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1920 - Die Firmengründung
Hans Riegel, 1893 in Friesdorf bei Bonn geboren, absolviert nach der Schulausbildung eine Lehre als Bonbonkocher. Über fünf Jahre arbeitet er bei der Firma Kleutgen & Meier. Weitere Stationen sind Fabrikationsstätten in Neuss und in Osnabrück.
Nach dem 1. Weltkrieg wird Hans Riegel Teilhaber der Firma Heinen in Bonn-Kessenich, die sich fortan Heinen & Riegel nennt. Doch schon 1920 macht sich Hans Riegel mit seiner eigenen Firma selbstständig. In der Bergstraße in Kessenich, damals noch ein Vorort von Bonn, erwirbt Hans Riegel ein Haus, in dem er die erste Fabrikationsstätte einrichtet. Das Startkapital besteht aus einem Sack Zucker, einer Marmorplatte, einem Hocker, einem gemauerten Herd, einem Kupferkessel und einer Walze.
Hier, in einer kleinen Hinterhof-Waschküche, beginnt die Geschichte des mittlerweile weltbekannten Unternehmens. Am 13. Dezember 1920 lässt Hans Riegel die Firma HARIBO als Akronym für HAns RIegel BOnn ins Handelsregister der Stadt Bonn eintragen. 1921 heiratet Hans Riegel seine Frau Gertrud. Sie wird die erste Mitarbeiterin der jungen Firma.
1922 – Der TANZBÄR erblickt das Licht der Welt
Bereits 1922 legt Hans Riegel den ersten Grundstein für den späteren internationalen Erfolg der Firma HARIBO: Er erfindet den TANZBÄREN – eine Bärenfigur aus Fruchtgummi, die später als der legendäre HARIBO GOLDBÄR weltberühmt wird. Inspiriert ist dieser TANZBÄR von den noch bis ins 19. Jahrhundert auf Jahrmärkten, Kirchweihfesten und anderen Feierlichkeiten als fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms auftretenden dressierten Bären.
Die TANZBÄREN aus Fruchtgummi waren größer als die heutigen GOLDBÄREN, aber auch schlanker. Schnell werden die TANZBÄREN neben den SÜßEN TEUFELN zu einem Klassiker des HARIBO-Sortiments. Zwei TANZBÄREN kosten im inflationsgeschüttelten Deutschland am Kiosk nur einen Pfennig.
1923 – Der erste Firmen-PKW
Die steigende Nachfrage erfordert im Vertriebsbereich eine Investition in moderne Transporttechnik: Im Jahre 1923 erwirbt die Firma HARIBO ihren ersten, mit Werbeschildern ausgestatteten PKW, mit dem die Kunden fortan beliefert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Tagesproduktion von Ehefrau und Mitarbeiterin Gertrud noch mit dem Fahrrad ausgeliefert.
1925 – Die erste Lakritzherstellung
Nur drei Jahre nach der Erfindung des TANZBÄREN legt Hans Riegel 1925 den zweiten Grundstein der HARIBO-Erfolgsgeschichte: Er beginnt mit der Herstellung von Lakritzprodukten. Ein erster Verkaufsschlager sind die legendären Lakritzstangen mit dem aufgepressten HARIBO-Schriftzug. Bald folgen viele weitere Lakritzleckereien, unter anderem die heute weltberühmte Lakritzschnecke. Und der TANZBÄR erhält einen Vetter: den sogenannten SCHWARZBÄREN.
Die 30er-Jahre – Der TEDDYBÄR und ein genialer Werbeslogan
1930 beschäftigt HARIBO bereits 160 Mitarbeiter. Eine mittlerweile flächendeckend aufgestellte Vertriebsorganisation aus Handelsvertretern versorgt nun ganz Deutschland mit HARIBO-Produkten.
In den 30er-Jahren taucht in der HARIBO-Produktpalette ein weiterer Verwandter des TANZBÄREN auf: der TEDDYBÄR. Er war kleiner und rundlicher und stellte die Naschversion des beliebten Kuscheltiers dar. Benannt sind die TEDDYBÄREN nach dem 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten (1901–1909), Theodore Roosevelt (1858–1919), der ein leidenschaftlicher Jäger war und eine besondere Vorliebe für Bären hatte. Bei offiziellen Anlässen bekam er deshalb häufig auch Stoffbären geschenkt, die sehr bald nach der Kurzform seines Vornamens ganz einfach Teddybär benannt wurden.
Einen weiteren Geniestreich landet die Firma HARIBO, als sie Mitte der 30er-Jahre den ebenso einfachen wie genial-einprägsamen Werbeslogan „HARIBO macht Kinder froh“ einführt. 1930–1933 wird der Hauptbau der heutigen Fabrikationsanlage in Bonn fertiggestellt. Unmittelbar vor dem 2. Weltkrieg ruht das Unternehmen auf einer soliden mittelständischen Basis mit ca. 400 Mitarbeitern.
1939–1945 - Panzer statt Gummibärchen
Während des Krieges sind die Geschäfte der Firma HARIBO rückläufig, was vor allem auf die zunehmende Rohstoffknappheit zurückzuführen ist. 1945 stirbt, erst 52-jährig, der Firmengründer Hans Riegel. Seine Frau Gertrud übernimmt für ihn in der ersten Zeit nach dem 2. Weltkrieg die Leitung der Geschäfte.
1945-1950 - Der Generationswechsel
Der Wiederaufbau der Firma beginnt unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1945 mit nur ca. 30 Mitarbeitern. Als im Jahre 1946 die Brüder Hans und Paul Riegel aus der Kriegsgefangenschaft zurückkommen, übernehmen sie von ihrer Mutter die Leitung der Firma. Dr. Hans Riegel ist für den kaufmännischen Bereich einschließlich Marketing und Vertrieb verantwortlich, sein Bruder Paul leitet bis zu seinem Tod im August 2009 den Produktionsbereich.
Der Erfolg stellt sich bald ein: Das florierende Unternehmen expandiert und beschäftigt im Jahre 1950 – nur fünf Jahre nach dem Krieg – schon ca. 1000 Mitarbeiter
1960 – Die GOLDBÄREN erblicken das Licht der Welt
1960 kommen zum ersten Mal, als Nachfolger der legendären TANZBÄREN, die HARIBO-GOLDBÄREN auf den Markt. Es ist die Geburtsstunde eines süßen Kultprodukts.
1962 – HARIBO wirbt erstmals im TV
Früh erkennt man bei HARIBO, wie wichtig das zu Beginn der 60er-Jahre noch neuartige Medium Fernsehen ist. 1962 wird zum ersten Mal im deutschen TV Werbung für HARIBO ausgestrahlt.
Mitte der 60er-Jahre wird der Werbeslogan „HARIBO macht Kinder froh“ um den Zusatz „und Erwachsene ebenso“ erfolgreich ergänzt und schafft somit eine Erweiterung der Zielgruppenansprache.
1967 – Die GOLDBÄREN werden als Warenzeichen eingetragen
Der riesige Erfolg der GOLDBÄREN veranlasst HARIBO, den GOLDBÄREN eine offizielle Geburtsurkunde ausstellen zu lassen: 1967 werden die GOLDBÄREN vom deutschen Patentamt offiziell als eingetragenes Warenzeichen anerkannt.
1978 – Die GOLDBÄREN wechseln die Form
In den 70ern verändern sich die ästhetischen Alltagsnormen der Kunden. Und so ändert sich auch die Form der GOLDBÄREN: Die ursprüngliche, relativ weit nach außen weisende Fußstellung wird zurückgenommen. Stattdessen erhalten die GOLDBÄREN ihr kompakteres, stilisiertes Aussehen, das sie bis heute beibehalten haben.
1989 – Die GOLDBÄREN wechseln die Farben
Die GOLDBÄREN verändern ihr Aussehen: Die Farben werden etwas blasser, weil sie nun durch Frucht- und Pflanzenkonzentrate erzeugt werden. Auf der Verpackung taucht erstmals die gelbe Goldbären-Illustration mit roter Schleife auf.
1991 – Thomas Gottschalk tritt für HARIBO an
Die mittlerweile weltweit am längsten währende Werbepartnerschaft zwischen einem Unternehmen und einem Testimonial, die Werbepartnerschaft zwischen HARIBO und dem populären Star-Entertainer Thomas Gottschalk, beginnt im Jahre 1991.
1996 – Die Anfänge der Marshmallow-Produktion
Im Jahre 1996 übernimmt HARIBO die belgische Süßwarenfirma Dulcia, die seit Jahrzehnten die sehr beliebten Dulcia-Marshmallow-Produkte SOFT-KISS, COCO-BALLS oder ROMBISS herstellt.
2003 – HARIBO: vertrauenswürdigste Süßwarenmarke Deutschlands
Seit 2003 wird HARIBO in der größten jährlich durchgeführten europäischen Verbraucherstudie, der „European Trusted Brands“, mehrfach in Folge zur vertrauenswürdigsten Süßwarenmarke gewählt.
2006 – Bonn ehrt Paul Riegel
Die Stadt Bonn ehrt Paul Riegel wegen seiner „herausragenden Verdienste“, die er sich um den Wirtschaftsstandort Bonn erworben hat, mit dem Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt.
2007 – 85 Jahre HARIBO GOLDBÄREN!
Zum 85. Geburtstag erhalten die GOLDBÄREN eine neue Rezeptur, ein neues Beuteldesign – und ein einheitliches, fröhliches Lächeln. Als sechste Geschmacksrichtung wird „Apfel“ ergänzend hinzugefügt. Das Jubiläum wird mit einer deutschlandweiten Sommerpromotion unter dem Motto: „Die GOLDBÄREN werden fruchtiger!“ kommuniziert.
2007 – Chamallows - Schaum vom Feinsten
Mitte 2007 erfolgt die Markenumstellung aller Dulcia-Produkte auf die Marke HARIBO Chamallows, um im Schaumbereich einen weltweit einheitlichen Markenauftritt zu gewährleisten.
Die Firma Dulcia (lat. sanft, süß) ist 1950 von Grégorius Nuyts im belgischen Deurne gegründet worden. 1962 zieht das Unternehmen nach Kontich um, wo die vier Kinder des Firmengründers den elterlichen Betrieb weiterführen. Zehn Jahre später vernichtet ein verheerendes Feuer die Produktionsstätten. So schnell wie möglich werden sie jedoch wieder aufgebaut - ausgestattet mit der seinerzeit neuesten Herstellungstechnik und den modernsten Maschinen.
Für die Konsumenten verändert sich nach der Integration von Dulcia in die HARIBO-Firmengruppe im Jahre 1996 nicht viel. HARIBO steht als Garant für die traditionell hohe Produktqualität der in Belgien hergestellten und seit 2007 HARIBO Chamallows genannten Produkte. Nur zertifizierte Lieferanten werden mit der Rohstoffbelieferung beauftragt und der Produktionsprozess wird akribisch kontrolliert.
Der Markenname HARIBO Chamallows steht also weiterhin für Schaumprodukte vom Feinsten!
2008 – Werbung, die (sich) abhebt
Dezember 2008 ist der Beginn eines einzigartigen Kooperationsmarketings.
Zwei Boeing 737-800 der TUIfly präsentieren sich als „fliegende Botschafter der Lüfte“ im exklusiven HARIBO GOLDBÄREN-Design - die GoldbAIR und seit Anfang Februar 2010 die HaribAIR.
Eine Alleinstellung im Werbe-, PR- und Marketingbereich, an der sich andere Mitbewerber kaum messen können.
2009 – Ein Jahr mit Höhen und Tiefen
Die SAFT GOLDBÄREN erblicken das Licht der Welt
Die SAFT GOLDBÄREN sind mit einem Anteil von 22 Prozent Fruchtsaft und ihrer softig-weichen Konsistenz eine Bereicherung der Produktlinie. Es gibt sie in den Geschmacksrichtungen Apfel, Birne, Himbeere, Pfirsich, Limette und Schwarze Johannisbeere. Im Sommer 2009 wird das Produkt mit dem Preis „HIT 2009“ der LEBENSMITTEL PRAXIS ausgezeichnet.
2010 – Mit Vollgas ins 21. Jahrhundert!
HARIBO kehrt in den Motorsport zurück
Nach jahrelanger erfolgreicher Teilnahme an internationalen Motorrennen in den Jahren 1970 bis 1994 kehrt HARIBO 2010 gemeinsam mit dem Team Manthey auf die Rennstrecke zurück. Die beiden neuen, im HARIBO-Design gestalteten Porsche 911 GT3 R und GT3 Cup S beeindrucken mit ihren Pilotenteams nicht nur beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring, sondern auch bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft (Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring).
2013 – Abschied von einem einzigartigen Unternehmer
Dr. Hans Riegel stirbt im Alter von 90 Jahren
Am 15. Oktober 2013 verstarb Dr. Hans Riegel plötzlich und unterwartet im Alter von 90 Jahren.
Dr. Hans Riegel startete nach dem 2. Weltkrieg in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Paul Riegel den schwierigen Wiederaufbau der Firma HARIBO, die Hans Riegel, der Vater der beiden, 1920 in Bonn gegründet hatte.
Dr. Hans Riegel lenkte seit 67 Jahren die kaufmännischen Geschicke des Unternehmens HARIBO und war damit der älteste diensthabende Geschäftsführer Deutschlands. So verwundert es nicht, dass die Führung der Marke HARIBO vor allem geprägt war von der Kontinuität seiner Handschrift.
Die Kreativität und Entschlossenheit von Dr. Hans Riegel prägten jahrzehntelang die Süßwarenbranche in Deutschland und über nationale Grenzen hinweg.
Dr. Hans Riegel hat sein Leben HARIBO gewidmet und bis zuletzt mit größter
Begeisterung die Vision verfolgt, mit der Marke HARIBO den Menschen Freude in ihr
alltägliches Leben zu bringen.
2014 – HARIBO investiert in eine erfolgreiche Zukunft: mit neuem Standort und neuem Werbepartner
HARIBO erwirbt Grundstück in der Gemeinde Grafschaft
Die Weichen für eine erfolgversprechende Zukunft sind gestellt.
Am 18.09.2013 wurde die Entscheidung für den zusätzlichen Standort im
rheinlandpfälzischen Grafschaft einstimmig von den Gesellschaftern der HARIBO
GmbH & Co. KG getroffen. Seitdem laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In diesem Zusammenhang ist das jederzeit angenehme und offene Gesprächsklima sowie die Unterstützung dieses Vorhabens auf allen Ebenen von Politik und Verwaltung in Rheinland-Pfalz hervorzuheben.
Auf dem 27 Hektar großen Grundstück im Innovationspark Rheinland, das verkehrstechnisch ideal am Autobahnanschluss A61 gelegen ist, entstehen neben einem großen Logistikzentrum mit 100.000 Palettenstellplätzen und technologisch fortschrittlichsten Produktionsstraßen auf 50.000m² ebenfalls hochmoderne Verwaltungsgebäude mit großzügig dimensionierten Büroräumen.
HARIBO reagiert damit auf die begrenzten Kapazitäten am Standort Bonn, die nicht nur den Produktionsbereich, sondern mittlerweile auch die Verwaltung betreffen. Die für zukünftiges Wachstum erforderlichen Personalaufstockungen im Verwaltungs- und Produktionsbereich sind daher unerlässlich. Damit schafft HARIBO bewusst über 300 neue Arbeitsplätze in Deutschland und möchte gleichzeitig die Raumbedingungen für alle Mitarbeiter deutlich verbessern. Der Produktionsstandort Bonn und die dazugehörige Betriebsverwaltung sind davon nicht betroffen.
Die Eröffnung des neuen HARIBO-Standorts in Deutschland / Rheinland-Pfalz, für den bereits Dr. Hans Riegel und die Nachkommen von Paul Riegel den Grundstein gelegt haben, ist für 2017 vorgesehen.
HARIBO ist ein innovatives und zukunftsorientiertes Familienunternehmen mit Produkten, die sich weltweit wachsender Nachfrage erfreuen. Dem herausragenden Vorbild der vorangegangenen Unternehmergenerationen folgend, nimmt auch die jetzige Unternehmensführung die Verantwortung gegenüber internen und externen Interessengruppen sehr ernst.
Mit diesem Schritt ist ein weiterer Meilenstein in der knapp 100-jährigen HARIBO-Unternehmensgeschichte gesetzt.