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Die Hohle Gasse nennt man jenen Teil des Weges zwischen den Juradörfern Auenstein und Veltheim, bei dem die Veltheimer- Straße gegen das Schloß Wildenstein hin ausmündet. Dort am Scheideweg bei einem vereinzelt stehenden Hause kommt mit jedem Vollmond eine weiße Frau daher mit einem Kindlein im Arme. Hier schägt sie den Fußweg ein, der erst einem Wildbachlein entlang, das im Sommer meistenteils trocken liegt, und dann über das Feld der Rüschmatten hingeht.
Hier, wo das Wasser in eine Schlucht abfällt, Namens Uriwinkel, steigt das Weib hinunter, kommt dann auf dem unterhalb liegenden Mattlande der Bös-Au wieder hervor und wendet sich dem mit Gestrüpp überwachsenen Schachen des Aarufers zu. Am Strome angelangt, wirft sie ihr Kind in die Aare.
(Erzählt vom Fergen an der Aare zu Auenstein.)
Man fügt bei, bas Bachmaidli habe ihr neugebornes Kind zerstückelt und in den Veltschenbach geworfen, der von Talheim über Schinznach in die Aare geht; windelnwaschend ruft sie:
„O hätt i numme das nit tho, So wär i jetzt i Himmel cho!“
Sage aus Auenstein, Kanton Aargau
Band 3.2, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 137 -137
Notiz:
Dieses Maidli wird wohl unterschieden von dem Veltheimer Dorftiere, welches in Gestalt eines Schweines in demselben Veltschenbache umhergeht.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.