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Das kleine Dorf Wergenstein mit Blick auf die San Bernardino-Route liegt etwa eine viertel Stunde fahrt entfernt hoch über Zillis am Schamser Berg. 1934 erbaute der Schweizerische Metall- und Uhren Verband SMUV das stattliche Hotel Piz Vizan (heute Center da Capricorns) als Erholungsstätte für seine Mitglieder und deren Angehörige. Gleich daneben liegt ein zweigeschossiger Steinbau, das Haus von Onda Clara, die zeitlebens den Postbetrieb im Dorf aufrecht erhielt. Um die zunehmende Gästezahl des Hotels und v.a. deren Gepäck abfertigen zu können, wurde dem Haus 1935 ein kleiner gestrickter Anbau beiseite gestellt, in dem sich von nun an die Poststelle befand. Aus derselben Umbauphase stammen die Innenaustattungen der beiden Schlafzimmer im ersten Stockwerk, die einzigen Oberflächen, die, zusammen mit dem Kachelofen beim kürzlich erfolgten Eingriff unangetastet blieben.
Der Rest der Oberflächen wurden grosszügig überarbeitet, sehr viel sehr dunkles Täfer wurde rückgebaut und durch helle Verputzoberflächen ersetzt. Zusammen mit der Erdsondenheizung sorgen neue Dämmebenen im Dach, gegenüber dem Keller und hinter dem Täfer für ein angenehmes Klima in jeder Jahreszeit. Darüberhinaus erhielt das Gebäude neue Holzfenster und Türen. Die Lärchenböden aus schmalen Riemen orientieren sich am Bestand aus den dreissiger Jahren. Die existierende Nasszelle wurde neu konzipiert und zu Gunsten des angrenzenden Schlafzimmers verkleinert. Die Überarbeitung der Fassade wird in einer späteren Etappe in Angriff genommen.
Die mineralischcn Arbeiten: Da der Umbau praktisch an der A13 liegt, bot sich die Verwendung von Gesteinsmaterial vom Bruch in San Bernardino geradezu an. Zum Teil eigens ausgesiebt und zusammengestellt, stellten wir die Küchenzeile, die Fensterbänke, Wand- sowie Deckenputze selbst auf der Baustelle her. Der Ortbeton der Küche und Fensterbänke auf Weisszementbasis wurde durch Zugabe von natürlichem hydraulischem Kalk mit beiger Grundfarbe abgetönt. Bei den Verputzen mit Sumpfkalk als Hauptbindemittel, wurde ebenso verfahren.
Die Wandputze sind bewust rustikal gehalten, ein willkommener Kontrast zu den schalungsbedingt sehr glatten Betonoberflächen. So wurden Küche, Esszimmer und der Gang mit einem aufgerissenen Sumpfkalkputz versehen, wohingegen die Decken reflektierende Kalkglätten erhielten. Nur vor der Ofeneinfeuerung wurde die Betonoberfläche geschliffen und so die komplette Siebkurve des Materials zur Schau gestellt.
Bauleitung, Schreinerarbeiten insb. Riemenböden, Decken und Dusche, Verputzarbeiten in Sumpfkalk, Betonarbeiten (Abdeckung Küchenzeile, Fussboden, Fensterbänke), vorbereitende Baumeister-, Elektriker und Sanitärarbeiten
Baujahr: 19 Jh.
Mitarbeit: Carlo Castelberg, Aline Nietlispach
Architektur: Salome Fravi
Projektdauer: 2016-2017