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Judy Garland war eine Hollywoodikone der 1940er- und 50er-Jahre. Sie schrieb Filmgeschichte mit «The Wizard of Oz». Das Biopic «Judy» inszeniert ihr letztes Lebensjahr.
Es gibt nur noch einen Ort, wo das Publikum die verschuldete Showlegende mit tosendem Applaus begrüsst: London. 1968 versetzt sie die Metropole in Euphorie. Ihre Kinder musste sie in den USA zurücklassen. Alkohol und Drogen werden ihr zum Verhängnis.
Das träumerischste Zitat
«Ich glaube immer noch an den Frieden, den man im Publikum finden kann», sagt Judy Garland über ihr gespaltenes Verhältnis zum Showbusiness. Sie hat unglaubliches Lampenfieber. Trotzdem liebt sie das Rampenlicht.
Die Hauptdarstellerin
Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger porträtiert Judy Garland. Bekannt wurde sie als Bridget Jones, die schusselige Heldin der gleichnamigen Bestseller-Verfilmungen.
Die 50-Jährige sang alle Garland-Songs selbst. Ein Jahr lang arbeitete sie mit Gesangs-Coachs an deren Interpretation. Besonders an den tiefen Noten musste sie feilen, da Garland damals eine sehr tiefe Stimme hatte. Trotzdem war es nicht Zellwegers Ziel, die Ikone zu imitieren. Vielmehr habe sie versucht, den Liedern ihre eigene Note einzuhauchen.
Fakten, die man wissen sollte
Judy Garland war eine Inspiration für die LGBTQ-Gemeinschaft. Dieses Thema wird in «Judy» angeschnitten – in Form eines ihr treu ergebenen, schwulen Pärchens. Das letzte Konzert in London haben die beiden verpasst. Einer von ihnen sass im Gefängnis, weil Homosexualität damals noch als Straftat galt.
Als tragische Person mit vielen Problemen konnten sich viele mit Judy Garland identifizieren. Aber auch ihre Extravaganz passte gut zur LGBTQ-Szene.
Im Klassiker «The Wizard of Oz» akzeptiert sie als Dorothy alle, die anders sind. «Friend of Dorothy» wurde zum geheimen Synonym für queere Menschen. Judy Garlands Hymne «Somewhere Over the Rainbow» trug zur Entwicklung der Regenbogen-Flagge bei. Heute ist diese als Symbol der queeren Gemeinschaft weltberühmt.
Das Urteil
Liza Minnelli, die leibliche Tochter von Judy Garland, war im Vorfeld skeptisch gegenüber der Filmbiografie. «Ich billige den Film in keiner Weise», postete die 73-Jährige auf Facebook.
Regisseur Rupert Goold erwiderte darauf, dass er Minnellis ablehnende Haltung verstehe. Er sei sich aber sicher, dass sie ihre Meinung ändern werde, sobald sie den Film sehe.
Ob sie das wird, steht in den Sternen. Etwas steht dagegen schon jetzt fest: Renée Zellweger kommt der vor 50 Jahren verstorbenen Judy Garland erstaunlich nahe. Sie interpretiert die impulsive Ikone vielschichtig, wenn auch oft etwas überspitzt.
Als Zuschauer weiss man freilich, dass Judys Geschichte kein gutes Ende nehmen wird. Die Stärke von «Judy» liegt in der Charakterisierung der toxischen Mischung, die ihre Person ausmachte: Judy Garland war Mutter, Weltstar und Abhängige zugleich. Faszinierend und furchtbar traurig.
Kinostart: 2.1.2020