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Gendergerechte Sprache
Geschlechtergerechte Sprache (oder Neudeutsch "gendergerecht") bezeichnet eine Sensibilität in der geschriebenen oder gesprochenen Sprache für Wörter und Formulierungen, welche alle Menschen jeden Geschlechts integrieren sollen. Dieser Artikel zählt zum Erfahrungsaustausch.
Kontext
Das Hinterfragen und Neugestalten etablierter Machtstrukturen gehören zu den überlebenswichtigen Eigenschaften einer Jugendbewegung. Die Überwindung des Patriachats, auch aus sprachlicher Ebene, werden von vielen Mitgliedern der Bewegung als zentraler Bestandteil dessen verstanden.
Die Diskussion ist natürlich viel komplexer: Ist es bei Einschreibeformularen z.B. nötig, nach dem Geschlecht der Person zu fragen? Dadurch wird das Denken in Geschlechtern und das Schubladisieren dieser nur verstärkt. Andererseits heisst geschlechtergerecht auch, dass die Geschlechter bei Treffen, Interviews, Wortmeldungen, Podien, etc. angemessen vertreten sind. Dafür wiederum ist das Wissen um das Geschlecht einer Person wieder unabdingbar.
Im Verfassen von Texten für die Bewegung haben sich folgende Gepflogenheiten etabliert (vgl. dazu den entsprechenden Wikipedia-Artikel, welche diese Bergriffe viel umfassender reflektiert).
Angewandte Sprache im geschriebenen Deutsch
- Nutzen von neutralen Wörtern mit ähnlicher Bedeutung, das kommt natürlich immer auf den Kontext an (Mitgliedern anstelle von Aktivisten)
- Integrieren beider Geschlechter in ein Wort mithilfe des Gendersternchens(*) (Aktivist*innen anstelle von Aktivisten)
|Bisher genutzt||Gendergerecht|
|jemand||jemensch|
|man||mensch|
|Lehrer||Lehrperson|
|Putzfrau||Putzfachkraft,

Putzpersonal
Problematik
Mit der Nutzung einer gendergerechten Sprache ergeben sich verschiedene Problematiken, die nicht abschliessend gelöst werden können. Jeder Mensch muss in diesen Fällen für sich selber entscheiden, wie nun vorzugehen ist.
- Oft wird der Begriff man durch den (neugeschaffenen, im Duden nicht vorkommenden Begriff) mensch ersetzt. Da der Begriff Mensch jedoch seinen Ursprung genauso im Wort Mann hat wie der Begriff man. (vgl. dazu Duden).
Eine mögliche Abhilfe zu dieser Problematik wäre die passive Wortkonstruktion. Zum Beispiel:
Man muss ein Transparent malen, bevor man demonstrieren gehen kann.-> Ein Transparent muss gemalt werden, bevor demonstriert wird. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.-> Das darf ja wohl noch gesagt werden.
- In den Schweizerdeutschen Dialekten kann die jeweilige Entsprechung des Wortes man problemlos durch öpper ersetzt werden.
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- In der gesprochenen Sprache können genderneutrale Satzkonstruktionen oft umständlich und langwierig sein. Das kann die Kommunikation unter Umständen (vor allem mit mit dem Gendern wenig vertrauten Personen) erheblich erschweren. Abhilfe dafür schafft regelmässiges Training und das gegenseitig Hinweisen auf nicht korrekt gegenderte Sätze im Freundeskreis.
- Wörtern wie dämlich, herrlich, herrisch, etc. sind gemäss ihrer Bedeutung im historischen Kontext äusserst sexistisch. Hier muss jede Person für sich entscheiden, ob die historische Vorbelastung oder die aktuelle Bedeutung überwiegt. Zum Beispiel wird ja der Begriff Lager in Deutschland meist vermieden, da er viele Deutsche sofort an Konzentrationslager erinnert, in der Schweiz jedoch denken die meisten bei Lager an ein Feriencamp oder eine Schulfreizeit. Ähnlich verhält es sich mit genderpolitisch vorbelasteten Begriffen.
- Das Sternchen wird von vielen älteren Mitmenschen und Lehrpersonen als eine Verhunzung der Deutschen Sprache und als grammatikalisch inkorrekt angesehen. Abhilfe schafft die Umgehung solcher Wörter mit dem Kontext entsprechenden Synonymen. Zum Beispiel:
Um zwölf Uhr sollen sich alle Schüler*innen auf dem Pausenhof versammeln.-> Um zwölf Uhr sollen sich alle Jugendlichen auf dem Pausenhof versammeln. Alle Künster*innen versammeln sich vor dem Auftritt im Backstage.-> Alle Auftretenden versammeln sich vor dem Auftritt im Backstage.
- In einem Grossteil der aktuellen Jugend und der aktuellen Linken wird im Gegensatz dazu das Sternchen als chic angesehen, da es zeigt, dass man sich Mühe gegeben hat und alle Geschlechter inkludieren will. Ausserdem ist es eine bequeme Form des Genderns, die nicht viel Denken erfordert, so bequem sogar, dass in linken Texten zum Teil Begriffe wie Mitglieder*innen zu finden sind, obwohl der Begriff das Mitglied bereits genderneutral ist.
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