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Ihr Argument von der "geistigen Verarmung" führt auf die Spur, warum Sie und viele andere so vehement gegen die Reform sind: Ich befürchte, Sie betrachten die Rechtschreibung nicht als Mittel zum Zweck der möglichst einfachen und verständlichen Kommunikation, sondern allein als Indiz für Bildung.
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Seidl, Christian
Die Qualität der Reform wird allein durch den langfristigen Gebrauch feststellbar sein. Die Reform ist dann gescheitert, wenn die Ersten, die nur nach der neuen Orthografie schreiben gelernt haben, von sich aus - ohne Druck von irgendwem - wieder zur alten Schreibweise zurückkehren, weil die leichter ist.
Eine wichtige feststellung. Übrigens ist deshalb die reform von 1653 gescheitert, weil wir ohne druck von irgendwem zur eigennamengrossschreibung zurückkehren. Wir sind allerdings nicht die ersten.
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