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Martin Vogt (1781–1854) war ein Organist, Cellist und Komponist von Kirchenmusik und anderen Werken. Er wirkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und im Elsass. Im 19. Jahrhundert wurde Martin Vogt in Zeitschriften als berühmter Musiker bezeichnet. Danach war er lange Zeit nur in kleinen Fachkreisen bekannt. Heute nimmt das Interesse an seinem Werk wieder zu. Der Organist Gerd Hofstadt, charakterisiert den Komponist wie folgt: „Martin Vogt war in seiner Zeit der meistverlegte Komponist von Kirchenmusik in der Nordschweiz und im Elsass.
Es ist schön zu erleben, was in der ersten Blütezeit des Klaviers – Beethoven, Schubert, Schumann waren die grossen Zeitgenossen von Vogt – tatsächlich für eine Musik auf der Orgel gespielt wurde. Die Orgelmusik folgte dem Zeitstil, dem Instrument wurden neue Klänge abverlangt, dem Spieler die Technik des neueren Klavierspiels. Martin Vogt war ein Komponist, der sich mit Geschick des neuen Musikstils auch auf der Orgel zu bedienen wusste.”
Martin Vogt wanderte in seinen Studienjahren durch Österreich, den Schwarzwald und die Deutschschweiz. Er studierte unter anderem in Salzburg bei Michael Haydn. In der Schweiz endeten seine Wanderjahre und er war einige Jahre in St. Urban und in Arlesheim als Kirchenmusiker und Musiklehrer tätig bevor er sich endgültig im Elsass niederliess. Er veröffentlichte viele Kompositionen in der Schweiz und im Elsass und zählt deshalb sowohl als schweizerischer wie auch als elsässischer Komponist. Allerdings zeugen seine Kompositionen hauptsächlich von seiner österreichischen Herkunft. Zu seinen bedeutendsten elsässischen Schülern zählten Jacques-Louis Battmann und Eugène Thomas.
Ein ausführlicher Wikipedia-Artikel beschreibt Martin Vogts Leben und Schaffen: de.wikipedia.org/wiki/Martin_Vogt
Kompositionen von Martin Vogt
Das musikalische Werk von Martin Vogt hat verschiedene Grade der Bekanntheit erfahren. Im 19. Jahrhundert wurde er in der Zeitschrift Katholische Schweizerblätter als berühmter Musiker bezeichnet. Eine geringere Einschätzung erhielt er im Jahr 1970, als der Herausgeber seiner Autobiografie in der Einleitung schrieb: «Das Bleibendste, das Vogt geschaffen hat, ist seine eigene Lebensgeschichte». In der Zwischenzeit erschienen mehrere CD-Einspielungen namhafter Organisten. Es sind vor allem die Aufnahmen mit Jean-Claude Zehnder von 1998 und mit Jean-Luc Gester von 2004, die erneut die Aufmerksamkeit auf Martin Vogt lenkten. Der Beginn dieses Auflebens ist auch Christoph Hänggi zu verdanken, der 1988 und 1994 an der Universität Basel ausführliche Studien über Martin Vogt publizierte. Im 21. Jahrhundert bezeichnet der französische Verlag Les Editions Delatour France Vogt als „elsässischen Haydn“ und wirbt mit dem Erfindungsreichtum und der Qualität von Vogts Melodien.
Sein musikalisches Werk besteht aus über 300 Kompositionen, die in Bibliotheken von Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz aufbewahrt sind. In gedruckter Form sind sämtliche Orgelkompositionen erschienen und von den 36 Messen etwas mehr als die Hälfte.
Klangbeispiele
Aufnahmen: Johannus Rembrandt, 2018
Aufnahmen Ref. Kirche Rothrist 2014