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Die Anlagen in der Wiler Badi Weierwise sind in die Jahre gekommen. Das 1931 erbaute Freibad wurde 1991 und 1992 letztmals vollständig erneuert. Gewisse Anlagen sind seither in Betrieb. Reto Gehrig, der das Geschäfts als Präsident der Vorberatenden Kommission vorstellte, sagte: "Die technischen Anlagen haben den Lebenszyklus überschritten und müssen dringend saniert werden. Für viele Teile gibt es gar keinen Ersatz mehr. Nur noch zwei Bademeister können die Anlagen bedienen." Die Sanierung war im Parlament unbestritten und alle Fraktionen stellten sich dahinter. Bei der Abstimmung sprachen sich alle 33 anwesenden Stadtparlamentarier dafür aus, womit die Sanierung nun vorgenommen werden kann und bis zum Start der nächsten Badesaison abgeschlossen sein sollte. Die Technik wird an jene des Freibads Bergholz angeglichen. Die benötigte Frischwasserzufuhr kann dank der Erneuerungen erheblich reduziert werden. Der gesprochene Kredit beläuft sich auf 968'000 Franken.
Reglement für Fonds trotz Diskussionen einstimmig gutgeheissen.
Zudem wurde beraten, was mit dem Geld im "Pater Magnus Hungerbühler Fonds" geschehen soll. Magnus Hungerbühler hat als letzter fürstäbtlicher Statthalter im Hof zu Wil im Jahr 1793 die sogenannten „Vogelherdäcker" im Städeli Wil den bedürftigen Bewohnenden der Ortschaft Rossrüti zur ständigen Nutzung überlassen. Landnutzung und Verwendung der Zinserträge wurden in Nachachtung des Schenkungswillens in diversen Reglementen geregelt. Im Zuge der Siedlungsentwicklung Wil wurde in den 1960er-Jahren die Parzelle Vogelherd verkauft; als Realersatz wurden im und ausserhalb von Rossrüti verschiedene Grundstücke erworben, die heute noch zum Fondsvermögen gehören. Die bisherige Zweckbestimmung des Fonds wird vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und sozioökonomischen Entwicklung des Dorfs Rossrüti, den heutigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Sozialhilfebereich sowie der erfolgten Gemeindevereinigung in örtlicher und sachlicher Hinsicht angepasst.
Zum einen wird der Kreis der Anspruchsberechtigten auf das ganze Gemeindegebiet Wil ausgedehnt und in sachlicher Hinsicht wird der Umfang und Inhalt der Bedürftigkeit in Richtung Wohlfahrts- und Sozialfonds ausgedehnt. Dabei soll nebst der bisherigen Subjektfinanzierung auch die Objektfinanzierung einen grösseren Stellenwert erhalten. Beibehalten wird die Möglichkeit, Beiträge an die vielfältigen Formen der Aus- und Weiterbildung auszurichten. Eine stärkere Bedeutung sollen die Integration in die Gesellschaft sowie der präventive Aspekt der Verhinderung von Bedürftigkeit und Armut erhalten. Demgegenüber wird die ursprüngliche landwirtschaftliche Nutzung des Pflanzlandes durch Bedürftige ersatzlos aus der Zweckbestimmung gestrichen. Für die zielgerichtete Verwendung der Fondsmittel wird ein eigenes Fondsreglement erlassen. Nach einer Diskussion über einige Details wurde das Reglement einstimmig mit 33-Ja-Stimmen gutgeheissen.
Diskussion um steigende Sozialhilfequote
Eine weitere Schwerpunkt-Diskussion ergab sich zum Thema Sozialhilfequote. Wurden im Jahr 2013 noch 891 Personen durch die Stadt Wil unterstützt, so waren es vergangenes Jahr schon 1074 Personen. Die Sozialhilfequote liegt bei 4,4 Prozent und somit deutlich über dem kantonalen Durchschnitt. Der Stadt wurde mangelnde Kreativität vorgeworfen. Parlamentarier Reto Gehrig (CVP) sagte: "So wie es jetzt läuft, ist es nicht gut. Man könnte mehr machen." Der zuständige Stadtrat Dario Sulzer (SP) wies die fehlende Kreativität vehement zurück und zeigte auf, dass in seinem Departement auf 100 Stellenprozente 110 Sozialhilfebezüger zu betreuen sind - mehr als anderswo. Auch Szlzer anerkannte aber, dass es Handlungsbedarf gibt in diesem Bereich.
Daniel Gerber tritt zurück - und bleibt doch
Die Wiler Politik braucht einen neuen Präsidenten der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Amtsinhaber Daniel Gerber tritt per Ende 2018 zurück, bleibt aber Stadtparlamentarier. Zehn Jahre war Gerber in der GPK tätig. Zuerst zwischen 2009 und 2012 in seiner damals noch eigenständigen Wohngemeinde Bronschhofen, danach in der vereinigten Gemeinde Wil. Seit fünf Jahren ist Gerber Präsident der Wiler GPK. Wer Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist es wieder ein Vertreter der FDP.