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Beim Spaziergang heute Nachmittag quietschte „Jerry Lee“ plötzlich und begann, sich intensiv am rechten Ohr zu kratzen. Auch nachdem die Besitzerin eine entzündungshemmende Ohrensalbe appliziert hatte, beruhigte sich die Situation nicht.
Das plötzliche Auftreten der Beschwerden spricht gegen eine „gewöhnliche“ Ohrenentzündung. Beide Ohren werden vorsichtig mit einem Otoskop untersucht. Währenddem das linke Ohr unauffällig ist, findet sich in der Tiefe des rechten Gehörganges eine Pflanzenrispe. Da das Material unmittelbar vor dem Trommelfell liegt und jegliche Manipulationsversuche mit Schmerzäusserungen quittiert werden, wird darauf verzichtet, den Fremdkörper im Wachzustand zu entfernen.
Unter Sedation wird die Pflanzengranne mithilfe einer endoskopischen Optik und einer biegsamen Fremdkörperzange vorsichtig entfernt. Der Hund erhält ein Schmerzmittel und für einige Tage eine beruhigende Ohrensalbe. Schon kurz nach der Prozedur sind die Ohrenschmerzen vollständig verschwunden.
Ohrenfremdkörper werden bei Hunden hin und wieder festgestellt. Gerade bei Hunden mit schweren, hängenden Ohren kann es geschehen, dass Pflanzenteile beim Vorbeistreifen abgebrochen werden und sich im Gehörgang festsetzen. Die Entfernung kann äusserst unangenehm sein (z.B. wegen Widerhaken der Pflanzenrispe) und sollte auch zur Schonung des Trommelfelles unter Sedation oder Narkose erfolgen. Wird ein Fremdkörper nicht als solcher erkannt und entfernt, kann eine eitrige Ohrenentzündung bis hin zur Trommelfellperforation entstehen.