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"Wir verkaufen nicht unser Mobilfunk-Netz", stellte CEO Olaf Swantee am Mittwoch klar. Ausgelagert würden lediglich die Beton- und Stahlkonstruktionen. Die eigentlichen Mobilfunkkomponenten blieben jedoch im Besitz von Sunrise. Er betonte ausserdem, dass solche "Sale-and-lease back"-Deals im Ausland an der Tagesordnung seien.
Sunrise hatte bereits im Januar bekannt gegeben, über eine Veräusserung nachzudenken. Der Verkauf ist somit keine Überraschung. Konkret werden nun 2'239 der rund 3'600 Sendestandorte für 500 Mio CHF an ein Konsortium der spanischen Firma Cellnex (54%), von Swiss Life Asset Managers (28%) sowie von Deutsche Telekom Capital Partners (18%) abgegeben.
Der Vertrag sei rückwirkend per Anfang Jahr abgeschlossen worden und gelte für 20 Jahre, wobei es eine Option für weitere 20 Jahre gebe, präzisierte CFO André Krause. Er erläuterte ausserdem, weshalb nicht alle Antennenstandorte an das Konsortium abgegeben wurden. Dazu zählten insbesondere jene, die mit anderen Anbietern geteilt würden und zum Teil gar nicht im Besitz von Sunrise seien.
ZIEL "INVESTMENT GRADE RATING"
Das Hauptmotiv für den Verkauf war es, die finanzielle Lage des Unternehmens zu verbessern. So sollen die Einnahmen zum grössten Teil (450 Mio CHF) zum Schuldenabbau verwenden werden. Es sei das Ziel, in naher Zukunft ein "Investment Grade Rating" zu erhalten, hiess es dazu.
Abgesehen davon soll ein kleiner Teil der Erlöse (30 Mio CHF) für zusätzliche Investitionen ausgegeben werden, wodurch die Gesamtinvestitionen im laufenden Jahr auf 255 bis 295 Mio CHF steigen sollen (bislang: 225-265 Mio). Dieser Schritt solle das derzeit gute Wachstumsmomentum unterstützen, sagte der CFO.
Auf der anderen Seite führt der Deal jedoch zu höheren Kosten. So wird das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA (bereinigt) durch eine jährliche Servicegebühr von 35 Mio CHF belastet, welche an das Konsortium entrichtet werden muss. In der Folge reduziert die Gesellschaft das EBITDA-Jahresziel auf 577 bis 592 Mio CHF vor (bisher: 595-610 Mio). Auf der anderen Seite wirke sich die tiefere Zinsbelastung infolge der tieferen Verschuldung positiv auf weitere Gewinnzahlen aus, hielt das Management fest.
Der Servicevertrag mit dem Konsortium umfasst laut den Angaben mehr als ein reines Leasing. So sollen auch zukünftige Standorte von diesem erschlossen werden, wobei Sunrise die Standorte bestimme.
NEUE DIVIDENDENPOLITIK
Mit dem Schuldenabbau reduziert sich laut den Angaben nun das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA per Ende 2016 auf von 2,7x auf 2,1x. Und diese Kennzahl ist für die Dividendenpolitik von Sunrise entscheidend.
Bislang war ein Zielwert von 2,5 für das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA angepeilt worden; und sobald dieser Wert erreicht sei, würden liquide Mittel, die 65% des Equity Free Cash Flow übersteigen, für Dividenden, Aktienrückkäufe oder einen Fremdkapitalabbau verwendet.
Gemäss der neuen Dividendenpolitik sollen mindestens 65% des Equity Free Cash Flow ausgeschüttet werden, wobei dieser Wert auf 85% erhöht wird, sobald das ausgewiesene Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA unter 2,0 sinkt.
Für 2017 strebt die Gesellschaft nun konkret eine Dividende von 3,90 bis 4,10 CHF pro Aktie an, was deutlich über dem bisherigen Ziel von 3,45 bis 3,55 CHF ist.
Analysten kommentierten den Deal wohlwollend. So rechneten die Experten der Neuen Helvetischen Bank vor, dass die Dividendenrendite nun "schlagartig von unter 4,5% auf rund 5%" ansteige. Gleichwohl setzten sie auch ein Fragezeichen: "Dass dafür aber Infrastruktur aus der Hand gegeben wird, beurteilen wir strategisch als weniger erfreulich." An der Börse legten die Papiere am Mittwoch bei klar überdurchschnittlichem Volumen um 1,1% zu (SPI: -0,2%).
rw/cp
(AWP)