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Die mittelalterliche Reisegruppe von 'Anno 1226'
Unsere Charaktere basieren teilweise auf historisch verbrieften Personen. Um eine Darstellung zu ermöglichen reichen jedoch die historisch belegbaren Fakten bei weitem nicht aus, da sie zumeist in Form von Zeugnisbescheinigungen auf Urkunden höher gestellter Adliger sind.
Daher erlaubten wir uns, sie mit ein wenig künstlerischer Freiheit ins Leben zu rufen...
Gerungus, miles et fryherre de Kembetvn (* um 1200, † um 1247/48)
lehnsmaa des gots husez ce Sankt Gallen in Oberenkembetvn et vogts des gots husez ce Ainsiedeln in Niederenkembetvn
Historisch verbrieft als: Gerung von Kembiton (Embrach, Urkunde von 1223)
Gerungus de Kembetvn, (Rapperswil, Urkunde von 1229)
Gerung von Kemitun (Ort unbekannt, Urkunde von 1230)
Gerungus de Chemjtun (Weesen, Urkunde von 1232)
(weitere geschichtliche Fakten findet Ihr unter 'Geschichte')
Als dritter Sohn des hochfreien Burkhard von Mazzingen war ihm von Geburt an ein Erbe verwehrt. Von seiner Tante Judenta von Kalchern erhielt er jedoch den Wald Ragenboz, oberhalb der Ortschaft Kempten im Zürcher Oberland, als Eigengut und kurz darauf zudem von Abt Rudolf des Klosters Sankt Gallen das Lehen über Oberkempten. Auf seinem kleinen Eigengut errichtete er sich seinen Stammsitz. Weitere kleine Besitzungen und Rechte erwarb/erhielt er durch Dienste bei verschiedenen Herren in weiten Teilen der deutschen Schweiz.
Auf einer seiner Reisen, zu den diversen Besitzungen, traf er auf Ulrich von Schwanden und erhielt als Dank für eine Hilfestellung dessen Tochter Elizabetha zur Gemahlin (1225).
Als Mitgift erhielt er wiederum Besitzungen im Raume des Berner Seelandes und durch Unterstützung von Elisabetha's Bruder Anselm von Schwanden (nachmaliger Abt des Klosters Einsiedeln) die Vogtei über das Dorf Niederkempten. Versehen mit all diesen Besitzungen und Rechten kann er sich einen gehobeneren Lebenstil leisten, als viele andere Angehörige des niederen Adels seiner Zeit. Geprägt durch seine Jahre als Turnierritter, sowie den Kriegsdiensten für fremde Herren, trägt er Heute lieber Pracht- statt Kriegsgewand und beteiligt sich nur widerwillig als Teilnehmer an Turnieren. Protokollarischen oder gar festlichen Aktivitäten ist er jedoch nie abgeneigt.
Er wird als grosszügiger und gutherziger 'Herr' von seinen Untertanen geschätzt. Er gibt beispielsweise immer wieder Gewandung an sie ab, beteiligt sich eigenhändig an den anstehenden, handwerklichen Arbeiten auf dem Hof oder im Reiselager und verhilft ihnen oftmals zu regelrechten 'Festessen', wenn er sie von seiner Tafel verköstigt.
Er ist sich dabei jedoch seines Standes bewusst und toleriert dabei keine Abweichungen bei den Umgangsformen. Verstösse werden durch ihn zumeist äusserst hart, mit drakonischen Hiebstrafen geahndet. Mit noch strengerem Vorgehen reagiert er auf Verbrechen in seinen Besitzungen. So lässt er in den wenigsten Fällen mildernde Umstände gelten und fordert, vor allem auch bei Fällen die der hohen Gerichtsbarkeit des Grafen von Kyburg unterstehen, zumeist die Höchststrafe.
Innerhalb des Clubs betätigt er sich als 'Historiker' und vertritt zudem unsere gemeinschaftlich getroffenen Beschlüsse als 'Präsi' nach aussen.
Elizabetha de Svandon (* um 1207, † um 1247)
frye frouw et gemalin des Gerungus, miles et fryherre de Kembetvn
Historisch verbrieft als: NN de Svandon (Nur ihr Nachname in einer uns nicht vorliegenden Urkunde, 1225)
(weitere geschichtliche Fakten findet Ihr unter 'Geschichte')
Elizabetha wurde als Tochter des hochfreien Ulrich von Schwanden und Bruder des Anselm von Schwanden (Abt des Klosters Einsiedeln von 1234 bis 1266) geboren. Sie genoss unter anderem eine gute Ausbildung in Kunst und Musik sowie höfische Benimmregeln durch ihre Mutter. Auch war sie selber des Lesens und Schreibens mächtig. Nicht zu vergessen natürlich die Kentnisse, welche eine Frau ihres Standes der damaligen Zeit haben musste. Handarbeiten für die Fertigung von Gewandung, kochen und auch Kentnisse über die Vorratshaltung. Im Jahre 1225 wird sie durch ihren Vater mit dem Ritter und Freiherrn Gerung von Kempten vermählt und zieht auf dessen Stammsitz ins Zürcher Oberland.
Als edle Dame von zurückhaltender Natur neigt sie oftmals dazu die Standesgrenzen zu ignorieren. Dies führt oft zu Konflikten mit dem Hausherrn, bringt ihr jedoch grosses Vertrauen und die Loyalität seitens ihrer Untergebenen ein. Als Vorleserin und Schreiberin der Korrespondenz berät sie ihren Gemahl dank der daraus entstandenen Kenntnisse im Hintergrund und begleitet ihn wenn immer möglich zu seinen protokollarischen Verpflichtungen, Turnieren oder am liebsten zu festlichen Anlässen. So übernimmt sie die Führung und Organisation des Haushaltes im Hause Kempten und wird von den dessen Gästen als äusserst liebevolle Gastgeberin geschätzt.
Wird sie jedoch von ihren Untergebenen oder einem nicht so 'pflegeleichten' Gast hintergangen ja sogar beleidigt, kann aus der liebevollen Gastgeberin auch eine äusserst ungehaltene und nachtragende Hausherrin werden. So kann es geschehen, dass unfreie Mägde oder Knechte gegen Unfreie anderer Grundherren eingetauscht werden, was für diese zumeist mit einem Dienst bei einem wesentlich weniger gütigen Herrn endet. Auch kam es schon vor, dass sie Untergebene mit drakonischen Hiebstrafen massregelte.
Innerhalb des Clubs betätigt sie sich als 'Kassierin' und 'Webmaster'. Auch sucht sie nach alten Rezepturen für unsere Speisen während den Veranstaltungen.
Bertholdus, miles et kilcherre ce Gozzowa (* um 1199 - † um 1245)
sun des fryherre de Mazzingen et herre uff castrum sünnenbergh ce Gozzowa
Historisch verbrieft als: Berchtoldus de Mazingen (Ulme, Urkunde von 1219)
B. von Matzingen (Embrach, Urkunde von 1223)
(weitere geschichtliche Fakten findet Ihr unter 'Geschichte')
Als Zweitgeborener des hochfreien Burkhard von Mazzingen genoss er, wie sein jüngerer Bruder Gerung, eine gute Ausbildung in den Waffenkünsten. Dies zum einen durch seinen Vater und, nach dessen Rückkehr vom dritten Kreuzzug, durch den Grafen Ulrich III. von Kyburg. Seine Allgemeinbildung wurde stark durch seine Mutter gefördert. So war er, als einer der wenigen Adligen und im Gegensatz zu seinem Bruder Gerung, selber des Lesens und Schreibens mächtig. Da ihm als Zweitgeborener ein Erbe verwehrt blieb, zog er ebenfalls als Turnierritter durch die Lande und leistete auch weitere Dienste bei verschiedenen Grund- und Landesherren, welche ihm dafür Unterkunft und Lohn boten. Etwa zur gleichen Zeit, wie Gerung seine Ländereien in Kempten erhält, überträgt Burkhard von Mazzingen seinem Sohn Berthold die Aufsicht über die Besitzungen der Burg Sunnenberg sowie den zugehörigen Gütern und Rechten von Gräslikon und Gossau, welches damals Gozzowa (sprich Gossoua) genannt wurde.
So reist er nun meist mit seinem Bruder zu Turnieren oder protokollarischen, alleine zu kriegerischen, am liebsten jedoch zu festlichen Verpflichtungen. Im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Gerung ist Berthold dem Kriegshandwerk eher zugeneigt, erhofft er sich doch daraus ebenfalls eigene Besitzungen und Rechte als Lohn zu empfangen.
Im Umgang mit Leuten ist er sich eigentlich seines Standes bewusst, reagiert aber bei ungehörigem Verhalten eher ruhiger als sein Bruder. So ist es durchaus möglich, dass ein Unfreier mit einem solchen 'Vergehen' unbeschadet davon kommt. Nur Widersprüche kann er nicht leiden, so dass dies einen Unfreien zuweilen auch das Leben kosten kann. Auch gegenüber Verbrechern auf den ihm überantworteten Ländereien reagiert er mit äusserster Härte.
Innerhalb des Clubs betätigt er sich als 'secretarius militae'. Er überwacht Lager und Waffen, wartet dieselben und sucht nach den historischen Fakten zu der damaligen Kriegstechnik.
Beringer, mejer de Püron
sun fryer puuren und Mejer uf den ländereien des Gerungus de Kambetvn
(fiktiver Charakter mit vollends erfundener Legende)
Beringer wurde als ältester Sohn eines freien Bauern in den püroner Ländereien des Freiherrn von Kembetvn geboren. Als Waffenknecht ausgehoben erwies er sich schnell als getreuer Gefolgsmann seines Herrn, welcher ihn dafür zum Mejer auf seinen Ländereien in Püron ernannte. Als Dienstmann, Forst- und Jagdaufseher trägt er das dafür typische grüne Dienstgewand. Für seine zivile Gewandung stehen ihm nur die Farben Grau, Schwarz, Braun oder Blau offen.
Er begleitet seinen Herrn auch immer wieder auf dessen Reisen und überrascht ihn immer wieder mit seinen Fertigkeiten in der Lederbearbeitung.
Innerhalb des Clubs betätigt er sich zum einen als Spezialist für die Leder- und Sattlerarbeiten, sowie zeichnet er sich auch für die Beschaffung akurater Requisiten für unsere Darstellung verantwortlich.
Judenta de Aathal, ferwitwete des Uolricus, ministerialer de Aathal
frye frouw in der munt des Gerungus de Kembetvn et mutter der Berchta
(fiktiver Charakter mit vollends erfundener Legende)
Sie ist die Witwe von Gerung's Vetter, dem Ministerialen Ulrich von Aathal. Nach dem Tode ihres Ehegatten musste sie sich, gemäss den den damaligen Gepflogenheiten, entweder in die Munt ihres Vaters oder des ältesten männlichen Verwandten ihres verstorbenen Gatten begeben. Aufgrund ihres guten Verhältnisses, vor allem zu Elizabetha, entschied sie sich für die Munt unter Gerung von Kempten. Als uneheliche Tochter des mächtigen bündner Freiherren Walter III. von Vaz (belegt von 1200-1250, † 26. November 1256) und einer Freien aus dessen Herrschaft wuchs sie auf der Burg 'Nivagl' auf, welche Heute archäologisch als zur ältesten Burgenschicht (10.- 11. Jahrhundert) Oberrätiens gehörend ausgewiesen wird. Bereits im Alter von 12 Jahren wird sie durch ihren Vater mit dem regensberger Ministerialen Ulrich von Aathal vermählt, welcher jedoch bereits im zweiten Ehejahr und kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Berchta, an einem Turnier tödlich verletzt wird.
Als frei geborene hat sie gewisse Freiheiten, welche anderen und vor allem den unfrei geborenen Mägden verwehrt sind. So trägt sie meist etwas edlere Gewandung und wird auch nicht für niedere Arbeiten verpflichtet.
Innerhalb des Clubs betätigt sie sich als Köchin und Schneiderin sowie als 'Beschafferin' akurater Rezepte und Requisiten für unsere Darstellung.
Berchta, tochter der Judenta et des Uolricus, ministerialer de Aathal
Patenkind in der munt des Gerungus de Kembetvn
(fiktiver Charakter mit vollends erfundener Legende)
Als frei geborenes Patenkind der Herren von Kempten geniesst sie eine Ausbildung durch ihre Patentante Elizabetha, was in ihrem späteren Leben eventuell zu einer adligen Hochzeit gereichen könnte. Da sie jedoch von ausserhalb des Hauses Kempten lediglich als Magd gesehen wird, könnte sie sonst nach dem Tode ihrer Mutter auch in den Stand einer unfreien Magd absinken. Neben ihrer Ausbildung arbeitet sie als Magd auf dem Hofe wie im Reiselager, erledigt handwerkliche- wie auch niedere Arbeiten und hilft in der Küche ihrer Mutter.
Als "Teenager ohne Stimmrecht" geniesst sie innerhalb des Clubs die Freiheit, keine Verpflichtungen zu haben.
Maria, eigenfrouw des Bertholdus, miles et kilchherre ce Gozzowa
Unfrey geborene tochter aines puren ce Gozzowa
(fiktiver Charakter mit vollends erfundener Legende)
Als Tochter von unfreien Bauersleuten aus den gossauer Ländereien ihres Herren geniesst sie keinerlei Privilegien. Ihr Arbeitstag beginnt mit Sonnenaufgang und endet mit dem zu Bett gehen ihres Herrn. Als einzige Magd begleitet sie ihren Herrn auf seinen Reisen, da sie wegen ihrer handwerklichen Geschicklichkeit grosses Ansehen geniesst. So ist auch ihre Hauptaufgabe bereits geklärt. Sie fertigt oder flickt in erster Linie die Gewandungen der Reisegruppe. Erst in zweiter Instanz wir sie für andere, zuweilen auch niedere Arbeiten eingesetzt.
Innerhalb des Clubs amtet sie als Schneiderin, sucht nach historischen Vorlagen und fertigt danach die Gewandungen.
Chuno, chnecht und eigenmaa des Gerungus de Kembetvn
Unfrey geborener sun aines puuren us den landereien ce Kembetvn
(fiktiver Charakter mit vollends erfundener Legende)
Chuno ist, wie die Magd des Bertholdus, aus der Klasse der Eigenleute. Er ist der Sohn unfreier Bauern aus den Ländereien seines Herrn. Er begleitet ihn auf all seinen Reisen, da er wegen seinem handwerklichen Geschick bei ihm grosses Ansehen geniesst. Doch geniesst er dabei keinerlei Privilegien und wird vor allem für die niederen Arbeiten verpflichtet.
Als Eigenmann stehen ihm bei der Kleidung nur die Farben Grau, Schwarz oder Braun zu, sowie ungefärbtes Leinen- oder Brennesselgewebe.
Neben seinem Gebrauchsmesser, welches er ja auch zum Essen verwendet, tragen Eigenleute keine Waffen. Ohne die Einwilligung ihrer Herrschaften dürfen sie eine Waffe weder herstellen, besitzen, noch den Umgang mit einer solchen erlernen. Eine Zuwiderhandlung kannte nur eine Strafe: den Tod.
Innerhalb des Clubs amtet er als Hersteller von Gewandung und ist der Spezialist für Holzarbeiten.
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Kontakt: info(at)anno1226.ch