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Die Stärkeverhältnisse anhand von zwei anderthalbstündigen Trainingseinheiten abschliessend zu beurteilen, wäre vermessen. Mit einem überzeugenden Auftritt in der Steiermark hat Mercedes und insbesondere Hamilton fürs Erste aber die Favoritenrolle für die Saison 2020 bestätigt. Das Weltmeister-Team hinterliess am Freitag durchs Band einen starken Eindruck. Mit der Entwicklung des sogenannten DAS-Systems, das es dem Fahrer ermöglicht, die Spurweite der Vorderräder des Autos durch Ziehen oder Schieben des Lenkrads nach seinen Bedürfnissen zu verändern, dürfte sich Mercedes ausserdem einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft haben.
In der aussagekräftigeren zweiten Einheit war Hamilton auf der Strecke in Spielberg knapp zwei Zehntel schneller als sein Teamkollege Valtteri Bottas, dem schon am Vormittag die zweitbeste Rundenzeit gelungen war. Hinter dem Mercedes-Duo reihte sich als Dritter mit gut sechs Zehntel Rückstand Sergio Perez ein. Der starke Auftritt des Mexikaners, der 2011 mit Sauber in der Formel 1 debütiert hat, bestätigte die bei den offiziellen Testfahrten Ende Februar gewonnenen Eindrücke, wonach Racing Point der Spitze näher gekommen ist.
Das dürfte auch Ferrari zu spüren bekommen. Sebastian Vettel und Charles Leclerc belegten die Plätze 4 und 9. Max Verstappen im Red Bull musste sich mit Rang 8 begnügen. Der Niederländer hat in den beiden letzten Jahren das Heimspiel seines Teams in der Steiermark jeweils gewonnen.
Räikkönen mit Ausflug
Ebenfalls noch Luft nach oben haben die Fahrer von Alfa Romeo. Antonio Giovinazzi büsste als Tages-14. gut 1,3 Sekunden auf die Bestzeit von Hamilton ein, war damit aber mehr als sechs Zehntel schneller als sein Teamkollege Kimi Räikkönen. Der Routinier aus Finnland machte mit dem «C39» am Nachmittag einen Ausflug ins Kiesbett, der ohne Folgen blieb. Am Ende klassierte sich nur Formel-1-Neuling Nicholas Latifi im Williams hinter Räikkönen.