Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03302.jsonl.gz/2085

Bevor Viktor Schwaller den Volkskalender herausgab, hatte er mit dem Gedanken kokettiert, ein Konkurrenz-Organ zur Freiburger Zeitung – der Vorgängerin der heutigen Freiburger Nachrichten – zu gründen.
Brauchte Viktor Schwaller ein eigenes Medium, um seine Gedanken unter das Volk zu bringen?
Viktor Schwaller (1875- 1958) war ein Allrounder, der mit sehr viel Spürsinn die Nöte und Anliegen des Volkes erkannte. Er war aber, wohl auch unter dem Einfluss der päpstlichen Enzyklika Rerum Novarum von 1891, bemüht, christliches Gedankengut auf allen Ebenen zu fördern und sozialistische Theorien insbesondere auch von der Arbeiterschaft abzuhalten. Dazu setzte Schwaller mit der ihm eigenen Dynamik alle möglichen Mittel ein, angefangen von der Gründung von Raiffeisenkassen bis hin zum Einsatz von Massenmedien, deren Bedeutung er genau erkannte.
In diesem Zusammenhang ist denn auch Schwallers Engagement für die Tagespresse, aber auch für den volksnahen Freiburger Volkskalender oder die Pfarrblätter sowie die Familienzeitung «Der Sonntag» zu sehen. In dieser Zeit war ihm offenbar auch die Freiburger Zeitung ein zu wenig sicherer Partner, weshalb er sich mit der Gründung einer eigenen Zeitung befasste.
Schwallers Tätigkeit darf indes nicht isoliert betrachtet werden. In seinem Engagement für die Medien eiferte er wohl auch dem in Welschfreiburg tätigen Presseapostel Chorherr Joseph Schorderet (1840-1893) nach, dem Gründer von La Liberté und weiterer katholischer Schriften. Und nicht zu vergessen ist auch, dass sich in dieser Zeit Staatsrat Georges Python (1856-1927) für die Schaffung einer «christlichen Republik» einsetzte und dabei u. a. die katholische Universität gründete. ja