Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03168.jsonl.gz/1449

Die Latte im Dreistellungswettkampf mit dem Kleinkalibergewehr der Männer lag am Weltcup in Changwon (KOR, 20. bis 30. April) hoch. Mit 1177 Punkten und 66 Innenzehnern qualifizierte sich Peter Gorsa (CRO) als Achter und damit Letzter für den Final. Qualifikationssieger Sergey Kamenskiy (RUS) erzielte 1185 Zähler. Zum Vergleich: der Schweizerrekord liegt bei 1180 Punkten. Die beiden Schweizer Jan Lochbihler (Holderbank SO) und Pascal Loretan (Düdingen FR) hätten zumindest an dieser Marke kratzen müssen, um eine Chance auf den Final zu haben. Das gelang keinem der beiden. Dabei konnten sich die Schweizer gegenüber der Elimination vom Vortag steigern und zeigten einen sehr ansprechenden Wettkampf. Lochbihler startete mit 390 Punkten kniend und liess sich damit alle Optionen offen. Auch mit 398 Punkten liegend konnte er mit den Besten mithalten. Wie schon so oft entschieden die Stehend-Passen gegen den Schweizer. Mit 382 Punkten verlor er stehend die Punkte, die es für eine Finalqualifikation bräuchte. Zum Vergleich: Die beiden bereits erwähnten Gorsa und Kamenskiy waren mit 394 respektive 393 Punkten die besten Stehend-Schützen. Es waren diese zehn Punkte, die letztlich fehlten. Mit 1170 Punkten und 57 Innenzehnern belegte Lochbihler den 31. Rang.
Pascal Loretan gelang im Vergleich zur Elimination ein gewaltiger Sprung. Zur Erinnerung: 1137 Punkte hatte Loretan am Vortag erzielt. Das hätte in der Qualifikation zum 74. (und damit drittletzten) Rang gereicht. Doch der Fribourger steigerte sich in jeder Stellung und blieb am Ende nur drei Punkte hinter seinem Teamkollegen. Diese verlor er kniend (389) und liegend (396). Stehend egalisierte er die 382 Punkte von Lochbihler. Mit 1167 Punkten (60 Innenzehner) reihte sich Loretan auf dem 39. Rang ein.
Zurück zu Sergey Kamenskiy: Am Russen war am Weltcup Changwon kein Vorbeikommen. Auch im Final legte er los wie die Feuerwehr, übernahm nach den Liegend-Passen die Führung und baute diese in der Stehend-Stellung aus. Mit 460.6 Punkten distanzierte er den Italiener Marco De Nicolo um 1.6 Zähler. Nachwuchstalent Istvan Peni aus Ungarn liess im Kampf um Bronze dem amerikanischen Altmeister Matthew Emmons das Nachsehen.
Achtungserfolg für Heidi Diethelm Gerber und Steve Demierre
Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG) gelang zusammen mit Steve Demierre (Auboranges FR) ein versöhnlicher Abschluss des Weltcups Changwon. Im Mixed-Team-Wettkampf mit der Luftpistole war angesichts des Weltklassefelds eine Finalqualifikation nicht zu erwarten. Mit 763 Punkten (23 Innenzehner) und dem 17. Rang zog sich das Schweizer Duo aber mehr als achtbar aus der Affäre. Wie schon im Einzelwettkampf vom 25. April missriet der Thurgauerin der Start. Wer mit zwei Achtern in den Wettkampf steigt, gewinnt nicht unbedingt an Selbstvertrauen. Nach 93 Punkten in der ersten Serie zeigte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin mit 96, 98 und 97 Punkten aber ihr eigentliches Potenzial auf. Sie steuerte 384 Punkte zum Team-Ergebnis bei. Steve Demierre startete ebenfalls mit einer Acht, erzielte in der ersten Serie aber dennoch 96 Punkte. Der Fribourger zeigte in der Folge mit 95, 93 und 95 Punkten (379 im Total) einen konstanten Wettkampf.
Trotzdem konnte das Schweizer Duo nie um einen Finalplatz mitreden. Das indische Team mit Manu Bhaker (392) und Om Prakash Mitharval (386) erzielte 778 Punkte und übertraf damit den Qualifikationsweltrekord von Sandra und Christian Reitz um einen Zähler. Das deutsche Ehepaar klassierte sich als fünftes Duo mit 771 Punkten gerade noch für den Final. Dort drehten die Deutschen auf, verbesserten mit 484.2 Punkten den Weltrekord von 482.8 Punkten der Russen Margarita Lomova und Artem Chernousov - und wurden doch nur Zweite. Ji Xiaojing und Wu Jiayu aus China dominierten die Konkurrenz und gewannen mit der neuen Bestmarke von 487.7 Zählern.
Alle drei Schweizerinnen sicher in der Qualifikation
Die Frauen bestritten am 26. April die Elimination für den Dreistellungswettkampf mit dem Kleinkalibergewehr. In der ersten Ablösung liess Nina Christen (Wolfenschiessen NW) nie Zweifel aufkommen, dass sie die Qualifikation vom 27. April verpassen könnte. Mit 1169 Punkten (389/394/386, 62 Innenzehner) erreichte sie in ihrer Ablösung den 7. Rang. Die 1169 Punkte bedeuten gleichzeitig neuen Schweizerrekord, da die Schweizer Frauen erstmals wettkampfmässig 3x40 statt wie früher 3x20 schossen. In der ersten Elimination fielen angesichts des erst auf diese Saison neu eingeführten Modus auch gleich zwei Weltrekorde: Snjezana Pejcic (CRO) erzielte 1180 Punkte (2 mehr als die bisherige Bestmarke), die Chinesin Wang Zeru gelang mit 1172 Punkten ein neuer Junioren-Weltrekord. In der zweiten Ablösung wurden diese Werte nicht übertroffen. Petra Lustenberger (Rothenburg LU) und Andrea Brühlmann (TG) kamen nicht an die 1169 Punkte von Nina Christen heran, schafften es aber problemlos in die Qualifikation. Lustenberger belegte mit 1157 Punkten (383/393/381) den 31. Rang, Brühlmann folgte mit drei Zählern weniger auf Platz 33 (383/392/379). Wollen sie um eine Finalqualifikation mitreden, müssen sich alle drei Schweizerinnen steigern. (van)