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Entgegen aller Vorurteile und Gerüchte: Die Qualität der Wettermodelle nahm in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten deutlich zu. Heute rechnen Wettermodelle mit einer Qualität, von der wir in den 1990er Jahren noch träumten.
Analyse: So funktionierts
Als Steckenpferd der Wettermodelle, also ihre stärksten Parameter, gelten der Druck auf Meereshöhe (MSLP) sowie die geopotentielle Höhe auf 500 hPa (Druckniveau in der Höhe, auf rund 5'500 m über Boden). Daher wird die Qualität der Wettermodelle meist auf Grund der Grosswetterlage, also der Position der globalen Drucksysteme, analysiert. Je genauer das berechnete Muster an das gemessene Muster herankommt, desto höher ist die Qualität des Modells. Bei einem Wert von 100 Prozent stimmt die Prognose perfekt mit der Messung überein. Studieren Sie die obige Bildergalerie. Es fällt auf, die 3-Tagesprognose (blau) kommt sehr nahe an 100 Prozent heran, die 5-Tagesprognose (rot) liegt knapp über 90 Prozent und die 7-Tagesprognose knapp unter 80 Prozent (grün). Die Analyse zeigt aber auch, Prognosen über zehn Tage (gelb) sind noch immer ziemlich ungenau.
Saisonale Abhängigkeit
Im Winter fallen die Prognosen genauer aus als im Sommer. Der Grund für die saisonalen Unterschiede liefert mit grosser Wahrscheinlichkeit die starke Sonneneinstrahlung. Im Winter bewegen sich die Hoch- und Tiefdruckgebiete ungestörter als im Sommer, sie sind daher auch einfacher zu berechnen. Die Sommersonne löst starke Thermik aus, die von den Wettermodellen wiederum meist nur schlecht widergegeben wird.
Alleskönner? (Noch) nicht.
Nein, sie können es nicht: Wettermodelle können keine exakte und über alle Zweifel erhabene Gewitterprognose berechnen. Ebenso wenig geben sie Auskunft darüber, wann genau und an welchem Ort der (Gewitter-) Regen einsetzt. Grobe Abschätzungen über Regenmenge und Zeitpunkt sind zwar inzwischen sehr gut möglich, der Rest ist jedoch Sache der Interpretation und Erfahrung eines Meteorologen. Es gelingt den Wettermodellen auch nicht, Wolken, Nebel sowie deren Auflösung oder Bildung zu berechnen. Ansätze sind zwar auch hier vorhanden, im Vergleich zu anderen Parametern verbesserten sich die Wolkenprognosen in den vergangenen Jahren aber nur schleppend (siehe Grafik unten).