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Sein zweites Cello-Konzert hat der lettische Komponist Peteris Vasks für die Cellistin Sol Gabetta geschrieben, und dabei alle ihre Fähigkeiten eingefangen, die sie als Weltklasse-Musikerin auszeichnen. Im Mittelpunkt steht ihr warmer, voller und kräftiger Cello-Ton, den Vasks gleich zu Beginn mit einer Kadenza wirken lässt. Normalerweise steht diese Passage eher am Schluss, um dem Solisten noch einmal ein eigenes Podium zu gewähren. Doch mit der Voranstellung ist sofort klar, worum es in diesem Konzert geht. Hier füllt eine Künstlerin, die nicht nur über eine stupende Technik in allen Lagen verfügt, sondern mit ihrem Instrument auch eine eindringliche Ausdrucksstärke erzeugt, allein den Raum mit ihrer ungemeinen Präsenz. Der Solokadenz folgt das Andante Cantabile, in dem das Cello sehnsüchtig mit dem Orchester singt, bevor es im rhythmisch treibenden zweiten Satz, Allegro Moderato, seine dunkle Seite zeigen darf. Zum Abschluss im dritten Satz, Adagio, flicht Vasks noch eine Sopranstimme mit ein, bevor beide sanft entschweben. Es ist immer eine Ehre, wenn Komponisten bestimmten Musikern ein neues Werk widmen, und immer auch etwas Besonderes, wenn diese Musiker es dann auch selbst aufführen oder einspielen. Sol Gabetta wurden schon mehrere Werke gewidmet, doch das Konzert "Klabutne - Presence" von Peters Vasks ist für sie etwas Besonders. Vielleicht liegt das daran, dass sie von dem lettischen Komponisten fasziniert war, seit sie mit 18 Jahren sein "Gramatam Cello", das Buch für Cello solo, gehört hat. Vielleicht aber auch daran, dass sie hartnäckig immer wieder fragte, bis Vasks ihr endlich ein Konzert zusagte. Denn seit sie ihn vor einigen Jahren zu ihrem Festival SOLSberg eingeladen hatte, liess sie nicht locker: "Bei unserem ersten Treffen spürte ich sofort, dass wir uns gegenseitig verstehen würden", sagt Sol Gabetta. Sie bat ihn auch eine Stimme in das Konzert einzubauen, so wie er es bei "Gramata Cellam" gemacht hat. "Denn durch den Gesang bekommt man mit dem Cello eine Polyphonie in das Stück, die man mit dem Soloinstrument sonst nicht erhält und die dem Hörer eine neue Dimension eröffnet." Zusammen mit Vasks und der Amsterdam Sinfonietta spielte Sol Gabetta diese Weltersteinspielung im Juli in Leiden ein. Das Stück "Musique Du Soir" für Cello und Orgel entstand zusammen mit ihrer Mutter ebenfalls im Juli in Niedereggen, und "Gramata Cellam" ist eine Aufnahme aus dem Jahr 2009 aus dem Konzerthaus Kopenhagen. Mit diesem Album geht die Cellistin Sol Gabetta ihren Weg konsequent fort. Musikalisch überzeugend erkundet sie neues und spannendes Repertoire, das zum Schönsten zählt, was sie je aufgenommen hat. Birgit Schlinger (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
Portrait
Sol Gabetta, Cellistin und künstlerische Leiterin des SOLsberg-Festivals Die Cellistin Sol Gabetta wurde 1981 in Cordoba, Argentinien, als Tochter französisch-russischer Eltern geboren. Bereits als Zehnjährige gewann sie einen ersten Wettbewerb in Argentinien und erhielt seitdem diverse Auszeichnungen, unter anderem beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau, den Natalia-Gutman-Preis und beim ARD-Wettbewerb in München. 2004 erregte sie internationales Aufsehen, als sie bei den Luzerner Festspielen als Gewinnerin des "Crédit Suisse Young Artist Award" ihr Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter Valery Gergiev gab. Von 1992 bis 1994 war Sol Gabetta Stipendiatin an der "Escuela Superior de Musica Reina Sofia" in Madrid und wechselte anschließend in die Schweiz, um ihre Studien bei Ivan Monighetti an der Musikakademie Basel zu intensivieren. Ihr Konzertexamen machte sie im Jahr 2006 nach weiteren Studienjahren bei David Geringas an der Hanns Eisler Musikhochschule in Berlin. Sol Gabetta spielt mit renommierten Orchester u.a. dem Israel Philharmonic, den Münchner Philharmonikern, dem Amsterdam Concertgebouw Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra oder BBC Philharmonic Orchestra und Dirigenten wie Zubin Mehta oder Lorin Maazel. Eine enge Zusammenarbeit pflegt sie mit dem Kammerorchester Basel, u. a mit den Dirigenten Paul McCreesh, Andris Nelsons und Giovanni Antonini. Sie spielt regelmäßig bei wichtigen Festivals wie dem Rheingau Musikfestival, in Verbier, beim Menuhin Festival in Gstaad, beim Rheingau Musik Festival, den Schwetzinger Festspielen, dem Beethovenfest Bonn, dem Schleswig Holstein Musik Festival, der Schubertiade Schwarzenberg und dem Saratoga Festival. Sie hat ein eigenes Kammermusikfestival mit dem Namen "Solsberg" in der Schweiz gegründet, dort konzertiert sie mit ihren Kammermusikpartnern, darunter Henri Sigfridsson, Mihaela Ursuleasa, Baiba und Lauma Skride sowie Patricia Kopatschinkskaja.