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Der Physiker Richard Neher hat die Plattform «nextstrain.org, Link öffnet in einem neuen Fenster» entwickelt. Durch dieses Internet-Programm erhalten Gesundheitsbehörden und medizinisches Personal weltweit ein Instrument, mit dem sich der Ausbruch und Verlauf von Epidemien besser kontrollieren lassen.
Zudem ermögliche es, zeitnaher als bisher Massnahmen einzuleiten, sagt Neher. Zusammen mit einem Kollegen aus den USA erhält er für das Programm den «Open Science Prize, Link öffnet in einem neuen Fenster», der mit 230‘000 Franken dotiert ist. Angewandt wurde das Programm bisher für Grippe-, Ebola- und Zika-Viren. Und so funktioniert es:
- Laboratorien auf der ganzen Welt bestimmen DNA-Sequenzen der Viren. Das Programm leitet aus diesen Informationen Stammbäume der Viren her. Anhand dieser Stammbäume kann man analysieren, wie sich ein Virus verändert. Man kann seine Ausbreitungswege nachvollziehen und Prognosen stellen, welcher Virusstamm sich durchsetzt.
- Die Plattform hilft, diese wissenschaftliche Daten besser für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Eindämmungsmassnahmen so effektiv wie möglich zu gestalten. Um das zu erreichen, muss man verstehen, wie sich das Virus überträgt und ausbreitet. Dort setzt «nextstrain.org», Link öffnet in einem neuen Fenster an.
- Das Programm konnte etwa aufzeigen, dass das Zika-Virus aus Südamerika über die Karibik nach Nordamerika eingeschleppt wurde. In erster Linie wurde es durch Touristen, die nach einem Karibikurlaub zurück nach Nordamerika kamen, verbreitet. Danach setzten sich in Florida Übertragungsketten selbst in Gang.
- Neuverbreitungen von Krankheitserreger kann das Tool nicht verhindern. Aber sobald ein neues Virus auftritt, können die Forscher durch das Zusammenfügen von Daten von den verschiedenen Laboratorien weltweit einen schnellen Überblick darüber bekommen, wie sich das Virus ausbreitet. Und dann so effektiv wie möglich dagegen vorgehen.