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Niklaus von Flüe und das Geld
Das Umfeld des Stanser Verkommnisses, dem am 22. Dezember 2017 in einer Feier in Anwesenheit des Freiburger Staatsrats und des Solothurner Regierungsrat im Grossratssaal in Freiburg gedacht wird, ist ein spannendes Umfeld, um das Thema Niklaus von Flüe und das Geld darzustellen.
Niklaus von Flüe war in seinem bürgerlichen Leben ein erfolgreicher Bauer, der das ererbte Vermögen und die Anzahl Kühe wesentlich erhöhen konnte. Er war auch innovativ und machte den im 15. Jahrhundert lukrativen Wechsel vom Ackerbau auf Viehwirtschaft mit. Der Käse wurde bis nach Mailand verkauft, was die Geldwirtschaft förderte.
Der Schritt zum Ranfteremiten war nur möglich, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse dies erlaubten. Aber auch in den letzten knapp zwanzig Lebensjahren im Ranft spielte Geld eine Rolle, das er nicht verteufelte, aber zum richtigen Umgang damit riet. Er war Empfänger von Geschenken und Geld, die er seinerseits wieder «reinvestierte». Um 1481 vermachte Herzog Sigismund von Österreich Bruder Klaus 90 Gulden für Ewige Messen und dazu einen Kelch. Schon im Sommer 1481 schenkten der Stand Luzern einen Rock und 11 Gulden für Ewige Messen, nach dem erfolgreichen Abschluss des Stanser Verkommnisses Solothurn 20 Gulden für eine Ewige Messe, Bern sogar 40 Pfund und Freiburg ein Stück Tuch und 13 Pfund.
Bruder Klaus seinerseits unterstützte mehrere Kirchenbauten und errichtete am 12. Oktober 1482 die Ranftpfründe, welche den Unterhalt eines Kaplans ermöglichte – rechtzeitig, bevor sein Sohn Hans Landammann wurde. Und zwar mit klaren Vorgaben, die für die Klugheit von Bruder Klaus sprechen: Ernannt wurde der Kaplan von der Obwaldner Regierung auf Vorschlag des Sachsler Kirchenrates. Priesterliche Nachkommen von Bruder Klaus hatten für die Kaplanei den Vorrang, insofern sie des Amtes fähig und würdig waren. Für die Aufsicht wurde ein Vogt eingesetzt und Massnahmen getroffen, die Diebstahl und zuwenig Unterhalt der Kapelle verhindern sollten. Bei Bedarf hatte der Ranftkaplan auch in Sachseln Seelsorgedienste zu leisten.
Urban Fink-Wagner, Inländische Mission
Literatur: Durrer (1917–1921), 50–52, 115 ff., 173, 181–185 u.a.m.