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Moderato cantabile
Regie: Peter Brook
Darst.: Jeanne Moreau, Jean-Paul Belmondo, Pascale de Boysson, Jean Deschamps, Didier Haudepin, Colette Régis, Valeric Dobuzinsky u.a.
Mit «moderato cantabile», der musikalischen Bezeichnung für ein ruhiges, gemässigt-getragenes Tempo, wäre auch das Leben von Anne Desbarèdes treffend beschrieben. Sie ist mit dem reichsten Fabrikbesitzer der Kleinstadt Blaye an der Gironde verheiratet, ihre einzige Abwechslung besteht darin, ihren Sohn zum Klavierunterricht zu begleiten und lange Spaziergänge mit ihm zu unternehmen. Das Ehepaar lebt in emotionaler Distanz, Anne ist eine Fremde im eigenen Haus. Doch eines Tages unterbricht ein lauter Schrei den Klavierunterricht ihres Sohnes, der für die strenge Lehrerin gerade eine Sonatine von Diabelli spielt. Im Bistro unterhalb des Musikzimmers wurde ein Mord an einer jungen Frau verübt; irritiert und fasziniert gesellt sich Anne zu den Schaulustigen. Am nächsten Tag besucht sie zum ersten Mal das Bistro und lernt dort den jungen Fabrikarbeiter Chauvin kennen. Er lädt die schöne Fremde, die ihn interessiert, weil sie so gar nicht in dieses Milieu passt, zu einem Glas Wein ein und die beiden geraten ins Spekulieren über die Hintergründe des Mordes – ein Beziehungsdelikt, wie sich herausstellt – wodurch sie sich näherkommen … Regisseur Peter Brook zählt zu den wichtigsten Vertretern des zeitgenössischen Theaters, seine Inszenierungen sind legendär, sein Essay «Der leere Raum» ist einer der wichtigsten Texte zum Theater. In «Moderato cantabile» adaptierte er einen Roman von Marguerite Duras. Während der Dreharbeiten entstand eine lebenslange Freundschaft zwischen Jeanne Moreau und der Schriftstellerin. Die Dreharbeiten zu «Moderato Cantabile» wurden durch den Verkehrsunfall von Jeanne Moreaus Sohn Jérôme überschattet. Um ihm eine Freude zu machen, hatte Jean-Paul Belmondo ihn zu einer Spritztour mit seinem Sportwagen eingeladen, dabei geriet der Wagen ins Schleudern. Eine Woche lang bangte Jeanne Moreau um das Leben ihres Kindes. Für die Rolle der Anne wurde sie 1961 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.