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Perche
(Pâturage de) (Kt. Waadt, Bez. Aigle, Gem. Ormont Dessous). 1788 m. Alpweide mit Gruppe von Hütten; umfasst alle am N.-Hang des Kammes Le Meilleret-La Chaux Ronde zwischen 1700 und 1950 m gelegenen Wiesen und Weiden und gehört den Bewohnern von La Forclaz. Von Ende Juli bis Ende August bezogen. Eine urkundlich nicht belegte, aber interessante alte Ueberlieferung erzählt, auf welche Weise die Leute von La Forclaz in den Besitz dieser Alpweide gekommen seien.
Als nämlich eines Nachts das
Schloss
Aigremont von einer Truppe von ins Thal eingefallenen Wallisern unerwartet überfallen
wurde und die beim Volk sehr beliebte Burgfrau in Abwesenheit ihres Gemahls in grosser Gefahr schwebte,
eilte die Jungmannschaft von
La Forclaz zur Hilfe herbei und schlug den Feind in die Flucht. Dieses Ereignis soll sich unter
der
Herrschaft derer von Pontverre 1375 abgespielt haben. Zur Belohnung erhielten dann die Retter die Alpweide von
Perche
unter der Bedingung, dass die Frauen gleich den Männern ihren bestimmten Anteil daran haben sollten
und dass derselbe auch denjenigen gesichert bleibe, die einen nicht in der Gemeinde verbürgerten Gemahl geheiratet hätten.
Dieses alte Anrecht der Frauen steht heute noch in Kraft. Die Alpweide
Perche ist ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste
der
Ormonts. Am Tag vor der Thalfahrt wird jeweilen ein kleines
Fest abgehalten und an die Armen Milch
und Rahm verteilt. Die
Hütten stehen 2 Stunden sö. über
La Forclaz und 2¼ Stunden über
Vers l'Église.
Oberer Lias und Dogger.
Vergl. Corthésy, Eug. Étude histor.
sur la
Vallée des Ormonts.
Lausanne 1903.