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Rifkin's Festival
Regie: Woody Allen
Darst.: Wallace Shawn, Gina Gershon, Louis Garrel, Elena Anaya, Sergi López, Christoph Waltz, Tammy Blanchart, Steve Guttenberg, Richard Kind, Douglas McGrath u.a.
Mort Rifkin ist ein pensionierter New Yorker Filmwissenschaftler. Für Menschen, die europäische Autorenfilmer wie Bergman, Fellini, Buñuel und Godard nicht kennen, hat er nur Geringschätzung übrig. Eigentlich sieht er sich aber als Schriftsteller, doch sein Romanprojekt liegt seit Jahren auf Eis – denn wenn er etwas schreibt, muss es mindestens Dostojewski überragen. Rifkin ist mit der weit jüngeren Sue verheiratet, die als PR-Frau in der Filmbranche arbeitet. In dieser Funktion ist sie ans Filmfestival von San Sebastián eingeladen, wo die Weltpremiere des neuen Films von Philippe bevorsteht, eines aufstrebenden, viel bejubelten französischen Autorenfilmers mit hohem politischem Anspruch. Rifkin hadert mit seiner Rolle als «begleitender Ehemann» und tut sich schwer damit, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Rasch wird klar, weshalb er mit Sue ans Festival gereist ist, obwohl er dafür nur Spott übrighat. Rifkin argwöhnt, dass die Begeisterung seiner Frau für Philippe nicht nur beruflicher Art ist. Die Blicke, die Sue dem jungen, eingebildeten Filmemacher bei Empfängen und Arbeitsessen zuwirft, scheinen ihm recht zu geben. Kein Wunder, dass der ohnehin zu Hypochondrie neigende Rentner plötzlich stechende Schmerzen in der Herzgegend verspürt. Ein alter Freund, dem er zufällig begegnet, rät Rifkin zu medizinischer Abklärung und kann auch gleich mit der Adresse eines Herzspezialisten dienen. Dieser erweist sich als die bezaubernde junge Ärztin Jo. Rifkin ist hingerissen, und auch sie scheint den eloquenten und weltgewandten Intellektuellen zu mögen. Schon macht sich Rifkin Hoffnungen, doch Jo ist mit einem Maler liiert, der in seiner Exzentrik alle anderen Figuren in der neuen romantischen Komödie von Woody Allen übertrifft. Nach «Vicky Cristina Barcelona», «To Rome with Love» und «Midnight in Paris» setzt der inzwischen 86-jährige Regisseur, dessen filmisches Universum mittlerweile fünfzig Filme umfasst, mit «Rifkin’s Festival» seinen «touristischen Zyklus» fort. Vom grossen italienischen Kameramann Vittorio Storaro meisterlich in Szene gesetzt, erstrahlen San Sebastián und seine Attraktionen in den leuchtendsten Farben und kontrastieren aufs Schönste mit den von Rifkin geträumten, parodistischen Szenen aus Filmklassikern in Schwarz-Weiss.