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Scherrer, der aktuell beste Schweizer Halfpipe-Flugkünstler, enttäuschte das in der Rekordzahl von 10'000 Personen aufmarschierte Freestyle-Publikum im Flutlicht am Crap Sogn Gion nicht. Zwar misslang ihm im ersten Durchgang der letzte Sprung, im zweiten bewies er aber starke Nerven. Der nahezu perfekte Run mit einem gestandenen Alley-Oop 900 mit Nose Grab, einem Trick der höchsten Schwierigkeitsklasse, führte ihn auf das ersehnte Laaxer Podest.
Für Scherrer ist es der erste Podestplatz im prestigeträchtigen Weltcup in Laax nach drei 4. Rängen. Mit dem zweiten Platz ist seine Olympia-Generalprobe perfekt geglückt, das war sein Ziel, wie er im Vorfeld gegenüber FM1Today sagte. Pat Burgener, der zweite Schweizer Finalist in der Halfpipe, wurde Sechster. Auch für den 27-jährigen Walliser ist es ausgezeichnetes Ergebnis. Nach einem heftigen Trainingssturz am Vortag, bei dem sich Burgener auch den Kopf anschlug, stand hinter der Finalteilnahme an seinem erst dritten Wettkampf nach dem Kreuzbandriss vor knapp einem Jahr zwischenzeitlich ein Fragezeichen.
Shaun White empfiehlt sich für Peking
Hinter dem Schweizer Überflieger Scherrer empfahl sich die lebende Snowboard-Legende Shaun White im starken US-Team mit Nachdruck für eine fünfte Olympia-Selektion. Mit 84,00 Punkten sprang der 35-jährige dreifache Olympiasieger aus Kalifornien als Dritter aufs Podest.
Inzwischen verschiebt indes nicht mehr White die Grenzen in der Halfpipe im Vierjahrestakt mit neuen Flughöhen und noch mehr Rotation nach oben. Die immer dominanter und in breiterer Masse auftretenden Japaner zeigten inzwischen schon Dreifachsaltos gepaart mit seitlicher Rotation. Im letzten Weltcup-Contest vor den Olympischen Spielen brachte vom japanischen Team jedoch einzig Ayumu Hirano einen Lauf ohne Patzer durch die Pipe. Der 23-Jährige siegte in Laax zum dritten Mal nach 2013 und 2016.
Chloe Kim siegt zum vierten Mal
Bei den Frauen setzte wie erwartet die Amerikanerin Chloe Kim die Messlatte. Die 21-jährige Olympiasiegerin von 2018 und zweifache Weltmeisterin, die als Jugendliche während zwei Jahren im Wallis lebte, siegte zum bereits vierten Mal nach 2017, 2019 und 2021. Sie setzte sich vor der Japanerin Mitsuki Ono und der Spanierin Queralt Castellet durch. Schweizerin hatte sich keine für den Final der besten acht qualifiziert.
Betreffend der Selektion der Olympia-Teilnehmer bei den Freestyle-Snowboardern ist ein Entscheid bei Swiss-Ski noch offen. Wie viele Quotenplätze der Schweiz zustehen werden, hängt noch davon ab, ob die anderen Nationen ihr Kontingent ausschöpfen oder nicht. Gesichert sind drei respektive zwei Startplätze in der Halfpipe und im Slopestyle der Männer sowie ein Platz im Slopestyle der Frauen.