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Erzählt wird die Geschichte der Magd Grusche, die in Kriegswirren das Kind der korrupten Gouverneursgattin in aufopfernder Weise rettet und erst nach vielen Abenteuern und einem Prozess, den der schalkhafte Richter Azdak entscheidet, als ihr ‚eigenes’ in die Arme schliessen kann.
Ausschlaggebend ist hier die von Azdak anberaumte sogenannte ‚Kreidekreis-Probe’, mit deren Hilfe der gewitzte Armeleuterichter die wahre Mutter ausmacht:
Er stellt den kleinen Jungen in einen Kreidekreis und weist Grusche und die Gouverneursgattin an, das Kind gleichzeitig mit aller Macht am Arm zu sich aus dem Kreis zu ziehen. Als Grusche zweimal loslässt, um den Kleinen nicht zu verletzen, erkennt Azdak, dass der Magd – im Gegensatz zur leiblichen Mutter – das Kindeswohl wichtiger ist als der Besitz und spricht ihr das Kind zu.
Das Motiv der Mutterprobe findet sich bereits in einem biblischen Urteil Salomos (1. Buch der Könige). Direktes Vorbild für Brechts Geschichte ist der Kreidekreisstoff von Li Hsing-tao aus dem 13. Jahrhundert, der in der Übersetzung von Klabund (1925) sehr erfolgreich war.
Einführung zum Stück: 19.15 Uhr Sitzungsraum 3.
Vorverkauf: aarau info, Metzgergasse 2, Aarau, Tel. 062 834 10 34 oder online unter www.theatergemeinde.ch