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An der National Selection Conference des Europäischen Jugendparlaments Schweiz im September war es Alessia Brütschs (4Mc) Ziel, ausgewählt zu werden, eine Session in einem anderen Land besuchen zu können. Dieser Traum wurde nun Wirklichkeit. Ein Erfahrungsbericht aus der EYP-Welt.
Alessia Brütsch
Die Jugendorganisation European Youth Parliament (EYP) hat ihre Standorte in ganz Europa und vernetzt junge Erwachsene aus allen Ländern miteinander. Jedes Land hat ein eigenes National Committee. Während sich die Officials, sprich die Organisatoren und Verantwortlichen, über die Mitgliederplattform für Sessions in- und ausserhalb ihres eigenen Landes bewerben können, müssen sich die Delegierten während einer National Selection Conference (NSC) des eigenen Landes beweisen, um für eine internationale Session ausgewählt zu werden.
Genau an einer solchen NSC der Schweiz nahm ich im Herbst 2021 teil. Nach meiner Teilnahme wurde ich ausgewählt, an der NSC in Wien teilzunehmen. Diese konnte aufgrund von organisatorischen Schwierigkeiten letztlich nicht stattfinden. Stattdessen durfte ich vom 24. bis am 28. August an der NSC in Ljubljana teilnehmen.
Hallo Slowenien!
Am 23. August ging es los und ich reiste nach Slowenien. Nach ersten Schwierigkeiten am Flughafen nahm ich ein Taxi und machte mich auf die Suche nach den anderen Delegierten aus der Schweiz, die schon früher angereist waren. Mit ihnen verbrachte ich den Tag am Bleder See.
Am nächsten Tag ging die Session los. Nach dem General Teambuilding, im Rahmen dessen alle Teilnehmer Spiele zusammen spielten, lernte ich mein Committee kennen. Dies waren die Leute, mit denen ich in den kommenden Tagen eine Resolution zum Thema Gentechnologie in der Landwirtschaft erarbeiten würde. Zusammen verbrachten wir die nächsten zwei Tage damit, Fakten zu sammeln, Probleme zu identifizieren und Lösungen dafür zu entwickeln. In den Pausen kam der Spass nicht zu kurz und wir spielten viele Spiele. Unter anderem wurde eine Schnitzeljagd durch Ljubljana veranstaltet. Der vierte Tag der Session war der Kultur Sloweniens gewidmet. Nach dem Mittagessen besuchte ein Teil der Gruppe das Museum of Contemporary Art, während der Rest die Nationalgalerie besichtigte. Dort erhielten wir eine Führung durch die Bereiche der Epochen vom Barock bis zum Surrealismus.
Resolution zu Gentechnologie angenommen
An diesen ersten vier Tagen bereitete sich mein Committee auf den letzten Tag vor, das General Assembly (Generalversammlung). Dort wurden die Resolutionen jedes Committees ausführlich diskutiert. Nachdem wir alle Kritikpunkte zufriedenstellend gekontert und ein letztes Mal zur Annahme aufgerufen hatten, folgte die Abstimmung über unsere Resolution. Glücklicherweise wurde sie angenommen. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Diskussionen über die Resolutionen der anderen Committees zu Themen wie Abfallentsorgung. Die Session endete mit der Schlusszeremonie, an der die eine oder andere Träne floss. Den letzten Abend liess ich mit meinen neu gewonnenen Freunden am Fluss ausklingen.
Nach einem Frühstück in einem kleinen Café traf ich mich an meinem letzten Tag in Slowenien mit einigen Officials. Das sind diejenigen, die für die Organisation und die Begleitung der Delegierten während der Session verantwortlich sind. Zusammen gingen wir in ein mexikanisches Restaurant, wo sich später einer nach dem anderen verabschiedete und seine Heimreise antrat mit dem Versprechen «see you somewhere in Europe». Auch für zwei der Officials, die mit mir nach Zürich reisten, und für mich kam irgendwann der Zeitpunkt, als wir Abschied nehmen mussten und zum Flughafen aufbrachen. Glücklicherweise musste ich mich nur von einem der beiden endgültig verabschieden, da ich den anderen bereits am nächsten Wochenende an der Schweizer NSC in Basel wiedersehen würde.
Auf nach Basel an die Schweizer NSC
Nur drei Tage später waren meine Koffer also erneut gepackt. Dieses Mal ging es für mich in die Stadt Basel, an die NSC von EYP Switzerland in Basel. Anders als in Ljubljana fuhr ich jedoch nicht allein hin. Salome Holenstein (4Mc) und ich bildeten zusammen die Delegation Kantonsschule Kreuzlingen. Am Morgen des 2. Septembers fuhren wir hochmotiviert in Richtung Basel und trafen uns in der Jugendherberge mit den restlichen Teilnehmern. Nach dem Check-in fand das General Teambuilding im St. Johann-Park statt. Danach lernte ich meine Arbeitsgruppe, mein Committee, für die nächsten Tage kennen. Wir verbrachten den restlichen Tag zusammen, machten uns miteinander vertraut und assen zusammen in einem Restaurant zu Abend. Ich begegnete vielen interessanten und sympathischen Menschen.
Am Tag zwei der Session startete das Committee Work. Dabei diskutieren wir in unserem Committee ein vorher ausgewähltes Thema. Ich besprach, wie das gesellschaftliche Problem mit nuklearer Energie und das Energieproblem gelöst werden könnten und Salome beschäftigte sich mit der Legalisierung von Cannabis. Es waren zwei intensive Tage mit vielen interessanten Diskussionen, guten Ideen und der Erarbeitung einer umfassenden Resolution. Am Ende des ersten Tages fand die Eröffnungsfeier der Session statt. Dort hielten unter anderem Dr. Eva Herzog, Ständerätin des Kantons Basel, Nationalrätin Samira Martin und der Präsident der FDP Basel-Stadt, Johannes Barth, Reden.
Vielleicht bald Officials statt Delegates
Das General Assembly fand an den zwei letzten Tagen der Session statt. Da Salomes und meine Gruppen erst am zweiten Tag an der Reihe waren, verbrachten wir den ersten mit der Diskussion von Themen anderer Gruppen. Am Abend fand die Farewell Party statt. Dort erlebten wir unseren letzten Abend in Basel mit allen, die an der Session teilnahmen. Es wurde viel getanzt und gesungen. Der Abend war sehr gelungen. Nach wenigen Stunden Schlaf ging es schon weiter mit dem zweiten Tag des General Assembly. Sowohl die Resolution von Salomes Committee als auch diejenige meines Committees wurden angenommen. Am Abend war es bereits Zeit, sich wieder zu verabschieden. Auch dieses Mal flossen ein paar Tränen. Mit neu gelernten Lektionen und viel gewonnener Liebe im Gepäck reisten wir nach Hause. Wie unsere weitere EYP-Laufbahn aussehen wird, steht noch offen, doch wir sind beide motiviert, uns als Officials auch in Zukunft in der Organisation zu betätigen. Und wer weiss, vielleicht finden wir uns wieder einmal «somewhere in Europe».
Einen grossen Dank sprechen Salome und ich der Kantonsschule Kreuzlingen für ihre grosszügige Unterstützung aus, die uns diese Erlebnisse ermöglicht hat.