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Einer Legende zufolge wollten Gelehrte einst mithilfe von Zauberbohnen in den Himmel gelangen. Die gigantischen Bohnenranken führten jedoch in ein von Riesen bevölkertes Land. Lange bekriegten sich Menschen und Riesen, bis man das Herz eines Riesen zu einer Krone schmiedete, mit der die Ungeheuer beherrscht und aus der Menschenwelt vertrieben werden konnten.
Viele Jahre später verkauft der Bauernjunge Jack (Nicholas Hoult) auf dem Markt von Cloister sein Pferd an einen Mönch; anstatt Geld erhält Jack einen Beutel mit angeblichen Zauberbohnen und die Anweisung, er solle diese so schnell wie möglich ins Kloster bringen und auf keinen Fall nass werden lassen. Zuhause muss sich Jack ein gehöriges Donnerwetter anhören, denn sein Onkel hält Zauberbohnen für Märchengeschwätz.
In der Nacht taucht die verkleidete Prinzessin Isabelle (Eleanor Tomlinson) an Jacks Tür auf. Isabelle sehnt sich wie Jack nach einem Abenteuer - und das kommt schneller als erwartet: Durch das undichte Dach tropft Regen auf eine heruntergefallene Zauberbohne, aus der sofort eine riesige Bohnenranke spriesst, die Isabelle in die Höhe reisst. Zum Rettungstrupp, den König Brahmwell (Ian McShane) losschickt, gehören Jack, der heldenhafte Elmont (Ewan McGregor) und Isabelles fieser Verlobter Rodrick (Stanley Tucci). Dieser hat jedoch Böses im Sinn...
Ursprünglich sollte die Verfilmung des vor allem im englischen Sprachraum verbreiteten Märchens Jack and the Beanstalk im Juni 2012 in die Kinos kommen. Weil Regisseur Bryan Singer mehr Zeit in die Postproduktion stecken wollte, wurde der Start jedoch um einige Monate verschoben. Wer sich an die ersten - ziemlich schlecht animierten - Bilder der Riesen erinnern kann, wird zustimmen, dass sich die Wartezeit gelohnt hat: Singer präsentiert uns eine hübsch inszenierte mittelalterliche Welt mit aufwändigen Kostümen, netten Kulissen und solide gemachten Spezialeffekten. Wie erhofft stechen die Riesen besonders positiv hervor; es ist sehr gut zu erkennen, welche Mühe man sich gegeben hat, um die gigantischen Menschenfresser realistischer zu gestalten und ihnen den unangenehmen Frisch-aus-dem-Rechner-Look zu nehmen. Gerade der von Bill Nighy gesprochene zweiköpfige Riesenanführer Fallon sieht in einigen Szenen extrem lebensecht aus und muss den Vergleich mit Weta-Kreationen nicht scheuen.
Umso unverständlicher ist es da, dass man den Einstieg in den Film schlichtweg verbockt hat: Das Märchen um König Erik und den Krieg gegen die Riesen sieht wie ein billig gemachtes Videogame aus. Klar hat man versucht, eine Legende in stilisierten Bildern umzusetzen; mit der amateurhaften Animation und den ruckeligen Bildern hat man sich aber keineswegs mit Ruhm bekleckert. Was bei Harry Potter meisterhaft realisiert wurde, geht hier leider völlig in die Hose.
Der schlechte Auftakt geht aber bald vergessen, denn der Rest des Filmes bietet Spannung, sympathische Figuren und so manche amüsante Szene. Zu den arrivierten Darstellern - unter anderem warfen sich Ian McShane, Eddie Marsan und Stanley Tucci ins Märchenkostüm - hat man sich mit Nicholas Hoult (Warm Bodies) einen ansprechenden jungen Hauptdarsteller ins Boot geholt. Dieser kämpft mit Cleverness und einer angenehmen Zurückhaltung gegen die Riesen und um das Herz der Abenteuer suchenden Prinzessin. Allerdings müssen die durchaus tollen Figuren nach einer eigentlich guten Einführung leider bald mal der Actionhandlung das Feld überlassen. Ewan McGregors kecker Wachkommandant Elmont hätte es durchaus verdient, noch ein paar Auftritte mehr zu bekommen, und auch das Paar im Zentrum der Geschichte kommt etwas zu kurz. Trotz gelungener Fantasyelemente und spannender Schlachtenszenen hätten ein paar zusätzliche zwischenmenschliche Szenen und etwas mehr Charakterzeichnung nicht geschadet.
Bryan Singer ergänzt mit Jack the Giant Slayer die Reihe jüngster Märchenverfilmungen durch eine gute Mischung aus Abenteuer, Actionspektakel, gelegentlichen Gruselmomenten, Romantik und familienfreundlicher Unterhaltung. Zwar hätte man die Figuren noch ein bisschen besser einsetzen können, und auch der 3D-Effekt ist kaum der Rede wert. Die Optik des Filmes, die Actionsequenzen und Spezialeffekte können aber überzeugen.
Petra Schrackmann [pps]
Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).
Meiner Meinung nach beginnt der Film schwach. Die hölzernen Schauspieler (beiden Hauptdarsteller) und die lahme Erzählweise machen aus den ersten 30min einen langweiligen Film. Erst als die eigentlichen Stars, die Riesen, ins Spiel kommen, nimmt der Streifen fahrt auf. Jack and the Giants kann dank guter Action, abenteuerlicher Atmosphäre und witzigen Riesen punkten.
Regisseur Bryan Singer, den man von den X-Men-Filmen kennt, inszeniert hier ein Märchen, dass vor Bildgewalt nur so strotzt. Die Riesen wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Übergänge zwischen tatsächlich gedrehten und computeranimierten Szenen ist fliessend. Der Soundtrack ist klasse und der Cast ist zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig.
Als Zuschauer weiss man allerdings zu Beginn bereits wie der Hase läuft. Der Erzählstil macht es offensichtlich, dass Jack und die Prinzessin Isabelle irgendwann mal zusammen kommen. Das hätte man auch spannender lösen können. Zudem hätte man die Geschichte noch witziger gestalten können. Die einzige Figur, die permament gute Sprüche bringt, ist Elmont, gespielt von Ewan McGregor.
Tolles Märchen mit kleinen Schönheitsfehlern (4/6)
Jack and the Giants beginnt wie bereits erwähnt mit einem fürchterlichen Intro, dass man auf soviele Arten hätte schöner gestalten können. Danach wirft uns Singer den Märchenfutternapf nur so vor die Füsse. Zu plump, zu einfallslos und zu unspektakulär. Klar, die Bilder gefallen und auch beim Riesenboss hat man sich Mühe gegeben, doch die Geschichte wird so höhepunktlos vorgetragen, dass auch die schönen Animationen nicht viel an der Spannung ändern. Die Schauspieler sind in Ordnung, wobei man von Hoult und Tomlinson bisschen mehr hätte erwarten können. Dafür überzeugt aber McGregor, den ich sowieso sehr gerne sehe. Jack and the Giants ist nicht schlecht, aber viel zu durchschnittlich um im dicht besiedelten Fantasygenre nicht schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Aber ja muri, das Büsi war toll :)