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Was sind Mnemotechniken?
Mnemotechniken sind vielseitige Methoden des Gedächtnistrainings, die die Gedächtnisleistung verbessern. Um diese Technik zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass das Gehirn ein komplexes Netzwerk aus miteinander verbundenen Gehirnarealen ist, die unter anderem visuelle, akustische, emotionale und taktile Reize zu Informationen verarbeiten. Insoweit beschreibt die Gedächtnisleistung die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen, einzuordnen, mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und zuverlässig abzurufen. Mnemotechniken sind geeignet, diese Fähigkeiten zu trainieren.
Was können Sie mit Mnemotechniken trainieren?
Mnemotechniken sind im schulischen, beruflichen und privaten Alltag sehr nützlich. Sie helfen, sich geistig schnell zu orientieren, Sachverhalte schnell zu erfassen, abzuspeichern und abrufen zu können, unter anderem diese:
- Vokabeln leichter merken
- Fremdsprachen schneller lernen
- Namensgedächtnis verbessern
- Geburtstage, Passwörter, Adressen und Zahlen besser einprägen
Insgesamt sparen Sie durch Gedächtnistraining Zeit beim Lernen, verbessern Ihre Konzentrationsfähigkeit und steigern die Aufnahmefähigkeit. Ihr Gehirn wird gefordert und gefördert - ähnlich einem Muskel, der durch Sport und Fitness trainiert wird. Das ist deshalb wichtig, weil die Technik uns viele Denkprozesse abnimmt.
Wie funktioniert die Mnemotechnik?
Es stellt sich die Frage, wie die Gehirn- und Gedächtnisleistung durch Mnemotechniken verbessert beziehungsweise optimiert werden kann. Zu den grundlegenden Mnemotechniken gehören:
- Multiple Gedächtnisstützen, auch als Eselsbrücken bekannt
- Visualisierung, zum Beispiel in Form von Mindmaps
- Kombinierte Techniken, zum Beispiel die Loci-Methode
- Assoziationen, zum Beispiel von einem Bild mit einer Zahl
- Geschichten und Bilder mit dem Gelernten verbinden
Beispiele für Mnemotechniken:
1. Visualisierung: Ein Beispiel für Visualisierung ist der Merksatz: "Mein Mann erklärt mir jeden Planeten unseres Sonnensystems", mit dem Sie sich diese Namen merken können, nämlich Mond, Merkur, Erde, Mars, Jupiter, Pluto, Uranus und Saturn.
2. Loci-Methode: Bei der Loci-Methode unternehmen Sie einen Rundgang durch einen Raum, ein Gebäude oder im Freien. Dabei steuern Sie bestimmte Punkte an, zum Beispiel ein Sofa, einen Schrank, einen Tisch, ein Fenster, eine Türe oder ein Bild im Innern, oder einen Baum, eine Bank, ein Haus, einen Teich oder eine Hütte im Freien, die Sie mit den zu merkenden Begriffen oder Zahlen assoziieren. Den jeweiligen Rundgang wiederholen Sie mehrere Male in derselben Reihenfolge. Wenn Sie sich an die Zahlen oder Begriffe erinnern möchten, gehen Sie im Geiste die Route durch.
3. Zahl-Symbol-Technik: Sie ist hilfreich, wenn Sie sich beispielsweise Zahlen von 0 bis 9 merken müssen. Die 0 steht für einen Rettungsring, die 1 für eine Kerze, die 2 für Zwillinge, die 3 für Drillinge, die 4 für ein vierblättriges Kleeblatt, die 5 für die Finger einer Hand, die 6 für einen Würfel, die 7 für Schneewittchen, die 8 für eine Achterbahn und die 9 für die neun Leben einer Katze. Die Zahlen verbinden Sie gedanklich mit den gewählten Symbolen. Auf diese Weise ist es möglich, sich längere Nummern oder Zahlenketten zu merken.
Die Besonderheit von Mnemotechniken ist, dass sie zu Transfereffekten führen, wenn sie regelmäßig angewendet werden. Das bedeutet, dass nicht nur die Gedächtnisleistung und das Erinnerungsvermögen trainiert werden, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit, die Kreativität und das Sprachvermögen.
Tipps und Tricks für das Gedächtnistraining
Es gibt verschiedene Übungen, um das Gedächtnis zu trainieren:
- Keine neue, aber eine sehr effektive Methode ist, dass Sie sich die Dinge notieren, die Sie sich merken wollen. Noch wirkungsvoller ist diese Methode, wenn Sie das Gelesene beim Schreiben gliedern oder als Mind Map darstellen.
- Geben Sie den gelesenen Text in eigenen Worten wieder. Wiederholen Sie Vokabeln, indem Sie sie laut aussprechen.
- Teilen Sie komplexe Zusammenhänge in kleine Pakete auf. Üben Sie zunächst getrennt und führen Sie dann die verdaulichen Happen zu einem großen Ganzen zusammen. Auf diese Weise erkennen Sie Zusammenhänge, sodass sich der Inhalt besser einprägt.
- Erzählen Sie das erworbene Wissen einer anderen Person. Es kann sich auch um eine fiktive Person oder um ihr Spiegelbild handeln. Auf diese Weise identifizieren Sie Wissenslücken, die Sie sofort schließen können.
Forschungen haben gezeigt, dass sich nicht nur in jungen Jahren Gehirnzellen neu bilden, sondern dass auch im Alter neue Gehirnzellen entstehen. Damit das gelingt, sind regelmäßiges Gedächtnistraining, ausreichend Schlaf, soziale Kontakte und Bewegung notwendige Voraussetzungen.