Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03357.jsonl.gz/1912

Musikalischer Gottesdienst zum Patrozinium
Zum Patrozinium vom 9. Dezember führt der Kirchenchor St. Nikolaus, verstärkt durch Solisten und Orchester, ein Werk mit äusserst spannender Entstehungsgeschichte auf: Franz Schuberts Messe in G-Dur.
Formal handelt es sich bei dieser zweiten Messe Schuberts um eine Missa brevis, also eine bewusst in Umfang und instrumentalen Mitteln kurz gehaltene Vertonung. Die Begleitung orientierte sich ursprünglich am sogenannten Wiener Kirchentrio (zwei Violinen und Basso continuo), plus Bratsche, wurde später aber um Trompeten und Pauken ergänzt. Wir führen das Werk in der Fassung der Uraufführung auf – also mit Streichern und Orgel.
Insgesamt überwiegt ein liedhafter, eingängiger und pastoraler Ton, der sich im «Agnus Dei» ins Dunkle und Dramatische verwandelt und mit seiner farbigen harmonischen Sprache ganz besonders herausgehoben ist. Das «Benedictus», von den drei Soli-Stimmen (Sopran, Tenor und Bass) vorgetragen, gehört zu den intimsten Momenten in Schuberts gesamtem Schaffen.
Als das Stück 1846 erstmals gedruckt wurde, stand nicht der Name Schuberts als Komponist auf dem Titelblatt, sondern derjenige des Prager Domkapellmeisters Robert Führer – ein Irrtum, der bald aufflog und für den der Betrüger gar im Gefängnis landete!
Denise Möller, Vorstand Chor St. Nikolauskirche,