Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/1715

So darf es nicht weitergehen. Teilweise hinter verschlossenen Türen, teilweise öffentlich schmiedet die Luftfahrtlobby seit Jahren Ausbaupläne des Flugfeldes Altenrhein und hat sie zu einem grossen Teil auch schon realisiert. Und dies, obwohl der Widerstand aus der Bevölkerung zunimmt. Bereits 1951 beschwerten sich Anwohnerinnen und Anwohner der Rheintals erstmals bei der Fluglatzhalterin und bei den Behörden über Fluglärm, den die intensive Schul- und Sportfliegerei erzeugte. Nachdem in den siebziger Jahren das Flugfeld für zwei Jahre für jeglichen Privat-Flugverkehr geschlossen worden war, pendelte sich die Zahl der Flugbewegungen in den Jahren 1974 und 1975 auf rund 15'000 pro Jahr ein. 1982 dann erklärte Regierungsrat Florian Schlegel, der Fluglärm in Altenrhein habe die Grenze des Erträglichen erreicht. Trotzdem und trotz des Widerstandes aus der Bevölkerung und früheren Versprechen der Flughafenbetreiber, die Flugbewegungen zu limitieren, forciert die gegenwärtige Betreiberin des Flugplatzes Altenrhein den Ausbau ihrer Infrastruktur. Zum heutigen Zeitpunkt sind jährlich 40'000 Flugbewegungen erlaubt.
Bevölkerung wehrt sich
Eine Umfrage der Gemeinde Thal hat ergeben, dass eine Mehrheit der Bevölkerung eine Konzessionierung des Flugplatzes ablehnt (34,5 Prozent BefürworterInnen, 57,1 Prozent GegnerInnen). Diese klare Meinungsäusserung darf weder der Gemeinderat Thal noch der Regierungsrat ignorieren, auch wenn für die Konzessionierung der Bundesrat zuständig ist.
Anfang dieses Jahrs machten die Betreiber des Flugplatzes Altenrhein bei den Wirtschaftsunternehmen der Umgebung eine Umfrage zum Thema «Flug-Bedarf». Dies deutet auf weitere Ausbaugelüste hin. Deshalb habe ich in der Mai-Session im Nationalrat ein Postulat mit mehreren Forderungen eingereicht:
Ich bitte den Bundesrat, zu prĂĽfen:
- Ob dem Flugplatz Altenrhein im Rahmen eines Moratoriums in den nächsten zehn Jahren keine Konzession für den Ausbau zu einem Regionalflugplatz gewährt werden soll.
- Wie sichergestellt wird, dass Altenrhein und andere regionale Zubringer nicht die von Swiss ab ZĂĽrich, Basel und Genf angeflogenen Destinationen konkurrenzieren.
- Wie sichergestellt werden kann, dass unsinnige Städteflüge ab der Schweiz nicht weiter zunehmen.
Der Bundesrat hat am 26. Juni mein Postulat abgelehnt. Er stellt die so genannten «marktwirtschaftlichen Bedürfnisse» klar über die Interessen der Bevölkerung. Es ist absehbar, dass die bürgerliche Ratsmehrheit meine Forderungen ebenfalls ablehnen wird.
Was bleibt zu tun?
Nur öffentlicher Druck kann dazu beitragen, dass von einer Konzessionierung abgesehen wird. Falls diese trotzdem gutgeheissen wird, müssen strenge Rahmenbedingungen angewendet werden, um einen Ausbau bis zum Kollaps der betroffenen Bevölkerung zu verhindern.
Wir verlangen vom St.Galler vom Bundesamt fĂĽr Zivilluftfahrt (Bazl), folgende Punkte zu erfĂĽllen:
- Bessere Kontrolle und Einhaltung der Betriebszeiten auf dem Flugplatz; bei Nichtbefolgung sollen Sanktionen verhängt werden
- Durchsetzung des Baus von Schallschutzwänden für Standläufe. Noch immer werden die Linienflugzeuge auf offenem Feld warm gelaufen!
- Einschränkung des stark ansteigenden, lärmigen Heilkopterbetriebs (gewerbliche, Taxi- und Vergnügungs-Flüge), der heute vom Lärmkorsett kaum tangiert wird.
- Helikopterflüge für das ökologisch und naturschützerisch verwerfliche Heli-Skiing sind ganz zu verbieten
Wichtig ist auch die Stärkung des lokalen Widerstandes durch die Mitgliedschaft im "Schutzverband AgF – Aktion gegen Fluglärm Altenrhein" (<email-pii>). Mit Fr. 30.- sind Sie mit dabei. ▲