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Général Pierre de Villiers, aus einer alten Offiziersfamilie in der Vendée stammend, spricht dem Präsidenten Emmanuel Macron die Fähigkeit ab, Frankreich zu führen. Der Autor der beiden Bestseller “Dienen” und “Was ist ein Chef?” wirft Macron in aller Offenheit vor, er gefährde durch massive Budgetkürzungen die Sicherheit der Nation.
Pierre de Villiers diente Macron zuletzt als Generalstabschef. Er forderte die Erhöhung des Armeebudgets auf 2% des BIP, was jedes Jahr 3 Milliarden Euro gekostet hätte. Macron versprach das im Wahlkampf. In Tat und Wahrheit wurde das Budget um 850 Millionen Euro gekürzt, worauf de Villiers sein Amt niederlegte.
In den Streitkräften wurde und wird Général de Villiers für seine Integrität, für sein Können und sein Einstehen für ausreichende Ressourcen hoch respektiert. Von der Militärschule Saint-Cyr bis zur höchsten Stelle der Armee bewährte er sich – von einem AMX-30-Zug über eine Aufklärerkompanie, das mech Inf Bat der Brigade Leclerc und dem Befehl über die 2. Panzerbrigade bis zu Kommando-Positionen im Kosovo und in Afghanistan.
Im Kosovo gehörte er zu den Kommandanten der vordersten Stosskräfte, die 1999 das Land in Besitz nahmen. In Afghanistan befehligte er das zentrale Regionalkommando Kabul, bestehend aus Truppen von 15 Staaten.
Als Generalstabschef verantwortete er im Ausland die Operationen “BARKHANE” (Sahel), “SANGARIS” (Zentralafrika) und “CHAMALL” (Syrien/Irak). Im Innern koordinierte er die Operation “SENTINELLE” gegen den jihadistischen Terror. Nach dem fürchterlichen Anschlag vom 13. November 2015 in Paris war er es, der den Armee-Einsatz vorschlug und durchsetzte.
De Villiers’ glänzender Leistungsausweis verlieh ihm eine starke Stellung. Allein Emmanuel Macron ertrug es nicht, dass der Generalstabschef 2% des BIP forderte, wie das die NATO beschlossen hatte. Wie seine Verbündete Merkel in Berlin dachte der Präsident nicht daran, die Forderung des Bündnisses zu erfüllen.
Auch nach seinem Rücktritt erfreut sich Pierre de Villiers grosser Popularität. Er ist angesehen und spricht seine Pro-Armee-Positionen offen aus – wie auch seine Zweifel an Macrons Integrität. Seine vielen Anhänger sehen in ihm einen zweiten Général de Gaulle; aber die Zeit mutiger, gerader Heerführer ist abgelaufen – ganz gewiss in Paris.