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Im Lichte der tragischen Atomkatastrophe von Fukushima ist die Sicherheit der Atomkraftwerke sofort neu zu beurteilen. Das französische Atomkraftwerk in Fessenheim ist auf Grund seines Alters und seiner Lage eine Gefahr für die Schweiz, vielleicht die grösste unter allen Atomkraftwerken. Basel liegt nur 38 km davon entfernt. Dieses AKW wird ohne ausreichende Berücksichtigung der an diesem Standort vorhandenen Erdbebengefährdung betrieben wird. Es ist einem Überflutungsrisiko ausgesetzt, das bei einem Bruch des Rheinseitenkanals besteht. Und es ist ausgesprochen häufig Schauplatz von Zwischenfällen im Normalbetrieb. Diese lassen auf eine mangelnde Sicherheitskultur schliessen.
Die Experten sagen, dass eine Abschätzung der Erdbebengefährdung auf der Basis von historischen Ereignissen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht (deterministischer Ansatz). Die Erdbebengefährdung müsste heute im Wesentlichen auf einer probabilistischen Analyse basieren: Nicht bloss die grossen sondern auch die kleineren Erdbeben müssen miteinbezogen werden, weil sie die Atomanlage durch deren Bauweise zerstören könnten.
Im Zuge der Zehnjahresüberprüfung wurden jüngst Arbeiten zur Reduktion der seismischen Risiken im sekundären Bereich der Anlage ausgeführt (zB. Neue Befestigungen für Transformer und elektrotechnische Komponenten), nicht aber im radioaktiv entscheidenden Primärkreislauf. An peripheren Details wurde nachgebessert, in der Kernzone des Reaktors aber nichts unternommen. Für die Schweizerische Bevölkerung namentlich in der Nordwestschweiz stellt dieses AKW ein untragbares Risiko dar.
Deshalb stelle ich dem Bundesrat in einer Interpellation folgende Fragen:
- Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um die Bevölkerung der Schweiz vor einer möglichen Katastrophe im AKW Fessenheim zu schützen?
- Gedenkt der Bundesrat sich bei den französischen Behörden für ein Abschalten des AKW Fessenheim einzusetzen?