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Am 5. August 1926 als Tochter eines antifaschistischen Italieners und einer Bündnerin in Neapel geboren, ist Ketty Fusco in Chur und Lugano aufgewachsen. Sie entdeckte sehr früh die Leidenschaft für die Schauspielerei. Im Alter von 10 Jahren übernahm sie ihre erste Rolle in einem Hörspiel für das Tessiner Radio Monte Ceneri und stand bald darauf auf der Bühne. Zu ihren Lehrern und Weggefährten zählen prominente Regisseure der Tessiner Theaterszene wie Guido Calgari, Romano Calò, Renato Regli, Carlo Castelli und Alberto Canetta.
Ketty Fusco wirkte in Hauptrollen in mehreren vielbeachteten Inszenierungen, u.a. des Teatro Prisma und des Teatro della Svizzera Italiana mit. Seit der Gründung im Jahr 1984, beteiligte sie sich auch an den experimentierfreudigen Produktionen des Teatro La Maschera in Lugano unter der Leitung von Alberto Canetta. Als das Teatro La Maschera 1994 aufgelöst wurde, zählte sie zu den Gründerinnen der Compagnia LuganoTeatro. Erwähnenswert ist auch ihre Teilnahme an den Vesperali in der Kathedrale von Lugano, bei denen sie u.a. 1987 die Mutter in Hugo von Hofmannsthals Jedermann unter der Regie von Alberto Canetta verkörperte.
Sie gab zudem massgebende Impulse für die Radiotelevisione Svizzera di lingua italiana (RTSI, heute RSI), zunächst als Hörspielsprecherin und, von 1974 bis 1991, auch als Regisseurin, Produzentin von Radio- und Fernsehsendungen sowie als Leiterin des Bereichs «Hörspiele und Fernsehfiktion». Ketty Fusco hat ausserdem Romane und Gedichtbände veröffentlicht und war Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der italienischen Schweiz.
Als Vollblutkünstlerin hat sie das Bühnen- und Kulturleben im Tessin nachhaltig geprägt. In den 1970er Jahren war sie auch Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur (SGTK). Unter anderem verfasste sie 1973 im Auftrag der SGKT die Studie Teatro della Svizzera Italiana; un sogno o un programma per gli anni Settanta?
Im Jahr 1994 ehrte die SGTK Ketty Fusco mit dem Hans-Reinhart-Ring, der höchsten Theaterauszeichnung der Schweiz.
Tief berührt, sprechen wir im Namen der SGTK den Familienangehörigen unser aufrichtiges Beileid aus.
Paola Gilardi und Yvonne Schmidt
(Co-Präsidentinnen)