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Zum Abschluss der Achtelfinal-Hinspiele treffen am Mittwoch zwei zweimalige frühere Sieger aufeinander: Porto empfängt Juventus Turin.
Für einen Serienmeister der Serie A wie Juventus Turin ist das Ziel in der Champions League mit den Achtelfinals noch längst nicht erreicht. Die Turiner weisen in der Meisterschaft mittlerweile einen Vorsprung von sieben Punkten auf die AS Roma auf. Am sechsten Meistertitel in Serie ist kaum zu zweifeln. Auf internationaler Ebene will die Mannschaft dorthin kommen, wo sie zuletzt vor zwei Jahren war: in den Final.
Stephan Lichtsteiner wird zum Gelingen beitragen können. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass Trainer Massimiliano Allegri den Schweizer Internationalen für das reduzierte Kader für die Champions-League-Gruppenphase im Herbst nicht berücksichtigte. Die personelle Situation ist etwas angespannter, sodass Lichtsteiner mit Einsätzen rechnen kann - wie zuletzt in der Meisterschaft. In der Offensive verfügt Juventus nicht nur mit seinem argentinischen Goalgetter Gonzalo Higuain über ein ansehnliches Potential.
Der FC Porto, Sieger im Meistercup respektive in der Champions League 1987 und 2004, ist wie meistens ein unangenehmer Aussenseiter. National liefert sich Porto, das mit dem Brasilianer Tiquinho Soares und dem jungen Portugiesen Andre Silva seinerseits über exzellente Stürmer verfügt, einmal mehr ein offenes Duell mit dem Erzrivalen Benfica Lissabon.
Der Erfolglose gegen den Neuling
FC Sevilla gegen Leicester City ist der einzige Achtelfinal mit zwei Mannschaften, die keine nennenswerte oder gar keine Tradition in der Champions League vorweisen. Sevilla hat in der Champions League noch keine Stricke zerrissen. In ihren vier Teilnahmen ab 2007 schieden die Spanier einmal in der Barrage, zweimal in den Achtelfinals und einmal - vor einem Jahr mit dem nachmaligen Europa-League-Triumph - in der Gruppe aus. Leicester machte im Herbst bei seinem Debüt in der Königsklasse mit einem Rekord auf sich aufmerksam. Es war der erste Klub, der in seinen ersten vier Spielen in einem Europacup-Wettbewerb kein Gegentor zuliess.
Für den FC Sevilla ist es eine Auszeichnung, dass er in dieser Saison nicht zum vierten Mal in Folge die Europa League gewinnen kann. Das ist nicht paradox, denn die Andalusier haben als Teilnehmer der Champions League die oberste Stufe erklommen. Sie sind nicht mehr der Hecht im Teich, sondern die Forelle im See. Das Team des argentinischen Trainers Jorge Sampaoli meisterte die Gruppenphase als Zweiter hinter Juventus Turin ohne Mühe. Innerhalb Spaniens hat sich Sevilla zusammen mit Atletico Madrid längst als dritte Kraft hinter Real Madrid und Barcelona etabliert.
Obwohl er meistens im Schatten von Real und Barça stehen musste, beschäftigte der FC Sevilla in der Vergangenheit viele Stars. Unter den Ehemaligen findet man beispielsweise Diego Maradona, Bebeto, Davor Suker, Diego Simeone, Javier Saviola, Toni Polster sowie die auch in der Schweiz bekannt gewordenen Ivan Zamorano und Ivan Rakitic.
Leicester City könnte in dieser Saison Erst- und Einmaliges widerfahren: als englischer Sensationsmeister eine grossartige Rolle in der Champions League spielen und gleichzeitig aus der Premier League absteigen. Tatsächlich liegen die Mittelengländer in der Meisterschaft nach 25 von 38 Runden nur einen Punkt über den Abstiegsplätzen.
Im Grossen zeigt Leicester City ein ähnliches Gesicht, wie es der FC Zürich in der letzten Saison in der Schweiz tat. Die Zürcher stockten in der Super League und stiegen ab, während sie im Cup einen starken Gegner nach dem anderen aus dem Weg räumten und schliesslich die Trophäe gewannen. Bei Leicester City kontrastierte das Debakel in der Meisterschaft mit dem 1. Platz in der Champions-League-Gruppe vor Porto. Man darf gespannt sein, ob die Engländer unter dem nach der vergangenen Saison gefeierten italienischen Trainer Claudio Ranieri weiterhin als Sphinx auftreten werden.
SDA-ATS