Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03642.jsonl.gz/300

Hintergrund der US-Drohung sind jahrelange Beschwerden aus Washington über die niedrigen Gebühren, die China und andere Länder der US-Post für die Auslieferung von Warensendungen in den Vereinigten Staaten erstatten. Sie sind deutlich tiefer als das, was Industrieländer untereinander bezahlen oder was Inlandspost kostet.
Mit dem rasant gewachsenen Online-Handel und Direktbestellungen aus China machte die US-Post hunderte Millionen Dollar Defizit im Jahr, sagte der Berater von US-Präsident Donald Trump in Handelsfragen, Peter Navarro, in Genf. Bei dem Streit geht es nicht um Briefe, sondern um kleine Päckchen bis zwei Kilogramm.
Unter anderem wegen der niedrigen Gebühren können nach US-Auffassung chinesische Händler Ware zu unschlagbar niedrigen Preisen anbieten. Auch deutsche Onlinehändler prangern Wettbewerbsverzerrung an.
Die USA verlangen, dass das System gemeinschaftlich vereinbarter Gebühren abgeschafft wird und alle Länder ihre Gebühren ab sofort selbst festlegen können. Sie selbst planen eine saftige Erhöhung auf das Niveau der Inlandstarife. Das beträfe auch Post aus Deutschland, weil die US-Inlandstarife deutlich höher liegen als das, was international bislang in Rechnung gestellt werde, sagen Branchenkenner. Einen Kompromiss, die Raten gemeinschaftlich über einen längeren Zeitraum zu erhöhen, würden die USA nur mittragen, wenn sie ihre eigenen Gebühren sofort erhöhen könnten, sagte Navarro.
Er stellte die Abstimmung über eine neue Gebührenordnung in einen Zusammenhang mit US-Bemühungen um faireren Welthandel und höhere Beiträge der Europäer zum Verteidigungsbündnis Nato: "Ich bitte Sie alle persönlich, die US-Position zu unterstützen. Das ist das, was Freunde und Alliierte füreinander in Zeiten wie diesen tun."/oe/DP/jha
(AWP)