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Der Schweizer Fabian Cancellara hat sich am Donnerstag bei der Rad-WM in Salzburg nach 50,8 Kilometern den Weltmeistertitel im Zeitfahren gesichert.
Am Tag zuvor gewann die Schweizerin Karin Thürig an der Zeitfahren-WM am gleichen Ort die Silbermedaille.
Fabian Cancellara wurde im WM-Zeitfahren in Salzburg seiner Favoritenrolle gerecht. Der Berner gewann vor dem Amerikaner David Zabriskie und dem Kasachen Alexander Winokurow hoch überlegen WM-Gold. Cancellara distanzierte Zabriskie um anderthalb Minuten.
Für Cancellara ist es der zweite grosser Saisonerfolg nach dem Sieg im Klassiker Paris-Roubaix. Er ist erst der zweite Schweizer nach Alex Zülle im Jahre 1996, der in dieser Disziplin Gold gewonnen hat. Der zweite Schweizer Teilnehmer, Michael Schär, wurde 45-er.
Zweimal gewann Cancellara bereits den WM-Titel im Kampf gegen die Uhr bei den Junioren; in Salzburg dominierte der Vorjahresdritte den Wettbewerb wie selten ein Zeitfahr-Weltmeister vor ihm.
Rekordvorsprung
"Ich bin schnell losgefahren und es lief einfach sehr gut", erklärte der überglückliche Sieger. Bereits nach 10 km hatte der 25-jährige Berner 18 Sekunden auf seinen CSC-Teamkollegen Zabriskie herausgeholt.
Auf dem schweren Parcours baute Cancellara den Vorsprung kontinuierlich aus; als einziger durchfuhr er die Strecke mit einem Durchschnitt von über 50 Kilometern pro Stunde.
Cancellara hatte in den letzten Wochen alles auf das Zeitfahren ausgerichtet, und stieg deshalb nach zwei Wochen der Vuelta aus. Im ersten Zeitfahren der Spanien-Rundfahrt hatte er sich noch um Sekundenbruchteile dem Schotten David Millar geschlagen geben müssen.
Erfolgreichster Schweizer Profi
"Ich hatte schon beim Aufstehen ein gutes Gefühl - wie vor Paris - Roubaix", so der neue Weltmeister. Nach dem Sieg in der "Hölle des Nordens" markierte die Zeitfahr-WM das zweite grosse Saisonziel des derzeit erfolgreichsten Schweizer Profis.
Hinter Cancellara und Zabriskie sicherte sich Winokurow die Bronzemedaille, obwohl dem Vuelta-Sieger im ersten Anstieg vor der ersten Zwischenzeit die Kette vom vorderen Kettenblatt fiel. Hinter dem prominenten Trio auf dem Podest überraschte der Däne Brian Vandborg - ebenfalls ein Fahrer aus Bjarne Riis' CSC-Team.
Der 25-Jährige verlor den Kampf um Bronze gegen Winokurow nur um drei Sekunden. Ohne Chance auf einen Spitzenplatz war in seiner ersten WM-Teilnahme bei den Professionals Michael Schär, der sich als 45-er beinahe sieben Minuten Rückstand auf Cancellara einhandelte.
Karin Thürig holt Silbermedaille
Auch die Frauen schnitten am WM-Zeitfahren gut ab. Mit nur zwei Wochen spezifischer Vorbereitung auf diesen Titelkampf hat Karin Thürig in Salzburg die Silbermedaille gewonnen. Die Luzernerin musste nur Kristin Armstrong (USA) den Vortritt lassen.
"Es lief nicht so rund", erklärte Karin Thürig, die in den beiden vorangegangenen Jahren Weltmeisterin geworden war. Aber sie sei dennoch stolz. Sie habe ihr Bestes gegeben. Mit ihrer silbernen Auszeichnung hat die 34-Jährige ihre Medaillensammlung komplett.
Neben Gold 2004 und 2005 hatte sie 2002 in Zolder (Belgien) Bronze gewonnen. 2004 wurde Karin Thürig zur Sportlerin des Jahres gewählt.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Fabian Cancellara wurde am 18. März 1981 in Bern geboren.
1998/1999 wurde er Junioren-Zeitfahrweltmeister.
In seinen beiden ersten Profijahren 2001-2002 fuhr Cancellara für das Team Mapei.
2002 gewann er Etappen in kleineren Rundfahrten sowie seinen ersten von insgesamt drei Schweizermeister-Titeln im Zeitfahren.
Der Durchbruch gelang Cancellara 2003, als er zum Team Fassa Bortolo wechselte und den Prolog der Tour de Romandie und der Tour de Suisse gewann.
Seine bisher grössten Triumphe gelangen ihm, als er 2004 bei seiner ersten Teilnahme an der Tour de France den Prolog gewann und das gelbe Trikot überstreifen durfte sowie beim Sieg des Radklassikers Paris-Roubaix im April 2006.
Fakten
Die Rad-Weltmeisterschaften haben am 20. September in Salzburg (Österreich) angefangen.
Nach einer Pause am Freitag geht die WM am Samstag und Sonntag weiter mit den Strassen-Rennen, je nach Kategorie über 177 bis 265 km.
Die Schweizer Delegation zählt 20 Fahrerinnen und Fahrer.