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Als der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Atmosphäre zuletzt den Wert von 400 ppm erreicht hatte, existierte der moderne Mensch, der homo sapiens, noch nicht. Damals war Grönland eisfrei, Kanada von tropischen Wäldern bedeckt und der Meeresspiegel dutzende Meter höher als heute. Seither unterliegt der CO2-Gehalt erheblichen natürlichen Schwankungen, die sich jeweils über grosse Zeiträume abspielen. Seit dem Zeitalter der Industrialisierung steigt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre aufgrund der anthropogenen CO2-Emissionen jedoch rasant an.
Während der, durch den Menschen verstärkte Anstieg, Mitte der sechziger Jahre noch ca. 0,7 ppm pro Jahr betrug, sind es heute sogar zwei bis drei CO2 Moleküle jährlich. Diese Zunahme übertrifft jede natürliche Schwankung bei weitem. Der Wert von 400 ppm wurde zuerst in der Arktis gemessen, wo das Klima dem Rest des Planeten „voraus“ ist: Da keine Pflanzen wachsen, wird deutlich weniger CO2 gebunden. Die Klimaforscher sind sich einig, dass die Konzentration unaufhaltsam weiter steigen wird, da die Kohlenstoffdioxid-Moleküle bis zu 200 Jahre lang in der Atmosphäre erhalten bleiben. Selbst wenn die Emissionen zurückgehen, wird der Wert von 400 ppm schon bald den globalen Jahresdurchschnitt ausmachen, wie die neueste Messung auf Hawaii zeigt (siehe Grafik).
Wir können diesen Tag als eine traurige Erinnerung daran sehen, was wir unserem Planeten antun, oder wir können ihn als letzten Anstoß zu einer globalen erneuerbaren Energienrevolution sehen, die wir weltweit brauchen.
Kumi Naidoo, Chef Greenpeace
Über die genauen Folgen des steigenden CO2-Gehalts ist man sich immer noch uneinig. Sicher ist aber, dass der Anstieg eine kontinuierliche Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde auslöst. Durch Kohlenstoffdioxid, aber auch durch Methan, Wasserdampf und andere Treibhausgase wird die Erde in einen Mantel gehüllt, welcher die Wärmeabstrahlung ins All vermindert. Die Tatsache, dass der globale Erwärmungstrend zurzeit stagniert, ändert nichts an der längerfristigen Entwicklung, sondern beruht auf der Komplexität zusätzlicher natürlicher Vorgänge.
Infolge der Erwärmung werden die Ökosysteme der Erde durcheinandergebracht – mit verheerenden Folgen: das Eis schmilzt, der Meeresspiegel steigt und Naturkatastrophen (z.B. Dürren, Hochwasser, Extremwettereignisse) nehmen zu. Zudem sind die Lebensräume zahlreicher Pflanzen und Tiere bedroht. Kürzlich berechneten die Wissenschaftler vom Tyndall Centre for Climate Change Research (Grossbritannien), dass mehr als die Hälfte aller Pflanzen- und mehr als ein Drittel aller Tierarten bis zu 50% des für sie geeigneten Lebensraums verlieren werden. Besonders stark bedroht seien Amphibien, aber auch Reptilien und Pflanzen, weil sie nicht so schnell in neue Lebensräume ausweichen können. Die meisten Lebewesen verfügen über eine hohe Anpassungsfähigkeit und überleben langsame Klimaveränderungen vergleichsweise mühelos. Auf den menschgemachten, abrupten Klimawandel sind sie aber nicht vorbereitet!
Um die Lebewesen des Planeten – den Menschen eingeschlossen - so weit als möglich zu schützen, müssen die immer noch steigenden Treibhausgasemissionen dringend reduziert werden. Obwohl die Erwärmung nicht mehr gänzlich verhindert werden kann, musss sie wenigstens hinausgezögert und minimiert werden. Es bleiben den Pflanzen, Tieren und damit auch uns Menschen noch genügend Probleme, um sich den kommenden Veränderungen anzupassen.