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Sergej Sobjanin ist bei der Bürgermeisterwahl in der russischen Hauptstadt Moskau erwartungsgemäss im Amt bestätigt worden. Der 55 Jahre alte Weggefährte von Präsident Wladimir Putin kam laut Prognosen auf mehr als 50 Prozent der Stimmen.
Das meldeten Agenturen am Sonntag nach Schliessung der Wahllokale. Sobjanins schärfster Konkurrent, der 37 Jahre alte Oppositionsführer Alexej Nawalny, erreichte rund 29 Prozent, wie Befragungen von Wählern nach der Stimmabgabe ergaben.
Nawalny scheiterte somit darin, den Amtsinhaber in die Stichwahl zu zwingen. Amtliche Ergebnisse wurden am späten Abend erwartet.
Putin hinter "seinem Kandidaten"
Putin selbst setzte sich bis zum Urnengang für seinen Schützling ein. Bei seiner Stimmabgabe sprach er dem Oppositionskandidaten Nawalny indirekt die Eignung zum Stadtoberhaupt ab: "Grossstädte benötigen keinen Politiker, sondern einen Menschen, der zu arbeiten versteht."
Er gehe davon aus, dass "sein Kandidat" gewinne, sagte der Präsident nach Angaben der Agentur Interfax, ohne einen Namen zu nennen. Putin hatte in den vergangenen Tagen im Fernsehen für den regierungsnahen Amtsinhaber Sobjanin geworben.
Manipulationsvorwürfe
Die renommierte unabhängige Wahlbeobachtergruppe Golos kritisierte massive Verstösse im Vorfeld der Kommunalwahlen, die ausser in Moskau noch in vielen weiteren Regionen des Riesenreichs stattfanden. Zahlreiche Kandidaten der Opposition und unabhängige Bewerber seien nicht zur Wahl zugelassen worden, teilte die Organisation in einer Analyse mit.
Gleichzeitig hätten Politiker der Regierungsparteien mit einer zu frühen sowie mit verdeckter Werbung gegen Gesetze verstossen, hiess es. Nawalnys Wahlkampfleiter Leonid Wolkow kündigte für diesen Montag eine Demonstration der Opposition in Moskau an. "Es wird dabei auch um mögliche Verstösse bei der Wahl gehen", sagte Wolkow.
SDA-ATS