Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03222.jsonl.gz/342

Die Credit Suisse hat ein Portfolio von Krediten verbrieft, die mit den Jachten und Privatjets ihrer reichsten Kunden verbunden sind, wie die «Financial Times» (FT) berichtet. Dies sei ein ungewöhnlicher Einsatz von Derivaten, um Risiken im Zusammenhang mit der Kreditvergabe an ultrareiche Oligarchen und Unternehmer auszulagern.
Die Bank verkaufte demnach Ende 2021 einen Teil des Risikos im Zusammenhang mit 2 Milliarden Dollar seiner «Ultra High Net Worth»-Kundenkredite.
Auch interessant
Zinssatz von mehr als 11 Prozent
Die Verbriefung des Portfolios von Krediten an Tycoons und Oligarchen, die durch deren «Jets, Jachten, Immobilien und/oder Finanzanlagen» abgesichert sind, wurde von einer Einheit der Bank vorgenommen, die in der Vergangenheit von Problemen wegen Sanktionen geplagt war.
Wegen der Art der Sicherheiten musste die Credit Suisse einen hohen Zinssatz von mehr als 11 Prozent bieten, um Hedgefonds für die 80-Millionen-Dollar-Transaktion zu gewinnen. Dies zeige, welchen Preis die Bank zu zahlen bereit war, um ihre Kapitalposition zu verbessern, ohne die öffentlichen Aktienmärkte anzuzapfen, so die FT.
Laut der Credit Suisse ist das Verfahren indes völlig im Rahmen: «Dieser synthetische Risk Weighted Assets Transfer, welcher preislich mit anderen Risikotransaktionen dieser Art vergleichbar ist, bot professionellen Investoren marktübliche Anlage- und Absicherungsbedingungen und erhöhte gleichzeitig die Flexibilität der Bank im Hinblick auf die Bewirtschaftung ihres eigenen Kapitals.»
Eine Folie einer Investorenpräsentation zeigte, dass die Credit Suisse in den Jahren 2017 und 2018 zwölf Ausfälle bei ihren Jacht- und Flugzeugkrediten zu verzeichnen hatte, von denen ein Drittel «mit den US-Sanktionen gegen russische Oligarchen zusammenhing». Presseberichten zufolge mussten Oleg Deripaska und die Brüder Arkadi und Boris Rotenberg ihre Privatjet-Leasingverträge mit der Bank kündigen.
Seit 2014 an Finanzierung von Yachten beteiligt
Während die Credit Suisse schon seit langem Kredite für den Kauf von Privatjets für Milliardäre vergibt, ist ihr Einstieg in die Finanzierung von Jachten relativ neu. Aus den Folien geht hervor, dass die Credit Suisse erst 2014 ernsthaft mit der Kreditvergabe für Jachten begonnen hat, das Geschäft dann aber rasch ausbaute, sodass die ausstehenden Kredite im vergangenen Jahr 1 Milliarde Dollar überschritten.
(gku)