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Als Fettstoffwechselstörungen werden Krankheiten bezeichnet, welche dazu führen, dass im Blut abnorme Konzentrationen von Fettpartikeln vorliegen, welche das Auftreten weiterer Krankheiten begünstigen. Hierzu zählen vor allem Herzkreislauferkrankungen, da die abnormen Fettpartikel in erster Linie die Gefässe des Blutzirkulationssystems angreifen.
Die relevanten zu unterscheidenden Lipidpartikel sind die folgenden:
Cholesterin
Cholesterin ist ein lebensnotwendiges Fett, wichtiger Baustein der Zellen, vor allem der Zellmembran. Cholesterin wird mit der Nahrung aufgenommen, aber zu einem bedeutenderen Anteil vom Körper selbst hergestellt. Cholesterin wird im Körper durch die sogenannten Lipoprotein-Partikel transportiert. Wichtige solche Lipoprotein-Partikel sind etwa das «Low-density lipoprotein cholesterol» (LDL-C) oder das «High-denstiy lipoprotein cholesterol» (HDL-C). Während hohe LDL-C Spiegel mit einem erhöhten Herzkreislaufrisiko assoziiert sind, sind es beim HDL-C eher tiefe Spiegel, welche mit einem hohen Risiko assoziiert sind. Forschungsarbeiten der letzten Jahre haben aber gezeigt, dass solche Assoziationen eigentlich etwas differenzierter angeschaut werden müssen, da sowohl beim «LDL-C» als auch beim «HDL-C» verschiedene Untergruppen mit verschiedenen Eigenschaften existieren, welche eher positiv oder eher negativ sein können.
Triglyceride (Neutralfette)
Die Triglyceride sind Fettpartikel, welche aus Glycerol und den ganz verschiedenartigen Fettsäuren zusammengesetzt sind. Auch sie können mit der Nahrung aufgenommen, im Körper umgebaut oder neu hergestellt werden. Das Fettgewebe im Körper besteht vor allem aus Triglyceriden, welche eine sehr dichte Speicherform der Energie erlauben.
Die beiden wichtigen Situationen, welche eine genauere Evaluation des Fettstoffwechsels verlangen, sind die folgenden:
1. Patienten mit Herzkreislauferkrankungen oder hohem kardiovaskulärem Risiko
Erhöhte Blutfettwerte sind ein entscheidender Risikofaktor für die Entstehung von Herzkreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Hirnschlag (Abbildung 1).
Abbildung 1.
Verengte Herzkranzgefässe durch sog. Arteriosklerotische «Plaques»,
Ablagerungen, welche unter anderem durch hohe Blutfettwerte begünstigt
werden.
Aufgrund der
Risikokonstellation jedes individuellen Patienten werden optimale
Ziel-Blutfettwerte – vor allem des LDL-Cholesterins – bestimmt. Zum
Erreichen des Ziels werden Massnahmen des Lebensstils diskutiert, sowohl
im Bereich der Ernährung als auch der körperlichen Aktivität. Bei
deutlich erhöhtem kardiovaskulärem Risiko oder bei bereits vorhandener
kardiovaskulärer Erkrankung sind aber in den meisten Fällen auch
zusätzlich Therapien mit lipidsenkenden Medikamenten notwendig. Die
Behandlung in unserer Lipidsprechstunde hilft nicht nur, Ziele und Art
der Behandlung festzulegen, sondern versucht auch in besonders
schwierigen Fällen, etwa bei Medikamentenunverträglichkeiten, Lösungen
zu vermitteln, etwa durch den Einsatz neu entwickelter Therapieformen.
2. Familiäre / vererbbare
Fettstoffwechselstörungen
Familiäre Erkrankungen des Fettstoffwechsels
können bereits bei sehr jungen Patienten zu sehr hohen Konzentrationen
von ungünstigen Blutfetten führen und damit auch bereits in jungem Alter
das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen begünstigen
Diese Erkrankungen entstehen aufgrund bestimmter genetischer Konstellationen. In unserer Sprechstunde versuchen wir, bei solchen Störungen die Art der genetischen Erkrankung zu erfassen, und Ziele sowie die optimale Art der Behandlung mit dem Patienten zu definieren. So können heute bei den meisten Patienten mit familiären Fettstoffwechselstörungen schwere Folgeerscheinungen, wie etwa die Herzkreislauferkrankungen, verhindert werden.