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Daniil Medvedev hat das ATP-Turnier in Dubai gewonnen. Der Russe liess Landsmann Andrey Rublev keine Chance. Danach rechnnete er noch mit Stefanos Tsitsipas ab.
Das Finale am Samstag im Wüstenstaat war eine einseitige Sache. Gleich mit 6:2, 6:2 gewann der formstarke Tennis-Profi und feierte seinen dritten Turniersieg innerhalb von drei Wochen.
Medvedev, der im Halbfinale den 22-maligen Grand-Slam-Turniergewinner Novak Djokovic aus Serbien aus dem Wettbewerb geworfen hatte, gewann damit sein 14. Match in Serie.
Spezielle Siegesrede
Bei der Siegerehrung gratulierte Medvedev dem unterlegenen Gegner zuerst artig «zu einer grossartigen Woche». Danach war es aber vorbei mit Nettigkeiten. «Ich möchte nur sagen, dass ich mich daran erinnere, dass vor nicht allzu langer Zeit ein Spieler gesagt hat, dass Rublev nur ein paar Waffen in seinem Arsenal hat – ich habe das gelesen und dachte: ‹Wie kannst du das sagen?›», kritisierte er.
Medvedev weiter: «Andrey ist einer der begabtesten Spieler auf der Tour, er hat nur sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft. Aber ich bin mir sicher, dass er Grand Slams gewinnen kann. Hoffentlich kann er diesen Kerl schlagen, der das viele, viele Male gesagt hat, und das wünsche ich ihm sehr.»
Der angesprochene «Kerl» ist dabei kein Geringerer als Stefanos Tsitsipas. Bei den ATP Finals in Turin im November verlor der Grieche gegen Rublev und verpasste danach den Einzug ins Halbfinale. An der Pressekonferenz sagte er, sein Gegner habe ihn mit dessen «wenigen Waffen» bezwungen.
Später entschuldigte Tsitsipas sich für seine Aussagen und meinte, er hätte Rublev für sein Halbfinalspiel gegen Casper Ruud – der Norweger war Direktkonkurrent von Tsitsipas im Rennen um die Top 3 am Jahresende – motivieren wollen. «Ich wollte, dass er in seinem nächsten Spiel wütend ist und versucht, noch besser zu spielen», erklärte Tsitsipas.
Medvedev und Tsitsipas sind in der Vergangenheit schon diverse Male aneinandergeraten. Vor allem ihr erstes Aufeinandertreffen 2018 in Miami sorgte für reichlich Diskussionsstoff. So wollte Medvedev nach dem Spiel gar auf seinen Kontrahenten losgehen, weil der Grieche ihn mit den Worten «Scheiss Russe» beleidigt haben soll.
«Ich habe es nicht einmal persönlich genommen», sagt Rublev zur ganzen Geschichte. «Ich weiss, dass ich auch emotional bin und man einige Dinge sagen und tun kann, wenn man unter Emotionen steht.» Ausserdem habe sich Tsitsipas bei ihm persönlich entschuldigt, was er sehr geschätzt habe.
Rublev gegen Russland-Krieg: «Ist verrückt»
Medvedev, der nach dem Finalsieg in Dubai mit Rublev den Platz in der Weltranglistenliste tauschte und neu die Nummer 6 der Welt ist, kennt Rublev schon seit Kindheitstagen. «Ich habe das Gefühl, dass die Leute langsam wissen, dass Andrey der netteste Mensch auf der Tour ist, aber ich möchte es einfach laut sagen, damit es jeder weiss. Glückwunsch an dich und dein Team und hoffentlich können wir noch viele weitere Finals zusammen erleben», hielt er bei seiner Rede abschliessend fest.
Rublev nahm in Dubai auch Stellung zur Lage in seiner Heimat und kritisierte den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. «Es ist verrückt, dass so viele ganz normale Bürger leiden und sterben. Man kann nicht so tun, als ob nichts passiert, denn es ist schrecklich», sagte er: «Ich hoffe nur, dass es bald in jedem Land Frieden herrscht. Es spielt keine Rolle, wo. Ich hoffe, dass es in unseren Ländern Frieden geben wird.»