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Grösstmögliche Flugsicherheit?
Mit seiner Aussage, mit ganztägigen Südstarts geradeaus würde am Flughafen Zürich die grösstmögliche Sicherheit gewährleistet, sorgte Peter Müller, Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL, für Irritationen in der Region.
Die Zahl der unerlaubten Einflüge in den Zürcher Luftraum stieg in den letzten Jahren deutlich an. Skyguide und die Lotsen schlugen deshalb mehrfach Alarm. Zahlreiche Experten haben sich ebenfalls dazu geäussert, dass die Gefahr, die vom Kreuzen zweier Flugzeuge am Boden oder in der Luft ausgeht, zunehme. Von verschiedenen Seiten wurden Risikoanalysen der Pisten gefordert. So verfasste der Flughafen Zürich im März 2013 einen Sicherheitsbericht. Dieser liegt gegenwärtig beim Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL. Ob die ausgearbeiteten Massnahmen auch umgesetzt werden, ist offen. Gefordert werden unter anderem ganztätige Südstarts ab Piste 16 mit einem geraden Weiterflug. Peter Müller sprach sich in einem Interview mit dem Tages Anzeiger dezidiert für Pistenverlängerungen und für die Abflüge über Zürich und die Zürichseeregion aus.
Obschon diese Abflugvariante die Lärmemissionen für die Goldküste, insbesondere für Zollikon und Zumikon, markant erhöhen würde, würden die Südabflüge eine Entflechtung der Flugrouten mit sich bringen und damit die Sicherheit erhöhen. Dass die Flugzeuge kurz nach dem Start über den dicht besiedelten Gemeinden Opfikon und Oerlikon eine Kurve fliegen, ist ebenfalls ein häufig aufgeführtes Argument. Würden sie geradeaus fliegen, sei das sicherer und die Komplexität am Flughafen würde reduziert. Der Argumentation, dass genau dies eine Gefährdung der Sicherheit ausmache, da häufig Start und Landung die heiklen Phasen eines Fluges seien, wird entgegengehalten, dass der Steilflug sehr schnell verlaufe und wenn es zu Vorfällen komme, passierten diese zumeist am Anfang des Fluges, wenn der Flieger nicht abhebe.
Für den Zolliker Jean-Pierre Schiltknecht, Stiftungsrat der Stiftung gegen Fluglärm, würde die Integrierung des Westanfluges in Kombination mit dem Ostanflug Piste 28 und Starts auf Piste 32 ein quasi Parallelpistensystem ergeben, das ohne Kreuzungskonflikt in der Luft operieren könnte. (ft)
Aktualisierte Version 13.8.2015/17 Uhr
Lesen Sie dazu das Interview mit Jean-Pierre Schiltknecht, das ebenfalls online verfügbar ist.