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Cajeputöl
(Oleum Cajeputi); ein dünnflüssiges, hellgrünes, klares, ätherisches Öl von starkem Geruch nach Kampfer und Rosmarinöl und ähnlichem, anfangs brennendem, dann kühlendem Geschmack, das aus Ostindien hauptsächlich über Amsterdam in Glasflaschen gefüllt und in Kisten verpackt zu uns gelangt. Es ist ein Destillationsprodukt aus den Blättern, Zweigspitzen und Früchten des Strauches, Melaleuca Cajeput und wahrscheinlich noch einer oder mehrer andern Arten dieses zu den Myrtengewächsen gehörigen Geschlechts.
Das Öl wird für medizinischen Gebrauch gewöhnlich rektifiziert, wodurch dasselbe gewöhnlich farblos erhalten wird; ebenso durch Schütteln mit verdünnter Salzsäure. Es kommt auch gefälschtes und völlig nachgekünsteltes Öl vor, das aus Rosmarinöl, Terpentinöl und Kampfer zusammengesetzt und grün gefärbt wird. Eine rasch auszuführende Probe ist das Zusammenbringen einiger Tropfen des Öls mit Jod; mit echtem Öl entsteht dabei keine Verpuffung, wie sie viele der übrigen ätherischen Öle zeigen. Das Öl wird - auch hin und wieder als beliebtes Hausmittel - gebraucht äußerlich zu Einreibungen gegen nervöses Kopfweh, Spulwürmer, Koliken, Kinderkrämpfe etc., auf Baumwolle eingeführt gegen Zahnschmerz, Ohrenleiden, wurde auch gegen Cholera äußerlich und innerlich angewandt. Es ist sehr passend zur Vertreibung von Motten und überhaupt zur Verhütung von Insektenfraß. Das Öl ist in Leipzig käuflich per kg Mk 7.50 grün, Mk 8.25 weiß. - Einfuhrzoll gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.