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Der Tag beginnt mit heftigen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 51 km/h. Der Wasserstand ist in der Nacht gestiegen. Der Wind drückte Wasser in den Grossen Belt. Nikki merkt dies am Morgen unverzüglich. Ein ebenmässiges Hinausspringen auf den Steg ist nicht mehr möglich. Das Boot ist ihm zu hoch.
Von der Insel haben wir ausser dem Hafen bis jetzt nicht viel gesehen. Nach dem Frühstück ziehen wir unsere robusten Regenkleider an und holen zwei neue Fahrräder aus dem Schuppen. Am Hafengebührautomat zahlt man die Miete für die Räder und kriegt einen Streifen, der um den Lenker geklebt wird. Von der Sandküste aus Richtung Grosser Belt schauen wir der Personenfähre zu, wie sie sich durch die Wellen kämpft.
Die Fahrräder haben wir vor dem Fischerhafen abgestellt und kehren zu ihnen zurück. Netze und Geräte liegen durcheinander am Boden. Ein Boot an Land wartet auf seine Reparatur.
Wir radeln zur kleinen, weissen Inselkirche des Dorfs Omø By. Sie ist nur einen Kilometer vom Hafen entfernt. Das Kirchenschiff ist schlicht. An der Decke hängt ein Votivschiff. Sein Bug ist zum Altar ausgerichtet.
Unmittelbar bei der Kirche liegen die ersten reetgedeckten und gepflegten Höfe des Dorfes. Die Ställe und die Wohnhäuser sind miteinander verbunden. Die Struktur des Dorfes anno dazumal blieb erhalten. Wir fühlen uns hier in die Zeit des Kleinbauers versetzt. Die Kinder besuchen die Schule bis zur 6. Klasse. Ein kleiner Lebensmittelladen versorgt die 200 Einwohner mit dem Nötigsten.
Bis zum 22 Meter hohen Leuchtturm, der sein Licht über den Grossen Belt sendet, pedalen wir kräftig gegen den Wind. Bei zwei verschieden Wellenbrecher halten wir kurz an.
Nieselregen begleitet uns bei der Fahrt zur hügeligen Nordseite der Insel. Milchwirtschaft wird hier nicht mehr betrieben, sondern Ackerbau. Beim höchsten Punkt, 20 Meter über dem Meer, hätten wir eine schöne Aussicht über die Insel. Aber eben, das feuchte Wetter vereitelt uns dies. Auf der geteerten Strasse der Westküste entlang geht es retour zum Hafen. Schnell die Fahrräder in den Schuppen stellen, raus aus dem Regenzeug und wir steigen die Treppe hinunter in den beheizten Bootssalon.
Auch ich wohne auf der Insel und lasse mich von den unzähligen Touristen gerne füttern!
Der Tag endet, wir glauben es kaum, mit ein paar Sonnenstrahlen. Der Wind schwächt ab auf 22 km/h. Die Wellen brechen sich nicht mehr schäumend an der Hafenmauer. Morgen werden wir weiterziehen. Der Grosse Belt könnte zur Knacknuss werden!