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Garum – Fischsauce aus Frankreich
Mit der Ankunft der Römer in unserer Gegend veränderten sich auch allmählich die Ernährungsgewohnheiten der ansässigen Einwohner. Nebst neuartigen Gefässen für Küche und Tisch wie Reibschüsseln und dem kräftig leuchtendroten Tafelgeschirr (Terra Sigillata) gelangte auch das Standardgewürz der römischen Küche namens Garum nach Basel.
Dabei handelt es sich um eine flüssige Würze, die dadurch entstand, dass man Fische wie Thunfisch, Europäische Sardelle, Aal, Makrele und andere Meerestiere sowie Mollusken oder Fischblut mit Salzlake vermischte und teilweise monatelang der mediterranen Sonne aussetzte. Anschliessend wurde das Ganze ausgepresst und gefiltert, bis man eine klare, bernsteinfarbene Flüssigkeit erhielt – im Geschmack ähnlich jenen Fischsaucen, die man heutzutage im Asia-Markt erhält.
In der Antike wurde Garum in grosser Menge in Fabriken produziert, die an den Küsten des Mittelmeeres und des südlichen Atlantik lagen. Von den Funden wissen wir, dass diese Fabriken ihre Produkte in grossem Stil auch in die nördlichen Provinzen lieferten.
Die rechts abgebildete Fischsaucen-Amphore kam auf dem Boden eines römischen Erdkellers zum Vorschein, der sich an der Peripherie des Münsterplatzes, wo heute die Rittergasse einmündet, befand. Aufgrund der Form und des Materials der Amphore wissen wir, dass sie in der Nähe von Lyon/F hergestellt wurde.
Nun liegt Lyon nicht am Meer, also nicht im unmittelbaren Produktionsgebiet der Fischsaucen. Aus schriftlichen Überlieferungen weiss man jedoch, dass bei günstigen Strömungen selbst grössere Meerschiffe rhoneaufwärts bis nach Vienne und Lyon kamen. Man nimmt deshalb an, dass ein Teil der Fischsaucen in Grossbehältern (wie z.B. Holzfässern) auf dem Wasserweg ins mittlere Rhonetal verfrachtet wurden und in den dortigen Umschlagzentren in Amphoren umgefüllt wurden. Von dort gelangte die Ware dann auf den Flüssen Rhone und Saône weiter nach Norden.
Details
- Objekt: Amphore
- Datierung: frührömisch (1. Hälfte des 1. Jahrhundert n. Chr.)
- Fundort: Münsterplatz