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Prabir Gourhi langer Weg zur Arbeit
Prabir Ghouri arbeitet im Strassenmedizin-Team von Calcutta Rescue mit und fährt jeden Tag vier Stunden zur Arbeit und wieder nach Hause.
Er verlässt sein Haus weit ausserhalb von Kolkata jeweils vor Tagesanbruch und kehrt erst um 21 Uhr zu seiner Frau und seinen Kindern zurück. Den grössten Teil der Strecke legt er in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, doch er fährt auch täglich anderthalb Stunden mit dem Velo.
So kann er Fahrgeld einsparen, Geld für die Zukunft seiner Kinder.
Prabir arbeitet seit fast 30 Jahren bei Calcutta Rescue und seine Begeisterung und sein Engagement bleiben ungebrochen. Er wuchs selber in Armut auf. Als er 1989 zum ersten Mal mit der Schule Nr. 10 von Calcutta Rescue in Kontakt kam, war er zu alt für einen ordentlichen Schulbildungsweg. Aber Calcutta Rescue liess ihn nicht stehen und fand eine Aufgabe für ihn; er konnte die Begleitung der Kinder aus den Slums auf ihrem Schulweg übernehmen. Beeindruckt von seiner zuverlässigen und guten Arbeit beauftragte ihn Dr. Jack in der Folge mit der Lieferung von Medikamenten an die Patientinnen und Patienten. Später wurde er dann ins Gesundheitsteam befördert, welches mit einem Krankenwagen regelmässig in Dörfer tief in der westbengalischen Landschaft fuhr, um dort die Bevölkerung medizinisch zu versorgen. Er arbeitete auch in den Kliniken von Calcutta Rescue und war dort mit der Gesundheitserziehung betraut.
Jetzt ist er Mitarbeiter im Strassenmedizin-Team, welches mit der Ambulanz verschiedene Slums im Norden von Kolkata aufsucht und den Menschen dort medizinische Versorgung ermöglicht. Er sagt: „Meine Familie besass weder Ersparnisse noch sonst etwas. Ich musste von Klein an arbeiten. Jetzt habe ich eine Frau und drei Kinder. Wir sind eine sehr glückliche Familie und alle meine Kinder gehen zur Schule. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich habe zwar keine ordentliche Schulbildung bekommen, aber Calcutta Rescue hat mir viele Lebenslektionen erteilt. Ich bin niedergeschlagen, wenn ich nicht jeden Tag zur Arbeit gehen kann.“