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Personen in Alters- und Pflegeheimen
06.05.2019
Statistische Zusammenfassung der Langzeitaufenthalterinnen und -aufenthalter in einem Alters- und Pflegeheim im Jahr 2017
MSc Im Zuge der allgemeinen Alterung der Bevölkerung finden tiefgreifende Veränderungen in der Art der Versorgung älterer Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf statt. Während die Anzahl Betreuungsplätze in Alters- und Pflegeheimen in den letzten Jahren nicht so schnell gewachsen ist wie die ältere Bevölkerung, nehmen andere Betreuungsformen ausserhalb von Institutionen stetig zu.
Lebten im Jahr 2007 rund 18% der Personen ab 80 Jahre in einem Alters- und Pflegeheim, waren es im Jahr 2012 noch 17% und im Jahre 2017 noch 15,7%. Dieser Rückgang geht mit einem starken Wachstum der älteren Bevölkerung in der gleichen Zeitspanne einher. Die Entwicklung lässt darauf schliessen, dass ein Teil der Bevölkerung Pflegeleistungen wie beispielsweise die Pflege zu Hause oder verschiedene Übergangsunterkünfte ausserhalb von Alters- und Pflegeheimen in Anspruch nehmen muss bzw. will.
Im Verlauf des Jahres 2017 lebten über 122 000 Personen dauerhaft in einem der 1560 Alters- und Pflegeheime in der Schweiz und belegten somit einen Langzeitplatz. Die Zahl der 65- bis 79-Jährigen nahm um 24,5%, die der 80-Jährigen und Älteren um 22% zu. Gleichzeitig ist die Anzahl Betreuungsplätze in Alters- und Pflegeheimen lediglich um 9% angestiegen.
Im Durchschnitt lebten die am 31. Dezember 2017 durch das BFS erfassten Personen seit 3,5 Jahren im Alters- und Pflegeheim, wobei es bei der Hälfte von ihnen aber höchstens 2,3 Jahre waren. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer nimmt die Bewohnerzahl ab. Die Hauptgründe für einen Austritt waren der Tod (76%), die Überweisung in ein anderes Alters- und Pflegeheim oder in ein Spital (12%), die Entlassung nach Hause (9%) oder an einen anderen Ort (3%).
Aufgrund des Gesundheitszustands wird der Pflegebedarf nach Versorgungsdauer kategorisiert. Normalerweise intensiviert sich der Pflegebedarf mit zunehmender Aufenthaltsdauer. 19.6% der am 31. Dezember 2017 erfassten Personen hatten einen eher geringen Pflegebedarf von weniger als einer Stunde pro Tag. Eine kleine Minderheit hatte überhaupt keinen Pflegebedarf (2,5%), lebte jedoch aus anderen Gründen - beispielsweise, weil die Ehepartnerin oder der Ehepartner Pflegebedarf hatte - in einer Institution. Die Mehrheit der Bewohnerschaft (64%) benötigte täglich eine bis drei Stunden Pflege, während 13,9% einen höheren Bedarf von mindestens drei Stunden hatte. Zwischen dem Pflegebedarf und dem Alter besteht kein direkter Zusammenhang.
Die Pflegeheime beschäftigten im Jahr 2017 131 361 Personen zu 94 457 Vollzeitäquivalenten. Das Personal für Pflege und Alltagsgestaltung machte zwei Drittel der Beschäftigten aus. Bei 82,6% der Beschäftigten handelte es sich um Frauen.
Die Gesamtkosten von Pflegeheimen beliefen sich im Jahr 2017 auf über 10,1 Milliarden Franken. Pro Beherbergungstag entstanden Gesamtkosten von durchschnittlich knapp 298 Franken. Die Beherbergungsleistungen machten 40,6%, die Pflegeleistungen 41,3% der Gesamtkosten aus. Letztere werden teilweise von der obligatorischen Krankenversicherung (KVG) übernommen. Der Restbetrag wird durch die öffentliche Hand, die Klientinnen und Klienten sowie die bedarfsabhängigen Sozialleistungen (Ergänzungsleistungen [EL]) gedeckt.
Quellenangabe: BFS, Neuchâtel 2019; SOMED; Publikation zum Download