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GESCHICHTE
Die Anfänge der Zunft zu Webern liegen, wie auch jene der übrigen Bernerzünfte, im 14. Jahrhundert. Mit einer Ausnahme, sind es ursprünglich alles Zusammenschlüsse von Handwerkern. Aus dem Namen der Zunft zu Webern – wie auch bei den meisten andern – kann unschwer abgeleitet werden, um welches Handwerk es sich hierbei handelte. Allerdings umfasste die Zunft nebst den Webern auch die Walker, die Tuch- und Hutmacher sowie die Färber.
Berns Wollweber traten als Kooperation bereits um 1340 in Erscheinung als sie für 30 Pfund zwei Freibetten im niederen Spital erwarben. Mit diesem Kauf sind auch die ersten Ansätze von Hilfeleistungen an Not leidende Stubengenossen zu erkennen. 1485 erwarben die Weber ein eigenes Pfrundhaus, wo die Bedürftigen untergebracht und verpflegt wurden. Nebst der sozialen Komponente ihrer Tätigkeit, regelten die Zünfte, grösstenteils im Auftrag der Obrigkeit, das jeweilige Handwerk. So wurde z. B. verbindlich festgelegt wie lange ein Tuch sein durfte, oder wie viele Webstühle und Gesellen für einen Meister zulässig waren. Ebenfalls wurde eine Gebührenordnung aufgestellt, die die Abgaben an die Zunft regelte. Widerhandlungen gegen die Vorschriften hatten Bussen oder schlimmstenfalls gar ein Berufsverbot zur Folge.
Seit 1534 ist das Burgerrecht nachweislich mit dem Zunftrecht verbunden d.h. es galt für die Handwerker der Zunftzwang. Dies führte u. a. auch dazu, dass die Zünfte zunehmend als unterste Verwaltungseinheit der Stadt betrachtet und allmählich auch mit einer Reihe von Verwaltungsaufgaben im militärischen, finanziellen und polizeilichen Bereich betraut wurden.
1536 wurde den Zünften das Vormundschaftswesen und 1676 mit der Bettelverordnung auch die Armenfürsorge für ihre Angehörigen übertragen. Diese beiden Aufgaben entwickelten sich zu den wichtigsten und liessen die Zünfte zu Heimatgemeinden werden. Für die Integration der Stubengenossen spielte aber auch der gesellschaftliche Aspekt eine gewichtige Rolle. Im Zunfthaus, das stets auch Wirtshaus war, fanden neben dem Geschäftlichen auch Umtrünke und Festessen statt, an denen es oft hoch herging. Die Zunft begleitete ihre Angehörigen praktisch durch das ganze Leben, bis und mit zur Beerdigung, bei der der Sarg mit dem Sargtuch der Zunft geschmückt wurde.