Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03482.jsonl.gz/554

Von Klassisch zu Skating, Einzelstart und Massenstart, Mini Tour und Sprint – der Langlauf hat sich in den letzten Jahren stark modernisiert.
Es gibt im Langlauf zwei verschiedene Stilarten, die Klassisch- und die Skating-Technik (freie Technik). Die klassische Technik ist so alt wie der Langlauf selbst. Bei dieser Technik wird in zwei parallel angelegten Spuren gelaufen. Der Beinabdruck ist wie beim Laufen nach vorne.
Die Skating-Technik gibt es erst seit den 80er-Jahren und gilt deshalb als der «neue» Langlauf-Stil. Durch seine höhere Geschwindigkeit als beim klassischen Laufen und der Bewegungsdynamik/Ästhetik hat der Langlaufsport viele neue Anhänger:innen gefunden. Vorläufer der Skating-Technik war der einseitige Schlittschuhschritt (Siitonen), bei welchem mit einem Bein seitlich abgestossen wird. Bei der Skating-Technik erfolgt der Beinabstoss abwechslungsweise auf beiden Seiten, jeweils seitwärts.
Auf höchster Stufe, dem FIS-Weltcup, werden in den folgenden Disziplinen (Wettkampfformen) Wettkämpfe durchgeführt: Frauen laufen im Sprint, Teamsprint, über zehn Kilometer Einzelstart, 15-Kilometer-Verfolgungsrennen, 30-Kilometer-Massenstart und in der 4x5-Kilometer-Staffel. Die Männer laufen im Sprint, Teamsprint, über 15 Kilometer Einzelstart, 30-Kilometer-Verfolgungsrennen, 50-Kilometer-Massenstart und in der 4x10-Kilometer-Staffel.
Beim Sprint wird zuerst von allen Athletinnen oder Athleten ein Prolog (Qualifikationslauf) absolviert. Die dreissig Zeitschnellsten qualifizieren sich für die Viertelfinals. Dort starten je sechs Athletinnen oder Athleten in fünf Läufen, wobei sich die Zusammensetzung nach den Prologzeiten richtet. Jeweils die ersten zwei Athletinnen oder Athleten aus jeder Gruppe qualifizieren sich für die Halbfinals. Die verbleibenden zwei Startplätze werden mit den zwei Zeitschnellsten (sogenannten Lucky Losers) der Viertelfinals aufgefüllt. An den beiden Halbfinals sind somit jeweils sechs Läuferinnen respektive Läufer am Start. Im Final sind wiederum die Siegerin respektive der Sieger und die/der Zweitplatzierte aus den beiden Läufen sowie die zwei Lucky Losers startberechtigt.
Im Team-Sprint sind zwei Läuferinnen oder zwei Läufer in einem Team. Jede Athletin und jeder Athlet läuft abwechslungsweise drei Mal die Sprintstrecke. Beim Team-Sprint gibt es keine Qualifikationsläufe; das gesamte Teilnehmerfeld wird auf zwei Halbfinals aufgeteilt. Aus diesen Halbfinals qualifizieren sich die ersten drei Teams direkt. Die vier schnellsten Teams hinter diesen Direktqualifizierten sind ebenfalls im Final startberechtigt. Im Gegensatz zum Weltcup darf bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften jedes Land nur ein Sprint-Team stellen.
Die Athletinnen und Athleten starten in 30-Sekunden-Abständen jeder für sich. Sieger:in wird, wer am Schluss die schnellste Zeit gelaufen ist.
Beim Skiathlon wird im Massenstart (alle Läufer:innen gehen gleichzeitig auf die Strecke) gestartet, dabei wird nacheinander in beiden Stilen gelaufen. Die erste Teilstrecke über 15 oder 7.5 Kilometer wird im klassischen Stil absolviert, die zweiten 15 oder 7,5 Kilometer im Skating-Stil. Getauscht werden die Ski und Stöcke in einer offiziellen Wechselzone, in welcher jede Athletin und jeder Athlet ein eigenes Abteil hat.
Der Massenstart über 50 oder 30 Kilometer ist der längste Wettkampf im Weltcup. Das ganze Feld der Athletinnen oder Athleten startet zusammen. Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen.
Jede Staffel besteht aus vier Athletinnen oder Athleten. Die ersten beiden Athletinnen oder Athleten laufen im klassischen Stil, die anderen beiden im Skating-Stil. Gestartet wird im Massenstart. Die Athletinnen oder Athleten laufen im Team nacheinander jeweils eine Stecke von 10 Kilometer (gegebenenfalls 5 Kilometer), mittels Körperkontakt wird im Stadion jeweils von einer Läuferin oder von einem Läufer zum nächsten übergeben.
Um den Langlauf noch attraktiver zu gestalten, hat die FIS in der Saison 2006/2007 mit der Tour de Ski eine neue Wettkampfform eingeführt. Das Mehretappenrennen ist nach dem Muster der Tour de France im Radsport entstanden. Mittels eines Prologs und mehreren Einzelwettkämpfen über verschiedene Distanzen und Techniken innert weniger Tagen wird eine Gesamtsiegerin respektive ein Gesamtsieger erkoren. Neben der Tour de Ski werden weitere Weltcup-Veranstaltungen als Mini Touren durchgeführt.