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Rudolf Schild-Comtess
|Rudolf F. Schild-Comtesse|
|* 12. Oktober 1900 in Zürich|
|† 12. Dezember 1978 in Grenchen|
|Jurist und Uhrenfabrikant.|
Text Ehrentreppe[Bearbeiten]
Rudolf Schild wurde 1900 als Sohn von Max Schild in Zürich geboren. Sein Grossvater war der Gründer der späteren Eterna, Urs Schild-Rust. Nach der Matura war Schild 1919 zum ersten Mal für die Eterna tätig. Damals stand die Firma unter der Leitung von Schilds Onkel Theodor. Nach dem Praktikum in Grenchen absolvierte Schild ein Jura-Studium in Zürich und Heidelberg, 1923 folgte die Promotion. 1925 trat er dann als Prokurist in das Familienunternehmen ein, gerade als eine schwere Uhrenkrise die Industrie erschütterte. Um dieser entgegen zu wirken, wurde 1931 die Superholding Allgemeine Schweizerische Uhrenindustrie AG (Asuag) gegründet und vereinte nun grosse Teile der Uhrenindustrie unter einem Dach. Damit man in die Asuag integriert werden konnte, wurde die Eterna aufgeteilt: Die Abteilung der Rohwerkproduktion wurde neu Eta genannt und der Ebauches SA. angegliedert. Die Etablissage behielt den Namen Eterna und wurde zur Tochtergesellschaft der Asuag. Schild übernahm als Anwalt die Übernahmeverhandlungen. Ab 1932 bekleidete Schild die Stelle des Direktors sowohl der Eterna, wie auch der Eta und blieb bis 1971 in diesem Posten. Unter seiner Führung wurde die Eta in den 1960er Jahren die ertragreichste Tochterfirma der Ebauches SA. Zudem setzte sich Schild in seinen Betrieben stark für die Lehrlingsförderung ein und eröffnete die Eta-Lehrwerkstätte. Von 1951-1975 war Schild Mitglied des Verwaltungsrats der Ebauches SA, von 1938-1975 Vorstandsmitglied des Industrie- und Handelsverbandes Grenchen und Umgebung und sass im Verwaltungsrat der Asuag. 1929 wurde Schild als Freisinniger in den Grenchner Gemeinderat gewählt und engagierte sich von 1929-1937 in der christ-katholischen Gemeinde Grenchens. Ausserdem war Schild als Präsident der Spitalbaukommission am Bau und 1953 an der Eröffnung des Spital Grenchen massgeblich beteiligt. 1978 verstarb Rudolf Schild an den Folgen eines Autounfalls. Vorher hatte er noch die Gründung der Schild-Comtesse-Stiftung veranlasst, deren Ziel es ist, das kulturelle Leben in Grenchen zu fördern.
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Text von Rainer W. Walter[Bearbeiten]
Der Grenchner Jurist und Unternehmer wurde am 12. Oktober 1900 in Zürich geboren. Sein Grossvater war der Grenchner Uhrenpionier Urs Schild. Er doktorierte mit einer Dissertation über das Arbeitsrecht und legte das solothurnische Fürsprecherexamen ab. 1925 trat er ins grossväterliche Unternehmen Gebr. Schild & Co., Eterna ein. 1932 wurde die Firma in die beiden Bereiche ETA (Rohwerk herstellung) und Eterna (Uhrenfabrikation) aufgeteilt. Die Leitung beider Unternehmen lag in der Hand von Rudolf F. Schild. Innerhalb der Uhrenindustrie bekleidete er zahlreiche wichtige Ämter. So in der Ebauches SA, «deren Geschicke er von 1964 bis 1967 als Delegierter des Verwaltungsrates leitete.» Er war Verwaltungsrat der Cosmos AG in Biel, Präsident der «Roulement miniatures» (RMB) in Biel, Verwaltungsrat der Ausuag, der GWC und der «Fabriques d‘Assortiments runies». In seinen Grenchner Unternehmungen setzte er sich in besonderem Masse für die Lehrlingsausbildung ein und suchte in diesem Bereich stets nach neuen zukunftsweisenden Lösungen, indem er mit namhaften Pädagogen zusammenarbeitete. 1942 eröffnete er die ETA-Lehrwerkstätte, eine der erste ihrer Art in unserem Lande. Diese wurde dann auch stets als Vorbild einer optimalen und zeitgerechten Lehrlingsausbildung genannt. Um die Zusammenarbeit Schule—Wirtschaft fördern zu können, schrieb Rudolf F. Schild einen Wettbewerb aus. Unter den Preisträgern befanden sich die beiden Grenchner Pädagogen Karl Stieger und Peter Bäumler. R.F. Schild zählte zu jenen «Patrons», die sich stark der Öffentlichkeit verpflichtet fühlten, und die mit ihrer Arbeit eine positive Entwicklung der Stadt erreichten. Während acht Jahren gehörte Schild dem Grenchner Gemeinderat an; 1933 bis 1965 war er Präsident der Elektrizitätskommission (unter seiner Führung wurde das EW zu einer gesunden und finanziell starken Unternehmung); 1938 bis 1975 wirkte er im Vorstand des Industrieverbandes; 1933 bis 1941 amtete er als Kirchgemeindepräsident der christ-katholischen Kirchgemeinde Grenchen. In seinem Testament verfügte Rudolf F. Schild die Gründung der «Schild Comtesse-Stiftung», welche er mit 250‘000 Franken dotierte. Aufgabe dieser Stiftung ist es, kulturelle Aktivitäten in der Stadt zu fördern.
Rudolf F. Schild-Comtesse verstarb am 12. Dezember 1978 im alter von 78 Jahren.
Quellen[Bearbeiten]
- HAHNLOSER, Bettina, Der Uhrenpatron und das Ende einer Ära. Rudolf Schild-Comtesse, Eterna und Eta und die schweizerische Uhrenindustrie, Zürich 2015.
- KAUZ, Daniel et al., Stadt Grenchen (Hrsg.), Vom Bauerndorf zur Uhrenmetropole. Grenchen im 19. und 20. Jahrhundert, Grenchen 2018, S. 236 und 240.
- VOGT, German, Rudolf Schild, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom: 28.07.2011, URL: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/030391/2011-07-28/ (Zugriff: 01.11.2020).