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Haus Arlecchino
Innenraum (Foyer)
Haus Arlecchino
Innenraum (Foyer)
Haus Arlecchino
Adresse
6003 Luzern
LU
Architektur
Das Arlecchino-Haus gehört zu den ersten Luzerner Sichtbetonbauten. Die feine Modulor-Abstimmung findet sich in späteren brutalistischen Betonbauten nur noch selten. Herbert Keller ist an der Habsburgerstrasse ein Brückenschlag in die Klassische Moderne und zugleich ein qualitätsvoller wie funktionaler, avantgardistischer Bau gelungen.
Chronologie
Das Wohn- und Geschäftshaus Arlecchino ist von 1959 bis 1961 nach einem Entwurf von Herbert Keller und dessen Mitarbeiter Paul Birve entstanden. Es ersetzte einen für das historistische Hirschmattquartier typischen Baukomplex aus dem Jahre 1908, der starke Senkschäden aufwies.
Lage
Das Arlecchino liegt an der Ecke Habsburger- und Winkelriedstrasse. Die Strassenkreuzung gehört zu den wenigen Orten im Hirschmattquartier, die durchgängig modern bebaut sind. Das Arlecchino-Gebäude ist in die bestehende Blockrandbebauung eingepasst, jedoch breiter dimensioniert als die angrenzenden historistischen Häuser auf kleineren Grundstücksparzellen. Die Eingänge befinden sich an der Habsburgerstrasse sowie im Innenhof.
Beschreibung
Durch die Blockrandbebauung und die Ecklage besitzt das Arlecchino-Haus zwei Schauseiten, die in der Horizontalgliederung in drei Abschnitte – Erdgeschoss, sechs Büro-und Wohngeschosse und eine Attika – unterteilt sind. Das eingezogene, überhohe Erdgeschoss wird von schmalen, scheibenartigen Sichtbetonpfeilern gegliedert und beherbergt mehrere Ladenlokale und ein kleines Café. Die Fassade der Obergeschosse ist massiv ausgebildet. Die durchgehenden Fensterbrüstungen sind mit Profilbändern gestaltet, ein weiterer horizontaler Stab gliedert die gerasterten, leicht zurückversetzten Fensteröffnungen. Lediglich die Wandfläche an der Ecke Habsburgerstrasse ist geschlossen ausgebildet. Die Fläche wird neben der Gebäudeecke im sechsten Obergeschoss von einem farbig gestalteten Betonrelief bekrönt. Eine ebenfalls skulpturaler Betonbaldachin akzentuiert den Eingangsbereich an der Habsburgerstrasse. Das abschliessende Attikageschoss ist von der Strasse kaum zu erkennen. Die zum Innenhof orientierten Fassaden sind verputzt und präsentieren sich funktional.
Die Wohngeschosse wirken im historistischen Kontext gedrungen. Sie sind nach dem Modulormass von Le Corbusier proportioniert: In der Vertikalen folgen sie der «Serie Rouge»: die vertikalen Bänder messen 17 x 70 x 27 Zentimeter, die Fensterteilung 27 x113 Zentimeter. Die Horizontale ist hingegen von der «Serie Bleu» bestimmt, hier messen die Fenster 140 x 86 Zentimeter.
Literatur
Quartierverein Hirschmatt-Neustadt 6000 Luzern (Hg). Architektur der Sechzigerjahre. Blöcke der Hochkonjunktur, in: www.hirschmatt-neustadt.ch. – Gmür, Otti. Architekturführer Luzern. Spaziergänge durch Raum und Zeit. Luzern 2003, S. 88. – Lustenberger, Kurt. Wohn- und Geschäftshaus mit Café Arlecchino, 1959–60, in: Archithese 5–6/1985, S. 55–56. – Niederberger, Claus. Neue Architektur im Kanton Luzern seit 1930, in: Unsere Kunstdenkmäler: Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 2/1978, S. 258–259. – Denkmalpflege und Archäologie (Hg.). Kantonales Bauinventar Luzern.
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