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Das Jüdische Museum München hat im Suhrkamp/Insel-Verlag Briefe des langjährigen FC-Bayern-Präsidenten Kurt Landauer (1884-1961) veröffentlicht. Herausgegeben wurde das Buch von Jutta Fleckenstein und Rachel Salamander unter Mitarbeit von Lara Theobalt und Lilian Harlander. Unter der Leitung von Landauer gewann der Verein 1932 seine erste Deutsche Fussball-Meisterschaft. Doch 1933 wurde er als Jude gezwungen vom Amt zurückzutreten.
1938 deportierten die Nazis Landauer nach Dachau. Später gelang ihm jedoch die Flucht in die Schweiz. Vier seiner Geschwister kamen in der Schoah ums Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach München und auch zum FC Bayern zurück.
Von Landauers Privatleben war laut Museum bisher nur wenig bekannt, wie es heisst. Er war ab 1927 mit Maria Baumann, der Haushälterin seiner Familie liiert. Dabei handelte es sich um ein Verhältnis, das lange geheim blieb. Trotz der drohenden Denunziation nach den sogenannten Nürnberger Rassegesetzen hielt sie als Nicht-Jüdin an der Liebesbeziehung fest. Auch während Landauers Emigration riss der Kontakt nie ab. Aus der Schweiz schrieb er der Geliebten einen langen Brief, seinen Lebensbericht, in dem er ihr Rechenschaft gab über ihre Beziehung und sie bat, ihn zu heiraten.
Nach umfassender Recherche in Archiven und der Zusammenarbeit mit den Nachkommen, verortet die wissenschaftliche Kommentierung den Briefwechsel in der jüdischen Geschichte und Kultur von München, wie es heisst. Ergänzend zu der Briefedition ist seit März im Jüdischen Museum München die Studienausstellung „Spitzenhaus Rosa Klauber“ über ein Münchner Traditionsgeschäft zu sehen. Die Familie Klauber-Klopfer rettete Landauer in das Genfer Exil.
Das Buch "Kurt Landauer - Der Präsident des FC Bayern. Lebensbericht und Briefwechsel mit Maria Baumann", herausgegeben von Jutta Fleckenstein und Rachel Salamander unter Mitarbeit von Lara Theobalt und Lilian Harlander ist im Suhrkamp/Insel-Verlag erschienen und kostet 28 Euro.
KNA/baj/chw/rno