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Turtmann
Vom Untergang eines Sennen, seiner Kathrin und seines Hündchens
Turtmann
Beim Ende der Gletscherzunge des Turtmanngletscher befand sich einst die Blüemlisalp. Diese war eine der schönsten Alpen des Tales. Saftige Wiesen und wunderschöne rosaschimmernde Alpenrosen schmückten die Alpe. Dort lebte ein geiziger Senn mit einer Jungfrau Kathrin, mit seinem blinden Vater und seinem schwarzen Hündchen. Sie führten ein sündhaftes Leben. Den blinden Vater vom Senn behandelten sie auf eine unmenschliche Weise. Kuhmist statt Butter strichen sie ihm aufs alte, harte Brot
Ein grauenhaftes Hochgewitter brach eines Tages los. Herrschsüchtig befahl der Senn dem armseligen, blinden Vater das Vieh einzutreiben. Der verängstigte Vater gehorchte. Ein innerlicher Drang bewegte ihn dazu sich immer weiter von der Alpe zu entfernen, ihm folgten auch die verängstigten Kühe.
Da brach der Gletscher donnernd ab und Eis- und Steinblöcke bedeckten die wunderschöne Blüemlisalp für immer. Der grimmige Senn, das böse Weib Kathrin und das schwarze Hündchen fanden ihr Grab unter den Trümmern der eingestürzten Felsen.
Noch heute behaupten Turtmänner und Turtmännerinnen im Stausee das schwarze Hündchen zu sehen und eine schluchzende Stimme zu hören, die die Worte ruft: „Ich und meine Kathrin sind für immer und ewig in der Blüemlisalp gefangen!“
Elena Oggier
Quellen:
- Volkserzählungen aus dem Wallis, Josef Guntern S.100-102
- Guntern; Die Blüemlisalp
- Vernaleken; Vom Untergang eines Sennen, seiner Kathrin und seines Hündchens