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Nichtsteroidaler Entzündungshemmer für Pferde, Rinder und Schweine
ATCvet: QM01AG90
Zusammensetzung1 ml Injektionslösung enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenFlunixin-Meglumin ist einer der wichtigsten nichtsteroidalen Entzündungshemmer mit einem potenten, analgetischen und antipyretischen Effekt. Es hemmt die Bildung von Prostaglandinen auf dem Niveau der Prostaglandinsynthetase. Es hat keine Wirkung auf schon vorhandene Prostaglandine. Die Flunixin-Plasmakonzentration sinkt innerhalb von 24 Stunden nach der Injektion stark ab, bleibt aber in Entzündungs-Exsudaten erhöht. Der beobachtete klinische Effekt korreliert nicht direkt mit den Plasmakonzentrationen und ihrer Entwicklung.
Bei Muskel- und Knochenaffektionen des Pferdes scheint Flunixin 4 × wirksamer zu sein als Phenylbutazon. Versuche haben gezeigt, dass der Wirkungseintritt 2 Stunden nach der Injektion erfolgt.
Der maximale Effekt tritt nach 12 - 16 Stunden ein. Die Wirkungsdauer beträgt 24 - 36 Stunden. Bei Koliken des Pferdes haben klinische Versuche gezeigt, dass der Schmerz in vielen Fällen nach 15 Minuten verschwindet. Bei den Versuchen brauchten ca. 10% der Pferde 1 oder 2 zusätzliche Injektionen. Beim Rind hat sich Flunixin als ein potentes Antipyretikum bei akuten Entzündungen erwiesen. Beim Schwein liess sich eine antipyretische Wirkung im Zusammenhang mit akuten Respirationserkrankungen nachweisen. Bei Saugferkeln zeigte sich ein analgetischer Effekt bei der Kastration.
PharmakokinetikNach i.v. Verabreichung verteilt sich Flunixin schnell im Organismus, die Halbwertszeit für die Verteilungsphase (α) liegt bei 10 - 15 min. Das Verteilungsvolumen liegt beim Rind bei ca. 0,77 l/kg. Über 99% werden an Plasmaproteine gebunden. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal. Die Eliminationsphase (β) ist mit ca. 3,5 h beim Rind relativ kurz. Flunixin zeigt jedoch eine hohe Affinität zum Entzündungsgewebe.
Im Entzündungsexsudat werden 12 - 24 h nach Verabreichung Konzentrationen erreicht, die bis zum 4fachen über den Plasmaspiegeln liegen und ausreichend sind, um Chemotaxis und Prostaglandinsynthese für mehr als 24 h zu unterdrücken.
Nach intravenöser Verabreichung von Flunixin beim Schwein beträgt das mittlere Verteilungsvolumen 1,73 l/kg. Nach intramuskulärer Anwendung beträgt die Bioverfügbarkeit 93.6%. Maximale Serumkonzentrationen werden bereits nach ca. 25 Minuten erreicht. Die mittlere Halbwertszeit für die Elimination beträgt 3.66 Stunden.
Indikationen
Pferd:Akute und subakute entündliche Erkrankungen und Schmerzen des Bewegungsapparates, sowie kolikbedingte Schmerzzustände.
Rind:Fiebersenkende Therapie bei akuten Prozessen, Therapie der Entzündungssymptomatik der akuten Bronchopneumonie in Fällen, bei denen durch verstärkte entzündliche Reaktionen eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes zu befürchten ist.
Schwein:Bei akuten Atemwegsinfektionen, in Verbindung mit einer angemessenen Antibiotikatherapie, zur Reduktion von Fieber und Atembeschwerden.
Zur Reduktion kastrationsbedingter Schmerzen beim Saugferkel.
Dosierung / Anwendung
Pferd:
Behandlung bei Muskel- und Skeletterkrankungen1.1 mg Flunixin pro kg KGW, entsprechend 1.1 ml Meflosyl® Injektionslösung pro 50 kg KGW und Tag intravenös.
Behandlung evt. wiederholen oder oral fortsetzen.
Maximale Dauer der Behandlung: 5 Tage
Behandlung von KolikenEinmalige intravenöse Injektion von 1.1 mg Flunixin pro kg KGW, entsprechend 1.1 ml Meflosyl® Injektionslösung pro 50 kg KGW. Die Behandlung kann bei Wiederauftreten der Kolik wiederholt werden.
In jedem Fall ist eine ätiologische Diagnose zu stellen und die entsprechende Behandlung durchzuführen.
Rind:
Fiebersenkende Therapie bei akuten Entzündungen2.2 mg Flunixin pro kg KGW, entsprechend 2.2 ml Meflosyl® Injektionslösung pro 50 kg KGW und Tag intravenös.
Maximale Dauer der Behandlung: 3 Tage
In jedem Fall ist eine ätiologische Diagnose zu stellen und die entsprechende Behandlung durchzuführen.
Schwein:
Therapie bei akuten Respirationserkrankungen2.2 mg Flunixin pro kg KGW, entsprechend 2.2 ml Meflosyl® Injektionslösung pro 50 kg KGW und Tag intramuskulär.
Die Anwendung beim Schwein mit Atemwegserkrankungen erfolgt einmalig als Unterstützung zusammen mit einer ätiotropen Antibiotika-Therapie.
Therapie zur Reduktion kastrationsbedingter Schmerzen beim SaugferkelEinmalige intramuskuläre Injektion von 2.2 mg Flunixin pro kg KGW, entsprechend 0.044 ml Meflosyl® Injektionslösung pro kg KGW, 15 bis 30 Minuten vor der Kastration. Es wird empfohlen, eine für Ferkel geeignete Injektionspistole zu verwenden.
Das Körpergewicht der Tiere ist genau zu ermitteln um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten. Die vorgeschriebene Dosierung und Anwendungsdauer sollten nicht überschritten werden.
Um lokale Reaktionen möglichst gering zu halten, sollten nicht mehr als 5 ml an einer Injektionsstelle appliziert werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Flunixin oder einen der sonstigen Bestandteile anwenden.
Nicht bei schweren Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen verabreichen.
Nicht anwenden bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Nicht bei Tieren mit Läsionen der Magen-Darm-Schleimhaut (z.B. Ulcera, Magen-Darm-Blutungen verursacht durch Endoparasiten) anwenden.
Nicht verabreichen bei Koliken, die Ileus-bedingt sind und bei denen eine Dehydratation vorliegt.
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Nicht bei trächtigen Stuten einsetzen.
Trächtige Sauen sind von der Behandlung auszuschliessen.
Nicht bei Saugferkeln anwenden, die jünger als 4 Tage sind.
Bei trächtigen Kühen nicht in den letzten 48 Stunden vor der Geburt verwenden.
Meflosyl® sollte in den ersten 36 Stunden nach der Geburt nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risikoabwägung durch den behandelnden Tierarzt eingesetzt werden. Behandelte Tiere sind bezüglich eines Nachgeburtsverhaltens zu überwachen.
Nichtsteroidale Antiphlogistika haben ein tocolytisches Potential und können dadurch die Geburt verzögern. Dieser tocolytische Effekt ist auf die Hemmung der Prostaglandinsynthese zurückzuführen. Prostaglandine sind für die Initiierung der Geburt wichtig. Die Anwendung von Meflosyl® unmittelbar nach der Geburt kann mit der Rückbildung der Gebärmutter und der Abstossung fötalen Gewebes interferieren, was zu einem Nachgeburtsverhalten führen kann.
VorsichtsmassnahmenJeglicher Stress ist während der Behandlung zu vermeiden. Aufgrund des Gehaltes an Propylenglykol können in seltenen Fällen bei der intravenösen Applikation lebensbedrohliche Schockreaktionen auftreten. Die Injektionslösung sollte daher langsam verabreicht werden und annähernd Körpertemperatur besitzen. Bei den ersten Anzeichen einer Unverträglichkeit ist die Injektion abzubrechen und gegebenenfalls eine Schockbehandlung einzuleiten. Meflosyl® nicht mit anderen Medikamenten in der gleichen Spritze mischen. Intraarterielle Injektion vermeiden. Während dieser Behandlung ist eine ausreichende Trinkwasserversorgung der Tiere sicherzustellen. Während der Behandlung mit Erkrankung des Bewegungsapparates sind die Tiere ruhigzustellen.
Eine Verschleierung bestehender Resistenzen gegenüber einer Kausaltherapie kann während der Behandlung mit Meflosyl® nicht ausgeschlossen werden, da durch ein vorübergehendes Abklingen der Entzündungssymptome ein Therapieerfolg vorgetäuscht werden kann.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Es sind nach der Verabreichung anaphylaktische Reaktionen z.T. mit letalem Ausgang aufgetreten. Wie alle nicht steroidalen Antiphlogistika kann Flunixin besonders bei hypovolämischen und hypotensiven Zuständen, z.B. während der Chirurgie, Nierenschäden hervorrufen. Beim Pferd können Schleimhautentzündungen des Gastrointestinaltraktes während der Behandlung auftreten. Höhere Dosierungen verursachen Ulcera im Magendarmtrakt. Beim Schwein ist an der Injektionsstelle mit reversiblen Irritationen und, auch nach Ablauf der Absetzfrist, mit makroskopisch sichtbaren braunen Verfärbungen zu rechnen.
WechselwirkungenMeflosyl® nicht mit anderen nichtsteroidalen oder steroidalen Entzündungshemmern kombinieren. Zusammen mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern oder Glukokortikoiden tritt eine Verstärkung der entzündungshemmenden Wirkung auf und damit sind Nebeneffekte nicht auszuschliessen. Meflosyl® nicht zusammen mit nephrotoxischen Medikamenten (z.B. Aminoglykoside) verabreichen.
Sonstige Hinweise
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den AnwenderDer direkte Kontakt mit der Haut des Anwenders ist wegen der Gefahr einer Sensibilisierung zu vermeiden. Bei Selbstinjektion oder Einnahme ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
LagerungBei Raumtemperatur (15 - 25°C) und vor Licht geschützt lagern.
Aufbrauchfrist nach 1. Entnahme: 28 Tage.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "Exp." bezeichnetem Datum verwendet werden.
PackungenPackungsgrössen: Durchstechflaschen zu 50 ml
Informationsstand: 01/2012
Dieser Text ist behördlich genehmigt.