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Diese Wochenberichtsperiode war geprägt von einer Phase mit immer wieder auflebendem Südföhn und Triebschneebildung sowie vielen Lawinenauslösungen durch Personen vor allem in den „Altschneegebieten“ des Wallis und Graubündens (vgl. Abbildung 1).
Am Donnerstag, 09.02. der vorangehenden Wochenberichtsperiode frischte der Südwestwind auf. Er erreichte in der Nacht auf den Freitag und am Freitag einen ersten Höhepunkt. Bis am Dienstag blies er gebietsweise mässig bis stark, zum Teil konstant, zum Teil nachlassend und wieder auflebend (vgl. Abbildung 2 und 3). Am meisten wirkte er am nördlichen Alpenkamm und in den hochgelegenen Bereichen der Föhngebiete. Wiederholt griff er in den Föhngebieten aber auch bis in die Täler hinunter, blieb dort aber meist schwach bis mässig.
Besonders in den westlichen, aber auch in den zentralen Teilen des nördlichen Alpenkammes waren vom letzten Niederschlag 10 bis 30 cm lockerer Neuschnee vorhanden, der intensiv verfrachtet wurde.
Am Freitag war es stark bewölkt, abgesehen von den östlichen Gebieten, wo es föhnbedingt teilsweise sonnig war. Von Samstag bis Dienstag dominierte dann im Norden über dem Hochnebel die Sonne, während es im Süden bis am Montag bedeckt blieb und zeitweise wenig Schnee fiel. Am meisten schneite es dort von der Nacht auf Freitag bis am Samstagmorgen mit 20 bis 30 cm in den oberen Maggiatälern. 10 bis 20 cm gab es im südlichen Simplongebiet, im Tessin, im Moesano, im südlichen Oberengadin und im Puschlav. In den übrigen Gebieten schneite es weniger oder es blieb trocken (vgl. Abb. 4).
Unter zunehmendem Hochdruckeinfluss klarte es am Dienstag im Süden auf. Auch dem Hochnebel im Norden ging es damit an den Kragen und es folgten zwei prächtig sonnige Tage.
Am Mittwoch und Donnerstag war es sonnig und mit +3 °C auf 2000 m vor allem am Mittwoch mild. Der Wind wehte schwach. Am Donnerstagnachmittag machte sich aus Westen hohe Bewölkung bemerkbar.
Diese Gebiete waren vor allem in der Höhe und in den Föhngebieten vom Wind aus südlichen Richtungen geprägt (vgl. Abb. 5).
Die Triebschneeansammlungen waren meist eher klein bis mittelgross und stabilisierten sich über die fünftägige Periode laufend, während wieder neue entstanden. Allerdings nahm das verfrachtbare Schneeangebot ab und damit auch die Triebschneebildung. Die Lawinengefahr nahm deshalb nicht über die ganze Periode mit Wind zu, sondern ab Samstag eher allmählich ab. Mit den föhnbedingt milden Temperaturen waren die Triebschneeansammlungen meist hart.
Das Altschneeproblem musste vor allem noch in den Gebieten nördliches Wallis – Urseren – nördliches Tavetsch – nördliche Surselva – Prättigau in etwas unterschiedlicher Ausprägung beachtet werden. Diese waren am Übergang zu den Gebieten mit ausgeprägtem „Altschneeproblem“ (vgl. im Anschluss). Brüche tief in der Schneedecke waren an Nordhängen noch möglich, vor allem im Prättigau, Urseren und nördlichen Unterwallis, wo die Situation teilweise heimtückisch blieb.
Auch hier wirkte zum Teil der kräftige Südwind, Hauptproblem war aber in diesen Gebieten die ungünstig aufgebaute Altschneedecke: Mit grosser Beharrlichkeit lauerten die ausgeprägten Schwachschichten in der Schneedecke in steilen Nordhängen oberhalb von etwa 2000 m. Zudem waren die Eigenschaften des Schneebrettes für die Bruchausbreitung geeignet und wurden noch zusätzlich durch die Triebschneebildung begünstigt. Täglich wurden Lawinen durch Personen ausgelöst, die meist in diesen schwachen Schichten anrissen (vgl. Abb. 6).
Wummgeräusche, die teilweise als laute Knälle wahrgenommen wurden und Fernauslösungen mit Sekundärlawinen waren häufig. Beides wurde zwischen Freitag und Mittwoch täglich gemeldet. Fernauslösungen wurden über grosse Distanzen beobachtet – zum Teil über viele hundert Meter (vgl. Abbildung 7 und 8).
Die Lawinengefahr in diesen Gebieten veränderte sich mindestens bis am Dienstag kaum – jedenfalls nicht dort, wo sich noch Triebschnee bildete. Teilweise war aber festzustellen, dass das Schneebrett allmählich aufbauend umgewandelt wurde und so sich die Bedingungen für die Bruchausbreitung verschlechterten. Besonders ausgeprägt war dies an ausgesprochen schneearmen Stellen und in schneearmen Regionen.
Zunächst war das Triebschneeproblem relevant, welches noch in der vorangehenden Wochenberichtsperiode entstand: Am Montag, 06.02. setzte am Alpensüdhang kräftiger Nordföhn ein und verfrachtete den dort liegenden, lockeren Schnee intensiv bis in mittlere Höhenlagen. Auf diesem noch auslösbaren Triebschnee wurde dann am Freitag, 10.02. dieser Wochenberichtsperiode Neuschnee abgelagert (vgl. Abb. 4) und in höheren Lagen vom Südwind verfrachtet. Die Lawinengefahr war am Alpenhauptkamm der betreffenden Gebiete bis am Sonntag erheblich (Stufe 3), ab Montag dann in allen Gebieten mässig (Stufe 2) und im Sotto Ceneri ab Mittwoch gering (Stufe 1). Ab Dienstag wurde nur noch das Altschneeproblem geführt, da die schwache Schicht unter dem älteren Triebschnee lag (vgl. Abbildung 9).
Steile Südhänge waren zum Ende der Wochenberichtsperiode am Morgen unterhalb von rund 2400 m tragfähig gefroren und sulzten tagsüber auf. Dann waren unterhalb von rund 2400 m vermehrt Gleitschneerutsche und feuchte Lockerschneerutsche zu beobachten.
Von den, durch Personen ausgelösten und dem Lawinenwarndienst gemeldeten Lawinen, konnten aufgrund genügender Angaben 42 weiter ausgewertet werden. Davon wurde ein hoher Anteil, nämlich 43%, fernausgelöst (Grössen 2 (kleine) und 3 (mittelgrosse) Lawinen). Darin nicht eingeschlossen sind pro Ereignis weitere, sekundär ausgelöste Lawinen. Am meisten Auslösungen erfolgten von Freitag, 10.02. bis Sonntag, 12.02. in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens. Bei 12 Lawinenabgängen wurden 30 Personen erfasst, vier waren ganzverschüttet. Verletzt wurde niemand. Im langjährigen Vergleich bis Mitte Februar entspricht die Anzahl
Diese Wochenberichtsperiode hatte Potenzial für gravierende Lawinenunfälle. Erfreulicherweise wurden die Befürchtungen nicht bestätigt.
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Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.