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Die Tularämie (Hasenpest) ist eine in der Schweiz seltene, hochansteckende Erkrankung, deren Erreger vor allem über Säugetiere auf den Menschen gelangen.
Da die Tularämie von Tieren auf den Menschen übertragbar ist, zählt sie zu den sogenannten Zoonosen. Die Bezeichnung Hasenpest ist darauf zurückzuführen, dass das Beschwerdebild dem der Pest ähnlich ist und Hasen und Wildkaninchen häufig befallen sind. Weitere Bezeichnungen für die Tularämie lauten:
Auslöser der Tularämie ist das Bakterium Francisella tularensis. Es lebt vor allem in Parasiten (z.B. Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken), welche die Bakterien vor allem auf wild lebende kleine Säugetiere (Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen) übertragen. Daneben können sich so aber auch Haustiere (wie Schafe, Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen) mit der Hasenpest infizieren. Menschen können sich anstecken, indem sie:
Der Mensch entwickelt je nachdem, an welcher Stelle der Tularämie-Erreger eintritt, ganz unterschiedliche Krankheitsbilder. Am häufigsten (in bis zu 85% der Fälle) tritt die Hasenpest beim Menschen – infolge eines Bisses oder Stichs – als ulzeroglanduläre Tularämie auf: Diese Form beginnt mit plötzlich ansteigendem Fieber; typische Symptome sind Geschwüre (lat. Ulzera) an der Eintrittstelle mit örtlicher und oft eitriger Lymphknotenentzündung.
Weil die Ansteckungsgefahr gross ist und die Tularämie ohne Behandlung gefährlich verlaufen kann, ist die Erkrankung meldepflichtig. Die Therapie der Hasenpest erfolgt mithilfe von Antibiotika; beginnt sie rechtzeitig, sind die Heilungsaussichten gut.
Die Tularämie (Hasenpest) ist eine hochansteckende bakterielle Erkrankung wild lebender kleiner Säugetiere wie Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen, die auch für Menschen ansteckend ist.
Demnach zählt die Tularämie zu den sogenannten Zoonosen (eine Zoonose ist eine von Tieren auf den Menschen übertragbare Erkrankung). Die Bezeichnung Hasenpest rührt daher, dass das Beschwerdebild dem der Pest ähnelt und die Erkrankung häufig Hasen und Wildkaninchen befällt. Weitere Bezeichnungen für die Tularämie sind:
Die Tularämie verläuft bei Tieren und Menschen unterschiedlich; beim Menschen kann sie (je nach Eintrittsstelle des Erregers) verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen:
Der Nachweis des Erregers der Tularämie meldepflichtig.
In der Schweiz tritt die Tularämie (Hasenpest) mit geringer Häufigkeit auf: Es kommt jährlich zu etwa 4 bis 5 Fällen.
Unregelmässig entstehen grössere Ausbrüche, wie etwa 1999, 2000 und 2002 im Kosovo oder während des zweiten Weltkriegs in Russland (mit über 100'000 Erkrankungen). In Nordamerika infizieren sich jährlich etwa 1.500 Menschen.
Mit besonders grosser Häufigkeit ist die Tularämie bei Kaninchenjägern in Russland und Nordamerika zu beobachten. Regelmässig treten Fälle von Tularämie in allen skandinavischen Ländern sowie in Tschechien, in der Slowakei und in Japan auf. Und seit ein paar Jahren kommt es in der Türkei zu einem Anstieg der registrierten Tularämie-Fälle: Dort haben sich in mehreren Landesteilen, besonders auch in ländlichen Gebieten um Ankara, im Jahr 2010 nachweislich mehrere hundert Menschen mit dem Hasenpest-Erreger infiziert. Die Dunkelziffer könnte jedoch wegen des verschiedenartigen Krankheitsbilds, das die Tularämie beim Menschen hervorruft, überall hoch sein.
Der Tularämie (Hasenpest) liegen als Ursachen Infektionen mit einem bestimmten, von Tieren auf den Menschen übertragbaren Erreger zugrunde: dem Bakterium Francisella tularensis (gelegentlich auch als Pasteurella tularensis bezeichnet).
Francisella tularensis ist ein sehr kleines, stäbchenförmiges Bakterium. Wärme (60 Grad Celsius) und herkömmliche Desinfektionsmittel können es zerstören, gegenüber Kälte ist es jedoch widerstandsfähig: In gefrorenem Hasenfleisch kann der Tularämie-Erreger bis zu drei Jahre überdauern. Das Reservoir für den Erreger stellen Parasiten dar, die zu den auf der Körperoberfläche lebenden Parasiten (sog. Ektoparasiten) gehören: zum Beispiel Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken.
Für die Ansteckung des Menschen mit der Tularämie (Hasenpest) kommen verschiedene Ursachen infrage. Der Übertragungsweg führt in der Regel von blutsaugenden Parasiten über kleine Säugetiere zum Menschen: Parasiten wie Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken übertragen den Tularämie-Erreger auf Säugetiere wie Hasen, Wildkaninchen, Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen. Haustiere wie Schafe, Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen können sich ebenfalls mit dem Erreger infizieren. Der Mensch kann sich dann wie folgt anstecken:
Theoretisch ist die Tularämie auch von Mensch zu Mensch übertragbar.
Bei der Tularämie (Hasenpest) beträgt die die Inkubationszeit – die Zeit zwischen Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung – beim Menschen etwa zwei bis vier Tage. Übertragen Zecken oder Stechfliegen den Erreger, kann es aufgrund der geringen Erregerzahl bis zu 30 Tage dauern, bis die Tularämie ausbricht.
Die Tularämie (Hasenpest) kann beim Menschen vielfältige Symptome auslösen. Vorwiegend zeigen sich die Anzeichen einer Tularämie an der Haut, seltener sind der Mund oder die Augen betroffen. In der Nähe der Eintrittstelle der Erreger schwellen die Lymphknoten stark an. Ausserdem treten starke Fieberschübe auf. Um den fünften Tag der Erkrankung kann die Tularämie Ausmasse annehmen, die dem Typhus ähneln. Weitere häufige Symptome der Hasenpest sind:
Welche Tularämie-Symptome auftreten, hängt vor allem von der Eintrittsstelle der Erreger in den Körper des Menschen ab. Je nachdem, wo der Erreger eintritt, können sich folgende Krankheitsbilder der Hasenpest entwickeln:
Die Tularämie (Hasenpest) ruft bei Tieren teils andere Symptome hervor als beim Menschen. Etwa zwei bis drei Tage nach der Infektion mit dem Tularämie-Erreger kommt es zu einer Septikämie, das heisst einer Gesamtinfektion, bei der sich die Erreger im Körper über das Blut verbreitet haben. Die infizierten Tiere fallen durch Schwäche, Fieber und eine erhöhte Atemfrequenz auf. Lymphknoten und Milz sind vergrössert. Erkrankte Tiere verlieren ihre Scheu. Hasen und Kaninchen sterben in der Regel innerhalb von vier bis 13 Tagen an einer Blutvergiftung; andere Tierarten sind nicht so anfällig wie Hasen oder Kaninchen. Viele Jagdhunde sind widerstandsfähig (resistent) gegen die Tularämie, zeigen im Fall einer Ansteckung jedoch staupeähnliche Symptome.
Bei der Tularämie (Hasenpest) erfolgt die Diagnose in der Regel zunächst anhand der beim Menschen häufigsten Symptome: Das Hautbild ist (durch Geschwüre) verändert und die Lymphknoten sind meist geschwollen. Da die Tularämie ähnlich verlaufen kann wie ein grippaler Infekt und häufig von selbst ausheilt, bleibt die Diagnose oft aus.
Um die Tularämie-Diagnose zu sichern, ist es nötig, den Erreger – das Bakterium Francisella tularensis – direkt nachzuweisen: Hierzu entnimmt der Arzt eine Blutprobe und lässt die darin enthaltenen Bakterien anschliessend in Labormäusen anzüchten. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr geschieht dies ausschliesslich in speziellen Laboren mit Biosicherheitsstufe 3. Indirekt sind die Bakterien möglicherweise in der zweiten Woche nach Ausbruch der Hasenpest durch einen Anstieg spezifischer Antikörper im Blutserum der Betroffenen nachweisbar.
Bei der Tularämie (Hasenpest) kommt zur Therapie ein Antibiotikum zum Einsatz, das gegen die ursächlichen Bakterien (Francisella tularensis) wirkt. Am häufigsten verabreichen Ärzte Streptomycin: Wenn Sie dieses Mittel über sieben bis zehn Tage erhalten, zeigt die Behandlung in der Regel eine gute Wirkung; auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Rückfall haben, ist dann gering. Alternativ sind zur Tularämie-Behandlung beispielsweise auch Gentamicin, Doxycyclin oder Ciprofloxacin geeignet.
Bei der Tularämie (Hasenpest) lässt sich der Verlauf durch eine frühzeitige und angemessene Behandlung positiv beeinflussen: Kommen rechtzeitig Antibiotika zum Einsatz, ist die Prognose günstig. Dann überstehen die Betroffenen die Tularämie fast ausnahmslos – es gibt kaum Todesfälle. Wer die Tularämie einmal durchgemacht hat, ist dauerhaft immun gegen ihren Erreger.
Bei einer unbehandelten Tularämie beträgt die Sterblichkeitsrate jedoch über 30 Prozent.
Die Tularämie (Hasenpest) kann in ihrem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein, zum Beispiel mit einer gefährlichen Entzündung des Mittelfells der Pleura (Mediastinitis), einem Lungenabszess oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Letztere ist jedoch sehr selten.
Es sind verschiedene Massnahmen bekannt, mit denen Sie einer Tularämie (Hasenpest) wirksam vorbeugen können:
Diese Verhaltensregeln zum Vorbeugen der Tularämie sind besonders wichtig, wenn Sie ein hohes Risiko haben, sich bei infizierten Tieren anzustecken. Zu den Hasenpest-Risikogruppen gehören: