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Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der unteren Atemwege, vor allem der Bronchien. Meist lösen Viren die akute Bronchitis aus. Die gute Nachricht: In der Regel verläuft eine akute Bronchitis harmlos und heilt ohne Behandlung ab – nur in seltenen Fällen kann die akute Bronchitis in eine Lungenentzündung oder chronische Bronchitis übergehen.
Hauptsymptom der akuten Bronchitis ist ein mitunter quälender Husten, der anfangs meist noch trocken ist (Reizhusten). Wenige Tage später löst sich der Husten und die Betroffenen können Schleim abhusten. Häufig wird eine akute Bronchitis von weiteren Symptomen begleitet, wie etwa:
Wer an einer akuten Bronchitis erkrankt ist, hat oftmals zuvor eine Infektion der oberen Atemwege (z.B. Schnupfen, Rachenentzündung) gehabt. Diese Infektion kann sich auf die unteren Atemwege ausgebreiten – so entsteht eine akute Bronchitis.
Um einen festsitzenden Husten im Rahmen einer akuten Bronchitis zu behandeln, können Sie schleimlösende Mittel einnehmen. Gegen einen trockenen Reizhusten stehen Hustenstiller zur Verfügung. Achten Sie hierbei jedoch darauf, diese Wirkstoffe nicht zeitlich zusammen einzunehmen, damit der gelöste Schleim auch abgehustet werden kann.Daher sollten Sie Hustenlöser am besten morgens oder mittags einnehmen, den Hustenstiller möglichst abends beziehungsweise vor dem Schlafengehen.
Wissenswertes
Da eine akute Bronchitis in vielen Fällen einen unkomplizierten Verlauf hat, empfehlen Experten jedoch nicht generell den Einsatz von schleimlösenden oder hustenstillenden Medikamenten. Ob Schleimlöser einen Effekt bei akuter Bronchitis haben, ist bislang nicht ausreichend belegt. Hustenstillende Medikamente können in Ausnahmefällen eingenommen werden und können zu einem verbesserten Nachtschlaf des Erkrankten beitragen.
In Ausnahmefällen – wenn die akute Bronchitis durch Bakterien ausgelöst wurde – können auch Antibiotika notwendig sein. Meist lösen jedoch Viren eine akute Bronchitis aus, wie etwa Rhinoviren, Adenoviren oder Influenzaviren – daher lässt sich eine akute Bronchitis mit Antibiotika nur selten behandeln.
Eine akute Bronchitis geht nur selten mit Komplikationen einher und heilt meistens ohne Behandlung ab. Bei älteren oder immungeschwächten Personen kann es jedoch vorkommen, dass die unbehandelte, akute Bronchitis in eine chronische Bronchitis oder in eine Lungenentzündung (Pneumonie) übergeht.
Die Erreger einer akuten Bronchitis werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heisst, beim Husten, Niesen oder Naseputzen lösen sich aus den Atemwegen winzige Tröpfchen, welche Krankheitserreger enthalten. Die Tröpfchen fliegen durch die Luft und transportieren dabei die Keime. Auf diese Weise können sich andere Menschen anstecken.
Wer beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund hält, schützt andere Menschen jedoch nur bedingt vor einer Ansteckung: Denn über die Hände können die Erreger auch auf andere Gegenstände (z.B. Türklinken, Haltestangen im Bus) oder andere Menschen (z.B. beim Händeschütteln) übertragen werden und so andere anstecken.
Besser ist es deshalb, in den Ärmel zu husten oder zu niesen und sich dabei von den anwesenden Personen abzuwenden. Waschen Sie sich ausserdem regelmässig die Hände – spätestens, wenn Sie doch einmal in die Hände gehustet haben.
Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den unteren Atemwegen. Betroffen sind meistens die grösseren Atemwege (Bronchien). Die Entzündung kann sich jedoch von der Luftröhre bis hin zu den kleinen Verästelungen der unteren Atemwege (Bronchiolen) ausbreiten.
Vor allem Viren rufen eine akute Bronchitis hervor. Bakterien oder Umwelteinflüsse (Luftverschmutzung, Zigarettenrauch) können die Entstehung einer akuten Bronchitis aber auch begünstigen.
Die akute Bronchitis und andere akute Infektionen der Atemwege gehören zu den häufigsten Erkrankungen. Besonders in Herbst und Winter treten diese Krankheiten vermehrt auf. Pro Woche erkranken etwa 80 von 100'000 Personen. In den Wintermonaten tritt die akute Bronchitis sogar etwa doppelt so häufig auf.
Die akute Bronchitis kann unterschiedliche Ursachen haben: Häufigste Ursache ist der Befall mit Viren (ca. 90%). Bei Erwachsenen wird die Erkrankung meist durch Influenza- (Grippe), Parainfluenza-, Rhino- und Coronaviren ausgelöst. Die akute Bronchitis bei Kindern hat meist andere Ursachen: Hier kommen am häufigsten Infektionen mit sogenannten RS- (Respiratory Syncitial Virus), Adeno-, Coxsackie- und ECHO-Viren vor. Auch im Rahmen einer Masern-Erkrankung kann eine akute Bronchitis auftreten.
Eine akute Bronchitis durch Bakterien ist eher selten. Meist handelt es sich dabei um eine sogenannte Sekundärinfektion.
Das bedeutet, Bakterien befallen die schon durch eine akute Virusinfektion geschädigte Bronchialschleimhaut. Ist es zu einer bakteriellen Bronchitis gekommen, sind am häufigsten Infektionen mit Streptokokken (Pneumokokken), Haemophilus influenzae, Chlamydien und Mykoplasma pneumoniae die Ursache.
Eine akute Bronchitis kann darüber hinaus bei Keuchhusten auftreten.
Die akute Bronchitis kann auch seltenere Ursachen haben: Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem können Pilze die Atemwege befallen und eine akute Bronchitis hervorrufen. Zudem kann eine akute Bronchitis infolge einer Reizung durch Gase oder Staub auftreten.
Eine akute Bronchitis verursacht Symptome, die typischen Erkältungsbeschwerden entsprechen:
Der Husten ist bei einer akuten Bronchitis anfangs trocken, löst sich aber nach einigen Tagen. Das bedeutet, dass in den Atemwegen Schleim entsteht, den Betroffene abhusten können (Auswurf).
Haben Viren die akute Bronchitis verursacht, so ist der Schleim weisslich. Wenn Bakterien beteiligt sind, ist der Schleim hingegen eitrig und hat eine gelbe oder grünliche Farbe.
Ausserdem fühlen sich die Erkrankten dann meist auch deutlich schlechter und sollten spätestens jetzt den Hausarzt aufsuchen. Er kann in diesem Stadium beim Abhören von Lunge und Bronchien sogenannte «Rasselgeräusche» feststellen. Sie entstehen durch Schleim, der locker in den Atemwegen sitzt. Sitzt der Schleim fest, hört der Arzt eher ein Pfeifen über der Lunge.
Selten ziehen sich eine akute Bronchitis und die entsprechenden Symptome länger hin. Durch das ständige Husten kann es dann zu kleineren, harmlosen Verletzungen der Schleimhäute in den Bronchien führen. Dann sind im abgehusteten Schleim vereinzelt Blutspuren sichtbar. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie blutigen Schleim abhusten. Er wird dann entscheiden, ob zusätzliche Untersuchungen wie zum Beispiel das Röntgen der Lunge notwendig sind.
Eine akute Bronchitis lässt sich meist relativ schnell feststellen. Der Arzt muss dazu den Patienten meist nur ausführlich nach seinen Beschwerden befragen und die Lunge abhören. Zusätzlich untersucht er oft Ohren, Mund, Nase und Rachen und tastet den Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab.
In komplizierten Fällen oder wenn der Verdacht auf eine bakterielle akute Bronchitis besteht, sind weitere Untersuchungen notwendig – wie beispielsweise Laboruntersuchungen oder eine Röntgenaufnahme der Lunge.
Bei Fieber und eitrig-gelbem Auswurf liegt der Verdacht nahe, dass Bakterien die akute Bronchitis verursachen. Um bei einer bakteriellen Bronchitis die Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt Blut ab. Im Labor werden die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und die Anzahl der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) bestimmt: Ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit leicht erhöht und die Anzahl weisser Blutkörperchen vermindert (Leukopenie), liegt wahrscheinlich ein Virusinfekt vor. Bei einer bakteriellen Infektion ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit dagegen deutlich erhöht und es liegen mehrweisse Blutkörperchen im Blut vor (Leukozytose).
Nimmt die akute Bronchitis einen schwereren Krankheitsverlauf folgen meist noch weitere Untersuchungen: Der Arzt lässt Rachen- und Nasenabstriche sowie den abgehusteten Schleim im Labor auf Bakterien untersuchen. Auf diese Weise lässt sich feststellen, welches Bakterium die akute Bronchitis verursacht. Das ist wichtig, damit der Arzt für die Therapie ein Antibiotikum auswählen kann, das diesen Erreger am besten bekämpft.
Wenn die Symptome nicht abklingen oder sich sogar verstärken, besteht die Möglichkeit, dass die akute Bronchitis in eine Lungenentzündung übergegangen ist. Dies kann der Arzt durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge herausfinden. Wenn ein Patient blutigen Schleim abhustet, ist dies im Rahmen einer akuten Bronchitis meistens harmlos – in seltenen Fällen können andere Erkrankungen die Blutung auslösen. Bei entsprechendem Verdacht ist dann auch eine Röntgenuntersuchung der Lunge sinnvoll.
Eine leichte akute Bronchitis erfordert meist keine medikamentöse Therapie. Die folgenden generellen Regeln unterstützen die Genesung:
Auch wenn eine akute Bronchitis eine Therapie mit Medikamenten erforderlich macht – zum Beispiel wenn bei bakterieller Infektion Antibiotika nötig sind – sollten Sie diese allgemeinen Verhaltensregeln weiter beherzigen.
Mittel wie Acetylcystein und Ambroxol sollen bewirken, dass sich festsitzender Schleim löst und der Betroffene ihn leichter abhusten kann. Acetylcystein steht unter anderem als Saft oder Tabletten zur Verfügung. Sie sollten diese Medikamente aber nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Wichtig ist, dass Sie viel trinken, wenn Sie schleimlösende Medikamente verwenden. Ob schleimlösende Medikamente bei akuter Bronchitis tatsächlich helfen, ist bislang nicht ausreichend belegt.
Bei akuter Bronchitis mit hohem Fieber können Paracetamol oder Acetylsalicylsäure das Fieber senken. Fieber ist allerdings eine natürliche Reaktion des Immunsystems auf einen Infekt. Man sollte es daher nicht sofort und um jeden Preis unterdrücken.
Liegt eine akute Bronchitis mit trockenem, lästigem Reizhusten vor, kann der Arzt codeinhaltige Medikamente oder Noscapin verschreiben. Solche «Hustenstiller» sind jedoch nur für Ausnahmefälle und einen kurzfristigen Gebrauch gedacht, denn sie unterdrücken den natürlichen Hustenreiz und verhindern damit das Abhusten des Schleims. Bei zu häufigem Gebrauch von hustenstillenden Medikamenten setzt sich der Schleim in den Bronchien fest und kann in seltenen Fällen eine Lungenentzündung auslösen.
Eine akute Bronchitis muss nur selten mit Antibiotika behandelt werden. Eine antibiotische Therapie ist dann notwendig, wenn Bakterien beteiligt sind. Das erkennt der Arzt oft daran, dass es den Patienten schlecht geht, sie hohes Fieber haben oder eitrig-gelben Schleim abhusten. Auch wenn durch Laboruntersuchungen eine bakterielle Infektion nachgewiesen ist, kommen Antibiotika zum Einsatz. Geeignete Wirkstoffe sind zum Beispiel Aminopenicillin, Cephalosporine und Makrolide.
Bei abwehrgeschwächten, älteren Menschen oder bei Personen mit schweren Grunderkrankungen ist eine antibiotische Therapie auch bei einer unkomplizierten akuten Bronchitis ratsam: Ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen wie einer HIV-Infektion haben eine geschwächte Immunabwehr. Deshalb werden sie auch bei viraler akuter Bronchitis mit einem Antibiotikum behandelt. Dies soll verhindern, dass eine zusätzliche Infektion (Sekundärinfektion) mit Bakterien entsteht, die bei immungeschwächten Menschen oft zu Komplikationen führt.
Aus diesem Grund brauchen zum Beispiel auch Menschen mit einer künstlichen Herzklappe bei akuter Bronchitis grundsätzlich eine antibiotische Therapie. Denn bei diesen Patienten könnten Bakterien über das Blut das Herz erreichen und sich an der künstlichen Herzklappe festsetzen.
Anhaltender starker Reizhusten wird vor allem bei Personen, deren Bronchien bereits vorgeschädigt sind, mit Kortisonspray behandelt. Bei leichtem Reizhusten ist diese Therapie allerdings nicht nötig.
Bei gesunden und abwehrstarken Menschen nimmt eine akute Bronchitis einen harmlosen Verlauf und heilt in der Regel folgenlos aus. Auch eine zusätzliche Infektion mit Bakterien (Sekundärinfektion) lässt sich in den meisten Fällen durch entsprechende Medikamente problemlos behandeln.
Die akute Bronchitis verläuft meist ohne Komplikationen. Wenn Komplikationen auftreten, dann sind in erster Linie ältere und abwehrgeschwächte Menschen betroffen. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass die akute Bronchitis in eine Lungenentzündung oder chronische Bronchitis übergeht. Selten kann sich bei Kleinkindern eine Bronchiolitis entwickeln, bei der sich die kleinsten Anteile der Atemwege (Bronchiolen) entzünden.
Eine akute Bronchitis ohne Komplikationen im Verlauf dauert nicht länger als sieben bis zehn Tage. Bei längerem Krankheitsverlauf ist es ratsam, den Hausarzt aufzusuchen. Er wird die nötigen Untersuchungen durchführen, um ernstere Erkrankungen auszuschliessen.
Massnahmen, die einen sicheren Schutz gegen eine akute Bronchitis bieten und ihr vorbeugen, gibt es nicht. Eine gesunde Lebensführung, ausgewogene Ernährung, Verzicht aufs Rauchen und regelmässige körperliche Bewegung stärken jedoch die Abwehrkräfte. Infektanfälligen Kindern, die immer wieder unter akuter Bronchitis leiden, hilft möglicherweise ein Kuraufenthalt.
Vor allem ältere Menschen (über 60 Jahre) und Patienten mit chronischen Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder AIDS wird die Schutzimpfung gegen Grippe empfohlen. Auch gesunde Menschen, die aus beruflichen Gründen ein hohes Ansteckungsrisiko haben (z.B. medizinisches Personal), sollten sich impfen lassen.
Die Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr. Deshalb muss die Schutzimpfung gegen Grippe jedes Jahr erneut durchgeführt werden.
Wer sollte sich impfen lassen?
Die ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt für bestimmte Personengruppen auch die Pneumokokken-Impfung. Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen können. Die Impfung gegen Pneumokokken wird für Personen über 60 Jahre, für Säuglinge bis zum 14. Lebensmonat sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an einer schweren Grunderkrankung leiden, empfohlen.