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Sehr Frühgeborene können ihre Impulse schlechter kontrollieren
Viele extreme Frühchen weisen noch beim Übergang zum Teenageralter eine schwächere Impulskontrolle auf als termingeborene Kinder. Gemäss einer Studie von Basler Forschenden hängt dies eng mit der motorischen Geschicklichkeit zusammen, wie die Uni Basel mitteilte.
Allerdings liefern die Ergebnisse der im Fachmagazin «Developmental Cognitive Neuroscience» erschienenen Studie einen ersten Hinweis darauf, dass ein gezieltes Training der motorischen Fertigkeiten die kognitiven Defizite reduzieren könnte.
Frühchen nennt man Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Ein Prozent der Frühchen - etwa 900 Kinder pro Jahr - werden in der Schweiz sogar vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren. Auch wenn die Babys immer häufiger überleben, kann das bei der Geburt noch unreife Gehirn auch im späteren Leben zu Einschränkungen führen.
Nicht drücken!
Die Forschenden um den Sportwissenschaftler Sebastian Ludyga von der Universität Basel verglichen in sogenannten Go/NoGo-Aufgaben die Impulskontrolle von 54 sehr frühgeborene Kindern zwischen neun und 13 Jahren mit gleichaltrigen Kindern, die termingerecht zur Welt kamen. Bei diesen Tests gilt es, bei einem bestimmten Signal schnellstmöglich einen Knopf zu drücken, bei einem anderen Signal jedoch dem Bewegungsimpuls zu widerstehen. Gleichzeitig massen die Forschenden die Hirnströme der Probanden.
Demnach fiel es den Frühchen durch weniger fokussierte Aufmerksamkeit im Durchschnitt schwerer, den Impuls zu unterdrücken.
Mögliche negative Folgen
Daraufhin untersuchten die Forschenden die motorische Geschicklichkeit der jungen Studienteilnehmenden. Resultat: Je grösser die Defizite der Frühchen, desto schwächer war deren Impulskontrolle. Hingegen standen frühgeborene Kinder, die sehr gut entwickelte motorische Fertigkeiten hatten, «den termingeborenen Kindern in Sachen Impulskontrolle praktisch in nichts nach», sagte Ludyga.
Ob sich durch gezieltes Training der motorischen Geschicklichkeit die Einschränkungen reduzieren liessen, möchten die Forschenden nun gezielt überprüfen.
Zwar gibt die Studie keine Hinweise darauf, ob die verminderte Impulskontrolle in späteren Lebensabschnitten bestehen bleibt. Aber eine eingeschränkte Impulskontrolle in diesem Alter, auch wenn sie sich später auswachse, könne negative Folgen haben und die Bildungschancen dieser Kinder einschränken, so Ludyga.
https://doi.org/10.1016/j.dcn.2021.100956
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