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Tragikomödie
Japan 2007
Alternative Titel Quiet room ni yokoso; クワイエットルームにようこそ
Regie Suzuki
Matsuo
Drehbuch Suzuki Matsuo nach seinem eigenen Roman
Darsteller Yuki Uchida, Kankuro Kudo, Yu Aoi, Shinobu Ootake, Ryo,
Satoshi Tsumabuki, Shinya Tsukamoto, Mai Takahashi, Yuko Nakamura
Länge 118 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.|
©
Text Marco, molodezhnaja 17.4.08
© Bilder Asmik Ace, Screenshots molodezhnaja
STORY
Nach dem Suizid ihres Ex-Mannes (Shinya Tsukamoto) wird die Kolumnistin Asuka Sakura (Yuki Uchida) immer depressiver. Eines Abends versucht sie sich im Suff, mit einer Ladung Tabletten das Leben zu nehmen. Ihr Mitbewohner, der TV-Autor Tetsuo Yakihata (Kankuro Kudo), lässt sie darum in die psychiatrische Anstalt Joseikai einliefern. Dort wacht Asuka gefesselt und in der Obhut der eiskalten Schwester Eguchi (Ryo) auf. Erst nach einiger Zeit wird sie losgebunden und darf sich in der Abteilung frei bewegnen. Sie freundet sich unter anderem mit der ehemaligen Pornoschauspielerin Nishino (Shinobu Ootake) und der magersüchtigen Miki (Yu Aoi) an.
REVIEW
Filme in psychiatrischen Anstalten haben eine lange Tradition - von "One Flew Over the Cuckoo's Nest" und "Shock Corridor" über "Girl Interrupted" und "Der Krieger und die Kaiserin" bis hin zu neueren Beiträgen à la I'm a Cyborg. But That's OK. Sie alle haben ihre Ähnlichkeiten, von den kaltherzigen Schwestern über die übertrieben kaputten Figuren, die Rückschläge und Hoffnungen sowie den Zusammenhalt unter den "Verrückten". Die japanische Tragikomödie "Welcome to the Quiet Room" erfindet deshalb das Rad nicht neu, da sie viele bereits bekannte Elemente in neuer Aufmachung wiedergibt. Dies jedoch auf überaus erfrischende Art und formal wie inhaltlich ebenso überzeugend.
Hinter der Kamera stand der Schauspieler und Autor Suzuki Matsuo, der 2004 sein Regiedebüt mit Otakus in Love gab und hier nach seinem eigenen Roman inszeniert. Er verleiht dem Film von Beginn weg einen interessanten Look und eine ungewöhnliche Stimmung zwischen Weltschmerz und bizarrem Humor. Letzteres nimmt in vielen der besseren Szenen sogar Überhand. Köstlich etwa die Sequenz, in der Asuka lustlos in ihrer an Rotz erinnernden pürierten Mahlzeit herumstochert und im Hintergrund eine Patientin immer mehr Geschleime aus ihrer Nase hängen lässt. Momente wie diese amüsieren, doch die Story an sich ist durchaus tragisch, handelt sie doch von gestrandeten und hilflosen Figuren. Depressive, Verwirrte, Magersüchtige. Ein tristes Bild des menschlichen Ausstosses des urbanen Japan.
Im Zentrum der nur lose verknüpften Ereignisse steht Ex-Model, TV-Schauspielerin und Moderatorin Yuki Uchida in ihrer ersten Kinorolle seit neun Jahren. Sie wirkt meistens etwas distanziert, doch in langen Rückblenden (eine davon mit Kultregisseur Shinya Tsukamoto) erfahren wir, warum sie derart angeknackst ist - und bald macht auch ihr Spiel wieder Sinn. Noch etwas besser sind manchmal ihre Co-Stars, neben Tsukamoto die süsse Yu Aoi (Mushishi), der überdrehte Satoshi Tsumabuki (Dororo), Kankuro Kudo, Shinobu Ootake und die steife Ryo (Gemini). Ein tolles Ensemble, das ebenso mühelos zwischen Ernst und Groteske schwankt, wie es der Film als Ganzes tut.
Da sich "Welcome to the Quiet Room" nicht immer entscheiden will, welche Grundstimmung er vermitteln will und ob er lieber die Hauptgeschichte verfolgen möchte, oder sich doch lieber den Nebenfiguren widmet, macht das Werk etwas schwer zugänglich. Doch Freunde japanischer Kinokunst werden sich hier schnell zurechtfinden und die Optik von unterkühlt bis exaltiert zu schätzen wissen. Auf alle Fälle hat die Tragikomödie ihren ganz eigenen Charakter, widmet sich einem Suizid ebenso gern wie einer Musical-Nummer, und unterhält mit skurrilen Figuren und einer lustvoll zwischen Stimmungen und Genres alternierende Geschichte. Ein würdiger und vor allem eigensinniger Beitrag zur Reihe der Psychiatrie-Filme.
MEINE
DVD
Japan, Code 2, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Japanisch 5.1 und 2.0 mit englischen und japanischen Untertiteln.
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