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Katar ist bereits jetzt einer der grössten Exporteure von fossilem Gas, einem Hauptverursacher der Klimakatastrophe. Es plant, seine Position weiter zu verstärken, indem es die Produktion aus einem riesigen Offshore-Gasvorkommen, dem sogenannten «North Field» ausweitet.
Sollte Katar seine gesamten Öl- und Gasfelder ausbeuten, würde es der Atmosphäre voraussichtlich 50 Gigatonnen zusätzliches Kohlendioxid zuführen und mit diesem Ausstoss an Emissionen die Erderwärmung über den international vereinbarten Grenzwert von 1,5 °C hinaustreiben. Darauf weist die niederländische Nichtregierungsorganisation «BankTrack» in einer neuen Studie hin.
Die Emissionen aus der Verbrennung aller fossilen Brennstoffreserven Katars würden katastrophale Schäden verursachen. Gemäss der «BankTrack»-Studie würden sich diese Schäden auf 20 Billionen US-Dollar belaufen. Die landwirtschaftliche Produktivität würde zurückgehen, der Anstieg des Meeresspiegels in Küstengebieten hohe Kosten verursachen, die Gesundheit vieler Menschen würde leiden, viele Tote wären zu beklagen.
Banken, weitere Länder und europäische Unternehmen unterstützen das Vorhaben
BankTrack macht aber nicht nur Katar dafür verantwortlich. Die europäischen und US-amerikanischen Unternehmen Shell, TotalEnergies, ConocoPhillips, ExxonMobil und Eni seien eng verbunden mit dem staatlichen katarischen Unternehmen QatarEnergy als Hauptanteilseigner an den Öl- und Gasprojekten in Katar. Sie haben in den vergangenen Monaten Partnerschaftsabkommen mit QatarEnergy unterzeichnet, um das riesige Offshore-Gasvorkommen «North-Field» in den nächsten Jahren stark zu erweitern. Shell, TotalEnergies und ConocoPhillips schlossen sich den beiden Projekten «North Field South» und «North Field East» an. ExxonMobil und Eni haben Anteile am Projekt «North Field East» erworben. An der Expansion der neu zu erschliessenden Felder beteiligt sind auch Deutschland und China, durch ihre kürzlich abgeschlossenen Abnahmeverträge mit Laufzeiten von 15 bzw. 27 Jahren.
QatarEnergy kann auch auf die finanzielle Unterstützung zahlreicher US-amerikanischer und europäischer Banken zählen. JPMorgan Chase, Citi, HSBC, Deutsche Bank, Goldman Sachs, MUFG, Credit Suisse und Bank of America haben laut BankTrack im Jahr 2021 mindestens eine Anleiheemission von QatarEnergy gezeichnet und dem Unternehmen damit ermöglicht, insgesamt fast zwölf Milliarden US-Dollar aufzunehmen. Die Erlöse aus diesen Anleiheemissionen werden auch für die Erweiterung des «North Field» verwendet, wodurch die Banken, die die Anleihen gezeichnet haben, direkt mit dem Gasboom und der weiteren Erderwärmung verbunden sind.
Gegenüber dem britischen «Guardian» sagt Henrieke Butijn von BankTrack: Es sei schrecklich, was in Katar bei den Gas- und Ölprojekten sowie bei Arbeitsbedingungen passiere, doch es gebe dabei auch «ein gewisses Mass an Heuchelei, weil Katar nicht allein handelt.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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