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Fallbeispiel 1
Logoentwicklung für Aqua Viva – Rheinaubund
Ausgangslage
Konzentrat wurde anlässlich der Fusion von Aqua Viva mit dem Rheinaubund beauftragt, ein neues Erscheinungsbild zu suchen. Aqua Viva, seit 42 Jahren der Schweizer Gewässerschutz-Dachverband, verwendete bisher einen einfachen Schriftzug in schwarzer Schrift ohne Symbol. Der Rheinaubund, vor 52 Jahren aus dem überparteilichen Komitee zum Schutz der Stromlandschaft Rheinfall-Rheinau und dem Komitee zum Schutz des Nationalparks gegründet, einen Schriftzug ergänzt mit einem Wellenelement und später mit einem Claim. Die Anforderung der Organisation war, auf Basis des bisherigen Auftrittes eine neue Identität zu schaffen, die eine deutlich jüngere Zielgruppe anspricht, ohne die bestehenden, meist langjährigen Mitglieder zu vergraulen. Das Wellenelement des Rheinaubundes soll in irgend einer Weise bestehen bleiben. Einen Blauton als Farbe wurde nicht explizit vorgegeben, jedoch konnten sie sich mit dieser Farbe gut identifizieren. Weiter soll das Logo eine Dynamik erhalten, aber die bestehenden und gelebten Werte miteinbeziehen. Die hohe Glaubwürdigkeit und grosse Erfahrung der Fusionspartner müssen im Zentrum stehen.
Umsetzung
In einem ersten Schritt wurden verschiedene Ansätze getestet um herauszufinden, wie weit weg sich das neue Logo vom bisherigen entfernen darf. Auch wurden Möglichkeiten ausgelotet, um das Wellenelement neu zu definieren und in einen neuen Kontext zu bringen. Während sich die einen Entwürfe stark an die bisherige Umsetzung anlehnen, wurde bei anderen eine neue Form gesucht.
Nach einer ersten Präsentation, entschied sich der Kunde für die Variante, in der das Wellenelement in die Form eines Wassertropfens integriert wurde. Mit diesem Ansatz wurden weitere Umsetzungen erarbeitet. Das Logo soll einerseits aktiv wirken, eine allzu aggressive Umsetzung soll es aber nicht sein. Es wurden überschlagende, aufspritzende und ruhige Wellenformen gesucht, die sich klar von einem Feuer-Symbol abheben. In der Abbildung 4 und 5 wurde das weisse Wellenelement im Symbol zu zwei zueinander gerichteten Händen verwoben. Damit wurde in einer subtilen Weise die Schutzwürdigkeit der heimischen Gewässer mit einbezogen. In der Variante 6 durchbricht das weisse Wellenelement den blauen Wassertropfen und mach das Symbol leichter.
Der Kunde erkannte die Organisation in der rechten Umsetzung am besten, wollte in einem nächsten Schritt die Integration eines typischen Wasserlebewesens testen. Die Steinfliegenlarve ist ein guter Indikator für saubere Gewässer und so macht es Sinn, diese als Symbol zu verwenden (Varianten 1 bis 4). Die Köcherfliege (Variante 5) gilt ebenfalls als Indikator, jedoch erkennt man sie in einer abstrahierten Umsetzung weniger schnell. In der Variante 6 wurde eine Lösung mit einem Fisch versucht, doch ebenso schnell gemerkt, dass das Logo mit der Fischerei in Verbindung gebracht wird.
Die gemachten Lösungen waren gut um zu sehen, dass das Logo mit einem Tier zwar spezifischer für den Gewässerschutz wurde, jedoch auch an Klarheit einbüsst. Und so wurde eine Umsetzung mit einem Tier verworfen. In einem nächsten Schritt wurden verschiedene Farben und Verläufe getestet. Eine dreidimensionale Lösung (Variante 4) lässt das Logo moderner und dynamischer erscheinen. Obwohl diese Umsetzung auch den Wassertropfen besser erkennbar macht, wurde der lineare Verlauf bevorzugt. Die dreidimensionale Lösung soll aber bei der weiteren Umsetzung als Variante beibehalten werden.
Nachdem das Symbol einigermassen klar definiert worden ist, wurden verschiedene Schriften evaluiert, welche die Philosophie und die Zielsetzungen der Organisation klar transportieren. Schnell wurde klar, dass eine statische Schrift den Fluss des Wellenelementes stoppen würde. Andererseits besteht bei einer kursiven Schrift die Gefahr, dass dem Logo die Bodenhaftung verloren geht und die Organisation an «Gewicht» verliert. Eine Kleinschreibung wurde getestet, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
Die Schriftenwahl konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht eindeutig bestimmt werden, weshalb weitere Versuche unternommen wurden. Es galt, mit einer Auswahl an Schriften, weitere Logovarianten zu versuchen. «natur und mensch» war das Publikationsorgan, welche fünfmal jährlich vom Rheinaubund herausgegeben wurde. Diese Zeitschrift soll auch den neuen Gestaltungsauftritt tragen, aber unter dem bisherigen Namen herausgegeben werden. «Viva Riva» ist einen Teil der Organisation, mit dem seit längerem grosse Erfolge im Umweltbildungs-Bereich in Schulen erzielt werden. Und «Aqua Viva» wurde in Hinblick auf eine mögliche Anpassung des Organisationsnamens zu einem späteren Zeitpunkt beibehalten.
Im selben Schritt wurden verschiedene Farbvarianten der Schrift getestet. Soll oder muss der Name in einer Farbe geschrieben sein, oder kann mit zwei Blautöten einen Mehrwert geschaffen werden? Und ist die Farbe Blau richtig, oder kann er sich doch vom bisher angenommenen unterscheiden? Es wurden diverse Gedanken nochmals reflektiert, um ein bestechendes Logo mit eindeutiger Aussage zu erhalten.
Eine Auslegeordnung und weitere Ansätze sollen Klarheit schaffen, in welche Richtung die Weiterentwicklung gehen soll.
Nach intensiven Auseinandersetzungen und Gesprächen über Vor- und Nachteile, einigte man sich auf zwei Favoriten. Das Symbol soll einen linearen Verlauf haben, die Schrift kursiv verwendet werden. Während die Schrift in der Lösung links vom Kunden bevorzugt wurde und moderner wirkt, überzeugte ihn die Lösung rechts mit einer besseren Lesbarkeit der Schrift.
Und weil das Logo ja keinen Kompromiss sein soll, wurden die beiden Argumente vereint. Die linke Schrift diente als Ausgangslage, jedoch soll die Lesbarkeit optimiert werden. So wurde die Schrift individuell auf die Organisation angepasst. Die Buchstaben wurde geprüft und, wo notwendig, angepasst. Weiter wurden Einzelheiten angepasst und die Abstände genau definiert. Die Proportionen wurden optimiert, um das Logo in verschiedensten Anwendungen gut lesbar einsetzen zu können.
Das definitive Logo wurde in verschiedenen Farbsystemen und Formaten gespeichert, in einem CD-Manual festgehalten und die richtige Anwendung genau definiert. So fällt es dem Kunden einfacher, das Logo korrekt einzusetzen.