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Hugo Zingg
Hugo Zingg wurde 1936 als Sohn einer Arbeiterfamilie im Berner Mattequartier geboren. Nachdem er seine frühen Kindheitsjahre im Kinderheim Kleindietwil im Oberaargau verbracht hatte, wurde er 1942 auf einen Bauernhof im Gürbetal verdingt und zu schwerer Arbeit in Haus und Hof gezwungen. Zusätzlich war er der sadistischen Willkür der Bäuerin ausgeliefert. Die Schule konnte er wegen der vielen Arbeit nur unregelmässig besuchen; die Lehrpersonen wurden mit Gaben und Naturalien bestochen. Später wurde Hugo Zingg an einen Lehrmeister ins Seeland vergeben, wo er Spengler werden sollte. Stattdessen wurde er wieder ausgebeutet. Nach Auflösung des Lehrstellenverhältnisses durch die Lehrlingskommission kam Hugo Zingg über das Bächtelenheim in Wabern nach La Neuville, wo er als Laufbursche eines Milchhändlers erneut ausgebeutet wurde und in seiner freien Zeit in der Gärtnerei von dessen Sohn arbeiten musste. Seine Vergangenheit als bevormundetes Verdingkind blieb bis in die 1970er-Jahre ein berufliches Hindernis für Hugo Zingg. Erst als er begann, seine Vergangenheit als Verdingter bei Bewerbungen zu verheimlichen, ging es für ihn allmählich aufwärts.
Ehemalige Verdingkinder als Zeitzeugen einer bitteren Kindheit (Verein netzwerk-verdingt).