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Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Raum. Sie, schwanger von einem anderen, bittet um Vergebung. Er, antwortet mit Leidenschaft und Grosszügigkeit. Anne Teresa De Keersmaeker konzentriert ihre Choreografie des von Schönberg vertonten Gedichts ganz aufs Essenzielle: die Schönheit der Bewegung liebender Körper. Ringend, sich auf und ab windend, erschöpft in sich ruhend werden diese eingehüllt in die musikalische Interpretation von Pierre Boulez Ausdruck einer zeitlosen Romantik.
«Tanz ist ein Körper, der sich zeigt. Was gibt es Zeitgenössischeres als einen Körper!»
Anne Teresa De Keersmaeker
Die grosse Dame des zeitgenössischen Tanz begann ihre Laufbahn in den 1980er Jahren. Nachdem Anne Teresa De Keersmaeker an Maurice Béjarts Brüsseler Mudra-Tanzschule und anschliessend an der Tisch School of the Arts in New York studierte, choreografierte sie mit nur 20 Jahren ihr erstes Stück. 1983 gründete sie dann in Brüssel ihre eigene Tanz-Kompagnie Rosas, mit der sie mit Stücken wie «Rosas danst Rosas» (1988) weltberühmt wurde. 1995 gründete sie zudemdie internationale Schule für modernen Tanz P.A.R.T.S. Seitdem haben De Keersmaeker diverse Musikstile zu ihren Choreografien inspiriert: von Mozart, Bach über Steve Reich bis zu Joan Baez oder Brian Eno. Immer wieder nutzt De Keersmaeker die repetitiven Patterns der Musik oder der Geometrie für ihre tänzerischen Erforschungen zwischen Performance und Moderner Kunst. 2015 erhielt sie an der Biennale di Venezia für ihr Lebenswerk den Goldenen Löwen.
Vermittlung:
28 Okt um 19:30 Einführung durch Prof. Dr. Christina Thurner, Institut für Tanzwissenschaften, Universität Bern. Nach der Vorstellung Publikumsgespräch.
29 Okt um 19:30 offene Gesprächsrunde vor und nach der Vorstellung mit den Voyeuren.