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- Das EU-Parlament zeichnet den inhaftierten uigurischen Intellektuellen Ilham Tohti mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte aus.
- Der frühere Wirtschaftsprofessor setzt sich für eine Verbesserung der Situation der muslimischen Minderheit der Uiguren in China ein.
- 2014 war Tohti in der Volksrepublik wegen des Vorwurfs des «Separatismus» zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Tohti habe sich für ein besseres Verständnis zwischen Uiguren und Han-Chinesen eingesetzt, sagte Parlamentspräsident David Sassoli bei der Bekanntgabe der Auszeichnung. Das Europaparlament unterstütze die Arbeit Tohtis und fordere seine sofortige Freilassung, so Sassoli. China müsse die Rechte von Minderheiten respektieren.
Tohti gilt als gemässigte Stimme
Tohti, Professor der Minderheiten-Universität (Minzu Daxue) in Peking, gilt eigentlich als gemässigte Stimme. Er war Mitbegründer einer Webseite über Uiguren, die auf Dialog mit Han-Chinesen bedacht war. Ihm war in dem Urteil vorgeworfen worden, die Politik der Regierung gegenüber Minderheiten, Religion sowie die Wirtschafts- und Familienplanung «angegriffen» zu haben. Er habe die Ursachen von Unruhen «verdreht» und damit «ethnischen Hass» entzündet.
Er hatte zwar die Regierung für den Umgang mit den Uiguren kritisiert, sich aber immer auch als chinesischen Patrioten beschrieben, der sein Heimatland liebe. Sein Anwalt argumentierte, Tohtis Aktivitäten hätten völlig im Rahmen der freien Meinungsäusserung gelegen.
Preis soll im Dezember überreicht werden
Tohti wurde Ende September bereits mit dem Vaclav-Havel-Preis des Europarats ausgezeichnet. Für den diesjährigen Sacharow-Preis waren neben Tohti drei brasilianische Aktivisten und eine Gruppe junger Kenianerinnen nominiert.
Der Sacharow-Preis wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Die Auszeichnung soll im Dezember in Strassburg überreicht werden.