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Da die natürliche Infektabwehr durch die Immunsuppression herabgesetzt wird, ist die Gefahr einer Infektion besonders in den ersten Monaten nach der Transplantation erhöht. Man unterscheidet virale, bakterielle und fungale (Pilze) Infektionen.
Bakterielle Infektionen
Bei den bakteriellen Entzündungen stehen die Wundinfektionen (Operationsnarbe) im Vordergrund.
- Symptome: Rötung, Schwellung, Schmerz evtl. eitrige Sekretion aus dem Wundgebiet.
- Therapie: Antibiotika nach Bestimmung der Keime durch einen Wundabstrich
Pilzinfektionen
Candidasis
Candida albicans, ein Hefepilz kann bei Transplantierten eine Reihe entzündlicher Erkrankungen hervorrufen. Am häufigsten tritt er in der Mundhöhle und im Hals auf, er kann aber auch Entzündungen der Wunde, Augen, Atemwege oder Urogenitaltrakt verursachen.
- Symptome: Weiße, raue Beläge auf der Mundschleimhaut und/oder der Zunge, Schluckbeschwerden. Schmerzen beim Wasser lassen oder gelblich-weißer Ausfluß wenn der Urogenitalbereich befallen ist.
- Therapie: Vorbeugung (Teil der Medikation nach Transplantation), lokale oder systemisch wirkende Antipilzmedikamente (Cremes, Tabletten, Infusion)
Pseudocystis carinii
Pseudocystis carinii ist ein pilzähnlicher Keim, der schwere Lungenentzündungen verursachen kann.
- Symptome: Trockener Husten und Fieber
- Therapie: Vorbeugung mit Tabletten oder Inhalation (Teil der Medikation nach Transplantation)
Virale Infektionen
Cytomegalovirus- Infektion (CMV)
Das Cytomegalovirus ist ein Herpesvirus. Etwa 50% der Bevölkerung sind Träger des Virus, es wird aber erst aktiv wenn die Immunabwehr geschwächt ist, wie z. B. bei Transplantierten, alten Menschen und kleinen Kindern. Das Infektionsrisiko ist in den ersten Monaten nach der Transplantation am höchsten.
- Symptome: Fieber, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Lungenentzündung.
- Therapie: Antivirale Medikamente
Herpes-Simplex-Infektion Typ I und II
Herpes simplex Typ I befällt sehr häufig die Gesichtshaut (Fieberbläschen), kann aber auch Augen und Lungeninfizieren. Typ II verursacht meist Infektionen an den Genitalien (sexuelle Übertragung!). Die meisten Infektionen mit H. simplex verlaufen sehr mild.
- Hauptsymptome sind: Schmerzhafte, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an Mund oder Genitalien.
- Therapie: Antivirale Medikamente
Herpes zoster (Gürtelrose)
Die Gürtelrose erscheint als Hautrötung oder als mit Flüssigkeit gefüllten Pusteln, hauptsächlich an der Brust, am Rücken oder an der Hüfte.
- Symptome: Starke Schmerzen, Hautrötung, Fieber
- Therapie: Antivirale Medikamente