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Im Rahmen einer sich anbahnenden Unternehmensnachfolge können verschiedene Käufertypen aufs Parkett treten. Einer davon sind Private Equity Investoren. Doch um was für einen Käufertyp handelt es sich dabei und was zeichnet einen solchen Interessenten im Transaktionsprozess aus?
Was sind Private Equity Investoren?
Private Equity Investoren sind Beteiligungsgesellschaften, die sich auf Beteiligungen an privaten Unternehmen spezialisiert haben. Dabei liegt der Fokus der Beteiligungen meistens auf bereits etablierten Unternehmen, die sich in einem fortgeschrittenen Lebenszyklus befinden. Das Ziel der Investition ist es, die Beteiligung über einen Zeitraum von durchschnittlich 4-6 Jahren zu halten und anschliessend gewinnbringend an einen strategischen Investor zu verkaufen oder durch ein Initial Public Offering (IPO) an der Börse zu veräussern. In den meisten Fällen wird eine Mehrheitsbeteiligung angestrebt, um eine umfassende Steuerung des Unternehmens zu gewährleisten. Die Beteiligungsgesellschaften versuchen während der Haltedauer durch das aktive Begleiten des Unternehmens, durch das Einsetzen eines neuen Managements, durch Restrukturierungen oder auch Wachstumsfinanzierungen den Unternehmenswert zu steigern.
Strategien von Private Equity Investoren
Grundsätzlich verfolgen Beteiligungsgesellschaften eine der folgenden fünf Strategien:
- Venture Capital
- Growth Capital
- Leveraged Buyout
- Buy and Build
- Special Situations
Was nun mit einem Unternehmen passiert und welchen Einfluss die Private Equity Gesellschaften ausüben, wird in den folgenden Absätzen erklärt.
Venture Capital
Venture Capital Investitionen fokussieren sich meist auf junge Unternehmen und Start-Ups, die noch keinen oder fast keinen Umsatz erwirtschaften. In dieser frühen Phase des Unternehmens versucht die Beteiligungsgesellschaft durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Unternehmen die Business Strategie voranzutreiben und durch das Einbringen von Branchenexperten die Entwicklung zu fördern. Die Investition wird in den meisten Fällen für die Finanzierung der Produktentwicklung und der Marktintegration genutzt. Die jungen Unternehmen werden nach Erreichen einer gewissen Grösse oftmals an strategische Investoren weiterverkauft.
Growth Capital
Growth Capital konzentriert sich auf bereits etablierte Unternehmen, die an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung angelangt sind. Sie erzielen bereits stabile Umsätze und Betriebsgewinne, verfügen jedoch nicht über genügend liquide Mittel um das weitere Wachstum, Akquisitionen oder andere Investitionen zu finanzieren. Bei dieser Strategie werden in den meisten Fällen lediglich Minderheitsbeteiligungen übernommen, wobei die Kontrolle über das Unternehmen beim Management bleibt. Es kann jedoch vorkommen, dass die Private Equity Gesellschaft vertraglich vereinbarte Kontrollrechte verlangt, um bei unerwarteten Problemen eingreifen zu können. Die Anteile werden schlussendlich an das Unternehmen zurück verkauft oder durch ein IPO des gesamten Unternehmens veräussert.
Leveraged Buyout
Buyout Transaktionen zielen auf den Erwerb von Beteiligungen von reiferen Unternehmen ab, die bereits über eine starke Marktposition verfügen. Die Transaktion wird in der Regel zum grössten Teil durch Fremdkapital finanziert und umfasst eine Mehrheitsbeteiligung. Das Ziel des Private Equity Investors bei einer Buyout Transaktion ist es, Einfluss auf das Unternehmen auszuüben und so den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Oftmals wird das bestehende Management an der Transaktion beteiligt, um Anreize für eine erfolgreiche Weiterentwicklung zu schaffen. Andernfalls wird ein neues Management durch die Private Equity Gesellschaft eingesetzt, das die operative Führung im Interesse der Investoren weiterführt. Das eingesetzte Fremdkapital bei der Transaktion wird in den Folgejahren durch die Cashflows des Unternehmens amortisiert und so der Wert des Eigenkapitals gesteigert. Im Schnitt beträgt die Haltedauer der Beteiligung zwischen 4-6 Jahren. Wenn das Unternehmen einen gewissen Wert erreicht hat und eine genügende Rendite erwirtschaftet werden konnte, wird das Unternehmen an strategische Investoren, an andere Private Equity Funds oder an der Börse verkauft.
Buy and Build
Bei einer Buy and Build Strategie verfolgen die Private Equity Gesellschaften das Ziel fragmentierte Branchen und Märkte zu konsolidieren. Dabei wird als erstes ein Unternehmen akquiriert, das als Plattform für weitere Zukäufe dient. Ausgehend davon werden anschliessend Zukäufe getätigt, die das Geschäftsmodell ideal ergänzen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine horizontale oder vertikale Integration. Durch die Akquisitionen wird eine Unternehmensgruppe gebildet, die eine kritische Grösse erreichen und so anhand von Skaleneffekten einen Wettbewerbsvorteil aufbauen kann. Auch bei dieser Strategie zielen die Private Equity Manager auf einen gewinnbringenden Verkauf oder IPO der Unternehmensgruppe ab.
Special Situations
Bei dieser Art von Investition werden Unternehmen finanziert, die sich in einer Krise befinden. Dabei übernimmt die Private Equity Gesellschaft das Planen und Umsetzen von Restrukturierungen und Sanierungsmassnahmen. Nach erfolgreicher Sanierung des Unternehmens wird die Beteiligung wieder veräussert. Diese Art von Beteiligungen spielt bei Private Equity Transaktionen jedoch eher eine untergeordnete Rolle.
Fazit: Übernahme durch einen Private Equity Investor
Private Equity Gesellschaften streben immer einen gewinnbringenden Verkauf der Unternehmensanteile an. Um die Wertsteigerungen des Unternehmenswertes zu erreichen, werden die Strategie, das Geschäftsmodell und die Allokation der Vermögenswerte überarbeitet. Das Management wird entweder beibehalten und an der Transaktion beteiligt oder es wird eine neue Führungsebene durch die Private Equity Manager bestimmt. Des Weiteren werden die Transaktionen in den meisten Fällen grösstenteils mit Fremdkapital finanziert. Die Anteile werden letztlich an das Management, an einen strategischen Investor, an eine andere Private Equity Gesellschaft oder über die Börse verkauft. Beteiligungs ges