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(webcam www.laufenburg.ch)
Über dem linksrheinischen Ufer beim Städtchen Laufenburg erheben sich auf einem Felskopf die Überreste der gleichnamigen Burg. Ein Granitausläufer des Schwarzwaldes legt sich bei Laufenburg als natürliches Hindernis ins Tal und zwingt dadurch den Rhein in ein enges, tief eingeschnittenes Bett mit Stromschnellen, den sogenannten Laufen. Auf der so entstandenen, halbkreisförmigen Halbinsel dehnt sich die ursprüngliche Stadtanlage von Laufenburg aus. Die landseitige Front wird von einem Felsrücken abgeschlossen, auf dem sich die Ruine der Burg befindet. Das ehemalige Burgareal ist heute ausgeebnet und wird als Parkanlage benutzt. Die architektonischen Zusammenhänge der Feste lassen sich deshalb nicht mehr genau erkennen. Abbildungen und zeitgenössische Beschreibungen, die bereits im 15. Jahrhundert einsetzten, füllen diese Informationslücke. Die Bauten der Burg sind heute weitgehend abgetragen. Archäologische Untersuchungen würden jedoch gewiss noch verschiedene Mauerzüge aufspüren. Auf der höchsten Stelle des Felsens erhebt sich der noch aufrechte Bergfried. Er weist einen nahezu quadratischen Grundriss von 8.3 auf 8.4 Meter auf. Das Mauerwerk besteht aus unregelmässigen Bruchsteinen in horizontalen Lagen. Die Ecksteine sind sorgfältig gehauen und weisen Bossen sowie Kantenschlag auf. Die Mauerdicke beträgt ungefähr zwei Meter. In ihr ist der Treppengang ausgespart. Der Hocheingang befindet sich auf der Nordseite. Im dritten Geschoss ist nachträglich ein Tuffsteingewölbe eingezogen worden. Die jetzt sichtbaren Fenster und die Dachgiebelpartie im obersten Teil des Turms gehören nicht zum ursprünglichen Baubestand. Vom Bering haben sich nur wenige Mauerteile erhalten, die in unregelmässigem Verlauf der Geländekante folgen. In der Nordwestpartie finden sich die Überreste eines mächtigen, halbrund vorspringenden Turms aus Bossenquadern. Eine architektonische Besonderheit sei speziell erwähnt: die Bossenquadern weisen die Zangenlöcher auf, die noch vom Aufziehen der Steine herrühren. Die Gebäude im Burginnern können nicht näher lokalisiert werden. In der Südwand des Bergfrieds steckt ein Mauerzahn, wohl der Rest eines älteren Vorläuferbaus. Auf Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert (Stich von Merian, 1644) weist der Bering eine imposante Höhe auf. Die Ringmauer wurde nachträglich bis auf die Höhe des Bergfrieds aufgestockt. Verschiedene Gebäude lehnen sich innen an die Ringmauer an. In den zahlreichen Beschreibungen der Burg werden verschiedene Säle und Stuben, eine Kapelle, ein Torbau, Wehrtürme in der Ringmauer und schliesslich eine Gartenanlage genannt. Nach der Erweiterung der Stadtanlage gegen Süden umschloss die spätmittelalterliche Stadtbefestigung auch den Burghügel. Reste der Stadtmauer mit halbrunden Schalentürmen haben sich bis in unsere Zeit hinein erhalten.
Über die Ursprünge der Burg sind wir nur dürftig informiert. Das Gebiet an beiden Ufern des Rheins auf der Höhe der Stromschnellen gehörte ursprünglich zum weitreichenden Besitz des Klosters Säckingen als dessen Kastvögte die Grafen von Lenzburg auftraten. Die Stromschnellen boten gute Voraussetzungen für Fischfang und Handel, was später die Gründung und Erweiterung einer Stadtanlage begünstigen sollte. Nach dem aussterben des Hauses Lenzburg fiel zur Zeit von Kaiser Friedrich Barbarossa um 1180 die Kastvogtei über das Kloster Säckingen an die Grafen von Habsburg. Diese liessen um 1200 auf beiden Seiten des Flusses eine Befestigung errichten. Die Burg Laufenburg wurde wohl spätestens zu diesem Zeitpunkt erbaut. Das Kloster Säckingen widersetzte sich den grossspurigen habsburgischen Plänen, die Siedlung bei den Stromschnellen zu einer Stadt auszubauen. Die Äbtissin sah sich dadurch in ihren Herrschaftsrechten geschmälert und erwirkte 1207 einen Schiedsspruch, nach welchem Graf Rudolf II von Habsburg von der begonnenen Umsiedlung säckingischer Bauern und Dienstleute in das Gebiet der geplanten Stadt Abstand nehmen musste. Die beiden Burgen links und rechts des Rheins durften stehenbleiben. Allerdings hatte Graf Rudolf der Äbtissin dafür einen jährlichen Zins zu leisten. Die Gründung der Stadt Laufenburg konnte aber auch durch den Schiedsspruch nicht mehr aufgehalten werden. Bereits unter dem Nachfolger von Graf Rudolf II teilte sich die Familie in zwei Linien. Graf Rudolf III verlegte seinen Wohnsitz nach Laufenburg. Damit begründete er den Zweig der Grafen von Habsburg-Laufenburg, der bis ins frühe 15. Jahrhundert bestehen sollte. Die Feste auf dem linken Rheinufer wurde zum Grafensitz erweitert. Im 13. Jahrhundert wurde der Siedlung ein Stadtrecht ausgestellt, das 1328 erneuert wurde. Graf Rudolf IV trat 1356 in den Dienst des Herzogs Albrecht von Österreich. In ständigen Geldnöten steckend, nahm Rudolf 1362 ein grösseres Darlehen bei der Stadt Basel auf. Der Betrag wurde ein Jahr später erhöht, womit sich die Stadt Basel den Pfandbesitz über das Städtchen und die Feste Laufenburg sichern konnte. Bereits 1386 verkaufte jedoch Graf Hans die Burg Laufenburg mit den beiden Städtchen links und rechts des Rheins mit sämtlichen Gütern und Rechten an Herzog Leopold von Österreich. Graf Hand empfing seinen ehemaligen Besitz als österreichisches Mannlehen wieder zurück. Nach dem Aussterben der Grafen von Habsburg-Laufenburg fiel das Lehen wieder an Österreich und wurde in die vorderösterreichische Territorialherrschaft eingegliedert. 1443 belagerten die Eidgenossen und die Basler erfolglos die Stadt. Ein berner Chronist zeichnete die Ereignisse des Feldzuges auf und liess sich hämisch über die Untauglichkeit der Basler Kriegsknechte aus. So hätten sich die Basler um eine direkte kriegerische Auseinandersetzung gedrückt, um ja jede Verletzung zu vermeiden. Auch seien einige der kriegsungewohnten Basler auf dem Rückmarsch in ihre Heimatstadt in den engen Rüstungen erstickt. In den Burgunderkriegen fiel 1469 Laufenburg mit den österreichischen Vorlanden als Pfand an Karl den Kühnen. Dieser sandte Kommissare nach Laufenburg, welche in einer Beschreibung jene Schäden an der Burg festhielten, die anlässlich der Belagerung durch die Eidgenossen entstanden und nicht genügen ausgebessert worden waren. Herzog Sigmung von Österreich verlieh 1477 nach dem Zusammenbruch der burgundischen Herrschaft am Oberrhein die Burg von Laufenburg als Pfandlehen an Kaspar Schönau. 1486 liess dieser die längst fälligen Reparaturarbeiten an der Burg vornehmen. Während des Dreissigjährigen Krieges entstanden neue Befestigungen beim Städtchen Laufenburg. Es gelang 1633, 1634 und 1638 den Schweden, die Stadt zu erobern. Sie konnten sich bis 1648 in Laufenburg halten. Nach ihrem Rückzug wurden die Burg und die Städtchen dem Haus Österreich wieder zurückgegeben. Laufenburg diente fortan als Sitz des Obervogteiamtes. Erst 1773 löste Österreich die baslerische Pfandschaft von 1313 auf Laufenburg ein. 1802 trennte man die Doppelstadt politisch, und seither bildet der Rhein auch die Staatsgrenze.
Bibliographie