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Die rund 1400 Schweizer Gletscher sind im Jahr 2022 so stark geschmolzen wie noch nie seit Messbeginn. Die Gründe dafür sind einerseits wenig Schnee im Winter und andererseits die Hitze im Sommer.
Über 6 Prozent des Eisvolumens gingen verloren, berichtet die Expertenkommission für Kryosphärenmessnetze der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz. Als Vergleich: Bislang bezeichnete man Jahre mit 2 Prozent Eisverlust als «extrem».
Seit 1951 hat sich das Eisvolumen der Schweizer Gletscher mehr als halbiert. Im Engadin und im südlichen Wallis verschwand in diesem Jahr auf 3000 Metern über Meer eine Eisschicht von 4 bis 6 Metern Dicke. Das ist teils mehr als doppelt so viel wie das bisherige Maximum. Alleine die Eisschmelze im Juli und August hätte genügend Wasser geliefert, um sämtliche Stauseen der Schweizer Alpen von null auf 100 zu füllen.
Der Col de Zanfleuron zwischen den Kantonen Wallis und Waadt kann erstmals seit mindestens 2000 Jahren wieder eisfrei betreten werden, meldeten die Verantwortlichen im August.
Insgesamt haben die Gletscher heuer 3,25 Kubikkilometer oder 3,25 Milliarden Kubikmeter Eis verloren. Ein Volumen, das man sich nur sehr schwer vorstellen kann. Wir haben versucht, das etwas zu veranschaulichen.
3,25 Kubikkilometer entsprechen ziemlich genau dem Volumen des Zugersees. Dieser ist maximal 13,7 Kilometer lang, 4,6 Kilometer breit und 200 Meter tief. Damit man es sich noch etwas besser vorstellen kann: Die mittlere Tiefe des Zugersees beträgt 83,2 Meter.
Also fünfmal das Volumen der obersten 1000 Höhenmeter, um genau zu sein, quasi der «Toblerone-Zacken». Gemäss hikr.org beträgt dieses 0,632 Kubikkilometer. Wer es noch etwas genauer haben möchte: Die untere Schnittlinie würde etwas über der Hörnlihütte ungefähr am oberen Ende des Ostwand-Gletschers liegen.
Die höchste Pyramide der Welt ist an der Basis 230,33 Meter breit und war einst 146,59 Meter hoch. Heute liegt ihr höchster Punkt nur noch auf 138,75 Meter, dennoch könnte man mit dem in diesem Jahr geschmolzenen Gletscherwasser 1260 Cheops-Pyramiden füllen.
126 Meter hoch und ein Volumen von 228'000 Kubikmeter – der Zürcher Prime Tower war von 2011 bis 2015 vier Jahre lang das höchste Hochhaus der Schweiz. Zürich müsste allerdings noch 14'253 Prime Towers mehr haben, um all das Gletscher-Schmelzwasser speichern zu können.
Ein olympischer Pool für Schwimmer ist in der Regel 50 Meter lang, 25 Meter breit und 2 Meter tief. Mit dem in diesem Jahr geschmolzenen Gletschereis könnte man sage und schreibe 1,3 Millionen solcher Olympiabecken füllen. Würde man diese am Äquator aneinanderreihen, gingen sie eineinhalb mal um die Erde. (pre)
Seit die Coronabeschränkungen passé sind, boomt die Schweizer Wirtschaft. Die Unternehmen investieren, die Kunden konsumieren. Doch es fehlt an Menschen. Arbeitenden Menschen.