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So müssten im Sinne der Nachhaltigkeit die Anforderungen an Infrastruktur und Austragungszeitpunkt angepasst werden, sagte Müller in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit Tamedia. Der Professor an der Universität Lausanne forscht seit über 12 Jahren zur ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit von sportlichen Grossanlässen.
«Wenn ein ganzes Land kandidiert, das wie die Schweiz regelmässig Weltmeisterschaften in Wintersportarten beherbergt, könnte es die Infrastruktur, die schon an verschiedenen Orten besteht, nutzen - und gleichzeitig eine gute Auslastung der Hotellerie und der Transportinfrastruktur hinbekommen.» Man müsse darüber verhandeln, ob das Bestehende nicht genüge, so Müller. «Wenn es das IOK aber mit der Nachhaltigkeit ernst nimmt, muss es bereit sein, die Anforderungen runterzuschrauben.»
Spiele im Januar statt Februar
Dazu solle über den Zeitpunkt der Austragung der Winterspiele diskutiert werden. «Üblich ist der Februar. Ökonomisch interessant wäre aber die Nebensaison, etwa die zweite Januarhälfte, wenn die Hotellerie nicht ausgelastet ist», schlug Müller vor. «Ausserdem würde ich empfehlen, sich mit den potenziellen Mitbewerbern abzusprechen, ob es nicht im Interesse aller wäre, vom IOK Anpassungen zu fordern.» Ohne solche Anpassungen riet Müller von einer Kandidatur ab.
Der Experte sprach sich zudem gegen Zuschüsse und eine Defizitgarantie des Bundes aus. «Sobald es einen Zuschuss des Bundes gibt, verzerrt das die Anreize. Man möchte die Spiele nicht ausrichten, weil es sich ökonomisch rechnet, sondern weil eine zusätzliche Subvention dranhängt», sagte Müller. Das hätten vergangene Austragungen der Olympischen Spiele gezeigt.