Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/1862

|Prozess:

Hochwasser
Murgang
Rutschung

Das Unwetter vom 7. und 8. August verursachte grosse Schäden im Kanton Tessin und im Einzugsgebiet der Thur. Im Tessin waren neun Todesopfer und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Es gab grosse Schäden an Siedlungen, Verkehrswegen, Landwirtschaft- und Forstgebieten. Besonders schwer betroffen waren Ascona und Losone, wo Ausbrüche der Melezza und Maggia zu Verwüstungen führten (Zeller et al. 1979).
Am 18. und 19. Juli lösten intensive, über 30 Stunden anhaltende Niederschläge unzählige Fluss- und Bachausbrüche, Murgänge, Überschwemmungen und Rutschungen im Bündnerland und Tessin aus. Dörfer wurden von der Umwelt abgeschnitten und Verkehrswege blockiert. Vier Personen verloren ihr Leben und Hunderte mussten evakuiert werden. In Poschiavo wurde der Dorfkern völlig verwüstet nachdem sich das Geschiebe eines Murgangs bei einer Brücke gestaut hatte. Im Bleniotal entstanden hohe Schäden durch die Ausbrüche des Brenno und dessen seitliche Wildbäche (Zeller et al. 1988).
Am 24. und 25. August war vor allem der Alpenraum betroffen. Erosion entlang der Reuss führte zu Dammbrüchen und Unterspülung von Strassen. Weite Gebiete der unteren Reussebene standen unter Wasser. Murgänge führten zu grossen Schäden z.B. in Münster im Kanton Wallis. Im Tessin waren vor allem die Verkehrswege schwer betroffen (Zeller et al. 1988).
Langanhaltende Niederschläge über dem Kanton Wallis und Tessin führten am 24. September zu Hochwasser. In Brig verklauste das Geschiebe an der Saltinabrücke, worauf Teile der Stadt mit vielen Gebäuden meterhoch mit Geröllmassen zugedeckt wurden. Zwei Personen kamen ums Leben (Röthlisberger 1994).
Ausgiebige Niederschläge im Mai 1999 und Schneeschmelze führten zu zwei Hochwasserereignissen (11.-15. und 20.-22.), welche vor allem Ufergebiete von Seen und Gebiete entlang von grossen Flüssen im Mittelland, wie z.B. Bern und Thun betrafen. Zu Überschwemmungen kam es bei beinahe allen Alpenrandseen und deren Zu- und vor allem Ausflüssen (Hegg et al. 2000).
Von den langanhaltenden Regenfällen am 13.- 15. Oktober war vor allem die Alpensüdseite betroffen. Die extrem hohen Wasserstände verursachten entlang des Lago Maggiore (v.a. in Locarno) grosse Schäden. Im Wallis führten Erosion, Rutschungen und Murgänge im ganzen Kantonsgebiet zu Schäden. 16 Personen verloren ihr Leben, 13 davon in Gondo (Hegg et al. 2001).
Das Hochwasser vom 21. bis 22. August war das schadenreichste seit Beginn der systematischen Datensammlung 1972. Schäden entstanden entlang von grossen Flüssen im Mittelland und in den Voralpen und der Zentralschweiz. Die heftigen Regenfälle führten zu grossräumigen Überschwemmungen, Murgängen, Rutschungen und Hangmuren, sowie zu sechs Todesfällen (Hilker et al. 2007).
Langandauernde Regenfälle führten vom 8. bis 9. August zu einer Überbelastung der Jurarandseen und der Aare. Ausufernde Bäche verwüsteten mehrere Ortschaften in den Kantonen Aarau, Solothurn, Basellandschaft, Bern und Waadt (Hilker et al. 2008).