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Japans Jahrhundertprojekte
Seit 2009 schreibe ich diesen Blog. Über 4500 Artikel haben sich so angesammelt. In dieser Serie stelle ich einen überarbeiteten und aktualisierten Beitrag aus diesem Archiv vor. Der folgende Artikel erschien am 12. März 2018.
Japans vier Hauptinseln waren untereinander lange nur via Schiffs- oder dem Flugverkehr verbunden. Im Jahr 1988 änderte sich dies schlagartig, dank der Eröffnungen des Seikan-Tunnels in Hokkaido sowie der Seto-Ōhashi-Brücke in Shikoku (siehe Karte ganz unten). Beide Bauwerke waren technische Meisterleistungen, die für eine vollständige verkehrstechnische Erschliessung des gesamten Inselstaates sorgten und zu einem Symbol für die schiere Wirtschaftskraft des Landes wurden.
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Hokkaido: Der Tunnel unter dem Meer
Es war der 13. März 1988, als der Seikan-Bahntunnel, der Honshu mit der Nordinsel Hokkaido verband, eröffnet wurde. Damals stellte dieses Bauwerk gleich zwei neue Weltrekorde ein. Mit einer Länge von 53,85 Kilometern war es – bis zum Bau des Gotthard-Basistunnels 2016 – der längste Tunnel der Welt. Und nicht nur das. Zugleich war der Seikan-Tunnel – bis zum Bau des Eurotunnels 1994 – auch der längste Unterwassertunnel. Eine Strecke von 23,3 Kilometern führt unter dem Meer hindurch.
Von den ersten Probebohrungen bis zur Fertigstellung vergingen 24 Jahre, 34 Bauarbeiter starben, 700 wurden verletzt. Das gesamte Projekt verschlang 690 Milliarden Yen. Mit den Nachtreisezügen Hokutosei (Asienspiegel berichtete) und später mit dem luxuriöseren Cassiopeia (Asienspiegel berichtete) konnte man fortan ohne Umsteigen in 17 Stunden von Tokio nach Sapporo fahren.
Der Seikan-Tunnel wurde jedoch hauptsächlich für Güter- und lokale Passagierzüge genutzt. Dies änderte sich erst mit der Einführung des Hokkaido-Shinkansen, der seit 2016 täglich durch den Seikan-Tunnel fährt (Asienspiegel berichtete). Von Tokio bis nach Hakodate am Südzipfel Hokkaidos dauert die Fahrt nun etwas weniger als 4 Stunden. Bis 2030 wird die Strecke bis Sapporo verlängert (Asienspiegel berichtete).
Shikoku: Der Brückenkomplex
Ein ähnlich spektakuläres Projekt erlebte im selben Jahr die kleinste Hauptinsel Shikoku. Nur einen Monat nach dem Seikan-Tunnel wurde am 10. April 1988 die Seto-Ōhashi-Brücke eröffnet (siehe Foto ganz oben). Es ist ein 13,1 Kilometer langer doppelgeschossiger Komplex mit Brücken und Hochstrassen, der Honshu mit Shikoku verbindet. Einst dauerte die dortige Überfahrt mit der Fähre eine Stunde. Mit der Seto-Ōhashi-Brücke, die für den Auto- wie auch für den Bahnverkehr gebaut wurde, verkürzte sich die Reisezeit auf 15 Minuten.
Zehn Jahre dauerten die Bauarbeiten. Die weiteren durchgehenden Verbindungen zwischen Honshu und Shikoku sind heute die 1998 vollendete Kobe-Awaji-Naruto-Autobahn sowie die 1999 eröffnete Nishiseto-Autobahn (Shimanamikaido) (Asienspiegel berichtete), die beide ebenfalls über mehrere Brücken führen.
Verbindungen nach Kyushu
Die südliche Hauptinsel Kyushu ist dank der geografischen Nähe schon länger mit der grössten Hauptinsel Honshu verkehrstechnisch verbunden. Bereits im November 1942 wurde der Kanmon-Eisenbahntunnel eröffnet. Es handelt sich um gleich zwei Tunnels, die 3,6 Kilometer unter der Kanmon-Meerenge durchführen. 1958 folgte ein Auto- und Fussgängertunnel, 1973 die Kanmon-Brücke und 1975 ein weiterer Unterwasser-Tunnel für den Sanyō-Shinkansen.
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