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Von 1916 bis 1925 lässt die Viscose im Sonnenhof insgesamt 23 Wohnhäuser erstellen, in lockerer Bebauung, spiralartig erschlossen. Als Vorbild dienen englische Gartenstadtsiedlungen. Grosse Grünflächen ermöglichen eine weit gehende Selbstversorgung der Bewohner. Etwa die Hälfte der Häuser im Sonnenhof entspricht einem Grundtyp, der architektonisch allein durch einen mittleren Vorbau und ein rundbogiges Doppelfenster an der Stirnseite betont wird. Unmittelbar neben diesen Vierfamilienhäusern stehen am Zellweg Zweifamilienhäuser eines andern Typs: Das Portal ist feiner und aufwändiger gestaltet; es gibt nischenartige, mit Säulen besetzte Balkone; das Dach ruht auf vorstehenden Verzierungen. Wahrscheinlich wohnten hier höhere Angestellte, Facharbeiter, Meister. Die Architektur bildet die Industriegesellschaft ab, wie auch die Villa des ehemaligen Oberingenieurs der Viscose zeigt: Umgeben von einem parkähnlichen Garten mit Schwimmbassin und altem Baumbestand, erinnert das Haus an ein französisches Landschlösschen. Drei Gästezimmer belegen ein reges gesellschaftliches Leben. Im Dachstock sind Dienst- und Zimmermädchen untergebracht; ebenfalls abgetrennt vom Wohnbereich, befinden sich ihre Arbeitsräume im Keller.
Direktoren und leitende Angestellte wohnen ursprünglich noch in unmittelbarer Nähe der Arbeiterschaft, getrennt nur durch eine Hecke. Diese Nähe ist ein soziales Zugeständnis der Oberen und zugleich eine Möglichkeit zur Kontrolle der Arbeiter. Die bedeutende Stellung der Viscose zeigt sich nicht zuletzt daran, dass im Sonnenhof und im benachbarten Gersagquartier insgeamt sechs Strassen entweder nach Direktoren des Unternehmens benannt sind (Hill, Dunant, von Wattenwyl) oder Namen von Produkten der Viscose tragen (Crinol, Celta, Berta Regina).
Baujahr: 1926-45, 2004 Verdichtungskonzept
Architektur: Anton Berger, Luzern, und andere, Bosshard & Luchsinger, Luzern (Verdichtungskonzept)