Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03386.jsonl.gz/1104

Qi Gong bedeutet «Arbeit mit dem eigenen Qi». Zur Übungspraxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Übungen dienen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper und dem harmonischen Zusammenspiel der Substanzen Qi (Lebensenergie), Jing (Essenz), Xue (Blut) und JinYe (Körpersäfte). Dabei spielt das Mehren und Lenken des Qi die wichtigste Rolle.
Dem Qi Gong kommt auch in der Gesundheitsprävention eine wichtige Rolle zu. Das Nerven-, Atmungs-, Verdauungs- und Kreislaufsystem sowie der Bewegungsapparat werden durch regelmässiges Üben nachhaltig beeinflusst. Beschwerden jeglicher Art werden mit gezielt ausgesuchten Übungen gelindert und verschwinden zum Teil vollständig. Der Ursprung des Qi Gong liegt mehrere tausend Jahre zurück und lässt sich anhand verschiedener Überlieferungen mit uralten schamanischen Praktiken in Verbindung bringen. Darauf basierend entwickelte sich das Qi Gong als Anwendung der klassischen chinesischen Medizin, erstmals schriftlich überliefert im Standardwerk Huangdi Neijing Suwen (黃帝內經素問) «Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin» ca. 2698–2598 v. u. Zeit. In verschiedenen Werken des Daoismus finden sich Hinweise auf Qi Gong Techniken zur Erlangung der Unsterblichkeit. Demnach wird der Körper ebenso beständig und unversehrt funktionieren wie das gesamte Universum, wenn man es versteht, ihn nach den Regeln des Dao zu organisieren.
Im Laufe der Zeit vermischten sich die ursprünglich daoistischen Praktiken des Qi Gong mit den buddhistisch geprägten Methoden des Shaolin Quan (Gong Fu) und führten zu vielfältigen Übungsformen, von welchen über tausend verschiedene Formen bekannt sind. Als ursprünglichstes Qi Gong gelten die Formen der daoistischen Mönche der Wudang Berge (Wudang Shan 武當山) in der Provinz Hubei.