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Gurzelen-Seftigen
Zur evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Gurzelen-Seftigen gehören die zwei politischen Gemeinden Seftigen, mit ca. 2100 Einwohnern, und Gurzelen, mit ca. 800 Einwohnern. Die Kirche ist ca. 300 Jahre alt und befindet sich im Dörfli in Gurzelen, ebenso das alte Pfarrhaus von 1560, das seit Oktober 2008 im Besitz der Kirchgemeinde ist.
Seit 2003 hat die Kirchgemeinde ein Begegnungszentrum in Seftigen, eine umgebaute Gewerbeliegenschaft. Hier finden laufend Anlässe der kirchlichen Gruppen statt, wie auch der kirchliche Unterricht. Die Räume des Begegnungszentrums können auch für private Anlässe gemietet werden. Nebst den Sekretariats- und Mitarbeiterbüros befindet sich hier auch die öffentliche Bibliothek der Kirchgemeinde. Unsere Gottesdienste finden meist in der Kirche statt, einmal pro Monat auch im Saal des Begegnungszentrums in Seftigen. Die Christianisierung der Schweiz begann im 7. Jahrhundert, erreichte aber die abseits der wenigen Strassen gelegenen, sehr dünn besiedelten Gegenden oft viel später. Die Jahrzahl 1118 soll gemäss mündlicher Ueberlieferung im Turmkreuz eines eher kleinen Gotteshauses – am Standort der jetzigen Kirche – in Untergurzelen eingestanzt gewesen sein. Auch Obergurzelen besass damals eine Kapelle, die 1272 seelsorgerisch der Kirche Untergurzelen unterstellt wurde, aber in der Reformationszeit (1528) aufgehoben wurde.
Im Gebiet der Gemeinde Seftigen ist keine kirchliche Stätte aktenkundig. Es gehörte zum grossen Kirchspiel Kirchdorf.1664 wurde Seftigen dort abgetrennt und dem sehr kleinen Kirchspiel Gurzelen beigeordnet. Damals wohnten in den beiden Gemeinden zusammen nur ungefähr 500 Personen. Trotzdem wurde das mittelalterliche Kirchlein als zu klein und düster empfunden. Vor allem dank der eifrigen Fürsprache bei den Gnädigen Herren in Bern des Pfarrers Georg Langhans – er amtete hier von 1703-1730 als 54- bis 81-Jähriger; sein Epitaph (Grabmal mit Inschrift) steht im Kirchenvorraum – konnte 1710 die heutige Kirche gebaut werden. Die damaligen Bewohner der Kirchgemeinde waren so arm, dass der Staat und der Schlossherr Hieronimus von Wattenwyl auf Burgistein (Wappen und Inschrift im rechten Chorfenster) je die Hälfte der Baukosten beisteuerten. Seither waren mehrmals Renovationen und Anpassungen nötig, in grösserem Masse 1979-82. Damals wurde beim Haupteingang anstelle des offenen Vorscherms mit Orgelaufgang der Kirchenvorraum geschaffen.
Über Jahrhunderte hinweg war die Betreuung des Begräbniswesens den Kirchgemeinden überbunden. Die Grabstätten befanden sich auch in Gurzelen im Kirchenareal. Wegen des Bevölkerungszuwachses – 1900 hatten Gurzelen und Seftigen je 600 Einwohner – wurde der Friedhof auf der Zelg angelegt, wobei im Wechsel auch der Platz um die Kirche weiter gebraucht wurde.Als die Mobilität der Bevölkerung und damit ihre glaubensmässige Durchmischung zunahm, wurde das Begräbniswesen 1970 den politischen Gemeinden übertragen. Die sachlich enge Verbindung mit der Kirche jedoch blieb bestehen.
Weitere Informationen sind auf der Homepage der Kirchgemeinde www.ref-gurzelen-seftigen.ch zu finden.
Textquelle: Homepage der Kirchgemeinde, Foto: Peter Zosso, Redaktion: Stephanie Keller