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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Viertes Buch
19. Durch eine andere Stelle wird das gleiche bestätigt.
Obwohl man es möchte für überflüssig halten können, danach noch anderes darüber hinaus anzuführen, weil bei Göttlichem nicht erst mehrfach Gesagtes, sondern das schon einmal Gesagte genügt, so ist doch die genaue Kenntnis dessen notwendig, was gerade hierüber gesagt ist. Denn nicht etwa von den göttlichen Worten, sondern von unserer Einsicht haben wir Rechenschaft abzulegen.
Gott spricht zu Noe unter vielen Geboten auch dieses: „Wer Menschenblut vergossen hat, für dessen Blut soll sein Leben ausgegossen werden; denn nach dem Bilde Gottes habe ich den Menschen erschaffen.”1 Auch hier wird unterschieden: Urbild, Werk, Wirker, Gott bezeugt es, den Menschen nach Gottes Bild erschaffen zu haben. Als er vor der Erschaffung des Menschen stand, sagte er: „Nach unserem Bilde, weil er v o n sich und nicht z u sich sprach; nach der Erschaffung des Menschen aber: „Gott erschuf den Menschen nach Gottes Bilde.” Er kannte sehr wohl des Wortes eigentliche Bedeutung, wenn er zu sich selber spräche, um sagen zu können: „Ich habe nach meinem Bilde geschaffen.” Denn um die Einheit des Wesens aufzuweisen, hatte er gesagt: „Wir wollen nach unserem [Bilde] erschaffen.” Anderseits aber bringt er auch nicht die Erkenntnis über den Vereinzelten und Nicht-vereinzelten in Verwirrung: da Gott den Menschen bei seiner Erschaffung „Nach Gottes Bild” erschaffen hat.
1: Gen 9,6