Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03103.jsonl.gz/1923

Die Kanzel
Die am Ostende der Südwand stehende Barockkanzel aus Eichenholz schuf 1687 ein Schreiner aus Liestal, vermutlich Peter Hoch, der 1686 für die Kirche von Frenkendorf eine Kanzel mit dem gleichen Korpus erstellte.
Die kannelierte* Stütze endet in einem Kranz von Brettkonsolen. Zwischen den gedrehten Ecksäulchen des achteckigen Korpus sind die rechteckigen Füllungen mit doppelten Springhobelleisten gerahmt.
Der ebenfalls achteckige Schalldeckel endet in einem Volutenkranz**.
kanneliert*
Die Kannelierung (lateinisch canna = Rohr; französisch cannelure = Rinne, Furche, Rille) ist die Auskehlung eines Objektes, z.B. einer Säule, mit senkrechten, konkaven Furchen.
Volute**
Ein schneckenförmiges eingerolltes Zierelement von Bauteilen wie Konsolen, Giebeln oder Kapitellen (lateinisch volutum = das Gerollte).
Wozu dient der Schalldeckel?
Bevor man die Möglichkeit hatte, eine Verstärkeranlage zu verwenden, war er ein einfaches Hilfsmittel, um den Pfarrer beim Predigen besser zu verstehen. Durch den Schalldeckel wurden die Schallwellen daran gehindert, sich gegen die Kirchendecke auszubreiten; er war also auch eine Art „Verstärkeranlage“.
Aus:
„Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft/Band II“, verfasst von Hans-Rudolf Heyer
Die Kanzel vor 1936
Die Aufnahme von Pfarrer Fritz Glur von 1901 zeigt, dass die Kanzel vor der grossen Innenrenovation von 1936 mehr in der Mitte des Kirchenraumes angebracht war.
Hinter dem Predigenden befand sich damals der Wandspruch
„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist der Gemeinde sagt.“
Der „Stein des Anstosses“
Bei der Innenrenovation von 1936 wurde der Bodenstein des ehemaligen Kanzelstandortes absichtlich belassen. Dieser Stein wurde zu einem „Stein des Anstosses“, denn er gibt immer wieder zu Fragen Anlass.