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Die meisten Sklaven haben während ihrer jahrelangen Gefangenschaft im Sudan nicht nur Verachtung und Folter erlebt. Sie mussten auch sehr oft hungern. Es ist wichtig, dass sie nach der Befreiung langfristige und ausreichende Ernährung bekommen. CSI setzt hier mit der Verteilung von Saatgut an.
Für die heute 22-jährige Südsudanesin Amiir Akol Tong gehörte das brennende Hungergefühl zum Alltag. Bis zu ihrer Befreiung kannte sie das Sättigungsgefühl kaum. Denn sie wurde vor fast 20 Jahren von dschihadistischen Milizen vom damaligen Süden des Sudans in den Norden entführt und versklavt. Sie musste sich von den Essensresten ihrer Besitzerfamilie ernähren, was niemals ausreichte, um ihren Hunger zu stillen.
Obwohl Amiir wegen der Mangelernährung oft entkräftet war, wurde sie jeden Tag zu harter Arbeit gezwungen. Das schutzlose Mädchen konnte sich anstrengen, wie es wollte. Es wurde trotzdem regelmäßig beschimpft und geschlagen. Kommt dazu, dass ihr Sklavenhalter Mahmud Ibrahim oft über sie herfiel und sie vergewaltigte.
Dass Amiir vor kurzem aus der brutalen und demütigenden Sklaverei befreit werden konnte, ist einem sudanesischen Geschäftsmann zu verdanken, der für CSI arbeitet. Er brachte Amiir zusammen mit anderen befreiten Sklaven in ihre Heimat im Südsudan zurück.
CSI legt großen Wert darauf, dass die ehemaligen Sklaven nach der Rückführung nicht einfach ihrem Schicksal überlassen sind, sondern mit einer Starthilfe ausgerüstet und in die Dorfgemeinschaft integriert werden.
Besonders wichtig ist auch, dass befreite SklavInnen wie Amiir ausreichend ernährt sind und längerfristig für sich selbst sorgen können. Deshalb erhalten sie nach ihrer Rückkehr eine stattliche Menge Hirse- und Erdnuss-Saatgut sowie eine Hacke für die Bepflanzung. Einen Teil des Saatguts verwenden sie direkt als Nahrung, während der andere Teil gesät und später geerntet wird.
Auch Amiir konnte nach ihrer Befreiung und Rückkehr Saatgut von CSI entgegennehmen. «Ich bin CSI unendlich dankbar dafür. Es war für mich ein Gefühl wie ein neues Leben, als ich zum ersten Mal genug zu essen bekam und nicht mehr Hunger leiden musste.»
Reto Baliarda
Hier finden Sie den Spendenaufruf für die Saatgut-Verteilung im Südsudan. Herzlichen Dank.