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Wegen seines Status als uneheliches Kind brauchte er jedoch einen Dispens, um überhaupt zur Priesterweihe zugelassen zu werden. Diese wurde ihm von Papst Pius VII. schliesslich erteilt. In seinem Amt fiel er einem Priesterkollegen negativ auf, da er es am «tadellosen, priesterlichen Lebenswandel» habe fehlen lassen. Er sang oft «nicht erbauliche Lieder» und beliebte sogar «mit Personen des anderen Geschlechts» zu scherzen.
Wahrscheinlich war er einfach ein volksnaher Pfarrer, da er das Leben des sogenannt einfachen Volkes von seiner eigenen Herkunft her kannte. Die Vorwürfe wurden untersucht und entkräftet.
Joseph Mohr dichtete auch gerne. Für eines seiner Gedichte bat er den Lehrer und Hilfsorganisten Franz Xaver Gruber, eine Melodie zu komponieren. Und heute vor 203 Jahren standen Gruber und Mohr in der Christmette vor der weihnachtlichen Gemeinde und sangen zum ersten Mal «Stille Nacht, heilige Nacht». Den schlichten Gesang begleitete Mohr auf der Gitarre. In der Folge wurde das Lied zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder weltweit.
Joseph Mohr machte später durch sein soziales Engagement auf sich aufmerksam. So initiierte er zum Beispiel an einer neuen Wirkungsstätte den Neubau einer Schule und sorgte dafür, dass auch Kinder aus armen Familien die Schule besuchen konnten. Weil Mohr und Gruber täglich mit «ganz normalen Menschen» zu tun hatten, hatten sie ein Gespür für die Sprach- und Erlebniswelt dieser Menschen. In diesem Weihnachtslied floss ihrer beider Sinn für den Menschen zusammen und berührt seither Menschen weltweit.