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Die Emder Wasserleitungen und die Staldnerin
Die Emder Wasserleitungen und die Staldnerin Emd hat drei Wasserleitungen, die alle vom Emderbach gespiesen werden, der an der « Twerenfluh » das W¾sser an die Niwe abgibt. Das Wasser des Emder-baches darf aber erst unterhalb der Aschepfi der Augstborderin von den Emder Wasserleitungen beansprucht werden. Der Emderbach erhält aber unterhalb der Wasserfassung der Niwen so reichen Zufluss durch Sicker- und Tagwasser, dass in normalen Jahren immer noch genügend Wasser zur Versorgung der tiefern Leitungen vorhanden ist und diese also nicht zu kurz kommen. Zunächst zweigt die Haslerin ab, etwas tiefer die Staldnerin und zu unterst die Jeusserin. Von diesen ist die Staldnerin gemeinsames Eigentum von Geteilen aus den drei Gemeinden Emd, Törbel und Stalden. In Törbel wird sie benützt zur Bewässerung der Grundstücke jenseits des Törblerbaches, hauptsächlich der Wiesen von der Schufla bis hinab ins Rijelli; dann fliesst sie den Törblerbach hinab und wird weiter unten bei Mühlebach wieder gefasst und in das Gelände von Stalden geleitet.
Da der Emdbach nach schneearmen Wintern eine unzuverlässige Wasserquelle ist und die Emder den Staldnern das Wasser streitig machten, verkauften 1921 die Geteilen von Stalden ihre 286 Stunden Wasserrecht an der Staldnerin im dreiwöchentlichen Kehr zu 29,000 Franken, also zu rund 100 Franken die Stunde, an die Gemeinde Emd. Stalden will nun von Eisten her an Stelle der Staldnerin das Gletscherwasser von der Saaser Visp nach Stalden führen, ein Wasser, das viel zuverlässiger und besser ist als das Schneewasser vom Augstbord.
Die Emder Wasserleitungen haben alle einen dreiwöchentlichen Kehr. Das Wasser ist eingeteilt in « Tagwasser », von 4 Uhr früh bis 8 Uhr abends, und « Nachtwasser », von 8 Uhr abends bis 4 Uhr morgens. In der Benützung von Tag- und Nachtwasser wird abgewechselt. In gewöhnlichen Jahren hat Emd jedoch so reichlich Wasser, dass meist nur das Tagwasser verwendet wird. Des Nachts fliesst das Wasser unbenutzt ab. Oft wird aber das Wasser der Haslerin, wenn die Geteilen es nicht nötig haben, in die tiefer gelegene Staldnerin geleitet und dann tiefer unten von Törbel und Stalden benützt.