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Die Maremma – Küstenlandschaft der Toskana
Wenn von der Toskana die Rede ist, denken die meisten an charakteristische Hügellandschaften mit Mohnfeldern, Olivenbäumen, Zypressen, Pinien und Weinanbau oder an alte Städte wie Florenz, Siena oder Pisa.
Die Toskana ist aber auch eine Küstenregion. Ihre Landschaft – die sogenannte Maremma – unterscheidet sich in mancher Hinsicht vom Rest des Gebietes.
Am Thyrrenischen Meer
Eine genaue geografische Abgrenzung der Maremma gibt es nicht. Der Begriff wird mal enger, mal weiter gefasst. Bei der weiteren Definition wird darunter der Küstenstreifen der südlichen Toskana und des nördlichen Latium am Thyrrenischen Meer verstanden, im engeren Sinne umfasst die Maremma das Gebiet zwischen dem Elba gegenüber liegenden Golf von Follonica und der Grenze zwischen der Toskana und Latium.
Die Maremma ist in grossen Teilen eine flache Landschaft. Nur an einigen Stellen reichen die Hügel- und Bergketten des Hinterlandes bis unmittelbar an die Küste heran. In früheren Jahrhunderten war das Gebiet berüchtigt für seine Sümpfe und die dadurch bedingte Gefahr, an Malaria zu erkranken.
Die grossen Stadtrepubliken der Toskana liessen die Maremma daher links liegen. Das änderte sich erst in der Ära des Grossherzogtums Toskana im 17./18. Jahrhundert, als das Gebiet systematisch entwässert und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht wurde. Die Drainage-Massnahmen wurden bis in die 1930er-Jahre fortgesetzt.
Weinbau und Landwirtschaft statt Sümpfen
Die Zeit der Sümpfe ist daher bis auf wenige Ausnahmen vorbei. Heute ist die Maremma eine intensiv landwirtschaftlich genutzte Region. Die hier angebauten Weine haben einen exzellenten Ruf. Ferien auf dem Bauernhof sind ein beliebtes touristisches Angebot. Hier setzt man bewusst auf sanften Agrotourismus und versucht gezielt Bausünden, wie sie sich häufiger in Küstengebieten finden, zu vermeiden. Die Bauernhäuser und Güter der Maremma eignen sich besonders gut für Urlaub mit Kindern.
Natürlich ist die Maremma mit ihren Stränden auch ein hervorragendes Ziel für Badeurlaub. Die Landschaft und die sehenswerten alten Städte an der Küste und im Hinterland machen die Region aber auch für Kultur- und Natururlauber interessant. Die Maremma verfügt über eine Vielzahl an Naturparks und Naturschutzgebieten.
Im Parco Regionale della Maremma
Der bekannteste ist der Parco Regionale della Maremma ganz im Süden der Toskana. Er umfasst die Hügelkette der Monti dell’Uccellina und flache Gebiete im Umfeld der Ombrone-Flussmündung. Im Park bemüht man sich um die Wiederherstellung des ursprünglichen Naturzustandes und ein intaktes Ökosystem. Dazu gehören auch Sümpfe und Salzwiesen im Bereich der Ombrone-Mündung.
Der Parco Regionale della Maremma ist ein Wanderparadies, es gibt ein gut erschlossenes Wegenetz. Urlauber können hier die typische Tierwelt der Region, wie das Maremma-Rind, erleben, zu den Attraktionen gehören auch einige schon in der Steinzeit bewohnte Höhlen. Das am Südrand des Parks gelegene pittoreske Talamone war früher der Seehafen von Siena.
Am Monte Argentario
Noch weiter südlich befindet sich der Monte Argentario mit den beiden malerischen Fischerorten Porto Santo Stefano und Porto Ercole. Der Bergzug ist mit dem Festland nur über drei schmale Landzungen, die eine Lagune begrenzen, verbunden.
Auf der mittleren liegt das ebenfalls sehr sehenswerte Städtchen Orbotello. Der Monte Argentario bildet zusammen mit der Lagune ein wunderschönes Landschaftsgemälde, das auch in Italien mit seiner reichen Küstenlandschaft einzigartig ist.
Grosseto – das urbane Zentrum
Grösste Stadt der Maremma ist Grosseto nördlich des Parco Regionale della Maremma. In der Stadt im Küstenhinterland leben rund 80.000 Menschen. Grosseto verfügt über ein bedeutendes historisches Zentrum. Von Festungsmauern umgeben gruppiert sich die Altstadt mit dem Dom San Lorenzo um die Piazza Dante. Einen starken Kontrast dazu bildet Marina de Grosseto am Meer. Hier finden Bade- und Sonnenurlauber alles, was das Herz begehrt: Hotel- und Appartmentanlagen, Campingplätze, Restaurants und Bars. Auch einen Yachthafen gibt es.
Badeorte mit hervorragender Wasserqualität
Bade- und Urlaubsorte mit schönen Stränden prägen auch den weiteren Küstenverlauf bis hoch nach Follonica. Castiglione della Pescaia, Punta Ala, Puntone und Follonica sind beliebte Ziele. Auch hier lässt die touristische Infrastruktur nichts zu wünschen übrig. Die Wasserqualität an den Stränden der Maremma gilt allgemein als sehr gut. Castiglione della Pascaia erfreut Urlauber mit seiner ursprünglichen Altstadt, in der noch die Fischereitradition des Ortes zu spüren ist. Castiglione gilt als eines der schönsten Städtchen an der Küste.
Auf dem Sprung nach Elba, Rom und Florenz
Von der Hafenstadt Piombino aus am Golf von Follonica kann man problemlos mit der Fähre auf die vorgelagerte Insel Elba übersetzen. Es gibt sehr gute Verbindungen nach Portoferraio, der Inselhauptstadt. Wer will, kann hier den Spuren Napoleons folgen, der Elba kurzzeitig regierte, in der Bergwelt der Insel wandern oder sich an einem der Strände dem Badevergnügen hingeben.
Weiter entfernt von der Maremma liegen schon die bekannten Städte-Ziele der Toskana. Nach Rom ist es von Grosseto aus nur unwesentlich weiter als nach Florenz. Für die Fahrt in die Hauptstadt der Toskana muss man etwa zwei Stunden einkalkulieren, nach Rom dauert es dank direkter Verbindungen etwa genauso lange.
Artikelbild: Monte Argentario mit Isola Rossa (© Markus Bernet, WIkimedia, CC)