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In Costa Rica hatten wir zuerst mal einen Kulturschock. Bereits am Flughafen wurde man plötzlich wieder in Englisch angesprochen, alles ist teuer und sehr amerikanisch. Bei den Autovermietungen waren bereits alle Autos mit 4×4, was man beim Costa Ricanischen Strassenzustand durchaus benötigen kann, ausgebucht. Natürlich hatten wir „vergessen“ ein Auto vor zu reservieren. Zum Glück kannte der Verkäufer von Budget Cars einen der privat Autos vermietet, der noch ein geeignetes Gefährt für uns hatte. So wurden wir von einem Taxifahrer in eine abgelegene Garage gefahren wo wir von Marlon dem Autovermieter empfangen wurden. Wir kamen uns vor wie auf einem türkischen Basar, als er uns das Auto und die dazugehörigen Versicherungen verkaufen wollte. Anscheinend war er es nicht gewöhnt, dass Leute Fragen stellen, anstatt den Vertrag zu unterschreiben, das Auto zu nehmen und zu verschwinden. Währen dem wir etwa eine oder auch zwei Stunden mit Marlon verhandelten (oder besser er auf uns einredete), machten seine Arbeiter eine Wasserschlacht, anstatt die Autos und die Garage zu reinigen. Auf jedenfall hatten wir dann schliesslich ein Auto und eine Versicherung (was für eine wissen wir auch jetzt noch nicht so genau) und unser Abenteuer in Costa Rica konnte los gehen. Nach einer Übernachtung in Alajuela, einem Vorort von San José, fuhren wir auf der Panamericana, die von Alaska bis nach Feuerland führt, in Richtung Süden und schliesslich zur Pazifikküste. Die Panamericana erreicht in Costa Rica den höchsten Punkt auf 3000 m über Meer, von wo aus man einen hervorragenden Blick auf die beiden Küsten (Karibik und Pazifik) hat. An der Pazifikküste übernachteten wir in einem kleinen Cabina Mitten im Regenwald. Beim Abendessen entdeckten wir dann eine Familie von Hollow Monkeys direkt neben unserem Häuschen.
An der Pazifikküste gibt es wunderschöne, einsame Sandstrände, die jedoch meistens nicht ungefährlich zum baden sind. Abgesehen von den Stränden und den Affen, waren wir etwas enttäuscht von der Pazifikküste, da alles sehr „veramerikanisiert“ ist. Grosse Hotelkomplexe (welche wir in den letzten 4 Monaten nie gesehen hatten) und Imbissketten säumen die Strassen und jeder spricht Englisch, selbst wenn man Spanisch mit ihnen spricht. Die Leute an der Pazifikküste sind sich nicht gewohnt, dass jemand spanisch versteht, da sonst mehrheitlich Amerikaner dort hin reisen. Zum Beispiel brachte mir eine Kellnerin statt einer heissen Schokolade ein Schokoladenfrapé. Als ich ihr erklärte, dass ich eine heisse Schokolade bestellt habe, wollte sie mir weiss machen, das Frape sei „caliente“ also heiss. Als ihr klar wurde, dass ich „caliente“ und „frio“ sehr wohl auseinander halten kann und spanisch verstehe, war es ihr so peinlich, dass sie jemand anderes zu unserem Tisch schickte. Der Pazifikküste entlang fuhren wir Richtung Norden zum Vulkan Arenal. Eigentlich führt eine schöne, geteerte Strasse am Arenalsee entlang nach La Fortuna. Bei unserem Glück war natürlich eben diese Strasse kurz vor dem Ziel plötzlich für einige Tage gesperrt, da sie abgerutscht war und an ihrer Stelle ein riesiges Loch prangte. So mussten wir mehrere Kilometer zurück fahren um dann die „Umfahrungsstrasse“, die dem Wurzelwägli im Mühletöbeli ähnelte, nehmen zu können. Nach ca. 1.5h auf dieser Holperpiste war auch diese Strasse wieder plötzlich gesperrt, da eine Brücke erneuert wurde. Anscheinend hat man in Costa Rica noch nichts von vorzeitigen Infotafeln bzw. Umleitungen gehört. Da wir absolut keine Lust hatten kurz vor dem Ziel die Holperpiste wieder zurück zu fahren, fuhren wir kurzerhand über den Fluss. Das Auto hat es zum Glück überlebt und wir sind gut in La Fortuna angekommen.
La Fortuna liegt am Fusse des aktiven Vulkans Arenal und ist wie zu erwarten sehr touristisch. In der Umgebung gibt es unzählige Thermalbäder. Da wir dachten, wir könnten ein wenig Erholung vom Reisen gebrauchen, lösten wir einen Zweitagespass im Luxusspa „The Springs“. Dort genossen wir die warmen Bäder, die grandiose Sicht auf den Vulkan und die hervorragenden Cocktails und vor allem die warmen Duschen und den ersten Haarföhn nach 4 Monaten. In La Fortuna gibt es viele Wanderwege am Fusse des Arenals, die einen guten Blick auf die aktive Seite des Vulkans ermöglichen. Da wie gesagt die Zufahrtsstrasse gesperrt war, konnten wir leider nicht mehr wie geplant nach Monteverde fahren um dort den Canopy Gutschein von unseren lieben Freunden einzulösen. Jasmin von Mawi Reisen war uns jedoch sehr behilflich und hat uns Alternativvorschläge an der Karibikküste gemacht. Nach einigen Tagen in der Vulkangegend ging es dann weiter zur Karibikküste. Dort erwartete uns ein völlig anderes Leben als im restlichen Costa Rica. Nicht nur sehen die Leute vollkommen anders aus, sondern sind auch viel offener und freundlicher und die Gegend hat wieder das von uns so geliebte „südamerikanische Flair“. Die Karibikküste erkundeten wir per Fahrrad und dank unseren Freunden konnten wir anstelle des Canopys einen super coolen Schnorcheltrip inkl. Waldtour, bei der wir Affen und Schlangen entdeckten, machen. Danke euch vielmals dafür, es war genial!
Die letzten Tage in Costa Rica verbrachten wir im Tortuguero Nationalpark im Norden der Karibikküste. Tortuguero war mit Sicherheit eines der Highlights unserer Reise. Tortuguero ist nur auf dem Wasserweg zu erreichen. Von der Hafenstadt Limon aus fährt man ca. 4 Stunden mit einem Boot auf kleinen Kanälen durch den Regenwald, bis man schliesslich in dem kleinen Dörfchen Tortuguero ankommt. Eigentlich hatten wir in Tortuguero eine Dschungeltour gebucht um einheimische Tiere sehen zu können. Jedoch war schon die 4.5 stündige Hinfahrt ein super Erlebnis. Abgesehen von unzähligen verschiedenen Vogelarten, sahen wir Faultiere in den Bäumen hängen, Affen, Leguane die sich in der Sonne wärmten, einen Kaiman, einige Alligatoren und schliesslich ein ca. 6m Krokodil das sich am Ufer sonnte. Da Hofften wir dann doch, dass unser Boot nicht kentert. Auf der Weiterfahrt hatten wir das Glück den Flussdelphinen beim Springen zusehen zu dürfen. Wir kamen uns vor wie in einem Zoo. Noch nie zuvor haben wir in freier Wildbahn so viele Tiere auf einmal gesehen. Auf der Dschungeltour sahen wir dann zusätzlich noch eine Boa, Waschbären und Tucane. Vollkommen begeistert, dass wir unser Geld so gut angelegt hatten, verabschiedeten wir uns schliesslich von Costa Rica und somit von Lateinamerika und flogen weiter zu Jasmin und Scott nach Phoenix.