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<h2>SubmittedText<h2><p>Es ist ein offenes Geheimnis: Unsere Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Lausanne und Zürich bleiben Spitzeninstitutionen, die in Bildung, Forschung und Innovation erstklassig sind. Um diese hervorragende Stellung im BFI-Bereich zu gewährleisten, stellt der Bund zahlreiche mehrjährige Finanzierungsbeiträge bereit.</p><p>In meiner Interpellation geht es mir nicht darum, ausländische Studierende zu diskriminieren, indem ich ihre Anwesenheit an der ETHL und an der ETHZ infrage stelle. Vielmehr möchte ich nach der Abstimmung vom 9. Februar 2014 nicht nur zeigen können, wie attraktiv unsere Hochschulen sind, sondern vor allem auch, wie offen unser Land ist, indem es an diesen Hochschulen bereitwillig ausländische Studierende empfängt und ihnen eine hochstehende Bildung bietet. Deshalb bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie hoch sind die Anzahl und der Prozentsatz ausländischer Studierender, die an den ETH in Lausanne und Zürich studieren?</p><p>2. Woher kommen diese Studierenden (Länder, EU und Drittstaaten)?</p><p>3. Wie hoch sind die Bildungskosten für die ausländischen Studierenden?</p><p>4. Wie hoch ist der Prozentsatz der ausländischen Studierenden, die am Ende ihres Studiums in der Schweiz eine Arbeitsstelle finden?</p><p>5. Werden Schweizer Studierende, die an Hochschulen im Ausland vom selben Niveau wie die beiden ETH studieren, gleich behandelt wie die ausländischen Studierenden an unseren ETH?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat begrüsst die seit je bestehende internationale Ausrichtung der beiden ETH. Im globalisierten wissenschaftlichen Umfeld ist die Internationalisierung der Institutionen des ETH-Bereichs nach Meinung des Bundesrates sichtbarer Ausdruck ihres Erfolges im Wettbewerb um die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihrerseits substanziell zur Lösung von konkreten Herausforderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt beitragen - und zwar sowohl mit Blick auf die Schweiz als auch im globalen Massstab.</p><p>1. Der ETH-Rat unterscheidet in seinen Geschäftsberichten über den ETH-Bereich zwischen Ausländerinnen und Ausländern sowie Bildungsausländerinnen und Bildungsausländern. Letztere stellen jene Teilmenge der Gesamtzahl Studierender ohne Schweizer Staatsbürgerschaft dar, die ihre Hochschulzugangsberechtigung nicht in der Schweiz erworben haben. Nach Auffassung des Bundesrates ist diese Zahl im Zusammenhang der vorliegenden Interpellation von Interesse. Von 2009 bis 2013 hat sich der Anteil der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer unter den Studierenden (ohne Doktorierende) an den beiden ETH von 24,3 auf 31,0 Prozent erhöht. Unter den Doktorierenden stieg ihr Anteil im gleichen Zeitraum von 62,9 auf 71,2 Prozent. Zusammengenommen stieg der Anteil Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer unter den Studierenden und Doktorierenden der ETH Zürich und der EPFL von 2009 bis 2013 von 33,1 auf 39,5 Prozent.</p><p>2. Im Jahr 2013 waren 22,2 Prozent der Studierenden an den beiden ETH Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer aus der EU. Dies entspricht 4905 Studierenden. Im gleichen Jahr waren 44,0 Prozent der Doktorierenden (2619 Personen) Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer aus der EU. Gesamthaft (Studierende und Doktorierende) machte der Anteil Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer aus der EU an den beiden ETH im Jahr 2013 26,8 Prozent aus (7524 Personen).</p><p>3. Gegenwärtig lässt das ETH-Gesetz keine Differenzierung der Studiengebühren nach Herkunft der Studierenden zu. Die Studierenden an den beiden ETH bezahlen unabhängig von ihrer Herkunft ein Schulgeld von 1160 Franken pro Jahr (zuzüglich leicht unterschiedlicher obligatorischer Semesterbeiträge ergibt dies ein Total von 1266 Franken pro Jahr an der EPFL und 1288 Franken pro Jahr an der ETH Zürich). Es gilt zu beachten, dass nicht die Studiengebühren, sondern die allgemeinen Lebenshaltungskosten für die Studierenden den Hauptanteil der Studienkosten ausmachen. Die beiden ETH rechnen für Studierende, die nicht im Elternhaus wohnen, mit jährlichen Lebenshaltungskosten von mindestens 22 000 Franken (inkl. Studiengebühren).</p><p>4. Das Bundesamt für Statistik (BFS) kann aus den Resultaten der Absolventenbefragung den Anteil Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer ableiten, die ein Jahr nach Studienabschluss in einem Mint-Fachbereich in der Schweiz wohnhaft sind. Bei diesen Personen kann grossmehrheitlich davon ausgegangen werden, dass sie in der Schweiz erwerbstätig sind, wobei ein Teil davon ein Doktorat absolviert. In der Befragung im Jahr 2011 lag der entsprechende Wert für die Absolventinnen und Absolventen der beiden ETH bei rund 65 Prozent. In der Befragung von Studienabgängerinnen und -abgängern fünf Jahre nach dem Abschluss lag mit Blick auf den ETH-Bereich der Anteil Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer, die zu diesem Zeitpunkt noch in der Schweiz wohnhaft (und damit mutmasslich hier erwerbstätig) waren, bei rund 67 Prozent.</p><p>5. Die Höhe der Studiengebühren ist auch eine kulturelle Frage. In gewissen, vorwiegend angelsächsischen Ländern sind die Studiengebühren oftmals sehr viel höher als in der Schweiz. In Kontinentaleuropa sind sie dagegen in der Regel relativ tief. Schweizer Studierende bezahlen - sofern eine entsprechende Unterscheidung gemacht wird - manchmal in Ländern der EU die gleichen Studiengebühren wie Studierende aus der EU, manchmal die Gebühren für Drittstaaten. Von Land zu Land und nicht selten auch von Hochschule zu Hochschule können erhebliche Unterschiede bestehen. Eine allgemeine Antwort ist somit hier nicht möglich.</p>  Antwort des Bundesrates.