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Auf Wunsch von Kate eröffne ich hier einen neuen Thread zum Thema Glutathion, weil er in unserem vorausgehenden Thread, der sich mit Dopamin-Mangel-Ursachen und SAMe auseinandersetzte, nicht mehr gut aufgehoben war (Mein Neurostress-Befund (Antje)).
Kuklinski schrieb in einem Fachartikel im Jahre 1998 folgende wichtige Informationen zu Glutathion:
...Auffällig ist, daß bei den seit Oktober 1996 durchgeführten Glutathion- und S-Transferasen-Bestimmungen überproportional erniedrigte Konzentrationen vorlagen. Unter diesen befanden sich auch alle Patienten mit dem klinischen Bild der MCS, CFS, Fibromyalgie und zellulärem Immundefizit.
Jede Zelle mit vollem Gehalt an reduzierten GSH ist infekt-, toxin-, umwelt-und krankheitsresistent
Glutathiondefizite treten auf durch
- Defizite an Glycin, Glutamin und Cystein: Methionin als Präkursor des Cysteins ist die defizitärste Aminosäure bei umweltmedizinischen Erkrankungen. Als Methylgruppendonator wird sie für Detoxifikationen verbraucht.
- Glutamindefizite werden bei PCB-Belastungen aber auch bei Muskelerkrankungen, -atrophien gefunden
- Vit B2 Mangel: Bei diesen Defiziten ist ein Recycling oxidierten Glutathions im GSH nicht möglich. GSSG wird zellulär ausgeschieden.
- Schwermetallbelastungen: Pb, Cd, Hg u.a. blockieren irreversibel die SH-Gruppen durch Bildung von Sulfiden (Pb, S, HgS)
- Azidoseinduzierte Hemmung der zellulären Aufnahme der Aminosäuren Glutamin, Cystein und Glycin: Diese kann z.B. durch PCB-induzierte irreversible Hemmung der mitochondrialen Phosphorylierung mit Lactazidose hervorgerufen werden.
- chronische, "blinde" Überdosierung anitoxidativer Vitamine und Mikronährstoffe. Über einen reduktiven Streß führen sie zu billiären Glutathionverlusten.
- Verbrauch an GSH und NADPH durch Xenobiotika-Detoxifikationen
- flavonoidarme Ernährung
- Defizite an Vitaminen E, C, und andere Antioxidantien.
Wir vermuten, daß an umweltmedizinischen Erkrankungen, insbesondere MCS, die Personen erkranken, die eine Gendeletion der Glutathion-S-Transferase aufweisen (quod erat demonstrandum)
Die Zitate stammen aus einem Fachartikel Kuklinskis mit der Überschrift "Xenobiotika-Belastungen durch Innenraum-Schadstoffe". Zeitschrift 'umwelt.medizin.gesellschaft' Ausgabe 1/98, und kann vom umg-Verlag in Kopie gegen ein paar Euro angefordert werden.
Dr. Runow schreibt in seinem Buch "Wenn Gifte auf die Nerven gehen":
Der Leberstoffwechsel kann ... mit körpereigenen Schutzsubstanzen wie Glycin, Alpha-Liponsäure und Glutathion unterstützt werden.
Eine glutathionerschöpfende Substanz ist z.B. Paracetamol (Acetaminophen), woraus folgt, daß der häufige Konsum von Schmerzmitteln, die Paracetamol enthalten, die Glutathionspeicher in der Leber reduzieren.
Dr. Ohlenschläger, Universität Frankfurt, bezeichnet Glutathion als Zentralmolekül bzw. Ordnungsmolekül zur Entropieminimierung (Minimierung von "Energie-Unordnung"). Es stellt den wesentlichen Anteil an der Speicherung von Energie in Form einer leicht verfügbaren intrazellulären, relativ hoch konzentrierten Elektronendichte dar.
Glutathion ist wahrscheinlich das (!!!) wichtigtste Entgiftungsmittel bei Intoxikationen überhaupt. Sicher kann ich dies aufgrund verschiedener Recherchen jedenfalls von Pestizid-Vergiftungen behaupten.
Eine Verwandte von mir hatte schon längere Zeit bei mehreren Leber-Werten eine Schieflage; nach nur wenigen Wochen einer Glutathion-Substitution waren alle Werte in Ordnung!
Die chronisch "blinden" Überdosierungen von Antioxidantien und Mikronährstoffen, die zu reduktivem Stress und Glutathion-Verlusten führen, geben ernsthaft zu denken. Da wüßte ich nur zu gerne, wo sie beginnen.
Viele Grüße Gini