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03.12.99
Aktion "Orange Dots"
In der darauffolgenden Nacht ließ die $C mit orangefarbenen Linien und Punkten eine 10-Fuß-Grenze rund um ihre Gebäude in Clearwater markieren, da sie die Auffassung vertraten, daß alle Picketer diese Distanz einhalten mußten. Da die meisten von uns jedoch weder Minton hießen noch zu ihm in einer abhängigen Beziehung stehen, bot diese Markierung keinen "Schutz".
Die Polizei zeigte sich über die nächtliche Aktion "not amused" und bezeichnete sie als Verschandelung der Stadt durch Graffitiy. Die Scientologen mußten sie daher schrubbend entfernen, was sie auch fast überall taten.
Aber natürlich haben wir auch unseren "reactive mind" rotieren lassen. Während wir Flyers für die Pressekonferenz und das öffentliche Meeting verteilten, hat DonNOTs orangefarbene runde Aufkleber besorgt, mit denen wir unsere Tafeln und Kleidung verschönerten. Fun! Tilman war enttäuscht, daß es für uns kaum eine Gelegenheit gab, Gruppen von Scientologen zu fotographieren. Beim Picketing im letzten Jahr haben die Scienos angefangen, ihre Leute in Bussen und Vans von einem Gebäude zum anderen zu transportieren. Auch der Bürgermeister hatte eine entsprechende Empfehlung an die "Church" abgegeben, daß es in der Öffentlichkeit keinen guten Eindruck mache, wenn uniformierte Gruppen durch die Stadt gehen.
Mittlerweile ist dieser Shuttleservice zu einer Dauereinrichtung geworden. Anläßlich des diesjährigen Picketings hatte man die Scheiben dieser Vans zusätzlich mit blickundurchlässiger Folie und Weihnachtsmotiven beklebt, damit die Fahrgäste nicht allzu sehr enturbuliert werden. Daß die Fahrer fast alle Nikolausmützchen trugen, wirkte allerdings eher albern als spaßig.
Im allgemeinen reagierten die Scienos auf unsere Anwesenheit mit Rückzug (natürlich außer denen, die zu unserer Bewachung abgestellt waren), und sie verbarrikadierten ihre Eingänge. Gegen Abend jedoch kamen sie, sichtlich mit einzelnen Aufträgen versehen, heraus und sprachen uns an. Meistens gaben sie sich als "citizens" aus und versuchten offensichtlich aus uns Aussagen herauszuholen, die sie gegen uns verwenden könnten. Dabei hat sich zur Klärung der Situation schnell bewährt, daß man sie bat, "Xenu" zu buchstabieren. Ein Mann in einem dunkelblauen, fleckigen Pullover kam mit dem Fahrrad angefahren und versuchte, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Was für ein Zufall, daß der gleiche Mann später mit Telefon am Ohr aus dem Sandcastle-Hotel herauskam, als wir das Entheta-Mobil herrichteten... In ziemlich aggressiver Haltung kam ein junges Mädchen in einem roten Kleid auf mich zu und fragte mich mehrfach energisch, was auf der Rückseite meines T-Shirts stehe (sie war durch meinen Rucksack verdeckt). Auf meine Frage, ob sie Scientologin sei, reagierte sie nicht. Ich habe sie dann freundlich gebeten, sich NICHT die Rückseite anzuschauen, falls sie Scientologin sei; die Wirkung von Implants sei ihr ja wohl bekannt..... Daraufhin wandte sie sich ab, faucht "You're so insane!" und verschwand im Ft. Harrison.
Neben den "Scientology Kills"-T-Shirts (Danke nochmal, Tilman!) gab es auch in diesem Jahr neue: "one town - one cult - no future" und "Clearwater under siege". Davon aber später mehr. Eine besondere Attraktion waren auch die Xenubabys in einem Zwillingskinderwagen, mit lila Umhängen bekleidet, die Ethercat und Whynot die Straßen entlang schoben.