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(Lausanne/Zürich)(PPS) Acht Jahre nach Beginn des Syrienkonflikts geht noch immer ein Drittel der 2.6 Millionen jungen Flüchtlinge nicht zur Schule. Ausserdem nehmen Kinderheirat, Kinderarbeit und Gewalt gegenüber Kindern zu. Terre des hommes sowie andere internationale NGOs empfehlen, von der Finanzierung von Aktivitäten momentan abzusehen, welche die Rückkehr von Flüchtlingen organisieren. Die Bedingungen für eine sichere Rückkehr mit einem würdevollen Neustart sind derzeit nicht erfüllt.
Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) hat für das laufende Jahr die Rückkehr von 250'000 Syrern prognostiziert. Jedoch ist die Zeit dafür noch nicht reif. Die Situation in Syrien ist nach wie vor sehr instabil. Solange die Grundursachen der Krise nicht gelöst sind, besteht weiterhin ein hohes Risiko für ein erneutes Auftreten von Konflikten.
Das führende Kinderhilfswerk der Schweiz, Terre des hommes (Tdh), schliesst sich den Empfehlungen des „Syria International NGO Regional Forum“ (SIRF) im Bezug auf die Brüsseler Syrien-Konferenz vom 12. bis 14. März 2019 an und verlangt:
- die Konfliktparteien sollen dem UNHCR ermöglichen, seinem Auftrag nachzukommen, zusammen mit anderen humanitären Organisationen ein Sicherheitsmonitoring durchzuführen;
- von der Unterstützung oder Finanzierung von Aktivitäten absehen, welche die organisierte Rückkehr von Flüchtlingen unterstützen, bis das UNHCR in der Lage ist, sein Mandat zu erfüllen und nachweisen kann, dass die Schutzanforderungen erfüllt sind.
Während den letzten acht Jahren hat der Krieg mehr als 11 Millionen der syrischen Bevölkerung entwurzelt. Über die Hälfte wurde innerhalb des Landes vertrieben, während die andere Hälfte in den Zufluchtsländern Hilfe suchte. Tdh und seine Partner haben sich im letzten Jahr für den Schutz von über 130'000 besonders gefährdeten Kindern, Jugendlichen und deren Angehörigen eingesetzt, die von der syrischen Krise betroffen waren. In den Aufnahmeländern ist Tdh zusammen mit lokalen Partnern im Einsatz, um den lebenswichtigen Bedürfnissen der syrischen Flüchtlinge zu helfen sowie Bildung und psychologischer Unterstützung zu leisten.
Im Feld bleiben die Herausforderungen enorm. 80% der geflüchteten Syrern, die sich in Jordanien ausserhalb der Lager aufhalten, leben unterhalb der Armutsgrenze. In Ägypten sind 85% der registrierten Flüchtlinge nicht in der Lage, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Im Libanon litten Tausende von Menschen unter harten Lebensbedingungen aufgrund des besonders kalten Winters.
Diese Länder spüren nach wie vor die Last, welche die Aufnahme von Millionen von Flüchtlingen für ihre Gemeinschaften und die Infrastruktur bedeutet. „Die Situation verschlechtert sich immer weiter. Die Armut unter Flüchtlingen hat direkte und schreckliche Auswirkungen auf Kinder und belastet deren Zukunft jeden Tag aufs Neue“, beobachtet Céline Lefèbvre, Verantwortliche für die Tdh-Projekte im Nahen Osten und Nordafrika.
Angesichts dieser prekären Lage nehmen Kinderheirat, sexuelle Gewalt und Kinderarbeit alarmierende Ausmasse an. Mehr als ein Drittel der jungen Flüchtlinge geht noch nicht zur Schule. „In den letzten acht Jahren wurden eine Million syrische Kinder in den Aufnahmeländern geboren. Solange die extremen Armut in den Familien anhält, ist das Risiko, eine oder sogar zwei Generationen von Kindern zu verlieren, sehr gross“, ergänzt Céline Lefèbvre.
Quellen: 3RP, UNHCR, UNICEF
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