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Bernoulli-Häuser
|Bernoulli Häuser|
|Rebgasse 61 - 67|
Inhaltsverzeichnis
Teilweise realisiert[Bearbeiten]
Die Uhrenfabrik A. Schild SA schrieb 1918 einen Wettbewerb für einen Bebauungsplan aus. Dessen Zielsetzung war es, Häusergrundrisse für eine Arbeiter- und Beamtenwohnkolonie mit zwei Heimen für Ledige auf dem Gelände des Hinzihofes zu erhalten. Am Wettbewerb beteiligten sich acht Teilnehmer. Das Preisgericht aus Martin Risch (Chur), Karl Moser (Professor in Zürich) und einem Firmenvertreter entschied sich dem Entwurf von Hans Benno Bernoulli (* 17. Februar 1876 in Basel; † 12. September 1959 Basel) den ersten Preis zuzuerkennen. Die Jury hielt in ihrer Würdigung des Projektes unter anderem fest: «Wir erblicken darin eine besonders klare und eindrucksvolle Verkörperung des Werkbundgedankens, vollwertiger Zweckform in künstlerischer Veredelung.» In der Schweizerische Bauzeitung vom 13. Juli 1918 steht unter anderem:
"Was an Bernoullis Entwurf auf den ersten Blick auffällt, ist die ausgesprochene Symmetrie der ganzen Anlage, was für eine Baugruppe an bewegtem Hang ungewöhnlich ist. Man ist zunächst versucht, eine Missachtung der natürlichen Bodenform zugunsten der architektonischen Haltung des Plans zu vermuten. Verfolgt man aber den Verlauf der Höhenkurven, so erkennt man, dass das Gegenteil zutrifft, dass die natürliche, gegen Süden sich senkende Bodenmulde sehr geschickt ausgenützt ist und dass sich die Verwirklichung des architektonischen Baugedankens ohne jeden Zwang durchführen lässt."
Zu sehen an der Rebgasse[Bearbeiten]
Realisiert wurde von den Plänen des grossen Planers nur gerade die Häuser Rebgasse 61 bis 67. Trotz verschiedenen mehr oder weniger guten Eingriffen in den Plan ist die ursprüngliche Sprache, wie sie in der Würdigung der Jury festgehalten ist, noch erhalten. Hans Bernoulli gehört zu den bedeutendsten Schweizer Architekten seiner Zeit. Er war Architekt, Freiwirtschafter und Politiker und lebte von 1876 bis 1959. Er entstammte der weltberühmten Mathematikerfamilie aus Basel. Sein Gedankengut entsprach einem liberal sozialen Weltbild. Dem Wohnen der weniger Begüterten eine immer bessere und lebensgerechtere Form zu verleihen, das war sein Ziel. So gehören die Gartenstadt zu seinen wichtigsten Themen, doch auch der Bau des Blockes10 der Wohnbausiedlung Basel (1930) und die Einführung der vorfabrizierten Bauelemente (1944 bis zu der 1947). Im Nationalrat brachte er Forderung vor, das Baurecht gesetzlich vom Eigentum an Grund und Boden zu trennen. Hinter allem verbarg sich die Überzeugung, dass das klare architektonische Denken über die Grenzen der eigentlichen Bauaufgabe hinaus zu gehen habe. Objekt, Quartier, Stadt, Region, Land müssen nach Bernoulli kausal miteinander verknüpft sein und sich gegenseitig beeinflussen.
Erwähnungen[Bearbeiten]
- Die Bernoulli-Häuser und zwölf weiteren ausgewählten architektonischen Ansichten begegnen wir im Führer "Architektonische Ansichten" mit Fotos des Solothurners Hansruedi Riesen.
- Fritz Haller auf Wikipedia
Quelle[Bearbeiten]
- Text von Lukas Walter
- Bauunterlagen Baudirektion Grenchen
- Schweizerische Bauzeitung vom 13. Juli 1918