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Von den 4,4 Millionen Erwerbstätigen der Schweiz möchten 291'000 gerne mehr arbeiten. Unterbeschäftigte und Arbeitslose zusammengenommen, fehlen rund 255'000 Vollzeitstellen. Auf dem Arbeitsmarkt schlummert zudem eine "stille Reserve" von über 200'000 Personen.
Die von den Teilzeitbeschäftigten zusätzlich gewünschten Arbeitsstunden allein entsprechen 94'000 Vollzeitstellen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer ergänzenden Studie zur Erwerbslosigkeit errechnet hat. Die 193'000 Erwerbslosen mitgezählt, waren 2012 insgesamt 484'000 Personen von Arbeitsmangel betroffen.
Die 291'000 Teilzeitbeschäftigten, die mehr arbeiten möchten und dafür auch zur Verfügung stünden, machen nach internationaler Definition 5,8 Prozent aller Erwerbspersonen aus. 2012 wurde dieser Anteil einzig von Irland mit 6,9 Prozent sowie von Spanien und Grossbritannien mit je 6,0 Prozent übertroffen.
Von den Nachbarländern weisen Deutschland und Frankreich Anteile von 4,3 respektive 4 Prozent aus. Österreich kommt auf 3,3, Italien auf 2,4 Prozent. Im europäischen Mittel liegt die Quote der Unterbeschäftigung bei 3,8 Prozent. Von den Unterbeschäftigten in der Schweiz sucht nur rund ein Viertel aktiv nach Mehrarbeit.
Frauen, 40- bis 45-Jährige und Personen mit Ausbildung auf Sekundarstufe II (Berufsbildung oder allgemeinbildende Schulen) sind nach den Angaben des BFS überdurchschnittlich oft unterbeschäftigt.
Wird der Anteil Unterbeschäftigte unter den Teilzeiterwerbstätigen betrachtet, so arbeiten teilzeiterwerbstätige Männer, Ausländerinnen und Ausländer, 15- bis 24-Jährige und Personen ohne nachobligatorische Bildung öfter zu einem ungenügenden Beschäftigungsgrad.
"Stille Reserve" bei den Nichterwerbspersonen
Zusätzlich zum ungenutzten Potenzial bei den Teilzeiterwerbstätigen gibt es gemäss BFS eine "stille Reserve" von 212'000 Menschen, die weder erwerbstätig noch arbeitslos sind. Die Zahl setzt sich zusammen aus den 52'000 Personen, die zwar auf Arbeitssuche, aber nicht kurzfristig für eine Arbeit verfügbar sind, und aus 160'000 Personen, die zwar für eine Arbeit verfügbar wären, aber nicht aktiv danach suchen.
Rund zwei Drittel dieser potentiellen zusätzlichen Arbeitskräfte sind Frauen. Beide Gruppen der stillen Reserve unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Altersstruktur: Über die Hälfte der "nicht kurzfristig verfügbaren Personen" sind Jugendliche (15- bis 24-Jährige), unter den "Personen, die nicht aktiv suchen", sind die Altersgruppen gleichmässiger verteilt.
SDA-ATS