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Leise Windturbinen: Rotorblätter wie Eulenflügel
Sind die Rotorblätter von Windturbinen aufgebaut wie Eulenflügel, lassen sich die Lärmemissionen von Windkraftanlagen reduzieren. Zu dieser Erkenntnis kam ein amerikanisch-britisches Forscherteam.
Je schneller sich die Rotorblätter von Windturbinen drehen, umso lauter werden sie. Dies ist einer der Gründe, dessentwegen Windkraftanlagen in der Nähe von Wohngebieten nachts jeweils ausgeschaltet werden. Gemäss einem britisch-amerikanischen Forscherteam können die Lärmessionen solcher Anlagen verringert werden, wenn die Rotorblätter wie Eulenflügel aufgebaut sind.
Die meist nachtaktiven Raubvögel können sich beinahe lautlos ihren Opfern nähern. Möglich machen dies ihre komplex aufgebauten Flügel: Wie die Wissenschafter festgestellt haben, weisen die Flügel an der Vorderkante einen beweglichen, borstenartigen Kamm auf. Auf der Hinterseite verfügen die Flügel über elastische Fransen und die Schwungfedern haben eine flaumartige Abdeckung. „Kein anderer Vogel hat eine derart komplizierte Flügelstruktur“, sagt Nigel Peake von der Universität von Cambridge in England. „Die Flügel glätten den Luftfluss, die Geräusche, die beim Fliegen entstehen, werden gestreut und die Beute der Eule hört nicht, dass ein Feind im Anflug ist.“
Mit Hilfe von 3D-Technologie übertrugen die Forscher diese Struktur auf Windturbinen-Rotorblätter. Windkanaltests zeigten, dass der Lärm einer Windturbine so um zehn Dezibel reduziert werden kann. Bis aber tatsächlich ganze Windanlagen leise wie eine Eule auf der Jagd sind, dauert es noch. Die Wissenschafter wollen ihre Entwicklung vorerst optimieren. Zudem sehen sie weitere Einsatzfelder: Mit dem Eulenflügelkonzept könnten auch Computerventilatoren oder gar Flugzeuge leiser werden. (mai)