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Kapuziner Schweiz
Im Herrn verscheiden
Hugo Arnold wurde am 13. November 1925 in Altdorf UR geboren, trat 1947 in den Kapuzinerorden ein und legte am 25. März 1952 die ewigen Gelübde ab.
Wilde Haartracht und ein ebenso wilder Bartwuchs, mit einem freundlichen Lachen auf den Lippen und einem herzlichen Blick, so kann einem Br. Hugo Arnold in Erinnerung bleiben – es sei denn, seine Toscanelli gehörte auch noch dazu.
Als Ältester von fünf Kindern geboren, war er der Onkel des späteren Kapuzinerprovinzial Seraphin Arnold. Von Kindheit an schwerhörig, von den Lehrern unterschätzt, hinderte ihn das nicht, bis ins hohe Alter neugierig zu bleiben, Zeitungen und Bücher zu lesen und sich für Politik und Spirituelles zu interessieren. Die italienische Sprache war ihm lieb und die Kapuzinermystikerin Veronica Giuliani.
Sein Hauptgeschäft aber war die Küche. Ein Leben lang war er Koch in rund einem Dutzend Kapuzinerniederlassungen, geschätzt für seine Kochkünste und für seine unkomplizierte und humorvolle Art.
Als Br. Hugo 2011 ins Pflegekloster Schwyz kam, konnte er körperlich nicht mehr so viel wirken. Nun setzte er sich in der Pflegestation gern ans Bett eines kranken Mitbruders und betete laut oder still für ihn und mit ihm. Er wartete auf Bruder Tod und immer noch voller Schalk meinte er, ja er möchte gern sterben, aber er wisse nicht wie das gehe.
Seit dem ersten Adventssonntag, dem 1. Dezember 2019, weiss Br. Hugo wie sterben geht. Am 7. Dezember 2019 war im Kloster Schwyz der Beerdigungsgottesdienst und anschliessend wurde die Urne auf dem Kapuzinerfriedhof beigesetzt.
Beda Scherer wurde am 17. Februar 1924 in Meienberg AG geboren, trat 1950 in den Kapuzinerorden ein und legte am 14. September 1954 die ewigen Gelübde ab.
Vom aufmüpfigen Schüler zum profilierten Mechaniker und frommen Kapuzinermissionar, so könnte man knapp das Leben von Br. Beda charakterisieren.
Erst bewährte sich der junge Kapuziner sechs Jahre lang als Koch in verschiedenen Klöstern. 1957 konnte er als Missionar nach Tansania ausreisen. Einerseits war er als Lastwagenfahrer unterwegs und anderseits baute er eine mechanische Werkstätte in Mtimbira auf und unterrichtete Lehrlinge. An einem neuen Ort - Kwiro 1966 - errichtete er eine grosse mechanische Werkstätte, wo Autos, Lastwagen und Motorräder der Mission, der Regierung und von Privaten repariert und viele junge Tansanier zu Automechanikern ausgebildet wurden. Und wiederum später - 1994 in Endamariek und dies über 21 Jahre - wurde wieder eine mechanische Werkstätte aufgebaut und Beda war verantwortlich für die Wasserversorgung dieser Grossgegend (ein Röhrennetz von 50 km – von der Quelle bis zum Dorf, durch Wälder und Hügel, Täler und Schluchten).
2015 machte sein Körper nicht mehr mit, körperlich verbraucht bezog der das Alterskloster in Dar es Salaam. Der sich so eingesetzt hatte für andere, er war jetzt bereit selber Hilfe anzunehmen und in Geduld und mit viel Humor auch seine Beschwerden zu tragen und zu sagen: «Mungu yupo! – Gott ist mit uns, er wird es schon richten.»
Gott hat seinen eifrigen und frommen Diener am 9. November 2019 heimgeholt. Am 13. November fand die Beerdigung in Dar es Salaam statt.
Theophil Schnyder wurde am 9. Juli 1932 in Neuenkirch LU geboren, trat 1958 in den Kapuzinerorden ein und legte am 1. April 1962 die ewigen Gelübde ab.
«Nach über 50 Jahren im Kapuzinerorden habe ich das gute Gefühl - und dies freut mich besonders - bei den Kapuzinern meinen rechten Weg gefunden zu haben.» So schrieb Br. Theophil im Jahre 2013. Als fünftes von neun Kindern in eine Bauernfamilie hineingeboren und erst selber in der Landwirtschaft aktiv, führte ihn das Erlebnis der Volksmission zu den Kapuzinern. Zwischendurch oder nebenbei war Br. Theophil auch Gärtner und Krankenbruder und Pförtner, aber im Wesentlichen war er ein Leben lang Herr über die Kochtöpfe, ein sehr geschätzter Koch in verschiedenen Klöstern. Ihm wurden auch Lehrlinge anvertraut, d.h. junge Kapuziner lernten bei ihm Kochen, und die Brüder wählten ihn in einigen Klöstern auch zum Beirat der Klosterleitung. Trotz einer Hörbehinderung in den letzten Jahren blieb er kontaktfreudig und die Gastfreundschaft war ihm stets ein Anliegen.
Am 7. Januar 2020 durfte unser Bruder Theophil, der jahrelange Koch für seine Brüder, aufbrechen zum ewigen Mahl im Himmel. Am 14. Januar fand der Abschiedsgottesdienst und die anschliessende Beerdigung auf dem Kapuzinerfriedhof in Olten statt.
Otbert Thoma wurde am 30. März 1917 in Bischofszell TG geboren, trat 1936 in den Kapuzinerorden ein und wurde am 4. Juli 1943 zum Priester geweiht.
Fast nicht zu glauben, fast 103 Jahre war er alt geworden, obwohl ihn schon in der Jugend Leiden und Sterben umgaben (drei seiner zehn Geschwister starben schon in jungen Jahren). So durfte Otbert jetzt nach langem Leben durch das Himmelstor gehen. Missionar in fernen Ländern wäre er gern geworden, doch seine Gesundheit liess das nicht zu. Hausmissionar in St. Gallen und Zürich wurde er aber, nachdem er zuvor in vielen Pfarreien ausgeholfen hatte und auch als Arbeiterseelsorger tätig war. 1969 kam die Berufung zum Pfarrer ins Bündnerland, nach Zizers. Ein paar Jahre später wirkte er in Zufikon AG, wo er sich erfolgreich gegen die Aufhebung der Niederlassung wehren konnte. Nach anschliessenden fünf Jahren in Dornach folgte die Berufung zum Pfarrer und Wallfahrtsseelsorger in Mastrils GR. Mit Freude und Elan war er dabei, doch eine Krebskrankheit, Kehlkopf- und Kopfoperationen und ein «beachtlicher» Autounfall liessen es dann genug sein. 1991 kam Otbert nach Wil, wo er seinen 100. Geburtstag feiern konnte. Nun hatte er Zeit zum Lesen, Beten und den Garten mit seinen Schönheiten und Köstlichkeiten zu geniessen und vom Himmel zu träumen. 2018 kam Br. Otbert ins Pflegekloster Schwyz.
Am 9. Januar 2020 durfte Otbert in die Herrlichkeit Gottes eingehen. Am 16. Januar fand in Wil der Beerdigungsgottesdienst statt und seine Urne wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.
Edwin von Moos wurde am 25. März 1925 in Sarnen OW geboren, trat 1948 in den Kapuzinerorden ein und legte am 8. September 1952 die ewigen Gelübde ab.
Worüber soll man mehr staunen: über die grossartigen Leistungen des Edwin in Afrika oder darüber, dass er zuletzt im Pflegekloster Schwyz, fast blind, langsam und schwach und krumm sagte: «Ich bin glücklich, es fehlt mir nichts, ich sitze hier und bin froh, dass ich bin, Deo gratias.»?
In der Jugend galt er als rebellisch, doch er kriegte die Kurve und nach umfassender beruflicher Bildung wagte er sich auf die Spuren seines Cousins, wurde Kapuziner und Missionar. Kaum in Tansania verewigte er sich schon mit einem riesigen Betonrelief an einer neuen Kirche in Dar es Salaam. Nach kurzer Zeit leitete er eine Handwerkerschule mit 100 Angestellten und 40 Lehrlingen. Ein ganz anderes grosses Projekt beginnt er um 1980 mit dem Aufbau eines Zentrums für geistig behinderte Kinder. Aus kleinen Anfängen wird ein ganzes Dorf.
2002 wird Edwin schwer krank. Nach Operationen in Dar es Salaam und in der Schweiz war eine Rückkehr in die Schweiz angezeigt.
Br. Edwin konnte loslassen. Erst pflegte er noch den Kontakt mit E-Mails und SMS; das Augenlicht liess nach und er lernte die Blindenschrift; er verlor das Tastgefühl und versuchte sich mit den Orgeltasten. Zufrieden totz aller Einschränkungen sagte er: «Glücklich bin ich, langsam, schwach, und falls ich je so vergesslich werde, wie ich krumm bin, zumindest ein Gebet, ein ganz kurzes, will ich mir bewahren: Deo gratias.»
Am 22. Dezember 2019 durfte Br. Edwin zum ewigen Glück aufbrechen. Am 30. Dezember fanden der Abschiedsgottesdienst und anschliessend die Urnenbeisetzung auf dem Klosterfriedhof in Schwyz statt.
P. Karl Flury