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Bob Childs - ESA/AHA/PHCP Certified Hoof Specialist
Die Vorteile der Barhuf Methode
Es gibt viele Vorteile ein Pferd barhuf zu halten:
Befreit von Hufeisen kann sich ein Huf entsprechend dem Untergrund biegen und drehen - für was er ja ursprünglich auch kreiiert wurde. Das Pferd kann den Boden spüren und wird solide und trittsicher. Das barhuf Pferd ist resistenter gegen Krankheiten aufgrund der verbesserten Zirkulation und sieht besser aus, da die Exfoliation einfacher stattfinden kann.
Kein Pferd sollte das ganze Jahr in Hufeisen sein. Gute Hufschmiede empfehlen das Entfernen der Eisen für eine gewisse Zeit, damit sich die Hufen erholen können. Wir wissen seit langem, dass Hufeisen ein "notwendiges Übel" sind - etwas, dass wir tun müssen, um die Hufen zu schützen, trotz der daraus resultierenden Nachteile. Aber seitdem qualitativ hochstehende Hufschuhe zur Verfügung stehen, ist den mittelalterlichen Hufeisen ein Ende zu setzen. Heute kann jedes Pferd ein natürliches Leben führen wie es die Natur für sie vorgesehen hat und diejenigen, die zusätzlichen Schutz benötigen, können in entsprechend angepassten, flexiblen, leistungssteigernden, langlebigen, abnehmbaren Hufschuhen arbeiten.
Natürliche Hufpflege passt sehr gut in das "natural horsemanship" Konzept. Wir erhalten mehr mit Respekt als mit auferlegtem Zwang. Anstatt den Huf in die menschlichen Gegebenheiten zwängen zu wollen, respektieren wir seine Fähigkeit, das Pferd in seiner Aktivität zu unterstützen und stellen fest, wie kompetent die Hufen sind. Wir können viel von einem Pferd lernen, wenn wir uns die Zeit nehmen zuzuhören.
Tipps für eine erfolgreiche Barhuf-Umstellung
Wenn die Hufeisen erstmals entfernt werden, braucht es ein paar Tage, bis die Blutzirkulation wieder vollends in den unteren Teil der Beine gelangt. In dieser Phase kann eine erhöhte Sensibilität auftreten. Unterlassen Sie das Reiten, aber halten Sie das Pferd mit Bodenarbeit oder viel Weideauslauf aktiv. Limitieren Sie auf keinen Fall die Aktivität, sondern ermöglichen sie viel Bewegung. Nach dieser ersten Pause können Sie mit Hufschuhen wieder reiten wie bis anhin.
Wenn möglich stellen Sie die gleichen Lebensumstände zur Verfügung, in welchen das Pferd arbeitet. Falls es in einer Box mit Stroh lebt und auf Kieswegen geritten wird, sorgen Sie für einen Auslauf auf Kies. Ein Untergrund aus flachen, runden Kieselsteinen härtet die Hufen, stützt zugleich und ist angenehm.
Halten Sie die Hufen sauber! Tägliches Auskratzen mit dem Hufpick und ein wöchentliches Einweichen in einer 50/50 Wasser/Apfelessig Lösung beugen einer Pilzinfektion vor. Während der feuchten Jahreszeit empfehle ich ein 20-minütiges Einweichen ein Mal pro Woche.
Sorgen Sie dafür, dass die Ernährung so wenig wie möglich zuckerhaltig ist (Fructan sowie Stärke und zusätzliche Proteine). Im Frühling kann der Zuckergehalt im Weidegras an einem sonnigen Tag auf bis zu 30% steigen. Kraftfutter enthalten bis zu 60%. Dazu kommen Karotten, Apfel und Leckerli... am Ende des Tages hat das Pferd mehrere Kilogramm Zucker zu sich genommen, was zu einer Schwächung der Lamina führt. Für die meisten Pferde deckt ein Heu aus gemischtem, reifem Gras den täglichen Kalorien-, Vitamin- und Mineralienbedarf ab. Lassen Sie ihr Heu untersuchen und ergänzen Sie ausschliesslich die Nährstoffe, welche nicht im Heu enthalten sind. Wenn Sie unbedingt Kraftfutter einsetzen müssen (Getreide gehört nicht zur natürlichen Ernährung von Pferden), halten Sie die Portion klein (1-2 Handvoll) und verwenden Sie gedämpften Hafer.
Füttern Sie keine Mahlzeiten. Pferde sind "Futtersucher", nicht Graser
und benötigen kleine, konstante Mengen für eine optimale Verdauung. Das
Bereitstellen von gemischtem Heu rund um die Uhr ist besser, als 3
grosse Mahlzeiten am Tag.
Verwenden Sie einen Weide Maulkorb wenn das Weidegras üppig oder gestresst ist.
Sorgen Sie für viel Bewegung. Pferde sind dafür gemacht, täglich 20-30 km zurück zu legen. Halten Sie ihr Pferd aktiv und fit. Wenn es an Gewicht zunehmen soll, sorgen Sie für mehr Bewegung.
Oft gestellte Fragen
Wird mein Pferd nach dem Entfernen der Hufeisen empfindliche/schmerzende Hufen haben?
Wenn das Pferd seit langem Hufeisen trägt, wird es in den ersten Tagen der Umstellung empfindlich sein, da sich die normale Blutzirkulation wieder herstellt. Am besten reitet man während dieser Zeit nicht. Dieser Prozess kann beschleunigt werden, indem man das Pferd aktiv hält, z.B. mit Bodenarbeit und Weideauslauf mit anderen Pferden. Ein solides Pferd mit Eisen wird auch ein solides Pferd ohne Eisen sein. Danach sollten während den ersten Monaten Hufschuhe benutzt werden, auf jeden Fall wenn sich das Gelände, indem ausgeritten wird von dem der restlichen Lebensbedingungen unterscheidet.
Wird mein Pferd nach der natürlichen Huftrimmung Schmerzen haben?
Die Trimmung sollte nie Schmerzen verursachen. Mit Ausnahme von Hufen, die bereits in einem pathologischen Zustand sind, sollte sich das Pferd nach der Trimmung gleich oder besser fühlen. Das ist mein Ziel.
Wie oft müssen die Hufen getrimmt werden?
Es ist wichtiger, eine optimale Hufform zu erhalten, als den Huf überwachsen zu lassen und dann später zu richten. Die regelmässige Trimmung stellt sicher, dass die Integrität der Hufform zwischen den Trimmungen erhalten bleibt. Ich trimme alle 5 Wochen - nicht länger.
Wie lange muss ich Hufschuhe einsetzen?
Das ist abhängig von Ihrem Pferd - von seinem Wohlbefinden, seiner Ernährung, seinen Lebensbedingungen und seiner allgemeinen Gesundheit. Es hilft, die Hufen und die Box sauber zu halten, für viel Bewegung zu sorgen, überschüssigen Zucker zu eliminieren (füttern Sie nur reifes, gemischtes Heu mit weniger als 11% Zucker+Stärke), und die Lebensbedingungen den Arbeitsbedingungen anzupassen. Diese Dinge helfen das Pferd auf die Barhufung zu konditionieren. Aber es liegt an Ihnen - wie lange möchten Sie Hufschuhe benutzen? Sie bieten einen besseren Schutz und ermöglichen eine höhere Leistungsfähigkeit als barhuf oder Hufeisen, zudem unterstützen und stimulieren sie den ganzen Fuss. Wenn Sie einmal Hufschuhe besitzen gibt es wenig Grund, diese nicht zu benutzen.
Muss ich Hufschuhe für Vorder- und Hinterläufe haben?
Die meisten Pferde haben besser entwickelte Hinterläufe und benötigen lediglich vorne Hufschuhe. Sollten die Hinterfüsse jedoch beim barhuf reiten Sensibilität aufzeigen, dann empfehle ich auch Schuhe für die Hinterhufen. Bedenken Sie auch Ihre Erwartungshaltung. Obwohl Ihr Pferd vielleicht den Anschein macht, auf den Hinterfüssen keine Probleme zu haben, braucht es doch ein paar Monate nach dem Entfernen der Eisen, bis die Füsse stark genug sind, um auf steinigem Untergrund gehen zu können. Wenn Sie möchten, dass Ihr Pferd zu 100% leistungsfähig ist sobald die Eisen entfernt sind, dann müssen Sie für die Hinterfüsse Hufschuhe anlegen. Ich persönlich benutze vorne und hinten Hufschuhe und muss mir keine Sorgen um schmerzhafte oder wunde Füsse machen.
Sind Hufschuhe schwierig anzuziehen?
Bitte sehen Sie sich das Video auf der Seite Hufschuhe Anwendung an.
Ich halte mein Pferd in einem Stall in der Box. Kommt natürliche Hufpflege für mein Pferd in Frage?
Jedem Pferd wird es besser gehen barhuf zu sein. Ein Pferd das in einem Stall/einer Box lebt, sollte auch auf dem Reitplatz oder auf einer Wiese bequem laufen können. Hufschuhe braucht es dann, wenn man auf Asphalt oder steinigem Untergrund reitet.
Sind weisse Hufen schwächer als dunkle?
Ein weisser Huf ist genauso leistungsfähig wie ein dunkler, der einzige Unterschied ist die Farbe.
Wie sieht es aus bei Pferden mit Körperhaltungsproblemen?
Die meisten Pferde mit Körperhaltungsproblemen werden sich barhuf besser fühlen und gesünder sein. Sie werden sich so bewegen und ihre Hufe abnutzen, wie es ihr Körper ihnen vorgibt. Kleine Körperhaltungsdefekte wie z.B. Zeh einwärts- oder auswärts Gang stören den Besitzer oft mehr als das Pferd. Oft führt hier das korrektive Hufeisen dazu, dass sich das Problem nicht löst, sondern in anderer Form im Körper manifestiert.
Wie sieht es bei Pferden mit Hufrollen Syndrom aus?
Pferde mit Hufrollen Syndrom werden erleichtert sein mit Barhufung. Es ist seit längerem bekannt, wenn auch selten verschrieben, dass das Entfernen der Rundeisen/Herzeisen und die Möglichkeit, sich frei zu bewegen die beste Lösung für dieses Problem sind. Die meisten Pferde mit Hufrollen Syndrom können symptomfrei mit Hufschuhen und Einlagen geritten werden. Kompetentes Barhuf Management ist oft die letzte Hoffnung für das Pferd mit Hufrollen Syndrom.
Wie sieht es mit Hochleistungs Pferden aus?
Die meisten Hochleistungs Pferde glänzen barhuf. Ein uneingeschränkter Hufmechanismus hilft dem Herz die Blutzirkulation zu erhöhen. Dadurch hat das barhuf Pferd eine schnellere Erholung von Puls und Atmung und ist gegenüber dem Pferd mit Hufeisen im Vorteil. Das führende Pferd im Distanzreiten in den USA ist barhuf und bestreitet die Wettkämpfe mit Hufschuhen.
Meinem Pferd geht es gut mit Hufeisen, warum sollte ich sie entfernen?
In den letzten 20 Jahren hat die Forschung in der Physiologie des Pferdes grosse Fortschritte gemacht, v.a. was den Huf betrifft und wie sich das Anlegen von Hufeisen negativ darauf auswirkt. Das Hufeisen ist ein mittelalterliches Gerät, das der physiologischen Funktion des Hufes nicht gerecht wird. Es begrenzt die Blutzirkulation, führt zu Knochenumbildungen, strapaziert die Sehnen, blockiert die Nervenfunktion, begünstigt Pilzinfektionen und engt den Huf ein. Kranke Hufen werden durch Hufeisen weder geheilt noch verbessert. Die Eisen können Symptome verbergen, während sie die pathologischen Zustände in den Hufen unserer Pferde auslösen, auch bei anscheinend gesunden Hufen. Bottom line: a horse that is only sound in iron shoes, is not a sound horse!