Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03230.jsonl.gz/1268

Indem Sie Ihren Besuch auf dieser Website fortsetzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.Lerne mehr Ich akzeptiere
Das Zeckenenzephalitis-Virus
Ein Name, der bereits viel aussagt
Das Zecken-Enzephalitis1-Virus ist, wie bereits sein Name sagt, ein Virus, das durch Zecken übertragen wird. Man nennt es auch TBE Virus, da die englische Bezeichnung für Zeckenenzephalitis „tick-borne encephalitis“ ist. Auch wird das Virus als Frühsommer-Meningoenzephalitis Virus bezeichnet, da Infektionen mit ihm vor allem im Frühsommer auftreten.
Das Virus wird durch die in der Schweiz weit verbreitete Zeckenart Ixodes ricinus übertragen. Das Virus ist nur in eng begrenzten Zonen von bestimmten Waldgebieten anzutreffen, wo nur etwa 0.5 bis 3% der Zecken infiziert sind. Bisher hat man keine mit dem Zeckenenzephalitis-Virus infizierten Zecken oberhalb einer Höhe von 1000 Metern über Meer nachgewiesen.
Eine Krankheit mit unterschiedlich schwerem Verlauf
Das Zeckenenzephalitis Virus verursacht eine Krankheit, die in zwei Phasen verlaufen kann. Während der ersten Phase (ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich) verläuft sie häufig ohne Krankheitszeichen, oder aber es zeigen sich grippeartige Symptome (Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen).
Für viele Personen ist die Krankheit nach dieser Phase bereits vorbei. Bei etwa 10% der infizierten Personen kommt es jedoch anschliessend zu einer zweiten Krankheitsphase mit neurologischen Symptomen (starke Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations- und Bewegungsstörungen). Diese Krankheitszeichen können über Wochen oder sogar Monate anhalten. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 1%, und es gibt keine spezifische Behandlungsmöglichkeit. Bei kleinen Kindern verläuft die Erkrankung meist gutartig.
Das Risiko einer schweren Krankheit nach dem Stich einer mit dem Zeckenenzephalitis Virus infizierten Zecke ist zwar vorhanden, aber gering. In der Schweiz werden jährlich zwischen 100 und 250 Fälle von Zeckenenzephalitis registriert (Zahlen gemäss Bundesamt für Gesundheit 2017). Nach einem Zeckenstich in einem Risikogebiet entwickelt etwa eine auf 1000 bis 5000 Personen eine Krankheit mit neurologischen Symptomen, die sich zum Beispiel als Meningoenzephalitis2 manifestieren kann.
Keine Antibiotika, aber eine Impfung
Da die Zeckenenzephalitis durch ein Virus verursacht wird, kann sie nicht mit einem Antibiotikum3 behandelt werden. Glücklicherweise gibt es eine sehr effiziente Impfung gegen die Infektion. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt diese Impfung allen Personen ab 6 Jahren, die in einem Risikogebiet wohnen oder sich dort aufhalten sowie allen Personen, die im Wald berufstätig sind (z.B. Holzfäller, Forster).
Enzephalitis1 = Entzündung des Gehirns, häufig durch ein Virus verursacht
Meningoenzephalitis2= Entzündung des Gehirns und den das Gehirn und das Rückenmark umschliessenden Hirnhäuten
Antibiotikum3 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien, sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.