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Kundalini steht im Sanskrit für eine Urkraft im Menschen, die viele Deutungen hat und oft durch eine Schlange (Kundalinischlange, Schlangenkraft) symbolisiert wird. In der westliche Philosophie entspricht ihr ansatzweise die Libido, in der östlichen Philosophie ist sie eine Form des Chi.
In der tantrischen Lehre wird sie am unteren Ende der Wirbelsäule oder im untersten Chakra lokaliesiert und kann/soll durch yogische Praktiken erweckt und entfaltet werden. C. Jung hat den Bezug zur psycichischen Energie gemacht. TaiJi, Qigong .... und bedeutet das Bewegtsein des Lebens, wofür in meiner (deutschen) Sprache Wörter wie Trieb, Energie, Motiv oder Seele zur Verfügung stehen.
Der chinesische Begriff Qì, auch als Ch'i, in Japan als Ki und in Korea als Gi bekannt, bedeutet Energie, Atem oder Fluidum, kann aber wörtlich übersetzt auch Luft, Dampf, Hauch, Äther sowie Temperament, Kraft oder Atmosphäre bedeuten. Außerdem bezeichnet Qi die Emotionen des Menschen und steht nach moderner daoistischer Auffassung auch für die Tätigkeit des neurohormonalen Systems.
Qi ist ein zentraler Begriff des Daoismus. Der Begriff findet sich bereits im 42. Kapitel des Tao Te King; der daoistische Philosoph Zhuangzi beschrieb den Kosmos als aus Qi bestehend. Darüber hinaus ist die Vorstellung vom Qi die ideelle Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und der sogenannten inneren Kampfkünste.
Die Vorstellung vom Qi prägt bis heute das Weltverständnis vieler Menschen in Asien und zunehmend auch im Westen und hat Bedeutung für verschiedene Religionen. In adaptierter Form findet das mit dem Begriff verbundene Konzept seit dem 19. Jahrhundert auch Eingang in das westliche Denken, insbesondere als Bestandteil esoterischer Lehren.