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Jost Ribary ist einer jener Begriffe, die Liebhabern der Ländlermusik nicht weiter erläutert werden müssen. Selbst Menschen, die sich kaum mit der Schweizer Volksmusik befassen, haben den Namen gehört. Vielleicht sogar im Zusammenhang mit einem Musikstück, dass der genannte Jost Ribary (1910-1971) komponierte. Jener lüpfige Schottisch, der im Oktober 1933 an der Chilbi in Steinen die Uraufführung erlebte und darum den Namen «Steiner Chilbi» bekam. Die Melodie wird als die bekannteste der Ländlerszene gehandelt.

Obwohl der Komponist vor fast 50 Jahren verstorben ist, bläst Jost Ribary in seiner Kapelle den Titel nach wie vor. Gemeint ist allerdings der Enkel mit gleichem Namen. Zwischen ihm und seinem Grossvater hatte allerdings auch Vater Jost Ribary (1935-2013) den Erfolgstitel im Repertoire und präsentierte diesen am Sopransax während Jahrzehnten auf Volksmusik- und andern Bühnen. «Nein, der Name Jost Ribary hat eigentlich nie Druck auf mich ausgelöst», sagt der Vertreter der dritten Generation. «Im Gegenteil, er war sogar eher Türöffner für eine bis dahin schöne, erfolgreiche und immer noch andauernde Laufbahn».
Sind die Ribarys irgendwo Gesprächsthema, wird noch schnell die Frage aufgeworfen, welcher denn jetzt genau gemeint sei. «Dä Grossvater, dä Mittst oder dä Jüngscht? Der Senior, der Junior oder der Jung-Junior? Ganz allgemein hat sich eingebürgert, dass die Szene - schön der Reihe nach - von Ribary eins, zwei und drei spricht und dies in schriftlicher Form mit den römischen Ziffern I, II und III ausdrückt. Der Akkordeonist René Wicky (*1941), Träger des diesjährigen Goldenen Violinschlüssels, spielte mit erster und zweiter Generation und begleitet noch heute Jost Ribary III. Und wenn dieser René Wicky bei Auftritten was zur Auseinanderhaltung der Dreien beitragen soll, pflegt er seine persönliche Interpretation ins Spiel zu bringen. Auch die leuchtet ein: Den Grossvater definiere er mit «Steiner Chilbi-Jost». Aufgrund seines bekannten Ländlers (Miau) sei der Jost II der «Chatzebüsi-Jost», und der aktuelle Träger dieses legendären Namens nenne er nach dessen wohl bekanntesten Tanzes «Fäscht im Schwalbenäscht» ganz einfach «Schwalbenäscht-Jost».
Wenn die Gesprächspartner am Telefon nach ihrem Lieblingskomponisten, einem speziellen Stück oder ihrem Wunschtitel gefragt werden, ist immer ein Zögern zu spüren. Sich innert Sekunden entscheiden zu müssen, ist nicht einfach. Nimmt der jetzt eine Eigenkomposition, einen Tanz eines aktuellen Musikpartners oder doch etwas aus dem Fundus eines Vorbildes? Jost Ribary III hat sich überraschend schnell entschieden. Er selbst trägt seinen Teil zum Wunschstück bei. Die Instrumente aller Ribary-Generationen sind prägnant vertreten, und einer seiner Vorahnen spielt eine wichtige Rolle. Ob sie vom Vater oder vom Grossvater beigesteuert wird, werden Hörerinnen und Hörer am Mittwochabend erfahren.
Geri Kühne