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Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.
Covid-19 - Krankheit und Symptome
SARS-CoV-2 ist ein neues Coronavirus. Das Virus wurde Ende 2019 in China aufgrund einer aussergewöhnlichen Häufung von Lungenentzündungen in der zentralchinesischen Stadt Wuhan entdeckt.
Die gegenwärtig verfügbaren Informationen lassen den Schluss zu, dass das Virus von Tieren auf den Menschen übertragen wurde und sich nun von Mensch zu Mensch ausbreitet.
Für die Krankheit, die das Virus verursacht, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11. Februar 2020 die Bezeichnung Covid-19 festgelegt.
Das Virus überträgt sich am häufigsten bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer infizierten Person weniger als 1,5 Meter Abstand ohne Schutz hält (Schutz: z. B. beide Personen tragen eine Maske). Je länger und enger dieser Kontakt ist, desto wahrscheinlicher ist eine Ansteckung.
Das Virus wird wie folgt übertragen:
- Durch Tröpfchen und Aerosole. Atmet, spricht, niest oder hustet die infizierte Person, können virenhaltige Tröpfchen direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen in unmittelbarer Nähe (<1,5 m) gelangen.
Eine Übertragung durch feinste Tröpfchen (Aerosole) über weitere Distanzen möglich, kommt nicht häufig vor. Diese Art der Übertragung könnte vor allem bei Aktivitäten eine Rolle spielen, die eine verstärkte Atmung erfordern. Dies kommt zum Beispiel bei körperlicher Arbeit, Sport, lautem Sprechen und Singen vor. Dasselbe gilt bei längerem Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Räumen, vor allem wenn die Räume klein sind.
- Über Oberflächen und die Hände. Wenn infizierte Personen husten und niesen, gelangen ansteckende Tröpfchen auf ihre Hände oder auf benachbarte Oberflächen. Eine andere Person könnte sich anstecken, wenn sie diese Tröpfchen mit den Händen aufnimmt und anschliessend Mund, Nase oder Augen berührt.
Das Virus wurde molekularbiologisch im Stuhl von erkrankten Personen nachgewiesen. Eine fäkale Übertragung ist daher theoretisch möglich, aber sie wurde noch nicht nachgewiesen.
Das neue Coronavirus kann sehr vielfältige Krankheitszeichen zeigen. Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Die häufigsten Symptome sind:
- Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen)
- Fieber ohne andere Ätiologie
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns
- Plötzlich auftretende Verwirrung oder ein sich plötzlich und scheinbar grundlos verschlechterndes klinisches Bild bei älteren Personen.
Zudem sind beim neuen Coronavirus folgende Symptome möglich:
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Allgemeine Schwäche, Unwohlsein
- Schnupfen
Magen-Darm-Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)
- Hautausschläge (z. B. Pseudo-Frostbeulen, urtikarielle, vesikuläre oder morbilliforme Exantheme)
Kinder haben häufig nur sehr leichte oder gar keine Symptome. Ein isolierter Schnupfen ist nicht hinreichend für einen Verdacht auf Covid-19.
Vgl. ebenfalls die nächste Frage «Krankheitsverlauf: Welche Formen kommen vor»
1. Asymptomatischer Verlauf:
Gemäss bisherigen Erfahrungen zeigt über die Hälfte der Kinder und jungen Erkrankten überhaupt keine Symptome. Der Anteil ist bei älteren Personen niedriger.
2. Milder Verlauf:
Die meisten Erkrankten (80-90%) haben einen milden Krankheitsverlauf, insbesondere gilt dies für jüngere und ansonsten gesunde Menschen . Es können grippeähnliche Symptome wie Husten (zu Beginn meist trocken), Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen oder Fieber auftreten. Seltener sind Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Symptome. Diese Symptome halten zwischen 3 und 20 Tagen an. Gewisse Symptome können auch länger persistieren, zum Beispiel die Anosmie.
3. Schwerer Verlauf:
Ein Teil der Erkrankten zeigt über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen eine milde Krankheit (s. oben). Im Verlauf kommt es zu Atemnot und einer Pneumonie. Eine Hospitalisierung ist erforderlich, oft Sauerstoff, teilweise nicht invasive Beatmung. Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen haben häufiger einen schweren Verlauf. Prinzipiell kann ein schwerer Verlauf jedoch in jedem Alter auftreten. In der Regel ist der Krankheitsverlauf länger, und kann insgesamt zwei bis vier Wochen betragen.
4. Kritischer Verlauf:
Bei einem kleinen Teil der Personen mit schwerem Verlauf verschlimmern sich die Atemwegs-Symptome so, dass eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich wird. Die Person benötigt maschinelle Beatmung zur Unterstützung der Lungenfunktion. Daneben können verschiedene weitere Organe / Organsysteme versagen. Es besteht das Risiko für einen tödlichen Verlauf.
Eine mit dem neuen Coronavirus infizierte Person ist zwei Tagen vor dem Auftreten und bis zu 10 Tagen nach dem Auftreten der Symptome infektiös. Das höchste Übertragungsrisiko besteht im Zeitraum zwischen zwei Tagen vor und zwei Tagen nach Symptombeginn.
Wenn die Person asymptomatisch ist (z. B. Testung während einer Ausbruchsuntersuchung), wird die Ansteckungsdauer von 48 Stunden vor dem Test bis 10 Tage nach dem Test berechnet.
Bei schweren Formen kann die Ansteckungsgefahr länger bestehen. Swissnoso hat separate Empfehlungen zur Dauer der Isolation für Patienten mit schweren Krankheitsformen und solche, die auf einer Intensivstation hospitalisiert werden mussten, veröffentlicht.
Ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe tritt auf bei Personen ab 65 Jahren, bei schwangeren Frauen und bei Erwachsenen, die folgende Vorerkrankungen aufweisen: :
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes
- Chronische Atemwegserkrankungen
- Krebs
- Erkrankungen / Therapien die das Immunsystem schwächen
- Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥ 40 kg/m2)
Weitere Informationen finden sie im Dokument «Kategorien für besonders gefährdete Personen (PDF, 209 kB, 12.08.2020)»
Informationen und Stellungnahmen finden sich zudem auf den Webseiten einiger medizinischer Fachgesellschaften:
Chronische Atemwegserkrankungen:
http://www.pneumo.ch/de/newsleser/147.html
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
https://www.swissheart.ch/de/herzkrankheiten-hirnschlag/leben-mit-der-krankheit/coronavirus-covid-19-fragen-und-antworten.html
Bluthochdruck
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen/Krebs
https://www.sgmo.ch/
https://www.krebsliga.ch/beratung-unterstuetzung/coronavirus-wir-sind-fuer-sie-da-in-dieser-krise-erst-recht/
Allgemeine Informationen zu Covid-19
Auf der Seite Neues Coronavirus: Regelungen in der Krankenversicherung finden Sie eine Zusammenstellung der verschiedenen Faktenblätter und Schreiben, die die Fragen rund um die Krankenversicherung in der aktuellen Situation beantworten.
Verschiedene medizinische Journals haben auf ihren frei verfügbaren Webseiten sog. «Ressource Centres» eingerichtet. Hier eine Auswahl:
- The Lancet: www.thelancet.com/coronavirus
- British Medical Journal: www.bmj.com/coronavirus?int_source=wisepops&int_medium=wisepops&int_campaign=DAA_CoronaVirus_Jan24
- New England Journal of Medicine: https://www.nejm.org/coronavirus
- Annals of Internal Medicine: https://annals.org/aim/pages/coronavirus-content
- Update COVID: www.update-covid.ch
- Center for Infectious Disease Research and Policy: http://www.cidrap.umn.edu/infectious-disease-topics/covid-19
- European Centre for Disease Prevention and Control: https://www.ecdc.europa.eu/en/novel-coronavirus-china
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat «technical guidelines» veröffentlicht, Z.B.:
Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected
Covid-19-Impfung
Am 13. Januar 2021 wurden weitere Fragen und Antworten aufgeschaltet. Diese sind mit «NEU» gekennzeichnet.
Strategie, Zulassungen und Impfempfehlungen
Die Impfstrategie der Schweiz ist im Dokument Covid-19-Impfstrategie (PDF, 484 kB, 24.12.2020) detailliert beschrieben.
Ziele der Impfstrategie
Auch wenn die Mehrheit der infizierten Personen nur milde Symptome oder gar keine Symptome entwickeln, kommt es bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Verläufen, insbesondere bei besonders gefährdeten Personen.
Bei ca. 15 % der hospitalisierten Patienten ist eine Intensivbehandlung im Spital notwendig. Ca. 1% der bekannten Covid-19-Fälle in der Bevölkerung versterben.
Die 3 Ziele der Impfung gegen Covid-19 sind deshalb:
- Reduktion der schweren Krankheitsverläufe, um die Todesfälle zu reduzieren
- Erhaltung der Gesundheitsversorgung. Ebenfalls sollen Durch eine Impfung sollen die Kapazitäten in den Spitälern aufrechterhalten bleiben und ein Personalmangel verhindert werden.
- Mit einer Impfung soll eine negative soziale sowie wirtschaftliche Auswirkung der Covid-19-Pandemie reduziert werden, indem die Krankheitslast vermindert wird und bestenfalls die Ausbreitung eingedämmt werden kann.
Die Ziele sind ebenfalls im Dokument Covid-19-Impfstrategie (PDF, 484 kB, 24.12.2020) im Kapitel 2 im Detail aufgeführt.
Zielgruppen
Die Covid-19-Impfung ist, insbesondere in der Anfangszeit, für die folgenden Zielgruppen vorgesehen:
- Besonders gefährdete Personen (ausgenommen Schwangere Frauen)
- Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt / Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
- Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen
- Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnern).
Im weiteren Verlauf wird eine Impfung für Erwachsene, die nicht unter 1.-4. fallen, und eine Impfung wünschen, möglich sein.
Die Schweiz wird bis im Sommer 2021 rund 9 Millionen Impfdosen von Pfizer/BioNtech beziehen können. Da pro Person zwei Impfdosen benötigt werden, werden sich rund 4.5 Millionen Menschen impfen lassen können.
Mit AstraZeneca und Moderna wurde die Beschaffung von weiteren 6 Millionen Impfdosen vertraglich gesichert, so dass im Falle einer Zulassung durch Swissmedic insgesamt 7.5 Millionen Menschen geimpft werden können.
Wichtig: Die besonders gefährdeten Personen werden bei der Impfung prioritär behandelt bzw. zuerst geimpft.
Zielgruppen
Beide mRNA-Impfstoffe sind für alle Zielgruppen gemäss Impfstrategie (PDF, 484 kB, 24.12.2020) unter Berücksichtigung der Priorisierung empfohlen.
Impfschema
2 Impfdosen (i. m.) im Abstand von 4 Wochen (28 Tage; bei Comirnaty® von Pfizer/BioNTech beträgt der minimale Abstand 21 Tage), immer mit dem gleichen mRNA-Impfstoff.
Altersgruppen
Keine obere Altersbegrenzung. Comirnaty® von Pfizer/BioNTech ab 16 Jahren, COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna ab 18 Jahren.
Kontraindiziert ist die Impfung bei bekannter schwerer Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes.
Eine Impfung ist vorerst nicht empfohlen für schwangere Frauen sowie für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre. Für diese Gruppen liegen noch nicht genügend Daten zur Anwendung des Impfstoffes vor. Diese Personen werden aktuell nicht geimpft.
Für Personen mit Immunsuppression sind auch noch keine Daten vorhanden. Ihr Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ist jedoch hoch.
Darum können sie gemäss Angaben in den Impfempfehlungen (PDF, 456 kB, 14.01.2021) und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die betreuende Spezialärztin/den betreuenden Spezialarzt geimpft werden. Es ist jedoch möglich, dass die Wirksamkeit bei diesen Personen reduziert ist.
Aktuell fehlen Daten aus Studien zur Impfstoffeigenschaft bei Kindern und Jugendlichen. Eine Impfung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist daher aktuell (Stand Mitte Dezember 2020) nicht empfohlen.
Die Planung und Organisation ist kantonal unterschiedlich. Eine elektronische Vorregistrierung zur Impfung sollte in den meisten Kantonen ab dem 11.01.2021 möglich sein. Auf den Kantonswebseiten finden Sie dazu weitere Informationen.
Berücksichtigen Sie, dass Impfungen für alle anderen Erwachsenen je nach Verfügbarkeit der Impfstoffe voraussichtlich nicht vor dem 2. Quartal im Jahre 2021 möglich sein werden.
- Grenzgänger, die in der Schweiz obligatorisch krankenversichert sind, können sich in der Schweiz impfen lassen. Die Kosten werden von der obligatorischen Krankenversicherung, dem Bund und den Kantonen übernommen.
- Grenzgängern, die nicht in der Schweiz versichert sind, die aber durch ihre Arbeit einer Gefährdung durch Mikroorganismen ausgesetzt sind (z.B. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie Betreuungspersonal in Gemeinschaftseinrichtungen) können sich ebenfalls in der Schweiz impfen lassen.
- Für Grenzgänger, die ihre Versicherung im Ausland haben und nicht der Gruppe von beruflich gefährdeten Arbeitnehmenden angehören, sind die Impfkosten durch deren Krankenversicherung zu übernehmen. In diesem Fall wird empfohlen, die Impfung im Wohnsitz im Ausland vorzunehmen.
Impfstoffe: Arten, Wirkung, Schutz etc.
Auf der Webseite von Infovac finden Sie eine Übersicht, an welchen SARS-CoV-2 Impfstoffen zurzeit weltweit geforscht wird sowie Informationen über den jeweiligen Stand der Impfstoff-Entwicklung und der Zulassung in der Schweiz. Die Liste wird laufend aktualisiert.
Die Impfstoffe, die in der Schweiz als erstes verfügbar sein werden sind mRNA-Impfstoffe. Sie enthalten im Labor hergestellte Boten-RNA (mRNA) mit dem Code für das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus. Nach der Impfung wird in einigen Körperzellen das virale Spike-Protein (Antigen) hergestellt. Dieses regt das Immunsystem zu einer Immunreaktion in Form von Antikörper und zellulärer Abwehr gegen SARS-CoV-2 an. Die Genabschnitte der mRNA verbleiben im Cytoplasma und werden nicht in den Zellkern transportiert und können entsprechend nicht auf das menschliche Erbgut einwirken. Die mRNA und die erzeugten Proteine werden rasch wieder abgebaut.
Der Hauptunterschied der in der Entwicklung am weitesten fortgeschrittenen Impfstoffe liegt in der Art und Weise, wie die Antigene, auf die eine Immunantwort entwickelt werden soll, in den eigenen Köperzellen gebildet werden und in welcher Form (mRNA, virale Vektor) die zugrundeliegenden genetischen Informationen transportiert werden.
Gemäss Studien, die den Empfehlungen und der Zulassung zugrunde liegen, zeigen die beiden mRNA-Impfstoffe, die in der Schweiz zuerst verfügbar sein werden, eine sehr hohe Wirksamkeit gegen eine Erkrankung durch Sars-CoV-2 Infektion für gesunde Erwachsene und für besonders gefährdete Personen. Inwiefern auch ein Schutz vor einer Übertragung auf andere Personen besteht, ist derzeit noch unklar und ist Teil der Untersuchungen.
Weitere Informationen:
Alterszulassung
- Comirnaty® von Pfizer/BioNTech: für Personen ab 16 Jahren
- COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna: für Personen ab 18 Jahren
Abstand zwischen Impfdosen
Bei beiden Impfstoffen sind zwei Impfdosen für einen bestmöglichen Schutz notwendig. Der empfohlene Abstand beträgt 4 Wochen (28 Tage) für beide Impfstoffe.
Der minimale Abstand beträgt:
- bei Comirnaty® von Pfizer/BioNTech: 21 Tage
- bei COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna: 28 Tage
Für beide Dosen soll derselbe Impfstoff verwendet werden.
Überempfindlichkeiten/Kontraindikation
In beiden Impfstoffen ist Polyethylenglykol (PEG) als potentiell allergener Inhaltsstoff enthalten. Bei Menschen mit bekannten allergischen Reaktionen auf Inhaltsstoffe des Impfstoffes ist eine Impfung zur Zeit kontraindiziert.
Nein, gemäss aktuellen Wissenstand können die Covid-19-Impfstoffe nicht kombiniert werden. Beide Injektionen der Impfung müssen mit dem gleichen Impfstoff durchgeführt werden.
Der Impfschutz tritt ungefähr 7 Tage nach Verabreichung der zweiten Impfdosis ein. Wie lange der Schutz nach der Impfung gewährleistet ist, ist noch unklar, wird jedoch mit zunehmender Erfahrung abgeschätzt werden können. Es ist möglich, dass nach der zweiten Impfdosis zusätzliche Auffrischungsimpfungen erforderlich sind.
Die empfohlenen Hygiene- und Verhaltensregeln sind vor, während und nach der Impfung weiterhin einzuhalten.
Es liegen noch nicht ausreichend Daten vor, um Aussagen machen zu können über den Schutz einer Übertragung durch geimpfte Personen. Die Impfung schützt jedoch vor Krankheitssymptomen wie beispielsweise Husten und somit könnte man ein tieferes Risiko einer Übertragung erwarten.
Alle in der Schweiz zugelassenen und empfohlenen Impfstoffe sind wirksam und sicher. Je nach Eigenschaften der Impfstoffe kann es sein, dass ein Impfstoff eher für eine gewisse Bevölkerungsgruppe empfohlen ist. Auch die Verfügbarkeit der Impfstoffe spielt eine Rolle. Die zu impfenden Personen haben in diesem Punkt keine Wahlfreiheit.
Organisation, Anmeldung und Logistik
Auf der Webseite des Wohnkantons findet man Informationen über die kantonale Organisation der Impfung und wie man sich anmelden kann. Die Anmeldung kann durch die Ärztin/den Arzt, die Apothekerin/der Apotheker, eine Vertrauensperson und im Verlauf durch die Patientin/den Patienten selber übernommen werden. Die Anmeldung wird an die entsprechende Impfstelle in der Nähe des Wohnortes des Patienten/der Patientin geleitet und der Impftermin reserviert. Der Patient/die Patientin erhält eine Terminbestätigung.
Für Fragen zur Logistik und Organisation der Impfung der impfenden Ärzteschaft/Gesundheitsfachpersonen sind die kantonalen zentralen Anlaufstellen zuständig.
Hier finden Sie die Links zu den entsprechenden Webseiten der Kantone.
Aktuell ist noch nicht genau im Detail geregelt, wo und wer die Impfungen durchführen kann. Dies hängt vom Impfstoff und von den Impfempfehlungen sowie den kantonalen und nationalen Rahmenbedingungen und Ressourcen ab. Ausserdem ist die logistische Handhabung insbesondere der Impfstoffe, die zu Beginn verfügbar sein werden, herausfordernd. Die Handhabung und Verimpfung von kleineren Impfdosenmengen pro Impfort wird deshalb kaum möglich sein. Zu Beginn der Impfungen werden deshalb voraussichtlich Impfzentren sowie mobile Impfeinheiten eine grosse Rolle spielen, und allenfalls Spitäler. Die Kantone bereiten sich in enger Zusammenarbeit mit dem Bund auf verschiedene Varianten vor. Pro Kanton gibt es dazu eine zentrale Anlaufstelle für die Logistik und für Impffragen.
Pro Kanton gibt es eine zentrale Anlaufstelle (Single point of contact, SPOC), die für diese Fragen zuständig ist, die mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG und der Logistikbasis der Armee (LBA) in Kontakt steht und die Bestellung von Impfstoffen und Verbrauchsmaterialien auslöst. Diese Stelle ist auch damit beauftragt, die Verteilung innerhalb des Kantons sicherzustellen. Zudem ist sie auch Anlaufstelle für die Kantonsärzte. Zu Beginn der Impfungen ist es geplant, dass die Impfungen weitgehend an Impfzentren und mobile Einheiten durchgeführt werden.
Die Impfstoffquoten für jeden Kanton sind in Erarbeitung. Für deren Berechnungen werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, so u.a. die Bevölkerungszahl, die Demografie in den Kantonen sowie die Impf-Empfehlungen der EKIF (welcher Impfstoff für welche Personengruppe).
Die Verteilung richtet sich ebenfalls nach der Impfstrategie (PDF, 484 kB, 24.12.2020).
Die Kantone prüfen zur Zeit Möglichkeiten, wie die Impfungen auch für Personen zugänglich gemacht werden können, die sich z.B. aus Mobilitätsgründen nicht vor Ort (Impfzentrum etc.) impfen lassen können oder in Alters- und Pflegeheimen sind. Gemäss aktueller Planungen werden mobile Impfeinheiten in der ersten Impfphase eine wichtige Rolle spielen.
Nein, man ist frei, wo man sich impfen lässt. Der Tarifvertrag gilt in der ganzen Schweiz. Die Impfung ist somit unabhängig vom Wohnort oder vom Ort einer laufenden Behandlung. Wenn möglich sollten jedoch beide Impfdosen der Impfung am gleichen Ort erfolgen, damit die zweite Impfdosis reserviert werden kann.
Dies ist aktuell noch in Planung und wird auf kantonaler Ebene geregelt. Bitte wenden sie sich für spezifische Informationen hierzu an die zuständige kantonale Stelle, die Kontaktangaben finden Sie hier.
Dies hängt vom jeweiligen Impfstoff ab. Die Vorbereitungsarbeiten der Kantone in Zusammenarbeit mit dem BAG und der Logistikbasis der Armee (LBA) laufen zurzeit auf Hochtouren. Alle involvierten Stellen sind dabei, die Lieferung, Lagerung und Verteilung der Impfstoffe zu organisieren, damit nach einer Zulassung durch Swissmedic und dem Vorliegen der Impfempfehlungen rasch mit der Umsetzung begonnen werden kann.
Weitere Informationen zur Lagerung der Impfstoffe werden von den zuständigen Stellen innerhalb der Kantone zur Verfügung gestellt.
In einer ersten Phase ist es geplant, dass die Impfungen über Impfzentren und mobile Einheiten abgewickelt werden.
Die beiden Impfstoffe unterscheiden sich diesbezüglich wie folgt:
Impfdosen pro Vial und Aufbereitung
Die Impfdosenanzahl pro Mehrfachampulle ist unterschiedlich, wie auch der Prozess der Aufbereitung:
- Comirnaty® von Pfizer/BioNTech: 5 Dosen zu 0,3 ml pro Mehrfachampulle (wenn Spritzen und/oder Nadeln mit geringem Totvolumen verwendet werden, können bis zu 6 Dosen aus einer einzigen Durchstechflasche entnommen werden, siehe Swissmedic.
Vor Entnahme Rekonstitution mit NaCl 0.9% notwendig, siehe Pfizer/BioNTech und BBraun.
- COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna: 10 Dosen zu 0,5 ml in einer Mehrfachampulle, keine Rekonstitution oder weitere Vorbereitung nach Auftauen nötig.
Transport und Lagerung
Auch die Transport- und Lagerungsbedingungen unterscheiden sich:
- Comirnaty® von Pfizer/BioNTech: Unaufbereitete Vials bei <-60° C, 5 Tage im Kühlschrank (2−8° C) lagerbar; max. 2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahren.
Ab Verdünnung ist der Impfstoff bei 2−25° C innerhalb 6 Stunden zu verwenden.
- COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna: Bei -20° C, 30 Tage im Kühlschrank lagerbar. Bei 8−25° C: ungeöffnet 12 Stunden, geöffnet 6 Stunden.
Beachten Sie: Die Impfstoffe dürfen NICHT geschüttelt werden. Die Ampullen dürfen nur mehrmalig umgedreht werden. Nicht gebrauchter Impfstoff muss nach Ablauf der Verwendungsfrist entsorgt werden.
Durchführung der Impfung
Urteilsfähige Personen
Urteilsfähige erwachsene Personen oder minderjährige, urteilsfähige Personen müssen einer Behandlung aus freiem Willen sowie nach umfassender Aufklärung durch die impfende/medizinische Fachperson zustimmen. Das gilt auch für die Covid-19-Impfung. Diese Einwilligung kann mündlich erfolgen.
Urteilsunfähige Personen
Als urteilsunfähig gelten Kleinkinder und Personen, die ihre Urteilsfähigkeit infolge geistiger Defizite, psychischer Störungen, Trunkenheit oder aus ähnlichen Gründen eingebüsst haben. Allerdings bedeuten psychische Störungen, hohes Alter, Beistandschaft oder Minderjährigkeit nicht automatisch, dass jemand urteilsunfähig ist. D.h. die Urteilsfähigkeit muss von Fall zu Fall beurteilt werden.
Bei urteilsunfähigen Personen sind die Angehörigen befugt, medizinischen Massnahmen zuzustimmen oder sie abzulehnen. Dies jedoch nur, wenn die urteilsunfähigen Personen nicht selbst in einer Patientenverfügung oder einem Vorsorgeauftrag eine Vertreterin bzw. einen Vertreter bezeichnet haben, oder wenn sie nicht durch einen von der zuständigen Behörde bezeichneten Beistand für medizinische Belange vertreten werden.
Aus Beweisgründen empfiehlt es sich, den Entscheid der vertretungsberechtigten Person schriftlich bestätigen zu lassen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Freie Einwilligung auf Behandlung oder Pflege nach umfassender Aufklärung.
Die Impfung mit dem mRNA-Impfstoff besteht aus zwei Impfdosen. Diese müssen im Abstand von etwa 4 Wochen mindestens 21 Tagen (mit Comirnaty®) verabreicht werden. Beide Impfungen müssen mit dem gleichen Impfstoff erfolgen (keine Kombination möglich). Der Impfschutz tritt ungefähr 7 Tage nach der Verabreichung der 2. Impfdosis ein.
Die allgemein empfohlenen Hygiene- und Verhaltensregeln sind vor, während und auch nach einer Impfung weiterhin einzuhalten.
Nein. Der Impfstoff soll gemäss der in klinischen Studien belegten wirksamen und sicheren Anwendung verabreicht werden: Für den grösstmöglichen Schutz soll jede Person zwei Dosen im Abstand von 4 Wochen (28 Tagen) erhalten.
Ein etwas längerer Abstand zwischen den Dosen sollte zwar keinen Einfluss auf die vermittelte Schutzwirkung nach der 2. Dosis haben («jede Dosis zählt»), jedoch ist unklar, wie gut und wie lang der Schutz nach nur einer Dosis ausfällt.
Die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung haben gezeigt, dass einem Vial Comirnaty® 5 Impfdosen entnommen werden können.
Gemäss Swissmedic soll mit dem entsprechenden Material die Entnahme von 6 Impfdosen möglich sein. Mit dem im Impfkit enthaltenen Material ist dies jedoch nur bedingt umsetzbar. Die Entnahme von 5 Impfdosen sollte aber immer problemlos möglich sein.
Der verbleibende Restimpfstoff soll verworfen werden.
Informationen von Swissmedic finden Sie im Communiqué von Swissmedic.
Nein, dies sollte aus hygienischen und sicherheitstechnischen Gründen nicht gemacht werden.
Zwischen der Covid-19-Impfung und der Verabreichung anderer Impfungen sollte ungefähr eine Woche Abstand sein.
Jede Person, die sich impfen lässt, erhält einen von der Fachperson unterschriebenen Impfnachweis, der u.a. den verabreichten Impfstoff (Handelsname, Hersteller, Lot-Nr.) festhält. Die geimpfte Person kann, sobald die dafür notwendigen elektronischen Instrumente verfügbar sind, die Impfung im elektronischen Tool myCOVIDvac erfassen lassen. So kann ihr ein elektronischer Impfnachweis ausgestellt, und die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt auf www.meineimpfungen.ch übertragen werden. Wenn eine Person dies wünscht, ist es aber auch möglich, dass die Impfung im papierenen Impfbüchlein erfasst wird.
Es ist bei asymptomatischen Personen vor einer Impfung weder ein PCR-Test/Antigen-Schnelltest noch ein Antikörpertest vorgesehen.
Falls eine Person Covid-19-Symptome hat, sollte eine Erkrankung abgeklärt werden.
Bei Vorliegen einer Covid-19 Erkrankung wird empfohlen, nach 3 Monaten zu impfen.
Die genaue Dauer des Schutzes nach der Erkrankung ist noch nicht bekannt. Daten weisen jedoch darauf hin, dass der Schutz mindestens 3 Monate anhält. Es gibt hingegen keine Kontraindikation, eine infizierte, asymptomatische Person zu impfen, auch innerhalb von 3 Monaten nach der Infektion.
Zum heutigen Zeitpunkt ist nicht klar, wie lange eine Person immun ist bzw. geschützt ist, nachdem sie eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus hatte. Eine Covid-19-Impfung kann eine Immunabwehr zusätzlich stärken, wenn jemand bereits eine Infektion hatte. Drei Monate nach der Erkrankung ist die Covid-19-Impfung empfohlen.
Ein Antikörpertest ist nicht empfohlen, weil er keinen Aufschluss darüber gibt, wie lange jemand nach einer bestätigten Infektion immun ist.
Die Verabreichung erfolgt auch bei Personen mit Antikoagulation intramuskulär. Wichtig ist eine gute Kompression an der Injektionsstelle. Zudem sind gemäss Kapitel 5e des Impfplans folgende Punkte empfohlen:
- Eine dünne, lange Nadel (25G) verwenden
- Injektion bevorzugt am Oberarm (M. deltoideus)
- Kräftige Kompression für mindestens 2 Minuten, ohne reiben.
- Nicht aspirieren (Aspirieren würde bei Blutungsneigung zu mehr lokalen unerwünschten Impferscheinungen führen)
- Die Person mit Antikoagulation bzw. die Eltern/rechtliche Vertretung sollen über ein mögliches Auftreten eines Hämatoms im Anschluss an die Impfung und das weitere Vorgehen informiert werden.
Unerwünschte Impferscheinungen und Impfschäden
Gemäss aktuellen Daten und den Mitteilungen der Impfstoffhersteller können nach der Impfung unerwünschte Impferscheinungen (UIE) auftreten. Es sind in den "grossen Phase 3 Studien" keine schweren unerwünschten Impferscheinungen beobachtet worden. Bei den UIE handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen (Brennen, Rötung, Schwellung) wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Schmerzen an der Einstichstelle (>80%), Müdigkeit (>60%) und Kopfschmerzen (>50%) scheinen mit die häufigsten UIE zu sein, diese sind aber von kurzer Dauer und sollten keine grösseren Beschwerden hervorrufen. Gelenk-/Muskelschmerzen (20-30%) und Fieber (>10%) können ebenfalls auftreten. Solche Reaktionen sind ein Zeichen, dass man auf die Impfung anspricht und dass der Körper reagiert.
Schwerwiegende impfstoffbezogene unerwünschte Impferscheinungen kommen sehr selten vor (Stand Mitte Dez.20). In England wurden zwei Fälle bekannt, die unmittelbar nach der Impfung eine starke allergische Reaktion hatten. Bei beiden Personen war diese allergische Veranlagung bekannt und in der Vergangenheit bereits aufgetreten. Die mRNA-Impfstoffe selber enthalten jedoch keine Substanzen, die bekannt dafür sind, allergische Reaktionen auszulösen.
Um eine definitive Aussage zu UIE zu machen gilt es jedoch, die finalen Resultate der klinischen Phase III der Studien abzuwarten. Allfällige Informationen zu langfristigen unerwünschten Impferscheinungen werden eng verfolgt, über die Zeit gesammelt und beobachtet. Unerwünschte Impferscheinungen sollen über das Meldesystem von Swissmedic gemeldet werden, um bei Bedarf für neu entdeckte Risiken Massnahmen treffen zu können.
Siehe auch FAQ « Wie kann ich eine unerwünschte Impferscheinung (UIE) bei einem Patienten melden? »
Weitere Informationen sind auf der Seite von Infovac zu finden.
Es ist zu früh, hier eine konkrete Aussage machen zu können.
Aus der Erfahrung mit anderen Impfstoffen weiss man, dass spät auftretende unerwünschte Impferscheinungen (UIE) sehr selten sind (Beispiel: Narkolepsie bei eine der pandemischen Impfungen gegen Grippe H1N1).
Aufgrund der sehr engmaschigen Kontrolle von UIE in den Studiengruppen sowie der geimpften Bevölkerung in allen Ländern wird es jedoch hierzu zunehmend Erkenntnisse geben.
Nein, es hängen nicht alle gesundheitlichen Vorfälle, die kurz nach der Impfung auftauchen, mit der Impfung zusammen. Gesundheitsprobleme können unabhängig von der Impfung weiterhin auftauchen. Dies manchmal auch in direktem zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Vorfälle Folgen der Impfung sein müssen.
Wenn jedoch Ereignisse bei geimpften Personen häufiger nach einer Impfung auftreten, als bei ungeimpften Personen des gleichen Alters und Geschlechts, wird dies genauer angeschaut.
Aktuell werden prioritär Menschen geimpft, die älter sind und verschiedene chronische Krankheiten haben, weil sie ein erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 schwer zu erkranken. Es ist bei älteren Menschen unabhängig von der Impfung mit gesundheitlichen Vorfällen zu rechnen. Sie haben auch ein erhöhtes Risiko, aufgrund des Alters oder aufgrund der Vorerkrankungen eines natürlichen Todes zu sterben.
Swissmedic hat wie auch bei anderen Impfstoffen ein Meldesystem, über welches UIE in einem online Tool gemeldet werden können. Swissmedic arbeitet hierbei eng mit den internationalen Pharmakovigilance-Behörden sowie mit den BAG zusammen.
Damit eine medizinisch validierte Meldung erfolgt, sollte die Meldung möglichst über das impfende Fachpersonal erfolgen. Sollte es bei zugelassenen Impfstoffen Anzeichen für relevante UIE geben, wird darüber zeitnah informiert und es werden Massnahmen ergriffen.
Das Pharmakovigilance-Tool zur Meldung von UIE in Bezug auf die Covid-19 Impfung ist ab Impfbeginn einsatzbereit. Eine frühzeitige Registrierung unter diesem Link sowie das Abonnieren des Newsletters ist empfehlenswert.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von Swissmedic.
Auch bei Covid-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Beeinträchtigung und Impfung kommt eine Haftung der Impfstoffherstellers, der impfenden Person oder des Spitals in Frage. Es gibt zudem eine subsidiäre Entschädigungsmöglichkeit durch den Bund, wenn es bei empfohlenen Impfungen zu Schäden kommen sollte und Dritte keine oder ungenügende Leistungen erbringen.
Ausführliche Antworten dazu finden Sie auf der Seite Entschädigung und Genugtuung bei Impfschäden.
Sollten schwerwiegende Folgeschäden nach einer von Schweizer Behörden empfohlenen Impfung auftreten und wird der erlittene Schaden nicht bereits durch Dritte gedeckt, besteht seit dem 1. Januar 2016 die Möglichkeit, beim Bund einen Anspruch auf Entschädigung oder Genugtuung geltend zu machen. Die Covid-19-Impfung ist eine von den Schweizern Behörden empfohlene Impfung.
Als schwerwiegende Folgeschäden von Impfungen gelten nicht die üblichen Nebenwirkungen (z.B. Rötungen, Schwellungen und Verhärtungen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen), sondern länger- oder langandauernde Schäden mit schweren gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Folgen für die geimpfte Person. Tritt als Folge einer Impfung zum Beispiel eine vorübergehende oder bleibende Arbeitsunfähigkeit auf, so ist dies ein schwerer Folgeschaden.
Alle in der Schweiz lebenden Personen haben die Möglichkeit, einen Anspruch auf Entschädigung oder Genugtuung geltend zu machen. Das Gesuch wird aber nur geprüft, wenn die Impfung in der Schweiz erfolgte und von einer Schweizer Behörde empfohlen oder angeordnet wurde.
Die meisten möglichen unerwünschten Impferscheinungen (UIE) treten kurz nach der Impfung auf. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass zu einem späteren Zeitpunkt UIE als Spätfolge auftreten. Dies geschieht jedoch gemäss Erfahrung sehr selten und in einem Zeitfenster von Monaten nach der Impfung. Dieser Zeitraum wurde durch die Zulassungsstudien abgedeckt, welche bereits mit mehreren 10’000 Personen seit ungefähr 6 Monaten laufen. Auch in Zukunft gehen hier die Beobachtungen weiter. Daneben werden auch in den Ländern, die bereits impfen, die unerwünschten Impferscheinungen und potentiellen Spätfolgen überwacht.
Die vorliegenden Daten bei den bisher geimpften Personen mit bis zu 6 Monaten Nachbeobachtungszeit zeigen, dass bisher keine schweren Spätfolgen nach Impfung beobachtet worden sind. Das Auftreten möglicher schwerer UIE wird bei den Studienteilnehmenden über mehrere Jahre überwacht.
Schwerwiegende Folgeschäden von Impfungen (Impfschäden) sind nicht die üblichen Nebenwirkungen (z.B. Rötungen, Schwellungen und Verhärtungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, leichtes Fieber), sondern länger- oder langandauernde Schädigungen mit schweren gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Folgen für die geimpfte Person. Tritt als Folge einer Impfung zum Beispiel eine vorübergehende oder bleibende Arbeitsunfähigkeit auf, so ist dies ein schwerer Folgeschaden. Liegt ein Impfschaden vor, kann dies eine Haftpflicht zur Folge haben.
Auch bei Covid-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Impfschäden kommt eine Haftung des Impfstoffherstellers (a), der impfenden Person oder des Spitals (b) sowie subsidiär des Bundes (c) in Frage:
a) Haftung des Impfstoffherstellers aufgrund des Produktehaftpflichtgesetzes (Produkthaftung)
Der Impfstoffhersteller haftet gestützt auf das Produktehaftpflichtgesetz (PrHG; SR 221.112.944), wenn der Impfstoff fehlerhaft ist, weil er z.B. einen Konstruktion- oder Fabrikationsfehler aufweist, und bei bestimmungsgemässem Gebrauch des Impfstoffs bei der Person ein Schaden entsteht. Wenn die Fehlerhaftigkeit nach dem Stand der Wissenschaft und Technik im Zeitpunkt, in dem das Produkt in Verkehr gebracht wurde, nicht erkannt werden konnte, besteht keine Haftung.
b) Haftung der impfenden Person aus dem Auftragsrecht («Arzthaftung»)
Die Haftung des Arztes bzw. der Ärztin in der Privatpraxis oder im Privatspital beurteilt sich nach dem Obligationenrecht, insbesondere nach den Regelungen des Auftragsrechts (in einem öffentlichen Spital gelten vergleichbare Anforderungen, die Haftung stützt sich aber auf das kantonale Staatshaftungsrecht). Auch die Apothekerin und der Apotheker, welche eine Impfung durchführen, müssen die Sorgfaltspflichten analog einem Arzt bzw. einer Ärztin beachten (vgl. Art. 26 Abs. 1 Heilmittelgesetz [HMG; SR 812.21]).
Bei der Covid-19 Impfung gelten die gleichen Regeln in Bezug auf die Patientenaufklärung wie bei allen übrigen Impfungen. Die Aufklärung soll es den Patienten erlauben, in Kenntnis der Sachlage dem Impfakt zuzustimmen. Die Sorgfaltspflicht gebietet es, die Patienten über die Art und Risiken der Impfung aufzuklären. Hierzu sind die zugänglichen Informationen zu berücksichtigen: die Informationen des Herstellers, namentlich die relevanten Aspekte der Fachinformation, allfällige Empfehlungen von Behörden und Fachgesellschaften sowie Resultate aus Wissenschaft und Technik. Die Aufklärung umfasst daher sowohl häufig auftretende als auch seltene Risiken, sofern diese bekannt sind und schwere Folgen haben können. Ebenso ist auch darauf hinzuweisen, dass derzeit noch nicht alle Risiken bekannt sind (z.B. allfällige Langzeitschäden). Auch von der Sorgfaltspflicht erfasst ist die korrekte Verabreichung der Impfung (u.a. Desinfektion, Applikation, Dosierung und Umgang mit dem Impfstoff). Nur wenn die Sorgfaltspflicht verletzt wurde und die übrigen Haftungsvoraussetzungen erfüllt sind (namentlich im Vertragsverhältnis: Vertragsverletzung, adäquater Kausalzusammenhang, Verschulden und bei der Staatshaftung: Widerrechtlichkeit und adäquater Kausalzusammenhang), kann die Impfstelle oder die impfende Person haftbar gemacht werden. Ob und inwieweit eine haftungsbegründende Sorgfaltspflichtverletzung im Einzelfall vorliegen könnte, ist letztlich von den kantonalen Behörden und Gerichten zu entscheiden.
c) Entschädigung und Genugtuung des Bundes bei Schaden aus Impffolgen (sog. Ausfallhaftung)
Haftet weder der Impfstoffhersteller noch die impfende Person und werden die Folgen von Impf-schäden nicht oder nicht vollständig durch die Sozial- und Privatversicherungen übernommen, wird bei behördlich empfohlenen oder angeordneten Impfungen ein spezialgesetzliches Entschä-digungssystem angewandt (sog. Ausfallhaftung). Der Bund leistet nach Art. 64 Absatz 1 Epidemiengesetz (EpG; SR 818.101) bei Impfschäden nach Einzelfallprüfung eine Entschädigung oder Genugtuung (letztere in der Höhe von höchstens 70'000 Franken).
Das BAG veröffentlicht Impfempfehlungen und Richtlinien zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (Art. 20 Abs. 1 EpG; 9 Abs. 3 EpG). Der Umstand, dass das BAG Impfempfehlungen erarbeitet und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der Expertenkommission EKIF, begründet jedoch nicht eine Haftung des BAG bzw. der EKIF, weil die Ärzteschaft nicht dazu verpflichtet ist, diese Empfehlungen und Richtlinien einzuhalten. Der Entscheid, ob im Einzelfall geimpft werden soll, obliegt demzufolge immer den betroffenen Personen, zusammen mit der jeweils impfenden Person. Es fehlt deshalb an der Kausalität, also dem ursächlichen Zusammenhang zwischen Empfehlung und Schaden. Vorbehalten bleibt eine Entschädigung des Bundes (sog. Ausfallhaftung, wie gerade beschrieben).
Isolation und Quarantäne nach der Impfung
Bis auf weiteres müssen die Quarantäneregeln wie bisher eingehalten werden, auch wenn man geimpft ist.
Es ist jedoch das Ziel, diesbezüglich Anpassungen vorzunehmen, sobald man mehr über den Schutz vor Übertragungen weiss, mehr Personen geimpft sind und die Fallzahlen zurückgehen.
Ja, Personen müssen bei einem positiven Testresultat auch in Isolation, wenn Sie gegen das neue Coronavirus geimpft wurden. Obwohl die Impfung einen sehr hohen Schutz bietet, kann die Möglichkeit einer Infektion nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Somit kann eine Person, die positiv auf das neue Coronavirus getestet wurde, trotz Impfung infiziert sein.
Ja, die geimpfte Person muss nach aktuellem Stand des Wissens in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Es ist jedoch das Ziel, in Zukunft das Vorgehen anzupassen, sobald mehr Daten vorhanden sind.
Abrechnung und Vergütung
Für die Bevölkerung ist die Impfung kostenlos. Die Kosten werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP), dem Bund und den Kantonen getragen.
- Die Krankenversicherer übernehmen an den vom Kanton bezeichneten ärztlich geleiteten Impfstellen die Kosten der Konsultation (Information, Indikationsstellung, Impfakt, Dokumentation, Erstellung Impfausweis) und des Impfstoffes sowie das dazugehörige Impfmaterial. Es wird keine Franchise erhoben. Die OKP übernimmt nur Impfungen entsprechend der Impfempfehlungen der EKIF und des BAG.
- Der Bund übernimmt die Kosten für den Transport und die Verteilung des Impfstoffes in die Kantone. Ebenfalls vom Bund übernommen werden die Kosten, die den Betrag von fünf Franken pro Impfstoffdosis (Impfstoff und Impfmaterial) übersteigen. Der Bund übernimmt weiter die Kosten der Impfungen in Apotheken. Eine Lösung dazu ist noch in Ausarbeitung und am Anfang sind Apotheken nicht für Impfungen vorgesehen.
- Die Kantone tragen die Kosten für die Organisation der Impfungen und Logistik innerhalb des Kantons sowie den Selbstbehalt. Der Selbstbehalt gilt mit den Eigenleistungen der Kantone als abgegolten.
Die Wege der Abrechnung und die Höhe der Vergütung (Pauschalen) der von der OKP übernommen Impfung gegen Covid-19 sind in einem spezifischen Tarifvertrag geregelt.
Die Beratungsleistung zur Covid-19-Impfung rechnet die Ärztin/der Arzt wie andere Behandlungen ab und sie wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen.
Die Franchise und der Selbstbehalt von 10 Prozent sind von der geimpften Person zu zahlen.
Ärzte können dem Tarifvertrag für Reihenimpfungen beitreten. Diesbezüglich können sie sich an die für die Impfungen zuständige Stelle des Kantons wenden. Andere Möglichkeiten werden aktuell diskutiert.
Der Bund übernimmt die Kosten der Impfungen in Apotheken. Eine Lösung dazu ist noch in Ausarbeitung.
Die Bevölkerung kann sich zu einem späteren Zeitpunkt in Apotheken impfen lassen. Die Impfung für die Bevölkerung wird auch in den Apotheken kostenlos sein.
Allgemeine Fragen
Gesundheitsfachpersonen können sich bei Fragen zur Covid-19-Impfung an die Infoline Coronavirus für Gesundheitsfachpersonen +41 58 462 21 00 (täglich 7–20 Uhr) wenden.
Kantonsspezifische Fragen sollten über die spezifischen kantonalen Kontaktstellen abgeklärt werden.
Umgang mit Erkrankten
Die Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit Verdacht auf Covid-19 finden Sie unter «Empfehlungen zum Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten» sowie «Isolation und Quarantäne».
Die Richtlinien für hospitalisierte Patientinnen und Patienten sowie die aktuellsten Kenntnisse zu den viralen Behandlungsmöglichkeiten von Covid-19 finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie SSI. Details zu den Behandlungsmöglichkeiten im stationären Bereich sind unter diesem Link abrufbar.
Basierend auf der heutigen Datenlage und in Anbetracht der eindeutigen und gut dokumentierten Senkung der Sterblichkeit bei Herzerkrankungen
- soll eine ACE-Hemmer oder Sartan-Therapie gerade auch bei SARS-Cov-2 positiven Patienten mit Herzinsuffizienz, Hypertonie oder frischem Herzinfarkt unbedingt weitergeführt bzw. gemäss bisherigen Guidelines etabliert werden.
- ist eine prophylaktische Umstellung von noch gesunden Patienten auf andere Substanzen nicht gerechtfertigt.
Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie sowie der Schweizerischen Hypertonie Gesellschaft zum Thema ACE-Hemmer/Angiotensin Rezeptor Blocker und SARS-CoV2, 9. März 2020: https://www.swisscardio.ch/DOCS_PUBLIC/SARS-CoV2BAG_Stellungnahme_09.03.2020.pdf
Es ist bekannt, dass bei einigen Personen der PCR-Test lange positiv bleiben kann (bis zu drei Monaten), ohne dass dies mit einem Übertragungsrisiko einhergeht. Die Personen sollten daher weder zur Verlaufskontrolle getestet, noch isoliert werden.
Die Dauer und der Grad der schützenden Immunität, die durch eine Infektion mit CA-SARS-Cov-2 verliehen wird, sind derzeit nicht bekannt. Fälle von Reinfektionen sind bisher selten beschrieben worden. Diese wurden bei relativ jungen (25-51 Jahre) immunkompetenten Patienten beschrieben, wobei die Reinfektion nach 48-142 Tagen auftrat.
Bei diesen Personen kam es nach einem völlig asymptomatischen Intervall zu einer zweiten klinischen Covid-19-verdächtigen Episode in Kombination mit einem positiven PCR-Test. Die Diagnose einer Reinfektion wurde durch die Sequenzierung des viralen Genoms gestellt.
Bei einem neuen klinischen Verdacht auf Covid-19 und sofern nach dem letzten PCR-Test drei Monate vergangen sind, sollten die Patienten erneut getestet werden.
Das neue Coronavirus ist mit seltenen Fällen eines Kawasaki-Syndrom ähnlichen Symptomen assoziiert. Das Syndrom wird PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) oder Multisystem-Entzündungssyndrom (MIS-C) genannt.
Gemäss den bisherigen medizinischen Erkenntnissen und Erfahrungen gibt es bei Kindern im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion keine besonders gefährdeten Gruppen. Kinder mit Vorerkrankungen müssen sich weiterhin an die Schutzmassnahmen halten, die bereits vor dem Auftreten des neuen Coronavirus für ihre Krankheit gegolten haben. Spezifische Fragen sollten mit den jeweiligen Fachspezialisten besprochen werden.
SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen
Die Kantone legen das Verfahren für die Abklärung für Personen mit Covid-19 kompatiblen Symptomen fest.
PCR-Test:
Die PCR muss aus geeignetem Probenmaterial (Nasen-Rachen-Abstrich [Nasopharynx-Abstrich], Rachen-Abstrich [Oropharynx-Abstrich] oder Speichel) erfolgen. Die Entnahme von Speichel muss in Absprache mit dem Labor erfolgen, das die PCR durchführt. Das Labor muss zudem die Methode validiert haben. Halten Sie dabei alle notwendigen Vorsichtsmassnahmen ein: Tragen einer Schutzbrille, einer Hygienemaske, eines Schutzkittels und Handschuhen.
Einzelheiten zur Entnahme und zum Versand der Proben sind auf der Website des Nationalen Referenzzentrums für neu auftretende Virusinfektionen (NAVI) zu finden.
Antigen-Schnelltest:
Die Durchführung eines Nasen-Rachen-Abstrichs wird empfohlen. Halten Sie dabei alle notwendigen Vorsichtsmassnahmen ein: Schutzbrille, Hygienemaske, Schutzkittels und Handschuhe. Die Indikationen für diesen Test sind im Dokument über die Integration der Antigen-Schnelltests in die Teststrategie enthalten.
Die bei der Durchführung des Nasen-Rachen-Abstrichs verwendete Technik wird in einem Video demonstriert.
Weitere Informationen zur Diagnose finden Sie in den Empfehlungen zur Diagnose von Covid-19 (PDF, 268 kB, 11.12.2020).
Wir passen die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien regelmässig der aktuellen Lage an. Bitte beachten Sie immer die Anweisungen im PDF-Dokument «Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien» auf der Seite Meldeformulare.
Weiterführende Informationen zu Diagnostik finden Sie auf unserer Webseite in den Dokumenten Empfehlungen zur Diagnose von Covid-19 (PDF, 268 kB, 11.12.2020) und Empfehlungen zur Diagnose im ambulanten Bereich - Integration der Antigen-Schnelltests in die Teststrategie (PDF, 764 kB, 29.10.2020).
Alle Personen mit Covid-19-kompatiblen Symptomen sollten grundsätzlich getestet werden. Bei Kindern unter 12 Jahren ist die Testindikation abhängig von der Konstellation der Symptome, ihrer Dauer, der Anzahl anderer symptomatischer Kinder in der Gruppe und dem Vorhandensein eines engen Kontaktes mit einer positiv getesteten Person. Das Dokument Vorgehen bei symptomatischen Kindern bis 12 Jahren und Testindikationen (PDF, 805 kB, 06.11.2020) beschreibt, in welchen Fällen sich Kinder unter 12 Jahren testen lassen sollten.
Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren gelten die allgemeinen Vorgehensweisen und Testkriterien.
Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie:
- ob das Kind unter 12 Jahren mit Covid-19 kompatiblen Symptomen einen engen Kontakt zu einer symptomatischen Person ab 12 Jahre hatte. Erhält diese Person ein positives Testresultat, muss das Kind ebenfalls zu Hause bleiben und wird getestet. Bei negativem Ergebnis kann das Kind 24 Stunden nach Fieberfreiheit und deutlicher Besserung des Hustens die Schule oder Betreuungseinrichtung wieder besuchen.
Hatte das Kind keinen Kontakt zu einer infizierten Person jedoch trotzdem Symptome wie starker Husten und Fieber, dann gilt das Vorgehen unter Punkt B im Dokument Vorgehen bei symptomatischen Kindern bis 12 Jahren und Testindikationen (PDF, 805 kB, 06.11.2020). Hier ist entscheidend, in welchem Allgemeinzustand sich das Kind befindet und wie lange die Symptome andauern.
Kinder mit Schnupfen und leichtem Husten und/oder Halsweh dürfen grundsätzlich die Schule oder die Betreuungseinrichtung weiterhin besuchen.
Nein, das BAG empfiehlt nicht, eine Person am Ende einer Isolationsphase infolge von Covid-19 oder Symptomen, die auf diese Krankheit hindeutenden, zu testen.
Es ist möglich, dass der PCR-Test (Nachweis der viralen RNA) einige Zeit nach dem Verschwinden der Symptome noch positiv bleibt. Allerdings wird das Restrisiko einer Übertragung nach dem Ablauf der Isolationsdauer als sehr gering erachtet. Nach der Isolation wird der Person empfohlen, weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln zu befolgen, wie es der Rest der Bevölkerung tut.
Detaillierte Angaben zur Isolation stehen im Dokument Anweisungen zur Isolation (PDF, 272 kB, 23.12.2020) zur Verfügung.
Für Patientinnen und Patienten mit schweren Covid-19 Verläufen und solchen, die auf einer Intensivstation hospitalisiert waren, hat Swissnoso separate Empfehlungen zur Isolationsdauer publiziert.
In bestimmten Situationen kann es gerechtfertigt sein, asymptomatische oder präsymptomatische Kontaktpersonen im Rahmen des Contact Tracing oder der Ausbruchsuntersuchungen zu testen.
Die Empfehlungen für die Anwendung von Antigen-Schnelltests in diesen Situationen sind im Dokument Empfehlungen zur Diagnose im ambulanten Bereich
Integration der Antigen-Schnelltests in die Teststrategie (PDF, 764 kB, 29.10.2020)» sowie in den Empfehlungen für Ausbruchsuntersuchungen ausführlich beschrieben.
Manche Länder verlangen für die Einreise in ihr Staatsgebiet einen negativen Test: In diesem Fall darf der Arzt oder die Ärztin den Test nicht verweigern, muss aber auf dem Laborauftrag angeben, dass die Kosten vom Patienten oder von der Patientin zu tragen sind (vermerken Sie «Auftrag der getesteten Person» auf dem Laborauftrag).
Basierend auf den Informationen des Nationalen Referenzzentrums für neu auftretende virale Infektionen (NAVI) und Daten aus der Fachliteratur wird Folgendes festgehalten:
- Die Bildgebung (Röntgen oder CT Thorax) kann bereits vor einem PCR-Test Hinweise auf Covid-19 geben.
- Die Bildgebung hat eine höhere Sensitivität als der PCR-Test. Bei einer Person mit einer Covid-19-kompatiblen Röntgenaufnahme kann das PCR-Testergebnis auf SARS-CoV-2 aus einem Nasen-Rachenabstrich sogar 72 Stunden nach Symptombeginn negativ bleiben, während das PCR-Testergebnis aus einer bronchoalveolären Lavage möglicherweise positiv wäre.
Diese Personen müssen somit immer als Verdachtsfälle betrachtet und als solche behandelt werden (Isolation). Solange diagnostische Zweifel bestehen, sollten diese Personen nicht im gleichen Raum wie bestätigte Covid-19-Patienten behandelt werden. Wenn der klinische Zustand es zulässt, sollte eine Probe aus den unteren Atemwegen entnommen werden.
Eine Person mit negativem Testergebnis und Symptomen, die mit Covid-19 kompatibel sind, soll bis 24 Stunden nach Abklingen der Symptome zu Hause bleiben (unabhängig davon, wieviel Zeit seit Symptombeginn vergangen ist), wie es zur Kontrolle der Ausbreitung anderer viraler Atemwegsinfektionen (z. B. Influenza) empfohlen wird.
Wenn die Person einen epidemiologischen Link mit der laborbestätigten Person hatte (gemäss der Definition eines engen Kontakts), handelt es sich um einen wahrscheinlichen Fall und die Person muss entsprechend isoliert werden.
Kommt es nach einem negativen Antigen-Schnelltest zu persistierenden, sich veränderten oder verschlechternden Symptomen sollte die Möglichkeit eines falsch negativen Ergebnisses in Betracht gezogen werden. In solchen Fällen ist ein neuer Test, nach Möglichkeit mittels PCR, angezeigt.
Informationen zur Betreuung zu Hause finden sie unter «Isolation und Quarantäne».
Mit serologischen Tests lassen sich spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus (Covid-19-Erreger) im Blut nachweisen, was darauf hindeutet, dass die getestete Person infiziert wurde und als Reaktion darauf spezifische Antikörper entwickelt hat. Es ist noch nicht bekannt, ob es sich bei den nachgewiesenen Antikörpern um Marker einer schützenden Immunität handelt. Ausserhalb von Spitälern und sehr besonderen Situationen werden serologische Tests zum aktuellen Zeitpunkt für individuelle Fragestellungen nicht empfohlen.
Die SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests wurden validiert.
Seit dem 2. November 2020 können zusätzlich zu den PCR-Tests unter bestimmten Bedingungen auch Antigen-Schnelltests in Arztpraxen, Apotheken, Spitälern und den Testzentren der Kantone eingesetzt werden.
Die Einführung der Antigen-Schnelltests bietet die Möglichkeit, allfällige Versorgungsengpässe der PCR-Tests zu kompensieren. So können bedeutend mehr Personen getestet werden und sich bei positivem Resultat in Isolation begeben.
Zusätzlich liefern die Antigen-Schnelltests ein Testergebnis innerhalb von 15 bis 20 Minuten, was die Akzeptanz der Tests erhöht und es für die Bevölkerung attraktiver macht, sich testen zu lassen.
Die Antigen-Schnelltests weisen im Vergleich zu den PCR-Tests eine etwas niedrigere Empfindlichkeit auf.
Der Einsatz von Antigen-Schnelltests ist bei symptomatischen Personen möglich, wenn sie gewisse Kriterien erfüllen. Diese finden Sie im Dokument Beprobungskriterien (PDF, 151 kB, 21.12.2020) detailliert aufgeführt.
Weiterführende Informationen zu Diagnostik finden Sie in den Dokumenten Empfehlungen zur Diagnose von Covid-19 und Empfehlungen zur Diagnose im ambulanten Bereich – Integration der Antigen-Schnelltests in die Teststrategie (PDF, 764 kB, 29.10.2020).
Es ist wahrscheinlich, dass infolge einer Infektion mit SARS-CoV-2 entwickelte Antikörper die betroffene Person vor einer Reinfektion schützen. Allerdings sind viele dieser Tests falsch positiv, insbesondere, wenn die Seroprävalenz in der Bevölkerung niedrig ist. Es ist weder die Dauer des Schutzes noch die zur Verhinderung einer Reinfektion erforderliche Höhe der Antikörpertiter bekannt. Daher ist wichtig, dass auch Personen bei einem positiven serologischen Testergebnis die Hygiene- und Verhaltensregeln weiterhin befolgen.
Die Aussagekraft dieser Methode ist nicht erwiesen. Die Fähigkeit eines Tests, eine Infektion nachzuweisen, hängt unter anderem von der Qualität der Probe ab. Daher sollte die Probenahme durch eine ausgebildete und erfahrene Person erfolgen.
Es ist nicht ratsam, die Probe vom Patienten oder von der Patientin selbst zu Hause entnehmen zu lassen.
Personen, mit Covid-19 kompatiblen Symptomen, sollten den Coronavirus-Check auf der BAG-Website machen oder einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Der Arzt oder die Ärztin kann beurteilen, ob ein diagnostischer Test indiziert ist und wo er durchgeführt werden kann (z.B. Arztpraxis, Spital, Drive-in usw.).
In bestimmten Situationen muss eine klinische Meldung erfolgen.
Wir passen die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien regelmässig der aktuellen Lage an. Bitte beachten Sie immer die Anweisungen im PDF-Dokument Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien (PDF, 151 kB, 21.12.2020) auf der Seite
Meldeformulare.
Umgang mit Kontaktpersonen
Um die Epidemie unter Kontrolle zu behalten, muss möglichst jede einzelne Neuinfektion zurückverfolgt werden. Wo hat sich die Person in den letzten Tagen aufgehalten als sie ansteckend war? Mit wem hatte sie engen Kontakt? Wen könnte sie allenfalls angesteckt haben?
Das Zurückverfolgen der Infektionsketten mit gezieltem Contact Tracing ist zentral, um die Ansteckungsketten zu unterbrechen und die Übertragung zu kontrollieren.
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen».
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen» .
Personen, mit denen die erkrankte Person engen Kontakt hatte, müssen sich in Quarantäne begeben. Sofern die Kriterien für einen engen Kontakt erfüllt sind, muss die Quarantäne umgehend erfolgen, auch wenn das zuständige Kantonsarztamt nicht unverzüglich offiziellen Kontakt aufnimmt. Eine Quarantäneverordnung kann der Kontaktperson entweder durch den behandelnden Arzt oder der zuständigen kantonalen Stelle ausgestellt werden (siehe kantonale Richtlinien).
Für Personen, die unter Quarantäne gestellt werden, besteht Anspruch auf eine Entschädigung für Erwerbsausfall. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV.
Personen, welche die Kriterien für einen engen Kontakt nicht erfüllen, haben ein geringes Infektionsrisiko. Dennoch ist es möglich, dass eine betroffene Person in den nächsten Tagen unwissentlich ansteckend ist. Sie muss sich daher strikt an die Hygiene- und Verhaltensregeln halten.
Wenn Symptome der Krankheit auftreten, kann die betroffene Person den Coronavirus-Check machen oder Sie anrufen, damit die Indikation für einen Test beurteilt werden kann.
Sie finden alle Informationen zur SwissCovid App auf unserer Website.
Die benachrichtigen Personen können die in der App genannte Infoline SwissCovid anrufen und die weiteren Schritte abklären. Die Privatsphäre wird dabei jederzeit gewahrt. Hat eine benachrichtigte Person bereits Krankheitssymptome, sollte sie zu Hause bleiben, den Kontakt zu anderen Menschen meiden und ihre Ärztin bzw. ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung anrufen.
Wer via SwissCovid App eine Meldung erhält, dass eine mögliche Ansteckung mit dem neuen Coronavirus besteht, kann sich kostenlos testen lassen.
Die App kann nicht erkennen, ob die Personen, die in engen Kontakt gekommen sind, Schutzmassnahmen ergriffen haben (z.B. Tragen von Masken, Trennwand). Die Kriterien, ob eine Quarantäne gerechtfertigt wäre, können mit der App allein deshalb nicht beurteilt werden.
Spezifische Empfehlungen und Richtlinien
Nein, die Pneumokokkenimpfung kann einen schweren Verlauf von Covid-19 nicht verhindern. Ein solcher Verlauf entwickelt sich nicht aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Pneumokokken, sondern im Rahmen der durch das Virus SARS-CoV-2 verursachten pulmonalen und systemischen Entzündungsreaktionen.
Es ist wichtig, dass sich alle besonders gefährdeten Personen Gedanken dazu machen, ob sie im Falle einer schweren Erkrankung künstlich beatmet und intensivmedizinisch behandelt werden möchten oder nicht. Bei dieser Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema der Patientenverfügung kommt den Gesundheitsfachpersonen eine entscheidende Rolle zu. Die SGI ruft alle Gesundheitsfachpersonen dazu auf, gefährdeten Personen in ihrer Behandlung die aktive Unterstützung beim Ausfüllen einer Patientenverfügung anzubieten. Personen, die bereits eine Patientenverfügung ausgefüllt haben, sollten diese auf ihre Aktualität prüfen.
Viele hochbetagte Menschen und Erwachsene mit chronischen oder schweren Krankheiten wünschen nicht mehr alle lebensverlängernden Massnahmen. Es ist deshalb wichtig, vorausschauend das Vorgehen und die Behandlungsziele bei einer schweren Lungenentzündung – wenn möglich zusammen mit den Angehörigen – zu besprechen. Wenn jemand nicht intubiert und/oder allenfalls auch nicht mehr hospitalisiert werden möchte, ist es hilfreich, dies in einer Patientenverfügung explizit festzuhalten.
Bei betagten und/oder schwerkranken erwachsenen Personen, die keine intensivmedizinische Behandlung wünschen, ist eine gute palliative Behandlung und Betreuung sicherzustellen – sei es im Spital, zu Hause oder im Pflegeheim. Mit angemessenen palliativmedizinischen Massnahmen können belastende Symptome gelindert werden. Eine frühzeitige Aufklärung über die Möglichkeiten der Palliative Care hilft, Ängste zu reduzieren.
Die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie (FGPG) hat praxisbezogene Empfehlungen zur vorausschauenden Planung und palliativmedizinischen Massnahmen zu Hause durch die Spitex verfasst: https://www.samw.ch/dam/jcr:e61aba64-f3a6-472c-96a0-46d98b07c926/empfehlungen_fgpg_palliative_care_20200322.pdf
Die Fachgesellschaft palliative ch hat Merkblätter zur vorausschauenden Besprechung von Behandlungszielen und zu den palliativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten im Spital, zu Hause und im Pflegeheim veröffentlicht: https://www.palliative.ch/de/fachbereich/task-forces/fokus-corona/
Die FMH hat auf ihrer Website eine herunterladbare Vorlage für eine Patientenverfügung publiziert. https://www.fmh.ch/dienstleistungen/recht/patientenverfuegung.cfm
Folgende Institutionen bieten Beratungen an
Schweizerisches Rotes Kreuz:
https://vorsorge.redcross.ch/patientenverfuegung/
Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) haben gemeinsame Richtlinien für Triageentscheidungen auf Intensivstationen erarbeitet. Sie finden die Richtlinien auf der Seite der SAMW.
Schwangere, Neugeborene und Migrationsbevölkerung
Aufgrund der aktuell vorliegenden Erkenntnisse ist das BAG in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) zum Schluss gekommen, dass schwangere Frauen zu den besonders gefährdeten Personen gehören.
Ausschlaggebend für diesen Entscheid sind Hinweise aus Studien, dass schwangeren Frauen bei einer Erkrankung an Covid-19 im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen im gleichen Alter ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben könnten. Gemäss Studien stehen schwerere Krankheitsverläufe häufig im Zusammenhang mit anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, höheres Alter und Komorbiditäten. Die Studien geben für schwangere Frauen ein bis zu 5-fach erhöhtes Risiko für eine Hospitalisation und eine Betreuung auf der Intensivstation an. Ein schwerer Krankheitsverlauf kann einen negativen Einfluss auf die schwangere Frau, die Schwangerschaft sowie auf das ungeborene Kind haben. Nach wie vor gibt es viele offene Fragen, insbesondere liegen bisher wenig Daten zu den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft vor.
Gemäss Art. 35 Abs. 1 des Arbeitsgesetzes darf eine Schwangere nur dann beschäftigt werden, wenn keine Gefährdung für Mutter und Kind aus der Arbeit im Betrieb oder Betriebsteil hervorgeht. Diese Beurteilung der Gefährdung muss durch den Arbeitgeber erfolgen.
Es müssen Massnahmen ergriffen werden, um einen bestmöglichen Schutz am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Ist dies nicht möglich, sind Alternativen anzubieten (je nach Situation: andere Aufgabe, separierter Arbeitsplatz, Home office). Falls auch dies nicht möglich ist, kann die Frauenärztin ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Weitere Informationen finden Sie unter SECO: FAQ Mutterschutz.
Für schwangere Frauen ist es sehr wichtig, dass sie sich an die Schutzregeln für besonders gefährdete Personen halten (siehe Webseite «Neues Coronavirus: So schützen wir uns»). Auf diese Regeln sollte möglichst oft hingewiesen werden.
Treten Symptome auf, die auf Covid-19 hindeuten, wird wie bei allen symptomatischen Personen eine labordiagnostische Abklärung empfohlen (vgl. die Kriterien des Bundes zur Probenahme).
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema Covid-19 Erkrankungen.
Im Spital müssen Mütter und ihre Neugeborenen gemäss den Empfehlungen (PDF) von Swissnoso, der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie betreut werden.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema Covid-19 Erkrankungen.
Ermitteln Sie, um welche Sprache es sich handelt. Bei Unklarheit kann Sie dabei die Spracherkennungstabelle unterstützen (siehe untenstehenden Link). Kontaktieren Sie via regionale Vermittlungsstelle einen Telefondolmetschdienst. Es gibt in der Schweiz sprachregionale Angebote für das Telefondolmetschen (Ausgangssprachen: Deutsch, Französisch oder Italienisch). Telefondolmetschdienste ermöglichen eine Konferenzschaltung, bei der mehrere Teilnehmende zusammen kommunizieren können. Telefondolmetschen ist bei Patienten/innen mit Covid-19 absolut nötig, um Ansteckungen zu vermeiden, da die Angehörigen nicht zum Dolmetschen mitkommen müssen.
Angebote zum Telefondolmetschen:
https://www.inter-pret.ch/de/angebote/regionale-vermittlungsstellen-44.html
Auf der Webseite des BAG sind Informationen in zahlreichen Sprachen der Migrationsbevölkerung aufgeschaltet. Diese können als PDF heruntergeladen oder ausgedruckt werden: Downloads in verschiedenen Sprachen.
Um die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern, ist es sehr wichtig, dass alle Personen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – eine adäquate Behandlung erhalten und die Schutzmassnahmen verstehen. Auch Sans-Papiers, die keine Krankenversicherung haben, haben das Recht auf Notfallbehandlung. Sie haben ebenfalls das Recht, dass ihre persönlichen Daten nicht an andere (auch nicht an die Polizei oder an Migrationsämter) weitergegeben werden. Die Weitergabe von Daten bzw. die Verletzung der Schweigepflicht kann Strafmassnahmen zur Folge haben.
Wenn Sie Sans-Papiers behandeln, machen Sie diese darauf aufmerksam, dass Sie und das behandelnde Personal (inkl. Dolmetschende) das Arztgeheimnis wahren werden. Falls die Sans-Papiers über keine Krankenversicherung verfügen, nehmen Sie Kontakt mit der Anlaufstelle für Sans-Papiers in Ihrem Kanton auf.
Beratungsstellen für Sans-Papiers in der Schweiz
http://www.sans-papiers.ch/index.php?id=92
Nationale Plattform Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers
http://www.sante-sans-papiers.ch/DE/das-recht-auf-gesundheit.html
Auf dieser nationalen Plattform finden Sie auch das Dokument: Corona: Was tun mit oder ohne Krankenkasse? (Informationen in Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch und Englisch)
http://www.sans-papiers.ch/fileadmin/user_upload/Corona-Information_was_tun_mit_oder_ohne_KK_versch._Sprachen.pdf
Schutzmassnahmen
Wurde während der gesamten Zeit des Kontakts zu einem bestätigten Fall oder zu einer an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankten Person adäquate Schutzausrüstung getragen, können die Personen normal weiterarbeiten.
War der Kontakt ungeschützt und eng, müssen Massnahmen getroffen werden. Ungeschützt und eng bedeutet:
- Pflege oder medizinische Untersuchung oder Berufstätigkeit mit Körperkontakt (unter 1,5 Metern), ohne Verwendung geeigneter Schutzausrüstung7
- Direkter Kontakt mit Atemwegssekreten, Körperflüssigkeiten ohne verwendete Schutzausrüstung
Diese Personen werden durch die zuständige kantonale Stelle unter Quarantäne gestellt.
Akuter, weitverbreiteter Personalmangel – Quarantäne und Arbeit
Bei akutem, weitverbreiteten Personalmangel, kann die zuständige kantonale Stelle (z. B. Kantonsarztamt) den Gesundheitsfachpersonen, die engen Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person hatten, aber keine Symptome aufweisen, die Arbeit bewilligen. Sie müssen dabei immer eine Hygienemaske tragen und auf eine einwandfreie Händehygiene achten. Während zehn Tagen nach dem nicht geschützten Kontakt muss die exponierte Person ihren Gesundheitszustand aktiv überwachen und dokumentieren, dass keine Covid-19-Symptome aufgetreten sind. In diesem Zeitraum muss sie im privaten Rahmen die Quarantänevorgaben der zuständigen kantonalen Stelle befolgen. Sie bleibt somit zu Hause oder in einer geeigneten Unterkunft in Quarantäne, ausser für die Arbeit und den Arbeitsweg.
Für die Akutspitäler gelten die Empfehlungen von Swissnoso.
Das BAG empfiehlt es nicht, dass kranke Personen arbeiten gehen. Es ist sehr wichtig, dass das Gesundheitspersonal keine anderen, besonders gefährdeten Personen oder ihre Arbeitskolleginnen/ Arbeitskollegen ansteckt.
Swissnoso hat eine Empfehlung für Akutspitäler veröffentlicht. Diese ist für den Fall, dass einzelne Abteilungen oder Stationen mit einem relevanten Personalmangel konfrontiert sind, so dass eine adäquate Versorgung der Patienten nicht gewährleistet und ihre Sicherheit gefährdet ist. (www.swissnoso.ch/forschung-entwicklung/aktuelle-ereignisse)
Diese Empfehlung ist eine ultima ratio für den Fall des Personalmangels und sollte nicht angewendet werden, solange die Versorgung und Sicherheit der Patienten anders gewährleistet werden kann.
Die FMH hat ein Schutzkonzept für Arztpraxen und den ambulanten Sektor erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Die SSO hat ein Schutzkonzept für Zahnarztpraxen erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Letzte Änderung 14.01.2021