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Das NIH schlägt vor, den Begriff gain-of-function in diesem Zusammenhang zu vermeiden, da er in der Öffentlichkeit zu unterschiedlich gebraucht würde, was zu Missverständnissen führe. Die Behörde regt an, bei Forschungsvorhaben, die ein Virus tatsächlich gefährlicher machen, den Begriff ePPP zu verwenden.
Die Obama-Administration hat im Oktober 2014 ein Verbot für die öffentliche Unterstützung für die gain-of-function-Forschung erlassen. Allerdings wurde ein sogenannter P3CO-Rahmen festgelegt (Potential Pandemie Pathogen Care and Oversight). Gefährliche Forschung (oder: enhanced Pathogen of Pandemic Potential: ePPP) wird nicht grundsätzlich verboten, unterliegt aber einer strengen Prüfung.
Die Befürworter von gain-of-function-Experimenten argumentierten, dass sie der virologischen Forschung helfen können, natürliche Ausbrüche besser zu verstehen und abzuwehren. Kritikerinnen halten sie für unangemessen und gefährlich. Es gibt sowohl unter Forschern als auch in den unterstützenden Institutionen Meinungsunterschiede, ab wann ein gain-of-function-Experiment wirklich gefährlich(er) wird. Dies zeigt das Beispiel in Wuhan, wo Mäuse mit einem chimären Virus angesteckt wurden. Hinsichtlich des Begriffs gain-of-function präzisiert Christian Drosten im Magazin Cicero (9. Februar 2022) schriftlich: »Biologisch betrachtet führen gain-of-function-Experimente in der Regel nicht zu einer Erhöhung der Pathogenität oder Übertragbarkeit. Erfahrungsgemäß sind gentechnisch veränderte Organismen in ihrer Gefährlichkeit gegenüber den natürlich vorkommenden Viren abgeschwächt.« Im Umkehrschluss heißt das: erst wenn ein gain-of-function-Experiment ein Virus pathogener und/oder ansteckender macht, wird das Experiment gefährlich. »Gefährlich« und »gain-of-function« sind keine Synonyme. Wegen der Begriffsungenauigkeit kommt es aber immer wieder zu Diskussionen, ob die Regeln eingehalten worden sind.
Gemäss Rechnungen von Shi Zhengli waren es insgesamt 2,1 Mio USD, die zwischen 2014 und 2019 vom NIH und der USAID ans Wuhaner Institut flossen (Vanity Fair, 3.6.2021)
Der Pandemieplan Schweiz, in der aktuellen Fassung der Influenza-Pandemieplan Schweiz 2018, ist ein Planungsinstrument, das Strategien und Massnahmen zur Vorbereitung der Schweiz auf eine (Influenza-)Pandemie dokumentiert. Er wird von der Eidgenössischen Kommission für Pandemievorbereitung und -bewältigung (EKP) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausgegeben.
Der erste Pandemieplan für die Schweiz wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Robert Steffen ausgearbeitet. Die Vorarbeiten wurden 1995 begonnen; der erste schweizerische Influenza-Pandemieplan wurde im Jahr 2004 veröffentlicht. Ein zentrales Anliegen sei laut Steffen dabei gewesen, dem Bund die Führung zu überlassen.
Nach den Erfahrungen in der Bewältigung der Influenza-Pandemie 2009 wurde der Schweizer Pandemieplan vollständig revidiert.
Kristian G. Andersen et al, The proximal origin of SARS-CoV-2,
(abgerufen am 2.5.2020)