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Der „Zoologische Garten Buchenwald“ bekommt einen neuen Bewohner, einen Bären. Als dieser anfängt Fragen zu stellen, was auf der anderen Seite des Zauns passiert, bringt er Unruhe in die Tierwelt. Kann der Bär das Gesehene verdrängen oder entscheidet er sich ganz allein zum Handeln?
Hintergrund:
Im Konzentrationslager Buchenwald gab es tatsächlich einen Zoo. Er wurde im Frühjahr 1938 von den Häftlingen direkt am elektrisch geladenen Lagerzaun errichtet, mit dem Ziel, den SS-Angehörigen und deren Familien „in ihrer Freizeit Zerstreuung und Unterhaltung zu bieten und einige Tiere in ihrer Schönheit und Eigenart vorzuführen.“
Über die Geschichte des Zoologischen Gartens Buchenwald und seiner Bewohner ist heute wenig bekannt. Die vereinzelt existierenden Augenzeugenberichte und privaten Fotografien geben Hinweise auf Rehe, einen Hirsch, Enten, australische Trauerschwäne, eine Pavianfamilie und bis zu vier Bären, von denen einer ein persönliches Geschenk von Reichsmarschall Hermann Göring an die Buchenwald-SS gewesen sein soll.
Über das Ende des Zoos ist nichts bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Tiere den vorangegangenen Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer gefallen sind. 1994 wurden Teile des verschütteten und überwachsenen Zoos freigelegt und sind heute wieder zugänglich.
Der Theaterabend ist inspiriert von dem Jugendstück „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ von Jens Raschke.