Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03328.jsonl.gz/1060

Sera Yeramian spricht in diesem Interview über die Behandlung ihrer Autoimmunerkrankung und ihre persönlichen Erfahrungen mit Gesundheit, Ernährung und Lifestyle.
Nach über 10 Jahren Leben mit der Krankheit beschlossen Sie, Ihre Ernährung und Ihren Lebensstil zu ändern. Wie sind Sie darauf gekommen, dass diese Faktoren Ihre Krankheit positiv beeinflussen könnten?
Eine Reihe von Gründen. Ich bin jetzt über 30. Vor gut einem Jahr liess mich die Frage nicht mehr los: «Werde ich mich für den Rest meines Lebens nur noch auf Medikamente verlassen oder gibt es etwas, das ich zusätzlich tun kann, um meinen Gesundheitszustand zu verbessern?» Zu dieser Zeit litt ich stärker an meinen RA-Symptomen, die von täglichen Bauchschmerzen, Energiemangel, Allergiesymptomen bis hin zu Hautproblemen reichten. Ich hatte gerade mein zweites Kind bekommen. Ich musste also wirklich gesund werden und optimal funktionieren. Ich beschloss, eine orthomolekulare Therapeutin aufzusuchen. (Orthomolekularmedizin ist eine alternativmedizinische Methode, bei der die teilweise hochdosierte Einnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen im Vordergrund steht.) Sie zeigte mir als Erste, wie sich die Ernährung und der Lebensstil auf meine Gesundheit auswirken können. Sie war es auch, die mir in erster Linie eine Ernährungsumstellung vorschlug. Zusätzlich suchten wir nach Möglichkeiten, den Stress in meinem Leben zu reduzieren. Ich begann, mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und stiess bei meiner Recherche auf das Autoimmunprotokoll (AIP), auch AIP-Diät oder Paleo-Diät genannt. Das ist eine spezielle Ernährungsform für Autoimmunerkrankte. Ich hab sie ausprobiert und mich schon 6 Wochen nach der Ernährungsumstellung deutlich besser gefühlt.
Wie ernähren Sie sich heute?
Ich bin bei der AIP-Diät geblieben. Sie konzentriert sich auf Nahrungsmittel, die dem Körper die notwendigen Vitamine, Mineralien und Phytochemikalien liefern, um optimal zu funktionieren. Andererseits vermeidet die AIP-Diät Nahrungsmittel, die Entzündungen begünstigen, die Darmgesundheit negativ beeinflussen oder das hormonelle Gleichgewicht stören können.
Im Wesentlichen besteht diese Ernährungsform aus viel Gemüse und zusätzlich Obst, Eiweiss aus Fisch oder Fleisch und gesunden Fetten. Zu den Lebensmitteln, die ich vermeide, zählen industriell verarbeitete Lebensmittel/Fast Food, raffinierter Zucker, Getreide, Milchprodukte, Gemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse, Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse, Süsswaren und Alkohol.
Wie haben Sie neben der Ernährungsumstellung Ihren Lebensstil verändert?
Ich habe auch die weiteren Faktoren des AIP angepasst. Das sind Schlaf, Stress, Bewegung und soziale Vernetzung. Eine bedeutende Veränderung war für mich die Verkürzung meines Arbeitsweges, wodurch ich begann, jede Nacht 8 Stunden zu schlafen.
Das AIP ist insgesamt sehr ausgewogen und fördert neben einer gesunden Ernährung auch einen gesunden Lebensstil. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist das der Schlüssel zu einer guten Gesundheit.
Wie hat sich Ihr Alltag mit rheumatoider Arthritis seither verändert?
Seit ich das AIP befolge, fühle ich mich insgesamt viel besser. Ich habe wieder Energie, meine Darmgesundheit ist wieder hergestellt, ich leide nicht mehr an Bauchschmerzen, habe keine allergischen Symptome mehr, meine Haut ist makellos geworden und sogar mein hormonelles Gleichgewicht ist wieder hergestellt - was eine der sehr überraschenden Nebenwirkungen war. Von Zeit zu Zeit treten meine RA-Symptome wieder auf. In diesen Fällen nehme ich meine Medikamente ein. Aber ich komme mit weniger aus und kann trotzdem gut mit meiner Autoimmunerkrankung leben. Durch das AIP verstehe ich viel besser, was die Entzündung in meinem Körper beeinflusst und was ich tun kann, um bestmöglich auf meine Gesundheit zu achten. Ich fühle mich insgesamt glücklicher und gesünder. Auch wenn ich weiss, dass meine Krankheit chronisch ist, ist mein heutiger Gesundheitszustand für mich ein grosser Erfolg!