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Wieso heissen Parkplätze „Park“-Platz? Etwas Parkplatzgeschichte!
Haben Sie sich jemals gewundert, weswegen Parkplatz das Wort „Park“ enthält? So wirklich stimmen die Bilder, die wir von diesen beiden Worten haben, ja nicht überein. Das Eine ist eine graue Landschaft mit massenhaften Autos, während das Andere für wunderbar grüne Rasen und Bäume steht. Das könnte tatsächlich im Zusammenhang stehen mit einer Geschichte, die sich im Jahr 1870 in Washington abspielte. Und zwar erliess der Kongress in dem Jahr ein Gesetz, das es der amerikanischen Hauptsadt erlaubte, bis zu 50% der Strassen in Grünflächen und Bäume umzuwandeln. Damals diskutierte der Senat also über das „Parkieren“ von Bäumen und wo diese Bäume am besten platziert werden sollten. Der 41. Kongress entschied schliesslich, dass hierfür die Seiten der Strassen genutzt werden müssten. Die Tätigkeit des Bäume, Rasens und Blumen an die Strassenseiten setzen wurde „Parken“ genannt. Und selbstverständlich wurden die Wege an diesen Strassenseiten von Fussgängern genutzt.
Bis zum Jahr 1915 wurden die Bäume in einer Baumschule auf dem Grundstück des Irrenhauses von Washington gezüchtet, um anschliessend in allen Strassen der Stadt verpflanzt zu werden. Nun verhält es sich aber auch so, dass der Schatten von Bäumen optimal ist, um Pferde anzubinden und in das nächste Geschäft zu eilen. Bald wurden die Bäumchen also genutzt, um Pferde und Kutschen abzustellen. Diese Praktik wurde 1882 zwar verboten, aber der Schatten und die „Stellplätz“ waren so ansprechend, dass die Leute ganz einfach die Busse in Kauf nahmen und ihre Pferde weiterhin unter den Bäumen „parkierten“.
Genau genommen waren die ersten Parkplätze also tatsächlich Parks, an deren Bäume Pferde angebunden wurde. Das änderte sich natürlich mit Einführung des Autos massiv. Anstatt das Pferd an der Strassenseite abzustellen, wurde das nun also mit den Autos gemacht. Allerdings war die Stadtplanung selbstverständlich nicht mit Autos im Hinterkopf gemacht worden. Man fing deswegen in den 1920er Jahren, Bäume zu fällen und die Strassen auszuweiten, um Platz für die Autos zu haben. In dieselbe Zeit fällt die Umnutzung des Wortes „Parkplatz“, welches nun für die Strassenseite genutzt wurde, wo die Autos parkieren werden konnte. Nach und nach wurde die Wichtigkeit von Parkplätzen wie wir sie heute kennen als höher eingestuft, als das Vorhanden sein von „Parks“ auf der Strassenseite.
Daraus können wir schliessen, dass Parkplätze mehr oder weniger zufälligerweise „erfunden“ wurden. Wenn niemand sein Pferd an den Bäumen „geparkt“ hätte, dann hätte sich das grosse, graue Feld womöglich anders entwickelt! Und, ja, es scheint ganz so, als ob gar der Parkplatz eine amerikanische Erfindung wäre.
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