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Chloroquin und Ciprofloxacin beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien und verminderte Ciprofloxacinkonzentrationen möglich
Mechanismus
Ciprofloxacin und Chloroquin haben ein bekanntes Potential zur Verlängerung der QTc-Zeit im EKG. Additive Effekte sind möglich, wodurch das Risiko für kardiale Arrhythmien ansteigt. Zudem kommt es unter Chloroquin zu einer Steigerung der renalen Exkretion von Ciprofloxacin, wordurch es möglicherweise zu einer verminderten Exposition gegenüber dem Fluorochinolon kommen kann [Ilo CE, 2008].
Effekt
Unter beiden Arzneistoffen sind Verlängerungen des QT-Intervalls im EKG beschrieben. In Kombination kann das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien wie TdP bis hin zum plötzlichen Herztod additiv erhöht sein. Zudem kommt es unter Chloroquin zu einer Steigerung der renalen Exkretion von Ciprofloxacin, die Ciprofloxacinexposition kann vermindert sein.
Empfehlung
Die Kombination ist zu vermeiden. Ist die gleichzeitige Gabe unumgänglich, sind eine sorgfältige Monitorisierung der QTc-Zeit im EKG und Kontrollen der Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium und Magnesium) notwendig. Kommt es unter der Therapie zu einem Anstieg der QTc-Zeit um 60ms im Vergleich zur Baseline oder übersteigt die QTc-Zeit 500ms, ist die Therapie umzustellen. Ciprofloxacin sollte mehrere Stunden vor Chloroquin verabreicht werden um den Effekt von Chloroquin auf die Ciprofloxacinexkretion zu vermindern. Der therapeutische Effekt von Ciprofloxacin sollte sorgfältig überwacht werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018