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2000 wurde die Im Norden Bülachs 1920 von Sulzer in Betrieb genommene Giesserei Bülachguss geschlossen. Mit dem danebengelegenen Areal der Glashütte Bülach zusammengefasst, entstand Bülach-Nord. Im Studienauftrag für den Gestaltungsplan dieses Stadtteils (Diener & Diener Architekten mit Vogt Landschaftsarchitekten, 2013) wird durch Cluster aus Wohnhäusern verschiedener Höhen der Übergang zum bestehenden Einfamilienhausquartier definiert. Baumgruppen im Park zwischen den Hofbebauungen können als Ausläufer des angrenzenden Waldstücks gelesen werden. Ein Öffnen der Blöcke fördert die Verzahnung der heterogenen Umgebung und der Bebauung, die auf insgesamt 8 neue Baufelder verteilt wurde. Niedrigere Volumetrien von vier bis fünf Vollgeschossen vermitteln zwischen siebengeschossigen Neubauten der neuen Nachbarschaft und den im Osten situierten Einfamilienhäusern.
Zur Hofbebauung, die Diener & Diener ausführten, gehören drei Häuser und bilden, nicht fern vom Bahnhof Bülach, die südliche Spitze des ehemaligen Bülachguss-Gebiets. Im Osten stösst der Cluster an die Gussstrasse, die die Neubauten verbindet; im Westen grenzt er an die in einem leichten Bogen verlaufende, stark befahrene Schaffhauserstrasse – Adresse der Giesserei. Zwischen Altbau und Wohnhaus sind die Parkbäume raumbildend.
Die zwei siebengeschossigen Wohnhäuser stossen an der Schaffhauserstrasse winkelförmig aneinander. Die Fassaden sind in der ganzen Höhe durch breite Pilaster und dazwischen sitzende stehende Fenster gegliedert. Dies verstärkt den körperhaften Ausdruck des Winkels.
Die Wohnungen werden direkt durch den Wohnraum erschlossen. Seitlich versetzt, ohne ihn zu verschatten, ist vor den Wohnraum ein erkerartiger Raum geschoben. Die Schlafräume richten sich zum Hof.
Das dritte, sechsgeschossige Wohnhaus umfasst zusammen mit der Winkelfigur einen Innenhof. Es steht bereits im grösseren Grünraum, der sich vom Hof über die Gussstrasse hinaus bis in die kleiner parzellierten Grundstücke der Ein- und Zweifamilienhäuser erstreckt. Die Wohnungen dieses Solitärs sind zu beiden Seiten orientiert. Zum Hof liegen ihre durchlaufenden Balkone und stehen an den Enden rund vor. Mit starken Säulen, Geländern aus verdrehten schmalen Stahlbändern und Textilvorhängen, wirkt die Hoffassade aus hell geschlemmtem Klinker filigraner und bewegter als die monumentalen Wände der beiden anderen Wohnhäuser. Besonders im Sommer wird aus den Balkonen, den Wohnzimmern und dem Innenhof eine Abfolge von Räumen. Im Hochparterre sorgt die hügelige Topografie des Hofrands für Schutz vor den Einblicken der Passanten.
Wettbewerb: 1.Preis, 2013
Datum: 2016 — 2019
Bauherr: Credit Suisse Real Estate Fund Siat, Credit Suisse Asset Management vertreten durch: Allreal Generalunternehmungen, Glattpark
Ort: Gussstrasse 40 – 54, 8180 Bülach
Programm: 3 Wohnhäuser mit 6–7 Geschossen, 102 Mietwohnungen, hauptsächlich 3.5- und 4.5-, aber auch 2.5- und 5.5-Zimmer-Wohnungen. Zur Überbauung gehört eine Tiefgarage mit 73 Parkplätzen.
Geschossfläche GF (SIA 416): 11577.30 m²
Totalunternehmer: Allreal Generalunternehmung, Glattpark
Zertifikat: Minergie-Eco