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Die Kleine Schliere ist ein Wildbach, der westlich von Alpnach entspringt und in den Alpnachersee mündet. Sie ist bekannt für Überschwemmungen, wie sich zuletzt 2005 und 2013 zeigte. Herzstück des geplanten Schutzprojekts ist ein Entlastungsbauwerk im Gebiet Chlewigen, wie die Gemeinde anlässlich der Präsentation mitteilte.
Das Bauwerk soll die Dosierung von Wasser, Geschiebe und Schwemmholz gewährleisten. Damit würde der nachfolgende Schlierenkanal entlastet. Letzterer wurde 1930 fertiggestellt und soll in einem weiteren Schritt verstärkt und saniert werden.
Die dritte Massnahme betrifft den Unterlauf der Kleinen Schliere bis zur Seemündung. Dieser wird erneuert und ökologisch aufgewertet, das Flussbett verbreitert, das Gefälle ausnivelliert. Der Fischaufstieg soll vom See bis ins Gebiet Chlewigen möglich sein.
Schliesslich soll ein neuer Entlastungskorridor bei einem extremen Hochwasser ein Teil des Wassers kontrolliert zum See führen. Es entsteht keine neue Bachrinne. Notwendig sind aber Terraingestaltungen und Mauern. Im gefährdeten Gebiet leben rund 3800 Personen.
Die Kosten für die vier Massnahmen belaufen sich auf 35,25 Millionen Franken. Die Gemeinde trägt einerseits 1,25 Millionen Franken nicht anrechenbare Kosten. Dazu kämen zusätzliche 5,84 Millionen Franken oder 13,5 Prozent der Kosten, wenn das Projekt als schwerfinanzierbar eingestuft wird und entsprechende Subventionen erhält.
Der Bund übernähme dann 65 Prozent der 34 Millionen Franken, der Kanton voraussichtlich 21,5 Prozent. Lehnt der Bund den Antrag auf Schwerfinanzierbarkeit ab, erhöhen sich die Anteile von Kanton auf 30 Prozent und der Gemeinde auf 25 Prozent oder knapp 11 Millionen Franken.
Die Gemeinde Alpnach entscheidet am 24. November über den Kreditantrag, im März 2020 soll das Obwaldner Parlament über das Geschäft befinden. Öffentlich aufgelegt wird es im Frühling, Baubeginn wäre im Jahr 2021.
Der Hochwasserschutz ist in Alpnach seit 20 Jahren ein Thema. Ein 2001 erarbeitetes Sanierungskonzept für die Kleine Schliere sah verschiedene Massnahmen vor. Die jüngsten Hochwasser hätten aber gezeigt, dass etwa die 93 Schwellen im Schlierenkanal verstärkt und ein Entlastungsbauwerk viel umfangreicher ausfallen müsste als geplant. Neue Gesetze fordern zudem die Bachrenaturierung.
(sda)