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An der Nestlé-Generalversammlung vom 19. April ist die Wiederwahl von Peter Brabeck als Verwaltungsrat für die nächsten fünf Jahre traktandiert. ACTARES, Aktio-närInnen für nachhaltiges Wirtschaften, empfiehlt den AktionärInnen von Nestlé, sich bei diesem Traktandum der Stimme zu enthalten. Die Trennung der Funktionen als Vorsitzender der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats ist ein leeres Versprechen geblieben und trotz der blockierten Statutenrevision hätte aus der Sicht von ACTARES das Mandat als Verwaltungsrat freiwillig auf drei Jahre begrenzt werden sollen. In wirtschaftlicher Hinsicht hält es ACTARES allerdings für nicht nachhaltig, die Wiederwahl von Peter Brabeck abzulehnen.
Die durch ACTARES vertretenen Aktionärinnen und Aktionäre stehen dem der GV vom 19. April 2007 unterbreiteten Vorschlag, das Nestlé-Verwaltungsratsmandat von Peter Brabeck für fünf Jahre zu erneuern, skeptisch gegenüber. An der umstrittenen GV im Jahre 2005 hat-te nur eine äusserst knappe Mehrheit des Aktionariats gegen den Antrag gestimmt, die Dop-pelfunktion von CEO und Verwaltungsratspräsident zu verbieten. Damals hatte Peter Brabeck eine Rückkehr zu ordentlichen Verhältnissen innerhalb zweier Jahre versprochen. Gleichzeitig war eine Revision der Statuten ins Auge gefasst worden, die unter anderem die Dauer der Verwaltungsratsmandate auf drei Jahre begrenzen sollte. Das damalige Versprechen wird offensichtlich nicht eingehalten. Die Verzögerung bei der Trennung der Funktionen wird bis mindestens 2008 andauern und die Statutenrevision ist durch ein juristisches Geplänkel blockiert, wofür Nestlé jedoch nicht verantwortlich gemacht werden kann. Unter diesen Umständen ist die Kandidatur für ein neues, fünfjähriges Mandat von Brabeck problematisch. Bei einer Revision der Statuten im zuerst anvisierten Zeitraum wäre das Mandat auf drei Jahre beschränkt. So drängt sich der Eindruck auf, die Nestlé-Verantwortlichen wollten möglichst von der ungeklärten Situation profitieren, und Peter Brabeck bringt die damals von ihm selbst unterstützte Revision in Misskredit. Der Nestlé-CEO hat damit die Ziele einer ordentlichen Geschäftsführung, die er zu unterstüt-zen vorgab, nicht erfüllt. Der Vorschlag zur Wiederwahl auf fünf Jahre, begleitet von Ver-sprechungen, die nicht minder vage sind als jene im Jahre 2005, ist eher unschön. Die Mit-glieder von ACTARES verfolgen eine nachhaltige Entwicklung. Dies bedeutet nicht nur öko-logische und soziale, sondern auch wirtschaftliche Verantwortung. Eingedenk möglicher wirt-schaftlicher Konsequenzen einer Nichtwahl von Peter Brabeck spricht sich ACTARES dafür aus, sein unbefriedigendes Vorgehen nur mit Stimmenthaltung zu quittieren. ACTARES begrüsst gleichzeitig den öffentlichen Positionsbezug des AHV-Ausgleichsfonds und ermutigt die Verantwortlichen, die bisher übliche Geheimhaltungspraxis ganz allgemein zu überprüfen. Auf Grund der öffentlichen Diskussion wird das Aktionariat vermehrt von sei-nen Mitbestimmungsrechten Gebrauch machen. Nur so können auch die Stellungnahmen verschiedener aktiver Investorengruppen besser koordiniert werden.