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Am Mittwoch beobachteten mehrere SRF Augenzeugen ihren Schatten als Brockengespenst. Diese Schattengespenster traten an der Obergrenze der Nebelschicht auf, wo fahle Sonnenstrahlen noch einen Schatten warfen.
Schatten macht sich selbstständig
Ein Brockengespenst ist der eigene Körperschatten, der im Nebel zu erkennen ist. Dieser Schatten ist in der Lage sich selber zu bewegen, ohne dass die Person selber in Bewegung ist. Ursache für dieses Phänomen ist, dass sich der Nebel nicht wie eine Leinwand verhält. Die Projektion des Schattens findet nicht wie bei der Leinwand auf einer Fläche statt, sondern dreidimensional auf einer Nebelschicht, die mehrere Meter tief sein kann. Wird diese Nebelschicht durch Wind bewegt, verzerrt sich die Projektion, und es sieht aus, als ob sich der Schatten bewegen würde. Personen, denen das Phänomen unbekannt ist, erschrecken und glauben an ein Schattengespenst. Um den Kopf des Gespenstes bildet sich oft eine sogenannte Glorie. Das Sonnenlicht wird dabei an den feinen Nebeltröpfchen in die Spektralfarben zerlegt.
Auf dem Brocken geboren
Brockengespenster bilden sich in der Regel an der Oberkante einer Nebelschicht, da vor allem dort noch genügend Licht vorhanden ist, um einen kräftigen Schatten zu erzeugen. Häufig treten solche Schattenphänomene auf dem Brocken auf. Der Brocken ist mit 1142 Metern Höhe der höchste Berg in Norddeutschland. Der Gipfel des Brockens befindet sich oft an der Nebelgrenze, so dass dort öfter so ein Schattenphänomen zu sehen ist. Angeblich soll auch Johann Wolfgang von Goethe von seinem Schatten erschreckt worden sein. Der Name soll angeblich auch auf Goethe zurückgehen.
Phänomen auch vom Flugzeug bekannt
Ähnlich wie beim Brockengespenst ist auf einer Wolkenoberfläche manchmal auch der Schatten eines Flugzeuges zu erkennen. Auch in diesen Fällen bildet sich an den Wassertropfen- oder Eiskristallen eine Glorie. Bei der Projektion ist der Mittelpunkt der Glorie immer auf der Verlängerung der Geraden von der Sonne zur Kamera des Fotografen.