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Die Vorfreude auf das erste Spiel an einer EM-Endrunde seit 14 Jahren war bei den Schweizern riesig gewesen. Diese wich aber rasch der Ernüchterung. Nach einem guten Start und drei Toren in den ersten vier Angriffen, lief bei der SHV-Auswahl nach dem 3:2 (4.) nur noch wenig zusammen. Suter nahm bereits in der 9. Minute beim Stand von 3:6 ein erstes Timeout.
Eine Minute später setzte er im Angriff auf sieben Feldspieler, eine Taktik, die in der Vergangenheit oft funktioniert hatte. Diesmal aber brachte diese Massnahme nicht den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil: Die Schweden erzielten bis zum 16:8 (21.) nicht weniger als fünf Treffer ins verlassene Gehäuse, zweimal war Goalie Andreas Palicka erfolgreich. Der Teamkollege von Andy Schmid bei den Rhein-Neckar Löwen verzeichnete in den ersten 30 Minuten elf Paraden. Am Ende waren es 18 - die Abwehrquote betrug sehr starke 47 Prozent.
Zur Pause stand es 20:13 für die Skandinavier. In der zweiten Hälfte steigerten sich die Schweizer zunächst. In der 40. Minute lagen sie noch 19:24 zurück, worauf Andy Schmid die Chance vergab, auf vier Tore zu verkürzen. In der Folge zogen die Schweden wieder davon. Es war klar, dass die Schweizer gegen den vierfachen Europameister nur dann eine Chance haben, wenn sie nahe an ihrem Optimum spielen. Davon blieben sie jedoch einiges entfernt.
Es war zu spüren, dass die Schweizer auf diesem Niveau keine Erfahrung besitzen - mit Ausnahme von Andy Schmid ist es für alle die erste Teilnahme bei einem grossen Turnier bei den Erwachsenen. Und dann gibt es definitiv einfachere Aufgaben, als vor 11'644 Zuschauern gegen den zu den weltbesten Teams gehörenden Gastgeber zu spielen. Selbst Schmid blieb unter seinen Möglichkeiten. Der fünffache Bundesliga-MVP war zwar mit vier Toren der beste Werfer seines Teams, allerdings verzeichnete er fünf Fehlversuche. Er scheiterte auch einmal vom Penaltypunkt aus. Marvin Lier, normalerweise ein sicherer Schütze, verschoss gar zwei Siebenmeter.
Die Aufbauer Lenny Rubin (3 von 7), Dimitrij Küttel (1 von 5), Luka Maros (1 von 4) und Roman Sidorowicz (1 von 3) hatten ebenfalls negative Wurfquoten. Überhaupt betrug die Effizienz im Angriff bloss 40 Prozent, womit gegen Schweden selbstredend nichts zu gewinnen ist. Zudem wehrten die beiden Torhüter Nikola Portner (5) und Aurel Bringolf (2) zusammen bloss sieben Schüsse ab.
"Sie spielten zu schnell für uns und wir machten zu viele Fehler", erklärte Suter. "Zwar sind wir sehr enttäuscht, wir sind jedoch ein junges Team und bleiben zusammen." Schmid sagte, dass Schweden eine Mannschaft sei, die um die Medaillen spiele. Dass die Schweizer dermassen chancenlos blieben, führte er darauf zurück, dass der Gegner sehr gut auf das 7 gegen 6 eingestellt war. Das hatte für ihn auch damit zu tun, dass zwei schwedische Feldspieler (Jerry Tollbring und Jesper Nielsen) ebenfalls bei den Rhein-Neckar Löwen tätig sind und ihn dadurch bestens kennen. Das tut auch der schwedische Coach Kristjan Andresson, der Trainer bei den Löwen ist.
Trotz der deutlichen Niederlage wurden die Schweizer von ihren Fans nach der Partie gefeiert. Das unterstreicht, welche Euphorie die EM-Teilnahme ausgelöst hat. Am Sonntag trifft die SHV-Auswahl auf Polen und muss ein anderes Gesicht zeigen.
(sda)