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Die Energieetikette ist in erster Linie ein Informationsinstrument um Personen beim Autokauf über die jeweilige Effizienz des Fahrzeugs und dessen klimawirksame CO2-Emissionen in Kenntnis zu setzen. Ausserdem werden mit der Energieetikette Fahrzeuge mit verschiedenen Energieträger bezüglich ihrer Energieeffizienz vergleichbar gemacht.
Die Energieetikette informiert über den Energieverbrauch in der für den Energieträger gebräuchlichen Einheit (Liter, Kubikmeter oder Kilowattstunden) pro 100 km. Sie weist zusätzlich den CO2-Ausstoss in g/km im Fahrbetrieb in Relation zum Durchschnitt aller verkauften Neuwagen aus. Des Weiteren informiert sie über die CO2-Emissionen aus der Treibstoff- und/oder Strombereitstellung (in g/km). Mit der Effizienz-Kategorie (A – G) gibt sie Auskunft über den relativen Verbrauch eines Fahrzeuges. Die Verwendung des relativen Verbrauchs unterstützt primär den Vergleich von Fahrzeugen gleicher Grösse. Aus der Etikette ersichtlich sind zudem technische Aspekte, wie das Leergewicht, die Getriebeart, die Euro-Abgasstufe und die Typengenehmigungsnummer.
Die Regelung gilt für serienmässig hergestellte Personenwagen bis 3500 kg Gesamtgewicht, die über höchstens neun Sitzplätze verfügen und die nicht mehr als 2000 Kilometer Fahrleistung aufweisen. Dies sind Fahrzeuge, deren Typengenehmigung/Datenblatt mit der Zahl "1" beginnt. Nicht betroffen sind Lieferwagen, Lastwagen, Motorräder oder Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung.
Wer Personenwagen die nicht mehr als 2000 Kilometer Fahrleistung aufweisen Online zum Verkauf anbietet, ist verpflichtet, diese gemäss Ziffer 4 von Anhang 4.1 der Energieeffizienzverordnung zu deklarieren. Dies umfasst den Verbrauch in l/100 km, den CO2-Ausstoss in g/km, die CO2-Emissionen aus der Treibstoff und/oder der Strombereitstellung, den durchschnittlichen CO2-Ausstoss in g/km aller in der Schweiz verkauften Neuwagen, und die Energieeffizienzkategorie. Bei Personenwagen, die nicht mit Benzin angetrieben werden, ist zusätzlich das Benzinäquivalent in l/100 km aufzuführen. Bei Personenwagen, die für die Verwendung von in der Schweiz flächendeckend angebotenen Gemischen aus fossilen und biogenen Treibstoffen typengenehmigt sind, sind die gesamten CO2-Emissionen und, als klimarelevant, der fossile Anteil anzugeben.
Das Bundesamt für Energie unterstützt die Promotion energieeffizienter Fahrzeuge im Rahmen des Programms EnergieSchweiz. Der Bund zahlt selber keine finanziellen Beiträge an den Kauf energieeffizienter Fahrzeuge. Finanzielle Vorteile für effiziente Fahrzeuge werden jedoch durch einzelne Kantone und Gemeinden gewährt sowie durch Versicherungen und die Gasbranche. Vorteile bestehen auch, weil für gasförmige Treibstoffe eine reduzierte Mineralölsteuer gilt und weil biogene Treibstoffe und Strom von der Mineralölsteuer befreit sind. Siehe Zusammenstellung auf dieser Webseite.
Einige Kantone verwenden die Energieetikette als Basis für Rabatte bei der kantonalen Motorfahrzeugsteuer. Die Motorfahrzeugsteuer ist Kantonshoheit. Der Bund hat keinen Einfluss auf die Ausgestaltung dieser kantonalen Steuer. Als Dienstleistung für verantwortungsbewusste Autokäufer/innen stellen wir jedoch eine Übersicht der Rabatte und Vergünstigungen bei Kantonen zur Verfügung. Die genauen Konditionen sind beim jeweiligen Kanton zu erfahren. Wir bitten Sie sich direkt mit Ihrem zuständigen Kanton in Verbindung zu setzen.
Aus Energie- und Klimasicht sollten Sie beim Kauf vor allem auf einen möglichst geringen Verbrauch und CO2-Ausstoss des Fahrzeuges achten. Der Bund kann aus Neutralitätsgründen aber keine Empfehlungen für den Kauf eines bestimmten Fahrzeuges oder einer bestimmten Modellvariante abgeben. Das Bundesamt für Energie unterstützt jedoch im Rahmen des Programms EnergieSchweiz die Promotion energieeffizienter Fahrzeuge mit dem Ziel, Sie beim Kaufentscheid unabhängig zu beraten.
Erstellen der Energieetikette und Daten der Typengenehmigung
Neuwagenhändler/innen erhalten die Typengenehmigungsnummer von ihrem Importeur und können sie an Kaufinteressierte abgeben. Die TG-Nummer befindet sich zudem auf dem Prüfungsbericht 13.20A und im Fahrzeugausweis im Feld 24. Bei Direktimporten oder einer Einzelzulassung steht im Feld 24 ein X geschrieben.
Die gesetzlichen Vorgaben für die Energieetikette und für die Typengenehmigung von Personenwagen gelten für den Neuwagenhandel in der Schweiz. Beim Kauf bzw. Direktimport eines Fahrzeugs aus dem Ausland fehlt dann meistens auch die Typengenehmigungsnummer, die einzelne Kantonen zur Ermittlung der Motorfahrzeugsteuerrabatte benötigen. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an den zuständige kantonale Stelle.
Falls die Homologation (Typengenehmigung) noch aussteht oder die Typengenehmigungsnummer aus einem anderen Grund fehlt, kann für das Fahrzeug eine provisorische Energieetikette erstellt werden. Um provisorische Energieetiketten zu erstellen, haben kommerzielle Branchenakteure die Möglichkeit beim BFE einen Zugang zum eigens dafür entwickelten Onlinetool anzufordern.
Für die Verbrauchs- und Leergewichtsdaten ist die Typengenehmigung / das Datenblatt des entsprechenden Modells massgebend. Sind unter der gleichen Typengenehmigung / Datenblattes mehrere Modellvarianten mit einem Leergewichtsbereich aufgeführt, so wird die Effizienzkategorie auf Grundlage des jeweils höchsten Verbrauchs und des höchsten Leergewichts ermittelt. Dasselbe Gewicht wird auch auf der Energieetikette ausgewiesen.
Die Etikette muss am Verkaufsort gut sichtbar am ausgestellten Fahrzeug oder in seiner Nähe angebracht werden. Auch eine Bildschirmanzeige ist erlaubt. Dabei muss die Energieetikette als Grundeinstellung erscheinen. Sie darf nicht durch einen Stand-by-Modus, einen Bildschirmschoner oder auf eine andere Art ausgeblendet werden. Sind noch weitere Informationen zum Personenwagen elektronisch abrufbar, so muss die Einstellung nach 20 Sekunden automatisch auf die Grundeinstellung zurückwechseln. Die Energieetikette muss von jeder Einstellung auf dem Bildschirm direkt aufrufbar sein.
Die Informationen Verbrauch, CO2-Ausstoss, CO2-Ausstoss aus der Treibstoff- und/oder Stromproduktion, durchschnittlicher CO2-Ausstoss aller in der Schweiz verkauften Neuwagen und Effizienzkategorie sowie Benzinäquivalent bei PW die nicht mit Benzin angetrieben werden, müssen in länderspezifischen Preislisten und Broschüren mit technischen Informationen gut sichtbar enthalten sein. Diese Angaben müssen auch in der Werbung und auf Online-Kanälen zwingend angegeben werden.
Um den Händlern die Anbringung der Etikette zu erleichtern, wurde eine vereinfachte Etikettenvariante zugelassen. Mit dieser vereinfachten Darstellung können gleichzeitig die Vorgaben zur Deklaration des Energieverbrauchs erfüllt und weitere, gesetzlich vorgeschriebene Informationen (Preisbekanntgabeverordnung) gegeben werden. Die vereinfachte Variante darf verwendet werden, die Art des benötigten Energieträgers und das Leergewicht gemäss Artikel 7 Absatz 1 VTS bereits anderweitig gut sichtbar dargestellt ist.
Die vereinfachte Darstellung gibt es einzig für Neuwagen. Sie eignet sich v.a. für die Darstellung auf einem Bildschirm. Sie besteht aus einem vorgegebenen Teil. Zu achten ist auf die Mindesthöhe von 140 mm und die Mindestbreite von 180 mm. Im frei gestaltbaren Teil sind zudem diverse Rahmenbedingungen zu beachten, so sind dort insbesondere die Treibstoffart und das Leergewicht zu benennen.
Gemäss EG-Richtlinie informiert ein Leitfaden (Verbrauchskatalog) die Konsumentinnen und Konsumenten über den Treibstoffverbrauch, die CO2-Emissionen, deren Auswirkungen auf Umwelt sowie über technische (Klimaanlage, Fahren mit Licht, Reifendruck, Motorenwartung) und nichttechnische (Fahrstil, Verkehrsfluss, unnötige Zuladung) Verbrauchsfaktoren von neuen Personenwagen. Der Verbrauchskatalog enthält zudem eine Liste der erhältlichen Neuwagen. Er ist Online zugänglich oder kann als PDF-Dateikostenlos beim Bundesamt für Energie bezogen werden.
Gemäss Energiegesetz (EnG) Artikel 44 kann der Bundesrat Vorschriften über einheitliche und vergleichbare Angaben des spezifischen Energieverbrauchs von serienmässig hergestellten Fahrzeugen erlassen. Die Warendeklaration von neuen Personenwagen wird im Anhang 4.1 der Energieeffizienzverordnung (SR 730.02) geregelt. Die Energieeffizienzverordnung enthält die Detailvorschriften des Energiegesetzes (SR 730.0).
Eine vom Bundesamt für Energie beauftragte Kontrollstelle führt jährlich zahlreiche Stichproben beim Neuwagenhandel durch. Zusätzlich werden die Preislisten und eine Auswahl Werbeschriften systematisch ausgewertet. Das Amt kann gemäss Energiegesetz aufgrund von Hinweisen von ausserhalb oder selbstständig, bei Zuwiderhandlung gegen die Verordnung Bussen bis zu CHF 40'000 verhängen.
Der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Personenwagen müssen nach Artikel 97 Absatz 5 VTS gemessen werden. Auf einem Prüfstand wird mit dem Fahrzeug eine vorgegebene Strecke simuliert, dabei werden die CO2-Emissionen städtisch, ausserorts und gesamt ermittelt und danach der Treibstoffverbrauch berechnet.
Fahrzeuge sind energieeffizient, wenn sie bezogen auf ihr Gewicht, wenig Treibstoff verbrauchen. Sparsame Fahrzeuge hingegen verbrauchen absolut gesehen weniger Treibstoff, z.B. weil sie klein und leicht sind.
Die Einteilung in die Verbrauchskategorien A – G wird aufgrund der Bewertungszahl (BWZ) vorgenommen. Für die Berechnung der BWZ siehe Energieeffizienzverordnung SR 730.02 Anhang 4.1 Ziffer 5.3. Die BWZ setzt sich zu 30 Prozent aus dem relativen Energieverbrauch (Energieverbrauch/Leergewicht) und zu 70 Prozent aus dem absoluten Energieverbrauch zusammen. Um den Energieverbrauch für verschiedene Antriebsarten vergleichen zu können, werden Primärenergie-Benzinäquivalente verwendet (well-to-wheel Ansatz, bzw. von der Energiequelle zum Rad).
Zur Berechnung der Effizienzkategorien werden die Fahrzeuge anhand der gesamten Wirkungskette, also von der Energiequelle bis zum Rad („well-to-wheel“), beurteilt. Um die Primärenergieverbräuche von Antrieben mit verschiedenen Energieträgern (Benzin, Diesel, Gas, Strom, usw.) vergleichen zu können, werden sie in Benzinäquivalente umgewandelt. Somit entstehen Primärenergie-Benzinäquivalente.
Fragen zur Einteilung in Energieeffizienz-Kategorien
Für die Festlegung der Grenzen der Energieeffizienz-Kategorien A – G werden sämtliche angebotenen Fahrzeugtypen entsprechend ihrer Bewertungszahl in aufsteigender Reihe geordnet und in sieben mengenmässig gleich grosse Sektoren aufgeteilt. Die oberen Kategoriengrenzen der Energieeffizienz-Kategorien A – F bestimmen sich nach der Bewertungszahl (BWZ) des letzten im entsprechenden Sektor aufgeführten Fahrzeugtyps.
Die Einteilung in die Effizienzkategorien erfolgt zu 70 Prozent aufgrund des absoluten Energieverbrauchs und zu 30 Prozent aufgrund des relativen Energieverbrauchs (Energieverbrauch/Leergewicht). Wegen der relativen Komponente kann es vorkommen, dass ein Fahrzeug, dass schwerer ist und mehr Energie verbraucht, jedoch ein effizientes Antriebssystem hat, in eine bessere Energieeffizienz-Kategorie eingeteilt wird, als ein verbrauchsärmeres, leichtes Fahrzeug.
Die Einteilung der Effizienzkategorien wird jährlich dem neusten Stand der Technik angepasst. Weil die Fahrzeuge immer effizienter werden, kommt es vor, dass ein Fahrzeug, welches am 31.12. eines Jahres in Kategorie A war, am Folgetag in Kategorie B fällt.
Durch das Dividieren des Energieverbrauchs durch das Fahrzeuggewicht, können ähnlich grosse Fahrzeuge besser untereinander verglichen werden. Das Gewicht wurde als Bezugsgrösse gewählt, weil Angaben zum Fahrzeuggewicht für alle Personenwagen vorhanden sind und weil das Gewicht von den Autofahrern intuitiv als die beste Vergleichsgrösse bezüglich Treibstoffverbrauch wahrgenommen wird.
Der absolute Verbrauch ist auf der Etikette in l/100 km angegeben und wird durch die Angabe des CO2-Ausstosses in g/km ergänzt. Für Käufer/innen steht vor allem der Gebrauchszweck des Fahrzeuges im Vordergrund. Familienautos haben aufgrund ihrer Grösse automatisch einen höheren Verbrauch als Kleinwagen. Dank des Einbezug eines relativen Verbrauchskomponente (seit 2012: 30 %-Anteil) ist es möglich Fahrzeuge der gleichen Klasse untereinander zu vergleichen und so auch Familienautos in der besten Kategorie zu finden.
Die Etikette bildet den CO2-Ausstoss des spezifischen Fahrzeugs sowie den durchschnittlichen CO2-Ausstoss aller erstmals in der Schweiz immatrikulierten Neuwagen der Vorperiode (Juni – Mai) auf einem CO2-Balken ab. Dieser beträgt gemäss UVEK-Verordnung 730.011.1 (Stand Juni 2017) für das Jahr 2018 133 g/km.
100 kg Mehrgewicht ergeben einen Mehrverbrauch von rund 0,5 l/100 km. Fahrstil (sparsam oder offensiv) und Einsatzbedingungen (Stadt- und Nahverkehr oder Langstrecken), aber auch Klimaanlage, Reifendruck, Zuladung und Aufbauten beeinflussen den Verbrauch.
Die Energieeffizienz Ihres Elektrofahrzeugs wird aufgrund des Stromverbrauchs des Fahrzeugs gemessen. Der Primärenergieverbrauch Ihres Elektrofahrzeugs wird zum Beispiel mit dem Primärenergieverbrauch eines Dieselfahrzeug verglichen, wobei es durchaus vorkommen kann, dass Ihr Elektrofahrzeug ineffizienter ist als das Dieselfahrzeug. Die Kategorieeinteilung bezieht sich ausschliesslich auf den Energieverbrauch und nicht auf andere Umweltaspekte, wie beispielsweise den CO2-Ausstoss.
Bei Gas- und Ethanol-Fahrzeugen wird auf der Etikette zwischen klimarelevanten und absoluten CO2-Emissionen unterschieden. Für die Berechnung der Effizienzkategorien hat dies jedoch keinen Einfluss, sondern es kommt nur auf den Energieverbrauch des Fahrzeuges an.
Für die Berechnung der Energieeffizienz von Plug-in Fahrzeugen bzw. Fahrzeugen, die teilweise elektrisch angetrieben werden und deren Batterie über das Stromnetz aufgeladen werden kann, wird der Treibstoffverbrauch und der Stromverbrauch zusammengezählt, um die Energieeffizienz zu berechnen.
Bei der Energieetikette Occasionen handelt es sich um eine freiwillige Massnahme. Das Anbringen der Etikette beruht im Gegensatz zur Etikette für Neuwagen nicht auf einer gesetzlichen Vorschrift. Es ist dem jeweiligen Händler überlassen, ob er beim Occasionsfahrzeug eine Etikette anbringen will oder nicht.
Die Energieetikette Occasionen wird auf Basis der aktuellsten Typengenehmigungsdaten mit den aktuell gültigen Kategoriegrenzen erzeugt. Abweichungen zu den Angaben im Fahrzeugausweis sind möglich. Bei Fehlern liegt es beim Importeur, auf dem herkömmlichen Weg beim ASTRA eine Mutation der Typengenehmigung zu veranlassen.
Zusammenhang mit anderen energiepolitischen Massnahmen
Beide haben zumindest indirekt zum Ziel den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Eine direkte Verbindung zwischen den beiden Massnahmen gibt es nicht. Die Energieetikette ist ein Informationsinstrument für den Kauf von energieeffizienten Fahrzeugen, während die Emissionsvorschriften die Importeure in die Pflicht nehmen die CO2-Emissionen zu reduzieren. Es ist möglich, dass ein Fahrzeug der Kategorie A mehr als 130 g CO2/km ausstösst und somit den Zielwert der Emissionsvorschriften überschreitet.