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Hallo, ich melde mich mal wieder mit einem kleinen Beitrag über ein Wort namens “vergessen”. Oder wie ich es nenne: Eine vergessene Geschichte.
Wo fangen wir an? Am Besten fangen wir mit einem Modell des Verarbeitungsprozesses der Menschen an. Wir modellieren den Menschen als einen Computer mit zwei Kernen und einer Warteschlange der Länge acht und einer Festplatte für Erinnerungen. Dies bedeutet, dass jeder Mensch zwei Sachen(Ein Kern = Eine Aufgabe zum Bearbeiten) gleichzeitig in seinem Kopf bearbeiten kann und bis zu acht weitere Rechenaufträge(=Aufträge ==> Dinge zum erledigen) in seinem Kopf(oder der Warteschlange) halten kann, welche auf freie Rechenkapazitäten warten. Diese Zahlen sind grundsätzlich je nach Mensch leicht verschieden, dürften aber ungefähr stimmen.
Zur Korrektheit dieses Modells: Da Multitasking nur eingeschränkt funktioniert, komme ich zum Schluss, dass zwei “Kerne” passend sind. Die Warteschlange hat ihren Ursprung darin, dass Aufträge auch für später vorgemerkt werden können und somit aufgeschoben werden können. Die Nummer Acht ist mehr oder weniger willkürlich.
Es stellt sich die Frage, was passiert, wenn die Warteschlange voll ist und ein weiterer Auftrag hinzukommt. Also eigentlich Auftrag Nummer elf. Wir stellen fest, dass unser Modell dann ein Problem hat, denn er hat zu wenig Platz in der Warteschlange. Unser Mensch hat deswegen jedem Auftrag eine Priorität zugeteilt. Die Warteschlange ist natürlich nach der Priorität geordnet. (Diese Aussage ist trivial.) Diese Priorität ist natürlich äquivalent zur Wichtigkeit. Das System vergleicht nun die Priorität des neuen Auftrages mit derjenigen des letzten in der Warteschlange. Falls der neue Auftrag wichtiger ist, als der letzte, dann übernimmt Nummer elf den Platz des letzten Auftrages ein. Daraufhin wird die Priorität des neuen Auftrages mit derjenigen des Auftrages darüber verglichen. Falls dieser eine geringere Priorität hat, dann werden diese beiden Aufträge getauscht. Dies läuft solange, bis der Auftrag darüber eine höhere Priorität hat.
Was passiert den nun mit dem Prozess, der zwangsläufig keinen Platz in der Warteschlange hat? Diese Frage hat eine banale Antwort: Der Auftrag wird vergessen. Oder um es anders zu formulieren: Er verschwindet.
Die Bedeutung ist demnach folgendes: “Unwichtiges wird vergessen, wichtiges bearbeitet.” (Bei dieser Diskussion kommt mir eine Passage aus meinem Beitrag: “Eine kleine Geschichte zur Zeit.” in den Sinn.) Was bedeutet dies? Ein “vergessener” Auftrag, wird entweder zu den Erinnerungen gelegt, welche nicht von selbst in den Kopf kommen, oder aber der Auftrag wird direkt ins Datennirwana befördert und damit ganz gelöscht.
Die Aussage: “Unwichtiges wird vergessen, wichtiges bearbeitet.” ist strikt genommen eine totale Beschreibung, denn unter der Annahme, dass unwichtig spätestens am Ende der Warteschlange anfängt und der Rest wichtig ist, lässt sich direkt sagen: “Wichtiges wird nicht vergessen”, was wiederum nach der Aussagenlogik heisst: “Etwas vergessenes kann sicher nicht wichtig gewesen sein.”
Wie immer gehe ich noch einen Schritt weiter: Der Schritt der Prioritätenzuteilung ist eine aktive Entscheidung. Dies ist ersichtlich, dadurch dass jeder Mensch für sich selbst entscheiden muss, was ihm wichtig ist. Da die Prioritätenzuteilung eine aktive Entscheidung ist und der Prozess daraufhin aufgrund dieser Entscheidung definiert wird, folgt folgende Aussage: “Vergessen ist eine aktive Entscheidung.”
Aber eigentlich wollte ich hier ja über eine Geschichte schreiben, die ich vergessen habe. Nun ja, nach der obigen Herleitung komme ich zum Schluss, dass die Geschichte nicht wichtig war und ich deswegen besseres zu tun habe.