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Im Rahmen des schweizerischen Rückkehrhilfe- Programms sind innerhalb von 13 Monaten fast 30'000 Flüchtlinge in den Kosovo heimgekehrt. Den Erfolg des Programms begründet das BFF mit der guten Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen.Dieser Inhalt wurde am 08. August 2000 - 17:58 publiziert
Wie das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) am Dienstag (08.08.) mitteilte, reisten im Monat Juli im Rahmen der Rückkehrhilfe 2'342 Personen von der Schweiz in den Kosovo. Seit dem 1. Juli 1999 bis Ende Juli 2000 sind total 29'859 Kosovo-Flüchtlinge heimgereist (Phasen I und II).
Das BFF hatte zudem verfügt, im Juli mindestens 750 Personen, die sich nicht an dem Rückkehrhilfeprogramm beteiligten, im Rahmen der so genannten Phase III in den Kosovo zurückzuführen. Anstelle der festgelegten Anzahl von 750 verliessen 1'811 Menschen, die vor dem 1. Juli 1999 eingereist waren, die Schweiz.
Das BFF schreibt dies der guten Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen zu. Für den Monat August wurde wieder die minimale Anzahl von 750 Personen festgelegt, die in den Kosovo zurückgeführt werden sollen.
Zahlreiche Rekurse
Ungefähr 4'000 Dossiers von Kosovo- Flüchtlingen liegen im Übrigen wegen Einsprachen auf Eis, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur sda ergab. Allein im Kanton Waadt, der die meisten Menschen aus dem Kosovo beherbergt, betrifft es 900 von 3'729 Dossiers der Phase III. Im Kanton Zürich gibt es rund 400 Rekurse bei total 2'000 Dossiers.
Die bei den Einsprachen genannten Begründungen sind finanzieller oder medizinischer Art oder beruhen auf dem Wunsch, eine Ausbildung zu beeenden.
Auf Anfrage nannten die kantonalen Behörden keine grösseren Zwischenfälle bei den Rückschaffungen, die per Flugzeug erfolgen. Aber an persönlichen Dramen fehlt es nicht. Im Kanton Bern hat sich eine Person sogar umzubringen versucht, um sich der Rückschaffung zu entziehen. Sie wird zur Zeit von einem Psychiater betreut. Für das Rückkehrhilfeprogramm haben sich insgesamt 32'795 Personen angemeldet.
Gespannte Lage im Kosovo
Die Rückführung von Kosovo-Flüchtlingen aus der Schweiz findet in einer angespannten Atmosphäre statt. Einige Wochen vor den Wahlen gefährden tödliche Zwischenfälle den Wiederaufbau des Landes. Der Aufbau demokratischer Institutionen gestaltet sich schwierig und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ist nicht gewährleistet.
Die Menschen haben kaum Möglichkeiten, eine Stelle zu finden und ausserdem sei das Zusammenleben nicht gerade einfach, erklärte UNHCR- Sprecherin Paola
Gedini, die im Kosovo stationiert ist.
Kosovo- Flüchtlinge, die Minderheiten angehören, sind zudem Gewalt ausgesetzt. "In manchen Regionen werden Angehörige von Minderheiten immer wieder angegriffen", bedauert Dominique Boillat, Sprecher des BFF. Man könne nicht davon ausgehen, dass eine friedlich Koexistenz verschiedener Ethnien von einem Tag auf den anderen möglich sei.
swissinfo und Agenturen
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