Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03332.jsonl.gz/376

Baumwolle ist eine Naturfaser. Sie steht synthetischen Materialien wie Polyester, Polyamid oder Polyacryl gegenüber, die aus Kohle, Erdgas oder Erdöl hergestellt werden. Baumwolle ist biologisch abbaubar, wächst wieder nach und fühlt sich toll auf der Haut an. Eigentlich sehr gut. Oder doch nicht?
Die Produktion von Baumwolle ist mit vielen Problemen verbunden und oft gefährlich für Mensch und Umwelt. Dieser Artikel zeigt auf, warum Sie beim Kauf von Baumwollkleidung auf ökologische Baumwolle achten sollen.
Bio-Baumwolle unterstützt Kleinbauern
Rund 222.000 Bauern in insgesamt 19 Ländern bauen Biobaumwolle an. 97% der weltweiten Bio-Baumwolle werden in Indien (51%), China (17%), Kirgisistan (10%), Türkei (10%), Tadschikistan (5%), Tansania (2%) und den USA (2%) produziert. Trotzdem macht Bio-Baumwolle nur 1% der gesamten weltweiten Baumwollproduktion aus.
In vielen Entwicklungsländern ist Baumwolle die wichtigste Deviseneinnahme. Ihr Anbau erfolgt oft in entlegenen ländlichen Regionen und kann helfen, Kleinbauern in Wirtschaftskreisläufe einzubinden. Für Biobaumwolle erhalten Bauern gewöhnlich eine rund 5 bis 20% höhere Prämie, jedoch ist diese nicht in jedem Land gleich. Sie hängt zudem von der aktuellen Marktsituation, der gelieferten Rohstoffqualität, Preisvereinbarungen, vorhandenen Zertifikaten und so weiter ab.
Ökologische Baumwolle: aus gentechnikfreiem Saatgut
Gentechnisch veränderte Pflanzen dominieren im globalen Baumwollanbau. Rund 65% der herkömmlichen Baumwolle ist gentechnisch verändert. Die Genmanipulation soll, je nach Sorte, gegen Schädlinge wie den Baumwollkapselbohrer schützen und so den Verbrauch von Insektiziden und Unkrautbekämpfungsmitteln senken. Die negativen Folgen sind jedoch weitreichend: Gentechnisch verändertes Saatgut kostet rund viermal so viel wie herkömmliches. Bauern können es zudem nicht selbst aus der eigenen Ernte vermehren, sondern müssen jedes Jahr wieder in teures Saatgut investieren. Ausserdem werden Schädlinge im Laufe der Zeit zunehmend resistent, was einen zusätzlichen teuren Pestizideinsatz erforderlich macht. All diese Aspekte führten in Indien bereits nachweislich zu einer höheren Selbstmordrate unter Kleinbauern, weil sie keinen Ausweg aus ihrer schwierigen Lage sehen.
Beim Anbau von Biobaumwolle ist Gentechnik verboten. Zertifizierungen wie beispielsweise GOTS, Organic Content Standard (OCS) und GOPCA bestätigen, dass für die Biobaumwolle nur gentechnikfreies Saatgut verwendet wurde. Im Gegensatz zu genmodifizierter Baumwolle entstehen aus ökologischer Baumwolle wieder Samen, aus denen neue Pflanzen wachsen können. Das erspart den Bauern enorme Anschaffungskosten für neues Saatgut. Inzwischen ist es für Bauern speziell in Indien, Pakistan und China jedoch sehr schwierig, an gentechnikfreies Saatgut zu kommen. Dieser Umstand ist eines der grössten Hindernisse beim weiteren Ausbau des Bio-Baumwollanbaus.
Kein Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln
Auf 2,5% der weltweiten Anbaufläche wird Baumwolle angebaut, aber 10-16% der weltweit verbrauchten Pestizide eingesetzt – mehr als bei jeder anderen Kulturpflanze. Der hohe Pestizideinsatz gefährdet die Biodiversität, vergiftet Böden und Gewässer.
Das ist ein wichtiger Grund, um bei Baumwolle auf Bioqualität zu achten. Im Bio-Anbau sind chemische und synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel nämlich verboten. Bauern bekämpfen Schädlinge mit traditionellen Mitteln. So schützen sie ihre eigene Gesundheit, die Umwelt und reduzieren ihre Ausgaben für Pestizide. In der Bio-Landwirtschaft betreiben Bauern Wechselwirtschaft. Das bedeutet, dass sie auf einem Feld jedes Jahr unterschiedliche Kulturpflanzen anbauen. Das hält die Zahl der Schädlinge in Schach. Durch den Verzicht auf synthetische Pestizide überleben die natürlichen Feinde der Baumwollschädlinge wie Marienkäfer, Libellen oder Spinnen. Sie unterstützen die Schädlingsbekämpfung auf natürliche Weise.
Unterschiedliche Kulturpflanzen benötigen ausserdem unterschiedliche Bodennährstoffe und laugen den Boden daher nicht aus, wenn sie abwechselnd angebaut werden. Wichtige Mikroorganismen bleiben erhalten, der Boden bleibt fruchtbarer und benötigt in Folge weniger organischen Dünger wie Kuhmist oder Kompost.
Bio-Baumwolle: Geringerer Wasserverbrauch für Bewässerung
Der Anbau von Baumwolle ist sehr wasserintensiv. Die Angaben wie viele Liter Wasser für die Herstellung von einem Kilogramm Baumwolle erforderlich sind klaffen aber weit auseinander und reichen von 1214 bis 22500 Liter Wasser pro Kilo. Was den unterschiedlichen Wasserverbrauch von konventioneller und ökologischer Baumwolle angeht, so besagt eine Studie der Textile Exchange aus dem Jahr 2017, dass ökologische Baumwolle 91% weniger Wasser aus Seen oder anderen Frischwasserquellen verbraucht. Der Grund dafür ist, dass Kleinbauern ihre Felder in der Regel nicht künstlich bewässern und die Bewässerung nur durch Regen erfolgt. Bio-Baumwolle benötigt auch schon von Haus aus weniger Wasser als genmodifizierte Sorten. Böden, die nicht mit chemischen Pestiziden belastet sind, speichern zudem das Regenwasser besser.
Bio-Baumwolle ist bereits farbig - ohne Chemie und Farbstoffe
Im Bio-Anbau werden oft Baumwollsorten angebaut, die bereits natürlich farbig ist. Die natürlichen Farben dieser Baumwolle sind Beige, Grün und Braun in verschiedenen Schattierungen. Diese stammt von natürlichen Pigmenten und Säuren in der Baumwollpflanze selbst. Die Baumwollfasern müssen in der weiteren Verarbeitung daher nicht mehr chemisch gebleicht oder gefärbt werden, um eine tolle Farbe zu bekommen. Das spart im Produktionsprozess von Textilien Kosten und macht das Endprodukt umweltfreundlicher. Die Anschaffung und Entsorgung von giftigen Bleich- und Farbstoffen entfällt. Natürliche ungefärbte Baumwolle eignet sich übrigens besonders gut für die Bekleidung von Babys. Die Augen von Säuglingen sind nämlich noch nicht voll entwickelt und sehr empfindlich. Grelle Farben reizen und ermüden ihre Augen schnell. Textilien in natürlichen Farben verhindern eine solche Reizüberflutung.
Bio-Baumwolle ist ideal bei empfindlicher Haut
Bekleidung ist wie unsere zweite Haut, die uns eigentlich vor Wind und Wetter schützen sollte. Doch in fertigen Textilien aus herkömmlicher Baumwolle sind Giftstoffe wie Pestizide und Chemikalien zu finden. Diese Kleidung kann bei Babys mit Neurodermitis, Allergikern und Menschen mit empfindlicher Haut allerdings negative Reaktionen hervorrufen oder bestehende Probleme verstärken. Diese Menschen leiden in Folge unter Reizungen, Ausschlägen, Ekzemen oder Flecken. Ökologische Baumwolle enthält keine chemischen Giftstoffe. Bei GOTS-zertifizierter Baumwolle müssen Textilhersteller sogar mittels Labortests nachweisen, dass ihre fertigen Produkte nicht mit chemischen Schadstoffen belastet sind.
Schätzungen vor dem Ausbruch von Covid-19 besagen, dass die weltweite Bio-Baumwollproduktion im nächsten Jahr um weitere 10 Prozent wachsen wird. Wir von Pamboo freuen uns über diese Prognose. Wir sind nämlich auf die Verfügbarkeit von zertifizierter Biobaumwolle angewiesen, um Ihnen unsere hochwertige Bio-Mode für Kinder und Babys auch in Zukunft anbieten zu können.
Bei Pamboo gibt's Bio-Babymode aus unbehandelter Baumwolle. Bio-Babymode jetzt entdecken!
-------
Quellen: