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Definition
Bei der «Teamarbeit» geht es darum, Menschen zusammenzubringen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Teams sind Gruppen von Menschen, die gemeinsam arbeiten, um bestimmte Ziele zu erreichen. Projektteams sind meist multidisziplinär. Experten aus verschiedenen Bereichen arbeiten zusammen, um komplexe Ergebnisse zu realisieren. Bei der Teamarbeit geht es darum, durch das Formen, Unterstützen und Führen des Teams ein produktives Team aufzubauen. Die Kommunikation und die Beziehungen im Team zählen zu den wichtigsten Eigenheiten der erfolgreichen Teamarbeit.
Zweck
Die Kompetenz «Teamarbeit» versetzt den Einzelnen in die Lage, die richtigen Teammitglieder auszuwählen, die Ausrichtung des Teams zu fördern und ein Team effektiv zu leiten.
Beschreibung
Teamarbeit deckt den gesamten Lebenszyklus von Teams ab. In der ersten Phase werden die richtigen Teammitglieder ausgewählt. Anschliessend wird das Team aufgebaut, unterstützt und geleitet. Wenn die Teammitglieder und das Team als Ganzes im Projektverlauf in ihren jeweiligen Aufgaben immer reifer werden, können sie diese Aufgaben unabhängiger voneinander ausführen und erhalten folglich mehr Verantwortung.
Die Teambildung erfolgt häufig mithilfe von Treffen, Workshops und Seminaren, an denen die leitende Person, die Teammitglieder und manchmal auch weitere Stakeholder teilnehmen. Teamgeist (d.h. Menschen dazu zu bringen, gut zusammenzuarbeiten) kann erreicht werden durch individuelle Motivation, das Stecken von Zielen für das Team, gesellschaftlichen Ereignissen oder weiteren unterstützenden Strategien.
Probleme können aufgrund technischer oder wirtschaftlicher Schwierigkeiten auftreten oder durch andere stressige Situationen ausgelöst werden. Auch kann es aufgrund von Unterschieden bei Kultur und Bildung, unterschiedlichen Interessen und/oder Arbeitsweisen sowie bei grossen räumlichen Distanzen zwischen den Teammitgliedern zu Problemen und Streitigkeiten kommen. Die leitende Person muss sowohl das Team als Ganzes wie auch das einzelne Individuum während des gesamten Projektlebenszyklus kontinuierlich weiterentwickeln. Während der Arbeit im Projekt sollte die Leistung der Teammitglieder regelmässig von der leitenden Person, in Rücksprache mit dem Linienmanager, überprüft werden, um den Bedarf für Entwicklung, Coaching und Training zu bewerten und auf ihn einzugehen.
Liegt die Leistung eines Teammitglieds unter dem geforderten Standard, sind unterstützende Massnahmen zu ergreifen.
Während der gesamten Lebensdauer eines Teams sollte persönliches Engagement ermutigt, die Bildung von Netzwerken angeregt, eine produktive Arbeitsumgebung unterstützt, sowie Kommunikation und Beziehungen gefördert werden.
Kompetenzindikatoren
Das Team zusammenstellen und entwickeln
Um erfolgreiche Teamarbeit zu gewährleisten, müssen die richtigen Ressourcen für das Team ausgewählt werden. Neben der Tatsache, dass die Personen über die nötigen Kompetenzen verfügen müssen, muss die leitende Person ebenfalls darauf achten, dass die «Chemie» zwischen den ausgewählten Teammitgliedern stimmt, um auch gemeinsam als Team arbeiten zu können. Bevor das ausgewählte Team die Arbeit aufnehmen kann, müssen die Mitglieder ein Verständnis für sich als Team entwickeln. Die Rolle der leitenden Person besteht darin, die individuelle Motivation in Teamleistung zu übertragen. Die Mitglieder müssen mehr voneinander und den bevorstehenden Aufgaben und Zielen erfahren. Die Teambildung ist eine fortlaufende Aufgabe, aber mit zunehmender Reife des Teams verändern sich auch die Aufgaben der Person, welche das Team leitet.
Messgrössen
- Berücksichtigt individuelle Kompetenzen, Stärken, Schwächen und Motivation bei der Entscheidung über Aufnahme, Rollen und Aufgaben im Team
- Verdeutlicht Ziele und schafft eine gemeinsame Vision
- Legt Teamziele, Agenda und Fertigstellungskriterien fest
- Verhandelt gemeinsame Normen und Regeln für das Team
- Motiviert die Einzelnen und schafft ein Teambewusstsein
Zusammenarbeit und Netzwerken zwischen Teammitgliedern fördern
Die Zusammenarbeit anregen bedeutet, die Teammitglieder aktiv zu beeinflussen, damit sie zusammenarbeiten und mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen, ihrer Meinung, ihren Ideen und ihren Bedenken einen positiven Beitrag für die festgelegten Ziele leisten. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten sind eine unvermeidbare Folge dieses Vorgangs. Solange die leitende Person dafür sorgt, dass eine produktive und respektvolle Atmosphäre herrscht, können die Teammitglieder davon ausgehen, dass die Konflikte zu einer besseren Leistung führen. Sobald einzelne Teammitglieder damit anfangen, die Zusammenarbeit durch eine spaltende oder kontraproduktive Rolle zu stören, muss die leitende Person sich dessen annehmen, indem sie das Teammitglied zurechtweist oder in extremen Fällen auswechselt. Der Teamleiter kann den Aufbau von Netzwerken durch physische und virtuelle Aktivitäten anregen, bei denen die Teammitglieder ihr Wissen weitergeben und sich gegenseitig motivieren und inspirieren.
Messgrössen
- Schafft Gelegenheiten für Diskussionen unter den Teammitgliedern
- Fragt nach Meinungen, Vorschlägen und Bedenken der Teammitglieder, um die Leistung zu verbessern
- Teilt Erfolge mit dem/n Team(s)
- Fördert die Zusammenarbeit mit Menschen innerhalb und ausserhalb des Teams
- Ergreift angemessene Massnahmen, wenn die Zusammenarbeit im Team gefährdet ist
- Verwendet Tools für die Zusammenarbeit
Die Entwicklung des Teams und der Teammitglieder ermöglichen, unterstützen und überprüfen
Zur Teamentwicklung gehören die kontinuierliche Entwicklung des Teams und die Motivation der Mitglieder neues Wissen und neue Fertigkeiten zu erwerben. Die leitende Person hat die Aufgabe diese Lernbemühungen zu unterstützen, zu ermöglichen und das Ergebnis zu überprüfen. Sie schafft Möglichkeiten für den Austausch von Wissen zwischen den Teammitgliedern, mit anderen Teams und der Organisation ausserhalb des Projekts zu schaffen.
Messgrössen
- Fördert kontinuierliches Lernen und das Teilen von Wissen
- Nutzt Techniken zur Förderung der Entwicklung des Teams und der Teammitglieder
- Bietet Möglichkeiten für Seminare und Workshops an
- Plant und fördert Lessons Learned-Veranstaltungen
- Stellt den Teammitgliedern Zeit und Gelegenheit zur Selbstentwicklung zur Verfügung
Teams durch das Delegieren von Aufgaben und Verantwortlichkeiten stärken
Verantwortung erzeugt Engagement. Die Person, die das Team leitet, verbessert das Engagement – und das individuelle und kollektive Empowerment (Befähigung) – indem sie Aufgaben und Probleme an Teams oder Teammitglieder delegiert. Abhängig von ihrer Reife können die delegierten Aufgaben gross, schwierig und wichtig sein. Das Ergebnis der Aufgaben, die an Teams oder Einzelpersonen delegiert wurden, sollte gemessen werden und Feedbackrunden für das Team angeboten werden, um den Lernerfolg sicherzustellen.
Messgrössen
- Delegiert Aufgaben wenn und wo angemessen
- Empowert Einzelpersonen und Teams durch Delegieren von Verantwortung
- Erläutert Leistungskriterien und -erwartungen
- Stellt Berichtsstrukturen auf Teamebene bereit
- Führt Feedback auf individueller und Teamebene durch
Fehler erkennen, um das Lernen aus Fehlern zu ermöglichen
Die leitende Person sorgt dafür, dass die Auswirkungen von Fehlern und Irrtümern auf die Ergebnisse, Prozesse und den Erfolg des Projekts möglichst geringgehalten werden. Der Einzelne ist sich dessen bewusst, dass Fehler jederzeit passieren können. Er versteht und akzeptiert, dass Menschen Fehler machen. Der Einzelne analysiert Fehler und fördert das Lernen aus Fehlern. Irrtümer und Fehler werden als Plattform für Veränderungen und Verbesserungen genutzt, damit die Fehlerwahrscheinlichkeit in Zukunft sinkt.
In manchen Fällen kann die leitende Person sogar Verhaltensweisen fördern, die die Fehlerwahrscheinlichkeit erhöhen, z.B. wenn das Projekt innovative Ansätze benötigt, um Probleme und Schwierigkeiten zu überwinden. Selbst in diesem Fall sorgt die leitende Person dafür, dass die finalen Ergebnisse, Prozesse und der Projekterfolg nicht negativ beeinflusst werden. Der Einzelne sucht nach den Ursachen für Fehler und ergreift effektive Massnahmen um sicherzustellen, dass sich die gleichen Fehler nicht wiederholen.
Messgrössen
- Vermeidet soweit möglich negative Auswirkungen von Fehlern auf den Projekterfolg
- Ist sich bewusst, dass Fehler passieren und akzeptiert, dass Menschen Fehler machen
- Geht mit Fehlern und deren Verursachern konstruktiv um
- Analysiert und diskutiert Fehler, um Verbesserungspotenziale in den Prozessen zu ermitteln
- Hilft den Teammitgliedern aus ihren Fehlern zu lernen