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Ratssaal von 1788
Der Besucher betritt jetzt den Kernbereich des alten Rathauses. Die für unsere Gegend bis tief ins 18. Jahrhundert typischen breiten Mittelgänge sind auch hier vorhanden. Anlässlich der letzten Restaurierung mussten diese allerdings optisch verkürzt werden, da jedes Stockwerk gegen das Treppenhaus hin abgeschlossen wurde.
Im Mittelgang des Museumsgeschoss steht ein aus Gersau stammender, eintüriger Schrank, der trotz seiner Datierung auf 1709 noch durchaus Spätrenaissanceformen zeigt.
Der Ratssaal (Raum 1) der alten Republik Gersau präsentiert sich heute im Gewand seiner Umgestaltung im Louis XVI-Stil. Das alte Landschreiberpult steht dominant in vorderen Raumteil und beinhaltet die Kaiserurkunde vom 31. Oktober 1433 (Replikat) über die Freiheiten und Privilegien der Gersauer.
Der auf 1788 datierte und von Johann Jost Nigg signierten Kachelofen zeigt in seiner reichen Bemalung dagegen noch Rokokoformen.
An den Seitenwänden hängt ein für das Gersauer Rathaus geschaffener Zyklus von Josef Martin Obersteg (1761 - 1826). Zwei Bilder zeigen für jene Zeit typische allegorische Szenen, "das Urteil des Salamon" und " Richter des Kambyses". Die beiden anderen Ölbilder beziehen sich direkt auf die Geschichte von Gersau. Sie erinnern an den Loskauf von der habsburgischen Vogtei und an die Bestätigung der Freiheiten durch Kaiser Sigismund.
Zur Ausstattung des späten 18. Jahrhunderts gehören die Podeste, auf denen die Bänke für die damaligen Ratsherren standen.
(Quelle: Das Rathaus der altfryen Republik Gersau, Schwyzer Hefte Nr. 40)