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Laut einem Dokument aus dem 17. Jahrhundert gehörten die Weinberge des heutigen Château Sociando-Mallet einem baskischen Aristokraten namens «Sociondo». Im Jahr 1793 wurden sie beschlagnahmt, kamen in den Besitz eines königlichen Notars und wurden dann in einer öffentlichen Versteigerung verkauft. Die Weinberge und das dazugehörige Schloss wurden zu «Sociando» umbenannt und kamen schlussendlich in die Hände eines gewissen Jean Lamothe. Dessen Nichte erbte das Anwesen im Jahr 1831. Sie war die Frau von Achille Mallet, weshalb das Gut seither Sociando-Mallet heisst. Die nachfolgenden, zahlreichen Eigentümer verkannten das grosse Potential dieses aussergewöhnlichen Terroirs und vernachlässigten das Gut immer mehr. Auf der Suche nach einem Weingut für einen Kunden seiner Handelsgesellschaft, welche er 1957 gegründet hat, entdeckte Jean Gautreau im Jahr 1969 das inzwischen in Vergessenheit geratene Juwel. Das Schloss war aber über die Jahre heruntergekommen und verfügte lediglich noch über fünf Hektar Rebfläche. Dennoch verliebt er sich in dieses kleine Schmuckstück und in die herrliche Aussicht auf die Mündung der Gironde. Er erkannte das grosse Potential des Terroirs und kauft das Anwesen für seinen Kunden. Mit Hilfe seines Kellermeisters Gerard Cler (der «Keller» ist eigentlich eine Garage…) produzierte Jean Gautreau die ersten Jahrgänge. Die Qualität dieser Weine war so vielversprechend, dass er allmählich damit begann, die Kelleranlagen und Weinberge zu erneuern und weitere Parzellen in der Nähe dazuzukaufen. Heute verfügt das Anwesen über stolze 83 Hektar Weinberge.
Château Sociando-Mallet liegt in der Gemeinde Saint-Seurin-de-Cadourne auf dem eindrücklichen Hügel von Baleyron, nördlich von Saint-Estèphe im Haut-Médoc. Besonders stolz ist Jean Gautreau auf die zur Gironde-Mündung ausgerichteten Lagen, welche das gleiche Terroir aufweisen wie das der Rebberge von Château Montrose und Château Latour: Die Grave Güntziennes-Böden mit ihren Tonschichten sind ein idealer Untergrund für die Médoc-Rebsorten. Sie verleihen den Weinen ihre Frische, Leichtigkeit und Eleganz. Die Nähe zu Atlantik und Küste kompensiert zudem die Hitze der Sonne und schafft so ein optimales Mikroklima für den Weinbau. Die Reben haben ein Durchschnittsalter von 35 Jahren, ausgebaut wird der Wein in neuen Eichenfässern. Das Ergebnis ist einer der Besten, nicht klassifizierten Weine des Médoc.