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"Die Preisentwicklung hat das Ergebnis gestützt", sagte Interim-COO Roland Köhler an einer Telefonkonferenz. Gegenüber dem Vorjahr konnten die Zementpreise auf vergleichbarer Basis um 5,5% angehoben werden und gegenüber dem ersten Quartal um 2,3%.
Der Umsatz betrug 6,85 Mrd CHF, was nominell einem Minus von 5,9% entspricht - auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Devestitionen und Währungen, allerdings einem Wachstum von 3,6%. Der adjustierte betriebliche EBITDA stieg geringfügig um 0,1% (vergleichbar +10,1%) auf 1,74 Mrd CHF und die entsprechende Marge auf 25,3% (VJ 23,8%).
Der Konzerngewinn wuchs markant auf 787 Mio CHF nach 400 Mio im Vorjahreszeitraum. Hier wirkten etwa geringere Finanzierungskosten, steigende Beiträge aus Joint-Ventures und Beteiligungen oder Erträge aus Devestitionen. Der wiederkehrende Gewinn verbesserte sich auf 700 Mio von 570 Mio. Der freie Geldfluss aus Geschäftstätigkeit wird mit 174 Mio CHF (VJ 79 Mio) ausgewiesen und die Nettofinanzschulden lagen Ende Juni bei 15,7 Mrd CHF und damit rund 2,4 Mrd tiefer als vor 12 Monaten.
ASIEN UND EUROPA MIT SCHWÄCHERER ENTWICKLUNG
Die Konzernregionen Naher Osten/Afrika, Lateinamerika und Nordamerika trugen zur verbesserten Ertragskraft bei, schreibt der Konzern weiter. Dabei erbrachten die Vereinigten Staaten, Nigeria und Mexiko besonders gute Leistungsausweise.
Die Region Asien/Ozeanien wurde durch das anhaltend herausfordernde Marktumfeld in Indonesien, Malaysia und den Philippinen belastet. Hier wird neben Importen, Überkapazitäten und verstärktem Wettbewerb auf der Ramadan-Termin als Grund genannt. Indien habe positiven Ergebnisses gezeigt und sich weiter von den Auswirkungen der Geldentwertung erholt.
In Europa war das Ergebnis rückläufig, wobei auf die geringere Zahl der Werktage verwiesen wird. Die Preise waren stabil, die zugrundeliegenden Trends bei Absatz und Preisdynamik seien aber positiv. Als Faktoren genannt werden zudem Betriebsunterbrechungen in Belgien, Anpassungen des Netzwerkes in Frankreich oder der Abschluss einiger Grossprojekte in der Schweiz.
SYNERGIEN SCHNELLER ALS GEPLANT - DEVESTITIONEN AUF KURS
Im Berichtsquartal wurden Synergien von 121 Mio CHF erzielt. "Bei den Synergien machen wir schneller als geplant Fortschritte", sagte VRP und Interim-CEO Beat Hess. Bereits im laufenden Monat sei die anvisierte Marke der Gesamtsynergien bis Ende 2017 von 1 Mrd CHF erreicht worden.
Auch bei den Devestitionen sieht sich der Zementhersteller auf Kurs. Laut CFO Ron Wirahadiraksa betragen die Devestitionen seit der Fusion 4,4 Mrd CHF, verglichen mit geplanten 5,0 Mrd. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das Ziel bis Ende Jahr erreichen werden", so der CFO weiter. Verzögerungen habe es in China gegeben.
MARKTERWARTUNG GESENKT - ZIELE BESTÄTIGT
Der Konzern hat seine Markterwartungen für das Jahr 2017 reduziert. Das Management des Zementkonzerns rechnet in den für ihn relevanten Märkten nun mit einem Wachstum der Nachfrage von 1 bis 3%, nach zuvor 2 bis 4%. Die Marktvorhersage sei nach der Entwicklung der ersten sechs Monate gesenkt worden, sagte Wirahadiraksa.
Trotzdem werden die Ziele für 2017 und 2018 bestätigt. Weiter wird beim bereinigten EBITDA auf vergleichbarer Basis ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erwartet und der wiederkehrende Gewinn soll um mehr als 20% zulegen. Im kommenden Jahr will der Konzern etwa einen bereinigten betrieblichen EBITDA von 7 Mrd CHF erzielen.
Die Analysten sehen die Zahlen in Rahmen der Erwartungen. Der Umsatz sei etwas unter, der Betriebsgewinn über den Erwartungen ausgefallen. Die LafargeHolcim-Aktien notieren am Mittwochmittag in einem freundlichen Gesamtmarkt (SMI +0,8%) unverändert auf 57,45 CHF.
yr/cp
(AWP)