Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03424.jsonl.gz/1962

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Wittnau eine sehr innovative Gemeinde. An technischen Neuerungen war man stets interessiert. Zu den treibenden Kräften gehörte in den meisten Fällen der Fortbildungslehrer und Grossrat Emil Beck.
Dass unsere Gemeinde bereits 1905 elektrifiziert wurde, ist bemerkenswert.
Umliegende Dörfer folgten erst später.
Der Grund für das Vorpreschen war, dass man die Posamenterstühle möglichst bald elektrisch antreiben wollte.
Im Staatsarchiv in Aarau wird eine Tariftabelle der Elektra Wittnau aus dem Jahr 1905 aufbewahrt. Da noch keine Stromzähler installiert waren, mussten die Energiekosten für die elektrische Beleuchtung pro Glühbirne abgerechnet werden. Dabei kam es nicht nur auf die Leistung der Glühlampe an, sondern auch, in welchem Raum sie zum Einsatz kam.
Bemerkenswert ist ist vor allem die Tarif-Kategorie IV für Lampen, die nur sonntags zum Einsatz kamen. Weil hier die stärksten Glühbirnen aufgeführt sind, liegt die Vermutung nahe, dass diese Tarifstufe ausschliesslich für die Kirchenbeleuchtung eingeführt wurde.
Im Haus von Peter Schmid, "Äschters", gleich neben der «Krone», wurde im Herbst 1905 ein Elektromotor zum Antrieb eines Webstuhls montiert. Er hatte eine Leistung von 0,25 PS.