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2006 stellte Tadlow eine Neueinspielung von Elmer Bernsteins True Grit vor, die bei Western- und Bernstein-Fans auf ein durchaus gesteigertes Interesse stiess. Bis zu jenem Zeitpunkt gab es nur die alte Capitol Records LP bzw. DRG CD und später die Varèse Scheibe, eingespielt vom Utah Symphony Orchestra mit rund 20 Minuten Musik. Von La-La Land nun erscheint das Original in voller Länge inklusive diverser Bonus Tracks, darunter gar ein Demo, in dem Elmer Bernstein den Titelsong selber singt.
True Grit ist einer der populärsten Filme mit John Wayne, der hier den mürrischen Alkoholiker und altgedienten U.S. Marshall Rooster Cogburn gibt, angeheurt von der aufsässigen Mattie Ross, die dem Mörder ihres Vaters nachstellen will. Waynes wundervolle Darstellung wurde mit einem Oscar belohnt. 2010 kam ein gelungenes Remake mit einem herrlichen Jeff Bridges in Waynes Rolle in die Kinos.
True Grit startet mit dem „True Grit (main title)“ Song, gefolgt vom etwas schmissigeren „alternate“. Die Produzenten wollten zunächst einen Song, der nicht von Benrtsien sondern John Hartford geschrieben wurde – in den Bonus Tracks ist dieser zu hören („Go Home Girl“). Doch Bernstein kämpfte darum, dass Song und Score zusammen gehören müssten und setzte sich mit seiner Version durch, die nur leichte Abänderungen im Text erfuhr. Diese Melodie, als Hauptthema verwendet, ist meist mit dem Charakter von Mattie Ross, gespielt von Kim Darby, verbunden und beispielsweise zu hören in „A Stiff Job/Businesslike Mattie“ und opulent ausgestattet in „Runaway Races Away/The Chase/On Their Way“. Für Mattie allerdings komponierte Bernstein noch ein eigenes kleines Thema, das in „Papa’s Things/Pony Mine“ auftaucht und in seiner kindlich-nostalgischen Weise durchaus an To Kill a Mockingbird erinnert.
Rooster Cogburns Thema tritt in „Rooster and La Boeuf Off“ mit voller Wucht auf. Ein stolzes Americana Stück unverkennbar aus Bernsteins Feder, das er hie und da auch für witzige Momente hernimmt. Roosters Thema („Rooster Ruffled“) und das Hauptthema verbindet Bernstein im Verlauf des Scores recht häufig, so etwa in „Where There is Smoke“.
Desweiteren hält Bernstein einige spannende Cues bereit, „The Dying Moon“, „Preparation Dugout“, „Dugout Stakeout“ und das prächtigen „Shots Galore“. Hier verwendet der Komponist ein mächtig-düsteres Sechsnoten-Motiv für Ned Pepper (grossartig: Robert Duvall) und seine Gang, meist vom Blech oder auch den Holzbläsern punktiert wiedergegeben.
Ein weiteres Highlight, in einem davon nicht armen, aber mit 45 Minuten eher kurzen Score, ist der lange, 10:24 Minuten dauernde Track 16, zu welchem gleich sechs Cues zusammengefasst wurden.
Wie bereits erwähnt endet die CD mit diversen Bonus Tracks, von denen der instrumentale „Main Title“ und die Filmversion der „End Credits“ die interessantesten sind.
Eine tolle CD mit einem gelungenen Booklet mit Liner Notes aus der Feder von Jeff Bond – und ohne Zweifel ein weiterer Höhepunkt im Bernstein/Wayne Schaffen.