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Das Drogeninformationszentrum DIZ der Stadt Zürich hat vergangenes Jahr rund 2000 Proben von Partydrogen getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders der Anteil an extrem hoch dosierten XTC-Pillen zugenommen hat, die Dosierungen stark variieren und häufig mit pharmakologisch wirksamen Streckmitteln gerechnet werden muss. Das führt zu zusätzlichen gesundheitlichen Risiken für Konsumentinnen und Konsumenten. Die stärkste getestete Ecstasy-Pille etwa wäre selbst für einen 180 Kilogramm schweren Mann zu hoch dosiert.
Mit 43 Prozent machte Kokain auch 2016 den grössten Anteil der vom DIZ getesteten Proben aus, gefolgt von Amphetamin (20 %) und MDMA-Pillen oder -Pulver (18 %). Substanzen wie Methamphetamin (1,2 %), Ketamin (1,8 %) oder auch die sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) wurden vergleichsweise selten getestet. Cannabis kann nicht analysiert werden.
XTC: Zunahme extrem hoch dosierter Tabletten
Die meisten Ecstasy-Tabletten sind mit einem «Logo» geprägt, einige sind auch farbig. Seit zwei bis drei Jahren haben sich spezielle Formen und Prägungen verbreitet. Das Aussehen lässt jedoch keinerlei Rückschlüsse auf die Zusammensetzung zu; gleich aussehende Tabletten können sich stark unterscheiden. Seit 2011 werden zunehmend extrem hoch dosierte Tabletten (>160 mg MDMA) getestet, 2016 hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. Drei Viertel der analysierten Ecstasy-Tabletten enthielten über 120 mg MDMA. Besonders problematisch ist, dass rund ein Fünftel der Tabletten über 200 mg MDMA enthielt. Hohe Dosen können zu Überhitzung, Dehydration und Herz-Kreislauf-Überbelastungen führen. 160 mg MDMA ist z.B. die Maximaldosierung für einen 106 Kilogramm schweren Mann oder eine 123 Kilogramm schwere Frau*.
Gefährliches Koks
Kokain, die am häufigsten getestete Zürcher Partydroge, ist alles andere als ein harmloser Kick: Deutlich mehr als die Hälfte der im DIZ abgegebenen Kokainproben enthielten ein psychoaktives Streckmittel, meist Levamisol. Das in der Tiermedizin gegen Wurmbefall eingesetzte Medikament kann bei regelmässigem Konsum zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Auch der steigende Kokaingehalt ist besorgniserregend; kennen die Konsumierenden den Kokaingehalt nicht, sind gefährliche Überdosierungen möglich.
Amphetamin mit Reinheitsgraden von null bis hundert Prozent
Amphetamin, umgangssprachlich bekannt als «Speed», wurde letztes Jahr 362 Mal (20 %) getestet. Der Amphetamingehalt schwankte stark, rund drei Viertel der Proben enthielten ein pharmakologisch wirksames Streckmittel oder Syntheseverunreinigungen.
Verunreinigtes LSD
Auf Papierfilze aufgetragenes LSD wird erst seit 2015 ausgewertet, vorher wurden nicht genügend Proben abgegeben, um einen Überblick zu gewinnen. Die Gesamtzahl ist mit 89 Proben immer noch gering (4,3 % der getesteten Substanzen).
Rund ein Fünftel der Proben enthielt statt oder neben LSD andere psychoaktive Substanzen oder Verunreinigungen. Besonders NBOMe-Verbindungen, die in Zusammenhang mit einigen drogeninduzierten Todesfällen in Europa stehen, bergen ein nicht einschätzbares Risiko.
70 Prozent Männer in Drug-Checking-Angeboten
Das Drogeninformationszentrum DIZ und das mobile Drug-Checking wurden 2016 von rund 3000 Personen aufgesucht. Rund 70 Prozent waren Männer. Immer wieder fungiert das DIZ auch als Anlauf- und Informationsstelle für Eltern oder Angehörige von Konsumierenden.
Mobiles Drug-Checking und Alkoholprävention vor Ort
Neben dem stationären Angebot im DIZ im Kreis 5 ist das Saferparty-Team mit einem mobilen Drug-Checking an Events präsent. 2016 wurden an acht Anlässen im Schnitt 33 Substanzen vor Ort getestet. Die Analysen vor Ort wurden jeweils durch das Kantonsapothekeramt Bern vorgenommen. An jedem Anlass kam es zu über 120 Einzelkontakten. 50 Prozent der getesteten Substanzen entfielen auf MDMA-Tabletten, je rund 20 Prozent auf Kokain und Amphetamin.
450 000 besuchten die Website saferparty.ch
2016 wurde die Website saferparty.ch 458 848 Mal angeklickt (+17 % gegenüber 2015). Am häufigsten wurden die Substanzwarnungen aufgerufen, gefolgt von Informationen zu einzelnen Substanzen. Auch über Facebook werden Informationen und Warnungen verbreitet und können über diesen Kanal von anderen Institutionen geteilt werden.