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Dann halt Psychologie
Das Magazin N°43 – 26. Oktober 2019
Katja Früh frägt: «Was soll ein junger Mensch …studieren, wenn er etwas verstehen und vielleicht gar verändern will?» Sie kommt zum Schluss: Nachdem Religionswissenschaft, Geschichte oder Ökologie nicht ausreichendes zu bieten haben, dann halt Psychologie.
Fürs angestrebte Studienziel wäre es auch sinnvoll, sich mit etwas Technischem zu befassen, also mit etwas, das nicht nur mit Menschen sondern auch mit Mechanismen zu tun hat. Katja Frühs Einschätzung stimmt zwar «Autokraten, Rassisten, Grössenwahnsinnige und Rechtsradikale sind an der Macht», doch dies deshalb, weil bestimmte Mechanismen dazu geführt haben, dass besagte Typen als Alternative gesehen werden. Um da gegenzusteuern, ist es notwendig, auf solche Mechanismen einzugehen.
Solche Mechanismen lassen sich charakterisieren durch Begriffe wie: «Tragödie der Allmend», «The winner takes it all» oder Tribüneneffekt. Der erste Begriff steht als Ursache für die ungelösten demografischen und ökologischen Probleme der Menschheit. Der zweite für eine Ursache der ökonomischen Gräben zwischen Staaten und innerhalb von Staaten. Der dritte steht für Wettläufe auf den Gebieten der Demografie (z.B. Ursache der hohen Geburtenrate in Palästina) und Ökonomie (z.B. Ursache von Handelskriegen). Ein Bestandteil von möglichen Lösungen wäre das Zurückgreifen auf Mechanismen in Geschichte und Kultur. Es geht um solche, die Kriege und Konflikte verursachten, aber auch um solche, die einzelnen glücklichen Gesellschaften erlaubten, lange Zeit gut zu überleben. Erinnert sei etwa an die Rolle des Klosterlebens im Christentum, aber auch im Buddhismus.
Mit freundlichen Grüssen
Gernot Gwehenberger, 4143 Dornach SO