Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03305.jsonl.gz/1900

Die Schweiz ist seit der Unabhängigkeit Kenias im Jahr 1963 vor Ort präsent. Anfänglich stand die Entwicklungszusammenarbeit im Vordergrund. Später wurden die Aktivitäten auf die Bereiche Wirtschaft, Korruptionsbekämpfung und Förderung der Menschenrechte ausgedehnt. Kenia ist eine «wirtschaftliche Löwin» und gehört zum Grossen Horn von Afrika, einer geografischen und thematischen Schwerpunktregion der Subsahara-Afrika-Strategie 2021–2024.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kenia
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Kenia spielt für die politische Stabilität Ostafrikas eine wichtige Rolle. Es ist das wirtschaftlich stärkste Land der Region. Gemeinsam mit anderen Staaten setzt sich die Schweiz für eine Verbesserung der Gouvernanz und die Einhaltung der Menschenrechte ein. Gleichzeitig unterhält sie wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen mit dem ostafrikanischen Land.
Nairobi beherbergt einen der vier UNO-Hauptsitze. Auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat seinen Sitz in Nairobi.
Am 28. April 2017 unterzeichneten die Schweiz und Kenia ein Memorandum of Understanding über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen, um die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der internationalen Kriminalität und Korruption zu verstärken.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Kenia ist die führende Volkswirtschaft Ostafrikas. Aufgrund ihres Wirtschaftspotenzials gehört sie in der Subsahara-Strategie 2021–2024 zu den «afrikanischen Löwinnenstaaten». Obwohl sich Kenias Wirtschaft diversifiziert hat, arbeiten nach wie vor rund 75% der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Blumen, Tee und Kaffee gehören zu den Hauptexportgütern. 2020 stand Kenia an 16. Stelle der Handelspartner der Schweiz in Afrika. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern belief sich auf 147 Millionen CHF. Die Schweiz führt fast ausschliesslich landwirtschaftliche Produkte ein und exportiert hauptsächlich pharmazeutische und chemische Erzeugnisse nach Kenia.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Kenia können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Kooperationsstrategie 2022–2025 für das Horn von Afrika umfasst einen globalen Ansatz, der auf folgenden Instrumenten beruht: humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit verbunden mit politischen und diplomatischen Massnahmen sowie Migration und Sicherheit. Das Programm konzentriert sich hauptsächlich auf Somalia und die ariden und semiariden Gebiete Kenias und Äthiopiens. Bei der Projektarbeit geht es um Gouvernanz, Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung, Gesundheit, Migration und Schutz. Das Regionalbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) für das Horn von Afrika mit Sitz in Nairobi ist für die Programmdurchführung zuständig.
Schweizerinnen und Schweizer in Kenia
Ende 2020 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 797 Schweizerinnen und Schweizer in Kenia und 1406 kenianische Staatsangehörige in der Schweiz. Kenia ist mit seinen Nationalparks und Stränden eine beliebte Tourismusdestination für Reisende aus der Schweiz.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte 1963 die Unabhängigkeit Kenias. Im folgenden Jahr nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf, und die Schweiz eröffnete eine Botschaft in Nairobi.