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Das musst du wissen
- Dass das Stück «Henry Eight» von Shakespeare nicht nur aus dessen Feder stammt, vermuten Experten schon seit 1850.
- Als Mitautor gilt vor allem John Fletcher, ein Dichterkollege Shakespeares.
- Mittels maschinellen Lernens hat ein Linguist jetzt fast die Hälfte des Textes Fletcher zugewiesen.
William Shakespeare ist wohl einer der bedeutendsten Dichter aller Zeiten. Der Brite lebte um 1700 und verfasste unzählige Dramen, Komödien und Sonette. Doch laut einer Studie von Petr Plecháč von der Wissenschaftsakademie in Prag stammen nicht alle von Shakespeares Werken nur aus seiner eigenen Feder. Er veröffentlichte die Studie auf einer Publikationsplattform der Cornell Universität.
Science-Check ✓Studie: Relative contributions of Shakespeare and Fletcher in Henry VIII: An Analysis Based on Most Frequent Words and Most Frequent Rhythmic PatternsKommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsDer Algorithmus wurde mit Shakespeare-Texten trainiert. Falls auch diese nicht nur von ihm geschrieben wurden, sind die ganzen Resultate nichts wert, weil die «Messinstrumente» fehlerhaft sind. Die Studie erhärtet einen bestehenden Verdacht – einen definitiven Beleg liefert sie nicht, den könnte wahrscheinlich nur Shakespeare höchstpersönlich geben.Mehr Infos zu dieser Studie...Zuverlässigkeit: nicht peer-reviewed, publiziert auf einer Plattform der Cornell UniversitätStudien-Art: quantitative, konfirmatorische BeobachtungsstudieGeldgeber: keine AngabenAlle Informationen zum higgs-Science-Check
Schon 1850 stellte der Autor James Spedding die Theorie auf, dass John Fletcher, ein Zeitgenosse Shakespeares, beim Schreiben von «The Famous History of the Life of King Henry Eight», kurz «Henry Eight» beteiligt war. Denn rhythmische Eigenheiten und spezifische Wörter deuten darauf hin. So verwendete Fletcher beispielsweise häufig «ye» anstatt «you». Ausgehend von Speddings Verdacht, der sich in weiteren Untersuchungen über die Jahre erhärtet hat, machte sich Plecháč die Technologie zunutze.
Er liess eine Künstliche Intelligenz Shakespeare- und Fletcher-Texte aus der gleichen Zeit «lesen», um sie so auf deren individuelle Schreibstile zu trainieren. Das Programm sollte lernen, Textpassagen Shakespeare oder Fletcher zuzuweisen.
Anschliessend «scannte» die Maschine «Henry Eight» und wies jede Textstelle einem der beiden Autoren zu. Und siehe da: fast die Hälfte stammte von John Fletcher. Die einzelnen Passagen wurden in den meisten Fällen von einem Autor alleine geschrieben. Doch die Autorenwechsel fanden teilweise nicht zum Beginn einer neuen Szene statt, sondern kurz davor. Also noch im Schlussteil der vorangehenden.
Diese Studie deutet weiter darauf hin, dass William Shakespeare nicht alleinverantwortlich für seine Meisterwerke ist. Bei «Henry Eight» wird ausserdem noch ein weiterer Autor vermutet. Auf diesen dritten Dichter, Philip Massinger, hat die Untersuchung von Plechàč aber keine Hinweise gefunden, obwohl sie danach gesucht hat.