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Wiederholte Schneefälle sorgten im Hochgebirge für zeitweise winterliche Verhältnisse. Die Schneefallgrenze sank Anfang und gegen Mitte Mai vorübergehend bis in mittlere Lagen. Vor allem in der kühleren Periode Anfang Mai verlangsamte sich die Schneeschmelze vorübergehend. Sonst war es teils sehr mild und die geschlossene Schneedecke zog sich zunehmend in hohe Lagen und ins Hochgebirge zurück. Die Herausgabe des täglichen Lawinenbulletins wurde eingestellt. Allerdings wurden gegen Mitte Mai aufgrund der Schneefälle drei situationsbezogene Lawinenbulletins publiziert.
Nach einem kühlen Start in den Mai stieg die Nullgradgrenze zunächst auf rund 3000 m und kratzte zwischen Donnerstag, 07.05. und Samstag, 09.05. sogar an der 4000 m Marke. Gegen Mitte Monat sank sie erneut etwas unter 3000 m (vgl. Abb. 1).
Freitag, 01.05. bis Sonntag, 03.05.: Viel Neuschnee, vor allem im Westen und im Norden
Zwischen Freitagmorgen und Sonntagmorgen fiel häufig Schnee mit Schwerpunkt im Westen und im Norden. Die Schneefallgrenze pendelte dabei zwischen 1500 und 2200 m. Die Winde bliesen mässig bis stark aus westlichen Richtungen. Ganz im Westen kam in der Höhe über ein Meter Neuschnee zusammen. Im Süden fiel im Schutz der Alpen am wenigsten Neuschnee (vgl. Abb. 2).
Montag, 04.05. bis Mittwoch, 06.05.: Wechselhaft, im Norden Niederschlag mit hoher Schneefallgrenze
Nach einem recht sonnigen Montag setzte in der Nacht auf Dienstag erneut Niederschlag ein. Dieser hielt bis Mittwochvormittag an. Die Schneefallgrenze lag im Westen bei rund 2800 m, im Osten bei rund 2200 m. Aufgrund dieser hohen Schneefallgrenze liess sich der Niederschlag vor allem in Form von Regen messen (vgl. Abb. 3).
Donnerstag, 07.05. bis Sonntag, 10.05.: Viel Sonne und mild
Vom Donnerstag bis Samstag war es meist sonnig und sehr mild. Die Nullgradgrenze kletterte tagsüber auf rund 4000 m. Die nächtliche Abstrahlung war in der Nacht auf Donnerstag sehr gut, in den darauffolgenden Nächten durch Wolkenfelder reduziert. In der Nacht auf Sonntag fiel oberhalb von rund 2700 m in Schauern wenig Schnee. Tagsüber war es im Westen recht sonnig, im Osten und Süden nur teils sonnig.
Montag, 11.5. bis Donnerstag, 14.05.: Oft bewölkt und zeitweise Niederschlag, im Süden ergiebig
Am Montag fiel verbreitet Niederschlag, am meisten im Süden. Dabei blies zeitweise stürmischer Südwind. Die Schneefallgrenze lag zunächst bei 2500 m. In der Nacht auf Dienstag sank sie auf rund 2200 m im Süden und 1500 m im Norden. Der Wind liess nach und drehte auf West. Oberhalb von rund 2800 m kamen im Süden beachtliche Neuschneemengen zusammen (vgl. Abb. 4).
Nach einem teils sonnigen Dienstag setzte erneut Niederschlag ein welcher bis Donnerstagmorgne anhielt. Mit teils starkem Südwind fiel erneut im Süden am meisten Schnee. Die Schneefallgrenze lag bei rund 2300 m. Im nördlichen Tessin und im Oberengadin kamen oberhalb von rund 2600 m nochmals 20 bis 30 cm Neuschnee hinzu. Am übrigen Alpenhauptkamm und im östlichen Berner Oberland fielen 10 bis 20 cm Schnee, sonst weniger. Am Donnerstag war es vor allem im Süden teils sonnig.
Mit den ergiebigen Schneefällen im Westen und im Norden stieg die Lawinengefahr zu Beginn dieser Berichtsperiode markant an. Im westlichsten Unterwallis wurde am Samstag, 02.05. und am Sonntag, 03.05. verbreitet vor grosser Lawinengefahr (Stufe 4) gewarnt. Zum einen fiel in der Höhe teils mehr als ein Meter Neuschnee, zum anderen überlagerte dieser eine feuchte, teils aber noch wenig gesetzte Altschneedecke. Es war davon auszugehen, dass trocken angebrochene Lawinen auch Teile der Altschneedecke mitreissen und so sehr gross werden können. Insbesondere am Sonntag, 03.05. wurden einige Lawinenabgänge beobachtet (vgl. Abb. 5 und 6).
Auch ausserhalb der Hauptniederschlagsgebiete wurden einige Lawinenabgänge beobachtet. Nebst zahlreichen Lockerschneelawinen, welche sich mit der Sonneneinstrahlung spontan lösten, wurden auch wenige Auslösungen von Schneebrettlawinen durch Personen gemeldet (vgl. Abb. 7).
Diese Schneebrettlawinen waren ein Indiz, dass vor allem an Nordhängen im Hochgebirge winterliche Verhältnisse herrschten und stellenweise störanfällige Schwachschichten vorhanden waren.
Mit der Einschätzung, dass sich die Situation nach den Schneefällen rasch beruhigt und mit dem absehbaren Übergang in eine Frühjahrssituation mit tageszeitlichen Anstieg der Lawinengefahr wurde am Montag, 04.05. das letzte tägliche Lawinenbulletin mit Karte publiziert. Die Gefahr von trockenen Lawinen bestand vor allem noch an sehr steilen Nordhängen im Hochgebirge während in den übrigen Expositionen die Gefahr feuchter und nasser Lawinen dominierte. Dabei wurden feuchte Lockerschnee-, Schneebrett-(vgl. Abb 8) und Gleitschneelawinen (vgl. Abb. 9) beobachtet.
Die Schneehöhen nahmen in dieser Wochenberichtsperiode weiter ab. Aufgrund der kühleren Temperaturen und wiederholter Schneefälle schmolz der Schnee vor allem Anfangs Mai nur langsam. Der Abfluss am Lysimeter am Messfeld Weissfluhjoch (2536 m, Davos, GR) kam vorübergehend sogar fast zum Erliegen bevor er wieder zunahm (vgl. Abb. 10).
Skitouren waren vor allem noch in hohen Lagen und im Hochgebirge möglich. Auf 2500 m lag an den flachen Messfeldern verbreitet noch über 80 cm Schnee, im Wallis meist sogar mehr als 120 cm. Im Frühjahr sind die gemessenen Schneehöhen am Flachfeld vor allem für die Schneelage an Nordhängen repräsentativ. An Südhängen liegt aufgrund der Sonneneinstrahlung deutlich weniger Schnee. Oberhalb von rund 2000 m waren die Schneehöhen damit nur an gewissen Stationen im Wallis über dem langjährigen Durchschnitt. In den übrigen Regionen waren sie unterdurchschnittlich (vgl. Abb.11).
Während die einen bedauerten, dass sich die saisonale Schneedecke zunehmend in hohe Lagen und ins Hochgebirge zurückzieht lag für die anderen noch mehr als genug Schnee (vgl. Abb 12).
In dieser Wochenberichtsperiode ereigneten sich leider zwei tödliche Lawinenunfälle. Am Donnerstag, 07.05. wurden an der Südostflanke des Lauteraarhorns (Guttannen, BE) auf 3870 m zwei Personen von einer Schneebrettlawine erfasst. Eine Person wurde weit mitgerissen und verschüttet. Sie kam dabei ums Leben. Tags darauf, am Freitag, 08.05. wurden erneut zwei Personen in der Nordflanke des Mont Brulé auf 3390 m von einer Lawine erfasst und verschüttet. Eine Person kam dabei ums Leben, die zweite wurde schwer verletzt.
Der nächste Wochenbericht erscheint Anfang Juni.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.