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Alice Cooper, was ist Ihre früheste Erinnerung?
Wie meine Mutter mir an einer Bushaltestelle die Windeln wechselt. Ich weiss nicht, warum ich mich daran erinnere. Aber ich weiss noch, dass es mir peinlich war.
Als Sie Kind waren: Was haben Ihre Eltern da immer zu Ihnen gesagt?
Meine Mutter sagte, ich solle nie aufgeben. Das hat uns auch als Band geleitet. In der Highschool haben uns alle gehasst. Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand. Mein Vater sagte mir, ich solle mich chic kleiden. Er selber war stets gut angezogen und hat mir das beigebracht. In der Schule trug ich nur Kleider, die perfekt zusammenpassten.
Wie sah Ihr Zimmer aus, als Sie 16 Jahre alt waren?
Ich hatte ein winziges Zimmer, weil wir in Arizona in einem 10 000-Dollar-Haus lebten. Das ganze Haus war brandneu und hat wirklich nur 10 000 Dollar gekostet. Ich habe die Wände in meinem Zimmer weiss, rot und blau angestrichen, weil Andy Warhol zu dieser Zeit angesagt war. Mein Zimmer war mehr Pop-Art als Horror.
Hatten Sie als Kind einen Spitznamen?
Vinnie. Mein eigentlicher Name ist Vincent. Keith Richards ist der einzige Mensch, der mir nicht Alice sagt. Er nennt mich immer nur Vinnie.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ja, ihr Name war Karen Love. Glaubt es oder nicht! In der sechsten Klasse war ich unsterblich verliebt in sie. Aber auch noch in ein anderes Mädchen (lacht).
Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Von meinem Vater bekam ich zu Weihnachten einen Helm der Eishockeymannschaft Michigan Wolverines. Wir lebten in Detroit, die Michigan Wolverines waren das Collegeteam und hat-ten die coolsten Helme aller Zeiten. Ich trug diesen Helm immer draussen zum Spielen – auch wenn ich keinen gebraucht hätte. Der Helm machte mich zu einer cooleren Person.
Haben Sie ein besonderes Talent, von dem niemand weiss?
Ich kann sehr gut Messer werfen und besitze alle möglichen Wurfmesser.
Welches Buch hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Heute natürlich die Bibel. Ich lese jeden Tag darin und gehe sonntags in die Kirche. Für mich ist die Bibel eine Anleitung fürs Leben. Als Kind habe ich alle James-Bond- Bücher gelesen, noch bevor die Filme erschienen sind. Auch die haben mich geprägt.
Haben Sie Phobien?
Ich fühle mich sehr unwohl in kleinen Räumen oder in Aufzügen. Und ich hasse Ballone. Wenn ich Menschen mit Ballon-Tieren sehe, will ich direkt auf sie zulaufen und die Ballone zerplatzen.
Allergien?
Rohe Ananas.
Ihr grässlichster Urlaub?
Ich weiss nicht, ob man das als Urlaub bezeichnen kann, aber wir gingen in den 60er-Jahren alle zusammen in einem Car auf Tour. Wenn uns da manchmal die Polizei anhielt, befürchtete ich oft, dass wir hängend an einem Baum landen.
Ihre liebste Website oder App?
Ich benutze das Internet nicht. Ich weiss, das ist sehr komisch. Die Leute fragen mich oft, wie das möglich ist. Ich habe nie einen Grund gefunden, wofür ich das Internet brauchen sollte.
Die beste Idee Ihres Lebens?
Alice Cooper zu erfinden. Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle. Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.
Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Nein. Meine Träume sind wie Blockbuster. Am Ende meiner Träume müsste jeweils ein Abspann erscheinen. Ich bin manchmal ein Pirat, ein Geheimagent oder ein Astronaut im All. Wenn ich nachts zu Bett gehe, weiss ich nicht, wo ich lande, aber dass es lustig wird. Albträume habe ich nie.
Was war der härteste Job, den Sie je verrichtet haben?
Der einzige Job, den ich je hatte, war Leadsänger in einer Band. Etwas anderes kenne ich nicht. Aber nach unserem Durchbruch in England gab ich 20 Interviews am Tag – das war der härteste Teil meines Jobs.
Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen. Was sind Ihre ersten drei Taten?
Frieden im Nahen Osten. Alle Mobber aufhalten. Und ich würde einen Ort erschaffen, wo Obdachlose essen und schlafen können. Einen Ort, wo sie sicher wären und weder im Schnee erfrieren noch in der Hitze sterben müssten.
Womit belohnen Sie sich selbst?
Ich hasse Nadeln. Wenn ich vom Arzt eine Spritze bekomme, belohne ich mich. Früher als Kind machten das meine Eltern mit einem Eis. Heute gehe ich zu Louis Vuitton und kaufe Schuhe für 900 Dollar.
Wie alt wären Sie gern für immer?
Ich bin jetzt 74-jährig – und ich bin mehr Kind als mit 16. Ich habe mehr Energie als je zuvor, und ich mache genau das, was ich will. Alice hat kein Alter – und ich offenbar auch nicht.
Alice Cooper tritt am 18. Juni 2022 am Rock the Ring in Hinwil ZH auf.