Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/57727

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit der Einführung einer Quote zu prüfen, damit mindestens 30 Prozent der hohen Kaderstellen Teilzeitarbeitenden zugeteilt werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Teilzeitarbeit gewinnt in der Bundesverwaltung seit Jahren an Bedeutung. Diese Entwicklung ermöglicht es Frauen und Männern, ihre verschiedenen Lebensbereiche besser aufeinander abzustimmen und so familiäre Verpflichtungen besser wahrzunehmen. Neben der Unterstützung der familienexternen Kinderbetreuung während der Arbeitszeit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch durch ein breites Angebot an flexiblen Arbeitszeitformen erleichtert. Deshalb steht der Bundesrat insbesondere Initiativen von Bundesämtern positiv gegenüber, welche in ihrem Bereich das Jobsharing fördern.</p><p>Als Bestandteil der Förderungsmassnahmen für die Teilzeitarbeit hat das Eidgenössische Personalamt mittlerweile auch die in der Beantwortung der Interpellation Hollenstein 00.3672 aufgeführten Unterstützungsinstrumente realisiert. So liegt nun ein Konzept und ein dazugehöriges Hilfsmittel vor, das sämtlichen Mitarbeitenden per Intranet zur Verfügung steht und das aufzeigt, wie die Mitarbeitenden des Bundes bei der Kombination von Berufs- und Familienarbeit wirksamer unterstützt werden können.</p><p>Aufgrund der Grösse und der dezentralen Struktur der Bundesverwaltung sind in erster Linie die Departemente und die Bundesämter in der Lage, zu entscheiden, welche Stellen sie in Teilzeit oder sogar im Jobsharing anbieten können, da sie im konkreten Einzelfall die Vor- und Nachteile der Besetzung einer Stelle durch eine oder mehrere Teilzeitkräfte abzuwägen haben.</p><p>Gerade bei der Besetzung von Kaderstellen sollten jedoch in erster Linie die fachlichen Qualifikationen der Kandidatinnen und Kandidaten im Vordergrund stehen. Die Bereitschaft der Stellenbewerberinnen und -bewerber, eine Stelle nur in Vollzeit auszuüben, darf nach Auffassung des Bundesrates nicht das Gewicht eines Ausscheidungskriteriums erhalten. Falls sich die Auswahl bei einer Quote von 30 oder mehr Prozent aller höheren Kaderstellen auf Personen beschränkt, die an einer Teilzeitarbeit interessiert sind, würde der Handlungsspielraum der zuständigen Linieninstanzen zu stark eingeschränkt. Es ist Aufgabe der dafür verantwortlichen Führungskräfte und Führungsgremien, zu entscheiden, welche Arbeitszeitmodelle im Einzelfall unter Berücksichtigung der knappen finanziellen und personellen Ressourcen und bezogen auf die je spezifischen Organisationsziele und Aufgaben am geeignetsten erscheinen.</p><p>Aus diesen Gründen setzt der Bundesrat zur Förderung der Teilzeitarbeit weiterhin auf die bisherigen Unterstützungsmassnahmen und eine noch breitere Anwendung der flexiblen Arbeitszeitmodelle, welche die Bundesämter den Mitarbeitenden gemäss den Ausführungsbestimmungen zur Bundespersonalverordnung anbieten, soweit dies betrieblich möglich ist. Hingegen beurteilt der Bundesrat die Einführung einer Quotenregelung bei Kaderstellen gesamthaft als ungeeignet.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.