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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Diagnose Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Der Gipfel des Erstauftretens beider Erkrankungen liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.
Tipps
für Betroffene
Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sollten sich regelmässig auf eine Blutarmut hin untersuchen lassen, d.h. je nach Krankheitsaktivität alle 6-12 Monate, allenfalls sogar alle 3 Monate.
In jedem Fall gilt: Wenn eine Blutarmut vorliegt, muss die Ursache professionell abgeklärt werden, um die richtige Therapie zu finden.
Achten Sie darauf, dass möglichst eisenhaltige Nahrungsmittel auf dem Speisezettel stehen. Besonders viel Eisen steckt in rotem Fleisch, aber auch in Geflügel und Fisch, Haferflocken, Erbsen und Roggenbrot.
Meiden Sie Lebensmittel, die die Eisenresorption beeinträchtigen, so zum Beispiel Schwarztee, Kaffee, Weissmehlprodukte sowie Milch und Milchprodukte.
Auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann es bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu einem Eisenmangel kommen. In diesem Fall müssen orale Eisenpräparate oder intravenöse Eiseninjektionen gegeben werden.
Bei der Einnahme von oralen Eisenpräparaten ist der Zeitpunkt der Einnahme für die Wirksamkeit entscheidend. Halten Sie sich deshalb an die Vorgaben des Arztes.
Helfen orale Eisenpräparate nicht, kann das Eisen durch den Arzt intravenös oder mittels einer Infusion verabreicht werden. Bluttransfusionen kommen nur dann zum Einsatz, wenn beim Patienten über Wunden oder im Rahmen von Entzündungen ein massiver Blutverlust vorliegt.
Wie äussern sich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?
Bei Morbus Crohn kann praktisch jeder Teil des Magen-Darm-Traktes, vom Mund bis zum Enddarm, betroffen sein. Bei Dreiviertel der Patienten ist aber der Endabschnitt des Dünndarmes entzündet. Im Gegensatz zu Morbus Crohn bleibt die Darmentzündung bei der Colitis ulcerosa typischerweise auf den Dickdarm beschränkt.
Welche Symptome zeigen sich?
Bei beiden Erkrankungen treten allgemeine Krankheitszeichen wie Leistungsabfall, Müdigkeit, Appetitverlust und gelegentlich Fieber auf. Fast immer werden die Erkrankungen von krampfartigen oder dauernd vorhandenen Bauchschmerzen begleitet.
Auch Übelkeit bis zum Erbrechen ist nicht selten. Tückisch ist, dass beim Morbus Crohn die Symptome auch an anderen Organen auftreten können. So kommt es bei etwa 25-30 Prozent der Patienten zu Entzündungen der Gelenke von Armen, Beinen sowie der Wirbelsäule und des Beckens.
Bei der Hälfte der Betroffenen treten Entzündungen in der Afterregion mit Fistel- und Abszessbildung auf. Das wichtigste Zeichen von Colitis ulcerosa ist blutiger und schleimiger Durchfall.
Weiss man, welche Ursachen hinter diesen Darmerkrankungen stecken?
Die eigentliche Ursache ist bisher nicht endgültig geklärt. In den letzten Jahren konnten jedoch wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, die unser Verständnis der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verändert haben.
Als Ursache ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen Umweltfaktoren und vererbten Anlagen für diese Erkrankungen anzunehmen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Erkrankungen. Dies bedeutet, dass oft eine lebenslange Behandlung, auch in Zeiten der Beschwerdefreiheit, als Schutz vor Entzündungsschüben notwendig ist.
Der Verlauf beim Einzelnen ist jedoch unterschiedlich und Vorhersagen, ob der Krankheitsverlauf kompliziert oder eher harmlos sein wird, sind kaum möglich.
Grundsätzlich können zur Therapie Medikamente und Operationen eingesetzt werden. Rauchen verschlechtert nachweislich den Verlauf von Morbus Crohn, weshalb Raucher unbedingt damit aufhören sollten. Ein akuter Entzündungsschub wird oftmals mit Cortison-Präparaten behandelt.
Wo steht die aktuelle Forschung?
Die aktuelle Forschung konnte einen Teil der Ursachen für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen entschlüsseln. Wichtige Erkenntnisse über das Darmimmunsystem konnten gewonnen werden.
Es wird aber noch dauern, bis diese Erkenntnisse Eingang in die Therapie finden. Neue Medikamente, die auf diesen Erkenntnissen aufbauen, müssen entwickelt werden. Diese Medikamenten-Entwicklung braucht Zeit und die Bereitschaft von Patienten, an Therapiestudien teilzunehmen.