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Marco N., 38-jährig, gehört zu den ersten Schweizer Patienten mit chronisch-myeloischer Leukämie (CML), die mit dem Medikament GLIVEC behandelt werden.
Ein Bericht aus "Le Temps"
Le Temps: wie wurde Ihre Krankheit entdeckt?
M.N.: Ich habe wirklich keine Ahnung, wodurch diese Krankheit verursacht wurde. Im Juli 1997 wurde ich krank. Mein behandelnder Arzt, den ich wegen chronischem Rheumatismus regelmässig aufsuchte, hat innert drei Tagen eine CML diagnostiziert. Ich spürte keinerlei Symptome. Aber dann erinnerte ich mich, ja das stimmt, dass ich mich doch oft müde fühlte.

Le Temps: Wie wurden Sie zu dem Zeitpunkt behandelt?
M.N.: Ein Fremdspender wurde gesucht, denn die Knochenmarktransplantation ist die eine der möglichen Behandlungen. Während der Wartezeit auf einen kompatiblen Spender, der schlussendlich nie gefunden wurde, habe ich eine Therapie mit Interferon alpha begonnen. Die Nebenwirkungen waren sehr stark. Die gingen von noch stärkerer Müdigkeit über zu einem ständigen Gefühl grippekrank zu sein und zu Gleichgewichtsstörungen. Manchmal, wenn ich mein Hemd zuknöpfen wollte, zitterten meine Hände derart, dass ich glaube an Parkinson zu leiden. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und normal arbeiten. Als Verantwortlicher für den Verlauf bei Swisscom, habe ich zunächst mein Pensum auf 50% reduziert. Bevor ich dann im August 1999 aufhören musste zu arbeiten. Mein Leben hat eine Wende erfahren.
Le Temps:Wann haben Sie erfahren, dass es ein Medikament GLIVEC gibt?
M.N.: Im Dezember 2000, in einem Journal. Ich habe sofort im Internet gesucht um mehr zu erfahren, und dann habe ich mit meinem Arzt gesprochen, der sich zögerlich zeigte, denn er kannte das Medikament nicht. Dank einem Basler Arzt, dem die aggressiven Nebenwirkungen von Interferon bestens bekannt waren, nahm ich zum ersten Mal meine vier orangefarbigen Kapseln GLIVEC im April 2001, einen Monat bevor das Medikament auf dem amerikanischen Markt eingeführt wurde. Diese Behandlung, die pro Monat SFr 4000.- kostet, wird mir vollständig vergütet, bis auf einen Selbstbehalt von SFr 900.- pro Jahr.
Le Temps:Trat die Besserung Ihres Zustands sofort ein?
M.N.: Die Veränderung war radikal. Mein Leben hat wirklich eine Kehrtwende gemacht. Ich konnte wieder Teilzeitarbeit übernehmen. Im September werde ich heiraten, und ich bin fest entschlossen Kinder zu haben.
Le Temps:Trotzdem, Sie haben keine Garantie auf Heilung, denn man kennt noch nicht die Langzeitwirkung von GLIVEC?
M.N.: Das ist schon wahr, aber niemand weiss,weder Sie noch ich, wie lange unser Leben dauern wird.