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Hey Petteri, willkommen in Biel! Wie hast du die ersten Tage in Biel erlebt?
Ich habe die Innenstadt ein wenig erkundet, die Gegend um den See und die Altstadt und es ist wirklich schön. Es gefällt mir, und bisher waren auch alle Restaurants gut, in denen ich essen gegangen bin. Das ist natürlich auch positiv :-). Meine Wohnung ist gemütlich, das Team macht einen grossartigen Eindruck. Ich freue mich in die Tissot Arena zu gehen und die Jungs kennenzulernen.
Wie ist es für dich als Spieler, alle zwei oder drei Jahre zu wechseln und in eine neue Garderobe zu kommen?
Es kann manchmal etwas schwierig sein, andererseits macht es gleichzeitig auch Spass, neue Leute kennenzulernen und zu erfahren, was für einen Hintergrund sie haben. Für mich war es ziemlich einfach, hierher zu kommen, weil ich Toni Rajala bereits kannte und bereits einige Male gegen den EHCB gespielt habe.
Was stand in den ersten Tagen auf dem Programm?
Ich wurde am Flughafen abgeholt und ging dann direkt in die Tissot Arena wo ich mich mit Vertretern der Lokalpresse getroffen habe, Ausrüstung erhielt, und ein paar Jungs der Mannschaft getroffen habe. Dann ging es zu meiner Wohnung und ich habe das Auto erhalten. Am nächsten Tag traf ich alle Spieler und den Coachingstaff und seither standen einige Tests an.
Du bist in Finnland aufgewachsen. War die Wahl der Sportart bei dir vorgegeben?
Eishockey ist in Finnland sicher eine grosse Sache, aber mein Vater war ein Basketballspieler, also versuchte er auch aus mir einen zu machen. Aber ich habe immer gern Hockey gespielt. Mit meinem Bruder habe ich oft in der Wohnung gespielt und da sind ein paar Dinge kaputtgegangen. Wohl deshalb hat mich mein Vater mit vier Jahren ins erste Training geschickt. :-) Ich begann als Torwart und ich spielte bis 12 oder 13 auf dieser Position. Erst danach wollte ich aufs offene Eis und habe als Verteidiger dann gar den Schritt in die Juniorennationalmannschaften und zu Jokerit Helsinki geschafft.
Du wurdest von den St. Louis Blues gedraftet. War die NHL immer dein Ziel?
Als Torhüter im Juniorenalter waren Dominik Hasek, Patrick Roy und Martin Brodeur meine Idole. Mit Brodeur habe ich in St. Louis dann sogar zusammengespielt, jedoch als Feldspieler. :-)
Als ich auf die Verteidigerposition gewechselt habe, war die NHL nicht wirklich im Fokus, habe dann aber rasch realisiert, dass ich es zu etwas bringen kann und habe voll auf das Eishockey gesetzt. Ein paar Jahre später wurde ich von den Blues gedraftet. In meinem ersten Jahr in Nordamerika sollte ich eigentlich nur ein Trainingscamp mit anderen jungen Spielern absolvieren, aber offenbar habe ich einen guten Eindruck hinterlassen, denn sie wollten mich gar nicht mehr nach Europa zurückgehen lassen wie ursprünglich geplant. Also habe ich meine Sachen in Finnland gepackt und bin für vier Jahre nach Nordamerika gezogen.
In diesen vier Jahren bist du zwischen den St. Louis Blues und dem AHL-Team Chicago Wolves hin- und hergependelt. Wie hast du diese Zeit erlebt?
Die NHL-Spiele waren natürlich toll. Die Chicago Wolves zählen sicher zu den besten Organisationen in der AHL. Ich hatte auch dort eine gute Zeit. Dann war ich aber länger von Verletzungen geprägt und jüngere Spieler sind an mir vorbeigezogen und so sah ich keine Perspektive mehr.
Du bist dann zurück nach Europa gekommen. Wieso in die Schweiz?
Nach den erwähnten Verletzungen war es an der Zeit, einen Schritt zurück zu machen und meinen Körper zu pflegen. Ich musste die Schulter operieren und war auch froh um die lange Sommerpause. Für mich war es immer ein Traum, in der Schweiz zu spielen. Ich erkunde gerne neue Orte, ich liebe die Natur, ich liebe die Berge, ich liebe es zu wandern und Sachen zu erleben, es gibt keinen besseren Ort dafür als die Schweiz. Die Liga ist gut und wird von Jahr zu Jahr stärker.
Nach zwei Jahren beim Lausanne HC zieht es dich ins Seeland. Wieso hast du beim EHCB unterschrieben?
Erstens war der EHCB von Beginn weg interessiert an mir und hat mir eine gute Rolle im Team angeboten, eine Rolle, die ich gesucht habe. Zweitens habe ich eine Menge guter Dinge über Biel gehört, wie sie sich der Club um die Spieler kümmert, die Organisation, die Fans. Drittens mag ich die Art und Weise, wie der EHCB spielt. Ein schnelles Spiel, viel Bewegung und offensiv. Das hat mir schon als ehemaliger Gegenspieler gefallen.
Was für eine Rolle möchtest du dann übernehmen? Und wie würdest du dich den Fans als Spieler vorstellen?
Ich bin der finnische Spieler mit der Nummer 40 auf dem Rücken. ;-) Ich leiste gerne solide Defensivarbeit, das steht sicher im Fokus. Wenn man solide verteidigt, kriegt man dann auch offensiv gute Möglichkeiten, kann sich dem Angriff anschliessen. Natürlich scort jeder Spiele gerne, möchte in jedem Spiel punkten. Ich denke, dass ich eine tragende Rolle als Two-Way-Verteidiger übernehmen kann und viele Minuten auf dem Eis stehen werde. Ich will der Mannschaft und den Fans zeigen, dass das Management richtig entschieden hat, mir das Vertrauen zu geben.
Mit welchem Ziel gehst du in die neue Saison?
Die Playoffs zu erreichen, die Top 4 anzustreben ist sicher das Ziel. Als Spieler willst du einfach jedes Spiel gewinnen. In den Playoffs ist dann alles möglich. Wenn du alles gewinnst, kann natürlich auch der grosse Traum wahrwerden. ;-)
Und wenn sich im schlimmsten Fall beide Torhüter verletzen, ziehst du dir die Torhüterausrüstung an?
Hoffentlich kommt es nicht so weit! Ich würde es sicher tun, aber ob das eine so gute Idee wäre, weiss ich ehrlich gesagt auch nicht (Lacht).
Interview: Mirio Woern