Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03138.jsonl.gz/1823

The Hoff: Laudatio für ein Stehaufmännchen
David Hasselhoff in seiner Paraderolle als Rettungsschwimmer Mitch Buchannon.
Sein Lächeln hinter dem Steuer des sprechenden Autos K.I.T.T. schmückte unsere Kinderzimmer, und als Rettungsschwimmer von Malibu eroberte der Lockenkopf auch die Herzen unserer Mütter: David Hasselhoff war der erfolgreichste Serienstar (s)einer Generation.
Auch als Musiker durfte er sich über stolze 45 Gold- und Platinauszeichnungen freuen – was ihm in seiner Heimat niemand wirklich glauben will. Seine musikalischen Erfolge beschränkten sich vor allem auf den deutschsprachigen Sprachraum. Die Darbietung seines Nummer 1-Hits «Looking for Freedom» auf der Berliner Mauer an Silvester 1989 machte ihn ein für alle Mal unsterblich. Schliesslich feierten im Publikum über eine halbe Million West- und Ostdeutsche ihre gemeinsame Zukunft.
Durstiger Bademeister
All die Erfolge vermochten die innere Leere offenbar nicht zu füllen. Während sich die anderen Baywatch-Darsteller unter der Bettdecke vergnügten, verlustierte sich Familienmensch Hasselhoff einsam an der Minibar seines Hotelzimmers. Dies gestand der Allround-Star in seiner Autobiographie «Making Waves».
Das Aus von Baywatch vor der Jahrtausendwende und Eheprobleme machten ihn noch durstiger, bis er 2007 am endgültigen Tiefpunkt ankam. Als ein Video die Runde machte, welchen den volltrunkenen TV-Star beim erfolglosen Versuch dokumentierte, einen Hamburger zu essen, wurde seine Trunksucht öffentlich.
Combeback als eigene Parodie
Doch der bekennende Alkoholiker ist ein wahres Stehaufmännchen. Sein Comeback lieferte er in der TV-Show «The Roast» des amerikanischen Senders Comedy Central, für die er sich eine geschlagene Stunde von anderen B-Promis fertig machen liess.
Neben seiner Aufgabe als Juror in zweitklassigen Casting-Shows, spielt Hasselhoff heute vor allem sich selbst. Getreu dem Motto «Don't hassle with the Hoff» mimt er in Werbespots, Komödien oder Musikvideos seine eigene Parodie. Jüngstes Beispiel ist das Video zur Single «50 Ways To Say Goodbye» der Band Train.