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|Der Facebook-Boom||
26.01.2023 06:18:00

Meta Platforms: Facebook - Die Geschichte eines Social-Media-Riesen
Wie andere Tech-Giganten aus dem Silicon Valley, schrieb auch Facebook eine atemberaubende Erfolgsgeschichte. So wurde aus einem Wohnheim-Projekt ein Multi-Milliarden-US-Dollar-Konzern.
• 500 Millionen Facebook-Nutzer nach nur sechs Jahren
• Vom Technologie-Riesen zum weltweiten Medienkonzern
Die Geschichte von Facebook, bzw. Meta, begann 2004 in einem Studentenwohnheim an der renommierten Harvard-Universität. Zu diesem Zeitpunkt studierte Mark Zuckerberg dort Psychologie und Informatik - ein Studium, das er allerdings nie zum Abschluss brachte. Stattdessen gründete er eines der erfolgreichsten Unternehmen seit Einführung des Internets.
Facebook als Netzwerk für Studenten
Was mit einem Scherz begann, entwickelte sich für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu einer brillanten Idee. Unter der Homepage "Facemash" veröffentlichte Zuckerberg Bilder von Studentinnen, die er sich vorher von den Uni-Servern aus Harvard illegal heruntergeladen hatte. Die Besucher seiner Internetseite hatten die Möglichkeit, Personen nach ihrem Attraktivitätsgrad zu bewerten. Allerdings war diese Seite aufgrund der grossen Anzahl an Protesten nur wenige Tage online.
Im Frühjahr 2004 ging daraufhin die erste Prototyp-Seite von Facebook mit dem Namen "Thefacebook.com" online. Was ursprünglich nur Harvard-Studierenden vorbehalten war, erweiterte sich rasend schnell und verbreitete sich an weiteren Hochschulen in Amerika. Nur drei Monate später hatten über 30 Universitäten ihr eigenes Facebook-Netzwerk. Ende 2005 hatte Facebook bereits mehr als fünf Millionen Benutzer und wuchs weiterhin rasant, nachdem auch Highschool-Schüler sich dem Netzwerk anschliessen konnten.
Facebook wächst und gedeiht
Facebooks rasantes Wachstum blieb auch dem PayPal-Gründer und Investor Peter Thiel nicht verborgen. Thiel war der erste Investor, der Facebook mit 500'000 US-Dollar unterstützte und dafür sieben Prozent der Anteile an Facebook erhielt. 2007 erhielt auch Microsoft-CEO Steve Ballmer 1,6 Prozent am Unternehmen, allerdings musste Ballmer schon eine Summe von 240 Millionen US-Dollar auf den Tisch legen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Facebook bereits rund 50 Millionen Mitglieder.
Schon in den Anfangsjahren sah sich Facebook-Gründer Zuckerberg mit verschiedenen Anschuldigungen konfrontiert. So warfen ihm die Brüder Tyler und Cameron Winklevoss vor, ihre Idee zur Gründung von Facebook gestohlen zu haben. Zwar konnten die Zwillinge einen damit verbundenen Gerichtsprozess nicht für sich entscheiden, dennoch erhielten sie eine Zahlung von insgesamt 65 Millionen US-Dollar als Entschädigung.
Im März 2008 startete Facebook auch in Deutschland und ein Jahr später kam mit dem "Like"-Button eine der bis heute einflussreichsten Neuerungen hinzu. Die Marke von über 500 Millionen Facebook-Nutzern konnte das Unternehmen im Juli 2010 überschreiten, nur sechs Jahre nach seiner Gründung.
Facebook geht auf Einkaufstour und an die Börse
Den ersten grossen Zukauf tätigte Facebook im Jahr 2012 und kaufte den Fotodienst Instagram für rund eine Milliarde US-Dollar. Ende 2018 schätzte Bloomberg den Wert von Instagram bereits auf rund 100 Milliarden US-Dollar.
Nur kurze Zeit nach der Übernahme von Instagram ging Facebook im Mai 2012 an die Börse und legte damit den bis dahin grössten Börsengang eines Internet-Unternehmens aufs Parkett. Die Einnahmen aus dem Börsengang beliefen sich auf insgesamt rund 16 Milliarden US-Dollar und machten Mark Zuckerberg zum jüngsten lebenden Selfmade-Milliardär. Im September 2012 knackte Facebook dann auch noch die Marke von einer Milliarde Mitglieder. Zusammengefasst also ein durchaus erfolgreiches Jahr für das Unternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien.
Im Februar 2014 folgte dann die Milliarden-Übernahme des Messenger-Dienstes WhatsApp. Für insgesamt 19 Milliarden US-Dollar schluckte Facebook nach Instagram das zweite grosse Online-Netzwerk und baute seine Vormachtstellung im Internet dadurch aus. Nur einen Monat später folgte die Virtual Reality Firma Oculus, die für insgesamt zwei Milliarden US-Dollar aufgekauft wurde.
Ende Oktober 2021 sorgte (damals noch) Facebook für einen Paukenschlag: Der Konzern gab bekannt, sich von Facebook in Meta Platforms umbenennen zu wollen. Die Änderung des Konzernnamens wurde dann zum ersten Dezember 2021 umgesetzt.
Eigene Kryptowährung?
Im Jahr 2019 gab Facebook bekannt, einen Vorstoss in das Geschäftsfeld der Kryptowährungen unternehmen zu wollen. Das Besondere an der geplanten Währung namens Libra war die Idee, sich durch die Absicherung durch verschiedene andere Währungen und Staatsanleihen sowie einer weltweiten Handelbarkeit von anderen Kryptowährungen abzusetzen. Wie die Tagesschau berichtet, argumentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress, dass das Finanzsystem gescheitert sei und die konventionelle Finanzstruktur mit den heutigen Anforderungen der digitalen Welt nicht mehr mithalten könne. Das Konzept stiess jedoch auf heftigen Gegenwind, sowohl Datenschützer als auch Regulierungsbehörden wehrten sich mit heftiger Kritik an der geplanten Kryptowährung gegen die Pläne des Konzerns. Nachdem die vorerst zu einer Partnerschaft bereiten Unternehmen Visa und MasterCard das sinkende Schiff verlassen hatten, wurde es vorerst still um die Facebook-Kryptowährung.
Ende 2020 dann regte sich die Idee wieder, als das Projekt unter dem Namen Diem erneut aufgenommen wurde. Die umgetaufte Kryptowährung sollte Gerüchten zufolge 2021 im Rahmen eines Pilotprojekts auf den Markt kommen und dann an den US-Dollar gekoppelt sein. Zunächst wäre es Facebook-Nutzern möglich, US-Dollar gegen Diem umzutauschen und sich mit der Facebook-App Novi untereinander Geld zu schicken. Laut der Tagesschau planten die Manager des Diem-Projekts langfristig, die Kryptowährung auch über die Grenzen von Facebook hinaus auszuweiten, sodass sie beispielsweise auch zur Zahlung an der Supermarktkasse verwendet werden kann.
Von Libra zu Diem zu nichts?
Doch auch das scheint nun Geschichte zu sein. Ende Januar 2022 wurde bekannt, dass die Digitalwährung des Social-Media-Riesens gescheitert sei. Bloomberg berichtete, dass die Vermögenswerte der Diem Association verkauft werden sollen.
Facebook muss auf Kritik reagieren
Immer wieder steht Facebook wegen strittigem Umgang mit Datenschutz in der Kritik, wobei vor allem die Verwendung persönlicher Daten zu Werbezwecken Facebook-Chef Mark Zuckerberg immer wieder in Erklärungsnot bringt.
Im März 2018 wurde einer der bis dahin grössten Skandale mit illegal gekauften Facebook-Profilen öffentlich. Dabei sollte die Analysefirma Cambridge Analytica die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Profilen erhalten haben und damit den Präsidentschaftswahlkampf 2016 zugunsten von Donald Trump beeinflusst haben. Im Zuge dessen musste Facebook-Chef Mark Zuckerberg immer wieder vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. Allerdings konnten die Vorwürfe bis heute nicht bewiesen werden und es bestehen weiterhin Zweifel.
Noch immer wird der Einfluss von Facebook auf die Meinungsbildung der breiten Bevölkerung unterschätzt. Verschiedene Studien, wie beispielsweise vom Reuters Institute in Oxford, zeigen, dass Facebook in Amerika von rund 41 Prozent als bevorzugte Nachrichtenquelle genutzt wird, in Deutschland lag dieser Wert im Jahr 2015 bei rund 23 Prozent. Facebook hat sich also von einem Technologie-Unternehmen zu einem der weltweit grössten Medienkonzerne entwickelt und muss dementsprechend Verantwortung über die veröffentlichten Inhalte übernehmen. Zuletzt hatte der Konzern im Rahmen der US-Präsidentschaftswahl etwa Anzeigen politischer Art unterbunden. Der Werbestopp solle "Verwirrung oder Missbrauch" verhindern, wie das Unternehmen erklärte, das mit dieser Massnahme unter anderem aggressive Werbekampagnen in der heissesten Phase des Wahlkampfs von der Plattform fernhielt.
Auch der jüngste Whistleblower-Skandal hat dem Konzern schwer zu schaffen gemacht. Als die 37-jährige Ex-Mitarbeiterin Frances Haugen dem Tech-Riesen unter anderem vorwarf, man würde sich bei Facebook nicht in adäquater Weise mit den möglichen Schäden auseinandersetzen, die der Fotodienst Instagram insbesondere bei jüngeren Nutzern anrichten könne, wurden die Verantwortlichen in die Defensive gedrängt. Wie das RND berichtet, zielte Haugens Kritik ebenfalls auf die angeblich zu sehr profitorientierte Mentalität bei Facebook ab, die nur an Wachstum interessiert sei und die negativen Auswirkungen der verschiedenen Plattformen ausser Acht liesse. So geht laut einer Serie von Berichten des Wall Street Journal aus den Untersuchungen von Facebook-Forschenden beispielsweise hervor, dass gerade Instagram vor allem bei weiblichen Nutzerinnen Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper verursache und somit Essstörungen und Depressionen Vorschub leiste. Der Konzern verteidigte sich unter anderem mit der Erwiderung, dass weitere Daten aus denselben Studien auch die Aussagen anderer Nutzer im Teenager-Alter widerspiegelten, die der Plattform durchaus viel Hilfreiches abgewinnen können. Nichtdestotrotz wurden die Pläne für eine Instagram-Version für Zehn- bis Zwölfjährige vorerst stillgelegt.
Felix Spies / Redaktion finanzen.ch
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