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Falschmeldungen bei Philip Morris
Die Unia wehrt sich gegen den Entscheid von Philip Morris, einen Teil seiner Aktivitäten nach Polen, Portugal und Grossbritannien auszulagern. 265 Stellen sollen bedroht sein.
Am Montag erklärte Tommaso Di Giovanni, Kommunikationschef von Philip Morris, in der Sendung Forum des Westschweizer Senders RTS, die Geschäftsleitung habe «mit allen Parteien (…) einschliesslich der Gewerkschaften» gesprochen. Die Unia widerspricht entschieden der Aussage, von der Geschäftsleitung des Tabakkonzerns in Neuchâtel oder Lausanne kontaktiert worden zu sein.
Schlechter Start
Durch Verbreitung dieser Falschmeldung gibt die Geschäftsleitung zu verstehen, die Unia sei am Entscheidungsprozess beteiligt gewesen, was nicht stimmt. Dieser schlechte Start gibt Anlass zur Besorgnis in Hinblick auf das bevorstehende Mitwirkungsverfahren. Die Rechte der Angestellten müssen im Verfahren unbedingt gewahrt werden. Insbesondere müssen sie Zugang zu allen Informationen haben, die erforderlich sind, um Alternativen zu den Entlassungen und Verlagerungen zu finden.
Eine weitere Falschmeldung
Bei der Angelegenheit handelt es sich entschieden um Desinformation, denn gestern Vormittag betonte Philippe Leuba, Vorsteher des Waadtländer Wirtschaftsdepartements, ebenfalls auf Radio RTS, er habe von der Geschäftsleitung einen «grosszügigen Sozialplan» erhalten. Wie kann der Departementsleiter von einem Sozialplan sprechen, wenn das Mitwirkungsverfahren noch gar nicht begonnen hat? Jedes Mitwirkungsverfahren besteht zuerst darin, die Möglichkeiten zum Erhalt der Stellen zu prüfen, bevor über einen Sozialplan verhandelt wird.
Die Angestellten informieren
Angestellte von Philip Morris haben die Unia kontaktiert. Die Gewerkschaft wird in Lausanne und in Neuchâtel Versammlungen organisieren, um die Angestellten über ihre Rechte zu informieren. Zudem fordert die Unia von der Philip Morris-Geschäftsleitung, dass sie eine Delegation der Gewerkschaft empfängt und sie genau über ihre Absichten informiert. Bislang ist das nicht geschehen.
Die Kantone Waadt und Neuchâtel haben viel investiert, um dem multinationalen Unternehmen entgegenzukommen. Das Unternehmen muss jetzt alles daran setzen, die Stellen zu erhalten. Ebenso muss es die gewerkschaftlichen Rechte der Angestellten einhalten und ein Mitwirkungsverfahren durchführen, das auch den Namen verdient.