Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03305.jsonl.gz/2297

Der Freizeit frönend sitzt die Viererrunde an einem Sommernachmittag am Gartentisch. Zwei Hüte tragende Herren und zwei Damen. Während das eine Paar sich aneinanderschmiegt, sie ihren Kopf auf seine Schultern legt, werden auf der anderen Seite kritische Blicke geworfen. Ob es sie verärgert, dass er mitten am Tag trinkt? Er sitzt mit verschränkten Armen da und das einzige Glas steht genau vor ihm auf dem Tisch, daneben eine Karaffe – wohl mit Wein gefüllt. In Herbert Léon Theurillats gemalten Szenerien spielen psychologische Untersuchungen keine Rolle. Die nicht ganz frei von humoristischen Ansätzen auf Papier eingefrorene Gartenszene fordert die Betrachtenden dazu auf, eigene Geschichten zum Dargestellten zu erzählen und Narrativen zu kreieren. Der Künstler verweilt in seinem Arbeitsprozess lange in der Natur, um sie zu studieren. Im Freien entwickelt er seine Skizzen, die dann im Atelier fertig ausgearbeitet werden. So entsteht von dieser Szenerie bereits ein Jahr zuvor, 1952, eine etwas abgeänderte Malerei, die sich unter dem Titel «Au jardin (composition)» (Inv. 742) auch in der Sammlung des Kunstmuseum Thun befindet.
Katrin Sperry
Die eine Seite vom Tisch:
Eine Frau lehnt vertraut an ihren Partner.
Die andere Seite vom Tisch:
Eine Frau schaut zu einem Mann.
Der Mann mit Flasche und Glas sitzt am Rand
und schaut nach unten.
Er hat keinen Kontakt zu den anderen.
Was erzählt diese Szene im Garten?
In der Sammlung gibt es ein Gemälde
mit gleichem Motiv.