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Wie heisst nochmal dieser Gremlin aus Starwars mit seinem Pseudo-Deutsch und offensichtlichem Mangel an Grammatik-Kenntnis?
“?”
Ich weiss zwar nicht wie er heisst, aber ich weiss, dass wir – zumindest in letzter Zeit – viel gemeinsam haben.
Denn in letzter Zeit: Nicht sprechen gut Grammatik ich.
Doch der Unterschied zwischen mir und dem Gremlin ist, dass es sich bei mir um eine Ausnahmesituation handelt. Denn seit wir drei Pflegekinder aus Afghanistan bei uns beherbergen, versuchen wir die Elaboriertheit der deutschen Sprache auf ein Minimum zu reduzieren.
Heisst: Kompliziert, wir sprechen nicht.
Und mal ganz ehrlich: Deutsch ist hochgradig kompliziert.
Schon mal überlegt? Wieso heisst es: “Ich esse“? Und dann aber: “Du isst“?
Und was bitte ist das für ein Wort: “Geschrieben“? Und was um alles in der Welt hat aus dem Ursprungs-Wort “schreiben” gemacht?
Manchmal schauen mich die drei Jungs an, als wären sie gerade wie Alice durch einen Kaninchenbau gerutscht, wenn ich wie eine Irre mit den Artikeln jongliere:
“Ich setze mich auf den Stuhl.”
“Ich sitze auf dem Stuhl.”
“Wer bitte hat diesen Sch* erfunden?
Und wieso schreibt man Sch* aber nicht Schtuhl?
Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Und wenn ich sie hätte könnte ich sie den drei Sprachanfängern eh nicht erklären.
Sei’s drum. Nun durchfahren mein Streber-Hirn regelmässig kleine Volt-Schläge, weil ich mit meinem Pseudo-Deutsch ein Sprachverbrechen nach dem anderen begehe.
“Du essen? Gut?”
“Zingg!” (Volt-Schlag-Geräusch).
Das sollte heissen: “Hast du schon gegessen oder hast du noch Hunger?”
“Ich schreiben hier?”
“Zingg!”
Meinte: “Soll ich bei deinen Hausaufgaben unterschreiben?”
Der Schweregrad dieser sprachlichen Delikte zeigt sich, wenn ich aus dem Prozess der katastrophalen Drei-Wort-Sprache jäh ausbrechen muss, um mit meinen Landsleuten zu kommunizieren.
“Ich schreiben hier?”
Nie hätte ich gedacht, dass Postboten so leicht zu verwirren sind.
“Äh. Wo soll ich unterschreiben?”
Ich weiss schon was er denkt: Zu viel Starwars gesehen ich. Haha.
Genau.
Und nicht zu vergessen, dass ich kleine Kinder grosszuziehen habe, die das mit der Sprache entweder jetzt richtig lernen oder nie.
Mein Sohn hat mich ja bisher stolz gemacht. Aber seit Kurzem durchlebt er eine Regression auf eine höchst bedenkliche Entwicklungsstufe. “Milch! Viele, viele!” Sagt er und meint, er will mehr Milch.
“Du gut?” Fragt er, wenn wir uns morgens begrüssen. Obwohl er den Satz “Hast du gut geschlafen?” einst blendend beherrschte.
Ihr seht. Ich muss mich also zusammenreissen. Den Jungs mit unserer deutschen Folter-Grammatik das Leben etwas schwerer machen. Dafür meinen Kindern ihre Zukunft einfacher.
Und wie sich beim Schreiben dieses Blogs herausstellte, tue ich mir selbst mit meinem Pseudo-Deutsch auch keinen Gefallen.
Denn. Bis zu diesem Satz, sehr viel korrigieren ich muss.
Mirjam ist Mitgründerin von Mamas Unplugged und zog dann aus, um mit ihrer Familie die Welt zu bereisen. Aktuelle Blogs von ihr findet ihr auf www.familiemettler.ch