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Die neue Veloverbindung im Bereich der St.Leonhardsbrücke soll eine Verbesserung der heute unbefriedigenden Verkehrssituation erreichen. Gleichzeitig soll die Chance ergriffen werden, die stadträumliche Situation zu klären. Der Stadtraum St.Leonhard ist heute von einer grossen Dramatik geprägt: das topologisch überhöhte markante Gelände mit dem Lustgartenhügel, mit prägnanter, geschützter Bebauung an beiden Brückenk.pfen (St.Leonhardskirche und Unterstation) und dem tiefen Bahneinschnitt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der bestehenden, architektonisch hervorragenden St.Leonhardsbrücke. Auf engem Raum queren bereits drei Brücken (St.Leonhard, St.Otmar und Fussgängerbrücke Güterbahnareal) den Bahneinschnitt. Um diese Situation zu beruhigen und die Komplexität nicht weiter zu erhöhen, schlägt das Projekt broad way keinen weiteren eigenständigen Übergang in Form einer Passerelle, sondern die Verbreiterung der bestehenden Brücke vor. Dadurch wird die stadträumliche Wirkung der St.Leonhardsbrücke als wichtigster Bahnübergang westlich des Bahnhofs gestärkt. Gleichzeitig kann das architektonische Konzept mit den Elementen der Brückenkopfmauern, dem Geländer und dem Berührungsschutz, der über die technische Anforderung hinaus ein wichtiges gestalterisches Element darstellt, weitergeführt werden.
Wichtige raumprägende Elemente des Bahneinschnitts sind die Böschungen und begleitenden Stützmauern. Nordseitig kann die Auffahrt zu neuen Verbindung mit einer einfachen Stützmauer und Rampe in die Topografie gelegt werden, die Abfahrt in Richtung Lokremise wird mit der angepassten und verlängerten Stützmauer zum logischen Abschluss des Bahnareals und bereinigt damit die räumlich unbefriedigende Situation unter der St.Leonhardsbrücke mit dem Abbruch des Überbleibsels der alten Strassenverbindung.
Durch die klare bahnseitige Begrenzung und die durch die Mauern ermöglichte Anpassung des Terrains wird der Platz vor der Kirche gegenüber dem aktuellen Bestand deutlich aufgewertet. Er wird zur Büchelstrasse und zur St.Leonhardstrasse hin offen gestaltet. Ein bestehender und zwei neue hochstämmige grosskronige Laubbäume (z.B. Silberlinden, Tilia tomentosa) und in einer abwechslungsreichen Mischung gepflanzte Schmuckstauden in amorph geformten Beeten gliedern den Raum in Strasse und Vorplatz. Nach Osten, zur Brücke und zur St.Leonhardstrasse hin bleibt der Raum offen. Die Kirche bleibt so von der Stadtseite her betrachtet auch während der vegetationsaktiven Zeit präsent im Ortsbild. Der neue Zugangsweg von der Burgstrasse her führt auf den Platz und wird wie die Platzfläche ebenfalls chaussiert und mit Rundkies abgestreut. Im Anpassungsbereich des Weges wird die Böschung zur Kirche hin, ebenso wie die spitzdreieckige Fläche zwischen den Radwegen, mit einer geeigneten Blumenwiesenmischung angesät.
Historische Luftaufnahmen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts belegen, dass die Kirche gegen Nordostendicht von Bäumen abgeschirmt, eine eher introvertierte Rolle im Ortsbild spielte. Wir glauben, dass die Öffnung des Raumes zur Stadt hin auch aus gartendenkmalpflegerischer Sicht die richtige Reaktion auf das sich seit dem Kirchenbau stark veränderte Umfeld ist, dass das Ortsbild damit aufgewertet wird und letztlich auch einer neuen, noch unbestimmten Nutzung des Kirchenraumes dienlich sein wird.
Die leicht abfallende Wiesenfläche wird mit mehrstämmigen, malerisch wachsenden Zierkirschen hainartig bepflanzt. Die Masse der Pflanzen, der liebliche Blütenaspekt im Frühjahr und das kräftig bunte Herbstlaub setzen einen sich stets verändernden Akzent im Ortsbild und ergänzen die bestehende pflanzliche Begleitung der Brücke im richtigen Massstab. Die Zierkirschen entwickeln sich je nach Stärke des zur Verfügung stehenden Bodenaufbaus über der unterirdischen Baute zu Büschen oder kleineren Bäumen.
Stadt St.Gallen
Wettbewerb 2018, 1. Rang
An der Schnittstelle zwischen den innerstädtischen Quartieren und der nördlichen Altstadt kommt dem Raum zwischen Waaghaus und dem Oberen Graben immer schon eine wichtige stadträumliche verknüpfende Aufgabe zu. Die zahlreichen Wettbewerbe der letzten Jahre zeigen auf, wie eminent bedeutsam Markplatz und Bohl als öffentlicher Raum für die St.Galler Stadtbevölkerung ist. Ziel ist es, dass der Stadtraum in Zukunft seiner vernetzenden Aufgabe besser und konsequenter gerecht werden kann, damit er zu einem öffentlichen Raum für alle Bürgerinnen und Bürger avancieren kann. In der Folge wird der heute fragmentierte Stadtraum zu einem zusammenhängenden, lesbaren Ganzen weiterentwickelt. Ein durchgängiger Belagsteppich (Natursteinplatten, -pflaster) verbindet alle Teilräume zu einem Ensemble. Der Belag integriert sich auf selbstverständliche Weise in den Materialkanon der benachbarten Altstadt. Eine leichte Differenzierung der Steingrössen an den Vorbereichen der Erdgeschosse greift ein vorhandenes Motiv der angrenzenden Marktgasse auf und schafft eine zurückhaltende Zonierung der Nutzbereiche auf dem Platz. Der Platz wird aus dem Bestand mit Rücksicht auf seine Geschichte entwickelt. Diese Haltung kommt sowohl bei der vorhandenen Vegetation, wie bei den bestehenden Einbauten zum Tragen (Rondelle, Calatravahalle). Über dem steinernen Teppich des Platzes spannt sich ein lockeres Baumdach auf, welches sich im Wesentlichen aus den bestehenden Platanen und einigen neu gepflanzten Bäumen (Platanen, Linden) zusammensetzt. Die lockere Verteilung der Bäume lässt weiterhin flexibel, nutzbare Platzbereiche zu und sichert zugleich Aufenthaltsqualitäten auf dem ganzen Platz.
Die identitätsstiftenden Elemente Rondelle und Calatrava-Wartehalle werden in das Gestaltungskonzept eingebunden. Die Rondelle wird sanft renoviert und das Dach zur Verbesserung des Witterungsschutzes verlängert. Die Calatrava-Haltestelle wird als Unikat auf der neuen Platzfläche inszeniert und behält Ihre Eigenständigkeit. Die neue Bushaltestelle stadteinwärts wird mit zwei Dächern ausgebildet. Die pilzartige Konstruktion mit dem zentralen Pfeiler und den weit ausladenden Dächern schafft auf Fussgängerebene eine grosse Durchlässigkeit. Die beiden Pfeiler sind jeweils vis-à-vis der Nahtstelle zweier Liegenschaften angeordnet (Sichtbarkeit Schaufenster!). Um die Eigenständigkeit der Calatrava-Haltestelle zu unterstützen, ist die neue Haltestelle bewusst als reduzierter Stahlbau in Hellgrau analog zu den weiteren Haltestellen im Stadtgebiet ausgebildet. Das Konzept für die Marktstände sieht die Entwicklung eines Moduls vor, mit dem verschiedene Konstellationen möglich sind. Sowohl die Grösse der einzelnen Marktstände, als auch die Anordnung der Markteinheiten sind flexibel und können unterschiedlichen Marktbedürfnissen gerecht werden. Das Marktmodul ist mit Klappen für Auslagen und Vordächern und integrierten Ablageflächen vorbereitet. Konstruktiv sind die Module als leichter Stahlbau auf einem stabilen Boden mit robuster farbiger Metallverkleidung vorgesehen.
Stadt St.Gallen
Wettbewerb 2018
Das Schulhaus Büel aus den frühen 1980er Jahren musste auf Grund der Schülerzahlen vergrössert und auf Grund neuer Schulkonzepte flexibler werden; zusätzlich sollte eine Aula für Veranstaltungen entstehen. Mit dem Erweiterungsbau, der die markante Formensprache des Schulhauses mit der schlichten Fassade und dem markanten Pultdach aufnimmt, konnten die Raumbedürfnisse der Nutzer abgedeckt werden. Gleichzeitig konnte mit einem klaren und stringenten Farb- und Materialkonzept auch das gestalterische Konzept für eine spätere Sanierung des Bestandes entwickelt werden. Die neuen Schulzimmer sind so gross, dass auch jeweils ein Gruppenraum integriert werden konnte und verschiedene Unterrichtsformen möglcih sind. Eine eigene Erschliessung und Aussenzugang gewährleistet eine hohe Flexibilität in der Nutzung auch für ausserschulische Aktivitäten.
Eine grosse Herausforerung war die Ausführung während des Schulbetriebs – einerseits mussten Zeitfenster gefunden werden, in denen die lärmintensiveren Arbeiten ausgeführt werden konnten, andererseits musste die Baustellenlogistik am Schulbetrieb vorbeigeführt werden. Mit einer hohen Präsenz der Bauleitung vor Ort, straffer Organisation und klaren Anweisungen an die Handwerker konnte die Baustelle während der Schulzeit umgesetzt werden. Ein offener Informationsaustausch und kurze Wege zur Schule stellten sicher, dass der Schulbetrieb jederzeit informiert war und bei Unvorhergesehenen Massnahmen schnell reagiert werden konnte.
Stadt Gossau
Planerwahlverfahren
Realisierung 2017/2018
Fotos: Bruno Helbling, Zürich
Zur Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft sollte in direkter Nachbarschaft zur Andreaskirche ein neues, kleineres Gebäude als Pfarreizentrum erstellt werden. Im Zentrum steht der flexibel nutzbare und dreifach unterteilbare Saal mit gegen 200 Sitzplätzen. Der Neubau bietet aber auch Raum für ein Office, ein grosszügiges Foyer sowie für Neben- und Archivräume.
Der neue Andreas-Saal bildet zusammen mit der Kirche und dem Pfarrhaus eine funktionale und städtebauliche Einheit. Das Gebäude steht in einer wunderschönen Parklandschaft, mit direktem Zugang in den Hof bzw. auf den Vorplatz des Bibelgartens. Der Hofbereich zwischen Andreas-Kirche und Saalbau wird belebt und durch die neue Infrastruktur flexibler und wetterunabhängiger nutzbar.
Das Gebäude zeichnet sich durch eine differenzierte Transparenz in der Gebäudehülle aus. Die Nordfassade mit grosszügigen Fensterfronten öffnet sich zum Park und zur Kirche hin. Damit entsteht ein starker Sichtbezug vom Saal in den Bibelgarten, die Eingangszone zum Vorplatz ist offen und einladend gestaltet.
Der grosse Saal ist flexibel unterteilbar und auch vielfältig nutzbar. Durch das Zusammenwirken mit der Raumarchitektur, mit ausgewählten Oberflächenmaterialien und mit einer sorgfältigen Lichtführung wird – unabhängig der Saaleinteilung – eine spannende Raumatmosphäre erzeugt. Prägend ist die Saalhöhe mit dem umlaufenden, geraden Deckenkranz und den sich nach oben verjüngenden 'Oblichtern'. Diese Überhöhung des Raumes im Saalbereich kommt auch in der Aussensicht zum Ausdruck, nämlich in Form eines rechteckigen Dachaufbaus.
Katholische Kirchgemeinde Gossau
Direktauftrag
Ausführung 2017
Fotos: Bruno Helbling, Zürich
Für die Primarschulgemeinde wurde einerseits ein gemeindeübergreifendes Gesamtkonzept zur zukunftsgerichteten Entwicklung der unterschiedlichen Schulstandorte Grüntal, Dorf und Kronbühl mit Neubau-, Sanierungs- und Umnutzungsvarianten erarbeitet und andererseits für den Standort Kronbühl eine konkrete Sanierungs- und Erweiterungsstrategie festgelegt.
Am Standort Kronbühl mit zwei unterschiedlich alten Schulgebäuden, einer kleinen Turnhalle und Kindergarten mit Hauswartswohnung besteht Handlungsbedarf bei fehlenden Räumen und gestiegenen Anforderungen an ausserschulische Betreuungsangebote, sowie ein bautechnischer Sanierungsbedarf (gebäudetechnisch, ener-getisch, akustisch und oberflächlich).
In einem Entwicklungsszenario sind verschiedene Massnahmen aufgezeigt, die im Rahmen des Konzepts etappiert ausgeführt werden können.
Als erste Massnahme wurde die Sanierung der Turnhalle ausgeführt. Ein klares Materialkonzept mit Holzverkleidungen in der Turnhalle, bewussten Farbakzenten in den Garderoben ergeben einen neuen frischen Eindruck und setzen gleichzeitig die Materialisierung der Gesamtsanierung fest. In der zweiten Etappe wird der Kindergarten saniert und um 1 Klassenzimmer und Gruppenräume erweitert. In den Sommerferien wird das Lehrerzimmer als 3. Etappe den geänderten Bedürfnissen angepasst und attraktiver gestaltet.
Primarschulgemeinde Wittenbach
Direktauftrag
Realisierung 2013/2018
Fotos: Florian Brunner, St.Gallen / Bruno Helbling, Zürich
Das Ostschweizerkinderspital platzte aus allen Näten und musste bis zum Umzug in den grossen Neubau auf dem Areal des Kantonsspitals erweitert werden.
Mit der Aufstockung in Elementbauweise auf der ehemaligen Wäscherei konnten Büroräumlichkeiten, Sitzungszimmer und Räume für den Betrieb erstellt werden.
Die Intensivpflegestation wurde als Provisorium auf dem Areal in der Nähe des Helikopterlandeplatzes erstellt. Freundliche, helle Räume für die kleinen Patienten und deren Angehörigen, eine kindergerechte Gestaltung und effiziente Betriebsabläufe garantieren die bestmögliche Pflege und Bedingungen für das Personal. Die Nähe zum Helikopterlandeplatz sorgt im Notfall für kurze Wege, die direkte Anbindung an den Hauptbau sichert betriebliche Vorteile.
Stiftung Ostschweizer Kinderspital
Direktauftrag
Realisierung 2014/2016
Fotos: Bruno Helbling, Zürich
Der alte Pfarreisaal aus den 1960-er Jahren ist in die Jahre gekommen und für die Nutzung der Kirchgemeinde Andwil-Arnegg zu klein geworden.
Der Ersatzbau schliesst wie der Vorgänger an das Pfarreihaus an und bietet Raum für 190 m2 Saalfläche, ein grosszügiges Foyer, ein neues Sitzungszimmer, Office und Nebenräume.
Der Saal ist in zwei unabhängig voneinander nutzbare Räume teilbar und bietet Platz für 200 Personen bei Konzertbestuhlung. Grosszügige Verglasungen, eine Lüftungsanlage und akustische Massnahmen bewirken eine hohe Aufenthaltsqualität. Das angegliederte Office ermöglicht eine optimale Bewirtschaftung bei Veranstaltungen. Der Foyerbereich ist auf den Vorplatz ausgerichtet und wirkt mit seiner grosszügigen Verglasung einladend.
Mit der zeitgemässen Gebäudeanlage wird ein neues Verständnis von Öffentlichkeit und der Öffnung nach Aussen gezeigt. Das Pfarreizentrum bekommt durch die Architektur und Formensprache neben der Kirche eine grössere Wichtigkeit im Ortsbild.
Im Zuge der Bauarbeiten erfolgt auch eine energetische Sanierung des Pfarrhauses und der Einbau einer Wärmepumpe.
Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg
Studienauftrag 1999, 1. Rang
Realisierung 2011/2012
Fotos: Bruno Helbling, Zürich
TGG Hafen Senn Stieger
Visuelle Kommunikation
Obere Berneggstrasse 66
CH-9012 St.Gallen
www.tgg.ch
CREATIVE MINDS Werbeagentur GmbH
Bahnhofstrasse 17
CH-9326 Horn
www.creative-minds.ch