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Wenn die Menschen anfangen, aus Kostengründen auf den Arztbesuch, Medikamente oder sogar auf Operationen zu verzichten, dann kann das nationale Gesundheitssystem nicht als effektiv oder ökonomisch bezeichnet werden. Denn Krankheiten, deren Behandlung aus Kostengründen aufgeschoben werden, müssen womöglich zu einem viel späteren Zeitpunkt behandelt werden, spätestens dann nämlich, wenn eine Behandlung für die Patientin oder den Patienten unumgänglich ist. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt ein Vielfaches der Kosten einer frühzeitigen Behandlung verursacht. Auch ein herabgesetzter Gesundheitszustand eines Teils der Bevölkerung ist dem BIP ganz sicher nicht zuträglich. Dies ist die ökonomische Seite.
Die menschliche Seite ist wiederum eine andere: kann es in diesem Land angehen, dass wirtschaftlich Benachteiligte auf den Arztbesuch verzichten (müssen) und einem höheren Krankheits- und Sterberisiko ausgesetzt sind? Das sind ja Zustände wie in den USA ohne Krankenversicherung.
Der folgende 20min.ch-Artikel über das Selbstpflegeverhalten der Schweizer Krankenversicherten vom 22. Februar 2011 ist schlicht schockierend: http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Jeder-Siebte-verzichtet-auf-den-Arzt-16091251
Wie liesse sich diese skandalöse Ungleichheit beheben?