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Café Gerbeaud
Aus einer Genfer Konditorenfamilie stammend, arbeitete Émile Gerbeaud in mehreren grossen Konditoreien in Deutschland, England und Frankreich. 1884 trat er als Mitgesellschafter in die Konditorei und das Kaffeehaus von Henrik Kugler am heutigen Vörösmarty-Platz in Budapest ein, das er dann auch schrittweise übernahm. "Gerbeaud", wie das Café genannt wurde, erlangte als eines der vornehmsten Kaffeehäuser in der Stadt weltweiten Ruhm. Die Inneneinrichtung liess Gerbeaud im Empirestil gestalten, wobei vornehmlich Marmor, edle Hölzer und Bronze verarbeitet wurden. Nach seinem Tod 1919, führte seine Ehefrau die Konditorei weiter. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Kaffeehaus verstaatlicht und in „Vörösmarty“ unbenannt. 1995 gelang die Konditorei wieder in private Hände und wurde vom deutschen Unternehmer Franz Müller aufwändig renoviert.
Verbindung zur Schweiz
Carouge bei Genf, die Geburtsstätte von Émile Gerbeaud. Durch ihre strategisch günstige Lage des Städtchens an der Arve war sie schon im 1. Jahrhundert vor Christus ein beliebter Ort für Brücken, Zolleinrichtungen und Befestigungen. Carouge war über Jahrhunderte heftig umkämpft und wurde im 18. Jahrhundert von ihren damaligen Besitzern, den Herzögen von Savoyen, als Konkurrenz von Genf vollkommen neu aufgebaut. Es entstand eine südländische Stadt im Schachbrettstil mit regelmässig angeordneten, rechteckigen Häuserblöcken. Viele der neoklassizistischen Häuser sowie der Innenhofgärten sind bis heute gut erhalten und beherbergen Restaurants, Modeboutiquen, Werkstätten, Ateliers und Antiquitätenläden.