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Peiloz lag, mit dem
Bann belegt worden war. Nachdem dann das Bergwerk
Peiloz eingegangen und damit der dortige
Wald wieder frei
geworden war, wollte Riddes die den Bagnards vom Fürstbischof verliehenen Rechte an der
Forêt d'Établon wieder entziehen.
Daraus entstanden langwierige Streitigkeiten, die sich länger als drei Jahrhunderte hinzogen und erst 1880 endgiltig
geschlichtet worden sind (vergl. den Art.
Peiloz). Riddes hatte im Mittelalter seine eigenen Vitztume, welches Amt eine zeitlang
von den Ruffini, genannt von
La Tour, verwaltet wurde.
Diese hatten ihren Sitz über dem Dorf nahe der
Fare, wo man noch bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts die
Ueberreste des Burgturmes und eine
Kapelle sehen konnte. Später ging das Amt an die
Chevron-Villette und dann an die Montheolo
über. Im 15. Jahrhundert stand in Riddes auch das Herrenhaus der Du Chatelar (aus Valdigne),
Herren von
Isérables. Um 100:
Ride; 1152 Ridda. Flachgräber mit interessanten Töpferwaren aus vorrömischer und römischer Zeit.
Die Rhonebrücke, die Riddes zu einem nicht unbedeutenden strategischen Punkt machte, wird zusammen mit der von den
Grafen
von Savoyen zu ihrem
Schutz errichteten Burg in einer Urkunde von 1294 zum erstenmal genannt.
Die Burg ist dann unter
Bischof Bonifazius von
Challant 1300 zerstört worden. Nach der endgiltigen Eroberung
des Unter Wallis
blieb der Unterhalt der
Brücke bis 1798 dem
Bischof von
Sitten zur
Last, wofür dieser bei
Saint Pierre de Clages einen
Zoll erhob. Zur Zeit des Baues der Simplonstrasse unter
Napoleon ersetzte man die alte
Brücke durch eine nach dem Vorbild der
heute noch erhaltenen Brücken zu
Martinach und
Visp erbaute gedeckte Holzbrücke. Als auf dieser zur Zeit
des Bürgerkrieges die liberalen Freiwilligen und die Anhänger der sog.
JungenSchweiz vom 19. auf den übernachtet
hatten, geriet das Stroh, das ihnen zum
Lager gedient, am Morgen in
Brand und konnte nicht mehr gelöscht
werden, sodass die ganze
Brücke abbrannte. Die hierauf erbaute gemauerte
Brücke wurde dann 1903 durch eine eiserne
Brücke
ersetzt. 250 m weiter unten geht auch die Eisenbahn über den Fluss.
Wiesenbau. Wallfahrtskapelle
Maria im
Rüdli (1691 erbaut) mit Gemälden von Paul Deschwanden. Am machten die Franzosen im RidliHalt und überschritten
den
Wildbach nicht, so dass am jenseitigen Ufer kein einziges
Haus verbrannt und geplündert wurde.
(Kt. Bern,
Amtsbez. und Gem. Biel).
526 m.
Weiler an einem sonnigen Hang kurz vor dem Eingang in die Taubenlochschlucht
oder
Schlucht von
Reuchenette, w. der Bahnlinie
Biel-Sonceboz-Basel und 2,5 km nö. vom Bahnhof
Biel. 11
Häuser, 94 reform. Ew.
Durch die hier stattzufinden pflegenden
Gebetsversammlungen weithin bekannt. Zwei Landhäuser im Stil des 18. Jahrhunderts,
Eigentum des
Malers Paul
Robert, des Schöpfers der berühmten Wandgemälde im Kunstmuseum zu Neuenburg,
der hier
gleich seinem ebenfalls als
Maler bekannten Vater Aurelius
Robert seinen ständigen Wohnsitz hat.
600 m. Thalgrund zwischen dem Bächihölzli und dem
Grüsisberg, z. T. mit
Reben bestanden.
Einige
Häuser, worunter der
Riedhof, ein alter Besitz des Geschlechtes Deci aus
Thun.
Auf einem die ganze
Gegend beherrschenden Felssporn stand einst die Burg der
Herren von Ried, von deren
Kapelle noch einige Reste erhalten sind.
Die Edeln von Ried waren zusammen mit dem ihnen verwandten Selger von
Oberhofen Stifter des
KlostersInterlaken. 1212 war ein
Rudolf von Ried und 1257 ein Heinrich von Ried Lehnsherr des Dorfes
Bönigen;
Heinrich von Ried widersetzte
sich 1331 zusammen mit der Stadt
Thun dem Marsch der Truppen des
Grafen Eberhard von
Kiburg gegen Bern.
Eine Wandmalerei im Glockenturm
der Pfarrkirche zu
Thun zeigt das Wappen des Geschlechtes und vier Wohltäter dieser Kirche, nämlich Arnold von Ried (1316),
Werner von Ried (1342),
Ulrich von Ried und eine unbekannte
Frau.
(Kt. Wallis,
Bez. Brig).
938 m. Gem. und Pfarrdorf im s. Abschnitt der Terrasse von Brigerberg; nahe der Stelle,
wo die Simplonstrasse nach ihren grossen Schlingen in die Schlucht der Saltine eintritt und 4 km ö. der Station Brig der Simplonbahn.
Postablage, Telephon. Gemeinde, mit Bach, Bielen, Brei, Gassen, Lauenen, Lingwurm, Oberthermen, Schlucht und
dem im Gantherthal isolierten WeilerBérisal: 92 Häuser, 700 kathol. Ew.; Dorf 21 Häuser, 138 Ew. Der an der Simplonstrasse
selbst
gelegene WeilerSchlucht vergrössert sich auf Kosten des 400 m weiter westlich stehenden Dorfes Ried immer mehr. Kapelle. 1901 als
eigene Pfarrei von Glis-Brig losgelöst. Neue Pfarrkirche zwischen Ried und Schlucht. Wiesen, Maiensässe
und Alpweiden. Hauptbeschäftigung der Bewohner dieser ausgedehnten Gemeinde ist Alpwirtschaft und Viehzucht. Die Wiesen und
Maiensässe werden durch ein ganzes System von Wasserleitungen (bisses) bewässert, von denen zwei aus dem wilden Ganterthal
herauskommen.
Ein in Schlucht von der Strasse abzweigender Weg führt in einer Viertelstunde auf den Kalvarienberg der
Burgspitze, von wo man einen schönen Ueberblick über das Thalstück Visp-Brig-Mörel hat. Auf dem Schollberg an der Simplonstrasse
befindet sich der sog. Hexenstein, wo 1620 die letzte Hexe der Gegend verbrannt worden ist. Fund einer karolingischen Münze
auf dem Brigerberg. Neben Ried ist der meist trocken liegende Ruffigraben eingeschnitten, dessen Wildbach
bei starken Regengüssen furchtbar werden kann und schon verschiedene Male die Simplonstrasse mit seinen Geschieben überschüttet
hat. Ried ist die Heimat des Paters Anderledy, der 1891 als Jesuitengeneral gestorben ist.
Kapelle. 1 km sw. Gummen stehen auf einem die Rhone beherrschenden Felsen die
Reste der Burg Mangepan, des einstigen Sitzes der Herren von Mörel. 1901 erhielt die Gemeinde von einem
Londoner Bankier, der sich hier ein Chalet hatte erbauen lassen, die Summe von 15000 Fr. zu Schulzwecken.