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Das letzte Mal, dass Rueb von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, war 2016, als er sein Buch über den Zürcher Reformator Ulrich Zwingi veröffentlichte.
Als Linker, der weder Historiker noch Theologe war, fand er einen ganz eigenen Zugang zu Zwingli, den er mit seinem Buch gerade nicht als lustfeindlichen gestrengen Asketen porträtierte.
«Dieses Buch, das er mit 83 Jahren fertig stellte, ist eine Abrundung seines Lebenswerks», sagt sein Sohn Gustav Rueb gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sein Vater sei «durch und durch Zürcher» gewesen; vor allem das Widerständige und Unbeugsame habe seinen Vater mit Zwingli verbunden.
Dieses Widerständige an seinem eigenen Leben hat Franz Rueb in seiner Autobiographie «Rübezahl spielt links aussen. Erinnerungen eines Politischen» 2009 mit über 70 Jahren selbst dokumentiert. Er erzählt darin von den ersten 40 Jahre seine Lebens: wie er als Jugendlicher während seiner Lehre als Typograf zum Kommunisten wurde, er trotz Ungarnaufstand 1956 bis zum Prager Frühling 1968 überzeugt an der Ideologie festhielt.
In der PdA machte er politisch Karriere; 1967 wurde er für die Partei in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Zwei Jahre später allerdings wurde er aus der Partei ausgeschlossen und legte daraufhin sein Mandat als Kantonsrat nieder.
1970 folgte er dem Theaterregisseur Peter Stein nach Westberlin an die Schaubühne am Halleschen Ufer. Als eine «Art politischer Dramaturg» erlebte er bis 1974 in Berlin eine Zeit, die er selbst als «Vergoldung» seines politischen Scheiterns in der Schweiz beschreibt.
Zurück in der Schweiz begann er über die Frühe Neuzeit zu schreiben, etwa ein Hörspiel über den deutschen Humanisten Ulrich von Hutten. Rueb kuratierte eine entsprechende Ausstellung in Zürich. Es folgte eine Monographie über Paracelsus. In den 1990er Jahren beschäftigte er sich mit der Geschichte der Hexenverfolgung oder mit dem Komponisten Johann Sebastian Bach. Insgesamt hat er mehr als zehn Bücher über Persönlichkeiten oder politische Verhältnisse des 16. und 17. Jahrhunderts verfasst.
Seine Kindheit hat Rueb, der am 15. Oktober 1933 in Zürich zu Welt kam, in Kinderheimen verbracht, von seiner Mutter vernachlässigt, der Vater war beruflich abwesend. Das war die Zeit, in der er begann, sich mit dem launischen Riesen oder Berggeist Rübezahl aus dem Riesengebirge, diesem ambivalenten Widerspruchsgeist, zu identifizieren und daher auch der Titel seiner Autobiographie. Seine letzten Lebensjahre hat Rueb in seinem Zürcher Zuhause verbracht.