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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Neuntes Buch
18. Die Bezeichnung eines Meisters im Glauben nimmt er an.
[Forts. v. [S. 84] ] Wie sehr er aber die Bezeichnung des Gut-seins nicht verschmäht hat und auch nicht die Ehrenstellung eines Meisters zurückgewiesen hat, sondern nur den Glauben dessen getadelt hat, der von ihm nichts als nur das Körperliche und Fleischliche wissen wollte, das erkennt man daraus, daß er zu den Aposteln, die ihn als Meister bekannten, anders gesprochen hat: „Ihr nennt mich Meister und Herrn, und ihr sprecht recht; ich bin es nämlich;”1 er hatte ja auch anderwärts gesagt: „Laßt euch nicht Meister nennen; denn euer Meister ist Christus.”2 Wo er in Übereinstimmung mit dem Glauben Meister ist, da lobt er es so sehr, daß er diese Bezeichnung (sogar) offen bekennt. Hier aber erkennt er die Bezeichnung als eines guten Meisters nicht an, wo er weder als Herr erkannt ist noch als Christus. Dadurch, daß er allein den einen Gott als gut lehrt, trennt er sich durchaus nicht von Gott, er, der sich als Herrn und Christus bekennt und als Führer zum himmlischen Schatz sich aufweist.
1: Joh. 13, 13.
2: Matth. 23, 10.