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„Ein Rabe verwüstete unseren Gemüsegarten total.“ – So tönt der Satz aus der Überschrift doch immer noch eindrücklich, oder nicht? Manchmal konstruieren wir Sätze, die Hühnerhaut verursachen, wenn wir sie später noch einmal durchlesen.
29 Tipps, wie Sie Ihren Schreibstil verbessern
- Gliedern Sie Sätze nach der Formel Subjekt – Verb – Objekt: Die Würze liegt in der Kürze. Danach können Sie experimentieren und die Satzglieder umstellen: In der Kürze liegt die Würze.
- Einmal lesen muss reichen: Zwingen Sie die Menschen nicht, Ihre Sätze zweimal lesen zu müssen, damit man Sie versteht.
- Lieber kurz und treffend statt quälend lange Satzgirlanden: Es stimmt nicht, dass kurze Sätze banal sind, aber Schachtelsätze mit zahlreichen Einschüben können verwirren.
- Schreiben Sie klar und deutlich, denn was heisst optimale Veständlichkeit, wenn man damit eigentlich gutes Deutsch meint.
- Hauptaussage in den Hauptsatz: Der Rabe zerstörte unseren Garten, den wir erst kürzlich mühevoll angepflanzt hatten. Der zerstörte Garten belastet uns in diesem Moment mehr. Aber schreiben Sie ruhig noch etwas im Nebensatz und untermalen Sie damit die Tragweite des Sachverhalts.
- Hängen Sie den Nebensatz hinten an: Zum Beispiel mit einem Infinitivsatz: (…), denn dieser war nicht wiederzuerkennen. Oder mit einem Bindewort (Konjunktion): (…), so dass wir diesen zuerst nicht wiedererkannten.
- Schreiben Sie aktiv, denn die Passivform wurde zerstört macht einen Satz wirklich schwer(er) erträglich.
- Ein Rabe ist bereits schwarz. Vermeiden Sie sogenannte Tautologien wie die steile Felswand oder eine kurze Zusammenfassung. Das ist doppelt gemoppelt.
- Lassen Sie unnötige Adjektive weg oder steigern Sie diese nicht noch zusätzlich: Verwüstungen an sich sind schon mehr als genug, aber schwerste…?
- Verwenden Sie mehr Substantive, dafür weniger Substantivierungen: Die Verwüstung des Gartens durch einen Raben verliert nicht an Dramatik, wenn der Rabe den Garten verwüstet.
- Das Perfekt: Der Rabe hat den Garten verwüstet stimmt dann, wenn Sie damit ausdrücken, dass die Konsequenzen davon bis heute andauern. Die Schweizer Mundart kennt nur diese sprachliche Vergangenheitsform: Daher aufgepasst!
- Das Präteritum (Imperfekt) ist richtig, wenn die Handlung vollständig in der Vergangenheit liegt und abgeschlossen ist: Gestern verwüstete ein Rabe den Garten; mittlerweile ist er schon längst über alle Berge.
- Und aller guten Vergangenheitsformen sind drei: Verwenden Sie das Plusquamperfekt einmal und geben Sie danach dem Imperfekt den Vortritt: Nachdem der Rabe den Garten verwüstet hatte, flog er über alle Berge und kehrte nie mehr zurück.
- Mit der indirekten Rede geben Sie die Meinung anderer wieder: Der Polizist vermutet, der Rabe sei bereits über alle Berge geflogen.
- Seien Sie vorsichtig mit Fremdwörtern, denn es ist peinlich, wenn Sie beispielsweise Viralität („Verbreitungsfähigkeit“) und Virilität („Manneskraft“) verwechseln, obwohl das eine vom andern nicht allzu weit entfernt ist.
- Synonyme bereichern den Wortschatz, aber wenn Sie kein anderes, inhaltlich vergleichbares Wort finden, dann wiederholen Sie es: Besser treffend als nur ungefähr treffend.
- Einige Wörter beinhalten Werturteile: Adverbien wie fast oder nur sowie das Adjektiv knapp geben unsere Meinung deutlich wieder. Wenn das so gewollt ist, geht das in Ordnung. Wenn nicht, bleiben Sie neutraler mit annähernd oder rund. Auch preiswert ist etwas subjektiver als preisgünstig.
- Nach zwölf folgt 13: Ziffern bis zwölf werden buchstäblich ausgeschrieben, danach dürfen Sie Zahlen als Ziffern angeben. So einfach ist die Regel.
- Wenn Sie exakt sein müssen oder wollen, dann schreiben Sie 55,8 Prozent, aber leserfreundlicher wären rund 56 Prozent. Und nehmen Sie Prozente, aber nicht das %-Zeichen in einem Lauftext.
- Geben Sie ungefähre Zahlen in Worten an: Eine Handvoll Raben…, ein Dutzend Raben…, hunderte Raben…
- Aufzählungen erschweren den Lesefluss eines Textes, werden besser ausgeklammert und an den Schluss gesetzt: Es war aber nicht nur ein Rabe, der den Garten verwüstet hatte, sondern auch ein Mäusebussard, ein Milan, ein Falke und eine Bergdohle.
- Die Interpunktion bereichert und strukturiert die Sätze: Neben dem Punkt existieren überdies das Ausrufe- und Fragezeichen, der Gedankenstrich, die Anführungs- und Schlusszeichen, der Doppelpunkt oder das Semikolon; und – nicht zu letzt auch – das Komma!
- Zusammen arbeiten oder zusammenarbeiten? Beides kann richtig sein: Wir arbeiten zusammen in der gleichen Firma und freuen uns, dass wir im gleichen Projekt zusammenarbeiten. Die erste Schreibweise drückt lediglich aus, dass wir im gleichen Unternehmen tätig sind, die zweite betont die gemeinsame Projektarbeit. Dazu gibt es noch eine Reihe weiterer Beispiele: jemanden schlechtmachen, der eine Arbeit schlecht macht; schwarzsehen (nicht bezahlen), aber schwarz sehen (düstere Zukunft).
- Der Superlativ (Steigerungsform) liegt immer auf dem ersten Adjektiv: Der bestbezahlte Manager, das höchstverschuldete Land.
- Bitte Datum richtig angeben: Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 1.10.2015 statt (Dativ), oder aber wir treffen uns Donnerstag, den 1.10.2015 (Akkusativ).
- Lassen Sie den Genetiv nicht aussterben, denn er ist – richtig angewandt – ein sprachliches Juwel, beispielsweise bei „bekleideten“ Hauptwörtern (Substantive mit Adjektiv): Angesichts des dichten Verkehrs blieben wir… Dank seines guten Rufs… trotz des schlechten Wetters…
- Hängen Sie einen erklärenden Zusatz (Apposition) hinter das Subjekt: Statt von einem zweieinhalb Kilometer langen Stau zu sprechen, ist es besser und übersichtlicher, wenn Sie auf den Stau von zweineinhalb Kilometern hinweisen.
- Tabellen und Aufzählungen statt Bandwürmer: Wenn Sie eine ganze Liste von Argumenten haben, stellen Sie diese in einer Liste dar. Ihre Leser sind Ihnen dankbar sein, wenn sie sich nicht durch unendlich lange Sätze quälen müssen.
- Lebhafte Bildsprache: Von haushohen Wellen schreibt heute fast jedermann, aber wer verwendet schon die bildgewaltige Formulierung Wellen hoch wie Häuser…?
Fassen Sie klare Gedanken in verständliche Worte und treffende Aussagen.
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