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Infektionen bei älteren Menschen
Infektionen kommen bei älteren Menschen in Pflegeheimen häufig vor (Inzidenz : 3-7 Infektionen pro 1000 Aufenthaltstage, etwa 1-2 Infektionen pro Jahr und Bewohner), weisen bestimmte Besonderheiten auf und sind mit einer deutlich höheren Mortalität und Morbidität belastet (Risiko von Schmerzen, funktionaler Abbau, Stürze, Verwirrtheit und Spitalaufenthalte in der Akutpflege). Die häufigsten Infektionen betreffen die Harn- und die Atemwege sowie die Haut und den Verdauungstrakt.
Zu den Faktoren, die Infektionen bei älteren Menschen im Heim begünstigen, gehören einerseits die Häufigkeit von Polymorbidität, also das Vorhandensein mehrerer chronischer Erkrankungen (Diabetes, COPD, Herz- und Niereninsuffizienz, Krebs, Mangelernährung usw.) und andererseits die Immunoseneszenz, d. h. die altersbedingte Veränderung der Immunabwehr.
Die Immunoseneszenz wirkt sich sowohl auf das zelluläre als auch auf das humorale Immunsystem aus und beeinträchtigt die Produktion von Antikörpern, T-Lymphozyten und bestimmten Zytokinen. Ausserdem führt sie zu einer Veränderung der Immunabwehr. Diese Komorbiditäten und die Veränderung des Immunsystems sind auch der Grund, weshalb Impfungen in dieser Bevölkerungsgruppe weniger wirksam sind.