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LABORHAUS FÜR NATURWISSENSCHAFTLICHEN UNTERRICHT
Laborhaus
Plattenstrasse 52
Nutzung
Vier Geschosse naturwissenschaftliche Unterrichtsräume der Atelierschule und Rudolf Steiner Schule für Biologie, Chemie und Physik mit Experimentierräumen (7.-13. Klasse). Klassenzimmer, Besprechungszimmer, Lehrerzimmer, Bibliothek, Seminarraum.
Kennzahlen
|Baujahr||1861|
|Grundstücksfläche||1'078 qm|
|Geschossfläche||1'220 qm|
|Erworben||2013|
Geschichte
Erbaut 1860–62, wie das Nachbarhaus Nr. 50 vom Weinhändler F. L. Bauer, als verziertes dreigeschossiges Baumeisterhaus mit ausgebautem Dachgeschoss, in Längsrichtung mit breitem Mittelrisalit und insgesamt sechs Fensterachsen. 1909 Verandaanbau zum Garten. Schulnutzung seit 1931, zunächst für das private Maturitäts-Institut des in dem Haus wohnhaften, aus der heutigen Ukraine stammenden Biologen und Pädagogen Sinai Tschulok (1875–1945), dann seit 1965 für den Instrumentalunterricht des Literar- und Realgymnasiums Rämibühl, seit 2013 durch die Atelierschule Zürich.
Hier wohnte in den Jahren 1861–67 der berühmte Chirurg Theodor Billroth (1829–1894), der 1866 hier zusammen mit seinem Freund Johannes Brahms (1833–1894) musizierte, wie eine Gedenktafel von 1988 festhält.
1872–80 wohnte hier Franziska Möllinger (1817–80), die mit ihren Daguerreotypien von Landschaften als «erste Fotografin der Schweiz» gilt, im Hause ihres Bruders, des Mathematikers und Naturwissenschaftlers Otto Möllinger (1814–86), der, in Solothurn aus religiösen Gründen abgesetzt und frühpensioniert, schon damals an der Plattenstrasse 52 Schüler/innen für den Besuch der ETH vorbereitete.
Auf dem Weg in das Exil gründete 1933 hier der Neuropathologe Philipp Schwartz (1894–1977), im Haus seines Schwiegervaters Sinai Tschulok, die «Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland», die zahlreichen jüdischen Wissenschaftlern zur Rettung ins Ausland vor ihrer Bedrohung durch den Nationalsozialismus im damaligen Deutschland verhalf. Die Organisation wurde später nach London verlagert. Zur Einweihung des für die Schulen umgebauten Laborhauses wurde 2019 strassenseitig eine Gedenktafel zur Würdigung des meschlich-moralischen Engagements von Philipp Schwartz angebracht.
Schon der Biologe und Pädagoge Tschulok richtete 1931 in seiner Maturitätsschule in dem Gebäude naturwissenschaftliche Unterrichtsräume ein, wie die damalige Baubewilligung dokumentiert, so dass die Steinerschulen hier an eine lange Tradition anknüpfen.
Die Liegenschaft befindet sich im Inventar der Denkmalpflege und Gartendenkmalpflege der Stadt Zürich.
Vom Sommer 2018 bis Herbst 2019 wurde die Liegenschaft zum «Laborhaus» für naturwissenschaftlichen Unterricht der Atelierschule und Rudolf Steiner Schule (7.–13. Klasse) umgebaut: Bauprojekt Laborhaus für die Naturwissenschaften.