Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03204.jsonl.gz/245

Die Grossanlage mit einem Investitionsvolumen von rund Euro 3,7 Mrd. wird gegenwärtig von den Fusionsprogrammen Europas (einschliesslich Kanadas), Japans und Russlands gemeinsam vorbereitet. Sie soll zeigen, dass Energiegewinnung durch Kernverschmelzung technisch möglich ist.
Das Angebot, das Rod Irwin in Moskau anlässlich einer Feier zum Abschluss der Iter-Planungsphase unterbreitet hat, soll die Basis für nähere Verhandlungen mit den Iter-Partnern bieten. Nach kanadischer Erwartung sollten die Gespräche bis Ende kommenden Jahres mit einem internationalen Abkommen zu Finanzierung und Bau der Anlage abgeschlossen werden. Standortangebote für Iter werden jedoch ebenso aus Frankreich und Japan erwartet.
Die kanadische Bewerbung kam nicht überraschend: Bereits vor gut einem Jahr hatte die von der Provinzregierung Ontarios sowie von zahlreichen Unternehmen, Gewerkschaften und Universitäten getragene Initiativgruppe "Iter Canada" Interesse an dem Fusionstestreaktor bekundet und ein formales Standortangebot in Aussicht gestellt. Das nun den Iter-Partnern als Standort vorgeschlagene Clarington liegt 60 km östlich von Toronto am Nordufer des Ontario-Sees. Provinzregierung und umliegende Gemeinden, so Iter Canada, "kennen das Projekt seit vielen Jahren und unterstützen die Ansiedlung auf ihrem Gebiet". Die Ergebnisse einer Meinungsumfrage legten breite öffentliche Unterstützung des Vorhabens nahe. Die verlangte Infrastruktur sei bereits weitgehend vorhanden, ebenso geeignete Arbeitskräfte. Da die kanadische Gesetzgebung Fusionsanlagen bereits berücksichtige, sei die Genehmigung für Iter ohne aufwändige Ergänzung des geltenden Rechts möglich: "Wir sind überzeugt, dass Iter Canada in einer sehr starken Position steht, um das Projekt für unser Land zu gewinnen", erklärte der Vorsitzende der Initiativgruppe, Peter Barnard: "Als Gastgeber des Projekts würde Kanada zum weltweiten Exzellenz-Zentrum für High-Tech-Energieforschung. Iter wäre der grösste 'brain gain' in der Projektgeschichte Kanadas."
Quelle
M.S. nach Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, 11. Juni 2001