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Weltweit wurde letztes Jahr über Sklavenarbeit in der thailändischen Fischereiindustrie berichtet. Die EU drohte Thailand mit einem Importverbot für deren Meeresfrüchte, sofern sich die Arbeitsbedingungen für die Fischer und für die Fisch- und Crevettenverarbeiter nicht deutlich verbessern.
Ein EU-weites Importverbot würde für Thailand eine jährliche Umsatzeinbusse von einer Milliarde US-Dollar verursachen. Zudem fordern ehemalige Sklavenarbeiter Schadenersatz. Dieser Druck zeigt nun Wirkung. Die thailändische Regierung hat mittlerweile Massnahmen gegen die Missstände eingeleitet. Unter anderem sollen die rund 1,6 Millionen illegalen Immigranten registriert werden und legalen Schutz erhalten.
Thai Union, das wichtigste Unternehmen in diesem Sektor, verbietet es nun allen angeschlossenen Betrieben, Rekrutierungsgebühren zu verlangen. Diese Gebühren sorgten dafür, dass sie die Arbeiterinnen und Arbeiter vor der Aufnahme ihrer Arbeit verschulden mussten. Firmeninterne Verhaltensregeln sollen künftig präventiv Missstände verhindern, wobei solche Regeln bereits 2013 verfasst wurden, ohne dass sie die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen dadurch wesentlich verbessert hätten.
Das Problem bleibt akut
Trotz dieser teils positiven Signale dürfte es schwierig bleiben, die unzähligen thailändischen Unternehmen und Subunternehmen effektiv zu kontrollieren. Zudem beschränken sich sklavenähnliche Zustände in der Fischereiindustrie keineswegs auf Thailand. Auch in europäischen Gewässern trifft man sklavenähnliche Arbeitsbedingungen an.