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In diesem Mentorat sollte die Grundstruktur für die Erzählung festgelegt und der Text für die Herausgabe vorbereitet werden.
Das Romanprojekt Jungbürgerhölle ist ein Mitschnitt aus dem Leben einer jungen Frau, die sich vermehrt mit physischen und psychischen Kontrollverlusten konfrontiert sieht. Sie führt zwanghaft Listen, da sie vermutet, dass eine ihr unbekannte Leerstelle in diesen Listen der Auslöser für ihre nachlassende Konzentration sein könnte. Auf der Suche nach dieser Leerstelle, fährt sie in ihr Heimatdorf zurück. Dort trifft sie auf den Medienwissenschaftler und Philosophen Erre, der in ihrer Kindheit als geistiger Vater fungierte. Nach wenigen Treffen beschleicht die Protagonistin die Vermutung, das Erre diese Position missbraucht haben könnte, aber weder der inzwischen schwer kranke Erre noch sonst jemand kann sich mit absoluter Sicherheit erinnern, ob und was vorgefallen ist.
Strukturell wechselt der Text zwischen Listen, Erinnerungsfetzen und Alltagsereignissen. Diese Elemente verschränken sich im Verlauf der Entwicklung zunehmend zu einem verfahrenen Gedankenkonstrukt, in das sich die Protagonistin hineinmanövriert. Blockiert durch ihre Unentschlossenheit und Skrupel bezüglich der Figur Erre, flüchtet sie sich in übersteigerte Vorstellungen, die sich aus Fantasien, Spekulationen, Aufzählungen und Inhalten aus dem Internet zusammensetzen und entfernt sich so immer weiter von ihrer eigentlichen Geschichte.
Für den Abschluss des Projektes hat Sarah Müller mit Friederike Kretzen gearbeitet.