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Eine Person, die bei der Einführung der AHV im Jahre 1948 pensioniert wurde, lebte durchschnittlich noch etwa 12 Jahre. Heute liegt diese zusätzliche Lebenserwartung bei etwa 24 Jahren. Zudem ist heute die AHV-Rente real etwa viermal höher als bei ihrer Einführung. 1948 finanzierten etwa sechs Erwerbstätige einen Rentner im Umlageverfahren, heute sind es noch etwa drei.
Diese demografische Entwicklung schlägt sich direkt in der AHV-Rechnung nieder. Für 2030 erwartet man ein Defizit von 7 Milliarden Franken, für 2045 ein solches von 15 Milliarden. Wie schlecht es um die AHV wirklich steht, zeigt eine Aufsummierung der erwarteten Beiträge und Renten aller heute lebenden Personen. Gemäss dieser Rechnung klafft in der AHV ein Finanzloch in der Grössenordnung von 1000 Milliarden Franken. Diese implizite AHV-Schuld wälzt man zurzeit einfach auf die kommenden Generationen ab. Wollte man sie rasch abbauen, müsste man 25 Jahre lang auf die Auszahlung von Renten verzichten. Das entspricht einer ganzen Generation, die weiterhin Beiträge einzahlt, aber keine AHV-Renten erhält.
Es gibt fünf Stellschrauben, um das Problem zu entschärfen: Beiträge erhöhen, Renten senken, Steuern erhöhen, länger arbeiten und eine schneller wachsende Wirtschaft. Unternimmt man nichts, muss die AHV, also der Bund, die Deckungslücke mit Schulden finanzieren, welche wiederum zulasten der nächsten Generationen gehen.
Als Teil der jüngeren Generation sehe ich nur zwei vertretbare Auswege aus dieser Lage: Erstens sollte das Pensionierungsalter rasch um zwei oder drei Jahre erhöht und danach die Lebensarbeitszeit abhängig von der Lebenserwartung schrittweise angepasst werden. Zweitens sollte die Wirtschaft von Regulationen und Steuern befreit werden, damit das Pro-Kopf-Einkommen wieder deutlich wachsen kann. Dieser Auftrag an die Politik und das Volk ist anspruchsvoll. Aber nichts zu tun oder die AHV mit dem BVG zu verschmelzen sind für heutige und zukünftige Generationen gefährliche Ideen.