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PR-Botschaften oder Medienmitteilungen, die etwas schönreden wollen, haben eines gemeinsam: Sie sind oft nur schwer verständlich. Entweder sind sie mit Fremdwörten gespickt oder quälen den Leser mit Bandwurmsätzen und verschwurbelten Formulierungen.
Das Online-Tool „BlaBlaMeter“ entlarvt solche Texte. Es testet sie auf ihren Gehalt an heisser Luft und vergibt anschliessend einen Index zwischen 0 und 1. Je höher dieser Index ist, desto unverständlicher dürfte der Text sein.
Schonungslos
Dabei ist das Tool schonungslos ehrlich: Will die Schweizerische Post beispielsweise Filialen schliessen und gleichzeitig dem Leser in langfädigen Ausführungen das Postnetz der Zukunft schmackhaft machen, resultiert dies in einem Bullshit-Index von 0.41: „Ihr Text riecht schon deutlich nach heißer Luft – Sie wollen hier wohl offensichtlich etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Für wissenschaftliche Arbeiten wäre dies aber noch ein akzeptabler Wert (leider).“ Kein Wunder, wenn die Post von einem „ergebnisoffenen Dialog“ oder von „überaus hochwertigen Dienstleistungen“, spricht, die sie langfristig und flächendeckend anbieten will.
Ein Text der Steuerverwaltung Bern, mit dem sie ihre Aufgaben beschreibt, kommt noch schlechter weg. Und zwar mit einem Bullshit-Index von 0.65: „Sie müssen PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sein! Sollten Sie eine echte Botschaft transportieren wollen, so erscheint es fraglich, ob diese Ihre Leser auch erreicht.“ Der im Text enthaltene Satz „Als Amt der Finanzdirektion ist die Steuerverwaltung insbesondere für die richtige und gleichmässige Veranlagung sowie den einheitlichen Bezug der periodischen und aperiodischen Steuern verantwortlich“ ist tatsächlich sehr unglücklich formuliert und klingt dadurch unnötig kompliziert.
Ein SBB-Text zum barrierefreien Reisen, verfasst in „leichter Sprache, erhält hingegen nur einen Bullshit-Index von 0.07: „Ihr Text zeigt keine oder nur sehr geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.“ Der Text enthält dementsprechend auch keine komplizierten Wörter und die Sätze sind kurz und prägnant gehalten.
Allerdings kann das BlaBlaMeter nicht zwischen inhaltlich sinnvollen und sinnlosen Texten unterscheiden, da es nicht intelligent ist. Es analysiert einen Text einfach nach bestimmten Kriterien, wie beispielsweise übermässigem Nominalstil oder Bandwurmsätzen. Entwickelt hat das Tool der Deutsche Bernd Wurm.