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SBTG – Schweizerischer Berufsverband für Tanz und Gymnastik
Der S. wurde 1939 im Hinblick auf die Präsentation des Schweizer Tanzschaffens an der Schweizerischen Landesausstellung gegründet, da dort nur Mitglieder von Verbänden und Organisationen auftreten durften. Die Gründungsmitglieder des S. luden also Schweizer Berufstänzerinnen und -tänzer, Tanz- und Gymnastikpädagoginnen und -pädagogen zu einem Tanzkongress mit Wettbewerb an der Landesausstellung ein und knüpften die Teilnahme an den Beitritt zum Verband. Obwohl aus diesem aktuellen Anlass gegründet, verstand sich der Verband von Anfang an als Standesorganisation, wie die am 10. März 1939 genehmigten Statuten zeigen: "Der Verein beabsichtigt die Wahrung und Förderung der ideellen und materiellen Interessen der schweizerischen Berufstänzer und Tanz- und Gymnastikpädagogen". Die konkret anvisierten Ziele wie die Verbesserung der materiellen Situation der Mitglieder, die Anerkennung des Berufsstands, eine Reglementierung des Unterrichtswesens und die Veranstaltung von Fortbildungskursen wurden mit unterschiedlichem Erfolg erreicht. Vielfältig ist das Weiterbildungsangebot, seit 1941 an den Arbeitstagungen des S., ab 1946–88 auch in den Internationalen Sommerkursen des S. Nach jahrzehntelangen vergeblichen Versuchen einer Fachanerkennung für Tanz und Gymnastik durch das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (heute: Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit) konnte 1999 wenigstens die Schaffung eines eidgenössischen Fachausweises für Gymnastikstudioleiterinnen und -leiter erreicht werden. Verbandsintern waren allerdings schon zuvor Reglemente und Diplome eingeführt worden (erstmals 1946), die einen Qualitätsnachweis nach aussen darstellen. Zu weiteren Aktivitäten des S. gehört die Herausgabe der vierteljährlich erscheinenden Fachzeitschrift "Tanz und Gymnastik", die über Berufs- und Ausbildungsfragen, über Tendenzen des Tanzschaffens sowie Veranstaltungen im In- und Ausland informiert, und die Verwaltung des Mary-Wigman-Fonds’, der in Not geratene, in der Regel betagte Tänzerinnen und Tänzer unterstützt. Der Vorstand besteht heute nebst der Präsidentin oder dem Präsidenten aus sechs bis neun Mitgliedern, die möglichst alle drei Sektionen, nämlich Klassischer Tanz, Gymnastik sowie Moderner/Zeitgenössischer Tanz und Jazztanz, vertreten. Das Präsidium inne hatten 1939–47 →Ernst Anton Mohr, 1947–60 →Ilse Bickel-von Künsberg, 1960–64 Annemarie Häberlin, l964–68 →Hedd Perll-Zaugg, 1968–72 Elsbeth Grossmann, 1972–74 →Alain Bernard, 1974–89 →Ursula Kasics, 1989–91 →Elisabeth Oppliger, 1991–95 Susanne Inaebnit, 1995–2002 Katarina Lang, seit 2002 teilen sich Margrit Weber-Meili und Katharina Rohner-Utz das Präsidium. Der S. hat rund 400 Mitglieder, die im künstlerisch ausgerichteten Bewegungsbereich tätig sind/waren und war seinerseits Mitglied der →VSBT (heute: Tanz Schweiz). Der Verband finanziert sich durch Beiträge von Mitgliedern, Gönnern und anderen Organisationen, Einnahmen aus Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten sowie durch Subventionen von Bund, Kantonen und Gemeinden.
Literatur
- Gisiger, Sabine/Jorio, Sandra/Kasics, Ursula: Bewegungen. Tanz und Gymnastik in der Schweiz 1939–1989, 1989.
Autor: Richard Merz
Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:
Merz, Richard: SBTG – Schweizerischer Berufsverband für Tanz und Gymnastik, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1574.