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Es gibt nicht viele Maler in der deutschsprachigen Schweiz, die sich so intensiv mit den materiellen, formalen und bildtheoretischen Voraussetzungen der Malerei selbst, ihren Möglichkeiten und Grenzen beschäftigen wie Heinz Mollet. Sein umfangreiches Œuvre steht ganz im Zeichen der Erforschung der malerischen Mittel.
Im bernischen Seeland aufgewachsen, besuchte der gelernte Schriftsetzer Mollet Mitte der 1960er-Jahre die Kunstgewerbeschulen in Bern und Biel, bildete sich autodidaktisch weiter und gründete 1980 zusammen mit Alois Lichtsteiner, Jürg Moser, George Steinmann und Gerhard (heute: Saajid) Zandolini die bis 1983 bestehende Berner Künstlergruppe SILO, um Formen des kollektiven künstlerischen Arbeitens zu erproben. Ende der 1980er-Jahre wandte sich Mollet dann ganz der abstrakten Malerei zu und rückte die autonome Selbstreflexion des Mediums in den Fokus. 1992 erhielt er das Berner Auslandsstipendium für New York, woraus die Serie der post-NY-paintings hervorging. Im Zuge dieser radikalen Malerei-Untersuchung entstand auch das exakt datierte Hochformat p–p 14. April 1996 (1996) aus der Sammlung der Mobiliar. Was hier zunächst wie ein Abdruck von mit blauer Acrylfarbe bemalter Noppenfolie auf Baumwollstoff wirkt, verdankt sich tatsächlich einem malerischen Prozess der mehrfachen Schichtung und Überschreibung in einer rasterartigen Gewebestruktur. Auch die Serie chop (engl.: Schlag, Stempel) zeigt Mollets Interesse am formbildenden Potenzial einer rhythmischen Malweise. Auf chops I (1999) lässt er den Pinsel in unregelmässigen Linienkrakeln in Schwarz, Weiss, Rostbraun, Gelb und Hellgrün netzartig über ockerfarbenen Grund mäandern. Das Resultat ist eine gewissermassen marmorierte Malerei, die in der gezielten Verweigerung jeder Gegenständlichkeit Bilder produziert, welche wiederum so urgegenständlich wirken wie geologische Materialproben – oder wie jene Blüten aus der gleichnamigen Serie (2001), die doch nichts sind als in Farbe ausgearbeitete Reflexionen über die Möglichkeiten abbildloser Malerei.
Als Maler, dessen Gegenstand die Malerei selbst ist, lässt sich Heinz Mollet im Feld der radikalen Abstraktion verorten, die in der Schweiz vor allem in der Romandie vorangetrieben wird.
Heinz Mollet, 1947 in Grossaffoltern (CHE) geboren, lebt und arbeitet in Rüti bei Büren (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Aktionskunst