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Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Bosnien und Herzegowina sind gut und intensiv. Mit ihrem substanziellen Engagement trägt die Schweiz zur Stärkung der guten Regierungsführung, der Justiz, der Marktwirtschaft und der Gesundheitsversorgung im Land bei.
Bosnien und Herzegowina
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz ist an einer weiteren Stabilisierung von Bosnien und Herzegowina interessiert. Sie unterstützt daher die staatlichen Behörden auf verschiedenen Ebenen (Gesamtstaat, Entitäten, Kantone und Gemeinden) in ihren Reformbemühungen. Mit ihrem substanziellen Engagement trägt die Schweiz zur Stärkung der guten Regierungsführung, der Justiz, der Marktwirtschaft und der Gesundheitsversorgung im Land bei. Zudem förderte sie bis 2017 lokale Anstrengungen zur Bewältigung der Nachwirkungen des Konflikts von 1992–1995.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Obwohl die Schweiz unter den EFTA-Ländern der wichtigste Handelspartner von Bosnien und Herzegowina ist, bleibt das Handelsvolumen relativ gering. Die Schweiz exportiert hauptsächlich pharmazeutische Produkte und Fahrzeuge und importiert hauptsächlich Textilien, Möbel und unedle Metalle. Die Schweiz ist einer der zehn grössten Investoren in Bosnien und Herzegowina. Die meisten dieser Investitionen stammen jedoch von internationalen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz.
Auch aufgrund der grossen und gut integrierten bosnisch-herzegowinischen Diaspora in der Schweiz besteht ein Potenzial zur Steigerung des Handelsaustauschs und der Investitionen.
Zahlreiche Abkommen unter anderem in den Bereichen Luftverkehr, Landwirtschaft, Finanzwesen und Personen- und Güterverkehr regeln die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Schweiz und Bosnien und Herzegowina.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Bosnien und Herzegowina können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Seit seiner Teilnahme am Programm im Jahr 1992 wurden rund 40 Stipendien an Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina vergeben.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz unterstützt in Bosnien und Herzegowina die Friedenswahrungsmission Althea der multinationalen Militärverbände der EU (EUFOR). Beteiligt sind maximal 20 Angehörige der Schweizer Armee. Zudem sind höchstens sechs Armeeangehörige Teil mobiler Trainingsteams zur sicheren Lagerung der Munitions- und Waffenbestände.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Angefangen mit humanitärer Hilfe im Jahr 1996 hat sich die Zusammenarbeit der Schweiz mit Bosnien und Herzegowina schrittweise auf die Unterstützung der Entwicklungszusammenarbeit verlagert. Heute gehört die Schweiz zu den grössten bilateralen Kooperationspartnern von Bosnien und Herzegowina. Das Schweizer Kooperationsprogramm 2021-2024 basiert auf einer vertrauensvollen Partnerschaft und gegenseitigen Interessen. Die Schweiz unterstützt das Land weiterhin in spezifischen Sektoren im Einklang mit den von der Regierung festgelegten Prioritäten und arbeitet mit Partnern zusammen, die Reformen beschleunigen und neue Perspektiven und Möglichkeiten entwickeln können. Das vorgesehene finanzielle Budget für das aktuelle Kooperationsprogramm 2021-2024 belaufen sich auf 63 Millionen Schweizer Franken.
Migrationszusammenarbeit
Die Schweiz und Bosnien und Herzegowina unterhalten seit 2009 eine Migrationspartnerschaft. Zu deren Umsetzung finden regelmässige bilaterale Treffen statt. Die Migrationsthematik wird als umfassendes Phänomen betrachtet und die Schweiz ist u.a. bemüht, die Migrationsgouvernanz und das Migrationsmanagement der Behörden sowie die Prävention der irregulären Migration zu stärken.
Kulturaustausch
Die kulturellen Beziehungen zwischen der Schweiz und Bosnien und Herzegowina sind intensiv. Die Schweiz ist seit 1995 im kulturellen Bereich in Bosnien und Herzegowina aktiv. Anfänglich lag der Schwerpunkt auf dem Wiederaufbau verschiedener kultureller Institutionen. Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Wiederbelebung der unabhängigen Kulturarbeit und der lokalen Kulturszene durch die Unterstützung kleinerer Kulturprojekte. Die Schweizer Botschaft ist bestrebt, die Schweizer Kultur in Bosnien und Herzegowina zu verbreiten, indem sie an Veranstaltungen wie den "Tagen der Frankophonie" teilnimmt und mit Unterstützung von Pro Helvetia Schweizer Literatur verbreitet. Als Schirmherrin des Vereins „i-dijaspora“, der die bosnisch-herzegowinische Diaspora in der Schweiz zusammenbringt, verbindet die Schweizer Regierung Akteure aus beiden Ländern und trägt auch zur Förderung der bosnisch-herzegowinischen Kultur in der Schweiz bei.
Schweizerinnen und Schweizer in Bosnien und Herzegowina
Ende 2020 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 862 Schweizerinnen und Schweizer in Bosnien und Herzegowina.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Seit 1992 pflegt die Schweiz diplomatische Beziehungen mit Bosnien und Herzegowina. Die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge während des Konflikts von 1992–1995 und die Unterstützung beim Wiederaufbau danach haben zum positiven Bild der Schweiz in Bosnien und Herzegowina beigetragen.