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Fussballstadion Zürich: Eine Chance vertan
Zürich, 3.September 2014
Die Stadt Zürich hat entschieden, einen Investorenwettbewerb für das neue Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal auszuschreiben. Mit diesem Entscheid wird einer teuren, wiederum weitgehend von der öffentlichen Hand zu finanzierenden Lösung ohne politische Diskussion der Vorzug gegeben gegenüber einem Stadion zum Nulltarif. Zweimal hat die Halter AG gemeinsam mit FCZ und GCZ der Stadt Zürich ihre Stadionlösung eingereicht, ohne dass die Stadt anschliessend das Gespräch mit den Initianten gesucht oder substanziell Stellung bezogen hätte.
Das im Oktober 2013 von der Halter AG und den Zürcher Fussballklubs FZC und GCZ vorgestellte Konzept mit der Auslagerung des Stadions nach Altstetten sah vor, dass die Stadt den Investoren das Fussballgrundstück zu ihrem Gestehungspreis von CHF 50 Mio. für Wohnungsbau verkauft hätte. Die Investoren wiederum hätten die Stadionkosten von rund CHF 100 Mio. mittels Querfinanzierung aus dem Wohnungsbau sowie durch die Mieteinnahmen aus dem Stadion finanziert. Die Stadt Zürich hätte rund CHF 50 Mio. für die Grundstücke auf dem Hardturm-Areal eingenommen und auf ihrem Areal in Altstetten ein Stadion zum Nulltarif erhalten. Das städtische Reservegrundstück (heutige Parkhausparzelle) auf dem Hardturm-Areal hätte für gemeinnützige Wohnungen verwendet werden können.
Das im September 2013 an der Urne gescheiterte Stadionprojekt auf dem Hardturm-Areal hätte gemäss Abstimmungsvorlage inklusive Landanteil rund CHF 216 Mio. gekostet. Im Rahmen des nun vorgesehenen Investorenwettbewerbs wird die Stadt Zürich mit dem Verkauf des Reservegrundstücks an Investoren nach Einschätzung der Halter AG rund CHF 50 Mio. generieren. Damit reduzieren sich die Kosten für die Stadt Zürich für das teure Projekt zwar rechnerisch netto auf rund CHF 166 Mio.. Die Realisierbarkeit eines von Privaten gebauten und betriebenen Stadion hängt in der Konsequenz wiederum davon ab, ob das Stimmvolk bereit ist, diesen sehr substanziellen Finanzierungsbeitrag in ein privates Projekt einzuschiessen.
Mit dem Festhalten des Stadion-Standortes auf dem Hardturm-Areal werden in Bezug auf Städtebau und Stadtenwicklung sehr schwierige Rahmenbedingungen gesetzt. Einerseits kommt es zu einer problematischen Vermischung von Sport- und Quaritiernutzungen (man denke nur an die Aufmarschrouten durch bewohntes Gebiet). Anderseits wird wertvoller Siedlungsraum einer Nutzung geopfert, die auch peripher stattfinden könnte. Die von Halter vorgeschlagene Befreiung des Areals vom „Stadionzwang“ hätte der Stadt Zürich in dieser Hinsicht grosse Chancen geboten, die nun leichtfertig vertan werden.
Es ist offensichtlich, dass das Projekt der Zürcher Fussballklubs und der Halter AG aus Sicht des Stadtrats nicht erwünscht ist. Deshalb zieht sich die Halter AG aus dem Projekt zurück.Im Sinne der Transparenz und der notwendigen politischen Diskussion hat sie sich jedoch entschieden, alle relevanten Dokumente und Projektunterlagen, die weit über erste Projektskizzen hinausgehen und fundierte Aussagen zu Städtebau, Kosten und Wirtschaftlichkeit enthalten, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen (Link).