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Religiöser Maskentanz "Tsam"
Der alte religiöse Maskentanz "Tsam" stellt ein bedeutendes religiöses Ritual dar, das die buddhistische Lehre durch richtige apostolische Bilder und Inhalte widerspiegelt. Der Maskentanz "Tsam" gehört zur als "Doigar" bezeichneten Kunstform, welche die unabhängige Vorstellung als eine der 10 Weisheiten entsprechend der alten indischen Philisophie darstellt. Es handelt sich dabei um eine Kunstform des Theaters, die von geübten Tänzern vorgeführt wird, die das äussere Erscheinungsbild und die Eigenschaften der verschiedenen Aposteln und Dämonen, Tiere oder echten Personen tragen. Für diese Zeremonie sind vorzüglich verzierte Kostüme erforderlich. Die Tanzzeremonie "Tsam" wurde erstmals im 8. Jahrhundert in der Mongolei eingeführt, als der berühmte indische Heilige Lovon Badamjunai in die Mongolei eingeladen wurde, um den Bau des ersten tibetischen Tempels Samya zu weihen. Von diesem Zeitpunkt an wurde das "Tsam", der zeremonielle Tanz nach der traditionellen Lehre von Nyambdeyann, aufgeführt. Vom 16. Jahrhundert an wurde Tsam im Daschlhumb Tempel, in Uigien Namjra und anderen Orten aufgeführt.
Im Ritual des mongolischen Tsams verbanden sich tantrische und viel ältere schamanistische Tanztraditionen in einer harmonischen Art und Weise. Der mongolische Schamanismus könnte seine grosse Vitalität und seine Dynamik auf die Tatsache zurückführen, dass er bereits alle Arten von tantrischen Elementen absorbiert hatte, als der Buddhismus erstmals in der Mongolei Einzug hielt. Der schamanistische Einfluss stellt somit, wie er sich im Tsam selbst zeigt, ein vielschichtiges Phänomen dar, dessen einzelne Schichten nicht klar und deutlich voneinander unterschieden werden.
Sein Tanz ist eine "aktive Meditation", wodurch ein heiliger Platz mit einer bestimmten Stimmung oder Schwingung erzeugt wird, und es ist auch ein aktives Gebet mit einem ganz bestimmten Ziel. Tsam kann auch als eine "schamanische" Art von Exorzismus oder Reinigung eines bestimmten Ortes oder einer bestimmten Zeit angesehen werden oder noch besser, als buddhistischer Segen ("Mysterienspiele", die eine grundlegende buddhistische Lehre zu den Themen Philosophie, Meditation und Ethik weitergeben) oder ein energiesierendes Ereignis, das darauf abzielt, den Geist der Zuschauer zu erheben und zu verbessern. Tsam-Tänzer scheinen die göttlichen Wesen zu verkörpern oder zu "kanalisieren" der von ihnen erzeugte Raum ist jener einer göttlichen Anwesenheit in ihrem eigenen transzendenten Palast oder ihren Gründen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde erstmals eine "Tsam"-Zeremonie, die die Geschichte von Milbogd's Geser widerspiegelt, aufgeführt, und im Jahr 1811 zeigte das "Jahar Tsam" oder "Tsam des Erleg Nomun Khan" die Zähmung der aggressiven Erlegs durch den Apostel Yamandag, der ihre metallernen Zitadellen (im Kloster von Bogdo Gegen "Living Buddha") zerstörte. Im "Khuree Tsam" oder im "Tsam des Erleg Nomou Khan" wurden insgesamt 108 Maskenkostüme von 21 Aposteln, darunter Congor, Namsrai, Combo, Otschirvani, Jamsran, Lkham, Damdintshoijoo, getragen. Dieses Tsam wurde als grosse religiöse Zeremonie am 9. Tage des letzten Sommermonats jedes Jahres aufgeführt.
Szenerie, Eröffnung, Darstellung, musikalischer Höhepunkt und Ausgang des Tsam-Tanzes spiegelt den Charakter der Teilnehmer auf verschiedene Weisen wider: grausam, ruhig oder lustig. Dabei treten zahlreiche Personen aus einer Vielzahl von beliebten Geschichten wie auch verschiedene Tiere mit ihren positiven und negativen Eigenschaften auf. Zusätzlich dazu gab es in mehr als 500 Klöstern der 700 mongolischen Klöster eigene lokale Abwandlungen der Zeremonie. Um die positiven und negativen Einflüsse darzustellen, waren in diesen Spielen Tiere wie Khangard / Garuda (der Herr der Fliegen), dem Löwen Sendom (König der wilden Tiere, Hirsch) die Schönheit unter den Tieren, Krähe - der Wahrsager und verschiedene Arten von Haustieren beteiligt. Weiters wurden die Farbe und die Verzierungen der Kostüme und andere Mittel während dieser Zeremonie als Hinweise auf die Persönlichkeit der dargestellten Charaktere verwendet.
Es gab zwei Arten von Tsam-Tänzern. Die erste Art, "Mil Bogdo", starb aus, aber das Tsam mit den Maskenkostümen blieb erhalten. Diese Tsam-Art wird als "Geser" oder "Jahar Tsam" oder "Erleg Nomun Khan Tsam" bezeichnet. Das "Geser Tsam" ist für seine ausgesprochen reichen Dekorationen berühmt, bekannt in dieser Hinsicht in allen Klöstern, so etwa dem Dalai Choinhor und Lord Sansraidorj. Das "Tsam des Erleg Nomun Khan" oder "Jahar Tsam" war in der Mongolei am berühmtesten. Die Person, die den ersten Tsam-Tanz nach der Etablierung des Erdene-Zuu Klosters choreographisch umsetzte, war ein mongolischer Mönch. Die Volkskunst und einheimische Wünsche spielen bei der Produktion des einmaligen religiösen Tanzens "Tsam" eine wichtige Rolle
Lied und Tanz, Musik, die dekorativen Künste und andere Arten der Volkskunst bilden einen Bestandteil der Tsam-Zeremonie. Ungeachtet der Tatsache, dass der mongolische Tsam-Tanz auf der indischen Volkskunst basierte und sich in Tibet immer grösserer Beliebtheit erfreute, wurde er in der Mongolei in höchstem Grade weiterentwickelt. Aus diesem Grund werden der mongolisch-tibetanische Tsam-Tanz, das "Geser und Nomun Khan Tsam" und "Mil Bogdo's Sprech-Tsam" ihre Stellung in der Geschichte der Welt des Theaters und der Künste beibehalten.