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Der kompromisslose Typograf
Erstmals liegt ein Band vor, der Person und Werk von Max Burchartz umfassend und reich bebildert darstellt. Autorinnen und Autoren bringen uns den Maler und den ersten radikalen, kompromisslosen Vertreter der Neuen Typografie, viel zitiert von Jan Tschichold, nahe.
1924 gründet der 37-jährige Burchartz mit Johannes Canis in Bochum die Reklameagentur «werbe-bau». Hier setzt er Massstäbe für eine konsequente Sachlichkeit in der Werbung mit seiner Typografie, den oft freigestellten Bildern, Fotomontagen und mit Weissräumen. Seine Leitsätze: «Die gute Reklame ist sachlich, ist klar und knapp, sie verwendet moderne Mittel, hat Schlagkraft in der Form, ist billig.» Einer seiner Mitarbeiter, Anton Stankowski, mischt später in Zürich in diesem Sinne die Reklame auf. Burchartz wird zum Professor für Typografie an die Folkwangschule in Essen berufen und übernimmt auch die Leitung der Fotoklasse. In der Nazi-Zeit als Professor entlassen, als Künstler «entarteter Kunst» verfehmt, gestaltet er für seinen Gelderwerb Propagandawerke zu Wehrmacht, Soldatentum, Raum und Volk im Weltkrieg. Nach dem Kriege wird er erneut an die Folkwangschule berufen, leitet die Grundlagenkurse und veröffentlicht Werke zur Kunsterziehung und Gestaltungslehre.
Max Burchartz: Gerda Bauer. Jovis Verlag, Berlin 2010, CHF 70.50