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Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist ein gefürchteter Schädling von Bienenvölkern. Seine adulten Käfer und Larven fressen Honig, Pollen und bevorzugt Bienenbrut. Europa galt bislang als frei vom Kleinen Beutenkäfer. Meldungen vom September 2014 über Funde von Aethina tumida in Süditalien sind alarmierend und verlangen auch von Schweizer Imkerinnen und Imkern erhöhte Aufmerksamkeit und die regelmässige Kontrolle der eigenen Bienenvölker.
Unveränderte Situation des Kleinen Beutenkäfers in Kalabrien, Italien.Die Gefahr, dass die Tierseuche/-krankheit in der Schweiz auftreten kann, ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt. Es werden situativ Massnahmen zum Schutz der Schweizer Tierbestände getroffen.
Die italienischen Behörden meldeten am 12. September 2014 den Fund des Kleinen Beutenkäfers in Kalabrien, Süditalien. Gefunden wurde er in einer Falle, welche zu Überwachungszwecken in der Umgebung des Hafens von Gioia Tauro aufgestellt war. Insgesamt wurden 60 befallene Bienenstände in Kalabrien und ein Stand in Sizilien entdeckt. Es war auch ein Naturschwarm betroffen. Dabei wurde Aethina tumida in verschiedenen Entwicklungsstadien gefunden (adulte Käfer / Larven / Puppen). Die italienischen Behörden haben alle befallenen Bienenstände fachgerecht saniert. Im Rahmen der anschliessenden Überwachung wurden in Italien 2015 insgesamt 29 weitere Fälle von einem Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer festgestellt. Die Fälle ereigneten sich von Mitte September bis Anfang Dezember 2015 alle in der bereits im Vorjahr betroffenen Schutzzone in Kalabrien. Auch in diesen Fällen haben die italienischen Behörden mit den gleichen Massnahmen reagiert. Eine Ausbreitung des Beutenkäfers konnte damit bislang erfolgreich verhindert werden. Seit vergangenem Dezember sind keine weiteren Fälle eines Befalls mit dem Kleinen Beutenkäfer mehr gemeldet worden. Trotzdem besteht weiterhin das Risiko, dass sich der Kleine Beutenkäfer in Richtung Norden ausbreitet.
Der grösste Risikofaktor für eine Einschleppung des Kleinen Beutenkäfers in die Schweiz stellen Importe von Bienen, Hummeln, Imkereinebenprodukten sowie gebrauchtem Imkereimaterial dar. Eine Einschleppung über diesen Weg kann je nach Importtätigkeit jederzeit überall in der Schweiz geschehen. Bei allen Importen ist daher äusserste Vorsicht geboten und die geltenden Importbestimmungen sind strikt einzuhalten. Der Import von Bienen und Hummeln, gebrauchtem Imkerei-Material, unverarbeitete Imkerei-Nebenprodukte und für den menschlichen Verzehr bestimmter Wabenhonig aus ganz Kalabrien und Sizilien in die Schweiz ist verboten (vgl. Verordnung des BLV über Massnahmen zur Verhinderung der Einschleppung des Kleinen Beutenkäfers aus Italien). Zudem müssen alle importierten Bienenvölker auf einen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer kontrolliert werden (vgl. Technische Weisungen zur amtlichen Überwachung auf einen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer beim Import von Bienenvölkern).
Der Bundesrat will verhindern, dass sich der Kleine Beutenkäfer in der Schweiz verbreitet und Honig, Pollen und Bienenbrut gefährdet. Mit einer Änderung der Tierseuchenverordnung wurden Bekämpfungsmassnahmen im Seuchenfall festgelegt. Die Massnahmen sind am 1. April 2015 in Kraft getreten.
Der Veterinärdienst Schweiz hat seit dem Auftreten des Kleinen Beutenkäfers im Süden Italiens ein umfassendes Massnahmenpaket gegen die mögliche Einschleppung in die Schweiz erarbeitet. Neben der Früherkennung sowie Bekämpfungsmassnahmen im Seuchenfall, wurden auch Schutzmassnahmen bei der Einfuhr ergriffen:
Betrifft Honigbienen und Hummeln
Der Kleine Beutenkäfer ist ein Schädling von Honigbienen und Hummeln. Für den Menschen ist er nicht gefährlich.
Anzeichen eines Schädlingsbefalls
Vor allem die Larven des Schädlings verursachen Schäden. Sie und der ausgewachsene Käfer fressen Bienenbrut, Honig und Pollen. Es kommt zu Verunreinigungen durch Schädlingskot, und der Honig beginnt zu gären (er riecht faulig). Die Bienenwaben werden fortschreitend zerstört und brechen letztlich zusammen. Das Bienenvolk wird dabei geschwächt, entweder vom Schädling vernichtet oder es verlässt den Bienenstock. Ein Schädlingsbefall kann sich aber auch so entwickeln, dass er vom Imker nicht bemerkt wird. Der Kleine Beutenkäfer greift auch das gelagerte Imkereimaterial an.
Verbreitung
Zur Schädlingsverbreitung kommt es durch das Ausschwärmen der ausgewachsenen Käfer. Die erwachsenen Käfer legen die Eier paketweise in die Ritzen des Kastens und unter die Wabendeckel. Sie entwickeln sich dort zu Larven und verpuppen sich anschliessend im Boden. Nach ihrem Schlüpfen suchen sich die ausgewachsenen Käfer im Umkreis von mehreren Kilometern neue Bienenvölker zur weiteren Vermehrung.
Wo? In Teilen Afrikas, Nordamerikas und Australiens; seit September 2014 in Süditalien; die Schweiz ist frei
Der Schädling stammt aus dem Afrika südlich der Sahara, wo er allerdings nur geringe Schäden verursacht. Er ist nach Nordamerika, Australien und Ägypten verschleppt worden. Ein Ausbruch in Portugal konnte schnell eingedämmt und der Schädling wieder ausgerottet werden. Die Situation in Italien ist nicht abschliessend erfasst. In der Schweiz ist er bisher nicht vorgekommen.
Schädling: Insekt
Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist ein dunkelbrauner, 5 Millimeter langer und 3 Millimeter breiter Käfer. Seine weisslichen, madenähnlichen Larven werden bis 12 Millimeter lang. Ausgewachsene Käfer lassen sich bei der Öffnung der Stöcke auf den Bienenständen häufig dabei beobachten, wie sie vor dem Tageslicht fliehen.
Was tun?
Halten Sie die allgemeinen vorbeugenden Massnahmen gegen Tierseuchen ein. Achten Sie bei jeder Völkerkontrolle auf das Brutbild und auf das Vorhandensein von Käfern beim Öffnen der Stöcke.
Der Befall durch den Kleinen Beutenkäfer ist eine zu bekämpfende und somit meldepflichtige Tierseuche.
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