Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03363.jsonl.gz/1248

Indikatoren: Februar 2020
Diese Indikatoren fassen die wichtigsten Resultate der KOF-Konjunkturumfrage in der Industrie und im Detailhandel zusammen. Sie bieten auch eine Übersicht über die konjunkturellen Tendenzen im Aussenhandel, Arbeitsmarkt, Bauwesen und Konsum.
Leichter Aufschwung der Weltwirtschaft
Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds wird das globale Wachstum im Jahr 2020 voraussichtlich 3,3 % erreichen und damit höher sein als 2019 (2,9 %). 2021 dürfte dieser Trend mit 3,4 % fortfahren. Trotz Besserung der Aussichten sind diese Zahlen im Vergleich zu den letzten Prognosen nach unten korrigiert worden (-0,1 und -0,2 Punkte für 2020 und 2021). Dies ist zum Teil auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in gewissen Schwellenländern (insbesondere in Indien) und auf soziale Spannungen (insbesondere in Hongkong) zurückzuführen. Dank einer entgegenkommenden Geldpolitik und einer Entspannung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China zeigen das Verarbeitungsgewerbe und der globale Handel Anzeichen einer Erholung. Zu den Risiken zählen gegenwärtig die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, der Ausbruch des Coronavirus, der zurzeit China lahmlegt, und gewisse Naturkatastrophen (Buschfeuer in Australien oder Hurrikane in der Karibik).
Gemischte Prognosen für die Schweiz
Nach Ansicht der Expertengruppe des Bundes dürfte die wirtschaftliche Dynamik im Jahr 2020 ähnlich wie im Jahr 2019 verlaufen. Auch wenn das BIP im Jahr 2020 voraussichtlich um 1,7% wachsen soll, d.h. mehr als im Jahr 2019 (0,9%), so ist dies hauptsächlich auf große Sportveranstaltungen zurückzuführen, die nur geringe konjunkturelle Auswirkungen haben. Das internationale Umfeld gibt sich eher ungünstig, insbesondere in Deutschland, einem der wichtigsten Handelspartner der Schweiz. Die wichtigsten KOF-Indikatoren zeugen von einem Produktionsrückgang in der gesamten Industrie, der auf einen geringeren Bestellungseingang und geringere Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Das Wirtschaftsbarometer hingegen befindet sich seit Dezember im Aufwärtstrend und ist auf seinen langfristigen Durchschnitt geklettert. Die Expertengruppe macht sich ausserdem gewisse Sorgen in Bezug auf den Bausektor. Obwohl sich die Nachfrage derzeit nicht wesentlich abzuschwächen scheint, erwartet sie angesichts der steigenden Zahl leerstehender Wohnungen und des bescheidenen Bevölkerungswachstums eine Verlangsamung. Der Arbeitsmarkt dürfte sich gut entwickeln, denn die Expertengruppe rechnet mit einer Arbeitslosenquote von 2,4% im Jahr 2020. Die Binnennachfrage dürfte stark bleiben. Diese Ergebnisse wurden vor Ausbruch der Coronavirus-Epidemie und vor dem starken Anstieg des Schweizer Frankens erstellt. Ein klareres Bild der Auswirkungen der Epidemie auf die Weltwirtschaft wird sich erst bei den nächsten Prognosen abzeichnen.
Die Lage hat sich in Freiburg verdüstert, aber sie könnte sich aufhellen
Zu Beginn dieses Jahres scheinen die Unternehmer die Zukunftsaussichten optimistischer einzuschätzen. Gemäss den Antworten auf die KOF-Konjunkturumfrage vom Januar bleibt der Indikator der Geschäftslage in der Industrie insgesamt unter dem Landesdurchschnitt und verzeichnet einen Abwärtstrend. Dasselbe gilt für den Indikator zum künftigen Bestellungseingang, den Exportindikator und auch für den Indikator für die Ertragslage. Dagegen sind die Indikatoren für die Auslastung der technischen Produktionskapazitäten und die künftige Beschäftigungslage deutlich im Aufschwung. Ausserdem sind die Aussichtsindikatoren im Allgemeinen besser als die Lageindikatoren, was auf eine Trendwende und eine Annäherung an den nationalen Trend hoffen lässt. Abgesehen von den qualitativen Indikatoren der KOF-Umfrage sind auch die wenigen auf kantonaler Ebene verfügbaren monatlichen statistischen Indikatoren rückläufig. Die Arbeitslosenquote liegt nach wie vor leicht über dem Landesdurchschnitt, der Wert der bewilligten Bauten sinkt, die Zahl der neuzugelassenen Fahrzeuge ebenfalls.
Internationaler Währungsfonds (IWF), SNB, Bundesamt für Statistik, Eidgenössische Zollverwaltung, Seco, Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Institut Créa d'économie appliquée de la Faculté HEC de l’Université de Lausanne, Amt für den Arbeitsmarkt des Kantons Freiburg, Amt für Statistik des Kantons Freiburg