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<h2>SubmittedText<h2><p>In der Schweiz wird derzeit gegenüber den Empfehlungen der WHO viel zu viel Zucker konsumiert und dies, obwohl erwiesen ist, dass der Zuckerkonsum der Gesundheit schaden kann. Trotz einiger freiwilliger Massnahmen der Industrie zur Verringerung des Zuckeranteils in Produkten und der freiwilligen Einführung des Nutriscores durch einige Hersteller und Grossverteiler liegt die Schweiz mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 5  kg auf Platz 5 der Weltrangliste zum Zuckerkonsum, weit vor den USA.</p><p>Die breite Öffentlichkeit unterschätzt die Auswirkungen des Zuckerkonsums. Zwar wissen die meisten Leute, dass Zucker Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Karies fördert. Weniger bekannt ist hingegen, dass Zucker auch die Blutgefässe schädigt und damit unabhängig von einer Gewichtszunahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Zu oft werden Zucker und Süssigkeiten als fester Bestandteil unserer Ernährung und der Ernährung von Kindern betrachtet. Um Veränderungen anzustossen und die Gesundheits- und Ernährungskompetenz zu erhöhen, ist eine differenzierte Information der Konsumentinnen und Konsumenten eine Grundvoraussetzung.</p><p>Die Eidgenössische Kommission für Konsumentenfragen (EKK) vertritt die Ansicht, die Bevölkerung müsse in erster Linie durch Information und Aufklärung zu einem gesünderen Ernährungsverhalten bewegt werden. Besonders im Fokus stehen sollten einerseits Kinder und Jugendliche, die eine zu schützende Gruppe darstellen, und andererseits die zuckerhaltigen Getränke, die einen grossen Teil des Zuckerkonsums ausmachen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Antwort auf die folgenden Fragen:</p><p>1. Was gedenkt der Bundesrat zusätzlich zu den bereits bestehenden Initiativen zu tun, um die Bevölkerung auf verständliche Weise über die gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker zu informieren?</p><p>2. Es ist erwiesen, dass ein Grossteil der zuckerhaltigen Getränke von jungen Menschen konsumiert wird. Wie gedenkt der Bundesrat, Kinder und Jugendliche zu sensibilisieren, damit sie ihren Konsum von zuckerhaltigen Getränken einschränken?</p><p>3. Wie misst der Bundesrat den Erfolg der gewählten Strategie zur Verringerung des Zuckerkonsums der Bevölkerung, also von Information und Aufklärung in Ergänzung zu den freiwilligen Massnahmen der Industrie?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat ist sich der Problematik des übermässigen Zuckerkonsums und dessen gesundheitlicher Folgen bewusst. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) misst daher diesem Thema bei der Umsetzung der Schweizer Ernährungsstrategie 2017 - 2024 eine besondere Bedeutung zu, wie dies die Kantone bei der Umsetzung der kantonalen Aktionsprogramme ebenfalls tun. Für die Information und Sensibilisierung stehen die Schweizer Lebensmittelpyramide mit den entsprechenden Botschaften, die App MySwissFoodPyramid sowie Nutri-Score für Jugendliche und Erwachsene zur Verfügung. Gleichzeitig nutzt das BLV im Rahmen der Erklärung von Mailand zur Zuckerreduktion in verschiedenen Lebensmittelgruppen (Joghurts, Frühstückscerealien, Quark, Milchprodukte, Erfrischungsgetränke) die Gelegenheit, die Bevölkerung regelmässig über den zu hohen Zuckerkonsum und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit zu informieren.</p><p>2. Das BLV hat die Erarbeitung von Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche von 4 bis 17 Jahren begonnen. Die in Zusammenarbeit mit den Fachpersonen aus den NGOs und den Kantonen entwickelten Ernährungsempfehlungen werden im Laufe des Jahres 2025 veröffentlicht. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk dem Zuckerkonsum.</p><p>3. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Konsum von Zucker auf maximal 10 Prozent der Energiezufuhr einzuschränken. Bei einer Zufuhr von 2000 kcal pro Tag bedeutet dies 50 g Zucker. Wie viel Zucker in der Schweiz konsumiert wird, ist nicht genau bekannt. Abgeleitet von Zahlen von Agristat, dem statistischen Dienst des Schweizer Bauernverbandes, schätzt das BLV den Konsum gegenwärtig auf ungefähr 100 g pro Person und Tag. Es ist vorgesehen, den Zuckerkonsum auch weiterhin via Agristat abzuleiten, um Aussagen über den Trend (steigend oder sinkend) beim Zuckerkonsum machen zu können.</p>  Antwort des Bundesrates.