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«Tropes of Submerged Breathing»
Multimedia Installation, 2021
Die Installation stellt mit den Aktivitäten, des Schneidens, Nähens und an Körper anlegen, die auf Screens von unter Wasser liegenden Handys zu sehen sind, Organe für eine aquatische Zukunft her. Wie wäre es, sich selbst als Bewohner*in der vielen Orte der Welt vorzustellen, die aufgrund des durch die globale Erwärmung steigenden Meeresspiegels unter Wasser stehen werden?
In der heutigen menschlichen Inkarnation können wir die Unterwasserwelt, die Teil unserer eigenen evolutionären Geschichte ist, nur für kurze Zeit besuchen. Diese Unzulänglichkeit ist Ausgangspunkt einer Konversation zwischen den beiden Künstler*innen, die man über Kopfhörer hören kann. Die darin berührten Themen wie Race, Klasse, Gender und Identität materialisieren sich wiederum in der Tätigkeit des Nähens.
Zu Kiemen, dem Atemorgan von Fischen, zugeschnittene Palmblätter werden zu einem dreidimensionalen Objekt genäht. Damit eröffnen die Künstlerinnen einen Referenzraum zum Golf von Bengalen, der sich über weite Teile von Bangladesch und Indien erstreckt. Laut Klimaprognosen wird dieser bis zum Jahr 2050 ganz überflutet werden und bereits heute sind tausende Menschen zur Migration gezwungen. Viele suchen in Dhaka, der Hauptstadt der Textilindustrie einen Lebensunterhalt unter prekärsten und, dies die provokative Behauptung der Künstlerinnen, zugleich mehr-als-menschlichen Bedingungen: Hätten die Menschen im Golf von Bengalen das Wissen und die Mittel Kiemen selbst anzufertigen, müssten sie bei einer Überflutung ihr Land und das Land ihrer Vorfahren nicht verlassen. Der Akt des Kiemennähens ficht damit die Unterminierung der Handlungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der von der Klimakatastrophe am meisten gefährdeten Menschen an, Menschen die sich vom Ökosystems in dem sie Leben, nicht trennen lassen.