Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03175.jsonl.gz/1131

Im vergangenen Jahr wurden auf Stadtgebiet insgesamt 170 Testkäufe zur Einhaltung der Jugendschutzgesetze durchgeführt. In 52 Fällen wurden alkoholische Getränke oder Tabakprodukte verkauft, obwohl die jugendlichen Testkäufer*innen das erforderliche Alter noch nicht erreicht hatten. Dies entspricht einer Verkaufsquote von knapp 31 %, was eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr (knapp 50 %) darstellt. Erfreulich sind die besseren Resultate bei Bier und Tabak. Bei den 77 Bier-Testkäufen wurde in 23 % der Fälle illegal verkauft, bei den 55 Tabak-Testkäufen waren es 16 %. Besorgniserregend ist nach wie vor, wie oft «harter» Alkohol an 16- oder 17-Jährige verkauft wurde (66 %).
Unangekündigte Testkäufe seit 2005
Testkäufe werden seit 2005 als Kooperation der Suchtpräventionsstelle, dem Blauen Kreuz und der Stadtpolizei Zürich durchgeführt. Dabei versuchen die Jugendlichen unter 16 Jahren Bier oder Tabak, beziehungsweise solche unter 18 Jahren Spirituosen zu erwerben. Die Jugendlichen sind verpflichtet, Fragen nach ihrem Alter wahrheitsgemäss zu beantworten und auf Verlangen ihren Ausweis vorzuweisen. Verkäufer*innen, welche den Jugendlichen Alkohol oder Tabak verkaufen, werden unmittelbar nach dem Testkauf durch die Polizei auf die Verfehlung aufmerksam gemacht, befragt und die Rapporterstattung an das Stadtrichteramt eröffnet. Gegen die verantwortlichen Patent-Inhabenden werden verwaltungsrechtliche Massnahmen eingeleitet, welche von einer Verwarnung bis zu einem befristeten Verkaufsverbot oder gar zum Patententzug reichen können.
Die städtischen Behörden setzen neben Kontrollen und Strafen weiterhin auch auf die Sensibilisierung des Verkaufspersonals durch die patentinhabenden Personen und unterstützen diese mit verschiedenen Schulungsmöglichkeiten und Hilfsmitteln zur Altersbestimmung.
Unangekündigte Testkäufe werden auch 2023 wieder durchgeführt.