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Frage: Während öffentlich über die angeblich unkorrekte Information des Bundesrats im Vorfeld der Volksabstimmung der Unternehmenssteuerreform II (Kapitaleinlageprinzip) debattiert wird, spricht niemand über den Handlungsbedarf der Unternehmer. Können Sie aufzeigen, welche Massnahmen im Zusammenhang mit den Veränderungen des Kapitaleinlageprinzips zu ergreifen sind? P. W. aus F.
Antwort: Handlungsbedarf besteht grundsätzlich für alle Kapitalgesellschaften (AG, GmbH) und Genossenschaften, welche
- in der Zeit zwischen dem 1. Januar 1997 und dem 31. Dezember 2011 direkte und offene Kapitaleinlagen erhalten haben und
- diese Kapitaleinlagen bisher nicht mit Verlustvorträgen verrechnet haben.
Unter Kapitaleinlagen sind Zuschüsse in Form von Bareinzahlungen oder Sacheinlagen zu verstehen, welche direkt durch die Beteiligten oder im Rahmen von Umstrukturierungen erfolgt sind. Umstrukturierungen umfassen beispielsweise die Umwandlung einer Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft, Fusionen, Ab- und Aufspaltungen sowie die Ausgliederungen von Vermögenswerten.
Wenn Sie zum Schluss gelangen, dass Ihre Gesellschaft über keine Kapitalreserven verfügt, ist die Angelegenheit für Sie erledigt. Verfügt die Gesellschaft hingegen über Kapitalreserven, ist Folgendes vorzunehmen:
- Kapitaleinlagen zwischen dem 1. Januar 1997 und dem 31. Dezember 2011 sind in den Reserven der steuerlich massgebenden Bilanz auf einem gesonderten Konto als solche auszuweisen.
- Bis spätestens 30 Tage nach der Genehmigung der Jahresrechnung 2011 (bei der AG durch die Generalversammlung) ist diese Jahresrechnung mit der Meldung der Kapitalreserven (Formular 170) einzureichen.
- Auf einer von der Steuerverwaltung vorgegebenen Excel-Tabelle sind die Kapitalveränderungen der letzten 15 Jahre festzuhalten und mit jeweiligen Jahresrechnungen, Verbuchungsnachweisen und allenfalls weiteren Unterlagen nachzuweisen.
Für Unternehmen mit gebrochenen Geschäftsjahren ist für den Fristenlauf diejenige Jahresrechnung massgebend, welche im Kalenderjahr 2011 abgeschlossen wurde. Die Meldefrist, welche 30 Tage nach Genehmigung der Jahresrechnung abläuft, könnte somit für diese Gesellschaften bereits abgelaufen sein. Entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr, sollten diese Fragen sofort geklärt werden. Gegebenenfalls sind die oben beschriebenen Meldungen einzureichen.
Tools für das Prinzip der Kapitaleinlage:
- Pfad: Verrechungssteuer, Dienstleistungen
- dann hinunterscrollen bis 170 - Kapitaleinlagen
- in Anhängen und Beilagen desselben Blocks sind das Kreisschreiben, die Excel-Tabelle und ein Beispiel zu finden.
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