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Gemeiner Anemonenbecherling
Dumontinia tuberosa (Bull. : Fr.) L.M. Kohn
Anemonenbecherling Foto: Jürg Rothenbühler
Der Gemeine Anemonenbecherling (Dumontinia tuberosa) ist eine Pilzart aus der Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten und lebt parasitisch auf verschiedenen Arten von Windröschen.
Er bildet stets in der Nähe von Windröschen becherförmige Fruchtkörper. Sie sind mittel- bis dunkel rotbraun und 0,8–2(–3) cm breit. Die Konsistenz ist brüchig, ihr 4–10 cm langer Stiel ist zäh-elastisch, im unteren Teil oft dunkel behaart und oft mit Erdklümpchen und entspringt einem knollenförmigen Sklerotium. Letzteres ist schwarz berindet und innen weiß, wird 15–40 mm lang, 5–25 mm breit und befindet sich meist an den Rhizomen der Wirtspflanze.
Anemonenbecherling Foto: Jürg Rothenbühler
Der Gemeine Anemonenbecherling lebt parasitisch auf verschiedenen Arten von Windröschen, v. a. auf Buschwindröschen, aber auch auf dem Gelben Windröschen. Er bildet die Fruchtkörper im zeitigen Frühjahr meist kurz vor der Blüte seiner Wirtspflanze. Durch den derben lagernden Stiel und das bis zu 5 cm tief liegende Sklerotium ist der Pilz mit den von seinem parasitischen Myzel ausgezehrten und dadurch zu schwarzen schlauchförmigen Häuten verwandelten Erdkriechsprossen (Rhizomen) der befallenen Buschwindröschen verbunden. Gerhardt gibt ihn als nicht häufig an; Flück dagegen bezeichnet ihn als häufig. Er ist aus Mittel-, West- und Nordeuropa bekannt.
Anemonenbecherling Foto: Jürg Rothenbühler
Mikroskopische Merkmale:
Die zylindrisch-keuligen Schläuche (Asci) messen 120–170 × 8–11 μm. Die glatten Ascosporen sind hyalin, lang-elliptisch, meist mit zwei Öltropfen gefüllt und messen 12–17 × 5,5–7 μm. Der Pilz besitzt in der Fruchtschicht fadenförmige sterile Elemente (Paraphysen). Das wichtigste Abgrenzungsmerkmal zur nah verwandten Gattung der Sklerotienbecherlinge (Sclerotinia) ist der besondere Aufbau des Excipulums: Die äußere Schicht besteht aus zylindrischen Zellen („Textura prismatica“), die innere Schicht aus einem losen Hyphengeflecht, das in eine gelatinöse Matrix eingebettet ist.
Anemonenbecherling Foto: Jürg Rothenbühler
Textquelle: Wikipedia