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Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden Erdbeben durch Seismographen und später Seismometer aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen ermöglichen die Lokalisierung von Beben und die Bestimmung deren Magnituden – diese gelten in der Schweiz allerdings erst seit der Installation eines modernen Messnetzes in den 1970er-Jahren als verlässlich.
Um die Auswirkungen älterer Ereignisse nachzuweisen, ist die Forschung auf historische Berichte aus allen Jahrhunderten angewiesen. Diese wertet sie aus und skaliert sie mittels der europäischen makroseismischen Intensitätsskala (EMS-98), um anhand statistischer Verfahren die Erdbebenparameter abzuschätzen (Ort, Stärke, Tiefe). Alle gesichteten Berichte werden historisch-kritisch analysiert, um eine möglichst korrekte Interpretation bzw. Rekonstruktion zu erzielen. Mit diesem Verfahren gelang es, einige Erdbeben bis ins erste Jahrtausend zurückzuverfolgen, da etwa bereits frühmittelalterliche Jahrbücher Berichte über einzelne Ereignisse enthalten.
Für weiter zurückliegende Zeitperioden geben «natürliche Archive» wichtige Aufschlüsse. So etwa Seesedimente, die von Erschütterungen ausgelöste Rutschungen dokumentieren, abgebrochene Tropfsteine in Höhlen oder archäologische Befunde. Allerdings sind diese paläoseismologischen Methoden mit beträchtlichen Unsicherheiten behaftet.
Mit ECOS-02 und der überarbeiteten Version ECOS-09 wurde zum ersten Mal ein historisch qualifizierter Katalog der Schweizer Erdbeben zusammengestellt und online verfügbar gemacht. Er umfasst – überlieferungsbedingt in unterschiedlicher Vollständigkeit – den Zeitraum zwischen 250 n. Chr. bis Ende 2008.