Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03113.jsonl.gz/1388

Schweiz(?), 17. Jh.
HWD (rückseitig eingebrannt)
Birnbaumholz
Dm. 18 cm
Inv. 1894.475.
Als spielerische Personifikation der Torheit ist hier der Narr in seiner seit dem 15. Jahrhundert überlieferten Tracht dargestellt: Eselsohrenkappe mit Schellen und Schellenumhang über dem in Wirklichkeit grellbunten Rock. Sein Attribut ist der Prügel oder die Pritsche bzw. das Narrenszepter, die sogenannte "Marotte", die ihrerseits mit geschnitztem Narrenkopf bekrönt ist. Als "Marotten" werden heute eigenartige Verhaltensweisen bezeichnet. Krug, Glas und Brotlaib weisen auf die Unmässigkeit des Narren hin, dem jeder Gedanke an Askese und Fasten fernliegt. Die zerbrochene Brille und die Geste des "durch die Finger Sehens" weisen auf sein einfältiges Wesen, dem der "Durchblick" nicht gegeben ist. Mit dem Motiv des runden Models wird dem Zecher gleichsam der Spiegel vorgehalten: "Unser sind drei" - der Narr im Bild, dessen Ebenbild auf der Marotte und der Betrachter selbst.