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Michael Hirschbichler wurde 1983 in Graz, Österreich geboren. Er studierte Architektur an der ETH Zürich und Philosophie an der Humboldt Universität zu Berlin. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit
bildet die Auseinandersetzung mit existentiellen Aspekten des menschlichen Lebens innerhalb räumlicher und ideologischer Strukturen. Michael Hirschbichler erhielt zahlreiche Stipendien und
Auszeichnungen, u.a. der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Erich-Degen-Stiftung und der Sutor-Stiftung. Er war Finalist des Arte Laguna Preises 2012, der Swiss Art Awards 2012, des Lisbon
Triennale Début Awards 2013 und der Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2015. Er wurde mit dem Premio Combat 2015 sowie dem Rompreis 2015 der deutschen Akademie Villa Massimo
ausgezeichnet. Seine Werke werden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen international gezeigt und publiziert.
INSEL (LAMPEDUSA), Pigmentdruck
Seit Thomas Morus‘ Buch ‚Utopia‘ gerät die Beschäftigung mit Inseln zu einem Aufbruch in den vieldeutigen Bereich der Unschärfe zwischen Inseln, die existieren, und denjenigen, die imaginiert und
ersehnt werden und die sich gleich einer flirrenden Fata Morgana über kargen aus dem Meer aufragenden Felsen erheben. Insbesondere im Mittelmeer lassen sich heutzutage derartige Inseln finden,
die zwischen Symbol und Realität fluktuieren und die Sirenen gleich Verzweifelte in überfüllten Boten anlocken. In der Plankarte «INSEL (LAMPEDUSA")» (2015) verschwimmen die Grenzen zwischen dem
Faktischen und dem Fiktiven. In einer Extrapolation vorhandener Fluchtbewegungen überzieht die Struktur eines an das kenianische Dadaab erinnernden Flüchtlingslagers die gesamte Topographie
Lampedusas. Die Insel als Europa vorgelagertes gigantisches Flüchtlingslager, rational geplant und zwischen Humanität und Inhumanität situiert, verdichtet auf kritische Weise vorherrschende
soziale und politische Positionen.