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Patrizia Catucci / 29.03.2021
Asthma bei Kindern
Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Krankheiten bei schulpflichtigen Kindern. Die Gründe und wie Sie Ihr Kind unterstützen können entdecken Sie im Beitrag.
Zirka 10 Prozent aller Kinder und 5 Prozent aller Erwachsenen leiden an Asthma, auch «Asthma bronchiale» genannt. Schon wenige Monate alte Babys können daran erkranken, jedoch tritt Asthma am häufigsten zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr auf. Wird Asthma zu spät erkannt, kann dies in Lungenschäden oder auch Entwicklungsstörungen münden.
Man unterscheidet zwei Arten von Asthma:
- Allergisches Asthma
- Nicht allergisches Asthma
Kinder leiden am häufigsten an allergischem Asthma.
Allergisches Asthma
Dieses Form des Asthmas wird durch Allergien verursacht. Einige Patienten leiden an beiden Asthma-Arten gleichzeitig. Parallel zu einem allergischen Asthma leiden die Patienten oft an einer allergischen Rhinitis (Nasenentzündung) und/oder Konjunktivitis (Bindehautentzündung).
Die Ursachen von allergischem Asthma können sein:
- Tierhaare
- Pollen
- Hausstaubmilben
- Vogelfedern
- Hautschuppen von Tieren
- Schimmelpilze
- Lebensmittel
- Körperpflegemittel
- Medikamente
- Chemikalien
Das nicht-allergische Asthma
Kinder leiden weniger häufig an nicht-allergischem Asthma, hingegegen sind Erwachsene davon öfter betroffen. Nicht-allergisches Asthma wird durch Umweltreize und emotionale Faktoren ausgelöst:
- Atemwegsinfekte
- Körperliche Anstrengung
- Kalte Luft
- Rauchen
- Passivrauchen
- Starke Gerüche, z. B. Parfüm
- Starke Gefühle, z. B. Angst oder Traurigkeit
Symptome und was passiert genau bei einem Asthma-Anfall?
Beim Asthma-Anfall schwellen die Schleimhäute in den Atemwegen an. Die Muskeln um die Bronchien ziehen sich zusammen und verursachen «Krämpfe». Die Entzündung fördert die Bildung von Schleim, der sich in den Luftröhren absetzt. Dadurch fällt das Atmen schwerer und das Kind hustet. Eine hörbare, pfeifende Ausatmung und Atemnot sind ein klassisches Warnsignal für ein eventuell bestehendes Asthma. Auch ein tiefsitzender, trockener, auch nächtlicher Husten oder wenn Ihr Kind mit dem Tempo der anderen Kinder nicht mithält, kann auf Asthma hindeuten.
Weitere häufige Asthma-Symptome sind:
- Husten bei Anstrengung
- Wiederkehrende, andauernde Atemwegsinfekte
- Grosse Unruhe oder Angst
- Engegefühl in der Brust
- Keuchen
- Quälender Husten
- Gelblicher Schleim beim Abhusten
- Bei Sauerstoffmangel: Bläulich verfärbte Lippen und Fingernägel
- Je nach Jahreszeit und je nach Wetter wird das Asthma aktiv (die Pollen werden nicht alle während den gleichen Monaten produziert – bei Regen ist die Pollen Konzentration deutlich tiefer als während den trockenen Monaten)
Heilbar ist die Krankheit leider nicht. Jedoch lässt sich Asthma bronchiale bei Kindern heutzutage medikamentös behandeln. Die gute Nachricht: bei fast der Hälfte der betroffenen Kinder verschwinden die Symptome nach der Pubertät. Häufig bleibt aber eine Überempfindlichkeit bestehen.
Wir haben für Sie Tipps zusammengestellt die Ihrem Kind langfristig helfen können:
- Nicht vor dem Kind rauchen
- Fast-Food (fetthaltige Nahrungsmittel) und Übergewicht beim Kind vermeiden
- Auf eine gesunde Ernährung achten: Obst, Gemüse, Nüsse, Sprossen und Vollkornprodukte haben auch eine positive Wirkung auf die Lungenfunktion und das Immunsystem
- Omega-3-Fettsäuren in den Speiseplan integrieren: zum Beispiel einen Chia-Pudding, Sonnenblumenkerne, Leinsamen im Salat und hochwertige Seefische offerieren
- Probiotika-Kuren (aus der Drogerie/Apotheke) stärken das Immunsystem, die Darmflora sowie die Gesundheit der Schleimhäute
- Vitamin D: Viel Sonnenlicht «tanken» und allenfalls ein hochwertiges Vitamin-D-Präparat verwenden (Herbst, Winter und Frühling)
- Sport stärkt langfristig die Bronchien, kräftigt Lungen und Kreislauf. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind das Training langsam angeht
- Atemgymnastik und Atemübungen in die Behandlung einfliessen lassen (zum Beispiel kann Yoga mit Kindern die Atemtechnik ebenfalls verbessern)
- Regelmässiges Inhalieren beugt einem Anfall vor
- Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen, sind oft weniger anfällig für Asthma-Erkrankungen
- Ferien am Meer oder in den Bergen sind optimaler als Ferien in der Stadt
- Ein Asthma-Tagebuch führen, um den Auslöser des Anfalls zu dokumentieren
- Informieren Sie Lehrer/innen und Aufsichtspersonen ihres Kindes über das Asthma, damit diese sofort Massnahmen zur Erleichterung ergreifen können (Inhalieren, Beruhigen)
- Die Kleidung waschen, sobald das Kind mit Allergenen in Kontakt gekommen ist
- Fenster während des Pollenflugs schliessen
- Polstermöbel und Teppiche regelmässig reinigen
- Notfallmedikamente immer dabei haben, sich gut informieren (vom behandelnden Arzt und/oder vom Pädiater) und regelmässige Kontrollen beim Arzt einplanen
- Wenn der Kontakt mit einem Allergen nicht vermieden werden kann, Arzt hinzuziehen und absprechen
- Kontakte mit Allergenen, starkes Parfüme und Luftverschmutzung reduzieren
Ärztliche Kontrolle und Behandlung
Es ist wichtig, Asthma bronchiale von einem Arzt/einer Ärztin diagnostizieren zu lassen.
Ein nichtbehandeln von Asthma kann gravierende Auswirkungen auf das Wohlbefinden Ihres Kindes haben: die kleinen Lungenbläschen können überblähen und die Lunge dauerhaft Schaden nehmen.
Für kleine Patienten mit leichtem Asthma und selten auftretenden Symptomen reichen oft bronchienerweiternde Medikamente, die inhaliert werden. Bei schwereren Symptomen empfiehlt der Arzt oft zusätzlich, regelmässig zu inhalieren. Diese Behandlung bedarf einer ausführlichen Beratung und guten Betreuung durch den Kinderarzt.
Notfall:
Ein schwerer Asthma-Anfall ist ein medizinischer Notfall. Der/Die Betroffene muss schnellstens ärztlich behandelt werden.