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Helfen Sie Nutzern Passwörter zu kreieren, an die sie sich erinnern können
Erstellen Sie Designs, die jene Dinge berücksichtigen, die wir über das menschliche Gedächtnis wissen. Helfen Sie Menschen dabei, sich an Passwörter zu erinnern, indem Sie Ihnen Tipps und Hilfestellungen bieten.
by Kara Pernice (deutsche Übersetzung) - 14.06.2015
Stellen Sie sich vor, dass Sie zwei Wochen lang auf Urlaub waren. Nach Ihrer Rückkehr stecken Sie voller Energie und Ideen, die Sie in Ihrer Projekt-Datenbank mitteilen möchten. Sie schalten Ihren Computer ein und werden aufgefordert, Ihr Passwort einzugeben. Sie können sich nicht mehr daran erinnern und die Post-it Notiz, die Sie früher auf Ihrem Monitor kleben hatten, ist verschwunden. Sie beginnen das altbekannte Spiel und wechseln die Reihenfolge der Namen Ihrer Kinder und ihre Geburtsdaten ab, bis Ihr Konto gesperrt wird und Sie Ihr Passwort zurücksetzen müssen. Während Sie versuchen, die Passwort-Sicherheitsfragen zu beantworten, sind Sie überrascht, dass Ihr Lieblingsfilm nicht mehr "Das Schweigen der Lämmer ist". Ausserdem wissen Sie nicht mehr, ob die Antwort auf "Ihr erstes Auto" der geliehene Gremlin, den Sie als erstes Auto fuhren, der gebrauchte Nova, den Sie als erstes Auto besassen, oder der neue Toyota Camry, den Sie als erstes Auto kauften, ist. Sie machen weiter und beeilen sich, um so schnell wie möglich ein neues Passwort zu erstellen. Danach öffnen Sie sofort die Projektdatenbank, nur um zu realisieren, dass Sie die Hälfte Ihrer Ideen vergessen haben. Ihre erste Woche nach dem Urlaub beginnt mit einer negativen Grundstimmung - und das nur, weil Sie Ihr Passwort vergessen haben.
Viele Menschen, die mit derartigen Problemen oder noch schlimmeren Szenarien konfrontiert werden, stufen das Passwort als neugierigen Bodyguard ein: lästig, aber dennoch ein angesehener Beschützer. Wir können zwei wichtigen Hindernissen, die mit dem Nutzererlebnis in Verbindung stehen, die Schuld daran geben: Passwörter sind schwierig (1) zu kreieren und zu (2) zu behalten.
Im Laufe der Jahre verbesserte sich die Usability des Erstellens von Passwörtern, welche strengen Anforderungen genügen müssen, allerdings, da die folgenden Innovationen eingeführt wurden:
- Informieren Sie Personen über die Passwortanforderungen, bevor diese das Passwort erstellen.
- Erinnern Sie Personen während der Passworterstellung an diese Regeln. Komplexe Vorgaben belasten das Kurzzeitgedächtnis der Menschen. Anders ausgedrückt, ist es schwierig, sich an die Vorgaben zu erinnern. Indem Sie die Passwortregeln immer anzeigen, können Sie verhindern, dass Nutzer diese Regeln in ihrem Arbeitsgedächtnis speichern müssen (engl.), um ein Passwort zu erstellen, das vom System akzeptiert wird.
- Zeigen Sie Feedback in Echtzeit (z.B. einen Stärkemesser) an, während Nutzer ihre Passwörter auswählen. Diese Art des informativen Feedbacks sorgt dafür, dass Nutzer wissen, ob das teilweise erstellte Passwort mit den Regeln übereinstimmt. Viele Designs bewerten die Sicherheit des Passworts - von schwach bis stark - um Nutzern dabei zu helfen, sicherere Passwörter zu erstellen. Einige Designs nutzen auch die Gamification (engl.), indem Menschen während des Tippens Ziele und kurze Bestätigungen angezeigt werden, die sie motivieren, mehr (bzw. alle) möglichen Bestätigungen des Systems zu erreichen (zum Beispiel ein grosses Kontrollkästchen neben jeder Voraussetzung und einen rot-grünen Stärkebarometer mit den Bezeichnungen "schwach" bis "stark".)
YAHOO! zeigt grüne Kästchen als Stärkebarometer an.
Das sind effektive Designstrategien für Nutzeroberflächen, die Ihnen dabei helfen, jene Probleme zu lösen, die wir immer wieder in Studien beobachten: die Passwortvoraussetzungen zu erfüllen, sich an diese Voraussetzungen zu erinnern bzw. sie zu erkennen und stärkere (sicherere) Passwörter zu erstellen.
So gut diese Designs auch sind, sie weisen einen verhängnisvollen Fehler auf. Sie konzentrieren sich so stark auf die Erstellungsphase, dass sie den Menschen nicht dabei helfen, sich an Passwörter zu erinnern. In Wirklichkeit behindern einige dieser Designs sogar das Abrufen der Erinnerung.
Das Vergessen von Passwörtern hat ernste Probleme zur Folge
Wir könnten der Meinung sein, dass es wichtiger ist, starke Passwörter zu erstellen, anstatt Passwörter, an die wir uns leicht erinnern. Ein Passwort zu vergessen, hat allerdings ernste Probleme für die Person und das Unternehmen zur Folge, zu denen die folgenden gehören:
- Sicherheitslücken: Wenn Menschen glauben, dass sie sich nicht an ein Passwort erinnern können, schreiben sie sich die Passwörter auf (engl.). Häufige Orte, an denen sie diese aufbewahren? Auf einer Post-it Notiz auf dem Computermonitor, unter dem Mauspad, unter der Tastatur, in der obersten Schublade, in ihren Handy und in einem Dokument bzw. einer E-Mail auf dem Computer. Einige dieser Orte sind relativ sicher - die meisten sind es aber nicht.
- Nutzerfrustration: Herausforderungen hindern Menschen daran, ihre Aufgabe fortzuführen und Erfolg zu haben, nehmen ihnen die Kontrolle und geben ihnen das Gefühl, unfähig zu sein. Falls die Unterbrechung am Anfang der Sitzung auftritt, beginnt das Nutzererlebnis negativ. Alle diese Aspekte können ein unerfreuliches Nutzererlebnis zur Folge haben.
- Verschwendung von Zeit und Geld, verlorene Verkäufe: Unproduktive Zeit (engl.) tritt auf, wenn Nutzer Zeit mit Login-Versuchen verschwenden, anstatt sich auf ihre Ziele zu konzentrieren. Hier sind einige Beispiele für Dinge, die schiefgehen könnten:
- Nutzer werden daran gehindert, ihren Workflow zu absolvieren. Das Resultat ist, dass ihre Konzentration gestört wird und sie sich um das System kümmern müssen, anstatt um Inhalte oder Arbeiten, die sie gerade durchführen oder planen.
- Sie müssen immer wieder versuchen, ihr Passwort zu erraten.
- Sie brauchen unter Umständen zu viele Versuche und werden aus dem System ausgesperrt und über einen vom Unternehmen festgelegten Zeitraum hinweg bestraft.
- Sie müssen Sicherheitsfragen beantworten, deren Antworten (oder Antwortformate) sie vergessen haben.
- Sie müssen den Kundenservice kontaktieren, um ihr Passwort zu erhalten oder zurückzusetzen.
- Sie müssen warten, bis das Passwort zurückgesetzt wurde.
- Sie verlassen eine Website oder App, da sie sich nicht mit der Passwortwiederherstellung auseinandersetzen möchten.
- Monopolisierung der Zeit des Kundenservices: Mitarbeiter für die Durchführung von Passwortrücksetzungen zu bezahlen, ist mit hohen Kosten für das Computersystem des Unternehmens verbunden.
Die umfangreiche Nachricht von KAYAK gibt Ihnen Hinweise darauf, welche Probleme ein vergessenes Passwort zur Folge haben kann.
- Opportunitätskosten: Denken Sie an alle anderen Arbeiten oder Aktivitäten, die Menschen (inklusive Kunden und Ihre eigenen IT- und Kundenservicemitarbeiter) durchführen könnten, während sie sich mit verlorenen Passwörtern auseinandersetzen. Das Prinzip der Opportunitätskosten (engl.) ist eines der am meisten unterschätzten Geschäftskonzepte des UX-Designs. Erhöhte Effizienz bedeutet weniger verschwendete Zeit und mehr Zeit, die mit den richtigen Dingen für das Unternehmen verbracht wird.
Einige Systeme helfen Menschen dabei, vergessene Passwörter wiederherzustellen, indem persönliche Fragen, wie "Wie lautet der Name der Strasse, in der Sie aufwuchsen" oder "Wie lautet der Name Ihres ersten Haustiers" gestellt werden. Diese können zwar helfen, sind aber problematisch, falls Nutzer ihre Antworten oder die genaue Art, auf die sie ihre Antwort eingegeben hatten, vergessen. Sie können die Frage "Was ist Ihre Lieblingssportmannschaft?" zum Beispiel mit "die Boston Red Sox" beantworten. Wenn Sie aber Monate später gebeten werden, diese Frage zu beantworten, könnten Sie "die Red Sox", "Red Sox", "die red sox", "die sox" oder meinen Favorit "RedSoxRule!" eingeben. Es ist ironisch, dass die Hilfe zur Lösung eines Problems in diesem Fall dieselben Einschränkungen aufweist.
Wie sich Menschen an Passwörter erinnern: ein Blick in das Gedächtnis
Informationen gelangen zuerst durch Codierung in das menschliche Gedächtnis, werden danach gespeichert und später wieder abgerufen. Jeder dieser Abläufe beeinflusst die Aktivierung von Informationen im Gedächtnis und legt fest, wie schnell und einfach wir uns an diese Informationen erinnern können.
Falls wir uns Passwörter besser merken möchten, müssen wir diese besser codieren. Psychologen studierten das menschliche Gedächtnis umfassend und entwickelten zahlreiche Methoden, die Menschen dabei helfen, Informationen besser zu codieren und sich daran zu erinnern. Nachfolgendend finden Sie einige von ihnen und erhalten Empfehlungen, wie Sie diese in Ihren Designs berücksichtigen können.
Helfen Sie Nutzern, aufmerksam zu sein, während sie Passwörter erstellen
Wir bezeichnen normalerweise das Alter oder Stress (bzw. in seltenen Fällen neurologische Probleme) als Passwort-Hindernisse. Obwohl diese Faktoren definitiv Störquellen sind, haben die Probleme häufig einen viel banaleren Grund: fehlende Aufmerksamkeit.
Bevor sich Menschen an Dinge erinnern können, müssen sie diese zuerst wahrnehmen und registrieren. Sie müssen sich auf die aktuelle Tätigkeit konzentrieren und sich nicht ablenken lassen. Wie stark sie sich auf die Tätigkeit konzentrieren, ist ein extrem wichtiger Faktor für die spätere Erinnerung an die Information.
Einer der Gründe, aus denen Passwörter häufig vergessen werden, ist, dass Menschen normalerweise ein komplett anders Ziel verfolgen, während sie Passwörter erstellen. Die Passworterstellung ist ein Hindernis, das überwunden werden muss, um dieses Ziel zu erreichen. Menschen versuchen normalerweise, die Hürde so schnell wie möglich zu überwinden, was genau dem Gegenteil der engagierten, konzentrierten und störungsfreien Arbeit entspricht.
Ein potenzielle Lösung für Nutzeroberflächen ist es, ein modales Dialogfeld anzuzeigen, das Nutzer auffordert, die aktuelle Tätigkeit zu unterbrechen und sich zu konzentrieren - doch das wäre definitiv irritierend. Stattdessen kann das Design Nutzern auf folgende Weise dabei helfen, sich stärker auf die Aufgabe der Passworterstellung zu konzentrieren:
- Eliminieren Sie Ablenkungen: Zeigen Sie keine Sonderangebote an und denken Sie über die Verwendung einer Lightbox oder einer Seite ohne Inhalt, auf der nur mit dem Passwort in Verbindung stehende Informationen zu finden sind, nach. Sie helfen Nutzern dadurch, sich ausschliesslich auf die Passworterstellung zu konzentrieren und sich an das gewählte Wort zu erinnern.
- Motivieren Sie Nutzer, sich während der Erstellung auf das Passwort zu konzentrieren. Zeige Sie in der Seitenleiste einen kurzen Tipp an, wie man sich am besten an Passwörter erinnert.
- Zeigen Sie Vorschläge an, die den Nutzern helfen, ein einprägsames Passwort zu wählen, und nennen Sie Beispiele. Falls das Passwort häufig (zum Beispiel wöchentlich) geändert werden muss, empfehlen Sie dem Nutzer das Passwort mit Hilfe eines Satzes zu erstellen, der in dieser Woche wichtig ist (zum Beispiel etwas Persönliches, das für andere schwer zu erraten ist). Kombinieren Sie Wörter und Zahlen, um die Passwortvoraussetzungen zu erfüllen. Geben Sie Beispiele, wie folgende, an:
- Sie sind nicht sicher, ob der Geburtstag Ihrer guten Freundin Hannah der 19. Januar ist und müssen das genaue Datum nachschlagen. Machen Sie diesen Satz zu Ihrem Passwort: 19JanHannahGeburtstag?
- Sie haben nach einem langen Winter in Ihrem Garten 3 schöne rosa Tulpen gesehen, die dem kühlen Frühlingswetter trotzen. Der Anblick gab Ihnen Hoffnung. Wählen Sie in dieser Woche folgendes Passwort: 3TulpenBlühen!
- Das Fensterputzen wird immer wieder ans Ende der Liste der Hausarbeiten verschoben, Sie haben sich allerdings vorgenommen, in dieser Woche zehn Fenster zu putzen. Wählen Sie das Passwort: 10FensterPutzen.
- Sie verkaufen Ihren Lieferwagen. Der aktuelle Preis für einen derartigen Lieferwagen scheinen $6'000 zu sein - ein Betrag, der für Sie akzeptabel ist. Wählen Sie das Passwort: DodgeVerkaufen$6K.
- Motivieren Sie Nutzer in weniger arbeitsintensiven Momenten, Ihr Passwort zu ändern. Schlagen Sie Passwortänderungen in Situationen vor, in denen Menschen gerade dabei sind, ihre Einstellungen zu aktualisieren - idealerweise in Situationen, in denen sie sich nicht auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren. Inkludieren Sie Tipps zur Passwortänderung und das Erinnern an Passwörter in den Bereich Einstellungen und in Ihren E-Mail Newsletter. Falls die App oder Website über eine "Tipp des Tages" Funktion verfügt, stellen Sie einige Tipps zur Passworterinnerung zusammen. Ein Beispiel für derartige Tipps: Stellen Sie sicher, dass Sie sich an Ihr Passwort erinnern. Verwenden Sie einen Satz, der Ihnen derzeit wichtig ist, z.B.: 1AugHaiTour!
- Motivieren Sie Nutzer, ihre eigenen Passwort-Richtlinien festzulegen. Nutzer benötigen nicht nur ein Passwort, sie benötigen einen Rahmen für alle ihre Passwörter. Passwörter, die sie nur einen Tag oder eine Woche lang behalten, profitieren ganz besonders von Richtlinien, wie:
- Schreiben Sie den ersten Buchstaben aller Wörter im Satz gross und schreiben Sie alle anderen Buchstaben klein.
- Fügen Sie am Ende des Satzes ein Satzzeichen hinzu.
- Vermeiden Sie Satzzeichen, wie Apostrophe, in der Mitte des Satzes.
- Verwenden Sie immer eine Zahl statt dem Wort, d.h. 8 statt acht.
- Zeigen Sie sowohl in der Phase der Passworterstellung als auch im Dialogfenster, das erscheint, nachdem der Nutzer sein Passwort vergessen hat, Tipps an. Fügen Sie den Link "So erinnern Sie sich an Ihr Passwort" oder eine Seitenleiste mit dem Titel "Tipps zur Erinnerung an Ihr Passwort" hinzu. Zeigen Sie diese Informationen im richtigen Moment an: nachdem der Nutzer das Passwort vergessen hat und Sicherheitsfragen beantworten muss oder aus seinem Konto ausgesperrt wird.
Nur wenige Wörter und Zahlen
Kurze Passwörter sind normalerweise leichter zu behalten, als längere Passwörter.
- Empfehlen Sie, kurze, aussagekräftige Passwörter auszuwählen. Da die meisten Passwörter Zahlen, Grossbuchstaben und Satzzeichen enthalten müssen, schlagen Sie Passwort-Beispiele mit 3 Kleinbuchstaben, 1 Zahl, 2 oder 3 Grossbuchstaben und 1 Satzzeichen vor.
- Empfehlen Sie, Passwörter zu wählen, die kurz genug sind, um sie in 2 Sekunden auszusprechen. Eine klassische Gedächtnisstudie (Baddeley, Thompson und Buchanan, 1975) untersuchte die Wiedergabe einer Liste von Wörtern im Verhältnis zur Zeit, die benötigt wurde, um die Liste laut vorzulesen. Sie ergab, dass sich Menschen leichter an eine Liste wie wit, sum, harm, bay, top erinnerten, als an university, opportunity, aluminum, constitutional, auditorium. Menschen konnten sich an jene Wörter erinnern, die in rund 2 Sekunden ausgesprochen werden konnten.
Chunks bilden
Chunking ist eine beliebte und effektive Erinnerungstechnik, bei welcher kleine Informationsmengen grösseren, einprägsameren Gruppen zugeteilt werden.
Eine der bekanntesten Gedächtnisstudien ist die "Millersche Zahl" von Miller (Miller, 1956). Miller untersuchte mehrere veröffentlichte Gedächtnisexperimente und stellte fest, dass sich die meisten Menschen an ungefähr 7 (plus/minus 2) Elemente einer Liste von Elementen unterschiedlicher Länge erinnern konnten. Millers Erkenntnis war, dass sich Menschen zwar nur an rund 7 Buchstaben einer zufälligen Abfolge von Buchstaben erinnern konnten, ihre Gedächtnisleistung sich allerdings auf 21 Buchstaben erhöhte (was 7 Wörtern mit je 3 Buchstaben entspricht), wenn ihnen eine zufällige Abfolge von aus 3 Buchstaben bestehenden Wörtern gezeigt wurde. Für das Gedächtnis war also nicht die Informationsmenge (die Anzahl der Buchstaben) ausschlaggebend, sondern die Anzahl der sinnvollen Chunks. Menschen können sich an mehr Informationen erinnern, wenn sie in Form von Chunks strukturiert wurden.
Ein Passwort mit sinnvollen Chunks, wie The;Capital;Of;Scotland;Is;Edinburgh ist einfacher zu behalten als uapTCei;Ih;ttrghafOl;SEbdn;dnal;cos.
Chunks als Passwörter zu verwenden, kann für einige Menschen schwierig sein, da keine Standardzeichen, wie Bindestriche, verwendet werden, die Chunks, Zahlen oder Wörter voneinander trennen. Obwohl einige Menschen auch ohne Trennzeichen arbeiten können (zum Beispiel "meinpasswortlautetso"), könnten andere aufgeschmissen sein. In meinem oben stehenden Beispiel verwendete ich Grossbuchstaben und Semikolons, um die Wörter voneinander zu trennen. Eine Technik, die Sie Nutzern empfohlen können, ist es, jedes Wort des Satzes mit einem Grossbuchstaben zu beginnen, zum Beispiel:
3TulpenBlühen!
10FensterPutzen
19JanHannahGeburtstag?
Als Teil ihrer persönlichen Richtlinien können Nutzer statt Leerzeichen zum Beispiel immer ein kaufmännisches Und verwenden.
Aussagekraft
Menschen erinnern sich besser an Dinge, die ihnen wichtig sind, als an Dinge, die für sie keine Bedeutung haben. Das liegt vor allem daran, dass sie die Informationen mit zusammenhängenden Materialien verbinden können, die bereits in ihrem Langzeitgedächtnis gespeichert sind. Je mehr Verbindungen eine Information zu bekannten Fakten unseres Hintergrundwissens aufweist, desto einfacher wird es, diese Information abzurufen.
Menschen wählen bei der Erstellung von Passwörtern von Natur aus persönliche Informationen - manchmal so persönlich (Name von Haustieren, Hochzeitsdatum oder Adresse), dass sie leicht zu erraten sind und die Sicherheit des Systems beeinträchtigen. Wir können Nutzer aber motivieren, stattdessen Informationen zu verwenden, die nicht einfach zu erraten sind - zum Beispiel eine besondere Geschichte. Ein Beispiel: Ich nahm meinen Cairn Terrier Columbo mit zum Kajakfahren. Ich war nicht sicher, ob ich mit ihm im Bug des Gefährts paddeln können würde, doch wird fuhren zusammen 4 Seemeilen. Wählen Sie das Passwort: ColumboPaddelte4:)
Falls eine Geschichte zu kompliziert ist, um sie abzukürzen, können Nutzer stattdessen ein Kürzel verwenden. Ein Beispiel: Sie haben in The Breakers Golf gespielt und am 15. Loch ein Hole-in-One geschafft. Das werden Sie nie vergessen. Wählen Sie das Passwort: TBHI115!
- Empfehlen Sie Nutzern, Passwörter zu wählen, die mit einer für Sie relevanten Geschichte in Verbindung stehen.
Wiederholung
Wir alle wissen, dass "Übung den Meister macht" und "Wiederholung die Mutter der Studien ist". Je häufiger wir etwas wiederholen, desto besser können wir uns daran erinnern. Das Einstudieren ist eine Gedächtnistechnik, bei welcher Menschen Dinge im Geiste wiederholen.
Passwörter müssen wir, nachdem sie erstellt wurden, normalerweise nur dann abrufen, wenn wir uns einloggen. Das könnte zu spät sein: bis wir das Passwort benötigen, haben wir es unter Umständen bereits vergessen. Wir könnten Nutzer testweise nach dem Passwort fragen, während sie sich auf der Website oder in der App befinden. Das unterstützt zwar das Passwortgedächtnis, ist allerdings störend und aufdringlich. Stattdessen empfehlen wir dem Nutzer, das Passwort zu wiederholen, während er es erstellt. Ein Beispiel für einen derartigen Tipp: Damit Sie sich an dieses Passwort erinnern, wiederholen Sie es jetzt drei Mal.
- Bei der Passworterstellung - oder nachdem der Nutzer das Passwort vergessen hat und ein neues Passwort festlegen muss - können Sie in einem Tipp vorschlagen, das Passwort im Geiste mindestens 3-mal zu wiederholen.
Designs zur Passworterstellung bitten Nutzer normalerweise, das Passwort mindestens zweimal einzugeben - vor allem, um sicherzustellen, dass es keine Tippfehler enthält. Die zweite Eingabe hat allerdings einen positiven Nebeneffekt: es ist eine kleine Wiederholung. Da die Interaktionskosten der zweiten Eingabe des Passworts auf einem Smartphone relativ hoch sind, empfehlen wir Ihnen in diesem Fall, das Passwort nur einmal abzufragen, aber die Zeichen des Passworts während der Eingabe anzuzeigen.
- Bitten Sie Nutzer auf Desktop- und Tablet-Nutzeroberflächen, das Passwort zweimal einzugeben, während sie es erstellen. Da die Interaktionskosten der Passworteingabe am Smartphone sehr hoch sind, fragen Sie nur einmal nach dem Passwort, zeigen Sie aber die Zeichen an, während sie vom Nutzer eingegeben werden, damit das Passwort auf Fehler geprüft und danach verborgen werden kann.
CenturyLink bittet Nutzer darum, das neue Passwort zweimal einzugeben.
Das Passwort anzeigen
Das Gedächtnis unserer 5 Sinne - Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und Tasten - wird in verschiedenen Bereichen des Gehirns gespeichert. Diese Redundanzen helfen Menschen dabei, basierend auf einem einzigen Hinweis mehrere Informationen abzurufen, wobei uns diese Quervergleiche beim Lernen unterstützen.
- Bei der Passworterstellung - oder nachdem der Nutzer das Passwort vergessen hat und ein neues Passwort festlegen muss - können Sie in einem Tipp vorschlagen, das Passwort 3-mal laut zu wiederholen (falls die Person alleine im Raum ist). (Das hat auch den Vorteil der Wiederholung.)
Aus Sicherheitsgründen werden Passwörter normalerweise verdeckt angezeigt. Die visuelle Anzeige des Passworts kann allerdings eine weitere Verbindung im Gedächtnis herstellen und es einfacher machen, sich daran zu erinnern. Das Passwort während der Eingabe zu verbergen, erschwert die Codierung.
- Falls möglich, sollten Sie ein Kontrollkästchen anzeigen, das ausgewählt werden kann, um das Passwort anzuzeigen, während es eingegeben wird.
Studien zeigen, dass Schüler schneller lernen, wenn sie sich ein Konzept vor Augen führen können und mentale Bilder davon erstellen. Vorzugeben, Wörter auf ein Whiteboard zu schreiben (d.h. mit einem Finger in die Luft zu schreiben), hilft Schülern ebenfalls dabei, sich die Reihenfolge der Buchstaben in einem Wort vorzustellen.
Bei der Passworterstellung - oder nachdem der Nutzer das Passwort vergessen hat und ein neues Passwort festlegen muss - können Sie in einem Tipp vorschlagen, das Passwort in die Luft zu schreiben, als ob es auf ein Whiteboard geschrieben würde.
Design zur Passwort-Erinnerung
Unternehmen und Einzelpersonen möchten ihre Privatsphäre und ihre Informationen im Internet schützen und respektieren Passwörter daher im Allgemeinen. Falls das Engagement der Website oder App hoch ist, tolerieren Nutzer einige Schwierigkeiten, die damit in Verbindung stehen. Es ist aber besser, Ihrem Unternehmen und Ihren Nutzern Zeit, Geld und Frustration zu sparen, indem sie ihnen helfen, ihre Passwörter besser zu verinnerlichen, damit sie sich später einfacher daran erinnern können (sogar nach einem langen Urlaub).
Mehr über das menschliche Gedächtnis erfahren Sie in unseren Kursen Prinzipien von Nutzeroberflächen, die jeder Designer kennen sollte (engl.) und Der menschliche Geist und die Usability (engl.).
Referenzen
Baddeley, A.D., & Hitch, G. (1974). Working memory. In G.H. Bower (Ed.), The psychology of learning and motivation: Advances in Research and Theory (Vol. 8, pp. 47–89). New York: Academic Press.
Miller, G. (1956). The magical number seven, plus or minus two: Some limits on our capacity for processing information. Psychological Review, 63, 81-97.
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