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Absturz bei Moskau: Ermittler gehen von Pilotenfehler aus
Hat sich der Pilot gegen eine Enteisung der Maschine entschlossen und so dafür gesorgt, dass im Cockpit schliesslich falsche Messdaten ankamen? Dies könnte den Ermittlern zufolge die Ursache für den Absturz der Passagiermaschine in der Nähe von Moskau gewesen sein.
Menschliches Versagen könnte nach Angaben der Ermittler eine Rolle beim Absturz eines russischen Passagierflugzeugs mit 71 Menschen an Bord gewesen sein. Der Pilot habe es versäumt, die Heizanlage für Messinstrumente zu aktivieren, teilte die zivile russische Luftfahrtbehörde am Dienstag nach der Auswertung der Flugschreiber mit. Das habe zu fehlerhaften Geschwindigkeitsdaten geführt, wodurch die Piloten unterschiedliche Werte auf den beiden Geschwindigkeitsanzeigen der Maschine gesehen hätten.
Die Maschine vom Typ Antonow An-148 war am Sonntag kurz nach dem Start von Moskau in Richtung Orsk im Südural abgestürzt. Die Piloten hatten das Flugzeug nach dem Start auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo auf Autopilot gestellt, dann aber laut den Ermittlern auf manuelle Kontrolle umgestellt, als sie die unterschiedlichen Geschwindigkeitsanzeigen gesehen hatten. Eine der Anzeigen stand auf null.
Sechs Minuten nach dem Start stürzte der Flieger ab. Überlebt hat das Unglück keiner der 65 Passagiere und sechs Crewmitglieder an Bord.
Die Luftfahrtbehörde teilte mit, sie werde die Daten weiter analysieren. «Fehlerhafte Daten auf den Geschwindigkeitsanzeigen könnten ein Faktor gewesen sein, der die besondere Flugsituation ausgelöst hat», hiess es aber. Die falschen Daten seien durch die «Vereisung der Druckmessinstrumente, deren Heizsysteme ausgeschaltet waren», entstanden.
Falsche Entscheidung?
Vorherige Berichte hatten darauf hingedeutet, dass sich der Flugkapitän dazu entschlossen hatte, das Flugzeug vor dem Start keiner Enteisung zu unterziehen. Die Besatzung entscheidet je nach Wetterlage und Zustand der Maschine, ob das Flugzeug mit Enteisungsflüssigkeit besprüht werden soll oder nicht.
Der Absturz hat erneute Fragen nach der Sicherheit des Flugzeugtyps aufgeworfen. Bereits 2011 war eine An-148 abgestürzt, wobei alle sechs Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Ermittler nannten damals einen Pilotenfehler als Ursache. Im vergangenen Herbst gab es zudem zweimal Triebwerksschäden, einen davon bei Saratow Airlines. Die Piloten konnten aber sicher landen.
Saratow entschied jetzt, mehrere andere Maschinen der Baureihe so lange nicht starten zu lassen, bis die Unglücksursache ermittelt sei. Dagegen erklärten der Konkurrent Angara und mehrere Behörden, ihre An-148 sollten weiter fliegen.Zurück zur Startseite