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Kapelle St. Anna, Bad Ragaz
Die Sage vom Bannwald
Im kalten Winter verunglückte im Bannwald, oberhalb von Bad Ragaz, am ehemaligen Fussweg nach Valens, ein alter Mann und erlitt einen Beinbruch. In seiner gefährlichen Lage gelobte er, an der Unglücksstätte einen Bildstock zu errichten, wenn sich ihm ein Retter nahen werde. Spät heimkehrende Holzer fanden den Verunglückten, und der Gerettete errichtete einen Bildstock mit dem Bild der heiligen Dreifaltigkeit. Diese Andachtsstätte wurde, besonders an Sonntagnachmittagen, oft von frommen Betern besucht.
Geschichte
Die Entstehung der St.-Anna-Kapelle 1174 wurde hinter dem heutigen Thermalbad, im so genannten Niklausenwald, eine Kapelle zu Ehren des heiligen Nikolaus gebaut. Im Laufe des 16. Jahrhunderts war diese Kapelle so baufällig, dass sie durch die beim Hotel Hof liegende St.-Anna-Kapelle ersetzt wurde. Diese wurde am 19. August 1591 geweiht. Am 21. September 1688 wurde sie neu errichtet. Nach der Aufhebung des Klosters Pfäfers brach man die St.-Anna-Kapelle 1841 ab, weil sie den Zugang zum Hof versperrte und den Gästen im neuen Speisesaal die Aussicht verdeckte. Im Jahre 1870 errichtete man an der Stelle des Bildstockes (gemäss Sage) an der Valenserstrasse eine neue, aber sehr kleine Bildkapelle für die heilige Anna. Am 19. März 1893 wurde, wegen der neuen Strassenführung nach Valens, diese Bildkapelle abgebrochen.
Am 5. Dezember 1898 schloss man mit der Ortsgemeinde einen Vertrag über den Neubau der Kapelle ab. Endlich, am 15. Januar 1900 konnte der Bau der Kapelle vollendet werden. An Allerheiligen 1900 wurde die Glocke in der Ragazer Pfarrkirche geweiht und in einer feierlichen Prozession zum Neubau getragen. Schliesslich, am Weissen Sonntag des folgenden Jahres (14. April 1901), wurde die St.-Anna-Kapelle feierlich eingeweiht. 1906 erhielt die Katholische Kirchgemeinde die Kapelle von der Ortsgemeinde geschenkt.