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- Tag 19. September 2019
Alice Springs – Old Andado 333 km
Abfahrt von Alice Springs.
Wir haben vor die Simpson Desert auf der schwierigen aber extrem schönen Madigan Line zu durchqueren.
Dieser Teil der Wüste wurde 1939 erstmals von dem australischen Abenteurer Cecil Madigan durchquert. Als Meteorologe auf Sir Douglas Mawsons Australasian Antarctica-Expedition im Jahr 1911 war er fasziniert von der unbekannten Weite der unbenannten Wüste. Nachdem er das Gebiet mit zahlreichen Luftaufnahmen erkundet hatte, benannte er die Simpson-Wüste nach seinem Wohltäter Alfred Allen Simpson.
Cecil Madigan beschloss, ein Team von Wissenschaftlern durch die spurlose Wüste zu führen und eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen. Anfang Juni verließ er die Andado Station mit acht Männern und 17 Kamelen und erreichte 31 Tage später das legendäre Birdsville Hotel. Die Spuren, die er zurückließ, wurden von den Wüstenwinden weggeblasen, bis schließlich Spuren von Lager zu Lager von den modernen Schiffen der Wüste, den Allradfahrzeugen, gemacht wurden.
Eine Durchquerung auf der Madigan-Linie ist keine leichte Route. Es gibt keine gemachte Spur. Die Simpson-Wüstenkarte „Hema“ macht die nüchterne Bemerkung: „Dies ist eine cross-country route ohne Spur“. Radspuren werden an vielen Tagen deutlich erkennbar sein, aber es wird auch viele Fälle geben, in denen die Radspuren einfach verschwinden. cross-country reisen, die auf dem GPS einer „Go To“ -Linie folgen, über unglaublich große Dünen und schwierige Sandstrecken und Spinifex-Kuppen sind die Norm.
Drei Genehmigungen sind erforderlich und alle sind leicht zu bekommen erfordern aber etwas Aufwand:
- Die Erlaubnis zur Überquerung von Aboriginal Land Trusts im Northern Territory wird auf Anfrage vom Central Land Council in Alice Springs kostenlos erteilt.
- Informationen zum Überqueren und Campen im Munga-Thirri-Nationalpark in Queensland erhalten Sie beim Wirrarri-Informationszentrum in Birdsville (07) 4564 2000
- Um die Camps 20-22 auf der Pastoralstation Adria Downs zu besuchen, wenden Sie sich an <email-pii>.
„Permission to cross Adria Downs, staying on the main tracks, stopping backfrom stock watering points. Camps 23 & 24 are no longer accessible. Fromcamp 22 access is south to Kings Bore, Ruwolts Bore to QAA line and east into Birdsville via Big Red.“
Nachdem wir nun alle Genehmigungen zusammen haben kann es losgehen.
Unsere erste Station ist das Dorf Santa Teresa mit seiner sehenswerten Kirche.
Nach dieser letzten Ansiedlung geht es endgültig hinaus in die weiten des Outbacks.
Als wir nach Süden abbiegen, überqueren wir bald die Allambi Station, fahren die Rodinga Range entlang und queren die allgegenwärtigen Bull-Dust-Ruts.
Wir sind die einzigen Gäste weit und breit und das Gehöft ist auch verlassen. Wir geniessen – trotz Fliegen – den Abend und die Abgeschiedenheit.
2. Tag 20. September
Old Andadao – Camp 7 / 233 km ca. 185 Dünen
Am nächsten Morgen machen wir uns auf und wollen früh aufbrechen. Vorher aber noch Molly’s Grab besuchen.
Ganz in der Nähe befindet sich das Mac Clark (Acacia Peuce) Naturschutzgebiet. Akazienfichte oder Waddywood ist einer der seltensten und auffälligsten Bäume, die in der australischen Trockenzone wachsen. Es wurde nur an drei Orten weltweit gefunden und überlebt in Mac Clark auf einer steinigen, windgepeitschten Ebene, in der der durchschnittliche Niederschlag 150 mm beträgt.
Das Wetter trübt sich seit dem Morgen immer mehr ein. Zuerst wissen wir nicht was es sit, keine Wolken, aber alles Dunstig – dunstig in dieser trockenen Gegend? Nein, es ist Sand – es kündigt sich ein Sandsturm an.
So beschliessen wir den ganzen Tag zu fahren denn sogar das Auto verlassen ist mühsam bei dem peitschenden Wind.
Camp 2 liegt in der Nähe des Poodniterra-Hügels. Traditionelle Besitzer bitten die Leute, sie nicht zu besuchen, da dies eine heilige Stätte für Frauen ist, die Teil der Corkwood Women Dreaming-Geschichte ist. Die Lager 3, 4 und 5 befinden sich ebenso auf dem Land der Aborigines. Zugriffsberechtigungen werden nicht erteilt.
Nach den Zwillingen bog die Strecke nach Nordosten ab und wir befanden uns in dem waldreichen Coolibah-Land, das den Hale River-Überschwemmungspunkt markiert. Leider konnten wir von der Umgebung bei dem Sandsturm kaum etwas wahrnehmen.
Auf den Hale River sind wir schon in den East McDonell Ranges gestossen – hier versiegt er in der Wüste – wenn überhaupt mal Wasser da ist.
Die Dünen begannen höher zu wachsen, und an einigen Stellen knickte die Spur kurz vor den Kämmen links oder rechts stark ein.
Gegend Abend hat der Wind noch immer nicht nachgelassen und wir müssen einen halbwegs windgeschützten Platz für die Nacht finden. Hier gibt es nur Dünen – also hinter einer Düne unseren Landcruiser in den Wind stellen und hoffen dass es morgen besser ist.
3. Tag 21. September 2019
Camp 7 – Camp 11 / 64 km, 103 Dünen
Das Wetter zeigt sich viel besser und die Luft klart auf, wir sind erleichtert. Es ist aber noch empfindlich kalt.
Wir geniessen das viel bessere Wetter und vor allem die Aussicht. So beginnt der Dünenritt aufs Neue und wir beginnen das Auf und Ab zu geniessen.
Es macht uns viel Spass auf der „jungfräulichen“ Piste die erste Spur zu ziehen.
4. Tag 22. September 2019
Camp 11 – Camp 16, 94 km 138 Dünen
Wir verlassen unser Camp nach einem gemütlichen Morgen.
Die km Leistung pro Tag ist gesunken und die Dünen lassen fast kein Ausruhen zu. Es erfordert extreme Konzentration, da beim Anfahren der Dünen keine Sicht auf die andere Seite ist und der Track oft direkt am Dünenkamm rechtwinkelig abbiegt. Um aber die Düne zu erklimmen ist eine ausreichende Geschwindigkeit notwendig – zuschnell kann aber auch schief gehen.
Um die Mittagszeit sehen wir, zu unserem Erstaunen, 2 Autos uns entgegenkommen. Natürlich wird ein kleiner Stopp zum Erfahrungsaustausch eingelegt.
Diese Begegnung sollte sich noch als ein Glücksfall erweisen. Die Autos waren aus Melbourne und wir vereinbarten, sollten wir wieder nach Melbourne kommen uns zu melden. Der Motorradfahrer ist auch davongebraust. Er muss schnell sein, da er wenig Vorräte mitführen kann. Wir wünschen einander noch viel Glück und gute Fahrt – dann waren wir wieder alleine.
Die Dünen werden immer grösser, aber wir haben trotz unseres Gewichtes kein ernsthaftes Problem. Der Track – falls vorhanden – trägt schön und der Sand wird nicht tief. Wir sind positiv Überrascht, es läuft gut. Bei Camp 12 wird der Track sehr rau mit Wellen und wir kommen nur sehr langsam vorn.
Die Dünen zwischen den Lagern 10-12 sind ziemlich ähnlich, Spinifex dominiert mit einigen Hakeas, Grevillieas und gelegentlich Mulga. Nach einiger Zeit stossen wir auf den Hay River Track der von Norden kommt. Dann bogen wir nach Süden auf den kurvenreichen Verlauf des Hay River Track ab, bis wir Madigan Camp 16 Blaze Tree erreichen.
Madigan schrieb in sein Tagebuch:
„Ich habe in diesem Lager 16, einen Gumtree (Eukalytus) im Fluss den größten Baum, den wir finden konnten, mit einem Durchmesser von nur etwa einem Fuß angezündet. Nachdem ich die Rinde auf halber Strecke entfernt hatte, schnitt ich M39 mit einem Meißel auf herkömmliche Weise in das Holz. Es würde mich interessieren, wer diesen Baum als nächstes sieht. “
Wir haben es mit einem Foto verglichen, das Madigan gemacht hat, als er den Baum angezündet hat, und konnten fast keinen Unterschied feststellen, abgesehen davon, dass die Feuerstelle jetzt weitgehend überwachsen ist. Der Baum scheint in den letzten vierzig Jahren überhaupt nicht gewachsen zu sein. Er bleibt so, wie Madigan ihn beschrieben hat.
Einen Nachtlagerplatz finden wir etwas weiter und richten uns ein.
5. Tag 23. September 2020
Camp 16 – Camp 18, 58 km, 102 Dünen
Die Coolibah-Bäume, die entlang des Überschwemmungsgebiets des Hay River wachsen, verschwinden schnell, als wir nach Osten fahren, und wir finden die Strecke wieder locker zu fahren. Zwischen den Dünen folgte der Track einigen weiten, offenen Tälern, bevor er die Dünenkämme überquerte. Einige der Dünen waren höher und eine hatte zwei scharfe Kurven, was einen zweiten Anlauf in geringer Reichweite erforderlich macht.
Wir überquerten eine nicht markierte Staatsgrenze und verlassen das Northern Territory kurz nach Camp 17 in Richtung Queensland.
Hier beginnt der Munga-Thirri-Nationalpark mit einer Million Hektar das größte Schutzgebiet in Queensland.
Wir fuhren nördlich der Strecke und hielten in einem flachen Bereich hinter mehreren Gidgee-Bäumen.
Dies war ein wunderbarer Campingplatz mit Holz und Vögeln in Hülle und Fülle: Zebrafinken, Wellensittiche, Nymphensittiche, Masked Woodswallow, Red Capped Robin.
6. Tag 24.September 2019
Camp 18 – Camp 20 Kuddaree Waterhole, 63 km 48 Dünen
Die Strecke durchquert die Swales, folgt einem Kurs von Süd nach Südost und ist sehr locker. Das Wetter hat sich geändert und schon am Morgen setzt leichtes Nieseln ein. Der Himmel ist grau verhangen als wir das Lager verlassen.
Nach Camp 19 verließen wir den Munga-Thirri-Nationalpark und fuhren auf das Gebiet der Adria Downs Station.
Wie beim Grenzübergang gab es keinen Zaun.
In diesem Teil der Station waren keine Rinder sofort erkennbar, und die Dünen waren weiterhin mit Spinifex und anderen weichen Gräsern, Canegrass, niedrigem Hakea-, Akazien- und Senna-Gestrüpp bewachsen.
Bald tauchten die Coolibah-Bäume auf und sagten uns, dass wir uns Eyre Creek näherten.
Die Dünen wechselten von loderndem Sonnenuntergangsrot zu gebleichtem, hellgelb. Die Swales weiteten sich zu Salzpfannen aus, die mit Salzbüschen und samphire grass besetzt waren.
In Camp 20 am Kuddaree Waterhole hatten wir Eyre Creek selbst erreicht. Wir waren überrascht am Ostrand der Wüste auf so viel Wasser zu stossen. Plötzlich ist die Landschaft grün und es blüht überall.
Dort wo der Track nach Süden weitergehen soll finden wir nur Wasser. Der Marker von Camp 20 steht unter Wasser.
Kaum haben wir unseren Lagerplatz bezogen, regnet es.
Da das Wetter keine schnelle Besserung verspricht und wir befürchten dass alle Fahrspuren unter Wasser stehen, beschliessen wir noch einen Tag zu bleiben. Dabei geniessen wir die überaus reiche Vogelwelt.
Tag 7 / 25. September 2019
Kuddaree Waterhole
Wir haben einen wunderschönen Tag und die Natur erstaunt uns mit der ganzen Vielfalt.
Der krönende Abschluss ist wunderschöner Sonnenuntergang den wir in unserem Camp geniessen.
Tag 8 / 26. September 2019
Kuddaree Waterhole – Birdsville. 179 km, 28 Dünen
Wir brechen früher auf als sonst und hoffen dass der Track nicht zu nass ist. Zuerst aber müssen wir den Hilfstrack finden, da der originale unter Wasser steht. Dazu geht es eine Düne zurück und dort im Tal entdecken wir ein kleines handgeschriebenes Schild welches nach Süden zeigt. Es sind nur ab und zu etwas Fahrspuren zu erkennen. Von einem Track ist nichts zu sehen und so fahren wir nach Süden.
Unsere Fahrt geht auf der Westseite des Flusses. Eigentlich müssten wir auf die andere Seite, aber alle Versuche scheitern. So können wir das Camp 21 nicht erreichen.
Einen Übergang auf die andere Seite finden wir erst südlich der Annandale Ruins, einer ehemaligen Cattle Station.
Etwas weiter südlich, nun wieder am original Track stossen wir auf das Camp 22.
Das letzte Camp vor Birdsville, denn die Camps 23 + 24 liegen auf privatem Gebiet und nicht zugänglich.
Die Fahrt ist nicht problematisch, etwas tückisch sind die immer noch mit Wasser gefüllten Rinnen.
Nicht lange und treffen auf die QAA Line, ein Pistentrack der zur Ölexploration erstellt wurde. Von hier geht es nach Osten und die Zivilisation hat uns wieder. Wir treffen auf etliche Fahrzeuge die auch mit Anhängern hier durchfahren. Bald ist von weitem schon die „Big Red“ eine mächtige Sanddüne zu sehen.
Wir beobachten verschiedene Fahrzeuge beim vergeblichen Versuch die Düne zu erklimmen. Selbst die wuchtigen 8 Zylinder haben im aufgegrabenen Sand keine Chance.
Es gibt verschieden schwierige Pisten auf die Düne. 3x probieren wir es auf der Direttissima ohne Erfolg, wir sind einfach zu schwer. Auf einer seitlichen Piste die weniger steil ist schaffen wir es auf Anhieb.
Wir haben Glück, denn es ist kein grosser Ansturm und wir können das Panorama geniessen.
Nun ist es nicht mehr weit bis Birdsville dem Ende dieser Reise.
Natürlich gibt es Bier im legendären Birdsville Hotel. Dort befindet sich auch das Camp 25, das letzte von Madigans Expedition.