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Das Büchlein Baruch gehört zu den deuterokanonischen Schriften, d. h. es findet sich weder im jüdischen, noch im protestantischen Kanon des ATs. Verfasst wurde es im 1. Jh. v. Chr. als eine Art «Kompendium» für das Judentum in der Zerstreuung. Für die unter griechischrömischem Kultureinfluss lebenden und unter wirtschaftlicher und politischer Herrschaft leidenden Jüdinnen und Juden war es wichtig, sich immer wieder der eigenen Traditionen und Geschichten zu vergewissern. Dazu leistete das Buch Baruch einen wichtigen Beitrag, weil es die traditionellen Formeln nicht nur repetierte, sondern sie in der Sprache der Zeit und in Bezug auf die Zeichen der Zeit aktualisierte (Thomas Staubli).
Das Büchlein Baruch ist eine pseudepigraphe Schrift, d. h. der Verfasser gibt sich als Sekretär des Jeremia aus. Dieses literarische Verfahren, das gleichzeitig auch in der apokalyptischen Literatur aufkommt, erlaubt es dem Verfasser, sowohl die Zeit des frühen Exils zu kommentieren, als auch in seinen Hoffnungsperspektiven glaubwürdig zu erscheinen. Baruch erfuhr im Judentum grosse Verehrung, was sich auch in weiteren Schriften niedergeschlagen hat, die seinen Namen tragen, z. B. zwei «Baruchapokalypsen».
Evangelien – AT-Lesungen – NT-Lesungen – Lesejahre A,B,C
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