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Trump sagt Pressekonferenz zum Jahrestag der Kapitol-Erstürmung ab
ap/dor
5.1.2022 - 05:16
Donald Trump sagt eine für den ersten Jahrestag der Kapitol-Erstürmung geplante Pressekonferenz ab. Mehrere Republikaner und Trump-Berater hielten den Anlass für eine schlechte Idee.
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat eine für den 6. Januar geplante Pressekonferenz abgesagt. Es war erwartet worden, dass Trump bei dem Auftritt am Jahrestag der Erstürmung des US-Kapitols scharfe Kritik am Untersuchungsausschuss üben wollte, der dazu ermittelt. In einer Stellungnahme am Dienstagabend sagte Trump, er werde sich stattdessen bei einer Kundgebung kommende Woche in Arizona äussern.
Anhänger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Sitz des US-Kongresses gestürmt, um eine rein formale Bestätigung des Wahlsieges von dessen Gegner Joe Biden zu verhindern. Trump, der ohne Beweise behauptet, bei der Wahl sei es zu massivem Betrug gekommen, hatte in einer Rede vor der Erstürmung des Kapitols die Menge aufgeheizt.
Laut US-Medienberichten wurde Trump von verschiedenen Republikanern und Beratern zur Absage der Pressekonferenz gedrängt. Ein derartiger Auftritt des abgewählten Präsidenten in einem Wahljahr wäre nach ihrem Dafürhalten unklug. Die Republikaner hoffen bei den Zwischenwahlen im November das Repräsentantenhaus und den Senat von den Demokraten zurückzuerobern. Trump könnte, so die Befürchtung, mit seiner permanent wiederholten, falschen Behauptung eines Wahlbetrugs und seinen Versuchen, die Taten der Aufrührer zu verteidigen, Wähler abschrecken, die die Partei für einen Sieg braucht.
Kundgebung in Arizona
Der Untersuchungsausschuss im Kongress, dem auch zwei Republikaner angehören, und die «Fake-News-Medien» seien völlig parteiisch und unehrlich, schrieb Trump in der Stellungnahme. Deshalb sage er die Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago ab. «Stattdessen werde ich viele dieser wichtigen Themen bei meiner Kundgebung am Samstag, 15. Januar, in Arizona besprechen.»
Es wäre Trumps zweite Pressekonferenz gewesen, seit er nicht mehr US-Präsident ist. Immer wieder äusserte er sich aber bei konservativen US-Sendern oder bei Kundgebungen im Stile von Wahlkampf-Events.
ap/dor