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Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt die goldene Zeit der Schweizer Grafik, deren Stil sich aus den Theorien und Werken der 1930er Jahre entwickelt hat. Er setzt die an der Zürcher Schule gelehrten Theorien um und zeichnet sich aus durch eine grosse Präzision in den Details und in der Ausführung, durch die Verwendung des typografischen Rasters und der serifenfreien Schrift, durch die Kunst der einfachen Typografie sowie durch die grosse visuelle Wirksamkeit.
Der neue Stil findet international grossen Anklang und trägt den Namen Internationaler typografischer Stil oder Internationaler Stil oder auch Schweizer Stil. Die Bezeichnung deckt zwar manchmal unterschiedliche Realitäten ab, legt jedoch den Schwerpunkt immer auf die typografischen Elemente und benutzt ein Repertoire an Linien und Rundungen, die auf mathematischen Berechnungen beruhen und so dem Plakat eine geordnete und einheitliche Struktur verleihen. Die Komposition soll möglichst nüchtern und weit weg vom allem Ornamentalen sein. Die Fotografie, meist in Schwarz-Weiss, ersetzt oft die gezeichnete Illustration. Der allgemeine Eindruck ist der einer sehr strukturierten, harmonischen, mit zurückhaltend eingesetzten Farben kolorierten, leicht lesbaren Komposition, bei der die Linie dominiert. Dieser Internationale Stil entspricht den neuen Bedürfnissen einer sich wandelnden Nachkriegsgeneration, welche den Massenkonsum für sich entdeckt, was einer der Gründe für die rasche und weltweite Verbreitung dieses Stils ist. Die zahlreichen Publikationen über die in der Schweiz entstandene Grafik wie die Zeitschrift Graphis, die ab 1944 in Zürich publiziert wird, dann die dreisprachige Revue Neue Grafik/New Graphic Design/Graphisme actuel sind weitere Verbreitungskanäle dieser Ästhetik. Schliesslich schafft die Basler Kunstgewerbeschule unter der Leitung von Hofmann eine Verbindung zur Kunstschule von Yale, dem wichtigsten amerikanischen Zentrum des neuen Stils.
Als Begründer der Basler Schule gilt Armin Hofmann (1920), der an der Kunstgewerbeschule Zürich studiert, bevor er in Basel zu lehren beginnt. Die einen bezeichnen mit dem Begriff Basler Schule alle Grafiker, die in der Stadt am Rhein gearbeitet haben, von Burckhard Mangold bis Niklaus Stoecklin und Herbert Leupin und ihre Studenten. Die andern begrenzen diese Bezeichnung auf die Zeit der Lehr- und Schaffensjahre von Armin Hofmann. Wieder andere sind der Meinung, dass diese Schule eher durch ihre serifenfreie Schrift, ihren begrenzten Farbeinsatz und ihre klaren Umrisse als durch Personen definiert ist.
Auf jeden Fall hat Hofmann stark dazu beigetragen, den Internationalen Stil bekannt zu machen und ihn hin zum Figurativen zu entwickeln wie etwa auch Müller-Brockmann. Die immer wieder übernommene «Hofmannart» zeichnet sich aus durch den Einsatz der Fotomontage, eine strenge Typografie, eine streng geometrische und häufige Schwarz-Weiss-Komposition.
Es wird bis zur Pop Art-Ausstellung und zur Infragestellung der gesellschaftlichen Wertvorstellungen der 1950er und 1960er Jahre dauern, bis dieses Grafikmodell allmählich demontiert wird.
Letzte Änderung 15.10.2009