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Otto Müller (1905-1993)
Wurde 1985 mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet, in Anerkennung seiner unverwechselbaren künstlerischen Leistung. Der in Thalwil geborene, im Atelier von Karl Geiser geschulte Bildhauer hat hier zahlreiche Werke im öffentlichen Raum hinterlassen. Auf Zürich bezogen, wo er als Mittelpunkt einer noch zusammen-hängenden Kunstszene wirkte, nicht zuletzt als moralische Instanz, war Otto Müller indes alles andere als ein Lokalkünstler. Der Auftrag zu seinem monumentalsten Kopf kam denn auch aus Deutschland. Müller ist in den 60er Jahren, nach einer ungegenständlichen Phase, in der er sich auf die lapidare Form besann, zum Menschenbild zurückgekehrt, einem Thema, das ihn umso mehr herausforderte, als ihm klar war, dass der klassische Kanon ein für alle Mal ausgedient hatte. Die Aufgabe, den heutigen Menschen in einer allgemein gültigen, verbindlichen Form darzustellen, führte ihn zu einer immer grösseren Vereinfachung und strengen Typisierung. Als wacher, um den Lauf der Welt besorgter Zeitgenosse versah der Bewunderer archaischer Skulptur sein abstrahiertes, entindividualisiertes Menschenbild mit der Botschaft «Ich sehe eine menschlichere Welt», wie der Titel einer seiner Publikationen lautet. Darin war er eine singuläre Erscheinung, nicht nur in der Schweizer Kunstlandschaft.
Biographie Otto Müller (PDF, 235 KB)