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Das Oberhaupt der katholischen Kirche und der ultraliberale Staatschef sassen am Montag im Vatikan für etwa eine Stunde zusammen. In einer Mitteilung des Vatikans war anschliessend von «herzlichen Gesprächen» die Rede.
Die Beziehungen zwischen dem Kirchenstaat und Argentinien, einem Land mit grösstenteils katholischer Bevölkerung, sollten ausgebaut werden, hiess es. Thema war auch die Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land, ohne dass Einzelheiten genannt wurden. Anschliessend standen für Milei noch Treffen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Staatspräsident Sergio Mattarella auf dem Programm.
Der Präsident kam zur Heiligsprechung einer argentinischen Nonne aus dem 18. Jahrhundert nach Rom. Bei einem ersten Treffen im Petersdom hatten sich Milei und der Papst am Sonntag sogar umarmt. Bis dahin galt das Verhältnis der beiden als belastet: Vor Beginn seiner Amtszeit hatte der 53-jährige den Papst noch als «Dummkopf» und «Hurensohn» beschimpft, der rund um die Welt für den Kommunismus werbe. Nach der Übernahme des höchsten Staatsamts im Dezember lud er Franziskus aber recht bald zum Staatsbesuch ein.
Der Papst, der seit Beginn seines Pontifikats 2013 nicht mehr zurück in seiner Heimat war, will nun in der zweiten Jahreshälfte dorthin fahren. Ein genauer Termin wurde allerdings auch nach dem Treffen mit Milei nicht genannt. Seit einiger Zeit macht dem 87-Jährigen erheblich die Gesundheit zu schaffen. Bei der Begegnung mit Milei ging er am Stock oder sass im Rollstuhl. Eine geplante Reise nach Dubai hatte er Ende vergangenen Jahres wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen müssen.
Anlass des Besuchs ist die Heiligsprechung der Argentinierin Mama Antula (1730-1799). Die katholische Ordensfrau - mit bürgerlichem María Antonia di San Giuseppe de Paz y Figueroa - ist die erste Frau aus Argentinien, die heiliggesprochen wurde.