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Für die Umfrage wurden vom Meinungsforschungsinstitut Gallup insgesamt mehr als 22‘000 Personen in Industrienationen und Schwellenländern befragt, jeweils mehr als tausend pro Land. Die unterschiedlichen Resultate spiegeln die Lebensbedingungen der Menschen in den jeweiligen Ländern: In Nationen mit hoher Kriminalität (Südafrika, Mexico) wurden Verbrechen, Terrorismus und politische Unruhen als Sorge Nummer eins bewertet. In Europa (Frankreich, Grossbritannien) waren wahrscheinlich wegen der Euro-Krise die Sorgen vor der wirtschaftlichen Entwicklung am grössten. In Japan und Deutschland, den zwei Ländern mit dem höchsten Durchschnittsalter weltweit (über 42 Jahre), war die Hauptsorge die Überalterung und somit die unsichere Altersvorsorge.
Einige Resultate sind jedoch überraschend: Wer hätte gedacht, dass sich die Chinesen am meisten um dem Zustand der Umwelt sorgen, noch vor wirtschaftlichen Problemen und Kriminalität? Damit bilden sie mit der Schweiz ein ungleiches Paar. Auch in unserem Land verursachen Umweltzerstörung und Klimawandel die grössten Sorgen. Bei den Chinesen, die zum Beispiel unter heftigem Smog zu leiden haben, ist diese Angst verständlich. Doch weshalb fürchten sich die Schweizer, umgeben von sauberer Luft und klaren Gewässern, am stärksten von Klimawandel, Umweltzerstörung und Verlust der Artenvielfalt?
"Die Gallup-Umfrage und deren Ergebnisse weisen wohl eher auf kommende Problemfelder hin, als dass sie schlüssige Antworten liefern."
David Cole (Chief Risk Officer von Gallup)
Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Eine Erklärung könnte die spezielle Topografie der Schweiz sein. Bei der Befragung gab jeder Zweite an, in einem Gebiet zu leben, das schon einmal von Naturkatastrophen wie Steinschlag, Überschwemmungen oder Stürmen betroffen war. Wahrscheinlich wird befürchtet, dass infolge des Klimawandels solche Ereignisse in Zukunft vermehrt und verstärkt auftreten werden. Generell sorgen sich immer mehr Schweizer um den Zustand der Umwelt, was eine ähnliche Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitutes GFS von 2011 bestätigt. Die Meinung, dass die moderne Gesellschaft die Natur missbraucht, wurde von drei Vierteln der Schweizer vertreten. Dabei sind fast alle Befragten der Meinung, dass die Behörden mehr für den Umweltschutz tun sollten. Diese Ergebnisse sollten für die Politik nicht zu übersehen sein. Sie zeigen klar und deutlich, dass sich die Schweizer Bevölkerung wünscht, Massnahmen gegen die Umweltzerstörung weiter zu verstärken.