Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/1857

Hannibal Gaddafi hat am Montag den Schweizer Max Göldi im Gefängnis besucht. Wegen Hannibals Festnahme in Genf war im Sommer 2008 der Streit zwischen Libyen und der Schweiz entbrannt.
In Begleitung seines Anwalts und einiger Journalisten erhielt Göldi Besuch des Sohnes des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi.
Die beiden führten ein Gespräch unter vier Augen. Göldis Anwalt Salah Zahaf sagte, Hannibal Gaddafi habe seinem Mandanten erlaubt, seine Mutter in der Schweiz anzurufen, die am Montag Geburtstag hatte.
"Es ist mir eine Ehre, dass Hannibal Gaddafi mich besucht und ich
hoffe, dass er seinen Einfluss nutzen kann, um mir in meiner
Situation zu helfen", sagte Göldi nachher zu den Journalisten
Göldi hatte am 23. Februar eine viermonatige Haftstrafe wegen angeblicher Visavergehen angetreten. Es gehe ihm nach einer Woche Haft den Umständen entsprechend gut, sagte Daniel Graf, Sprecher von Amnesty International, am Montag.
Das Gesuch für diese Begnadigung sowie einen Rekurs gegen Göldis Verurteilung wollen die Anwälte des Schweizers in diesen Tagen bei der libyschen Justiz einreichen.
Sollte der Oberste Rat dem Begnadigungsgesuch nicht stattgeben, reichten Göldis Anwälte zudem ein Gesuch um Reduktion seiner Haftstrafe ein.
Die Verfahren gegen die Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani gelten als Reaktion auf die vorübergehende Festnahme von Hannibal Gaddafi in Genf. Ihm und seiner Frau war damals vorgeworfen worden, zwei Hausangestellte misshandelt zu haben.
Hamdani durfte Libyen vor einer Woche verlassen.
Rund 1000 Demonstranten haben am Montag vor der Schweizer Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis "Dschihad" (Heiliger Krieg) gegen die Schweiz skandiert und forderten "Fatah" (Revolution, Sieg).
swissinfo.ch und Agenturen