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Etwas nervös bin ich schon. Denn heute will ich nach Transnistrien reisen, das völkerrechtlich zwar zu Moldawien gehört, wo Moldawien aber über keine Staatsgewalt verfügt. Transnistrien wird von Russland unterstützt, aber von keinem Staat der Welt, nicht mal von Russland als eigenständiger Staat anerkannt. Was die unangenehme Konsequenz hat, dass dort auch kein konsularischen Schutz möglich ist – wenn mir hier etwas passiert, dann kann mir mein Heimatland nicht aus der Patsche helfen.
Ich gehe zur Bushaltestelle von Chisinau. Bin noch unsicher, ob ich diese Reise wirklich unternehmen soll. „Zufälligerweise“ steht dort dann wirklich ein Bus mit Destination Tiraspol, der Hauptstadt Transnistriens. Und „zufälligerweise“ fährt dieser in wenigen Minuten ab. Ich steige ein. Jetzt gibt es kein zurück.
Die Fahrt dauert nicht lange bis wir an einer Grenze anhalten. Hier kontrolliert Transnistrien die Pässe, Moldawien führt (zu diesem Zeitpunkt) keine Passkontrollen durch, da es Transnistrien ja nicht als unabhängigen Staat ansieht. Im Grenzgebäude werde ich gefragt, wie lange ich in Transnistrien bleiben möchte und ich erhalte einen Zettel, den ich in den Pass lege und unbedingt aufbewahren muss. Ich werde noch darauf hingewiesen, dass ich den Aufenthalt problemlos vor Ort verlängern könne.
Ich sehe auf der anderen Strassenseite ein kleines Gebäude – ein Klo. Ich versuche mein Glück, doch der erste Kontakt mit dem abtrünnigen Gebiet ist alles andere als angenehm: ein volles Loch von wenigen Zentimetern Durchmesser in einer Betonplatte dient als Abort.
Transnistrien liegt eigentlich jenseits des Fluss Dnister, doch einige wenige Gebiete liegen auf der moldawischen Seite des Flusses, so unter anderem die Stadt Bender. Von dieser geht es über eine Brücke nach Tiraspol, der Hauptstadt Transnistriens. Und diese empfängt mich deutlich angenehmer.