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schwimmen auf dem Wasser, solange sie sich noch nicht vollgesogen haben. Der I. klebt an der Zunge wie Thon, ist geruch- und
geschmacklos, nicht giftig, völlig indifferent, unlöslich in allen gewöhnlichen Lösungsmitteln und zersetzt sich beim
Erhitzen, ohne zu schmelzen, unter widerwärtigem Geruch und Entwickelung prächtig purpurroter Dämpfe. Beim Erhitzen
an der Luft brennt er mit Flamme,
[* 10] und beim Einäschern hinterläßt er 4-21, in der Regel 7-9,5 Proz. weißgraue Asche. I. ist
ein Gemisch verschiedener Stoffe und enthält als wesentlichen BestandteilIndigblau, Indigotin C16H10N2O2 (bis
90, gewöhnlich 40-50 Proz.). Dieser Körper tritt bisweilen auch pathologisch im Harn, Schweiß, Eiter und
in der Kuhmilch auf und kann aus Toluol künstlich dargestellt werden.
Das Indigblau, welches, wie angegeben, in den Pflanzen nicht fertig gebildet vorkommt, entsteht wahrscheinlich
aus Indikan C26H31NO17 , welches den I. liefernden Pflanzen durch kalten Alkohol entzogen wird.
Es bildet einen gelbbraunen Sirup, der ekelhaft bitter schmeckt, in Wasser und Alkohol löslich ist, sauer reagiert und bei
Behandlung mit verdünnten Säuren in süß schmeckendes Indiglucin C6H12O6 (welches
den Zuckerarten sehr nahesteht) und Indigblau zerfällt.
namentlich für die Zeugdruckerei verwertet, vermochte aber bisher nicht, den I. wesentlich zurückzudrängen.
Der I. war schon den Alten bekannt. Plinius berichtet von einem blauen Farbstoff, der nach dem Purpur im höchsten Ansehen stehe
und aus Indien komme; er kennt auch den roten Dampf, den der I. beim Erhitzen ausstößt, und erzählt,
daß der I. in der Malerei und in der Medizin bei Geschwüren etc. angewandt werde. Hiermit stimmen die Angaben des Dioskorides
überein. Der I. hieß bei den Alten Indicum, arabische Schriftsteller gebrauchen auch das hindostanische Wort nil (blau).
Marco Polo beschreibt die Bereitung des Indigos nach eigner Anschauung. In neuerer Zeit benutzten den I.
zuerst die Italiener, und zu Anfang des 17. Jahrh. war die Blaufärberei mit I. bereits eine bekannte
Sache. Um diese Zeit trug besonders die Holländisch-OstindischeKompanie durch starke Einfuhr zur ausgebreiteten Anwendung
des Indigos bei. Hierdurch fühlten sich die heimischen Waidfabrikanten bedroht und wußten es durchzusetzen,
daß die Einfuhr des Indigos verboten wurde.
Die Nürnberger ließen jeden Färber jährlich schwören, daß er keinen I. gebrauche, und bedrohten
ihn im Übertretungsfall mit Todesstrafe. Trotzdem breitete sich die Anwendung des Indigos weiter aus, und 1699 konnte Colbert
nur noch befehlen, den I. nie ohne Waid anzuwenden. Die völlige Freigebung des Indigos datiert aber erst von 1737. Nach Amerika
[* 24] wurde die Indigofabrikation in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gebracht. Die Kunst, Wolle mit
in Schwefelsäure aufgelöstem I. zu färben, wurde 1740 vonBarth zu Großenhain
[* 25] in Sachsen
[* 26] entdeckt.
Vgl. Rudolf, Die gesamte
I.-Küpenblaufärberei (Leipz. 1885);