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Das Lerchenfeld liegt westlich von Thun, zwischen Autobahn, eidgenössischen Betrieben und der Aare. In früheren Zeiten wurde das Gebiet oft überschwemmt und es diente den Burgern von Thun als Pferdeweide. Es hiess daher «Rossweid», und der Wald dahinter steht auf dem «Kandergrien».
Bis zur Ableitung der Kander in den Thunersee musste beim Zollhaus der Brückenzoll für die Überquerung des Flusses bezahlt werden. Um die Jahrhundertwende entstanden die ersten Häuser, erbaut fast durchwegs von Fabrikarbeitern. Um die Existenz ihrer Familien sicherzustellen, betrieben sie nebenbei eine kleine Landwirtschaft und waren damit weitgehend Selbstversorger. In mehreren kleinen Läden gab es «Kolonialwaren» zu kaufen.
Im Jahre 1908 erhielt das Quartier den Namen Lerchenfeld. Ein grosses Problem für die Bevölkerung war der weite Weg der Schulkinder in die Schulen der Stadt. Auch die Predigtgänger waren nicht glücklich über den beschwerlichen Gang in die Stadtkirche.
Mit der Einweihung des Schulhauses im April 1926 ging ein wichtiger Wunsch in Erfüllung. Für den Gottesdienst fand man eine andere Lösung. Während einigen Jahren wurde ein Mal im Monat, mit Pfarrer Graf aus Thun, im Waldeggsaal Gottesdienst gefeiert. Später zügelte die Gemeinde in das Handarbeitszimmer im neuen Schulhaus.
Im Jahre 1945 ging ein weiterer Wunsch in Erfüllung. Das Quartier erhielt den ersten eigenen Vikar. Mit Pfarrer Nünlist wurde nun jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert. Die Gemeinde wuchs, und damit auch der Wunsch nach einer eigenen Kirche.
Im Mai 1951 konnte die neuerbaute Kirche eingeweiht werden. Im selben Jahr wurde auch der Kirchenchor gegründet.
Die Kirchgemeinde Lerchenfeld zählt heute 1551 (Stand 2014) Gemeindemitglieder.
Text: Hans-Peter Walker