Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03626.jsonl.gz/1327

Meng Wanzhou, der Chef des chinesischen Huawei, der letzte Woche in Kanada festgenommen wurde, wurde nach Genehmigung durch ein kanadisches Gericht gegen Kaution freigelassen. Sie kommt unter ziemlich strenger Aufsicht und wartet auf die Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA.
Laut The Star, einer kanadischen Zeitung aus Vancouver, in der der Prozess stattfand, wurde sie unter der Bedingung freigelassen, dass 10 Millionen kanadische Dollar bezahlt wurden, umgerechnet 6,6 Millionen Euro. Unter den auferlegten Bedingungen muss sie in Vancouver in ihrem eigenen Haus wohnen und darf das Haus nicht zwischen 23:00 und 6:00 Uhr verlassen. Außerdem gibt es vierundzwanzig Stunden Aufsicht, und sie trägt ein elektronisches Fußkettchen, das sie selbst bezahlen muss. Sie musste auch ihre Pässe abgeben, darf aber in Vancouver und der nahe gelegenen Stadt Richmond reisen.
Der Sitzungsrichter machte auch Vorwürfe geltend, Meng sei absichtlich nicht in die Vereinigten Staaten gereist, um einer laufenden Untersuchung zu entgehen. Der kanadische Richter nannte dies „spekulativ und ohne Grund“. Diese Vorwürfe stammen von den amerikanischen Behörden. Sie behaupten, Meng kenne die US-Ermittlungen in Bezug auf Teile von Huawei und darauf basierend sei Meng seit April 2017 absichtlich nicht mehr in die USA eingereist. Huawei hat Scott Bradley darüber informiert, dass es Vertrauen in die kanadischen und US-amerikanischen Rechtssysteme hat und dass in den anstehenden Verfahren ein fairer Abschluss erzielt wird.
Meng ist seit Anfang Dezember auf Ersuchen der Vereinigten Staaten festgefahren. Zum Zeitpunkt der Verhaftung hatte sie auf ihrem Flug von Hongkong nach Mexiko einen Zwischenstopp in Kanada. Die USA verdächtigen Huawei, dass das Unternehmen US-Sanktionen gegen den Iran verletzt hat. Laut den USA liefert Huawei seit 2016 amerikanische Produkte in den Iran, was gegen Sanktionen und Exportgesetze verstoßen hätte. Die USA müssen bis Februar Beweise vorlegen und zu einem Auslieferungsgesuch kommen. Wenn dieser Papierkram laut kanadischem Gericht nicht in Ordnung ist, wird Meng freigelassen.
Übrigens hat China nun einen kanadischen Ex-Diplomaten festgenommen und inhaftiert, was von manchen als Reaktion auf die kanadische Verhaftung von Meng gesehen wird.