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<h2>SubmittedText<h2><p>Mit Beelong hat die Hotelfachschule Lausanne einen ökologischen Indikator entwickelt, mit dem Lebensmittel und Gerichte bezüglich ihrer Umweltverträglichkeit beurteilt und anhand einer Skala ähnlich jener der Energieetikette gekennzeichnet werden können. So können die Kundinnen und Kunden von Gastrobetrieben bei der Wahl ihres Gerichts dessen Umweltverträglichkeit mit einbeziehen, und die Köche und Köchinnen bzw. die Personen, die die Einkäufe tätigen, können sich bereits im Vorfeld die ökologischen Auswirkungen ihres Speiseplans ins Bewusstsein rufen und diese allenfalls anpassen. Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) geht fast ein Drittel der durch unseren Konsum verursachten Umweltbelastung auf das Konto der Nahrungsmittel. Es lohnt sich also, eine bessere Aufklärung zu fördern und damit die Akteure in den verschiedenen Lebensmittelsektoren wie auch die Konsumentinnen und Konsumenten dabei zu unterstützen, die Umweltbelastung durch unsere Ernährung zu vermindern. Das Gastgewerbe ist eine der Branchen, die in dieser Hinsicht eine Verantwortung hat. Übrigens ist Beelong nicht das einzige Projekt, das auf eine bessere Aufklärung über die Umweltverträglichkeit der Lebensmittel abzielt. Es gibt zahlreiche weitere, darunter Eaternity, das u. a. einen Rechner entwickelt hat, mit dem die CO2-Emissionen von Lebensmitteln ermittelt werden können.</p><p>1. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass weitere Massnahmen ergriffen werden sollten, um umweltverträglichere Koch- und Essgewohnheiten zu fördern?</p><p>2. Welche Rolle könnten die neuen Informationsmittel zur Umweltverträglichkeit in diesem Zusammenhang spielen?</p><p>3. Müsste nach Ansicht des Bundesrates der Bund in diesem Zusammenhang mit gutem Beispiel vorangehen und eine Vorreiterrolle einnehmen? Was unternimmt er in dieser Hinsicht bereits?</p><p>4. Mehrere Gastrobetriebe bei der öffentlichen Verwaltung von Kantonen und Gemeinden verwenden jetzt schon den Beelong-Indikator, um die Umweltbelastung durch ihre Leistungen zu reduzieren, und Eaternity organisiert Pilotprojekte mit der Stadt Zürich. Kann der Bundesrat Gaststätten nennen, die Dienstleistungen für den Bund erbringen und wo ähnliche Schritte unternommen werden könnten (beispielsweise in der Bundesverwaltung oder im Militär)? Wäre er bereit, diese dazu zu ermutigen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Laut dem vom Bundesrat 2013 verabschiedeten Aktionsplan Grüne Wirtschaft ist in der Schweiz die Ernährung für knapp 30 Prozent der konsumbedingten Umweltbelastung verantwortlich. Der Aktionsplan soll die Umweltbelastung durch die Ernährung senken und sieht zu diesem Zweck verschiedene Massnahmen vor. Dazu gehören Vorkehrungen für eine ressourcenschonendere Ernährung unter Berücksichtigung der Potenziale der Landwirtschaft, eine Reduktion des Food Waste und die Verbesserung der Produktumweltinformationen. Der Bund engagiert sich also bereits für die Förderung umweltverträglicherer Koch- und Essgewohnheiten. Gleichzeitig unterstützt der Bund die Entwicklung und Verbesserung von Verfahren wie der Methode der Umweltbelastungspunkte, mit der die Umweltfolgen unserer Ernährung quantifiziert werden können. Weiter hat das SBFI das Optimierungspotenzial der Berufsausbildungen im Bereich Cleantech bestimmt. Dieses Optimierungspotenzial (beispielsweise "Nachhaltige Landwirtschaft" für die Köchinnen und Köche) wird im Rahmen der nächsten fünfjährlichen Evaluation des betreffenden Berufs berücksichtigt und bei Bedarf in die Revision des Berufs eingebracht werden.</p><p>2. Die neuen Informationsmittel können sich als wirksam erweisen, um die Köchinnen und Köche und Konsumentinnen und Konsumenten dabei zu unterstützen, die Umweltbelastung durch unsere Ernährung zu vermindern. Die klimafreundlichen Rezepte und die Cloud-Applikation für Köchinnen und Köche von Eaternity sind gute Beispiele für die Rolle, die die neuen Informationsmittel spielen können. Gleichzeitig sollten die Köchinnen und Köche entsprechend ausgebildet und die Unternehmenskunden sensibilisiert werden. Die gemeinsame Initiative "One Two we" der SV Group und des WWF ist ein weiteres gutes Beispiel. Labels für Menüs spielen eine Rolle bei der Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten, müssen aber bestimmte Grundsätze beachten (Lebenszyklus, Wirksamkeit usw.). Im Rahmen des Aktionsplans Grüne Wirtschaft beteiligt sich der Bund an einem europäischen Projekt zur Verbesserung und Harmonisierung der Informationen über die Umweltauswirkungen der Produkte.</p><p>3. Der Bund setzt sich dafür ein, beim umweltbewussten Konsum, u. a. im Gastronomiebereich, mit gutem Beispiel voranzugehen. In dieser Hinsicht prüft die Bundesverwaltung gegenwärtig, wie das Vermietungs- und Betriebskonzept für ihre Personalrestaurants unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsgrundsätze angepasst werden könnte. Diese Grundsätze sollen in Form von Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Produkte, ihre gesellschaftlichen Auswirkungen und die gesellschaftlichen Aspekte im Zusammenhang mit den Gastronomiebetrieben selbst in Verbindung mit den "Schweizer Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie" des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in das Konzept eingebracht werden.</p><p>4. Die Compass Group (Eurest) hat eine Zusammenarbeit mit Eaternity initiiert, um die Treibhausgasemissionen der Mahlzeiten in allen ihren Restaurants, auch jenen des Bundes, bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Seit dem 9. März 2015 bietet die Compass Group insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bafu und des BBL klimafreundliche Menüs an. Für den Betrieb seiner Personalrestaurants bevorzugt der Bund aber den Ansatz, Nachhaltigkeitsanforderungen festzulegen, anstatt noch weitere Labels zu schaffen. Der Indikator Beelong kann im Rahmen der Revision des Vermietungs- und Betriebskonzepts für die Personalrestaurants geprüft werden.</p>  Antwort des Bundesrates.