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Bear Steepening: Überangebot von US-Staatsanleihen flacht US-Zinskurve ab
Der gegenwärtige Verlauf der US-Renditekurve wird massgeblich vom gestiegenen Angebot an Treasury-Anleihen im Kontrast zur verhaltenen Nachfrage beeinflusst.
1. November 2023
In den letzten Wochen kam es zu signifikanten Bewegungen an der US-Treasury Renditekurve. Insbesondere das «Bear Steepening» hat die Veränderungen in der Zinsstrukturkurve vorangetrieben. Dies bedeutet, dass die Renditen von langfristigen Anleihen schneller steigen als die von kurzfristigen US-Staatsanleihen (siehe Grafik).
Geldbedarf der Regierung Biden
Die jüngsten Veränderungen in der Renditekurve werfen ein Licht auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen Angebot und Nachfrage von Staatsanleihen. Ein entscheidender Faktor ist der drastische Anstieg der US-Staatsverschuldung. Die Herausforderungen im Zuge der Covid- 19-Pandemie, das grosse Infrastrukturpaket der Regierung Biden und andere wirtschaftliche Belastungen führten vermehrt zur Emission von Treasury-Anleihen, um die benötigten Mittel zu beschaffen. Dies resultierte in einem Überangebot an Staatsanleihen auf dem Markt. Dem gegenüber steht eine Nachfrage, die nicht im gleichen Masse zugenommen hat.
Die Zurückhaltung könnte auch auf die gegenwärtige Unsicherheit bezüglich der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklungen zurückzuführen sein. Investoren zögern, in langfristige Anleihen zu investieren, solange die Aussichten noch mit Unsicherheiten behaftet sind. Dazu kommt, dass die Mehrzahl der wichtigsten Zentralbanken aktuell ihre Bilanz deutlich reduziert und somit nicht als Käufer von Staatsanleihen agiert.
Abgesehen vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage gibt es auch andere Einflussfaktoren auf die Renditekurve. Etwa geldpolitische Entscheide der Federal Reserve oder geopolitische Entwicklungen. Diese können kurzfristig erheblich schwanken, sollten jedoch nicht überinterpretiert werden.
Was bedeutet Bear Steepening?
Ein «Bear Steepening» findet statt, wenn die langen Zinsen stärker steigen als die kurzen. In Kombination mit einer inversen Zinskurve, wie aktuell, kann es zu einer Rezession kommen.