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Die beiden U-Boote, die das Ökosystem im Genfersee erforschen sollen, haben am Dienstag ihren Probetauchgang erfolgreich absolviert. An Bord der U-Boote befanden sich unter anderem Solar-Impulse-Chef Bertrand Piccard und der US-amerikanische Ozeanograph Don Walsh.
Walsh erforschte 1960 zusammen mit Piccards Vater, Jacques Piccard, den Marianengraben im westlichen Pazifischen Ozean - den mit rund 11'000 Meter weltweit tiefsten Tiefseegraben.
Bertrand Piccard und Walsh wurden am Dienstag vom russischen Piloten Anatoly Sagalevitch in die Tiefen des Genfersees begleitet. Der Tauchgang fand in der Seemitte zwischen Lausanne und Evian F statt und dauerte rund 40 Minuten. Das orange-weisse U-Boot erreichte eine Tiefe von knapp 300 Metern.
"Das erinnert mich an die Arbeit meines Vaters", sagte Piccard, der schon früher im Genfersee tauchen war. So etwa 1964 mit dem Unterseeboot, das sein Vater anlässlich der Landesausstellung 1964 in Lausanne bauen liess.
Ab Mittwoch auf Forschungstauchgang
Am Mittwoch und Donnerstag starten die beiden rund 18 Tonnen schweren Mir-U-Boote zu den eigentlichen Forschungstauchgängen. Als erstes werden die Rhone-Schluchten im Genfersee untersucht.
Das kalte, mit Sediment befrachtete Rhonewasser ist für die Bildung dieser Schluchten am Seegrund verantwortlich. Mittlerweile sind die Wände der Schluchten bis zu 50 Meter hoch. Da sie aus Flusssediment bestehen, sind sie nicht sehr stabil.
Forscher gehen davon aus, dass die im Jahre 563 im Genfersee ausgelöste Flutwelle vom Einbruch eines solchen Unterwasser-Canyons herrührte. Damals wurde das Dorf Glérolles, das zwischen Lausanne und Vevey lag, zerstört.
Erforschung des Öko-Systems
Die Erforschung der Rhone-Schluchten ist ein Teilprojekt des Elemo-Programms. Dieses hat zum Ziel, das Ökosystem des Genfersees besser zu erforschen. Der Forschungsschwerpunkt liegt in den Bereichen Geologie, Mikrobiologie, Biochemie und Physik.
Daran beteiligt sind neben der ETH Lausanne (EPFL), die das Programm leitet, auch die Universitäten Genf und Neuenburg, das Wasserforschungsinstitut Eawag sowie Institute aus Frankreich, Grossbritannien, Russland und den USA.
SDA-ATS