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Pauline Mudry, Logopädin im Spital Siders, antwortet auf einige Fragen betreffend die Aphasie. Es handelt sich um eine Sprachstörung, die plötzlich auftreten kann.
Was ist eine Aphasie?
Mit Aphasie bezeichnet man eine sprachliche Beeinträchtigung, die nach einer Schädigung des Hirns (im Allgemeinen der linken Hemisphäre) auftreten kann. Die Krankheit zeigt sich mit unterschiedlichem Schweregrad in verschiedenen Bereichen. Gewisse Patienten haben Mühe, die passenden Wörter zu finden, andere wandeln die Sprachlaute um und wieder andere können nur noch sehr häufig verwendete Wörter wie Ja, Nein oder Danke ausdrücken. Die meisten von der Aphasie betroffenen Personen haben auch (mehr oder weniger grosse) Mühe, die mündliche Sprache zu verstehen. Meistens ist auch die Lese- und Schreibfähigkeit beeinträchtigt.
Die Beschwerden treten am häufigsten nach einem Schlaganfall auf. Sie können aber auch die Folge insbesondere eines Schädel-Hirntraumas oder eines Hirntumors sein und treten ebenfalls im Rahmen einer neurodegenerativen Erkrankung auf.
Wer ist am häufigsten betroffen?
Von der Aphasie sind am häufigsten ältere Menschen betroffen, da bei ihnen ein grösseres Risiko für einen Schlaganfall (der die Hauptursache der Aphasie darstellt) besteht. Es können aber auch jüngere Personen und sogar Kinder (allerdings selten) betroffen sein.
Wie kann man mit einer Person kommunizieren, die unter Aphasie leidet?
Zur Erleichterung der Kommunikation mit aphasischen Personen wird Folgendes empfohlen:
- kurze und einfache Sätze bilden (ohne eine kindliche Sprache zu verwenden)
- Fragen stellen, auf welche die Person mit Ja oder Nein antworten kann
- seine Worte mit Gesten begleiten
- in der Umgebung konkret zeigen, worüber man sprechen will
Lassen Sie der Person genügend Zeit, damit sie sich ausdrücken kann, und nutzen Sie sämtliche möglichen Kommunikationsmittel (Mimik, Gesten, Zeichnungen, Bezeichnung von Gegenständen/Fotos). Um der Person zu helfen, ein passendes Wort zu finden, können Sie ihr die ersten Laute vorgeben oder das Wort in einem Satz verwenden (zum Beispiel: ich schaue die Zeit auf meiner … nach).
Folgende Mittel können helfen, die Ausdrucksschwierigkeiten zu kompensieren und das Verständnis zu unterstützen:
- ein persönliches Kommunikationsheft, das mit Unterstützung eines Logopäden erstellt werden kann, in Form von Fotos aus dem Alltag (Familien, Gegenstände, Orte, …), von Wörtern und/oder Sätzen, die bezeichnet werden
- ein Support auf einem elektronischen Tablet. Gewisse Spezialanwendungen sind sehr gut konzipiert.
Zusätzliche Informationen über die Aphasie finden Sie in unserer Broschüre: Informationen und Ratschläge in Bezug auf die Aphasie (auf Französisch)
oder auf der Webseite des Vereins aphasie suisse. Auch im Wallis besteht ein Verein für aphasische Menschen: AVALA. Kontakte finden Sie auf der Webseite von aphasie suisse.
Interessiert Sie dieses Thema? Lesen Sie den Artikel “Der Hirnschlag: eine weltweit verbreitete, heimliche Krankheit”.