Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/191553

<h2>SubmittedText<h2><p>An der Jugendsession haben die Teilnehmenden die Problematik der übermässigen Verpackungen angesprochen. Sie haben festgestellt, dass der Bund übermässige Verpackungen nicht verbieten kann, waren aber erstaunt über die fehlende Transparenz der Detailhändler in Bezug auf dieses Thema. </p><p>Das vom Bundesrat angenommene Postulat Munz 18.3496, "Aktionsplan zur Reduzierung von Plastikeinträgen in die Umwelt", beauftragt ihn mit einer Analyse der Quellen und Eintragswege von Plastik und Mikroplastik in die Umwelt sowie der Auswirkungen des Plastiks auf die Umwelt und die Gesundheit. Ist der Bundesrat im Rahmen dieses Berichtes bereit, eine Lösung zu finden, um die Mengen an Verpackungsplastik, das im Detailhandel verwendet wird, transparenter zu gestalten?</p><p>Bei der Abfallproduktion pro Kopf und Jahr verfehlt die Schweiz mit 700 Kilogramm nur knapp den Weltmeistertitel. Doch der Handlungsspielraum der konsumierenden Bevölkerung ist durch die Problematik der übermässigen Verpackungen begrenzt. Wo kann man einen USB-Stick kaufen, bei dessen Verpackung nicht übermässig viel Plastik verwendet wurde?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Einsatz von Kunststoffen als Verpackungsmaterial hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit exponentiell zugenommen. Die Verpackung erfüllt wichtige Funktionen: Sie dient dem Schutz der Produkte und vereinfacht die Handhabung beim Transport, bei der Lagerung und der Stapelung. Auf der Verpackung wird auch über den Inhalt informiert. Ausserdem kann sie für das Marketing und die Diebstahlprävention genutzt werden. Bei der Wahl des Verpackungsmaterials spielen auch Kosten und ökologische Aspekte eine Rolle.</p><p>Der Bundesrat ist sich der Problematik der Umweltbelastung durch Plastik bewusst. Er hat denn auch das Postulat Munz 18.3496, "Aktionsplan zur Reduzierung von Plastikeinträgen in die Umwelt", zur Annahme empfohlen. Im entsprechenden Bericht sollen auch die Verpackungen thematisiert werden.</p><p>Da in der Schweiz Abfälle in der Regel (mit Ausnahme von Littering) korrekt entsorgt und stofflich oder thermisch verwertet werden, gelangt nur ein kleiner Anteil der Plastikverpackungen in die Umwelt. Um mehr Transparenz bei den eingesetzten Verpackungen zu schaffen, müssten die Mengen aufgegliedert nach den verwendeten Materialien und Kunststoffarten ermittelt werden. Dies wäre mit einem unverhältnismässigen Aufwand verbunden.</p><p>Der Bundesrat teilt aber die Ansicht, dass in der Schweiz zu viel Abfall verursacht wird und Massnahmen zur Verminderung von Verpackungen angezeigt sind. Das Bundesamt für Umwelt erarbeitet zurzeit eine Abfallvermeidungsstrategie. Darin sollen neben den Kunststoffverpackungen auch andere Verpackungsmaterialien und die Umweltbelastung der eigentlichen Produkte berücksichtigt werden.</p>  Antwort des Bundesrates.