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Ar 562
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Ar 562
1985-2002
1.5 m
Initiiert von Josef Jenni und einer Gruppe der SSES (Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie, Société Suisse pour l'Energie Solaire) fand 1985 die erste Tour de Sol statt, eine Rallye mit solarbetriebenen Leichtbaufahrzeugen (Solarmobile). Die Kritiker hatten im Vorfeld prophezeit, dass man mit einem Solarauto die Schweiz nicht in so kurzer Zeit würde durchqueren können. Doch die Tour de Sol 1985, in deren Patronatskomitee die damaligen Nationalräte Adolf Ogi, Kaspar Villiger und Moritz Leuenberger sassen, strafte die Skeptiker Lügen.
Die erste Tour de Sol führte in 5 Etappen von Romanshorn über Winterthur nach Genf. Am Start waren 73 Solarmobile und über 50 davon schafften die Strecke, welche auf ungesperrten Strassen erfolgte; die Teilnehmenden mussten sich an sämtliche Verkehrsregeln halten. Gewonnen hat das Solarfahrzeug alpha real des Automobilherstellers Mercedes-Benz. Die Fahrzeuge hatten Solarzellen und Batterien mit einer definierten maximalen Leistung beziehungsweise Kapazität.
Zunächst waren zwei Kategorien von Fahrzeugen zugelassen:
1.Solarmobile ohne Zusatzantrieb, d.h. ausschliesslich mit direkter Sonnenenergie betrieben, plus der ersten Ladung der Batterie. Erlaubt waren maximal 6 m² oder 480 W für den Solargenerator und 4.8 kWh für die Batterie.
2.Solarmobile mit Zusatzantrieb, d.h. mit zusätzlicher Muskelkraft und mit reduzierten Werten für Solargenerator und Batterie.
Später kamen weitere Kategorien dazu, z.B.: "Seriensolarmobile", serientaugliche Prototypen oder tatsächliche Elektroautos mit einer regulären Verkehrszulassung. Da die zur Verfügung stehende Solarfläche für solche Fahrzeuge zu gering war, wurden zuerst stationäre solare Ladestationen mit Batteriewechsel und später das Netzverbund-System zugelassen: die Fahrzeuge durften vom Stromnetz laden, wenn rechnerisch genügend Strom anderswo eingespeist wurde. Dies führte zu den heute bekannten Einspeisesystemen für Solarstrom.
Die letzte Tour de Sol wurde 1993 ausgetragen und führte von Luzern nach Adelboden. Hatten die Fahrzeuge bei den ersten Rennen noch meistens drei Räder, kamen später immer mehr vierrädrige Autos und Zweiräder dazu. Aus letzteren entstanden in der Schweiz die ersten käuflichen Serien von Elektromotorrädern und Elektrofahrrädern. Die Tour de Sol brachte nicht zuletzt der Ingenieurschule Biel weltweites Ansehen. Diese errang mit dem Solarmobil "Spirit of Biel" an der World Solar Challenge 1987 den 3. Rang; drei Jahre später (1990) konnte sie die World Solar Challenge, das härteste Rennen für Solarmobile von Darwin nach Adelaide in Australien gewinnen.
Dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben am 29.04.2014; die Ablieferung wurde betreut von Frau Silvana Durrer.
Der Bestand enthält Unterlagen der Stiftung (Protokolle, Aktennotizen, Urkunden, Statuten, Rechtsakten, etc.), diverse Korrespondenzen, Reglemente und Verträge, Rechnungsunterlagen, Fahrerbriefe, Presse- und Medienmitteilungen, Drucksachen (Plakate, Programmzeitungen, Newsletter). Ferner sind im Bestand diverse Objekte wie Ansteckknöpfe und Aufkleber sowie Fotodokumente vorhanden.
Kassiert wurden Dubletten, handschriftliche Notizen, einzelne Zeitungsartikel sowie Unterlagen, die zu rein organisatorischen Zwecken hergestellt wurden.
Nachlieferungen werden erwartet
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Der Bestand wurde im Januar 2015 von H. Villiger bearbeitet.