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Wirbelbrüche kommen an den Wirbelkörpern und an den Bogenstrukturen vor. Bei schweren Verletzungen besteht die Gefahr einer Verschiebung der Bruchstücke, was zu einer Schädigung des Rückenmarks führen kann.
Bezüglich der gegenseitigen Lage ihrer Bruchstücke unterscheidet man nicht verschobene von verschobenen (dislozierten), bezüglich der verbleibenden Stabilität der Wirbelsäule stabile und instabile Frakturen (Abbildungen a und b). Bei letzteren sind grösstenteils auch die Bänder verletzt und es besteht die Gefahr einer sofortigen oder zunehmenden Verschiebung der Bruchstücke, was zur Schädigung des Rückenmarks führen kann, schlimmsten Falls zu einer Querschnittlähmung.
Wenn man die einzelnen Abschnitte der Wirbelsäule miteinander vergleicht, haben die Wirbelknochen in ihrem Aufbau gemeinsame Elemente, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Form. An den Bewegungen der Wirbel untereinander sind die folgenden Strukturen sowie die Bänder und Muskeln beteiligt.
Im Bereich der oberen Wirbelsäule (Halswirbelsäule) entstehen sie durch einen Aufschlag des Kopfes, wenn der Hals zu stark gebeugt, gestreckt oder verdreht wird, oder durch ein Schleudertrauma. Typische Beispiele sind: Kopfsprung ins seichte Wasser, Reit-, Fahrrad- oder Motorradunfall. Die mittleren und unteren Abschnitte erleiden Verletzungen durch Sturz auf das Gesäss („Achsenstoss“), durch direkte Krafteinwirkung auf den Rücken oder durch gewaltsame Bewegung wie Verdrehen, Überstrecken oder forciertes Beugen
Sie entstehen sowohl durch Unfälle, als auch bei pathologisch veränderten Knochen (Spontanfrakturen).
Sie sind typisch beim Ganzkörpertrauma, bei Spontanfrakturen muss nicht mit ihnen gerechnet werden.
Man kann von aussen kaum beurteilen, ob ein Wirbelbruch vorliegt oder nicht. Lässt er sich nicht ausschliessen, erfolgt der Transport am besten durch ausgebildete Helfer, die wissen wie der Verunfallte zu lagern ist. Dadurch vermindert sich das Risiko einer durch unzweckmässigen Transport bedingten Schädigung des Rückenmarks.
Prophylaxe der Osteoporose bedeutet zugleich Verminderung des Risikos einer spontanen Wirbelfraktur.
Insgesamt umfassen die ärztlichen und pflegerischen Untersuchungen und Massnahmen ein breites Spektrum und sie erfordern vielfach Spitalbehandlung. Pathologische Frakturen können bisweilen zu Hause behandelt werden.
Neben Röntgenbildern wird zur genaueren Darstellung des Schadens oft die Computer-Tomographie (CT) oder die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) eingesetzt.
Bei Frakturen durch schweren Unfall ist mit der Verletzung weiterer Organe zu rechnen (Rippenbrüche, Pneumothorax, Nierenriss und andere).
Die Behandlung hängt ab von der Art des Knochenbruchs (stabil – instabil, Ausmass) und von einer allfälligen Schädigung des Rückenmarks. Stabile Frakturen lassen sich funktionell mit frühzeitiger Physiotherapie behandeln.
Patienten, die eine instabile Fraktur – mit oder ohne Lähmungserscheinungen – erlitten haben, weisen bezüglich Rehabilitation die günstigere Prognose auf, wenn die Wirbelsäule operativ aufgerichtet und in physiologischer Stellung verfestigt wird.
Bei pathologischen Frakturen gilt es, die auslösende Grundkrankheit in den Therapieplan mit einzubeziehen.
Ein neues operatives Verfahren ist das Einspritzen von Knochenzement in einen zusammengebrochenen Wirbelkörper (sog. Kyphoplastie). Dieser wird möglichst zu seiner ursprünglichen Grösse aufgerichtet und stabilisiert mit dem primären Ziel der Schmerzfreiheit. Der Eingriff ist jedoch nicht für jede Fraktur und jeden Ort geeignet.