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Autor: pascal jäggi
FreiburgHat der Syndic von Vuisternens-en-Ogoz 2005 das Protokoll einer Sitzung des Gemeinderats gefälscht, um den damaligen Oberamtmann Nicolas Deiss zu täuschen? Eine Frage, die das Strafgericht des Saanebezirks gestern im Rahmen eines grösseren Prozesses (siehe FN vom 17. April) beschäftigte. Beschuldigt wurde der Syndic durch einen früheren Gemeinderatskollegen, den der Syndic nun wegen Verleumdung belangen will.
Dieser Kollege, ein 54-jährige Landwirt, der auch in anderen Fragen mit den Behörden in die Haare geraten ist, sagte, er habe zwei verschiedene Versionen des gleichen Protokolls gefunden. Entscheidend sei darin die Vertrauensfrage des restlichen Gemeinderats gegenüber ihm gewesen. «In einem Protokoll waren alle gegen mich, im anderen sprachen sich drei für und zwei gegen mich aus», erklärte der Angeschuldigte. Dem Oberamtmann sei nur die erste Version gezeigt worden, worauf dieser ihn suspendierte, behauptete der Angeschuldigte gestern erneut.
Die Suspendierung wurde zwar später durch den Staatsrat aufgehoben, der Landwirt insistierte nun aber umgekehrt, dass der Syndic willentlich den Oberamtmann getäuscht habe. Unter anderem hat er an einer Gemeindeversammlung im Jahr 2007 gesagt, dass der Syndic ein Protokoll abgeändert habe. Der Ex-Syndic streitet den Vorwurf ab. Vielmehr habe es der Angeschuldigte darauf abgesehen, ihm und den anderen Gemeinderäten das Leben schwer zu machen.
Gerichtspräsident Jean Marc Sallin hakte nach: Ob der Angeschuldigte aus Rachegefühlen den Syndic wiederholt auf die «Veränderung» ansprach? Immerhin habe dieser seine Suspendierung verlangt. Der 54-Jährige wies das weit von sich. «Es ging immer nur um die Wahrheit», erklärt er. Wieso er dann nicht seinerseits den Syndic verklagt habe, fragte Sallin weiter. «Ich arbeite 90 Stunden pro Woche, da habe ich keine Zeit zu prozessieren», meinte der Angeschuldigte. Momentan bleibt ihm nichts anderes übrig; heute werden die Plädoyers in seinem Fall gehalten, am Freitag wird das Urteil erwartet.