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| Hieronymus († 420) - Briefe

II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
125. An den Mönch Rusticus
17.
Wenn Du nun an die große Zahl der Sünder denkst und an die Menge derer, die zugrunde gehen, laß Dich nicht durch die etwa aufsteigende Befürchtung verwirren: „Was? Werden also alle, die in den Städten leben, dem Verderben anheimfallen? Sie machen Gebrauch von ihrem Besitze, dienen den Kirchen, besuchen die Bäder und verachten keineswegs wohlriechende Salben. Trotzdem spricht jedermann von ihnen mit Achtung.“ Auf diesen Einwand habe ich schon früher geantwortet und will es kurz noch einmal tun. Diese Schrift befaßt sich nicht mit den Klerikern, sondern sie will ein Leitfaden für Mönche sein. Die Kleriker sind geheiligt durch ihren Stand, und ihr Beruf ist hochgeachtet. Handle und lebe so im Kloster, daß Du verdienst, ein Kleriker zu werden, daß Du Deine Jugend durch keinen Makel befleckst, daß Du zum Altare Christi gehst rein wie eine Jungfrau, die heraustritt aus ihrem Gemache, daß Du bei allen, auch bei denen, die außerhalb sind, in gutem Rufe stehst 1 Die Frauen mögen Deinen Namen kennen, aber nicht Dein Gesicht. Kommst Du in die reifen Mannesjahre, so Dir Gott das Leben erhält, 2 dann wird Dich vielleicht das Volk und der Bischof der Stadt zum Priester wählen. Dann lebe wie ein Priester und mache es den besten aus ihnen gleich! [S. 234] Denn in allen Berufen und Ständen sind Gut und Bös gemischt.
1: 1 Tim. 3, 7.
2: 4 Kön. 4, 16.