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In der Schweiz gibt es 3 exotische invasive Mückenarten: Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke), Aedes japonicus (Asiatische Buschmücke) und Aedes koreicus. Alle diese Mücken haben schwarz – weiss gestreifte Hinterbeine und nutzen für ihre Entwicklung kleine Wasseransammlungen, die sie im besiedelten Gebiet vorfinden. Sie unterscheiden sich jedoch erstens in der Lästigkeit, die sie für die Bevölkerung verursachen können, zweitens in ihrer Fähigkeit möglicherweise exotische Krankheiten zu übertragen und drittens in ihrer Verbreitung in der Schweiz.
Melden Sie das Vorkommen dieser Mücken um sie besser bekämpfen zu können.
Die Tigermücke gilt als eine der am meisten gefürchteten invasiven Arten. Tatsächlich hat die Mücke, die ursprünglich aus Südostasien stammt, innerhalb weniger Jahrzehnte die ganze Welt besiedelt. Ermöglicht wurde dies durch menschliche Aktivitäten, z.B. durch passiven Transport mithilfe von Fahrzeugen oder dem Handel von gebrauchten Reifen, und durch ihre ausgeprägte ökologische Anpassungsfähigkeit. Aktuell kommt sie überall in Südeuropa vor und bewegt sich Richtung Norden (siehe Verbreitungskarte Europa).
Bereits wegen ihrer Stiche als Quälgeist bekannt, erregt die Tigermücke zudem Besorgnis bei den Gesundheitsbehörden. Sie ist potentiell in der Lage, schwere exotische Krankheiten zu übertragen, sofern diese in Gebiete einführt würden, in denen die Mücke vorkommt.
Auch wenn es unmöglich ist, ihre Verbreitung aufzuhalten, können ihre Dichten beschränkt werden; mithilfe eines koordinierten Vorgehens von kantonalen Behörden und Bürgern und Bürgerinnen: merken Sie sich also die einfachen Massnahmen, mit denen das Vorkommen der Tigermücke begrenzt werden kann und melden Sie uns verdächtige Fälle.
Morphologische Beschreibung
Die Tigermücke gleicht in Gestalt und Grösse anderen Mückenarten, allerdings ist sie schwarz mit deutlichen weissen Streifen auf dem Körper und den Beinen. Auf ihrem Rücken verläuft zudem eine eindeutig weisse Linie.
Eigenschaften
Die Tigermücke zu kennen, trägt dazu bei, sie zu bekämpfen:
Lebenszyklus. Nach der Paarung benötigt das Weibchen ein Blutmahl, um die Entwicklung ihrer Eier zu vollenden. Aquatische Phase. Die Tigermücke legt die Eier auf einen festen Untergrund gerade über der Wasseroberfläche. Wenn der Wasserspiegel aufgrund von Regenfällen steigt, schlüpfen die Eier. Anschliessend folgen vier Larvenstadien und ein Puppenstadium, aus dem die neuen ausgewachsenen Mücken schlüpfen. So beginnt die Adultphase von neuem. Im Sommer dauert die aquatische Phase eine Woche. Die Imagines (erwachsene Tiere) ruhen sich im Schatten von Büschen und anderer Vegetation aus. Sie leben etwa einen Monat und legen in dieser Zeit mehrmals Eier. Alle Stechmücken brauchen stehendes Wasser. An Flüssen entstehen daher keine Stechmücken.
Belästigung. Das Weibchen sticht tagsüber und mehrfach, sowohl Menschen als auch Tiere.
Sie besiedelt kleine Wasseransammlungen. Tigermücken können sich in verschiedensten Gefässen (Untertöpfe, Regentonnen, Auffangbecken, Löcher in der Wand, etc.) (Informationsbroschüre) entwickeln, in denen für mehr als eine Woche Wasser steht. Sie mag keine grossen offen liegenden Wasseransammlungen, somit findet man sie nicht in Teichen, auf grossflächig überschwemmten Dächern oder in unbenutzten Pools. In unterirdischen Zisternen und schattigen Wannen kann sie sich jedoch ansiedeln.
Überwinterungsstrategie. Die Eier können bei trockenen Bedingungen für lange Zeit überleben; wenn sie im Spätsommer gelegt werden können sie ohne weiteres die winterlichen Temperaturen überstehen und im nächsten Frühling schlüpfen. Als weitere Überwinterungsstrategie (die schon häufig im Kanton Tessin beobachtet wurde) können erwachsene Weibchen in einer Art Winterruhe in Häusern überleben.
Exponentielles Wachstum. Ein Weibchen legt ungefähr 60 Eier, aus ungefähr der Hälfte entstehen wieder Weibchen. Wenn nicht sofort eingegriffen wird, entstehen in der Sommerzeit innerhalb weniger Monate tausende, wenn nicht gar Millionen Mücken von einem einzigen Weibchen. Die Entwicklungsphase beginnt in unseren Breiten Mitte April; Mitte August gibt es die höchsten Dichten und ab Ende September bereiten sich die Mücken auf das Überwintern vor (als Eier oder Imagines in Winterruhe). Je nach saisonalen Temperaturen sind die Mücken bis November aktiv.
Urban. In unseren Breitengraden findet man die Tigermücke ausschliesslich in besiedelten Gebieten, in denen ihr zahlreiche Brutstätten zur Verfügung stehen.
Schlechte Flugkünste. Die Tigermücke fliegt nur wenige Meter, daher ist die Brutstätte immer in direkter Nähe von dem Ort zu finden, an dem die Mücke sticht (wenige Dutzend Meter entfernt).
Mögliche Krankheitsüberträgerin. Die Mücke selbst sticht lediglich. Damit eine Krankheitsübertragung stattfinden kann, muss erstens die entsprechende Krankheit in einem Gebiet vorkommen und sie muss zweitens spezifisch von einer bestimmten Mückenart übertragen werden können. Die Tigermücke kann, zusätzlich zum Herzwurm, verschiedene Arboviren übertragen, unter anderem Dengue, Chikungunya und Zika. Die Gesundheitsbehörden überwachen das Eintreten solcher Krankheitsfälle und greifen im Ernstfall ein.
Bekämpfung
Um die Tigermücke effektiv zu bekämpfen, sollte so früh wie möglich eingegriffen werden, d.h. dass während der aquatischen Phase alle stehenden Wasseransammlungen beseitigt werden müssen. Falls dies nicht möglich ist, müssen sie behandelt werden (Broschüre). Die Kantone kümmern sich um den öffentlichen Grund. Privatpersonen sind dazu angehalten, für ihre eigenen Grundstücke zu sorgen.
Verbreitung in der Schweiz
Die Tigermücke ist in den Tälern des Kantons Tessin und im italienischen Graubünden verbreitet. Vereinzelt wurde sie bisher in den Kantonen Basel-Stadt und Zürich gefunden. Ausserdem wird sie regelmässig entlang der Schweizer Autobahnen nachgewiesen, besonders entlang der Achse der A2.
Die Asiatische Buschmücke ist ebenfalls eine invasive Mückenart. Ae. japonicus, ursprünglich aus Japan und Korea, hat Nordamerika und Europa mithilfe des Handels von Gebrauchtreifen erreicht. Sie besiedelt rasch grosse Teile von Zentraleuropa (siehe Verbreitungskarte Europa), sowohl durch passiven Transport (Fahrzeuge, gebrauchte Reifen) als auch durch eigene Fortbewegung.
Diese Art bevorzugt im Vergleich zur Tigermücke kältere Temperaturen und sticht hauptsächlich in direkter Nähe von bewaldeten Gebieten. Bis jetzt gibt es in Europa keine bekannten Fälle von Krankheitsübertragungen durch diese Mückenart.
In besiedelten Gebieten wirken die Massnahmen gegen die Tigermücke ebenfalls gegen die Asiatische Buschmücke.
Morphologische Beschreibung
Die Buschmücke wird oft mit der Tigermücke verwechselt, da sie ebenfalls deutliche schwarz-weisse Streifen auf den Beinen und dem Körper hat. Sie ist jedoch für gewöhnlich etwas grösser als die Tigermücke und hat keine klar weisse Linie auf dem Rücken.
Eigenschaften
Der Lebenszyklus von Ae. japonicus gleicht dem der Tigermücke (Aedes albopictus). Diese Art bevorzugt ebenfalls kleine Wasseransammlungen, produziert Eier, die sowohl Trockenheit als auch kalte Temperaturen überstehen können und sticht hauptsächlich am Tag. Allerdings sind die erwachsenen Mücken vor allem an kühleren Orten wie z.B. an Waldrändern aktiv. Es scheint, dass sich die Imagines schnell entlang dieser grünen Korridore vorwärts bewegen können, so dass es ihnen gelingt, innerhalb weniger Jahre grosse Gebiete zu besiedeln.
Ae. japonicus gilt nicht als wichtiger Träger von Krankheiten. Zusammen mit anderen Mückenarten wird das West-Nil-Virus in den Vereinigten Staaten betrachtet, und seine Expertise in Dengue und Chikungunya wurde im Labor nachgewiesen.
Bekämpfung
Die Vorbeugungsmassnahmen gegen die Tigermücke wirken auch gegen die Buschmücke.
Verbreitung in der Schweiz
Ae. japonicus wurde das erste Mal 2008 in der Schweiz gefunden. Sie hat sich rasch nördlich der Alpen bis an die deutsche Grenze ausgebreitet. Auch südlich der Alpen breitet sie sich seit ihrem Erstfund 2012 schnell aus. Diese Art wird auch regelmässig entlang der Schweizer Autobahnen gefunden.
Wie der Name sagt, stammt Ae. koreicus ursprünglich aus Korea. Sie ist auch eine invasive Art, die mithilfe menschlicher Aktivitäten nach Europa gekommen ist (wahrscheinlich durch den Handel mit Gebrauchtreifen). Diese Art ist nicht weit verbreitet, aber sie wurde bereits in Norditalien, Schweiz, Belgien und Russland gefunden (siehe Verbreitungskarte Europa).
Wie Ae. japonicus scheint diese Art im Vergleich zur Tigermücke kältere Temperaturen zu bevorzugen. Allerdings sieht es so aus, als ob sie wie die Tigermücke vor allem in besiedelten Gebieten vorkommt. Ae. koreicus wird nicht als Krankheitsüberträgerin eingestuft.
Bekämpfung
In besiedelten Gebieten wirken die Massnahmen gegen die Tigermücke auch gegen Ae. koreicus.
Morphologische Beschreibung
Diese Art wird oft mit der Tigermücke verwechselt, da sie ebenfalls deutliche schwarz-weisse Streifen auf den Beinen und dem Körper hat. Sie ist gleich gross wie die Tigermücke, hat aber keine deutliche weisse Linie auf dem Rücken.
Eigenschaften
Der Lebenszyklus von Ae. koreicus gleicht dem der Tigermücke (Aedes albopictus). Diese Stechmückenart bevorzugt ebenfalls kleine Wasseransammlungen, produziert Eier, die sowohl Trockenheit als auch kalte Temperaturen überstehen können und sticht hauptsächlich am Tag.
Ae. koreicus wird nicht als Krankheitsüberträgerin eingestuft.
Verbreitung in der Schweiz
Ae. koreicus wurde 2012 das erste Mal im Kanton Tessin entdeckt, 2017 im italienischen Graubünden und 2016 entlang der Schweizer Autobahn. Diese Art kommt in niedrigen Dichten vor, lebt in besiedelten Umgebungen.