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In der "Republik" hatte Christof Moser, heute Chefredaktor des Online-Magazins, am 5. November 2018
ein Zitat des "Weltwoche"-Autors Alex Baur verwendet, das - gekürzt und leicht bearbeitet - dem
Chefredaktor der "Weltwoche" eine Fehlinformation mit antisemitischem Inhalt anzulasten schien. Baur
beschwerte sich, er habe in der zitierten Passage nicht seinen Chef Roger Köppel gemeint, sondern
Antisemiten in Südamerika und Osteuropa; so habe er dies in seinem Original-Beitrag auch
unmissverständlich formuliert.
Dadurch, dass die "Republik" Baurs Zitat in einen Schweizer Kontext
eingebettet habe, sei jedoch der Eindruck entstanden, er trete als Kronzeuge gegen seinen Vorgesetzten und
Herausgeber auf. Der Schweizer Presserat gab Baur jetzt recht: Zwar habe die "Republik" mit dieser
Zitierweise nicht die Wahrheitspflicht verletzt, aber in der Wahrnehmung unbefangener Leser einen Eindruck
erweckt, der nicht der Wirklichkeit entspricht.
Zentraler Bestandteil des journalistischen Handwerks
ist die Wiedergabe gesprochener oder geschriebener Sätze. Ein Zitat darf zwar durchaus gekürzt und zur
Verdeutlichung des Gesagten sogar umgestellt werden. In der Presserats-Erklärung der Pflichten und Rechte
von Journalisten heisst es aber unter Ziffer 3: "... Sie unterschlagen keine wichtigen Elemente von
Informationen und entstellen weder Tatsachen, Dokumente, Bilder und Töne noch von anderen geäusserte
Meinungen ..."
Gegen diese Regel hat die "Republik" verstossen.
Pressekontakt:
Schweizer Presserat
Ursina Wey
Geschäftsführerin/Directrice
Rechtsanwältin
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+41 (0)33 823 12 62
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