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Zu Gast: Annamária Láng
Die Schauspielerin Annamária Láng ist noch sechsmal in der «Box» als Katerina Iwanowna Marmeladowa in «Sühne» zu sehen und lädt zum Totenmahl: Ihr Mann ist verstorben und hinterlässt sie als Witwe mit drei kleinen Kindern und seiner leiblichen Tochter Sonja. Katerina Iwanowna Marmeladowa ist zwar eine Nebenfigur in Dostojewskijs Meisterwerk «Schuld und Sühne», spielt aber - zumindest für den Moment des Totenmahls ihres Mannes - die Hauptrolle.
Biographie
Annamária Láng wurde 1975 in Mátészalka, einer Kleinstadt im Nord-Osten von Ungarn geboren. Mit 17 zog sie nach Budapest, um Schauspielerin zu werden. Während ihrer Schauspielausbildung wurde sie festes Mitglied des freien Theaterkollektivs «Krétakör» unter der Leitung von Árpád Schilling, einem der wichtigsten Theaterschaffenden in Ungarn nach der Wende. Bis zur Auflösung des Theaterkollektivs 2008 wirkte sie in insgesamt 25 Theaterprojekten mit, dabei spielte sie Hauptrollen in klassischen und zeitgenössischen Stücken, arbeitete mit dem Ensemble an politischen Stückentwicklungen und führte sogar das erste Mal Regie. In der 13-jährigen Geschichte des Kollektivs arbeitete sie mit den innovativsten ungarischen Regisseuren zusammen und gastierte mit den Produktionen von «Krétakör» weltweit auf den renommiertesten Theaterfestivals, wie dem Festival d’Avignon, dem Edinburgh International Festival, den Wiener Festwochen, dem Seoul Performing Arts Festival u. a.
Als freie Theaterkünstlerin warteten nach der Auflösung von «Krétakör» sehr abwechslungsreiche Jahre auf sie: Sie inszenierte Theaterprojekte mit ihrer Co-Regisseurin Fruzsina Nagy und spielte sowohl klassische Rollen an dem grössten Stadttheater Ungarns, als auch in experimentellen Theaterformen in der freien Szene. Seit 2010 arbeitet sie regelmässig mit «Proton Theater», der unabhängigen Theatergruppe des ungarischen Film- und Theaterregisseurs Kornél Mundruczó, zusammen, und tourt mit ihren Produktionen durch die ganze Welt.Zudem wird sie immer wieder als Gastschauspielerin an namhaften Theatern wie dem Schauspielhaus Köln, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Zürich und dem Finnischen Nationaltheater eingeladen, und arbeitet dort mit Regisseuren wie Viktor Bodó, Kornél Mundruczó und Kristian Smeds.
«Sühne» ist Annamária Lángs erst Arbeit am LT und auch ihre erste Begegnung mit den Regisseuren Tiit-Ojasoo und Ene-Liis Semper.