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Opera goes Folk
Werke von Joaquín Rodrigo, Maurice Ravel, Dmitri Schostakowitsch, Zoltán Kodály u.a.
Anonym
O leggiadri occhi belli
Giulio Caccini
Amarilli
Giovanni Battista Pergolesi
Se tu m´ami
Joaquín Rodrigo
Cuatro madrigales amatorios
Maurice Ravel
Chants Populaires: «Chanson écossaise», «Chanson espagnole», «Chanson italienne» und «Chanson hébraïque»
Trois Chansons: «Nicolette», «Trois beaux oiseaux du Paradis» und «Ronde»
Vocalise-étude en forme de habanera
Dmitri Schostakowitsch
Spanische Lieder op. 100: «Farewell, Granada», «Little Stars» und «First Meeting»
Zoltán Kodály
«A rossz feleség», «Magos kösziklának» und «Cigány nota»
Mai 2021
29Mai
19.00
Opera goes Folk
Werke von Joaquín Rodrigo, Maurice Ravel, Dmitri Schostakowitsch, Zoltán Kodály u.a.
30Mai
18.00
Opera goes Folk
Werke von Joaquín Rodrigo, Maurice Ravel, Dmitri Schostakowitsch, Zoltán Kodály u.a.
Opera goes Folk
Kurzgefasst
Opera goes Folk
Wie vielgestaltig die Erscheinungsformen des Volksliedes sein können, das fächert der Liederabend von Deniz Uzun mit Werken aus dem 18. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert auf, vom weltlichen Madrigalgesang über kunstvolle Volksliedvertonungen bis hin zum Folklorismus. Tatsächlich sind diese Lieder oft im Volk entstanden und die ursprünglichen Dichter und Komponisten unbekannt, doch oft wurden sie später von Komponisten übernommen, die daraus Neues schufen – kunstvolle Lieder «im Stil» eines Volksliedes, «volksmässig» schlicht in Melodie und Harmonie und einfach in ihrem Inhalt.
Früchte eines Moskauer Kompositionswettbewerbs mit dem Namen «Maison du Lied» zur Verbreitung und Förderung des Volksliedrepertoires sind die um 1910 entstandenen «Chants populaires» von Maurice Ravel. Die Aufgabe dieses besonderen Wettbewerbs bestand darin, Arrangements mit Klavierbegleitung nach vorgegebenen, bereits existierenden Volksliedmelodien und Texten zu schreiben. Ravel, dessen Lieder jeweils den ersten Platz gewannen, gelang es, die melodischen und rhythmischen Besonderheiten der jeweiligen musikalischen Kultur mit der Raffinesse seines für ihn typischen, farbenreichen Klaviersatzes zu vereinen. Sein Hebräisches Lied besticht durch repetitive, hypnotische Rhythmen wie sie typisch für Ravel sind, das Spanische Lied durch glühend-heisse Gitarren-Imitationen. In seinem kurzen, verdichteten Italienischen Lied macht Ravel seine Verehrung für Puccini deutlich, während das Schottische Lied Anklänge an einen Dudelsack hören lässt. Einflüsse des Exotischen und der Folklore zeigten sich bei Ravel aber schon drei Jahre früher, wie in der «Vocalise en forme de Habanera», einer schwermütigen, andalusischen Melodie, die fast gleichzeitig mit der «Rhapsodie espagnole» und dem Opern-Einakter «L’Heure espagnole» entstanden ist.
Eine Kuriosität sind die auf Russisch gesungenen «Spanischen Lieder» op. 100 von Dmitri Schostakowitsch. Die Stücke aus dem Jahr 1956 sind grossartige Konzentrate volkstümlicher Melodien, die sich auf eine eigens für den Komponisten angefertigte Tonaufnahme der Sängerin Sara Douchanowa stützen. Schostakowitsch hatte ganz offenbar riesiges Vergnügen daran, diese Glanzstücke der spanischen Musik einem unverkennbar russischen Tonfall anzuverwandeln.
Zu einem wissenschaftlichen Forschungsfeld wurde die ungarische Volksmusik für den Komponisten Zoltán Kodály. Seit 1905 unternahm er gemeinsam mit seinem Freund Béla Bartók Reisen in die Provinz, um authentische Lieder zu sammeln, die er in Wirtshäusern hörte oder den Bauern auf dem Feld ablauschte. Mehr als 3500 Lieder kamen so zusammen. Kodály und Bartók entdeckten in den ungarischen Volksliedern die pentatonische Schicht – Tonsysteme, die aus fünf verschiedenen Tönen bestehen. Für beide Komponisten waren diese Gesänge Inspirationen für ihre eigenen Kunstkompositionen. «Im Volkslied habe ich die einzige mögliche Grundlage gesehen, eine selbständige ungarische Musikart zu bilden, nicht in dem Sinne, dass man die Volkslieder, so wie sie sind, bearbeiten und verbreiten soll, sondern aus ihrem Geist und aus ihrer Phraseologie eine höhere Musik zu schaffen» so Zoltán Kodály in einem Radiointerview.
Deniz Uzun, Mezzosopran
Deniz Uzun
Deniz Uzun stammt aus Mannheim und Izmir/Türkei. Sie studierte Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in ihrer Heimatstadt sowie der Indiana University in Bloomington. Während ihres Studiums war sie als jüngste Teilnehmerin Preisträgerin des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin 2012 sowie Finalistin der Metropolitan Opera Competition 2015. Sie war Stipendiatin der Liedakademie des Heidelberger Frühlings und des Richard Wagner Verbandes. Noch während des Studiums gastierte sie am Nationaltheater Mannheim sowie bei den Osterfestspielen Baden-Baden. 2015/16 war sie Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper. Seit 2016/2017 ist sie Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich. Hier war sie bisher als Jacob in der Kinderoper Gold!, als Sonetka (Lady Macbeth von Mzensk), Alisa (Lucia di Lammermoor), Page (Salome), in den Titelpartien von J. Arneckes Ronja Räubertochter und Ravels L’Enfant et les sortilèges, als Lucilla in La scala di seta, Zelim in La verità in cimento, Ino in Semele (Dirigent: William Christie), Hänsel in Hänsel und Gretel, Rosette in Manon, Krista in Die Sache Makropulos sowie mit russischen und georgischen Liedern im Ballett Anna Karenina zu hören. Gastauftritte führten sie u.a. nach Baden-Baden, an die Münchner Opernfestspiele, zur Stiftung Mozarteum in Salzburg sowie nach Tel-Aviv mit dem Ballett Zürich. 2018 war sie Preisträgerin am Hans-Gabor-Belvedere Wettbewerb in Jūrmala/Lettland und wurde zum Jūrmala Festival 2019 eingeladen, wo sie ein Galakonzert sowie Lola (Cavalleria rusticana) sang. Gastengagements führten sie 2019/20 u.a. zum Dallas Symphony Orchestra unter Fabio Luisi und als dritte Magd (Elektra) zu den Salzburger Festspielen.
Yulia Levin, Klavier
Yulia Levin
Yulia Levin wurde in Moskau geboren. Nach dem Studium in ihrer Geburtsstadt, in Toronto und in New York war sie mehrere Jahre an der Los Angeles Opera tätig. Im Jahr 2010 wurde sie als Solorepetitorin am Opernhaus Zürich engagiert, wo sie ausserdem als Pianistin bei solistischen Orchesteraufgaben und als Language Coach für Russisch tätig ist. Seit 2017 ist sie ständige Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, zuletzt als Studienleiterin aus persönlicher Einladung von Mariss Jansons und Valery Gergiev, welchen sie bei Opernproduktionen assistierte. Als Language Coach für Russisch wurde sie zuletzt für die Produktion Eugen Onegin am Seiji Ozawa Music Festival in Matsumoto 2019 engagiert. Yulia Levin wird als Liedbegleiterin von vielen SängerInnen geschätzt sowie als Pianistin von Kammermusikensembles. Konzertauftritte führten sie u.a. nach Kanada, in die USA und in verschiedene Städte Europas.