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Im finnischen Levi greifen am Wochenende die Slalom-Spezialisten ins Weltcup-Geschehen ein. Die Schweizer Athleten wollen dabei der Spitze noch etwas näher rücken.
Levi, benannt nach einem nur 531 m hohen Berg und 170 km nördlich des Polarkreises gelegen, ist Finnlands grösstes Zentrum für Wintersport. Seit gut zehn Jahren treffen sich hier die besten Slalom-Cracks zu einer ersten Standortbestimmung, wichtig im Hinblick auf die weitere Saison.
Im letzten Winter hat Wendy Holdener, die Schweizer Trumpfkarte schlechthin, diesen ersten Test erfolgreich bestanden. Hinter Mikaela Shiffrin, der Überfliegerin aus den USA, belegte die Schwyzerin Rang 2. Und stellt man auf die Ergebnisse des Vorwinters ab, so betragen die Chancen 66,6 Prozent, dass Holdener in Levi erneut einen Platz auf dem Podium einnehmen wird. In 6 der 9 Slaloms der Saison 2016/17 winkte sie hinterher vom "Stockerl".
Eine solch starke Quote hatte sie zuvor nie hinlegen können. Doch Wendy Holdener bleibt realistisch: "Ich werde regelmässig auf den Slalom-Weltcup angesprochen. Doch bevor ich diesen Mikaela Shiffrin streitig machen kann, müsste ich zuerst einmal einen Slalom gewinnen." Diesen Makel gilt es zu tilgen. Obwohl sie im letzten Winter Weltmeisterin in der Kombination wurde und auch im Weltcup schon zwei Rennen (eine Kombination und ein Parallelrennen) gewonnen hat: In ihrer stärksten Disziplin wartet die 24-Jährige nach insgesamt zehn Top-3-Platzierungen weiterhin auf ihren ersten Sieg. Letzte Schweizer Gewinnerin im Slalom ist noch immer Marlies Oester, die im Januar 2002 in Berchtesgaden triumphierte.
An Mikaela Shiffrin, der Olympiasiegerin und dreifachen Weltmeisterin, kommt man eben nur ganz schwer vorbei. Im letzten Winter gab es aber immerhin drei Weltcup-Slaloms, welche die Amerikanerin nicht gewann. Doch die nutzten die Slowakinnen Veronika Velez Zuzulova und Petra Vlhova sowie die Schwedin Frida Hansdotter zum Sieg.
Unerwartet früh kehrt Michelle Gisin in den Weltcup zurück. Die Engelbergerin, die sich kurz vor Sölden im rechten Knie das Innenband angerissen hat, wird in Levi starten. Ob es bereits wieder für Top-10-Klassierungen reicht, bleibt aber fraglich. Besser stehen wohl die Chancen für die erst 19-jährige Walliserin Mélanie Meillard, die im letzten Winter in Levi als Sechste erstmals in die Top 10 gefahren ist.
Yule: "Irgendwann wird es klappen"
Im Lager der Männer, deren Riesenslalom vor zwei Wochen in Sölden im Gegensatz zu jenem der Frauen abgesagt worden ist, redet keiner der Schweizer vom Sieg. Aber die Lücke zum Podium wird immer kleiner. Sowohl der Berner Luca Aerni als auch der Walliser Daniel Yule, beide inzwischen 24 Jahre alt, besitzen fraglos das Potential, in diesen Bereich vorzudringen. "Ich habe Marcel Hirscher auch schon geschlagen", darf beispielsweise Aerni sagen. In Erinnerung ist dabei der Februartag der letzten Saison, als er sich in St. Moritz zum Kombinations-Weltmeister machte, mit Bestzeit im Slalom. Um 32 Hundertstel liess er Österreichs Vorzeige-Ass hinter sich.
Im Slalom bilden die beiden 5. Ränge in Madonna und Kitzbühel, die inzwischen zwei beziehungsweise drei Jahre zurückliegen, noch immer Aernis beste Weltcup-Ergebnisse. Im vergangenen Winter kam der Berner nicht über zwei 8. Plätze hinaus. Yule lieferte die etwas konstanteren Ergebnisse auf Stufe Weltcup. In Zagreb realisierte er als Vierter sein bisher bestes Resultat. Nun will er mehr. "Irgendwann wird es klappen", ist er überzeugt.
Der bisher letzte Podestplatz eines Schweizers liegt inzwischen schon fast acht Jahre zurück. Im Januar 2010 war Silvan Zurbriggen Zweiter beim Nacht-Slalom in Schladming. Den letzten Sieg gab es vor zehn Jahren, im November 2007 auf der Reiteralm, wo der im vergangenen Frühling zurückgetretene Marc Gini gewann.
Nächste Runde im Duell Hirscher vs. Kristoffersen
An der Spitze wird erneut ein Duell zwischen Hirscher und dem Norweger Henrik Kristoffersen erwartet. Der Österreicher gewann im Vorjahr das Auftakt-Rennen in Levi und wurde später auch Disziplinen-Gewinner und Weltmeister im Slalom. Nach seinem im August erlittenen Knöchelbruch meldete sich Hirscher am Freitag rechtzeitig fit. Kristoffersen liegt noch immer im Clinch mit seinem Verband, weil er mit einem persönlichen Kopfsponsor und nicht mit jenem des Teams antreten will. Letztes Jahr liess er Levi deswegen aus. Diesmal aber ist der Norweger am Start.
SDA-ATS