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Für die vielen Gesteinsbrocken, die im Weltall umherfliegen, gibt es auch viele unterschiedliche Namen je nachdem, wo sie sich befinden oder welche Zusammensetzung sie haben. Asteroiden beispielsweise kreisen, wie die Planeten unseres Sonnensystems, um die Sonne. Die grösste Ansammlung befindet sich im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars. Früher nannte man die grösseren Asteroiden mit einem Durchmesser von mehreren hundert Kilometern auch Kleinplaneten. Die Wissenschaft weiss heute zudem, dass Asteroiden nicht immer kompakt sein müssen. Sie können aus einem losen Trümmerhaufen bestehen, der durch die Gravitation zusammengehalten wird. Asteroiden sind kleiner als Zwergplaneten, aber grösser als Meteoroiden.
Kometen wiederum haben ihren Ursprung im Kuipergürtel, der sich hinter der Neptunbahn befindet, oder noch weiter entfernt in der Oortschen Wolke. Ihre chemische Zusammensetzung unterscheidet sich vom Asteroiden, denn Kometen besitzen einen höheren Anteil an flüchtigen Substanzen als diese. Sie können aus Wasser, Kohlenmonoxid oder Methan bestehen. Staub und Gesteinsbrocken machen sie zu einer Art von riesigen Schmutzbällen. Wird eines dieser Objekte durch eine Kollision abgelenkt, nähert es sich der Sonne und heizt sich auf. Wegen seiner besonderen Zusammensetzung entsteht beim Kometen dann der typische Schweif, wenn die flüchtigen Substanzen von den Sonnenwinden verweht werden.
Die bereits genannten Meteoroiden sind kleinere Objekte, die im Weltall auf einer Umlaufbahn um die Sonne umherfliegen. Tritt ein Meteroid in die Erdatmosphäre, beginnt er zu verglühen. Er wird nun Meteor oder auch Sternschnuppe genannt. Verglüht er nicht vollständig und schlägt auf die Erde auf, heisst er Meteorit.
Auf die Erde treffende Gesteinsbrocken können enorme Schäden verursachen. Durch ihre hohe Geschwindigkeit wird beim Aufschlag eine starke Druckwelle ausgelöst.
Am 30. Juni ist der Jahrestag des heftigsten Asteroiden-Einschlags auf der Erde (zumindest seit Beginn der Geschichtsaufzeichnung). Er fand 1908 in Tunguska in Russland statt. Die Explosion war so heftig, dass 60 Millionen Bäume auf einem Gebiet von 220km2 zerstört wurden. Eine noch grössere Katastrophe hätte stattgefunden, wäre dies über besiedeltem Gebiet passiert! Um auf die potenzielle Gefahr der Himmelskörper aufmerksam zu machen, gibt es den von der UN anerkannten Internationalen Asteroiden-Tag. Im Asteroidengürtel finden immer wieder Kollisionen statt, die die Gesteinsbrocken aus ihrer Umlaufbahn tragen und von(Gravitationskräften. Richtung Erde gelenkt werden. Ungefähr 9000 erdnahe Objekte sind der Wissenschaft bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass noch viele mehr von kleinerem Durchmesser existieren, die der Erde gefährlich werden könnten.
“Wird ein Asteroid wieder auf der Erde einschlagen?
Die Frage ist nicht ob, sondern wann.“
Alexander Gerst, ESA-Astronaut.
Wie können wir uns schützen? Der entscheidende Faktor ist die Vorwarnzeit, um die Größe, Form und den Aufbau des Asteroiden herausfinden zu können. Dann könnte ein Projektil abgeschossen werden, dessen Aufprall den Asteroiden von hinten treffen sollte. Das Geschoss ist nicht dazu gedacht, den Asteroiden zu zerstören, sondern ihm lediglich einen Beschleunigungsimpuls zu geben. So treffen sich die beiden Umlaufbahnen von Erde und Asteroid nicht. Die Weltraumexperten rechnen mit einer benötigten Vorwarnzeit von 2 Jahren. Sollte der Asteroid später entdeckt werden, könnte nur noch eine grosse Explosion helfen, um einen Einschlag zu verhindern. Da die heftigste Explosion von einem nuklearen Sprengsatz ausgelöst würde, kann damit natürlich nicht experimentiert werden. Es bleibt damit vorerst unbekannt, wie ein Asteroid darauf reagieren würde und was weitere Auswirkungen davon wären.
Der beste Schutz vor einem Asteroideneinschlag ist also das frühzeitige Auffinden eines Asteroiden auf Kollisionskurs. In Observatorien weltweit suchen Forscher deswegen nach Asteroiden. Lange wurde angenommen, der 2011 entdeckte Asteroid AG5 könnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:500 im Jahr 2040 mit der Erde kollidieren. Er misst zwar nur einen Durchmesser von 150 Meter, sein Gefahrenpotenzial erhält er jedoch durch seine hohe Geschwindigkeit; er ist 50.000 km/h schnell. Der Einschlag hätte nicht nur einen riesigen Krater bei der Einschlagsstelle zur Folge, auch das brennende Gestein würde im Umkreis von 100 km alles zerstören. Weitere Daten brachten aber schon 2013 Entwarnung: Der Asteroid wird auch ohne menschliches Zutun die Erde verfehlen. Eine weitere gute Nachricht: Wissenschaftler der NASA kennen derzeit keine Asteroiden, die uns gefährlich werden könnten. Im NASA-Zentrum werden auch schon kleine Gesteinsbrocken beobachtet. Deren Bahnberechnungen lassen die Forscher vorausahnen, dass ein Einschlag eines Asteroiden in 200 Jahren passieren könnte: Dies aber auch nur mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit.
Derweil uns Asteroiden in der Popkultur meist als apokalyptische Gefahrenquelle begegnen, sehen andere in ihnen eine Chance. Da sie potentiell aus wertvollen Ressourcen bestehen, könnten sie als Rohstoffminen herhalten: Tatsächlich könnte das einigen Druck von unseren irdischen Ressourcen und den sie umgebenden Biosphären nehmen. Doch – wenigstens bislang – geht die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht auf. Der Aufwand, schweres Bergbaugerät, robotische und/oder menschliche Arbeitskräfte und deren Infrastruktur da hin und die gewonnenen Güter zurück zu transportieren bedeutete mehr Be- als Entlastung unserer Ressourcen; von den menschlichen oder politischen Unwägbarkeiten noch ganz abgesehen. Den Bemühungen darum kann man als Zukunftsmusik gewiss Beachtung schenken, doch vorerst bleibt uns nichts, als mit den irdischen Ressourcen sorgsamer umzugehen.