Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/1328

Die Geschichte
Neulich hörte ich einen älteren Herrn ausrufen «Street Food – was ist da alles fremdländisches «bibaz» Zeug». Es ist wahr, der Begriff «Street Food» ist in den letzten Jahren aufgekommen. Es ist heute Hip, die Speisen in irgendeiner Weise mit Street Food zu verbinden oder so zu benennen, obwohl «Street Food» schon immer da war. Eine Studie der UN zeigte auf, dass ca. 250 Milliarden Menschen täglich Essen auf der Strasse konsumieren.
In der Geschichte findet man Berichte über die Essensverkäufer auf der Strasse in den antiken Zivilisationen u. a. Moenjodaro (Pakistan), Griechenland, Rom, Pompeii. Das Essen damals, was auf der Strasse angeboten wurde, war hauptsächlich für die Armen bestimmt. Zum Beispiel in Rom viele kleine Unterkünfte über keine Küche oder Herd verfügten, waren die Bewohner darauf angewiesen sich auf der Strasse verpflegen zu können.
Im 14. Jahrhundert berichteten die Reisenden über die Street Food Stände in Ägypten und Türkei. BBQ – auf dem offenen Feuer gegrilltes Lamm und Poulet und verschiedene frittierten Speisen waren damals schon im Angebot und beliebt.
In Amerika waren Austern ein günstiges und sehr beliebtes Street Food bis 1910. Wegen Überfischung und Verschmutzung der Meere wurden die Austern rar, die Preise stiegen und die Austern von dem Speiseplan der Armen verschwanden.
In Java, Indonesien haben die Street Food Verkäufer eine lange Geschichte. Sie finden Erwähnung in den Geschichtsbüchern seit 9. Jahrhundert. Verschiedene heute beliebte Speisen wie Satay (Pouletspiess) und Cendol (Speise aus Reis und Kokusmilch) entstanden auf der Strasse.
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – Ein mobiles Street Food Geschäft braucht wenig Investition und Bewilligungen im Vergleich zu einem Restaurant/festen Lokal. Daher ist es auch ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig in den Entwicklungsländern, wo oft an Bürojobs mangelt und Arbeitslosigkeit hoch ist. Leute mit wenig/keiner Ausbildung können mit sehr wenig Geld ihr Geschäft starten und so ihr Lebensunterhalt verdienen. Die Rezepte sind selten niedergeschrieben. In der Regel werden die Rezepte und Vorgehensweisen innerhalb der Familie weitergegeben. Die Wertschätzung der Street Food Verkäufer ist jedoch nicht in allen Ländern und Kulturen gleich. Meistens sind die Anbieter stolz auf ihre Schöpfung und haben Freude, wenn die Leute zu Ihnen kommen. In manchen Ländern wie Kolumbien wird der Verkauf auf der Strasse mühsam empfunden. Man macht es jedoch ohne Freude und Stolz.
Der Trend Street Food und mit dem auch die Food Trucks sind auch in die Schweiz angekommen. Im 2016 fanden so viele Street Food Festivals statt wie noch nie. Man findet eine Vielfalt der Speisen aus der ganzen Welt auf einem (meistens) überschaubarem Platz. Kleine Portionen und kleine Preise ermutigen auch den nicht-risikofreudigen Menschen, mal etwas Exotisches auszuprobieren.
«Food Trucks verkaufen ein Stückchen Freiheit, sie stehen für den Propheten, der zum Berg kommt. Essen wird wieder wichtiger.» NZZ. Die Street Food Anbietern (im Vergleich zu den herkömmlichen Imbissbuden) konzentrieren sich auf einfache Gerichte, welche aus frischen, gesunden und mit meist regionalen Zutaten hergestellt werden.
Mittlerweile gibt es auch die Fans, die von einem Food Festival zu anderem reisen. Ich finde es das alles sehr spannend, weil das Essen ein Medium sein kann, Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen zu bringen.
«Ein gutes Essen bringt gute Leute zusammen». Stellte schon Sokrates 400 v. Chr. fest
Einige interessante Informationen über Street Food:
Mehrere Studien haben gezeigt, dass in vielen Ländern Street Food frischer ist und weniger Keime enthält als das Essen in den Restaurants.
Mumbai hat mehr als halbe Million Street Food Verkäufer
Taco ist der meist gesuchtes Street Food im Internet
Der meist verkaufte Street Food in Amerika ist Hot Dog
Fleisch im Brot (in irgendeiner Variation) ist das beliebteste Street Food in den meisten Ländern
von F. Malik