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Abhülfe in dieser Hinsicht erwartet wird. Freilich ist die Möglichkeit eines Mißbrauchs dieser außerordentlichen Maßregel
durchaus nicht ausgeschlossen. Durch die Auflösung werden nur die gewählten Mitglieder der Kammer und nicht diejenigen getroffen,
welche kraft erblichen Rechts oder auf Grund einer Ernennung auf Lebenszeit der Kammer, insbesondere der Ersten Kammer, in
Preußen dem Herrenhaus, angehören. Die Auflösung bewirkt den Schluß der Session und die Neuwahl auf eine anderweite volle Legislaturperiode.
Nur ausnahmsweise (in Oldenburg und Sachsen-Koburg-Gotha) findet sich die Bestimmung, daß die an die Stelle des aufgelösten
Landtags tretende Körperschaft bloß für den Rest der Legislaturperiode der aufgelösten Kammer fungieren soll.
Regelmäßig ist in den Verfassungsurkunden eine bestimmte Frist vorgesehen, binnen deren im Fall einer Auflösung die Neuwahlen vorgenommen,
sowie eine weitere Frist, innerhalb deren die neugewählten Volksvertreter versammelt werden müssen. So sind in Preußen die
Wähler binnen 60 und die Kammern binnen 90 Tagen nach der Auflösung zu versammeln (Verfassungsurkunde, Art. 53).
Diese Bestimmung ist auch in die deutsche Reichsverfassung (Art. 25) übergegangen. Die Auflösung des Reichstags (Art. 24) setzt einen
Beschluß des Bundesrats und die Zustimmung des Kaisers voraus.
in der Medizin eine gewisse Zersetzung des Bluts (s. Septichämie);
dann das allmähliche Sinken der Kräfte
und das Herannahen des Todes;
manche Erweichungsvorgänge, z. B. die Verfettung und Verflüssigung von
krankhaften Ausschwitzungen und deren Aufsaugung (s. Resorption);
endlich bedient man sich des Ausdrucks Auflösung auch in der Therapie,
indem man von auflösenden Mitteln (Resolventia) spricht.
Solche sind entweder Hustenmittel, wie Ipekakuanha, Senega, Salmiak,
Liquor ammonii anisatus, Brechweinstein etc., oder abführende Mittel (s. d.).
In der Technik ist Auflösung ein Mühlenprodukt (s. Mühlen). - Über in der Chemie s. Lösung.
In der Mathematik versteht man unter Auflösung das Verfahren, wodurch das Gesuchte in einfachster Form erhalten wird. Man unterscheidet
geometrische Auflösungen, bei welchen das Gesuchte durch eine konstruktive, arithmetische, bei welchen
es durch Rechnung, und gemischte, bei denen es teils durch Rechnung, teils auf dem Weg der Konstruktion erhalten wird. Eine
empirische Auflösung erhält man durch Versuche, wenn man z. B. eine Gerade durch Probieren mittels Zirkels und Lineals in zwei Hälften
teilt. Von dieser letzten Auflösungsweise verschieden ist die mechanische, bei welcher man sich gewisser
Werkzeuge bedient, um geometrische Konstruktionen unmittelbar auszuführen, z. B. des Zirkels, um einen Kreis, eines Ellipsographen,
um Ellipsen zu zeichnen, etc.
In der Musik ist Auflösung (Resolution) die befriedigende Fortschreitung eines dissonanten Akkords. Je nach der Art der Dissonanz kann
auch die Auflösung eine sehr verschiedene sein. Vorhaltsdissonanzen lösen sich meist durch Vertauschung
des Vorhaltstons mit der vorgehaltenen Akkordnote; alterierte Akkorde fordern dagegen das Fortschreiten zu einem andern Klang,
welchem der Ton angehört, zu welchem die eingeführte chromatische Note im Leittonverhältnis steht, z. B. c e ♯g - c f a
(♯g a). Die Durakkorde mit kleiner Septime schreiten in der Regel nach dem Durakkord oder Mollakkord fort,
der eine Quinte tiefer seinen Sitz hat, d. h. wirken als Oberdominante; dagegen haben die Durakkorde mit Sexte und die Mollakkorde
mit Unterseptime oder -Sexte meist Unterdominantbedeutung, d. h. schreiten
weiter zur Oberdominante fort oder machen einen
Plagalschluß zur Tonika. Andre Fortschreitungen als die bezeichneten natürlichen und erwarteten wirken
als Trugschlüsse oder Aufhaltungen. Vgl. Akkord. Außerdem versteht man unter Auflösung auch die Wiederaufhebung von Versetzungszeichen
(♯, ♭, ×, ♭♭); das Zeichen, welches diese Auflösung fordert, heißt Auflösungszeichen (♮).
die beharrliche, sei es unwillkürlich durch den vom Vorgestellten ausgeübten Reiz, sei es willkürlich
(durch den Willen des Vorstellenden) herbeigeführte Richtung des Vorstellens auf den Inhalt einer gewissen
Vorstellung. Dieselbe ist daher überall erforderlich, wo der Inhalt einer Vorstellung zur Klarheit erhoben, d. h. nicht nur
deren Besitz, sondern auch deren Gehalt zum Bewußtsein gebracht (apperzipiert), z. B. die bloße durch einen äußern oder
innern Vorgang hervorgerufene Empfindung, wenn die Aufmerksamkeit unwillkürlich, in eine Wahrnehmung, wenn sie willkürlich
ist, in eine Beobachtung übergehen soll.
desVerfahrens, in der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 217 ff.) die bei einem durch Unterbrechung (s. d.)
oder Aussetzung (s. d.) bewirkten Stillstand des Verfahrens abgegebene Erklärung einer Person, daß sie als Rechtsnachfolger
oder Vertreter einer durch Tod, Konkurs, Wahnsinn etc. aus der Prozeßhandlung ausgeschiedenen oder als
neuer Vertreter einer Partei nach Wegfall des alten Vertreters den Prozeß fortsetzen wolle (im frühern Prozeß Reassumtion
genannt). Die Erklärung geschieht durch Zustellung eines Schriftsatzes an den Gegner. Dieser kann im Fall der Verzögerung der
Erklärung entweder die Aufnahme gerichtlich erzwingen, oder bei Unterbrechung durch Konkurseröffnung die Aufnahmeerklärung selbst
abgeben. Mit der Aufnahme ist die Unterbrechung oder Aussetzung des Verfahrens beendet, und die unterbrochenen Fristen beginnen von
neuem zu laufen. Vgl. Wiederaufnahme des Verfahrens.
topographische (Aufnehmen), im Gegensatz zur geometrischen Feldmeßkunst (s. Feldmesser) derjenige Teil der
niedern Geodäsie, welcher die Anfertigung eines Terrainbildes unmittelbar an Ort und Stelle, im Feld, zum
Zweck hat. Die Aufnahme, eines Landstriches geschieht nach dem Gesetz der orthographischen Horizontalprojektion (vgl. Projektion),
wonach jede horizontale Linie, im Bild projiziert, genau in Länge und Gestalt wiedergegeben wird, während eine schiefe Linie
nach Maßgabe ihres Böschungs- (Elevations-, Neigungs-) Winkels verkürzt erscheint (und zwar nach der Formel
P [Projektion] = L [wahre Länge] × cosinus α [Böschungswinkel]). Die Bildfläche wird durch eine ebene, mit Zeichenpapier
bespannte, horizontal stellbare Zeichenplatte dargestellt. Die früher bei der Aufnahme, benutzten Instrumente lieferten meist nicht
hinreichend genaue Ergebnisse, um danach völlig zuverlässige