Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03264.jsonl.gz/1312

Sunrise erhält für die UPC-Übernahme Unterstützung vom aktuellen UPC-Besitzer Liberty Global. Der Konzern mit Sitz in London habe sich bereit erklärt, die geplante Kapitalerhöhung mit einem Betrag von bis zu 500 Millionen Franken zu unterstützen. Dies teilt Liberty Global mit.
Geschehen soll dies durch den Kauf von handelbaren Bezugsrechten sowie anschliessendem Kauf von neu ausgegebenen Aktien. Eine vollständige Nutzung der Bezugsrechte hätte deutliche Konsequenzen auf die Eigentümerstruktur von Sunrise. Zu aktuellen Marktpreisen würde Liberty Global dann einen Anteil von 7,8 Prozent am Schweizer Telekomkonzern halten. Man habe sich deshalb auch darauf geeinigt, dass der britische Konzern bei Sunrise einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten werde, falls der Liberty-Anteil an Sunrise fünf Prozent übersteigen sollte, heisst es in der Mitteilung.
Sunrise begrüsse die Beteiligung von Liberty Global an der Kapitalerhöhung, da dies die "überzeugende strategische und finanzielle Begründung" der Übernahme unterstreiche, so Peter Kurer, VR-Präsident von Sunrise, in einer separaten Meldung. Dadurch werde letztlich auch das für den Zukauf notwendige finanzielle Engagement der bisherigen Sunrise-Aktionäre verringert.
Der Kaufpreis sei dennoch "viel zu hoch", sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek der Nachrichtenagentur 'awp'. Freenet ist mit einem Anteil von 24,5 Prozent der grösste Sunrise-Aktionär und hat sich bereits mehrfach gegen die UPC-Übernahme ausgesprochen. An der Systematik des Deals ändere sich durch die Liberty-Global-Ankündigung "überhaupt nichts", fügte er an. "Die Art der Finanzierung ist und bleibt falsch", so die Worte des Freenet-CEO. Im Klartext heisse der Schritt nichts anderes, als dass Liberty Global von dem Geld, dass sie durch den Deal erhalten würde, 500 Millionen wieder reinvestieren würde. "Die Bestandsaktionäre würden ihr Vermögen abgeben und Liberty Global dafür aufgrund des Discounts, der durch die Kapitalerhöhung entsteht, billig einsteigen."
Das Management von Sunrise hingegen, so eine Mitteilung, empfehle den Aktionären weiterhin "dringend", der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken zuzustimmen. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis stelle sich wie zuvor auch "zRating" und Ethos hinter die Kapitalerhöhung, teilte Sunrise am Wochenende mit. Davor hatte allerdings der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS empfohlen, die Kapitalspritze nicht anzunehmen. Sunrise würde zu viel bezahlen für eine Übernahme, deren langfristiger strategischer Nutzen fragwürdig erscheine. (kjo/Keystone-sda)