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Der seit 2003 verliehene «Prix d’honneur» (vormals «Preis der Gemeinden im Wasseramt») im Wert von CHF 10’000.– ehrt eine Schweizer Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Schweizer Filmkultur verdient gemacht hat. Der Preis wird gestiftet von den Gemeinden im Wasseramt.
©: Joël Hunn / NZZ
Bea Cuttat (*1953) verbringt ihre Schulzeit in Schaffhausen und arbeitet in den 1970er-Jahren u.a. als Sortimentsbuchhändlerin und redaktionelle Mitarbeiterin des Kulturressorts der Lokalzeitung. In diese Zeit fällt auch der Aufbau des «Theater und Kino im Fass Schaffhausen», zu dessen Mitbegründerinnen und –begründern Bea Cuttat gehört. Ab 1980 zieht es sie nach Zürich, wo sie für das «Schweizerische Filmzentrum» (heute Swiss Films) tätig ist und die Bereiche Filmverleih, Produktion und die Reihe «Texte zum Schweizer Film» betreut. Zudem baut sie die «Auswahlschau der Solothurner Filmtage» aus und verantwortet die Inlandpromotion des Schweizer Films. Ihre eigentliche Berufung findet Bea Cuttat ab 1986 im Verleih von Filmen aus aller Welt, zuerst als Mitarbeiterin der unabhängigen Filmcooperative Zürich und ab 1988 mit der Gründung ihres eigenen Studiofilmverleihs Look Now!, der zum Synonym für radikale Werke und künstlerische Kontinuität werden sollte. Ihren Einstand gibt sie mit «Reisen ins Landesinnere» von Matthias von Gunten. In der Folge engagiert sich Bea Cuttat auch als langjährige Präsidentin des Schweizerischen Studiofilm Verbandes SSV und Mitglied der Fachkommission Filmförderung des Bundes. Nach über 30 Jahren entschliesst sie sich im Sommer 2019, ihre aktive Verleihtätigkeit einzustellen und konzentriert sich nun auf die Pflege ihres Repertoires.
In 32 Jahren hat Bea Cuttat mit «Look Now!» rund 270 Filme in die Schweizer Kinos gebracht und damit gegen drei Millionen Eintritte erzielt. Die Spannweite ihres Katalogs reicht von Überraschungshits wie «Fucking Åmål» über Publikumslieblinge wie «Wallace & Gromit» bis hin zu den radikalen Arbeiten des mexikanischen Autoren Carlos Reygadas, mit dessen jüngstem Film «Nuestro Tiempo» Bea Cuttat ihr Kollektion abgeschlossen hat. 125 ihrer Filme entstammen der heimischen Produktion. Zu den Schweizer Filmschaffenden, die auf die treue Begleitung ihrer Werke durch «Look Now!» zählen konnten, gehören u.a. Dieter Fahrer, Peter Liechti oder Stefan Schwietert und die nächste Generation mit Aya Domenig, Jan Gassmann oder Milagros Mumenthaler.
Der «Prix d’honneur» wird am Montag, 27. Januar 2020 um 17:30 Uhr im Landhaus verliehen. Anschliessend stellt Bea Cuttat «A Tickle in the Heart» von Stefan Schwietert (1996) vor. Aus dem Katalog von «Look Now!» wird an den 55. Solothurner Filmtagen weiter «Step Across the Border» von Nicolas Humbert und Werner Penzel gezeigt. Am Mittwoch, 29. Januar 2020 spricht Bea Cuttat als Gast des «Film-Brunch» über ihre Karriere und Arbeit.
Kniend und sitzend von links: Bernhard Lehner, Peter Volkart, Danielle Giuliani, Christian Schocher, Bea Cuttat, Urs Graf, Bruno Moll, Xandi Seiler, Angelo Lüdin, Xandis Hund
Stehend von links: Franziska Reck und ihre Tochter, Katharina Bürgi, Matthias von Gunten, Marlies Graf-Dätwyler, Peter Liechti, Marian Amstutz, Res Balzli, Kathrin Portmann, Christoph Schaub, Benno Maggi, Paolo Poloni, René Baumann, Nicole Greuter, Konrad Wittmer, Hanspeter Eggenberger.
Die Solothurner Filmtage widmen dem Nachwuchs eine eigene Sektion: «Upcoming» gibt dem jungen Schweizer Filmschaffen einen eigenen Platz, stellt neue Talente ins Rampenlicht und fühlt aktuellen Tendenzen auf den Zahn. «Upcoming» besteht aus drei Programmen: «Upcoming Talents», «Best Swiss Video Clip» und «Upcoming Lab».
Die Sektion «Upcoming» wird unterstützt vom Migros-Kulturprozent und von der Ursula Wirz Stiftung.
Das Programm «Upcoming Talents» rückt Schweizer Nachwuchstalente ins Rampenlicht. Die Kurzfilme stammen von Studierenden in- und ausländischer Fachhochschulen. Einige Beiträge wurden von Schweizer Produzenten mitbetreut. Eine dreiköpfige Jury vergibt den Nachwuchspreis SUISSIMAGE / SSA im Wert von CHF 15’000.-.
Musikclips sind aus der heutigen Alltagskultur nicht mehr wegzudenken. Sie sind neben Konzerten das wichtigste Kommunikationsmittel für Bands. Die Solothurner Filmtage präsentieren Highlights des aktuellen Musikvideoschaffens auf der grossen Leinwand und nominieren fünf Clips für den «Best Swiss Video Clip».
An der «Upcoming Award Night» werden die mit je CHF 2000.– dotierten fünf Nominationen für den «Best Swiss Video Clip» bekannt gegeben. Die nominierten Clips gehen dann ins Rennen um den Jurypreis, der am am Festival m4music verliehen wird.
Das «Upcoming Lab» unterstützt Nachwuchsfilmschaffende bei ihrem Einstieg ins Berufsleben und vernetzt sie gezielt mit nationalen und internationalen Branchenvertreterinnen und -vertretern aus den Bereichen Produktion, Distribution, Filmkritik und Festivalprogrammation. Ausgewählte Filmschulabsolventinnen und -absolventen diskutieren ihre Filmidee mit den Expertinnen und Experten in einem geschlossenen Rahmen und schaffen ein Netzwerk.
Acht Projekte werden für die Teilnahme am «Upcoming Lab» 2021 selektioniert. Zwei der ausgewählten Projekte werden an der «Upcoming Award Night» mit einem Entwicklungsbeitrag von je CHF 5‘000.- ausgezeichnet, gestiftet von SUISSIMAGE und SSA.
Die Nominationen für den Schweizer Filmpreis 2021 werden am Montag, 25. Januar 2021 im Rahmen der «Nacht der Nominationen» vom Bundesamt für Kultur und der Schweizer Filmakademie in Solothurn bekannt gegeben.
Alle nominierbaren Filme sind im Programm der Solothurner Filmtage. Die 2008 gegründete Schweizer Filmakademie bestimmt in einer geheimen Wahl ihre Preisanwärter. Nominiert werden Personen und Filme in elf Kategorien.
Der PRIX SWISSPERFORM - Schauspielpreis ehrt Schweizer Schauspielerinnen und Schauspieler für die beste Hauptrolle oder die beste Nebenrolle in einer Schweizer Fernsehproduktion. Vier Kategorien sind mit je CHF 10’000.- dotiert.
Der Preis wird von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von SWISSPERFORM und der Solothurner Filmtage vergeben. Er ist gestiftet von SWISSPERFORM.
Der PRIX SWISSPERFORM - Schauspielpreis besteht seit 2001. Seit 2011 wird er im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen.
Lorena Handschin
Weibliche Hauptrolle in «Nr. 47»
Lorena Handschin wird 1996 in Basel geboren. Bevor sie von 2015 bis 2019 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart Schauspiel studiert, sammelt sie am Jungen Theater Basel erste Bühnenerfahrungen. Lorena Handschin ist Studien- und Förderpreisträgerin des Migros-Kulturprozent und gehört seit der Spielzeit 2019/20 zum festen Ensemble des Deutschen Theater Berlin. Seit 2018 gehört sie zudem zum Ensemble von «Nr. 47» des Schweizer Radio und Fernsehens SRF.
Roland Vouilloz
Männliche Hauptrolle in «Helvetica»
Roland Vouilloz wird 1964 in Martigny geboren. Ab 1988 absolviert er in Genf eine Ausbildung an der École Supérieure d’Art dramatique. Er wechselt in der Folge zwischen Theater, Film und Fernsehen ab und ist so als Schauspieler, Regisseur und Musiker tätig. Auf der Leinwand ist er in Filmen von Françis Reusser, Silvio Soldini, Greg Zglinski, Jean Blaise-Junod, Léo Maillard, Romain Graf und François-Christophe Marzal zu sehen. Im Jahr 2011 erhält er seinen ersten PRIX SWISSPERFORM für seine Rolle als Kehrichtmann Oscar Moreau in der Serie «Crom» von Bruno Deville.
Stefan Kurt
Preis der Jury für «Aus dem Schatten – eine Zeit der Hoffnung»
Nach seiner Ausbildung zum Lehrer studiert Stefan Kurt am Konservatorium für Musik und Theater Bern. Seine Theaterengagements führen ihn von Hamburg über Zürich und Salzburg nach Berlin, von Jürgen Flimm über Christoph Marthaler zu Robert Wilson. Daran schliessen sich eine umfangreiche Film- und Fernseharbeit in Deutschland und in der Schweiz sowie Lesungen und Hörbuchproduktionen an. Seit 2006 tritt Stefan Kurt auch als bildender Künstler in Erscheinung.
Manuela Biedermann
Weibliche Nebendarstellerin für «Wilder»
Manuela Biedermann wird 1965 in Biel geboren. Nach dem Wirtschaftsgymnasium studiert sie drei Jahre am Dramatischen Studio Burgdorf unter der Leitung von Eva Klar-Kerble und arbeitet am Theater am Turm Frankfurt sowie an den Stadttheatern St. Gallen, Bern und Luzern. Sie wechselt dann zum Film und Fernsehen, mit Rollen in «Beck&Bondi», «Sarah joue un loup garou», «Das schaffen wir schon», «Die Einzigen» oder «Walking to Paris».
Der Trickfilm-Wettbewerb wird von der Schweizer Trickfilmgruppe (GSFA) kuratiert. SUISSIMAGE und SSA stiften drei Publikumspreise im Gesamtwert von CHF 10’000.– für die besten Animationsfilme. Die Preisverleihung findet im Rahmen der «Upcoming Award Night» statt.