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Option
Option steht für das Recht, bestimmte Wertpapiere bis zu einem bestimmten Termin zu einem bereits feststehenden Kurs zu kaufen oder verkaufen.
Welches sind Ihre Rechte und Pflichten bei Optionsgeschäften?
Als Käufer einer Option dürfen Sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (Verfalltag) eine gewisse Menge eines Basiswerts zu einem vorbestimmten Preis (Ausübungspreis) vom Verkäufer kaufen (Call-Option) oder diesem verkaufen (Put-Option). Der Preis, den Sie für dieses Recht bezahlen, heisst Prämie.
Als Verkäufer (Schreiber) einer Option müssen Sie, unabhängig vom aktuellen Kurs des Basiswertes, dem Käufer den Basiswert bis zum Verfalltag zum Ausübungspreis verkaufen (Call-Option) oder den Basiswert zum Ausübungspreis vom Käufer kaufen (Put-Option), wenn er die Option ausübt.
Was versteht man unter der Hebelwirkung beim Optionsgeschäft?
Der Preis der Option steht in enger Beziehung zum Basiswert. Jede Preisveränderung beim Basiswert löst eine stärkere Veränderung im Preis der Option aus (Hebelwirkung /Leverage-Effekt). Damit partizipieren Sie überdurchschnittlich am Kursgewinn wie auch am Kursverlust des Basiswertes.
Auf welche Basiswerte können sich Optionen beziehen?
Als mögliche Basiswerte einer Option kommen insbesondere in Betracht:
- Vermögenswerte wie Aktien, Obligationen, Edelmetalle und andere Rohstoffe,
- Referenzsätze wie Währungen, Zinsen, Indizes,
- Derivate oder
- beliebige Kombinationen daraus.
Was sind «amerikanische» Optionen?
«Amerikanische» Optionen können Sie bis zum Verfalltag grundsätzlich an jedem Handelstag ausüben.
Was sind «europäische» Optionen?
«Europäische» Optionen können Sie nur an ihrem Verfalltag ausüben, also an einem im Voraus bestimmten Termin. Ihre Handelbarkeit auf dem Sekundärmarkt (z. B. an einer Börse) ist jedoch grundsätzlich nicht eingeschränkt.
Wann wird in natura geliefert, wann bar bezahlt?
Bei Call-Optionen mit physischer Lieferung («physical settlement») können Sie verlangen, dass Ihnen der Verkäufer der Option (Schreiber) bei der Ausübung den Basiswert liefert. Bei Put-Optionen muss der Verkäufer Ihnen den Basiswert abkaufen.
Sieht eine Option den Barausgleich («cash settlement») vor, steht Ihnen lediglich ein Geldbetrag zu. Dieser entspricht der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Tageskurs des Basiswerts.
Wann ist eine Option im Geld, aus dem Geld, am Geld?
Eine Call-Option liegt «im Geld» («in the money»), sobald der aktuelle Kurs des Basiswerts den Ausübungspreis übersteigt. Eine Put-Option liegt «im Geld», wenn der aktuelle Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis sinkt. Liegt eine Option «im Geld», hat sie einen «inneren Wert».
Eine Call-Option ist «aus dem Geld» («out of the money»), sobald der aktuelle Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis sinkt. Eine Put-Option ist «aus dem Geld», wenn der aktuelle Kurs des Basiswerts den Ausübungspreis übersteigt. Sie hat in diesem Fall keinen inneren Wert.
Deckt sich der Kurs des Basiswertes mit dem Ausübungspreis, liegt die Option «am Geld» («at the money»); sie hat keinen inneren Wert.
Was bestimmt den Wert einer Option?
Der Preis einer Option hängt einerseits vom inneren Wert und andererseits vom so genannten Zeitwert ab. Letzterer wird von verschiedenen Faktoren, u. a. von der Restlaufzeit der Option und der Schwankungsbreite (Volatilität) des Basiswerts bestimmt. Der Zeitwert widerspiegelt die Chance einer Option, «ins Geld» zu kommen. Er ist grösser bei Optionen mit langer Laufzeit, mit hoher Volatilität des Basiswerts und bei Optionen, die «am Geld» sind.
Welche Arten von Optionen gibt es?
Exchange Traded Options sind nicht in Wertpapierform verbrieft, werden aber über die Börse gehandelt.
OTC Options (OTC = Over-the-Counter) Options sind weder als Wertpapiere ausgestellt noch an einer Börse handelbar. Sie werden ausserhalb der Börse zwischen Verkäufer und Käufer direkt vereinbart. Wollen Sie ein solches Geschäft vor dem Verfalltag aufheben (Glattstellung), müssen Sie mit Ihrer Gegenpartei ein entsprechendes Gegengeschäft abschliessen. OTC Options auf Edelmetalle und Währungen als Basiswerte werden als Standardprodukte öffentlich angeboten. «Massgeschneiderte» («tailor-made») OTC Options werden hingegen für einzelne Anleger besonders geschaffen.
Was versteht man unter «Margendeckung»?
Verkaufen Sie eine Option, müssen Sie während der gesamten Laufzeit entweder die entsprechende Anzahl Basiswerte oder andere Sicherheiten hinterlegen. Die Höhe dieser Sicherheit (Marge) wird vom Effektenhändler festgelegt. Für Traded Options schreibt die Börse eine Mindestmarge vor.
Erweist sich die Margendeckung als ungenügend, kann der Effektenhändler von Ihnen weitere Sicherheiten verlangen (Nachschusspflicht / Margin Call).
Welche Risiken tragen Sie als Käufer einer Option?
Der Wert Ihrer Call-Option vermindert sich im Allgemeinen, wenn der Kurs des Basiswerts sinkt. Der Wert Ihrer Put-Option vermindert sich im Allgemeinen, wenn der Kurs des Basiswerts steigt. Je weniger Ihre Option «im Geld» liegt, desto grösser ist grundsätzlich die Wertverminderung. In einem solchen Fall steigt in der Regel die Wertverminderung kurz vor dem Ende der Restlaufzeit markant an.
Der Wert Ihrer Call-Option kann auch bei unverändertem oder steigendem Kurs des Basiswerts abnehmen. Dies mag z. B. dann der Fall sein, wenn der Zeitwert Ihrer Option abnimmt oder sich Angebot und Nachfrage ungünstig entwickeln. Put-Optionen verhalten sich gerade umgekehrt.
Sie müssen damit rechnen, dass Ihre Option an Wert verliert oder gegen Ende der Laufzeit sogar vollständig wertlos wird. Dann erleiden Sie einen Verlust in der Höhe der Prämie, die Sie für Ihre Option bezahlt haben.