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Gründer und Initiator dieser «Agentur für Christus» war der erfinderische und erfolgreiche Geschäftsmann Heinrich Rohrer (†). Er, der das Produkt «Sipuro» (Siphon-putzen-Rohrer) erfand und ein florierendes Drogerieunternehmen im Kanton Bern führte, fand in den 80er Jahren aus persönlichen Gründen zu Gott und beschloss daraufhin, ihm auf seine eigene Weise zu dienen. Aus diesem Entschluss gründete er 1985, zusammen mit Bruno Jordi und Heinz Hertig, die Agentur für Christus, heute Agentur C genannt.
Gott wählt mitunter gezielt Menschen aus, um durch sie seine Botschaften in der zunehmend säkularen Welt zu verbreiten. So war es wahrscheinlich auch Heinrich Rohrer bestimmt, der in den 80er Jahren in seinem Umfeld als erfolgreicher Geschäftsmann mit Hang zu einem fröhlichen Lebensstil bekannt war. Aufgrund einer Begegnung mit einem Pfarrer der Landeskirche, respektive nach einem Besuch in dessen Gottesdienst, fand Rohrer zum Glauben an Jesus Christus und bekehrte sich noch am selben Tag.
Gottes Wege sind unergründlich
Im gleichen Jahr, anlässlich der 100 Jahr-Feier des Blaukreuzvereins der Stadt Bern im April 1980, traf Heinrich Rohrer auf Heinz Hügli, seinerseits Gründer der Spruchhilfe «Gott gibt gib weiter». Ein paar Tage nach ihrer Begegnung, bat Heinrich Rohrer den Beter Heinz Hügli er möge doch den Redaktionen der Zeitungen «der Bund» und «Berner Zeitung» je 100 Spruchkarten mit Gottes Wort zustellen. Er selber habe je 100 Kleininserate in Auftrag gegeben. Zu Beginn wurden die von Rohrer beauftragten Inserate im allgemeinen Teil der Zeitung publiziert. Nach und nach wurden sie jedoch zu den Todesanzeigen verschoben, wo sie auch heute noch ihren festen Platz einnehmen. Überraschend war, was am Ende des ersten Publikationsjahres passierte. Von beiden Verlagen erhielt Rohrer die Rechnungen für die im Laufe des Jahres erschienen Inserate. Wenige Tage später widerriefen jedoch beide Verlage ihre Rechnungen mit der folgenden Begründung: «Wir haben so viele positive Reaktionen auf diese Inserate erhalten, und keinerlei Reklamationen, dass wir beschlossen haben, die Publikationskosten zu übernehmen». Ein Gründungsmitglied äussert sich dazu: «Weil sich viele Zeitungsleser beschwerten, wenn diese Anzeigen nicht erschienen, begannen die Verlage, diese gratis zu publizieren».
Besser als jedes Horoskop
Eine besondere Rückmeldung erhielt Heinrich Rohrer damals von einem Ingenieur aus Holland. Dieser schrieb: «Lieber Herr Rohrer, ich muss für die Konzernleitung jeden Tag einen Lagebericht mit Blick auf die Entwicklungen auf dem Weltmarkt erstellen. Das Wort Gottes in der NZZ hat mir schon öfters die Weisheit und den Weg zum richtigen Bericht gezeigt».
Behörden haben gemischelt: Unschuldiger hingerichtet
Landesweit für Aufsehen sorgte 1986 eine Aktion, die in Zusammenarbeit mit den beiden Basler Journalisten Walter Brunner und Willy Surbeck produziert wurde. Gemeinsam bereiteten sie die Ostergeschichte der Bibel im Boulevardstil in zwei Teilen auf und publizierten diese ganzseitig in der Tageszeitung «Blick». Dies unmittelbar neben der Sex-Beratungskolumne von Marta Emmenegger. Mit 400’000 verkauften Exemplaren und mehr als 1,1 MiIllionen LeserInnen war der «Blick» damals die grösste Zeitung der Schweiz. Die beiden Berichte erschienen unter den Schlagzeilen «Behörden haben gemischelt: Unschuldiger öffentlich hingerichtet» sowie tagsdarauf, an Ostern, im «SonntagsBlick» mit der Überschrift «Die Leiche ist weg! Augenzeugen berichten: Jesus lebt wieder». Diese Aktion war dermassen aufsehenerregend, dass sogar andere Schweizer Medienhäuser darauf aufmerksam wurden.
In einem 1986 geführten Radio-Interview meinte Heinrich Rohrer dazu: «mit dieser Aktion wollten wir Menschen erreichen, die suchend sind, sich aber nicht im kirchlichen Umfeld bewegen. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst für den «Blick-Jargon» entschieden. Gläubige freuten sich über die Aktion, Kirchenferne waren erstaunt darüber und ein paar Atheisten schrieben mir Briefe mit absolut niveaulosem Inhalt».