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Mitten in den wirtschaftlichen Schwierigkeiten drängt sich doch je länger je mehr die Frage auf, welches die Haltung der Neutralen bei dem kommenden Friedensschlüsse sein wird; ich meine dabei diejenigen Neutralen, die nicht den Ehrgeiz territorialer Vergrösserungen haben, sondern die lediglich allgemeine Interessen geltend zu machen haben. Und zwar nach zwei Richtungen: einmal in bezug auf das Zustandekommen eines Friedens, der Aussicht auf Dauer hat und nicht schon wieder die Keime künftiger Verwicklungen in sich trägt; sodann in bezug auf die Verbesserung und Festigung der völkerrechtlichen Stellung der Neutralen. Haben doch die Neutralen im gegenwärtigen Kriege so viel gelitten, dass das Begehren nach Garantien für den freien, ungestörten Verkehr wohl begründet erscheint.
Um diese ihre Forderungen vertreten zu können, wäre es wünschbar, dass die neutralen Staaten zu den Friedensverhandlungen Zutritt hätten, und um das zu erreichen, müsste doch wohl ein Zusammenschluss der neutralen Regierungen, oder wenigstens einer wichtigen Gruppe derselben, in dem Sinne erfolgen, dass über diese wichtige Frage eine Einigung erzielt und eine gemeinsame Aktion vorbereitet würde. Dabei denke ich nicht an einen internationalen Kongress der Neutralen, wie er kürzlich in einer Eingabe vieler schweizerischer Vereine und Korporationen verlangt wurde2. Das wäre wohl ein recht ungeeignetes Mittel. Dagegen könnte es sich um einen vertraulichen Gedankenaustausch von Regierung zu Regierung handeln.
Ich wäre Ihnen nun ausserordentlich dankbar, wenn Sie sich mit Ihren dortigen holländischen Kollegen in der Folge dann auch vielleicht mit den Ministern von Dänemark, Schweden und Norwegen in Verbindung setzen und vorsichtig sondieren würden, wie deren respektive Regierungen zu dieser Frage stehen; ob sie den Wunsch einer Beteiligung oder Mitsprache am kommenden Friedenskongress haben und geneigt wären, diesen in einer gemeinsamen Stellung zum Ausdruck zu bringen, sowie ob ihnen der Gedanke einer gemeinsamen Geltendmachung der gemeinsamen neutralen Interessen sympathisch ist.
Ich habe leider noch nicht das Empfinden, dass ein Friedensschluss nahegerückt ist, allein wenn etwas für diesen Zeitpunkt vorbereitet werden will, so ist es nicht mehr zu früh, Fühlung zu nehmen und die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen.
Ich werde s. Z. gerne von Ihnen hören, ob den genannten Regierungen ein Gedankenaustausch in dem angeregten Sinne genehm wäre, auch bin ich Ihnen besonders dankbar, wenn Sie mich jeweilen über allfällige Friedensstimmungen und Interventionsgerüchte auf dem laufenden halten werden.
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