Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/60828

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Unwetter und Hagelzüge vom 18. Juli 2005 haben in den Weinbaugebieten rund um den Genfersee grossen Schaden angerichtet; viele Winzer haben fast ihr ganzes Jahreseinkommen verloren. Gewiss lastet dieses Risiko auf allen Weinregionen der Schweiz. Eine Möglichkeit, solche Unwetter zumindest teilweise zu bekämpfen, besteht im Abschuss von Hagelraketen, durch welche sich die Hagelwolken schon im Voraus entladen.</p><p>Wie kann man die Wirksamkeit dieser Abwehrmassnahme abschätzen (in Prozent der Weintrauben, die durch die Massnahme vom Hagel verschont bleiben)? Wie könnte man den Schutz der Weinberge verbessern, z. B. durch eine erhöhte Dichte der Hagelraketenabschüsse und durch deren Ausdehnung bis in die untere Genferseeregion, trotz der Nähe des Flughafens (die Abschussbefehle müssten von Skyguide, in enger Zusammenarbeit mit den Wetterdiensten, erteilt werden)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Impfung hagelträchtiger Wolken mit Silberjodidkristallen ist eine Hagelbekämpfungsmethode. Die Kristalle werden entweder mit Bodenraketen oder Flugzeugen in die Wolken eingebracht. Letztere Vorgehensweise ist in den meisten Fällen wirksamer, weil die Keime direkt und an der gewünschten Stelle in der Wolke freigesetzt werden.</p><p>In der Schweiz wurden die letzten wissenschaftlichen Versuche mit Hagelraketen in den Siebzigerjahren durchgeführt und erbrachten keine signifikanten Resultate. Im Ausland (z. B. in Frankreich, in Deutschland und in Österreich) erfolgen weiterhin Tests. Bisher hat sich aber keines der getesteten Verfahren als wirksam genug erwiesen, um auf den Schutz einer Hagelversicherung verzichten zu können. Mangels einer besseren Lösung bleibt diese das zweckmässigste Mittel zur Deckung von Ernteverlusten.</p><p>Die schweizerische Hagelversicherung (Schweizer Hagel) bietet eine Versicherung für die vom Hagel verursachten Ernteverluste an sowie eine Zusatzversicherung für Folgeverluste durch beschädigte Triebe. Während die erste nur die Ernteausfälle des Schadenjahres deckt, lassen sich mit der zweiten auch allfällige durch Schäden an den Trieben verursachte Verluste im folgenden Jahr versichern. Es liegt in der unternehmerischen Verantwortung jedes Produzenten, ob er sich für die Wolkenimpfung zur Hagelbekämpfung entscheidet und eine Versicherung abschliesst oder nicht.</p>  Antwort des Bundesrates.