Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03611.jsonl.gz/2768

Malta will die Finkenjagd, die gegen die Vogelschutzrichtlinie der EU verstösst, wieder erlauben. Die Europäische Kommission hat als Reaktion auf das Vorhaben beschlossen, ein erstes Mahnschreiben an die Regierung Maltas zu richten und darin das Einhalten der EU-Vorschriften zu verlangen.
In Europa geht der Bestand zahlreicher wildlebender Vogelarten zurück, und in bestimmten Fällen ist der Rückgang besonders ausgeprägt. Dies beeinträchtigt das biologische Gleichgewicht und ist eine ernsthafte Gefahr für die natürliche Umwelt. Die Europäische Union hat deshalb eine Richtlinie erlassen über den Erhalt der wildlebenden Vogelarten die zum Ziel hat, alle wildlebenden einheimischen Vogelarten zu schützen.
Nach dieser Richtlinie ist die traditionelle Finkenjagd, wie sie in Malta praktiziert wird, verboten. Im Beitrittsvertrag wurde Malta eine Übergangsregelung zur allmählichen Einstellung der Finkenjagd eingeräumt, wobei die Zeit berücksichtigt wurde, die für die Einführung eines Programms zur Zucht in Gefangenschaft notwendig war. Dieses Programm sollte zukünftig die Finkenjagd ersetzen. Die Übergangsregelung lief bereits 2008 aus.
Die Regierung von Malta hat nun beschlossen, ab 2014 in Abweichung von der EU-Vogelschutzrichtlinie den Lebendfang von sieben Wildfinkenarten wieder zuzulassen. Die Mitgliedstaaten dürfen jedoch nur dann von den strengen Schutzvorschriften abweichen, wenn es keine anderen zufriedenstellenden Lösungen zur Bestandserhaltung gibt und die Bedingungen für solche Abweichungen eingehalten werden.
Da es aber im vorliegenden Fall keine Rechtfertigung für dieses Vorgehen gibt, hat die Europäische Kommission beschlossen, ein erstes Mahnschreiben an Malta zu richten, in dem Malta aufgefordert wird, die einschlägigen EU-Vorschriften einzuhalten und innerhalb eines Monats zu bestätigen, dass der Aufforderung entsprochen wurde.