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Bogotá - Die frühere FARC-Geisel Ingrid Betancourt will nun doch keine Millionenentschädigung für ihre jahrelange Gefangenschaft. Sie entschuldigte sich in einem Fernseh-Interview für die Forderung.
"Von Anfang an haben wir in meinem Fall entschieden, dass wir den kolumbianischen Staat nicht verklagen werden", sagte Betancourt in einem Interview mit dem kolumbianischen TV-Sender Caracol. Sollte eine aussergerichtliche Einigung nicht gelingen, werde sie nicht weitergehen.
"Nie, niemals wollten wir diejenigen angreifen, die mich befreit haben", sagte sie und fügte unter Tränen hinzu, sie "bedauere" es, vom Staat diese Millionenentschädigung verlangt zu haben.
Am Freitag war bekanntgeworden, dass Betancourt ursprünglich umgerechnet rund 5,5 Mio. Euro von der Regierung in Bogotá forderte. Damit sollten die von ihr erlittenen finanziellen und psychischen Schäden ausgeglichen werden.
Die frühere Präsidentschaftskandidatin hatte der Regierung zudem vorgeworfen, sie während ihrer Kandidatur nicht ausreichend beschützt zu haben.
Nachdem Vizepräsident Francisco Santos die Ex-Geisel daraufhin als "undankbar" bezeichnet hatte, war ihr Anwalt zurückgerudert. Die Franko-Kolumbianerin war am 2. Juli 2008 nach mehr als sechs Jahren in der Hand der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) gemeinsam mit 14 weiteren Geiseln befreit worden.
SDA-ATS