Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/762

Bund modernisiert das Messsystem zur Radioaktivität in der Höhenluft
Bern, 13.04.2022 - Das System zur Messung der Radioaktivität in der Höhenluft der Forschungsstation auf dem Jungfraujoch entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. April 2022 beschlossen, das System zu modernisieren. Die Sammelflüge mit Kampfflugzeugen der Schweizer Armee sollen ab 2025 nicht weitergeführt werden.
Wird bei einem Unfall Radioaktivität freigesetzt, etwa bei einem Kernkraftwerk, so wird die Radioaktivität zu einem grossen Teil in die Atmosphäre abgegeben. Um allfällige Schutzmassnahmen für die Bevölkerung zu bestimmen, müssen im Ernstfall die Zusammensetzung, das Ausmass und die Lage einer solchen radioaktiven Wolke frühzeitig erfasst werden. Dafür sind Proben von höheren Luftschichten notwendig. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betreibt dazu Messgeräte auf dem Jungfraujoch. Diese Geräte erreichen heute nicht mehr die notwendige Empfindlichkeit, um auch geringste Spuren von Radioaktivität zu erkennen. Das Messsystem wird deshalb modernisiert. Es wird anschliessend hundertfach empfindlicher sein als das bisherige.
Im Falle eines militärischen Ereignisses, wie etwa einer Atombombenexplosion, gelangt die ein erheblicher Teil der Radioaktivität in noch höhere Luftschichten. Kampflugzeuge der Schweizer Armee wurden in den 60er Jahren mit Geräten ausgerüstet, um Proben aus diesen Luftschichten zu sammeln. Die damit ausgerüsteten Tiger-Kampfflugzeuge werden Ende 2025 ausser Betrieb genommen.
Die Umrüstung der Sammelgeräte auf die FA-18-Flugzeuge würde rund 10 Mio. Franken kosten. Der Bundesrat erachtet diese Investition als unverhältnismässig. Die Erfahrung zeigt, dass der Mehrwert dieser Sammelfüge im Vergleich zu Messungen in geringerer Höhe wie auf dem Jungfraujoch meistens begrenzt ist, um das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung abzuschätzen. Für wissenschaftliche Untersuchungen, bei denen Messungen mit Flugzeugen in grosser Höhe wertvoll sind, soll eine internationale Zusammenarbeit geprüft werden.
Adresse für Rückfragen
Bundesamt für Gesundheit, Kommunikation, <email-pii>, Tel. +41 58 462 95 05
Herausgeber