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Koronis, die Tochter des Königs Phlegyas, der als Tyrann galt, war sehr schön und hatte trotz ihres Vaters ein gutes Herz. Den grössten Teil ihrer Zeit verbrachte sie damit, schönen Gedanken in der freien Natur nachzuhängen. Eines Tages begegnete sie während ihres täglichen Spaziergangs dem Gott Apollon, welcher für seine Liebe zur Natur und zur Musik bekannt war. Er verzauberte das schöne Mädchen mit seinen Gedichten und Melodien. Heimlich erlebten die beiden unvergessliche Momente.
Eine Ziege ernährte Asklepios mit ihrer Milch als er ein Baby war…
Als die schöne Koronis von Apollon schwanger wurde, setzte sie Ihr Baby aus Angst vor ihrem Vater in den Bergen aus. Die Ziege eines Hirten gab dem Baby Milch und sein Hund hütete es von sich aus. Der Hirt, der tagelang nach seinen Ziegen und dem Hund gesucht hatte, fand sie schliesslich neben dem Baby, das von Lichtern umgeben war. So wusste er, dass es sich bei diesem Baby um ein göttliches Wesen handelte. Sofort nahm er das Baby in seine Arme und brachte es nach Hause. Er nannte das Baby Asklepios. Um Asklepios kümmerten sich bald auch einige Feen.
Asklepios wuchs schnell und lernte von seinem Erzieher Atadam Kheiron, wie man mit verschieden Pflanzen Krankheiten heilen konnte. In der Stadt Epidauros, in der er lebte, wurden sogar später Medizinschulen und Klöster gegründet, die nach dem allseits beliebten Asklepios benannt wurden. Die berühmteste Stätte befand sich in Bergama. In dieser Heilanstalt wurden nebst der körperlichen Heilung auch Unterhaltung und kulturelle Aktivitäten angeboten. Ähnliche – für damals typische – anatolische Heilzentren wurden später in mehreren Ländern nachgebaut.
Ein Kraut würde eine tote Schlange wieder zum Leben erwecken
Asklepios wurde oft von hoffnungslosen Patienten aufgesucht, welche auch bei ihm übernachteten. Sie berichteten danach, wie er ihnen in ihren Träumen erschienen sei und ihnen die dringend benötigten Heilmittel genannt habe.
Hygieia, Asklepios’ Tochter
Einer anderen Sage nach hatte Asklepios den Auftrag, ein Heilmittel für den berühmten Glaukos zu finden. Trotz mühseliger Suche konnte er nichts finden. Als er des Suchens müde wurde, tauchte plötzlich eine Schlange vor ihm auf. Erschrocken vor ihrem Anblick griff er zu einem Stein und erschlug sie. Da tauchte eine zweite Schlange auf und legte ein Kraut auf die tote Schlange. Diese erwachte wieder zum Leben und beide schlängelten rasch davon. Mit diesem Kraut heilte Asklepios danach Glaukos. Nach diesem Vorfall glaubte der Mensch, dass Schlangen den Menschen heilende Pflanzen bringen. Die Schlange war fortan das Symbol der Heilkunst.
Eine weitere Sage berichtet, dass Asklepios derjenige war, der damit anfing, mit dem Blut des Monsters Gorgo, das er von Athena bekommen hatte, Tote zum Leben zu erwecken. Schnell wurde dem unbeliebten Gott der Unterwelt und des Totenreiches Hades klar, dass er bald die Tore seiner Unterwelt für immer schliessen müsste. Also ging er mit seinem Anliegen zum Gott der Götter Zeus. Dieser hörte sich alles an und gab Hades schliesslich Recht. Ausserdem war Zeus klar, dass die Menschheit auch ihm widersprechen würde, wenn sie sich durch Wissenschaft zu viel Wissen aneignen würde. An unsterbliche Menschen wollte er nicht einmal denken. Weil er es gewagt hatte, mit Hilfe versteckter Pflanzen aus der Natur dem Tod zu trotzen, erschlug Zeus vom Olymp aus Asklepios mit einem Blitz.
Asklepios beschenkte die Welt und hinterliess eine Tochter, die Göttin der Gesundheit.
Asklepios hinterliess der Menschheit seine Tochter, die Göttin der Gesundheit Hygieia*, als Geschenk. Sie hatte ihm jeweils bei seiner Arbeit geholfen. Asklepios’ Vater Apollon hingegen nahm es Zeus sehr übel, dass er seinen Sohn mit einem Blitz verkohlt hatte. Er tötete daraufhineinige Zyklopen, die in unterirdischen Werkstätten die Blitze für Zeus schmiedeten. Deshalb verbannte Zeus Apollon aus dem Olymp und schickte ihn auf die Erde. Dort musste er als Sklave des griechischen Königs Admetos ein Jahr lang Schafe hüten. Trotzdem schrieb er seine besten Gedichte und Melodien über unsere wunderschöne Erde während jener Zeit.
Asklepios, der Gott der Heilkunst
Einige Zeit nachdem Apollon seine Strafe verbüsst hatte, versöhnte er sich mit Zeus. Zur Feier dieser Versöhnung verwandelte Zeus Asklepios in einen sehr hellen und nie erlöschenden Stern am Himmel, der zum Wegweiser aller Mediziner auf der Welt wurde.
(*) Dieser Name wurde als Hygiene «Gesundheit und Sauberkeit» in alle europäischen Sprachen übernommen.
Autor: Yasar Atan
Orginalversion: Türkisch
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