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Markus Ryffel (59) ist seit seinem Silbermedaillengewinn über 5000 Meter an den Olympischen Spielen 1984 eine lebende Legende und für viele Hobbyläufer das Vorbild. Bei diesem Wettkampf in Los Angeles stellte er den bis heute gültigen Schweizer Rekord auf (13:07:54). Ryffel lebt in Allmendingen bei Bern, ist Unternehmer (im August eröffnet der 13. Ryffel-Running-by-SportXX-Shop) und Seminarleiter. Der Ustermer ist verheiratet und Vater von Stephan (21) und Christoph (24), der ebenfalls ein talentierter Langstreckenläufer ist. Am EM-Marathon in Zürich wird Ryffel als Co-Stadionspeaker zu hören sein, beim 5000-Meter-Final als Co-Kommentator.
Als erster Schweizer lief Mathias Rusterholz (42) 400 Meter unter 45 Sekunden. Seine 1996 in Lausanne erreichte Zeit von 44,99 bedeuten noch immer Schweizer Rekord. Zwei Jahre zuvor, an den EM in Helsinki, feierte er mit dem Gewinn der Bronzemedaille seinen grössten Erfolg. Nach dem Ende seiner sportlichen Karriere wechselte der zweifache Vater zum Bundesamt für Sport nach Magglingen, wo er seit 2007 die Onlinekommunikation leitet. Inzwischen wohnt der Ostschweizer in Seedorf BE und wurde wie alle EM-Medaillengewinner nach Zürich eingeladen. Dort wird er die Staffelwettbewerbe und seine Disziplin mit besonderem Interesse verfolgen.
Meta Antenen (65) ist die einzige Schweizer Leichtathletin, die Weltrekordhalterin war (im Fünfkampf 1969). Die Schaffhauserin gewann an der EM in Helsinki 1971 die Silbermedaille im Weitsprung; ihr Schweizer Rekordsatz auf 6,73 Meter hielt 39 Jahre lang. Mit 27 Jahren zog sie sich vom Leistungssport zurück. Heute lebt die zweifache Mutter in einem Haus in Walchwil hoch über dem Zugersee. Wegen der EM unterbricht sie die Ferien in Madrid und reist mit ihrem Lebenspartner an.
Werner Günthör (53) wohnt in Erlach am Bielersee und ist seit 1996 beim Bundesamt für Sport angestellt – einerseits als Lehrer andererseits für Seminaranlässe. Zudem verdient der verheiratete und kinderlose einstige Modellathlet sein Geld mit Vorträgen. Dabei profitiert er von seinen grossen Erfolgen als dreifacher Kugelstosser-Weltmeister sowie als Bronzemedaillengewinner an den Olympischen Spielen von Seoul 1988. Der Schweizer Rekord (22,75 Meter) des Ostschweizers ist bald einmal 26 Jahre alt. Den Final des Kugelstossens in Zürich wird er mitkommentieren.
Am 4. August wird Anita Protti 50 Jahre alt. Die Mutter einer Tochter (Coralie, 17) lebt in Lausanne, wo sie für die Stadt arbeitet und jeweils das «SunDay’s Cycling» mitorganisiert. Besonders gern denkt die EM-Silbermedaillengewinnerin von Split 1990 an ihren Sieg im selben Jahr an Weltklasse Zürich über 400 Meter Hürden. Ein Jahr später stellte die Waadtländerin an den Weltmeisterschaften in Tokio mit ihrem sechsten Rang den bis heute gültigen Schweizer Rekord auf (54,25 Sekunden). Sie nimmt eine Woche Ferien, um die Wettkämpfe an den Europameisterschaften in Zürich anzuschauen.
«Gring abe u seckle»: Damit erlangte Anita Weyermann (36) nationale Berühmtheit – mehr noch als durch den Gewinn der Bronzemedaille an den WM in Athen 1997 über 1500 Meter. Noch immer hält die Bernerin vier Schweizer Rekorde: 1500 Meter, 1 Meile, 3000 Meter und 5000 Meter. Vor acht Monaten wurde sie Mutter der Drillinge Anja, Roman und Simona.
Sandra Gasser (52) aus Muri BE betreut mit ihrem Mann Beat Aeschbacher die schnellste Schweizer Marathonläuferin Maja Neuenschwander sowie beim ST Bern rund 15 Nachwuchsathleten. Ihren grössten Erfolg feierte sie 1987 an der WM in Rom über 1500 m (Bronze). Nun freut sie sich «extrem auf die EM in der Schweiz».
Autor: Reto Wild