Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/63478

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, nur noch dann Unterstützungen zugunsten von Sportveranstaltungen und Sportvereinen und -verbänden zu leisten, wenn bei deren Anlässen und Verbandsaktivitäten auf Alkoholwerbung vollumfänglich verzichtet wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Konsum von Alkohol ist in unserer Gesellschaft und Kultur vielseitig verankert. Die breite Akzeptanz von Alkohol ist ein wesentlicher Grund, weshalb die Unterschiede zwischen Genuss, Gewohnheit, Missbrauch und Abhängigkeit schwer zu erkennen sind.</p><p>Bereits heute wird dem missbräuchlichen Alkoholkonsum als Verursacher von Problemen im Sport mit einer Vielzahl von Massnahmen begegnet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um präventive und korrektive Massnahmen, die dem Prinzip der Selbstregulation verpflichtet sind. Das Bundesamt für Sport (Baspo), zusammen mit Swiss Olympic, ist dabei leitend, begleitend oder unterstützend tätig:</p><p>- Im Rahmen des sportpolitischen Konzeptes des Bundesrates werden verschiedene sucht- und gewaltpräventive Massnahmen, die durch das Baspo initiiert wurden, zusammen mit Partnern umgesetzt.</p><p>- Swiss Olympic setzt sich, unterstützt durch das Baspo, mit den sieben Prinzipien der "Charta Ethik" für einen gesunden, respektvollen und fairen Sport ein; die Einhaltung dieser Charta ist ein Kriterium für die Leistung von Beiträgen des Bundes an die Sportverbände.</p><p>- Das Präventionsprogramm "cool and clean" wird von Swiss Olympic, dem Baspo und dem Bundesamt für Gesundheit getragen. Im Jugendbreitensport und im Jugendleistungssport setzt sich das durch den Tabakpräventionsfonds finanzierte umfassende Präventionsprogramm u. a. für rauch- und alkoholfreie Zonen im Umfeld des Sportes ein.</p><p>- Im Rahmen der bereits erarbeiteten Rahmenrichtlinien von Swiss Olympic können bei Sportveranstaltungen (z. B. sogenannte Hochrisikospiele) Alkoholkonsumeinschränkungen bis hin zu -verboten verordnet werden. Diese Massnahmen dienen dazu, der potenziellen Gewaltbereitschaft alkoholisierter Fans präventiv zu begegnen.</p><p>Mit einer Annahme der Motion würden Organisationen und Veranstalter, welche für Alkohol werben, mit dem Entzug von Bundesgeldern bestraft. Bei diesen Geldern handelt es sich um Beiträge an Sportverbände und -organisationen und damit einerseits um Beiträge, welche die Durchführung von internationalen Sportanlässen ermöglichen, andererseits um solche, die im Rahmen von Jugend+Sport ausbezahlt werden.</p><p>Grosse Sportveranstaltungen sind durch Verträge auf internationaler Ebene an Sponsoren gebunden. Die Umsetzung des Anliegens des Motionärs könnte dazu führen, dass die Schweiz als Veranstalterland zunehmend nicht mehr infrage kommt.</p><p>Nur ein kleiner Teil der nationalen Sportverbände und einzelne Clubs werben im Übrigen heute für alkoholhaltige Getränke. In den meisten Fällen sind es die den Verbänden angeschlossenen Clubs, die von den dadurch akquirierten Finanzmitteln profitieren. Bei einem vollständigen Verzicht auf diese Einnahmen würden den Vereinen und Verbänden wesentliche Mittel für ihre Tätigkeit, insbesondere für die Jugendsportförderung, entzogen. Diese können durch die Leistungen des Bundes in keiner Art und Weise kompensiert werden.</p><p>Aus den dargelegten Gründen erachtet der Bundesrat die Annahme der Motion als nicht zielführend. Um aber den Problemen im Umgang mit Alkohol entgegenzuwirken, beabsichtigt er, dem Bundesamt für Gesundheit, unter Mitwirkung der betroffenen Bundesämter sowie weiterer involvierter öffentlicher und privater Stellen, den Auftrag zu erteilen, eine nationale Strategie Alkohol zu erarbeiten und ihm diese im Frühjahr 2007 zu unterbreiten. Ziele sind, die bestehenden Anstrengungen im Bereich Alkohol zu überprüfen, allfälligen Handlungsbedarf auszuweisen und entsprechende Strategien festzulegen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.