Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/245

11.6 km
Publiziert: 6 Oktober 2013
Fawino steht für Favini- und Widmer-Vino in Mendrisio. Die beiden Jungwinzer kultivieren 1,5 Hektaren Reben und produzieren jährlich 20'000 Flaschen.
2005 kelterte Simone Favini, ein junger Selbstkelterer, seinen ersten Wein. Schon im Jahr danach wurde sein Merlot zum zweitbesten der Schweiz erkoren. “Auch wenn mein Betrieb klein war", erzählt er, “war ich nicht mehr in der Lage, ihn allein zu führen. Eine Möglichkeit wäre gewesen, einen Arbeiter anzustellen. Aber diese Lösung überzeugte mich nicht." Während sich Favini mit solchen Problemen herumschlug, wog Claudio Widmer, ein Kindheitsfreund von ihm, gerade ab, ob er einen eigenen Wein produzieren soll und schlug sich mit den ersten Schwierigkeiten dieser neuen Herausforderung herum. Die Freunde redeten oft über ihre Passion, das Weinmachen. Aus einem dieser Gespräche entsprang die Idee, gemeinsame Sache zu machen: Favini kam so 2012 zu einem Partner, und Widmer musste nicht bei Null anfangen.
Beide Produzenten haben in Changins Önologie studiert, ihr Werdegang ist jedoch sehr unterschiedlich. Simone Favini schloss an der Universität Basel ein Chemiestudium ab. Er beschloss, sich seiner Leidenschaft, dem Weinbau, zu widmen und schrieb sich nach einem Lehrjahr bei einer Tessiner Weinkellerei in Changins ein. Heute ist Favini zu 50 Prozent im Familienunternehmen und zu 50 Prozent in der mit Widmer geschaffenen Weinkellerei tätig. Sein Partner Claudio Widmer hat einen anderen Weg hinter sich. Er befasste sich an der Handelsschule in Chiasso mit Wirtschaft und arbeitete anschliessend dort sowie in Zürich. Nach seinen "Lehr- und Wanderjahren" ging Widmer nach Changins, wo er das Önologie-Diplom erwarb. Anschliessend war er in Kellereien in Frankreich, in der Region Bordeaux, sowie in Chile tätig. Als er ins Tessin zurückkehrte, bekam er das Angebot, an der Landwirtschaftsschule Mezzana Önologie zu unterrichten. Dort geht er derzeit einem 50-Prozent-Pensum nach. Mit der anderen Hälfte widmet er sich Fawino.
Im Moment produziert Fawino 20’000 Flaschen von sieben Weinen: zwei Weisse, “Giullare" (weisser Merlot) und “Elsbeth" (eine Assemblage aus Sauvignon Blanc, Chardonnay und Semillon, leicht im Holz ausgebaut), vier Rote, wovon drei reinsortige Merlots sind: der “Meride" (in Holzfässern aus Schweizer Eiche von 500 l ausgebaut), “Musa" (in Barriques aus französischer Eiche) und der “Cantastorie". Beim vierten, dem "Vino di Gio", handelt es sich um eine geheime Assemblage, die in französischen Barriques heranreift. Der "Bollicine", ein Schaumwein, sowie ein Grappa und ein Nocino runden das Angebot ab.