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Wenn Tottenham am Samstag gegen Liverpool um den 1. Europacup-Titel der Klubgeschichte kämpft, steht eine aussergewöhnliche Person an der Seitenlinie. 4 Anekdoten zu Mauricio Pochettino:
Es begann unter der Bettdecke
1985: Pochettinos Fussballer-Karriere begann mit einem «Überfall» mitten in der Nacht. Der damalige Newell's Old Boys-Trainer Marcelo Bielsa, besser bekannt als «El Loco», klingelte beim Elternhaus Pochettinos, stürmte ins Schlafzimmer des Jünglings und hob dessen Bettdecke an.
Nach einem prüfenden Blick meinte Bielsa: «Das sind Beine eines Fussballers». Kurz darauf spielte Pochettino für die Old Boys.
Der frühreife Retter
Januar 2009: Nach insgesamt 8 Jahren als Spieler wurde Pochettino bei Espanyol Barcelona zum Coach ernannt. Bei seiner ersten Trainerstation überhaupt und mit erst 37 Jahren führte er die abstiegsgefährdeten Katalanen auf den starken 10. Platz und anschliessend viermal ins gesicherte Mittelfeld.
Bereits als 20-Jähriger sei Pochettino wie ein Trainer aufgetreten, habe Verantwortung übernommen und sich um seine Mitspieler gesorgt. «Ich spüre die Leidenschaft, Spieler zu trainieren», sagt er heute.
Das schwere Erbe
Januar 2013: Pochettino wird als neuer Trainer von Southampton vorgestellt. Sein Vorgänger, Nigel Adkins, hatte den Klub gerade aus der dritthöchsten englischen Liga in die Premier League zurückgebracht und war ultimativer Fan-Liebling.
Das war die schwierigste Zeit meines Lebens.
Der Neuling hatte deshalb einen schweren Stand: «Das war die schwierigste Zeit meines Lebens», gestand Pochettino später gegenüber joe. Doch es kam gut für den damals 41-Jährigen: In seinen ersten 12 Spielen mit den «Saints» verlor er nur 3 Mal und etablierte sich alsbald.
Die «furchtbare» Entscheidung
Mai 2018: Bei Real Madrid war nach Zinédine Zidanes Rücktritt gerade der Trainerposten freigeworden, Pochettino hatte kürzlich bei Tottenham bis 2023 verlängert. Und dann flatterte das Angebot der «Königlichen» rein.
Wenn man von mir fordert, dass ich einen Vertragsbruch begehe – das kann ich nicht akzeptieren.
Für den Argentinier war gegenüber El Pais aber klar: «Wenn man von mir fordert, dass ich einen Vertragsbruch begehe – das kann ich nicht akzeptieren.» Das Dilemma habe ihn aber trotzdem mitgenommen: «Es ging um den Traum eines jeden Trainers: einen der grössten Klubs, die existieren, zu trainieren. Und dann musst du absagen. Das ist furchtbar.»
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.05.2019, 20:10 Uhr