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Inhalt und Entstehung
Die Stiftung Sammlung Kamm mit Sitz in Zug wurde 1998 von der Familie Kamm gegründet. Ihr gehört die wohl bedeutendste Kunstsammlung Wiener Moderne ausserhalb Österreichs in Europa. Darunter befinden sich Werkgruppen von Herbert Boeckl, Richard Gerstl, Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Koloman Moser, Egon Schiele, Fritz Wotruba. Hinzu kommen Bereiche der europäischen klassischen Moderne: Expressionismus, Kubismus, Bauhaus. Die ehemalige Privatsammlung von Fritz Kamm (1897 – 1967) und Editha Kamm-Ehrbar (1901 – 1980) entstand hauptsächlich in den 1950er und 1960er Jahren. Der österreichische Bildhauer Fritz Wotruba hatte das Ehepaar während seines Kriegsexils in Zug kennengelernt und sie später beim Aufbau der Sammlung beraten. Für Fritz Kamm leitete er die Wiener Galerie Würthle von 1953 bis 1965 und realisierte dort ein pionierhaftes Ausstellungsprogramm im Bereich klassische Moderne und Gegenwart; die Sammlung Kamm geht darauf weitgehend zurück. Die zweite Generation, Christa Kamm, Peter Kamm (1935 – 2008) und seine Frau Christine Kamm-Kyburz, ergänzte die Sammlung später vor allem im Bereich angewandter Kunst. 1998 gründete die Familie Kamm die Stiftung Sammlung Kamm und übergab deren Bestände als Dauerleihgabe dem Kunsthaus Zug. Dort wird sie seither in wechselnden grösseren und kleineren Präsentationen regelmässig gezeigt. Leihgaben werden auch für Ausstellungen im In- und Ausland zur Verfügung gestellt. 2009 schenkten Christa Kamm und Christine Kamm-Kyburz der Stiftung Sammlung Kamm weitere 54 Werke. Die Stiftung besitzt heute insgesamt 409 Werke.
Im Sammlungskatalog, der zur Erstpräsentation der Sammlung 1998 im Kunsthaus Zug erschien, schreiben die Stifter Christa Kamm, Christine Kamm-Kyburz, Peter Kamm, selig: "Die während des Zweiten Weltkriegs in Zug entstandene enge freundschaftliche Verbindung der Familie Kamm mit den Wotrubas war Auslöser einer anregenden und freudvollen Beschäftigung mit der Kunst. Dies führte über die Jahrzehnte zu einer Sammlung, die heute erstmals – zu einer Ausstellung gruppiert – im Kunsthaus Zug zu sehen ist. Diese Präsentation, die weder von Fritz und Editha Kamm noch von uns jemals geplant war, hat bei uns die Idee und den Wunsch aufkommen lassen, die von den Eltern begründete und von uns weitergeführte und ausgebaute Sammlung im Wesentlichen zu erhalten, in eine Stiftung einzubringen und im Kunsthaus Zug der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denn wir glauben, es sei in Zug – und auch dank Zug – etwas entstanden, das zu Zug gehören soll. Bestärkt in unserem Entschluss haben uns die jahrzehntelangen erfolgreichen Bemühungen der Zuger Kunstgesellschaft und der Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug, durch private Initiative und Mithilfe der Öffentlichkeit ein Museum entstehen zu lassen mit dem Ziel, das regionale Kunstschaffen im Zusammensehen mit nationaler und internationaler Kunst zu präsentieren. Wenn man darüber nachdenkt, was die beständigen Werte sind, die uns umgeben, dann erkennt man, dass dies selten das Materielle ist, sondern viel eher das Kulturelle, die Kunst, das Immaterielle. Insofern sind Kunst und Kultur als Wegbereiter im Leben die unverzichtbaren Merkpunkte, an denen sich Gesellschaft, Wirtschaft und Politik orientieren können. Die durch unsere Stiftung bereicherte Sammlung des Kunsthauses wird der Zuger Öffentlichkeit die vertiefte Auseinandersetzung mit Kunst ermöglichen und damit ein Fenster zur Welt auch auf kultureller Ebene öffnen."
Stiftungszweck
Die Stiftung bezweckt, die ihr als Stiftungsvermögen gewidmeten Kunstwerke und Dokumente aus der Sammlung Kamm als Leihgabe im Kunsthaus Zug zu beheimaten, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mindestens ein repräsentativer Teil der Sammlung soll dauernd im Kunsthaus Zug gezeigt werden. Die Sammlung oder Teile davon können vorübergehend Museen im In- und Ausland für befristete Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden.
Stiftungsrat
Alexander Jolles (Präsident)
Dr. Matthias Haldemann (Vizepräsident)
Christa Kamm
Dr. Christine Kamm-Kyburz
Dr. Jürg Scheuzger
Herbert Wey