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Novacorpus – 10 Jahre Medizintourismus
Zu unserem 10. Geburtstag veröffentlichen wir eine Artikelserie über Medizintourismus und die damit während dieser Zeit gesammelten Erfahrungen.
Piloten in unserer heutigen Zeit: ständig unter der Lupe
Piloten gehören wahrscheinlich zu der am meisten überprüften Berufsgruppe (siehe Quellenangabe am Ende des Artikels). Jedes Jahr müssen sich Piloten medizinischen Untersuchungen und verschiedenen weiteren Überprüfungen unterziehen: Alkohol- und Drogentests, Prüfung ihrer fachlichen Kenntnisse, Beurteilung während eines Flugs durch einen Prüfer, Tests am Simulator, Prüfung der Risiken durch menschliches Fehlverhalten, der allgemeinen Sicherheit, dem Fliegen im Winter und dem Erkennen gefährlicher Substanzen. Falls er die Überprüfung nicht besteht, wird der Pilot vom Dienst suspendiert.
Das alles kann für einen Piloten sehr stressig sein, aber für uns ist es ganz normal. Denn wer möchte schon von einem betrunkenen Piloten geflogen werden, der nicht mehr weiß, was er bei einem Notfall machen muss und abstürzt, weil er vergessen hat zu tanken?
Dadurch sind Flugzeuge die sichersten Verkehrsmittel, denn dort gibt es die intensivsten Kontrollen.
Aber was ist mit Ärzten?
Ärzte haben mindestens eine genauso grosse Verantwortung wie Piloten. Man könnte daher annehmen, dass sie sich ähnlichen Kontrollen unterziehen müssen. Wenn Sie das nächste Mal zu Ihrem Arzt gehen, fragen Sie ihn, wie oft er seit seinem medizinischen Abschluss (den er ungefähr im Alter von ungefähr 25 Jahren gemacht hat) überprüft wurde …
Der Berufsverband der Schweizer Ärzte (FMH) hat einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Vor einigen Jahren wurde eine Fachprüfung eingeführt, die Ärzte mit ungefähr 30 bis 35 Jahren machen müssen. Sie beinhaltet eine theoretische und eine praktische Prüfung mit anschliessender freiwilliger Prüfung im jeweiligen Fachgebiet.
Jedoch gibt es in der Medizinwelt keine mit der Luftfahrtbranche vergleichbare Überprüfung. Es gibt keine jährliche Überprüfung, bei der sowohl die praktischen Fähigkeiten als auch das theoretische Wissen und der Gesundheitszustand geprüft werden – mit Ausnahme einer Überprüfung des Gesundheitszustandes von Ärzten, die über 70 Jahre alt sind. Aber wie jeder weiss, reicht dafür auch ein Attest eines befreundeten Mediziners.
Es gibt keine unabhängige Kontrollinstanz. Es werden weder Simulationstests alle 6 Monate durchgeführt, noch werden Ärzte von einem Prüfer bei ihrer Arbeit beobachtet.
Auch wenn die medizinischen Berufsverbände ihre Mitglieder zur Weiterbildung auffordern, gibt es keine Kontrolle. Manche verlangen nur eine einfache Erklärung, andere wollen Beweise wie eine Teilnahmebescheinigung dafür sehen, dass man an einer Konferenz teilgenommen hat. Eine Kontrolle dafür, dass man sich Wissen angeeignet hat, das man auch anwendet, gibt es jedoch nicht. Es ist übrigens sehr einfach, sich eine Teilnahmebescheinigung ausstellen zu lassen, aber nicht auf der Konferenz gewesen zu sein (das konnten wir persönlich in zahlreichen Fällen beobachten).
Warum ist es für Ärzte so einfach?
Wie kann man diesen Unterschied erklären? Wie kann es sein, dass ein älterer Arzt vielleicht nicht mehr Auto fahren darf (da unabhängige Fahrtauglichkeitsprüfungen für Senioren Pflicht sind), aber immer noch Patienten operieren kann? Es ist absurd. Aber warum nimmt die Gesellschaft es hin?
Es gibt mehrere Gründe für diesen Missstand. Zum einen sind diese Prüfungen mit Kosten verbunden, die niemand gerne bezahlt. Dann handelt es sich bei der Medizin nicht um ein rein technisches Metier, sondern es sind auch die menschlichen Qualitäten des Arztes ausschlaggebend, zum Beispiel seine Fähigkeit, die Probleme seines Patienten zu verstehen. Es ist viel komplexer, diese Dinge zu beurteilen, als einen Piloten, der eine Checkliste abarbeitet.
Ausserdem ist es viel schwieriger, einen chirurgischen Eingriff zu simulieren als eine Panne an einem Flugzeug. Es gibt zwar Geräte zur Simulation chirurgischer Eingriffe, diese sind aber noch nicht sehr leistungsfähig und lassen noch nicht zu, dass all das, was während einer Operation eintreten kann, effektiv simuliert werden kann.
Dazu kommt das Prestige des Berufsstands: es wird generell angenommen, dass der Arzt das Beste für seinen Patienten will und alles in seiner Macht Stehende tut, um sich auf dem neuesten Stand zu halten. Darüber hinaus legen Ärzte viel Wert auf ihre Unabhängigkeit und protestieren, wenn sie sich externen Kontrollen unterziehen sollen (z. B. durch eine Versicherung).
Im Gegensatz zu den Piloten sehen sie es nicht als normal an, dass sie ihre Entscheidungen, Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen müssen. Sie geniessen eine aussergewöhnliche und fast einzigartige Freiheit – und das bei einem Berufsstand, der so viel Verantwortung trägt.
Schadensersatz und Bewertung von Fehlern
Wenn ein Patient aufgrund eines ärztlichen Fehlers Schadenersatz erhält, sind die Summen im Allgemeinen lächerlich (in der Grössenordnung von 20.000 Franken für eine lebenslange Behinderung infolge einer fehlerhaft ausgeführten Operation am Fuss). Fluggesellschaften sehen sich höheren finanziellen Forderungen und negativerer Presse ausgesetzt als Krankenhäuser, wenn Fehler passieren, und haben daher ein grösseres Interesse daran, diese zu vermeiden.
Zudem ist es schwerer, ärztliche Fehler nachzuweisen (es gibt keine Black Box im Körper von Menschen). Es existiert auch noch kein positiver Umgang mit Fehlern: Fehler werden nicht als Chance angesehen, auf breiter Ebene etwas zu verbessern. Obwohl sich hier auch schon Änderungen zeigen: bei manchen Krankenhausdiensten gibt es Ausschüsse, die Ärztefehler prüfen.
Und doch sind die Konsequenzen lange nicht so weitreichend wie in der Luftfahrt. Dort wird ein Fehler, der zu einem Flugunglück führte, weitgehend analysiert und es werden in der gesamten Branche verbesserte Verfahren implementiert (dies ist gesetzlich vorgeschrieben). Ein Fehler in einem Krankenhaus hingegen führt möglicherweise nur zu einer Verbesserung des Verfahrens vor Ort.
Änderung in Sicht
All das wird sich in den kommenden Jahren wohl ändern. Es wird wahrscheinlich nicht mehr zulässig sein, dass ein vor 25 Jahren bestandenes Examen (mit vagen Bescheinigungen danach) ausreicht, um die Kompetenzen eines Mediziners zu bescheinigen. Bis es soweit ist, dass Überprüfungen gesetzlich vorgeschrieben werden, sollte man schon jetzt die Ärzte anerkennen, die sich regelmässig beurteilen lassen.
Anstatt Ärzten die Ausübung ihres Berufes aufgrund ihres Herkunftslandes zu gestatten, sollte man – so wie bei Piloten – die Genehmigung an das Bestehen von Prüfungen knüpfen. Im Zeitalter von weltweiter Transparenz und den (manchmal doch sehr eigenwilligen) Bewertungen von Ärzten durch ihre Patienten im Internet sollte Medizinern, die sich freiwillig überprüfen lassen, von dem FMH eine Sonderbehandlung zuerkannt werden. Man könnte diesen Ärzten zum Beispiel gestatten, das Bestehen von Überprüfungen in ihrer Praxis und im Internet zu zeigen. ,
Und Novacorpus?
Wir lassen uns ein bis zwei Jahre für die Einstellung jedes Arztes Zeit, denn wir wissen, dass ein medizinischer Abschluss nicht alles ist. Wir wollen mehr über die Kompetenzen des Arztes wissen (siehe unsere Kriterien für Zahnbehandlungen, Schönheitschirurgie und Augenlaserbehandlungen) und gehen allen Informationen auf den Grund.
Alle unsere Partner verpflichten sich zu hohen Qualitätsstandards und bieten eine Garantie bei möglicherweise auftretenden Komplikationen an. Sie wissen von Anfang an, dass Novacorpus die Qualität ihrer Arbeit und die Zufriedenheit ihrer Patienten systematisch nach jeder Behandlung überprüft. Unser Vertrag mit ihnen kann sofort gekündigt werden, wenn ein Problem in Bezug auf die Qualität auftaucht. Diese externe Kontrolle bietet eine weitere Sicherheit und ist einer der Vorteile unserer Dienstleistungen.
Quelle: https://www.flightdeckfriend.com/yearly-training-requirements-for-airline-pilots/ (consulté le 28.09.2018)