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Im Winterthurer Stadtkreis Wülflingen steht die einzige Kirche, die der bedeutende Basler Architekt Hermann Baur im Kanton Zürich erbaute.
Die imposante Architektur von St. Laurentius birgt in ihrem Innern Kunstschätze von Albert Schilling und Ferdinand Gehr.
|Patrozinium||Hl. Laurentius|
|Baujahr||1959|
|Architekt||Hermann Baur|
|Pfarreigrösse||4'300|
|Quartier
||Winterthur-Wülflingen|
Geschichte & Architektur
Die zahlreichen Industriebetriebe von Winterthur bewirkten, dass sich das einstige Bauerndorf Wülflingen nach 1900 zu einer rasch wachsenden urbanen Gemeinde entwickelte, die 1922 in die Stadt Winterthur eingemeindet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gründung einer eigenen Pfarrei vordringlich. Die 1953 einberufene Baukommission führte einen Architekturwettbewerb durch, den Hermann Baur für sich entscheiden konnte. Sein Projekt trug den Namen «Kelch» und konzipierte das Kirchenschiff und den Altarraum so, dass sie sich gegenseitig als zwei ineinandergreifende Ellipsen durchdringen.
Die 1957-1959 erbaute Kirche besitzt eine aussergewöhnliche Dachkonstruktion: 24 Pfeiler tragen die 800 Quadratmeter grosse Betondecke, die in 30-stündigem Dauereinsatz der Bauleute in einem Guss betoniert werden musste. Die grossen, hohen Wandflächen aus Sichtbacksteinen – sie wurden erst nach den Betonarbeiten errichtet – kontrastieren warm zum béton brut der Pfeiler und zum weissen Marmor der Stufen des Chores sowie von Altar und Ambo.
Von aussen erhellt wird das Innere einerseits durch das umlaufende schmale Fensterband unter der Decke und anderseits durch zwei Paare von Fenstern, die sich beim Übergang des Chorraums zum Schiff und bei der Empore über die ganze Höhe erstrecken. 1970 wurde St. Laurentius zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 1976 wurde das Pfarrhaus erweitert und 2008–2009 fand ein Umbau des Pfarrhauses und des Pfarreizentrums statt.
Kunst
Beachtung verdient die künstlerische Gestaltung, die ein Gemeinschaftswerk von Albert Schilling und Ferdinand Gehr darstellt. Gehr schuf die Glasmalereien und Keramiken, Schilling gestaltete den Altarbereich sowie den Taufstein unter der Orgelempore.
Ferdinand Gehr gestaltete die grossen Kirchenfenster rein dekorativ, das kleine Glasfenster beim Taufstein dagegen thematisiert das Leben als Geschenk Gottes. Eine Besonderheit stellen Gehr’s Bleiglasfenster in der Krypta dar. Sie zeigen die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes in Schöpfung und Heilsgeschichte. Der Osterleuchter und das Kreuz der Krypta sind zwei Frühwerke von Josef Caminada.