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Besonders interessiert hat die Frage, weshalb die gemessene Erwärmung in der unteren bis mittleren Troposphäre in den letzten 20 Jahren schwächer ausgefallen ist als vorausgesagt. Wegen dieser Abweichung wird oft argumentiert, es sei nicht bewiesen, dass der Mensch durch das Freisetzen der so genannten Treibhausgase und besonders des Kohledioxids aus dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas die Atmosphäre tatsächlich aufheizt. Im Studienbericht wird zunächst festgestellt, die mittlere Temperatur auf der Erdoberfläche sei in den letzten 20 Jahren viel rascher gestiegen als im Durchschnitt der letzten 100 Jahre, in denen der Anstieg 0,4-0,8 °C betrug. Hingegen zeigten Messungen in der Troposphäre bis in eine Höhe von rund 8000 m seit 1979 kaum einen Temperaturanstieg.
Die Autoren des NRC/NA-Berichts weisen nun nach, dass diese Feststellung bei genauerem Betrachten nicht im Widerspruch zu den Voraussagen der Klimamodelle steht und die Erderwärmung "zweifelsohne real" ist. Aerosole und Feinstaub, die etwa bei Vulkanausbrüchen wie der Eruption des Pinatubo 1991 und beim Verbrennen von Kohle in die Troposphäre gelangen, würden den Temperaturanstieg in diesen Luftschichten verzögern. Ein weiterer solcher Mechanismus sei der Ozonrückgang in der Stratosphäre. Würden diese Faktoren in den Modellen berücksichtigt, löse sich der scheinbare Widerspruch auf. Der NRC/NA empfiehlt, die Überwachung der Atmosphäre zu intensivieren und zu verfeinern. Nicht nur Temperatur- und Winddaten sollten künftig global aufgezeichnet und zugänglich gemacht werden, sondern auch die Entwicklung von Ozon- und Wasserdampfgehalt, Wolkenbedeckung und Aerosolverteilung. Mit den Messergebnissen könnten die Modellsimulationen verfeinert und der Einfluss des Menschen besser erfasst werden.
Quelle
P.B. nach Medienmitteilung des NRC/NA vom 12. Januar 2000