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Savary war in die Kritik geraten, weil sie sich bei ihren Wahlkämpfen vom Milliardär Frederik Paulsen finanziell unterstützen und zu einer Reise nach Spanien einladen liess. Die anhaltende Kritik habe ihr gesundheitlich zugesetzt, sagte die Ständerätin an einer Medienkonferenz am Dienstag in Lausanne. «Ich habe nicht mehr die Kraft, mein Mandat und einen neuen Wahlkampf gleichzeitig durchzuführen.» Sie ziehe es vor, ihre Energie für das Ende ihres Mandats einzusetzen, sagte die 49-Jährige.
Limite überschritten
Zugleich räumte Savary ein, dass sie mehr Spenden erhalten habe, als bislang bekannt war. Ihr Komitee habe für die bei der Kampagne 2011 für den zweiten Wahlgang des Ständerats einen zusätzlichen Betrag von 7000 Franken bekommen. Zusammen mit der ersten Spende von 8000 Franken übersteige dies die informell von der SP festgesetzte Limite um 2500 Franken. Die Partei habe jedoch zu keinem Zeitpunkt Einsicht in die Konten verlangt.
Bereits vergangene Woche war publik geworden, dass die SP-Ständerätin und der ehemalige Ständerat Luc Recordon (Grüne) von Paulsen, dem Präsidenten des Biopharmaunternehmens Ferring in St. Prex VD, für den Wahlkampf im Jahr 2011 je 4000 Franken und im Jahr 2015 je 5000 Franken erhalten hatten.
Öffentlicher und parteiinterner Druck
Zumindest für Savary scheint inzwischen der öffentliche Druck zu gross geworden zu sein. Der Entscheid für einen Rückzug sei lange in ihr gereift, sagte Savary. Sie habe dabei zwischen den Interessen ihrer Familie, ihrer Ämter, ihrer Partei und ihrer Gesundheit abgewägt.
Die SP-Politikerin gestand ein, Fehler gemacht zu haben. Sie sei sich bewusst, dass ihre Reisen nach Sibirien und Granada sowie die Wahlkampfspenden von Paulsen in ihrer politischen Familie und anderswo Fragen aufgeworfen hätten. Dies kratze an ihrem Image und an dem ihrer Partei. Dies tue ihr leid. Sie übernehme aber die volle Verantwortung für ihre Fehler. Die Ständerätin wurde für ihr Gebaren auch von ihrer eigenen Partei kritisiert. Wie stark die Sozialdemokraten bei Savarys Entscheid Druck auf ihre Parteikollegin ausübten, ist nicht bekannt.
Präsidentin von AOP-IGP-Vereinigung
Die Waadtländerin präsidiert auch AOP-IGP-Vereinigung. Hier haben sich rund 1500 Verarbeitungsbetriebe zusammengeschlossen. Rund 10'000 landwirtschaftliche Betriebe, rund ein Fünftel aller Schweizer Betriebe, lieferten Rohstoffe an die 1529 Verarbeitungsbetriebe.
Produkte mit einer AOP (Appellation d'Origine Protégée) oder IGP (Indication Géographique Protégée) sind traditionelle Spezialitäten, die eine starke Verbindung zu ihrer Ursprungsregion haben. Bei AOP-Produkten kommt vom Rohstoff zur Verarbeitung bis zum Endprodukt alles aus einer klar definierten Ursprungsregion. IGP-Spezialitäten werden im Herkunftsort entweder erzeugt, verarbeitet oder veredelt.