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Kommentar zur Projektstudie
zu 2. Ziel
Wir beschreiben auch einzelne Gemeinschaften, die nicht religiös sind, aber aufgrund ihres Namen (zum Beispiel «Orden») als Religionsgemeinschaften betrachtet werden, oder über die uns Anfragen erreichten, meist verbunden mit der Frage, ob es sich um eine «Sekte» handle. Im Zweifelsfalle entschieden wir uns für eine (kurze) Beschreibung oder auch für eine kurze Begründung, warum eine Gemeinschaft nicht erfasst wurde.
zu 4. Vorgehen und Methoden
Die im Projekt vorgesehene Arbeitsweise konnte ziemlich konsequent durchgehalten werden. Der Grundsatz, dass wir im Normalfall die Gemeinschaften besuchen, hat sich bewährt. So konnten wir Eindrücke sammeln und anschliessend auch angepasste Fragen stellen. Dieses Vorgehen ist sehr zeitintensiv.
Wir beschreiben den Ist-Zustand der religiösen Gemeinschaften. Die meisten existieren noch nicht lange in der Region Basel und haben deshalb ihre Geschichte noch nicht aus Distanz und mit kritischem Blick aufgearbeitet. Diese Aufgabe können wir ihnen nicht abnehmen. Sie übersteigt unsere Möglichkeiten bei weitem.
Es ist uns ein Anliegen, dass die untersuchten Gemeinschaften sich im Text wiedererkennen können, deshalb übernahmen wir möglichst wortwörtlich ihre eigenen Aussagen. Mit Kürzungen waren wir sehr zurückhaltend, auch auf die Gefahr hin, dass einzelne Texte lang oder sogar zu lang wurden.
zu 5. Ablehnung der Mitarbeit
Die Mehrheit der Gemeinschaften war ohne weiteres zur Mitarbeit bereit. Viele freuten sich sogar über das Interesse, das ihnen entgegengebracht wurde. Einzelne Gruppierungen wollten zuerst nähere Informationen. Ihre Befürchtungen sind verständlich, wenn wir an die vielen tendenziösen Zeitungsberichte denken.
Nur eine Handvoll lehnte kategorisch jede Mitarbeit ab. Drei Gemeinschaften erhielten von uns den Bericht, den wir aufgrund von eigenen Recherchen geschrieben hatten. Zwei Gemeinschaften sandten ihn korrigiert zurück. Von der dritten erhielten wir einen Brief, in dem uns der Gemeindeleiter mitteilte:
«Ich danke Ihnen für die Zustellung des Textvorschlages betr. die (
.) Möchte Ihnen aber gleichzeitig mitteilen, dass ein Eintrag der (
) in ihren Führer für mich nicht in Frage kommt. Mit diesem Führer spielen Sie bewusst oder unbewusst ein Instrument in die Hände der Feinde des Kreuzes (zum Beispiel Islam), oder Sie sind geistlich so naiv, dass Sie in einer Zeit wo sich vor allem die Freikirchen wegen zunehmender Verfolgungstendenz ihre Versammlungen in private Hauskreise verlegen, ein solches Nachschlagwerk veröffentlichen wollen. Im weitern kommt die ganze Sache nach meinem Dafürhalten einer Registrierung der christlichen Gemeinden durch den Staat gleich, Russland und China lassen grüssen.
Ich befehle Ihnen deshalb im Namen Jesu, unserem Haupt der Gemeinde, die (
) in ihrem Führer durch das religiöse Basel in keiner Art und Weise zu erwähnen.
Unter anderem könnten wir von einem Tag auf den anderen unsere Versammlungen an einen privaten Ort verlegen, dann wäre ihr Führer, bevor er erscheint schon nicht mehr aktuell und folglich reif für in den Mistkübel. Ich werde den Verdacht nicht los, dass Sie sich mit diesem Projekt ein persönliches Denkmal setzen wollen.»
Diese Gemeinschaft haben wir trotzdem aufgenommen, aber ohne Angabe einer Personenadresse.
Leider erhielten wir von der Hälfte der Römisch-Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Basel-Landschaft auch auf zweimalige schriftliche Anfrage keine Antwort. In Absprache mit dem Kirchenverwalter mussten wir uns deshalb auf die wenigen Angaben beschränken, die er uns geliefert hatte.
zu 6. Adressen, Geographischer Umfang
Alle religiösen Gemeinschaften, die einen eigenen Namen haben und in den Kantonen Basel-Stadt oder Basel-Landschaft ihre Zusammenkünfte halten, wurden so vollständig wie möglich erfasst.
Wir geben grundsätzlich nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Betroffenen Adressen von Personen an Dritte weiter. Andererseits nehmen wir auch in Kauf, dass Adressen von Präsidenten, Seelsorgerinnen etc. wechseln können. Kurz vor Drucklegung haben wir die Endfassung der Texte allen Gruppierungen nochmals zugesandt. So hoffen wir, möglichst präzis und aktuell zu sein.
zu 8. Themenliste
Obwohl sich im Verlaufe der Untersuchung zeigte, dass die Aufteilung in 15 Punkte unpraktisch ist, führten wir die Arbeit nahezu konsequent so weiter und gaben alle Daten in die Datenbank FileMaker Pro ein. Erst nach Abschluss der Recherchen liessen wir das Programm die Daten neu zusammenstellen:
- Name
- Geschichte (Geschichte + Statistik)
- Lehre (Lehre + Oekumene)
- Organisation, Finanzen (Organisation + Finanzen)
- Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der
Öffentlichkeit (Gebäude + Angebote + Seelsorge +
Diakonie + weitere Angebote + Mission, Auftreten
in der Öffentlichkeit)
- Literatur, Zeitschrift (Literatur + Zeitschrift)
- Kontakt (Adressen Region Nordwestschweiz)
Die Erfassung in 15 Punkten mochte für die Erfassung auf einer Datenbank sinnvoll sein. Eine Veröffentlichung in dieser Form erschien uns nicht mehr angemessen, deshalb fassten wir die Themen wie oben beschrieben zusammen. Die Zusammen-
fassung ergab aber neue Probleme, weil manche Verantwortliche der Gemeinschaften die ursprüngliche Fassung nicht mehr wiedererkannten und argwöhnten, wir hätten einen ganz anderen Text geschrieben. Einzelne fassten den ihnen von uns zugesandten Text als unverbindlichen Entwurf auf und meinten, sie müssten ihn nochmals neu schreiben und anders zusammenstellen. Im Gespräch konnten aber Kompromisse gefunden werden.
Kritik
Ursprünglich war geplant, zu jeder Religionsgemeinschaft einen kritischen Kommentar zu schreiben. Nachdem Mitglieder des Redaktionsteams die ersten 100 Berichte gelesen hatten, beschloss die Gesamtredaktion, grundsätzlich auf eine Fremdbeurteilung zu verzichten. Wir wenden uns an mündige Menschen, die sich aufgrund der Fakten selber ein Urteil bilden können.
Die wenigen Anmerkungen, die jetzt noch im Text zu finden sind, können als die Ausnahmen, die die Regel bestätigen, gelten.