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Über siebzig Jahre hat die am Samstag verstorbene Trudi Gerster Märchen erzählt und damit mehrere Generationen von Kindern berührt: Im Film "Die Märchenkönigin" aus dem Jahre 2009 würdigten zahlreiche Schweizer Prominente bis hin zum damaligen Bundesrat Moritz Leuenberger ihr Schaffen.
Der Komiker Viktor Giacobbo nannte Gerster das "Synonym für Märchen" in der Deutschschweiz schlechthin. Eine von Gerster einst erzählte Geschichte könne er noch immer auswendig. Der Sänger Michael von der Heide unterstrich den Berufsstolz der Erzählerin.
Die Liebe zu Geschichten war der Tochter eines politisch engagierten St. Galler Schriftsetzers und Bücherfreundes quasi in die Wiege gelegt. Ein folgenreiches Engagement erhielt sie 1939, als sie sich als junge Frau in Zürich zur Schauspielerin ausbilden liess.
An der Landi wurde ihr Auftritt als Märchenerzählerin zu einer der "Hauptattraktionen", wie es hiess. Auftritte absolvierte sie bis ins hohe Alter.
Ab 1968 engagierte sie sich zudem auch politisch. Als eine der ersten Frauen wurde sie in ein schweizerisches Parlament gewählt, in den Grossen Rat von Basel-Stadt. Bis 1980 setzte sie sich in dem Parlament vor allem für Umwelt, Frauenrechte und Kulturschaffende ein.
Der Basler Regierungspräsident Guy Morin würdigte am Sonntag ihr Engagement für den Natur- und Heimatschutz. Vor allem betonte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass Gerster in der ganzen Deutschschweiz unzählige Kinder mit ihren Geschichten berührt habe.