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Die QFT Question Formulating Technique ist eine Methode, um Studierende anzuregen, eigene Fragen zu einem Thema zu formulieren. Sie lernen, Fragen zu formulieren, für die sie normalerweise wohl zu wenig Zeit aufbringen (können). Sie lernen auch, Fragen anders, aus einer anderen Warte heraus zu stellen. Sie lernen, aus geschlossenen Fragen offene Fragen zu formulieren und umgekehrt. In der Diskussion mit anderen Studierenden lernen sie zudem, wie andere an ein Thema herangehen und was für Fragen daraus resultieren.
Entwickelt wurde die Methode von Luz Santana und Dan Rothstein vom Right Question Institute in Cambridge, MA.
Die QFT entfaltet sich in 6 Schritten:
- Fokus
Am Anfang dieser Technnik steht ein Fokus, ein Aspekt eines Themas. Dies kann durch Dozierende oder Lehrpersonen bestimmt werden oder auch durch die Studierenden oder Gruppen von Studierenden selbst.
- Fragenproduktion
Anschliessend werden Fragen generiert, und zwar viele. Diese Phase gleicht einem Brainstorming. Es ist essentiell, dass alle Fragen gestellt und aufgeschrieben werden, die auftauchen, und zwar genau so, wie sie auftauchen. Wie beim Brainstorming gibt es Regeln: Nichts ist verboten, keine Frage ist gut oder schlecht. Alles wird gesammelt und notiert.
- Kategorien: offene und geschlossene Fragen
Nun wird kategoriesiert. Die Fragen werden in offene und geschlossene Fragen geordnet. Anschliessend wird umformuliert: Offene Fragen werden zu geschlossenen Fragen umformuliert, geschlossene Fragen werden zu offenen Fragen umformuliert. Anschiessend kommt die Diskussion und Reflexion: Was passiert mit den Fragen? Welches sind Vor und Nachteile der Fragetpyen?
- Priorisierung der Fragen
Nun werden die Fragen priorisiert und ausgewählt, mit denen man weiter gehen möchte. Dabei ist es essentiell zu wissen, welches Ziel man verfolgt. Es ist ein Unterschied, ob die Fragen zu Themen für Seminararbeiten führen sollen, oder als Prüfungsgrundlage dienen müssen. Für diese Zwecke sind nicht alle Fragen gleich geeignet. Die Studierenden beginnen hier, ihre konkreten nächsten Handlungsschritte zu planen.
- Wie weiter?
Im nächsten Schritt arbeiten Dozierende und Lernende zusammen um herauszufinden, wie sie die Fragen weiter verwenden sollen. Beispielsweise könnte eine weitere Aufgabe sein, dass die Studierenden nun aus den priorisierten Fragen weitere drei Fragen herauskristallisieren. Allenfalls werden diese Fragen im Unterricht weiter verfolgt und diskutiert, z. B. in einem Sokratischen Seminar.
- Reflexion: Was haben wir gelernt?
Die durchlaufenen Stadien werden noch einmal in Erinnerung gerufen. Der Prozess von Fragenproruktion, -verbesserung und -priorisierung wird reflektier. Dabei können durchaus individuelle Erkenntnisse formuliert werden.
Es hilft den Studierenden, ihr eigenes Lernen zu erkennen und zu reflektieren, wenn dieser Prozess vollkommen transparent gehalten wird. Sie haben so die Möglichkeit zu erkennen, wie die QFT zu ihrem Denken und Lernen beigetragen hat, den Prozess verinnerlichen und in neuen Situationen wiederholen.
Was nun an dieser Methode fundamental anders ist, ist die Tatsache, dass die Studierenden die Fragen stellen, und nicht die Lehrenden. Die Studierenden nehmen das Lernen in die Hand. Es regt das Denken an und initiiert Erkenntnisprozesse, die wiederum das Selbstbewusstsein stärken.