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Eine periphere Gesichtslähmung (Fazialisparese) betrifft in den meisten Fällen eine Seite des Gesichtes und kann nach der Entfernung von Tumoren in der Ohrspeicheldrüse, von Tumoren des Innenohres oder des Gesichtsnervens selber oder auch ohne bekannte Ursache (idiopatisch) entstehen. In seltenen Fällen, beispielsweise bei angeborener Gesichtslähmung, können auch beide Gesichtshälften betroffen sein.
Die Möglichkeit einer operativen Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel vom Alter des Patienten, der Zeit seit Beginn der Lähmung und der Aussicht auf Regeneration. Die Eignung für eine operative Therapie sollte in einem individuellen Beratungsgespräch abgeklärt werden.
Prinzipiell gibt es die Möglichkeit der statischen oder der dynamischen Rekonstruktion:
Statische Rekonstruktion
Bei der statischen Rekonstruktion werden operative Korrekturen an der Haut und evtl. der Muskelschicht des Gesichtes vorgenommen, zum Beispiel eine Anhebung der tief stehenden Augenbraue, eine Straffung der Gesichtshaut vor dem Ohr oder eine Anhebung des Mundwinkels und Vertiefung der Nasolabialfalte. Dieses dient der Symmetrisierung des Gesichtes, ist jedoch kein Ersatz für die motorische Funktion.
Dynamische Rekonstruktion
Die dynamische Rekonstruktion hat zum Ziel wieder eine Animation der gelähmten Gesichtsseite zu erreichen, zum Beispiel beim Lachen. Hierfür muss in einem ersten Schritt ein Hautnerv vom Unterschenkel angeschlossen werden und mit der gesunden Seite verbunden werden. Nach acht bis zehn Monaten sind Nervenfasern von der gesunden auf die gelähmte Seite gewachsen, sodass dort in einer zweiten Operation ein Muskel vom Oberschenkel (funktioneller Gracilistransfer) mikroneurovaskulär angeschlossen werden kann. Dieser nimmt ca. drei bis sechs Monate nach der Operation seine Funktion auf. Hierfür ist eine intensive physiotherapeutische Begleitung notwendig. Durch die Koppelung an den Nerv für die Mundbewegung der Gegenseite kann ein koordiniertes Lächeln erreicht werden. Eine weitere Möglichkeit der dynamischen Rekonstruktion ist der Transfer eines Muskels von der Schläfe in Ober- und Unterlid, so dass das Auge nach Umlernung wieder aktiv geschlossen werden kann (Temporalistransfer).
Für inkomplette und teilweise regenerierte Gesichtslähmungen bietet die Injektion von Botulinimtoxin A eine gute Möglichkeit die Motorik des Gesichtes zu symmetrisieren. Hierdurch können auch hyperaktive Muskelbewegungen oder Mitbewegungen (Synkinesien) abgeschwächt werden.
Die Betreuung erfolgt interdisziplinär im Rahmen einer Spezialsprechstunde (Fazialissprechstunde), bei der ein Neurologe und das Physiotherapieteam anwesend sind.