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2005 platzte der HP-Actebis-Skandal. Jetzt erst kommt es in Luzern zum Strafverfahren.
Angeklagt sind der ehemalige Actebis-Manager, ein ehemaliger Angestellter eines "Computerherstellers" (es war Hewlett Packard) sowie einer Grossbank sowie ein ehemaligen Actebis-Buchhalter. Die meisten der Angeklagten sind der Redaktion bekannt. Sie spielen in der Branche schon lange keine Rolle mehr.
Staatsanwaltschaft spricht von über 20 Millionen Franken Deliktsumme
Das Strafverfahren hat extrem lange gedauert, denn die angeblichen Veruntreuungen haben 2003 und 2004 stattgefunden. Der Hauptangeklagte soll 18 Millionen Franken auf ein eigenes Konto umgeleitet haben.
Weitere vier Millionen Franken sollen die Angeklagten "mit missbräuchlichen Rabattrückerstattungen" ergaunert haben. Wir erinnern uns: Es ging um die so genannten "OPG-Deals". Wie diese funktionierten haben wir im Mai 2005 en détail gezeigt
: Es brauchte dazu einen Komplizen bei einem Grosskunden, beim Hersteller und beim Disti. Man verlangte einen Spezialpreis für ein Grossprojekt, zum Beispiel den Kauf von 30'000 PCs. Einen Teil der PCs lieferte man aber nicht dem Grosskunden, sondern verkaufte sie auf eigene Rechnung zu einem höheren Preis irgendwo weltweit. Die Differenz sackte man ein.
Hohe Strafen verlangt
Wie wir einer Story von 'sda' entnehmen, verlangt der Staatsanwalt hohe Strafen. So beantragt er für den Hauptangeklagten sechs Jahre Gefängnis, für den Buchhalter von Actebis drei Jahre und für die beiden Ex-Angestellen von HP und der Grossbank je bedingte Gefängnisstrafen. Wir sind gespannt, ob der Luzerner Staatsanwalt trotz der sehr langen Untersuchungsdauer mit seinen Forderungen vor Gericht durchkommt. (Christoph Hugenschmidt)