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Das Wichtigste in Kürze:
- Noch als Wirtschaftsminister der sozialistischen Regierung gründete Emmanuel Macron im April 2016 «En Marche!» als überparteiliche Bewegung für die Präsidentschaftswahl.
- Mittlerweile hat «En Marche!» mit rund 230'000 Mitgliedern die grössere Basis als beispielsweise Konservative oder Sozialisten.
- Einen klassischen Parteiapparat gibt es nicht, einziges prominentes «Gesicht» ist der Mann mit denselben Initialen wie die Bewegung: Emmanuel Macron.
- Bei den Parlamentswahlen im Juni will «En Marche!» in allen Wahlkreisen Kandidaten stellen.
«Diese Bewegung wird uns bis zum Sieg führen!». Emmanuel Macron ist auf bestem Weg, seine Prophezeiung vom Frühjahr 2016 mit dem Einzug ins Elysée wahr zu machen. Sehr vieles deutet darauf hin, dass «En Marche!» den künftigen Präsidenten stellen und so schon bald gezwungen sein wird, ihren Platz im politischen Betrieb Frankreichs zu finden. – Doch was ist «En Marche!» überhaupt?
Zwischen Partei und Bewegung. Macron stellte «En Marche!» im Frühjahr 2016 als impulsgebende Bewegung für die Präsidentschaftswahl 2017 vor, die sich parteipolitisch nicht einordnen lassen sollte. Die Zielgruppe sollte sich nicht auf die sozialistische Partei beschränken, für die Macron damals als Wirtschaftsminister amtete. Rechtlich ist «En Marche!» ein nicht-kommerzieller Verein.
Wir müssen einen anderen Weg gehen, weil wir jene zusammenbringen wollen, die genug haben von Versprechen, die nie eingehalten werden.
Dennoch ist «En Marche!», ähnlich wie die klassischen Parteien, in lokalen Kommitees und regionalen Sektionen organisiert und hat sich zur Einhaltung der Regelungen zur Wahlfinanzierung verpflichtet. Man sei etwas zwischen Partei und Bewegung, sagt der sozialistische Abgeordnete und «En Marche!»-Generalsekretär Richard Ferrand.
Organisation mit Start-Up-Charakter. Einen klassischen Parteiapparat habe Macrons Bewegung trotz der parteiähnlichen Organisation bis heute nicht, sagt SRF-Frankreich-Korrespondent Charles Liebherr. Der Polit-Star der Stunde habe sie bisher vielmehr wie ein Start-Up-Unternehmen geführt. Gewissermassen als Kopf seiner eigenen Wahlorganisation, wie sie in den französischen Parteien eine gute Tradition haben.
Rund 230'000 Mitglieder. Laut eigenen Angaben stehen mittlerweile bereits rund 230'000 Menschen hinter «En Marche!». Das ist eine grössere Basis als beispielsweise die konservativen Républicains (rund 175'000 Mitglieder) oder die Sozialisten (rund 120'000 Mitglieder) ausweisen. Allerdings hinkt der Vergleich, da «En-Marche!»-Mitgliedschaften beispielsweise kostenlos und viele Unterstützer gleichzeitig Mitglied einer herkömmlichen Partei sind. Unter den Anhängern finden sich Parteigänger aus dem politischen Spektrum von links bis in die bürgerliche Mitte. Viele von ihnen haben sich im Wahlkampf aktiv engagiert.
Dringender Personalbedarf. Als alleiniges Aushängeschild kann Macron «En Marche!» kaum weiterführen. Für eine mögliche Regierung muss er schnell erste Namen nennen. Im Hinblick auf die Parlamentswahlen im Juni will die Bewegung in allen 577 Wahlkreisen Kandidaten aufstellen. Bisher sind 14 Namen bekannt. Macron hat angekündigt, mindestens die Hälfte der Listenplätze mit Vertretern der Zivilgesellschaft zu besetzen. Um als Staatspräsident handlungsfähig zu sein und ein Reformprogramm umsetzen zu können, wäre er als neuer Präsident auf eine verlässliche Mehrheit im bisher parteipolitisch dominierten Parlament angewiesen.