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Der Weißohrhäherling
Der Weißohrhäherling zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae)
zur Gattung Garrulax. Im Englischen wird der Weißohrhäherling Black-throated
Laughingthrush genannt. Die Zuordnung zur Familie der Grasmückenartigen
(Sylviidae) ist umstritten. Einige Forscher würden den Weißohrhäherling eher der
Familie der Timalien (Timaliidae) zuordnen.
Aussehen, Maße
Der Weißohrhäherling ist ein mittelgroßer Vogel und erreicht eine Körperlänge von
etwa 28 Zentimeter. Zwischen beiden Geschlechtern gibt es kaum einen
Farbunterschied. Der obere Teil des Gefieders weist eine olivbraune Färbung auf. Die
Stirn, der Schnabelansatz, das Umfeld der Augen, das Kinn, die Kehle und der obere
Teil der Brust sind schwarz gefärbt. Die Iris der ist von einer rostbraunen Tönung. Am
Stirnansatz zeigen sich neben der schwarzen Färbung vereinzelt weiße Federspitzen.
Der Schnabel weist ebenfalls eine schwarze Färbung auf. An der oberen Schnabelhälfte ist die Schnabelspitze leicht hakenförmig gebogen. Des Weiteren zeigen sich am Schnabelansatz längliche schwarze Borsten. Im Bereich des Ohres und der Wangen befindet sich ein großer weißer Fleck, der für diese Art namensgebend war. Der Kopf, ein kleiner Bereich des Nackens sowie die Schulter weisen eine graue Färbung auf. Die Federn der Armschwingen und Handwingen sowie die Oberseite des Schwanzes sind ebenfalls olivbraun getönt, wobei die Schwanzspitze etwas dunkler erscheint. Die Unterseite weist eine graue Färbung auf, während der Bürzel etwas dunkler gefärbt ist. Die Extremitäten sind hornfarben oder dunkelgrau geschönt. Ferner weist der Weißohrhäherling kurze abgerundete Flügel auf. Der Flug dieser Art ist ziemlich schwach ausgebildet. Der Weißohrhäherling imitiert zahlreiche Stimmen anderer Vögel. Die Stimme kann ein wohlklingendes Gezwitscher sein. Die Rufe selbst sind sehr abwechslungsreich, mal hören sie sich zuckersüß an, mal sind es wehklagende, weinerliche Rufe oder gellend schreiende und fordernde Rufe.
Lebensweise
Die Vögel gelten als gute Sänger und können Stimmen anderer Vögel nachahmen.
Der Weißohrhäherling ist ein geselliger und aktiver Vogel, der in kleinen Gruppen
lebt und gemeinsam auch auf Nahrungssuche geht, jedoch nicht sehr viel
umherzieht. Überwiegend hält sich der Weißohrhäherling auf dem Boden auf, wo er
hauptsächlich auch seine Nahrung in niedrigen Sträuchern, im Unterholz sowie im
Bambusdickicht und im hügeligen Gestrüpp sucht.
Unterarten
Wissenschaftlicher Name Vorkommen
Garrulax chinensis chinensis Asien: China, Yunnan, Guangdong, Südostasien, Indochina, Laos.
Garrulax chinensis lochmius Asien: China, Yunnan. Südostasien: Indochina, Myanmar, Laos, Thailand.
Garrulax chinensis propinquus Asien: Südostasien, Indochina, Myanmar, Thailand.
Garrulax chinensis germaini Asien: Südostasien, Indochina, Vietnam, Kambodscha.
Garrulax chinensis monachus Asien: China [endemisch], Hainan [endemisch].
Verbreitung
Zu den Verbreitungsgebieten des Weißohrhäherling zählen unter anderem Asien: China, Yunnan, Xishuangbanna Präfektur, Guizhou, Guangxi Zhuang, Guangdong, Hainan, Hongkong. Südostasien: Indochina, Myanmar, Laos, Vietnam, Kambodscha und Thailand. Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Weißohrhäherling in subtropischen und tropischen Wäldern in höher gelegenen feuchten Regionen sowie in subtropischen und tropischen Wäldern in feuchten Bergregionen. Des Weiteren kommt der Weißohrhäherling auch in subtropischem und in tropischem feuchten Buschland sowie in subtropischem und in tropischem saisonal überschwemmten Grasland vor.
Ernährung
Der Weißohrhäherling ernährt sich von Insekten (Insecta), Beeren, Früchten und Nektar. Seine Nahrung sucht er hauptäschlich in niedrigen Sträuchern, im Unterholz sowie im Bambusdickicht und im hügeligen Gestrüpp, gelegentlich auch auf Bäumen.
Fortpflanzung
Der Weißohrhäherling brütet in einer Höhe von etwa 600 bis 2.100 Metern. Die Brutzeit findet je nach Verbreitungsgebiet etwa von Mai bis Juli statt. Auch die Bauweise des Nestes kann je nach Verbreitungsgebiet sehr unterschiedlich sein. Das Nest befindet sich meist in einem Strauch auf einer Höhe von etwa 6 Metern über dem Boden. Gelegentlich wird das Nest auch in Bäumen in einer Höhe von 6 bis 12 Metern über dem Boden zwischen festen Zweigen mit mehreren Trieben errichtet oder in einer Gabelung von vier grünen Zweigen in Form eines leicht abgeschnittenen invertierten Kegels gebaut. Die Blätter an den Zweigen umschließen fast vollständig das Nest. Das Nest selbst wird fast ausschließlich mit Stielen von Schlingpflanzen zusammengehalten. Durch die kegelförmige Bauart erscheint das Innere des Nestes wie eine Höhle, die fast perfekt halbkugelförmig ausgebildet ist und mit einigen kleinen Bambusblättern, die lose miteinander verknüpft sind sowie ein paar Schlingpflanzen mit ein wenig pflanzlichen Fasern und dicht gesäumt mit feinen schwarzen faserigen Wurzeln ausgepolstert ist. Der Durchmesser des Nestes beträgt etwa 6 Zentimeter. Eine andere Bauart bildet ein Nest als eine große, tiefe kompakte Tasse mit einem Durchmesser von etwa 5,5 Zentimeter und einer Höhe von etwa 4 Zentimetern. Die Außenwände des Nestes werden fast verdreht mit Gräsern und Blättern zusammengehalten, innen ist das Nest mit grobem schwarzem Gras und mit Mooswurzeln ausgepolstert. In dem Nest befinden sich meist zwei bis drei Eier. Das Nest wird von beiden Geschlechtern regelmäßig sauber gehalten, indem sie die Exkremente der Nestlinge entfernen. Auch versorgen das Männchen und das Weibchen die Nestlinge reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta).
Gefährdung und Schutz
Der Weißohrhäherling gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 100.000 bis 1.000.000 Quadratkilometer. Der Weißohrhäherling ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Weißohrhäherling selten oder nur spärlich vor (Robson, 2000). In der Roten Liste der IUCN wird der Weißohrhäherling als least concern (nicht gefährdet) geführt.