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Das Recht am eigenen Bild
An Vereinanlässen wird häufig fotografiert und die Bilder werden für Drucksachen, für die Website, für Facebook oder anderes verwendet. Darf man das? Tangiert man damit Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten? Was bedeutet das «Recht am eigenen Bild»?
Löschung jederzeit
Wir haben Philipp Gisin gefragt, Jurist beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten EDÖB. Laut seinen Auskünften haben Personen grundsätzlich das Recht an ihrem Foto. Die Einwilligung, fotografiert und publiziert zu werden, muss nicht ausdrücklich erfolgen, sondern ist implizit, wenn ersichtlich ist, dass an einer Veranstaltung fotografiert wird. Im Nachhinein können Personen jederzeit eine Löschung verlangen.
Philipp Gisin rät davon ab, einen Passus in die Statuten aufzunehmen, weil es das Problem nicht löst. Auch wenn ein entsprechender Paragraph in den Statuten steht - mit dem Wortlaut, dass an Veranstaltungen fotografiert wird und die Bilder veröffentlicht werden - besteht das Recht jeder Person, schon an der Veranstaltung zu sagen, dass sie nicht auf Fotos erscheinen möchte. Oder im nachhinein zu sagen, dass ein Foto gelöscht werden muss.
Kann abschreckend wirken
Philipp Gisin rät, zu Beginn einer Veranstaltung darauf hinzuweisen, dass fotografiert wird und zu informieren, wohin sich jemand wenden kann, dessen Bild nicht veröffentlicht werden darf. Eine andere Möglichkeit ist, in der Einladung zu erwähnen, dass Bilder gemacht werden und eine Telefonnummer oder Mailadresse anzugeben, damit Personen, die das nicht wünschen wissen, an wen sie sich wenden können. Der Nachteil dieses Vorgehens ist, dass es abschreckend wirken kann.
Auf jeden Fall hat jede Person das Recht, dass ein Bild von ihr auf Wunsch hin sofort vom Netz genommen wird.