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Die Gemeinde wird von der Strasse von
Martinach über den
Pass von
La Forclaz und die
Tête Noire nach Chamonix durchzogen. Von
Gillot aus zweigt der Fussweg über den
Col de Balme ab; weiter unten führt ein Fussweg dem rechten Ufer des Trient entlang
über Planajeur und
Gueuroz nach
Vernayaz im
Rhonethal und ein anderer von unterhalb der
Tête Noire links
vom Trient nach
Finhaut und
Salvan. Die Pfarrei Trient datiert aus 1893, in welchem Jahr die gegenwärtige Kirche an der Stelle
einer seit dem Jahr 1286 hier befindlichen kleinen
Kapelle erstellt wurde.
Aufstieg vom
Col de la Forclaz bis zur Oberkante des Eisfalles in 4½ Stunden und
Uebergang von da über den
Col d'Orny und die Cabane Dupuis zur Ornyhütte in 1 Stunde.
Der erste Aufstieg glückte dem Alpinisten
E. Javelle am nachdem
er den Uebergang schon zweimal ohne Erfolg zu bezwingen gesucht hatte.
Heute wird der
Pass, der auf der Siegfriedkarte unbenannt ist, ziemlich häufig begangen, obwohl der Bergschrund zeitweise
bedeutende Schwierigkeiten machen kann. Er dient als Uebergang von Trient oder
La Forclaz aufs
Plateau du Trient und nach den
Hütten von
Orny.
(Glacierdu) (Kt. Wallis,
Bez.
Martinach). 3300-1710 m. Im Ganzen 5,2 km langes Eisfeld, dessen Zunge durchschnittlich 700 m
breit ist und dessen Firnfeld, das kreisförmige sog.
Plateau du Trient, einen mittlern Durchmesser von
2,2 km hat. Es zerfällt in zwei gut voneinander getrennte Abschnitte, den eigentlichen
Gletscher und das Firnfeld.
aufs Plateau du Trient hinauf führt die Eisscharte des Col du Trient (etwa 3008 m). Am Ende der Gletscherzunge hat man schon
zu wiederholten Malen Eis gebrochen, zu welchem Zweck die Eisblöcke durch eine aus Baumstämmen gefügte «Riese» nach dem
Lagerplatz von L'Ourtie (1592 m) hinunter geschlittet wurden, um von da über den Pass von La Forclaz nach
dem Bahnhof in Martinach spediert zu werden. Heute (1908) ruht diese Unternehmung. Der erste Aufstieg über den obersten Eisfall
durch die Lücke des sog. Col du Trient ist dem Alpinisten E. Javelle nach zwei vergeblichen Versuchen am gelungen.
Der Eisfall selbst scheint bis heute einzig von zwei englischen Alpinisten überwunden worden zu sein.
2) Das vom Trientgletscher durch einen grossartigen Eisfall und die Lücke des Col du Trient getrennte Plateau du Trient hat
seinen untern Rand in rund 3000 m und bildet das zentrale Eisfeld und den am meisten charakteristischen
Abschnitt des ganzen Trientmassives. Es wird vom ersten Pionier dieses Gebietes, dem unternehmenden Émile Javelle in seinen
Souvenirs d'un Alpiniste wie folgt beschrieben: «Le névé supérieur du Trient
est probablement unique dans les Alpes, sinon comme étendue et beauté, du moins comme caractère. C'est le bassin parfait,
idéal, tranquille, à peine incliné, déroulant par vastes et insensibles ondulations sa nappe immense.
Il y a des esplanades de névés encore plus vastes, des cirques plus grandioses; mais nulle part on ne verra cet immense
lac de neige qui repose silencieux, entouré de nobles aiguilles d'un granit doré, fières par la hardiesse
de leur coupe, mais ne le dominant pas assez cependant pour diminuer l'effet de sa vaste et calme étendue. Au milieu du jour,
par le grand soleil, ces neiges semblent dormir comme accablées sous une éblouissante lumière, tandis que tout autour
les grandes aiguilles bronzées lèvent leurs pointes ruinées vers le ciel, sévères et immobiles c'est
le calme de la mort et la grandeur fantastique de ces paysages lunaires que le télescope nous montre se profilant avec éclat
sur le fond noir du ciel. Sauf lesAiguilles du Chardonnet et d'Argentière, encore très voisines, qu'on voit surgir par
une échappée, celles qui forment ceinture autour du plateau ne laissent rien voir au delà. De tout le reste de la chaîne
du Mont Blanc on ne voit pas paraître une seule pointe; c'est comme si elle n'existait pas et que cet éblouissant plateau,
entouré par un cercle d'aiguilles d'or, fût le faîte des Alpes, la couronne du monde.» Zugänglich
ist dieser mächtige Firnkessel hauptsächlich von der Cabane Dupuis (3110 m) her in wenigen Minuten, von der Ornyhütte
aus in 1½ Stunden und vom Pass von La Forclaz her über den Col du Trientin ½ Stunden.
460 m. Engpass des Thales von Salvan und tiefe Erosionsschlucht
des Trientflusses zwischen den beiden Felsterrassen von Gueuroz rechts und des Plan duJeur links.
Die Höhe der senkrecht abfallenden
Felswände beträgt unter Gueuroz bis zu 200 m, unter der Terrasse von Salvan dagegen bis zu 300 m. Diese Schlucht ist nicht
mit den ebenfalls vom Trient gebildeten Schluchten (Gorges Mystérieuses) unter der Tête Noire und oberhalb
der Einmündung der Eau Noire zu verwechseln.
Sie ist seit 1860 durch längs den Wänden entlang laufenden Gallerien zugänglich
gemacht.
Schöne Stromschnellen und Kaskaden, sowie prachtvolle Riesentöpfe und andre vom wirbelnden Wasser ausgehölte Erosionsformen.
Deren bekannteste bildet die sog. «Église», wo ein Pistolenschuss genügt, um lang anhaltendes, mächtiges
Donnerrollen hervorzurufen.
Die Schlucht ist nur selten über 2-3 m breit und wird auf eine Länge von etwa 700 m von den
Gallerien durchzogen. An der Schwelle dieses nach unten allmählig sich erweiternden Engpasses liegt links vom Wildbach und
schon in der Rhoneebene das Dorf Vernayaz.
Nachdem er den Passübergang über die Forclaz und die einst wie der Pass von einem Arm des diluvialen Trientgletschers überflutete
Combe von Martinach rechts liegen gelassen, tritt der Trient unter dem Felsen der Tête Noire in ein erstes Schluchtensystem,
die sog. «Gorges Mystérieuses» (vergl. den Art. Tête Noire),
wo ein zwischen den sich nähernden Wänden
eingeklemmter Felsblock eine Naturbrücke, «Pont Mystérieux» genannt, bildet. Von der oben hinführenden Strasse der Tête Noire
(Martinach-Chamonix) zweigt nahe dem Hotel ein Fussweg ab, der in wenigen Minuten zur Schlucht hinunterleitet. Unterhalb dieser
letztern vereinigt sich der Trient von rechts mit der Eau Noire, der er seinen eigenen Namen gibt, obwohl
er geographisch nur als deren Nebenader aufzufassen ist. Das so gebildete Wildwasser schneidet sich zwischen den die Terrassen
von Finhaut, Litro und Plan duJeur tragenden Felsen ein, bildet dann zwischen
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mehr
der Barme und dem Gipfel der Arpille einen kleinen Thalboden und tritt nun unterhalb des Weilers Le Trétien (oder Le Triquent)
allmählig in die immer grossartiger sich gestaltende Mündungsschlucht ein, an deren oberm Eingang von links her in 710 m
noch der aus dem Val d'Emaney kommende wasserreiche, Triège mündet. Von diesem Punkt an rauscht der Wildbach
bis zu seinem Eintritt in die berühmten Gorges du Trient auf eine Strecke von nahezu 4 km durch den Engpass zwischen den
Steilabfällen der Forêt Brûlée (Jeur Bourlâye) zur Rechten und den senkrechten Wänden zur Linken, die die üppig grüne
Terrasse von Salvan tragen. Es folgen die zwischen 200-350 m hohen Felswänden eingeschnittenen Gorges du Trient,
die eine Länge von 1,5 km haben und sich auf das Dorf Vernayaz öffnen, von wo der Trient in raschem Lauf derRhone zueilt,
um sich 4 km nö. Vernayaz mit ihr zu vereinigen. Einzugsgebiet des Trient oberhalb der Mündung der Eau Noire:
32,075 km2; gesamtes Einzugsgebiet: 155,77 km2. Davon entfallen 31,7% auf Fels und Schutt, 21% auf Wald, 10% auf Eis und
Firn und 37,3% auf Kulturland. Die minimale Wassermenge beträgt 0,65 m3 per Sekunde. Vom Austritt aus der Mündungsschlucht
bis zur Rhone ist der Trient kanalisiert und der industriellen Tätigkeit dienstbar gemacht. 1298: Trions.