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«Ich bin gegen die Atomenergie»
Premierminister Shinzo Abe macht kein Geheimnis daraus, dass er trotz des verheerenden AKW-Unfalls ins Fukushima weiterhin an der Atomenergie festhalten will und deren Export in Länder wie die Türkei (Asienspiegel berichtete) oder Vietnam (Asienspiegel berichtete) als wichtigen Pfeiler für das japanische Wirtschaftswachstum betrachtet. Nun erhält er aber von unerwarteter Seite Widerstand.
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Die First Lady persönlich, Akie Abe, hält offenbar nichts von den nuklearen Träumen ihres Mannes. «Ich bin gegen die Atomenergie. Mein Herz schmerzt hier zutiefst», zitiert die Asahi Shimbun die 51-Jährige bezüglich ihrer Haltung zur AKW-Exportstrategie der Regierung. Die Äusserung machte die First Lady während einer Rede, die von der Nonprofit-Organisation FurusatoTV auf Video festgehalten wurde.
Die Opposition in der Familie
Die Atomenergie sei zwar wichtig für Japan, doch würde sie es vorziehen, wenn ihr Land saubere Energien ins Ausland verkaufen würde. Die Wortmeldung überrascht insofern, dass sich in Japan eine First Lady nur selten zur Regierungspolitik des Mannes äussert.
Akie Abe scheint damit keine Probleme zu haben. «Ich bin die Oppositionspartei in der Familie», meint sie dazu. Es sei wichtig, dass sie manchmal dagegen halte. Denn viele Personen, die einem Premierminister nahe stehen würden, hätten Mühe, ihm etwas zu sagen, das er nicht hören möchte.
Keine unbekannte Persönlichkeit
Akie Abe, seit 1987 mit Shinzo Abe verheiratet, ist alles andere als öffentlichkeitsscheu. In Yamaguchi, der Heimatpräfektur ihres Mannes, machte sie sich in den 1990er-Jahren einen Namen als lokale Radio-Moderatorin. Seither nennen sie die Medien und ihren Fans «Akky».
Vor der Heirat arbeitete die Tochter eines ehemaligen Präsidenten des japanischen Süsswarenherstellers Morinaga für die grosse japanische Werbeagentur Dentsu. Nachdem ihr Mann im Juli 2007 abrupt sein Amt als Premierminister aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste, eröffnete sie in Tokio ein Restaurant, das Lebensmittel aus der Präfektur Yamaguchi anbietet.
Für eine Kursänderung
Aus ihrer Anti-AKW-Haltung hat Akie Abe nie ein Geheimnis gemacht. Schon früher hat sie die Meinung vertreten, dass Japan seine Abhängigkeit von der Atomenergie reduzieren sollte. «Nach der atomaren Krise in Fukushima sagte ich mir: wenn der Mensch die Nuklearenergie nicht kontrollieren kann und es alternative Energiequellen gibt, so ist es besser, den Kurs zu ändern», sagte Akie Abe in einem früheren Interview mit der Asahi Shimbun.
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