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Clais Johann Sebastian 1742-1809
Clais senior trat 1773 in den Dienst des Marktgrafen von Baden. 1777 kam er nach Winterthur und richtete mit Johann Heinrich Ziegler eine Vitriolölfabrik ein. Von 1779 bis 1781 verbesserte Clais die Salinen von Bex und Aigle und war für die Zürcher in den Kohlegruben von Käpfnach (Horgen) und Elgg tätig. 1784 heiratete er Maria Ursula Sulzer und bezog 1787 das neu erbaute Lindengut.
Johann Sebastian Clais wurde 28. Februar 1742 in Hausen im Wiesental geboren. Nach seiner Schulzeit Ende der 1750er Jahre wurde er in eine Uhrmacherlehre geschickt. Seine Gesellenjahre führten Clais auf Geheiß der Markgrafen nach Paris. Er erfand eine Indexwaage, für welche er 1771 von der Royal Society for the encouragement of Arts ausgezeichnet wurde. Auf Reisen durch England erwarb sich weit reichende Kenntnisse im Maschinen-, Wasser- und Bergbau.
Durch den Krapphandel (Krapp ist eine bis zu etwa 1 m hohe traditionelle Färbepflanze) der Gräfin Karoline Luise kam Clais 1776 in Kontakt mit deren Kunden in Winterthur, wo Dr. med. Johann Heinrich Ziegler und Hans Jakob Sulzer zum Tiger ein Laboratorium betrieben. Ab 1777 war Johann Sebastian Clais zusammen mit Ziegler für die technischen Belange des Betriebes zuständig, welcher in Winterthur-Neuwiesen Vitriolöl (Schwefelsäure), Salzgeist, Alaun, Soda und anderes herstellte. Es handelte sich bei der Fabrik um die erste ihrer Art in der Schweiz und sie wuchs in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zur größten Schweizer Chemiefirma dieser Zeit, bis sie 1854 schließen musste.
Anfang 1778 suchte die Berner Regierung einen Bergwerkfachmann für die Verbesserung der Berner Eisenbergwerke in Oberhasli und Biberstein. Im August erhielt Johann Sebastian Clais den Auftrag die entsprechenden Untersuchungen vorzunehmen, worauf er im Dezember seine Vorschläge unterbreitete. In der Folge wurde er für vier Jahre mit deren Ausführung betraut.
Ab 1779 arbeitete Clais ebenfalls im Berner Auftrag am Umbau der Sudhäuser der Salinen Aigle und Bex. 1781 verbesserte er die Sudpfannen mit einer eigenen Konstruktion. Durch die Neuerungen konnten auf neu fünf, statt nur drei Pfannen Salz gewonnen werden, das aber bei gleichem Holzverbrauch.
Ab 1783 ließ Clais bei Elgg für seine Chemiefirma Kohle fördern. Dadurch und durch Kontakte mit Jean Rudolph Valltravers wurde die Zürcher Regierung auf ihn aufmerksam, als sie einen Bergwerkfachmann für den Kohleabbau im Kohlebergwerk Käpfnach suchte. Im Jahr 1784 startet der Kohleabbau im Bergwerg Käpfnach bei Horgen unter seiner Leitung.
Johann Sebastian Clais heiratete am 24. Januar 1784 Maria Ursula Sulzer (1766–1813), die Tochter seines Geschäftsfreundes Hans Jakob Sulzer zum Tiger und seiner langjährigen Brieffreundin Anna Katharina Sulzer. Der Ehe entsprangen drei Kinder die das Erwachsenen Alter erreichten, Maria Katharina (1787–1844) verheiratet mit J.J. Ernst, Susanna (1789–1853) verheiratet mit Salomon Hegner und Karl Sebastian (1800–1858).[ Durch die Heirat brüskierte er seinen anderen Winterthurer Partner, Johann Heinrich Ziegler, der sich ebenso Hoffnungen gemacht hatte Clais Schwiegervater zu werden.
Clais ließ sich die Villa Lindengut in Winterthur bauen, welche er 1787 bezog. Er erhielt 1793 das Recht, sich in Winterthur einbürgern zu lassen.
Auch in seinen letzten Lebensjahren blieb er umtriebig und gründete diverse Handels- und Produktionsunternehmen, sodass Clais bis 1808 zum fünftgrößten Steuerzahler in seiner neuen Heimatgemeinde avanciert war. Nach kurzer Krankheit starb Clais am 24. September 1809 in Winterthur und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof bei der Stadtkirche.