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Luftseilbahn Adliswil - Felsenegg, LAF
Erneuerte Anlage seit 1. Mai 2008 in Betrieb.
Diese Luftseilbahn südlich von Zürich stellt neben der bekannten Uetlibergbahn eine weitere Verbindung zur Albiskette und damit zum Hausberg Zürichs, dem Uetliberg, dar. Während die Uetlibergbahn, mit 7% Steigung die steilste normalspurige Adhäsionsbahn Europas, ihren Ausgangspunkt im Hauptbahnhof Zürich hat, startet die Luftseilbahn im Sihltal in der Agglomerationsgemeinde Adliswil. Die Bergstation liegt auf der Felsenegg, einem Aussichtspunkt, von wo aus ein Wanderweg über den Albisgrat zum Uetliberg führt. Die Felseneggbahn ist die einzige öffentliche Luftseilbahn im Kanton Zürich und wird seit ihrer Eröffnung von der SZU (Sihltal Zürich Uetliberg Bahn) betrieben.
Da der Albis zu den bedeutendsten Naherholungsgebieten Zürichs zählt, entstand bereits im Jahre 1934 ein Projekt für eine Standseilbahn Adliswil-Felsenegg, die aber keine Konzession erhielt, wohl aber eine solche vom benachbarten Langnau nach dem Oberalbis. Mangels finanzieller Mittel verfiel diese Konzession jedoch ungenutzt. Erst nach dem Krieg konnte mit dem Bau der Luftseilbahn im Jahre 1954 dem Wunsch nach einer bequemen Verbindung zur Felsenegg nachgekommen weden. Obwohl diese Pendelbahn, die von der bekannten Firma Von Roll in Bern erstellt wurde, laufend den neuesten Erfordernissen angepasst wurde, präsentiert sie sich den Benützern vom Äusserlichen her auch heute noch weitgehend im Ursprungszustand von 1954. Während den ersten sechs Jahren ihres Bestehens pendelten die beiden Kabinen der einstigen Landi-Schwebebahn von 1939 zwischen Adliswil und der Felsenegg, bis sie im Jahre 1960 durch neue, etwas grössere Kabinen der Firma SIG Neuhausen ersetzt wurden. Im Jahre 1967 wurde die Bahn auf "Fernsteuerung von den Kabinen aus" umgebaut und seit 1986 läuft der Betrieb nahezu automatisch ab (bei über 16 Fahrgästen müssen die Kabinen begleitet werden). Dazu mussten die Kabinen und die obere Station mit fernsteuerbaren Schiebetüren nachgerüstet und zusätzlich Videokameras zur Überwachung der Bergstation eingebaut werden. Somit genügt für die Bedienung der Bahn in der Regel eine einzige Person in der Talstation. Ab 1994 kam die Fahrgast-Selbstbedienung durch Billettautomaten zur Anwendung und 1997 schliesslich wurden in der Talstation die Antriebsanlage und der Hilfsmotor ersetzt.
Anfangs 2008 wurde die umfassenste Modernisierung in der Geschichte der LAF durchgeführt. Die Umbauten brachten die Luftseilbahn einerseits auf den neuesten Stand der Technik, andererseits aber wurde auch das Erscheinungsbild nachhaltig verändert. Die wichtigste und für die Passagiere wohl augenfälligste Veränderung betreffen die neuen Fahrzeuge. Dabei wurden nicht nur die Kabinen, sondern auch die Laufwerke und die Gehänge durch moderne Konstruktionen ersetzt. Des Weiteren wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Ersatz der Tragseilauflagen und Endpuffer in den Stationen, Erhöhung der Stütze und Ersatz des Stützenkopfes, Einziehen neuer Tragseile inkl. Spannseile, Ersatz der Seilbahnsteuerung und Sicherheitsüberwachung, Erneuerung der Türen zu den Perrons und der Geländer sowie der Ersatz der Video- und Gegensprechanlage zur Überwachung der Bergstation. Unverändert übernommen wurden die Stationsgebäude, der Haupt- sowie der Notantrieb, die Bremsen, die Hydraulikanlage und die Leistungselektronik, da diese Komponenten erst 1997 erneuert wurden. Den Auftrag zur Modernisierung der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg wurde der Firma Garaventa übertragen. Die Umbauarbeiten dauerten knapp drei Monate (4. Februar - 1. Mai 2008).
Die LAF ist eine der seltenen Bergbahnen die mehrheitlich talwärts benützt werden, da die bekannte Rundreise in der Richtung Zürich-Üetliberg-Felsenegg-Adliswil bequemer ist als umgekehrt.
Technische Daten der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg (vor Umbau 2008):
|Inbetriebnahme||30. 12. 1954|
|Erbaut durch||Von Roll, Werk Bern|
|Fahrbahnlänge||1048 m|
|Höhe Talstation||497 m.ü.M.|
|Höhe Bergstation||804 m.ü.M.|
|Höhendifferenz||307 m|
|Grösste Neigung||34,8 %|
|Grösste Spannweite||558 m|
|Anzahl Stützen||1 , Höhe 36 m|
|ø Tragseil||39 mm|
|ø Zugseil||22 mm|
|ø Gegenseil||23 mm|
|Kabinen||2 à 30 Pers., von SIG|
|Kabinenleergewicht||1275 kg|
|Fahrgeschwindigkeit||6,0 m/sec.|
|Förderleistung||420 Pers./h|
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Abb.1: Die Talstation im typischen Baustil der 50er-Jahre. Abb.2: Wartende Kabine in der Talstation. Im Gegensatz zur Bergstation müssen hier die Perrongeländer noch von Hand geöffnet und geschlossen werden. Abb. 3+4: Umlenkscheiben am Traggerüst im Maschinenraum für das Zugseil (Abb. 3) und für die Tragseilabspannung (Abb. 4). Die Spannvorrichtung des Zugseils ist in der Bergstation untergebracht. Abb.5: Die moderne Antriebsgruppe aus dem Jahre 1997 in der Talstation mit der grossen einrilligen Treibscheibe für einfache Seilumschlingung.
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Abb.6+7: Kabinen vor der Talstation. Während die rote Kabine Nr.1 mit Werbung einer Drittfirma versehen ist, trägt die hellgraue Kabine Nr.2 lediglich ein dezentes SZU-Logo. Abb.8: Vom Perron der Talstation aus ist die gesamte Strecke überschaubar. Abb.9+10: Die einzige Zwischenstütze befindet sich knapp unterhalb des Kreuzungspunktes der Kabinen.
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Abb.11: Ausblick von der Bergstation auf die Strecke und die Stadt Adliswil. Abb.12: In der Kabine während der Fahrt. Abb.13: Blick von der Aussichtsterrasse der Bergstation gegen das Sihltal und den Zürichsee. Der Hügelzug im Hintergrund nennt sich "Pfannenstiel". Abb.14-16: Kabinen vor der Bergstation.
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Abb.17: Die achtrolligen Laufwerke sind in der Mitte mit einer Fangbremse ausgerüstet. Abb.18: Auf dem Perron der automatisierten Bergstation. Abb.19: Im Gegensatz zur Talstation wurde die ursprünglich seitlich weitgehend offene Bergstation im Laufe der Jahre verändert. Während vielen Jahre beherbergte sie einen Kiosk.
Alle Fotos: C. Gentil
Weitere Infos unter: http://www.laf.ch
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