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Hansjörg Gisiger(* 1919 Basel, † 2008 Lutry)
Ente1954, Bronze und Stein
1953 wurde das zweite Schulhaus im Niederholzquartier eingeweiht, das später den Namen Hebelschulhaus erhielt. Das Pausenhofareal birgt einen weiteren Brunnen, diesmal von Hansjörg Gisiger. Eine grazile Bronzeente lädt zum friedvollen Verweilen ein.
Hansjörg Gisiger – auch Jean-Georges Gisiger – ist in Basel als Sohn eines Hotelbesitzerehepaares aufgewachsen. 1938 beginnt er ein Medizinstudium, das er nach sechs Jahren abbricht, um an der Hochschule für Bildende Kunst die Bildhauerei zu erlernen. Unterrichtet wurde er im Atelier eines ehemaligen Schülers des berühmten französischen Bildhauers und Wegbereiters der modernen Plastik Auguste Rodin. Bereits nach zwei Jahren wurde Gisiger unabhängiger Künstler. Er liess sich kurz nach dem Krieg in Lausanne nieder. Eine erste Ausstellung seiner Arbeiten fand 1949 in Paris statt. Dort verkehrte er mit inspirierenden Persönlichkeiten der Avantgarde – beispielsweise dem Kunstkritiker Michel Seuphor und dem Bildhauer Jean Arp. 1956 trat er die Professur für Bildhauerei an der École des Beaux-Arts in Lausanne an. Aufgrund des grossen Erfolgs seines Brunnens für die Landesausstellung 1964 in Lausanne wird Gisiger nicht nur von öffentlichen Stellen, sondern auch von privaten Unternehmen beauftragt, monumentale Werke zu schaffen.
Gisiger war viele Jahre mit dem französischen Surrealisten André Masson befreundet, mit dem er die Liebe zur Historie teilte. Die Titel seiner Werke entlehnte er gerne der Mythologie, den Legenden oder musikalischen Themen. Zu Beginn seiner Karriere praktizierte Gisiger die klassische Technik des direkten Schnitzens, wechselt jedoch aufgrund der Starrheit von Stein zu Bronze und Stahl. Damit folgte er einem seiner Vorbilder, dem bedeutenden spanischen Avantgarde-Bildhauer Pablo Gargallo.
Die Begeisterung für die Bewegung von Formen findet sich auch in der Ente wieder. Ihr graziler Schwung vom Kopf bis zur dreifachen Schwanzspitze erzeugt eine faszinierende Dynamik.