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Pigmentflecken sind in erster Linie Sonnenlicht und genetischer Disposition geschuldet. Bei Frauen kommen hormonelle Einflüsse wie Verhütungsmittel, Wechseljahre und Schwangerschaft infrage; wobei nach einer Entbindung die Flecken von alleine wieder verschwinden. Parfum und Sonne sind kein gutes Duo, und auch einige Arzneimittel, welche die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen (Antibiotika, Chemotherapeutika, Johanniskrautprodukte), können Pigmentflecke hervorrufen.
Verursacht werden Hautflecken durch eine Überproduktion des Pigments Melanin. In unserem Körper produziert, sorgt diese Substanz für die Farbgebung von Haut und Haar. Zugleich schützen die Farbpigmente vor der Sonne, denn sie schirmen Augen und Haut vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung ab. Dabei werden über 99,9 Prozent der Strahlungsenergie in Wärme umgewandelt, was letztendlich die Bildung freier Radikale verhindert, welche dem Körper schaden und an der Entstehung zahlreicher Krankheiten beteiligt sind.
Gebildet wird Melanin in den Melanozyten. Das sind spezielle, Pigment enthaltende Zellen in der obersten Hautschicht, in den Haarwurzeln und in der Aderhaut sowie Iris der Augen. Die Bildung des Pigments bzw. der genaue molekulare Mechanismus (die Aktivität des Enzyms Tyrosinase) wurde erst 2016 endgültig von Wissenschaftlern der Uni Mainz und Uni Kiel entschlüsselt. Unterschieden wird zwischen zwei Varianten des Farbpigments: dem schwarz-bräunlichen Eumelanin, das bei Menschen mit dunkler Haut und dunklen Haaren vorherrscht, und dem gelblich-rötlichen Phämelanin, das bei hellhäutigen Menschen mit blonden oder roten Haaren überwiegt. Die Verteilung der Pigmentarten ist genetisch bedingt, und die persönliche Veranlagung bestimmt, in welchen Mengen und in welcher Mischung welche Farbvariante produziert wird. Werden überhaupt keine Farbpigmente gebildet, spricht man von Albinismus.
Die rötlichen, hell- bis dunkelbraunen Sprenkel im Gesicht, an Dekolleté und Armen blühen unter den UV-Strahlen der Sonne auf. Vor allem Menschen mit heller Haut und rot-blonden Haaren sind von der ungleichmässigen Verteilung der Hautzellen mit punktueller Melaninüberproduktion betroffen. Da Sommersprossen (Epheliden) oft Zeichen einer sehr lichtempfindlichen Haut sind, sollte jederzeit auf guten Sonnenschutz geachtet werden. Ohne Sonne verblasst das Pünktchenmuster oft oder verschwindet gar ganz. Sommersprossen sind harmlos und bergen kein Risiko für Hautkrebs. Bei sehr vielen und dunklen Sommersprossen sollte man auffällige Veränderungen im Auge behalten – es könnte sich ein bislang unentdeckter Leberfleck darunter befinden.
Wissenschaftlich nennt man ein Muttermal Nävus, den Leberfleck genauer Pigmentnävus. Er entsteht, wenn sich Melanozyten an bestimmen Stellen ansammeln. Die Farben können variieren: rot-braun, schwarz-braun, braun-gelb und sogar bläulich, wenn sie tief unter der Haut liegen. Die stecknadelkopf- bis linsengrossen, deutlich begrenzten, flachen Hautflecke sind sehr selten angeboren; die genaue Ursache dafür ist unklar. In den meisten Fällen tauchen Leberflecken im Kindes- und Jugendalter auf; sie entstehen durch eine Kombination aus erblicher Veranlagung und Bestrahlung durch UV-Licht und können sich im Laufe der Zeit erheblich vermehren.
Viele Menschen haben zwischen 25 und 40 Leberflecken, doch etwa 15 Prozent der weissen Bevölkerung sind übersät mit den Flecken und haben 100 und mehr. Im Alter 50 plus verschwinden sie langsam wieder. Entdeckt man in diesem Alter einen neuen Fleck auf der Haut, ist das sehr ungewöhnlich und ein Grund, die Hautärztin zu konsultieren. Menschen über 70 haben nur noch selten Leberflecken.
In der Regel sind Leberflecken harmlos. Und doch: Statistisch gesehen, entwickelt sich aus jedem zehntausendsten Fleck ein schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom). Je mehr Sonne der Körper abbekommt und je mehr Flecken jemand hat, desto grösser ist das Risiko. Daher sollte man sich nach der ABCDE-Regel selbst beobachten und im Zweifelsfall einen Dermatologen aufsuchen bzw. an einem Hautscreening teilnehmen.
Selbst zu beurteilen, ob ein Leberfleck normal ist oder nicht, kann schwer sein. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Einschätzung sind folgende Fragen:
- Asymmetrie. Ist die Form nicht rund, oval oder länglich, sondern ungleichmässig?
- Begrenzung. Sind die Konturen fransig, verwaschen, unregelmässig?
- Colorit. Ist er mehrfarbig?
- Durchmesser. Ist er grösser als sechs Millimeter?
- Entwicklung. Verändern sich Grösse und Form? Wird die Oberfläche erhaben?
Selbst wenn eines oder mehrere dieser Merkmale zutreffen – ob tatsächlich ein Hautkrebs vorliegt, kann nur der Arzt beurteilen. Zusätzliche Faktoren, die einen Besuch bei der Dermatologin nahelegen, sind: Juckreiz, Nässen, Bluten oder Schorfbildung.
Bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung wird der Leberfleck operativ entfernt. Der Einsatz eines Lasers oder der Intense-Pulsed-Light-Technologie wird vorzugsweise angewendet, wenn das Muttermal im Gesicht oder einem anderen kosmetisch ungünstigen Bereich liegt. Dabei werden Pigmentflecken lokal herausgebrannt ohne Schädigung des umliegenden Gewebes und ohne Narbenbildung. Die Behandlungen sollten nur nach vorherigem Ausschluss von Krebs und von erfahrenem Fachpersonal durchgeführt werden. Lässt sich die Gutartigkeit nicht eindeutig feststellen oder besteht ein Verdacht auf Krebs, kommt die Chirurgie zum Einsatz. Durch die medizinische Notwendigkeit werden die Kosten von den Kassen übernommen. Versuchen Sie niemals, einen Leberfleck aufzukratzen oder aufzustechen! Die Verwendung von Bleichmitteln ist sinnlos.
Die hell- bis dunkel-brauen Hautveränderungen bei älteren Menschen sind das Ergebnis jahrzehntelanger Sonneneinstrahlung und treten – im Gegensatz zu Leberflecken – nur in der obersten Hautschicht auf. Sie äussern sich in kleinen Sprenkeln bis zu grösseren Verfärbungen und bilden sich vorwiegend an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Handrücken, Unterarmen und Brust. In der Medizinsprache heissen sie Lentigines seniles oder Lentigines solares. Sie sind meist völlig harmlos: eher ein kosmetisches als ein gesundheitliches Problem. Einzig Formveränderungen mit sehr dunkler Färbung sind Anlass für einen ärztlichen Check. Mit Ernährungsmassnahmen ursächlich gegen Altersflecken vorzugehen, ist kaum möglich. Immerhin sind eine gesunde Lebensführung sowie eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an den hautfreundlichen Vitaminen A, C und E von Vorteil.
In Apotheken und Drogerien gibt es zahlreiche Produkte, die Pigmentflecken reduzieren sollen. Allen ist gemeinsam, dass es einige Zeit (Wochen bis Monate) dauert bis Ergebnisse sichtbar sind.
Mögliche Inhaltsstoffe sind unter anderem:
- Thiamidol ist ein vergleichsweise neuer Wirkstoff, der die Melaninproduktion stoppen soll. Bislang keine Nebenwirkungen bekannt.
- Kojisäure soll die Melaninbildung hemmen und das Pigment besser in der Haut verteilen. Mögliche Nebenwirkung: Hautreizungen und -schädigungen. (In der Schweiz in Kosmetika verboten.)
- Azelainsäure soll die Melaninsynthese drosseln und so Pigmentstörungen verringern. Mögliche Nebenwirkungen: Hautirritationen, Entzündungen.
- Vitamin-A-Säure (Tretinoinum), rezeptpflichtig, soll Pigmentflecken verblassen lassen. Nebenwirkungen: Hautreizungen, Brennen, Jucken.
Fruchtsäurepeelings gelten als besonders wirksam, aber auch besonders aggressiv. Dabei wird die oberste Hautschicht abgeschält; die Bildung neuer Hautzellen wird angeregt. Vor der Anwendung intensiver Schälkuren sollte man unbedingt einen Hautarzt zu Rate ziehen.
Von Mikrodermabrasion, dem Abschälen der obersten Hautschicht, und der Kältetherapie, der Behandlung mit flüssigem Stickstoff, wird heute abgeraten. Doch im Internet werden beide Verfahren noch beworben.
Zur Linderung vorhandener Flecken werden häufig Kalium sulfuricum und Kalium chloratum angeboten. Beraten Sie sich mit dem Therapeuten.
Leider gibt es kein «Wundermittel». Es hängt viel von der individuellen Verfassung/Veranlagung ab, ob man beim Verblassen der Altersflecken Erfolg hat. In jedem Fall braucht man Geduld. Und: Konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist Voraussetzung. Im Handel gibt es Fertigprodukte mit pflanzlichen Komponenten/Extrakten wie Brunnenkresse, Schlüsselblume, Malve, Gartenkresse, Frauenmantel oder Schafgarbe.
Einige Tipps für die Selbstbehandlung.
Vitamin C
Als Creme/Maske/Serum aufgetragen, kann das Vitamin dunkle Verfärbungen auf Dauer mildern und die Kollagenproduktion anregen.
Kaktusfeigenkernöl
Enthält in hohem Masse Antioxidanzien/Radikalfänger und soll helfen, Altersflecken verblassen zu lassen. Gut geeignet fürs Gesicht.
Rizinusöl
Verwenden Sie kaltgepresstes Biorizinusöl. Morgens und abends mit Watte auf die Flecken auftragen und einmassieren bzw. einziehen lassen. Dringt tief in die Haut ein, ist antioxidativ und aktiviert die Kollagen-produktion.
Zitronensaft
Saft einer frischen Zitrone mehrere Wochen lang zweimal täglich auf die Flecken auftragen und 30 Minuten einwirken lassen. Gilt als die natürliche und schonende Variante des Fruchtsäurepeelings. Zitronensaft macht die Haut empfindlicher gegen die Sonne. Deshalb die Säure immer abspülen, bevor man ins Freie geht.
Apfelessig mit Zwiebel
Eine Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit einer halben Tasse Apfelessig (Verhältnis 1:1) mixen. Die flüssige Mischung mit Wattebausch oder Wattestäbchen abends regelmässig einige Wochen lang auftragen. Die Fruchtsäure im Essig soll als natürliches Peeling wirken; der Zwiebelsaft wirkt antioxidativ und enthält viele Vitamine (A, B6, B12, C, D).