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Geschichte: Tauziehen um Bauordnung und Zonenplan
So stürmisch wie der Verkehr entwickelte sich die Bautätigkeit in der Gemeinde während der letzten Jahrzehnte.
Noch um 1900 wurde in Weisslingen höchstens ein Haus pro Jahr gebaut. Der Bauwillige brachte meistens eine handgezeichnete Situation und den Grundriss, mit oder ohne Ansichten des Gebäudes versehen, zum Gemeindeschreiber, der bei den seltenen nichtlandwirtschaftlichen Projekten prüfte, ob sie an eine Kanalisationsleitung anschliessbar wären. Nach abgelaufener Einsprachefrist holte man die Unterlagen ab und begann zu bauen.
Erst am 18. Juni 1955 schien es nötig, sich dem Baugesetz des Kantons Zürich von 1893 teilweise zu unterstellen. Die fortschreitende Überbauung des Gebietes Letten-Graben veranlasste den Gemeinderat, am 4. Oktober 1956 einen Quartierplan auszuarbeiten, der jedoch, obwohl vom Regierungsrat genehmigt, wegen allzu geometrischer Strassenführung wieder fallen gelassen wurde. 1958 begann das gewaltige Unternehmen der Gesamtmelioration, Güterzusammenlegung und der Bau unzähliger Zufahrtswege. Während 1958 das Postgebäude mit sechs Wohnungen, 1961 die Zwölffamilienhäuser im "Oberhof" gebaut und 1963 das Gesamtüberbauungsprojekt "Leisibüel" bewilligt wurden, rang man immer noch um eine befriedigende Bauordnung mit Zonenplan. 1964 entstand der Keller-Hefel-Wohnblock im Dorfkern, 1965 wurde das Mülihalde-Quartier bewilligt, und erst am 21. Oktober 1966 nahmen die Stimmbürger die erste Bauordnung mit Zonenplan in fünfter Fassung endgültig an.
Seither steigerte sich die Bautätigkeit in der Gemeinde enorm. Die neue Bauordnung vom Januar 1985 wurde dringend nötig und muss immer wieder den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen angepasst werden.
Der Bau des neuen Gemeindehauses und der grossen Mehrzweckhalle, welcher im Jahre 1994 bezogen wurde und für welche die verschiedenen Vereine seit Jahren mit ihren Dorffesten Geld sammelten, war für die Gemeinde ein Meilenstein und stellte eine grosse Herausforderung dar. Während das neue Gemeindehaus bereits am 1. April 1994 seine Türen öffnete, konnte das Mehrzweckgebäude erst einige Monate später, am 1. Oktober 1994 benützt werden. Die grossen Einweihungsfeierlichkeiten fielen mit der 1250-Jahrfeier im Juni 1995 zusammen.