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Grundwasserschutz
Entsprechend der Gefährdung der ober- und unterirdischen Gewässer werden überall in der Schweiz Gewässerschutzbereiche ausgeschieden. Diese Bereiche dienen der Information der Behörden, sie sind als Weisung zu verstehen zum langfristigen Schutz der Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen. Die Gewässerschutzbereiche sind bei der Bewilligung von Bauten und Anlagen zu berücksichtigen. Die Gewässerschutzbereiche sind für die Grundeigentümer nicht direkt verbindlich.
Die Kantone müssen die besonders gefährdeten Gewässerschutzbereiche (Ao und Au) ausscheiden. In den besonders gefährdeten Bereichen sieht die Gewässerschutzverordnung (GSchV, SR 814.201) zwingend eine Vierteilung vor:
- Der Gewässerschutzbereich Au umfasst die nutzbaren unterirdischen Gewässer sowie die zu ihrem Schutze notwendigen Randgebiete. Sein Ziel ist der quantitative und qualitative Schutz der unterirdischen Gewässer. Ein Gewässer ist nach der GSchV "nutzbar", wenn das Wasser in einer Menge vorhanden ist, die eine Nutzung in Betracht kommen lässt.
- Der Gewässerschutzbereich Ao umfasst die oberirdischen Gewässer und deren Uferbereiche, soweit dies zur Gewährleistung einer besonderen Nutzung erforderlich ist. Als Beispiel nennt die GSchV die Nutzung eines oberirdischen Gewässers zur Trinkwasserversorgung.
Die Zuströmbereiche (Z) bieten für einen definierten Standort (Wasserentnahmestelle) einen erhöhten Schutz des genutzten Wassers vor gefährdenden Substanzen wie Pflanzenschutzmitteln oder Düngerstoffe. Eine Ausscheidung von Zuströmbereichen Z im Kanton Thurgau erfolgt fallweise.
- Zuströmbereich Zu umfasst das Gebiet, aus dem bei niedrigem Pegelstand ca. 90% des Grundwassers stammt, das bei einer Grundwasserfassung höchstens entnommen werden darf. Der Zuströmbereich Zu dient dem Schutz der Wasserqualität bei Grundwasserfassungen von öffentlichem Interesse. Die Abgrenzung dieses Gewässerschutzbereichs ist notwendig, wenn die konkrete Gefahr besteht, dass das Wasser durch Stoffe verunreinigt wird, welche nicht genügend abgebaut oder zurückgehalten werden; im Vordergrund stehen vor allem Pestizide oder Düngestoffe.
- Zuströmbereich Zo umfasst das Einzugsgebiet, aus dem der grösste Teil der Verunreinigung der oberirdischen Gewässer stammt. Er soll dazu dienen, dass die Qualität der oberirdischen Gewässer nicht durch abgeschwemmte Pflanzenschutzmittel oder Nährstoffe beeinträchtigt wird.
Früher gab es noch den Gewässerschutzbereich B, der in der neuen Gewässerschutzkarte vom Juni 2012 in üB (übriger Bereich) umbenannt wurde. Darin befindet sich alles, was weder in einem A- noch Z- noch S- Bereich ist.
Eigentumsbeschränkungen in besonders gefährdeten Gewässerschutzbereichen
- Das Erstellen und Ändern von Bauten und Anlagen sowie Grabungen, Erdbewegungen und ähnliche Arbeiten sind nur mit kantonaler Bewilligung erlaubt.
- Für z.B. Untertagebauten, Bohrungen, dauernde Entwässerungen und Freilegung des Grundwasserspiegels in den Bereichen Au und Zu ist eine Bewilligung erforderlich. Untersagt sind Anlagen, die eine besondere Gefahr für die Gewässer darstellen, wie Grosstanks für die Lagerung wassergefährdender Flüssigkeiten.
- Die Kantone legen die erforderlichen Massnahmen fest, wenn in den Zuströmbereichen Zu und Zo wegen der Abschwemmung und Auswaschung von Pflanzenschutzmitteln oder Düngern Gewässer verunreinigt werden.
- Grundwasser im Bereich von Trinkwasserfassungen wird durch Schutzzonen (S) geschützt. > mehr