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Ein Hypophysenadenom ist eine von vielen Hirntumorerkrankungen, das sich etwa ab dem 35. Lebensjahr bemerkbar machen. Es betrifft den Schädel und die Hirnanhangsdrüse. Letztere hat im Körper die Funktion, Hormone und Botenstoffe zu bilden. Dazu besitzt sie Drüsenzellen. Die Erkrankung besteht in einem gutartigen Tumor, der an jeder dieser Drüsenzellen auftreten kann. Teil des Krankheitsverlaufs ist häufig eine Überproduktion der Hormone.
Auch wenn die Ursachen, die zu einem Hypophysenadenom führen, nicht bekannt sind, steht fest, dass der Tumor aus einer entarteten Zelle entsteht und den Hypophysenvorderlappen an der Hirnanhangsdrüse betrifft. Entartet heisst dabei, dass sich eine Zelle nicht auf normale Weise entwickelt. Die typischen Regelmechanismen, durch die eine Zelle gebildet wird, wächst, sich teilt oder abstirbt, sind gestört. Möglich ist eine erbliche Ursache, darunter das MEN-1-Syndrom. In Verbindung mit dem Hypophysenadenom kommt es bei Patienten oft auch zu einer Überfunktion der Nebenschilddrüse oder zu Krebs an der Bauchspeicheldrüse.
Die Hirnanhangsdrüse befindet sich in einer Region, die sich als Mulde in der Schädelbasis zeigt. Hier geschieht die Ausschüttung deiner Hormone, durch die wiederum wichtige Körperfunktionen gesteuert werden, darunter die Aktivität deiner Schilddrüse. Die Hypophysentumore sind gutartig, wachsen jedoch im Verlauf der Erkrankung. Sie werden in hormonaktive und hormoninaktive Hypophysenadenome unterschieden und verursachen verschiedene Auswirkungen auf die Organe sowie eine unkontrollierte Ausschüttung der Hormone. Betroffen sind:
Der Krankheitsverlauf und das Wachstum des Tumors geschehen sehr langsam, sodass ein Hypophysenadenom meist erst spät bemerkt und diagnostiziert wird. Einfluss hat der Tumor in Abhängigkeit davon, wo er sich in deinem Schädel befindet. Dann kann es auch zu gefährlichen Symptomen kommen. Bemerkbar macht sich die Erkrankung häufig durch:
Sehstörungen äussern sich als Störungen des Gesichtsfelds und eine Sichtverschlechterung. Du erkennst deine Umwelt nur eingeschränkt oder nimmst sie verschwommen wahr.
Erst wenn der Tumor auf die Sehnerven drückt, entwickeln sich bei einem Hypophysenadenom diverse Sehstörungen. Das betrifft besonders Gesichtsfeldausfälle, eine verschwommene Sicht oder Doppelbilder. Diese Sehstörungen müssen dabei nicht kontinuierlich auftreten. Manchmal hast du wechselnde Phasen, siehst wieder klar und normal, bis das Sehvermögen kurzzeitig wieder abnimmt. Durch die Sehnerven leitet die Netzhaut die Signale an das Gehirn weiter. Liegen Störungen an den Sehnerven vor, kommt es daher zu Wahrnehmungsproblemen. Wächst der Tumor stark, kannst du sogar erblinden.
Die Hirnanhangsdrüse wird durch den Hypothalamus beeinflusst und erhält ihre Signale über dieses übergeordnete Zentrum. Das ermöglicht die Bildung von sechs unterschiedlichen Hormonen, die wiederum andere Körperhormondrüsen anregen. Wichtige sind die Nebenniere und die Schilddrüse, die auch eigene Hormone bilden. Ist die Ausschüttung durch einen Tumor gestört, fällt diese zu hoch oder zu niedrig aus und verursacht Beschwerden. Auch wenn die Ursache ein Hypophysenadenom ist, bezeichnet die Medizin die einzelnen Krankheitsbilder noch einmal gesondert. Zu ihnen gehören:
Bei einem Verdacht auf ein Hypophysenadenom ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte notwendig. Die Neurochirurgie übernimmt die Operation, um den Tumor zu entfernen. Vorab fertigt jedoch ein Radiologe eine Computertomografie an, um herauszufinden, wo der Tumor im Schädel sitzt. Die CT gestattet ausserdem, die Grösse des Tumors zu erkennen. Ein Neurologe wiederum untersucht dich, wenn du Kopfschmerzen hast oder eventuelle Muskellähmungen auftreten. Sehstörungen werden von einem Augenarzt behandelt. Wichtig ist die Untersuchung deiner Beschwerden beim Endokrinologen. Dieser findet heraus, welche Hormone betroffen sind und untersucht entsprechend dein Blut, deinen Urin und deinen Speichel.
Ein Hypophysenadenom ist schwierig zu diagnostizieren und zeigt auch nicht zwingend Symptome. Oft genügt eine Untersuchung, die in bestimmten Zeitabständen erfolgt und kontrolliert, ob der Hypophysentumor sich vergrössert hat. Die Prognose sieht dann teilweise gut aus, wenn die Sehnerven nicht zu stark involviert sind.
Eine Therapie setzt der Arzt individuell an. Machbar ist eine Behandlung mit Medikamenten, mit Bestrahlung oder Operation. Bei einer Operation versucht die Neurochirurgie den Tumor vollständig zu entfernen. Sie wird über die Nase durchgeführt, sodass keine Narben entstehen. Hat das Hypophysenadenom jedoch bereits eine bestimmte Grösse erreicht, muss es vorher durch Bestrahlung verkleinert werden. Die Neurochirurgie setzt die Operation dann bei Bedarf an. Wenn umliegende Strukturen, Nerven oder Gefässe verletzt werden, wird eine weitere Therapie und Behandlung notwendig.
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