Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/160429

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. durch unabhängige, international anerkannte Experten anhand der Morphologie und des Phänotyps abklären zu lassen, ob es sich bei den in der Schweiz zurzeit vorkommenden Wölfen um reine Wölfe (Canis lupus lupus) oder um Wolfsmischlinge (sogenannte Hybride) handelt;</p><p>2. bei Vorliegen von Wolfsmischlingen die nötigen Massnahmen zu ergreifen, um die Wolfshybriden aus dem Bestand zu entfernen, insbesondere die Kantone gestützt auf Artikel 8bis Absatz 5 der Jagdverordnung anzuweisen, die Mischlinge als nichtheimische Tiere zu entfernen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nahverwandte Tierarten können hybridisieren. Dies gilt insbesondere für Haustiere, welche sich mit Wildtieren der wildlebenden Stammformen kreuzen können, so z. B. Hauskatzen mit Wildkatzen, Ziegen mit Steinböcken, Hausschweine mit Wildschweinen und Hunde mit Wölfen.</p><p>Mischformen zwischen Haus- und Wildtieren lassen sich in den ersten beiden Generationen oft anhand äusserer Merkmale wie z. B. der Körperproportionen oder der Pigmentierung von Haut und Haaren erkennen. Bei der Rückkreuzung mit der Wildform verschwinden diese Merkmale hingegen schnell wieder. Dagegen lassen sich die Spuren der Hybridisierung im Erbgut der Tiere (Genom) noch über sehr lange Zeiträume nachweisen.</p><p>Um die genetische Vielfalt an Wildtieren in unserer Natur zu erhalten, soll eine Hybridisierung mit Haustieren grundsätzlich vermieden werden. Aus diesem Grund hält die Jagdverordnung vom 29. Februar 1988 (JSV; SR 922.01) fest, dass die Kantone verpflichtet sind, nachweisbare Hybriden aus der Wildbahn zu entfernen (Art. 8bis JSV).</p><p>Beim Wolf besteht in der Schweiz diesbezüglich jedoch kein Handlungsbedarf. Der Bund hat die Frage einer möglichen Hybridisierung klären lassen (siehe auch die Antwort des Bundesrates zur Frage 15.5528, "Sind die Wölfe in der Schweiz in Tat und Wahrheit keine Wölfe, sondern Wolf-Hunde-Mischlinge?"). Dazu wurden einerseits alle in der Schweiz gemachten Fotos von Wölfen und alle Wolfskadaver von Experten begutachtet, andererseits wurden zahlreiche genetische Proben analysiert (z. B. Wolfskadaver, Speichel von Wolfsrissen oder Wolfskot). Seit dem ersten Auftreten von Wölfen in der Schweiz im Jahre 1995 ergab sich bislang bei keiner dem Bundesrat vorliegenden Analyse oder Fachexpertise ein Hinweis auf Wolf-Hunde-Mischlinge.</p><p>In der Schweiz gibt es keine freilebende Hundepopulation. Deshalb dürfte sich auch in Zukunft kein Handlungsbedarf ergeben. Sollte sich in unserer Natur jedoch ein Fall einer Wolf-Hund-Hybridisierung zeigen, dann würden die Kantone auf der Grundlage bestehenden Rechts bereits die erste Generation solcher Tiere sofort entfernen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.