Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/2402

Die administrative Region „Ceilândia“ wurde im Jahr 1989 angegliedert, als sie sich von „Taguatinga“ löste, und hat eine Fläche von 230,33 km². Die Bevölkerung bildete sich erst 1971, als man die „Kampagne zur Umleitung von Invasionen der Hauptstadt“ ins Leben gerufen hatte. Man leitete also die Invasoren zu einem Areal im Distrikt „Luziânia“/Goiás, der zur Fazenda „Guariroba“ gehörte, nachdem dieses Gebiet vom Bundesstaat Goiás enteignet worden war und dem Regierungsdistrikt von Brasília zur Besiedelung zur Verfügung gestellt.
Die neuen Bewohner kamen aus Goiás, Minas Gerais, dem Norden und besonders dem Nordosten – und für die Letzteren hat der berühmte Oscar Niemeyer persönlich ein Gebäude entworfen, welches sich „Casa do Cantador“ nennt. Hier praktiziert man die Kultur des Nordostens, besonders jene lustigen Sängerwettstreite, die ein Ohren- und auch Augenschmaus sind und für die „Nordestinos“ das Heimweh erträglicher machen.
Das Zentrum der Stadt wird von zwei offenen Märkten beherrscht – der „Feira Central“ und der „Feira do Rolo“. Die erste offeriert alle möglichen Artikel des täglichen Gebrauchs, die man kaufen kann, während die zweite auf Basis des Tauschhandels floriert. Aber Vorsicht – für den Eingeweihten hebt bereits ihr Name (den man frei mit: eingewickelt werden übersetzen kann) warnend den Zeigefinger! Wie im Nordosten vielerorts üblich, kann man hier „irgendetwas“ gegen „irgendetwas anderes“ tauschen – und dabei muss man eben aufpassen, wie ein Luchs, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Die Beobachtungen, die man auf diesem Markt machen kann, sind allerdings unbezahlbar – und erst recht nicht eintauschbar! Sehenswert ist auch der Staudamm des „Rio Descoberto“ – die Stadt liegt 24 km vom Stadtzentrum in Brasília.