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Der Name der Senatorin auf Lebenszeit sei mit einem spitzen Gegenstand weggekratzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag unter Berufung auf italienische Zeitungen.
Den Angaben zufolge soll die Tafel nun ersetzt und künftig mit einer Plexiglasscheibe geschützt werden.
Segre ist eine der bekanntesten noch lebenden Zeitzeuginnen der Schoah in Italien. Im Dezember 1943 versuchte sie als 13-Jährige gemeinsam mit ihrem Vater Alberto über Saltrio in die Schweiz zu fliehen. Beide wurden von den Schweizer Behörden zurückgewiesen und nur einen Tag später von italienischen Faschisten festgenommen.
Ende Januar 1944 wurden die beiden von Mailand aus ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Am 27. April 1944 wurde Alberto Segre von den Nationalsozialisten ermordet.
Ausserhalb Italiens erlangte Liliana Segre im Oktober 2022 breite Bekanntheit, als sie als Alterspräsidentin die erste Sitzung des neugewählten italienischen Senats leitete. In ihrer Rede appellierte sie an die anderen Senatorinnen und Senatoren, sich gegen Hass und Ausgrenzung zu stellen - und erinnerte an die Machtübernahme der Faschisten hundert Jahre zuvor.
Die konstituierende Sitzung des Senats machte auch deshalb international Schlagzeilen, weil mit dem rechten Politiker Ignazio La Russa ausgerechnet ein einstiges Mitglied des neofaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI) zum Senatspräsidenten gewählt wurde.