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Komponist Gion Antoni Derungs gestorben
Der Bündner Komponist Gion Antoni Derungs ist am Dienstag in Chur zwei Tage vor seinem 77. Geburtstag gestorben, wie seine Familie mitteilte. Grössere Bekanntheit erlangte Derungs als Komponist der ersten rätoromanischen Oper «Il cerchel magic».
Chur. – Die Oper wurde 1986 mit grossem Erfolg in Chur uraufgeführt. Zehn Jahre später folgte Derungs zweite rätoromanische Oper «Il semiader». Insgesamt umfasst sein Lebenswerk rund 400 Kompositionen, neben Opern auch Sinfonien und Kammmerspiele.
In seinen Werken der sechziger- und siebziger Jahre setzte sich der gebürtige Lugnezer intensiv mit der Avantgarde auseinander. Später verwendete er in seinen Kompositionen neben nicht tonalen Elementen auch erweiterte Tonalitätsbezüge.
Bündner Kulturpreis
Für sein Kompositorisches Werk erhielt Derungs 1996 den Bündner Kulturpreis. Sein beharrliches Schaffen weise neue künstlerische Wege auf und habe nationale und internationale Bedeutung und Anerkennung erlangt, lautete die Würdigung.
Derungs Schaffen beschränkte sich aber nicht auf das Komponieren. Von 1960-62 war er Musikdirektor in Lichtensteig im Toggenburg. Anschliessend unterrichtete er bis 1999 am Lehrerseminar in Chur. Gleichzeitig war er während 40 Jahren Domorganist der Kathedrale Chur.
Von 1962-69 leitete Derungs zudem die rätoromanischen Chöre Alpina und Rezia in Chur. Im Jahr 1971 gründete er das Quartet grischun, einen Chor, der vor allem moderne Musik aufführte, und leitete ihn über 20 Jahre lang. (sda)