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Aufwachen heisst, dass man geschlafen hat. Irgendwann musste ich eingeschlafen sein. Ich sah nach ihr, sie schlief noch, ich stand auf, schloss vorsichtig das Fenster und sperrte den Autolärm aus, machte die Schlafzimmertür hinter mir zu, hörte das Tapsen meiner nackten Füsse auf dem Laminat, ging durchs Wohnzimmer zur Küche.
Auf dem Boden liegt mein weisses Shirt, ich ziehe es an, nehme eine Zigarette aus der Schachtel. Auf der Fensterbank liegt ein Feuerzeug, ich öffne das Fenster, spüre die Wärme, die von draussen hereinströmt, zünde die Zigarette an, rauche und sehe hinaus. Gegenüber steht eine Frau am Fenster, im Stockwerk darunter steht ein Wäscheständer mit weissen T-Shirts, ich zähle, noch drei Etagen, dann kommt das Erdgeschoss, am Hauseingang läutet ein Mann mit Hund, am Strassenrand kein freier Parkplatz, die ganze lange Strasse lang, links dann die Kreuzung, hundert Meter von hier, ich kann die Ampelschaltung gerade so erkennen, gelb-rot-gelb-grün. Die Strassen sind voller Autos, Fahrräder, sie fahren und rasen, Autobremsen quietschen, Motoren heulen auf. Und Menschen, Ströme von Menschen, sie versuchen, an den Häusern vorbeizufliessen, ständig geraten sie ins Stocken, drängen sich dicht aneinander. Es ist sehr schnell, sehr laut, sehr heiss, wenn nicht sofort jemand die Stopptaste drückt, wird alles explodieren. Ich drücke die Zigarette an der Hauswand aus, sehe beim Ausatmen dem Rauch nach, schliesse das Fenster und die Stadt bleibt draussen. Die Stille ist immer noch hier, nicht einmal eine Uhr, die tickt, über der Küche eine Digitaluhr, einundzwanzig Uhr dreiunddreissig.
Meine Jeans liegt auf dem Sofa, ich ziehe sie an, trinke ein Glas Wasser öffne die Tür, leise schliesse ich sie, ich laufe, ich laufe, so schnell ich kann, ich renne die Strasse hinunter. Die Menschen strömen an mir vorbei und wenn ich nach oben sehe, kann ich zwischen ihren Köpfen den Himmel sehen.
Ich bin allein.