Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03427.jsonl.gz/2751

Anfangs des 20. Jahrhunderts baute Laura Bürgi-Heusser (1875–1964) in Unterägeri ein eigenes Fotostudio auf. Nach der Scheidung von ihrem Ehemann Vitus Reinhold Bürgi (1872–1933) musste die Mutter dreier Söhne selbst für den Unterhalt ihrer Familie sorgen. Zuvor im Kanton Zürich wohnhaft, entschied sie sich aufgrund der gesundheitlichen Probleme ihres jüngsten Sohnes fürs Ägerital mit seinen klimatisch günstigen Bedingungen.
Schnell fasste Laura Bürgi als Fotografin in Unterägeri Fuss–keine Selbstverständlichkeit für eine Frau zu dieser Zeit. So machte sie sich nicht nur als Portraitfotografin einen Namen, sondern war auch oft in der näheren Umgebung mit der Kamera unterwegs. Viele der Fotografien verarbeitete sie anschliessend zu Ansichtskarten weiter und prägte damit die bildliche Überlieferung des Ägeritals massgeblich mit. Später stiegen die Söhne ebenfalls ins Geschäft ein und gründeten teils eigene Fotoateliers.
Während Objekte aus dem ehemaligen Fotoatelier Bürgi ins Museum Burg Zug gelangten, wird der umfangreiche fotografische Nachlass im Staatsarchiv Zug aufbewahrt. Nebst Personen und Landschaften sind darin Aufnahmen von Ereignissen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten des Ägeritals aus dem Zeitraum von ca. 1902 bis zum Tod von Laura Bürgi 1964 zu finden. Zu den Trouvaillen zählen etwa Fotografien vom Flugtag 1920 in Unterägeri, von der Seegfrörni 1929 oder dem Umzug der Schuljugend ins neue Schulhaus Acher 1958.