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Seit die Menschen sesshaft sind, also immer am gleichen Ort wohnen, stellt sich ihnen die Frage: Wohin mit unserem Abfall? Bei den Pfahlbauern bestand dieser Abfall hauptsächlich aus Kot, Urin und Essensresten. Diesen Abfall wurden sie los, indem sie ihn einfach durch Ritzen oder Falltüren im Boden ins Wasser fallen liessen oder ihn einfach vor ihr Haus stellten. Aber mit der Zeit fing das ziemlich an zu stinken und die Pfahlbauer mussten nach einer gewissen Zeit wegziehen.
Im römischen Reich galt grundsätzlich, dass jeder selbst für die Entsorgung seines Abfalls zuständig war. Dies führte dazu, dass die Menschen ihren Müll in die Kanalisation oder auf die Strasse warfen. Es war sogar ziemlich verbreitet, die Speiseabfälle einfach im Haus auf dem Boden liegenzulassen. Es ist denkbar, dass die Herdasche, die ebenfalls auf dem Hausboden verstreut wurde, den Gestank der alten Essensreste überdecken sollte.
Sein Geschäft erledigte man damals in Latrinen oder - wenn keine Latrine zur Verfügung stand - auf der Strasse. Man kann sich also gut vorstellen, wie schmutzig und übelriechend es in den römischen Gassen war. Die dreckigen Strassen und Gewässer führten dazu, dass sich Krankheiten und Ungeziefer (z.B. Läuse) schnell verbreiteten.
Im Mittelalter waren die hygienischen Zustände nicht viel besser: Schmutzwasser (vom Wäschewaschen, den Gerbern und Färbern uvm.) und Fleischabfälle wurden meist einfach in das nächste Gewässer geschüttet, was dieses stark verunreinigte. In den Städten lagen Kot und Urin auf der Strasse, was ziemlich schlecht roch, und Tiere (vor allem Schweine), die auf der Strasse herumliefen, verschlimmerten dies nur noch.
So verbreiteten sich Krankheiten viel schneller, was man dann mit Gesetzen und Regelungen zu ändern versuchte. Oftmals blieb die Entsorgung vom Abfall in der Verantwortung der Person, die ihn verursacht hatte, aber es gab Verordnungen, die genau vorschrieben, wie man das machen musste.
Um 1900 wurde immer deutlicher, dass man mehr Sauberkeit auf den Strassen braucht, um Epidemien zu verhindern. So begann man, den Güsel auf den Strassen mit Müllwagen einzusammeln und ihn auf Deponien zu lagern. Diese hatten jedoch nicht unbegrenzt Platz und rochen auch ziemlich schlecht, sodass man dann auf die Verbrennung von Abfall umstieg.
Die Wirtschaft wuchs und der Wohlstand nahm zu. Dadurch fingen immer mehr Menschen an, Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchten, und die Müllmenge nahm noch weiter stark zu.
Heute produzieren wir so viel Abfall wie noch nie. Der Haushaltsmüll wird in Plastiksäcke mit Abfallmarken verpackt und regelmässig abgeholt. Danach wird er in der Kehrichtverwertungsanlage verbrannt (aber dazu später mehr). Ausserdem wird der Müll in verschiedene Gruppen aufgetrennt und davon werden gewisse separat entsorgt (Recycling).