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Bereits die alten Griechen wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Auch im Mittelalter war das die vorherrschende Lehrmeinung im christlichen Abendland. Die Behauptung, dass die Menschen im mittelalterlichen Abendland geglaubt hätten, dass die Erde eine Scheibe sei, beruht auf einem modernen Irrglauben.
Bereits der griechische Philosoph Aristoteles überzeugte mit logischen Argumenten weshalb die Erde eine Kugel sein muss. Der griechische Mathematiker Aristarchos von Samos gelangte zudem bereits über ein Jahrtausend vor Nikolaus Kopernikus zur Ansicht, dass sich die Erde um die Sonne bewegt. Er war einer der ersten griechischen Vertreter des heliozentrischen Weltbilds. Der 1473 geborene Kopernikus hat sich mit den Schriften von Aristarchos von Samos auseinandergesetzt und gelangte anschliessend zur selben Erkenntnis.
Den Gelehrten des Mittelalters waren die Schriften von Aristoteles und weiterer bedeutender antiker Gelehrter bekannt. Auch die Werke des römischen Gelehrten Martianus Capella aus dem 5. Jahrhundert wurden im mittelalterlichen Europa noch lange studiert. In seiner Geografia legte er dar, dass die Erde weder flach noch konkav sondern rund und kugelförmig sei.
In einer um 1190 verfassten Schrift namens Lucidarius wurde die Form der Erde als Kugelförmig beschrieben. Im Buch Sidrach aus dem 13. Jahrhundert wird die Erde mit einem Apfel verglichen. In der Mainauer Naturlehre, einem um 1300 verfassten Werk, wird die Erde ebenfalls als Kugelförmig beschrieben.
Dass die Menschen im Mittelalter glaubten die Erde sei eine Scheibe, ist ein Irrglauben, der wahrscheinlich im 19. Jahrhundert in die Welt gesetzt wurde.