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Im Ringen um das Präsidentenamt in Tunesien treten am (heutigen) Sonntag zwei politische Aussenseiter in einer Stichwahl gegeneinander an. Der Ausgang ist völlig offen.
Rund 7,2 Millionen registrierte Wähler sind am Sonntag dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wann das Wahlergebnis feststeht, ist unklar.
Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in dem nordafrikanischen Land waren die etablierten Parteien abgestraft worden. Nun treten der konservative Juraprofessor und Verfassungsrechtler Kais Saied und der umstrittene Medienmogul Nabil Karoui gegeneinander an. Karoui sass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Korruption in Untersuchungshaft, kam nach einer Beschwerde gegen die Haft aber vor wenigen Tagen auf freien Fuss.
Saïed hatte im ersten Wahlgang Mitte September 18,4 Prozent der Stimmen geholt, Karoui kam auf 15,6 Prozent. Seine neugegründete Partei Qalb Tounes landete in der Parlamentswahl vor einer Woche auf Platz zwei. Ob er sich gegen Saïed durchsetzen kann, gilt jedoch als völlig offen.
Tunesien hatte nach dem sogenannten Arabischen Frühling 2011 tiefgreifende demokratische Reformen eingeleitet. Das Land kämpft aber mit grossen wirtschaftlichen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist gross.
Bei der ersten Runde der Wahl gaben nur 45 Prozent der registrierten Wähler ihre Stimme ab. Bei der Parlamentswahl am vergangenen Sonntag gingen die moderaten Islamisten der Ennahda-Partei erneut als stärkste Kraft hervor.