Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/2829

Möglicher Durchbruch im Kampf gegen Wurmerkrankungen
Über eine Milliarde Menschen leiden an vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) - eine grosse Zahl davon an einer Wurmerkrankung. Nun haben Forscher eine neue medikamentöse Behandlung angekündigt, die den Kampf gegen diese tückischen Krankheiten entscheidend voranbringen könnte.
Die Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten ist lang. Neben bakteriellen Infektionen wie Lepra, viralen Erkrankungen wie Tollwut und weiteren Krankheiten wie Krätze gehören auch verschiedene Wurmerkrankungen zur Gruppe der NTDs. Zwei davon sind die Flussblindheit und die Elephantiasis, die schwere Behinderungen verursachen können und mehr als 157 Millionen Menschen weltweit betreffen.
Die Flussblindheit verursacht schmerzhaften Juckreiz, bei einigen Infizierten entwickeln sich Augenläsionen, die zu einer dauerhaften Erblindung führen können. Die Elephantiasis äussert sich in einer extremen Vergrösserung von Körperteilen, ausgelöst durch einen Lymphstau. Beide Erkrankungen werden durch Würmer verursacht, die in verschiedenen Phasen ihres Lebenszyklus auf symbiotische Wolbachia-Bakterien angewiesen sind. Eine tägliche Antibiotika-Behandlung, die Wolbachia-Bakterien abtötet, dauert aber vier bis sechs Wochen.
Kürzere Behandlung möglich
In einer kürzlich veröffentlichen Arbeit schreiben Forscher der Universität Liverpool nun, dass das Gleiche mit einem neuen Antibiotikum in sieben Tagen erreicht werden könnte. Momentan ist die Wirksamkeit zwar noch auf Tierversuche beschränkt, eine Anwendung beim Menschen hätte auf den Kampf gegen Wurmerkrankungen aber enorme Auswirkungen. Denn das Produkt könnte auch oral eingenommen werden, wie die Wissenschaftsplattform IFlScience schreibt.
Die Verabreichung durch Pillen anstatt Spritzen und eine kürzere Behandlungszeit sind wichtige Komponenten für die Bekämpfung von NTDs. Denn diese Krankheiten treten vor allem dort auf, wo es an medizinischer Versorgung, sanitären Einrichtungen und sauberem Trinkwasser mangelt. Also genau an den Orten, wo FAIRMED tätig ist, um den Ärmsten der Welt ein gesünderes Leben zu ermöglichen.