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Raumplanung in der Schweiz
Raumplanung
Raumplanung ist eine Sammelbezeichnung für alle planerischen Massnahmen, die zu einer geordneten Entwicklung des Raums beitragen sollen. Der Grundauftrag der Raumplanung besteht darin, die gegensätzlichen Ansprüche an den Lebensraum so aufeinander abzustimmen, dass der knappe Boden haushälterisch genutzt wird. Der Anspruch der haushälterischen Nutzung trägt der Einsicht Rechnung, dass in der dicht besiedelten Schweiz jeder Verbrauch des beschränkten Lebensraums sorgfältig bedacht werden sollte, um sich zukünftige Bedürfnisse nicht zu verbauen.
Raumentwicklung
Die Raumplanung in der Schweiz entwickelte sich zu Beginn der 1970er-Jahre aus dem Bodennutzungskonflikt, mit dem Ziel, die ausufernde Zersiedelung der Landschaft einzudämmen. Mittlerweile haben sich die Akzente verschoben hin zu einem gesamtheitlichen Bestreben nach nachhaltiger Raumentwicklung. Dabei werden in raumplanerischen Entscheidungen vermehrt wirtschaftliche, ökologische und soziale Überlegungen miteinbezogen, um die Raumplanung verantwortungsvoller für die Zukunft zu machen. Durch technischen Fortschritt und Steigerung des Wohlstands in den Nachkriegsjahren wurden das Einfamilienhaus und ein eigenes Auto für viele erschwinglich. Bauern konnten ihr Land, das in Bauland umgewandelt wurde, für teures Geld verkaufen. Die Siedlungen wuchsen immer stärker in die Landschaft hinein. Die Landschaft geriet unter Druck. Dies zeigte sich besonders stark in den Jahren der Hochkonjunktur. Seit 1972 sind in der Schweiz pro Jahr 2 900 ha Land für Siedlungserweiterungen und das Verkehrsnetz verbraucht worden. Dies entspricht fast 1 Quadratmeter pro Sekunde, tagein, tagaus, Jahr für Jahr!
Zersiedelung
Die unkoordinierte Bautätigkeit der 1960er- und 1970er-Jahre führte zu einer Zersiedelung der Landschaft. Neben der Verunstaltung verursachte diese ziellose Bebauung auch hohe Erschliessungskosten. So mussten die Gemeinden in die entlegensten Gebiete Strassen bauen und Leitungen für die Ver- und Entsorgung legen. So durfte es nicht weitergehen, Stimmen wurden laut, die eine Planung der Raumnutzung forderten.
(Auszug nach: Wirtschaft, Umwelt und Raum (2014), Compendio Bildungsmedien, Zürich. ISBN: 978-3-7155-9941-0)
Gesetzliche Grundlagen
Um den haushälterischen Umgang mit dem Boden zu gewährleisten, wurde 1979 das Bundesgesetz zur Raumplanung (RPG) geschaffen. Der 1969 in der Bundesverfassung aufegnommene Artikel 75 liefert hierfür den Auftrag. Das Raumplanungsgesetz wurde seit 1979 mehrmals angepasst. Die letzte grössere Revision wurde im Jahre 2013 definitiv eingeführt.