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4-Meter-Korridor
Im europäischen Güterverkehr werden immer mehr Waren von Sattelschleppern mit Sattelaufliegern von 4 Metern Eckhöhe transportiert. Diese Fahrzeuge können pro Fahrt mehr Güter befördern als die herkömmlichen, weniger hohen Sattelauflieger. Ihr Anteil am Verkehrsaufkommen wächst deshalb stetig. Sattelauflieger mit 4 Metern Eckhöhe können bereits heute auf die Bahn verladen und im kombinierten Verkehr über die Lötschberg-Achse transportiert werden. Auf der Gotthard-Achse sind zwar die neuen Basistunnel am Gotthard und Ceneri bereits 4-Meter-tauglich, nicht jedoch verschiedene Tunnel, Perrondächer und Anlagen auf den Zufahrtsstrecken.
Das Parlament hiess deshalb 2013 auf Antrag des Bundesrats den Bau des 4-Meter-Korridors auf der Gotthardachse gut und sprach hierfür einen Kredit von 990 Millionen Franken. Der Bundesrat rechnet damit, dass die Verlagerungswirkung der beiden NEAT-Achsen Lötschberg und Gotthard durch den 4-Meter-Korridor am Gotthard wesentlich verstärkt werden kann. Der 4-Meter-Korridor soll parallel zur NEAT bis Ende 2020 fertiggestellt werden.
Dazu sind im Wesentlichen auf den Zufahrtsstrecken zum Gotthard- und Ceneri-Basistunnel rund zwanzig Tunnelobjekte mit ungenügenden Profilverhältnissen anzupassen und «Profilhindernisse» auf der offenen Strecke, wie Signalanlagen, Perrondächer und Fahrstromanlagen usw., zu beseitigen. Die grösste Einzelmassnahme ist der Neubau des Bözbergtunnels. Damit der 4-Meter-Korridor seine volle Wirkung erzielen kann, müssen die Sattelauflieger auf der Bahn auch jenseits der Schweizer Grenze bis zu den Terminals westlich und östlich von Mailand transportiert werden können. Hierzu sind bis Ende 2020 auch Ausbauten in Italien erforderlich. Die Ausbauten auf der italienischen Luino-Linie werden, weil sie stark im schweizerischen Interesse liegen, durch die Schweiz finanziert. Die Ausbauten auf der Strecke zwischen Chiasso und Mailand bezahlt Italien selber.