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Schon bald Schluss mit Sushi?
Als Sushi oder Sashimi gilt der Blauflossen-Thunfisch in Japan als Delikatesse. Kein Wunder also, dass 80 Prozent der weltweiten Fänge auf japanischen Tellern landen. Doch jetzt machen sich europäische Staaten für ein Handelsverbot der überfischten Art stark.
Monaco lanciert Vorschlag
Monaco will den Blauflossen-Thunfisch beim nächsten Treffen der Unterzeichner-Staaten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens, das im März 2010 in Doha stattfindet, auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten setzen. Dies würde bedeuten, dass der Handel mit Blauflossen-Thunfisch fast gänzlich verboten würde.
Prinz Albert von Monaco hat in denjenigen Ländern Unterstützung für seinen Vorschlag gesucht, durch deren Wasser der Blauflossen-Thunfisch schwimmt. Nach den Niederlanden haben jetzt auch Deutschland, Frankreich und England angekündigt, den Vorschlag mitzutragen. Um die Vorlage durchzubringen, ist allerdings eine Zwei-Drittelmehrheit notwendig.
Wenn die Vorlage angenommen werden sollte, könnte Japan nur noch die in seiner ausschliesslichen Wirtschaftszone von 200 Seemeilen gefangenen Thunfische verzehren. Die knapp 40 Prozent des Gesamtkonsums, die heute vor allem im Mittelmeer und im Atlantik gefangen und anschliessend nach Japan importiert werden, würden wegfallen; mit entsprechenden Auswirkungen auf die heute schon hohen Preise für Thunfisch.
Widerstand erwartet
Man erwartet deshalb, dass Japan die Vorlage bekämpfen wird, indem es eine angemessene wissenschaftliche Grundlage für die Massnahme in Abrede stellt, berichtet die Yomiuri Shimbun. Doch auch von Seiten der französischen und italienischen Thunfisch-Fischer, welche mit Japan gute Geschäfte machen, ist laut der Japan Times mit Widerstand zu rechnen.
Hinter Monacos Vorschlag stehen verschiedene Umweltschutz-Organisationen, laut deren Aussagen der Blauflossen-Thunfisch schon länger vom Aussterben bedroht ist, weil die Bestände überfischt werden und die regionalen Fangquoten nicht eingehalten werden. Ihrer Ansicht nach würde durch ein vorübergehendes Handelsverbot ein Grossteil der Nachfrage aus Japan wegfallen und die Bestände könnten sich wieder erholen.
Unabhängig von den europäischen Staaten prüfen derzeit auch die USA, ob der Blauflossen-Thunfisch unter Schutz gestellt werden soll. Derzeit wird dazu gerade die Meinung der Bevölkerung eingeholt.
Der Blauflossen-Thunfisch ist nicht die einzige Art, deren Fang eingeschränkt werden soll, auch bezüglich des Gelbflossen-Thunfischs und des Grossaugen-Thunfischs gibt es international, sprich ausserhalb Japans, immer stärkere Bestrebungen nach mehr Schutzmassnahmen.
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