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In der Dauerreihe «Das erste Jahrhundert des Films» zeigen wir im Lauf von zehn Jahren rund 500 wegweisende Werke der Filmgeschichte. Die Auswahl jedes Programmblocks ist nach Jahrgängen gruppiert, woraus sich schliesslich 100 Momentaufnahmen des Weltkinos von 1900 bis 1999 ergeben. Referenzzahl ist jeweils der aktuelle Jahrgang, d.h. im Jahr 2014 sind Filme von 1914, 1924, 1934 usw. zu sehen, im Jahr 2015 dann Filme von 1915, 1925, 1935 usw.
Unvergleichlich verloren stolpert Harry Dean Stanton in Paris, Texas durch die texanische Wüste – mit diesem berührenden Roadmovie resümierte Wim Wenders seine Erfahrungen mit dem amerikanischen Traum und schuf einen archetypischen Film der achtziger Jahre. Ein etwas anderes Roadmovie drehte Jim Jarmusch: Mit seinem lakonischen Stranger Than Paradise, eine Parodie auf den amerikanischen Traum, avancierte Jarmusch zu einer Ikone des US-Independent-Kinos. Einer der grossen Kassenschlager des ganzen Jahrzehnts war Miloš Formans fiktive Filmbiografie Amadeus, während das Fantasy-Abenteuer Ghostbusters als eine der erfolgreichsten Komödien selbst ein Stück der achtziger Jahre wurde. In der Sowjetunion drehte Alexej German am Vorabend der Perestrojka Mein Freund Iwan Lapschin, der sogleich verboten, später aber zu einem Kultfilm der Kunstszene wurde. Daniel Schmid liess derweil in Il bacio di Tosca längst vergessene Sängerinnen, Musiker und Komponisten nochmals aufleben – eine betörende Liebeserklärung an die Künstler und an die Oper.
Tanja Hanhart