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Die Schweiz unterstützt Armenien mit technischer Zusammenarbeit und bemüht sich, einen Beitrag zur Bewältigung der regionalen Konflikte im Südkaukasus zu leisten.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Armenien
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz hat in den Verhandlungen zwischen Armenien und der Türkei über eine Normalisierung ihrer bilateralen Beziehungen als Vermittlerin gewirkt. Diese Vermittlung, die mit der Unterzeichnung der Zürcher Protokolle am 10. Oktober 2009 ihren Abschluss fand, hat zur Intensivierung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Armenien beigetragen, obwohl sie schliesslich weder von der Türkei noch von Armenien ratifiziert wurden.
Armenien und die Schweiz haben in vielen Bereichen bilaterale Abkommen abgeschlossen. 2016 trat ein Abkommen über Visaerleichterungen in Kraft.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Schweiz ist der zweitgrösste Importeur von armenischen Erzeugnissen (nach Russland) und der elftgrösste Exporteur nach Armenien. Die Schweiz exportiert vor allem pharmazeutische Erzeugnisse sowie Maschinen und importiert Produkte der Uhrenindustrie und Textilien. Edelmetalle sind zudem ein wichtiger Teil der Ein- und Ausfuhren in beiden Richtungen. Die «Handelskammer Schweiz-Armenien» mit Sitz in Baar sowie die «Armenia-Switzerland Business Association» in Armenien wurden 2017 bzw. 2012 gegründet.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Armenien können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Von 1971 bis 2020 erhielten 20 armenische Stipendiaten ein Bundes-Exzellenz-Stipendium.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Das Vermittlungsmandat der Schweiz zwischen Armenien und der Türkei endete formell mit der Unterzeichnung der Zürcher Protokolle am 10. Oktober 2009. Obwohl die Protokolle nie ratifiziert wurden, bemüht sich die Schweiz weiterhin, zu einer Annäherung zwischen den beiden Ländern beizutragen.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Schwerpunkte für die Programme im Rahmen der Schweizer Kooperationsstrategie Südkaukasus 2017-2020 (Armenien, Aserbaidschan, Georgien) liegen in den Bereichen Friedensförderung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Das Budget für die Strategie beträgt für alle drei Länder insgesamt 75 Millionen CHF.
Die Schweiz unterstützt die armenische Regierung in ihren territorialen und administrativen Reformplänen bei der Zusammenlegung von Gemeinden.
Die Schweiz unterstützt zudem Bauern in Südarmenien dabei, ihren Marktzugang zu verbessern. Es sollen bessere und nachhaltige Beschäftigungsmöglichkeiten in ländlichen Gebieten entstehen
Kulturaustausch
Die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich in den letzten Jahren merklich intensiviert. Zahlreiche Veranstaltungen werden im Rahmen der «Settimana della lingua italiana», der Frankophonie-Woche und der Tage der deutschen Sprache organisiert.
Schweizerinnen und Schweizer in Armenien
Ende 2019 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 28 Schweizerinnen und Schweizer in Armenien.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Bereits nach dem verheerenden Erdbeben von 1988 hatte die Schweiz im damals sowjetischen Armenien humanitäre Hilfe geleistet.
Die Schweiz hat Armenien am 23. Dezember 1991 als unabhängigen Staat anerkannt. Seit dem 30. April 1992 pflegen die beiden Länder diplomatische Beziehungen. 2002 erfolgte die Akkreditierung des armenischen Botschafters in der Schweiz.
2011 eröffnete die Schweiz eine Botschaft in Jerewan. Bis dahin verfügte der Schweizer Botschafter in Tiflis über eine Seitenakkreditierung für Armenien.
Die Präsenz von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in Armenien ist nach wie vor gering. Die armenische Diaspora in der Schweiz ist hingegen relativ gross: Zwischen 4000 und 6000 Personen mit armenischen Wurzeln leben in der Schweiz.