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Philippe de Champaigne - Engel beweinen den Leichnam Christi, 17. Jh.
Öl auf Leinwand
142 x 193 cm
In monumentaler Grösse malt der französische Hofmaler Philippe de Champaigne (*26.5.1602 Brüssel -12.8.1674 Paris) Heinrichs des IV. die Beweinung Christi nach der Abnahme seines Leichnams vom Kreuz. Champaigne malt zwei Putti, beflügelte Knabenfiguren, und einen weiblichen Engel, der andächtig in den Himmel blickt. Die Figuren beweinen den malträtierten, lediglich von einem Lendentuch bedeckten, Leichnam Christi. Der Künstler bedient sich der Wirkung von Licht und Schatten, um die Körper deutlicher zu modellieren und der Szene eine ausdrucksvolle Stimmung zu verleihen. Dieser Bildtypus stellt besonders in der barocken Malerei ein beliebtes Motiv dar. Allerdings wird der Leichnam meist von Maria in den Armen gehalten und nicht wie bei de Champaignes Werk von einem Engel. Das blaue Gewand des Engels könnte aber einen Verweis auf die Mutter Gottes sein, denn die Farbe Blau galt in der Kunst schon immer als eine der wertvollsten Farben und wurde vermehrt verwendet, um Marias Gewand zu färben. Die Kostbarkeit der Farbe kann auf die Schwierigkeit, den Blauton herzustellen, zurückgeführt werden. Die aufwendige Produktion machte die Farbe zu einem edlen Gut machte.
Farbsymbolisch findet die Farbe Blau ihren Ursprung im Alten und im Neuen Testament, wo sie als Farbe des Himmels aber auch die des Wassers assoziiert wird. Somit verbindet sie das Göttliche mit dem Irdischen und wirkt somit als Mittler zwischen Gott und Mensch. Diese Funktion haben auch die Engel. Als Himmelswesen werden sie auf die Erde geschickt, um den Menschen die göttliche Kraft zu vermitteln. Auch die Farbe Gold, welche in de Champaignes Werk bei der im Vordergrund liegenden Schüssel zum Vorschein kommt, hat eine tiefere Bedeutung. Gold galt als die Farbe des Göttlichen und symbolisiert dessen Herrlichkeit. Diese beiden von symbolischer Bedeutung geprägten Farbgebungen verstärken die Christologie, die de Champaigne mit seinem Werk zum Ausdruck bringen möchte.