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Projekt © sabarchitekten
Gesamtanlage:
Das Greyerzerland liegt im französisch sprechenden Teil des Kantons Freiburg. Die sanfte Topographie des Gebietes kontrastiert hier mit der imposanten Fernwirkung der Alpen. Die idyllisch, in ihrer Längsrichtung Nord-Süd orientierte Parzelle liegt am Rande des Dorfes La Tour-de-Trême an der Grenze zu weiten Agrarflächen.
Die im Programm geforderten Funktionen – eine regionale Schule mit vierzig Klassenzimmern, ein Theatersaal für 800 Personen, ein Schulrestaurant, sowie eine Dreifachsporthalle – sind auf drei eigenständige Körper aufgeteilt. Eine präzise zueinander gestellte Konstellation von unterschiedlich gearteten Baukörpern konzentriert sich auf der Parzelle zu einer offenen Figur. Zwischen den Volumen entsteht ein T-förmiger Aussenraum, der das eigentliche Herzstück der Anlage bildet. Dieser Raum ist Pausenbereich und Verbindung zwischen den Gebäuden sowie den Verkehrspunkten im Norden und Süden der Parzelle.
Durch das gegenseitige Ausdrehen der Körper werden die Hof- und Wegräume ausgerichtet und dynamisiert. Ausschlaggebend für die geometrischen Bezüge ist der abstrakte Bezug zur Aussicht. Dimension und volumetrische Ausprägung integrieren die Gebäude in die Landschaft. Ihr Charakter oszilliert zwischen einer dem ruralen Kontext verpflichteten Architektur und einer der Weite der Landschaft angemessenen Grösse und Massstabslosigkeit.
Alle Baukörper sind in eingefärbtem Sichtbeton ausgeführt. Durch das Sandstrahlen der Oberfläche wird der beigefügte gebrochene Kies aus Jurakalk freigelegt. Die rohe Oberfläche kontrastiert mit den grossen, fein detaillierten Fenstern aus Aluminium mit verschieden reflektierendem Glas.
Schulgebäude:
Der langestreckte, leicht verzogene dreigeschossige Baukörper der Schule entwickelt sich entlang der westlichen Parzellengrenze und wird zu einer Art Abschluss der Siedlungsstruktur zu der offenen Landschaft. Entlang eines zentralen Erschliessungskorridors sind die Schulzimmer angelegt; in den Kopfbereichen befinden sich die Spezialzimmer. Drei grosszügige an die offenen, vertikalen Erschliessungsbereiche angegliederte Aufenthaltsräume belichten die Gangzone wechselseitig und schaffen Bezüge zum Aussenraum. Die einfache und effiziente Typologie wird durch die Brechungen der Geometrie des Baukörpers subtil modifiziert und dynamisiert.
Im Erdgeschoss liegt die grosse flache Eingangshalle, die sich über eine grosszügige Verglasung gegen den zentralen Aussenbereich öffnet. Die Klassenzimmer sind ohne Wandtafel, nur mit Beamer ausgestattett und werden durch die grossen, dreigeteilten Schiebefenster bestimmt. Eine mit dem Fenster verbundene durchlaufende Fensterbank kann als zusätzlicher Arbeitsort genutzt werden.
Die monolithisch wirkende Betonfassade wird von den regelmässigen, grossen, unterschiedlich verspiegelten Fenstern bestimmt, die dem Körper einen eigenen porösen und massstabslosen Charakter geben. Die feinen Knickungen und das freischwebende Vordach machen aus dem massiven Volumen einen eleganten Körper, der nie in seiner ganzen Dimension wahrnehmbar ist.
Theater / Restaurant:
Im Südosten, in leicht vorgeschobener Position befindet sich ein geschlossen wirkendes Volumen mit expressiver Dachform. Es handelt sich dabei um einen Theatersaal, der zusammen mit einer Mensa für die Schüler das Angebot der Schulanlage ergänzt und erweitert. Das komplexe Gebäude umfasst einen komplett ausgestatteten Theatersaal für 700 Personen, entsprechende Technikräume wie Bühnenturm, Orchestergraben, Künstlergarderoben etc, sowie ein Restaurant, das sowohl für den Schulbetrieb, wie auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.
Im Innern ist das Gebäude klar und rationell organisiert. Foyer und Restaurant entwickeln sich L-förmig um den Theatersaal. Die aus der Saalgeometrie abgeleiteten geometrischen Knickungen bestimmen den zweigeschossigen vertikalen Raum, der sich im Süden auf ein grosses Panoramafenster verengt; gegen Westen und Norden schafft ein öffenbares Glasband den Bezug zum zentralen Aussenraum.
Der Saal wird seitlich erschlossen und treppt sich zur Bühne herab, innenliegende Treppen führen auf den Balkon. Der Innenraum wird bestimmt durch die nach akustischen Gesichtspunkten modulierten Brettholzelemente, die dem Saal eine spezifische Identität verschaffen. Von Aussen schafft der seitlich freigestellte Bühnenturm ein Gegengewicht zum Schulhauskörper und betont gleichzeitig den öffentlichen Anspruch der Anlage, die das Turmthema von ‘La Tour-de-Trême’ aufnimmt.
Sporthalle:
Im Nordosten des Areals fügt sich sich die Turnhalle in die Geländetopographie zwischen Fussballfeld und Pausenhof ein. Der Gebäudekörper ist zurückhaltend ausformuliert, nur der Eingangsbereich wird duch eine volumetrische Geste herausgehoben. Die abgesenkte Dreifachhalle befindet sich auf dem unteren Niveau und wird über eine nordorientierte Verglasung, sowie über eine Serie exzentrisch liegender Oblichter belichtet. Ein erdgeschossiger Balkonbereich dient als Zuschauertribüne. Der Innenraum des Saales wird duch die eng gestellten Betonrahmen bestimmt. Sie rythmisieren den Saal und kontrastieren mit der Filigranität der strukturierten Decke aus unbehandelten Brettholzstapeln. Die intensive Farbigkeit von Boden und Wandverkleidung spielt mit den aus dem Sportbereich bekannten intensiven Farbassoziationen.
Im oberen Geschoss befinden sich diverse Technikräume, sowie die Abwartswohnung.
Aussengarderoben sowie eine zentrale Holzschnitzelheizung, die über eine umlaufende Gitterkonstruktion mit dem Hauptvolumen verbunden sind, ergänzen das Gebäude und stellen den Bezug zu den verschiedenen Aussensportbereichen her.