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Wie man clever im Ausland investiert
Ich möchte in vier bis fünf ausländische Konzerne investieren, etwa in LVMH, SAP, Microsoft und Procter & Gamble. Ich bin mir nicht sicher, ob ich LVMH in Paris in Euro oder in Zürich in Franken kaufen soll. Dieselbe Frage stellt sich bei Microsoft: New York in Dollar oder Zürich in Franken? Was macht Ihrer Meinung nach mehr Sinn und was sind die Vor- und Nachteile? C.B.
Aktien sollte man möglichst dort handeln, wo sie erstkotiert sind und am meisten gehandelt werden – also dort, wo ihr Haupthandelsplatz ist. Im Falle von LVMH ist das Paris beziehungsweise die europäische Börse Euronext, bei SAP Frankfurt und bei Microsoft und Procter&Gamble ist das die US-Börse.
Als Aktionär müssen Sie ein Interesse an einer möglichst intensiven Handelstätigkeit in den von Ihnen gehaltenen Papieren haben. Das ist in der Regel am Haupthandelsplatz einer Börsenfirma gegeben. Am Haupthandelsplatz gibt es in den entsprechenden Papieren mehr Liquidität. Mehr Liquidität bedeutet, dass in diesen Aktien die Handelsspanne verringert wird, was den Handel für die Investoren attraktiver macht.
Dazu kommt ein anderer Aspekt: Seit letztem Sommer dürfen Schweizer Aktien im EU-Ausland offiziell nicht mehr gehandelt werden. Nach Inkrafttreten des vom Bundesrat erlassenen Schutzmechanismus im Streit mit der EU wurde das Handelsverbot umgesetzt. Weil die Schweiz nicht Hand bot zum EU-Rahmenvertrag, den die EU der Schweiz faktisch aufzwingen wollte, hatte die EU der Schweiz die Börsenäquivalenz nicht mehr zugestanden. Der Bundesrat musste sich wehren. Handelsplätzen mit Sitz in der EU ist es seit dem 1. Juli 2019 untersagt, den Handel mit bestimmten Beteiligungspapieren von Gesellschaften mit Sitz in der Schweiz anzubieten oder diesen Handel zu ermöglichen.
Wenn Sie lediglich vier bis fünf ausländische Einzelaktien kaufen, gehen Sie ein hohes Klumpenrisiko ein.
Auf das Geschäft der Schweizer Börse SIX hatte das eine positive Wirkung. Die Schutzmassnahmen des Bundesrats, das Verbot des Handels mit Schweizer Aktien im Ausland, haben ihr Handelsvolumen deutlich gesteigert. Auch inländische Investoren in Schweizer Aktien haben vom Ende der EU-Anerkennung profitiert. Denn die erhöhte Liquidität an der Schweizer Börse SIX hat die Handelsspanne verengt. Gleichzeitig hatte die Schweizer Börse das Segment für ausländische Aktien suspendiert.
Konkret hatte sie alle Aktien im Handelssegment «Sponsored Foreign Shares» vom Handel suspendiert und die Sponsoren von ihren Verpflichtungen befreit. Dieses Segment ermöglicht es Handelsteilnehmern, Aktien ausländischer Unternehmen über die SIX zu handeln und Abschlüsse ausserhalb des Auftragsbuchs in ausländischen Aktien an die SIX zu rapportieren. Sponsoren sind Handelsteilnehmer des Segments.
Doch auch unabhängig davon ist die Zweitkotierung bei den Börsenfirmen immer unbeliebter. Immer mehr Firmen verzichten aus Kostengründen darauf. So hat sich etwa der französische Lebensmittelriese Danone von der Schweizer Börse zurückgezogen. Auch erreichen zweitkotierte ausländische Gesellschaften in der Regel nur eine geringe Liquidität und teilweise ist die Handelsspanne wenig attraktiv.
Auch ein anderer Aspekt gilt es zu bedenken: Wenn Sie lediglich vier bis fünf ausländische Einzelaktien kaufen, gehen Sie ein hohes Klumpenrisiko ein. Besser wäre aus meiner Sicht, wenn Sie für ausländische Aktien einen Anlagefonds oder einen an der Börse kotierten Exchange Traded Fund ETF nutzen, der zum Beispiel an den EuroStoxx50-Index für Europa und den S&P 500-Index für den US-Aktienmarkt gekoppelt ist.
So erreichen Sie eine weit bessere Diversifikation und können mit geringen Gebühren jeweils den gesamten europäischen und amerikanischen Markt abdecken, was eher erfolgsversprechend ist.