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Das Dufour-Schulhaus / L' école Dufour 1888-1891
Robert Lanz (1864-1931) Künstler, Zeichenlehrer, Sänger
Lehrer am Progymnasium Biel von 1889 bis 1898
Fächer: Zeichnen
Robert Lanz wurde in Niederbütschel, wo sein Vater Lehrer war, als das dritte von vier Kindern am 24. August 1864 geboren. Wenige Jahre nachher siedelte die Familie nach Biel über, wo Lanz seine Jugendjahre verbrachte. Nach vollendeter Schulzeit im Progymnasium Biel trat er ins Staatsseminar Hofwil ein und wurde sogleich in eine höhere Klasse aufgenommen. Mit der 45. Promotion bestand er im Herbst 1883 die Patentprüfung und wurde bald darauf als Lehrer an die Primarschule in Biel gewählt, an der er von 1884 bis 1889 wirkte. Begabung und Neigung führten ihn schon frühe der Zeichen- und Malkunst zu; er besuchte neben seiner Lehrtätigkeiten die Kunstschule und Hochschule in Bern und erwarb 1887 das Zeichenlehrerdiplom.[1]
1887 erhielt er von der Kunstschule Bern, anlässlich eines Wettbewerbs für Entwürfe kunstgewerblicher Gegenstände, für den Entwurf einer geschnitzten Wanduhr den ersten Preis.
Von 1887 bis 1889 war er Schüler der Kunstgewerbeschule am Technikum Biel. An deren Ausstellungen 1888 in Biel fiel dem Berichterstatter vom Tagblatt der Stadt Biel besonders die nach Fotografien entstandenen Kohlen-Zeichnungen des Schülers Robert Lanz auf. Dann arbeitete er als Nachfolger von Häuselmann von 1889 bis 1898 als Zeichenlehrer am Progymnasium Biel. Als in Biel 1891 die erste Kunst- und Kunstgewerbliche Ausstellung stattfinden, präsentierte Lanz wieder einige kunstvoll komponierte Zeichnungen und Entwürfe. Im selben Jahr wurde er zum Kassierer der Bieler Liedertafel gewählt. 1893 steuerte Lanz zur in Bern aufgekommen Fahnenindustrie bei, als er der Fahnenstickerin Marie Dietiker eine Zeichnung anfertigte, die für den Stadtturnverein Biel bestimmt war. Im selben Jahre zeichnete Lanz für die Festmedaille vom Westschweizerischen Schützenfest in Biel den Ratshausplatz.
1895 heiratete er Rosa Emma Winzenried, vom Köniz in Herzwil. Die Schulbehörden bewilligten ihm einen längeren Urlaub, damit er seine Studien an der Kunstakademie in München fortsetzen und sein künstlerisches Können weiter ausbilden konnte. Von den dortigen Museen, aber auch in andern Städten Deutschlands, kam sein Verständnis auf für die grossen Werke der bildenden Kunst. Vom 9. bis 16. August 1895 unternahm die Liedertafel Biel eine Reise. Über die Münchenfahrt berichtete Robert Lanz humorvoll auf 90 Seiten. Seit 1897 beschickte Lanz die Bernische Weihnachtsausstellung. An diesem Kunstmarkt konnten Interessierte Bilder zu erschwinglichen Preisen kaufen. Der Bund vom 17. 12. 1899 stellte fest: «Robert Lanz wollte für sein Schloss Nidau nur 50 Franken, wo ja schon der blosse Einfall mit diesen energischen parallelen Querschatten der Pappelbäume über Wiese und Wasser weg, in letzterem natürlich mit Spiegelung, allein an Finderlohn das Dreifache beanspruchen dürfte.» 1898 stellte er in Biel seine Werke in den Schaufenstern von Buchhändler Ernst Kuhn aus. Um seinen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, erteilte er ab 1898 als Nachfolger von Wilhelm Benteli am städtischen Gymnasium Bern 33 Jahre den Zeichenunterricht. Zuerst unterrichtete er am Progymnasium und ab 1905 an der Real-, Handels- und Literarschule. Zu seinen Schülern gehörte u. a. der Maler und Grafiker Armin Biber.[1]
«Robert Lanz, genannt Länzchen, war nicht nur ein vortrefflicher Lehrer,
sondern er hatte auch ein gutes Herz.
Länzchen brach auch für die eine Lanze, welche weniger gut im Zeichnen waren.»
Hans Müller, ehemaliger Schüler, Berner Woche, 30. 11. 1940
Ein besonderes Erlebnis war es, als seine Tochter ihre Studien mit dem Doktorexamen abschloss und sein Sohn als Arzt in Bern eine erfolgreiche Praxis eröffnen konnte.[1]
In der Freizeit pflegte er sein Können in der Aquarellmalerei. Besonders in den ihm lieb gewordenen Wallisertälern entstand unter seiner Künstlerhand manche farbenreiche Studie und manches hübsche Landschaftsbild. Auch in der Porträtkunst hat er sich erfolgreich betätigt. Neben alledem trieb er kunstgeschichtliche Studien: Diese verdichteten sich zu einer Abhandlung, die im Jahre 1911 unter dem Titel «Einfluss des Welthandels auf die Kunst» als wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des städtischen Gymnasiums veröffentlicht wurde. Später waren es mehr kunstkritische und ästhetische Probleme der Malerei, denen er sich zuwandte. In einem umfangreichen Aufsatz über «Sehen und Abbilden» suchte er den Wandel in der Auffassung und künstlerischen Wiedergabe des malerisch behandelten Gegenstandes darzustellen: Er beabsichtigte damit, den Leser durch die verschiedenen Kunstrichtungen in der Malerei der letzten hundert Jahre zu geleiten. Als begabter Sänger trat er der Berner Liedertafel bei.[2] Er starb im Lehrerzimmer des Berner Gymnasiums durch einen Schlaganfall am 29. Oktober 1931.
Quellen/Sources: 1) E. Sch-r, «Robert Lanz» in Der Bund, Bern, 2. November 1931, S. 2; - 2) «Robert Lanz» in Berner Schulblatt, Nr.
34, Bern 1931, S. 450f
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