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Festivalthema
Ein Dialog findet zwischen zwei oder mehreren Personen oder – im übertragenen Sinn – Dingen statt. Ohne das Wort «zwischen» ist der Dialog nicht möglich.
Zwischentöne, zwischen den Epochen, Entr’acte, zwischen den Generationen, Zwischenform und Zwischending: Musikalisch bietet das Wort «zwischen» eine grosse Spielwiese, als Motto eines Festivals verspricht es damit ein äusserst vielfältiges Programm. Assoziiert man den musikalischen Inhalt poetisch mit «Zwischen Diesseits und Jenseits» oder «Zwischen Realität und Fiktion», wird das Feld fast grenzenlos weit.
Symphonische Dichtung, Sinfonia concertante, symphonisches Konzert, Kammersinfonie, Doppel- und Tripelkonzert, Suite, Serenade, Rhapsodie, Variationen oder eine Fantasie sind Versuche, die während Jahrhunderten sich behauptende Norm der viersätzigen Sinfonie, des dreisätzigen Instrumentalkonzertes oder der Sonate mit Klavierbegleitung aufzubrechen.
Dvořák (Achte Sinfonie), Mendelssohn (Schottische Sinfonie) und Brahms (Zweites Klavierkonzert) schaffen Zwischenformen, in denen Volks- und Kunstmusik, Programm- und absolute Musik, Instrumentalkonzert und orchestrale Sinfonie miteinander dialogisieren.
Ein Ensemble mit Flöte, Harfe und Viola, mit Klarinette, Cello und Klavier, mit Violine, Horn und Klavier oder mit Blockflöte, Akkordeon und Gitarre ersetzt die üblicherweise vorherrschenden Besetzungen von Streichquartett und Klaviertrio. In einem Crossover innerhalb der Klassischen Musik entstehen neuartige Dialoge.
Kaspar Zehnder, Künstlerischer Leiter