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|Epstein, Adam

1820-1869 (PL)
Der in Warschau geborene erfolgreiche Polnische Zauberkünstler reiste in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch ganz Europa. Als vielsprachiger Künstler trat er vor zahlreichen gekrönten Häuptern auf.
Er war einer der ersten Künstler, die nicht als Teil einer Zirkus- oder Theatergruppe sondern mit einer eigenen Show umherreiste. Als vielseitiger Künstler zeigte er Manipulationen, Illusionen, trat als Bauchredner, Mundharmonikaspieler und mit Tellerdrehen auf.
Epstein starb bei der Vorführung des Kugelfanges durch Splitter des vom Schützen im Lauf vergessenen Ladestockes.
|Laut einer anderen Version soll er den Tod beim Kugelfang aus Publizitätsgründen nur vorgespielt haben und an anderen Orten erneut aufgetreten sein. Sein Comeback soll aber misslungen sein, sein Vermögen soll er beim Kartenspiel verloren haben und verarmt in Russland gestorben sein.|

De Caston, Alfred
1821-1882 (F)
Alfred de Caston war Zauberkünstler, Schnellrechner und Mnemotechniker. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften. 1957-58 bereiste er Russland und Polen.
Er verfasste "Les vendeurs de bonne aventure" (1846), "Voyage en Russie et en Pologne" (1858), "Tricheurs: scènes de jeu" (1863), "Les marchands de miracles" (1864).

Pepper, Professor John Henry
1821-1900 (GB)
Professor Pepper war analytischer Chemiker, der 1852 Direktor des London Polytechnic Institute wurde, ein Institut, das sich bemühte, wissenschaftliche Erkenntnisse dem Publîkum zugänglich zu machen. Pepper glaubte, dass dies am besten durch unterhaltsame Darbietungen zu erreichen sei und so liebte er es, komplexe Sachverhalte durch den Einsatz optischer Illusionen und Projektionen zu erklären.
So kam er auf seine Geistershow, mit er der in England, Kanada, Amerika und Australien das Publikum begeisterte. Das Publikum konnte dabei scheinbar mit den auf der Bühne erscheinenden Phantomen Kontakt aufnehmen. Der Grundeffekt bestand darin, dass Schauspieler vor und unterhalb der Bühne versteckt waren. Ihr Bild wurde von einem Spiegel auf eine grosse Glasscheibe reflektiert, die sich in einem Winkel von 45 Grad vor den Zuschauern befand. Geister schienen die Schauspieler auf der Bühne oder die Zuschauer zu bedrohen.
"Pepper's Ghost", die Illusion, die auch heute noch unter diesem Namen bekannt ist, wurde von ihm erstmals 1862 vorgeführt. Im Gegensatz zu vielen Medien gab Pepper nie vor, dass seine Geister etwas anderes als Illusionen waren.

Stodare, Colonel Joseph (Jack Inglis/English)
1823-1866 (GB)
Bauchredner und Zauberkünstler mit grosser Fingerfertigkeit, ohne Apparate im Stil Frikells. Trat bis 1860 in Schottland auf, danach in England. War erst der zweite Zauberkünstler, der 1865 in der 1812 erbauten Egyptian Hall auftrat. Dort führte er als erster mit sensationellem Erfolg die Sphinx-Illusion vor, worauf er eingeladen wurde, diese Illusion anlässlich des Geburtstages der ältesten Tochter von Königin Victoria zu zeigen. In diesem einen Jahr gab Stodare über 280 Vorstellungen. Im gleichen Jahr erkrankte er an Tuberkulose und musste seine Vorstellungen einstellen. im Oktober 1866 verstarb er Stodare verfasste vier Publikationen über die Zauberkunst. Nach seinem Tod trat sein Bruder Alfred Inglis unter dem Namen Stodare auf.

Heller, Robert (William Henry Palmer)
1826-1878 (GB)
Ursprünglich Konzertpianist wandte Robert Hellr sich der Zauberkunst zu, nachdem er Robert-Houdin in London gesehen hatte.1851 gab er seine erste Vorstellung, eine fast exakte Kopie von Robert-Houdin. Nachdem er mit seiner Show durch die Provinz gereist war, ging er nach Amerika, wo er nach ein paar Jahren die Zauberei aufgab und als Musiklehrer und Chorleiter arbeitete.
Seine Liebe zur Zauberkunst veranlasste ihn jedoch, zur Bühne zurückzukehren. 1861 schaffte er in New York den grossen Durchbruch mit einer Partnerin, die von der Bühne aus beliebige Gegenstände benennen konnte, die Heller vom Publikum erhielt. Heller verwendete bei dieser Nummer sowohl einen Sprachcode als auch die elektrische Übermittlung von Signalen durch einen eingeweihten Assistenten (telefonisch und telegrafisch in das Sofa, auf dem die Assistentin sass oder lag), was die Effekte für das Publikum unerklärlich machte.
1968 trat er in London auf und reiste anschliessend durch Australien und Indien und kehrte 1875 in die USA zurück.

Agoston, Chevalier Gustav (August Böhm)
1826-1897 (D)
Chevalier Agoston war Deutscher Budenzaubererer des 19. Jahrhunderts. Er erfand den "Fliegenden Vogelkäfig", einen langen runden Vogelkäfig, der in einer Hand gehalten verschwand. Auf einem Rheindampfer richtete er ein Zaubertheater ein, hatte damit aber keinen Erfolg und verlor dabei viel Geld. Er verstarb im Armenhaus.

Bellachini, (Samuel Berlach)
1827-1885 (D)
Bellachini war der populärste und bekannteste deutscher Zauberkünstler des 19. Jahrhunderts. Bellachini wurde als Sohn eines Bauern in Ligota, Polen geboren. Er begann schon früh zu zaubern. Eine Lehre als Klempner brach er ab und wanderte nach Amerika aus. Da er dort nicht Fuss fassen konnte, kehrte er nach Europa zurück.
In Lissabon, wo das Schiff gelandet war, lernte er von Zigeunern neue Zauberkunststücke und begann in Restaurants und auf Märkten aufzutreten und das Geld zu verdienen, um nach Polen zurückkehren konnte. Mit 16 gab er unter dem Namen Bellachini seine erste grosse öffentliche Vorstellung.
Von da an zog er mit grossem Erfolg während vierzig Jahren als Jahrmarkts- und Herbergszauberer vorwiegend durch Deutschland. Bellachini besass keine grosse Handfertigketi sondern beeindruckte seine Zuschauer vor allem durch seine stattliche Erscheinung und die verwendeten Geräte.

Pisarenko, Yuri Pavlovich
1828-2007 (RUS)
Yuri Pisarenko war neben Igor Kio einer der bekanntesten Zauberkünstler Russlands. Er wurde mit 15 Waise und begann ab 1943 im Zirkus zu arbeiten, wo er als Schüler bei der Clown-Truppe Shar das Jonglieren und Akrobatik erlernte.
1949 verband er die Jonglage mit Illusionselementen und baute seine eigene Nummer auf. Bei einer Tournee in Taschkent sah er Kio Sr. und liess sich von diesem als Assistent verpflichten. 1957 lernte er während zwei Monaten beim jugoslawischen Manipulator Borra und trat danach als erster russischer Manipulator im staatlichen sowjetischen Zirkus auf.
1974 gewann er einen Grand Prix in Argentinien, 1986 wurde er in Schweden als "schnellster Manipulator Europas" ausgezeichnet.
Er arbeitete auf hohem technischem Niveau, fast ohne Requisiten, in unmittelbarem Kontakt mit dem Publikum. Am Ende der Darbietung erhielten die Zuschauer die ihnen unbemerkt entwendeten Brieftaschen, Uhren, Armbänder und andere Gegenstände zurück.
Zu grosser Fertigkeit brachte er es auch bei der Manipulation von Karten, Münzen und Ringen. Während 54 Jahren war er als Berufskünstler in über 60 Ländern aktiv. Die russischen Zuschauer bezeichnete er als dankbare, aber auch als schwierigste Zuschauer der Welt.
Pisarenko war Ehrenmitglied des MKF (Moskauer Zauberklub, russischer Vertreter in der FISM) und Verdienter Künstler Russlands.

Heubeck, Georg
1829-1899 (A)
Georg Heubeck wurde von Hofzinser ausgebildet. Er verfügte über grosse Handfertigkeit. Er arbeitete mit Kratky-Baschik zusammen. Er bereiste hauptsächlich Österreich-Ungarn, die Balkanländer und Deutschland.
In seinen letzten Jahren half ihm Ottokar Fischer, dem Heubeck viele von Hofzinsers Kartenkunststücken beschrieb, so dass dieser sie in seinem Buch "J.N. Hofzinsers Kartenkünste" für die Nachwelt festhalten konnte.
1899 verstarb Heubeck erblindet und verarmt in Wien.

St. Roman (Samuel Thiersfeld)
1829-1918 (Österreich-Ungarn)
St. Roman wurde In Jaroslau, Galizien, geboren. Von Beruf war er Konditor. 1857 trat er erstmals mit Imitationen berühmter Persönlichkeiten, als Violinspieler und als Zauberkünstler unter dem Namen "Professor St. Roman" auf.
Er besass ungewöhnlich hohe Fingerfertigkeit mit Spielkarten und Münzen. St. Roman wurde von seinen Berufskollegen als einer der grössten Zauberkünstler Ende des 19. Jahrhunderts angesehen. Er trat unter anderem vor Kaiser Wilhelm I, der ihn zum Hofzauberer ernannte, vor Kaiser Franz Joseph und Otto von Bismarck auf.
Er verstarb im hohen Alter von 89 in Wien.
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