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Bedeutung
Blindtexte nennt man Texte, die bei der Produktion von Publikationen oder Webseiten als Platzhalter für spätere Inhalte stehen, wenn der eigentliche Text noch nicht vorhanden ist. Sie werden auch als Dummy-, Füll- oder Platzhaltertexte bezeichnet. Mitunter sollen Komponisten von Liedern Blindtexte beim Komponieren von Melodien benutzen und diese vor dem Dichten des Liedtextes singen. Bereits seit dem 16. Jahrhundert dürften Blindtexte bei Setzern üblich gewesen sein.
Die Verbreitung von Computern und Layoutprogrammen machte Blindtexte also bekannter. Wurden früher einige Zeilen des Lorem ipsum-Textes in Blindtexten kontinuierlich wiederholt, so dient der Text Ciceros heute als Basis vieler Blindtext- oder Lorem ipsum-Generatoren. Diese erzeugen, auf ihn aufbauend, automatisch längere Abschnitte des Lorem ipsum-Textes oder aber verschiedene andere Platzhaltertexte. Ein Nachteil liegt jedoch darin begründet, dass im Lateinischen bestimmte Buchstaben häufiger und andere seltener vorkommen, was ein anderes Druckbild erzeugt. Zudem werden im Lateinischen nur Satzanfänge groß geschrieben, so dass Lorem ipsum die generelle Substantivgroßschreibung der deutschen Sprache nicht abbilden kann. Als visueller Platzhalter für deutschsprachige Texte ist Lorem ipsum demzufolge nur begrenzt geeignet. Sollen Blindtexte dazu dienen, die Eigenheiten der Schriftarten zu vergleichen, so kann es auch sinnvoll sein, Texte zu wählen, die möglichst alle Buchstaben und Sonderzeichen verwenden, die für die jeweilige Sprache typisch sind.
Mittlerweile existiert ferner eine Fülle an lesbaren Blindtexten. Diese werden meist verwendet, wenn ihre Funktion die eines reinen Platzhaltertextes ist. Diese Alternativen zu den klassischen Lorem ipsum-Texten sind oftmals amüsant und erzählen kleine, lustige oder sinnlose Geschichten.