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Die Geschichte der Familie Derendinger
Dies ist die Geschichte der Familien Derendinger / Daerendinger / Därendinger, heimatberechtigt in Bätterkinden im Kanton Bern. Diese Geschichte basiert auf den derzeit greifbaren Dokumenten aus Kirchen- und Gemeindearchiven; die neueren Daten gehen auf in der Familie vorhandene Dokumente und Erinnerungen von Familienmitgliedern zurück.
13.-17. Jahrhundert
Vor dem Jahr 1654 (bis 1601) sind im Taufrodel und Eherodel von Bätterkinden keine Derendinger zu finden. Möglich ist, dass die Derendinger aus dem Kanton Solothurn, aus Aetigkofen oder Lüterkofen-Ichsertswil, zugezogen sind. Dort sind Derendinger seit alters her ansässig. Unser heutiges Wissen lässt den Schluss zu, die Familie stamme ursprünglich aus der Ortschaft Derendingen im Kanton Solothurn (erstmals 1291 in einer Verkaufsurkunde erwähnt). Die Vorfahren dürften in einer Zeit, in der die Bürger einfach mit Vornamen benannt wurden, von dort ausgewandert sein, um sich einige Kilometer weiter in Aetigkofen (Kanton Solothurn) oder Lüterkofen-Ichsertswil (Kanton Solothurn) anzusiedeln. Dort erhielten sie den Geschlechtsnamen Derendinger. In Aetigkofen wohnt heute noch die Ehefrau des verstorbenen Hans Derendinger, heimatberechtigt in Aetigkofen. Ihre Söhne sind ausgewandert. Gemäss Angaben des Dorfchronisten wohnen in Aetigkofen seit 500 Jahren Leute mit dem Namen Derendinger. In Lüterkofen wohnt heute noch eine Familie Derendinger, heimatberechtigt in Lüterkofen-Ichsertswil. Allerdings sind auch hier keine Angaben zu den Vorfahren vorhanden. Es ist anzunehmen, dass die Derendinger Bauern waren.
Ein Name mit e oder ae oder ä?
Interessant ist die Tatsache, dass der Name Derendinger sowohl in Derendingen als auch in Aetigkofen oder Lüterkofen stets mit «e» geschrieben wurde. Dies obschon der Ortsname Derendingen gemäss der Zusatz-Ortstafel in Mundart mit «Därendinge» übersetzt ist. Dies änderte sich um 1674, als unser Vorfahr Bartlome Därendinger (*um 1650) im Tauf- und Eherodel von Bätterkinden erscheint, erstmals ist dort der Name mit «ä» geschrieben.
Bartlome Bärendinger ehelichte 1674 in Bätterkinden Barbara Buchser, ein dort damals häufiges Geschlecht. Es gab jedoch damals drei Frauen mit dem Namen Barbara Buchser, weshalb sich diese Person und ihr Umfeld nicht genau beschrieben lassen. Aus diese Ehe gingen fünf Kinder hervor, davon ist der Älteste Hans Därendinger (*1674).
18. Jahrhundert
Hans Därendinger aus Bätterkinden heiratete 1705 Anna Gerber. Aus dieser Verbindung stammt Hans Jakob Därendinger (*1709) als einziges Kind. Er ist in den Kirchenbüchern von Bätterkinden als «von Kräyligen» bezeichnet, er lebte also in Kräiligen, einem Ortsteil von Bätterkinden. Am 1735 heirateten Hans Jakob und Verena an der Egg (von Koppigen im Kanton Bern). Sie hatten fünf Kinder: den Stammhalter Johannes Därendinger (*1774), der zweite Sohn Jakob (*1736) und die Töchter Marie (*1739), Elsbeth (*1740) und Anna (*1743).
Die Familie wohnte im "Loch" zu Kräiligen, vermutlich in einem kleinen Hochstudhaus. Auf dem Plan Schlosshut 1773, dem bernischen Verwaltungsbezirk, sind die Landparzellen des Hans Jakob Därendinger im Loch zu Kräiligen eingetragen. Dieses sehr fruchtbare Land bestand vor allem aus so genannten Wässermatten im untersten Abschnitt des Baches Limpach, kurz vor dessen Einmündung in die Emme. 1780 wurde die Schwelle des Limpach in Kräiligen entfernt und der Bach abgeteuft. Da die Matten danach nicht mehr überschwemmt wurden, nahm deren Ertragswert merklich ab. Die beiden Eigentümerfamilien Därendinger und Wieniger wurden 1796 für den Minderwert der Matten vom Kanton Solothurn und Bern mit einer «horrenden“ Summe» entschädigt („Das Limpachtal“ von Rudolf Käsermann).
1766 heirateten Johannes Därendinger und Anna Schneider aus Bätterkinden in Burgdorf. Aus dieser Ehe ging der Stammhalter Bendicht (sen.) Därendinger (*1784) hervor, dazu 1769 die Söhne Hans (*1772) Jakob sowie sechs weitere Geschwister. 1793 wurde dem damals 57 Jahre alten Jakob ein Gewehr gestohlen. Er war Sport- oder Jagdschütze (gemäss «Strassenraub in Bätterkinden» von Rudolf Käsermann).
Wohlhabend und angesehen
Die Familie Därendinger muss recht wohlhabend gewesen sein. Denn Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute sie den stattlichen Familienhof im Loch. Das ersetzte Gebäude stand etwas unterhalb des Neubaus und war ein mit Stroh gedecktes Hochstudhaus, eine Bauweise mit Stützen vom Boden bis in den First und einer sehr steilen und bis ins Erdgeschoss gezogene Dachfläche. 1778 erfolgte zusätzlich der Bau des neben dem Hauptgebäude stehenden Speichers. Der Familienhof wurde 1939 abgebrochen, der Speicher ist heute noch integral erhalten. Er weist an zwei Stellen die Jahrzahl 1778 auf. Die Familie Därendinger war im Bezirk gut angesehen. Hans Jakob war Chorrichter, sein Sohn Johannes Chorrichter und Gerichtssäss. Es dürfte sich dabei um kirchliche und weltliche Gerichte handeln. Aufschlussreich ist das napoleonische Eidregister 1798 von Bätterkinden in dem sämtliche wehrfähigen Männer aufgeführt sind. Unter dem Namen Därendinger sind drei Männer verzeichnet, nämlich Johannes Därendinger (Vater), Kräyligen, Bauer, 54-jährig; Hans (Johannes), Sohn, kein Beruf, 29-jährig; Jakob, Sohn, kein Beruf, 26-jährig.
19. Jahrhundert
Anfangs des Jahrhunderts wohnten im Loch zu Kräiligen Johannes Därendinger, der 1804 im Alter von 60 Jahren starb, sowie sein Sohn Bendicht (sen.) mit Onkeln, Tanten und einigen der acht Geschwister, eine Grossfamilie also. Bendicht (sen.) heiratete 1811 Anna Maria Werthmüller. Das Paar hatte acht Kinder. Stammhalter war Bendicht (jun.) Därendinger (*1822). Bendicht, genannt „Loch-Benz“, heiratete 1853 in Bern Anna Maria Kummer (von Utzenstorf Kanton Bern).
Es ergaben sich damals grosse Umwälzungen in der Familie. Bendicht jun. verkaufte 1858 im Alter von 36 Jahren einen Teil des Hofes im Loch, das Strohhaus zusammen mit 10 1/4 Jucharten Land, sowie 1862 den Rest des Hofes mit dem Bauernhof im Loch mit 7 1/4 Jucharten Land an Urs Schneider. Die Familie Schneider bewohnt und bewirtschaftet den heute Waldhof genannten Besitz noch heute. Die Gründe für die Umwälzungen sind nicht überliefert.
Die Familie zog 1858 nach Thunstetten (Kanton Bern) in das Bauernhaus im Moos 176, erbaut gemäss Jahrzahl am Flugwerk 1857. Es handelt sich um ein kleineres Bauerngut mit einem zweigeschossigem Wohnteil und einem Ökonomietrakt, an schöner, besonnter Lage mit leicht geneigtem Landwirtschaftsland. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Neubau in Thunstetten aus den durch den 1.Verkauf 1858 in Kräiligen realisierten Mitteln finanziert wurden. Die drei Kinder, alle Stammhalter, Johann (Hans), Jakob (sen.) und Gottfried wuchsen im dort auf.
Die drei Linien Burgdorf / Thunstetten / Willisau
Linie Burgdorf:
Johann (Hans) Därendinger (*1856) war gemäss mündlicher Überlieferung Anwalt und Notar in Burgdorf. Er heiratete 1883 Ida Wild (von Aarwangen Kanton Bern) in Basel. Er starb 1922 im Alter von 66 Jahren im Inselspital Bern. Nachkommen sind keine bekannt.
Linie Thunstetten: Jakob (sen.) Därendinger (*1858) blieb im Landwirtschaftsgut Im Moos 176 in Thunstetten wohnhaft. Er heiratete 1880 dort Katharina Sollberger (von Friesenberg/Koppigen Kanton Bern). Dieser Ehe entsprangen neun Kinder, darunter auch Jakob jun., Gottfried und Klara. Jakob starb 1947 im Alter von 86 Jahren in Herzogenbuchsee im Kanton Bern.
Jakob (jun.) Därendinger (*1882) heiratete 1921 in Thunstetten Ida Dreyer (von Trub Kanton Bern). Sie hatten eine Tochter Maria Ida, welche 1948 Jakob Schneeberger (von Ochlenberg Kanton Bern) heiratete. Ihre Tochter Theres Schneeberger (*1950) wohnt noch heute an der Adresse Hof 63 in Thunstetten. Nachkommen Därendinger sind in dieser Linie nicht zu verzeichnen.
Klara Därendinger (*1909) heiratete 1936 im Münster von Bern Paul Holenweg (von Herzogenbuchsee Kanton Bern). Dieser erwarb 1941 den Hof im Moos 176 von Gottfried, dem damaligen Eigentümer. Sie hatten drei Töchter, darunter Liselotte Holenweg (*1947), welche heute noch dort lebt. Klara starb Ende 2007. Nachkommen Därendinger gibt es auch in dieser Linie nicht.
Linie Willisau:
Gottfried Därendinger (*1869) wuchs ebenfalls im Moos 176 in Thunstetten auf. 1891 war er Mitglied des Turnvereins Huttwil BE. Er absolvierte eine Spenglerlehre und begab sich mehrere Jahre auf die Walz in Deutschland. Auf seinem Rückweg nach Hause lernte er in Willisau (Kanton Luzern) Maria Josepha Maria Hiltbrunner (aus Dagmersellen Kanton Luzern), die er 1898 in Willisau heiratete.
20. Jahrhundert
Gottfried Därendinger erwarb um die Jahrhundertwende inmitten des Städtchens Willisau ein Altstadthaus, eine Wohn- und Geschäftsliegenschaft. Zu den finanziellen Transaktionen für diesen Hauskauf ist bloss bekannt, dass er ein Darlehen von einem Nachbar erhielt. Seine Gattin Josepha arbeitete vor ihrer Eheschliessung im benachbarten ersten Warenhaus Nordmann der Schweiz als Verkäuferin. Gottfried etablierte in der Liegenschaft seine Spenglerwerkstatt und baute das Geschäft mit einem Eisenwarenladen aus.
Vater Gottfried konvertierte von der protestantischen zur römisch-katholischen Kirche, um Josepha Maria gemäss den damaligen Bräuchen heiraten zu können. So hat sich die Familie jeweils bezüglich der Religionszugehörigkeit den örtlichen Verhältnissen angepasst, wie schon damals, als die Därendinger vom katholischen Kanton Solothurn nach Bätterkinden in den protestantischen Kanton Bern zogen. Die Därendinger in Thunstetten sind heute noch protestantisch.
Ihrer Ehe entstammen fünf Kinder, darunter der einzige Sohn und Stammhalter Gottfried Robert (*1899). Er war Teil eines Zwillingspaares, doch seine Zwillingsschwester Josepha starb bereits bei der Geburt. Es war eine überstürzte Geburt, denn man erzählt sich, die Mutter habe die Kinder auf dem Küchentisch geboren. Auch die Schwester Emilie Frieda (*1905) starb früh im Alter von fünf Jahren. Die beiden anderen Schwestern Josepha Pauline (*1901) und Frieda Maria (*1906) blieben zuhause bis sie heirateten und wegzogen.
Handwerker und Unternehmer
Josepha war Haus- und Geschäftsfrau. Sie zog die Kinder auf und betreute das Eisenwarengeschäft im Erdgeschoss des Hauses. Gottfried betrieb in der Werkstatt auf der hinteren Seite des Gebäudes die Spenglerei. Er bildete sich zum Spenglermeister weiter und war ein kreativer Handwerker mit Sinn für unternehmerische Belange. Stets war er zu Neuerungen bereit, welche ihm Erfolg brachten. So baute er während der Krise der 1930er-Jahre die Werkstatt um, erweiterte sie und konnte nun dank der nun deutlich grösseren Raumhöhe 5 Meter lange, statt bloss 1 Meter messende Jaucherohre produzieren. Diese fanden grossen Absatz.
Gottfried war Mitglied des Turnvereins, sowie der Schützengesellschaft, die ihn zum Ehrenmitglied ernannte. Er war zudem begeisterter Motorradfahrer und fuhr insgesamt fünf Maschinen der Marke Motosacoche und eine Harley Davidson. Während er mit den Maschinen Motosacoche sehr zufrieden war, hatte er Pech mit seiner Harley. Denn als er das neue Motorfahrrad in Luzern abholte und sich auf den Heimweg machte, kam er bloss 15 Kilometer weit und schon war das Motorrad defekt und musste ersetzt werden. Er war ein Original und Spassvogel; einige seiner Streiche wurden publiziert.
Josepha betreute die Grossfamilie im Haus, zu der auch eine Hauswirtschafterin sowie Lehrlinge und angestellte Spengler gehörten. Sie alle wohnten unter einem Dach. Am Mittagstisch sassen jeweils zehn bis zwölf Personen, oft auch Geschäftsfreunde. Dies blieb auch so bis in die 1950er-Jahre mit der Familie des Sohnes Gottfried Robert.
Künstlerseele und Unternehmer
Der Sohn Gottfried Robert Därendinger (*1899) wäre gerne Grafiker geworden. Aber der Vater zwang ihn, eine Spenglerlehre zu absolvieren, um später das Geschäft zu übernehmen. Er arbeitet nach der Lehre im elterlichen Betrieb und bildete sich zum Sanitär-Installateur und Spenglermeister weiter. Er war aktiv im örtlichen Turnverein, in der Musikgesellschaft und im Schützenverein und betätigte sich in der Armee als begeisterter Radfahrer. Gerne wäre er Offizier geworden, aber auch dies gestatte ihm der autoritäre Vater während der Krisenjahre nicht. Eine Karriere in der Ortsfeuerwehr konnte er indessen nicht verhindern: Gottfried Robert avancierte zum Feuerwehroffizier und Kommandanten der Feuerwehr Willisau-Stadt.
Im Alter von 20 Jahren erlernte er die Fotografie und nahm am Sonntag nach der Messe in der Kirche mit seiner Kamera Einheimische auf der Terrasse des Hauses auf. Er hatte zuhause ein Fotolabor, entwickelte und vergrösserte seine Fotos selbst. Ab den 1940er-Jahren war Filmen mit einer 8mm-Kamera sein Hobby. Während Jahren hielt er Familienerlebnisse in Filmen fest und dokumentierte mit seiner Kamera den Besuch des Bischofs im Städtchen Willisau, filmte eine grosse Feuerwehrübung sowie die Einweihungsfeier zur Elektrifizierung der örtlichen Wolhusen-Huttwil-Bahn.
Gottfried Robert war nicht der geborene Handwerker, sondern ein erfolgreicher Geschäftsmann und Unternehmer. Während der 1930er-Jahre liess er das Haus modernisieren. Er baute den Hauszugang um und versah das Verkaufsgeschäft im Erdgeschoss mit einem grossen Schaufenster. Zudem passte er die Produktion im Spenglereibetrieb den Erfodernissen der Zeit an. Er sucht immer neue Geschäftsfelder, baute einen Betrieb und Lieferservice für Spenglerei-Halbfabrikate auf und erneuerte stets den Maschinenpark. Er war einer der ersten im Lande, der eine Maschine besass, die Dachrinnen ab Blechrolle in unbeschränkter Länge produzieren konnte. Auf seinem VW-Bus lieferte er seine Ware in die ganze Schweiz aus und pflegte dabei die guten Kontakte mit den Kunden.
Gottfried Robert liebte, wie sein Vater, Spässe und war oft zu Streichen aufgelegt. So zum Beispiel, als sein Freund, der Inhaber eines Malergeschäftes, mit Mitarbeitern in Luternbad am Hotel die Fassaden renovierte. Die Maler übernachteten im Hotel und Gottfried Robert befestigte heimlich am Fassadengerüst Knallpetarden, welche während der Nacht in unregelmässigen Abständen detonierten. Als er am nächsten Morgen dort zu seiner Arbeit erschien, hörte er sich schweigend und schmunzelnd die Klagen der Maler an, die immer wieder neu aus dem Schlaf gerissen wurden,.
Gottfried Emil bricht mit Traditionen
1930 erhielt die Familie das Bürgerrecht von Willisau-Stadt. 1953 beschlossen die Kantonsbehörden auf Antrag der Familie eine Namensänderung von Därendinger auf Derendinger. Gottfried Robert und Hedwig Elisabeth Iseli (von Schötz Kanton Luzern) heirateten 1929. Sie bezogen eine Wohnung in Willisau. Hedwig Elisabeth arbeitete als gelernte Damenschneiderin in der Wohnung weiter. Als Gottfried sen. 1934 starb, zogen sie in das Haus im Städtchen um, wo der Sohn den Spenglereibetrieb übernahm. Seine Frau führte nun nebst dem Haushalt auch das Eisenwarengeschäft, anfänglich gemeinsam mit der Schwiegermutter. Im Hinblick auf ihre Pensionierung verkauften 1964 Gottfried Robert und Hedwig Elisabeth die Geschäftliegenschaft in Städtchen und liessen sich in ihrem ehemaligen Garten auf dem Steinbruch in Willisau durch den Sohn Gottfried Emil als Architekten ein modernes Einfamilienhaus erbauen, in dem sie ihren Lebensabend verbrachten. Sie hatten vier Kinder, die Mädchen Ines Hedwig (*1930), Maria Magdalena (*1934) und Hedwig Martha (*1942), sowie den Stammhalter Gottfried Emil Derendinger (*1936 ).
Die Töchter bleiben zuhause, wo sie sich beruflich ausbilden liessen, bis sie heirateten und von Willisau wegzogen. Gottfried Emil Derendinger war von den Eltern als Geschäftsnachfolger bestimmt, brach jedoch die Spenglerlehre beim «besten Lehrmeister» im Kanton nach drei Wochen ab. Dies war für den Vater ein schwerer Schlag. Der Junior zog es vor, die Mittelschule in Luzern zu besuchen, schloss mit einer Matura ab und studierte an der ETH Zürich Architektur mit Diplomabschluss 1961. Gottfried Emil bildete sich zudem mit einem Nachdiplomstudium in Regional- und Ortsplanung an der ETH weiter. In der Armee war er Adjutant eines Regimentskommandanten im Range eines Majors. Zuerst arbeitete er als angestellter Architekt in Architekturbüros im In- und Ausland und wurde 1974 Stadtbaumeister von Aarau. 1980 zog er wieder nach Bern und machte sich mit eigenem Büro für Architektur und Raumplanung im Mattequartier selbstständig. 1996 musste er aus gesundheitlichen Gründen sein Büro schliessen und begann sich während einer Aus-Zeit von zwei Jahren in die Malerei einzuarbeiten. Heute noch widmet er sich der Malerei in seinem Atelier im Berner Mattequartier. 1991 heiratete er Irma Suter-Marty (von Widegg Kanton Aargau) und lebt mit ihr seit 1980 in Bern. Sie verkauft im das bauhaus bern an der Gerechtigkeitsgasse in Bern Kunstspielobjekte aus der klassischen Moderne. Mit dem Beruf von Gottfried Emil als Architekt ist die Familie dem allgemeinen Trend in den Berufskategorien der letzten Jahrhunderten vom Sektor Landwirtschaft zum Sektor Gewerbe bis zum Dienstleistungssektor gefolgt. Während Jahrhunderten lebten und wanderten unsere Vorfahren im engen Raum Derendingen - Bätterkinden, Mitte 19. Jahrhundert nach Thunstetten, Ende dieses Jahrhunderts nach Willisau und ab 1950 explosionsartig nach Luzern, Zürich, Aarau, Bern und Basel, was dem heutigen Trend in der Zunahme der Mobilität entspricht.
Die Familie verzweigt sich.
Aus der ersten Ehe von Gottfried Emil mit Elisabeth Susan Felber (von Zürich) 1962 gingen die beiden Söhne Stephan Georg Gottfried Derendinger (*1963) und Jonas Georg Paul Derendinger (*1969), sowie die Tochter Sarah Maria Elisabeth Derendinger (*1965) hervor. Jonas Georg Paul starb 1989 im Alter von 20 Jahren mit seinem Freund bei einem Segelunfall auf dem See beim Ferienhaus in Cudrefin (Kanton Waadt), erbaut 1985 von Gottfried Emil als Bauherr und Architekt. Stephan Georg Gottfried lebt und arbeitet heute als selbständiger Architekt in Zürich; Sarah Maria Elisabeth lebt in Basel und arbeitet als Regisseurin und Filmschaffende. Sie heiratete im Jahr 2000 Björn Jensen, wobei sie den Familiennamen Derendinger behielt. Sie gebar zwei Söhne als Stammhalter, von Beat Häner stammt Gabriel Leo Balduin Derendinger (*1990), von Björn Jensen Emil Theo Fridolin Derendinger (*2004).