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Kaffee, Bananen, Rosen oder Handwerkliches – wer sicher gehen möchte, dass diese und andere Produkte aus nachhaltiger Produktion stammen und unter fairen Bedingungen gehandelt werden, kauft Fair Trade. Das entsprechende Label garantiert, dass sie nach bestimmten Nachhaltigkeitsstandards hergestellt und vertrieben werden. Diese Standards sind freiwillig auferlegte Regeln, die heute einen aufstrebenden Koordinationsmechanismus in einer globalisierten Welt bilden.
Wie sich diese Fair Trade Standards entwickelten, untersucht die Soziologin Nadine Arnold aus einer organisationssoziologischen Perspektive. In ihrer Dissertation «Lost in Standardisation. Standardisierungsdynamiken im Fairen Handel» zeichnet sie erstmals die historische Entwicklung des schweizerischen Fairen Handels nach. Dieser hat seinen Ursprung in der in der Dritte-Welt-Bewegung der 1970er- und 80er Jahre. Im Jahr 1992 entsteht dann die bekannte Standardisierungsorganisation Max Havelaar, die dem Fair Trade Konzept schliesslich dazu verhilft, sich auf dem Massenmarkt zu etablieren.
Auf der Grundlage einer qualitativen Fallstudie zeigt die Autorin auf, wie der graduelle Standardisierungsprozess dem Fairen Handel viele und faire Absatzkanäle für Produkte aus Entwicklungsländern beschert hat. Dennoch ergeben sich auch nichtintendierte Konsequenzen aus der Standardisierung. Die ursprüngliche Kritik am Weltwirtschaftssystem ist verstummt und die Entwicklung von legitimen Standardisierungs- und Zertifizierungsprozessen droht zum Selbstzweck zu werden.
Details zu Nadine Arnolds Arbeit und eine Übersicht ihrer Publikationen finden Sie hier
Die Graduate School gratuliert Nadine Arnold ganz herzlich zur erfolgreich abgeschlossenen Promotion!