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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch X.
8.
Überzeugt, daß sich bei allen diesen (Philosophen) zweifellos nur eine ungenügende Grundlage der Physiologie finden läßt, wollen wir von den Urbildern der Wahrheit, die da ist und an die wir glauben, unerschrocken reden; vorher wollen wir summarisch die Lehren der Häresiarchen auseinandersetzen und so durch offene Gegenüberstellung all dieser Ansichten die Wahrheit klar erweisen.
9. So wollen wir denn mit den Schlangenanbetern beginnen. Die Naassener nennen den Menschen den ersten Urgrund des Alls, sie nennen ihn auch Menschensohn; sie zerlegen ihn in drei Teile. Er hat einen rationellen, einen physischen und einen stofflichen. Sie nennen ihn Adam und glauben, seine Erkenntnis sei der Anfang des Erkenntnisvermögens Gottes. Und alles dieses Rationelle und Psychische und Stoffliche habe sich in Jesus vereinigt, und zugleich hätten die drei Substanzen durch ihn zu den drei Geschlechtern gesprochen. Im All, sagen sie, gebe es drei Geschlechter, die Engelwelt, das Psychische und das Stoffliche, und es gebe drei Kirchen, die Engelskirche, die psychische und die stoffliche; ihre Namen seien die Auserwählte, die Berufene, die Gefangene. Das sind, kurz gefaßt, die Hauptpunkte ihrer Lehre. Sie sagen, Jakobus, der Bruder des Herrn, habe dies der Mariamne mitgeteilt und verleumden so die beiden.