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Der ehemalige Anlagechef der Zürcher Beamtenversicherungskasse (BVK), Daniel Gloor, ist überzeugt, dass er in erster Instanz kein gerechtes Urteil erhalten hat. «An mir wurde ein Exempel statuiert», sagte der 59-Jährige am Dienstag vor dem Zürcher Obergericht.
Er bekenne sich zu seinen Taten, aber er fordere eine mildere Strafe. Er wolle, dass die volle Wahrheit an den Tag komme, sagte Gloor in einer ersten Befragung. Der Beschuldigte wirkte zwar immer noch selbstbewusst, aber längst nicht so kämpferisch, wie beim ersten Prozess vor dem Zürcher Bezirksgericht.
Gloor verursachte Millionenverlust
Der ehemalige Anlagechef sitzt gegenwärtig im vorzeitigen Strafvollzug und fertigt Holzspiesse. «Es geht mir aber gut, auch gesundheitlich», sagte er. Der Jurist, der einst mehr verdiente als ein Regierungsrat, ist heute mittellos. Seine Frau arbeitet als Putzfrau und bezieht Sozialhilfe.
Gloor ist mehrheitlich geständig, während rund 15 Jahren ein System der Günstlingswirtschaft am Laufen gehalten zu haben. Er liess sich von Geschäftsfreunden mit Bargeld, Golf-Ferien und anderen Annehmlichkeiten bestechen und investierte im Gegenzug Pensionskassengelder in deren Anlagevehikel. Gloor hatte dabei insgesamt 1,7 Millionen Franken Schmiergelder kassiert und als Gegenleistung in deren Anlagevehikel investiert.
So bescherte er der kantonalen Pensionskasse einen Millionenverlust. Im November 2012 wurde er vom Bezirksgericht zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten verurteilt.
(sda/me)