Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/3871

Über Böju
Beinwil am See (in einheimischer Mundart: Böju) liegt im Aargauer Seetal am Westufer des Hallwilersees und grenzt an den Kanton Luzern. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 3000.
Fernab von den grossen Verkehrsstömen, gleichwohl jedoch sehr gut an dem öffentlichen Verkehr angebunden, ist Beinwil am See in den letzten Jahren mehr denn je zu einer gesuchten Wohndestination geworden, und hat sich vom ursprünglichen Zigarren-, Tabak- und Bauerndorf zu einer attraktiven Wohngemeinde entwickelt. „Böju“ hat den ländlichen Dorfcharakter trotz der teils rasanten Bauentwicklung beibehalten.
Geschichte
Vereinzelte Funde zeugen von einer Besiedelung während der Hallstattzeit. Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Dorfs stammen aus dem 11. Jahrhundert. Der Ortsname geht zurück auf eine Zusammensetzung aus dem althochdeutschen Personennamen Beino/Peino und dem bei allemannischen Gründungen häufigen Hinterglied wilari zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen.
Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren. Im Namen dieser Adelshäuser herrschten die erstmals 1153 erwähnten Herren von Beinwil über das Dorf. Das Geschlecht besass lediglich lokale Bedeutung und starb Mitte des 14. Jahrhunderts aus, der Standort ihrer Burg lässt sich nicht mehr genau feststellen.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Beinwil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau.
Im März 1798 befreite sich die Bevölkerung mit Hilfe der einmarschierten französischen Truppen vom Joch der «Gnädigen Herren» von Bern, woraufhin die Franzosen die Helvetische Republik ausriefen. Beinwil gehört seither zum damals gegründeten Kanton Aargau.
Zwar hatte sich die Verarbeitung von Baumwolle bereits im 18. Jahrhundert etabliert, doch erst mit der Gründung der ersten Zigarrenfabrik im Jahr 1841 begann der wirtschaftliche Aufschwung.
1883 erhielt die Gemeinde einen Anschluss ans Eisenbahnnetz, als das erste Teilstück der Seetalbahn zwischen Luzern und Beinwil am See eröffnet wurde; die Verlängerung nach Lenzburg folgte noch im selben Jahr. 1887 nahm die Zweigstrecke nach Reinach den Betrieb auf; diese wurde 1906 bis Beromünster verlängert.
Zeitweise gab es im Dorf nicht weniger als zwanzig Zigarrenfabriken, doch im Verlaufe des 20. Jahrhunderts wurde die Tabakindustrie allmählich durch andere Branchen verdrängt. 1950 ersetzte die Gemeinde die bisherige Bezeichnung Beinwil (Bezirk Kulm) durch Beinwil am See.
Quelle: Wikipedia