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Link zum Online-Konzert vom 30. Januar 2022 18:15
Ende des 15. Jahrhunderts gehörte Mailand zu den bemerkenswertesten Musikzentren Europas. Die Hofkapelle der Sforza-Herzöge bot ein internationales Umfeld, in dem deutsche und vor allem französisch-flämische Sänger und Komponisten gediehen. Die Domkapelle wurde in dieser Zeit Franchinus Gaffurius (1451-1522; 500. Todestag) anvertraut, einem massgeblichen Theoretiker und Maestro di cappella, der die Disziplin des Chores reformierte und die Herstellung von vier grossen Manuskripten der Polyphonie, den sogenannten «Libroni» überwachte. Im Rahmen eines prestigeträchtigen Forschungsprojekts der Schola Cantorum Basiliensis wurden die Libroni als einzige Quelle für das polyphone Mailänder Musikrepertoire dieser Zeit neu beleuchtet. Ihre Musik umfasst die berühmten Motetti missales von Compère und Weerbeke (beeindruckende Motettensuiten, die während der Messe in Anwesenheit des Herzogs aufgeführt wurden), Werke von Gaffurius selbst (darunter eine Lobmotette für Ludovico «il Moro» Sforza) und von Josquin.
Das Konzertprogramm fusst auf einer Kooperation zwischen ReRenaissance und der Schola Cantorum Basiliensis, und verbindet das Ergebnis akribischer interdisziplinärer Forschung mit einem Musikerlebnis des frühneuzeitlichen Mailands.
Federico Sepúlveda (Musikalische Leitung, Gesang), Catherine Motuz (Posaune), Ivo Haun (Gesang), Agnese Pavanello (Forschung Studierende der Schola Cantorum), Tabea Schwartz (für ReRenaissance).
Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Eine Anmeldung unter <email-pii> ist erforderlich.