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Nichts gegen eure Basil Smashes oder Hugos oder was gerade in den hippen Bars angesagt ist
weil der hiesige Spirituosenvertrieb gerade ein neues Produkt pushen will, aber manchmal sind die Oldies eben schon die Goodies. Sie sind vielleicht etwas altmodisch und aus der Mode geraten, doch am Geschmack gibt's nichts zu rütteln. Und ausserdem benötigen sie meist nur wenige Zutaten und bedürfen keiner aufwändigen Garnitur. Hier kommen also 15 absolute Klassiker, die man sich schleunigst wieder zu Gemüte führen sollte.
Erstmals erwähnt in Albert Stevens Crocketts «Old Waldorf-Astoria Bar Days» von 1931.
Vermutlich geht dieser Name auf einen US Army Captain zurück, der in den 20er-Jahren in Paris stationiert war und gerne mit Motorrad und Seitenwagen in den Ausgang ging. Vermutlich. Eventuell ist dieser Drink aber einiges älter und stammt aus den Bars von New Orleans um die Jahrhundertwende ... ach, jedenfalls ist er ein Klassiker und superfein.
Nach dem Canon de 75 mm modèle 1897 benannt, jener französischen Feldkanone des Ersten Weltkriegs, die als erstes modernes Artilleriegeschütz und als Symbol für das Aufhalten der deutschen Invasion gilt. Dieser Cocktail wurde während des Ersten Weltkriegs in der berühmten Harry's New York Bar in Paris erfunden, wo er sich zunächst bei alliierten Piloten grosser Beliebtheit erfreute.
Trotz seiner rein schottischen Zutaten ist dieser Cocktail eine Erfindung aus den Vereinigten Staaten, wo er in den 50er-Jahren populär wurde. Einer (neueren) Sage zufolge stammt der Name von der Verwendung rostiger Nägel bei der Zubereitung: Schottische Barkeeper hätten, um sich an prolligen amerikanischen Kunden zu rächen, rostige Nägel zum Rühren verwendet
Obwohl man dies anhand der rosaroten Farbe vermuten könnte, ist dieser Ur-Cocktail alles andere als süss. Wenige Tropfen Angostura Aromatic Bitters, das neben Enzianwurzel auch Bitterorange, Gewürznelken, Kardamom, Zimt und Chinarinde enthält, reichen für die aparte Färbung aus.
Nach Troy Alexander benannt, dem Barkeeper beim noblen New Yorker Restaurant Rector's, der Anfangs des 20. Jahrhunderts diesen Drink erfunden haben muss. Durchaus üppig und dessertig – doch eine Sünde wert!
Unklar ist, ob dieser Drink aus den Jahren vor der Prohibition stammt oder erst in den 1950ern erfunden wurde. Fest steht, dass er aus New Orleans stammt ... und dringend ein Comeback verdient.
Wie ein klassischer Dry Martini, aber mit einer Cocktail-Zwiebel als Garnitur. Das älteste Rezept dazu ist in «The World's Drinks And How To Mix Them» aus dem Jahr 1908 von Mixer-Legende William «Cocktail» Boothby.
Erfunden zu ehren der 20th Century Limited Bahngesellschaft, die von 1902 bis 1967 Zugverbindungen zwischen Chicago und New York City betrieb. Ja, eigentlich bräuchte man Kina Lillet dazu (wie bei James Bonds Vesper-Cocktail). Leider, leider wird Kina Lillet, das Chinin enthielt und dem Liqueur einen leicht bitteren Geschmack verlieh, seit 1985 nicht mehr hergestellt. Das heute erhältliche Lillet Blanc ist einiges süsslicher. Man kann aber einen Schuss Angostura Bitters dazugeben, um an den ursprünglichen Geschmack zu kommen. Alternativ ist Cocchi Americano ein valabler Ersatz.
Hierzu benötigt man idealerweise Old Tom Gin, eine Gin-Variante, die in England im 18. Jahrhundert populär war und geschmacklich leicht süsser als London Dry Gin, jedoch trockener als das niederländische Jenever ist (und somit oftmals als «missing link» zwischen den beiden vermutet wird). Mit dem Aufkommen von kleinen Craft-Distillerien wird auch Old Tom wieder hergestellt. Für einen Tom Collins darf man aber gerne auch London Dry Gin verwenden.
Richtig, richtig alt ist dieser Cocktail: Der Legende zufolge soll er für ein Bankett am 29. Dezember 1874 im New Yorker Manhattan Club kreiert worden sein, das Jennie Churchill – die Mutter des späteren britischen Premiers (und Genusstrinkers) Winston Churchill – zu Ehren von Präsidentschaftskandidat Samuel J. Tilden gegeben habe.
Der Legende nach erhielt dieser Drink seinen einprägsamen Namen in den 50er-Jahren von einem kalifornischen Surfer namens Harvey, der, nachdem er von einem Wettbewerb ausgeschlossen worden war, in Pancho's Bar am Manhattan Beach von Los Angeles aus Frust seinen Kopf wieder und wieder gegen die Wand geschlagen haben soll. Vielleicht war die Story aber auch einfach eine Erfindung für die grossangelegte Werbekampagne des Liquer-Herstellers Galliano ... wie auch immer: Der «italienische Screwdriver», wie er ebenfalls genannt wird, sollte mehr getrunken werden!
Ein weiterer Cocktail, der im legendären Harry's New York Bar in Paris erfunden worden sein soll. So hiessen während der Prohibition die als sexy geltenden Drinks ... später erst kamen dann all die Slippery Nipples, Screaming Orgasms und Co. ...
Der Name des Cocktails geht aber einiges weiter zurück, nämlich auf die Society-Lady und Innenarchitektin Elsie de Wolfe (1865-1950), zudem auf ein populäres gleichnamiges Musical, das 1911 am Broadway aufgeführt wurde. Während der Prohibition war der Cocktail bereits weit verbreitet; in den 50er-Jahren war es bekannt als Lieblings-Apéritif von Sexsymbol Jayne Mansfield.
Der Lieblings-Cocktail der Queen Mother.
Sie wurde 101 Jahre alt.
Just sayin'.