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Rudolf Minger: Die erste Neujahrsrede am Radio
Im Jahr 1934 entschied sich Bundespräsident Rudolf Minger für ein neues Medium. Seine Neujahrsansprache wurde am 1. Januar 1935 um 00:10 Uhr auf den Sendern der Schweizerischen Rundspruch-Gesellschaft (SRG) übertragen. In dieser Zeit hatten erst 481'499 Personen einen Radioanschluss, was 12Prozent der Bevölkerung entspricht.
Zur Zeit der Ansprache wusste Rudolf Minger, dass die politische Lage heikel war und ein neuer Weltkrieg ausbrechen könnte. Daher appellierte er an den Zusammenhalt der Schweizer. Er verglich das Leben in dieser schwierigen Zeit mit einer Wanderung auf einem mühsamen Weg im Nebel. Mit Mut, Geduld und Vertrauen in die Führung werde man aber die Sonne erreichen.
Ruth Dreifuss: Die erste Bundespräsidentin
Am 1. Januar 1999 sprach zum ersten Mal eine Frau in einer Neujahrsansprache zum Schweizer Volk. Bundespräsidentin Ruth Dreifuss wählte als Aufnahmeort für die Übertragung am Radio und Fernsehen ihr Büro im Bundeshaus. Sie stellte die Beziehungen zu Europa und die Menschenwürde in den Mittelpunkt.
Adolf Ogi: Die erste Ansprache im Schnee
Nach Ruth Dreifuss wurde Adolf Ogi Bundespräsident. Ihm wurde die Ehre zuteil, das Volk im Jahr 2000 zu begrüssen. Seine Fernsehansprache hielt der Berner vor dem Lötschbergtunnel-Nordportal in Kandersteg. Im Schnee und mit einem rasenden Schnellzug im Hintergrund hielt er eine kleine Rottanne in den Händen. Wenige Tage nach dem verheerenden Sturm «Lothar» sollte die Tanne Zuversicht spenden. Ihre Äste würden zudem die Schweizer Bevölkerung symbolisieren.
Die Idee zur Neujahrsansprache am Tunneleingang hatte Adolf Ogi selber. Die Ausführung besprach er nicht etwa mit seinen Mitarbeitern im Bundeshaus, sondern mit Bergführer Art Furrer und Fernseh-Macher Kurt Felix, wie er im Interview mit Radio SRF1 erzählt.