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Was ist Ethik?
Definition „Ethik“
„Ethik, ist die Wissenschaft von der Moral, d.h. diejenige Fachdisziplin, die sich damit befasst, welche Moralen es gibt, welche Begründungen sich für sie angeben lassen und welcher Logik ihre Begriffe, Aussagen und Argumentationen folgen.“
(Hübner 2014, s 17)
Ethik ist ein Teilgebiet der Philosophie, welches Moral untersucht. Diese Bedeutung erschliesst sich meist nicht aus dem alltäglichen Sprachgebrauch, in dem Ethik oder ethisch gern mit Moral beziehungsweise moralisch gleichgesetzt wird. So wird häufig von „ethischem“ und „unethischem“ Verhalten gesprochen. Das Adjektiv „ethisch“ bezeichnet aber die Zugehörigkeit zum Gebiet der Ethik und nicht ob etwas moralisch ist. Ganz problematisch ist das Adjektiv „unethisch“, dies ergibt etwa so viel Sinn wie die Adjektive „unphysikalisch“ oder „unbiologisch“.
Dennoch hat sich diese Begriffsverwendung eingebürgert. Dies hat vielleicht damit zu tun, dass Moral einen altbackenen Beigeschmack hat. Es weckt vielmehr Assoziationen mit religiösen Sittenvorstellungen und Prüderie, als allgemeingültigen Normen. Ethik dagegen wirkt gehoben und aktuell. Man hört eher auf Ethikkommissionen als auf Moralapostel. Wahrscheinlich hat es auch damit zu tun, dass die Begriffe im Englischen nicht sauber abgegrenzt sind: Ethics bezeichnet einerseits die Wissenschaft, kann aber anderseits auch einfach für eine Moral stehen, ähnlich dem deutschen Ethos, welches wiederum ein Synonym für Moral sein kann.
Das Ganze ist kompliziert, wir werden uns aber im Verlaufe dieses Blogs klar an diese Definition halten.
Teilgebiete der Ethik
Die Ethik wird in drei verschiedene Bereiche unterteilt: Deskriptive Ethik, normative Ethik und Metaethik.
Die deskriptive Ethik untersucht, welche Moralen es gibt, wie die Menschen zu diesen kommen und welche moralische Auffassungen in Gesellschaften oder sozialen Gruppen vertreten werden. Sie nimmt eine beschreibende Perspektive ein. Als empirische Ethik forscht und arbeitet sie mit Hilfe von Beobachtungen und Experimenten. (Hübner 2014, S. 22)
Die normative Ethik nimmt eine legitimatorische Perspektive ein. Sie untersucht, wie sich Moralen begründen lassen. Moralische Regeln werden verteidigt oder widerlegt. Sie prüft bestehende Moralsysteme und entwirft neue. Die meisten bekannten Ethiker, wie Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin und Kant sind dieser Ethik zuzuordnen. Die normative Ethik verfügt über verschiedene Ansätze nach denen die Moralsysteme kategorisiert werden: Tugendethik (Moral entsteht aus den Charaktertugenden und Motivationen, Vertreter sind Aristoteles und Thomas von Aquin), Teleologie (Handlungen sollen nur nach Ihren Folgen bewertet werden, Utilitarismus) und Deontologie (Handlungen sind nicht nur nach ihrer Motivation und ihren Folgen zu bewerten, wichtigster Vertreter: Kant) (Hübner 2014, S. 22)
Zur normativen Ethik gehört auch die angewandte Ethik. Diese welche die allgemeinen ethischen Prinzipien auf konkrete Probleme aus der Praxis anwendet. Je nach Berufsfeld, Sachgebiet oder Handlungsraum ergeben sich so Bereichsethiken, wie die Medienethik, Medizinethik und die Informationsethik. (Fenner 2010, S. 10f )
Die Metaethik nimmt eine grundsätzliche Perspektive ein. Sie hinterfragt die normative Ethik: Was ist der Status moralischer Begriffe, Aussagen und Argumentationen. Können diese überhaupt einen objektiven Wahrheitsanspruch erheben? Schlussendlich stellt sich die Frage ob es überhaupt eine richtige Moral geben kann. (Hübner 2014, S. 22)
Für diesen Blog sind die deskriptive und normative Ethik zentral. Wir werden verschiedene Themen jeweils aus aus einer deskriptiven und einer normativen Perspektive betrachten.