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Aktualisierung: 29.01.2017

Neubau der Wettsteinbrücke in Basel (1991 - 1992)
Die Wettsteinbrücke in Basel (CH)
- Die Wettsteinbrücke ist die mittlere Brücke über den Rhein
zwischen Grossbasel und Kleinbasel.
- Ursprünglich wurde sie mit Beginn im Jahr 1877 gebaut.
- Eingeweiht wurde die erstmals verbreiterte Wettsteinbrücke im
Jahr 1939.
Der Neubau und die Verbreiterung der bestehenden Wettsteinbrücke
- Im Mai 1990 stimmte die Basler Stimmbevölkerung über die
Sanierung der Wettsteinbrücke ab.
- In den Jahren 1991 bis 1995 wurde eine neue und breitere
Wettsteinbrücke gebaut.
- Bauunternehmehmerin war die ARGE Wettstein (Zwahlen & Mayr
SA, Aigle, Stahlkonstruktionen und Marti AG, Basel, Bauunternehmung).
- Während der Bauzeit war eine seitliche Hilfsbrücke für den
Verkehr befahrbar.
- Diese stützte sich auf die beiden bestehenden im Wasser liegenden
Stützpfeiler ab.
- Die Brücke kostete rund 60 Millionen Franken.
- Die schwersten Bauteile waren die rund 30 Tonnen schweren
Brückenträger.
Die Verkehrsphasen während der Baustelle
Phase 1:
Verlegung der Werkleitungen, Erstellung einer neuen Brückenplatte und
Renovierung der Fassaden.
Foto: Archiv P. Meyer
Phase 2:
Erstellung des Pfeilerschutzes und Bau der Joche für die Hilfsbrücke.
Foto: Archiv P. Meyer
Phase 3:
Hinausschieben der bestehenden Seitenbrücke.
Foto: Archiv P. Meyer
Phase 4:
Fertigstellung der Brücke unter dem Portalkran.
Foto: Archiv P. Meyer
Die eingesetzten Turmdrehkrane
- Peiner MK 1250, mit nur einer Laufkatze, am Nordufer, Ausladung
82 Meter, dabei Tragkraft 12 Tonnen
- Wolff 8036 SL, Hakenhöhe 55 Meter, am Südufer
Kranführer Rainer Schwarz auf dem Peiner MK 1250
Erschienen in der Wettstein Brückenzeitung, bearbeitet von P.
Meyer
- Rainer Schwarz,
genannt "Rainer vom Krane", hat seinen Arbeitsplatz an
der Wettsteinbrücke in Basel in luftiger Höhe.
- In seiner
kleinen Kabine auf rund 40 Metern Höhe steuert er einen der
grössten Krane der Schweiz.
- Kein Zweifel: Rainer steht über der
Sache.
- Während die übrigen
Zuschauer meist in die Tiefen der offenen Arbeitsstätte
hinabblickten, richtete er seinen Blick hinauf in den Himmel, wo sich
die Kabine des Kranführers befand.
- "Ich wusste schon damals,
dass auch ich einmal dort hinauf will", erinnert sich der
38 jährige Rainer Schwarz heute.
- Der Kran, den er jetzt bei der
Wettsteinbrücke in Basel bedient, ist zurzeit einer der
grössten Turmdrehkrane in der Schweiz. 308 Tonnen wiegt das
Ungetüm.
- Der Ausleger hat eine Länge von 84 m und kann selbst am
äussersten Ende noch 13 Tonnen heben.
- Gebaut wurde der Kran in
Deutschland, wo auch Rainer Schwarz herkommt.
- Schon kurz nach seiner
Lehre als Maschinenschlosser war es soweit.
- Ohne dass Rainer Schwarz
eine grosse Ahnung vom Kranfahren gehabt hätte, befahl ihm
sein damaliger Arbeitgeber: "Steig mal hoch und bedien das Ding."
- Rainer liess sich nicht zweimal bitten und verdient sich
seither sein
Geld hoch oben über der Erde.
- In der Schweiz
hatte er dann
allerdings später eine Fachausbildung nachgeholt.
- Schon vor zwanzig Jahren stand Rainer Schwarz, damals 18
jährig,
fasziniert vor jeder Baustelle.
- Die Begeisterung
für seinen Job und sein offensichtliches
Können haben ihm auch schon den Übernahmen "Rainer
von dem Krane" eingetragen.
- Diesen Namen erhielt Rainer Schwarz in
Leibstadt, als er beim Bau des Kernkraftwerkes den bisher
grössten Kran in seiner luftigen Karriere steuerte.
- Noch heute
schwärmt Rainer Schwarz von jener Arbeit, die er als die
"interessanteste und spektakulärste" bezeichnet.
- Damals klebte
seine Kabine in rund 100 Metern Höhe.
- Kein Wunder, ist die
wichtigste Voraussetzung, um überhaupt Kranführer
werden zu können: Schwindelfrei sein!
- Zur
Unterstützung der Arbeit ist in grossen Kranen in der
Führerkabine eine digitale Höhenanzeige installiert
und ein Funkgerät, welches die Kommunikation "mit dem Boden"
gewährleistet.
- Wichtigstes "Werkzeug" bleiben jedoch die
eigenen Augen.
- Diese haben ihn auch noch nie im Stich gelassen, sagt
Rainer Schwarz.
- Bis zum heutigen Tag sei ihm noch nie etwas
heruntergefallen, und abgesehen von einigen eingeklemmten Fingern beim
Bodenpersonal, habe es noch keinen grösseren Unfall gegeben,
der "auf seine Kappe" gegangen ist.
- Seinen Job liebt
"Rainer vom Krane", weil dort oben in seiner
Führerkabine Ruhe ist.
- Die Hektik auf dem Bauplatz verfolgt er
lieber aus sicherer Höhe und lässt den Blick - wenn
er sich mal gerade nicht konzentrieren muss - über die
Skyline von Basel gleiten.
- "Wundervoll", meint Rainer.
- Wie hoch hinauf
seine Karriere noch gehen kann, wird er oft gefragt.
- Da
hat er ein klares Ziel vor Augen "Auf 200 Meter", meint er dazu lachend.
Fotos von der Wettsteinbrücke
Die ursprüngliche
Wettsteinbrücke.
Foto: Archiv A. Bruderer
Die erstmals verbreiterte
Wettsteinbrücke.
Foto: Archiv A. Bruderer
Der Peiner MK 1250 war
montiert.
Foto: P. Meyer
Auch der Wolff 8036 SL war
montiert.
Foto: P. Meyer
Die Wettsteinbrücke vor
der Verbreiterung.
Sicht vom Nordufer.
Foto: Archiv P. Meyer
Beim Verschieben des
seitlichen Brückenteils.
Foto: Archiv P. Meyer
Der Peiner MK 1250 während
dem Verschieben des seitlichen Brückenteils.
Foto: Archiv P. Meyer
Das Hilfsgerüst sieht man
hier auf der gegenüberliegenden Seite.
Foto: Archiv P. Meyer
Beim Verschieben des
linken Brückenteils.
Foto: Archiv P. Meyer
Einer der beiden Swiss-Crane Portalkrane beim Testaufbau beim Hersteller Bachmann AG in Beringen.
Foto: 1993, P. Meyer
Die beiden Portalkrane waren vor dem Einsatz beim Fundament des Peiner MK 1250 zwischengelagert.
Foto: 1993, P. Meyer
Der Peiner MK 1250 hob den zweiten Portalkran auf die Brücke.
Foto: Archiv P. Meyer
Vorne sieht man die
Hilfsbrücke.
Foto: A. Bruderer
Der Neuaufbau mit einer
Verbreiterung.
Die Lasten hoben ein Peiner MK 1250 und ein Wolff 8036.
In der Mitte der Brücke sieht man noch einen gelben Portalkran.
Foto: Archiv A. Bruderer
Jeder der beiden
eingesetzten und von der Firma Bachmann AG (swisscrane.ch)
hergestellten Portalkrane ist 9 Meter hoch, 15.5 Meter lang und 11
Tonnen schwer. Die Tragkraft ist 20 Tonnen.
Foto: Archiv P. Meyer
Die Wettsteinbrücke nach
der letzten Verbreiterung.
Foto: local.ch
Zeichnung vom heutigen
Zustand.
Unter der Brücke fahren auf dem Rhein Schiffe durch.
Zeichnung: Archiv P. Meyer
Fotos vom Peiner MK 1250 und von Rainer Schwarz
Rainer Schwarz
in seiner kleinen Kabine im Peiner MK 1250.
Oberhalb des Frontfensters ist die
Anzeigeeinheit für die Position der Laufkatze und die Last angebracht.
Foto: Archiv P. Meyer
Peiner MK 1250.
Foto: 1992, P. Meyer
Die kleine
Krankabine ist im drehenden Teil
des Krans angebracht.
Der Aufstieg wurde durch einen kleinen Aufzug
erleichtert.
Foto: 1992, P. Meyer
Der Peiner MK 1250 hier
bei seinem
Ersteinsatz am Atomkraftwerk Leibstadt (CH).
Foto: Peiner AG, Archiv P. Meyer