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Wenn ein Mensch geht, wirkt eine Kraft waagrecht (horizontal), eine andere Kraft senkrecht (vertikal) auf den Boden. Gehen viele Menschen im Gleichschritt, kann die gemeinsame vertikale Kraft eine Brücke zerstören. Deshalb dürfen Soldaten nie im Gleichschritt über eine Brücke.
Die Milleniumsbrücke in London schwankte bei der Eröffnung im Jahr 2000 wegen der vielen Menschen bis 7 cm aus! Der Geh-Rhythmus der meisten Menschen war ähnlich wie die Eigenfrequenz der Brücke. Sie schwankte zuerst nur leicht. Doch die FussgängerInnen passten den Rhythmus ihrer Schritte den sehr schwachen Schwankungen an. Das verstärkte die Schwingung der Brücke. Schwankte nun die Brücke genügend stark, so fielen auch Menschen in den Gleichschritt ein, die normalerweise eine andere Frequenz haben. Die Schwingung wurde verstärkt. Wenn mehr als 160 Menschen auf der Brücke sind, wird es kritische.
Die horizontale Kraft wurde bisher nie als Problem erachtet, da sie 10 x kleiner als die vertikale ist (ca. 25 Newton).
Nature 438, 43/44 2005
Auch beim Blinken der Glühwürmchen oder beim Klatschen des Publikums sehen wir einen Synchronisationsprozess das heisst eine Anpassung des Rhythmus an die Mehrheit.
Ein harmloses Beispiel von einer Verstärkung der Schwingung findest Du beim Spaghettibrechen. Sehr dramatisch war der Kollaps der Tacoma Narrow Bridge 1940. Die Eigenfrequenz der Brücke stimmte mit der Windfrequenz überein.
Erwünscht ist Resonanz bei Musikinstrumenten wie Geige, Gitarre, Klavier.