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Fehlende Zuschauer, bedeutungslose Spiele. Die Platzierungsrunde sorgt einmal mehr für alles andere als Spannung. Ist es Zeit für einen erneuten Moduswechsel? Wir hätten da fünf Vorschläge.
Gerade mal 1500 Zuschauer besuchten am Donnerstag das Spiel in der Platzierungsrunde zwischen Ambri-Piotta und Lausanne. Rund 80 Kilometer Luftlinie entfernt in Langnau kriegte insbesondere beim EHC Kloten die zweite Garde Auslauf. Trainer Kevin Schläpfer schonte zahlreiche Spieler, darunter auch Tommi Santala, Vincent Praplan, Denis Hollenstein oder Morris Trachsler. Stattdessen liefen fünf Klotener Junioren auf.
Die Abstiegsrunde verkommt zur Farce. Seit vergangenem Samstag steht fest, dass Ambri und Kloten im Playout-Final gegen den Abstieg kämpfen werden. Die restlichen Spiele sind für die zwei schlechtesten Teams bessere Trainings. Für die Spieler von Lausanne und Langnau sind sie nichts anderes als unnötige Strafrunden vor den Ferien.
Der aktuelle Modus wurde auf die Saison 2013/14 hin eingeführt. Die Begründung: Teams, die bis zum Schluss um die Playoffs gekämpft haben, hätten im Playout-Halbfinal einen Nachteil gegenüber jenen Teams, die sich schon seit Februar darauf vorbereiten können.
Doch auch der jetzige Modus ist weit entfernt vom Ideal, wie die zu Beginn ausgeführten Beispiele zeigen. Aber wie könnte man die Abstiegsrunde reformieren? Wir haben fünf Vorschläge.
Das Schreckgespenst vieler Fans. Doch angesichts der aktuellen Situation in der Abstiegsrunde muss man sich fragen: Braucht die Liga das überhaupt noch?
Die National League würde aufgestockt auf 18 oder 20 Teams und in zwei Divisionen (NL Ost und NL West) aufgeteilt. Dabei spielt jedes Team viermal gegen jedes Team aus der eigenen Division und zweimal gegen jedes Team aus der anderen Division. Ein Modus mit Pre-Playoffs (wie in der DEL) bei 18 Teams oder mit Playoff-Achtelfinals bei 20 Teams würde die Entscheidung im Meisterrennen bringen.
Der Abstiegskampf entfällt. Klubs monieren, dass Teams, deren Saison nach der Qualifikation bereits vorbei ist, Geldprobleme bekommen würden, weil die Einnahmen der Abstiegsrunde entfallen. Doch wenn man die aktuellen Zuschauerzahlen (Langnau ausgenommen) ansieht, verdienen sich die Klubs kaum eine goldene Nase an diesen Spielen.
Wie wäre es mit einer Rückkehr zum «alten» Modus? Der Neunte der Qualifikation spielt gegen den Zwölften und die Teams auf den Rängen zehn und elf duellieren sich in einer Serie. Die Playouts mögen von den Voraussetzungen her nicht immer «fair» gewesen sein, doch sie versprachen Spannung.
In einer Serie über Best-of-7 ist alles möglich. Vielleicht hätte Kloten gegen Langnau noch den Turnaround geschafft. Vielleicht hätte Ambri aus Lausannes zwischenzeitlicher Krise Kapital geschlagen. Nichts wäre in Stein gemeisselt – anders als mit dem momentanen Modus.
Ein weiterer Vorschlag wäre, die Abstiegsrunde beizubehalten, aber die Punkte aus der Qualifikation nicht mitzunehmen. Das Ergebnis: Wie aktuell spielt jedes Team zwei Mal gegen die anderen drei Teilnehmer – einmal auswärts, einmal zuhause. Die besten zwei Mannschaften beenden die Saison, die anderen beiden bestreiten den Playout-Final.
Die Ausgangslage wäre vergleichbar mit jener bei den Playout-Halbfinals. Der grösste Unterschied ist, dass sich die Mannschaften nicht auf einen Gegner einstimmen können, sondern gegen unterschiedliche Teams spielen. Aktuell hätte Ambri aufgrund des besseren Torverhältnisses aus den Direktbegegnungen mit Lausanne (2:3 und 6:3) noch die Chance, sich zu retten. Dabei wären sie aber auf Schützenhilfe von Langnau angewiesen, die im letzten Spiel auf die Waadtländer treffen.
watson-User «N. Y. P.» hat kürzlich auch einen interessanten Vorschlag geäussert. Er gedenkt zum Start der Platzierungsrunde den Teams eine fixe Anzahl Punkte zu verpassen, statt die Punkte aus der Qualifikation mitzunehmen.
Dadurch werden die besseren Teams für ihre Qualifikation belohnt, die Spannung wird aber dennoch gewahrt. Wir haben dieses Modell noch ein wenig angepasst. Statt zwölf Punkten für den Neuntplatzierten und drei Punkten für den Tabellenletzten gibt es neun und null Punkte. Die Ausgangslage bleibt aber dieselbe.
Dieses Ligamodell hat watson vor einem Jahr schon einmal vorgestellt. Dabei hat auch die Ligaqualifikation ein ungewöhnliches Format.
In einer auf die Zwölferliga angepassten Version spielen wie bislang die Teams auf den Plätzen 1 bis 8 um den Meistertitel. Für die neunt- und zehntplatzierten Mannschaften ist die Saison nach der Qualifikation vorbei. Die beiden Schlusslichter der National League spielen gegen den Abstieg – aber nicht gegeneinander.
Zumindest nicht von Beginn weg. Die Teams auf den Rängen 11 und 12 der National League steigen nämlich in die Playoffs der Swiss League ein. Dort spielen sie im direkten Duell mit den Aufstiegskandidaten um den Abstieg. Die Sieger der beiden Halbfinals steigen in die National League auf.
Bist du zufrieden mit dem aktuellen Format in der Abstiegsrunde und der Ligaqualifikation? Welcher unserer Vorschläge gefällt dir am besten? Und wie sähe dein Wunsch-Modus für die Auf-/Abstiegsrunde aus? Teile uns deine Meinung in den Kommentaren mit.