Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03466.jsonl.gz/2216

Die Landschaftsmalerei fand ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts grossen Anklang und bildete einen idealen Nährboden für das Entstehen einer naturalistischen Poetik. Das Museo Vela beherbergt insbesondere Landschaftsbilder aus dem Piemont, die jedoch stark von der transalpinischen Schule beeinflusst waren, sich dann aber mehr und mehr von strikten kompositorischen Grundsätzen entfernten. Dadurch sollte eine direkte Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit erreicht werden, wie diese hauptsächlich von den Landschaftsmalern der Lombardei gepflegt wurde. Ein weiterer, ziemlich konstanter Bestandteil der Landschaften ist die Gegenwart von Menschen, was die Darstellungen einerseits der Genremalerei annähert, andererseits jedoch neue Interpretationsansätze schafft, die nicht nur rein anekdotischer Art sind.
Dieses Gemälde gehörte Lorenzo Vela und ist ein Zeugnis des frühen Stils von Carlo Mancini: Deutlich zu erkennen sind Einflüsse aus der nordischen Malerei, die eine klare und analytische Betrachtung der Landschaften propagierte.
Der Künstler dieses Werkes lebte sowohl im Tessin als auch in der Lombardei und war vom patriotischen Geist der Ereignisse des Risorgimento geprägt. In seinen Malereien ist der Einfluss von Gaetano Fasanotti zu spüren, denn auch dieses luftig anmutende Gemälde weist die für den Naturalismus typische Darstellungsweise von Landschaften auf.
Dies ist ein bemerkenswertes Gemälde, da es die Fertigkeit des Künstlers veranschaulicht, verschiedene Elemente zu einem höheren Ganzen zusammenzufügen, ohne dabei der rein beschreibenden Darstellung allzu viel Raum zu geben.