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Die Nahricht, der Bruder liege im Sterben, aber auch die pure Lust aufs Abenteuer rufen Vigoleis und Beatrice auf die spanische Insel Mallorca. Bei ihrer Ankunft erweist sich Beatrices vermeintlich todkranker Bruder jedoch als quicklebendig; er bringt das Paar statt im Hotel in der Wohnung von Pilar, seiner temperamentvollen Geliebten, unter – und mit der Flucht vor ihr, die Vigoleis mit dem Messer verfolgt, beginnt das burleske, willde Leben auf der "goldenen Insel". Mit schier unerschöpflicher Fabulierlust schildert A. Vigoleis Thelen die Wanderung von Vigoleis und Beatrice von einer kuriosen Unterkunft zur nächsten, das Leben zwischen Schauspielern, Möchtegern-Anarchisten und einem unflätigen Kakadu, zwischen Opiumschmugglern und Huren, Künstlern und Bettlern. Jede Begegnung, ob bei Vigoleis' Arbeit als phantasievoller Fremdenführer oder bei Beatrices Sprachunterricht, gebiert neue Bildwelten und phantastische Geschichten, die an Balzacs Romane und die Narren von Cervantes und de Coster denken lassen.
1953 schrieb ein Kritiker, dieses Buch sei "auf die ausgedörrte deutsche Literaturlandschaft wie ein Platzregen auf vertrocknete Beete" niedergegangen. Und auch heute noch gilt Die Insel des zweiten Gesichts als glückliche Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literatur.Über die Autorin / über den Autor:
Albert Vigoleis Thelen, 1903 in Süchteln am Niederrhein geboren, wohnte von 1931 bis 1936 mit seiner späteren Frau Beatrice auf Mallorca. Nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs flüchtete er in die Schweiz, 1939 ging er nach Portugal, wo er bis 1947 als Schriftsteller und Übersetzer im Exil lebte. Von 1947 bis 1954 hatte er seinen Wohnsitz in Amsterdam, später wohnte er in der Schweiz, ehe er 1986 nach Deutschland zurückkehrte. Albert Vigoleis Thelen starb 1989 in Dülken am Niederrhein.Preis: CHF 22.90