Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/1926

In der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon gibt es zu wenig Schlafplätze für Obdachlose. Ein Vorschlag der Stadtverwaltung für eine neue grosse Unterkunft sorgte für zahlreiche negative Reaktionen.
Jetzt hat Kenneth Capron einen radikalen Vorschlag gemacht. Er hat bei der Stadtregierung beantragt, die Unterbringung von Obdachlosen in einem ausrangierten Kreuzfahrtschiff zu prüfen. Er stellte seinen Vorschlag am Dienstag dem Stadtparlament vor.
Das Schiff würde keine längerfristige Unterbringungsmöglichkeiten bieten, aber könnte kurzfristig jenen ein Obdach bieten, welche darauf angewiesen sind, so Capron. Der Gründer einer Wohltätigkeitsorganisation will als ersten Schritt nun die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie sicherstellen.
Der Bürgermeister ist angetan
Zu diesem Zweck hat er bereits bei einer Stiftung 250'000 Dollar beantragt. Auch von der Stadtverwaltung möchte er Geld dafür. Laut Caprons Schätzung kostet ein ausrangiertes Kreuzfahrtschiff inklusive Umbau zwischen 5 und 100 Millionen Dollar.
Die Behörden haben noch keine Entscheidung über einen Beitrag an Caprons Pläne gefällt. Ethan Strimling, Portlands Bürgermeister, zeigte sich aber angetan von Caprons Herangehensweise: «Ich habe keine Ahnung ob das die verrückteste oder die beste Idee ist, die ich je gehört habe. Aber was mir an Capron gefällt, ist, dass er kreative Ideen hat, wie die Wohnungsnot in Portland bekämpft werden könnte».
Der Bürgermeister schätzt den Bedarf an Wohnplätzen für Obdachlose auf etwa 1'000. In einem Kreuzfahrtschiff könnten gemäss seinen Aussagen rund 800 Plätze dafür geschaffen werden. (cbe)