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Am 15. Mai 1940 wurde die erste McDonald’s-Restaurant in Kalifornien eröffnet. Bekanntheit erlangte es aber erst acht Jahre später, als die beiden Brüder Richard und Maurice McDonald ein Restaurantkonzept vorstellten, welches damals viele ungläubig die Augen reiben liess.
Durch innovative Herstellungsprozesse war es dem Restaurant möglich, viel mehr Portionen gleichzeitig herzustellen. Des weiteren mussten die Amerikaner, die es bis anhin gewohnt waren, ihr Essen auf dem Parkplatz ins Auto serviert zu bekommen, an einem Schalter holen gehen – also Selbstbedienung.
Auch heute kann man sich kaum vorstellen, dass die Gebrüder McDonald mit ihrem Konzept in unserer Zeit extrem im Trend gewesen wären: Denn es waren regionale, frische Produkte, die mit hohen Qualitätsansprüchen und viel Liebe hergestellt wurden. Es kam aber anders als gehofft.
Der Milchshake-Mixer-Verkäufer Ray Kroc, der im Film «The Founder» von Micheal Keaton porträtiert wird, erkennt darin ein Riesenpotential und überzeugt die Brüder, zu expandieren. Nach und nach eröffnet er für sie Filialen und realisiert, dass er sich zwar nicht die Idee McDonald's, jedoch den Grund und Boden, auf dem die Filialen gebaut werden, sichern kann.
Dies führt dazu, dass die Brüder kaum noch Entscheidungsfreiheiten haben, da Kroc das Land gehört. 1961 verkaufen sie ihm schliesslich die Idee und damit die Rechte an der Marke für 2.1 Millionen US-Dollar. Hätten sie den ursprünglichen Vertrag mit einem Anteil von 0.5% des jährlichen Gewinns beibehalten, hätten sie bis heute pro Jahr 180 Millionen US-Dollar verdient.
McDonald’s war nun nicht nur Restaurantkette, sondern auch eines der weltweit grössten Immobilienunternehmen. Kroc ersetzte natürliche, frische Zutaten mit billiger Ware und Chemie, echte Milch mit Milchpulver und Qualitätsfleisch mit Billigfleisch. Die Expansion war trotzdem erfolgreich: Heute gibt es knapp 39’000 Filialen weltweit, über 160 sind es alleine in der Schweiz.
1976 eröffnete McDonald’s die erste Filiale in Genf und stiess damit auf grosse Empörung. Als dann 1981 in Zürich eine eröffnet wurde, kämpfte niemand geringeres als der spätere Bundesrat Moritz Leuenberger an vorderster Front dagegen. Es sei ein «kulinarischer Affront gegenüber jedem halbwegs kultivierten Mitteleuropäer», meinte er damals. Ein Jahr später steckte eine militante Gruppe die Zürcher Filiale sogar in Brand. Schadensumme: zwei Millionen Franken und eine mehrmonatige Schliessung.
Über die Jahre hinweg hat Ray Kroc mit grenzwertigen Methoden Milliarden gescheffelt, einem Filialleiter die Ehefrau ausgespannt und sich langsam aber sicher zu Tode getrunken. Was aber in der Öffentlichkeit unterging – und auch im Film nicht erwähnt wurde – ist die Grosszügigkeit von eben dieser Frau, seiner mittlerweile dritten Ehefrau: Joan Kroc.
Sie spendete im Stillen – vor allem nach dem Tod ihres Ehemanns – Millionenbeträge an diverse Hilfsorganisationen. Sei es für Alkoholiker, Hungernde in Äthiopien, Organisationen für HIV-Kranke und vieles mehr. Ray Kroc hätte als überzeugter Republikaner daran kaum gefallen gefunden.
Alles in allem spendete sie einen Betrag von über 2.7 Milliarden US-Dollar, davon gingen knapp 2 Milliarden an die Heilsarmee. Joan Kroc gab viel auf Anonymität und so wurde auch erst nach einiger Zeit bekannt, wie sie mit dem geerbten Vermögen umging. Während Ray Kroc Villen kaufte, spendete sie das Geld – was ihr den Namen «Saint Joan of Arches», also «Heilige Joan von den Bögen», einbrachte.
Sie ist punkto Spenden mit Bill Gates und Warren Buffet zu vergleichen, die mit dem «Giving Pledge» versprechen, den Grossteil ihres Vermögens zu spenden – mit dem Unterschied, dass sie es nicht an die grosse mediale Glocke hängte. Sie spendete bis zu ihrem Tod 2003 fleissig weiter. Sie wurde 75.