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Sterben die Männer aus?
In den Industrieländern werden zunehmend weniger Jungen als Mädchen geboren. Eine Studie zeigt für die USA und Japan eine seit den 1970er Jahren anhaltende Entwicklung. Die Autoren machen dafür Umweltfaktoren verantwortlich, die allerdings noch unbekannt sind.
In den USA kommen heute auf 10.000 Geburten 17 Jungen weniger als vor drei Jahrzehnten. In Japan kam es sogar um einen Rückgang um 37/10.000 Geburten. Beides ist für das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern noch kein Problem, zumal immer noch mehr Jungen als Mädchen geboren werden. Für die Wissenschaftler stellt sich aber die Frage nach der Ursache für dieses Phänomen, zumal auch bei den Totgeburten der Anteil der männlichen Feten ansteigt. In Japan haben heute zwei Drittel der Totgeburten ein männliches Geschlecht.
Die Erstautorin Devra Davis, Leiterin des Center for Environmental Oncology an der Universität Pittsburgh, vermutet einen negativen Einfluss von Umweltschadstoffen auf das SRY-Gen, welches das Geschlecht der befruchteten Eizelle bestimmt. Aber welche Stoffe dies sind, ist noch relativ unbekannt. Vermutungen gibt es jedoch schon: Männer die am Arbeitsplatz besonders stark Lösungsmitteln, Metallen und Pestiziden ausgesetzt sind, zeugen weniger Jungen als Mädchen. Auch Ernährungsfaktoren, die körperliche Gesundheit und die Schadstoffexposition von Schwangeren könnten nach Ansicht der Forscher eine Rolle spielen.
Quelle: D. Davis et al.: Environmental Health Perspectives 2007 online
Stand: 04/07, BH