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Kann ich schon in der Schwangerschaft einer Allergie bei meinem Kind vorbeugen?
Eindeutig erwiesen ist, dass zumindest bestimmte allergische Erkrankungen, die Atopien (Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma), zu einem grossen Teil erblich sind. Sind beide Eltern Allergiker, beträgt das Risiko für das Kind 50%, ebenfalls eine Überempfindlichkeit zu entwickeln. Bei einem Elternteil ist dies immerhin noch 35%.
Liegt eine solche familiäre Situation vor, ist es sinnvoll, schon während der Schwangerschaft bestimmte vorbeugende Massnahmen einzuhalten. In verschiedenen wissenschaftlichen Studien wurde geprüft, ob kindliche Allergien schon während der Schwangerschaft angelegt werden können. Bekannt ist, dass Katzenhaar-, Kuhmilcheiweiss-, Hausstaub- oder Pollenallergene schon über Fruchtwasser und Nabelschnur zum Ungeborenen gelangen können. So kann sich schon im Mutterleib ein überempfindliches Immunsystem entwickeln.
Eine allergenarme Ernährung, zum Beispiel ohne die bekannten Allergie-auslösenden Lebensmitteln wie Eier, Kuhmilch und Milchprodukte, Weizen und Nüsse, Hühnereiweiss, Soja, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Rüebli, Sellerie und Fisch, sollten Schwangere dennoch nicht einhalten. Sie hat erwiesenermassen keinen Einfluss auf eine spätere Allergieentstehung beim Kind, aber führt zu einer unausgewogenen Nahrungsaufnahme. Experten propagieren sogar einen möglichst frühen Kontakt mit den verschiedensten Lebensmitteln, um Allergien zu verhindern. Ob schon im Mutterleib, später dann in der Muttermilch oder spätestens in der Beikost – die Zufuhr kleiner Mengen führt dazu, dass sich der Körper an diese Nahrungsmittel gewöhnt und sie toleriert. Essen Sie also, worauf Sie Appetit haben und was Sie gut vertragen.
Die einzige Ausnahme: Wenn die Schwangere selbst, der werdende Vater oder sogar beide Eltern allergisch gegen ein bestimmtes Lebensmittel sind, zum Beispiel Erdbeeren, sollte auch in der Schwangerschaft darauf verzichtet werden.
Zusätzlich zu diesen Massnahmen verordnen viele Frauenärzte und Frauenärztinnen noch Kalzium.
Das können Sie schon während der Schwangerschaft tun, um eine Allergie bei Ihrem Baby zu verhindern:
- Vermeiden Sie schon in der Schwangerschaft die Stoffe, gegen die Sie oder Ihr Partner allergisch sind.
- Hören Sie auf zu rauchen. Sowohl das aktive als auch das passive Zigarettenrauchen ist ein wichtiger Wegbereiter der Allergien. Babys von rauchenden Müttern weisen nach der Geburt einen höheren IgE-Spiegel auf. Das Immunglobulin IgE ist ein Abwehrstoff, den der Körper bildet und der in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Allergien steht. Und weil auch Passivrauchen das Kind gefährdet, sollte sich der Partner ebenfalls an das Rauchverbot halten!
- Probiotika: Das sind Darmbakterien in bestimmten Milchprodukten, welche die Darmflora günstig beeinflussen und dadurch das Allergierisiko senken sollen. Der tägliche Konsum von Naturjoghurt gegen Ende der Schwangerschaft hatte in einer finnischen Studie zur Folge, dass zwei Jahre später nur halb so viele Kinder eine Neurodermitis zeigten.
- Omega-3-Fettsäuren: Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft mindestens zwei bis drei Mal pro Woche fetten Fisch (wie Hering oder Lachs) zu sich nahmen, hatten später bis zu einem Drittel weniger allergische Reaktionen als die Kontrollgruppe, die keinen Fisch ass.
- Keine einseitigen Diäten: Sie können das Allergierisiko des Kindes erhöhen. Eine schwangere Frau sollte deshalb ausgewogen und abwechslungsreich essen und Lebensmittel aus allen Lebensmittelgruppen zu sich nehmen.
- Achten Sie auf Ihr Körpergewicht: Beim Körpergewicht kann dem Baby sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig hinsichtlich des Allergierisikos schaden.
- Kein Wunschkaiserschnitt: Die vaginale Geburt hat nachweislich viele positive Effekte. Auf jeden Fall bekommt das Kind im Geburtskanal für sein Immunsystem wichtige Bakterien mit, was das Risiko für spätere Atemwegs- und Verdauungsprobleme senkt (Vaginal Seeding).
- Haustiere: Bei einem sehr hohen Allergie-Risiko kann es sinnvoll sein, Hund oder Katze bereits zu Beginn der Schwangerschaft in gute Hände abzugeben, um die Tierallergen-Dichte in der Wohnung bis zur Geburt noch möglichst weit zu verringern. Babys nicht allergischer Eltern dagegen scheinen besser vor Allergien geschützt zu sein, wenn sie mit Tieren aufwachsen.
- Meiden Sie Chemikalien und stark duftende Körperpflegemittel.
- Waschen Sie neue Kleidungsstücke, bevor sie getragen werden.
- Meiden Sie Orte, die besonders stark Abgas- oder Umweltbelastet sind.
- Übertreiben Sie nicht bei der Hygiene im Haushalt - Dreck beugt Allergien vor.
Das Allergierisiko für Kinder kann auch noch durch Vorsorgemassnahmen nach der Geburt verringert werden.