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Der LC Brühl setzte sich am Wochenende in der 2. Runde der EHF European League gegen Plzen durch. (Bild: LC Brühl)
Der LC Brühl Handball steht in der 3. Runde der EHF European League! Nach dem 3-Tore-Sieg am Samstag, bezwangen die St. Gallerinnen Konkurrent DHC Plzen auch im Rückspiel am Sonntag. Das zweite Aufeinandertreffen endete 28:25 aus Sicht des LCB, der damit beide Partien in Tschechien für sich entschied.
(Matthias Schlageter) Die Tschechinnen machten zu Spielbeginn deutlich, dass sie gewillt waren, den Rückstand aus dem Hinspiel wett zu machen. Brühl verpasste die ersten beiden Angriffe und schon nach drei Minuten war das Polster beim Stand von 0:3 aufgebraucht. Der LCB liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen, brauchte aber einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Nach dem 4:8 (12.) drehten die St. Gallerinnen jedoch spürbar auf.
Die zuvor schon ordentlich spielende Deckung legte noch eine Schippe an Aggressivität zu und Goalie Sladana Dokovic steigerte sich signifikant. Die Folge: Brühl kassierte in den weiteren 18 Minuten bis zum Pausenpfiff nur noch drei Treffer und ging mit einem beruhigenden 4-Tore-Polster (15:11) in die Halbzeit.
Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs diktierte das Team von Cheftrainer Nicolaj Andersson das Geschehen. Brühl führte zeitweise mit bis zu sechs Toren und schaffte es geschickt die Angriffsaktionen der Tschechinnen zu unterbrechen, blocken oder parieren. Die rote Karte für Abwehr-Schlüsselspielerin Mirjam Ackermann (45./3. Zeitstrafe) nutzte Plzen, um von 16:22 auf 19:22 heranzukommen.
Der LCB wackelte nur ganz kurz und lag fünf Minuten vor dem Ende wieder mit 26:22 in Front. In Addition mit dem Hinspiel waren die St. Gallerinnen zu diesem Zeitpunkt sieben Treffer in Führung und die Qualifikation für die nächste Runde im zweithöchsten europäischen Wettbewerb eingetütet. Das finale 28:25 führte zu einem Gesamtergebnis von 58:52 und dem erstmaligen Sprung in die 3. Runde.
Aufgefallen
Die gesamte Brühler Mannschaft zeigte in Tschechien einen grossen Reifeprozess. Verglichen mit den Auftritten in der Meisterschaft war der Leistungssprung sogar noch ein stückweit beeindruckender. Aus einem starken Kollektiv Spielerinnen herauszugreifen wird dabei nicht der Leistung aller gerecht, dennoch machten mehrere Brühlerinnen nachdrücklich auf sich aufmerksam.
Laurentia Wolff, Mia Kernatsch und Tabea Schmid spulten ein riesengrosses Pensum ab und lieferten dabei bis zur letzten Minute ab. Mirjam Ackermann verkörperte die Brühler Abwehr-DNA mit Bravour und Fabienne Tomasini zeigte, welchen Wert sie in topfittem Zustand für das Team hat. Zuletzt bewies Sladana Dokovic abermals, dass sie in wichtigen Spielen zur Höchstform auflaufen kann.
Auch die beiden Youngster, Yara Mosimann und Claire Coker, hatten Grund zur Freude. Beide kamen zu ihren ersten Spielminuten im Europacup.
Fazit
Der LCB zeigte sich in Plzen topvorbereitet und hochmotiviert, Diese Kombination führte nebst ansprechendem Handball dazu, dass die Brühlerinnen erstmals seit 2008 wieder eine Qualifikationsrunde im zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerb überstanden. Der Sprung in die 3. Runde ist hochverdient und gibt dem Team Auftrieb für die bevorstehenden Aufgaben.
DHC Plzen – LC Brühl Handball 25:28 (11:15)
Mestska sportovni Hala TJ Lokomotiva, 236 Zuschauende
Schiedsrichter: Ivars Cernavskis, Edmunds Bogdanovs (Lettland)
Strafen: 3x 2min gegen Brühl inklusive Disqualifikation Ackermann (45./3. Zeitstrafe), 3x 2min gegen Plzen
LCB: Dokovic (15 Paraden), Schlachter (für 1 Penalty); Kernatsch (2), Pavic (2), Coker, Ackermann, Wolff (7/3), Tomasini (3), Schmid (7), Mosimann, Lüscher, Gutkowska (4), Hess (2), Baric (1).
Bemerkungen: Brühl ohne Schaefer, Zürni, Altherr und Simova (alle verletzt).
So geht es weiter
Bereits am kommenden Mittwoch, 12. Oktober, ist der LC Brühl in der heimischen Meisterschaft wieder im Einsatz. Um 19.30 Uhr wird in der Kreuzbleiche das Heimspiel gegen den LK Zug angepfiffen.
In der European League richten sich die Blicke der St. Gallerinnen am 18. Oktober nach Wien, wo die Duelle der 3. Runde ausgelost werden. Gespielt wird die 3. Runde an den ersten beiden Dezember-Wochenenden.