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Die nach ihm benannte Schrift «Frutiger» ist omnipräsent: Sie kommt in vielen Texten seit Jahrzehnten zur Anwendung und ist auf Schildern und Signalen in der Öffentlichkeit zu sehen. Seine zwei bekanntesten Schriften sind neben der «Frutiger» die «Univers» und «Roissy».
Die «Roissy» ist eine frühe Form der «Frutiger», mit der seit 2003 die Verkehrsschilder in der Schweiz beschriftet werden. Frutiger gestaltete zahlreiche weitere Schriften, darunter etwa die «Centennial» oder die «Serifa».
Von Interlaken nach Paris
Mit dem Band «Ein Leben für die Schrift – von Interlaken nach Paris» hatte Frutiger 2003 eine Autobiografie vorgelegt. Sie zeichnet Frutigers Weg vom Schriftsetzer in Interlaken hin zu einem der angesehensten Experten der Schriftgestaltung.
Adrian Frutiger wurde 1928 in Unterseen im Berner Oberland geboren. Nach seiner Lehre in der Interlakner Buch und Kunstdruckerei Otto Schlaefli (heute Verlag Schlaefli & Maurer AG) besuchte Frutiger die Kunstgewerbeschule Zürich. 1952 ging er nach Paris, wo er in der Schriftgiesserei Deberny & Peignot bei der Einwicklung des ersten Fotosatzgerätes mithalf.
Ein Buch in Planung
In den 1950er-Jahren kreierte Frutiger die Schriftfamilie «Univers» und passte sie später für die Verwendung in elektronischen Satzverfahren an. Weitere Schriften wie die «Frutiger» folgten. 1962 gründete er in der Nähe von Paris ein Grafikatelier. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wohnte und arbeitete Frutiger in Bremgarten bei Bern.
Frutiger sei schon länger «sehr krank» gewesen, sagte am Samstagabend Rona Sommer, die Sprecherin des deutschen Verlagshauses Römerweg. Der dort angesiedelte Marixverlag hatte unter anderem Frutigers Buch «Der Mensch und seine Zeichen» herausgegeben. Ein weiteres Buchprojekt mit dem Titel «Der Schriften-Atlas» sei «in Planung gewesen», sagte Sommer weiter.
Sendung: Radio SRF 4 News, 12.9.2015, 20:00 Uhr