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Vom Krisen- zum Sportzentrum
Das in der Präfektur Fukushima gelegene J-Village war jahrelang das grösste Sport- und Ausbildungszentrum Japans. Seit der Eröffnung 1997 hatte die japanische Fussballnationalmannschaft hier ihr Trainingsquartier.
Für die ehemalige Profi-Frauenmannschaft Tepco Mareeze war es gar die Heimatspielstätte (Asienspiegel berichtete). Neben einem Stadion und zwölf Fussballplätzen bot das 50 Hektar grosse Gelände auch ein Kongresszentrum sowie ein Hotel. Hier logierte selbst die argentinische Fussballnationalmannschaft während der WM 2002.
Finanziert wurde J-Village von Stromproduzent TEPCO. 1994 wurde das Projekt vorgestellt, um die Bevölkerung vom Erweiterungsbau des AKW-Geländes zu überzeugen. In einer wirtschaftlich armen Region wie Fukushima war dieses Infrastrukturprojekt ein willkommenes Geschenk (Asienspiegel berichtete).
Die Katastrophe ändere alles
Dann kam die AKW-Katastrophe von Fukushima und änderte alles. Zwischen den Städten Hirono und Naraha rund 20 Kilometer vom AKW Fukushima 1 entfernt gelegen, wurde J-Village von TEPCO zum Krisenzentrum und Wohnbereich für die Rettungsarbeiter umfunktioniert. Einige Fussballplätze wurden zu Landeplätzen für Hubschrauber, andere begannen zu verwuchern.
Auch über zwei Jahre nach der Katastrophe hat sich an diesem Zustand nichts geändert. Noch immer gehen hier die Rettungsarbeiter ein und aus. Doch erstmals hat TEPCO die Verlegung des Krisenzentrums an einen anderen Ort in Aussicht gestellt, wie die Sankei Shimbun berichtet.
Bis 2018 sei es das Ziel, das Areal zu räumen und zu dekontaminieren. Dann soll J-Village wieder zum nationalen Fussballzentrum werden und als Trainingsstätte für die Tokio-Sommerspiele 2020 dienen. Laut der Mainichi Shimbun steht der Vorschlag im Raum, den Fussballmannschaften, die an den Sommerspielen 2020 im Miyagi-Stadion in der gleichnamigen Präfektur spielen werden, das nahe gelegene J-Village zur Verfügung zu stellen.
Symbol des Wiederaufbaus?
Der japanischen Fussballverband sowie die lokalen Behörden arbeiten gemeinsam mit TEPCO an der Realisierung dieses Projekt. J-Village soll somit zu einem Symbol des Wiederaufbaus der Krisenregion in der Präfektur Fukushima werden. Gleichzeitig sollen mit einer erfolgreichen Wiedereröffnung auch die Sorgen aus dem Ausland bezüglich Verstrahlung gelindert werden, so die Vorstellung.
Es stellt sich die Frage, ob auch die internationalen Athleten dabei mitspielen werden. Es wird noch viel Überzeugungsarbeit notwendig sein.
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