Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/197294

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) vom 6. Mai 2019 über den Zustand der biologischen Vielfalt der Erde wird ein düsteres Bild über die künftige Entwicklung aufgezeigt. Da der IPBES auf der UN-Biodiversitätskonvention von 1992 beruht, dürfte auch die Schweiz in die Entstehung des neuen Berichtes involviert gewesen sein. Zum Bericht und zu den wichtigsten Ursachen, die zum erschreckenden Ausmass der Abnahme der globalen Artenvielfalt geführt haben, folgende Fragen:</p><p>1. Unter den wichtigsten Einflussgrössen zur Abnahme der Biodiversität wird insbesondere auf die Agrar- und die Forstwirtschaft, auf die Fischerei oder auf die fossilen Brennstoffe verwiesen, praktisch nichts hingegen zur zunehmenden Strahlenbelastung ausgeführt. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass die Strahlenbelastung im Zusammenhang mit der Artenvielfalt zu vernachlässigen sei?</p><p>2. In jüngerer Vergangenheit hat die Strahlenintensität massiv zugenommen (mobile Telekommunikation, Satelliten-TV, DAB-Radio, GPS usw.). Hat man im Bundesrat Kenntnis darüber, ob im IPBES die gebündelte Wirkung dieser Strahlenmenge (Interferenz) auf die Biodiversität wie insbesondere auf Insekten und namentlich auf Bienen wirklich angemessen geprüft worden ist?</p><p>3. Ist die Schweiz im IPBES direkt vertreten? Falls ja, durch wen, und wie ist der Instruktionsfluss seitens des Bundes auf diese Personen ausgestaltet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Ursachen für das Insektensterben sind grundsätzlich bekannt: Im Zentrum stehen die zersiedelte und ausgeräumte Landschaft, die intensive Landwirtschaft, die mangelhafte Qualität der Insektenhabitate und wachsende Lichtemissionen. Wie bereits in der Antwort des Bundesrates auf die Interpellation Friedl 19.3345, "Forschungsbedarf zu den Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf Tiere und Pflanzen", ausgeführt, erachtet die internationale Forschungsgemeinschaft die nichtionisierende Strahlung, gestützt auf verschiedene Studien, als Ursache für den vermehrten Überwinterungsverlust bei Völkern der Honigbienen und bei Wildbienen als wenig wahrscheinlich. </p><p>2. Das zwischenstaatliche Expertengremium für Biodiversität und Ökosystemleistungen (IPBES, Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) hat in seinem globalen Bericht zum Zustand der Biodiversität und der Ökosystemleistungen die Frage der potenziellen Auswirkungen der anthropogenen nichtionisierenden Strahlungen auf die Biodiversität nicht behandelt. </p><p>3. Die Schweiz beteiligt sich an den Arbeiten des IPBES. Der Bundesrat hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) diesbezüglich mit der Federführung innerhalb der Bundesverwaltung betraut. In diesem Zusammenhang ernennt das Bafu schweizerische wissenschaftliche Fachexpertinnen bzw. -experten, die Beiträge zu den Arbeiten des IPBES leisten.</p>  Antwort des Bundesrates.