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Wer hätte gedacht, dass man soviel Erfolg haben kann, wenn man mit der Familie zusammen Musik macht? Vier Jungs aus Nashville-Tennessee prägen das aktuelle Bild vom Familybusiness: Die Brüder Caleb, Nathan, Jared Followill und ihr Cousin Matthew Followill bilden zusammen die Kings of Leon. Seit fünf Jahren versuchen die Jungs Musik zu machen. Ja, sie versuchen, denn ihr erstes Album „Youth&Young Manhood“ war eigentlich ein riesiger Kracher. Das heisst, man konnte es nur als Krach ansehen. Zu jener Zeit galt das Motto „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ für Kings of Leon. Kokain und Alkohol wurden in rauen Mengen konsumiert und das Ergebnis davon war ihr zweites Album „Aha shake Heartbreak“. Caleb, Sänger der Band, durchlebte zu dieser Zeit äusserlich seine Jesusphase während Nathans (Schlagzeuger) Beziehung zur Jack-Daniels-Flasche immer inniger wurde. Als das Album 2004 auf dem Markt kam, waren die vier Männer langhaarige Alkis, die einen reisenden Priester als Vater hatten.
Wie gut können sie werden?
Der entscheidende Wendepunkt in ihrer Karriere war das dritte Album „Because of the Times“, das im April 2007 veröffentlicht wurde. Diese Platte schleuderte Kings of Leon direkt auf Platz eins der englischen Charts. Schon zu diesem Zeitpunkt fragte sich das Rolling Stone Magazin, wie gut Kings of Leon überhaupt noch werden können. Nach einer riesigen Tour und einem Treffen mit Bono von U2, kündigten die Brüder ein neues Album an. Ein grosses Album solle es werden, so die Prophezeiung. Das Motto ihrer späten Pubertätsjahre verblasste und mutierte, wie Nathan letzte Woche dem New Music Express berichtete, zu Sex, arbeiten, Drugs, noch ein wenig mehr Arbeit… und dann Rock’n’roll. Eine Lösung die den Jungs anscheinend gut passt.
Eine höhere Rockliga
Das neue Album „Only by the Night“ ist tatsächlich eine Weiterentwicklung von „Because of the Times“. Kritische Themen werden angesprochen, Caleb traut sich alles zu singen und vor allem alles so auszusprechen, dass man es versteht. Mit „Crawl“ haben sie die erste Single gratis zum Download angeboten und damit nicht irgendein Lied ausgesucht. Es handelt davon, wie Europäer Amerika betrachten und dabei zu oft das ganze Land mit einer einzigen Person verwechseln. Die zweite Single „Sex on Fire“ wird mit einem heissen Video serviert, das gar nicht katholisch rüberkommt, aber dafür die weiblichen Fans umso mehr begeistern dürfte.
Mit Stücken wie „Manhattan“, „Use Somebody“ und „17“ zeigt sich die Band von einer sanften Seite, die auf keinem der vorangehenden Alben zu finden war. In „Use Somebody“ geht es um Calebs Einsamkeit auf der Strasse – eine Powerballade mit grossem Sound. Wenn man sich dann noch in die Hände vom Pink Floyd-inspirierten „Cold Desert“ fallen lässt und die Worte „Jesus don’t love me anymore / And no-one ever carried my load“ hört, wird man beinahe Zeuge einer Himmelfahrt einer Band. Kings of Leon auf dem Weg in eine höhere Rockliga.
Leidenschaft, Arbeit, Wille
Viele Kings of Leon-Fans werden womöglich enttäuscht sein. Die Band hat ihre Grunge- und Garage-Phase hinter sich gebracht. Kings of Leon experimentieren nun mit luftigeren Sounds und nehmen sich mehr Freiheiten, was ihren Stil angeht. Kein neues Phänomen: Grosse Bands brauchen Platz, brauchen Freiheit. Beispiele dafür sind Led Zeppelin oder die Beatles. Die Entwicklung die hier vor unseren Augen und Ohren abläuft, und hoffentlich auch noch weitergehen wird, führt auf ein einfaches aber vergessenes Prinzip zurück: Leidenschaft, Arbeit und Wille. Gehyped werden kann jeder. Das haben wir in den letzten zwei Jahren zur Genüge gesehen. Meistens entwickeln sich diese Bands aber nicht weiter, sie erweisen sich als „One-Album-Wonders“. Eine Band wie Kings of Leon zu haben, inmitten all dieser Pop-, Music-, Dance-, und allen anderen Stars, ist eine schöne und willkommene Abwechslung.
Wettbewerb
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