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Bei genauer Betrachtung wäre für dieses irre Finale, das einfach kein Ende findet, allenfalls noch ein Ort angemessen: Puerto Argentino. Die Stadt, die es gar nicht gibt. Sie geistert durch argentinische Wetterkarten, als ersehnte Zentrale der ebenso vergeblichen Islas Malvinas, die bei den Briten allerdings Falkland Islands heißen. In Wahrheit heißt Puerto Argentino deshalb natürlich Stanley, doch Argentiniens Fiktion überstand den Falkland-Krieg 1982. Magischer Realismus, höchst geeignet für River Plate gegen Boca Juniors. Aber nein, das ausgefallene Rückspiel um Südamerikas Champions League soll jetzt allen Ernstes nach Madrid exiliert werden.
Der Showdown der Erzfeinde aus Buenos Aires: am 9. Dezember im Estádio Santiago Bernabéu, bereitgestellt vom Madrider Krösus Florentino Pérez. Sagenhafter Gag. Dieser Wettbewerb, dessen Sieger so verzweifelt gesucht wird, nennt sich Copa Libertadores. Befreierpokal. Die Libertadores waren jene Rebellen, die vorneweg Spaniens Kolonialherren aus dem Subkontinent vertrieben. Und nun wird der Superclásico um die Copa Libertadores mitten im spanischen Königreich ausgespielt, weil die República Argentina es nicht auf die Reihe kriegt? Die toten Freiheitshelden von Bolívar bis San Martín drehen wahrscheinlich durch.