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Ordentliche Revision: Änderungen
Freiburger Nachrichten vom 24. November 2011
Die Bestimmungen des Obligationenrechts zur Revisionspflicht der Jahresrechnungen von juristischen Personen unterteilen diese in die sogenannte «Ordentliche» und in die «Eingeschränkte» Revision.
Diese unterscheiden sich durch die Art und den Umfang der geforderten Prüfungen und der dadurch erreichten Prüfungssicherheit. Die Unterschiede finden sich auch bei der Berichterstattung wieder. Im Rahmen einer ordentlichen Revision hat die Revisionsstelle zuhanden des Verwaltungsrates einen umfassenden Bericht zu erstellen, der Feststellungen zu Rechnungslegung, internem Kontrollsystem (IKS), Durchführung und Ergebnis der Revision enthält.
Der Bundesrat hat nun die Schwellenwerte für die Bestimmung der Revisionsart (Ordentliche Revision oder Eingeschränkte Revision) im Sinne einer Erleichterung für die KMU mit Wirkung per 1. Januar 2012 erhöht. Damit eine Eingeschränkte Revision angewendet werden kann, dürfen zwei der drei Grössen in zwei Folgejahren nicht überschritten werden: Bilanzsumme von CHF 20 Mio. (bisher CHF 10 Mio.), Umsatz von CHF 40 Mio. (bisher CHF 20 Mio.) oder 250 Vollzeitstellen (bisher 50 Vollzeitstellen). Für die Prüfung der Jahresrechnung 2011 gelten noch die bisherigen Schwellenwerte.
Die Werte für die Bestimmung der Konzernrechnungspflicht (10/20/200) gemäss Art. 663 OR bleiben unverändert. Werden die Grössenkriterien überschritten, muss die Konzernrechnung sowie der Einzelabschluss der Obergesellschaft ordentlich geprüft werden – selbst dann, wenn die Obergesellschaft isoliert betrachtet die neuen Schwellenwerte nicht überschreitet!
Die massgebenden Geschäftsjahre, welche für die Beurteilung der Überschreitung der Schwellenwerte herangezogen werden, sind ab 01.01.2012 das Berichtsjahr und das Vorjahr. Dies entspricht einer Änderung der bisherigen Betrachtungsweise, wo nach zwei Beobachtungsjahren die allfällige Umstellung auf den anderen Revisionstyp erst im dritten Jahr vollzogen werden musste.
Für Gesellschaften, welche sich genau zwischen den neuen und den alten Schwellenwerten bewegen, kann es zu komischen Situationen führen: die Generalversammlung weiss möglicherweise im Zeitpunkt der Wahl der Revisionsstelle unter Umständen noch nicht, ob der Abschluss «ordentlich» oder «eingeschränkt» zu prüfen ist oder die Revisionsart müsste evt. innert weniger Jahre mehrmals wechseln. Die Beibehaltung der ordentlichen Revision ist in solchen Fällen aus verschiedenen Gründen zu empfehlen. Gerne stehen wir Ihnen bei diesen Fragen zur Verfügung.
Markus Jungo
Dipl. Wirtschaftsprüfer