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Das "Schloss", wie man es seit jeher nennt, ist eines der ältesten Gebäude in Beromünster. Als Wohnturm wurde es vor mehr als 600 Jahren erbaut. Von wem und für wen weiss niemand mehr. In alter Zeit wohnten hier Ritter, Bedienstete des Stiftes und auch Chorherren.
Im Schloss stand die älteste Buchdruckerei der Schweiz. Hier druckte 1470 Chorherr Helias Helye das erste datierte Buch, ein 600-seitiges theologisches Werk in lateinischer Sprache, genannt Mamotrectus. Helias Helye tat dies erstmals in Anwendung der kurz zuvor von Gutenberg in Mainz erfundenen Buchdruckerkunst. Der Satz war zusammengesetzt aus vielen einzelnen Typen oder auch Lettern genannt.
Das letztlich sehr baufällige Haus wurde 1929 vom dafür eigens gegründeten "Verein Schloss Beromünster" gekauft und restauriert. Es beherbergt jetzt eine reichhaltige Sammlung, welche die Geschichte des Stiftes und des Fleckens Beromünster dokumentieren.
Das Schloss ist ein gern besuchtes Museum, in dem eine betriebsbereite Druckerei mit Giessofen, Setzkasten und Spindelpresse, wie sie einst Helias Helye benutzte, nicht fehlt. Schüler erhalten hier auf eindrückliche Art Einblick in die Erfindung der Buchdruckerkunst.
Zu sehen sind in den Wohnräumen und in der Küche aus uralter Zeit, verteilt über fünf Stockwerke, Möbel, bemalte Kachelöfen, Ölbilder, Hinterglasgemälde, Kupfer- und Zinngeschirr, Fayencen, Glaswaren, Andachtsgegenstände der Volksfrömmigkeit, Klosterarbeiten, gewerbliches Werkzeug, Produkte der Strohflechtindustrie und Korbwaren, Spielzeuge, Jasskarten, Werbeplakate, Musikinstrumente, Trachtenschmuck, landwirtschaftliche Gerätschaften, Waffen, Erinnerungen an verschiedene Gelehrte und Künstler aus dem Michelsamt und vieles mehr.