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Handytelefonierer am Steuer sind gefährlicher als Betrunkene
Handytelefonierer am Steuer sind gefährlicher als Betrunkene
Neue Studie des Transport Research Laboratory TRL
Von Scott William, Contrywide Porter Novelli
tel. 020 7853 2248
Website. www.directlinegroup.com
E-Mail: <email-pii>
aus dem Englischen übersetzt von Evi Gaigg, 29.3.02
Eine neue schockierende Untersuchung, die heute, 22. März 2002 veröffentlicht wurde, berichtet, dass Telefonieren während des Fahrens gefährlicher ist als im angetrunkenen Zustand.
Tests, die von Wissenschaftern im Transport Research Laboratory (TRL) durchgeführt wurden, bewiesen, dass das Fahrverhalten beim Gebrauch eines Mobiltelefons stärker beeinträchtigt wird, als beim Überschreiten der Alkoholgrenzwerte. Im Jahr 2000 verloren 520 Menschen ihr Leben als Folge von Unfällen, verursacht durch Alkohol am Steuer.
Nun hofft die führende Versicherungsgesellschaft „Direct Line“, die die Studie in Auftrag gegeben hat, dass diese Erkenntnisse die MP,s (Parlamentsmitglieder) dazu bringen wird, ein totales Verbot des Gebrauchs von Handys während der Fahrt durchzusetzen. Ein Gesetzesentwurf von Janet Anderson, MP für Rossdale und Darwen kommt nächsten Monat zur zweiten Lesung.
Die „Direct Line“-Studie hat über drei Monate lang durch die TRL die Reaktionszeiten und das Fahrverhalten von einer Anzahl Versuchspersonen in einem Fahrersimulator festgehalten. Die Forscher testeten, wie das Fahrverhalten sowohl mit einem Handy als auch mit einer Freisprecheinrichtung beeinträchtigt wird und wie dies der Fall ist, wenn die Lenker über die gesetzliche Limite hinaus genug Alkohol getrunken haben.
Die Resultate zeigen auf, dass die Reaktionszeiten der Fahrzeuglenker durchschnittlich 30% langsamer während des Telefonierens mit einem Handy am Ohr waren als in angetrunkenem Zustand und fast 50% langsamer als unter normalen Fahrbedingungen. Die Tests ergaben ausserdem, dass die Lenker nur vermindert eine konstante Geschwindigkeit und einen Sicherheitsabstand zum Vordermann einhalten konnten.
Die Benutzung eines Handys (am Ohr) hatte die stärksten negativen Auswirkungen auf das Fahrverhalten.
Im Durchschnitt benötigten Handybenützer eine halbe Sekunde länger für die Reaktion als normal und eine Drittelsekunde länger, verglichen mit jener in angetrunkenem Zustand. Bei einer Geschwindigkeit von 70 mph (miles per hour = Meilen per Stunde) ist diese Halbesekunden-Differenz gleich wie beim Fahren von zusätzlichen 46 feet (14 mph), bevor es zu einem Crash auf der Strasse kommt.
Bei der Benutzung einer Freisprechanlage wurde ebenfalls eine Fehlreaktion der Fahrer festgestellt. Tatsächlich wurde bei Teilnehmern an der Studie festgestellt, dass sie es leichter fanden, in angetrunkenem Zustand zu fahren als bei der Benutzung eines Mobiltelefons, entweder am Ohr oder mit Freisprecheinrichtung
Zudem übersahen die Lenker sowohl bei der Benutzung eines Handys als auch mit der Freisprechanlage mehr Warnsignale auf der Strasse als in angetrunkenem Zustand.
Direct Line, hat die TRL mit der Forschung beauftragt, weil vier von 10 Lenkern – äquivalent zu ca. 10 Millionen UK Automobilisten die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt zugeben. Dominic Burch, der Geschäftsführer der Direct Line`s Versicherungsgesellschaft sagte: „Die meisten Leute begreifen, dass das Telefonieren während der Fahrt gefährlicher ist als das Fahren im angetrunkenen Zustand, jedoch viele Lenker schätzen es nicht ein, wie gefährlich es tatsächlich ist. Darum wollen wir das Risiko dadurch quantifizieren, indem wir das Fahrverhalten während der Benutzung eines Mobiltelefons mit jenem von Alkohol am Steuer über der gesetzlichen Limite vergleichen. Trunkenheit am Steuer ist eine klar erkannte Gefahr in den Augen der Fahrer.
„Wir sind überrascht, dass das Telefonieren während der Fahrt real gefährlicher ist, als Trunkenheit am Steuer. Daraus folgt, dass in Grossbritanien 10 Millionen Autolenker an einer Aktivität teilnehmen, die potenziell gefährlicher ist als Alkohol am Steuer.“
„Auf Grund dieser Erkenntnisse unterstützen wir Janet Anderson MP in ihrer Forderung für eine neue Gesetzesvorschrift, das Telefonieren mit Handys während der Fahrt zu verbieten. Ausserdem verlangen wir von der Regierung, weitere Forschungen für die Benutzung von Freisprechanlagen einzuleiten.“
„Wir denken, dass wir eine grosse Aufklärungskampagne brauchen, um die Fahrzeuglenker über die Gefahren, die mit der Benutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt verbunden sind, zu informieren. Möglicherweise können wir erreichen, dass sowohl die Benutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt, sowohl am Ohr als auch mit Freisprechanlagen sozial genauso inakzeptabel wird wie Alkohol am Steuer.“
Direct Line gab TRL den Auftrag für eine extensive Forschung über die Gefahren von Mobiltelefonbenutzung während der Fahrt. Diese Studie wurde angelegt, um die Beeinträchtigung des Fahrverhaltens durch Handys am Ohr und durch Freisprechanlagen im Verhältnis zum Fahrverhalten in angetrunkenem Zustand.zu quantifizieren.
Der TRL Fahrsimulator wurde benutzt, um eine realistische Fahrsituation in einem sicheren und kontrollierten Umfeld herzustellen. 10 gesundheitsorientierte Fahrer wurden in einer gleichmässigen Anordnung in zwei separaten Fällen getestet. Es waren männliche und weibliche Lenker im Alter von 21 .-45 Jahren. Bevor sie mit der Fahrt begannen, nahmen sie einen Drink zu sich, der entweder Alkohol enthielt oder einen ähnlich aussehenden Placebodrink. Die Quantität des Alkohols war auf das Alter und die Körpermasse der Versuchspersonen abgestimmt nach der Widmark-Formel (UK Limite 80 mg/100 ml)
Die Testfahrt hatte vier Kriterien:
– eine Fahrbahn mit moderatem Verkehr
– Einhalten einer Sicherheitsdistanz zum Vordermann;
– Das Verhalten in einer Kurve und
– Fahren auf einer zweispurigen Fahrbahn mit Verkehrsampeln.
In allen Fällen hatten die Fahrer ein Standardset von Antworten zu geben und mit dem Experimentleiter via Mobiltelefon zu kommunizieren. Die unabhängigen wiederholt festgehaltenen gemessenen Variablen dieser Studie waren:
– normales Fahren,
– durch Alkohol beeinträchtigtes Fahren und
– Fahren mit Handy am Ohr oder Telefonieren mit Freisprecheinrichtung.
Die hauptsächlichen Resultate der Studie:
Die Resultate zeigten einen ganz klaren Trend für signifikant vermindertes Fahrverhalten. (Geschwindigkeitskontrolle, Distanz zum Vordermann und Reaktionszeiten) bei der Benutzung eines Mobiltelefons im Vergleich zu anderen Bedingungen.
Das Fahrverhalten unter Alkoholeinfluss war signifikant schlechter als beim normalen Fahren, aber besser als mit Telefonieren beim Fahren. Ausserdem berichteten die Fahrer, dass es leichter war, in angetrunkenem Zustand zu fahren als bei der Benutzung des Mobiltelefons.
Fahrer mit Handys reagierten um die Hälfte langsamer als beim Fahren unter normalen Bedingungen. Jede signifikante Herabsetzung der Reaktionszeiten erhöht das Risiko eines Crash und dessen Schwere.
Fahrer, die eine Freisprecheinrichtung benutzten, reagierten weniger schlecht als Handy-Benutzer, aber schlechter als jene unter Alkoholeinfluss.
Diese Studie zeigt zweifellos auf, dass Mobiltelefonieren währen der Fahrt die Aufmerksamkeit des Fahrers signifikant für Gefahrensituationen reduziert, mehr als jene die einen Blutalkohol des UK-Level aufweisen. Diese Tatsachen zeigen weiter nicht nur für die Fahrer selbst sondern für die anderen Strassenbenutzer inakzeptable Gefahren auf. Diese Forschung hat jetzt das erste Mal aufgedeckt, wie gross diese Gefahren sind und unterstreicht die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung.
Mehr Informationen über Handy am Ohr unter:
92Volt pro Meter auf der Oberfläche des menschlichen Gehirns bei einem Handy Telefonat (unter Forschung und Technik)