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Die SLP ist für die klinische Neuropsychologie zur Diagnostik exekutiver Dysfunktionen konzipiert. Solche Störungen treten sowohl bei psychiatrischen als auch bei neurologischen Patienten auf und werden u.a. bei Läsionen im präfrontalen und subcortikalen Bereich beobachtet. Der Test ist sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche geeignet. Die Bildungsvoraussetzungen sind minimal. Nützliche Anwendungsgebiete der SLP dürften neben der Neuropsychologie und der Neurorehabilitation in der Berufseignung, in der Pädagogischen Psychologie und in der Altersforschung liegen. Für diese Einsatzgebiete liegen jedoch noch keine Validierungsuntersuchungen vor.
Die SLP ist ein handlungsorientierter Problemlösetest mit großen Freiheitsgraden bei der Aufgabenlösung. Aus einer größeren Anzahl kleiner Würfel, bei denen eine unterschiedliche Anzahl von Flächen angefärbt ist, soll ein großer Würfel mit einer einheitlichen äußeren Färbung gebaut werden. Dabei wird das Problemlöseverhalten mit Hilfe von 10 Items erfasst, die jeweils durch eine Ratingskala (0 bis 3 Punkte) auf der Basis von definierten Leistungskriterien bewertet werden. Ausgewertet wird der validierte Gesamtscore der Items. Mit dem Test können u.a. das explorative Verhalten, das zielgerichtete Handeln (Handlungsplanung und Handlungsorganisation), das Erkennen von Teilzielen und die Kontrollfunktionen beurteilt werden.
Für die 2. Auflage des Verfahrens wurde das Testmanual vollständig überarbeitet. Die Durchführungs- und Auswertungsregeln wurden präzisiert, Validitätsuntersuchungen ergänzt und die Fallbeschreibungen wesentlich erweitert und vervollständigt. Zusätzlich wurde auch das Testmaterial neu gestaltet und verbessert.
Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) des Gesamtscores beträgt .93 für die untersuchte Gesamtstichprobe (N = 327) und .84 für die Normstichprobe (N = 220). Die Interrater-Reliabilität für den Gesamtscore liegt bei .98.
Untersucht wurden Häufigkeit und Ausmaß von exekutiven Funktionsstörungen bei einer Patientenstichprobe (N = 69) mit nachgewiesenen präfrontalen Läsionen bei neurologischen Erkrankungen. Im Vordergrund standen dabei Schädel-Hirn-Traumata und cerebral vasculäre Erkrankungen. 84% der Patienten dieser Stichprobe waren im SLP auffällig, das waren weit mehr als in allen übrigen Tests einer umfangreichen neuropsychologischen Testbatterie. Bei der SLP waren im Unterschied zum Wisconsin Card Sorting Test (WCST) die Störungen bei rechtsfrontalen Läsionen signifikant auffälliger als bei linksfrontalen. Eine kombinierte Anwendung der SLP mit dem WCST kann empfohlen werden.
Der Test wurde an einer Stichprobe von gesunden Probanden (N = 220) im Alter von 14 bis 60 Jahren normiert. Für die klinische Diagnostik werden Cut-Off-Werte in Abhängigkeit der signifikanten Einflussfaktoren Bildungsgrad und Geschlecht angegeben.
Die Testdurchführung dauert bei Probanden ohne Leistungsstörungen weniger als 10 Minuten, bei Probanden mit exekutiven Dysfunktionen bis ca. 15 Minuten. Die für die Auswertung benötigte Zeit liegt unterhalb von 5 Minuten.
In 2., vollständig überarbeiteter Auflage seit 2012 lieferbar.
2012