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Nahezu die Hälfte der Frauen gewinnen der Umbruchphase (Klimakterium) etwas Positives ab und hätten fast keine Beschwerden, berichtete die Berliner Psychologin Dr. Beate Schultz Zehden an einem Symposium am Stuttgarter Marienhospital. Viele Frauen, aber lange nicht alle litten unter Hitzewallungen oder Gereiztheit, Leistungsminderung und Schlafstörungen.
Als Beleg für diese Aussagen zitiert die Wissenschaftlerin aus zwei eigenen Studien: Für die erste befragte sie 230 Frauen zwischen 44 und 55 Jahren, für die zweite etwa tausend Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Demnach hatten tatsächlich 40 Prozent der Frauen keine Probleme mit den Wechseljahren, ein weiteres Drittel wertete die Befindlichkeitsstörungen als nicht gravierend.
Diese veröffentlichten Ergebnisse könnten vielen Frauen Angst vor den Wechseljahren nehmen, hofft Schultz-Zehden. Ausserdem bedeute das Ausbleiben der Regelblutung für viele Frauen eine Erleichterung: keine Menstruationshygiene, keine Verhütungsgedanken, keine Ängste vor ungewollten Schwangerschaften, keine Befindlichkeitsstörungen vor der Periode.
Über die Ursachen und Vehemenz der Wechseljahrbeschwerden machten sich Betroffene Gedanken. Noch vor zehn Jahren (1994) waren die meisten Frauen der Meinung, dass die Beschwerden vollumfänglich den Hormonveränderungen zuzuschreiben seien. Nur ein paar Jahre später änderte das Bild. 1997 meinte mehr als die Hälfte der Betroffenen, dass es an der Lebenseinstellung läge, wie stark man die Beschwerden als „Beschwerden“ empfände.
Das häufig zitierte "empty-Nestsyndrom" (leeres Nest-Syndrom) werde aber laut Schultz -Zehden überbewertet. Zwei Drittel der befragten Frauen gaben an, dass sie es geniessen würden, weniger Arbeiten zu müssen und mehr Freiraum für sich beanspruchen zu können.
Heute befinden sich jedoch wegen des steigenden Gebäralters immer mehr Kinder gerade in der Pubertät, wenn ihre Mütter in die Wechseljahre kommen. Unter jenen Frauen, denen speziell das Ende der Fertilität zu schaffen machte, waren auffällig viele kinderlos. Die Trauer über das Versäumte werde zum Auslöser einer Weiblichkeitskrise, vermutete Schultz–Zehden.
Hilfreich in dieser Lebensphase sei eine gute Partnerschaft, aber auch eine berufliche Tätigkeit. Was allerdings nicht heisse, dass Hausfrauen mehr unter klimakterischen Beschwerden leiden als Ausserhausberufstätige.