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Beno Eckmann wurde 1917 in Bern geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der ETH in Zürich, wo er so hervorragende Mathematiker wie Heinz Hopf, Michel Plancherel, George Polya und Paul Bernays als Lehrer hatte. 1941 doktorierte er bei Heinz Hopf mit einer Arbeit im Bereich der algebraischen Topologie. Nach seiner Habilitation war er an der Université de Lausanne tätig, zuerst als Privatdozent und ab 1945 als Professeur extraordinaire. Ein Forschungsaufenthalt in Princeton im Jahre 1947 ermöglichte es ihm, den Kontakt zu den Mathematikern in den USA wieder aufzubauen, der vorher wegen des Zweiten Weltkrieges jahrelang unterbrochen gewesen war. Kurz nach seiner Rückkehr nach Lausanne (1948) erreichte ihn der Ruf zum Professor an die ETH in Zürich. Dieser Schule blieb er treu, nicht nur bis zu seiner formellen Emeritierung im Jahre 1984, sondern bis heute: Seine Anwesenheit an der ETH im Rahmen des Forschungsinstitutes der Mathematik und seine wissenschaftlichen und persönlichen Beiträge zum mathematischen Leben an der ETH bleiben hoch geschätzt.
Das wissenschaftliche Werk von Beno Eckmann umspannt ein weites Feld mathematischen Gedankengutes, von der Topologie über die Geometrie und die homologische Algebra bis hin zur Gruppentheorie. In seinen Arbeiten hat er jeweils in sicherer Art das Wesentliche eines mathematischen Problems erkannt und mit Meisterschaft die Lösung dargestellt. Er hat viele grundlegende Entwicklungen der modernen Mathematik wegweisend beeinflusst: die algebraische Topologie hat er wesentlich ausgebaut, die Cohomologietheorie der Gruppen, die homologische Algebra und die Kategorientheorie zählen ihn zu seinen Mitbegründern.
Beno Eckmann widmete sich im Laufe seiner Tätigkeit an der ETH mit besonderer Hingabe den Doktorierenden: Über 60 Doktorate hat er als Referent betreut. Viele seiner Doktoranden sind später Professoren an Hochschulen des In- und Auslandes geworden. Sein eindrucksvoller “Doktorandenstammbaum”, der aus Anlass seines 80. Geburtstages von seinen Schülern in Barcelona zusammengestellt worden ist, führt über fünf Doktorandengenerationen und seine Äste enthalten Namen von Personen aus allen fünf Kontinenten.
Neben seiner rein wissenschaftlichen Tätigkeit übernahm Beno Eckmann auch viele andere Aufgaben. Er war von 1954 bis 1956 Vorstand der Abteilung für Mathematik und Physik der ETH, 1961/62 Präsident der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft, von 1956 bis 1961 Sekretär der Internationalen Mathematischen Union. Ausserdem war Beno Eckmann auch im Bereich der wissenschaftlichen Publikation tätig; während langer Jahre war er Mitherausgeber der berühmten Gelben Reihe, der Grundlehren der mathematischen Wissenschaften des Springer Verlags. In Zusammenarbeit mit dem Springer Verlag gründete er 1964 die Reihe Lecture Notes in Mathematics, die eine rasche Veröffentlichung mathematischer Forschungsresultate emöglichte. Seine grösste Leistung nichtwissenschaftlicher Art ist aber zweifellos die 1964 erfolgte Gründung des Forschungsinstitutes für Mathematik an der ETH, dem Beno Eckmann bis zu seiner Emeritierung auch als Direktor vorstand. Das Institut diente in den ersten Jahren dazu, den für die Mathematik so wichtigen Gästeaustausch zu erleichtern und die internationale Zusammenarbeit der Mitglieder des Departementes zu fördern. Aus kleinen Anfängen hat sich das Institut im Laufe der Jahre zu einem weltweit bekannten Zentrum mathematischer Forschung entwickelt. Es konnte im Sommer 2004 mit einem glanzvollen, hervorragend besetzten Kolloquium sein 40jähriges Bestehen feiern.
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2011
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| Last update:
22.3.2005 |
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