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Cabaret
Cabaret ist die (deutsch-)schweizerische Bezeichnung für ein Genre der Kleinkunst, das aus unterhaltsamen Nummernprogrammen bestand, mit gesanglichen, tänzerischen und artistischen Höhepunkten. Solche Darbietungen gab es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der ganzen westlichen Welt, etwa unter den Bezeichnungen Varieté, Music-Hall oder Vaudeville. Sie machten im 20. Jahrhundert zunehmend den Kinoveranstaltungen Platz und verschwanden, bis auf wenige Ausnahmen, durch den Bedeutungsgewinn des Fernsehens.
Die Bezeichnung Cabaret schliesst auch eine Spielart des politischen Kabaretts mit ein, die als Mischung von freundlicher Selbstkritik mit «geistiger Landesverteidigung» Erfolg hatte. An der Landi 1939 gab es ein eigenes Pavillon für das Cabaret.
Die Begegnung von Kulturen und Sprachen und die relative Meinungsfreiheit vor allem während der beiden Weltkriege sind spezifisch für das Schweizer Cabaret. Die Ensembles gastierten oft ohne feste Spielorte. Das von Emigranten 1916 gegründete Cabaret Voltaire in Zürich war Ausgangsort der Dada-Bewegung. Das Ensemble der Pfeffermühle mit Erika Mann war 1933 aus Deutschland emigriert, Cabaret Cornichon wurde 1933 gegründet, Cabaret Kaktus 1943, Cabaret Federal 1949. Die Verbindung dieser Ensembles mit dem Schweizer Film war eng. Autoren, Regisseure, Darsteller, Komponisten, Musiker übertrugen ihre Bühnenerfahrung auf dieses Medium.
Filmmusik
Das Genre Cabaret galt bis etwa 1960 als Inbegriff des Populären und war in Gestalt pointierter Dialoge und prägnanter Chansons im Spielfilm (Bäckerei Zürrer 1957, Hinter den sieben Gleisen 1959, Der 42. Himmel 1962) und im Werbefilm (Connaissez-vous ça? 1956) überaus präsent.
Filmkomponisten wie Walter Baumgartner, Huldreich Georg Früh, Hans Haug, Tibor Kasics, Werner Kruse, Rolf Langnese, Hans Moeckel oder Hans Steingrube waren auch oder vor allem für das Cabaret tätig. (Autor: Mathias Spohr)
Literatur
- Hans Amstutz, Ursula Käser-Leisibach, Martin Stern: Schweizertheater. Drama und Bühne der Deutschschweiz bis Frisch und Dürrenmatt, Zürich: Chronos 2000. ISBN 978-3-90531-345-1