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Die Stadt Lausanne will Juan Antonio Samaranch ehren, doch die Mehrheit des Stadtrats hat es abgelehnt, den IOC-Präsidenten zum Ehrenbürger zu ernennen. Ausschlaggebend war Samaranchs Vergangenheit im faschistischen Regime des spanischen Diktators Franco.
Um einen Affront gegenüber Samaranch zu verhindern, sollen dem 80-jährigen Spanier nun im Frühjahr von Stadtpräsident Jean-Jacques Schilt (SP) "die Schlüssel der olympischen Stadt", Sitz des IOC, überreicht werden.
"Die Ehrenbürgerschaft ehrt das Leben und das Werk eines Menschen als Ganzes. Die faschistische Vergangenheit kann unter diesen Umständen nicht verschwiegen und vergessen werden", erklärt Oscar Tosato, Präsident der Sozialisten im Lausanner Parlament, die ablehnende Haltung der Linken.
Samaranch war in den 50er und 60er Jahren Delegierter für Sport und körperliche Erziehung in Katalanien und später verantwortlich für ganz Spanien. Gleichzeitig sass er im franco-spanischen Parlament.
Samaranch wird auf der IOC-Session im Juli in Moskau nach 21-jähriger Amtszeit als Präsident abtreten. Ein IOC-Sprecher lehnte einen Kommentar zum Entscheid des Lausanner Stadtrats mit dem Hinweis ab, dies sei die Angelegenheit der Behörde und der politischen Parteien. Er fügte an, Samaranch habe nicht darum gebeten, Ehrenbürger zu werden.
swissinfo