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9x erwähnt - oder doch öfter?
In der Bibel (Luther Uebersetzung 1994) findet man zum Wort "tanzen" insgesamt sechs Stellen
im Alten Testament und drei Stellen im Neuen Testament. Die einen Stellen erzählen und
beschreiben einen Gott gefälligen Umgang mit dem Tanzen, andere wiederum einen Umgang,
der Gott nicht gefällt.
2Mo 32,19 Als Mose aber nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte
sein Zorn und er warf die Tafeln aus der Hand und zerbrach sie unten am Berge...
2Sam 6,16 Und als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, guckte Michal, die Tochter
Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen und tanzen vor dem HERRN und
verachtete ihn in ihrem Herzen.
2Sam 6,21 David aber sprach zu Michal: Ich will vor dem HERRN tanzen, der mich erwählt
hat vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause, um mich zum Fürsten zu bestellen über
das Volk des HERRN, über Israel,...
1Chr 15,29 Als nun die Lade des Bundes des HERRN in die Stadt Davids kam, sah Michal,
die Tochter Sauls, zum Fenster hinaus und als sie den König David tanzen und spielen sah,
verachtete sie ihn in ihrem Herzen.
Spr 26,7 Wie einem Gelähmten das Tanzen, so steht dem Toren an, von Weisheit zu reden.
Pred 3,4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit,tanzen hat
seine Zeit;...
Mt 11,17 Wir haben euch aufgespielt und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben Klagelieder
gesungen und ihr wolltet nicht weinen.
Lk 15,25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte
er Singen und Tanzen
1Kor 10,7 Werdet auch nicht Götzendiener, wie einige von ihnen es wurden, wie
geschrieben steht (2.Mose 32,6): »Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken,
und stand auf, um zu tanzen.«
Ist es nicht mit allem so, was Gott uns geschenkt hat, dass wir Menschen einen guten oder
schlechten Umgang damit pflegen können? Z.B. den Umgang mit dem Essen oder Trinken,
mit Beziehungen und Worten oder der Umgang mit unseren Ohren, Händen und Gedanken etc.
Aus diesen Beschreibungen wird eines klar ersichtlich: dass das Tanzen, die Bewegung, seit
Anfang ganz selbstverständlich zum Leben dazu gehört. Drehen und bewegen sich nicht auch
die Planeten und Sterne auf ihren von Gott zugewiesenen Wegen (Umlaufbahnen)? Und wie ist
das mit den Vögeln, die im und mit dem Wind tanzen? Mit einem Unterschied: Wir Menschen
können uns für den Umgang damit entscheiden.
Gott tanzt
Es gibt viele hebräische Wörter, die die Bewegung, den Tanz beschreiben und in den deutschen
Bibelschriften oft mit "fröhlich sein", "jauchzen", sich freuen" übersetzt sind.
Hier ein Beispiel zum hebräischen Wort "gul" (hüpfen) in der deutschen (Luther 1994) und
englischen Uebersetzung ("The Promise", Contemporary English Version, American Bible Society, 1995):
Zef. 3,17 Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird
sich über dich
freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit
Jauchzen fröhlich sein.
Yahweh your God is in your midst, a victorious warrior. He will exult over you with joy. He
will renew you by his love; He will dance with shouts of joy for you as on a day
of festival.
Eine Frage des Herzens
Die Frage nach dem Tanzen geht über die wortwörtlichen Erwähnungen in der Bibel hinaus. Sie geht
tiefer: Wohin richte ich mein Herz aus? Steht Gott in meinem Leben an erster Stelle? Liebe ich Jesus?
Was verbindet mich mit Ihm?
Tanze ich vor Gott, um Gott zu gefallen? Oder tanze ich, um jemandem (einem Mann,
einer Frau) zu gefallen? Tanze ich in der Hingabe zu Gott? Oder tanze ich in der Hingabe
und Abhängigkeit zu einem "goldenen Kalb", einem Götzen, meinen Vorstellungen?
2. Mose 15,20 Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre
Hand und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen.
Miriam the sister of Aaron was a prophet. So she took her tambourine and led the other
women out to play their tambourines and to dance.
2Kor 3,3
Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch
unsern Dienst
zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht
auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen.
Der Leib in Gleichnissen und Bildern
Jesus benutzt in seinen Gleichnissen, die er den Menschen zum Verständnis des
Himmelreichs Gottes erzählt, immer alltägliche, für die Menschen in ihren damaligen
Lebensumständen nachvollziehbare Bilder. Nicht selten benutzt er für seine Gleichnisse
auch den Körper als Abbild dafür, wie Gott die Beziehung zu ihm und unter einander
sieht.
Joh 2,19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen
will ich ihn aufrichten. (Jesus auferstand leiblich drei Tage nach seinem Tod und setzte damit
den neuen Tempel in Kraft, in dem Menschen Gemeinschaft mit Gott haben können.)
Röm 6,13 Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder
hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern
gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott
als Waffen der Gerechtigkeit.
1Kor 12,12 - 20 Denn wie der Leib "einer" ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes
aber, obwohl sie viele sind, doch "ein" Leib sind: so auch Christus. ... Nun aber hat Gott die
Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat. Wenn aber alle Glieder "ein"
Glied wären, wo bliebe der Leib? Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist "einer."
Leben in Gott - als Ausgangpunkt zum Tanzen und Bewegen
In Jesus Christus sind wir neue Menschen, eine neue Schöpfung, der inwendige Mensch lebt
im Geist Gottes und ist durch den Glauben an Jesus Christus rein gewaschen. Dennoch leben
wir auf dieser Erde in einem irdischen Körper.
1Kor 15,40 Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere
Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen.
Auf dem Weg sein mit Jesus - dem Fleisch (Körper, Leib) gewordenen Wort Gottes - heisst auch:
dass dieser inwendige, neue Mensch immer mehr durch unseren irdischen Körper hinaus strahlt.
Gottes Herrlichkeit wird, wenn wir mit IHM unterwegs sind, in unseren und durch unsere Leben -
in dem, wie wir sind und was wir tun - immer sichtbarer. Es ist unsere Entscheidung, von Gottes
Gegenwart durchdrungen zu werden. Gott hat sich bereits dafür entschieden.
Apg, 17,28 "Denn in ihm leben, weben (bewegen) und sind wir; ..."
Der bewegte und bewegende Christus
Als Nachfolger Christi ist es wichtig, das Leben Jesu als Ganzes zu studieren. Tun wir das
unter dem Blickwinkel der Bewegung - was des Tänzers Eigenart ist - wird deutlich, wie
viel und ungezwungen sich Jesus (als Körper, Leib) in und durch Räume und Zeiten, mit
Aktionen und durch Beziehungen bewegt. Er geht auf und ab, reibt und spuckt, legt Hände auf
und spricht Bände allein durch das malen im Sand (-> non verbal communication als Teil des
Tanzens), legt sich hin und aufersteht, läuft hin und her durch die Landschaften, auf Berge,
durch Täler und über Seen, stehts in Beziehung zu sich, seinem Vater und seiner Umwelt
und verbindet die Vergangenheit (Gesetz) mit der Gegenwart (Gnade) und der Zukunft
(Himmelreich Gottes).
Als Christen sind wir dazu berufen, in Jesus zu leben und wenn wir das tun, sagt uns Jesus zu,
das wir das Gleiche tun werden, wie er - d.h. auch wir bewegen uns. Wir sind dazu berufen,
Gottes Herrlichkeit zu reflektieren und das tun wir nicht, weil wir so toll wären, sondern weil
Gott es so will - egal, ob wir das Leben tanzen oder musizieren oder malen oder bildhauen oder
sonst wie gestalten. Wichtig ist einzig und allein, zu lernen, das zu tun, was der Vater tut und
was Jesus auf dieser Erde tat.
Joh. 5,19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn
kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das
tut gleicherweise auch der Sohn.
Tanzen - ein Geschenk von Gott
Tanzen ist eine Kunstform von vielen, die Gott nutzt, um uns selbst und durch uns
Herzen zu
bewegen und zu berühren.
Wer ein solches Talent bekommen hat ist dazu angehalten, es auch zu vermehren, d.h. das
Instrument zu stimmen, zuzubereiten, zu üben und den "tänzerischen Wortschatz" so zu
erweitern, dass Gott möglichst gezielt durch Bewegungen "rede" kann - wie eben auch in der
Prophetie üblich.
Schriften zum Tanz in der Bibel (von Astrid Künzler-Büchter)
-> Anhang zur Diplomarbeit am Laban Center: "Historical and cultural background of dance
in Christianity an dthe Christian Church", 1998
-> Essay: "Tanz als Choreografie und Improvisation", 1998
-> Artikel im W5: "Meinen Tanz gib mir heute - Hintergrund und Geschichte des Tanzes", 1998
-> Essay: "Tanz - die besondere Art der Kommunikation", 1998
-> Zusammenfassung: "Texte und Auszüge zur europäischen Tanzgeschichte", 1999
-> Artikel "Kirche und Welt": "Wenn Gott kommuniziert, tanzt er auch", 1999