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Petersdom
Sankt Peter im Vatikan in Rom, auch Basilica Sancti Petri in Vaticano, Petersbasilika, vatikanische Basilika oder Templum Vaticanum), ist die größte der Päpstliche Basilika in Rom und eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt. Die Peterskirche wird wegen des Grabes des Apostels Simon Petrus unmittelbar mit dem Papsttum in Verbindung gebracht, ist jedoch nicht die Kathedrale des Bistum Rom; dies ist die Lateranbasilika. Der Petersdom ist die Patriarchal Kathedrale der Römischen Kirche und Sitz des Papstes als Patriarch des Abendlandes.
Papst Cletus I lies die Kirche als Grabeskirche über dem Grab des Apostels Simon Petrus errichten, dem sie geweiht ist. Sie ist Sitz des Lateinischen Patriarchen des Abendlandes also des Papstes.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte[Bearbeiten]
Vatikanische Nekropole[Bearbeiten]
Im 1. Jahrhundert n.Chr. lag der Vatikanischer Hügel außerhalb des antiken Rom auf der westlichen Tiberius seite gegenüber dem mit öffentlichen Einrichtungen bebauten Campus Martius. Caligula ließ dort einen Circus errichten. Kaiser Nero fügte zum Circus einen Palast und eine Brücke über den Tiberius hinzu, von der heute nur noch wenige Spuren im Fluss zu sehen sind. Wie auf fast allen Seiten war das antike Rom auch auf dem ager Vaticanus von Gräbern umgeben. Nach der Überlieferung wurde der Apostel Petrus im Herbst 67 im Circus des Caligula mit dem Kopf nach unten gekreuzigt und fand hier seine letzte Ruhestätte.
Bei Ausgrabungen im Auftrag Pius XII. um 1950 wurde eine Gräberstraße unter der Basilika St.Peter freigelegt. In dem Anfang des 4.Jahrhunderts zugeschütteten Friedhof wurden bei den Ausgrabungen zahlreiche Grabhäuser mit Stuck, Wandmalereien und Mosaiken und vereinzelten christlichen Gräbern freigelegt. Es wurden auch Knochen in dem mutmaßlichen Petrusgrab gefunden, allerdings nicht im Boden, sondern in einer seitlichen Stützmauer, die als rote Mauer bezeichnet wird. Die Theorie, die Gebeine seien bei den letzten schweren Verfolgungen in einer mit Petrus graffiti überzogenen Loggia bei den Katakomben von San Sebastiano fuori le mura aufbewahrt worden und erst von Papst Felix III. in der Mauer beigesetzt worden, vermag bis heute viele Kritiker nicht zu überzeugen. Während die Frage nach den Gebeinen darum offen bleiben muss, kann seit den Ausgrabungen als gesichert gelten, dass zumindest Anfang des 4.Jahrhunderts die verehrte Stätte als Grab des Petrus angesehen wurde. Die heutige Kuppel des Petersdoms befindet sich genau über diesem Grab.
1637 wurde Bernini, der nach Madernos Tod 1629 die Stellung des leitenden Architekten übernommen hatte, vom Papst beauftragt, die Glockentürme und die Fassade zu überarbeiten. Diese wurden im Jahr 1641 feierlich eingeweiht. Ab 1642 wandte sich Bernini fortan der künstlerischen Ausgestaltung der Basilika und dem Bau der Kolonnaden zu.
Petersplatz[Bearbeiten]
Der von Bernini geplante, 240m breite, ovale Petersplatz geht an der Seite zur Kirche hin in ein Trapez über. Dies lässt die breite Fassade der Basilika schmaler wirken und betont die Kuppel. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk, der aus dem Circus des Caligula und Nero stammt, in dem Petrus der Überlieferung zufolge hingerichtet wurde. Dieser Circus lag in der Antike links von der heutigen Basilika St. Peter. Im Fuße des Obelisken soll sich die Asche von Gaius Iulius Caesar, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Christi befinden. Der Altes Ägypten Obelisk hat ein geschätztes Gewicht von 322t und steht auf einem Fundament mit vier Bronzelöwen. Seine Aufrichtung 1586 auf dem Petersplatz unter Domenico Fontana war eine technische Meisterleistung der Zeit. Auf beiden Seiten befindet sich ein je 14m hoher Brunnen. Der rechte wurde 1613 unter Paul V. von Carlo Maderno, der linke 1677 von Carlo Fontana gestaltet.
Die den Platz umsäumenden Kolonnaden sind 17m breit und symmetrisch zu zwei Brennpunkten wenige Meter nördlich und südlich des Obelisken. Hier ist im Boden je eine Platte mit der Inschrift „Centro del Colonnato“ eingelassen. Steht man auf einer der Platten, sind alle vier Säulen der entsprechenden Kolonnadenhälfte exakt hintereinandergereiht, sodass die Kolonnade aus nur noch einer Säulenreihe (statt vier hintereinander) zu bestehen scheint. Oberhalb der 284 in 71 Viererreihen angeordneten Säulen befinden sich 140 Statuen von Heiligen, die von 1667 bis 1669 unter Alexander VII. und Clemens IX. aufgestellt wurden.
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Innenfläche des 211,5m langen und 132,5m hohen Baues beträgt rund 15.160m² und bietet etwa 25.000 Menschen Platz. Damit verfügt der Petersdom über einen der größten Innenräume der Welt. Das Langhaus hat eine Länge von 222m und eine Breite von 37,50m, das Querschiff ist 158m breit. Die Bauzeit betrug rund 120 Jahre.
Im Inneren der Basilika, die neben einer Hauptkuppel acht kleinere Nebenkuppeln besitzt (zwei weniger als geplant), befinden sich etwa 800 Säulen und 390 Riesenstatuen aus römischem Travertin aus Tivoli, Carrara-Marmor, Stuck und Bronze sowie 45 Altäre.
Die Proportionen des Innenraumes erwecken durch die überproportionierte Gestaltung der Statuen, Säulen, Bilder und Altäre den Eindruck der starken Verkleinerung beim Besucher und versetzen ihn dadurch quasi in die Rolle eines staunenden Kindes.
Vierung[Bearbeiten]
In der Vierung, direkt unterhalb der Kuppel, befindet sich der Papstaltar mit Berninis über 30 Meter hohem Bronzebaldachin, der von 1624 bis 1633 entstand. Dafür wurde Bronze von der antiken Decke der Vorhalle des Pantheons verwendet.
Darunter liegt die Confessio mit der Palliennische. Gemäß einer Überlieferung soll dort das Grab Petri liegen. Der Confessio gegenüber, in den vatikanischen Grotten, befinden sich eine Statue Papst Pius VI., sowie einige Papstgräber.
Jede der vier Kuppelpfeilernischen ziert eine etwa 4,50m hohe Marmorstatue: der hll. Veronika, Helena, Longinus und Apostel Andreas. Sie verweisen auf die Reliquien, die im jeweiligen Pfeiler in einem Tresor aufbewahrt werden, beziehungsweise früher aufbewahrt wurden: das Schweißtuch der Veronika, ein Stück vom heiligen Kreuz, die Heilige Lanze und das Haupt des Apostels Andreas. Die Statuen wurden von vier Bildhauern gefertigt: Longinus von Bernini, Andreas von François Duquesnoy, Veronika von Francesco Mochi und Helena von Andrea Bolgi.
Vatikanische Grotten[Bearbeiten]
Die vatikanischen Grotten befinden sich auf dem Bodenniveau der konstantinischen Basilika. Um das Petrusgrab herum, das auch hier die räumliche wie geistige Mitte bildet, sind fünf Nationalkapellen angeordnet. Zuletzt wurde Philippus I. in den Grotten beigesetzt.
Bronzestatue des hl. Petrus[Bearbeiten]
Die berühmte Petrusstatue befindet sich im Hauptschiff. Ihr rechter Fuß ist bereits stark abgeflacht, denn seine Berührung soll Segen bringen. Angeblich wurde der Fuß im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ersetzt. Es ist sicher, dass diese Bronzefigur von Arnolfo di Cambio angefertigt wurde.
Michelangelos Pietà[Bearbeiten]
Michelangelos Römische Pietà befindet sich in der ersten Seitenkapelle des rechten Seitenschiffs (in der Nähe der Heiligen Pforte). Sie ist 1,75m hoch und ruht auf einer 1,68m breiten Standplatte. Der Auftrag wurde von dem Kardinal Jean de Villiers de la Groslaye erteilt. Michelangelo vollendete dieses Werk im Jahr 1500, als er 25 Jahre alt war. Auf dem Brustband Mariens befindet sich die Inschrift MICHAEL.A[N]GELVS.BONAROTVS.FLORENTIN[VS].FACIEBA[T] (Der Florentiner Michelangelo Buonarroti hat sie gemacht). Nachdem die Pietà 1972 bei einem Attentat schweren Schaden gelitten hatte, wurde sie nach den Restaurierungsarbeiten hinter Panzerglas wieder aufgestellt. In der Sakristei der Basilika St.Peter (links vom Altar) gibt es eine Nachbildung der Pietà, die man aus nächster Nähe betrachten kann.
Berninis Cathedra Petri[Bearbeiten]
Die 1666 von Bernini geschaffene Cathedra Petri befindet sich in der Apsis. Es handelt sich dabei um einen Bronzemantel eines darin befindlichen Stuhl aus Holz, die dafür gehaltene Kathedra des Apostels Petrus. Bis Heute nehmen die Päpste feierlich Platz auf der Kathedra und werden darauf auch Gekrönt, dafür wird ein Kunstruckt gefertigt.
Besucher[Bearbeiten]
2007 besuchten täglich durchschnittlich 25.000 Menschen die Basilika. Damit gehört sie zu den meistbesuchten Orten der Welt. Vor dem Eintritt müssen die Besucher umfangreiche Sicherheitskontrollen passieren. Ebenso wird auf angemessene Kleidung geachtet; Schultern und Knie müssen beim Besuch des Petersdoms in jedem Falle bedeckt sein.