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Nach Content Surveyor (Test in IW 5/2002) ist Superior Search bereits das zweite Produkt der deutschen Firma NeuroPower, die sich der Forschung und Entwicklung im Bereich der Interaktion zwischen Mensch und Computer verschrieben hat. Auch in Superior Search sind zahlreiche Erkenntnisse aus der Computerlinguistik und den Forschungssektoren Wissensbeschaffung, Text Mining, Information Filtering und intelligenter Textanalyse eingeflossen.
Simple Bedienung
Wie der Name impliziert, handelt es sich bei Superior Search um ein Programm zur Suche von Dateien und Dokumenten, wobei das Tool "superior" sein soll, kurz: mit schnelleren und besseren Resultaten als etwa die in Windows eingebaute Suchfunktion.
Die Arbeit mit der Standardoberfläche des NeuroPower-Programms ist relativ simpel. Neben der Eingabe des Suchtextes sind die Definition der zu durchsuchenden Dateitypen sowie die Auswahl der Laufwerke und Verzeichnisse möglich. Zusätzlich kann angegeben werden, ob auch die Unterverzeichnisse, sogenannt einfache Dateien und (komprimierte) Dateiarchive durchsucht werden sollen.
Zusätzlich stehen in der einfachen Suchmaske einige Optionen zur Verfügung: So ist es etwa dem User überlassen, ob die Gross- und Kleinschreibung berücksichtigt werden soll und ob nur ganze Wörter als Fundstelle anerkannt werden.
Eine erste Besonderheit findet sich ebenfalls in den einfachen Optionen. Superior Search lässt dem Anwender die Wahl, ob die Suche "genau" oder aber nach Fuzzy-Logic durchgeführt werden soll.
Bei der genauen Suchfunktion, die grundsätzlich nur exakte Übereinstimmungen zwischen dem gesuchten Wort und einer potentiellen Fundstelle auflistet, wird zudem zwischen den Bool'schen Operatoren "and" und "or" unterschieden, so dass auch mehrere Suchbegriffe zu guten Suchergebnissen führen.
Die Fuzzy-Suche dagegen arbeitet "unscharf", was bedeutet, dass sämtliche Wörter als Fundstelle anerkannt werden, die dem eigentlich gesuchten Begriff in der Schreibweise ähneln. Sucht man also beispielsweise nach "Test", werden auch "West", "Tast" oder "Best" gefunden. Der grosse Vorteil der Fuzzy-Suche ist allerdings ihre Fehlertoleranz: Werden Suchbegriffe falsch getippt, also beispielsweise "Internt" statt "Internet", findet die Suche dennoch alle Dokumente, in denen "Internet" vorkommt - plus solche mit "Internat".
Anspruchsvolle erweiterte Optionen
Neben den Standard-Suchoptionen bietet Superior Search auch weitergehende Funktionalitäten. So werden auf Wunsch spezielle Dokumentenfilter angewandt, die für eine Lesbarkeit der Texte unabhängig von der Dateiendung sorgen. Alternativ dazu werden Dokumente direkt durchsucht, was aber dazu führen kann, dass bestimmte Zeichensätze nicht erkannt und einige Texte deshalb nicht berücksichtigt werden. Unterstützt werden derzeit ANSI-, OEM- und Unicode-Zeichensätze.
An besonderen Optionen bietet Superior Search schliesslich die Möglichkeit, auch binäre Dateien (beispielsweise .exe- oder .dll-Files) zu durchsuchen.
Wie bei der Windows-Dateisuche kann auch bei Superior Search der Suchvorgang über Datumsangaben sowie Dateigrössen zusätzlich eingeschränkt werden.
Hoher Ressourcenverbrauch
Im direkten Leistungsvergleich mit der Dateisuche von Windows 2000 Professional vermochte Superior Search in unserem Test allerdings nicht zu überzeugen. Insgesamt dauert die Suche teils wesentlich länger (was allerdings durchaus verständlich ist, durchsucht Superior Search je nach Optionen doch wesentlich mehr Dateien). Ausserdem belegt das NeuroPower-Programm einen Grossteil der Rechnerressourcen für sich, eine Performance-Einbusse bei anderen Tasks ist mitunter spürbar.
Bei einfachen Suchen nach Textstellen in Word- und ähnlich verbreiteten Dateien ist Windows mit seiner Dateisuche damit klar im Vorteil: Zu der höheren Performance kommt, dass beide Tools ähnlich akkurat arbeiten und Superior Search auch nicht mehr Fundstellen aufstöbert.
Anders sieht das Bild dagegen bei speziellen Dateien aus, etwa gepackten Archiven wie .zip oder .cab, aber auch beim zunehmend beliebten PDF-Format. Hier findet Superior Search zuverlässig alle Dokumente und Textstellen, die den gesuchten Begriff beinhalten, während die Windows-Dateisuche vor diesen Dateien passen muss.
Bei passwortgeschützten Archiven ermöglicht Superior Search sogar on the fly die Eingabe des Kennworts, so dass auch diese Dateien bei der Suche nicht aussen vor bleiben müssen.
Praktische Dateivorschau
Vorteile besitzt Superior Search auch beim Anzeigefenster der Fundstellen. Hier werden zwar - wie in der Windows-Dateisuche - Dateiname, Pfad, Dateigrösse und Erstellungsdatum angezeigt, aber das NeuroPower-Tool bietet zusätzliche Funktionen.
Sehr praktisch ist etwa die Vorschau auf die Fundstellen, die auf Mausklick sofort in einem zusätzlichen Fenster geöffnet wird und den gesuchten Begriff farbig markiert. Diese Funktion ist insbesondere nützlich, wenn der Suchbegriff in einem Dokument gefunden wird, das mit keinem Programm auf dem Rechner verknüpft ist. Zusätzlich wird so ein schneller Scan durch die meist mehreren gefundenen Dokumente ermöglicht, was das Auffinden des tatsächlich gesuchten Textes beschleunigen kann.
Schliesslich verfügt Superior Search auch über eine Protokoll-Datei, in der allfällige Probleme bei der Suche oder Konvertierung der Dateien aufgelistet werden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Superior Search sicher kein Tool für Jedermann ist. Für Standard-Aufgaben ist die Windows-Dateisuche ebenso geeignet und erst noch schneller. Seine Trümpfe spielt Superior Search dagegen aus, wenn Archive
und Spezialfiles durchsucht werden müssen. Wer häufig umfangreiche PDF-Sammlungen durchsuchen muss, wird das NeuroPower-Tool als willkommene Ergänzung seiner Werkzeugbox schätzen lernen.