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Der Betrieb existiert seit fast 400 Jahren und liegt direkt hinter der Stadtmauer. Es gab früher oft Besitzerwechsel, Mitte des 19. Jahrhunderts kaufte das renommierte Hotel Schweizerhof den Hof und produzierte hier Gemüse, Früchte, Blumen und Fleisch für seine Gäste. Mit dem zweiten Weltkrieg brach jedoch der Tourismus ein und der Betrieb musste 1945 an die Stadt verkauft werden. 1965 entstand der Sportplatz an der Stadtmauer, die Betriebsfläche des Hofes wurde damit noch kleiner. Im Jahr 2000 wurde der Betrieb vom Ehepaar Fassbind als Nebenerwerbsbetrieb gepachtet und gleich auf Bio umgestellt. Mit 2,4 ha ist der Betrieb zu klein, um direktzahlungsberechtigt zu sein. Ab 2008 wurde offensichtlich, dass die Gebäude baufällig waren. Um das Gelände und den Betrieb langfristig zu erhalten, wurde 2013 die gemeinnützige Stiftung «Kultur- und Lebensraum Musegg» gegründet.
Die Stiftung verfolgt die Ziele:
- den natürlichen Lebensraum und die heimische Tierwelt an der Museggmauer, der eigentlichen Stadtmauer, zu erhalten;
- den Betrieb zu öffnen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen, um das allgemeine Verständnis für kulturelle und ökologische Werte in der Öffentlichkeit zu fördern;
- ein Bildungs- und Vermittlungsangebot zu etablieren;
- und die Infrastrukturen zu sanieren, um den Betrieb langfristig zu erhalten und attraktiver zu machen.
Über mehrere Jahre, mit mehreren längeren Pausen, erfolgten auf dem Kulturhof diverse Umbauten: die Kleintierstallungen sowie das Dach mit Fotovoltaik-Anlage, Hausumbau mit neu einer zweiten Betriebsleiterwohnung. Seit 2015 ist die Hofbeiz im Sommer in Betrieb, seit 2017 wird diese mit der Heubühne als überdachtes Gastro- und Kulturlokal ergänzt.