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Die vor über 600 Jahren erbaute Susta liegt im historischen Dorfkern von Splügen. Ursprünglich wurde das Gebäude – eine sogenannte Sust – als Rast- und Warenumschlagplatz für Säumer und ihre Lasttiere errichtet, die reich bepackt über den Splügenpass kamen.
Verfügbarkeit
Beschreibung & Geschichte
Die Susta ist ein auf einem Sockel aufgesetzter Strickbau mit Laube und liegt an der alten Passstrasse, mitten im historischen Dorfkern von Splügen. Sie besteht aus einem 600 Jahre alten, fünfstöckigen Turmhaus und dem vor 500 Jahren angebauten Saalbau. Das Baudenkmal war ehemals das Wohn- und Arbeitshaus eines Sustmeisters, dem sogenannten Teiler von Splügen. Unter seiner Aufsicht wurde vom 14. bis ins 19. Jahrhundert die herantransportierte Ware der Säumer, die über den Splügenpass kamen, für den Weitertransport auf andere Säumer umverteilt.
Dort, wo früher die bepackten Zugtiere abgeladen und eingestallt wurden, wo die Waren gelagert und wo die Säumer untergebracht und verköstigt wurden, entstanden während der aufwendigen Restaurierung des Baudenkmals im Jahr 2010 historische Wohnräume mit zeitgemässem Komfort. Bei der Restaurierung wurde grosser Wert daraufgelegt, die historische Bausubstanz zu erhalten. So wurden die Wandöffnungen, durch welche früher der Pferdemist entsorgt wurde, nicht etwa zugemauert, sondern aufwendig verglast.
So geben sie heute den Blick frei zum Stutzbach, der plätschernd am Baudenkmal vorbeifliesst. Auch der Wohnteil des Sustmeisters präsentiert sich heute restauriert nach allen Regeln der Denkmalpflege.
Die Susta befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
Baukulturelle Besonderheiten
Die Susta liegt im historischen Dorfzentrum von Splügen. gegen Westen steht das Haus in direkter Nachbarschaft zum Gemeindehaus. Die alte Transitstrasse führte direkt am Gebäude vorbei. Genauso wie die geografische, bzw. topographische Lage scheint auch die Bausubstanz des Hauses zweigeteilt zu sein: Zur Hälfte könnte man das Gebäude zum Oberdorf (Steinfassaden) zählen, zur anderen Hälfte zum Unterdorf (tendenziell Holzfassaden). Das sogenannte Haus des Teilers wurde im 14. Jahrhundert als fünfstöckiges Turmhaus erbaut, mit zwei Kellern im Unter- und Erdgeschoss, einem Feuerhaus (Küche) im ersten Obergeschoss, einer Stubenetage und einem darüberliegenden Schlafspeicher.
Nördlich vom Turmhaus stand eine mehrstöckige Sust als Warenlager. Bei einem Dorfbrand im August 1716 wurde das Haus zerstört. Das Warenlager wurde unmittelbar darauf wiederaufgebaut, Ddas Teiler-Haus jedoch erst 1718 fertiggestellt. Neu bestand es aus zwei Kellergeschossen (als Rossstallungen und Vorratsräume genutzt), einem zweistöckigen Wohngeschoss mit je einem Korridor als Warenlager, einer Stube mit einem gemauerten Ofen und einer Nebenstube sowie einer grossen Küche. Im Dachgeschoss befanden sich zusätzlich mehrere Schlafkammern.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Wohnung im ersten Obergeschoss in zwei Wohnungen aufgeteilt. Bei der Renovierung des Hauses 1987 baute man das Dachgeschoss als vierte Wohneinheit aus. 2009-2010 wurde eine grosse Gesamtsanierung und Renovation mit einem Rückbau zur historischen Bausubstanz durchgeführt, bei der insgesamt sechs Wohneinheiten mit zeitgemässen Nasszellen, Küchen, Heizungen und Warmwasser entstanden.
- Eine historische Aufnahme von Splügen, welche den ungezwungenen Umgang mit salzbelasteten Verputzen vor der Einführung industriell hergestellter Baustoffe deutlich macht.
Information zur ferienwohnung
- Grundriss
Die 1.5-Zimmerwohnung mit einem Doppelbett wurde mit modernen Küchen- und Sanitäreinrichtungen ausgestattet und mit erlesenen Möbeln eingerichtet.
Die Susta ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Da die alte Raumstruktur weitgehend belassen wurde, ist das Haus nicht hindernisfrei. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet,
möchten wir Sie darauf hinweisen, dass insbesondere die seit Jahrhunderten ausgetretenen Holzböden und die hohen Türschwellen eine gewisse Gefahrenquelle bergen.
Personen: 2 (plus 1 Baby bis 2 Jahre)
Zimmer: 1 Doppelzimmer, Babybett und -Stuhl auf Anfrage.
Saison: Ganzjährig
Kurzferien: Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mindestens 3 Nächte)
Höhe: 1475 m ü. M.
Haustiere: Auf Anfrage erlaubt
ÖV: Mit dem Bus 171 Richtung Bellinzona, Stazione bis Splügen. Die Bushaltestelle befindet sich rund 300 m von der Susta entfernt.
Parkplatz: Öffentliche Parkplätze bei der Bushaltestelle Splügen Dorf
Aussenbereich: Gedeckte Laube
WLAN: Ist vorhanden
Heizung: Zentralheizung im ganzen Haus (Erdwärme)
Ofen / Cheminée: keine
Küche: Nespresso Kaffeemaschine, Geschirrspüler, Fondue- und Raclette-Set vorhanden
Extras: Das Schlafzimmer und die Stube befinden sich in einem Raum. Die Böden bestehen aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen.
Lage
Lage
Das Dorf Splügen liegt auf 1457m Höhe im Rheinwald am Hinterrhein, an der Verzweigung der Routen zum Splügenpass und zum San Bernardino.
Geschichte
Splügen wurde wegen seiner Lage am Fuss des schon von den Römern begangenen Splügenpasses über Jahrhunderte hinweg vom Transit geprägt. Im späten 13. Jahrhundert von Walsern besiedelt, bildete bis ins 19. Jahrhundert der Warentransport die Haupteinkommensquelle der Bevölkerung, was sich auch in der Architektur widerspiegelt. Die braungebrannten Walserhäuser, die stolzen Palazzi sowie die mächtigen Susten sind Zeugen dieser Zeit. Aus diesem Grund wurde das Dorf von der Denkmalpflege als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft und 1995 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet, welcher das Bestreben honoriert, althergebrachte, wertvolle Bausubstanz zu erhalten und diese sinnvoll mit der Gegenwart zu verflechten.
Ausflüge
Der Kultur- und Weitwanderweg Via Spluga führt vom Dorf Splügen auf den Splügenpass und weiter in das italienische Städtchen Chiavenna. Das Skigebiet Splügen-Tambo, am Fuss des Pizzo Tambo an der Grenze zu Italien, ist der Hauptanziehungspunkt im Winter. Gut präparierte Loipen entlang der Winterwanderwege bieten auch für Langläufer ausreichend Möglichkeiten. Wir empfehlen den Besuch der Via Mala (Schlechte Strasse). Die über Jahrtausende vom Gletscher geformte und von den Reisenden gefürchtete Schlucht ist seit jeher ein mystischer Ort, wo heute noch viele Geschichten und Sagen entdeckt werden können.