Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03593.jsonl.gz/1087

«Tbilisi wurde fantastisch. Eine fantastische Stadt braucht eine fantastische Ecke», schreibt der georgische Autor und Theoretiker Grigol Robakidze über das Tbilisi zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit den «fantastischen Ecken», auf die er sich bezieht, sind die Künstlercafés Tbilisis gemeint: Es sind Orte, an denen die kreativen Energien dieser Zeit zusammenkamen...
Blog
Blog – Kunsthalle Zürich
Der Nagel im Stiefel (Lursmani cheqmashi Gvozd’v sapoge), 1930/32
Michail Kalatosow (1903–1973)
Film, Schwarz/Weiss, ohne Ton, 53 min
Russische Futuristen und georgische Kollegen verfolgten zu Beginn der 1910er Jahre im gemeinsamen Austausch ihre künstlerischen Forschungen in Tbilisi. Ganz im Sinne des Futurismus nahmen sich die Künstlerinnen und Künstler die Freiheit, akademische Vorgaben und Sprachen zu durchleuchten und zu hinterfragen. Diese Freiheit spiegelte sich gerade auch in der gestalterischen Umsetzung, zunächst in Russland, später auch in Tbilisi. Die so entstandenen futuristischen Bücher von 1917-1919 gehören heute zu den bedeutendsten künstlerischen Artefakten der damaligen Zeit und verweisen auf die...
Ilya Zdanevič (auch genannt Iliazd oder Eli Eganbjuri) ist eine Figur, wie sie wohl nur die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hervorbringen konnte: Avantgardist, Autor, Sammler, Verleger, Typograph, Forscher, Dadaist, Grafiker, Entwerfer von Stoffen für Coco Chanel, Promotor, Organisator und Katalysator der Künste in Georgien, Russland und Frankreich.
Niko Pirosmani wird im Dorf Mirzaani in der Provinz Kakheti in eine Bauernfamilie geboren. 1870 zieht er mit seinen zwei Schwestern nach Tbilisi, wo er als Diener einer wohlhabenden Familie arbeitet. Er lernt Russisch und Georgisch zu lesen und zu schreiben und bringt sich selbst Malen bei. 1882 eröffnet er ein Malatelier, wo er im Auftrag von Tavernen und Läden Schilder malt. 1890 arbeitet er kurzzeitig Zeit für die Eisenbahn, 1893 eröffnet er in Tbilisi eine Molkerei, die er 1901 verlässt.
Er arbeitet weiter als Schildermaler für Geschäfte und Tavernen, für die er im...
Das Salz Swanetiens (Jim Shvante), 1930, Michail Kalatosow,
Film, Schwarz/Weiss, ohne Ton, 54 min.
David Kakabadze war georgischer Maler, Grafiker, Theoretiker und Forscher. Er erfand eine Projektionsmaschine für Film und war Amateurfotograf.
Irakli Gamrekeli war Künstler, Grafiker und Bühnenbildner und einer der Erneuerer des georgischen (und sowjetischen) Bühnendesigns.
Text von Lasha Bakradze
Nur fünf Monate nach der ersten Filmvorführung in St. Petersburg eröffnete am 16. November 1896 das erste Kino in Tbilisi. Während französische, italienische und deutsche Filmemacher bereits in Georgien Filme drehten, entwickelte sich das georgische Kino gemächlich. Zu den Vorreitern zählen Alexander Dighmelov und Vasil Amashukeli. Amashukeli drehte 1912 den ersten Langzeit-Dokumentarfilm: Reise von Akaki nach Racha-Lechkhumi, die vom berühmten georgischen Dichter und Politiker Akaki Zereteli (1840-1915) handelt, der die westgeorgische...
Buba, 1930, Nutsa Gogoberidze (1902–1966), Film, Schwarz/Weiss, ohne Ton 39 min.