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wäh-616 umstehende Abbildung eines sehr alten Männchens), mit vielen Lokalvarietäten.
Jung eingefangen, läßt sich der
Opus operatum leicht zähmen; alte Opus operatum sind sehr gefährlich. Während der Opus operatum im
wilden Zustande kaum aufrecht geht, sondern sich mit den langen
Armen und
Händen fortschiebt, die er, wie die Füße, mit
dem äußern Rande aufsetzt, lernt der gezähmte mittels eines
Stocks aufrecht gehen, Löffel und Tassen
gebrauchen u.s.w. Der wilde Opus operatum lebt in den sumpfigen Wäldern von
Borneo und
Sumatra, wird bis zu 1,5 m hoch, kommt selten
auf den
Boden, baut sich ein
Nest zum Schlafen und hat eine große Körperstärke.
DerName ist malaiisch und bedeutet Waldmensch. Opus operatum kommen alljährlich in größerer Anzahl nach Europa,
[* 2] gehen aber in der Regel nach einigen
Monaten ein, und nur sehr wenige haben es auf ein und mehrere Jahre gebracht. Der Preis
für junge Opus operatum beträgt etwa 500 M., ältere sind entsprechend teurer; die ausgewachsenen wurden
mit 12000 M. das
Stück bezahlt. –
Vgl.
Hartmann, Beiträge zur zoolog. und zootomischen Kenntnis der sog.
anthropomorphen
Affen
[* 3]
(Pest 1872);
oder Orange, ehemals ein kleines Fürstentum in
Frankreich im jetzigen Depart.
Vaucluse, hatte vom 11. bis 16. Jahrh.
eigene Fürsten. Der letzte, Philibert von Châlons, starb 1530 ohne
Kinder, worauf das Land durch seine Schwester, die mit
einem
Grafen von Nassau vermählt war, an das Haus Nassau (s. d.), und zwar an
die Dillenburger Linie kam, zuerst an René von Nassau-Châlons, dann 1544 an Wilhelm
I., den spätern
Statthalter der
Niederlande.
[* 4] In seinem Hause blieb das Fürstentum; der
Besitz desselben wurde ihm jedoch durch die schwankenden
polit.
Ereignisse bald vorenthalten, bald wieder freigegeben. Nach dem 1702 erfolgten kinderlosen
Tode Wilhelms III., Fürsten von
Oranien und Königs von England, entstand über den
Besitz der zerstreuten Menge oranischer Herrschaften, insbesondere
des Fürstentums Oranien, der langwierige OranischeErbfolgestreit. Hauptbewerber waren der König
Friedrich I. von
Preußen,
[* 5] nach
dem
Testament seines mütterlichen Großvaters, des Fürsten
FriedrichHeinrich von Oranien, und der Fürst
Johann Wilhelm Friso von
Nassau-Diez.
Auch die Fürsten von Nassau-Siegen erhoben
Ansprüche, und sämtliche Bewerber nahmen einstweilen denTitel
des Fürstentums an. Der Ausgang war, daß der König von
Preußen, des
Widerspruchs der andern Häuser ungeachtet, das Land
im
Utrechter Frieden 1713 an
Frankreich abtrat. Der Fürst von Nassau-Diez erhielt jedoch für sich und den ältesten seiner
Nachkommen den
Titel Prinz von Oranien, der dann auf den König der
Niederlande überging und jetzt nach dem
Staatsgrundgesetz von dem ältesten
Sohne des Königs oder dem Thronerben geführt wird. Hauptort des Fürstentums war die
Stadt Orange (s. d.). –
Vgl.
Bastet, Histoire de la ville et de la principauté d'Orange (Orange 1856);
Pontbriant,Histoirede la principauté d'Orange (Par. 1891).
Orden von,
[* 16] niederländ.
Orden, gestiftet durch die Königin-Regentin Emma, hat fünf
Grade (Großkreuze, Großoffiziere, Commandeure, Offiziere und Ritter) und eine affiliierte Ehrenmedaille.
Ordenszeichen ist ein für die vier obern
Grade goldenes, für die Ritter silbernes, blau emailliertes, weiß gerändertes,
achtspitziges Kreuz,
[* 17] durch dessen
Arme ein Lorbeerkranz läuft; der Mittelschild ist blau emailliert und weiß gerändert
und zeigt das niederländ. Wappen
[* 18] mit der Umschrift:
Je maintiendrai, auf der Rückseite ein goldenes
W mit der Königskrone und der Umschrift:
Godzij met ons. Das Kreuz wird am orangefarbenen
Band
[* 19] mit blauen, innen weiß abgegrenzten
Randstreifen getragen.
(holländ. OranjeRivier), im Koranadialekt derHottentottenGarib,Gariep oder Kariep,
der bedeutendste
Strom der
Kapkolonie (s. d.) und einer der längsten
Afrikas. Seine Länge wird auf 2140 km, sein
Stromgebiet
auf 1275000 qkm geschätzt. Er entsteht aus zwei Hauptquellflüssen, einem südlichen, dem NuGarib (d. h.
SchwarzerFluß) oder Oranje (Noka Sinku), der als Oberlauf des Hauptstroms gilt, und einem nördlichen,
dem
GeiGarib oder
VaalRivier (d.h.
Gelber Fluß), die beide mit ihren zahlreichen Quellarmen an der Westseite des Kathlambagebirges
entspringen und sich unter 29°10' südl.
Br. und 24°18' östl. L. von
¶
mehr
617 Greenwich vereinigen, worauf der Gesamtstrom eine westl. Richtung annimmt. Der Nu Garib oder Oranjefluß entspringt am Kathkin
Pik in etwa 3160 m Höhe, bewässert das Basutoland und bildet zu einem großen Teile seines Laufs die Grenze zwischen dem
Oranje-Freistaat und der Kapkolonie. Sein bedeutendster rechtsseitiger Zufluß, der Caledon oder Mogokara,
bildet in der obern Hälfte seines Laufs die Grenze zwischen dem brit. Basutoland und dem Oranje-Freistaat. Der Vaal (auch
Likwa genannt), der im Distrikt Ermelo entspringt, trennt den Oranje-Freistaat von der Südafrikanischen Republik und nimmt
rechts den Mooi und den Haartsfluß auf.
Der vereinigte Oranjefluß durchzieht als Nordgrenze der Kapkolonie das Hottentottenland in bedeutenden Krümmungen
und mündet unter 28°38' südl. Br. in den Atlantischen Ocean. Seine periodischen Zuflüsse sind von Norden
[* 21] der Hygap oder
Molopo mit dem Kuruman und Nosob, und der Aub oder Große Fischfluß, von Süden aus der Kapkolonie der Ongars und der 270 km
lange Hartebeest. Zwischen den Mündungen des Hartebeest und des Hygap bildet der Oranjefluß 46 m
hohe Wasserfälle, die Anghrabies.
Westlich von der Vereinigung seiner Quellarme hat er schon die Breite
[* 22] des Rheins bei Düsseldorf,
[* 23] in seinem untersten Laufe
während der Regenzeit die Breite von 5 km. Seine Wassermenge ist so gering, daß er den größten
Teil des Jahres hindurch an den meisten Stellen zu Fuß durchwatet und ungeachtet der großen Länge seines Laufs nirgends
für die Schiffahrt tauglich gemacht werden kann. Seine nur etwa 1220 m breite Mündung wird durch eine Sandbank derart geschlossen,
daß in der trocknen Jahreszeit nicht einmal ein Kanu darin einlaufen kann. Kurz vor der Mündung bildet
der durch die vorliegende Sandbank aufgestaute Strom einen seichten Süßwassersee. Die in allen diesen TeilenAfrikas plötzlich
und mit ungemeiner Heftigkeit eintretenden Gewitterregen bewirken oft ein Steigen des Stroms von 6 bis 10 m über den gewöhnlichen
Wasserstand. (S.Karte: Kapkolonien.)