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J.R.R Tolkien, man kennt ihn unter anderem als Autor der «Herr der Ringe»-Trilogie, hat eine ganze fiktive Welt erschaffen: Eigene Sprachen, eine detaillierte Entstehungsgeschichte und diverse Sagen, die diese Welt so vielfältig und eindrücklich machen. 1973 starb der Schriftsteller im Alter von 81 Jahren. Vor seinem Tod erklärte er seinen dritten Sohn, Christopher Tolkien, zum Verwalter seines literarischen Nachlasses. Seit dem Tod seines Vaters hat Christopher Tolkien mehr als 20 Bücher unter J.R.R Tolkiens Namen veröffentlicht. Der Vermerk «Editiert von Christopher Tolkien» ist manchmal auf dem Cover ersichtlich, manchmal erst, wenn man das Buch aufschlägt. Tolkien Senior hinterliess viele Manuskripte, Notizen und Variationen von Storylines. Sein Sohn fügte diese Bruchstücke zusammen, editierte sie und veröffentlichte sie schliesslich. Dabei wurde er von Guy Gavriel Kay unterstützt, der zu dieser Zeit Philosophie in Kanada studierte. Christopher Tolkiens zweite Frau war ebenfalls Kanadierin, die Familien Tolkien und Kay kannten sich. So flog der Job dem damals 20-Jährigen zu, der später selbst ein erfolgreicher Schriftsteller wurde.
Christopher Tolkien wuchs mit den Geschichten seines Vaters auf und war gut vertraut mit der von ihm geschaffenen, fiktionalen Welt. Bevor er sich vollständig dem Nachlass seines Vaters widmete, war er Professor für englische Sprachen und Literatur an der Universität Oxford. Man kann also schwer abstreiten, dass Tolkiens Sohn nicht der Richtige für den Job war.
Die Meinungen zu den posthumen Veröffentlichungen gehen jedoch auseinander. In Internetforen wird rege diskutiert, ob J.R.R Tolkien denn diese Bücher auch selbst so veröffentlicht hätte. Ob sein Nachkomme nicht zu viele Lücken der Manuskripte geschlossen habe. Doch viele sind froh, dass die unvollendeten Geschichten von J.R.R Tolkien nicht verloren sind und die Fans weiter mit Lesestoff dieser Fantasiewelt gefüttert werden.
Brian Herbert schreibt fleissig weiter, während Tolkiens Nachlass nach dem Tod von Christopher Tolkien bereits an die nächste Generation weitergegeben wurde.
Frank Herbert veröffentlichte 1965 das erste Buch der Reihe «Dune – Der Wüstenplanet». Seine Bücher sind immer noch viel gelesen und der zweite Teil der Neuverfilmung des ersten Buches kommt am 29. Februar in die Schweizer Kinos. Sieben Bücher plante Frank Herbert für diese Reihe. Er verstarb jedoch vor der Vollendung des siebten Buches. Sein Sohn Brian Herbert fand Jahre nach dem Tod seines Vaters Notizen zum siebten Buch. Er schreibt seither in Zusammenarbeit mit Kevin J. Anderson Bücher im Dune Universum, die zeitlich vor, nach und sogar zwischen den Büchern von Frank Herbert spielen.
Und auch Kevin J. Anderson ist kein unbeschriebenes Blatt. Er schrieb zuvor - nebst seinen eigenen Science-Fiction Romanen - Bücher, deren Geschichten in George Lucas’ Star-Wars-Universum spielen. Gemeinsam schrieben Herbert und Anderson über 20 Bücher in der Welt von Dune. Die gefundenen Notizen sind umstritten. Laut Brian Herbert selbst belaufen sich die Notizen zum Buch auf 30 Seiten und mehrere «generelle Notizen», die sie minimal verwenden konnten. Herbert und Anderson schmückten also den Grossteil der Geschichten mit ihren eigenen Ideen aus und profitierten von Frank Herberts ursprünglichem Erfolg. Einige Frank Herbert Fans sind gar überzeugt, dass sein Sohn die Notizen seines Vaters fabriziert habe, um sein eigenes Werk zu rechtfertigen. Die vom Sohn geschriebenen Bücher hätten laut vieler Stimmen nicht die gleiche Qualität wie die des Vaters. Ganz aufmerksame Leser:innen haben gar Ungereimtheiten in den neuen Büchern entdeckt, die im Widerspruch zum ursprünglichen Werk stehen.
Trotzdem sind es unterhaltsame Science-Fiction-Bücher, die auch des Öfteren auf der New York Times Bestseller Liste stehen.
Brian Herbert schreibt fleissig weiter, während Tolkiens Nachlass nach dem Tod von Christopher Tolkien bereits an die nächste Generation weitergegeben wurde.
Die genannten Söhne sind nur zwei Beispiele von Kindern, die sich erfolgreich in den Schatten eines Elternteils gestellt haben. Owen King hat mit seinem Vater Stephen King sogar einen gemeinsamen Roman veröffentlicht. Alexandre Dumas und sein Sohn teilten sich nicht nur die Profession, sondern auch den Namen. Das aktuellste Beispiel: Harry Whittaker schrieb nach dem Tod seiner Mutter Lucinda Riley das letzte Buch ihrer bekannten «Sieben-Schwestern-Saga» zu Ende, das letztes Jahr erschienen ist. Es wird sich zeigen, ob auch er künftig eigene Erfolge als Schriftsteller feiern kann.