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Klingenschmied/in
Der Klingenschmied* stellt aus Eisen Klingen her. Er schmiedet das Roheisen in die gewünschte Form und verleiht ihm durch Glühen und Hämmern Dichte, Festigkeit und Elastizität. Durch das Schmieden wird das Eisen in Stahl umgewandelt. Dieser muss abschliessend gehärtet werden. Dazu wird die geschmiedete Klinge in erhitztem Zustand in kaltem Wasser oder einer Flüssigkeit abgeschreckt. Sowohl beim Schmieden wie auch beim Härten sind die Temperaturen und die Zeitdauer für die Qualität des Endprodukts entscheidende Faktoren.
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Früher lag der gesamte Herstellungsprozess vom Eisenbarren bis zum fertigen Produkt in der Hand des Klingenschmieds. Heute wird das Schmieden und Schleifen vielfach maschinell erledigt, die Arbeit des Klingenschmieds konzentriert sich auf die Bearbeitung und Fertigstellung der Klingen.
Das Handwerk des Klingenschmieds kann über die reguläre Berufsbildung in der Schweiz heute nicht mehr erlernt werden. Als Grundlage empfiehlt sich die verwandte Ausbildung zum Messerschmied EFZ (Messerschmied) oder zu einem anderen metallverarbeitenden Beruf, zum Beispiel zum Metallbauer EFZ, Metalldrücker EFZ oder Metallbaupraktiker EBA.
Geschichte
Das Schmiedehandwerk ist eines der ältesten Handwerke der Menschheitsgeschichte. In Europa begann sich Eisen als Rohmaterial für Werkzeuge und Waffen gegenüber Bronze seit ca. 1500 v. Chr. durchzusetzen. Im Zuge dieser Entwicklung erlangte das Schmiedehandwerk allmählich eine Vorrangstellung. Für die grosse Bedeutung der Schmiede zeugen auch mythologische Gestalten wie der griechische Schmiede-Gott Hephaistos (röm. Vulcanus) oder Wieland der Schmied, der mythische Ahnherr der germanischen Waffenschmiede des frühen Mittelalters. Im 10. Jahrhundert waren einzelne Meister bereits zu hohem Ruhm gelangt; ihre Namen wurden als Qualitätssiegel auf Schwerter eingeschlagen.
Waffenschmiede begannen sich im Hochmittelalter auf bestimmte Erzeugnisse zu spezialisieren: Die „Klinger“ stellten Schwertklingen her, die „Messerer“ Messerklingen. Hauptmerkmal der Produkte der Messerer waren Klingen mit nur einer Schneide. Die Klingenschmiede erlebten ihre Blütezeit von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges 1648 sank die Nachfrage nach Blankwaffen stark. Im 19. Jahrhundert kam es noch einmal zu einem Aufschwung, als die entstehenden nationalen Heere ausgerüstet werden mussten. Qualitativ hochstehende Klingen wurden auch im Jahrhundert der Industrialisierung weiterhin in Handarbeit hergestellt, diese wurde aber nun erleichtert durch den Einsatz von Dampfhämmern und Schleifmaschinen und ergänzt durch Fliessbandarbeit in Fabriken.
* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.
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Literatur
Haedeke Hanns-Ulrich: Klingen- und Messerschmied, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 124-127.
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