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Wird über die Ironmandistanz eine schnellere Zeit angestrebt, möchte man beim nächsten Stadtlauf das Ziel rascher erreichen oder ganz einfach bei Veloausfahrten mit Kollegen weniger früh leidend um den Anschluss kämpfen müssen, ist eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit angesagt. Mit diesem Beitrag soll klar werden, welche Parameter die Ausdauerleistungsfähigkeit ausmachen, sprich, an welchen Stellschrauben sinnvollerweise gedreht werden kann, um diese zu steigern.
Unter Ausdauer wird gemeinhin die psychophysische Ermüdungsresistenz verstanden. Die Ausdauer als Fähigkeit der Muskelzelle bei Belastung verbrauchtes ATP (Adenosintriphosphat /Energielieferant in den Zellen) zu resynthetisieren, beeinflusst auch direkt die Erholungsfähigkeit eines Individuums. Die Höhe der Leistung, welche über eine längere Zeit abgegeben werden kann, ist aus physiologischer Sicht im Wesentlichen von folgenden drei Faktoren abhängig:
- der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max)
- dem maximalen Prozentsatz der VO2max, der über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden kann – dieser wird durch die Leistungsfähigkeit, bspw. im Laufsport die Geschwindigkeit, an der anaeroben Schwelle wiederspiegelt. Die anaerobe Schwelle wiederum bestimmt sich aus der VO2max und der Laktatbildungsrate VLa.
- der Bewegungsökonomie – sprich, die Energie, welche benötigt wird, um eine gegebene Leistung zu erbringen (Joyner & Coyle, 2008).
An dieser Stelle sei festgehalten, dass die Erklärung der finalen Leistung eines Sportlers oder einer Sportlerin weit über die rein physiologische Betrachtung hinausreicht. Zur vollumfänglichen Beurteilung bedarf es einer weit komplexeren Analyse. So tragen bspw. motivationale, soziologische, usw. Faktoren auch dazu bei, welche Leistung tatsächlich gezeigt werden kann.
Individuelle Gewichtung und Bestimmung der Hauptfaktoren
Einleuchtend ist, dass die Bedeutung der einzelnen Faktoren für die Ausdauerleistungsfähigkeit ganz wesentlich vom Anforderungsprofil der geforderten Belastung abhängt. So ist bei kurzen Wettbewerben eine große maximale aerobe Kapazität (VO2max) mit einer hohen anaeroben Kapazität gefordert, während mit zunehmender Streckenlänge die submaximalen Determinanten der Ausdauerleistungsfähigkeit (Laktatschwelle, Arbeitsökonomie) an Bedeutung gewinnen. Weiter sind in Sportarten respektive Teildisziplinen, in welchen es zu taktischen Rennen und Sprintentscheidungen kommen kann, die anaeroben Kapazitäten mitentscheidend, wohingegen für Langzeitausdauerbelastungen, da Glykogen einsparend, eine möglichst niedrige VLa von Vorteil ist.
Die individuelle Ausprägung dieser Faktoren präsentiert sich in einer entsprechenden Leistungsdiagnostik. Es empfiehlt sich also in sinnvollen Abständen eine solche zu absolvieren. Basierend auf den daraus gezogenen Schlüssen lässt sich dann der weitere Trainingsprozess sinnvoll gestalten. INSCYD bildet mit der VO2max, der VLa sowie der Bewegungsökonomie die relevanten Parameter ab.
Ausdauerleistungsfähigkeit steigern
In weiteren Blogbeiträgen wird darauf eingegangen werden, was hinter diesen Determinanten der Ausdauerleistungsfähigkeit aus physiologischer Sicht zu verstehen ist, wie sie durch Training verbessert werden können und welche physiologischen Mechanismen wiederum dahinterstehen.
[1] Joyner, M.E. & Coyle, E.F. (2008). Endurance exercise performance: the physiology of champions. The Journal of Physiology, 586(1), 35-44.