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Für einen ordnungsgemässen Proteinstoffwechsel ist es erforderlich, dass alle Aminosäuren - die Bausteine der Proteine - im richtigen Verhältnis zueinander vorhanden sind. Fehlt eine Aminosäure, so gerät der ganze Verwertungsprozess in Unordnung. Daher ist eine ausgewogene, hochwertige Eiweisszufuhr so wichtig.
Zuviel Eiweiss - egal ob pflanzlicher oder tierischer Herkunft - stellt eine grosse Belastung für den Körper dar, weil er das überflüssige Eiweiss unter hohem Energieaufwand über die Leber in Glukose umwandeln muss.
Auch wenn die moderne Ernährungswissenschaft das anders sieht, können im Grossen und Ganzen im Fleischverzehr keine eindeutigen Vorteile für den menschlichen Organismus erkannt werden. Die Nachteile des Fleischverzehrs überwiegen zumeist – insbesondere wenn man die übrigen Faktoren berücksichtigt, die mit Fleischverzehr einhergehen (Umweltbelastung, Tierleid - siehe unten).
Die meisten Schweine, aber auch Hühner oder Puten, stammen aus Tierfabriken, in denen sie auf kleinstem Raum ohne Bewegungsfreiheit eingepfercht sind.
Die Schweinemutter wird in solchen Fabriken als reine "Gebärmaschine" behandelt. Sie wird zweimal im Jahr künstlich besamt und bekommt jeweils 10 bis 15 Junge. Nach fünf Würfen und 2 1/2 Jahren "Nutzungsdauer" ist sie derart ausgelaugt, dass sie geschlachtet werden muss.
Bereits am ersten Tag nach der Geburt wird den Ferkeln der Schwanz abgeschnitten nach 3 Wochen geht es ab zur Mast. Wachstumshormone, Antibiotika und Impfungen werden in grossen Mengen verabreicht. Die Tiere werden zumeist bei Dämmerlicht und auf engstem Raum auf Spaltenböden gehalten. Wen wundert es dann noch, dass dieser lebenslange Psychoterror zu Verhaltensstörungen der Tiere führt?
In ihrer Verzweiflung bedrängen sich die Tiere gegenseitig, beissen sich in die Ohren, Beine und Schwänze (sofern noch vorhanden). Beinverletzungen, Augenentzündungen, eitrige Wunden und Husten, diverse Erkrankungen sind an der Tagesordnung. Dafür gibt´s Antibiotika, das man vorsorglich ins Futter mischt. Die daraus erwachsende Problematik wird ebenfalls ignoriert! Menschen, die häufig derartiges (billiges) Fleisch essen, können eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln. Im Ernstfall ist dieses Medikament dann nicht mehr wirksam.
Für tausende von Tieren ist aufgrund dieser Haltungsart nur noch eine Arbeitskraft erforderlich. Das ist ein Grund dafür, dass Schweinefleisch aus der Massentierhaltung heutzutage billiger ist, als Hundefutter.
Den Puten, die in diesen "Tierfabriken" aufwachsen müssen, erleiden das selbe Schicksal. Auch hier sind Antibiotikagaben und andere Medikamente zur Vorbeugung verschiedener Krankheiten an der Tagesordnung.
Auch diese Tiere verhalten sich aufgrund der Haltungs- und Fütterungsbedingungen oft aggressiv gegeneinander, weshalb sie durch Oberschnabel-Kürzungen verstümmelt werden. Bereits nach 20 Wochen sind die Puten schlachtreif und wiegen rund 22 kg.
Das wird als "Qualzucht" bezeichnet, denn die Knochen können zum Teil diese riesigen Fleischmassen nicht mehr tragen und das Skelett verkrümmt sich. Vom vielen Sitzen entstehen im Brunstmuskel schmerzhafte Entzündungen und die paar Schritte zum Futtertrog werden zur Qual. 10% der Tiere überleben diese Strapazen nicht und sterben an Erstickungsanfällen, Lungenerkrankungen und Aortenrissen.
Dafür werden für eine technisierte Anlage mit 22.000 Puten nur noch 2 Arbeiter benötigt. All diese hoch-technisierten "Fleischfabriken" sind somit auch noch potentielle "Arbeitsplatzkiller".
Was hat das alles noch mit Landwirtschaft und anständiger Tierzucht zu tun? Achten Sie daher bei Ihrem nächsten Fleischeinkauf unbedingt auf die Herkunft des Fleisches. Möchten Sie in Anbetracht dieser Umstände nicht wieder wie früher zum Sonntagsbraten von Tieren aus artgerechter Haltung und Fütterung zurückkehren?
Im Gegensatz zum Fleisch liefern pflanzliche Eiweisse bis zu 20 verschiedene Aminosäuren. Ausserdem haben tierische Eiweisse einen
sehr hohen Anteil an Purinsäure (Harnsäure), die massgeblich an der Übersäuerung des Körpers beteiligt ist. Die Lupine ist im Vergleich dazu
purinfrei und somit die einzige, uns bekannte, basische Eiweissquelle.
📗 Wolf, Ursula: Texte zur Tierethik, Reclam Verlag 2008
📗 Grimm, Hans-Ulrich: Die Fleischlüge: Wie uns die Tierindustrie krank macht, Droemer eBook 2016
Inhalt
Fleisch ist reich an Eiweiß, Mineralien und anderen wertvollen Bestandteilen. Vergleichbares gilt für Milch, Eier und Fisch. Doch zu viel Fleisch schadet. Krebs, Alzheimer, Diabetes sind nur einige Krankheiten, die häufiger Fleischgenuss auslösen kann. Grund für den übermäßigen Verzehr sind die extrem günstigen Preise. Und nicht nur die Mengen stellen ein Problem dar. Denn der überwiegende Teil unserer Nahrungsmittel stammt aus industrieller Erzeugung. Auf Leistung gezüchtete Rassen, aufgezogen mit chemisch angereichertem Futter, routinemäßig mit Medikamenten behandelt, liefern Lebensmittel von bedenklicher Qualität. Hans-Ulrich Grimm prangert die ökologisch und ethisch mehr als fragwürdigen Machenschaften der Tierindustrie an und plädiert für einen überlegten, reduzierten und genussfreudigen Umgang mit Fleisch, Fisch und Co.