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Die Rennen in Crans Montana sind zu Ende und das Organisationskomitee hat die Zelte für dieses Jahr abgebrochen. Nächstes Jahr wird an gleicher Stätte wieder Ski gefahren, jedoch werden im Walliser Skiort dann für einmal die Männer an den Start gehen. Der Rennleiter Marius Robyr hatte dieses Jahr seinen letzten Auftritt, er wird von Didier Défago abgelöst.
Die Skifahrerinnen geniessen die kleine Pause, bevor es nach Val di Fassa weitergeht, wo zwei Super-Gs auf dem Programm stehen. Lara Gut Behrami meinte gar, sie sei «froh, dass es vorbei ist».
Bereits vor den Rennen im Wallis sagte die Tessinerin gegenüber den Medien, dass sie müde sei. Sie sprach von einem überfüllten Terminkalender und vielen Medienanfragen, aber auch von der Angewohnheit der Athletinnen, zu viel Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen: «Manche verdienen mit Social Media mehr Geld als auf der Rennstrecke», meinte Gut-Behrami.
Lara Gut-Behrami hat sich der Jagd nach Followern mittlerweile entzogen. Der Tessinerin folgten früher 300'000 Personen in verschiedenen sozialen Netzwerken. Heute will sie kein Geld mehr verdienen mit ihrer Präsenz auf Instagram, Facebook oder X. Sie erklärt: «Wenn du auf Instagram ein Star sein und dein Leben teilen willst und dich dann verletzt, ist vielleicht die Plattform schuld».
Spielen die sozialen Netzwerke bei den vielen Verletzungen in der Saison 2023/24 eine Rolle? Federica Brignone hatte zwischenzeitlich ebenfalls beschlossen, sich von den sozialen Plattformen zu verabschieden: «Nach der Covid-Pandemie habe ich alle sozialen Netzwerke deinstalliert. Seit diesem Jahr bin ich aber wieder aktiv».
Die alpine Skifahrerin bedauert den (immer grösser werdenden) Raum, den soziale Netzwerke einnehmen. «Ich finde das trostlos. Eine Sportlerin sollte für ihre Leistungen und ihr Charisma gewürdigt werden, nicht für die Anzahl Follower».
Obwohl sie ihre sozialen Netzwerke selbst bewirtschaftet, gibt Federica Brignone zu, dass sie viele Klauseln in ihren Verträgen hat, die ihre Präsenz auf den verschiedenen Kanälen betreffen: «Man unterschreibt Verträge, nur um Bilder und Stories zu posten».
Auch für Cornelia Hütter gehören die sozialen Medien zum Alltag. «Es ist schwierig, mit all dem umzugehen und nein zu sagen». Die Österreicherin gibt aber an, nicht viel Zeit in ihre Accounts zu investieren. Sie versuche nicht aktiv, ihre Online-Fangemeinde zu vergrössern.
Bei Gesprächen mit Sponsoren im Zielraum von Crans-Montana wird schnell klar, wie wichtig die sozialen Netzwerke sind. Nehmen wir zum Beispiel Luca Aerni: Er nutzt seine Walliser und Berner Wurzeln, um sich als Botschafter für bestimmte Marken in der Schweiz zu profilieren, auch wenn seine Resultate in dieser Saison nicht gerade berauschend sind. Der Slalomfahrer kann auf eine sehr reaktive Fangemeinde zählen – auf Instagram hat er 38'000 Follower.
Auch Mikaela Shiffrin dient als anschauliches Beispiel: In der Saison 2023 lag sie auf Platz 14 der bestbezahlten Sportlerinnen der Welt. 1,1 Millionen verdiente sie mit ihrer Leistung auf den Ski, 5 Millionen erhielt sie von ihren Sponsoren. Ihre Verträge mit Barilla, Atomic, Adidas, Oakley und Longines machen also den grössten Teil ihres Einkommens aus. In den Posts für ihre 1,4 Millionen Follower auf Instagram finden ihre Sponsoren immer wieder Erwähnung.
Aber das Geldverdienen via Instagram kann für die Athletinnen und Athleten auch zur Belastung werden. Lara Gut-Behrami erinnerte daran, dass «es nicht nur am überfüllten Terminkalender liegt», wenn Skifahrerinnen im Spital landen.
Dominique Gisin, die 2015 als aktive Fahrerin vom Skisport zurückgetreten ist, verfolgt diese neue Erscheinung, dass mithilfe sozialer Plattformen Geld verdient werden kann, aus der Ferne. Als sie auf höchstem Niveau Ski fuhr, gab es diese Möglichkeit noch nicht. Die Ansprüche, welche die Marken über Vertragsklauseln stellen, findet die Engelbergerin «verrückt».
Was vor zehn Jahren noch «toll» und «interessant» war, ist heute zu einer Pflicht geworden, die viele Spitzensportler stillschweigend über sich ergehen lassen müssen.
Nur eines der letzten zwölf Spiele konnte St.Gallen gewinnen. Das Ziel, sich für die Meisterrunde zu qualifizieren, drohte verpasst zu werden. Mit dem ersten Sieg seit Ende Februar stiess das Team von Trainer Peter Zeidler die Tür nun aber weit auf.