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Als unangemeldetes Kind von italienischen Gastarbeitern dürfte das Eidechsenkind gar nicht in der Schweiz sein. Es muss sich verstecken: unter der Kredenz, in der Abstellkammer, in den Winkeln des Treppenhauses. Von dort beobachtet es die Welt, fast ganz abgeschnitten von jedem sozialen Kontakt. In «Eidechsenkind» (Edition Blau 2018) greift Vincenzo Todisco einen Aspekt der Schweizer Geschichte auf, über den lange geschwiegen worden ist. Es ist der erste Roman, den der in der Schweiz aufgewachsene, italienischsprachige Autor auf Deutsch verfasst hat; er habe, so Todisco, die sprachliche Distanz gebraucht, um sich an dieses schwierige Thema zu wagen. Benjamin Pécoud hat das Buch ins Französische übersetzt («L’Enfant lézard», Zoe 2020) – Autor und Übersetzer lesen aus dem Text und unterhalten sich über den Roman.