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Partnergemeinde Jamné (CZ)
Am 8. Mai 1991 hat die damalige Direktion der Gemeinden des Kantons Bern allen bernischen Gemeinden mitgeteilt, dass der Kanton Bern ein Projekt zur Unterstützung der Tschechoslowakei (CSFR) durchführe. Dieses Projekt stand unter dem Patronat des Regierungsrates und des Präsidiums des Grossen Rates. Erste Kontakte ergaben, dass die Behörden der CSFR am schweizerischen Modell der Gemeindeautonomie sehr interessiert waren. Im Rahmen des Unterstützungsprojektes wurden deshalb namentlich Partnerschaften zwischen Gemeinden des Kantons Bern und der Region Südböhmen angestrebt.
An der Sitzung vom 13.8.1992 beschloss der Gemeinderat - im zweiten Anlauf - sich für eine Partnerschaft anzumelden.
In der Folge musste Merzligen einen kurzen Steckbrief ausfüllen und an den Kanton senden. Die Steckbriefe der bernischen und der südböhmischen Gemeinden wurden am 8.9.1992 in der Stadt Ceské Budejovice verglichen, um ähnlich gelagerte Gemeinden zusammenzuführen. Am 29.9.1992 teilte uns die Gemeindedirektion mit, dass uns Jamné zugeteilt worden ist.
Jamné ist ein kleines Dorf mit 535 Einwohnerinnen und Einwohnern. Es liegt auf der Grenze zwischen Böhmen und Mähren, in einer lieblichen hügeligen, wald- und wasserreichen Gegend. Grössere Seen gibt es zwar keine, dafür hat Jamné sechs Teiche. Das Dorf liegt auf einer Höhe von 535 m.ü.M. und umfasst 1117 ha (Merzligen 230 ha). Es liegt in der Mitte des Kreises „Vysocina“, was soviel wie „Oberland“ heisst. Zieht man auf der Landkarte einen Strich vom Schwarzen Meer zur Nordsee, so liegt Jamné genau auf der Mitte dieses Striches. Die Kreis- und für Jamné zugleich Bezirkshauptstadt ist die 12 km entfernte Stadt Jihlava/Iglau, die nicht zuletzt wegen ihres Eishockeyclubs, HC Dukla Jihlava, im Ausland bekannt ist.
Jamné hat für seine Grösse eine erstaunliche Anzahl an öffentlichen Gebäuden: Eine katholische Kirche mit Friedhof und Pfarrhaus, ein Schloss, das ursprünglich eine Festung war, eine Gemeindeverwaltung, ein Werkhof, eine Schule, ein Kindergarten inkl. Kantine, ein Kulturhaus inkl. Pub und sogar ein Park mit einem 1.-Weltkrieg-Denkmal.
Der Kindergarten und die 1. – 5. Klassen werden in Jamné geführt, die ältern Kinder werden in Velky Beranov, einer Gemeinde zwischen Jihlava und Jamné oder in Jihlava selber unterrichtet. Hochschulen befinden sich in Prag und Brünn.
In Jamné arbeiten rund 8 Personen in der Landwirtschaft, die restlichen sind in der Industrie und im Dienstleistungssektor tätig. Jamné selbst bietet dank einigen Firmen mehr als 100 Arbeitsplätze an. Zudem gibt es zwei kleine Einkaufsläden und zwei Pubs und seit 2007 auch eine Pension.
Die Gemeinde Jamné ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Viele gemeindeeigene Bauten bedürften einer Sanierung, doch leider fehlen die Mittel dazu. In Tschechien kennt man keine Steueranlagen. Dadurch fehlt den Gemeinden ein Instrument, um die Höhe der Steuererträge beeinflussen zu können. Jamné muss mit dem Geld auskommen, das es vom Zentralstaat auf Grund der Einwohnerzahl erhält.
Besuchen Sie, Tschechisch-Kenntnisse vorausgesetzt - die Homepage der Gemeinde Jamné.