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Hyperthyreose – wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät
Zu den häufigsten Ursachen der endogenen subklinischen Hyperthyreose zählen Basedow-Krankheit, Knotenstruma und solitäre autonome Knötchen. Ob und in welchem Umfang sich eine subklinische Hyperthyreose auf das kardiovaskuläre Risiko auswirkt, wurde bisher kontrovers diskutiert.
Schon mit subklinischer Hyperthyreose ist die KHK- und Gesamtmortalität höher.
Nun untersuchten Dr. Tinh-Hai Collet von der Universität Lausanne und Kollegen die gepoolten Daten von über 52 000 Teilnehmern mit endogener subklinischer Hyperthyreose. Zehn prospektive Kohortenstudien wurden dabei berücksichtigt.
Eine subklinische Hyperthyreose lag definitionsgemäß vor:
- normaler fT4-Spiegel, aber
- TSH-Wert unter 0,45 mIU/l
Die Auswertungen der Studien zeigten, dass die endogene subklinische Hyperthyreose mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert war. Außerdem fanden sich eine höhere KHK- und Gesamtmortalität, heißt es in den „Archives of Internal Medicine“.
TSH-Werte unter 0,10 mIU/l bergen die größte Gefahr
Die subklinische Hyperthyreose geht nicht nur mit unerwünschten kardiovaskulären Effekten, sondern auch mit einem erhöhten Risiko für Osteopenie und Osteoporose einher – insbesondere bei älteren Frauen. Darauf verweist Dr. Kenneth D. Burman vom Washington Hospital Center in seinem Kommentar in derselben Ausgabe der „Archives“. Die Knochenveränderungen können sich bessern, wenn die Hyperthyreose behandelt wird.

Weist man bei einem Patienten ein erniedrigtes TSH bei normalem fT4 nach, stehen folgende Maßnahmen an, um mögliche Ursachen und unerwünschte Effekte der subklinischen Hyperthyreose aufzuspüren:
Welche Behandlung wird wann empfohlen?
Gemäß Leitlinien sollte nicht sofort mit einer Therapie begonnen werden. Vielmehr lautet die Empfehlung: Erneute Schilddrüsenfunktionstests nach drei und sechs Monaten! So wird sicher gestellt, ob weiterhin eine subklinische Hyperthyreose besteht. Möglicherweise normalisieren sich die Werte im Verlauf oder es hat sich eine manifeste Hyperthyreose entwickelt (klinisch eher selten).

Persisiert der TSH-Spiegel bei Werten ≤ 0,1 mIU/l ist bei folgenden Konstellationen eine Therapie der subklinischen Hyperthyreose zu erwägen:
- alle Patienten ab 65 Jahren Upostmenopausale Frauen, die weder mit Östrogenen noch mit Bisphosphonaten behandelt werden
- Patienten mit kardialen Risikofaktoren, Herzerkrankungen oder Osteoporose
- Menschen mit Symptomen einer Hyperthyreose
Liegt der TSH-Wert anhaltend unter der unteren Normgrenze, aber ≥ 0,1 mIU/l, sollte eine Therapie in Betracht gezogen werden:
- bei Menschen ab 65 Jahren
- bei Patienten mit kardialer Erkrankung oder
- bei Hyperthyreose-Symptomen.
Als Therapieoptionen nannten die Experten Thyreostatika, Radiojodablation und operative Verfahren.
Quellen: 1. Tinh-Hai Collet et al., Arch Intern Med 2012; online First
2. Kenneth D. Burman, a.a.O. Für die „faule Schilddrüse“