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10 Jahre nach dem Tsunami
Genau zehn Jahre ist es her, als am 11. März 2011 ein gewaltiges Erdbeben vor der Nordostküste Japans einen verheerenden Tsunami auslöste, der zu einem Super-GAU im AKW Fukushima 1 führte. Entlang der Küste der Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima hinterliess die Naturkatastrophe die grössten Schäden. Insgesamt 19’729 Menschen starben. 2559 gelten bis heute offiziell als vermisst. 121’996 Häuser in 241 Gemeinden wurden beschädigt.
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Die Aufräum- und Rückbauarbeiten im zerstörten Atomkraftwerk werden das Land über Jahrzehnte hinaus beschäftigen. Die Liste der Probleme ist noch immer lang: Dazu gehören die vollständige Bergung sämtlicher Brennstäbe aus den Reaktoren, der Umgang mit über 1 Million Tonnen zwischengelagertem Kühlwasser, das nicht vollständig dekontaminiert werden kann oder auch die ungeklärte Frage nach einem Endlager für die abgetragene verseuchte Erde in den Ortschaften rund um das AKW. Viele Zonen rund um das havarierte AKW werden unbewohnbar bleiben. Noch gelten 42’000 offiziell als Evakuierte, die über das ganze Land verteilt leben. Die meisten werden nicht wieder zurückkehren. Bis heute sind 2000 Menschen in provisorischen Fertigbauten wohnhaft, die kurz nach der Katastrophe errichtet wurden.
433 Kilometer Schutzmauern
Zugleich wurde in den letzten zehn Jahren viel geleistet (hier ein Bericht von meinem Besuch in Ishinomaki im Sommer 2019). Insgesamt sind 154’000 neue Häuser entstanden, ganze Wohnquartiere wurden höher gelegt, neue Zentren für die Gemeinden erschaffen, Schulen, Krankenhäuser, Strassen und Bahnlinien wiederaufgebaut. Die Landwirtschaft und die Fischerei sind wieder auf einem fast gleich hohen Produktionsniveau wie vor der Katastrophe.
Die sichtbarste Hinterlassenschaft der Wiederaufbauarbeiten sind die Schutzmauern und Dämme, die entweder neu errichtet oder verstärkt wurden. Es ist eines der grössten Infrastrukturprojekte in der Geschichte Japans. Mehr als 300 Kilometer sind bereits gebaut. Am Ende werden die Schutzmauern, die nicht zusammenhängend sind, eine Länge von 433 Kilometern haben. Mehr Sicherheit für die Küstengemeinden und vor allem mehr Zeit für die Evakuierung erhoffen sich die Behörden damit. Kritiker meinen jedoch, dass sich die Anwohner so womöglich in falscher Sicherheit wiegen. Zudem schneiden die neuen hohen Mauern die Dörfer regelrecht vom Meer ab. Viel wichtiger sei es, das Bewusstsein für die Gefahr am Leben zu halten und die Häuser in höheren Lagen zu bauen.
Vorher und nachher
Im vergangenen Sommer hat die Regierung Luftaufnahmen publiziert, die den Fortschritt des Wiederaufbaus ersichtlich machen (siehe Bilder unten). Drei neue Filmbeiträge der Wiederaufbaubehörde erlauben zudem einen Einblick in den Zustand der drei Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima (siehe Videos unten). Noch gibt es viel zu tun. Erst diese Woche wurde beschlossen, dass die Wiederaufbaubehörde mindestens weitere 10 Jahre tätig sein wird. Umgerechnet 300 Milliarden Euro hat der bisherige Wiederaufbau gekostet.
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