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Vorgeschichte
Im Buch “Tägerig - Euses Dorf”, herausgegeben zur 800 Jahr-Feier des Dorfes Tägerig, ist die interessante Vorgeschichte des Altersheimes aufgeführt. Demnach wurde das Gebäude um 1900 von Florian Meier und seinen Brüdern der Gemeinde geschenkt. Diese verwendete es dann als Asyl für arme Leute, betreut von zwei Ingenbohler Ordensschwestern. Als in den Sechzigerjahren die Ordensschwestern abberufen wurden, renovierte die Gemeinde das Haus und begann es als Altersheim zu nutzen.
In den Neunzigerjahren war unser Heim eine Art grosse Wohnung für ältere Leute geworden. Das Personal putzte, kochte, pflegte und unterhielt die maximal 9 Pensionäre. Und abends kehrte Ruhe ein, das Personal ging nach Hause und bis morgens um sieben Uhr blieben die Pensionäre unter sich.
Das Ende der Romantik
Dann meldeten sich die Behörden bei der Gemeinde: Die Küche wurde beanstandet und das Versicherungsamt reklamierte den mangelnden Brandschutz. Die Trennwände zwischen den einzelnen Zimmern bestanden aus einfachsten Holzkonstruktionen und das einzige Treppenhaus war zu schmal für eine schnelle Rettung. Alles war zwar sehr heimelig und gemütlich, aber im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich.
Es wurde ein Sanierungsprojekt ausgearbeitet. Da bei gleichbleibender äusseren Gebäudehülle ein Lift eingeplant wurde, wäre die Küche verkleinert und im Obergeschoss ein Zimmer geopfert worden. Wegen der reduzierten Zimmerzahl hätten Zinsen und Amortisation der Kosten von rund 1,7 Mio Franken auf wenige Pensionäre verteilt werden müssen: Das Projekt war weder rentabel noch von der Gemeinde finanzierbar. Dem damaligen Gemeinderat wurde klar, dass sich die Gemeinde Tägerig eine Sanierung des Altersheimes nicht leisten konnte. Es wurde ernsthaft über eine Schliessung nachgedacht.
Die Neuausrichtung
1996 musste entschieden werden. Der Gemeinderat erarbeitete eine gewagte Aktion zur Rettung des Altersheimes: Gründung eines Vereines, Schenkung des Heimes von der Gemeinde an den neugegründeten Verein, vollständige Sanierung mit grösstmöglicher Erweiterung, dann kostendeckender Betrieb des Heimes unter der Führung des Vereins.
Ein Verein als Trägerschaft
Am 11. November 1996 begann diese Rettungsaktion, es wurde zur Vereinsgründung eingeladen. An der Gründungsversammlung gelang es, die Anwesenden von der Idee zu überzeugen, ja sie geradezu dafür zu begeistern. Gleich 56 Personen traten spontan dem neugegründeten Verein bei.
Als Vereinspräsident wurde Gemeinderat Willi Gloor gewählt, der damals für die Ressorts Finanzen und Liegenschaften verantwortlich war. Bereits an der Sommergemeindeversammlung vom 19. Juni 1997 bewilligte die Gemeinde die Schenkung des Heimes an den inzwischen 127 Mitglieder zählenden Verein und die Einräumung eines Baurechts für 99 Jahre.
Schon im Spätsommer 1997 wurde das Baugesuch eingereicht und noch vor Weihnachten mit dem Umbau begonnen. Während der intensivsten Bauzeit konnte das Heim nicht mehr bewohnt werden. Was in dieser Zeit mit den Pensionären geschehen sollte, das war dann eine Geschichte für sich.
Der Altersheimverein Tägerig
Die ganze Geschichte kann auf der Homepage des Altersheimvereins Tägerig nachgelesen werde: www.altersheimverein-taegerig.ch