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Das Schweizer Vorsorgesystem, das auf dem 3-Säulen-Prinzip beruht, gilt nach einer Beurteilung der Weltbank und der OECD als «exzellent». Die drei Säulen ergänzen sich und gleichen untereinander die Nachteile beispielsweise durch die unterschiedlichen Finanzierungssysteme aus.
Die demografische Entwicklung und die tiefen Anlagezinsen machen der AHV und der Beruflichen Vorsorge jedoch zu schaffen. Die Stärken und Schwächen sind übersichtlich im folgenden Text, der aus der Mediendokumentation «Leitlinien der Reform der Altersvorsorge 2020» des Eidg. Departements des Innern vom 21. November 2012 stammt, dargelegt:
Das Gesamtsystem der Altersvorsorge unterliegt den Folgen der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Die Auswirkungen auf das System der 1. Säule unterscheiden sich jedoch von jenen auf das System der 2. Säule. Das Umlageverfahren, das ein Gleichgewicht zwischen den laufenden Einnahmen und Ausgaben voraussetzt, steht durch die strukturellen Veränderungen der Alterspyramide gegenwärtig auf dem Prüfstand (tiefere Geburtenraten und längere Lebenserwartung). Das Kapitaldeckungsverfahren hingegen ist von der längeren Rentenbezugsdauer betroffen, was bedeutet, dass die individuellen Guthaben auf einen längeren Zeitraum verteilt werden müssen, als dies der Umwandlungssatz des BVG aktuell vorsieht.
Die konjunkturellen Auswirkungen widerspiegeln sich in den beiden Systemen ebenfalls unterschiedlich. Die AHV profitiert von einer guten konjunkturellen Entwicklung, weil eine solche in der Regel zu einer Erhöhung der Lohnsumme führt. Langfristig dürfte entsprechend zwar auch die Rentensumme aufgrund der verbesserten Wirkung auf den Rentenbetrag steigen. Da die Renten auf der Grundlage des Mischindexes (arithmetisches Mittel aus Lohnindex und Preisindex) festgesetzt werden, steigen die Renten jedoch moderater als die Löhne. Dieser Mechanismus hat somit eine stabilisierende Wirkung auf die Finanzierung der AHV. In der AHV verschlechtern sich die Finanzierungsperspektiven. Die sinkende Geburtenrate wird zusammen mit der längeren Lebenserwartung das Ungleichgewicht vergrössern und in den 2030er Jahren noch akzentuieren.
Für die berufliche Vorsorge gilt der konjunkturelle Zusammenhang grundsätzlich nicht. Einerseits wird sie vom Lohnsummen- bzw. vom Beschäftigungswachstum nur am Rande beeinflusst, andererseits ist die Wirkung der konjunkturellen Entwicklung auf die Anlagerenditen ungewiss. Man muss in diesem Kontext auch bedenken, dass die Anlagerenditen zu einem nicht unwesentlichen Teil von den im Ausland erwirtschafteten Erträgen beeinflusst sind. Entscheidend für die Nachhaltigkeit der beruflichen Vorsorge ist, dass langfristig unabhängig von der Konjunktur eine Rendite erreicht wird, die höher ist als das Lohnwachstum und die Inflation. Die berufliche Vorsorge ist seit 10 Jahren mit einem konstanten Rückgang der durchschnittlichen Kapitalrendite konfrontiert. Der Zinssatz der 10-jährigen Bundesobligationen sank Ende Januar 2000 von 3,8% auf derzeit 0,6%. Die durchschnittliche Rendite des Pictet Index 93, mit einem Aktienanteil von 25%, betrug in den letzten 10 Jahren lediglich 2,77%. In derselben Periode setzte der seit der 1. BVG-Revision geltende Umwandlungssatz von 6,8% eine Rendite von 4,5% bis 5% voraus.