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Die Freiwilligenarbeit gibt Hinweise auf die Kohäsion einer Gesellschaft und ist für verschiedene Themenbereiche der umfassenden Wohlfahrtsmessung von zentraler Bedeutung. Sie bildet einen Bestandteil des Sozialkapitals, sowohl was die persönlichen Kontakte, die Unterstützung durch das soziale Netzwerk als auch das zivile Engagement für das Gemeinwesen betrifft. Die Freiwilligenarbeit ist zudem eine Aktivität, durch die Güter und Dienstleistungen (z.B. von Jugendorganisationen, politischen Parteien, Sportvereinen) bereitgestellt werden.
Die Freiwilligenarbeit weist auch einen direkten Bezug zur Wohlfahrt auf. Einerseits ist sie Teil der Wohlfahrtsdimension „Arbeit und Freizeit“. Von Bedeutung ist hier, inwiefern die Freiwilligenarbeit mit der Erwerbsarbeit, der Haus- und Familienarbeit und der Freizeit vereinbar ist (work-life-Balance). Andererseits ist sie Teil der Wohlfahrtsdimension „Soziales Netzwerk“. Dieser Aspekt ist hier noch stärker ausgeprägt als bei der Haus- und Familienarbeit, da hier Leistungen für Institutionen und Organisationen oder andere Haushalte erbracht werden.
Die Freiwilligenarbeit gibt Hinweise auf die Kohäsion einer Gesellschaft und ist für verschiedene Themenbereiche der umfassenden Wohlfahrtsmessung von zentraler Bedeutung. Sie bildet einen Bestandteil des Sozialkapitals, sowohl was die persönlichen Kontakte, die Unterstützung durch das soziale Netzwerk als auch das zivile Engagement für das Gemeinwesen betrifft. Die Freiwilligenarbeit ist zudem eine Aktivität, durch die Güter und Dienstleistungen (z.B. von Jugendorganisationen, politischen Parteien, Sportvereinen) bereitgestellt werden.
Stand 13. Dezember 2017
Die wichtigsten Ergebnisse
Gesamthaft wird von der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz durchschnittlich 1,8 Stunden pro Woche für Freiwilligenarbeit aufgewendet (für institutionalisierte 0,6 Std. und für informelle Freiwilligenarbeit 1,2 Std.). Dies entspricht insgesamt 660 Millionen Stunden im Jahr 2016. Die Beteiligungsquote beträgt 43%. Männer setzen mehr Zeit für Vereine und Organisationen ein, Frauen mehr in informelle Hilfeleistungen für Verwandte und Bekannte.
Kontext
Der Zeitaufwand für institutionalisierte Freiwilligenarbeit ist bei den jungen Frauen und Männern (15– bis 24–Jährige) mit 3,5 Stunden pro Woche relativ hoch. Am meisten Zeit wenden Personen zwischen 65 und 74 Jahren auf mit 4,3 Stunden pro Woche.
Für die informelle Freiwilligenarbeit setzen Frauen wie Männer zwischen 55 und 74 Jahren mehr Zeit ein als die anderen Altersgruppen. Die Pensionierung scheint sich positiv auf die informelle Freiwilligenarbeit auszuwirken, sind doch die aufgewendeten Stunden für diese Altersgruppe am höchsten.
Das Engagement der Gesamtbevölkerung zeigt sich auch in den Beteiligungsquoten an Freiwilligenarbeit. Von den Personen ab 15 Jahren führen 42,7% unbezahlte Freiwilligenarbeit aus (institutionalisierte und/oder informelle). 19,5% engagieren sich für Vereine oder Institutionen. 31,7% führen informelle Freiwilligenarbeiten aus wie Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung, Dienstleistungen oder Pflege und Betreuung von Verwandten und Bekannten, die nicht im selben Haushalt leben. Männer engagieren sich etwas häufiger im institutionalisierten, Frauen häufiger im informellen Freiwilligenbereich. Nach Altersgruppen betrachtet sind es wiederum die Personen zwischen 65 und 74 Jahren, die die höchsten Beteiligungsquoten sowohl im institutionalisierten Bereich (22,5%) als auch bei der informellen Freiwilligenarbeit (42,8%) aufweisen.
Vergleich mit subjektiven Daten
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Internationaler Vergleich
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Tabellen
Methodologie
Das Modul «Unbezahlte Arbeit» erhebt Daten zu Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Unbezahlte Arbeit wird definiert als produktive Arbeit, die zwar nicht entlohnt wird, im Prinzip aber von einer fremden Person gegen Bezahlung ausgeführt werden könnte («Drittpersonen-Kriterium»). Es werden die verschiedenen Typen unbezahlter Arbeit und der dafür investierte Zeitaufwand an einem Referenztag erfasst. Freiwilligenarbeit wird für den Monat vor dem Interview erfasst. Die Befragung zur unbezahlten Arbeit wird mit einem ausgebauten Fragemodul seit 1997 alle drei bis vier Jahre im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) erhoben.
Im Rahmen des Moduls Unbezahlte Arbeit der SAKE 2016 wurden die Fragen zur informellen Freiwilligenarbeit überarbeitet. Die Befragten können mehrere Personen aus anderen Haushalten mit unterschiedlichen informellen Hilfeleistungen unterstützen. Vor 2016 wurde nur das Total der investierten Zeit für alle Hilfeleistungen erhoben. Ab 2016 wird der Zeitaufwand für jede unterstützte Person einzeln abgefragt. Ein Serienbruch zwischen 2013 und 2016 ist aufgrund dieser Anpassung nicht auszuschliessen und Zeitvergleiche sind deshalb nur bedingt möglich.
2010 fand eine grössere Revision der SAKE statt. Die Resultate zum Zeitaufwand für Freiwilligenarbeit sind nur bedingt vergleichbar mit den Vorjahren.
Definitionen
Definition des Indikators
Der Indikator Zeitaufwand für Freiwilligenarbeit misst das Total aller von den Befragten angegebenen freiwilligen Tätigkeiten, die für Institutionen und Organisationen oder andere Haushalte erbracht werden. Informelle Freiwilligenarbeit umfasst unbezahlte Hilfeleistungen aus persönlicher Initiative für Personen, die nicht im selben Haushalt leben, wie Kinderbetreuung, Pflegeaufgaben, Dienstleistungen und Hausarbeiten für Verwandte und Bekannte.
Institutionalisierte Freiwilligenarbeit umfasst unbezahlte Tätigkeiten für eine Organisation, einen Verein oder eine öffentliche Institution. Sie werden differenziert nach 8 verschiedenen Organisationstypen erfasst (Sportvereine, kulturelle Vereine, sozial-karitative Organisationen, kirchliche Institutionen, Interessenvereinigungen, öffentliche Dienste, politische Parteien, öffentliche Ämter).
Publikationen
Links