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Prävention von Alkoholproblemen
Massnahmen zur Verhütung von Alkoholproblemen
Prävention, Prophylaxe, Vorsorge

Primärpräventive Massnahmen
Grundsätzlich lassen sich drei Kategorien präventiver Massnahmen gegenüber Alkoholproblemen unterscheiden:
Alkoholpolitische Massnahmen (Primärprävention)
Angebotslenkung

Ökonomische Ebene
Beschränkung der Produktion und alternative Verwertung von Rohstoffen
Beschränkungen des Handels
Preisgestaltung alkoholischer Getränke und naher Substitutionsgüter
Physische Ebene
Beschränkung der Anzahl von Verkaufs- und Ausschankstellen
Beschränkung der Öffnungszeiten von Ausschank- und Verkaufsstellen
Vorschriften hinsichtlich Ausschanks für spezifische Getränke sowie für die Art und Weise des Verkaufs
Soziale Ebene
Beschränkungen des legalen Trinkalters
Zutrittsbeschränkungen zu Ausschankstellen
Beschränkungen des Verkaufs und Ausschanks für andere vulnerable Bevölkerungsgruppen
Quelle: Richard Müller: Die Lenkung des Angebotes alkoholischer Getränke als primärpräventive Massnahme gegenüber Alkoholproblemen, SFA 1984
Die oben zitierte Broschüre von Dr. Richard Müller, damals Direktor der SFA, vermittelte den Schweizer Fachleuten die Ergebnisse der internationalen Alkoholforschung.
Eine aktuelle Konkretisierung findet sich im Dokument Nationaler Alkoholaktionsplan 2000.
Zwei Jahrzehnte später fasste die Weltbank den aktuellen Stand der Forschung wie folgt zusammen:
"Approaches to reducing alcohol abuse
The most effective approach to reduce alcohol-related problems is to implement a comprehensive set of measures to reduce alcohol consumption and related problems. Policy options include price increases, restrictions on availability ( i. e. limits on the times and conditions of alcoholic beverage sales or service, minimum-age limits), strong drink-driving legislation and ready access to treatment. Some countries have succeeded in reducing per capita consumption substantially, and consequently have reduced liver cirrhosis deaths, a common indicator of alcohol-related problems in a society. Efforts to reduce alcohol consumption and related problems face formidable obstacles: alcohol dependence; social pressures; aggressive alcohol marketing and promotion; other pressing health problems competing for limited resources. But there are many good practices that can be replicated with political will, and broad support."
Why is reducing alcohol-related problems a priority?

Individuumsorientiert = personenbezogen
Ziel dieser Massnahmen ist es, die Nachfrage nach schädigenden Substanzen zu vermindern und alternative Verhaltensweisen zu fördern. Die Hauptannahmen für diese Massnahmen sind:
Ein Defizit an Wissen führt zu "falschen" Präferenzen; dem soli durch Zuführung von Informationen (persuasive Kommunikation) begegnet werden.
Ein Defizit an personellen und sozialen Ressourcen führt zu "falscher" Lebensbewältigung; dem soll durch Vermittlung von Fähigkeiten zu besserer Selbsteinschätzung und Lebensbewältigung (affektive Erziehung) abgeholfen werden.
Ein Defizit an wahrgenommenen Alternativen mit analogem Gratifikationspotential führt zu "falscher" Freizeitbewältigung; dem soll durch Vermittlung von Alternativen abgeholfen werden.
Systemorientiert
= umweltbezogen
Einwirkung auf die
physische Umwelt
Sanktionen Der Durchführung der Gesetze und Strafbestimmungen ("Law Enforcement") kommt innerhalb der präventiven Massnahmen eine besondere Stellung zu. Gesetzlichen Massnahmen auf allen Ebenen kommt nur dann eine Wirkung zu, wenn sie innegehalten bzw. durchgesetzt werden.
Der Tatsache der Strafandrohung
und der Höhe der angedrohten Strafe scheint nicht viel präventive
Wirkung zuzukommen. Wirksam dagegen scheint die Wahrnehmung des Risikos,
Schwierigkeiten mit der Polizei- bzw. dem Administrativ- und Justizapparat
zu haben.

Ein umfassendes Modell der primären ProphylaxeJede einzelne der möglichen präventiven Massnahmen kann für sich allein langfristig gesehen das Ziel der Prävention nicht erreichen; Alkoholprobleme können weder monokausal erklärt noch mit einer einzigen Massnahme verhindert oder beseitigt werden.
Jede einzelne der oben aufgeführten präventiven Massnahmen ist aber nötig; erst ein Zusammenspiel verschiedenster Massnahmen kann Erfolg versprechen.

Definitionen der Prävention
1. Primäre Prävention
meint die Verhinderung einer Erkrankung von vornherein, so dass auch keine
Anfangssymptome auftreten.
2. Sekundäre Prävention
zielt auf Verkürzung beginnender oder bestehender Erkrankungen, hauptsächlich
durch Früherkennung und Frühbehandlung
3. Tertiäre Prävention
ist die Verhinderung von Schäden, die als Folge einer bestehenden.
Störung auftreten.
A. Nicht-spezifische
Prävention geschieht auf Grund solcher Gegebenheiten, die
zwar u. a. auch einen Einfluss auf die Entstehung oder Beseitigung von
psychischen Störungen haben, die jedoch in erster Linie unter generellen
Aspekten zu betrachten sind. Forderungen nach optimaler Gestaltung dieser
Bedingungen sind im Interesse des allgemein gesellschaftlichen Fortschrittes
zu stellen, nicht nur wegen ihrer psychiatrischen Präventionswirkung.
Durch Veränderung in den Arbeits- und Lebensbedingungen kann eine
Veränderung des Krankenstandes auf unmittelbaren: Wege erfolgen.
B. Spezifische Prävention geschieht durch "gezielte präventive Aktivität". Darunter werden alle Anstrengungen zusammengefasst, die speziell mit der Absicht der Verhütung psychischer Störungen ausgeführt werden.
(Rainer Seidel, Bedingungen der Prävention psychischer Störungen, Das Argument, Februar 1972, Seiten 14 ff)
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1. Alkoholpolitik im Dienste der Gesundheit Einleitung, Index
2 .WHO und Alkoholpolitik
3. WHO zu Alkohol und Gesundheit 1998 - 2001
3.1. Declaration on Young People and Alcohol Stockholm 2001
4. Schweizerische Alkoholpolitik - wohin?
5. Entwicklungen des Alkoholkonsums, der Alkoholkonsummuster und Probleme in der Schweiz
6. Chronik der Alkoholpolitik
7. Chronik der Alkoholpolitik im 21. Jahrhundert
7a. Alkoholpolitik unter der Bundeskuppel
9. Alkoholkonsum in der Schweiz
10. Historische Aktualitäten zur Alkoholpolitik
11. Alkoholpolitische Stellungnahmen
12. Europäischer Aktionsplan Alkohol
13. Nationaler Alkoholaktionsplan Schweiz
14. Schweizerische Gesetze über den Alkohol
15. Die neue Promille-Grenze
Hier:
16. Prävention von Alkoholproblemen
und ausserdem:
Beiträge zur Alkohol-Geschichte der Schweiz
Sechs alkoholpolitische Kraftakte: Volksabstimmungen
Zitate zu Alkohol
Gegen das überhandnehmende Brantweintrinken (1845)
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