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WESPENBUSSARD
Zuerst wurde er für einen Mäusebussard gehalten – doch dem Leiter der Greifvogelstation Berg am Irchel war schnell klar, dass es sich um eine Rarität in der Station handeln musste: Einen Wespenbussard.
Wespenbussarde sind in der Schweiz als «potentiell gefährdet» eingestuft. In der letzten Zählung wurden nur 400–600 Paare registriert. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir in der Station immer sehr wenige Wespenbussarde pflegen.
Der Wespenbussard ernährt sich unter anderem von staatenbildenden Insekten, zum Beispiel gewisse Wespen- oder Bienenarten. Das unterscheidet ihn vom Mäusebussard, da auf dessen Speiseplan vorzugsweise Mäuse stehen. Dieser Unterschied macht sich auch anatomisch bemerkbar: Der Wespenbussard verfügt über längliche, schmale Nasenlöcher, in welcher sich die Wespen nicht verkriechen können. Im Gegensatz dazu hat der Mäusebussard rundliche Nasenlöcher. Weitere Unterschiede sind die schlankere Statur und der taubenähnliche Kopf des Wespenbussards.
Unser Wespenbussard ist ein Jungtier, welches Ende August zu uns in die Greifvogelstation gekommen ist. Er wurde nass auf einer Wiese sitzend gefunden. Mittlerweile konnte er einiges an Gewicht und Grösse zulegen. Gegenwärtig befindet er sich in einer Flugkammer. Bald wird er in die grosse Flugvoliere kommen, um seine Flugfähigkeiten zu verbessern. Kaum wird er – in ein paar Tagen – frei sein, wird er ins südliche Afrika ziehen, um dort den Winter zu verbringen.