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Das Tor von Saint Séverin
Die Ortschaft Conthey steht an den ersten Ausläufern des Gebirges zwischen den Strömen der Morge und der Liserne, in einer Höhe von 580 m. Diese Position wurde in der Zeit des Feudalismus gewählt, von den Grafen von Savoyen für die Errichtung einer der grössten militärischen Stützpunkte; von dort aus konnten sie die Landstrasse des Wallis beobachten, die am Fusse des Berges entlang ging, und der Übergang der Morge, das letzte Hindernis vor der episkopalen Stadt Sitten.
Die topographische Lage und die sehr sonnige Position von Conthey haben, seit prähistorischer Zeit, seinen Wert bestimmt. Auch der grosse Teich, genannt "Luisel" (kleiner See), badet die Wände des Dorfes im Norden, isoliert sie vom Rest des Berges, und trägt zu ihrer Verteidigung bei. Auf dem Hügel, auf einem Sporn im Nordosten der Stadt, errichtete Peter II. von Savoyen eine Festung, auf dem Ort des Schlosses der Vögte von Conthey. Im Westen des Dorfes lag ein weiteres Schloss, das der la Tour, Besitzer des Viztums nach den Conthey. Das Dorf, die Hauptstadt der Herrschaft Savoyens von Conthey, das sich auf beiden Ufern der Rhone erstreckt, spielte eine wichtige Rolle während des gesamten Mittelalters.
Conthey gehört zu den Villae, die in 515 vom Heiligen Sigismund der Abtei Saint-Maurice gegeben wurden und musste in seinen Besitz bleiben bis zum elften Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert ergriff sich das Haus Savoyen, in ihrer Eigenschaft als Kommanditär der Abtei, allmählich die Rechte zu ihrem Vorteil. Das Viztum wurde jedoch von den Conthey vom 12. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts gehalten. Dann gelangte es an die de la Tour-Châtillon. Diese hatten bereits Besitztümer in Conthey als Nachfolger der Grafen von Granges, entweder die Herren von Bex, oder die von Ayent.
Im Laufe der zahlreichen Kriege zwischen Savoyen und dem episkopalen Wallis, war das Dorf Conthey immer der Ausgangspunkt für Expeditionen gegen Sitten und Oberwallis.
Man kann ohne Probleme den Verlauf der Ringmauer erkennen. Diese besteht zum grossen Teil aus der Nordseite, in der Mitte ein halbrunder Turm in einem Haus integriert. Dieser Turm befindet sich in der Mitte des Tors Sensine, verschwunden, und des Tors Saint-Séverin, das noch heute existiert. Die Courtine, zwischen den beiden Türen, war gesäumt vom grossen Teich oder "Luisel", der die Gräben ersetzte.
Tour Lombardaz
Die Ringmauer ist auf der Talseite verschwunden, aber man sieht Teile davon bei der Abfahrt, im Westen, unterhalb des Schloss der de la Tour. Man kann man einige Spuren in den Häusern mit Terrassen und Weinbergen erkennen. Ein drittes Tor öffnete sich am Eingang des heutigen Dorfes, zur Strasse hin, die von Sitten kommt, zur Kreuzung des Weges von Plan-Conthey. Es gab noch eine geheime Ausfallpforte, im Süden, auf den Weg, direkt nach Plan-Conthey. Was den Verlauf der Mauer in den Osten betrifft, wurde er immer wieder verändert, im Laufe des Ausbaus der Weinberge.
Die Ringmauer von Conthey erinnert stark an Saillon und datiert aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Es scheint, dass Peter II. von Savoyen diese Mauern gleichzeitig mit dem Schloss mit dem sie verbunden waren, errichten lies. Im Inneren befanden sich mehrere interessante Häuser: Die Haus der Gemeinde, das 1578 in der Nähe des See Tors erbaut wurde, an der Stelle des so genannten "Lombardaz Turms"; das Haus der Adligen Cervent, wo der Viztum wohnte, in der Ecke des Schlosses der de la Tour, das der Cavalli mit einem Turm an der Rückseite des Gebäudes, uvm.
Neben einer militärischen Rolle, aufgrund seiner Lage an der Grenze des savoyischen Wallis, spielte Conthey eine wichtige Rolle in der Wirtschaft durch die Messen und Märkte, und durch seine Banken, von den Langobarden gehalten wurden. Nach dem Rücktritt des souveränen Savoyers, der Conthey zu eine Stütze für seine Politik machte, war der Niedergang schnell.
Ruinen des Schlosses des Grafen von Savoyen (Photo Fabrice Ducrest)
Es lag auf dem Kap im Nordosten des Dorfes. Es besteht heute nur noch ein Teil des Haupt-Turms und Mauern der Ringmauer, die ein unregelmässiges Rechteck bilden. Diese sehr mächtige Gesamtheit war nur der Mittelteil des Schlosses, das mehrere aufeinander folgende Terrassen umfasste; es bestand aus dem Wachturm der Festung, einem Hof mit Brunnen, und schliesslich im Süden der Aula (oder Wohnhaus des Schlossherren), der ehemaligen Residenz des Viztums von Conthey.
Der Turm wurde von 1257 bis 1258 für Peter II von Savoyen, nach den Plänen von Pierre Meinier, Bauleiter des Grafen, errichtet. Er zeigt uns eine interessante Besonderheit: Zum 14. Jahrhundert wurde er im Innern verstärkt von einer zweiten Wand, deren Bogen mit den Öffnungen der äusseren Bogen übereinstimmen. Der Grundriss des Wachturms, halbrund, verlängert die Wände der Ringmauer mit einer geradlinigen Wand innen. Man findet diese Art militärischer Architektur oft im 13. Jahrhundert, vor allem aber in den Burgen der Kreuzfahrer in Syrien.
Das Schloss Gegenstand zahlreicher Reparaturen, am Ende des 13. und im 14. Jahrhundert. Schliesslich wurde es in Brand gesetzt nach der Schlacht de la Planta von den VII Dizains in 1475. Es wurde nie mehr zum Leben erweckt.
Die gesamte Festung, deren Mauern zum grössten Teil noch bestehen, steht am Kap im Westen des Dorfes und hat einen unregelmässigen rechteckigen Grundriss. Dort stand das Schloss der Herren de la Tour bereits, bevor diese im 13. Jahrhundert, die Rechte des Viztums der Herren von Conthey erhielten.
Am Fusse des Felsens, steht eine breite natürliche Kluft, die von Menschenhand verfeinert wurde. Im Süden wie im Norden gegenüber den alten See, stehen die Mauern mit doppelten Terrassen, bepflanzt mit Weinreben. Auf der Seite des Dorfes, zwischen dem Tor des Schlosses und der Kapelle (dann Sainte-Pétronille, völlig umgebaut im siebzehnten Jahrhundert unter der Bezeichnung "St. Georg“), stand das Haus des Viztums von Cervent, derzeit abgerissen. Die Kapelle mit dem ersten Eingang zum Schloss hin, bildete ein Hof mit Umfriedung, getrennt vom eigentlichen Schloss durch eine zweite Tür.
Das Schloss wurde in zwei Teile geteilt. In der Mitte des westlichen ragte der quadratische Turm, ein Bau der romanischen Zeit im 12. Jahrhundert, von dem man noch heute die Fundamente der drei Seiten erkennt. Im zweiten Teil befanden sich vermutlich die Dependenzen und Wohnungen mit zwei quadratischen Türmen.
Nach seiner Zerstörung in 1375, wurde das Schloss von den Grafen von Savoyen zurück gekauft, die es nicht zum Leben erwecken konnten. Aber, als das grafliche Schloss im Osten von den Dizains in 1475 zerstört wurde, liess der Bischof von Sitten, Josse de Silenen, in 1492, einen Teil des Schlosses der de la Tour renovieren, um den Schlossherren und seinen Hof unter zu bringen.
Bibliographie