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Wie ich, Najeeb Atteih, ein Diener Gottes wurde
Ich bin ein arabischer Israeli, und meine Familie kam einst aus dem Libanon. Ich selber wurde in Haifa geboren. Meinen Hintergrund genauer betrachtend, käme man nicht auf die Idee, mich als einen Kandidaten für das Reich Gottes im evangelistischen Dienst zu sehen.
Ich wuchs in einer Mafia-Familie auf und wurde drogenabhängig. Es scheint jedoch so, dass der Herr mich bereits im Leibe meiner Mutter auserwählte. Nach meiner Geburt kleidete meine Mutter mich als Priester und weihte mich Gott. Und Gott, der alles sieht, streckte sich nach mir aus.
Bereits verheiratet, schloss ich mich für einige Tage zum Beten in mein Zimmer ein – und kam als veränderter Mann wieder heraus. Elisabeth, meine Frau, bemerkte die völlige Umwandlung in meinem Leben. Sie fing an, mit mir zu den Gottesdiensten zu kommen und nahm ebenfalls Jesus in ihr Leben auf. Wir wurden gemeinsam getauft.
Dann verbrachte ich einige Zeit bei den Glaubensbrüdern in Latrun und bereitete mich auf den Dienst des Herrn vor. Seither diene ich zusammen mit meiner Frau dem Herrn.
Die Immanuel-Gemeinde
Meine erste Aufgabe bestand darin, meiner eigenen Familie das Evangelium zu predigen. Dies dauerte eine gewisse Zeit. Allmählich kamen folgende Menschen zum Glauben an Jesus: zuerst meine Frau Elisabeth und unsere beiden Kinder, dann die älteren Kinder meines Bruders, schliesslich meine Eltern, auch Neffen, Nichten und Cousins und einige von Elisabeths Verwandten. Nach einer weiteren Zeit fand der Anführer einer arabischen Bande im Hafen von Haifa zum Herrn. Dieser dient nun ebenfalls Jesus als Evangelist. Weitere Leute, mit denen ich in Kontakt kam, fanden zum lebendigen Glauben an Jesus und dienen nun in der Immanuel-Gemeinde, die damals schrittweise aufgebaut wurde.
In der Gemeinde gibt es junge Männer und Frauen, Babys, Kinder und Jugendliche. Für die Kinder besteht eine lebendige Sonntagsschule.
Aus der alten Scheune meines Vaters baute ich einen Versammlungsort. Daraus entstand ein schöner Anbetungsraum. Daneben richtete ich eine Küche und Toiletten ein. Zudem baute ich einen Raum für die Sonntagsschule und legte den Grund für den Kinderspielplatz. Nebst dem Predigen führe ich also auch Bau- und Klempnerarbeiten aus und weiss, wie man Abwasserrohre legt, Stromkabel verlegt usw.
Buchladen
Im Jahr 2007 mietete ich einen alten Raum und baute ihn zum Immanuel Buchladen um. Dieser Laden dient als evangelistisches Zentrum für Juden, arabische Studenten und Touristen, die oft einfach einmal vorbeischauen wollen.
Das Geschäft dient nicht nur der lokalen arabischen Gemeinschaft, sondern enthält Bibeln in vielen Sprachen sowie Lehrmaterial für Pastoren und für jedermann. Auch katholische Priester und Nonnen kommen vorbei und manchmal sogar orthodoxe Juden und Moslems. Viele Menschen haben inzwischen im Buchladen klar das Evangelium gehört, und etliche wurden dadurch positiv verändert!
Zentrum für christliche Soldaten
Dies ist das neuste Projekt in meinem Herzen. Ein Stück Land konnte gemietet und zu diesem Zweck vorbereitet werden. Es grenzt an das Grundstück der Gemeinde. Der erste Container wurde gekauft, und für einen zweiten (Foto) kam eine Spende. Nun werden noch Möbel und mindestens drei Betten für Soldaten benötigt sowie eine Klimaanlage, Schränke und ein Schreibpult mit Computer für das Büro. Dann sollte das Soldaten-Zentrum eröffnet werden können.
Es wird die Möglichkeit bieten, christlich-arabische Soldaten in ihrer Freizeit unterzubringen und ihnen mit Beratung und Seelsorge beizustehen im Blick auf Probleme in ihren Familien oder Schwierigkeiten anderswo. Sie werden das Evangelium hören und darin geschult werden, in der Armee für den Herrn ein Zeugnis zu sein. Zurzeit gibt es im Militär über 500 christlich-arabische Soldaten. Daher werden diese Plätze gut genutzt sein.
Besuch bei christlichen Flüchtlingen im Ausland
Wir haben einige Reisen unternommen, um von der ISIS verfolgte christliche Flüchtlinge in Jordanien und in der Türkei zu besuchen. Kürzlich besuchten wir kurdische Flüchtlinge in Istanbul. Bereits hat eine beträchtliche Anzahl Kurden den Islam verlassen und sich Jesus zugewandt. Wir sind in Abklärung, wie wir diesen Menschen helfen können. Dies ist erst der Beginn dieses Dienstes. Es muss noch viel getan werden. Viele der Flüchtlinge leben in entsetzlichen Umständen.
Monatlich bekommen wir einen Lohn von 7'000.- Schekel (= CHF 1855.-) von unserer Gemeinde. Wir haben zwei Kinder. Die Tochter studiert Theologie im "Israel College of the Bible". Sie arbeitet teilzeitlich, um einen Beitrag an ihr Studium zu leisten. Unser Sohn dient in der israelischen Armee. Er bekommt ein kleines Soldatengehalt, das jedoch nicht ausreicht, um seine persönlichen Ausgaben sowie die für die Armee zu decken. Wir gehen im Glauben voran und danken Gott für die Möglichkeit, IHM dienen zu dürfen. Wir schauen auf IHN, damit ER unsere Bedürfnisse für den Dienst und die Familie decken möge.
Pastor Najeeb und Elisabeth Atteih
Vorschlag von Kurt Wenger: Wir suchen Paten für die nächsten zwei Jahre, weil so lange das Theologiestudium und das Militär der beiden Kinder dauert. Wenn möglich, möchten wir dem Ehepaar Atteih einen bescheidenen monatlichen Zustupf von ca. Fr. 1000.- zukommen lassen. Möchten einige mit regelmässigen Beträgen von z.B. Fr. 50.-, 100.- 200.- oder auch mehr mithelfen? Wir leiten einfach weiter, was für sie hereinkommt.