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Hergestellt von Sony, Tokyo.
Als Sony im Jahre 1980 den ersten mikroprozessorkontrollierten Kurzwellenempfänger vorstellte, löste man damit eine Revolution im Design und Konzept von Reise- Kurzwellenempfängern aus. Dass auf eine Reise nicht mehr ein Kofferempfänger mit Schutzbügeln & einem grossen Handgriff, an dem das zwischen 6 und 10 kg schwere gute Stück getragen werden musste, mitzuschleppen war, sondern ein Kästchen, das eher einem grossgeratenen Taschenrechner glich, führte auch zur Verbreitung des Kurzwellenempfangs bei Ferienreisenden bei. Als erster Empfänger wurde beim ICF-2001 die direkte Frequenzeingabe per Tastatur realisiert. Der ICF-2001D war eine Weiterentwicklung des ungemein erfolgreichen Empfängers, mit dem das neue Gerät fast nur noch die Gehäuseabmessungen gemeinsam hatte. Als Innovation stellte Sony erstmals den automatisierten ECSS-Empfang mit dem Synchrondetektor vor, der 2001D war und blieb einer der erfolgreichsten und besten portablen Kurzwellenempfänger.
Die Versionen sind an der fehlenden AIR BAND-Taste und aufgrund der Frequenzbandangaben oberhalb des Uhr-Displays erkennbar.
Der mit 29 x 16 x 5,5 cm mittelformatige 1,75 kg schwere Reiseempfänger kann mit einem externen 4,5V (!) - Netzteil oder 3 UM1-Batterien gespiesen werden. Über einen speziellen Adapter ist auch Betrieb an einer Autobatterie möglich. Ein versenkt angebrachter Hauptschalter, der unbeabsichtiges Einschalten bei Transport im Reisegepäck wirkungsvoll verhindert, aktiviert die Stromzufuhr, dass das Gerät mit dem oberhalb des grossen Lautsprechergrills gelegenen Schalter eingeschaltet werden kann. Die Fehlermeldung ERROR3 macht darauf aufmerksam, dass entweder Netzstrom oder Batterien fehlen - oder eben dieser Hauptschalter nicht auf ON steht.
Eine kleine Taste unterhalb des Einschalters aktiviert für einige Sekunden die Beleuchtung der zwei zur Rechten liegenden Skalen. Links wird die aktuelle Uhrzeit (oder ggf. die Timer-Zeit oder verbleibende Betriebszeit im Sleep-Modus angegeben, rechts im LCD-Feld die Frequenz auf 0,1 kHz, die Betriebsart und ZF-Filterbreite. Das anschliessende Feldstärkemessinstrument ist als zehnteilige LED-Kette ausgeführt und gibt die relative Signal- oder Batteriestärke von 0 - 10 an, zwei kleine LEDs markieren, ob im Synchrondetektorbetrieb das obere oder untere Seitenband gewählt ist. Rechts oben, mit einer Griffmulde an der Längskante des Gehäuses, der leichtgängige Abstimmknopf, mit dem die Frequenz oder auch die Uhrzeit eingestellt wird, zum Verändern der Uhrzeit muss einfach die TIME SET-Taste gedrückt werden. Der weiter unten gelegene Schalter wird zum Wechsel der Abstimmgeschwindigkeit vom raschen Suchempfang zur Feineinstellung im Sync-Betrieb und SSB-Empfang eingesetzt und blockiert in der Stellung LOCK den Abstimmknopf ganz. Der Lautstärkeregler ist als Schieberegler ausgeführt. Ein zweiter Schieberegler an der rechten Schmalseite bedient die HF-Verstärkung, den RF-Gain, das Klangblende - Schiebeschalterchen findet ebenfalls auf der rechten Schmalseite Platz.
Das grosse Tastenfeld hat dem Sony 2001D einige Kritik eingebracht, ich versuche die grundlegendsten Funktionen darzulegen. Die direkte Frequenzeingabe ist wie beim alten 2001 ein Kinderspiel, 6 - 1 - 5 - 5 - Execute und schon ertönt RÖI Wien aus dem Lautsprecher, wird eine ausserhalb des entsprechenden Bereichs liegende Frequenz eingegeben, meldet der 2001D einen ERROR1; für sehschwache Hörer ist die Taste „5“ mit einer Noppe versehen. Das Tastenfeld mit den 32 Tasten in vier Reihen dient dem Speicherzugriff, mit dem Druck auf die kleine schwarze Entertaste und gleichzeitig auf eine der Speichertasten wird die Frequenz inkl. Betriebsart und ZF-Filterbreite versorgt. Mir entspricht die Lösung sehr, mit einem Knopfdruck die Station dann wieder aufrufen zu können, die vier Reihen habe ich mit verschiedenen Stationsgruppen belegt (Tropenband 90m, 60m und „Brasilianer“) und kann so die Übersicht behalten, andere Hörer ziehen die Eingabe von Nummern, um Speicherplätze anzuwählen, vor…
Ein Druck auf die blaue Shift-Taste erlaubt Zugriff auf die Zweitfunktion, beispielsweise erlaubt der Sony ICF-2001D mit Shift-c3 direkten Zugriff aufs 25m-Rundfunkband. Die drei hellen Tasten links von den Speichertasten starten und stoppen die Suchlauffunktionen, auch die Eckfrequenzen und weitere Funktionen werden mit der blauen Shift-Taste als Doppelfunktion aufgerufen. Die drei hellen querformatigen Tasten oberhalb des Speichertastenfeldes schalten zwischen AM, FM(UKW) und AIR-Band (Flugfunkbereich 116 - 136 MHz, AM) um. Daneben liegen die Betriebsartentasten zum Aktivieren von breitem und schmalem ZF-Filter in AM, USB, LSB und Synchrondetektor. Die kleinen Tasten in der Reihe unterhalb des Displays werden für die Programmierung der vier Timer- Programme benötigt.
An der linken Schmalseite finden sich die als 3,5 mm Klinkenbuchsen ausgeführten Antenneneingänge, der Schalter für den Abschwächer, die Ausgangsbuchsen für die Verbindung zum Tonbandgerät, zu einem Ohrhörer und die Spannungsversorgungsbuchse, zuunterst der bereits besprochene Spannungs-Hauptschalter.
Im praktischen Einsatz vermag der Sony ICF-2001D schon im Betrieb mit der Teleskopantenne zu begeistern. In Punkto Empfindlichkeit gehört er zu den besten der Portabelklasse und bringt die internationalen Rundfunkdienste und auch einige Tropenbandstationen so gut herein, wie manch einfacher Stationsempfänger. Eine Langdrahtantenne einfach mit einem Klinkenstecker angeschlossen, führt rasch nicht nur zu einem Signalpegelanstieg sondern meist zu einem Brei an Mischprodukten, dass die gewünschte Station im Gebrodel kaum mehr aufzunehmen ist.
Abgesichts des suboptimalen Grosssignalverhaltens ist ein Antennenanpassgerät resp. ein externer Preselektor beim Betrieb mit einer Aussenantenne einfach Pflicht. Eingesetzt werden kann beispielsweise der PRE-1 vom technischen Klubdienst der ADDX, ich habe mit dem FRT-7700 von Yaesu beste Erfahrungen gemacht. Eine damit korrekt angepasste 20 m-Antenne wird verkraftet, der Empfänger ist ruhig und ich hatte mit dieser Kombinationen im Urlaub immer wieder hervorragende Empfänge von der NBC, australischen Lokalstationen im Tropenband, über RN del Paraguay bis zu R.Record im 19 m-Band konnte ich zahlreiche schwache Stationen loggen. Auch mit dem magnetischen Loop von Grahn mit seinen geringen Signalpegeln harmoniert der ICF-2001D sehr gut, jedenfalls wesentlich besser als mit der breitbandigen hoch verstärkenden zum Gerät gelieferten AN-1 - Aktivantenne von Sony, mit der ich kaum je eine Verbesserung der Verständlichkeit eines Signals aber wiederholt Überladungserscheinungen erlebte. Zu den Überladungserscheinungen bleibt noch zu erwähnen, dass der Frontend-Transistor in der Nähe starker Lokalstationen mit hohen Signalpegeln an einer Langdrahtantenne durchbrennen kann, in amerikanischen Artikeln wurde empfohlen, sich gleich eine Zehnerpackung Ersatztransistoren zu besorgen…
Der im Mittelwellenbereich aktive Abschwächer kann übrigens mit einem Trick umgangen werden, der Antennenstecker wird nicht vollständig eingesteckt, da die volle Empfindlichkeit zum MW-DX erhalten bleibt, ist mit langen Antennen mit hohen Signalpegeln doppelte Vorsicht am Platz.
Die Selektivität reicht mit dem breiten AM-Filter nicht aus, um Stationen im 5 kHz-Raster sauber zu trennen, dazu muss auf das schmale AM-Filter umgeschaltet werden. Zur Empfangsverbesserung verfügt der ICF-2001D aber über ein weiteres Juwel, den Synchrondetektor halte ich in seiner Wirkung immer noch für den Besten, mit dem ich bisher zu tun hatte. Der ICF-2001D erlaubte damit als erstes Gerät den automatischen ECSS-Empfang, im Gerät wird ein Hilfsträger wie zum Einseitenband generiert und einem Seitenband des AM-Signals zugemischt, da der Empfang nicht mehr stark vom mit Fading behafteten Trägersignal abhängt wird die Verständlichkeit besser. Um Nachbarkanalstörungen zu umgehen, wird jeweils nur das weniger betroffene Seitenband ausgewertet. Manuell ist der ECSS-Empfang mit jedem guten SSB-Empfänger möglich, beim Sony passiert das ganze auf Knopfdruck. Wird minim unter die Sendefrequenz abgestimmt, wird das andere Seitenband ausgewertet.
Wird beispielsweise Radio Globo auf 11805 von 11800 kHz aus gestört, wird im Sync-Betrieb auf 11805,1 eingestellt, der Empfänger rastet nach kurzem Pfeifen ein und die USB-LED leuchtet auf, der Empfang ist dann sogar mit dem breiten Filter möglich, da der nächste Nachbarkanal auf 11810 kHz frei ist. Wird umgekehrt nach unten abgestimmt, wechselt der Empfänger bei 11804,9 auf LSB und der Interferenzpfeifen vom unten liegenden Nachbarkanal wird stark störend hörbar. Der Synchrondetektor meines Gerätes rastet schon bei schwachen Signalen ein und verbessert die Verständlichkeit enorm. Dass der USB-LSB-Wechsel nicht immer genau auf der Sendefrequenz erfolgt, hat mit dem aufgrund von Berichten nicht immer ganz optimalen Geräteabgleich im Hause Sony zu tun. Mit dem schmalen AM/SSB-Filter und dem Sync-Betrieb kommt der Sony ICF-2001D auch im Tropenband mit einigen schwierigen Situationen zurecht. Der SSB-Empfang ist an sich gut, die kleinsten Frequenzschritte von 100 Hz sind aber beim Funkfernschreibempfang mit Decodern teils zu weit, dieses kleine Manko wurde beim Nachfolger SW-77 behoben.
Die Speicher-, Scan- und Uhrfunktionen machen den Betrieb des ICF-2001D komfortabel, diese Möglichkeiten wurden beim Nachfolgegerät mit der Speicherverwaltung in Gruppen, die alphanumerisch bezeichnet werden können, noch weiter ausgefeilt. Aber im Gegensatz zu vielen Stationsempfängern kann beim ICF-2001D immerhin die Uhrzeit und die Frequenz gleichzeitig abgelesen werden! Auf dem Weg zum grossen Stationsempfänger fehlen dem ICF-2001D noch die Möglichkeiten, das Signal mit Passbandtuning und Notchfilter zu säubern, diese Features hat Sony aber bei allen für den Heimmarkt konzipierten Kurzwellenempfängern weggelassen - etwas muss ja den Profis vorbehalten bleiben.
Der Sony ICF-2001D resp. ICF-2010 wie er in USA heisst, wurde bis Ende der neunziger Jahre immer noch neu verkauft, leider sind die Vorräte auch bei Universal Radio wohl inzwischen erschöpft. Er ist, meiner persönlichen Ansicht nach, in Sachen Empfindlichkeit, Synchrondetektor und Verständlichkeit dem Nachfolger ICF-SW77 überlegen. Von amerikanischen DXern wurde schon vorgeschlagen, man solle sich einen fabrikneuen '2010 als Zweitgerät „für den Schrank“ zulegen, falls das eigene geliebte Gerät einmal aussteigt… Glücklicherweise trennt sich doch gelegentlich ein Hörer von seinem ICF-2100D, so dass das Gerät als wohl bester DX-tauglicher Reiseempfänger noch auf dem Gebrauchgerätemarkt erhältlich ist.
Doppelsuper, Frequenzaufbereitung mittels PLL-Synthese
Das Gerät ist halbleiterbestückt.