Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03574.jsonl.gz/101

Mit einem künstlerischen Akt den Alltag aufbrechen, das geht so: Man stellt mehrere mannsgrosse Felsen auf einen öffentlichen Platz und versucht, jeweils zwei dieser ungeheuren Brocken so zu stapeln, dass sie auf kleiner Fläche aufeinander balancieren. Hilfsmittel wie Rollen, Stemmeisen und Kettenzüge sind erlaubt, auch eine pyramidenförmige Stahlkonstruktion brauchts. Aber keine Maschinen. Die Kraft eines Menschen muss reichen.
Der holländische Performancekünstler Nick Steur arbeitet, bis zwei Steine im Gleichgewicht sind. Egal, wie lange es dauert. Und wenn er fertig ist, fängt er von vorne an. Er nimmt sich jedes Mal andere Steine vor. Man kann ihm zuschauen und über sein Vorgehen fachsimpeln; ihn beobachten, wie er immer neue Kniffe anwendet, um die Schwerkraft zu überlisten. Und man kann spekulieren, ob sein Werk tatsächlich hält. Am besten verbindet man das mit einem Picknick. Steur arbeitet nämlich am lauschigen Ufer der Aare.
Bild: © Livia Smith