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Mäni Weber (†)
Der traurige Abstieg nach dem Ruhm
Am 15. September jährt sich der Todestag von «Mäni national» zum zehnten Mal. Cornelia Diethelm, seine letzte grosse Liebe, erinnert sich an den einstigen Superstar der frühen TV-Jahre, der ohne Rampenlicht nicht zurechtkam.
Seine Quiz-Sendungen waren Strassenfeger. Wenn Hermann «Mäni» Weber (†71) zwischen 1963 und 1970 mit Charme und blendendem Aussehen in die Schweizer Stuben zu seinem Quiz «Dopplet oder nüt» grüsste und von 1973 bis 1977 zu «Wer gwünnt?», sass die ganze Familie vor dem Bildschirm. Von Grosis bis zu Müttern, Tanten und Teenagern: Mäni nahm sie alle für sich ein.
Mäni Weber war ein Playboy, ein Womanizer, der die Frauen liebte – und sie ihn. Seine letzte offizielle Freundin war Cornelia Diethelm (61): «Mäni war ein toller Liebhaber. Aber eigentlich kein Mann für eine feste Liebesbeziehung. Während jeder seiner Beziehungen hatte er noch andere Geschichten am Laufen.» Kein Wunder: Mäni sah super aus.
Mäni Weber war der Schweizer Superstar in den Anfangszeiten des Mediums Fernsehen schlechthin. Er bekam die Auszeichnung «Mäni national» und genoss seinen Erfolg mit schönen Frauen, teuren Sportwagen, Flugreisen erster Klasse, edlem Whisky und Zigarren. Alles nach dem Motto: «Ich bin der Chef, ich kann mir das leisten.» Das konnte er aber nicht. Seine brillante TV-Karriere war bereits 1977 vorbei. Auf eigenen Wunsch hatte er damals eine Pause eingelegt, aber das Fernsehen holte ihn nicht mehr zurück. Mäni blieb nur noch die Anstellung als Redaktor beim Radio.
Trotzdem führte er seinen aufwendigen Lebensstil weiter. «Als ich mit Mäni zusammen war, hatte er schon seit mehreren Jahren seine Steuerrechnungen nicht mehr bezahlt und zudem, wie er erzählte, viel Geld bei Devisen-Geschäften verloren», erinnert sich Cornelia Diethelm. 1989 wurde Mäni Webers Lohn gepfändet und bis auf das
gesetzliche Minimum auch sein kompletter Besitz. «Es war wahrscheinlich die schwerste und dunkelste Zeit in seinem Leben», meint Cornelia Diethelm nachdenklich. «Er musste auch seine 5½-Zimmerwohnung am Schützengraben in Basel aufgeben. Verbittert zog er zurück ins Elternhaus.»
Nach der (Früh-)Pensionierung 1995 verliess der Basler seine Stadt und zog nach Weggis LU in eine schöne Wohnung mit Terrasse. Doch er schaffte es nicht mehr, im neuen Lebensabschnitt wirklich Fuss zu fassen und zog noch einmal um – ins Altersheim Hofmatt in Weggis. Cornelia Diethelm: «Mäni liess sich zwar nach aussen nichts anmerken, aber ich denke, er fand sich in einem Leben ganz ohne Scheinwerferlicht nicht zurecht.»
In seinen jungen Jahren zeigten Zeitschriften und Zeitungen «Mäni national» immer von der schönsten und erfolgreichsten Seite. Nach seinem Wegzug aus Basel berichteten die Medien zunehmend von seinem ungesunden Lebenswandel mit Drogen, Alkohol, Aufputschmitteln und Medikamenten-Missbrauch. Er selber machte keinen Hehl daraus und erzählte freimütig über schwere Schlafstörungen und Depressionen. Einsam und unglücklich starb Mäni Weber am 15. September 2006. Es gibt von ihm keine Grabstätte: Seine Asche wurde auf seinen Wunsch hin von einem Flugzeug aus über dem Rütli verstreut. Trotzdem bleibt Mäni bei Tausenden von Schweizern – und vor allem Schweizerinnen – unvergessen und ewig jung.
Mäni Webers ehemalige Geliebte Cornelia Diethelm, die 2002 seine Biografie schrieb, engagiert sich seit zehn Jahren für ihre Stiftung «Musik übers Meer» (www.musikuebersmeer.ch). Sie sammelt in der Schweiz nicht mehr gebrauchte Instrumente und schickt sie in Länder des Südens und in den Balkan. Dort erhalten Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Familien Musikunterricht und die Möglichkeit, in einem der aktuell 23 Jugend-Orchester zu musizieren: «Musik übers Meer» bietet
jungen Menschen eine Alltagsstruktur und Schutz vor Armut, Drogen und Kriminalität.»