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Er dient der Messung von simultanen Vorgängen. Um den Schleppzeigerchronographen definieren zu können zitieren wir Ihnen aus der Broschüre „Die Hauptsächlichsten Chronograph-Arten nach Ihren Zifferblättern“ aus dem Jahre 1952:
„Der Chronograph mit Doppelzeiger ist ein Kurzzeitmesser, der sich speziell für die Chronometrierung mehrerer Vorgänge mit gleicher Anfangszeit, aber ungleicher Dauer eignet, zum Beispiel ein sportlicher Wettkampf, an welchem gleichzeitig mehrere Teilnehmer konkurrieren. -In einern solchen Chronograph ist über dem Chronographenzeiger ein zweiter Zeiger angeordnet. Durch Betätigen des (oberen) Drückers setzen sich die beiden Zeiger in Bewegung und laufen gleichzeitig über das Zifferblatt. Mit Hilfe des in der Krone angeordneten Drückers kann der Doppelzeiger getrennt angehalten werden, während der Chronograph-Zeiger seinen Gang fortsetzt. Nach erfolgtem Ablesen dieser ersten Messung kann der Doppelzeiger durch erneute Betätigung des nämlichen Drückers wieder eingeschaltet werden; derselbe holt den noch immer laufenden Chronograph-Zeiger augenblicklich wieder ein und synchronisiert sich wieder mit ihm, um für die nächste Ablesung erneut blockiert zu werden. Die Rückführung in die Nullstellung erfolgt für alle vier Zeiger (Chronograph-Zeiger, Doppelzeiger, Minutentotalisator, Stundentotalisator) gleichzeitig durch den (unteren) Drücker, insofern der Doppelzeiger nicht blockiert ist; in diesem Fall ist die Betätigung des Kronendrückers nötig, wodurch auch der Doppelzeiger in die Nullstellung springt.“
Bekannt ist die Armbanduhr mit Chronograph Rattrapante (frz. Bezeichnung für diesen Zusatzmechanismus) seit den frühen zwanziger Jahren. Die Marke Ralco bot schon 1921 eine solche Uhr an. Luxusuhrenhersteller haben in der Folge immer wieder diese komplizierten Uhren gebaut. Von Patek Philippe ist aus dem Jahr 1926 ein ausgefallener Schleppzeigerchronograph für einen Linkshänder bekannt, das Basiskaliber kam von Vjctorin Piguet.
Entsprechende Serienrohwerke für Schleppzeigerchronographen karnen erst in den vierziger Jahren auf den Markt.
Nach den fünfziger Jahren verschwanden die Schleppzeigerchronographen zunehmend wieder vom Markt.
Heute erstrahlen sie jedoch, wie manch eine technische Komplikation, wieder erneut im Blickfeld. Sie bilden bei namhaften Marken wie IWC , Franck Müller oder Blancpain, willkommene Zusatzmechanismen für höchst komplizierte Armbanduhrenschöpfungen.
Da die Chronographen mit Doppelzeigerwerk und Mechanismus mit zwei Schalträdern doppelt so teuer waren wie normale Chronographen, suchten verschiedene Hersteller nach einer weniger aufwendigen Konstruktion.
Georges Dubey und Rene Schaldenbrand aus La Chaux-de-Fonds fanden eine derartige Lösung und meldeten ihre Erfindung 1946 zum Patent an. Die vereinfachte Konstruktion war dem klassischen Schleppzeigermechanismus praktisch ebenbürtig und für jedermann leicht zu erkennen, da die Schleppfeder in Spiralform über dem Zifferblatt zwischen den zentralen Zeigern sichtbar angeoranet war. Es war ihnen freilich kein Erfolg beschieden, die Serie mußte nach wenigen hundert Stück eingestellt werden. Einen Restposten erwarb 30 Jahre später Dr. Adolf Benz, Inhaber der Comor Watch in La Chaux-de-Fonds. 1982 bot er auf der Basler Mustermesse seinen Schleppzeigerchronographen in zwei Ausführungen Sammlern und Uhrenfreunden an. Die Uhr im 18karätigen Goldgehäuse besaß einen Glasboden, und die Zifferblattbeschriftung trug den Hinweis „Patent Dubey & Schaldenbrand“.
Dann gab es noch den Mono-Rattrapante. Hier übernahm der Chronographenzeiger auch die Funktion des Doppelzeigers. Der Chronographenzeiger ließ sich anhalten und holte dann die versäumte Zeit sprungartig wieder ein – in der Messung fand keine Unterbrechung statt. Einen solchen Mono-Rattrapante baute Mitte der vierziger Jahre z. B. Recta, als Rohwerk diente ein Valjoux Kaliber.