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Vom Pökeln des Hirschfleisches bis zur Milch aus dem Tetrapak: Die Ernährung ist seit Menschheitsbeginn mit dem Haltbarmachen von Nahrungsmitteln verbunden. Die Geschichte der Konservierung ist lang – aber noch längst nicht abgeschlossen.
Jungsteinzeit, ca. 11 500 vor Christus
Bereits die Jäger und Sammler waren in Zeiten der Knappheit auf haltbar gemachte Lebensmittel angewiesen. Mit dem Räuchern über offenem Feuer und Trocknen an der Sonne legten sie für den Winter Vorräte an.
800 vor bis 600 nach Christus
In der römischen Antike kaufte man sich portionierte Mahlzeiten bei kleinen Garküchen (Caupona) auf der Strasse, und man begann, Lebensmittel zu kühlen. Die Amphore diente als Einwegverpackung für Lebensmittel. Es wurde fleissig getrocknet, geräuchert, eingesalzt, gebeizt und eingesäuert.
6.–15. Jahrhundert
Zucker war zwar im Mittelalter noch nicht für alle zugänglich, wurde aber bereits als effektive und beliebte Konservierungsmethode eingesetzt. Die bereits aus der Antike bekannten Haltbarkeitsmassnahmen wurden weiterentwickelt; trotzdem trat im Frühjahr nicht selten akuter Nahrungsmangel auf.
1795
Die Unterernährung der Armeen auf Feldzügen nach der Französischen Revolution führte dazu, dass Napoleon Bonaparte einen Preis von 12 000 Goldfrancs für denjenigen aussetzte, der die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern konnte. Eine Lösung bot ihm der französische Zuckerbäcker Nicolas Appert: das Einkochen beziehungsweise Einwecken/Einrexen.
1810
Ein Meilenstein auf dem Weg zum heutigen Convenience Food war die Erfindung der Konservendose, die im Jahr 1810 patentiert wurde. Sie löste Glas ab und ermöglichte erstmals, Nahrung in luftdichten Behältern zu erhitzen und so zu konservieren.
1860
Ein anderer wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung haltbarer Lebensmittel war die Erkenntnis, dass sich durch Erhitzen schädliche Mikroorganismen abtöten lassen. Dieses Verfahren aus den 1860er-Jahren wird noch heute nach Louis Pasteur, seinem Entdecker, «Pasteurisieren» genannt.
1876
Den nächsten entscheidenden Meilenstein in der Konservierung bildete eine Erfindung von Carl von Linde, Gründer der heutigen Linde Group: der Kühlschrank. Die Idee, Lebensmittel zu kühlen, war zwar nicht neu. Die Möglichkeit, rund um die Uhr zu kühlen, hingegen schon.
1935
Die «Gottfried Krueger Brauerei » aus New Jersey brachte erstmals Bier in Dosen auf den Markt. Mit riesigem Erfolg: Bereits im ersten Jahr verkaufte man 200 Millionen Bierdosen.
1950
Zu den Pionieren in Sachen Fertiggerichte gehörte der Amerikaner Gerry Thomas. Er entwickelte das «TV-Dinner», ein portioniertes Menü für eine Person in einer Aluminiumschale, die nur noch erhitzt werden musste. Während des ersten Verkaufsjahres 1954 konnte der Produzent Swanson statt der geplanten 5000 Mahlzeiten 10 Millionen Essen verkaufen.
1958
Im deutschsprachigen Raum erinnern die «Ravioli in Tomatensauce » aus der Dose an den letzten Italienurlaub.
1960
Gefriertrocknung, Vakuumverpackung, Tetrapak, Frischhaltefolie und Tupperware ergänzen ab 1960 die Konservierungsmethoden.
1980
Immer mehr Frauen sind berufstätig und verbringen weniger Zeit in de Küche. Das Angebot an Fertiggerichten wächst.
2020
Seit einigen Jahren greifen Konsumentinnen und Konsumenten neben den «klassischen Fertiggerichten » verstärkt zu weniger beziehungsweise schonend verarbeiteten Lebensmitteln. Sie sollen ausgewogen, vielfältig, individualisierbar und gesund sein. Traditionelle Methoden der Haltbarmachung wie das Einwecken sind wieder attraktiv.
2050
Intelligente Kochgeräte, die nicht einfach nur Lebensmittel verarbeiten, sondern die jedes Gericht zubereiten können? Rezept vom Spitzenkoch auf dem eigenen 3D-Lebensmitteldrucker zu Hause replizieren? Die kulinarische DNA von jedem in einer Datenbank? Die Zukunft wird es zeigen.