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Schon ca. 2000 vor Christus nutzten die Aegypter Gewürze und Kräuter zum Einbalsamieren ihrer Toten und zur Herstellung von Körpersalben. Auch in der Küche verwendeten sie Anis, Kümmel, Kassiazimt, Kardamom, Senf, Sesam, Bockshornklee, Zwiebeln, Knoblauch und Wacholder.
Auch in Mesopotamien waren diese Gewürze schon bekannt. In China hingegen wurden in dieser Zeit Sternanis, Safran und Ingwer verwendet.
Später im 3.-5. Jahrhundert vor Christus wurden viele Gewürze und Kräuter von den Aerzten als Heilmittel gebraucht.
Während einigen Jahrhunderten suchten verschiedene Nationen neue Wege zu den gewürzproduzierenden Ländern. Auf dem Wasser- oder Landweg versuchten sie die Reisezeit zu verkürzen, und neue Länder und Gewürze zu finden. Jedoch nicht alle erreichten ihr Ziel.
Ausserdem versuchten sie das Monopol über ein oder mehrere Gewürze zu erobern, was sie zu Reichtum brachte. Um ein Monopol zu behalten, wurden sehr strenge Gesetze erlassen. Im 17.Jahrhundert nach Christus zum Beispiel war es verboten, ausserhalb der kontrollierten Pflanzungen Zimt oder Muskatnuss zu produzieren. Wer dieses Gesetz missachtete, riskierte die Todesstrafe. Auch wurden falsche Landeskarten verbreitet, um eventuelle Entdecker zu verwirren.
1770 gelang es einem Franzosen einige Muskatnuss- und Nelkenpflanzen zu stehlen und sie auf anderen tropischen Inseln anzupflanzen. Die Weltproduktion schnellte in die Höhe und die Gewürze wurden weniger exklusiv und daher weniger teuer.
Aus einem Luxusprodukt wurde ein Massenprodukt.
Aber auch in der heutigen Zeit gibt es noch teuere Gewürze wie zum Beispiel Safran, Vanille und Kardamom.
Auch heute noch werden Tonnen von Gewürzen konsumiert. Die wichtigsten importierenden Länder sind: USA, Deutschland, Japan, Frankreich Die wichtigsten exportierenden Länder sind: Indien, Indonesien, Brasilien, Madagaskar
Was sind Gewürze?
Es gibt verschiedene Definitionen der Gewürze. Im deutschen Lebensmittelgesetz sind sie so definiert:
„Teile bestimmter Pflanzen, die nicht mehr als technisch notwendig bearbeitet werden und die wegen ihres natürlichen Gehaltes an Geschmacks- und Geruchsstoffen als würzende oder Geschmacksgebende Zutaten geeignet oder bestimmt sind.“
Bei dieser Definition gilt Salz nicht als Gewürz, weil es ein Mineral ist.
Eine andere Definition ist:
„Eine Zutat, welche dazu bestimmt ist, den Geschmack einer Speise zu verbessern“
Bei dieser Definition können auch Salz oder Sardellenpaste als Gewürz gelten.
Verschiedene Teile der Pflanzen können als Gewürz verwendet werden:
Blütenknospe: Nelken
Knolle: Zwiebel
Rinde: Zimt
Blätter: Koriander, Kariblätter
Fleischige Frucht: Vanille, Peperoncino
Getrocknete Frucht: Pfeffer
Samen: Koriander, Kümmel, Senf
Wurzel: Meerrettich
Rhizom: Ingwer
Sekret: Asafötida
Umgang mit Gewürzen
Viele Gewürze, vor allem die gemahlenen, verlieren mit der Zeit ihr Aroma. Besser ist, wenig aufs Mal zu kaufen
Gewürze in einem hermetisch schliessenden Glas aufbewahren.
Einige Gewürze vertragen kein Licht
Gewürze können tiefgekühlt werden, so halten sie länger
Die Gewürze sollten nicht direkt aus dem Glas in die Pfanne gestreut werden, da der Kochdampf die Gewürze verklebt. Besser ist es die Gewürze zuerst in die Hand zu streuen und dann erst in die Pfanne.
Einige Gewürze entwickeln ihr volles Aroma, wenn sie zuerst in der Pfanne geröstet werden.
Kuriositäten
Pfeffer
wurde mit Gold aufgewogen
meistverkauftes Gewürz der Welt
Im Jahr 2000 waren 17’000 Tonnen der total verkauften 180’000 Tonnen für Deutschland bestimmt
Im Mittelalter enthielt die Mitgift mindestens 10 Säcke Pfeffer
Im Mittelalter wurde ein reicher Mensch als Pfeffersack bezeichnet
Piment
Die Azteken brauchten Piment um die „Chocolada“, ihr Lieblingsgetränk, zu würzen.
Im 17. Jahrhundert nach Christus trugen die Menschen silberne Kugeln um den Hals, die mit Piment und Pfeffer gefüllt waren, um den eigenen Gestank zu übertönen.
Muskatnuss
Im 18. Jahrhundert trugen die Menschen Muskatnussreiben aus Silber oder Holz und Muskatnüsse mit sich um bei Bedarf nachwürzen zu können. Im Mittelalter kosteten 500g Muskatnüsse sieben Ochsen.
Gewürznelke
Für was werden Gewürznelken in Asien am häufigsten gebraucht? Zum rauchen! In Indonesien enthalten die Zigaretten einen Drittel Gewürznelken. Indonesien verbraucht die Hälfte der Weltproduktion an Gewürznelken.
Im alten China mussten alle die sich dem Kaiser näherten eine Gewürznelke im Mund haben, damit der Kaiser den Mundgeruch seiner Untertanen nicht riechen musste.
Vanille
Im Coca-Cola hat es viel synthetisches Vanillearoma
Die Vanillepflanzen müssen künstlich von Hand bestäubt werden weil die natürlichen Bestäuber, die Kolibris fehlen.