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Snowkiting
Snowkiting – wie beim Kitesurfen wirst Du vom Wind fortbewegt. Jedoch über verschneite Berglandschaften und kalten Temperaturen.
Snowkiting wird insbesondere im Graubünden und in der Innenschweiz betrieben. Vielfach fährst Du auf eine Passhöhe, um optimale Windbedinungen vorzufinden.
Wie ist Snowkiting entstanden, woher kommt es?
Das Snowkiting ist wie das Kitesurfing aus dem Kitesailing entstanden. Unter Kitesailing ist das Fliegen mit einem Lenkdrachen zu verstehen. Als Kite wird der Drachen bezeichnet. Erste Entwicklungen entstanden schon 1826, aber erst 1990 wurde erstmals ein Kitebuggy entwickelt. Der Buggy, der offiziell Parakart genannt wird, kann anstelle mit Rädern auch mit Schwimmer, Kufen oder Ski eingesetzt werden.
Auch Dieter Stragilla, der mit der Entwicklung des ersten Gleitschirms das Paragliding voranbrachte, experimentierte bereits früh mit Fallschirmen auf Skiern. Nach der Erfindung des Kitesailings wurden immer mehr Varianten dazu entwickelt. Dazu gehören das Kitebuggyfahren, das Kitelandboarding, Kitesurfen und Snowkiten.
Wie wird Snowkiting betrieben?
Das Snowkiting betreibst du im Winter auf verschneiten, freien Flächen. Dafür benötigst du einen Zugdrachen und Skier oder ein Snowboard. Bei ausreichendem Wind lässt du den Drachen steigen, der dich auf den Skiern oder dem Snowboard über die Schneefläche zieht.
Was ist der Unterschied zwischen Snowkiten und Kitesurfen?
Beim Kitesurfen wird ein Board mit dem Kite auf dem Wasser benutzt. Als Board werden heute meist Twin Tips verwendet, bei denen die Füsse in Schlaufen stecken. Directional Boards (auch Surfboard oder Waveboard genannt) werden ohne Schlaufen verwendet. Die Grösse des Boards wird mit zunehmender Professionalität kleiner. Auf dem Wasser kannst du sowohl die Wellen als auch den Zug des Drachen als Unterstützung für Sprünge nutzen.
Beim Snowkiten liegt die Temperatur in aller Regel unter dem Gefrierpunkt. Wasser ist zu Eis und Schnee geworden. Das birgt eine höhere Verletzungsgefahr bei Sprüngen.
Andererseits stehst du auf dem Schnee in deinen Skiern oder auf dem Snowboard sicherer als auf Wasser, da sich der Untergrund nicht bewegt. Snowkiten kannst du ausserdem bereits bei niedrigerer Windstärke als auf dem Wasser. Windgeschwindigkeiten ab 12 km/h genügen schon.
Die Gemeinsamkeit beider Sportarten ist der Kite.
Für wen ist Snowkiten geeignet, welche Kondition und Erfahrungen benötigst du dafür?
Snowkiten benötigt eine durchschnittliche Kondition. Du musst kein Spitzensportler sein, um diesen Sport auszuüben. Vorkenntnisse im Kitesurfen sind zwar von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Wichtiger ist, dass du dich bereits auf Skiern oder auf dem Snowboard bewegt hast und darauf einigermassen sicher bist.
Was brauchst du zum Snowkiten und wie teuer ist die Ausrüstung?
Zum Snowkiten benötigst du:
- Skier oder Snowboard
- Kite (Tubekite oder Mattenkite)
- Kitebar (Lenkstange)
- Hüfttrapez oder Sitztrapez mit Beinschlaufen
- Kiteleash (Sicherungsleine zum Kite, am besten mit Neoprenüberdeckung)
- Kleidung, Helm, Skibrille und –schuhe, winddichte und wasserabweisende Handschuhe
- Protektoren am Knie, am Hintern, am Ellbogen, am Kopf können gerade bei geplanten Sprüngen und wenig Schnee nützlich werden
Die Skier sollten am besten Freeride oder Race Carver sein. Wichtig ist, dass sie am Skiende nach oben gewölbt sind. Falls du nach dem Landen im Backcountry oder am Hang zum Neustarten des Kites mit den Skiern zurücksetzen musst, graben sich diese im anderen Fall leicht in den Schnee ein und du würdest nach hinten kippen. Die Skier würden sich zudem vorn zwischen der Kitebar und den Leinen verfangen.
Gerade am Anfang wirst du sicher die Skier oder das Snowboard nutzen, die/das du bereits besitzt und mit denen/dem du dich auskennst.
Beachten solltest du:
- Je länger und gerader die Skier oder das Board sind, desto schneller kannst du Kiten.
- Je kürzer und taillierter die Skier oder das Board sind, desto wendiger bist du beim Kiten.
Als Kite sind beim Snowkiten am besten Softkites (auch Foilkites oder Ram-Air-Kites genannt) geeignet. Softkites sind so aufgebaut wie Gleitschirme. Sie haben Ober- und Untersegel, die miteinander durch Profilrippen verbunden sind. Softkites füllen sich beim Starten selbst mit Luft und bauen so eine stabile Flügelfläche mit aerodynamischem Profil – wie bei einem Gleitschirm – auf. Ihr Vorteil ist zudem ein sehr kleines Packmass.
Das Trapez dient der Entlastung der Arme. Für Anfänger ist ein Sitztrapez möglicherweise die bessere Wahl, da es Beingurte besitzt. So wird ein Hochrutschen verhindert, das beim Hüfttrapez immer wieder geschieht.
Über die Kiteleash ist dein Kite durch die Befestigung am Sicherungsring deiner Kitebar und mit deinem Trapez verbunden. Sie besitzt ein Quick Release für den Notfall, das an der Kitebar ausgelöst wird und dem Kite den Druck wegnimmt. Der Kite ist dann immer noch über die Kiteleash am Trapez gesichert und wird so am Wegfliegen gehindert.
Für die Kleidung werden gern Einteiler benutzt, da sie nicht verrutschen können und gut warm halten. Protektoren können mit Isomatten-Pads in der Hosentasche improvisiert werden, aber es gibt auch Protektor-Hosen zu kaufen. Zusätzlich ist ein Rückenprotektor ein unbedingtes Muss, um schwere Verletzungen zu verhindern.
Am Anfang ist es besser, wenn du mit dem Material arbeitest, das du bereits besitzt. Für den Kite musst du inkl. Zubehör etwa 1.000 CHF rechnen. Geeignetere Kleidung, andere Ski oder ein anderes Board kannst du später immer noch kaufen, wenn du dir sicher bist, diese Sportart weiter auszuüben. Dann wirst du auch zwei Kites benötigen: einen kleineren und einen grösseren, je nach den Windverhältnissen.
Viele Snowkiting Schulen vermieten Kites bei nachgewiesener Ausbildung.
Wie lange brauchst du für die Ausbildung?
Für die Ausbildung zum Snowkiten gibt es professionelle Snowkite-Schulen. Aus Sicherheitsgründen solltest du nicht versuchen, dir das selbst beibringen zu wollen. In einer professionellen Schule lernst du neben der richtigen Anwendung des Kite und wichtiger Manöver im Schnee auch, wie du Wind und Wetter richtig beurteilst.
In einer Snowkite-Schule werden Kurse für Anfänger und für Fortgeschrittene gegeben. Wer bereits erfahrener Kitesurfer ist, bekommt einen Übergangskurs für die Anwendung von Foilkites auf dem Schnee.
Selbst als Anfänger wirst du bereits nach wenigen Stunden erste Erfolgserlebnisse haben. Wichtig dabei ist die fachkundige Anleitung. Auch wenn du dich nach einem eintägigen Kurs bereits recht gut von dem Kite ziehen lassen kannst, ist ein zweiter und vielleicht auch ein dritter Ausbildungstag für die Vertiefung der Abläufe anzuraten.
Für Sprünge und extreme Freestyle Tricks braucht es allerdings viel Zeit und Übung.
Ist Snowkiten gefährlich?
Solange du dich nur vom Kite ziehen lässt, ist Snowkiten wenig gefährlich. Bei Stürzen besteht allerdings eine höhere Verletzungsgefahr als beim Kitesurfen, da Eis sehr hart ist. Dies ist vor allem dann zu beachten, wenn du dich an Sprünge heranwagst. Dann sind auch Protektoren an der Kleidung wichtig, vor allem im Rückenbereich. Für den Kopf besteht Helmpflicht.
In deiner Ausbildung an einer der professionellen Snowkite-Schulen lernst du, wie du dich in Notsituationen am besten verhältst, wann du bei deinem Kite über die Kiteleash den Druck herausnimmst oder wann du aus Sicherheitsgründen die Verbindung zu deinem Kite total lösen musst.
Wo kannst du Snowkiting betreiben?
Für das Snowkiting benötigst du viel Platz und etwas Wind. Skipisten solltest du unbedingt meiden. Geeignet sind schneebedeckte Wiesen, flacher Talboden oder ein zugefrorener See, der mit Schnee bedeckt ist. Snowkite Spots finden sich weit weg von den Menschenmassen. Du kannst auch einen Hang benutzen, um dich hochziehen zu lassen. Hinunter geht’s dann mit oder ohne Kite, den du leicht im Rucksack verstauen kannst.
Im Snowkiting wird gern der Begriff „Backcountry“ genutzt. Er steht für Hinterland und Abgelegenheit. Sehr wichtig für die richtige Auswahl des Gebietes ist, dass sich dort weder Hindernisse noch Stromleitungen befinden. Auf der Seite von unhooked.ch werden im Winter Snowkite Spots, im Sommer Kitesurf Spots mit deren aktueller Wettervorhersage angezeigt.