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Gregor Looser
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 12. Oktober 1914
Priesterweihe: 12. Mai 1918
Unterpfarrer in Engelberg: 1918–1927
Lehrer an der Stiftsschule: 1918–1927, 1935–1940
Lehrer der Fratres: 1918–1927, 1935–1940
Kaplan in Maria-Rickenbach: 1927–1929
Grosskellner: 1932–1935
Spiritual in Wonnenstein: 1940–1942, 1956–1961
Spiritual in St. Niklaus von Flüe: 1947–1956
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Karl Looser, Drechsler und Spenglermeister, und der Mathilde Egli.
Lebensbeschreibung[1]
Georg Looser wurde am 12. März 1889 in Unterwasser im Toggenburg geboren und gleichentags in der Pfarrkirche von Alt St. Johann, einer einstigen benediktinischen Klosterkirche, getauft. Seine Eltern waren der Drechsler und Spenglermeister Karl Looser (gest. 1945) und Mathilde Egli, beide aus alten Toggenburger Geschlechtern. In der Folge erhielt Georg noch zwei Schwestern. Aber die Mutter erkältete sich eines Winters. Sie konnte sich nicht mehr gesundpflegen, und am Fronleichnamsfest 1902 lag sie auf der Totenbahre. Ihr folgte bald darauf das jüngste Schwesterchen. Der Vater heiratete ein zweites Mal: Theresia Brunner, eine Aargauerin. Die Familie wuchs um einen weiteren Sohn, Heinrich, späterer Pfarrer in Eschenbach SG, und drei Töchter.
Georg durchlief die Primarschule in Unterwasser und die reformierte Sekundarschule in Wildhaus sowie die katholische Realschule in St. Gallen. Dann war die Zeit der Berufswahl gekommen, und er sollte in die Fussstapfen des Vaters treten. Doch es zog ihn zur Kirche und der Vater, schliesslich überzeugt von den Zeichen der Berufung und dem Ernst des Strebens, liess den Sohn gewähren. So kam Georg, bereits im 18. Lebensjahr, im Herbst 1906 an die Engelberger Klosterschule, die er nach sieben Jahren gewissenhaften und zielbewussten Studiums mit einer guten Maturität abschloss. Unter seinen Klassengenossen befanden sich der nachmalige Churer Domherr Alois Bünter und der spätere St. Galler Bischof Josephus Meile.
Im Herbst 1913 trat Georg in das Engelberger Noviziat ein, und am 12. Oktober 1914 legte er Profess auf den Namen Gregor ab. Sein Namensvorgänger im Kloster war der Ende 1912 verstorbene Subprior P. Gregor Jakober. Nach den Studien der Theologie an der Hausschule wurde er am 12. Mai 1918 in St. Gallen von Bischof Robertus Bürkler zum Priester geweiht. Er wies gerne darauf hin, dass alle wichtigen Daten seines Lebens: Geburt, Taufe, Profess und Priesterweihe, dazu noch der Namenstag, auf einen Zwölften gefallen seien, die heilige Zahl des Alten und Neuen Bundes. 1918 bis 1927, anfangend in jenem Herbst, als die Spanische Grippe wütete, wirkte er in der Pfarrei Engelberg als Unterpfarrer und Jungfrauenpräses, lehrte zugleich am Gymnasium einige Fächer, vor allem Religionslehre, und führte die Novizen in das Verständnis der Psalmen ein. Darauf war P. Gregor für zwei Jahre Wallfahrtskaplan in Maria-Rickenbach und 1929 bis 1932 Präfekt der österreichischen Benediktinerkleriker im Konvikt St. Peter in Salzburg. Sein Heimweh wurde getröstet durch die Gesellschaft von P. Thomas Boos, der gleichzeitig in Salzburg seine musikalischen Studien machte.
Nun gab es eine unerwartete Wendung. Der bisherige Grosskellner P. Raphael Meile ging im Herbst 1932 in die Mission nach Kamerun und der Abt setzte P. Gregor der Klosterverwaltung vor. Dieser fügte sich und tat alles, den ungesuchten Auftrag nach besten Kräften zu erfüllen. Er wachte treu über die materiellen Interessen des Klosters, im Gedanken, dass nach St. Benedikt auch dieses Klosteramt ein notwendiger Dienst an den Seelen sei. Doch war er sichtlich froh, als er 1935 abgelöst wurde. Bis 1940 lehrte er wieder an Gymnasium und Realschule vor allem Religion, leitete die Studentensodalität und führte die Fratres in die Kunst des Predigens ein. 1940 bis 1942 war er als Beichtiger im Frauenkloster Wonnenstein. In den folgenden fünf Jahren konnte er sich, frei von anderen Aufgaben, ganz der apostolischen Tätigkeit eines Volksmissionars hingeben. Als wieder Not an Mann war, trat P. Gregor die Beichtigerei im Kloster Melchtal für neun Jahre (1947 bis 1956) an. Zuletzt, 1956 bis 1961, wirkte der er wieder in Wonnenstein, wo er neben der Arbeit im Kloster noch die Wallfahrt betreute und in der Umgebung aushalf.
Die monastischen Gelübde und Pflichten erfüllte er in aller Schlichtheit und Gewissenhaftigkeit, das Noviziat eingerechnet, volle fünfzig Jahre lang. Anspruchslos und bescheiden, mied er unnötige Auslagen, Bequemlichkeit und Luxus. Für seine Gesundheit mag er in den letzten Jahren allzu ängstlich besorgt gewesen sein, aber er wollte gesund bleiben, um länger wirken zu können. Er suchte kein Amt und wies keines zurück, eines hat er gesucht, und suchte er sein Leben lang: Seelsorge. In der Sendung der Kirche Menschen zu Gott führen, Gottes Wort und Gnaden austeilen, war ihm wahre Leidenschaft. Predigen, Beichthören, Volksmissionen, Exerzitien, Seelenleitung und Beratung, das verleidete ihm nie. P. Gregor war eine kindliche, arglose Natur. Liebloses Kritisieren und Heruntermachen fremden Wesens und Schaffens war ihm fremd. Dafür verstand er es, Schüchterne zu ermutigen, Traurige zu trösten und Schwache zu stärken. Seine Vorträge waren kein sprühendes Feuerwerk; er sagte schlicht und einfach das, was er für wahr hielt, wobei sein Glaube und die warme Überzeugung am meisten Eindruck machten. In seinem Eifer mochte er gelegentlich auch zu vorsichtig, ängstlich oder aufdringlich erscheinen und belächelt werden; aber die gute Absicht stritt ihm keiner ab.
P. Gregors letzte Jahre waren eine Zeit des Leidens. Durch einen Unfall hatte er sich eine Hüftgelenkquetschung zugezogen, die nicht mehr heilte und in eine sehr schmerzhafte chronische Arthritis überging. Dazu wurde auch das Gehör schwächer. So kehrte er im Herbst 1961 ins Kloster zurück und suchte hier mitzuhelfen, wo es ihm möglich war. Am Sonntag vor Pfingsten im Sommer 1963 erlebte er einen letzten Freudentag, da er mit seinen Klassengenossen das goldene Jubiläum der Maturität feiern konnte. Am Donnerstag darauf verliess er das Kloster, um in die Klinik nach St. Gallen zu fahren. Trotz der 74 Jahre immer noch voll Schaffensdrang, hatte P. Gregor sich entschlossen, sein Leiden operativ ganz oder wenigstens zum Teil beheben zu lassen. Aber für die nach wohlgelungener Operation erhoffte Wiedergenesung reichten die Kräfte nicht mehr aus. Eine Lungenembolie setzte seinem Leben ein Ende.
Professnummer
- Nr. 713
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 50, 1963/64, S. 41-44, übernommen.
Bibliographie
- Nachruf P. Gregor Looser, in: Titlisgrüsse 50, 1963/64, S. 41-44.