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Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, Gründer der Pfadibewegung.
Das Leben von BiPi
Robert Stephenson Smyth Baden-Powell wurde am 22. Februar 1857 in London geboren. Schon als kleiner Bub erlebte er mit seinen Brüdern viele Abenteuer, vor allem auf See. Er war kein guter Schüler, denn es gefiel ihm besser, Tiere in der freien Natuer zu beobachten, Theater zu spielen oder seine Lehrer nachzuahmen. Ihm lag es nicht, Mathematik, Sprachen oder andere Fächer zu studieren. Weil er die Prüfung für den Eintritt in die Universität nicht bestand, bewarb er sich kurzentschlossen an einer Militärschule. Diese schickte ihn - mit erst 19 Jahren - gleich als Unteroffizier ins damalige englische Kolonialgebiet Indien. In seiner Freizeit interessierte er sich erstmals näher für die "Scouts", die Späher oder "Pfadfinder", und er realisierte deren wichtige Funktion im Kampfgeschehen. Baden-Powell wurde von seinen Vorgesetzten sehr geschätzt, und im Alter von 26 Jahren wurde er zum Hauptmann ernannt.
Sein Regiment wurde dann in Südafrika eingesetzt, wo er mit einheimischen "Pfadfindern" in Kontakt trat und eine grosse Bewunderung für sie empfand. Er konnte sich dort auch selbst in der Kunst des Auskundschaftens üben. In Afrika konnte Baden-Powell zum ersten Mal selber Pfadfinder ausbilden, nach seinen Ideen, aber immer noch im militärischen Umfeld. Das Ereignis, welches BiPi in ganz Grossbritannien bekannt machte, war die Rettung der kleinen Stadt Mafeking im Burenkrieg in Südafrika. Mit viel List und ausdauerndem Mut gelang es ihm, die Stadt aus der Belagerung durch viermal stärkere gegnerische Truppen zu retten. Während der Belagerung von Mafeking viel ihm auch auf, dass - entgegen der damaligen Meinung - auch Jugendliche durchaus in der Lage waren, eine ihnen gestellte Aufgabe selbständig auszuführen, wenn man ihnen das Vertrauen schenkte. Er setzte sie während der Belagerung als Meldeläufer und -fahrer und für weitere Hilfsaufgaben ein. Bei seiner Rückkehr nach England wurde er triumphal empfangen. Doch trotz dieses Erfolges und seiner Beförderung spürte Baden-Powell, dass seine militärische Laufbahn zu Ende ging. Er stellte fest, dass das kleine Buch, welches er für seine militärischen "Pfadfinder" geschrieben hatte, grossen Anklang bei den Jugendlichen fand. Er bekam auch immer mehr Briefe von jungen Leuten, die ihn um Rat baten.
Die Anfänge der Pfadi
"Am Ende meiner Karriere", sagt BiPi, "begann ich, die Kunst, junge Leute zu lehren, wie man Krieg macht, umzuwandeln in die Kunst, junge Leute zu lehren, in Frieden zu leben; Pfadi ist weit entfernt vom Krieg."
Im Jahre 1907 organisierte er das erste Lager für Buben auf der Insel Brownsea vor der englischen Küste. Er konnte dort seine Ideen von Erziehung durch das Spiel, von Unabhängigkeit und Vertrauen erproben. Nach dem grossen Erfolg dieses Lagers realisierte BiPi, dass die Nachfrage der Buben so gross war, dass daraus eine eigentliche Bewegung wurde, die nicht mehr aufzuhalten war. Auf Ratschlag seiner Freunde begann er ein Buch für die Jugend mit dem Titel "Pfadfinder" zu schreiben. Das Buch hatte einen durchschlagenden Erfolg. Pfadigruppen entstanden nun üerall in England. Auch die Mädchen interessierten sich für die Pfadi, und im Jahre 1909 wurden sie unter dem Namen "Guides" in die Bewegung aufgenommen.
Im Jahre 1912 heiratete Baden-Powell Olave Saint Clair Soames, die später als "Chief Scout" die Leitung der Pfadfinderinnen übernahm. Die Bewegung wurde immer groesser, bald gab es Pfadfinderinnen und Pfadfinder in sehr vielen Ländern der Welt. Das Jamboree im Jahre 1920 brachte Jugendliche aus 34 Ländern zusammen. BiPi wurde zum "World Chief" ernannt. Und dies war erst der Anfang. 1993 gab es etwa 25 Millionen Pfadi in über 150 Ländern.
Die letzte Botschaft
BiPi und seine Frau verbrachten viel Zeit auf Reisen durch die ganze Welt, um die noch junge Pfadibewegung zu unterstützen. Wenn immer möglich waren sie persönlich bei jeder Gründungsfeier dabei. Das Ende seines so reichen Lebens verbrachte BiPi in Kenya, wo er für die Pfadi in der ganzen Welt seine letzte Botschaft verfasste:
"Dies ist mein Abschiedsbrief und somit das letzte Mal, dass ich zu euch spreche. Erinnert euch stets daran, dass ihr versuchen müsst, im Leben glücklich zu sein, und die anderen glücklich zu machen. Dies erscheint sehr einfach und angenehm, nicht wahr? Ihr macht zuerst einmal andere glücklich, indem ihr ihnen gute Taten tut. Über das eigene Glück braucht ihr euch keine Gedanken zu machen: Der beste Weg, glücklich zu werden, ist, andere glücklich zu machen.
Ich habe ein sehr glückliches Leben gehabt, und ich möchte, dass jeder von euch so glücklich lebt. Ich glaube, dass Gott uns in diese Welt gestellt hat, um glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen. Glück ist nicht eine Folge von Reichtum, Erfolg oder Nachsicht gegen sich selbst. Wichtig ist, dass ihr euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet, wenn ihr einmal erwachsen seid.
Die Beobachtung der Natur wird euch die Schönheiten und Wunder zeigen, die Gott geschaffen hat, damit ihr euch daran freuen könnt. Begnügt euch mit dem, was ihr habt und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Versucht, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen. Versucht die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt. Wenn dann euer Leben zu Ende geht, werdet ihr beruhigt sterben können, im Bewusstsein, dass ihr eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer "euer Bestes" getan habt. Seid "allzeit bereit", glücklich zu leben und glücklich zu sterben. Haltet euer Pfadfinder-Versprechen auch dann, wenn ihr keine Kinder mehr seid. Gott helfe euch."
Euer Freund
Baden-Powell