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<h2>SubmittedText<h2><p>Das duale Bildungssystem gilt als Aushängeschild der Schweiz. Es ist fast allen zugänglich, erfüllt die konkreten Bedürfnisse der Wirtschaft, sowohl der öffentliche Sektor als auch die Privatwirtschaft leisten ihren Beitrag, und er umfasst ein breitgefächertes Angebot.</p><p>Die Arbeitswelt wird aber zusehends anspruchsvoller. Fortschritte in Wissenschaft und Technik machen immer häufigere Anpassungen im Laufe des Berufslebens notwendig. Einige Berufe erfordern immer spezifischeres Fachwissen. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt wird immer härter. Die beschleunigte Digitalisierung der Wirtschaft verstärkt diese Entwicklungen zusätzlich.</p><p>Es drängen sich die folgenden Fragen auf:</p><p>1. Werden auf nationaler Ebene diejenigen Berufsfelder und Berufslehren identifiziert, die besonders zukunftsträchtig sind und den Kantonen und Fachhochschulen zur Richtschnur werden könnten und ihnen erlauben könnten, besser auf die Bedürfnisse der Industrie einzugehen?</p><p>2. Immer mehr Berufsbilder werden regelmässig durch technologische oder wissenschaftliche Fortschritte (Autoindustrie, Präzisionsindustrie bzw. Chemie, Landwirtschaft) auf den Kopf gestellt. Werden die Lernenden darauf vorbereitet, dass ihr Know-how in Zukunft überholt und eine Anpassung erforderlich sein wird?</p><p>3. Das Internet ist im Berufsalltag (wie auch im Privatleben) ein fantastisches und je länger, je mehr unumgängliches Instrument. Alle jungen Schweizerinnen und Schweizer sollten in der Lage sein, richtig mit dieser Wissensquelle umzugehen (gesichertes von ungesichertem Wissen zu unterscheiden; die Logik hinter den Algorithmen zu verstehen, die die Informationen hierarchisieren) und die Informatikprogramme, Applikationen und Textverarbeitungsprogramme zu beherrschen. Sind diese grundlegenden Aspekte der Digitalisierung Teil der Ausbildung der Lernenden?</p><p>4. In einigen Berufslehren spielt der wissenschaftliche und technologische Fortschritt eine wichtige Rolle, in anderen weniger (Holzfäller, Sanitär, Pflegehelfer). Sollten nicht unterschiedliche Niveaus für die Berufslehren eingerichtet werden, die sich nach dem Umfang der erforderlichen theoretischen Kenntnisse richten? Sollte nicht auch die Betreuung verbessert werden, damit nicht neue Personengruppen abgehängt werden?</p><p>5. Die zahlreichen Passerellen bieten jedem bereits die Möglichkeit, nach und nach in höhere Bildungsstufen aufzusteigen. Wie kann aber den jungen Lernenden und Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen der Zugang zu Führungspositionen garantiert werden, wenn die grossen Unternehmen zunehmend Wert auf einen Universitätsabschluss legen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt und das starke Engagement der Wirtschaft sind Erfolgsfaktoren des dualen Berufsbildungssystems der Schweiz. Der direkte Bezug zum Arbeitsmarkt wird sichergestellt durch die Organisationen der Arbeitswelt (OdA), die den Inhalt der Ausbildungen bzw. der Prüfungen bestimmen. Die OdA überprüfen ihre Berufsbilder laufend und passen die Bildungsgrundlagen den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes an. So werden Absolventinnen und Absolventen gemäss dem neuesten Stand der Entwicklungen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Auch die Fachhochschulen pflegen den Austausch mit der Wirtschaft und Gesellschaft und passen ihre Aus- und Weiterbildungsangebote entsprechend an.</p><p>Zudem erarbeiten die Verbundpartner der Berufsbildung - Bund, Kantone und OdA - in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Wissenschaft eine langfristige Vision und strategische Leitlinien für die Berufsbildung. Damit erfüllen sie einen Auftrag des nationalen Spitzentreffens der Berufsbildung 2016 und tragen einer entsprechenden Empfehlung der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates Rechnung. Die Vision und strategischen Leitlinien stützen sich auf Megatrends, wie die Globalisierung und die Digitalisierung. Sie werden als Grundlage für die eigenen Strategien der Verbundpartner dienen und werden sich auch auf die Entwicklung der Berufsbilder auswirken.</p><p>3. Der Bundesrat hat in seinem "Bericht zu den Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft" die Ausgangslage im Bereich der Bildung analysiert und die verschiedenen bereits bestehenden Massnahmen dargestellt. Die Bildungsgrundlagen werden aufgrund der sich ändernden Bedürfnisse des Arbeitsmarkts - unter anderem aufgrund der Digitalisierung - angepasst. Auch werden in allen beruflichen Grundbildungen im allgemeinbildenden Unterricht der Einsatz von und der Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien vermittelt, und zwar als eigenständiger Kompetenzbereich. Damit ist die Schweiz insgesamt sehr gut aufgestellt. Dennoch ist es dem Bundesrat wichtig, hier weiter zu investieren. Deshalb hat er im Rahmen seiner Strategie Digitale Schweiz entschieden, die Frage der Bildung zu vertiefen; bis Juni 2017 wird er einen weiteren Bericht hierzu vorlegen.</p><p>4. Berufliche Grundbildungen können in zwei Jahren mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) oder in drei bis vier Jahren mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis abgeschlossen werden. Die zweijährige berufliche Grundbildung vermittelt Qualifikationen zur Ausübung eines Berufs mit einfacheren schulischen Anforderungen. In Ergänzung zur drei- oder vierjährigen Grundbildung kann die eidgenössische Berufsmaturität absolviert werden. Gemäss Artikel 16 des Berufsbildungsgesetzes werden die Anteile der praktischen und schulischen Bildung, ihre organisatorische Ausgestaltung und die zeitliche Aufteilung nach den Ansprüchen der jeweiligen Berufstätigkeit bestimmt.</p><p>Mit Stützkursen oder Massnahmen wie der fachkundig individuellen Begleitung (insbesondere für EBA) werden Lernende beim Erlangen des Berufsabschlusses unterstützt. Das Case Management Berufsbildung sorgt über institutionelle Grenzen hinweg für ein planmässiges, koordiniertes und kontrolliertes Vorgehen zur Begleitung besonders gefährdeter Jugendlicher.</p><p>5. Das Niveau des Bildungsabschlusses gilt nur als eine von verschiedenen Voraussetzungen für das Besetzen einer Führungsstelle. Gemäss einer Studie zur Wahrnehmung und Beurteilung der höheren Berufsbildung auf dem Arbeitsmarkt (Befragung Höhere Berufsbildung, Ecoplan, Bern, Dezember 2013) ist die Bedeutung des Bildungsabschlusses für das Erlangen einer Führungsposition ausserdem unterschiedlich nach Branche, Unternehmensgrösse, Marktausrichtung und Sektor.</p>  Antwort des Bundesrates.