Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03513.jsonl.gz/185

In diesem Fallbericht wird die Behandlung von myofaszial bedingten Herzbeschwerden mit Triggerpunkt-Therapie und der Instruktion von Dehnübungen beschrieben. Der Fallbericht richtet sich an Gesundheitsfachpersonal und interessierte Laien.
Abstract
Fallpräsentation: Eine sozial und beruflich gut integrierte Patientin (Jahrgang 1962) in unauffälligem Allgemein- und Ernährungszustand, die nicht unter Stress litt, hatte Herzbeschwerden (Gefühl des Drucks am linken Thorax) und ein starkes Gefühl der allgemeinen inneren Unruhe. Eine psychosomatische Ursache der Beschwerden war im Vorfeld ausgeschlossen worden. Eine kardiologische Abklärung hatte zwar leichte Herzrhythmusstörungen ergeben, diese konnten aber nicht direkt mit den Beschwerden in Verbingdung gebracht werden.
Behandlung und Resultate: Nach 7 Behandlungen mit Triggperpunkt-Therapie am ventralen und dorsalen Thorax waren die Beschwerden zur Zufriedenheit der Pat. reduziert. Im Folgenden wurde die Therapiefrequenz reduziert und die Pat. begann, zuhause Eigenübungen (Dehnungen) durchzuführen.
Diskussion: Der Fall zeigt auf, dass myofasziale Triggerpunkte Herzbeschwerden sowie ein starkes Gefühl der inneren Unruhe verursachen können. Die Schlussfolgerung daraus: sofern kardiovaskuläre und psychosomatische Ursachen von Thoraxschmerzen abgeklärt sind, können die Methoden der med. Massage einen wichtigen Beitrag zur Behandlung von Thoraxschmerzen leisten.
Fallpräsentation:
Eine sozial und beruflich gut integrierte Patientin (Jahrgang 1962) in unauffälligem Allgemein- und Ernährungszustand stellte sich mit Herzbeschwerden, genauer einem Druckgefühl auf der linken Brust sowie einer allgemeinen inneren Unruhe vor.
Behandlung und Resultate:
Beim Palpationsbefund am Thorax konnten Triggperpunkte in folgenden Muskeln festgestellt werden, ventral: M. pectoralis major li»re, Mm. scaleni li»re, M. sternocleidomastoideus li>re und im M. masseter bds., dorsal: M. trapezius desc. li>re sowie im M. levator scapulae li>re. Dazu wurde eine stark reduzierte Hautverschiebbarkeit im gesamten Schulterbereich li>re festgestellt. Die ärztliche Diagnose “Thorakales Schmerzsyndrom linksseitig, am ehesten muskulär” konnte damit genau bestätigt werden. In den ersten Behandlungen wurde der Thorax ventral und dorsal mit Triggerpunkt-Thearpie nach Gautschi behandelt. Triggerpunkte im M. pectoralis major li»re, sowie in den Mm. scaleni li»re und im M. sternocleidomastoideus li>re und im M. masseter bds. wurden gelöst. Durch das Lösen des Triggerpunktes im M. pectoralis li konnte die Pat. erstmals wieder ohne Thoraxschmerzen auf dem Bauch liegen. Dorsal wurden Triggerpunkte im M. trapezius desc. li>re sowie im M. levator scapulae li>re gelöst und auch Querfriktionen am Occiput bds. durchgeführt. Dazu wurde der ganze Schulterbereich mit Schröpfmassage behandelt, damit die Hautverschiebbarkeit im ganzen Schultergürtel verbessert werden konnte. Nach 4 Behandlungen waren die thorakalen Schmerzen bereits zur Zufriedenheit der Pat. reduziert, das Gefühl der allgemeinen inneren Unruhe persistierte aber (wenn auch nur noch paroxymal). In den nächsten 3 Behandlungen erfolgte zusätzlich zur Triggperpunkt-Therapie (wie oben) die Instruktion von Eigenübungen: Dehnung des M. pectoralis major, des M. trapezius desc. und des M. masseter sowie das Ausrollen der Plantarfaszie mit einem Ball zur allgemeinen Entspannung. Nach 7 Behandlungen war auch das Gefühl der inneren Unruhe beseitigt und die Therapiefrequenz konnte von 1x50 Minten/Woche auf 1x40 Minuten/2-4 Wochen reduziert werden. Durch das Durchführen der Eigenübungen kann die Pat. nun ihre Schmerzfreiheit selber aufrecht erhalten.
Diskussion:
Da die Pat. nicht unter Stress litt und sozial sowie beruflich gut integriert war, kann eine psychosomatische Komponente ausgeschlossen werden. Auch die leichten Herzrhythmusstörungen der Pat. wurden von einem Facharzt abgeklärt und nicht mit ihren Beschwerden in Verbindung gebracht. Dieser Fall zeigt somit auf, dass myofasziale Triggerpunkte Herzbeschwerden sowie ein starkes Gefühl der inneren Unruhe verursachen können. Dies erscheint daher relevant, weil myofasziale Triggerpunkte in ihrer klinischen Relevanz noch immer mehrheitlich unterschätzt werden. Unter den oben beschriebenen Bedingungen lohnt es sich, die Methoden der med. Massage früh in Betracht zu ziehen, um eine schnelle, kostengünstige und nachhaltige Besserung von myofaszialen Beschwerden zu erreichen.
Die Patientin hat ihr Einverständnis zur Erstellung dieses Fallberichts gegeben (Jan/2021).
Quelle:
Gautschi, Roland: Manuelle Triggerpunkt-Therapie. Myofasziale Schmerzen und Funktionsstörungen erkennen, verstehen und behandeln, 2., aktualisierte Auflage, Georg Thieme Verlag: 2010