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Die Stiere der Camargue sind Halbwild-Tiere. Das heisst sie leben so gut wie wild immer draussen und gehören natürlich trotzdem den Manadiers (Züchtern).
Auf was ich aber jetzt hier besonders eingehen möchte, ist die Tatsache, dass diese Stiere nicht wie die spanischen Stiere für Corridas eingesetzt werden. Immer wieder geschieht es, dass dies irrtümlich angenommen wird. Doch dem ist nicht so.
Die Stiere der Camargue sind Könige in diesem Gebiet. Sie werden für die Stierspiele in den heimischen Arenen eingesetzt. Diese nennen sich „Course libre“, „Course à la cocarde“, „Course Royale“, „Course Camarguese“ usw.
Diesen Tieren werden Cocarden (Quasten und Nebenquasten) mit Schnüren zwischen den Hörnern befestigt. In der Arena verteidigt das Stier diese Quasten und die weissgekleideten Razeteurs bemühen sich, diese zu ergattern. Ein Stier bleibt 15 Minuten im Ring. In dieser Zeit steigen die Prämien für die Cocarde und die anderen Attribute ständig, denn Geschäfte des Ortes erhöhen sie jeweils. Diese Prämie erhält der Razeteur, der die Cocarde ergattern kann, aber auch für die anderen Quasten jeweils und für die Schnüre gibt es Prämien. So sammelt er sich Geld und Punkte, die am Ende der Saison zusammengerechnet werden. Der beste Razeteur wird aufgrund dieser Punkte ausgezeichnet. Ein guter Razeteur ist ein Künstler.
Ebenfalls wird bestimmt, welcher Stier sich während der Saison am besten verteidigt hat und auch dieser wird ausgezeichnet. Er steigt in seinem Wert dadurch und bringt dem Manadier mehr Geld ein für das Einsetzen in der Arena. Je besser er ist, desto mehr kann er verlangen. Ein guter Cocadier ist Gold wert. Während einer Course werden meist 7 Tiere eingesetzt.
Wenn der Stier einiges oder selbst alles verteidigen konnte (Quasten oder Schnüre), werden die Prämien in einen Fonds der Vereinigung gelegt.
Nach der Course können die Tiere wieder auf die Weide hinaus und haben dort ihre Ruhe. Das ist eine Kurzversion der Course.
Ein Camargue Stier beendet sein Leben meist draussen in der Natur auf natürliche Weise. Er hat ein gutes Leben. Nur etwa 10 % von ihnen wird geschlachtet. Niemals wird ein Camargue Stier für den spanischen Stierkampf, die Corrida, eingesetzt.
Die Corrida stammt aus Spanien. Einige wenige Arenen, wie Nimes und Arles praktizieren diesen Stierkampf an bestimmten Festen. Dazu werden jedoch spanische Stiere verwendet. Es gehört nicht zu der Tradition der Camargue. Es ist ein Import, der mehr und mehr wieder verschwindet.
Mehr Informationen über die Stiere auch auf meinen Camargue Seiten: Hier