Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03193.jsonl.gz/1594

Viele Länder kennen Halloween aus der Dekorationsabteilung in den Supermärkten, doch in Amerika spürt man den wahren Geist von diesem Fest. Die Tradition ist in der Gesellschaft tief verankert, und der Herbst wäre ohne “süsses oder saureres” nicht denkbar. Im ganzen Land macht man sich Mühe, die Vorgärten gruselig zu dekorieren und die kunstvollen Skelette, Gräber oder Zombies lassen die Passanten staunen. So auch in Kalifornien, wo es eigentlich recht warm ist und die kalten Herbstwinde eher keine Lieder heulen, ist Halloween sehr präsent und wirkt nicht deplatziert.
Ich kann mit gutem Gewissen die folgenden 3 Orte für ein gelungenes Halloween Fest empfehlen:
Das Winchester Mystery House
Das Geisterhaus von Sarah Winchester ist an jedem Jahrestag ein Besuch wert. Schon allein deswegen lohnt es sich, nach San Jose zu reisen. Doch die Halloween Feierlichkeiten sind der richtige Zeitpunkt, um die Geschichte des Hauses zu würdigen.
Der Legende nach gehörte dieses Haus Sarah Winchester. Ihr Schwiegervater war der Erfinder und Produzent der gleichnamigen Waffe, welche ihm ein gewaltiges Vermögen bescherte. Sarah und ihr Mann führten ein glückliches Eheleben, und bald kam das gemeinsame Kind zur Welt. Doch dann verstarb das Baby und bald darauf auch ihr Mann.
Von diesem Schlag konnte sich Mrs. Winchester nie mehr erholen. Sie fing an, Okkultismus zu praktizieren, und ihr wurde offenbart, dass die Geister von allen Opfer einer Winchester Waffe sich so an ihrer Familie gerächt hätten. Sie erfuhr auch, dass die Geister sie weiter verfolgen werden. Um sich zu retten, hat sie angefangen, ein Haus zu bauen, welches mit seinen Geheimnissen bis heute die Besucher beeindruckt. Mrs. Winchester war die Hauptarchitektin des Hauses. Sie baute die Zimmer nach und nach, ohne einen vollständigen Plan zu haben, was sich in mehreren Dutzenden Räumen, Hunderten von Treppen und versetzten Stockwerken niederschlug. Jede Nacht schlief sie in einem anderen Zimmer, damit die Geister sie nicht finden. Es gab Treppen, welche in eine Wand fuhren oder Türen, hinter denen sich der Abgrund verbarg oder einfach eine Wand zu finden war. Ob es die Geister wirklich gab? Man glaubt, dass Mrs. Winchester jeden Abend mit ihnen kommuniziert hat, in einem Raum mit sieben Ausgängen, aber nur einem Eingang. Doch genug verraten. Am besten besucht ihr das Geisterhaus selber – und verfällt seinem Zauber. Ich war bereits drei Mal dort und würde wieder gehen.
Halloween in der San Carlos Nachbarschaft
Was amerikanisches Halloween wirklich ausmacht, ist die Tradition vom Haus zu Haus zu ziehen und nach süssem oder saueren zu verlangen. Die schönste Nachbarschaft, um das zu erleben liegt um die Eucalyptus Ave in San Carlos bei San Francisco. An keinem anderen Ort geben sich Menschen so viele Mühe ihre Häuser zu dekorieren und für die Unterhaltung zu sorgen – und das die ganze Strasse entlang. Ein Hausbesitzer veranstaltet sogar gruselige Shows, bei welchen mehrere verkleideten Personen mitwirken – einmal war es ein Zombigarten, letztes Jahr ein Jurassic Park mit einem grossen, lauten Dinosaurier.
Die verkleideten Kinder und Eltern ziehen durch die Strassen und ihre Kostüme sind genau so ausgefallen. Kleiner Tipp – rechtzeitig kommen, um einen Parkplatz in der Nähe zu ergattern. Das Fest ist sehr beliebt, und an Besucher mangelt es nicht.
Die Mutigsten können es in die Redwood Wälder hinein wagen. In der Nähe von Santa Cruz gibt es einen Mystery Spot, wo die Gesetze der Physik ausser Kraft treten und die Gravitationsanomalie herrscht. Dort scheint das Wasser nach oben zu fliessen, Menschen stehen beim besten Willen schräg und Kompasse zeigen in die falsche Richtung. Natürlich werden dabei optische Illusionen vermutet, doch wo können die Geister an Halloween am besten die dünnen Schleier zwischen zwei Welten durchqueren wenn nicht an einem Ort, wo dazu regelrecht einlädt.