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Folsäure: Bedarf richtig decken
Folsäure wird vor allem in der Schwangerschaft zum Thema, um Geburtsfehlern beim Kind vorzubeugen. Wie aber genau wirkt sie und was solltest du wissen?
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Was sind Folsäure, Folat und Vitamin B9?
Folsäure ist die synthetische Form von Folat, einem wasserlöslichen Vitamin, das auch als Vitamin B9 bekannt ist. Folsäure kommt im Gegensatz zu Folat in Lebensmitteln nicht auf natürliche Weise vor, sondern wird häufig in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt. Da sich Folsäure von natürlichem Folat unterscheidet, muss sie zunächst in eine aktive Form umgewandelt werden, bevor der Körper sie verwerten kann.
Nicht die gesamte konsumierte Folsäuremege wird jedoch im Verdauungssystem in die aktive Form von Vitamin B9 umgewandelt. Stattdessen muss ein Anteil davon in der Leber oder in anderen Geweben umgewandelt werden. Bei manchen Menschen ist dieser Prozess jedoch langsam und ineffizient. Nachdem du ein Folsäurepräparat eingenommen hast, braucht dein Körper Zeit, um alles in Vitamin B9 umzuwandeln. Selbst eine kleine Dosis wie 200 bis 400 µg pro Tag wird möglicherweise erst bei der nächsten Einnahme vollständig metabolisiert.
Vitamin B9 hilft dem Körper, neue Zellen zu produzieren und zu erhalten. Insbesondere hängt die Bildung roter Blutkörperchen von ausreichenden Mengen dieses Vitamins ab. Folsäuremangel ist eine daher bekannte Ursache für Anämie bei Erwachsenen und Kindern. Folat kann Zellen auch dabei helfen, Veränderungen ihrer DNA zu verhindern, die mit der Entstehung von Krebs und mit dem Altern verbunden sind.
Folsäure und Folat in der Ernährung
Da Folsäure eine synthetische Form von Vitamin B9 ist, ist die Einnahme von Folsäure in der natürlichen Ernährung des Menschen nicht vorhanden. Folsäure kommt also in Lebensmitteln nicht auf natürliche Weise vor. Stattdessen kannst du Folat, die natürliche Form von B9, über Lebensmittel konsumieren. Natürliche Nahrungsquellen für Folat sind unter anderem Leber, Spargel, Linsen, Bohnen, Edamame, Okraspinat, Artischocke, Brokkoli und anderes grünes Gemüse. Folsäure wird ausserdem häufig in raffinierten Getreideprodukten wie Brot oder Energieriegeln zugesetzt.
Ein durchschnittlicher Erwachsener benötigt etwa 400 µg Folsäureäquivalente pro Tag, während schwangere Frauen eine höhere Dosis von circa 600 µg pro Tag benötigen.
Vorbeugung von Neuralrohrdefekten in der Schwangerschaft
Niedrige Folatspiegel in den frühen Wochen der Schwangerschaft wurden mit Neuralrohrdefekten bei Säuglingen in Verbindung gebracht. So kann es beim Kind zum Beispiel zu Fehlbildungen des Gehirns, der Wirbelsäule und des Rückenmarks kommen. Ein möglicher bei Folsäuremangel vorkommender schwerwiegender Defekt des Rückenmarks ist die Spina Bifida. Das Vorkommen der Spina Bifida ist zwar nicht häufig, kann jedoch eine Vielzahl von Problemen für das Kind verursachen, einschliesslich Bewegungsstörungen, Blasen- und Darmprobleme sowie Lernschwierigkeiten.
Einnahme von Folsäuretabletten vor der Schwangerschaft
Da bis zu 90% der Frauen nicht über ausreichende Folatspiegel für einen maximalen Schutz gegen Neuralrohrdefekte verfügen, wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter, die planen, schwanger zu werden, etwa 400 µg bis 600 µg zusätzliches Folat pro Tag einnehmen.
Wenn du also planst, schwanger zu werden, ist es wichtig, dass du Folsäuretabletten bereits zwei bis drei Monate lang einnimmst, bevor du schwanger wirst. Auf diese Weise kann sich der Folatspiegel in deinem Körper so weit aufbauen, dass dein zukünftiges Baby optimal vor Neuralrohrdefekten wie der Spina Bifida geschützt ist.
Da du innerhalb eines Monats nach dem ersten Versuch schwanger werden könntest, ist es ideal, mit der Einnahme von Folsäuretabletten bereits zwei Monate vor Beendigung der Empfängnisverhütung zu beginnen. Du kannst auch versuchen, mehr Lebensmittel zu dir zu nehmen, die natürlicherweise reich an Vitamin B9 sind. Alleine reicht eine Umstellung der Ernährung für Schwangere jedoch nicht aus, um einen ausreichend hohen Folatspiegel zu gewährleisten. Deshalb ist eine Substition immer nötig.
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