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14. Mai 2021 | Geschichte
Verfasser: Ernst Rupp, Steffisburg
Nach vielen Vorarbeiten wurde am 29. April 2018 der 375 Meter lange Hauptstollen «Leonide» der ehemaligen Miniera d'Oro in La Costa, Sessa, für Besucher eröffnet. Von Anfang an wollten Betreiber und Besucher in diesem Stollen irgendwo Gold sehen. Ein Stück «Gold» in der Stollenwand erwies sich aber bald als Pyrit.
Darauf wurde der Stollen verschiedentlich mit einem Detektor nach Gold abgesucht, was sich wegen den vielen alten Geleisen, Lüftungsröhren usw. als nicht gerade einfach erwies und nur wenige und nicht besonders gute Signale ergab. Und so wurde beschlossen, einen 14 Meter tiefer gelegenen und ungesicherten Stollen nach «Goldsignalen» abzusuchen, was dann am 3. August 2019 geschah. Gleich dort, wo sich der etwas steile Abstieg vom «Leonide» in die tiefer gelegenen Stollen befindet, wurden an der linken Wand starke Signale empfangen. Und im 14 Meter tiefer gelegenen Stollen zeigte der Detektor an einer Felswand über eine grössere Distanz Goldsignale in unterschiedlicher Stärke an. An dieser Wand wurden drei und oben, wo der Abstieg erfolgte, eine Gesteinsprobe im Gewicht von je etwa drei Kilo entnommen. Diese Proben wurden am 8. November 2019 Prof. Dr. Beda Hofmann, Uni Bern/Naturhistorisches Museum Bern, überbracht. Dieser hatte sich vorgängig bereit erklärt, die Proben nach Goldgehalt zu untersuchen oder in Kanada untersuchen zu lassen.
Am 14. Februar 2020 gab Prof. Dr. Beda Hofmann die Ergebnisse der Untersuchung durch die «Activation Laboratories», Ancaster, Ontario, Kanada, bekannt. Im internationalen Vergleich waren alle Proben ziemlich goldreich, entsprechend dem Gehalt abbauwürdiger Golderze. Die Ergebnisse im einzelnen sind:
Probe 1: 36,2 ppm Au; Probe 2: 10,2 ppm Au; Probe 3: 21,4 ppm Au; Probe 4: 19.5 ppm Au
Prof. Dr. Beda Hofmann hat die Proben noch weiter untersucht und festgestellt, dass diese Folgendes enthalten: Gold, Pyrit Arsenopyrit, Galenit, Chalkopyrit, Spahlerit und Quarz.
Von allen vier Proben fertigte Prof. Dr. Beda Hofmann dann vier repräsentative Rohstücke an, welche er dem Institut für Geologie in Bern zur Herstellung von polierten Erzanschliffen übergab. In diesen Erzanschliffen konnte er mikroskopisch feines Gold feststellen und fotografieren. Das grösste Aggregat ist gut 0,1 mm lang, typischerweise sind sie aber nur 0,01 – 0,02 mm gross.
Die Ergebnisse der Untersuchung bereiteten den Betreibern und insbesondere auch den Führern und Führerinnen grosse Freude. Sie können nun Interessierten besser Auskunft geben und entsprechende Fotos vorweisen.
Im Sommer 2021 wird daran gearbeitet, noch einen weiteren Stollenteil für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.