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Jod-Mangel verursacht beim Menschen verschiedene gesundheitliche Probleme, die auf einer ungenügenden Bildung der Schilddrüsenhormone beruhen. Das BLV überprüft deshalb alle fünf Jahre den Jod-Status bestimmter Bevölkerungsgruppen.
Da die Schweiz ein geologisch jodarmes Land ist und lokal produzierte Lebensmittel dementsprechend arm an Jod sind, wird das Speisesalz mit Jod angereichert. Die Massnahme ist aus heutiger Sicht die wirksamste Strategie, einem Jodmangel vorzubeugen und eine angemessene Jodversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Weil die Jodzufuhr über die Nahrung von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, überprüft das BLV alle fünf Jahre den Jodstatus bestimmter Bevölkerungsgruppen. Als Hauptindikator dient die Jodkonzentration im Urin. Diese ist ein guter Biomarker für die Jodzufuhr der Bevölkerung, da das meiste über die Ernährung aufgenommene Jod innerhalb von 24 Stunden wieder im Urin ausgeschieden wird.
Ziel des Monitorings
Das Jodmonitoring hat zum Ziel, aussagekräftige und repräsentative Daten zum aktuellen Jodstatus von Grundschulkindern und schwangeren Frauen in der Schweiz zu erheben, um bei einer sich abzeichnenden Unterversorgung frühzeitig gesundheitspolitische Massnahmen zu ergreifen.
Zentrale Forschungsfragen
- Wie ist der Jodstatus bei Grundschulkindern und schwangeren Frauen in der Schweiz?
- Wie gut ist die Schilddrüsenfunktion bei schwangeren Frauen?
- Wie hoch sind Natriumzufuhr und Fluoridbelastung bei Grundschulkindern?
- Wie verbreitet sind die Verwendung von Jodiertem Speisesalz bzw. Jodiertem und fluoriertem Speisesalz in den Privathaushalten?
Wer wird zur Studie eingeladen?
An der Studie sollen Grundschulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren sowie Frauen im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Rekrutierung erfolgt über Primarschulen bzw. Gynäkologinnen.
Vorgehensweise bei der Datenerhebung
Bei den an der Studie teilnehmenden Schulkindern wird im Rahmen eines Schulbesuches eine Urinprobe erhoben sowie das Körpergewicht und die Körpergrösse gemessen. Anhand eines kurzen Fragebogens geben die Erziehungsberechtigten der Kinder Auskunft über die Art des zu Hause verwendeten Kochsalzes sowie über den Verzehr von Nahrungsmitteln, die reich an Jod sind, wie Milch und Milchprodukte. Eine zusätzliche Frage bezieht sich auf die Verwendung von fluoridierter Zahnpasta. Von 30 % zufällig ausgewählten Schulkindern wird eine Salzprobe von zu Hause für die Analyse des Jod- und Fluoridgehalts erhoben.
Bei den an der Studie teilnehmenden schwangeren Frauen wird neben einer Urinprobe eine Trockenblutprobe für die Analyse von Schilddrüsenfunktionsmarkern erhoben.
Ethik und Datenschutz
Die Studie ist von der kantonalen Ethikkommission des Kantons Zürich genehmigt. Für die Teilnahme der Schulkinder wurde zudem die Zustimmung der kantonalen Bildungs- und Gesundheitsdirektionen eingeholt. Die Studie ist im Swiss National Clinical Trials Portal sowie bei ClinicalTrials.gov registriert.
Die Personendaten unterliegen dem Datenschutz und werden vertraulich behandelt. Alle Daten werden pseudonymisiert, d.h. getrennt von Namen und Kontaktinformation gespeichert. Sämtliche Auswertungen und Analysen werden ohne Bezug zu Namen und Anschrift vorgenommen. Die gewonnenen Informationen werden ausschliesslich in anonymisierter Form dargestellt.
Studiendesign
Beim vorliegenden Monitoring handelt es sich um eine Querschnittsstudie. Um eine repräsentative nationale Stichprobe von 700 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren und von 500 Frauen im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel zu gewährleisten, wird das dreistufige Zufallsverfahren proportional zur Bevölkerung angewendet. Die Kinder werden über die Schulen, die Frauen über Gynäkologinnen und Geburtskliniken rekrutiert.
Wann wird die Studie durchgeführt?
Der Rekrutierungsstart der Teilnehmenden erfolgte im April 2020. Der Ergebnisbericht wird im Laufe des Jahres 2022 erwartet.
Finanzierung
Die Studie wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen finanziert (Vertrag Nr. 0714001376).
Wer führt die Studie durch?
Durchgeführt wird die Studie vom Labor für Humanernährung der ETH Zürich, dem Universitätskinderspital Zürich und von Unisanté Lausanne.
(27.12.2021)
Letzte Änderung 03.01.2022