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Ganz sicher habt ihr diesen Namen schon mal gehört: „Atlantis“ – geheimnisvolle, im Meer versunkene Insel der Geheimnisse.
Der Mythos, der sich um ‚Atlantis‘ rankt, geht schon auf das antike Griechenland zurück. Der Philosoph Platon hat in seinen Dialogen Timaios und Kritias die angeblich im Meer versunkene Insel genauestens beschrieben. Er beschrieb genau wie die Insel aufgebaut war, wie groß sie war, wie die Gebäude aussahen und wie der dortige Palast ausgesehen haben soll.
Auch in der modernen Literatur ist der Mythos nicht verloren gegangen, sondern wird noch immer gerne als Inspiration verwendet.
Atlantis: Mythos oder Realität?
Ob Atlantis wirklich existiert hat, ist in den letzten Jahrzehnten aus Sicht Geschichtswissenschaft und der Archäologie beleuchtet worden. Es gibt auch Vermutungen, ob es sich bei Atlantis vielleicht um eine Vulkaninsel handelte, die nach einem heftigen Ausbruch versunken ist. Sie könnte in Verbindung mit der kretischen Kultur stehen, also dem Antiken Kreta, das noch vor dem Antiken Griechenland eine Hochkultur darstellte und bereits über ein eigenes Schriftsystem verfügte.
Auf Grundlage von Platons Erzählung verbreitete sich der Mythos von der versunkenen Insel in der Antike weiter, geriet aber nach der Völkerwanderungszeit im Mittelalter in Vergessenheit, weil ja Platons Werke selber nicht mehr gelesen wurden. Erst nach dem Fall Konstatinopels und im Zuge der Renaissance um das Jahr 1500 gelangten Platons Werke zurück nach Europa und damit begann man auch erneut, sich mit dem Mythos von Atlantis zu befassen.
Aber was ist so interessant an diesem Mythos und was daran inspiriert Autoren zu ihrer eigenen Atlantis-Interpretation?
Faszination Atlantis
Zunächst ist der Mythos zwar durch Platon sehr ausführlich beschrieben, aber dennoch lässt er sehr viel Platz für Interpretation. Zum einen ist der Grund nicht klar, aus dem die Insel im Meer versank. Gerade hierzu haben sich Autoren sehr gerne ihre eigenen Gedanken gemacht. Z.B. der Autor der Reihe ‚John Sinclair‘, der immer wieder auf die versunkene Insel anspielt und ihren Untergang mit Magie und übernatürlichen Wesen in Verbindung bringt.
Generell ist das etwas, das sich durch die Literatur zieht: Das eigene Verschulden des Untergangs und ein Zusammenhang mit (heute untergegangener) Magie.
Heute, in unserer industrialisierten und neuerdings auch digitalisierten Welt ist es schwierig sich vorzustellen, dass so etwas wie Magie existiert. Was liegt da also näher, als sich auszumalen, dass die Magie zusammen mit Atlantis im Meer versunken ist und deswegen keine mehr in unserer Welt vorhanden ist.
Ein weiterer Teil der Faszination liegt auch darin, dass überhaupt nicht klar ist, zu welcher Kultur Atlantis überhaupt gehörte. Natürlich gibt es hierzu auch eine Beschreibung von Platon, gerade moderne Autoren ignorieren diese allerdings häufig. In ‚Atlantis‘, der Serie der BBC z.B. wird Atlantis als antike griechische Kultur dargestellt.
Man könnte aber ja z.B. eine eigene Kultur erfinden, die vielleicht sogar was wissenschaftliche oder industrielle Entwicklung bereits weiter war, als es für die Antike üblich war. Oder es könnte sich ja auch um magische Geschöpfe oder gar Aliens gehandelt haben.
Unterschiedliche Interpretationen
Es gibt also mehrere Arten, den Atlantis-Mythos für seine eigene Geschichte zu nutzen.
Zum einen kann man der klassischen Interpretation nach Platon folgen und sie mithilfe seiner Fantasie aus- und umbauen. Z.B. könnte man gar nicht den Untergang selbst als Inspiration nehmen, sondern einfach die Geschichte dort spielen lassen.
Zum anderen könnte man auch sehr viel freier mit dem Atlantis-Mythos umgehen und die Kultur, die Insel und die Geschichte des Untergangs selbst schreiben.
Dem klassischen Mythos folgt (mit Abstrichen natürlich) die BBC Serie ‚Atlantis‘. Diese ist bereits einige Jahre alt. Sie umfasst zwei Staffeln und erschien zwischen 2013 und 2015. Hier wird Atlantis im antiken griechischen Raum verortet. Allerdings werden hier auch Mythen aus dem Antiken Griechenland mit eingeflochten. So heißt z.B. eine der Hauptpersonen ‚Herkules‘ und die zweite Hauptperson ‚Pythagoras‘. Außerdem kommen etwa der Minotaurus und die Medusa vor. In der Serie kommt zwar auch Magie vor, allerdings orientiert sich diese an den antiken Mythen.
Etwas anders geht z.B. Jason Dark, Urheber der ‚John Sinclair‘ Romanreihe vor. Immer wieder deutet er den Mythos um Atlantis an, einige der Protagonisten, die der Geisterjäger John Sinclair, der Beamter bei Scotland Yard ist, im Laufe der Reihe trifft, stammen ebenfalls von dort. In Darks Interpretation herrschte tatsächlich Magie auf Atlantis und die Insel war Austragungsort magischer Kämpfe. Er orientiert sich hier nicht an den antiken Mythen, sondern es gibt dort auch z.B. Dämonen auf Atlantis.
Man sieht also, wie viel man aus dem Mythos machen kann und wie viel Inspiration dieser bieten kann.