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15.10.2018 – 09:00
Vor dem Hintergrund wachsender Fremdenfeindlichkeit, Hassreden und politischer Maßnahmen, die religiöse Praktiken einschränken, einigen sich jüdische und muslimische Würdenträger in Europa auf Zusammenarbeit
Amsterdam (ots/PRNewswire)
Jüdische und muslimische Gemeinden in Europa sähen sich mit zunehmender Fremdenfeindlichkeit, Hassverbrechen und politischen Maßnahmen konfrontiert, die ihre Rechte auf die Ausübung religiöser Praktiken einschränkten, bemerkten am Dienstag Würdenträger dieser Religionsgemeinden im Rahmen der ersten Plenarsitzung des europäischen Muslim-Jewish Leadership Council (https://mjlc-europe.org/) (MJLC) in Amsterdam.
Der Rat wurde gegründet, um dem in Europa wachsenden Bedürfnis Sorge zu tragen, Vorurteilen, falschen Behauptungen, Angriffen und Gewalt gegenüber gläubiger Menschen und Religionen zu begegnen. Die Mitglieder trafen sich, um die Zusammenarbeit von jüdischen und muslimischen Gemeinden in Europa mit Blick auf den Schutz der religiösen Praktiken ihrer jeweiligen Gemeinden und die Förderung der gegenseitigen Solidarität angesichts der widrigen Umstände zu erörtern.
Den Vorsitz des Rates führen Rabbiner Pinchas Goldschmidt, Oberrabbiner von Moskau, und Nedzad Grabus, Mufti von Slowenien. Unterstützt werden sie durch das internationale Dialogzentrum (KAICIID) aus Wien, das interreligiöse Dialogplattformen in Afrika, in Asien, im arabischen Raum und in Europa unterstützt.
Vertreter jüdischer und muslimischer Gemeinden aus Albanien, Belgien, Bosnien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, den Niederlanden, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Slowenien und der Schweiz beschrieben die Herausforderungen, mit denen ihre Gemeinden konfrontiert sind, ebenso wie die Anstrengungen, die sie unternehmen, um den Dialog zwischen Juden und Muslimen in ihren Ländern zu fördern.
Die Teilnehmer (https://mjlc-europe.org/Members) waren sich einig, dass jüdische und muslimische Gemeinden vor gemeinsamen Herausforderungen stehen, darunter die zunehmende Instrumentalisierung von Religion für politische Zwecke, Einschränkungen der Rechte zur freien Ausübung ihrer Religion und der wachsende Einfluss rechtsorientierter, fremdenfeindlicher Bewegungen. Darüber hinaus erwähnten Teilnehmer, dass Gespräche über "europäische Identität" häufig Muslime ausschließen und dass der Islam als nicht europäisch gilt, obwohl Muslime seit vielen Jahrzehnten und sogar Jahrhunderten Teil des Gefüges der europäischen Gesellschaft sind.
Die Sitzung wurde von der Stadt Amsterdam ausgerichtet und von KAICIID unterstützt. Sie fand unter der Schirmherrschaft von Mairead McGuinness, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, statt.
In seiner Eröffnungsrede rief KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muaammar die Mitglieder des Rates dazu auf, bei der Förderung des jüdisch-muslimischen Dialogs eine Führungsrolle zu übernehmen: "Europa braucht Ihren Einsatz für gleiche Bürgerrechte und die Achtung der Vielfalt. Wir brauchen Ihr Engagement, sich für die gemeinsamen Rechte religiöser Gruppen in Europa auszusprechen, sowie um zwischen muslimischen und jüdischen Gemeinden Vertrauen und Zusammenarbeit aufzubauen."
Kontakt:
KAICIID Communications
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+43-1-313-22-408