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Conestat alfa bei Covid-19 und Lungenentzündung
Eine Studie testete, ob das Medikament Conestat alfa den Verlauf einer Covid-19 Erkrankung mildern und damit künstliche Beatmungen vermeiden kann.
Die Verläufe der Coronaviruserkrankung-19 (Covid-19) sind sehr unterschiedlich, und bei manchen Betroffenen hat das Virus starke Entzündungsreaktionen zur Folge. Diese wirken sich auf diverse Organe aus, unter anderem auf die Lunge, was zur Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung führen kann. In der Studie PROTECT-COVID-19 haben Michael Osthoff und sein Team vom Universitätsspital Basel zusammen mit vier weiteren Kliniken in der Schweiz (Stadtspital Triemli und Kantonsspital St. Gallen) und im Ausland (Brasilien und Mexiko) untersucht, ob die Anwendung des entzündungshemmenden Medikaments Conestat alfa eine positive Auswirkung auf den Verlauf einer Infektion hat und dadurch eine künstliche Beatmung seltener notwendig ist.
Conestat alfa blockiert mehrere durch Covid-19 aktivierte Entzündungssysteme. An der Studie nahmen Personen teil, welche an einer durch SARS-CoV-2 verursachten Lungenentzündung litten. Einem Teil der Proband:innen wurde neben der Standarttherapie zusätzlich Conestat alfa verabreicht. Ursprünglich waren 120 Teilnehmende geplant, die Studie wurde jedoch vorzeitig beendet. Bei einer Zwischenanalyse wurde festgestellt, dass bereits bei Studienbeginn starke Ungleichheiten zwischen den beiden Gruppen bestanden. So war zum Beispiel der Schweregrad der Erkrankung bei der Conestat alfa Gruppe im Schnitt höher, verglichen zur Kontrollgruppe. Zudem waren keine positiven Effekte der Behandlung ersichtlich. Obwohl zu diesem Zeitpunkt erst 84 Personen teilgenommen hatten, war bereits vorauszusehen, dass die geplante Stichprobe von 120 Personen zu klein war, um die Ungleichheiten auszubalancieren. Zudem wurden gleichzeitig neue, wirksame Therapiemöglichkeiten gegen Covid-19 eingeführt.
Das Medikament Conestst alfa wurde zwar gut vertragen, aber die Ergebnisse der Studie unterstützen keinen Einsatz gegen Covid-19. Um einen positiven Effekt gänzlich auszuschliessen, hätte die Stichprobe deutlich vergrössert werden müssen.