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Die Sitzpläne der beiden Ratskammern sprechen für sich: Der Frauenanteil im Parlament ist mit dem Beginn der 51. Legislatur sprunghaft angestiegen: 95 der 246 Ratssitze sind nun von Frauen besetzt. Im Jahr 1971, als das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, waren es gerade einmal 12.
Im Nationalrat wurden am 2. Dezember 83 Frauen und 117 Männer vereidigt. Gegenüber 2015 hat der Anteil der Frauen um 10 Prozentpunkte auf 42 Prozent zugenommen. In der grossen Kammer dürfte die Geschlechterparität somit in nicht allzu ferner Zukunft erreicht werden.
In die kleine Kammer sind 12 Ständerätinnen und 34 Ständeräte eingezogen. Die Frauen besetzen neu etwas mehr als einen Viertel der Sitze. Gegenüber 2015 ist der Frauenanteil um 11 Prozentpunkte angestiegen. Die lateinischen Kantone haben die von der Initiative «Helvetia ruft!» angestrebte Geschlechterparität erreicht.
Sitzordnung Bundesversammlung von 1972
Die Sitzordnung von 1972 zum Herunterladen (PDF)
Sitzordnung Bundesversammlung 2016
Die Sitzordnung von 2016 zum Herunterladen (PDF)
Sitzordnung Bundesversammlung 2019
Die Sitzordnung von 2019 zum Herunterladen (PDF)
Helvetia ruft
Diese überparteiliche Bewegung wurde 2018 ins Leben gerufen, als Alliance F, der Bund Schweizerischer Frauenorganisationen, mit Frauensektionen der Parteien und Operation Libero zusammenspannte, um Frauen zu ermuntern, für die eidgenössischen Wahlen von Oktober 2019 zu kandidieren. Sie konnte mehr als 500 Frauen für die eidgenössischen Wahlen begeistern. Die meisten von diesen Kandidatinnen gehörten vor der Aktion keiner Partei an.
Alliance F hatte den Wahlkampf bereits 2017 mit der Website
www.bundesraetinnen.ch und der Forderung nach der «Geschlechterkonkordanz» im Bundesrat eröffnet. Die parlamentarischen Initiativen der Basler Grünen-Nationalrätin Maya Graf (17.411) und des Neuenburger FDP-Ständerates Raphaël Comte (17.484) waren die Auslöser gewesen.
Auch nach den eidgenössischen Wahlen geht das Engagement weiter. «Helvetia ruft» wird dafür sorgen, dass die paritätische Vertretung auch bei kantonalen Wahlen ein zentrales Thema bleibt. «Bei kantonalen Wahlen wird künftig erhoben, ob die Geschlechter auf den Listen ausgeglichen sind», sagen die Co-Präsidentinnen von Alliance F, die Ständerätin Maya Graf und die Nationalrätin Kathrin Bertschy.