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Geschichte Areal 1609
1897 Turnfest auf der Breite. Blick nach Nord-Westen, links im Bild das Zeughaus
Die Geschichte der Stadtpark-Fläche
Spitalfeld auf der Breite
Die Ebene oberhalb der Stadt Schaffhausen, die heutige Breite, bot aufgrund ihrer weitläufigen und flachen Topografie seit jeher eine ideale Voraussetzung für die landwirtschaftliche Nutzung.
So war auch das Gebiet des Stadtparks, das sich zwischen der Strasse nach Hemmental (Nordstrasse) und der Strasse zum Griesbach (Randenstrasse) aufspannt, lange Zeit in kleinere Ackerflächen aufgeteilt. Vom Mittelalter bis hinein ins 20. Jahrhundert wurde hier Landwirtschaft betrieben.
Der mit Abstand grösste Landbesitzer auf der Breite war im Mittelalter und darüber hinaus der „Spital zum heiligen Geist“ in der Stadt Schaffhausen. Zuerst befand sich die Institution am Fronwagplatz, nach der Reformation (1529) verlegte der Schaffhauser Spital seine Einrichtungen ins aufgegebene Agnesenkloster (heute Altersheim am Kirchhofplatz).
In seinem Besitz befand sich auch die heutige Parzelle des Stadtparks. Zur Bewirtschaftung all der Landgüter auf der Breite diente dem Spital ein Hof an der südlichen Nordstrasse, der sich seit 1315 in seinem Besitz befand. Bevor das Stadtparkgebiet in einer Flurnamenbereinigung den Namen „Vorderi Bräiti“ zugeschrieben bekam, hiess es „Spitalfeld auf der Breite“. In diesem Namen spiegelten sich noch die direkte Nähe zum Spitalhof an der Nordstrasse und die Besitzverhältnisse zum „Spital zum heiligen Geist“.
Zeughaus und Breitenau.
Der Bau des Zeughauses (1874) im Westen des Spitalfeldes und die Errichtung der Psychiatrie Breitenau (1891) in der direkt nördlich angrenzenden Parzelle waren die ersten zentralen Infrastrukturbauten, mit welchen die zunehmende Bedeutung des Breitegebietes für die Stadt Schaffhausen ersichtlich wurde.
Wohnungsbauprojekt
Nach der Jahrhundertwende schossen die ersten Arbeitersiedlungen auf der Breite aus dem Boden.
Auch das Spitalfeld wurde in den Plänen für den Wohnungsbau miteinbezogen. Die Stadt Schaffhausen selbst wollte ab 1910 als Bauherrin ein Gesamtüberbauungsprojekt auf der Breite vorantreiben. Dies brachte der Stadt in Hinblick auf den kommunalen Wohnungsbau einiges Ansehen in der Schweiz. Doch das von den Architekten Pfister ausgearbeitete Projekt wurden aufgrund des ersten Weltkriegs gestoppt und später wegen fehlender Bundessubventionen für kommunalen Wohnungsbau nicht mehr weitergeführt.
Sportfeld und Stadion
Ende der 1930er Jahren etablierte sich die Fläche schliesslich als Sportplatz. Während in den folgenden Jahrzehnten immer mehr Wohnungen auf der Breite entstanden, hatte das ehemaligen Spitalfeld seinen Bestimmung im Sport gefunden. Eine Ausnahme bildete eine erneute landwirtschaftliche Nutzung während des Zweiten Weltkriegs. Mit dem Bau der Neuen Steigkirche (1947) südlich der Neustrasse, folgte auch eine Planierung und Aufwertung der Sportfläche. Drei Jahre später, 1950, wurde ein Stadion mitsamt Tribüne errichtet. 1975, 1978 und 1987 folgten dann jeweils die Trainingsfelder ringsum. Bis im Jahr 2016 diente das Stadion und die Sportfelder so dem FC Schaffhausen als Heimat.
Testplanung, Stadtpark?
Seit einer Testplanung von 2018 wird die Fläche nun wieder als potenzielle Wohnfläche betrachtet.
Kann die Fläche ihre grüne Vergangenheit und ihre langjährige sportliche und rekreative Aufgabe auch in Zukunft behalten?