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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

EINLEITENDE KATECHESE oder Vorwort zu den Katechesen unseres heiligen Vaters Cyrillus, Erzbischofs von Jerusalem.
Vorwort zu den Katechesen
3.
[Forts. v. [S. 18] ] Nach den Evangelien kam einmal jemand aus Neugierde zur Hochzeit1. Obwohl er nicht entsprechend gekleidet war, trat er ein, ließ sich nieder und aß; denn der Bräutigam ließ es geschehen. Als jener sah, daß alle Gäste weiß gekleidet waren, hätte auch er sich so kleiden sollen. Wohl nahm er mit ihnen am gleichen Mahle teil, jedoch von gleicher Kleidung und gleicher Gesinnung wollte er nichts wissen. War nun der Bräutigam auch entgegenkommend, so war er doch nicht gleichgiltig. Da er die Gäste einzeln aufsuchte (nicht aus Interesse für ihr Essen, sondern für ihr Benehmen), bemerkte er auch einen Fremden, der kein hochzeitliches Gewand trug, und sagte zu ihm: „Freund, wie bist du hierhergekommen?2 Was trägst du für Farbe? Wie steht es mit deinem Gewissen? Es mag ja sein, daß der Pförtner mit Rücksicht auf die Gastfreundlichkeit des Gastgebers dich nicht zurückwies, es mag sein, daß du nicht wußtest, in welchem Gewande man beim Mahle zu erscheinen hat, aber bei deinem Eintritt hast du die Gäste in ihren prunkvollen Gewändern gesehen. Hättest du dich nicht wenigstens bei diesem Anblick belehren lassen sollen? Hättest du nicht eintreten sollen, wie es sich gehört, um dann auch so, wie es sich gehört, fortzugehen? Nun aber bist du ohne Anstand gekommen, um ehrlos hinausgeworfen zu werden.“ Da gibt er seinen Dienern den Befehl: „Bindet ihm die Füße, die sich erfrechten, einzutreten! Bindet ihm die Hände, welche es nicht verstanden haben, ihm ein helles Gewand anzuziehen! Werfet ihn hinaus in die Finsternis draußen! Denn nicht ist er es wert, daß ihm die hochzeitlichen Lampen leuchten.“ Siehe, so erging es jenem damals! Stelle dich sicher!
1: Matth. 22, 11 ff.
2: Ebd. [Matth.] 22, 12.