Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/83861

<h2>SubmittedText<h2><p>Das kaufmännische Berufsfeld wird von verschiedenen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen gestaltet. Dazu kommen verschiedene Bildungswege (duale Bildung B-, E-Profil, schulisch organisierte Grundbildung, Handelsmittelschulen, kaufmännische Berufsmaturität, Qualifikationsverfahren für Erwachsene, Validation des acquis) die zum EFZ Kauffrau/Kaufmann führen und die in einer neuen Bildungsverordnung geregelt werden sollen.</p><p>1. Wie sieht der Bundesrat die Koordination dieser anspruchsvollen und sehr komplexen Projekte mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen und Bedürfnissen? Bis wann ist mit den konkreten Überführungen zu rechnen, und welche Auswirkungen hat das auf die verschiedenen Übergangsbestimmungen?</p><p>2. Wie garantiert er, dass der Praxisbezug bei den schulisch organisierten Bildungsgängen gewahrt bleibt?</p><p>3. Wie garantiert er, dass erworbene Kompetenzen in der dualen Bildung mit den erworbenen Kompetenzen der schulisch organisierten Bildung vergleichbar sind? Es werden ja beide Wege zum selben eidgenössischen Fähigkeitsausweis führen.</p><p>4. Wie stellt er sich zu der Feststellung, dass hier eine schleichende Verschulung unseres dualen Bildungssystems vonstatten geht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Ausbildungs- und Prüfungsreglement "Kauffrau/Kaufmann" wurde noch unter dem alten Berufsbildungsgesetz in Kraft gesetzt. Die jetzt laufende Revision der Ausbildungsgrundlagen steht im Kontext der Anpassung an die neuen gesetzlichen Bestimmungen. Wie bei allen neuen Bildungsverordnungen liegt die Verantwortung bei der verbundpartnerschaftlich zusammengesetzten Reformkommission (Kantone, Organisation der Arbeitswelt, Bund). Sie befindet über sämtliche Punkte, die in der Bildungsverordnung geregelt werden müssen:</p><p>- Bildungswege (schulisch, betrieblich);</p><p>- Niveau (berufliche Grundbildung mit Attest; mit Basis- und erweiterten Anforderungen);</p><p>- spezielle Qualifikationsverfahren (für Erwachsene, Validierung Bildungsleistungen).</p><p>Eine besondere Herausforderung stellen im kaufmännischen Berufsfeld die heterogene Branchenlandschaft und die grosse Zahl Beteiligter und Betroffener dar.</p><p>1. Die Reformkommission wird durch eine professionelle Projektleitung und eine wissenschaftliche Begleitung und Beratung unterstützt. Verschiedene Arbeitsgruppen nehmen sich spezifischer Fragestellungen an. So stellt die Arbeitsgruppe "Schulisch organisierte Grundbildung" die Koordination zum Projekt HMS sicher.</p><p>Es ist geplant, die neue Bildungsverordnung auf den 1. Januar 2011 in Kraft zu setzen. Mit der Inkraftsetzung werden sämtliche heute bestehenden Übergangsbestimmungen aufgehoben (z. B. Richtlinien für das Qualifikationsverfahren für Erwachsene, Richtlinien für die Organisation der Ausbildung und Lehrabschlussprüfung bei Anbietern einer schulisch organisierten Grundbildung, Richtlinien für die Organisation der beruflichen Grundbildung und des Qualifikationsverfahrens an Handelsmittelschulen).</p><p>2./3. Die Reformkommission bestimmt, wie hoch der Praxisanteil in den jeweiligen Bildungsgängen sein muss. In jedem Bildungsweg, ob betrieblich oder schulisch, ist sicherzustellen, dass die gleichen Kompetenzen entwickelt und überprüft werden. Erfahrungen aus Handelsschulen und Pilotprojekten bei den Handelsmittelschulen zeigen, dass die in den Ausbildungsgrundlagen festgelegten praktischen kaufmännischen Kompetenzen auch in Kontexten wie Werkstätten, Übungsfirmen usw. aufgebaut werden können.</p><p>4. Auf dem Arbeitsmarkt besteht ein Interesse sowohl an betrieblich als auch an schulisch ausgebildeten Kaufleuten. Mit den Reformen des kaufmännischen Bereiches seit Anfang 2000 wurde der betriebliche Teil sämtlicher Ausbildungswege verstärkt. Gemäss neuem Berufsbildungsgesetz werden in den Bildungsverordnungen die Abschlussqualifikationen festgelegt. Verschiedene Bildungswege sind möglich. Es liegt an den Verbundpartnern und insbesondere an der Wirtschaft, die Bedürfnisse zu formulieren und entsprechend in der Bildungsverordnung zu regeln. Seit mehr als fünf Jahren ist die Zahl der Absolventinnen und Absolventen der Handelsmittelschulen konstant.</p>  Antwort des Bundesrates.