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Bunker aus dem 2. Weltkrieg
In den ersten Kriegsjahren 1939/40 baute die Schweizerarmee in der Stadt Zürich als Teil der «Limmatstellung» umfangreiche Befestigungen. Zivile Kreise sahen dem mit gemischten Gefühlen zu, wurde dadurch doch die Stadt zum potentiellen Kriegsschauplatz. Mit dem Rückzug ins Reduit verloren die Befestigungen ihre Bedeutung. Mit der Armeereform 95 wurden sie definitiv ausser Betrieb gesetzt.
Mit dem Operationsbefehl Nr. 2 vom 4. Oktober 1939 bestimmte General Guisan die Linie Sargans-Walensee-Zürichsee-Limmat-Bözberg-Hauenstein-Gempenplateau zur Hauptverteidigungslinie gegen Norden. Die Front verlief mitten durch die Stadt Zürich. Ein Stadtkommando wurde geschaffen und mit der Vorbereitung der Verteidigung der Stadt beauftragt.
Nachdem der deutsche Angriff gegen Frankreich die zweite Mobilmachung der Schweizer Armee ausgelöst hatte, setzte Mitte Mai 1940 eine hektische Bautätigkeit ein. Bis Ende Juni wurden auf dem Gebiet der Stadt Zürich insgesamt 95 Kampfstände erbaut. Am 26. Juni trat der Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich in Kraft, und noch am gleichen Tag wurde die Einstellung der Befestigungsarbeiten befohlen. Am 2. Juli wurden die Truppen des Stadtkommandos entlassen.
Zum Beispiel Bürkliplatz, Quaibrücke
Bunker A 04844 am Brückenkopf der Quaibrücke beim Bürkliplatz. In der Ufermauer sind die Schiessscharten sichtbar. Der Bauplan zeigt die Anlage in Form einer Galerie mit fünf nebeneinander aufgereihten Kampfräumen. Der Zugang erfolgt über einen vertikalen Schacht, der mit einem Kanaldeckel getarnt ist. (Fotos AfS/Archäologie)
Zürcher Bunkerwanderführer
Mit tatkräftiger Unterstützung durch die Kantonale Denkmalpflege haben die Autoren Matthias Dürst und Felix Köfer einen militärhistorischen Wanderführer durch die Limmatstadt und ihrer seit 1939 erstellten Verteidigungsbauten vorgelegt. Dieser praktische, nach Stadtquartieren geordnete «Zürcher Bunkerwanderführer» ist online publiziert.
Er richtet sich an militärhistorisch interessierte StadtwanderInnen und hilft ihnen, die heute noch existierenden zahlreichen nie benutzten Zeitzeugen des letzten Krieges auf Stadtgebiet zu entdecken. Die Mehrzahl der in der 272-seitigen Publikation präsentieren Verteidigungsbauten sind heute Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung.