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Wenn zwei das gleiche tun, so ist es nicht das gleiche - eine Binsenweisheit, gewiss, aber kaum eindrücklicher hörbar zu machen als mit der Gegenüberstellung der Kompositionen von Humphrey Searle und Matyas SeibeBekanntlich stand der gereifte Strawinsky seinen frühen Kompositionen in teils vernichtender Offenheit gegenüber. Immerhin billigte er seiner allerersten Sinfonie einen pädagogischen Wert zu, um zu zeigen, wie man nicht komponieren sollte. Die Jahrzehnte später entstandenen sogenannten neoklassizistischen Sinfonien fanden wiederum bei den Fortschritts-Auguren der Zeit keine Gnade und zählen wohl deshalb zu den unterschätzten Stücken der Orchesterliteratur des 20. Jahrhunderts.
Die neue angestrebte Klarheit und Einfachheit im Komponieren in Abkehr von spätromantischem und impressionistischem Ausdruck schlägt sich bereits in der vorzeichenlosen Tonart C-Dur nieder. Doch die Satztechnik hat es in sich: Aus den tonalen Inseln wachsen polytonal geschärfte aneinandergereihte Melodien heraus, die sich auch nach wiederholten Anläufen niemals in wohlig klingende Kadenzen auflösen.
Auch die Sinfonie in drei Sätzen bricht in ihrer formalen Anlage mit der Tradition und ist laut Strawinsky »im Aufbau naiv«. Umso trickreicher gestaltet sich die aus kleinen Intervallen ausgeklügelte Melodik, die sich über voll orchestrierter balletthafter Rhythmik entfaltet.
Für diese frische und freche Musik braucht es ein waches und beherzt zugreifendes Orchester wie das aus der Westschweiz, dem mit Ernest Ansermet ein verdienter Fackelträger der Moderne voran steht.
r, die beide den streng „wissenschaftlichen“ Regeln der von Arnold Schönberg entwickelten Zwölftonmusik folgen.
„Man kann es anwenden oder auch nicht, es kommt lediglich darauf an, ob man ihm etwas abgewinnen kann“, sagt der Engländer Searle über das Zwölfton-System. „Ich habe auch anders komponiert, aber ich fühle mich wohler damit.“ Seine 1. Symphonie, geschrieben 1952/53, wurde als „kraftvolle, geradezu erschreckende Symphonie“ bezeichnet und spielt auf der schmerzhaft dissonanten Seite des Systems.
Ganz anders dagegen die „Fragmente“ des Ungarn Seiber, geschrieben 1958 nach einer Dichtung von James Joyce, der seinerseits nach musikalischen Prinzipien schrieb. Seibers Umsetzung der Joyceschen Sprachmusik steht auf der Seite des sanften Wohlklangs und gehört mit zum Faszinierendsten, was es an zeitgenössisch vertonter zeitgenössischer Dichtung zu hören gibt. Unter der Leitung des Komponisten schaffen das Melos Ensemble und die Dorian Singers ein Klangabenteuer von einer wundersamen Dichte.
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