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09.02.2018 - Was hat Biathletin Selina Gasparin mit Langläufer Ueli Schnider gemeinsam, ausser dass beide an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang an den Start gehen werden? Richtig, sie sind Angestellte des Grenzwachtkorps (GWK) und damit der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). So wie sieben weitere für die Olympischen Spiele selektionierte Athletinnen und Athleten.
Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) verfügt in ihrem Grenzwachtkorps (GWK) über ein Sportwesen, welches einer professionellen Spitzensportförderung entspricht. Nun werden nicht weniger als neun ihrer Mitarbeitenden an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang antreten. Dies sind nebst den drei Gasparin-Schwestern Selina, Elisa und Aita die drei weiteren Biathlon-Athletinnen und Athleten Irene Cadurisch, Martin Jäger und Serafin Wiestner sowie Erwan Käser und Lydia Hiernickel, welche wie Ueli Schnider für das Langlaufteam starten werden.
Die Tradition der Spitzensportler in der EZV geht auf die 1950er-Jahre zurück. 1952 fanden die ersten internationalen Zollskimeisterschaften statt, welche seither 64 Mal ausgetragen wurden, davon zwölf Mal in der Schweiz und von der EZV organisiert.
Die lange Tradition des GWK an den Olympischen Spielen
1980 setzte Langläufer Franz Renggli für das GWK einen ersten Meilenstein an Olympischen Spielen, als er im 50-Kilometer-Langlauf auf den 10. Platz lief, gefolgt von Landsmann und Grenzwächter Heinz Gähler auf dem 14. Rang. Der bisher grösste Triumph in der Olympia-Historie des GWK gelang aber Selina Gasparin an den vergangenen Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi, als sie im Biathlon Einzelrennen über 15 Kilometer den sensationellen zweiten Rang erreichte und für die Schweiz Silber holte.
Zielgerichtete Spitzensportförderung
Ursprünglich lieferten die Skibegeisterung einiger Grenzwächter und der damals enge Bezug zu ihrer alltäglichen Arbeit den Anstoss zur Förderung des Leistungssports durch die EZV. Über die Jahrzehnte und vor allem in den letzten Jahren entwickelte sich die interne Sportförderung des GWK zu einer professionellen Spitzensportförderung. Ab der Saison 2005/06 liefen Grenzwächter des GWK im Weltcup wiederholt aufs Podest.
Seit 2011 ist das EZV-Modell auch Teil des Gesamtkonzepts der Spitzensportförderung des Bundes. Entsprechend werden die Sportler heute anhand der Vorgaben von Swiss Ski für die Olympia-Disziplinen Langlauf und Biathlon selektioniert und betreut. Die Silbermedaille von Selina Gasparin 2014 kann in diesem Zusammenhang auch als vorläufige Krönung der immer weiter professionalisierten Spitzensportförderung des GWK betrachtet werden. Die Teilnahme von neun Athletinnen und Athleten des GWK an den aktuellen Olympischen Spielen stellt einen Rekord dar.
Beruf und Spitzensport unter einem Dach
Neben einem individuell abgestimmten Training absolvieren die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler während ihrer Sportlerkarriere beim GWK auch die berufliche Grundausbildung zum Grenzwächter oder zur Grenzwächterin beziehungsweise zum Zollfachmann oder zur Zollfachfrau und schliessen diese mit der eidgenössischen Berufsprüfung ab. Somit sind sie imstande, ihren Beruf trotz Spitzensport-Karriere vorzeitig zu erlernen. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Während dieser Zeit können sich die angehenden Grenzwächterinnen und Grenzwächter aber nicht ausschliesslich auf den Sport konzentrieren, sondern müssen auch zahlreiche schulische Leistungsnachweise erbringen.
Erst nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung können sich die Athletinnen und Athleten dann fast ausschliesslich dem Sport widmen. Sie tun dies als Angestellte der EZV, welche so offiziell an Sportwettkämpfen repräsentiert wird. Nicht weniger als 24 derzeitige Angestellte der EZV waren früher als Spitzensportlerinnen und Spitzensportler beim GWK in den Dienst eingetreten. Der klassische Berufsalltag des Grenzwächters hielt aber erst nach der Spitzensportkarriere Einzug.
Was dürfen wir in Pyeongchang erwarten?
Schon am 10. Februar geht es los mit einem Highlight. Die Frauen starten zum Biathlon-Sprint über 7,5 Kilometer. Dabei zählt insbesondere Selina Gasparin zu den Hoffnungsträgerinnen aus Schweizer Sicht. Am 13. Februar starten dann im Langlauf die Männer und Frauen zum Sprint. Bei den Männern werden die Grenzwächter Erwan Käser und Ueli Schnider dabei sein. Und am 22. und 23. Februar finden die Biathlon-Staffelrennen der Frauen beziehungsweise der Männer statt. An beiden Wettkämpfen sind die Ambitionen hoch, denn die Ränge 5 und 8 der Frauen in der laufenden Weltcupsaison machen deutlich, dass mit den Schweizerinnen gerechnet werden darf.
Letzte Änderung 14.02.2018