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Sicher ist Ihnen bekannt, dass Nummern, die mit 0900, 0901 oder 0906 beginnen, mehr kosten, als wenn Sie eine Festnetznummer oder eine 084-x-Nummer anrufen. Zur Erinnerung: Der Lokaltarif für das Schweizer Festnetz beträgt CHF 0.08/Minute. 0800-er Nummern sind für den Anrufer kostenlos.
Sogenannte Mehrwertdienstnummern, d.h. Telefonnummern mit 0900, 0901 oder 0906, bieten eine Dienstleistung an, so z.B. Astrologie (Horoskope), Wettbewerbe, Unterhaltung für Erwachsene, technischen Support (Hotlines/Helpdesk) sowie sonstige Auskunftsdienste. Der Betrag für eine solche gebührenpflichtige 090X-Nummer kann pro Minute, pro Anruf oder für eine Kombination aus beiden verrechnet werden: Der Anrufer bezahlt diese Dienstleistung dann ganz einfach über seine Telefonrechnung.
Für diese erheblich teureren Nummern gelten jedoch gesetzliche Preisobergrenzen, die eingehalten werden müssen: Ein Anruf darf nicht mehr als CHF 10.-/Minute, CHF 100.- pro Anruf und höchstens CHF 400.- pro Verbindung kosten.
Auch für die Bekanntgabe des Preises für die Mehrwertnummern 0900, 0901 und 0906 gibt es bestimmte Vorschriften. Jedes Mal, wenn eine 090X-Nummer mitgeteilt wird, gelten die folgenden 3 Hauptregeln:
Mündliche Preisbekanntgabe
– Beispielsweise im Radio oder im Fernsehen: Der Preis muss klar und deutlich in der Sprache der angebotenen Dienstleitung angegeben werden.
Schriftliche Preisbekanntgabe
– In einer Werbung oder Kleinanzeige muss der Preis mindestens in derselben Grösse, Farbe und Schrift wie die beworbene Nummer angegeben werden. Dazu muss er gut sichtbar, deutlich lesbar und in unmittelbarer Nähe der Nummer erscheinen.
Mündliche oder schriftliche Preisbekanntgabe
– Die Kennziffer (die ersten vier Ziffern: 090x) muss zusammenhängend und deutlich getrennt von der restlichen Nummer angegeben werden (z.B.: 0900 275 511).
Übersteigt der Preis pro Minute oder Anruf CHF 2.-, muss er unmissverständlich und in der Sprache der angebotenen Dienstleistung angekündigt werden, sobald die Verbindung hergestellt wurde (Die Preisansage erfolgt durch SmartPhone). Bei einem Minutenpreis über CHF 5.- oder über CHF 10.- pro Anruf muss der Anrufer ausdrücklich bestätigen, dass er das Angebot annimmt (z.B. durch Drücken einer Taste auf seinem Telefon oder per SMS).
Achtung: Es ist untersagt, im Zusammenhang mit einer 0900-0901-0906-er Mehrwertdienstnummer von „gratis“ oder „kostenlos“ zu sprechen! Eine Mehrwertdienstnummer ist immer kostenpflichtig.
Bei Smartphone-Apps, die auf eine Mehrwertdienstnummer verweisen, ist es verboten, dass diese Mehrwertdienstnummer automatisch angewählt wird (d.h. indem der Anruf ohne Eingabe der Rufnummer, sondern nur durch Anklicken erfolgt). Es muss ein Fenster zur Bestätigung erscheinen, wo der Anrufer ausdrücklich sein Einverständnis erklärt.
Es sei ebenfalls daran erinnert, dass die Benutzung von 0906-Nummern für Erwachsenunterhaltung (Angebote erotischen oder pornografischen Inhalts) für Personen unter 16 Jahren untersagt ist: Die Anbieter müssen den Zugang für diese Personen sperren.
Fazit: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie eine 090X-Nummer wählen, sei es im Hinblick auf die Gesprächskosten oder auch die angebotene Dienstleistung. Gibt man als erste Ziffern 090x ein, muss man sich bewusst sein, dass man eine gebührenpflichtige Nummer wählt.
Auch wenn es selten vorkommt und nur wenige 090X-Mehrwertdienstnummern betrifft, so sind auf dem europäischen Markt doch die folgenden Tricks bekannt, mit denen Betrüger arbeiten:
– Sie sehen, dass Sie auf Ihrem Festnetz oder Handy von einer Premium Rate Nummer (Mehrwertdienstnummer!) angerufen wurden? Rufen Sie auf keinen Fall zurück! Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine betrügerische Absicht dahintersteckt.
– Ein Freund kontaktiert Sie über Facebook und bittet Sie, eine gebührenpflichtige 0900-0901-0906-er Nummer anzurufen, um ihm zu helfen (z.B. um sein Mobiltelefon zu entsperren oder aus irgendeinem anderen Grund). Unternehmen Sie nichts, wenn Sie nicht ganz sicher sind, dass diese Geschichte wirklich stimmt und warnen Sie die betroffene Person unverzüglich. Wahrscheinlich wurde sein Facebook-Konto gehackt.
– Die Post benutzt keine Businessnummern: Ihre Kunden müssen keine gebührenpflichtige Nummer zur Auslieferung ihrer Pakete anrufen. Also Vorsicht! Falls Sie eine Nachricht bekommen, die Sie auffordert, eine 090X-Nummer anzurufen, um Ihr Paket zu erhalten, leisten Sie dieser Aufforderung keine Folge und informieren Sie sich direkt bei der Post.
– Sie haben eine Reise gewonnen? Sie sollen eine 0900x-Nummer anrufen, um Fragen zu beantworten und/oder eine Reservierung zu bestätigen? Schön wär’s! Nach wenigen Gesprächsminuten verstehen Sie sofort, dass Sie nichts anderes als eine gesalzene Telefonrechnung erwartet.
– Sie erhalten einen Anruf oder eine Nachricht, dass Sie irgendeine Beratung über eine Mehrwertdienstnummer gewonnen haben, die aber kostenlos sein wird, wenn Sie einen Rabattcode eingeben. Absolut unmöglich! 0900-0901-0906-Mehwertdienstnummern sind immer kostenpflichtig, das sagt schon ihr Name!
– Sie bekommen einen Anruf oder eine Nachricht, um über eine 090X-Nummer kostenlos an einem Wettbewerb teilzunehmen? Oder man bietet Ihnen eine kostenlose Astrologie-Beratung an? Auch hier gilt: Eine solche Nummer ist nun mal nicht kostenlos – per definitionem!
– Man schlägt Ihnen vor, z.B. die Nummer 09 01 04 2x xx zurückzurufen (Bestätigung einer Reservierung, Hilfsdienst usw.). Achtung: In diesem Fall steckt immer eine kostenpflichtige Nummer dahinter! In Wirklichkeit handelt es sich um die Nummer 0901 042 xxx!
Dienstleistungen, die über Mehrwertnummern angeboten werden, müssen die Schweizer Rechtsvorschriften für Geschäftsbeziehungen einhalten werden, insbesondere das Bundesgesetz über unlauteren Wettbewerb sowie das Vertrags- oder Strafrechtrecht.
Bei einem Verstoss gegen diese Regeln und das Fernmeldegesetz kann das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) 090X-Nummern innerhalb von 3 Werktagen ausser Betrieb setzen und ein Widerrufsverfahren einleiten.
Als spezialisierter Provider für Mehrwertdienste informiert SmartPhone seine Kunden darüber, was es zu beachten gilt (Vorschriften und geltende Gesetze) und achtet darauf, dass die Konsumenten bei der Benutzung dieser Art von Dienstleistungen nicht getäuscht werden.