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Lieber Herr Raeber,
01 Für Ihren Brief vom 17. November vielen Dank. Auch für die Gedichte STRASSE, SOMMERBAUM, KIESEL, STRASSENBAHNWAGEN, SOMMER, die Sie dem Brief beifügten. Ich bin mir noch nicht ganz klar darüber, ob ich sie alle werde einfügen können, evtl. das eine oder andere der früheren dagegen austauschen. Was meinen Sie? Es wären im ganzen, wenn ich sie alle hinzunehme, jetzt 55 Gedichte. Es waren vorher 50, nicht 51 – es war ein längeres darunter, sodaß unser Hersteller beim Kalkulieren die Fortsetzungsseite als ein Extragedicht gerechnet hatte.
02 Ich finde es verständlich, daß Sie dem Gedichtband einen festeren Einband wünschen. Eine richtige Buchhülle allerdings halte ich nicht für angebracht. Bei den letzten Gedichten von Frau Kaschnitz DEIN SCHWEIGEN MEINE STIMME hatten wir eine Cellophanhüllte umgelegt, die sich aber in der Praxis als nicht sehr haltbar und vorteilhaft erwiesen hat. Ich denke, man sollte einen festen Umschlag mit einer guten Schriftlösung machen.
03 Zum Titel: "Flussufer" finde ich weit besser als "Stromrand". Die Bewegung, das Strömende ist bedeutend sinnfälliger in "Ufer" festgehalten als in "Rand"; bei "Rand" habe ich die Vorstellung von etwas Starrem, Totem und merkwürdigerweise Rundem, jedenfalls etwas nicht Strömendem.
04 Einen Vertrag über die Gedichte lasse ich aufsetzen. Falls er heute nicht rechtzeitig zum Postabgang fertig wird […], folgt er Anfang nächster Woche.
Mit herzlichen Grüssen
Ihre
CLAASSEN VERLAG
G.M.B.H
Dr. Hilde Claassen