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«Da Ponte in New York», so heisst die Oper, die am Donnerstagabend Premiere hat und gleichzeitig uraufgeführt wird. Die Idee dazu stammt von Georg Darvas, seines Zeichens Co-Leiter des Theaters Dornach.
SRF: Georg Darvas, wie haben Sie neben Ihrer Tätigkeit als Co-Leiter des Theaters die Zeit gefunden, selber eine Oper zu schreiben?
Ich habe sie nicht ganz alleine geschrieben. Die Idee kam von mir, danach habe ich aber ein Team zusammengestellt, welches mir geholfen hat, aus der Idee eine bühnenfertige Produktion zu machen über Lorenzo Da Ponte.
Um was geht es in der Oper?
Lorenzo Da Ponte war ein italienischer Dichter und Librettist, der in Wien die italienischen Truppen geleitet hatte für den Kaiserhof. Dort traf er auf Wolfang Amadeus Mozart. Die beiden arbeiteten rund zwei Jahren zusammen. In dieser Zeit entstanden drei der besten Opern: «Hochzeit des Figaro», «Don Giovanni» und «Cosi fan tutte». Während Mozart aber bekanntlich 1791 starb, wurde Da Ponte beinahe 90 Jahre alt. 1838 starb er in New York. Die schillernde Figur des Lorenzo Da Ponte interessiert mich sehr, auch seine Beziehung zu Mozart. Deshalb habe ich mich entschieden, darüber eine Oper zu schreiben.
Ein grosser Aufwand – weshalb haben Sie ihn betrieben?
Die Eröffnung des Neubaus ist der Grund. Für uns ist das eine grosse Sache, ein Quantensprung. Der grosse Saal bietet doppelt so viele Plätze als früher, die Bühne ist grösser, es hat mehr Technik. Deshalb haben wir uns gesagt, wir machen auch etwas Grosses für das Publikum zur Eröffnung. Und weil da Ponte die erste amerikanische Oper eröffnet hat, 1831 war das in New York, fanden wir, dass dieses Thema gut passt.
Wie kann das Theater in Dornach, das kein riesiges Theaterhaus mit vielen grossen Eigenproduktionen ist, die Qualität gewährleisten?
Produktionen in dieser Grösse machen wir maximal einmal pro Jahr. Ich habe das Glück, dass mir prominente Sänger und Musiker zugesagt haben. Das funktioniert über Netzwerke und Freundschaft. Es ist toll, dass sie alle mitmachen. Ob das auch in Zukunft glückt, ist eine finanzielle Frage.
Haben Sie einen Freundschaftspreis mit diesen Künstlern ausgehandelt?
Ich frage nicht, welche Gage man ihnen sonst bezahlt. Ich habe ihnen ein Angebot gemacht, sie haben es angenommen. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Gage mickrig ist. Es ist aber alles andere als selbstverständlich, dass die Künstler uns zugesagt haben. Denn in der Karriereentwicklung eines Künstlers ist ein kleines Haus wie unseres nicht so wichtig. Zu uns kommen seit jeher viele prominente Künstler, weil wir ein Hotspot sind für verrückte Ideen.
(Das Gespräch führte Wilma Hahn)
Theater Dornach
2011 hatte das Theater im ehemaligen Dorfkino der neuen Bahnhofsüberbauung weichen müssen. Vier Jahre lang befand es sich in einem Provisorium in Arlesheim. Der Theatersaal im Neubau beim Bahnhof Dornach hat 200 Plätze – doppelt so viele wie im alten Gebäude. Neu tritt das Theater unter dem Namen neuestheater.ch auf.