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Was die praktische Bedeutung der einzelnen geologischen Vorkommen betrifft, so zeigt sich, daß das Auftreten des Goldes im
ursprünglichen Muttergestein (wie am Ural) zu geringfügig ist, um überhaupt Berücksichtigung zu finden. Von gangartigem
Vorkommen sind durch bedeutenden Ertrag wichtig:
Die
dritte Abteilung endlich, das Goldvorkommen im Schwemmland, welches in Seifenwerken oder in hydraulischen
Bauten ausgebeutet wird, erreicht seine größte Bedeutung in Amerika,
[* 16] Rußland und Australien. Es gehören dazu:
so daß mit Hinzurechnung eines zweifelhaften brasilischen Gebiets von ca.
5 Mill. Mk.
die beiläufige Summe der jährlichen Goldproduktion (nach 8-10jährigem Durchschnitt) beträgt
467 Mill. Mk.
In dieser Übersicht fällt die überwiegende Bedeutung auf, welche der Ertrag des Schwemmlandes gegenüber
dem Bergbau
[* 17] einnimmt, obgleich die heutigen Ziffern infolge der außerordentlichen Erträgnisse des Comstock und der augenblicklichen
Vernachlässigung des Schwemmlandes dem Bergbau günstiger sind, als je der Fall war. Berechnet man die Bedeutung der einzelnen
Gruppen von Lagerstätten für den Durchschnitt des ganzen Zeitraums seit 1848 nach der Höhe der Anteile
an der ganzen Goldproduktion (13,443 Mill. Mk.), so zeigt sich, daß das Vorkommen des Gangbergbaues
nur 12,02 Proz., dagegen jenes des Schwemmlandes 87,98
Proz. beigetragen hat. Es ist daher mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß auch die Zukunft
sowie die Vergangenheit der Produktion meist auf dem Schwemmland beruht.
b) Asien.
[* 33] Der größte Goldreichtum findet sich im Schwemmland des Urals, und nur geringe Quantitäten Gold werden aus goldhaltigen
Silbererzen ausgeschieden. Die Gruben Rußlands liegen nur zu einem kleinen Teil auf dem europäischen
Abhang des Urals; der ganze Rest verteilt sich auf die Ländereien, welche sich vom östlichen Ural bis an die Ostgrenze Sibiriens
und bis ins Amurland ziehen. Der Schwerpunkt
[* 34] der Produktion wird immer mehr nach Osten gerückt, und insbesondere wurden in der
letzten Zeit große Anstrengungen gemacht, um die goldführenden Lager
[* 35] des Amurgebiets in umfassenderm
Maß in Angriff zu nehmen.
Von den übrigen Staaten mit Goldvorkommen ist Oregon seit 1863 nicht unwichtig; Arizona, New Mexico, Washington,
[* 42] Utah und Wyoming
treten dagegen an Bedeutung hinter jenes weit zurück. Seit 1871 begann die Bedeutung Nevadas für die Goldproduktion dadurch
so groß zu werden, daß das Feingold aus dem Silberbullion ausgeschieden wird. Hier aber ist es wieder
der erwähnte berühmte Comstockgang, welcher den größten bisher je bekannten Reichtum an edlen Erzenin sich birgt.
Davis wird das Goldchlorid der Chlorlauge durch Holzkohle zersetzt. Zur Fällung des Goldes bringt man gepulverte Holzkohle auf
ein Quarzfilter, welches den Boden eines Fasses bedeckt; die goldhaltige Lauge läßt man nacheinander durch zwei derartige
Filter in solcher Menge laufen, daß stündlich etwa 100 Lit. filtrieren. Zur Fällung von 19,25 Teilen Gold sollen 240 T.
Holzkohle genügen. - Die gesamte Goldproduktion Kaliforniens belief sich in den 50er Jahren meist auf jährlich 200 Mill. Mk.,
Anfang der 60er Jahre sank sie rasch auf 100 Mill. Mk. und in neuerer Zeit auf 50 Mill. Mk. Ursprünglich wurde fast alles
in den Waschen gewonnen; die Produktion der 70er Jahre bestand etwa zur Hälfte aus gewaschenem Gold und
zur Hälfte aus Gold, welches aus dem bergmännisch gewonnenen, goldhaltigen Quarze erzeugt wurde. Die kalifornischen Wäschen
sind mit Rücksicht auf die eingetretene Versandung der Ebene seit 1884 infolge oberstgerichtlicher Entscheidung eingestellt.
Anfangs brachte Kalifornien jährlich pro Kopf der Bevölkerung
[* 53] über 2000 Mk. Gold auf den Markt, Ende der
70er Jahre nur noch 100 Mk., und jetzt dürfte kaum noch der dritte Teil dieses Betrags erzeugt werden. Sibirien liefert jährlich
etwa 25,000 kg Gold.
(lat. aurum, frz. or, engl.
gold). Dieses allbekannte und allgesuchte metallische Element bildet nicht nur einen der wichtigsten
Hebel des Gewerbfleißes und Handels, sondern selbst eine starke welthistorische Triebfeder, die auf die Unternehmungen und
Schicksale ganzer Völker, auf Entdeckung, Eroberung und Besiedelung so mancher Länder entscheidenden Einfluß geübt
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mehr
hat und noch übt. Zu allen Zeiten war das Gold das höchst gewertete unter den in den Verkehr kommenden Metallen und nächst
ihm in der Wertskala stand und steht das Silber. Abgesehen von der höheren Schönheit des Goldes, seiner Widerstandsfähigkeit
gegen vielerlei Einwirkungen etc., bleibt seine Seltenheit immer der Hauptfaktor
zur Wertbestimmung. Trotz des häufigen spurenweisen Vorkommens des Metalls sind die Ertrag gebenden Goldregionen bei weitem
in der Minderzahl gegen die des Silbers; die natürlichen Vorräte beider scheinen sich auch annähernd umgekehrt zu verhalten
wie ihre Preise. Das gegenseitige Wertverhältnis von Silber und G. hat seit mehreren hundert Jahren nur
zwischen 1:14 und 1:16 geschwankt und im Durchschnitt bis vor wenig Jahren 1:15 betragen, so daß man für 1 kg reines G. 15 kg
Silber kaufen konnte. Durch Einführung der Goldwährung in einigen Ländern, namentlich in Deutschland und durch die
überreichen Silberfunde in Nevada hatte sich das Verhältnis eine Zeitlang (1876)
auf 1:17½ gestellt. - Das G. kommt infolge seiner sehr geringen Verwandtschaft zu Sauerstoff und Schwefel in der Natur auch
nur gediegen, doch aber fast nie als ganz reines Feingold, sondern gewöhnlich mit kleinen Anteilen Silber vermengt vor, wie
denn umgekehrt auch das Silber in der Regel eine Wenigkeit G. mit sich führt;
auch enthält das natürliche
G. zuweilen kleine Mengen andrer Metalle, so z. B. das G. vom Ural etwa 2%, solches aus Chile
4% fremde Metalle, nämlich Silber, Kupfer und Eisen. Das kalifornische G. ist etwas iridiumhaltig und hat dadurch einen grünlichen
Schimmer;
in andren Fällen ist es oft sehr silberhaltig;
die dortigen Felsengebirge führen auf der
Westseite G., auf der Ostseite Silber, und wo beide in einander übergehen, können natürliche Legierungen vorkommen, in denen
beide Metalle zu gleichen Teilen vertreten sind.
Enthält das G. über 20% Silber, so betrachtet man es als besondre Mineralspezies
und nennt es Electrum. Palladiumhaltiges Golderz nennen die Bergleute faules G., die Mineralogen Porpezit.
Das australische Metall, namentlich das in größeren Stücken gefundene, ist im allgemeinen sehr rein und ergibt zuweilen
99½% Feingehalt. Die Weichheit des Metalls und daherrührende leichte Teilbarkeit hat auf das Vorkommen desselben den größten
Einfluß. So findet es sich in manchen Gebirgsarten und Erzen so fein eingesprengt, daß es mit freiem
Auge nicht zu erkennen ist.
Schwefelkiese (Schwefeleisen) enthalten häufig etwas G. und heißen dann Goldkiese, ebenso kommt es im Kupfer- und Arsenikkies,
in der Zinkblende, im Grauspießglanzerz, in Bleierzen vor. In früheren Zeiten waren die russischen Kupfermünzen so
goldhaltig, daß es sich der Mühe lohnte sie außer Landes zu führen und das Gold herauszuziehen. Ältere Silbermünzen
werden noch fortwährend massenhaft aufgelöst um ihres Goldgehaltes willen. In Siebenbürgen und in Südamerika finden sich
auch goldreiche Tellursilbererze. In Felsarten wie Quarz, Gneiß, Glimmer- und Talkschiefer, Grünstein, zuweilen auch in
Serpentinen und Graniten steckt es entweder ebenso
mikroskopisch verlarvt oder es erscheint als „Freigold“
sicht- und greifbar als Schüppchen, Blätter, Bleche, haar- oder moosartig, ferner kristallisiert als Würfel, Oktaeder etc.,
oft schlackenförmig, wie geflossen oder getropft, in seltneren Fällen in größeren Massen als Ausfüllung von Klüften
und Rissen.
Die größte Verbreitung hat aber das in seiner Versetzung auf die zweite Stelle, im Schwemmland, wo
mächtige Naturgewalten die ehemaligen goldführenden Gebirge zertrümmert, pulverisiert, in Sand und Geröll verwandelt
haben oder wo eine langsame Zersetzung im Laufe der Zeiten dieselbe Wirkung hervorbrachte. Hier also hat die Natur dem Menschen
schon bedeutend vorgearbeitet, denn die Gewinnung dieses sog. Waschgoldes
durch Schlämmarbeit und allenfalls Amalgamation ist mit viel weniger Schwierigkeiten verbunden als das Ausbringen von Berggold
unter Brechen und Zermahlen der ganzen Felsmassen.
Gleichwohl hat man sich selbst in dem reichen Kalifornien schon länger zu dieser letzteren Art des Betriebes entschließen
müssen, da das oberflächliche Waschen zu wenig ergiebig geworden. Angeschwemmte Schichten und Lager
von Bergabfällen erschöpfen sich natürlich bald, und das Tiefergraben ist vergebens. Auch in Australien wird schon viel
bergmännisch gearbeitet. Bei dem oberflächlichen Abbau hat sich gefunden, daß das Einschlagen nur dann von gutem Erfolg
ist, wenn in der Tiefe ein ehemaliger Wasserlauf getroffen wird. In der mutmaßlichen Verlängerung solcher
alter Rinnsale etablieren sich dann bald viele Goldgräber.
Kalifornien und Australien sind bekanntlich jetzt die beiden hauptsächlichsten Goldquellen. Zunächst jenen beiden Ländern
stehen die russischen Goldwäschereien am Ural und im östlichen Sibirien, wo sich das Metall in Begleitung von Platin, Iridium,
Palladium etc. im Sande findet. Die letztere Gegend ist die neuere und ertragreichere; die
uralischen Wäschereien werfen nicht viel mehr ab. Der gesamte russische Jahresertrag wird auf circa 25000 kg angeschlagen;
die Gewinnung ist ein mühsames Auswaschen aus kolossalen Sandmassen. Im höheren Norden der amerikanischen Westküste (Fraserfluß),
dann auch diesseits, in Neuschottland, Kanada, hat man je nach Laune des Glücks viel oder wenig oder
gar kein G. gefunden.
Später wurde Neuseeland heimgesucht, und die unwirtliche kaum bewohnte südliche Hauptinsel dieser Gruppe wird jetzt von
Goldgräbern durchwühlt und durchzogen. Hier ist besonders das Wasser deren Widersacher; die häufigen Regen machen durch
Anschwellen der Bergwässer die besten Waschplätze wochen- und monatelang unzugänglich. Unter den länger bekannten Goldländern
war einmal Brasilien das ertragreichste; gegenwärtig hat sich die Ausbeute durch politische und soziale Verhältnisse sehr
abgemindert und dürfte von Chile übertroffen werden, wo die Wäscherei fleißig betrieben wird. Der chilesische Sand ist
doppelt so reich an G. als der sibirische. Afrika ist von Alters her als Goldland bekannt und liefert
auch jetzt noch einen nicht zu verachtenden Beitrag. Es gibt dort keine von
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mehr
Weißen betriebenen Werke, sondern das Metall kommt als Staub in Beutelchen oder Federkielen, oder zu Ringen u.
dgl. verarbeitet an die Küsten. Europa ist, mit Ausnahme Österreichs, an G. ganz
verarmt und es klingt uns wie Fabel, daß früher an vielen Orten am Fichtelgebirge, Thüringerwald, in Schlesien, Böhmen
G. gewaschen worden. Noch heute wäre dies nicht unmöglich, aber es lohnt nicht mehr. In der Gegend
von Goldberg und Löwenberg ziehen sich goldführende Sandlager auf mehrere Quadratmeilen unter der Ackerkrume hin, nur ist
des Goldes zu wenig oder des Sandes zu viel.
Nicht viel besser steht es mit unsern goldführenden Flüssen. Der Rhein in seinem oberen Laufe, die
Donau und ihre größeren Zuflüsse führen in ihrem Sande, das im ersteren Flusse ein 13 Milliontel des Sandes betragen
soll. Das Ausbringen eines so winzigen Bruchteils wirft immer nur einen gewöhnlichen Taglöhnerverdienst ab, daher sich
auch nur ganz wenig Leute, am meisten wohl noch Zigeuner in Siebenbürgen und Ungarn, auf dieses ohnehin
nur im Sommer zu betreibende Geschäft verlegen. Doch wird auch auf bergmännische Weise in Österreich neben Silber etc.
G. gewonnen, wovon Siebenbürgen und nächstdem Ungarn das Meiste liefern, während auch einiges aus Salzburg und Tirol hinzukommt.
Deutschland selbst erntet G. nur als kleinen Nebengewinn bei Verhüttung von schwefligen Kupfer-, Blei-
und Arsenikerzen so namentlich in Schlesien, im Erzgebirge und im Harze. - Die Goldproduktion der verschiednen Länder der
Erde wird, soweit sie überhaupt bekannt ist, für die letzte Zeit auf jährlich 568000000 Mk.
angegeben, hiervon entfallen auf
Millionen Mk.
Australien (Festland)
190
Neuseeland und andre Inseln
40
Brittisch Kolumbien
4,8
Neuschottland und Kanada
0,8
Vereinigte Staaten
180
Mexiko
4,4
Kolumbien und Venezuela
12,6
Französisch Guyana
9,8
Brasilien
5,6
Russisches Reich
104
Ungarn
4
Afrika
8
Andre Länder
4
Summa
568 Mill. Mk.
Die Goldproduktion im Deutschen Reiche wird für 1880 auf 1179383 Mk. angegeben;
leider sind hierbei noch einige Werke mit ihren Angaben im Rückstand. - In seltenen Fällen wird das in beträchtlichen
soliden Klumpen gefunden; der größte australische wog 74 kg. Das meiste ist Waschgold in kleinen
und kleinsten Partikeln. Wenn dieses im rohen Zustande in den Verkehr kommt, ist es noch sehr unrein
und sein Wert zweifelhaft. Meistens wird daher der durch das Waschen erhaltene Bodensatz bald amalgamiert, d. h.
mit Quecksilber vermischt, welches das G. aus den fremden Substanzen aufnimmt.
Durch Abdestillieren des Quecksilbers in eisernen Retorten erhält man dann das Quecksilber wieder, während das G. zurückbleibt.
Ebenso
verfährt man mit gemahlenem goldhaltigen Gestein und es gereichte der kalifornischen Goldgewinnung zum großen Aufschwunge,
als das dazu nötige Quecksilber unverhofft in der Nähe gefunden wurde und nicht mehr aus Spanien geholt zu werden brauchte.
Goldhaltige Schwefelkiese werden ebenfalls meistens gepocht, gemahlen und amalgamiert, zuweilen auch das G. durch
Chlorwasser ausgezogen.
Aus Blei- und Kupfererzen endlich, wenn sie neben Silber etwas G. enthalten, arbeitet man nur auf das erstere und erhält dadurch
eine Legierung von beiden, die dann durch die Scheidungsarbeit getrennt wird. Alles hüttenmännisch aus den Erzen andrer
Metalle gewonnene G. kommt in der Regel wegen des mühsamen Ausbringens sehr teuer zu stehen, zumal da
es neben dem gewöhnlichen Silbergehalt auch noch etwas Antimon, Zinn und Blei enthalten kann, von denen es befreit werden muß,
da schon 1/2000 dieser unedlen Metalle hinreicht, die Dehnbarkeit des Goldes stark zu beeinträchtigen.
Man schmilzt daher das G. mit Borax und Salpeter, wodurch die fremden Metalle (Silber ausgenommen) oxydiert
werden und mit den Salzen eine obenschwimmende Schlacke bilden. Das Silber muß dann in den meisten Fällen auch noch abgeschieden
werden, wozu man sich früher der Salpetersäure, jetzt der Schwefelsäure in nachstehender Art bedient. Die in neurer Zeit
entstandenen Scheide- oder Affinieranstalten, deren es in Paris, Hamburg, Frankfurt a. M.,
München, Wien, Petersburg gibt, zerlegen alte Silbermünzen und Geräte in Silber, Kupfer und G., und liefern somit einen
dauernden kleinen Beitrag zur Vermehrung des letzteren.
Das goldhaltige Silber wird erst geschmolzen und durch Eingießen in kaltes Wasser gekörnt, dann in gußeisernen oder Platinkesseln
durch heiße Schwefelsäure gelöst, wobei die entstehenden Dämpfe von schwefliger Säure gleich wieder in Bleikammern geleitet
und in Schwefelsäure zurückverwandelt werden. Die Säure löst das Silber und das demselben immer zugesetzte Kupfer auf, während
das G. als braunes Pulver übrig bleibt. Das so erhaltene Scheidegold ist wegen eines Rückhalts an Silber
und eines häufig vorkommenden kleinen Platinagehalts noch einer besondren Reinigung zu unterwerfen. In die Lösung von Silber
und Kupfer werden Kupferplatten gestellt, welche alles Silber als weiße schwammige Metallmasse ausfällen und dafür Kupfer
abgeben, sodaß schließlich die Lösung nur noch aus schwefelsaurem Kupferoxyd, also Kupfervitriol besteht, welcher kristallisiert
eine sehr reine, leicht absetzbare Ware bildet.
Auch das gefällte Silber ist so rein, daß es größtenteils auf Höllenstein für die Photographie verarbeitet wird. Diese
Scheidungsmethode ist auch dann noch mit Vorteil anwendbar, wenn die Goldausbeute nur 1/10% beträgt. Ein andres, in neurer
Zeit aufgekommenes Affinierverfahren zur Scheidung von G. und Silber besteht darin, daß man in die geschmolzne
Metallmischung Chlorgas leitet (mittels eines Thonrohres). Das geschmolzne Silber verbindet sich mit dem Chlor zu Chlorsilber,
während das G.
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[* 2] (lat. aurum), chem. Zeichen Au, Atomgewicht 196,2. I. Eigenschaften. Gold, das edelste und am höchsten geschätzte
Metall, besitzt im kompakten, geschmolzenen Zustande eine ihm eigentümliche gelbe Farbe, die danach «goldgelb» genannt wird;
im feinverteilten Zustande, wie es durch chem. Agentien aus den Lösungen
seiner Salze abgeschieden
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mehr
wird, bildet es ein braunes mattes Pulver, das bei feinster Verteilung das Licht
[* 57] mit blauer Farbe durchfallen läßt. Kompakt
ist es von schönem, hohem Glanz; gleichen Glanz nimmt das Pulver beim Reiben und Polieren an, wobei zugleich die braune Farbe
verschwindet. In chem. Reinheit erhält man das Gold durch Auflösen
von Münzgold in Königswasser, wobei Chlorsilber unlöslich zurückbleibt, und Einträufeln der geklärten Goldchloridlösung
in eine stark verdünnte saure Lösung von Eisenvitriol.
Sind die Lösungen genügend verdünnt, so bewirken die ersten Tropfen der einfallenden Goldlösung eine intensiv blaue Färbung
der Flüssigkeit; bei weiterm Zusatz entsteht der braune Niederschlag von fein verteiltem, in mikroskopischen
Oktaedern und Würfeln krystallisiertem Metall, der sich nur langsam zu Boden senkt. Bei größerer Konzentration fällt der
Niederschlag weniger verteilt und kompakter aus. Der von der Flüssigkeit getrennte Niederschlag wird mit salzsäurehaltigem
Wasser gewaschen und entweder in dieser Form unmittelbar verwandt, oder, mit Natriumbisulfat gemengt, im Porzellantiegel
eingeschmolzen.
Das spec. Gewicht des geschmolzenen Gold beträgt 19,27, durch Hämmern kann es auf 19,3 bis 19,65 erhöht werden;
das gefällte hat ein spec. Gewicht von 19,55 bis 20,7. Im reinen Zustande ist Gold weicher als Silber, aber härter als Zinn.
Wegen seiner hohen Weichheit und wegen der damit in Verbindung stehenden leichten Abnutzbarkeit wird Gold nie
im reinen Zustande zu Gebrauchsgegenständen verarbeitet, sondern stets in Legierungen mit Silber oder Kupfer (s. Goldlegierungen),
die eine bedeutend größere Widerstandsfähigkeit besitzen. Es ist das dehnbarste aller Metalle; es läßt sich als Blattgold
(s. d.) zu zusammenhängenden Tafeln von 0,00011 mmDicke, die das Licht mit blauer Farbe durchfallen lassen,
ausschlagen.
Eine Beimischung von unedeln Metallen verringert die Dehnbarkeit und Geschmeidigkeit sehr; so genügt ein Gehalt von 1/1900
Blei, Wismut, Antimon oder Arsen, um das Gold brüchig und für Münzzwecke ungeeignet zu machen; am wenigsten nachteilig wirken
in dieser Beziehung Kupfer und namentlich Silber. Gold gehört nächst dem Silber zu den besten Leitern der
Elektricität und der Wärme.
[* 58] Beim Erwärmen von 0 bis 100° dehnt es sich um 0,001466 seiner Länge aus; seine specifische Wärme
beträgt 0,03244. Es schmilzt bei 1240° C. zu einer grünen Flüssigkeit, die sich beim Erstarren erheblich zusammenzieht,
wodurch das Gold zur Anfertigung von Gußwaren untauglich wird.
Beim Schmelzen findet Verdampfung in kaum bemerkbarem Grade statt; in der höchsten Temperatur, die man hervorbringen kann,
sowie beim Durchschlagen von starken elektrischen Strömen, auch bei lange andauernder starker Erhitzung, wie im Scharffeuer
der Porzellanöfen, kann es dagegen vollständig verflüchtigt werden. Gegen die meisten chem.
Agentien zeigt Gold große Widerstandsfähigkeit; es wird vom Sauerstoff nicht angegriffen und behält daher in feuchter
Luft seinen Metallglanz.
Gelöst wird es von Königswasser sowie von allen Chlor entwickelnden Mischungen, ebenso von freiem Brom; ferner durch Schmelzen
mit Alkalihydrat. II. Vorkommen. Das Gold findet sich in der Natur stets gediegen, und zwar in
regulären Krystallen (Oktaedern, Würfeln, Rhombendodekaedern, Ikositetraedern, Tetrakishexaedern), die oft einseitig verkürzt
oder verlängert,
auch bei einer Zwillingsbildung nach dem Oktaeder verzerrt sind, gewöhnlich aber in der Form von Blechen
und Plättchen, haarförmigen Drähten, Körnchen; sekundär als Goldstaub, Goldsand, in losen Körnern, Blecken und Klumpen.
Ganz chemisch reines Gold scheint nicht vorzukommen, indem die Analysen stets einen geringern oder größeren
Silbergehalt (1 bis fast zu 40 Proz.), auch eine spurenhafte Beimengung von Kupfer und Eisen nachgewiesen haben. Sein Auftreten
ist ein zwiefaches: es erscheint einerseits als Berggold auf ursprünglicher Lagerstätte, und zwar hier entweder eingewachsen
in Gängen und Lagern von Quarz, die namentlich an die alten krystallinischen Schiefer, das Silur und Devon
[* 59] gebunden sind, oder eingesprengt im Gebirgsgestein (z. B. in den ungar.-siebenbürg. Trachyten); andererseits findet es sich
als Waschgold oder Goldsand auf sekundärer Lagerstätte in jenen Flußanschwemmungen (Goldseifen) von Schutt und Sand, die
aus der Zertrümmerung früherer goldhaltiger Gebirge hervorgegangen sind (Ural, Altai, Kalifornien, Brasilien,
Australien, Neuseeland), auch im Sande fließender Gewässer (Donau, Rhein, Isar, Edder, Schwarza). Auch einige Mineralien, besonders
Eisenkies,
[* 60] Kupferkies und Brauneisenstein, sind ab und zu etwas goldhaltig. Der bei weitem größte Teil alles gewonnenen Gold ist
Waschgold, das seinen Namen davon hat, daß es durch Schlämmen (Waschen, Goldwäscherei) aus dem Sande
u. s. w. abgesondert wird.
III. Gewinnung. a. Technisches. Je nach dem Vorkommen des Gold und nach der Größe des Betriebskapitals kommen verschiedene Förderungsmethoden
in Betracht. Findet sich das Gold im Alluvium, im sog. Seifengebirge, gemischt mit Sand, Lehmu. dgl., so wird
bei reichlichem Vorkommen, allerdings unter erheblichem Metallverlust, eine einfache Waschung oder Schlämmung vorgenommen,
wobei das leichtere Gestein, Sand u. s. w. fortgewaschen wird, während das schwerere Gold zurückbleibt.
Der einfachste hierbei zu verwendende Apparat besteht aus einer flachen Schüssel, die mit dem goldführenden Material gefüllt,
in fließendem Wasser einer steten Drehung unterworfen wird, bei der die Sandkörner über den Rand hinweggespült
werden, während die Goldkörner sich am Boden ansammeln. Diesem Zwecke dient in Südamerika die Batea (s. Tafel: Goldgewinnung
II,
[* 56]
Fig. 2). Da wo sich mehrere an der Goldgewinnung beteiligen, hat man die rascher fördernde Wiege oder Cradle (Taf. II,
[* 56]
Fig. 7) benutzt, so in Kalifornien und Australien.
Sie besteht aus einem eisernen oder hölzernen Behälter, auf dessen Boden flache Querleisten befestigt sind. Der Behälter
wird auf zwei verschieden großen Walzen in schräger Richtung gelagert, oder an Stricken zwischen Bäumen schräg aufgehängt,
oder endlich auf gekrümmten Wiegenunterlagen befestigt. Das zu waschende Material wird auf ein am höchsten
Punkt befindliches Sieb gestürzt und, während der Apparat in schaukelnder Bewegung erhalten wird, mit Wasser übergossen.
Das Wasser führt den feinen Sand fort, während die Goldkörner von den Querleisten zurückgehalten werden; das Gold bleibt
hier mit gröbern Sandkörnern vermischt, ist dann aber so angereichert, daß es leicht durch Handscheidung
von fremden Körpern zu trennen ist. In der Sortiermaschine (Taf. II,
[* 56]
Fig. 5) kommt das goldführende Material
in einen Behälter, in
¶
mehr
dem sich, unter Zufluß von Wasser, eine rnit Zapfen
[* 62] besetzte Walze langsam dreht, wodurch ein Aufweichen und eine Zerteilung
von lehmigen Massen bewirkt wird. Der Schlamm fließt durch drei übereinander befindliche Siebe von zunehmender Feinheit und
endlich über eine mit Querleisten besetzte schiefe Ebene. Auf den Sieben verbleiben gröbere Goldkörner,
untermischt mit gröbern Sand- und Quarzkörnern; die Leisten der schiefen Ebene wirken auf gleiche Weise wie bei der Cradle.
Ein ähnlicher Apparat in großen Dimensionen (Taf. I,
[* 61]
Fig. 1) dient im Ural bei Alexandrowsk zur Anreicherung des Sandes.
Das Material bringt man durch einen seitlich angebrachten Rumpf in den spitzern Teil einer 2,5 m langen
konischen Trommel, die 30–40 Umdrehungen in der Minute macht, während gleichzeitig Wasser zugeleitet wird. Alles Feine wird
durch die 12 mm weiten Öffnungen der Trommel gespült, während das Grobe aus der weiten hintern Öffnung der Trommel herausgleitet
und nach dem Auslesen der mitunter darin vorkommenden groben Goldklumpen auf die Halde gestürzt wird.
Das Siebfeine fließt aus der Trommel in einen mit Querleisten besetzten geneigten Trog, in dessen einzelnen Abteilungen der
abgelagerte Sand durch pendelartig schwingende Rechen eine Bearbeitung erfährt, durch die das Abschlämmen begünstigt wird.
Ein solcher Apparat verwäscht in 10 Arbeitsstunden 200000 kg Sand, wobei in der Rinne 6000 kg angereicherter
Goldsand (grauer Schlich) verbleibt, der dann für sich von neuem auf mit Querleisten besetzten schiefen Ebenen weiter
verwaschen wird. Um der beschwerlichen und lästigen Arbeit des Grabens des Sandes überhoben zu sein, wendet man in Kalifornien
die hydraulische Abbaumethode an. Bei dieser wird ein starker Wasserstrahl aus einem etwa 30 m hoch gestellten
Reservoir mittels eines Spritzenschlauchs, mit einem Mundstück von 30–40 mm Weite, gegen die Grundlage der goldführenden
Sandschicht gerichtet, um sie zu untergraben.
Wenn der Einsturz erfolgt, so zerteilt das nachspritzende Wasser die Erde und führt sie als schlammige Masse in
lange Kanäle, in denen sich das Gold vermöge seines hohen Gewichts dicht an der Einflußstelle absetzt. Das Berggold
wird aus den Erzen, worin es stets nur zu geringem Anteil enthalten ist, mit dem Silber zugleich in Gestalt goldhaltigen (güldischen)
Silbers abgeschieden, wobei die zur Darstellung des Silbers üblichen Prozesse angewandt werden. Die schließliche
Arbeit ist dann die Trennung des Gold von den begleitenden Metallen, die Goldscheidung. Beim Berggolde muß dem Verwaschen eine
gründliche Zerkleinerung des Gesteins voraufgehen, die in Pochwerken (Taf. II,
[* 61]
Fig. 3), in Quetschwerken (Taf.
I,
[* 61]
Fig. 4) oder auf Kollermühlen (Taf. II,
[* 61]
Fig. 4)
ausgeführt wird. Bei besser eingerichteten Betrieben verbindet man die drei Arbeitsweisen derart miteinander,
daß das Gestein zuerst im Pochwerk zertrümmert wird, dann durch die immer feiner gestellten Walzen des Quetschwerks geht
und endlich in der Kollermühle fein gemahlen wird, worauf das Feine zur Verwaschung kommt.
Bei dem gewöhnlichen Waschverfahren sind Verluste an Gold nicht zu vermeiden, da die kleinsten Goldkörner
und -Flitter mit dem Wasserstrome fortgeführt werden, es kann unter Umständen hierdurch ein Verlust von 40 bis 50 Proz. der
Gesamtmenge des Gold eintreten. Um diesem vorzubeugen, nimmt man die
Amalgamation
[* 63] (s. d.) zu Hilfe, bei der das feinverteilte
Gold von Quecksilber aufgenommen und zu einer einzigen, leicht zu sammelnden Masse vereint wird. Die Amalgamation
findet Verwendung zur Ausziehung des Gold aus Sanden, Schliechen, Quarz und gerösteten Erzen.
Beim Quarz wird die Amalgamation entweder im gepulverten Gestein ausgeführt oder mit der Zerkleinerung verbunden. Taf.
I,
[* 61]
Fig. 5 zeigt eine südamerik. Amalgammühle für Quarze, die auf Pochwerken grob zerkleinert sind. Die
Mühlen
[* 64] bestehen aus einem mit hohem Rande versehenen, aus sehr hartem Material gefertigten Steinbett, in dessen Mitte eine
senkrechte Welle durch Maultiere in Drehung versetzt wird. Die Welle trägt vier horizontale Arme, von denen jeder mittels einer
eisernen Kette einen schweren Stein nach sich schleppt.
Das zu bearbeitende Material kommt, zusammen mit Quecksilber, in das Steinbett, worauf letzteres mit Wasser gefüllt wird.
Ist der Quarz völlig zermalmt, so läßt man unter stetem Zufluß von Wasser das Trübe ab und beginnt nach Abschlämmung
des Quarzmehls eine neue Operation, wobei das Amalgam in der Mühle verbleibt, bis es sich genügend angereichert
hat. Zweckmäßiger betreibt man die Zerkleinerung des Quarzes als selbständige Operation und bringt das in Wasser aufgerührte
Material zur Amalgamation, wobei nur ein Mischen nötig ist, um die in dem Schlamme enthaltenen Goldteile mit dem Quecksilber
in innige Berührung zu bringen.
Hierzu dienen eiserne Schüsseln (Taf. I,
[* 61]
Fig. 3),
von denen mindestens zwei terrassenförmig nebeneinander aufgestellt werden. Darin bewegt sich, angetrieben durch unterhalb
befindliche Rädervorgelege, ein hölzerner Läufer, dessen untere Seite mit eisernen Messern besetzt ist. Der Boden der Schüsseln
wird mit Quecksilber bedeckt und dann, nachdem die Läufer in Bewegung gesetzt sind, der goldführende Schlamm
in die oberste Schüssel geleitet. Da hier sich noch ein Teil des Gold der Amalgamierung entziehen kann, so fließt der Schlamm
in eine zweite Schüssel u. s. f. Ist in der obersten Schüssel das Amalgam genügend angereichert, so nimmt man es heraus,
bringt das Quecksilber der untern Schüssel in die obere, beschickt die untere mit frischem Quecksilber
u. s. f. Eine andere Goldmühle (Amalgamierapparat mit Rührvorrichtung), bei der die Pochtrübe
mit dem Quecksilber mittels eisernen Rechens gemischt wird, ist auf Taf. I,
[* 61]
Fig. 2 dargestellt.
Zur Gewinnung des Gold aus dem Amalgam ist letzteres zunächst durch Pressen von dem überschüssigen Quecksilber zu befreien.
Das von den Goldmühlen kommende Amalgam wird getrocknet, in trockne Beutel
[* 65] von Rehleder oder festem Zeug
gebracht und hierin einem starken Druck ausgesetzt, wobei das nicht gebundene Quecksilber abfließt, während breiig krystallinisches
Amalgam zurückbleibt. Letzteres wird bis zum Siedepunkt des Quecksilbers erhitzt, wobei das Gold zurückbleibt.
Zur Destillation
[* 66] dienen vielfach Telleröfen (Taf. II,
[* 61]
Fig.
1), worin das zu Kugeln geformte Amalgam auf eiserne Teller gelegt wird, die sich in einer eisernen, in einen Windofen eingesetzten
Glocke befinden; die Glocke wird oben durch einen Deckel verschlossen und kommuniziert unten durch ein Abzugsrohr mit einem
in Wasser eintauchenden eisernen Rohr. Erhitzt man die eiserne Glocke zum schwachen Glühen, so entweichen
die Quecksilberdämpfe durch das
¶