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Wer die republikanischen Präsidentschaftsdebatten gesehen und in der Zeitung über Florida gelesen hat, muss den Eindruck bekommen, Einwanderung sei das alles entscheidende Thema im Sonnenstaat. Ein hübsches Klischee, das sich immer wieder gut macht, aber leider nicht richtig ist.
Nancy Acevedo (52) von der «National Republican Hispanic Alliance» erklärt mir warum: Die meisten Latinos in Florida stammten aus Kuba oder Puerto Rico. Herkunftsgebiete, die automatisch ein Aufenthaltsrecht in den USA haben. Die Puerto Ricaner haben volle Staatsbürgerrechte sobald sie das Festland betreten. Die Kubaner gelten als politisch verfolgt und dürfen deshalb bleiben.
Insgesamt hat jeder zehnte Wähler bei den republikanischen Primaries einen Latino-Hintergrund. «Uns geht es hier genauso um die Wirtschaft, Jobs und die Ausbildung unserer Kinder», erklärt Nancy, was die Latinos in Florida bei den Vorwahlen bewegt.
Das bestätigt mir Daniel Lopez (45), ein Versicherungsagent, den ich bei einer Romney-Kundgebung in einer Farbfabrik von Orlando trete. Er kam 1991 auf das Festland, um hier besser bezahlte Arbeit zu finden. «Wir brauchen jemanden, der die Wirtschaft wieder flott machen kann», hebt er das zentrale Anliegen der konservativen Latinos in Florida hervor.
So kann man sich täuschen, wenn man den Medien ungeprüft Vertrauen schenkt.