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Nach einer langen Trockenperiode schneite es zwischen dem Dienstag, 7. März und Sonntag, 12. März endlich und gebietsweise intensiv. Eine stark aufbauend umgewandelte Altschneedecke trug wesentlich dazu bei, dass sich mit den Niederschlägen eine aktive Lawinenperiode einstellte. Leider ereigneten sich in dieser Periode auch drei tödliche Lawinenunfälle.
Im Westen hatte es seit dem 20. Januar, im Osten seit einem Monat nicht mehr ordentlich geschneit. Zudem war es seit den letzten Niederschlägen schon im Februar frühlingshaft mild mit einer Nullgradgrenze, die wiederholt um 3000 m lag. Damit entwickelte sich eine ausgesprochene Schneearmut. Diese trockene Periode war begleitet von vielen sonnigen Tagen und klaren Nächten. Damit wandelten sich die oberflächennahen Schneeschichten oder auch die ganze, dünne Schneedecke erneut um. Resultat waren lockere, kantig aufgebaute oberflächennahe Schichten, vor allem an Nordhängen (West über Nord bis Ost). Anfangs März hatte sich zudem in allen Gebieten verbreitet grosser Oberflächenreif gebildet (vgl. Abbildung 1).
Zudem waren am Alpennordhang an Nordhängen teils kantig aufgebaute Schichten auch tiefer in der Schneedecke eingelagert. Im südlichen Wallis und in Graubünden war an Nordhängen verbreitet die gesamte Altschneedecke aufbauend umgewandelt und locker. Wie schon anfangs Februar waren die Bedingungen für die Überlagerung dieser Schneedecke mit Neuschnee sehr ungünstig. An steilen Südhängen war die Beschaffenheit der Schneeoberfläche und der oberflächennahen Schneeschichten günstiger.
Erste Niederschläge setzten am Dienstagnachmittag, 7. März im Westen und Süden ein. Nach einer Pause in der Nacht auf Mittwoch folgten im Tagesverlauf weitere Niederschläge. Die Schneefallgrenze stieg rasch von rund 1200 auf 1700 m bis 2000 m (vgl. Abbildung 2). Am Donnerstag, 9. März war es tagsüber meist sonnig, bevor in der Nacht zum Freitag erneut Niederschläge einsetzten, die am Alpennordhang bis in die Nacht zum Montag, 13. März anhielten. Die Schneefallgrenze sank am Samstag, 11. März von rund 1500 m vorübergehend bis in tiefe Lagen, im Wallis und am Alpensüdhang blieb sie höher. Tagsüber war es am Montag dann mit hohen Wolken teils sonnig. Auf Dienstag, 14. März setzten dann neue Niederschläge ein.
Die Niederschläge waren begleitet von meist starkem bis stürmischem Wind aus Südwest bis Nordwest. Damit wurde viel Neu- und teilweise auch Altschnee verfrachtet, was vor allem in den neuschneereichen Gebieten zu umfangreichen und grossen Triebschneeansammlungen führte.
Während es im ersten Schub (8. März) im Westen am meisten schneite, brachte der zweite Schub (10. bis 12 März) dem Alpennordhang und erneut dem Wallis am meisten Niederschlag. Graubünden und das Tessin profitierten weniger vom Niederschlag. In Summe schneite es oberhalb von rund 2200 m in der gesamten Niederschlagsperiode (vgl. Abbildung 3):
- Wallis: 60 bis 100 cm, ganz im Westen bis etwa 150 cm
- direkt angrenzende Gebiete des Berner Oberlandes, Gotthardgebiet, Nördlicher Alpenkamm vom Titlis bis ins Alpstein: 40 bis 80 cm
- übriger Alpennordhang, übriges nördliches Tessin, übriges Nordbünden: meist 40 cm
- weiter südlich und im Jura: weniger
In Abbildung 4 ist der Niederschlag in 24-Stunden-Schritten jeweils bis morgens um 06:40 abgebildet.
Die schwachen oberflächennahen Schneeschichten oder die vollständig umgewandelte Schneedecke wurden zur ausgeprägten Schwachschicht, nachdem Neu- und Triebschnee diese überlagerten. Damit stieg die Lawinengefahr verbreitet rasch und deutlich an (vgl. Gefahrenentwicklung). Nachdem sich die Gefahrenstufe 4 (gross) am Donnerstag, 9. März nicht bestätigt hatte, wurde sie am Samstag, 11. März und Sonntag, 12. März im Wallis und daran angrenzenden Gebieten erreicht. Deutlich günstiger blieb die Situation in den meisten Gebieten der Voralpen aufgrund der milden Witterung und weil keine schwache Altschneedecke vorhanden war sowie in den südlichen Teilen Graubündens, wo die Neuschneemengen klein blieben.
Die Lawinenaktivität erreiche am Sonntag, 12. März den höchsten Wert dieser Periode und egalisierte auch den bis anhin höchsten Wert dieses Winters vom 24. Dezember (vgl. Abbildung 5).
Die gemeldeten Lawinen hatten meist eine Grösse von 2 (mittel) und 3 (gross). Sehr grosse Lawinen (Grösse 4) wurden nur wenige gemeldet, extrem grosse (Grösse 5) gar keine (vgl. Abbildung 6).
Am Donnerstag, 9. März begannen ganz im Westen Lawinen spontan abzugehen. Sie stiessen in den Lawinenzügen zum Teil bis in die (grünen) Täler vor, hatten da aber nicht mehr viel Masse im Gepäck (vgl. Abbildung 7).
Am Freitag, 10. März wurden nur wenige, zum Teil aber sehr grosse Lawinen gemeldet. Am Samstag, 11. März konzentrierte sich die Hauptaktivität auf das Wallis, am Sonntag, 12. März auch auf das benachbarte Berner Oberland. Am Samstag und Sonntag wurden auch aus den übrigen Niederschlagsgebieten Lawinen gemeldet. Auch am Montag, 13. März, einem meist sonnigen Frühjahrstag mit Nullgradgrenze bei 3000 m, wurden Lawinen durch Personen ausgelöst oder gingen noch spontan ab, die Lawinenaktivität war aber deutlich kleiner als an den Vortagen (vgl. Abbildung 8).
Eine Übersicht über die regionale Ausprägung der Lawinenaktivität ist in Abbildung 9 ersichtlich.
Über die ganze Periode wurden 79 Lawinen gemeldet, die durch Personen ausgelöst wurden (vgl. Abbildung 10). In 18 dieser Lawinen wurden 34 Personen erfasst. In drei dieser Lawinen wurden insgesamt sechs Personen erfasst und vier davon ganz verschüttet. Leider verstarben alle diese vier Personen.
Sachschäden wurden bis zum Redaktionsschluss nur wenige bekannt: Die Strasse und Bahnlinie Täsch-Zermatt musste nach einer Lawinenverschüttung geräumt werden. Und in einigen Gebieten kam es zu Suchaktionen im Zusammenhang mit Lawinen, bei denen nicht bekannt war, ob Personen verschüttet waren.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.