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Im Gegensatz zu den Amphibien sind Krankheiten bei wildlebenden, heimischen Reptilien erst seit jüngerer Zeit ein ernsthaftes Thema in Fachkreisen. Aktuelle Studien zeigen aber, dass gewisse Populationen und Arten durchaus Träger von exotischen Parasiten und Pathogenen sind. Derzeit besonders im Fokus steht die Krankheit SFD (Snake Fungal Disease), eine durch den Erreger Ophidiomyces ophiodiicola verursachte Pilzerkrankung. Es ist wahrscheinlich, dass in Zukunft weitere Pathogene und Krankheiten entdeckt werden.
Snake Fungal Disease
Diese durch den Pilz Ophidiomyces ophiodiicola hervorgerufene Erkrankung ist vor allem bei Schlangen des nordamerikanischen Kontinents bekannt. Das Krankheitsbild ist variabel, und eine rasche und sichere Diagnose auf optischem Weg schwierig. Erkrankte Tiere zeigen relativ häufig Veränderungen (Läsionen, Verkrustungen) der Haut resp. Beschuppung sowohl im Bauch- als auch Rückenbereich, aber auch im Kopfbereich. Die fortschreitende Erkrankung kann auch lebenswichtige Organe beeinträchtigen und sich auf das Verhalten der Tiere auswirken; die Krankheit kann zum Tod der Tiere führen.
Auf folgenden Websites sind Symptome von SFD bei wildlebenden Tieren fotografisch festgehalten:
Die Pilzerkrankung wurde inzwischen auch in Europa festgestellt, namentlich bei Barrenringelnattern (Natrix helvetica) in Grossbritannien, bei Würfelnattern (Natrix tessellata) in Tschechien, und in jüngster Zeit auch bei mehreren Barrenringelnattern (Natrix helvetica), einer Würfelnatter (N. tessellata) und zwei Zornnattern (Hierophis viridiflavus) im Tessin. Auch Terrarientiere wurden in Europa positiv auf SFD getestet!
Zur Zeit ist nicht bekannt, ob und wie weit das Pathogen in der Schweiz verbreitet ist; das Thema ist aber Gegenstand von laufenden Untersuchungen. Bitte zögern Sie nicht, die karch zu kontaktieren, falls Sie in der Schweiz eine Schlange mit verdächtigen Symptomen angetroffen haben!
Vorbeugungsmassnahmen gegen die Verbreitung von Infektionskrankheiten
Um eine Verschleppung von Krankheitserregern zu vermeiden, ist es sehr wichtig, gewisse Vorsichtsmassnahmen zu berücksichtigen:
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Schlangen NICHT fangen! Falls das Behändigen von Tieren unumgänglich ist, braucht es dazu in jedem Fall eine Bewilligung der zuständigen kantonalen Naturschutzfachstelle.
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Regelmässig Desinfektion sämtlicher Utensilien (Handschuhe, Schlangensäcke, Boxen, Haken etc.) nach Gebrauch mit Javelwasser (3%) oder Alkohol (mind. 70%) während mindestens 2 Minuten.
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Tragen von Einweghandschuhen beim Manipulieren der Tiere. Desinfektion der Hände mit entsprechenden Mitteln wie Sterilium, Desderman oder vergleichbaren Produkten.
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Terrarientiere oder wildlebende Reptilien, die mit Terrarientieren oder Terrarien in Kontakt waren, unter keinen Umständen in die Natur entlassen!
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Dokumentieren Sie alle verdächtigen Beobachtungen mit Fotos und kontaktieren Sie die karch für weitere Informationen.