Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/140066

<h2>SubmittedText<h2><p>Mit dem 2009 lancierten Lohngleichheitsdialog erhoffte man sich, etwa 100 Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden davon zu überzeugen, an dieser freiwilligen Überprüfung der Lohngleichheit teilzunehmen. Fünf Jahre später ist das Resultat enttäuschend: 16 Unternehmen haben die Überprüfung erfolgreich abgeschlossen, etwa 20 stecken noch im Überprüfungsprozess. Zudem wurden 11 Unternehmen mit dem "equal-salary"-Label zertifiziert. Man kann den Unternehmen, die mitgemacht haben, gratulieren und sich über die anderen wundern, die trotz der vom Gleichstellungsgesetz vorgeschriebenen Lohngleichheit zwischen Mann und Frau nicht teilgenommen haben. Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Welche Gründe führen Unternehmen an, um nicht am Lohngleichheitsdialog oder an anderen Programmen teilzunehmen?</p><p>2. Wie hoch wären die Kosten für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden, wenn das Gleichstellungsgesetz diesen Unternehmen den Nachweis einer Selbstkontrolle zur Sicherstellung der Lohngleichheit vorschreiben würde? Als solche Selbstkontrolle könnten z. B. die Teilnahme am Lohngleichheitsdialog gelten, die Zertifizierung mit einem anderen Label oder die Bescheinigung eines externen Revisors, dass das Unternehmen eine Kontrolle zur Sicherstellung der Lohngleichheit eingesetzt hat.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit dem Lohngleichheitsdialog haben die Sozialpartner zusammen mit dem Bund versucht, auf freiwilligem Weg die Lohngleichheit durchzusetzen. Sie setzten sich zum Ziel, dass bis Ende Februar 2014 mindestens 100 Unternehmen daran teilnehmen werden. Per Ende 2013 sind 42 Organisationen mit 221 000 Mitarbeitenden am Dialog beteiligt. Die private Zertifizierung "equal salary" wird seit 2005 mit Finanzhilfen des Bundes unterstützt. Bisher liessen sich 13 Unternehmen und Institutionen zertifizieren.</p><p>1. Die Schlussevaluation des Lohngleichheitsdialogs wird die Gründe für die tiefe Beteiligung aufzeigen. Diese wird Mitte 2014 vorliegen.</p><p>2. Den Unternehmen stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Durchführung einer internen Selbstkontrolle und allfälliger Korrekturmassnahmen zur Verfügung.</p><p>Einerseits bietet der Bund den Unternehmen ein einfaches und kostenloses Selbsttestinstrument - Logib - an. Damit können die Unternehmen die Löhne selbst und anonym überprüfen. Logib stützt sich auf eine wissenschaftlich geprüfte und vom Bundesgericht anerkannte Methode und wird von verschiedenen internationalen Organisationen (OECD, EU) als "good practice" angesehen. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann bietet Unternehmen, welche eine Unterstützung für die Anwendung und Auswertung von Logib wünschen, kostenlose Informationen und eine Helpline an.</p><p>Andererseits gibt es auf dem Markt verschiedene unabhängige private Anbieter wie z. B. Treuhandbüros oder spezialisierte Beratungsfirmen, welche die Selbstanalysen der Unternehmen kontrollieren können.</p><p>Die den Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden erwachsenden Kosten für den obligatorischen Nachweis einer Selbstkontrolle zur Sicherstellung der Lohngleichheit durch einen privaten Anbieter entsprechen den Marktpreisen und können nicht global geschätzt werden (abhängig von der Funktion und der Situation des Unternehmens).</p><p>Ferner weist der Bundesrat darauf hin, dass 2013 eine interdepartementale Arbeitsgruppe eingesetzt wurde, um die Machbarkeit und Zweckmässigkeit eines Lohngleichheitszertifikats zu prüfen. Aufgrund eines solchen Zertifikats könnten die Unternehmen im Rahmen eines öffentlichen Auftrags von einer Kontrolle befreit werden. Die Arbeitsgruppe wird das Ergebnis ihrer Untersuchungen voraussichtlich Ende 2014 präsentieren.</p>  Antwort des Bundesrates.