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Synthetisches gonadenstimulierendes Hormon für Rinder
ATCvet-Code: QH01CA01
Zusammensetzung
Wirkstoff:Gonadorelinum (ut Gonadorelini acetas) 50 µg
Hilfsstoffe:Kalii dihydrogenophosphas, Dikalii phosphas, Natrii chloridum, Conserv.: Alcohol benzylicus 9.0 mg, Aqua ad injectabilia pro 1ml
Galenische Form:Injektionslösung.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenGonadorelin (als Gonadorelin acetat) ist ein synthetisch hergestelltes Gonadorelin ("Gonadotropin Releasing Hormon", GnRH), das physiologisch und chemisch identisch ist mit dem natürlichen Gonadorelin, welches bei Säugetieren vom Hypothalamus freigesetzt wird.
Gonadorelin stimuliert die Synthese und Freisetzung der hypophysären Gonadotropine, des luteinisierenden Hormons (LH) sowie des follikelstimulierenden Hormons (FSH). Seine Wirkung wird durch einen spezifischen Plasma-Membran-Rezeptor vermittelt. Eine Besetzung von nur 20% der GnRH-Rezeptoren bewirkt 80% der maximalen biologischen Antwort. Die Bindung von GnRH an seine Rezeptoren aktiviert die Proteinkinase C (PKC) -und ebenso die Mitogen-aktivierte Proteinkinasen (MAPK)-Kaskade, die eine wichtige Verbindung für die Signalübermittlung von der Zelloberfläche zum Zellkern darstellt und die Synthese der gonadotropinen Hormone erlaubt.
Umrindern kann durch viele Faktoren beeinflusst sein, darunter Fütterungs- und Haltungsmethoden. Einer der auffälligsten Befunde bei umrindernden Tieren ist das verzögerte und niedrigere präovulatorische LH-Niveau, was zu einer verspäteten Ovulation führt. Die Injektion von GnRH während des Östrus erhöht den spontanen LH-Peak und beugt einer verzögerten Ovulation bei wiederholt umrindernden Tieren vor.
Pharmakokinetik
Resorption:Nach intramuskulärer Verabreichung an Kühe wird Gonadorelin von der Injektionsstelle schnell resorbiert und hat eine Plasma-Halbwertzeit von ungefähr 20 Minuten.
Verteilung:30 Minuten nach Verabreichung wird ein Anstieg des LH-Niveaus gemessen, was die schnelle Verteilung in die Adenohypophyse zeigt.
Metabolismus:Die Verbindung wird schnell zu kleinen inaktiven Peptiden und Aminosäuren abgebaut.
Elimination:Die Ausscheidung erfolgt zumeist renal, auch wenn ein signifikanter Anteil mit der Atemluft ausgeschieden wird.
IndikationenKuh und Rind
Behandlung von ovariellen Follikelzysten
Zur Induktion der Ovulation bei Ovulationsstörungen.
Überdosierung:Bis zum 5fachen der empfohlenen Dosierung und bei einer häufiger als empfohlenen, dreimal täglichen Gabe wurden keine messbaren Anzeichen einer lokalen oder allgemeinen klinischen Unverträglichkeit beobachtet.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
Vorsichtsmassnahmen:Bei der Behandlung von zystischen Ovarien sollten ovarielle Follikelzysten und die Präsenz von persistenten follikulären Strukturen mit einem Durchmesser von über 2,5 cm mittels rektaler Palpation diagnostiziert und mit Hilfe von einem Plasma- oder Milch-Progesteron-Test bestätigt werden.
Das Tierarzneimittel sollte zur Ovulationsinduktion frühestens 35 Tage nach dem Kalben verabreicht werden.
Tiere mit schlechtem Allgemeinzustand z.B. verursacht durch Krankheiten oder inadäquater Fütterung sprechen schlecht auf die Behandlung an.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Keine bekannt.
WechselwirkungenKeine bekannt.
Sonstige Hinweise
Physikalische oder chemische Inkompatibilitäten:Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:Die Anwendung sollte mit Sorgfalt erfolgen, um eine versehentliche Selbst-Injektion zu vermeiden. Im Falle einer versehentlichen Selbst-Injektion ziehen Sie sofort einen Arzt zu Rate. Zeigen Sie dem Arzt die Packungsbeilage.
Versehentliche Spritzer auf die Haut oder in die Augen sollten mit viel Wasser ab- bzw. ausgewaschen werden.
Um eine versehentliche Selbstinjektion zu verhindern sollen schwangere Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter das Präparat besonders vorsichtig einsetzen und zur Verhinderung einer dermalen Exposition Wegwerfhandschuhe tragen.
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber GnRH-Analoga sollten dieses Präparat nicht anwenden.
Lagerungshinweise / Verwendbarkeitsfrist:In der Originalpackung und nicht über 25°C lagern. Nach Öffnen des Behältnisses: 28 Tage haltbar.
Ausserhalb der Reich- und Sichtweite von Kindern aufbewahren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Nicht verwendete Arzneimittel oder Abfallmaterialien sind entsprechend den örtlichen Vorschriften zu entsorgen.
PackungenFaltschachtel mit 1 Glasflasche à 20 ml mit Gummistopfen und Aluminiumkappe.
Faltschachtel mit 10 Glasflaschen à 6 ml mit Gummistopfen und Aluminiumkappe.
Informationsstand: 09/2014
Dieser Text ist behördlich genehmigt.