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| Gregor v. Nyssa (†394) - Acht Homilien über die acht Seligkeiten

Vierte Rede: "Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden."
Einleitung.
[S. 183] Von solchen, die magenkrank sind und keine Eßlust haben, behaupten die Arzneikundigen, daß sie infolge gewisser schlechter Säfte und Fremdstoffe, die sich in der oberen Magengegend gesammelt hätten, immer voll und satt zu sein glauben und deshalb zuträglicher Nahrung abgeneigt seien, weil das natürliche Verlangen in ihnen durch ein falsches Sattgefühl erstorben sei. Wenn aber einige ärztliche Sorgfalt auf sie verwendet werde und die in den Höhlungen des Magens aufgenommenen und eingeschlossenen Speisen durch eine auflösende Arznei fortgeschafft würden, dann sei die Folge, daß den Kranken, weil Fremdartiges nicht mehr die Natur belästige, das Verlangen nach nützlicher und nahrhafter Speise wiederkehre; ein Zeichen der Gesundheit sei es, daß man nicht gezwungen, sondern mit Begierde und Verlangen die Speisen zu sich nehme.