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Wie gross der ökologischer Fussabdruck ist, hängt u.a. entscheidend davon ab,
• wie viele Menschen auf der Erde oder in einem Land leben und
• wie gross der Ressourcenverbrauch im weiteren Sinne (inkl. Verschmutzung, etc.) pro Person ist.
Betrachtet man die heutige globale Situation, ist offensichtlich, dass in erster Linie der verschwenderische Lebensstil im Norden und nicht die Bevölkerungszahl im Süden das Problem ist. Trotzdem ist die steigende Bevölkerung im Süden „ein Problem“ – v.a. weil ihr Lebensstandard und der damit verbundene Ressourcenverbrauch steigt. Die gute Nachricht vorneweg: Mit steigendem Lebensstandard sinkt die Geburtenrate meist automatisch („demografischer Übergang“). Die zwiespältige Nachricht: Sinkende Geburtenraten ist ohne Steigerung des Lebensstandards kaum zu haben. Zwiespältig, weil aus Sicht der Betroffenen eine Steigerung des Lebensstandards natürlich sehr gewünscht, aus der Sicht des globalen Ressourcenverbrauchs dies jedoch eher problematisch ist. Entsprechend halte ich es für entscheidend, dass der Ressourcenverbrauch der Länder mit hohem Lebensstandard massiv sinkt – denn damit werden auch die nötigen Techniken entwickelt, so dass der Lebensstandard der benachteiligten ohne katastrophale Auswirkungen auf die Erde steigen kann. Entsprechend sollten wir in erster Linie unseren Ressourcenverbrauch senken.
Weiter halte ich grundsätzlich nicht viel von der Idee, das Bevölkerungswachstum mit der Aufwendung von 10% der Entwicklungshilfe in die freiwillige Familienplanung zu dämpfen zu wollen. Ich habe während meines Rwandaeinsatzes mehrere solche Projekte gesehen, die nichts als Geld zum Fenster hinauswerfen waren. Damit freiwillige Familienplanung überhaupt funktionieren kann, müssen grundlegenden Bedingungen erfüllt sein wie:
- die Frau hat das Recht, über ihren Körper selbst zu bestimmen und Nein zu sagen;
- Kulturelle und religiöse Faktoren müssen eine Familienplanung mindestens tolerieren oder deren Einfluss muss gering genug sein;
- die Eltern müssen davon ausgehen können, dass die Kinder, die sie haben, auch überleben;
- das (wirtschaftliche Über-)Leben muss bis zu einem gewissen Punkt planbar sein (z.B. Altersvorsorge);
- etc.
Familienplanungs-Programme ohne die entsprechenden Bedingungen zu schaffen sind meist wenig effizient. Als eine der effizientesten Massnahmen, um die Geburtenrate zu drücken, hat sich Bildung für Frauen erwiesen.
Man kann durchaus darüber diskutieren, ob Familienplanung in weitere bestehende Programme integriert werden kann (wobei häufig auch Programme, die zu viele "hidden agendas" beinhalten, nicht sehr zielführend sind). Weiter würde ich es befürworten, bestehende Programme auf (unerwünschte) positive Anreize zum Kinderhaben zu untersuchen (Privilegien für Familien mit vielen Kindern, etc.).
Aber Familienplanungsprogramme ohne die entsprechende Gesundheitsvorsorge, Bildung, Erwerbsmöglichkeiten, etc. sind daher meines Erachtens abzulehnen, weil wenig effizient.