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18.04.2021, 06:00 Uhr
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Schweizerinnen und Schweizer sprechen in ihren Beziehungen offen über Geld. Wie eine von der Bank Cler in Auftrag gegebene Studie aufzeigt, gibt es spannende Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Paaren mit und ohne Kinder.
Über Geld sprechen Schweizerinnen und Schweizer nicht, heisst es. Stimmt das? Eine von der Bank Cler in Auftrag gegebene Studie zur Bedeutung von Geld bei Paaren, die in der Deutschschweiz durchgeführt wurde, kommt zu einem anderen Schluss. Zumindest in Beziehungen wird offen über Geld gesprochen. 79% der Befragten finden Geld in einer Beziehung wichtig und sprechen regelmässig in der Partnerschaft darüber. Dies trifft vor allem auf Jüngere unter 30 zu. Zudem wissen 91% ganz genau, wieviel die Partnerin oder der Partner verdient. Bei mehr als drei Vierteln wird dieses Thema gar in den ersten Monaten besprochen.
Auf die Frage, ob der Partner überhaupt genug verdient, stimmen mehr als die Hälfte der Befragten (52%) zu und 21% verneinen. Auffallend sei, dass Frauen zufriedener mit dem Lohn des Partners sind als umgekehrt. Rund einem Viertel ist das Einkommen der Partnerin oder des Partners egal. Bei der Partnerwahl scheint die Geldfrage keine Rolle zu spielen, wie 86% der Befragten angeben.
Viel wichtiger ist es den Frauen und Männern, dass ihre bessere Hälfte die Finanzen im Griff hat (96%). Tätigt die Partnerin oder der Partner eine als unnötig empfundene Ausgabe, spricht die Mehrheit (57%) das an. Diskussionen oder gar Streit scheint Geld bei 56% der Befragten aber nicht auszulösen.
Harmonisch zeigen sich die Befragten auch bei der Aufteilung eines Lottogewinns: 95% würden den Gewinn mit ihrer besseren Hälfte teilen. Für 17% wäre es aber entscheidend, dass sie verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben würden. Und auch bei der Ferienplanung zeigen sich Paare grösstenteils solidarisch. Wenn der Partner oder die Partnerin weniger verdient und auf günstigere Ferien besteht, passt sich fast die Hälfte der Befragten (48%) dem Budget an. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geben aber nur 40% an, mehr an die Ferien zu zahlen, und nur 12% würden die gesamten Ferienkosten übernehmen.
Etwas anders sieht es bei einer Erbschaft aus: Immerhin finden zwei Drittel, das Erbe des oder der Anderen gehe sie nichts an. Ein Drittel aller Befragten erwartet aber einen Anteil am Vermögen.
Beim etwas alltäglicheren Szenario der Aufteilung der gemeinsamen Ausgaben finden 55%, dass auch der oder die Besserverdienende nur die Hälfte zahlen soll und nicht mehr. Diese Meinung vertreten vermehrt Männer, während Frauen eher finden, dass der oder die Besserverdienende den grösseren Teil der Kosten tragen soll.
Kinder stellen das gemeinsame Leben völlig auf den Kopf. Das zeigt auch diese Umfrage. Bei kinderlosen Haushalten führen fast 70% der befragten Personen getrennte Konten. Mit Kindern werden alle Finanzen gemeinsam (40%) oder teilweise gemeinsam (42%) verwaltet und die Konten eher zusammengelegt (66%).
Kinder haben offenbar auch einen Einfluss darauf, wer mehr an gemeinsame Ausgaben beisteuern soll: 60% der befragten Personen, die Kinder haben, sind der Meinung, der oder die Besserverdienende soll jeweils mehr zahlen. Bei kinderlosen Paaren sieht es anders aus: Die Mehrheit (65%) findet, beide sollen immer gleich viel zahlen. Geht es um grössere Ausgaben, so erwarten vor allem Paare mit Kindern, dass diese gemeinsam besprochen werden sollen (60%).
Befragt wurden 507 Personen aus der Deutschschweiz im Alter von 15 bis 65 Jahre. Die Online-Umfrage fand vom 22. Oktober bis 24. Oktober 2020 statt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Deutschschweiz. Die Fehlerquote liegt bei 2,7%.
Die Umfrage zeige, dass Geld durchaus ein zentrales Thema in Beziehungen ist und darüber gesprochen wird: Sei es beim Lohn, bei Ausgaben oder wenn Kinder im Haushalt leben. "Es gibt aber nach wie vor Luft nach oben. Uns ist es daher ein Anliegen, dass in Beziehungen – und auch sonst in allen anderen Bereichen des Lebens – offen über Geld gesprochen wird. Denn nur so verliert man die Berührungsängste und schafft die nötige Klarheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen", meint Gregor Eicher von der Bank Cler mit Blick auf künftige Herausforderungen.