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Homöopathie ist eine individuelle, nachhaltige und natürliche Heilmethode, die ihren Körper und Geist als Gesamtheit betrachtet und ein Heilmittel wählt, das Sie als ganzen Menschen stärkt. Ihre Selbstheilungskräfte (Immunsystem) werden angeregt und Ihre Gesundheit wird gefördert. Homöopathie ist eine Heilkunst, die zur Alternativmedizin, Naturheilkunde, Naturmedizin gehört. Sie arbeitet mit Globuli oder Tropfen.
Das Wort Homöopathie kommt aus dem griechischen und setzt sich zusammen aus „homois“ = ähnlich und „pathos“ = Leiden. Damit deutet es auf eines ihrer wichtigsten Prinzipien hin.
Drei Elemente sind entscheidend für die erfolgreiche Anwendung der Homöopathie.
Homöopathische Mittel werden nach dem Ähnlichkeitsprinzip (Simile-Prinzip) verschrieben. Auf lateinisch heisst es Similia similibus curentur, Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. D.h. die Homöopathin wählt nachdem Sie Ihre Symptome erfragt hat ein Mittel das beim Gesunden ähnliche Symptome auslösen würde. Wenn Sie beispielsweise Blähungen haben, die nachmittags um 16:00 beginnen und oft gegen 20:00 wieder nachlassen. Wählen wir ein Mittel das beim gesunden diese Symptome erzeugen würde. Hier wäre es Lycopodium.
Was viele nicht wissen:
Woher wissen wir Homöopathen welche Symptome die Mittel beim Gesunden auslösen? Es sind Selbstversuche, kleine Studien mit gesunden Teilnehmern. Diese werden in der Homöopathie Arzneimittelprüfung genannt. Hahnemann war der erste der an sich selbst ausprobiert hat wie die Mittel wirken und ihm folgten seine Schüler sowie weitere grosse Homöopathen wie der Arzt und Homöopath Constantin Hering (1800 – 1880), der sich bei der Prüfung von Schlangengift (Lachesis muta) beinahe selbst vergiftete, da er eine zu starke Dosis einnahm.
Hier findet der viel zitierte Satz wieder Bedeutung „die Dosis macht das Gift“ – was Paracelsus (1493–1541) schon benannte. Es wird deutlich: Es ist wichtig die Arzneimittel zu potenzieren. Und schon sind wir beim zweiten Element welches für die Homöopathie so wichtig ist. Die Potenzierung.
Aber zuvor möchte ich Ihnen noch kurz beschreiben was zwischen 1790 und heute in Sachen Arzneimittelprüfung passiert ist.
Die Homöopathie bewahrt einen Arzneimittelschatz von über 1000 Mitteln, 500 sind gängig und 300 werden an der Prüfung für Homöopathen explizit abgefragt. Zu all diesen Mittel kennen wir die Symptome, weil Homöopathen, Homöopathieschüler und Freiwillige diese Mittel eingenommen haben und protokolliert haben welche Symptome bei ihnen neu auftreten. Dieses Wissen wird dokumentiert und fortlaufend mit den Erfahrungen aus den homöopathischen Praxen ergänzt. So entstehen 230 Jahre Erfahrungswissen.
Und wie ergeht es den Freiwilligen, die die Krankheitssymptome entwickelt haben?
Symptome die sich über eine Arzneimittelprüfung eingestellt haben verschwinden nach einiger Zeit wieder. Übrigens ist die Arzneimittelprüfung eine gute Möglichkeit die Wirkung der Homöopathie zu erfahren …dies nebenbei falls Sie zu den Skeptikern gehören?! (Achtung! auch diese muss richtig durchgeführt werden.)
Jetzt aber zum Potenzieren:
Hier geht es um die korrekte Herstellungsweise der homöopathischen Arzneimittel.
a) müssen die Mittel verdünnt werden, da manche Ausgangssubstanzen toxisch sind.
b) bemerkte Hahnemann, dass wenn er die Mittel zwischen den Verdünnungsschritten schüttelt, sich ihre Wirkung verstärkt.
Wie er auf das Schütteln kam und warum sein wissenschaftlicher Geist ihn nicht davon abgehalten hat, Arzneimittel über die Avogadro Konstante hinaus zu verdünnen, wissen wir nicht. Zu dieser Zeit war die Avogadro Konstante noch nicht bekannt und Unwissen mag manchmal hilfreich sein.
Es wird sich aber erzählt, dass die Mittel geschüttelt wurden, wie Hahnemann mit der Kutsche unterwegs war und über Schotterwege fuhr und so zufällig die Wirkungsverstärkung kennenlernte.
Heute ist die Herstellung genau im homöopathischen Arzneibuch (HAB) festgehalten und wird von den Herstellern der homöopathischen Mittel streng befolgt. Für den ein oder anderen mag es etwas schräg klingen und unvorstellbar sein, dass die Mittel sogar eine stärkere Wirkung haben je mehr sie potenziert (verdünnt und geschüttelt) werden, jedoch bestätigt dies die tägliche Erfahrung in der Praxis. Was die Wirkung ermöglicht, ist bis heute noch nicht komplett verstanden und wird an zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen derzeit erforscht.
Im homöopathischen Gespräch (Anamnese) werden Sie zu ihren körperlichen Symptomen aber auch zu Ihrem Allgemeinbefinden befragt. Es wird ein ausführliches Krankheitsbild erstellt. Sie werden als ganzen Menschen behandelt und Krankheit wird im Zusammenspiel mit Körper, Geist und Seele verstanden. Ihre Homöopathin erfragt was sie stresst, wie sie reagieren, jeder Mensch hat andere Reaktionsmuster und versucht herauszufinden was sie individuell und einzigartig macht. Darüber lässt sich das ähnliche Mittel finden. Diese Gespräche gehen in die tiefe, viele Patienten berichten sie hätten schon Jahre nicht mehr so viel über sich erzählt und empfinden es als sehr angenehm und wohltuend. Diese Gespräche sind wichtig und helfen den Patienten ihren Heilungsweg zu gehen.