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Was macht eigentlich?
Was macht eigentlich Albrecht Moser?
Er war der schnellste Waffenläufer. Heute kümmert er sich um die Gärten der Nachbarn.
Er könnte sich zurücklehnen und das Rentnerleben geniessen. Doch davon hält Albrecht Moser wenig: «Ich kann nicht still sitzen.» Der 73-Jährige befriedigt seinen Bewegungsdrang als selbstständiger Gärtner: «Ich schneide Hecken, mähe Rasen und jäte, jäte, jäte.» Mosers Haare und Bart sind grau geworden. Doch das Tempo in seinen Worten erinnert noch immer an den Sportler, der zwischen 1978 und 1985 als Waffenläufer der Konkurrenz davon eilte und achtmal in Serie Schweizer Meister wurde.
Der Waffenlauf zählte damals zu den sportkulturellen Klassikern mit grosser Medienpräsenz. Mittendrin stand Moser, der Schulhaus-Abwart mit langen Schritten und hoher Stimme. Der sagte, was er dachte: «Es ist mir egal, wer Zweiter wird.» Viele Veranstalter stiessen sich an diesem Selbstverständnis – wie auch an Mosers Gleichgültigkeit den militärischen Traditionen gegenüber. Mit dem Karabiner, der das zentrale Element der 6,2 Kilogramm schweren Packung war, schoss er kein einziges Mal – und als ihn die Armee aufgrund seiner sportlichen Meriten in den Rang eines Gefreiten heben wollte, winkte Moser ab: «Das verdienen nur gute Soldaten. Diesem Anspruch wurde ich nie gerecht.»
In seinem Haus in Pieterlen BE stapeln sich Wappenscheiben, Hellebarden, Zinnbecher, Medaillen, Plaketten: «Ich müsste einen Flugzeughangar kaufen», sagt er – und zieht auch aufgrund seiner polarisierenden Art einen Vergleich zum Fussball: «Ich war quasi der FC Bayern München des Waffenlaufs.» Aber eigentlich war Albrecht Moser noch besser: Hätte es im Waffenlauf eine Champions League gegeben, wäre er schon vor dem Final als Sieger festgestanden.