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Begonnen hat alles mit einem Inserat, das am 12. November 1893 in der Basler "Nationalzeitung" unter dem Titel "Football-Spiel" erschien: "Behufs Gründung eines Footballklubs sind sämtliche Freunde dieses Sports eingeladen, nächsten Mittwoch abends 8.15 Uhr im oberen Saale der Schuhmachern-Zunft zu einer Besprechung zusammen zu kommen."
Der "nächste Mittwoch" war der 15. November 1893 - und dieses Datum gilt heute als der eigentliche Gründungstag des FC Basel.
Elf wackere Mannsbilder folgten dem Ruf des kleinen Inserates, und ist diese Zahl wohl Zufall, so ist sie dennoch auch Symbol: Elf Spieler braucht es für eine Fussballmannschaft, und elf Männer waren es gewesen, die sich im "oberen Saale" der Schuhmachern-Zunft eingefunden hatten und die heute als die eigentlichen Gründer des FCB bezeichnet werden dürfen.
Es waren dies:
Dazu kamen drei weitere Persönlichkeiten, die heute ebenfalls als Gründer gelten, auch wenn sie an dieser allerersten Sitzung des FCB gefehlt hatten:
Einige der Initianten stammten aus Kreisen des Rudersportes, die sich auf der Suche nach einer sinnvollen Ergänzung zu ihrer Disziplin befanden und beim Fussball hängen blieben. Andere waren erstaunlich fortschrittlich denkende Akademiker, die, so hat man heute das Gefühl, mit ihrer Annäherung an den damals noch weitgehend verpönten und fremden Fussballsport so etwas wie einen Ausbruch aus engem gesellschaftlichem Denken suchten. Ferdinand Isler etwa, Mitgründer und erster Captain des FCB, war Professor an der Kantonsschule in Frauenfeld. Er war einer der grossen Propagandisten des Fussballs, er hatte eine Broschüre zu dieser neuartigen Disziplin verfasst, er hatte die Regeln aus dem Englischen übersetzt, und schliesslich war er einer der ersten Sportjournalisten in der damaligen Schweizer Medienszene gewesen.
Akademiker waren auch Emil Abderhalden und Fritz Schäublin - der erste hatte sich in seinen Zeiten einen berühmten Namen als Arzt geschaffen, als Physiologe an der Universität Halle, der zweite war Rektor des Humanistischen Gymnasiums in Basel. Die ausdrückliche Erwähnung ihres Standes soll nicht im Geringsten als Dünkel irgendeiner Art verstanden werden, sondern vielmehr als Beleg, dass namentlich in den Gründerzeiten des FC Basel auch hoch angesehene Persönlichkeiten die treibenden Kräfte waren. Zum ersten Vereinspräsidenten ernannten die Gründer allerdings keinen dieser Herren Doktoren, sondern Roland Geldner, den Zeitgenossen als besonders "vornehmen" Menschen bezeichneten, der zudem ein hervorragender Fussballer gewesen sein soll. Und Geldner darf mit hundert Jahren Distanz auch als erster "Sponsor" des FC Basel bezeichnet werden: "Der Spielplatz und die beiden Bälle", so hiess es im ersten Protokoll des Jean Grieder, "welche Herr Roland Geldner zur Verfügung stellte, wurde mit grossem Dank angenommen. Der Platz soll in den nächsten Tagen eingerichtet werden, so dass am 26. November mit dem Spielen begonnen werden kann."
1893: Das erste Spiel
Es eilte den Herren also - und das war auch richtig so, denn sie hatten sich an jenem 15. November des Jahres 1893 ja schliesslich nicht in der verrauchten Stube der Schuhmachern-Zunft getroffen, um zu theoretisieren, sondern in allererster Linie, um sich und den Ihren das praktische Fussballspiel zu ermöglichen.
Zwei Stunden lang dauerte der erste Match in der Geschichte des FC Basel - und er endete am 26. November 1893 mit einem Sieg für den FC Basel. Das tönt stolz und erhaben, benötigt aber einer kleinen, dafür entscheidenden Einschränkung: Zwei zufällig gebildete interne Mannschaften trugen dieses historische Spielchen aus, FCB gegen FCB gewissermassen, das "Eins" gegen das "Zwei", wie man heute sagen würde.
Im "Team 1" waren dies:
Roland Geldner, Georg Geldner, Max Geldner, Ferdinand Isler, Fritz Schäublin, Josy Ebinger und Max Born gewesen,
derweil für das "Team 2"
Emil Abderhalden, Mario Arbini, John Tollmann, Adolf Hindermann, Wilhelm Glaser, Richard Strub, Lewis Gough und Jean Grieder antraten.
So historisch dieser Match auch gewesen sein mag - als "offiziell" durfte man ihn nicht bezeichnen. Diese eigentliche Premiere fand vielmehr zwei Wochen nach dem internen Trainingsspiel statt. Am 10. Dezember 1893 trat der FC Basel gegen die Turner vom Realschülerturnverein Basel an und gewann mit 2:0. Es dauerte in der Folge bis zum zweiten offiziellen FCB-Spiel mehr als ein halbes Jahr, dafür aber wagten sich die Basler Fussballer gleich bei dieser zweiten Spielgelegenheit erstmals in der Vereinsgeschichte ins Ausland. Man trat in Strassburg an - die Reisen ins benachbarte Elsass wurden schnell einmal zur Tradition. Dieser erste Match im Ausland war zugleich auch die erste wirklich deftige Lektion für die Basler. 8:0 wurden sie geschlagen.