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Mithridates II. (123-87 v. Chr.)
Rhagae, Drachme
um 123-87 v. Chr.
Silber, geprägt
Gew. 4,1278; Dm. 19,8 mm
Inv. 1908.2282.
Im Perserreich stehen der Grosskönig und seine Stellvertreter, die Satrapen, zuoberst, im griechischen Raum hingegen die Stadtgottheit. In Kleinasien, an der Schnittstelle zwischen Persern und Griechen, lassen am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. persische Satrapen ihr Bild auf Münzen setzen. Erst mit dem gewandelten Herrscherverständnis Alexanders des Grossen und der Machthaber seiner Nachfolgereiche werden auch im griechischen Raum Porträts auf Münzen üblich. Für Jahrhunderte festigt der parthische Grosskönig Mithridates II. sein Reich - und ebenfalls die Münzprägung. Auch der erste Zusammenstoss der Parther mit den Römern fällt in seine Zeit. Seine Drachmen zeigen den gedrungen gezeichneten Kopf, sein Bart ist in orientalischer Art unten gerade abgeschnitten, eine ausgeprägte Adlernase beherrscht das Gesicht. Den Reitermantel trägt er über die Schultern geworfen. Im Haar sitzt das Diadem: Es ist das Bild eines orientalischen Herrschers, angepasst an die Bilderwelt seines hellenisierten Grossreiches.