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Die Anlagestiftung Ethos übt Kritik an der Umsetzung der Minder-Initiative bei den börsenkotierten Schweizer Unternehmen. Die Höhe der Boni für Manager würden oft im Voraus festgelegt, bevor das Jahresresultat des jeweiligen Unternehmens bekannt sei.
Die Praxis komme einem Blanko-Check für das Management gleich und entspreche nicht dem Geist der Minder-Initiative, schreibt Ethos in einer Mitteilung am Donnerstag.
Grundsätzlich ist dieses Vorgehen allerdings zulässig. Die Verordnung gegen übermässige Vergütungen (VegüV) sieht vor, dass jedes Unternehmen selbst über die Abstimmungsmodalitäten für die Vergütungen entscheiden kann.
In einer Studie, die Ethos am Donnerstag vor den Medien in Zürich vorstellte, kommt die Stiftung zum Schluss, dass im Jahr 2015 nur gerade 28 Prozent der Unternehmen am Ende des Geschäftsjahrs über die variable Vergütung der Geschäftsleitung abstimmen liessen. Ethos unterstützt deshalb die Revision des Obligationenrechts. Diese würde Vorababstimmungen über Boni unterbinden.
Nach wie vor hohe Managerlöhne
Laut der Anlagestiftung sind die Vergütungen bei den Schweizer Unternehmen immer noch hoch. Demnach stieg 2014 die Gesamtvergütung für die Führungsgremien der im Swiss Performance Index SPI enthaltenen Unternehmen um 4 Prozent, wobei der SPI um 13 Prozent zulegte.
Bei den 20 grössten Schweizer Unternehmen im SMI verdiente ein Konzernchef durchschnittlich 8,2 Millionen Franken. Ein Verwaltungsratspräsident erhielt im Schnitt 2,5 Millionen Franken.
SDA-ATS