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Theater Die grösste Liebesgeschichte seit Kliby & Caroline feiert heute im Theater am Hechtplatz Premiere
Im Mai und Juni geht das neue Musical Ost Side Story von Dominik Flaschka im Theater am Hechtplatz über die Bühne. Die Macher nennen das Stück im Untertitel «Die grösste Liebesgeschichte seit Kliby & Caroline». Man ahnt bereits den Spagat zwischen todernstem Liebesdrama und schalkhaftem Klamauk.
Angelehnt ist die Geschichte, wie der Titel vermuten lässt, an die «West Side Story» – die übrigens in der Urfassung den Namen East Side Story trug. Die West Side Story wird auch die Mutter des Musicals genannt, da erstmals Tanz, Gesang und Schauspiel einzigartig und auf hohem Niveau miteinander verschmolzen wurden. Die Idee für das Musical «West Side Story» entstand 1949. Der Choreograph und Produzent Jerome Robbins schlug dem zu dieser Zeit bereits recht bekannten Komponisten Leonard Bernstein in New York vor, eine moderne Version von Romeo und Julia auf die Bühne zu bringen.
Als Bernstein im Juni 1955 den Text aufnahm, wählte er als Thematik des Musicals die Rassenkonflikte zwischen Puerto-Ricanern und Amerikanern, da ihm die erste Idee, jüdisch-christliche Probleme zu behandeln, zu altmodisch erschien. Im August 1957 startete das Stück in Washington. Bei den Zuschauern wurde die «West Side Story» sehr gut aufgenommen und entwickelte sich zu einem grossen Erfolg. 1960 wurde sie im Winter-Garden-Theater wieder aufgenommen, im Jahr darauf verfilmt.
Die erste deutschsprachige Aufführung fand 1968 an der Volksoper in Wien statt. Die Verfilmung des Musicals wurde schliesslich mit zehn Oscars ausgezeichnet. Bereits die West Side Story verband komische und dramatische Szenen mit einer grossen Liebesgeschichte.
Knapp 60 Jahre nach der Uraufführung wird die Geschichte nun wieder aufgegriffen und auf Schweizer Verhältnisse adaptiert im Musical Ost Side Story, das demnächst mit dem zeitlosen Thema der Intoleranz im Theater am Hechtplatz aufgeführt wird.
Das Theater am Hechtplatz macht immer wieder positive Schlagzeilen. Ausverkaufte Vorstellungen und eine Wiederaufnahme bescherte dem Haus beispielsweise Spamelot. Im Gegensatz zu diesem «eingekauften» Stück kommt nun eine Eigenproduktion auf die Bühne. Durch und durch ein Schweizer Musical! – Ganz auch in der Tradition des Hauses. Man erinnere sich an die schweizerdeutschen Musical Bibi Balù (1964) und Golden Girl (1967). Beides sogenannte Gaunerkomödien von Hans Gmür und Karl Suter mit Musik von Hans Möckel. Die Bühnengrössen von damals waren unter anderem Ruedi Walter, Margrit Rainer, Ines Torelli, Jörg Schneider, Edi Huber und Paul Bühlmann. Die Bibi Balù-Vorstellungen waren über 300 Mal ausverkauft.
Inzwischen zeichnet längst eine neue Generation verantwortlich für das Hechtplatz-Theater. Und auf der Bühne agieren junge Gesangs und Tanz-Künstler. Ost Side Story ist eine Produktion der shake company und Just4Fun Entertainment in Zusammenarbeit mit dem Theater am Hechtplatz.
Zur Handlung des neuen Musicals: Zwei verfeindete Gangs stehen sich gegenüber. Zürcher und St. Galler Fussballfans duellieren sich mit knallharten Bandagen. Es ist ein typisches Wochenende in Zürich. Die Pendlerinnen und Pendler verlassen die Stadt und die Agglomeration fällt in die kleine Grossstadt ein. Der St. Galler Tomy, ist vor einem Jahr nach Zürich «ausgewandert». Er will sich in der grossen Stadt etablieren und nimmt dafür Enge, Argwohn und Anfeindungen wegen seinem unbeliebten Dialekt in Kauf.
Seine Freunde Willy und Sändy, die anlässlich der Street Parade aus der Ostschweiz angereist sind, schaffen es nicht, den abtrünnigen Freund wieder auf den richtigen Weg nach St. Gallen zurückzubringen. Als sich Tomy an einem Fussballspiel des FCZ gegen den FC St. Gallen auf dem Letzigrund in die Zürcherin Märy verliebt, wird seine Situation noch komplizierter. Märys Bruder Ritschi arbeitet als Türsteher im Kaufleuten, dealt mit einer Partydroge aus Tigerhoden. Zusammen mit Noldi, einem Wurstbrater von der Langstrasse will er die Liebe zwischen Tomy und Märy verhindern. Es kommt wie es kommen muss. Es gibt Streit, die Situation zwischen den St. Gallern und Zürchern eskaliert bis hin zu den gezielten Schüssen auf Noldi...
Idee, Buch und Dialoge stammen von Dominik Flaschka, der auch Regie führt. Roman Riklin schrieb ebenfalls am Buch und ist verantwortlich für die Musik und Songtexte. Es sind 24 eigenständige Lieder mit viel Pop-Appeal entstanden, die dann und wann auch mal augenzwinkernd das Genre «Musical» persiflieren.
Cruiser ist hingegangen und hat Probenluft geschnuppert, um herauszufinden, wie das durchaus ernste Thema auf der Bühne abgehandelt wird. Noch waren die Proben nicht soweit fortgeschritten, dass durchgespielt wurde. Dennoch liessen die einzelnen immer wieder wiederholten Szenen und die Anweisungen des Regisseurs erahnen, dass hier ein äusserst unterhaltsames, witziges und freches Musical entsteht.
Und erwähnt sei in diesem Zusammenhang, dass die beiden Macher bereits bewiesen haben, wie frisch und anders ein Musical daherkommen kann. Dominik Flaschka und Roman Riklin sind die Väter des erfolgreichsten Schweizer Musicals «Ewigi Liebi» (2007 - 2012, 650‘000 ZuschauerInnen). Zusammen bringen sie im Mai 2015 ihren neusten Streich auf die Bühne: Die Ost Side Story.
Ost Side Story
Theater am Hechtplatz
8001 Zürich
9. Mai – 20. Juni 2015