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Schweigmatt
Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden
Erstellt: 2019
Datensammlung: Antonia Imholz-Arnold
Foto 004151 Das Häimä Schweigmatt liegt auf 970 m ü.M. im hinteren Grosstal auf der rechten Seite des Isenthalerbaches. Es weist dem Bach entlang ein schönes Stück topfebenen Boden aus, der von einem Bächlein durchflossen wird.
In ortsnamen.ch wird Schweigmatt mit ‘Die Wiese, auf der Vieh weidet’ gedeutet. (althochdeutsch: ‘sweiga’ = Kuhherde)
Drohnen-Video: Flug über die Schweigmatt
Grundbuch
Liegenschaft Nr. 470
(Hauptbuchblatt 220), Plan Nr. 21, 9, Schweigmatt
87’135 m²
Eigentümer
Marie Theresia Besmer-Ziegler
Im Gutsch 1, 8836 Bennau
Die Besitzer der Schweigmatt
Foto 05486
Josef Gnos 1842-1912 (alt Gemeindepräsident) ist als Besitzer der Schweigmatt im Hypothekar-Buch vermerkt. Josef Gnos heiratete 1872 Maria-Anna Aschwanden vom Seelisberg. Ein Jahr später schon verstarb seine Frau. Josef Gnos heiratete 1874 ein zweites Mal. Seine zweite Frau Marie-Anna Imholz (1850-) kam vom Schwarzwald. Sie war die Tochter von Anton und Verena Imholz-Zwyssig, z´Vrendlers vom Schwarzwald.
Foto 04006
Im Foto ist Karl Brand, der Vater von Michael Brand, zu sehen. Er steht hier vor dem Haus im Chlosterberg, wo seine Tochter Josefa verheiratet lebt.
Im Jahr 1913 übernahm Michael Brand 1881-1946 die Schweigmatt. Michael Brand, Sohn von Karl Brand und Franziska Gisler, wuchs im oberen Stettli, (jetziges Naturfreundehaus) auf. Die Familie kam von Spiringen ins Isenthal. Michaels Grossvater Josef Maria Brand war Zimmermann in Spiringen und heiratete Magdalena Fehr aus dem Isenthal.
Michael Brand verheiratete sich 1904 mit Agnes Gnos 1884-1960 der Tochter von Josef Gnos, dem vorherigen Besitzer der Schweigmatt. Zusammen mit Agnes bewirtschaftete er das Heimä Schweigmatt und Schattenberg bis 1925.
Foto 00638
1925 erwarb Johann Ziegler-Gisler 1879-1941 das Heimä. Zu dieser Zeit gehörte die Schweigmatt und der Schattenberg zusammen. Zum Heimä gehörte auch noch ein Alprecht auf Oberalp. Johann Ziegler-Gisler kam vom Seelisberg. Er verheiratete sich mit Josefina Gisler 1884-1958.
Die Familie wohnte im Schattenberg. Von 1927-1961 war immer Sohn Hans im Sommer auf der Alp.
Johann Ziegler-Gisler starb 1941. Das Heimä gehörte bis 1948 den Erben des Johann Ziegler-Gisler.
Foto 17549 u 17548 1944 übernahm Sohn Johann Ziegler-Hartmann 1911-2004 von der Erbengemeinschaft die Schweigmatt als Eigentum. Gleichzeitig konnte er auch das Alprecht auf Oberalp, das Hans zuvor schon viele Jahre bewirtschaftet hatte, als Eigentum übernehmen. Grundbuchamtlich eingetragen wurde aber die Eigentumsübertragung Schweigmatt und das Alprecht auf Oberalp erst im Jahr 1948. Den Schattenberg bewirtschaftete Johann´s Bruder Edy Ziegler-Ziegler.
Hans Ziegler heiratete im Jahr 1944 Ida Hartmann 1922-2009 von der Oberen Schwendi. Zusammen mit Ida´s Bruder Andreas Hartmann und dessen Frau Josy feierten sie in der Pfarrkirche Isenthal eine Doppelhochzeit. Hans und Ida wurden 4 Knaben und drei Mädchen geschenkt. Zwei Kinder starben kurz nach der Geburt.
Foto 17550
Familie Hans und Ida Ziegler-Hartmann, Schweigmatt
hinten v.l. Werner / Theres / Edith
vorn v.l. Ernst / Mutter Ida / Vater Hans / Hans
Besitzer im Jahr 2019
Foto 17553
Im Jahr 1996 übernimmt Theres Besmer-Ziegler von ihrem Vater Johann Ziegler-Hartmann die Schweigmatt.
Sie ist mit Ruedi Besmer verheiratet und lebt in Bennau, Kanton Schwyz. Gemeinsam haben sie 4 Kinder.
Die Besitzer und ihre Familien verbringen immer wieder gerne ein Wochenende oder Ferien in der Schweigmatt.
Foto 17622 Die Kinder von Theres und Ruedi Besmer-Ziegler
hinten v.l. Sandra / Reto / Salome
vorn Ralph
Foto 17623 Die Grosskinder von Theres und Ruedi Besmer-Ziegler
Besitzer der Schweigmatt laut Hypothekarbuch Uri
|Josef Gnos 1842-1912 verh. mit Maria-Anna Aschwanden u Marie-Anna Imholz (Vrendlers)|
|1913||

Michael Brand 1881-1946 verh. mit Agnes Gnos 1884-1960, Tochter von Vorbesitzer Josef Gnos – Michael Brand-Gnos ist der Vater von Adelrich Brand, Garage Brand, Schattdorf
|1925||Ziegler Johann 1879-1941, Schattenberg verh. mit Josefina Gisler 1884-1958, Schattenberg und Schweigmatt gehören zusammen, Familie wohnt im Schattenberg|
|1948||Ziegler Johanns Erben (Ehefrau Josefina Ziegler-Gisler und den 6 Kindern Eduard, Hans, Albert, Ernst, Josef und Josefina)|
|1948||Ziegler Johann des Johann 1911-2004 verh. mit Ida Hartmann 1922-2009|
|1996||Theres Besmer-Ziegler verh. mit Ruedi Besmer, Bennau|
Der Betrieb Schweigmatt
Foto 17547 Das Haus in der Schweigmatt war bei der Betriebsübernahme 1944 durch Johann Ziegler-Hartmann schon länger nicht mehr bewohnt, ohne Wasser und Strom. Daher musste das Haus schon bald nach der Hofübernahme umgebaut werden. Auch den Stall baute Hans um. Da zu dieser Zeit überall gespart werden musste, führte Hans und seine Familie möglichst viele dieser Arbeiten selber aus.
Foto 17542 Zur Zeit gab es in der Schweigmatt ein Transportseilbähnli. Diese führte unter den Schwarzwald. Das Seilbähnli wurde vor allem für die Zufuhr von Futter, Baumaterial und die grossen Einkäufe (7 kg Brot usw.) benutzt, die jeweils Samstags von der Bäckerei Paul Aschwanden durch Karl Aschwanden geliefert wurden. Foto ca. 1964
stehend Hans und Ernst Ziegler, und Ferienkinder
Foto 17541 Das Haus in der Schweigmatt und der Stall so ca. um 1985. Das Haus und der Stall wurde von der Familie immer wieder ausgebaut und renoviert.
Die Familie konnte auf der Schweigmatt 3-4 Kühe, 2-3 Rinder, Kälber zur Aufzucht oder Mast, 2 Ziegen, ein paar Schafe, Schweine und ein paar Hühner halten. Die eigene Viehherde nahm die Familie jeden Sommer mit nach Gossalp und später nach Oberalp.
Foto 17538 So präsentierte sich die Alphütte in Gossalp. Jeden Sommer ging Hans mit seiner Familie auf die Alp. Zuerst in Gossalp, danach gings nach Oberalp und am Schluss wieder nach Gossalp. Zwischen der Alpzeit kam die Familie immer wieder von der Alp und besorgte mit geschätzter Hilfe von Nachbarn das Heuen und Emden in der Schweigmatt.
Foto 17539 Durch den Sommer lebte die Familie von Hans Ziegler-Hartmann auf der Alp. In der Schweigmatt wurde das Haus während dem Sommer schon damals als Ferienhaus vermietet.
Auf dem Bild: Jetzige Alphütte mit Stall auf der Oberalp. Stallneubau durch Hans Ziegler-Hartmann so ca. in den 1950 Jahren.
Foto 17551
Das Schweigmatt Haus im Umbau ca. 1960. Klein und Gross konnte helfen. Bei allen Umbau und Renovationsarbeiten stand der Familie unter anderen Helfern auch immer wieder Hans Aschwanden-Hartmann vom Stettli (im Bild zweiter von links) tatkräftig zur Seite.
Seit Johann Ziegler-Hartmann das Heimä besass, wurde das Haus niemals neu aufgebaut. Jedoch mit dem Wachstum der Familie immer wieder ausgebaut und renoviert. Auch der Stall wurde stets renoviert und zum Teil auch neu gebaut.
Foto 17544 u 17543 In der Schweigmatt bei Ida und Hans Ziegler war immer etwas los.
Zu einem Jass, spontanen Festlein oder Schwarznä (Kaffee) waren Gäste immer willkommen. Wie viele Liter Kaffee Ida gekocht hat, bleibt wohl ein Geheimnis.
An Sonntagen im Winter war der Hang vor dem Haus mit Skifahrern belebt. Hans und Ida überlegten sich sogar einen Skilift zu bauen.
Foto 001428 Zu Haus und Stall führt eine Brücke über den Grosstalbach und eine Zufahrtsstrasse die Mitte 1960ziger Jahre erbaut wurde.
Zur Schweigmatt gehört ein eigener Bach mit Zulauf vom Schattenberg und zwei eigenen Quellen die in der Schweigmatt entspringen.
Bis Anfangs den 1970ziger Jahren bezog die Schweigmatt das Wasser aus dem eigenen Bach. Mit einer WIDDER-Wasserpumpe wurde das Wasser (erst direkt ins Haus in einen Wassertank) später in ein kleines Wasserreservoir ob dem Schweigmatt-Haus gepumpt und ins Haus und den Stall geleitet. Ab Anfangs den 1970er Jahren bezog dann die Schweigmatt das Wasser von der Wassergenossenschaft St. Jakob, das im Port Rüteli gefasst wurde.
2001 wurde das Abwasser von der Schweigmatt an die Abwasserkanalisation Isenthal angeschlossen.
Foto 004164 Nach einer schweren Krankheit von Hans Ziegler-Hartmann im Jahr 1961 musste die geliebte Alp verpachtet und 1963 schweren Herzens verkauft werden.
1973 wurde auch ein erster Teil des Wieslandes in der Schweigmatt verpachtet und später 1979 verpachtete Hans und Ida das ganze Wiesland.
Das Haus wurde nicht verpachtet.
Hans und Ida zogen nach Seedorf, kamen aber mit ihren Familien immer wieder gerne für ein Wochenende oder Ferien in die Schweigmatt zurück.
Foto 004157 Das Wiesland in der Schweigmatt verpachten Theres und Ruedi Besmer-Ziegler an Otto Aschwanden-Walker Port.
Im Haus vermieten sie Ferienwohnungen.
Den ausgezonten Teil am Bach verkaufte Hans Zieger 1971 an Lindner in Altdorf. Dieser legte auf der Fläche einen Teich an. Heute gehört dieses kleine Grundstück dem Fischlin-Erben in Zug.