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Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta eröffnete am Mittwoch eine von China mitfinanzierte und erbaute Strecke, welche die Hafenstadt Mombasa mit der Hauptstadt Nairobi verbindet. "Heute ist ein historischer Tag", schrieb Kenyatta auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.
Die Bahn wird als grösstes Infrastruktur-Projekt Kenias seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien im Jahr 1963 gehandelt. Das Land will damit Transportkosten für Güter senken, die Mobilität von Menschen erleichtern und neue Jobs schaffen. Die Kenianische Bahngesellschaft (KRC) stellte nach eigenen Angaben rund 30'000 Menschen für die neue Bahn ein.
Zudem soll die neue Strecke Teil eines Bahnnetzes werden, das auch die Nachbarstaaten Uganda, Ruanda und Südsudan mit Mombasa - einem der grössten Häfen Ostafrikas - verbinden soll. Die Länder wollen somit den Handel ankurbeln.
Die 472 Kilometer lange Strecke von Mombasa nach Nairobi kostete rund 3,8 Milliarden Dollar und wurde zu 90 Prozent mit einem chinesischen Kredit finanziert, wie die KRC mitteilte.
Derzeit werde das Netz weiter ausgebaut, um unter anderem Nairobi mit der ugandischen Grenze zu verbinden. Das gesamte kenianische Projekt soll demnach 2018 fertiggestellt werden.
China ist inzwischen für etliche afrikanische Länder der grösste Handelspartner und investiert viel in die Infrastruktur auf dem Kontinent.
Die alte Bahnstrecke wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der britischen Kolonialmacht ebenfalls von Mombasa nach Nairobi erbaut. Bislang dauerte die Zugreise 10 bis 12 Stunden.
Auf der neuen Bahntrasse können die Passagierzüge der KRC zufolge bis zu 120 Stundenkilometer fahren und die Reisenden in nur viereinhalb Stunden an ihr Ziel bringen. Ein einfaches Bahnticket soll 900 kenianische Schilling (rund acht Franken) kosten.
Die neue Bahnstrecke ist ein Prestigeprojekt von Präsident Kenyatta. Bei der Präsidentschaftswahl in rund zwei Monaten will sich der Staatschef um eine zweite Amtszeit bemühen.
Das im Oktober 2013 gestartete Projekt wurde allerdings auch stark kritisiert. Einige Kritiker bemängelten, die Kosten der Bahn seien viel höher als vergleichbare Projekte in anderen Ländern der Region.
(SDA)