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Der Zufall und die Suche nach der gerechten Grenze
Die Ungerechtigkeit der von den Kolonialmächten gezogenen und meistens heute noch bestehenden Grenzen wird oft beklagt, aber kaum jemals berichtigt. Der Beitrag fragt nach Gründen für die Hartnäckigkeit, mit der sich durch Zufall entstandene oder nach formalen Kriterien gezogene Grenzen gehalten haben. Als Erklärungsmodell für diesen Erfolg dient John Rawls’ Theorem des Schleiers der Unwissenheit: Grenzen scheinen dann Chancen auf Stabilität zu haben, wenn derjenige, der sie zieht, nicht weiss, welche Funktion sie einmal haben werden.