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UPU 1900 Letzttag Frankaturen
Inhaltsverzeichnis
Gemäss Postreglement war der letzte zu verwendete Tag der UPU 1900 Marken am Postschalter der Montag 31.12.1900. Danach durften diese Marken weder herausgegeben noch sonstig postalisch Verwendet werden. Der Postschalter hätte später verwendete Marken austaxieren (durchstreichen) müssen, weiter durften solche Maren nicht mehr gestempelt werden.
Eine Ausnahme bildeten die Posteinwurfsendungen. Briefe die an öffentlichen Briefkästen eingeworfen wurden. Die Marke hatte Ihre Gültigkeit bis zum 31.12.1900 Mitternacht. Dies bedeutete dass wenn die Leerung der Briefkästen erst am 1.1.1901 erfolgte, musste die UPU 1900 von der Post noch abgestempelt werden. So ist nach einem Artikel von A. Döflinger [1] in der SBZ dieser Letzttagstemepel erklärbar. Da der 31.12.1900 ein Montag war, sind Letztagsspielereien mit Sonn- und Frei-Tagen nicht anwendbar.
Doch es kommt alles anderst. Einige Postschalter nahmen es wohl nicht so genu mit dem Letztag, so ist heite eine Eingeschr Postkate bekannt, welche am 1.1.1901 gestempelt wurde. Bei Charge Frankaturen ist es aber nicht möglich diese über Posteinwurfsendungen aufzugeben. Es muss also an diesem 1.1.1901 auf der Poststelle St. Gallen jemand gewesen sein, der nicht wusste, dass diese Marke nicht mehr hätte verwendet und gestempelt werden dürfen, oder aber sie wurde aus Gefälligkeit gestempelet. Hoffen wir, dass weitere solche Belege auftauchen.....
Kuriositäten
Kuriositäten sind dann Briefe mit UPU 1900 die nach dem 1.1.1901 abgestempelt wurden. Erstens hätte der Postbeamte diese Marken nicht abstempeln dürfen, Dieser Brief hätte nachtaxiert werden müssen und der Empfänger hätte das Porto dann zahlen müssen. Es ist bis heute ungeklärt was hätte geschenen müssen, wenn die Post einen Briefkasten statt am 1.1.1901 erst am 2.1.1901 geleert hätte, wäre dann die Marke noch gültig gewesen? Die Post konnte dem Versender nicht nachweisen dass der Brief nach dem 31.12.1900 eingeworfen wurde, demnach hätte sie den Brief akzeptieren müssen.
Der nebenan abgebildete Brief, ist eine solche Kuriosität, denn er wirft einige Fragen auf die so nicht beantwortet werden können.
- Abstempelung der Marken vom 2.1.1901 (ein Tag nach Verwendungsmöglichkeit) - Die UPU Marke hätte an diesem Tag nicht gestempelt werden dürfen - Der Brief ist kein Charge, was das Porto von 20Rp rechtfertigen würde. - Der Brief trägt kein Gewichtsvermerk, könnte aber übergewichtig gewesen sein. - Der Breif könnte auch schlicht überfrankiert sein, allerding warum ist die UPU marke gestemeplt. - Eine weiter Erklärung: Der Postbeamte bemerkte zu spät, nachdem er die ungültige UPU Marke gestempelt hatte, dass diese ungültig war, und klebte eine Ziffer Marke fürs Porto bei und stempelte diese, vergass aber die UPU Marke durchzustreichen / Auszutaxieren.
Eine weitere Kuriosität ist dieser am 5.3.1901 abgestempelte Brief nach Mannheim. Posteinwurfsendung kann hier ausgeschlossen werden.
- Abstempelung der Marken vom 5.3.1901 über 2 Monate nach der Verwendungsmöglichkeit - Die UPU Marke hätte an diesem Tag nicht gestempelt werden dürfen. - Der Brief ist mit 5Rp überfrankiert. - Eine Erklärung: Der Postbeamte bemerkte zu spät, nachdem er diese gestempelt hatte, dass die UPU ungültig war, und klebte eine Stehende Helvetia Marke fürs Porto bei, vergass aber die UPU Marke durchzustreichen / Auszutaxieren. - Doch warum wurde dem Brief nur eine 5Rp UPU Marke beigeklebt? Das Porto für UPU hätte 25 Rp betragen und die blaue 25Rp Marke nach der UPU Marke geklebt worden, klebt darüber. - Wenn wir etwas suchen wollen, finden wir auch was. Hierbei handelt es sich jedoch einfach um eine philtelistische Spielerei.
SBZ Artiekel über letztag UPU 1900
Referenzen
- H. Häfeli / Vortrag Ruffi + UPU 1900
- A. Dörflinger SBZ Artikel 10.2006
Links