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Lay summary
Das Empfinden von Gefühlen prägt das Erleben unseres Alltags. In diesem Projekt wird nach Indikatoren gesucht, die es erlauben, solche affektiven Zustände auch bei Tieren zu untersuchen, die nicht sprachfähig sind.Grundstimmung und kurzfristige emotionale Reaktionen sind wichtige Bestandteile der Verhaltenssteuerung bei Menschen und anderen Säugern. Es ist weitgehend unbekannt, wie Grundstimmung und emotionale Reaktionen zusammenspielen. Zudem besteht ein angewandtes Interesse an dieser Fragestellung, weil das Wohlbefinden von Tieren in Menschenobhut am besten anhand ihrer emotionalen Empfindungen beurteilt werden kann. Sowohl die Grundstimmung wie auch die emotionalen Reaktionen können von der Haltungsumwelt beeinflusst werden. Da Emotionen im Gehirn generiert und verarbeitet werden, ist es naheliegend, dass die Hirnaktivität in den entsprechenden Regionen ein guter Indikator für Emotionen ist. Die zum Einsatz kommende funktionelle nah-Infrarot Spektroskopie erlaubt es, nicht-invasiv Veränderungen in Oxy- und Deoxyhämoglobin Konzentrationen im Hirn zu messen, was Rückschlüsse auf neuronale Aktivität erlaubt.In einem kontrollierten Versuchsdesign werden frei bewegliche Schafe mit unterschiedlicher Grundstimmung (negativ, positiv) mit jeweils einem negativen, einem neutralen und einem positiven Stimulus konfrontiert und ihre Hirnaktivität sowie Verhaltens- und physiologische Reaktionen gemessen. Dieser Versuch soll anhand von drei verschiedenen sensorischen Modalitäten (Berührung, Temperatur und soziale Interaktionen) durchgeführt werden, um generelle Aspekte der Hirnreaktionen unabhängig von der spezifischen Situation identifizieren zu können. Zwei der Versuche werden zusätzlich auch mit Menschen in analoger Weise gemacht. IN Ergänzung zu den Hirnmessungen wird beim Menschen die subjektive Empfindung verbal abgefragt, so dass die Bedeutung der Messungen diesbezüglich eingeordnet werden kann.Das Projekt liefert fundamentale Erkenntnisse über situationsunabhängige emotionale Reaktionen und über das Zusammenspiel von Stimmung und emotionalen Reaktionen. Diese Informationen erlauben es, das Wohlbefinden bei Tieren besser beurteilen zu können. Es geht insbesondere um die Frage, ob Tiere in negativer Grundstimmung alles Erlebte als negativ gefärbt empfinden und ob Tiere in positiver Grundstimmung negative Erlebnisse weniger stark empfinden.