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Ein Lebenslauf wie er selten anzutreffen ist. Von Südafrika, für Sulzer Pumpen hat es begonnen, ging er nach Rhodesien. Die Unruhe zwang das Projekt in die Knie und Housi nach Moçambique. Quasi vom Regen, unter Umgehung der Traufe, innert kürzester Zeit wieder in Unruhen. Dieses Mal in einer portugiesischen Kolonie. Alle Arbeiter wurden ausgeflogen. Housi blieb, denn er hat sein Glück gefunden. Er heiratete gerade seine heutige Ehefrau „Jenny“ – portugiesischer Abstammung mit Blut aus Afrika. Mit viel Glück wie Kreativität, hat die in der Zwischenzeit 4-köpfige Familie die Zeit überstanden. Daher wahrscheinlich sein Uebername: Majuba steht für Löwe und das Wort wird hauptsächlich im Norden von Moçambique verwendet.
Als seine Wanderjahre 1968 begannen, dauerte es 7 Jahre bis er sich in der Schweiz wieder zeigte. Er wollte zuerst das Geld sparen, um nach Hause zu fliegen. Die Eltern um Unterstützung bitten, kam in keiner Art und Weise in Frage. Keine Schulden machen, ein Prinzip, das in der Schweiz Schule machen sollte. Doch bevor es nach Hause ging, ging es für 3 Monate in die Ferien. Von Moçambique – Johannesburg –– Rio de Janeiro - New York – Zürich – Johannesburg – Moçambique. Wobei fast 2 Monate in Brasilien für einen Besuch im Norden nötig waren. Das Flugticket auf dem Schwarzmarkt in Mombasa gekauft für USD 400.- und zu zweit mit einem Kumpel, ging es los. Übrigens auch Weltenbummler wie Housi vergessen, dass sie ein Visa brauchen. Die Einreise nach New York verzögerte sich wegen den fehlenden Visa. Der Zirkus war so gross, dass Housi heute noch verzichtet, nach Amerika zu reisen.
Sofort ging es wieder von Zürich nach Moçambique bis 1982 wo er nach Tansania übersiedelte. 1992 ging es in die Schweiz um 1993 – 2000 in Nepal tätig zu sein. Dazwischen immer wieder Kurzeinsätze in Bangladesch.
Spannend wie hier Geld des Westens in Rechnung gestellt wird. Er war Hüter der Mittel, die für den Strassenbau aus der Schweiz kamen. Das Geld der Schweiz gelangte nach Nepal und wurde auf ein Konto der Regierung transferiert. Wenn das Strassenstück von den Schweizern abgenommen wurde, konnte der Auftragnehmer (ausführende Firma) bei der Regierung Rechnung stellen.
Housi hat in dem 7 jährigen Aufenthalt in Nepal eine Werkstatt zur Reparatur schwerer Arbeitsgeräte aufgebaut. Die Verträge der Maschinenlieferanten und schweren Arbeitsgeräte sahen vor, dass der Service und Unterhalt der Geräte zwingend in dieser Werkstatt zu machen sei. Heute durch eine Anhäufung von Zufällen ist die Werkstatt im Besitze der damals von ihm ausgebildeten Mitarbeiter. Sie können sich über Aufträge nicht beklagen. Ein neues Projekt für den Unterhalt von Brücken in Nepal, wird durch dasselbe Team d.h. Werkstatt erledigt. Das nenne ich Entwicklungsarbeit.
Die eigenen Kinder kamen, zur gleichen Zeit in Nepal, in den Genuss mit 52 Nationen zur Schule zu gehen. Ein Privileg. Sie sind heute beide in der Schweiz tätig. Originalkommentar Housi: Sie sollen zuerst mal lernen sich selber durchzuschlagen und Geld zu verdienen, bevor sie sich ins Nest setzen. Das hätte ihm schliesslich auch nicht geschadet.
In Sansibar war er von 2003 – 2005 als technischer Berater tätig. Und ab Ende 2005 bis 2012 als Projektleiter in der Zementfabrik in Tanga Tansania.
Heute betreibt Jenny mit dem Pensionär Housi in Tanga eine Pizzeria mit angrenzenden Bungalows, die er nur noch monatlich vermietet. Was mir Freude macht: er mag keine Pizza wie ich. Der gestrige grillierte Fisch ein Gedicht. So schlicht: Grilliert; Zwiebeln, Knoblauch, Chili anziehen mit etwas was wie Liebstöckel schmeckt aber keiner ist. Beträufeln. Servieren. Auch die Eiscreme mit Cashewnüssen aromatisch wie cremig. Habe ihm den Tipp gegeben: Nüsse etwas anzurösten für mehr Gusto. Heute werde ich Pfeffersteak und Mozzarella Käse probieren. Endlich wieder mal Filet d.h. richtiges Fleisch. Ich bin im Schlaraffenland gelandet.
Zusammen unterhalten sie nebenbei eine kleine 2 Hektaren grosse Farm direkt am Meer mit eigener Beach. Von der Terrasse aus direkter unverbauter Blick. Eigene Wasserquelle mit dem ersten Bohrequipment der Gegend. Das hat übrigens eine Deutsche Organisation einem Einheimischen zur Verfügung gestellt, um die Bevölkerung mit Brünnen zu versorgen. Der erste Auftrag war für Housi. Er hat jetzt mit Deutscher Gründlichkeit dokumentiert, dass seine Quelle beste Trinkwasserqualität hat. Eine Probe seines Wassers wurde ins Labor nach Deutschland geschickt und geprüft. Wahnsinn, der Aufwand und die Kosten. Kühe saufen viel, so ca. 100 Liter pro Kopf und Tag. Die Milch der Kühe nutzt die Ehefrau zur Herstellung des eigenen Mozzarella für das Restaurant. Den Mozzarella werde ich heute Abend - wo ich das Schreibe - probieren.
Heute ist Housi Tansanier sprich Einheimischer. Ein Privileg. Er kann für USD 0.- von Tanga nach DAR fliegen. Für mich als Auswertiger/-länder mind. USD 200.- fällig. Die Fantasiepreise der Nationalparks für Ausländer (nicht Einheimische) amüsieren „Housi“ heute. Als lokaler bezahlt er einiges weniger.
Der Internetanschluss wurde innert eines Tages in den Garten gelegt und angeschlossen – neueste Technologie. Sein Bruder, der bei der Swisscom arbeitete und zufällig 2012 anwesend war – staunte Bauklötze. Es funktionierte auf Anhieb. Meine eigenen Erfahrungen mit Swisscom sind eher durchzogen und dauern mehrere Tage teilweise bis zu einer Woche.
Als Maschinenbau Techniker hatte er immer wieder als technischer Leiter komplett neue Berufszweige kennen gelernt: Wasser Pumpen wie Turbinen – Mühlen – Kieswerke – Förderbänder – Strassenbau – Tunnelbau (Lötschberg eine kürzere Episode) - Sisalfarm – Erdnussproduktion – Zementwerke. Lernen ohne Ende möglich. Faszinierend in so viele Bereiche Einblick gehabt zu haben.
Trotzdem immer wieder Phasen von Unsicherheit und völlig unklarer Perspektiven, wie Zeiten von längerer Arbeitslosigkeit, da er in der Schweiz keine Stelle fand. Wir kennen die lahmen Argumente – zu viel Erfahrung sprich überqualifiziert und zu alt.
Anstelle der geliebten Berge und Klettertouren kam in Tansania die Jagd dazu. Tierreichtum ohne Ende. Für eine erfolgreiche Jagd waren wenige Stunden nötig. Auch heute noch gerne auf der Jagd, hingegen nur mit Feldstecher und scharfem Blick.
Was ich aus seinen Erzählungen heraushöre:
Mut Neues zu wagen
Chancen beachten und am Schopf packen - anstelle alles auf das Risiko zu reduzieren
Optimistische Grundhaltung
Das Ganze im Auge behalten - Gemeinschaft
Leben und Arbeiten - Feiern
Verwirklichen gilt für Alle sprich „Jenny“ und „Kinder“
Keine Schulden
Lebenslanges Lernen und entdecken
Anpassungsfähig d.h. Ansprüche anpassen an die Möglichkeiten
Zufrieden sein mit dem was ich habe
Wissen weitergeben, damit Menschen Probleme selber lösen – kein Geld