Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03458.jsonl.gz/1420

Im Jahr 1899 erschoss ein Nidwaldner Jäger im Jagdbanngebiet auf der Gruobialp des Kantons Obwalden zwei Wildhüter, die ihn auf frischer Tat mit mehreren gewilderten Gämsen ertappt hatten. Nach der Tat gelang ihm die Flucht ins Ausland, wo sich seine Spur verlor. Der Obwaldner Justiz blieb es verwehrt, den Mörder vor Gericht zu bringen. Der Kriminalfall beschäftigte nicht nur die Zeitgenossen stark, sondern auch die nachfolgenden Generationen. Mit der Zeit formte sich aus den Fakten, Vermutungen und Interpretationen ein eigenständiges Erzählgut, das in vielen Familien bis in die heutige Zeit mündlich weitergegeben wird. Es umfasst inzwischen zahlreiche Versionen und Varianten. Eine wichtige Triebkraft in den stetigen Tradierungsprozessen waren Buchpublikationen zum Mordfall, die während des ganzen 20. Jahrhunderts in regelmässigen Abständen erschienen.
Die eine, Wilde Jagd... von E. Rengger 3. Auflage von 1998