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Globale und regionale Klimarekonstruktionen für das Mittelalter – Potentiale und Herausforderungen
jeudi, 7. février
10:30 jusqu'à 13:00 heures
Salle 3025
Klima und Klimaveränderungen sind grossräumige, wenn nicht globale Phänomene. Lange Zeit konzentrierte sich die Paläoklimatologie deshalb auf die Rekonstruktion von klimatischen Mittelwerten für einen möglichst grossen geographischen Raum. Mit der Diskussion um den Klimawandel und dessen Auswirkungen gewann die Untersuchung von Witterungsextremen auf lokaler Ebene und besonders deren Folgen für die Menschen an Bedeutung.
Die Historische Klimatologie, eine Unterdisziplin der Klimatologie, befasst sich mit der Rekonstruktion von Witterungsverläufen und Klimaparametern vergangener Epochen, wie Temperaturen und Niederschlägen, wobei sie sich der Methoden der Geschichtswissenschaften bedient. Weitere Bereiche stellen die Untersuchung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Klimafolgen sowie die Wahrnehmung und Deutung von Witterung dar.
Klimarekonstruktionen für den europäischen Raum ab 1500 sind weit fortgeschritten, aber erst in den letzten Jahren rückte auch das Mittelalter ins Blickfeld. Rekonstruktionen in diesem Zeitraum sind mit spezifischen Problemen wie Datendichte und -zuverlässigkeit konfrontiert. Ausgewertet werden vor allem Dokumente, die entweder aus der Verwaltung verschiedener Institutionen stammen oder erzählende Quellen. Witterungsbeschreibungen, die daraus gewonnen werden, lassen sich unter Zuhilfenahme von Indizes klassifizieren, während lange phänologische Reihen wiederum zur Berechnung von Temperaturen oder Niederschlägen verwendet werden können.
Das Panel beginnt mit einem allgemeinen Beitrag, in dem die Frage gestellt wird, ob und wie eine europäische oder gar globale Klimarekonstruktion für das Mittelalter auf der Basis von Dokumentendaten möglich und sinnvoll ist. Dabei soll auch erörtert werden, wie Klimareihen mit einem regionalen Fokus zu grossräumigen Rekonstruktionen vernetzt werden können.
Klimarekonstruktionen aus Ostengland, den burgundischen Niederlanden sowie eine kompilierte Schweizer Reihe (Getreide- und Weinphänologie) bilden den Inhalt von drei weiteren Beiträgen und präsentieren Resultate auf lokaler Ebene. Alle drei Untersuchungen schliessen gesellschaftliche oder wirtschaftliche Folgen von extremen Witterungsphänomenen in den entsprechenden Regionen ein.
Responsabilité
Intervenantes
Interventions
- Wie warm oder kalt war das Mittelalter? Überlegungen zu den Möglichkeiten und Grenzen grossräumiger Klimarekonstruktionen auf der Basis von Dokumentendaten
- Witterung, Getreideproduktion und Sterblichkeit. England im Spätmittelalter
- Endlose Kälte: Witterungsverlauf und Getreidepreisschwankungen in den burgundischen Niederlanden im 15. Jahrhundert
- Rekonstruktion von Klimaparametern anhand historischer institutioneller Aufzeichnungen