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Kilchberger: Historie Anlässe 1984 und 1990
Mussten die favorisierten Nordostschweizer 1978 noch eine empfindliche Niederlage in Kauf nehmen, so kehrten sie sechs Jahre später gestärkt zurück. Ernst Schläpfer gelang es nach seinen beiden errungenen Königstiteln, 1980 in St. Gallen und 1983 in Langenthal, auch auf dem Stockenguet obenauszuschwingen. Dies in aller Deutlichkeit. Fünf Siege und ein Unentschieden ergaben 1,25 Punkte Vorsprung auf die gesamte Konkurrenz.
Im Anschwingen trafen die beiden Saisondominatoren, der Berner Niklaus Gasser und Ernst Schläpfer, zusammen. Schläpfer war der aktivere, Gasser verteidigte im gestellten Duell geschickt. Den Mittelländer Fritz Lehmann und auch den nächsten Berner, Hansueli Mühlethaler, besiegte der Appenzeller jeweils mit Kreuzgriff. Im vierten Gang setzte Ernst Schläpfer seinen Siegeszug gegen den Sieger des Innerschweizerischen, Richard Heinzer, fort. Mit dem vierten Erfolg in Serie über Johann Santschi war er der Konkurrenz enteilt.
Reiner NOS-Schlussgang
Im Schlussgang traf Ernst Schläpfer auf den Rheintaler Lothar Herrsche. Nach acht Minuten bezwang er den St. Galler Techniker mit Linkskurz platt. Herrsche war die positive Überraschung des Tages. Sein Notenblatt beinhaltete drei Siege über Fritz Hurni, Ueli Emch und Franz Odermatt. Mit den beiden Bernern Hansueli Mühlethaler und Hermann Brunner stellte das St. Galler Leichtgewicht. Im Schlussgang hatte Herrsche nichts zu verlieren und brachte Schläpfer mit seinen variantenreichen Angriffen mehrmals in Gefahr, bis sich der Appenzeller durchsetzte.
Niklaus Gasser musste nach dem Auftaktsunentschieden gegen Ernst Schläpfer im zweiten Gang gegen den Bündner Johann-Martin Engi eine sensationelle Niederlage hinnehmen, womit er für den Sieg nicht mehr in Frage kam. Trotzdem erreichte Gasser am Ende hinter den beiden Schlussgangteilnehmern Rang drei, gemeinsam mit dem gross auftrumpfenden Johann-Martin Engi, Richard Heinzer und Johann Santschi.
Eugen Haslers Revanche
Die Ostschweizer brachten sieben Athleten unter die 15 Erstklassierten. Die grosse Ausgeglichenheit hinter dem überragenden Sieger widerspiegelt die Tatsache: Nebst Ernst Schläpfer gelangen keinem Schwinger mehr als drei Siege.
Sechs Jahre später, bei strahlendem Sonnenschein, gelang dem Ausserschwyzer Eugen Hasler der grösste Erfolg seiner ungekrönten Karriere. Nach 1962 (Hans Bühler) und 1978 (Hans Kopp) ging der Sieg zum dritten Mal in die Innerschweiz. Eugen Hasler krönte in Kilchberg seine bislang erfolgreichste Saison. Zugleich nahm er erfolgreich Revanche für den ein Jahr zuvor in Stans knapp verpassten Königstitel.
Mit dem Duell gegen Schwingerkönig Adrian Käser kam es im ersten Gang zur Wiederholung des Schlussganges vom Eidgenössischen in Stans. Dies entsprach der Wunschpaarung. Dabei resultierte ein Gestellter. Wie sechs Jahre zuvor Ernst Schläpfer gewann auch Eugen Hasler in der Folge alle fünf Gänge und feierte einen überlegenen Triumph.
Im zweiten Gang traf der Schwyzer Angriffsschwinger auf den Finalisten von 1984, Lothar Herrsche. Hasler behielt gegen seinen einstigen Angstgegner die Oberhand. Im Ausschwingen mussten zwei Berner dem entfesselten Schwyzer geschlagen geben . Erst der junge Res Hadorn und im vierten Gang auch Christian Oesch auf einen Überwurf. Mit einem weiteren Sieg über den gross auftrumpfenden Freiburger Guido Sturny stand Hasler im Schlussgang.
Schlussgang gab zu reden
Im letzten Duell des Tages wartete in Person von Gabriel Yerli nochmals ein Vertreter aus der Romandie. Nach drei Minuten war es um Yerli geschehen – Hasler siegte mit Kurz. Der Schlussgang hatte jedoch einen faden Beigeschmack. Viele Zuschauer sahen beim Wurf Haslers kein eindeutiges Resultat.
Gabriel Yerli legte den Grundstein für die Schlussgangqualifikation bereits im Anschwingen mit einem Sieg über Niklaus Gasser. In der Folge musste Yerli auf dem Weg in die Endausmarchung einzig noch Hans Hämmerli eine Punkteteilung zugestehen.
Adrian Käsers Dilemma
Am Ende jenes 2. Septembers wiederholten die Innerschweizer das Resultat von 1978 und feierten dank Harry Knüsel einen Doppelsieg. Der Schwingerkönig von 1986 sah sich im vierten Gang von Guido Sturny im Kampf um den Tagessieg gebremst. Mit zwei Zehnern im Ausstich über Urs Schöni und Daniel Krebs war der Innerschweizer Doppelsieg Tatsache.
Eine böse Überraschung erlebte der damals amtierende Schwingerkönig Adrian Käser. Nach dem resultatlosen Beginn gegen Eugen Hasler musste er auch die drei folgenden Duelle gegen Guido Sturny, Markus Thomi und Adelbert Gisler stellen, womit er mit vier Unentschieden den Ausstich verpasste.