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Amphetamin ist ein synthetisch hergestelltes Stimulans, das der Stoffgruppe der Phenethylamine zugeordnet wird.
Insgesamt wurden 2020 im Drogeninformationszentrum (DIZ) in Zürich 164 als Amphetamin deklarierte Proben zur Analyse abgegeben. Bei einem mobilen Drug-Checking[1], das 2020 in der Stadt Zürich durchgeführt wurde, sind vier Amphetaminproben abgegeben und analysiert worden. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.
Risikoeinschätzung
Neben den bekannten Nebenwirkungen und dem psychischen Abhängigkeitspotential von Amphetamin stellen der stark variierende Amphetamingehalt, die Syntheseverunreinigungen sowie toxische oder anderweitig pharmakologisch wirksame Streckmittel ebenfalls ein Gesundheitsrisiko dar.
Der stark variierende und oftmals hohe Amphetamingehalt stellt für die Konsumierenden ein zusätzliches Risiko dar, da visuell nicht erkennbar ist, wie hoch der effektive Amphetamingehalt der jeweiligen Probe ist und deshalb das Risiko einer Überdosierung besteht. Bei hohen Dosen Amphetamin kann es zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, Halluzinationen, Kreislaufversagen, Gehirnblutungen und/oder Schlaganfälle bis hin zu Nieren-, Leber- und Herzversagen oder einer Atemlähmung kommen. Dosen von 50 mg/Nacht (resp. Konsumgelegenheit) entspricht bei gesunden Konsumentinnen und Konsumenten der empfohlenen Maximaldosierung, ob geschnupft oder geschluckt.
Die Auswirkungen des Konsums von Syntheseverunreinigungen (bspw. DPIA, Formetorex, 4-Methyl-5-phenylpyrimidin etc.) sind bisher kaum erforscht und stellen somit ein unbekanntes Risiko beim Konsum dar. Durch den Konsum von mit Lösungsmitteln (bspw. Phenylaceton, Phenylacetonitril oder Isopropylalkohol) versetztem Amphetamin («Paste»), können die Schleimhäute angegriffen werden und somit beim nasalen Konsum die Nasenschleimhaut auf Dauer erheblich geschädigt werden. Bei diesen Lösungsmitteln handelt es sich meist um toxische Stoffe. Informationen und Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind auf saferparty.ch unter Amphetamin Safer Use zu finden.
Amphetamingehalt
2020 betrug der durchschnittliche Amphetamingehalt der von uns analysierten Proben 59.6 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Gehalt um 6.3 % gesunken[2]. Der Amphetamingehalt der untersuchten Proben variierte stark und lag zwischen 0.4 und 100 %. Die Amphetamin-Werte werden als Sulfat angegeben[3].
[1] Aufgrund der Corona-Pandemie konnte 2020 nur ein mobiles Drug Checking durchgeführt werden.
[2] Die Differenzen im Vergleich zum Vorjahr werden im Folgenden jeweils in Klammern angegeben.
[3] Amphetamin wird mehrheitlich als Sulfat gehandelt. Daher wurden sämtliche Werte für das Sulfat berechnet.
Bei den im DIZ abgegebenen Amphetaminproben handelte es sich meist um ein Gemisch aus Amphetamin und einem oder mehreren Streckmitteln. Ein Teil dieser Streck-mittel ist pharmakologisch nicht wirksam (z.B. Laktose, Stärke, Zellulose). Diese Streck-mittel, die keine zusätzlichen Effekte beim Konsum haben und einzig zur Gewinnmaximierung beigemischt werden, werden vom Labor nicht ausgewiesen und sind in dieser Statistik nicht erfasst.
2020 enthielten 78 % (+13.7 %) der abgegebenen Amphetaminproben mindestens ein pharmakologisch wirksames Streckmittel, eine Syntheseverunreinigung oder eine Kontamination (Schmierkontamination in bereits mit anderen Substanzen verwendeten Minigrips). Im Jahr 2020 nahm die Zahl an Proben mit Syntheseverunreinigungen stark zu (+17.8 %).
Vorhandene Syntheseverunreinigungen ergeben sich aus einer unsachgemässen Her-stellung und/oder durch ungenügende Aufreinigung des Amphetamins im Herstellungs-labor. Ob und bei welchen Dosierungen Syntheseverunreinigungen wirksam und/oder gesundheitsschädigend sind, ist unbekannt. Grundsätzlich ist immer von einer Bedenklichkeit auszugehen.
Das am häufigsten vorkommende pharmakologisch wirksame Streckmittel in Amphetaminproben ist nach wie vor Koffein.
Amphetamingehalt in % von 2011 - 2020
Zusätzlich detektierte Substanzen in Amphetaminproben 2020