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Das alte Ägypten mit seinen Pharaonen bleibt selbst heute noch in mancherlei Hinsicht rätselhaft, und viele der damaligen Ereignisse werden wohl nie wirklich ans Licht kommen. Eine Geschichte jedoch, welche sich 1290 BC abgespielt haben soll, hatte besonders weitgehende Folgen. Damals hatten sich nämlich der Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) und Anck-su-Namun (Patricia Velazquez), eigentlich die Geliebte des Pharaos, ineinander verliebt. Als der Herrscher dahinter kam, nahm sich Anck-su-Namun das Leben und Imhotep floh aus dem Palast. Bald darauf stahl er die Leiche seiner Geliebten aus der Gruft, um sie in Hamunaptra - der Stadt der Toten - wieder zum Leben zu erwecken. Doch bevor Imhotep das Ritual abschliessen konnte, wurde er gestoppt und musste auf Befehl des Pharaos das gefürchtete Hom Dai Ritual über sich ergehen lassen, bei dem er lebendig mumifiziert wurde.
Einige tausend Jahre später: Evelyn Carnahan (Rachel Weisz) arbeitet gerade in einer Bibliothek, als ihr Bruder Jonathan Carnahan (John Hannah) ihr einen gestohlenen Gegenstand zeigt, der eine Karte der sagenumwobenen Stadt Hamunaptra enthält. Völlig aus dem Häuschen holen die beiden den verwilderten Soldaten Rick O'Connell (Brendan Fraser) aus dem Gefängnis und machen sich mit ihm auf den Weg. Doch der Weg in die Stadt, in der angeblich gewaltige Schätze schlummern, ist gefährlich. Habgierige Konkurrenz sorgt für Probleme, tödliche Fallen fordern weitere Menschenleben und noch während sie nach dem Buch Amun-Ra suchen, erweckt Evelyn aus Versehen den Hohepriester Imhotep wieder zum Leben...
Abenteuerstreifen sind schon lange ein fester Bestandteil der Filmkultur, doch nur wenige konnten sich wirklich etablieren. The Mummy entwickelte sich jedenfalls zu einem Megaerfolg: Die Riesenproduktion mit einem Budget von 80 Millionen US-Dollar spielte weltweit rund 400 Millionen US-Dollar ein. Sie wurde das erste Kapitel einer Saga, welche noch zwei Sequels und zwei Spin-offs nach sich zog.
The Mummy gehört klar zu denjenigen Produktionen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, möglichst kurzweilige und spassige Unterhaltung bieten zu wollen. So kommt The Mummy in einem ähnlichen Stil daher, wie die originalen Indiana Jones-Episoden und begibt sich mit einem eher ungewöhnlichen Ensemble auf ein Abenteuer, bei dem alles daran gesetzt wird, die Handlung so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Dies ist auch gelungen und vor allem wegen des Casts funktioniert der Film grossartig: Der draufgängerische Brendan Fraser, der lieber erst schiesst und dann fragt, die britische Lady Rachel Weisz, die sich vom Bücherwurm zur Abenteuerin mausert, und schliesslich der nervige und mehrheitlich nutzlose Bruder John Hannah. Diese drei sind einfach sympathische Figuren. Kombiniert man sie mit einigen fiesen Konkurrenten, denen man jedes Missgeschick gönnt, sowie mit einer, von Arnold Vosloo grossartig gespielten, Mumie, sind auch die Fronten klar aufgeteilt und man kann den Spass uneingeschränkt geniessen.
Natürlich bedarf es auch einer gewissen Toleranz, da man vieles nicht hinterfragen und sich an Klischees und Stereotypen auch nicht stören sollte. Wer also Realismus und Historische Korrektheit erwartet, der wird klar enttäuscht sein. Das Gleiche gilt für die doch sehr eindimensionale Mumie, die eben einfach nur ihre grosse Liebe Anck Su Namun wiederbeleben will und dieses Ziel stur und ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt. Dies und auch die inzwischen doch arg in die Jahre gekommenen Special Effects sind dann auch die nennenswerten Negativpunkte, die in Erinnerung bleiben. Dennoch vermindern diese Details, auch dank der reisserischen Inszenierung durch Regisseur Stephen Sommers, den Unterhaltungswert dieser filmischen Achterbahnfahrt kaum.
Fazit: The Mummy wurde nicht grundlos zum Megahit in den Lichtspielhäusern. Er gehört zu den klassischen und ebenso trashigen Abenteuerfilmen, welche auf Realismus pfeifen und, dank eines sympathischen Ensembles, kurzweilige Unterhaltung bieten. Sehr zu empfehlen für einen abwechslungsreichen und spassigen Filmabend.
Auf DVD ist der Film schon in vielen Fassungen erschienen. Manche bieten viel Bonusmaterial und andere weniger. Die getestete DVD hat zwei Audiokommentare und neben dem Trailer auch einige kurze Clips zu den Special Effects sowie ein paar entfallene Szenen. Die Bildqualität wie auch der Ton ist ok.