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Orgelmusik aus Deutschland und Komponisten, die hauptsächlich in Deutschland gewirkt haben
Johann Gottfried Weiske (1745–1806) besuchte ab 1761 die Thomanerschule in Leipzig und studierte danach an der dortigen Universität. 1769 kam er als Stellvertreter des Kantors nach Meissen und wurde dort 5 Jahre später Dom- und Stadtkantor.
Weiske war der erste Komponist im deutschsprachigen Raum, der exakte Tempoangaben vorschrieb. Er veröffentlichte dazu eine Abbildung und eine genaue Beschreibung seines «Tactmessers» in Pendelform.
Kompositionen von Johann Gottfried Weiske
Nebst einigen Chorwerken sind sechs Sonaten für Tasteninstrument überliefert, erschienen im Sonat-Verlag.
Karl-Peter Chilla (* 1949) ist ein deutscher Kirchenmusiker, Organist und Komponist. Er studierte evangelische Kirchenmusik in Berlin. Von 1982 bis 2014 wirkte er als Kantor in Dillenburg und als Propsteikantor in der Propstei Nord-Nassau. Er Chorleitung und Hymnologie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
Im Jahr 2002 erhielt er den Titel Chordirektor BDC der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände. Chilla begründete die Konzertreihe Dillenburger Orgelsommer. Im Jahr 2014 wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Sein letztes Orgelkonzert gab er nach 55 Jahren Konzerttätigkeit im Juli 2019.
Philipp Wolfrum (1854–1919) wurde in Schwarzenbach am Wald, Oberfranken, geboren. Bereits in jungen Jahren erlernte er das Orgelspiel und vertrat seinen Vater bereits als Neunjähriger an der Orgel. Auch sein jüngerer Bruder Karl wurde Organist und Komponist.
Er studierte ab 1876 als Schüler von Joseph Rheinberger in München. 1878 wurde er Seminarmusiklehrer in Bamberg, 1884 Dozent und 1894 Universitätsmusikdirektor in Heidelberg, wo er 1898 zum Professor ernannt wurde. Wegen einer Nierenerkrankung begab er sich 1919 zu einer Kur nach Samedan (Oberengadin). Er starb an dieser Krankheit und wurde noch in Samedan beigesetzt.
Orgelwerke von Philipp Wolfrum
Wolfrum komponierte überwiegend Orgelmusik, die wichtigsten Werke sind:
- Sonate in b-Moll op. 1 (Joseph Rheinberger gewidmet) über Choralmelodien (1878)
- Zweite Sonate in E-Dur op. 10 (1880)
- Dritte Sonate in f-Moll, op. 14 (1883)
- 9 Orgelvorspiele zu Kirchenmelodien op. 25 (1887)
- 6 Orgelvorspiele zu Kirchenmelodien op. 27 (1888)
- 3 Tondichtungen für Orgel op. 30 (1898)
- 41 Choralvorspiele (ca. 1885)
Beitragsbild: Gedenktafel für Philipp Wolfrum in der Peterskirche in Heidelberg
Reinhard Ernst Ohse (* 1930) ist ein deutscher Kirchenmusiker und Komponist. Er studierte Kirchenmusik in Berlin bei Ernst Pepping und danach in Halle. In späteren Jahren nahm er Kompositionsunterricht bei Tilo Medek.
Von 1958 bis 1978 war er Domorganist in Halle und leitete den Chor der evangelischen Studentengemeinde. Ab 1978 bis zur Pensionierung 1996 war er Kantor am Naumburger Dom und leitete die Domkantorei und den Naumburger Kammerchor.
2012 erhielt Reinhard Ohse die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland.
Ohse schrieb Werke verschiedener Gattungen, z. B. Orgelwerke, Streichquartette und Kammermusik. 1987 entstand die Lettner-Passion für Solo, Chor und Orchester. Diese Passion wurde seitdem in verschiedenen Orten aufgeführt. Seit seiner Pensionierung hat Ohse zahlreiche weitere Kompositionen geschrieben, darunter ein Konzert für Orgel und Orchester, das 2009 im Naumburger Dom uraufgeführt wurde, und den Liederzyklus Kalenderlieder, dessen Texte einem Kalender mit täglichen Gedichten entnommen sind.
Orgelwerke von Reinhard Ohse
- Op. 35 Totentanz 1970
- Op. 61 Pedalübung 1976
- Op. 63 Herzblätter für eine Kleinorgel 1976
- Op. 66 Kinderlieder für Orgel 1977
- Op. 77 Musik für Orgelpositiv 1979
- Op. 112 „Herzliebster Jesu“ Partita in 4 Sätzen 1988
- Op. 139 „O Heiland, reiß die Himmel auf“ Partita in 7 Sätzen 1997
- Op. 166 Naumburger Orgelbuch13 Orgelstücke 2006
- Op. 180 Orgelsonate auf e 2012
s. a. reinhard-ohse.de
Matthias Nagel (*1958) studierte an der Hochschule für Kirchenmusik Herford und an der Folkwang Hochschule in Essen, wo er 1984 das A-Examen ablegte. Von 1984 bis 2003 wirkte er als Kantor in Düsseldorf-Garath. 2003 bis 2009 war er Kirchenmusikdirektor an der Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen. 2009 wurde er zum Landesposaunenwart in der Evangelischen Kirche im Rheinland berufen. Seit 2011 ist er Dozent für kirchliche Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford.
[Quelle: Wikipedia]
Orgelmusik von Matthias Nagel
Nagel komponiert Orgelmusik im Pop- und Jazz-Stil. Unter anderem veröffentlichte er die Reihe «Special Pipes» im Strube Verlag. Bisher sind 4 Hefte erschienen:
- Freie Orgelstücke (Orgel mit Pedal)
- Freie Orgelstücke (manualiter)
- Advent – Weihnachten
- Passion – Ostern
Matthias Nagel komponiert auch Chormusik und Musik für Blechbläser
Johann Melchior Dreyer (1747–1824) lebte in Ellwangen (Württemberg), wo er zuerst als Schulmeister wirkte. 1779 wurde er Stiftsorganist und 1790 Kapellmeister in Ellwangen und übte diese Ämter vermutlich bis zu seinem Tod aus. Dreyer komponierte Orgelsonaten, Messen und kleinere Vokalwerke. Einige Messen hatten zu seiner Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad. Weiterlesen
Ludwig van Beethoven (1770–1827), geboren in Bonn, gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Klassik und Wegbereiter der Romantik. Sein Vater und sein Grossvater waren bereits Berufsmusiker an der Hofkapelle des Kurfürsten und Erzbischofs Maximilian Friedrich. Der junge Ludwig wurde u. a. vom Hoforganisten Gilles van den Eeden und dessen Nachfolger Christian Gottlob Neefe unterrichtet. Mit 12 Jahren wurde der Beethoven Neefes Stellvertreter an der Orgel, mit 14 erhielt er eine feste Anstellung als Organist. Daneben wirkte er bis zu seinem Umzug nach Wien 1792 als Cembalist und Bratischist an der Hofkapelle.
Ludwig van Beethoven hatte vermutlich nach seiner Bonner Zeit keinen Bezug mehr zur Orgel und komponierte keine originalen Orgelwerke, es sind aber 5 Stücke für mechanische Flötenuhren überliefer, welche gerne auf der Orgel gespielt werden.
Die polnische Organistin Maria-Magdalena Kaczor hat eine interessante CD mit dem Titel «Ludwig van Beethoven organ perspectives» herausgegeben, auf der sie nebst den Flötenuhrstücken auch einige Klavierstücke und Bearbeitungen auf der Orgel eingespielt hat. mariamagdalenakaczor.eu
Hans Buchner (1483–1538) war der Sohn des Ravensburger Organisten Hans Buchner des Älteren. Er gilt als der bedeutendste Organist der Renaissance. 1506 wurde er Domorganist in Konstanz. Zu seiner Amtszeit wurde eine neue Orgel gebaut. Sie verfügte über 31 Register auf drei Manualen und Pedal und war damals eine der bedeutendsten Orgeln in Deutschland. Weiterlesen
Johann Christoph Schmügel (1727–1798) erhielt seinen ersten Musikunterricht bei seinem Vater, der Organist in Pritzier war. Später studierte er in Hamburg bei Georg Philipp Telemann. Im Jahre 1758 wurde er Organist und Musiklehrer in Lüneburg. 1766 verliess er Lüneburg und wechselte an die St. Nicolai-Kirche in Mölln/Lauenburg. Hier wirkte er ab 1784 auch als Kantor. Schmügel starb im Alter von 71 Jahren an einem Schlaganfall während dem Orgelspiel. Weiterlesen
Michael Schütz (*1963) stammt aus Karlsruhe und studierte an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusikin Esslingen. Von 1994 bis 1998 hatte er einen Lehrauftrag für Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen. Danach war er Dozent für Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen und an der Bundesakademie Trossingen. Seit 2010 ist er Kantor an der Trinitatiskirche Berlin und lehrt Popularmusik an der Universität der Künste Berlin. Schütz widmet sich insbesondere der Verbindung von traditionellen Musikstilen mit Popularmusik. Weiterlesen