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«Ich setzte alles daran, Profisnowboarder zu werden»
Nach einem schweren Unfall Anfang Jahr verliefen die Vorbereitungen für die aktuelle Snowboard-Saison anders als gewohnt. Doch Gabriel lässt sich nicht entmutigen und hat grosse Ziele.
Name: Gabriel Alter: 20 Wohnort: Au Beruf: Kaufmann in Ausbildung
Wie alt warst du, als du mit Schneesport angefangen hast?
Meine Familie ist sehr sportbegeistert, deshalb stand ich schon mit drei Jahren auf den Ski. Das wurde mir aber schnell zu langweilig und ich wechselte mit vier oder fünf Jahren aufs Snowboard.
Wer hat dein Snowboard-Talent entdeckt?
Das habe ich gemeinsam mit meinen Eltern entdeckt. Da ich viele Ballsportarten spielte, war ich schon früh koordinativ begabt. Als ich zehn Jahre alt war, haben mein Vater und ich den Sichtungstag des Regionalkaders BASE (Boarding Association Switzerland East) besucht. Dort wurde den Teilnehmenden beim Snowboarden zugeschaut. Schliesslich schafften es drei potentielle Talente ins Team. Darunter war auch ich. Im folgenden Sommer habe ich am Konditionstraining teilgenommen und angefangen, in Ziegelbrücke zu trainieren. Diese Zeit war sehr anstrengend, da ich Training und Schule unter einen Hut bringen musste. Trotzdem hat es Spass gemacht und ich erhielt viel Unterstützung von meinen Eltern.
Hast du spezielle Schulen besucht, um intensiv Sport treiben zu können?
Nach der Primarschule kam ich in die Sportklasse der OMR Heerbrugg. Dort konnte ich Sport und Schule gut kombinieren. Jetzt besuche ich die United School of Sports in St.Gallen. Diese Schule hat ein super System für Spitzensportler.
Welche Ziele hattest du zu Beginn deiner Snowboardkarriere?
Mein grösstes Ziel war es, der beste Snowboarder der Welt zu werden. Damit verbunden waren kleinere Etappenziele. Zu diesen gehörte: Schweizer Meister zu werden und mich am Europacup zu beweisen. Den Titel des Schweizer Meisters habe ich in den jüngeren Kategorien (U13, U15) geholt. Bei den letzten Meisterschaften bin ich Zweiter in der Elite Kategorie geworden. Die Europacup-Saison beendete ich auf dem 7. Gesamtrang, welcher mir den 41. Platz in der weltweiten Rangliste sicherte.
Welches Ziel verfolgst du momentan?
Eines meiner Ziele ist es, beim Europacup unter die Top drei zu kommen. Beim Weltcup wäre ich gerne unter den Top 30, was ein hohes Ziel ist. Wenn meine Saison gut läuft, kann ich dieses Ziel erreichen. Es würde mir auch einen Platz im Weltcupteam sichern. Ein anderes Ziel ist der Titel des Schweizer Meisters und die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.
Beim Snowboarden gibt es verschiedene Disziplinen. Welche magst du am liebsten?
Grob gesagt gibt es drei Kategorien: Alpinsnowboard, Snowboardcross und Freestyle. Meine Lieblingsdisziplin ist Cross. In dieser Disziplin geht es darum, den Kurs möglichst schnell hinter sich zu bringen. Dieser setzt sich aus Steilwandkurven, Sprüngen, Wellen und vom Skigebiet abhängigen Elemente zusammen.
Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?
Wenn es auf dem Snowboard weiterhin so gut läuft, kann ich mir eine Profikarriere vorstellen. Da ich mir jedoch im Mai Schien- und Wadenbein gebrochen habe, sah die Saisonvorbereitung dieses Jahr ein wenig anders aus. Ich bin noch nicht so weit, wie ich es gerne wäre. Falls ich Ende Saison zufrieden bin mit meinen Resultaten, werde ich auf eine Profikarriere setzen. Wenn nicht, muss ich mir überlegen, wie ich meine Zukunft gestalte. Nach dem Militär die Berufsmatura zu machen, wäre eine Option. Oder falls die Möglichkeit besteht, würde ich in meinem Lehrbetrieb weiterarbeiten.