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1990 startete in Holland die erste europäische "Clean Clothes Campaign", am 12. Januar wurde sie nun auch in der Schweiz lanciert, nachdem 1997 die Postkartenaktion für die faire Produktion von Sportschuhen ein Erfolg gewesen war. Damals hatten über 40 000 Personen Postkarten an die grossen Sportschuhhersteller und die Grossverteiler versandt.
In der Produktion von Kleidern aus dem Süden und Osten sieht es nicht besser aus als bei den Turnschuhen: die Lage in den Produktionsländern ist miserabel, die in der Kleiderproduktion anzutreffenden Arbeitsbedingungen erfüllen bei weitem nicht die von der Internationalen Arbeitsorganisation ILO aufgestellten Mindestnormen. Durch den zunehmenden Wettbewerb und die Globalisierung wurde die Produktion von Textilien in Billigländer ausgelagert. Vor allem Frauen und Kinder produzieren im Akkord die Kleider, die dann hierzulande günstig (oder auch nicht) verkauft werden, ohne auch nur einen annähernd gerechten Lohn zu erhalten. Dazu kommen exzessive Überzeit (bis zu 90 Std. pro Woche), mangelnde sanitäre Einrichtungen, fehlende Sicherheitsbestimmungen, Gewerkschaftsverbot, sexuelle Belästigung und vieles anderes mehr. Insbesondere die Zahl der sogenannten freien Produktionszonen (in Mexiko, auf den Philippinen, China und in vielen weiteren Ländern) nimmt zu, um so den durch die wechselnde Mode diktierten Kleiderbedarf der Industrienationen zu decken (vergl. dazu "Global Players" von Manuela Reimann im FriZ-Thema "Fairer Handel" 3/98).
In der Schweiz wurde nun die Clean Clothes Campaign, von der Erklärung von Bern, Brot für Alle und dem Fastenopfer mit einer neuen Postkartenaktion lanciert. Die Kampagne will mit Unterstützung der KonsumentInnen den Druck auf die grossen Markenfirmen und Grossverteiler erhöhen, so dass sich diese an eine Verhaltenskodex binden lassen."Es handelt sich bei dieser Kampagne um keinen Boykottaufruf" betonte Jeanine Kosch von Fastenopfer an der Pressekonferenz, "dies würde nur den ArbeitnehmerInnen schaden". Mit einer Postkarte an kleiderproduzierende oder -verkaufende Unternehmen werden diese aufgefordert, über die Existenz und Einhaltung des Verhaltenskodex zu informieren. Insbesondere wird verlangt, dass eine unabhängige Kontrollinstanz eingeführt wird. Dass diese Aktion Erfolg haben kann, zeigt die Sensibilität der Branche auf Image-Verluste: Die Sportschuhbranche reagierte empfindlich auf die Kritik und führte erste Kodizes ein, Verhandlungen zwischen der Kampagne und VertreterInnen der Textilindustrie zeigen bereits erste Wirkungen. Damit der Verhaltenskodex aber nicht nur eingeführt, sondern auch eingehalten und kontrolliert wird, braucht es den verstärkten Druck der KonsumentInnen!Postkarten und Informationsmaterial sind erhältlich bei: Clean Clothes Campaign, c/o Erklärung von Bern, Postfach, 8031 Zürich.
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