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Wenn ganz grosse Vermögen geschaffen werden, steht meist eine besondere Unternehmerpersönlichkeit am Anfang. Der Prototyp dafür ist Alfred Nobel. Ja, der war Unternehmer, aber das ging längst vergessen, weil er sein Vermögen jener Stiftung vermachte, aus deren Zinserträgen bis heute herausragende Leistungen in Wissenschaft und Gesellschaft mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden.
Dem wissenschaftlichen Multitalent Nobel gelangen zahlreiche wichtige Erfindungen, und als cleverer Geschäftsmann verstand er es, diese Innovationen in einträgliche Monopole umzumünzen. Der Urkapitalist schaffte das Kunststück, seine Nobel Industries mithilfe von 355 Patenten in 20 Ländern so zu organisieren, dass er überall in der Welt mitreden und mitverdienen konnte, wo auch immer in den Gründerzeiten des 19. Jahrhunderts Dynamit hergestellt wurde, das er erfunden hatte.
Sein Patent dafür datiert aus dem Jahr 1867 und mischt Nitroglycerin (75 Prozent) mit Kieselgur (25 Prozent). Wobei Letzteres die Gefährlichkeit von Nitroglycerin verringert, während die Sprengkraft bleibt.
Während Nobel mit seinen Patenten, die ihm Monopole sicherten, Jahrzehnte brauchte, um sein Vermögen aufzubauen, wachsen heute grosse Vermögen im Zuge der Globalisierung und der rasch fortschreitenden Technologisierung der Wirtschaft deutlich schneller. Auch die Lebenszyklen von Unternehmerdynastien sind kürzer geworden. Dieser Schluss lässt sich aus den regelmässigen Untersuchungen der UBS und des Beratungsunternehmens PwC über die Entstehung von bedeutenden Privatvermögen ableiten.
Ein Schlüsselmoment der Geschichte
In der ersten Ausgabe des «Milliardärs-Report», den die UBS seit 2015 jährlich veröffentlicht, hatten die Autoren auf der Grundlage von zahlreichen Interviews mit Milliardärsfamilien eine markante Verschiebung in der globalen Struktur der Superreichen festgestellt. Während das weltweite Vermögen der Milliardäre im Jahr 1995 noch überwiegend (zu 57 Prozent) in den Händen von Erben war, sank deren Anteil in den folgenden zwanzig Jahren auf 34 Prozent. Die anderen 66 Prozent der Milliardärsvermögen sind bei «Selfmade»-Milliardären, wie die Studie Unternehmer der ersten Generation bezeichnet. Deren Anteil am Milliardärsvermögen ist weiter gestiegen und lag im Jahr 2020 bereits bei nahezu 80 Prozent.