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Auf der Fahrt Richtung Hamburg empfiehlt es sich, nach Erreichen der Lüneburger Heide die Autobahn via Ausfahrt Soltau-Ost zu verlassen und über die B71 Munster anzusteuern (10 km). Munster beherbergt nämlich das deutsche Panzermuseum. Das Museum ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Munster und der Panzertruppenschule, der Zentralen Kaderausbildungsstätte der gepanzerten Kampftruppen der Bundeswehr. Hervorgegangen ist die 1983 eröffnete und fortan kontinuierlich erweiterte Ausstellung aus der einstigen standortinternen „Lehrsammlung gepanzerte Kampftruppen“. Munster ist seit 1956 Garnison der Bundeswehr. Der heute rund 19’000 Hektaren umfassende Truppenübungsplatz besteht seit 1893 und wurde von 1945 bis 1993 auch von britischen Verbänden benutzt.
Das Museum verfügt über eine bestgepflegte Sammlung von Fahrzeugen, Waffen und Gerät der Panzertruppe (aktuelles Barettabzeichen vgl. Bild), der Panzerjäger, -aufklärer und -grenadiere sowie der Radschützen. Gezeigt werden alle wesentlichen deutschen Panzerentwicklungen seit 1917 sowie die in der Bundeswehr und Nationaler Volksarmee (DDR) einst verwendeten ausländischen Typen. Weitere Kampffahrzeuge stellen sich zum Vergleich. Einzelne Exponate sind erst Jahrzehnte nach ihrem Einsatz wieder nach Deutschland zurückgelangt. So ein fast ladeneuer PzKpfWg IV des Afrikakorps (ab 1942 Standardfahrzeug der deutschen Panzertruppe), der infolge Panne oder Treibstoffmangel mit nur 482 km auf dem Tachometer den Briten in die Hände gefallen war.
Erwähnenswert ist auch der (tschechisch-)schweizerische Panzerjäger G 13, hier zum deutschen Jagdpanzer 38 (t) „Hetzer“ rücktransformiert.
Weiter erwarten den Besucher umfangreiche Bestände an Munition, Hand- und Faustfeuerwaffen, Uniformen, Orden und Ehrenzeichen sowie eine der bedeutendsten internationalen Stahlhelmsammlungen. Personengeschichte vermitteln Exponate aus dem Besitz der legendären Panzerführer Erwin Rommel (1891 – 1944) und Heinz Guderian (1888 – 1954). Dass auch die Kavallerie als Stammtruppe der Panzerwaffe ein Ausstellungsthema bildet, versteht sich von selbst. Ein reich illustrierter, 382 Seiten starker Katalog (geeignet als Nachschlagewerk) liegt zum Kauf vor.
Vincenz Oertle
Schweizer Soldat 1/2001