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Cartographica Helvetica
ZusammenfassungCartographica Helvetica 11 (1995) 44–49: Summary
Peter van der Krogt:
Das «Plenilunium» des Michael Florent van Langren. Die erste Mondkarte mit Namenseinträgen
Der Bedarf an Benennungen von topographischen Objekten auf dem Mond entstand vor allem nach der Erfindung des Fernrohrs zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Das älteste selenonymische Traktat mit zugehöriger Kartenskizze von William Gilbert war noch ohne technische Hilfsmittel entstanden. Weil es aber noch viele Jahre dauerte, bis Gilberts Resultate endlich gedruckt wurden, gilt das 1645 erschienene Plenilunium von Michael Florent van Langren als die erste gedruckte Mondkarte. Ihr folgten unmittelbar die beiden Mondkarten von Johannes Hevelius aus Danzig (1647) und Battista Riccioli aus Ferrara (1651).
Der südniederländische Kosmograph Van Langren (1598–1675) stand im Dienste des spanischen Königs Felipe IV. in Brüssel, der auch seine wissenschaftliche Tätigkeit unterstützte. Van Langren entwickelte ein brauchbares Verfahren zur exakten geographischen Längenbestimmung. Es beruhte auf der Messung des Zeitunterschiedes zwischen der Aufhellung und der Verdunkelung von Mondbergen bei zu- bzw. abnehmendem Mond. Zu diesem Zweck waren gute Karten des Mondes in seinen verschiedenen Phasen und eine brauchbare Nomenklatur notwendig.
Van Langrens erster Entwurf zu seinen Selenonymen datiert von 1627. Fehlende finanzielle Mittel verzögerten über Jahre deren Publikation. Das Plenilunii Lumina Austriaca Philippica mit 322 Namen wurde als Kupferstichkarte 1645 gedruckt. Im Gegensatz zu Gilbert benannte Van Langren die dunklen Flecken auf dem Mond mit «Mare» oder «Oceanus». Von seiner ursprünglichen Idee, die Eigennamen von bekannten Wissenschaftlern und regierenden Fürsten zu verwenden, sind auf den heutigen Mondkarten deren drei übrig geblieben: die Krater Langrenus (nach ihm selbst benannt), Pythagoras and Endymion.
Bibliographische Anmerkung