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Pfungen
(Kt. Zürich,
Bez. Winterthur).
426 m. Gem. und Pfarrdorf, im unteren
Tössthal und am linken Ufer der
Töss. Station
der Linie
Winterthur-Bülach. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit
Bruni,
Hinter Rumsthal und
Neu
Pfungen: 133
Häuser, 1061 Ew.
(wovon 182 Katholiken); Dorf: 116
Häuser, 901 Ew. Viehzucht. Eine grosse Baumwollweberei mit 200 Arbeitern und eine Ziegelei
mit 40 Arbeitern. Funde aus der
Stein- und Bronzezeit. Refugium aus der Eisenzeit, Saalburg geheissen.
Alte Namensformen sind Pfungingen und Pfunga, d. h. bei den Nachkommen des Pfungo. Nach der Ueberlieferung der
Reichenauer
Chronik soll Pirmin, der
Gründer von
Reichenau und anderer
Klöster, zur Zeit der Regierung von Herzog Gotfried von Alemannien
in
Pfungen eine
Zelle erbaut haben, woraus man aber nicht schliessen darf, dass der Herzog selbst hier
eine Veste besessen habe. Die Burg
Pfungen kommt urkundlich erst 1322 als ehemaliges Eigen der Freiherren von
Wart vor.
Nachdem sie ihre Besitzer mehrfach gewechselt, wurde sie von Hans
Steiner von Zug
zu
Wülflingen 1526 den
Wellenberg abgekauft
und von seinen Nachkommen 1629 an die Stadt
Winterthur abgetreten, deren
Bürgern von da an bei einem Besuch
im Schloss vom
Pächter ein Trunk kühlen Weines unentgeltlich gereicht werden musste. Diese bemerkenswerte Burg ist im März 1876 beim
Bau der Eisenbahnlinie
Winterthur-Bülach abgetragen worden. Eine eingehende Beschreibung mit Abbildungen gibt
H. Zeller-Werdmüller in seiner Arbeit über Zürcherische Burgen. (Zürich
1895). 130 m über
Pfungen sieht man auf dem
Rücken des
Multberges noch Gräben einer zweiten Burg, die ebenfalls den
Wart gehört haben muss, in den Urkunden aber nicht erwähnt
wird.
Pfungen bildete eine besondere niedere Gerichtsherrschaft der zürcherischen Landvogtei
Kiburg.
Die
Pfründe von
Pfungen, die zusammen mit dem
Schloss 1629 an
Winterthur gekommen war, wurde erst 1856 Eigentum des Kantons Zürich.
Vergl.
auch das
Winterthurer Neujahrsblatt für 1813, 1897/98 und 1899/1900.