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Ist schon gut, was du da geschrieben hast, aber auch etwas elitär. Mit dieser Doppelbotschaft stehe ich immer wieder mal im Regen. Honig ums Maul und eine Schelle auf der Backe. Ärger vergällt Freude. Die Frage bleibt, inwiefern elitär denn negativ ist.
Einmal sah ich eine Dokumentation über die Subkultur von Bettlern in New York. Sie zeigte grosse Unterschiede auf zwischen solchen, die wissen, wie sie schnell zu Dollars kommen, und anderen, die meistens leer ausgehen. Es gebe auch unter ihnen eine Elite. Da spitzte ich die Ohren, denn so verwendet hatte ich das Wort kaum je gehört.
Es kommt vom lateinischen eligere für auslesen und ist übers französische élire für auserwählen ins Deutsche gelangt. Auslese als Prädikat von Qualitätsweinen ist positiv besetzt: Es gibt eine Elite unter Weinen. Auserwählte hingegen sind eher negativ besetzt: Sie werden als arrogante Minderheit empfunden, wenn es um Religion geht, gar als Sekte. Während der Französischen Revolution war élite der soziologische Begriff für solche, die ihre gesellschaftliche Bedeutung nicht geerbt hatten wie beim Adel, sondern durch eigene Anstrengung erarbeitet.
So allerdings ist elitär ein beschreibendes Attribut, das weder urteilt noch ständisch oder intellektuell reserviert ist: Unter Bettlern gibt es eine Elite wie unter Bauern, Metzgern, Händlern, Soldaten. Die Tatsache, dass jemand Professor ist, reicht nicht, ihn zur Elite zu zählen. Am wenigsten genügt, männlich zu sein! Elitär heisst, auf irgendeinem Gebiet zu den Besten zu zählen. Genau so blüht eine Gesellschaft: mit ihren Eliten auf allen Gebieten, und brain drain lässt sie welken. Welkt Kirche deshalb?