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Raab, der wegen des Dunkeln um ihn zum Raaben wird, verlor den Vater auf so beiläufige Weise, daß er nicht an dessen Tod glauben kann; Raabe kommt ins Internat. Dort trifft er Fieber, der wegen eines Fieberschwindels vom Liebherr zum Fieber gemacht wurde; im Internat ist auch Andre, die, um ihre Stärke zu zeigen, den Namen selbst gewählt hat, indem sie das a unterschlug, sie will kein Mädchen sein.
Raab, der wegen zahlreicher Missgeschicke und wegen des Dunkels um ihn zum Raaben wird, verlor den Vater auf so beiläufige Weise, dass er nicht an dessen Tod glauben kann; Raabe kommt ins Internat. Dort trifft er Fieber, der wegen eines Fieberschwindels vom Liebherr zum Fieber gemacht wurde, Sohn einer neureichen Hoteliersfamilie; im Internat ist auch Andre, die, um ihre Stärke zu zeigen, den Namen selbst gewählt hat, indem sie das a unterschlug, sie will kein Mädchen sein. Weiter gibt es den Taubmann, der wegen seiner Behinderung unterschätzt wird; Raabe ist fasziniert von seiner Feinfühligkeit, die beiden werden leise Freunde. Auch der Steinmetz und der Apotheker, ein Großonkel von Raabe, sind zwei wortkarge Freunde. Nach dem Internat kommt Raabe zum Apotheker, dann zum Steinmetz, wo er schuften muss. Der Steinmetz verstirbt – zweimal. Raabe geht, als wäre es eine Befreiung, in die Stadt, in den Dschungel der Stadt – er könnte ein entfernter Verwandter von Voltaires Candide sein ...
»Ein Bildungs- und Schelmenroman, brillant gedacht und ebenso geschrieben, der nicht in Vergessenheit geraten sollte.«Buchkultur
»Strittmatter hat einen Roman geschrieben, in dem sich auf eigenwillige Weise realistisches Erzählen mit phantastischen und skurrilen Elementen verbindet.«Der Spiegel
»Ein fesselnder und kraftvoller Roman, in einer vitalen, bildreichen Sprache geschrieben. In seinen exzentrischen Beschreibungen zeigen sich eine große Fabulierkunst und Erzählkraft, die auf weitere spannende Bücher dieses jungen Schriftstellers hoffen lassen.«Deutsche Welle
»Extrem lesenswert.«Die Zeit
»›Raabe Baikal‹, der Bildungsroman in anekdotischen Trümmern und ungemein sinnlichen Bildern, liest sich heute wie ein Vermächtnis.«Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Archaisches und Alltägliches scheint sich in Strittmatters Figuren gegenseitig zu filtern, bis sie gerade das präzis rapportierte realistische Detail zu Akteuren einer tragischen, von der Wirklichkeit abgerückten Groteske macht. Der halbwüchsige Zögling Raabe, dessen Schul- und Lehrjahre eine Art Gerüst für die in kurzen Kapiteln montierten Episoden und Schicksalslinien abgeben, ›könnte ein entfernter Verwandter von Voltaires Candide sein‹, heißt es. Wenn auch Strittmatters Perspektive ungleich enger gefaßt ist als die Voltaires, so läßt sich sein Buch doch unter ähnlich negativen Vorzeichen als ›Entwicklungsroman‹ lesen. Eine dumpfe Gewaltsamkeit regiert hier, die keinen verschont; die nur erträglich bleibt, weil Strittmatter sie mit soviel Wut und Verve, Beobachtungsschärfe und Einfallsreichtum in Szene setzt, daß sich die menschliche Misere im Absurden oder Irrealen bricht. In der Tatsache, daß es dem Schriftsteller immer wieder gelingt, die desolate Grauzone seiner Romanwelt ins Phantastische oder Groteske, ins Hintergründige oder Poetische aufzubrechen, liegt vielleicht – um den Bezug zu Voltaire aufzugreifen – der eigensinnige ›optimisme‹ dieses Buches.«Neue Zürcher Zeitung
»Man könnte ›Raabe Baikal‹, Strittmatters Höllen-Brueghel-Welt, einen umgekehrten, einen negativen Erziehungsroman nennen.«Österreichischer Rundfunk
»Ein denkwürdiges, manchmal spielerisch tänzelndes und dann wieder äußerst komplexes, sich in Nebenhandlungen verlierendes und schwermütiges Stück neuer deutscher Prosa. Strittmatters Roman-Debüt ist eine harte Nuß, aber eine, die es zu knacken lohnt.«Sender Freies Berlin
»Thomas Strittmatter hat einen eigenwilligen Blick für skurrile Details – er kann wunderbar beschreiben. Ein außergewöhnliches Sprachtalent.«Süddeutsche Zeitung
»Ein Roman, der Europa im Sturm erobert!«The European