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Wann haben Sie sich das letzte Mal geärgert? Wer oder was hat Ihren Ärger provoziert?
Ärger ist ein Gefühl wie z.B. auch Wut, Betroffenheit und Traurigkeit. Gefühle haben etwas mit unseren Bedürfnissen zu tun wie beispielsweise das Bedürfnis, ernst genommen zu werden, akzeptiert zu werden etc. Das Verhalten anderer kann ein Gefühl bei uns auslösen und somit auf eines unserer Bedürfnisse hinweisen. Der Grund für mein Gefühl liegt also nicht in der Handlung des Gegenübers sondern in meinem Bedürfnis, welches keine Erfüllung findet. Somit greift eine Aussage wie «Ich fühle mich nicht geschätzt, da sie mich kritisieren …» zu kurz und wird der Sache nicht gerecht. Der Wunsch, dass der Gesprächspartner sein Verhalten ändern soll, kommt in diesem Beispiel in einem Vorwurf und einer Du-Botschaft zum Ausdruck. Dadurch kann eine Gesprächssituation noch anspruchsvoller und ein Konflikt zusätzlich angeheizt werden.
Nutzen Sie statt einer Du-Botschaft eine Ich-Botschaft und teilen Sie dem anderen auf diese Weise mit
• wie Sie die Situation oder das störende Verhalten wahrnehmen
• welche Konsequenzen oder Gefühle für Sie damit verbunden sind
• welche Bedürfnisse und Interessen in diesem Zusammenhang für Sie wichtig sind
• einen Wunsch, eine Bitte wie Sie es konkret gerne hätten.
Und so könnte eine Ich-Botschaft lauten:
• Situation / Verhalten
«Sie haben mich bei der letzten Projektsitzung als fachlich ganz und gar zu unerfahren für die Projektleitung bezeichnet. Habe ich Sie richtig verstanden?»
• Konsequenz / Gefühl
«Dies hat mich verunsichert, da mir nicht klar ist, welche Erfahrungsbereiche sie genau meinen. Ich war sehr betroffen und verärgert, da…»
• Bedürfnis / Interesse
«… mir sehr viel an einem wertschätzenden Umgang liegt. »
• Wunsch/Bitte
«Ich bitte Sie, Kritik möglichst so zu formulieren, dass ich weiss wo Sie konkret eine Verän-derung wünschen.»
In der Formulierung von Du-Botschaften sind die meisten von uns geübt. Das Formulieren von Ich-Botschaften ist uns hingegen oft weniger geläufig. Es kann also auch eine gewisse Anstrengung und Übung brauchen, bis wir auch diese Art der konstruktiven Kommunikation beherrschen. Probieren Sie es doch einfach aus und lassen Sie mich über ein erfolgreiches Beispiel wissen.
Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und freue mich auf Ihre Rückmeldung.
Forschende der Universität Innsbruck sind der Frage nachgegangen was Arbeit sinnvoll macht. Ihre Resultate weisen darauf hin, dass einerseits die Eigenschaften der arbeitenden Person und andererseits die Werte der Unternehmung Einfluss darauf haben ob Arbeit am Arbeitsplatz als sinnvoll wahrgenommen wird.
Unter anderem wurden folgende grundlegende Aspekte festgehalten, die zur Sinnerfüllung beitragen:
- Übereinstimmung der Person mit der Rolle, die durch die Arbeitstätigkeit zugeordnet wird. Im Idealfall passt die Tätigkeit mit der Persönlichkeit und den Zielen der Person zusammen.
- Vertrauenswürdiges und integres Handeln der Unternehmensführung bezüglich Werten und Normen der Unternehmung von denen wiederum die Zielorientierung abhängt. Fehlt dies, kann das Sinnerleben bei der Arbeit darunter leiden.
- Die Wahrnehmung der Konsequenzen, der Bedeutsamkeit, der positiven Auswirkungen der eigenen Arbeitshandlung auf die Organisation, die Menschen, die Gesellschaft oder das Weltgeschehen. Damit einher geht das Gefühl von Autonomie und Kompetenz, was sich wiederum positiv auf das Sinnerleben in der Berufstätigkeit auswirkt.
- Das Gefühl der Zugehörigkeit, wenn sich die / der Mitarbeitende als Teil einer kollegialen Gemeinschaft fühlt. Dadurch wächst die Bindung an die Organisation und die Arbeit wird als sinnvoll wahrgenommen.
- Eine Kommunikationskultur, in welcher Probleme offen angesprochen werden und emotionale Unterstützung und Toleranz gegenüber Fehlern gelebt wird. So kann auch ein Gefühl der Wertschätzung entstehen.
Am wichtigsten scheint gemässe Studie die Bedeutsamkeit für die Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit zu sein, d.h. etwas zu schaffen, das für die Umwelt, Gesellschaft, andere Menschen von Wert ist.
Dadurch wird Arbeit positiver erlebt und produktiver ausgeführt.
Was kann die / der Einzelne zu seiner Sinnfindung in der Arbeit beitragen?
- Herausfinden welche Tätigkeit zu ihr / ihm passt, denn Sinnerleben hängt auch von der Passung ab, also der Übereinstimmung von persönlichen Anliegen (Präferenzen, Interessen, Werten, Kompetenzen …) und Arbeitsaufgaben. Wenn das Finden dieser Passung in Eigenregie schwerfällt, kann eine Standortbestimmung / Laufbahnberatung – eine kurze Begleitung in dieser Frage – nützlich und sinnvoll sein.
- Sich ein Bild machen, welches Arbeits- / Organisationsumfeld für sie / ihn bei seiner Arbeitsverrichtung förderlich ist.
- Sich vom Konkurrenzdenken zum Kollegialitätsdenken hinbewegen, denn dies steigert das Zugehörigkeitsgefühl.
- Bei seiner Arbeit im Rahmen des durch die Organisation ermöglichten mitgestalten, mitdenken und mitsprechen.
Quelle: http://www.sinnforschung.org/gesellschaftsrelevant/sinn-im-beruf-2
Die NZZ am Sonntag vom 17.12.2017 titelte «Nur 30 Prozent der offenen Stellen werden ausgeschrieben – meistens erfolgt die Vergabe unter der Hand».
Was hat es damit auf sich? Was schon seit längerem vermutet wurde, wurde nun durch eine Untersuchung des Zürcher Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA) bestätigt. Ein Grossteil der offenen Stellen wird über den «verdeckten Arbeitsmarkt» vergeben, das heisst die Stelle wird nicht ausgeschrieben sondern unter der Hand besetzt und dabei spielt das persönliche Netzwerk eine entscheidende Rolle, denn eine Empfehlung kann manche Türe öffnen. So stehen pro Jahr 250’000 Stellenwechsel über Stelleninserate 600’000 Stellen gegenüber, die über den verdeckten Arbeitsmarkt besetzt wurden.
Wie baut man sich denn nun ein persönliches Netzwerk auf? Durch fortlaufende Aktivitäten, z.B. indem man Kontakte zu früheren Kollegen und Vorgesetzten pflegt, Kongresse, Messen, Events besucht oder sich für eine bestimmte Sache oder in einer ehrenam-tlichen Tätigkeit engagiert und so die eigene Person bekannt macht. Zudem lohnt es sich, sich mit seinem beruflichen Profil auf den sozialen Netzwerken wie XING und LinkedIn zu positionieren, diese gewinnen bei Headhuntern als Suchkanal stetig an Bedeutung.
Quelle: NZZ am Sonntag, 17.12.2017 https://nzzas.nzz.ch/wirtschaft/stellensuche-jobs-findet-man-nur-mit-vitamin-b-ld.1340185?reduced=true
Der stete Wandel in unserer Arbeitswelt führt dazu, dass Erwerbstätige mehr denn je Eigenverantwortung für ihre berufliche Laufbahn übernehmen müssen und damit verbunden immer wieder entscheiden, wie sie sich positionieren und weiterbilden wollen. Im Entscheiden, wählen können, liegt ein Stück Freiheit und auch Lebensqualität. Wir können unsere Freiheit leben, eine bewusste Entscheidung treffen oder es dem «Zufall» überlassen wo es uns beruflich hinträgt. Unsere Wahl treffen wir aufgrund unserer Wertehierarchie, die sich mit zunehmendem Alter und der Situation auf dem Arbeitsmarkt verändert. Dies kann auch zum Bedürfnis nach Veränderung in der Erwerbstätigkeit führen, um zufrieden und vielleicht auch glücklich zu sein. Eine Standortbestimmung und Laufbahnplanung kann in einer solchen Situation sinnvoll sein, denn Übergänge von einer Lebensphase zur anderen – wie wir sie beim älter werden durchlaufen – werden oft von einer Neuorientierung und damit verbunden auch von Unsicherheit begleitet. Eine Laufbahnberatung bietet die Möglichkeit einerseits eigene Bedürfnisse und Träume sowie andererseits auch die Veränderungen in der Arbeitswelt einzubeziehen. Erfolg auf dem Arbeitsmarkt stellt sich dann ein, wenn Fähigkeiten und Neigungen mit den Anforderungen des Berufes übereinstimmen und da sich dieser Arbeitsmarkt verändert, gilt es diese Passung auch immer wieder zu überprüfen. Gelingt es in Eigenregie ein erstrebenswertes und realistisches Ziel festzulegen, ist der Weg zur bewussten Weiterentwicklung offen, stellen sich Hindernisse in den Weg, kann eine Unterstützung um den Kompass neu auszurichten sinnvoll sein.
Bildung ist ein wertvolles Gut, welches auch mit finanziellen Aufwendungen verbunden ist. Der Gedanke an eine zweite Ausbildung – an eine weitere Lehre, ein Studium oder eine Weiterbildung – kann zuweil bereits durch die Finanzierungshürden gestoppt werden. In Lebenssituationen, für die keine privaten oder staatlichen Gelder zur Verfügung stehen, kann die Stiftung Educa Swiss, die Schweizerische Stiftung für Berufsbildung und Finanzierung, nach einer genauen und strengen Abklärung Unterstützung leisten. Sie führt private Geldgeber und Stiftungen, die bereit sind Bildungsdarlehen zu vergeben, mit Menschen mit konkreten und durchführbaren Bildungsplänen zusammen. Das Ziel ist, Menschen trotz schwieriger Ausgangslage zu ermöglichen ihr Potential zu verwirklichen.
Quelle: www.educaswiss.ch
Vor kurzem bin ich auf eine Geschichte gestossen, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Sie zeigt wie es uns Menschen schnell passieren kann, dass wir zwei fehlerhaften Backsteine in den Mittelpunkt stellen, die 998 perfekten Backsteine darum herum aber ausser Acht lassen und so auch die damit verbundenen Möglichkeiten aus den Augen verlieren.
Zwei mangelhafte Backsteine (aus Ajahn Brahms Buch „Die Kuh, die weinte“, Lotos Verlag, ISBN 978-3778781838)
(…)Bauarbeiter konnten wir uns nicht leisten – schon die Kosten für das Material waren ja kaum aufzubringen! Also musste ich das Bauen von Grund auf erlernen: wie man ein Fundament legt, betoniert, mauert, ein Dach zimmert und sanitäre Einrichtungen einbaut, eben alles, was zum Bau gehört. (…)
Dem Außenstehenden mag Maurerarbeit leicht erscheinen: Man pappt etwas Mörtel auf den Stein, setzt ihn an seine Stelle und klopft ihn ein bisschen fest. Wenn ich aber leicht auf eine Ecke schlug, um eine ebene Oberfläche zu erhalten, stieg eine andere Ecke nach oben. Kaum hatte ich diese auch festgeklopft, tanzte auf einmal der ganze Stein aus der Reihe. Behutsam brachte ich in ihn also wieder in die richtige Position, um gleich danach festzustellen, dass die erste Ecke schon wieder hochragte. Es war zum Verzweifeln. Wenn Sie mir nicht glauben, versuchen Sie’s doch selbst einmal!
(…) Ich gab mir also große Mühe, jeden Backstein perfekt einzupassen, ganz gleich, wie viel Zeit ich dafür benötigte. Und irgendwann war die erste Backsteinmauer meines Lebens fertig gestellt. Voller Stolz trat ich einen Schritt zurück, um mein Werk zu begutachten. Erst da fiel mir auf – das durfte doch nicht wahr sein! -, dass zwei Backsteine das Regelmaß störten. Alle anderen Steine waren ordentlich zusammengesetzt worden, aber diese zwei saßen ganz schief in der Mauer. Ein grauenvoller Anblick! Zwei Steine hatten mir die ganze Mauer versaut. (…)
Als ich die ersten Besucher durch unser neues Kloster führte, vermied ich es stets, mit ihnen an dieser Mauer vorbeizugehen. Ich hasste den Gedanken, dass jemand dieses Stümperwerk sehen könnte. Etwa drei oder vier Monate später wanderte ich mit einem Gast über unser Terrain. Plötzlich fiel sein Blick auf meine Schandmauer.
»Das ist aber eine schöne Mauer«, bemerkte er wie nebenbei.
»Sir«, erwiderte ich überrascht, »haben Sie etwa Ihre Brille im Auto vergessen? Oder einen Sehfehler? Fallen Ihnen denn die zwei schief eingesetzten Backsteine nicht auf, die die ganze Mauer verschandeln?«
Seine nächsten Worte veränderten meine Einstellung zur Mauer, zu mir selbst und zu vielen Aspekten des Lebens.
»Ja«, sagte er. »Ich sehe die beiden mangelhaft ausgerichteten Backsteine. Aber ich sehe auch 998 gut eingesetzte Steine.«
Ich war überwältigt. Zum ersten Mal seit drei Monaten sah ich neben den beiden mangelhaften Steinen auch andere Backsteine. Oberhalb und unterhalb der schiefen Steine, zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten befanden sich perfekte Steine, ganz gerade eingesetzt. Ihre Zahl überwog die der schlechten Steine bei weitem.
Bis dahin hatte ich mich ausschließlich auf meine beiden Fehler konzentriert und war allem anderen gegenüber blind gewesen. Deshalb konnte ich den Anblick der Mauer nicht ertragen und wollte ihn anderen Menschen auch nicht zumuten. (…) Jetzt, zwanzig Jahre später, steht sie immer noch, und inzwischen habe ich längst vergessen, an welcher Stelle die mangelhaften Backsteine stecken. Ich kann sie mittlerweile tatsächlich nicht mehr sehen.
(…) In Wahrheit gibt es jede Menge guter Steine, perfekter Steine – oberhalb und unterhalb unserer Fehler, zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten – aber manchmal können wir sie einfach nicht sehen. Stattdessen konzentriert sich unser Blick ausschließlich auf die Fehler. (…)
Natürlich gehört es auch zu unserem Leben uns mit den fehlerhaften Backsteinen auseinanderzusetzen. Sei es, dass wir uns damit konfrontieren, sie annehmen oder auch los lassen. Dabei sollte unser Blick, unser Bewusstsein und unser Herz die 998 wohlgeformten Backsteine im Auge behalten und diese wertschätzen, nutzen und sich daran freuen, denn dort drin liegen unsere Stärken, Fähigkeiten und Kraftquellen, die uns in der Umsetzung unserer Wünsche und Erreichung unserer Ziele unterstützen.
Eine respektvolle, wertschätzende Haltung den 998 wohlgeformten Backsteinen gegenüber zu entwickeln und den zwei fehlerhaften Backsteinen punktuelle Aufmerksamkeit zu schenken, das bedeutet Ressourcenorientierung. Seien Sie sich gegenüber grosszügig und verständnisvoll, wenn Ihnen etwas einmal nicht gelingt. Geben Sie sich eine neue Chance und vielleicht entdecken Sie dabei noch einen ganz anderen Weg.
Auf Ihrem Weg wünsche ich Ihnen gutes Gelingen.
Immer öfters trifft man auf Erwachsene in einer Berufsausbildung, die eine Erst- oder Zweitausbildung absolvieren. Dieser Trend zur Erwachsenenlehre ist besonders bei den 25- bis 34-jährigen ausgeprägt aber auch zwischen 50 und 60 Jahren finden sich immer mehr Menschen, die den Mut haben, diesen Weg zu gehen. Behörden und Verbände unterstützen diese Entwicklung, denn jede sechste Person in der Schweiz hat keinen Berufs- oder Mittelschulabschluss obwohl sie in den meisten Fällen einer Arbeit nachgeht. Hier lieg also noch ein grosses Potenzial, welches gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel genutzt werden kann.
Beispiele von Menschen, die als Erwachsene eine Berufslehre absolvieren, finden Sie unter folgenden Links:
Mit 50 in die Lehre – für ein besseres Leben, Artikel in der Sonntagszeitung vom 18. Juni 2017 mit Marco Graf.
«Als Grufti id Stifti»
Der erfolgreiche Arbeitnehmer der Zukunft weiss, was er kann und wie er seine Kompetenzen am besten vermarktet. Er ist vernetzt, flexibel und stets bereit, Neues zu lernen. Das muss er auch, denn die Arbeitswelt erfordert immer mehr Selbstorganisation und Eigeninitiative. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.
Wie könnte die zukünftige digitale Arbeitswelt aussehen? Und welches Rüstzeug braucht man, um in ihr bestehen zu können? Diese Fragen stellten sich die Experten und machten im Zuge ihrer Studie zwei Haupttrends aus. So wird zum einen die Selbstvermarktung immer wichtiger. Der Grund liegt in der zunehmenden Projektisierung der Arbeit. Immer mehr Unternehmen vergeben einzelne Aufträge, um die sich die Arbeitnehmer immer wieder neu bewerben müssen. Der zweite Trend betrifft die Branchengrenzen. Diese verschwimmen zunehmend. Berufsstrukturen weichen auf, was zur Folge hat, dass fachübergreifende Kompetenzen immer gefragter werden.
Wie kann man nun diesen Entwicklungen begegnen? Grundlegend natürlich schon in der frühen Ausbildung. Schülerinnen und Schüler sollten lernen, ihre eignenen Stärken und Schwächen einzuschätzen, ihre Kompetenzen hervorzuheben und verantwortungsvoll mit den eigenen Daten umzugehen. Die Ausbildung sollte sich zudem nicht mehr an starren Berufsbildern orientieren, sondern vermehrt fachübergreifende Fähigkeiten vermitteln. Und: Alle sollten sich bewusst sein, dass Lebenslanges Lernen kein Modewort ist, sondern die Voraussetzung für Erfolg bis ins Alter. Denn schon heute sind Berufswechsel auch nach dem 50.Lebensjahr keine Seltenheit. Eine professionelle Standortbestimmung und Laufbahnberatung unterstützt die Arbeitnehmer in diesen Phasen, ihre Möglichkeiten zu reflektieren und sich neu zu orientieren.
Quellen: persorama HR SWISS, Magazin der Schweizerischen Gesellschaft für Human Resources Management, Nr. 1/2017, S. 10-11 Vodafone Stiftung, Selbst-Marketing wird wichtiger, Branchen-Grenzen verschwimmen, 24.03.2017
Haben Sie heute schon einmal aus dem Fenster geschaut; sich fünf Minuten Zeit für sich genommen? Nein? Dann geht es Ihnen wie vielen Schweizer Erwerbstätigen. Ein Drittel von ihnen fühlt sich häufig oder sehr häufig gestresst. Ihnen fehlt schlicht die Zeit, durchzuatmen. Vor allem die Jungen klagen über zu hohe Anforderungen und einen Mangel an Entlastung – beides Faktoren, die zu negativem und damit gesundheitsschädigendem Stress führen.
Dass Stress krank macht, ist bekannt. Doch über das “Wie” war man sich bis jetzt noch unschlüssig. Harvard-Mediziner haben dieses Rätsel nun gelöst. Bei einer Studie an über 300 Erwachsenen konnten sie zeigen, dass die Aktivität der Amygdala im Hirn bei starkem Stress ansteigt. Daraufhin sendet sie Signale u.a. an das Knochenmark aus, vermehrt weisse Blutkörperchen und andere Entzündungsstoffe herzustellen. Das Ergebnis: chronische Entzündungen im Körper – ganz ohne Keime oder Infektionen. Langfristig führen diese Entzündungen zu vorzeitiger Gefässverengung und damit zu einem erhöhten Risiko für einen Herzinfakt oder Schlaganfall.
Chronischer Stress wirkt also ganz ähnlich schädigend wie zum Beispiel Rauchen. Deshalb sollten Ärzte auch diesen Risikofaktor abfragen und ihre Behandlung danach ausrichten. Besser als eine späte Therapie wäre jedoch, die Arbeitnehmer schon im Vorfeld zu sensibilisieren. Verhaltensprävention lautet das Schlagwort. Dabei werden neben Stressbewältigungskompetenzen auch Entspannungstechniken vermittelt. Denn auch das ist bewiesen: Autogenes Training (AT) oder Progressive Muskelentspannung (PME) können die negativen Auswirkungen von Stress deutlich reduzieren. Am besten findet eine solche Verhaltensprävention übrigens als Weiterbildung während der Arbeitszeit statt. Denn von ausgeglichenen, gesunden Mitarbeitenden profitieren nicht zuletzt die Arbeitgeber.
Quellen: SZ.de, (Süddeutsche Zeitung), 13. Januar 2017: Stress führt zu Entzündungen im Körper, ganz ohne Keime SZ.de, (Süddeutsche Zeitung), 12. Oktober 2016: Das stresst die Deutschen am meisten Stressstudie 2010: Stress bei Schweizer Erwerbstätigen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Stehen Sie vor einer herausfordernden Lebenssituation oder beschäftigt Sie immer wieder dasselbe Thema? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und schauen Sie sich die Situation an. Hier finden Sie einen Fragenkatalog, der Sie dabei unterstützen kann. Wollen Sie Ihre Überlegungen vertiefen, weitere Perspektiven entwickeln und umsetzen? Eine psychosoziale Beratung kann Sie dabei unterstützen, indem Sie in einem sicheren “Raum” laut denken und Neues ausprobieren können.
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