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Jahresbericht 2017
Sehr geehrte Damen und Herren
Wie immer gibt es gute und weniger gute Resultate aus unserem Engagement.
Eine Freude sind die Frauen. Fast alle der jungen Frauen, die durch LfL eine Krankenschwester-,
Hebammen-, Haushalt- und Köchinnen-Ausbildung absolvierten, haben gute Stellen bei Gesundheitszentren, Spitälern, Restaurants, Hotels oder privaten Grosshaushalten.
Mir scheint, dass die Mädchen und Frauen am meisten von unserem Engagement profitieren. 2003
bei der Einweihung unserer ersten Schule sagte ich, es wäre schön, wenn ebensoviele Mädchen wie
Buben zur Schule gingen. Es dauerte ein paar Jahre, aber jetzt ist es selbstverständlich, dass in Supe
und Umgebung alle Kinder zur Schule gehen. Ich glaube, wir können das Gleiche bewirken am
neuen Wirkungsort Zew Mariam, wo momentan nur wenig Mädchen die Schule besuchen und mit
12 Jahren verheiratet werden.
ÄTHIOPIEN
Bienenhaltung generiert Einkommen und
Zukunftsperspektiven. Seit drei Jahren haben wir an den Universitäten
in Metu und Assela 90 angehende Biologinnen zu Imker-Expertinnen ausgebildet.
Diese Frauen kehren nach ihrer Ausbildung in ihre Herkunftsorte zurück, gründen Genossenschaften
und produzieren gemeinsam Honig und Wachs. Wir unterstützen einige Gruppen
noch mit Weiterbildung und Material. Nach der nächsten Ernte mit erstem Einkommen
von Honig- und Wachsverkauf brauchen sie nur hie und da die Beratung durch unseren
Experten Solomon. Zwei unserer Gruppen haben einen Ausstellungsplatz beim nächsten
APIMONDIA-Symposium 2018 in Addis Ababa erhalten.
Neues Schulprojekt in Zew Mariam im
Ich habe im letzten Jahresbericht angekündigt, dass wir ein neues Bildungsprojekt im
nördlichen Teil von Äthiopien planen. Wir beginnen mit Schulmaterial, Heften, Büchern
und dem Entsenden von 20 SchülerInnen in die höheren Klassen in ein grösseres Nachbarstädtchen.
Die Verantwortung und das Anknüpfen der Kontakte mit den lokalen Behörden werden
von meinen äthiopischen Freunden Bereket und Paulos übernommen; sie sind aufgewachsen
in einem Schweizer Waisenhaus in Addis Ababa und stammen von dieser Gegend. Unsere
Stiftung wirkt mehr im Hintergrund; ich reise aber immer noch zwei/dreimal pro Jahr
nach Äthiopien, bespreche und überwache die Aktivitäten. Ein mögliches Ziel für nächstes
Jahr ist ein Schulhaus – das jetzige ist zu klein, hat kaum Tageslicht, keine Schulbänke und ist
verfallen.
Das Projekt in Supe ist abgeschlossen
Die Gemeinde Supe, die näheren Dörfer und deren Bewohner haben seit 2003 sehr viel Unterstützung und Wissen von Learning for Life erhalten und sind jetzt selbständig in der
Lage, mit der Infrastruktur der Schulhäuser (für 2500 Schüler), einem Gesundheitszen-
trum, der Wasserversorgung und dem Gelernten ihre Zukunft gut zu bewältigen.
Einzig die Hebamme und Gesundheitsberaterin wird weiterhin von uns bezahlt.
Waisenhaus Wukrokinder
Seit Januar 2017 ist das Hilfsprojekt Wukrokinder administrativ unter dem Dach von
Learning for Life. Im Kinderdorf Elshadai in Wukro im Norden von Äthiopien leben heute
160 Waisenkinder. Zusammen mit der Dorfleitung arbeiten Monika und Christian Gilgen
(neu in unserem Stiftungsrat) sowie Susanne Bättig am Ziel der Selbstversorgung. Die Voraussetzungen dafür sind dank einer guten Grundinfrastruktur, einer ansehnlichen Landwirtschaft
und einer engagierten Dorfleitung gegeben.
MADAGASKAR
Schülerinnen / Studenten / Lehrlinge
Wir unterstützen im Moment 23 Kinder und Jugendliche aus ganz armen Verhältnissen.
11 davon absolvieren eine Berufslehre. Die Lehren in Madagaskar kann man nicht mit
unseren vergleichen; sie dauern leider nur ein paar Monate. Voa Hartmann, Madagassin, verheiratet in der Schweiz, besucht und kontrolliert bei ihren jährlichen Besuchen zuhause unsere Projekte
und hat bereits einige Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen.
Frauen-Honigprojekt
Unsere beiden Experten H.U. Thomas und R. Zumsteg weilen bis Ende November in
Manjakandriana und unterrichten 20 Imkerinnen in der Wachsherstellung. Learning for
Life hat einen Generator, einen Transformer,
eine Wachspresse sowie Schmelztöpfe bereitgestellt. Letztes Jahr lernten die Frauen bereits
das Basishandwerk des Bienen-/Honigmetiers. Wachs ist ein gefragtes Produkt. Die Imkerinnen werden schon bald vom Honig- und Wachsverkauf leben können. Wir sind sehr zufrieden über die Entwicklung.
Bau einer Berufsschule in Antsahamanina
Der Stiftungsrat hat anfangs 2017 den Bau der Berufsschule bewilligt, jedoch verzögert er
sich aus Gründen wie Todesfall in der Familie des Baumeisters, höheren Transportkosten des
Baumaterials und dem Einmischen mehrerer Aemter mit zusätzlichen Vorschriften. Abwarten
ist in diesem Falle das Beste.
FINANZEN
Wir versuchen, mit unseren Einnahmen von jährlich ca. Fr. 80‘000.- das bestmögliche Ergebnis
zu erzielen. Wenn wir aber zusätzlich zu den laufenden Projekten die Wasserversorgung
in Supe oder eine neue Schule bauen, kommen wir an unsere Grenzen. Wir sind
mehrmals jährlich vor Ort und bezahlen die Reisen und Auslagen selbst. Buchhaltung und
Administration werden vom Stiftungsrat erledigt.
Köchinnenlehrlinge
Die Zukunft sieht gut aus
Vor allem die von uns ausgebildeten Lehrlinge und Studenten machen ihren Weg, allen voran die
jungen Frauen. Als ich vor einem Monat in Äthiopien war, habe ich sehr positive Rückmeldungen
erhalten. Je mehr Mädchen zur Schule gehen, desto eher haben sie später Jobs und demzufolge auch
weniger Kinder.
Wir bedanken uns herzlich für Ihre Mithilfe und Ihr Interesse und freuen uns, wenn Sie weiterhin
bei unseren Projekten engagiert bleiben.
Frohe Festtage und alles Gute für 2018!
Mit besten Grüssen
Josephine Bürgin
Präsidentin des Stiftungsrates