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Die Lage sei im gesamten Kantonsgebiet derzeit kritisch, insbesondere in Bezug auf das Strassennetz, teilte das kantonale Führungsstab am Dienstag mit. «Die Situation ist überall gefährlich», warnte der Vorsteher des Departements für Sicherheit und Institutionen, Frédéric Favre, an einer Medienkonferenz in Sitten.
Es gebe keine lokal begrenzten grösseren Probleme, sondern eine Vielzahl von Ereignissen im ganzen Kantonsgebiet. Durch die starken Niederschläge, zu denen noch die Schneeschmelze hinzukommt, seien die Böden mit Wasser gesättigt. Dies habe zu einer geologischen Instabilität geführt, insbesondere entlang der Verkehrswege.
Mehrere Strassenabschnitte waren wegen Felsstürzen, Erdrutschen oder Steinschlägen gesperrt. Der kantonale Führungsstab empfahl daher, mit erhöhter Vorsicht auf den Strassen zu fahren und die Fahrten auf das Nötigste zu beschränken. Ausserdem rieten die Behörden, sich von Wasserläufen fernzuhalten, Waldstrassen und von Bäumen gesäumte Wege zu meiden, bei Überschwemmungen Keller und Tiefgaragen fernzubleiben und nicht mit dem Auto oder Velo auf überschwemmten Strassen zu fahren.
Die Lage im Wallis könnte sich laut den Behörden in den Abendstunden und in der Nacht weiter verschlechtern. Der Staatsrat hat deshalb beschlossen, die «besondere Lage» auszurufen und die Koordination an Favre zu delegieren, um im Bedarfsfall rasch handeln zu können.
Ziel sei es, «jede Verschlechterung, die irgendwo auftreten könnte, zu planen und zu antizipieren», unterstrich Marie Claude Noth-Ecoeur, Chefin des kantonalen Führungsorgans, die von einer «angespannten Situation» sprach. Der gesamte Katalog der Naturkatastrophen - Erdrutsche, Überschwemmungen von Wasserläufen, Steinschläge, Murgänge, Rutschungen oder auch Lawinen - sei möglich, sagte der Walliser Kantonsingenieur Vincent Pellissier.