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Landwirtschaft
Die unter Natur und Landschaft beschriebenen Faktoren, welche die Landschaft geprägt haben, haben das auch bei der Landwirtschaft getan.
In den Talsenken mit ihren aus Ablagerungen bestehenden Böden sowie auf den Tafeljurahöhen wird auf den ebenen Flächen Ackerbau betrieben. Die Milchwirtschaft hat im Fricktal wenig Tradition, die Milchkontingente der Landwirte sind entsprechend klein. Das ist dem Umstand zuzuschreiben, dass die Landwirtschaft schon früh durch Nebenerwerb geprägt war, der in der chemischen Industrie seit vielen Jahrzehnten gefunden werden konnte. Die sprichwörtlichen „Rucksackbauern“ prägten die klein-bäuerliche Struktur, welche auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen war: Am Morgen den Stall besorgen, dann meist zu Fuss über zum Teil beträchtliche Distanzen zur Arbeit, 10 oder 12 Stunden in einer Fabrik oder Werkstätte, die Mittagsverpflegung aus dem Rucksack, und Abends wieder zu Fuss nach Hause und wiederum den Stall besorgen.
Mitte des 20. Jahrhunderts wanderten vor allem aus der Zentralschweiz Bauernfami-lien zu. Sie brachten die Gemischtwirtschaft, welche Milchproduktion mit Ackerbau kombiniert, wieder auf, und vor allem: Für diese Familien war die Landwirtschaft wieder Haupterwerb. Sie pachteten von den übrigen Bauern Land, das diese nicht meht bewirtschaften mochten. So kommt es, dass im Fricktal die landwirtschaftlichen Betriebe eher überdurchschnittlich gross sind.
Die Böden sind nach der Eiszeit aus den Kalkfelsen durch Verwitterung entstanden. In diesen Ablagerungsgesteinen ist feiner, teilweise feinster Ton verkittet mit dem Bindemittel Kalk. Deshalb bildeten sich tonige, das heisst schwere bis sehr schwere Böden. Diese binden lange Wasser, was in den oft langen trockenen Perioden im Sommer von Vorteil ist, vor allem im Getreidebau. Der viele Kalk ist allerdings ungeeignet beispielsweise für Kartoffeln. Diese gedeihen an den meisten Orten schlecht.
Die Tierbestände sind Milch- und Mutterkühe, Schweine und Hühner. Sie liefern den wertvollen Hofdünger, mit welchem die Wiesen und Äcker gedüngt werden.
Heute dominieren neben Getreide und Mais auch Raps und Rüben sowie, als Bodenverbesserer und Auflockerung der Fruchtfolgen, gesäte Wiesen, sogenannte Kunstwiesen, die Ackerflächen Fricks. Zwei grössere Rebberge, einer am Frickberg und einer am Forschungsinstitut für biologischen Landbau im Bondel, liefern qualitativ hochstehende, vor allem Rotweine, die stets zu den gehaltvollsten des Kantons gehören. Der Obstbau findet im milden Klima des Fricktals beste klimatische Bedingungen, insbesondere Kirschen, aber auch Äpfel, Birnen.