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namentlich Croton lacciferus, Ficus religiosa, Ficus Indica, Aleuritis laccifer, Butea frondosa u. A. m. Nach der Befruchtung schwillt das Insekt blasenförmig auf und umgiebt sich allmälig mit einer harzartigen Kruste, die das ganze Thier einschliesst.
Nach dem Eierlegen stirbt die Schildlaus ab und löst sich in eine tiefrothe, die Blasenräume füllende Flüssigkeit auf.
Letztere dient dem aus dem Ei schlüpfenden Insekt als erste Nahrung.
Nach völliger Entwickelung durchbohrt es die Harzhülle und tritt aus. In diesen Verhältnissen liegt es begründet, dass der Stocklack, je nach der Zeit des Einsammelns, mehr oder weniger rothen Farbstoff enthält, da derselbe nach dem Ausschlüpfen des Insekts gänzlich verzehrt ist.
Jene oben beschriebene Harzabsonderung legt sich, da die Schildläuse die Zweige dicht bedecken, um diese in einer ½-1 cm dicken Kruste an und bringt die damit bedeckten Zweige zum Absterben.
Man nahm früher an, dass das Harz aus der Umsetzung der Säfte des betreffenden Baumes entstehe;
doch erscheint dies um so unwahrscheinlicher, als die Stocklack liefernden Pflanzen ganz verschiedenen Familien angehören. Es ist daher fast gewiss, dass das Harz vom Thiere selbst gebildet wird, analog der Wachsausscheidung der Wachsschildlaus, Coccus pila.
Die Krusten sind aussen rauh, matt, innen wachsglänzend, von strahligem Gefüge und gelber bis rothbrauner Färbung.
Sie kommen mit den Zweigen, an welchen sie festsitzen, oder in groben Stücken abgebrochen als Stock- oder Röhrenlack in den Handel.
Gänzlich von den Zweigen losgelöst, in kleine Stückchen zerklopft, gewöhnlich noch durch Waschen mit verdünnten Alkalien vom Farbstoff befreit, heisst das Harz Körner- oder Samenlack.
Namentlich die Gangesländer liefern grosse Quantitäten dieses wichtigen Materials, das fast sämmtlich via Calcutta über England in den Handel kommt.
Die geschätzteste Sorte ist die sehr dunkele von Siam;
die geringste die von Bengalen.
Der Stock- oder Körnerlack ist bei gewöhnlicher Temperatur geruchlos, entwickelt aber beim Erwärmen einen eigenthümlichen, angenehmen Geruch.
Bestandtheile. Harz 60-80 %;
Farbstoff (Coccusroth) 2-10 %;
Coccusfett, Chitin.
Anwendung. Der Stock- oder Körnerlack findet medizinisch nur noch hier und da Verwendung als Zusatz zu einigen Zahntinkturen;
auch technisch wird er nur noch selten zur Bereitung einzelner Lacke verwandt.
Desto wichtiger ist er als Rohmaterial für die Herstellung des Schellacks und des Lac dyes.
Diese Verarbeitung geschieht zum grössten Theil in Ostindien selbst, neuerdings jedoch auch in Europa.
Das Verfahren hierbei ist folgendes: Der Stocklack wird zuerst zu Pulver vermahlen, dieses in ausgemauerten Bassins, mit Wasser übergossen und einen Tag hindurch unter öfterem Umrühren ausgelaugt;
dann wird die Mischung mehrere Stunden fortwährend von Arbeitern mit Füssen getreten.
Hierauf überlässt man die Masse der Ruhe, zapft die darüberstehende dunkelrothe Flüssigkeit in eigene Behälter ab und schlägt den darin enthaltenen Farb. ¶
stoff mittelst Alaunlösung nieder.
Den schön violettrothen Niederschlag sammelt man auf Tüchern, lässt abtropfen und schneidet die halbtrockene Masse in kleine viereckige Tafeln, die man nach dem völligen Austrocknen als Lac dye oder Lac lac in den Handel bringt.
Die Täfelchen sind aussen blauschwarz, zerrieben violettroth.
Sie enthalten ca. 5 % reines Coccusroth (dem Karmin ähnlicher Farbstoff), welches mit Alkalien schön rothe, mit Zinnchlorid eine lebhaft scharlachrothe Farbe giebt.
Dient in Indien und England zum Färben des scharlachrothen Militärtuches.
Die nach dem Auslaugen des Farbstoffes zurückbleibende Harzmasse wird nun weiter auf Schellack verarbeitet. Zu diesem Zweck wird sie getrocknet und in lange schlauchartige Säcke gefüllt, die unter fortwährendem Drehen an einem Feuer erhitzt werden.
Das schmelzende Harz dringt durch die Poren des Gewebes, wird mittelst steifer Palmenblätter abgenommen und auf glasirte, mit warmem Wasser gefüllte Thonröhren gestrichen.
Nach dem Erkalten blättert man die Harzschichten, welche dabei in Bruchstücke zerfallen, ab und packt sie in Versandkisten.
Die so hergestellte Waare ist der eigentliche Schollenlack oder Schellack, Lacca in tabulis des Handels.
Die ordinären Sorten, Blocklack, auch Rubinlack genannt, sollen insofern anders hergestellt werden, als man die Harzmassen durch Kochen mit Wasser zum Schmelzen bringt und die weiche Masse in dicken Lagen auf Platten erkalten lässt.
Ueber die Darstellungsweise des sehr geschätzten Blut- oder Knopflacks, der ebenfalls in dicken, aber sehr glänzenden, dunkeln, zuweilen blutfarbenen Stücken in den Handel kommt, ist nichts Genaues bekannt. Es ist anzunehmen, dass die eben beschriebenen, in Ostindien gebräuchlichen Darstellungsweisen in den europäischen Fabriken mannigfach modifizirt werden.
Der Schellack wird gewöhnlich nach seiner Farbe sortirt;
die helleren Sorten sind am höchsten geschätzt, nur der Blutlack macht hiervon eine Ausnahme.
Man unterscheidet hellblond, blond, hell, mittel- und dunkelorange, rubinroth, leberfarben etc., und auch für diese einzelnen Sorten werden gewöhnlich noch verschiedene Unterabtheilungen aufgestellt.
Bestandtheile. Harz ca. 90 %;
Spuren von Farbstoff (Coccusroth);
wachsähnliches Fett 5 %;
geringe Mengen einer Gummiart.
Anwendung. Zur Lackfabrikation;
zu Polituren;
zu bengalischen Flammen;
zum Steifen der Hüte;
zur Siegellackfabrikation;
zu Porzellan- und Steinkitten etc. etc.
Prüfung. Reiner Schellack löst sich in kochendem 90 % Sprit klar auf, scheidet aber beim Erkalten die wachsartigen Bestandtheile wieder ab, so dass die Lösung trübe und, wenn konzentrirt, selbst gallertartig wird.
Aether und Petroleumbenzin lösen aus gepulvertem Schellack ca. 5 %, Chloroform 10 %. Eine grössere Löslichkeit deutet ¶