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USA: zentrales Zwischenlager bis 2020 empfohlen
Nachdem die amerikanische Nuclear Regulatory Commission (NRC) am 7. August 2012 die definitiven Bewilligungsentscheide für Kernkraftwerke in den USA ausgesetzt hat, bis die Sicherheit der an den Kernkraftwerksstandorten gelagerten ausgedienten Brennelemente auch gemäss Umweltgesetzgebung untersucht ist, haben Wissenschafter der Brattle Group eine neue Studie veröffentlicht. Sie analysiert die Logistik und Wirtschaftlichkeit eines neuen staatlichen Programms zum Umgang mit den ausgedienten Brennelementen in den USA.
Gegenwärtig lagern die amerikanischen Kernkraftwerksbetreiber ihre ausgedienten Brennelemente nass oder trocken an den Kraftwerksstandorten. Aus Kosten- und Sicherheitsgründen sollte gemäss Diskussionspapier der Brattle Group die Bundesregierung bis 2020 ein Programm zum Umgang mit ausgedienten Brennelementen in einem oder einigen zentralen Trockenzwischenlager-Einrichtungen lancieren. Die Expertengruppe Blue Ribbon Commission on America’s Nuclear Future hatte bereits im Januar 2012 ein solches Programm als Zwischenlösung vertreten, bis ein geologisches Endlager gebaut ist, doch hatte bisher noch keine Studie die heutigen Bedürfnisse nach einem solchen Programm untersucht.
Die Studie der Brattle Group berücksichtigt wichtige Lehren aus dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 in Japan. Sie stellt mehrere Optionen vor, wie ein neues Programm gestaltet werden könnte, um auf alternative Prioritäten für einen verbesserten Umgang mit ausgedienten Brennelementen einzugehen. Die Wissenschafter sind zum Schluss gekommen, dass ein Programm, das 2020 beginnt und während zehn Jahren jährlich 6000 t Urangleichwerte und danach jährlich 3000 t Urangleichwerte entgegennehmen kann, in der Lage wäre, alle Standorte, die auf die Beseitigung ihres Brennstoff warten, stillzulegen, alle privaten Lager für ausgediente Brennelemente bis 2030 aufzulösen und die Auslastung der Nasslager um durchschnittlich 10% zu verringern. Die zu erwartenden Kosten können laut Autoren problemlos durch die jährlich erhobenen Beiträge der Kernkraftwerksbetreiber finanziert werden. Demgegenüber würde sich eine Verzögerung des Programms über 2020 hinaus technisch und wirtschaftlich nachteilig auswirken, erklärte der Ökonom Frank Graves, einer der Autoren. Eine zehnjährige Verzögerung würde für die Industrie rund USD 1,6 Mrd. (CHF 1,5 Mrd.) an steigenden Lagerkosten vor Ort bedeuten. Das Know-how und die Technologie, um ein sicheres und erfolgreiches Programm zu vernünftigen Kosten durchzuführen, gebe es bereits, und dies ohne Unsicherheiten in Bereichen, die das Handeln einschränken würden, so Graves weiter: «Die amerikanische Regierung sollte den politischen Willen aufbringen, bald zu handeln.»