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Hollywood: Die Geschichte der Filmindustrie
Hollywood: Die Geschichte der Filmindustrie
Von den ersten zaghaften Anfängen der Jahrhundertwende bis zum Boom nach dem Zweiten Weltkrieg dominiert das Kino den Markt für Massenunterhaltung in Amerika.
1896 - Thomas Alva Edison meldet seinen Kinematografen als Patent an – die erste funktionierende Filmkamera der Welt.
1926 - Mit «Don Juan» geht das Stummfilmzeitalter zu Ende. Ein Jahr später präsentiert «The Jazz Singer» (Plakat links) den ersten Dialog der Filmgeschichte. Kritiker in London mäkeln an der «Geräuschkulisse», die das Kinoerlebnis zerstöre.
1930 - Amerika in den Tiefen der Depression. Um ihre Landsleute zum Kinobesuch zu bewegen, lassen sich die Bosse der Lichtspielhäuser einiges einfallen. Manche veranstalten am Eingang Verlosungen von Pelzmänteln, Diamantringen oder sogar kostenlosen Bestattungen.
1939 - Premiere von «Gone With the Wind» (Bild rechs) in Atlanta. Die Lichtspielhäuser verlangen wegen der Länge des Streifens – 3 Stunden und 40 Minuten – einen Aufschlag. Ihr Argument: weniger Vorstellungen pro Tag.
1946 - Der Verkauf von Movie Tickets erreicht in den USA – nicht zuletzt dank der zusätzlichen Ausstrahlung von Nachrichten – nie gesehene Ausmasse: Vier Milliarden Billetts gehen über den Tresen, umgerechnet 28 Eintrittskarten pro Amerikaner.
1952 - Bei den Oscars setzt sich Humphrey Bogart in «The African Queen» gegen Marlon Brando in «A Streetcar Named Desire» durch. Bogarts flapsige Bemerkung während der Oscar-Nacht (übrigens der letzten nicht im Fernsehen übertragenen Verleihung) geht in die Geschichte ein: «Ein langer Weg aus Belgisch-Kongo hier ins Pantages Theater.»
Der Siegeszug des Fernsehens trifft das Kino empfindlich, die Betreiber der Lichtspielhäuser müssen fortan kleinere Brötchen backen.
1956 - Eine Fernsehstation in Los Angeles strahlt den Film «Thirty Seconds Over Tokyo» aus – an einem Freitagabend. Die lokalen Kinos verzeichnen einen Besucherrückgang um 25 Prozent.
1958 - Die Zahl der Autokinos in den USA erreicht mit 4063 ihren historischen Höhepunkt. Zehn Jahre später beträgt deren Zahl 3690, heute existieren gerade noch 650 solcher Einrichtungen.
1960 - Über 87 Prozent aller amerikanischen Haushalte besitzen ein Fernsehgerät.
1972 - Der Advent des Kabelfernsehens: HBO kauft die Filmrechte für zahlreiche aktuelle Produktionen, Abonnenten können für eine Gebühr von sechs Dollar pro Monat zuschauen.
1973 - Die Zahl der Kinobesucher erreicht ein historisches Tief. Nur noch 865 Millionen Tickets werden verkauft – umgerechnet vier pro Amerikaner. Trotzdem steigen dank höheren Preisen und gestiegenen Umsätzen bei Popcorn und Brause die Umsätze pro Kino.
1975 - Mit «Jaws» («Der weisse Hai»), der 260 Millionen Dollar einspielt, beginnt das Zeitalter der Blockbuster. Zwei Jahre später stellt «Star Wars» (Plakat links) mit Erlösen in der Höhe von 461 Millionen Dollar einen neuen Rekord auf.
1982 - Steven Spielbergs «E.T.» (Bild rechts) gelingt mit Einnahmen von 435 Millionen Dollar fast ein neuer Rekord. Der Film macht seinen Regisseur zu einem der erfolgreichsten aller Zeiten.
1985 - Das Fernsehen schlägt zurück: Elf Millionen Videokassetten gehen über die Ladentheke, 18 Prozent aller Haushalte verfügen über ein Abspielgerät. David Cook gründet den ersten Videoverleih, der später als Blockbuster Entertainment firmiert.
Die Lichtspielhäuser verwandeln sich in Multiplex-Paläste und hoffen so, gegen das Fernsehen reüssieren zu können. Doch die Gigantomanie erweist sich als Fehlschlag. Und das Kino sucht angesichts von TiVo, hochauflösendem Fernsehen und On-Demand-Diensten weiter nach einem Königsweg.
1995 - AMC eröffnet auf dem Gelände eines ehemaligen Technologieparks in Dallas den ersten Multiplex-Komplex – eine «Unterhaltungs-Destination» mit 24 Kinos und zahlreichen Restaurants.
1998 - Regisseur James Cameron proklamiert nach dem Gewinn von elf Oscars für «Titanic» (Bild oben), er sei der «King of the World». Mit Ticketeinnahmen von 600 Millionen Dollar allein in den Vereinigten Staaten ist das Leinwandepos der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten.
1999 - NetFlix führt seinen DVD-Online-Verleih ein. Für eine Monatsgebühr von 19.95 Dollar kann der Kunde so viele Filme ausleihen, wie er möchte. Ausgesucht wird online, die DVD kommen per Post.
2000 - Die Zahl der Kinos in den USA erreicht 37 396, rund 58 Prozent mehr als 1990. Die Kino-Schwemme führt dazu, dass sich Carmike Theater als erster Betreiber unter Gläubigerschutz begeben muss, gefolgt von Edwards, Regal, Loews Cineplex und United Artists.
2003 - «Finding Nemo» von Pixar spielt an Amerikas Kinokassen 340 Millionen Dollar ein. Der Verkauf von DVD und Videos übertrifft mit 485 Millionen Dollar diese Summe noch einmal deutlich.
2005 - Apple führt den Video iPod (Bild rechts) ein und verkündet gemeinsam mit Disney die Möglichkeit zum Download von TV-Serien. Die Verkäufe von DVD steigen in den USA weiter dramatisch an – über 1,1 Millionen der silbernen Scheiben gehen über die Ladentheken. Zugleich erwerben US-Verbraucher 7,2 Millionen TV-Flachbildschirme.