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Dazu wurden in einem doppelwandigen Behälter rund 8 kg Brennstoff von oben in den Testreaktor IGR (Impulse Graphite Reactor) des NNC in Alma-Ata eingeführt und sehr rasch erhitzt. Neutronendetektoren verfolgten die Bewegung des Brennstoffs im Behälterinnern bis zum Schmelzen. Bei diesem ersten Versuch enthielt der Behälter noch kein Natrium, das in schnellen Reaktoren als Kühlmittel zum Einsatz kommt. Es wird erst beim zweiten und dritten Versuch anfangs 2006 zum Brennstoff hinzugeführt. Das Ziel der Versuchsreihe ist, den gesamten Ablauf vom Aufschmelzen der Brennelemente nach einer Kühlungsstörung über das Mischen mit dem Kühlmittel bis zum Sammeln unten im Reaktorbehälter besser zu verstehen. Die experimentelle Grundlage wird es erlauben, Kernschmelzunfälle in schnellen Brütern genauer zu analysieren und angemessene Gegenmassnahmen vorzubreiten.
Die Versuchreihe findet im Rahmen des Zusammenarbeitsabkommens zwischen Japan und Kasachstan von 2001 statt. Das Abkommen zwischen dem Japan Nuclear Cycle Development Institute - das seit 2005 in die JAEA integriert ist - und dem kasachischen NNC umfasste auch das Eagle-Projekt, bei dem es um die experimentelle Überprüfung der Grundlagen zur Verhütung von Rekritikalitätsunfällen in schnellen Brütern ging. Gemäss dem Abkommen liefert Japan das Brüter-Know-how und die doppelwandigen Versuchsbehälter mit Instrumentierung. Das NNC stellt den IGR und seine erfahrene Betriebsmannschaft zur Verfügung. Der lGR - ein Leichtwasser-Tankreaktor mit einer Wärmeleistung von 10 MW - ist weltweit der einzige Versuchsreaktor, der die eingesetzte Brennstoffmenge in wenigen Sekunden zum Schmelzen bringen kann.
Quelle
P.B. nach Atoms in Japan, 28. September 2005