Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/2745

Nadin Saxer, MA
Profil
Nadin Saxer absolvierte sechs Semester in Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Zürich. Im Herbst 2005 wechselte sie an die Universität Basel in den Masterstudiengang African Studies. Ihre Interessensgebiete liegen vor allem in Themen wie humanitärer Arbeit und internationaler Zusammenarbeit, Kolonialgeschichte, postkoloniale Theorien, postkoloniale Konflikte sowie Fragen rund um den Wiederaufbau und Sustainable Livelihoods in Nachkriegsgebieten.
Um in diesen Interessensgebieten mehr Einblick in die Verhältnisse vor Ort zu gewinnen, entschied sie sich für ein Praktikum beim Ugandischen Roten Kreuz in Uganda. Dieses bot ihr die Gelegenheit, direkte Erfahrungen mit humanitärer Zusammenarbeit zu machen sowie einen Überblick über die Situation in der Konfliktregion Norduganda zu gewinnen. Daraus entstand die Idee, die Masterarbeit dem Thema rückkehrender LRA-Soldaten zu widmen, welche als Kinder oder Jugendliche entführt und in vielen Fällen zum Krieg gezwungen worden waren.
Im Herbst 2008 schloss Nadin Saxer ihr Studium an der Universität Basel ab. Nadin Saxer ist zur Zeit in Juba, Republik Südsudan tätig.
MA Thesis
Coming Home: Reintegrating Male Returnees from the Lord's Resistance Army in Northern Uganda
Nadin Saxers Master Thesis beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen der Lord’s Resistance Army und der ugandischen Regierung in Norduganda.
Mehrere zehntaused Menschen, von welchen viele noch Kinder oder Jugendliche waren, wurden im Zuge des über 20-jährigen Konfliktes von der Lord’s Resistance Army entführt. Wenige wurden wieder freigelassen, andere blieben länger und wurden Soldaten, Spione, Köche, Träger oder Ehefrauen von Soldaten. Die grosse Mehrheit floh nach einer Weile. Ungefähr die Hälfte durchlief eines der Auffangszentren für Rückkehrer, bevor sie in die Gesellschaft reintegriert wurden. Die Arbeit beschäftigt sich mit den Erwartungen, welche rückkehrende Jugendliche nach Monaten oder Jahren des Krieges an ihr Leben nach dem Krieg haben. Mit Hilfe qualitativer Daten untersucht sie deren Wünsche, Sorgen und Hoffnungen und vergleicht sie mit den Erfahrungen, welche sie machen und gemacht haben. Dabei werden die Resultate mit Ergebnissen diverser quantitativer Studien von verschiedenen Organisationen verglichen, um deren Relevanz aufzuzeigen. Forschungsergebnisse rund um Fragen der Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration sind relativ jung und die Arbeit zielt darauf ab, in diesem Forschungsprozess einen weiteren Beitrag zu leisten.