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Neue Analyse von US-Behörde bestätigt: Pro Tag laufen 17'000 Liter Öl in den Golf von Mexiko
Golf von Mexiko: Seit Jahren laufen täglich 17'000 Liter Öl aus
Seit 15 Jahren laufen täglich 17'000 Liter Öl in den Golf von Mexiko aus. Die Verschmutzung stammt von einer einzigen Plattform.
In einer neuen Schätzung widerspricht die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten «NOAA» den Angaben eines Bohrunternehmens und multipliziert das Öl, das täglich aus einer Bohrinsel in den Golf von Mexiko ausläuft, mit tausend. Trotzdem will US-Präsident Donald Trump die Sicherheitsauflagen für Ölbohrungen im Meer lockern.
Konzern wollte sich aus Verantwortung stehlen
Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko existiert seit beinahe 15 Jahren, seit der Hurrikan «Iwan» über die Region hinweggefegt ist. Die Folge waren riesige Erdrutsche unterhalb des Meeresspiegels, die zwanzig Kilometer vor der Küste Louisianas auch die Ölplattform 23051 zerstörten.
Der damalige Besitzer der Ölplattform, «Taylor Energie», hielt die Verschmutzung gemäss Informationen der «Washington Post» während sechs Jahren geheim. Die Verunreinigungen wurden erst entdeckt, als Forscher, welche mit Satellitenbildern das Gebiet um die «Deepwater Horizon» überwachten, anhaltende Ölteppiche feststellten, die nicht mit der Katastrophe der «Deepwater Horizon» von 2010 in Verbindung zu stehen schienen.
«Taylor Energie» schaffte es auch in der Folge nicht, das Austreten von weiterem Öl zu verhindern. Schliesslich musste sich das Unternehmen verantworten und ging einen Deal mit der US-Regierung ein. Es bezahlte 666,3 Millionen US-Dollar in einen Trust, der für die Reparatur der Schäden gedacht war.
2015 deckte die Nachrichtenagentur AP auf, dass die Angaben von «Taylor Energie» über die Menge des ausgelaufenen Öls nicht stimmen. Die Firma musste die Menge ausgetretenen Öls deutlich nach oben korrigieren. Nur ein Jahr später verklagte «Taylor Energie» die US-Regierung und versuchte, Geld aus dem Trust zurückzuerhalten. Die Regierung habe gemeinsame Vereinbarungen verletzt, so die Begründung. Im Übrigen sei es nicht möglich, das Öl vollständig zu beseitigen. Ausserdem habe es sich beim Hurrikan um eine Naturkatastrophe gehandelt, welche die Firma nicht habe steuern können.
Obwohl das Öl seit 15 Jahren Tag für Tag in den Golf von Mexiko fliesst, sieht «Taylor Energie» keinen Grund zur Besorgnis. Vielmehr kämpft der Konzern gegen einen Beschluss des Bundesgerichtshofs, der ihn verpflichtet, auch die restlichen Lecks abzudichten. Nur rund fünfzehn Liter Öl würden täglich in den riesigen Golf von Mexiko laufen, erklärt der Unternehmensleiter von «Taylor Energie» in der «New York Times». Und dieses Öl käme eher vom natürlichen Prozess der Sedimentation, als aus einem eventuellen Leck.
Um den Faktor 1000 verschätzt
Ein am 24. Juni veröffentlichter Bericht der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten widerspricht der Argumentation von «Taylor Energie». Demnach ist die Umweltverschmutzung durch das Öl der Ölplattform 23051 um ein Vielfaches grösser. Pro Tag würden bis zu 17'000 Liter aus der zerstörten Ölplattform auslaufen, analysiert die US-Behörde. Das sind mehr als tausend Mal so viel, als der Bohrunternehmer geschätzt hatte.
Die französische Zeitung «Le Monde» zitiert aus dem Bericht der US-Behörde: «Obwohl es möglich ist, dass ölverseuchte Sedimente (...) zu der Freisetzung von Öl ins Wasser beitragen können, verhindern die chemische Beschaffenheit und das gemessene Ölvolumen, dass Sedimente die Hauptquelle für das Öl sind, das derzeit in der Meeresumwelt vorkommt.»
Konzern blockt ab
Die «New York Times» konfrontierte «Taylor Energie» mit den NOAA-Ergebnissen. «Taylor Energie», das seine Anteile an der betreffenden Plattform 2008 verkauft hatte, nahm Stellung und erklärte, man sei nicht in der Lage gewesen, die im Bericht veröffentlichten Daten zu überprüfen. Man wünsche sich aber «überprüfbare wissenschaftliche Daten über das Leck sowie eine wissenschaftlich und ökologisch sinnvolle Lösung.» Damit streue das Unternehmen Zweifel über die Objektivität der NOAA-Analysen, analysiert «Le Monde».
Wie die «New York Times» schreibt, sind die Schätzungen der NOAA-Studien aber deutlich niedriger, als diejenigen, die vor rund einem Jahr von Experten des Bundesgerichtshofs vorgenommen wurden. Die Experten sprachen von zwischen 37'000 und 113'000 Liter Öl, die täglich aus den Lecks der Ölplattform auslaufen würden.
Trump will Sicherheitsregeln lockern
Die Untersuchungen der NOAA sind brandaktuell. Denn zurzeit versucht die Regierung von Donald Trump, eine wichtige Sicherheitsregel für Ölbohrungen im Meer rückgängig zu machen, die von der Obama-Regierung nach der Explosion der «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko 2010 eingeführt wurde. Bei der schlimmsten Ölkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten verloren elf Menschen ihr Leben, rund 4,9 Millionen Barrel Rohöl flossen ins Meer.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
Keine
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3 Meinungen
Es gibt nur noch eine globale Weltreligion: Die Religion des Geldes.
Top-Rating AAA dagegen: Aufklären, Aufwachen, Aussteigen.
Aus fossiler Energie aussteigen und 50% der finanziellen und personellen Ressourcen der Armee für die Energiewende einsetzen:
https://de.climatestrike.ch/wiki/Call_to_action
Gibt es keine Technik, die diesen dauerhaften Ausstoss von Öl in den Golf von Mexiko stoppt? Das ist ein riesiger Umweltskandal
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