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Der sogenannte «Advanced Investigator Grant» des Europäischen Forschungsrates (ERC) will etablierte Forscher dazu ermutigten, innovative, risikoreiche Projekte einzureichen. Die Vorhaben sollen ambitioniert und wagemutig sein, schreibt das ERC in der Ausschreibung. Dieser Aufruf zum Risiko stösst bei den Forschenden auf grosse Zustimmung.
Der Zürcher Prionenforscher Adriano Aguzzi zum Beispiel glaubt, dass wissenschaftlicher Erfolg Forschende dazu verleiten kann, auf dem bewährten Gebiet zu verharren: «Es gibt auch in der Wissenschaft so etwas wie ein Gesetz des abnehmenden Ertrags.» Mit den Forschungsgeldern helfe die EU, die Angst vor Misserfolg auf einem neuen Gebiet zu überwinden. Zum Risiko der ERC-Grants gehört allerdings auch, dass eine Runde aussetzen muss, wer abgelehnt worden ist. Wer in der Evaluation eine gewisse Mindestqualität nicht erreicht, muss ein Jahr warten, bis er das nächste Projekt einreichen kann.
Schweizer Forschende profitieren
Dank der bilateralen Verträge können sich Forschende in der Schweiz seit 1987 an den Rahmenprogrammen für Forschung und technologische Entwicklung (FRP) der EU vollumfänglich beteiligen. Die ERC Grants sind Teil dieses Rahmenprogramms. Basierend auf dem Bruttoinlandprodukt bringt die Schweiz 2,6 Prozent des Gesamtbudgets der Rahmenprogramme auf, erhält aber im Vergleich rund 4 Prozent der Auszahlungen. Im mit 515 Millionen Euro dotierten Programm sind Ende 2009 236 von insgesamt 1584 Projekten ausgewählt worden.
Die Schweiz stellt mit 29 Projekten fast so viele wie Deutschland (31). Die ETH hat vierzehn Grants erhalten, vier davon in Lausanne. Die weiteren Schweizer Projekte verteilen sich auf die Universitäten Genf (3), Basel (2), Lausanne (1) und Lugano (1) sowie auf das Friedrich-Miescher-Institut der Novartis Forschungsstiftung in Basel und das Istituto die Ricerca in Biomedicina in Bellinzona. Die Projekte sind maximal mit 2,5, in Ausnahmefällen mit 3,5 Millionen Euro dotiert und auf fünf Jahre angelegt.
Das Durchschnittsalter der Auserwählten beträgt 53 Jahre, 15 Prozent sind Frauen. Neben dem Advanced Investigator Grant wurde vom Europäischen Forschungsrat auch ein sogenannter Starting Independent Researcher Grant für jüngere Forschende geschaffen. In der zweiten Ausschreibung sind im September 2009 vierzehn Projekte aus der Schweiz bewilligt worden, darunter zwei der Universität Zürich: Die Grants gingen an Christian von Mering (Molekularbiologie) und Tristan Weddigen (Kunstgeschichte).
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