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Die Europäische Kommission veröffentlichte neu umfangreiche Leitlinien für Schulen auch auf Deutsch.
Diese basieren auf einer Analyse Sinphonie mit Schlussbericht.
Dabei wird die gesellschaftliche Herausforderung, die Verantwortung der Erziehung und Baubehörden bis zur Wartung betont.
Wie ist das in der Schweiz?
Einige Auszüge (ohne Vollständigkeit, Anspruch auf Reihenfolge oder korrekte Wertung):
Die von der WHO empfohlenen Richtwerte für PM2.5 und Radon wurden in einem bedeutenden Teil der Klassenräume überschritten. CO2-Konzentrationen (Mittelwert und Median) waren sowohl in Grundschulen als auch Kindergärten höher als 1000 ppm.
Aussenquellen: 67% der SINPHONIE Schulen wurden in der Nähe von Verkehrswegen und 45% in der Nähe von Industriegebieten errichtet. In diesen Schulen gab es höhere Exposition gegenüber Partikeln, NO2 und Benzol.
Viele Lehrer hatte Atemprobleme und fast 17% litten an Husten oder Auswurf, 27% haben in ihrem Leben eine nasale Allergie erlitten und 9% hatten ärztlich diagnostiziertes Asthma.
Die auffälligsten Ergebnisse insgesamt sind diejenigen, die:
- die Bedeutung der Raumluftqualität in Schulen als ein gesellschaftliches Problem mit klaren Auswirkungen auf die Gesundheit, Lebensqualität und Lernleistung der europäischen Schulkinder unterstreichen und
- deutlich zeigen, dass eine Reihe von Werten und Regeln noch nicht vollständig in unserer Gesellschaft in Bezug auf die Raumluftqualität und Gesundheit in Schulen umgesetzt sind.
Leitfaden zur Erziehung und Kommunikation
Personen, die sich in Schulen aufhalten (Lehrer, Schüler, sonstiges Schulpersonal), müssen sich im Unterricht und in der Ausbildung unbedingt mit Fragen der Raumluftqualität befassen und entsprechend sensibilisiert werden.
Die Klassenräume sollten mit einem CO2–Alarm ausgestattet sein, der bei zu hohen CO2–Werten (z. B. über 700 ppm) ausgelöst wird und damit den Lüftungsbedarf anzeigt.
Klassenräume sollten angemessen belüftet werden.
Dies bedeutet, dass sich die Häufigkeit der Belüftung an gesundheitsrelevanten Kriterien orientiert, angegeben als Liter/Sekunde pro Person, und nicht länger einfach als Luftaustausch pro Stunde. Eine Äquivalenz zwischen letzterem und l/s pro Person lässt sich nur in Kenntnis der Personendichte des Klassenzimmersherstellen.
Die Zulässigkeit einer mechanischen Belüftung hängt von der Qualität der Aussenluft in einem bestimmten Schulbereich ab, d. h. sobald die Aussenluft die WHO-Luftgüteleitlinien nicht erfüllt, darf sie nur gefiltert in die einzelnen Klassenzimmer gelangen. Ist ein mechanisches Belüftungssystem in Betrieb, ist auf eine regelmäßige Überprüfung und Wartung zu achten, damit eine einwandfreie Qualität der gefilterten Luft gewährleistet ist.
Natürliche Belüftung ist so auszulegen und zu betreiben, dass der notwendige Luftwechsel erreicht wird. Dies erfordert ein Belüftungssystem, das beispielsweise im Winter dafür sorgt, dass die CO2-Werte 1500 ppm nicht übersteigen. Einige EU-Länder haben eine praktische Lösung gefunden, um vor überhöhten CO2-Werten in den Klassenzimmern zu warnen, indem ein CO2-Alarm ausgelöst wird. Dies bedeutet, dass die Belüftung nominal nur in den Pausen uneingeschränkt erfolgen kann, deren Dauer entsprechend geplant werden muss. Eine gute Lüftungspraxis könnte als absolutes Minimum darin bestehen, in jeder Jahreszeit die Klassenräume vor Beginn des Schultags und danach in allen Pausen zu lüften. Im Winter wird empfohlen, die Ventile an den Heizkörpern während der Lüftung zu schließen, um die Energieverluste gering zu halten. Dies sollte vorzugsweise durch automatische Ventile geschehen, die mit den Fenstergriffen rückgekoppelt sind. Die Art der Belüftung in den Klassenräumen (natürliche Belüftung, Querlüftung, mechanische Lüftung) hängt von der Luftdichte des Gebäudes, von der Klimazone, der Jahreszeit, der Aussenluftqualität und dem Aussenlärmpegel im Umfeld des Schulgebäudes ab sowie von der Reservekapazität des Heizungssystems, die für ein schnelles Aufwärmen der Klassenräume nach der Lüftung benötigt wird.
Leitfaden für allgemeine Hygieneanforderungen und besondere Anforderungen an die Qualität der Innenraumluft in Schulgebäuden
Allgemeine Hygieneanforderungen beziehen sich auf die Struktur des gesamten Schulgebäudes, seinen Standort und die Bedingungen auf dem Schulhof sowie auf die Baustoffe und deren Gewährleistung über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes.
Auswahl der Produkte und Materialien für den Bau und die Renovierung von Schulgebäuden:
Angesichts der steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden in der EU wird es immer wichtiger, in Schulgebäuden emissionsarme Bauprodukte und –materialien zu verwenden. Damit lässt sich – bei gleichzeitig rationalem Einsatz der Lüftung zur Verringerung einer übermäßigen Konzentration von Luftschadstoffen – die Schadstoffbelastung der Innenraumluft so niedrig halten, dass die daraus entstehenden Gesundheitsrisiken für Schulkinder und Schulpersonal minimiert werden.