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Der Anbau von Raps mit Untersaaten hat sich in der Schweizer Landwirtschaft mittlerweile etabliert. Man weiss, dass diese Technik zur Unkrautkontrolle und zur Stickstoffversorgung von Rapskulturen im Frühling beiträgt. Dennoch bestehen bei der Untersaat bezüglich Nutzen und Wirkung grosse Unterschiede.
Buchweizen ist sehr konkurrenzstark
Im Rahmen des Icaro-Forschungsprojekts wurden verschiedene Mischungen als Rapsuntersaat getestet. Die Versuche haben gezeigt, dass gewisse Arten wie etwa Buchweizen als Beisaat in Mischungen sehr konkurrenzstark sind. In einer Mischung mit Buchweizen, Wicken, Platterbsen, Linsen und Alexandrinerklee entfielen bei Winteranfang 69 bis 78 Prozent der gesamten Biomasse der Beisaaten an drei Versuchsstandorten auf Buchweizen. Die Aussaatdichte für jede der fünf Arten betrug 20 Prozent der empfohlenen Dichte, wie es bei einer Reinkultur der Fall wäre.
Die starke Dominanz des Buchweizens aufgrund der raschen Jugendentwicklung führte zu einer schnellen Bodenbedeckung, was sich zwar günstig auf die Unkrautregulierung auswirkte, aber gleichzeitig die Biomasse des Rapses zu Winterbeginn reduzierte. Diese Ergebnisse wurden durch eine weitere Studie bestätigt, bei der geprüft wurde, wie sich eine Beimischung von Buchweizen und Ramtillkraut zu sechs Leguminosenmischungen als Rapsuntersaat auswirkt. Es zeigte sich, dass die Beimengung dieser Nichtleguminosen die Unkrautregulierung begünstigt. Allerdings führte die Beimischung von Buchweizen und Ramtillkraut im Vergleich zu einer reinen Leguminosenmischung zu einer Reduktion der Biomasse des Rapses bei Winterbeginn und senkte dessen Ertragspoten zial bei reduzierter Düngung (siehe Grafik).
Wirkung von Nichtleguminosen auf die Stickstoffversorgung
In Gewächshausund Feldversuchen konnte nachgewiesen werden, dass die Stickstofffixierung von Leguminosen (Ackerbohnen und Alexandrinerklee) zunimmt, wenn sie als Rapsuntersaat angebaut werden. Die Fixierung beträgt bis zu 80 Prozent des in ihnen enthaltenen Stickstoffs. Der Anteil an gebundenem Stickstoff bleibt stabil, wenn der Saatmischung Nichtleguminosen wie Ramtillkraut oder Buchweizen beigefügt werden. Da die Biomasse von Leguminosen beim gleichzeitigen Aus säen dieser Nichtleguminosen abnimmt, ist die gebundene Stickstoffmenge pro Hektare aber geringer. Hinzu kommt die stärkere Konkurrenz bei der Stickstoffversorgung durch nicht stickstofffixierende Arten. Weiter enthält Buchweizen einen höheren Anteil an Kohlenstoff als die Leguminosen (höheres C / N-Verhältnis). Dadurch ist er nach seinem Abfrieren für Bodenmikroorganismen weniger leicht abbaubar und liefert somit selbst weniger Stickstoff.
Wird auf eine Senkung des Stickstoffeintrags abgezielt, sollten ausschliesslich Leguminosen als Beisaat gewählt werden.
Mischungswahl den Zielen anpassen
Bei der Wahl der Untersaatmischung sind die Anbauziele und die betreffende Fläche ausschlaggebend. Will man beispielsweise herbizidfreien Raps auf einer stickstoffreichen Fläche anbauen, kann die Wahl einer Mischung mit Buchweizen sinnvoll sein. Wird hingegen auf eine Reduktion von Stickstoffgaben abgezielt, sollten ausschliesslich Leguminosen als Beisaat gewählt werden. Leguminosenmischungen mit hoher Biomasse, etwa Ackerbohnen oder allenfalls Platterbsen, wären dabei eine Möglichkeit. Die Grösse der Samen und die Kosten für das Saatgut sind jedoch nach wie vor entscheidende Hemmnisse für die Einführung dieser Arten in Mischungen.
Untersuchungen zu Untersaaten im Raps
Mit dem Icaro-Forschungsprojekt von Agroscope, UFA-Samen und den Ölproduzenten Nutriswiss und Florin will man die Beziehungen zwischen Beisaatenpflanzen und Raps sowie deren Nutzen besser verstehen. Das Projekt umfasste die Untersuchung von landwirtschaftlichen Flächen sowie Feld- und Gewächshaus versuche im Zeitraum 2018 – 2021.
Mitwirkender Autor Vincent Nussbaum, Anbautechnik und Sorten Ackerbau, Agroscope