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In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (4/2019) beschreibt Dr. med. Sara Walenta verschiedene Heilpflanzen-Anwendungen bei Infektionen der Atemwege beim Kleinkind am Beispiel ihres sechsjährigen Sohnes. Dabei stellt sie auch als altbewährtes Hausmittel den Zwiebeltee vor:
«Zwiebeltee kann wegen seiner schleimlösenden und leicht antibakteriellen Wirkung als Hausmittel zur Behandlung von fest sitzendem Husten eingesetzt werden. Hierfür zwei Zwiebeln halbieren, in circa 500 ml Wasser fünf Minuten aufkochen und anschließend ziehen lassen. 2–3 kleine Tassen mit etwas Honig über den Tag verteilt trinken.»
Kommentar & Ergänzung:
Die Küchenzwiebel (Allium cepa) ist eine altbewährte Heilpflanze. Allerdings ist die traditionelle Anwendung als Hausmittel bei Erkältungskrankheiten und damit verbundenen Symptomen wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen nicht vertieft untersucht worden. Klinischen Studien lohnen sich bei dieser Pflanze kaum, weil sich die Anwendung nicht patentieren lässt. Ein grösserer Forschungsaufwand lässt sich so nicht wieder durch entsprechende Umsätze einspielen. Als Hauptwirkstoffe gelten antioxidative Schwefelverbindungen, zum Beispiel Thiosulfinate und Cepaene. Sie wirken unter anderem antibakteriell und entzündungswidrig. Die schleimlösende Wirkung kommt möglicherweise indirekt zustande über eine leichte Reizung der Magenschleimhaut und daraus folgendem vegetativem Reflexbogen, der zur Steigerung der Bronchialsekretion führt (Gastro-Pulmonaler Reflex). Geklärt ist dieser Wirkungsmechanismus aber nicht.
Eine kleine Studie weist ausserdem auf eine mögliche antiasthmatische Wirkung hin: Die Einnahme von alkoholischem Zwiebelextrakt entsprechend 2 x 200 g frischen Zwiebeln reduzierte bei Asthmapatienten signifikant die allergeninduzierte Bronchokonstriktion. Angesichts dieser hohen Dosen ist es allerdings fraglich, ob sich daraus eine praxisrelevante Anwendungsempfehlung ableiten lässt.
Vergleichbar mit dem Knoblauch (Allium sativum) beeinflusst Zwiebelpresssaft die Blutfette. Auch für diese Effekte ist die notwendige Tagesdosis mit 50 g frischen Zwiebeln recht hoch.
Siehe auch:
Wer sich vertieftes Wissen über die verschiedenen Zubereitungsformen und Anwendungsbereiche von Heilpflanzen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.