Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03538.jsonl.gz/2418

Das Problem mit der Enge
Dreckig, eng und langweilig. In der Schweiz sieht man selten Schweine im Freien oder auf Wiesen. Und das obwohl rund 1.5 Millionen Schweine in Schweizer Ställen leben. Auslauf ins Freie ist nicht obligatorisch, daher verbringen die intelligenten Tiere ihr kurzes Leben oft in geschlossenen Ställen, ohne Beschäftigung und auch ohne Zugang zu einem Auslauf oder einer Weide. Die Ställe sind darauf ausgerichtet, möglichst viel Schweinefleisch in kürzester Zeit und zu möglichst geringen Kosten zu produzieren. Einem Schwein, das 85 – 110 kg wiegt, steht eine Gesamtfläche von nur 0.9 m² zur Verfügung. Die Sauberkeit liebenden Tiere können ihrem Kot schlecht ausweichen und fürs Wühlen, Suhlen oder Spielen bleibt somit überhaupt kein Platz.
Die verspielten und bewegungsfreudigen Tiere leiden unter der räumlichen Enge und den fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten. Das führt zu Stress und macht sie krankheitsanfällig. Damit nicht genug. Die modernen Schweinerassen werden für die Fleischproduktion auf möglichst rasches Wachstum gezüchtet. Die schnelle Gewichtszunahme ist eine hohe Belastung für Gelenke und Knochen.
Wusstest du schon?
Schweine spielen gerne Computerspiele. Sie haben die Fähigkeit, mit einem Joystick den Cursor auf einem Bildschirm zu bewegen. Diese Fähigkeit verlangt ein hohes kognitives Verständnis und wird «Self-Agency» genannt. Es ist eine Komponente des Selbstbewusstseins. Dies erfordert eine hohe, mentale Entwicklung und wurde bisher nur bei wenigen Tierarten wie Schimpansen, Delfinen, Elefanten und Rabenvögeln nachgewiesen.[1]