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Bienen auf der Flucht – wovor?
D. Favre sagt: Unter natürlichen Bedingungen sind solche Piepstöne ein Signal für die Schwarmvorbereitung.
Ein Kommentar von Hans-U. Jakob, 3.7.2012
Während der Verein Gigaherz im Mai 2007 12 Bienenvölker in die Strahlung, eines ganz normalen Mobilfunksenders brachte, um die Bienengesundheit zu beobachten, wählte Dr. D. Favre 1 Jahr später den umgekehrten Weg. Er brachte die Strahlung zu den Bienen.
Genauer: Er installierte 2 Mobiltelefone (Handys), welche miteinander kommunizierten, oberhalb eines Bienenstocks. Das heisst, 1 Handy auf Sendung, das andere auf Empfang. Damit das sendende Handy dauernd auf Sendung blieb, wurde auf dieses mittels eines Hand-free Kits über ein langes Kabel, Musik und Sprache ab einem tragbaren Radioapparat eingespielt. Die Bienen konnten das verpackte Radio nicht hören. Im Innern des Bienenstocks wurde ein Mikrophon installiert, welches das Summen der Bienen auf einen Tonträger oberhalb des Stocks übertrug.
Alles über den Gigaherz-Versuch lesen in /die-bundesaemter-haben-immer-recht/
und die inzwischen in wissenschaftlichen Zeitschriften publizierte Arbeit von Dr. J.D. Favre unter https://www.gigaherz.ch/media/PDF_1/Favre.pdf
<<<Bild links: Ausgeschwärmte Honigbienen in einer Astgabel
Nach jeweils 25-40 Minuten Bestrahlung durch die kommunizierenden Handys gaben die Arbeiterinnen Piepstöne ab, welche das Volk aufforderte den Stock zu verlassen. Das heisst Töne wie vor einem normalen Schwärmen, nur dass hierzu der natürliche Anlass – die Teilung des Volkes und Abflug eines Teils mit einer zweiten Königin – fehlte.
Favre ist mit seinem Versuch möglicherweise einem weiteren Phänomen des weltweiten Bienensterbens auf der Spur. Nämlich dem CCD-Syndrom, bei welchem ganze Bienenvölker einfach spurlos verschwinden.
Auch bei Gigaherz sind bereits solche Meldungen eingegangen. Der Imker kommt morgens ins Bienenhaus um seine Völker zu kontrollieren, und einfach weg sind sie. Waben und Rahmen sind noch da, so dass Diebstahl ausgeschlossen werden kann.
Wir veröffenlichen nachstehend die von D.Favre selbst ins Deutsche übersetzte Zusammenfassung seiner Studie
Mobiltelefon induzierte Piepstöne von Arbeiterinnen der Honigbiene.
In den letzten Jahren häufen sich Berichte über einen weltweiten Schwund an Honigbienen in Folge einer Völkerverlustkrankheit (colony loss disease, CCD), bei der Völker massiv und plötzlich eingehen, ohne dass es vorhergehende Anzeichen einer Krankheit oder Parasitenbefall gibt.
CCD hat schwerwiegende Auswirkungen für den Anbau vieler Früchte und Gemüse, die auf Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Milbenbefall, Pestizide, eine reduzierte Immunität, bakterielle und virale Infektionen, genetisch modifizierte Feldfrüchte und Anbaupraktiken stehen im Verdacht, eine Rolle beim Schwund der Bienenvölker zu spielen. Berichten in wissenschaftlichen und allgemeinen Medien zufolge besteht auch die Möglichkeit, dass Mobiltelefone hierzu beitragen können, da Bienen Schwierigkeiten bei der Heimfindung hatten, wenn Basisstanionen für schnurlose Telefone unter den Völkern installiert waren. Mikrowellen könnten demzufolge einen Teil der Verantwortung für das CCD-Syndrom tragen.
In dieser Arbeit untersuchte ich die potentiellen Effekte von konventionellen Mobiltelefonen produzierten elektromagnetischen Feldern auf Honigbienen.
Hierzu wurden zwei Geräte im aktiven Modus und mit einer Summe an spezifischen Energieabsorptionsraten unterhalb der offiziellen internationalen Maximalwerte (2 Watt pro Kilo Gewebe) in der Nähe von Bienen aufgestellt und die von Bienen produzierten Piepstöne aufgezeichnet und analysiert. Dies zeigte, dass sich Bienen durch die aktiv kommunizierenden Mobiltelefone im Volk gestört fühlten und zum Senden von Piepstönen angeregt wurden.
Unter natürlichen Bedingungen sind solche Piepstöne ein Signal für die Schwarmvorbereitung oder eine Reaktion auf Störungen im Volk. Das Senden von Piepstönen setzte nicht sofort nach Einschalten der Mobiltelefone ein, sondern erst nach 25 bis 40 Minuten.
Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Bienen für pulsierende elektromagnetische Felder empfänglich sind und sensibel auf Verhaltensänderungen reagieren.
Ein Schwund an Bienenvölkern wird v.a. in Erdteilen beobachtet (Nordamerika, Europa, Australien, Südbrasilien,Taiwan und Japan), in denen Mobiltelefone weit verbreitet sind. Es stellt sich daher die Frage, ob der Zusammenhang von CCD und einer intensiven Nutzung von Mobiltelefonen noch als reine Spekulation angesehen werden kann.
Ender der Zusammenfassung
Anmerkung von Hans-U. Jakob:
Das bekannte Münchner Grossmaul, Stefan Schall, welches sich Kommunikationstechniker nennt und im Auftrag der Mobilfunklobby ein Mobbing- und Schmutzforum betreibt, drohte im Internet wochenlang damit, den Versuch zu replizieren und platzen zu lassen. Brachte dann jedoch nicht einmal eine funktionierende Versuchsanordnung, wie von Favre sehr gut beschrieben, zu Stande. Weitere Kommentare von dieser Seite sind deshalb überflüssig.