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Qualität war Beethoven auch beim Essen wichtig
Seine Art zu komponieren und seine Musik verhalfen Ludwig van Beethoven zu Kultstatus. Er wurde zeitweise gefeiert wie ein Popstar. Mit dem Geld, das er verdiente, leistete er sich häufig gutes Essen. Beethoven, der 1770 in Bonn geboren worden war und bis zu seinem Tod 1827 in Wien lebte, achtete sehr auf die Qualität seines Essens. Gemüse oder Salat gehörten immer dazu. Und die Lebensmittel mussten frisch sein. Was nicht einfach war, weil es zu dieser Zeit weder Kühlschrank noch Gefriertruhe gab.
Er misstraute der Haushälterin
Da Beethoven nicht gerne selber in der Küche stand, ass er entweder auswärts in einem Gasthaus oder beauftragte die Köchin oder Haushälterin mit der Zubereitung des Essens.
Weil er seiner Haushälterin nicht traute, musste diese Buch darüber führen, was sie einkaufte und wieviel sie dafür ausgab. Dank dieses Misstrauens weiss man heute über Beethovens Essgewohnheiten und Speiseplänen Bescheid.
Faule Eier warf er an die Wand
Zu Beethovens Lieblingsgerichten gehörte eine breiartig gekochte Brotsuppe, die aus Fleischbrühe, Roggenbrot, Zwiebeln, Petersilie und Schnittlauch bestand und die er mit 10 Eiern zu verspeisen pflegte. Diese überprüfte er sorgfältig auf ihren Geruch. Rochen sie faul, konnte Beethoven so wütend werden, dass er die Eier an die Wand warf oder die Haushälterin damit bewarf.
Beethoven gönnte sich auch Luxuslebensmittel
Auf der Einkaufsliste für van Beethoven standen auch Kalb- und Rindfleisch, Ente und Huhn. Gab es Braten, freute sich der Komponist ganz besonders auf sein Essen. Zudem liebte Beethoven Fisch. Weil dieser nicht immer erhältlich und eher teuer war, hatte er mit einer Fischhändlerin eine Abmachung: Sie brachte ihm Fisch, wenn dieser verfügbar war, Beethoven bezahlte die Schuld einmal im Monat.
Und er hatte noch eine Lieblingsspeise: Makkaroni mit Parmesan. Beides kostete zu dieser Zeit aber etwa dreimal so viel wie dieselbe Menge Reis. Nicht jeder konnte sich also die Spezialität aus Italien leisten.
Beethoven definierte den Richtwert für einen Espresso
Was die Getränke betraff, schwor Beethoven – neben Weiss- oder Rotwein – auf Kaffee. Der Komponist gönnte sich das Luxusprodukt immer wieder und besass sogar eine eigene Kaffeemaschine. Sie war aus Glas, ein sogenannter Vakuumbereiter, der mittels Unterdruck im Glaskolben feinen Kaffee zum Kochen brachte. Beethoven zählte für seinen Kaffee angeblich immer exakt 60 Bohnen ab. Diese Anzahl Kaffeebohnen gilt noch heute als Richtwert für einen Espresso.
Konversationsbücher für die Kommunikation
Nicht nur von den Einkaufslisten seiner Haushälterin kennen wir Beethovens kulinarische Wünsche. Auch seine Konversationsbücher, die er mit seinem Neffen oder dem Hauspersonal führte, zeigen auf, was er gerne ass. Diese Bücher waren für Beethoven sehr wichtig, weil er in den letzten 10 Jahren seines Lebens vollständig taub war und nur so mit seinem Umfeld kommunizieren konnte.