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Verschiedene Schachformen
Neben verschiedenen Schachvarianten – bei denen teils andere Bretter und Figuren benutzt werden – gibt es auch noch spezielle Schachformen:

Lebendschach
Bei dieser Form des Schachs werden die Figuren von Menschen auf grossen Brettern, meist im Freien, dargestellt.
Marostica ist eine Stadt mit 13.349 Einwohnern (Stand am 30. Juni 2005) in der italienischen Provinz Vicenza, Region Venetien und liegt ca. 100km vor Venedig.
Der Ort ist wegen des Lebenden Schachspiels berühmt (mit lebenden Personen in mittelalterlichen und detailgetreuen Kostümen, sowie echten Pferden und dementsprechend einem riesengroßen Schachfeld). Das Spektakel inkl. abschliessendem Feuerwerk wird alle zwei geraden Jahre an den ersten beiden Wochenenden im September auf der Piazza des Schlosses ausgerichtet, z.B. im Jahr 2010, 2012 oder 2014, usw., wieder.
Dies wird auf das Jahr 1454 zurückgeführt und geht auf den legendären Kampf um die Hand der Tochter des Stadtvogts zurück. Es handelt sich um eine moderne Tradition, die im Jahr 1923 begründet wurde.
Die Nachbargemeinden sind Bassano del Grappa und wer Grappa mag, wird die Stadt lieben.
Sollte jemand Urlaub nach Italien planen, dann ist das eine gute Anlaufstelle.

Fernschach
Wie beim Online-Schach sind die Gegner auch hier räumlich von einander getrennt. Allerdings beträgt die Bedenkzeit üblicherweise zwischen 30 bis 60 Tagen für 10 Züge. Die Züge werden entweder über E-Mail, einen Schachserver oder postalisch an den Gegner übermittelt. Beim Fernschach ist es – im Gegensatz zum übrigen Schach – üblich und erlaubt, die aktuelle Partiestellung durch Ziehen der Figuren zu analysieren sowie Schachprogramme, Datenbanken und Bücher zu verwenden.

Im Jahr 1984 war von Internet und Email noch nicht die Rede. Schachspieler die an unterschiedlichen Orten wohnten, spielten Fernschach mit Hilfe solcher, für internationalen Austausch vorbereiteter Fernschach-Postkarten.
Der gezeigte Beleg ist am 3. Dezember 1984 aus den USA in die BRD gelaufen.
Quelle:
Jürgen Witkowski

Simultanschach
Ein Spieler tritt an mehreren Brettern gegen mehrere Gegner gleichzeitig an. Dabei ist der Einzelspieler wesentlich stärker als seine Gegner. Zum Beispiel spielt oft ein Grossmeister gegen viele Amateure. Dabei spielt der Simultanspieler in der Regel gegen alle Gegner mit derselben Farbe (meist Weiss). Die Gegner haben immer genau so lange Bedenkzeit, bis der Simultanspieler zum nächsten Zug an ihr Brett tritt, dann müssen sie ziehen.
Die grösste Simultanveranstaltung fand am 19. November 1966 in Havanna statt. 380 Schachmeister spielten gegen jeweils 18 Gegner an 6840 Brettern. Wenn eine Simultanveranstaltung mit begrenzter Bedenkzeit ausgetragen wird, spricht man vom Handicap-Simultan. Der Weltrekord im Simultanschach wird seit Februar 2009 von Kiril Georgiew mit 360 Partien gehalten.

Schnellschach und Blitzschach
Die zulässige Bedenkzeit ist dabei deutlich reduziert. Diese Schachform hat in der Vergangenheit deutlich an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt wegen der mediengerechten Spieldauer.
Der Unterschied liegt vor allem in der Bedenkzeit: Beim Schnellschach hat jeder Spieler zwischen 15 und 60 Minuten Bedenkzeit, beim Blitzschach in der Regel 5 Minuten.
Die erste Weltmeisterschaft im Schnellschach fand 1988 in Mexiko statt. Weltmeister wurde Anatoli Karpow. Im Jahre 2003 wurde in Cap d'Agde (Frankreich) die erste und bisher einzige Schnellschach-Weltmeisterschaft der FIDE ausgespielt. Sie wurde von Viswanathan Anand gewonnen.

Blindenschach
Schach wird Blindenschach genannt, wenn mindestens einer der Spieler blind ist oder extrem sehbehindert (dann auch Sehbehindertenschach).
Wenn einer der Spieler blind ist oder extrem sehbehindert ist, gelten spezielle Regeln. Der blinde Spieler benutzt ein spezielles Steckschachspiel, um die Figuren befühlen zu können. Hierbei gilt für ihn eine Figur erst dann als „berührt“ (im Sinne der Berührt-Geführt-Regel), wenn er den Stein aus dem Loch nimmt. Die ausgeführten Züge werden von beiden Spielern laut angesagt.
Die blinden Spieler benutzen spezielle Steckschachspiele, um die Figuren befühlen zu können, ohne dass diese verrutschen oder umfallen. Damit der blinde Spieler die weißen von den schwarzen Figuren unterscheiden kann, sind die schwarzen Figuren oben mit aufgesetzten Kügelchen versehen. Auf dem Brett sind die weißen und schwarzen Felder durch leicht unterschiedliche Höhen ertastbar. Dieses Steckschachbrett wurde 1848 auf einer Blindenschule in London entwickelt.
Es ermöglicht – über das Spielen der Blinden untereinander hinaus – auch die Beteiligung an Turnieren zusammen mit Sehenden. Dafür gelten die offiziellen Spielregeln des Weltschachbundes (FIDE) für Turnierschach und zusätzlich die sogenannte Zweibrett-Regel mit Festlegungen für Partien zwischen blinden und sehenden Spielern. Der Blinde sagt die von ihm gespielten Züge laut an und führt sie auf seinem Steckschachspiel aus; der Sehende hat ein normales Schachbrett vor sich und überträgt den angesagten Zug auf dieses Brett. Ebenso muss der Sehende die von ihm ausgeführten Züge ansagen. Nach den FIDE-Regeln gilt im Blindenschach eine Figur als berührt, wenn der blinde Spieler den Stein aus dem Loch nimmt. Dann muss er nach der Berührt-Geführt-Regel auch mit diesem Stein ziehen.
Für Blinde gibt es spezielle Schachuhren ohne Glas, deren Zeiger und Zifferblätter ertastet werden können, und eine 1924 entwickelte Schachnotation in Blindenschrift zur Aufzeichnung von Partien, die sogenannte Marburger Schachschrift.
Schach ist eine der wenigen sportlichen Betätigungen, die Sehende und Blinde unter annähernd gleichen Voraussetzungen ausüben können. Ein Vorteil für einen sehenden Spieler besteht darin, dass er beobachten kann, welche Figuren der blinde Spieler auf seinem Brett betastet, und dadurch eventuell dessen Pläne erraten kann.
Der erste Schachverein für Blinde wurde im Februar 1924 in Chemnitz gegründet. Seit 1958, dem Gründungsjahr der International Braille Chess Association (IBCA) ist das Blindenschach auch international organisiert. Neben nationalen Meisterschaften werden auch Welt- und Europameisterschaften für Blinde ausgerichtet. Einer der erfolgreichsten blinden Spieler ist der Russe Sergey Krylov (Elo-Zahl 2393, Stand: April 2007), der dreimal (1978, 1982 und 2004) den Weltmeistertitel errang.
Aktuell sind 40 Menschen mit Sehbehinderung im Schweizer Blindenschachbund gemeldet.
Der Schweizerischer Blindenschachbund SBSB in Kürze
Der Schweizerische Blindenschachbund SBSB wurde am 27. Juli 1958 in der Rechtsform eines Vereins gegründet. Gegliedert ist der Schweizerische Blindenschachbund in vier regionenbezogene Sektionen.
Finanziert wird der SBSB durch Mitgliederbeiträge, sowie durch Spenden und Legate. Der Vorstand bedankt sich im Namen aller Mitglieder des Schweizerischen Blindenschachbunds auch für Ihre finanzielle Unterstützung des Schachsports für Blinde und Sehbehinderte.
Auch Ray Charles ist ein begeisterter Schachspieler und hat stets sein persönliches Schachbrett dabei, da er wegen seiner Blindheit ein spezielles Blindenschachbrett benötigt.
Quelle: Wikipedia

Vertical Schach
Hier sehen Sie eine Variante, die man normalerweise nur bei Demonstrationsschach auf Veranstaltungen sieht und da mit Magnetschilder als Figuren. Das hat natürlich seinen Sinn, um Positionen aufzuzeigen und mögliche Züge zu demonstrieren.
Dieses Vertikal Schach das Sie hier sehen hat einen wunderschönen handgefertigten Holzrahmen, sowie ein handgefertigtes Schachbrett aus Rotahorn und "echten" Staunton Figuren aus Ebenholz und Buchsbaum zum Anfassen.
Das Schachbrett ist sozusagen hinter den Figuren, die auf Reihen aus Plexiglas stehen.
Das Vertikal Schach spielt man im vorbeigehen und mit entsprechendem Haftschild "LAST MOVE" = "letzter Zug" kann die Partie jederzeit und irgendwann später fortgesetzt werden ohne das man nun rätseln muß, wer denn jetzt am Zug sei.
Vertikal Schach kann man als Fernschachvariante sehen, bei der man Besucher oder Freunde animiert öfters vorbei zu kommen, um den nächsten Zug zu machen.
Das Vertikal Schach ist ein großartiges Spiel und eine Kunst an sich.
Das Vertikal Schach in voller Größe mit 60 x 90 cm und allen Figuren und einer Königshöhe von 78 mm.
Der Marker "LAST MOVE", so weiß man immer wer den letzten Zug gemacht hat. Einfach den Marker auf die Position anklemmen, auf die zuletzt mit einer noch vorhandenen Figur gezogen wurde.