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Pinakothek Züst
Museen
Die Pinakothek Giovanni Züst in Rancate, nahe bei Mendrisio, beinhaltet Werke von Künstlern, die auf Tessiner Boden vom 17. bis zum 19. Jhd. tätig waren. Den Höhepunkt der Sammlung bilden drei Meisterwerke mit einem Hauch von Caravaggio des Asconesers Giovanni Serodine, einer der herausragendsten Künstler im Italien des 17. Jhd. Daneben bietet das Museum auch bedeutende Werke von Giuseppe Antonio Petrini aus Carona, Hauptfigur des 17. Jhd. im Tessin und in der Lombardei. Das hauptsächlich vertretene Jahrhundert ist jedoch das 19., mit Werken von Antonio Rinaldi von Tremona und anderen bedeutenden Tessiner und lombardischen Kunstmalern.
PROMO
Der Besuch
Giovanni Serodine (1600-1630) ist, gemäss dem bekannten italienischen Kunsthistoriker Roberto Longhi „nicht nur der stärkste Maler des Kantons Tessin, sondern einer der grössten des gesamten 17. Jahrhunderts in Italien“. Die drei Werke dieses Autors, die man in der Pinakothek Züst bewundern kann, sind "Die Jungfrau Maria der Mercedari", "Der Junge mit den gezeichneten Blättern "und "Der Heilige Petrus im Kerker". Letzteres ist das eindrucksvollste und wird von Longhi so kommentiert: „Alles dreht sich um die flackernde Flamme der Talgkerze, welche die Hand und den Kopf des Heiligen, den Holztisch, die schmutzige Mauer, das alte Buch und den Totenschädel beleuchtet. Der entsetzliche Schädel wird so erhellt, dass er in eine wertvolle mit Perlen beladene Höhle transponiert wird. Man denkt dabei fast an Rembrandts 'Geschlachteten Ochsen' oder in der Moderne an Soutine“.
Die Pinakothek Züst ist das öffentliche Museum mit der grössten Anzahl an Werken – alle von höchstem Niveau – von Giuseppe Antonio Petrini von Carona (1677-1758/59), einer der Hauptfiguren des 17. Jahrhunderts im Tessin und der Lombardei. Das am stärksten vertretene Jahrhundert bleibt jedoch das 19.. Das lokale Kernstück der Pinakothek besteht aus annähernd hundert Gemälden und über 200 Zeichnungen von Antonio Rinaldi (1816-1875), ein aus Tremona, ganz in der Nähe von Rancate, stammender Maler. Rinaldi hat wie die anderen Künstler des Tessiner 19. Jahrhunderts die Akademie von Brera in Mailand besucht. Ebenfalls in der Sammlung zahlreich vertreten sind: Luigi Rossi, Adolfo Feragutti Visconti, Pietro Anstasio, Ernesto Fontana, Gioachimo Galbusera, um nur einige zu nennen. Brera war damals eine wahre Talentschmiede und fruchtbarer Schmelztiegel, wo die kulturelle Konfrontation zwischen jungen Künstlern aus fernen Gegenden stimuliert wurde.
Die Sammlung der Pinakothek, die später durch Neuanschaffungen, Schenkungen und Leihgaben bereichert wurde, entstand aus der privaten Sammlung von Giovanni Züst (Basel 1887 – Rancate 1976). Inhaber der Transportfirma Züst&Bachmeier in Chiasso, liess er sich in Rancate nieder, in einer schönen Villa in russischem Stil, von den Architekten Botta im 19. Jahrhundert erbaut, welche schon am Zarenhof tätig gewesen waren. Die Pinakothek, in den schönen Räumen des alten Pfarrhauses eingerichtet, wurde von Architekt Tita Carloni 1967 renoviert und erweitert. Heute widmet sie sich der Aufgabe der kulturellen Förderung, indem sie pro Jahr zwei zeitgenössische Ausstellungen organisiert. Es handelt sich dabei um Wechselausstellungen, immer von herausragenden Persönlichkeiten der Kunstwelt betreut, die der Wiederentdeckung von Künstlern den Vorrang geben, die im Tessin und in der Lombardei tätig waren.