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Um auf die bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen, hat der Pariser Vorort Pantin seinen Namen auf die weibliche Form Pantine gewechselt, wie der Bürgermeister der Ortschaft in einer Videobotschaft erklärt.
[VOEUX DU MAIRE @BertrandKern]— Ville de Pantin (@VilledePantin) January 2, 2023
Bertrand Kern présente ses vœux aux Pantinois pour cette nouvelle année.
Et en 2023, la ville de #Pantin s’engage résolument pour l’égalité femmes-hommes et devient Pantine.
La suite ci-dessous 👇 pic.twitter.com/ygpLKirftS
In Bern vielerorts möglich
Auch im Kanton Bern gibt es verschiedene Gemeinden, aber auch Berge, die sich für einen solchen Namenswechsel anbieten würden. So etwa Herrenschwanden. Die Gemeinde würde wohl zu Damenschwanden umbenannt werden müssen. Der aktuelle Name der Gemeinde kommt von der Schreibweise «Herris Schwandon», was so viel heisst, wie «Herren schwänteten». «Schwänteten» bedeutet, Wald zur Gewinnung von Ackerland zu roden.
Der Name der Gemeinde Herzogenbuchsee leitet sich aus dem Buchsbaum, römisch «Buxa» und der Tatsache, dass das Dorf 1090 in Besitz der Herzöge von Zähringen überging, ab. Würde man den Namenswechsel wie in Frankreich durchführen, würde die Gemeinde Herzoginnenbuchsee heissen.
Eine besondere Geschichte hat der Name der Gemeinde St. Stephan. Im Jahr 303 soll sich während der Christenverfolgung ein römischer Soldat namens Stephanus an der Stelle niedergelassen haben, wo heute das Dorf steht. Wäre er eine Frau gewesen, würden wir heute wohl von der Gemeinde St. Stephanie sprechen.
Die Gemeinde Wolfisberg, die mittlerweile zu Niederbipp gehört, ist sich Namensänderungen gewohnt. So findet man in den Geschichtsbüchern verschiedene Schreibweisen: Wulfisperg, Wüllfflysperg oder Wulfysperg. Wer nun denkt, der Name hätte etwas mit Wölfen zu tun, irrt sich. Der Ortsnamen geht auf den althochdeutschen Personennamen Vulfo oder Wolfi zurück. Deshalb wäre der weibliche Name wohl auch nicht Wölfinnenberg, sondern eher Vulfasberg. Zugegeben: Das Wappentier der Gemeinde hilft nicht dabei, das gängige Missverständnis um den Namen aufzuklären.
Berge umbenennen
Auch Berge könnten umbenannt werden. Das prominenteste Beispiel wäre dabei wohl der Mönch, der fortan Nonne heissen würde. Der Name des Berges hat allerdings gar nichts mit einem Mönch zu tun, sondern mit Wallachen, sogenannte «Münche», die am Fusse des Berges geweidet haben. Deshalb würden wir vielleicht eher von Eiger, Stute und Jungfrau sprechen.
Genaues Verfahren
Wenn eine Gemeinde im Kanton Bern ihren Namen ändern will, müsste sie zuhanden des Regierungsrats ein Gesuch stellen, wie Thomas Hardmeier, Amtsvorsteher bei der Direktion für Inneres und Justiz des Kantons, erklärt. Ein aktuelles Beispiel sei Muri b. Bern, das seinen Namen zu Muri-Gümligen wechseln möchte.
«Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) koordiniert auf kantonaler Ebene das Verfahren und hält die Ergebnisse und Erkenntnisse daraus in einem Vorprüfungsbericht fest.» Dazu konsultiere das AGR auch das Bundesamt für Landestopografie Swisstopo bezüglich des neuen Namens. «Swisstopo übernimmt die Koordination und Konsultation der erforderlichen Bundesstellen», so Hardmeier weiter. Nach erfolgreicher Prüfung erfolge schliesslich die Genehmigung durch den Regierungsrat.
Wichtig sei, dass der Name einer Gemeinde im ganzen Gebiet der Schweiz eindeutig sei: Wird der gleiche Name für mehrere Gemeinden verwendet, so muss dem Gemeindenamen ein kantonaler Zusatz beigefügt werden, zum Beispiel Bremgarten bei Bern (BE) beziehungsweise Bremgarten (AG).»
(pfl)