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Der zweite Bericht des BAFU befasst sich mit einem systematischen Monitoring von Mobilfunkimmissionen. Hier geht es also nicht um Theorie, sondern um konkrete Messungen, die zeigen, welche Behauptungen stimmen und welche nicht. Forschende haben dafür 15 Millionen Messpunkte ausgewertet. Gemessen wurde an 70 Schweizer Orten, aufgeteilt in neun verschiedene "Mikroumgebungen", die von sehr ländlich bis zu sehr städtisch reichten.
Die Experten führten Messungen entlang von Routen sowie an definierten Orten durch. Sie gelangten zum Ergebnis, dass die Grenzwerte bei weitem nicht ausgeschöpft werden. Wörtlich schrieben die Autoren auf Seite 53: «Die (…) gemessenen Feldstärken erreichten in öffentlich zugänglichen Bereichen maximal 15% des Immissionsgrenzwerts (IGW), in den allermeisten Fällen lagen sie im tiefen einstelligen Prozentbereich. In den bisher vermessenen Privatwohnungen (a.d.R. welche dem 10-fach strengeren Anlagegrenzwert unterliegen) lag die maximale Ausschöpfung des Immissionsgrenzwerts unter 4%.»
Die Datenlage in Wohnungen ist im ersten Bericht noch eingeschränkt, was kritischen Zeitgenossen als Steilvorlage dienen kann. Der Bericht zeigt aber auch etwas anderes: Offensichtlich führen die geltenden Verfahren mit mehrfachen Sicherheitsmargen dazu, dass die Funksignale in der Berechnung stark überschätzt werden und die Grenzwerte in der Realität bei weitem nicht ausgeschöpft werden können.