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Der Entscheid liegt zwar fast 18 Jahre zurück, doch für die Schweizer Rüstungsindustrie ist er nach wie vor von grosser Tragweite. In einem geheimen Beschluss führte der Bundesrat am 25. Oktober die sogenannte 50-Prozent-Regel ein.
Diese bedeutet, dass ein Waffenexport grundsätzlich bewilligt werden kann, wenn das Kriegsmaterial bis zu 50 Prozent des Endprodukts ausmacht, auch wenn ein direkter Export nicht bewilligt werden dürfte.
Die Schweizer Waffenexporteure machen von dieser Regel offenbar regelmässig Gebrauch. Dies zeigt ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle, der am Montag veröffentlicht wurde.
Das brisante Dossier wurde nur mit diversen geschwärzten Stellen veröffentlicht. Nun liegt aber der «SRF Rundschau» das ungeschwärzte Dokument vor. Sie präsentierte am Mittwochabend neue Erkenntnisse.
Demnach wollte das staatliche Rüstungsunternehmen RUAG im August 2016 den Minenwerfer vom Typ Cobra via Finnland nach Katar liefern. In Skandinavien wäre die Schweizer Waffe in einen Panzer eingebaut worden. So hätte das Endprodukt der 50-Prozent-Regel nicht widersprochen.
Katar war bis vor wenigen Monaten in einen der blutigsten Kriege der Gegenwart involviert. Auf Seiten einer saudi-arabischen Allianz kämpfte das Wüstenemirat gegen die Huthi-Rebellen. Deswegen wäre ein Direktexport verboten gewesen.
Auf Anfrage der «Rundschau» teilte die RUAG mit, dass sie das Projekt gestoppt habe.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat am Mittwochabend verurteilt, dass die Sendung «Rundschau» vom SRF in den Besitz des unzensierten EFK-Berichts über die Bewilligungspraxis von Waffenexporten gelangt ist.
Die Sendung berichtete am Mittwoch über die eingeschwärzten Stellen in dem Bericht. Die EFK publizierte ihren Bericht auf Verlangen des SECO und des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mit eingeschwärzten Stellen.
Dass die «Rundschau» das Dokument vollständig und nicht eingeschwärzt erhalten habe, sei bedauerlich, teilte EFK-Direktor Michel Huissoud der Agentur Keystone-SDA mit. Die Weitergabe des vertraulichen Berichts sei strafbar und könne von den zuständigen Behörden verfolgt werden. (sda)
Desweiteren ist dem ungeschwärzten Bericht zu entnehmen, dass der Bundesrat seit dem Jahr 2000 elf Mal die Regeln für den Waffenexport geändert hat. Neun Änderungen fallen in die Ära von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Der Inhalt der Regeländerungen bleibt jedoch geheim.
Völkerrechtlerin Evelyne Schmid fordert in der «Rundschau», dass diese Entscheide publiziert werden sollten. Einige dieser Entscheide seien «offenbar die grossen Leitplanken» für die Anwendung der Gesetze, so Schmid. (cma)
EPFL-Professor Andreas Züttel hat eine Art «Wasserstoff»-Batterie entwickelt. Er will damit unsere Energieversorgung revolutionieren.
Ein geläufiges Bonmot über Brasilien lautet: «Es ist das Land der Zukunft – und wird es immer bleiben.» Ältere Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalisten haben gegenüber Wasserstoff eine ähnlich zynische Haltung entwickelt. Seit Jahrzehnten werden sie periodisch zu Anlässen eingeladen, in denen Wasserstoff als das Wunder beschrieben wird, das sämtliche Probleme der Menschheit lösen wird – ausser vielleicht Liebeskummer. Stets sind diese Versprechungen danach irgendwie versandet.
Andreas Züttel …