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Weltweit erreichen LI-TherapeutInnen sowohl bei Menschen mit leichten bis schweren Störungsbildern erstaunliche Erfolge, weshalb zurzeit in Frankreich Daten zur Wirksamkeit von LI erhoben werden.
Was ist ein Trauma?
Trauma bzw. Traumata ist ein breit verwendeter Begriff. Er steht für Erlebnisse, welche die betroffene Person bis in den tiefsten Kern erschüttern. Körper und Geist werden in Alarmbereitschaft versetzt. Es gibt im Wesentlichen drei mögliche Reaktionen, welche in allen Kulturen vorkommen: Kampf, Flucht und Erstarrung. Es ist individuell, welche Ereignisse einen traumatisierenden Effekt haben. Sobald jemand in einen Zustand extremer Hilflosigkeit und Ohnmacht gerät, kann von einem traumatisierenden Effekt ausgegangen werden. Dies kann ein einmaliges Ereignis wie z.B. ein schwerer Unfall sein, aber auch länger andauernde, sich wiederholende Vorkommnisse, wie z.B. Mobbing oder sexuelle Übergriffe.
Die Forschung geht von gewissen Risikofaktoren aus, welche die Wahrscheinlichkeit einer Traumatisierun erhöhen. Ebenso konnten Faktoren nachgewiesen werden (z.B. eine sichere Bindung), welche vor Traumatisierung schützen können (Resilienz).
Folgen von Traumata
Viele Menschen, die ein Traumata erlebt haben (wie z.B. einen Verkehrsunfall), spüren danach Stresssymptome wie Angst, eine Art „Betäubung“, Schlafprobleme, wiederkehrende Erinnerungen an das Ereignis (Flashbacks), Schuldgefühle, Mühe sich zu konzentrieren oder abzuschalten, etc. Diesen Menschen kann LI oft innerhalb von wenigen Sitzungen helfen, wieder Ruhe und Kontrolle über sich zu erlangen. Hingegen können Personen, welche über längere Zeit traumatisierenden Erlebnissen, wie z.B. Mobbing oder Gewalt ausgesetzt waren, vielerlei psychische und körperliche Symptome entwickeln, was kaum in wenigen Sitzungen behandelt werden kann.
Dies betrifft häufig auch Menschen, die in ihrer Kindheit traumatisiert wurden. Als Erwachsene reagieren sie unwillkürlich entweder mit überflutenden oder überkontrollierten Emotionen und Handlungsimpulsen wie damals - auch wenn diese heute, im Unterschied zu früher, keine Schutzfunktion mehr haben, sondern destruktiv sind. Wird im Alltag eine traumatische Erfahrung getriggert (z.B. ausgelöst durch einen Geruch, ein Geräusch oder eine Ähnlichkeit im Aussehen) kann dies blitzschnell ein Gefühl von Bedrohung auslösen und Reaktionen hervorrufen, welche für die gegenwärtige Situation vollkommen inadäquat erscheinen.
Dieser Vorgang kann auf einer bewussten Ebene klar spürbar geschehen (z.B. in Form von Flashbacks bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung) oder aber unbemerkt und meistens unbewusst in Form von tiefverwurzelten Grundüberzeugungen. Viele früh traumatisierte Menschen berichten zum Beispiel, dass sie, trotz eines vorhandenen Beziehungsnetzes, auf einer tiefen emotionalen Ebene niemandem vertrauen können, sich nicht als liebenswert wahrnehmen, sich einsam fühlen oder übermässig viel Verantwortung übernehmen.
Wie wirkt Lifespan Integration® ?
Lifespan Integration® hilft, Abstand von schwierigen Erlebnissen zu gewinnen, sich in der Gegenwart sicher zu fühlen, unangemessene und wenig hilfreiche Bewältigungsstrategien wie z.B. ein Vermeidungsverhalten aufzugeben. So können auch längst vorhandene, aber bisher blockierte, Ressourcen endlich genutzt werden. Menschen mit Lifespan Integration® Therapieerfahrung berichten über ein verbessertes, stabileres Befinden, neu gewonnene Lebensfreude und mehr Selbstwertgefühl. In intimen Beziehungen erleben sie mehr Zufriedenheit und Vertrauen.
Wie funktioniert Lifespan Integration® ?
Insbesondere Gesprächspsychotherapien arbeiten darauf hin, durch die Auseinandersetzung auf einer gedanklichen Ebene Schutzverhalten und Denkmuster zu verändern und dadurch Verletzungen und Prägungen aufzulösen (top-down-Prozess). Im Gegensatz dazu arbeitet Lifespan Integration® auf einer tiefliegenden Ebene mit dem Körper-Geist System, Die Veränderung findet über die neuronale Integration und Vernetzung statt, welche sich im Gehirn sowie als unwillkürliche Körperwahrnehmung manifestiert (bottom up-Prozess).
Ein zentrales Element der LI-Therapie sind die sogenannten „Protokolle“. Das sind Abläufe, mit deren Hilfe schmerzvolle Erfahrungen und Erlebnisse aufgelöst und integriert werden, so dass sie in der Vergangenheit belassen werden und sich im Hier und Jetzt nicht mehr aufdrängen. Die Grundlage dazu bildet die sogenannte Zeitlinie bzw. Stichwortliste, auf der die Klientin chronologisch aus jedem Lebensjahr 1-3 Erinnerungen in Stichworten aufgeschrieben hat. Die LI-Therapeutin liest der Klientin ihre Erinnerungs-Stichworte bis ins Jetzt vor. Durch das Zuhören wird eine sehr kurze Sinneserfahrung hervorgerufen, die im Gehirn das neuronale Netzwerk, welches für die Speicherung der Erinnerung zuständig ist, aktiviert. Es ist absolut zentral, dass die Therapeutin auf die Klientin eingestimmt ist und variieren kann, wie viel Zeit diese braucht. Durch das chronologisch wiederholte „Antippen“ all dieser Neuronen- Netzwerke beginnen die Neuronen sich miteinander zu vernetzen. Damit ist der Weg zur heilenden Integration von belastenden Ereignissen geebnet.
Mit der Zeit beginnen das neuronale System und das Körpergedächtnis zu verstehen, dass die schwierigen Ereignisse der Vergangenheit angehören. Aufkommende Gefühle oder die Aktivierung des autonomen Nervensystems, wie z.B. Fluchtimpulse, werden während des Durchgangs integriert und dadurch reguliert.
Indem die schmerzvollen Erinnerungen chronologisch in der Vergangenheit platziert werden, versteht die Klientin sowohl auf mentaler und emotionaler Ebene als auch über Körperempfindungen, dass sie sich in der Gegenwart befindet, sich hier sicher fühlen kann und die Bedrohung vorbei ist. Somit erlaubt LI den Klientinnen, ganz in der Gegenwart zu leben, frei von getriggerten alten Gefühlen und Verhaltensweisen.
Wie verhindert LI das Risiko einer Retraumatisierung?
LI-Therapeutinnen verfügen über sorgfältig abgestimmte Möglichkeiten: primär ist und bleibt die Therapeutin präsent und eingestimmt im Kontakt mit dem Klienten. Sie variiert die Anzahl Durchgänge der Stichwortliste, reguliert die Geschwindigkeit und verfügt über Skills/Strategien zur Regulierung von Emotionen und andern sensorischen Wahrnehmungen. So kann dem Klienten geholfen werden, auch äusserst schmerzhafte Erinnerungen ohne Retraumatisierung zu integrieren.
Theoretischer Bezug
Grundsätzlich ist unser ganzes Nervensystem auf Selbstheilung ausgerichtet. Alles was wir fühlen, denken und tun, sind Lösungsversuche, um sich einer schwierigen Lebenssituation anzupassen. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Realität und Imagination (Pascual- Leone, 1995). Gemäss Erkenntnissen aus der Neurobiologie ist die neuronale Integration schwieriger Ereignisse ausschlaggebend für eine Stabilisierung und Heilung. Lifespan Integration® nutzt diese angeborene Fähigkeit des Körper-Geist-Systems, sich selbst zu heilen. Lifespan Integration® ist körperbasiert und erlaubt mittels aktiver Imagination und Vorstellungsvermögen, den jüngeren Ich-Anteilen zu helfen und ihnen das zu geben, was sie damals gebraucht hätten bzw. nicht bekommen konnten.
Dies ermöglicht, sowohl kürzlich erlebte Traumata als auch frühkindliche Prägungen nachhaltig aufzulösen, bestehende destruktive oder unsichere Bindungs- und Beziehungsmuster zu durchbrechen und zu verändern. Wir können dadurch lernen, anderen zu vertrauen und sichere Bindungen einzugehen. Dies hilft uns, besser im Jetzt zu leben und uns lebendiger zu fühlen.
Die heutige Psychologie geht davon aus, dass es für Menschen eine biologische Notwendigkeit ist, sich mit anderen Menschen zu verbinden (siehe dazu Stephen W. Porges, Polyvagaltheorie). Erst in der Beziehung mit andern Menschen kann das existenziell wichtige Gefühl von Sicherheit erlebt und gepflegt werden. Sichere, soziale Beziehungen stärken die Resilienz (die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen).
Hier finden Sie einen Video-Link (in englischer Sprache), welcher die Polyvagaltheorie nach S.W. Porges anschaulich erläutert.
Für wen eignet sich Lifespan Integration®?
LI richtet sich an Erwachsene, Kinder und Jugendliche im Einzel- sowie Paar- und Familiensetting (systemische LI nach Janner Steffan, A., 2016). LI eignet sich für die Behandlung verschiedenster Symptome und erweist sich besonders effizient bei:
Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen
Beziehungs- und Bindungsproblemen
sexuellem Missbrauch
frühkindlichen Traumata wie Vernachlässigung oder Gewalt
Schocktrauma
mangelnder Impuls- und Affektregulation
selbstverletzenden Verhaltensweisen
posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
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