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In der Auseinandersetzung mit drei Autoren – Anton Cechov, Jurij Trifonov und Ljudmila Petruevskaja – geht das Projekt von der Frage nach Poetiken des Raums und der Bewegung in der russischen Prosa aus. Untersucht werden narrative Symbolisierungen und Repräsentationen kultureller Räume, Bewegungsformen und Raumerleben, die Raumerfahrung und -wahrnehmung im Hinblick auf fiktionale Identitätskonstitutionen, aber auch auf theoretische Überlegungen zur ‚Bewegung’ in der Literatur.
Den Ausgangspunkt bilden narrative Bezüge zwischen Selbst, Raum und Bewegung, so etwa Bilder gefährlicher und bedrohlicher Lebensräume, Formen der Intimität (Erzeugung, Wahrung, Verlust) sowie Such-Bewegungen im Raum, die nicht nur an die Suche nach einem glücklichen Gegenraum, sondern auch an prekäre Gesten des Rückzugs, des Abschliessens und der Flucht gebunden sind. Dabei entstehen Lebens-, Möglichkeits- und Konflikträume, die kulturelle Raumkonzepte und Bewegungsdynamiken repräsentieren, diese aber auch in Frage stellen und ins Gegenteil verkehren können.
Bei den drei untersuchten Autoren sind Gemeinsamkeiten zu erkennen, die in vergleichbaren Raumpoetiken kulminieren, die aber auch historisch variable Wirklichkeitsbezüge aufweisen. Die Vergleichbarkeit beruht auch darauf, dass sich Trifonov und Petruevskaja sowohl explizit als auch implizit auf Cechov beziehen. Gerade die Spatialität steht dabei im Zentrum der dialogischen Bezüge.