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|Ein Zürcher Schulmann als Natur- forscher und Pflanzer
in Indonesien. Sein Leben und seine Zeit.

Figure on frontispiece:
Feuerthalen, the birth place of Heinrich Zollinger. The village is situated on the left border of the Rhine river, flowing from left to right, opposite the town of Schaffhausen. Gouache, signed F.Harnisch, 1832.
|Umschlagbild:

Feuerthalen, Geburts- und Heimatort von Heinrich Zollinger. Gouache von F. Harnisch 1832. Vom Zürcher Weinland kommend führt eine Landstrasse am Kirchlein (links oben) vorbei ins Dorf hinunter zur Brücke nach Schaffhausen. (Im Vordergrund Strasse nach Buchthalen.E8°39'1,N47°41'48, 404m, 240°)
Zusammenfassung
Heinrich Zollinger, Schüler und begeisterter Anhänger von I. Th. Scherr, dem ersten Direktor des Lehrerseminars Küsnacht, verliess als Sekundarlehrer im Gefolge des Septembersturms 1839 den Kanton Zürich und nahm eine Stelle in Herzogenbuchsee an. Ein Studienaufenthalt in Genf weckte in ihm den Wunsch, naturwissenschaftliche, insbesondere botanische Forschungsreisen zu unternehmen. Unterstützt durch den berühmten Genfer Botaniker Alphonse de Candolle konnte er die Mittel für eine Reise nach Java über eine Aktiengesellschaft zusammenbringen. Zollinger verpflichtete sich, den Aktionären Pflanzensammlungen und anderes wissenschaftliches Material nach Europa zu senden. Während seines ersten 6jährigen Aufenthaltes (1842-1848) bearbeitete Zollinger zunächst Westjava, später besonders intensiv das damals noch wenig bekannte Ostjava und die benachbarten Sunda-Inseln. Er bestieg und erforschte eine grosse Zahl von Vulkanen, viele davon als erster Europäer. Von seiner Pionierarbeit zeugen zahlreiche neue Pflanzenarten und sogar neue Pflanzengattungen. Seine vielseitige Forschungstätigkeit erstreckte sich auch auf vulkanologische, ethnographische und linguistische Probleme. Zollinger nahm auch als Beobachter am ersten Feldzug der Holländer gegen Bali teil (1846).
1848 reiste Zollinger wieder in die Schweiz zurück und übernahm die Leitung des Seminars in Küsnacht. Unbefriedigt von dieser Tätigkeit gründete er 1855 eine zürcherisch-holländische Aktiengesellschaft zur «Urbarmachung der Wildnis», d.h. eine Kokosplantage, in Ostjava. Bis zu seinem Tode 1859 konnte er noch zwei Forschungsreisen nach Madura und Bali unternehmen. Zollinger kann als Pionier der botanischen Erforschung von Indonesien gelten, viele Pflanzen tragen seinen Namen als Entdecker, die Einteilung und der Name des zurzeit erscheinenden Monumentalwerkes der «Flora Malesiana» gehen auf Zollinger zurück.
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