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Am 2. Sonntag im Mai wird in der Schweiz der Muttertag begangen und dabei eine Wertschätzung gegenüber den Müttern ausgedrückt. In welcher Form dies geschieht, ist sehr unterschiedlich: Einladung, Blumen, Geschenke, eine Arbeit abnehmen, Verwöhnen, usw.
Immer wieder stellt sich dabei jedoch eine Grundsatzfrage: Es wird an diesem Tag etwas in das Zentrum gerückt, das alle anderen Tage als selbstverständlich angesehen wird - und deshalb immer wieder keine Wertschätzung erfährt.
Es wäre sehr zu wünschen, wenn das Muttersein 365 bzw. 366 Tage im Jahr jene Wertschätzung erhielte, die am Muttertag gefeiert wird. Schliesslich muss nicht von einem Extrem - der Feier - ins andere Extrem - der Nicht-Würdigung - gegangen werden.
Dabei erinnere ich mich gerne an eine Werbung, die vor vielen Jahren im Fernsehen lief. Die ging so:
Eine Mutter ging zur Bank und wollte einen Kredit. Die Bankfachperson hörte zu für was der Kredit sei und fragte was sie denn mache und was sie für Bürgschaften anbieten könne. Sie gab keine Bürgschaften an und ergänzte, dass sie Mutter sei. - Der Kreditantrag wurde abgelehnt. Enttäuscht ging die Mutter weg.
Einige Tage später ging die Mutter wieder zur Bank und fragte wieder nach einem Kredit. Auf die Frage für was, was für Bürgschaften sie anbiete und was sie denn von Beruf sei, gab sie die Antwort (in Klammer jeweils das eingestrahlte Bild): Ich bin in der Erziehungsbranche tätig (eingeblendet wie sie das Kleinkind erzieht), mache Konfliktmanagement (eingeblendet wie sie den Streit der Kinder schlichtet), bin in der Ernährungsbranche (sie ist am Kochen) und im Reinigungsbereich (Wohnzimmer reinigend). Kurz zusammengefasst: Ich leite erfolgreich ein KMU. - Nach den Bürgschaften musste sie keine Antworten mehr geben. Doch sie erhielt den Kredit. → Stellen wir das Licht nicht unter den Scheffel.