Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/133940

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit jährlich mindestens 15 Millionen Franken die Implementierung der dualen Berufsbildung in Italien, Spanien und Portugal, in Zusammenarbeit mit den schweizerischen Berufsbildungsämtern, der Wirtschaft und der Sozialpartner, zu unterstützen. Damit leistet die Schweiz einen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit und zur Stärkung der Wirtschaft in wichtigen Partnerstaaten innerhalb der EU.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Meinung des Motionärs, dass die Einführung respektive die Stärkung der dualen Berufsbildung in den Ländern Südeuropas dazu beitragen kann, die Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern. Aus diesem Grund begrüsst er die Idee, dass die Schweiz Unterstützung leisten sollte beim Aufbau der beruflichen Bildung in anderen Ländern.</p><p>Der Bund unterstützt bereits aktiv die internationale Zusammenarbeit zur Förderung der Berufsbildung in anderen Staaten. In der internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 hat sich der Bundesrat zum Ziel gesetzt, das duale Berufsbildungssystem der Schweiz weltweit bekannter zu machen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) empfängt regelmässig ausländische Delegationen, um die Funktionsweise des schweizerischen Berufsbildungssystems aufzuzeigen und mögliche Zusammenarbeitsfragen zu erörtern. Die Schweiz ist zudem in verschiedenen internationalen Gremien vertreten, in denen sie ihre Erfahrungen im Bereich der Berufsbildung einbringt. Die Vernehmlassungsvorlage zum Auslandschweizer-Ausbildungsgesetz sieht zudem vor, den Schweizerschulen im Ausland die Möglichkeit zu bieten, die berufliche Grundbildung in ihr Bildungsangebot aufzunehmen.</p><p>Aufgrund der Initiative von Schweizer Unternehmen hat der Bund bereits das Pilotprojekt der Berufsbildungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und Indien unterstützt. Dessen Evaluation wird Anhaltspunkte dazu liefern, wie Elemente des Schweizer Berufsbildungssystems in anderen Ländern nachhaltig implementiert werden können. Im Rahmen des Beitrags zur EU-Erweiterung unterstützt der Bund auch Projekte in Rumänien, Zypern und in der Slowakei. Diese Projekte werden von den jeweiligen Behörden sehr geschätzt.</p><p>Auch wenn der vorliegende Vorstoss auf Verständnis stösst, wirft er gleichzeitig Fragen auf. Der Erfolg des schweizerischen Systems beruht auf dem Engagement der drei Partner der Berufsbildung: Bund, Organisationen der Arbeitswelt und Kantone. Das SBFI stellt im Rahmen seiner Treffen mit interessierten Ländern fest, dass dieses für die duale Berufsbildung zentrale Partnerschaftsmodell gerade in den betroffenen südeuropäischen Staaten eine grosse Herausforderung darstellt. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit mittels einer Stärkung des dualen Ausbildungssystems hängt nicht primär von der Bereitstellung finanzieller Mittel ab, sondern vom Engagement der lokalen Unternehmen für die Berufsbildung. Ist dieses nicht gegeben, können entsprechende Initiativen keine nachhaltige Wirkung entfalten.</p><p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass sich eine allfällige Verpflichtung der Schweiz nicht auf drei Länder beschränken kann. Vielmehr muss im Rahmen der gesamteuropäischen Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen der Initiative "European Alliance for Apprenticeship", die im Juli 2013 durch die EU lanciert werden soll, geprüft werden, welchen Beitrag die Schweiz mit ihrer Berufsbildung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten soll. Zu diesem Zweck arbeitet das SBFI zusammen mit den betroffenen Akteuren zurzeit an einer Konkretisierung der internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 für den Bereich der Berufsbildung. Dabei wird sich zeigen, wo und wieweit die Schweiz sich in Zukunft an konkreten Implementierungsprojekten beteiligen soll.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.