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Biography
Otto Barblan wurde als Sohn des Lehrers, Organisten und Chorleiters Florian Barblan 1860 in der Gemeinde S-chanf im Kanton Graubünden in der Schweiz geboren. Sein Vater gab unter anderem eine Sammlung ladinischer Lieder heraus, Grossvater Otto und Onkel Domenic Barblan waren Pfarrer in verschiedenen Engadiner Orten.
Fast sein ganzes Leben blieb Otto Barblan seinem Heimatland und vor allem seiner Muttersprache, dem Rätoromanisch, eng verbunden. 1874 kam er, zunächst dem Beruf des Vaters folgend, an das Lehrerseminar in Chur. Hier erhielt er von Hans Grisch, einem Schüler Mendelssohns, Klavierunterricht. Nach dem bestandenen Lehrerexamen entschloss er sich, sein Leben ganz der Musik zu widmen. Er studierte in den Jahren 1878 bis 1884 am Konservatorium Stuttgart, die Fächer Orgel und Komposition und wurde Schüler von Immanuel Faißt und Sigmund Lebert. Faißt war es auch, dem Barblan seine erste Komposition für Orgel widmete. In diese Zeit fällt auch die intensive Beschäftigung mit der damals neuesten Musik von Richard Wagner und Johannes Brahms.
Bereits als Student unternahm Barblan Konzertreisen durch die Schweiz und das benachbarte Ausland. Nach seinem Examen wurde er selbst vertretungsweise Lehrer für Klavier und Orgel am Stuttgarter Konservatorium. Obwohl er diesen Posten nur ungern aufgab, verliess der heimatverbundene Barblan Stuttgart 1885 wieder, um den Posten eines Musiklehrers an der Bündner Kantonsschule in Chur anzunehmen. Er selbst berichtete später in seiner Autobiographie (Erinnerungen. Chur 1929), dass er dem Ruf der Heimat damals einfach nicht widerstehen konnte. Dort setzte sein Wirken verstärkt auch im Bereich der Laienmusik ein, da er zum Leiter des Churer gemischten Chores und später auch noch des Churer Männerchores ernannt wurde. In dieser Zeit entstanden seine ersten bedeutenden Kompositionen.
Im Jahre 1887 bot man Barblan die Organistenstelle der Kathedrale St. Pierre in Genf an. Nach anfänglichem Zögern – Barblan wollte nach dieser kurzen Zeit seine Heimat nicht schon wieder verlassen – willigte er auf Drängen einer eigens angereisten Delegation schliesslich doch ein. Schon ein Jahr nach seinem Dienstantritt wurde ihm 1888 eine Stelle als Lehrer für Komposition und Orgel am Konservatorium in Genf angeboten, die ihn wieder in die Lehrtätigkeit führte. 1892 wurde er auch Dirigent der Société de Chant Sacré, in den Jahren 1889–1900 des Genfer Liederkranz' und seit 1901 des Petit Choeur und des Domchors von St. Pierre. Barblan liess es sich auch nicht nehmen, während der Sommermonate zusätzlich mehrere Orgelkonzerte pro Woche zu geben, von der Tätigkeit in der Laienmusik bei verschiedenen kleineren weltlichen und geistlichen Chören einmal abgesehen.
Sein 1887 gefasster Entschluss, nach Genf zu gehen, sollte sich als für sein Leben entscheidender herausstellen, da er seine Ämter bis zum Jahre 1938, also über 50 Jahre, mit Gewissenhaftigkeit und Können ausfüllte. Die in dieser Zeit von ihm betriebene aktive Förderung des Werks von Johann Sebastian Bach war grundlegend für eine bleibende Bach-Pflege in der Stadt. Durch seinen engagierten Einsatz für seine Orgelklasse wurde er schon bald zu einem gefragten Lehrer für zahlreiche angehende Organisten aus ganz Europa und Übersee. Mehr als ein halbes Jahrhundert wirkte Barblan prägend auf das Genfer Musikleben.
Betrachtet man die Widmungsträger seiner Kompositionen, wird schnell deutlich, dass Barblan zu vielen wichtigen Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit Kontakt pflegte (Brahms, Guilmant, Saint-Saëns, Widor). Ein Kontakt bestand auch zu Max Reger und Albert Schweitzer, sowie zu Karl Straube, der seine Passacaglia op. 6 aufgeführt hat.
Barblan war Ehrenbürger der Stadt Genf und hielt die Ehrendoktorwürde der Genfer Universität. 1937 wurde er zum Ehrenmitglied des Schweizerischen Tonkünstlervereins berufen. Eine Strasse in Genf sowie eine in Chur tragen seinen Namen. Er starb im Jahre 1943 in Genf.