Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/2453

Terrazzboden ist keine Neuerfindung der modernen Zeit, sondern ein bereits seit der Antike bekannter fugenloser, vor Ort eingebrachter und glatt geschliffener Bodenbelag, der über Jahrtausende standgehalten hat.
Die Herstellung eines Terrazzobodens stellt ein uraltes Handwerk dar, welches bis in die Zeit von 700 v. Chr. zurück verfolgt werden kann und hat die Wohnkultur in allen Epochen stark beeinflusst.
Um 1350 v.Chr. kamen Kalkterrazzoböden beim Bau des Tempels von Tell el-Amarna in Ägypten zur Anwendung.
Im Barock beeinflusste die Kunst des Terrazzolegens nachhaltig die gehobene Wohnkultur, die im 16. Jahrhundert in Venedig unter dem Namen terrazzo alla Veneziana eine besondere Blüte erlangte und sich bis in den Jugendstil fortsetzte.
In der Gründerzeit und um die Jahrhundertwende fanden Terrazzoböden breite Verwendung. Sie wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vielfach in beanspruchten Bereichen des Wohnungsbau eingesetzt, etwa in Treppenhäuser, Küchen und Bädern.
Ab den 1960er-Jahren verdrängten zunehmend billigere, industriell hergestellte Produkte wie Keramikfliessen, Teppichboden und PVC die Terrazzoböden aus dem Massenmarkt. Mancherorts wurden sogar bestehende Terrazzoböden mit “modernen” Belägen abgedeckt. Terrazzo ist in der Gegenwart in hochwertigen Wohnbereichen von den Architekten “wiederentdeckt“ worden.