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Viele gute Nachrichten des Milchverarbeiters Cremo zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2012: Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 511 Millionen Franken, weist einen Gewinn von 1,3 Millionen Franken aus, hat für seine Produzenten den Milchpreis stabilisieren und auf Ende Jahr alle Lager auf einem normalen Niveau halten können.
Im ersten Jahr unter Verwaltungsratspräsident Benoît Perroud stellten für Cremo die Schwankungen an den internationalen Märkten für Milchprodukte eine grosse Herausforderung dar. Beispielsweise stellte die Branchenorganisation Milch Anfang Jahr einen Richtpreis von 66 Rappen für Milchprodukte fest, im Frühjahr brach dieser aber um 30 Prozent ein. Weiter erschwerte der starke Franken dem Milchverarbeiter die Arbeit. Cremo exportiert zwei Drittel ihrer Proteinproduktion und Butter, so dass das Unternehmen von dieser Entwicklung besonders betroffen war. Wie Cremo in einer Mitteilung betont, habe das Unternehmen den Milchpreis im A-Segment trotzdem auf 66 Rappen belassen können. Dennoch stiess Cremo nicht auf das erhoffte Verständnis, wie es im Jahresbericht heisst: «Ab Juni erhielten die Milchlieferanten von Cremo im Durchschnitt einen erheblich höheren Milchpreis als die meisten ihrer Kollegen in den anderen Regionen. Als die Preise im Herbst wieder anstiegen, wurden Preiserhöhungen verlangt. Wie soll man einen Preis erhöhen, der nicht gesenkt wurde, als es nötig gewesen wäre?»
Monatliche Prüfung
Cremo habe mit einer konstruktiven Lösung reagiert und den Produzenten ein neues Preissystem unterbreitet, das die Entwicklungen auf dem Schweizer Markt und beim Export besser abbildet, so das Unternehmen. Das neue System trat am 1. Februar 2013 vorerst provisorisch in Kraft. Es basiert auf einer monatlichen Überprüfung des Preises für jene Milch, die zu Exportprodukten verarbeitet wird.
Das System dreht sich um folgende Fixpunkte: es muss einfach, transparent, flexibel und dynamisch sein; der Milchpreis für die Produzenten darf sich nicht verschlechtern; es muss die Bestimmungen der Branchenorganisation bezüglich Segmentierung erfüllen; es muss für jede Milchkategorie anwendbar sein.
«Alles was wir unternahmen, um uns anzupassen, machte uns um eine Erfahrung reicher und ermöglichte es uns, unser Know-how zu erweitern. Das kann für die Zukunft nur von Vorteil sein», heisst es in der Einleitung zum Jahresbericht.
2012 hat Cremo sowohl bei den Produkten als auch bei der Infrastruktur Neuheiten eingeführt. Auf der einen Seite sind es die kühl streichfähige Butter, der Kaffeerahm in der Viertel- und Halbliterflasche, die Butter in der Einkilopackung. Auf der anderen Seite sind es eine Verstärkung der Sicherheit für den Zugang zum Firmenareal, eine Abfüllanlage am Standort Le Mont-sur-Lausanne und eine neue Filteranlage im Milchpulversektor.