Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/978

Frauen, die während der Grippesaison schwanger sind, sollten sich gegen Influenza impfen lassen, raten Experten. Eine Studie belegt: Dies schützt auch die Kinder in den ersten Lebensmonaten vor der Krankheit.
Die Grippe ist eine ernste Krankheit: Betroffene entwickeln meist hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sie haben Schüttelfrost und ein starkes Krankheitsgefühl. Gefährlich sind mögliche Komplikationen, zu denen Entzündungen von Lunge, Herz und Gehirn zählen.
Stecken sich Schwangere mit Grippeviren an, haben sie ein höheres Risiko, dass ihnen die Krankheit besonders hart zusetzt, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Es empfiehlt deshalb allen Frauen, die während der Influenza-Saison schwanger sind, die Grippeschutzimpfung. Gesunden Schwangeren wird sie ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Frauen, die aufgrund einer chronischen Krankheit ein höheres Risiko haben, sollten unabhängig vom Schwangerschaftsstadium geimpft werden, so das RKI.
Die Impfung ist anscheinend nicht nur ein Schutz für die werdende Mutter, belegt eine Studie aus den USA: Sie senkt auch das Risiko der Kinder deutlich, in den ersten sechs Lebensmonaten an der Grippe zu erkranken, berichten die Forscher im Fachblatt «Pediatrics».
Das Team um Juli Shakib wertete Daten aller Frauen aus, die zwischen Dezember 2005 und März 2014 in einem Krankenhaus des Intermountain-Verbands in den Bundesstaaten Utah und Idaho entbunden hatten. Sie konnten so auf Informationen von gut 245'000 Müttern und ihren gut 249'000 Kindern zugreifen. Die Zahl der Kinder ist aufgrund von Mehrlingsgeburten höher.
In den Jahren vor der Schweinegrippe-Pandemie liessen sich nur rund zwei Prozent der Frauen während ihrer Schwangerschaft impfen, nach der Pandemie stieg der Anteil auf rund 21 Prozent an. Über den gesamten Zeitraum gesehen liess sich etwa jede zehnte Schwangere impfen.
Insgesamt erkrankten 866 Kinder im Alter von bis zu sechs Monaten an Influenza oder einer ähnlichen Krankheit, bei 658 wurde die Grippe durch eine Laboruntersuchung bestätigt. 151 kleine Patienten mussten deswegen im Krankenhaus behandelt werden.
Gleichzeitig überprüften die Forscher, wie viele Kinder im ersten Lebenshalbjahr eine Infektion mit RS-Viren (Respiratorische Synzytial-Viren) durchmachten: Dies waren in beiden Gruppen rund zwei Prozent. Das spricht dafür, dass die Grippeimpfung die unterschiedliche Häufigkeit von Grippefällen unter den Kindern erklärt: Wäre bei den RSV-Infektionen ein deutlicher Unterschied zu sehen gewesen, hätte das dafür gesprochen, dass andere Faktoren den Unterschied verursachen. (wbr)