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Nachdem ich gestern aus Versehen einen noch unveröffentlichten Song gepostet habe, fahre ich heute lieber mal die sichere Schiene mit etwas ein bisschen älterem.
Nina Simone war wohl das, was man ein Wunderkind nennt. Mit vier Jahren setzt sie sich ohne irgendeine Ausbildung ans Klavier ihrer Mutter und beginnt zu spielen. Sie arbeitet mit sechs als Organistin. Mit sieben finanziert ihr die Gemeinde den Klavierunterricht. Weil sie später an allen klassischen Konservatorien wegen ihrer Hautfarbe abgelehnt wird, sieht sie sich gezwungen, von der Klassik in den Jazz zu wechseln. Erst als sie in schummrigen Nachtklubs Konzerte spielt, beginnt sie zu singen. Mit „What Happened, Miss Sunshine“ ist dieses Jahr ein fantastischer Film über ihr Leben erschienen. Ich glaube, er ist in der Schweiz auf Netflix verfügbar.
Was Nina Simone für mich einzigartig macht war ihre Stimme. Man sagt immer schnell, dass eine Stimme unverwechselbar ist, aber ihre war es wirklich. Unvergesslich sind auch Ihre Liveauftritte. Für kleinste Unaufmerksamkeiten des Publikums zeigte sie kein Verständnis. Wer plauderte, wurde streng ermahnt oder sofort aus dem Saal geworfen. Ihren vielleicht legendärsten Auftritt hatte sie übrigens 1976 in Montreux. Es war ihr erstes Konzert, nachdem sie aus ihrem Exil in Liberia zurückgekehrt war. Ich finde ihre Musik so intim, dass es mir fast unangenehm ist, sie in Gesellschaft zu hören.