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Brunos Tramnotizen – N°50
Die drei Jugendlichen stiegen an der Feldeggstrasse laut und ausgelassen in den 2er. Im Unterricht hatte der Lehrer mit seinen Schülern über Sinn und Unsinn wissenschaftlicher Studien diskutiert und die Meinung vertreten, viele davon seien unsinnig. Einmal behaupten Autoren in einer, dass etwas gesund sei, eine weitere besage das Gegenteil. Ja, ja, die Studien belegen, dass nach dem Regen auch wieder einmal die Sonne scheine... lachte der Rothaarige, der sich gleich auf den ersten freien Sitz lümmelte. Das sei so ein Mumpitz, sagte das Mädchen, letztlich hätten Forscher sogar eine Studie über Studien gemacht, und dabei herausgefunden, dass es zu viele Studien gäbe, eine Inflation an Studien, die sich mit irgend einem Nonsens beschäftigen würden, um dann etwas herauszufinden, was sowieso jedes Kind wisse, das eins und eins zusammenzählen könne. Die drei lachten laut, dann hob der mit der Mütze mahnend die rechte Hand, sagte mit ernster Mine, das sei gar nicht so einfach, eins und eins könne genauso gut zwei geben oder auch elf, je nachdem, was man mit den Zahlen anstelle. Wieder lachten alle drei laut heraus. Das sei doch nur noch peinlich, meinte das Mädchen. Der Lehrer habe auch gesagt, dass die meisten Studien nur auf Studien anderer beruhen würden. Und je mehr Zitierungen eine Studie beinhalte, umso wichtiger gelte sie und umso angesehener sei das Renommee der Autoren. Was so eine Studie schliesslich bezwecke, sei zweitrangig. Nein, meinte der Junge mit der Mütze, immerhin werde für eine Studie ein Master of sowieso oder ein Doktortitel verliehen, ein solcher Titel sei dann ein Leben lang viel Geld wert. Das funktioniere allerdings nur so lange, bis jemand die Studie genauer anschauen würde. Ja, fuhr das Mädchen fort, und dann würde man herausfinden, dass alles nur Copy paste aus einer anderen Studie sei. So ist es, meinte der mit der Mütze, es sei eben schon alles einmal da gewesen. Und doch sei es komisch, dass man alles wieder für neu verkaufen könne. Man müsse es einfach nur schlau genug angehen. Schliesslich fragte das Mädchen die Jungs, worüber sie eigentlich einmal eine Studie schreiben würden. Das wisse er schon jetzt, witzelte grinsend der mit der Mütze, über Veganer, die hätten den besseren Sex. Das Mädchen lachte und fragte, was denn dabei herauskäme. Der Rothaarige meinte, das sei doch klar, der Nachwuchs sei nicht aus Fleisch und Blut – das seien dann lauter Blumensträusse.
31. Januar 2016