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Wann spricht man von einer Intoleranz, wann von einer Allergie? Wo kann ich mich seriös testen und beraten lassen? Wir helfen Ihnen, sich bei diesem schwierigen Thema zurecht zu finden.
Die in der Schweizer Lebensmittelkennzeichnungsverordnung (LKV) definierten Allergenen müssen in der Zutatenlisten immer angegeben werden. Auch dann, wenn ein Allergen in geringen Mengen beispielsweise in einer Gewürzmischung enthalten ist. Als deklarationspflichtig wurden diejenigen Allergene definiert, die häufig Auslöser von Unverträglichkeitsreaktionen sind oder bei Betroffenen sehr schwere allergische Reaktionen hervorrufen können.
Ist eine unbeabsichtigte Verunreinigung eines deklarationspflichtigen Allergens in einer bestimmten Menge – in der Regel 1 g/kg – möglich, muss darauf hingewiesen werden. Zum Beispiel mit dem Satz «kann Spuren von Erdnüssen enthalten».
Welche Zutaten und daraus gewonnene Erzeugnisse auf dem Produkt deklariert werden müssen, sehen Sie im Infokasten rechts.
Bei einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel bildet das Immunsystem Antikörper gegen eigentlich harmlose tierische oder pflanzliche Eiweisse. Bei Kindern und Erwachsenen sind es nicht dieselben Nahrungsmittel, die am häufigsten Allergien auslösen. Bei Kindern sind Allergien auf Kuhmilch und Hühnereier sehr häufig, welche im Laufe der Kindheit meistens wieder verschwinden. Erwachsene reagieren am häufigsten auf Äpfel, Hasel- und Baumnüsse, Kiwi, Sellerie und Karotten. Grundsätzlich kann auf jedes Nahrungsprotein eine Allergie bestehen.
Die Symptome einer allergischen Reaktion können sehr verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Reaktionen sind Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen der Haut, Atemprobleme und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Erbrechen. Beschwerden einer Allergie können nur durch Weglassen des spezifischen Lebensmittels vermieden werden.
Diagnose von Allergien
Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie sollte immer ein Allergologe aufgesucht werden, der eine eindeutige Diagnose stellen kann. Er führt verschiedene Allergietests durch, um ein spezifisches Allergen zu identifizieren oder auszuschliessen. Man unterscheidet zwischen Haut-, Blut- oder Provokationstests.
Hauttest: Beim Hauttest werden verschiedene Allergenlösungen auf den Unterarm geträufelt und mit einer feinen Nadel geprickt, damit das Allergen Kontakt mit den Hautzellen bekommt. Die Testreaktion wird nach 20 Minuten beurteilt. Eine positive Reaktion gleicht einem kleinen Mückenstich. Bei Spättypreaktionen wird ein Pflaster auf den Rücken geklebt. Die Reaktion, zumeisten ein kleines Ekzem, kann nach 1 oder 2 Tagen abgelesen werden.
Bluttest: Dem Patient wird eine Blutprobe entnommen, welche im Labor auf Antikörper untersucht wird.
Provokationstest: Beim Provokationstest nimmt der Patient den im Verdacht stehenden Inhaltsstoff auf, indem er ihn isst bzw. einatmet oder durch Hautkontakt. Dieser Test soll nur von spezialisierten Ärzten durchgeführt werden.
Kreuzallergien
Bei Kreuzallergien kommt es aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit von Inhalations- und Nahrungsmittelallergenen zu einer Immunreaktion. So kann bei einer Person mit einer Birkenpollenallergie beispielsweise eine Kreuzallergie auf Äpfel eintreten. Das Immunsystem reagiert dann auch auf den Kontakt mit Äpfel, da gewisse Substanzen im Apfel dem Birkenpollenallergen sehr ähnlich sind.
Die Symptome solcher Kreuzallergien beschränken sich in der Regel auf Reaktionen im Mundraum wie Juckreiz, pelzigem Gefühl in Mund und Rachen oder Schwellungen an Mund und Lippen. Lebensbedrohliche allergische Reaktionen aufgrund einer Kreuzreaktion sind selten.
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