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Derzeit werden bei einer Gruppe von Versicherten auf Parzellen mit verschiedenen Ackerkulturen von der MSI (Moisture Stress Index) und der NDVI (Normalized Difference Vegetation Index) mittels Satellitendaten berechnet. Der NDVI informiert über den Zustand der Vegetation. Aufgrund der Einfärbung der Parzelle lassen sich Unterschiede im Pflanzenwuchs erkennen. Je höher der Indexwert einer Parzelle ist, desto vitaler ist die grüne Vegetation.
Je geringer der Indexwert ist, desto weniger Pflanzenwuchs ist vorhanden. Der MSI liefert Informationen über den Wassergehalt der Vegetation. Je tiefer die MSI Werte sind, desto grösser ist der Wassergehalt der Vegetation. Die Daten basieren auf Aufnahmen des Sentinel 2, ein Erdbeobachtungssatellit der European Space Agency (ESA), welcher die Bilder mit einer Auflösung von zehn bis 60 Metern liefert.
Gezielte Massnahmen
Da die optischen Spektralsignaturen durch Wolken gestört werden können, können die Parzellen nur bei günstigen Wetterbedingungen aufgenommen werden. Weiter werden auf den Testparzellen die Niederschlagssummen, die Tagesmaximum-, Tagesminimum- und Durchschnittstagestemperaturen, die Verdunstung sowie die relative Luftfeuchtigkeit berechnet und grafisch dargestellt. Die Grunddaten werden von einem Drittanbieter mit einer Auflösung von 1 Kilometer mal 1 Kilometer zur Verfügung gestellt. Alle diese Daten sind nützlich, um den Zustand der Kulturen in Bezug auf unterschiedliche Parameter während der Vegetationsperiode beurteilen und falls notwendig Schadensminderungsmassnahmen einleiten zu können wie beispielsweise die Optimierung des Einsatzes von Bewässerung oder Betriebsmitteln.
Pilotphase bis Ende 2020
Tiziana Speckert, Leiterin des Projektes Remote Sensing Services bei der Schweizer Hagel, erklärt die Vorteile: «Der Pilotversuch soll die Bedürfnisse unserer Kunden und Experten aufzeigen, damit essentielle Instrumente zukünftig bereitgestellt werden können. Satellitendaten ergänzen die Meteodaten und liefern in Kombination wertvolle Informationen über Umweltereignisse sowie über das Wachstum und den Zustand der Vegetation. Zukünftig wird eine solche Kombination für die Landwirtschaft und die Schweizer Hagel unabdingbar.»
Die Pilotphase läuft bis Ende der Saison 2020. Nach Auswertung der Erkenntnisse wird entschieden, in welcher Form die aufbereiteten Daten in Zukunft den Versicherten zugänglich gemacht werden sollen. Ebenfalls wird geprüft, inwieweit die Daten die Effizienz bei der Schadenserhebung steigern können, so dass Schäden präziser und schneller bewertet werden.
Es ist das Anliegen der Schweizer Hagel, im Rahmen der Digitalisierung den Versicherten weitere wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfen zur Verfügung zu stellen, um das Risikomanagement zu erleichtern. So wurde im vergangenen Jahr der Swissagroindex weitgehend optimiert, um den Versicherten zuverlässige Daten zur Erkennung von Trockenheitsschäden zu liefern. Seit Mitte 2019 kann auf Swissagroindex die Wasserbilanz für die Ackerkulturen Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen, Raps, Soja und Sonnenblumen geprüft werden. Die Berechnung für die einzelnen Kulturen erfolgt täglich gemäss der Grundformel FAO-56 von Penman-Monteith. Erhält die jeweilige Kultur zu wenige Niederschlag während der kritischen Wachstumsphase ist ein Trockenheitsschaden möglich (rot eingefärbte Region auf der Karte). Durch Klicken auf die interaktive Karte wird die lokale Niederschlagsmenge, die Verdunstung und die daraus resultierende Wasserbilanz angezeigt.
Quelle: Schweizer Hagel