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Carl Icahn erhöht Anteil bei Apple und bleibt hartnäckig
Veröffentlicht am Samstag, 25. Januar 2014, um 15:00 Uhr von Patrick Bieri
Über Twitter hat der Investor Carl Icahn die Erhöhung seines Investments bei Apple bekannt gegeben. Eigenen Angaben zufolge hat Icahn für weitere 500 Millionen US-Dollar Anteilsscheine des Unternehmens gekauft. Insgesamt besitzt Icahn nun Apple-Aktien im Wert von über drei Milliarden US-Dollar.
Die Aufstockung des Aktienbestandes bedeutet keineswegs, dass der Investor vollends mit Apple zufrieden ist. Wie bereits in den Monaten zuvor kritisierte Icahn gegenüber dem US-Sender CNBC die Ausschüttungspolitik des Unternehmens. Anstelle die überschüssigen Bargeldreserven an die Anteilseigner auszuzahlen, behält das Unternehmen einen signifikanten Teil der Gewinne ein. Der Investor kritisiert dabei insbesondere den Verwaltungsrat von Apple und nicht das Management. Icahn klagte gegenüber dem Sender, dass im Verwaltungsrat des Unternehmens keine einzige Person aus der Finanz-Branche Einsitz habe.
Um seiner Position Gehör zu verschaffen, hat Carl Icahn am gestrigen Donnerstag einen Brief an alle Aktionäre veröffentlicht. Gemäss dem Brief hatte Icahn mit denjenigen Unternehmen den grössten Anlage-Erfolg, deren Produkte ein «Selbstläufer» waren. Zu dieser Kategorie zählt der Investor Investments wie diejenigen in Netflix und Herbalife sowie auch in Apple. Wenn Apple nach den gleichen Kriterien bewertet würde wie die von Icahn genannten Unternehmen, dann hätte die Aktie des Unternehmens einen Wert von 840 US-Dollar. Diese Differenz zwischen dem Aktienkurs und dem «wahren Wert des Unternehmens» macht für den Investor keinen Sinn. Obwohl Apple bereits das grösste Aktienrückkaufprogramm der Geschichte gestartet hat, fordert Icahn ein noch grösseres Programm zur Stimulierung des Aktienkurses. Insgesamt sollen den Aktionären weitere 50 Milliarden US-Dollar ausbezahlt werden. Dazu sollen die Aktionäre anlässlich der Generalversammlung vom 28. Februar dem Vorschlag Nummer 10 zustimmen.
Die Idee zur Finanzierung des Aktienrückkaufprogramms liefert Icahn in seinem Brief gleich selbst mit. Anstelle die ausländischen Bargeldreserven in die USA zu transferieren, wo hohe Steuern fällig würden, soll Apple in den USA Anleihen ausgeben. Das tiefe Zinsniveau stellt Icahns Ansicht nach ein ideales Umfeld dar, um den Aktienrückkauf günstig über den Kapitalmarkt finanzieren zu können. Er verweist dabei auf die Zinsen der Apple-Anleihen, die im vergangenen Frühjahr ausgegeben worden sind.
Bereits seit seinem Einstieg bei Apple im August 2013 fordert Carl Icahn ein umfangreicheres Aktienrückkaufprogramm. Bereits im April 2013 gab Apple die Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms auf 100 Milliarden US-Dollar bekannt. Das Geld soll bis 2015 an die Aktionäre ausgeschüttet werden, Icahn will aber mehr.
Icahns Investment hat sich bereits heute ausbezahlt. Zum Einstiegszeitpunkt kostete eine Aktie von Apple rund 490 US-Dollar. Aktuell hat die Aktie bereits einen Wert von über 550 US-Dollar. Der Investor begründete seinen Einstieg mit der zu tiefen Bewertung des Unternehmens. Damals schätzte er den «wahren Wert des Unternehmens» auf rund 625 US-Dollar pro Aktie.
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