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Warum … modischer Nationalstolz überwertet wird
Als der grosse Oscar de la Renta vor ein paar Wochen mit 82 Jahren starb, würdigte man ihn nicht nur als legendären Designer und Couturier von First Ladies wie Jackie Kennedy oder Hillary Clinton, sondern auch als beherzten Nörgler. Dass Michelle Obama etwa zu einem Empfang in China ein Kleid aus dem Hause Alexander McQueen (britisch) trug und nicht in amerikanischem Design ihr Land repräsentierte, stiess dem Meister sauer auf – und das tat eröffentlich kund. Nur: Kann die Wahl eines nicht heimischen Designers wirklich politisch unkorrekt sein? Ich glaube nicht.
Den modischen Nationalstolz dürfte jüngst auch Angelina Jolie überschätzt haben, und zwar weniger den ihrer Landsleute als jenen ihrer Gastgeberin: Als die Frau
mit dem schlechtesten Schuhgeschmack im Buckingham-Palast zur Honorary Dame Commander ernannt wurde, trug sie, um der Queen zu gefallen, brav ein Kleid von Ralph & Russo. Das ist das erste britische Modehaus, das von der strengen Chambre Syndicale de la Haute Couture in den Schauenplan der Pariser Couturewoche aufgenommen wurde.
Jaja, Miss Perfect, perfekte Wahl. Perfekt langweilig.