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Im Roman Wolgakinder erzählt Gusel Jachina die Geschichte des Dorflehrers Bach, der nach dem ersten Weltkrieg in der Autonomen Wolgarepublik lebt. Das Werk ist reich an historischen Fakten zum Leben der Russlanddeutschen und überzeugt durch die faszinierende Erzählweise, mit der Gusel Jachina den Leser packt.
Bachs unauffälliges Leben wird durch seine Privatschülerin Klara, die er auf märchenhafte Weise kennenlernt, beendet. Die beiden kommen allen Hindernissen zum Trotz zusammen und leben inmitten tiefster Einsamkeit. Da wird Klara von durchziehenden Kirgisen vergewaltigt und geschwängert.
Bei der Geburt des Mädchens Anna stirbt Klara. Bach zieht das Kind alleine auf und ernährt es mit Ziegenmilch, die er auf der anderen Flussseite aus den Kolchosen stiehlt.
Die Sprache verschlagen
Der Verlust Klaras hat Bach buchstäblich die Sprache verschlagen – er kann nicht mehr sprechen und beginnt, Märchen über die Kultur und Traditionen der Russlanddeutschen zu verfassen – woraus eine Art volkstümliches Epos entsteht, mit dem er nun auf legalem Weg Milch und Lebensmittel erwirbt.
Der Roman ist ein faszinierendes Sprachgewebe aus Märchen, Legenden und Geschichte. Dass es sich dabei um eine tragische Erzählung handelt, ist einerseits durch die historischen Gegebenheiten und andererseits dadurch bedingt, dass Bach sich völlig aus dem gesellschaftlichen Leben verabschiedet und nun mit dem Kind in völliger Einsamkeit lebt.