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Sie finden sich mit Ausnahme Neuhollands und des höchsten Nordens in allen Teilen der Erde an Flußufern, liefern zwar gutes
Pelzwerk,
[* 7] sind aber überwiegend schädlich. Der gemeine Fischotter(L. vulgarisErxl.) wird 80 cm lang, mit 40 cm
langem Schwanz, 30 cm hoch, bis 15 kg schwer; der Pelz ist oben glänzend dunkelbraun, unten etwas heller, unter dem Hals und
an den Kopfseiten weißlich graubraun, am Kopf meist mit einzelnen weißen Flecken. Er findet sich in ganz Europa,
[* 8] einzeln noch
in Lappland, auch weitverbreitet in Asien,
[* 9] selbst am Amur, an Seen, Bächen und waldigen Flußufern, oft in der
Nähe von Wehren und Mühlgerinnen, lebt in unterirdischen Gängen, die 50 cm unter dem Wasser münden und, schief aufwärts steigend,
zu dem geräumigen, trocknen Kessel führen, während ein zweiter Gang
[* 10] den Luftwechsel vermittelt.
In der Regel besitzt jedes Tier mehrere Baue, bisweilen bezieht es verlasseneFuchs- und Dachsbaue, bei Überschwemmungen
flüchtet es auf nahestehende Bäume oder in hohle Stämme. Der Gang des Fischotters ist ziemlich schnell, schlangenartig kriechend,
er schwimmt und taucht mit der größten Meisterschaft und wunderbarer Beweglichkeit des geschmeidigen Körpers. Im Winter
steigt er durch Löcher im Eis
[* 11] ins Wasser und benutzt geschickt jedes
kleinste Eisloch, um zu atmen.
Seine Sinne sind sehr scharf; er ist ungemein schlau, flüchtig und listig, schreit gellend, wenn er hungert, und kreischt
im Zorn laut auf. Bei uns jagt er meist nach Sonnenuntergang, während er an unbewohnten Orten auch bei
Tage thätig ist. Er lebt meist von Fischen und Krebsen, jagt stromaufwärts schwimmend, zieht oft meilenweit und richtet in
fischreichen Gewässern um so größern Schaden an, als er dort nur die besten Rückenstücke seiner Beute verzehrt und das
übrige liegen läßt.
Junge, aus dem Nest genommene, bisweilen auch alte eingefangene Fischottern werden sehr zahm und in China,
[* 15] auch wohl bei uns,
zum Fischfang benutzt. Das Fleisch ist zäh und schwer verdaulich und gilt bei den Katholiken fürFisch.
Sehr geschätzt ist das Pelzwerk; aus den Schwanzhaaren macht man Malerpinsel, aus den Wollhaaren Hüte. Blut, Fett und manche
Eingeweide
[* 16] galten früher als Heilmittel. Die Jagd bildet in England einen besondern Sport, zu dem sich größere
Jagdgesellschaften vereinigen, welche mit einer Meute hierauf abgerichteter Hunde
[* 17] einer besondern Rasse, den Otterhunden, die
Flußgebiete absuchen.
Außerdem wird der Fischotter bisweilen auf der Entenjagd erlegt, wenn der Hund ihn auf Kaupen in Brüchern findet, ebenso auf dem
Anstand beim Enteneinfall im Winter an offenen Wasserstellen. Wo es viel Ottern gibt, erlegt man sie auch
in mondhellen Nächten auf dem Anstand an den Ausstiegplätzen, d. h. an solchen Stellen, an denen sie aus dem Wasser steigen,
um Hindernisse zu umgehen oder den Raub zu verzehren, und deren Zufrieren sie dadurch verhindern. Bei Spurschnee gelingt es
oft, sie einzukreisen, wenn sie in alten Erlenkaupen oder unter hohl gefrornem Eis (Bolleis) versteckt
sind. Meist jedoch werden sie in starken Tellereisen
[* 18] gefangen, welche man, gut befestigt, besonders an den Ausstiegen ins
Wasser legt. JungeOttern fangen sich auch bisweilen in den von Fischern gelegten Reusen.