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Vorrede
Wenn Band XLIII dieses Jahrbuches, wie ich befürchte, abermals etwas verspätet erscheinen wird, so kommt dies teils von der ungewöhnlich großen Bogenzahl des Buches und den zahlreichen Beilagen, teils von dem Umstand, daß die an Stelle des mit der Herstellung des Jahrbuches seit Dezennien vertrauten Herrn A. Francke tretenden neuen Verleger sich mit dem Unterzeichneten erst selber zurechtfinden mußten, was nicht ohne Störungen und Verzögerungen ablaufen konnte. Ich hoffe immerhin, daß man dem Buche und der Beilagenmappe, wenn sie vollendet vorliegen, diese Mängel in der Organisation der Arbeit nicht allzusehr ansehen werde.
In der letztjährigen Vorrede habe ich mich, wie schon früher, darüber beklagt, daß unsere welschen Clubgenossen dem Jahrbuch nur geringe Aufmerksamkeit und Mithülfe zuwenden, obschon es interessante Artikel in französischer Sprache immer entgegenzunehmen geneigt sei. Diesmal ist dieses Segens für manche Leser vielleicht nur zu viel geworden. Aber daß die in den Freien Fahrten und in den Kleineren Mitteilungen enthaltenen französisch geschriebenen Beiträge nicht interessant seien, wird man kaum behaupten dürfen. Von den Beiträgen von Prof. Forel und seinen Mitarbeitern zu den Abhandlungen versteht sich das von selbst. Sie dienen mir seit Jahren als Norm für die wissenschaftliche Höhe des Jahrbuches und ich bedaure nur, daß mir nicht mehr so vollwertige Arbeiten für die Abhandlungen jeweilen rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden. Dagegen habe ich mein Versprechen, daß auch 1908 „ Beiträge aus nicht alpinen oder außereuropäischen Hochgebirgen sich im Jahrbuch einfinden würden ", nicht halten können, da mir solche nicht, wie versprochen, geliefert wurden. Ich möchte auf diese Lücke aufmerksam machen.
Da ich der Ansicht bin, daß auch kulturgeschichtliche und volkskundliche Themata aus den Schweizer Alpen und Voralpen X im Jahrbuch S.A.C. zur Sprache kommen sollen, sofern nicht andere Gründe gegen ihre Aufnahme sprechen, so habe ich die kleine Monographie von Dr. Bossard über Schweizer Zinnkannen neben der großen von Herrn Thöny über Schuders akzeptiert. Die erstere mußte ich, aus Mangel an verfügbarem Kaum in den Abhandlungen, wohin sie gehört, in die Beilagenmappe verweisen und es soll dies kein Präjudiz für künftige Anordnung und Verteilung des Stoffes sein.
In den Kleineren Mitteilungen finden nach wie vor außer den stehenden Rubriken: Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen und Alpine Unglücksfälle, diejenigen kleinen Artikel passende Aufnahme, welche sich wegen der beizugebenden Bilder und Pläne nicht für die „ Alpina " eignen, ihr also auch nicht Material entziehen. Außerdem bin ich aber auch hier für ausführliche Notizen, womöglich mit Bildern über neue Touren oder Ergänzungen zu früheren Berichten im Jahrbuch oder in ähnlichen alpinen Publikationen dankbar. Für die Verleger und Autoren alpiner Literatur bemerke ich, daß mir " Werke, deren Besprechung im laufenden Jahrgang gewünscht wird, jeweilen bis Ende März spätestens zugehen müssen, und daß ich mir die volle Freiheit des Urteils ausdrücklich vorbehalte.
In der Chronik des S.A.C. sind diesmal die Berichte der Sektionen lückenlos und rechtzeitig eingetroffen. Immerhin erlaube ich mir hier die Bemerkung, daß die Berichterstatter mir Arbeit und Zeit ersparen würden, wenn sie ihre Manuskripte, wie ich es von meinen übrigen Mitarbeitern verlange, in völlig druckfertigem Zustand und sehr deutlich geschrieben eingeben würden. Denn es ist faktisch unmöglich, an 52 verschiedene Stellen hin Korrekturbogen zur Revision zu schicken, in einer Zeit, wo Redaktor und Druckerei ohnehin am meisten überladen sind. Auch könnten manche Berichte füglich schon von ihren Autoren etwas gekürzt werden. Die Publikation im offiziellen Teil des Jahrbuchs soll ja nur ein Resümee sein.
Die Endtermine für Eingabe von Illustrationen und Texten für Jahrbuch XLIV sind die folgenden:
1. Januar 1909: Freie Fahrten.
1. Februar 1909: Abhandlungen.
1. März 1909: Kleinere Mitteilungen.
1. April 1909: Chronik des S.A.C.
XI XI Ich bemerke dazu, daß, abgesehen von der Fortsetzung der Abhandlung von Herrn J. Lüders, ich sowohl für die Freien Fahrten als für die Abhandlungen Artikel dieses Jahr wegen Raummangel zurückstellen mußte. Um so wünschenswerter ist es, wenn mir bindende Zusicherungen für andere Texte und Bilder in diesen Rubriken, auch für Panoramen, schon im zweiten Halbjahr 1908 zugehen, damit ich Programm und Budget pro 1909 rechtzeitig machen kann.
Bern, den 23. Mai 1908.
Dr. H. Dübi.
I.
Freie Fahrten.