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- Am 30. Oktober kommt es bei der Präsidentenwahl in Brasilien zu einem zweiten Wahlgang. Keiner der Kandidaten hat mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht.
- Nach Auszählung fast aller Stimmen hat der linke Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva 48 Prozent erhalten. Der amtierende rechte Präsident Jair Bolsonaro 43 Prozent.
- Neben dem Staatspräsidenten werden in Brasilien auch Abgeordnete, Senatoren und Gouverneure gewählt.
Der Wahlkampf hat die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas extrem gespalten. Beide Kandidaten hatten sich scharf attackiert, die politischen Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber.
Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete Jair Bolsonaro wegen dessen zögerlicher Corona-Politik als einen «Völkermörder». Bolsonaro nannte seinen Kontrahenten nach dessen Verurteilung wegen Korruption einen «Dieb».
Die Furcht vor einer Rückkehr des Hungers in der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas ist eines der bestimmenden Themen bei der Abstimmung. Rapide steigende Lebenshaltungskosten und die Folgen der Corona-Pandemie gefährden in dem Land mit mehr als 212 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die Versorgung mit Nahrungsmitteln.
Bolsonaro hatte vor der Wahl Befürchtungen befeuert, er könnte das Ergebnis nicht akzeptieren. Brasilien hatte im Mai ein Beobachter-Team der Europäischen Union für die Wahlen ausgeladen.
Lange Warteschlangen in Genf und Zürich
Die in der Schweiz lebenden Brasilianerinnen und Brasilianer konnten ebenfalls an den Wahlen teilnehmen. Neben einem Abstimmungslokal in Genf war eines in Zürich die einzige Möglichkeit für eine Stimmabgabe. In den Räumlichkeiten der Juventus-Schulen an der Lagerstrasse konnten die Wahlberechtigten auf einem Bildschirm elektronisch wählen.
Die Wählenden mussten aber am Sonntagnachmittag dafür viel Geduld aufbringen. Von der Lagerstrasse zum Gustav-Gull-Platz über die ganze Länge der Europaallee bis zur Sihlpost bildete sich eine mehrere hundert Meter lange Warteschlange trotz andauernden und heftigen Niederschlägen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.
Einzelne Personen hatten Brasilien-Flaggen umgehängt. Nur vereinzelt zeigten sich Wählende mit Schirmmützen oder T-Shirts, auf denen sie Partei nahmen für Lula oder Bolsonaro.