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Alamannisch ist die Sprache der Alamannen, eine germanische Volksgruppe, die seit etwa dem 2 Jahrhundert n. Chr im Gebiet der nördlichen Schweiz, des Elsasses und Süddeutschlands siedelt. Die alamannische Sprache unterteilt man in folgende Dialekte:
Da sich die Staatsgrenzen nicht an den Sprachgrenzen orientieren, gibt es eigentlich
kein distinktives Schweizerdeutsch, sondern nur verschiedene alamannische Dialekte,
die auch alle in anderen Ländern gesprochen werden. In der Schweiz spricht man um genau
zu sein nicht Schweizerdeutsch, sondern alamannisch.
Heute sprechen geschätzte 10 Millionen Menschen alamannisch, wobei die Zahl abnimmt.
Ursprünglich wurde in germanischen Sprachraum in Runenschrift geschrieben (oder in Holz geritzt).
Die Runen waren aber nicht sehr verbreitet und wurden meist nur für kurze Texte verwendet.
Alles andere wurde mündlich weitererzählt.
Nach der teils blutigen Christianisierung der Germanen (zu Kreuze kriechen), brachten die Sieger die lateinische Schrift und Sprache mit, welche sich durch die Klosterschulen und Schreibstuben ausbreitete. Die meisten gebildeten und religiösen Texte wurden in Latein verfasst. (Daher all das Lateinisch in der modernen Medizin)
Da immer mehr und vorallem auch auf Papier geschrieben wurde, begannen die lateinischen Buchstaben sich zu verändern. Aus den lateinischen Grossbuchstaben entstanden die Kleinbuchstaben, welche sich einfacher und schneller schreiben liesen, und dies auch ohne die Feder abzusetzen. Nur bei wichtigen Wortanfängen, oder am Satzanfang machte man sich die Mühe, einen richtigen (grossen) Lateinischen Buchstaben zu schreiben. Am Seitenanfang wurden diese auch gerne kunstvoll verziert.
Mit der Zeit begannen dann Schreibkundige, die lateinische Schrift auch für deutsche Texte zu verwenden. Leider gab es für viele deutsche Laute keine passenden Buchstaben und man behalf sich mit vielerlei Flickwerk. Beispielsweise schrieb man die Umlaute als ae, oe und ue. Mit der Zeit schrieb man dann das e auf dem Hauptvokal und noch später reduzierte man das e auf zwei Punkte, damit es schneller zu schreiben war. Andere Vokale wurden einfach zusammengefasst (bsp. die verschiedenen e-s und o-s). Fehlende Konsonanten wurden durch Zusammensetzungen nachgebildet (bsp. ch, sch, ng). Andererseits wurden auch Schreibgewohnheiten aus dem Lateinischen übernommen, die phonetisch im Deutschen keinen Sinn machten.
Am Anfang schrieb jeder in etwa so wie es ihm gefiel und es gab viele unterschiedliche Schreibweisen.
Mit der Zeit entstand daraus eine Schreibtradition, die all diese wilkürlichen Schreibstiele kombinierte.
Dies war den Gelehrten wohl bewusst, und man berief 1876 eine Konferenz ein, um die Rechtschreibung zu vereinheitlichen.
Dabei wurde entschieden, dass es einfacher wäre, dass die Jungen das Chaos der Alten auswendig lernen,
als den Alten zuzumuten eine vereinfachte, phonetische Schreibweise zu lernen.
Die II Orthographische Konferenz von 1901, sowie die Rechtschreibereform von 1996 beschritten diesen Weg konsequent weiter.
Ein paar Beispiele aus dem Gruselkabinett der deutschen (Recht)schreibung:
Wenn sich die lateinische Schrift schon nicht zum schreiben der hochdeutschen Sprache eignet,
dann noch viel weniger um alamannisch zu schreiben. Da im Hochdeutschen keine phonetische Schreibkultur
besteht, lässt sich diese nicht auf das Alamannische übertragen. In einer Sprache,
die jedoch kein normiertes Regelwerk hat, ist die Phonetik die Richtschnur für eine sinnvolle Schreibweise.
Auch kommt einem Mundartschreibenden laufend seine Schulverbildung in die Quere, die einem dazu verführt, die Worte hochdeutschähnlich zu schreiben. Durch die besonderen Laute und fehlenden Buchstaben ist es zudem unökonomisch alamannisch in lateinischer Schrift zu schreiben.
Der Mensch soll sich nicht der Schrift anpassen, sondern die Schrift sich dem Menschen.
Darum gibt es die Mundartschrift Urig.