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Die zehnte Basler Grabungskampagne in der Macchiabate-Nekropole von Francavilla Marittima führte zur Entdeckung und Freilegung von vier Bestattungen in zwei unterschiedlichen Arealen des Gräberfeldes.
Eine Spinnerin im Areal Est?
Im Areal Est wurden während der Kampagne im Sommer 2018 die Gräber Est 12 und Est 13 ausgegraben. Während das Grab Est 13 einem 9 bis 12-jährigen Kind gehörte und nur wenige Beigaben enthielt, war in Grab Est 12 eine 15 bis 20-jährige Frau mit reichem Bronzeschmuck bestattet. An ihrer rechten Körperseite fanden sich über 30 Spinnwirtel aus Impasto (schlecht gebrannter Ton), die vermutlich in einem Säckchen oder einem Korb neben der Verstorbenen deponiert worden waren. Zusammen mit drei grossen Webgewichten, die verstreut im Grab zum Vorschein kamen und stellvertretend für den Webstuhl als ganzes stehen, deuten die Spinnutensilien darauf hin, dass die Verstorbene mit der Herstellung und Verarbeitung von Textilien eine wichtige Rolle in der Gesellschaft erfüllte. Zeitlich datiert das Grab in die 2. Hälfe des 8. Jahrhunderts v. Chr.
Neues Areal Collina
Während der Kampagne 2018 begann das Basler Team mit der Erforschung eines neuen Bestattungsareals mit dem Ziel, die Entstehung und Entwicklung eines über mehrere Generationen verwendeten Grabhügels zu verstehen. Ausgewählt wurde eine hügelartige Geländeformation westlich der Areale Est und Strada, die den Namen «Collina» erhielt. Die Identifizierung der Gräber erwies sich in diesem Fall als schwierig, da der Hügel von Steinen überhäuft und offenbar an der Oberfläche stark erodiert war. An verschiedener Stelle fanden sich dicht unter der Oberfläche stark zerscherbte Gefässe, ohne dass jedoch ein Grabzusammenhang erkennbar war. Erst in etwa 30 Zentimeter Tiefe konnten zwei Gräber identifiziert werden, Collina 1 und Collina 2. In beiden waren erwachsene Personen von 30 bis 50 bzw. 40 bis 60 Jahren bestattet, deren Geschlecht anthropologisch nicht bestimmbar war. Anhand der Beigaben lassen sie sich in das spätere 7. oder frühe 6. Jahrhundert v. Chr. datieren. Sie gehören damit einem deutlich jüngeren Zeithorizont an als die bisher untersuchten eisenzeitlichen Gräber, ein Sachverhalt, der sich nicht zuletzt darin äussert, dass die Verstorbenen nicht mehr mit seitlich angewinkelten Beinen, sondern in gestreckter Rückenlage und ausschliesslich mit keramischen Beigaben beigesetzt wurden.