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Auszug aus einem Bericht im Beobachter vom 21. November 2007 über Tom
Tom Läubli, ein Chrampfer gibt nicht auf
Die Eltern liessen sich scheiden, als er zweieinhalbjährig war. Erst wuchs er bei der Mutter auf, kam dann in eine Pflegefamilie und lebte später beim Vater. In der Schule fiel er durch seine Langsamkeit im Schreiben und die unzähligen Fehler auf. Er war längst erwachsen, als ein psychologisches Gutachten aus dem Jahr 1988 zum Vorschein kam, das ihn als Legastheniker einstufte. «Während der ganzen Schulzeit war die Therapie kein Thema», sagt er.Kein Wunder, hatte Tom Läubli nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit die Nase voll. Er träumte von einer Lehre als Geflügelzüchter. Bis er eine Lehrstelle fand, half er auf einem Bauernhof aus und zog als Wanderschäfer umher. Doch schon bald war der Traum einer Berufslehre aus, und er bekam die Kündigung. Die Begründung: Er sei «nicht lernfähig».
Läubli gab nicht auf. Er schaffte sich vor acht Jahren einen Kleintransporter an, kaufte nach und nach Gerätschaften hinzu und mietete ein Lager: «Tom’s Werkstatt» war geboren. Vor drei Jahren entschloss er sich doch noch zu einer «richtigen Lehre». Mit einer Sonderbewilligung konnte er im eigenen Betrieb weiterwerken. Für das Schulgeld kamen die Stiftung SOS Beobachter und andere Institutionen auf. Dass sich Tom Läubli als Markenzeichen und Maskottchen eine stilisierte Ameise auf die Fahne geschrieben hat, spricht für sich - und ihn.
Auch als diplomierter Betriebspraktiker bleibt Tom Läubli seinem genügsamen Lebensstil treu. Er haust in Münchenbuchsee in einem Dachstock und erledigt Auftragsarbeiten wie Transporte oder Reparaturen. Mit einem Jahresverdienst zwischen 6000 und 7000 Franken komme er über die Runden. Nichts in seinem Leben bekam er auf dem Silbertablett serviert.