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Deutsche AsylbürokratieIst die deutsche Bürokratie noch zu retten?
Unbürokratische Hilfe für Armenien blockiert!
Suna K., die bei uns in der Kantine für frischen Kaffee und das übrige leibliche Wohl sorgt, ist Armenierin. Sie hat bei dem Erdbeben vor vier Wochen ihre gesamte Familie mit Ausnahme ihrer Tochter verloren.
Suna spricht sechs Sprachen und wird in den Notstandsgebieten gebraucht. Die UdSSR hat ihr bereits Einreisegenehmigung erteilt, die deutschen Behörden verweigern jedoch die Herausgabe eines Reisepasses.
Im Frühjahr 1988 wurde ihr Asylantrag abgelehnt. Damit sie nicht in die Türkei abgeschoben wird. wo ein Haftbefehl wegen politischer Tätigkeiten gegen sie vorliegt, stellten die Naturfreunde Köln sie für zwanzig Jahre als Betreuerin für eines der Naturfreundehäuser in Köln ein.
Damit Suna nach ihrer Tätigkeit in Armenien wieder einreisen kann,
benötigt sie einen Reisepass. Da die deutsche Bürokratie in solchen
Fällen wegen ihrer Unbeweglichkeit nicht zu schneller, effektiver
und vor allem auch billiger Hilfe fähig ist, rufen wir alle engagierten
Politiker und Funktionäre und anderen Bürger auf, sich für
die Ausstellung eines Reisepasses oder eines anderen Dokuments, das ihr
die Wiedereinreise nach Deutschland ermöglicht, einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen Projekt ARMENIEN / CCC / auf dem Chaos Communicaticn Congress 1988 in HH
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Soeben = ca. 24 h nach FAX-Versand obigen Aufrufs
Wie wir soeben erfahren, hat Frau Stinn Keshish einen Anruf erhalten, in dem ihr zugesichert worden ist, daß ihr Antrag wohlwollend bearbeitet wird. - Sie soll am Montag mit zwei Paßbildern zur Asylgruppe beim Amt für öffentliche Ordnung kommen.
Am 2.1.1989 erhielt Suna endlich ihren Pass. Danke!!!