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Der Begriff der emotionalen Arbeit ist schon seit einiger Zeit ein feministisches Anliegen, Loup Rivière schlägt in ihrer Performance vor auch über das, was sie narrative Arbeit nennt, gemeinsam nachzudenken. Für diejenigen von uns, deren Leben nicht von hegemonialen Erzählungen bestimmt wird, kann es sich oft so anfühlen, als ob es über uns keine Geschichte(n) gibt. Um zu überleben, müssen wir diese Geschichten selber erschaffen, um damit unsere Existenz zu sichern.
Gemeinsam mit ihren Ahnen, Steinen, Pokemons und anderen Mitgliedern ihrer Gemeinschaften erzählt Loup Geschichten, die als Waffen eingesetzt werden können: weiche, geschmeidige, schlaffe Waffen, die den Unterschied kennen zwischen einem Kampf der nicht stattfindet und einem Kampf der verweigert wird.
In diesem Solo bietet sie einen Ort des Miteinander-Seins: Mit sich selbst, mit dem, was unsicher, unsichtbar, tot ist, mit dem was noch nicht erschienen ist. Es wird ein Ort der Co-Regulierung, des Sich-Aufeinander-Einstimmen, der Berührung, des Loslassens geschaffen. Ein Ort, um Vertrauen zu üben und dazuzugehören. Zugehörig zu dem, was dazwischen, davor, drumherum ist, was sich formt, informiert und wieder entformt, was verweilt, was trauert, was verfolgt, was blüht.