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Die römischen Theater von Augst gehören mit zu den besterhaltenen Monumenten des sogenannten gallo-römischen Typs und besitzen dadurch Referenzcharakter für viele Fundplätze im Nordwesten des Römischen Reichs. Zudem liegen in Augst mehrere, sich zeitlich ablösende römische Theaterbauten übereinander vor , was in der provinzialrömischen Archäologie einen glücklichen Sonderfall darstellt, da sich hier die unmittelbare zeitliche Abfolge von Monumentalbauten in exemplarischer Art und Weise untersuchen und vorlegen lässt. Die axiale Anbindung des Theaters an den Sakralkomplex auf dem gegenüberliegenden Schönbühlhügel bildet zudem einen Faktor, der für die urbanistische und politische Interpretation von herausragendem Interesse ist. Weiterführende historische Untersuchungen dieses Monumentalkomplexes von Tempel und Theater leisten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis solcher Bauwerke im Zusammenhang mit der römischen Religion und Imperialpolitik. Die neuesten Erkenntnisse zu den ältesten Theaterbauten geben diesem Aspekt noch zusätzliches Gewicht und bieten nach über hundert Jahren Forschungsgeschichte möglicherweise erstmals einen Anhaltspunkt zu dem viel diskutierten Phänomen, wonach sich in Augusta Raurica diverse Theatertypen im Laufe der Zeit ablösen.
Die frühesten archäologischen Untersuchungen am Römischen Theater von Augst reichen bis in die Spätrenaissance zurück. Eine vollständige Freilegung des Theaters erfolgte aber erst ab den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Aufzeichnungen dieser älteren Ausgrabungen, auch derjenigen aus dem späten 16. Jahrhundert, sind annährend vollständig erhalten und haben sich ergänzend zu der beim Sanierungsprojekt von 1992-2007 erstellten, umfassenden Bauwerksdokumentation als äusserst wichtiges Arbeitsmittel erwiesen. Die zusätzliche Erkenntnis, die sich aus diesen alten Unterlagen bei entsprechend akribischem und dadurch zeitaufwändigem Studium gewinnen lässt, ist erheblich und an einigen Stellen sogar entscheidend für das grundlegende Verständnis der Bauabfolge.
Die Bearbeitung der Themenbereiche erfolgt mit archäologisch-historischen Methoden wie Bau- und Schichtanalyse, Literaturrecherche und Archivstudien. Zudem findet eine Zusammenarbeit mit universitären und ausseruniversitären lnstitutionen statt. Im Zentrum der Auswertung stehen in jedem Fall die Theaterbauten mit ihrer Architektur und ihrer historischen und politischen Aussage.