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Autor: Mit JEAN-FRANCOIS DELAMADELEINE sprach MATTHIAS FASEL
Nach dem Schlusspfiff spielten sich in Wünnewil wüste Szenen ab. Wie haben Sie die Situation erlebt?
Als ich das Spielfeld verlassen wollte, spürte ich plötzlich von hinten einen harten Schlag und fiel zu Boden. Daraufhin hat bis auf den Kapitän die ganze Mannschaft des FC Schönberg auf mich eingeprügelt. Die Wünnewiler Spieler haben versucht, mich zu schützen, mussten aber ebenfalls Schläge einstecken. Zwei von ihnen mussten zur Untersuchung ins Spital.
Auch Sie liessen sich nach dem Spiel im Spital untersuchen. Welche Verletzungen haben Sie davongetragen?
Ich habe verschiedene Prellungen, vor allem im Rückenbereich. Ausserdem ist ein Finger gebrochen. Auf jeden Fall werde ich mindestens vier Wochen pausieren müssen.
Sie sprechen von Pausieren, bedeutet das, dass Sie weiterpfeifen wollen?
Das weiss ich noch nicht genau. Eigentlich habe ich schon vor weiterzumachen, aber das hängt jetzt auch noch davon ab, welche Sanktionen der Fussballverband gegen den FC Schönberg verhängen wird. Kurz ausgedrückt könnte man sagen: Entweder der FC Schönberg oder ich.
Hat die Aggression auf dem Fussballplatz in den letzten Jahren allgemein zugenommen?
Auf jeden Fall; ich bin seit 22 Jahren Schiedsrichter und konnte das gut beobachten. Seit fünf, sechs Jahren sind die Umgangsformen härter geworden. Normalerweise beschränken sich die Attacken auf den verbalen Bereich. Körperlich war ich vorher noch nie angegriffen worden.