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Piemont
Italien
Im Norden Italiens erstreckt sich eine Hügellandschaft, die von den Alpen umschlossen ist. Am Fuss des Gebirges - das ist die Bedeutung des Wortes Piemont. In dieser atemberaubenden Hügellandschaften werden fast alle Trauben in Hanglagen angebaut. Nur weniger als fünf Prozent wachsen auf flachem Gelände. Die bekanntesten Weine im Piemont werden nach Gemeinden benannt - Barolo und Barbaresco. Alle anderen Gewächse sind nach den Rebsorten benannt. Wird die Rebsorte noch mit einer Zusatzangabe ergänzt - zum Beispiel "Barbera d'Alba" - so stammen die Trauben für diesen Wein ausschliesslich aus der angegebenen Region. Die wohl bekanntesten Rebsorten, die in dieser Region angebaut werden sind Nebbiolo, Barbera, Dolcetto, Arneis und Moscato. Hinzu kommen noch Rebsorten wie Brachtet, Dolcetto, Grignolino und Freisa.
Die am höchsten angesehene Rotweinsorte ist der Nebbiolo. Aus dieser Rebsorte entstehen eher blasse jedoch sehr tanninreiche Rotweine, die viel Zeit und Aufmerksamkeit benötigen. Die Weine sind weich und duftig. Dem entgegen steht der Barbera, der lange Zeit verkannt war und nun auch zu einer sehr wichtigen Rebsorte im Piemont wurde. Diese Rebsorte wird heute oft in neuen Eichenfässern ausgebaut und ergibt somit zugängliche, kräftige, dunkle Rotweine, die auch schon in ihrer Jugend gut trinkbar sind. Typisch für Barbera ist die präsente Säure. Früher wurde Barbera grundsätzlich vor dem Nebbiolo gelesen. Mittlerweile wird Barbera immer später geerntet, da man dadurch die Säure besser kontrollieren kann. Zudem benötigt die Rebsorte warme Lagen. Zu erwähnen ist beim Rotwein auch die Rebsorte Dolcetto, die auch in hohen, kühlen Lagen wächst. Die bekanntesten Weissweinsorten sind Moscato und Arneis. Moscato findet man am meisten in der Teilregion Asti. Arneis wird vor allem im Gebiet Roero angebaut.
Das Piemont teilt sich in viele Teilregionen auf. Alle haben ein eigenes Mikroklima. Dieses sowie die Böden entscheiden über die Rebsorte, die angebaut wird. Jedoch haben alle Regionen ein spezielles gemeinsames Makroklima - die Anbausaison ist sehr heiss, anschliessend folgt ein nebliger Herbst sowie anschliessend ein kalter Winter.
Das Roero Gebiet ist besitzt seit dem Jahr 2004 DOCG-Status. Die Reben wachsen auf Hügeln nordwestlich von Alba. Das Gebiet auf der linden Seite des Flusses Tanaro. Die Böden in Roero sind sandig. Das Gebiet ist vor allem bekannt für die Rebsorte Arneis. Das Roero-Gebiet besteht aus 23 Gemeinden und befindet sich im Herzen des Piemont links vom Tamaro-Fluss. Es ist ein kleines hügeliges Paradies an Weinbergen mit essenziellen Konturen, Mal steil und mal sanft abfallen. Mit seinen sandigen Böden hebt sich das Roero-Gebiet dank seiner Tradition im Weinbau besonders ab. Zwischen Rebbergen findet man immer wieder Obst- und Haselnussplantagen.
Die DOC Langhe ist südlich von Alba und befindet sich am rechen Ufer des Flusses Tanaro. Typisch ist die Region Langhe für den Ausbau reinsortiger Nebbiolo, Dolcetto, Freia, Arneis, Favorit sowie auch Chardonnay. Zu dem Gebiet Langhe gehören auch die beiden bekanntesten Gemeinden Barolo und Barbaresco. Die Winzer haben hier die Möglichkeit Weine herunterzustufen zu DOC Langhe, dies wird nur gemacht wenn die Qualität des Weins nicht den Vorstellungen eines Barolo oder Barbaresco des Winzers entspricht.
Am besten wächst die Nebbiolo im Gebiet auf der rechten Seite des Tanaro. Am bekanntesten sind die beiden Gemeinden Barbaresco sowie Barolo. Barbaresco befindet sich nordöstlich von Alba und Barolo südwestlich. Die Trauben reifen hier sehr spät und gelangen zu voller Reife. Die besten Rebberge befinden sich auf einer Höhe zwischen 150 und 300 Metern über Meer und haben eine Ausrichtung nach Süden. Den Schlüssel zu aussergewöhnlichem Barbaresco und Barolo bilden Winzer und Weinberg. Die Qualität der Weine unterscheidet sich von allen anderen Regionen im Piemont.
Späte Lese, lange Maischung sowie jahrelanger Ausbau in riesigen, alten Fässern sind typisch. Vor etwa 50 Jahren erwartete das Publikum dann jedoch auch früh zugänglich Weine, die nicht allzu viel Tannin haben. Einige Winzer suchten neue Wege modernere Weine zu vinifizieren. Spätere Lese, temperaturgesteuerte Gärung im Edelstahltank und sogar Ausbau in neuen Barriques sollten der Weg dahin sein.
Typische Weine aus Barbaresco sind tanninreiche, langlebige Tropfen, die jedoch eine gewisse Reife benötigen. Trotz Tannin entfalten sich unglaubliche Geschmacksnuancen: rauchige Waldnoten, Himbeeren, Leder, Gewürze sowie vegetabile Noten und marmeladige Konzentration. Gereift können auch animalische Noten sowie Teer, Wachs und Weihrauch vorkommen. Auch Trüffel und getrocknete Kirschen sind nicht ungewöhnlich. Das Rückgrat dieser Weine bildet jedoch immer Säure und Tannin. Mit ungefähr 680 Hektar ist das Gebiet Barbaresco nur knapp halb so gross wie Barolo.
Zwischen dem Barbaresco und dem Barolo liegen die Dolcetto-Lagen von Diano d'Alba. Das gesamte Barolo wird von zwei Nebenflüssen der Tanaro in drei Teilgebiete aufgeteilt. Diese drei Hügelzonen überragen die Lagen von Barbaresco um gut 50 Höhenmeter. 1980 erlangte sowohl Barolo als auch Barbaresco DOCG-Status. Im Jahr 1990 wurde das Gebiet Barolo um rund 40% Fläche auf nun 1890 Hektar Anbaufläche erweitert. Jedoch muss erwähnt werden, das manche Flächen, die hinzu kamen teilweise zu kühl sind um Nebbiolo anzubauen. Dieser wird dort leider nicht immer reif. Das Gebiet besteht aus 11 Gemeinden, die zu DOCG Barolo gehören.
Die Vielzahl an Ausrichtungen der Rebberge, viele Mikroklimata, unterschiedliche Höhen sowie verschiedene Bodentypen sorgen für grosse Unterschiede bei den Weinen. Dies macht wiederum die Ausweisung von Untergebieten sehr schwer. Es sorgte für grosse Diskussionen, als 2011 einzelne Gemeinden die Flächen für Ihre besten Crus erheblich erweiterten. Ein bekanntes Beispiel ist die Lage Bussi in der Gemeinde Monforte d'Alba.
Um die Gemeinde La Morra sorgen kalkhaltige Mergelböden dafür, dass die Weine denen aus Barbaresco am ähnlichsten sind. Die Hügel westlich von Barolo und La Morra bringen duftige, nicht zu straffe Weine hervor. Weiter östlich sind kargere Helvetius-Böden mit mehr Sandanteil. Dies bringt konzentriertere Weine hervor, die oft jahrzehntelange Lagerung benötigen.
In Barolo ist es Tradition, dass derjenige, der die Reben bewirtschaftet auch selbst den Wein produziert. Aus diesem Grund gibt es im Gebiet sehr viele Familienbetriebe und auch Kleinproduzenten. Die Weine sind kompromisslos: sie benötigen zum Teil Jahrzehnte um zu perfekter Reife zu gelangen. Dies ist jedoch sehr kostspielig. Jedoch gibt es viele Traditionalisten, die dies zelebrieren und auch viele Anhänger haben. Einige Produzenten haben jedoch Produktion und somit die daraus entstehenden Weine angepasst, so dass diese früher zugänglich und trinkbar sind. Dies ist vor allem mit der Verkürzung der Gärdauer möglich. Es entstehen so viel modernere Weine.
Sicht über verschiedene Lagen im Barolo im Piemont
Sicht vom Turm über Barbaresco
Sicht von La Morra im Piemont über die Rebberge von Barolo
Sicht über verschiedene Lagen im Barolo im Piemont