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Im Gegensatz zu den stolzen Bajuwaren, haben viele Alemannen ihre Herkunft vergessen. So erstaunt es nicht, dass viele Deutschschweizer unter einem ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex leiden, wenn sie in den Norden blicken. Das ist bedauerlich, denn die Deutschschweizer stammen weitgehend von Alemannen ab. Die Alemannen waren ein Volk, das aus dem Norden kam. Ursprünglich stammten sie wie die Wikinger wahrscheinlich sogar aus Skandinavien. Sie hatten eine Runenschrift, beteten Wotan an, glaubten an Walhalla und sprachen einen althochdeutschen Dialekt, aus dem die Deutschschweizer und die schwäbischen Dialekte hervorgegangen sind.
Die Alemannen waren ein kriegerisches Volk, sie wurden aber wie die Bajuwaren in Bayern und die Langobarden in der Lombardei bzw. in Norditalien schliesslich von den zahlenmässig überlegenen Franken besiegt. Vielleicht stammt der Minderwertigkeitskomplex ja auch von dieser Niederlage bzw. der Tatsache, dass die Alemannen ein kleinerer germanischer Stamm waren ab. Fakt ist, dass eigentlich kein Grund für diesen Komplex besteht. Denn immerhin werden auch die übrigen Deutschen im Französischen und Spanischen als Alemannen und nicht etwa als Sachsen, Bajuwaren, Friesen etc. bezeichnet. In den Augen der Franken waren die Alemannen also ein Sinnbild für das Deutsche!
Für unsere schweizerisch-alemannischen Dialekte müssen wir uns sicher nicht schämen. Sie sind Ausdruck unserer Kultur. Schämen müssen wir uns nur dann, wenn wir unsere Kultur vergessen. Hochdeutsch ist eine künstliche Schriftsprache, die früher kein einziger germanischer Stamm gesprochen hat. Deutsche, die in Schriftsprache sprechen, verbergen damit ihre Herkunft. Jeder Ausländer, der Deutsch lernt, spricht Hochdeutsch. Dialekte sind mehrheitlich den Einheimischen vorbehalten. Wer sie verstehen will, der muss die Kultur verstehen.
Ich stamme aus dem St. Galler Rheintal. Wir nennen Matsch „Pflutsch“. Offenbar kommt der Ausdruck „Pflutsch“ sogar im südbadischen Raum vor. (Quelle) Das belegt den alemannischen Ursprung des Wortes „Pflutsch“.