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Basler Zeitung vom 12.02.2019
FCB-Meisterspieler Peter Redolfi mit 96 Jahren verstorben
Huningue. Traurige Nachricht aus dem Elsass: Im Alter von 96 Jahren ist in Huningue Pierre «Peter» Redolfi gestorben. Damit ist aus einer denkwürdigen Epoche des FC Basel keiner mehr am Leben: Peter Redolfi war bis zu seinem Tod am 9. Februar 2019 der letzte Spieler der ersten FCB-Meistermannschaft von 1953, der noch unter uns war. «Jetzt sind sie alle aus dieser Meistermannschaft wieder beisammen», sagte Mario Redolfi mit einem traurigen Lächeln, als er dem FCB die Nachricht vom Tod seines Vaters überbrachte. In der Tat sind seit dem Tod von Max Thalmann vor einem guten Jahr und dem Ableben von Peter Redolfi aus dem legendären Team, das am 7. Juni 1953 den ersten Schweizermeistertitel nach Basel gebracht hat, alle verstorben.
Diese Spieler gehörten zu jener Elf, die das entscheidende Spiel dank eines Tors von Walter Bannwart gegen Servette vor 13 000 Zuschauern auf dem Landhof 1:0 gewannen: Walter Müller (Torhüter), György Mogoy, Werner Bopp, Peter Redolfi, Hans Weber, Kurt Maurer, Walter Bannwart, René Bader (Spielertrainer), Seppe Hügi II, Hans Hügi I, Kurt Thalmann. Weiter gehörten zum Kader Assistenztrainer Willy Dürr, Torhüter Werner Schley, Hans-Rudolf Fitze und Walter Bielser.
284 Spiele für Rotblau
Peter Redolfi stammte aus Huningue, wo er praktisch sein ganzes Leben verbrachte und wo er als Junior auch der A. S. Huningue beitrat und bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch spielte. Während der Militärzeit war er fussballerisch bei den Reserven des RC Strasbourg tätig, wo er ein Angebot für einen Profivertrag erhielt. Weil er aber in der Zwischenzeit seine Ehefrau Alice Redolfi aus Village-Neuf kennengelernt hatte, kehrte er in den Basler Vorort zurück und schloss sich 1947, immerhin schon 23-jährig, dem FCB an, bei dem er elf Saisons lang Stammspieler war und insgesamt 284 Spiele bestritt.
Nach seiner Zeit beim FCB wurde Redolfi während zwei Jahren Spielertrainer beim FC Hegenheim. Weitere Elsässer Trainerstationen von Redolfi waren der FC St-Louis und sein Stammverein A. S. Huningue, seine Laufbahn als Trainer aber beendete er in Basel. Von 1970 bis 1973 war er Trainer beim Erstligisten FC Concordia, wo unter anderem der spätere FCB-Spieler Arthur von Wartburg zum Kader gehörte.
In der Folge beendete Peter Redolfi seine Tätigkeit im Fussball. «Mehr als 40 Jahre waren für ihn nun genug», erinnert sich sein Sohn. Am Fernsehen aber habe er die Spiele, auch jene des FCB, immer verfolgt. Zum letzten Mal im St.-Jakob-Park war Peter Redolfi vor rund zehn Jahren, als er bei einem Heimspiel gegen Aarau von Präsidentin Gigi Oeri mit Max Thalmann geehrt wurde. Noch einmal besuchte er schliesslich das Basler Stadion an seinem 90. Geburtstag im Januar 2013.
Beruflich arbeitete Redolfi, der fussballerisch zeitlebens als Amateur tätig war, als Zeichner bei der Firma Geigy und dem Nachfolge-Unternehmen Ciba-Geigy im Werk Huningue, bei der er später dann in leitender Funktion für den Einkauf tätig war.
Peter Redolfi hinterlässt seine Frau Alice Redolfi, die Tochter Marie-José Andolfatto-Redolfi und Sohn Mario Redolfi und deren Familien. In grosser Dankbarkeit und Wehmut trauert auch der ganze FCB mit den Angehörigen um ihn. Um einen früheren Spieler, der einen bemerkenswerten Teil der Vereinsgeschichte mitgeschrieben hat und der nicht nur in seiner Zeit über den Meistertitel 1953 und über seine Laufbahn in Rotblau hinaus stets im Bewusstsein vieler FCB-Fans blieb, sondern der auch über seinen Tod hinaus in bester Erinnerung bleiben wird.
Josef Zindel