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Wer weiss heute noch, was unter Türkischrot zu verstehen ist? Im 19. Jahrhundert jedoch waren türkischrote Unigewebe und Druckstoffe die bekannteste und gefürchtetste Textilveredelung und überdies die Hauptstütze des Schweizer Exports nach Europa und Übersee. Das immense und einmalige, nahezu 120 Jahre umfassende firmengeschichtliche Quellenmaterial, das sowohl Rechenbücher als auch Privatkorrespondenzen des Firmeninhabers miteinschliesst, widerspiegelt in einzigartiger Weise den Wandel, dem die schweizerische Baumwollindustrie im Laufe des 19. Jahrhunderts unterworfen war.
Der Verfasser entwirft eine Monographie der Rotfärberei Aadorf und ihren Vor- und Nachläuferfirmen. Aufgrund der Mittelstellung, die diese zwischen Spinnerei/Weberei und Zeugdruckerei/Gewebe-Export einnahm, ergibt sich aus den Lieferanten- und Kundenlisten auch eine Art Who's Who der schweizerischen Baumwollindustrie. Zudem werden verschiedene Aspekte der allgemeinen Wirtschaftsgeschichte mit einbezogen, so das Aufkommen der Dampfkraft oder die Rückwirkungen der internationalen Handelskrisen auf die schweizerische Exportindustrie.
Die einmalige Quellenlage und die profunden Kenntnisse des Verfassers verleihen der Arbeit ihre Attraktivität.