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Befähigung statt Aktivierung
eine Umgestaltung der Arbeitsintegration nach dem Capability Ansatz
Durch einen wirtschaftlichen Einbruch in den 1970er und 1980er Jahren verändert sich die Ausrichtung des Sozialstaates in Westeuropa. Um die Expansion des Sozialstaates zu stoppen, wird zunehmend auf die Aktivierung der Leistungsbeziehenden gesetzt. Mit einem komplexen Anreiz- und Sanktionierungssystem sollen Menschen so rasch wie möglich in den Arbeitsmarkt integriert werden. Der oft einseitige Fokus auf das Individuum im Prozess der Arbeitsintegration berücksichtigt strukturelle Probleme im Arbeitsmarkt jedoch kaum. Dies führt zu einer Stigmatisierung von Leistungsbeziehenden, indem sie als selbstverantwortlich für ihr persönliches Scheitern dargestellt werden. Um dieser Problemstellung zu begegnen, wird in dieser Arbeit der Capability Ansatz eingeführt. Der Ansatz von Martha Nussbaum und Amartya Sen kombiniert den Fokus auf die individuelle Handlungsfähigkeit mit dem Blick auf soziale Strukturen. Die vorliegende Arbeit beantwortet die Frage, inwiefern der Capability Ansatz eine Grundlage bietet, damit im Bereich der Arbeitsintegration vermehrt die Befähigung statt der Aktivierung der Stellensuchenden im Vordergrund steht. Ziel der Arbeit ist es, mit einem differenzierten Blick auf die Entwicklung des Sozialstaates sowie auf das Konzept der Arbeit und der Arbeitsintegration, die Fragestellung zu beantworten. Durch den Capability Ansatz soll die Zusammenführung der Perspektive auf das Individuum und die sozialen Strukturen gelingen und so eine Alternative zu den aktivierenden Massnahmen in der Arbeitsintegration vorgestellt werden. Zur Beantwortung der Fragestellung wird auf theoretisch fundierte Literatur zurückgegriffen. Eine Anwendung des Capability Ansatzes auf die Arbeitsintegration zeigt, dass für die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten und Wahlfreiheiten der Stellensuchenden Veränderungen notwendig sind. Neben der adäquaten Verteilung von Ressourcen und Gütern sind Interventionen in den sozialen Strukturen sowie Partizipationsmöglichkeiten für Stellensuchende zentral. Die Soziale Arbeit kann mit Präsenz im öffentlichen Diskurs, mit ihrem politischen Mandat und eigener Forschung einen Beitrag zu diesen Veränderungen leisten.