Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03468.jsonl.gz/2100

| Laktanz († nach 317) - Von den Todesarten der Verfolger (De mortibus persecutorum)

22. Willkürherrschaft des Galerius.
22. Was Galerius bei den grausamen Martern der Christen gelernt hatte, das brachte er schon aus Gewohnheit auf alle zur Anwendung, Es gab bei ihm keine [S. 30] geringe Strafe, nicht Inseln, nicht Kerker, nicht Bergwerke; nur Feuer, Kreuz und wilde Tiere waren alltägliche und geläufige Dinge. Zur Zurechtweisung der Diener und Hausbeamten diente der Speer. In Sachen über Leben und Tod wurde die Hinrichtung mit dem Schwerte nur mehr wenigen als besondere Vergünstigung eingeräumt, wenn ihnen alte Verdienste Anspruch auf milden Tod erworben hatten. Im Vergleich zu dem Gesagten mag das Nachfolgende nunmehr als geringfügig erscheinen. Die Beredsamkeit war abgeschafft, die Anwaltschaft aufgehoben, die Rechtsgelehrten verwiesen oder ums Leben gebracht, Wissenschaft wurde unter die verderblichen Künste gerechnet. Wer sie inne hatte, war als Feind und Friedensstörer verhaßt und verabscheut. An Stelle der aufgehobenen Gesetze trat allgemeine Willkür, die den Richtern eingeräumt wurde. Männer aus dem Militärstande, denen alle höhere Bildung abging, wurden als Richter ohne Beisitzer auf die Provinzen losgelassen.