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Gewitter mit Hagel und Sturmböen
Im Vorfeld einer Kaltfront, welche heute noch über Frankreich lag, entwickelten sich in der Schweiz einige teils kräftige Gewitter.
Feuchtezufuhr
Die Schweiz lag heute Montag auf der Vorderseite eines Tiefdruckgebietes mit Zentrum über der Nordsee. Mit mässigen südwestlichen Winden floss im Vergleich zu gestern feuchtere Luft heran. Für die Bildung von Gewittern ist die Feuchtigkeit natürlich eine der wichtigsten Zutaten. Zusammen mit kräftigen Hebungsantrieben in höheren Luftschichten und der tageszeitlichen Erwärmung respektive der Sonneneinstrahlung musste man heute also mit teils kräftigen Gewittern rechnen.
Startschuss in der Westschweiz
Um die Mittagszeit erreichte eine erste Staffel an Schauern und Gewittern von Frankreich her den Jura. Diese zogen in der Folge dem Jura entlang in Richtung Hochrhein, schwächten sich dabei aber ab. Zudem schoben sich dichte hohe Wolken über die Alpennordseite und verdeckten von West nach Ost zunehmend die Sonne.
Die Animation zeigt das hochaufgelöste Satellitenbild mit den 10m Windfiedern zwischen Montagmorgen um 10 Uhr MESZ und Montagabend um 19:10 Uhr MESZ. Schön zu sehen ist die Winddrehung auf West bis Nordwest in der Westschweiz bei Durchzug der ersten Schauer- und Gewitterstaffel um die Mittagszeit.
Druckanstieg in der Westschweiz
Ebenso stieg der Druck über dem nahen Frankreich und in der Westschweiz vorübergehend an. Damit kam in den unteren Luftschichten West- bis Nordwestwind auf, der etwas kühlere Luft heranführte (siehe Animation oben).
Dieser Prozess sorgte einerseits im Flachland von West nach Ost für eine gewisse Stabilisierung. Andererseits wurde damit die feuchte und noch deutlich labiler geschichtete Luft an den Alpennordhang gepresst. Was dort wiederum der Auslöser für kräftige Gewitter war.
Kräftigste Gewitterzelle den Voralpen entlang
Am frühen Nachmittag um etwa 14 Uhr - kurz nach Eintreffen des West- bis Nordwestwindes an den Voralpen - entwickelten sich zwischen dem Thunersee und dem Entlebuch erste Gewitter, wovon vor allem jene Zelle mit Entstehung im Entlebuch zu einer ordentlichen, kräftigen Gewitterzelle heranwuchs. Diese zog in der Folge weiter über Vierwaldstättersee, Wägitalersee und Walensee ostwärts, bis sie schliesslich etwa drei Stunden später unser Land in Richtung Feldkirch AUT verliess.
Besonders in der Zentralschweiz um den Vierwaldstättersee gab es mit dem Gewitter Hagel - einigen Meldungen zufolge bis zu 3 cm Korndurchmesser - sowie Sturmböen. Am Flugplatz Buochs wurde eine Böe von 115 km/h, in Isleten am Urnersee von 97 km/h gemessen.
Nach Abzug der Schauer und Gewitter am Abend beruhigte sich das Wetter auf der Alpennordseite und die Bewölkung riss vorübergehend auf. Die nächste Welle mit Schauern und Gewittern folgt dann im weiteren Verlauf des Abends von Westen her. Im Süden hingegen blieb es bis am Abend noch meist trocken, hier entwickelten sich erst am Abend einige kräftige Gewitter.