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Deutscher Druiden-Orden und International Grand Loge of Druidism
Im 18. Jhdt. sahen aufgeklärte und allem sog. Natürlichen verbundene Geister in den Druiden Symbolfiguren für geistigen Fortschritt, Gelehrsamkeit, Naturnähe und freie, undogmatische Lebensgestaltung. 1717 traf sich John Toland in London mit britischen, irischen und französischen Druiden.
Am 28. November 1781 gründete Henry Hurle in London den Ancient Order of Druids (AOD), eine Herrengesellschaft, die neben freimaurerähnlicher sozialer und liturgischer Aktivität auch schon in Stonehenge und an anderen heiligen Orten Druidenfeiern inszenierte.
Der Deutschen Druiden-Orden VAOD (Vereinigter Alter Orden der Druiden) begann 1872 mit der Gründung der Dodona-Loge in Berlin. Heute finden sich Druiden-Orden ausser in England und Deutschland in Australien, Neuseeland, Dänemark, Norwegen, Island, Schweden, der Schweiz und den USA. Sie sind seit 1908 zusammengeschlossen in der International Grand Lodge of Druidism (IGLD). Grossen Stellenwert in der Logenarbeit haben Themen wie «Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, … Hinwendung zu Kultur, Wissenschaft und Schöngeistigem sowie das allgemeine und persönliche Eintreten für Frieden und Freundschaft unter den Völkern». Eine Stiftung «Druidenhilfe» engagiert sich karitativ. Die Druiden-Logen sind immer noch reine Männerbünde. Die Gründung von Damenlogen, sog. Birgitta-Logen, wird gefördert.
Berühmtester Ordensbruder war bisher Winston Churchill, der 1908 Mitglied des englischen Ordens wurde. Der Druidenorden bemüht sich in seinen verschiedenen Zweigen und Logen seit der Zeit seiner Gründung um Humanität im Sinn der Aufklärung. Er steht damit der Freimaurerbewegung weit näher als den meisten Zirkeln des gegenwärtigen neuen Heidentums. Der aufgeklärte Geist taucht zwar gerne in mystische Rituale. Auch wenn manche Logen versuchen, altes Keltenritual in neuer Form zu inszenieren, so präsentieren sie sich in ihrer Grundhaltung doch nicht als intuitive oder gar nationalistische Neuheiden, sondern als kosmopolitische Bruderschaft, als eine Art «Freimaurer» mit besonderer Vorliebe für naturnahe keltische oder angeblich keltische Symbolik.
Schweiz: 11 Logen, ca. 200 Mitglieder