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Die amerikanische Architektin Marion Donovan wollte sich und allen andern Müttern die Arbeit des Wickelns erleichtern und für mehr Hygiene sorgen. Bereits 1946 nähte sie aus Duschvorhängen Überhosen, die sie dem Kind über die Stoffwindeln zog. Später machte sie sich daran, eine Wegwerfwindel zu entwickeln, die gut sitzt und dicht sein sollte.
Donovan erfand eine Einwegwindel aus Papier, die keinen Ausschlag verursachte. Dafür bekam sie 1951 ein Patent. Ihre Erfindung bot sie mehreren Firmen an, die aber kein Interesse zeigten. Das grosse Geld machte ein Industrieriese, der Donovans Idee zehn Jahre später aufgriff. Die heutige Variante wiegt rund 50 Gramm und kann das 30- bis 40-fache ihres Gewichts aufsaugen.
Mit Wegwerfwindeln produzieren Eltern einen Abfallberg von rund einer Tonne pro Kind. Bis die Windeln verrotten, dauert es mindestens 200 Jahre. Die Stoffvariante hingegen verursacht – selbst in einer sparsamen Waschmaschine – einen Wasserverbrauch von über 20'000 Litern pro Kind. Das zeigt eine Studie des britischen Umweltamts.
Ein Kleinkind wird während seiner Windelphase durchschnittlich 4500-mal gewickelt. Die Windelkosten sind laut Stiftung Warentest mit rund 3000 Franken zu veranschlagen. Zumindest in unseren Breitengraden: In China beispielsweise trägt der gesamte Nachwuchs meist Schlitzhose statt Windeln.
Autor: Reto E. Wild
Illustrationen: Matthias Schütte