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Neben Briefmarken und Münzen sind historische Wertpapiere eines der beliebtesten Sammlerobjekte weltweit. Die so genannten Nonvaleurs sind ehemalige und mittlerweile wertlos gewordene Wertpapiere, die ausschliesslich zu Sammlerzwecken gehandelt werden, aber an keiner Börse mehr kursieren. Seltener werden auch gültige, aber extrem niedrig bewertete Wertpapiere als Nonvaleurs gehandelt. Das Sammeln von historischen Wertpapieren wird auch als Scripophilie bezeichnet. Historische Wertpapiere sind, ganz ähnlich wie Briefmarken und Münzen, Zeugnisse der Geschichte und sagen zum Teil nicht nur etwas über die Wirtschaftsgeschichte eines Landes aus, sondern sind mit vielen spannenden Geschichten verbunden. Das älteste erhaltene Aktienzertifikat stammt von der Vereinigten Ostindischen Compagnie aus dem Jahr 1606. Bereits in der Frühen Neuzeit war es üblich, Wertpapiere zur Finanzierung eines grösseren Wirtschaftsvorhabens auszugeben. Vor allem dann, wenn es um kapitalintensive Vorhaben im Fernhandel oder um die Ausbeutung von Rohstoffen ging. Legendär unter Sammlern ist das Zertifikat des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks vom 1784. Die überlieferten Exemplare befanden sich im Besitz des Dichters Johann Wolfgang von Goethe. Bei den beiden hier genannten Beispielen handelt es sich um besonders kostbare Raritäten. Die Vielfalt an historischen Wertpapieren ist extrem gross und ist bis zur Einführung des Computerhandels an den internationalen Börsen stetig angestiegen. Man schätzt, dass es weltweit über 100.000 Nonvaleurs verschiedener Banken und Unternehmen gibt. In Deutschland sind es allein ca. 30.000. Ihr Wert hängt davon ab, wie viele Exemplare damals ausgegeben wurden bzw. noch erhalten sind. Ausserdem bestimmen das Alter, Erhaltungszustand und die Nachfrage unter Sammlern den Preis. Zumeist sind historische Wertpapiere in deutlich geringeren Auflagen im Vergleich zu Münzen und Briefmarken vorhanden. Oft sind es nur zwischen 10 und 1.000 Exemplare. Dennoch kann man Nonvaleurs vielfach zu überraschend günstigen Preisen erwerben. Zum einen, weil sie, anders als Münzen aus Edelmetallen, keinen nennenswerten Materialwert darstellen. Zum anderen, weil die Sammlergemeinde und damit die Nachfrage überschaubar ist. Ein Grossteil der auf dem Markt befindlichen historischen Wertpapiere stammt aus dem so genannten Reichsbankschatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt die Reichsbank 28 Million Wertpapierexemplare. Die Nonvaleurs unter ihnen wurden in der DDR archiviert und gelangten nach der Wende auf den Sammlermarkt. Viele lokale Sammlergeschäfte führen mittlerweile kleinere Sortimente an Nonvaleurs. Seltenere Exemplare findet man in der Regel aber nur in Auktionshäusern und im Internet. Wer in der Schweiz historische Wertpapiere kaufen will, sollte sich im Angebot von ricardo.ch umsehen.