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Eine spanische Krankenschwester hat sich in einer Madrider Klinik mit Ebola infiziert, jetzt müssen die Behörden klären, wer mit ihr Kontakt hatte. Ihr Ehemann soll schon unter Quarantäne stehen.
Nach der Infektion einer Madrider Pflegehelferin mit dem Ebolavirus schliessen die spanischen Gesundheitsbehörden weitere Fälle nicht grundsätzlich aus. «Die Wahrscheinlichkeit von Infektionen ist gering, aber sie existiert», sagte Fernando Simón, Chef der Notfallzentrale des Ministeriums, dem Radiosender Cadena Ser am Dienstag.
«Wir dürfen uns nichts vormachen», so Simón weiter. «Es gibt eine Person mit Ebola, die Kontakt mit anderen hatte.» Es gelte, die Kontaktpersonen ausfindig zu machen und diese streng zu beobachten. Demnach haben die Behörden eine Liste der Kontaktpersonen erstellt, bei den meisten handelt es sich um Krankenhauspersonal. Ebenfalls zu den direkten Kontaktpersonen zählt ihr Ehemann, der laut Nachrichtenagentur Reuters inzwischen unter Quarantäne gestellt worden ist. Dem Radiosender Cadena Ser zufolge hat das Paar keine Kinder.
Die Pflegehelferin hatte sich in Madrid bei der Behandlung eines aus Westafrika ausgeflogenen Ebola-Patienten infiziert. In dem Krankenhaus waren im August und September insgesamt zwei spanische Missionare am Ebolafieber gestorben, beide wurden zuvor aus Westafrika ausgeflogen. Die Frau hatte nach Angaben der Gesundheitsbehörden die beiden Erkrankten gepflegt. Es ist der erste Fall einer Übertragung des gefährlichen Ebola-Erregers innerhalb Europas.
Die Spanierin wurde in der Nacht zum Dienstag in die Quarantäne-Station einer Fachklinik in Madrid verlegt. Sie hatte offenbar am 30. September erste Krankheitsanzeichen, ging aber erst Tage später zum Arzt. In der Zwischenzeit hatte sie Kontakt mit rund dreissig Menschen, die nun auf Symptome überwacht werden müssen. Ebola-Kranke sind nur dann ansteckend, wenn sie Anzeichen wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen haben. Am Montag wurde die Ebola-Infektion der Pflegerin bei einer Untersuchung in einem Krankenhaus in der Madrider Vorstadt Alcorcón bestätigt.
Nach Bekanntwerden des Falls hat die EU-Kommission von Spanien verlangt, das Gesundheitssystem auf mögliche Schwachstellen beim Umgang mit der Krankheit zu überprüfen. Brüssel habe Spaniens Gesundheitsminister am Montag aufgefordert, für Aufklärung des ersten Ansteckungsfalls in Europa zu sorgen, sagte ein Kommissionssprecher am Dienstag. Es sei "offensichtlich, dass es irgendwo ein Problem gibt." Der Sprecher verwies darauf, dass alle EU-Staaten wegen der Ebola-Epidemie dazu aufgefordert waren, verlässliche und abgestimmte Verfahren einzuführen, um eine Ausbreitung des Virus in Europa zu verhindern.
Trotz der Infektion der Pflegerin sei Brüssel aber nicht beunruhigt, dass sich das Virus weiter in Europa ausbreiten könnte, sagte der Kommissionssprecher. Dies sei «höchst unwahrscheinlich». Die EU-Kommission hoffe nun, bis Mittwoch erste Antworten aus der Untersuchung der spanischen Behörden zu erhalten. (meg/cib/dpa/Reuters/AFP)