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"Aida" ist so etwas wie der Rockstar der Opernwelt. Uraufgeführt wurde die von Giuseppe Verdi nach einem Libretto von Antonio Ghislanzoni komponierte Oper in vier Akten am 24. Dezember 1871 im Khedivial-Opernhaus in Kairo. Ein bewusst gewählter Ort, denn im Kern der Handlung steht die Geschichte der äthiopischen Königstochter Aida, die zur Zeit der Pharaonen nach Ägypten verschleppt und als Geisel gehalten wurde. Im weiteren Verlauf der Handlung muss sich der ägyptische Heerführer Radamès entscheiden: Steht er zu seiner Liebe zu Aida? Oder wirkt die Loyalität dem Pharao gegenüber schwerer? Der außerdem will, dass Radamès die Pharaonen-Tochter Amneris heiratet.
Verdi ließ sich diese von der Stadt Kairo in Auftrag gegebene Oper fürstlich bezahlen und bekam 150.000 Goldfranken – so viel hatte noch nie ein Komponist seiner Zeit gefordert und bekommen. Überliefert aus der Zeit ist auch ein Brief von Verdi an seinen Freund Giuseppe Piroli vom 16. Juli 1870, in dem Verdi ätzt: "Eine Oper für Kairo komponieren!!! Puh! Ich gehe nicht hin, sie zu inszenieren, weil ich fürchten müsste, dort mumifiziert zu werden." Und er meint: "Ich muss Euch jedoch sagen, dass der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Aber da meine Bedingungen – und die waren hart – telegrafisch akzeptiert worden sind, kann man ihn für abgeschlossen halten."
Mühe gegeben hat Verdi sich natürlich trotzdem: "Aida" gilt als sein populärstes Werk und fesselt nicht umsonst bis heute viele Menschen. Und zwar nicht nur Opern-Fans.
Dieses Standing erklärt, warum es nun eine gigantische Arena-Tournee geben wird, die am 2. Februar in Hamburg startet und dann in ganz Europa Station machen wird. Die zweieinhalb Monate währende Tournee wird in 16 europäischen Arenen stoppen – und wartet mit einer Produktion auf, die ihresgleichen sucht. Die Bühne allein wird 900 Quadratmeter umfassen und eine überdimensionale Tempelfassade zeigen, die mit ägyptischen Teppichen ausgelegt sein wird. Vor und hinter der Bühne werden 250 Menschen beteiligt sein, neben den Solisten auch ein Chor und ein 60 köpfiges Orchester. Der Produzent Jasper Barendregt verriet dem WDR kürzlich aber noch ein paar andere interessante Details. So werden allein neun Puppenspieler eine riesige, lebensechte Stoff-Elefanten-Dame steuern, die in die Handlung eingebunden wird. Neben aufwendigen Projektionen und allerlei Special Effects wird ein eigens von Duftexperten entwickeltes Parfum in den Arenen für ägyptische Nuancen sorgen. "In der Halle riecht es dann nach Gewürzen, Blumen und Wüste", sagt Barendregt. Außerdem wird das Publikum sozusagen mitten im Geschehen sein: Der Nil fließt als glänzend-blauer Satin über die Köpfe und, so Barendregt: "Unsere Darstellenden gehen auf Tuchfühlung mit dem Publikum, sie gehen in den Saal rein." In der offiziellen Ankündigung erfährt man außerdem: "Die gesamte Arena ist unsere Spielfläche: Soldaten, Priester und zahlreiche ägyptische Frauen im Gefolge der Prinzessin Amneris betreten die Arena aus allen Himmelsrichtungen: So wird z.B. die Arie des Radames im Zuschauerraum gesungen – hautnah zwischen den Zuschauern und gleichzeitig über unsere große Video-Wall zu verfolgen." In den jeweiligen Spielorten kooperiert man außerdem mit lokalen Ballettschulen und gibt ausgewählten Schüler:innen eine einzigartige Auftrittsmöglichkeit.
Verdi hätte an diesem aufwendigen Gesamtkunstwerk also todsicher seine Freude.