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Prozession in Valencia
Öl auf Leinwand, 105.5 x 126 cm
Zwei von vier Gemälden, die in einem Inventar von 1812 aufgeführt sind, tragen die weisse Markierung X.1. Zu diesem gehört die wahrscheinlich als Pendant zu der Stierkampfszene im New Yorker Metropolitan Museum entstandene Prozession in Valencia. Wie das New Yorker Bild gilt aber auch das Bild der Sammlung Bührle heute nicht mehr als ein Werk von der Hand Goyas, ohne dass bisher allerdings eine genauere Bestimmung der beiden Bilder möglich gewesen wäre. Dient die Prozession normalerweise vor allem dem selbstbewussten Repräsentationsbedürfnis der Volksmenge, so ist sie in der Darstellung der Sammlung Bührle eher von einem Moment der Ungewissheit bestimmt, indem der aus den Bodenwellen des Hintergrundes hervordrängende Zug von Gläubigen und Priestern durch den Unfall mit einem Esel im Vordergrund ins Stocken gerät. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Architekturkulisse, die wie ein bedrohlicher Schatten das Ganze dominiert und angesichts der kleinteiligen Figurengruppen zur bedrohlicher Grösse anwächst. Eine alltägliche, vertraute Umgebung ist hier dämonisch waltenden Naturkräften ausgesetzt, atmosphärische Erscheinungen haben sich darüber verflüchtigt und sind einer gleichsam entschleierten Wirklichkeit gewichen.