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Figurenscheibe der Gemeinde Menzingen
Auf der Figurenscheibe ist eine mit einzelnen Büschen und blauen Bäumen durchsetzter Hügellandschaft zu sehen. In der Mitte steht die von einem Friedhof ummauerte Pfarrkirche von Menzingen (Pfarrkirche St. Johannes der Täufer). Links und rechts davon stehen die beiden Gemeinde- und Kirchenpatrone. Auf der linken Seite steht der heilige Johannes der Täufer in härenem (= aus Haaren bestehend) Gewand und rotem Mantel. Seine rechte Hand ist segnend erhoben und in seiner Linken hält er das Buch mit dem Lamm Gottes. Rechts steht der Katakombenheilige Klemens in römischer Legionärstracht mit Brustpanzer, Waffenrock, Helm und rotem Mantel. In der Rechten hält ein Flammenschwert und in der Linken eine Märtyrerpalme. Zwischen den beiden Heiligen ist im Himmel in umwölkter Gloriole (= Strahlenkranz, Heiligenschein) das Altarkreuz mit Kreuzpartikel und schwarzem sowie Volutensockel auf Kugelfüssen. Das Original (3. Viertel 17. Jh.; schwarzer und hölzerner Volutensockel; silberbeschlagen; als Abschluss drei silbern gegossene Cherubköpfe) wird in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Menzingen aufbewahrt und besass im 18. und 19. Jahrhundert eine erhebliche Bedeutung für den Ort, dies als Altarkreuz und Reliquie. In dem durch eine blaue Zierleiste abgetrennten Fussteil der Bildscheibe steht im Zentrum das Wappen der Gemeinde Menzingen (drei Tannen auf grünem Dreiberg) in Kombination mit dem blau-weissen Zuger Schild. Links und rechts steht die Stifterinschrift mit dem Datum der Schenkung: «Die Lobli= - che Gmeind / Mentzinge[n]. - anno Do= / =mini / - 1761».
Die oben beschriebene Figurenscheibe ist ein Zeugnis für die Veränderung des neuen barocken Lebensgefühls und des Zeitgeschmacks im späten 17. Jahrhundert, welche unter anderem den Wunsch nach mehr Helligkeit in den Innenräumen beinhaltete. Die Glasmaler mussten darauf reagieren und reduzierten ihre Farbpalette, dies ging sogar soweit, dass man sich auf eine reine Grisaillebemalung beschränkte.Die Figurenscheibe wird dem Menzinger Arzt und Glasmaler Johann Melchior Zürcher (15.10.1705–22.01.1763) zugeschrieben. Er schuf noch bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts für seinen Zuger Kundenkreis eine grosse Anzahl solcher kleinen Scheiben mit reduzierter Farbpalette (grosser Weissanteil und wenig Farbakzente). Er war der letzte Vertreter dieser Art im Kanton Zug, bevor man zur völligen Blankverglasung überging