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Eisbären sind durch den Klimawandel und den Verlust ihres Lebensraums stark bedroht. Eine weitere ernsthafte Bedrohung ist kaum bekannt und wird entsprechend unterschätzt: Es geht um den nach wie vor legalen Handel mit Eisbärfellen. Norwegen und Kanada mit ihren Eisbären-Habitaten sind die grössten Händler. Die meis-ten Felle gelangen nach China, wo eine hohe Nachfrage besteht. Aus einer Umfrage vom 8. November 2021 geht hervor, dass die Norwegerinnen und Norweger bis vor kurzem keine Kenntnis hatten von der desaströsen Praktik. Die Mehrheit der norwegischen Bevölkerung erwartet nun von ihrer Regierung, den Handel mit Eisbärfellen unverzüglich zu stoppen.
800 bis 1 000 Von den insgesamt knapp 20 000 freilebenden Eisbären werden alljährlich 800 bis 1000 Exemplare erlegt: Zu den fünf Staaten ihres Verbreitungsgebiets gehören Kanada, USA, Russland, Grönland und Norwegen. 600 Tiere werden allein in Kanada geschossen. Die meisten dieser Bären müssen ihr Leben für den kommerziellen Pelzhandel lassen, und das in einem Umfang, der keineswegs mehr nachhaltig ist. Ihre Felle werden mehrheitlich von Norwegen importiert, wobei viele davon anschliessend nach China exportiert werden. Da die grössten und hochwertigsten Felle auch die besten Preise erzielen, erlegen kommerzielle Jäger bevorzugt die grössten und vitalsten Bären. Diese selektive Jagd stellt eine zusätzliche Gefahr für das Überleben der Eisbären dar, deren Population durch den Klimawandel bereits drastisch zurückgegangen ist.
Am 8. November führte das norwegische Meinungsforschungsinstitut Infact im Auftrag von Ole J. Liodden, einem norwegischen Tierschützer und Fotografen, eine landesweite Umfrage durch. Das Institut wollte auf diesem Weg klären, wie die Norwegerinnen und Norweger die Rolle ihres Landes beim Handel mit Eisbärfellen bewerten. Die Ergebnisse der Umfrage liegen vor:
Der Handel mit Eisbären und Eisbärfellen ist derzeit im Rahmen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) erlaubt.
«Der Handel mit Eisbärfellen ist nicht nachhaltig und setzt eine stark gefährdete und durch den Klimawandel ohnehin schon bedrohte Tierart noch stärker unter Druck», erklärt Ole J. Liodden, der die Situation der Eisbären während mehrerer Jahre erforscht hat und er ergänzt, «zudem profitiert die lokale Bevölkerung, die im Habitat der Eisbären lebt, nicht von dieser Praktik».
«Die internationale Gemeinschaft muss dem schleunigst ein Ende setzen und den internationalen Handel mit Eisbären ein für alle Mal verbieten», betont Vera Weber, Präsidentin der Schweizer Fondation Franz Weber (FFW) und sie ist weiss, «Norwegen kann hier nun für einen mutigen Anfang sorgen».