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Depressionen erkennen
Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen.
Gemäss der WHO Weltgesundheitsorganisation ist die Depression eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann.
Eine Depression kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann eine Depression zum Suizid führen. Milde Formen können ohne Medikamente behandelt werden, mittlere bis schwere Fälle müssen jedoch medikamentös bzw. durch professionelle Gesprächstherapie behandelt werden.
Depressionen setzen oft in einem jungen Alter ein. Sie betreffen häufige Frauen als Männer und Arbeitslose sind ebenfalls stärker gefährdet.
50 % der Depressionen nicht behandelt
Obwohl Depressionen gut therapierbar sind, werden noch ca. 50% aller schweren Depressionen nicht behandelt. Die WHO empfiehlt allen, die glauben, sie könnten an einer Depression leiden, eine Beratungsstelle aufzusuchen, und sie ermahnt alle Ärzte, auf Symptome ihrer Patienten zu achten.
Aus Scham keine Hilfe aufsuchen
Obwohl mindestens 350 Millionen Menschen mit Depressionen leben, wollen viele von ihnen dies nicht zugeben. Immer noch wird damit ein Gefühl der Scham und der persönlichen Unzulänglichkeit verbunden. Diese Menschen leiden an ihrem Arbeitsplatz und sind dort unfähig ihre volle Leistung zu erbringen oder werden für oft längere Zeiträume krankgeschrieben.
Depressive zögern manchmal Hilfe aufzusuchen, obwohl wirksame Behandlungen verfügbar sind. Daher leiden sie unnötig, werden ihre Angehörigen schwer belastet und hat die Gesellschaft durch Produktivitätsverluste hohe Kosten zu tragen.
Jeder Siebte leidet im Laufe des Lebens an schweren Stimmungsstörungen. Jedes Jahr erleiden ca. 7% der Bevölkerung eine schwere Depression. Rechnet man Angstzustände und leichtere Formen der Depression hinzu, beträgt die Zahl 25%.
Depressionen sind der häufigste Grund für lange Fehlzeiten und Behinderungen
Psychische Störungen machen 20% der Krankheitslast in der Europäischen Region aus und innerhalb der Europäischen Union (EU) sogar 26%. Depressionen sind die Ursache für 15% aller Tage verantwortlich, die mit Behinderungen erlebt werden. Einige Länder, etwa Dänemark und die Niederlande, geben an, dass bis zu 50% der langen Fehlzeiten und der für Behinderungen aufgewandten Mittel auf psychische Störungen und hier in erster Linie auf Depressionen zurückzuführen sind.
Depressionen begünstigen nichtübertragbare Krankheiten
Depressionen können zu Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und einigen Untersuchungen zufolge wahrscheinlich auch zu Krebs führen. Umgekehrt können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes auch einen Anstieg der Depressionen verursachen. Die Kombination aus nichtübertragbaren Krankheiten und Risikofaktoren ist verknüpft mit einer Zunahme der Leiden und der Todesfälle.
(Quelle: WHO)