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Vancouver - Kamloops - Prince George
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26. Woche: 5. Mai bis 8. Mai 2005
Donnerstag; Vancouver
Die am Pazifik gelegene westkanadische Metropole gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Herrlich liegt das Stadtzentrum auf einer Halbinsel in der Strait of Georgia zwischen dem Burrard Inlet und dem Fraser Delta. Mit einem ganzjährig milden Klima, einer reizvollen Umgebung, ausgedehnten Parkanlagen sowie einem regen Kulturleben besitzt die Stadt einen hohen Freizeitwert. Vancouver ist heute Finanz-, Industrie- und Kulturzentrum sowie bedeutendster Hafen an der kanadischen Westküste. Es ist das Tor Kanadas zum Westen, d.h. in diesem Falle das Tor zu den Märkten des pazifischen Raumes, insbesondere nach Japan und China. Von Vancouver aus werden Getreide, Bodenschätze, Holz und Papier vorwiegend nach Asien transportiert. Umgekehrt kommen via Vancouver alle möglichen Konsumgüter, insbesondere Autos und elektronische Geräte aus dem asiatischen Raum ins Land.
Wie abgemacht, kamen Maggie und Jürg im Laufe des Morgens. Nach dem Frühstück ging es auf Sightseeing Tour. Wieder ging es über die spektakuläre, im Jahre 1939 erbaute Lions Gate Brücke in den Stanley Park. Der 405 ha grosse Stanley Park bietet zahlreiche Freizeiteinrichtungen und Sehenswürdigkeiten, darunter die weltbekannten Totempfähle, welche im 19. bezw. frühen 20.Jahrundert von Angehörigen verschiedener Nordwestküsten-Indianerstämme geschnitzt wurden. Der schöne Scenic Drive führt um den Park herum und bietet immer wieder tolle Aussichten auf die umliegende Stadt. Man kann den Stanley Park auch gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad besichtigen.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir Granville Island, ein ehemaliges Industriegelände, das ab den 70-er Jahren immer mehr zu einem Künstlerviertel wurde. Ausser einem Markt, auf dem täglich frisches Obst- und Gemüse, sowie Meeresfrüchte angeboten werden, laden hier viele kleinere Geschäfte und Grünanlagen entlang des False Creeks zum Bummeln ein.
Anschliessend fuhren wir über die Burrard Brücke direkt in die Downtown.
Die Robson Street ist die Hauptgeschäftseinkaufsstrasse, sie erinnerte uns ein
bisschen an die Zürcher Bahnhofstrasse, wo auch ein exklusives Geschäft nach dem
andern anzutreffen ist. Sightseeing und "Lädele" macht hungrig und so gingen wir
Richtung "Gastown", in den alten Stadtteil von Vancouver. Neben der
berühmten "Dampfuhr" gibt es dort auch noch die "Old Spaghetti Factory"
in welche uns Maggie und Jürg zum Nachtessen einluden. Wir können dieses Lokal
gerne weiter
empfehlen.
Von der Gastown sind es nur ein paar hundert Meter zum Canada Place, ebenfalls am Burrard Inlet gelegen. Dieses Gebäude wurde anlässlich der Weltausstellung im Jahre 1986 erstellt und erinnert. mit seiner ungewöhnlichen Dachkonstruktion an ein überdimensioniertes Segelschiff. Entlang des Piers können Kreuzfahrtschiffe anlegen. Von der Terrasse dieses "Schiffes" hat man eine herrliche Sicht auf die Skyline von Vancouver. Hier an diesem architektonisch bemerkenswerten Gebäude endete für heute unsere "private" Sightseeing Tour.
Freitag; Es ist uns leider bis heute noch nicht gelungen, unseren Rückflug für den Oktober zu organisieren. Bei unserer Abreise letztes Jahr, konnte unser Reisebüro den Rückflug nur provisorisch vormerken. Deshalb müssten wir, laut Auskunft unseres Reisebüros, einen Flughafen aufsuchen, welcher von der British Airways angeflogen wird. Hier in Vancouver sollte es nun klappen.
Ausserdem war es eine gute Idee, dies hier zu erledigen, da wir gleichzeitig unseren Freund Ruedi auf dem Flughafen begrüssen konnten, der für ein paar Tage nach Vancouver kommt, um hier seine Freunde und natürlich auch uns zu treffen.
Nach dem Frühstück brachten uns Maggie und Jürg zum Flughafen, der im Stadtteil Richmond liegt. Wir suchten zusammen das Büro der British Airways und es stellte sich heraus, dass es hier unglücklicherweise nur einen "Check In" Schalter dieser Fluggesellschaft gibt, welcher jeweils kurz vor einem Abflug (oder einer Landung) geöffnet wird. Für heute hiess dies, bis um 16.00 Uhr zu warten. Was nun? Ruedis Ankunft war um 14.15 Uhr. Um die Zeit zu vertreiben, gingen wir zuerst mal ins Flughafenrestaurant. Später in der Ankunftshalle trafen wir Tony, bei dem Ruedi für die ersten Tage zu Gast war. Der Flug hatte etwas Verspätung, dann war es aber soweit, Ruedi kam und wir freuten uns, ihn nach einem halben Jahr wieder zu sehen. Wir verabredeten uns für Samstag, da wir ihm erst mal Zeit gönnen wollten, sich Tony und seiner Familie zu widmen. Um 16.00 Uhr gingen wir dann hinüber in die Abflughalle, um die Angelegenheit mit dem Flug zu regeln. Die "sehr freundliche" Dame am Schalter meinte, nachdem sie endlich begriffen hatte, dass unsere Tickets nur elektronisch verarbeitet werden können, mit einem süffisanten Lächeln, dass sie zwar neue Tickets verkaufe, aber nicht Flüge ändern möchte oder könne. Nach längerem Hin und Her bekamen wir eine Telefonnummer, wo wir uns melden sollten. Ich war meiner Schwester sehr dankbar, als sie das Telefonieren übernahm und siehe da, jetzt ging alles plötzlich auch telefonisch. Wir hatten ehrlich gesagt nie verstanden, wieso wir dazu einen Flughafen aufsuchen mussten, wie dies unser Reisebüro in Zürich empfohlen hatte.
Auf dem Rückweg hielten wir bei der Kitsilano Beach an, wo ein schöner Strandweg zum Spazieren einlud. Wir trafen sehr viele junge Leute die am Strand oder im Park ihrem Freizeitvergnügen nach gingen. Anschliessend kauften wir, in einer "deutschen" Metzgerei, unser Abendessen ein (es gab sogar Maultaschen!), welches wir dann auf dem Campingplatz genüsslich verzehrten.
Samstag; Heute trennten sich unsere Wege. Jürg und Hans gingen in das extra für die Weltausstellung erstellte Gebäude "Science World" (Technorama mit IMAX Kino). Maggie machte noch die letzten Einkäufe und Erika wollte noch den Camper in Schuss bringen, da ja ab Montag Ruedi für ein paar Tage unser Gast war. Am Abend wurden wir alle von Tony, respektive von seinen Eltern für ein BBQ eingeladen. Dieser Abend war für uns ein tolles Erlebnis. Obwohl wir die meisten Leute noch nie vorher gesehen hatten, wurden wir sehr herzlich empfangen und nach Strich und Faden verwöhnt.
Sonntag; Nach einem ausgedehnten Brunch vor unserem Camper, hiess es leider von Maggie und Jürg endgültig Abschied zu nehmen. Wir hatten zusammen ein paar sehr schöne Tage in Vancouver erlebt und genossen es sehr von ihnen, von einer Sehenswürdigkeit zur Anderen geführt zu werden, ohne selber immer in den Stadtplan schauen zu müssen. Nochmals vielen Dank an Maggie und Jürg und alles Gute. Wir freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen in der Schweiz.
Am frühen Nachmittag ging es weiter zu Tony, Chrissy und Ruedi, die nur etwa 10 Minuten vom Campingplatz entfernt wohnen. Und schon wieder wurden wir alle mit einem chinesischen Essen verwöhnt, welches diesmal von Ruedi offeriert wurde.
27. Woche: 9. Mai bis 15. Mai 2005
Montag; Nach dem gemeinsamen Frühstück hiessen wir Ruedi in unserem rollenden Zuhause willkommen. Nach der Routenbesprechung brachen wir auf. Wir nahmen fürs erste den Trans Canada Highway, um einfacher aus der Stadt zu kommen. Hans übernahm das Steuer, Ruedi die Reisekarte und ich lehnte mich zurück. In Abbotsford gingen wir zuerst mal ins Visitor Center, um ein paar Unterlagen über das Fraser Valley zu beschaffen. Bald schon bogen wir ab und fuhren über die Nebenstrasse nach Chilliwack, vorbei am Cultus Lake. Der idyllisch gelegene See liegt voll in privater Hand, es war nur an wenigen Stellen möglich, ans Ufer heranzukommen. Wir fanden einen gut ausgebauten Wanderweg, der durch einen Regenwald zu einem Aussichtspunkt hinauf führte, von wo aus man einen schönen Blick auf den See hat. Das nächste Ziel war die Ortschaft Hope. Dort spazierten wir dem Fraser River entlang und fanden auch einen schönen Campingplatz etwas ausserhalb der Ortschaft.
Dienstag; Nach einem gemütlichen Frühstück im Freien fuhren wir weiter.
Es ging bergwärts auf dem "Crowsnest Highway", welcher durch den Manning
Provincial Park
führt. Nach kurzer Fahrt erreichten wir den "Hope Slide", einen
Aussichtspunkt mit Sicht auf den im Jahre 1965
niedergegangenen Bergrutsch, der die damalige Strasse auf einer Länge von 3 km
und bis zu einer Höhe von 61 m überschüttete. Bei diesem Unglück kamen vier Menschen ums Leben.
Bald erreichten wir den Manning Park. Dieser Park umfasst 714 km2, herrliche Berglandschaft mit schroffen Felsspitzen, tiefen Tälern und bewaldeten Hängen. Er wurde 1941 eingerichtet und grenzt an den US-Amerikanischen North Cascade Nationalpark. Beim Visitor Center tummelten sich zu unserer Freude mehrere, überhaupt nicht scheue Erdhörnchen. Man konnte bis auf einen halben Meter herangehen bis sie in ihren Löchern verschwanden. Hier machten wir auch unsere Mittagsrast. Danach wollten wir eigentlich eine Wanderung unternehmen, aber irgendwie verpasste Ruedi (unser neuer Kartenleser) die Parkplätze zu den Wanderwegen.
Wir fanden dann unterwegs doch noch eine Möglichkeit etwas die Beine zu vertreten, als wir um den idyllisch gelegenen Beaver Lake spazierten. Der sehr schöne Campingplatz innerhalb des Parks wäre einladend gewesen, aber Ruedi meinte, es sei ja noch früh und wir könnten ja noch bis nach Princeton fahren. Wir kamen an Wäldern vorbei, bei denen teilweise ganze Hänge abgeholzt waren, allerdings wurden sie stellenweise auch wieder aufgeforstet. Schliesslich erreichten wir den kleinen Ort Princeton, mit seinen niedlichen Häusern. Im örtlichen Museum erfuhren wir so einiges über die Geschichte des Ortes. Ausserhalb des Ortes lag der Bromley Rock Provincial Park, in dem wir heute übernachteten.
Mittwoch; Der Campingplatz lag direkt am Simikameen
River. Das Frühstück im Freien schmeckt auf so einem schönen Platz einfach
doppelt so gut!
Bald erreichten wir den kleinen Ort Keremeos, die "Fruit Stand Capitol of Canada". Der Ort rühmt sich, mehr Obststände pro Einwohner aufzuweisen, als alle anderen Orte in Canada. Um die Vögel von den Früchten abzuhalten, liessen die Bewohner einige Fantasie walten. Unterwegs besichtigten wir die "Grist Mill", eine im Jahre 1877 erbaute Getreidemühle. Das Museum war zwar noch geschlossen, aber die freundliche Besitzerin liess uns wenigstens den Park und die Mühle anschauen. Im Jahre 1897 begann man hier mit dem Obstanbau. Das Apfellagerhaus, welches die Siedler hier errichteten, weist eine konstante Temperatur von 14 Grad auf. Die Gegend erinnert uns ein wenig an das Südtirol.
Bald erreichten wir den Ort Osoyoos der uns mit seinen weissgetünchten
Häusern beinahe an einen Ferienort in Spanien erinnerte. Hier verliessen wir
den Crowsnest Highway und fuhren auf der Strasse 97 weiter Richtung Oliver.
Unterwegs wollten wir die Okanogan Falls besichtigen, aber wir konnten sie nicht ausmachen,
denn ausser einem Stauwehr, waren keine Wasserfälle sichtbar. Kurz vor der
Ortschaft Penticton, in Kaleden, fanden wir einen herrlich gelegenen Campingplatz, mit einer
sagenhaften Sicht auf den unter uns liegenden Skaha Lake. Ein zünftiger Jass,
bei dem ich die beiden Männer "einteilte" rundete den Tag ab. Allerdings meinten
sie einstimmig, es läge nicht an meiner Jasskunst, ich hätte eben einfach die
besseren Karten gehabt! (logisch!).
Donnerstag; Ein einmaliger Platz. Wir genossen es, auf unserer "Terrasse" zu frühstücken. So einen schönen Campingplatz findet man nicht überall. Danach ging es Richtung Penticton. Die Stadt liegt malerisch zwischen den beiden Seen Skaha Lake und Okanogan Lake. Der Ortsname geht auf die Salish Indianer zurück, sie nannten ihn "Pen-Tak-Tin", d.h. ein Ort zum Bleiben für immer! Nun, Bleiben für immer konnten wir natürlich nicht, aber für eine Fahrt durch die Stadt reichte die Zeit schon. An der Library konnten Hans und Ruedi natürlich nicht vorbeifahren, ohne die Mails zu checken. Nachdem die beiden ausgiebig mit der grossen Welt kommuniziert hatten, ging die Fahrt durch die Stadt weiter. Per Zufall fanden wir einen Parkplatz in der Nähe des Sees. Ein Spaziergang an der schönen Strandpromenade rundete den Besuch dieser sehenswerten Stadt ab.
Am Nachmittag fuhren wir weiter dem See entlang Richtung Kelowna. Bis ganz nach Kelowna reichte es dann doch nicht mehr, deshalb blieben wir unterwegs im Bear Creek Provincial Park. Der Platz lag idyllisch auf einer kleinen Halbinsel am Okanogan Lake. Während ich das BBQ vorbereitete, gingen Ruedi und Hans am See spazieren. Ein paar Dutzend Kanadische Wildgänse hatten sich auf der Wiese niedergelassen.
Danach ging es ans Grillieren. Wir hatten von Tony einen Einweggrill bekommen und heute Abend war es dann soweit, er wurde ausgepackt und nachdem die Gebrauchsanweisung in Englisch und Französisch studiert wurde, gelang es schliesslich, ihn auch zu gebrauchen. Ich war schon nahe daran, das Fleisch doch noch in der Bratpfanne zu braten, aber schlussendlich klappte es dann doch noch. Viel Rauch vertreibt Gott sei Dank die Mücken, diese Blutsauger gehören definitiv nicht zu unseren Freunden.
Freitag; Wie schnell doch die Zeit vergeht, die paar Tage, in denen Ruedi unser Gast war, waren schon vorbei. Das hiess, wir mussten uns heute um den Rückflug kümmern. Wir erreichten Kelowna gegen Mittag und fuhren als erstes Richtung Flughafen, um uns nach den Flügen zu erkundigen. Unterwegs zum Flughafen hielten wir bei einem riesigen Einkaufskomplex an, so konnte Ruedi noch ein bisschen "shoppen" und siehe da, ein paar preiswerte Nike Sandalen wechselten den Besitzer. Dann ging es im Eiltempo zum Flughafen und Ruedi buchte seinen Rückflug nach Vancouver für den späteren Nachmittag. Es blieb leider nicht mehr genug Zeit, um nochmals nach Kelowna zurück zu fahren, so fuhren wir für ein Picknick an den See und danach auf einer Nebenstrasse mitten durch die Weinreben zum Flughafen zurück. Dann hiess es Abschied nehmen. Wir hatten ein paar schöne Tage zusammen. Es ist uns nicht ganz gelungen das Arbeitstempo von Ruedi auf unser gemächliches Reisetempo herunter zu bremsen. Nun heisst es wieder, unseren Weg alleine zu finden. Da wir die Stadt Kelowna noch ansehen wollten, blieben wir in der Nähe des Flugplatzes in Winfield.
Samstag; Wir fuhren zurück nach Kelowna.
Die Stadt liegt zwischen Penticton und Vernon am Ostufer des sich hier verengenden Okanogan Lake und ist das Zentrum für den Obst- und Weinanbau. Direkt am See befindet sich eine sehr schöne Parkanlage. Wir genossen es sehr, dort zu verweilen. Zum Mittagessen setzten wir uns in ein Gartenrestaurant mit Blick auf den See und liessen uns eine Pizza schmecken.
Am Nachmittag fuhren wir die 40 km nach Vernon. Es war Samstag und die Campingplätze am See waren ziemlich gut besucht. Ausserhalb Vernon fanden wir einen Platz für eine Nacht.
Sonntag; Heute besichtigten wir das Städtchen Vernon, die nördlichste der drei grossen Städte im Okanogan Valley. Nach einer kleinen Runde durch die Hauptgeschäftsstrasse fuhren wir an den Swan Lake und übernachteten auf einem idyllisch gelegenen Campingplatz, der von einem jungen Schweizer Ehepaar geführt wird.
28. Woche: 16. Mai bis 22. Mai 2005
Montag: Wir hatten von Maggie und Jürg einen Tipp bekommen, dass es
hier in Vernon gute Deutsche und Schweizer Würste gibt. Wenn man so lange auf
Reisen ist, hat man manchmal schon Lust auf eine heimische Olma Bratwurst. So
gingen wir in Helmuts Wurstladen und kauften nochmals ein paar Delikatessen ein.
Sogar unser "Aromat" war hier erhältlich, allerdings zu einem "etwas
hohen" Preis! So, das muss nun reichen. Nachdem wir auch noch ein
Internetcafe gefunden hatten, ging es dann weiter. Wir nahmen die Strasse 97
nach Kamloops.
Die Stadt Kamloops breitet sich in einem trockenen Tal aus. Hier vereinigen sich North und South Thompson River. Kamloops ist für ein sonnig, trockenes Klima bekannt. Die ersten Bewohner dieser Gegend waren die Shuswap Indianer, die den Ort "Zusammenfluss zweier Wasser" nannten.
Wir hielten beim Riverside Park an und bummelten dem Fluss entlang. Danach gingen wir durch die Downtown wieder zurück. Ausserhalb der Stadt, bei Savona, fanden wir am Kamloops Lake einen Provincial Campingplatz mit Stromanschluss, was hier in British Columbia eher selten der Fall ist. Auf der Wiese vor unserem Camper tummelten sich ein Dutzend Hasen (oder Kaninchen?). Einer davon getraute sich in unsere Nähe und Hans konnte es nicht lassen, ihm ein "Rüebli" zu verfüttern.
Dienstag; Und wieder schien die Sonne, so dass wir draussen
frühstücken konnten. Es ging weiter zur Ortschaft Cache Creek. Diese Ortschaft
war einst ein wichtiger Warenumschlagsplatz.
In Cache Creek fällten wir spontan den Entscheid, doch noch ein Stück südwärts zu fahren. Die Fraser Canyon Scenic Road ging uns nicht ganz aus dem Kopf. Ausserdem war das Wetter hervorragend für diesen Abstecher. Der Trans Canada Highway führt von Cache Creek aus zuerst durch den Thompson Canyon. Die Landschaft wurde, je weiter wir kamen, unbewohnter und bergiger, es ging entlang des Thompson Rivers. Bei der Ortschaft Lytton kam der Fraser River dazu und von nun an wurde die Landschaft spektakulär. Durch den engen Canyon zwängten sich neben dem Trans Canada Highway auch noch zwei Bahnlinien, die Canadian Pazific und die Canadian National. Immer wieder fuhren schwer beladene Züge in beiden Richtungen. Als einer der Zugsführer bemerkte, dass wir seinen Zug fotografierten, winkte und pfiff er, was das Zeug hielt.
Der Fraser Canyon gehört zu den eindruckvollsten Schluchten Westkanadas. Der reissende und meist wasserreiche Fraser River zwängt sich hier teilweise durch enge fast senkrechte Felswände. Der Fraser River ist einer der wichtigsten Flüsse im nordwestlichen Kanada. Er entspringt in den Rocky Mountains, in der Nähe des Yellowhead Passes und fliesst 440 km nordwärts bis Prince George, bevor er nach Süden durch das Fraser Valley Richtung Vancouver fliesst und dort ins Meer mündet. Seine wichtigsten Zuflüsse sind der North und South Thompson River, der Nechak River und der Stuart River. Wegen der nach wie vor bedeutenden Lachsfischerei kann die Wasserkraft des Fraser Rivers nicht optimal genutzt werden.
Höhepunkt des Fraser Canyon ist das Hell's Gate (Höllentor). Durchschnittlich schiessen 900 Mio. Liter Wasser pro Minute durch die 180 m tief eingekerbte und 36 m breite Felsenschlucht. Der Fluss ist hier ca. 40 m tief. Eine Seilbahn führt zum gegenüberliegenden Ufer hinunter. Natürlich wollten wir das Hell's Gate auch ansehen und so gingen wir den einen Weg zu Fuss hinunter über eine schmale Hängebrücke. Mit der Seilbahn ging es bequem wieder hoch zum Parkplatz. Von der Gondel aus hat man natürlich einen guten Blick auf den reissenden Fluss und die spektakuläre Schlucht.
Am Nachmittag fuhren wir zurück Richtung Cache Creek. Wir kamen wieder durch den Thompson Canyon. Der Fluss hat sich auch hier einen eindrucksvollen Canyon geschaffen. Infolge der hier herrschenden Trockenheit sind die felsigen Hänge nur spärlich bewachsen. Man sieht hier vor allem die Ponderosa Pinien und das für Trockengebiete übliche blaugrüne Gesträuch, namens Sagebrush. Kurz vor der Ortschaft Spencer Bridge fanden wir im Goldpan Provincial Park einen schönen, direkt am Thompson River gelegenen Campingplatz.
Mittwoch; Wir taten gut daran, gestern den Fraser Canyon zu
besichtigen, denn heute morgen fing es an zu regnen. Von Spencer Bridge war es
nicht mehr weit bis Cache Creek. Im strömenden Regen fuhren wir auf den dortigen
Campingplatz. Hier zogen wir wieder mal einen der seltenen Ruhetage ein. Am
Nachmittag schien zum Glück wieder die Sonne. Deshalb zog es uns nochmals hinaus
zu einem kleinen Spaziergang über den grosszügig angelegten Golfplatz von Cache
Creek.
Donnerstag; Hier in Cache Creek beginnt der Cariboo Highway, welcher nach 445 km in Prince George endet. Die ersten Abenteurer, die auf die Nachricht von grossen Goldfunden von Kalifornien aus in den Norden kamen, benutzten schon damals den felsigen Cariboo Trail, allerdings war das dazumal natürlich keine geteerte und gut ausgebaute Strasse. Wie beschwerlich muss der Weg gewesen sein! Entlang dieser Cariboo Wagon Road entstanden einzelne Rasthäuser. Ortsnamen wie Hut Creek Ranch und 100 Mile House erinnern heute noch an diese Zeit.
Wir besichtigten unterwegs die historische Hut Creek Ranch, welche im Jahre 1861 als Pferdewechsel Station auf dem Weg nach Norden diente. Im Eintritt eingeschlossen waren Führungen durch die einzelnen Gebäude, sowie eine Postkutschenfahrt rund um das Gelände. Während einige andere Gäste und Hans im Innern der Kutsche Platz nahmen, durfte ich neben dem Kutscher sitzen.
Hans konnte nach der kleinen Rundfahrt sehr gut nachvollziehen, wie es anno dazumal war, als man nach einer längeren Reise durchgeschüttelt und verstaubt am Bestimmungsort ankam. Nachdem wir auf dem selben Gelände noch ein Indianerdorf besichtigt hatten, fuhren wir bis zum Loon Lake, wo wir einmal mehr feststellten, dass auch dieser See voll in privater Hand ist. Es gab nur einige wenige Stellen, wo man anhalten konnte. Danach fuhren wir zu der Wildhorse Mountain Ranch, auf der man reiten und auch übernachten konnte. Als wir ankamen, begrüssten uns ein Dutzend Pferde, ein zutraulicher Hund und eine Katze. Schon bald kam der freundliche Besitzer um die Ecke und bot uns einen Platz zum campieren an. Zudem brachte er uns Feuerholz. Obwohl wir bis jetzt noch nicht oft ein Feuer anmachten, nahmen wir dieses Mal die Gelegenheit war und verbrachten einen gemütlichen Abend an unserem Lagerfeuer.
Freitag; Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, für mich stimmte das schon immer! Heute war es wieder einmal soweit. Ich ging reiten. Hans war noch nie dazu zu bewegen mitzukommen, er meinte lakonisch, er habe ja eigene Beine! Nun, so kann man es auch sehen! Ich entschied mich für einen längeren Ritt in die Backcountry. Gina, die Besitzerin, sattelte zwei Pferde, ich hatte Glück, es waren ausser mir keine anderen Gäste dabei, so konnten wir die Geschwindigkeit selber bestimmen. Mir kam dabei natürlich meine Reit Erfahrung zu Gute, so konnte Gina Wege auswählen, die für Anfänger eher ungeeignet gewesen wären. Wir ritten anfangs durch ihr eigenes Land, bis wir den Wild Horse Mountain erreichten. Weiter ging es hinüber zu einem Canyon, dort banden wir die Pferde an einen Baum, um Mittagsrast zu halten.
Auf dem Rückweg fing es an zu regnen, deshalb gingen wir oft im Trab
vorwärts. Nach 4 1/2 Stunden waren wir wieder zurück. Nachdem wir die
beiden Pferde von Sattel und Zaum befreit hatten, wärmte ich mich in unserem
Camper bei einem Kaffee wieder etwas auf. Hans hatte den Wagen mittlerweile
umparkiert, er stand jetzt näher beim Haus, wo ihm Kevin ein Stromkabel gelegt
hatte, denn wir wurden eingeladen, nochmals eine Nacht zu bleiben. Wir nahmen dieses grosszügige Angebot gerne an.
Samstag; Weiter ging die Fahrt Richtung Norden. Wir kamen an den ehemaligen Rasthäusern "100 Mile House und 150 Mile House" vorbei. In der Ortschaft 100 Mile House war gerade ein Frühlingsfest im Gange und wir konnten einem kleinen Umzug zusehen. Einige Strassenkünstler unterhielten die Leute. Einer davon kroch sogar in einen riesigen Ballon und nahm zu unserem Erstaunen gleich noch ein paar Kinder mit hinein. Beim 108 Mile House konnte man noch einige alte Gebäude aus der Pionierzeit erkennen. Am Nachmittag fuhren wir nach Williams Lake. Die Stadt liegt am gleichnamigen See und in dessen Umgebung findet man immer noch Spuren aus der Zeit des Goldrausches. Ausserhalb der Stadt fanden wir einen freien Campingplatz, es stand ein langes Wochenende bevor (Victoria Day) und da ist alles auf den Beinen, respektive Räder, Richtung Natur.
Sonntag; Happy Birthday Erika. Geburtstage erinnern einem immer
daran, dass die Zeit in den Ferien leider auch vergeht. Nachdem Hans mich mit
einem "Happy Birthday to you" geweckt hatte, wusste ich definitiv, dass ich
schon wieder ein Jahr älter geworden bin. Aber gleichzeitig freute ich mich,
dass wir diese Reise zusammen unbeschwert geniessen können.
Von der Campingbesitzerin hatten wir einen Tipp bekommen, auf Nebenstrassen Richtung Barkerville zu fahren. Als wir uns nach ca. 12 km Fahrt immer noch auf einer Gravel Road befanden, beschlossen wir, dem Camper zuliebe umzukehren und auf dem Highway Nr. 97 über Quesnel zu fahren. Wir erreichten den Ort am Mittag. Die Stadt Quesnel liegt am Zusammenfluss von Quesnel und Fraser River und ist das Zentrum der nördlichen Cariboo Region. Der Ort wird hauptsächlich von der Holzwirtschaft dominiert.
29. Woche: 23. Mai bis 25. Mai 2005
Montag: Victoria Day, ein Feiertag in Kanada. Wir wollten uns heute die historische Stadt Barkerville ansehen, welche 85 km östlich von Quesnel liegt. Die Strasse Nr. 26 führt vorwiegend durch bewaldetes Gebiet, vorbei an mehreren Seen. Plötzlich sahen wir vor uns eine Elchkuh, die aber leider, kaum hatten wir den Fotoapparat zur Hand, das Weite suchte.
Das in liebevoller Kleinarbeit restaurierte Goldgräberstädtchen Barkerville war einstmals das Zentrum des Cariboo Goldrausches. Mit seinen 120 Gebäuden ist es die älteste noch komplett erhaltene historische Siedlung in British Columbia. Als der aus Cornwall stammende Billy Barker im Sommer 1862 am Williams Creek seinen historischen Goldfund machte, entstand über Nacht eine der typischen Goldgräberstädte aus Holzhütten, Zelten, Saloons und Läden. Barkerville war mit 100'000 Einwohner einige Jahre lang die grösste Stadt westlich von Chicago und nördlich von San Francisco bis sie 1868 abbrannte. Zwar wurde sie sofort wieder aufgebaut, aber das Ende des hiesigen Goldrausches zeichnete sich bereits ab.
Der Spaziergang durch diesen historischen Ort erinnerte uns ein wenig an das
Freilichtmuseum Ballenberg in der Schweiz. Statt einer Schaukäserei mit
Bauernhof standen hier ein Saloon, ein Barber Shop, eine Goldwaschanlage und viele gut erhaltene
alte Wohnhäuser. Ausserdem konnte man am Ende der Stadt eine kleine chinesische
Siedlung besichtigen. Dichte Wolken lagen über dem Ort und plötzlich wurden wir
vom niederprasselnden Regen überrascht. Schutz fanden wir unter einem der vielen
Vordächer. Danach spazierten wir
zum alten Gerichtsgebäude, unterwegs schauten wir einem Strassentheater zu,
welches sich natürlich mit der Geschichte des ersten Goldfundes befasste.
Ein bisschen schade fanden wir, dass einige Gebäude nur mittels einer kostenpflichtigen Tour zugänglich sind. Der lange Anfahrtsweg hat sich für uns auf alle Fälle gelohnt.
Da es wieder zu regnen begann, blieben wir in der Nähe von Barkerville auf dem Lowhee Provincial Park.
Dienstag; Es hatte über Nacht abgekühlt und zeitweise stark geregnet. Am Morgen jedoch begrüsste uns schon wieder die Sonne. Es lag Nebel über dem Chubbs Lake, der sich aber bald lichtete.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Rückweg zum Highway 97. Es war noch früh und wieder waren Elche und Rehe unterwegs. Als wir den Hwy erreichten, wandten wir uns nordwärts und fuhren nach Prince George.
Mittwoch;
Die Stadt Prince George (das Tor zum Norden) liegt an der Mündung des Nechako River in den Fraser River. Hier kreuzen sich der Yellowhead Hwy Nr.16 und der Cariboo Hwy Nr. 97, sowie zwei Eisenbahnlinien. Das wirtschaftliche Leben der Stadt wurde früher hauptsächlich von der Holzwirtschaft dominiert. Heute ist Prince George das Versorgungszentrum des Nordens.
Bei schönstem Sonnenschein spazierten wir durch das Zentrum der Stadt. Von einem kleinen Hügel aus, hatten wir eine gute Rundsicht über den Ort. Am Nachmittag bummelten wir durch einen schönen Park, dem Nechako River entlang. Später gingen wir einkaufen, wir mussten wieder einmal unseren Vorrat auffüllen. Nachdem wir uns im Visitor Center noch mit einigem Kartenmaterial eingedeckt hatten, ging es zum nächsten Campingplatz, um die Reiseunterlagen für die nächste Etappe zu studieren.
Weiter zum 9. Teil
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