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Die Führung des Libanon rief er zum Handeln auf. «Dies ist der Moment zur Einigkeit», mahnte er. Zugleich appellierte er an die internationale Gemeinschaft, dem Land zu helfen. Der Libanon verdiene Solidarität.
Das Land leidet seit mehr als zwei Jahren unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Mittlerweile leben rund drei Viertel der Bevölkerung in Armut. Die Lira hat etwa 95 Prozent ihres früheren Wertes verloren. Es mangelt an Strom und anderen lebenswichtigen Gütern. Zahlreiche Libanesen wollen das Land verlassen. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR versuchten in diesem Jahr bis Ende November mindestens 1570 Menschen, über das Mittelmeer in die Europäischen Union zu kommen. Die meisten wollten nach Zypern. Im gesamt Jahr zuvor waren es etwas halb so viele.
Wegen eines Streits über die Ermittlungen zur Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut vor mehr als einem Jahr ist der Libanon jedoch politisch gelähmt. Das Kabinett hat sich seit mehr als zwei Monaten nicht mehr getroffen. Die UN warnten im vergangenen Monat, der Libanon stehe kurz davor, ein gescheiterter Staat zu werden.
Guterres gedachte am Montagmorgen zunächst der Opfer der verheerenden Explosion. Im Hafen legte er einen Kranz nieder. Bei der Detonation waren im August 2020 mehr als 190 Menschen gestorben und rund 6000 verletzt worden. Grosse Teile des Hafens und umliegender Wohngebiete wurden verwüstet. Wegen der Krise kommt der Wiederaufbau kaum voran.