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Die Einführung neuer, in Anlehnung an die Grundrisse der Toggenburger Gründungsstädte entwickelter Typologien ermöglicht die Verdichtung im Zentrum der Streusiedlung.
Testplanung, Januar 2016
Die Streusiedlung weiterbauen
Im unteren Toggenburg überschneiden sich der Metropolitanraum Zürich und der klein- und mittelstädtisch geprägte Handlungsraum Nordostschweiz. Kirchberg ist Teil der sogenannten Landschaft mit kompakten Siedlungen zwischen den Regionalzentren Wil und Wattwil. Zur Gemeinde gehören die Dörfer Kirchberg, Bazenheid, Gähwil, Dietschwil, Müselbach, Schalkhusen und Ötwil sowie zahlreiche Weiler und Höfe. In Pendlerdistanz zu mehreren grösseren und kleineren Zentren liegt die Streusiedlung mitten in den weitgehend landwirtschaftlich geprägten Hügeln. In diesem äusserst attraktiven Lebensraum gilt es soviel Wohnraum wie möglich zur Verfügung zu stellen. Ein Zuwachs der Wohnbevölkerung fördert das rege Dorfleben sowie das lokale Gewerbe und den Detailhandel.
Die erhöhte Mobilität, das Denken in Handlungsräumen und der wachsende Flächenbedarf pro Person sprengen die Kapazität herkömmlicher Siedlungsstrukturen im Dorf. Gesucht sind ergänzende Typologien mit dem Potenzial die bauliche Dichte im Dorfkern zu erhöhen und gleichzeitig den dörflichen Charakter zu bewahren. In Anlehnung an die räumlichen Situationen in den historischen Zentren von Wil, Uznach oder Lichtensteig, allesamt mittelalterliche Stadtgründungen des Geschlechts der Toggenburger, wird der Ortskern mit einem Ring dicht beieinanderstehender Gebäude ergänzt. Die Häuserzeile am Platz bietet im Erdgeschoss die Möglichkeit Laden- oder Dienstleistungsnutzungen aufzunehmen. In den oberen Geschossen befinden sich kleinere Wohnungen, die Lage ist gut für Alterswohnungen geeignet. Der Volg liegt direkt an der Gähwilerstrasse. An der unteren Harfenbergstrasse befinden sich Wohnhäuser mit grösseren Wohnungen, hier wird auch im leicht erhöhten Erdgeschoss gewohnt. Neben der Kirche und dem Gemeindehaus und anderen Einzelgebäuden stehen zwei weitere Gebäude prominent auf dem zentralen Platz. Sie nehmen öffentliche Nutzungen und die neuen Räume der Clientis Bank Toggenburg (CBT) auf.
Die beiden südlicheren Baubereiche entwickeln sich unabhängig vom Ortskern. Die gewerblich genutzten Räume der ehemaligen Möbelfabrik werden durch zwei weitere Gewerbebauten ergänzt. Hier ist jedoch auch Wohnen denkbar, falls Nachfrage besteht. Am Harfenberg wird das Wohnangebot durch eine Reihenhaussiedlung erweitert.
Klare Nutzungszuordnungen, die graduelle Zunahme des Öffentlichkeitsgrads zur Ortsmitte hin und generell ein hoher Wohnanteil sowie die konsequente Ausbildung siedlungsorientierter Verkehrsräume bilden die Grundlage für eine neue Mitte in Kirchberg.