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Oktober 2021
Die Organisation «ChildRightNow International» führt das Zewo-Gütesiegel nicht und untersteht somit nicht unserer Kontrolle. Die Organisation ist uns aber bekannt. Aufgrund der uns vorliegenden Unterlagen (Stand Oktober 2021) haben wir festgestellt, dass die Organisation mindestens in den folgenden Punkten die Zewo-Standards nicht erfüllt. Für eine abschliessende und vollständige Beurteilung müsste die Organisation ein ordentliches Prüfverfahren durchlaufen. Eine Prüfung wurde bisher nicht beantragt. Gemäss «ChildRightNow International» ist dies 2023 auf Basis der Jahresrechnung 2022 geplant.
Gemäss der Jahresrechnung 2020 kommen 216‘901 CHF den gemeinnützigen Projekten der Organisation zu Gute. Das sind nur 20% des Gesamtaufwandes von rund 1 Mio. CHF. Somit fliessen 80% der eingesetzten Mittel ins Fundraising oder in die Administration. Dies ist ein sehr hoher Anteil. Gemäss den Zewo-Standards darf der Anteil für Administration und Mittelbeschaffung maximal 35% betragen. Bei Zewo-zertifizierten Organisationen fliessen von 100 Franken durchschnittlich 81 Franken in die Projekte. 12 Franken werden für die Administration aufgewendet und 7 Franken für die Mittelbeschaffung. In seiner Stellungnahme hat der Verein «ChildRightNow International» ausgeführt, dass der geringe Projektaufwand im Jahr 2020 auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sei. 90 Prozent der Projekte betreffen Schulen in Indien. Da die Corona-Pandemie in Indien besonders verheerend war, mussten sämtliche Schulen schliessen, was zur Folge hatte, dass die Organisation die budgetierten Spendenbeträge nicht in die Schulprojekte fliessen lassen konnte. «ChildRightNow International» hat ausgeführt, dass sie bestrebt sind, ihre Effizienz in Zukunft zu verbessern. Die Zewo wird dies nach Vorliegen der Jahresrechnung 2021 überprüfen.
Der Verein «ChildRightNow International» erstellt keine Jahresrechnung nach dem Rechnungslegungsstandard für gemeinnützige Organisationen (Swiss GAAP FER 21) wie es die Zewo von zertifizierten Organisationen verlangt. «ChildRightNow International» hat bestätigt, dass zurzeit ein Abschluss nach Obligationenrecht erstellt werde. Der Verein plant jedoch, ab der Jahresrechnung 2021 auf den Rechnungslegungsstandard «Swiss GAAP FER» zu wechseln. Eine Jahresrechnung, die nach diesem Rechnungslegungsstandard erstellt wird, ermöglicht es Spenderinnen und Spendern, sich ein Bild über die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse der Organisation zu machen. In der aktuellen Jahresrechnung des Vereins «ChildRightNow International » fehlen dazu wichtige Angaben.
Per Jahresrechnung 2020 verfügt «ChildRightNow International» über ein Eigenkapital von rund 14‘000 CHF. Die Organisation verfügt damit über wenig flüssige Mittel und es besteht die Gefahr, dass sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann. In ihrem Bericht an die Mitgliederversammlung weist auch die Revisionsstelle auf die fehlende Liquidität hin. «ChildRightNow International» plant, das Organisationskapital 2021 deutlich zu erhöhen.