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Saul Steinberg (1914 – 1999) wurde durch Titelblätter und Zeichnungen im Magazin „The New Yorker“ berühmt.
In einer Zeit, die vom abstrakten Film und Fotografie geprägt war, zeichnete sich Saul Steinberg als Meister der Handzeichnung aus.
Das Kunsthaus Zürich zeigt nun erstmals in der Schweiz mehr als hundert Zeichnungen und Collagen aus der Saul Steinberg Foundation und von privaten Leihgebern.
Ironische Distanz zur Gegenwart
„Die Kalligraphie ist mein wahrer Lehrer“ sagte Saul Steinberg. Er betrachtete alles als ein sich selbst ausdrückender Schriftzug, sei dies ein Objekt, eine Party oder eine einfache Szene am Freeway.
Seine karikaturähnlichen Kritzeleien stehen meist mit einer ironisch – humorvollen Distanz zur Gegenwart.
Steinberg baute fast all seine Werke auf einem einfachen Strich auf. Das berühmteste Beispiel dafür ist „The Line“, das 1954 von Saul Steinberg geschaffen wurde. Ein Tintenstrich aus der Feder eines Künstlers verwandelt sich über zehn Meter hinweg in verschiedenste Dinge, wie eine Wäscheleine, ein Bahngleis, oder eine Strasse auf einer Landkarte. Hundert Verwandlungen später zieht sich die Linie wieder in eine Feder zurück.
In den Werken von Saul Steinberg wird sein Drang, sich Dinge und Menschen mittels schematischer, stark vereinfachter Begriffe darzustellen offensichtlich. Saul Steinberg lies sich bei seinen Werken auch vom Kriegsgeschehen beeinflussen, was sich in seinen Werken wiederspiegelt.
Der Zeichner
Steinberg wurde 1914 in Rumänien geboren und wuchs in Bukarest auf. 1933 begann er ein Architekturstudium in Mailand. Mit Cartoons im „Bertoldo“, einem zweimal wöchentlich erscheinenden humoristischen Magazin, begann 1936 seine künstlerische Praxis. 1942 reiste Steinberg nach New York City. 1945 veröffentlichte er ein Buch namens „All in Line“.
1958 war er an der Weltausstellung in Brüssel mit dem Werk „The Americans“, einer 80 Meter langen Wandcollage vertreten. Daraufhin wurde er vermehrt von Museen eingeladen, seine Werke auszustellen.
Vom 22. August – 2. November sind die Werke von Saul Steinberg nun also auch in Zürich zu bewundern.