Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03245.jsonl.gz/2501

Was ist ein markanter Unterschied zwischen dem Amerikanischen und dem Schweizer Schulsystem?
Die Liebe zum Land! Der Kampfgeist! Die Solidarität mit den anderen Schülern und das Verhältnis zur eignen Schule.
Man ist stolz in genau der Schule x oder der Uni y zu sein, man ist stolz AmerikanerIn zu sein. Man arbeitet im Team zusammen, aber das Wichtigste dabei ist:
Das System wird unterstützt. Nämlich durch den Fakt, dass es an Amerikanischen Schulen Sportteams gibt. Spielt man in einer Fussballmannschaft, so spielt man gleichzeitig auch für die eigene Schule. Dies fördert den Wettkampf, das Konkurrenzsystem und das Engagement für die Leistung der Schule und des Teams.
Nach der Highschool gibt es, ähnlich wie in der Schweiz, eine hohe Quote an Eintritten in die Colleges (Universitäten). Je nach Abschneiden in den SAT/TOEFL Tests und dem sportlichen Niveau, werden sich die Unis regelrecht um erfolgreiche Sportler oder Schüler reissen. Man wird an den guten Unis sogar finanziell äusserst attraktiv unterstützt, sodass man sich komplett auf das Studieren und auf den Sport konzentrieren kann. Dies fördert den Wettkampf und die Motivation. Man will ein möglichst guter Sportler und Schüler sein, um möglichst gute Angebote zu erhalten. Zusätzlich gibt es kaum professionelle Sportteams, die Ligen im Football, Soccer, Tennis, etc. sind hauptsächlich Collge-Teams, bei uns während es Teams aus privaten Clubs, in welchen Vollprofis, Halbprofis oder Hobbyspieler spielen .
Im Unterschied zu diesem System, hat die Schweiz schon fast lachhafte Zustände. Nach dem Bestehen der Matur kann man schweizweit studieren gehen, egal wie gut die schulische Leistung ist - ein Ausnahmetalent wird in diesem Fall gleich bewertet wie jemand, der die Matur gerade so geschafft hat. Zudem ist mit dem Beginn des Studiums eine klare Setzung der Prioritäten notwendig. In vielen Fällen (Architekturstudium, Medizinstudium, etc.) bleibt neben den für den Lebensunterhalt notwendigen Nebenjobs kaum Zeit für einen kreativen Spielraum oder Sport.
Dieses System hindert die Gesellschaft meiner Meinung nach daran, einen gesunden, wirtschaftsfördernden, interessanten Lebensstil zu führen. Das Studium blockiert in vielen Fällen jegliche andere Aktivitäten.
Stellen Sie sich nur vor, man würde ein ähnliches System wie in den USA einführen, bezogen auf den Sport. - man würde Teams an den Gymnasien und Unis einführen. Diese Teams könnten oder müssten teils in privaten Sportclubs spielen oder es würden sogar neue Vereine gegründet werden.
Dieser Änderung würde dazu führen, dass die Schüler wieder mehr gefordert würden. Man will besser sein als die anderen, man will im besten Team für die Schule kämpfen und Erfolge verbuchen. Dies fördert den Teamgeist, die Integration und letztendlich die Gesundheit und den Spassfaktor.
Die vielen privaten Clubs oder neu gegründeten Vereine würden einen wirtschaftlichen Aufschwung sicherlich begrüssen. Neue Mitglieder bedeuten mehr Einnahmen, was eine Steigerung des Angebots und der Qualität zur Folge hätte. Denkt man nur an die vielen kleinen Tennisclubs in der Schweiz, welche seit den 90ern konstant mit Mitgliederschwund und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. In Randsportarten wie Segeln, Rudern, Unihockey, Volleyball, etc. sieht es oftmals auch nicht anders aus. Letztendlich würden alle Beteiligte von einem Systemwechsel profitieren.
Zum Schluss müsste man auch feststellen, dass die Qualität des Sports und womöglich auch kreativer Vereine (Musik, Kunst, etc.) zunehmen würde. Durch die Unterstützung der Jugendlichen in ihren Aktivitäten würde zum Beispiel das sportliche Niveau im Durchschnitt ansteigen und womöglich würden neue Wirtschaftsbranchen entstehen, denn durch das grössere Angebot und demnach auch der Vergrösserung des Sports erfolgt logischerweise auch ein Wachstum im Fanbereich und im Sponsoringbereich. Die Finanzierung könnte demnach auch durch private Investoren geschehen und nicht durch den Staat alleine. Es geht noch weiter, womöglich wäre ein solches Schulsystem womöglich sogar eine neue Einnahmequelle, welches neues Geld in die Staatskassen, aber auch die Kassen der Investoren und Sportclubs fliessen lassen würde.
Ähnliche Überlegungen werden wohl bereits von klugen Köpfen gemacht worden sein. Das System wurde bis heute nicht angepasst, das heisst, es gibt irgendwo einen Hacken, welchen ich übersehen habe. Gibt es irgendwo eine Wirtschaftlichkeitsstudie? Schlechte Erfahrungen? Wäre eine Durchführung eines solchen Systems in der Schweiz auch umsetzbar?
Ich bin als 20-Jähriger sehr an einem guten Schulsystem interessiert, welches weltweit den höchsten Standard haben sollte. Wir dürfen uns dabei sicher auch einiges im Ausland abschauen, sofern es zu einer Verbesserung führen sollte.
Durch meinen 6-monatigen Aufenthalt in den USA habe ich mit diesem System extrem gute Erfahrungen gemacht. Wie sehen Sie das?