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«Der blaue Himmel langweilt mich»
Vielleicht kennt man ihn zufällig von einer Reportage für Le Matin, trifft ihn am Ende eines Shootings mit Beth Ditto oder Yello beim Montreux Jazz Festival oder im Badezimmer der Miss Suisse romande … Oder aber mitten in einem 50-Grad-Hang aus Pulverschnee. Sébastien Anex gibt es überall da, wohin das Auge wandert. Aber am meisten schätzt er die Begegnung mit den Kräften der Natur: «Besonders wenn sie entfesselt sind.» Wie diese Kaltfront im Bild nebenan, die im Sommer den Genfersee stürmt. Der Fotograf aus Vevey macht Bilder, die klischiert und trotzdem raffiniert wirken: eine Landschaft, die in wenige horizontale Bänder geneigt ist; eine Handvoll Sastrugi, die über eine verschneite Ebene geschossen kommen, oder die pure Linie eines Skifahrers, die mit den Schatten seiner Umrisse spielt. Den Himmel sieht man nur selten. «Der blaue Himmel langweilt mich, ich mag die Kontraste aus Wolken und Nebel», sagt Sébastien Anex. Und der Mensch? Wenn er zu sehen ist, dann am Rande einer grandiosen Landschaft. «Wegen der Grössenverhältnisse.» Und wenn ein Skifahrer einmal im Zentrum steht, geschieht das nur mit akribischer Planung im Vorfeld: «Du sagst dem Fahrer genau, wo er seinen Schwung machen soll.» Oder es ist ein «Glücksfall», wie auf dem Bild rechts auf Seite 35: «Das eine Mal ging es ohne Vorbereitung. Der Fahrer wendete im richtigen Moment, und ich war am richtigen Ort.» Und dann wundert sich Sébastien Anex über die Preise, die er gewinnt. Der jüngste: zweiter Platz beim Swiss Press Photo 2017, Kategorie «Ausland».