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Der 8. März war für die Südschweizer Kapuziner ein historischer Tag.
In Bellinzona errichtete Generalminister Mauro Jöhri ihre Südschweizer Kustodie, die nicht mehr zur Provinz Schweiz, sondern zu jener der Lombardei/Mailand gehört. Der Grund: Die Zahl der Brüder aus dem Tessin und den italienischsprachigen Bünder Tälern wurde immer geringer. Statt vor allem Kapuziner aus dem globalen Süden zu Hilfe zur rufen, wurden die Mailänder Brüder gebeten, die Region personell zu unterstützen. Die Gründung der Kustodie und ihre Zugehörigkeit zur Lombardei war der logische Schritt.
Kustodie
Der Begriff «Kustodie» meint im Orden der Kapuziner einen eigenständigen Ordensbezirk, die von einem «Kustoden» geleitet wird, der kirchenrechtlich zu den «Höheren Obern» gezählt wird. In der Südschweiz ist dies nun Edy Rossi-Pedruzzi (Jahrgang 1971).
Jede Kustodie ist einer Provinz zugehörig oder direkt dem Generalminister unterstellt. Im Falle der italienischen Schweiz ist die Angliederung zur Lombardei nicht nur wegen der erwähnten personellen Solidarität logisch. Sie ist auch aus geschichtlichen Gründen sinnvoll, da die ersten Kapuziner nicht nur im Tessin, sondern auch in der Deutschschweiz aus der Mailänder Provinz kamen.
«Keine Scheidung»
Generalminister Mauro Jöhri, der in der vollbesetzten Kirche Sacro Cuore von Bellinzona die Kustodie offiziell errichtete, gehört als Bruder aus dem italienischsprachigen Teil Graubündens zur neuen Ordenseinheit.
In seiner Ansprache betonte er, die Abtrennung von der Schweizer Provinz bedeute «keine Scheidung». Die brüderliche Zusammengehörigkeit höre nicht auf. Wenn er wolle, könne er weiterhin jederzeit ein Kloster der Deutschschweiz oder der Romandie besuchen. Ebenso sei auch künftig jeder Bruder von dort in den Südschweizer Niederlassungen willkommen.
Walter Ludin