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„Das ist unglaublich überraschend“, sagte ein Sprecher der Dresdner Hilfs-Organisation „Mission Lifeline“ der DPA am Dienstag nach dem Urteil.
Im Juni 2018 hatte Reisch sein „Lifeline“-Schiff mit mehr als 230 auf See gerettete Migranten in Hoheitsgewässer des Inselstaats Malta gesteuert. Nach der Rettungsaktion war das Schiff, das unter niederländischer Flagge fuhr, tagelang auf hoher See blockiert worden. Das Rettungsschiff durfte erst in Malta anlegen, nachdem mehrere EU-Staaten zugesagt hatten, die an Bord befindlichen Flüchtlinge aufzunehmen. Reisch wurde danach festgehalten und von der Polizei vernommen. Sein Schiff wurde von den Behörden beschlagnahmt.
Daraufhin gab es noch ein juristisches Nachspiel: Maltesische Behörden warfen ihm vor, sein Boot sei „nicht korrekt registriert“ gewesen. Ein Gericht auf Malta hatte ihn daraufhin in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Der Kapitän und seine Organisation beharrten jedoch seitdem darauf, dass er unschuldig sei. „Mission Lifeline“ vermutete „politische Einflussnahme“ bei der damaligen Gerichtsentscheidung.
Nun ist der Kapitän des Migranten-Rettungsschiffs im Berufungsverfahren freigesprochen wurden.
„Mission Lifeline“ wurde 2016 in Dresden gegründet. Laut Satzung ist der Vereinszweck die Seenotrettung von Menschen im Mittelmeer. Dafür wurde zunächst das – mittlerweile beschlagnahmte – Rettungsschiff „Lifeline“ genutzt, seit Ende August 2019 fährt die „Eleonore“ mit Kapitän Reisch zur See.