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Die Elemente literarischer Traditionen waren immer weitgehend ein Bestandteil eines mehrsprachigen Kulturerbes, und insofern ist man versucht, die Nationalphilologien in gewissem Sinn als Irrweg zu bezeichnen. Versucht man sich dem Problem der Historizität von Texten von dieser Seite zu nähern, dann ist man gezwungen, von der Diskontinuität und beständigen Transformation dieser Elemente auszugehen, ohne Rücksicht auf die Bedeutung der Texte zu nehmen, die sie verwenden. Eine literaturwissenschaftliche Historik geht demnach im wesentlichen davon aus, solche »richtungslosen« Elemente nach Massgabe der drei historischen Modalitäten zu gruppieren, in denen sie auftreten: im Modus der Repetition, der Variation oder der durch ihre Transformationen bedingten Sukzession. Die Implikationen solcher Überlegungen, die auf F. de Saussure und A. D. Xénopol zurückgreifen, werden vor allem an Beispielen der Geschichte des Dramas und des Librettos des 18. Jahrhunderts erläutert.
National philologies seem to have been a byway of historical literary scholarship, since the elements of literary tradition have been, to a very large extent, part of a multilingual heritage. Such an approach to the historicity of texts implies, in the first place, the acknowledgment of the essential discontinuity and continual transformation of such elements, without any regard to the meaning of the texts in themselves. Literary history proceeds therefore by grouping these »directionless« elements according to their three historical modalities, viz. repetition, variation and succession, engenderd by the degree of their transformations. The implications of such considerations, based on Saussure and A. D. Xénopol, are illustrated by examples taken mainly from the history of drama and libretto in the 18th century.
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Pross, Wolfgang: ‹Longue durée› und Mehrsprachigkeit als Problem der Literaturgeschichtsschreibung. Elemente einer literarischen Historik. <http://germanistik.ch/publikation.php? id=Longue_duree> (Publiziert Dezember 2010)
oder
Pross, Wolfgang: ‹Longue durée› und Mehrsprachigkeit als Problem der Literaturgeschichtsschreibung. Elemente einer literarischen Historik. In: Michael Stolz und Robert Schöller (Hg.): Germanistik in der Schweiz (GiS) Zeitschrift der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik. Heft 7/2010. Bern: germanistik.ch 2010