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L. Seppala
Wie wäre wohl die Geschichte und Zucht der sibirischen Huskies verlaufen und die Rettung der Stadt Nome, wenn nicht Leonhard Seppala voller Trauer eines Tages am Meer gestanden hätte?
Doch beginnen wir vorerst mal beim Anfang dieser Geschichte.....
Leonhard Seppala hat am 14. September 1877 als ältestes Kind einer Fischers Familie in Skibotn, Norwegen, das Licht der Welt erblickt.
Zwei Jahre später zog die Familie nach Skjervoy. Schon früh musste Leonhard zu Hause hart arbeiten. Als 20jähriger junger Mann zog er nach Oslo. Dort verliebte er sich in Margrit, doch diese verstarb vor der geplanten Heirat. Er war voller Trauer und reiste 1900 nach Amerika, getrieben vom Goldfieber am Yukon.
Seppala fand einen Job als Fuhrmann. Später schaufelte er Kies in die Goldwaschrinnen. Leonhard arbeitete wie eine Maschine und konnte nachts wegen den Blasen an seinen Händen kaum schlafen. Im Dezmeber 1900 bekam er die Gelegenheit, einen Schlittenhundetransport zu den Goldfeldern zu begleiten. Auf dieser Reise entwickelte er eine sehr enge Beziehung zu den Hunden. Bald bekam Seppala seine eigenen Hunde. Im Jahr 1908 wurde der Nome Kennel Club gegründet. Der Schlittenhundesport war bald der beliebteste Sport in Alaska.
Leonhard mit Fritz und Togo
Seppala bekam die Möglichkeit, die Hunde für Roald Amusens geplante Nordpolexpedition zu trainieren. Als Robert Peary den Nordpol zuerst erreichte, sagte Amusen seine Expedition ab und überliess seine Hunde Seppala.
Seppala Kennel
Als erster begann Leonhard Seppala mit der systematischen Zucht der sibirischen Huskies. Er war berühmt für seine Art wie er mit den Tieren umging und weil er keine Peitsche benötigte bei der Arbeit mit den Huskies.
Seppala mit Frau und Tochter
1908 heiratete er Konstanze, welche belgischer Herkunft war. Auch sie war begeistert von den sibirischen Huskies und nahm regelmässig an Schlittenhunderennen teil.
Leonhard Seppala gewann das All-Alaska Sweepstakes von 1915 - 1917 in Folge.
Seppala bekam einen neuen Leithund, einen sibirischen Husky namens Togo. Doch das war nicht Liebe auf den ersten Blick! Togo wurde 1913 in Seppalas Kennel in Little Creek, ausserhalb Nome geboren. Er war ein schwieriges Puppy; schwierig zum Erziehen, trotzig und eigensinnig. Seppala verkaufte Togo, doch der Käufer brachte Togo bald zurück, weil dieser ihm zu viel Aerger bereitete. Seppala fand einen neuen Besitzer und Togo wurde zum zweiten Mal verkauft. Aber Togo befreite sich dort in der neuen Unterkunft, sprang durch das Fenster und lief zurück zum Seppala Kennel.
Von da an akzeptierte Seppala Togo als ein Mitglied seines Kennels. Dieses schwarzgraue Tier wurde allmählich zu seinem Liebling. Später waren sie untrennbar miteinander verbunden. Man sprach nie von dem einen, ohne auch den anderen zu erwähnen und sie tollten oft gemeinsam herum. Den gemeinsamen Höhepunkt erlebten die Beiden beim Serumrennen.
Als Togo mit 16 Jahren seine letzte Reise unter die Pfoten nehmen musste meinte Leonhard Seppala: "For the first time I hit the trail without Togo"
Als Leonhard Seppala 47 Jahre alt war hätte er eigentlich langsam etwas kürzer treten können. Aber er war noch genau so kräftig wie damals im Sommer 1900, als er in Nome angekommen war. Obschon er seit einem Vierteljahrhundert in der Kälte lebte und arbeitete, war er so beweglich und elegant wie ein Kunstturner.
Auch das ist Seppala...
Bei einer Körpergrösse von 1,60 m und einem Gewicht von 65 Kg sah man dem König des Trails seine Fähigkeiten nicht unbedingt an. Er hatte ein kantiges, jugendliches Gesicht und dicke hellbraune Haare mit jungenhaften Wellen, die nach hinten abstanden, als würden sie ständig vom Nordwind aufgewühlt.
Er gehörte zu den seltenen Menschen, die von Natur aus athletisch gebaut waren, so dass sie in Kraft und Ausdauer mit den meisten Profisportlern mithalten können. Für die Mehrzahl der Schlittenhundeführer waren 30 Meilen (gut 48 Km) bereits eine anstrengende Tagesreise gewesen, aber Seppala schaffte 50 und manchmal, wenn das Wetter es zuliess, sogar 100 Meilen. In einem Winter legte er ungefähr 7000 Meilen mit dem Hundeschlitten zurück.
Im Sommer, wenn die meisten Hunde nichts zu tun hatten, spannte Seppala sein Gespann vor einen Wagen, den er als "Hundemobil" bezeichnete, und kutschierte damit Arbeiter auf die Goldfelder. Seine Freunde nannten ihn Sepp. Der fröhliche norwegische Einwanderer war immer für eine Showeinlage bereit, wie einem doppelten Handstandsüberschlag rückwärts mit anschliessendem Salto, oder er lief auf den Händen die Front Street entlang.
Leonhard Seppala nahm an vielen Rennen teil und machte den Schlittenhundesport überaus populär. Das Interesse an den sibirischen Huskies wuchs und im Jahr 1930 erkannte der American Kennel Club die Rasse offiziell an.
Leonhard Seppala setzte sich 1947 zur Ruhe und zog nach Seattle, aber auch dort war er ruhelos. Mit 80 Jahren lenkte er lächelnd, herzlich und stolz wie immer einen Hundeschlitten für eine Werbekampagne der Organisation "March of Dimes", die gegen die Kinderlähmung kämpfte. Seppala sprach weiterhin begeistert über die Vorzüge der sibirischen Huskies; ihre Intelligenz, Schnelligkeit und Ausdauer.
Vielen galt Seppala als Schutzheiliger der Schlittenhundefahrer. Seinen Schlitten, die Goldsucherausrüstung und die Fellkleidung stiftete er einem Museum nicht weit von seiner Heimatstadt in Norwegen.
Er starb mit 89 Jahren am 28. Januar 1967.
Heute ist der Leonhard Seppala Humanitarian Award die höchste Auszeichnung, welche Tierärzte Iditarod Mushern verleihen können für vortreffliche Hundehaltung, Hundepflege und den Umgang mit den Hunden.
Leonhard Seppala war eine spannende und aussergewöhnliche Persönlichkeit.