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2015 war das Bundesratspräsidium mit Simonetta Sommaruga in Berner Hand, die grosse Kammer wurde vom Walliser Stéphane Rossini geführt, und den Ständerat präsidierte mit Claude Hêche ein Jurassier. Die Posten fielen zufällig auch allesamt den Sozialdemokraten zu. 2016 hält nun die FDP alle drei Posten – ein weiterer Zufall.
Die Westschweiz bleibt mit dem neuen Ständeratspräsident Raphaël Comte aus dem Kanton Neuenburg weiterhin vertreten. Der Kanton Bern behält mit Johann Schneider-Ammann sogar das Bundesratspräsidium und gewinnt mit Christa Markwalder noch das Nationalratspräsidium dazu.
Der Bundesrat schliesslich war in der Geschichte der modernen Eidgenossenschaft noch nie soweit westlich verortet wie jetzt, wenn man die Herkunftskantone seiner aktuellen Mitglieder betrachtet. Die Ostschweiz ist gar nicht vertreten, gleich zwei Kollegiumsmitglieder kommen aus Bern.
Eine solche Zusammensetzung ist erst seit dem Jahr 2000 möglich: Zuvor verbot die Verfassung, dass ein Kanton mehr als einen Bundesrat oder eine Bundesrätin stellte.
Die jetzige Verfassung schreibt lediglich eine angemessene Vertretung der Regionen in der Landesregierung vor. Die jetzige Zusammenstellung des Bundesrats mit vier Vertretern der Deutschschweiz und drei Repräsentanten der Romandie ist also zulässig, auch wenn die Westschweiz dabei übervertreten ist und der italienischsprachige Teil gar nicht.
Gleichzeitig stellt eine solche Zusammensetzung eine seltene Ausnahme dar. Zwar gab es bereits in früheren Jahren Regierungen mit drei Vertretern der lateinischen Schweiz – dabei stammte aber fast immer einer der dreien aus dem Tessin.
Ein einziges Mal erst sassen drei Romands in der Regierung, wie der Historiker Jürg Stüssi auf Anfrage sagte. Diese Periode begann Ende 1959, als der Freiburger Jean Bourgknecht, der Neuenburger Max Petitpierre und der Waadtländer Paul Chaudet im Bundesrat sassen. Die Zusammenstellung hielt jedoch knapp eineinhalb Jahre. Im Juni 1961 trat Petitpierre ab.
(SDA)