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Das Jahr 2017 zeigte erneut, dass die Schweiz ein Erdbebenland ist. Es ereigneten sich zwei weiträumig verspürte Erdbeben mit Magnituden von über 4 und hunderten Nachbeben. Zudem konnte der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich mehr kleine Beben als je zuvor aufzeichnen. Die Gesamtzahl registrierter Erdbeben im Jahr 2017 in der Schweiz und im grenznahen Ausland beläuft sich auf rund 1'230.
Am 3. März 2017 wurde die Schweiz vom stärksten Erdbeben seit mehr als zehn Jahren erschüttert. Das Beben mit einer Magnitude von 4.6 ereignete sich bei Urnerboden im Grenzgebiet von Uri, Schwyz und Glarus. Es wurde in weiten Teilen der Schweiz verspürt und verursachte in der Nähe des Epizentrums vereinzelt kleinere Gebäudeschäden sowie 100 Nachbeben. Das letzte stärkere Beben ereignete sich mit einer Magnitude von 4.9 am 8. September 2005 bei Vallorcine (Frankreich) nahe der Schweizer Grenze bei Martigny (VS). Zum zweiten weiträumig verspürten Erdbeben im Jahr 2017 kam es am 1. Juli bei Château-d’Oex (VD). Es hatte eine Magnitude von 4.3 und löste rund 240 Nachbeben aus, von denen einige ebenfalls spürbar waren.
Insgesamt registrierte und lokalisierte der SED im Jahr 2017 in der Schweiz und im grenznahen Ausland mit rund 1'230 Erdbeben mehr Ereignisse als je zuvor. Über 700 davon waren Mikrobeben mit Magnituden von kleiner als 1.0 bis -0.4. Solche Beben werden dank der Verbesserung des seismischen Messnetzes in einigen Teilen des Landes vermehrt „sichtbar“, was einen wichtigen Beitrag leistet, um Strukturen und Prozesse im Schweizer Untergrund besser zu verstehen. Die Anzahl der Beben mit Magnituden von 2.5 oder grösser entsprach mit 23 Ereignissen dem Durchschnitt der letzten 42 Jahre. Die Erdbebenaktivität konzentrierte sich vor allem auf das Wallis, Graubünden und das Gebiet entlang der Alpenfront.
Von der Bevölkerung teils deutlich verspürt wurden letztes Jahr ausserdem das Erdbeben bei Vallorcine (Frankreich) am 20. März (Magnitude 3.0), diejenigen in der Nähe von Sion (VS) am 2. Juni sowie 5. August (Magnituden 3.3 und 2.4) und dasjenige nahe Zug (ZG) am 21. November (Magnitude 3.3).
Schwankungen der Erdbebenhäufigkeit von Jahr zu Jahr sind normal und erlauben keine Aussage über die zukünftige Seismizität. Ein Schadenbeben mit einer Magnitude von 6 tritt in der Schweiz in der Regel einmal alle 50 bis 150 Jahre auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies im Jahr 2018 der Fall sein wird, liegt also bei etwa einem Prozent.
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