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An der Birmannsgasse in Basel, wenige Meter vom historischen Spalentor entfernt, sollte ein Neubau mit 9 Eigentumswohnungen gebaut werden.
Die Parzelle ist ein Teil des Blockrandes, mit Brandmauern links und rechts, einer Strassenfassade direkt an der Trottoir-Linie und Rückfassade zum Garten.
Ausgangslage
Das Mehrfamilienhaus steht auf der Südostseite direkt an der Trottoir-Linie, ohne Vorgarten. Die Hofseite ist nach Nordwesten ausgerichtet. Das Konzept war für eine städtische, als Mauer gestaltete Fassade gegen Strasse und eine zum Garten komplett offene verglaste Fassade. Alle Wohnungen sind mit einem durchgehenden Wohnraum geplant, beidseitig belichtet. Die Wohnungen im Sockel-Erdgeschoss sind als Maisonette geplant. Der Fussboden vom Erdgeschoss steht 1.2m über die Strasse, um die Einsicht von der Strasse zu vermeiden. Eine grosse Dachterrasse steht allen Bewohnern zur Verfügung.
Entwurfsidee
Der Entwurf reagiert sensibel auf die Gegebenheiten der Lage. Da eine Schutzzone zwischen Strasse und Wohnraum nicht vorhanden ist, wurde die Strassenfassade in verschiedenen Ebenen geplant, die zur räumlichen Tiefenwirkung beitragen. Die durchgehenden Bandfenster sind mit einem Gewände als Fensterrahmen aus Metall umrandet. Innerhalb dieses Fensterrahmens gibt es einzelne zusätzliche Fensterrahmenelemente oder «Fensterboxen», auch aus Metall. Innenseitig gibt es einen weiteren Fensterrahmen aus Holz. Durch die exakte Planung dieser Elemente gewinnt die Fassade viel Distanz zwischen Innen- und Aussenraum mit wenig Aufbaustärke der Wand. Die Strassenfassade ist mit dunklen Klinkerriemchen verkleidet. Diese Materialwahl betont die städtische Natur der Fassade. Hingegen ist die Hoffassade komplett verglast, sodass möglichst viel Tageslicht eingeholt werden kann, und um den Bezug zum Gartenraum zu verstärken. Die Deckenstirnen dieser Seite sind als vorfabrizierte Betonelemente gestaltet. Die horizontalen Linien der Decken werden in Form der überdimensionierten Handläufe des Fenster- und Balkongeländers wiederholt. Somit wird die Fassade durch ihre liegende Geometrie geprägt. Aufgrund der engen städtebaulichen Verhältnisse wird die bescheidene Gartenfläche durch die Dachterrasse ergänzt. Diese ist in zwei Zonen geteilt, eine gedeckte Sitzfläche und eine offene Lounge. Die Dachterrasse steht allen Bewohnern zur Verfügung und ist über den Lift erschlossen.
Projektierung
Im Untergeschoss ist eine bequeme Gästewohnung realisiert, die über ein grosses Oblicht, welches im Garten im Erdgeschoss bodenbündig liegt, mit Licht durchflutet ist.
Hauptpunkte der Projektierung waren die Nutzung, das zum Zeitpunkt der Planung ganz neue Energiegesetz vom Kanton BS mit erhöhten Anforderungen an erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit, der ökologische Ausgleich, die gute städtebauliche Gesamtwirkung. Das fertiggestellte Bauwerk ist eine Symbiose der Lösungen aller dieser Punkte.
Realisierung
Das Projekt wurde von 2017 bis Ende 2018 geplant und vom Frühling 2019 bis Sommer 2020 gebaut.