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Verwaltungsrat will Gründerfamilie entmachten
Erbitterter Streit um einen möglichen Verkauf des Unternehmens: Der Verwaltungsrat des Baustoffkonzerns Sika will mit einem juristischen Kniff die Gründerfamilie Burkard entmachten. Dies berichtet der «Tagesanzeiger» heute. Die Familie Burkard spricht von einer Enteignung. Auch Saint-Gobain protestiert in scharfen Worten.
Beim Baustoffkonzern Sika unternehme der Verwaltungsrat alles, um einen Verkauf des Unternehmens zu verhindern: Er will der Gründerfamilie das Stimmrecht auf 5 Prozent beschränken und keine ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Dies berichtet der «Tagesanzeiger» in seiner heutigen Ausgabe.
Die Sika-Führung erklärte in einem Communiqué, die Gründerfamilie Burkard mit ihrer Schenker-Winkler-Holding bilde mit Saint-Gobain eine Gruppe und übe somit ihr Stimmrecht an der Generalversammlung nach den Weisungen von Saint-Gobain aus. Gemäss wiederholter bundesgerichtlicher Rechtsprechung liege darin eine unzulässige Umgehung der statutarischen Stimmrechtsbeschränkung.
Unterstützung erhalte der Verwaltungsrat durch ein Rechtsgutachten von Professor Peter Nobel, hiess es weiter. Die Familie Burkard und Saint-Gobain bildeten demnach eine Aktionärsgruppe. Mit der faktischen Übertragung der Stimmrechte an Saint-Gobain müsse die in den Statuten vorgesehene Stimmrechtsbeschränkung von 5 Prozent angewendet werden.
Unter diesen Umständen sei die Gründerfamilie auch nicht legitimiert, die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung zu verlangen, wird Nobel zitiert. Um eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, ist ein Stimmrechtsanteil von mindestens zehn Prozent notwendig.
Die Reaktionen von Saint Gobain erfolgten prompt. Der Baustoffkonzern bezeichnet die jüngsten Entscheidungen des Verwaltungsrats von Sika als absolut unzulässig. Die Machenschaften verstiessen völlig gegen alle Prinzipien des Wirtschaftsrechts und der Regeln zur Unternehmensführung, teilte Saint-Gobain in einer kurzen Stellungnahme mit.