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In Portugal hat am Sonntag die Präsidentenwahl begonnen. Der konservative Politiker Marcelo Rebelo de Sousa ging als grosser Favorit ins Rennen um die Nachfolge von Staatsoberhaupt Aníbal Cavaco Silva. Letzterer darf nicht mehr kandidieren.
Nach allen Umfragen wird der 67-jährige Journalist und Jura-Professor Rebelo einen deutlichen Sieg und möglicherweise schon in der ersten Runde die nötige absolute Mehrheit erringen. Der frühere Parteichef der Sozialdemokraten versprach im Wahlkampf, nach Kompromissen zu streben, statt die Lager weiter zu spalten.
Realistische Chancen, neben Rebelo in den zweiten Durchgang einzuziehen, haben den Umfragen zufolge nur zwei Kandidaten: Der langjährige Rektor der Universität Lissabon, der sozialistisch orientierte António Sampaio da Nóvoa, sowie die Sozialistin María de Belém.
Die Wahllokale sind bis 20 Uhr (MEZ) geöffnet. Prognosen werden wegen des Zeitunterschieds zu den Azoren, wo ebenfalls abgestimmt wird, erst kurz nach 21 Uhr erwartet, offizielle Ergebnisse gegen Mitternacht (MEZ).
Nach zwei Mandatsperioden muss der konservative Amtsinhaber Cavaco Silva am 9. März abtreten. Falls keiner der zehn Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit erreichen sollte, würde am 14. Februar eine Stichwahl fällig.
Das Staatsoberhaupt hat im Portugal relativ viel Macht. Der Präsident kann sowohl sein Veto gegen Gesetze einlegen als auch das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Für Portugal ist es die 9. Präsidentenwahl seit der Nelkenrevolution von 1974.
Wirtschaftlich steht Portugal weiterhin vor grossen Aufgaben. 2014 hatte das Land den EU-Rettungsschirm verlassen. Die Zahl der Arbeitslosen geht nur langsam zurück. In der Bevölkerung mehren sich stimmen, den scharfen Sparkurs abzumildern, zu dem sich Portugal im Gegenzug für Finanzhilfen verpflichtet hat. (sda/dpa/reu)