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Im Sommer 2021 erreichte uns die Nachricht, die Gemeinde Arosa plane die seit Jahren stillgelegte Säge von Peist quasi «auf Vorrat» abzubrechen. Nach unserer Intervention erklärte sie sich schliesslich aber bereit, vorderhand von einem Abbruch des wertvollen Objekts abzusehen und die Instandsetzung des Bauwerks grosszügig zu unterstützen.
Die historische Säge liegt am Abhang östlich des Dorfkerns von Peist. Sie ist Teil eines gewerblich genutzten Gebäudeensembles, das als «Mühle Rufinätscha» bekannt ist. Die Baugruppe ist vom Dorfkern seit jeher durch eine Güterstrasse erschlossen, die bergseitig von einer langgezogene Trockenmauer begleitet wird. Die Strasse wurde im Sommer einst mit Pferdefuhrwerken und im Winter mit Schlitten befahren.
Die Peister Säge wurde 1819 für die lokale Holzverarbeitung errichtet und zunächst mit einem Wasserrad über einen Kanal aus dem benachbarten Farbbach betrieben. Etwa nach dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde ein elektrischer Antrieb eingebaut, von dem heute noch Teile sichtbar sind. Im gemauerten Untergeschoss wurden über die Riementransmission, die noch in weiten Teilen vorhanden ist, die Gatterstössel mit dem vertikal eingespannten Sägegatter mit Joch im Sägeraum im Obergeschoss in Bewegung gesetzt. Diese Anlageteile, wie auch der Klotzwagen, auf dem der zu sägende Stamm eingespannt wird, sind allesamt vorhanden. Die teils verschalte Ständerkonstruktion ist bedeckt von einem einseitig abgewalmten, einst mit Holzschindeln und heute mit Blech eingedeckten Satteldach. Die als Unterkonstruktion wiederverwendeten Holzschindeln sind vom Sägeraum aus noch sichtbar. Das eingestürzte Pultdach auf der Ostseite schützte einst die Wasserradvorrichtung vor der Witterung.
Die Sägerei ist ein wertvoller Zeuge des lokalen Gewerbes im 19. und 20. Jahrhundert. Der Name Farbbach dürfte auf die im 19. Jahrhundert von Christian Brunold betriebenen Färberei zurückzuführen sein. Das einfache Gebäude lässt dank der noch vorhandenen Einbauten sehr gut erkennen, wie früher die schweren Holzträmmel bewegt und zu Balken und Brettern verarbeitet wurden. Die kantonale Denkmalpflege hat die Sägerei 2022 inventarisiert und stuft das Gebäude als schützenswert ein.
Seit der Einstellung des Sägereibetrieb um 1960 wird das Gebäude nicht mehr genutzt und präsentiert sich aufgrund des mangelnden Unterhalts in einem zwar verwahrlosten, nicht aber baufälligen Zustand.
Eine fachgerechte Restaurierung des Bauwerks wird nicht nur vom Heimatschutz und der Denkmalpflege gewünscht. Auch die Kulturfachstelle Arosa-Schanfigg zeigt sich an einer Instandstellung interessiert. Sie sieht die Chance, die Säge entlang der von der Talkommission verabschiedeten Marketing-, resp. Förderstrategie für die touristische Entwicklung des Schanfiggs kulturtouristisch zu nutzen. Und dies im doppelten Sinne: Einerseits könnte die baukulturelle und sozioökonomische Bedeutung der Säge für das Dorf Peist und der ganzen Talschaft in situ vermittelt werden. Andererseits könnte der beschauliche Platz rund um das Bauwerk im Sinne eines «dezentralen Dorfzentrums» aktiv in das Dorfleben eingebunden und bespielt werden.
Das Gebäude der Sägerei mitsamt dem noch vorhandenen Inhalt kann mit verhältnismässig kleinem Aufwand für mehrere Jahrzehnte gesichert werden. Die Instandstellung soll im Rahmen eines Projektes der Stiftung Baustelle Denkmal unter Einsatz von Freiwilligen und Zivildienstleristenden erfolgen; damit ist eine fachlich qualifizierte Leitung sichergestellt und die Kosten für die Restaurierung können niedrig gehalten werden.
Als notwendige Sofortmassnahmen sind das kontrollierte Ableiten des Hangwassers mit Gräben, das Fällen des bei der Säge stehenden grossen Baumes und das Entfernen der Wurzeln, die gegen die Mauern der Sägerei drücken, vorgesehen.
Sodann stehen einige grössere Zimmermannsarbeiten sowie Reparaturen am Mauerwerk und am Dach an. Es müssen verschiedene Balken ausgetauscht werden, weil sie an- oder durchgefault sind.
Die Kosten für die Instandstellung werden auf CHF 80 000.- geschätzt (Projektdossier). Die Gemeinde Arosa beteiligt saich daran mit CHF 40 000.-, die kantonale Denkmalpflege über nimmt CHF 12 000.- und der Bündner Heimatschutz hat eine Dezitizgarantie von CHF 5000.- gesprochen. Damit das Projekt wie vorsehen im Sommer 2023 starten kann, müssen also noch mindestens CHF 23 000.- aufgebracht werden. Willige Spender*innen sind gebeten, sich direkt bei Phillip Maurer von der Stiftung Baustelle Denkmal zu melden (info(at)baustelle-denkmal.ch).