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Vierzig Spiel- und Dokumentarfilme aus allen Winkeln der Welt sind an den Weltfilmtagen Thusis dieses Jahr zu sehen, zumeist Produktionen der letzten ein-zwei Jahre.
Im Zentrum stehen Geschichten mutiger Frauenfiguren: zum Beispiel der jungen Afghanin Sonita (2015), die vor der Zwangshochzeit aus dem Iran in die USA flüchtet, um Rapperin zu werden; der orthodoxen Jerusalemer Jüdin Tziva in Mountain (2015), die aus ihren rigiden religiösen Traditionen auszubrechen versucht; von sieben jungen indischen Freundinnen – Angry Indian Goddesses (2015) –, die an einer Hochzeit in Goa mit dem allgegenwärtigen Sexismus in der indischen Gesellschaft konfrontiert werden; der 13-jährigen kolumbianischen Guerilla-Kindersoldatin Maria in Alias Maria (2015), die ungewollt schwanger wird; oder der senegalesischen Schriftstellerin Mariètou Mbaye Biléoma alias Ken Bungul im Filmporträt Ken Bugul – Personne n'en veut (2015), die zu den mutigsten Stimmen des afrikanischen Kontinents gehört. Sie wird für ein Filmgespräch und eine anschliessende Lesung in der Buchhandlung Kunfermann nach Thusis reisen.
Auch abseits der feministischen Schiene präsentiert sich das Programm engagiert, ohne auf filmische Qualität und Vielfalt zu verzichten. Neben einem Wiedersehen mit Xavier Kollers Reise der Hoffnung aus dem Jahr 1989 als Hommage an den Verein «Hilfe für Asylsuchende» ist der mit dem Golden Bären der diesjährigen Berlinale ausgezeichnete Fuocoammare (2016) von Gianfranco Rosi zu sehen, der mit dem Schauplatz Lampedusa einen Hotspot der aktuellen Flüchtlingskatastrophe in den Blick rückt und dabei eine eigene Perspektive wählt, ebenso Susanne Regina Meures halsbrecherischer Dokumentarfilm Raving Iran (2016) über zwei iranischen DJ’s, die der Zensur in ihrem Heimatland durch die Flucht in die Schweiz entkommen. Zum Ende kommt der sechstägige Bündner Film- und Weltrausch am Sonntag mit Barakah Meets Barakah (2016), einer romantischen Komödie aus Saudiarabien, einem Land, in dem Kinos verboten sind.