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Mainz (?), vor 1855
Sitzmöbel: Nussbaum gebeizt,
mit Wollsamtbezügen
Tisch: Palisander massiv und furniert
Halbschrank: Mahagoni auf Eiche furniert
Inv. 1986.123.-127.
Aus dem Besitz des Christoph Merian (1800-1858), des vermögendsten Baslers und wohl auch reichsten Schweizers seiner Zeit, hat sich diese neunteilige Salongarnitur erhalten. Sie besteht aus einem Kanapee, zwei Armlehnsesseln, vier Polsterstühlen, einem Tisch und einem Halbschrank und ist zusammen mit anderen Effekten aus Merianschem Besitz ausgestellt. Zwei repräsentative Bildnisse, die das Ehepaar Merian 1855 auf den Armlehnsesseln sitzend zeigen, verraten den Stellenwert des Mobiliars für seine ehemaligen Besitzer. Kennzeichnend für diese Schöpfungen des Historismus ist der Rückgriff auf die Sitzmöbel des Louis XV und allgemein auf den Geschmack der höfischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. In ihrer Einheitlichkeit entspricht die Garnitur dem auf der Weltausstellung 1851 auch für die bürgerliche Einrichtung propagierten Ideal der Harmonie eines ganzen Zimmer-Meublements. Ein Zentrum für die Herstellung solcher durch den Pariser Geschmack geprägter Möbel war Mainz. Bekannt ist, dass für das Meriansche Stadthaus, den Ernauerhof (St. Albangraben 4), Christoph Merians Vater schon 1837/1838 grössere Lieferungen an Lampen in Paris und an Möbeln in Mainz bestellt hat.