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Der Taubenzüchter, der eine mit Gift präparierte Taube zum Anlocken und Töten eines Wanderfalken ausgesetzt hat, wurde gestern verurteilt. Ihm wurden eine bedingte Geldstrafe von 9000 Franken und eine Busse von 1500 Franken auferlegt.
Der Wanderfalke ist in der Schweiz mit bloss 300 bis 400 Paaren sehr selten und steht daher unter Schutz. Mit dem Vorsatz einen dieser geschützten Greifvögel zu töten, hat ein Taubenzüchter eine lebende Taube mit Gift bestrichen und aus dem Taubenschlag ausgesperrt. Wie BirdLife Schweiz berichtet, ist dies nach mehreren Gesetzen verboten und führte zur Anklage des Taubenzüchters. Die Staatsanwältin verlangte für diese Delikte eine bedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten und eine Busse von 1500 Franken sowie die Übernahme der Untersuchungskosten von 8000 Franken. Das Bezirksgericht Bülach sprach den Angeklagten gestern schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 9000 Franken und einer Busse von 1500 Franken. Die Gerichts- und Untersuchungskosten muss der Verurteilte ebenfalls bezahlen.
Leider kein Einzelfall
Dies ist bereits die zweite Verurteilung eines Taubenzüchters, nachdem das Bezirksgericht Dielsdorf letztes Jahr einen Züchter zu 11 Monaten bedingt und 4000 Franken Busse verurteilt hatte. Dieser hatte im Herbst 2015 mit einer mit Gift bestrichenen Taube einen Habicht getötet. Es war sein erklärtes Ziel, Greifvögel wie Wanderfalke und Habicht zu dezimieren, damit diese keine seiner hochgezüchteten Tauben fressen.
Berühmt geworden ist auch ein Fall von 2011, als ein Wanderfalke an einer vergifteten Taube vor laufender Webcam in der Stadt Zürich qualvoll starb.
Dabei übertrifft die tatsächliche Anzahl an Vergiftungen mit höchster Wahrscheinlichkeit die gemeldeten Fälle:
„Die Dunkelziffer dürfte aber gross sein, denn es ist sehr schwierig, vergiftete Greifvögel in der Natur zu finden.“, so Werner Müller, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz,
BirdLife Schweiz hofft, dass mit diesen Gerichtsurteilen allen Taubenzüchtern in der Schweiz klar wird, dass das Vergiften von Greifvögeln nicht toleriert wird, und hofft, dass dem illegalen Tun ein Ende gesetzt wird.
Medienmitteilung von BirdLife Schweiz.