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Harsche Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und seinen Präsidenten Thomas Bach haben die Olympiasieger Robert Harting, Julius Brink und Kristof Wilke geübt.
Diskuswerfer Harting sagte dem Nachrichtenmagazin Focus, der DOSB diskutiere zur Vorbereitung des neues Förderkonzepts nicht mit den aktiven Spitzensportlern, sondern setze auf einen "Beirat der Aktiven".
"Das sind ehemalige Sportler, die früher mal bei einem Wettkampf dabei sein durften und heute schön Spesen abkassieren. Da züchtet der Verband doch nur seinen eigenen kranken Funktionärsbaum hoch", so Harting.
Beachvolleyballer Brink ergänzte, kürzlich hätten sich auf Kreta "fast 100 Olympiateilnehmer, die Sporthilfe und Sponsoren" getroffen. Vom DOSB sei niemand dabei gewesen. "Der einzige Kontakt, den ich mit Thomas Bach hatte, war nach meinem Olympiasieg."
Brink sieht Deutschland im Wettbewerb zu den grossen Sportnationen als fast chancenlos an. Ziel könne nicht sein, mit China oder den USA zu konkurrieren, dort spiele der Sport eine andere gesellschaftliche Rolle.
"Dass wir in London im Medaillenspiegel überhaupt auf Platz fünf landeten, ist für mich fast schon ein Wunder", so Brink. Harting fügte hinzu, um mit Briten oder Russen konkurrieren zu können, müssten sich deutsche Funktionäre im Ausland ein Bild von den dort verbesserten Strukturen machen. "Das ist allerdings mit Aufwand verbunden."
Die DOSB-Forderung nach mehr Geld ist Brink zu "eindimensional". Der gesellschaftliche Nutzen des Sportes müsse mehr in den Mittelpunkt gestellt werden, denn für die Sportler würden ja Steuergelder bereitgestellt, so der Beachvolleyballer.
"Sollte dann am Ende tatsächlich ein gesellschaftliches Interesse bestehen, dass wir uns über die Medaillen mit anderen Nationen messen wollen - dann brauchen wir einiges mehr an finanzieller Unterstützung."
Als Vorbild nannte Brink das britische Fördersystem. "Die Strukturen, die Zusammenarbeit mit den führenden Universitäten des Landes, das alles ist vorbildlich und nachhaltig."
Zudem hätten die Briten mit dem "Team Great Britain" eine starke Marke geschaffen, "dafür aber auch richtig investiert".
Zielvereinbarungen des DOSB, die Jahre vor Grossereignissen beschlossen werden, nannte der Schlagmann des Deutschland-Achters Kristof Wilke "albern".
"Kann ich heute garantieren, dass ich 2016 in Rio am Start bin und Gold hole? Nein", so Wilke. Laut Harting können sich diese Vereinbarungen "nur ein paar Bürokraten ausgedacht haben, die vom Sport wenig Ahnung haben".
Brink nannte es grotesk, dass die Veröffentlichung der Ziele für die Olympischen Spiele 2012 von Journalisten eingeklagt werden musste.
"Es sind öffentliche Gelder, die in den Sport fliessen und uns unterstützen. Deshalb erwarte ich von allen Beteiligten totale Transparenz."