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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, im Rahmen einer nationalen Ernährungspolicy:</p><p>1. den Anteil der Bundesmittel zur Ernährungsinformation, -ausbildung und -erziehung von heute etwa 600 000 Franken auf 2 Millionen Franken zu erhöhen und damit insbesondere die Finanzierung längerfristiger, nachhaltiger Angebote, Dienstleistungen und Kampagnen der privaten Fachorganisationen über Leistungsverträge des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zu sichern;</p><p>2. die Durchführung kontinuierlicher Studien zur Erhebung von Verzehrsdaten und epidemiologischen Grundlagen ebenso zu fördern, wie den Auf- und Ausbau einer nationalen Nährwertdatenbank;</p><p>3. den Bereich der Lehre durch Errichtung eines Vollzeitstudiums Humanernährung (mit Bachelors und Masters-Degree) an der ETH auszubauen und der Universitätskonferenz für Hochschulkoordination und der FMH die Schaffung von Postgraduate-Ausbildungsgängen für Mediziner im Bereich der Humanernährung zu empfehlen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die Gesundheit der Bevölkerung bewusst. Eine gesetzliche Basis für die Information der Öffentlichkeit stellt Artikel 12 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 1992 dar. Hierin wird festgehalten, dass der Bund über ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse von allgemeinem Interesse, welche namentlich für die Gesundheitsvorsorge und den Gesundheitsschutz von Bedeutung sind, informieren kann.</p><p>Die Schweiz hat zudem dem Abschlussdokument der WHO/FAO-Ernährungskonferenz von Rom im Jahre 1992 zugestimmt und auch im Herbst 2000 den WHO-Aktionsplan Ernährung für Europa gutgeheissen. In diesen Dokumenten wird auf das grosse präventive Potenzial einer ausgewogenen Ernährung hingewiesen und die Mitgliedstaaten werden verpflichtet, die Entwicklung einer Ernährungspolicy auf nationaler Ebene an die Hand zu nehmen. Darunter wird ein wissenschaftlich abgestütztes Aktionsprogramm verstanden, bei dem vermehrt gesundheitliche Aspekte bei der Lebensmittelversorgung und Ernährungsaspekte im Gesundheitssektor einbezogen werden. Basis dazu bildet eine Analyse der Ernährungsgewohnheiten bzw. deren Veränderungen sowie die Entwicklung ernährungsabhängiger Krankheiten im Laufe der Zeit.</p><p>Der Bundesrat nimmt zu den einzelnen Punkten der Motion wie folgt Stellung:</p><p>1. Planung künftiger Strategien und Bereitstellung der personellen und finanziellen Ressourcen; Verbesserung der Koordination:</p><p>Vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Ernährungskommission (EEK) und interessierten Kreisen ein Entwurf zu einer schweizerischen Ernährungspolicy entwickelt worden, die seither auch als Basis für die Umsetzung ernährungspolitischer Ziele des BAG dient. Die wesentlichen Aktionsschwerpunkte sind einerseits aus dem WHO-Aktionsplan Ernährung für Europa (2000), andererseits aus einer eingehenden Analyse des 4. Schweizerischen Ernährungsberichtes abgeleitet worden. Im Vordergrund stehen die Förderung eines gesunden Körpergewichtes, die Erhöhung des Früchte- und Gemüsekonsums, die Verbesserung des Ernährungsverhaltens von Schulkindern, die verbesserte Versorgung von gebärfähigen Frauen mit Folsäure und die Stillförderung. Zudem haben das BAG und die EEK eine "Ernährungsplattform" ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Koordination der Ernährungsinformation zu verbessern. Auf allen diesen Gebieten sind Massnahmen zur Umsetzung vorangebracht und zusammen mit Partnerorganisationen der öffentlichen Gesundheit wie Gesundheitsförderung Schweiz, der Krebsliga Schweiz und der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung Projekte gestartet worden.</p><p>Bestrebungen zu einem koordinierten Vorgehen der Gesundheitsförderung Schweiz und dem BAG sind im Gange. Aus diesem Grund ist der Bereich Ernährungsprävention im BAG im Sinne des Motionärs verstärkt und die finanziellen Mittel sind im laufenden Jahr von 0,6 Millionen auf 0,93 Millionen Franken erhöht worden. Der Bund fördert den Bereich der Ernährungsinformation, -erziehung und -ausbildung jedoch nicht nur im Rahmen der Instrumente des BAG. Erwähnt seien ausserdem das Laboratorium für Humanernährung und das Nachdiplomstudium an der ETHZ sowie die Fördermittel, die vom Schweizerischen Nationalfonds ausgerichtet werden und die teilweise auch in diesen Bereich fliessen. Eine zusätzliche Erhöhung der finanziellen Mittel für diesen Bereich wird im Rahmen der künftigen Budgetierung, unter Berücksichtigung der Vorgaben der Schuldenbremse, geprüft werden.</p><p>2. Analyse der nationalen Gegebenheiten:</p><p>Die Ernährungssituation in der Schweiz wird durch die in regelmässiger Folge erscheinenden schweizerischen Ernährungsberichte dokumentiert. Weitere Angaben liefern auch die schweizerischen Gesundheitsbefragungen sowie die vom Bund mitfinanzierten Nutri-Trend-Studien. Zusätzlich ist vom BAG im Herbst 2000 als Antwort auf das Postulat Grossenbacher 94.3533 ein Bericht über "Die Ernährungssituation von Schulkindern und das Thema Ernährung im Schulunterricht in der Schweiz" publiziert worden. Alle diese Berichte weisen darauf hin, dass das heutige Essverhalten mit den beiden extremen Folgen - einerseits Übergewicht, insbesondere Adipositas und andererseits Untergewicht, vor allem Anorexie - namentlich auch bei Kindern und Jugendlichen bedenkliche Ausmasse angenommen hat.</p><p>Neuerdings hat eine europäische Arbeitsgruppe Efcosum (European Food Consumption Survey Method) einen Mindeststandard für Studien zur Erfassung des Ernährungszustandes der Bevölkerung festgelegt, namentlich auch um die internationale Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten. Einen Beitrag kann hier auch die sich in der ETHZ im Aufbau befindliche und vom Bund mitfinanzierte Schweizerische Nährwertdatenbank leisten.</p><p>Der Bundesrat ist deshalb der Meinung, dass den Forderungen des Motionärs bereits zu grossen Teilen Rechnung getragen wird. Er ist aber bereit, die laufenden Massnahmen einer Prüfung zu unterziehen, welche sich, unter Berücksichtigung der unter Ziffer 1 gemachten Äusserungen, auch mit der Frage der Finanzierung befasst.</p><p>3. Bestimmung der Forschungsschwerpunkte und Bereitstellung der erforderlichen Kapazitäten:</p><p>Im 3. Schweizerischen Ernährungsbericht (1991) ist die Ernährungsforschung in der Schweiz ausführlich behandelt und auf fehlende Strukturen und Kapazitäten der Ernährungsforschung im Hochschulbereich hingewiesen worden. Seither ist das Laboratorium für Humanernährung an der ETHZ geschaffen worden, und sowohl an der ETHZ wie auch der Universität Lausanne werden einjährige Nachdiplomstudien für Ernährung angeboten.</p><p>Die beiden ETH sind autonome öffentlich-rechtliche Anstalten des Bundes, welche ihre Angelegenheiten selbstständig regeln. Es liegt deshalb nicht im Kompetenzbereich des Bundesrates, in diese Autonomie einzugreifen und den ETH das Durchführen einzelner Studiengänge vorzuschreiben.</p> Der Bundesrat beantragt, Punkt 1 und 2 der Motion in ein Postulat umzuwandeln und Punkt 3 abzulehnen.