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Als Kernphysiker, Ingenieur und begeisterter Sportler (schwarzer Gürtel in Judo) war Moshé Feldenkrais (1904-1984) vor allem ein Visionär der Bewegung. Geboren in Slawuta (seinerzeit Russland, jetzige Ukraine) in einer jüdischen Familie zog er mit 14 nach Palästina, um sich dort mit Gleichgesinnten eine Existenz aufzubauen. Die nicht leichten Lebensumstände umwandelte er schon als Junge in einen stetigen Lernprozess.
Ende der 40er Jahre beschrieb Moshé Feldenkrais als entscheidendes Element die durch Experimentieren hervorgerufenen Veränderungsfähigkeit, die man heute als neuronale Plastizität des Gehirns nennt.
Eine menschliche Eigenschaft, die eine laufende Erneuerung der Bewegung im Nervensystem erlaubt. Seine damaligen Erkenntnisse sind mittlerweile durch aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse bestätigt worden, insbesondere auf dem Gebiet der Neurophysiologie.
Sportverletzungen, bei welchen die Ärzte ihm wenig Hoffnung gaben, je wieder beschwerdefrei gehen zu können, veranlassten Moshé Feldenkrais, sein Bewegungsverhalten selber zu erforschen. Dabei nutzte er seine Beobachtungen aus dem Kampfsport sowie seinen wissenschaftlichen Hintergrund und schöpfte aus Quellen wie Evolutions-, Kognitions- und Verhaltensforschung, Medizin, Psychologie, Pädagogik, Anthropologie und Systemtheorie.So entwickelte er in jahrzehntelanger Forschung die nach ihm benannte Feldenkrais Methode®.
Sein Verständnis von Bewegung als Grundlage von jeglichem menschlichen Handeln und Tun schafft einen Rahmen, in dem sich zeigt, dass unser Leben ein kontinuierliches Lernfeld ist. Sein ausserordentlicher Verdienst ist die Verbindung von abstrakter Wissenschaft mit einer Praxis, mit der jede auf seine/ihre Weise selber experimentieren kann.