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Das musst du wissen
- Die IUCN untersuchte, wie bewaffnete Konflikte und Umweltschutz in der betroffenen Region zusammenhängen.
- Wie der Bericht zeigt, fördern Kriege und geopolitische Spannungen die Degradierung von Ökosystemen.
- Umgekehrt gilt das aber genauso, weshalb Lösungsvorschläge den Schutz von Natur und Frieden im Blick haben sollen.
Warum wir darüber sprechen. Wilderei, Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Gesetzen, direkte Zerstörung der Umwelt: Die Auswirkungen von Konflikten auf die Natur sind vielfältig. In einem aktuellen Bericht hat die Internationale Union für Naturschutz IUCN mehr als 200 vom Aussterben bedrohte Arten gezählt, die direkt durch bewaffnete Konflikte belastet werden. Die jüngsten Konflikte sind in dieser Zahl jedoch noch nicht berücksichtigt.
Umgekehrt ist der Zusammenhang zwischen dem Stand des Umweltschutzes und dem Risiko eines Konfliktes schwieriger zu belegen. Nach Ansicht der Autoren weist die wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema Divergenzen und viele Unsicherheiten auf. Schliesslich gibt es wenige Belege dafür, dass der Zugang zu natürlichen Ressourcen ein entscheidender Faktor für den Ausbruch von Konflikten ist.
Um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Degradation natürlicher Ressourcen und Konflikten herauszufinden, konzentrierten sich die Autoren auf bewaffnete Konflikte zwischen 1987 und 2017 sowie deren Ursprünge. Juha Siikamäki, verantwortlich für die wirtschaftliche Sektion der IUCN und Hauptautor des Berichts, erklärt:
«Wir haben dreissig Jahre globaler Daten zu bewaffneten Konflikten analysiert, zusammen mit den neuesten Daten über den Zustand der natürlichen Ressourcen und Dürreperioden, die auf Satellitenbildern basieren.»
Das Fazit. Die Degradierung der natürlichen Ressourcen fördert tatsächlich das Entstehen erheblicher Spannungen, die zu Konflikten führen können. Drei Faktoren sind besonders entscheidend:
- Die Reduktion und Auszehrung von Ackerland.
- Die Häufigkeit und Intensität von Dürreperioden.
- Die Abhängigkeit der Bevölkerungen von natürlichen Ressourcen.
Als Beispiel nennt der Bericht den verschlechterten Zugang zu den natürlichen Ressourcen des Tschadsees, den sich der Tschad, Niger, Nigeria und Kamerun teilen. Dies hat in den letzten Jahrzehnten die ohnehin schon vorhandenen Spannungen in der Region noch verschärft.
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Angesichts dieser Faktoren erachten die Autoren, dass ein besserer Umweltschutz das Risiko von Konflikten deutlich reduzieren kann. Juha Siikamäki:
«Die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen kann den Zustand und die Produktivität der Landschaft verbessern und so dazu beitragen, den konflikttreibenden Druck zu reduzieren.»
Zu den Vorschlägen der Autoren gehören:
- Eine inklusivere Verwaltung der natürlichen Ressourcen, insbesondere für Frauen und indigene Völker.
- Besserer Schutz gefährdeter Naturschutzgebiete.
- Internationale Vereinbarungen zum Umweltschutz bei Konflikten.
- Stärkere internationale Gesetzgebung zu Umweltfragen.
- Grenzüberschreitende Abkommen über die Bewirtschaftung gemeinsamer natürlicher Ressourcen, beispielsweise von Wasser.
Dieser letzte Punkt ist für Juha Siikamäki einer der bemerkenswertesten. Sie verweist auf das Beispiel des Einzugsgebiets des Jordan, von dem Syrien, Jordanien und Israel abhängen:
«Es ist allgemein anerkannt, dass eine Einigung über die Nutzung der Wasserressourcen in diesem Flusseinzugsgebiet für den Frieden in dieser Region unerlässlich ist.»
Den Effekt belegen. Es sei jedoch schwierig, die Wirkung von Umweltmanagement und Umweltschutzpolitik bei der Verringerung des Konfliktrisikos nachzuweisen, sagt Siikamäki. Mehrere externe Faktoren können einen Einfluss haben. In vielen untersuchten Fällen ist es nicht überprüfbar, was ohne diese umweltpolitischen Massnahmen geschehen wäre. Dennoch betont die IUCN, dass hier die Möglichkeit besteht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Gleichzeitig die Natur schützen und Konflikte reduzieren. Juha Siikamäki sagt dazu:
«Angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung und des Klimawandels wird es immer wichtiger, die Zusammenhänge zwischen Konflikten und Naturschutz bei der Formulierung von Sicherheits-, Entwicklungs- und Umweltpolitik zu berücksichtigen.»