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Weltweit werden hunderttausende Menschen vermisst. Ihre Angehörigen sind zum Teil seit vielen Jahren ohne Nachricht über ihr Schicksal. Die Trennung von Familienmitgliedern kann durch Krieg, Katastrophen und Migration oder weil Regierungen Menschen verschwinden lassen verursacht werden.
Das Rote Kreuz unterstützt weltweit Menschen, die den Kontakt zu ihren Nächsten verloren haben. Für die Suche stützen sich die 188 Suchdienste auf das weltumspannende Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.
«Wenn ich nur wüsste, dass mein Vater tot ist. So könnte ich einen Monat lang weinen, aber dafür nachher weitergehen im Leben. Jetzt denke ich immer: Wo ist er? Hat er Hunger oder ist er krank? Ist er im Gefängnis oder sucht er mich auch?»
Magda, 31, Äthiopien
Der Suchdienst SRK bearbeitet jährlich 1000 Suchanträge. Über 50 Prozent davon können erfolgreich abgeschlossen werden. Die Hälfte davon betrifft Recherchen in der Schweiz, die andere Hälfte solche im Ausland. Bei aktuellen Ereignissen wie etwa dem bewaffneten Konflikt auf Sri Lanka im Mai 2009 treffen bis zu 2‘000 zusätzliche Suchanfragen ein. Der Suchdienst SRK arbeitet in der Schweiz mit Behörden, den Kantonalverbänden des SRK sowie zivilen Organisationen zusammen.
Uno-Konvention 2006 verabschiedete die UNO-Generalversammlung eine Konvention über den Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen haben am 1. März 2010 dem Bundesrat eine Petition mit 9000 Unterschriften übergeben, welche die Schweiz auffordert, die Konvention gegen das Verschwindenlassen zu unterzeichnen und zu ratifizieren.
«Das Schlimmste ist, nichts zu wissen. Man kann nicht trauern, und trotz der Zeit, die vergangenen ist, hat man den Eindruck, dass die Ereignisse erst gestern waren, weil die Wunden immer noch offen und schmerzhaft sind.»