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Ihre Figur ist neu in der dritten Staffel. Was können Sie über sie verraten?
Elisa Schlott: Ich spiele eine junge Frau, die sich in einen Mann verliebt, der dem Publikum der Serie bestens bekannt ist. Allerdings scheint diese Liebe chancenlos zu sein. Denn Greta Nussmeier befindet sich in einem schweren moralischen Dilemma und muss sich entscheiden.
Was hat Sie an der Rolle der gereizt?
Die Geschichte von Greta ist nicht nur die einer Frau, die sich in eine zum Scheitern verurteilte Romanze stürzen will, sie veranschaulicht auch sehr eindrücklich die Rolle der Frauen im Zweiten Weltkrieg. Greta ist ein Paradebeispiel dafür, welche Verantwortung sie trugen, die Gesellschaft während des Kriegs am Laufen zu halten.
Wie kamen Sie zur Rolle?
Ganz klassisch über ein Casting.
Sind Castings nicht furchtbar anstrengend, wenn man sich gegenüber anderen Bewerberinnen behaupten muss?
Castings sind sehr wichtig für unseren Beruf. Es geht nicht primär darum, mich als Schauspielerin zu behaupten, sondern darum, das Gegenüber kennenzulernen. Stimmt die Chemie mit den Schauspielern, mit denen ich interagieren muss? Kann ich mir vorstellen, mit der Regisseurin oder dem Regisseur zusammenzuarbeiten? Nur so findet man heraus, ob man der Rolle gerecht werden kann.
Wie bereitet sich eine junge Frau wie Sie auf eine Rolle vor, die im Zweiten Weltkrieg spielt?
Nun, der Zweite Weltkrieg wurde in der Schule intensiv thematisiert. Aber mit U-Booten kannte ich mich tatsächlich nicht aus. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Frauen zu keiner Zeit Zutritt auf U-Boote hatten, weil das angeblich Unglück brachte.
Ihre Figur war unartig. In einer Szene betreten Sie ein U-Boot. Wie war das?
Ich konnte mir kaum vorstellen, wie sich früher fünfzig Leute da reinzwängten. Es ist dermassen eng dort, die Betten sind winzig klein, und wie es da gerochen haben muss. Es gab bloss eine Toilette für alle.
In einem U-Boot zu drehen, ist punkto Corona-Prävention nicht gerade ideal. Die dritte Staffel haben Sie während der Pandemie gedreht.
Ja, wir drehten mitten im zweiten Lockdown. Wir wurden wiederholt getestet und jeder musste mindestens fünf Tage vor einem Drehtag in Quarantäne. Ein Schauspiel-Kollege musste deshalb seinen 40. Geburtstag im Hotel feiern. Aber diese Massnahmen waren immens wichtig, um dieses Projekt nicht zu gefährden. Und trotzdem waren wir privilegiert. Andere konnten schliesslich gar nicht arbeiten.
Der Start der dritten Staffel wurde wegen des Ukraine-Krieges verschoben. Begrüssten Sie diesen Entscheid?
Ja. Der Ausbruch des Krieges hat uns alle in eine Art Schockzustand versetzt. Ungläubig blicken wir in die Ukraine und können nicht fassen, was da passiert. Ich finde es aber auch richtig, dass Sky die neue Staffel nun trotzdem bringt. Die Serie zeigt, wie schlimm und sinnlos ein Krieg ist, und dass es nur Verlierer gibt. Da «Das Boot» auf dem Streamingdienst von Sky jederzeit zum Abruf bereitsteht, kann jeder selber entscheiden, wann er bereit ist, sich die Serie bzw. die dritte Staffel anzugucken.
Wer sich dafür entscheidet, kann die neue Staffel an einem Stück durchschauen. Wie stehen Sie zum Binge-Watching?
Zwiespältig. Früher musste man jeweils eine Woche auf die nächste Folge warten. Da hatte man noch den Suspense, der mit dem Binge-Watching verlorengeht. Andererseits schätze ich es schon, dass ich eine Serie oder eine Staffel an einem Stück durchgucken kann, wenn sie mich so richtig mitreisst.
Nächsten Monat beginnen die Dreharbeiten zur vierten Staffel. Sind Sie noch dabei?
Nein. Mit der dritten Staffel endet auch Gretas Geschichte.
Wann und wo sieht man Sie wieder?
Noch dieses Jahr soll bei Netflix die Serie «The Empress» kommen, die von Elisabeth von Österreich-Ungarn handelt. Ich spiele Helene, die Schwester von Sisi. Zudem spiele ich im Film «Ramstein - Das durchstossene Herz» mit, der voraussichtlich im Herbst in der ARD ausgestrahlt wird.
«Das Boot» ist eine Produktion von Bavaria Fiction
Sky Show | Dramaserie | 3. Staffel
Mit Franz Dinda, Tom Wlaschiha, Rick Okon, Elisa Schlott
D/CZ 2021, ab 14. Mai 2022