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Siedlungsentwässerung, Abwasser, Regenbecken
Ein Leben ohne Abwassersysteme kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Vorbei sind die Zeiten als die Abflussrinnen offen durch die Gassen geflossen sind. Bis 1835 floss der Stadtbach offen durch die Gassen der Winterthurer Altstadt. 1885 wurde die Einführung der Schwemmkanalisation beschlossen. Das öffentliche Abwasser-Kanalnetz umfasst heute eine Länge von 320 km.
Jede Person „produziert“ zu Hause durchschnittlich 160 Liter Abwasser ein einem Tag. Rund ein Drittel des Verbrauchs rauscht durch die Toilette, je 30 Liter werden für Baden, Duschen oder Waschen benötigt. Diese Abwasser, darunter versteht man nebst dem persönlichen Verbrauch auch dasjenige von Industrie und Gewerbe, wird in der Kanalisation gesammelt und der Kläranlage in der Hard zugeführt. Die geklärten Abwässer werden als dann der Töss und somit dem den natürlichen Kreislauf zurückgegeben.
Verschmutztes und sauberes Abwasser werden in vier Fünfteln des Stadtgebietes gemeinsam in die Klaranlage zugeführt (Mischsystem). Im Trennsystem wird das Regenwasser (Meteorwasser) separat gesammelt und direkt einem Gewässer zugeleitet. Damit werden die Kanalisationsleitungen entlastet. Der Erhalt der Siedlungsentwässerung inklusive der ARA Hard kostet die Stadt rund 20 Millionen Franken pro Jahr. Diese Kosten werden über Gebühren gedeckt.
Das Fassungsvermögen der Abwasserleitungen ist beschränkt. Bei starken Regenfällen kann diese Kapazitätsgrenze erreicht werden. Für diese Fälle sind im Abwassersystem Regenüberläufe eingerichtet, in denen ein Teil des Mischwassers direkt ins nächste Fliesswässer geleitet wird. Da diese zeitgleich ebenfalls viel Wasser führen, sorgt die Verdünnung dafür, dass die Auswirkungen dieses ungeklärten Wassers tolerierbar bleiben. Unschön sind sie natürlich trotzdem. Um diese Kapazitätsgrenzen zu erhöhen, begann man Regenbecken als Puffersystem einzubauen. Die Abwässer, die das Kanalisationssystem nicht mehr aufnehmen kann, werden in Regenbecken geleitet und dort zurückgehalten. Erst wenn auch dieses Volumen ausgenutzt ist, erfolgt ein Überlauf und die Entlastung in das nächste Gewässer. Feste Schmutzpartikel werden dabei weitgehend zurückgehalten und verbleiben im Becken, so dass nur gelöste Stoffe ins Gewässer gelangen. Nach dem Regenereignis wird der verbleibende Beckeninhalt mit einer Pumpe in die Kanalisation zurück entleert und der ARA zugeleitet.
Sechs grosse Regenbecken sind für Winterthur notwendig und deren Erstellung geplant. Bis 2011 sind Regenbecken in Seen, im Flüeli (Veltheim), Schlosstal (Töss) und im Hard (Wülflingen) erstellt. Die Regenbecken Talacker (Oberwinterthur) und Schützenwiese (Innenstadt) sind geplant.