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Die Erfolgschancen einer Kinderwunschbehandlung sind sehr stark abhängig von den medizinischen Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches aber auch vom Alter des Paares.
Liegt als alleinige Ursache des unerfüllten Kinderwunsches ein fehlender Eisprung vor, der sich in einer sehr selten oder gar nicht auftretender Periodenblutung äussert, so sind bei einer Hormonstimulation die gleichen Erfolgsraten zu erwarten wie bei einem gesunden Paar, das regelmässig Geschlechtsverkehr hat.
Das bedeutet, dass pro Stimulationsbehandlung und somit pro Monat von einer Schwangerschaftsrate von ca. 25% auszugehen ist. Bei einem höheren Alter der Frau oder zusätzlichen Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches, kann die Erfolgsrate niedriger sein.
Liegt als alleinige Ursache des unerfüllten Kinderwunsches eine Unfähigkeit zu einem Geschlechtsverkehr vor, so sind die Schwangerschaftsraten bei einer intrauterinen Insemination genauso hoch wie bei einem gesunden Paar, das zum Zeitpunkt der Ovulation Geschlechtsverkehr hat. Somit beträgt die Schwangerschaftsrate unter diesen Voraussetzungen ca. 25% pro Insemination.
Wenn das Spermiogramm normal ist und bei der Frau keine Erkrankung vorliegt, führt eine intrauterine Insemination in der Regel zu keiner oder nur zu einer sehr geringen Verbesserung der Schwangerschaftsrate.
Liegt ein auffälliges Spermiogramm vor und versucht das Paar schon seit Jahren schwanger zu werden, so lassen sich mit einer Insemination Schwangerschaftsraten von 10% bis max. 20% pro Insemination erzielen. Die Schwangerschaftsrate ist reduziert, da bei einer Insemination eine reduzierte Spermienqualität nicht gänzlich ausgeglichen werden kann.
Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass die Erfolgsraten der künstlichen Befruchtung sehr stark durch die Auswahl der Paare beeinflusst werden können. Dies ist sicherlich einer der Gründe für die unterschiedlich hohen Erfolgszahlen auf den Websites der Kinderwunschzentren.
Grundsätzlich sind Erfolgsraten von Kinderwunschzentren mit grossen IVF-Laboren jedoch sehr ähnlich, da ein grosses Labor in der Regel sehr gut ausgestattet ist und über viel Erfahrung verfügt. Die Kinderwunschzentren unterscheiden sich deswegen in der Realität kaum in der Erfolgsrate, sondern eher in dem Service und der Spezialisierung und Expertise in definierten Bereichen.
Die Erfolgsraten einer In vitro Fertilisation, ggf. in Verbindung mit einer ICSI, sind stark vom Alter der Frau und der individuellen Gesundheitssituation abhängig. Ein höheres Alter geht mit einer geringeren Eizellqualität einher. Auch lassen sich im höheren Alter weniger Eizellen gewinnen. Da diese Effekte sich summieren, sinkt die IVF-Erfolgsrate mit zunehmenden Alter sehr schnell ab.
Dies zeigt die folgende Abbildung, in der die Erfolgschancen pro IVF-Stimulation (in %, y-Achse) in Abhängigkeit vom Alter der Frau (in Jahren, x-Achse) dargestellt werden (Registerdaten des Schweizer IVF-Registers der Jahre 2018 und 2019).
Die Gesamterfolgszahlen können auch nicht mit einer genetischen Untersuchung der Embryonen (Präimplantationsdiagnostik) erhöht werden. Sogar das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Bei Frauen bis zum Alter von Mitte 30 Jahren, verringert eine genetische Untersuchung sogar die Erfolgsrate durch die damit einhergehende Belastung der Embryonen und durch Fehlbefunde.
Bei der Beurteilung der Erfolgszahlen ist zu bedenken, dass immer nur ein Follikel oder nur wenige Follikel punktiert und somit auch nur eine oder wenige Eizellen gewonnen werden können. Durch die höhere Qualität der natürlich gereiften Eizellen ist das Potential der Eizelle, zu einer Schwangerschaft und Geburt zu führen, aber höher.
Der Vorteil einer IVF-Naturelle kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn viele Zyklen hintereinander geschaltet werden. Dies ist problemlos möglich, insbesondere in spezialisierten Zentren, die die Behandlungszyklen sehr effektiv, d.h. mit sehr wenigen Kontrollbesuchen, durchführen.
Die Erfolgschance pro Therapiezyklus ist bei einer IVF-Naturelle bei jüngeren Frauen geringer als eine normal stimulierte IVF, die Erfolgschance pro Behandlungsdauer unterscheidet sich jedoch kaum. Bei älteren Frauen mit einer niedrigen Ovarreserve kann die IVF-Naturelle pro Therapiezyklus sogar erfolgreicher als eine normal stimulierte IVF sein.
Sollte die Schwangerschaft direkt zu Anfang der IVF-Therapie eintreten, kann sogar viel Geld gespart werden, da die IVF-Naturelle-Zyklen deutlich preisgünstiger sind.