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Schottland vor historischem Entscheid: Die Argumente
- Aktualisiert am Dienstag, 9. September 2014, 11:51 Uhr
Sagen die die Schotten am 18. September Ja zur Unabhängigkeit, dann sind sie eineinhalb Jahre später, im März 2016, ein eigener Staat. Ein Überblick über die Argumente der beiden Lager.
Schottland steht vor einem historischen Entscheid: Am 18. September sind 4,2 Millionen Wähler in Schottland aufgerufen, ihre Antwort auf die Frage zu geben: «Soll Schottland ein unabhängiges Land werden?»
Was passiert nach einem Ja-Votum? Ein Überblick über die Argumente der beiden Lager zeigt, wie es weitergehen könnte.
Schottland bisher
- Staatsform: konstitutionell-parlamentarische Monarchie
- Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II
- Regierungschef: Erster Minister Alex Salmond
- Hauptstadt: Edinburgh
- Einwohnerzahl: 5'313'600
- Fläche: 78'772 km2
- BIP pro Kopf: 44'378 US Dollar (Platz 19 weltweit)
Wirtschaft
- Pro: Ist ein unabhängiges Schottland wirtschaftlich überlebensfähig? Die Befürworter finden: Ja. Nur mit einer Abspaltung von Grossbritannien gebe es wirtschaftlichen Erfolg. Die volle Hoheit über Steuern, Regulationsinstrumente und soziale Wohlfahrt erlaube es, ein nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Voraussetzung für den Erfolg seien aber auch offene Grenzen zum Rest-Grossbritannien.
- Contra: Mit der Gründung eines unabhängigen Schottlands entstehen Handelshemmnisse, finden die Unionisten. Zwei Drittel seiner Güter werden nach Grossbritannien exportiert. Darum sei eine innerbritische Wirtschaftsunion zentral. Ein eigenständiges Schottland verliere zudem an Stabilität. Ein Finanzausgleich im bisherigen Umfang sei nicht mehr möglich. Wenn Branchen wie der Bankensektor zusammenbrechen würden, könnte Schottland diese niemals aus eigener Kraft am Leben halten. Als dies 2008 passierte, waren Milliarden britischer Steuergelder nötig.
Währung
- Pro: Bei einem Ja soll das britische Pfund behalten werden. Eine Währungsunion mit Grossbritannien wird angestrebt. Diese vereinfache den Handel mit dem grössten Wirtschaftspartner. Die Beibehaltung des Pfunds werde Jobs in Schottland und im ganzen Rest-Königreich sichern. Dazu würden Pensionsgelder oder Hypotheken wie bisher ausbezahlt und es entstünden keine Verluste.
- Contra: Mark Carney, der Direktor der Bank of England sagte, dass Schottland einige Hoheitsrechte im Bereich der Finanz und Wirtschaftspolitik abtreten müsste, wenn es das britische Pfund behalten wolle. Für die Unionisten ist es daher unklar, welche Währung ein eigenständiges Schottland erhalten würde. Dies gefährde die Sicherheit von Jobs, Renten und Hypotheken. Der einzige Weg das Pfund wirklich zu behalten, sei der Verbleib in der Union.
Erdöl
- Pro: Ein unabhängiges Schottland solle die Steuereinnahmen aus dem Abbau des Nordsee-Öls für sich behalten. Die Befürworter schätzen, dass sich die Ölproduktion vergrössern und damit einen substantiellen Beitrag an die Steuereinnahmen leisten wird. Darüber hinaus soll ein Energie-Fonds eingerichtet werden, um die Stabilität der Steuereinnahmen aus dem Ölgeschäft zu sichern. Die Einnahmen aus dieser Branche machen laut Pro-Komitee 15 Prozent der Steuereinnahmen aus.
- Contra: Erdöl sei kein Garant für Stabilität und Unabhängigkeit, finden die Unionisten. Auch mit den Öl-Erträgen habe Schottland in den letzten 20 Jahren ein Haushaltsdefizit eingefahren. Ausserdem zeichne sich ein Ende der Ölvorkommen ab. Die Ölpreise und Fördermengen schwanken zudem stark, und damit auch die Steuereinnahmen. Als Teil der grösseren britischen Wirtschaft, könnten solche Fluktuationen besser abgefedert werden.
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1 Schottische Separatisten holen auf 5:11 min
aus Echo der Zeit vom 07.09.2014
Erstmals ist eine Mehrheit der Schotten für die Unabhängigkeit. Das zeigt die Meinungsumfrage der Zeitung «Sunday Times». Am 18. September stimmt Schottland über die Loslösung von Grossbritannien ab. Die Nervosität in London steigt spürbar. Nun schlagen englische Politiker vor: Schottland solle mehr Autonomie erhalten.
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2 Erdöl: Fluch oder Segen für Schottlands Unabhängigkeit? 5:42 min
aus SRF 4 News aktuell vom 03.09.2014
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3 Was würde sich ändern für ein unabhängiges Schottland? 9:43 min
aus SRF 4 News aktuell vom 02.09.2014
Heute hat Schottland bereits eine eingeschränkte Selbstbestimmung innerhalb des Vereinigten Königreichs. Grossbritannien-Korrespondent Martin Alioth erklärt im Gespräch, warum überhaupt die vollständige Unabhängigkeit gefordert wird. Und er spricht über die möglichen Folgen für Schottland und Grossbritannien, sollte das Referendum am 18. September angenommen werden.
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4 Schottland vor historischer Abstimmung: Was sagt die Wirtschaft? 26 min
aus Trend vom 05.09.2014
Welches sind genau die Stärken? Und was denken Unternehmer und Mitarbeitende konkret zur Unabhängigkeit? Die schottische Wirtschaft hat viele Facetten: Stahlproduktion, Tourismus, Finanzdienstleistungen, Oel und Whisky. Eines der wichtigen Exportprodukte ist der Whisky. Diese Branche bietet viele Jobs, nicht nur beim Destillieren, sondern auch bei den Zulieferern, zum Beispiel bei den Fässer-Herstellern. Trend besucht die Küferei Speyside Cooperage im Nordosten von Schottland. In der Nähe von Speyside wird ein weiteres Genussmittel und ein Exportschlager produziert: Shortbread des Gebäck-Unternehmens Walkers. Jim Walker ist Mitbesitzer des traditionellen Familienunternehmens und erzählt seine Erfahrungen und seine Meinung zur bevorstehenden Unabhängigkeits-Abstimmung. Weitere Themen: * Die europäische Zentralbank EZB überrascht mit neuer Aktion: was heisst das für die Weltwirtschaft? * Uber - ein neues taxi-ähnliches Geschäftsmodell wird in Deutschland gestoppt zum Schutze des traditionellen Geschäfts. Zu Recht? Antwort gibt Wirtschaftsethiker Thomas Beschorner.
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5 Schottische Kleinunternehmer: Unabhängigkeit als Chance? 5:05 min
aus SRF 4 News aktuell vom 03.09.2014
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6 Hochzeit oder Scheidung im schottischen Gretna Green 4:18 min
aus Echo der Zeit vom 02.09.2014
Am 18. September fällt die Entscheidung, ob Schottland sich aus dem Vereinigten Königreich verabschiedet und unabhängig wird. Was hält man in Gretna Green, dem Dorf an der schottisch-englischen Grenze, wo jährlich etwa 5000 Hochzeiten gefeiert werden, von einer möglichen politischen Scheidung?
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7 Schottlands Nationalheld William Wallace - damals und heute 4:55 min
aus SRF 4 News aktuell vom 02.09.2014
Blutige Schlachten, Verrat und Freiheitskämpfer - die Geschichte von Schottland war immer schon ein Kampf um die Unabhängigkeit von England. Einer der ersten und auch bekanntesten schottischen Freiheitskämpfer war William Wallace. Er wurde vom Schauspieler Mel Gibson im Film «Braveheart» dargestellt. Wegen Wallace pilgern jedes Jahr Tausende nach Stirling im Herzen Schottlands zum «Wallace Monument». Wer war William Wallace? Und wie wichtig ist er heute - kurz vor der Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands? Antworten in der Reportage aus Sterling.
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8 Unentschieden im Duell um Schottlands Unabhängigkeit 2:06 min
aus HeuteMorgen vom 26.08.2014
EU
- Pro: Ein unabhängiges Schottland soll in der EU bleiben. Die schottische Regierung werde eine rasche Aufnahme die Union anstreben. Diese sei im Vertragswerk der EU als bisheriger Mitgliedstaat bereits vorgesehen. Als Mitglied der EU hätte Schottland weiterhin Zugang zum wichtigen europäischen Binnenmarkt. Zudem könnten schottische Bedürfnisse besser eingebracht werden.
- Contra: Mit einer Unabhängigkeit werde Schottland in der EU an Einfluss verlieren. Als Teil Grossbritanniens könne das Land zusammen mit Frankreich und Deutschland wichtige internationale Entscheidungen treffen. Ausserdem sei unklar, ob das Land rasch aufgenommen werde, oder das normale Aufnahmeprozedere durchlaufen müsse. Es sei auch nicht sicher, ob Schottland dann den Euro annehmen und dem Schengenraum beitreten müsse. Dies würde zur Errichtung einer innerbritischen Grenze führen.
Armee
- Pro: Schottland solle eine eigene Armee mit Bodentruppen, Marine und Luftwaffe aufbauen. Diese sollen jedoch als Defensivstreifkräfte ausgerichtet sein. Entgegen der Haltung von Rest-Grossbritannien soll Schottland auf Nuklearwaffen verzichten. Dies würde den Abzug von atomwaffenbestückten U-Booten aus der schottischen Basis Faslane-on-Clyde bedeuten.
- Contra: Die Aufspaltung der Armee und die Verbannung der britischen Atomwaffen aus Schottland sei ein Sicherheitsrisiko für die gesamte Insel. Ausserdem seien tausende Jobs in der Rüstungsindustrie abhängig von einer britischen Armee. Diese könnten verloren gehen bei einer Abspaltung Schottlands.
Sendungsbeiträge zu diesem Artikel
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Schottland liebäugelt mit der Unabhängigkeit
Aus Tagesschau vom 7.9.2014
Zum allerersten Mal sagt in einer Umfrage eine Mehrheit "Ja" zur Unabhängigkeit Schottlands. Die Befürworter konnten in den letzten Wochen ihren Rückstand auf die Gegner der Unabhängigkeit wettmachen. Mit Einschätzungen von SRF-Korrespondent Urs Gredig.
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Öl-Reichtum versus Unabhängigkeit in Schottland
Aus Tagesschau vom 18.8.2014
In genau einem Monat stimmen die Schotten über eine Unabhängigkeit Schottlands ab. Das „Nein-Lager“ schwingt laut den jüngsten Umfragen obenauf. Ganz entscheidend bei der hitzig geführten Debatte ist die Rohstoff-Industrie im Nordosten des Landes. Da stellt sich die Frage, wie sich Öel-Reichtum und Unabhängigkeit vertragen.
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TV-Duell über schottische Unabhängigkeit
Aus Tagesschau vom 6.8.2014
In sechs Wochen stimmen die Stimmbürger in Schottland über ihre Unabhängigkeit von Grossbritannien ab. Gestern abend begann die heisse Phase des Abstimmungskampfes mit einem TV-Duell, das ziemlich emotional verlief. Und gemäss Umfragen zugunsten der Unabhängigkeitsgegner ausging. Aus London meldet sich live SRF-Grossbritannien-Korrespondent Urs Gredig.
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Schottland bald unabhängig?
Aus Tagesschau vom 6.8.2014
Schottland stimmt in sechs Wochen über ein Referendum für seine Unabhängigkeit ab. Bei einem Ja gäbe es das bisher bekannte Grossbritannien nicht mehr, dementsprechend hitzig ist die Debatte. Befürworter und Gegner des Referendums haben sich im Fernsehen ein aufreibendes Duell geliefert. Einschätzungen von Urs Gredig.
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