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Stefan Buck, der letzte Woche in den USA vom Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung freigesprochen worden ist, war laut eigenen Angaben stets 100 Prozent von seiner Unschuld überzeugt. «Wir haben nur unseren Job ausgeübt».
In 80'000 Seiten Beweismaterial der Anklage habe sich keine einzige Stelle gefunden, die belegt habe, dass er aktive Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet habe, sagt Buck im Interview mit der «NZZ am Sonntag.»
Allerdings sei es vor Gericht dennoch schwierig geworden. «Die Staatsanwälte haben sich ausschliesslich auf die mündlichen Aussagen ehemaliger Kunden und Partner gestützt, die alle eine Vereinbarung mit den Behörden gehabt haben.» Zudem müsse man bedenken, dass in 97 Prozent aller Fälle vor Gericht die Regierung gewinne.
Schliesslich habe er jedoch mit seinem Anwaltsteam klar aufzeigen können, dass «wir nicht nur das Schweizer Recht zu jedem Zeitpunkt einhielten, sondern auch die US-Gesetze». So habe die Bank Frey ein Abkommen mit den US-Steuerbehörden gehabt, das der Bank erlaubte, Steuern auf Einkünften des Kunden abzuführen, ohne seinen Namen nennen zu müssen.
Zwar hätten einige US-Kunden Steuern hinterzogen, diese Handlungen seien jedoch oft so verschleiert gewesen, dass «wir als Bank die Vorgänge gar nicht nachvollziehen konnten», sagt der ehemalige Banker.
Buck hatte sich selbst der US-Justiz gestellt. Die Bank Frey kam für die Kosten auf. «Die Bank Frey hat mir früh signalisiert, sie sei bereit, den Prozess zu finanzieren, wenn ich diesen Weg gehen wolle», sagt Buck im Interview. Dadurch habe er Gelegenheit gehabt, einen Top-Anwalt zu engagieren.
«Untergang wäre nicht nötig gewesen»
Die Bank Frey war eine von 14 Banken, die wegen des Verdachts der Übernahme von Steuersünderkunden der UBS nach 2009 vom Justizdepartement (Department of Justice, DoJ) in Washington ins Visier genommen worden waren. Diese Banken konnten nicht an einem inzwischen abgeschlossenen Programm des DoJ zur Bereinigung der Vergangenheit teilnehmen.
2013 entschied sich die Bank Frey, die zuletzt mit etwa 30 Mitarbeitern 2 Milliarden Franken Vermögen verwaltet hatte, die Banklizenz abzugeben. «Der Untergang wäre sicher nicht nötig gewesen», sagt Buck. Als die Bank ihre Banklizenz zurückgegeben habe, habe er aber nicht mehr dort gearbeitet.
Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte damals ein sogenanntes Enforcement-Verfahren gegen die Bank angestrengt und von ihr verlangt, sich von den US-Kunden zu trennen.
Dazu, ob das Verhalten der Finma rückblickend gerechtfertigt gewesen sei, sagt Buck: «Man muss sich vorstellen, welche Machtposition die USA gegenüber der Schweiz einnehmen, und wie sehr sie dieses Spiel perfektioniert haben.» Die Schweiz sei für die USA ein relativ grosser Player in der Finanzwelt gewesen, der unter die Räder kommen sollte - und auch gekommen sei. (sda)