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Präeklampsiescreening- entdeckt 75% der Fälle vor der 37 Schwangerschaftswoche
Als Präeklampsie bezeichnet man das gemeinsame Auftreten einer Hypertonie mit mindestens einer weiteren Organmanifestation (meistens Proteinurie) während der Schwangerschaft, meistens im späteren Verlauf der Schwangerschaft. Sie gehört zur Gruppe der hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen. Die Zeichen und Symptome der Präeklampsie/ Eklampsie verschwinden in der Regel rasch nach der Entbindung. Die Präeklampsie ist eine Vorstufe der Eklampsie.
Als Eklampsie bezeichnet man tonisch-klonische Krampfanfälle, die im Rahmen einer Schwangerschaft auftreten und keiner anderen spezifischen Ursache zugeordnet werden können.
Die genauen Ursachen der Präeklampsie sind bislang nicht hinreichend geklärt. Es wird vermutet, dass ein Problem während der Entwicklung der Plazenta dazu führt, dass sich die Blutgefäße verengen und einen hohen Blutdruck verursachen. Für die, welche es etwas genauer wissen wollen: eine ungenügende Trophoblastinvasion mit ungenügender Anpassung der mütterlichen Spiralarterien legen den Grundstein. Bisher noch weitgehend unbekannte Mediatoren führen dann zu einer Dysfunktion des Endothels (= Innere Schicht der Gefässe, capillary leak) und zum klinischen Vollbild der Krankheit.
Die Präeklampsie (PE) gilt als eine der Hauptursachen für geburtshilfliche Komplikationen bei Mutter und Kind. Bei der Mutter kommen Komplikationen in zahlreichen Organsystemen vor. Insbesondere kann sie zu Leber- und Nierenversagen führen. Hinzukommen die Langzeitfolgen von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystemes. Frauen mit einer Präeklampsie in der Vorgeschichte haben ein 4-fach höheres Risiko für späteren Bluthochdruck und ein 2-fach höheres Risiko für eine ischämische Herzerkrankung, einen Schlaganfall oder Thromboembolien. Die Eklampsie und insbesondere frühe Präeklampsie (vor 34 SSW) gelten auch als ursächlich für ca. 25% aller Todesfälle bei Neugeborenen und ca. 15% aller Wachstumsretardierungen. Die Inzidenz der Präeklampsie variiert weltweit zwischen ca. 2-8%. In der Schweiz liegt die Inzidenz der Präeklampsie bei ≤ 2%, d.h. pro Jahr sind ca. 1800-1900 Fälle zu erwarten.
Im Hinblick auf die relativ hohen und schweren mütterlichen und fetalen Erkrankungsrisiken sind Bemühungen zur Prognoseeinschätzung, Früheinschätzung und Prävention der Präeklampsie erstrebenswert. In den letzten Jahren steht die Frage der Früherkennung der Präeklampsie zunehmend im Vordergrund. Das Ziel hierbei ist die Etablierung von Screening-Strategien. Ist im Screening ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie ersichtlich, besteht die Möglichkeit einer Prävention mittels Einnahme von Aspirin.
Acetylsalicylsäure (ASS) führt zu einer irreversiblen Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase und hemmt somit die Prostaglandin- und Thromboxanbildung. Basierend auf diesen Mechanismen kommt es zu einer Hemmung der Verklumpung der Blutplättchen. Auf diese Art und Weise werden die Wände der plazentaren Gefässe weniger verklebt, wodurch das Blut besser und ungehinderter durchfliessen kann. Dies wirkt dem Bluthochdruck bei der Mutter und einer Wachstumsretardierung beim Kind entgegen und beugt so einer Präeklampsie vor. Aspirin ist durch die Food and Drug Administration (FDA) für den Gebrauch bei Schwangeren zugelassen. Für die Prophylaxe einer Präeklampsie sollten täglich 150 mg Aspirin eingenommen werden.
Wir haben die Möglichkeit Im Rahmen des Ersttrimestertestes (ETT) ein Screening für das Risiko der Entwicklung einer Präeklampsie durchzuführen. Hierzu wird im Ultraschall der Blutfluss in der Arterie, die zur Gebärmutter führt (A. uterina) gemäss bestimmten Kriterien gemessen. Zudem erfolgt eine mehrmalige Blutdruckmessung an beiden Oberarmen und es werden bestimmte Risikofaktoren erfragt. Zudem werden im Labor zwei bestimmte Parameter (PlGF und PAPP-A) bestimmt. Alle diese Angaben werden dem Labor geschickt und es wird nach einem bestimmten Algorithmus das Risiko für eine Präeklampsie berechnet.