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Küsnachterbach
(Kt. Zürich,
Bez. Meilen).
Wildbach; entspringt etwa 1,5 km n. vom
Pfannenstiel beim
Hof
Guldenen in 800 m,
fliesst von da auf eine Länge von etwa 4,5 km nach NW., biegt dann nach SW. ab und mündet nach 8 km langem Gesamtlauf von
rechts in den
Zürichsee als einer seiner grössten Zuflüsse. Er sammelt auf dem breiten
Rücken und auf
den Plateauflächen zwischen 800 und 600 m eine sehr bedeutende Wassermenge und hat sich von der
Tobelmühle (602 m) an eine
tiefe
Schlucht (das sog.
Küsnachtertobel) eingeschnitten, aus der er gerade beim Dorf
Küsnacht in 434 m heraustritt.
Infolge des stets fortdauernden Einschneidens bringt der Bach bei Hochwasser massenhaft Geschiebe mit, so dass sein Delta immer weiter in den See hinauswächst. Der ältere Teil dieses Deltas, das sog. Küsnachter Horn, bildet darum einen scharfen Vorsprung, dessen schöne Baumgruppe weithin sichtbar ist. Der Bach hat durch seine Hochwasser dem Dorf schon zu wiederholten Malen schweren Schaden zugefügt. So erwähnen die Chroniken z. B. eine Ueberschwemmung von 1763. Die schlimmste war aber die vom Oben im Sammelgebiet waren gewaltige Gewitterregen niedergegangen;
der rasch hochangeschwollene Bach riss die Tobelmühle mit und brachte Balken, Bäume, Steine, Felsblöcke herunter. An der gleich vor dem Ausgang des Tobels über den Bach führenden obersten Brücke stauten sich die Massen, so dass das Wasser 6 m hoch über das Strassenniveau stieg. In einer halben Stunde wurden 44 Gebäude vollständig weggerissen und 7 schwer beschädigt. 63 Personen verloren dabei das Leben.
Der Schaden wurde auf 180000
Gulden (420000 Fr.) geschätzt. In wenig verminderter
Wucht wiederholte sich die Katastrophe 100 Jahre später, am 3./4. Juni 1878. Zum Glück trat diesmal
aber die Stauung erst bei der letzten, untersten,
Brücke ein, so dass nur der unterste Dorfteil geschädigt wurde. Immerhin
ertrank
ein Mann und wurde eine
Scheune ganz zerstört. Der Schaden an Gebäuden und Kulturen betrug diesmal 85000 Franken.
Jetzt ist solchen Verwüstungen durch eine gründliche Korrektion vorgebeugt, die mit Unterstützung
des Bundes und Kantons 1895-1900 ausgeführt wurde und 248000 Fr. gekostet hat. Im Ganzen wurden 107 Thalsperren aus
Holz
oder
Stein errichtet; während die grösste davon 6,7 m hoch ist, beträgt die durchschnittliche
Höhe der meisten übrigen
etwa 1 m. Dadurch wird das Einschneiden des
Baches und das Nachrutschen der Gehänge verhindert. Das durch
einen Fussweg zugänglich gemachte
Küsnachtertobel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.