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Bevölkerung
Masern: Nichts verpassen – Impfen lassen
1. Was sind Masern?
- Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, verursacht durch ein Virus. Sie betrifft ungeschützte Personen aller Altersklassen.
- Masern werden durch Tröpfchen, die beim Husten oder Niessen entstehen, von Person zu Person übertragen.
- Schon bevor die ersten Symptome auftreten, sind infizierte Personen bereits ansteckend.
- Masern treten in der Schweiz immer wieder auf.
Symptome:
- Die Masern beginnen häufig mit Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung und manchmal weissen Flecken an der Wangenschleimhaut – diese Symptome treten meistens 8 bis 10 Tage nach Kontakt zu einem Masernerkrankten auf.
- Der fleckig-knotige, zum Teil ineinander übergehende Ausschlag tritt in der Regel 14 Tage nach dem Kontakt auf (in Einzelfällen erst nach 21 Tagen); er beginnt hinter den Ohren und breitet sich danach über das Gesicht und den ganzen Körper aus.
Diagnose:
- Die Diagnose wird meistens aufgrund der Krankheitssymptome gestellt, wenn eine erkrankte Person wegen ihrer Beschwerden ärztliche Hilfe sucht. Der klinische Verdacht sollte durch einen Rachenabstrick oder eine Blutuntersuchung abgeklärt werden.
Behandlung:
- Es gibt keine Behandlung, die direkt gegen das Masernvirus wirkt. Man kann aber die Symptome – wie Fieber und Schnupfen – behandeln respektive lindern.
2. Warum sind Masern gefährlich?
- Sie bewirken für sechs Wochen eine Abwehrschwäche des Körpers, das heisst, man kann sich in dieser Zeit leichter mit anderen Krankheitserregern anstecken, was zu ernsthaften Komplikationen führen kann.
- In zehn Prozent der Fälle kommt es zu zusätzlichen ernsthaften Infektionen mit Bakterien. Die Folgen können sein: Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung.
- Besonders gefürchtet ist die Hirnentzündung, die ein bis zwei Personen pro 1000 Masernerkrankte betrifft.
- Eine/r von 10‘000 Masernerkrankten entwickelt nach Jahren eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, die in der Regel zum Tode führt.
3. Wie kann man sich schützen?
Der beste und sicherste Schutz vor Masern und deren Komplikationen ist die Impfung. Diese schützt die eigene Person vor einer Ansteckung, aber auch diejenigen Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (wie zum Beispiel Säuglinge, Schwangere oder Menschen nach einer Transplantation).
Der Schweizer Impfplan empfiehlt:
- die erste Impfung im Alter von 12 Monaten (bei erhöhtem Risiko, wie dem Besuch einer Krippe, kann die Impfung gegebenenfalls bereits im Alter zwischen 6 Monaten und einem Jahr verabreicht werden);
- die zweite Impfung im Alter von 15 bis 24 Monaten, jedoch frühestens einen Monat nach der ersten Dosis (wenn die erste Impfung vorgezogen wurde, sollte die zweite Impfung im Alter von 12 bis 15 Monaten verabreicht werden);
- Wenn die erste Impfung mit 6 bis 8 Monaten verabreicht wurde, sind insgesamt 3 Impfungen für einen vollständigen Impfschutz notwendig;
- Nachholimpfung bei allen Erwachsenen ab Jahrgang 1964 mit unvollständigem Schutz (unvollständig heisst: Nicht oder nur einmal geimpft und die Masern nicht sicher durchgemacht).
Ausserdem gilt:
- Generell ist eine Nachholimpfung in jedem Alter möglich und zweckmässig.
- Die Masernimpfung ist in der Regel mit der Impfung gegen Mumps und Röteln kombiniert; das ist sinnvoll, da auch diese Krankheiten schwerwiegende Folgen haben können. Ein Impfstoff nur gegen Masern ist ebenfalls erhältlich.
- Eine Impfung ist auch möglich, wenn bereits eine oder sogar zwei dieser Krankheiten durchgemacht wurde respektive wurden oder unbekannt ist, ob schon einmal geimpft worden ist.
- Nach zweimal Impfen ist man lebenslänglich geschützt – zu 95 Prozent gegen Masern, zu über 90 Prozent gegen Mumps und Röteln.
- Nicht geimpft werden dürfen: Schwangere Frauen, Personen mit einer Immunschwäche (z.B. Krebspatientinnen und -patienten) oder mit immunsupprimierenden Medikamenten (insbesondere hochdosiertes Kortison) sowie Personen mit bekannter Allergie gegen Inhaltsstoffe der Impfung.
Der Impfstoff:
- enthält abgeschwächte Viren, die eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen, aber die Krankheit selber nicht auslösen;
- enthält Stabilisierungs- und Konservierungsstoffe (z.B. Neomycin, Laktose, Sorbit, Mannit) und Spuren von Zellen, die zur Herstellung verwendet wurden (z.B. embryonale Hühnerzellen);
- enthält kein Quecksilber, kein Aluminium und auch keinen Wirkstoffverstärker (sogenanntes Adjuvans).
4. Was sind die möglichen Nebenwirkungen?
- Statistisch gesehen bricht bei einer von zehn geimpften Personen Fieber aus.
- Zwei bis vier pro 1000 geimpfte Personen bekommen rote Hautflecken oder Schwellungen der Speicheldrüse.
- Bei einem Kind von 3000 geimpften Kindern kann bei hohem Fieber ein Fieberkrampf auftreten.
- Bei einer Million geimpfter Personen kommt es bei einer Person zur Entzündung des Gehirns – das ist hundertmal seltener als bei einer Masernerkrankung.
- Es gibt keinen Nachweis für eine Risikoerhöhung durch die Impfung für Krankheiten wie Autismus und Allergien oder für autoimmune Krankheiten.
5. Wann erfolgt ein Ausschluss aus Gemeinschaftseinrichtungen?
Nach den Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) können an Masern Erkrankte und deren ungeschützte Kontaktpersonen aus Gemeinschaftseinrichtungen (Kindertagesstätte, Kindergarten, Schule, nachobligatorische Betreuungseinrichtung, gesundheitsversorgende Einrichtung etc.) wie folgt ausgeschlossen werden:
- an Masern erkrankte Personen bis 4 Tage nach Beginn des Ausschlags;
- ungeschützte Kontaktpersonen (z.B. Klassenkameraden eines an Masern erkrankten Kindes) bis zu 21 Tage – ungeschützt bedeutet, dass die betreffende Person weder mindestens einmal geimpft ist noch sicher die Masern durchgemacht hat.
Ausserdem gilt:
- Eine Impfung innerhalb von 72 Stunden nach Erstkontakt zu einer an Masern erkrankten Person verhindert im Allgemeinen eine Erkrankung, und es erfolgt in der Regel kein Ausschluss.
Die rechtlichen Grundlagen für diese Massnahmen finden sich in Art. 35 des Bundesgesetzes über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz) vom 28. September 2012 und in §19 der Vollzugsverordnung zur eidgenössischen Epidemiengesetzgebung vom 19. März 1975.
Die Kosten der Impfung werden in der Regel von den Krankenkassen (Grundversicherung) übernommen (exkl. Franchise und Selbstbehalt).
Im Kanton Zürich kann die Impfung bei Ihrem Haus- oder Kinderarzt sowie in den ambulanten ärztlichen Institutionen durchgeführt werden.