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Der neue Bundesrat heisst Guy Parmelin. Der SVP Politiker kommt aus Bursins,
ist Landwirt und Weinbauer. Er wurde mit 138 Stimmen im dritten Wahlgang gewählt. Thomas Aeschi kriegte 88, der Lega-Politiker Norman Gobbi 11 Stimmen.

NZZ:
Stets fällt der gleiche Satz, wenn von Guy Parmelin die
Rede ist. Der Westschweizer Mann auf dem SVP-Ticket für die
Bundesratswahl sei "hart in der Sache, aber freundlich im Ton". So
titelte am Dienstag die "Aargauer Zeitung", und mit ähnlichen
Worten umschreiben regelmässig Bundeshausjournalisten und
Parlamentarier den 56-jährigen Waadtländer. Weitere
Adjektive, die beim Stichwort Parmelin fallen: freundlich, kollegial,
gesellig, zugänglich. Wäre Guy Parmelin ein Wein, sagt die
Vizepräsidentin der FDP, Isabelle Moret, dann ein harmonisch
abgerundeter - einer, der zu allem passt.
Die Parallele zum Wein ist nicht zufällig gewählt: Guy
Parmelin ist Bauer und Winzer. Er betreibt gemeinsam mit seinem Bruder
den väterlichen Hof im 800-Seelen-Ort Bursins in der Nähe
von Nyon am Genfersee. In Bursins verbrachte Parmelin seine Kindheit,
spielte als Jugendlicher im Fussballklub und war jahrelang Mitglied der
freiwilligen Feuerwehr. Hier gab er im Gemeinderat auch seinen Einstand
als Politiker. Vor der Ausbildung zum Landwirt und später zum Winzer
absolvierte Parmelin die Mittelschule in Lausanne mit Schwerpunkt Englisch
und Latein.
20 Min:
In Lausanne hinterliess er das Bild eines pragmatischen SVP-Politikers
nahe der Mitte. Er sass zwischen 2000 und 2004 im Waadtländer
Grossen Rat und präsidierte die Kantonalpartei. Den Einzug in den
Nationalrat schaffte er 2003.
Nach dem Tod des Waadtländer SVP-Staatsrates Jean-Claude Mermoud
im Jahr 2011 galt er als dessen natürlicher Nachfolger. Er stellte
sich jedoch nicht als Kandidat zur Verfügung, worauf die SVP ihren
Sitz in der Waadtländer Kantonsregierung verlor. Das wird ihm bis
heute immer wieder vorgeworfen.
Für den Bundesrat interessierte er sich hingegen bereits vor vier
Jahren, musste aber seinem Freiburger Parteikollegen Jean-François
Rime den Vortritt lassen. Er präsentiert sich vor allem als Vertreter
des Genferseebogens und betont, das Kollegialitätsprinzip zu achten.