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«Wir werden immer Künstlerinnen sein, aber es ist jetzt an der Zeit, die Leitung dieses Theaters abzugeben.» Das sagte Véronique Mermoud, Schauspielerin und Mitgründerin des Théâtre des Osses in Givisiez, am Montag vor den Medien. Noch ist es allerdings nicht ganz so weit: Erst im Sommer 2014 werden Geneviève Pasquier und Nicolas Rossier die Nachfolge von Véronique Mermoud und der Regisseurin und künstlerischen Leiterin Gisèle Sallin antreten (die FN berichteten).
«Wir machen Theater»
Am Montag haben Sallin und Mermoud das Programm vorgestellt, mit dem sie ihre gemeinsame, 35 Jahre währende Zeit beim Théâtre des Osses abschliessen werden. Höhepunkt und Schlusspunkt ist die Eigenproduktion «Rideau!», die im Februar und März 2014 aufgeführt wird. Gisèle Sallin selbst hat das Stück geschrieben; die Anregung dazu kam von ihrer Weggefährtin Véronique Mermoud: «Sie meinte, ich sollte doch irgendeine Spur von meiner Regiearbeit hinterlassen», erklärte Sallin. Da seien ihr all die Menschen in den Sinn gekommen, mit denen sie auf und hinter der Bühne zusammengearbeitet habe. «Rideau!» solle ihnen eine Plattform geben. Den Rahmen für das Stück bietet eine Theaterprobe, die der Regisseurin entgleitet und während der die Schauspielerinnen und Schauspieler auf fantasievolle Weise das Heft in die Hand nehmen. «Wir hören auf, wie wir angefangen haben: indem wir Theater machen», so Gisèle Sallin.
Bevor der letzte Vorhang fällt, sind ab Oktober noch drei weitere Produktionen zu sehen. Den Auftakt macht Harold Pinters Stück «L’amant» («Der Liebhaber»), in einer Inszenierung von Raoul Teuscher. Im November folgt eine Produktion von und mit Claude-Inga Barbey und Doris Ittig: In «Laverie Paradis» entwickelt sich in einem Waschsalon zwischen zwei Frauen ein fesselnder und witziger Dialog rund um den Glauben. Im Dezember zeigt die Compagnie Le Pavillon des Singes das Singspiel «Chantons quand même!» über den Alltag im besetzten Paris des Zweiten Weltkriegs.
Etwas weniger Zuschauer
Gisèle Sallin und Véronique Mermoud, heute 64 und 66 Jahre alt, haben das Théâtre des Osses 1979 gegründet. 1999 liess sich das Theater in Givisiez nieder; seit 2002 erhält es als «Dramatisches Zentrum Freiburgs» mehrjährige Schaffensbeiträge des Kantons.
Stiftungsratspräsident Pierre Aeby blickte am Montag auch auf die vergangene Saison zurück: Mit 174 Aufführungen im Theater und auf Tournee, fast 20 000 Zuschauern und einer Auslastung von rund 73 Prozent dürfe man zufrieden sein, auch wenn die Zuschauerzahlleicht zurückgegangen sei.Einen Grund dafür sieht Aeby in der Eröffnung des Equilibre. Schlimm sei die Konkurrenz aber nicht, im Gegenteil: «Das Gastspielhaus ist stimulierend für die ganze Region; das Publikum kann davon profitieren.»
Programm und Vorverkauf ab sofort unter: www.theatreosses.ch.