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Die Geschichte des Clubs
Um die Jahrhundertwende erlebte der Segelsport auf dem Bodensee einen bemerkenswerten Aufschwung. Das hatte zur Folge, dass vom deutsch-österreichischen Ufer fünf neue Yacht-Clubs gegründet wurden. Der erste Weltkrieg verzögerte diese Entwicklung. Bald nach Kriegsende ging sie jedoch rasch weiter und auch auf das Schweizerufer über. So erschienen in kurzer Zeit vor Kreuzlingen immer mehr und immer neue Segelboote, Yachten und Jollen. Die jungen Segler, die sich rasch zusammenfanden, sahen sich schon bald gemeinsamen Problemen gegenübergestellt. Es ging vor allem um Liegeplätze, Umkleideräume und um Kontakte mit dem benachbarten Konstanzer Yacht-Club (1912) bezüglich Startmöglichkeiten an Wettfahrten. Um diese Fragen besser lösen zu können, lud Willi Raichle "diejenigen Herren, welche vergangenen Sommer den Segelsport gepflegt hatten",zu einer Zusammenkunft auf Samstag den 11. Dezember 1920 in den „Rebstock“ ein. Zu dieser Gründungsversammlung erschienen Willi Raichle (erster Präsident), Jean Baumgartner, Hans Bürgi, Emil Munz, Dr. Hermann Richter, Emil Rutishauser, Arnold Schmid-Schwarz, Otto Schmid, Hermann Schuler, Adolf Schwarz, Erwin Spiegel, Fritz Straub, Hermann Straubinger und Fritz Buser.
Sie sind die Gründer unseres Yacht-Club Kreuzlingen, dem ersten und damit auch ältesten Yacht-Club am Schweizerufer. Neun Boote segelten fortan unter dem vom Kunstmaler E. E. Schlatter entworfenen Clubstander: NIOBE, SOWITASGOT, SOR AQUA, STURMFREI, MARLIES, LIBELLE, MIRA, ERIKA und ARGO. Die Gründer waren durchwegs junge Segler, am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn oder noch in der Ausbildung. Ihre finanziellen Mittel waren beschränkt. Mit beispielhaftem Einsatz und mit ungebrochenem Optimismus machten sie sich unverzüglich an die Arbeit. In kürzester Zeit erschienen die ersten Statuten (22. Dezember 1920) und schon bald plante man den Bau eines eigenen Bootshauses. Mit vereinten Kräften ging man ans Werk und schon am 2. Juli 1921 konnte das in gemeinsamer Arbeit erstellte Haus am See dem jungen Club übergeben werden. In begeisterten Worten berichtet Aktuar Otto Schmid über diesen grossen Tag, der mit allen Aktiven, deren Angehörigen und mit vielen geladenen Gästen bis in den frühen Morgen hinein gebührend gefeiert wurde.
Anerkennend dürfen wir feststellen, dass dieses Bootshaus (später Clubhaus genannt) nach einigen Veränderungen bis zum heutigen Tag den stets wachsenden Anforderungen immer genügte. Eine erste „Hausordnung“ regelte das Zusammenleben in und um das Haus bis ins kleinste Detail. Es gab darin Vorschriften über korrekte Bekleidung und entsprechendes Benehmen. Heute erinnert man sich noch mit einigem Schmunzeln an den berühmten Bademantel, den man sich nach erfrischendem Bade bei nachfolgendem Aufenthalt auf der Terrasse überziehen musste.
Sorgen kannte zu jener Zeit einzig der geplagte Kassier Fritz Straub der dieses Amt während 20 Jahren bekleidete. Der junge Club steckte in Schulden: Darlehen, Anteilsscheine und eine Hypothek belasteten die Kasse. In einer gezielten Aktion suchte man die ganze Stadt nach möglichen neuen Mitgliedern ab. Man entschloss sich sogar entgegen der ursprünglichen Absicht, ein reiner Männerclub zu bleiben, zur Aufnahme von Damen. Kein schlechter Entscheid, denn es zeigte sich bald, dass dieses neue Element das Clubleben wesentlich bereicherte. 1922 übergab Willi Raichle das Präsidium an Jean Baumgartner (1922 - 1927).
Es scheint, dass Jean Baumgartner zusammen mit Dr. Hermann Richter zuerst an die mögliche Gründung eines Yacht-Clubs in Kreuzlingen gedacht hat. Sie dürfen als die eigentlichen Initianten betrachtet werden. In diesen Jahren wurden vor allem die seglerischen Belange weiter ausgebaut: das Tourensegeln und das Regattieren. 1923 übernahm der YCK erstmals eine Wettfahrt der Bodenseewoche. 27 Boote wurden von der Clubhausterrasse aus auf den Kurs geschickt. Einmal startete man sogar von einem schweren Kiesschiff aus, auf welchem sich die Wettfahrtleitung bequem installiert hatte. Sorgfältig pflegte man auch die Kameradschaft. Während der Saison war das Clubhaus Begegnungsort, im Winter der heimelige „Rebstock“. Bis 1954 war dieses Restaurant der Hauptstrasse, das leider einem modernen Gebäudekomplex weichen musste das überaus beliebte Clublokal des YCK. Wegen einigen Differenzen mit dem damaligen Besitzer zog der Club eines Tages kurzentschlossen aus und suchte in der ganzen Stadt nach einem geeigneten Ersatz. Ohne grossen Erfolg. Ein richtiges „Zuhause“ wie damals konnte bis heute nicht mehr gefunden werden.
1924 wurde das Ehepaar Herr und Frau Dr. Böckli-Ammann, in den Club aufgenommen. Von Beginn an beteiligten sie sich mit viel Erfolg an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens im YCK. Selbstverfasste Gedichte, Schnitzelbänke und bisweilen sogar kleine Theaterstücke wurden vorgetragen. Man sass gerne ganz zwanglos zusammen, man sang oder tanzte bei Gelegenheit zu Musik aus dem gerade aufkommenden Grammophon, vorrübergehend erschien sogar eine hauseigene Zeitung unter dem Namen „Ahoi“. Diese Form der ungezwungenen, fröhlichen Unterhaltung wurde bis in die 70er Jahre hinein sorgfältig gepflegt. Dann kam sie leider mit der Zeit ganz aus der Mode. Vielleicht ist das mit ein Grund, weshalb der Ball im Anschluss an den geschäftlichen Teil der Generalversammlung wegen mangelnder Beteiligung aus dem Jahresprogramm schliesslich ganz gestrichen werden musste.
Zum Nachfolger des zurücktretenden Jean Baumgartner wählte die GV Dr. Otto Böckli (1927 - 1935) zum neuen Präsidenten. Er war selbst ein aktiver Segler, Eigner des BUTZ, der während vielen Jahren als Nachfolger der NIOBE das eigentliche Flaggschiff der YCK-Flotte war. Mit sicherer Hand hat Dr. Otto Böckli den Club während neun Jahren geführt und diesen mit seiner ganzen Persönlichkeit nach aussen vertreten. In diesen Jahren bemühte man sich sehr um eine Erweiterung des Clubareals. Der erhoffte Kauf des kleinen Wäldchens östlich vom Clubhaus (heute Wohnhaus Zollinger) kam leider nicht zustande, Dagegen konnte durch rasches Handeln des Präsidenten die 1400 Quadratmeter grosse Parzelle jenseits der Strasse erworben werden. So kamen wir 1932 zu unserem wertvollen Park- und Bootsplatz. Besondere Aufmerksamkeit schenkte man schon damals der Ausbildung von Junioren, Bootsjungen genannt. Diese Aufgabe lag in den Händen von Hans Bürgi. Den krönenden Abschluss des Unterrichts bildete jeweils die Segler-Schlussprüfung. „Mit kritischen Augen verfolgten die Älteren jeweils den Verlauf der Prüfung, heisst es in einem Protokoll. Zu den ersten erfolgreichen Absolventen gehörten u. a. Richard Straub und Erich Böckli, zwei spätere Präsidenten.
1935 trat Dr. Otto Böckli nach erfolgreicher Tätigkeit als Präsident des YCK zurück. Die Nachfolge übernahm mit Arnold Schmid-Schwarz (1936 - 1939) ein weiteres Gründermitglied. Er hatte den Club in den schwierigen Vorkriegsjahren nach aussen zu vertreten. Die tiefgreifenden politischen Veränderungen im Nachbarland erschwerten die Kontakte mit den deutschen Seglern. Yacht-Clubs mussten zum Teil ihre althergebrachten Namen ändern. So wurde zum Beispiel aus dem Königlich-Württembergischen Yacht-Club ein Yacht-Club Deutschland, Zweigabteilung Bodensee. Auf dem See selbst gabs lästige und schikanierende Kontrollen. Ausweise mussten an Ort und Stelle vorgewiesen werden, und in den Booten wurde eifrig nach Schmugglerware, Büchern und Zeitschriften gesucht. Die NZZ, die Basler Nachrichten mit den wöchentlichen O-Kommentaren zum Weltgeschehen, aber auch der Nebelspalter mit den Bö-Karrikaturen wurden sogleich beschlagnahmt. Die Seemitte musste genau eingehalten werden. Eine vor Unteruhldingen ausgeschriebene Wettfahrt wurde wegen eines Mussolinibesuches in Berlin kurzfristig abgesagt.
Beeindruckt von schweren Seglerunfällen bemühte sich Arnold Schmid-Schwarz um die Errichtung eines Sturmwarndienstes, Das Echo vonseiten der Behörden (Thurgau, St. Gallen) sowie der Nachbarclubs war jedoch gering. Daher befasste sich der YCK im Alleingang mit diesen Fragen. Der Kriegsausbruch beendete in Kreuzlingen eine bereits begonnene Zusammenarbeit mit der pyrotechnischen Fabrik Müller. Erfolgreicher war der Präsident mit seinen Bemühungen um einen Zusammenschluss der Segler auf schweizerischer Ebene (Bodensee, Zürichsee, Thunersee, Genfersee). Er war Mitbegründer der Union Schweizer Yacht Clubs (USY). Bis zu seinem Tode blieb Arnold Schmid-Schwarz mit seinem YCK eng verbunden. Gerne hörte man auf seine klugen, wohlüberlegten Voten an den Monatsversammlungen. Seine Präsenz war immer ein Gewinn. Ihm haben wir auch zum grossem Teil das Erscheinen des „Jahrbuch YCK Kreuzlingen" zu verdanken, das 1954 erstmals herausgegeben wurde.
Nach Arnold Schmid-Schwarz übernahm Hans Bürgi (1940) das Präsidium, welches er aber schon nach einem Jahr an seinen Bruder Carl Bürgi (1941 – 1947) übergab. Der 1939 ausgebrochene zweite Weltkrieg änderte das Clubleben ganz entscheidend. Viele Aktive rückten zum Militärdienst ein (Aktivdienst) und ein paar Damen meldeten sich zum freiwilligen Frauenhilfsdienst (FHD). Der Weiterausbau der militärischen Anlagen am Seeufer führte notgedrungen zu einer starken Einschränkung aller zivilen Tätigkeiten. Die Segelsaison 1939/40 ging im September vorzeitig zu Ende. Im nächsten Jahr (1940) kamen nur noch zwei Boote ins Wasser. Der vor allem in den ersten beiden Kriegsjahren stark reduzierte Segelbetrieb förderte anderseits das gesellschaftliche Clubleben. Man trat sich wieder vermehrt im Clubhaus oder im "“Rebstock" zum Gedankenaustausch. Traditionelle Anlässe konnten nicht im gewohnten Rahmen durchgeführt werden. Man suchte nach Alternativen und ersetzte z.B. das Absegeln durch ein Fischessen. An der GV 1940 gedachte die Versammlung „in heiteren Worten und Bildern“ (Familie Dr. Böckli) der vergangenen Jahre des Clubs. Eine eigentliche Jubiläumsfeier ging fünf Jahre später, 1945, über die Bühne. Neben den Aktiven und vielen geladenen Gästen konnten noch mehr als die Hälfte der Gründermitglieder speziell begrüsst werden. In einem kleinen Bändchen schildert Trudi Müller die wichtigsten Ereignisse und Begebenheiten des 25-jährigen Clubs. Es ist unter dem Titel „25 Jahre YCK“ erschienen und liegt heute nur noch in ganz vereinzelten F-Exemplaren vor.
Nach dem Rücktritt von Carl Bürgi kam es im YCK zu einer eigentlichen Wachablösung. Bis zu diesem Zeitpunkt lag das Amt des Präsidenten ausschliesslich in den Händen von Gründern oder von Aktiven, welche ganz zu Beginn in den Club eingetreten waren. Eine neue Generation von Seglern war unterdessen herangewachsen, Männer, die bereit und fähig waren, die Führung des YCK zu übernehmen. Zu dieser Gruppe, die bis in die 70er Jahre hinein wichtige Chargen bekleidete, gehörten Emil Rutishauser jun., Dr. Erich Böckli, Otto Munz, Richard Straub und die Gebrüder Franz und Robert Holzach. Sie hatten es fertig gebracht, trotz zunehmender Belastung durch Beruf und Aktivdienst ihren geliebten Segelsport weiterhin auszuüben. Folgerichtig trat einer aus dieser Gruppe die Nachfolge des zurücktretenden Carl Bürgi an. Gewählt wurde einstimmig Dr. Erich Böckli zum neuen Präsidenten.
Dr. Erich Böckli (1948 - 1953) übernahm das Amt in einer Zeit, in welcher der Segelsport einen bis dahin noch nicht gekannten Aufschwung erlebte. Immer mehr Boote erschienen auf unserem See, so auch vor Bottighofen. Die Verantwortlichen verfolgten diese Entwicklung recht aufmerksam. Gegenseitige Gespräche wurden aufgenommen. Die Bottighofer Segler wären aus verschiedenen Gründen gerne dem YCK beigetreten „sofern sie sich nicht an den Kosten des Clubhauses beteilen müssten“. In einer Grundsatzabstimmung wurde diese sicher nicht ideale Lösung aber abgelehnt. As dann 1957 die Segler-Vereinigung Bottighofen (SVB) gegründet wurde, freute man sich in unserem Club aufrichtig über den neuen Nachbarn, dem ganz spontan einige Segler des YCK als Gastmitglieder beitraten. 1951 startete man erstmals zur heute immer noch sehr beliebten Langstreckenwettfahrt „Rund. um den Bodensee“. Sie konkurrenzierte allerdings die vom YCK organisierte Distanz-Wettfahrt Kreuzlingen-Romanshorn-Kreuzlingen, die leider vom Regattakalender gestrichen werden musste. Die Ausbildung der Junioren wurde weiter intensiviert. Die von Hans Bürgi begonnene Arbeit setzten erfahrene Segler - Emil Rutishauser, Richard Straub u.a. - erfolgreich fort. Die immer grösser werdende Juniorengruppe bekam 1954 erstmals einen festen Platz in den Statuten. Unter Art. 3 werden sie bis heute als „Juniorenmitglieder“ aufgeführt. Mit klaren Vorstellungen hat Dr. Erich Böckli zusammen mit seinen Mitarbeitern den Club geführt. Eine grosse Freude bereitete er nicht nur sich und seiner Familie, sondern dem ganzen YCK mit dem Rückkauf des BUTZ - dem Schiff, das nach dem Tode seines Vaters verkauft wurde und das heute wieder ganz zu unserer Flotte gehört.
Nach seinem Rücktritt übernahm Otto Munz (1954 - 1959) das Präsidium des YCK. Otto war zu seiner Zeit ein sehr aktiver Jollensegler. Die 22 m2-Jolien repräsentierten während vielen Jahren die dominierende Bootsklasse im Club. Sie kämpften jedes Jahr „ganz verbissen“ um den Hermann-Trösch-Wanderpreis. Auch die übrigen im Club immatrikulierten Boote beteiligten sich regelmässig an den ausgeschriebenen Regatten. Bis 1954 befand sich die Wettfahrtleitung jeweils auf der Clubhausterrasse. Der immer lebhaftere Schiffsverkehr in der Konstanzerbucht, unser immer grösser werdendes Bojenfeld und die stets wachsende Zahl der teilnehmenden Boote verunmöglichten schliesslich eine korrekte Durchführung der Wettfahrten. Der Standort der Wettfahrtleitung wurde seeaufwärts nach Bottighofen verlegt. Dort errichtete der YCK in Zusammenarbeit mit der Gemeinde einen 50 m langen Bootssieg, der - man staune - bis 1970 regelmässig mit Fr. 1.- (pro memoria) in unserer Buchhaltung erschien. An der GV vom 21. November 1959 trat Otto Munz zurück. Er tat dies mit einem bemerkenswerten Jahresbericht in welchem er nicht nur über seine fünfjährige Amtszeit, sondern auch ausführlich über die vergangenen 40 Jahre des YCK berichtete. Sorgen bereitete ihm die nicht typisch seglerischen Belange des Clubs, im Besonderen der schlechte Besuch der Monatsversammlungen.
An die Spitze des Clubs trat Richard Straub (1960 - 1965). Sein Vorgänger hatte in seinem Schlusswort den Finger auf die momentanen Schwachpunkte im Clubleben gelegt. In der Tat, die sportlichen Aktivitäten hatten das unbeschwerte, kameradschaftlich-freundschaftliche Beisammensein in den Hintergrund gedrängt. Das bedauerten vor allem die älteren Mitglieder, die gerne und etwas wehmütig auf „die gute alte Zeit“ zurückblickten. Mit starkem persönlichem Einsatz versuchte der neue Präsident zusammen mit seinem Vorstand, diese vernachlässigte Seite des Clublebens zu reaktivieren, Doch der erhoffte Umschwung stellte sich nicht im erwarteten Ausmass ein. In seinem letzten Jahresbericht (GV vom 4. Dezember 1965) wies Richard Sträub mit den folgenden Worten auf diesen Schwachpunkt hin: „Ich möchte Sie bitten sich in Zukunft wieder mehr als verantwortliche Mitglieder unseres Clubs zu betrachten und nicht nur als dessen Nutzniesser. Wir müssen wieder lernen, unser Clubhaus nicht nur als Umkleideraum und Segelschopf zu betrachten, sondern als Ort der Erholung und Entspannung vom Getriebe und Gehetze des Alltags und als Treffpunkt von gleichgesinnten Freunden“. Bemängelt wurde wiederum der schwache Besuch der Monatsversammlungen. Dabei standen überaus wichtige Fragen auf der Traktandenliste: der Umgang mit den Junioren, vor allem aber das Aufnahmeprozedere im Hinblick auf die wachsende Zahl von Interessenten an einer Aktivmitgliedschaft. Zudem mussten die Statuten revidiert und den neuen Verhältnissen angepasst werden (1962).
Als erfreulich darf hingegen die sportliche Entwicklung unseres Clubs bezeichnet werden. Neue Bootstypen erschienen im, Bojenfeld (FD, Korsaren), es gab unvergessliche Taufen (GILBERTE II) und sehr gute Platzierungen an den Wettfahrten. Vor Rorschach erkämpfte sich CIGALE (Eigner A. Liggenstorfer) mit der Mannschaft H. Wirt, A. Rüber und R. Kugler den Titel eines Schweizermeisters der Lacustre-Klasse. Der YCK übernahm 1961 die Organisation und Durchführung der Schweizermeisterschaft für Piraten. 39 Boote beteiligten sich an den Regatten. Der Wettfahrtleiter Franz HoIzach brachte diese Meisterschaft zusammen mit seinen Mitarbeitern problemlos und sehr erfolgreich über die Runde.
1965 trat Richard Straub zurück. Zu seinem Nachfolger wählte die GV vom 4. Dezember 1965 einstimmig Emil Rutishauser (1966 - 1975) . Damit trat zum letzten Mal ein direkter Nachkomme eines Gründermitgliedes an die Spitze des YCK. Der innere Zusammenhang des Clubs hat sich während seiner Präsidialzeit gefestigt: Man traf sich wieder vermehrt am See, auf der Terrasse, bei Ausfahrten, in privaten Gruppen oder am Samstag beim Kaffeestamm. An den Monatszusammenkünften waren oft 30 bis 40 Mitglieder und Gäste beisammen. In seinem Jahresbericht 1975 würdigt Emil Rutishauser die Arbeit der Helferinnen und Helfer: „In unserer Gemeinschaft gibt es einen grossen, einsatzfreudigen Kern von immer wieder hilfsbereiten Mitarbeitern, dank deren es möglich war, grössere sportliche Anlässe durchzuführen und unsere Anlagen im Stande zu halten, ja sogar neue zu erstellen.“ Die Zeit zwischen 1966 und 1976 war von einigen markanten Ereignissen und sportlichen Leistungen geprägt, beispielsweise durch die Lacustre-Schweizermeisterschaft (1966), das 50-Jahr-Jubiläum des YCK (1970) und guten Regatta-Erfolge unserer Mitglieder. Oft reichte es in Schweizermeisterschaften zur Silber- oder Bronze-Medaille; zweimal sogar zum Schweizermeister (1969: Daniel DünneraufVaurien IDEFIX und 1975 Rainer Fröhlich auf 420 RADAMES). Eine besondere Aktivität und handwerkliches Können zeigten 1975 rund ein Dutzend Mitglieder durch den gemeinsamen Selbstbau von 13 Optimisten in den durch Paul Altwegg in Berg zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. Als unerfreulich wurde der immer grösser werdende Einfluss des Staates auf die früher so freie Benützung des Sees empfunden. Seit 1971 müssen an die Gemeinde Bojenliegegebühren bezahlt werden. Ausserdem war ein Gesetz zu erwarten, das erstmalig ein Sportgerät, unsere Segelboote, mit einer Steuer belegen sollte. Ab 1976 wurde eine Prüfung verlangt für Bootsführer eines Segelbootes mit Hilfsmotor über 6 PS. Selbst langjährige Seebären mussten nochmals antreten und der Obrigkeit zeigen, was sie seit Jahren beherrschen, nämlich ihr Boot in den Hafen zu manövrieren.
Das Steuer des „Clubschiffes“ übernahm August Rüber (1975 – 1981). In den Jahren seiner Präsidialzeit war die Planung eines Sporthafens in der Bucht vor unseren Clubanlagen das Thema Nummer eins. In ungezählten Sitzungen und Monatsversammlungen wurde über diverse Vorschläge debattiert die in Anbetracht der Bedeutung dieses Bauwerkes Priorität hatten. Aus segelsportlicher Sicht war 1976 das Jahr der Junioren. Nicht nur errangen sie hervorragende Regattaresultate auf Schweizer Seen, auch an der Atlantik- und Mittelmeerküste haben sie sich mit internationaler Konkurrenz gemessen. Der grosse Erfolg mit dem zweiten Gesamtrang, welchen Rainer Fröhlich und Peter Munz an den Junioren Weltmeisterschaften im Kanadischen Toronto heraussegelten, geht in die Geschichte des YCK ein. 1977 wurde dem Club eine Schenkung von drei Laser-Jollen durch den Schweizerischen Bankverein angeboten. Firmenwerbung, die zur Kommerzialisierung des Segelsports führen, veranlassten die Mitglieder, dieses Geschenk nicht anzunehmen. Im festlich geschmückten Rheinecksaal in Gottlieben tagten am 31. März 1979 die Delegierten zur USY Generalversammlung Mit Ausnahme von St. Gallen, in grauer Vorzeit, wurde noch nie ein am Bodensee beheimateter Club mit der Organisation einer solchen Tagung beauftragt. Unser Clubmitglied, Regierungsrat Dr. Erich Böckli, hielt die Begrüssungsansprache. Die meisten Delegierten-Gattinnen benutzten die Zeitspanne, in welcher das Seglerparlament tagte, zu einem von Georgette Böckli begleiteten und kommentierten Ausflug durch die Schönheiten thurgauischer Landschaft. Insgesamt wohl beste Image-Werbung für den YCK. Verdienste haben sich dabei Dieter und Ilse Starcke erworben, die massgeblich zum guten Gelingen beigetragen haben.
Hannes Bollinger (1981 – 1985) übernahm das Präsidentenamt von August Rüber. Als Gemeinderat und Mitglied der städtischen Bau- und Planungskommission hatte er Zugang und Wissen über verschiedene Möglichkeiten, auf die Planungs- und Bautätigkeit des Projekts „Bootshafen Seegarten“ Einfluss zu nehmen. Damals hofften einige der Hafenanlieger, aber auch Clubmitglieder, den Hafenbau verhindern zu können. Aus. den verschiedenen Sitzungen der Planungskommission war bekannt, dass das Bootshafenprojekt schon so weit gediehen war. Dass es nicht mehr darum ging, über Ob und Warum .zu diskutieren, sondern nur noch darum, ob unser Yacht Club im Hafen vertreten sein werde oder nicht. Schliesslich gelange es dann aber, Misstrauen abzubauen und konstruktive Mitarbeit anzubieten und zu erreichen, dass unser Club an idealer Lage eine eigene, selbstfinanzierte und selbstverwaltete Steganlage zugesprochen erhielt. Grosse Mühe bot auch die eigene Slipanlage. Der Kanton wollte mit allen Mitteln verhindern, dass mit Ausnahme des geplanten öffentlichen Slips weitere Einwasserungsmöglichkeiten geschaffen würden. Doch auch dieses Hindernis konnte überwunden werden. In diversen Clubveranstaltungen, welche teilweise recht ruppig verliefen, konnten sich unsere Mitglieder endlich für die heute, von allen sehr geschätzte Slip- und Stegvariante erwärmen. Der YCK sagte ja zum Hafenprojekt, in letzter Minute! Neben diesen Planungsarbeiten und Diskussionen liefen natürlich die ordentlichen Clubgeschäfte, Anlässe und Regattatätigkeiten. Viel Freude bereitete die Jugendarbeit. Der Erfolg des clubinternen Optimistenbaus trug Früchte, die Junioren waren aktiv wie schon lange nicht mehr. Zum überraschenden Präsidentenwechsel kam es 1985, als Hannes Bollinger an der Generalversammlung versuchte, das zu erreichen, was heute auch besteht, nämlich die Integration der Stegkommission in den YCK Vorstand. Weil Mitglieder des YCK verhindern wollten, dass der Vorstand auch über den Steg und seine Benutzung verfügen könne, sah er es, um weitere Streitereien zu verhindern, für angebracht, die Clubgeschäfte in andere Hände zu legen.
Und so übernahm Richard Beeli (1986 – 1992) die Verantwortung für die Clubgeschäfte. „Am 15. April 1986 wurde der Hafen Seegarten offiziell eröffnet. Die Jahre des Planens, des Diskutierens und Kritisierens, des sich Ereiferns und des Konsequenzenziehens scheinen ein Ende gefunden zu haben“, schreibt der Präsident in seinem Jahresbericht 1986. Der ganze YCK, selbst jene wenigen Aktivmitglieder, die sich nicht mit einem Hafen anfreunden konnten, belegen nun ihre Boote am YCK-Steg, auch für sie wurde es sehr bald zur Selbstverständlichkeit, dass unser Club seinen Steg vor dem Clubhaus liegen hat. Was lag näher nach dem Hafenbau, als unser Clubhaus einer Renovation zu unterziehen. Ein Vorhaben, das die Clubmitglieder sehr beschäftigte, galt es doch Althergebrachtes und Liebgewordenes nicht einfach wegzuräumen, sondern mit Einfühlungsvermögen in einem „sanften Umbau“ zu berücksichtigen. Hans Forster als Architekt und Peter Martin als Präsident der Baukommission haben mit den Mitgliedern der Baukommission unser Clubhaus zur Freude (fast) aller gestaltet. Am 27./28. Juni 1987 durfte Richard Beeli die offizielle Clubhausumbaueinweihung vornehmen. Neue Anlagen verlangten nach zeitgemässen Richtlinien. In vielen, zum Teil mühsamen Stunden ging es daran, ein neues Stegreglement zu kreieren und die Statuten des YCK zu bereinigen und zu ergänzen. Bedingt durch den Hafenbau war es Richard Beeli und dem Vorstand ein echtes Bedürfnis, den Kontakt zu den am Hafen Seegarten beheimateten Wassersportvereinen zu festigen. So traf man sich unter anderem jährlich zum Erfahrungsaustausch und gab Anregungen zu Handen der Hafenbetriebskommission. Mit der SVK und der SVB wird die Juniorenarbeit koordiniert sowie gemeinsame Clubregatten durchgeführt.
Auch wenn er das Ruder eines „zwar etwas betagten, aber kerngesunden Bootes“ in die Hand nehmen durfte: Ein Problem war für Hans Forster (1992 – 2001) bei Amtsantritt nicht gelöst: Auf Grund unseres sehr konservativen Aufnahmereglements hatte in den letzten Jahren die Zahl der Aktivmitglieder stetig abgenommen. Mit der Zielsetzung, der Generalversammlung 1992 ein neues Aufnahmereglement zur Genehmigung zu unterbreiten, ging der Vorstand zügig an die Arbeit und hat zusammen mit den Mitgliedern en neues Aufnahmereglement vorbereitet. Genehmigt wurde es an der Generalversammlung vom 16. November1992. Damit war der Weg frei, interessierte Seglerinnen und Segler in einer zeitgemässen Form in unserem Club aufzunehmen. Höhepunkt der Saison 1992 war der Shark-World-Cup vom 23. bis 30. Mai in Kreuzlingen. 33 Boote aus vier Nationen nahmen daran teil. Dank der Mithilfe vieler Clubmitglieder zu Wasser und zu Lande konnte dieser Anlass zur grössten Zufriedenheit aller Teilnehmer durchgeführt werden. Im gleichen Jahr konnten der Altnauer Segelclub, die Segler-Vereinigung Bottighofen, die Segler-Vereinigung Kreuzlingen und der YCK für ihre Jugendarbeit eine Auszeichnung des USY Regionalverbandes in Empfang nehmen. Ein Anliegen, den YCK besser in die Gemeinschaft der Wassersportvereine am Hafen einzufügen, konnte in die Tat umgesetzt werden: gemeinsame Regatten, Jugendarbeit und gesellige Anlässe blieben nicht ohne Wirkung. Und schliesslich geht auch die Einführun der beliebten Midweek-Regatten auf Hans Forster zurück.
Nach zehnjähriger Tätigkeit übergab Hans Forster 2001 das Clubruder an Andreas Giger (2001- 2012). Als langjähriges Vorstandsmitglied, zwei Jahre als Juniorenleiter und zehn Jahre als Wettfahrtleiter, brachte Andreas Giger viel Erfahrung in dieses Amt. Die Vorstandsfunktionen wurden mit Umsicht frisch besetzt, die Funktion des Takelmeisters entsprechend der gestiegenen Belastung aufgeteilt in Takelmeister und Stegverwalter. Dank dem aktiven Regattaleiter Thedi Waibel konnte der YCK in dieser Periode prestigeträchtige Regatten durchführen, wie zum Beispiel der Worldcup Shark und 101, der Europacup Shark, Dynamic und Lacustre, sowie die Schweizermeisterschaft H-Boot und Optimist. Die Unterstützung durch die Mitglieder des YCK war deutlich spürbar, so haben sich denn an der Opti SM über fünfzig Prozent der Mitglieder als Helfer engagiert.
Der YCK unterstützt auch tatkräftig die neu ins Leben gerufene Bodenseewoche durch die Ausrichtung von Regattabahnen und die Mitgliedschaft im Verein „Internationale Bodenseewoche“.
Die gesellschaftlichen Anlässe fanden meistens guten Anklang. Neu im Programm wurde das Skiweekend und die Fahrtenwoche sehr gut aufgenommen und erfreuen sich grosser Beliebtheit. Abwechselnd wird am Sommerfest oder an der GV getanzt.
Dem Verhältnis zu den Behörden und den Nachbarn wurde Sorge getragen. Zusammen mit der Stadt Kreuzlingen wurde der Erhalt des „Blauen Ankers“ gesichert. Dem „Dauerthema“ Gestaltungsplan wurde grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Nach vielen langen Sitzungen wurde dieser jedoch durch die Stadt wieder auf Eis gelegt. Der neue Stegvertrag mit der Stadt konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Entsprechend wurde auch das neue Stegreglement von den Clubmitgliedern verabschiedet.
Auch das IT Zeitalter ging nicht spurlos am YCK vorbei. Informiert wird via email und hompage. Der YCK versorgt die Hafenlieger mit Wireless ab dem Hotspot auf seinem Kopfsteg.
Die Zusammenarbeit in der Jugendausbildung mit dem SVK und dem SVB wurde aus Haftungsgründen rechtlich korrekt organisiert durch die Gründung des Vereins Junioren-Segelpool Region Kreuzlingen. Seither wird die Ausbildung auch mit dem Jugend Regatta Förderverein (Yachtausbildung) und dem Regionalkader Swiss Sailing Team Bodensee laufend intensiviert. Kreuzlingen wird zum Jugend-Segelzentrum am Schweizerufer, zur Basis des Regionaltrainers und der Segler von der Nationalen Elitesportschule Thurgau.
2011 nun übernahm Rolf Zwicky die Geschicke des YCK.