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Der Raum-Zeit-Agent Valerian reist nicht nur zu fernen Welten, sondern auch in ferne Jahrhunderte. Schon im ersten Abenteuer, das am 9. November 1967 im französischen Comicmagazin «Pilote», Link öffnet in einem neuen Fenster gestartet wurde, begibt er sich aus dem Jahr 2720 ins Jahr 1000, um einen abtrünnigen Zeitreisenden zu verfolgen.
Dort wird Valerian im Zauberwald beinahe von einem Riesenblatt erstickt, doch die hübsche Amazone Veronique rettet ihn. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Mission nimmt Valerian sie in seine Zeit mit, wo Veronique ebenfalls zur Raum-Zeit-Agentin ausgebildet wird.
Die Heldin
Von Album zu Album wächst Veroniques Einfluss immer mehr, und sie beginnt Valerians simplen Charakter zu entlarven. Autor Pierre Christin, Link öffnet in einem neuen Fenster meint sogar: «Valerian ist ein ganz und gar unfähiger Held. Oft versteht er das, was um ihn herum vorgeht, überhaupt nicht.»
Tatsächlich führt sich Valerian als handlungsorientierter und technikverliebter Held auf, während Veronique sein Machogehabe hinterfragt und dank ihrer weiblichen Intuition meist viel eleganter zum Ziel kommt als er.
Eine derart emanzipierte Comic-Heldin hatte in den 1960er- und 1970er-Jahren Seltenheitswert. Veronique, die im französischen Original Laureline heisst, wurde deshalb bald zum eigentlichen Star der Serie. «Ich schreibe Dialoge für meine Figuren, doch es ist Veronique, die ich sprechen lasse», sagte Pierre Christin einmal.
Die Autoren
Dass Christin ein Intellektueller ist, merkt man dem Comic, der uns Erdlingen einen Spiegel vorhält, an. In seinen Geschichten kritisiert Christin Faschismus, Imperialismus, Rassismus, Macht- und Geldgier, die Ausbeutung der Natur und vieles mehr. Trotzdem vernachlässigt er weder Spannung noch Humor.
Zeichner Jean-Claude Mézières, Link öffnet in einem neuen Fenster und seine Schwester Évélyne Tranlé, die seine Tuschzeichnungen koloriert, verwandeln Christins Einfallsreichtum in grandiose Bilder, an denen man sich gar nicht sattsehen kann.
Die Wirkung
Zahlreiche Elemente, Details und Aliens aus «Valerian und Veronique», Link öffnet in einem neuen Fenster tauchen in nur leicht abgewandelter Form in George Lucas' «Star Wars», Link öffnet in einem neuen Fenster-Filmen wieder auf: von Darth Vaders Maske über Prinzessin Leias goldenen Bikini bis zum Karbonitblock, in dem Han Solo eingefroren wurde.
Luc Besson engagierte 1992 Jean-Claude Mézières als Set-Designer für seinen Science-Fiction-Film «The Fifth Element», Link öffnet in einem neuen Fenster (1997). In dieser Zeit arbeitete Mézières gerade am 15. Valerian-Abenteuer «Die Kreise der Macht», in dem ein fliegendes Taxi vorkommt. Als Besson diese Zeichnungen sah, machte er aus seinem von Bruce Willis verkörperten Filmhelden, der ursprünglich ein Industriearbeiter war, den Chauffeur eines ebensolchen Taxis.
Die Filmadaptionen
2007 entstand in französisch-japanischer Co-Produktion die Zeichentrickserie «Valerian & Laureline», Link öffnet in einem neuen Fenster fürs Fernsehen. Deren Anime-Ästhetik hat nichts mehr mit dem Original zu tun und gibt die Magie der Comicserie in keiner Weise wieder.
Zum 50-jährigen Jubiläum des Comics bringt der bereits erwähnte Luc Besson nun die erste Filmadaption in die Kinos. Als langjähriger Valerian-Fan erweckt er mit «Valerian and the City of a Thousand Planets», Link öffnet in einem neuen Fenster den Kultcomic zu neuem Leben und bringt ihn auch einem jüngeren Publikum näher.
Kinostart: 20.7.2017
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur aktuell, 19.7.2017, 16.50 Uhr.