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Management der diabetischen Retinopathie
Enge Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen entscheidend für eine effektive Therapie
Wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung der diabetischen Retinopathie (DR) sind ein lange bestehender und schlecht eingestellter Diabetes sowie ein arterieller Hypertonus. Um diabetische Netzhauterkrankungen erfolgreich zu behandeln, bedarf es der engen Kooperation zwischen den beteiligten Fachdisziplinen. Eine gute und stabile Kontrolle der Blutzuckerwerte und eine adäquate Blutdruckeinstellung sind entscheidende Faktoren für das Auftreten und den Verlauf der diabetischen Retinopathie.1,2
Die Therapie der DR richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.
Nicht-proliferative-diabetische Retinopathie (NPDR)
Bei der milden NPDR entstehen bereits Schäden an der Netzhaut, die von den Betroffenen meistens jedoch nicht wahrgenommen werden. In der Regel wird ab diesem Stadium der Verlauf bereits sorgfältig beobachtet, aber noch nicht behandelt. Bei einer mässig schweren oder schweren NPDR ist eine panretinale Laserkoagulation oder eine anti-VEGF Therapie oder möglich.7
Proliferative diabetische Retinopathie (PDR)
Bei der PDR kann bei Hochrisikopatienten beispielsweise eine panretinale Laserkoagulation durchgeführt werden. Alternativ kann in bestimmten Fällen auch eine Injektion eines VEGF-Hemmers in den Glaskörper erfolgen.7 Falls in fortgeschrittenen Stadien solch konventionelle Behandlungen nicht ausreichen, kann eine Operation am Glaskörper (Vitrektomie) durchgeführt werden.
Therapieverfahren im Detail
1. Medikamentenapplikation in den Glaskörper [intravitreale operative Medikamenteingabe (IVOM)
Die Injektion des Medikamentes erfolgt direkt in den Glaskörper. Das Netzhautgewebe bleibt intakt.1
Hemmung des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF)
Der Botenstoff VEGF ist von zentraler Bedeutung in der Entstehung der diabetischen Retinopathie und fördert die Gefässproliferation – VEGF-Hemmer wirken dem entgegen.1 Ziel der anti-VEGF-Therapie ist die wirksame Unterdrückung von Gefässneubildungen8,9.
2. Lasertherapie
Fokale/ Grid Laserkoagulation
Bei dieser Form der Therapie werden durch den Laser feine fokale oder gegitterte Laserherde erzeugt, sodass kleine Narben entstehen und die unterversorgten Blutgefässe zerstört werden. Ebenso wird die Freisetzung von Wachstumsfaktoren wie VEGF wieder ausgeglichen.8
Panretinale Laserkoagulation
Bei der panretinalen Lasertherapie erfolgt eine Behandlung der gesamten Retina (Netzhaut) mit Ausnahme der Makula.2 Dieses Verfahren wird seit vielen Jahren zur Therapie der proliferativen diabetischen Retinopathie eingesetzt, allerdings kann die Laserbehandlung das Sehvermögen in der Peripherie beeinträchtigen.9
3. Glaskörperausschneidung (Vitrektomie)
Ist zur Behandlung einer diabetischen Retinopathie eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend, können bei Bedarf pathologische Anheftungen des Glaskörpers an der Makula, retinale Membranen, Glaskörperblutungen und Gefässneubildungen durch eine Vitrektomie mikrochirurgisch beseitigt werden.2,7
Regelmässige Kontrollen können Veränderungen der Netzhaut frühzeitig aufdecken und so den Sehkraftverlust minimieren.
Referenzen:
- Schmidt-Erfurth U, Garcia-Arumbi J, Bandello F, et al. Guidelines for the Management of Diabetic Macular Edema by the European Society of Retina Secialists (EURETINA). Ophthalmologica 2017; 237:185-222.
- Ziemssen F, Lemmen K, Bertram B, et al. Retinopathie. Der Ophthalmologe 2016; 113:623-638.
- Klein R, Knudtson MD, Lee KE, et al. The Wisconsin Epidemiologic Study of Diabetic Retinopathy XXIII. The Twenty-Five-Year Incidence of Macular Edema in Persons with Type 1 Diabetes. Ophthalmology 2009; 116:497-503.
- Chew EY, Klein ML, Ferris 3rd FL, et al. Association of elevated serum lipid levels with retinal hard exudate in diabetic retinopathy. Early Treatment Diabetic Retinopathy Study (ETDRS) Report22. Arch Ophthalmol 1996; 114:1079-84.
- Yau JW, Rogers SL, Kawasaki R, et al. Global Prevalence and Major Risk Factors of Diabetic Retinopathy. Diabetes Care. 2012; 35:556-564.
- Idris I, Warren G, Donnelly R. Association Between Thiazolidinedione Treatment and Risk of Macular Edema Among Patients with Type 2 Diabetes. Arch Intern Med. 2012; 172(13):1005-1011.
- Al-Rajhi A, Ambrus A, Daly M, et al. Diabetic Retinopathy Preferred Practice Pattern®. American Academy of Ophthalology 2019. http://dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2019.09.025
- Spital G. Therapie des diabetischen Makulaödems. Der Diabetologe 2018; 14:577-589.
- Reddy SV, Hussain D. Panretinal Photocoagulation: A Review of Complications. Seminars in Ophthalmology. Taylor & Francis 2018; 83-88.