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Gebärmutterhalskrebs ist in der Schweiz bei Frauen zwischen 20 und 49 Jahren die fünfthäufigste Krebsart. Da über 90 Prozent aller Fälle durch Humane Papillomaviren (HPV) verursacht werden, wären theoretisch 5000 Fälle an hochgradigen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals sowie 250 Fälle an Gebärmutterhalskrebs vermeidbar. Mehr als drei Personen, Frauen und Männer, erkranken pro Woche in der Schweiz an Analkrebs, verursacht durch HPV. Und bei mehr als 25 000 Männern und Frauen werden pro Jahr schweizweit Feigwarzen diagnostiziert. Obwohl Genitalwarzen nicht lebensbedrohlich sind, sind sie doch oft psychosozial belastend und einschränkend für die Lebensqualität, da die Behandlung langwierig ist.
Kondom garantiert keinen vollständigen Schutz
Es gibt kein Medikament, das eine HPV-Infektion, Krebsvorstufe, Krebserkrankung oder Genitalwarzen heilen kann. Wenn diese aber rechtzeitig erkannt werden, können sie lokal behandelt oder durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Konsequenter Kondomgebrauch ist für den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HPV unerlässlich. Allerdings garantiert er keinen vollständigen Schutz. HPV kann auch über die Haut oder die Schleimhaut, die nicht durch das Kondom abgedeckt sind, übertragen werden. Gemäss Schätzungen infizieren sich mehr als 70 Prozent der sexuell aktiven Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens mit HPV. Daher hat das BAG einen Massnahmenplan zur Eradikation der HPV-Infektion und HPV-bedingter Erkrankungen erarbeitet.
Durchimpfungsrate liegt unter angestrebtem Ziel
Nach Zahlen des BAG beträgt die HPV-Durchimpfungsrate in der Schweiz bei 16-jährigen Mädchen nur gerade 59 Prozent und bei Knaben 17 Prozent und liegt damit unter dem angestrebten Ziel einer Durchimpfungsrate von 80 Prozent. Nicht nur die Impfbereitschaft ist in der Schweiz zu tief, sondern auch der Wissensstand über HPV. Das verdeutlicht eine Vergleichsstudie in Europa vom März 2019, die in zehn Ländern inklusive der Schweiz durchgeführt wurde. Die Resultate sind ernüchternd. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt von 62 Prozent gaben in der Schweiz nur 48 Prozent an, den Begriff HPV zu kennen. Jeder zweite konnte also den Begriff HPV nicht zuordnen.
Inzwischen zeigen mehrere Studien, dass eine HPV-Prävention eine positive Auswirkung auf die Erkrankungsraten hat. Eine nun publizierte schwedische Studie verdeutlicht, dass eine frühe Prävention sich besonders lohnt.
Weitere Informationen zur HPV-Präventionsempfehlung des BAG sowie Broschüren zur Prävention von HPV können Sie unter www.bag.admin.ch/hpv-de einsehen.