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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Wie steht es mit der Lebensmittelverschwendung in der Schweiz?</p><p>2. Was kann der Bundesrat unternehmen, um gegen Lebensmittelverschwendung anzukämpfen?</p><p>3. Wird sich der Bundesrat von den Massnahmen gegen Lebensmittelverschwendung, die unsere europäischen Nachbarn ergriffen haben, inspirieren lassen?</p><p>4. Auch in den Entwicklungsländern werden aufgrund von Lagerungsproblemen viele Lebensmittel weggeworfen. Hat der Bundesrat - über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit - selber Programme entwickelt, die dieses Problem beheben wollen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nahrungsmittelabfälle fallen von der Produktion bis zum Endkonsum auf allen Stufen des Ernährungssystems an. Für die Schweiz existieren nur wenige Studien, welche Aufschlüsse über das Ausmass von Nahrungsmittelabfällen geben. So zeigt die Erhebung der Kehrichtzusammensetzung 2001/02 des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), dass 27 Prozent der Siedlungsabfälle in der Schweiz biogener Natur sind, ein Teil davon sind Nahrungsmittelabfälle. Insgesamt gibt es aber erhebliche Wissenslücken. Diese sollen prioritär für jene Stufen des Ernährungssystems geschlossen werden, bei denen die grössten Abfallmengen vermutet werden. Bereits geplant ist, Ende Jahr die Studie zur Kehrichtzusammensetzung zu aktualisieren. Es wird geprüft, ob Nahrungsmittelabfälle dabei erstmals getrennt erhoben werden können.</p><p>Der Bundesrat ist sich der sozialen und ethischen Dimension des Problems bewusst. Er anerkennt auch, dass die Reduktion von Nahrungsmittelabfällen ein ökologisches, aber auch ein ökonomisches Potenzial birgt. Deshalb wird zurzeit geprüft, wie im Rahmen des Bundesratsauftrags zur grünen Wirtschaft die Problematik vertieft werden kann. Dabei geht es darum, mit geeigneten Strategien und Massnahmen die Nahrungsmittelabfälle zu reduzieren und die nicht vermeidbaren Abfälle besser zu verwerten. Das Bafu, das Bundesamt für Gesundheit, das Bundesamt für Veterinärwesen und das Bundesamt für Landwirtschaft haben bereits mit der Analyse begonnen. Diese Arbeiten umfassen auch eine Bestandesaufnahme zu den Strategien der EU und verschiedener Länder (Frankreich, Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich) zur Vermeidung beziehungsweise Reduktion von Nahrungsmittelabfällen. Zudem soll mit den Akteuren des Ernährungssystems ein Dialog zur Frage aufgenommen werden, wie die Nahrungsmittelabfälle reduziert respektive besser verwertet werden können. Auf dieser Grundlage sollen dann die weiteren Schritte festgelegt werden.</p><p>Anders als in den Industriestaaten, in denen in erster Linie beim Endverbrauch Nahrungsmittel verloren gehen, sind in den Entwicklungsländern die grössten Verluste vor allem auf schlechte Lagerungsbedingungen auf den vorgelagerten Stufen zurückzuführen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ist seit Jahren in diesem Bereich aktiv. Die Erfahrungen in Lateinamerika haben gezeigt, dass durch die Zusammenarbeit von lokalen Gewerbetreibenden, Beratungsstellen und Bauern bei der Reduzierung von Lagerungsverlusten sehr erfreuliche Ergebnisse erzielt werden können. Das Deza-Programm "Postcosecha", in dessen Rahmen Lagerungssilos hergestellt und angeboten werden, stiess in diesem Zusammenhang auf internationale Anerkennung. Seit einigen Jahren pflegt die Deza Kontakte zu internationalen und nationalen Partnern und Forschungsanstalten, namentlich im südlichen Afrika, um die positiven Erfahrungen aus Lateinamerika weiterzugeben und das Programm den Bedürfnissen der afrikanischen Bevölkerung anzupassen. Derzeit laufen entsprechende Pilotprojekte über das bilaterale Programm der Deza, allen voran in Tansania. Mit dem Ziel, auf höchster Ebene die Agrarpolitiken in diesem Sinne zu beeinflussen und eine Sensibilität für die Thematik zu schaffen, unterhält die Deza über das Globalprogramm Ernährungssicherheit engen Kontakt zur Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, aber auch zur Afrikanischen Union und den Partnerländern und -organisationen. Auch im Dialog mit anderen Geberländern wird die Thematik angesprochen, um die Weiterverbreitung von Lösungen zu fördern. Die Schweiz ist hier an vorderster Front aktiv und hat die Problematik zu einem Kernthema ihres Programms zur Verbesserung der Ernährungssicherheit gemacht. Dank der Entwicklung neuer Ansätze und des Interesses, das die Deza mit ihren Tätigkeiten weckt, dürften diese wohl auf Asien ausgeweitet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.