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Ein Grossschneefall brachte im Norden beträchtliche Neuschneemengen und einen markanten Anstieg der Lawinengefahr. In der Folge entwickelte sich die Schneedecke im Norden günstig: Der schwache Altschnee an der Basis der Schneedecke war mächtig überdeckt und Lawinen konnten gegen Ende dieser Wochenberichtsperiode im Norden kaum mehr im Altschnee ausgelöst werden. Allerdings blieben oberflächennahe Schichten mit frischen Triebschnee vorerst heikel.
Südlich einer Linie Rhone-Rhein fiel weniger Neuschnee womit ein ungünstiger Schneedeckenaufbau entstand. Vor allem dort blieb die Situation für Schneesportler heikel.
Freitag, 13.01. und Samstag, 14.01.: Grossschneefall im Westen und Norden
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag setzte im Westen intensiver Schneefall ein. Am Freitag und am Samstag lag dann der Schwerpunkt des Niederschlags am Alpennordhang mit teilweise intensivem Nordstau. Zeitweise wurden hohe Intensitäten erreicht. Der Schneefall wurde begleitet von starkem West- bis Nordwestwind. Die Schneefallgrenze lag anfänglich im Westen kurzzeitig bei rund 1800 m, sank dann aber rasch bis in die Niederungen. Von Donnerstagabend bis Samstagabend fielen oberhalb von 1800 m folgende Schneemengen (vgl. Abbildung 2):
Sonntag, 15.01. und Montag, 16.01.: Im Nordosten weiterhin Schneefall mit sehr lockerem Schnee Im Nordosten schneite es am Sonntag und Montag aus einer hochnebelartigen Bewölkung weiter. Bei sehr tiefen Temperaturen und wenig Wind fiel sehr lockerer Schnee mit sehr geringen Dichten (Wildschnee). Deshalb wurden beachtliche Neuschneehöhen mit wenig Wasserwert gemessen.
Dienstag, 17.01. bis Donnerstag, 19.01.: Erst Bise, dann meist sonnig und weniger kalt
In der Nacht auf Dienstag blies am zentralen Alpenhauptkamm ein starker Nordwind, der dann aber am Dienstag nachliess. Im Norden setzten Bise und in der Höhe Nordostwind ein, die bis am Mittwoch anhielten und zumindest im Norden der hauptbestimmende lawinenbildende Faktor waren. In den westlichen Voralpen wehte die Bise stark, in den übrigen Voralpen mässig. Im westlichen Jura blies der Nordostwind stark bis stürmisch, im übrigen Jura mässig bis stark. Am zentralen Alpenhauptkamm wehte teils starker Nord- bis Nordostwind, der am Dienstag tagsüber abflaute. In den übrigen Gebieten schwacher bis mässiger, in der Höhe teils starker Nordostwind (vgl. Abbildung 4).
Am Dienstag war es im Norden noch hochnebelartig bewölkt, am Mittwoch und Donnerstag sowie im Westen und Süden war es sonnig. Die Temperaturen auf 2000 m stiegen von -16 °C auf rund -4 °C im Norden und -7 °C im Süden. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gab es am nördlichen Alpenkamm einen Südföhnschub.
Mit Neuschnee und starkem bis stürmischem West- und Nordwestwind entstanden am Freitag und Samstag besonders in hohen Lagen umfangreiche und leicht auslösbare Triebschneeansammlungen. Der Neu- und Triebschnee wurde auf einer meist dünnen Altschneedecke abgelagert. Diese ist war allem an Schattenhängen zwischen 2200 und 2800 m teils komplett aufbauend umgewandelt und locker, teils mit Schmelzharschkrusten oder härteren, alten Triebschneeschichten durchsetzt. Die Lawinengefahr stieg am Freitag ganz im Westen, am Samstag dann verbreitet am nördlichen Alpenkamm auf Gefahrenstufe 4 (gross) an. Die Gefährdung bezog sich vor allem auf alpines Schneesportgelände. Weil in mittleren Lagen und in den typischen Lawinenbahnen vor diesem Schneefall erst sehr wenig oder kein Schnee lag, wurde kaum mit Tallawinen gerechnet. Am Freitag wurden nur wenig Lawinenabgänge gemeldet, wobei auch die Sichtverhältnisse sehr eingeschränkt waren. Es war daher schwierig zu beurteilen, ob die Gefahrenstufe 4 tatsächlich erreicht wurde. Am Samstag und Sonntag stieg dann der Lawinenaktivitätsindex markant an (vgl. Abbildung 5). Dabei wurden die meisten Lawinen bei Sicherungsmassnahmen künstlich ausgelöst. Spontane Lawinen wurden wenig gemeldet, wobei auch an diesen Tagen die Sicht in den Hauptniederschlagsgebieten schlecht war. Im Nachhinein wurden dann doch noch viele eingeschneite Lawinen beobachtet (vgl. Abbildung 6).
In der Folge entwickelte sich die Schneedecke nördlich der Linie Rhone-Rhein grundsätzlich günstig. Die grossen Schneemengen konnten kaum mehr ausgelöst werden, der schwache Altschnee war zu tief begraben. Allerdings entstanden in der Höhe und in den Voralpen mit dem Nordostwind und der Bise frische Triebschneeansammlungen, die aufgrund des vielen verfrachtbaren Schnees mächtig wurden (vgl. Abbildung 7).
Südlich von einer Linie Rhone-Rhein war die Überdeckung des schwachen Altschnees zu wenig mächtig und es entstand eine ausgeprägte Altschneeproblematik. Diese heikle Situation wurde mit Gefahrenanzeichen wie Wummgeräuschen, mit ungünstigen Profilen (vgl. Abbildung 1) aber auch mit Lawinenauslösungen durch Personen oder selbst mit spontanen Lawinenabgängen bestätigt (vgl. Abbildung 8 und 9).
Die Regionen weiter im Süden, wie beispielsweise Zermatt und Saas Fee, aber auch Mittelbünden und das Engadin zeigten ebenfalls einen ungünstigen Schneedeckenaufbau. Allerdings waren dort die Schneemengen, die über dem schwachen Altschnee lagen deutlich weniger mächtig und somit auch die potentiellen Lawinen kleiner.
Am Alpensüdhang war die Altschneedecke grundsätzlich besser verfestigt und Lawinenprobleme waren vor allem in oberflächennahen Schichten und neueren Triebschneeschichten auszumachen.
Obwohl in dieser Wochenberichtsperiode im Norden grosse Neuschneemengen fielen, waren die Schneehöhen nur gerade am zentralen und östlichen Alpennordhang durchschnittlich. Dies deutet an, wie wenig Schnee vorher lag. In den übrigen Regionen waren die Schneehöhen unterdurchschnittlich, in den südlichen und südöstlichen Gebieten sogar stark unterdurchschnittlich (Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel).
In dieser Wochenberichtsperiode ereigneten sich keine tödlichen Lawinenunfälle. Bis jetzt gab es diesen Winter 2 Todesopfer, was einem Drittel des Durchschnittes der letzten 10 Jahre mit 6 Todesopfern entspricht. Folgende Unfälle wurden diese Woche dem SLF gemeldet: