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Bevor die in der Natur gewonnene Energie als sogenannte Endenergie zum Endverbraucher gelangt, wird sie z.B. in Strom, Benzin, Heizöl oder Fernwärme umgewandelt. Dabei und auch während des Transports entstehen Energieverluste. Diese belaufen sich je nach Jahr auf bis zu einem Viertel der gewonnenen Energie.
Kurzfristig bestimmen Konjunkturlage und Witterung den Verbrauch von Energie. Längerfristig sind insbesondere Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie Veränderungen in den Technologien und der Lebensstile wichtige Einflussfaktoren. Seit 1950 hat sich der Endenergieverbrauch der Schweiz beinahe verfünffacht, wobei seit ungefähr der Jahrtausendwende eine Stabilisierung und in den letzten Jahren ein Rückgang zu beobachten ist. 2022 belief sich der Endenergieverbrauch auf 765 060 Terajoules. Der stark zunehmende Energiebedarf in den 1950er- und 1960er-Jahren ging mit dem Aufkommen von Erdölprodukten einher, die nach und nach die zuvor dominierende Kohle ersetzten. Der Höhepunkt wurde zu Beginn der 1970er-Jahren erreicht, als Erdöl einen Anteil von gegen 80% des Energieverbrauchs ausmachte. Seither haben Elektrizität, Erdgas, Holz und weitere Energieträger an Bedeutung gewonnen.
2022 wurden rund 59% des Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt. Bei deren Verbrennung wird u.a. CO2 freigesetzt, das als Treibhausgas den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt und dadurch Einfluss auf das Klimasystem hat. Vermindern lassen sich CO2-Emissionen beispielsweise durch Verhaltensänderungen, verbesserte Energieeffizienz oder die Umstellung auf CO2-ärmere Technologien.
Zwischen 1990 und 2022 ist der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch von 15,8% auf 25,7% angestiegen. Den grössten Anteil daran hatte 2022 die Wasserkraft mit 11,8%, gefolgt von Holz/Biogas mit 6,1% und der Nutzung von Umweltwärme mit 2,7%. Die übrigen Technologien trugen in geringerem Ausmass daran bei.
Zwischen 1990 und 2022 ist sowohl das Bruttoinlandprodukt (BIP) wie auch die Wohnbevölkerung stärker gewachsen als der Endenergieverbrauch: Während die Energieeffizienz um 79% zugenommen hat, ist der Energieverbrauch pro Person um 28% gesunken. Nicht berücksichtigt ist dabei allerdings die sogenannte «graue Energie», also diejenige Energie, die im Ausland für Herstellung und Transport der importierten Produkte benötigt wurde.
Gemäss Energiekonten des BFS war die Wirtschaft 2021 für rund zwei Drittel des Energieverbrauchs verantwortlich, wobei der Industriesektor, gefolgt vom Dienstleistungssektor die grössten Anteile ausmachten. Die Haushalte nutzten rund ein Drittel der Energie: 11% für Verkehrs- und 24% für Heizungs- bzw. übrige Zwecke. Zwischen 2000 und 2021 ist der Energiebedarf der Wirtschaft insgesamt um 9% gesunken, derjenige der Haushalte um 4%.
Nach wie vor heizen die meisten Menschen in der Schweiz mit Heizöl, wenn auch die Bedeutung dieses Energieträgers zwischen 2000 und 2022 abgenommen hat (62% bzw. 39% der Bevölkerung). Erdgas hingegen, das fürs Heizen am zweithäufigsten genutzt wird, ist in dieser Zeitspanne wichtiger geworden (18% bzw. 25% der Bevölkerung). Noch deutlicher zugenommen haben jedoch die Wärmepumpen (3% bzw. 18% der Bevölkerung), die 2022 an dritter Stelle kommen. Während auch Fernwärme an Bedeutung gewonnen hat, sind Holz und elektrische Heizungen zurückgegangen.
Weiterführende Informationen
Grundlagen und Erhebungen