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Wer ein Auto hat, mit dem er nicht fährt, fühlt sich dennoch mobil. Wem jedoch das Auto so kaputt geht, dass jede Reparatur aussichtslos ist, der fühlt sich schnell angenagelt.
So ist das mit den Nord-Stream-Pipelines 1 und 2: Beide hätten bis gestern theoretisch schnell in Betrieb genommen werden können. Jetzt sind sie bis auf einen Strang kaputt.
Und schon ganz theoretisch wird es schwierig, sie wieder in Betrieb zu setzen. Deutschland fühlt sich in der Folge kälter an. Der Gaspreis steigt weiter.
Der reale Effekt ist dabei niedriger als der psychologische, der in der abermals gestiegenen Unsicherheit liegt, was in diesem Krieg noch alles passiert. Menschen und Märkte hassen nichts so sehr wie Unsicherheit. Sie fürchten sich. Das Militär allerdings kennt sie.
Aus der US-Militärsprache kommt die Bezeichnung Vuca, die für die englischen Begriffe von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität steht.
Das, was die Militärs schon kannten, hat im Gefolge des Ukraine-Kriegs jetzt auch die zivile Welt erreicht.
Die trockene Antwort manches Befehlshabers auf die Vuca-Welt ist: «Auf Sicht fahren.»
Wir sollten uns daran halten und die Pläne für die Welt von morgen verschieben, solange wir nicht die Welt von heute stabilisiert haben.