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Trotz Winter stellten wir uns das Wetter in Marokko anders vor. Jedenfalls haben wir die Kälte der letzten zwei Wochen satt und wollen in wärmere Gefilde, also ab in den Süden.
Um Melilla fahren wir wie bei Ceuta erneut an EU-Stacheldraht entlang, um dann via Nador und Berkane nach Oujda, der Grossstadt im Nordosten Marokkos zu gelangen, von wo die N17 fadengerade südwärts in die Sahara führt. Ca. 30km nach Oujda finden wir auf einer Nebenstrasse einen schönen Übernachtungsplatz direkt neben dem offiziell stillgelegten Bahntrassee des Oriental Desert Express, auf dem dann doch mitten in der Nacht lärmig ein Zug vorbeirattert und uns ziemlich erschreckt. Vermutlich wird die Strecke für Transporte von den nahe gelegenen Minen noch verwendet.
Anderntags gondeln wir noch etwas in der landwirtschaftlich gut erschlossenen Gegend herum, bevor wir dann auf der N17 auf den Ostausläufer des trockenen Rekkam Plateaus gelangen: flach so weit das Auge reicht, kaum Verkehr und ausser bei einigen Nomadenlagern keine Menschenseele. Wir fahren irgendwo runter und etwas weg von der Strasse und geniessen unsere erste Nacht in der Wüste.
Es ist hier zwar schön, trocken und an der Sonne auch recht warm, doch die Nacht ist mit -3° bitterkalt. Wir haben den Anstieg kaum bemerkt, aber wir sind mittlerweile auf 1288müM.