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Seit dem Abschluss des Nord-Süd-Friedensabkommens 2005 vollzieht sich im Südsudan der Übergang von der Krisen- zu einer Entwicklungssituation. Der Südsudan ringt jedoch mit einem sehr fragilen Kontext und hat enorme Entwicklungs-herausforderungen zu gewärtigen: die sichere und nachhaltige Rückkehr von rund 2.5 Millionen Vertriebenen, zunehmende interethnische Gewalt und der Aufbau funktionierender staatlicher Strukturen.
Der Wassersektor in Südsudan ist wie alle übrigen Sektoren nach wie vor sehr schwach. Es fehlt an Ressourcen und Infrastruktur. Der Zugang der Bevölkerung zu sicherem Trinkwasser und besseren sanitären Einrichtungen ist mit 48% respektive 6% niedrig. Gravierende Wasserknappheit für Mensch und Vieh ist ein häufiges Phänomen. Als Folge davon sind durch Wasser übertragene Krankheiten wie Durchfall, Typhus und Cholera weit verbreitet.
Wasserzugang und -management
Aufgrund der hohen Anzahl von Personen, die in den letzten Jahren in den Südsudan − insbesondere in den Gliedstaat Northern Bahr el Ghazal − zurückgekehrt sind, hat sich der Druck auf die schon vorher unzureichende Infrastruktur noch erhöht.
Das Projekt hat folgende Ziele:
• Verbesserung des Zugangs zu sicherem Wasser (Quantität und Qualität) für Mensch und Vieh im Gliedstaat Northern Bar el Ghazal. Dies stellt einen Beitrag zu den Millenniumsentwicklungzielen 4 (Senkung der Kindersterblichkeit) and 5 (Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern) dar. Ein verbesserter Zugang zu Wasser trägt dazu bei, das in vielen Regionen Südsudans verbreitete Konfliktpotenzial um Wasser abzubauen.
• Gewährleistung einer nachhaltigen Nutzung der Wasserressoucen und Stärkung der lokalen Wasserbehörde bei der nachhaltigen Bewirt-schaftung der Wasserressourcen. Dies stellt einen Beitrag zum Millenniumsentwicklungziel 7 (Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit) dar. Nur ein angemessenes Ressourcenmanagement kann eine dauer-hafte Verbesserung der Gesundheit und der Lebensgrundlagen der Bevölkerung gewährleisten.
Die Projektkosten belaufen sich auf CHF 5 Million für den Zeitraum Okto-ber 2010 bis Dezember 2013. Schwerpunkt ist Northern Bahr el Ghazal, ein Grenzgebiet mit hohem Zustrom von Rückkehrerinnen und Rückkehrern und geringem Dienstleistungsangebot. Das Projekt soll zu einer nachhaltigen Verbesserung des Wassersektors beitragen, indem es die Behören stärken und dadurch befähigen will, Verantwortung für die Bewirtschaftung dieser zentralen Ressource wahrzunehmen und die Führungsrolle im Wassersektor zu ergreifen.
Zusammenarbeit mit Behörden
Darüber hinaus will das Projekt die Wasserversorgung konkret verbessern, indem neue Zugangsmöglichkeiten zum Wasser geschaffen und die Standards und Mittel für die erfolgreiche Instandhaltung des Systems erhöht werden. Eine enge Einbeziehung der Behörden, der Vereinten Nationen (insbesondere UNICEF) und der lokalen Bevölkerung wird für den Erfolg des Projekts zentral sein.
Aufgrund des Kontextes, des schwachen instituionellen Rahmens im Gliedstaat Northern Bar el Ghazal und des Know-hows des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) im WASH-Sektor (Wasser, sanitäre Inf-rastruktur und Hygiene) wird das Projekt als Direktaktion der DEZA in enger Zusamenarbeit mit den Behörden realisiert.
Aufbau lokaler Kapazitäten
Das Projekt verbindet den Aufbau lokaler Kapazitäten mit der Verbesserung der Wasserversorgung. Durch den Aufbau von Kapazitäten innerhalb des Gliedstaates und der Verwaltungseinheiten sollen die lokalen Behörden befähigt werden, Kontrolle, Leitung und Management des Wassersektors zu übernehmen und die Planung für eine nachhaltige Wassernutzung zu erarbeiten. Ein Beitrag zum Wasserressourcen-Management wird der Regierung zudem einen Ausgangspunkt für den Aufbau eigener Kapazitäten in diesem wichtigen, aber vernachlässigten Bereich liefern. Ein letzter Aspekt des Projekts ist das Paket für Notsituationen, das die Ernstfall-Vorsorge der Gemeinden gewährleisten und die Weiterführung des Projekts im Falle von Konflikten und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Dürre ermöglichen soll.
Chancen und Risiken
Das Projekt kann auf die während des Sezessionskrieges in Südsudan aufgebaute Beziehungs- und Vertrauensbasis sowie auf den guten Ruf der DEZA-HH abstützen, der während der UNO-Operation “Lifeline Sudan” erworben wurde, welche von der DEZA-HH durch die Entsendung von Wasserexperten zur Unterstützung der UNICEF unterstützt wurde.
Der potenzielle Nutzen für die Bevölkerung in Northern Bar el Ghazal und die Gelegenheit für die DEZA, einen im Werden begriffenen Staat und dessen Bevölkerung mit ihrem Know-how im Wasserressourcen-Management zu unterstützen, überwiegen die bestehenden Risiken hinsichtlich Sicherheit, Logistik und Personalwesen.