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Neulich war ich doch leicht erschrocken.
Offensichtlich hatte mein Nachbar das alte Jahr damit abgeschlossen, sich von Altlasten zu befreien. Feinsäuberlich stellte er ein Bündel Altpapier vor die Türe. Recycling ist eine gute Sache und gleichzeitig eine Manifestation schweizerischen Seins. Kein anders Land auf dieser Welt verlangt von seinen Bürgern, das Altpapier gebündelt am Tag der Abfuhr auf die Strasse zu stellen. Nicht anarchistisch in einen Papiersack geworfen, nein, sauber verschnürt wird der Rohstoff wieder zurück in den ewigen Kreislauf gegeben. Zuoberst auf dem Bündel meines Nachbarn lag der ‹Nebelspalter›, den ich unter Schweiss und Tränen produziert hatte.
War das alles, was von meiner Arbeit übrigblieb? Mein Nachbar sollte sich schämen! Ich war so lange beleidigt, bis ich mich daran erinnerte, wie ich mein Altpapier bündelte. Letztlich ist das Altpapierpaket vor dem Haus eine Visitenkarte. Zuoberst würde niemand den Playboy, Betreibungen oder die Monatszeitschrift der Zeugen Jehovas platzieren. Die ältere Generation erinnert sich an die «NZZ mit», die man am Kiosk bestellte und dafür einen «Blick» mit nacktem Seite-3-Girl im Tarnmantel erhielt. Irgendwie sah ich das Bündel Altpapier danach mit anderen Augen.