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Illusions perdues
Regie: Xavier Giannoli
Darst.: Benjamin Voisin, Cécile de France, Vincent Lacoste, Xavier Dolan, Salomé Dewaels, Jeanne Balibar, Gérard Depardieu, André Marcon, Louis-Do de Lencquesaing u.a.
Frankreich, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Neben der Arbeit in der Druckerei seines Schwagers glüht der ambitionierte Lucien für die Dichtkunst und seine Mäzenin Madame de Bargeton. Ab sofort nennt er sich Lucien de Rubempré nach seiner verstorbenen Mutter und erhofft sich so einen Platz in der vornehmen Gesellschaft. Als in Angoulême Gerüchte über seine unstandesgemässe Affäre mit Madame de Bargeton aufkommen, fliehen die beiden nach Paris. Der provinziellen Enge entkommen, entpuppt sich die Stadt seiner Träume jedoch als hartes Pflaster für einen mittellosen jungen Mann. Durch die Bekanntschaft mit dem Journalisten Étienne Lousteau, der ihn in die Welt der florierenden Boulevardpresse einführt, eröffnen sich neue Möglichkeiten für den talentierten Lucien, denn hier lässt sich mit Schreiben viel Geld verdienen. Er verliebt sich in die junge Schauspielerin Coralie, gleichzeitig offenbaren sich ihm die Mechanismen hinter den herrschenden Machtverhältnissen, und er muss einsehen, dass in Paris alles käuflich ist: der literarische Erfolg, die Presse, die Politik und sogar die Gefühle. An diesem Punkt gewinnt «Illusions perdues», der achte Spielfilm des 1970 geborenen Regisseurs und Literaturwissenschaftlers Xavier Giannoli («L’Apparition») brisante Aktualität, denn er macht deutlich, dass Fake News und Influencer:innen keine neuen Erfindungen sind. Er zeigt die Instrumentalisierung der Medien durch wirtschaftliche Abhängigkeit und Manipulation: Wo man früher bezahlte Theaterclaqueur:innen einsetzte, arbeitet man heute mit gekauften «Likes». «Illusions perdues», die Adaption des gleichnamigen, dreiteiligen Romans von Honoré de Balzac, feierte seine Weltpremiere 2021 an den Filmfestspielen von Venedig. Bei den diesjährigen Césars brach er mit 15 Nominierungen und sieben Auszeichnungen alle Rekorde. In Frankreich startete der Film mit grossem Erfolg, auch dank des perfekt besetzten Ensembles mit Benjamin Voisin («Été 85»), Cécile de France, Vincent Lacoste, Xavier Dolan, Jeanne Balibar und Gérard Depardieu. Peter Debruge schreibt in Variety: «‹Illusions perdues› ist eine prächtige und überraschend zeitgemässe filmische Nacherzählung von Balzacs Meisterwerk».