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Casti Aspermont – Mauern, Köpfe, Ideen
25.00 CHF
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Martin Bundi
Casti Aspermont
Mauern, Köpfe, Ideen
Verlag Bündner Monatsblatt, 2002.
Beschreibung
Martin Bundi
Casti Aspermont
Mauern, Köpfe, Ideen
Verlag Bündner Monatsblatt, 2002.
Eingebettet in den Dorfkern von Sagogn-Ausserdorf (Vitg Dadò) direkt neben dem Dorfbrunnen, erhebt sich das markante Turm- und Schlossgebäude Casti Aspermont. Es liegt am westlichen Ausläufer von Bregl da Heida. Mit diesem Hügel und der nahen Burgstelle Schiedberg weist Aspermont einen engen besiedlungsgeschichtlichen Zusammenhang auf. Um 1390 taucht der Name „Aspermont“ in Sagogn zum ersten Mal auf und bezeichnete einen bischöflichen Meierhof, in dessen Nähe ein Gericht tagte. Dendrochronologische Untersuchungen im heutigen Schlossbaukörper bestätigen diese Entstehungszeit des herrschaftlichen Gebäudes.
Name und Besitzergeschichte
Der Name „Aspermont» stammt von der Familie der Herren von Aspermont mit ehemaligen Burgsitzen bei Jenins und Zizers. Angehörige dieses Geschlechts waren vom 12. bis ins 14. Jahrhundert bischöfliche Dienstleute. Quellen aus dieser Zeit weisen darauf hin, dass die Aspermont in Sagogn über Rechte und Besitz verfügten. So dürfte ein Vertreter dieser Dynastie als bischöflicher Dienstmann in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts einen Meierturm und Hofgebäude errichtet und in deren Nähe das Nieder-Gericht (Vogtei) über die bischöflichen Leute in der Surselva ausgeübt haben.
Nach den Aspermont walteten die Herren von Lumerins (Lumbrein) und von Mont (Vella) im 15. Jahrhundert als Inhaber dieses bischöflichen Lehens und seiner Einkünfte und als Vorsteher des Vogteigerichts. Seit ca. 1520 bis 1538, d.h. bis zur Ablösung der bischöflichen Herrschaft der Surselva, scheinen Meierturm und Vogtei im Lehensbesitz eines Zweiges der vorher in Laax wohnenden Adelsfamilie von Jochberg gewesen zu sein. 1539 erwarb der Landrichter Hans von Jochberg vom Bischof das Gebäude als Privatsitz. Danach wohnten hier mehrere Generationen von Jochberg, bedeutende Staatschreiber und frühe Vertreter des Humanismus. Um 1672 ging das Gebäude in den Besitz der politisch einflussreichen Familie Castelli aus dem Veltlin über, die als Podestaten und Landrichter bedeutenden Wohlstand erlangte. Gut 150 Jahre später kam die Familie Steinhauser durch Heirat in den Besitz von Aspermont. Deren letzter Vertreter starb 1918 in Paris. Nach dem frühen Tod von Alois Steinhauser, dessen Ehe kinderlos blieb, ging das Schloss 1918 an dessen Schwester Crescenzia Tuor in Ilanz über, in deren Besitz es bis zu ihrem Tod 1970 blieb. In diesen Jahrzehnten stand Aspermont oft leer, wurde zeitweilig an Einzelpersonen oder Erziehungsinstitutionen vermietet oder diente der Gemeindeoberstufe als Schulraum. 1977 kaufte Dr.iur.et.Dr.rer.pol. Andreas Kuoni, a.Verwaltungsgerichtspräsident Graubünden, das Casti in desolatem Zustand. Er sanierte es während mehreren Jahren mit Architekt Rudolf Olgiati. Heute wird es privat und für kulturelle Anlässe genutzt.
Baugeschichte und Beschreibung
Das Casti Aspermont besteht aus zwei Trakten: dem turmartigen Ostteil und dem gegen Westen angebauten Hauptflügel. Dieser Hausteil (Saalbau) stammt im Kern aus der Zeit vor 1400. Baugeschichtlich haben die Castellis die stärksten Spuren hinterlassen. Sie verliehen dem Saalbau die heutige Form und bauten 1672 den reich getäfelten Saal im ersten Obergeschoss, die sogenannte Junkerstube, ein. Von ihnen stammen auch mehrere Täferstuben mit kunstvoll beschlagenen Türen und verschiedenen Truhen. In ihre Besitzerzeit fällt ebenfalls der Neubau des Turmhauses zu Beginn des 18. Jahrhunderts – eine Erweiterung aus Platzgründen für die grosse Familie. Seit diesen baulichen Veränderungen präsentiert sich das Casti Aspermont als stolzer Turm mit sechs Stockwerken, der vom grosszügigen Saalbau mit hohem Dachfrist flankiert wird. Unter dem weiträumigen Gebäudeensemble erstrecken sich Kellerräume mit verschiedenartigen Gewölben.
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