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Ein Volksfeind
Schauspiel
Stückinfo
In der schönen kleinen Stadt läuft alles bestens: das Heilbad floriert, der wirtschaftliche Aufschwung ist da, die Arbeitslosigkeit nimmt ab, die Steuern sind niedrig, die Immobilienpreise steigen, die Presse ist frei, man überlegt die Gründung einer freien Schule – es herrscht ein «schöner Geist der Verträglichkeit». Wie gut also, dass der Badearzt Tomas Stockmann – Bruder des Bürgermeisters und Vorstandsvorsitzenden des Heilbades – nun auch noch in mühevoller Forschungsarbeit die Quelle einer seltsamen Typhus- und Gastritis-Epidemie gefunden hat: Die Abwässer der Industrie oberhalb der Stadt.
Es ist doch im Interesse der Allgemeinheit, das Problem so schnell wie möglich und gründlich anzugehen? Man wird im Badearzt doch den «Volksfreund» erkennen, ihm einen Fackelzug ausrichten, eine Gehaltserhöhung anbieten? Wo doch die Presse auf der Seite der Wahrheit steht, die breite Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Badearzt, die Unternehmer reich geworden, und die Verhältnisse aufgeklärt und demokratisch sind?
«Danke, danke, meine lieben Freunde! Ich bin überglücklich –; oh, es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass man sich verdient gemacht hat um seine Vaterstadt und um seine Mitbürger.» — Henrik Ibsen, Ein Volksfeind
Henrik Ibsen (1828 –1906) gilt als einer der Begründer der modernen Dramatik. Trotz erster Erfolge als Theaterleiter und Dramatiker verbrachte Ibsen, nach Auseinandersetzungen mit Regierung, Öffentlichkeit und Presse, mehr als ein Drittel seines Lebens im «freiwilligen Exil» in Italien und Deutschland. Hier entstanden seine wichtigsten Arbeiten für die Bühne, so auch 1882 «Ein Volksfeind».
Simon Solberg arbeitet als Regisseur u.a. am Deutschen Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden, Nationaltheater Mannheim und Volkstheater München. Am Theater Basel inszenierte er 2010 «Die Räuber» nach Friedrich Schiller in einer «raubkopierten Fassung» und in der vergangenen Spielzeit «Graf Öderland» von Max Frisch. Mit seiner polarisierenden Inszenierung von «Die Räuber» wurde das Theater Basel zu den Schillertagen 2011 in Mannheim eingeladen.
Besetzung
- Dr. Katrin Stockmann, Badeärztin - Inga Eickemeier
- Thomas Stockmann, ihr Mann, Lehrer - Florian Müller-Morungen
- Peter Stockmann, Amtsrat - Martin Hug
- Morten Kiil, Gerbermeister, Thomas' Vater - Roland Bayer
- Hovstad, Redakteur des "Volksboten" - Andreas Tobias
- Billing, Mitarbeiterin der Zeitung - Nicole Coulibaly
- Buchdrucker Aslaksen - Dirk Glodde