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"König von Preußen"
Britisches Schmugglerschiff aus dem 18. Jahrhundert.
Historischer Hintergrund
John Carter, der sich gerne mit "König von Preußen" anreden ließ, war der wohl
berühmteste und gewitzteste aller Schmuggler, die in Cornwall im Süden Englands
ihr Unwesen trieben. Seinen Spitznamen - dem übrigens die zwischen Penzance und
Portleven gelegene Bucht "Prussia Cove" ihren Namen verdankt- trug er von klein
auf, denn bei den Kriegsspielen mit seinen Brüdern wollte John immer Friedrich
der Große, König von Preußen, sein.
Carters Vorherrschaft auf dem Meer dauerte von 1777 bis 1807. Nach seinem Tod
trat sein Stiefsohn William Richards in die Fußstapfen des berüchtigten
Schmugglers; "Prussia Cove" behielt den Ruf als gefährliches Schmugglernest.
Fast alles, was wir heute über John Carter wissen, beruht auf Legenden, die man
sich vor Ort erzählt. John und sein Bruder Harry waren seinerzeit
unangefochtenen die Anführer aller Schmuggler in Cornwall. Trotz seines
zweifelhaften Berufs war Carter dafür bekannt, dass er in seinem Geschäften
überaus korrekt war, und geradezu legendär war das Geschick, mit dem er sein
Schiff vom Typ Hoy zu steuern wusste. Beamte der Zollbehörde nutzten ein paar
Tage seiner Abwesenheit aus ; sie beschlagnahmten eine frisch aus Frankreich
eingetroffene Schiffsladung und verbrachten die Waren in die Lagerhallen des
Zolls. Als Carter zurück war, scharrte er seine Männer um sich, brach in die
Hallen der Zollbehörde ein und holte sich die Ware zurück und dabei ließ er alle
anderen dort befindlichen Sachen stehen, die nicht "seine" waren.
Einmal wurde die Hoy Carters von einem Sloop verfolgt; Carter steuerte sein
Schiff kaltblütig durch einen engen Durchgang des Riffs. Weil die Ebbe
eingesetzt hatte, liefen die Verfolger auf Grund und konnten ihre Kanonen nicht
gegen die Schmuggler unter John Carter einsetzen, die sich ungestört mit der
Beute aus dem Staub machten.
Was macht den Schiffstyp "Hoy" aus?
Die Antwort auf die Frage liegt in der Konzeption und dem Aufbau des Schiffs.
Anders als die seinerzeit überaus populären Sloops, die zumeist aus
widerstandsfähigem und schwerem, englischem Eichenholz konstruiert waren, wurden
die Hoys aus Tannenholz gezimmert, das ebenfalls wasserdicht, dabei jedoch
preiswerter und vor allem leichter war. Leichtes Holz bedeutete weniger Gewicht
und somit eine größere Schnelligkeit. Auch die Rümpfe der beiden Schiffstypen
waren unterschiedlich aufgebaut: Die Hoys hatten einen Rumpf der Bauart
"Carvel", bei dem die Beplankung nebeneinander verlaufend aufgebracht ist, was
eine glatte und fließende Oberfläche ergibt. Die Sloops hingegen hatten einen so
genannten "Clinker"- Rumpf mit übereinander aufgebrachten Planken; das war zwar
der Dichtigkeit zuträglich, verschaffte dem Schiff jedoch eine gewisse Trägheit,
weshalb bei Wellengang Geschwindigkeit aus der Fahrt herausgenommen werden
musste. Der Rumpf der Hoys war zudem breiter und der Kiel reichte weniger tief
ins Wasser, so dass man mit diesen Schiffen auch in Küstennähe und in Kanälen
manövrieren konnte, wo andere Schiffe auf Grund gelaufen wären.
Der Typ Hoy variiert in der Größe -es gibt ebenso kleine Hoys mit nur einem Deck
wie auch große, mit Kanonen bestückte Schiffe für eine Besatzung von zirka 50
Mann, ausgestattet mit einem Laderaum für große Lasten. Ein weiterer Vorteil der
Hoys war die Art ihrer Besegelung. Die Sloops hatten vorne wie hinten
Dreiecksegel und einen langen Bugspriet. Rechtähnlich sah auf den ersten Blick
die Besegelung bei den Hoys aus, jedoch war sie im Detail ausgereifter und durch
Vierecksegeln unterstützt. Auf diese Weise ergab sich eine um 25% größere
Segelfläche, in der der Fahrtwind aufgefangen werden konnte.
Baukasteninhalt:
- Schiffständer mit Namensschild
- Einteiliger Kiel und gesägte Spanten
- Leistenmaterial für die zweifache Beplankung und die Masten
- Seitliche Verzierungen aus Metall
- gegossene Kanonen und alle benötigten Beschlagteile
- Flagge
- Segelstoff
- 10 Planbögen im Maßstab 1:1
- Baubeschreibung mit Stückliste in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch
und Französisch
Technische Daten:
Maßstab 1:42
Länge 745 mm
Höhe 630 mm
Breite 320 mm