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Die bewegte Lebensgeschichte von Jean-Baptiste Bory de St.-Vincent (1778-1846) überschattet manchmal sein Ansehen als einer der besten und produktivsten Naturforscher des frühen neunzehnten Jahrhunderts.
Als freizügiger Lebemann, der sich zuweilen auch als Literat versuchte, wurde seine Laufbahn kompliziert durch verschiedene politische Intrigen und finanzielle Probleme, so dass er sich manchmal über Jahre hinweg auf der Flucht vor den Behörden oder gar im Gefängnis befand. Trotz diesen Schwierigkeiten konnte er seine naturwissenschaftliche Tätigkeit aufrecht erhalten und gilt heute als der erste wichtige Inselgeograf und Erforscher von Korallenriffen. Darüber hinaus war er einer der ersten, der auf dem Gebiet der Biogeographie forschte. So trug er im Lauf der Zeit ein immenses Herbarium zusammen, das er schliesslich dem französischen Staat vermachte.
Tafel XXXIV im Atlasband: Mamelon Central, Cratère Bory
Bereits im Alter von 22 Jahren nahm Bory als Zoologe an der Expedition rund um die Welt von Nicolas Baudin teil und forschte auf Mauritius, Madeira, Teneriffa, La Réunion und St. Helena. Nach seiner Rückkehr in Paris publizierte er 1804 das dreibändige Werk Voyage dans les quatre principales îles des Mers d’Afrique, Ténériffe, Maurice, Bourbon et Sainte-Hélène. Es wird ergänzt durch einen Tafelband. 17 der insgesamt 25 Kapitel sind der Insel La Réunion gewidmet. Einer der beiden Krater des dort aktiven Vulkans Piton de la Fournaise trägt heute seinen Namen: Krater Bory.
Links:
Voyage dans les quatre principales îles des mers d’Afrique (Paris, 1804) im Bibliothekskatalog NEBIS : http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=000306048
Die Illustrationen aus dem Tafelband sind online bei Gallica.