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Professionelles Verstehen & Handeln, Wirkungen von Angeboten & Verfahren der SA, Kompetenz & Wissen & Können der Professionellen, Ausbildung & Fort- und Weiterbildung, Kooperation mit ehrenamtlich Tätigen & Laien.
Sozialer Wandel, soziale Probleme, Politik, Wohlfahrtsstaatliche Kontexte
Probleme bei der Abgrenzung in der SA?
Professionsbezogene Forschung ist zugleich immer auch organisationsbezogene Forschung, Soz. Problemlagen können adressatenbezogen oder stärker gesellschaftsbezogen untersucht werden.
Auf welche drei Satzwarte bauen logische Schlussfolgerungen auf?
Beschreibender Satz, Zuordnender Satz und Allgemeiner Satz
Wie werden logische Schlussfolgerungen aufgebaut?
Aus zwei Sätzen (Prämissen) wird jeweils eine Schlussfolgerung abgeleitet (Konklusion).
Wie wird eine Induktion aufgebaut?
Prämisse (Zuordnender Satz und Beschreibender Satz) führt zur Konklusion (Allgemeiner Satz). Von der Beobachtung von Einzelfällen wird auf allgemeine Sätze (Gesetze, Regularitäten) geschlossen.
Was ist der Positivismus?
Der Positivismus verfolgte das Ziel, die Grundlagen einer empirischen (vom Gegebenen ausgehenden) Wissenschaft zu formulieren.
Welche Vorstellungen prägte der Positivismus?
Wissenschaft hat das Ziel, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Diese Aussagen werden aus der Induktion gewonnen. Dabei wird von Beobachtungen ausgegangen und auf allgemeine Aussagen hin geschlussfolgert.
Was ist das Problem des Positivismus?
Der Positivismus versucht die Verifikation von allgemeinen Aussagen. Aus gültigen Prämissen können aber falsche Sätze gefolgert werden, ohne dass dies im Rahmen des Dreisatzsystems der Induktion sichtbar werden müsste.
Was wird also als Induktionsproblem bezeichnet?
Die aus Induktion gewonnenen Erkenntnisse sind insofern provisorisch als sie bei jeder nächsten Beobachtung widerlegt werden können. Aus der Tatsache, dass bis anhin alle Beobachtungen dasselbe zeigten, lässt sich keine Sicherheit gewinnen, dass die nächste Beobachtung nicht zu einem anderen Ergebnis kommt. Der aus der Induktion hervorgehende allgemeine Satz bietet keine Sicherheit für Gültigkeit.
Was kann als die Lösung des Induktionsproblems gesehen werden?
Der Anspruch des Kritischen Rationalismus.
Was wird als Deduktion bezeichnet?
Prämisse (Allgemeiner Satz und Zuordnender Satz) führen zu einer Konklusion (beschreibender Satz). Bei einer Deduktion wird von allgemeinen Sätzen auf den einzelnen Fall geschlossen; der beschreibende Satz zum Einzelfall wird aus dem allgemeinen Satz abgeleitet. Deduktion ist das Fundament des Kritischen Rationalismus.
Worin unterscheiden sich unterschiedliche wissenschaftstheoretische Positionen?
Aufgrund des Verfahrens der logischen Schlussfolgerung, die sie für die Wissenschaft als zentral erachten und aufgrund der methodischen Annahmen, die sie treffen.
Karl R. Popper legt die Grundlagen für den Kritischen Rationalismus. Er versteht diese Position als Lösung des Induktionsproblems. Was bleibt?
Auch der Kritische Rationalismus versteht sich als Fundierung einer empirischen Wissenschaft (Natur- wie auch Sozialwissenschaften). Die Beobachtung bleibt dabei zentral. Der Kritische Rationalismus weist der Beobachtung aber einen anderen Platz zu als der Positivismus. Beobachtungen sind nicht der Ausgangspunkt von Forschung. Beobachtungen sind vielmehr das Material, mit dem Hypothesen geprüft werden.
Ausgangspunkt für Forschung sind Hypothesen (behauptete allgemeine Sätze bzw. Regularitäten). Was bedeutet das für die Forschung?
Wahrnehmungen/Beobachtungen sind immer schon theoretisch gelenkt, deshalb ist es kohärent, von diesen theoretischen Annahmen auszugehen. Diese werden anhand der Beobachtung des Gegebenen auf ihre Gültigkeit hin geprüft.
Damit nimmt der Kritische Rationalismus in einem zentralen Punkt eine radikale Umkehr der Forschungslogik vor. Das bedeutet…
Es geht nicht um die Hervorbringung & Verifikation von Aussagen. Es geht vielmehr darum, behauptete Aussagen zu prüfen. Erweisen sich Hypothesen als falsch, so kann dies (im Gegensatz zur Behauptung der Gültigkeit von Sätzen) als sichere Erkenntnis gelten.
Was bedeutet Falsifikation?
Ziel kritisch rationaler Wissenschaft ist der Ausschluss der Hypothesen, die falsch sind: Falsifikation. Dementsprechend ist empirische Forschung hypothesenprüfend angelegt.
Logik der Deduktion?
Kritisch-rationale Forschung stellt auf dem Verfahren der Deduktion ab: Im Schlussverfahren der Deduktion sind allgemeine Sätze Teil der Prämissen. Aus den allgemeinen Sätzen und zuordnenden Sätzen werden beschreibende Sätze gefolgert. Im Rahmen empirischer, hypothesenprüfender Forschung werden hypothetische allgemeine Sätze/Regularitäten und zuordnende Sätze in die Prämissen gesetzt. Aus dieser Prämisse werden beschreibende Sätze gefolgert (Konklusion). Diese (erwartete Beschreibung) wird mit der Beobachtung konfrontiert. Stimmt die Beobachtung nicht mit der erwarteten Beschreibung überein, wird in diesem Verfahren deutlich, dass eine der Prämissen falsch sein muss.
Wie sehen methodische Zusatzannahmen des Kritischen Rationalismus aus?
Hypothesen haben präzise, weitreichend und kühn zu sein. Hypothesen müssen empirischen Gehalt haben und falsifizierbar sein. Einmal widerlegte Hypothesen sind auszuscheiden.
Was sind weitere Annahmen des Kritischen Rationalismus?
Wissenschaftlicher Fortschritt ergibt sich aus konsequenter Falsifikation von Hypothesen und dem endgültigen Verwerfen von widerlegten Hypothesen. Wissenschaft muss wertneutral sein. Entstehungszusammenhang und Nutzungszusammenhang von Forschung sind nicht Teil von Wissenschaft.
Was sind also zusammengefasst die Grundzüge des Kritischen Rationalismus?
Ziel kritischer rationaler Wissenschaft ist der Ausschluss von Hypothesen, die nicht gültig sind: Falsifikation. Empirische Forschung ist deshalb hypothesenprüfend angelegt. Hypothesen sollen kühn, präzise und falsifizierbar sein. Fortschritt von Wissenschaft ergibt sich aus der Falsifikation von These und deren Ausschluss.
Was sind die Probleme und Kritik an der kritisch-rationalen Position?
Was nicht beobachtet und gemessen werden kann, ist für Wissenschaft nicht zugänglich. Die Enthaltung von Wertungen macht zwar Aussagen an sich sachlich neutral und weniger subjektiv. Wissenschaft kann so aber für unterschiedliche Zwecke in Anspruch genommen und genutzt werden, auch für solche, die wir nicht gut finden können. Wertneutrale Wissenschaft kann sich deshalb als nicht wirklich neutral, sondern als leicht zu benutzendes Instrument in den Händen der Herrschenden erweisen. Die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass wissenschaftlicher Fortschritt anderen Muster folgt, als einem strikten Falsifikationismus.
Was bezeichnet der Begriff „Raffinierter Falsifikationismus“?
Anderes Modell als der ursprüngliche Kritische Rationalismus, die Falsifikation von Hypothesen ist auch zentral. Zugleich misst er auch der Bewährung von Hypothesen eine Bedeutung für den Fortschritt von wissenschaftlicher Erkenntnis bei. Nicht nur aus der Tatsache, dass eine Hypothese widerlegt ist, kann man eine sichere Erkenntnis gewinnen. Auch die Tatsache, dass eine Hypothese sich einstweilen bewährt hat, vermittelt uns Erkenntnisse über Sachverhalte, Zusammenhänge und Kausalitäten.
Was wird als „Modifikation“ bezeichnet?
Wird eine falsifizierte Hypothese modifiziert (und nicht einfach fallen gelassen) und in einer neuen Überprüfung (Falsifizierungsversuch) nicht falsifiziert, hat sie sich einstweilen bewährt. Hieraus kann etwas Neues gelernt werden.
Worin sieht der raffinierte Falsifikationismus Fortschritte?
Durch die Falsifikation von behutsamen Hypothesen (Widerlegung von etwas, was für selbstverständlich betrachtet wurde) oder durch die Bewährung von kühnen Hypothesen (Bewährung von Unerwartetem).
Was bedeutet „kühn“?
Was als kühn oder behutsam zu betrachten ist, ist relativ. Kühn oder behutsam ist eine These immer im Lichte des bestehenden Hintergrundwissens. Kühn ist, was mit dem bestehenden Wissen kontrastiert oder von diesem ausgeschlossen wird.
Was ist Hermeneutik?
Sowohl ein allgemeines wissenschaftstheoretisches Paradigma als auch eine Methodologie (Lehre des methodischen Vorgehens). Gegenstand der Hermeneutik sind protokollierte Lebensäusserungen (Texte, Bilder, Filme, etc.). Hermeneutik führt zum Verstehen von (subjektiven oder intersubjektiv geteilten) Sinnkonstruktionen (Sichtweisen, Verständnissen und Erleben). Hermeneutische Forschung kann damit insbesondere noch wenig bekannte Phänomene ausleuchten und beschreiben, (neue) Kategorien/Begriffe schaffen, Existenzaussagen machen, Zusammenhänge & Muster aufzeigen, Typen konstruieren. Sie kann aber keine Aussagen zu deren Auftretenshäufigkeit machen.
Woher kommt der Begriff Hermeneutik?
Stammt von einem griechischen Verb, welches deuten, auslegen und verstehen bedeutet. Hermeneutik ist in diesem Sinne die Lehre der Auslegung von Zeichen, d.h Texten oder anderen dokumentierten Lebensäusserungen.