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Poker Regeln: Texas Hold’em
Texas Hold'em ist die beliebteste Pokervariante, die weltweit in Casinos und zu Hause gespielt wird. Es gibt unzählige Filme, Fernsehsendungen und Bücher darüber und es ist das Spiel, an das viele Menschen zuerst denken, wenn sie das Wort «Poker» hören.
Texas Hold'em ist ein Strategiespiel, das eine Kombination aus Glück und Geschick erfordert, um erfolgreich zu sein. Die Grundregeln von Texas Hold'em Poker sind relativ einfach, aber das Spiel wird schnell komplexer, wenn du dich mit den vielen Feinheiten und Strategien beschäftigst. Die vielzähligen Strategien und Spielmöglichkeiten sind Gründe, weshalb Texas Hold’em Poker so beliebt ist.
Poker Grundbegriffe
Bevor wir zu den eigentlichen Texas Hold’em Poker Regeln kommen, möchten wir hier einige wichtige Grundbegriffe erklären. Diese Begriffe zu verstehen ist essenziell, um dem Spielverlauf folgen zu können.
- SMALL UND BIG BLIND:
Der Begriff «Blind» bezeichnet im Poker einen erzwungenen Mindesteinsatz, welcher von gewissen Spielern geleistet werden muss. Der Big Blind ist normalerweise doppelt so hoch, wie der Small Blind. Die Blinds werden jeweils zu Beginn jeder Runde gesetzt. Der Spieler links neben dem Dealer muss dabei den Small Blind setzen, der Spieler zur linken des Small Blinds ist im Big Blind. Jeder weitere Spieler, der in die Hand einsteigen möchte, muss jeweils mindestens den Einsatz des Big Blinds mitgehen.
- HOLE CARDS:
Als «Hole Cards» werden die zwei eigenen Karten der Spieler bezeichnet. Diese bleiben während des ganzen Spiels verdeckt und dürfen nur vom Spieler selbst, aber nicht von den Gegnern eingesehen werden.
- GEMEINSCHAFTSKARTEN:
Die fünf Karten, welche in die Mitte des Tisches gelegt werden, werden als «Gemeinschaftskarten» bezeichnet. Diese können von allen Spielern für ihr Blatt beansprucht werden.
- BET:
«Bet» bedeutet nichts anderes als auf etwas zu wetten. Man wettet darauf, dass man das beste Blatt auf der Hand hält. Bet ist somit nichts anderes als das Setzen eines Einsatzes.
- CHECK:
«Checken» (schieben) bedeutet, dass ein Spieler in dieser Runde keine Bet (mehr) tätigen, sondern es beim bestehenden Einsatz belassen möchte. Checken ist grundsätzlich nur möglich, wenn kein Spieler vorher in der Setzrunde einen Einsatz getätigt hat. In der ersten Runde hat nur der Big Blind die Möglichkeit zu checken und auch nur dann, wenn keiner seiner Mitspieler in der Zwischenzeit einen höheren Einsatz geleistet hat. In späteren Spielrunden haben grundsätzlich alle Spieler die Möglichkeit zu checken. Wenn alle sich im Spiel befindlichen Spieler checken, so wird die nächste Karte gezeigt, der Pot erhöht sich dabei nicht. Wenn sich jedoch ein Spieler der Runde dazu entscheidet seinen Einsatz zu erhöhen, so entfällt die Möglichkeit zu checken. Der Spieler hat dann die Option seine Karten «wegzuwerfen» («Fold»), mitzugehen («Call») oder den Einsatz zu erhöhen («Raise»).
- CALL:
Mit «Call» bestätigst du das Mitgehen eines Einsatzes. Dies bedeutet, dass ein Spieler einen Einsatz in derselben Höhe wie der oder die Spieler vor ihm setzt. Man sagt auch, der Spieler hat «gecallt».
- RAISE:
«Raise» bezeichnet das Erhöhen eines Einsatzes. Wenn ein Spieler also nicht nur einfach mit dem vorherigen Gebot mitgehen möchte, sondern dies noch übertreffen will, spricht man von einem Raise. In der Regel muss dein Raise mindestens so hoch sein, wie der letzte Einsatz der aktuellen Setzrunde. Eine Ausnahme von dieser Regel kommt dann zum Zug, wenn ein Spieler nicht mehr über genügen Spielguthaben verfügt, um den minimalen Raise-Betrag zu leisten. In diesem Fall darf er «All-in» gehen – also sein gesamtes Guthaben setzen, um den Raise zu tätigen. Diese Regel kann je nach Spielvariante abweichen. Am besten ist es, wenn du dich vor dem Spiel mit den Poker Regeln des Tisches vertraut machst bzw. bei einem Spiel im Freundeskreis diese Punkte vor dem Spielstart klärst.
- FOLD:
Eine weitere Option im Texas Hold’em Poker wäre das Passen, «Fold» genannt. Durch das Wegwerfen der Karten endet das aktuelle Spiel für den Spieler. Der Spieler hat daher auch keine Ansprüche auf den Pot und muss bis zur nächsten Runde warten, bis er wieder mitspielen darf. Wenn die Option zwischen Fold und Check besteht (wenn der vorherige Spieler nicht erhöht hat), ist checken stets die bessere Option. Dadurch kann man sich länger im Spiel halten und hat somit auch weiterhin die Chance auf den Pot, ohne seinen Einsatz erhöhen zu müssen.
- SHOWDOWN:
Beim Vergleichen der Blätter am Ende eines Pokerspiels redet man vom «Showdown». Der erste Spieler deckt sein Blatt auf, die nachfolgenden Spieler haben die Wahl, ob sie ihre Karten auch aufdecken möchten, oder die Karten verdeckt an den Dealer übergeben. Strategisch ist es oft sinnvoll, die eigenen Karten nicht zu offenbaren, wenn diese nicht die bereits aufgedeckten Karten übertrumpfen. Wer seine Karten als erstes aufdecken muss. ist dabei von den Tischregeln abhängig. Kläre diesen Punk am besten vor deinem ersten Spiel.
Spielaufbau
Für ein Texas Hold’em Spiel werden mindestens zwei Mitspieler gebraucht. In der Regel spielen aber mehr Spieler bis maximal zehn Spieler an einem Tisch. Für das Spiel wird ein Pokerkartenset (ohne Joker) mit 52 Spielkarten benötigt. Das Set beinhaltet somit die Karten von 2 bis Ass in allen vier Farben.
Vor dem Start des Spiels muss die Höhe der beiden Blinds definiert werden. Bei einem Spiel im Casino oder Online-Casino sind die Blinds jeweils bereits definiert und werden angegeben. Bei einem Spiel im Freundeskreis sollten sie zu Beginn des Spiels im Rahmen der Poker Regeln definiert werden. Der Big Blind wird dabei in der Regel auf das Doppelte des Small Blinds gesetzt.
Am Anfang einer neuen Texas Hold’em Pokerrunde muss zunächst noch der Dealer der ersten Runde bestimmt werden. Dazu wird allen Teilnehmern am Tisch eine Karte offen ausgeteilt. Die Person mit der höchsten Karte ist als erster als Dealer an der Reihe. Falls zwei Spieler die gleiche höchste Karte haben, so entscheidet die Farbe der Karte nach der vom Bridge her bekannten Ordnung: Die höchste Farbe ist Pik (♠), gefolgt von Herz (♥), Karo (♦) und Kreuz (♣) ist somit die tiefste Farbe.
Die Rolle des Dealers als Kartengeber wechselt danach in jedem Spiel im Uhrzeigersinn. Beachte, dass im Casino jedoch immer der Croupier selbst die Karten gibt. Ein Dealer Button wird aber trotzdem im Uhrzeigersinn verteilt. Der Dealer Button dient als ein virtueller Dealer, der den Wechsel des Kartengebers simuliert.
Pokerhände
Das Ziel vom Texas Hold’em Poker ist es, mit einer Kombination aus den eigenen Hole Cards und den Gemeinschaftskarten das bestmögliche Blatt aus fünf Karten zu bilden. Die beiden übrigen Karten (aus den 5 Gemeinschaftskarten und den zwei Hole Cards) werden zur Auswertung der Blätter nicht betrachtet. Die besten Hände sind in Reihenfolge vom besten zum schlechtesten Blatt:
- Royal Flush: Ass, König, Königin, Bube, 10 alle von derselben Farbe
- Straight Flush: eine Strasse mit fünf Karten derselben Farbe
- Four of a kind (Poker): vier gleiche Karten
- Full House: drei gleiche und zwei gleiche Karten
- Flush: fünf beliebige Karten derselben Farbe
- Straight: eine Strasse mit fünf Karten
- Three of a kind: drei gleiche Karten
- Two pairs: zwei gleiche und zwei gleiche Karten
- One pair: zwei gleiche Karten
- High Card: wenn keine der oberen Kombinationen erreicht wurde, entscheidet wer die höchste Karte hat
Spielablauf
Pre-Flop: Blinds und Hole Cards
Vor dem Austeilen der Karten müssen zunächst die Blinds gesetzt werden. Der Spieler links vom Dealer muss dabei den Small Blind setzen, der Spieler links neben diesem setzt den Big Blind. Dazu platzieren sie einfach die jeweilige Chips-Höhe vor sich auf dem Tisch.
Wenn die beiden Blinds gesetzt wurden, beginnt der Dealer mit dem Austeilen der Karten und jeder Spieler erhält verdeckt seine beiden Hole Cards.
Als erstes ist nun der linke Nachbar des Big Blinds an der Reihe. Dieser hat nun drei Möglichkeiten für seinen Zug:
- Call: Der Spieler tätigt einen Einsatz in Höhe des Big Blind.
- Raise: Der Spieler erhöht und setzt mindestens das Doppelte des Big Blind.
- Fold: Der Spieler steigt aus.
Der Reihe nach treffen jetzt alle Spieler ihre Entscheidung. Es wird so lange gesetzt, bis die Einsätze komplett ausgeglichen sind, also bis alle Spieler, die im Spiel bleiben möchten, denselben Einsatz getätigt haben.
Da jeder der Spieler dieselben oben aufgelisteten Optionen hat, ist es auch möglich, dass es zu einem sogenannten Re-Raise kommt. Dies ist der Fall, wenn ein Spieler geraist hat und danach von einem weiteren Spieler mit dessen Raise überboten wird. Der erste Spieler muss seinen Einsatz deshalb nochmals erhöhen auf das neue höhere Niveau, wenn er im Spiel bleiben will.
Wenn alle Personen am Tisch ihren Einsatz in Höhe des Big Blinds tätigen und es nicht zu einem Raise kommt, so hat die Person im Big Blind, zusätzlich zum raisen, die Option zu checken. Dies da dieser Spieler bereits seinen Einsatz in Höhe des Big Blinds getätigt hat.
1.Runde: Der Flop
Wenn alle Spieler ihre Einsätze gemacht haben, deckt der Dealer drei Gemeinschaftskarten in der Mitte des Tisches auf, welche alle Spieler gleichermassen beanspruchen können. Diese ersten drei Karten nennt man im Fachjargon «Flop».
Alle Einsätze, die während der Setzrunde gemacht wurden, werden in die Tischmitte geschoben und bilden den Pot, den es in dieser Runde zu gewinnen gibt. Nachdem der Flop ausgelegt wurde, folgt eine erneute Setzrunde beginnend beim Spieler im Small-Blind (also unmittelbar links vom Dealer). Spieler, welche bereits vor dem Flop ausgestiegen sind, werden in dieser Runde nicht mehr berücksichtigt.
Auch in der zweiten Setzrunde haben die Spieler die oben genannten drei Möglichkeiten Call, Raise, Fold. Hinzu kommt aber noch die Möglichkeit zu checken. Diese Option steht nur zur Auswahl, wenn die anderen Spieler zuvor keinen Einsatz gebracht haben. Sobald ein Spieler in der Runde erhöht, müssen die anderen Spieler mindestens das Gebot ausgleichen.
2.Runde: Der Turn
Sobald alle Spieler den Höchsteinsatz bezahlt haben oder aus dem Spiel ausgestiegen sind, folgt die vierte Gemeinschaftskarte, der «Turn».
Es erfolgt eine erneute Setzrunde nach oben beschriebenem Muster. Dabei haben wieder alle Spieler die Möglichkeit zu callen, raisen, folden und gegebenenfalls zu checken. Die neue Setzrunde beginnt links vom Dealer mit dem ersten Spieler, welcher sich noch im Spiel befindet.
3.Runde: Der River
Wenn alle Einsätze ausgeglichen sind und sich noch mindestens zwei Spieler im Spiel befinden, folgt die fünfte Gemeinschaftskarte, genannt «River».
Nach dem Ausgeben der River-Karte erfolgt die letzte Setzrunde nach demselben Muster. Sind danach immer noch zwei oder mehr Spieler im Spiel erfolgt der Showdown.
Der Showdown
Der erste Spieler zeigt nun sein Blatt (wer als erster seine Karten aufdecken muss ist in den Tischregeln festgelegt und kann deshalb von Spiel zu Spiel abweichen). Die weiteren Spieler im Spiel können danach ihre Karten ebenfalls zeigen, müssen aber nicht. Bei einer besseren Kombination als die bereits offenen Karten müssen die eigenen Karten auf jeden Fall gezeigt werden, um bei der Auswertung beachtet zu werden. Bei schlechteren Karten kann es strategisch sinnvoll sein, die eigenen Karten nicht offen zu legen.
Bei mehreren offen gelegten Händen werden nun die Karten verglichen und der Spieler mit der besten Hand gewinnt den Pot. Bei gleichwertigen Händen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt (Split-Pot).
Nachdem der Pot ausgeschüttet wurde, werden die Position des Dealers, Small Blind und Big Blind im Uhrzeigersinn um eine Person weitergeschoben. Die nächste Texas Hold’em Runde beginnt nach demselben Muster.
Ende des Spiels
Auch wenn nach obiger Beschreibung eine Texas Hold’em Pokerrunde mit dem Showdown endet, heisst dies nicht, dass in Realität jede Runde erst im Showdown gewonnen wird. Es ist nämlich viel öfter der Fall, dass alle Spieler bis auf einen bereits zuvor aussteigen. Wenn du also in einer beliebigen Runde einen Einsatz gesetzt oder erhöht hast und kein weiterer Mitspieler möchte gleichziehen, so gewinnst du automatisch die Runde und damit den Pot. In diesem Fall musst du deine Karten nicht zeigen.
Spezialfall: Was passiert bei einem All-In?
Beim Texas Hold’em Poker kommt es immer wieder zu dem Fall, dass ein Spieler All-In geht, also alle seine Chips auf sein Blatt setzt. In diesem Fall schiebt der Spieler alle seine verbliebenen Chips in die Mitte. Wenn ein Mitspieler mitgeht und keine Möglichkeiten für Bets, Calls und Raises mehr bestehen, so werden die verdeckten Karten der beteiligten Spieler sofort aufgedeckt. Anschliessend werden die noch verbleibenden Gemeinschaftskarten in die Mitte gelegt und die Hände werden ausgewertet wie bei einem normalen Showdown.
Aber Achtung: Sollten noch drei oder mehr Spieler in der Runde sein und nur einer von ihnen geht All-In, so wird ein Side-Pot gebildet. Der Spieler, welcher All-In ist, kann dann nur noch den Main Pot gewinnen. Seine Karten verbleiben weiterhin bis zum Ende des Spiels verdeckt. Die weiteren Spieler spielen normal weiter. Es besteht die Möglichkeit für einen weiteren Sidepot, bis es zu einem Showdown kommt. Die Hände werden nach den normalen Poker Regeln ausgewertet, mit dem Unterschied, dass der Spieler der All-In gegangen ist, nur Chance auf den Pot hat, in den er auch tatsächlich eingezahlt hat. Die weiteren Spieler haben die Möglichkeit beide Pots, Main- und Sidepot, oder ggf. weitere Sidepots zu gewinnen.
Varianten von Texas Hold’em
Texas Hold’em gibt es in verschiedenen Setzvariationen. Die bekannteste ist No Limit Texas Hold’em. Bei dieser Spielvariante hast du als Spieler jederzeit die Möglichkeit All-in zu gehen, wenn du an der Reihe bist. Dein Maximaleinsatz richtet sich also an den Chips, die dir zur Verfügung stehen.
Zusätzlich existieren aber auch die Varianten Pot Limit Hold’em oder Limit Hold’em. Diese Spielvarianten limitieren die Maximaleinsätze, welche pro Bet oder Raise gemacht werden dürfen.
Diese Spielvarianten betreffen nur die maximale Höhe der Bets, nicht aber die restlichen Regeln. Wir empfehlen dir dich jeweils vor dem Spiel über die gespielte Variante und die Tischregeln zu informieren. So bist du auch immer bestens über die maximalen Bets informiert.
Eine beliebte Variante von Texas Hold'em Poker im Casino oder Online-Casino ist die Pokerversion Ultimate Texas Hold'em. Bei dieser Spielversion wird nicht gegen andere Spieler gespielt wie beim oben erläutertem Texas Hold’em, sondern der Spieler spielt gegen die Bank. Auf unserer Regelseite findest du alle wichtigen Infos zu den Ultimate Texas Hold’em Poker Regeln.