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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Sechste Unterredung, welche die des Abtes Theodor über den Mord der Heiligen ist.
15. Welcher Nachtheil es sei, aus der Zelle zu gehen.
Deßhalb ist auch der beständige Aufenthalt in der Zelle nicht aufzugeben. Denn so oft Einer aus derselben fortging, ebensooft wird er bei seiner Rückkehr wie ein Neuling und Anfangsbewohner in ihr schwanken und verwirrt werden. Wenn nemlich jene Richtung des Herzens, die er durch den Aufenthalt in der Zelle erlangt hatte, eine Abspannung erlitt, so wird er sie nicht ohne Mühe und Schmerz wieder erlangen können; und dadurch zurückgeschlagen wird er nicht an den verlorenen Fortschritt denken, den er hätte neu gewinnen können, wenn er nicht aus der Zelle gewichen wäre, sondern er darf froh sein, wenn er nur merkt, den Zustand wieder erlangt zu haben, aus dem er fiel. Denn wie die verlorene und vergangene Zeit nicht mehr zurückgerufen werden kann, so können auch jene Vortheile, die uns verloren gingen, nicht ersetzt werden. Wie sehr sich auch nachher die Anspannung des Gemüthes bestreben mag, es reicht nur zum Fortschritt des heutigen Tages und zum Erwerb der gegenwärtigen Zeit, ist aber keine Wiedererlangung verlorenen Gewinnes.