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Präventivmedizin
Unter Präventivmedizin fasse ich die Vorbeugung von ansteckenden Krankheiten zusammen, die von bakteriellen, viralen oder parasitären Erregern verursacht werden. Je nach Erreger eignet sich eine der folgenden Methoden, um Infektionen zu verhindern: Impfen, Chemoprophylaxe oder Quarantäne.
Impfen ist die künstliche Infektion eines Tieres mit einem harmlosen Organismus, um eine Immunantwort gegen eine Infektionskrankheit zu provozieren. Man unterscheidet aktive Impfungen, die eine aktive Immunantwort beim Zielorganismus hervorrufen und passive Impfungen, bei denen man dem Zielorganismus Antikörper iniziiert, die gegen die Erreger wirken. Aktive Impfstoffe unterteilen sich wieder in Lebend-attenuierte- und Tot-Impfstoffe sowie Subunit-Vaccine. Letzteres sind ungefährliche Organismen, die mit einer Oberfläche versehen werden, die der der Krankheitserreger entspricht.
Je nach Krankheit und Zielspezies sind verschiedene Impfstoffe erhältlich und empfohlen. Es ist jedoch zu bemerken, dass die meisten Impfstoffe nur für die gängigsten Haustiere zugelassen sind (=bei swissmedic registriert). Bei den meisten Exoten und Wildtieren bedarf es deshalb vorsichtiger Abklärung, bevor ein Impfprotokoll empfohlen werden kann.
Chemoprophylaxe betrifft hauptsächlich Krankheiten, die von Prasiten verursacht werden. In freier Wildbahn ist das Verhältnis zwischen Parasiten und ihren Wirten ein empfindliches Gleichgewicht. Einerseits ernährt sich der Parasit vom Wirt und schadet ihm dadurch, andererseits hängt sein Überleben von dem des Wirtes ab. Tiere in der Natur haben grundsätzlich Magen-Darm- und auch andere Parasiten. Probleme durch Parasiten entstehen in der Regel erst, wenn der Wirt seine Seite des Gleichgewichtes nicht aufrechterhalten kann. D.h. wenn sein Immunsystem, das die Parasiten hemmt, diese Hemmung nicht mehr ausübt.
Aussergewöhnlich hoher Parasitenbefall deutet daher immer auf eine zugrunde liegende Problematik hin, die das Immunsystem des Wirtes schwächt. Dies können ganz einfache Dinge wie sozialer Stress, zu kleine Gehege, zu wenig Futter, falsches Klima usw. sein, aber auch primäre Krankheiten, die den Organismus schwächen und sekundär zu einer Überwucherung mit Parasiten führen.
Ich empfehle Ihnen daher, Parasiten nicht systematisch und ohne Diagnose zu bekämpfen. Unter gesunden Bedingungen stellen die meisten Parasiten kein Problem dar, nimmt der Infektionsdruck jedoch zu, so deutet dies auf ein Problem hin, das neben der antiparasitären Behandlung weiterer Veränderungen bedarf.
Meines Erachtens ist regelmässiges Monitoring des Prasitenbefalls ein unverzichtbarer Teil, guter Tierhaltung. Wenn sie das Gleichgewicht in Ihrem Gehege langfristig beobachten, ist eine Veränderung ein wunderbarer Indikator für die Früherkennung von Problemen.
Quarantäne nennt man die Isolation von Tieren mit unbekanntem Infektionsstatus. Es handelt sich um eine Vorsichtsmassnahme, die sich je nach Herkunft und Tierart anders gestaltet. Ziel ist es, zu verhindern, dass zugefügte Tiere in einer Tierhaltung Krankheiten einschleppen, die für andere Tiere fatal sein können. Vorsichtshalber ist auch davon auszugehen, dass Tiere in Quarantäne Erreger beherbergen, die für den Menschen gefährlich sein können. Während der Quarantäne lässt man Krankheiten Zeit, auszubrechen und hat die Möglichkeit, Laboruntersuchungen durchzuführen, die eine Infektion ein- oder ausschliessen.
In der Quarantäne ist besonders auf eine hygienische Arbeitsweise zu achten (siehe Haltung und Pflege). Trotzdem müssen die Kriterien einer artgerechten Haltung eingehalten werden und es ist deshalb wichtig, die Epidemiologie der potentiellen Krankheitserreger zu kennen und das Risiko für Mensch und Tier richtig einzuschätzen.