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Glucksmann war überzeugter Marxist und militanter Maoist, bevor er in seinen Streitschriften gegen Diktatoren und totalitäre Regime kämpfte. Mit André Glucksmann hat Frankreich einen seiner bedeutendsten und umstrittensten Philosophen verloren.
Frankreichs Staatspräsident François Hollande würdigte Glucksmann als Verteidiger der Unterdrückten. Er habe immer das Leiden der Völker angeprangert, teilte er über Twitter mit.
Sein erster und bester Freund sei nicht mehr, teilte sein Sohn Raphaël auf Facebook mit. Er habe das unglaubliche Glück gehabt, mit einem ebenso guten wie genialen Mann zu lachen, zu diskutieren, zu spielen und zu reisen, schrieb der Journalist und Filmregisseur über seinen Vater. Der 36-Jährige hatte den Tod Gluckmanns bekanntgegeben.
Glucksmann unterstützte den Krieg im Irak, die Unabhängigkeit Tschechiens und 2007 auch den konservativen Politiker Nicolas Sarkozy als Präsidentschaftskandidaten. Ein Fehler, zu dem er sich jedoch knapp vier Jahre später in seinem Buch “La République, la pantoufle et les petits lapins” (etwa: Republik, Pantoffel und kleine Hasen) bekannte.
Glucksmann stammte aus einer jüdischen Familie mit Wurzeln in Osteuropa, die nach Frankreich emigrierte. Geboren wurde er am 19. Juni 1937 bei Paris, kurz nach der Flucht seiner Eltern aus Deutschland. Sein Vater kam nach dem Einmarsch deutscher Truppen ums Leben. André und seine Mutter wurden in ein Lager bei Vichy gebracht, das sie jedoch wieder verlassen durften.
(SDA)