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Die Gesetze der Inkarnation
Jeder Mensch, der auf die Welt kommt, lebte schon vor der Geburt. Der Wesenskern des Menschen, der Geist, ist immateriell und schließt sich dem physischen Körper an. Dieser Vorgang wird als Inkarnation bezeichnet. Inkarnieren bedeutet wörtlich "in das Fleisch eintreten". Logischerweise vollzieht sich die Inkarnation des Geistes in den Körper vor der Geburt. Wie geht das jedoch vor sich? Auf welche Art nähert sich der Geist, der sich vor seinem Anschluß an den Körper im Jenseits befindet, der zukünftigen Mutter? Weshalb verbindet er sich diesem Fötus und nicht einem anderen? Wieso kommt der Geist in dieser Familie, zu dieser Zeitepoche und in diesem Land zur Geburt?
Im Werk "Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft" wird erklärt, daß all diese Vorgänge von präzisen Gesetzen gesteuert werden. Demnach regeln drei Hauptgesetze jede Inkarnation. Diese Gesetze müssen wir zunächst näher kennenlernen, um das Geheimnis der Geburt entdecken zu können.
Ordnend und verteilend: das Gesetz der Schwere
Das Gesetz der Schwere ist uns aus dem physischen Leben gut bekannt. Es ist jedoch auch im Jenseits und im Geistigen wirksam.
Je dichter etwas ist, desto schwerer wird es, und umso größer ist seine Tendenz, zu sinken. Je feiner und leichter etwas ist, umso eher steigt es hingegen auf. Das Sinken und das Steigen erfolgt so weit, bis eine Umgebung mit gleicher Dichte erreicht ist. So fällt ein Stein, den man in der Luft losläßt, so lange, bis er ein Umfeld erreicht (den Boden zum Beispiel), das die gleiche oder eine größere Dichte hat. Ein Heißluftballon ist andererseits zu leicht, um auf dem Boden zu bleiben. Er steigt aufwärts und stabilisiert sich in einer Höhe, wo die ihn umgebende Luft dieselbe Dichte hat wie die in ihm enthaltene Luft.
Im Gesetz der Schwere fällt also, was im Verhältnis zu seiner Umgebung schwerer ist (zum Beispiel ein Stück Holz durch die Luft), und es steigt auf, was leichter ist (dasselbe Stück Holz steigt bis an die Wasseroberfläche, wenn man es auf dem Grund eines Teiches losläßt). Das Gesetz der Schwere wirkt also ordnend und verteilt auf die entsprechende Ebene, was die gleiche Dichte aufweist, also von gleicher Art oder Konstitution ist.
Dies stimmt im Kleinen wie im Großen. Die Wasserschichten, die einen See bilden, sind nach ihrer Temperatur getrennt, die wärmsten und leichtesten befinden sich an der Oberfläche, die kühleren und schwereren in der Tiefe. Die verschiedenen Ebenen, aus denen die Schöpfung besteht, sind ebenfalls je nach ihrer Dichte verteilt. Da diese Ebenen wichtig sind für das weitere Verständnis der Vorgänge um Inkarnation und Geburt, werden wir sie etwas detaillierter betrachten. Am Gipfel der uns bekannten Schöpfung, weit entfernt von der schweren, physischen Welt, befindet sich die geistige Ebene, die feinste, ätherisierteste, leichteste und lichteste von allen Schöpfungsebenen, die der Mensch überblicken kann. Hier, im "geistigen Reich", oft auch als Paradies bezeichnet, liegt der Ursprung des Menschen. Unterhalb der geistigen Ebene, in dichterer Art, wenngleich immer noch sehr ätherisiert, befindet sich die Ebene der Feinstofflichkeit, das sogenannte Jenseits. Und wiederum tiefer liegt sodann eine Ebene, welche aus noch dichteren und schwereren Materialien zusammengesetzt ist, die Grobstofflichkeit, zu der auch unser Heimatplanet, die Erde, gehört.
Jede dieser drei großen Schöpfungsebenen – das Geistige, die Feinstofflichkeit und die Grobstofflichkeit – ist in Zwischenebenen aufgeteilt, welche zahlreiche Übergänge bilden, vom Leichtesten bis zum Schwersten. Zum Beispiel ist die Ebene der Grobstofflichkeit, von oben aus betrachtet, zusammengesetzt aus feiner, mittlerer Grobstofflichkeit und grober Grobstofflichkeit.
Wenn hier die Ausdrücke "fein" und "ätherisiert" verwendet wurden, um gewisse Ebenen zu beschreiben, darf man sich deshalb nicht vorstellen, daß das, was sich auf diesen Ebenen befindet, nur nebelhaft und ohne Konsistenz wäre. Die dort weilenden Lebewesen erleben ihre Umgebung genauso konkret, wie wir die unsere hier auf der Erde wahrnehmen.
Was einer bestimmten Schöpfungsebene oder Zwischenebene angehört ist, unterscheidet sich in seiner Art aber immer völlig von dem, was einer anderen Ebene zugehört. Die verschiedenen Arten können sich nicht vermischen oder miteinander verschmelzen, sie können sich nur aneinander binden. Zum Beispiel verschmelzen der Geist des Menschen, der seinen Ursprung in der geistigen Schöpfungsebene hat, und der physische, grobstoffliche Körper nicht, sondern sie verbinden sich nur. Das geschieht bei jeder Inkarnation.
Hüter der Ordnung: das Gesetz der Gleichart
Damit wir uns einer guten Gesundheit erfreuen können, ist es notwendig, daß sich jede dieser Phasen harmonisch vollzieht: Die Nahrungsmittelzufuhr muß qualitativ Das zweite der drei großen Schöpfungsgesetze bewirkt, daß "Gleiches" – also alles, was ähnlich oder von derselben Art ist – sich anzieht, begegnet, zusammentut; während Gegensätze sich abstoßen, voneinander trennen und entfernen.
Wenn man zwei verschiedene Substanzen wie Wasser und Öl vermischt (indem man sie in einem geschlossenen Behälter schüttelt), so werden sie sich durch das Gesetz der Gleichart danach sofort wieder trennen, um zwei unterschiedliche Massen zu bilden. Die im Wasser verteilten Öltröpfchen ziehen sich durch ihre Gleichart gegenseitig an, während sie gleichzeitig die ihnen ungleichen Wassertropfen abstoßen.
Derselbe Prozeß vollzieht sich unter Menschen. Jeder kann feststellen, daß er sich von Menschen angezogen fühlt, welche die gleichen Interessen, also eine Gleichart mit ihm haben, wohingegen er mit andersgearteten Menschen lieber auf Distanz bleibt oder sich sogar von ihnen abgestoßen fühlt. Der Vorgang des Sich-Findens oder Voneinander-Trennens vollzieht sich meist unbewußt, wie von selbst. In einer Schulklasse zum Beispiel bilden sich während eines Ausfluges sehr schnell und spontan Untergruppen von Gleicharten: die Sportlichen finden sich, die Naturliebhaber usw.
"Sage mir, mit wem Du umgehst, und ich sage Dir, wer Du bist!" Auch diese Erfahrungsweisheit ergibt sich aus dem Gesetz der Anziehung der Gleichart. Menschen, denen wir nahe stehen oder mit denen wir häufig zu tun haben, zeigen im allgemeinen auch gewisse Gleicharten mit uns selbst.
Eine Folge dieses Gesetzes ist, daß wir auf Menschen gleicher Art auch intensiver reagieren. Wer im Straßenverkehr selbst nicht sehr respektvoll fährt, ärgert sich besonders über andere Verkehrssünder; Egoisten beklagen sich über selbstsüchtige Menschen, Unhöfliche über die Unhöflichkeiten anderer, Faulenzer können Faulenzer nicht ausstehen. Hingegen setzt jemand, der selbst altruistisch und wohlwollend ist, dies auch bei den anderen voraus. Da ihm ein egoistisches Verhalten gar nicht in den Sinn kommt, bemerkt er es auch nicht so schnell. Und wenn er es wahrnimmt, dann als Feststellung und nicht als Ärgernis, da dieser Fehler ihm fremd ist und in ihm keinen "wunden Punkt" berührt.
Das Gesetz der Anziehung der Gleichart wirkt überall in unserem Leben so selbstverständlich, daß wir uns gar nicht bewußt machen, wie verbreitet es ist. Da gibt es zum Beispiel die Gleichart zwischen dem Heilmittel und der Krankheit, zwischen den natürlichen Umweltformen und den perfekt angepaßten Lebewesen (Fische im Wasser, Kamele in der Wüste usw.) oder zwischen den Farben unserer Kleidung und unserer Stimmung.
Das Gesetz der Gleichart ist ein Hüter der Ordnung: Es begünstigt die Verbindung von Gleichem, das dadurch anregt wird oder aneinander lernen kann, und es verhindert andererseits die Vermischung von Gegensätzlichem, das sich hindern, hemmen oder bremsen würde.
Saat und Ernte: das Gesetz der Wechselwirkung
Jede Handlung, jedes Ereignis, jeder Prozeß zieht eine Wirkung nach sich. Nichts bleibt ohne Auswirkung und ohne Konsequenz. Alles hat einen Widerhall und eine Folge. Ich schlage auf einen Nagel (Ursache) ¬– er dringt ins Holz (Wirkung).
Das Prinzip, das hinter diesen so selbstverständlichen Vorgängen steht, ist das Gesetz der Wechselwirkung. Und auch dieses Schöpfungsgesetz wirkt nicht nur auf der physischen Ebene, sondern gilt auch für die geistige. Jesus sprach davon, wenn er sagte: "Was Du säst, wirst Du ernten!"
Unsere Handlungen oder Worte, sogar schon unsere Entscheidungen ¬– alles das sind Ursachen, die Wirkungen nach sich ziehen. Jede Handlung, die ich vollziehe (ich helfe jemandem in der Not), wirkt dabei nicht nur unmittelbar auf meine Umgebung (der Notleidende ist erleichtert), sondern sie wirkt wieder auf mich selbst zurück. Denn auch der "geistige Motor" meiner Handlung, also der Entschluß, dem Nächsten zu helfen, bringt eine Wechselwirkung.
Die "Ernte" unserer Entschlüsse, die sich mit Gewißheit in der Zukunft zeigt, bezeichnet man als Schicksal oder Karma. (Mehr darüber finden Sie im Beitrag "Das Karma des Menschen" in der Reihe "Der Weg zum Leben".)
Was immer wir erleben, ereignet sich also nicht zufällig oder willkürlich, sondern es ist das Ergebnis bestimmter Saaten. Die Ernte bietet uns die Gelegenheit, zu lernen und uns zu entwickeln. Der Sinn unseres Lebensweges, der uns, ausgehend vom geistigen Reich, durch die verschiedenen Schöpfungsebenen führt, liegt darin, daß wir durch die Erfahrungen, die wir machen, die in uns ruhenden Anlagen und Fähigkeiten zu vollem Erblühen bringen. Der Mensch soll gereift und bewußt in das geistige Reich zurückkehren, an seinen Ursprungsort, von dem er unbewußt ausgegangen ist. –
Eine Folge des Gesetzes der Wechselwirkung ist, daß sich Bindungen zwischen Menschen entwickeln. Wenn wir beispielsweise mit jemandem einen Konflikt hatten, so müssen wir diese Person wieder treffen, um die Bindung zu lösen und zu beseitigen. Andererseits kann eine Bindung auch dazu führen, daß wir bestimmten Menschen wieder begegnen, um mit ihnen etwas weiterzuführen, was wir früher in einer aufbauenden Gemeinschaft begonnen hatten.
Die Ausdrücke "binden" und "lösen" sind hier nicht willkürlich gebraucht. Denn es sind tatsächlich unsichtbare Fäden, welche die Menschen untereinander oder auch an bestimmte Orte binden. Von diesen "Schicksalsfäden" sprechen alle Traditionen, und es gibt hellsehende Menschen, die sie tatsächlich wahrnehmen können. Diese Fäden garantieren, daß alles, was von uns ausgeht, wieder auf uns zurückkehrt. Keine Ursache bleibt ohne Wirkung, nichts verliert sich. –
Die drei großen Schöpfungsgesetze – die Gesetze der Schwere, der Gleichart und der Wechselwirkung – liegen jedem Geschehen, also auch den Vorgängen um Inkarnation und Geburt zugrunde. So ist das Zusammentreffen von Eltern und Kind in einer bestimmten Familie ebenfalls von einer bestimmten Gleichart abhängig. Im Verlauf dieser Serie werden wir sehen, mit welcher Logik und Weisheit die Gesetze der Schöpfung die absolute Gerechtigkeit bei allen Geburtsvorgängen garantieren.
Christopher Vasey
Dieser Artikel basiert sich auf den Kenntnissen der Gralsbotschaft