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Ein Unternehmen finanziert sich aus Fremd- und Eigenkapital. Die unterschiedlichen Posten haben Auswirkungen auf die Bonität und die Zahlungsfähigkeit der Firma. Eigenkapital umfasst alle Mittel im Unternehmen, die vom Eigentümer zu dessen Finanzierung selbst aufgebracht oder als erwirtschafteter Gewinn im Unternehmen belassen wurden. Doch was zählt zum Eigenkapital? Eigenkapital ist das Geld, das nicht von der Bank zur Verfügung gestellt wird, sondern aus dem eigenen Vermögen stammt. Die Gliederung von Eigenkapital gestaltet sich wie folgt:
- Gezeichnetes Kapital: Als gezeichnetes Kapital werden jene finanziellen Mittel bezeichnet, die für die Verpflichtungen einer Kapitalgesellschaft gegenüber den Gläubigern verwendet werden. Bei Aktiengesellschaften nennt es sich Aktienkapital und bei GmbHs Stammkapital.
- Rücklagen (Kapital- und Gewinnrücklagen): Das sind die Eigenkapitalreserven des Unternehmens, z.B. aus vergangenen Gewinnen.
- Gewinnvortrag / Verlustvortrag und Jahresüberschuss: Übertrag aus der Erfolgsrechnung des aktuellen Finanzjahres.
Das Eigenkapital wird wie folgt berechnet:
Eigenkapital = Gesamtvermögen – Fremdkapital
Wenn der Wert des Eigenkapitals unter null fällt bzw. die Schuldensumme in der Bilanz die Summe der Vermögenswerte übersteigt, kann negatives Eigenkapital entstehen.
Ein Beispiel
Es wird angenommen, dass das Eigenkapital per 31.12.2015 CHF 10’000 und das Fremdkapital CHF 90’000 betragen (siehe Bild 1). Nächstes Jahr berichtet das Unternehmen Verlust in Höhe von CHF 30’000. Das heisst, dass die Beträge bei Kassa und Eigenkapital auf CHF 30’000 kleiner werden sollen, was in diesem Fall zu negativem Eigenkapital führt.
Anhand dieses Beispiels kann man sehen, dass ein negatives Eigenkapital nicht gleich Insolvenz bedeutet, sondern es bedeutet, dass das Unternehmen buchmässig überschuldet ist. Ob eine tatsächliche Überschuldung mit einer Zahlungsunfähigkeit verbunden ist, steht damit noch nicht fest. Das Unternehmen kann (wie im Beispiel) genug Cash haben, um seine Zinsen und laufenden Rechnungen zu bezahlen.
Die Konsequenzen einer solchen Überschuldung sind jedoch offensichtlich: Es kommt dann zu einem Problem, wenn das Unternehmen neues Fremdkapital aufnehmen will oder alte Forderungen zurückzahlen muss. Ein Investor wird sich zweimal überlegen, ob er in ein solches Unternehmen investieren will. Oder wie ein Sprichwort es sagt: «don’t throw good money after bad.» Ein negatives buchhalterisches Eigenkapital kann also höchstens eine vorübergehende Erscheinung sein.
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