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Eine leichte Schneeschicht hat sich über die kahlen Bäume und Sträucher gelegt. Trotz der winterlichen Atmosphäre herrscht in der Fotografie ein warmer Grundton vor. Denn über das gesamte Landschaftsbild schweben winzige Punkte in Gelb, Rot und Violett. Mit dem Werk taucht David Favrod in die Geschichte von Japan zur Zeit des zweiten Weltkrieges ein. In subtiler Bildsprache, die sich erst bei näherer Betrachtung entschlüsselt, spielt er auf die Erinnerungen an die Atombomben und deren Folgen an, wie unter anderem den «Schwarzen Regen» (eine Form radioaktiven Niederschlags). Mit dem Werktitel «Jaune : strontium 90, rouge : plutonium 239, violet : césium 137» verweist Favrod einerseits auf dieses Ereignis mit den sichtbaren Farbpunkten und bezieht sich andererseits auf eine Quelle der Inspiration: Für dieses Werk fand Favrod Anregungen im Film «Mount Fuji in Red» (1990) des japanischen Regisseurs Kurosawa. Dieser handelt von der Explosion der Reaktoren eines Atomkraftwerks in der Nähe des Bergs Fuji. Über eine verlassene und vermüllte Küste ziehen Nebelschwaden. Dort steht eine kleine, verzweifelte Menschengruppe. Ihnen erklärt ein älterer Mann die Farben der Nebelschwaden, die über die apokalyptische Landschaft ziehen. Diese symbolisieren verschiedene radioaktive Isotope, die zur Sicherheit der Menschen so eingefärbt wurden: Rot bedeutet Plutonium, Gelb ist Strontium und Violett Caesium. Alle drei sind für die Menschen hochgefährlich und verursachen tödlich verlaufende Krankheiten.
Anja Seiler
Das Bild hat eine eigen-artige Stimmung.
Schnee verweist auf den kalten Winter.
Doch wir sehen warme Farben.
Der Titel hilft uns weiter.
Übersetzt heisst er:
Gelb: Strontium 90, Rot: Plutonium 239, Violett: Caesium 137
Das sind Metalle, die gefährlich strahlen.
Sie sind radio-aktiv
und können krank machen.
Der Künstler erinnert sich hier an die Atom-Bombe in Japan.
Er erinnert sich auch an einen Film.
Im Film sehen Menschen farbige Nebel
nach einer Ex-plosion in einem Atom-Kraft-Werk.
Die gefährlichen Metalle wurden gefärbt.
Erst so wird die Gefahr sicht-bar
wie hier auf dem Bild.
Sara Smidt