Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03458.jsonl.gz/1575

Ich unterrichte 22 Schülerinnen und Schüler. Es gibt Kinder, die bereits Malrechnen können, die «Drei Fragezeichen» lesen, und solche, die nicht genau wissen, was mehr ist: fünf oder acht, und beim Lesenlernen erst einzelne Buchstaben erkennen. Mehrere Schüler verstehen sehr wenig Deutsch.
Das Wort «ich» höre ich öfter als vor 25 Jahren, als ich anfing, zu unterrichten. Heute, scheint mir, hängt das Glück der Eltern mehr vom Glück der Kinder ab. Geht es dem Kind gut, geht es auch den Eltern gut. Das Kind ist ein «Projekt», das geplant wird und erfolgreich sein muss.
Aufmerksam werde ich, wenn ein Kind öfters und über längere Zeit beim Spielen ausgeschlossen wird, wenn es im Sportunterricht regelmässig als Letztes gewählt wird, nie zu einem Geburtstagsfest eingeladen wird und bei den Gruppenarbeiten oft zuletzt einen Partner oder eine Partnerin findet! Dann merke ich, dass es diesem Kind nicht gut geht und dass es besondere Aufmerksamkeit braucht.
Wie der Junge mit dem Anhängertierli um den Hals, der sich nicht gut spürt. Oft fasst er die anderen Kinder an, «schupft» sie beim Vorübergehen und stört die Gruppe. Er meint das nicht böse, er ist einfach eher ungeschickt und noch unreif im Umgang mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern.