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Wie tibetische Exilquellen mit direkten Kontakten nach Tibet berichten, hat sich der etwa 35-jährige Lobsang Namgyal vor dem örtlichen Gebäude des Büros für öffentliche Sicherheit (PSB) selbst in Brand gesetzt und dabei laut gerufen: “Lang lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama!” Den Berichten zufolge sei er an Ort und Stelle seinen Verletzungen erlegen. Lobsang Namgyal war Mönch des Klosters Kirti. Aufgrund der von den chinesischen Behörden über Tibet verhängten Nachrichtensperre dauerte es offenbar zehn Tage, bis die Meldung von der Selbstverbrennung Lobsang Namgyals ihren Weg ins Ausland finden konnte. Der Landkreis Dzorge befindet sich in der verwaltungsmäßig zur Provinz Sichuan zählenden Autonomen Präfektur Ngaba (chin.: Aba), dem Schauplatz von über einem Drittel aller dokumentierten Selbstanzündungen. Damit steigt die Zahl der Selbstverbrennungen von Tibeterinnen und Tibetern innerhalb der Volksrepublik China seit Februar 2009 auf nunmehr 100. In Indien und Nepal war es in dieser Zeit zu sechs zusätzlichen Selbstverbrennungen gekommen, die letzte davon fand am 13. Februar in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu statt. Einem Bericht der nepalesischen Medien zufolge handelte es sich dabei um den Tibeter Thundup Dopchen, der an den Folgen der Selbstanzündung heute verstorben sei.
Die International Campaign for Tibet (ICT) ist zutiefst besorgt über die neuerlichen Selbstverbrennungen. Hierzu sagte Kai Müller, Geschäftsführer von ICT Deutschland: “Die Selbstverbrennungen sind Ausdruck von Chinas verfehlter Politik in Tibet. Die chinesische Regierung muss hierauf reagieren, indem sie ihre Repressionen gegen die Tibeter zurücknimmt und einen echten Dialog mit den Tibetern, insbesondere mit dem Dalai Lama, aufnimmt.”