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Ein Beitrag von Jonas Bühler.
In den 1960er-Jahren, als meine Grosseltern Albert und Rosmarie Bühler den Hof übernahmen, bekam das Oberhaus neue Fenster. In den bewohnten Räumen im Erdgeschoss wurden die alten Sprossenfenster ausgebaut und moderne Isolierfenster ohne Sprossen eingesetzt. Dadurch wurde vieles einfacher.
Zuvor hatte das Oberhaus überall lediglich einfachverglaste Fenster gehabt, die sich jeweils in zwei Flügeln öffnen liessen. Im Sommer war die Einfachverglasung kein Problem, aber im Winter ging dadurch zu viel Wärme verloren. Im Winterhalbjahr mussten deshalb jeweils Vorfenster montiert werden, die von aussen angebracht wurden. Damit war das Wärmeproblem entschärft, aber wegen der Vorfenster liessen sich die Läden nicht mehr schliessen. Ausserdem musste man die Vorfenster jedes Jahr einmal ein- und einmal ausbauen, was sehr aufwändig war.
Leider lösten die neuen Isolierfenster die Probleme nur teilweise. Sie wurden nur in die intensiv bewohnten Räume im Hochparterre eingebaut. In den restlichen Räumen blieben die alten Fenster erhalten, und es mussten nach wie vor zweimal jährlich die Vorfenster ein- und ausgebaut werden. Ausserdem strahlte die Hausfassade mit den Isolierfenstern deutlich weniger Würde aus als mit den alten Sprossenfenstern.
Als in den 90er-Jahren eine Aussenrenovation des Oberhauses anstand, machte sich deshalb mein Grossvater Albert Bühler auf die Suche nach einer besseren Lösung. Die beste Idee, auf die er kam, war, die alten Fenster wieder einzubauen, wo sie entfernt worden waren, und davor eine zweite Fensterebene zu installieren. Damit man die Läden noch schliessen konnte, sollte diese Fensterebene zurückversetzt werden und nur ganz wenig vor den Hauptfenstern zu liegen kommen. Idealerweise sollten die Flügel der äusseren Fensterebene zudem unterschiedlich breit sein, damit man auch nur einen Flügel öffnen konnte, ohne das ganze innere Fenster öffnen zu müssen.
Zum Glück hatte man die alten Fenster nicht entsorgt, als man die Isolierfenster beschafft hatte. So konnte der Plan von Albert Bühler mit den alten Fenstern umgesetzt werden. Im Jahr 1995 wurden die Isolierfenster – bis auf eines bei der Vorratskammer – ausgebaut und die alten Fenster wieder eingesetzt. Wenige Zentimeter vor den Hauptfenstern wurden nun neue Fenster angebracht. Diese waren asymmetrisch gebaut, ohne dass das von aussen auffiel. Ausserdem waren sie mit kleinen und platzsparenden Riegeln ausgerüstet, die es erlaubten, die neue Fensterebene nahe an die bestehenden Fenster zu rücken. Die Riegel hatte Albert Bühler selbst entwickelt und gebaut. Die Gläser der neuen Fensterebene stammten von den alten Vorfenstern. So fanden die Fenster des Oberhauses zu ihrem alten Aussehen zurück – ohne die alten Probleme. Die Doppelfenster isolieren ausreichend und man kann die Läden jederzeit schliessen. Wenn man nur einen Fensterflügel öffnen will, kann man das machen. Ausserdem sind die Riegel der neuen Fensterebene in geschlossenem Zustand hinter den Sprossen der inneren Fensterebene versteckt, sodass es auch von innen so aussieht, als ob es schon immer so gewesen wäre.
Bilder Fenster: Yaser Amachi