Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/157190

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, Folgendes zu überprüfen:</p><p>1. seine Beurteilung der Gefährlichkeit von Glyphosat;</p><p>2. die für die Verwendung von Glyphosat erteilten Bewilligungen;</p><p>3. die Arbeit der Verwaltung in diesem Bereich.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Glyphosat wird seit den Siebzigerjahren vermarktet. Es wurde in den letzten Jahren mehrmals durch verschiedene Behörden, nationale und internationale Expertengremien - z. B. die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und das Joint Meeting on Pesticide Residues WHO/FAO - überprüft und nie als "krebserregend" bewertet. Für diese Risikobeurteilungen wurden mehrere hundert Studien berücksichtigt. Auch im Rahmen der neusten, erst kürzlich durchgeführten Überprüfung von Glyphosat in der EU wurden - basierend auf der Neubewertung von fast tausend Studien - keine Gründe für eine Einstufung als krebserregend gefunden.</p><p>Dem Bundesrat ist bekannt, dass die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März 2015 Glyphosat neu als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft hat. Dieser Entscheid wurde am 20. März 2015 in "The Lancet" in Form eines kurzen Artikels publiziert. Dieser Artikel erlaubt es jedoch nicht, die Schlussfolgerungen des IARC objektiv und wissenschaftlich nachzuvollziehen. Der umfassende Bericht und die detaillierten Auswertungen, die zu dieser neuen Einstufung geführt haben, stehen noch nicht zur Verfügung.</p><p>Gestützt auf die aktuell zur Verfügung stehenden toxikologischen Studien gibt es im Moment keinen Anlass, die Gefährlichkeit von Glyphosat zu überprüfen. Sobald der vollständige Bericht der IARC vorliegt, wird er eingehend geprüft werden. Sollten neue wissenschaftliche Informationen zeigen, dass eine neue Einstufung gerechtfertigt ist, werden die nötigen Massnahmen für den Schutz des Menschen und der Umwelt getroffen und nötigenfalls die Bewilligungen angepasst.</p><p>Im Rahmen der Erarbeitung des nationalen Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wird zudem geprüft, wie die Risiken weiter reduziert werden können.</p><p>Die Beurteilung von Pflanzenschutzmitteln durch die zuständigen Schweizer Behörden erfolgt unabhängig und ausschliesslich nach international anerkannten, nachvollziehbaren wissenschaftlichen Kriterien. Die beurteilenden Behörden stehen in keinem Interessenskonflikt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.