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Schnelle Junioren am Plasselber Sprint
Zweite Austragung am Samstag litt unter der eisigen Bise
Ein ganz anderes Bild am Plasselber Sprint im Vergleich zum Vorjahr: Hatte es bei der ersten Austragung mehrere hundert Zuschauer an die Loipe mitten im Dorf gelockt, war die Zahl der Schaulustigen nur spärlich. Das tat der sportlichen Leistung der Langläufer keinen Abbruch. Doris Trachsel konnte seit Jahren erstmals ein Rennen zuhause laufen.
Von GUIDO BIELMANN
Ein Langlauf-Sprint beginnt immer erst mit einem Prolog, in welchem die Langläufer einzeln eine Strecke laufen. Aufgrund der Zeit steigen sie dann je zu viert in die Viertelfinals, wo die zwei Schnelleren weiterkommen. Hatte es während des Prologs noch einigermassen Zuschauer, verschwanden viele vor den Viertelfinals in die Buvette in der Mehrzweckhalle; die meisten aber trieb die eisige Bise gleich nach Hause. Die Kälte brachte es immerhin mit sich, dass der organisierende SC Plasselb im Gegensatz zum Vorjahr keine Schneesorgen hatte.
Interessant wäre dieser zweite Plasselber Sprint geworden, wären die besten Junioren mit den Männern gelaufen. Denn auf der 900 m langen Schlaufe liefen die zwei Junioren Damian Cottier (Im Fang) und Gaëtan Rauber (Hauteville) schneller als die Männer. Cottier war es auch, der sich im Juniorenfinal vor Rauber durchsetzte. Dritter wurde Beat Trachsel (Plasselb); als er sich im Schlussspurt anschickte, Raubers zweiten Rang anzugreifen, hängte er mit dem Innenski an und stürzte. Trachsel wurde Dritter.
Damian Cottier war sich vor dem Rennen keineswegs sicher: «Ich musste eine Woche lang Antibiotika nehmen, weil ich nach den Westschweizer Meisterschaften einen geschwollenen Unterarm bekam. Es war irgendeine Entzündung. Diese Woche trainierte ich zweimal. Ein Sprint ist immer ein gutes Training. Auch wenn ich vorher nicht fit war, sagte ich nicht, ich hätte keine Chance.» Cottier ist insgesamt mit weniger Basistraining in die Saison gestiegen.
Nach einer Grippe nur als Zuschauer anwesend war Vorjahressieger Andreas Buchs (Im Fang). Der Sieg hätte bei den Männern gewiss über ihn geführt. So gewann Olivier Deschenaux (Romont) vor Dominik Cottier (Im Fang). Schnellster der Männer im Prolog, aber eben auch langsamer als die beiden Junioren, war jedoch Benoît Dessibourg (Romont). Er stürzte allerdings im Halbfinal in einer Kurve, als er Altmeister Daniel Romanens (Riaz) attackierte und stürzte.
Im Final schliesslich hatte Olivier Deschenaux den besten Start vor Cottier; die beiden kontrollierten ihre Positionen bis ins Ziel. Cottier versuchte zwar anzugreifen, kam aber an Deschenaux nicht vorbei. Für den ehemaligen Westschweizer Meister Deschenaux, der am 21. Februar 30-jährig wird, war es der erste Sieg seit zwei Jahren: «Am Anfang hatte ich noch Mühe mit dem Atmen. Dann ging es von Lauf zu Lauf besser. Im Final fühlte ich mich super, und ich war motiviert. Ich kann zurzeit zuhause in Grandvillard vor der Haustüre trainieren. Ich machte letzthin Trainings mit mehreren Starts. Das brachte sicher einiges.»
Doris Trachsels WM-Gedanken
Keine Frage, dass die einheimische Doris Trachsel den Plasselber Sprint locker gewann.
Die 20-Jährige liess es sich diesmal am Sprint nicht nehmen, sich dem heimischen Publikum zu präsentieren. Für die Läuferin, die sonst hauptsächlich am Intercontinental-Cup (Europacup) startet, war es ein schönes Rennen und ein gutes Training.
Gleich gestern Sonntag startete sie in Feutersoey im 7,5 km langen Klassischrennen mit Massenstart. Nachdem sie noch wegen der Kälte gezögert hatte zu starten, entschied sie sich dennoch dazu, und sie gewann vor Ursina Badilatti. Auf der ersten Runde setzte sie sich mit Badilatti ab. In der zweiten Runde führte meist Trachsel; nach 5,5 km hatte sie in der Abfahrt den schnellern Ski, womit sie einige Meter Vorsprung herausholte.
Doris Trachsels Gedanken sind zurzeit aber anderswo. Sie denkt an die nordische WM in Oberstdorf. Denn sie hegt Hoffnungen auf einen Start in der Staffel: «Es geht um den vierten Platz in der Staffel. Ich muss gegen Seraina Boner und Ursina Badilatti antreten, und zwar am nächsten Wochenende am Swisscom-Cup in Gipswil. Wer dort die Beste ist, ist nominiert. Aber die Schweizer Staffel muss dann eine Bestätigung am Weltcup von Reit im Winkel liefern. Erst dann steht die WM-Teilnahme fest.» Die Selektion ist pickelhart, nicht zuletzt wegen den finanziellen Kosten für den Schweizer Verband.» bi