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Die Archäologen waren zum Untere Hof in Schattdorf ausgerückt, weil dort zwei Einfamilienhäuser gebaut werden. Vor 35 Jahren waren in diesem Gebiet zum ersten Mal auf Urner Boden römische Tonscherben geborgen worden, ein Hinweis auf eine Siedlung aus dem 1. oder 2. Jahrhundert nach Christus. Auch ein mittelalterlicher Wall wurde damals entdeckt. Seither begleitet die Fachstelle Denkmalpflege und Archäologie die Neubauprojekte rund um den Untere Hof.
Die jüngsten Grabungen hätten den Beleg einer Nutzung und Besiedlung des Gebiets zwischen der römischen Zeit und dem Mittelalter gebracht, teilte die Fachstelle weiter mit. So sei beim Dorfbach ein alter Strassenabschnitt zum Vorschein gekommen.
Verschiedene Funde bei der alten Strasse wurden mittels Kohlenstoffdatierung auf das 9. und 10. Jahrhundert datiert, also in die karolingische bis ottonische Zeit. In der Nähe wurden Reste eines Gebäudes freigelegt, das offenbar durch die Strasse erschlossen wurde. Ob es als Wohnhaus genutzt worden sei, sei noch nicht geklärt, teilte die Fachstelle mit.
Diese mittelalterliche Siedlung befand sich auf einer Erdschicht, die Reste aus der Römerzeit enthielt. Neben Tonscherben wurde, zum ersten Mal in Uri, auch eine Glasscherbe aus römischer Zeit geborgen. Die Erdschicht überdeckte auch eine Holzkohleansammlung, die auf die frührömische Zeit datiert werden konnte.
(sda)