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Sein Name ist Programm: Party Marty ist die Spasskanone unter den Bachelorette-Kandidaten, der Entertainer, der Laute, der Wilde. Doch am Montagabend überraschte Martin mit einer ganz neuen Seite. Bei einem Einzeldate mit Zaklina erzählte er von seiner schlimmen Kindheit. Seine Mutter nahm sich das Leben, als er gerade mal zehn Jahre alt war.
«Im Dezember 1997 erkrankte meine Mutter psychisch. Sie lag nur noch im Bett», so Martin zu SI online. «Im Februar des folgenden Jahres schickte sie meine Schwester und mich zu unseren Verwandten ins Bündnerland.» Martins Vater musste arbeiten und konnte nicht mit. «Er ging aber davon aus, dass meine Mutter auch mit ging.» Der zehnjährige Martin notierte die Telefonnummer der Verwandten auf einem Zettel. «Mein Vater rief mehrmals an, aber ich hatte die letzten beiden Nummern vertauscht, weshalb er niemanden erreichte.»
«Ich legte mich neben meine tote Mutter»
Drei Tage später kamen sie zurück. Der Vater war ganz verdutzt, als er realisierte, dass die Mutter gar nicht bei den Verwandten war. Er nahm den Schlüssel zur Wohnung von Martins 13 Jahre älterer Schwester, wo er seine Frau tot vorfand - sie hatte sich mit Tabletten das Leben genommen. «Er stand unter Schock, wusste nicht, was er uns sagen sollte. Ich ging dann an der Tür vorbei, die noch offen stand.» Martin ging rein. «Ich sah sie da liegen, dachte, sie schläft. Ich habe mich zu ihr hingelegt und mit ihr gesprochen. Mein Vater war schockiert, als er mich sah.» Erst da realisierte der Bub, dass seine Mutter tot war.
Martins Vater ist nicht sein leiblicher Vater
«Ich gab mir Jahre lang die Schuld an ihrem Tod, weil ich die Telefonnummer falsch aufgeschrieben hatte. Ich wurde aggressiv, musste zum Psychiater», sagt Martin. Bei der Beerdigung folgte der nächste Schock: «Mein Vater erzählte mir, dass mein leiblicher Vater mich sehen wolle.» Martin wusste nicht, wovon er spricht. «Er war der Überzeugung, dass meine Mutter mir das erzählt hatte. Ich verstand die Welt nicht mehr.»
Martins Mutter war mit seinem leiblichen Vater zusammen, bis er vier Jahre alt war. Dann kam sein Stiefvater. «Beide hatten eine Glatze, ich hatte das nicht gemerkt.» Jetzt wollte der Mann plötzlich Kontakt. Martin liess sich darauf ein. Doch das klappte nicht wirklich. «Mein leiblicher Vater war schwerer Alkoholiker. Einmal holte er mich einfach nicht ab. Ich ging davon aus, dass er doch keinen Kontakt mehr mit mir wollte.»
Martin hatte zwar noch seinen Stiefvater, doch der war mit der Situation überfordert. Der Junge kam zu einer Pflegfamilie. «Das war auch eine schwierige Zeit. Es war nicht angenehm in eine komplett neue Familie zu kommen. Ich hatte Probleme, habe in der Schule nicht aufgepasst, mich daneben benommen.» Trotzdem: Ohne seine Pflegeeltern wäre Martin heute nicht da, wo er ist.
«Die Musik lässt mich alles vergessen»
Die Wende kam, als Martin die Musik entdeckte. «Ich fing an, Klavier zu spielen. Ich habe gemerkt, wenn ich singe und die Leute unterhalte, kann ich alles andere vergessen. Und auch die Zuhörer können ihre Sorgen vergessen.» Heute kann Martin über diese schlimme Zeit sprechen. «Wenn ich bei einer Person ein gutes Gefühl habe, so wie bei Zaklina, dann öffne ich mich.» Aber es war ein langer Weg bis hier hin. «Ich musste lernen, dass es nicht meine Schuld, sondern die Entscheidung meiner Mutter war.»
Um alles endgültig zu verarbeiten, hat Martin ein Lied für seine Mutter geschrieben. «Es geht natürlich um sie, aber es ist auch für alle anderen, die schon so etwas erlebt haben.» Der Song soll im Oktober rauskommen.