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Berüchtigt ist Warren G. Harding (1921-1923). Er gilt gemeinhin als schlechtester Präsident der USA. Harding hatte gleich mehrere langjährige Liebschaften mit Freundinnen der Familie, sogar mit der Ehefrau eines alten Freundes. Um einen Skandal im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen zu verhindern, spendierte er den beiden eine ausgedehnte Urlaubsreise, zudem erhielt seine Affäre mehrere Jahre lang ein monatliches «Gehalt».
Donald Trump hatte 2006 eine Affäre mit Porno-Sternchen Stormy Daniels. Das behauptet jedenfalls Daniels. Im US-Fernsehen sprach diese nun über ihre Affäre zum gegenwärtig mächtigsten Mann der Welt. Ein untreuer US-Präsident? Klingt nach Skandal, aussergewöhnlich ist es jedoch nicht, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.
George Washington (1789-1797) und John Adams blieben «sauber», doch schon der dritte Präsident der USA war untreu. Thomas Jefferson (1801-1809) wurde nicht nur beschuldigt, eine Affäre mit seiner dunkelhäutigen Sklavin Sally Hemings zu haben, sondern mit ihr auch ein uneheliches Kind gezeugt zu haben. Thomas Jefferson stritt alles ab und blieb zwei Legislaturperioden im Amt. 200 Jahre später enthüllte eine DNA-Analyse die Wahrheit: Bei mindestens einem der Hemings-Kinder gilt die Vaterschaft als mehr als wahrscheinlich.
«I did not have sexual relations with that woman» antwortete Bill Clinton (1993 bis 2001) am 26. Januar 1998 zu den Vorwürfen, er hätte eine Affäre mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky. Eine lupenreine Lüge, wie sich später herausstellte. Clinton kam der peinlichen Untersuchung der eindeutigen Flecken auf Lewinskys Kleid zuvor, indem er seine Lüge zugab. In der Folge überstand er die Affäre unbeschadet, obwohl er ein Amtsenthebungsverfahren über sich übergehen lassen musste.
Das Wichtigste in Kürze
- US-Präsident Donald Trump ist mit Vorwürfen konfrontiert, eine Affäre mit einer Pornodarstellerin gehabt zu haben.
- Trump befindet sich damit in guter Gesellschaft, wie ein Blick in die Geschichte der amerikanischen Präsidenten zeigt.
Grover Cleveland (1885-1889/1893-1897; als einziger Präsident folgten seine zwei Amtszeiten nicht direkt aufeinander) geriet in Verruf, weil seine Gegner während des Wahlkampfs verbreiteten, er habe zehn Jahre zuvor die Vaterschaft für sein uneheliches Kind angenommen. Cleveland gab dies jedoch offen zu und gewann die Wahl. Cleveland war zudem der einzige Präsident, der im Weissen Haus heiratete: Der 49-Jährige ehelicht 1886 die 21-jährige Frances Folsom, was für grosses Aufsehen sorgt.
Auch John F. Kennedy (1961-1963) wurden zahlreiche aussereheliche Affären mit prominenten Schauspielerinnen nachgesagt. Vor allem die Verbindung zu Marilyn Monroe sorgte für Spekulationen, wegen ihrem mysteriösen Tod und der Gerüchte um ihre Beziehung zu Johns Bruder Robert. Von 1960 bis 1962 unterhielt Kennedy eine Liebesaffäre mit Judith Campbell, die während dieser Zeit auch mit den Gangstern Sam Giancana und John Roselli verkehrte. Kennedy nahm im Weissen Haus auch die Dienste von Callgirls in Anspruch. 1963 begann er zudem eine Affäre mit dem deutschen Fotomodell und Playgirl Ellen Rometsch.