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1908, im selben Jahr als er das «Stillleben mit Zitronen» malt, lässt die Familie Amiet auf der Oschwand unter Hinzuziehung des jungen Architekten Otto Ingold ein Wohnhaus im Jugendstil bauen. 1912 erfolgt der Umbau des angrenzenden Bauernhauses zu einem Atelier. Die Oschwand etabliert sich fortan zu einem Treffpunkt für Künstler, Sammler und Literaten sowie für Malschülerinnen und –schüler. In dieser Zeit erhält Amiet wichtige Aufträge, wie die Dekoration der Loggia des neuen Kunsthauses in Zürich, die er 1917 unter dem Titel Jungbrunnen fertigstellt. Zugleich nimmt Amiet an nationalen und internationalen Ausstellungen teil und reist quer durch Europa von Kunstmetropole zu Kunstmetropole, nach Rom, München, Berlin und Frankfurt am Main. 1914 widmet ihm das Kunsthaus Zürich eine Einzelausstellung mit 124 Werken. Nach Hodlers Tod 1918 gilt er nun als bedeutendster zeitgenössischer Künstler der Schweiz.
Trotz des mondänen Troubles, in dem sich Amiet nun als arrivierter Künstler wiederfand, verbrachte er geraume Zeit auf der Oschwand. Die idyllische Landschaft, unweit von der bromer kunst, bei Langenthal, diente dem Künstler als Inspirationsquelle für eine Vielzahl Gemälde und Zeichnungen. Die Bromer Art Collection beinhaltet ein bemerkenswertes Werk, in dem Amiet das herbstliche Oschwand im Jahre 1922 festhält. Die von Pinselhieben aufgewühlte Malfläche gibt Einblick in eine Landschaft, in deren verdichteten Farbfeldern eine Siedlung zu erkennen ist. Das Gemälde vermittelt einen Eindruck von der ländlichen Abgeschiedenheit und der naturbelassenen Landstriche, die selbst heute noch auf der Oschwand anzutreffen sind. Nebst dem «Herbst auf der Oschwand», sehen wir im 1933 entstandenen «Rosenbäumchen nach dem Gewitter» ein weiteres Gemälde, das diesmal im prächtigen Garten des Künstlerhauses auf der Oschwand, gemalt wurde.