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5 Stadthaus
Das Stadthaus ist ein Baudenkmal von internationalem Rang. Die Demokratische Bewegung, deren Zentrum Winterthur war, strebte ihrem Höhepunkt zu, als die Stadtregierung
den Bau plante und realisierte. Der Architekt Gottfried Semper (1803-1879) war schon damals ein berühmter Architekt. Zu seinen wichtigen Werken gehören - nebst dem Winterthurer Stadthaus -
die «Semper Oper» in Dresden, das Hauptgebäude der ETH Zürich oder das Burgtheater in Wien. Entstanden ist das selbstbewusste Bauwerk, das der Architekt als «Tempel der Demokratie» verstand,
zwischen 1865-1869. Ein Jahr später fand darin die erste Gemeindeversammlung statt, wobei die Bürger über die der monumentalen Tempelfront vorgelagerte Freitreppe zum Saal schritten, wo
sie ihre demokratischen Rechte ausübten. Gottfried Semper, selbst ein glühender Demokrat, machte damit klar, wer in einer Demokratie die oberste Instanz ist. Der Saal (heute Konzertsaal)
steht im Zentrum des Baus, die Büros von Stadtrat und Verwaltung sind ihm seitlich untergeordnet. Eigentlich hätte zum prunkvollen Bau auch eine entsprechende Innenausstattung gehört, für
die der Stadt aber das Geld fehlte. Ohnehin schon hatten die vermögenden Bürger der Stadt mit freiwilligen Spenden dazu beigetragen, dass der Bau überhaupt realisiert werden konnte. Die
Giebelfiguren, welche die Säulen des Portikus optisch «zum All weisend» verlängern, sind dank privater Initiative vor einigen Jahren vom Winterthurer Bildhauer Gregor Frehner neu geschaffen
worden, nachdem die ursprünglichen Figuren wegen Verwitterung bereits 1914 hatten entfernt werden müssen.
Seit 2015 ist das Stadthaus nicht mehr Regierungssitz. Stattdessen werden die Büros u.a. vom Musikkollegium Winterthur (inkl. Ticketverkauf), dem Friedensrichteramt sowie
der Finanzkontrolle genutzt.
Stadthausstrasse 4a