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Von Urs Guggenbühl
Die Erfindung des Telefons lag in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast schon in der Luft. Gleich mehrere Forscher, darunter auch der Deutsche Johann Philipp Reis oder der Amerikaner Elisha Gray, hatten unabhängig voneinander in verschiedenen Ländern auf die eine oder andere Art und mehr oder weniger zielgerichtet an der Entwicklung von Geräten gearbeitet, um mit ihrer Hilfe Klänge oder sogar die gesprochene Sprache getreulich über weite Distanzen zu übertragen. Den Durchbruch geschafft hat letztlich vor rund 125 Jahren ein junger, in Schottland geborener und aufgewachsener Gehörlosen- und Sprechlehrer: Der engagierte Autodidakt und Erfinder Alexander Graham Bell konnte im Jahre 1876 – er war damals 29-jährig – ein Gerät patentieren lassen, das den Namen »Fern-Sprecher« beziehungsweise »Tele-Phon« wirklich verdiente. Das Bell’sche Telefon trat in der Folge einen rasanten Siegeszug um die Welt an: Es hat die zwischenmenschliche Kommunikation auf eine Weise revolutioniert, wie sie, wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen, wohl nur mit dem durch das Internet ausgelösten Wandel vergleichbar ist. Bell ging indes nicht nur als »Vater der Telefonie« in die Geschichte ein, sondern auch als ein unermüdlicher Kämpfer für eine bessere Ausbildung und Integration von Hörgeschädigten in aller Welt.