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Ich sitze auf 1500 m, eingehüllt in erfrischendem Nebel, höre die Schafe blöken, schaue unseren beiden Helden zu beim grasen, und schreibe am Blog während ich auf Pat warte. Die Umgebung ist reiner Fels auf Fels durchsetzt mit etwas Gebüsch und Gras. Wir versuchen seit einer Stunde das Skigebiet von Arrete zu verlassen und müssen jetzt am Abend feststellen, dass wir unser Tages-Ziel nicht erreichen werden. Ausserdem ist die Graslage mehr als bescheiden und das Kraftfutter geht ebenfalls zur Neige.
Aber der Reihe nach.
Letzte Nacht harten wir eine tolle Weide auf einer Anhöhe. Die Hirtin, der wir unterwegs begegneten, wünschte uns eine ruhige Nacht. Die Berge gehören allen, meinte sie. In der Nacbt bläst ein heftiger Wind, dafür ist in der Frühe alles trocken. Wir gehen über eine Weide mit braunem Gras hinauf zum Grenzzaun. Den ganzen Morgen ziehen wir dem Berg entlang über Pferde- und Kuhweiden. Verpassen den Abzweiger zum Kammweg und finden einen regionalen Wanderweg der uns nach Osten nimmt. Auf dem Abstieg scheuchen wir 24 Adler auf und finden Min. später eine tote Kuh, die den Adlern als Mahlzeit gedient haben musste.
Wir trafen zwei Hirten, denen Pat half ein Kalb zu verarzten. Eine Stunde später holte Flash sich eine Schramme, die wir provisorisch verarzten müssten. Wir fanden immer wieder Viehtränken aber frisches Quellwasser ist eher selten. Wann immer wir welches fanden, füllten wir die Wasserflaschen auf und zogen das im Wasser
Getränkte T-Shirt wieder an, was bei 25-28°C für anhaltende Ankühlung sorgte. Wir errreichten ausgetrocknet das erste Refugio, nur um es vermauert vorzufinden. Wir verliessen den geplanten Weg, um schnellstmöglich an Futter für die Pferde zu kommen. Die Strasse führt uns zu einem anderen neueren Refugio, wo wir etwas Brot und Getränke kaufen koennen. Das Dorf, das wir anstreben, ist eine herbe Endtäuschung, eine lieblos in die Steinwüste gestellte Betonburg, ohne Gras. Es sind nur noch 15 km bis Lescun mit der Pferdestation auf der Gr 10. Der Pfad jedoch ist sehr schwer zu gehen u.d wir kommen nur mühsam voran. Nach einer Stunde haben wir gerade mal 2 km geschafft, dazu ist es nicht ungefährliches Gelände. Die Pferde halten sich tapfer, aber wir müssen sie ihren eigenen Weg finden lassen. Wir entscheiden abzubrechen für heute, und hier oben Gras und Wasser zu suchen. Während Pat noch unterwegs ist, treffe ich einen Hirten, der mir erklärt, wo ich Wasser finden kann. Wir nehmen den gezeigten Weg, die Skipiste hinunter und bleiben eingangs des Trails zur genannten Wasserquelle stehen, denn hier ist das Gelände etwas ebener und vor allem hat es etwas Gras. Ich hole Wasser im 1,3 km entfernen Cabana und brauche für den Weg hin und zurück über eine Stunde. Es regnet leicht und die Steine sind glitschig. Wir bauem unser Poncho-Zelt auf und verstauen Gepäck und Schlafstelle darunter. Ein ebener Boden ist anders, stellen wir fest, aber es bleiben nur Minuten um den Zaun zu stellen, bevor es zu schütten beginnt. Also leben wir damit, dass wir beständig in Gefahr sind, das Zelt am unteren Ende zu verlassen. Wir essen kalt und liegen dabei auf unseren Sattelpads und Daunenmatten, während es draussen blitzt und donnert. Das Gewitter kreist in 1 bis 3 km Abstand um uns und beschert uns heftigen Regen, Sturmböhen und Hagel über Stunden hinweg. Flash und Domingo stehen mit gesenktem Kopf an der windgeschütztesten Stelle und lassen das alles in stoischer Ruhe über sich ergehen.