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Bandscheibenvorfall
Bandscheibenvorfall / Lumbale Diskushernie
Ein Bandscheibenvorfall (lumbale Diskushernie) kann mit akut einsetzenden Rückenschmerzen und Schmerzen im Bein einhergehend mit Taubheitsgefühlen und sogar zu Lähmungen führen. Die rechtzeitige Diagnose und eine an das Ausmass der Beschwerden angepasste Behandlung sind wichtige Voraussetzungen, um einem dauerhaften Nervenschaden vorzubeugen.
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Ursache
Die lumbalen Bandscheiben liegen zwischen den fünf Lendenwirbelkörpern. Da die Lendenwirbelsäule sehr mobil ist, muss auch die Bandscheibe den dabei auftretenden Zug-, Druck- und Scherkräften widerstehen. Dies tut sie durch einen einzigartigen faserigen Ring, der den Bandscheibenkern umschliesst Auf diese Art arbeitet die Bandscheiben wie ein Wasserkissen, ein Puffer zwischen den knöchernen Wirbeln, der alle erdenklichen Belastungen verlässlich abfedert und gleichmässig verteilt.
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Wie kommt es zu einer Diskushernie?
Der Auslöser für eine Diskushernie ist oftmals schweres Heben oder eine ruckartige Bewegung. Die lumbale Diskushernie ist eine typische Erkrankung des mittleren Lebensalters, weil zwei Voraussetzungen erfüllt sein müssen:Erstens müssen bereits kleine Einrisse im äusseren Faserring der Bandscheibe vorhanden sein, damit überhaupt ein Teil des gallertigen Kernes durch diesen Riss in den Wirbelkanal gepresst werden kann. Deshalb sind Diskushernien bei jugendlichen selten. Zweitens muss die Bandscheibe aber noch über genügend Quelldruck verfügen, um durch diesen Riss austreten zu können. Dies wiederum ist bei der Mehrzahl der älteren Patienten nicht der Fall.
Am häufigsten sind die untersten Bewegungssegmente der Wirbelsäule betroffen:
- Das Segment zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel (L4/5) und
- das Segment zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem ersten Wirbel des Kreuzbeinmassivs (L5/S1).
Diese beiden Bandscheiben werden auch bei körperlicher Arbeit und beim Sport am stärksten belastet.
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Wie macht sich eine Diskushernie bemerkbar?
Die Beschwerden, die eine Diskushernie hervorruft sind sehr variabel und durch seine Lokalisation im Wirbelkanal bestimmt. Zentral, d. h. ohne Seitenbetonung ausgetretenes Bandscheibengewebe kann zu lokalen Rückenschmerzen führen, die in der Regel bei Vorneige des Rumpfes zunehmen. Bandscheibengewebe, das mit einer Seitenbetonung im Wirbelkanal zu liegen kommt, kann auf die dort lokalisierte abgehende Nervenwurzel drücken und Schmerzen, Taubheitsgefühle und sogar Lähmungen im Bein verursachen. In den meisten Fällen kommt es zu milden Symptomen mit Schmerzen und/oder Taubheitsgefühlen die einem bestimmten von der Nervenwurzel sensibel versorgten Hautareal entsprechen.
Lähmungen sind eher selten und sind Anzeichen für entweder einen a) sehr ungünstig gelegenen oder b) sehr grosse Diskushernie. Ein sogenannter „Massenherniation“ ist in der Lage, den Wirbelkanal fast vollständig auszufüllen. Dann entsteht ein Mischbild aus Lähmungen, Taubheit und Schmerzen in einem oder beiden Beinen und einem Verlust der Kontrolle über die Blasen- und Mastdarmfunktion. Dieses Erkrankungsbild stellt einen neuroorthopädischen Notfall dar.
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Wie wird eine lumbale Diskushernie diagnostiziert?
Ein Neurochirurg kann durch eine exakte neurologische Untersuchung die Lokalisation eine Diskushernie mit grosser Sicherheit voraussagen. Da die von einer Diskushernie verursachten Beschwerden in ihrer Ausprägung aber sehr unterschiedlich sein können, ist beim Verdacht auf das Vorliegen eine Diskushernie eine radiologische Bildgebung notwendig. Da die Bandscheibe keine röntgendichte Struktur ist, ist die Diskushernie in einem normalen Röntgenbild nicht genau zu erkennen. Heutzutage wird eine Diskushernie durch eine Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule diagnostiziert. Diese erlaubt eine detailgenaue Darstellung der Bandscheibe und der benachbarten neuralen Strukturen.
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Welche Behandlungsoptionen gibt es bei einer lumbalen Diskushernie?
Die Prognose der lumbalen Diskushernie ist gut. Es ist bekannt, dass Diskushernien im Laufe der Zeit kleiner werden und schliesslich sogar ganz verschwinden können. Ca. 80 – 90% aller Diskushernien können daher konservativ, d. h. ohne Operation behandelt werden.
Mit Krankengymnastik und physikalischen Anwendungen werden die Schmerzen gelindert und Übungen, die auch eigenständig zu Hause durchgeführt werden können, erlernt. Die Schmerzen und die begleitende Entzündung der durch die Diskushernie gereizten Nervenwurzel können durch entsprechende Medikamente behandelt werden. Begleitend kommen gezielte Infiltrationen unter Durchleuchtungskontrolle zum Einsatz, z. B. direkt an der betroffenen Nervenwurzel oder in den Wirbelkanal. Die Injektionen enthalten Schmerzmittel und ein Präparat, welches die Entzündung der Nervenwurzel vor Ort bekämpft und so effektiv die Schmerzen kontrollieren kann.
Operation
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Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird nur dann notwendig, wenn eine stärkere Lähmung vorliegt. Dann ist Zeit ein entscheidender prognostischer Faktor. Je länger der Druck auf die Wurzel anhält, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Wurzel erholt und die Lähmung zurückgeht. Diese neurologische Notfälle sollten unverzüglich operiert werden. Sollten Schmerzen durch konservative Behandlungsmassnahmen nicht zu kontrollieren sein oder innerhalb von 6 – 8 Wochen nicht auf ein erträgliches Mass zurückgehen, so besteht auch hier eine Operationsindikation. Jede Behandlung wird individuell geplant und Ihnen ausführlich persönlich erläutert.
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Was geschieht bei einer lumbalen Bandscheibenoperation?
Bei der Bandscheibenoperation wird den in den Wirbelkanal ausgetretene Diskushernie entfernt. In der Klinik für Neurochirurgie wird die Operation mikrochirurgisch über einen minimal-invasiven Zugang unter dem Operationsmikroskop durchgeführt. Die Operation dauert ca. 30 Minuten und erfolgt über einen nur ca. 3 cm kurzen Hautschnitt. Durch den Einsatz des Operationsmikroskops und die minimal-invasiven Operationstechniken sind die körperlichen Beeinträchtigungen des Patienten durch die Operation gering. Es ist in aller Regel ein Spitalaufenthalt von 3 Nächten erforderlich.
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Kontrolle / Nachsorge
Die Nachbehandlung umfasst die Mobilisation des Patienten bereits am OP-Tag. Dabei werden Techniken erlernt, mit deren Hilfe man den Rücken im Alltag deutlich entlasten kann. Sitzen ist sofort möglich. Eventuell kann der Arzt ein leichtes Mieder verschreiben, welches für sechs Wochen die kleinen Wirbelgelenke entlastet. Spätestens nach sechs Wochen ist eine Rückkehr in den normalen (Arbeits-)Alltag möglich, Sportarten wie Schwimmen und Fahrradfahren sind erlaubt. Sportarten, die die Wirbelsäule intensiver belasten, sollten frühestens nach drei Monaten wieder aufgenommen werden.