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nahaufnahmen.ch-Filmadvent: 14. Dezember 2010
“Crazy Heart” von Scott Cooper
Nicht allen hat es gefallen, dass Jeff Bridges für seine Darbietung in “Crazy Heart” den Oskar für den besten Hauptdarsteller erhalten hat. Es sei nicht sein bester Film, meinte man, und seine Leistung darin sei mit der Darstellung des “Dude” in “The Big Lebowski” kaum zu vergleichen. Das mag alles wahr sein, aber “Crazy Heart” ohne Erwähnung zu lassen, können auch wir nicht. Die Geschichte des in die Jahre gekommenden Countrysängers Bad Blake mag ihre sentimentalen Momente haben, aber entscheidet sich dann doch für einen erfrischend unerwarteten Schluss, ein Happy End, wie man es in Hollywood eigentlich nicht gerne mag.
Wäre “Crazy Heart” ein Biopic, müsste er den Vergleich mit “Ray” oder “Walk the Line” nicht scheuen. Alle drei folgen dem gewohnten Strickmuster der für die Leinwand adaptierten Musikerbiographie: scheinbares Glück, Krise und schliesslich deren Überwindung. Nur dass “Crazy Heart” auf kleinerer Flamme kocht und seinen Star weder nach ganz oben hebt noch nach ganz unten drückt. Und obwohl der Soundtrack nicht aus der Feder von Ray Charles oder Johnny Cash stammt, blieb er länger im Ohr. Der von Ryan Binghams gesungene Titelsong “Crazy Heart” ist locker der beste Filmsong des Jahres und hat – vielleicht im Gegensatz zu Bridges – seinen Oskar auf jeden Fall verdient.