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World Energy Outlook 2019 veröffentlicht
Wenn die Länder dieser Welt, die am Pariser Klimaabkommen definierten Ziele erreichen wollen, dann ist ein schneller und umfassender Umbau in allen Energiesystemen notwendig. So beschreibt die IEA das sogenannte Sustainable Development Scenario (SDS) im neuen World Energy Outlook. In dieser Hochrechnung steigt der Anteil der Kernenergie im globalen Strommix von heute 10% bis 2040 geringfügig auf 11%. Dies bei einer gleichzeitigen Abnahme des Primärenergiebedarfs um rund 7%. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass die Stromproduktion der Kernkraftwerke von 2718 TWh (2018) bis 2040 auf rund 4400 TWh steigt. Um dies zu erreichen, müsste die installierte Kernkraftwerkskapazität pro Jahr um 15 GW ausgebaut werden. Zum Vergleich: diese Zubaurate wurde bisher einzig zwischen 1970 und 1990 erreicht. In dieser Periode wurden 400 neue Kernkraftwerkseinheiten in Betrieb genommen.
Betrachtet man das Szenario mit den heute von Ländern beabsichtigten Massnahmen, so fällt der Kernenergieanteil gemäss IEA bis 2040 auf 8%. In diesem sogenannten Stated Policies Scenario (STEPS) nimmt der Primärenergiebedarf von 2018 bis 2040 um fast einen Viertel zu. Zu beachten ist, dass das diesem Szenario zugeschriebene Energiebedarfswachstum von jährlich 1% deutlich unter der letztjährigen Wachstumsrate von 2,3 % liegt. Der Anteil der Kernenergie geht in diesem Szenario zwar zurück. Absolut betrachtet nimmt aber auch hier die mit Kernkraftwerken produzierte Strommenge zu. Sie steigt in diesem Szenario bis 2040 auf knapp 3500 TWh.
Im STEPS nimmt die IEA bezüglich der Kernenergie zwei geografische Betrachtungsweisen vor. In fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist diese Stromproduktionsform heute die grösste kohlenstoffarme Stromquelle (18% der Stromerzeugung). Sie wird jedoch bis 2040 von Windenergie und Wasserwasserkraft überholt, ist aber noch vor der Photovoltaik. Diese Hochrechnung für die Kernenergie berücksichtigt geplante Laufzeitverlängerungen sowie Neubauprojekte. In Entwicklungsländern macht die Kernenergie hingegen praktisch unverändert einen Anteil von etwa 5% des Strommix aus.