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Der texanische Financier Robert Allen Stanford wurde im Juni 2010 in den USA zu einer Freiheitsstrafe von 110 Jahren verurteilt. Das zuständige Gericht befand ihn des Betrugs schuldig. Er hatte rund 30'000 Investoren mit einem Schneeballsystem um 7 Milliarden Dollar gebracht.
Im August 2013 entschied die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) in einem Verfahren gegen die Genfer Société Générale Private Banking, dass die Bank schwerwiegende Risiken eingegangen sei, indem sie zahlreiche Konten für Stanford und seine Unternehmen eröffnet und betrieben habe.
Die Genfer Bank hat gemäss dem am Donnerstag publizierten Urteil wiederholt und zahlreiche Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit den Stanford-Konten begangen.
So wurden beispielsweise Warnhinweise des elektronischen Sicherheitssystems für die Geldtransaktionen ignoriert. Eine der verdächtigen Transaktionen betrug 25 Millionen US-Dollar.
Auch wurde für Stanford ein Konto ohne Dossiervermerk eröffnet, dass es sich beim Texaner um eine politisch exponierte Person (PEP) handelt. Bei solchen Personen müssen Banken von Gesetzes wegen die Geschäftsbeziehungen mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgen.
Das Bundesverwaltungsgericht stützt den Entscheid der FINMA. Das Finanzunternehmen hatte das Vorhandensein eines Organisationsmangels verneint. Das Urteil kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. (Urteil B-5586/2013 vom 04.10.2016)
(AWP)