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Hirnstimulation nach Schlaganfall
- 05. März 2020 - Information
Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist eine nicht-invasive Hirnstimulations-technik zur Beurteilung der Wirksamkeit der Sprach- sowie der motorischen Funktion von Neurorehabilitationspatienten. Dr. med. Rebeka Hughes hat für uns einige Fragen zu dieser Untersuchungsmethode beantwortet.
Was ist tDCS und wie funktioniert es?
tDCS ist eine Form der Neuromodulation, bei der ein konstanter, niedriger Gleichstrom verwendet wird, der über Elektroden am Kopf abgegeben wird. Demgegenüber arbeitet die kraniale Elektrotherapiestimulation im Allgemeinen zwar auf die gleiche Weise, aber mit Wechselstrom.
Welcher Art von Patienten kommt eine solche Untersuchung zugute?
Sie wurde ursprünglich entwickelt, um Patienten mit Hirnverletzungen oder psychiatrischen Erkrankungen wie schweren depressiven Störungen zu helfen. Die Faktenlage in Bezug auf die Frage, ob tDCS für die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei gesunden Menschen nützlich ist, ist jedoch widersprüchlich. Mehrere Studien stellen geringfügige Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten fest, die jedoch bedeutsam sind. Konkrete Hinweise auf eine Verbesserung der Funktion der oberen Gliedmaßen nach einem Schlaganfall gibt es nicht. Dennoch scheint diese Methode als Untersuchungsmethode für die Motorik und die Sprachfunktionen bei Schlaganfallpatienten sehr nützlich zu sein. Wir bei Cereneo haben bei unseren Patienten mit der tDCS gute Ergebnisse für die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und der Funktion der oberen Gliedmaßen erzielt.
Was wird für eine solche Untersuchung benötigt?
Elektroden. Elektrodenpads gibt es in verschiedenen Größen. Kleinere Elektroden stimulieren eine bestimmte Stelle stärker und größere Elektroden den gesamten betroffenen Bereich. Bei Aphasie-Patienten zielen wir je nach Art der Aphasie auf das Wernicke- oder Broca-Zentrum ab. Da der zu untersuchende Bereich eventuell klein ist, ist es oft sinnvoll, diesen Bereich vor der Platzierung der Elektrode mit einem bildgebenden Verfahren des Gehirns, wie z.B. der fMRT (funktionelle Kernspintomografie), zu lokalisieren.
Wie kann diese Untersuchung den Verlauf der Neurorehabilitationsbehandlung eines Patienten beeinflussen?
tDCS wird normalerweise vor einer intensiven Sprachtherapie oder manchmal vor einer Bewegungstherapie eingesetzt und stimuliert verschiedene Bereiche des Gehirns. Die Anwendung als ergänzende Therapiemethode führt bei den Patienten oft zu einem besseren Therapiefortschritt, weil die betroffenen neurologischen Bereiche von vornherein gezielt behandelt werden. Sie wird auch häufig bei der Behandlung von Dysphagie- oder von Parkinson-Patienten eingesetzt.