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Dissertation von Michelle Ziegler
"Simple Rechtecksgeometrie?" Die Funktion graphischer Notationen im Klavierwerk Hermann Meiers (1906-2002)
Neu erschienen:
Heidy Zimmermann, Michelle Ziegler, Roman Brotbeck (Hrg.), Mondrian-Musik – Die graphischen Welten des Komponisten Hermann Meier. Chronos Verlag, Zürich 2017
Der Solothurner Komponist Hermann Meier (1906–2002) nahm in der Schweiz in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts eine Aussenseiterposition ein. In einem Umfeld, in dem Aufführungen von atonaler und zwölftöniger Musik auf eine starke Abwehrhaltung stiessen, scheiterten Meiers vereinzelte Versuche, seine Kompositionen öffentlich aufzuführen. Meiers Werk entstand deshalb in grösster Isolation und ohne Beachtung durch die Öffentlichkeit. Wohl auch wegen dieser Isolation weisen seine Werke schon früh eine Eigenständigkeit auf, deren Erforschung für die Musikgeschichte nach 1945 neue Aspekte eröffnet, insbesondere zum Verhältnis von Bild und Klang. Ab Mitte der 1950er-Jahre arbeitete Meier mit grossformatigen grafischen Kompositionsplänen, die er selbst «Mondriane» nannte. Sie führten ab 1960 zu teils monumentalen Kompositionen mit Klangschichtungen und Klangmassen. Die Dissertation «Komponieren in Punkten, Strichen und Flächen» analysiert schwerpunktmässig die Kompositionen für Tasteninstrumente und untersucht die Funktion der grafischen Pläne und die Konsequenzen von Meiers abgeschottetem Daseins als Komponist.
Verschiedene Publikationen vor allem zur Musik des 20. Jahrhunderts.
Betreuungspersonen
Prof. Dr. Anselm Gerhard, Universität Bern, Direktor des Instituts für Musikwissenschaft
Prof. Dr. Roman Brotbeck, Hochschule der Künste HKB, Organisationseinheit: Forschung, Musik