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input-de312.5 Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten(Opferhilfegesetz, OHG)vom 23. März 2007 (Stand am 1. Januar 2024)Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,gestützt auf die Artikel 123 und 124 der Bundesverfassung, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 9. November 2005,beschliesst: SR 101 BBl 2005 71651. Kapitel:  Allgemeine BestimmungenArt. 1 Grundsätze Jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer), hat Anspruch auf Unterstützung nach diesem Gesetz (Opferhilfe). Anspruch auf Opferhilfe haben auch der Ehegatte oder die Ehegattin des Opfers, seine Kinder und Eltern sowie andere Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahestehen (Angehörige). Der Anspruch besteht unabhängig davon, ob der Täter oder die Täterin:a. ermittelt worden ist;b. sich schuldhaft verhalten hat;c. vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat.Art. 2 Formen der OpferhilfeDie Opferhilfe umfasst:a. Beratung und Soforthilfe;b. längerfristige Hilfe der Beratungsstellen;c. Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter;d. Entschädigung;e. Genugtuung;f. Befreiung von Verfahrenskosten;g. ... Aufgehoben durch Anhang 1 Ziff. II 10 der Strafprozessordnung vom  5. Okt. 2007, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).Art. 3 Örtlicher Geltungsbereich Opferhilfe wird gewährt, wenn die Straftat in der Schweiz begangen worden ist. Ist die Straftat im Ausland begangen worden, so werden die Leistungen der Beratungsstellen unter den in diesem Gesetz genannten besonderen Bedingungen gewährt (Art. 17); Entschädigungen und Genugtuungen werden keine gewährt.Art. 4 Subsidiarität der Opferhilfe Leistungen der Opferhilfe werden nur endgültig gewährt, wenn der Täter oder die Täterin oder eine andere verpflichtete Person oder Institution keine oder keine genügende Leistung erbringt. Wer Kostenbeiträge für die längerfristige Hilfe Dritter, eine Entschädigung oder eine Genugtuung beansprucht, muss glaubhaft machen, dass die Voraussetzungen nach Absatz 1 erfüllt sind, es sei denn, es sei ihm oder ihr angesichts der besonderen Umstände nicht zumutbar, sich um Leistungen Dritter zu bemühen.Art. 5 Unentgeltliche LeistungenDie Beratung, die Soforthilfe und die von den Beratungsstellen erbrachte längerfristige Hilfe sind für das Opfer und seine Angehörigen unentgeltlich.Art. 6 Berücksichtigung der Einnahmen bei den übrigen Leistungen Anspruch auf Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter und auf Entschädigung besteht nur, wenn die anrechenbaren Einnahmen des Opfers oder seiner Angehörigen das Vierfache des massgebenden Betrags für den allgemeinen Lebensbedarf nach Artikel 10 Absatz 1 Buchstabe a des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) nicht übersteigen. Die anrechenbaren Einnahmen der anspruchsberechtigten Person berechnen sich nach Artikel 11 ELG; massgeblich sind die voraussichtlichen Einnahmen nach der Straftat. Die Genugtuung wird unabhängig von den Einnahmen der anspruchsberechtigten Person ausgerichtet. SR 831.30 Siehe Art. 49 (Koordination mit dem ELG) Siehe Art. 49 (Koordination mit dem ELG)Art. 7 Übergang von Ansprüchen auf den Kanton Hat ein Kanton gestützt auf dieses Gesetz Opferhilfe geleistet, so gehen die Ansprüche für Leistungen gleicher Art, die dem Opfer oder dessen Angehörigen auf Grund der Straftat zustehen, im Umfang der kantonalen Leistungen von der anspruchsberechtigten Person auf den Kanton über. Diese Ansprüche haben Vorrang vor den verbleibenden Ansprüchen der anspruchsberechtigten Person sowie der Rückgriffsansprüche Dritter. Der Kanton verzichtet darauf, seinen Anspruch gegenüber dem Täter oder der Täterin geltend zu machen, wenn dadurch schützenswerte Interessen des Opfers oder seiner Angehörigen oder die Wiedereingliederung des Täters oder der Täterin gefährdet würden.Art. 8 Information über die Opferhilfe und Meldung Die Strafverfolgungsbehörden informieren das Opfer über die Opferhilfe und leiten unter bestimmten Voraussetzungen Name und Adresse an eine Beratungsstelle weiter. Die entsprechenden Pflichten richten sich nach der einschlägigen Verfahrensordnung. Eine in der Schweiz wohnhafte Person, die im Ausland Opfer einer Straftat geworden ist, kann sich an eine schweizerische Vertretung oder an die mit dem schweizerischen konsularischen Schutz betraute Stelle wenden. Diese Stellen informieren das Opfer über die Opferhilfe in der Schweiz. Sie melden Name und Adresse des Opfers einer Beratungsstelle, sofern dieses damit einverstanden ist. Die Absätze 1 und 2 finden auf Angehörige des Opfers sinngemäss Anwendung. Fassung gemäss Anhang Ziff. II 8 des Strafbehördenorganisationsgesetzes vom  19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).Art. 8a Entfallen der AnzeigepflichtDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kantonalen Stellen oder Behörden, die über finanzielle Hilfe, Entschädigung oder Genugtuung entscheiden, unterliegen keiner Anzeigepflicht. Eingefügt durch Anhang 1 Ziff. 7 des BG vom 17. Juni 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 468; BBl 2019 6697).2. Kapitel:  Leistungen der Beratungsstellen1. Abschnitt:  BeratungsstellenArt. 9 Angebot Die Kantone sorgen dafür, dass fachlich selbstständige öffentliche oder private Beratungsstellen zur Verfügung stehen. Dabei tragen sie den besonderen Bedürfnissen verschiedener Opferkategorien Rechnung. Sie können gemeinsame Beratungsstellen betreiben.Art. 10 Akteneinsicht Die Beratungsstellen können Einsicht nehmen in Akten von Strafverfolgungsbehörden und Gerichten aus Verfahren, an denen das Opfer oder seine Angehörigen teilnehmen, sofern diese ihre Zustimmung erteilt haben. Das Akteneinsichtsrecht darf den Beratungsstellen nur so weit verweigert werden, als dies gemäss massgebendem Prozessrecht auch gegenüber der geschädigten Person zulässig wäre.Art. 11 Schweigepflicht Personen, die für eine Beratungsstelle arbeiten, haben über ihre Wahrnehmungen gegenüber Behörden und Privaten zu schweigen. Die Schweigepflicht gilt auch nach Beendigung dieser Mitarbeit. Vorbehalten bleiben die Zeugnispflichten nach der Strafprozessordnung. Die Schweigepflicht ist aufgehoben, wenn die beratene Person damit einverstanden ist. Ist die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität einer minderjährigen Person oder einer Person unter umfassender Beistandschaft ernsthaft gefährdet, so kann die Beratungsstelle die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde informieren oder bei der Strafverfolgungsbehörde Anzeige erstatten. Wer die Schweigepflicht verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. SR 312.0 Fassung zweiter und dritter Satz gemäss Anhang 1 Ziff. II 10 der Strafprozessordnung vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).Fassung gemäss Anhang Ziff. 3 des BG vom 15. Dez. 2017 (Kindesschutz), in Kraft seit  1. Jan. 2019 (AS 2018 2947; BBl 2015 3431).2. Abschnitt:  Hilfe der Beratungsstellen und KostenbeiträgeArt. 12 Beratung Die Beratungsstellen beraten das Opfer und seine Angehörigen und unterstützen sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte. Erhalten die Beratungsstellen eine Meldung nach Artikel 8 Absatz 1 oder 2, so nehmen sie mit dem Opfer oder seinen Angehörigen Kontakt auf. Fassung gemäss Anhang 1 Ziff. 7 des BG vom 17. Juni 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 468; BBl 2019 6697).Art. 13 Soforthilfe und längerfristige Hilfe Die Beratungsstellen leisten dem Opfer und seinen Angehörigen sofort Hilfe für die dringendsten Bedürfnisse, die als Folge der Straftat entstehen (Soforthilfe). Sie leisten dem Opfer und dessen Angehörigen soweit nötig zusätzliche Hilfe, bis sich der gesundheitliche Zustand der betroffenen Person stabilisiert hat und bis die übrigen Folgen der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind (längerfristige Hilfe). Die Beratungsstellen können die Soforthilfe und die längerfristige Hilfe durch Dritte erbringen lassen.Art. 14 Umfang der Leistungen Die Leistungen umfassen die angemessene medizinische, psychologische, soziale, materielle und juristische Hilfe in der Schweiz, die als Folge der Straftat notwendig geworden ist. Die Beratungsstellen besorgen dem Opfer oder seinen Angehörigen bei Bedarf eine Notunterkunft. Eine Person mit Wohnsitz im Ausland, die in der Schweiz Opfer einer Straftat wurde, hat zudem Anspruch auf Kostenbeiträge an die Heilungskosten am Wohnsitz.Art. 15 Zugang zu den Beratungsstellen Die Kantone sorgen dafür, dass das Opfer und seine Angehörigen innert angemessener Frist Soforthilfe erhalten können. Die Leistungen der Beratungsstellen können unabhängig vom Zeitpunkt der Begehung der Straftat in Anspruch genommen werden. Das Opfer und seine Angehörigen können sich an eine Beratungsstelle ihrer Wahl wenden.Art. 16 Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe DritterDie Kosten für längerfristige Hilfe Dritter werden wie folgt gedeckt:a. ganz, wenn im Sinne von Artikel 6 Absätze 1 und 2 die anrechenbaren Einnahmen der anspruchsberechtigten Person den doppelten massgebenden Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf nicht übersteigen;b. anteilsmässig, wenn im Sinne von Artikel 6 Absätze 1 und 2 die anrechenbaren Einnahmen der anspruchsberechtigten Person zwischen dem doppelten und dem vierfachen massgebenden Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf liegen. Siehe Art. 49 (Koordination mit dem ELG)3. Abschnitt:  Straftat im AuslandArt. 17 Bei einer Straftat im Ausland haben Anspruch auf Hilfe nach diesem Kapitel:a. das Opfer, wenn es im Zeitpunkt der Straftat und im Zeitpunkt der Gesuchstellung Wohnsitz in der Schweiz hatte;b. die Angehörigen des Opfers, wenn sowohl sie als auch das Opfer im Zeitpunkt der Straftat und im Zeitpunkt der Gesuchstellung Wohnsitz in der Schweiz hatten. Hilfe wird nur geleistet, wenn der Staat, in dem die Straftat begangen wurde, keine oder keine genügenden Leistungen erbringt.4. Abschnitt:  Kostenverteilung zwischen den KantonenArt. 18 Ein Kanton, der Leistungen nach diesem Kapitel zu Gunsten von Personen mit Wohnsitz in einem anderen Kanton erbringt, erhält von diesem eine Abgeltung. Sofern diese Abgeltungen nicht im Rahmen einer interkantonalen Regelung erfolgen, gelten folgende Grundsätze: Der Wohnsitzkanton leistet Pauschalbeiträge an den leistungserbringenden Kanton. Berechnungsbasis ist der gesamte Aufwand der Kantone für die Leistungen nach diesem Kapitel im Verhältnis zur Zahl der Personen, die diese Opferhilfeleistungen erhalten haben.3. Kapitel:  Entschädigung und Genugtuung durch den Kanton1. Abschnitt:  EntschädigungArt. 19 Anspruch Das Opfer und seine Angehörigen haben Anspruch auf eine Entschädigung für den erlittenen Schaden infolge Beeinträchtigung oder Tod des Opfers. Der Schaden wird nach den Artikeln 45 (Schadenersatz bei Tötung) und 46 (Schadenersatz bei Körperverletzung) des Obligationenrechts festgelegt. Vorbehalten bleiben die Absätze 3 und 4. Nicht berücksichtigt werden Sachschaden sowie Schaden, welcher Leistungen der Soforthilfe oder der längerfristigen Hilfe nach Artikel 13 auslösen kann. Haushaltschaden und Betreuungsschaden werden nur berücksichtigt, wenn sie zu zusätzlichen Kosten oder zur Reduktion der Erwerbstätigkeit führen. SR 220Art. 20 Festsetzung Leistungen, welche die gesuchstellende Person von Dritten als Schadenersatz erhalten hat, werden für die Berechnung der Entschädigung auf den Schaden angerechnet. Die Entschädigung deckt den Schaden:a. ganz, wenn im Sinne von Artikel 6 Absätze 1 und 2 die anrechenbaren Einnahmen der anspruchsberechtigten Person den massgebenden Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf nicht übersteigen;b. anteilsmässig, wenn im Sinne von Artikel 6 Absätze 1 und 2 die anrechenbaren Einnahmen der anspruchsberechtigten Person zwischen dem einfachen und dem vierfachen massgebenden Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf liegen. Die Entschädigung beträgt höchstens 120 000 Franken; keine Entschädigung wird ausgerichtet, wenn sie weniger als 500 Franken betragen würde. Die Entschädigung kann in mehreren Teilzahlungen ausgerichtet werden. Siehe Art. 49 (Koordination mit dem ELG)Art. 21 VorschussDie zuständige kantonale Behörde gewährt einen Vorschuss, wenn:a. die anspruchsberechtigte Person sofortige finanzielle Hilfe benötigt; und b. die Folgen der Straftat kurzfristig nicht mit hinreichender Sicherheit festzustellen sind.2. Abschnitt:  GenugtuungArt. 22 Anspruch Das Opfer und seine Angehörigen haben Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung es rechtfertigt; die Artikel 47 und 49 des Obligationenrechts sind sinngemäss anwendbar. Der Anspruch auf Genugtuung ist nicht vererblich. SR 220Art. 23 Festsetzung  Die Genugtuung wird nach der Schwere der Beeinträchtigung bemessen. Sie beträgt höchstens:a. 70 000 Franken für das Opfer;b. 35 000 Franken für Angehörige. Genugtuungsleistungen Dritter werden abgezogen.3. Abschnitt:  Gemeinsame BestimmungenArt. 24 GesuchWer Anspruch auf eine Entschädigung oder Genugtuung geltend machen oder einen Vorschuss auf Entschädigung erhalten will, muss bei der zuständigen kantonalen Behörde ein Gesuch stellen.Art. 25 Fristen Das Opfer und seine Angehörigen müssen das Gesuch um Entschädigung und Genugtuung innert fünf Jahren nach der Straftat oder nach Kenntnis der Straftat einreichen; andernfalls verwirken die Ansprüche. Das Opfer kann bis zum vollendeten 25. Lebensjahr ein Gesuch stellen:a. bei Straftaten nach Artikel 97 Absatz 2 des Strafgesetzbuches und Artikel 55 Absatz 2 des Militärstrafgesetzes vom 13. Juni 1927;b. bei versuchtem Mord an einem Kind unter 16 Jahren. Haben das Opfer oder seine Angehörigen in einem Strafverfahren vor Ablauf der Fristen nach Absatz 1 oder 2 Zivilansprüche geltend gemacht, so können sie innert einem Jahr ab endgültigem Entscheid über die Zivilansprüche oder die Einstellung des Strafverfahrens ein Gesuch um Entschädigung und Genugtuung stellen. SR 311.0 SR 321.0Art. 26 Zuständiger Kanton Zuständig ist der Kanton, in welchem die Straftat begangen worden ist. Ist die Straftat an mehreren Orten ausgeführt worden oder ist der Erfolg an mehreren Orten eingetreten, so ist zuständig:a. der Kanton, in dem die Strafuntersuchung zuerst angehoben wurde;b. falls keine Strafuntersuchung angehoben wurde: der Wohnsitzkanton der anspruchsberechtigten Person;c. falls keine Strafuntersuchung angehoben wurde und die anspruchsberechtigte Person über keinen Wohnsitz in der Schweiz verfügt: der Kanton, in dem das erste Gesuch um Entschädigung oder Genugtuung gestellt wurde.Art. 27 Herabsetzung oder Ausschluss der Entschädigungund der Genugtuung Die Entschädigung und die Genugtuung des Opfers können herabgesetzt oder ausgeschlossen werden, wenn das Opfer zur Entstehung oder zur Verschlimmerung der Beeinträchtigung beigetragen hat. Die Entschädigung und die Genugtuung von Angehörigen des Opfers können herabgesetzt oder ausgeschlossen werden, wenn diese oder das Opfer zur Entstehung oder zur Verschlimmerung der Beeinträchtigung beigetragen haben. Die Genugtuung kann herabgesetzt werden, wenn die anspruchsberechtigte Person Wohnsitz im Ausland hat und die Höhe der Genugtuung auf Grund der Lebenshaltungskosten am Wohnsitz unverhältnismässig wäre.Art. 28 ZinsenFür die Entschädigung und die Genugtuung werden keine Zinsen geschuldet.Art. 29 Verfahren Die Kantone sehen ein einfaches und rasches Verfahren vor. Ein Gesuch um Vorschuss auf Entschädigung wird auf Grund einer summarischen Prüfung des Entschädigungsgesuchs beurteilt. Die zuständige kantonale Behörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die Kantone bestimmen eine einzige, von der Verwaltung unabhängige Beschwerdeinstanz; diese hat freie Überprüfungsbefugnis.4. Kapitel:  Befreiung von VerfahrenskostenArt. 30 Für ihre Verfahren betreffend die Gewährung von Beratung, Soforthilfe, längerfristiger Hilfe, Entschädigung sowie Genugtuung, erheben die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden vom Opfer und seinen Angehörigen keine Kosten. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage bei mutwilliger Prozessführung. Das Opfer und seine Angehörigen müssen die Kosten für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht zurückerstatten.5. Kapitel:  Finanzielle Leistungen und Aufgaben des BundesArt. 31 Ausbildung Der Bund gewährt Finanzhilfen zur Förderung der Fachausbildung des Personals der Beratungsstellen und der mit der Opferhilfe Betrauten. Er trägt den besonderen Bedürfnissen bestimmter Opferkategorien Rechnung, insbesondere den Bedürfnissen minderjähriger Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität.Art. 32 Ausserordentliche Ereignisse Erwachsen einem Kanton infolge ausserordentlicher Ereignisse besonders hohe Aufwendungen, so kann der Bund ihm Abgeltungen gewähren. Im Falle ausserordentlicher Ereignisse koordiniert der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen soweit nötig die Tätigkeit der Beratungsstellen und der zuständigen kantonalen Behörden.Art. 33 EvaluationDer Bundesrat sorgt dafür, dass Zweckmässigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Massnahmen nach diesem Gesetz periodisch überprüft werden.6. Kapitel:  ...Art. 34–44 Aufgehoben durch Anhang 1 Ziff. II 10 der Strafprozessordnung vom 5. Okt. 2007, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).7. Kapitel:  SchlussbestimmungenArt. 45 Rechtsetzungsbefugnisse des Bundesrates Der Bundesrat passt die Höchst- und Mindestbeträge nach Artikel 20 Absatz 3 periodisch der Teuerung an; er kann die Höchstbeträge nach Artikel 23 Absatz 2 der Teuerung anpassen. Er erlässt Vorschriften für die Berechnung der kantonalen Pauschalbeiträge nach Artikel 18 Absatz 2 und über die dazu nötigen statistischen Erhebungen. Er kann Vorschriften zur Ausgestaltung der Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter, der Entschädigung und der Genugtuung erlassen und insbesondere Pauschalen oder Tarife für die Genugtuung festsetzen. Er kann dabei von der Regelung im ELG abweichen, um der besonderen Situation des Opfers und seiner Angehörigen Rechnung zu tragen. SR 831.30Art. 46 Aufhebung bisherigen RechtsDas Opferhilfegesetz vom 4. Oktober 1991 wird aufgehoben. [AS 1992 2465, 1997 2952 Ziff. III, 2002 2997, 2005 5685 Anhang Ziff. 20]Art. 47 Änderung bisherigen RechtsDie Änderung bisherigen Rechts wird im Anhang geregelt.Art. 48 ÜbergangsbestimmungenDas bisherige Recht gilt für:a. Ansprüche auf Entschädigung oder Genugtuung für Straftaten, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes verübt worden sind; für Ansprüche aus Straftaten, die weniger als zwei Jahre vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes verübt worden sind, gelten die Fristen nach Artikel 25;b. hängige Gesuche um Kostenbeiträge, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht wurden.Art. 49 Koordination des vorliegenden Gesetzes (neues OHG) mit dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (neues ELG)Unabhängig davon, ob das neue ELG oder das neue OHG zuerst in Kraft tritt, lauten die nachstehenden Bestimmungen des neuen OHG mit Inkrafttreten des später in Kraft tretenden Gesetzes sowie bei gleichzeitigem Inkrafttreten wie folgt:... SR 831.30 Das ELG trat am 1. Jan. 2008 in Kraft.Art. 50 Referendum und Inkrafttreten Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum. Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 2009 BRB vom 27. Febr. 2008Anhang(Art. 47)Änderung bisherigen RechtsDie nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:... Die Änderungen können unter AS 2008 1607 konsultiert werden.

input-rm312.5 Rumantsch è ina lingua naziunala, ma ina lingua parzialmain uffiziala da la Confederaziun, numnadamain en la correspundenza cun persunas da lingua rumantscha. La translaziun d’in decret federal serva a l’infurmaziun, n’ha dentant nagina validitad legala.Lescha federaladavart l’agid a victimas da delicts(Lescha davart l’agid a victimas, LAVi)dals 23 da mars 2007 (versiun dal 1. da schaner 2024)L’Assamblea federala da la Confederaziun svizra,sa basond sin ils artitgels 123 e 124 da la Constituziun federala, suenter avair gì invista da la missiva dal Cussegl federal dals 9 da november 2005,concluda: SR 101 BBl 2005 71651. chapitel Disposiziuns generalasArt. 1 Princips Mintga persuna ch’è vegnida donnegiada directamain en sia integritad corporala, psichica u sexuala tras in delict (victima), ha il dretg da survegnir sustegn tenor questa lescha (agid a victimas). Il dretg da l’agid a victimas han er il conjugal da la victima, ses uffants e ses geniturs sco er autras persunas che han lioms sumegliants cun ella (confamigliars). Il dretg exista independentamain dal fatg ch’il delinquent:a. saja vegnì eruì;b. saja sa cumportà en moda culpaivla;c. haja agì intenziunadamain u per negligientscha.Art. 2 Furmas da l’agid a victimasL’agid a victimas cumpiglia:a. la cussegliaziun e l’agid immediat;b. l’agid a pli lunga vista furnì dals posts da cussegliaziun;c. las contribuziuns als custs per l’agid a pli lunga vista furnì da terzs;d. l’indemnisaziun;e. la prestaziun da satisfacziun morala;f. la liberaziun dals custs da procedura;g. ... Abolì tras la cifra II 10 da l’agiunta 1 dal Cudesch da procedura penala dals 5 d’oct. 2007, cun effect dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).Art. 3 Champ d’applicaziun local L’agid a victimas vegn concedì, sch’il delict è vegnì commess en Svizra. Sch’il delict è vegnì commess a l’exteriur, vegnan concedidas las prestaziuns dals posts da cussegliaziun a las cundiziuns spezialas tenor l’artitgel 17; indemnisaziuns e prestaziuns da satisfacziun morala na vegnan concedidas naginas.Art. 4 Subsidiaritad da l’agid a victimas Las prestaziuns da l’agid a victimas vegnan concedidas definitivamain mo, sch’il delinquent u in’autra persuna u instituziun obligada na paja nagina prestaziun u paja mo ina prestaziun insuffizienta. Tgi che dumonda contribuziuns als custs per l’agid a pli lunga vista furnì da terzs, ina indemnisaziun u ina prestaziun da satisfacziun morala, sto render vardaivel che las premissas tenor l’alinea 1 èn ademplidas, nun che – en vista als fatgs spezials – ins na possia betg pretender dad el, ch’el sa stentia per obtegnair prestaziuns da terzs.Art. 5 Prestaziuns gratuitasLa cussegliaziun, l’agid immediat e l’agid a pli lunga vista furnì dals posts da cussegliaziun èn gratuits per la victima e per ses confamigliars.Art. 6 Consideraziun da las entradas en connex cun la concessiun d’ulteriuras prestaziuns Il dretg da survegnir contribuziuns als custs per l’agid a pli lunga vista furnì da terzs exista mo, sche las entradas imputablas da la victima u da ses confamigliars na surpassan betg quatter giadas l’import decisiv per ils bains generals necessaris per viver tenor l’artitgel 10 alinea 1 litera a da la Lescha federala dals 6 d’october 2006 davart las prestaziuns supplementaras tar l’assicuranza per vegls, survivents ed invaliditad (LPS). Las entradas imputablas da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns vegnan calculadas tenor l’artitgel 11 LPS; decisivas èn las entradas probablas suenter il delict. La prestaziun da satisfacziun morala vegn pajada independentamain da las entradas a la persuna che ha il dretg sin prestaziuns. SR 831.30 Guardar art. 49 (coordinaziun cun la LPS). Guardar art. 49 (coordinaziun cun la LPS).Art. 7 Transferiment da dretgs al chantun Sch’in chantun presta agid a victimas sa basond sin questa lescha, passa il dretg sin prestaziuns da medem gener, che la victima u ses confamigliars pon far valair sin basa dal delict, da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns al chantun, fin a la dimensiun da las prestaziuns chantunalas pajadas. Quests dretgs han la precedenza envers quels che la persuna che ha il dretg sin prestaziuns po far valair, ed envers ils dretgs da regress da terzs. Il chantun desista da far valair sia pretensiun envers il delinquent, sche quai periclitass interess degns da protecziun da la victima u da ses confamigliars ubain la reintegraziun sociala dal delinquent.Art. 8 Infurmaziun davart l’agid a victimas ed annunzia Las autoritads da persecuziun penala infurmeschan la victima davart l’agid a victimas e transmettan – sut tschertas premissas – il num e l’adressa ad in post da cussegliaziun. Las obligaziuns correspundentas sa drizzan tenor l’urden da procedura respectiv. Ina persuna che abita en Svizra e ch’è daventada victima d’in delict a l’exteriur, po sa drizzar ad ina represchentanza svizra u al post incumbensà cun la protecziun consulara svizra. Quests posts infurmeschan la victima davart l’agid a victimas en Svizra. Els communitgeschan il num e l’adressa da la victima ad in post da cussegliaziun, sche la victima è perencletga cun quai. Ils alineas 1 e 2 vegnan applitgads confurm al senn per ils confamigliars da la victima. Versiun tenor la cifra II 8 da l’agiunta da la Lescha davart l’organisaziun da las autoritads penalas dals 19 da mars 2010, en vigur dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).Art. 8a Nagina obligaziun da denunziaLas collavuraturas ed ils collavuraturs dals posts u da las autoritads chantunalas che decidan davart agids finanzials, indemnisaziuns u satisfacziuns, n’èn betg suttamess a l’obligaziun da denunzia. Integrà tras la cifra 7 da l’agiunta 1 da la LF dals 17 da zer. 2022, en vigur dapi il 1. da schan. 2024 (AS 2023 468; BBl 2019 6697).2. chapitel Prestaziuns dals posts da cussegliaziun1. secziun Posts da cussegliaziunArt. 9 Purschida Ils chantuns procuran ch’i stettian a disposiziun posts da cussegliaziun privats u publics ch’èn autonoms en lur sectur d’activitad. Per quest intent tegnan els quint dals basegns spezials da las differentas categorias da victimas. In post da cussegliaziun po esser ina instituziun cuminaivla da plirs chantuns.Art. 10 Invista da las actas Ils posts da cussegliaziun pon prender invista da las actas da las autoritads da persecuziun penala e da las dretgiras, che concernan las proceduras, a las qualas èn participads la victima u ses confamigliars, sche tals han dà lur consentiment. Il dretg da prender invista da las actas dastga vegnir refusà als posts da cussegliaziun mo, sche – tenor il dretg processual decisiv – el pudess er vegnir refusà a la persuna donnegiada.Art. 11 Obligaziun da mantegnair il secret Las persunas che lavuran per in post da cussegliaziun ston mantegnair il secret davart lur constataziuns envers las autoritads ed envers las persunas privatas. L’obligaziun da mantegnair il secret vala er suenter la finiziun da questa collavuraziun. Resalvadas restan las obligaziuns da dar perditga tenor il Cudesch da procedura penala. L’obligaziun da mantegnair il secret è annullada, sche la persuna cussegliada dat ses consentiment. Sche l’integritad corporala, psichica u sexuala d’ina persuna minorenna u d’ina persuna sut curatella cumplessiva è periclitada seriusamain, po il post da cussegliaziun infurmar l’autoritad per la protecziun d’uffants e da creschids u denunziar il delict a l’autoritad da persecuziun penala. Tgi che violescha l’obligaziun da mantegnair il secret, vegn chastià cun in chasti da detenziun da fin 3 onns u cun in chasti pecuniar. SR 312.0 Versiun da la segunda e da la terza frasa tenor la cifra II 10 da l’agiunta 1 dal Cudesch da procedura penala dals 5 d’oct. 2007, en vigur dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).Versiun tenor la cifra 3 da l’agiunta da la LF dals 15 da dec. 2017 (protecziun d’uffants), en vigur dapi il 1. da schan. 2019 (AS 2018 2947; BBl 2015 3431).2. secziun Agid furnì dals posts da cussegliaziun e contribuziuns als custsArt. 12 Cussegliaziun Ils posts da cussegliaziun cusseglian la victima e ses confamigliars ed als gidan a far valair lur dretgs. Sch’ils posts da cussegliaziun survegnan in’annunzia tenor l’artitgel 8 alinea 1 u 2, entran els en contact cun la victima u cun ses confamigliars. Versiun tenor la cifra 7 da l’agiunta 1 da la LF dals 17 da zer. 2022, en vigur dapi il 1. da schan. 2024 (AS 2023 468, BBl 2019 6697).Art. 13 Agid immediat ed agid a pli lunga vista Ils posts da cussegliaziun prestan immediatamain agid a la victima ed a ses confamigliars per cuntentar ils basegns ils pli urgents che resultan dal delict (agid immediat). Sche necessari prestan els in agid supplementar a la victima ed a ses confamigliars, fin ch’il stadi da sanadad da la persuna pertutgada è sa stabilisà e fin che las ulteriuras consequenzas dal delict èn eliminadas u gulivadas tant sco pussaivel (agid a pli lunga vista). Ils posts da cussegliaziun pon laschar furnir l’agid immediat e l’agid a pli lunga vista tras terzs.Art. 14 Dimensiun da las prestaziuns Las prestaziuns cumpiglian l’assistenza medicinala, psicologica, sociala, materiala e giuridica commensurada, da la quala la victima e ses confamigliars han basegn e la quala vegn furnida en Svizra. Sche necessari procuran ils posts da cussegliaziun per in alloschi d’urgenza per la victima u per ses confamigliars. Ina persuna domiciliada a l’exteriur ch’è daventada victima d’in delict en Svizra, ha ultra da quai il dretg da survegnir contribuziuns als custs da guariziun en ses lieu da domicil.Art. 15 Access als posts da cussegliaziun Ils chantuns procuran che la victima e ses confamigliars possian survegnir entaifer in termin adequat l’agid immediat, dal qual els han basegn. La victima e ses confamigliars pon sa drizzar ad in post da cussegliaziun independentamain dal mument ch’il delict è vegnì commess. La victima e ses confamigliars pon sa drizzar ad in post da cussegliaziun da lur tscherna.Art. 16 Contribuziuns als custs per l’agid a pli lunga vista furnì da terzsIls custs per l’agid a pli lunga vista furnì da terzs vegnan cuvrids sco suonda:a. dal tuttafatg, sche – en il senn da l’artitgel 6 alineas 1 e 2 – las entradas imputablas da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns na surpassan betg duas giadas l’import decisiv per ils bains generals necessaris per viver;b. proporziunalmain, sche – en il senn da l’artitgel 6 alineas 1 e 2 – las entradas imputablas da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns na surpassan betg duas fin quatter giadas l’import decisiv per ils bains generals necessaris per viver. Guardar l’art. 49 (coordinaziun cun la LPS).3. secziun Delict commess a l’exteriurArt. 17 En cas d’in delict commess a l’exteriur han il dretg da survegnir agid tenor quest chapitel:a. la victima, sch’ella era domiciliada en Svizra il mument ch’il delict è vegnì commess ed il mument ch’ella ha inoltrà sia dumonda;b. ils confamigliars da la victima, sche tant els sco er la victima eran domiciliads en Svizra il mument ch’il delict è vegnì commess ed il mument ch’els han inoltrà lur dumonda. L’agid vegn prestà mo, sch’il stadi, sin il territori dal qual è vegnì commess il delict, na furnescha naginas prestaziuns u furnescha prestaziuns insuffizientas.4. secziun Repartiziun dals custs tranter ils chantunsArt. 18 Il chantun che furnescha prestaziuns tenor quest chapitel a favur d’ina persuna domiciliada en in auter chantun, vegn indemnisà da quel. Sch’i n’exista nagina regulaziun interchantunala, valan ils suandants princips per la repartiziun dals custs: Il chantun da domicil paja contribuziuns pauschalas al chantun che ha furnì las prestaziuns. La basa da calculaziun furman tut ils custs dals chantuns per las prestaziuns tenor quest chapitel, dividids cun il dumber da las persunas che han survegnì questas prestaziuns da l’agid a victimas.3. chapitel Indemnisaziun e prestaziun da satisfacziun morala tras il chantun1. secziun IndemnisaziunArt. 19 Dretg d’ina indemnisaziun La victima e ses confamigliars ha il dretg d’ina indemnisaziun per il donn ch’els han subì pervia d’ina pregiudicaziun u pervia da la mort da la victima. Il donn vegn determinà tenor ils artitgels 45 (indemnisaziun en cas da mazzament) e 46 (indemnisaziun en cas da blessura corporala) dal Dretg d’obligaziuns. Resalvadas restan ils alineas 3 e 4. Ils donns materials sco er ils donns che pon chaschunar prestaziuns da l’agid immediat u da l’agid a pli lunga vista tenor l’artitgel 13, na vegnan betg resguardads. Ils donns al tegnairchasa ed ils donns che resultan da l’incapacitad da furnir assistenza als confamigliars, vegnan resguardads mo, sch’els chaschunan custs supplementars u ina diminuziun da l’activitad da gudogn. SR 220Art. 20 Determinaziun da l’indemnisaziun Las prestaziuns ch’il petent ha survegnì sco recumpensa, vegnan deducidas da la summa dal donn cun calcular l’indemnisaziun. L’indemnisaziun cuvra il donn:a. dal tuttafatg, sche – en il senn da l’artitgel 6 alineas 1 e 2 – las entradas imputablas da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns na surpassan betg l’import decisiv per ils bains generals necessaris per viver;b. proporziunalmain, sche – en il senn da l’artitgel 6 alineas 1 e 2 – las entradas imputablas da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns sa chattan tranter ina e quatter giadas l’import decisiv per ils bains generals necessaris per viver. L’indemnisaziun importa maximalmain 120 000 francs; sch’ella fiss main che 500 francs, na vegn pajada nagina indemnisaziun. L’indemnisaziun po vegnir pajada en pliras ratas. Guardar art. 49 (coordinaziun cun la LPS).Art. 21 Pajament anticipàL’autoritad chantunala cumpetenta conceda in pajament anticipà, sche:a. la persuna che ha il dretg sin prestaziuns dovra immediatamain agid finanzial; e b. las consequenzas dal delict na pon betg vegnir constatadas a curta vista cun segirezza suffizienta.2. secziun Prestaziun da satisfacziun moralaArt. 22 Dretg d’ina prestaziun da satisfacziun morala La victima e ses confamigliars han il dretg da survegnir ina prestaziun da satisfacziun morala, sche la grevezza da la pregiudicaziun giustifitgescha quai; ils artitgels 47 e 49 dal Dretg d’obligaziuns èn applitgabels tenor il senn. Il dretg da survegnir ina prestaziun da satisfacziun morala n’è betg transmissibel tras ierta. SR 220Art. 23 Determinaziun da la prestaziun da satisfacziun morala  La prestaziun da satisfacziun morala vegn calculada tenor la grevezza da la pregiudicaziun. Ella importa maximalmain:a. 70 000 francs per la victima;b. 35 000 francs per ils confamigliars. Las prestaziuns da satisfacziun morala furnidas da terzs vegnan deducidas.3. secziun Disposiziuns cuminaivlasArt. 24 DumondaTgi che vul far valair il dretg da survegnir ina indemnisaziun u ina prestaziun da satisfacziun morala u vul survegnir ina indemnisaziun anticipada, sto inoltrar ina dumonda a l’autoritad chantunala cumpetenta.Art. 25 Termins La victima e ses confamigliars ston inoltrar la dumonda da survegnir ina indemnisaziun ed ina prestaziun da satisfacziun morala entaifer 5 onns suenter il delict u suenter l’enconuschientscha dal delict; cas cuntrari van ils dretgs a perder. La victima po inoltrar ina dumonda fin ch’ella ha cumplenì il 25. onn da vita:a. en cas da delicts tenor l’artitgel 97 alinea 2 dal Cudesch penal e tenor l’artitgel 55 alinea 2 da la Lescha penala militara dals 13 da zercladur 1927;b. en cas da mazzament empruvà vi d’in uffant sut 16 onns. Sche la victima u ses confamigliars han fatg valair pretensiuns civilas en ina procedura penala avant la scadenza dals termins tenor ils alineas 1 u 2, pon els inoltrar ina dumonda da survegnir ina indemnisaziun u ina prestaziun da satisfacziun morala entaifer 1 onn suenter la decisiun definitiva davart las pretensiuns civilas u suenter la sistida da la procedura penala. SR 311.0 SR 321.0Art. 26 Chantun cumpetent Cumpetent è il chantun, sin il territori dal qual il delict è vegnì commess. Sch’il delict è vegnì commess en plirs lieus u sche l’eveniment ha gì success en plirs lieus, è cumpetent:a. il chantun, en il qual l’inquisiziun penala è vegnida introducida l’emprim;b. il chantun da domicil da la persuna che ha il dretg sin prestaziuns, sch’i n’è vegnida introducida nagina inquisiziun penala;c. il chantun, en il qual è vegnida inoltrada l’emprima dumonda da survegnir ina indemnisaziun u ina prestaziun da satisfacziun morala, sch’i n’è vegnida introducida nagina inquisiziun penala e sche la persuna che ha il dretg sin prestaziuns n’ha nagin domicil en Svizra.Art. 27 Reducziun u exclusiun da l’indemnisaziun e da la prestaziun da satisfacziun morala L’indemnisaziun e la prestaziun da satisfacziun morala a favur da la victima pon vegnir reducidas u exclusas, sche la victima ha contribuì a chaschunar u a pegiurar la pregiudicaziun. L’indemnisaziun e la prestaziun da satisfacziun morala a favur dals confamigliars pon vegnir reducidas u exclusas, sche tals u la victima han contribuì a chaschunar u a pegiurar la pregiudicaziun. La prestaziun da satisfacziun morala po vegnir reducida, sche la persuna che ha il dretg sin prestaziuns è domiciliada a l’exteriur e, sche la prestaziun da satisfacziun morala fiss sproporziunada areguard ils custs da viver al lieu da domicil.Art. 28 TschainsPer l’indemnisaziun e per la prestaziun da satisfacziun morala na vegnan debitads nagins tschains.Art. 29 Procedura Ils chantuns prevesan ina procedura simpla e svelta. La decisiun concernent in pajament anticipà vegn prendida suenter in’examinaziun summarica da la dumonda da survegnir ina indemnisaziun. L’autoritad chantunala cumpetenta constatescha d’uffizi ils fatgs. Ils chantuns designeschan in’unica instanza da recurs independenta da l’administraziun; questa instanza ha plaina pussanza d’examinaziun.4. chapitel Liberaziun dals custs da proceduraArt. 30 Per lur proceduras concernent la concessiun da cussegliaziun, d’agid immediat, d’agid a pli lunga vista, d’indemnisaziun u da prestaziun da satisfacziun morala n’incasseschan las autoritads administrativas e giudizialas nagins custs da la victima e da ses confamigliars. Resalvà resta l’adossament dals custs en cas da process da levsenn. La victima e ses confamigliars na ston betg restituir ils custs per in’assistenza giuridica gratuita.5. chapitel Prestaziuns finanzialas ed incumbensas da la ConfederaziunArt. 31 Scolaziun La Confederaziun conceda agids finanzials per promover la scolaziun spezialisada dal persunal dals posts da cussegliaziun e da las persunas incaricadas cun l’agid a victimas. Ella tegna quint dals basegns spezials da tschertas categorias da victimas, particularmain dals basegns da las victimas minorennas da delicts cunter l’integritad sexuala.Art. 32 Eveniments extraordinaris Sche – pervia d’eveniments extraordinaris – i resultan custs extraordinariamain gronds per in chantun, po la Confederaziun conceder indemnisaziuns ad el. En cas d’eveniments extraordinaris coordinescha la Confederaziun – en collavuraziun cun ils chantuns – sche necessari l’activitad dals posts da cussegliaziun e da las autoritads chantunalas cumpetentas.Art. 33 EvaluaziunIl Cussegl federal procura ch’i vegnian evaluadas periodicamain la commensurabladad, l’efficacitad e la rentabilitad da las mesiras tenor questa lescha.6. chapitel ...Art. 34–44 Abolì tras la cifra II 10 da l’agiunta 1 dal Cudesch da procedura penala dals 5 d’oct. 2007, cun effect dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).7. chapitel Disposiziuns finalasArt. 45 Cumpetenzas legislativas dal Cussegl federal Il Cussegl federal adatta periodicamain a la chareschia ils imports maximals e minimals tenor l’artitgel 20 alinea 3; el po adattar a la chareschia ils imports maximals tenor l’artitgel 23 alinea 2. El decretescha prescripziuns per calcular las contribuziuns pauschalas chantunalas tenor l’artitgel 18 alinea 2 e per far las retschertgas statisticas necessarias per quai. El po decretar prescripziuns per concepir las contribuziuns als custs per l’agid a pli lunga vista furnì da terzs, l’indemnisaziun e la prestaziun da satisfacziun morala, e po particularmain fixar las pauschalas u las tariffas per la prestaziun da satisfacziun morala. Per quest intent po el divergiar da la regulaziun da la LPS per tegnair quint da la situaziun speziala da la victima e da ses confamigliars. SR 831.30Art. 46 Aboliziun dal dretg vertentLa Lescha davart l’agid a victimas dals 4 d’october 1991 vegn abolida. [AS 1992 2465, 1997 2952 cifra III, 2002 2997, 2005 5685 agiunta cifra 20]Art. 47 Midada dal dretg vertentLa midada dal dretg vertent vegn reglada en l’agiunta.Art. 48 Disposiziuns transitoricasIl dretg vertent vala per:a. ils dretgs d’indemnisaziun u da prestaziun da satisfacziun morala per delicts ch’èn vegnids commess avant l’entrada en vigur da questa lescha; per ils dretgs d’indemnisaziun per delicts ch’èn vegnids commess main che 2 onns avant l’entrada en vigur da questa lescha valan ils termins tenor l’artitgel 25;b. las dumondas da survegnir contribuziuns als custs, ch’èn vegnidas inoltradas avant l’entrada en vigur da questa lescha.Art. 49 Coordinaziun da questa lescha (nova LAVi) cun la Lescha federala dals 6 d’october 2006 davart las prestaziuns supplementaras tar l’assicuranza per vegls, survivents ed invaliditad (nova LPS)Independentamain dal fatg, sche la nova LPS u la nova LAVi entra en vigur sco emprima, han las disposiziuns qua sutvart da la nova LAVi – il mument da l’entrada en vigur da l’ultima da las duas leschas u il mument da lur entrada en vigur a medem temp – il suandant text:... SR 831.30 La LPS è entrada en vigur il 1. da schan. 2008.Art. 50 Referendum ed entrada en vigur Questa lescha è suttamessa al referendum facultativ. Il Cussegl federal fixescha l’entrada en vigur.Data da l’entrada en vigur: 1. da schaner 2009 COCF dals 27 da favr. 2008.Agiunta(art. 47)Midada dal dretg vertentIls decrets qua sutvart vegnan midads sco suonda:... Las midadas pon vegnir consultadas en la AS 2008 1607.