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Weinanbau in der Toskana
Von allen Regionen Italiens geniesst das Weinanbaugebiet Toskana das höchste Ansehen. Dort werden die meisten Qualitätsweine produziert, zu denen einige grosse Namen gehören: Chianti, Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano und die sogenannten Supertoskaner wie Sassicaia und Tignanello. Eine zentrale Bedeutung kommt der Rebsorte Sangiovese zu. Ob Tafelwein aus der rustikalen Korbflasche oder ein über viele Jahre gereifter Brunello: Ohne die Sangiovese sind die weltweit geschätzten Tropfen aus der Toskana nicht denkbar.
Geschichte des Weinbaus in der Toskana
Die Toskana gehört zu den ältesten Weinanbaugebieten Europas. Seit der Besiedlung durch die Etrusker ca. 1‘000 Jahre vor Chr. wird im Gebiet zwischen Florenz und Siena Weinbau betrieben.
Später lieferte die Toskana Weine für das Römische Reich, dessen Bewohner die fruchtigen Weine – im Gegensatz zu den schweren süditalienischen – ausgesprochen schätzten.
Im 10. und 11. Jahrhundert betrieben vor allem die Klöster Weinbau, schliesslich waren die meisten Weinberge im Besitz der Kirche. Besonders bedeutsam für den Weinanbau der Toskana waren die Stadtstaaten Florenz und Siena, der gute Ruf der regionalen Weine reichte weit über die Grenzen ihrer Herrschaftsgebiete hinaus.
Von grosser Bedeutung für die toskanische Weinkultur war die Familiendynastie der Medici. Nachdem die Toskana Grossherzogtum geworden war, führten die aus dem Geschlecht der Medici stammenden Herzöge den Weinanbau weiter. Vor allem Cosimo III. prägte das Weinanbaugebiet der Toskana nachhaltig. Er führte 150 Rebsorten ein, darunter Cabernet Sauvignon, eine Traube, die heute eine grosse Rolle für den berühmten Einzelwein Sassicaia spielt. Ihm ist auch die erstmalige Unterteilung einer Weinregion in verschiedene Zonen zu verdanken – eine Massnahme, die für die heutige Qualitätssicherung durch Herkunftsbezeichnungen Pate stand. Zudem verfügte der Grossherzog über viel Weinexpertise. Schule machten seine Leitlinien zu Gärungsverfahren und Verschnitten.
Im 19. Jahrhundert war es erneut ein Staatsmann, der strikte Regeln zur Weinherstellung erliess und damit die Basis für die heutigen Qualitätsweine schuf. Auf Baron Bettino Bercasoli geht die Assemblage aus den Trauben Sangiovese und Canaiolo zurück, die als Chianti Classico Weltruhm erlangte. Es begann eine neue Blütezeit des Weinanbaus, die bis in die 1950er-Jahre andauerte. In den 1950er- und 1960er-Jahren folgten die Bauern allerdings dem Credo „Quantität statt Qualität“. Das Resultat waren dünne und geschmacklich wenig überzeugende Tropfen. Die Erzeugnisse aus den Weinbaugebieten der Toskana büssten in der Folge deutlich an Ansehen ein. Dank önologischer Verbesserungen und experimentierfreudiger Winzer gelangte die Region im Verlaufe der 1970er-Jahre zu ihrer alten Bedeutung zurück.
In Maremma sind die geologischen und klimatischen Gegebenheiten günstig, um Spitzenweine zu produzieren. Das einstige Sumpfland liegt in der südlichen Toskana und ist heute in Italiens Weinbau eine Boom-Region, Die Maremma hat durch den grossen internationalen Erfolg der sogenannten Supertoskaner eine eindrucksvolle Serie von Grossinvestitionen im Weinbau gesehen. Natürlich ist die Maremma nicht das einzige Anbaugebiet in der Toskana, welches Supertoskaner keltert. Auch im Chianti -und im Montalcino-Gebiet werden einige herausragende Weine aus internationalen Rebsorten produziert, jedoch findet man in der Maremma die neuesten und spannendsten Weine in der Kategorie Supertoskaner.
Geografie
Das Weinanbaugebiet der Toskana zeichnet sich durch eine wunderschöne, sanfte Hügellandschaft aus, die nicht nur touristisch sehr populär ist, sondern sich auch ausgezeichnet für die Kultivierung von Rebstöcken eignet. Die Weinregion Toskana erstreckt sich vom Apennin-Gebirgszug im Norden über die Hügel im Zentrum und vulkanische Formationen im Süden bis zur italienischen Westküste am Tyrrhenischen Meer. Ein weitläufiges Gebiet, das auf circa 58'000 Hektar Rebfläche dem Weinbau viel Raum bietet. Aufgrund der verschiedenen Bodentypen sind die Winzer in der Lage, eine grosse Vielfalt an verschiedenen Weintypen zu erzeugen. Beispielsweise verleihen Kalkmergel und Sandstein Weinen eine mineralische Note und verringern in den Weinbergen die Gefahr von Staunässe. Das Weinbaugebiet Toskana ist hauptsächlich von Hügeln und Bergen geprägt. Die gemässigten Höhen und Hanglagen ermöglichen eine ideale Ausrichtung der Reben.
Klima
Im Weinanbaugebiet Toskana herrscht ein mediterranes Klima, was stark schwankende Temperaturen ausschliesst, die das Wachstum der Reben stören könnten. Viele Sonnenstunden garantieren die volle Ausreife der Beeren. Regelmässige Niederschläge verhindern, dass die Böden austrocknen. Wärme und viel Sonne schaffen in allen Subregionen gute Voraussetzungen für Qualitätsweine. Das Mikroklima variiert allerdings, was sich auch auf den Geschmack der Weine auswirkt. Beispielsweise regnet es in der Region um Siena seltener, weswegen die Erzeugnisse der dortigen Weinberge herber ausfallen.
Die besten Erzeugnisse aus dem Toskana-Weinbau
Den Weinanbau in der Toskana dominieren Rotweine, das unbestrittene Aushängeschild der Region ist der Chianti. Je nach Terroir und Ausbaumethode variiert sein Charakter mitunter stark: Chianti-Weine können daher blass und leicht oder konzentriert, von tiefer Farbe und lagerfähig sein.
Am populärsten ist der Chianti Classico. Die Herstellung dieses Qualitätsweines unterliegt strengen Auflagen und wird regelmässig kontrolliert. So muss ein Chianti Classico aus mindestens 75 Prozent Sangiovese bestehen; die Beimischung weisser Sorten ist verboten. Die Trauben dürfen ausschliesslich aus einem genau definierten Gebiet stammen. Lediglich Weine, die auf einem stark begrenzten Ertrag basieren und einen festgesetzten Mindestalkoholwert aufweisen, dürfen auf dem Flaschenhals das historische Markenzeichen tragen: den schwarzen Hahn.
Zu den besten Weinen des Landes zählt auch der Brunello di Montalcino. Der begehrte Tropfen erzielt auf dem Markt oft Höchstpreise. Der äusserst extraktreiche Wein besteht zu 100 Prozent aus Sangiovese Grosso. Als DOCG-Wein gehört er zur höchsten Qualitätsstufe. Der Prädikatstropfen reift mindestens drei Jahre im Barrique und ein halbes Jahr in der Flasche. Das Herkunftsgebiet beschränkt sich auf den kleinen Ort Montalcino. Der Brunello ist ein üppiger Tropfen, seine kräftigen Tannine verleihen ihm einen kernigen Ausdruck. Das Aroma erinnert an Zedernholz und Brombeere. Dank seiner exzellenten Lagerfähigkeit wird seine herbe Fruchtigkeit mit der Zeit immer stärker. Die besten Flaschen sind 25 Jahre alt. Erschwinglicher, aber ebenfalls hoch gehandelt sind die Weintypen Rosso di Montalcino und Morellino di Scansano, die gleichfalls auf Sangiovese Grosso basieren. Auf einer anderen Unterart der Sangiovese-Traube gründet der Vino Nobile di Montepulciano: Der Legende nach war sein Genuss einst ausschliesslich Papst Paul III. vorbehalten, das Image eines noblen Weines hat er sich bis heute bewahrt. Aufgrund seines kräftigen Charakters und guten Reifepotenzials ist dieses Produkt des Toskana-Weinbaus ziemlich begehrt.
Etwa aus der Reihe der DOCG- und DOC-prämierten Weine tanzen die „Tafelweine“, die sogenannten Supertoskaner. Zwar blieb ihnen ein Qualitätssiegel lange verwehrt, doch die Güte der amtlich verbürgten Prädikatsweine erreichen die meisten von ihnen durchaus – mitunter übertreffen sie sie sogar. Was sich auszahlte, war die Tatsache, dass einige Winzer ab den 1970er-Jahren Abschied von den strengen Produktionsregeln nahmen. Entgegen festgefahrenen Gepflogenheiten besannen sie sich auf typische Bordelaiser Rebsorten und bauten den Rotwein im Barrique aus. Insbesondere der Supertoskaner Tignanello ist von grosser Eleganz.
Zwar liegt der Schwerpunkt des Weinanbaus der Toskana auf roten Trauben, doch auch die Weissweine überzeugen. Weisse Tropfen wie der Galestro werden im Weinbaugebiet Toskana hell und neutral ausgebaut. Eine lokale Spezialität ist der Vin Santo, ein starker Süsswein, der aus getrockneten Beeren der Rebsorten Trebbiano und Malvasia hergestellt wird. Der Vernaccia di San Gimigniano kann sich ebenso sehen lassen. Der aus der Vernaccia sortenrein gekelterte und trocken ausgebaute Weisswein stammt von den als DOCG klassifizierten Weinbergen am Rande der Kleinstadt San Gimigniano. Er überzeugt durch seinen fruchtig-frischen Geschmack und milde Säure.
Rebsorten
Keine andere Region der Welt weist eine so grosse Vielfalt an Rebsorten auf wie das Weinanbaugebiet Toskana: Zum Repertoire gehören mehr als 2'000 Arten.
Die wichtigste rote Rebsorte ist die Sangiovese. Zur Modesorte wurde in den letzten Jahrzehnten der Cabernet Sauvignon. Bedeutsam für den Weinanbau der Toskana sind auch Canaiolo und Mammolo, die häufig als Verschnittpartner für die Hauptrebsorte Sangiovese dienen. Im Sortiment der weissen Trauben erreichen Chardonnay und Sauvignon Blanc die besten Resultate. Ebenfalls erwähnenswert sind die Sorten Malvasia und Trebbiano, die zumeist mit Sangiovese verschnitten werden.
Produzenten
In der Toskana findet man die meisten alten, vornehmen Weinhäuser.
Rebfläche und Produktionsmenge
Auf rund 58'000 Hektar produziert der Toskana-Weinbau pro Jahr circa 2,4 Millionen Hektoliter. Davon sind mehr als 40 Prozent DOC- oder DOCG-Weine.
Ob Brunello di Montalcino oder einen Chianti-Klassiker – der Weinbau der Toskana hat viel zu bieten. Mit wenigen Klicks kommen Sie bei Mondovino in den Genuss eines italienischen Weines. In den Coop-Verkaufsstellen erwartet Sie ebenfalls eine grosse Auswahl an hochwertigen Tropfen aus der Toskana.
Karte
Ausgewählte Anbaugebiete
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