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Um Novak Djokovics Rückkehr in den Spielerrat zu verhindern, erliess die ATP diese Woche gezielt eine neue Regel. Der Serbe zeigt sich enttäuscht und missverstanden.
Im August legte Novak Djokovic sein Amt als Präsident des ATP-Spielerrats ab und gründete die «Professional Tennis Players Association« (PTPA), eine Art Spielergewerkschaft, die aber doch keine sein soll. Die neue Vereinigung sei eine selbst regierende Struktur für die Spieler und ihr direkter Ansprechpartner, hiess es damals.
Roger Federer und Rafael Nadal kritisierten Djokovics Vorgehen damals scharf. Ihr Hauptargument: Die Absichten des Serben seien zu undurchsichtig und eine Spaltung der Spieler zu Zeiten einer globalen Pandemie zu riskant. «Wenn es der Zweck sein soll, die Interessen aller Spieler zu repräsentieren, warum wurden sehr viele Spieler gar nicht miteinbezogen? Warum wurde der Spielerrat nicht einmal gefragt?», wollten die beiden Rekord-Grand-Slam-Sieger wissen.
Auch drei Monate später ist nicht wirklich ersichtlich, in welche Richtung die PTPA gehen will. Was hingegen klar ist: Djokovic will wieder zurück in den Spielerrat. «Ich wurde von einer grossen Anzahl Spieler nominiert, um dem Spielerrat beizutreten», so der Serbe nach seiner Niederlage an den ATP-Finals gegen Daniil Medwedew. «Ich fühle mich geehrt und verpflichtet, diese Spieler zu repräsentieren, und sehe keinen Konflikt darin, ein Teil der PTPA und des Spielerrats zu sein.»
Enttäuschter Djokovic fühlt sich missverstanden
Genau dieser Punkt ist der ATP aber offenbar ein Dorn im Auge. Denn laut Djokovic verabschiedete der Verband am Dienstagabend kurzerhand eine neue Regel, die verbietet, gleichzeitig Teil von zwei Organisationen zu sein. Soll heissen, wer Teil der PTPA ist, darf nicht in den ATP-Spielerrat gewählt werden.
Der 33-Jährige kann den Entscheid nicht verstehen. «Das ist enttäuschend, um ehrlich zu sein, weil mich niemand von der ATP benachrichtigt hat», ärgert sich Djokovic und fühlt sich missverstanden. «Wir wollen mit der ATP zusammenarbeiten, wir wollen einfach unseren Platz im Tennis-Ökosystem haben, denn das haben die Spieler verdient. Aber die Botschaft ist ziemlich stark. Die ATP will die PTPA nicht in diesem Ökosystem haben. Man will keine Spieler beider Strukturen.»