Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03099.jsonl.gz/1483

"Was ich zeige, ist privat und geht gleichzeitig über das Private hinaus. Was mich beschäftigt sind Dinge, die wir alle kennen. Der Durst nach Freiheit. Der Wunsch, Angst zu überwinden. Die Menschen sind verschieden, aber im Grunde gleichen wir uns alle. "Alcool" handelt nicht bloss von mir, ich verstehe mich lediglich als Vermittlerin. Immer habe ich dieses Gefühl, in meinem Korper lebe etwas, das mehr weiss als ich selber, das mich besser kennt als ich. Etwas, das stärker ist als ich. Im Grunde ist es dieses Andere, das tanzen muss. Der Kampf oder das Spiel besteht darin, meinen Körper von diesem Anderen in Beschlag nehmen zu lassen. Damit es soweit kommt, muss ich zuerst herausfinden, wo die Bewegung in meinem Körper ihren Ursprung hat. Dann muss ich die Richtung finden. Und wenn ich soweit bin, dann kommt die Entscheidung, ob ich mich ausliefern oder die Kontrolle behalten soli. In "Alcool" zeige ich das Spiel zwischen diesen beiden Möglichkeiten. Und in dieser Hinsicht gleicht keine Aufführung der anderen ..."
"Wenn ich mich und die Welt um mich herum betrachte, dann stosse ich immer wieder auf das Thema der Angst. Wie kann man mit der Angst leben ? Sie ist eine schreckliche Krankheit, die unfrei mach ... Was aber ist Freiheit ? In unserer Kultur besitzt Freiheit eine weniger tiefe Bedeutung als in bestimmten fremden Kulturen. Und doch bedeutet sie mir viel. Sei! ich an diesem Stück arbeite, habe ich endlich erfahren, was Freiheit ist." (Désirée Delauney)
Désirée Delauney arbeitet kontinuierlich mit dem visuellen Gestalter und Theaterschaffenden Boris Gerrets zusammen. Gemeinsam gründeten sie die Stichting Bilski Algemeen, eine Produktionsgemeinschaft für ihre Projekte. Bis 1990 waren sie auch an verschiedenen Stücken der internationalen Multimedia-Truppe CLOUD CHAMBER beteiligt.