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Nutzung von im See gespeicherter Umweltwärme
Die Sonne scheint auf die Seeoberfläche und erwärmt das Wasser jährlich mit einer Energie von ungefähr 300 kWh/m2. Während des Sommerhalbjahrs werden im See gigantische Wärmemengen in die oberen Wasserschichten eingearbeitet, welche während der kalten Wintermonaten wieder abgegeben werden.
Nutzungspotenzial am Thunersee
Der jährliche Wärmeumsatz in Seen variiert von Jahr zu Jahr. Im Thunersee beträgt er durchschnittlich ungefähr 14'000 GWh. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 betrug die Stromproduktion des Kernkraftwerks Mühleberg 2'964 GWh.
Diese Grössenordnung der im Thunersee jährlich auftretenden Wärmeenergie-Umsätze lässt die grosse, latent im See vorhandene, gespeicherte Energiemenge erahnen.
In den tieferen Wasserschichten des Thunersees finden sich während des ganzen Jahres Temperaturen von 5 °C und mehr, mit steigender Tendenz, infolge des Klimawandels.
Das seethermisch nutzbare Energiepotenzial des Thunersees für Heizenergie im Winterhalbjahr, bei dem gemäss Studie der Eawag, (Adrien Gaudard, 2016) keine wesentlichen ökologischen Auswirkungen erwartet werden, beträgt 3'790 GWh/a. Das Potenzial für Kühlenergie wird mit 1110 GWh/a veranschlagt.
Es besteht somit ein Potenzial für die Nutzung von Seewasser zu Heiz- und Kühlzwecken, welches den Bedarf der bestehenden Städte und Siedlungungen rund um den Thunersee übersteigt.
Seethermische Wärmeverbundlösungen könnten viele bestehende Ölheizungen ablösen. Mit dieser wirtschaftlichen Technologie würden grosse Mengen an Kohlendioxid (CO2) eingespart.