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In den letzten drei Monaten des 2015 gingen keine Meldungen zu Masern ein. Dies hat sich zu Beginn des 2016 verändert: zwischen dem 1. Januar und dem 12. April wurden 13 Fälle gemeldet (gegenüber 11 Fällen in der entsprechenden Vorjahresperiode). Bei den meisten handelte es sich um Einzelfälle. Im März wurde in einer waadtländischen Schule, die von jungen Erwachsenen besucht wird, ein kleinerer Ausbruch mit vier Fällen verzeichnet.
Zum Ansteckungsort der Fallzahlen 2016 ist zu bemerken, dass ein Fall durch Kontakt zu Flüchtlingen im Ausland in die Schweiz importiert wurde, ohne dass sich daraus Sekundärfälle entwickelt hätten. Die zwölf übrigen Fälle waren entweder endemisch bedingt, d. h. sie haben sich in der Schweiz bei nicht-importierten Fällen angesteckt, oder der Ansteckungsort blieb unbekannt.
Die Alters- und Geschlechtsverteilung sowie der Impfstatus der Fälle 2016 präsentiert sich wie folgt: Bei 10 Fällen handelte es sich um Erwachsene (Spanne: 21 bis 51 Jahre); die drei verbleibenden Fälle waren zwischen 1 und 5 Jahren alt. Neun der 13 Fälle waren Frauen. Fünf Fälle waren nicht geimpft, ein Fall war mit einer Dosis geimpft, und bei sieben Fällen war der Impfstatus nicht bekannt. Drei Erwachsene mussten hospitalisiert werden; bei einem dieser Fälle handelte es sich um eine Schwangere mit Pneumonie.
Die Fallzahlen sind zwischen 2013 und 2014 von 176 auf 23 (-87 %) gesunken. Sie hat im 2015 kaum zugenommen (35 Fälle). Mit 3 Fällen pro Million Einwohner erreichte die Inzidenzrate 2014 den tiefsten Stand seit Einführung des Meldeobligatoriums für Masern im Jahr 1999. Trotz der stark gesunkenen Inzidenz sind in der Schweiz weiterhin sporadisch Fälle - speziell aus dem Ausland - sowie Ausbrüche zu erwarten. Grund ist die immer noch ungenügende Durchimpfungsquote: Das nationale Mittel liegt für zwei Impfdosen bei 86 % für die 2-Jährigen, bei 90 % für die 8-Jährigen und bei 89 % für die 16-Jährigen. Reisen ins Ausland, insbesondere nach Asien und Afrika, stellen ein wesentliches Infektionsrisiko dar und führen zum Import der Masern in die Schweiz. Es wird sowohl Kindern als auch Erwachsenen empfohlen, vor Reisen in Länder, in welchen die Masern grassieren, den Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf die erforderlichen Impfungen nachzuholen. Denn das Alter der Betroffenen lag bei 93 % der 2014/15 importieren Fälle bei 15 Jahren und älter. Umgekehrt gilt: Schweizer Reisende sollten für Regionen, in welchen die Masernselten oder eliminiert worden sind (z. B. auf dem amerikanischen Kontinent), kein Risiko darstellen. Denn manchmal kommt es auch zum Export der Krankheit: Letzten Sommer sind die Masern in Kolumbien bei einer Frau diagnostiziert worden, die sich in der Schweiz kurz vor der Abreise angesteckt hatte.
Masern sind eine vor allem wegen ihren Komplikationen gefürchtete virale Infektionskrankheit, die durch das Masern-Virus ausgelöst werden. Zu einer Übertragung des hoch ansteckenden Masern-Virus kommt es durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen.
Masern verlaufen üblicherweise in zwei Krankheitsschüben: Ein erster beginnt 7 bis 18 Tage nach der Infektion mit Fieber, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Lichtscheu, Entzündung der Schleimhaut im Mund und ist oft begleitet von Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Zwei bis vier Tage nach Beginn der Symptome folgt das zweite Stadium mit einem erneuten Fieberanstieg. Die bereits bestehenden Symptome verstärken sich und dazu tritt jetzt ein ausgeprägter Hautausschlag auf.
Unkomplizierte Fälle heilen ziemlich rasch und ohne bleibende Folgen ab. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich als Komplikation eine Hirnentzündung (= Enzephalitis; 1 auf 1000 Fälle), eine Lungenentzündung (= Masernpneumonie; 10 bis 60 auf 1000 Fälle) oder eine Mittelohrentzündung (= Otitis media) entwickelt. Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Es können lediglich die Symptome gelindert werden.
Die Masern sind nicht speziell eine Kinderkrankheit: Sie können in jedem Alter auftreten. Vor Einführung der Impfung waren die Masern weltweit eine Kinderkrankheit, an der fast alle Kinder erkrankten. Seit Einführung der Impfung ist sie stark zurückgegangen, und konnte (mit Ausnahme einiger importierter Masernfälle) in vielen Regionen und Kontinenten, wie etwa in ganz Nord- und Südamerika, vollständig zum Verschwinden gebracht werden.
Die Schweiz hingegen zählt selbst in Jahren ohne Epidemie jährlich zirka 50 Masernfälle. Bei Epidemien kann diese Zahl auf gut auf über 2000 Erkrankte in der Schweiz steigen. Die Sterblichkeit an Masern beträgt heutzutage in den Industrieländern noch etwa 1 bis 3 Personen auf 10 000 Erkrankte, in Entwicklungsländern beträgt sie oft 300-500 pro 10 000 Erkrankte, teilweise liegt sie noch darüber.
Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Impfung gegen Masern in Kombination mit derjenigen gegen Röteln und Mumps. Grund für die Impfung gegen diese drei Krankheiten ist es, deren manchmal äusserst schwer verlaufende Krankheitskomplikationen zu verhindern. Empfohlen sind zwei Dosen: die erste im Alter von 12 Monaten, die zweite zwischen 15 und 24 Monaten. Eine Nachholimpfung ist in jedem Alter möglich, und eine solche wird allen nicht-immunen, nach 1963 geborenen Personen empfohlen.
Es handelt sich um eine sehr sichere Impfung die in der Regel gut vertragen wird. Der Schutz währt bei den meisten vollständig geimpften Personen lebenslänglich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und ihre Mitgliedsstaaten bemühen sich, die Masern in Europa durch eine hohe Durchimpfungsrate bei den Kleinkindern zum Verschwinden zu bringen (eliminieren).
|Titel||Format||Datum|
|Neue Welle der Masernepidemie Anfang 2009: Beschreibung und Massnahmen|
Bull BAG 2009: Nr. 27; 484-491
|PDF (238 Kb)||29.06.2009|
|Stellungnahme zur GDK-Medienmitteilung||PDF (31 Kb)||19.02.2009|
|Der Vorstand der GDK äussert sich zur Bekämpfung der Masern|
Medienmitteilung vom 16.2.2009
|PDF (46 Kb)||18.02.2009|
|Medienmitteilung: Neue Masernausbrüche in der Schweiz und ein Todesfall|
Bull BAG 2009: Nr. 8; 128
|PDF (22 Kb)||16.02.2009|
|Masern: Sentinella-Meldungen Juni 1986-Dezember 2007|
BAG Bulletin 2008; Nr. 28: 490-491
|PDF (71 Kb)||07.07.2008|
|Epi-Notiz: Die Masernepidemie in der Schweiz setzt sich fort|
Bull BAG 2008: Nr. 24: 430-432
|PDF (527 Kb)||09.06.2008|
|Masernepidemie: Stand im Mai 2008 und Empfehlungen|
Stand: Mai 2008
|PDF (209 Kb)||22.05.2008|
|Die Gesundheitsbehörden verstärken die Massnahmen zur Eindämmung der Masernepidemie|
Medienmitteilung GDK, VKS, BAG
|PDF (64 Kb)||28.03.2008|
|Masernausbruch in Genf, März-April 2007: Verlauf und Bekämpfungsmassnahmen|
Bull BAG 2007: Nr. 25: 448-451
|PDF (131 Kb)||18.06.2007|
|Zwei Masernausbrüche mit bisher 32 Fällen im Kanton Luzern|
BAG Bull 2007; Nr. 1: 10-11
|PDF (49 Kb)||08.01.2007|
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