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Foodwaste
Lebensmittelverluste und -verschwendung sind eine direkte Verschwendung kostbarer Wasserressourcen. Rund ein Drittel der essbaren Teile von Lebensmitteln die weltweit für den menschlichen Verzehr produziert werden gehen entlang der Wertschöpfungskette verloren oder werden verschwendet. Das entspricht etwa 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr (FAO 2011). Eine konservative Schätzung der durch Lebensmittelverluste und -verschwendung verursachten Wasserverluste geht davon aus, dass etwa die Hälfte des für die Bewässerung entnommen Wassers verloren geht. Bei einem weltweiten Bewässerungswasserbedarf in der Grössenordnung von 2’700 km3 pro Jahr, bedeutet dies eine jährliche Verschwendung von etwa 1’350 km3 Wasser (LUNDQUIST ET AL. 2008). Das entspricht etwa dem 15-fachen Volumen des Genfersees.
In der Europäischen Union werden jedes Jahr insgesamt circa 89 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen (BIO 2010). Eine FAO-Studie schätzt die Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Europa und Nord-Amerika auf 280 - 300 kg pro Person und Jahr. Alleine in europäischen und nord-amerikanischen Haushalten wird jährlich zwischen 95 und 115 kg Essen weggeworfen, vor allem Obst und Gemüse, obwohl ein Grossteil noch geniessbar wäre. In Afrika und im südlichen Asien wird dagegen kaum etwas weggeworfen. Doch auch dort gibt es grosse Lebensmittelverluste von über 40 Prozent nach der Ernte und bei der Verarbeitung, weil Lebensmittel unzureichend gelagert, verpackt und gekühlt werden (FAO 2011).
Der gesamte Wasser-Fussabdruck der Lebensmittelverschwendung in britischen Haushalten beläuft sich auf 6’262 Millionen Kubikmeter pro Jahr, davon können 5’368 Millionen Kubikmeter pro Jahr vermeidbarer und weitere 894 Millionen Kubikmeter möglicherweise vermeidbarer Lebensmittelverschwendung zugeschrieben werden. Diese Zahlen stellen 5% bzw. 1% des gesamten britischen Lebensmittel-Wasser-Fussabdrucks dar. Pro Kopf entspricht das ca. 240 Liter pro Tag oder dem etwa eineinhalbfachen personenbezogene Haushaltswasserverbrauch (CHAPAGAIN und JAMES 2011).
Mögliche Massnahmen zur Reduktion des Wasserkonsums:
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit: Behandlung des Themas an Schulen und in politischen Initiativen sind mögliche Ansatzpunkte, um die Einstellung und das Verhalten der Menschen gegenüber der aktuellen massiven Verschwendung von Lebensmitteln zu ändern
- Konsumentenbefragung durch Supermärkte: Supermärkte scheinen davon überzeugt, dass Konsument Lebensmittel, die nicht der Norm (Gewicht, Grösse oder Aussehen) entsprechen, nicht kaufen. Konsumenten haben jedoch die Macht diese“Qualitätsstandards“ zu beeinflussen
- Entwicklung von Märkten für überschüssige aber einwandfreie Lebensmittel: Durch Geschäfts- und Wohltätigkeitsorganisationen können überschüssige, einwandfreie Lebensmittel an armutsbetroffene Mitmenschen verteilt werden, wie dies z.B. „Tischlein deck dich“ in der Schweiz macht.