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Durch die Araber wurde die Laute, die schon den alten Aegyptern und Indern bekannt war, ein abendländisches Musikinstrument. In Spanien fand das Lautenspiel eine frühe Blüte und drang von da nach Italien, Frankreich und Deutschland.
In Basel treten – urkundlich fassbar – erst im 15. Jahrhundert Lautenspieler und Lautenmacher auf. So wird 1424 in einer gerichtlichen Kundschaft Werlin Aspach der lutenschlaher genannt und 1429 Ruotsch, lutenslaher. Nicht zufällig mehrte sich ihre Zahl in der gesellschaftlich belebten Zeit des grossen Konzils, in welcher Johannes Künig der lutenslaher (1431), Hans Brunner der lutenslaher (1438) und Frtischin Gerung (1444) zu Lied und Tanz Hoch und Nieder ergötzten. Den Fahrenden und andern geringen Leuten gleichgestellt, waren diese Lautenschlager unzünftig. Sie dienten Jedermann und lebten von Jedermann. Durch sie wurde die Laute volkstümlich und ihre Volkstümlichkeit haben Schnitzer und Steinmetzen bei ihren plastischen Darstellungen sich nicht entgehen lassen. Man denke nur an Jakob Sarbachs musizierende Engel am Fischmarktbrunnen und am Spalentor oder an die hübsche, zwischen 1477 und 1491 entstandene Madonnenglorie mit Lauten- und Violenengeln aus dem Engelhof, der vornehmen Hofstatt des Oberstzunftmeisters Mathis Eberler.
Anders als mit den Lautenschlagern, verhielt es sich in sozialer Hinsicht mit den Lautenmachern und den Saitenmachern, die jenen die Darmsaiten zum Beziehen der Instrumente lieferten. Sie zählten als ein zunftehrliches Handwerk, dem in Basel – so weit sich zurückgreifen lässt – die Safranzunft offen stand. In der Konzilszeit wurden mit Oberlin Heyden von Strassburg (1437 safranzünftig) und Hans Berger (1442 safranzünftig) die ersten Meister des Lautenmacherhandwerks hier sesshaft. Dann dauerte es volle hundert Jahre, bis wieder ein Lautenmacher zu Safran sich einkaufte. Möglicherweise stand dieses Ausbleiben in ursächlichem Zusammenhang mit den Ratserlassen, die mahnenden Stimmen zu Beginn des 16. Jahrhunderts Folge gebend das Tanzen zu Pfeife und Saitenspiel auf offener Gasse verboten.
Dafür fand die Laute gerade in der Zeit, da Basels geistige und künstlerische Kultur am besten gedieh, Eingang in die trauliche Häuslichkeit feingesinnter Bürgerfamilien und half mit die auserlesene Geselligkeit der Humanisten- und Druckerherrenkreise zu verschönern. So weiss man beispielsweise von Bonifacius Amerbach (1495-1562), dass er die als Hausinstrument so beliebte Laute gespielt und zwei Instrumente besessen hat. «Gerne hörte man ihm zu, wenn er etwa einen neuen Tanz, den er bei dem Organisten Hans Kotter in Freiburg i. Ue. bestellt, auf der Laute spielte oder ein von ihm gedichtetes Lied nach der Melodie Adieu mes amors zum Klang der Saiten sang.» Noch hütet die Universitätsbibliothek einige von Bonifacius’ Hand gesehriebene Sätze für Laute.
Ein passionierter Lautenspieler war auch der spätere Stadtarzt und Gelehrte Felix Plater (1536-1614). Er stand in freundschaftlichem Verkehr mit dem 1563 zu Safran sich einkaufenden «Lutenist» Diebold Schönauer. Reizvoll plaudert Plater in seiner Autobiographie, wie 1557 die Freunde selbviert nach dem Nachtessen Platers Braut mit einem Ständchen «hofieren»: «... wir hatten zwo luten, schluog ich und h. Thiebolt Schönauwer zesamen, darnoch nam ich die harpfen, der Bembelfort zog die violen; als er sy uf ein fas stehen wolt, fiel es um, macht ein rumor; der goldtschmidt Hagenbach pfiff darzuo, war gar ein zierliche music.»
In Basel scheint bereits im 17. Jahrhundert das Lautenspiel ausser Mode gekommen zu sein. Mangels Nachfrage blieb auch das Handwerk fern; von 1600 an meldete sich kein Lautenmacher mehr zur Zunft.