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Fahnenschwingen im Eidgenössischen Jodlerverband
Aufkommender Fremdenverkehr im 19. und 20. Jahrhundert gab den in der Schweiz überlieferten Volksbräuchen zusätzlichen Auftrieb. Im Jahre 1910 gründete Oskar Friedrich Schmalz in Bern die Schweizerische Jodlervereinigung (SJV). Ab 1922 wurden (nebst Jodlern und Alphornbläsern) auch Älplerfahnenschwinger aus der Zentralschweiz in die SJV aufgenommen. An Kursen der SJV konnten talentierte Älplerfahnenschwinger an den Grossanlässen dieser Vereinigung auftreten. Fachkundige Kampfrichter beurteilten die Wettvorträge und erstellten Ranglisten für die konkurrierenden Festteilnehmer. Anno 1932 erfolgte die Umbenennung der SJV in Eidgenössischer Jodlerverband (EJV). Bei nun folgenden Grossanlässen des EJV konkurrierten (neben den Älplerfahnenschwingern aus den Stammlanden der Zentralschweiz) zunehmend junge Leute aus den übrigen Regionen der Schweiz. Die stets steigende Mitgliederzahl verunmöglichte die zeitaufwendige Rangierung und es erfolgte die Umstellung auf Klassierung. Anfänglich wählte man die Prädikate sehr gut, gut, genügend und ungenügend. Ab 1985 wurden die Wettvorträge an EJV- und Unterverbandsfesten einheitlich in die Klassen 1 - 4 eingestuft.
Das Kurswesen für die Sparte Fahnenschwingen wird laufend erneuert und den Verhältnissen angepasst. Das technische Regulativ enthält alle Verbindlichkeiten für die Wettvorträge der Sparte Fahnenschwingen. Markante Schwünge tragen die Namen von Zentralschweizer Bergen. Man unterscheidet Unterschwünge, Leib- und Körperschwünge, Tellerschwünge (Dächli, Stiche, Schlängger) Mittelhoch- und Hochschwünge. Alle Übungsteile müssen rechts- und linkshändig ausgeführt werden.
Den konkurrierenden Fahnenschwingern stehen alle Schwünge zur Auswahl. Ein Wettvortrag dauert drei Minuten. Der Fahnenschwinger steht im «Kreis», bestehend aus Richtkreis und äusserem Kreis. Auftritte im Duett werden von der Jury ebenfalls beurteilt. Die Fahne (aus Seide oder Kunstseide) muss 1,2 Meter im Quadrat aufweisen. Für den Fahnenstock bestehen keine besonderen Vorschriften. Bei Wettvorträgen sind nur die vollflächigen Schweizer- und Kantonsfahnen zugelassen. Vier Jury-Mitglieder beurteilen die Wettvorträge. Punktabzug gibt es unter anderem für Laufen im inneren Kreis, Übertreten der zwei Kreise, Verwickeln der Seide, Stoffgriffe, Aufschlagen und Fallenlassen der Fahne. Beurteilt werden auch Wert und Schönheit des Vortrags.