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»Reformpädagogik« dient in Wissenschaft und Öffentlichkeit sowohl zur Bezeichnung von pädagogischen Traditionen als auch von gegenwärtigen Herausforderungen in Schule und sozialpädagogischen Handlungsfeldern. Fünf Zugänge ermöglichen das Verständnis von Reformpädagogik. Erstens wird gefragt, ob und wie das »Reform«-Motiv für das Verständnis pädagogischer Kernphänomene wie Erziehung und Bildung interpretiert werden kann. Zweitens geht es um die Folgen, die eine solche systematische Zugangsweise für die Deutung von Traditionen und Kulturen der Pädagogik hat. »Reformpädagogik« wird - drittens - historisch als Antwort auf den Modernisierungsschub im Gefolge der Aufklärung gedeutet. Hier geht es um die Einlösung der Ansprüche auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ebenso wie die Klärung der unterschiedlichen Realisierungs-formen menschlicher Vernunft. Der vierte Zugang widmet sich der »klassischen« Reformpädagogik im ersten Drittel des 20. Jh.. Die Einführung mündet in Überlegungen zur Gegenwart der Reformpädagogik, die zwischen einer publizistischen Dramatisierung und einer realen Alltäglichkeit schwankt.