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Bruno Parnisari und Valérie Ruffieux untersuchen in CHSS 1/21 die Folgen der Pandemie auf die Sozialversicherung. Sie schreiben u.a.
Wie ist diese Grafiken (…) zu interpretieren? Zunächst widerspiegelt die anteilmässige Zunahme der Sozialversicherungsausgaben am BIP seit der Finanzkrise vor allem eine strukturelle Entwicklung (ausgabenseitig: insbesondere die Folgen der demografischen Alterung und der vermehrten Inanspruchnahme hochwertiger Güter und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich; einnahmen- und BIP-seitig: vor allem Verlangsamung des Produktivitätswachstums). Die Pandemie wird diese Diskrepanz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben im Bereich der sozialen Sicherheit zumindest vorübergehend noch vergrössern.
Durch die anteilmässige Zunahme der Sozialausgaben am BIP dürften z. B. die derzeit in der Schweiz laufenden Reformen (AHV 21 [19.050], Reform BVG 21 [20.089]) zusätzlich unter Druck geraten, insofern dort schon heute die Sicherung des finanziellen Gleichgewichts der Sozialversicherungen im Zentrum steht. Angesichts der knappen finanziellen Ressourcen wird den Reformprojekten grössere Relevanz zukommen.
Auch die Bemühungen, das Sozialversicherungssystem zu vereinfachen und effizienter zu gestalten, werden durch die knapperen finanziellen Mittel an Legitimität gewinnen. In diesem Zusammenhang bietet die Digitalisierung Lösungen, die vermehrt genutzt werden sollten. Insbesondere in der 1. Säule, deren Durchführungsstellen dabei sind, verschiedene Prozesse umzustellen, ist die Digitalisierung im Gang. Diesen Arbeiten werden nach der Krise eine noch grössere Bedeutung zukommen.