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Nein es geht hier nicht um Uhren in fliegenden Untertassen, sondern um die drei Certina Uhren, die in der 1969/1970 produzierten britischen Science-Fiction Kult-Fernsehserie „UFO“ als Requisiten Verwendung fanden. Die Erstausstrahlung der Serie erfolgte am 16. September 1970 im britischen Fernsehen. Im deutschen Sprachraum wurde sie am 8. Juni 1971 im ZDF erstmalig gezeigt.
In den 26 Folgen geht es darum, dass die geheime Regierungsorganisation S.H.A.D.O. (Abkürzung für Supreme Headquarters Alien Defence Organisation) gegen feindselige Außerirdische kämpft, die Menschen entführen und die Erde bedrohen. Commander Ed Straker (verkörpert von Ed Bishop), Leiter von S.H.A.D.O. und seiner Mannschaft stehen dabei verschiedenste futuristische Fahrzeuge und Raumschiffe zur Verfügung. Die Handlung spielt im Jahr 1980.
Die Ausstattung der Serie war im Stile der späten Sechzigerjahre, einfach noch etwas schriller. Highlight waren aber (nebst den Moonbase Girls) die aufwendigen Modelle der Raumschiffe und Stationen von Gerry Anderson, welcher später auch Mondbasis Alpha 1 produzierte. Wie gesagt geht es hier aber um die verwendeten Certina Uhren. Folgende Modelle hatten einen Auftritt:
Certina Certiday „UFO“ Automatic Ref. 5901 173
Dieses Modell war Commander Strakers „Dienstuhr“ und er trug sie in allen 26 Episoden. Nur in den Rückblenden der Episode 14 trägt er den Argonaut Chronographen den ich euch später noch vorstellen werde. Er trug sie sehr prominent und man sieht sie sehr viel. Sie ist somit eine der wichtigsten Movie-Prop der Serie. Als die Dreharbeiten endeten, überreichten die Produzenten, Gerry und Sylvia Anderson sowie Reg Hill, Ed Bishop diese Uhr mit einer persönlichen Widmung auf der Rückseite (siehe Bild).
Ed Bishop trug sie bis zu seinem Tod am 08. Juni 2005. Danach ging sie in den Besitz seiner Familie über, welche sie aktuell den Betreibern der Fanseite ioshado.org, Marco Raffa und Paolo Malaguti, als Leihgabe übergeben haben.
Bei der verwendeten Uhr handelt es sich um ein Automatikmodell mit dem Certina 25-652 Kaliber mit Tages- und Datumsanzeige im damals angesagten, eckigen, sogenannten TV-Format. Sie hat ein Einschalengehäuse, das heisst sie verfügt über keinen verschraubten oder gepressten Gehäuseboden, sondern die Uhr wird über das Glas geöffnet. Erstmals vorgestellt wurde dieses Modell 1968 an der Basler Messe.
Tag und Datum, Keine Datumsschnellschaltung
Monocoque-Gehäuse, Versenkte Krone
Diverse Zifferblattvarianten
Ca. 1968 bis 1970
Die zweite Uhr die Commander Straker im Dienst trug war eine…
Certina Argonaut Chronograph Ref. 8501 001
In der dritten Episode „Verrat in eigenen Reihen“ (Original: Flight Path), welche übrigens ursprünglich im deutschen Raum nie ausgestrahlt wurde (von den 26 produzierten Episoden wurden nur 17 deutsch synchronisiert und ausgestrahlt), sieht man den auffälligen Chronographen am Arm des Doktors im gelben Kittel (ca. 11’14’’). In Episode 14 „Alles hat einen Anfang“ (Original: Confetti Check A-O.K.), welche eine Rückblende in die Zeit vor Shado ist und im deutschen TV auch nicht ausgestrahlt wurde, trägt Commander Straker anstelle der Certiday noch dieses Modell.
Der Chronograph im kantigen Kissengehäuse wirkt aufgrund seiner Grösse von 38 x 42mm recht präsent am Arm. Es ist die Referenz 8501 001 mit einem sogenannten „Reverse Panda Dial“, also schwarzem Zifferblatt und drei weissen Totalisatoren in Tricompax-Anordnung. Hier wurden aber noch einzelne rote Akzente gesetzt, welche die Uhr noch sportlicher erscheinen lassen.
Unter dem Zifferblatt verrichtet, gemäss Gravur auf dem Kloben, ein Certina 29-052 seine Arbeit. Dabei handelt es sich um ein gelabeltes Valjoux 726 welches zum Beispiel ab 1965 auch in der Rolex Daytona Verwendung fand bevor 1988 das Zenith El-Primero verbaut wurde. Certina hat zwar viele Werke entwickelt, jedoch leider nie ein eigenes Chronographenwerk. Vom Argonaut Chronographen gab es noch weitere Modell-Varianten, welche du auf der verlinkten Seite findest.
Handaufzug. Kein Datum
Schwarzes ZB, drei weisse Totalisatoren
Schwarze Tachymeterskala
Ca. 1968 bis 1972
Weiter gehts mit der wohl bekanntesten und begehrtesten Uhr im Dreierbund, der…
Certina DS-2 Super PH500m Automatic Ref. 5801 123
In Episode 3 „Verrat in eigenen Reihen“ (Original: Flight Path) trägt SHADO-Mitglied Paul Roper (George Cole) eine DS-2 Super PH500M über seinem Raumanzug als er bei einem Ausseneinsatz auf der Mondoberfläche dem Alien-UFO auflauert (ca. 43’07’’) und es mithilfe eines Raketenwerfers unschädlich macht. Die Uhr ist zweimal so etwas von bildschirmfüllend zu sehen, so dass man sich fragt ob da nicht Product-Placement im Spiel war. Später, in Episode 13 „Ziel unbekannt“ (Original: Close up), trägt sie Captain Waterman auf der Kommandobrücke des Skydiver (ca. 2’00’’).
Diese Uhr brauche ich wohl nicht näher vorzustellen. Die DS-2 Super PH500M ist eine der gesuchtesten Vintage-Uhren von Certina. Schliesslich ist es eine angesagte Taucheruhr in einem massiven Gehäuse und sie hat mit den Tektite-Experimenten einen interessanten geschichtlichen Hintergrund. Falls du diesen noch nicht kennst, kannst du diese Wissenslücke hier schliessen.
Von der Referenz 5801 123 gab es zwei verschiedene Zifferblatt-Varianten. In der Serie kam die Variante mit dem „Cross-dial“-Zifferblatt zum Einsatz. In der Uhr verrichtet das Automatikkaliber 25-651 seine Arbeit welches durch ein 43 x 48 x 16.5mm grosses Gehäuse bis auf eine Tauchtiefe von 500 Meter geschützt wird. Um die Lunette drehen zu können, muss sie heruntergedrückt werden. So wird die Gefahr eines versehentlichen Verstellens minimiert. Das Modell kam ebenfalls 1968 auf den Markt.
Automatik, Datum ohne Schnellschaltung.
Schwarzes „Crossdial“ ZB, aufgedruckte Indexe.
Verschraubte Krone. Wasserdicht bis 500m.
Ab 1968
Wie es dazu kam, dass gleich drei Certina Modelle teilwese recht prominente Auftritte haben, ist leider nicht bekannt. Die drei Produzenten sind mittlerweile verstorben und können nicht mehr befragt werden. Vielleicht war der Ausstatter auch Certina-Fan oder war es am Ende doch Product-Placement seitens Certina oder eines Distributors? Wir werden es wohl nicht mehr erfahren. Also erfreuen wir uns doch einfach an den spannenden Folgen und den schönen Uhren (und natürlich den Moonbase Girls).
Ursprünglich war eine zweite Staffel geplant welche aber nicht in Angriff genommen wurde da der Geldgeber ein neues Projekt beginnen wollte. Zu diesem Zeitpunkt war der Erfolg der Serie noch gar nicht absehbar, weil noch keine einzige Episode im Fernsehen gesendet worden war.