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Im Vordergrund steht ein kleiner Taschendieb, aus dessen Blickwinkel man die Großstadt Tokio erlebt und aus dessen Blickwinkel man verschiedene Menschen kennen und lieben lernt. Die Großstadt ist sein Revier und in den alltäglichen Massen an Menschen, stiehlt er die Geldbörsen von Fremden so reibungslos, dass er sich manchmal gar nicht mehr bewusst an den Diebstahl erinner kann. Der Dieb hat keine Familie, keine Freunde, aber er hat eine Vergangenheit von der er eingeholt wird. Ishikawa war sein erster Partner und er bietet ihm eine Arbeit an, die er nicht ablehnen kann.
Der Dieb ist der erste Roman, der von Fuminori Nakamura auf Deutsch erschienen ist und hoffentlich nicht der Letzte. 2010 wurde er bereits in Japan mit dem "Kenzabur"-Preis ausgezeichnet und ist meiner Meinung nach ein Werk eines großartigen japanischen Literaten. Dieser Roman ist aber ein wenig mehr als ein konventioneller Thriller, er ist ein bewegendes, aber sehr reduziert erzähltes Stück Literatur und ein Roman der ohne lange und verschachtelte Sätze auskommt. Gegen Ende ahnt man es schon und tatsächlich bleibt das Ende offen. Ich mag solche intelligente Romane, auch wenn ich sie viel zu schnell ausgelesen habe, die auch nach dem Lesen lange in meinen Gedanken hängen bleiben. Hoffentlich werden bald mehr seiner Romane ins Deutsche übersetzt, die bestimmt auch weiterhin einen Weg in mein Bücherregal finden werden.
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