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Ist die Goldrute Solidago verboten oder doch erlaubt? Das ist eine gute Frage. In der Schweiz ist die gewöhnliche Goldrute erlaubt, aber die kanadische nicht. In Europa sind aktuell alle Arten noch erlaubt, aber nicht gerne gesehen. Sie stehen unter Beobachtung. Man kann die gewöhnliche Goldrute mit der kanadischen Goldrute verwechseln. Das kann problematisch sein, weil diese zu den verbotenen Neophyten zählt, welche, die einheimischen Arten verdrängen. Gerne stelle ich dir vor, warum es sich lohnt, sich mit der Goldrute zu beschäftigen.
Diese Themen findest du in diesem Blogartikel
Gewöhnliche Goldrute – solidago virgaurea (einheimisch)
Die Gewöhnliche Goldrute ist bei uns einheimisch, sie wird auch die Echte Goldrute genannt. Man erkennt sie an den vielen gelben Blüten, die unsere Bienen so lieben. Goldruten, auch Goldrauten genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler.
Wo findet man die Gewöhnliche, die echte Goldrute
Die Gewöhnliche Goldrute ist grösstenteils in Mitteleuropa verbreitet. Sie wächst an sonnigen Standorten mit trockenem Boden: Wiesen, Weiden, lichte Laubwälder, am Wegesrand, am Rand von Bächen. Sie wächst auf lockeren Lehmböden, aber auch auf nährstoffarmen Böden und ist sehr pflegeleicht.
Kanadische Goldrute – solidago canadensis (Neophyt)
Die Kanadische Goldrute stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist im 17. Jahrhundert nach Europa gekommen. Seit dem 19. Jahrhundert ist sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet. Weil sie sich schneller vermehrt als andere Goldrutenarten, wird ihr vorgeworfen, dass sie die biologische Vielfalt auf Streuwiesen und Magerrasen verändert und damit anderen Arten ihren Lebensraum wegnimmt.
Riesen-Goldrute – solidago gigantea (Neophyt)
Die Riesen-Goldrute wird auch Späte Goldrute, Hohe Goldrute und Stolzer Heinrich genannt. Diese Namen sind etwas verwirrend, weil die Riesen-Goldrute sowohl früher blüht als auch im Allgemeinen kleiner bleibt als die Kanadische Goldrute.
Verwechslungsmöglichkeiten Goldrute
Da die Goldruten-Arten untereinander verwechselt werden können, habe ich hier die Unterschiede aufgeführt.
Kanadische Goldrute
- wächst bis zu 250 cm hoch, doppelt so hoch wie die gewöhnliche
- Stängel ist ab den ersten Blättern behaart, grün
- Blütenstände neigen bogenförmig nach unten
Riesen-Goldrute
- meist sogar kleiner als die Kanadische Goldrute, 120 cm hoch
- hat bis kurz unter den Blütenstand einen kahlen rötlichen Stängel
- Blätter am Blattrand bewimpert
Die Kanadische Goldrute und die Riesen-Goldrute können bereits von der Grösse her verwechselt werden, weil die kanadische meist grösser ist als die Riesen-Goldrute.
Wie erkenne ich die echte gewöhnliche Goldrute
- kleiner als die kanadische Goldrute
- Stängel nicht behaart
- Wächst aufrecht
- Die Zungenblüten sind deutlich länger als die Röhrenblüten im Zentrum
- Der Blattrand ist gesägt
- Bodennahe Blätter sind breiter, als die weiter oben wachsenden. Dies unterscheidet die gewöhnliche Goldrute von den anderen Goldrutenarten, die am gesamten Stängel ähnlich schmale Blätter aufweisen.
Verwechslung mit anderen einheimischen Pflanzen
In vegetativem Zustand kann die Goldrute mit anderen einheimischen Pflanzen verwechselt werden. Deswegen beobachte ich meine Sammelstellen über alle Jahreszeiten und sammle nur, wenn ich sicher weiss, dass es sich um die gewünschte Pflanze handelt.
- Inula salicina L., der Weiden Alant. Seine Blätter sind locker verteilt, die oberen stängelumfassend und am Blattrand bewimpert.
- Inula helvetica Weber, der Schweizer Alant: Seine Blätter sind auf der unteren Seite grauhaarig.
Steckbrief der Goldrute solidago
Wissenschaftlicher Name: Solidago
Familie: Korbblütler (Astaraceae)
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Goldruten-Arten: Gewöhnliche Goldrute, Kanadische Goldrute, Riesen-Goldrute, Solidago speciosa usw.
Inhaltsstoffe der Goldrute: Flavonoide, Saponine, Phenylglykoside, Gerbstoffe, ätherisches Öl. Leitsubstanzen: Leiocarposid und Viraureosid.
Wirkung: diuretisch, schwach spasmolytisch, antiphlogistisch, antibakteriell sowie antioxidativ
Welche Pflanzenteile werden verwendet: Blüten und Blätter der blühenden Pflanze werden verwendet
Die Blätter können ca. ab April bis ca. Juni – bis kurz vor der Blüte, bis sich die Blätter beginnen sich aufzustängeln. auch gegessen werden. Aber Achtung. Sie schmecken recht bitter. Du kannst sie klein schneiden und in den Salat geben. Die Wurzel kann auch als Gemüse verwendet werden im Winter, die Heilkräfte sind jedoch in den Blüten.
Beschreibung: Solidago-Pflanzen sind krautige Gewächse, die 5 bis 100, manchmal 200 Zentimeter hoch werden.
Wurzeln: Viele Arten bilden lange Wurzeln, um zu überdauern.
Stängel: Die Stängel sind meist aufrecht, manchmal sind sie verzweigt.
Blattränder: Die Blattränder sind oft gesägt.
Blütenstände: In den Blütenständen stehen meist viele (bis 1500) kleine Körbchen förmige Teilblütenstände.
Blütenkörbchen: Die Blütenkörbchen sind glockenförmig bis zylindrisch und zwischen 1,7 und 10 Millimeter hoch.
Wo sind Solidago-Arten verbreitet
Solidago-Arten sind hauptsächlich in Nordamerika, wenige in Südamerika und einige in Europa und Asien verbreitet.
Einige Arten wurden vor etwas 250 Jahren in Europa eingeführt (Neophyten). In Mitteleuropa ist nur die gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea L.) einheimisch. Eingebürgert sind die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis L.) und die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea AlT. var. Serotina (Kuntze) Cronquist). Die Unterscheidung ist manchmal recht schwierig.
Zur Gattung Solidago gehören ca. 100 Arten. Einige Gattungen wurden auch wieder ausgegliedert.
Solidago ist nicht immer solidago
Achtung: bei mittelalterlichen Texten, wie z.B. in der Physica von Hildegard von Bingen war mit Solidago der Beinwell genannt.
Welche Goldrute, Solidago ist verboten
Schweiz
In der Schweiz ist nur die einheimische echte Goldrute, solidago virgaurea erlaubt.
Manche Goldruten-Arten, speziell die nordamerikanische, die Kanadische Goldrute stehen in der Schweiz auf der schwarzen Liste, auf der Freisetzungsverordnung, der Liste der verbotenen invasiven Organismen. Es ist verboten, sie anzupflanzen, zu vermehren oder zu verbreiten. Hier findet du die Übersicht über Neophyten in der Schweiz.
Verboten und doch erlaubt in der Schweiz. Es tut sich was in der Gärtnerbranche. Hier habe ich einen spannenden Text gefunden, der hoffen lässt.
Kurz: Im Prinzip ist es verboten, die kanadische Goldrute zu verkaufen, denn sie bedrängt die einheimische Flora. Doch die Behörden gaben der Gärtnereibranche nach: Ihre Sorten seien kaum vermehrungsfähig und damit harmlos.
Europa
Aktuell ist die Goldrute in Deutschland, Österreich, übriges Europa (ausser in der Schweiz) noch nicht verboten. Doch, um immer up to date zu sein, schaue immer auf der aktuellen Unionsliste von Europa nach. Auf der Unionsliste kannst du sehen, welche Pflanzen aktuell verboten werden.
Hier findest du auch eine akutelle Liste weiterer problematischer Neuophyten:
Der BUND informiert unter https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/invasive-arten/ über invasive Arten.
Deutschland: Unionsliste der invasiven Pflanzen
Europa: Unionsliste
Staudenbeete mit Goldrute gestalten
Die einheimische Goldrute darf im Garten gepflanzt werden. Plane den Standort jedoch gut und mit genügend Platz, weil sie viele Wurzeln in die Breite bilden, welche fast nicht mehr entfernt werden können. Hier kannst du noch mehr über Goldrute im Garten lesen.
Eine Goldrute im Garten und nun?
Wenn du bereits eine Goldrute im Garten hast und nicht sicher bist, welche du hast, dann schneide die Blütenstände im Sommer rechtzeitig zurück. So lässt sich eine Selbstaussaat verhindern. Du kannst die abgeschnittenen Blütenstängel trocknen und als Tee verwenden, wenn du möchtest.
Goldrute als Pflanze für Insekten
Insekten, Wildbienen, Bienen usw. lieben die Goldrute. Die Goldrute ist auf deren Bestäubung angewiesen, weil ihre Pollen so klebrig und schwer sind und dadurch gar nicht oder nicht weit fliegen können.
Einigen Schmetterlings-Larven dient die Goldrute auch als Futterpflanze.
Goldrute als Färberpflanze
Die Goldrute war früher eine beliebte Färberpflanze. Aus den Stängeln und den Blättern kann man eine goldene bis braunrote Farbe gewinnen.
Ist die Goldrute giftig
Die Goldrute ist nicht giftig. Dieses Märchen geistert noch überall herum. Es bestand die Angst, dass sie die einheimischen Pflanzen verdrängt. Wenn die Samen fliegen, verbreitet sie sich sehr gut und macht auch noch Wurzelausläufer. Sie tut der Erde gut, den Insekten, sie tut dir gut.
Neophyten sind sie bei uns eher unbeliebt, weil sie einheimische Pflanzen verdrängen können. Deswegen stehen sie vielerorts auf der Verbotsliste, aber nicht, weil sie giftig sind.
Ist Goldrute für Pferde und Kühe giftig
Ich lese immer wieder, dass Goldrute für Pferde und Kühe giftig sein soll und dass sie gestorben sind nach dem Verzehr von Goldrute. Doch woran die Tiere schlussendlich wirklich gestorben sind. Tja. Es soll für Pferde giftig sein, da es schädigende Saponine enthält. Bei intravenösen Injektionen können diese zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen. In vitro (im Reagenzglas) sollen Saponine auflösend auf die Blutplättchen wirken, allerdings nur bei extrem hohen Mengen. Bei oraler Aufnahme können möglicherweise die Magen-Darm-Schleimhäute gereizt werden.
Dagegen wird Goldrute als Futterbeigabe für Pferde und andere Tiere angeboten. Dort wird empfohlen, täglich sechs Gramm Goldrutenkraut pro 100 kg Körpergewicht zu füttern, für circa sechs Wochen. Bei längerer Gabe sollte man die Menge etwa um die Hälfte reduzieren oder ein anderes Kraut verfüttern (Brennessel, Zinnkraut, Hauhechel). Das Goldrutenkraut kann unter das gewohnte Futter gemischt werden, eventuell das Futter leicht anfeuchten. Goldrute kann zum Beispiel bei Harnwegserkrankungen verabreicht werden. Es wird auch zur Kräftigung und Entgiftung der Nieren eingesetzt.
die Goldrute in der Phytotherapie
In der Phytotherapie wird die gewöhnliche Goldrute als Aquaretikum, zum Entwässern und bei Symptomen wie Harnsteine, Nierengriess, Reizblase, Entzündungen der ableitenden Harnwege, rheumatischen Beschwerden usw. eingesetzt.
Heuschnupfen wegen Goldrute, Solidago
Die Goldrute wird auch verdächtigt, allergische Reaktionen wie Heuschnupfen auszulösen. Die Pollen der Goldruten jedoch sind schwer, sehr klebrig und kein Sturm kann sie von der Pflanze stubsen. Für die Bestäubung benötigt es unbedingt Insekten. Deswegen können sie nicht für Heuschnupfen verantwortlich sein. Es kann gut sein, dass viele die fliegenden Samen mit den Pollen verwechseln.
Diese These wurde widerlegt. Aber prüfe da bitte immer für dich selber. Wenn du Allergien, Unverträglichkeiten und Heuschnupfen hast. Jeder Mensch ist einzigartig und reagiert aus seine Weise.
Solidago als Therapie gegen Heuschnupfen
Ich setzte die Goldrute gerne in meiner Praxis zur Genesung von Heuschnupfen, z.B. als Tee als Begleittherapie ein. Da kombiniere ich auch mit der Brennnessel. Die Histaminausschüttung kann gehemmt werden und der Körper wird gereinigt und durchspült.
Goldrute verarbeiten und anwenden
Goldrute ernten, trocknen, aufbewahren
Wenn gestern die Sonne schien und wenn sie heute immer noch scheint, dann ist die ganze Kraft der Sonne in der Pflanze. Das ist der ideale Zeitpunkt für die Ernte. Achte darauf, dass du die Goldrute beim Aufblühen erntest, nicht wenn sie schon in ihrer vollen Blüte und komplett geöffnet ist. Denn beim Trocknen geht der Vegetationsprozess noch ein bisschen weiter und es kann sein, dass die Blüten bräunlich werden oder sich die Samen bereits zu kleinen Fallschirmchen bilden. Dann hast du sie zu spät geerntet.
Rausgehen, schneiden und mit nach Hause nehmen, wenn du kurz mal Zeit zwischen zwei Terminen in deinem Kalender hast. So würde ich diese wertvolle Pflanze nicht ernten. Ich würde sie auch nicht an der Autobahn holen. Besser finde ich es, wenn du dich freust, dass du die Pflanze gefunden hast, sie berührst und dich bei ihr bedankst. Dann kannst du sie ernten.
Den oberen Teil etwas abschneiden, die Raute umdrehen und zum Trocknen für ca. 1 Woche aufhängen.
Stängelchen abmachen und in dunkles grosses Schraubglas geben. Sie ist mindestens 1 Jahr haltbar. Ich nutze sie für mich persönlich auch 2-3 Jahre, wenn ich noch Vorräte habe.
Teezubereitung Goldrute solidago
1 Ästchen Goldraute in 250 ml Tasse mit nicht mehr kochendem Wasser, 10 Min. ziehen lassen, schluckweise trinken. Diese Kur 4 Wochen lang machen. 1 x pro Tag 250 ml Tee trinken. Du kannst auch 2-3 Tassen trinken.
Bei Wassereinlagerungen, in den Beinen und in den Armen kannst du täglich 1 Liter Tee trinken (4 Stängelchen mit Blüte reichen).
Tinktur selber machen – Goldrute solidago
Du kannst deine Tinktur auch selber herstellen, die mehrere Jahre haltbar ist.
- Nimm die frischen oder getrockneten Pflanzenteile.
- Streife Blätter und Blüten dem Stängel nach runter und lasse sie locker in ein Glas fallen.
- Fülle diese mit 50% Alkohol oder pflanzlichem Glyzerin auf und mach den Deckel zu oder decke es ab
- Lass die Mischung 4-6 Wochen in der Wärme, nicht in der Sonne stehen.
- Bewege die Gläser zwischendurch und schüttle sie etwas.
- Gib jedes Mal ein Danke hinein.
- Filtere die Tinktur durch einen Bio Kaffee- oder Teefilter.
- Fülle sie in eine Schraubflasche.
Dosierung: 1 x täglich 8-10 Tropfen. Je akuter, desto höher die Dosierung
Bei Schmerzen allgemein oder bei Nierenschmerzen, lass es bitte vom Arzt abklären.
Bei Schmerzen, Nierenschmerzen usw. Bitte beim Arzt abklären lassen
Goldrute als Pflanzenwasser
Pflanzenwasser statt Tee. Du kannst die Pflanze einige Stunden in einen Krug legen und mit Wasser befüllen. Die Pflanzen geben ihre Kraft ins Wasser ab. Ein energetisiertes Wasser entsteht.