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Permakultur: Wie fange ich an?28. April 2018
So verbesserst du deinen Boden28. April 2018
Seinen Boden zu kennen ist notwendig, damit die Pflanzen gedeihen. Es ist, wie wenn man ein Haus baut: Dann braucht man auch erst ein Bodengutachten. Damit fühlt man sich sicherer und kann den Bau mit den richtigen Materialien beginnen. Kennt man die Beschaffenheit des Bodens nicht, können Risiken und hohe Kosten entstehen. Man muss nicht einmal sein Haus auf ein Sumpfgebiet bauen, damit etwas schief läuft. Apropos „schief“: Ein bekanntes Beispiel ist der Turm von Pisa, der auf zu lockeren Boden aus Lehm und Sand gebaut wurde.
Die folgenden drei Methoden sind empirische Methoden und genau deswegen empfehlen wir auch dir, sie auszuprobieren. Danach kannst du mit einem guten Analysegerät deine Ergebnisse vergleichen. So steigerst du deine Erfahrung und dein Wissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Wurst-Methode
Du brauchst: Erde, Wasser, eine kleine Schaufel und ein Holzbrett.
- Hol aus deinem Garten ein bisschen Erde, die etwa 10 bis 20 cm tief lag.
- Nun legst du eine Handvoll davon auf ein Holzbrett.
- Mit deiner Hand formst du einen Kreis in die Mitte der Erde. Da gibst du Wasser hinein – genug, um die Erde wie einen Teig bearbeiten zu können – und mischst das Ganze sorgfältig.
- Jetzt versuchst du, die Masse wurstförmig auszurollen, wie den Teig für einen frischen Butterzopf.
Wenn dir das Formen des Teigs sofort gelingt, ist das ein Zeichen dafür, dass dein Boden lehmig oder tonhaltig ist. Wenn du die feuchte Erde nicht formen kannst, dann ist dein Boden eher sandartig.
Angenommen, die Masse ist formbar, möchten wir nun noch genauer differenzieren, ob der Boden lehmig oder tonhaltig ist. Wenn du die Wurst hochheben kannst, ohne dass sie auseinanderfällt, ist der Boden vorwiegend tonhaltig. Wenn die Wurst beim Hochheben auseinanderfällt (aber nicht zerbröckelt), zeigt das, dass der Boden eher lehmig als tonhaltig ist.
2. Die Glasgefäss-Methode
Du brauchst: Erde, Wasser, eine kleine Schaufel, einen Lineal und ein 1–Liter-Glasgefäss.
- Hol aus deinem Garten ein bisschen Erde, die etwa 10 bis 20 cm tief lag.
- Fülle das Glasgefäss bis zur Hälfte mit Erde.
- Gib dann Wasser dazu, bis das Glasgefäss voll ist.
- Schliesse das Glasgefäss und schüttle es während drei Minuten energisch.
- Lasse die Mischung ein bis drei Tage ruhen.
Mit dem Lineal kannst du nun die verschiedenen Höhen der Erdschichten messen – Ton-, Sand- und Schluffanteil. Mit einem Stift markierst du diese auf dem Glas. Dann misst du die totale Höhe aller Erdschichten.
Nun kalkulierst du den Prozentsatz der einzelnen Erdschichten mit der folgenden Formel:
Beispiel
Ton: 2,4 x 100 / 8,4 = 28,57
Lehm: 2 x 100 / 8,4 = 23,90
Sand: 4 x 100 / 8,4 = 47,61
Anhand der so errechneten Prozentzahlen kannst du mithilfe des Bodenartendreiecks herausfinden, mit welcher Bodenart du es zu tun hast.
Das Bodenartendreieck
3. Die Bikarbonat-Weissweinessig Methode
Du brauchst: Erde, Wasser, zwei Glasgefässe, eine kleine Schaufel, zwei Löffel, Weissweinessig und Bikarbonat.
Der Bikarbonat-Test
- Hol aus deinem Garten ein bisschen Erde, die etwa 10 bis 20 cm tief lag.
- Fülle das erste Glasgefäss zu etwa einem Fünftel mit Erde, so dass der Glasboden vollständig bedeckt ist.
- Füge ein bisschen Wasser hinzu und rühre um, bis die Mischung schlammig wird.
- Dann fügst du einen Kaffeelöffel Bikarbonat hinzu.
- Mische der Inhalt mit den Löffel. Wenn sich der Schlamm mit dem Bikarbonat verbindet, dann ist dein Boden eher sauer.
Der Weissweinessig-Test
- Hol aus deinem Garten ein bisschen Erde, die etwa 10 bis 20 cm tief lag.
- Fülle das erste Glasgefäss zu etwa einem Fünftel mit Erde, so dass der Glasboden vollständig bedeckt ist.
- Gib Weissweinessig hinzu, bis dieser die Erde ganz bedeckt.
- Wenn sich die Erde mit dem Essig verbindet, ist dein Boden eher alkalisch.
Alle drei Methoden zeigen wir dir auch im folgenden Video:
Welche zusätzlichen Methoden kennst du? Schreib es uns in die Kommentare, es würde uns interessieren!