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Primarschulhaus Güttingen
Adresse
8594 Güttingen
TG
Architektur
Mit dem Primarschulhaus schufen Rohrer Sigrist Architekten einen Sichtbetonbau, der sich in seinem äusseren Erscheinungsbild bewusst von seiner Umgebung abhebt. Im Kontrast zur dörflichen Struktur von Güttingen kommt das Schulhaus als zeitgemässer Bau daher, der zusammen mit der benachbarten Mehrzweckhalle einen eigenen Bereich definiert. Die Eingeschossigkeit wird dabei als Chance genutzt, den Bau in der Fläche auszubreiten und so die dicht heranreichende Natur mit dem architektonischen Ensemble zu verbinden.
Chronologie
Nach der Fertigstellung der unmittelbar benachbarten Mehrzweckhalle Rotwies wurde 2012 ein öffentlicher Wettbewerb für eine Primarschule ausgeschrieben. Der Neubau sollte in engem Bezug zum Holzbau der Mehrzweckhalle stehen und das Schulareal ergänzen. Der Entwurf des Primarschulhauses mit integriertem Doppelkindergarten von Rohrer Sigrist Architekten GmbH wurde zwischen 2013 und 2014 realisiert.
Lage
Das Schulhaus befindet sich an der Rotewisstrasse im westlichen Teil von Güttingen, das zwischen Konstanz und Romanshorn liegt. Durch die Situierung am Dorfrand bildet der Baukörper einen Übergang zwischen der bebauten Zone und der Natur. So ist das Schulhaus nördlich und östlich von Wohnhäusern und Bauernhöfen, südlich und westlich von grossen Grünflächen umgeben. Die südwestlich gelegene Mehrzweckhalle, sowie ein Sport- und ein Spielplatz vervollständigen zusammen mit dem Primarschulhaus das Schulareal. Zwei Fussgängerwege erschliessen den Haupteingang an der Südecke. Einer erstreckt sich von der Hörnlistrasse entlang der südöstlichen Längsfassade. Ein anderer verläuft vom Parkplatz im Westen zwischen Mehrzweckhalle und Schulhaus.
Beschreibung
Der rechteckige Grundriss des eingeschossigen Primarschulhauses ist mit seinen Längsfassaden am Verlauf der Rotewisstrasse ausgerichtet. Er stellt so einen engen Bezug zur gleich ausgerichteten Mehrzweckhalle her. Der Eingangsbereich im Süden des Schulhauses wird von einer weit auskragenden Decke überspannt, die einen geschützten Aussenbereich zum Spielen und Verweilen bietet. An der westlichen Fassade liegt ein Lichthof, der ebenfalls als Aufenthaltsort im Freien dient. Eingangsbereich und Lichthof sind mit weiss gestrichenem Holz versehen, das mit dem Sichtbeton kontrastiert. Spitz vorstehende Betonpfeiler an allen Fassadenseiten ermöglichen weite Auskragungen und grosse, raumhohe Fensterflächen, die auch übereck geführt werden. Der Sturz der Fenster ist so abgeschrägt, dass der höchste Punkt in der Mitte der Fenster liegt. Diese Abschrägung der Stürze und die Plastizität der Pfeiler verleihen dem Schulhaus eine Dynamik, die der Last des Flachdachs entgegen wirkt.
Die Klassenzimmer sind entlang der Längsfassaden angeordnet, die Nebenräume liegen bei den Querfassaden. In der Mitte des Baus befinden sich Gruppenräume und flexible Arbeitsnischen, die durch begehbare Lichthöfe erhellt werden. Im Gegensatz zur Sichtbetonfassade steht das im Innern verwendete Holz. Es verleiht den Klassenzimmern eine warme und wohnliche Atmosphäre. Durch die grossen Fenster besteht stets ein Sichtbezug zur Aussenwelt.
Literatur