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wohl Niederlande, Anfang 17. Jh
Bronze
H. 64 mm, B. 124 mm
Inv. 2007.190.
Die Bronzeplakette zeigt Humilitas (Demut), als eine leicht nach vorn gebeugte alte Frau, die auf einem von zwei Pferden nach links gezogenen zweirädrigen Prunkwagen sitzt. Ein alter bärtiger Mann (Metus) treibt mit einem Rutenbündel die beiden Pferde an. Neben dem Wagen schreiten Caritas (Barmherzigkeit) mit drei Kindern und Fides (Glaube) mit vor der Brust gekreuzten Armen, in der Rechten das Kreuz, in der Linken den Kelch mit der Hostie haltend. Neben den Pferden geht Spes (Hoffnung), die mit der Rechten einen Anker schultert und in der nach rückwärts ausgestreckten Linken einen Adler hält. Rechts im Hintergrund erkennt man ein Dorf oder ein Schloss.
Welche Funktion hatte eine solche Plakette- In der Frührenaissance in Italien und dann in ganz Europa waren Bronzeplaketten ein Mittel, um ikonographische Themen zu verbreiten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts übernahm die Druckgrafik diese Rolle. Zu dieser Zeit sind Plaketten oft als Dekor auf Möbel oder Gegenstände, wie Kassetten, Sekretäre oder Spiegel, appliziert worden. Eine Plakette mit der Darstellung des Triumphes der Demut ziert z.B. den Rahmen eines Spiegels aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, heute in der Wallace Collection in London. Auf diesem Rahmen sind drei weitere Plaketten mit Triumphzügen appliziert. Der Triumph der Demut ist im unteren Teil dargestellt. Gegenüber erscheint der Wagen der Kardinaltugenden (Temperantia, Fortitudo, Justitia und Prudentia). Am oberen Teil erkennt man zwei andere Prunkwagen: den Triumph der Jahreszeiten und den Triumph der Welt. Diese vier Triumphdarstellungen sind Teile einer Serie. Es ist jedoch schwer zu sagen, wie viele Dar-stellungen es insgesamt gab. Die Serie könnte sechs Themen enthalten haben, die allerdings auf Entwürfe von zwei verschiedenen Künstlern zurückgehen.
Die Plakette wurde nach einem Stich von Hieronymus Cock (ca. 1510-1570) nach Marten van Heemskerk (1498-1574) wahrscheinlich in den Niederlanden hergestellt.
Die Humilitas wird auf der Plakette von theologischen Tugenden begleitet, daher hat man diese Darstellung früher als Triumph der Religion oder Triumph der Christentugenden aufgefasst. Seit der Entdeckung des Stiches von Hieronymus Cock, auf dem alle Figuren in lateinischer Sprache bezeichnet sind, kennt man den richtigen Namen dieses Triumphzuges. Die Pferde selbst symbolisieren Mansuetudo (Sanftmut) und Modestia (Bescheidenheit). Die Figur des Friedens (Pax), die auf dem Stich neben Humilitas sitzt, wurde auf dieser Plakette und auf den anderen bekannten Plaketten weggelassen. Daraus lässt sich schliessen, dass diese Plaketten vermutlich aus einem gleichen Modell gegossen wurden. Sie befinden sich in öffentlichen Sammlungen in Europa (Florenz Museo Nationale del Bargello, Leipzig, Berlin) und in Washington Kress Collection. Sie haben etwa dieselben Dimensionen, weisen aber nicht alle dieselbe Qualität auf.
Die Plakette des Historischen Museums Basel zeigt einen schönen Guss und kann wohl zu den besten Exemplaren gezählt werden.