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Beinschwellung, Schmerz, Hautveränderung
Liegt eine tiefe Beinvenenthrombose zugrunde?
Ist der Unterschenkel geschwollen und auch verfärbt, ist die Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose nur aufgrund von klinischen Zeichen nicht möglich. Zwar kann eine tiefe Beinvenenthrombose aufgrund der Anamnese und der Klinik als sehr wahrscheinlich diagnostiziert werden. Schlussendlich muss jedoch immer mit einem bildgebendem Verfahren (Farbultraschall) nach einer tiefen Beinvenenthrombose gesucht werden. Auch die Blutwertbestimmung zur Thrombosesuche (D- Dimer) ist nur dann aussagekräftig, wenn der Test negativ ist. In diesem Fall kann eine tiefe Beinvenenthrombose ausgeschlossen werden. Ein positiver D- Dimer Test gibt keine Sicherheit, dass tatsächlich eine Beinvenenthrombose vorliegt, denn viele weitere Gründen erhöhen die D- Dimer Werte.
Im Beispiel meldet sich ein 42 jähriger Patient notfallmässig in der Praxis bei Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose. Vor zwei Wochen erlitt der Patient beim Sport eine starke Prellung im Bereich der linken Kniekehle (schwarzer Pfeil). Zehn Tage später trat eine Verfärbung der linken Wade (rote Pfeile) gegenüber dem rechten Bein auf. Zusätzlich verspürte der Patient auch Schmerzen in der linken Kniekehle und eine Schwellungszunahme der linken Wade. Der D- Dimer Test im Blut war leicht erhöht. Der Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose war also berechtigt. Mit der Farbultraschalluntersuchung in der Praxis konnte eine tiefe Beinvenenthrombose am linken Bein als Ursache ausgeschlossen werden. Alle tiefen, – als auch oberflächlichen Venen waren frei durchgängig, ebenso die Muskelvenen.
Aber was führte zu der Hautverfärbung, der Schwellung und den Schmerz?
Bereits am Tag der Prellung wurde eine Salbentherapie mit einer entzündungshemmenden Salbe aus der Apotheke begonnen und am linken Unterschenkel bis zur Kniekehle eingerieben. Während den nächsten Tagen entstand eine Hautunverträglichkeit gegenüber der Salbe mit der Reaktion von einem Kontaktekzem und somit einer Hautverfärbung.
Die D- Dimer Erhöhung im Blut war Folge von einer Gewebeverletzung (Muskelschaden) im Bereich der Kniekehle. Die Schwellungsneigung entstand einerseits durch das Kontaktekzem als auch durch ein leichtes Schonhinken aufgrund der Schmerzen (Inaktivitätsödem).
Ist ein Kontaktekzem stark ausgebildet und besteht ein starkes Jucken, kann eine Cortison Therapie lokal oder systemisch notwendig sein. In diesem Fall wurde die Salbentherapie gestoppt. Innerhalb von zehn Tagen waren Hautveränderung, Schmerzen als auch die Schwellung nicht mehr vorhanden.
Besonders in den Sommermonaten muss ein Kontaktekzem mit einem Sonnenschutzmittel gegenüber den UV Strahlen geschützt werden, ansonsten entstehen oft über Monate oder Jahre unschöne Braunverfärbungen.
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 1. Mai 2015
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