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Das Schweizer Rentensystem beruht auf drei Hauptsäulen: dem Staat, den betrieblichen Systemen und den individuellen Beiträgen. Die Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) gehört zur ersten Säule des Staates. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zahlen 5,3 % ihres Bruttolohns in diese Säule ein. Neben diesen direkten Beiträgen sammelt die AHV auch Gelder über die Mehrwertsteuer (MwSt.), eine Steuer, die auf die Ausgaben der Verbraucher erhoben wird, z. B. auf Produkte des täglichen Bedarfs.
Die Reform wird durch die Vorhersage motiviert, dass die AHV bald beginnen wird, mehr auszugeben als sie einnimmt. Die Prognosen der Bundesregierung gehen von einem Defizit von etwa 18,5 Milliarden Schweizer Franken in den nächsten zehn Jahren aus, was die Reform der AHV notwendig macht, um diese antizipierten Defizite auszugleichen.
Die Schweizer Wähler haben am 25. September 2022 über die Reform der AHV abgestimmt, indem sie über zwei Schlüsselvorschläge abstimmten. Die eine bestand darin, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, um die AHV stärker zu finanzieren, und die andere darin, das Rentenalter für Frauen von 64 auf 65 Jahre anzuheben. Bei einer Wahlbeteiligung von 52,5 % wurden beide Maßnahmen angenommen, wobei die Erhöhung der Mehrwertsteuer 55 % Zustimmung erhielt und die Änderung des Rentenalters mit 51 % nur knapp durchkam. Diese Änderungen, die am 1. Januar 2024 in Kraft treten sollen, zielen darauf ab, die Finanzen der ersten Säule bis 2030 zu sichern.
Die AHV-Reform 21 sieht eine Erhöhung aller drei Mehrwertsteuersätze vor.
Diese Änderungen der Mehrwertsteuer sollen der AHV in den nächsten zehn Jahren zusätzliche 12,4 Milliarden Schweizer Franken einbringen.
Die AHV-Reform 21 erhöht auch das Rentenalter für Frauen von 64 auf 65 Jahre. Diese Änderung wird schrittweise erfolgen, mit einer Erhöhung um drei Monate pro Jahr ab 2025, und das Rentenalter von Männern und Frauen bis 2028 angleichen. Frauen, die zwischen 1961 und 1969 geboren wurden, werden lebenslange Rentenzuschläge erhalten, um diese Übergangsphase auszugleichen, obwohl die genaue Höhe je nach Geburtsjahr variiert. Diese Änderungen sollen die Ausgaben der AHV in den nächsten zehn Jahren um 4,9 Milliarden Schweizer Franken senken.
Die AHV-Reform 21 ändert auch die Berechnung der Rente für diejenigen, die nach Erreichen des Rentenalters weiterarbeiten. Vor der Reform musste jeder, der mehr als 1.400 Schweizer Franken verdiente, AHV-Beiträge zahlen, aber diese Zahlungen erhöhten nicht die Altersrente. Mit AHV 21 werden alle AHV-Beiträge, die nach dem 65. Lebensjahr geleistet werden, bei der Rentenberechnung berücksichtigt, wodurch frühere Beitragslücken geschlossen und die persönliche AHV-Rente erhöht werden könnten.
Die AHV-Reform 21 ist nur der erste Schritt bei der Umstrukturierung des Schweizer Rentensystems und gewährleistet finanzielle Stabilität nur bis 2030. Es laufen auch Diskussionen über die Reform der zweiten Säule: BVG 21, die derzeit im Parlament diskutiert wird.
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