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Der vor über 40 Jahren an der HSG gegründete Lehrstuhl für Organisationspsychologie wandte sich schon früh der sozialkonstruktivistischen Forschung zu. Am OPSY verfasste Peter Dachler bereits 1979 Artikel, die traditionelle, positivistische Positionen der Arbeits- und Organisationspsychologie und insbesondere das individualisierte, heroische Subjekt in der Führungsforschung in Frage stellten und kritisierten. Zusammen mit Ken Gergen und Diane Hosking und anderen baute er ein Netzwerk zur Entwicklung von Alternativen zum heroischen Subjekt auf, das später als "relationaler Konstruktionismus" bezeichnet wurde und damit Ideen aus dem Sozialkonstruktivismus von Berger & Luckman in das psychologische Denken einbrachte.
Obwohl der soziale Konstruktionismus und auch die diskursive Psychologie für uns nach wie vor wichtige erkenntnistheoretische und methodologische Ausgangspunkte darstellen, hat sich unsere Forschung seit diesen Anfängen im Anschluss an die "linguistische Wende" weiterentwickelt und erweitert. Heute beschäftigen wir uns mit der Erforschung sozialer und diskursiver Praktiken von Geschlecht, Affekt oder Unternehmertum. Durch die Anwendung qualitativer Methoden und die Entwicklung neuer Wege zur Analyse psychologischer Phänomene leisten wir einen Beitrag zu den Debatten in der Organisationsforschung, den Gender Studies und der Sozialpsychologie.