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Suizidrisiko unter Selektivem Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitor (SSRI)
Die Debatte über die mögliche Induktion von Suizidgedanken bei Kindern und Jugendlichen, die mit SSRI behandelt wurden, hat das Interesse an der Sicherheit dieser Medikamentengruppe bei Erwachsenen geweckt. Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen SSRI-Einnahme und Suizidrisiko bei Erwachsenen.
Bei dieser systematischen Übersicht randomisierter, kontrollierter Studien aus den Datenbanken der Medline und Cochrane Library wurden Studien eingeschlossen, die ein SSRI mit Placebo oder mit einem anderen Antidepressivum verglichen, und zwar indikationsunabhängig. Der Follow up betrug mindestens 1 Woche. 702 Studien mit insgesamt 87'650 Patienten entsprachen den Einschlusskriterien.
Eine signifikante Erhöhung des Suizidrisikos wurde bei der SSRI-Gruppe gegenüber der Placebo-Gruppe (Odds Ratio 2.28, number needed to treat to harm [NNT]=684) und im Vergleich zu anderen, nicht-trizyklischen Antidepressiva (Odds Ratio 1.94, NNT=239) eruiert. Bei der SSRI-Gruppe und der Patienten mit trizyklischen Antidepressiva war das Selbstmordrisiko gleich (Odds Ratio 0.88).
Konklusion der Autoren: Ein erhöhtes Suizidrisiko unter SSRI-Medikation kann nicht ausgeschlossen werden. Jedoch wurden mehrere bedeutende methodische Schwächen bei den veröffentlichten Studien gefunden, sodass sich hinsichtlich der versuchten Suizide oder der Zufügung von Verletzungen kein klares Bild ergibt.
Link zur Originalstudie
BMJ 2005;330:396 - D. Fergusson
22.02.2005 - gem