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Technical Report NTB 02-23
Project Opalinus Clay: FEP Management for Safety Assessment – Demonstration of disposal feasibility for spent fuel, vitrified high-level waste and long-lived intermediate-level waste (Entsorgungsnachweis)
Die Ziele und das Vorgehen im FEP-Management-Prozess sind:
- Der FEP-Management-Prozess hat das Vorgehen bei der wissenschaftlichen Beschreibung des Lagersystems und die modelltechnische Umsetzung dieser wissen-schaftlichen Beschreibung zu widerspiegeln.
– Die wissenschaftliche Beschreibung bezieht sich auf das Verhalten und die Entwicklung des Systems als Ganzes. Dies führt zur Identifizierung eines Satzes von sicherheitsrelevanten Schlüssel-Phänomenen, charakterisiert durch deren erwartete Entwicklung sowie deren Ungewissheiten und mögliche Abweichungen von der erwarteten Entwicklung.
– Bei der modelltechnischen Umsetzung wird die wissenschaftliche Beschreibung abstrahiert und in Bestandteile zerlegt, die sich als Basis für die Entwicklung und Anwendung von entsprechenden quantitativen Modellen eignen. Daraus resultiert eine Beschreibung des Systems und seiner Entwicklung in der Form von Super-FEPs (als Gruppierungen detaillierterer FEPs) mit einer Referenz-Realisierung sowie alternativen Realisierungen, welche die im Rahmen der wissenschaftlichen Beschreibung identifizierten Ungewissheiten widerspiegeln.
– Um sicherzustellen, dass die Modellierer alle Informationen (und Ungewissheiten) der wissenschaftlichen Beschreibung berücksichtigt haben, wird geprüft, ob für jedes sicherheitsrelevante Schlüssel-Phänomen (einschliesslich seiner Ungewissheiten) mindestens ein entsprechendes Super-FEP existiert. Parallel dazu wird geprüft, ob für jedes Super-FEP ein entsprechendes sicherheitsrelevantes Schlüssel-Phänomen existiert, das die Berücksichtigung des Super-FEPs in der Modellierung rechtfertigt.
– Der FEP-Management-Prozess führt auch Buch über die Reserve-FEPs (FEPs, deren Eintreten als wahrscheinlich eingestuft wird und die sich vorteilhaft auf die Sicherheit auswirken, die aber von der Behandlung in der Sicherheitsanalyse bewusst ausgeschlossen werden) und über nicht behandelte Fragestellungen mit Gefährdungspotential für die Sicherheit, falls vorhanden.
- Der FEP-Management-Prozess hat sicherzustellen, dass die Auswahl der analysierten Rechenfälle hinreichend umfassend ist und dass die Werkzeuge (Rechencodes) für ihren Einsatz geeignet sind.
– Die Super-FEPs und ihre Realisierungen werden in Bezug auf ihre Relevanz für die Sicherheit beurteilt und - im zutreffenden Fall - für die Berücksichtigung in einem oder mehreren Rechenfällen identifiziert. Die Einbindung der verschiedenen Super-FEPs und deren Realisierungen in Rechenfällen wird anhand deren Auswirkungen auf das übergeordnete Verhalten und die Entwicklung des Systems vorgenommen. Dies schliesst eine Prüfung der Auswirkungen von Wechselwirkungen zwischen individuellen Super-FEPs ein. Rechenfälle mit ähnlichen Auswirkungen werden in Szenarien gruppiert. Die Rechenfälle innerhalb eines Szenariums unterscheiden sich durch die Konzeptualisierung eines oder mehrerer Schlüssel-Phänomene oder - bei identischer Konzeptualisierung - durch die Variation eines oder mehrerer Modell-parameter.
– Die Eignung der für die quantitative Analyse der verschiedenen Rechenfälle verwendeten Rechencodes wird – in allgemeiner Form und in Bezug auf Super-FEPs – anhand eines spezifischen Verfahrens überprüft (Qualifizierung der Rechencodes). Ferner wird geprüft, ob der für einen Rechenfall verwendete Rechencode tatsächlich in der Lage ist, alle sicherheitsrelevanten Aspekte der Super-FEPs abzubilden, die in diesem Rechenfall enthalten sind.
- Der FEP-Management-Prozess hat alle angemessenen Mittel zur Sicherstellung der Vollständigkeit auszuschöpfen.
– Am Anfang der Analyse stand die Entwicklung einer FEP-Datenbank für den Opalinuston (OPA FEP-Datenbank). Deren Vollständigkeit wurde durch Vergleich mit den verfügbaren, zu diesem Zweck entwickelten Internationalen FEP-Datenbanken überprüft. D. h. für jedes der in den Internationalen FEP-Datenbanken enthaltene FEP wurde festgestellt, ob es in der OPA FEP-Datenbank enthalten ist, oder ob eine Erklärung vorliegt, wenn dies nicht der Fall ist.
– Im Verlaufe des Ausschlussverfahrens irrelevanter Informationen und der Abstra-hierung der übrigbleibenden Informationen wurden Prüfungen der intermediären Informations-Datenbanken (sicherheitsrelevante Schlüssel-Phänomene, Super-FEPs, Rechenfälle) anhand der OPA FEP-Datenbank vorgenommen. D. h. für jedes FEP in der OPA FEP-Datenbank wurde festgestellt, ob es in der überprüften Datenbank enthalten ist, oder ob eine Erklärung bzw. Begründung vorliegt, wenn dies nicht der Fall ist.
Resultat dieses Prozesses ist ein Satz von Informationen (dokumentiert in verschiedenen Tabellen), der im vorliegenden Bericht zusammengestellt und beschrieben wird, wobei einige der Tabellen gleichzeitig auch noch in anderen Berichten aufgeführt sind. Die Ausarbeitung dieser Informationen und der entsprechenden Tabellen erfolgte in hohem Masse iterativ. Die im vorliegenden Bericht dokumentierten Schlussresultate stellen nur die Beziehung der verschiedenen Informationseinheiten untereinander dar, nicht aber die zeitliche Abfolge bei deren Ableitung.