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Tobias Wyss, der Regisseur von «Flying Home«, war schon immer fasziniert von seinem Onkel Walter Otto Wyss, der im fernen Amerika lebte. Er kannte ihn jedoch nur aus Erzählungen und von Fotografien. Er sagt selbst, dass sein Onkel schon immer in seinem Kopf wohnte. Das trieb ihn dazu, nach Amerika zu reisen um dort nach Fussstapfen zu suchen, die Walter Wyss hinterlassen hatte. Er traf frühere Bekannte von ihm und suchte in Archiven nach Spuren. Seine Suche zeichnete Tobias Wyss auf Video auf. Aus diesem Material und aus Briefen, die Walter Wyss an seine Mutter in der Schweiz schickte, erschuf er den Dokumentarfilm «Flying Home«, benannt nach dem Lied von Lionel Hempten.
Geplatzter Traum
Nach einem tragischen Verkehrsunfall in Zürich wanderte Walter Otto Wyss als junger Mann 1939 nach Amerika aus. Dort versuchte er seinen Traum von einem Hybridauto umzusetzen. Da jedoch zu dieser Zeit Benzin geradezu wertlos war, traf er nicht ins Schwarze. Er war wohl ein Vierteljahrzehnt zu früh mit seiner revolutionären Idee. Der grosse Durchbruch blieb aus und Walter Wyss fand Arbeit in der Autoindustrie. Es wollte ihm jedoch auf längere Zeit nicht gelingen, sich auf der anderen Seite vom grossen Becken eine Existenz aufzubauen und glücklich zu werden. Dazu kam, dass er sehr einsam war und kaum Anschluss fand. Als er seine Stelle verlor, widmete er sich seiner Leidenschaft, der Fotografie, und reiste viel. Auf seinen Reisen hatte er diverse kurzlebige Beziehungen. Unterwegs vermisste Walter Wyss jedoch die Schweiz und die Geborgenheit, die er von seiner geliebten Mutter erfahren hatte. Die 30 letzten Jahre seines Lebens verbrachte er auf Hawaii. Die Mitarbeiter eines Börsenkonzerns ersetzten seine Familie bis er im Jahr 2001 starb.
Kein typischer Historiefilm
Das Publikum wird beim Schauen des Films von Tobias Wyss`s Begeisterung, die Spuren seines Onkels zu finden, angesteckt. Der Regisseur nimmt einen auf seine Reise in frühere Zeiten mit. Es ist interessant mitzuerleben, wie Tobias Wyss seinen Onkel durch Erzählungen von Bekannten kennenlernt. Obwohl sich im Film teilweise Schwarzweiss-Fotos aneinanderreihen und dazu alte Briefe gelesen werden, macht er nicht den Eindruck eines monotonen Historiefilms. Durch den stetigen Wechsel zwischen früher und heute hält der Spannungsbogen.