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Die alpine Landschaft verändert sich in beschleunigter Form. Das Projekt «Profilierung der Alpen» unternimmt den Versuch, durch Landschaftsarchitektur innert der Schweizer alpinen Landschaft konkrete Raumprofile zu entwickeln, die über Einzelinteressen von Landwirtschaft, Wasserkraft oder Tourismuslandschaften stehen.
Die fortschreitende Urbanisierung sowie der Klimawandel transformieren das sensible Gefüge grundlegend. Räumliche Analysen und Konzepte diskutieren diese Herausforderungen anhand von rudimentären Kategorien: So gliedert beispielsweise das Raumkonzept Schweiz den Schweizer Alpenraum in die Handlungsräume Gotthard, Westalpen und Ostalpen, das Städtebauliche Portrait der Schweiz beschreibt den Raum anhand Alpiner Brachen, Alpinen Resorts und Stiller Zonen. Beide Konzepte tragen der Kleinräumigkeit des Alpenbogens wenig Rechnung. Das Projekt «Profilierung der Alpen» strebt nach der Benennung und harmonischen Verschränkung von unterschiedlich differenzierten Raumprofilen. Diese Profile sind dabei immer eher als eine testende Analyse statt konkreter Entwurf, als eine theoretische Fassung und Bewertung der schon vorhandenen Entwicklungslinien zu verstehen.
Berner Alpen «Rhonetal Nord» und Walliser Alpen «Rhonetal Süd»
Anhand von zwei Perimetern in den Schweizer Alpen wird der Ansatz im Rahmen von zweien Entwurfssemestern am Departement Architektur überprüft und die entwickelten Profile in einem breiteren gesellschaftlichen Kontext diskutiert. Im Herbstsemester 2022 wurden die Berner Alpen «Rhonetal Nord» bearbeitet, im Frühjahrssemester 2023 folgen die Walliser Alpen «Rhonetal Süd». Dabei wird versucht, anhand «neuer Landschaften» die zahlreichen Potentiale der alpinen Räume zu fassen und die Alpen nicht als einen abgeschotteten Raum darzustellen, sondern eng verwoben mit dem westeuropäischen Kontinent.
Kritisch betrachtet das Projekt die vorherrschende Debatte über Einzelinteressen. Die isolierte Betrachtung und singulären Interessen einzelner Räume wie beispielsweise der Landwirtschaft, Wasserkraft oder Tourismuslandschaft führen zu keinem koordinierten Handeln. Ein übergeordnetes Bild der Alpen, das unterschiedliche und differenzierte Raumprofile benennt und sorgfältig orchestriert ist daher zwingend notwendig.
Joël Berger, Fabiana Frisullo, David Jung, Thomas Kissling, Andreas Klein, Markus Ritter, Pascal Steinemann, Günther Vogt und Rolf Weingartner, im Namen der Professur für Landschaftsarchitektur von Günther Vogt, am Institut für Landschaft und Urbane Studien (LUS) der ETH Zürich.