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Was ist eine ERCP
Mit der ERCP werden die Gallenwege und der Pankreasgang untersucht. Beide Gänge münden gemeinsam in den Zwölffingerdarm im Bereich der Papille. Bei der ERCP wird ein spezielles Endoskop bis vor die Papille eingeführt. Über den Arbeitskanal werden dann Sonden in den Gallengang oder den Pankreasgang eingeführt. Durch diese Sonden werden die Gänge mit Kontrastmittel gefüllt und radiologisch abgebildet. Es handelt sich also um ein kombiniertes Verfahren mit Endoskopie und Röntgentechnik. Durch den Arbeitskanal des Endoskops können auch Miniendoskope in den Gallegang oder Pankreasgang eingeführt werden. So können diese Gänge direkt endoskopisch betrachtet werden.
Wann wird eine ERCP gemacht
Die ERCP wird fast ausschliesslich aus therapeutischen Gründen durchgeführt, zur Entfernung von Steinen im Gallegang oder Pankreasgang, zur Aufdehnung von entzündlichen oder tumorösen Einengungen (Stenosen) dieser Gänge und zur Einlage von Stents. Zu rein diagnostischen Zwecken wird in der Regel eine weniger aufwändige und weniger belastende Untersuchung gemacht. Um Steine entfernen zu können oder Stents einzulegen, muss die Papille aufgeschnitten werden.
Was der untersuchende Arzt unbedingt wissen muss
Wenn sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, müssen sie dies dem Arzt mindestens eine Woche vor der Untersuchung melden. Bringen sie zur Untersuchung eine Liste aller Medikamente mit, die sie regelmässig einnehmen. Wenn sie wegen Diabetes Insulin spritzen, sollten sie die Dosis vor der Untersuchung weglassen und das Resultat eines Fingerblutzuckerwerts mitbringen.
Untersuchungsvorbereitung für den Patienten
Für diese Untersuchung wird ein Endoskop durch die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm bis zur Papille eingeführt. Sie dürfen deshalb während 6 Stunden vor der Untersuchung keine feste Nahrung zu sich nehmen und während 4 Stunden vor der Untersuchung keine Flüssigkeiten.
Während der Untersuchung
Die Untersuchung dauert 30 bis 120 Minuten, abhängig vom Eingriff der gemacht werden muss. Sie schlafen während der ganzen Zeit und spüren nichts. Die Atmungs- und Kreislauffunktion werden kontinuierlich überwacht.
Nach der Untersuchung
Wie eingangs erwähnt, wird eine ERCP praktisch ausschliesslich für therapeutische Eingriffe durchgeführt. Es besteht somit ein kleines Risiko für eine Nachblutung, für eine Infektion im Bereiche der Gallenwege oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Patienten werden deshalb zur Überwachung nach der ERCP für 24 Stunden hospitalisiert. Gelegentlich, z.B. wenn mehrere Steine entfernt werden müssen oder wenn mehr als ein Stent eingelegt werden muss, sind auch mehrere Untersuchungen nötig.