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|Sämi, mein Kater (1998)|
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Zu Sämi kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Als Silvia mich am 12. Juni 1996 verliess, liess sie Sämi bei mir zurück, denn sie mietete sich eine Wohnung im 3. Stock. Dort wäre Sämi unglücklich gewaesen. Sämi war eine Katze, die gewohnt war, im Freien herumzustreunen. So kam ich zu einem lieben Haustier, das einfach zu mir und meinem Haus gehörte.
Zur Geschichte von Sämi gehört aber auch, wie er sich innert kurzer Zeit an sein neues Zuhause an der Bollwerkstrasse eingelebt hatte. Als Silvia am 24. Sept. 1994 zu mir zog, brachte sie Sämi mit. Wir liessen Sämi von Beginn an in den Garten. Sämi's Kreise beim Erkunden der Umgebung wurden immer grösser. Bald traute er sich, den Garten zu verlassen. Ueber die Terrassentüre liessen wir ihn jeweilen ein und aus. Wir mussten nur rufen und er kam springend zu uns.
Nach etwa 10 Tagen konnten wir rufen, so oft wir auch wollten. Sämi kam nicht. Da es abends bereits recht kühl, schlossen wir die Türe auf die Terrasse. Spät abends gingen wir schlafen. Unser Schlafzimmer lag im 1. Stock. Wie üblich liessen wir die Türe zum Balkon offen, damit es kühl blieb.
Mitten in der Nacht spürte ich auf meiner Bettdecke sanfte Pfoten. Der Sämi war im Schlafzimmer! Zuerst verstanden wir die Welt nicht mehr. Ob wir die Türe zur Gartenterrrasse offen gelassen hätten? Nein. Sämi kam über den Balkon im 1. Stock. Um auf den Balkon zu gelangen, kletterte er über den japanischen Kirschenbaum, der nahe am Haus wuchs, auf die Terrasse. Er muss uns von unten gehört haben und hat sich den Weg zu uns gesucht. Ein wahrlich halsbrecherischer Weg, den er von nun an täglich auf sich nahm, sowohl ins Haus, als auch aus dem Haus. Auch wenn wir 1-2 Tage weg waren, fand Sämi den Weg über die Terrasse ins Haus und in die Küche, wo das Futter für ihn bereit stand.
Sämi liebte das Leben im Freien. Er blieb bis weit in die Nacht draussen. Nach Mitternacht spürte ich dann meistens, wenn er sich aufs Bett schlich und einen Platz auf meiner Daunendecke suchte. Meistens zwischen meinen Beinen. Im Winter musste ich ihn meistens verscheuchen, weil am Bauche gefrorener Schnee hing. Im Sommer brachte er oft Weg-Schnecken mit.
Sämi war zwei Mal krank. Das eine Mal hatte er im 1998 die Katzen-Herpes, eine schlimme, ansteckende Krankheit für die Katzen, und das zweite Mal im Feb. 2001 musste ich ihm ein Ohr wegen Hautkrebs amputieren lassen. Fr. 1067.-- hat die Operation gekostet. Nach der Operation bekam Sämi für 3 Wochen eine Halskrause, damit er die Wunde nicht aufkratzt, und musste zu Hause bleiben. Für Sämi eine Katastrophe. Er musste lernen, aufs Kistli zu gehen.
Während ich in den Ferien war, halfen mir die Nachbarns aus. Sämi durfte zu ihnen gehen und wurde von ihnen verpflegt. Sämi war der King vom Bollwerk.
Als der Verkauf des Hauses anstand, weil ich zu Cladia nach Zuchwil zog, hatte ich das Problem des Kater Sämi zu lösen. Ich konnte ihn nicht nach Zuchwil mitnehmen. Auch eine Rückkehr zu Silvia war nicht möglich, denn sie wohnte in einer Wohnung im 3. Stock und Sämi war gewohnt, im Freien herumzujagen. So entschloss ich mich, nicht mein Haus zu verkaufen, sondern den Sämi . Ich machte entsprechende Flugblätter, die ich im Umkreis aufhängte und in die Briefkasten warf. Schon nach kurzer Zeit meldeten sich der Fam Gregor und Christa Schöler tund zeigten ihr Interesse an Sämi und dem Haus. So konnte Sämi im Hause bleiben und seine Gewohnheiten weiter pflegen. Wie ich von Schölers vernahm, musste Sämi am 16. April 2002 auch das zweite Ohr amputieren lassen. Er ist 13 jährig gestorben.
|Sämi mit Halskrause(2001)|
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Autobiografie von Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen

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