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Nach der Generalkonferenz: Erste Klärungen und weiterhin offene Fragen
April 26, 2019
(Originalbeitrag: 5. März 2019)
Die Generalkonferenz der weltweiten Methodist/innen hatte mit knapper Mehrheit die bisherige negative Bewertung von Homosexualität bekräftigt. Noch sind nicht alle Auswirkungen dieser Beschlüsse und der Ereignisse an der Tagung bekannt. Doch einige Dinge werden klarer.
Seitdem das oberste gesetzgebende Gremium der weltweiten Methodistenkirche am 26. Februar seine Sitzung vertagt hat, sind die folgenden Entwicklungen eingetreten:
- Eine Gruppe, die zuvor davon gesprochen hatte, die United Methodist Church (UMC) möglicherweise zu verlassen, kündigte an, dass sie keine unmittelbaren Pläne dazu hat;
- Der Ethikausschuss der Generalkonferenz teilte mit, dass er keine Beweise gefunden habe, die die Behauptung eines Delegierten stützen würden, dass Delegierte der Generalkonferenz bestochen worden seien;
- Der Gerichtshof, das oberste Gericht der Methodist/innen, hat vor seiner April-Sitzungfestgelegt, bis wann Schriftsätze eingereicht sein müssen dazu, welches der neu verabschiedeten Gesetze mit der Verfassung der UMC übereinstimmt;
- Bischöf/innen und andere Leitungsverantwortliche in der Kirche haben begonnen zu erläutern, was die Generalkonferenz entschieden hat und was der in vielen Ländern weltweit beheimateten Methodistenkirche bevorsteht angesichts der nach wie vor unterschiedlichen Interpretationen der Schrift und der differierenden Ansichten über den Dienst mit LGBTQ-Leuten.
Den Schmerz anerkennen
«Unser Interesse gilt der Heilung der Kirche – nicht der Kirche als Institution oder Bürokratie –, sondern der Heilung der Kirche, damit wir gemeinsam besser sein können, damit wir füreinander da sein können», sagte Bischof Kenneth Carter Jr., Präsident des Bischofsrates bei einem Webinar am 1. März. «Es gilt, den grossen Schmerz anzuerkennen, den die Menschen in der LGBTQ-Gemeinschaft empfinden.»
Pläne zur Abspaltung sistiert
Die «Wesleyan Covenant Association» (WCA), eine konservative Vereinigung von Methodist/innen, hatte sich im Vorfeld der Tagung der Generalkonferenz für den«Entwurf zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» («Traditional Plan») ausgesprochen – mit der Option, dass sie im April eine eigene Konferenz zusammen rufen würde, um eine neue Konfession zu bilden. Die Gruppe lehnte ausdrücklich den von den Bischöf/innen empfohlenen «Entwurf zur Bewahrung der Einheit der Kirche» («One Church Plan») ab, der Fragen der Ehe von Homosexuellen den einzelnen Kirchgemeinden und Fragen der Ordination von Personen, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen, den Konferenz überlassen hätte. Mit der Verabschiedung des «Entwurfs zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» hat die WCA-Führung beschlossen, auf ein April-Treffen und alle sofortigen Pläne zu einem massenhaften Austritt zu verzichten. Die Gruppe dankte der Generalkonferenz dafür, dass sie die kirchlichen Lehren zur Sexualethik bekräftigt hat, und sagte, sie werde sich weiterhin für die missionarische Wirksamkeit der United Methodist Church (UMC) einsetzen.
Offene Fragen bis zur Umsetzung
Die neue Bestimmungen treten in der U.S. Kirche erst am 1. Januar 2020 in Kraft. In Afrika, Europa und den Philippinen tritt die Gesetzgebung erst nach der nächsten ordentlichen Tagung der Zentralkonferenzen 2021 in Kraft. Bevor der «Entwurf zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» in Kraft treten kann, hat die Generalkonferenz ihn ausserdem zur Überprüfung an den Gerichtshof, das oberste Gericht der Konfession, verwiesen. Während der Generalkonferenz hatte der Gerichtshof bereits eine frühere Version der Regelung für Abspaltungen sowie bereits vor der Tagung Teile des «Entwurfs zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» für verfassungswidrig erklärt. An seiner Zusammenkunft vom 23. bis 25. April in Evanston, Illinois, wird der Gerichtshof nun erneut den «Entwurf zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» prüfen.
Verstärktes Engagement erforderlich
Unabhängig davon, was das Gericht entscheidet, fragen Menschen in der gesamten methodistischen Kirche danach, wie die nächsten Schritten aussehen werden. Bischof Carter sagte in einem Hirtenbrief im Namen des Bischofsrates, dies sei der Zeitpunkt, an dem die lokalen Kirchenführer ihre Arbeit verstärken sollten. «Jede Gemeinde, die ich kennengelernt habe, hatte reife geistliche Führer, die sich kümmern um die Menschen, die Gott an einem Ort zusammengerufen hat», schrieb Carter. «Ich bete in diesem Moment für eine reife geistliche Führung unter den Geistlichen und Laien unserer weltweiten Kirche.»