Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03128.jsonl.gz/1488

Externer Inhalt
Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.
Jane Birkin diesen Sommer auf dem Festival del film von Locarno. Nach einem schweren Schicksalsschlag und einer chronischen Erkrankung geht sie mit 70 fast nicht mehr aus dem Haus. (Archivbild)
Keystone/EPA/ALEXANDRA WEY(sda-ats)
Mit ihrem Stöhn-Lied "Je t'aime, moi non plus" wurde Jane Birkin berühmt. Doch der Sängerin und Schauspielerin ist das Schicksal nicht mehr so hold. Ihre Tochter hat sich aus dem Fenster gestürzt, sie selbst ist krank.
Turnschuhe und weisse Hemden trägt Jane Birkin noch immer. Auch ihr Lächeln erinnert noch an das von früher. Dennoch ist die britische Sängerin und Schauspielerin nicht mehr jene Birkin, die die Öffentlichkeit seit über 40 Jahren kennt.
Auf den wenigen Fotos, die in den vergangenen Monaten von der gebürtigen Londonerin und Wahlfranzösin in den Medien zu sehen waren, ist sie bei weitem nicht mehr knabenhaft dünn. Krankheit und Trauer um den Tod ihrer Tochter, die vor drei Jahren aus dem Fenster stürzte, haben tiefe Spuren hinterlassen.
Jane Birkin zog sich danach völlig zurück und verliess ein Jahr lang das Haus kaum mehr. Doch ihre Auftritte in der Öffentlichkeit wurden schon ab 2012 immer seltener. Nach mehreren Konzertabsagen gestand sie Frankreichs Medien, dass sie an einer Autoimmunkrankheit leide.
Jane Birkin lässt sich nur noch auf den wichtigsten Events sehen. So wie dieses Jahr auf den Filmfestivals in Cannes und in Locarno, wo sie mit einem "Pardo alla carriera" ausgezeichnet wurde.
Bardot war die Gefährliche, Birkin die Treue
Über 40 Filme hat sie gedreht, darunter den Erotikfilm "Egon Schiele - Exzesse" aus dem Jahr 1981. Ihren Durchbruch schaffte sie mit "Blow up", in dem sie ein Fotomodel spielt - nur bekleidet mit Kniestrümpfen. Der Film von Michelangelo Antonioni wurde in Cannes 1967 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Ein Jahr später erschien der Erotik-Thriller "Der Swimmingpool", in dem sie an der Seite von Romy Schneider und Alain Delon spielt.
Birkin war das Sex-Symbol der 60er und 70er Jahre. Über diese Zeit sagte sie Jahrzehnte später, dass sie sich mit diesem Image gar nicht identifizieren konnte. "Ich war ja nie so eine gefährliche Frau wie die Bardot, ich blieb bei meinem Mann. Ich war kein Risiko. Die Bardot schon, sie nahm sich die Männer anderer Frauen".
"Die Witwe Gainsbourg"
Sie war Anfang 20, als sie zusammen mit Serge Gainsbourg "Je t'aime, moi non plus." ins Mikrofon stöhnte. Der gesungene Orgasmus wurde zum Skandal. Doch die verführerische Frau mit der Zahnlücke und dem englischen Akzent machte das Schmuddellied 1969 über Nacht zum Star - und die beiden zum Paar.
Im September 1980 setzte Birkin der Liaison ein Ende. Sie war der Eskapaden des Frauenhelds und Alkoholikers müde. Trotz der Trennung sangen beide gemeinsam weiter. Er sei ein ganzes Leben für sie gewesen und werde es auch bleiben, sagte sie später. Als der Franzose im März 1991 starb, nannte Frankreichs Presse Birkin die "Witwe Gainsbourg".
SDA-ATS