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sehr vergänglichem Aroma, wie Erdbeeren, werden nicht erhitzt, sondern in einem Glasgefäß mit so viel feinem Zuckerpulver
geschichtet, daß ein konzentrierter, nicht mehr gärungsfähiger Saft entsteht, welcher die Früchte vollständig bedecken
muß. Beim der Früchte in Spiritus behandelt man sie wie beim Einmachen in Zucker, wendet aber von letzterm nur
die Hälfte an und mischt die fertigen Früchte nach dem Erkalten mit einem ihrer Saftmenge gleichen Volumen feinstem, durchaus
fuselfreiem Spiritus, der auf 50° verdünnt worden ist.
nicht nur in der Alten Welt, sondern bis zu den Südseeinseln verbreitete Sitte, beim Bau eines Hauses ein
lebendes Wesen mit einzumauern, um dem Bau Bestand oder der Burg, Festung etc. Uneinnehmbarkeit zu sichern.
In vielen altdeutschen, slawischen, russischen und ungarischen Sagen ist von zu diesem Zweck geopferten Menschen die Rede, die
entweder eingemauert wurden, oder ihr Blut hergeben mußten, um den Mörtel zu bereiten, und ein ähnlicher Gebrauch soll noch
jetzt in unzivilisierten afrikanischen Ländern herrschen.
Gewöhnlich wurden jedoch wohl in Stellvertretung der Menschen Eier oder lebende Tiere (Hühner, Katzen, Hunde) genommen, deren
Gerippe man beim Abbruch alter Häuser sehr häufig im Fundament findet. Vgl. Grundbau. Bei den Römern war lebendige Einmauerung in ein
Grabgewölbe bekanntlich die Strafe für Vestalinnen, die das Gelübde der Keuschheit gebrochen hatten. Ebenso
wurden im Mittelalter Nonnen, welche sich desselben Vergehens schuldig gemacht hatten, in den Klostergewölben eingemauert.
im Militärwesen die Unterbringung von Soldaten in Bürgerquartieren. Früher wurde im Frieden die Einquartierung als
Staatslast, wie noch heute teilweise in Rußland, möglichst gleichmäßig auf das ganze Land verteilt;
jetzt strebt man allseitig nach Vereinigung der Truppen in großen Garnisonen (s. d.) und Unterbringung in Kasernen, ja auch
bei regelmäßig wiederkehrenden Truppenversammlungen, wie bei den jährlichen Schießübungen der Artillerie, in Barackenlagern
(s. Lager) auf den Schießplätzen selbst, so daß nur für kleine Teile des Heers die Einquartierung dauernd den Städten
zur Last fällt und nur bei außergewöhnlichen Verstärkungen des Heers und bei Truppenversammlungen, auf Märschen und bei
den jährlichen Herbstübungen in größerm Umfang Platz greift.
Die Pflicht zur Übernahme der Einquartierung ist nach wie vor den Gemeindeverbänden auferlegt und nach Vorgang der
ältern preußischen Bestimmungen (Art. 61 der norddeutschen Bundesverfassung) im Deutschen Reiche gesetzlich geregelt durch
das auf das Reich ausgedehnte »Gesetz des Norddeutschen Bundes vom betreffend die Quartierleistung für die bewaffnete
Macht im Frieden«, nebst zugehöriger Vorschrift über die Quartierbedürfnisse und angehängtem Servistarif sowie der Klasseneinteilung
der zum Bundesgebiet gehörigen Ortschaften, eingeführt in Südhessen durch Landesgesetz vom in Elsaß-Lothringen
durch Gesetz vom in Baden durch Reichsgesetz vom und in Bayern und Württemberg durch
Reichsgesetze vom
ferner durch das »Gesetz über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Febr. 1875«,
dem am eine »Instruktion über die dem Soldaten im Quartier zustehenden Leistungen« vorangegangen war, und endlich
durch das »Gesetz über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873«. Für Bayern besteht eine besondere Ausführungsinstruktion zum
Einquartierungsgesetz vom Durch Gesetz vom sind der Servistarif und die Klasseneinteilung
der Orte anderweit festgestellt worden.
Von der Aufnahme von Einquartierung sind nur befreit die Häuser, resp. Wohnungen der Mitglieder regierender oder früher reichsunmittelbarer
Familien, der fremden Gesandten und Konsuln, Dienstgebäude von Behörden, Post und Eisenbahnen, Unterrichtsanstalten, Bibliotheken,
Museen, Kirchen und Häuser zum Gottesdienst, endlich Gebäude, die als Waisen-, Armen-, Kranken-, Besserungshäuser
oder als Strafanstalten dienen, Privatgebäude in den ersten zwei Kalenderjahren nach demjenigen, in dem sie bewohnbar werden.
Im Krieg bleiben nur landesherrliche Schlösser und zu Staatszwecken dienende Gebäude frei.
Die Einquartierung in den gewöhnlichen Friedensgarnisonen wird von den Gemeinden meist durch sogen. Servisdeputationen,
aus Gemeindebeamten und gewählten Gemeindevertretern bestehend, geordnet, nicht selten durch Mieten größerer Quartiere. Die
für die Wohnung der Militärpersonen gewährte Entschädigung (Servis) bestimmt der Servistarif je nach der Charge und der Einteilung
der Orte in fünf Klassen, über denen Altona, Berlin, Bremen, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, Metz, Mülhausen
i. Einquartierung, München, Straßburg i. Einquartierung und Stuttgart noch eine besondere Klasse A bilden; sie beträgt z. B. für einen Gemeinen monatlich
im Winter und Sommer wechselnd in Berlin 3,50 und 2,50 Mk., in der ersten
Klasse (große Städte, wie Breslau, Leipzig, Augsburg) 3 und 2 Mk., in der fünften Klasse (kleine Städte
und Dörfer) 1,75 und 1,25 Mk. Ist dies auch
noch keine unter allen Umständen ausreichende Entschädigung, so ist doch die Entschädigungspflicht des Staats gegen die
Gemeinden dadurch im Prinzip anerkannt.
Die Einquartierung außerhalb der Garnisonen erfolgt entweder auf Märschen, also nur für einen Tag bis zum Weitermarsch
am andern Morgen, mit einzelnen Ruhe- oder sonstigen unvorhergesehenen Liegetagen (Marschquartier), oder auf mehrere Tage, Wochen
und Monate (Kantonnementsquartier). Bei dieser Einquartierung wird nicht nur für die Gemeinen und Unteroffiziere, sondern auch für Offiziere,
Ärzte und Militärbeamte (in den Garnisonen Selbstmieter) Quartier sowie der nötige Raum für Büreaus, Wacht-
und Arrestlokale nebst Stallung für die Pferde der Truppen beansprucht, und bei Marschquartieren tritt Naturalverpflegung durch
die Quartiergeber ein.
Die Entschädigung für letztere, 80 Pf. für jeden Kopf und Tag, kann bei hohen Marktpreisen (Novemberpreise für Roggen in Berlin,
München, Königsberg und Mannheim über 160 Mk. für 1000 kg) vorübergehend bis zu 1 Mk.
erhöht werden; der Servistarif und die Klasseneinteilung der Ortschaften sollen alle fünf Jahre einer Revision unterliegen.
Vorübergehende Einquartierung wird im Frieden den Verwaltungsbehörden vorher mitgeteilt, von diesen auf die Gemeinden und von deren Vorständen
auf die einzelnen Hausbesitzer verteilt, während die Gemeinde als Ganzes für die nötigen Leistungen
haftet. Dann fertigt auf Grund der Marschrouten der Ortsvorstand Quartierbillets aus, welche die einzelnen Soldaten den Hauswirten
gegenüber legitimieren. Die
mehr
Entschädigungsansprüche für gewährtes Quartier sind, wenn sie nicht sofort vergütet werden, spätestens im Lauf des der
Quartierleistung folgenden Kalenderjahrs der zuständigen Behörde anzumelden. Die Stärke der Belegung mit Einquartierung richtet sich
im Frieden nach der Leistungsfähigkeit der Gemeinden und den vorhandenen Räumlichkeiten; im Krieg entscheiden die Erfordernisse
der militärischen Lage, und es kann dabei bis zur Massenbelegung nach der Möglichkeit der Unterbringung
unter gleichzeitiger Heranziehung der Einwohner zur Verpflegung der Truppen gegangen werden. (Vgl. Marsch und Kantonnement.)
Eine Entschädigungspflicht dafür ist nur im eignen Land anerkannt, in Feindesland gelten für alle solche Leistungen die
Grundsätze des Requisitionssystems.
Vgl. »Gesetz, betreffend Quartierleistung etc. im Frieden, vom Nach
den Materialien erläutert« (Berl. 1869);
v. Stein, Die Lehre vom Heerwesen, S. 252 ff. (Stuttg. 1872);
Mondésir, Du logement
des militaires chez les habitants (Par. 1873).