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In den letzten Jahrzehnten haben wissenschaftliche Forschungen und Analysen über die Kindheitsjahre, eine Fülle von Erkenntnissen zutage gebracht, die eindeutig aufzeigen, wie diese frühen Jahre bestimmen, wer wir als Erwachsene werden. Eine der faszinierendsten Entdeckungen hierzu, wurde durch die Beobachtung der Gehirnwellenmuster von Neugeborenen, Kleinkindern und Jugendlichen gemacht. Sie fanden heraus, dass ein Neugeborenes in den ersten Jahren tatsächlich ausschliesslich auf einer Ebene unterhalb des für uns Erwachsenen normalen Bewusstseins, also dem Unterbewusstsein arbeitet.
Während der ersten zwei Lebensjahre eines Neugeborenen arbeitet das Gehirn auf der niedrigsten Ebene der Gehirnwellenaktivität, die als Delta bezeichnet wird. Zum einfachen Verständnis, Delta-Gehirnwellen sind das, was das Gehirn eines Erwachsenen aufzeigt, während er schläft. Das heisst, ein Neugeborenes bis zu einem Alter von etwa 2 Jahren, schläft sozusagen mit offenen Augen.
Dann, ab dem Alter von ungefähr 2 bis 5 Jahren, beginnt ein Kind, etwas höhere Gehirnwellenmuster zu zeigen. Diese sind als Theta bekannt und sind eine Ebene höher als Delta.
Ab dem Alter von ungefähr 5 bis 8 Jahren, beginnen Kinder langsam, in das Bewusstsein, auf welches wir Erwachsenen uns beziehen einzutreten. Zuerst zeigen sich Alpha-Hirnwellenmuster, gefolgt von Beta. Jedoch verbringen sie immer noch viel Zeit im Theta-Zustand. Erst wenn ein Kind 7 bis 8 Jahre alt ist, funktioniert es nicht mehr primär im Gehirnwellenmuster von Theta.
Wie bereits erwähnt, verbringen Kinder in den ersten 7 bis 8 Jahren, fast die ganze Zeit im Delta- und Theta-Zustand. Also die Ebenen, welche bei Erwachsenen aufgezeichnet werden, während sie Träumen, Meditieren oder in Hypnose sind. Einfach ausgedrückt, laufen Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens im Grunde genommen in einem ständigen Zustand der Hypnose herum.
Da sie noch kein vollständiges ausgebildetes Bewusstsein besitzen, das heisst die Fähigkeit, eingehende Informationen aus der Umgebung zu analysieren, abzuwägen, zu bewerten, zu beurteilen oder zu begründen, umgehen alle eingehenden Informationen diese bewusste Filterung und gelangen so direkt ins Unterbewusstsein.
Das heisst, im Gegensatz zu einem Erwachsenen, der etwas hört und die geistige Fähigkeit hat, es zu analysieren, zu hinterfragen, zu beurteilen, an- oder abzulehnen, tut ein Kind dies nicht, sondern akzeptiert einfach alles als gegebene Wahrheit. Kritisches Denken fehlt komplett.
Während der ersten 7 bis 8 Jahren unseres Lebens, als wir noch kein volles Bewusstsein hatten, unsere Identität noch nicht geschaffen und funktionsfähig war, hatten wir einfach alles akzeptiert, was unsere Eltern, die Familie und die Lehrer zu uns gesagt haben. Wir hatten keine andere Wahl. Wir hatten noch nicht die Möglichkeit, es zu analysieren, also haben wir es einfach in unserem Unterbewusstsein abgespeichert. Wir wurden in den ersten 7 bis 8 Jahren unseres Lebens im Grunde genommen hypnotisiert. Unser Unterbewusstsein wurde konditioniert auf eine bestimmte Art zu glauben, zu handeln und zu sein.
Eine der häufigsten und anerkanntesten Erklärungen dafür, warum wir ohne volles Bewusstsein geboren werden, ohne die Fähigkeit, eingehende Informationen zu analysieren und zu begründen, ist die Idee, dass wir wissen müssen, woran wir denken müssen, bevor wir bewusst denken können. Bevor wir uns also bewusst werden können, müssen wir im Wesentlichen erst etwas haben, um uns dessen bewusst zu sein.
Der zweite Teil dieser Erklärung ist natürlich, dass es hunderte und tausende verschiedener kleiner Dinge gibt, die ein Kind lernen muss, um ein funktionierendes Mitglied einer Familie, einer Gemeinschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen zu werden.
Als Erwachsene können wir diese Dinge leicht übersehen, wir glauben ein Mensch zu sein ist eine einfache Aufgabe, da wir gelernt haben, die meisten dieser vielen tausend Dinge automatisch tun. Doch ein Kleinkind hat diese Konditionierung noch nicht. Es muss täglich hunderte und tausende kleiner Dinge lernen, um ein Mensch zu werden. Aus diesem Grund arbeiten wir in den ersten Jahren hauptsächlich in Delta und Theta. Nur so können wir diese unglaubliche Datenmenge in uns aufnehmen, welche die Grundlage für unser Leben in der Gesellschaft bilden.
Niemand von uns musste diese Dinge in einer Schulklasse oder aus einem gescheiten Lehrbuch erlernen. Die Natur hat es für uns so angelegt, dass wir in unseren ersten Jahren unbewusst handeln, damit wir diese Dinge möglichst einfach aus unserem Umfeld aufnehmen können. Wir beobachteten unsere Eltern und unsere Familie, wir hörten unseren Geschwistern, Lehrern und der Gemeinschaft zu und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Regeln und Lektion, die wir brauchen, um als Mensch zu funktionieren in unserem Gehirn installiert waren. Fortan wussten wir, was zu tun ist und was nicht, was akzeptabel ist und was nicht, wie und wer wir sein dürfen oder eben nicht.
Die Menschen, die in diesen ersten Jahren in unserer Nähe waren, Familie, Geschwister, Gemeinschaft und insbesondere unsere Eltern, haben uns nicht alle möglichen Ansichten über das Leben weitergegeben, sondern immer nur ihre eigenen subjektiven Überzeugungen. Was sie glaubten, teilten sie mit uns und wir wurden dazu konditioniert, es auch zu glauben.
Möglicherweise haben wir diese Vorstellungen später infrage gestellt und neue Überzeugungen über uns selbst und die Welt um uns herum geschaffen. Wir müssen aber verstehen, dass so nobel unsere Absicht auch sein mag, unser eigenes Wissen zu kreieren und die Welt die uns umgibt infrage zu stellen, unser neues Wissen immer auf der Grundlage basiert, die bereits da ist und die subjektiv an uns weitergegeben wurde. Dies ist der Hauptgrund, warum Kinder ihren Eltern oft sehr ähnlich werden. Wie der Vater so der Sohn, wie Mutter so die Tochter oder eine Mischung davon, gepaart mit ein paar eigenen Lebenserfahrungen.
Unsere Eltern hatten in der Regel keine bösen Absichten, sie haben einfach das Beste getan, was sie konnten, genauso wie ihre Eltern damals für sie. Weil niemand perfekt ist, sind leider auch Eltern nicht perfekt. Somit geben unsere Eltern all ihre guten Ansichten aber leider auch all ihre einschränkenden Überzeugungen an uns weiter.
Aufgrund ihrer persönlichen Lebensherausforderung haben unsere Eltern möglicherweise selbstsabotierende Überzeugungen, wie die folgenden, unwissentlich an uns weitergegeben:
Weil wir als Kinder aber immer noch auf der Theta-Gehirnwellenebene funktionierten, konnten wir diese eingehenden Informationen nicht analysieren und infrage stellen und haben sie einfach akzeptiert. Auf diese Weise, indem wir dieselben Überzeugungen in uns tragen, welche all unser Denken und Handeln beeinflussen, erfahren wir dieselben guten und schlechten Ergebnisse wie unsere Eltern.
Die Forschung beweist es klar und deutlich, dass z. Bsp. Scheidungskinder im Leben mit grosser Wahrscheinlichkeit selbst geschieden werden. Warum? Vor allem deswegen, weil bestimmte Überzeugungen über Beziehungen und Ehe, an sie weitergegeben werden, was dazu führt, dass sie ähnliche Selbstsabotagemassnahmen ergreifen wie ihre Eltern und infolgedessen ähnliche Ergebnisse erzielen.
Manchen mag es schwerfallen zu glauben und zu verstehen, dass diejenigen, die uns erzogen haben, unser Leben massiv zum positiven oder negativen beeinflusst haben. Doch wir müssen verstehen, dass diese Überzeugungen unbewusst wirken, also eine Ebene unter dem Tagesbewusstsein, sodass wir möglicherweise nicht einmal erkennen, wie sie unser heutiges Leben beeinflussen.
Wenn wir also weiterhin die gleichen Dinge glauben, die unsere Eltern, Familie oder Freunde unschuldig und subjektiv an uns weitergegeben haben, wenn wir nicht innehalten, um diese Überzeugungen und Standpunkte tatsächlich zu überdenken, wiederholen wir möglicherweise dieselben Fehler, die unsere Eltern schon gemacht haben. Möglicherweise schaffen wir uns das gleiche vertraute Schicksal. Denn alles, was reingeht, kommt auch wieder raus!
Nach unseren ersten 7 bis 8 Lebensjahren, treten wir in eine weitere prägende Phase in der Entwicklung unseres Bewusstseins. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass sich unser Bewusstsein ab diesem Zeitpunkt vollständig gebildet hat und wir jetzt aktiv alle bekannten Gehirnwellenmuster aufzeigen.
Dies bedeutet, dass wir uns nicht mehr in diesem frühkindlichen hypnotischen Zustand befinden, wo wir alle eingehenden Informationen ohne Analyse oder persönliche Interpretation akzeptieren und im Unterbewusstsein abspeichern. An diesem Punkt können wir eingehende Informationen vollständig analysieren, begründen, darüber nachdenken und bewusst zur Validierung ihres Wahrheitsgehalts herausfordern.
Es ist eine Zeit der absoluten Neugier und damit einhergehend, eine sich aufbauende Rebellion gegen alles Vertraute. Dieser von der Natur bedingte wechsel in die Gehirnwellenbereiche von Alpha, Beta und Gamma ist der Grund, warum Kinder in diesem Alter immer neugieriger werden und die tiefere Wahrheit hinter den Dingen erforschen wollen. So sehr, dass ihre Eltern ein endloses Bombardement von Warum-Fragen zu hören bekommen:
Unabhängig davon, ob Erwachsene, insbesondere Eltern das für nervig halten oder nicht, es ist tatsächlich eine gute Sache! Es ist die menschliche Neugier, die hier einsetzt. Sie ist ein mächtiges Werkzeug für Klarheit im Leben, sowie für das Lernen und Sammeln wertvoller Lebenserfahrungen. Bestehende Informationen werden in diesem Alter aktiv infrage gestellt. Eltern kommen nicht länger mit kleinen Notlügen und Ausreden davon, weil das Bewusstsein des Kindes jetzt nach Verständnis sucht und bereit ist, alles zu analysieren, zu argumentieren und herauszufordern, was es nicht vollständig versteht!
Durch die Ausformung eigenen Wissens und Erfahrungswerte entsteht nun eine Art Bewusstseinsfilter. Eingehende Informationen werden nicht länger einfach aufgenommen und im Unterbewusstsein abgespeichert, sondern werden mit den bestehenden Informationen des unterbewussten Betriebssystems der ersten 7 bis 8 Lebensjahre abgeglichen.
Was Kinder ab diesem Zeitpunkt sehen und hören, wird jetzt subjektiv und deshalb sehr unterschiedlich wahrgenommen. Das heisst, was hereinkommt, ist nicht mehr unbedingt dasselbe wie das, was tatsächlich empfangen wird, denn es wird durch die Identität der bestehenden Überzeugungen gefiltert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Kinder nicht mehr kontrolliert und geprägt werden, doch es geschieht jetzt auf eine andere Weise.
Es sind jetzt andere Kräfte im Spiel. Zumal Kinder fortan vom Bildungssystem mit ihren Lehrern, von ihren Freunden, ihrer Gemeinschaft, den Medien, den sozialen Normen und den Regeln der Gesellschaft beeinflusst werden. Ab dem Alter von 7 Jahren bis zum Erwachsenenalter, sind Kinder immer noch sehr anfällig für neue Informationen und Überzeugungen. Denn neue Informationen tendieren nicht dazu, mit alten Informationen und Lebenserfahrungen die bereits abgespeichert sind in Konflikt zu geraten, so wie es mit zunehmendem Alter der Fall ist.
In dieser Lebensphase ist Veränderung ein sehr einfacher Prozess, da Überzeugungen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen immer noch frisch und noch keine lebenslangen Seinsarten sind, die tief in das eigene Selbstbewusstsein integriert sind. Und dann werden wir bald Erwachsene, immer noch beeinflusst, aber jetzt weniger von unseren Eltern, sondern von unseren Freunden, unseren Arbeitskollegen, unseren Vorgesetzten, unseren Politikern, unseren Ärzten usw.
Man könnte jetzt versucht sein zu glauben, dass unser Schicksal somit besiegelt ist. Dass unser Unterbewusstsein mit bestimmten Überzeugungen angefüllt ist, die uns entweder helfen oder uns verfolgen und gegen die wir nichts tun können. Doch dies ist nicht der Fall! Sicher, wir sind in vielerlei Hinsicht konditioniert, doch unsere Zukunft liegt immer noch sehr in unseren Händen.
Stellen wir uns einen Computer vor. Nur weil sich ein Freund oder ein Familienmitglied während unserer Abwesenheit an unserem Computer eingeloggt und einige Programme (Überzeugungen, Glaube) darauf installiert hat, heisst das nicht, dass diese für immer auf unserem Computer bleiben müssen. Das können sie, müssen sie aber nicht!
Wir können jederzeit aus unserer Abwesenheit zurückkehren, uns dieser neuen Programme bewusst werden, die auf unserem Computer installiert wurden und diese dann mit anderen Programmen, die wir bevorzugen deinstallieren oder überschreiben. Hypnosetherapie ist hierfür ein mächtiges Werkzeug.
Wie Unkraut in einem Garten können wir das, was wir nicht wollen, ausreissen, entfernen und durch das ersetzen, was wir wollen. Dasselbe gilt für alle Überzeugungen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen in unserem Leben, die wir verändern wollen. Nur weil diese Programme von unseren Eltern oder später im Leben, durch unsere persönliche Entscheidung in uns eingebaut wurden, heisst das nicht, dass wir uns nicht dafür entscheiden können, sie zu ändern. Veränderung ist jederzeit möglich!
Jeder von uns kennt Menschen, die egal wie hart ihre Kindheit war, egal wie schrecklich ihre Eltern waren und wie sie durch sie konditioniert wurden, erwachsen geworden sind und sich ihres unbewussten Glaubens bewusst wurden. Menschen die begannen zu verändern, wer sie sind, was sie tun und damit anfingen, das Leben zu leben, das sie leben wollen.
Du hast die gleiche Wahl! Du kannst dein Leben jederzeit ändern, wenn du es wirklich willst. Der erste Schritt ist, wie bei jeder Veränderung, das Bewusstsein. Du musst dir bewusst werden, in welchem Bereich deines Lebens du kämpfst und du musst einige der einschränkenden Überzeugungen verstehen, die diesen Kampf verursachen.
Sobald du dir dessen bewusst bist, kannst du diese Überzeugungen logischer überdenken und auf eine neue Weise interpretieren, die dich bei der Gestaltung der Zukunft, wie du sie willst unterstützt.
Wenn bestimmte Bereiche deines Lebens, z. Bsp. deine Gesundheit, deine Beziehungen, dein Charisma, deine Arbeit usw. wie fast von alleine florieren, dann liegt dies sehr stark daran, dass du unterstützende Überzeugungen hast, die es dir ermöglichen, auf einfache Weise Erfolg in diesen Bereichen zu erzielen.
Wenn es jedoch Bereiche in deinem Leben gibt, in denen du, egal was du tust, immer versagst, liegt dies mit grosser Wahrscheinlichkeit daran, dass du bestimmte Überzeugungen hast, die diese ungewollten Ergebnisse erzeugen. In diesem Fall solltest du nach innen schauen und dir bewusst werden, von welchen Glaubensprägungen du in deinem Denken und Verhalten gesteuert wirst.
Selbstbeobachtung und Selbstbewusstsein erfordert Mut, doch es ist absolut möglich und es lohnt sich immer!