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Die UN-Klimakonferenz, die im November im schottischen Glasgow hätte stattfinden sollen, ist auf das Jahr 2021 verschoben worden. Die Entscheidung, heisst es in einer Mitteilung, sei gemeinsam von den Vereinten Nationen und den beiden Veranstaltern, Großbritannien und Italien, getroffen worden.
Der diesjährige UN-Klimagipfel wäre deshalb besonders wichtig gewesen, weil sich die Staaten an dieser Konferenz erstmals verbindlich zu Klimaschutz-Massnahmen hätten verpflichten müssen, mit denen die Ziele des Pariser Klimsbkommens tatsächlich erreicht werden können. Die Verschiebung bedeutet: Schon wieder ein wichtiges Jahr verloren! Sollte die Begründung für die Verschiebung wirklich zutreffen, dürfte in diesem Jahr logischerweise auch keine andere UN-Konferenz mehr stattfinden. Sollten andere UN-Konferenzen trotzdem stattfinden, müsste man schon fast den Verdacht haben, die Virus-Pandemie käme vielen Regierungen gar nicht mal so ungelegen.
Chance vertan
Dabei wäre eine Pandemie-gerechte Klimakonferenz durchaus auch eine Chance, die permanent auswuchernden Monster-Veranstaltung mit Zehntausenden von Teilnehmern wieder auf eine Dimension zurückzustutzen, in der sie tatsächlich arbeits- und entscheidungsfähig wäre. Bis im November müsste es doch möglich sein, den völlig unbeweglichen Klima-„Tanker“ digital so auszustatten, dass er im Gegensatz zu den letzten Jahren wieder manövrierfähig würde. Was in weltumspannenden Grosskonzernen und Organisationen wie die OECD möglich ist, müsste auch für eine so dringliche Konferenz wie diejenige von Glasgow möglich sein. Dann bestünde vielleicht sogar die Chance, dass man innert nützlicher Frist zu handfesten Ergebnissen käme, anstatt sich zwei Wochen lang um einzelne sprachliche Details zu streiten, nur um es den zerstrittenen Regierungen zu ermöglich, dass jede aus den Entscheidungen das herausliest, was ihr gerade passt.
Es kommt jetzt darauf an, dass die einzelnen Staaten, aber auch Gruppen von Staaten (also die sogenannte „Koalition der Willigen“) und informelle Zusammenschlüsse von Städten, von Regionen etc. trotzdem ihre Klimaschutzziele weiter verschärfen. (CR)