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Die zehnte Partie der Schach-WM in London zwischen dem Herausforderer Fabiano Caruana mit Weiss und dem Titelverteidiger Magnus Carlsen endet nach einem offenen Spiel remis.
Nach dem nunmehr zehnten Unentschieden steht es 5:5.
Es war ein spannender Schlagabtausch: Beide Spieler wollten am Donnerstag endlich die erste Partie bei dieser WM gewinnen und spielten von Beginn an mit offenem Visier. Carlsen ging dabei volles Risiko, doch Caruana federte den Angriff gegen seinen König jederzeit ab.
Die Spieler wiederholten zunächst die gleiche Variante aus der achten Partie, bis Caruana im zwölften Zug mit einem unscheinbaren Vorstoss seines b-Bauern abwich. In der Folge erspielte er sich ein Übergewicht am Damenflügel, während Carlsen am Königsflügel auf den weissen Monarchen losging.
Durch den Tausch mehrerer Figuren wurde die Lage ab dem 32. Zug übersichtlicher, und nach dem Tausch der Damen nach der Zeitkontrolle entstand ein Doppel-Turmendspiel. Hier herrschte ein Gleichgewicht der Kräfte, weil beide Spieler über gefährliche Bauern verfügten, die sich gegenseitig neutralisierten. Carlsen übertrieb es beinahe mit der Attacke. In der Schlussphase leistete sich der Norweger eine Ungenauigkeit, die ihn unerwartet in die Defensive zwang. Er verlor einen Bauern, doch das Material war zu stark reduziert, als dass der Herausforderer aus den USA noch hätte Profit schlagen können. Caruana bot mit seinem 54. Zug das Remis an, das der Weltmeister natürlich annahm.
Die elfte Partie findet am Samstag statt. Carlsen eröffnet das Duell mit Weiss. Das Match in London ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, krönt sich zum Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak. Der Preisfonds beträgt eine Million Dollar.