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Unter Cross Acceptance versteht man den Prozess der Vereinfachung von Zulassungsverfahren für Schienenfahrzeuge durch gegenseitige Anerkennung von Zulassungen und Zertifikaten in mehreren Ländern. Die Umsetzung erfolgt durch zwischenstaatliche Vereinbarungen mit Anerkennung von Zulassungen anderer Sicherheitsbehörden.
Im weiteren Sinne werden unter Cross Acceptance auch Aspekte des vereinfachten Netzzugangs sowie der gegenseitig anerkannten Zulassung von Triebfahrzeugführenden oder Zertifizierung von Unterhaltsstellen verstanden.
In der internationalen Zusammenarbeit im Bereich des Eisenbahnverkehrs wurden bisher verschiedene gegenseitig anerkannte Vorschriften und Prozesse entwickelt. Während die Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (Technical Specifications for Interoperability, TSI) als „Top-down"-Prozess langfristige Vorgaben für die Zulassungsprüfungen definieren, können die nationalen Sicherheitsbehörden (National Safety Authorities, NSA) mit dem „Bottom-up"-Ansatz der Cross Acceptance den Zulassungsprozess rasch und substanziell unterstützen. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gesteigert werden.
Die Zulassung selber bleibt ein hoheitlicher Akt der territorialen Behörde. Diese lässt Eisenbahnmaterial zu, welches auf ausländischen, aber mit den nationalen Sicherheitsvorschriften gleichwertigen technischen Spezifikationen beruht.
Der Ansatz bei Cross Acceptance besteht im systematischen Vergleich der verschiedenen nationalen Anforderungen und deren Beschrieb in vergleichbaren Strukturen. Aktuell haben bereits acht Länder (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz) ihre nationalen Anforderungen strukturiert beschrieben. Weitere Länder erarbeiten zurzeit ihre Daten.
Mittels einer Klassierung werden die einzelnen Punkte auf ihre Vergleichbarkeit hin untersucht. Gleichwertige Anforderungen erhalten eine A-Klassierung, unterschiedliche Anforderungen eine C-Klassierung. Ist die Prüfung nicht abgeschlossen, wird der Punkt als B klassiert.
Bei der internationalen Prüfung werden A-Punkte nur einmal geprüft und gegenseitig anerkannt. Damit nimmt der Prüfaufwand deutlich ab. Gleichzeitig sind A-Punkte wichtige Indikatoren zur Weiterentwicklung der TSI.
Cross Acceptance ist eine Methodik, den Zulassungsprozess internationaler Projekte rasch und nachhaltig zu vereinfachen und dabei die Sicherheit auf gleichem Niveau zu erhalten. Unter Nachbarstaaten und innerhalb von europäischen Korridoren ist die Cross Acceptance von grosser Bedeutung. Die Schweiz hat bereits mit verschiedenen europäischen Staaten entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet.
Nebst der Zulassung von Fahrzeugen sind im Rahmen der Cross Acceptance auch Aspekte des vereinfachten Netzzugangs sowie der gegenseitig anerkannten Zulassung von Triebfahrzeugführenden oder Zertifizierung von Unterhaltsstellen von Bedeutung. Auch auf diesen Gebieten hat die Schweiz mit einzelnen Nachbarstaaten bereits internationale Vereinbarungen unterzeichnet. Weitere Abkommen sind in Vorbereitung.