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Herbie Hancock - Das Jazz-Chamäleon
- Sonntag, 7. Dezember 2014, 11:23 Uhr, aktualisiert um 11:28 Uhr
Er ist einer der grössten Jazzpianisten. Aus Herbie Hancocks Feder stammen unter anderem Klassiker wie «Cantaloupe Island», «Watermelon Man» oder «Chameleon». DJ Pesa über ein Genie, das mit der Zeit ging und für eine grosse musikalische Vielfalt steht.
Mozart, Elektrotechnik und schlussendlich doch Jazz
Herbert Jeffrey Hancock wurde 1940 als Sohn einer Sekretärin und eines Lebensmittelladenbesitzers in Chicago geboren. Als Herbie sieben Jahre alt war schenkten ihm seine Eltern ein Klavier. Von da an spielte Herbie Hancock jede freie Minute.
Mit elf Jahren gab er zusammen mit dem Chicago Symphonie Orchester ein Mozart Konzert. Jazz hörte er im Radio, notierte sich die Noten und spielte die Stücke nach.
Nach der High School begann Hancock sein Elektrotechnik-Studium. Nach einigen Semestern wechselte er dann doch zur Musik - und blieb dabei.
Vom Jazz zum Funk
Herbie Hancocks Karriere begann als Pianist bei Donald Byrd. Dieser war vom jungen Pianisten so begeistert, dass er ihn mit nach New York nahm und ihn seinen Jazz-Freunden vorstellte. So lernte Hancock auch Alfred Lion, den Mitbegründer des legendären Blue Note Plattenlabel, kennen.
Bald darauf veröffentlichte Hancock sein erstes Solo-Album «Takin' Off» (inkl. dem Hit «Watermelon Man») auf Blue Note Records.
Auch seine weiteren Alben bis Mitte der 60er Jahre gelten heute als Jazz-Klassiker. Vor allem das Konzeptalbum «Maiden Voyage» (1965, Blue Note) ist ein Meilenstein des Jazz. Dies verwundert nicht gross, wenn man bedenkt, dass einige der besten Jazzmusiker der vielleicht besten Jazzformation, die je zusammen gespielt hat, nämlich dem Miles Davis Quintet, auf Herbie Hancocks Solo-Platten mitwirkten. Gegen Ende der 60er Jahre kaufte Miles Davis seinem Technik begeisterten Pianisten ein Fender Rhodes E-Piano. Damit wurde Hancock zum Jazz-Chamäleon und spielte nun Jazz mit einem unglaublich funkigen Groove.
Eines seiner grossen musikalischen Vorbilder dieser Zeit war die Soul- und Funk-Ikone Sly Stone. Hancocks Jazz-Funk Höhepunkt war das Album «Head Hunters» (1973, CBS).
Die grossen Hits
«Watermelon Man»
Über 200 Mal soll der Millionen-Hit gecovert worden sein. Die bekannteste Version stammt vom Perkussionisten Mongo Santamaria, der mit «Watermelon Man» 1963 Platz 10 der US-Popcharts erreichte.Herbies eigene Coverversion mit seiner Jazz-Funk Truppe «The Headhunters» ist auch ein Klassiker.
«Cantaloupe Island»
F-Moll, Des-Dur und D-Moll; nur drei Akkorde aber vielleicht die funkigste aller akustischen Jazzaufnahmen der frühen 60er Jahre.
Herbie Hancock, einer der grössten Jazzpianisten aller Zeiten, komponierte den Song «Cantaloupe Island» für sein Album «Empyrean Isles» (1964).
Auf dem Song spielen Herbie Hancock (Klavier), Freddie Hubbard (Kornett), Ron Carter (Bass) und Tony Williams (Schlagzeug).
«Cantaloupe Island» gilt als Jazz-Klassiker und wurde 1993 von der Jazz-Rap Gruppe Us3 aus London gesampelt und in eine schnellere und tanzbarere Version gepackt.