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Der Entdecker der morphischen Felder ist der Biologe Rupert Sheldrake von der Universität Cambridge. Ihm wurde klar, dass sich einige offene Fragen in der Wissenschaft am besten und einfachsten mit einem Konzept erklären lassen. Dieses Konzept nennt er 'das Gedächtnis der Natur'. Nichts anderes sind morphische Felder. Eine Informationsbibliothek, welche Entdeckungen und Geschehnisse, unabhängig von einzelnen Individuen, speichert.
Rudolf Steiner sprach schon früher von dieser Informationsplattform und nannte sie 'Akasha Chronik'.
Sheldrake zeigt uns mit seiner Theorie auf, dass zwischen Organismen eine geheimnisvolle telepathieartige Verbindung durch Raum und Zeit hindurch besteht.
Alle Lebewesen würden, so Sheldrake, mit den morphischen Feldern in Wechselwirkung treten: Alle Gedanken, Tätigkeiten usw. würden diese Felder verändern und somit in ihnen "gespeichert" sein. Im Gegenzug würden die so gespeicherten Informationen durch andere Lebewesen ablesbar sein. Dies, indem diese Lebewesen in "morphische Resonanz" mit den Feldern treten. Jegliche physische Form sowie das Verhalten werden durch diese morphischen Felder geprägt und beeinflusst. Das bedeutet, dass alles was wir beispielsweise selbst lernen und denken, letztlich auch andere durch morphische Resonanz beeinflusst indem sie an unsere Erfahrungsfelder anzapfen.
Die Informationen während einer CreativMIND®-Session werden hier aus den sogenannten morphischen Feldern bezogen.
Diese morphogenetischen Felder wurden von unterschiedlichen Wissenschaftlern wie u.a. Sheldrake und Weddington erkannt und als unsichtbare Baupläne beschrieben, nach denen sich entwickelnde Organismen ihre Formen annehmen.
Der Gehirnforscher Rupert Sheldrake zeigte u.a. mit seiner "Theorie der morphischen Felder" auch, dass zwischen Organismen eine geheimnisvolle telepathieartige Verbindung durch Raum und Zeit hindurch besteht. Jegliche physische Form sowie das Verhalten werden durch diese Felder geprägt und beeinflusst. Das bedeutet, dass alles was wir beispielsweise selbst lernen und denken, letztlich auch andere durch morphische Resonanz beeinflusst.
Selbst die alten Griechen hatten eine Vorstellung dieses morphischen Feldes. Für Aristoteles bestimmt die Seele der Pflanzen ihre Form.
Seit der Entwicklung der Quantentheorie nimmt man an, dass allen atomaren und subatomaren Strukturen Felder zugrunde liegt.
- Aktivitäts- oder Schwingungsmuster greifen das auf, was mit gleichen Mustern vor ihnen geschehen ist.
-Einfluss von Gleichem auf Gleiches durch Raum und Zeit hindurch. Geheimnisvolle telepathieartige Verbindungen zwischen Organismen durch ein kollektives Gedächtnis.
- Jedes Ding hat eine Erinnerung an frühere Dinge der gleichen Art.
- Was wir lernen und denken, beeinflusst andere durch morphische Resonanz - Bsp.: Affen, die Kartoffeln plötzlich im Meerwasser waschen, bevor sie sie verzehren, - oder Vexierbild, die immer schneller entschlüselt werden, oder z.B. neue chemische Kristallverbindungen, die sich unter gleichen Laborbedingungen immer schneller bilden.
Oder wenn z.B. Ratten in Wien einen neuen Trick lernen, so hat dies in der Tat weltweite Auswirkungen - der Rest der Welt lernt diesen Trick tatsächlich schneller! (Informationen werden in den morph. Feldern abgelegt und sind abrufbar - meist unbewusst).
- Der Schlüssel zur morphischen Resonanz ist die Gleichheit. Bsp.: Rituale
- Unsere Seele ist mit der Seele von anderen und mit der Welt um uns hemm verknüpft.
- Die Regelungen in der Natur sind eher Gewohnheiten als Gesetze.(Die Sonnenwärme hat um 20% zugenommen, aber unser Planet behielt seine Temperatur)
- Morphische Resonanz erhält schlechte Gewohnheiten genauso aufrecht, wie gute. Gewohnheiten gehören zum Wesen der Natur, der Gesellschaft und des Menschen.
- Die meisten Neuerungen überleben nicht. Doch einige davon werden wiederholt, werden dadurch zur Gewohnheit und ihr morphisches Feld wird stärker.
- Beim Menschen ändern sich Gewohnheiten nur mühsam und nur deshalb, weil die alten doch nichts taugen. Alte Gewohnheiten werden nur aufgrund einer Krise. eines Konflikts oder einer Katastrophe aufgegeben. Der Bruch mit alten Mustern schafft den erforderlichen Raum für Kreativität.
- Mentale Felder führen zu morphischer Resonanz. (Bsp.: Selbsterfüllende Prophezeiungen) Durch Absicht wird ein Intentionsfeld erzeugt. Dieses Feld breitet sich aus, weil der Geist nicht im Gehirn lokalisiert ist.
- Voraussetzung für diese psychokinetischen Kraftfelder: Absicht (kinetischer, richtungsändernder Kraftvektor) + Willen (=Haltekraft, damit sich das neue Feld entwickeln kann)
- "Äther" (griech.) als Begriff: ist der feinste Urstoff, aus dem alles entsteht und der in allem wirkt (Urkraft)
- Zum Erfolg gehört die Idee. Die Idee ist etwas neues. Zur Evolution gehört ein Zusammenspiel von Gewohnheit und Kreativität. Nur Kreativität kann neue Gewohnheiten hervorbringen. Eine Neuerung setzt sich dann durch, wenn das morphische Feld durch praktizierende Gewohnheiten stark genug ausgeprägt wurde. Meister Eckhart: „Das mächtigste Wesen auf diesem Planeten ist der menschliche Geist"
- Die Absicht, der Vorsatz des Wollens, beeinflusst die physikalische Welt. Die Quantenphysiker Ahamov und Vardi stellten fest: „ Wird ein Quantensystem mit konstanter Aufmerksamkeit überwacht, tut es praktisch alles. Bsp.: Ein instabiles System zerfällt in wenigen Mikrosekunden bei Beobachtung....... nie! Aufmerksam beobachtete Quantentöpfe kommen nie zum Sieden, selbst wenn sie endlos erhitzt werden.
- Experiment von 1989: Wayne, Itano vom Natura! Institut of Standards and Technology in Boulder, Colorado: 5000 Beryllium-Atome wurden in ein Magnetfeld eingesperrt und mit radioenergetischen Wellen beschossen. Normalerweise wird der angeregte Atomenergiezustand in 1 Viertel Sekunde erreicht. Hier befanden sich die intensiv beobachteten Atome noch immer im Urzustand. Insgesamt erreichte unter Beobachtung nur I Drittel der Atome den angeregten Energiezustand.
- Fred Alan Wolf: „Wenn Bewusstsein in der Materie existiert, dann hat die Materie Bewusstsein!"
- Der bekannte Atomphysiker Niels Bohr deutete das Unbestimmtheitsprinzip bei seinen Elektronenexperimenten: „ Das Elektron besitzt keine Position bzw. keinen Impuls, bevor es gemessen wird. In gewissem Sinne existiert das Elektron vor seiner Messung im Labor überhaupt nicht!"
- Das psychokinetische Kraftfeld tritt immer deutlicher in Erscheinung: Ein neuentdecktes Teilchen mit dem Namen Anomalon besitzt in verschiedenen Laboratorien unterschiedliche Eigenschaften!
- Auch eine starke Erwartungshaltung führt zu einem mentalen Kraftfeld mit nachweislichen Beeinflussungskoeffizienten. Bsp.: Pygmalion-Experiment von Rosenthal an einer Grundschule in San Francisco. Hier wurden 20% der Schüler willkürlich ausgewählt und für intelligent erklärt. Nach einem Jahr zeigten diese eine um 15,4 Punkte höhere Intelligenzquote als der Durchschnitt.
- Wir sind in der Lage, im Geist (psychokinetisch) ein intentionsfeld zu erzeugen, das sich ausbreitet und dann tatsächlich den Lauf der natur beeinflusst
Die morphische Resonanz erlaubt viele Folgerungen, was das Verständnis des menschlichen Lernverhaltens betrifft, zu dem auch die Aneignung von Sprachen gehört.
Aufgrund des kollektiven Gedächtnisses, auf das einzelne Menschen zurückgreifen und zu dem sie ihren Beitrag leisten, sollte es im allgemeinen leichter sein, das zu lernen, was andere zuvor gelernt haben. Diese Vorstellung entspricht ziemlich genau den Beobachtungen von Linguisten wie Noam Chomsky, die dargelegt haben, daß der Spracherwerb bei kleinen Kindern so rasch und kreativ erfolgt, daß er sich nicht einfach durch Nachahmung erklären läßt. Die Struktur der Sprache ist anscheinend auf irgendeine Weise ererbt.
In seinem Buch "Der Sprachinstinkt" führt Steven Pinker viele Beispiele an, die diese Idee bestätigen. Dieser Prozeß ist besonders verblüffend bei der Entwicklung neuer Sprachen, der sehr rasch vonstatten gehen kann. Wenn Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, sich miteinander verständigen müssen, aber die Sprache des anderen nicht beherrschen, bedienen sie sich eines Notbehelfs, einer sogenannten Mischsprache wie dem Pidgin- Englisch - holpriger Wortfolgen, die der Sprache der Kolonisatoren entlehnt sind -, ohne sich dabei groß um die Grammatik zu kümmern. Aber in vielen Fällen ist aus so einer Mischsprache auf einen Schlag eine vollständige komplexe Sprache geworden, wie etwa das Kreolische. Eine Gruppe kleiner Kinder muß dann nur mit der Mischsprache in einem Alter konfrontiert werden, in dem sie ihre Muttersprache erlernt.
Historisch gesehen passierte dies vermutlich in Gruppen von Sklavenkindern, die von einem Arbeiter gemeinsam gehütet wurden, der zu ihnen auf Pidgin-Englisch sprach. «Da die Kinder sich nicht damit zufriedengaben, die fragmentarischen Wortfolgen zu reproduzieren, fügten sie eine komplexe Grammatik ein, wo zuvor noch keine existierte, und schon war eine ganz neue, ausdrucksstarke Sprache geboren.» Noch bemerkenswerter ist die Entwicklung neuer Zeichensprachen. In Nicaragua beispielsweise gab es bis vor kurzem überhaupt keine Zeichensprache, und darum waren gehörgeschädigte Menschen isoliert.
Als die Sandinistas 1979 an die Macht kamen, wurden die ersten Schulen für Gehörgeschädigte errichtet. «Die Schulen konzentrierten sich darauf, die Kinder im Lippenlesen und im Sprechen zu drillen, und wie immer, wenn dies versucht wird, waren die Ergebnisse kläglich. Aber das spielte keine Rolle. Auf den Spielplätzen und in den Schulbussen erfanden die Kinder ihr eigenes Zeichensystem und kombinierten es mit den Befehlsgesten, derer sie sich zu Hause bei ihren Familien bedienten.
Nach kurzer Zeit entwikkelte sich aus diesem System das, was man heute die Lenguaje de Signos Nicaragüense (LSN) nennt.» Dieser Pidgin-Zeichensprache bedienen sich inzwischen gehörgeschädigte Jugendliche, die die Schule besuchten, als sie zehn Jahre oder älter waren. Ganz anders verhält es sich bei jungen Leuten, die etwa mit vier Jahren auf die Schule kamen, als LSN bereits existierte. Sie «sprechen» eine viel komplexere und ausdrucksvollere Sprache, die man als Idioma de Signos Nicaragüense (ISN) bezeichnet. Diese kreolische Sprache mit ihrer logischen Grammatik wurde mit einem Schlag geschaffen. Dazu Pinker: «Vor unseren Augen wurde eine Sprache geboren.» Die ererbten Pläne, die das Erlernen existierender und die Entwick lung neuer Sprachen ermöglichen, sind nicht bloß allgemeine Prinzi pien, die aus logischen Gründen in allen Sprachen vorhanden sein müssen. Es sind eher willkürliche Konventionen, die auch unterschiedlich gewesen sein könnten.
Pinker: «Es ist, als ob voneinander isolierte Erfinder auf wundersame Weise identische Buchstabenbelegungen von Schreibmaschinentastaturen oder Morsezeichen oder Verkehrszeichen entwickelt hätten.» Chomsky wie Pinker nehmen an, daß die Fähigkeit zum Erlernen von Sprache von einer Kodierung für universale Strukturen in der DNS abhängig sein muß, die allen Sprachen gemeinsam sind. Sie halten es für selbstverständlich, daß jede Erbinformation in den Genen verankert ist, und müssen daher die Existenz einer universalen Grammatik unterstellen, weil kleine Kinder aller ethnischen Gruppen in der Lage zu sein scheinen, jede Sprache zu erlernen ein von einer finnischen Familie adoptiertes vietnamesisches Baby beispielsweise lernt ohne Schwierigkeiten Finnisch. Die morphische Resonanz bietet eine einfachere Erklärung. Das kleine Kind steht in Resonanz sowohl mit den Menschen, die in seiner Umgebung sprechen, als auch mit den Millionen, die die Sprache in der Vergangenheit gesprochen haben.
Die morphische Resonanz ermöglicht ihm das Erlernen der Sprache, wie sie andere Arten von Lernen möglich macht. Genauso befördert die morphische Resonanz den Erwerb von Zeichensprachen durch Gehörgeschädigte, die sich in frühere Benutzer dieser Sprachen einschalten. Es ist gar nicht erforderlich, die Existenz von Genen für normale wie für Zeichensprachen zu unterstellen, die latent in der DNS aller Menschen schlummern. Natürlich ist diese Interpretation der Sprachaneignung durch Formenbildungsursachen spekulativ. Aber das ist auch die Theorie von Genen für eine hypothetische universale Grammatik. Pinker selbst räumt ein: «Niemand hat bislang ein Grammatik-Gen lokalisiert.»
Eine Möglichkeit, die Effekte morphischer Resonanz in einem
größeren Maßstab zu studieren, bieten bereits existierende
Mengen quantitativer Daten über das menschliche Leistungsvermögen,
die im Laufe von vielen Jahren erhoben wurden. Weist das menschliche
Leistungsvermögen im Laufe der Zeit die Tendenz auf, sich zu steigern?
Offensichtlich ist dies bei Fertigkeiten wie Snowboardfahren und
Computerprogrammieren der Fall.
Aber derartige Steigerungen sind nur selten quantitativ dokumentiert, und
die Lage ändert sich ständig aufgrund von technischen Neuerungen,
einer größeren Verbreitung der entsprechenden Geräte und
Ausrüstung, besseren Lehrern, sozialen und wirtschaftlichen Kräften
und so weiter. Irgendwelche morphischen Resonanzeffekte ließen sich
nur schwer im einzelnen nachweisen, selbst wenn entsprechende quantitative
Daten existierten.
Eines der wenigen Gebiete, auf denen detaillierte quantitative Daten über
Zeiträume von Jahrzehnten zur Verfügung stehen, sind die IQ-
(Intelligenzquotient-)Tests. Um 1980 ging mir auf, daß, falls es so
etwas wie morphische Resonanz gibt, die durchschnittliche
Leistungsfähigkeit bei IQ-Tests zunehmen müßte, nicht weil
die Menschen intelligenter werden, sondern weil sich IQ-Tests leichter
absolvieren lassen würden - infolge der morphischen Resonanz von den
Millionen Menschen, die sich ihnen bislang bereits unterzogen haben.
Ich suchte nach Daten, mit denen sich diese Hypothese testen ließe.
Ich konnte weder eine Erörterung dieser Frage noch irgendwelche
veröffentlichten Daten finden. Daher faszinierte es mich, als sich 1982
herausstellte, daß sich die durchschnittlichen IQ-Testergebnisse in
Japan ein Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg um drei Prozent erhöht
hatten. Kurz darauf wurde festgestellt (zur Erleichterung vieler Amerikaner),
daß die IQs in den USA sich mit einer ähnlichen Rate erhöht
hatten.
Dieser Effekt wurde in Amerika erstmals von James Flynn bei der Untersuchung
der Intelligenztests der US-Militärbehörden entdeckt. Flynn fand
heraus, daß Rekruten, die im Vergleich zu ihren Altersgefährten
nur durchschnittlich intelligent waren, über dem Durchschnitt lagen,
wenn sie mit Rekruten einer vorhergehenden Generation verglichen wurden,
die exakt den gleichen Test absolviert hatten. Niemand hatte diesen Trend
bemerkt, weil Tester routinemäßig nur Einzelergebnisse mit anderen
Angehörigen der gleichen Altersgruppe verglichen, die zur gleichen Zeit
getestet wurden - zu irgendeiner Zeit wurde das durchschnittliche IQ-Ergebnis
per definitionem mit 100 angesetzt.
Inzwischen hat Flynn ermittelt, daß vergleichbare Zuwächse auch
in 20 anderen Ländern, unter anderem in Australien, Deutschland, Frankreich,
Großbritannien und Holland, zu verzeichnen sind. Es wurde immer wieder
versucht, diesen «Flynn-Effekt» zu erklären, aber bislang
ist dies nicht gelungen. So läßt sich dieser Effekt beispielsweise
so gut wie gar nicht auf die Übung im Absolvieren solcher Tests
zurückführen. Derartige Tests werden ohnehin seit einigen Jahren
nicht mehr so häufig durchgeführt. Auch eine bessere Bildung kann
diesen Effekt nicht erklären, ebensowenig, wie einige Wissenschaftler
meinen, die Zunahme der Zeit, die fürs Fernsehen aufgewendet wird. Die
IQ-Ergebnisse begannen sich schon Jahrzehnte vor der Einführung des
Fernsehens in den fünfziger Jahren zu erhöhen, und dem Fernsehen
wurde, wie Flynn ironisch anmerkt, gewöhnlich «ein
Verblödungseinfluß» zugeschrieben, «bis sich dieser
Effekt einstellte». Je mehr Forschungen inzwischen betrieben wurden,
desto mysteriöser ist der Flynn-Effekt geworden. Flynn selbst bezeichnet
ihn als «rätselhaft». Aber die morphische Resonanz könnte
eine natürliche Erklärung liefern.
Wenn sich der Flynn-Effekt tatsächlich durch morphische Resonanz
erklären läßt, dann zeigt sich, daß derartige
Resonanzeffekte relativ gering sind. Wenn Millionen von IQ-Tests nur zu einem
Anstieg von ein paar Prozent führen, dann werden die Effekte der morphischen
Resonanz bei Experimenten mit ein paar hundert oder bestenfalls ein paar
tausend Menschen wohl zu gering sein, um sie überhaupt vor dem
«statistischen Rauschen» aufgrund der großen
Leistungsschwankungen bei den einzelnen Testpersonen ausmachen zu können.
Die Hypothese der Formenbildungsursachen hat in allen Wissenschaftszweigen
weitreichende Implikationen.
In der Chemie, der Kristallographie und der Molekularbiologie kann man erkennen,
daß molekulare und kristalline Formen nicht von ewigen,
unveränderlichen Gesetzen bestimmt sind, sondern sich entwickeln und
eine Art von Gedächtnis besitzen. Die Erforschung des Gedächtnisses
im molekularen und kristallinen Bereich könnte letztlich zu bedeutenden
technischen Anwendungen führen, etwa zu neuartigen Computern, die durch
morphische Resonanz miteinander vernetzt und mit globalen Kollektivspeichern
ausgestattet sind.
In der Biologie kann man erkennen, daß die Entwicklung von Tieren und
Pflanzen von unsichtbaren Organisationsfeldern gestaltet wird, den Trägern
der Vorfahrengewohnheiten. Zur Entwicklung biologischer Formen gehört
nicht nur die Entwicklung von Gen-Pools, sondern auch die Entwicklung der
morphischen Felder der Spezies. Durch diese Felder lassen sich, wie schon
Charles Darwin angenommen hat, erworbene Anpassungen vererben. Und wenn sich
neue Gewohnheiten bilden, kann die Evolution infolge von morphischer Resonanz
viel rascher vonstatten gehen und sich ausbreiten, als wenn sie nur von dem
Transfer von Mutationsgenen von den Eltern zum Nachwuchs abhängt.
Instinkte beruhen auf den gewohnheitsmäßigen Verhaltensfeldern
der Spezies, die die Tätigkeit des Nervensystems prägen - sie werden
von Genen beeinflußt und auch durch morphische Resonanz vererbt. Durch
morphische Resonanz können sich neu erlernte Verhaltensmuster in einer
Spezies verbreiten. Das Erlernen dieser neuen Fertigkeiten kann im Laufe
der Zeit - während sie immer gewohnheitsmäßiger werden -
zunehmend leichter werden.
In der Psychologie lassen sich die Geistestätigkeiten als Felder
interpretieren, die mit den physiko-chemikalischen Aktivitätsmustern
im Gehirn interagieren. Aber diese Felder sind nicht auf das Gehirn
beschränkt, sondern erstrecken sich über den Körper hinaus
in die Umwelt hinein. Diese erweiterten mentalen Felder liegen der Wahrnehmung
und dem Verhalten zugrunde. Sie ermöglichen es auch, daß sich
«paranormale» Phänomene wie das Gefühl des Angestarrtwerdens
so interpretieren lassen, daß sie als normal erscheinen. Das
persönliche Gedächtnis kann als Selbstresonanz aus der Vergangenheit
eines Menschen verstanden werden - man braucht nicht mehr davon auszugehen,
daß alle Erinnerungen als flüchtige materielle «Spuren»
im Gehirn gespeichert werden müssen. Eine weniger spezifische Resonanz
mit unzähligen anderen Menschen in der Vergangenheit verbindet uns alle
mit dem kollektiven Gedächtnis unserer Gesellschaft und Kultur und letztlich
mit dem kollektiven Gedächtnis der gesamten Menschheit.
Persönliche und kollektive Gewohnheiten unterscheiden sich nicht von
ihrer Art, sondern von ihrem Ausmaß her - beide beruhen auf morphischer
Resonanz. Dieses neue Verständnis des Gedächtnisses könnte
dem Verständnis des Lernens generell neue Impulse vermitteln und durchaus
wichtige Anwendungsmöglichkeiten in Erziehung und Bildung zur Folge
haben. Unterrichtsmethoden, die die morphische Resonanz von jenen Menschen
maximieren, die in der Vergangenheit die gleiche Sache gelernt haben,
könnten zu einem effizienteren und rascheren Lernen führen.
Die morphischen Felder sozialer Gruppen würden dazu beitragen, viele
ansonsten rätselhafte Aspekte der sozialen Organisation zu erklären,
wie das Verhalten gesellschaftsbildender Insekten, von Vogelschwärmen
und von menschlichen Gesellschaften. Die Sozialwissenschaften könnten
eine neue theoretische Grundlage erhalten, und neue Wege der Forschung
würden sich auftun. Das Verständnis kultureller Formen als morphischer
Felder würde ebenso unser Verständnis des kulturellen Erbes wie
den Einfluß der Ahnen auf unser Leben revolutionieren. Richard Dawkins
hat für die «Einheiten der kulturellen Übertragung» den
Begriff «Meme» geprägt, und solche Memes lassen sich als
morphische Felder interpretieren. Die morphische Resonanz würde auch
ein neues Licht auf viele religiöse Praktiken und Rituale werfen. Selbst
wissenschaftliche Paradigmen lassen sich als morphische Felder verstehen,
die durch morphische Resonanz stabilisiert werden und dazu tendieren, zunehmend
gewohnheitsmäßig und unbewußt zu werden, je häufiger
sie wiederholt werden.
Der gesamte Kosmos erscheint mittlerweile als evolutionär. Die Felder
von Atomen, Molekülen, Kristallen, Planeten, Sternen und Galaxien entwickeln
sich, und wie die morphischen Felder biologischer Organismen ist auch ihre
Evolution der natürlichen Auslese unterworfen. Die Hypothese der
Formenbildungsursachen stellt somit eine Möglichkeit dar, den
Entwicklungsprozeß in der ganzen Natur und nicht bloß im Reich
der Biologie zu erforschen.
Aber so allgemein die Implikationen dieser Hypothese auch sein mögen,
gibt es dafür doch eine entscheidende innere Grenze. Sie mag zwar als
Erklärung dafür dienen, wie Organisationsmuster wiederholt werden
- aber sie erklärt nicht, wie sie überhaupt entstehen. Sie
läßt die Frage der evolutionären Kreativität offen.
Die Idee von den Formenbildungsursachen ist mit einer Reihe verschiedener
Theorien von Kreativität vereinbar, die von der Vorstellung, alles Neue
sei letztlich eine Frage des Zufalls, bis hin zur Idee der göttlichen
Kreativität reichen.
Aus: Rupert Sheldrake: Der siebte Sinn der Tiere. Scherz Verlag
1999, S. 354-373