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Die Entdeckung der heutigen Homöopathie hatte einen ganz konkreten Anlass:
Samuel Hahnemann litt unter der damals in Mitteleuropa stärker verbreiteten Malaria, die von der medizinischen Schule seiner Zeit mit Chinarinde behandelt wurde. Die verwendeten Dosen waren derart hoch, dass die Nebenwirkungen zum Heileffekt oft in keinem Verhältnis standen. Hahnemann machte daher an sich selbst den Versuch, diese Nebenwirkungen von der Chinarinde zu erforschen und zu verringern.
Dies unternahm er zu einer Zeit, als er nicht unter Malariaschüben litt. Während dieses Chinarindenversuchs beobachtete Hahnemann nun an sich selber das überraschende Phänomen, dass die Einnahme der Chinarinde bei ihm Fieberschübe hervorrief, die denjenigen seiner früheren Malariaanfälle bis in Einzelheiten ähnlich waren. (Schweissausbrüche, mit Unterbrechungen auftretendes Fieber, Herzklopfen, Angst und Zittern, Erschöpfung, Schläfrigkeit).
Die Symptome verschwanden, sobald er keine Chinarinde mehr zu sich nahm. Diese Erfahrungen brachten ihn auf die Idee, dass Arzneimittel, die beim Gesunden eine „künstliche Krankheit" (vorübergehende Symptome) auslösen können, imstande sind, eine ähnliche, „echte Krankheit" zu heilen.
Anlässlich dessen entstand der Lehrsatz, mit dem Hahnemann genial ein ganzes, medizinisches System umriss: „Similia similibus curentur" (Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt).