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Wilhelm, Schlachtenmaler, geb. 1830 zu Buchen im Odenwald, widmete sich infolge
der Ereignisse des Jahrs 1848 dem Militärstand und kam dadurch zur Malerei des Soldatenlebens und des Schlachtgetümmels,
die er von 1851 an in München unter Feodor Dietz erlernte. Da eins seiner ersten Bilder, die für den
Fürsten von Pappenheim gemalte Schlacht bei Stockach 1799, großen Beifall fand, so bildete er sich für sein Fach in Antwerpen
und Paris noch weiter aus und brachte seit 1857 eine Reihe von Bildern, in denen sich neben einer sorgfältigen
Zeichnung eine gründliche Kenntnis der militärischen Details, eine gute Charakteristik und ein harmonisches Kolorit zeigen.
Dahin gehören: der Brückensturm zu Heidelberg 1799, Gefecht bei Aldenhoven, das Karree in der Schlacht bei Aspern, Erstürmung
des verschanzten Lagers von Farmars durch Erzherzog Karl, eine prächtige Parkscene mit Pferden
und Angriff der französischen Kürassiere auf die Engländer bei Waterloo. 1861 zog er von München nach Wien und vervollkommnete
sich hier noch mehr in der Pferdemalerei. Unter seinen seitdem entstandenen bedeutendern Werken nennen wir zunächst sein
bestes Bild (1867): die für den Erzherzog Albrecht gemalte Schlacht bei Würzburg die in
historischer wie künstlerischer Beziehung ein Meisterwerk ist.
Weniger gelungen erschien (1872) der Erzherzog Karl in der Schlacht bei Neerwinden Aus
dem letzten deutsch-französischen Krieg brachte er: den Angriff der Division Bonnemain bei Elsaßhausen die Schlacht
bei Dijon Zusammentreffen der Verbindungspatrouillen des 7. und des 14. deutschen Armeekorps
bei Vesoul das künstlerisch wiederum etwas schwächere Winterbild vom Hauptquartier des 14. Armeekorps in der
Schlacht bei Belfort und die 1879 in München ausgestellte Episode aus der Schlacht bei Wörth sowie den dem vorigen
Jahrhundert angehörenden Sieg Georgs II. über die
Franzosen bei Dettingen
Erdmann, Bildhauer, geb. zu Berlin, erlernte seine Kunst unter Alb.
Wolff, dem Schüler
Rauchs, und bildete sich in den Traditionen seiner Schule in der Weise heran, daß er mit einer strengen
Durchbildung der Formen und einem ausgeprägten Realismus einen weichen poetischen Zug
verbindet. Sein erstes
größeres Werk war ein Germane im Kampf mit zwei Galliern, in dem sich schon ein gewisser energischer Schwung der Bewegungen
bemerklich machte. Nachdem er die ebenso gelungene Gruppe: Odysseus und Penelope geschaffen, führte er infolge einer Konkurrenz
das eherne Standbild des Turnvaters Jahn in der Hasenheide bei Berlin aus (enthüllt 1872), das jene
ausgeprägte Charakteristik mit einem echt künstlerischen Idealismus verbindet.
Wohl noch kräftiger und energischer durchgeführt ist seine Bronzestatue des Kurfürsten
Friedrich I. von Brandenburg an
der
Fassade des neuen Rathauses zu Berlin. Dazwischen fallen noch einige höchst lebensvolle Büsten,
z. B. der Schauspielerin Jachmann-Wagner, der Maler
Steffeck und
Döpler und der Kronprinzessin von Preußen. Sein schönstes
Werk ist die ihm 1877 aufgetragene Marmorstatue der Königin Luise, die gegenüber dem Denkmal
Friedrich Wilhelms III. von
Drake im Tiergarten aufgestellt und am Geburtstag der Fürstin, enthüllt wurde.
Als Pendant zu jenem hat auch sie ein rundes
Postament mit einem Hautrelief, das auf der einen Seite den Auszug in den Befreiungskrieg,
auf der andern die Rückkehr und dazwischen in lebensvollen Gruppen die Sorge für die Zurückgebliebenen sowie die Pflege
der Verwundeten und Kranken darstellt. Die Hauptfigur, von edlem Formenreiz und herrlichem Fluß des
Gewands, ist nicht die jugendlich reizende Fürstin, sondern die durch das Unglück gebeugte Dulderin, voll tiefer Schwermut
in den Zügen, aus denen aber doch der Glanz einer erhabenen Schönheit hervorleuchtet. 1880 wurde er mit der Ausführung
von zwei kolossalen Bronzestatuen, des
Großen Kurfürsten u.
Friedrichs d. Gr., beauftragt.
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