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«O mein Gott mein, nur alleine // Ich verdurste und verweine // In dem Segen.» Das schreibt die grosse Dichterin Else Lasker-Schüler in ihrem Gedicht «Abendlied». Sie hat eine Abschrift davon in das Gedichtbuch des Kaufhausdirektors Hugo May gelegt, nachdem sie es in den 1930-er Jahren in Zürich vorgetragen hat. Die deutsch-jüdische Künstlerin floh vor den Nazis nach Zürich.
Vor genau 150 Jahren wurde die unkonventionelle Else Lasker-Schüler in Elberfeld bei Wuppertal geboren. Sie nannte sich gerne Jussuf, Prinz von Theben, oder bezeichnete sich als Indianer. Sie war doppelt begabt: literarisch und zeichnerisch. Ihre Faszination ist bis heute ungebrochen.
Bereits früher hat sich Else Lasker-Schüler in der Schweiz aufgehalten. Wegen ihres Sohnes. Den kränkelnden Paul versteckte sie mit prominenter Hilfe im Sanatorium Kilchberg, damit er nicht in den Ersten Weltkrieg eingezogen werden konnte. Zehn Jahre lang, bis zu seinem Tod, führte sie ihr Weg immer wieder in die Schweiz. Etliche Geschäftsleute, Künstlerinnen und Freunde hat sie in dieser Zeit um sich geschart. Nun gibt ein neues Buch Einblick in diese wenig bekannte Zeit.