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Ursprünglich aus Prilly (VD) stammend kam Ricou 1794 als Pfarrerssohn in Basel zur Welt. Von Bordeaux aus erreichte er 1817 Rio de Janeiro und liess sich 1819 in Pernambuco nieder, wo er das Handelshaus „Ricou & Boilleau“ leitete, welches ebenfalls eine Niederlassung in Paris unterhielt. „Ricou & Boilleau“ exportierte brasilianische Baumwolle und importierte Schweizer Uhren und Stoffbänder aus Basel von der Firma „Fortcart-Weiss & Fils“. Die Geschäfte wurden 1833 vom Hamburger Adolphe Schramm übernommen.
Zwischen 1828-1834 war Ricou Schweizer Konsul in Pernambouco. Als Schweizer Konsul nahm er ähnliche Positionen ein wie seine Vorgänger und Nachfolger. Er sprach sich gegen eine massive Auswanderung von Schweizern nach Brasilien aus und setzte sich für die Rechte der europäischen Einwanderer ein. Bei einer Masseneinwanderung von mittellosen Schweizern fürchtete er die Degradierung der Schweizer auf den Stand der Sklaven. Nach ihm sollte der Kontakt mit den Schwarzen unbedingt vermieden werden, da sonst die Sünden der Sklaven ansteckend sein könnte. Er bezeichnete die Sklaven als faul und nur anzutreiben durch gelegentliche Züchtigung. 1834 liess er sich definitiv wieder in der Schweiz nieder und übernahm mit Louis Gerdret die Geschäfte von Jules Hollard. Gemeinsam gründeten sie „E.Ricou & L.Gerdret“ welche zwischen 1837 und 1846 in Paris und Le Havre ihre Niederlassungen hatten. Die Handelsfirma war aktiv im Import von Brasilianischem Kaffee und anderen Kolonialwaren. In der Schweiz war Ricou Mitglied der Handelskammer des Kantons Waadt.
Gérald Arlettaz, Emigration et colonisation suisses en Amérique 1815-1918. Bern 1979. S.158-159.
Béatrice Veyrassat, Résaux d’affaires internationaux émigration et exportations en amérique latine au XIXe siècle: Le commerce suisse aux Amériques. Genève 1994. S. 143-144.