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Innenministerin Priti Patel wolle in den Auffanglagern «nach griechischem Vorbild» Ausgangssperren sowie Überprüfungen des Bewegungsprofils einführen, berichtete die Zeitung «Telegraph» am Samstag. Wer dagegen verstosse, dürfe abgeschoben werden. Die «Times» schrieb, Premierminister Boris Johnson mache das Thema zur Priorität und habe eine ressortübergreifende Zusammenarbeit angeordnet.
In diesem Jahr haben bisher mehr als 24 700 Migranten illegal den Ärmelkanal überquert. Das sind fast drei Mal so viele wie im Gesamtjahr 2020. Mindestens zehn Menschen starben in den vergangenen Wochen. Die britische Regierung befürchtet, dass die Anzahl der Überfahrten im Frühling noch weiter steigt, wenn das Wetter milder wird, falls keine geeigneten Massnahmen getroffen werden. Sie wirft Frankreich vor, nicht genug gegen illegale Überfahrten zu unternehmen, Paris weist das zurück.
Auch am Wochenende erreichten Hunderte die englische Küste bei Dover, wie Medien am Sonntag berichteten. Auf Bildern waren auch viele Familien mit Kindern zu sehen, die von Rettungskräften in Sicherheit gebracht wurden. Die französischen Behörden teilten mit, dass sie 243 Migranten aus Seenot gerettet hätten.
«Boris ist ausser sich», zitierte die «Times» eine ranghohe Quelle in der Regierung. Johnson habe angeordnet, die Anstrengungen zu verdoppeln, «so schwierig es auch ist». Der Premier habe das Kabinettsmitglied Steve Barclay mit der Koordinierung beauftragt. Innenministerin Patel, die wegen der hohen Migrantenzahlen unter Druck gerät, hatte zuletzt die Freizügigkeit der EU für die steigende Anzahl an Kanalüberquerungen verantwortlich gemacht. Die Opposition warf der Regierung Versagen vor. Patel habe keinen Plan, sagte Labour-Parteichef Keir Starmer.