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erstellt am 17. September 2014 @ 16:44 Uhr
Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz / M. Huber
1959 wurde der Triebwagen ABe 4/4 71 an die Schweizerischen Südostbahn abgeliefert und auf den Namen „Einsiedeln“ getauft. Es handelte sich dabei um den Prototyp der erfolgreichen Serie von Hochleistungstriebwagen. Die SOB beschaffte darauf weitere Triebwagen – nun aber als BDe 4/4. Aber auch viele andere Privatbahnen entschieden sich in der Folge für ähnliche Fahrzeuge. Der ABe 4/4 71 und die weiteren von der SOB beschafften BDe 4/4-Triebwagen waren über viele Jahrzehnte im Stande, die direkten Züge St. Gallen – Rapperswil – Luzern über die steilen Rampen der SOB zu befördern. Aber auch die schweren Pilgerzüge nach Einsiedeln wurden zu ihrem Einsatzgebiet.
Beim ABe 4/4 71 wurde später das 1. Klasse Abteil entfernt und stattdessen ein Gepäckabteil eingebaut, womit dieser Triebwagen zum BDe 4/4 80 resp. später BDe 576 048 wurde.
Als dann die SOB ab 2008 im Regionalverkehr hauptsächlich FLIRT-Triebzüge einsetzte, wurde der BDe 576 048 überzählig und zusammen mit dem BDe 4/4 82 „Rapperswil“ an den Verein Pendelzug Mirage abgegeben.
2010 konnte der DSF den BDe 4/4 80 vom Verein Pendelzug Mirage übernehmen und setzte ihn als „Arbeitspferd“ für Überfuhrfahrten u.ä. ein. Obwohl beim DSF nicht als historisches Fahrzeug klassifiziert, erhielt der Triebwagen 2010/2011 eine äusserliche Auffrischung des Anstrichs sowie die SOB-typischen roten Schienenräumer. Auch wurde ihm wieder ein Scherenstromabnehmer aufgesetzt und das Wappen vom DSF-Heimatbahnhof Koblenz angebracht.
Dann folgte die schicksalsreiche Nacht vom 23. März 2013. Ein Autolenker entzog sich bei Felsenau einer Polizeikontrolle und raste mit dem gestohlenen Fahrzeug in Richtung Koblenz. Anstatt links oder rechts abzubiegen, fuhr der Lenker bei der Strasseneinmündung in Koblenz gerade aus, hob auf dem Bahndamm ab, flog über die SBB-Gleise und donnerte in das Lokdepot vom DSF. Der darin abgestellte BDe 4/4 80 wurde dadurch beschädigt.
Der Vereinsvorstand hat sich in der Folge darüber beraten, in welchem Umfang der Triebwagen wieder repariert werden soll. Da der SOB-Triebwagen einigen DSF-Mitglieder stark ans Herz gewachsen ist wurde beschlossen, den Triebwagen gleich umfassend zum historischen Fahrzeug werden zu lassen. „S’Achzgi“ sollte wieder seinen Zustand der späten 1970er/frühen 1980er Jahre repräsentieren.
In den folgenden Monaten wurde somit der Kasten repariert, diverse weitere Schadstellen ausgebessert, Lüftergitter gegen Fenster getauscht, Frontfenster ohne schwarze Gummidichtungen eingebaut, Fronttüren getauscht, der Kasten verspachtelt und neu lackiert, das Dach und die Drehgestelle gestrichen, diverse elektrische Komponenten versetzt, die Achsen ausgewechselt, den Innenraum aufgefrischt, die Toilette wieder eingebaut und schlussendlich der originale Südostbahn-Schriftzug angebracht.
In einem späteren Schritt werden auswechselbare Wappen angebracht. Somit können dann je nach Einsatz die Wappen von Koblenz gegen die ursprünglichen von Einsiedeln getauscht werden.
Der erste Teil der Arbeit wurde in der HW Zürich erledigt, der zweite bei der SOB in Samstagern (inkl. Auftragsarbeiten durch die SOB).
Bei den Arbeiten waren die aktiven DSF-Mitglieder mit viel Herzblut dabei. Besonders erfreulich war, dass gerade die jüngsten Mitgliedern dafür vollen Einsatz geleistet haben.
https://twitter.com/stealthreporter/status/511867054685970433/
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Siehe auch
- Update Die erste Ausfahrt vom revidierten Südostbahn-Triebwagen
- Update DVZO – Bettag, 21. September 2014 – Viele Schauplätze