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Ein In-vitro-Test, um die Zahl überzähliger Mäuse zu reduzieren
Angewandt auf 60 000 Mäusestämme weltweit würde ein solcher Test die Zucht von etwa 200 000 bis 300 000 weiblichen Mäusen ersparen.
Projektbeschrieb
Viele Erkrankungen sind genetisch bedingt und um die Beteilung der Gene an einer bestimmten Erkrankung zu untersuchen, helfen sogenannte genetisch veränderte Mäuse. Bei diesen Mäusen wird ein bestimmtes Gen an- oder abgeschaltet und dann untersucht, was diese Veränderung im lebenden Tier bewirkt und welche Behandlungen hilfreich sein könnten.
In den vergangenen Jahrzehnten hat es eine enorme Zunahme an solch genetisch veränderten Mauslinien gegeben – mit gewichtigen Nachteilen: Einerseits braucht es viele Mäuse, um solche Linien zu züchten, andererseits müssen diese Linien aufwändig weitergezüchtet werden. Hierzulande führt dies zu tausenden überzähligen Tieren jährlich. Ein heikles Thema, für das es dringend Lösungen braucht.
Mittlerweile hat sich eine Alternative zur permanenten Weiterzucht entwickelt: Von Mäusestämmen, die nicht mehr in Versuchen verwendet werden, werden Spermien eingefroren. Vor dem Einfrieren müssen die Forschenden jedoch absolut sicher sein, dass die Spermien auch überlebensfähig sind. Um dies zu testen, braucht es wiederum Mäuse: Die Spermien werden via In-vitro-Fertilisation (IVF) auf ihre Fähigkeit getestet, Eizellen aus weiblichen Mäusen im Reagenzglas zu befruchten. Eine grosse Anzahl von Weibchen wird dazu gezüchtet, hormonell behandelt und schliesslich getötet, nur um Eizellen zu gewinnen und aufgetaute Spermien zu testen. «Eine Strategie, die bei weitem nicht als optimale Anwendung der 3R-Prinzipien angesehen werden kann», so Johannes vom Berg von der Universität Zürich.
«Mit unserem Projekt wollen wir der Forschungsgemeinschaft einen In-vitro-Test und eine Diagnosesoftware zur Verfügung stellen, um die Fruchtbarkeit von eingefrorenen Mäusespermien zu beurteilen.» Das Team wird dazu im Rahmen ihres Forschungsprojektes nach Parametern suchen, welche die Fruchtbarkeit von Spermien belegen (zum Beispiel bestimmte Gene oder Proteine).
Ein gut validierter Test würde die Notwendigkeit der IVF-Methode als Qualitätskontrolle von gefrorenem Maussperma überflüssig machen. Angewandt auf 60 000 Mäusestämme weltweit würde ein solcher Test die Zucht von etwa 200 000 bis 300 000 weiblichen Mäusen ersparen.
Originaltitel
An alternative to the use of live mouse oocytes for the quality control of cryopreserved mouse sperm