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Alles begann mit Kork. Oder besser: dem Mangel an Kork. Als am 30. Januar 1920 in Hiroshima die Toyo Cork Kogyo Ltd. gegründet wurde, konnte noch niemand ahnen, dass sich daraus einer der innovativsten Autohersteller der Welt entwickeln würde, denn eben, zu Beginn beschäftigten sich die Japaner mit der Herstellung eines hochwertigen Korkersatzes. Es sollte dann auch zehn Jahre dauern, bis die Produktion unter Leitung des umtriebigen neuen Präsidenten Jujiro Matsuda umgestellt wurde, zuerst auf motorisierte Lastendreiräder, die den Namen Mazda-Go trugen.
Wankelmotoren – und viel mehr
Im Jahre 1936 erschien die Bezeichnung Mazda zum ersten Mal auf dem Logo. Es war eine Verneigung vor dem grossen Patriarchen Matsudo – und eine Anspielung auf Ahura Mazda, die altpersische Gottheit des Lichts und des Ursprungs der östlichen und westlichen Kulturen. Dass 1945 schon wenige Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima die Produktion von Nutzfahrzeugen wieder aufgenommen wurde, gilt noch heute als Zeichen für die Entschlossenheit, mit der das Unternehmen sich Ziele setzt und auch erreicht.
Mit dem R360 (Bild, ein Coupé) begann 1960 die Produktion von Automobilen. Auch dieses Fahrzeug zeigte, dass Mazda verstanden hatte, was Japan damals brauchte: Kleinwagen, die sogenannten Kei-Car. Und schon ein Jahr später gingen die Japaner wieder nicht den einfachsten, aber dafür den damals spannendsten Weg: Es wurde ein Lizenzvertrag mit NSU zur Produktion des neuartigen Kreiskolbenmotors unterzeichnet. Und schon 1967 wurde der Mazda Cosmo Sport 110 S als erstes Serienmodell der Welt mit einem Zweischeiben-Wankelmotor vorgestellt. Es war der Beginn einer einzigartigen Geschichte, nur die Japaner kamen auf nennenswerte Verkaufszahlen mit diesen Kreiskolbenmotoren, bis heute wurden mehr als eine Million Exemplare abgesetzt. Und 1991 konnte Mazda mit dem extrem lauten 787B als erster japanischer Hersteller den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans erreichen, auch hier mit einem Wankelmotor.
Nach Europa kamen die Japaner erstmals Ende der 1960er-Jahre. Und wieder mit einer aussergewöhnlichen Idee: Der Luce war als eines der ersten japanischen Automobile von einem italienischen Meisterdesigner entworfen worden, Bertone. Der Erfolg kam bald, Mazda wurde mit Modellen wie dem 323 und dem 626 bald zum zehngrössten Autohersteller der Welt. Und noch für ein grossartiges Fahrzeug gebührt den Japanern eine Verneigung: Der wunderbar einfache Roadster MX-5 brachte ab 1989 die reine Fahrfreude zurück auf unsere Strassen. Mehr als eine Million verkaufte Exemplare bezeugen, dass die Welt die Botschaft der unkonventionellen Marke verstanden hat.