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Fremanezumab Arzneimittelgruppen Monoklonale Antikörper CGRP-InhibitorenFremanezumab ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper, der für die Vorbeugung von Migräneanfällen bei Erwachsenen eingesetzt wird. Die Effekte beruhen auf der Bindung an das Neuropeptid CGRP, wodurch die Interaktion mit seinem Rezeptor blockiert wird. Das Arzneimittel hat eine lange Halbwertszeit und wird jeden Monat oder alle drei Monate subkutan gespritzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Reaktionen an der Injektionsstelle. ProdukteStruktur und Eigenschaften
Fremanezumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG2Δa/kappa-Antikörper, der gegen CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) gerichtet ist. Der Antikörper wird mit biotechnologischen Methoden hergestellt, besteht aus 1324 Aminosäuren und hat eine Molekülmasse von 148 kDa.Wirkungen
Die Effekte beruhen auf der Bindung des Antikörpers an CGRP, das Calcitonin Gene-Related Peptide. CGRP ist ein Neuropeptid, das bei der Auslösung von Migräneanfällen eine wichtige Rolle spielt. Es besteht aus 37 Aminosäuren und wird im peripheren und im zentralen Nervensystem exprimiert. Es existieren zwei Isoformen, CGRP-α (Abbildung) und CGRP-β, welche sich in drei Aminosäuren unterscheiden. Beide sind Agonisten am CGRP-Rezeptor. Fremanezumab bindet an beide Isoformen.
CGRP hat stark gefässerweiternde Eigenschaften und spielt bei der Schmerzauslösung sowie bei der neurogenen Entzündung eine zentrale Rolle. Bei Migränikern wurden bei einem Anfall erhöhte CGRP-Werte festgestellt und durch die intravenöse Verabreichung des Peptids lassen sich bei Migränepatienten Anfälle auslösen.
Die → Triptane, welche für die Behandlung von Migräneanfällen verabreicht werden, hemmen ebenfalls die Freisetzung von CGRP.
Wirkmechanismus der CGRP-Inhibitoren, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWikiIndikationen
Für die Vorbeugung von Migräneanfällen bei Erwachsenen.Dosierung
Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird subkutan gespritzt. Fremanezumab hat eine lange Halbwertszeit von 30 Tagen und ein entsprechend langes Dosierungsintervall. Möglich ist sowohl eine monatliche als auch eine vierteljährliche Anwendung (alle 3 Monate). Bei der vierteljährlichen Dosierung ist die Dosis höher.Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Interaktionen
Fremanezumab interagiert nicht mit CYP450-Isoenzymen.Unerwünschte Wirkungen
Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, eine Verhärtung und eine Hautrötung (Erythem).siehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH, EMA, USA)
- Bigal M.E. et al. From LBR-101 to Fremanezumab for Migraine. CNS Drugs, 2018, 2(11), 1025-1037 Pubmed
- Cohen J.M., Dodick D.W., Yang R., Newman L.C., Li T., Aycardi E., Bigal M.E. Fremanezumab as Add-On Treatment for Patients Treated With Other Migraine Preventive Medicines. Headache, 2017, 57(9), 1375-1384 Pubmed
- Lionetto L. et al. Fremanezumab for the preventive treatment of migraine in adults. Expert Rev Clin Pharmacol, 2019, 12(8), 741-748 Pubmed
- Mitsikostas D.D., Reuter U. Calcitonin gene-related peptide monoclonal antibodies for migraine prevention: comparisons across randomized controlled studies. Curr Opin Neurol, 2017, 30(3), 272-280 Pubmed
- Reichert J.M. Antibodies to watch in 2017. MAbs, 2017, 9(2), 167-181 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.