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Zu lang, vernichtende Kritiken, keine Zuschauer – es brauchte Jahrzehnte, bis «Heaven’s Gate» als Meisterwerk des Kinos erkannt wurde. Einer, der trotz des Debakels Kult wurde, ist Schauspieler Christopher Walken.
Der Tänzer
Zur Schauspielerei kam Walken über den Tanz. 1963 trat er im Broadway-Musical «Best Foot Forward» an der Seite der damals noch unbekannten Liza Minelli auf. Auch als er längst ein etablierter Schauspieler war, schwang er immer wieder das Tanzbein. Legendär: sein Auftritt 2001 in Fatboy Slims Musikvideo «Weapon of Choice», Link öffnet in einem neuen Fenster. Komisch war es 2007 im Film «Hairspray», Link öffnet in einem neuen Fenster: Walken als Tanzpartner von John Travolta, der in dem Musical als übergewichtige Frau auftrat.
Die Haare
Ein Erkennungsmerkmal von Christopher Walken ist sein von Elvis inspirierter Haarschnitt. Seit Jahrzehnten trägt er die selbe Frisur. In einem Interview erklärt er, wieso: Er habe einmal gehört, dass die besten Schauspieler einen grossen Kopf hätten. «Ich habe keinen grossen Kopf, deshalb wollte ich ihn grösser erscheinen lassen.»
Der Autor
Walken hat 1995 ein Theaterstück über den Musiker Elvis Presley geschrieben. Es hiess «Him» und er übernahm bei der Uraufführung die Hauptrolle gleich selbst. Es war eine seltsame Story über einen Presley im Totenreich, der sich über seinen Zwillingsbruder Rob ärgerte, weil der sich auf der Erde immer wieder als King of Rock ’n’ Roll ausgab.
Die Kleider
Christopher Walken hat so seine Marotten. 2009 wurde er in einem Interview gefragt, ob er Andenken von seinen Filmen sammle. Walken verneinte, erklärte aber, dass er die Kleider, die er in den Filmen anhabe, einfach nach Drehschluss mitnehme und im Alltag trage. Seine Charaktere hätten immer einen guten Stil. «Ich selbst kaufe nie Kleider», fügte Walken hinzu.
Der Oscar
Mit 36 Jahren wurde Christopher Walken mit seinem ersten und bis heute einzigen Oscar ausgezeichnet. Den bekam er für seine Nebenrolle in Michael Ciminos Vietnam-Film «The Deer Hunter». Noch zweimal arbeiteten die beiden zusammen: bei «Heaven's Gate» und «Dogs of War», bei dem Cimino aber nur am Drehbuch mitschrieb.
Der Rekord
Christopher Walken ist der zweite US-Schauspieler überhaupt, der im selben Jahr für die beste und die schlechteste Nebenrolle nominiert war. Nämlich 2002. Da hatte er die Chance auf den Oscar für «Catch Me If You Can» – und auf die Goldene Himbeere für seine Rolle im Musical «The Country Bears». Er gewann beide Preise nicht.
Der Nebendarsteller
Christopher Walken hat in über 132 Filmen mitgewirkt. Darunter waren kleine Produktionen und Blockbuster. Meistens gab er den Psychopathen, oft waren die Auftritte kurz. Er hatte eine kleine Rolle in Quentin Tarantinos «Pulp Fiction» und machte James Bond in «A View to a Kill» das Leben schwer. In einem Interview meinte Walken einmal, dass er praktisch jeden Job annehme.