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Die Orgelmusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist stark geprägt vom spätromantischen symphonischen Stil. In Frankreich werden die grossen Symphoniker Louis Vierne und Marcel Dupré abgelöst durch bedeutende Komponisten der Moderne: Jean Langlais, Olivier Messiaen und später Naji Hakim. In Deutschland setzen Sigfrid Karg-Elert und Gerard Bunk die Tradition Regers fort, der wohl wichtigste Vertreter der neueren Generation ist Johann Nepomuk David. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik aus dem 20. Jahrhundert.
Caleb Simper (1856–1942) war ein englischer Komponist und Organist. Er wurde in Barford St. Martin in Wiltshire als Sohn eines Schuhmachers geboren. Nach einer Zeit in Worcester, wo er in einem Musikgeschäft arbeitete, das der Familie Elgar gehörte, zog er nach Barnstaple, wo er den Rest seines aktiven Lebens als Komponist sowie als Chorleiter und Organist an der St. Mary Magdalene’s Church tätig war.
Simper schuf eine grosse Anzahl an anglikanischer Kirchenmusik und Orgelstücken, die in einem einfachen, populären Stil geschrieben wurden und sich an kleine Kirchenchöre und Laien-Organisten richteten. Einige wenige Werke sind heute noch im Druck, obwohl Simpers Musikstil etwas aus der Mode gekommen ist.
Zu Simpers grösseren Werken gehören die Kantaten The Rolling Seasons (1897) und The Nativity of Christ (1898). Darüber hinaus schrieb er etwa 200 Orgelstücke und verschiedene andere Werke wie The Silver Clarion, einen Marsch, der in einer Fassung für Orgel und einer Fassung für Klavier existiert.
Orgelmusik von Caleb Simper
Am bekanntesten ist die Sammlung von Voluntaries, veröffentlicht in zwölf Heften. Jedes Heft enthält 17 Stücke, die meisten für die liturgische Verwendung (Prelude, Open Voluntary, Solemn Voluntary, Interlude, Offertoire, Communion, Postlude). Es gibt aber auch freie Formen (Larghetto, Meditation, Melody, Pastorale, Chorus) und in jedem Band einen längeren Marsch. Die Orgelvoluntaries waren als praktische Musik für Laien-Organisten geschrieben, relativ leicht zu spielen und auf zwei Notensystemen ausgeschrieben, Pedal ad libitum. Die vollständige Ausgabe ist bei B-Note erhältlich.
Aloÿs Claussmann (1850–1926) wurde im elsässichen Uffholtz geboren. Als Schüler des Organisten Eugène Gigout an der Ecole Niedermeyer erhielt er dort seine ersten Preise für Klavier und Orgel, bevor er 1872 den Grand Prix de composition du Ministère des Beaux-Arts gewann.
Im Jahr 1873 zog er nach Clermont-Ferrand, wo er zum Kapellmeister der Kathedrale ernannt wurde. Kurz darauf wurde die neue Merklin-Orgel von Edmond Lemaigre, dem ersten Titularorganisten, eingeweiht. Claussmann wurde 1888 dessen Nachfolger und blieb in diesem Amt bis zu seinem. Weiterlesen
Camillo Schumann (1872–1948) wurde in Königstein/Sachsen geboren. Mit 17 Jahren trat er ins Konservatorium Leipzig ein, wo er unter anderem beim Gewandhausorganisten Paul Homeyer studierte. Er beendete sein Studium an der Hochschule für Musik in Berlin. Im Jahr 1896 wurde er an die Stadtkirche St. Georg in Eisenach berufen, wo er sich als virtuoser Organist einen Namen machen. Weiterlesen
Karl Hoyer (1891–1936) studierte am Konservatorium für Musik in Leipzig bei Karl Straube (Orgel) und Max Reger (Komposition). Im Abschlusszeugnis vom 8.4.1911 steht: „Herr Hoyer ist ein Orgelspieler allerersten Ranges. Irre ich mich nicht, so wird Herr H. in kurzer Zeit zu den großen Orgelmeistern hinzugezählt werden.“ – Karl Straube. „Herr Hoyer ist für Komposition ganz enorm begabt. Seine Orgelsonate errang den Nikisch-Preis. Von ihm ist noch sehr viel zu erwarten. “- Max Reger. Weiterlesen
Franciscus [Johannes] Nagler (1873–1957) wurde in Prausitz (Sachsen) geboren, er war wie schon sein Vater Schulmeister und Kantor, neben seine Berufstätigkeit betätigte er sich als Heimatdichter und Komponist.
Franciscus Nagler war Sopransolist im Thomanerchor in Leipzig und besuchte später das Lehrerseminar in Dresden und nach einer Weiterbildung am Konservatorium Leipzig übernahm er 1898 seine erste Stelle als Kantor in Limbach. Von 1902 bis 1936 war er Kantor und Kirchenmusikdirektor in Leisnig. 1910 Wurde es zum Königlichen Musikdirektor ernannt. 1936 zog er nach Dresden in die Traubestraße 4, kehrte aber nach dem Krieg zurück nach Leisnig. Weiterlesen
Willy Herrmann wurde 1868 in Grünberg, Schlesien geboren. Das Sterbedatum ist nicht bekannt. Er war Musikdirektor, Chordirigent und Organist in der Berliner St. Thomas-Kirche. Nebst Orgelwerken komponierte er Kammermusik und Unterrichtsliteratur für Klavier und für Violine. Er hinterliess auch zahlreiche Bearbeitungen für Orgel. Weiterlesen
Maxence Guéniffey stammt aus einer Organistenfamilie in der französischen Stadt Tull im Département Corrèze. Sein Grossvater Antoine und sein Vater Germain waren bereits Organisten in der Kathedrale von Tulle: Antoine von 1842–1880, Germain von 1880–1925. Maxence übernahm das Amt 1925 und übte es bis 1934 aus. (Quelle Orgelfreunde der Kathedrale von Tulle)
Die Lebensdaten des Komponisten werden in Verlagsquellen mit 18??–1925 angegeben. Das Geburtsjahr ist vermutlich 1894. Danach ist Maxence Guéniffey bereits im Alter von 31 jahren verstorben. Dies widerspricht allerdings den Angaben der Orgelfreunde von Tulle. Weiterlesen
Sir Walter Galpin Alcock (1861–1947) war ein englischer Organist und Komponist. Alcock wurde in Edenbridge in der Grafschaft Kent geboren. Mit 15 Jahren war er Schüler der National Training School for Music, wo er Komposition bei Arthur Sullivan und Orgel bei John Stainer studierte. Nach verschiedenen Stellen als Organist (Holy Trinity Sloane Street und St. Margaret’s, Westminster) wurde er 1893 Lehrer am Royal College of Music. Er war ab 1896 Assistent Organist der Westminster Abbey und ab 1902 Organist der Königlichen Kapelle. Im Jahr 1916 wurde er Organist in der Salisbury Cathedral, wo er die Restauration der berühmten Willis-Orgel leitete. Weiterlesen
Frederick Andrew Keene (1871–1916) war ein englischer Organist und Komponist. 1889 wurde er der junge Keene Organist in der Kirche St. Saviour’s in Clapham, einem Stadtteil im Südwesten von London. Dieses Amt hatte er bis 1907 inne, danach war er Organist in der Sandingham Parish Church, ebenfalls im Stadtteil Clapham, London. Keene starb bereits im Alter von 45 Jahren.
Frederick Andrew Keene war zuerst Schüler von Dr. Charles William Pearce (1856–1928), der Musiklehrer und später Direktor am Trinity College in London war. Danach studierte Keen bei Sir Walter Galpin Alcock, der damals Professor für Orgel am Royal College of Music und Organist in der Westminster Abbey und in der Chapels Royal war.
Louis Victor Jules Vierne (1870–1937) gehört zu den bedeutendsten französischen Organisten und Orgelkomponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Louis Vierne erhielt seine frühe musikalische Ausbildung wegen seiner schweren Sehbehinderung am Pariser Blindenisntitut. Später erhielt er Orgelunterrich bei Adolphe Marty, César Franck und Charles-Marie Widor. Er schloss das Pariser Konservatorium mit ersten Preisen in Orgelspiel und Improvisation ab. Weiterlesen