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Die Blutgruppendiät des amerikanischen Naturheilkundlers Peter J. D’Adamo geht davon aus, dass Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen Nahrung unterschiedlich verarbeiten. Dafür sollen bestimmte komplexe Glykoproteine in der Nahrung verantwortlich sein, die als Lektine bekannt sind und die bestimmten Blutgruppenmerkmalen (Membranproteinen der roten Blutkörperchen) ähneln.
Werden die, aus Sicht der Blutgruppendiät, „falschen“ Lektine mit agglutinierender Wirkung aufgenommen, kann es nach dieser Theorie zur Verklumpung der Antigene im Blut kommen und zahlreiche Krankheiten seien langfristig die Folge. Diese Theorien sind wissenschaftlich nicht haltbar [2] und die Diät gilt als ungesund.
Theorie der Diät
Laut Peter D’Adamo soll die Blutgruppe 0 die älteste Blutgruppe sein. Sie entwickelte sich schon, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Daher seien Menschen mit Blutgruppe 0 laut der Blutgruppendiät an fleischreiche Nahrung gewöhnt, nicht aber an Getreide oder Milchprodukte, da es zu dieser Zeit weder Ackerbau noch Viehzucht gab. So sollen also Menschen mit Blutgruppe 0 auch heute täglich Fleisch essen, um gesund zu bleiben, und auf Getreide, vor allem auf Weizen sowie auf Milch verzichten.
Welche Blutgruppe die älteste „Urblutgruppe“ ist, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. In der Diskussion sind sowohl Blutgruppe A als auch Blutgruppe 0. Da Menschenaffen ebenfalls die Blutgruppen 0, A und B haben, gilt als gesichert, dass die Blutgruppen nichts mit menschlichen Wirtschaftsformen zu tun haben.[3]
Die Blutgruppe A entstand laut D’Adamo mit den ersten Bauern. Sie sollen vor allem Gemüse und Getreide essen, aber kein Fleisch und keine Milch, da die ersten Bauern angeblich keine Tiere zur Nahrungserzeugung hielten. Die Blutgruppe B soll sich unter Viehzüchtern in Asien entwickelt haben, dem „Nomaden-Typ“, daher seien Menschen mit Blutgruppe B an Milch gewöhnt, auch bestimmte Fleisch- und Getreidesorten sollen zu ihrer natürlichen Nahrung gehören.
Die Blutgruppe AB entstand in jüngerer Zeit aus der Vermischung der Blutgruppen A und B und symbolisiert den modernen Menschen. Diese Gruppe sollte vor allem Obst und Gemüse essen.
Pro:
Auch wenn die Daten wissenschaftliche völlig unhaltbar sind, gehen die Menschen wahrscheinlich achtsamer und bewusster mit ihrer Ernährung um, was zu einem gewissen Teilerfolg führen kann.
Contra:
Manche der Empfehlungen und Verbote sind absolut zufällig oder beruhen auf Fehlern. Es ist nicht verständlich, warum Menschen mit Blutgruppe A, die besonders häufig in Europa ist (in manchen Ländern die häufigste), die meisten Fleischsorten, Weizen und Milchprodukte nicht konsumieren sollen, die ja schon seit längerem die Basis der Ernährung darstellen. Stattdessen wird zu vermehrtem Soja-Konsum geraten, was eher zu Trägern der Blutgruppe B passen würde: diese Blutgruppe tritt am häufigsten in Asien auf, nur dort ist Soja ein typischer Bestandteil der regionalen Küche.
Je nach Blutgruppe ist der Eiweißanteil der Kost teilweise überhöht, was Gicht oder die Bildung von Harnsteinen zur Folge haben kann. Die Gruppe der „Jäger“ erhält zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe.
Einzelnachweise und Quellen:
- ↑ http://de.wikipedia.org/wiki/Blutgruppendiät
- Stellungnahme der DGE: Die Blutgruppendiät von P. J. D’Adamo
- ↑ Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
- ↑ 3sat-Beitrag zu Blutgruppen
- ↑ Relationship of Blood groups to disease: do blood group antigens have a biological role? (pdf)
- ↑ Abstract: The role of blood group antigens in infectious diseases
- ↑ Abstract: ABO blood groups and coronary heart disease (CHD). A study in subjects with severe and latent CHD
- ↑ Abstract: Familial and sporadic breast cancer cases in Iceland: a comparison related to ABO blood groups and risk of bilateral breast cancer.
- ↑ Stiftung Warentest, Sonderheft Diäten, 2005
- ↑ „Blutgruppendiät ist wissenschaftlich nicht haltbar“, Pressemitteilung, in DGE aktuell 19/00, 13. Juni 2000