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Entstehungsort unbekannt, um 1815
Ölmalerei auf Leinwand
H. 111 cm, B. 85,5 cm
Inv. 1970.3469.
Depositum Carl Hermann Christophe Burckhardt-Gold, Basel.
Was lange währt, wird endlich gut – so lässt sich die militärische Laufbahn von Emanuel Burckhardt- Münster (1744–1820) sprichwörtlich umschreiben, denn nach Jahrzehnten des Stillstands konnte er erst im letzten Lebensdrittel die Früchte seiner Arbeit ernten. Umso süsser, heisst ehrenvoller, waren diese dann und bescherten ihm einen glanzvollen Lebensabend: Kein anderer Basler erreichte in Fremden Diensten ähnliche Würden. Dabei hatten ihn einst in jungen Jahren fi nanzielle Not und familiäre Bande zum Söldner werden lassen. Schon sein Vater Emanuel Burckhardt (1719–1765) und dessen Bruder hatten, nach dem frühen Tod ihres Vaters der Lebensgrundlage beraubt, bei der französischen Armee ihr Glück gesucht. Emanuel Burckhardt-Münster und seine zwei jüngeren Brüder waren also gewissermassen von Geburt an dazu bestimmt, dem väterlichen Vorbilde folgend den militärischen Weg einzuschlagen.
Bereits im Alter von zehn Jahren begleitete Emanuel seinen Vater nach Frankreich, mit 15 Jahren war er Kadett, mit 18 Jahren Fähnrich. Er verdiente sich die Sporen im Siebenjährigen Krieg, doch danach geriet seine Karriere, da die Zeiten friedlicher waren, ins Stocken. So fand er Zeit, sich theoretisch und taktisch weiterzubilden und 1783 die Baslerin Theresia Münster zu ehelichen. Erst 1787 öffnete sich ihm eine Tür, als Ferdinand IV., König von Neapel und Sizilien, französische Offi ziere für seine Truppen anwarb. Bald wurde Burckhardt-Münster vom Rang eines Oberstleutnants zum Oberst befördert und mit dem Kommando über ein Fremdenregiment betraut. Der Heimatstadt blieb er in der Zwischenzeit verbunden, indem er dort ein Haus kaufte und seine beiden Söhne in Basel erziehen liess.
Im dem 1798 einsetzenden Krieg Ferdinands IV.
gegen Napoleon bewährte sich Burckhardt-Münster als Brigadegeneral und Generalleutnant. Als sich jedoch das Blatt wendete und die Franzosen gegen Neapel vorrückten, gelang ihm nur mit Glück die Flucht nach Sizilien. Dort vertraute ihm Ferdinand IV., der seinen Hof von Neapel nach Palermo hatte verlegen müssen, den Oberbefehl über die Armee an. Eine weise Entscheidung, denn Burckhardt- Münster eroberte umgehend Süditalien zurück und Ferdinand IV. konnte wieder in Neapel Residenz beziehen – eine Leistung, die in Burckhardt-Münsters Ernennung zum Vizekönig von Sizilien ihre Würdigung fand. Als die Franzosen Süditalien 1805 erneut einnahmen und Napoleon seinen Bruder Joseph als König von Neapel einsetze, begab sich Ferdinand IV. wieder nach Palermo ins Exil. Als Vermittler zwischen Ferdinand und König Joseph blieb Burckhardt-Münster dem Hof erhalten und wurde schliesslich 1815 aus Dank für seine treuen Dienste von Ferdinand I., unterdessen König beider Sizilien, zum Generalkapitän über sämtliche Truppen des Königreichs beider Sizilien ernannt und in den Grafenstand erhoben.
Wohl anlässlich dieser Ehrung liess er sich, mit mehreren Orden dekoriert, in der Uniform des Generalkapitäns von Neapel porträtieren. Wie er selbst, hielten auch seine Kinder den Kontakt zur Vaterstadt aufrecht, blieben jedoch zeitlebens in Sizilien und verbanden sich mit den dortigen Adelskreisen.