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(Kt. Bern,
Amtsbez. Frutigen).
1800-712
m.
Wildbach; entspringt am
N.-Hang des
Engel in 1800 m und mündet nach 5 km langem
Lauf in Reichenbach, welches
Dorf auf seinem grossen Schuttkegel steht, von rechts in die
Kander. Führt meist
nur wenig
Wasser, schwillt aber nach starken Regengüssen zum verheerenden
Strom an und hat schon zu wiederholten Malen verbaut
werden müssen.
Der obere Reichenbachfall ist durch
Höhe und Wassermasse einer der mächtigsten
Wasserfälle der
Alpen, aber auch der untere
verdient Beachtung und ist während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gemälden und Stichen
oft abgebildet worden.
Zur Erleichterung des Besuches der Reichenbachfälle hat man bequeme Fusswege und eine elektrische
Drahtseilbahn erstellt.
Diese letztere beginnt am Hôtel
Reichenbachbad, setzt mit einer kühnen
Brücke über den mittleren
Fall und erreicht in einer Viertelstunde den obern Fall. Sie wird durch die Wasserkraft des Flusses selbst
getrieben, ist 700 m lang, hat eine mittlere Steigung von 34% und eine maximale Steigung von 60%. Im Sommer werden die Fälle
des Nachts durch elektrische Scheinwerfer beleuchtet.
(Kt. und Amtsbez. Bern,
Gem.
Zollikofen). 513 m. Gruppe von 9 idyllisch gelegenen
Häusern, ^[Ergänzung: am rechten
Ufer der
Aare, an der Aussenseite der nördlichsten Biegung der grossen Schlinge.] linken Ufer derAarein der von dieser 5 kmn.Berngebildeten grossen Schlinge. 75 reform. Ew. Kirchgemeinde
Bremgarten. Eine grosse Bierbrauerei. Telephon. Sehr beliebtes
Ausflugsziel der Bewohner der Bundesstadt. ^[Ergänzung: Besucher von Bern
her werden mittels einer
Fähre
hinübergeführt.] Die in einer Molasseschlucht fliessende
Aare verbreitert sich bei Reichenbach und gestattete hier die Anlage
einer Schifflände. Wird von
Bern aus durch die Engiwaldallee, auf der Strasse über die Tiefenaubrücke oder auch durch den
Bremgartenwald und über
Neubrücke und
Bremgarten erreicht. Schönes und romantisches
Schloss mit reichhaltigem
Archiv und zwei bemerkenswerten
Sälen, von denen der sog. Rittersaal mit Freskomalereien geziert ist. Es gehörte zuerst
den Edeln von
Bremgarten und dann den
Herren von
Erlach. Hier
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starb 1360 in sehr hohem Alter der Sieger von Laupen Rudolf von Erlach (die Geschichte seiner Ermordung durch seinen Schwiegersohn
ist eine Fabel). Später kam das Schloss an das Patriziergeschlecht von Fischer, und 1743 war es das Absteigequartier des
englischen Gesandten John Burnaby. Ein aus 1669 stammendes Gemälde des Malers Kauw stellt die Schlossterrasse
mit zwei, seither verschwundenen, wertvollen Statuen vor. Das Wappen zeigt einen sich schnellenden Fisch in goldenem Feld.
Nahe dem Schloss der sog. Heidenstein, ein grosser erratischer Block.
Ackerbau und Viehzucht. Holzhandel. Fremdenindustrie. Schöne
Aussicht ins Kanderthal. Ausgangspunkt für den Besuch des Kienthales, das an Beliebtheit stetig gewinnt. Drei grosse Viehmärkte
im Herbst. Etwas unterhalb Reichenbach setzt die Thalstrasse mit einer gedeckten Holzbrücke über die Kander. Das Dorf hat
noch eine Anzahl von alten Holzhäusern, unter denen namentlich das sog. Stuckihaus Beachtung verdient.
An seinem N.-Ende steht in einer kleinen Bodensenke die aus dem 16. Jahrhundert stammende Pfarrkirche.
Malerische Dorfgasse. Reichenbach wird erst seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts urkundlich genannt, da die ältesten
Siedelungen der häufigen Ueberschwemmungen wegen nicht in der Thalsohle, sondern an den Gehängen am Ausgang
des Engel- und Kienthales angelegt worden sind. Vor der Reformation Filiale von Aeschi, seit 1546 eigene Kirchgemeinde. Im Laufe
des 19. Jahrhunderts wanderten eine Anzahl Bewohner von Reichenbach mit ihren Familien nach Russland aus, wo die meisten
als Käser Anstellung fanden.