Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/2696

Getränkehandel (1949, 1962), vorher Landwirtschaft (1913, 1931). Rümlangstrasse 51, vormals Aspstrasse 51. Die Stettbachers waren anfänglich Bauern und Vater Jakob Stettbacher betrieb einen Bauernhof. Er war mit einer Tochter der Strehlers verheiratet, jedoch ist der OGS nicht bekannt, von welchem der beiden Strehlerhöfe sie stammte. Schon Jakob Stettbacher vermietete einen Teil des Bauernwohnhauses an Giuseppe Porrini, welcher dort eine Kostgeberei betrieb und seit mindestens 1913 nachgewiesen ist. Das ist auch gesichert durch den Hinweis des BAZ, dass das Haus schon 1879 teilweise in ein Bauernwohnhaus umgebaut wurde.
Nach dem Tod von Jakob Stettbacher wollte sein Sohn W. Stettbacher nicht mehr bauern. Schon zuvor erlernte er den Beruf eines Werkzeugmachers. Später begann er mit dem Getränkehandel. Diese Umstellung erfolgte aber erst einige Jahre nach 1931. Das spätere Bauernwohnhaus wurde 1863 als Scheune und Stall erbaut und und gehörte ursprünglich zum Hof gegenüber der Strasse. 1879 wurde es in ein eigenständiges Bauernwohnhaus mit Scheune und Stall umgebaut und vom bisherigen Besitzer offenbar verkauft. In den späteren 1930er Jahren wurde das gesamte Haus bis auf die nordwärts gerichtete Mansarde umgebaut, indem die nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Teile des Hauses in weitere Mietwohnungen verwandelt wurden. In den späteren 1940er Jahren wohnten dort in Untermiete ein Jakob Rümbeli, Bauarbeiter, verheiratet mit Kind. Ferner waren da noch ein Emil Fischer, von Beruf Heizer und ein Walter Peier, Fahrknecht. Das Haus der Stettbachers wurde 1962 abgetragen.
Am Haus prangte in den 1950er Jahren ein grosses Schild mit dem Hinweis: «Wein + Bier, Verkauf über die Gasse». Das Geschäft lief viele Jahre lang ganz gut. In der Regel führte Frau Stettbacher den Laden, manchmal traf man aber auch Frau Rümbeli im Laden, die im gleichen Haus wohnte und ein behindertes Kind hatte, das aber schon in den 1950er Jahren erwachsen wurde. Sie arbeitete als Ladenhilfe.
Die Stettbachers belegten das Parterre mit ihrer Wohnung und mit dem Laden. Das Lager befand sich im Keller und teilweise im Parterre. Im ersten Stock wohnten die Rümbelis und die Fischers und ganz oben die Peiers. Neben den Peiers lag die Mansarde, die unbewohnt war und als Grümpelkammer für alle Mieter diente.
Zum Betrieb des Getränkehandels/Lädeli bestehen noch gewisse Unsicherheiten, da sich die Informationen der OGS teils widersprechen. Wer hier noch Genaueres weiss, möge sich melden, damit der Beitrag präzisiert werden kann.
Quellen: - Werner Schnellmann (Hinweis auf Getränkehandel) - OGS-eigene (übriges) - Adressbuch von Seebach 1913 - Adressbuch von Seebach 1931 - Adressbuch der Stadt Zürich 1950 - Gabriel Schnellmann (bestätigt, dass Frau Rümbeli im Laden arbeitete)