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In einer bewegenden Zeremonie hat Mexiko am Montag Abschied genommen von Gabriel García Márquez. Die Urne des verstorbenen kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers wurde im «Palacio de Bellas Artes» (Palast der Schönen Künste) aufgestellt.
Direkt neben der Urne lag eine einzelne gelbe Rose - die Lieblingsblume des Schriftstellers. García Márquez' Witwe Mercedes Barcha sowie seine Söhne Rodrigo und Gonzalo eröffneten die Ehrenwache im Foyer des Prachtbaus im historischen Zentrum der mexikanischen Hauptstadt.
Drei Stunden lang defilierten Tausende im «Palacio de Bellas Artes» (Palast der Schönen Künste) an der Urne des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers vorbei. Peña Nieto würdigte den Toten als grössten Schriftsteller Lateinamerikas aller Zeiten. «Sein Tod ist ein grosser Verlust, nicht nur für die Literatur, sondern für die ganze Menschheit», sagte der Präsident. «Millionen Menschen haben durch sein Werk Lateinamerika kennen und lieben gelernt.»
Santos sagte, García Márquez werden in seinen Büchern und Texten weiterleben. «Es ist ein Privileg, ihn einen Landsmann nennen zu dürfen. Der Mann, der Macondo erfand und über die Macht der Liebe schrieb.»
Bereits Stunden vor Beginn der Trauerfeier hatten sich lange Schlangen vor dem Palast gebildet. Viele Verehrer des Schriftstellers brachten gelbe Blumen mit und sangen das Lied «Macondo» über das Dorf in seinem berühmten Roman «Hundert Jahre Einsamkeit».
García Márquez gilt als der meistgelesene Autor Lateinamerikas. Sein 1967 erschienenes bekanntestes Werk «Hundert Jahre Einsamkeit», eine Saga um eine Familie an der kolumbianischen Karibikküste im 19. und 20. Jahrhundert, wurde in 35 Sprachen übersetzt und mehr als 30 Millionen Mal verkauft. Den Literaturnobelpreis erhielt er 1982.
García Márquez war am vergangenen Donnerstag im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben. Seine Leiche wurde in einer privaten Zeremonie eingeäschert. Wo die Urne beigesetzt wird, war zunächst unklar. Am Dienstag ist eine Trauerfeier in der Kathedrale der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá geplant.
«Es ist ein komisches Gefühl», sagte der Kolumbianer Luis Alexander Bermúdez, der seit zwölf Jahren in Mexiko lebt. «Es ist Freude, weil er ein Mensch war, der unsere beiden Länder und ganz Lateinamerika verbunden hat. Und es ist Trauer, weil es ein grosser Verlust für die lateinamerikanische Kultur ist.» (rey/sda/dpa/afp)