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Krise als Zustand
Das Wort Krise wird aus dem Griechischen Krisis abgeleitet, ist immer ein Zustand hoher Ambivalenz zwischen Entscheidung und Wendepunkt oder Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung. Siehe de.wikipedia.org/wiki/Krise. Die Krise ist ein Zustand, bei dem eine definitive Wendung zum Besseren oder Schlechteren unmittelbar bevorsteht. Die Krise bewirkt eine radikale Veränderung im Leben eines Menschen. Im Chinesischen bedeutet Krise sowohl Gefahr wie auch Chance.
Gerald Caplan, der Vater der modernen Krisentheorie hat heute noch seine Gültigkeit. Caplan versteht unter Krise eine akute psychische Überforderung durch belastende äussere oder innere Erlebnisse, bei denen die Bewältigungsstrategien eines Menschen nicht mehr funktionieren. Siehe http://www.pflegewiki.de/wiki/Krise
Wann treten Krisen auf?
Krisen treten akut auf, überraschend, sind bedrohlich und mit Verlusten und tiefen Kränkungen verbunden. Jede Krise bringt eine Schwächung sowohl auf der innerseelischen, wie auch auf der sozialen Ebene mit sich. Die eigenen Bewältigungsmechanismen sind kaum abrufbar oder brechen in sich zusammen.
Sehr häufig hat eine Krise eine ursprüngliche Ursache, einen auslösenden Faktor,
die zu einer erhöhten Verletzbarkeit führt.
Die häufigsten Krisensymptome
- erhöhte Anspannung, Nervosität, Übererregtheit, innere Unruhe
- Unsicherheit, extreme Ängstlichkeit, Panik,
- Gefühle des Bedauerns oder von Schuld
Irritation, Aggressivität (auch destruktive Aggressivität) Schreien, Fluchen,
oder Aggressivität, die sie gegen andere oder sich selbst wendet
– Depressivität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit
– Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Trauer
- Keine Distanz zum Ereignis (Auslöser) und zu Menschen, was zu inadäquatem Verhalten führt
– Rückzug, selbstgewählte Isolation, Einsamkeit
- Selbstentfremdung (Depersonalisation), d.h. Sie erleben sich fremd und stehen innerlich nicht in Verbindung mit sich selbst
Die Umgebung erscheint Ihnen wie eine Bühne, auf der die anderen Menschen agieren. Diese sind Ihnen fremd und Sie nehmen sie verzerrt und nicht objektiv wahr. Sie sehen die Umgebung wie durch einen Nebelschleier. Die Umgebung erleben Sie als fremd, leblos und unwirklich (Derealisation), siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Derealisation
- Wahnhafte Projektionen (Eigene unerträgliche Gefühle und Impulse werden auf andere Personen übertragen),
- Halluzinationen (Sinnestäuschungen): Sie nehmen etwas wahr, was es in der Realität nicht gibt
- Psychosomatische Beschwerden wie
Schwitzen, Schwindel, Zittern, Herzklopfen, Herzrasen, Verspannungen im Körper, Atmung auffällig: z.B. oberflächlich, Kurzatmung oder im Rhythmus unterbrochen
Vier Phasen der Krise
Cullberg, der schwedische Psychiater beschreibt den Krisenverlauf in vier Phasen wie folgt:
- Phase Schockphase
In diesem Ausnahmezustand wird die Realität kaum wahrgenommen oder sogar verleugnet. Die Merkfähigkeit ist eingeschränkt, so dass Informationen gar nicht aufgenommen werden können.
- Phase Reaktionsphase
Tatsachen gelangen schmerzhaft ins Bewusstsein und gleichzeitig aber wird die Realität verleugnet oder verdrängt. Folge davon ist Regression oder depressive Erstarrung.
- Phase Bearbeitungsphase
Alte Bedürfnisse, Vorstellungen, Phantasien werden aufgegeben, zu Gunsten von mehr Realität.
- Phase Neuorientierungsphase
Der vorangegangene Verlust wird im Idealfall durch veränderte Sinnfindung und Zielvorstellungen (auch neue Personen) zunehmend kompensiert.
Siehe Cullberg: “Krisen und Krisentherapie.“ Psychiatrische Praxis 5, 1978
Behandlung
In der Behandlung von Menschen in akuten Krisen geht es darum,
die Situation möglich rasch zu entschärfen, sie zu stabilisieren, damit sie Ihr Gleichgewicht wieder finden und funktionieren können wie vor der Krise.
Dabei stützt sich die Fachperson bei der Krisenbehandlung auf Ihre Ressourcen ab.
Die Krisenbehandlung beinhaltet folgende Schritte:
– Auslöser oder Ursache der Krise verstehen
– Gefühle ausdrücken und in Worte fassen
– Bewältigungsstrategien erarbeiten, Konfrontation im Hier und Jetzt
– Neue Lösungen erarbeiten
– Abschluss, Rückblick
Meine Kriseninterventionen zielen darauf ab, möglichst Ihre Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zu fördern und zu nutzen. Je mehr Sie eigenverantwortlich handeln, je schneller kommen Sie aus der Krise heraus, was Ihren geschwächten Selbstwert stärkt. Ist eine Person nicht mehr in der Lage selbstverantwortlich zu handeln, unterstütze ich Sie darin, unter Einbezug weiterer Fachpersonen oder Institutionen eine Lösung zu finden. Es ist mir wichtig, Sie nicht „im Stich“ zu lassen und Sie soweit zu unterstützen, bis Sie sich wieder in der Lage fühlen, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen.
Siehe https://www.psgn.ch/