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Eigentlich sollte man den Kapitalismus gar nicht als „ismus“ bezeichnen, sondern als eine natürliche Ordnung freier Menschen.
Der Schweizer Sozialphilosoph Robert Nef formuliert ihn treffend als ein Non-System, ein offenes, spontanes, sich selbst steuerndes und sich selbst (über Gewinn und Verlust) kontrollierendes Naturphänomen, ein Wechselspiel von Versuch und Irrtum. Wer das begriffen hat, so Nef, weiss um die Anmassung von Wissen, um die Unmöglichkeit der rationalen Kalkulation von Preisen, von zentraler Planung usw. Nur Gott kennt den „wahren Preis“ und die „soziale Gerechtigkeit“, oder- säkularisiert ausgedrückt: niemand darf sich anmassen, solche Grössen zu kennen, „wissenschaftlich“ zu beweisen und allgemeinverbindlich vorzuschreiben.
Es steht also nicht „ismus“ gegen „ismus“, sondern System gegen Non-System, Eingriffsideologie gegen Nicht-Eingriffsideologie, Dogma gegen Erfahrung, pathetischer gesagt: Knechtschaft gegen Freiheit.
In Dieser Ordnung muss alles friedlich und freiwillig sein. Zwang, hoheitlichen Zwang, darf es nur einen geben, nämlich den Zwang zur Einhaltung der freiwillig geschlossenen Verträge; und in dieser Ordnung hat die gewählte Regierung nur eine Aufgabe, nämlich den Schutz der Eigentumsrechte der Individuen im weitesten Sinne. Also Schutz von Leben, körperlicher Unversehrtheit und Früchten der Arbeit der Bürger.