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Netzwerke
Hans Himmelhebers reiste und forschte fast niemals allein. Seine Forschung zur Kunst Afrikas und der Erwerb von ethnologischen und naturkundlichen Objekten geschah in enger Zusammenarbeit mit einer Anzahl von Mitreisenden aus Deutschland und Mitarbeitern aus Afrika. Familienmitglieder wie seine Frau Ulrike Himmelheber und sein Sohn Eberhard Fischer waren wichtige Forschungspartner*innen. Besonders die Mitwirkenden aus Afrika wie lokale Übersetzer, Führer und Lastenträger waren aber – aufgrund ihrer Rolle in der Reise- und Forschungslogistik und im Hinblick auf das von ihnen vermittelte Wissen und ihre Mitarbeit beim Erstellen von Sammlungen und Dokumentationen – für den Erfolg der Reisen unabdingbar.
Daniela Müller
17.03.2023
Eberhard Fischer
Martin und Ulrike Himmelheber mit Barbara Fischer
Liberia, Nyor Diaple, Dan-Region, 1974/75
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FEF 493-30
Die wichtigsten langjährigen Mitarbeiter*innen von Hans Himmelheber waren nach dem Zweiten Weltkrieg zweifellos verschiedene Mitglieder seiner Familie, allen voran seine Frau Ulrike Himmelheber und sein Sohn Eberhard Fischer. Zusammen mit Ulrike Himmelheber, die selbst keine formelle ethnologische Ausbildung hatte, reiste er zwischen 1949 und 1976 fünf Mal nach Liberia und in die Côte dʼIvoire, wo die beiden in enger Zusammenarbeit gemeinsam forschten und bis in die 1970er Jahre gemeinsam publizierten.
Die Zusammenarbeit des Ehepaares fand über die Jahre auf verschiedenen Ebenen statt. Zuweilen teilten sich die beiden die Forschungsthemen untereinander auf, wie beispielsweise bei den Reisen in die Dan-Region in den 1950er Jahren, als Ulrike sich gesondert mit Frauen-, und Familienthemen sowie der sozialen Organisation der Dorfeinheiten in der Grenzregion der Côte dʼIvoire und Liberia beschäftigte, während die gemeinsame Forschung sich auf Themenbereiche wie Märchen und Geheimgesellschaften fokussierte. Basierend auf den Gesprächen mit Frauen über deren Leben und ihren eigenen Beobachtungen, die sie in ihren Tagebüchern festhielt, schrieb Ulrike Himmelheber das Buch Schwarze Schwester (1957). Zu ihren zwei ersten gemeinsamen Reisen in der Dan-Region Liberias und der Côte dʼIvoire verfasste das Ehepaar gemeinsam das Buch Die Dan (1958).
Das Ehepaar fertigte aber auch gemeinsame Dokumentationen an, wie etwa 1971, als sie den Werkprozess des Metallgiessers Ténéna Coulibaly in Korhogo beobachteten. Während Hans Himmelheber über Tage hinweg den Herstellungsprozess einer Metallmaske fotografierte, hielt Ulrike Himmelheber die Abläufe in schriftlicher Form fest. Diese Art der Zusammenarbeit ermöglichte eine dichte multimediale Dokumentation des Werkprozesses, die sowohl in Form der Bilder wie auch der genau notierten Abfolge der Arbeitsschritte in den gemeinsam publizierten Artikel einfloss. Auch wenn der An- und Weiterverkauf von ethnologischen Objekten auf den Reisen weitgehend die Domäne von Hans Himmelheber blieb, unterstützte Ulrike Himmelheber ihren Mann und übernahm beispielsweise die Beschriftung und Verzeichnung sowie das Verpacken der Objekte auf der ersten gemeinsamen Reise 1949/50 in Liberia. Auf dieser ersten gemeinsamen Reise fiel auch das Erstellen naturkundlicher Sammlungen primär Ulrike Himmelheber zu.
Vor allem in den späteren Jahren seiner Forscherkarriere wurde Hans Himmelhebers Sohn Eberhard Fischer, der später selbst Ethnologe wurde und von 1972 bis 1998 Direktor des Museums Rietberg Zürich war, zu einem wichtigen Mitforscher, Co-Autor und Co-Kurator. Eine erste gemeinsame Feldforschung im liberianischen Dan-Gebiet fand 1960 statt, als der damals 18-jährige Eberhard Fischer als Forschungsassistent erste eigene Feldforschungserfahrungen sammelte.
1974 reisten Vater und Sohn erneut gemeinsam nach Liberia und in die Côte dʼIvoire, diesmal in Begleitung ihrer Ehefrauen Ulrike Himmelheber und Barbara Fischer und von Hans Himmelhebers jüngstem Sohn Martin. Die Forschung war zu einer Familienangelegenheit geworden und die Forschungsresultate flossen in mehrere gemeinsame Publikationen und Ausstellungen ein.
Hans Himmelheber
Martin Himmelheber mit Eberhard und Barbara Fischer beim Filmen und Fotografieren
Liberia, Nyor Diaple, Dan-Region, 1975
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FHH 399-34Mehr Informationen
Himmelheber stellte in Deutschland auch mehrmals Assistenten an, die mit ihm mitreisten. Während seiner zweiten Reise durch die Côte dʼIvoire 1934 assistierte ihm der 19-Jährige Fotograf Martin Lippmann, der die fotografische Dokumentation der Reise übernahm. 1955 wurden Hans und Ulrike Himmelheber von Werner Schaufler, einem Präparator des Zoologischen Instituts der Universität Heidelberg begleitet. Dieser war für den Erwerb von zoologischen und naturkundlichen Objekten sowie allgemeine Hilfstätigkeiten zuständig, übernahm das Autofahren, fertigte Ton- und Filmaufnahmen an und fotografierte.
Lokale Mitarbeiter: Eine gemeinsame Wissensproduktion
Hans Himmelhebers Beziehung zu lokalen Mitarbeitern variierte im Verlauf seiner Forschungskarriere stark. Sie reichten von durch koloniale Machtverhältnisse geprägten Konflikten mit Lastenträgern bis zu langjährigen persönlichen und geschäftlichen Beziehungen und Forschungskollaboration. Himmelhebers Forschungskarriere erstreckte sich von der Kolonialzeit der 1930er Jahre über die Dekolonisierung bis in die Zeit nach der Unabhängigkeit der von ihm besuchten Länder. Die sich wandelnden Beziehung zu seinen einheimischen Mitarbeitenden spiegelten die Veränderungen zwischen Kolonie und Metropole. Himmelheber selbst reflektierte dies 1960 in einem Brief an seine Frau Ulrike, als er schrieb:
«Den Befehlston von früher gibt es gar nicht mehr. Alles geht freundschaftlich und so geht es genau so gut oder besser.»
Hans Himmelheber, HH.01-02.05, Brief vom 17.10.60.
Himmelheber nahm hier Bezug auf das grosse Machtgefälle zu den lokal rekrutierten Mitarbeitern, welches die Zusammenarbeit vor allem in den 1930er und frühen 1950er Jahren prägte.
Träger
Zu Beginn seiner Forschungs- und Erwerbstätigkeiten in den 1930er Jahren und bis in die 1960er Jahre, reiste Hans Himmelheber in vielen Fällen mit der Hilfe von lokalen Trägern, welche Proviant, Ausrüstung und die von ihm erworbenen Objekte transportierten. Manchmal trugen sie auch Himmelheber selbst.1
Diese Beziehungen waren immer wieder auch von Konflikten geprägt und die Verweigerung von Trägerdiensten konnte teilweise mit Sanktionen von Seiten offizieller Stellen einhergehen. Widerstand bei der Rekrutierung von Trägern ist bei Himmelhebers Reisen beispielsweise für Liberia im Jahr 1952 belegt. Der zuständige District Commissioner hatte ihm zur Trägerrekrutierung einen Soldaten zur Seite gestellt, nachdem im Ort Tapeta Männer geflüchtet waren, um den Trägerdiensten zu entgehen. Als sich etwas später auch im Dorf Kuibia das Anheuern von Trägern als schwierig erwies, liess Himmelheber den Soldaten allein im Dorf zurück, um Träger zu organisieren, was zu heftigen Konflikten mit der Dorfgemeinschaft führte. In einem Brief an seine Frau Ulrike beschrieb Himmelheber die weiteren Ereignisse folgendermassen:
«Nach einiger Zeit kommt der Soldat nach: sie hätten sich geschlagen mit ihm. Ich schicke ihn zurück, da er nun mal für die Träger da ist. Als wir etwa 2 Stunden marschiert sind, kommt er atemlos nachgerannt. Die Dörfler sind alle in den Busch geflüchtet. Er hat nämlich, was hier im District 3 angeblich Gesetzt ist, dem Häuptling die Last auf den Kopf gesetzt. Das darf man anscheinend, wenn er keine Träger beibringt, d.h. ein Soldat darfs. Dieser ist aber fortgerannt zum Clanchief nach Diala und will den Soldaten verklagen. Ich habe einen Report darüber zum Leutnant geschickt.»
Hans Himmelheber, HH.01-06.02, Teil 2, Brief an Ulrike Himmelheber, 28.11.52
Auch drei Jahre zuvor, als Hans und Ulrike Himmelheber 1949 ihre erste gemeinsame Reise nach Liberia durchführten, war die Beziehung zu den Trägern immer wieder von Spannungen, Misstrauen und Konflikten geprägt. Ulrike Himmelhebers Tagebuch der Reise gibt in teilweise heftiger Sprache Einblick in die Auseinandersetzungen, die sich zum Beispiel um die Weigerung der Träger drehten, gewisse Routen zu begehen oder ohne Ruhetag weiterzuarbeiten.4 Im Tagebuch wird auch hier sichtbar, dass eine Verweigerung der Trägerdienste sanktioniert werden konnte, auch wenn die Arbeit bezahlt wurde: So wurden einige Träger, die das Ehepaar gleich am ersten Tag ihrer Anstellung verlassen hatten, vom District Commissioner mit Geld- oder gar Körperstrafen belegt.5
Neben dem Transport von Gepäck und Sammlungsstücken erfüllten diese Träger auch verschiedene Rollen bei Himmelhebers wissenschaftlichen und geschäftlichen Tätigkeiten, indem sie – wie die Dolmetscher und andere Mitarbeiter auch – als Informationsquellen fungierten und Hans und Ulrike Himmelheber beim Erwerb von ethnologischen und zoologischen Objekten und dem Wissen über diese behilflich waren: Schon in seiner Dissertation, in welcher er über seine erste Reise in der Côte d'Ivoire 1933 schrieb, erwähnte Himmelheber, dass Träger für ihn «die Sachen in den Hütten aufstöberten und dann die Eigentümer darauf aufmerksam machten, dass [ihn] solche Dinge interessierten».6
Dolmetscher
Hans und Ulrike Himmelheber waren im Reisealltag und bei der Arbeit auf Übersetzer angewiesen. Diese wurden meist angestellt und bezahlt7 und oft entweder von lokalen Würdenträgern zur Verfügung gestellt8 oder von der Kolonialregierung9 oder von Missionaren10 vermittelt. Manchmal dolmetschten aber auch spontan die Anwesenden vor Ort. Die Aufgaben der Dolmetscher gingen über das reine Übersetzen hinaus. Sie knüpften Kontakte und vermochten durch ihre Erklärungen Gesehenes und Gehörtes oft überhaupt erst begreifbar zu machen.
Martin Lippmann
Hans Himmelheber und sein Übersetzer mit dem Künstler Kouassi Sossossi
Côte d'Ivoire, Baule-Region, Kuadiokro, 1935
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FHH 94-13Mehr Informationen
Der für Hans Himmelheber wohl bedeutendste lokale Mitarbeiter war der Liberianer George Tahmen. Über einen Zeitraum von 26 Jahren beeinflusste er Himmelhebers Forschung zur Dan-Region massgeblich mit, publizierte Artikel gemeinsam mit ihm und wurde zu einem langjährigen Geschäftspartner, der für Himmelheber ethnologische und zoologische Objekte ankaufte. Ulrike Himmelheber schrieb über ihn:
«Was war Tame? Ein nimmermüder, schlauer, aufopferungsfähiger, gerissener, gütiger, hochintelligenter junger Mann von etwa 22 Jahren, ein Interpret von genialer Einfühlung in die absonderlichsten Situationen, ein Mittler zwischen zwei völlig verschiedenen Denkweisen, ein profunder Kenner der alten Sitten und Gebräuche seiner Heimat, an denen er mit tiefer Liebe festhielt, ein begeisterter Erzähler, ein geschickter, anstelliger Handwerker, ein fideler Bursche und glänzender Kamerad. Ja das alles war Tame und womöglich noch mehr.»
Ulrike Himmelheber, Schwarze Schwester, 1957, S.27
Hans und Ulrike Himmelheber machten im März 1950 durch die Vermittlung der Mission in Garplay seine Bekanntschaft.12 Diese erste, kurze Zusammenarbeit bei der Tahmen für das Ehepaar dolmetschte, mündete in einem sporadischen Briefkontakt und entwickelte sich während einer längeren gemeinsamen Forschungsreise in der Côte dʼIvoire und Liberia 1955/56 zu einer Forschungsallianz und langjährigen persönlichen und geschäftlichen Beziehung. Bereits bei dieser Reise ging Tahmens Mitarbeit weit über die eines Übersetzers hinaus, denn er dokumentierte beispielsweise die Aufnahme in einen Geheimbund, fotografierte und machte Tonaufnahmen. Schon in den 1950er Jahren begann Tahmen ausserdem ethnologische und zoologische Objekte für Himmelheber zu kaufen.13
Himmelheber förderte die Karriere von Tahmen in Liberia, wohl vor allem durch Empfehlungen.14 Tahmen arbeitete ab 1959 im Bureau of folkways des Innenministeriums in Liberia, ab 1962 dann im Bureau of cultural affairs des Departments of Information and cultural affairs. Ab 1972, oder spätestens 1974 arbeitete er im Liberianischen Nationalmuseum als «Senior Research Officer, Object Classifier and Collector».15
Als Himmelheber und sein Sohn Eberhard Fischer 1960 eine längere Zeit in Tahmens Heimatdorf Nyor Diaple verbrachten, arbeiteten Himmelheber und Tahmen zusammen an einer Dokumentation der religiösen Vorstellungen des Dorfes und dokumentierten gemeinsam auch zum ersten Mal wissenschaftlich die gesellschaftliche Position der Wunkirle, der Besitzerinnen der grossen Löffel der Dan und Wè-Region.
Hans Himmelheber
George Tahmens Tante Doa, die Informantin für den Wunkirle-Artikel ihres Neffen war
Liberia, Nyor Diaple, Dan-Region, 1960
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FHH 301-29Mehr Informationen
Unbekannter Fotograf
George Tahmen auf Besuch bei der Familie Himmelheber
Heidelberg, 1960
Privatarchiv Susanne Himmelheber
In den darauffolgenden Jahren wurde der Austausch zwischen den beiden weniger intensiv, als sich Himmelhebers Forschungsinteressen vermehrt auf die Côte dʼIvoire verlagerten. Anfang der 1970er Jahre nahm George Tahmen schliesslich Kontakt zu Himmelheber auf, um ihm die Möglichkeit der Dokumentation eines Festes um die Jahreswende 1974/75 in Nyor Diaple anzubieten. Im darauffolgenden Jahr veranstaltete Tahmen in Nyor Diaple ein Initiationslager, welches Himmelheber finanziell unterstützte und nach einer längeren Verhandlung auch filmen durfte.
Eberhard Fischer
George Tahmen und Martin Himmelheber mit ihren Kameras
Liberia, Nyor Diaple, Dan-Region, 1974/75
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FEF 492-08
Der Jahrzehnte umspannende Briefwechsel der beiden Männer zeigt, neben einer zeitweise engen Beziehung und langjährigen Forschungsallianz, aber auch deutliche Ambivalenzen: Hans Himmelheber schätzte Tahmen zwar als wissenschaftlichen Mitarbeiter und kulturellen Vermittler und Tahmens Beziehung zu der Familie Himmelheber, besonders zu Ulrike Himmelheber, war freundschaftlich. Gleichzeitig war die Beziehung aber von Anfang an klar paternalistisch und von wirtschaftlichen und anderen Eigeninteressen geprägt. Die Tatsache, dass Himmelheber und Tahmen über viele Jahre geschäftliche Beziehungen zum Erwerb und Export von ethnologischen und zoologischen Objekten in Liberia pflegten, prägte und dominierte die Beziehung.
George Tahmen war nicht der einzige lokale Mitarbeiter, der im Auftrag von Hans Himmelheber Ankäufe tätigte, oder ihm bei den Ankäufen von ethnologischen und zoologischen Objekten behilflich war.
Es waren oft einheimische Mitarbeiter wie George Tahmen oder Henry Kratti, die entweder die Nachricht verbreiteten, dass Himmelheber Objekte erwerben wollte, oder diese direkt für ihn ankauften. So beschrieb Himmelheber beispielsweise, wie Henry Kratti, der 1952 für ihn dolmetschte, auch am Erwerb von Objekten beteiligt war:
«(Henry ist) ein Wundermann, ein geduldiger Dolmetscher, glänzender Beibringer von alten Sachen, der wirklich in jede Hütte geht und guckt, was da an der Wand hängt, und dabei ein Kenner der Kran und Gio, sodass ich mich auf dem Marsch dauernd mit ihm völkerkundlich unterhalten kann. Und nimmermüde!»
Hans Himmelheber, HH.01-06.02, Brief an Ulrike Himmelheber, 08.01.1952.
Beim Erstellen der naturkundlichen Sammlungen waren die lokalen Mitarbeiter ebenfalls auf vielerlei Arten beteiligt: So fingen Träger 1949 in Liberia für Ulrike Himmelheber Schmetterlinge und der Übersetzer Baua identifizierte Pflanzen für Ulrikes botanische Sammlung. Auch Tierschädel und anderen zoologische Spezimen wurden häufig von lokalen Mitarbeitern erworben und dann gegen Bezahlung an Himmelheber weitergegeben. Teilweise sandten sie die Objekte gegen einen finanziellen Vorschuss zu ihm nach Deutschland, teilweise bewahrten sie die Objekte bis zu seinem nächsten Besuch und rechneten anschliessend ab. Über die Jahre baute Himmelheber ein gut funktionierendes Netzwerk von Helfern auf, welche den Erwerb von zoologischen Objekten zu grossen Teilen für ihn übernahmen.17
Die einheimischen Mitarbeiter waren als Mitforscher und Informationsquellen von hoher Bedeutung für Himmelhebers Arbeit: sie filmten, fotografierten, machten Tonaufnahmen und erzählten. Lokale Partner und Mitarbeiter beeinflussten und formten Hans Himmelhebers Wissensproduktion zur Kunst Afrikas während seiner ganzen Forschungskarriere auf unterschiedliche und wichtige Weise. Sie beeinflussten, welche Objekte in seine Sammlungen gelangten, welche Ereignisse er miterleben und dokumentieren konnte und welche Informationen er erhielt.
Hans Himmelheber
Einer von Himmelhebers Assistenten macht Tonaufnahmen bei einer Maskenperformance
Liberia, Nyor Diaple, Dan-Region, 28.02.1976
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FHH 439-11Mehr Informationen
Hans Himmelheber
Einer von Himmelhebers Assistenten macht Tonaufnahmen bei einer Maskenperformance
Liberia, Nyor Diaple, Dan-Region, 28.02.1976
SW-Negativ, Fotoarchiv Museum Rietberg, FHH 425-2Mehr Informationen
1
Vgl. Oberhofer, Transportmittel der Mächtigen, in: Fiktion Kongo, 2020, S.72ff.
2
MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-06.02, Teil 2, Expeditionskorrespondenz, Brief an Ulrike Himmelheber, 25.11.52
3
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-06.02, Teil 2, Expeditionskorrespondenz, Brief an Ulrike Himmelheber, 28.11.52
4
Vgl. zB. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-02.02, Handschriftliches Tagebuch Ulrike Himmelheber, Eintrag vom 31.12.40 oder 14.01.50.
5
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-02.02, Handschriftliches Tagebuch Ulrike Himmelheber, Eintrag vom 16.01.50 und 23.01.50
6
Himmelheber, N-künstler, S. 72.
7
Für die lokalen Mitarbeiter auf Himmelhebers Reise durch die damalige Kolonie Belgisch Kongo Vgl. Oberhofer, Spannungsfeld, in: Fiktion Kongo 2020, S.37f.
8
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-02.02, Handschriftliches Tagebuch Ulrike Himmelheber, Eintrag vom 16.02.1950.
9
Himmelheber, N-künstler, 1935, S.4.
10
Die Vermittlung durch Missionare war beispielsweise bei George Tahmen der Fall.
11
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-02.02, Handschriftliches Tagebuch Ulrike Himmelheber, Eintrag vom 22.03.50.
12
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-02.02, Handschriftliches Tagebuch Ulrike Himmelheber, Eintrag vom 05. und 06.03.1950.
13
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.02-1958, Brief von George Tahmen an Hans Himmelheber vom 24.05.1958.
14
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, HH.01-02.05, Brieftagebuch der 8ten Reise, Brief an Ulrike Himmelheber, 17.10.1960.
15
Vgl. MRZ Schriftennachlass Himmelheber, Keine Inventarnummer, Lebenslauf von George Tahmen, 1974.
16
Himmelheber nannte seine Aufnahme in die Dorfgemeinschaft die "Erhebendste Stunde meines Lebens". Vgl. MRZ Schriftenarchiv, HH.01-02.05, Brieftagebuch der 8ten Reise, Brief an Ulrike Himmelheber, 02.11.1960.
17
Zu Hans Himmelhebers Handel mit zoologischen Objekten, vgl. die kommende Arbeit von Sarah Oechslin.