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Im Rahmen von GEOBEST2020+ können die Expertinnen und Experten des SED die kantonalen Behörden in allen Phasen eines Tiefengeothermieprojektes unterstützen. Dies umfasst sowohl die Bewilligungs- und Konzessionsphase als auch den Bau und Betrieb eines Projekts. Dazu gehören folgende Aktivitäten:
Definition von Anforderungen an das Risikomanagement für induzierte Seismizität bei Projekten in relevanten kantonalen Bewilligungen
Die Kantone legen die inhaltlichen Anforderungen für die Bewilligungs- und Konzessionsgesuche der Betreiber fest. Der SED kann den Behörden dabei helfen sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte des Risikomanagements für induzierte Seismizität in den wesentlichen kantonalen Verfahren berücksichtigt werden. Der SED wird sich mit dem Kanton bei der Entwicklung eines kantonspezifischen GEOBEST2020+-Workflows abstimmen, um die Aufgaben jedes beteiligten Akteurs (d. h. Betreiber, Kanton und SED) festzulegen sowie die Zusammenarbeit zwischen ihnen zu definieren.
Teilnahme an der GRID-Bewertung von Projekten
Der SED hat ein Screening-Tool namens GRID entwickelt, um das zu erwartende seismische Risiko im Zusammenhang mit einem Tiefengeothermieprojekt zu klassifizieren. GRID ist einfach zu handhaben und verwendet geologische, technische und soziale Informationen, die bereits vor Projektbeginn verfügbar sind. Die sich daraus ergebenden GRID-Kategorien enthalten spezifische Empfehlungen für die seismische Überwachung und den erforderlichen Grad der Risikobewertung und -steuerung für jedes Projekt. Drei unabhängige Parteien (z. B. Kanton, Betreiber und SED) sollten die GRID-Evaluierung durchführen und anschliessend ihre Ergebnisse in einer Sitzung gemeinsam diskutieren. Der Kanton kann dann spezifische Anforderungen für die Genehmigung formulieren, die auf einer objektiven Projektklassifizierung basieren.
Überprüfung der seismologischen Aspekte von Genehmigungs- und Konzessionsanträgen, die von den Projektbetreibern eingereicht wurden
Auf Wunsch des Kantons kann der SED die seismologischen Aspekte in allen Unterlagen prüfen, die dem Kanton im Zusammenhang mit dem geplanten oder laufenden Betrieb von Tiefengeothermieprojekten vorgelegt werden (z. B. Dokumente der Umweltverträglichkeitsprüfung, Bohr- und Prüfkonzepte, regelmässige Zustandsberichte u. a.). Der SED wertet die Unterlagen aus und gibt bei Bedarf Empfehlungen für weitere Untersuchungen ab.
Teilnahme an projektbegleitenden beratenden Expertengruppen
Idealerweise wird ein Tiefengeothermieprojekt über die gesamte Dauer seines Bestehens von einer Expertengruppe begleitet, die sich aus Fachleuten des Kantons, des Betreibers und des SED zusammensetzt und den Kanton in kritischen Projektphasen beraten kann.
Bereitstellung von unabhängigen, kantonspezifischen Informationen über Tiefengeothermie und Seismizität für die Öffentlichkeit
GEOBEST2020+ ermöglicht dem SED, der Öffentlichkeit unabhängige Hintergrundinformationen zur Geothermie und zu induzierter Seismizität zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise informiert der SED über diese Themen auf seiner Webseite, hält öffentliche Präsentationen, veröffentlicht Publikationen oder gibt den Medien Auskunft. Wenn sich Kantone für eine Zusammenarbeit mit dem SED in GEOBEST2020+ entscheiden, kann die SED-Webseite mit aktuellen kantons- und projektspezifischen Informationen ergänzt werden.
Koordination der öffentlichen Kommunikation über projektbezogene seismische Ereignisse mit dem Kanton
Gemäss Auftrags des Bundes informiert der SED die Schweizer Behörden, die Bevölkerung sowie die Medien über verspürte Erdbeben in der Schweiz und im grenznahen Ausland. In solchen Fällen veröffentlicht der SED rasch Informationen zum Erdbeben und beantwortet Medienanfragen. Bei induzierten Erdbeben in GEOBEST2020+-Partnerkantonen kann der SED sicherstellen, dass die kantonalen Behörden nahezu in Echtzeit (24/7) über ein solches Ereignis und die vom SED veröffentlichten Informationen unterrichtet werden. Ausserdem kann der SED Medienanfragen zu projektspezifischen Themen direkt an die richtige Stelle beim Kanton weiterleiten.