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Nur noch wenige Exemplare leben in der Drôme, der Durance, der Beaume und im oberen Teil des Doubs, dem französisch-schweizerischen Grenzfluss. Die Bezeichnung „roi“ hat keine Verbindung zum französischen Wort „König“; sie ist vielmehr vom französischen Adjektiv „roide“, was „steif“ bedeutet, abgeleitet. Da „roide Doubs“ kaum in der französischen Sprache artikuliert werden kann, entwickelte sich der Name zu Roi de Doubs.
Wie alle Spindelbarsche hat der rund zwanzig Zentimeter lange Fisch einen schlanken, spindelförmigen Körper. Der Roi du Doubs ist hellbraun bis grau gefärbt und hat einen weissen Bauch. Der tagsüber träge Fisch ist nachtaktiv, lebt auf dem Gewässergrund und ernährt sich von verschiedenen Bodentieren. Er erreicht ein Lebensalter von rund 3,5 Jahren.
In der Schweiz leben offenbar nur noch 52 Exemplare dieses Fisches. Er steht daher auf der Roten Liste und ist durch die Berner Konvention geschützt. Seit Jahren reduziert sich der Bestand dramatisch. Die Schweiz und Frankreich taten bisher wenig, um diesem Missstand entgegen zu wirken. Pro Natura, der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) und der WWF Schweiz werfen den zuständigen Behörden der Schweiz und Frankreichs vor, tatenlos dem Aussterben des Roi du Doubs zuzuschauen.
Mit der Ernennung des Roi du Doubs zum Fisch des Jahres 2013 will der SFV die Öffentlichkeit auf das drohende Aussterben dieses seltenen Fisches aufmerksam machen, obwohl das Tier für die Fischerei eigentlich uninteressant ist. Als Bioindikator zeigt es aber den schlechten Zustand der Wasserqualität eines Lebensraums auf.
Für den Schweizerischen Fischverband (SFV) ist es ein Drama, das von der Öffentlichkeit und der Politik kaum wahrgenommen wird.
Der Fischerei-Verband fordert dabei vehement, dass mit verschiedenen grundlegenden Massnahmen dem Aussterben des Roi du Doubs begegnet wird. Das drohende Aus ist ein Drama, das von der Öffentlichkeit und der Politik kaum wahrgenommen wird. Obwohl der Doubs durch eine der schönsten Landschaften fliesst, lässt unter anderem die Wasserqualität sehr zu wünschen übrig. So verursachte 2009 im französischen Grenzfluss eine verheerende Pilzerkrankung ein dramatisches Fischsterben. Chemische Rückstände, Jauche aus der Landwirtschaft, Deponien und der Eintrag von Nährstoffen verursachen eine bedrohlich hohe Schadstoffkonzentration. Dieser muss vehement und nachhaltig entgegengewirkt werden. So sind beispielsweise auch die Gewerbebetriebe entlang des Doubs dazu anzuhalten, die gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften zu beachten.
Überdies müssen die starken Wasserschwankungen im Fluss unbedingt reduziert werden, weil sie für Jungfische tödlich sind und die natürliche Fortpflanzung verhindern. Mittags lassen die Kraftwerke mehr Wasser durch die Turbinen, während sie später auf ein Minimum reduziert werden. Weiter muss mit Fischtreppen und Fischpässen dafür gesorgt werden, dass der Doubs Fischwanderungen ermöglicht.
Zwar gibt es mittlerweile einen behördlichen Zustandsbericht (von Bund und den Kantonen Jura und Neuenburg) über den Doubs, aber es fehlen echte Revitalisierungsmassnahmen für den Fluss. Es müssten baldmöglichst Taten und nicht nur Worte zu seiner Rettung folgen. Die Erholung des Doubs, die Erhaltung des einzigartigen Biotops und damit auch der Fortbestand des Roi du Doubs müssen im Sinne von Nachhaltigkeit des Ökosystems dieses Grenzflusses rasch und wirksam eingeleitet werden. Es bleibt zu hoffen, dass mit der Ernennung des Roi du Doubs zum Fisch des Jahres 2013 endlich jene Verbesserungen realisiert werden, die zur Erhaltung dieser und anderer gefährdeter Fischarten ebenso wie der gesamten wunderschönen und wertvollen Flusslandschaft mit ihren vielfältigen Ökotypen notwendig sind.