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Das Familiendrama «Shoplifters» des Japaners Kore-Eda Hirokazu (55) hat am Samstagabend am Filmfestival in Cannes die Goldene Palme gewonnen.
Der Filmemacher erzählt von einer Familie, die aus Einzelgängern und Aussenseitern besteht: Das Ehepaar Osamu (Lily Franky) und Nobuyo (Sakura Ando), er arbeitet auf dem Bau, sie in einer Wäscherei. Dann gibts die Grossmutter, die jüngere Aki, die sich vor Glasscheiben für andere Männer auszieht, und den Jungen Shota, der mit der Vaterfigur Osamu immer wieder auf Beutezüge geht und in Supermärkten und kleineren Läden allerlei mitgehen lässt.
Regisseur Kore-Eda Hirokazu sprengt den konventionellen Familienbegriff in der hermetisch geschlossenen Architektur des japanischen Heims - wer gehört zu wem, wer ist mit wem verwandt? Bereits 2013 hat der Japaner den Jurypreis für seinen einfühlsamen Film «Like Father, Like Son» an den Filmfestspielen in Cannes gewonnen.
Jurypräsidentin des 71. Internationalen Filmfestivals war in diesem Jahr die australische Schauspielerin Cate Blanchett.
Die offizielle Preisverleihung ging erstmals am Samstagabend, anstatt wie bisher an einem Sonntag über die Bühne. So werde dem Abschlussfilm mehr Prestige und Aufmerksamkeit in den Medien verschafft, erklärte die Festivalleitung im Vorfeld. Das Filmfestival wurde deshalb auch einen Tag früher eröffnet, so könne auch eine weitere Galavorführung vor dem ersten Festivalwochenende stattfinden.