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Die längsten Amtszeiten
Als Premierminister Shinzo Abe 2006 nach nur einem Jahr im Amt aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, galt er als Fehlbesetzung. Ein Mann, der dem Stress dieser verantwortungsvollen Aufgabe nicht gewachsen war und den die Geschichtsbücher nur ganz kurz erwähnen würden. In Japan ist dies nichts Ungewöhnliches. So folgten auf Abe fünf weitere Kurzzeit-Premiers. Im Dezember 2012 gab Abe schliesslich ein Comeback, mit dem kaum jemand gerechnet hatte. Er wurde zum zweiten Mal Regierungschef.
Für die zerstrittene Liberaldemokratische Partei war er der kleinste gemeinsame Nenner. Doch Abe war dieses Mal vorbereitet. Inzwischen sind zweieinhalb Jahre vergangen und Abe ist immer noch im Amt. Zwei Unterhauswahlen hat er mit seiner Partei gewonnen. Seine Zustimmungsraten sind seit seinem zweiten Amtsantritt überdurchschnittlich hoch geblieben.
Seit gestern nun ist er schon, die erste Amtszeit miteinberechnet, über 1242 Tage Premierminister von Japan, wie NHK News berichtet. Damit hat er seinen Grossvater Nobusuke Kishi, der von 1957 bis 1960 Premier war, überholt. «Es ist nicht wichtig, wie lange man im Amt ist, sondern was man in seiner Zeit erreicht hat», war Abes kurzer Kommentar.
Die Längsten
Nur noch fünf weitere Männer waren nach dem Zweiten Weltkrieg noch länger Regierungschef. Es sind dies Hayato Ikeda (1575 Tage, 1960 bis 1964), Yasuhiro Nakasone (1806 Tage, 1982 bis 1987), Junichiro Koizumi (1980 Tage, 2001 bis 2006), Shigeru Yoshida (2616 Tage, 1946 bis 1947 und 1948 bis 1954) und schliesslich der bis heute ungeschlagene Eisaku Sato, der zwischen 1964 und 1972 Premier war und exakt 2798 Tage amtete.
In Japans politischem System sind acht Jahre als Regierungschef eine halbe Ewigkeit. Nur gerade vier waren fünf Jahre Regierungschef. Selbst eine volle Amtszeit von vier Jahren zu überstehen, ist eine beachtliche Leistung.
Da Shinzo Abe erst gerade im vergangenen Dezember mit seiner Partei die zweite Unterhauswahl gewonnen hat, bleiben ihm theoretisch noch dreieinhalb Jahre. Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass Abe in dieser Rangliste der Langzeit-Premiers noch weiter aufsteigen und Personen wie Ikeda, Nakasone oder Koizumi überholen wird. Zu fest sitzt er zurzeit im Sattel. Eines ist sicher: Eine historische Randnotiz ist er bestimmt nicht mehr.
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