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Le château vers 1880, peint par Florence d'Ersu d'après un tableau de Landerset
Das heutige Herrenhaus de Diesbach gehört zur ersten Generation der freiburgischen Herrenhäuser. 1573 verkaufte es Hentzo Heymoz an Daniel Thurs, der es wahrscheinlich 1577 restaurieren liess. Diese Jahrzahl 1577 findet sich auf drei Kacheln im Gang des Erdgeschosses. Im folgenden Jahr verkaufte er es seinem Schwiegersohn Pierre Odet de Patri. Die auf dem Sturz der Eingangstüre sichtbare Jahrzahl 1656 würde den Arbeiten entsprechen, die vom Kanzler Protais d'Alt, Ehemann der Besitzerin Anne-Marie Odet unternommen wurden. Damals wurden der viereckige Treppenturm, die nord-östliche Hälfte des ersten Obergeschosses und wahrscheinlich das ganze zweite Obergeschoss neuerbaut. Die Ausrichtung der Fassadenöffnungen erfolgte durch die Änderung jener des Erdgeschosses. Die Innenausstattung wurde zweifellos vollständig erneuert. Ein Teil der Schreinerarbeiten, der Böden aus Terrakotta und des Dekors - es handelt sich namentlich um Schablonenmalereien - zeugen noch von dieser Renovation des 17. Jh. Anfangs folgenden Jahrhunderts wurde das Herrenhaus durch Francois-Joseph-Nicolas d'AIt (1689-1750) und seinen Sohn François-Jacques d'Alt (17251791) dem Zeitgeschmack angepasst. Die der Mode nicht mehr entsprechenden Malereien aus Arabesken, Geflechten und Laubwerken wurden unter Getäfel oder Deckenverschalungen verborgen oder übermalt. Die Fenster des Obergeschosses wurden vergrössert, um die nunmehr weissen Zimmer mit ihrem schönen Mobiliar, den Porträts und den kolorierten Stichen zur Geltung zu bringen. Das überschwängliche Dekor des Barocks mit seinem horror vacu/ war nicht mehr aktuell. Verbreiterte, zweiflügelige Türen, Parkette und Wandgetäfel, Wandteppiche, Einbau- und Eckschränke, Kamine mit Marmoreinfassungen, Kachelöfen ergeben eineAusstattung, welche den neuen Vorstellungen betreffend Komfort entspricht. Im 19. Jh. begnügt man sich hingegen damit, die Wohnräume durch das Anbringen einiger Papiertapeten der Mode anzupassen. 1909 beauftragte der Graf Raoul de Diesbach den Architekten Ernest Devolz (1878-1945) mit der Renovation des Hauses. Dieser hatte im Büro von Leon Hertling gearbeitet und sich eben selbständig gemacht. Stark beeinflusst durch die regionale Architektur und die Stilrichtung des Heimatstils begnügte sich der Architekt damit, das Bauwerk und seine Ausstattungen nicht anzutasten, sondern lediglich instand zu stellen. Er richtete ein Badezimmer ein und erhöhte das Treppenhaus, um ihm das Aussehen eines richtigen Treppenturms zu geben. Die neuen Funktionen wurden in einem neuen östlichen Anbau, welcher die ehemaligen Latrinen ersetzte vereinigt.
Diese Renovation von 1910, welche zeitlich mit der Renovation der Kirche und des Kreuzganges von Hauterive (1903-1913) zusammenfällt, ist ein wichtiges Datum in der Geschichte der Denkmalpflege. Raoul de Diesbach und sein Architekt waren gemeinsam besorgt, nicht nur die Qualitäten des ursprünglichen Baus zur Geltung zu bringen, sondern diesen auch entsprechend einem modernen Verständnis der Denkmalpflege sozusagen als Palimpsest zu behandeln. Mit seinem Park und seinen 1911 angelegten zwei Gärten ist das von Architekten Georges RhaIly 1994 sorgfältig restaurierte Herrenhaus Bürglen Bourguillon ein wesentlicher Zeuge der Freiburger Wohnkunst vom 16. bis zum 21. Jh.
Bibliographie