Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03347.jsonl.gz/1316

200 Millionen Dollar pro Jahr für intelligente Software, dafür ein Drittel weniger Angestellte?
Laut einem Bericht der indischen Wirtschaftszeitschrift 'The Economic Times'
steckt Wipro gegenwärtig rund 200 Millionen Dollar pro Jahr in die Entwicklung neuer Softwareplattformen, die menschliche Arbeitskraft ersetzen sollen. Diese Lösungen sollen maschinelles Lernen und andere kognitive Technologien integrieren, um den Automatisierungsgrad für diverse Dienstleistungen stark zu erhöhen. Dabei geht es vor allem um repetitive Tätigkeiten, bei denen Menschen keinen grossen Mehrwert generieren können, zum Beispiel Routineanfragen an Helpdesks, Softwaretests oder die Überwachung von Rechenzentrumsinfrastruktur.
Ein Teil der neuen Lösungen soll Kunden angeboten werden, ein Teil soll es aber dem drittgrössten indischen Softwarehersteller auch ermöglichen, seine eigenen Services mit weniger menschlichen Arbeitskräften anzubieten. Wipro selbst setze beispielsweise für seinen internen Helpdesk bereits ein solches System ein.
Dazu passt auch ein Artikel der 'Economic Times' von Ende September. Wipro-Manager, die allerdings anonym bleiben wollten, erklärten damals, dass das Unternehmen einen umfassenden Restrukturierungsplan gestartet habe
. Dieser sehe vor, die Zahl der Angestellten innert drei Jahren um nicht weniger als rund ein Drittel zu reduzieren, von jetzt rund 150'000 auf noch etwa 100'000. Wipro plane, dies ohne Entlassungen zu erreichen, indem scheidende Angestellte nur noch "selektiv ersetzt" werden. Wie stark die Stellenzahl reduziert werden könne, hänge davon ab, wie erfolgreich die Einführung von automatisierten Lösungen sei. Dieser Bericht wurde aber von Wipro nicht bestätigt oder kommentiert. (hjm)