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Warning Shot ist ein TV-Film aus dem Jahr 1967 mit David Janssen als Polizeiseargent, der einen Mann erschiesst, weil dieser angeblich mit einer Waffe auf ihn gezielt haben soll. Der Tote ist ein in der Stadt bekannter und hochgeschätzter Doktor – und die angebliche Waffe konnte nie gefunden werden. Unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung rechechiert Seargent Valens um seinen Namen wieder reinzuwaschen und stösst auf Ungereimtheiten. Buzz Kulik, der unter anderem bei Hunter mit Steve McQueen und Villa Rides aber insbesondere bei vielen TV-Projekten Regie geführt hat.
La-La Land bringt Warning Shot, den richtigen Score, hier als Premiere heraus. Zuvor gab es lediglich eine LP mit Arrangements von Si Zentner, der Goldsmiths Musik für seine Big Band umarrangierte. 6 Stücke stammten dabei aus Warning Shot, wobei eigentlich nur das Titelthema wirklich nach Goldsmiths Filmmusik klingt. Dazu gesellte Zentner den „Von Ryan March“, „Theme from The Prize“, „A Patch of Blue“ und „The Man from U.N.C.L.E.“, teils fast schon unheimlich verfremdet. Dieses LP-Programm findet man auch auf der CD, so quasi als Bonus.
Der Score beginnt mit dem jazzigen „Main Title (Theme from Warning Shot)/Foggy Night“, geschrieben für E-Gitarre, E-Orgel, Bass, Schlagzeug, Blech und Saxophone – Goldsmith verwendete für Warning Shot lediglich ein 18 Mann Ensemble.
Zwar behält Goldsmith das bluesig-jazzige Ambiente bei, doch zeigen einige seiner Tracks durchaus auch avantgardistische Anflüge im instrumentalen Bereich (sicher geschuldet der geringen Anzahl Musiker, mit der der Komponist schon zu frühen TV-Zeiten bestens umzugehen wusste), aber auch durch die Verwendung des Novachords, eines frühen Synthesizers (zu hören u.a. in „The Shot“ und „The Gasser“). Das Bluesfeeling kommt in Teilen diverser Tracks durch, auch ist Goldsmiths Solotrompete, die er später in Chinatown so meisterhaft für den Einzelgänger einsetzte, zu vernehmen, während andere Stücke wie etwa „Downtown Meeting“ mehr in Richtung Jazzswing gehen.
Eine gelungene Variante des Titelthemas wird im letzten Teil von „Joanie Walks Out“ gespielt, umwerfend schön dann die Trompete unterstützt von der elektronischen Orgel in „Ruston’s Office Locked“. In „Finale“ wird es von einem melancholisch klingenden Saxophon vorgetragen ehe Flöte, Gitarre und Harfe in das filmmusikalische Ende führen.
Ein deftiges Stück Actionmusik wird in „Valens Gets Messed Up“ gezeigt, in dem Goldsmith eine unglaubliche Energie aus seinem kleinen Ensemble herausholt. Mehr Suspense geladen sind „The Gasser“ und der rhythmisch knackige Track „A Little More Time“.
Warning Shot ist ein richtiges Kleinod nicht nur für absolute Fans des Komponisten, das in seinen 30 Minuten Länge (abzüglich des Loungetracks „Tel Aviv Brass (Mona Lisa“) gerade richtig ausgeführt wird. Wer ein Faible für jazzig-bluesige Filmmusikklänge hat, dürfte an diesem Score durchaus Gefallen finden. Ich hätte allerdings ohne die Si Zentner Arrangements leben können, aber janu, so sind sie eben auch noch dabei – und müssen ja nicht abgespielt werden.