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(Bradypus L.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Zahnlücker
[* 4] (Edentata) und der Familie
der Faultiere (Bradypoda), gedrungen gebaute Tiere mit rundem, affenähnlichem Kopf, kleinem Mund, kleinen Augen und Ohren, verhältnismäßig
langem Hals, kaum sichtbarem Schwanzstummel und drei gewaltigen Sichelkrallen an den Extremitäten, von denen die vordern
bedeutend länger sind als die hintern. Das Gebiß besteht aus fünf cylindrischen Backenzähnen in jeder
Reihe, Schneidezähne fehlen vollständig.
Der Körper ist mit langen, dürren Haaren bedeckt, welche den Strich von der Bauchseite nach dem Rücken zu haben. Die Faultiere
leben als unbehilfliche Baumtiere in den großen Urwäldern der feuchten NiederungenSüdamerikas, höchstens zu einer Familie
von wenigen Mitgliedern vereinigt. Sie sind äußerst träge, beharren stumpfsinnig in gleicher Stellung,
den Leib nach unten gerichtet, in den dichtesten Baumkronen, an einem Ast hängend, klettern langsam, aber ziemlich geschickt,
während sie auf der Erde sich nur schwerfällig fortbewegen.
Sie leben von Blättern und Früchten, lecken den Tau und hungern unter Umständen sehr lange; ihre Sinne
sind stumpf, und besonders das Auge
[* 5] ist blöde und ausdruckslos. Ihre geistigen Fähigkeiten sind gering, und die Mutter bekümmert
sich kaum um das eine Junge, welches sie wirft. Bei der Verteidigung umklammern sie den Feind, pressen ihn mit großer Gewaltan sich und halten ihn tagelang fest. Sie sind gegen Verwundungen sehr unempfindlich und bekunden
selbst gegen Pfeilgift große Lebenszähigkeit.