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Projekt: Code-Mixing im Tuatschin
Die rätoromanische Varietät der Val Tujetsch ist, wie die anderen rätoromanischen Varietäten auch, durch einen intensiven und langjährigen Kontakt mit den deutschen Varietäten Schweizerdeutsch und Standarddeutsch geprägt. Das Deutsche und auch die surselvische Standardvarietät sind längst Teil der tuatschinen Alltagssprache, wobei verschiedene Sprachmischmechanismen unterschiedliche soziolinguistische sowie psycholinguistische Funktionen zu erfüllen scheinen. Doch was kann noch als Code-Mixing, und was schon längst als romanisch bezeichnet werden? In Zusammenarbeit mit dem SNF-Projekt „The morphosyntax agreement of Tuatschin“ und durch weitere Unterstützung des Instituts für Kulturforschung Graubünden werden in diesem Projekt verschiedene Formen und Motivationen von Code-Mixing während des Spracherwerbs und im Erwachsenenalter miteinander verglichen. Dabei wird es zuerst aber eine Kernaufgabe sein, neue statistische und auf die Gebrauchsnorm beruhende Methoden zu entwickeln, um Code-Mixing überhaupt von (für den jeweiligen Sprechenden) integrierten Entlehnungen zu unterscheiden. Die Anwendung dieser Methoden auf generationenübergreifende Sprachdaten soll das Kontinuum des Entlehnungsprozesses in Hinblick auf verschiedene soziolinguistische und grammatische Kontexte veranschaulichen und Einblicke in den Sprachwandelprozess des Rätoromanischen ermöglichen.