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Die allermeisten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stufen ihre eigene Gesundheit als gut bis ausgezeichnet ein. Gemäss der HBSC-Studie (Health Behavior in School-aged children) stufen innerhalb der Altersstufe von 11–15 Jahren jüngere Kinder ihre Gesundheit tendenziell besser ein (siehe Grafik G4.1) als ältere Kinder. Im Alter von 15 Jahren nehmen 14% ihre Gesundheit als «einigermassen gut» und 2% als «schlecht» wahr. Diese Anteile haben sich in den letzten vier Jahren nur leicht verändert (HBSC, Grafik G4.1). Gemäss HBSC-Studie nehmen Mädchen ihren Gesundheitszustand als schlechter wahr als Jungen; so haben 2018 nur 86% der Teilnehmerinnen der Studie, aber 91% der Teilnehmer ihren Gesundheitszustand als gut oder ausgezeichnet eingestuft. Eine europäische Studie zu gesundheitsbezogener Lebensqualität, die auch Schweizer Kinder einschloss, zeigte diese Altersabhängigkeit und Genderdifferenzen in der Wahrnehmung der eigenen Gesundheit bei den 11–15-Jährigen ebenfalls (Bisegger et al., 2005). Der Gender-Unterschied wird ab 14 Jahren bei Jugendlichen auch durch die deutsche KiGGS-Studie bestätigt.
Laut der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) nehmen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren ihre Gesundheit in rund 95% als gut oder sehr gut wahr. Nur etwa 4% beurteilten ihren Gesundheitszustand als «mittelmässig» und knapp 1% als «schlecht» (SBG 2017; siehe Kapitel Psychische Gesundheit). Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund oder tiefem Sozialstatus schätzen den allgemeinen Gesundheitszustand tiefer ein als andere (Poethko-Müller et al., 2018). Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) 2017 attestieren auch die allermeisten Eltern (97%) ihren Kindern einen (sehr) guten Gesundheitszustand. 3,3% der befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer lebten mit einem 0–14-jährigen Kind mit schlechtem bis sehr schlechtem Gesundheitszustand im gleichen Haushalt.
Wenngleich die Einschätzungen der Gesundheit von Kindern durch sie selbst und ihre Eltern häufig in die gleiche Richtung gehen, weist die Literatur dennoch auch auf unterschiedliche Einschätzungen hin (Gothwal,Bharani & Mandal, 2018; Pardo-Guijarro et al., 2015; Qadeer & Ferro, 2018). So bewerten beispielsweise deutsche Eltern die Gesundheit ihrer Töchter im Alter bis zu zehn Jahren höher ein als die ihrer Söhne, obwohl die Selbsteinschätzungen der Kinder auf eine gegenteilige Tendenz hinweisen (Poethko-Müller et al., 2018). Es scheint daher unabdingbar, Kinder und Jugendliche selber ihr Wohlbefinden und ihren Gesundheitszustand einschätzen zu lassen, um valide Daten zu erhalten.
Die subjektive Einschätzung des allgemeinen Gesundheitszustands von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist abhängig von ihrem Alter und Geschlecht sowie vom Sozialstatus der Eltern. Die Einschätzung der Eltern weicht häufig von den Selbsteinschätzungen ihrer Kinder ab.