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Christian Müntener, Senior Manager
Nuklearforum. Das FIRST-Programm ist Teil der Bemühungen der USA, die Klimakrise anzugehen und globale Zusammenarbeit zu fördern. Die Regierung investiert USD 5,3 Mio. in das Programm und bietet ein aus zehn Modulen bestehendes kollaboratives Schulungs- und Kapazitätsaufbauprogramm an. Das Programm nutzt die mehr als 60-jährige Erfahrung und Expertise der USA in der Kernenergie. Dabei werden die spezifischen Bedürfnisse der Partnerländer berücksichtigt und Experten aus verschiedenen Bereichen wie der Wissenschaft, Industrie, Nichtregierungsorganisationen und nationalen Labors hinzugezogen. Das Ziel von FIRST ist es, durch technische Zusammenarbeit die Entwicklung der nuklearen Infrastruktur aufzubauen, um spezifische Probleme beim Einsatz von SMR anzugehen und eine Grundlage für die weitere bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie zu schaffen. Denn im Gegenzug erhoffen sich die USA Exportmöglichkeiten für die Nuklearindustrie in die Partnerländer. Einige amerikanische Unternehmen arbeiten derzeit an der Entwicklung von SMR-Reaktoren, wie zum Beispiel NuScale und das von Bill Gates gegründete TerraPower.
Die Unterstützung von FIRST umfasst einen frühen Dialog auf Expertenebene zwischen den USA und einem interessierten Partnerland. Dieser Dialog bietet den Partnerländern die Möglichkeit, ihre Prioritäten beim Aufbau von Kernenergiekapazitäten auszutauschen, die technische Unterstützung zu besprechen, die sie von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und anderen multilateralen und bilateralen Partnern erhalten haben, und sich über das gesamte Spektrum der Unterstützung beim Kapazitätsaufbau durch FIRST zu informieren. Experten aus beiden Ländern arbeiten zusammen, um einen massgeschneiderten Plan für die Einbeziehung der Projektbeteiligten zu entwickeln, der die geeigneten Schulungen, Workshops, Webinare, Studienreisen und andere Mittel identifiziert, um Lücken zu schliessen und auf bestehenden Bemühungen aufzubauen.
Zum FIRST-Programm gehört auch das Projekt «Phoenix». Es bezweckt den Ersatz von Kohlekraftwerken in Europa und Eurasien durch SMRs in Form von technischer Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, ob ein solcher Reaktor in Frage kommt.
Aktuell fast 20 Partnerländer
Derzeit nutzen fast zwanzig Partnerländer das FIRST-Programm, um ihre Kernenergieprogramme aufzubauen oder zu erweitern und um den Bedarf an sauberer Energie unter Einhaltung der höchsten Standards für nukleare Sicherheit zu decken.
Einige Beispiele:
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NuScale hat das erste internationale NuScale Energy Exploration Center (E2-Center) in Rumänien an der Polytechnischen Universität Bukarest eröffnet. Der simulierte Kontrollraum eines VOYGR-SMR-Kraftwerks dient zur Ausbildung von Nuklearexperten, -technologen und -betreibern und soll zum Drehkreuz für den Einsatz von SMRs in Europa werden.
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In der Zusammenarbeit mit der Ukraine geht es um die Herstellung und Nutzung von Wasserstoff und Ammoniak für die Düngemittelproduktion in industriellem Massstab mit Hilfe von SMR. Ziel ist die erstmalige Durchführung eines Pilotprojekts zur grosstechnischen Herstellung sauberer Brennstoffe aus SMR unter Verwendung der Festoxid-Elektrolyse.
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Estland nutzt das FIRST-Programm, um eine fundierte Entscheidung über die Einbeziehung der Kernenergie in Estlands Energiemix zu treffen. «Wir müssen zunächst herausfinden, welche Chancen die Kerntechnologie bietet, und uns der damit verbundenen Verantwortlichkeiten und Pflichten bewusst sein. Da Estland keine Erfahrung mit der Nutzung nuklearer Technologie hat und es dem Land an Fachkenntnissen auf dem jeweiligen Gebiet mangelt, ist die Unterstützung der amerikanischen Regierung in diesem Prozess sehr notwendig und willkommen», sagte Umweltminister Erki Savisaar.
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Die USA haben mit Indonesien eine strategische Partnerschaft zur Bewertung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit des geplanten Kernkraftwerks in West-Kalimantan auf der Insel Borneo geschlossen. Dazu gehören ein Standortauswahlplan, die Planung des Kraftwerks und des Stromnetzes, eine vorläufige Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung, eine Risikobewertung, eine Kostenschätzung und eine Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden.
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Die Kernkraftwerksbetreiberin Slovenské elektrárne (Slowakei) hat mit weiteren Unternehmen aus dem Energiesektor eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet. Sie wollen die Entwicklung von SMR unterstützen und mit einer Machbarkeitsstudie die Eignung von SMR für die Slowakei prüfen. Zuschüsse zur Finanzierung der Studie sollen bei der amerikanischen Regierung im Rahmen des First-Programms beantragt werden.
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Partnerschaften bestehen ausserdem etwa mit Projekten in Kenia, Ghana, Thailand und Malaysia.
Aus Sicht der amerikanischen Regierung ist das FIRST-Programm ein wichtiger Schritt in Richtung einer sauberen und sicheren Energiezukunft. Es biete eine Möglichkeit für Länder, ihre Kernenergiekapazitäten aufzubauen oder zu erweitern und dabei höchste Standards für nukleare Sicherheit, Sicherung und Nichtverbreitung einzuhalten. Es fördere auch die Zusammenarbeit zwischen Ländern und Experten aus verschiedenen Bereichen, um gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft zu arbeiten. Für die Schweiz würden sich bei diesem Programm etwa Möglichkeiten der Forschungskooperation eröffnen.
Verfasser/in
Stefan Diepenbrock, Leiter Kommunikation, Nuklearforum Schweiz