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Der niederländische Künstler Robert Driessen hat sich im Magazin «Spiegel» dazu bekannt, in den Jahren 1998 bis 2008 rund 1300 Skulpturen des Schweizer Bildhauers und Malers Alberto Giacometti (1901 bis 1966) gefälscht zu haben - mehr als doppelt so viele, wie von diesem Künstler selbst stammen. Originale erzielen auf dem Kunstmarkt Preise in zweistelliger Millionenhöhe.
2009 waren gefälschte Giacometti-Skulpturen in Frankfurt am Main und Mainz beschlagnahmt worden, und die deutschen Mittelsmänner, die die Skulpturen in Umlauf gebracht hatten, wurden verhaftet. Sie wurden vom Landgericht Stuttgart wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges zu neun beziehungsweise zu sieben Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Stuttgart konnte damals jedoch nicht feststellen, von wem die Fälschungen stammten.
Der «Spiegel» traf Robert Driessen nun in Thailand, wo der 54-Jährige ein Café betreibt. «Es ist nicht schwierig, Giacomettis zu machen», behauptet der Fälscher. Die Ermittlungen gegen ihn laufen, die deutschen Behörden können aber eine Auslieferung aus Thailand nicht beantragen, weil Driessen kein deutscher Staatsbürger ist.
«Die Kunstwelt ist verrottet», sagt Driessen. «Wer glaubt, für 20'000 Euro einen echten Giacometti kaufen zu können, verdient es, hinters Licht geführt zu werden.»
(tno)