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(jo) Matthäus-Evangelium: «Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: «Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.» Sie finden den Stern in Bethlehem, wie sie es von Herodes gehört hatten, der über einem Haus stehen blieb, wo sie das Jesus-Kinde und Maria fanden. Sie fielen vor ihm nieder, beteten es an und beschenkten das Kind mit ihren Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe. Das Erscheinen der Weisen (Epiphania) aus dem Morgenland am 6. Januar hat die Fantasie der Christenheit enorm beflügelt. Es gehört zum Weihnachtsfest (das seit dem vierten Jahrhundert gefeiert wird) mit dazu.
Die Heiligen Drei Könige
An der VHS Steckborn stellte Margrit Früh, Frauenfeld, am vergangenen Donnerstag die Legenden um die «Weisen aus dem Morgenland» unter einem besonderen Aspekt vor. Ihr Thema: «Die Heiligen Drei Könige: Ihr Bild im Laufe der Jahrhunderte>>. Wie wurden die drei Weisen aus dem Morgenland - die Bezeichnung «Könige» kam erst später auf - gesehen, was war den Kunstschaffenden in den Jahrhunderten bis heute hin wichtig, was wollten sie ausdrücken? Margrit Früh sagte, dass sie sich bei ihren Erklärungen auf die Bibel stützen würde. So fragen die Weisen in Jerusalem nach dem «neugeborenen König der Juden». Was Herodes einen ziemlichen Schrecken einjagt. Er sagt den Weisen, dass dieser König in Bethlehem geboren sei, sie sollten ihn finden und auf dem Rückweg Herodes Bericht erstatten, denn auch er wolle den König anbeten. (Als sie nicht zurückkommen, ein Engel hatte sie davor gewarnt, wurde von diesem der «Kindermord von Bethlehem» begonnen und damit die Flucht Maria und Josephs mit dem Kind nach Ägypten).
Darstellungen der Heiligen Drei Könige
Da im Matthäus-Evangelium nur von den «Weisen aus dem Morgenland» gesprochen wurde. aber keine Zahl genannt wird, wurden teilweise auch vier Weise dargestellt. Wie etwa in dem sehr schönen Ingeborg-Psalter, der um 1200 für Ingeborg von Dänemark, Ehefrau des französischen Königs Philipp Ü. geschrieben worden ist. Weder hier, noch in dem «Antiphonar von St. Peter», um 1150 sowie in der «Englischen Handschrift» um 1310 wird einer der drei Weisen als Mohr dargestellt. Aber sie tragen bereits eine Krone, auch Maria (Himmelskönigin) und das Christuskind mit ein paar extra Strahlen, das neugierig in die dargebotenen Gaben greift. Margrit Früh zeigte zu diesem Thema ein Gemälde aus der Nikolaikirche in Wismar, auf der die drei Könige, nur mit ihrem Oberkörper dargestellt, mit gefalteten Händen in einem Taufbecken sitzen, um getauft zu werden. Hier erscheint einer der Heiligen als Mohr. Aber alle drei tragen selbst im Taufbecken noch ihre Krone.
Ebenso hatten die Weisen aus dem Morgenland im Matthäus-Evangelium noch keine Namen. Sie tauchen in dem Bild «Ravenna, St. Apollinare Nuova, 6. Jahrhundert» auf, und zwar sind es die heute noch Üblichen: Balthasar, Melchior und Caspar. In der Gestalt dreier recht flotter Herren, die ihre Gaben überbringen. Eine neue, interessante Entwicklung in der Geschichte der Darstellung der Heiligen. Margrit Früh zeigte das Bild der Heiligen Drei Könige im 16. Jahrhundert, als die Anbetung der Heiligen Drei Könige nicht mehr in der Abgeschiedenheit in der Herberge geschieht, sondern inmitten des Volkes. Und da auch Heilige Könige einmal müde sind, werden sie in einem weiteren Bild gezeigt, das alle drei friedlich nebeneinander in einem grossen Bett schlafend zeigt. Insgesamt ein spannender und anregender Vortrag, der viel Neues und Wissenswertes enthalten hat.