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Wie können Schwangere das Ungeborene vor einer Allergie schützen? Diese Frage stellen sich vor allem Eltern, die selbst Allergiker sind. Studien haben ergeben, dass das genetische Risiko, eine Allergie zu entwickeln, zwischen 20 und 40 Prozent höher ist, wenn ein Elternteil allergisch ist. Sind beide Eltern Allergiker, ist es sogar um 40 bis 60 Prozent erhöht.
Rauchverzicht
Rauchen als auch das passive erhöhen das spätere Allergierisiko enorm. Babys von rauchenden Müttern weisen nach der Geburt einen höheren IgE-Spiegel auf. Das Immunglobulin IgE ist ein Abwehrstoff, den der Körper bildet und der in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Allergien steht. Und weil auch Passivrauchen das Kind gefährdet, sollte sich der Partner ebenfalls an das Rauchverbot halten.
Probiotika
Das sind Darmbakterien in bestimmten Milchprodukten, welche die Darmflora günstig beeinflussen und dadurch das Allergierisiko senken sollen. Der tägliche Konsum von Naturjoghurt gegen Ende der Schwangerschaft hatte in einer finnischen Studie zur Folge, dass zwei Jahre später nur halb so viele Kinder eine Neurodermitis zeigten.
Omega-3-Fettsäuren
Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft mindestens zwei bis drei Mal pro Woche fetten Fisch wie Hering oder Lachs oder andere Omega-3-Quellen (Rapsöl, Leinöl usw.) zu sich nahmen, hatten später bis zu einem Drittel weniger allergische Reaktionen als die Kontrollgruppe, die keinen Fisch ass.
Keine einseitigen Diäten
Diese können das Allergierisiko des Kindes erhöhen. Eine schwangere Frau sollte deshalb ausgewogen und abwechslungsreich essen und Lebensmittel aus allen Lebensmittelgruppen zu sich nehmen.
Achten Sie auf Ihr Gewicht
Beim Körpergewicht kann dem Baby sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig hinsichtlich des Allergierisikos schaden.
Kein Wunschkaiserschnitt
Die vaginale Geburt hat nachweislich viele Vorteile gegenüber einem Kaiserschnitt. Auf jeden Fall bekommt das Kind im Geburtskanal für sein Immunsystem wichtige Bakterien mit, was das Risiko für spätere Atemwegs- und Verdauungsprobleme senkt.
Haustiere
Bei einem sehr hohen Allergie-Risiko kann es sinnvoll sein, Hund oder Katze bereits zu Beginn der Schwangerschaft in gute Hände abzugeben, um die Tierallergen-Dichte in der Wohnung bis zur Geburt noch möglichst weit zu verringern. Babys nicht allergischer Eltern dagegen scheinen besser vor Allergien geschützt zu sein, wenn sie mit Tieren aufwachsen.
Verzicht auf bekannte allergieauslösende Lebensmittel?
Mit allem, was Sie essen, nehmen Sie potenzielle Allergene zu sich, die in geringem Masse auch auf Ihr Baby übergehen. Deshalb galten früher strenge Einschränkungen bezüglich bekannten Allergie-auslösenden Lebensmitteln wie Eiern, Kuhmilch und Milchprodukten, Weizen und Nüsse, Hühnereiweiss, Soja, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Rüebli, Sellerie und Fisch.
Heute sagen Experten, dass Schwangere keine allergenarme Ernährung brauchen. Im Gegenteil: Sie propagieren sogar einen möglichst frühen Kontakt mit den verschiedensten Lebensmitteln, um Allergien zu verhindern. Ob schon im Mutterleib, später dann in der Muttermilch oder spätestens in der Beikost – die Zufuhr kleiner Mengen führt dazu, dass sich der Körper an diese Nahrungsmittel gewöhnt und sie toleriert. Essen Sie also, worauf Sie Appetit haben und was Sie gut vertragen.
Die einzige Ausnahme: Wenn die Schwangere selbst, der werdende Vater oder sogar beide Eltern allergisch gegen ein bestimmtes Lebensmittel sind, sollte auch in der Schwangerschaft darauf verzichtet werden.