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"Gelbe Punkte auf dem bedruckten Blatt sind wie ein Nummernschild beim Auto."
Der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung "Electronic Frontier Foundation" (EFF) ist es gelungen, unsichtbare Informationen zu entschlüsseln, die von Farblaserprintern auf das Papier gedruckt werden. Vor einem Jahr wurde durch verschiedene Medienberichte die Information laut, dass mehrere Druckerhersteller mit dem US-amerikanischen Geheimdienst kooperieren. Bei der Zusammenarbeit geht es darum, farbige Laserdrucker mit einer Technologie auszustatten, die es ermöglicht, dass die ausgedruckten Blätter zurückverfolgt werden können. Dabei werden winzige gelbe Punke gedruckt, die die Seriennummer des Geräts und noch weitere Informationen enthalten sollen. Damit können Banknotenfälscher, die Geldscheine auf Farblaserprintern vervielfältigen, aufgespürt werden.
Nun hat EFF verschiedene Ausdrucke analysiert und den Code der DocuColor-Reihe von Xerox entschlüsselt. Dieser enthielt das Datum und die Uhrzeit des Druckes und die Seriennummer des Geräts. Gegenüber dem 'Hamburger Abendblatt' sagte der Chefentwickler von Xerox, Peter Crean, im September: "Xerox bringt die Seriennummer jedes einzelnen Gerätes, codiert in gelben Punkten, zu Papier. Das kann man zurückverfolgen wie ein Nummernschild beim Auto."
Praktisch alle grossen Druckerhersteller werden verdächtigt, eine ähnliche Technologie anzuwenden: Brother, Canon, Dell, Epson, HP, Konica Minolta, Kyocera, Lanier, Lexmark, Ricoh und Samsung. Einige von ihnen, wie zum Beispiel Konica Minolta, haben dies mittlerweile bestätigt. Offiziell dient diese Technologie der Bekämpfung von Geldfälschern. Gemäss der Bürgerrechtsunion "American Civil Liberties Union" (ACLU) werde das System jedoch von US-Behörden missbraucht. Eine entsprechende gesetzliche Grundlage für diese Schnüffelei fehlt.
ACLU-Direktor Anthony Romero soll gemäss dem 'Hamburger Abendblatt' herausgefunden haben, dass die US-Bundespolizei FBI insgesamt 1173 bedruckte Seiten der Bürgerrechtsunion und anderer Organisationen wie Greenpeace und Muslim Public Affairs Council hat und diese untersucht. Das FBI bestritt den Vorwurf nicht und erklärte, dass es neun Monate brauche, um die Seiten zurückzugeben.
Die EFF hat nun angekündigt, gegen das FBI klagen zu wollen. In der Zwischenzeit sollen die Codes von weiteren Modellen und Herstellern geknackt werden. Im gegenwärtigen politischen Klima – schreibt EFF – liege es nahe, dass die Regierung anhand der versteckten Codes herausfinden will, wer die Ausdrucke erstellt hat. Das Recht auf freie Rede sei in Gefahr. (mim)
(Bild: Ausdruck eines Xerox DocuColor, sechzigfach vergrössert. Copyright www.eff.org)