Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03472.jsonl.gz/1855

Mitwirkende
Macheath - Mischa Dell'Agnese
Peachum - Willy Koller
Mrs. Peachum - Christina Alvarez
Polly Peachum - Domenika Fuchs
Tiger Brown - Reinhard Ziegler
Lucy Brown - Tabea Lendi
Spelunkenjenny - Brigitte Fischbacher
und andere
Moritantensänger und am Piano
Niklaus Frei
Backstage
Inszenierung - Bruno Broder
Musik. Leitung - Niklaus Frei
Bühnenbild - Bruno Bossart
Kostüme - Ruth Fischer
Maske - Andrea Dörig
Requisiten - Martha Vinzens
Techn. Leitung - Köbi Rohrer
und viele Mitwirkende beim Bau
Dramaturgische Mitarbeit
Ursula Z'graggen
Produktionsleitung - Chris Ulrich
Dreigroschenoper
Der Klassiker von Bertolt Brecht und Kurt Weill
vom 6. Januar bis 11. Februar 2006 im KUGL in St.Gallen
Die Handlung kreist um den Konkurrenz- und Existenzkampf zwischen zwei ‹Geschäftsleuten›, dem Kopf der Bettelmafia (Peachum), der Bettler erpresst und sie so ausstattet, dass sie das Mitleid der Passanten erregen, und einem Verbrecher (Macheath), der gute Beziehungen zum Polizeichef (Brown) von London hat.
Das Stück ist im Stadtteil Soho, der von zwielichtigen Gestalten beherrscht wird, angesiedelt. Der Hinweis auf die Krönung legt die Vermutung nahe, dass die Oper im Viktorianischen Zeitalter spielen soll und schliesslich die Krönung Victorias 1837 gemeint ist. Gleichwohl lässt sich die Handlung zeitlich nicht präzise fixieren, sind doch die Elemente des modernen Verkehrs und der Industrialisierung in dieser Form historisch eher spätere Elemente. Durch diese unklare Kontextualisierung schafft Brecht sowohl Distanz zu den Verhältnissen von 1928 als auch zur Entstehungszeit der Beggar’s Opera von Gay.
"Sie werden jetzt eine Oper hören. Weil diese Oper so prunkvoll gedacht war, wie nur Bettler sie erträumen, und weil sie so billig sein sollte, dass Bettler sie bezahlen können, heisst sie ‹Die Dreigroschenoper›“
Kurt Weill vermischte in seiner Musik zur Dreigroschenoper Elemente aus Jazz und Tango, Blues und Jahrmarkts-Musik und garnierte sie mit ironischen Seitenhieben auf Oper und Operette.
Bertolt Brecht war ein einflussreicher deutscher Dramatiker, Librettist und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Brecht hat das eptische Theater beziehungsweise ‹Dialektische Theater› begründet und umgesetzt. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen 'Die Dreigroschenoper', 'Mutter Courage und ihre Kinder' sowie das kapitalismus-kritische Werk 'Die Heilige Johanna der Schlachthöfe'
Brecht setzte sich immens mit den eigenen Widersprüchlichkeiten auseinander. Er durchlebte selber, was er schrieb. Er sah in seiner Person und Herkunft auch seine Zeit gespiegelt: Arm und Reich, Individuum und aufkommende Massengesellschaft. Er sah sich an der Schwelle eines neues Zeitalters, jenseits von Kriegen, Hunger und Naturzerstörung. Er schrieb aus den Gegensätzen heraus Theater-Stücke, Geschichten und Gedichte für die Gegenwart.
Dabei entstanden erstaunlicherweise keine Zeitstücke oder Texte mit Verfallsdatum. Bertolt Brecht, zu seiner Zeit umstritten und heute ein moderner Klassiker.
Kurt Weill war ein deutscher und später US-amerikanischer Komponist. Er erlangte zunächst Bekanntheit durch die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht wobei unter anderen 'Die Dreigroschenoper', 'Happy End', 'Aufstieg und Fall der Stadt Mahangonny', 'Die sieben Todsünden' entstanden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh er als verfemter Künstler und wegen seiner jüdischen Abstammung 1933 nach Frankreich und emigrierte 1935 in die Vereinigten Staaten. In den 1940er Jahren war er am Broadway in New York ein erfolgreicher Musicalkomponist. 1943 nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Kurt Weills Werk umfasst Opern, Operetten, Musik für Ballette und Schauspiel, Musicals, Werke für Orchester, Kammermusik, Lieder, Songs und Chansons.