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Geschichte
Ortsgeschichte
Lupsingen wird urkundlich zum ersten Mal 1194 genannt. Papst Cölestin III nahm das Kloster Beinwil in apostolischen Schutz und bestätigte ihm den Besitzstand. Zu diesem gehörte nebst anderen Gemeinden auch Lupsingen. Es hat geschichtlich keine grosse Rolle gespielt. Seine Namensform und einige Grabfunde sprechen für eine alemannische Siedlung. Flurnamen und Einzelfunde wiesen aber auf Besiedlung in römischer Zeit hin. Im Mittelalter gehörte Lupsingen zur froburgischen Herrschaft Waldenburg. Das Dorf kam 1366 an den Bischof und 1400 mit dem Amt Waldenburg unter die Bottmässigkeit der Stadt Basel. Als Grenzort wurde Lupsingen nach dem Christtag 1448 von Thomas von Falkenstein und Hans von Rechberg gebrandschatzt. Nach der französischen Revolution 1798 wechselte das Dorf vom Waldenburger - zum Liestalerbezirk, wo es auch nach der Kantonstrennung im Jahre 1833 verblieb.
Im 15. Jahrhundert kam Lupsingen pfarrgenössig nach St. Pantaleon und die Toten wurden dorthin zur letzten Ruhe getragen. Noch heute wird ein kleiner Fussweg nach St. Pantaleon Kirchweg oder Totenweg genannt. Der Zehnte wurde zu drei Vierteln von Kloster Beinwil und später vom Kloster Mariastein bezogen, während ein Viertel dem Bischof von Basel und nachher der Familie Reich von Reichenstein zustand.
Die Reformation brachte den Anschluss des Dorfes an die Pfarrgemeinde Ziefen. In der Zeit von 1535 bis 1810, als Ziefen und seine Filialgemeinde mit Bubendorf zu einer Pfarrei vereinigt waren, besuchten die Lupsinger abwechslungsweise die Kirchen in Bubendorf und Ziefen. Seit 1810 bildet Lupsingen mit Ziefen und Arboldswil eine Kirchgemeinde.
Name und Gemeindewappen
Die erste Erwähnung von Lupsingen hat nichts mit seiner Gründung zu tun, die sich nicht datieren lässt: Der Ortsname erscheint erstmals in der Form Lubesingin in einer lateinischen Urkunde vom 14. März 1194, die ausgerechnet in Rom ausgestellt worden ist; durch sie nimmt Papst Coelestin III. das Kloster Beinwil in seinen apostolischen Schutz und bestätigt ihm seinen Besitz – zu dem eben Lubesingin gehört. Fast siebzig Jahre später tritt in einer Basler Urkunde von 1262 als Zeuge in einem Erblehensvertrag der erste Lupsinger auf: Rudolfus de Lubsingen. Dieser war sicher kein Edler von (lateinisch: de) Lupsingen, sondern stammte einfach von dort. Erst im Jahre 1432 tauchte die Schreibweise Lupsingen auf; sie scheint sich dann rasch durchgesetzt zu haben.
Wie ist dieser Name zu deuten? Lupsingen gehört zu den nicht weniger als achtzehn Gemeinden von Basel-Landschaft, deren Name auf –ingen ausgeht. Sie alle geben sich damit als Gründungen alemannischer Siedler zu erkennen, die in das bisher gallorömische Gebiet eingerückt waren. Der erste Teil des Siedlungsnamens bezeichnet eine Person, wohl den Anführer oder das Sippenhaupt. Unser Mann könnte Lubo geheissen haben, ein Kurzname, der vielleicht mit althochdeutsch liub (lieb) zu verbinden ist. Die Endung –inge(n) bezeichnet die Sippenzugehörigkeit, Lupsingen würde also „bei den Sippenleuten des Lubo“ bedeuten; später wurde der Sippenname zu einem eigentlichen Ortsnamen.
Das eindrückliche Gemeindewappen, „in Gold ein aufrechter blauer Wolf mit roter Bewehrung (Krallen)“, ist neueren Datums. Wie die meisten im Kanton und in der Schweiz überhaupt entstand es im Zusammenhang mit der – bei der älteren Generation unvergessenen – Schweizerischen Landesausstellung 1939 in Zürich, der Landi. Damals flatterten über der sogenannten Höhenstrasse Aberhunderte von Gemeindefähnlein – das von Lupsingen war noch nicht dabei. Eine kantonale Kommission unter der Leitung von Dr. Paul Suter, Reigoldswil, die sich um die Schaffung der Baselbieter Gemeindewappen verdient gemacht hat, schlug dem Gemeinderat von Lupsingen das von ihr entworfene Wappen vor, und dieser genehmigte es mit Beschluss vom 19. März 1946.
Wie ist der Wolf als Wappentier zu verstehen? Das Lupsinger Wappen ist ein sog. redendes Wappen, das bildhaft den Namen der Gemeinde wiedergibt. Die Gemeinde verdankt ihr Wappentier dem Umstand, dass der erste Teil des Namens an lateinisch lupus, Wolf, anklingt. Allerdings bezeichnete auch nach Paul Suter „die mündliche Überlieferung den Wolf als Wappentier“. – Nicht zufällig wählte übrigens die Kommission die Wappenfarbe gelb-blau: Es sind die Farben des alten Waldenburger Amts, zu dem Lupsingen bis zur Revolution von 1798 gehört hat.
Die Flurnamen
Die Bezeichnung der Berge, Gewässer, Wege und der Landstücke gehen in Lupsingen wie in anderen Gemeinden bis in die Anfänge unserer Zeitrechnung zurück und sind im 18. Jahrhundert zum grössten Teil abgeschlossen. Sie erwuchsen aus der Arbeit und dem Erleben der bäuerlichen Bevölkerung, wurden ursprünglich nur in mündlicher Form überliefert und erst vom 15. Jahrhundert an und später in Verträgen und Güter-verzeichnissen in Schriftsprache aufgezeichnet.
Es handelt sich um Verträge, die im Urkundenbuch der Landschaft Basel festgehalten sind, dann um Bereine oder Güterverzeichnisse der Stadt Basel, des Klosters Mariastein, der Kirchen von Liestal, Bubendorf und Ziefen, die alle in Lupsingen zinspflichtige Güter besassen. Diese Dokumente werden durch weitere amtliche Schriften, die Feldskizzen des Geometers Georg Friedrich Meyer, verschiedene Kataster sowie durch die Karten der Grundbuchvermessung, des Topographischen Atlasses und der Landeskarte ergänzt. Ausserdem konnten auch Flurnamen erhoben werden, die nur mündlich überliefert sind. Auf der Flurnamenkarte von 1984 werden 83 Namen verzeichnet, auf dem Gemeindeübersichtsplan (1:5000) 68 Namen, auf den Blättern des Topographischen Atlasses 32 und auf den Blättern der Landeskarte 1:25 000 16 Namen.
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