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mindesten zu berühren. Um eine ähnliche
Klang- wirkung anf dem
Hörne zu erreichen, bedient man sich einer hohlen, meist
mit
Tuch überzogenen
Kugel von
Pappe, an der sich ein offener Schlauch befin- det, der in den untern
Teil des
Horns zunächst
der
Stürze paßt. Durch das Einschieben dieses
[* 3] er- hält das
Horn den
Ton, als ob es aus weiter
Ent- fernung
vernommen würde. Der
Dampfhammer für die
Trom- pete besteht aus einer kleinen hölzernen
Röhre, die in die
Stürze geschoben wird;
sie giebt dem In- strument nicht allein einen schwächern und von dem gewöhnlichen Trompetentone ganz verschiedenen
Klang,
sondern verursacht auch, daß das
Instrument um einen ganzen
Ton höher steht.
Die mit einer
Stürze versehenen
Blasinstrumente von Holz,
[* 4] z. B. die ^boe,
Klarinette u. s. w., werden vermittelst eines feuchten
Schwamms oder zusammengeballter roher
Baumwolle,
[* 5] und die
Schlaginstrumente, z. B. die Pauke,
Trommel u. s. w., durch ein auf
das ge- spannte Fell gelegtes
Tuch gedämpft, über die Vorrichtung der Dämpfung der Metallsaiten auf
dem
Pianoforte und ähnlichen Tasteninstrumenten s.
Pianoforte. Die
Stelle eines Tonstücks, wo
Dampfhammer angewendet werden, wird mit
con soräini, wo sie wieder wegfallen sollen, mit 86N23, Zordini oder 8i Isvano i 8oi- angedeutet.
Dampffähre, s. Fähre. Dampffarben, in der Zeugdruckerei solche
Far- ben, welche im verdickten Zustand
auf die gebeizten Zeuge gedruckt und durch
Dämpfen befestigt werden. In manchen Fällen werden
Dampfhammer dadurch erzeugt, daß man
Farbstoffe, z. B.
Alizarin, mit einem Metall- salze
(Aluminiumacetat, Zinnchlorid) auf das
Ge- webe druckt und diefes sodann
in einem geschlossenen Kasten der Wirkung des
Dampfes aussetzt, wobei das Metallsalz sich in
Oxyd oder
basisches
Salz
[* 6] um- setzt, auf der Fafer niedergeschlagen wird und als
Mordant die
Farbe fixiert.
Dampfgeschütze und Dampfgewehre. Nach- dem der Wasserdampf als bewegende Kraft [* 7] bei Maschinen eine Bedeutung erlangt hatte, lag der Gedanke nahe, diese Kraft für die Bewegung der Ge- schosse auszunutzen. Versucbe wurden bereits Mitte des 18. Jahrh, in London [* 8] ausgeführt und im Anfange des 19. Jahrh, von I. Watt wieder aufgenommen. 1814 konstruierte der franz. General Girard eine Dampfmitrailleufe, die zur Verteidigung von Paris [* 9] aufgestellt, aber nicht verwendet wurde.
Der Eng- länder Pertins konstruierte 1824 ein Dampfgewehr, wclckes 420 Kugeln in der Minute forttrieb, fowie späterhin eine vierpfündige Dampfkanone, die 80 Kugeln in der Minute fchleuderte. Versuche der franz. Artillerie zu Vincennes 1828/29 ergaben die große Schwerfälligkeit einer derartigen Mafchine fowie die Unsicherheit des Schusses. Auch H. Bes- semcr schlug ein Dampfgewehr vor, das mehrere Taufend Schuh in einer Minute feuern follte, von dem aber späterhin nichts mehr verlautete.
Nach allen Erfahrungen gilt es als unmöglich, eine ge- nügende Dampfmenge von gleichmäßig hoher Span- nung mit Sicherheit zu entwickeln und zuzuleiten. Dem Gebrauch einer Dampfwaffe mußte jedesmal die zeitraubende Erzeugung des Dampfes vorber- geben (Anheizen). Die Anwendung des Dampfes könnte, wie ersichtlich, nur bei geschützähnlichen Vor- ricktungen und auch hier wieder nur in dauernden Stellungen stattfinden, die Hauptvorteile, die große Feuergeschwindigkeit und die billige Erzeugung der Treibkraft, fallen indes gegenüber den Nackteilen Vrockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. IV. fo wenig ins Gewicht, daß die Einführung eines von den Pulverwaffen so wesentlich verschiedenen Systems neben diesen wohl kaum Aussicht auf Ver- wirklichung haben dürfte.
Dampfgummi, s. Dextrin.
Dampfhammer, eine Verschmelzung von Dampfmaschine,
[* 10] Hammer
[* 11] und
Amboß, in der Negel von folcher Ausführungsform,
daß auf die Erzeugung einer rotierenden
Bewegung Verzicht geleistet, der Hubwechfel des Kolbens also ohne Mitwirkung eines
Schwungrades durch den Steue- rungsapparat allein herbeigeführt wird.
Die erste Idee, den
Dampf
[* 12] zum Betriebe
großer Hämmer in ganz direkter
Weise zu benutzen, hat James
Watt in seinem engl.
Patent vom ausge- sprochen; dieselbe
wurde durch William Deverell (1806), später durch Nasmyth in Patricroft (1838) weiter ausgebildet, und
kam 1842 durcb Vourdon und Schneider in Creusot zum erstenmal zu prak- tisckcr Ausführung.
Die Herstellung besonders großer Schmiedestücke, wie sie die in den
drei- ßiger Jahren zu hoher
Entwicklung gelangende Dampfschiffahrt
erforderlich machte (Kurbelwellcn, Kolbenstangen), hatte die
Notwendigkeit ungewöhn- lich schwerer Maschinenhämmer von großer
Fallhöhe herbeigeführt und die Verwendung des
Dampfes, der von lokalen
Beschränkungen frei ist, angezeigt.
Die ersten
Dampfhammer waren einfach wirkend, wie der auf
Tafel
Dampfhammer I abgebildete
Niesen-
dampfhammer des berühmten Eisenwerkes
Schnei- der &
Co. in Creusot.
Diese Konstruktionsform, gewöhnlich mit Nasmyth-Hammer bezeichnet, hat folgende Einrichtung. Der durch das Rohr 15 eintretende
Betriebsdampf gelangt zunächst,
bei ge- öffnetem Einlaßventil, unter den im Dampfcylinder a beweglichen
Kolben und hebt diesen samt der Kolbenstange ä und dein an dieser befestigten Ham- merklotz
(Bär) 6, der mit einem stählernen
Unter- teil
(Bahn) l versehen ist, in die Höhe.
Soll ein
Schlag ausgeführt werden, fo läßt man den
Dampf
unter «gleichzeitigem Abschließen des Eintrittsven- tils durch Öffnung des Austrittsventils
in das Austrittsrohr ^ entweichen, wodurch der Hammer- bär l durch fein eigenes Gewicht auf den
Amboß ^ niederfällt. Das
Steuern (Öffnen und Schließen) der Ventile geschieht durch den bei c stehenden
Ar- beiter (Hammerführcr) mittels eines Hebels,
der durch eine lange
Stange mit den bei d befindlichen Ventilen verbunden ist. Der
Amboß F ruht auf der
Chabotte 1i, die ihrerseits auf hölzernen
Bohlen- lagen i gebettet und auch feitlich von
Bohlen um- geben ist (s. Chabotte).
Das Gestell des Hammers ist durch kräftige
Anker
[* 13] 1c mit der Nntermauerung verbunden. Die Hauptgrößenverhältnisse
dieses
Dampfhammer sind folgende: Höhe des
Dampfhammer von der
Sohle bis zum obern Cylinderdeckel 18 in; Höhe der Chabotte 6 m; Gewicht des
Hammerbärs 1600 Ctr.;
Ge- wicht der Chabotte 17 200 Ctr.; Gesamtgewicht des Hammers 25 680 Ctr. Der große einfachwir- kende
Dampfhammer bei
Krupp in
Essen
[* 14] hat ein Bärgewicht von 1000 Ctr., der neue
Dampfhammer der
Iron (^oiuMN)' zu
Bethlehem lPennsylvanien)
ein solches von 2270 Ctr. - Eine andere Art der einfachwirken- den
Dampfhammer ist der Condie-Hammer (s.
umstehende
[* 1]
Fig. 1); bei dieser Bauart ist die hohl ausge- führte Kolbenstange 3 in den obern Gestellteilen
X befestigt, während der Dampfcylinder ^, der mit der Hammerbahn II verbunden ist, das Fallgewicht vertritt und auf folgende
Weise bewegt wird. Wird 46
¶
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die mit dem Handhebel des Führerstandes in Ver- bindung stehende Zugstange ^ nach links bewegt, so hebt der linke der beiden
Hebel
[* 16] 0 das Dampf- eintrittsventil N, und der Dampf tritt über uino nach p zwischen Kolben- und Cylinderfläcbe, wodurch der
Cylinder 1^ samt dem Hammer II in die Höhe
[* 3]
Fig. i.
gehoben wird. Bei Ausführung eines Schlages wird durch den Handhebel des Führerstandes die Zugstange 2 nach rechts bewegt
und dadurch das Eintrittsventil 15 gefchlossen und gleichzeitig das Austrittsventil ^ geöffnet; der den Cylinder an- füllende
Dampf entweicht durch das Austrittsrohr L, und der Cylinder fällt durch sein eigenes Gewicht herab. Die
äußere Ansicht eines solchen Condieschen
Dampfhammer giebt
[* 3]
Fig. 2 der Taf.
II; a ist der bewegliche Cylinder, d die feste Kolbenstange. - Von den ein- fachwirkenden
Dampfhammer unterscheiden
sich die doppeltwir- kenden oder, wie man sie meist nennt, die
Dampfhammer mit Oberdampf.
Bei diesen wird der Dampf nicht bloß zum Emporheben des Bärs benutzt, sondern man läßt ihn auch beim
Niedergang zur Verstär- kung der Schlagarbeit auf die obere Fläche des Kolbens wirken. Als Beispiel eines
Dampfhammer mit Ober- dampf
sei der von Daelen konstruierte angeführt, dessen Cylinder und Steuerungsteile in nachstehender
[* 3]
Fig. 2 im
Querschnitt dargestellt sind. Befindet sich, wie in
[* 3]
Fig. 2, der Kolben X nebst
der mit ihm aus einem Stück geschmiedeten Kolbenstange 8 am un- tern Ende des Cylinders , so gelangt bei der ge- zeichneten
Stellung des Steuerungshahns der Dampf durch das Eintrittsrohr ll zunächst in den Raum 15, der mit den
Hohlräumen 8 8 des Hahn- körpers in Verbindung steht, und von hier durch den Kanal
[* 17] d unter den Kolben; der Raum über dem
Kolben steht bei dieser Hahnstcllung durch den Kanal a und den Hohlraum r mit dem Austrittsrohr ^ in Verbindung, durch welches
der vorher im Cylinder befindliche Dampf entweichen kann.
Wird jedoch, nachdem der Kolben seine höchste Stellung im Cy- linder erreicht hat, der Hebel N aus der horizontalen Lage in die punktierte Lage gedredt, so wird die Dampfeinströmung unterbrochen und gleichzeitig werden durch den jetzt nach links gedrehten Raum i' die Kanäle a und d miteinander verbunden; der Dampf drückt jetzt auf beide Seiten des Kolbens, und da die obere Fläcke größer ist, wird dieser mit dem der Differenz der Flächen entsprechenden Nber- ,51 F'-q. 2. druck nach unten gedrückt, wobei noch, wie früher,, das Eigengewicht des Hammers, des Kolbens und der Kolbenstange zur Wirkung kommt.
Die äußere Ansicht eines mit Oberdampf arbeitenden, von B. & S. Massey (Manchester)
[* 18] gebauten
Dampfhammer, bei dem aber
das Steuerungsorgan als Schieber aus- geführt ist, zeigt Taf. II,
[* 3]
Fig. 1. Es
ist a der Cy- linder, d die Kolbenstange, c der Bär mit der stäh- lernen Bahn ä, 6 die aus der Erde hervorragende
Chabotte mit Bahn t'; 1i ist das durch den Hebel u absperrbare Dampfeintrittsrohr, ^ das Schieber- gehäuse, m der Hebel zur
Bewegung des Schiebers. Alle
Dampfhammer mit Oberdampf brauchen eine dicke Kol- benstange, da diese durch den Oberdampf leicht zer-
knickt werden kann, während die einfachwirkenden
Dampfhammer nur eine dünne Kolbenstange benötigen,
da diese hier nur zum Emporzieben des Hammerbärs dient und auch durch ein Drahtseil
[* 19] ersetzt werden könnte.
Bemerkenswert für große
Dampfhammer ist noch die von Namsbottom erdachte Konstruktion, bei der die Be- arbeitung des Schmiedestücks
zwischen zwei bori- zontal gegeneinander beweglichen Hammerbären erfolgt. Dadurch fällt die kostspielige
Chabotte samt Fundament, sowie die Bodenerschütterung weg. Zur raschen Bearbeitung kleiner Ardeitstücke sind in neuerer
Zeit sehr schnell arbeitende Dampfhammer von ge- ringem Värgewicht und mäßiger Fallhöhe in An- wendung gekommen,
die infolge der großen Schlag- zahl (bis'i500 in der Minute) aucb Arbeitstücke von mähigem Umfange in
Einer Hitze auszuschmie- den gestatten. Einen solchen Schnelloampfbammer von V. ^S. Massey (Manchester) zeigt Taf. II,
[* 3]
Fig. 3. Die
Auf- und Abbewegung des «^chlaggewickts ge- schieht selbstthätig oder, wie
man sagt, mit Selbst- steuerung, sodass nur ein Arbeiter zur Bedienung notwendig ist, der seine ganze Aufmerksamkeit auf die
Regierung des Werkstücks lenken kann. Mittels des Hebels 1i kann der Dampfzufluh verringert wer- den,
sodaß man nach Belieben scbnelle und starke
¶
0724a ¶
0724b ¶
Dampfkessel [* 23] III ¶
Hammer
[* 11] (hierzu Tafel »Dampfhammer«),
das bekannte zum Schlagen bestimmte Werkzeug, welches aus dem Hammerkopf und Hammerstiel (Helm) besteht. Der Hammerkopf ist ein pyramidaler Körper aus verschiedenem Material, gewöhnlich Eisen [* 26] verstählt oder Stahl, oft Holz, mitunter Blei, [* 27] Kupfer, [* 28] Horn oder Elfenbein. Er hat in der Regel zwei Schlagseiten, die Bahnen, wovon die schmale abgerundete insbesondere die Finne genannt wird; die eine Bahn ist jedoch oft durch eine Klaue [* 29] (zum Ausziehen von Nägeln) oder eine Spitze zum Einschlagen von Löchern (z. B. in Schiefer zum Dachdecken) ersetzt.
Durch die mannigfaltige Größe und Form der Bahn (viereckig, rund-länglich, kugelig, konkav, rinnenförmig etc.) sowie durch sehr verschiedenes Gewicht entsteht eine außerordentliche Auswahl von Hämmern (von den kleinen Niethämmerchen der Uhrmacher von einigen Grammen bis zu den Vorschlaghämmern des Schmiedes von einem Gewicht bis 10 kg). Die wichtigsten Hämmer sind die Schmiedehämmer, welche entweder mit Einer Hand [* 30] geführt (Handhammer, Bankhammer, 1-3 kg schwer), oder mit beiden Händen geschwungen werden (Vorschlag-, Zuschlaghammer, 3-10 kg schwer).
Zum Schmieden der großen Eisenstücke, wie sie jetzt so häufig vorkommen, genügt selbst die gleichzeitige Einwirkung einer größern Anzahl Vorschläger nicht, sondern es sind dazu Hämmer mit großer Masse erforderlich, die nach der Stoßwirkung durch ihr Gewicht noch einen Augenblick das Metall drücken oder zusammenpressen. Um diese großen Massen in Thätigkeit zu setzen, bedarf es gewisser mechanischer Vorrichtungen, weshalb diese Hämmer kurzweg mechanische Hämmer genannt werden. In früherer Zeit bestanden sie lediglich in Nachahmungen eines gewöhnlichen Schmiedehammers, d. h. aus einem Hammerkopf mit einem Helm, welch letzterer so mit zwei horizontalen Zapfen [* 31] versehen war, daß er sich zwischen zwei Ständern (Gerüst) in senkrechter Ebene wie ein Hebel auf- und niederbewegen ließ (Hebelhämmer). Diese Bewegung erfolgte durch Daumen an einer drehenden Welle (Daumenwelle), welche den Hammer hoben, denselben beim höchsten Stand aber verließen, so daß er frei auf den Amboß niederfallen konnte. Zugleich befand sich über dem Gerüst ein elastischer Balken (Reitel), welcher den Aufwärtsgang des Hammers begrenzte und denselben durch seine Federkraft zurückschleuderte. - Je nach der Lage des Angriffspunktes unterscheidet man Stirnhämmer, Brusthämmer (Aufwerfhämmer) und Schwanzhämmer. Bei den erstern greifen die Daumen am Hammerkopf selbst an, bei den zweiten ¶
Dampfhammer der Hütte in Pichling,
erbaut von Körösi in Graz. [* 33] Fallgewicht 10,000 Kilogr.; Hub 2,212 Meter; Cylinderdurchmesser 1,106 Meter. 1/72 der natürl. Größe.
Dampfausströmrohr
Dampfcylinder
Dampfventil
Dampfkolben
Kolbenstange
Stand des Wärters
Ständer
Fallgewicht
Schlagbahn
Amboß
Hüttensohle
Fundamentplatten
Chabotte
Grundmauerwerk
Löcher der Grundschrauben
Holzunterlage
Untergrund (Fels)
Zum Artikel »Hammer«. ¶
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zwischen Kopf und Drehzapfen und zwar seitwärts, bei den dritten an einem über die Drehzapfen hinausgehenden Stück (bez. Schwanz) des Helms. Man hat die erstern am schwersten bis 5000 kg Fallgewicht mit geringer Geschwindigkeit (bis 100 Schläge in der Minute), die letztern von 25 kg Fallgewicht abwärts mit größter Geschwindigkeit (bis 400 Schläge pro Minute) gebaut. Da sie früher ausschließlich mit Wasserkraft betrieben wurden, so heißen sie auch Wasserhämmer.
Die Hebelhämmer stehen jetzt nur noch als Schwanzhämmer in Anwendung und zwar in einer Anordnung, wie sie [* 34] Fig. 1 vor Augen führt. Hier erkennt man in K den Hammerkopf an dem Helm H, der bei P in einem Gußeisengestell mit zwei Zapfen gelagert ist. Die Daumen d sitzen auf einer durch Riemen umgetriebenen Daumenwelle mit Schwungrad S und heben den Hammer, dessen Schwanz bei e in einem Puffer die Hubbegrenzung erhält. Der Amboß A steht in dem Amboßstock B, während der Hammer auf dem Fundament F aufruht, das der Elastizität wegen aus einem Balkengerüst besteht.
In neuerer Zeit zieht man mit Recht diejenigen Hämmer vor, bei welchen der Hammerkopf oder Klotz sich vertikal in Rahmen bewegt (Vertikal- oder Rahmenhämmer), weil man denselben leicht jede beliebige Fallhöhe, also auch Wirkungsgröße geben kann, da die Hammerbahn mit der Amboßbahn stets parallel bleibt (Parallelhammer), und weil diese Hämmer ihrer aufrechten Stellung wegen wenig Platz brauchen. - Das Hebezeug des Hammerkopfes ist entweder eine Dampfmaschine, die unmittelbar mit dem Hammer verbunden ist, oder eine Transmission, [* 35] weshalb man zweckmäßig Dampfhämmer und Transmissionshämmer unterscheidet.
Schon James Watt, der Erfinder der Dampfmaschine, hatte 1784 das Projekt eines Dampfhammers unter seinen Patenten, das deswegen nicht zur Ausführung gelangt ist, weil das Bedürfnis nach dieser Werkzeugmaschine noch nicht groß war, und so muß Nasmyth zu Patricroft bei Manchester als der Erfinder des Dampfhammers gelten, der 1839 Zeichnungen desselben herstellte, nach welchen 1842 zu Creusot in Frankreich der erste Dampfhammer gebaut wurde. Das Wesen dieser Konstruktion, welches in der direkten Verbindung des Hammerklotzes mit der Kolbenstange eines vertikal darübergestellten Cylinders bestand, in den unten Wasserdampf eintrat und Kolben nebst Klotz hob, der dann ohne Zuthun des Dampfes niederfiel, ist bis auf den heutigen Tag erhalten, wenn auch der Dampfhammer im Lauf der Zeit fast alle Wandlungen der Dampfmaschine mitgemacht hat. Namentlich ist hervorzuheben, daß man ihn doppelt wirkend, d. h. mit Oberdampf, konstruiert, so daß auch beim Niedergang der Dampfdruck mitwirkt, und daß die verschiedensten Steuerungsmechanismen (Schieber-, Hahn-, Ventilsteuerung), sowohl mit der Hand als selbstthätig beweglich, zur Verwendung gekommen sind.
Als Typus eines größern Dampfhammers kann der aus beifolgender Tafel links im Durchschnitt, rechts in der Ansicht gezeichnete gelten. Auf der Hüttensohle erhebt sich ein kräftiges, aus zwei Ständern bestehendes Hammergerüst, das oben den Dampfcylinder trägt, der durch Flantschen mit den Ständern verbunden ist und dadurch diese zugleich zusammenhält. Zwischen denselben wird der Hammerklotz oder das Fallgewicht in vertikalen Gleitbahnen sicher geführt und vermittelst der Kolbenstange mit dem Dampfkolben verbunden.
Der links zugeführte Dampf tritt bei der entsprechenden Stellung des Eintrittsventils unter den Kolben und hebt denselben, wobei die im Cylinder vorhandene Luft durch eine oben sichtbare Reihe von Löchern entweicht. Schiebt sich dabei der Kolben bis über die Löcher in die Höhe, so wird über denselben die Luft wieder komprimiert und so als Luftpuffer (Reitel) benutzt, der das Durchschlagen durch den Cylinderdeckel verhindert. Infolge einer Umstellung der Ventile wird die Dampfzufuhr abgeschnitten, das Dampfausströmen eingeleitet und durch Niederfallen vermöge seines eignen Gewichts der Hammer zur Wirkung gebracht.
Zur Aufnahme des Stoßes dient der Amboß, welcher zwischen den Ständern auf einem großen Eisenklotz befestigt ist, welcher Chabotte genannt und der Elastizität halber auf eine Holzunterlage gesetzt ist, die auf Mauerwerk oder hartem Boden (Fels) aufruht. Damit die Erschütterungen nicht auf den Hammer übertragen werden, sind die Ständer auf besondern Fundamentplatten und diese auf einem Grundmauerwerk befestigt, das mit dem Chabottenunterbau nicht in Berührung steht. - Die Umsteuerung, [* 36] wodurch nicht nur der Hammer überhaupt in Thätigkeit gesetzt, sondern auch mit erstaunlicher Sicherheit reguliert wird, von dem kleinsten kaum bemerkbaren bis zu einem Schlag von mehr als 20,000 Kilogrammmeter, findet durch die Hand eines Arbeiters statt, der sich auf dem Wärterstand aufhält und mit einem Steuerhebel alles regiert. Nur wenn der Hammer zur höchsten Stellung emporsteigt, verschließt er selbst die Zuströmung indem er gegen einen Hebel stößt, der die notwendige Umsteuerung bewirkt.
Nach diesem Nasmythschen System werden jetzt die größten Hämmer gebaut, wovon die zwei allergrößten hier Erwähnung verdienen. Der eine befindet sich bei Krupp in Essen. Derselbe hat ein Fallgewicht von 50,000 kg und eine Fallhöhe von 3 m und entwickelt demnach bei einem Schlag eine Wirkung von 150,000 Kilogrammmeter. - Der andre steht in Creusot, besitzt ein Fallgewicht von 80,000 kg und eine Fallhöhe von 5 m und entwickelt demnach bei einem Schlag eine Wirkung von 400,000 Kilogrammmeter. Seine Chabotte hat ein Gewicht von fast 800,000 kg, und sein Gesamtgewicht beträgt 1,280,000 kg. Vier Kräne, die zusammen 460,000 kg zu heben und beliebig zu wenden, zu drehen etc. vermögen, stehen zur Bedienung um den 18½ m hohen und 12 m weiten Kran. [* 37] Die Ventilsteuerung wird durch die Hand vorgenommen. Diese größte Hammeranlage der Welt mit sechs Bessemerbirnen
[* 34] ^[Abb.: Fig. 1. Hebelhammer.] ¶
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und vier Glühöfen kostet 3 Mill. Frank. (Ausführliches darüber in Dinglers »Polytechnischem Journal«, Bd. 229, S. 408)
Hauptsächlich um die Dampfhämmer mit großer Stabilität zu versehen, d. h. ihren Schwerpunkt [* 39] tief zu legen, sind mancherlei Systeme in Vorschlag und Ausführung gebracht. Die bemerkenswertesten sind die Systeme Morrison, Daelen und Condie. Bei Morrison liegt der Cylinder zwischen den Ständern und das Fallgewicht zum größten Teil in einer sehr dicken Kolbenstange, welche jedoch auch im Cylinderdeckel eine Stopfbüchsenführung hat, wodurch eine Führung des Hammerklotzes entbehrlich wird.
Bei Daelen ist auch eine dicke Kolbenstange ohne eine zweite Stopfbüchsenführung und außerdem die Anordnung mit Oberdampf vorhanden. Bei Condie steht der Kolben fest und bewegt sich der Cylinder, an dem der Hammerkopf sitzt. Das Morrisonsche System hat sich besonders für kleine Dampfhämmer bewährt, die ein leichtes, einseitiges Gestell besitzen und wegen ihrer großen Bequemlichkeit zum Schmieden kleinerer Gegenstände außerordentlich in Aufnahme gekommen sind. Während die großen Hämmer nur wenig Schläge (50-100 in der Minute) machen, steigert sich die Zahl der Schläge bei den kleinsten Hämmern mit 75 kg Fallgewicht auf 400-500 in der Minute (Schnellhämmer).
Der große Vorteil, den die Vertikalhämmer darbieten, hat auch die Veranlassung gegeben, kleinere Hämmer von Transmissionen aus in Thätigkeit zu setzen und zwar vermittelst Hebedaumen wie bei gewöhnlichen Stampfen (Daumenhämmer), Kurbeln mit eingeschalteten Federn (Federhämmer), Reibungsräder (Friktionshämmer) und Luftdruck (pneumatische Hämmer). Unter diesen haben in neuerer Zeit die sogen. Fallhämmer in der durch nebenstehende [* 38] Fig. 2 dargestellten typischen Ausführung als Reibungshämmer große Verbreitung gefunden.
Der an einem Lineal g hängende a wird dadurch gehoben, daß das Lineal zwischen zwei Reibrollen bb durchgeht, welche von zwei Riemenscheiben aus in der Pfeilrichtung gedreht werden. Eine dieser Rollen [* 40] liegt fest, während die andre (linke) eine exzentrische Lagerung hat, in welcher sie vermittelst des Hebels c, der Zugstange d und des Handhebels e durch Drehung so gegen das Lineal gepreßt wird, daß die erforderliche Reibung [* 41] entsteht, um den Hammer zu heben. Mit dem Hebel e kann der Hammer vollständig regiert werden, da die Hubhöhe von der Zeit der Rollendrehung abhängt und die Rollen zugleich als Bremse die Fallgeschwindigkeit regeln. Zur Vermeidung der schnellen Abnutzung des Lineals g ist dieses aus drei Schichten zusammengeleimt und mit einer großen Menge Löcher durchbohrt, in welche Hirnholzpflöcke eingeleimt sind. Die Hubbegrenzung erfolgt durch Anstoßen des Hammers gegen den auf d sitzenden Klotz f.
In der germanischen Mythologie ist der Hammer, der ursprünglich sowohl Handwerkszeug als Waffe (Streithammer) [* 42] und zwar aus Flint- oder Feuerstein gefertigt war, das Attribut des Gewittergottes Donar u. heiß als solches Donner- oder Blitzhammer, Donneraxt. Da Donar aber zugleich als Hort des Landes und Schützer der Rechtsgeschäfte verehrt wurde, so diente der auch vielfach als Symbol und war ein heiliges Gerät, durch dessen Wurf z. B. das Recht auf Grund und Boden oder andre Befugnisse bestimmt werden konnten.
Mit dem Hammer wurden bei den Skandinaviern Becher [* 43] geweiht; durch ihn, als das Symbol des Gewitters und somit der Fruchtbarkeit, geschah die Brautweihe. In Obersachsen wurde durch einen herumgetragenen Hammer Gericht angesagt, und noch heute geschieht ein öffentliches Aufgebot von Gegenständen unter dem Zeichen des Hammers, der durch Aufschlagen den Meistbietenden in den Besitz der Sache symbolisch einweist (daher die Redensart »unter den Hammer kommen«, s. v. w. öffentlich versteigert werden).
Auch bei den Freimaurern spielt der als Zeichen der Autorität eine Rolle. Eine ähnliche symbolische Bedeutung hat derselbe in Rom, [* 44] wo die Päpste die Jubeljahre (s. d.) durch Hammerschläge auf die vermauerte Pforte von St. Peter eröffnen. Für das Jubeljahr 1550 wurde zum Gebrauch des Papstes Julius III. ein kostbarer Jubiläumshammer angefertigt (s. Tafel »Goldschmiedekunst«, [* 45] Fig. 2, mit Text). Bei Grundsteinlegungen von Denkmälern und öffentlichen Gebäuden bedient man sich gleichfalls eines Hammers, mit welchem der Bauherr und andre hervorragende Personen drei von Sprüchen begleitete Schläge thun.
[* 38] ^[Abb.: Fig. 2. Fallhammer.]