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In einer schweizweiten Beobachtungsstudie (SwissTAVI - ein Register, welches Daten von Patientinnen und Patienten nach einem TAVI-Eingriff zum Zweck der Qualitätssicherung analysiert) wurde das Auftreten der Endokarditis nach einer TAVI untersucht (Hauptautor Prof. Stefan Stortecky, Universitätsklinik für Kardiologie, Inselspital Bern). Dabei wurden die Häufigkeit der Endokarditis, das zeitliche Auftreten der Infektion, die auslösenden Keime sowie der klinische Verlauf von Patientinnen und Patienten im Detail analysiert. Speziell während der ersten 100 Tage nach der TAVI zeigte sich in dieser Studie ein erhöhtes Risiko für eine Endokarditis mit 2.59 Fällen auf 100 Personen-Jahre. Je länger der Zeitraum nach der TAVI, umso niedriger das Risiko für die Infektion (Absinken auf 0.4 Fälle auf 100 Personen – Jahre bereits nach einem Beobachtungsjahr). Keime der Enterococcus Gruppe waren häufig die Ursache für die Entzündung in der Frühphase nach TAVI, sodass basierend auf dieser Analyse eine schweizweite Umstellung der antibiotischen Therapie während des Eingriffes erfolgte. Verglichen mit einer Kontrollgruppe hatten Patientinnen und Patienten mit einer Endokarditis ein 4-fach erhöhtes Risiko für einen Hirnschlag und ein 7-fach erhöhtes Risiko frühzeitig zu versterben. Weitere Studien sind in Bearbeitung, um spezielle Hygienemassnahmen zu identifizieren, und eine Reduktion dieser schwerwiegenden Infektion zu erwirken.
Diese Arbeit wurde vor Kurzem in der Fachzeitschrift "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlicht (Infective Endocarditis After Transcatheter Aortic Valve Replacement. Stortecky et al. JACC Vol. 75, No 24, 2020, June 23, 2020 3020-30).