Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/2696

Geschichtliches
Schon bei den Griechen und Römern fanden Feuerbestattungen statt. Allerdings erfolgten die Bestattungen auf Scheiterhaufen mit Holz, was mit der zunehmenden Abholzung der Wälder zu einem kostspieligen Luxus für die Oberschicht wurde. Auch bei den Germanen wurde vorwiegend feuerbestattet, erst mit der Ausbreitung des Christentums setzte sich die Erdbestattung durch. Karl der Grosse verbot schliesslich im Jahre 785 die Feuerbestattung.
Die moderne Feuerbestattung
Anfangs 17. Jahrhundert setzte sich allmählich die Erkenntnis durch, dass die damals übliche Bestattungsformen in Kirchen aus hygienischen Gründen abzulehnen ist. Das erste Krematorium wurde aber erst 1876 in Mailand eröffnet. 1889 eröffnete in Zürich das erste Krematorium in der Schweiz, bald gefolgt von Weiteren in Basel, Genf und St. Gallen.
Stetige Zunahme der Feuerbestattungen
Während Anfangs des 20. Jahrhunderts nur wenige Verstorbene feuerbestattet wurden, stieg deren Zahl bis Ende des Jahrhunderts stetig an. Heute werden in der Schweiz rund 74,5 % der Verstorbenen eingeäschert. Dazu beigetragen haben sicher veränderte gesellschaftliche und religiöse Ansichten. Ein weiterer Grund ist die zunehmende Platzknappheit und die schlechte Erdqualität auf vielen Friedhöfen.
Zukunft
Neuerdings werden neuartige Bestattungsformen angeboten: Der Verstorbene wird gefriergetrocknet und zu Staub verarbeitet, der anschliessend verstreut werden kann. Ob sich diese Methode aber aus ethischer Sicht und aus Umweltschutzgründen etablieren wird ist fraglich.