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Löpfe Ernst, Stadtrat, 1896-1953
Der Sozialdemokrat Ernst Löpfe (1896-1953) gestaltete seine berufliche und politische Laufbahn aus dem Kreis des Pflegepersonals und der Kantonspolizei heraus. Sie führte ihn in den Stadtrat von Winterthur (1942-1950). Zuletzt war er als Rechtskonsulent tätig.
Am 1. April 1926 kam Ernst Loepfe zusammen mit seiner Ehefrau Berta geborene Brunner (*1892) von Zürich nach Winterthur. In seinem vierten Altersjahr verlor Loepfe seine Mutter durch Tod. Er wuchs in der Folge als Pflegekind in Amriswil und in Ellikon am Rhein auf. Er besuchte die Primer- und Sekundarschule in Flaach und wurde 1912 in Marthalen konfirmiert. Anschliessend absolvierte Loepfe bei seinem Vater in Gossau SG eine Lehre als Stickereizeichner. Nach einer Tätigkeit in seinem gelernten Berufe und der Rekrutenschule wechselte er 1917 als Pfleger in die Heil- und Pflegeanstalt Rheinau. 1919 erfolgte die Aufnahme zur Kantonspolizei Zürich. 1932 wurde Ernst Loepfe zum Bezirksanwalt des Bezirkes Winterthur gewählt. 1942 schaffte Loepfe auf Vorschlag der SP die Wahl in den Stadtrat von Winterthur, wo er das Departement Bau übernahm.
Zuvor hat er zwei Amtsdauern im Grossen Gemeinderat gewirkt. Er war auch 10 Jahre in der vom Regierungsrat gewählten Jugendschutzkommission und engagierte sich in der protestantischen Kirchenpflege Winterthur-Altstadt. Nach SP-internen Zerwürfnissen ist Ernst Loepfe bei den Erneuerungswahlen 1950 aus der Stadtregierung ausgeschieden. Folgende Zitate aus parteiinternen Dokumenten belegen das Zerwürfnis: „«Es geht wie ein roter Faden durch alle die Handlungen Loepfes seit dem Jahre 1942: Dutzende Male hat er mit den Spaltern und Parteifeinden zusammengespielt. … Er hat unzählige Male die Parteibeschlüsse missachtet.» Ein Ausschluss ist zu erfolgen, wegen Zuwiderhandlung gegen Parteibeschlüsse, ernstlicher Gefährdung der Parteiinteressen und Unterstützung der Gegner (gemeint sind Mitglieder der PdA. HB) in ihrer gegen die Partei gerichteten Tätigkeit.