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Signau
Kirche Signau
Die Kirchgemeinde Signau mit rund 2300 Mitgliedern umfasst die Dörfer Signau und Schüpbach, eingeteilt in die fünf Schulkreise Signau-Dorf, Mutten, Höhe, Schüpbach-Dorf und Häleschwand. Die Signauer Kirche steht erhöht auf einer Terrasse, umgeben vom Gemeindearchiv im Westen (1844) und dem Pfarrhaus im Norden (1742). Aussergewöhnlich ist die Verbindung zwischen Pfarrhaus und Kirchhof: Eine gedeckte Holzbrücke gewährt einen bequemen und «trockenen» Gang zur Kirche. Die im Kern romanische und gotische Kirche erfuhr 1850 einen Umbau sowie einen Neubau des Chors.
Die parallel zur Dorfachse gelegene Signauer Kirche ist ein harmonisch wirkender Sakralbau, entstand jedoch etappenweise im Verlauf von mehreren Jahrhunderten. Die heutige Form der Kirche geht im Grossen und Ganzen auf einen tiefgreifenden Umbau von 1850 zurück. Damals gestaltete Karl Eduard Funk unter anderem den heutigen 5/8-Chorabschluss neu. Erhalten blieben dabei ein Grossteil der Nordwand und des Turmsockels aus dem 13./14. Jahrhundert sowie die Südwand, die hölzerne Glockenlaube und der Spitzhelm aus dem 16. oder frühen 17. Jahrhundert. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt die Grabplatte der Landvögtin Anna Stuber aus dem Jahr 1703 in der westlichen Vorhalle.
1937/38 wurde die Kirche erneut renoviert, wobei auch die prächtigen Chorfenster (entworfen von Robert Schär), die neue Kanzel und der massive Abendmahlstisch Einzug fanden. Sowohl Kanzel wie Abendmahlstisch wurden vom Bildhauer Werner F. Kunz (1896-1981) geschaffen. Eine weitere Besonderheit stellen die drei vorreformatorischen Glocken, welche sich heute vor der Kirche befinden, dar: Die älteste aus dem 14. Jahrhundert ist schmucklos, jene mit figürlichen Reliefs und der Stifterinschrift «Herr Schulthess Willhelm von Diessbach, Ritter zu Bern und Herr zu Signau - anno 1500 Jahr» ist die zweitälteste und die jüngste ist jene mit dem Kreuzigungsrelief und der Inschrift «Ave Maria, gratia plena anno domini 1513». Maria war in vorreformatorischer Zeit die Schutzpatronin der Kirche Signau.
- Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 566.