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Die territoriale Entwicklung des Kantons Zürich.
Karte Nr. 36 Historischer Atlas der Schweiz von Marco Zanoli (Karten), François Walter (Text), 2021, Verlag HIER UND JETZT.
Der Murerplan ist ein Holzschnitt der Stadt Zürich des Zürcher Glasmalers und Kartografen Jos. Murer aus dem Jahr 1576.
Äbtissin ist die Bezeichnung für einen privilegierten, spannenden und anspruchsvollen Beruf. Ihre Aufgaben waren mit der kirchlichen und weltlichen Politik verbunden – lokal, regional, international.
Bis um 1150 regierten die Äbtissinnen in Zürich und auf ihrem Besitz durch schiere Macht. Langsam entwickelte sich die politische Partizipation der Bürger, von Stadträten und der Landbevölkerung. Ihr Führungsstil wurde zunehmend konsensual. Staatstragende Entscheide wie Verfassungen, neue Gesetze so wie die Geld- und Währungspolitik galten bis 1524 nur mit der Unterschrift der Äbtissin.
In ihrer damaligen Geld- und Währungspolitik führten die Äbtissinnen ähnliche Aufgaben und Tätigkeiten aus wie heutige Direktorien von Nationalbanken. Die Fraumünster-Abtei war jene Institution, welche allein das Recht hatte, Münzen herauszugeben, die als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert wurden, die «moneta de Thurego». Der Währungsraum entsprach dem Herrschaftsraum der Äbtissinnen.
Die Äbtissinnen waren verantwortlich für die erfolgreiche Verwaltung des Abteibesitzes. Dazu gehörten die Stadt Zürich, umfangreiche Güter im heutigen Kanton Zürich, im Aargau, im Thurgau, in Uri (verkauft 14xx), im Kanton Bern und im Elsass (verkauft 1291).
Intern im Kloster leiteten sie den Konvent mit 13 Nonnen aus adeligen Familien und waren verantwortlich für deren Wohlergehen, für ihr spirituelles Leben im Rahmen der Benediktusregel. Zudem waren sie Chefinnen von sieben Klerikern, von ungefähr 30 internen Dienstleuten und mehr als 800 Eigenleuten auf den Abtei-Besitzungen. Für Zürichs Einwohner*innen waren sie systemrelevante Arbeitgeberinnen.