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Fasten macht sensibel
Fasten erhöht die Empfindlichkeit der Geschmacksnerven
Die alte Volksweisheit ist jetzt auch wissenschaftlich bestätigt: Ein afrikanischer Forscher hat nachgewiesen, dass Hunger tatsächlich den Geschmackssinn schärft. Mit leerem Magen konnten Probanden beispielsweise Süßes und Salziges schon in deutlich geringeren Konzentrationen wahrnehmen als nach einem sättigenden Mittagessen. Yuriy Zverev von der Universität von Malawi in Blantyre beschreibt seine Studie in der Fachzeitschrift BioMed Central Neuroscience (Bd. 5, S. 5).
Zverev hatte sechzehn seiner Studenten im Alter zwischen 19 und 24 Jahren dazu überredet, im Dienst der Wissenschaft auf ihr Frühstück zu verzichten. Während des Tests probierten die Probanden Wasser, in dem verschiedene Mengen Zucker, Salz oder der Bitterstoff Chinin gelöst waren. Dabei sollten sie angeben, wann sie einen süßen, salzigen oder bitteren Geschmack wahrnahmen. Das gleiche Experiment wiederholte der Forscher eine Stunde nach einem reichhaltigen Mittagessen.
Das Fasten verbesserte die Empfindlichkeit der Geschmacksnerven der Probanden deutlich: Im hungernden Zustand bemerkten die Testteilnehmer süßen oder salzigen Geschmack bereits bei der Hälfte derjenigen Zucker- oder Salzkonzentrationen, die sie nach dem Mittagessen wahrnahmen. Die Empfindlichkeit für Bitteres wurde dagegen nicht beeinflusst. Dieser Unterschied sei wahrscheinlich damit zu erklären, dass ein süßer oder salziger Geschmack Essbarkeit anzeige und damit bei der Suche nach Essbarem wichtig sei. Dagegen deute ein bitterer Geschmack auf Ungenießbarkeit oder sogar Giftigkeit hin und habe daher keinerlei Einfluss auf die Nahrungssuche, schreibt Zverev.
ddp/bdw - Ilka Lehnen-Beyel, Februar 2004
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