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Schweizer Illustrierte: Frau Brauen, anfangs hiess es in der Schweiz, der Filmtitel laute «Who Killed Johnny Depp?». Was haben Sie denn gegen Johnny Depp, dass Sie ihn sterben lassen?
Yangzom Brauen: Gar nichts! Der Film heisst korrekterweise «Who Killed Johnny?». Aber Johnny Depp spielt auch mit - zumindest jemand, der so aussieht.
Dann ist der Tote doch Johnny Depp?
Das weiss man noch nicht.
Worum geht es in Ihrem Film?
Zwei Freunde, gespielt von Melanie Winiger und Max Loong, wollen gemeinsam ein Drehbuch schreiben, werden aber dauernd von sich überschlagenden Ereignissen davon abgelenkt. Unter anderem von einer Leiche, die vor ihrem Haus liegt. Es ist eine schwarze Komödie, in der neben Schweizern auch Deutsche, wie das Model Jordan Carver, die ihr Filmdebüt gibt, und Amerikaner mitspielen.
Melanie Winiger und Max Loong spielen sich selber?
Genau. Aber es ist keine Doku-Komödie, sondern eine völlig fiktive Geschichte. Gleichzeitig erhält man Einblick ins Privatleben von Schauspielern und erfährt, wie das Leben von zwei Schweizer Stars in L. A. aussieht.
Welchen Charakter spielt Carlos Leal?
Er wird von Melanie Winiger und Max Loong für eine Rolle angeheuert.
Warum hat es keine Rolle für Sie darin?
Ich wollte erst einen Part übernehmen. Doch ich dachte: besser, mich beim ersten Mal nicht zu überfordern und mich auf Produktion und Regiearbeit zu konzentrieren.
Woher stammt die Idee zum Film?
Mit einem Walliser, der auch hier in Los Angeles lebt, kreierte ich die Web-Soap «Hallo Hollywood». Dort ging es schon um Schweizer in Hollywood. Mit einem Co-Autor schrieb ich dann das Drehbuch zu diesem Film, den ich zusammen mit der Tessinerin Shari Yantra Marcacci produziere.
War es einfach, die drei Schweizer Stars für den Film zu gewinnen?
Mit Carlos arbeitete ich zusammen in «Escape from Tibet». Max und ich haben denselben Agenten, und Melanie rief ich einfach an. Alle waren sofort offen, das Drehbuch zu lesen.
Wie verhält sich das Trio auf dem Set?
Sehr angenehm. Sie sind immer bereit, arbeiten professionell, haben Vertrauen in mich - und hören mir zu (lacht).
Woher stammt die finanzielle Unterstützung?
Von privaten Investoren.
Was sagen Sie zum Vorwurf, jetzt meint Yangzom Brauen, sie könne als Schauspielerin auch noch Regie führen?
Die beiden Berufe haben viel gemein. Immerhin habe ich innert acht Tagen einen neunzigminütigen Film mit professionellen Schauspielern und professioneller Crew abgedreht.
Wie fassen Sie die Erfahrung Ihres Regiedebüts zusammen?
Es hat mir sehr gefallen. Ich bin bei allem involviert. Jede Einstellung habe ich als Storyboard gezeichnet. Die Umwandlung - vom Text über die Vision bis hin zum Set mit den Schauspielern - ist ein sehr kreativer Prozess.
Werden Sie auch bei der Verfilmung Ihres Buches «Eisenvogel» Regie führen?
Nein, das ist ein zu grosses Projekt. Da wünsche ich mir einen bekannten Regisseur - aber ich möchte selber mitspielen. Wir haben inzwischen die erste Skript-Fassung, aber es wird sicher noch weitere geben.
Regisseure haben während der Dreharbeiten kaum ein Privatleben. Wie ging Ihr Freund, Textilunternehmer Hadi Salem, damit um?
Er unterstützte mich. Wir sahen uns ja trotzdem jeden Morgen, Abend und am Wochenende - das ist bei anderen Leuten auch nicht anders.
Wann kommt «Who Killed Johnny?» ins Kino?
Hoffentlich nächstes Jahr, zuerst muss ich nun wieder Geld für die Fertigstellung zusammentrommeln.