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Die Amsel war ursprünglich ein scheuer Waldvogel und ist dies in einigen Gebieten auch geblieben. Sie wurde vor gut 180 Jahren zuhnehmends in Gärten deutscher Städte gesichtet und verbreitete sich so almählich in den Siedlungsräumen und Kulturlandschaften Europas. In London wurden Amselbruten erst in den 30er Jahren des vegangenen Jahrhunderts festgestellt. Adulte Männchen sind mit ihrem gelben Schnabel und ebenfarbigen Augenring unverwechselbar. Das Weibchen hält sich in Brauntönen. Nicht adulte Männchen (im 1. Winter) haben mauserbedingt ein dunkles Kleid mit kontrastierenden, bräunlichen Flügeln und dunklem Schnabel / Augenring. Die Schnabelform weist auf einen Allesfresser hin, wobei Würmer eine der bevorzugten Mahlzeiten sind. Ihr wohlklingender, runder Gesang wird gerne von einer exponierten Warte aus vorgetragen. Amseln sind Jahresvögel, jedoch nicht unbedingt Standvögel: Jene, die bei uns im Frühling brüten, ziehen im Herbst südwärts. Jene die ihr Brutgeschäft im Norden abhalten, verweilen im Winter bei uns.
Die Schnatterente
Die Schnatterente, auch
Mittelente oder Knarrente genannt, gehört zu den Schwimmenten, welche ihre
Nahrung gründelnd beschaffen. Sie macht sich aber die Tauchenten zunutze, in
dem sie diese zeitweise beim Auftauchen mit Beute beraubt.
Die Männchen der Schnatterente sind auch in ihrem Prachtkleid unauffällig. Beim
näheren Betrachten erkennt man aber ein wunderschönes Schuppenmuster in zarten
Grautönen. Die Weibchen unterscheiden sich bis auf den weissen Spiegel und die
klare Farbunterteilung auf dem Schnabel wenig vom Stockentenweibchen.
Das Brutgebiet der Schnatterente verläuft von Island über
Schottland, Südskandinavien bis Sibirien. Zugstrecken von bis zu 5000 Km sind
keine Seltenheit. Die Schnatterente ist also als Kurzstreckenzieher aus dem
Norden im gesamten mitteleuropäischen Gebiet ein nicht sehr häufiger Brut- und
Jahresvogel. Die Winterbestände in der Schweiz sind aber mit 10'000 Individuen
hoch. Der Schweiz kommt somit als Überwinterungsgebiet des auf der roten Liste
stehenden Vogels europaweit eine zentrale Rolle zu.
Das Rufrepertoire der Schnatterente ähnelt sehr
dem der Stockente. Sie bevorzug flache Gewässer und ist dementsprechend an
Seeufern und Teichen anzutreffen. Ihre bevorzugte Nahrung sind Wasserpflanzen -
Insekten, Weichtiere und kleine Fische werden sporadisch verzehrt.
Der Eurasische Wolf
Mit einer Wiederristhöhe von 60 - 90 cm und einem Gewicht von 30 - 50 Kg
ist der Wolf eine beträchtliche Erscheinung. Er sorgt für gesunde
Bestände beim Wild und macht es überlebensfähiger und robuster, womit er
sich letztendlich selber vor einer unkontrollierten Verbreitung
schützt. Für mittelgrosse Jagdhunde, die sich Auseinandersetzungen
auf Leben und Tod nicht gewohnt sind, kann er durchaus eine Gefahr sein,
wobei entsprechende Bespiele rar sind. Seine Rückkehr in die Schweiz
wird emotional diskutiert und sorgt für Spannungen in der Bevölkerung.
Letztendlich sind es einfach Interessenskonflikte. Erstaunlich ist
jedoch, dass fast niemand sich zu überlegen scheint, was diese Rückkehr
für den Wolf selber bedeutet. Die Schweiz bietet nämlich wenig Gebiete,
wo er seine natürliche Rolle einnehmen könnte. Kein Wolf riskiert
lebensgefährliche Jagden auf Grosswild, wenn nebenan der Mensch seinen
Tisch reich deckt. Der Wolf kann sich auch mit dem Hund vermischen. In
Deutschland hat man die Kontrolle über die Hybridisierungen vermutlich
bereits verloren. Wer wirklich an der Erhaltung des eurasischen Wolfes
interessiert ist, muss akzeptieren können, dass wir ihm in der zersiedelten Schweiz mit ihren mobilen Einwohnern bedauerlicherweise wenig zu bieten haben. Der Wolf riskiert, in der Nähe des
Menschen sein eigentliches Wesen zu verlieren. Wie anfällig diese
Tierart auf Zweckentfremdungen ist, beweist die Existenz des Hundes. Die
Schweiz befindet sich weitgehend in der gleichen Situation wie jener
Stadtmensch, der gerne einen Laufhund in seiner Einzimmerwohnung halten
möchte... Das hiesige Prinzip, jede Art dort gedeihen zu lassen,
wo sie sich ansiedelt, muss beim Wolf gründlich überdacht werden.
Am frühen Morgen, nach erfolgter Nahrungsaufnahme, sucht der
Hase seine Sasse auf, die er bis zur Dämmerung nicht mehr verlässt. Sein
heimliches Verhalten macht ihn für die meisten Menschen unsichtbar. Im
Gegensatz zum Feldhasen, der im Mittelland auf Grund einer wenig nachhaltigen
Landwirtschaft gebietsweise völlig verschwunden ist, findet der Schneehase in
den Alpen immer noch geeignete Lebensräume und weist vielerorts erfreuliche Bestände
auf. Es existieren sogar Populationen in offenen Wäldern unter 1400 Metern. Der
Rückzug des Feldhasen in höhere Lagen, die klimatischen Veränderungen und Freizeitdruck
sind alles Faktoren, die für die Zukunft des Lepus timidus eine grosse Rolle spielen.
Der Hase dient im Zyklus der Natur als Beute für seltene Eulen, Greifvögel und
Hermeline. Zu hohe Fuchsbestände setzen beiden Hasenarten empfindlich zu.
Von allen Paarhufern Mitteleuropas verfügt das Reh über die
erfolgreichste Überlebensstrategie. Sein Anspruch an den Lebensraum ist weniger
hoch als beim störungsempfindlichen Hirsch. Man kann es in Siedlungsnähe wie
auch in menschenleeren Regionen von der kollinen bis zur subalpinen Höhenstufe
antreffen – Voraussetzung ist immer ein Angebot an Unterschlupf- und Deckungsmöglichkeiten.
Der Capreolus capreolus ist standorttreu und bestrebt, im angeborenen Lebensraum
zu bleiben. Vielerorts wird die tragbare biotische Wilddichte überschritten. Wo
Wolf und Luchs heimisch sind, werden Rehe in grosser Zahl gerissen. Gebietsweise fallen die Hälfte aller Rehkitze
in den ersten 8 Wochen Füchsen zum Opfer.