Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/2559

Salsa
In der Musik des Salsa (spanisch für würzig, salzig, Sauce) verschmolz unter anderem diejenige des Rumba, der Merengue (aus Haiti) und des Reggae (aus Jamaika). Der Salsa-Tanz und die Salsa-Musik sind verwandt mit dem Mambo. Die erotischen Bewegungen mit den Hüften, die unzähligen Drehungen und die improvisierten Schrittkombinationen sind sogar in China bekannt. Doch wer annimmt, dass Paris, Kuba und New York den gleichen Salsa tanzen, der irrt. Bei uns in der Schweiz sind die folgenden zwei Salsa-Tanzstile am meisten verbreitet:
Der Kubanische:
Die kubanische Form des Salsa kann unterteilt werden in den Casino- und den Despelote-Style.
Der Casino stammt vom kubanischen Son ab, dem Vorläufer verschiedener Salsa-Stile. Inspiriert ist der Casino von afrikanischen Elementen, er enthält viel Improvisation und wenig Regeln. Die Bewegungsabläufe können immer wieder neu erfunden werden.
Despelote ist ein offener Tanz, ein spontaner und hemmungsloser "Ganzkörperflirt", ein freizügiges und erotisches Miteinander- und Gegeneinander-Tanzen. Typisch ist im Despelote auch das Temleque, ein rhythmisches Zittern mit dem ganzen Körper. Gezählt wird meistens 1-2-3-Pause-1-2-3-Pause, wobei anstelle der Pause auch ein Tap getanzt werden kann.
Im Gegensatz zum Casino wird die Rueda de Casino, eine Gruppentanzform im Kreis, mit dem Mann im Mittelpunkt (Machismo) getanzt: Der Herr ist primär für die Show zuständig. Der Machismo drückt sich auch in einer dominanten Führung aus. Viele relativ komplexe Vueltas und improvisierte Schrittkombinationen des Mannes zeichnen diesen Tanz aus; es kommen sogar "Knoten-Vueltas" vor, bei denen die Arme ineinander geflochten und verknotet und dann auf spezielle Weise wieder gelöst werden. Im Gegensatz zum "Cross Body Lead" wird diese Figur im Casino nicht auf einer Linie getanzt und nennt sich "Dile que no". Früher wurde Rueda zu Cha-Cha-Cha-Rythmen getanzt.
Die Salsa Puertoriqueña, also die südamerikanische Salsa:
Hier existieren zwei Hauptstile: Der New York- und der Los Angeles-Style. Beide Stile können vermischt getanzt werden, was sich neuerdings Salsa Americana nennt.
Salsa Puertoriqueña auf "1" (stilvoll, dynamisch und ausdruckstark)
Salsa Puertoriqueña wird eigentlich auf 2 getanzt, wobei sich in Zürich Puertoriqueña auf 1 durchgesetzt hat. Diese Stilrichtung hat viele Drehfiguren - beim Partnerwork, manchmal auch bei Solos - ausgeprägt stilvoll und elegant bei "styling" und "footwork", während das Paar wie auf einer Linie tanzt. Wird gerne mit L.A.-Style verwechselt, eine Stilrichtung, die besonders mit Showeffekten und Akrobatik arbeitet.
Hier passt natürlich Salsa aus Puerto Rico, Salsa moderne und Salsa romantica.
Der New York-Style
wirkt weich, elegant und feminin (auch beim Mann). Dieser Stil enthält puerto-ricanisch beeinflusste Pasitos (Soloschrittkombinationen) und besteht aus einer Vielzahl verschiedener Figuren und Shines (Vueltas). Typisch dafür ist das Über-den-Kopf-Streicheln. Der NY-Style wird, im Gegensatz zum LA-Style, meistens in konstantem, also gleichbleibendem Takt und Rhythmus getanzt.
Der Los Angeles-Style
wirkt zackiger, härter und aggressiver als der New York-Style. Der Herr spielt den Macho-Part. Der LA-Style sieht sehr nach Showtanz aus und beinhaltet Latin-Elemente und akrobatische Figuren aus dem Rock'n'Roll und Disco-Swing. Schnelle Spins, viele Cross Body Leads und Shines auf einer Linie sind die wichtigsten Elemente. Der LA-Style wird häufig mit Schritt- und Tempowechseln getanzt.
Filme wie "Dirty Dancing" oder "Buena Vista Social Club" lassen die Salsa mit ihren schnell erlernbaren Schritten und kniffligen Drehungen mehr denn je Anklang finden.