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19.03.2015, 14:0813.04.2015, 16:44
Yanis Varoufakis, damals noch nicht griechischer Finanzminister, hält beim sechsten «Subversive Festival» in der kroatischen Stadt Zagreb eine Rede, die er auch in seinem Blog
präsentiert. Laut dem Festival-Programm, das Varoufakis in seinem Blog verlinkt
, hat er zwei Auftritte: am 14. und am 15. Mai. Varoufakis embedded in dem Blogeintrag ein Video des YouTube-Kanals «Skripta TV». Es zeigt seinen Vortrag am 14. Mai
. Dies ist allerdings nicht das Video mit dem Mittelfinger, das später für Wirbel sorgen wird.
Auf dem YouTube-Kanal von «Skripta TV» wird ein längeres Video (57:26 Minuten) veröffentlicht, das angeblich Varoufakis' Vortrag vom 15.5.2013 zeigen soll. Die entscheidende Szene ereignet sich bei 40:32 Minuten: Varoufakis zeigt hier offenbar den Mittelfinger.
Auf seiner Facebook-Seite weist nun auch das «Subversive Festival» auf das entsprechende Video hin.
Alessandro Del Prete lädt einen knapp sechsminütigen Clip bei YouTube hoch. Zu sehen ist ein Ausschnitt des acht Tage zuvor veröffentlichten «Skripta TV»-Videos von Yanis Varoufakis, in dem ebenfalls der Mittelfinger zu sehen ist.
Böhmermann veröffentlicht über den YouTube-Kanal seiner Sendung Neo Magazin Royale das Video zum Song «V for Varoufakis». Am Ende des YouTube-Clips ist der kurze Ausschnitt mit dem Mittelfinger zu sehen.
In der Talk-Sendung von Günther Jauch am Sonntagabend wird Varoufakis, per Video zugeschaltet, mit dem Mittelfinger-Clip konfrontiert. Varoufakis sagt: «Can I make a simple point? That Video was doctored. I have never given the Finger ever.»
YouTube-User Alessandro Del Prete verteidigt seinen Clip auf Twitter. Er habe lediglich sechs Minuten aus dem 57-minütigen Vortrag geschnitten und den kurzen Clip bei YouTube hochgeladen. Mehr habe er mit dem Filmmaterial nicht gemacht, sagt er gegenüber SPIEGEL ONLINE. «Absolutely not fake», schreibt er zudem auf Twitter.
Böhmermann setzt einen mysteriösen Tweet ab, der nahelegt, dass das Video möglicherweise gefälscht sein könnte.
Die grosse echt-oder-nicht-Diskussion in den Medien beginnt – Varoufakis erklärt gegenüber SPIEGEL ONLINE noch einmal: «Das Video wurde ohne jeden Zweifel gefälscht.» Marko Kostanic, der Moderator der Veranstaltung, sagt, er erinnere sich nicht an die Geste
. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass jemand das Video bearbeitet habe. Dina Pokrajac, die beim Festival speziell für das Filmprogramm zuständig ist, sagt der «Süddeutschen Zeitung»
: «Wenn wir das Video selbst veröffentlicht haben, dann ist es auch echt.»
Yanis Varoufakis twittert die Langversion der Aufnahme aus Zagreb. Doch seine beabsichtigte Aussage bleibt unklar, denn auch in diesem Video ist der Mittelfinger zu sehen.
Der britische «Guardian» veröffentlicht ein Video-Interview mit Martin Beros, der für angeblich für das Varoufakis-Video verantwortlich sein soll. In dem Clip erklärt er
, dass Varoufakis‘ Geste aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Bemerkenswert: Er erwähnt explizit Jan Böhmermann: «It is one thing if Comedians such as Jan Böhmermann cut out things out of context to make a Joke…» Das Interview wirkt abgelesen, doch es ist unklar, welche Böhmermann-Aktion er meint. Denkbar wäre auch das «V for Varoufakis»-Video. Beros sagt nicht explizit, dass es den Finger nicht gegeben habe
Das Neo Magazin Royale veröffentlicht über seinen YouTube-Kanal ein Video, in dem Böhmermann behauptet, sein Team hätte die Mittelfinger-Aufnahmen gefälscht. Auf Twitter ist die Hölle los.
Varoufakis nimmt Bezug auf das Böhmermann-Video und fordert eine Entschuldigung von Moderator Günther Jauch.
Er wendet sich zudem direkt an Böhmermann.
Böhmermann veröffentlicht ein Videostatement. «Das Video ist echt. Die Unterstellung, dass das Video ein von uns manipulierter FakeFakeFakeFakeFake sei, ist absolut haltlos», sagt er.
Das ZDF bestätigt gegenüber SPIEGEL ONLINE
, dass es sich bei Böhmermanns angeblichen Mittelfinger-Fake um Satire handelt. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler sagte demnach ironisch: «Wir sehen uns gezwungen, das NEO MAGAZIN ROYALE zukünftig als Satiresendung zu kennzeichnen.» Für die Moderation des Nachrichtenmagazins «heute journal» werde Jan Böhmermann «sicherheitshalber vorerst ausgeschlossen».
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