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Mit der Bezeichnung Myom ist eine knotige Anordnung von normalerweise geordnet-verlaufenden Muskelfasern gemeint. Myome sind gutartig, können aber in der Hälfte der betroffenen Frauen zu massiven Beschwerden führen.
Myome entwickeln sich aus einer wirbligen Anordnung von normalerweise geordnet verlaufenden, glatten Muskelzellen er Gebärmutterwand (Leiomyome) und bilden um sich herum vermehrt Grundsubstanz (sogenannte Extrazelluläre Matrix, eine Art Kitt. Sie können aber auch an den unterschiedlichsten Organen auftreten. Je nach Lage an der Gebärmutter und Grösse, können sie unterschiedliche Beschwerden machen.
Ein Uterusmyom kann unauffällig klein sein und nur mehrere Zentimeter Durchmesser haben, es kann aber auch stark anwachsen. Die Gebärmutter weist in diesem Fall manchmal einen Umfang auf, wie bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft. Zusätzlich können sich mehrere Myome in und an der Gebärmutter bilden, medizinisch heisst das dann Uterus myomatosus.
Über 50 Prozent aller Frauen, die älter als 40 Jahre sind, haben ein oder sogar mehrere Myome. Damit handelt es sich beim Gebärmuttermyom um den häufigsten gutartigen Tumor, der die weiblichen Geschlechtsorgane betrifft.
Warum sich ein Myom der Gebärmutter bildet, ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Eine zentrale Rolle spielt eine gewisse Veranlagung (familiär, aber auch herkunftsmässig z.B. bei afrikanischer Abstammung). Die weiblichen Geschlechtshormone treiben die Myome dann zum Wachstum an.
In den Lebensphasen der Frau, wenn der Körper diese weiblichen Geschlechtshormone nicht bildet, wachsen keine Myome. Vor der Pubertät kann ein Mädchen diese Tumore nicht entwickeln, genauso bilden sich nach den Wechseljahren bestehende Myome meist zurück, beziehungsweise entstehen keine neuen.
Welche tatsächlichen Faktoren darüber bestimmen, dass ein Bereich der Gebärmutter wächst, ist jedoch noch unbekannt. Bekannt sind allerdings drei Risikofaktoren für Myome:
Nicht jedes Myom muss Anzeichen und Beschwerden auslösen. Rund die Hälfte aller Frauen, die ein Myom haben, merken überhaupt nichts davon. Vor allem kleine Tumore, welche ausserhalb der Gebärmutterhöhle vorkommen, sind meist völlig symptomfrei und müssen nicht behandelt werden. Ist ein Myom grösser und bedrängt es benachbarte Organe, kann es jedoch zu Symptomen kommen.
Die häufigsten Beschwerden sind sogenannte «abnorme Menstruationsblutungen» mit in erster Linie stärksten Menstruationsblutungen (Hypermenorrhoe) oder auch (seltener) über eine Dauer von über sieben Tagen hinaus (Meno- bis Meno-Metrorrhagien). Die starken Blutungen können zu schweren krampfartigen Schmerzen während der Periode und auch zu einer Blutarmut (Eisenmangelanämie) führen. Typische Aussage: „An den ersten Tagen meiner Regel kann ich kaum aus dem Haus gehen.“
Zudem kann es bei grossen ausserhalb der Gebärmutterhöhle liegenden Miyomen zu sogenannten „Druckbeschwerden“ im Beckenbereich kommen. Myome bei dieser Grösse können zu Drangbeschwerden der Harnblase, Verstopfungsneigung/Blähungen oder ganz allgemein zu einem „Schweregefühl“ und Schmerzen im Beckenbereich – insbesondere auch beim Geschlechtsverkehr – führen.
Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können durch ein Myom ausgelöst werden. Knapp die Hälfte aller symptomatischen Frauen haben so starke Beschwerden, dass sie eine deutliche Einschränkung ihrer Lebensqualität haben und deshalb regelmässig Arbeitsausfälle in Kauf nehmen müssen. Nicht zuletzt kann es vorkommen dass Myome zu einer Sterilität führen. Häufig sind sie aber nicht der Grund für die Sterilität.
Typisch sind darüber hinaus folgende Beschwerden und Symptome, die entsprechend der Lage des Myoms auftreten. Bei den obigen typischen Symptomen, können auch selten Rücken-, Kreuzschmerzen oder Ischiasbeschwerden vorkommen, weil das Myom das Kreuzbein und andere Bereiche im Becken belastet, in denen die Ischiasnerven austreten.
Manchmal wird ein Myom im Rahmen einer Routineuntersuchung zufällig entdeckt. Meistens wird die Diagnose aber gestellt, wenn die Betroffene bereits Beschwerden hat und deswegen zu Ärztin oder zum Arzt geht. Dann werden wir zuerst die Frau nach ihren Symptomen fragen, wann sie auftreten, wie die Regelblutung ist und weiteres. Nach dieser Anamnese folgt die körperliche Untersuchung:
Nur wenn die Ergebnisse dieser Untersuchungen nicht eindeutig sind und weitere Abklärung nötig ist, gibt es zusätzliche Diagnose-Optionen:
Präventionsmöglichkeiten gegen Myome sind nicht bekannt. Der einzige wichtige Rat an jede Frau in Zusammenhang mit Myomen lautet:
Nehmen Sie die regelmässigen Kontrolluntersuchungen bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen wahr. Auf diese Weise lässt sich ein Myom möglichst früh erkennen und falls nötig mit der entsprechenden Therapie entgegensteuern.
Ärztlichen Rat sollten Sie sofort einholen, wenn Sie Symptome haben oder Unregelmässigkeiten bei der Menstruation bemerken.
Myome haben meist die Tendenz, zu wachsen. Erst wenn sie eine gewisse Grösse haben, entstehen Beschwerden. Deshalb kommen Frauen wegen des Verdachts auf ein Myom oft erst relativ spät zu uns. Dann besteht bereits die Gefahr, dass der Tumor Organe, die er in seinem Wachstum bedrängt, in ihrer Funktion beeinträchtigt.
So können, je nach ihrer Lage, Myome zu einer chronischen Blasenreizung, aber auch zu Nierenerkrankungen führen und die Darmaktivität beeinträchtigen. Starke Menstruationsblutungen können auf Dauer Blutarmut (Anämie) auslösen.
Die Befürchtung, dass ein Myom bösartig werden kann und aus dem Muskeltumor ein Karzinom entsteht, ist jedoch in den allermeisten Fällen unbegründet. Dieses Risiko betrifft nur unter einem Prozent der Myome.
Trotzdem: Auch vor diesem Hintergrund ist die Empfehlung wichtig, Myome, auch wenn sie klein sind und keine Beschwerden machen, regelmässig kontrollieren zu lassen, mindestens einmal pro Jahr.