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I Der Krieg
Ritter Rudolf von Planta wurde 1568 als dritter Sohn aus der sechsten Ehe seines Vaters Balthasar von Planta-Wildenberg mit Anna Catharina Prevosti geboren. Seine ältere Schwester Barbara heiratete 1593 Johann Schalkett von Bergün. Sein ältester Bruder Daniel starb jung, der nächste Bruder Pompejus war neben Rudolf einer der wichtigsten Anführer der spanischen Partei und wurde 1621 von Georg Jenatsch ermordet. Die jüngste Schwester Anna heiratete Fabio Prevosti aus dem Bergell, ebenfalls ein enger politischer Verbündeter.
Rudolf war mit Margarethe von Travers verheiratet, der Schwester von Augustin Travers, einem weiteren Anführer der spanischen Partei. Sie hatten zwei Töchter namens Catharina und Margarethe, die beide als Kinder starben.
Von der Forschung vernachlässigt
Trotz seiner herausragenden Rolle in den Bündner Wirren wurde bis jetzt, soweit uns bekannt ist, keine Biographie von Ritter Rudolf veröffentlicht. Immerhin steht ein Wikipedia-Artikel zur Verfügung.
Solange das Quellenmaterial über Rudolf von Planta einer systematischen Auswertung harrt, bleibt die beste Informationsquelle über ihn die "Chronik der Familie Planta" von Peter von Planta von 1892. Der Chronist schreibt über seinen streitbaren Vorfahren: "Ritter Rudolf, welcher durch Geistesgaben und hervorragende Stellung Haupt Aller [Planta] gewesen wäre, ging seine eigenen Wege, war selbstsüchtig und eigenmächtig" (S. 163/64).
Sein politischer Gegner Ulysses von Salis-Marschlins äussert sich im Zusammenhang mit Rudolfs Ernennung zum Hauptmann einer französischen Compagnie folgendermassen über ihn: "Rudolf Planta verliess die Bünde mit keiner der besten Compagnien, aber equipiert wie ein Obert; dabei war er von schöner Statur, aber so stolz, dass er die übrigen Hauptleute über die Achsel ansah und selbst seinen Obersten wenig respectierte [...]. Am lächerlichsten aber war, dass er selbst um Bassompierre, General über die eidgenössischen Truppen, sich wenig zu bekümmern den Anschein gab [...]" (Denkwürdigkeiten, S. 34).
Agent von Frankreich - oder Spanien?
Die französische Compagnie hatte Ritter Rudolf im Jahr 1614 erhalten, zum Dank für seine Bemühungen um die Beendung des venedischen Bündnisses in den vorangehenden Jahren. Dazu gehörte beispielsweise das Zuozer Einverständnis von 1612: in Absprache mit (oder auf Anweisung?) von Charles Paschal, dem französischen Gesandten, hatte Rudolf von Planta einige Gemeinden des Gotteshausbundes überzeugt, ein Abkommen zu schliessen, gemäss dem sie nie wieder mit Venedig ein Bündnis schliessen und fortan nur mit Frankreich verbündet bleiben würden. Auch Rudolfs Schwager Johann Schalkett unterzeichnete im Namen der Gemeinde Bergün das Zuozer Einverständnis.
Rudolf von Planta war aber, in den Worten von Ulysses von Salis, "im Inneren mehr spanisch als französisch", was sich in der Folge immer wieder zeigen sollte. Als 1617 in den Gemeinden über einen neuen Vorschlag zu einem venedischen Bündnis beraten wurde, schickte er beispielsweise fünfzig Musketiere los, um die Gemeinden von einer Annahme des Bündnisses abzubringen.
In Thusis verurteilt
1618 wurde er wegen dieser und vielen anderen Aktionen zugunsten Spaniens vom Thusner Strafgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er flüchtete mit seinen Getreuen (z.B. sein Bruder Pompejus, sein Neffe Daniel, sein Schwager Fabio Prevosti) ins Ausland. Von dort aus zog er weiterhin die Fäden und war mitverantwortlich für die folgenden kriegerischen Ereignisse: der Veltliner Mord 1620 wurde angeführt von Giacomo Robustelli, dem Schwiegersohn von Rudolfs im Veltlin verheirateten Schwägerin Anna Travers Besta, und beim Einfall der Österreicher 1621 ritt er an der Seite des Obersten Baldiron ins eroberte Unterengadin ein.
1622 konvertierte Rudolf von Planta zum Katholizismus und lebte später auf seinem Schloss in Rametz/Tirol, wo er 1638 starb.
Bildnachweis
Porträt von Rudolf von Planta, 1624: Rätisches Museum, Chur
Online
Eintrag zu Ritter Rudolf von Planta im Historischen Lexikon der Schweiz.
Das Strafgericht von Thusis auf Wikipedia.
Literatur
Pfister, Alexander: Georg Jenatsch: Sein Leben und seine Zeit. Basel, 1951.
Planta, Peter von: Chronik der Familie von Planta nebst verschiedenen Mittheilungen aus der Vergangenheit Rhätiens. Zürich, 1892.
von Salis-Marschlins, Ulysses: Des Mareschal de Camp Ulysses von Salis-Marschlins Denkwürdigkeiten. Herausgegeben von Conradin von Mohr, Chur 1858. Online abrufbar hier.
Sprecher von Bernegg, Fortunat: Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien von 1618 bis 1645 heimgesucht wurden. Auf Deutsch herausgegeben von Conradin von Mohr, Chur 1856. Online abrufbar hier.
Die Schalkett waren im 16. Jahrhundert die bedeutendste Familie Bergüns. Im Cudesch da Estims lassen sich zwei Linien ausmachen: die Jannöli-Linie und die Johann-Linie. Die Jannöli-Linie stellte den ersten Podestà der Familie: Jakob, genannt Jannöli (Inneli), war 1573 Podestà von Morbegno sowie wiederholte Male Mastrel des Gerichts Bergün. 1579 besass Podestà Jannöli ein Vermögen von 5500 Gulden, das der Familie in ungefähr derselben Höhe bis 1622 erhalten blieb.
Mit den Planta verschwägert
Die Johann-Linie war mehrfach mit der Familie Planta aus dem Engadin verschwägert (s. Stammbaum). Der Vater von Johann Schalkett, Johann Peter Schalkett, war mehrmals Mastrel von Bergün und wurde 1585 zum Podestà von Teglio gewählt. 1582 hatte er das Pariser Stipendium des Gotteshausbundes für zwei Jahre zugesprochen bekommen; Johann studierte wahrscheinlich um 1584/85 in Paris. 1586 musste er die Nachfolge seines Vaters als Podestà antreten, denn dieser starb während seiner Amtszeit.
Am 12. Juli 1588 heiratete Johann Schalkett Duonna Cilgia von Salis, eine Tochter des Bergwerksbetreibers Johann von Salis-Samedan (Vicari Żon). Johann von Salis war ein wichtiger Exponent der venedischen Partei und damit wahrscheinlich ein Gegner von Johann Schalketts Planta-Verwandtschaft (seine Mutter war eine Cousine des Bischofs Peter Planta). Ob sich der junge Johann Schalkett mit dieser Heirat über die Wünsche seiner Familie hinweggesetzt hat? Wir wissen es nicht.
Cilgia starb Ende 1591, bei oder kurz nach der Geburt ihres Sohnes Johann Peter Schalkett (Gian Pedrin). 1593 heiratete Johann Schalkett ein zweites Mal, nämlich Barbara von Planta-Wildenberg (Duonna Barbara), die Schwester von Rudolf und Pompejus von Planta. Mit Duonna Barbara hatte er vier weitere Kinder, Chiatrina, Balthasar, Rudolf und Barbla (mehr zu ihnen im Eintrag von Duonna Barbara).
Ämterlaufbahn
Johann Schalkett bekleidete verschiedene politische Ämter und taucht auch sonst allenthalben in den Quellen auf. 1585-86 war er Mastrel von Bergün (wobei er einen Teil dieser Zeit als Ersatz-Podestà in Teglio verbrachte), 1597-99 Podestà von Morbegno und 1611-12 noch einmal Mastrel des Gerichts Bergün. Auch sein Bruder Nuttin muss in den 1590er Jahren Mastrel gewesen sein, denn im Estim von 1599 wird er als Amma Nuttin Schalkett bezeichnet.
1600 reiste er nach Chur, um das Strassenbauprojekt am Bergünerstein dem Bundstag vorzustellen. Zusammen mit Mastrel Cla und Peter Jecklin wurde er 1607 von den Bergünern für zehn Jahre von allen Gemeindeämtern gebannt - ein Verbot, das nicht lange Bestand hatte: bereits 1611 war Johann Schalkett wieder Mastrel von Bergün. Im Streit um die Mastrelwahl von 1610 hat Johann Schalkett vermittelnd eingegriffen, und im Februar 1612 erstritt er auf dem Beitag in Davos das Stipendium des Königs von Frankreich für ein dreijähriges Studium in Paris für seinen Sohn Johann Peter (Gian Pedrin).
Das Zuozer Einverständnis
Ebenfalls 1612, am 10. Juni, unterzeichnete Johann Schalkett im Namen der Gemeinde Bergün das sogenannte "Zuozer Einverständnis" - ein Abkommen einiger Gemeinden des Gotteshausbunden, in dem sie beschworen, nie mehr mit Venedig ein Bündnis zu schliessen und fortan nur noch mit Frankreich verbündet zu bleiben.
Dieses Dokument verletzte die Satzungen des Dreibündestaates, gemäss denen Bündnisse mit auswärtigen Mächten nur vom Bundestag für alle drei Bünde geschlossen oder gelöst werden konnten. Seine Unterschrift brachte Johann Schalkett daher eine Zitation vor das Strafgericht von Thusis 1618 ein, doch er starb, bevor er in Thusis erscheinen konnte, im Oktober 1618.
Finanziell in der zweiten Reihe
Johann Schalketts Vater und Grossvater waren in den frühen Estims neben Podestà Jannöli und dem Vater von Mastrel Cla die reichsten Männer von Bergün gewesen. Doch Johanns Vermögen erreicht mit "nur" 15'000 Gulden im Estim von 1609 seinen Höhepunkt. Im Estim 1622 besitzen seine nicht namentlich genannten Erben 10'000 Gulden, und in den zwei darauffolgenden Estims besitzen Rudolf und Barbla Schalket je 1200 bzw. 1200 und 1000 Gulden. 1633 wird ein Hauptmann Baltisar Schalket mit 200 Gulden erwähnt - wahrscheinlich Sohn Balthasar, der später in Zernez lebte, aber in Bergün noch einen kleinen Besitz hielt.
Sohn Johann Peter (Gian Pedrin) war während seines Aufenthaltes in Paris zum katholischen Glauben übergetreten und hatte sich in Cazis niedergelassen. Dort heiratete er 1624 Ursula von Planta, die Tochter von Johann Bartholomäus. Johann Peter starb 1629 in Mailand an der Pest.
Quellen/Bildnachweis
Kirchenbuch Bergün, Gemeindearchiv Bergün und Staatsarchiv Graubünden (Mikrofilm), StAGR A I 21 b 2/60.3
Cudesch da Estims von Bergün, in Privatbesitz, digitalisierte Version online hier.
Zusprache des Pariser Stipendiums des Gotteshausbundes an Johann Peter Schalkett. StAGR, AB IV 1/006, S. 93, 14. Oktober 1582
Johann Schalkett stellt dem Bundestag das Strassenprojekt vor, Bundestagsprotokolle Band 8, 2. Januar 1600, S.6. StAGR AB IV 1/008
Schreiben der ennetbirgischen Gemeinden, in Zuoz versammelt, ... ("Zuozer Einverständnis"). 10. Juni 1612. StAGR A II LA 1
Gotteshausbund, Verleihung des Stipendiums des Königs von Frankreich..., 27. Februar 1612. StAGR A II LA 1
Johann Schalkett ist verstorben, Protokoll des Strafgerichts Thusis, S. 181. StAGR AB IV 5/13
Literatur
Juvalta-Cloetta, L.: Einige Bemerkungen zur Schalchett'schen Familie. Bündnerisches Monatsblatt, 1930
Hauptmann Gregori de Gregoriis (Giargieli) muss ein mindestens so streitbarer Charakter gewesen sein wie sein Vater, Mastrel Cla, denn auch er war in zahlreiche Gerichtsfälle verwickelt.
Zum ersten Mal taucht er in einem Abschied des Gotteshausbundes vom 8. August 1601 auf: Ursula del Thöni del Galles, Klägerin, wendet sich bezüglich ihrer Ehesache mit Gregori Gregori an den Gotteshausbund, denn in Bergün, wo Mastrel Cla "Haupt der Gmeindt" ist, erwartet sie kein faires Urteil. Doch der Gotteshausbund kann oder will nicht helfen: eine Eheklage ist eine Kriminalsache, und bei Kriminalsachen gibt es keine Berufungsmöglichkeit. Ursula del Galles muss hinnehmen, was das Gericht in Bergün entschieden hat. Worum es bei diesem Streit geht, erfahren wir nicht. Doch ging es im 17. Jahrhundert bei "Ehesachen" von Unverheirateten zumeist um die Einforderung eines gebrochenen Eheversprechens. Wir können also davon ausgehen, dass Giargieli der Uorschla die Ehe versprochen hat, sich aber nachher nicht mehr an dieses Versprechen erinnern mochte.
Kurz darauf erscheint Hauptmann Gregori wieder in den Akten des Bundestags, und zwar wieder mit einem Streit mit einer Frau namens Ursula. Worum es beim Streit mit Ursula Ambriesch geht, erfahren wir allerdings nicht, aber es ist gut möglich, dass es eine weitere Eheklage war.
Am 15. November 1603 heiratet Hauptmann Gregori, und zwar eine weitere Frau mit Namen Ursula: Ursula Scrivaunt. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Ursula mit einer der bereits erwähnten Ursulas identisch ist, denn die Namen Ambriesch und del Galles tauchen nirgends als Namen von Schreibern auf. Es handelt sich um Walsernamen, und es ist sehr gut möglich, dass es sich bei beiden Familien um Hintersässen handelt - EinwohnerInnen zweiter Klasse, für die es schwer war, sich gegen einen Platzhirsch wie Hauptmann Gregori und seinen mächtigen Vater durchzusetzen (vgl. Eintrag zu Mengia Wildner).
1605 wird Hauptmann Gregori wieder erwähnt, und zwar erscheint er als zweiter Beklagter im Streit seines Vaters mit Ammann Peter Jecklin (vgl. Eintrag zu Mastrel Cla).
Am 1. Juli 1611 hat Gregori ein zweites Mal geheiratet, diesmal Anglina Modein – wohl eine Verwandte des Schreibers Johannes Modein, der 1603 den Vertrag über den Wegzoll aufgesetzt hat.
Hauptmann Gregori tritt zudem in einem Gerichtsurteil von 1615 auf. Er besass das Haus am Platz (heute Volg) und wollte es aufstocken. Dies wurde ihm mit der Begründung verboten, man könne sonst die Uhr auf dem Turm nicht mehr sehen. Ebenfalls wurde ihm verboten, auf der Hinterseite des Hauses, gegen den Turm, Fenster anzubringen – warum, steht nicht im Urteil. Pikant ist dieses Urteil insbesondere, weil als einer der Kläger Hauptmann Gregoris Bruder, Marchett Pol Clo aufgeführt ist!
Ein letztes Mal erscheint Giargieli im Bundestagsprotokoll des Jahres 1618, wegen eines Streites um seine Hauptmannschaft mit anderen Hauptleuten, und im Estim von 1622, als einer der Erben des Mastrel Cla.
Quellen
Ehesache mit Urschla del Galles: Abschiede Dr. Ruinelli Bd.21, Seiten. 57; 69-71, 8. August und 23. Oktober 1601 (STAGR AB IV 5/21)
Streit mit Urschla Ambriesch: Bundestagsprotokoll Bd. 8, S. 65, 19. Juni 1601, und S. 197, Mai 1603 (STAGR AB IV 1/8)
Streit zwischen Ammann Klaus Gregori und Ammann Peter Jecklin: Protokoll des Gotteshausbundes, Bd. 26, S. 5-6, 8. Mai 1605 (STAGR AB IV 3/26) und Abschiede Dr. Ruinelli, Bd. 21, S. 117-119, 3. Juni 1605 (STAGR AB IV 5/21).
Urteil zum Haus am Platz: Kopialbuch D VII, Staatsarchiv Graubünden, S. Yy. (STAGR D VII)
Streit mit anderen Hauptleuten: Bundestagsprotokoll Bd. 9, S. 105 (STAGR AB IV 1/9)
Literatur
Collenberg, Adrian: "daz es solt ein ee sin" : Ehegerichtsbarkeit im Oberen Bund im 16. Jahrhundert. Bündner Monatsblatt, 2002
Burghartz, Susanna: Zeiten der Reinheit, Orte der Unzucht. Paderborn, 1999
Vicari Johann von Salis-Samedan, in Brauegn genannt Vicari Żon, lebte von 1546 bis 1624. Mütterlicherseits war er ein Enkel des Engadiner Reformators Johann Travers und wurde deshalb auch Johann Travers von Salis genannt. Er residierte in der heutigen Chesa Planta in Samedan und war drei Mal verheiratet. Mit seiner ersten Ehefrau, Eva von Planta, hatte er 19 Kinder. Seine zweite Frau war Catarina Curo aus Bever, und die dritte war Ursula v. Stockar aus Schaffhausen. Schaffhausen war denn auch das Ziel der Familie Salis-Samedan, als sie im Herbst 1621 durch Bergün vor den anrückenden Österreichern flüchtete.
Der Titel des Vicari geht auf seine Tätigkeit als Vicari des Veltlins in den Jahren 1583-1585 zurück. Und wahrscheinlich kam er zwanzig Jahre später noch zwei Mal zu kurzen Einsätzen als Vicari: einmal nach der vermuteten Absetzung von Vicari Albert Dietegen von Salis 1602 und einmal als Verteter des angeblich überforderten Bartholomäus Caflisch 1604.
Das Hauptbetätigungsfeld von Vicari Gian war aber nicht die Politik, sondern das Geschäftsleben, insbesondere der Bergbau. Er betrieb zahlreiche Bergwerke in den Drei Bünden und verfügte über weitverzweigte Geschäftsbeziehungen. Der Erzabbau am Murtel da Fier und im Val Tisch bei Bergün war somit nur ein Geschäft von vielen - aber offenbar eines, das von Beginn an schlecht lief. Immer wieder kam der Betrieb mangels Kapital zum Erliegen, immer wieder wurde er nach Kapitalzuschüssen von neuen Geschäftspartnern wieder aufgenommen. Doch 1615 scheint Vicari Gian den Bergüner Betrieb endgültig aufgegeben zu haben.
Vicari Gian war nicht nur geschäftlich mit Bergün verbunden, sondern auch privat: seine Tochter Cilgia heiratete 1588 Sar Jann Schalkett, und seine Tochter Ursina heiratete 1614 Mastrel Cla. Sein Sohn Friedrich emigrierte nach Paris, konvertierte dort zum Kummer seines Vaters zum Katholizismus und wurde zum Mentor von Cilgias Sohn, Jan Peter Schalkett (Gian Pedrin).
Literatur
Head, Randolph C.: Sprachgebrauch und Sprachbewusstsein im Salis-Briefwechsel, 1580-1610. Bündner Monatsblatt, 1996
Kaiser, Adolf: Die Nachkommen des Staatsmannes Johann Travers von Zuoz in den ersten sechs Generationen. Jahresbericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden, 1955.
Collenberg, Adolf: Die Bündner Amtsleute in der Herrschaft Maienfeld 1509-1799 und in den Untertanenlanden Veltlin, Bormio und Chiavenna 1512-1797. Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Graubünden, 1999
von Planta, Peter Conradin: Der Bernina-Bergwerkprozess von 1459-1462 und die Bergbauunternehmungen des Johann von Salis 1576-1618
www.salis.com.es, Tafel 8.
Die Informationen über Timotheo Gioncada und seine Churer Seidenmanufaktur sind spärlich. In einem Artikel im Bündner Monatsblatt von 1999 beschreibt Silvio Margadant das Geschäft anhand von zwei Geschäftsdokumenten von 1606 und 1615 und weiteren Quellen. Gemäss Churer Steuerliste war Gioncada ein Hintersässe, der aber trotzdem - und ausserhalb der Zunft - sein Handwerk ausüben durfte; denn die Seidenwirkerei war ein seltenes Gewerbe, das offenbar von niemandem sonst in Chur betrieben wurde.
Gioncada betrieb sein Geschäft mit Kapital von vermögenden Geldgebern aus den Drei Bünden: 1606 erhält er Geld von Ritter Thomas von Schauenstein, Ritter Rudolf von Schauenstein, Ritter Johannes Guler von Wyneck und fünf weiteren Edelmännern. 1615 steigen Jöri Gamser, Bürgermeister von Chur, wiederum Johannes Guler von Wyneck, Dr. Zacharias Beeli, Badearzt in Pfäfers und Oberzunftmeister von Chur, sowie Georg von Planta-Samedan als Geschäftsparter ein. Die Geschäftstätigkeit wird im Gesellschaftsvertrag von 1615 geregelt, in dem unter Anderem steht, dass Gioncada seine Lehrlinge kostenlos ausbilden muss.
Aus einer weiteren Quelle geht hervor, dass Gioncada aus Genf stammte und sich Ende 1608 um Aufnahme als "Pundtsmann" bewarb. Die Zunft lehnte das Begehren am 8. Januar 1609 ab - zuerst solle sich Gioncada als Bürger in einer Gemeinde einkaufen
Quellen/Bildnachweis
Gesellschaftsvertrag Manufaktur Gioncada, 1. August 1615: StAGR D V 3, Bd. 188, Nr. 122
Mehren der Rebleutezunft: Nr. 129, 8. Januar 1609, StAGR A II/2
Literatur
Margadant, Silvio: Eine Seidenmanufaktur in Chur im frühen 17. Jahrhundert. Bündner Monatsblatt, 1999
Florin, Franz Philipp: Oeconomus prudens et legalis. Oder allgemeiner kluger und rechts-verständiger Hauß-vatter, des klugen und rechts-verständigen Hauß-Vatters, Zweyter Band, die fünff letzten Bücher in sich enthaltend, 1751. S. 1124, verfügbar auf google play (Seidenproduktion in der Frühen Neuzeit).
Pfarrer Georg Saluz (1571-1645) stammte aus einer Bündner Pfarrerdynastie; sein Grossvater war der Bündner Reformator Philipp Gallicius, ebenfalls Pfarrer in Chur. Dessen Sohn Johannes Leo war Pfarrer in Jenaz und der Vater unseres Pfarrers Georg Saluz. Dieser studierte vermutlich in Zürich und wurde 1590 - erst neunzehnjährig - ordiniert und in die Bündner Synode aufgenommen. Seine erste Anstellung als Pfarrer erhielt er in Seewis, wo er bis 1606 blieb.
Zu seinen Aufgaben in Seewis gehörte auch das regelmässige Predigen in Grüsch und Schuders. Da dies aber für einen Pfarrer zu viel Arbeit war, übernahm ab 1597 Pfarrer Nier von Schiers auch die Kirchgemeinde Schuders. Seit der Zeit in Seewis besuchte Pfarrer Saluz regelmässig das Bad in Ganey.
1606 wurde Saluz zum Pfarrer der Churer Martinskirche gewählt und erhielt damit auch den Titel "Antistes". Der Antistes stand in der gesellschaftlichen Hierarchie des frühneuzeitlichen Chur nach dem Bürgermeister an zweiter Stelle.
Saluz war bemüht, sich nicht allzu tief in die Politik hineinziehen zu lassen. Da er aber der Ansicht war, ein allzu enges Verhältnis zu Venedig könnte für die Bünde unerfreuliche Konsequenzen zeitigen, wurde er von den radikal venedisch gesonnenen Prädikanten als "Spaniole" betrachtet und beispielsweise vom Thusner Strafgericht zu einer Busse von 200 Gulden verurteilt.
Saluz bemühte sich auch um die Bildung der Jugend und veröffentlichte 1613 einen eigenen Katechismus, der später noch mehrere Neuauflagen erfahren sollte. Zudem besass er beträchtliche medizinische und chirurgische Kenntnisse und wurde von den Churern als Arzt zu Hilfe gerufen. Sehr gerne verschrieb er seinen Patienten Badekuren im Bad Ganey, über das er später sogar eine kleine Werbeschrift herausgab.
Legendär, wenn auch nicht historisch nachgewiesen, sind die "Krafttaten" von Pfarrer Saluz. So habe er einmal einen Mann samt Leiter und Obstsack von einem Apfelbaum zum nächsten getragen oder eine schwere Fuhrlast, an der zwei Fuhrknechte vorher gescheitert waren, allein auf einen Wagen befördert.
Literatur
Berger, H.: Der Churer Pfarrer Saluz (1571-1645) und seine Kollegen und seine Zeit. Jahresbericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden, 1961.
Meng, Ulrich J.: Vom alten Bad Ganey. Bündner Jahrbuch, 1982.
Die Seewiser Linie der Famile von Salis entstand durch die Heirat von Hieronymus Dietegen von Salis-Soglio (1560-1628) mit Anna Enderlin von Montzwick im Jahr 1593. Gemäss Ehevertrag musste sich Hieronymus Dietegen mit seiner Familie in Seewis oder Grüsch niederlassen, in der Nähe der Verwandten seiner Frau, und auch all seinen Besitz dorthin transferieren. Er verkaufte deshalb seine Güter in Soglio seinem Bruder, Vicari Albert Dietegen (1573-1616).
In seinen "Denkwürdigkeiten" schreibt Ulysses von Salis-Marschlins, die Brüder Albert und Hieronymus seien die einzigen Angehörigen der Familie Salis gewesen, die während der Bündner Wirren auf Seiten der Planta gestanden hätten. Für Hieronymus' Frau Anna Enderlin, die wahrscheinlich einem pro-venedischen Zweig der Enderlin von Montzwick angehörte, muss das sehr schwierig gewesen sein. (Diese Vermutung basiert auf den Angaben in der unten angeführten Abhandlung über die Stürviser Geschlechter von Anton Mooser; weitere Hinweise zur Herkunft der Anna Enderlin nehmen wir gerne auf dem Offenen Platz entgegen!)
In welchem Haus die Familie Salis-Seewis zur Zeit der Handlung von "Bergünerstein" residierte, kann nicht mehr nachvollzogen werden, denn Seewis brannte im September 1621 fast vollständig nieder. Daraufhin erbaute der Sohn, Dietegen "der Fromme", das "Schloss", das 1690 erneuert und durch einen erneuten Dorfbrand 1863 zerstört wurde.
Die Familie Salis-Seewis besassen das Bad in Ganey viele Jahre lang, bis sie es endlich an Gerichtsschreiber Andreas Gansner verkauften. In seiner Werbeschrift über das Bad berichtet Pfarrer Saluz, Landvogt Dietegen von Salis und seine Frau, Regina Roth von Schreckenstein (die Eltern von Hieronymus und Albert Dietegen), hätten 14 Jahre lang keine Kinder bekommen, dann aber, nach Besuch des Bades, habe Frau von Salis noch 6 Söhne geboren. In der Stammtafel der Familie Salis-Seewis sind zwar nur zwei Söhne verzeichnet, aber das Bad war dennoch vor allem wegen seiner heilsamen Wirkung gegen Unfruchtbarkeit bekannt.
Die Familie Salis-Seewis war mit derjenigen von Salis-Grüsch entfernt verwandt: der Grossvater von Hieronymus und Albert Dietegen, Dieteganus Magnus von Salis-Soglio, war der Bruder von Rudolf von Salis, dem Urgrossvater des Hercules von Salis-Grüsch, der 1620 in Venedig verstarb. Vgl. dazu den Stammbaum.
Literatur
von Salis-Soglio, Niklaus: Notizen zu einer neuen Genealogie. Staatsarchiv Graubünden, Signatur D VI So [21/124] II.A.2., Heft VII, S. 55-65.
Stammtafeln der Familie Salis auf www.salis.com.es (Tafel 25 für die Familie Salis-Seewis, Tafel 10 für die Verbindung zwischen den Salis von Seewis und denen von Grüsch).
Meng, J. Ulrich: Vom alten Bad Ganey. Bündner Jahrbuch, 1982.
Mooser, Anton: Die Walsersiedlung Stürvis und ihr Verschwinden; Verzweigung und Verbreitung der Stürviser Geschlechter [Schluss]. Bündnerisches Monatsblatt, 1939.
Dies war das erste von zahlreichen ehrenvollen und einträglichen Ämtern und Gesandtschaften, die Hercules in den nächsten 15 Jahren versehen sollte. Doch das Strafgericht von 1607, zu dessen Unkosten er eine bedeutende Geldsumme beitragen musste, wie auch die bei der Reforma 1603 erlassene Bestimmung, dass ehemalige Amtsträger sich um keine weiteren Veltliner Ämter bewerben durften, bewogen ihn dazu, sich von der Politik abzuwenden und 1609 mit der ganzen Familie nach Chiavenna überzusiedeln.
Von dort kehrte die Familie erst nach Grüsch zurück, als sich die Unruhen von 1620 anzukündigen begannen.
Mehrere Söhne von Hercules wurden Offiziere und waren während der Bündner Wirren auf der venezianischen Seite aktiv: Hauptmann Ulysses, Hauptmann (und später General) Rudolf sowie Johann Casimir.
Bildnachweis
Porträt von Ortensia de Martinengo: Rätisches Museum, Chur
Literatur
von Salis-Marschlins, Ulysses: Des Mareschal de Camp Ulysses von Salis-Marschlins Denkwürdigkeiten. Auf Deutsch herausgegeben von Conradin von Mohr, Chur 1858. (Online verfügbar hier.)
Sprecher von Bernegg, Fortunat: Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien von 1618 bis 1645 heimgesucht wurden. Auf Deutsch herausgegeben von Conradin von Mohr, Chur 1856. (Online verfügbar hier.)
Abt Sebastian von Castelberg wurde vermutlich um 1585 geboren. Seine Mutter, Barbara von Planta-Wildenberg, war eine Cousine von Duonna Barbara, Pompejus und Chavalier Raduolf von Planta (vgl. den Stammbaum von Duonna Barbara). Der junge Sebastian erhielt eine standesgemässe Ausbildung bei den Jesuiten in Dillingen, am Brerakolleg in Mailand und an der Sorbonne in Paris. Später wurde er Pfarrer in Tavetsch, und im Jahr 1614 wurde er, wahrscheinlich mit Hilfe von Bestechung, von den weltlichen Behörden der Cadi, der Gerichtsgemeinde Disentis, zum Abt des Klosters Disentis gewählt.
Von Abt Sebastian wurde erwartet, dass er sich mit dem Kloster Disentis der Schweizerischen Benediktinerkongregation anschloss und die Tridentinische Reform auch endlich im Kloster Disentis einführen würde. Der Beitritt erfolgte auf der Äbteversammlung vom 30. August 1617 in Muri (AG). Die Kongregation sandte darauf zwei Mönche aus dem Kloster Muri nach Disentis, die dort die dringend notwendigen Reformen einleiteten: die liturgischen Texte wurden angepasst, die Klausur und die Tischlesung bei gemeinsamer Mahlzeit im Refektorium wieder eingeführt, und die weiblichen Angestellten wurden aus dem Kloster entfernt.
Doch die Disentiser Mönche unter Abt Sebastian waren von den Reformen alles andere als begeistert, und so brachen die beiden Murenser Reformmönche im August 1618, nach wenigen Monaten, ihre Mission frustriert ab. Die alten Sitten kehrten wieder ein im Kloster, und der Einfluss der weltlichen Behörden von Disentis verstärkte sich noch mehr: Abt Sebastian wurde verboten, an den Äbteversammlungen der Benediktinerkongretation teilzunehmen!
Mit dem Ausbruch der Bündner Wirren trat Abt Sebastians Vorliebe für Politik und Krieg immer klarer zutage; 1620 wurde er zum Hauptmann der Truppen der Cadi gewählt! Das Kloster selbst wurde von den kriegerischen Ereignissen nicht verschont und Anfang April 1621 von den reformierten Truppen in Brand gesetzt. Der Abt war mit seinen Mönchen ins Tessin geflohen und hatte auch die Reliquien und Wertgegenstände des Klosters dorthin in Sicherheit gebracht.
1621 wurde ein neuer päpstlicher Nuntius bestellt: Alessandro Scappi. Er zögerte nicht lange und kündigte Abt Sebastian einen Besuch in Disentis nach Ostern 1622 an. Abt Sebastian antwortete bedauernd, das halbverbrannte Kloster sei zur Beherbergung eines solch ehrwürdigen Gastes leider nicht im Stande. Doch als der Abt im Herbst 1622 wegen der Friedensverhandlungen in Lindau weilte, wandten sich einige reformwillige Mönche im Kloster selber an Scappi. Dieser verstärkte in der Folge den Druck auf Abt Sebastian und trug ihm unter Anderem auf, an der Äbteversammlung von Einsiedeln im April 1623 teilzunehmen. Abt Sebastian brach zu dieser Reise auf - wählte aber die Route über den Oberalppass, wo er zu seinem grossen Bedauern im Schnee steckenblieb!
Von 1623 ist eine Briefstelle von Abt Sebastian überliefert, gemäss der im Turm im Kloster "viele Frauen" wegen Hexerei festgehalten wurden. Was mit ihnen geschah, ist nicht bekannt.
Später im Jahr gelang es Scappi, in Absprache mit Abt Sebastian und den Behörden der Cadi den Einfluss der letzteren einzudämmen und im Kloster Reformen einzuführen. Abt Sebastian blieb bis zu seinem Tod 1634 im Amt und beteiligte sich weiterhin aktiv an der Politik - auf spanischer Seite.
Literatur
Müller, Iso: Der Kampf um die tridentinische Reform in Disentis von ca. 1600-1623. Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte, 42 (1948).
Kaufmann, Burkard: Die politische Tätigkeit des Abtes Sebastian von Castelberg 1614-1634. Bündnerisches Monatsblatt, 1942.
Giger, Hubert: Hexenverfolgung in der Surselva. Bündner Monatsblatt, 1991.
Müller, Iso: Zum bündnerischen Hexenwahn des 17. Jahrhunderts. Bündner Monatsblatt, 1955.
Frate Francesco Maria Guazzo wurde um 1570 in Mailand geboren. Er gehörte dem Orden von St. Barnabas und St. Ambrosius an und wahrscheinlich auch der Inquisition. 1608 veröffentlichte er das "Compendium Maleficarum", eine umfangreiche Abhandlung über die Untaten von Hexen und Zauberern und wie man diese erkennen kann. Geschrieben hatte er dieses Buch nach eigenen Angaben während eines Aufenthalts im norddeutschen Kleve, wo er als Experte an einem Hexenprozess teilnahm: ein alter Mann war angeklagt, Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg verzaubert und in den Wahnsinn getrieben zu haben. Guazzo war bei dieser Gelegenheit auch als Exorzist tätig. Aber es gelang ihm nicht, den Herzog von seinen Dämonen zu befreien; dieser starb 1609 in geistiger Umnachtung. In Kleve soll Guazzo zudem die Bekanntschaft von Nicolas Rémy gemacht haben, einem besonders fanatischen (und "erfolgreichen") französischen Hexenjäger, den er in seinem Compendium mehrfach zitiert.
Eine Bekanntschaft zwischen Guazzo und Abt Sebastian, wie sie in "Bergünerstein" besteht, ist nicht nachgewiesen. Hingegen liegt es im Bereich des Möglichen, dass Guazzo auf dem Heimweg zu seiner Zelle Santa Caterina del Sasso am Lago Maggiore in Disentis Halt gemacht hat und dort vom Abt verpflegt wurde.
Online
Kurzbiographie Guazzos auf Treccani.it.
Wikipedia-Artikel über Guazzo (englisch)
Wikipedia-Artikel über Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg
Zeitgenössische Werke über Hexen
Guazzo, Francesco: Compendium Maleficarum. Mailand, 1608. Englische Übersetzung von 1929 als (kostenpflichtiges) e-book erhältlich hier.
Boguet, Henry: Discours Exécrable des sorciers: ensemble leur procez, faits depuis 2 ans en çà, en diuers endroicts de la France. Auec vne instruction pour vn juge, en faict de sorcelerie. Rouen, 1606. Online abrufbar hier.
Säumer Peter Gruber durchwandert die Bünde in den historischen Romanen von Johann Andreas Sprecher, "Donna Ottavia" und "Familie de Sass". Gruber verkörpert die unaufgeregte Weisheit des redlichen Landmannes, weiss aber auch seine Fäuste zu gebrauchen, wenn es nötig ist. In "Donna Ottavia" rettet er Jörg Jenatsch das Leben, der, auf geheimer Mission am Albulapass unterwegs, entkräftet in den Schnee sinkt und um ein Haar erfriert. Von Wander- und Abenteuerlust getrieben, bricht Gruber auch im hohen Alter immer wieder zu Saumzügen auf, zum Kummer seiner Frau, die auf dem heimischen Hof in Langwies allein zurückbleibt.
In "Familie de Sass" tritt Gruber zum letzten Mal im Jahr 1630 auf. In "Bergünerstein" begegnen wir ihm im Jahr 1629, als er Luzia auf einer wichtigen Reise geleitet.
Literatur
Sprecher, Johann Andreas von: Donna Ottavia. Chur, 1878.
Sprecher, Johann Andreas von: Familie de Sass. Chur, 1881.