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Die drei grossen wirtschaftlichen Bewertungs-Agenturen, S&P, Moody´s und Fitch-Ratings, die die Entwicklung der Weltwirtschaft analysieren und voraussagen haben aktuell für Israel nur „upgrade“, „positiv“ und „stabil“ in ihrem Vokabular.
Während der Präsident des World Economic Forum (WEF), Børge Brende, die Weltwirtschaft in der schwierigsten geopolitischen Lage seit Langem sieht und von einer drohenden Stagflation redet, sprechen die Rating-Agenturen über Israel in den höchsten Tönen. Standard & Poor´s bekräftigt Israels Wirtschaft mit AA- und einer insgesamt stabilen Entwicklung, die in diesem Jahr ein Wachstum von voraussichtlich 5,5 Prozent bringen wird. Das ist zwar 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr (8,0 Prozent), aber noch immer ein Wachstum, von dem EU-Länder nur träumen können. Durch diesen Zuwachs wird die Netto-Verschuldung Israels schneller sinken als erwartet. S&P findet allerdings die Sicherheitslage Israels bedenklich und verweist auf die wackelige Situation der israelischen Regierung mit nur einer Stimme Mehrheit im Parlament.
Bedeutende wirtschaftliche Aussichten sieht die Ratings-Agentur durch die neue Zusammenarbeit mit den arabischen Golfstaaten auf der Basis der Abraham-Accords. Bekanntlich wollen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gemeinsam mit Israel die Gas-Vorkommen im östlichen Mittelmeer ausbauen. Die Rede ist von mindestens einer Pipeline über Zypern und Griechenland nach Europa und die Nutzung ägyptischer LNG-Anlagen, mit denen Gas verflüssigt und per Schiff exportiert werden kann. Ausserdem sind Golfstaaten und auch Saudi-Arabien im Begriff in Israels effiziente High-Tech-Firmen gross finanziell einzusteigen.
Auch S&P erwähnt den starken High-Tech-Bereich Israels, der 2021 über 25 Milliarden US-Dollar in Start-ups gespült und 33 israelische Firmen zu „Unicorns“ (Einhörner) avanciert hat, die jeweils einen Börsenwert von über einer Milliarde US-Dollar erreicht haben. Der Gesamtwert der Investitionen in Israels High-Tech war 2021 136 Prozent höher als im Vorjahr, schreibt PITCHBOOK in seinem aktuellen Bericht. Die Investitionen in Israels Start-ups sind um 71 Prozent höher als der Weltdurchschnitt und 78 Prozent höher als in den USA.
Auch was die Inflation betrifft liegt Israel mit 3,8 Prozent niedriger als die entwickelten Lander wie zum Beispiel die USA mit derzeit 8,1 Prozent. Allerdings seien auch in Israel die Verbrauchsgüter seit Anfang dieses Jahres um 1,5 Prozent teurer geworden, die Wohnungspreise innerhalb eines Jahres um dramatische 16 Prozent.
Auch die Moody´s Ratings-Agentur hat Israel von stabil auf positiv A1 angehoben. Die führende Bewertungsagentur hebt Israels starkes Wirtschafts-Wachstum hervor und lobt die Regierungs-Reformen zur Steigerung der Arbeits-Produktivität und die verbesserte Teilnahme der unterprivilegierten Bevölkerungsteile an der Arbeitnehmerschaft.
Im vierten Quartal 2021 stieg Israels Bruttosozialprodukt um 16 Prozent, und beförderte damit das Wachstum im ganzen Jahr auf über 8 Prozent, schreibt Moody´s. Das war die stärkste Steigerung seit dem Jahr 2000. Auch die OECD, der Verbund der hochentwickelten Länder stimmt in dieses Loblied auf Israels Wirtschaft ein: das Land hat alle wirtschaftlichen Erwartungen übertroffen.
Und was sagt der WEF-Präsident Brende im Vorfeld der nächsten Woche in Davos beginnenden Tagung, auf die Frage nach dem Zustand der Welt: „Es geht uns schlechter als letztes Jahr, aber besser als im nächsten Jahr.“