Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/44985

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, zur Förderung der Bienen in der Schweiz:</p><p>1. die Bienenzucht im Rahmen der "AP 2007" zu verankern;</p><p>2. eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Bundesämter sowie der Imker- und Landwirtschaftsverbände einzusetzen, welche ein Konzept für die Bienenförderung in unserem Land erarbeiten soll;</p><p>3. die nötigen Mittel für eine angemessene Förderung der Bienen in der Schweiz bereitzustellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt die wichtigen und vielfältigen Funktionen der schweizerischen Bienenzucht, namentlich die Wirtschaftstätigkeit, die Erzeugung von Honig und anderen Bienenstockerzeugnissen sowie die Bestäubung der Nutz- und Wildpflanzen als Beitrag zur Erhaltung des biologischen Gleichgewichtes und zur Sicherung des landwirtschaftlichen Ernteertrages.</p><p>Zu den einzelnen Punkten nimmt er wie folgt Stellung:</p><p>1. Es trifft zu, dass die Zahl der Imker und Imkerinnen und Bienenvölker seit längerer Zeit deutlich im Abnehmen begriffen ist. Trotzdem weist die Schweiz mit rund fünf Bienenvölkern pro Quadratkilometer in Europa nach wie vor eine relativ hohe Bestandesdichte aus. In Österreich werden rund vier und in Deutschland rund zwei Völker pro Quadratkilometer gezählt.</p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass es ebenfalls Aufgabe der interessierten Landwirtschaftskreise ist, ihre Mitglieder auf die Entwicklung der Bienendichte aufmerksam zu machen. Diese sollen insbesondere dazu motiviert werden, die Bestäubung ihrer Kulturen sicherzustellen, indem sie selbst in der Bienenzucht tätig werden oder die Dienste von Imkern und Imkerinnen in Anspruch nehmen. Der Bundesrat erachtet eine Verankerung der Bienenzucht im Rahmen der "AP 2007" als nicht erforderlich.</p><p>2. Obwohl aus der Sicht des Bundesrates momentan kein Handlungsbedarf besteht, ist er bereit, die Einsetzung einer Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Bundesämter sowie der Imker- und Landwirtschaftsverbände im Sinne der Motionärin zu prüfen.</p><p>3. Die Imker stehen mit der Bekämpfung der Varroa-Milben und anderer Bienenkrankheiten sowie neu mit den Selbstkontrollen nach Lebensmittelgesetz vor einer grossen Herausforderung. In diesem Zusammenhang ist eine gute Beratung und Ausbildung der Imker sehr wichtig.</p><p>Der Bund unterhält an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Milchwirtschaft in Liebefeld ein Zentrum für Bienenforschung mit einem jährlichen Budget von rund 920 000 Franken. Die imkerliche Beratung wird zusätzlich mit 160 000 Franken pro Jahr (für Weiterbildungskurse und Beratungstätigkeiten der Bienenzüchterverbände) unterstützt. Der Bund investiert zudem jährlich 40 000 bis 50 000 Franken in die Forschung zur Bekämpfung der Bienenkrankheiten. Ferner können gestützt auf Artikel 12 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 1998 (SR 910.1) Beiträge zur Absatzförderung gewährt werden. Seitens des Bundes sind keine weiteren Massnahmen zugunsten der Bienenzucht vorgesehen.</p> Der Bundesrat beantragt, Punkt 1 der Motion abzulehnen und die Punkte 2 und 3 in ein Postulat umzuwandeln.