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Kammerkonzert im Zeitungslesesaal, Samstag 10. September, 16 Uhr
An diesem Samstag, 10. September, findet um 16 Uhr im Zeitungslesesaal ein Kammerkonzert mit dem Rasumowsky Quartett statt. Gespielt werden die Streichquartette Nr. 3 und Nr. 5 von Albert Moeschinger, dessen Nachlass sich in unserer historischen Sammlung befindet. Autographe bzw. Abschriften der Kompositionen werden während des Konzertes ausgestellt.
Albert Moeschinger (1897-1985) zählt zu den faszinierendsten und mit über 400 Werken zu den produktivsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der in Basel geborene Moeschinger verbrachte – abgesehen von wenigen Studienjahren in Leipzig und München – sein ganzes Leben in der Schweiz und war hier überaus anerkannt. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, und viele seiner Werke wurden von bedeutenden Musiker*innen seiner Zeit aufgeführt. Zu den wichtigsten Förderern Albert Moeschingers gehört der Basler Mäzen und Dirigent Paul Sacher. Dieser gab ihm regelmässig Orchesterwerke in Auftrag und liess sich von ihm bei der Beurteilung von Werken jüngerer Komponist*innen beraten.
Im Gegensatz zu anderen Werken Moeschingers fanden die Streichquartette bisher wenig Beachtung. Das in Bern ansässige Rasumowsky Quartett wirkt diesem Umstand mit einer CD-Einspielung von Werken entgegen, die bisher nicht veröffentlicht wurden.
Zum CD-Release wird das Rasumowsky Quartett zwei der nun eingespielten Streichquartette am Samstagnachmittag beim Kammerkonzert im Zeitungslesesaal der UB aufführen:
Das dritte Streichquartett in d-Moll (UBH kr 43,251) entstand 1923 in München während Moeschingers kurzem Studienaufenthalt bei Walter Courvoisier in München. Es überzeugt durch eine straffe klassisch viersätzige Anlage und eine spätromantische Tonsprache, die einerseits an Reger erinnert, andererseits auch an Richard Strauss, mit dem er sich in München ausgiebig beschäftigte.
Demgegenüber steht das fünfte Streichquartett «Colloqui» (UBH kr 43,248). Es entstand in einer Zeit, in der Moeschinger gegen Selbstzweifel und Desillusion ankämpfte. Bei der Uraufführung 1940, sass am Pult der ersten Violine des Basler Streichquartetts der Widmungsträger Fritz Hirt, der auch Konzertmeister beim Basler Sinfonieorchester war. Das Werk, zumal die überarbeitete Fassung aus dem Jahr 1954, ist Beleg für Moeschingers späten Kompositionsstil. Losgelöst von Streichquartettkonventionen zeichnen sich die sechs Sätze, bei denen es sich eigentlich um Charakterbilder handelt, durch eine äusserst konzise Form- und Klangsprache aus.
Tickets können an der Abendkasse bezogen werden, diese öffnet ab ca. 15.30 Uhr (Preise: 50.- Gönner*innen / 30.- Erwachsene / 15.- Student*innen). Eine Anmeldung unter <email-pii> wird empfohlen.
Iris Lindenmann