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www.sheldrake.org/deutsche/leben.htmlIch habe schon ziemlich früh gewußt, daß ich Biologe werden wollte, und mich in der Schule auf Naturwissenschaften spezialisiert. Dann ging ich nach Cambridge und studierte Biologie und Biochemie. Doch im Laufe meines Studiums tat sich eine große Kluft auf zwischen dem, was mich ursprünglich dazu inspiriert hatte - nämlich ein Interesse am Leben, an lebendigen Organismen -, und der Art von Biologie, die man mich lehrte: der orthodoxen, mechanistischen Biologie, die im Grunde das Leben von Organismen leugnet und sie wie Maschinen behandelt. Ich mußte lernen, daß man nicht emotional auf Tiere und Pflanzen reagieren darf. Man darf sich auf sie nur mit dem distanzierten, objektiven Verstand einlassen, indem man sie seziert oder manipuliert. Es gab anscheinend kaum einen Zusammenhang zwischen dem direkten Erleben von Tieren und Pflanzen und dem, was ich über sie erfuhr. Ich zerlegte sie in immer kleinere Teile, bis hinunter zur molekularen Ebene, und sah, wie sie sich durch blinden Zufall und blinde Kräfte der natürlichen Auslese entwickelten....
Ich erkannte, daß eine neue Art von Wissenschaft vonnöten war, und es ermutigte mich, als ich zu entdecken begann, wie sie aussehen könnte. Mir wurde klar, daß mein künftiges Interesse nicht der Biochemie gelten würde. Ich wollte etwas ganz anderes machen, mit vollständigen Organismen arbeiten und vor allem etwas tun, was auch nützlich war. Ich gab mein Stipendium in Cambridge auf und nahm einen Job in einem internationalen Landwirtschaftsinstitut in Hyderabad in Südindien an, wo ich mich rund sechs Jahre lang mit der Physiologie tropischer Gemüsepflanzen befaßte und dabei letztlich die Erträge für die Bauern in Indien verbesserte. Dies war eine großartige Gelegenheit, auf den Feldern zu arbeiten, Pflanzen kennenzulernen, die draußen das ganze Jahr über wuchsen. Es war eine Erfahrung, die sich völlig von der Arbeit mit kleinen Teilchen im Laboratorium unterschied, wo maan sie von all den realen Lebensfaktoren isolieren kann, die in der Welt der Landwirtschaft nur zu offenkundig sind.
Doch ich nahm den Job in Hyderabad hautpsächlich deshalb an, weil ich in Indien sein wollte. Ich interessierte mich inzwischen schon für indische Philosophie und begann, mich mit Transzendentaler Meditation zu befassen. Ich fühlte mich zu den Hindutraditionen hingezogen. Daher ging ich nach Indien, lebte dort und arbeitete in der Landwirtschaftsforschung. Und es gefiel mir.
Dabei dachte ich weiter über meine ketzerischen Ideen im Hinblick auf die Biologie nach, bis ich meiner Meinung nach soweit war, ein Buch darüber zu schreiben. Ich wollte Indien zwar nicht verlassen, aber ich mußte meinen Job aufgeben, der mich den ganzen Tag in Beschlag nahm, so daß ich keine Zeit hatte zu schreiben. In dieser Phase begegnete ich jemandem, der eine große Rolle in meinem Leben spielen sollte - Pater Bede Griffiths, eineni englischen Benediktinermönch, der in einem kleinen christlichen Aschram tief im Süden von Indien lebte und die christliche mit der östlichen Tradition verband.
Während meiner Zeit in Indien hatte ich es mit verschiedenen Hindu-Gurus und -Aschrams zu tun, ebenso mit Sufis in Hyderabad, das seit vielen Jahrhunderten eine Hochburg des Sufismus ist. Ein sehr guter Freund von mir war ein Sufi, ein alter, ganz reizender Mann, der mein Lehrer war Aber merkwürdigerweise fühlte ich mich trotz allem wieder zur christlichen Tradition hingezogen. Mir wurde klar, daß ich nie wirklich ein Sufi werden konnte, weil man ein Moslem werden muß, um ein Sufi zu werden, und diese Rolle war für mich undenkbar Ich konnte kein Hindu werden, weil ich kein Inder sein konnte.
Doch gleichzeitig begann ich einen neuen Sinn in der christlichen Tradition zu entdecken, die ich so lange abgelehnt hatte.Als ich Pater Bede Griffiths kennenlernte, erleichterte er es mir sehr, die Brücke zwischen den beiden Traditionen zu überschreiten. Ich ging in seinen Aschram und lebte dort eineinhalb Jahre lang, dann schrieb ich mein erstes Buch, Das schöpferische Universum, das ihm, der 1993 in Indien starb, gewidmet ist....
Diese Mischung bei Sheldrake aus naturwissenschaftlichem Studium, praktischer und spiritueller Erfahrung ist es, die ihn zu etwas Besonderem macht. Seine Bücher sind alle hochinteressant. Es lohnt, sie zu lesen
Einer der Begriffe, die er in die Welt gebracht hat, waren die "morphogenetischen Felder"(oder morphischen Felder)
www.sheldrake.org/deutsche/morfeld.html.... Der Begriff der morphogenetischen Felder ist zwar in der Biologie weithin anerkannt, aber niemand weiß, was diese Felder sind oder wie sie funktionieren. Die meisten Biologen nehmen an, daß sie irgendwann einmal als normale physikalische und chemische Phänomene erklärt werden können. Aber das ist nichts weiter als ein Irrglaube. Nachdem ich mich jahrelang mit den Problemen der Morphogenese herumgeschlagen und über morphogenetische Felder nachgedacht hatte, war ich zu der Schlußfolgerung gelangt, daß es sich bei diesen Feldern nicht bloß um irgendwelche mechanistischen Standardprozesse, sondern um etwas wirklich Neues handelt. Dies war der Ausgangspunkt dafür, daß ich die Idee der morphogenetischen Felder entwickelte. Zum ersten Mal habe ich sie in meinem Buch Das schöpferische Universum vorgestellt und dann in meinem Buch Das Gedächtnis der Natur weiterentwickelt. Dieser Begriff besitzt drei Hauptmerkmale:
Erstens: Morphogenetische Felder sind eine neue Art von Feld, die bislang von der Physik nicht anerkannt wird.
Zweitens: Sie nehmen Gestalt an, entwickeln sich wie Organismen. Sie haben eine Geschichte und enthalten ein immanentes Gedächtnis aufgrund des Prozesses, den ich morphische Resonanz nenne.
Drittens: Sie sind Teil einer größeren Familie von Feldern, den sogenannten morphischen Feldern. Auf diesen Prinzipien basiert das, was ich die Hypothese der Formenbildungsursachen nenne. ..
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Prof. Dr. Rupert Sheldrake: Biografie
Meridianerland - morphische Felder und Rupert Sheldrake - Empfehlungen
Grüsse,
Uta
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