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Diagnose
Urachuszyste, rupturiert.
Prognose, Therapiemöglichkeiten und Verlauf
Theoretisch ist eine Laparotomie und Resektion des Urachus möglich. Wegen der aufwändigen Operation, den Kosten und dem schlechten Allgemeinzustand der Kuh entscheidet sich der Tierhalter, die Kuh zu euthanasieren.
Sektion
Diskussion
Die Urachuszyste ist definiert als verbleibende nicht infizierte Verbindung zwischen Harnblasenpol und Nabelregion ohne Fistelöffnung. Beim vorliegenden Fall handelt es sich um eine Kuh mit einer rupturierten Urachuszyste. Normalerweise wird der Urachus nach der Geburt durch die elastischen Arterien zusammen mit der Harnblase zurückgezogen und obliteriert. In seltenen Fällen kann es auch ohne Infektion zu einem Verbleiben des Urachus kommen. Hereditäre Einflüsse werden diskutiert. Der Zeitpunkt der Ruptur der Urachuszyste ist zufällig und die Ursache unbekannt. Die Veränderungen im Blutbild können durch die Dehydratation (erhöhter Hämatokrit und Gesamtprotein) erklärt werden. Die metabolischen Veränderungen (und die Urämie) werden durch das Uroperitonäum verursacht: Harn ist arm an Chlorid und Natrium. Es kommt zu einem Ausgleich zwischen dem Kreislauf und dem Harn im Abdomen und deshalb zu einer Abnahme von Na und Cl im Blut. Das Kalium sollte theoretisch erhöht sein, erscheint aber unverändert, wahrscheinlich bedingt durch einen relativen Kaliummangel aufgrund der Inappetenz.
Der vorliegende Fall zeigt, dass eine Kuh mit einer Urachuszyste leben kann ohne dass Symptome bemerkt werden, bis diese rupturiert und sich ein Uroperitonäum entwickelt.
Autorin:
Patrizia Pfister
Wiederkäuerklinik
Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern