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Nachts in Paris, an einem lauwarmen Sommerabend, im Jahre 1947. Der Krieg ist seit geraumer Zeit vorbei, und dennoch irgendwie nicht. Die Leichtigkeit kommt nur langsam und schleppend zurück.
Sie trägt ein hautenges schwarzes Kleid. Ihre leicht gewellten, langen, hellbraunen Haare trägt sie in einem lockeren Chignon mit einem perlenbestickten Haarnetz, einige Strähnen fallen ihr galant in ihr schmales Gesicht. Der Tag war lang.
Sie trägt Seidenhandschuhe mit Stickereien, und zündet sich mit ihren zarten Fingern eine Zigarette an. Sie wird ungeduldig, pafft nervös und verliert leicht ihre elegante, aufrichtige Haltung beim Warten. Sie beginnt leicht zu frieren.
Genervt drückt sie mit ihren mittelhohen Pumps die Zigarettenkippe aus. Als sie auf dem Absatz kehrtmachen wollte, langt ihr eine Hand sacht auf die Schulter. Ein junger Mann mit kümmerlichem Bartwuchs, kaum älter als schmächtige 16, murmelt "Excusez-moi, madame" und reicht ihr eine Papiertüte.
Erleichtert, und dennoch nicht minder genervt, nimmt sie die Tüte bestimmt in die Hand. Der Junge läuft einige Schritte rückwärts, bis er sich schließlich umdreht, in die Dunkelheit der Nacht flieht, mit selbiger verschmilzt.
Sie legt ihre Handschuhe ab. Dem Jungen schaut sie nicht hinterher, gar hat sie ihn schon aus ihrem Bewusstsein gebannt. Neugierig langt sie in die Tüte, und hält ein kleines Fläschchen in der Hand. Es enthält eine dunkelrote, dicke Flüssigkeit. Sie flüstert kaum hörbar gar für sie selbst, nein, vielmehr formt sie die Worte nur mit ihren weichen Lippen:
"Nuit 1947... c'est fantastique... c'est parfait."