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In A Touch of Vacuum lässt Jonas Baumann eine lose Reihe kurzer, digital generierter Bewegtbildskulpturen vor neutralen und unbestimmt offenen Bildräumen an dem Betrachter vorbeiziehen. So sieht man etwa ein weisses Kreuz, das von einem streng geometrisch in schwarz weissen Würfeln gemustertem Tuch gestreift wird und über dessen Körper hinweg zu Boden gleitet – und denkt sofort an eine Mischung aus Malewitsch, Suprematismus und frühem Mondrian. Eine rote Kugel springt rechts aus einer weissen Schanze und wirft im Flug ein von oben herabgleitendes rotes Tuch über Kopf und Rücken eines schwarzen Raben, auch hier erweist sich der Vergleich mit Fischli & Weiss Kettenreaktionen einer Rube-Goldberg-Apparatur aus Der Lauf der Dinge nicht wirklich weiterführend.
Zu jeder der computergenerierten Bewegtskulpturen lässt sich eine Vielzahl an möglichen Referenzpunkten der Kunstgeschichte als eine Art murmelndes aber undeutbares Hintergrundrauschen unterlegen, denn kein bestehender Vergleich führt zu einem weiteren Verständnis der Eigenschaften der gezeigten Bildwelten. So scheint hier, im Gegensatz zu Gemälden und Zeichnungen Baumanns, aus dem Rauschen der Kunstgeschichte der Moderne, eine neue, genuin computergenerierte Bildsprache zu entstehen.
Spielerisch erkunden die Gegenstände und Bewegungsabläufe die digital gewonnenen Freiheiten jenseits der Grenzen von Schwerkraft und Materialität. So erscheinen die gezeigten Stoffe hyperreal als unwirkliche Mischung aus Samt und Seide, Leder und Silikon. Die Flüssigkeit in einem Champagnerglas wirkt solid wie in einem Stillleben à la Lichtenstein und Rauschenberg. Wohingegen feste Röhren in einer Art Dali-Zeitlupe sich beinahe zu verflüssigen scheinen.
Gattungsübergreifend treffen Gemälde auf Skulpturen, die ihrerseits aus Gemälden stammen könnten, und werden ihrerseits zu Skulpturen. So etwa wenn sich eine Delaunay Leinwand in ihren warmen orange-roten Farbsegmenten kunstvoll um ein schiefes, konstruktivistisches Kreuz schlingt. Die Verbindung mit dem Kreuz, der referenzlose Bildraum und die minutiös vor Augen geführte Schwerkraft der Bewegungen des Stoffs über dem festen Körper des Kreuzes sind Teil einer genuin computergenerierten Bildsprache.
Die heteroreferentiellen Objekte Baumanns fallen durch den virtuellen Raum und zeigen durch die Bewegung ihre Körperhaftigkeit, bzw. die Facetten ihrer Hypermedialität, in Eigenschaften die lautlos und weich sind und doch meist der Schwerkraft zum Opfer fallen.
(Text: Bettina Back)
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