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Inkontinenz
Das starke Husten kann bereits im Kindes- und Jugendalter zu unwillkürlichem Urinverlust führen. Meistens handelt es sich um eine Belastungsinkontinenz, d.h. Harnverlust beim Husten, Niesen, Hüpfen, Springen, Gewicht heben etc. Mädchen/Frauen sind öfter betroffen als Knaben/Männer mit CF.
Beim Husten und Niesen kommt es zu einer intraabdominellen Druckerhöhung, die bei verringerter Verschlusskraft der dafür vorgesehenen Beckenbodenmuskulatur nicht aufgefangen werden kann. Dabei kommt es beim Husten- oder Niesstoss zu Harnverlust in unterschiedlicher Menge.
Im Laufe der Jahre kann durch häufiges starkes Husten, besonders bei Mädchen und Frauen, eine vorerst vorübergehende Urininkontinenz entstehen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der Beckenboden reaktionsarm geworden ist und seine Funktion - das Verschliessen der Harnröhre - nicht mehr vollständig übernehmen kann.
Mit den sekretmobilisierenden Techniken wird deshalb produktives und zugleich beckenbodenschonendes Husten gelehrt. Durch die bewusst eingenommene aufrechte Körperhaltung beim Husten bei der das Becken nach vorne gekippt die Brustwirbelsäule extendiert ist und der Kopf zum Husten zur Seite gedreht ist, wird im Beckenraum das statisch-dynamische Gleichgewicht so unterstützt, dass eine drohende Belastungsinkontinenz vermieden oder zumindest günstig beeinflusst werden kann (siehe Abb. 1, 2)
Tritt eine Belastungsinkontinenz auf, ist es wichtig, hyperpressive Sportarten (z.B. Joggen, Trampolin springen etc.) zu vermeiden und durch hypopressive sportliche Tätigkeiten (z.B. Velo fahren, schwimmen, Nordic Walking etc.) zu ersetzen.
Es empfiehlt sich, bereits im Kindesalter nach Urinverlust zu fragen, besonders in Zeiten vermehrten Hustens. Bereits dann gehört das Kennenlernen des eigenen Beckenbodens und das Erlernen einiger Übungen zur Stärkung aber auch Entspannung der Muskulatur zu den physiotherapeutischen Massnahmen, die im Alltag integriert werden sollen.
Bei unfreiwilligem Harnverlust soll die behandelnde CF-Physiotherapeutin/ der CF-Physiotherapeut kontaktiert werden - sie/er wird weiterhelfen und eine geeignete Adresse vermitteln:
In der Beckenbodendysfunktion fundiert ausgebildete PhysiotherapeutInnen kümmern sich um Inkontinenzprobleme.
Für Kinder stehen speziell ausgebildete Kinder-PhysiotherapeutInnen für die Beratung/Behandlung zur Verfügung.