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Dies ist eine der häufigsten Lebensmittelintoleranzen.
Wie auch viele Säugetiere verlieren viele Menschen die Fähigkeit Laktose (Milchzucker) im Dünndarm zu spalten im Laufe des Lebens. Es handelt sich in diesem Sinne also nicht um eine wirkliche Erkrankung sondern für die meisten Menschen um eine normale Entwicklung. 75% der Weltbevölkerung haben eine Laktoseintoleranz, in Asien sind es über 90%. Da wir jedoch in unserer Kultur sehr viele Milchprodukte konsumieren zeigen viele Menschen hierunter Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Man kann unterteilen in eine genetische Form der Laktoseintoleranz (hierzu gibt es einen Bluttest), die sogenannte primäre Laktoseintoleranz und eine erworbene Form die sekundäre Laktoseintoleranz (z.B. bei Vorliegen von Infektionen, einer Zöliakie u.a.).
Je nach Ausprägung ist der Eiweissstoff (Enzym) in den Zotten des Dünndarms der den Milchzucker spaltet – die Laktase- vermindert oder vollständig abwesend. Der Milchzucker (Laktose) gelangt dann unverdaut in den Dickdarm wo er vergärt wird. Hierdurch können Gase entstehen und ein Wassereinstrom in den Darm – es kann zu Blähungen, Durchfall und Bauchweh kommen. Es können jedoch auch unspezifische Symptome auftreten wie chronische Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Gliederschmerzen, innere Unruhe, Schwindelgefühl, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Erschöpfungsgefühl, Nervosität, Schlafstörungen, Akne, Konzentrationsstörungen, eine gestörte Aufnahme von Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen.
Tests für Laktoseintoleranz
Die genetische Laktoseintoleranz kann durch einen Bluttest diagnostiziert werden (dieser Test wird nicht von der Krankenkasse übernommen!). Bei positivem Test und damit erblicher Veranlagung brauchen keine weiteren Tests mehr durchgeführt zu werden, es besteht eine primäre Laktoseintoleranz.
Ein Atemtest kann zeigen ob nach Aufnahme von 25g Laktose (Milchzucker) der Wasserstoffgehalt der Ausatemluft ansteigt, diese würde eine Laktoseintoleranz (auch eine sekundäre Laktoseintoleranz) beweisen. Wir führen diesen Test in unserer Praxis durch, Sie müssen hierfür min. 12 Stunden nüchtern sein, der Test dauert dann 2-3 Stunden.
Es gibt weiterhin einen Test der Laktaseaktivität aus Biopsien des Dünndarms die während einer Magenspiegelung durchgeführt werden können. Dieser Test ist sehr genau.
Das einfache Weglassen von laktosehaltigen Lebensmitteln über eine Zeit ist ebenfalls ein möglicher Test, hat jedoch die geringste Aussagekraft.
Ist eine Laktoseintoleranz bewiesen ohne dass jedoch Symptome beim Konsum von Laktoseprodukten auftreten spricht man von einer Laktosemalabsorption.
Therapie
Sollten Sie positiv für Laktoseintoleranz getestet sein ist es wichtig zuerst zu verstehen dass es sich nicht um eine schwere Erkrankung handelt. Es entstehen langfristig niemals Folgeschäden im Magendarmsystem (wie dies z.B. bei der Zöliakie möglich ist). Es kann sinnvoll sein nochmals Ursachen für eine mögliche sekundäre Laktoseintoleranz (z.B. eine Zöliakie oder Infektion) auszuschliessen. Als Therapiemöglichkeit bietet sich dann zum einen die Reduktion der Laktoseprodukte an bzw. der Wechsel auf laktosefreie Produkte und/oder die Einnahme von Enzymen (z.B. Lacdigest) vor einer laktosehaltigen Mahlzeit.
Ernährung bei Laktoseintoleranz
Je nach Schweregrad der auftretenden Symptome kann eine Laktoseintoleranz durch eine laktosefreie oder laktosearme Ernährung erfolgreich behandelt werden. Eine Laktoseintoleranz ohne Beschwerden (Laktosemalabsorption) bedarf nicht zwingend einer Behandlung oder Diät.
Eine Laktosefreie Ernährung sollte < 1 g Laktose pro Tag enthalten, eine laktosearme Ernährung: 8–10 g Laktose pro Tag.
Durchschnittlich nimmt der gesunde Erwachsene täglich ca. 20-30 g Laktose vorwiegend durch Milch- und Milchprodukte zu sich. Bei einer laktosefreien oder laktosearmen Ernährung muss in erster Linie auf diese Lebensmittel ganz oder zum Teil verzichtet werden. Der Bedarf an Kalzium muss durch eine gezielte Lebensmittelauswahl gedeckt werden, kann aber durch laktosefreie Milch und Käsesorten in der Regel ausreichend gedeckt werden.
1. Laktosefrei
Alle Lebensmittel, die keinerlei Milch und Milchprodukte enthalten, sind laktosefrei. Dazu zählen beispielsweise:
Ei, Fleisch, Fisch, Schinken, Roastbeef, Wurstwaren, Kartoffeln, Reis, Polenta, sämtliche Getreidesorten, Brot und Gebäck ohne Milch, Zwieback, Teigwaren, Gemüse, Obst, Obst- und Gemüsesäfte, Fruchtsirup, Marmeladen, Honig, Zucker, Sojaprodukte z.B.: Sojamilch, Sojamilchdessert, Sojajoghurt, Tofu, u.a.
Als Ersatz zur herkömmlichen Milch kann laktosefreie Milch und z.B. Reismilch, Kokosmilch, Hafermilch, pflanzliches Milchpulver verwendet werden.
2. Laktosearm (unter 1 g Laktose/100 g)
Butter, Butterschmalz, alle Hart- und Schnittkäsesorten und fast alle Weichkäsesorten. Während des Reifungsprozess verschwindet der grösste Anteil der Laktose
Beispiele für Laktosegehalt unter 1g/100g Lebensmittel:
3. Laktosehaltige Nahrung (1-4,5 g Laktose/100g)
Joghurt, Butter- oder Sauermilch und Kefir gehören zu den gesäuerten Milchprodukten, die bei leichter Laktoseintoleranz in kleineren Mengen (z.B.: 100 ml/Tag) noch toleriert werden, da der Milchzucker durch die zugesetzten Milchsäurebakterien teilweise abgebaut wird. Der Milchzuckergehalt ist demnach in älteren, reiferen Joghurts geringer.
Beispiele für Laktosegehalt von 1-4.5g/100g Lebensmittel
4. Laktosereiche Nahrung (über 4,5 g Laktose /100g)
Milch (Kuh, Ziege, Schaf, Stute), Molke, Trinkkakao, Kondensmilch, Kaffeesahne sowie Mehl- und Süßspeisen, die mit Milch zubereitet werden (z.B.: Milchreis, süße Aufläufe, Pudding) sind sehr milchzuckerreich.
Beispiele für Laktosegehalt von über 4.5g/100g Lebensmittel
Fertigprodukte welche häufig Laktose enthalten
Ernährungstipps bei Laktoseintoleranz
Nach der Diagnosestellung kann zunächst ein vierwöchiger Auslassversuch von Laktoseprodukten durchgeführt werden (laktosefreie Diät). Hiernach kann die individuelle Toleranz der verschiedenen Produkte ausgetestet werden. Wir können dies für Sie mit einer Ernährungsberatung organisieren. Für die Zubereitung von Suppen, Saucen oder Müsli sollte laktosefreie Milch oder Sojamilchprodukte verwendet werden. Verpackte Lebensmitteln sollten genau auf den Laktosegehalt überprüft werden da in der Lebensmittelindustrie häufig Laktose zugesetzt wird. Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist meist kein Problem da bestimmte Käsesorten gegessen und laktosefreie Milch getrunken werden kann. Weitere Lebensmittel, die kalziumreich sind wie z.B. Kalziumreiche Gemüsesorten (Broccoli, Fenchel, Kohl, Kohlrüben, Sellerie, Lauch u.a.), kalziumreiche Obstsorten )Himbeeren, Brombeeren, Kiwi, Feigen, Orangen u.a.) oder auch kalziumreiche Mineralwasser sowie mit Kalzium angereicherte Produkte können zusätzlich im Speiseplan berücksichtigt werden.
Sie enthalten reine Laktase zur Aufspaltung von Laktose in die Monosaccharide Glukose und Galaktose. Hier gibt es verschiedene Präparate mit ähnlich guter Wirkung (Lacdigest, Lactrase, Laktase u.a.).Die Kapselform wirkt hier am besten und sollte zur laktosereichen Mahlzeit eingenommen werden.
Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren falls Sie weitere Fragen haben.