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Praxisbeispiel Treibstrasse Seelisberg (UR)
Stützmauer während der Instandstellungsarbeiten (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)
Treibstrasse mit Kolonnensteinen bei Seelisberg (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)
IVS-Objekt: UR 246, Treib–Seelisberg
Bedeutung nach NHG: regional, mit Substanz
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Die Strasse zwischen Treib und Seelisberg wurde zwischen 1872 und 1874 errichtet und war ursprünglich vor allem für Wallfahrten nach Seelisberg von grosser Bedeutung.
Da zwei Stützmauern starke Deformationen aufwiesen, mussten sie instandgestellt werden. Damit sie dem Hangdruck längerfristig standhalten können und weil die Strasse während der Bauphase offengehalten werden musste, entschied man sich für ein neuartiges Verfahren. Dieses umfasste folgende Schritte: Reinigung der Fugen, Verfugung der Mauer sowie anschliessend Ausspülen von Hohlräumen hinter der Mauer, welche schlussendlich mit Beton verpresst wurden. Als Resultat entstand eine starre, stabile Mauer. Aus Sicht des IVS ist das gewählte Vorgehen zwiespältig. Einerseits konnte das historische Mauerbild erhalten werden. Andererseits wurde eine einst traditionelle Trockenmauer in eine massive Betonkonstruktion umgewandelt. Im Gegensatz zu einer traditionellen Trockenmauer können sich nicht mehr natürliche Hohlräume bilden und die Ansiedlung von Pflanzen und Tieren ist erschwert, wodurch sich der ökologische Wert der Mauer vermindert.
Ausführung: 2012