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Ein zweiter Romand im Leitungsteam
Ein zweiter Romand im Leitungsteam
Daniel Kaiser ist am 3. Mai dem Leitungsteam für die Schweiz beigetreten. Dies ist die Gelegenheit, den zweiten Romand im Leitungsteam kennenzulernen. Er lebt in La Chaux-de-Fonds, ist zweifacher Grossvater und ehemaliger Missionar der Apostolischen Kirchen in Afrika.
(Das Interview wurde auf Französisch geführt)
Daniel, ein paar Worte über deine Herkunft ...
Ich bin ein Schweizer aus dem Ausland: Ich bin in Brüssel aufgewachsen. Ursprünglich reformiert, wechselte ich zur Apostolischen Kirche in der Deutschschweiz. Dieser Kirche war ich 1969 beigetreten, als ich in die Schweiz kam, um mein Studium als Elektriker aufzunehmen. Meine Familie blieb in Belgien. Dann habe ich in Kolding (Europäisches Zentrum für die Ausbildung apostolischer Kirchenführer, Anm. d. Red.) studiert und bin 1983 in die Mission nach Afrika gegangen.
Bisch du au zwösprachig?
Ich habe im Urlaub schwyzertütsch gelernt. Ich verbrachte Zeit bei meinen Grosseltern im Kanton St. Gallen und mit meinen Freunden auf der Straße. Ich weiss mir zu helfen, aber mein Wortschatz ist begrenzt.
Was hat dich zu dieser Verantwortung bei Gebet für die Schweiz geführt?
Es ist ganz einfach: Ein Freund hat mir vor zwei Jahren erzählt, dass er mich im Leitungsteam von Gebet für die Schweiz sehen würde. Zu der Zeit hatte ich Kontakt zu den Fahnenträgern, aber kein Engagement in der Organisation. Dieser Gedanke hat seinen Weg in mein Herz gefunden, er ist gereift, ich habe darüber gesprochen, ich habe allein und mit anderen gebetet, um mir endlich zu sagen: Warum nicht? Ich will es versuchen. Dann kontaktierte dieser Freund das Leitungsteam, das mich einlud, mich anzuschliessen. Ich war bereit.
Wie möchtest du dich in unserer Organisation einbringen?
Ich glaube, meine Erfahrung als Missionar in Afrika wird dem Leitungsteam beim Aufbau der Zusammenarbeit mit verschiedenen Dienste helfen. Ich betrachte meinen Teil als praktisch und operativ: Was Gott momentan tut und was ich selbst erfahren habe, möchte ich durch Lehre zum Leben erwecken. In Kamerun, wo ich von 1983 bis 1992 arbeitete, strukturierte ich die Jugendarbeit der apostolischen Kirchen im ganzen Land, einschliesslich des englischsprachigen Teils. Wir konnten auch neue Kirchen im Norden eröffnen.
Die apostolischen Kirchen, aus denen du kommst, haben das Konzept des fünffältigen Dienstes übernommen, es ist eine ihrer Stärken ...
Das ist richtig Von diesen fünf Diensten ist viel die Rede, und auch Gebet für die Schweiz setzt dort einen seiner Schwerpunkte. Jeder und jede hat seine eigenen Ideen in Bezug auf dieses Thema. Ich für meinen Teil möchte nicht kategorisch sein und sagen: Sie, Sie sind dies oder das. Es gibt allgemeine Richtlinien und persönliche Profile, aber nachdem ich viel gereist bin, habe ich festgestellt, dass der Versuch, Menschen zu klassifizieren, sie oft mehr einschliesst, als sie befreit. Der Missionar ist sowieso ein Sonderfall... Er arbeitet in allen Diensten und der Herr segnet alles. Folgendes liegt mir am Herzen für Gebet für die Schweiz: Dass die verschiedenen Dienste etwas Konkretes, Lebendiges und Freies sind; dass jeder seine Berufung voll und ganz einbringen kann und dass wir uns gegenseitig mit unseren Gaben ergänzen. Ich wünsche mir, dass so der Himmel auf die Erde kommt und wir die Werke vollbringen, die für uns vorbereitet wurden.
Spielt die Tatsache, dass du fast an der französischen Grenze lebst, eine Rolle in deinem Gebetsleben und im Allgemeinen in Bezug auf Gebet für die Schweiz?
Es ist wahr, Frankreich ist weniger als einen Kilometer Luftlinie von meinem Bauernhof entfernt. Wir überqueren den Doubs und hüpfen über die Grenze! «Ich habe dich zum Wächter über dieses Land gemacht!» – das ist das Wort des Propheten Hesekiel. Der Herr hat es mir viele Male persönlich gesagt. Mir ist es wichtig, dass wir – obwohl wir im Schengen-Raum leben, keine Grenzenlosigkeit im geistlichen Raum zulassen: Der Herr hat uns ein Land mit seinen Grenzen gegeben, und damit auch Verantwortung und Autorität im Gebet für unser Land. Das hat für mich auch mit den vorbereiteten Werken zu tun.
Du zitierst Schengen, weil es ein politisch aktuelles Thema ist.
Natürlich, aber ich spreche von der unsichtbaren, geistlichen Welt! Als hätte ich den Wind von der anderen Seite der Grenze kommen sehen. Und ich bin nicht der einzige. Zu diesem Thema wurden viele inspirierende Worte veröffentlicht, die eine Reihe von Bränden entlang der französisch-schweizerischen Grenze entlang des Juras beschreiben. Für mich sind diese Feuer Wachfeuer, Menschen, die beten und die Wirkung des Heiligen Geistes auslösen.
Was kannst du uns über dein persönliches Gebetsleben erzählen?
Es wird mehr und mehr zu einer 24/7-Gemeinschaft, als ob ich mit einer Person durchs Leben gehe, es ist ein ständiger Kontakt mit unterschiedlicher Intensität je nach den Umständen. Wir reden über den Alltag, die konkreten Dinge, bei denen ich weiss, dass ich seine Hilfe brauche: «Hilf mir, diesen Balken zu tragen», «gib mir noch eine Stunde ohne Regen» usw. Daneben gibt es auch konzentriertere oder spezifischere Momente der Anbetung, Kontemplation oder Fürbitte.
Wie schätzt du die aktuelle Situation in der Schweiz ein? Was fällt in deinen Augen am meisten auf?
Ich denke, wir leben in den letzten Tagen der Menschheitsgeschichte. Die wirtschaftliche, soziale und politische Situation ist äußerst prekär – auch in der Schweiz kann alles auf den Kopf gestellt werden. Und die Botschaft Gottes, die in meinen Augen wichtig wird, ist folgende: Volk Gottes, erhebe deine Augen, überprüfe deine Prioritäten und kehre zu den wichtigen Dingen zurück.