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Kate Davis wurde 1977 in Neuseeland geboren und lebt und arbeitet in Glasgow, Grossbritannien. „STOP! STOP! STOP!“ heisst die Ausstellung der Künstlerin in den ersten beiden Sälen im Erdgeschoss der Kunsthalle und ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Kontinentaleuropa.
Die Arbeiten von Kate Davis umfassen Zeichnungen, Collagen, verschiedene Drucktechniken und skulpturale Objekte, die im Kontext von Ausstellungen von der Künstlerin in Installationen miteinander verbunden werden können. Davis nimmt für ihre Werke oft die künstlerische Sprache von Ready-Mades oder spezifischer ausgedrückt, „assistierenden“ Ready-Mades auf, in denen alltägliche Gegenstände und Motive verändert und in abstraktere Formen überführt werden. In ihren exquisiten Zeichnungen transponiert die Künstlerin motivische Anleihen von Werken von Avantgarde-KünstlerInnen, die mit den Techniken der Collage, der Montage oder der Frottage, wie sie im Kubismus und Surrealismus angewendet wurden, in ihre Arbeiten einfliessen. Kate Davis bezieht sich dabei auf Künstlerinnen und Künstler wie Kurt Schwitters, Georges Braque oder Sonia Delaunay.
Das eigens für die Ausstellung in der Kunsthalle entwickelte Plakatmotiv zeigt Zeichnungen von Kirschen in Schalen, welche die Künstlerin blind gezeichnet hat. Die feinen Zeichnungen kontrastieren mit der strikten Wiederholung der klassischen Schrift „STOP! STOP! STOP!“. der Titel der Ausstellung verweist auf die aktuelle Beschäftigung der Künstlerin mit Strassenbeschilderungssystemen und der Ästhetik von Informationsstrukturen im öffentlichen Raum. Für den Saal 1 im Untergeschoss der Kunsthalle hat Kate Davis eine dreistufige, architektonische Struktur entwickelt, die einerseits auf Fussgängerübergänge im öffentlichen Raum anspielt, andererseits auf die architektonische Besonderheit des Ausstellungsraumes selbst reagiert. Die räumliche Ausdehnung der Installation und die daraus resultierende Teilung und Rhythmisierung des langen Saales, lässt die BesucherInnen den Raum hinsichtlich der Zeit und der räumlichen Distanzen, in welchen er durchquert wird, aber auch hinsichtlich der ehemaligen Dreiteilung des Raumes (vor der Renovation 2004) neu erfahrbar machen. Diese Arbeit von Kate Davis erkundet den Raum zwischen dem Körper und dem Objekt, vermittelt aber auch den Einsatz einer kontrollierten Bewegung, der die BetrachterInnen durch den Raum leitet. Collagen an den Wänden ergänzen den Gang durch den Raum: Sie zeigen Stillleben mit dem Motiv eines Eis, in denen Davis sich auf die Collagetechniken der Kubisten bezieht und in denen auch die Bildtechnik der Fotomontage eingesetzt wird. Die Setzung der ineinander gestaffelten Flächen und der Fragmentierung des Motivs von Bild zu Bild vervollständigen sich langsam zu einem Ganzen und fordern als Passagen in einem zweidimensionalen Bild ebenfalls eine visuelle Bewegung der BetrachterInnen. Gleichzeit verweist der Gebrauch von Gelb, Braun, Schwarz und Weiss auf Farben, die oft auch im öffentlichen Verkehrssystem anzutreffen sind. Auch in den anderen Arbeiten von Kate Davis — dem nach gebauten Strassenschild aus poliertem Holz, das seine Funktion verloren und seiner Bedeutung entleert ist, oder den Lithographien, die Vasen und Brillen auf den Basler Gelben Seiten gedruckt zeigen — vermischen auf subtile Weise die Bezüge auf die Strasse und öffentlichen Informationsmedien mit Verweisen auf die Avantgarde-KünstlerInnen und deren Techniken. Damit schafft Kate Davis einen Raum, der einerseits auf die Geschichte der Kunst und damit der Kunstinstitution selbst Bezug nimmt, andererseits Leitsysteme umspielt, die uns im Alltag begegnen und die in den Ausstellungsraum transferiert, eine neue Bewertung des Raumes nach sich ziehen.
Einzelausstellungen (Auswahl): 2006 Dicksmith Gallery, London / 2005 „Could we? I am asking“, The Breeder Projects, Athen / 2004 „Participant“, Sorcha Dallas, Glasgow / 2001 „The Species of the Origin“ The Park Gallery, Falkirk, „The Archaic Hand“, The Project Rooms, Glasgow
Gruppenausstellungen (Auswahl): 2006 „the music of the future“, Gasworks Gallery, London / 2005 „Exile: New York is a Good Hotel“, Broadway 1602, New York / Transmission Gallery, Glasgow / „Flesh at War with Enigma“, Kunsthalle Basel / 2003 „I Could be Happy“, Gagosian Gallery, London / „EAST International“, Norwich Gallery, Norwich / „Dirk Bell, Kate Davis and Alan Michael“, The Changing Room Gallery, Stirling
Die Ausstellung von Kate Davis wird grosszügig unterstützt von:
und Martin Hatebur