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Weite Teile der Schweiz waren am 8. und 9. August 2007 von aussergewöhnlich starken Niederschlägen betroffen. Niederschlagssummen, Abflussspitzen und Pegelstände brachen vielerorts alte Rekordwerte. Bezüglich der 24-h-Niederschlagssummen wurden lokal Wiederkehrperioden von mehr als 50 Jahren, bezüglich der Abflussspitzen solche von über 100 Jahren registriert. Infolgedessen traten zahlreiche Flüsse über die Ufer und verursachten Überschwemmungsschäden. Viele Verkehrswege waren unterbrochen, vereinzelt kam es zu Dammbrüchen. In den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Jura, Luzern und Solothurn wurde Hochwasseralarm ausgelöst. Trotz der ausserordentlichen Pegelstände und Abflussspitzen erreichten die aufgetretenen Schäden nicht katastrophale Ausmasse. Offensichtlich wurden die Erkenntnisse aus dem Hochwasser-Grossereignis vom August 2005 mehrheitlich gut umgesetzt und hielten diesem ersten ernsthaften Test stand. Die frühzeitige Warnung der Entscheidungsträger und der Bevölkerung durch Behörden und Wetterdienste funktionierte zumeist zufriedenstellend.
Die vorliegende Analyse liefert einen Überblick über die bei den sieben am stärksten betroffenen öffentlich-rechtlichen Gebäudeversicherungen der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Bern, Jura, Luzern, Solothurn und Waadt gemeldeten Gebäudeschäden. Mit knapp 150 Mio. CHF entspricht die Schadensumme jener sieben Kantone gut 90% der Schadensumme aller neunzehn Kantonalen Gebäudeversicherungen zusammen. Im Gegensatz zum Hochwasser im August 2005, das insbesondere im nördlichen Voralpenraum von zahlreichen Wildbach-, Murgang- und Rutschungsschäden begleitet wurde, geht das Überschwemmungsereignis vom 8./9. August 2007 im Wesentlichen als «klassisches Hochwasserereignis» in die Statistiken ein.
Für vier Kantonale Gebäudeversicherungen war dieses Ereignis das teuerste je verzeichnete Hochwasserereignis, für keine allerdings das teuerste Elementarereignis ihrer Geschichte. Der Durchschnittsschaden (totale Schadensumme geteilt durch Anzahl Schäden) streut zwischen den einzelnen Gebäudeversicherungen verhältnismässig stark (10 000 bis 60 000 CHF). Dies verdeutlicht, dass Schadenvergleiche auf Kantonsstufe ohne detailliertere Zusatzinformationen mit einiger Vorsicht zu interpretieren sind. Systematische Erhebungen und Auswertungen zu Schadentypen und schadenverursachenden Prozessen liegen bei den Gebäudeversicherungen nur begrenzt vor. Die vorliegende Studie zeigt daher in erster Linie die Verteilung der Gebäudeschäden pro Kanton auf und ordnet diese in die langjährige Statistik ein.