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Gewinner:in 2023
blackmilk, 2023
In blackmilk untersucht Tiran Willemse Handbewegungen als Ausdruck von Selbstdarstellung und Identität: Einerseits die präzisen choreografierten Gesten in Formationstänzen südafrikanischer Tambourmajoretten in Uniform, in Afrikaans «Trompoppies» genannt. Andererseits die melodramatischen Gebärden der Popkultur wie diejenigen weisser weiblicher Filmstars sowie die von Schwarzen männlichen Rappern geprägten Handzeichen. In den daraus entwickelten Bewegungsabläufen kreiert Willemse ein eigenes Vokabular an Gesten, die eindeutige Zuordnungen zu Geschlecht oder kultureller Prägung auflösen und so die Konstruktion sowie die mediale Repräsentation Schwarzer Männlichkeit befragen. Diese ist bis heute von der Geschichte der Unterdrückung geprägt und wird mit begrenzten, wiederkehrenden Stereotypen dargestellt. In blackmilk entwirft Willemse eine vielseitigere Identifikationsfigur, die sich durch Sensibilität und Sanftheit auszeichnet. Willemse beschreibt sie als «Black Male Melancholia» («Schwarze männliche Melancholie»).