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Hergestellt von R. L. Drake.
Zwischen den beiden auf den Amateurfunkmarkt zielenden Empfängern R-4B und R-4C brachte Drake 1969 einen Allwellenempfänger für den Rundfunkhörer heraus, der bereits volltransistorisiert war.
Im Design gleicht der SPR-4 den R-4 Empfängern, ist aber sofort an einem dritten Sichtfenster zwischen S-Meter und Frequenzskala, in dem der eingestellte Frequenzbereich abgelesen werden kann, erkennbar. Der SPR-4 empfängt, gleich wie die R-4 - Geräte, vom Kurzwellenspektrum nur die jeweils bequarzten 500 kHz-Bereiche, erst mit dem optionalen Frequenzsynthesizer FS-4 ist der durchgehende Empfang möglich.
Das Metallgehäuse des SPR ist gleich wie die der anderen Drake - Geräte der 4er-Modellreihe 27,4 x 14 x 32,4 cm gross, der volltransistorisierte Empfänger wiegt 7,75 kg. Er kann mit 120 oder 240 V Wechselstrom oder mit einem Adapterkabel mit 12 V Gleichstrom beispielsweise ab einer Autobatterie betrieben werden, die Leistungsaufnahme beträgt dabei 6 Watt, bei abgeschalteten Skalenlampen noch 2,5 W. Das macht den SPR - 4 als einzigen der früheren Drake-Empfänger für den Portabelbetrieb bedingt einsatzfähig. Als externer Lautsprecher passt der MS -4 von den Abmessungen zum SPR - 4, allerdings hat dieser Empfänger auch einen kleinen Lautsprecher an der linken Gehäuseseite eingebaut. Zum SPR - 4 hatte Drake verschiedene Optionen im Angebot, so einen Störaustaster und Eichmarkengeber der ins Gerät eingebaut werden kann, eine aufsteckbare Mittelwellen- Rahmenantenne und einen RTTY- Zusatz. Mit dem TS-4 kann der SPR auch in Zusammenhang mit einem Sender als Transceiver eingesetzt werden.
Die Frontplatte ist in Hell- und Dunkelgrau gehalten, die obere Partie wird dominiert von drei hellblau hintergrundbeleuchteten Sichtfenstern und drei Drehknöpfen. Linke oben das Drake-üblich grossformatige in S-Stufen und dB über S9 geeichte S-Meter, leicht versetzt rechts darunter der Preselektor mit einer 0 - 10 Einteilung und einem mit einer Untersetzung angetriebenen Zeiger. In der Mitte findet sich das Anzeigefeld für die verschiedenen 500 kHz- Bandabschnitte, neben der Startfrequenz wird die Preselektoreinstellung und darunter die Range (Bandsegment-) Einstellung für den entsprechenden 500 kHz- Abschnitt angegeben. Rechts daneben liegt der mit einer Fingermulde versehene Hauptabstimmknopf, auf zwei hintereinanderliegenden Plexiglasscheiben mit 100 und 10 kHz-Teilung kann die genaue Empfangsfrequenz auf ein 1 kHz abgelesen werden.
Unten liegt ganz links der Wählschalter für das gewünschte Bandsegment, in dem der 500 kHz- Bandabschnitt liegt, neben der Kopfhörerbuchse der kombinierte Lautstärke- und Hochfrequenzverstärkungsregler, der RF-Gain wird mit einem kleinen Hebelchen des Doppelpotis eingestellt. Es folgt der Betriebsartenschalter, die drei verfügbaren ZF-Filter werden jeweils gekoppelt mit der entsprechenden Betriebsart geschaltet, dieser Umstand gab oft zu technischen Modifikationen Anlass. Der Drehschalter rechts unten aktiviert sofern eingebaut den Eichmarkengeber, den Störaustaster und vor allem das hochwertige auf Zwischenfrequenzebene aktive Notchfilter.
Zum praktischen Gebrauch: beim SPR-4 muss die Empfängerabstimmung und die des Vorkreises, die beispielsweise bei den Collins - Empfängern mechanisch gekoppelt und bei den modernen Kommunikationsempfängern elektronisch geschaltet ist, manuell erfolgen. Zum Empfang beispielweise des Österreichischen Rundfunks auf 6155 kHz muss zunächst das Bandsegment mit dem Drehschalter in der Mitte der Frontplatte gewählt werden, aufgrund der Vorgaben „4,0 / E“ wird nun der Range- Schalter in Position E und der Preselektor etwa auf 4 eingestellt. Nachdem mit dem Hauptabstimmknopf auf 155 eingestellt worden ist, und der Betriebsartenschalter korrekt auf AM, das RF-Gain- Hebelchen hinter dem Lautstärkeregler am rechten Anschlag steht, sollte nun RÖI auf 6'155 kHz hörbar werden. Mit dem Preselektorknopf muss jetzt noch auf maximalen S-Meter- Ausschlag nachgestimmt werden. Die angegebenen Vorschläge von Range- und Preselektor- Einstellung sind Vorschläge, die bei guter Empfindlichkeit zur besten Grossignalfestigkeit führen, zur Erhöhung der Empfindlichkeit können auch andere Einstellungen versucht werden, um nicht einer „Geisterstation“, einer Spiegelfrequenz von einer starken auf einer anderen Frequenz sendenenden Station aufzusitzen, ist dann der Bediener gefordert, mit der durch solche Tricks erhöhten Empfindlichkeit können allerdings spezielle DX-Empfänger sehr schwacher Stationen möglich werden.
Im Falle von Störungen durch Nachbarkanalstationen bietet der Drake SPR - 4 leider nur eingeschränkte Möglichkeiten des Ausweichens. Das ZF-Filter ist nicht unbhängig von der Betriebsart zu wählen, um also das schmalere SSB-FIlter einsetzen zu können, muss eine AM-Station im ECSS-Modus gehört d.h. im SSB-Betrieb von Hand mit dem internen Träger synchronisiert werden. Bald nach Erscheinen des SPR-4 gab es allerdings Modifikationsvorschläge, wie die Achse des Bandbreitenumschalters an die Rückwand herausgeführt werden kann. Das auf ZF-Ebene wirksame Notchfilter kann eine durch einen Träger verursachte Pfeifstörung eliminieren oder strk abschwächen, Passbandtuning ist beim SPR-4 leider nicht vorgesehen.
Zusammenfassend ist der SPR-4 ein in konventioneller Technik aufgebauter aber schon volltransistorisierter Empfänger der für den RundfunkDXer geeignet ist und sich durch eine hohe Empfindlichkeit und bei Einsatz des hervorragenden Preselektors doch gute Grossignalfestigkeit auszeichnet. Die Bedienung ist etwas kompliziert aber mühelos erlernbar, das rasche Durchchecken verschiedener Frequenzen einer Station auf unterschiedlichen Bändern bleibt aber mühsamer als bei den mikroprozessorgesteuerten Empfängern mit den tausend Speichermöglichkeiten. Limitiert ist, sofern man nicht einen FS-4 Frequenzsynthesizer - der den durchgehenden Empfang ermöglicht - dazukaufen kann, der Empfang von Ausserbandfrequenzen und beispielsweise des neuen 22m-Rundfunkbandes, das bei meinem SPR-4 nicht bequarzt ist.
Das HF-Signal gelangt von den Antennenbuchsen oder vom Loop- Antennenanschluss nach einem Vorverstärker auf die erste HF-Verstärkerstufe und wird dann im ersten Mischer auf 5645 kHz umgesetzt. Nach der Umsetzung auf die zweite niedrige Zwischenfrequenz durchläuft das Signal des sehr wirksame Notchfilter und gelangt auf die Spulen- ZF-Filter, die dank der niedrigen ZF zu günstigem Preis eine erstaunliche Güte erreichen, nach ZF-Verstärkung wird das Signal dem AM- Dioden- und dem SSB-Produktdetektor, indem das BFO-Signal, der Hilfsträger zum SSB-Empfang, zugemischt wird.
Die Frequenzaufbereitung geschieht mit einem Quarzoszillator, bei dem je nach 500 kHz - Empfangsbereich ein anderer Quarz geschaltet wird, in Kombination mit einem permeabilitätsabgestimmten hochlinearen VFO, der im Bereich von 4905 - 5505 abstimmt.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.