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Missionswerk Freundes-Dienst
Das Missionswerk Freundes-Dienst mit dem Freundes-Dienst-Heim in Biberstein ist ein Werk des Evangelisten Josef Schmid, geb. 1926, aus reformiertem Elternhaus stammend.
Auf einer Geschäftsreise als Vertreter eines Textilgeschäftes fiel Schmid auf, wie wenig die Leute die Bibel kannten. So begann er im November 1951 von St. Gallen, seinem damaligen Wohnsitz aus, mit dem Versand von Bibeln. Er wählte dazu den Weg des Gutscheines, den der Empfänger kostenlos gegen ein Johannes-Evangelium eintauschen konnte. Aufs Johannes-Evangelium nimmt auch der Name des Werks Bezug: 15, 13 – 14: «Niemand hat grössere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete.» (Joh 15,13-14).
Schmids Missionswerk nahm von Jahr zu Jahr grössere Formen an. Bereits 1955 wurden ca. 264 000 Gutscheine (davon 144 000 in deutscher Sprache) verteilt und über 14 000 Johannes-Evangelien unter dem Titel «Dein treuster Freund» abgegeben. In Biberstein AG entstand das Freundes-Dienst-Heim.
Josef Schmid ist auch durch seine politische Betätigung bekannt geworden. 1957 liess er sich auf der Liste des damaligen Landesrings der Unabhängigen LdU in den Grossen Rat des Kantons St. Gallen wählen. 1959 verliess er den Kanton. Bereits 1958 hatte er zusammen mit H. Küenzi, Thun, die «Schweizerische Bewegung Christlicher Bürger» gegründet. Sie sah ihr Ziel darin, wiedergeborene Männer zu wählen. In einzelnen Kantonen beteiligte sie sich an den Nationalratswahlen.
Seit 1961 verfügt das Werk über eine eigene Missionsdruckerei, welche die Zeitschrift „Der Freundes-Dienst“ produziert.
Die weitere Geschichte des Missionswerkes Freundes-Dienst wurde geprägt durch zwei Gerichtsverfahren. Zweimal stand der Gründer, Evangelist Josef Schmid, vor Gericht, und zweimal kam es zu einem Schuldspruch. Im Jahr 1967 verurteilte das Geschworenengericht Aargau Josef Schmid wegen sexueller Delikte an mehreren jungen Frauen zu 41⁄2 Jahren Zuchthaus. Schmid bestritt alle Vorwürfe.
Im Jahr 2003 wurde Josef Schmid vom Bezirksgericht Aarau wegen sexuellen Handlungen mit Abhängigen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Auch diese Anschuldigungen bestritt Schmid, gab aber eine langjährige aussereheliche Beziehung mit einer erwachsenen Mitarbeiterin zu. Einen Grund, seine evangelistische Tätigkeit einzustellen, sah Schmid darin aber nicht. Er wirkt weiterhin als Evangelist fürs Missionswerk, gab aber die Leitung des Werks ab an seinen Sohn, den 1972 geborenen Pfr. Samuel J. Schmid.
Wie ehedem sein Vater ist auch Samuel J. Schmid politisch aktiv, zuerst im Rahmen der EVP, dann bei der EDU, für welche Partei Schmid im Jahr 2009 in den Grossen Rat des Kantons Aargau einzog. Im Jahr darauf trat Schmid aus der EDU aus und gründete 2011 die Sozial-Liberale Bewegung SLB. Bei den Grossratswahlen im Jahr 2012 gelang es der SLB allerdings nicht, Schmids Sitz zu verteidigen.
Die Zentrale in Biberstein nennt sich heute «ELIM – Haus des Segens». Auffällig ist der an der Fassade angebrachte Schriftzug: «Jesus ist Sieger».
Die Aktivitäten des Missionswerkes sind die folgenden: Traktate werden gratis abgegeben, ebenso die Zeitschrift «Der Freundes-Dienst», für welche Evangelist Josef Schmid und Pfr. Samuel J. Schmid als Redaktoren verantwortlich zeichnen. Dazu gekommen ist ein Periodikum spezifisch für Kinder unter dem Titel «Komm zum grossen Kinderfreund». Weiterhin werden Radiosendungen ausgestrahlt und Bibelfreizeiten mit Evangelist Josef Schmid und Pfr. Samuel J. Schmid angeboten. Radio Freundesdienst ist auch über ein App zu empfangen, welches kostenlos im App Store von Apple angeboten wird.
Seit Sommer diesen Jahres ist Radio Freundes-Dienst auch im Kabelnetz von Swisscom TV zu hören.
Das Missionswerk ist auch international aktiv, so sind durch Missionstätigkeit in Haiti mehrere Freundes-Dienst-Schulen und eine Freundes-Dienst-Gemeinde unter der Leitung von Chavannes Dorvil in Port-au-Ciel entstanden.
Das Missionswerk finanziert sich durch Spenden. Über deren Verwendung werden keine Zahlen bekannt gegeben. Die Mitarbeitenden des Missionswerkes arbeiten für Kost und Logis und erhalten ein monatliches Taschengeld von Fr.150.–.