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Ich werfe hier mal ein neues Armeekonzept in den Raum und bin gespannt auf Eure Reaktionen. Das Konzept wurde von der JCVP erarbeitet und beinhaltet Forderungen sowohl von Offizieren, wie auch von Zivildienstlern. Den genauen Wortlaut findet Ihr auf der Hompage der JCVP (Link siehe unten). Detailfragen über gewisse Zahlen und Grössen interessieren mich in dieser Debatte weniger, vielmehr bin ich an Eurer Meinung betreffend der generellen Stossrichtung des Vorschlags interessiert. Bitte verliert Euch also nicht in Detaildiskussionen über die Anzahl Diensttage usw. …
Eine neu strukturierte Armee muss folgenden Anforderungen genügen:
- Einsatzfähigkeit im Bereich Raumsicherung, (internationalen) Friedenserhaltungs‐ und Sicherungseinsätzen
- Steigerung der Professionalität und Qualität der Truppe
- Steigerung der Motivation der Truppe
- Fokussierung auf die Auswuchsfähigkeit der Armee
- Stabilisierung der Ausgaben im Armeebereich bei CHF 4 Mia. (im Moment 0.9% des BIP)
- Gewährleistung der Wehrgerechtigkeit
- Vereinbarkeit mit den Interessen der Wirtschaft (insbesondere Senkung der volkwirtschaftlichen
Kosten von ca. CHF 9 Mia.
- Einbindung von zivilem Know‐how
Die bisherigen Modellvorschläge – die Weiterführung des Status quo, die Berufsarmee, die Armee mit allgemeiner Dienstpflicht, die freiwillige Milizarmee und die „Durchdienerarmee“ – können diese
Anforderungen nicht in corpore erfüllen und sind deshalb abzulehnen.
Damit die aufgezählten Anforderungen grösstenteils erfüllt werden können, schlägt die JCVP eine
Synthese der bisher vorgeschlagenen Reformmodelle vor.
‐ Musterung
Sämtliche Schweizerinnen und Schweizer, die keine Gewissensprobleme mit dem Gebrauch von Schusswaffen haben, werden militärisch gemustert. Wer Gewissensunvereinbarkeiten geltend macht, leistet Ersatzdienst.
Die Musterung dauert wenige Wochen und vermittelt Grundkenntnisse in den Bereichen Sanitätsdienst, Waffengebrauch, Sicherheit und Katastrophenschutz. Im Rahmen des Grunddiensts hat jeder Stellungspflichtige zu entscheiden, ob er Wehrdienst oder eine angemessene Wehrersatzabgabe leisten will. Nur bei schweren körperlichen Gebrechen erfolgt eine Entlassung aus der Musterungspflicht und damit aus der Pflicht einen Dienst oder eine Ersatzabgabe zu leisten.
‐ Wehrdienst und Ersatzdienst
AbsolventInnen der Musterung können sich für den Wehrdienst bewerben. So entsteht Wettbewerb
unter den Stellungspflichtigen und die Qualität des Personals steigt. Zudem kann im Krisenfall der
Armeebestand erhöht und im Friedensfall gesenkt werden. Ziel ist eine hochmotivierte, leistungsfähige, topausgerüstete Truppe. Um die Finanzierung sicherzustellen ist der Bestand der Armee (dh. Wehrdienstleistende plus Berufskader) auf unter 50000 AdA (Angehörige der Armee) zu senken. Für den Krisenfall ist auch die obligatorische Verpflichtung möglich.
Der Wehrdienst wird entweder am Stück geleistet und dauert mind. 12 Monate oder er wird in jährlich wiederkehrenden Kursen geleistet. Wo militärisches Know‐how (Infanterie, Luftwaffe…) notwendig
ist, erfolgt zur Steigerung der Professionalität die Dienstleistung am Stück. Die Wehrdienstleistenden erhalten so die Fähigkeit klassische militärische Tätigkeiten vom Bewachungs‐ bis zum Friedenserhaltungsauftrag auszuüben. Wo eher ziviles Know‐how gefragt ist (Sanitäts‐ und Genietruppen…), erfolgt die Dienstleistung im Rahmen von jährlichen Kursen. Wehrdienstabsolvierende erhalten
nach ihrem Austritt aus der Armee Vergünstigungen bei Studien‐/Weiterbildungsgebühren, Transportkosten (öffentlicher Verkehr) und Steuern (was wiederum ein Anreiz für den Wehrdienst darstellt).
Der Ersatzdienst kann zeitlich verteilt oder am Stück geleistet werden und dauert mindestens ebenso
lang wie der Wehrdienst. Er beinhaltet die bisherigen Aufgaben des Zivilschutzes und des Zivildienstes.
Nach der Etablierung der neuen Strukturen kann ebenfalls darüber diskutiert werden, ob der Feuerwehrdienst in den Ersatzdienst integriert wird.
‐ Ersatzabgabe
Wer weder Wehrdienst oder Ersatzdienst leistet bzw. geleistet hat oder die jeweilige Dienstform vorzeitig verlässt, ist zur Zahlung einer angemessenen Ersatzabgabe verpflichtet. Diese wird proportional zum steuerbaren Einkommen erhoben und ergibt sich aus der Anzahl nicht geleisteter Diensttage. Kann der Bedarf an Dienstleistenden anhand der eingehenden Bewerbungen gedeckt werden, kann die Ersatzabgabe gesenkt oder gar aufgehoben werden.
Für weitere Details kann ich Euch nur einen Besuch auf folgender Homepage empfehlen:
http://www.jcvp.ch/
Herzlichen Dank für Euer konstruktives Feedback
Freundliche Grüsse
Charles