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Lustspiel von Heinrich von Kleist
In einer kleinen Gemeinde sitzt Dorfrichter Adam über sich selbst zu Gericht und versucht mit allen Mitteln, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen und einen Sündenbock zu finden. Der Schadenswert mag klein scheinen: ein zerbrochener Krug, der Marthe Rull gehört. Doch in Wirklichkeit geht es um den Ruf von Marthes Tochter Eve, ihre Verlobung mit Ruprecht und einen üblen Erpressungsversuch des Dorfrichters Adam. Denn nicht der beklagte Ruprecht hat den Krug zerbrochen, sondern der Dorfrichter. Aber was hatte Adam bei Eve zu suchen? Der Krug bringt einen Gerichtsfall ins Rollen, der es in sich hat. Das Publikum ist in dieser Komödie den Figuren immer einen Schritt voraus, wie in einem guten Hitchcock-Film, und die Komik entsteht aus den Versuchen des Dorfrichters, mit viel ‹Fake news› seine Schuld zu vertuschen. Doch ob am Ende die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden?
Heinrich von Kleist (1777–1811) reflektierte in seinen Novellen, Erzählungen und Dramen gesellschaftliche und menschliche Fragen. Die Idee zum Stück hatte Kleist auf einer Reise in die Schweiz, während der er einige Monate in Thun auf dem Kleist-Inseli lebte.
Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf