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pafl: Entwicklungshilfe Liechtensteins im internationalen Vergleich mit 0,4% ein grosser Schritt in Richtung Spitzengruppe
(ots) - Vaduz, 13. August (pafl) - Die kürzlich bekannt gewordenen
offiziellen Zahlen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
Liechtensteins für das Jahr 2001 umfassen auch das
Bruttonationaleinkommen oder Bruttosozialprodukt. Dieses bildet im
internationalen Rahmen die Grundlage für den Vergleich der
öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen der Industrieländer. Der
Entwicklungsausschuss (DAC) der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht regelmässig die
wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklungszusammenarbeit seiner
Mitgliedsländer. Hintergrund dieser Berechnung bildet der
Weltentwicklungsgipfel von 1992 in Rio de Janeiro, an dem die
Industrieländer in Aussicht gestellt haben, die öffentliche
Entwicklungshilfe kontinuierlich zu erhöhen, mit dem Ziel, 0,7%
ihres Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungshilfe
aufzuwenden.
Für die Erstellung der Statistik hat der DAC detaillierte Richtlinien erlassen, in denen der Inhalt der Entwicklungshilfe definiert wird. Anhand der Kriterien des DAC kann auch die öffentliche Entwicklungshilfe Liechtensteins berechnet werden. Sie beträgt für das Jahr 2001 0,4% des Bruttonationaleinkommens. Im Jahr 2000 belief sie sich auf 0,33%. Der OECD-Durchschnittswert für die Jahre 2000 und 2001 betrug jeweils 0,22%. Mit 0,4% gehört Liechtenstein zu den wenigen Ländern, welche die Hälfte des Zielwertes deutlich überschritten und eine erhebliche Steigerung zu verzeichnen haben. In absoluten Zahlen wuchs die öffentliche Entwicklungshilfe Liechtensteins von 13'45190 Franken (2000) auf 15'114'860 Franken (2001).
Zu beachten ist, dass die OECD die Entwicklungshilfe breit definiert und neben nicht rückzahlbaren Leistungen zum Beispiel auch vergünstigte Kreditvergaben berücksichtigt. Die liechtensteinische Entwicklungshilfe besteht ausschliesslich aus nicht rückzahlbaren Leistungen und umfasst weder die Hilfe für Investitionsprojekte noch die Unterstützung bei Zahlungsbilanzschwierigkeiten, die Finanzierung von Kapitalgüter- und Warenkäufen, Schuldenerleichterungen oder Kapitalzeichnungen bei internationalen Entwicklungsbanken. 97% der liechtensteinischen Entwicklungshilfe werden für bilaterale Projekte vor Ort aufgewendet. Nur 3% gehen in der Form von freiwilligen Beiträgen an multilaterale Organisationen, insbesondere Entwicklungsorganisationen der Vereinten Nationen. Zur öffentlichen Entwicklungshilfe Liechtensteins gehören in erster Linie die Nothilfe, die Wiederaufbauhilfe, die Entwicklungszusammenarbeit und die Osteuropahilfe. Im Jahr 2001 wurden 54% der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, 19% für die Wiederaufbauhilfe und 14% für die Nothilfe verwendet.
Kontakt:
Amt für Auswärtige Angelegenheiten
Patrick Ritter
Tel.: +423/236 60 63