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unserm
Denken so zu sagen einen Halt zu verschaffen, dessen sie sonst entbehren würden. Das ist der erkenntnistheoretische
Grund für das der S. von jeher beigelegte
Merkmal der Unzerstörlichkeit oder
Beharrlichkeit. In solchem
Sinne stellt Kant die
S. als einen der
Stammbegriffe des Verstandes
(Kategorien) fest, dem also nur eine bedingte
Gültigkeit
in den Grenzen
[* 2] möglicher Erfahrung zukomme. Wo dagegen diese kritische Einsicht fehlte, mußte die S. als eigentlichster
Ausdruck für das «Ding an sich» oder die letzte, absolute Grundlage
des Erscheinenden dienen.
Daher steht der
Begriff der S. (seit
Aristoteles) im Mittelpunkte der
Metaphysik; so bedeutet sie beiSpinoza
wie im nachkantischen Idealismus geradezu das
Absolute, so sind bei
Leibniz die S. seine Monaden u. s. w., und mußte über
die letzte Beschaffenheit der S., namentlich um das Verhältnis der denkenden und ausgedehnten S.
(Geist und Materie), endloser
Streit entstehen, der nach der obigen (Kantischen)
Auffassung des Substanzbegriffs ebenso gegenstandslos wird
wie der Humesche Zweifel an der
Gültigkeit des ganzen
Begriffs. - Im gemeinen Leben versteht man unter S. eigentlich die chemisch
unterschiedenen
Stoffe. Aus besondern histor.
Gründen ist zu erklären, daß S. bisweilen auch die Bedeutung der Wesenheit
hat; dann heißt die S. einer Sache der wesentliche
Kern derselben. So sprach man in der Hegelschen Zeit
viel von der S. des
Rechts, der S. des Volksgeistes
u. dgl.
(lat.),
Stellvertretung. In der
Chemie heißt S. der durch Ersetzung eines Elementaratoms oder einer ganzen
Gruppe solcher (eines zusammengesetzten Radikals) durch andere
Atome oder Atomgruppen vor sich gehende chem. Prozeß (Substitutionsprozeß,
s.
Chemische Prozesse).
[* 3] Die Vorgänge der S. umfassen alle Prozesse der chem.
Umsetzung und sind die bei
weitem häufigsten unter allen chem. Änderungen. Die S. erfolgt meist nicht durch bloße Verdrängung,
sondern in der
Weise, daß das
Atom oder Radikal, das substituiert wird, bei der Einwirkung eines zweiten Moleküls durch einen
Teil desselben gebunden, also aus dem ursprünglichen
Moleküle herausgenommen wird, und nun der andere
Teil des zweiten Moleküls
an den frei gewordenen Platz tritt. So sind z. B. zwei Chloratome eines Chlormoleküls erforderlich,
um in einer organischen
Verbindung ein einziges Wasserstoffatom zu substituieren, indem das eine der Chloratome mit dem Wasserstoffatom
zunächst
Chlorwasserstoff
[* 4] bindet und erst darauf das zweite die
Stelle des Wasserstoffatoms einnimmt, z. B.:
CH4 + Cl2 = HCl + CH3Cl.
In der Rechtswissenschaft ist S. oder Ersatzberufung Einsetzung eines
Erben oder Vermächtnisnehmers an
Stelle eines andern
zunächst Eingesetzten oder Bedachten für den Fall, daß der letztere nicht
Erbe oder Vermächtnisnehmer
wird (nicht werden will, oder nicht werden kann, z. B. wenn er vor dem
Erblasser verstorben ist). Es ist dies die sog.
Vulgarsubstitution,
welcher
gegenübergestellt wird die
Pupillarsubstitution (s. d.) und Quasipupillarsubstitution, von manchen auch
noch die substitutio fideicommissaria; wegen der letztern s. Erbschaftsvermächtnis.
Das Österr.
Bürgerl. Gesetzbuch gebraucht
Nacherbe (s. d.), das
Preuß. Allg.
Landrecht Substitut, das
Sächs.
Bürgerl. Gesetzbuch Nacherbeinsetzung.
ÄltereRechte, z.B. die
NürnbergerReform, übersetzen mit Aftererbeinsetzung.
Das Deutsche
[* 5]
Bürgerl. Gesetzbuch nennt den für den Fall, daß ein
Erbe vor oder nach Eintritt des Erbfalls wegfällt, Eingesetzten
Ersatzerben, im Gegensatz zum
Nacherben, der erst
Erbe werden soll, nachdem zunächst ein anderer
Erbe geworden
ist (§§. 2096 und 2100).
chem.
Verbindungen, die sich von andern durch
Substitution (s. d.) ableiten. Meist beschränkt
man den
Ausdruck S. auf organische
Verbindungen, die aus andern durch Ersetzung von Wasserstoffatomen durch andere Elemente
oder Radikale hergestellt werden. So liefert z. B. die
Essigsäure, CH3.CO.OH, bei der Behandlung mit
Chlor drei S.: die Monochloressigsäure, CH2Cl.CO.OH, Dichloressigsäure, CHCl2.CO.OH, und Trichloressigsäure, CCl3.CO.OH;
aus dem
Benzol, C6H6, entstehen durch die Einwirkung von rauchender Salpetersäure die Nitrosubstitutionsprodukte des
Benzols: Mononitrobenzol, C6H5(NO2), Dinitrobenzol, C6H4(NO2)2, u. s. w.
Sind in isomeren organischen
Verbindungen die chemischen Orte (s.
Kohlenstoffkern), die der
Substituent (s. d.) einnimmt,
verschieden, so werden sie durch die griech.
Buchstaben α, β, γ, δ u. s. w. in der
Weise bezeichnet, daß bei Ersetzung
von
Wasserstoff an einem endständigen
Kohlenstoffatom oder in möglichster Nachbarschaft zu gewissen besonders charakteristischen
Gruppen eine
Alpha-(α-)Verbindung entsteht, eine
Beta-(β-)Verbindung dagegen, wenn die
Substitution an dem dem α-ständigen
benachbarten, eine Gamma-(γ-)Verbindung, wenn sie am nächstfolgenden, eine Delta(δ-)Verbindung, wenn
sie an dem diesem folgenden
Kohlenstoffatom und so fort, stattfindet. So ist z. B.
Buttersäure CH3.CH2.CH2.CO.OH;
α-Oxybuttersäure CH3.CH2.CH(OH).CO.OH; β-Oxybuttersäure CH3.CH(OH).CH2.CO.OH; γ-Oxybuttersäure CH2(OH).CH2.CH2.CO.OH.
Subtrahieren (lat., d. h. Abziehen), diejenige
der vier
Species (s. d.), die zu zwei gegebenen
Zahlen oder
Großen, dem Minuendus und dem Subtrahendus, eine dritte, die Differenz,
finden lehrt, die zu dem Subtrahendus addiert den Minuendus giebt. Die Differenz giebt an, um wie viel der Minuendus größer
ist als der Subtrahendus. Das Zeichen der S., das Minuszeichen, ist ein horizontaler
Strich (-), der zwischen
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mehr
Minuendus und Subtrahendus gesetzt wird. In der Gleichung 11 - 8 = 3 ist 11 der Minuend, 8 der Subtrahend und 3 die Differenz.
Um zu prüfen, ob das Resultat einer S. richtig ist, addiert man die Differenz zum Subtrahend; als Summe muß der Minuend
herauskommen.