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Anfangs des 17. Jahrhunderts erlebt der Gesang im Norden Italiens eine historische Wende. Hat man bis dahin nur die Vokalpolyphonie gekannt, entstand die begleitete Monodie, die einer Stimme ermöglichte, dramatische Gedichte mit Instrumentalbegleitung vorzutragen. Dieser neue Musikstil, oft auch recitar cantando genannt, führte zur Entstehung der Oper. Venedig wird zum Mittelpunkt der neuen Gattung, die nicht aufhören wird, sich weiter zu entwickeln.
Leonardo García Alarcón und seine Musiker entführen uns auf eine musikalische Reise in die Serenissima und ihre Umgebung, wo wir einigen der stärksten künstlerischen Persönlichkeiten von damals begegnen. Jacopo Peri, Claudio Monteverdi, Antonio Cesti oder Francesco Cavalli gehören zu den Pionieren der Oper mit Werken, die uns auch vier Jahrhunderte später noch verzaubern. Girolamo Frescobaldi und die Sängerin Barbara Strozzi haben uns ihrerseits mehrere Sammlungen an Arien hinterlassen, in denen Lyrik und Vortragskunst um den Vorrang kämpfen. Liebesgesänge, Klagelieder und Lamentos bilden eine farbige Palette ergreifender und mitreissender Stücke, in denen die Leidenschaft stets dominiert und das Textverständnis und der tragische Ausdruck der Gefühle eine inständige Dringlichkeit haben.