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Gemäss Bundesamt für Statistik lagen die Kulturausgaben im Jahr 2019 in der Stadt Zürich bei 219,5 Millionen Franken, was einem Pro-Kopf-Betrag von 525 Franken entspricht.
Die Stadt engagiert sich auf verschiedene Arten im Kulturbereich. In Eigenregie betreibt sie Institutionen wie das Museum Rietberg, das Nordamerika-Native-Museum, das Theater am Hechtplatz mit 250 Plätzen, den Pavillon des Architekten Le Corbusier oder das Filmpodium, ein Programmkino.
Daneben unterstützt die Stadt zahlreiche weitere Institutionen, die selbständig organisiert sind. Die wichtigsten darunter sind das Schauspielhaus, das Kunsthaus und die Tonhalle. Auch spricht die Stadt Gelder für kulturelle Projekte, für Atelierstipendien oder für Projekte, welche die Rahmenbedingungen für die Kultur in der Stadt verbessern sollen – so etwa eine Überprüfung der Filmfestivallandschaft.
Zudem organisiert die Stadt Zürich selber kulturelle Veranstaltungen wie das Zürcher Theater-Spektakel, das Musikpodium, Stadtsommer-Konzerte und Ausstellungen im Stadthaus.
Die finanzielle Betrachtungsweise des Bundesamts für Statistik (BFS) unterscheidet sich etwas von der Gliederung der städtischen Finanzen. Gemäss Rechnung 2019 der Stadt Zürich lag der Aufwand im Bereich Kultur bei 146,4 Millionen Franken. Die Stadt erzielt hier auch Erträge – etwa durch Mieteinnahmen und Beiträge des Kantons. Bei einem Ertrag von 57,0 Millionen bleibt bei der Kultur ein Aufwandüberschuss von 89,4 Millionen Franken.
Ein beträchtlicher Teil des Aufwands wird für die Verwaltung und die eigenen Institutionen wie das Museum Rietberg eingesetzt. Dieses kostete die Stadt 2019 netto 9,85 Millionen Franken. Der Löwenanteil der Ausgaben – im Jahr 2019 waren dies gemäss Rechnung rund 117 Millionen Franken – wird aber für externe Institutionen und Projekte verwendet, in den Bereichen Theater, E-Musik, Jazz, Rock und Pop, Literatur, bildende Kunst, Tanz und Film (siehe Abbildung 1 auf S. 37).
Das Theater (mit dem Schauspielhaus), die E-Musik (mit der Tonhalle-Gesellschaft) und die bildende Kunst (mit dem Kunsthaus) erhalten zusammen rund 78 Prozent der gesamten Kulturförderbeiträge der Stadt Zürich.
Konkret flossen 38,2 Millionen Franken zum Schauspielhaus. Insgesamt 22,5 Millionen gingen an die Tonhalle. Dort machen die Personalkosten des rund 100köpfigen Orchesters den grössten Teil des Aufwandes aus. 13,4 Millionen gingen an die Kunstgesellschaft und die Stiftung Zürcher Kunsthaus, welche das Kunsthaus betreiben.
Weitere substanzielle Förderbeiträge von der Stadt erhalten die Zürcher Filmstiftung (7,8 Mio. Fr.), das Theater Neumarkt (5,2 Mio. Fr.) und die Rote Fabrik, ein spartenübergreifendes Kulturzentrum (4,9 Mio. Fr.).
In der Coronakrise sind die Kulturausgaben übrigens nicht zurückgegangen, sondern gestiegen, obwohl deutlich weniger Kulturveranstaltungen stattfanden. Lagen die Kulturausgaben der Stadt 2019 noch bei 146,4 Millionen Franken, stieg der Betrag in der Jahresrechnung 2021 auf insgesamt 160,2 Millionen Franken.
Städte: Genf und Basel an der Spitze
Unter den Schweizer Städten ist Genf die klare Spitzenreiterin bei den Kulturausgaben (siehe Tabelle 1). Gemäss Bundesamt für Statistik gab die Stadt im Jahr 2019 ganze 311,9 Millionen Franken für die Kultur aus, was einem Pro-Kopf-Betrag von 1537 Franken entspricht.
Die zweithöchsten Pro-Kopf-Ausgaben macht Basel, das 1115 Franken für die Kultur aufwendet. Auf dem dritten Platz folgt Lausanne mit 566 Franken pro Kopf.
Das Opernhaus dominiert
Der Kanton Zürich gibt im Kulturbereich etwas weniger Geld aus als die Stadt Zürich. Gemäss Bundesamt für Statistik lagen die Kulturausgaben im Kanton Zürich im Jahr 2019 bei 202,4 Millionen Franken. Pro Einwohner des Kantons sind das 132.30 Franken.
Auch beim Kanton unterscheidet sich die Einordnung etwas vom BFS. Die Fachstelle Kultur des Kantons Zürich weist in ihrem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2019 Kulturausgaben in Höhe von 161,1 Millionen Franken aus.