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«Ein unvergängliches Gelächter, das aus den lebensvollen Tagen der Renaissance zu uns herüberklingt» – so beschreibt Alfred Kerr das weltberühmte Buch «Dekameron» des Dichters Boccaccio. In diesem Jahr feierte man in der Toskana seinen 700. Geburtstag. Grund genug für eine Stippvisite. Betritt man nicht gerade in der Hauptsaison das kleine Städtchen Certaldo im Herzen der Toskana, mag die «baumbedeckte Anhöhe» (Cerrus Altus) noch beinahe so aussehen, wie ihr berühmtester Sohn, Giovanni Boccaccio, sie erlebte. 1313 kam der Schriftsteller, Demokrat, Dichter und bedeutender Vertreter des Humanismus wahrscheinlich hier zur Welt und verbrachte in dem kleinen Dörfchen seinen Lebensabend.
Auf den Spuren des Dichters
Der vermeintliche Geburtsort des Dichters, genauer gesagt, die mittelalterliche Altstadt auf dem Hügel über der Neustadt ist während der Woche ein wenig besuchter, ruhiger Ort. Boccaccio, dem Certaldo seinen Ruhm verdankt, wurde 1313 als uneheliches Kind geboren – unsicher, ob hier oder in Florenz geboren. Beide Städte buhlen um den bekannten Namen. Gesichert ist jedoch, dass er von 1361 bis zu seinem Tod 1375 in Certaldo lebte.
Das Haus, in welches Boccaccio sich 14 Jahre vor seinem Ableben zurückzog und in welchem er seinen letzten Atemzug tat, ist die heute als Studienzentrum und Museum eingerichtete Casa del Boccaccioso. In ihr befindet sich eine umfangreiche Bibliothek mit den wichtigsten Arbeiten von und über Boccaccio – u. a. natürlich das Dekameron in jeder erdenklichen Sprache. Das Meisterwerk umfasst eine Sammlung von 100 Novellen, deren Abfassung aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen 1349 und 1353 erfolgte. Seine Rahmenhandlung verlegt Boccaccio in ein Landhaus in den Hügeln von Florenz. In dieses Landhaus sind sieben Mädchen und drei junge Männer vor der Pest geflüchtet, die im Frühjahr und Sommer des Jahres 1348 Florenz heimsuchte. Zu ihrer Unterhaltung und zum Zeitvertreib wird jeden Tag ein König oder eine Königin bestimmt. Der oder die Auserwählte darf einen Themenkreis vorgeben, zu dem sich jeder der Anwesenden eine Geschichte ausdenken und diese zum Besten geben muss. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novellen kehrt die Gruppe wieder nach Florenz zurück.
Die gesamte Casa del Boccaccio wird vom Geist des Schriftstellers umweht, hat man doch von ihrem Turm aus eine wunderschöne Aussicht auf die Landschaft der Toskana. Man fühlt sich in die Landpartie der Dekarone-Protagonisten versetzt. Nur zu gut kann man sich den Dichter in den kühlen Gemäuern vorstellen. Direkt neben der Casa del Boccaccio ist das schlichte Grab des Dichters mit einer marmornen im Boden eingelassenen Grabplatte. Betrachtet man den heutigen Weltruhm des Dichters, ist es kaum vorstellbar, dass Boccaccio zeitlebens mit Geldsorgen zu kämpfen hatte. Erst nach seinem Tod wurde ihm Ruhm und Ehre zu Teil. Umso mehr verdienen heute die Souvenirverkäufer an ihm.
Im Land der Oliven
Doch nicht nur sein erst später Erfolg, auch sein zur damaligen Zeit fast königliches Alter ist verwunderlich. Im 13. und 14. Jahrhundert hatten die Menschen eine Lebenserwartung von kaum mehr als 35 bis 40 Jahren. Boccaccio wurde jedoch 65 Jahre alt. Fragt man die Toskaner oder Einwohner Certaldos nach dem Grund, lächeln sie bloss und verweisen auf die wunderschöne Landschaft, die sie umgibt. Einige, etwas gesprächigere Genossen verweisen auf das milde Klima oder ihre heiligste Kochzutat – das Olivenöl.
Einer, der sich besonders gut mit dem flüssigen Gold der Toskana auskennt, ist der Gutsverwalter des Castello del Nero, Stefano Pantani. Seit über 24 Jahren ist er bereits auf dem Gut beschäftigt und verantwortet den Anbau von Oliven und Wein. Zu behaupten, er kenne jeden Baum des Anwesens, ist vielleicht übertrieben, denn die Ländereien des Castello de Nero umfassen 7,5 ha. Aber in all den Jahren hat sich Stefano zu einem echten Olivenölprofi entwickelt. Auf dem ihm obliegenden Gebiet werden drei der vier für die Toskana typischen Olivensorten angebaut: Frantoio (mit 80 % die am weitesten verbreitete Sorte in der Toskana), Leccino und Pendolino (jeweils rund 10 % in der Toskana).
Von ihm lernen wir, dass Oliven in der Toskana wesentlich kleiner als beispielsweise süditalienische Olivensorten, der Ertrag deshalb geringer und die Preise höher sind. Der Rest, wie er uns erzählt, hängt jedoch immer vom Wetter ab: Erntezeit, Geschmack und Produktionsvolumen …
Gesundheit von innen und aussen
Einzig über die Qualität seines Öls lässt er keine Zweifel aufkommen. Die von Hand geernteten Früchte werden täglich zur Presse gebracht, denn je schneller sie nach der Ernte weiterverarbeitet werden, desto unverfälschter und intensiver ist das Aroma. Lagerung begünstigt Fäulnis, die zu Fehlnoten im Aroma führt. Im Castello del Nero geht Qualität noch über Quantität! Und das schmeckt man! Wer jedoch dieses Öl kosten möchte, muss Gast im Castello del Nero sein, denn es wird einzig für den hauseigenen Verbrauch produziert. Dafür freut sich Küchenchef Giovanni Luca di Pirro umso mehr über die Flaschen des «flüssigen Goldes», das die Küche seines Restaurants «La Torre» im Castello del Nero verfeinert. Von intensiv gelbgrüner Farbe, auf der Zunge aromatisch-würzig und im Abgang leicht bitter – das frisch gewonnene Olivenöl ist ein Produkt für Feinschmecker.
Doch das Olivenöl aus eigener Herstellung veredelt nicht nur die typisch toskanische Küche des Castello del Nero von Giovanni Luca Di Pirro. Auch im ESPA-Spa des Castello del Nero findet das grüne Gold Anwendung: In den Signature Treatments des Destination-Spas verschönert es dank seines hohen Gehalts an Vitamin E und weiterer anti-oxidativer Inhaltsstoffe selbst empfindliche Haut. Ob von innen oder aussen – seit Jahrtausenden ist das «flüssige Gold der Toskana» als Heilmittel bekannt. Und vielleicht ist es wirklich die Zauberzutat für ein langes und gesundes Leben.