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Der Dezember zeigte sich bis nach der Monatsmitte kühl mit mehreren Schneefällen bis in tiefe Lagen. Eine kräftige Erwärmung mit Höchstwerten bis 16 °C liess anschliessend die Schneefallgrenze auf über 2000 m ansteigen.
Klima
Der Dezember zeigte sich bis nach der Monatsmitte kühl mit mehreren Schneefällen bis in tiefe Lagen. Eine kräftige Erwärmung mit Höchstwerten bis 16 °C liess anschliessend die Schneefallgrenze auf über 2000 m ansteigen.
Die lange kühle Periode wurde durch die kräftige Erwärmung in der zweiten Monatshälfte mehr als wettgemacht. Einzelne Messstandorte verzeichneten mit 1,8 bis 2,3 °C über der Norm 1991–2020 einen der mildesten Dezember seit Messbeginn vor über 100 bis 150 Jahren. Darunter fallen Genf, La Chaux-de-Fonds, Sion und Andermatt. Regional gab es aber auch Werte von nur 0,5 °C bis 0,8 °C über der Norm, zum Beispiel auf der Alpensüdseite. Im landesweiten Mittel stieg die Dezembertemperatur 1,1 °C über die Norm 1991–2020.
Der Dezember zeigte sich überwiegend tiefdruckbestimmt. Hochdrucklagen mit verbreitet Sonnenschein über dem Nebel oder ohne Nebel brachte er nur gerade an neun Tagen.
Vom 1. bis am 18. Dezember blieb die Tagesmitteltemperatur verbreitet unter der Norm 1991–2020. Landesweit kalte Verhältnisse brachte ein Polarluftvorstoss vom 11. bis am 13. Dezember. Die Tagesmitteltemperatur sank vielerorts 6 bis 9 °C, in den Bergen regional auch mehr als 10 °C unter die Norm. Ein weiterer Kälteschub folgte am 17. und 18. Dezember, wobei Berglagen am 18. Dezember bereits die kommende Erwärmung zeigten.
In der kalten Luft fiel auf der Alpennordseite mehrmals Schnee bis in tiefe Lagen. Vom 8. bis am 11. Dezember gab es im westlichen Mittelland insgesamt 10 bis 20 cm Neuschnee. Im östlichen Mittelland erreichte die Neuschneesumme 5 bis 15 cm.
Fribourg registrierte mit 15 cm die fünfthöchste 1-Tagessumme und mit 19 cm die sechsthöchste 2-Tagessumme für einen Dezembermonat seit Messbeginn 1961.
Ein Schäumchen Neuschnee fiel auch vom 13. auf den 14. Dezember. Etwas kräftiger war der Schneefall vom 15. und 16. Dezember mit insgesamt 1 bis 6 cm im westlichen Mittelland und 3 bis 8 cm im östlichen Mittelland.
Die tiefen Lagen der Alpensüdseite meldeten nur am 15. und 16. Dezember etwas Neuschnee mit Summen zwischen 2 und 4 cm. Kräftig schneite es hingegen in den Bergen der Alpensüdseite. Vom 3. bis am 5. Dezember erreichten die Neuschneesummen einen halben Meter bis über einen Meter. Auch das Oberengadin erhielt lokal einen halben Meter Neuschnee.
Was sich in den Bergen bereits am 18. und 19. Dezember ankündigte, erfasste ab dem 20. Dezember auch die übrige Schweiz: Milde Luftmassen aus Südwesten und Westen brachten eine massive Erwärmung.
In der Periode vom 22. bis 24. Dezember erreichten die Höchstwerte nördlich der Alpen 12 bis 14 °C, regional auch 14 bis knapp 15 °C. Giswil am Brünigpass verzeichnete am 22. Dezember knapp 16 °C, unterstützt durch den Westföhneffekt während der kräftigen bis stürmischen Westwindlage.
Die Alpensüdseite meldete vom 21. bis am 25. Dezember Höchstwerte von 8 bis knapp 10 °C. An den beiden folgenden Tagen erreichten die Höchstwerte 13 bis 15 °C.
Sehr mild waren auch die Nächte. In den Niederungen beidseits der Alpen blieben die Tiefstwerte vom 21. bis am 26. Dezember fast überall deutlich über dem Gefrierpunkt.
Vom 22. bis am 24. Dezember lag die Schweiz in einer feuchtmilden stürmischen Westwindströmung. Die Schneefallgrenze kletterte vorübergehend bis auf 2300 m. Auf der Alpennordseite und im Wallis fielen gebietsweise kräftige Niederschläge. Am Alpennordhang erreichten die Tagessummen regional 80 bis 90 mm. Lokal waren es die deutlich höchsten Dezember-Tagessummen in über 100-jährigen Messreihen.
In den milden Verhältnissen und mit dem Regen bis weit hinauf verabschiedete sich der Schnee. Grüne Weihnachten gab es auf der Alpennordseite bis in eine Höhe von 1300 m, im Wallis gebietsweise bis in eine Höhe von 1600 m. Auf der Alpensüdseite waren die Weihnachtstage regional oberhalb von 900 m weiss.
Für die letzten Tage des Jahres 2022 werden sehr milde Verhältnisse erwartet mit Tagesmitteltemperaturen von 6 bis 8 °C über der Norm 1991–2020 nördlich der Alpen. Darüber hinaus wird auf Silvester eine besonders milde Luftmasse aus Westen eintreffen, die für den Monat Dezember rekordverdächtige Temperaturen bringen könnte.
In Höhenlagen unterhalb von 1200 m konnten Anfang Dezember noch viele Lärchen mit gelben Nadeln beobachtet werden, was deutlich später ist als im Mittel. Mit den Schneefällen bis ins Flachland fielen jedoch auch diese Lärchennadeln und der phänologische Winter hielt Einzug. Der Nadelfall der Lärche begann ab Ende Oktober, Anfang November in den Bergen zu einem mittleren Zeitpunkt. Im Flachland setzte er ab Mitte November ein und konnte an über der Hälfte der Beobachtungsstationen als spät oder sehr spät eingeordnet werden. Im Mittel betrug die Verspätung eine Woche.
Der definitive Bericht zum Dezember 2022 ist ab dem 13. Januar 2023 in der Rubrik Publikationen verfügbar.