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Diese Augenerkrankung ist nicht so bekannt, wie viele andere. Deshalb ist es sinnvoll, sie zunächst etwas näher zu beschreiben. Dieses selten auftretende Syndrom ist nach dem Neurologen Reszö Bálint benannt worden. Er war der erste Forscher, der eine detaillierte Beschreibung erstellte. Vereinfacht ausgedrückt äußert sich dieses Syndrom in Form einer stark eingeschränkten visuellen Orientierungs- und Aufmerksamkeitsstörung.
Beschreibung der Symptome
Betroffene Personen haben größte Schwierigkeiten, Ihren Blick auf ein bestimmtes Ziel zu fokussieren. Das bedeutet, Bilder können zumeist nicht in ihrer tatsächlichen Dimension erkannt werden. Meistens sind es nur kleinere Ausschnitte oder einzelne kleine Bereiche, die von den Betroffenen erkannt und zugeordnet werden können. Besonders schwierig wird es beim Lesen und auch beim Schreiben. Menschen, bei denen das Bálint-Syndrom auftritt, erkennen zwar Buchstaben, aber nicht in der Reihenfolge, in der sie geschrieben sind. Es wird in der Regel nur ein wirres Durcheinander von einzelnen Buchstaben wahrgenommen.
Ein weiteres Problem ist die eingeschränkte räumliche Sehkraft. Räumliches Sehen ist bei vielen erkrankten Menschen manchmal gar nicht mehr vorhanden. Das führt auch dazu, dass Entfernungen nicht mehr abgeschätzt werden können. Dadurch sind diese Menschen besonders gefährdet im Straßenverkehr. Aber auch in vielen anderen Bereichen treten gravierende Schwierigkeiten auf, wenn das räumliche Sehen nicht mehr funktioniert.
Die Augen-Hand-Koordination ist eingeschränkt
Auch dann, wenn mit den Augen bestimmte Teile klar und deutlich erkannt werden, gelingt es nicht, diese mit den Händen zu greifen. Ein sehr gutes Beispiel ist die Türklinke. Patienten stehen vor einer Tür, sehen die Klinke, aber es gelingt einfach nicht, diese zu ergreifen, um die Tür zu öffnen. Genauso groß sind die Schwierigkeiten beim Essen und Trinken. Das Glas auf dem Tisch wird zwar deutlich erkannt, aber es kann mit der Hand nicht erreicht werden. Noch schwieriger wird es beim Essen. Ein Stück Fleisch zu schneiden und mit der Gabel zum Mund zu führen, erscheint vielen Betroffenen unmöglich.
Worin liegt die Ursache dieser Erkrankung?
Bei dem Bálint-Syndrom ist nicht nur die Funktion direkt in den Augen beeinträchtigt. Schäden liegen insbesondere im Sehzentrum des Gehirns vor. Daher besteht bei dieser Erkrankung immer die Gefahr einer Verwechslung mit anderen Krankheiten. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Creutzfeld-Jacob-Krankheit zu nennen. Die Symptome sind bei beiden Krankheitsbildern ähnlich. Sowohl die Ursache als auch die Therapie ist jedoch völlig unterschiedlich. Deshalb ist auf jeden Fall eine exakte Diagnose zu stellen. Das gelingt nur erfahrenen Ärzten. Weitere Informationen gibt es auf dieser Website.
Zu den häufigsten Ursachen des Bálint-Syndroms gehören:
- Schlaganfälle
- Hirntumore
- Alzheimer
- Hirnverletzungen
Das bedeutet, der Arzt, der die Diagnose stellt, muss sich auch mit der gesamten Vorgeschichte des Patienten auseinandersetzen. Nur so kann er eine exakte Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie in die Wege leiten.
Therapiemöglichkeiten bei einem Bálint-Syndrom
Da diese Art der Erkrankung eher selten auftritt, ist sie auch noch nicht besonders gut erforscht. Deshalb stehen auch nur recht eingeschränkte Therapieansätze zur Verfügung. Es geht jedoch in erster Linie darum, den betroffenen Personen ein Stückchen Alltagskompetenz zurückzugeben. Aus diesem Grund ist auf jeden Fall eine langfristige Therapie erforderlich.
Angewendet wird häufig der sogenannte remediale approach. Dabei geht es darum, die Nervenschädigungen im Gehirn durch Schulung zu kompensieren. Die Patienten müssen immer wieder Übungen machen, bei denen sie bestimmte Dinge erkennen und zuordnen müssen. Dabei wird den Betroffenen auch vermittelt, nach bestimmten Dingen zu greifen. Wenn diese Übungen immer wieder aufs Neue gemacht werden, können sie gelernt und gespeichert werden. Dazu ist auf jeden Fall sehr viel Geduld erforderlich. Schnelle Erfolge gibt es bei diesem Krankheitsbild nicht.
Weitere Therapieformen sind der adaptische Ansatz sowie der multicontext approach. Bei diesen Therapieformen geht es darum, die noch vorhandenen Fähigkeiten des Patienten herauszufinden und zu verstärken. Für einen Therapeuten ist es nicht immer ganz einfach herauszufinden, welche Fähigkeiten die betroffene Person noch hat. Die noch vorhandenen Handlungsmöglichkeiten müssen dann dahingehend geschult werden, dass sie zum Ausgleich von Defiziten genutzt werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Therapeut schon ein hohes Maß an Erfahrung mitbringen.
Fazit
- Das Bálint-Syndrom ist eine Erkrankung, die noch nicht besonders intensiv erforscht wurde.
- Nur durch eine aufwendige und fundierte Diagnose lässt sie sich konkretisieren.
- Es gibt verschiedene Therapieformen, die individuell an den erkrankten Patienten angepasst werden müssen.
- Bei der Therapie geht es hauptsächlich darum, die Alltagskompetenz der Patienten wieder zu verbessern.