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Mit Zuchthausstrafen von drei bis neun Jahren für die drei Hauptangeklagten ist am Dienstag (27.03) in Lausanne der Prozess um die Entführung des Junganwalts Stephane Lagonico zu Ende gegangen. Im Falle der zehn Mitangeklagten fällte das Lausanner Strafgericht neun Schuldsprüche und einen Freispruch
Christian Pidoux, der 27-jährige Adoptivsohn des früheren Waadtländer FDP-Nationalrats Philippe Pidoux, erhielt als Kopf der Entführerbande eine Zuchthausstrafe von neun Jahren. Er wurde der qualifizierten Entführung und weiterer Delikte schuldig gesprochen.
Die Richter hielten es für erwiesen, dass Pidoux im Dezember 1998 der Hauptinitiator der Entführung des damals 26-jährigen Lausanner Anwalts Lagonico gewesen war. Er habe aus Eifersucht gegenüber den Söhnen der befreundeten Familie und aus Geldgier gehandelt.
Die beiden anderen Hauptangeklagten Pascal Schumacher und Katia Pastori wurden mit sechs beziehungsweise drei Jahren Zuchthaus bestraft. Schumacher habe sich persönlich profilieren wollen, stellten die Richter fest. Er wurde wegen Fluchtgefahr noch im Gerichtssaal verhaftet. Katia Pastori spielte eine aktive Rolle bei der Lösegeldforderung.
Die Staatsanwaltschaft hatte für den Hauptangeklagten Pidoux zwölf Jahre, für Schumacher und Pastori zehn beziehungsweise vier Jahre Zuchthaus gefordert. Die drei Hauptangeklagten wurden ausserdem zur Zahlung eines Schmerzensgelds von insgesamt 210'000 Franken an das Opfer und dessen Familienangehörige verurteilt.
Zehn Mitangeklagte
Neben den drei Hauptangeklagten standen zehn weitere Verdächtige vor Gericht. Sie waren zum Teil für die Ausführung der Entführung engagiert worden waren.
Ihr Anführer, ein Kosovare, der direkt an der Entführung beteiligt war, wurde zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Strafen der übrigen Angeklagten gehen von sechs Jahren Zuchthaus bis zu zwölf Monaten Gefängnis bedingt - letztere im Falle des zweiten Adoptivsohns des Politikers Pidoux, Marc. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.
Stephane Lagonico, Sohn einer reichen Waadtländer Familie, war am 21. Dezember 1998 in Lausanne gekidnappt worden. Die Entführer forderten zunächst ein Lösegeld von fünf Millionen Franken. Zwei Tage später wurde das Opfer wohlbehalten in der Region von Morges wieder freigelassen, nachdem eine Tranche von 500'000 Franken als Lösegeld deponiert worden war.
Die drei Drahtzieher der Entführung hatten sich mit rund 460'000 Franken ins Ausland abgesetzt. Auf Grund eines internationalen Haftbefehls wurden sie am 18. Januar 1999 in Brasilien verhaftet, nachdem sich Pastori zuvor gestellt hatte.
swissinfo und Agenturen