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Nach mehr als 24 Stunden Flug endlich die Ankunft in Neuseeland, in Christchurch. Aber meine Reise ist hier noch nicht zu Ende. Ich habe noch zwei Stunden Flug vor mir um Invercargill ganz im Süden der Südinsel zu erreichen. Mein Chef holt mich am Flughafen ab und fährt mich mit seinem Pick-up zur Farm. Schon zu diesem Zeitpunkt ist die Abwechslung perfekt. Zwischen den endlosen grünen Feldern und der schnurgeraden Straße.
Als wir ankommen, stellt er mir das Haus, in dem ich die nächsten sieben Monate wohnen werde, den Betrieb und meine zukünftigen Kollegen vor. Wir waren zu diesem Zeitpunkt acht Personen, die auf dem Betrieb arbeiteten, alle Deutschschweizer und eine Deutsche. Die Chance, Englisch zu lernen, ist gering, aber das macht nichts, es gibt trotzdem viel zu lernen. Der Betrieb hat etwa 750 Kühe und 350 Hektar Weidefläche.
Am nächsten Tag beginnt die Arbeit. Man erklärt mir das Melken, das an zwei Orten stattfindet. Etwa 450 Kühe werden in einem 60er-Karussell gemolken und die anderen 300 in einem Melkstand mit 2 mal 34 Plätzen. Ich beginne mit dem Karussell, weil es einfacher ist, da man nur die Melkmaschine einhängen muss. In der Zwischenzeit kümmert sich eine Person darum, die Kühe zu holen. Da es drei Gruppen und bis zu einem Kilometer Fußweg für die Kühe gibt, dauert das eine Weile. Zu Beginn der Laktation kommt der Milchwagen einmal am Tag und sammelt allein für das Karussell über 12.000 Liter Milch ein.
Der Rest der Tage wird hauptsächlich damit verbracht, Zäune zu bauen, Kälber oder Färsen zu bewegen oder Unkraut zu jäten. Da die Kühe sehr oft die Weide wechseln, gibt es immer wieder neue Zäune zu ziehen, um die Parzelle zu vergrößern oder eine andere zu teilen. Normalerweise können sie je nach Graswachstum nach zwei bis drei Wochen auf die Weide zurückkehren.
Es gibt auch einige Arbeiten mit dem Traktor, wie z. B. Silieren, Reinigen oder das Einsäen der neuen Weiden. Außerdem werden die meisten Weiden im Frühsommer gemäht, bevor die Kühe darauf gelassen werden, damit sie das ganze Gras fressen können. Dadurch werden Disteln bekämpft und die Weiden wachsen regelmäßiger nach. Je nach Jahreszeit müssen auch die Kälber gefüttert oder die frisch gekalbten Kühe versorgt werden. Da der Betrieb saisonal ist, kalben die Kühe in der Regel im Juli und August. Wir haben aber auch etwa 60, die im Januar/Februar gekalbt haben, um im Winter, wenn der Preis besser ist, Milch zu produzieren.
Nach sieben Monaten Arbeit konnte ich im Juni abreisen, um zu reisen und das Land zu erkunden. Neuseeland ist ein Land, das der Schweiz ähnelt und doch anders ist. Viele Orte sind wild und unbewohnt geblieben, vor allem auf der Südinsel. Als ich die Westküste der Südinsel hinauffuhr, konnte ich die Berge bewundern, die fast bis ins Meer reichen. Auf der Nordinsel sind die Vulkane nicht minder beeindruckend. Und immer wieder Kühe oder Schafe, die bis zum Meer weiden.
Kurz gesagt, eine tolle Erfahrung mit guten Momenten und viel Abwechslung!