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Die hohe Inflation ist zum Thema Nummer Eins an den Märkten geworden. Insbesondere die in der Folge stark angestiegenen Anleiherenditen haben im September die Märkte durchgeschüttelt. Im Oktober haben die US-Börsen trotzdem wieder an Fahrt aufgenommen, so dass der Leitindex Dow Jones nur wenig unterhalb des Rekordniveaus von Mitte August steht.
Für Jim Cramer, Moderator der Sendung "Mad Money "des US-Finanzsenders CNBC, bietet die hohe Inflation denn auch Chancen. Zahlreiche Unternehmen würden von dieser profitieren. "Verfallen Sie nicht dem Trugschluss, dass der gesamte Markt durch die anhaltende Inflation zerstört wird, mit Ausnahme des Ölsektors", sagte Cramer in der Sendung vom Montag an die Adresse von Anlegern.
Cramer sagte weiter: "Wir sehen gerade, dass es weite Teile des Marktes gibt, die von der Inflation profitieren." Anleger sollten einfach aufhören, "auszuflippen und sich die guten Möglichkeiten ansehen".
Hier sind die Gewinner, die der ehemalige Hedgefonds-Manager in den Sektoren Energie, Banken, Technologie und Pharma identifiziert hat.
Energiesektor:
Der US-Ölkonzern Chevron ist Cramers Liebling unter den "grossen, langweiligen Internationalen". Chevron würde mehr Geld verdienen als sonst, weil der Ölpreis über 80 Dollar pro Barrel liegt. "Chevron hat mir am besten gefallen, der Titel bringt fast 5 Prozent Dividendenrendite", sagte Cramer. Der Konzern habe sich zudem verpflichtet, 10 Milliarden Dollar für neue, weniger energieintensive Technologien auszugeben.
Die auf den US-Markt fokussierten Öl-Produzenten Devon Energy und Pioneer Natural Resources üben hingegen mehr Disziplin beim Bohren und hätten daher die Kosten besser im Griff. Beide Unternehmen führen zudem variable Dividenden, die sehr attraktiv sind.
In der Erdgasindustrie nannte Cramer mit Coterra Energy, Cheniere Energy und dem "weitaus spekulativeren" Tellurian drei Namen, die Anlegerinnen und Anleger in Betracht ziehen sollten. Bei den Pipeline-Betreibern hob Cramer Enterprise Products Partners und Williams Companies wegen ihrer Dividendenrenditen hervor - 7,4 Prozent bei Enterprise Products Partners und 5,7 Prozent bei Williams Companies.
Banken:
Banken würden von steigenden Zinssätzen profitieren, sagte Cramer in der Sendung. Er nannte insbesondere die Bank of America als diejenige US-Bank, die "einen Riesengewinn machen wird, wenn die Federal Reserve zu einer Straffung gezwungen ist".
Auf der Investmentbanking-Seite sieht Cramer Goldman Sachs als eine gute Option an. Diese sei etwas "für die aggressiveren" Anlegerinnen und Anleger, während die "risikoaverseren" Morgan Stanley ins Auge fassen sollten.
Technologie:
Unternehmen würden nach Technologien Ausschau halten, die den bestehenden Arbeitskräftemangel und den Lohndruck mildern. Von dieser Nachfrage profitieren laut Cramer Salesforce, Adobe, Workday. Auch Amazon und Microsoft gehörten dank ihren Cloud-Computing-Plattformen dazu.
Anlegerinnen und Anleger sollten auch den Cloud-Anbieter ServiceNow in Betracht ziehen: "Dieses ermöglicht es den IT-Abteilungen der Unternehmen, mit weniger Leuten viel mehr zu erreichen." Auch Snowflake sei interessant, da das Unternehmen eine kostengünstigere Möglichkeit bietet, Daten zu analysieren.
Im Halbleiterbereich nannte Cramer Nvidia, AMD, Lam Research und Applied Materials als Top-Namen. Den Cybersicherheitsunternehmen - angeführt von Palo Alto Networks, CrowdStrike und Cloudflare - konnten die aufkommenden Inflationsängste nichts anhaben. Das gleiche gelte für Social-Media-Titel Snap und Facebook.
Pharmasektor:
Für Cramer steht fest, dass Pharmariesen auch bei hoher Inflation eine gute Kursentwicklung aufweisen werden, solange sie "aufregende, neue Produkte haben". Johnson & Johnson und Eli Lilly verfügten über die notwendigen Voraussetzungen.
"Eli Lilly könnte die perfekte Aktie für diesen Moment sein", sagte er und merkte an, dass er das Unternehmen kürzlich für seine gemeinnützige Stiftung gekauft habe.