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Ausnahmebewilligungen
Wenn die Anwendung einer Vorschrift zu einer offensichtlichen Härte oder zu einem unverhältnismässigen Aufwand führt, kann eine Ausnahme bewilligt werden. Dasselbe gilt, wenn die Erhaltung schutzwürdiger Bauten oder zwingende bauphysikalische Gründe es erfordern. Zu diesem Zweck sind die Verhältnisse des Einzelfalls einer genauen Prüfung zu unterziehen und alle beteiligten Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Rein wirtschaftliche Überlegungen rechtfertigen eine Ausnahmebewilligung nicht ohne weiteres.
Ein "unverhältnismässiger Aufwand" bedeutet, dass die finanziellen Aufwendungen in Relation zu einer verfügten oder sich aus dem Gesetz ergebenden Energiesparmassnahme zu setzen sind. Sind die Voraussetzungen erfüllt, ist die Behörde verpflichtet, eine Ausnahmebewilligung zu erteilen. Für die Annahme einer Ausnahmesituation bedarf es allerdings besonders triftiger Gründe, es ist mit anderen Worten ein strenger Massstab anzulegen.
Anwendungsbereich
Art. 7 kant. EnG ist überall anwendbar, wo eine Abweichung von den Vorschriften des Gesetzes oder der Verordnung zugelassen werden muss. Eine Ausnahmebewilligung kann mithin nicht nur im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens erteilt werden. Sie ist indes nur so weit zu erteilen, als es der Ausnahmegrund erfordert. Dies bedeutet, dass anstelle einer vollständigen Befreiung auch bloss Erleichterungen gewährt werden können.