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- Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
Homeschooling-Selbstportraits von Künstlern-Teil 2
Aktualisiert: 1. März
Portrait Friedensreich Hundertwasser
Kein Modell ist geduldiger als das eigene Ich. Durchwegs alle Künstler haben sich darin geübt. Einige stellte ich euch schon am 22. Januar und am 8. Februar diesen Jahres vor. Hier folgt ein kurzer Lebenslauf weiterer 8 Herren. Die Damen folgen in einem späteren Beitrag.
In einem Selbstportrait lässt sich lesen wie in einer Biografie. Sie erzählt uns viel über den Charakter eines Menschen.
Viel Spass!
Friedensreich Hundertwasser 1928 - 2000
Henri Matisse 1869 - 1954
Henri de Toulouse-Lautrec 1864 - 1901
Eugène Henri Paul Gauguin 1948 - 1903
Ernst Ludwig Kirchner 1880 - 1938
Lowis Corinth 1858 - 1925
Salvador Dali 1904 - 1989
Frank Auerbach 1931
Jedes Kunstwerk ist eigentlich eine Skizze, die erst durch unsere Fantasie vollendet wird.
von Sigmund Graff
Friedensreich Hundertwasser 1928 - 2000
Friedensreich Hundertwasser (Friedrich Stowasser)war ein österreichischer Künstler, dessen Arbeiten im Bereich der Baugestaltung vielen Menschen bekannt ist durch ihre fantasievolle Lebendigkeit und Individualität. Er stammt aus Böhmen, ging später in die Montessori-Schule in Wien, wo ihm die dortigen Kunsterzieher einen "aussergewöhnlichen Formen- und Farbensinn“ attestierten. Mit zehn Jahren wurde er in die Hitler-Jugend aufgenommen, später dann in die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er sein Studium bald abbrach. Mit dem französischen Künstler Rene Bro reiste er viel und lernte Englisch, Französisch und Italienisch. Außerdem sprach er ein wenig Japanisch, Russisch, Tschechisch und Arabisch. Seine Eindrücke, besonders solche aus Nordafrika, liess er später in seine Arbeit einfliessen. Zu den wichtigsten persönlichen Kontakten zählten unter vielen anderen Michel Tapié und Yves Klein sowie die Kritiker Pierre Restany und Julien Alvard.
1957 erwarb Hundertwasser einen Bauernhof am Rand der Normandie. Er heiratete in Gibraltar die 16-jährige Herta Leitner. Die Ehe wurde zwei Jahre später geschieden.
zwei Selbstportrait von Hundertwasser
Er wurde Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.
1961 reiste Hundertwasser nach Japan, wo er bei der 6. Internationalen Kunstausstellung in Tokio den Mainichi-Preis erhielt.1962 heiratete er ein zweites Mal. Die Ehe mit der Japanerin Yuko Ikewada wurde 1966 geschieden.
Sein Leben lang reiste er um die Welt. Seine viel gelobte Wanderausstellung präsentierte er in Amsterdam, Bern, Hagen, Stockholm und Wien bevor er sich ein Bauernhaus in der Normandie kaufte sowie die Mühle „Hahnsäge“ im dünn besiedelten niederösterreichischen Waldviertel.
1982 wurde Hundertwassers einziges Kind, seine Tochter Heidi Trimmel, geboren, zu der er keinen Kontakt pflegte.
Koruflagge Nationalflagge von Neuseeland
Er starb 2000 an Bord der "Queen Elisabeth" auf der Rückreise von Neuseeland. Dort wurde er auf seinem eigenen Grundstück beerdigt, nackt, aber eingehüllt in eine von ihm entworfene Koruflagge. Auf sein Grab wurde ein Tulpenbaum gepflanzt.
Henri Matisse 1869 - 1954
Henri Matisse Henri Matisse
Die Liebe zu den reinen Farben begleiteten Henri Matisse, geb. 1869, bis zu seinem Tod. Er wollte wie alle Impressionisten, das Sonnenlicht auf die Leinwand bannen. Er hielt sich, wie andere Künstler ebenfalls, einige Zeit in Marokko und auch in Tahiti auf. Als er schwer erkrankte und bettlägerig wurde malte er die leuchtende Unterwasserwelt der Quallen und Korallen mit langen Pinseln. Oft sass er nächtelang in seinem Rollstuhl und formte aus Papierschnitzeln springende Frauen, Seesterne und Algen, die er zu grossen Collagen verarbeitete.
"Ich träume von einer Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit, der Ruhe. So etwas wie ein guter Lehnstuhl, in dem man sich erholen kann."
Er starb 1954 in Cimiez, Nizza.
Henri de Toulouse-Lautrec 1864 - 1901
Henri de Toulouse-Lautrec
Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa, geb. 1864, war ein französischer Maler und Grafiker. Er wurde in eine Adelsfamilie geboren und berühmt durch seine Darstellungen der Pariser Vergnügungsmeile. Seine Alkoholsucht, sowie die Syphilis brachten ihm mit knapp 36 Jahren den Tod. (1901)
Beide Henri`s hatten ihr Leben lang mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die sie aber nicht vom Malen abhielten.
Eugène Henri Paul Gauguin 1848 - 1903
Eugène Henri Paul Gauguin Eugène Henri Paul Gauguin
Eugène Henri Paul Gauguin, am 7. Juni 1848 geboren, war ein einflussreicher französischer Maler, der auch Holzschnitte und Keramik Arbeiten erstellte. Bekannt sind vor allem seine Südseebilder,
Er war verheiratet mit Mette-Sophie Gad und hatte mit ihr 5 Kinder. (Aline Gauguin, Pola Gauguin, Jean Gauguin, Germaine Huet, Clovis Gauguin).
1891 wanderte er aus nach Tahiti, wo er, nach der Scheidung von seiner Frau mit einzelnen Unterbrüchen lebte. Eine 14-jährige Eingeborene schenkte ihm noch zwei Kinder: (Tahiatikaomata, die kurz nach der Geburt starb und Emile). 1903 starb Paul Gauguin, schwer krank in "Hiva Oa" auf Tahiti. Sein provozierendes, aufbrausendes und verletzendes Verhalten brachte ihm immer wieder Schwierigkeiten.
Manche Künstler zeigten sich in ihren Selbstportraits gerne mit ihren Modellen oder in einer, ihnen bevorzugten Umgebung.
Ernst Ludwig Kirchner 1880 - 1938
Ernst Ludwig Kirchner
Ernst Ludwig Kirchner war ein deutscher Maler und Grafiker und zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus. Er war Gründer der Künstlergruppe" Die Brücke."
1938 starb er durch Suizid.
Lowis Corinth 1858 - 1925
Lowis Corinth
Lovis Corinth wurde als Franz Heinrich Louis Corinth in Tapiau, Ostpreußen geboren. Er war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Neben Max Liebermann, Ernst Oppler und Max Slevogt gehört er zu den wichtigsten und einflussreichsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Seine späten Werke sind auch vom Expressionismus inspiriert.
Ein Selbstportrait ist für einen Künstler auch immer ein Werbeobjekt.
Salvador Felipe Jacinto Dali i Domènech 1904 - 1989
Salvador Dali, Foto von Luis Bunuel 1929
Salvador Dali war eine herausragende Figur des Surrealismus, exzentrisch in seinem Aussehen, seinen Manieren und auch in seiner Malerei, von sich selbst überzeugt in einem ungeahnten Ausmass. Seine Eltern liebten ihn abgöttisch, verwöhnten ihn uneingeschränkt und gaben ihm den Namen Salvador. (der Retter).
Mit sechs Jahren wollte er Koch werden, mit sieben Jahren Napoleon.
"Jeden Morgen, wenn ich erwache, erlebe ich die allergrösste Freude, Salvador Dali zu sein"
"Oh Salvador, du weisst es jetzt, wenn du das Genie spielst, dann wirst du eins."
waren Aussprüche, die er über sich selbst verlauten liess.
Zu Beginn seiner Laufbahn wurde er beeinflusst vom französischen Kubismus, sowie dem italienischen Futurismus. Schliesslich kultivierte er seinen eigenen Malstil, basierend auf den Nonkonformismus der Sensibilität, der aus seinem kindlichen Geist entsprang. Er verehrte den Psychoanalytiker Sigmund Freud und begeisterte sich für dessen Theorien.
1935 heiratete Dali, der ein verformtes Verhältnis zur Sexualität hatte, und angeblich noch nie mit einer Frau zusammen war, die Russin, Elena Diakonova (genannt Gala) kirchlich. Sie regelte seine Geschäfte und lehrte ihn, sich zu kleiden. In seinen Gemälden tragen die meisten Frauenfiguren, sogar Jesus, die Gesichtszüge von ihr.
Zum Schluss will ich euch noch Frank Auerbach vorstellen, dessen Selbstportrait den Anfang dieses Beitrags macht. Er ist im Gegensatz zu den oben beschriebenen Künstlern noch am Leben und in der Kunstwelt hochgeachtet.
Frank Auerbach 1931
Selbstportrait Frank Auerbach - Grafit auf zwei hintereinander geklebte Lagen Langton-Prestige-Aquarellpapier (rechts)
»Ich versuche das, was ich sehe, in das zu übersetzen, was ist«, erklärte Auerbach 1986 in einem Interview, »und dann das, was ist, zu malen.«
Frank Auerbach (1931) wurde in einem jüdischen Elternhaus geboren. 1939 schickten ihn seine Eltern mit einem Kindertransport nach Grossbritannien. Sie selbst wurden Opfer des Holocaust.
Auerbach wurde britischer Staatsbürger und studierte Kunst bei dem polnischen Maler David Bomberg, der ihn an Cezanne heranführte. Er ist ein eigenwilliger Maler, der sich keiner Kunstrichtung zuordnen lässt. Für die Fertigstellung eines Portraits benötigt er mehrere Sitzungen, manchmal Wochen. Manchmal malte er monatelang an seinen Portraits, die er Köpfe nannte. Es geht dem Künstler nicht um Abbildung und Ähnlichkeit, sondern um Erkenntnis. 1986 erhielt er mit Sigmar Polke den Goldenen Löwen bei der Biennale in Venedig.
Inhalt teilweise recherchiert in Wikipedia
Fortsetzung folgt in einem neuen Blogbeitrag
Ich grüsse meine Leser
Katharina