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In Kanada hat das Oberste Gericht ein historisches Urteil zugunsten der Ureinwohner gefällt. Fortan ist der Rechtsanspruch der Gruppe auf ihr altes Siedlungsgebiet anerkannt.
Die rund 3000 Angehörigen der halbnomadischen Volksgruppe Tshilqot’in erhalten damit das Recht zur Besiedlung und Nutzung eines Gebiets von 2000 Quadratkilometern in der westlichen Provinz British Columbia.
Zustimmung der Tshilqot'in nötig
Falls von nun an jemand auf diesem Gebiet Projekte realisieren will, braucht es immer die Zustimmung der «First Nations» genannten Ureinwohner. Das Urteil könnte Signalwirkung für andere indigene Völker haben und sich auf zahlreiche Minen-, Forst- und andere Wirtschaftsprojekte auswirken.
Mit dem Urteil endet ein Rechtsstreit, der 1983 begonnen hatte. Damals hatte die Provinzregierung eine Genehmigung zum Holzschlag in einer Region erteilt, welche die Ureinwohner als Teil ihres angestammten Siedlungsgebiets betrachteten.
Entschädigung für Verluste
Künftig kann die Regierung Wirtschaftsprojekte in dem Gebiet ohne Zustimmung nur genehmigen, wenn ein übergeordnetes öffentliches Interesse nachweisbar ist. Ausserdem müssen die Tshilqot’in für ihre Verluste entschädigt werden.
«Diese Entscheidung wird sicher als eines der wichtigsten und grundlegendsten Urteile des Obersten Gerichts von Kanada in die Geschichte eingehen», sagte Ghislain Picard, Sprecher der Versammlung der «First Nations». Die Versammlung ist die Hauptvertretung der rund 1,4 Millionen Ureinwohner des Landes.