Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03601.jsonl.gz/1093

Gelbstieliger Muschelseitling
Panellus serotinus (PERS.:FR.) KÜHNER
Der Gelbstielige Muschelseitling oder Zwergknäueling (Panellus serotinus, Syn.: Sarcomyxa serotina und Pleurotus serotinus) bildet 3–10 Zentimeter breite, muschel-, fächer- oder breit zungenförmige Fruchtkörper, die mit einem seitlichen Stiel einzeln bis büschelig oder dachziegelartig auf Holz wachsen. Die Oberseite der Hüte ist glatt, in feuchtem Zustand schmierig bis schleimig, trocken feinsamtig, zum Stiel hin faserschuppig. Die Farbe ist sehr variabel und kann von hellgrün, gelb-oliv bis rötlich-oliv gehen. Der Hutrand ist jung eingerollt, bei älteren Exemplaren scharf und etwas gerieft. Die jung cremefarbenen, später creme- bis ockerfarbenen Lamellen sind am Stiel breit und werden zum Rand hin schmaler. Das Sporenpulver ist weiss. Der kurze, konische Stiel ist auf ocker bis safrangelbem Grund dunkel schuppig punktiert.
Foto: Dave W. Wikipedia
Der Gelbstielige Muschelseitling wird von Pilzsammlern häufig mit dem Austern-Seitling verwechselt. Die Fruchtkörper beider Arten wachsen oft zusammen am selben Baumstamm. Letzterer hat jedoch bis zur Stielbasis herablaufende Lamellen und nie einen gelben Stiel (s. Pilz des Monats Dezember 2013).
Der Gelbstielige Muschelseitling ist ein Saprobiont und Schwächeparasit an Laubholz, der ein grosses Spektrum von Baumarten besiedeln kann, wobei Eiche, Erlen und Rotbuche bevorzugt sind, selten wird er auch an Nadelbäumen gefunden. Die Art wächst dabei an alten, vorgeschädigten, noch stehenden oder schon umgestürzten toten Stämmen oder an Stümpfen. Der Gelbstielige Muschelseitling ist in schattigen, luft- und bodenfeuchten Laub- und Mischwäldern sowie bodensauren Fichten-Weisstannen-Wäldern, Kiefernforsten zu finden. Er kommt auch entlang von Bächen, an Moorrändern, an Waldwegen und Waldrändern in Hasel-Vorwäldern und in Obstbaumkulturen vor (Herbst bis Winter).
Der mild bis etwas bitter schmeckende Gelbstielige Muschelseitling soll essbar sein. Die in neuerer Literatur vermutete Giftigkeit (In den Fruchtkörpern sollen Substanzen festgestellt worden sein, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Darüber hinaus soll der Pilz Giftstoffe enthalten, die in körpereigene Fettzellen eingelagert werden und bei Gewichtsabnahme zum Tragen kommen.) beruht offenbar auf einem Missverständnis.
In Ostasien wird mit „Mukitake“ (Panellus edulis) eine nah verwandte Art des Gelbstieligen Muschelseitlings als Speisepilz geschätzt und auch kultiviert.
Quelle: Wikipedia