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von Jakob Obrecht
2007 wurden das Dach und die Fassaden des Letziturms am Morgarten saniert. Vorgängig wurde das aufgehende Mauerwerk bauhistorisch untersucht. Der um 1322 in der Art eines hochmittelalterlichen Wohnturms errichtete Turm flankierte das Tor der Letzi, welche unter Einbezug von seitlichen Felsrippen das Tal durchquert.
1916 brannte der Turm aus. Dabei gingen das Dach und sämtliche Holzeinbauten in Flammen auf. Die im Vorfeld der Arbeiten erhoffte Datierung des Bauwerks mit Hilfe dendrochronologischer Untersuchungen war somit nicht möglich. Ursprünglich trug der gemauerte Schaft nicht wie heute einen Spitzhelm, sondern eine Wehrplattform - vermutlich handelte es sich dabei um einen auskragenden Obergaden mit Pyramidendach. Einrichtungen, wie etwa ein Aborterker oder gar eine Heizung, die es erlaubt hätten, den Turm über einen längeren Zeitraum mit einer Besatzung zu belegen, sind nicht vorhanden.
Im Zuge der Bauuntersuchung wurden sämtliche im Mauerwerk vorhandenen Balken- und Gerüsthebellöcher vermessen und kartiert. Die Befunde wurden auf dem Bildschirm in eine virtuelle Darstellung des Turmes übertragen. Auf ihr basieren die Rekonstruktionszeichnungen des Baugerüstes und der Zugangslaube zum Hocheingang.
, Jakob : Sattel SZ, Letzi- oder Schornoturm am Morgarten Bauhistorische Untersuchung 2007
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 14. Jahrgang 2009, Heft 1, 1 - 17.