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Das Bett mit 190cm Länge war für mich, der ich genau so lang bin, eindeutig zu kurz, die Vorhänge ließen für meinen Geschmack zu viel Licht durch. Das Frühstück vom Buffet war in Ordnung. Ich frage mich, ob überhaupt jemand in den beheizten Kasten geschaut hat, der auf dem Buffettisch stand. ^^
In dem überheizten Zimmer waren alle Sachen gut getrocknet. Das Tarp hatte ich einmal gefaltet über den Rahmen des Duschvorhangs gehängt und zweimal gewendet. Allerdings dauerte es seine Weile, bis ich alles wieder zusammengepackt hatte. Deswegen war es schon kurz vor zehn, als ich losfuhr.
Mittags machte ich ein Nickerchen an einem schönen, auf der Karte nicht vorhandenen Teich. Als ich wieder auf die Hauptstraße einbiegen wollte, kam von links ein Radwanderer und "fragte", ob wir nicht zusammen fahren wollen. Ich hätte liebend gern bejaht, wäre er nicht in die entgegengesetzte Richtung gefahren. Nachmittags und abends regnete es, in Havlíčkův Brod gab es einen richtigen Wolkenbruch, den ich unter einer Brücke abwartete.
Währenddessen versuchte ich, per SMS über einen Freund in Berlin eine wichtige Mail zu verschicken, die ich über den Vorbereitungen vergessen hatte, aber leider war die Mailadresse nur auf meinem Rechner daheim gespeichert :(. Den Adressaten möchte ich nochmals um Verzeihung bitten - er weiß schon, wer gemeint ist.
Zuletzt hatte ich mich in Jihlava nochmals verfranst, hier half mir ein freundlicher Tankwart wieder auf den richtigen Weg. Karten im Maßstab 1:200.000 sind für kleine Straßen ungenügend.
Auf der Karte hatte ich einen Teich südwestlich von Jihlava zum Übernachten ausgewählt, aber vor Ort standen überall Häuser - und der Teich war eine eingezäunte Fischzuchtanlage. Noch war ich nicht ungehemmt genug, mich trotzdem dort niederzulassen. So fuhr ich einen Feldweg parallel der 602 entlang, bis ich hinter ein paar Häusern an einem der Enden der Welt ein paar abgelegene Pfützen mit schilfsumpfigen Ufern fand, die der Eigentümer sicher als Fischteiche bezeichnet. So schnell wie möglich bastelte ich das Tarp hin, was trotzdem seine Weile dauerte. Dann wusch ich Arme und Beine in einem der Tümpel. Besser als nix, sind doch die Beine bei Regenwetter die größten Schmutzfänger.