Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/2633

In der Schweiz werden derzeit ca. 35.8% (Gesamtenergiestatistik BFE, Aug. 2013) des Stroms mittels Kernkraft erzeugt. Dass der Betrieb von Kernkraftwerken – abgesehen von der ungelösten Schwierigkeit der Entsorgung des radioaktiven Mülls - sehr problematisch und langfristig nicht zu vertreten ist, haben die Unglücke von Chernobyl (1986) und Fukushima (2011) vor Augen geführt. Im Jahre 2011 hat die Schweizer Politik deshalb den langfristigen Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2034 beschlossen.
Derzeit werden in vier Kraftwerken mit fünf Reaktorblöcken Strom mittels Kernkraft produziert. Der erste Reaktor (Beznau 1) wurde 1969 in Betrieb genommen, läuft also bereits seit über 40 Jahren und gehört mit Mühleberg (1972) zu den ältesten der Welt überhaupt. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima beschloss die Regierung in Bern am 25. Mai 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie.
Der Nationalrat stimmte am 8. Juni 2011 der Motion zu, der Ständerat folgte am 28. September 2011. Im Jahr 2019 wird als erstes das Atomkraftwerk „Mühleberg“ vom Netz gehen. Der vollständige Ausstieg ist bis 2034 geplant und erfordert den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien, wenn die Schweiz weiterhin eine saubere, sichere Stromversorgung möchte.
Am 11.3.2011 ereignete sich die Nuklearkatastrophe in Fukushima, wo es nach einem Erdbeben und anschliessender Flutwelle zu Kernschmelzen, Austritten von riesigen Mengen an radioaktiver Strahlung und der Verseuchung von Land und Meer kam. Ungefähr 100‘000-150‘000 Menschen mussten Ihre Wohngebiete vorübergehend oder dauerhaft verlassen, über 100‘000 Tiere verendeten in den zurückgelassenen Landwirtschaftsbetrieben und die Auswirkungen sind auch heute (2013), mehr als zwei Jahre nach der Katastrophe noch gravieren und anhaltend. Der Ausfluss von radioaktiv verseuchtem Wasser ist nach wie vor ein grosses Problem und die Experten befürchten weitere katastrophale Folgen.