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|Juniorinnen-Doppelvierer im Final auf Rang fünf der Junioren-Weltmeisterschaft|
Der Juniorinnen-Doppelvierer mit Debora Hofer, Ella von der Schulenburg, Andrea Fürholz und Katharina Strahl erreichte im Finale der Junioren-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro den fünften Rang. Der Junioren-Vierer-ohne wurde in der Schlussabrechnung Dritter im kleinen Final, was dem neunten Schlussrang entspricht. Die Junioren-WM 2015 in Rio de Janeiro diente als Testevent für die olympische Ruderregatta, welche in rund einem Jahr ebenfalls auf der Lagoa Rodrigo de Freitas.
Aufgrund von starken Winden endete heute die Junioren-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro (Brasilien) einen Tag früher als geplant. Der Internationale Ruderverband FISA hatte alle Rennen um einen Tag vorverlegt. Alle Rennen konnten heute bei guten Ruderbedingungen auf der Lagoa Rodrigo de Freitas ausgetragen werden. Der jeden Tag aufkommende seitlich einfallende Wind, trat auch heute wieder auf, auch wenn weniger stark als an den Vortagen. Technisch exakt rudernde Mannschaften sind auf dieser Regattastrecke gross im Vorteil, um mit den anspruchsvollen Seitenwellen umzugehen und das Boot gerade in der Bahn zu halten.
Juniorinnen-Doppelvierer ruderte auf den fünften Rang
Nach der Finalqualifikation durfte man auf das Abschneiden des Juniorinnen-Doppelvierers gespannt sein. Debora Hofer (SC Thun), Ella von der Schulenburg (SC Küsnacht), Andrea Fürholz (RC Uster) und Katharina Strahl (RC Zürich) erwischten nicht gerade den schnellsten Start in diesem Rennen, das von einer Zweiteilung des Feldes lebte. Während an der Spitze das favorisierte deutsche Boot davonzog, gefolgt von den Booten aus Grossbritannien und USA, lagen Frankreich, Kanada und das Schweizer Boot früh ausser Medaillenreichweite. Ab Streckenhälfte kam das Schweizer Boot immer besser in Schwung. Mit jeweils stark verbesserten Abschnittszeiten, gelang es dem Schweizer Quartett vorerst das kanadische Boot zu überholen und letztlich immer näher an das französische Boot aufzuschliessen. Die Lücke war jedoch zu gross und so resultierte auf der Ziellinie der fünfte Rang für die Schweizerinnen. Mit dem fünften Rang gelingt dem Schweizer Boot eine deutlich verbesserte Platzierung gegenüber den beiden Vorjahren, in welchen in der Doppelviererkonkurrenz der Juniorinnen jeweils eine Mittelfeldplatzierung im B-Final herausgerudert wurde.
Der Vierer-ohne beendet seinen Einsatz auf dem 9. Rang
Der Vierer ohne Steuermann der Junioren mit Alois Merkt, Nicolas Kamber, Joshua Meyer (alle GC Zürich) sowie Raphaël Roulet (CA Vevey) erlebte anstrengende Stunden vor dem heutigen B-Finale. Nachdem es gestern um eine halbe Bootslänge nicht für die angestrebte Finalqualifikation gereicht hatte, musste auch Raphaël Roulet wieder aufgebaut werden, nachdem er sich gestern völlig verausgabt hatte und vom Rettungsdienst abtransportiert werden musste. Die Mannschaft konnte für das heutige B-Final in Originalbesetzung antreten und die Mission „Junioren-WM Rio de Janeiro“ gemeinsam abschliessen. Das Schweizer Boot erwischte einen guten Auftakt ins Rennen und etablierte sich hinter den einen Start-Ziel-Sieg feiernden Serben und dem österreichischen Boot an dritter Stelle. Auch Australien war um die Positionskämpfe im ersten Streckenteil verwickelt. Die Schweizer versuchten die kleine Lücke von einer halben Bootslänge auf Österreich zu schliessen, aber es gelang nicht. Im Ziel siegte Serbien vor Österreich und der Schweiz. Somit erzielt der Vierer-ohne wie schon im Vorjahr einen neunten Schlussrang an der Junioren-WM.
Deutschland als überragende Junioren-Nation
Die Junioren-Weltmeisterschaft 2015 in Rio de Janeiro war eine Demonstration der Stärke des deutschen Rudernachwuchses. Deutschland ist traditionell stark an Junioren-Weltmeisterschaften. In allen 13 Bootsklassen waren die deutschen Boote im A-Final. In 11 Finalrennen gewannen deutsche Boote Medaillen (5 Gold, 4 Silber, 2 Bronze). Insgesamt verteilten sich die Finalplätze auf 29 Nationen der 54 teilnehmenden FISA-Nationen, wovon wiederum deren 15 Medaillengewinne verzeichnen konnten. Nebst Deutschland konnten Italien (2 Gold, 2 Silber, 1 Bronze) und die USA (1 Gold, 1 Silber, 3 Bronze) je fünf Medaillen gewinnen. Für Rumänien und Grossbritannien resultierten je drei Medaillen und Holland beeindruckte mit zwei Goldmedaillen. Mit einer Finalqualifikation, total zwei Top-10-Platzierungen und zwei Booten in den C-Finals schliesst die Schweizer Delegation die diesjährige Junioren-WM ab. Das Mannschaftsresultat liegt im Bereich der Zielsetzungen, auch wenn nach der äusserst erfolgreichen Junioren-EM im Mai in Racice (Tschechien) die Ansprüche und Hoffnungen gestiegen waren. Erfreulich ist, dass der SRV mit dem Juniorinnen-Doppelvierer seit langer Zeit wieder ein Frauen-Grossboot in einen Junioren-WM-Final bringen konnte. Auch der Junioren-Vierer-ohne hatte eine erfolgreiche Saison und die jungen Athleten zeigten insbesondere auch im Bereich des Riemenruderns einen international kompetitiven Standard.
Viel Arbeit bis zur Olympiaregatta 2016
Die Lagoa Rodrigo da Freitas diente erstmals als Gewässer für eine internationale Meisterschaft. Es wird den Olympiaruderern des kommenden Jahres zu Gute kommen, dass bereits dieses Jahr ein internationaler Anlass hier stattfinden konnte, bleibt für die Organisatoren in Rio de Janeiro doch einiges zu tun. Die Regattastrecke eingebettet in malerischen Hügelzügen wird für Olympia 2016 ein grosser Hingucker werden. Doch dies reicht nicht aus. Die Infrastrukturen auf dem Bootslagerplatz müssen noch einen grossen Upgrade erfahren, wollen sie olympischen Standard erreichen. Die Platzverhältnisse für die Bootslagerung oder die Mannschaftszelte waren sehr eng. Ruhezonen und Verpflegungsmöglichkeiten für die Athleten gab es kaum. Für die Ruderinnen und Ruderer war es im Training auf dem See aufgrund der komplizierten Fahrordung teilweise gefährlich, so dass es auch zu einigen zum Glück glimpflich verlaufenen Unfällen mit doch erheblichem Materialschaden kam. Unklar ist auch die Positionierung der Zuschauertribünen. Aufgrund eines Gerichtsurteils ist die Erstellung einer schwimmenden Tribüne aktuell auf Eis gelegt. Die Ruderbedingungen auf der Lagoa Rodrigo da Freitas sind aufgrund der seitlich einfallenden Winde anspruchsvoll, jedoch aufgrund der Beobachtungen dieser Woche für alle Bahnen identisch. Gute Rudertechnik wird im kommenden Jahr gefragt sein, um die täglich auftretenden Seitenwellen im Griff zu haben und die Boote auf Kurs zu halten. Steuerprobleme und Fehlschläge waren an dieser Junioren-Weltmeisterschaft in beinahe jedem Rennen zu beobachten. Rio de Janeiro liefert für die olympische Ruderregatta eine fantastisch gelegene Anlage. Die Begeisterung der Zuschauerinnen und Zuschauer wird phänomenal sein – wenn es bis dann eine Lösung für ausreichend Tribünenplätze geben wird.
Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Junioren-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro (Brasilien) – Samstag, 8. August 2015
Doppelvierer Juniorinnen (Final A): 1. Deutschland 6:46,87. 2. Grossbritannien 6:50,31. 3. USA 6:52,58. 4. Frankreich 6:59,71. 5. Schweiz (Katharina Strahl, Andrea Fürholz, Ella von der Schulenburg, Debora Hofer) 7:02,03. 6. Kanada 7:05,45.
Vierer-ohne Junioren (Final B, Ränge 7-12): 1. Serbien 6:13,20. 2. Oesterreich 6:15,81. 3. Schweiz (Joshua Meyer, Raphaël Roulet, Nicolas Kamber, Alois Merkt) 6:16,59. 4. Bulgarien 6:20,66. 5. Australien 6:22,30. 6. Dänemark 6:24,01.
Mehr Informationen zur Junioren-WM in Rio de Janeiro: www.worldrowing.com
Rio de Janeiro, 8. August 2015/cs.