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Jumilla
Jumilla: Die Heimat des Monastrell
Funde von Traubenkernen, die aus dem dritten Jahrtausend vor Christus stammen, weisen darauf hin, das Jumilla zu den ältesten Weinbauregionen auf der iberischen Halbinsel zählt. Heute sind über 80 Prozent der Rebfläche von 25‘000 Hektar mit der alteingesessenen Sorte Monastrell bestockt. Dank einer moderaten Bewässerung, einer tendenziell frühereren Ernte und moderner Kellertechnik werden hier heute Monastrell-Weine mit viel fruchtbetontem Charme und guter Struktur gekeltert.
Die rote Sorte Monastrell, die in Frankreich Mourvèdre genannt wird, fühlt sich in jenen Gebieten besonders wohl, wo es anderen Sorten schon viel zu heiss ist. Zudem kommt sie mit minimalen Wassermengen aus. In der Weinregion Jumilla herrscht ein semiarides Savannenklima, das heisst im Sommerhalbjahr geht mehr Wasser verloren, als durch Niederschlag gewonnen wird. Mit einer Niederschlagsmenge von lediglich 260 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter gehört die Region zu den trockensten Weinbaugebieten Europas. Zudem fallen diese wenigen Niederschläge fast ausschliesslich im Frühjahr und Herbst.
Elegantere Weine dank Bewässerung
Trotzdem wuchsen die Reben, die hier traditionell in Buschform (Gobelet) erzogen werden, bis vor 20 Jahren ohne künstliche Bewässerung. Durch dieses «Dry Farming» blieben die Traubenbeeren klein, bei einem entsprechend grossen Hautanteil, was enorm konzentrierte Weine mit viel Gerbstoff ergab.
Neue Anlagen, bei denen die Reben nun im Drahtzug (Guyot) wachsen, und die mit Tropfbewässerungssystemen ausgerüstet sind, ergeben weniger alkoholreiche und elegantere Weine, die mit frischen dunklen Fruchtaromen und schöner Würze dem Geschmack der heutigen Konsumenten besser entsprechen. Allerdings verschärfen solche Bewässerungsanlagen die allgemeine Wasserknappheit in der spanischen Levante.
Wurzelechte Stöcke
Die besten und charaktervollsten Weine der Region stammen aber noch immer von sehr alten, oft über 80jährigen Monastrell-Stöcken, die ungepfropft, also wurzelecht, im kargen Kalkboden wachsen. Diese «Pie Franco» genannten Stöcke ergeben hochkonzentrierte Weine mit ausgezeichneter Gerbstoffstruktur, denen es trotzdem nicht an Eleganz und Frische mangelt.
Assemblagen liegen im Trend
Viele Topweine aus Jumilla sind reinsortige Monastrell-Crus, die in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche reifen. In den letzten Jahren kamen aber auch hochwertige Assemblagen auf den Markt, die zwar auf Monastrell basieren, aber mit Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah abgerundet werden. Die 1966 eingeführte Ursprungsbezeichnung Jumilla ist einer der ältesten in Spanien. Im Anbaugebiet herrscht ein kontinentales Klima mit mediterranen Einflüssen, die braunen Böden sind kalkreich und arm an organischen Stoffen.