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24. November 2011
“Es tut mir ja furchtbar leid, aber es wird was mit uns”, sagt der Mann zur Frau. Ob er recht behält?
Ich mag sie einfach, diese Filme, in denen in die Zukunft geschaut wird und die Geschichten, in denen nichts ausgeschlossen wird, auch Das-in-die-Zukunft-Schauen nicht und die Vorsehung (dabei bin ich doch sonst im Leben ein Realist, der nicht einmal an Homöopathie glaubt). Der Film Sliding Doors ist mir in bester Erinnerung.
Und jetzt kommt “Fenster zum Sommer”, eine Geschichte über die Liebe und das füreinander Vorbestimmtsein – und das mitten im Winter. Worums geht: Juliane (Nina Hoss, Bild) und August (Mark Waschke, ein Jude-Law-Doppelgänger) fahren in ihren ersten gemeinsamen Urlaub, sie wollen Julianes Vater besuchen. Sie sind glücklich, verliebt, seelenverwandt. Im parkenden Wagen schläft Juliane in Augusts Armen ein. Als sie aufwacht, liegt sie im Bett in ihrer ehemaligen Wohnung in Berlin, wo sie mit ihrem Freund Philipp zusammenlebt. Juliane zieht die Vorhänge zurück: Sie ist in Berlin. Es ist Winter. Was ist geschehen?
Schnell stellt Juliane fest, dass das Schicksal sie um Wochen zurückgeworfen hat, aus dem Sommer in den kalten Februar, in eine Zeit, die sie schon einmal erlebte.
Sie versucht, August anzurufen, doch seine Sekretärin kennt ihren Namen nicht mehr und weigert sich, ihr weiterzuhelfen.
Sie versteht nichts mehr. Wird sich alles, was sie schon einmal erlebt hat, wiederholen? Auch die erste Begegnung mit August, Wochen später, bei der sie sich ineinander verlieben?
Um Klarheit zu bekommen, wartet Juliane vor Augusts Wohnung. Als er mit einer Frau aus dem Haus kommt, verfolgt sie die beiden und spricht August unter einem Vorwand an. Er erkennt sie nicht. Juliane schreibt August einen Brief, in dem sie viele Details schildert, die sie mit ihm erlebt hat, und bittet ihn um ein Treffen. Und sie redet mit Philipp. Nach einer traurigen Aussprache mit ihm zieht sie aus der gemeinsamen Wohnung in ein Hotel.
Das Treffen mit August im Restaurant verläuft jedoch nicht wie erwartet: Auch Augusts Freundin ist dort. Sie hat Julianes Brief abgefangen, bevor August ihn zu sehen bekam, und vermutet in ihr eine heimliche Geliebte. Der ahnungslose August wird von der aufgebrachten Rebecca nach einem Wortgefecht sitzen gelassen, Juliane folgt ihm bis zu einer Party. Hier lernen die beiden sich noch einmal neu kennen, tanzen, trinken und rauchen miteinander und landen in Julianes Hotel. Am nächsten Morgen schleicht sich August jedoch aus dem Zimmer.
Juliane beschliesst, nicht mehr zu intervenieren und dem Schicksal seinen Lauf zu lassen. Sie will versuchen, alles genauso zu machen wie beim ersten Mal. Doch je verzweifelter sie das versucht, desto mehr verwirrt sie ihre Erinnerung: Hatte sie beim Kantinenessen eine oder zwei Kartoffeln genommen? Und dann ist er plötzlich da: der Tag, der alles verändern soll.
So kunstvoll die Erzählung des Regisseurs Hendrik Handloegten, so schwierig sind manchmal die Handlungsstränge auseinanderzuhalten. Offen lässt der Film die Frage, ob es denn nun so etwas gibt wie Schicksal oder Bestimmung. Aber das erwartet ja auch niemand. Fazit: Ein wunderbarer Film, den ich nur empfehlen kann.
Kinostart in der Deutschschweiz am 15. Dezember
DE/FI 2011, 96 Min.