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Aus der Geschichte des SAC
VON MAX OECHSLIN, ALTDORF-URI
Der Berner Dr. Theodor Simler, Professor für Chemie und Geologie, war mit seinem St. Galler Seilkameraden Georg Sand und Bergführer Heinrich Eimer, von Elm, durch das hintere Glarnerland gewandert und ins Massiv des Tödi aufgestiegen, wo sie um die Mittagsstunde des 30. Juli 1861 zum ersten Male auf dem Firngipfel des Piz Rusein sassen. In seinem « Generalbericht » ( Jahrbuch SAC, I/1864 ) schreibt er, wie sie von diesem Gipfel aus in die Runde der leuchtenden Berge schauten und besprachen, was da noch alles an Entdeckungsfahrten gemacht werden könnte. « Eine grosse Zahl von Punkten war noch unbesucht. Man besass keine Nachrichten von den Gletschern Gliems, Puntaiglas und Frisai; unerstiegen war der Bifertenstock, der doch eine wahrhaft kühn herausfordernde Stellung behauptet; unbekannt war der Rücken des langgedehnten Selbsanft. Dieses alles überwältigte mich. Meinen schwachen Kräften konnte ich die Erforschung dieser Gegenden allein nicht zutrauen, und so reifte in mir der Gedanke einer Association... » -Schon 1857 war in England der « Alpine Club » gegründet worden, mit der Aufgabe, die « Erforschung der Schnee- und Eisregion des Alpengebirges » an die Hand zu nehmen. 1862 folgte die Gründung des « Österreichischen Alpenvereins », so dass Simler, auf seinen weitern Gletscherfahrten mit seinen Kameraden J.J. Weilenmann, Dr. Abraham Roth, Advokat Hauser, Georg Sand und weitern jungen Bergsteigern, die Sache besprach und am 20. Oktober 1862 ein « Kreisschreiben an die Bergsteiger und Alpenfreunde der Schweiz » versandte, das wie folgt lautet:
« Geehrte Herren! Seit einigen Jahren werden die Gletscher- und Hochgebirgstouren immer häufiger, und es scheint in dieser Hinsicht ein wahrer Wetteifer namentlich auch unsere schweizerischen Touristen zu beseelen. Es ist Ihnen nicht unbekannt, dass der „ englische Alpenclub " in Folge seiner Organisation den schweizerischen Touristen starke Concurrenz macht, und es könnte bald dahin kommen, dass, wenn das Publikum in der Schweiz über die Region des ewigen Schnees und Eises, über die Zugänglichkeit der Gletscher und Felsengipfel sich aufklären will, es zu den Beschreibungen des englischen Alpenclubs greifen muss. Eine solche Sachlage schiene uns bemühend, ja sogar beschämend. Während so ausgezeichnete Kräfte vorhanden sind, die durch ihr Zusammenwirken ohne Zweifel Besseres, für das Vaterland unmittelbar Fruchtbares leisten könnten als benannter fremdländische Club, bietet ihre Lösung leider nur Fragmentarisches, das, wenn auch oft trefflich in seiner Art, dem grössern Publikum doch lange unbekannt bleibt.
Auf den Schweizern ruht zwar immer das Verdienst, die ersten gewesen zu sein, welche auf die unvergleichlichen Schönheiten der Alpen- und Gletschernatur aufmerksam machten, welche sie zugleich wissenschaftlich explorierten - wir brauchen nur zu erinnern an Conrad Gessner, Josias Simler, J. Scheuchzer, H.B. de Saussure, Escher v. d.Linth, Hugi, Agassiz, Desor, G. Studer, M. Ulrich, J. Weilenmann - aber heute, unter veränderten Verhältnissen, wäre es wünschenswerth, wenn man sich einigte zu einer grössern Gesellschaft, um so zum Theil planmässig die letzten Verstecke der Eisregion und die noch unerstiegenen Gipfel in Angriff zu nehmen und später durch anmuthige und belehrende Schilderungen die gesammelten Erfahrungen dem Publikum zu übergeben.
Schon sind die drei letztgenannten ausgezeichneten Montanisten mit einem solchen Versuche vorangegangen, indem sie sich entschlossen, ihre zum Theil einzeln unternommenen Bergfahrten gemeinsam unter dem Titel „ Berg- und Gletscherfahrten in den Hochalpen der Schweiz " herauszugeben. Wie viel könnte nun nicht in der gleichen Zeit geleistet werden, wenn 20 bis 30 unserer Hochgebirgsfreunde zusammenwirkten?
Aber nicht nur dem weitern schweizerischen Publikum würde sich der Alpenclub verbinden, er wäre auch im Stande, kraft seiner grossem finanziellen Mittel der Wissenschaft erhebliche Dienste zu leisten. In den Hochregionen sind noch eine Zahl zum Theil physikalischer, zum Theil chemischer und geologischer Erscheinungen zu studieren; die Ausführung solcher Studien ist oft schwierig wegen der Ortsverhältnisse und wegen der Kosten wenig ermunternd. Indem die Gesellschaft die Errichtung von Hütten an besonders interessanten Localitäten über sich nähme, wäre ihren Mitgliedern, die solchen Fachstudien obliegen, bedeutender Vorschub geleistet, ferner wäre Zeichnern, Photographen etc. ermöglicht, längere Zeit an einem besonders pittoresken Punkte zu verweilen. Wir verweisen hier blos auf den Tödi, auf dessen Scheitel mancher gern einen ganzen Tag zugebracht hätte, wäre er sicher gewesen, etwa auf der Höhe der gelben Wand einigermassen Schutz gegen die Kälte der Nacht zu finden. An der Hand unseres vorzüglichen schweizerisch-topo-graphischen Atlasses würden wir zum Theil systematisch die Hochgebirge bereisen, und unsere Schilderungen würden sich mit der Zeit zu einem gediegenen geographischen Compendium, einer nothwendigen Ergänzung der Karten gewissermassen, zusammenstellen lassen.
Wie eine solche Gesellschaft für ihre Sommertouren am besten zu organisieren, was alles im Detail von ihr anzustreben sei, bliebe natürlich spätem Besprechungen vorbehalten.
Dieses, verehrteste Herren, sind die hauptsächlichsten Gesichtspunkte, welche uns veranlassten, die Idee der Gründung einer schweizerischen Alpengesellschaft anzuregen und, wo sie schon existierte, sie nach Kräften zu unterstützen. Indem wir Sie ersuchen, das beigefügte Organisationsstatut zu prüfen und im Falle der Beipflichtung und des Beitritts zu gedachtem Gründungscomite Ihre werthen Namen unter dieses Circular zu setzen, freuen wir uns der Gelegenheit, Sie unserer ausgezeichneten Hochachtung zu versichern.
Bern, den 20. Oktober 1862.
Im Einverständnis mehrer Freunde und Bergsteiger:
Dr. R. Theodor Simler, Dozent der Chemie und Geologie » Dem Kreisschreiben lag ein « Organisationsstatut für einen eventuellen schweizerischen Alpenverein » bei, in welchem in 13 Artikeln festgelegt wurde, wie die Gründung vor sich gehen solle, sobald « eine gewisse Anzahl, nicht unter 20, Bergsteiger der Schweiz durch Correspondenz oder mündliche Besprechung hinsichtlich der Gründung eines Alpenvereins sich geeint haben, sich als Korporation im Sinne eines Gründungscomite's für eine grössere Gesellschaft zu erklären ».
Die Anregung fiel auf guten Boden. Es meldeten sich im Verlauf des Winters 130 Zustimmende: aus Basel 28, Bern 18, Chur 6, Genf 3, Glarus 22, Luzern 2, Lausanne 10, Neuenburg 2, St. Gallen 23, Zürich 10, verschiedene Orte 6. So konnte Theodor Simler mit seinem Freundeskreis auf den 19. April 1863 nach Ölten die « konstituierende Versammlung fröhlichen Muthes einberufen », wie Dr. Ernst Buss, Pfarrer in Glarus, in seiner Denkschrift « Die ersten 25 Jahre des Schweizer Alpenclub » ( 1889 ) schrieb. 35 Alpenfreunde fanden sich zu dieser Tagung und Gründung des Schweizer Alpenclubs ein: 7 aus Bern, 15 Basel, 2 Zürich, l St. Gallen, 3 Glarus, 1 Luzern, 2 Aarau, 3 Olten und 1 Buochs.:
Als Besonderheit darf erzählt werden, dass zu Basel sich bereits am 17. April 1863 im Gesellschaftshaus an der Rheinbrücke, abends, 16 Bergsteiger zusammenfanden, die eine Sektion Basel des SAC gründeten und Chr. Meyer-Bischoff als Präsidenten und Dr. G. Bischoff als Schreiber wählten und beschlossen, dass die Konstituierung der Basler Sektion « in Olten anzuzeigen sei ».
An der Tagung in Olten « eröffnete Dr. Simler die Verhandlungen mit dem Hinweis auf die Entstehung von Alpenvereinen in England und Österreich, hinter denen zurückzubleiben der Schweiz als dem Land der Centralalpen nicht wohl anstehen dürfe », schreibt E. Buss, « und er setzte die hohe wissenschaftliche und patriotische Bedeutung auseinander, die einer Gesellschaft zukommen müsse, welche, aus Schweizern gebildet, sich die allseitige Erforschung der noch so wenig bekannten Hochgebirgswelt mit all' ihren Wundern und ungelösten Räthseln sowie die Hebung der Kenntnisse unseres einzig schönen Vaterlandes im Allgemeinen zum Ziel setzte ». Die Versammlung in Olten gab der Vereinigung den Namen « Schweizer Alpenclub », wählte Dr. R. Theodor Simler zum Zentralpräsidenten, Bergingenieur Edm. v. Fellenberg zum Sekretär und Dr. Abraham Roth zum Vizepräsidenten und überliess es den Bernern, die weitern vier Mitglieder des Zentralvorstandes zu ernennen. Denn es wurde weiter beschlossen, den « Verein einerseits nach Sectionen zu gliedern, anderseits aber zugleich eine einheitliche Centralleitung » zu bestimmen, wobei den Sektionen « in Bezug auf ihre innere Organisation völlig freie Hand gelassen wurde ». Man sprach bereits von einem « offiziellen Excursionsgebiet », wobei die Tödigruppe in den Vordergrund gestellt wurde, und beschloss die Erstellung einer Schirmhütte an der « Gelben Wand », die Beschaffung einer Exkursionskarte in 500 Exemplaren und die Herausgabe « eines jährlich zu erscheinenden Vereinsjahrbuches ».
Im Jahrbuch sollten neben Jahresbericht und Rechnung « eine offizielle Berichterstattung über die Resultate der Erforschung des Excursionsgebietes sowie Beschreibungen anderweitiger Gebirgswanderungen und wissenschaftliche Arbeiten über die Erforschung in den Alpen erscheinen ». Wie ernst man es mit der « Gebirgserforschung » meinte, geht aus dem Beschluss hervor, dass « 50 Stück tragbare Thermometer zur Verfügung der Mitglieder anzukaufen » seien.
Pfarrer Dr. Ernst Buss beschliesst seinen Bericht über diese erste Versammlung des SAC mit der Reminiszenz: « Ein von ernsten und launigen Trinksprüchen gewürztes Mahl und ein gemeinsamer Spaziergang zur Ruine Wartburg schloss die Gründungsversammlung des SAC. Dass derselben der Humor nicht fehlte, dafür hatten übrigens schon andere gesorgt. Denn auf einzelne Verlautbarungen der Presse über die zu erwartende Entstehung eines schweizerischen Alpenvereins hin hatte bereits vor dem 19. April die Privatindustrie sich dem noch ungeborenen Kinde anzuhängen versucht. So hatte ein Buchdrucker in Walenstadt seine seither längst verschwundene „ Schweizerische Bade-, Cur- und Touristenzeitung " dem Verein für seine Publicationen empfohlen, ein Bergführer in Mühlestalden, speculierend auf einen Beitrag an die Verlegung einer Schirmhütte von der Windegg nach dem Thälistock, seine Dienste für Errichtung von Hütten angeboten, und ein Lehrer in Ponte sich als Fremdenführer recomandiert. » Der SAC war gegründet und zählte 1863 8 Sektionen mit 358 Mitgliedern, zehn Jahre später bereits 18 Sektionen und 1744 Mitglieder. Als am 17. September 1888 das Bestehen der 25 Jahre SAC im « Concertsaal in Olten » gefeiert wurde, da bestand der SAC aus 34 Sektionen mit 2989 Mitgliedern: er hatte festen Boden gefasst und wurde zu einem wortführenden Landesverband der schweizerischen Bergsteiger und Freunde der Alpenwelt. Ernst Buss meinte zwar, « nachdem das Netz sich bereits über die ganze Eidgenossenschaft ausgebreitet hat », werde sich der SAC kaum mehr stark erweitern. Das war Anno 1888. Allein: die Zielsetzungen dieser Vereinigung von Alpinisten waren so zündend, dass die Begeisterung für die Zugehörigkeit anhielt. Der Kreis der Sektionen erweiterte sich, erreichte bei der 50-Jahr-Feier Anno 1913 58 Sektionen und 13 496 Mitglie- der, nach 75 Jahren, Anno 1938, 84 Sektionen und 31 226 Mitglieder und heute, da der SAC seine 100-Jahr-Feier hält, 92 Sektionen mit 43 000 Mitgliedern.
Im Jahre 1866 wurden an der Abgeordnetenversammlung in St. Gallen Aufgaben und Zweck des SAC genau umschrieben, wobei in den Artikeln 1 und 2 der Statuten gesagt wird, was heute noch voll und ganz Gültigkeit besitzt und zeigt, dass trotz allen spätem Statutenergänzungen die Grundideen ihren vollen Wert behalten haben und nicht zuletzt darin die Tradition des SAC verankert wurde und verankert bleibt. Wir lesen da:
1. « Der SAC stellt sich die Aufgabe, das schweizerische Hochgebirgsland allseitig genauer zu erforschen, näher bekannt zu machen und den Besuch desselben zu erleichtern. Er soll überdies den Freunden von Gebirgswanderungen als Sammelpunkt dienen. » So haben schon vor einem Jahrhundert unsere Clubkameraden diese Vereinigung zugunsten der aktiven Bergsteiger geschaffen, um diesen in allen ihren Unternehmungen von der Gemeinschaft aus helfend und fördernd zur Seite zu stehen, nicht weniger aber auch für die passiven Bergsteiger, indem der Club der Sammelpunkt der Freunde von Gebirgswanderungen sei, wo im geselligen Kreis am Runden Tisch die Kameradschaft am Berg zur dauernden Lebensfreundschaft im Tale werde. So sagt:
2. « Der SAC sucht seine Aufgabe zu lösen:
a. Durch periodische Gebirgsausflüge der Sektionen.
b. Durch jährliche Bereisung von Exkursionsgebieten.
c. Durch geeignete Unterstützungen von Unternehmen einzelner Mitglieder und Sektionen behufs Erforschung des Alpengebietes, Errichtung und Ausstattung von Schirmhütten.
d. Durch Förderung und Verbesserung des Führerwesens.
e. Durch periodische literarische und graphische Publikationen. » Auch diese Grundforderungen blieben bestehen und fanden zeitgemässe Ergänzungen, indem die Pflege des Skilaufes hinzukam, die Förderung von Jugendwanderungen, die in der Jugendorganisation ihre feste Verankerung fand, die Schaffung der alpinen Rettungsstationen, die Einführung der Tourenunfallversicherung sowie die vermehrte Herausgabe von Tourenführern und Taschenbüchern der Geologie und Botanik, dazu kam die periodische Durchführung alpiner Kunstausteilungen.
Der Zweck des SAC wurde in der Neufassung von Art. l der Statuten Anno 1924 neu umschrieben: « Der SAC ist eine Vereinigung von Freunden der Alpenwelt. Sein Zweck ist, Gebirgswan -derungen zu erleichtern, die Kenntnis der Schweizer Alpen zu erweitern, derErhaltung ihrer Schönheit zu dienen und dadurch die Liebe zur Heimat zu wecken und zu pflegen. » So ergab sich für den SAC auch eine klare Stellungnahme für den Natur- und Heimatschutz im Gebirgsraum - wozu auch das Gebiet der Voralpen und des Juras gehört, eine Aufgabe, die heute immer mehr zur Beachtung kommen muss, da seit rund zwei Jahrzehnten die Technik mit einer zuvor kaum geahnten Vehemenz in die Bergwelt einzugreifen begonnen hat: Stauseen und Kraftwerkanlagen mit Wasserableitungen von immer grösserem Ausmass, Bergbahnen und Luftseilbahnen aller Art, die Alpenfliegerei, die schon heute neben den Rettungs- und Übungsflügen mit allerlei Bemäntelungen zu einer kommerziellen Fremdenverkehrsangelegenheit geworden ist, was an der Abgeordnetenversammlung von 1961 in Chur zur Forderung führte, dass der SAC vermehrt für die Schaffung von gegen alle menschlichen Eingriffe geschützten Reservaten - bestimmte Berggruppen und Talschaften - eintreten müsse.
Alle diese Aufgaben zu erfüllen ist Sache der Mitglieder unserer Bergsteigervereinigung. Ihre Herkunft, ihre Einstellung zu Land und Volk, werden massgebend. Vor 25 Jahren schrieb Dr. Ernst Jenny, Zofingen, in seiner « Geschichte des Schweizer Alpenclubs 1863-1938 » ( « Die Alpen », Oktober 1938 ) betreffend die Mitgliedschaft: « Der SAC suchte von Anbeginn seine Mitglieder nicht nur unter Akademikern oder vom Schicksal Bevorzugten und Begüterten. Die September-Verfassung 1863 bestimmte, „ jeder Bewohner der Schweiz und auswärts wohnende Schweizer " können sich um die ordentliche Mitgliedschaft bewerben. 1866 ging man noch einen Schritt weiter und sagte tolerant: „ Als nationaler Verein besteht der SAC zunächst aus Schweizern; es kann jedoch auch Ausländern der Eintritt gestattet werden ". Doch als nach 1900 die Zahl der Ausländer in einzelnen Sektionen ganz erheblich - über 10zunahm und der Weltkrieg die nationalen Wellen auch in der Schweiz höher trieb, da entspann sich im Club eine lebhafte Debatte über die Fremdenfrage. Eine Erhebung ergab 1920, dass von ca. 18 000 Mitgliedern 1480 Ausländer waren. Und so fügte die Abgeordnetenversammlung in Bern 1923 dem Art. 5 der revidierten Verfassung bei: „ Die Zahl der Ausländer in den einzelnen Sektionen ist derart zu beschränken, dass der nationale Charakter des Clubs gewahrt bleibt.Die Verfassung von 1863 gestattete die Aufnahme von Mitgliedern durch die Sektionen oder durch die Jahresversammlung. Von letzterm sah man dann wieder ab. » - So blieb es bis heute: die Mitglieder sind Zugehörige der einzelnen Sektionen, die sich in der Regel aus Kameraden aus dem Gebiet und der Umgebung des Stammortes rekrutieren, und die Sektionen gliedern sich nach Landschaften. Mitgliedschaft in mehreren Sektionen ist statthaft, doch sind nach den heute gültigen Statuten die Rechte und Pflichten gegenüber dem SAC in solchen Fällen nur einfach und sind bei der vom Mitglied zu bezeichnenden Stammsektion auszuüben. Juristische Personen und Frauen können die Mitgliedschaft nicht erwerben. Am Anfang war es den Sektionen freigestellt, Frauen in den Club aufzunehmen, obschon die Gründung des SAC davon ausging, dass es ein Club von Schweizern sein solle! Es haben auch nur sehr wenige Frauen sich um die Mitgliedschaft beworben; 1907 beschloss dann die Abgeordnetenversammlung eindeutig, dass keine Frauen in den Club aufgenommen werden dürfen, dass « bisherige Frauenmitglieder in ihren Sektionen verbleiben, das Clubabzeichen aber nicht tragen dürfen ». 1917 kam an der Tagung in Zofingen die Frauenfrage erneut zur Sprache; die Frauenmitgliedschaft wurde aber wie an den Versammlungen von 1880, 1887, 1895 und 1907 abgelehnt. Als dann 1918 der Schweizerische Frauenalpenclub gegründet wurde, da fiel diese Sache für alle Zukunft dahin; der SFAC hat sich seither zu einer mit dem SAC manche Verbindung pflegenden Vereinigung von 56 Sektionen mit rund 6500 Mitgliedern entwickelt. In der « Geschichte der Sektion Tödi, 1863-1913 » ist über diese « Frauenfrage » zu lesen: « Im Jahre 1895 gewährte die Sektion Frau M. Jenny-Streiff, die den Bergsport eifrig betrieb und hierin Tüchtiges leistete, den Eintritt in den Club. Das CC weigerte sich, gestützt auf den Beschluss im Jahre 1880, derselben die Diplomkarte auszustellen ( Mitgliederkarte ). Dies veranlasste den Vorstand, gleichzeitig mit der Sektion Bernina beim CC die Anregung zu machen, es möchte 3 der Statuten dahin abgeändert werden, dass auch dem weiblichen Geschlecht der Eintritt gestattet sei. Der Antrag fand beim CC ( Oberland in Interlaken ) günstige Aufnahme, aber die Delegiertenversammlung 1895 in Schwyz lehnte mit grosser Mehrheit ab, worauf Frau Jenny auf die Mitgliedschaft in der Sektion Tödi verzichtete. » - So blieb es. Aber komischerweise war während langer Jahre in einer Sektion doch eine Frau Mitglied, indem sie, ohne dass es jemand im Kreis der Administration besser wusste, als « Herr H. B., Kunstmaler, B... » eingetragen war, der regelmässig seine Beiträge bezahlte und Jahrbuch und Zeitschriften erhielt, bis dann die Frau, von erstaunter Freundesseite auf das Statutenwidrige ihrer Mitgliedschaft aufmerksam gemacht, dem Spass durch das « Sich-zu-erkennen-Geben » ein Ende bereitete. Dieses wohl letzte Frauenmitglied des SAC hat 1958, als wohlbestellte, angesehene und in Kunstkreisen anerkannte Malerin seinen 75. Geburtstag gefeiert.
8 Waren es bei der Gründung des SAC vorwiegend Akademiker und gutgestellte Kauf leute, die die Mitgliedschaft erwarben, so hat sich im Lauf der Jahrzehnte der Kreis erfreulich ausgeweitet, indem Kameraden aus allen Berufen sich zum SAC bekennen: Gelehrte, Pfarrherren und Ärzte, Ingenieure und Techniker, Kaufleute und Handwerker, Beamte, Angestellte, Arbeiter und Bauern, so dass gerade in diesem Gemisch achtbarer Männer sich über alle Standesunterschiede hinweg feste Seilschaften und Freundschaften bildeten. Alle einigt das Bekenntnis zu Heimat und Vaterland, weshalb diesem Bekenntnis abgeneigte Leute im SAC nie Platz fanden und nie finden werden. Das Bergsteigersein ist getragen von der Ehrfurcht vor den Bergen und vom Pflichtbewusstsein im Denken und Handeln dem engern Familienkreis und der weiteren Gemeinschaft gegenüber.
Seit der Gründung des SAC wurde die Gesamtführung einem Central-Comité mit dem Centralpräsidenten an der Spitze übertragen, als Verwaltungs- und Vollziehungsgremium der von der Abgeordnetenversammlung gefassten Beschlüsse. Hatte am Anfang der Centralpräsident vorab die Funktionen der Versammlungsleitung ( Generalversammlung ), der Ausarbeitung der Programme für die Gesamtexkursionen und der jährlichen Berichterstattung über alle wichtigen Begebenheiten, so wurden im Verlauf der Jahre die sich häufenden Geschäfte auf einzelne Ressortchefs innerhalb des Central-Comités verteilt, das aus Erwählten einer bestimmten Sektion ernannt wird. Es wurden dann auch besondere Arbeitskommissionen geschaffen, die dem jeweiligen CC beratend zur Seite stehen: Hüttenkommission, Führerkommission; Tourenkommission für das Winter- und Sommer-tourenwesen, Ski-Kommission ( die sich im besondern mit der Förderung des alpinen Skilaufes und der Bearbeitung von Ski-Clubführern zu beschäftigen hat ); Kommission für die Publikationen ( Zeitschrift « Die Alpen » [Vierteljahresschrift und Monatsbulletin], Clubführer, Karten usw. ), die auch den heute recht umfangreichen Verlag des SAC überwacht und die alpinen Kunstausstellungen ( im Turnus von 3 Jahren ) anordnet; Bibliothekkommission und JO-Kommission. Selbständig ist die Kommission für das Alpine Museum des SAC in Bern, die als Stiftungsrat dieser Kulturstätte amtet. Das CC erledigt mit seinem ständigen Sekretariat ( seit 1907 ) die laufenden Geschäfte des Gesamtclubs, die mit der Zunahme der Mitglieder auch stark gestiegen sind, es vertritt den SAC nach aussen und sorgt für die durchgehende Beachtung der in den Zentralstatuten und besondern Reglementen ( für Hütten, Versicherung, Rettungswesen usw. ) umschriebenen Bestimmungen. Jährlich findet die Abgeordnetenversammlung statt, zu der jede Sektion je nach Mitgliederzahl ihre Delegierten entsendet, mindestens einen. Heute entsenden die 92 Sektionen rund 175 Delegierte. Der Abgeordnetenversammlung sind vorbehalten: Wahl des Centralpräsidenten und der Rechnungsrevisoren; Ernennung von Ehrenmitgliedern ( des Gesamt-SAC; die Sektionen können in ihrem Kreis ihre eigenen Ehrenmitglieder ernennenGenehmigung des Jahresberichtes und der Jahresrechnung; Aufstellung des Voranschlages; Festsetzung der Beiträge der Mitglieder an die Centralkasse; Subventionierung und Erwerb von Clubhütten ( die allen SAC-Mitgliedern mit gleichen Rechten und Pflichten offenstehen, in der Regel Eigentum der einzelnen Sektionen sind und von diesen erstellt und unterhalten werden ); Beschlussfassung betreffend die Unfallversicherung; Erlass der Réglemente über die Clubhütten, des alpinen Rettungswesens und für die Zeitschriften; Ausübung der Aufsicht über die Tätigkeit des Central-Comités und die Rechnungsrevisoren ( im Sinne des ZGB ); Veranstaltung von Clubfesten ( die in der Regel alle drei Jahre zur Durchführung gelangen ). Die Sektionen haben ihre eigenen Statuten, die den Gesamtstatuten des SAC angepasst sein müssen, sie ordnen ihr Innenleben selbst und organisieren im besondern ihre Anlässe, Sektionstouren, Vorträge usw., während vom CC aus Zentralkurse für die Ausbildung der Obmänner der einzelnen Sektionen für das Rettungswesen und für Winter- und Sommertouren veranstaltet werden sowie besondere Central-Tourenwochen, wobei auch ausländisches Nachbargebirge Beachtung findet.
Der Sitz des SAC ist jeweils der Ort derjenigen Sektion, die das CC stellt. Die Central-Comités hatten bisher folgende Orte und Sektionen inne:
1. 1863BernCP: Theodor Simler 2. 1864BaselChr. Meyer-Bischoff 3. 1865Rätia ( Chur)Johann Coaz 4. 1866St. GallenFriedrich von Tschudi 5. 1867-1869 Uto ( Zürich)Melchior Ulrich 6. 1870-1872 BaselAlbert Hoffmann-Burckhardt 7. 1873-1875 Pilatus ( H. Zähringer 8. 1876-1878 GenèveAlbert Freundler 9. 1879-1881 BernRudolf Linth 10. 1882-1884Diablerets ( Lausanne ).. .Eugène Rambert 11. 1885-1887Uto ( Zürich)Joh. Emanuel Grob 12. 1888-1891Tödi(Glarus)Rudolf Gallati 13. 1891-1895Oberland ( Interlaken ).. .Heinrich Baumgartner und F. Michel 14. 1896-1899NeuchâtelF. A. Monnier und Eugène Colomb 15. E. Bosshard 16. 1904-1907Weissenstein ( Solothurn ). .Robert Schöpfer 17. 1908-1910 Moléson ( Fribourg ) Jules Répond 18. 1911-1913Rätia ( Chur)August Herme 19. 1914-1916St. GallenA.J.anggen 20. 1917-1919GenèveAlphonse Bernoud 21. 1920-1922AarauAlbert Tschopp 22. 1923-1925BernGeorg Leuch 23. 1926-1928Diablerets ( Lausanne ).. .Henri Faes 24. 1929-1931Uto ( Zürich)Emil Erb 25. 1932-1934BadenFelix Gugler 26. 1935-1937 Monte Rosa ( Sion ) Alphonse de Kalbermatten 27. 1938-1940ÖltenAdolf Spring 28. 1941-1943PontresinaRudolf Campell 29. 1944-1946 MontreuxRobert Furer 30. 1947-1949BielHugo Kistler 31. 1950-1952GlarusMathias Jenni 32. 1953-1955NeuchâtelPierre Soguel 33. 1956-1958BaselRobert Wenck 34. 1959-1961Rätia ( Chur)Georg Calonder 35. 1962-1964GenèveEdouard Wyss-Dunant Im Verlauf der hundert Jahre leiteten und ordneten somit 35 Central-Comités die Geschäfte des SAC. Wir betonen ordneten, denn in diesem Turnus von drei Jahren haben die Mitglieder eines CC auf völlig freiwilliger Basis eine Unsumme von Arbeit zu erledigen und müssen ihre Dossiers, kaum haben sie sich so richtig eingearbeitet, schon wieder einem neuen Resortchef übergeben. Wiederholt wurden Stimmen laut, dass ein CC länger im Amte bleiben sollte, aber immer wieder wurde dies abgelehnt, mit dem berechtigten Hinweis, dass in diesem steten und vorausbestimmten Wechsel einmal das Gute verankert liege, dass die verschiedenen Landesgegenden « zum Zug kommen », im guten Wechsel zwischen den Sprachgebieten, und dass sodann gerade durch diesen Wechsel von einzelnen Central-Comités ihre besondern Probleme in die Waagschale gelegt, zur Durchführung gelangen oder kommenden CC weitergegeben werden. So bleibt eine stete Lebendigkeit bestehen, die sich im Verlaufe der Jahrzehnte sehr vorteilhaft für die Entwicklung und das Leben des SAC auszuwirken vermochte, ohne dass die Tradition aufgegeben wurde. Es ist vielleicht eine typisch schweizerische Art des Vorgehens, dass die einzelnen und sicher sehr verschiedenartig zusammengefügten Sektionen in ihrem Kreis die bergsteigerischen Probleme besprechen, um sie dann vor das Gesamtforum der Abgeordnetenversammlung und das Central-Comité zu bringen, in der Gewissheit, dass in diesen Gremien der Grundkonzeption Beachtung geschenkt wird und jede « lokale Einstellung » zum Zuge kommt, wobei man sich einer Mehrheit auch als allfällig Unterlegener unterzieht, weil es gilt, der Gesamtheit einer Bergsteigervereinigung sich unterzuordnen. Man steht im SAC in einer Seilschaft, wo der Starke dem Schwachen volle Achtung zollt, und in der man zusammen eine Gipfelhöhe erreicht oder auch versteht, eine Fahrt mitten im Weg abzubrechen, wenn die Umstände es erfordern.
Ernst Jenny hat am Schluss seiner 75 Jahr-Denkschrift Worte geprägt, die wir gerade hier einfügen möchten, fassen sie doch das zusammen, was den SAC ausmacht, gestern, heute und morgen:
« Auf der von Gründern geschaffenen Basis musste der Schweizer Alpenclub gedeihen, auch wenn im Laufe der Zeit neue Aufgaben und andere Einstellungen unvermeidlich wurden. Vom Willen und von den idealen Absichten der Gründer darf er nicht abweichen, sonst begibt er sich seines Wertes, seiner Lebenskraft. Wenn er helfen will, das Naturgefühl unseres Volkes zu erziehen und die Achtung vor unserer Alpenwelt als einem der schönsten Gebilde der Schöpfung zu heben, dann muss er selbst als Elite vorangehen. Das ist seine beste Mission. » Heute - 25 Jahre später - stehen wir wieder vor der Pflicht des Rückschauhaltens, des Messens und Überlegens, in einer Gegenwart, die auch der Welt unseres Freizeittuns ans Mark greift. Die Technik, der Merkantilismus breitester Volkskreise und nicht zuletzt eine unruhige, hastige Lebensweise, die alle Umwelt gleichfalls in einen abrollenden und immer wieder anders ablaufenden Film bannen möchten, erfassen auch unsere Berge. Und ab und zu werden auch in unseren eigenen Kreisen des SAC Stimmen laut, die nicht mehr verstehen, dass wir Berg und Berglandschaft als eine Ganzheit betrachten und aufgefasst sehen wollen; die lediglich noch einen Teil daraus herausgreifen und eine besondere Wand zum Klettergarten und Spielplatz ihres Tuns stempeln, um da einer einseitigen Bergleidenschaft zu frönen und dabei ganz vergessen, dass das Bergsteigen im alten Sinne, wenn auch die bergsteigerische und wissenschaftliche Durchforschung unserer Alpenwelt mehr oder weniger als abgeschlossen bezeichnet werden darf, immer noch seine Berechtigung hat, das Bergsteigen als Betätigung, die Leib und Seele, Geist und Herz erfrischt und stärkt.
Wenn unsere Vorgänger bei der Gründung des SAC davon sprachen, dass Wege zur Erschliessung der Berge markiert werden sollen, so wollten sie damit den Wegbereitern gewissermassen die Aufgabe stellen, die Wege zu finden, die auch vom schlichteren Bergwanderer im Steigen aus dem Tal zur Höhe gegangen werden können. Und wenn sie von Schirmhütten sprachen, die im Alpengebiet in gemeinsamer Arbeit und mit gegenseitiger Hilfe zu erbauen seien, damit der Forscher, der Zeichner und Maler von hier aus zum Gipfel zu guter Arbeitsweile aufsteigen und abends wieder zurückkehren könne, so wollten sie damit kaum etwas anderes schaffen, als das, was wir heute mit dem Bau von Hütten tun sollen: eine Raststätte am Wege vom Tal zum Berg erstellen, eine Ausruhe-stätte, damit wir uns vom Anstieg aus dem Tal erholen können und die Ausruhezeit finden, um am frühen Morgen, wenn die Nacht im Osten verglimmt und der neue Tag beginnt, frischen Schrittes zur Gipfelhöhe aufsteigen können.
Die Grünhornhütte am Tödi war die erste derartige Schirmhütte, die gebaut wurde, bereits im Jahre 1863. Sie war ein einfaches überdachtes Gemäuer, mit Kochplatz, Pritsche, Tisch und Bank. Die Hütte kostete 867 Franken und ist seither von der Sektion Tödi liebevoll erhalten worden. Sie bietet noch heute für 10 Bergsteiger gute Unterkunft. Bis 1937 wurde die Zahl der Clubhütten auf 116 erhöht und hat bis Ende 1962 den Bestand von 148 erreicht. Davon stehen im Bereich der Walliser und Waadtländer AlpenHütten Berner Alpen » Unterwaldner, Urner und Schwyzer Alpen ...19 » Glarner und St.Galler Alpen » Bündner Alpen » Tessiner Alpen11 » Zusammen 148 Hütten Im grossen und ganzen sind die neuen Hütten wohnlicher geworden und gleichen ab und zu Gasthäusern - es fehlen nur die Einzelzimmer mit ein, zwei Betten! Immer wieder zeigt sich aber an den Abgeordnetenversammlungen, wenn über Beiträge aus der Gesamtkasse abgestimmt wird, dass man mehr oder weniger bei der « Schirmhütte » bleiben will, bei der Berghütte, die in erster Linie den Mitgliedern des SAC dienen soll, und dass man kein Berggasthaus will, wie sie ennet unsern Landesgrenzen gebaut werden. An der Churer Abgeordneten Versammlung 1961, an der das neue Hüttenreglement gutgeheissen wurde, nahm man entschieden gegen eine Bewirtschaftung der Hütten Stellung, wie sie z.B. in den österreichischen Alpen geübt wird, und es fiel das träfe Wort, dass es besser sei, eine Hütte ohne Hüttenwart zu besitzen, als eine Hütte mit einem Hüttenwirt.Im letzten Jahrzehnt nahmen sich Sektionen und Gesamt-SAC auch des Baues fester Biwaks an, die an ganz abgelegenen Orten stehen und nur den Bergsteigern dienen, also keinen Besuch blosser « Hüttenbummler » erhalten.
Das vom CC-Chur neu herausgegebene Clubhüttenverzeichnis, 1961, gibt über die einzelnen Hütten genauem Aufschluss: Höhenlage, Platzzahl, Standort mit Koordinatenwerten der Landeskarte, Clubführerhinweis betreffend Zugangswege, Eigentümer-Sektion usw. Die Sustlihütte, die von der Sektion Rossberg betreut wird, und das Laggin-Biwak der Sektion Monte Rosa wurden mit weitgehenden Unterstützungen des SFAC erbaut, desgleichen die Cabane de Trient der Section des Diablerets.
Im Gegensatz zu ausländischen alpinen Vereinen hat der SAC sich um Bergpfade nur so weit gekümmert, als es sich um Zugangswege vom Tal zu den Clubhütten handelt, wobei im Reglement für den Bau und den Unterhalt der Hütten im Art. 10 gesagt wird ( Reglement von 1961 ), dass « die Zugänge als Pfade für Bergsteiger zu halten und nicht als Spazierwege oder Strässchen auszubauen seien », ein Grundsatz, der schon im ersten Hüttenreglement verankert war und der heute vermehrte Bedeutung erhalten hat, nachdem bereits von Motorräderhaltern versucht wird, auf Bergsträsschen und Bergwegen soweit als möglich hinaufzufahren. Der Umstand, dass verschiedenen Orts heute Transportseilbahnen ( Sessellifte, Luftseilbahnen ) bis in die Umgebung von S AC-Hütten erstellt wurden - oder projektiert sind -, liess die AVvon 1961 in Chur bestimmen, dass die AV darüber entscheiden kann, ob Hütten, « die infolge veränderter Verhältnisse ihrem ursprünglichen Zwecke entfremdet sind und deren Verwaltung einer Sektion nicht mehr zuzumuten ist, verkauft oder aufgegeben werden können. Dabei wird über Verkauf oder Aufgabe, Rückerstattung der vom Gesamtclub erhaltenen Beiträge und Verwendung des Verkaufserlöses die AV entscheiden ».
Erwähnt darf werden, dass es der SAC stets abgelehnt hat, für die Hüttenbauten öffentliche Subventionen zu beanspruchen. Zudem sollen die Hütten jederzeit und jedermann zugänglich sein, sei es, dass sie unverschlossen sind, oder sei es, dass die Schlüssel bei bestimmten Depothaltern bezogen werden können. Das Benützungsrecht richtet sich nach folgender Reihenfolge: 1. Kranke und Verletzte; 2. SAC-Mitglieder und deren Frauen und Kinder ( unter 20 Jahren ) in ihrer Begleitung; Mitglieder der JO des SAC, des SFAC und der Gegenrecht haltenden Vereine mit ihren Führern und Trägern; 3. die übrigen Touristen, Führer und Träger. « Wer am nächsten Tag Hochtouren auszuführen beabsichtigt, geniesst innerhalb seiner Gruppe den Vorzug. » Wo ein Hüttenwart waltet, sorgt er für die Beachtung dieser Reihenfolge. Zum voraus dürfen nurder Plätze einer Hütte reserviert werden; J4 aller Schlafplätze ist bis 22 Uhr für SAC-Mitglieder freizuhalten und durch besondere Anschrift als reserviert zu bezeichnen. « Gesuchen von Militär, Vereinen und Schulen ( für Hüttenreservierungen ) darf während der Tourensaison über das Wochenende nicht entsprochen werden. » Diese Bestimmungen werden leider immer wieder umgangen, bestehen aber zu vollem Recht.
Eine weitere Aufgabe, die der SAC schon frühzeitig an die Hand genommen hat, ist die Durchführung von Bergführerkursen, damit im schweizerischen Alpengebiet den Touristen gut ausgebildete und zuverlässige Führer zur Verfügung stehen. So wurden von 1874-1912 in 7 Kantonen 41, von 1913-1937 in 6 Kantonen 23 und von 1938-1962 in 4 Kantonen 19 Bergführerkurse durchgeführt.
Da das Bergsteigen wieder vermehrt von Führerlosen getätigt wird, wurde die weitere Förderung der Herausgabe von Clubführern ein besonderes Anliegen des SAC, wobei neben den eigentlichen « Wegführern » auch solche der Wissenschaft, wie die Clubführer über die Geologie der Schweiz und die Alpenflora sowie das Hüttenverzeichnis Beachtung fanden. Die 1925 vollzogene Vereinigung des « Jahrbuches » und des « Echo des Alpes » mit der « Alpina » in der gemeinsamen Monatsschrift « Die Alpen » brachte die gewünschte Vereinheitlichung und den Ausbau unserer Periodika. Im Jahre 1957 erfolgte ein weiterer Ausbau der Monatszeitschrift, indem seither diese nicht mehr monatlich mit einem « Literarischen Teil » mit Bildern und dem beigehefteten administrativen « Variateil » ausgegeben wird, sondern als Vierteljahresschrift, in der auch umfangreichere Abhandlungen eingerückt werden können, und als Monatsbulletin, das neben dem geschäftlichen Teil ( Mitteilungen des CC, Sektionsberichte, Kurse, Rettungswesen usw. ) im besondern auch eine Bergsteiger-Chronik enthält sowie Nekrologe, Meldungen über Hütten, JO, Bergführerwesen, Alpinen Naturschutz und Hinweise auf die einschlägigen Neuerscheinungen in der Literatur. Auch werden allgemeine Kurzaufsätze im Bulletin eingereiht. Damit die Gedenk-worte für verstorbene Kameraden in einem nicht überbordenden Rahmen bleiben - denn bei einer Zahl von rund 45 000 Mitgliedern können die Nekrologe einen zu grossen Umfang annehmen ( wobei betont werden soll, dass jeder SAC-Kamerad im Kreis seiner Sektion und im besondern seiner Seilgefährten eine schmerzliche Lücke hinterlässt, wenn Schnitter Tod ihn zur letzten Wanderung ruft)-, wurde vom CC bestimmt ( 1947 ), dass Nekrologe nur für folgende gestorbene Kameraden im Bulletin veröffentlicht werden: ehemalige CC-Mitglieder, Ehrenmitglieder des Gesamt-SAC und der Sektionen, verdiente Vorstandsmitglieder. Auch Kameraden, welche für den Gesamt-SAC Besonderes geleistet haben, und Alpinisten von allgemeiner Bedeutung sollen in würdiger Weise in Erinnerung gebracht werden. Bei dieser Herausgabe der Zeitschrift und des Monatsbulletins soll die Mehrsprachigkeit bewahrt und gezeigt werden, dass unsere Schweiz vier Landessprachen von gleicher Gültigkeit besitzt.
Mit dem Entsenden einer SAC-Expedition in die Anden Perus im Jahre 1959 hat sich der SAC für die Mitarbeit bei der Erforschung fremder Gebirgsmassive eingesetzt, nachdem schon zuvor eine ganze Reihe privater Expeditionen - in den Himalaya im besondern - mit grössten Erfolgen zurückgekehrt waren. Wir erinnern an die Mount-Everest-Expedition, die von Albert Eggler, Bern, Anno 1956 geführt wurde und bei der die Teilnehmer Ernst Schmied und Jürg Marmet die zweite, und Adolf Reist und Hans-Rudolf von Gunten die dritte Besteigung des 8848 m hohen Mount Everest durchführten und der Seilschaft Ernst Reiss und Fritz Luchsinger die erste Besteigung des 8501 m hohen Lhotse gelang, sowie an die erfolgreiche Dhaulagiri-Expedition 1960, die unter der Leitung von Max Eiselin stand und der die Besteigung des 8222 m hohen Dhaulagiri-Gipfels gelang: als erste erreichte ihn die Seilschaft Ernst Forrer, Kurt Diemberger, Albin Schelbert und Peter Diener mit den Sherpas Nawang und Nima Darjee und als zweite Hugo Weber und Michel Vaucher. Der von Rud. Schatz geführten SAC-Anden-Expedition 1959 gelang es, 17 Fünftausender und Sechstausender zu besteigen, in den Massiven des Pumasillo und der Panta in der Cordillera Vilcabamba sowie in der Cordillera Blanca. Dabei wurde von einer wissenschaftlichen Gruppe auch reichliches geologisches ( Peter Fricker ) und botanisches Material ( Charles Terrier ) gesammelt, während eine topographische Gruppe ( Ernst Spiess ) die Kartierung des Expeditionsgebietes der Vilcabamba durchführte. Damit ist die Aufgabe, die sich unsere Altvordern vor hundert Jahren für das Gebiet der Schweizer Alpen gestellt hatten und das im Verlauf der Jahrzehnte wohl wie kein anderes Gebirgsland in geologischer, mineralogischer, glaziologischer, geographischer, botanischer und geobotanischer sowie in zoologischer, entomologischer und ethnographischer Hinsicht erforscht worden ist, vom SAC aus auch in fremde Gebirgszonen getragen worden. Wenn je wieder eine SAC-Expedition unser Land verlässt, dann soll sie nicht nur bergsteigerischen Zielen, sondern auch wissenschaftlichen Zwecken dienen. Das sind wir der SAC-Tradition schuldig!
Die Versicherung der Mitglieder gegen Bergunfälle war ein weiteres Anliegen, das der Gesamt-SAC zu erfüllen vermochte. War sie anfänglich auf freiwilliger Basis aufgebaut ( 1917-1925 ), so wurde immer wieder die Frage eines Obligatoriums aufgegriffen ( 1912, 1913 - in einer ausserordentlichen AV, 1917 ), bis dann die AV von 1925 in Interlaken das Gemeinschaftswerk der Versicherung aller Mitglieder beschloss und so ein wertvolles soziales Werk im Kreis der SAC-Kameraden schuf.
Die Jugend-Organisation wurde auf breiter Basis an die Hand genommen. Das CC führte JO-Leiterkurse durch, mit dem Erfolg, dass heute in Sektionen erfolgreiche Jugendgruppen bestehen, in denen Jünglinge - in einigen Gruppen auch Mädchen - in das richtige Zuberggehen eingeführt werden. Mancher SAC-Kamerad ist aus der JO hervorgegangen, in der ein guter JO-Leiter ihn zum Bergsteigen zu begeistern verstand.
Vergessen wir nicht das Wertvolle, das der SAC im Laufe eines Jahrhunderts für die Förderung der alpinen Kunst geleistet hat. Schon in Simlers Aufruf an die Bergfreunde ist zu lesen, dass man beabsichtige Schirmhäuser zu bauen, die den Zeichnern und Malern als Unterkunft dienen sollen. Den Jahrbüchern wurden farbige Skizzen und Panoramen als Kunstbeilagen eingefügt. So wurde manche namhafte künstlerische Arbeit von Malern, Zeichnern, Topographen und Wissenschaftern nicht nur in den Kreis der Clubisten getragen, sondern auch ins weitere Publikum. 1894 organisierte die Sektion Uto in Zürich die erste alpine Ausstellung von Ölgemälden, Aquarellen, Zeichungen und Photographien. In den Statuten von 1923 wurde der Passus eingefügt, dass der SAC auch « alpinwissenschaftliche Fragen und die alpine Kunst » unterstützen werde. Der Zeitschrift « Die Alpen » wurden vom ersten Jahrgang an ( 1925 ) Reproduktionen von Gemälden beigefügt, wozu die rasche Entwicklung des farbigen Kunstdruckes natürlich auch das Ihrige beitrug. 1933 wurde die erste alpine Kunstausstellung des SAC in Zürich durchgeführt. Es folgten weitere: 1936 in Genf, 1940 in Bern, 1943 in Neuenburg, 1946 in Lausanne, 1950 in Bern, 1952 in Glarus, 1955 in Solothurn, 1958 in St. Gallen und 1961 in Thun, so dass sich diese Institution voll und ganz eingelebt hat und unsere Maler und Bildhauer mit ihr rechnen dürfen.
Anno 1901 trug Kaufmann Paul Utinger in der Sektion Bern den Gedanken der Gründung eines Alpinen Museums vor. Und schon 1905 wurden im Stadtmuseum in Bern zwei Säle hiefür geöffnet. 1934 konnte dann, dank der Anstrengung der Berner Kameraden, des Gesamclubs, der Coolidge-Stiftung und der Hilfe von Eidgenossenschaft, Kanton und Stadt Bern und Privater, das Alpine Museum in Bern eingeweiht werden, das heute über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung und Anerkennung erlangt hat.
Parallel lief die Gründung der Lichtbilderzentrale, die 1908 eröffnet wurde und im Alpinen Museum untergebracht ist. Sie hat durch das allgemeine Aufkommen der Photographie und im besondern der persönlichen Kleinbild-Diapositivsammlungen vieler Bergsteiger an Bedeutung verloren, wird aber zweifellos viele Bilder von dokumentarischem Wert besitzen und sich heutigen Gegebenheiten anzupassen wissen.
Schon 1874 beschloss die AV die Gründung einer alpinen Zentralbibliothek, die aber nicht recht in Fluss kam und schon drei Jahre später durch die Verschenkung von Büchern an die damaligen Sektionen das Ende kommen sah. Erst als 1890 die AV beschloss, die Bibliothek erneut zu fördern und ihr in den Räumen der Zentralbibliothek in Zürich einen dauernden Sitz zu geben, als sie eine kleine Bibliothekskommission einsetzte und die Stelle eines nebenamtlichen Bibliothekars schuf und hiefür mit der Stadt Zürich die entsprechenden Verträge abgeschlossen wurden, begann die Bibliothek ihren Aufstieg zu nehmen und für Bergsteiger und Wissenschafter zu einer Fundgrube alpiner Literatur und verwandter Gebiete zu werden. Sie umfasst heute rund 16 000 Nummern.
Mit dem Aufkommen des Ski erwuchsen dem SAC neue Aufgaben: die zielbewusste Förderung des Wintertourismus, des alpinen Skilaufes; denn für den Bergsteiger soll der Ski das Mittel sein, um im Winter das Hochgebirge aufsuchen zu können. Der Ski ist für ihn der Schnee-Schuh. Der SAC hat das Skilaufen zu pflegen und zu fördern, das Skirennen und Pistenfahren darf er ruhig andern Vereinigungen überlassen. Das Skilaufen ist für den Bergsteiger eine Angelegenheit, die er, so er die körperliche Gesundheit zu bewahren vermag, bis ins hohe Alter betätigen kann; das Ski-rennfahren aber wird von denjenigen, die es bis zur Leidenschaftlichkeit ausüben, fast durchwegs nach ein, zwei, wenn 's viel ist, nach drei Jahrzehnten aufgeben, weil sie im Wettkampf vor Zuschauern nicht mehr zu bestehen vermögen und ihnen die Medaillen und andern Trophäen nicht mehr zufallen. Der alpine Skilauf aber ist für den Bergsteiger eine Verlängerung der Bergfahrtensaison in den Winter hinein, in die Zeit der grossen Stille, der Sonne und des weissblauen Schnees.
Wer sich über die Geschehnisse im SAC in den frühern Jahrzehnten genauer orientieren will, findet detaillierte Angaben in den drei Festschriften: Dr. Ernst Buss: « Die ersten 25 Jahre des SAC », erschienen im Commissionsverlag von Bäschlin's Buchhandlung, Glarus, 1889; Dr. Heinrich Dübi: « Die ersten fünfzig Jahre des Schweizer Alpenclub », Denkschrift, Verlag des SAC, Bern, gedruckt bei Stämpfli & Cie, Bern, 1913; und vom CC-Olten, Dr. Ernst Jenny und Mitarbeitern ein erweitertes, in den drei Landessprachen verfasstes Oktoberheft « Die Alpen », 1938: « Zum 75jährigen Bestehen des SAC. » - Es bleibt uns deshalb hier lediglich die Aufgabe, an Hand der Jahresberichte und der Protokolle die Zeitspanne von 1939 bis 1963 zu schildern, wobei nur auf die wichtigsten Geschehnisse hingewiesen sei, aus denen die stete Fortentwicklung und Lebendigkeit unseres SAC erkannt werden kann.
Vorweg geben wir die Liste der Orte wieder, an denen die Generalversammlungen, Abgeordnetenversammlungen und Zentralfeste stattgefunden haben ( wobei wir die Numerierung derselben « rückwärts » korrigieren, da im Laufe der Jahre verschiedene Aufteilungen und erst in den letzten Jahrzehnten eine lückenlose Einreihung erfolgte. Die Zahl der Hauptversammlungen deckt sich nicht mit derjenigen der Jahresberichte, die mit 1962/63 das volle Hundert erreicht, während die Abgeordnetenversammlung und das Zentralfest 1963 die « Geschäftsnummer » 103 erhalten wird ):
Zentralfeste ( Z ) und Abgeordnetenversammlungen ( AV ) von 1863 bis 1963:
1863ÖltenGründungsversammlung1908 1863GlarusLZ und1909 Generalversammlung1910 1864Base12.Zund l.AV1911 1865Chur3.Zund 2. AV1912 1866St. Gallen4.Zund 3. AV1913 1867Luzern5. Z und 4.AV1913 1868BernZund 5. AV 1869Genève7. Z und 6.AV1914 1870Ausfall wegen der Kriegsereignisse 1871Zürich8.Zund 7.AV1915 1872Lausanne9. Z und 8.AV1915 1873Herisau10. Z und 9. AV1916 1874Sionll.ZundlO. AV 1875Thun12. Zundll.AV1917 1876Fribourg13. Z und 12. AV1918 1877Glarus13. AV1919 1878Interlaken14. Z und 14. AV 1879Genève15. Z und 15. AV1919 1880Rapperswi116. Z und 16. AV1920 1880Bern17. AV1921 ausserordentlich1922 1881Base117.Zund18.AV1923 1882Neuchâte118. Zund19.AV1924 1883Bern19.Zund20.AV1925 1884Altdorf20.Zund21.AV1926 1885Villarss.021. Z und 22. AV1927 1886Winterthur22. Z und 23. AV1928 1887Biel/Bienne23. Z und 24. AV1929 1888Ölten25. AV1930 1889Zürich24. Z und 26. AV1931 1890Baden27. AV1932 1891Zofingen25.Zund28.AV1933 1892Ölten29. AV1934 1893St. Gallen26. Z und 30. AV1935 1894Langenthai31. AV1936 ausserordentlich1937 1894Baden32. AV1938 1895Schwyz27. Z und 33. AV 1896Aarburg34. AV1939 1897La Chaux-de-Fonds ...28. Z und 35. AV1940 1898Langenthai36. AV1941 1899Lugano29. Z und 37. AV1942 1900Brugg38. AV1943 1901Vevey30. Z und 39. AV1944 1902Brugg40. AV1945 1903Pontresina31.Zund41.AV1946 1904Ölten42. AV1947 1905Engelberg32. Z und 43. AV1948 1906Ölten44. AV1949 1907Bern33. Z und 45. AV1950 Ölten..
Zürich.. Neuchâtel Zug... Baden..
46. AV 47. AV 34. Z und 48. AV 49. AV 50. AV Luzern35. Zund51.AV Zürich52. AV ausserordentlich Aarau53. AV ausserordentlich Bern54. AV Base155. AV Genève36. Z und 56. AV Zusammenkunft Zofingen57. AVAusfall wegen der Kriegsereignisse Burgdorf37. Z und 58. AV Zusammenkunft Base159. AV Schwyz60. AV Baden61. AV Zermatt38. Z und 62. AV Bern63. AV Langnau i. E64. AV Interlaken39. Z und 65. AV Lausanne66. AV Zug67. AV Montreux40. Z und 68. AV St. Gallen69. AV Solothurn70. AV Altdorf41.Zund71.AV La Chaux-de-Fonds ...72. AV Winterthur73. AV Chur42. Zund74.AV Bern75. AV Sion76. AV Lugano43. Z und 77. AV Ölten44. Z und 78. AV 75. JubiläumsfeierAusfall wegen der Kriegsereignisse Glarus79. AV Bie180. AV Fürigen81. AV Pontresina45. Z und 82. AV Einsiedeln .83. AV Fribourg84. AV Montreux46. Z und 85. AV Base186. AV Sion87. AV Interlaken47. Z und 88. AV Zürich 89. AV 7 Der Turm Westgrat des Piz Vadret ( Graubünden ) Photo Usci Gensetter. Davos-PIatz 1951Engelberg90. AV1959 1952Vevey48. Zund91.AV1960 1953Davos92. AV1961 1954Bern93. AV1962 1955Neuchâte149. Z und 94. AV1963 1956Adelboden95. AV 1957Herisau96. AV1963 1958Base150. Zund97.AV Yverdon98. AV Winterthur99. AV Chur51. Z u. 100. AV Montreux101. AV Bern102. AV ausserordentlich Interlaken103. AV und Jahrhundertfeier Die Zentralfeste wurden seit sechs Jahrzehnten jeweils mit der Wahl des neuen Central-Comités zusammengelegt, das dem Akt der « Amtsübergabe » des CC aus der Hand des abtretenden CP in die Hand des neuen CP eine besondere Feierlichkeit verlieh und wobei in den letzten Jahrzehnten jeweils von den CP in wohlgesetzten Reden der Standort des SAC und die noch offenen Aufgaben dargelegt wurden. Indem sowohl an den Abgeordnetenversammlungen als im besondern auch an den Zentralfesten Vertreter der betreffenden Stadt- und Kantonsbehörden teilnehmen, zeigt sich die stete Verbundenheit des SAC mit Volk und Staat. 1940 fiel das Zentralfest in Glarus aus, weil man mitten im zweiten Weltkrieg stand, der unsere Grenzen umtobte, und zum frohen Festen kein Anlass war.
Die Chronik der letzten 25 Jahre des SAC-Jahrhunderts, d.h. der Jahre 1938 bis 1963, ergibt folgende besonderen Geschehnisse:
1938. Die Abgeordnetenversammlung in Ölten fiel mit der Feier zum 75jährigen Bestehen des SAC zusammen. Der damalige Alpenredaktor Dr. Ernst Jenny schrieb in seinem Bericht ( Varia, S. 271 ff., 1938 ), dass Hunderte von Clubkameraden sich einfanden und « jeder Teilnehmer verspürte: Hier schlägt das Herz des Schweizer Alpenclubs, hier ist Heimat! » Und in Anbetracht der vielen offiziellen Vertreter der Bundes- und Kantonsbehörden, der Stadt, befreundeter und vieler ausländischer alpiner Vereinigungen und selbst der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft habe man « sofort den Eindruck bekommen, der SAC bedeute etwas in der Schweiz und im Auslande ». Centralpräsident Adolf Spring führte das Zepter und Stadtammann Dr. Hugo Meyer, der als erster Vizepräsident im CC sass, skizzierte in seiner Festrede « klug, gründlich und mit Liebe Geschichte und Bedeutung des SAC, seine Leistungen im Laufe der 75 Jahre, seine kulturelle und vaterländische Mission im Hinblick auf die Zukunft ». « Das vaterländisch wie allgemein-menschlich Grosse, das in Theodor Simlers Idee des nicht bloss äusserlichen, sondern tiefinnerlich empfundenen Zusammenschlusses und Zusammenwirkens aller Bergfreunde zu einer schweizerischen Alpengesellschaft steckte », sagte Dr. Meyer, « das sich von ihm auf die Mitgründer, von diesen auf Hunderte, dann auf Tausende und schliesslich auf Zehntausende übertragen, das allen Wechsel der Menschen und Wandel der Zeiten überdauert und in guten und bösen Tagen und Lagen unentwegt standgehalten hat, und das nie untergehen kann, solange sein Fundament auch von den Nachfahren in Ehre und Treue behütet wird - dieses starke Fundament, das gebildet wird durch die Liebe zur Heimat, durch die Hingabe an die Bergsteigerideale und durch die Freundschaft zum Berg- und Clubkameraden: das alles soll und darf heute in dieser Feierstunde öffentlich bekundet werden ». Das waren entschieden Kernworte, die sagen, was unser SAC war, ist und bleibt, Kernworte, die auch am 100-Jahr-Feiertag volle, uneingeschränkte Bedeutung besitzen. Und Bundesrat Philipp Etter schloss seinen zündenden Gruss, den er namens der obersten Landesbehörde der Festversammlung überbrachte, mit den Worten: «... Ich wünsche dem Alpenclub auch fürderhin eine glückliche Entwicklung. Möge der SAC sein und bleiben eine Festung geistiger, bewaffneter und unsterblicher Wehrbereitschaft. » - Und das ist Die Alpen - 1963 - Les Alpes der SAC: eine Front der Männer der Heimat, des VaterlandesDie festlich gestimmte AV beschloss an der damaligen « Landi 1939 » mitzumachen und eine Clubhütte zu zeigen ( die dann als Leutschachhütte im Urner Reusstal ihren dauernden Standort gefunden hat ); sie sprach den Clubhüttenbauten Doldenhorn, Bétemps und Krönte Beiträge zu, diskutierte über die « Schaffung einer Pressestelle des SAC », die eher Ablehnung fand, und über die Zusammenhänge zwischen JO und obligatorischem Vorunterricht, wobei die selbständige Erhaltung der JO gewünscht wurde. Die AV beschloss auch das « Reglement für die Durchführung von Ausstellungen schweizerischer alpiner Kunst ».
1939: Begann dieses Jahr mehr oder weniger in Ruhe, so brachte es in der zweiten Hälfte die Kriegswirren in den uns umgebenden Staaten, die auch die « äusserliche Arbeit » des SAC hemmten, da ein grosser Teil unserer Kameraden zum Grenzschutzdienst aufgeboten wurde. So musste die in Glarus vorgesehene AV verschoben werden. Der Jahresbericht des CC spricht aber von sehr grosser « interner Arbeit » und wie gerade in dieser schweren Zeit des Beginns des zweiten Weltkrieges, im Kampf gegen eine überbordende nationalsozialistische Ideologie, sich in den Reihen des SAC der von den Vätern übernommene Geist eidgenössischer Zusammengehörigkeit bewährte.
1940: Der Ende April erfolgte plötzliche Tod des Alpenredaktors Dr. Ernst Jenny, Zofingen, überschattete lange den SAC, denn mit Ernst Jenny schied der Schriftleiter unserer Zeitschrift aus der Reihe der führenden SAC-Männer. Ad interim sprang der Basler Alpinist, Schriftsteller und Kunstmaler Carl Egger in die Lücke, bis die Wahl des Nachfolgers getroffen war und der Schreibende diese Arbeit im Frühjahr 1941 übernahm. Versicherung, Hütten und Rettungswesen blieben wichtige Aufgabe des Gesamtclubs, der, wie die einzelnen Sektionen, durch die Fortdauer des Aktivdienstes und des sich ausweitenden Krieges in mancher Arbeit gehemmt blieb. So lag über der AV in Glarus ein gewisser Ernst. Es wurden Beiträge bewilligt an die Clubhütten Mountet, Balmhorn und Albigna, und das neue CC für die kommenden drei Jahre wurde aus den Reihen der Kameraden von Pontresina gewählt. In Bern fand die 3. Alpine Kunstausstellung statt.
1941: Die in Biel tagende AV entschied im besondern über eine Ausnahmebestimmung zu den Centralstatuten, zu Art. 8, der bestimmt, dass am Sitz einer Sektion Mitglieder anderer Sektionen « nicht als deren Ortsgruppen oder unter ähnlicher Bezeichnung nach aussen auftreten dürfen ». Nun wurde der Sektion Angenstein zuerkannt, neben der Sektion Basel ihren Sitz in Basel zu halten, eine Ausnahme, die nie zu Differenzen geführt hat. Subventionen wurden der Tierbergli-und der Jenkinshütte zugesprochen mit Nachträgen an die Mehrkosten der Hüttenbauten Clariden und Balmhorn. Die « Zeitschriftenkommission » wurde in die « Kommission für die Publikationen » umbenannt, da sie sich nicht nur mit der Herausgabe der Monatszeitschrift und Vierteljahresschrift « Die Alpen » abzugeben hat, sondern auch mit allen weitern Publikationen des SAC, wie im besondern den Clubführern, und überdies mit der alpinen Kunstausstellung. Sodann sprach sich die AV für die Beibehaltung des Alkohol-Ausschankverbotes in den Clubhütten des SAC aus sowie für eine Regelung der Kostendeckung bei Rettungsaktionen durch die Verunfallten oder deren Nachkommen und beschloss einige zeitgemässe Änderungen im Reglement der JO.
1942: Aus dem Geschäftsbericht des CC erkennt man, dass durch das Anhalten der Kriegszeit die innere Arbeit des SAC eine erfreuliche Festigung erfuhr und manche wertvolle Zusammenarbeit mit den Armeekreisen erfolgte ( JO und Vorunterricht, Hüttenbenützung durch Soldaten, Rettungsaktionen ). Die AV in Fürigen ob Stansstad beschloss die Subventionierung der Lidernen-hütte-Riemenstaldental und eines Beitrages von Fr. 20 000 an den Bau des Eidgenössischen Institutes auf Weissfluhjoch-Davos für Schnee- und Lawinenforschung und die Herausgabe eines Taschenbuches « Bergsteigen » über die Technik des Bergsteigens und die Durchführung von Zentralkursen für diese Neuerungen im Bergsteigen. Auch trat man bereits energisch dafür ein, dass der SAC rechtzeitig für den Schutz der Bergtäler vor dem Eingriff von Grosskraftwerkunter-nehmen einstehen müsse.
1943: Auch dieses Jahr brachte manche erspriessliche und wertvolle Zusammenarbeit mit der Armee, manchen Einsatz für das Bergführerwesen und bei Rettungsaktionen. Es wurde auch die Gründung eines Rettungsfonds mit einer ersten Einlage von Fr. 6000 verwirklicht. Beiträge wurden an die Coaz- und die Blümlisalphütte zugesichert und dem neuen Versicherungsvertrag für die obligatorische Tourenunfallversicherung ( mit Versicherungsleistungen von Fr. 8000 resp. Fr. 10000 ) zugestimmt Als neuer CC-Ort wurde die Sektion Montreux erkoren. Zu Pontresina fand auch unterm hellen Sonnenhimmel das Zentralfest statt. Die 4. Alpine Kunstausstellung konnte in Neuenburg mit Erfolg durchgeführt werden.
1944: Als das Projekt eines Schiessplatzes auf Riederalp bekannt wurde, in den das ganze Gebiet der Finsteraarhorn-, Schreckhorn-, Eiger-, Mönch-, Jungfrau-, Breithorn- und Aletschhorn-Hochgebirgswelt einbezogen worden wäre, wehrte sich der SAC mit andern Kreisen ( SNG, SBN ) mit Erfolg gegen dieses Vorhaben. Neben der Sommertätigkeit galten eine Reihe von Kursen auch der Wintertätigkeit, und es wurde dem Skilauf vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt. An der AV in Einsiedeln beschloss man die Bildung einer JO-Kommission, die unter dem Vorsitz des jeweiligen JO-Chefs des CC steht. Die Versammlung bewilligte Beiträge an die Cabane du Vélan, die Cabane de Jenkins ( =Vignettes, Umbau ) und die Täschhütte.
1945: Der zweite Weltkrieg war zu Ende. Man atmete allgemein wieder auf, obschon die « Liquidation » dieser schweren Zeit noch manche Aufgabe und Last brachte. « Häufige und längere Abwesenheit im Militärdienst, Einschränkungen aller Art sowie Transportschwierigkeiten haben sich auf die Tätigkeit der Sektionen und Mitglieder wie auch auf diejenige des CC hemmend ausgewirkt », sagt der Geschäftsbericht, und « doch hat sich der SAC trotz allen Hindernissen weiter entwickelt, Clubhütten erstellt, im Sommer und Winter alpine Kurse auch für Tourenleiter durchgeführt und Clubwochen veranstaltet... » Der Mitgliederbestand stieg weiter an. In der Aktivdienstzeit wurde von der Armee ein Lawinen- und Lawinenhundedienst eingeführt; der SAC übernahm diese Aufgabe nach der Demobilmachung in Zusammenarbeit mit verschiedenen andern öffentlichen und zivilen Stellen. Die AV in Fribourg sprach dem Bau der Trifthütte einen Beitrag zu und setzte sich für eine vermehrte Unterstützung des Winteralpinismus ein, damit die während der Aktivdienstzeit gemachten Erfahrungen und Übungen erhalten und weiter ausgebaut werden konnten. Es wurde eine besondere Kommission für Wintertätigkeit eingesetzt.
1946: Man kehrte im täglichen Dasein wieder langsam zum normalen Leben zurück. Die Tourentätigkeit des Einzelnen wie der Sektionen nahmen wieder erfreulich zu. Die Sektion La Dole trennte sich als frühere Subsektion von der Sektion Les Diablerets und wurde die 87. Sektion im Kreis des SAC. Auf dem Gebiet der Publikationen setzte eine rege Tätigkeit ein ( Club-führer-Neuauflagen ). In Lausanne wurde die 5. Alpine Kunstausstellung durchgeführt. Die AV in Montreux unterstützte die Umbauten der Etzlihütte und Konkordiahütte, woraus zu ersehen ist, dass der SAC die Anpassung der alten Hütten an die Forderungen der Gegenwart und im besondern die Schaffung vermehrter Schlaf- und Tischplätze in den Hütten an die Hand nahm. Auch an die neue Treschhütte wurde der übliche Beitrag bewilligt. Die Réglemente für die Kurse und Diplomierung von Bergführern sowie für die alpinen Rettungsstationen und Meldestellen des SAC wurden zeitgemäss abgeändert und ergänzt. Als neuer Vorort für die Stellung des CC 1947-1949 wurde die Sektion Biel bestimmt.
1947: Die AV in Basel sprach den Clubhüttenbauten auf Bertol und Eseltschuggen Beiträge zu und bekundete durch die Abonnementserhöhung für die SAC-Zeitschrift ihren Einsatz für die Erhaltung eines vollwertigen Cluborgans. In einer einmütigen Zustimmung wurde beschlossen, für Hüttenbauten aus öffentlicher Hand keine Subventionen zu beanspruchen, und von andern Körperschaften nur Beiträge entgegenzunehmen, wenn dadurch die freie Verfolgung der Ziele des SAC in keiner Weise beeinträchtigt würden.
1948: Aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Eidgenossenschaft nach der Staatsverfassung von 1848, also des heutigen Einheitsstaates, sandte die Association of British Members of Swiss Alpine Club, London, dem CC ein Telegramm, in welchem dem Alpenclub die besten und herzlichsten Glückwünsche an alle seine Mitglieder zu dieser Jahrhundertfeier der « Constitution of the Swiss Confederation » übermittelt wurden. An der A in Sitten stimmte man dem zwischen SAC Rossberg und dem SFAC abgeschlossenen Vertrag betreffend die Benützung der Sustlihütte ( an die der SFAC einen nennenswerten Beitrag geleistet hat ) zu und beschloss Beiträge an die Cabane de Moiry, die Legier-, die Coaz- und die Sciorahütte ( Umbauten und Wiederaufbau ).
1949: Die Nachkriegsteuerung fing auch an, den SAC zu erfassen, seine Geschäftsleitung und die Herausgabe der Publikationen. Einsparungen waren verschiedentlich nötig. Aber trotzdem blieb die Tätigkeit sehr rege, besonders auf dem Gebiet der Touren und Kurse, galt es doch, die durch die Kriegsjahre bedingten Einschränkungen wieder aufzuholen. Die Sektion Mythen führte die erste schweizerische JO-Zusammenkunft durch. An der AV in Interlaken, verbunden mit dem Zentralfest, an welchem die Sektion Glarus als CC-Vorort für 1950-1952 bestimmt wurde, wurden Beiträge für die Erweiterung der Britannia-, für die Jürg-Jenatsch- und die Blümlisalphütte bewilligt, wobei die Diskussion gegen « Grosshütten » erneut aufflackerte!
1950: Die in Zürich tagende AV sicherte Beiträge an die Mutthorn- und die Tschiervahütte ( Neubau und Wiederaufbau ) zu, bestellte ein neues Reglement für die Publikationenkommission, die nun schon volle 25 Jahre ihrer Arbeit oblag, und beschloss den erneuten Abschluss der obligatorischen Tourenunfallversicherung. Sie empfahl den Hinterlassenen von in den Bergen Verunglückten « an der Stelle des Bergunfalles » keine Gedenktafeln anzubringen und bittet die Eigentümer der betreffenden Gebiete, die Bewilligung zur Anbringung solcher Tafeln nicht zu erteilen, um dem Überhandnehmen und der Veralltäglichung solcher Zeichen zu steuern. Sie erhob auch Einsprache gegen einen allfälligen, den Zweck des Naturschutzes gefährdenden Einbezug des Schweizerischen Nationalparkes im Unterengadin in den Kraftwerkbau. In Bern gelangte die O. Ausstellung für alpine Kunst zur Durchführung.
1951: Die Einführung von Regionalkonferenzen des CC mit den Präsidenten der Sektionen vermochte die Arbeiten für die AV sehr zu vereinfachen; es können wichtige Geschäfte besprochen und die Meinungen der Sektionen kennengelernt sowie der Kontakt zwischen Sektionen und CC verbessert werden. Die AV fand in Engelberg statt. Beiträge wurden für die Cabane Rambert ( Neubau in Stein ) und die Cabane Dent Blanche ( Aufstockung ) zugesprochen. Während das neue Reglement für die alpinen Kunstausstellungen Annahme fand, wurde das Studium einer Revision der Centralstatuten einer vom CC zu bestimmenden Kommission überwiesen.
1952: Ein von Paul Montandon geschenktes Legat von Fr. 5000 wurde der Schweizerischen Himalaya-Expedition, unter der Leitung von Dr. Ed. Wyss-Dunant, zur Verfügung gestellt, um dadurch das Interesse des Gesamt-SAC an dieser Expedition, die im besondern von der Schweizerischen Stiftung für alpine Forschungen finanziert wurde, zu bekunden. Der SAC trat bei den zuständigen Behörden gegen den Bau einer Luftseilbahn zum Gipfel des Matterhorns auf. Die AV fand in VeveyjLa Tour-de-Peilz statt. Um die durch die anhaltende Teuerung sich ergebenden Mehrkosten aufzuwiegen, werden der Abonnementsbeitrag für die Zeitschrift auf Fr. 7.50 und der Beitrag an die Zentralkasse auf Fr. 6.50 erhöht, d.h. um je 50 Rappen. Es werden Beiträge an den Bau der Albignahütte und an die Gspaltenhornhütte bewilligt und nach eingehender Diskussion die revidierten Statuten genehmigt. Mögen sie wieder 30 Jahre genügen, wie diejenigen von 1923! Zum neuen Standort des CC wurde die Sektion Neuchâtel bestimmt, 1953-1955.
1953: Die Dhaulagiri-Expedition des AACZ fand die Unterstützung des SAC, weil unser Kreis noch nicht an eine selbständige Auslandexpedition herantreten konnte. In Davos genehmigte die AV einen Beitrag an die Hütte des Führervereins von Zinal, die Cabane Ar Pitetta.
1954: Der Zeitschrift konnte die Monographie « Alexander Taugwalder, 1897-1952 » ( verfasst von Dr. h.c.. Hermann Fietz ) beigegeben werden ( deutsch und französisch ). Den Bergführerkurs im Wallis machten auch die beiden Inder Major Jayal, der Leiter der Alpinistenschule in Darjeeling, und Sherpa B. Tensing, der mit Sir Edmund Hillary 1953 den Everest-Gipfel zum erstenmal bestieg, mit. Die AV fand in Bern statt. Sie beschloss Beiträge an die Enderlin- und Schönbielhütte und die Schaffung einer Kommission für das Rettungswesen, die vom jeweiligen Rettungschef des CC präsidiert wird. Die AV sprach sich gegen den Bau einer Luftseilbahn Fräkmüntegg-Pilatus aus ( die in der Folge aber doch konzessioniert und gebaut worden ist ) und beschloss eine Petition an den Bundesrat, in welcher der Sorge um die Verschandelung und Verwirtschaftung unserer Alpenwelt durch das Überhandnehmen von Seilbahnen aller Art zum Ausdruck kommt und gebeten wird, dass der Bund die « Notwendigkeitskriterien für Seilbahnen, Sesselbahnen und Skilifte aufs genaueste festlegt » ( was bisher nicht erfolgte; lediglich die vom Bunde konzessionierten Luftseilbahnen, Sesselbahnen und Gondelbahnen werden von Fall zu Fall geprüft, z.T. auch durch die Eidgenössische Kommission für Bergbahnen als begutachtende Instanz).Die vom CC organisierte Kletterwoche in Korsika fand besten Anklang.
1955: Die Tätigkeit des Gesamtclubs begann mit zwei Skiwochen in den Dolomiten. Die « Aus-lands-Winter- und Sommerfahrten » lebten sich ein. In Solothurn fand die B. Alpine Kunstausstellung statt, AV und Zentralfest in Neuenburg. In den Zentralstatuten wurde im Art. 1 der wertvolle Zusatz aufgenommen: « Er ( der SAC ) kann sich auch mit Studien und Forschungen im Ausland befassen. » Damit liegt der Weg für eigene SAC-Expeditionen frei! Wobei vom CC eine besondere Kommission von 5-7 Mitgliedern für das Studium von allfälligen Eingaben und Vorhaben ernannt wird. Die Diskussion über Änderungen und Zusätze im Hüttenreglement liess erkennen, dass eine Gesamtrevision bald an die Hand genommen werden muss. Als neuer Vorort wird für 1956 bis 1958 die Sektion Basel bestimmt.
1956: Neben dem Abschluss einer Tourenunfallversicherung für die JO wurde im besondern die Neugestaltung der Zeitschrift « Die Alpen » durchbesprochen und geordnet: Abtrennung des literarischen Teiles zu einer Vierteljahresschrift, die in einer deutschen Ausgabe mit 20% Urtext in der Fremdsprache ( Französisch ) und einer französischen Ausgabe mit 20 % Urtext in Deutsch erscheint. Italienische Texte werden im deutschen Urtextteil ( 2/3 ) und romanische Texte im französischen Urtextteil ( 1/3 ) eingefügt. Durch Übersetzen von Aufsätzen ins Deutsche und Französische erhalten die Kameraden in der Westschweiz ( und italienischsprechenden Schweiz ) Hefte mit 80 % französisch gedrucktem Text, in der deutschsprechenden Schweiz mit 80 % deutsch gedrucktem Text. Die italienisch und romanisch geschriebenen Aufsätze ( natürlich im entsprechenden Umfang der Sprachgebiete, sind im Übersetzungsteil unterzubringen ). Das « Bulletin » entspricht dem frühern « Varia » und erscheint monatlich, wobei bestimmte Texte, wie im besondern die Mitteilungen des CC als « Wechseltexte » deutsch, französisch oder italienisch zum Abdruck gelangen. Die Leser der verschiedenen Sprachgebiete erhalten heute die für sie zum überwie- genden Teil in der Muttersprache lesbare Zeitschrift, ohne dass die Mehrsprachigkeit als Abbild unserer mehrsprachigen Schweiz verlorengeht. Mit besonderer Freude wurde im Kreis des SAC die erfolgreiche Himalaya-Expedition ins Massiv des Mount Everest, unter Leitung von Albert Eggler, Bern, verbucht, welche die zweite und dritte Besteigung des Mount Everest und die Erstbesteigung des Lhotse durchführte. Der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschungen wurden für die Durchführung dieses zielbewusst geleiteten Unternehmens die besten Glückwünsche übermittelt. Die Förderung des alpinen Skilaufes rückte immer mehr in den Vordergrund, doch standen Kurse für das Rettungswesen, von Tourenleitern und JO-Leitern nicht zurück. Auch das Versicherungswesen wurde weiter ausgebaut. An der AV in Adelboden wurde der vorgenannten Umgestaltung der Zeitschrift zugestimmt und an die Hüttenbauten Dossen, Dom und Finsteraarhorn die Beiträge bewilligt. Die Versammlung trat auch für den vollständigen Schutz der Geltenbachfälle von Lauenen ( Simmental ) ein.
1957: Die in Herisau tagende AV fügte dem Art. 2 der Zentralstatuten bei, dass in den Aufgabenkreis des SAC auch die « Unterstützung alpin-wissenschaftlicher Forschung, der alpinen Kunst und des Schweizerischen Alpinen Museums in Bern » gehöre. Es wurde die Schaffung einer ständigen Skikommission beschlossen und über die endgültige Aufgabe der alten, zerfallenden Schwarzegghütte entschieden, da die nahe, neue Strahlegghütte diese ersetzt. An den Ankauf der Cabane des Diablerets sprach die AV einen Beitrag zu. Die Tourenunfallversicherung wurde dadurch erweitert, dass die Möglichkeit besteht, durch Zuschläge eine Heilkostendeckung von Fr. 300 oder Fr. 500 pro Fall einzuschliessen.
1958: Sommer- und Wintertourenwesen gewinnen weitern Raum, dem Bergführerwesen zollt man nach wie vor grösste Aufmerksamkeit, doch ist die eingreifende « Umwandlung » nicht aufzuhalten: die bessere Ausbildung der Alpinisten und allerhand Verteuerungen bewirken vermehrte Fahrten von Führerlosen. In St. Gallen konnte erfolgreich die 9. Alpine Kunstausstellung durchgeführt werden. An der AV in Basel, die mit dem Zentralfest verbunden war, beschlossen die Delegierten Beiträge an die Weissmieshütte, die Alpstein- und die Monte Rosa-Hütte. Es wurde die Schaffung eines Fonds der Rettungshilfe für SAC-Mitglieder und JO gutgeheissen sowie die Eingliederung der Zentralstelle für Projektionsbilder ins Alpine Museum, da sich die Erhaltung dieser Zentralstelle als selbständiges « Institut » nicht mehr rechtfertigt. Innerhalb des Museums kann es nach wissenschaftlichen und dokumentarischen Gesichtspunkten weiter betreut werden.Wohl einer der wichtigsten Beschlüsse der AV war, dass der SAC eine wissenschaftlich-bergsteige-rische Expedition in die Peruanischen Anden im Jahre 1959 durchführe und zur Mitfinanzierung des Unternehmens ein Expeditionsfranken pro Mitglied erhoben werde. Als neuer CC-Ort wurde für die Jahre 1959-1961 Chur bestimmt.
1959: An erster Stelle darf die glücklich durchgeführte Andenexpedition des SAC, die unter Leitung von Dr. Rud. Schatz stand, erwähnt werden, über die in der Vierteljahresschrift 1/1960 eingehend berichtet wurde. Die bergsteigerische Ausbeute ist erfreulich, nicht minder aber auch die Arbeit der wissenschaftlichen Gruppe: botanische, geologische und topographische Aufnahme des Gebietes. Die Ausarbeitung der Karte erfordert längere Zeit; die Herausgabe derselben wird dank der Mithilfe der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschungen ermöglicht. Die AV in Yverdon bewilligte Beiträge an die Cabane de Susanfe und das Rifugia Sass Fora im Bergen. Es wurde sodann bestimmt, dass in Zukunft der Ort des neuen CC schon ein Jahr zuvor bezeichnet wird, damit die betreffende Sektion genügend Zeit besitzt, um das CC zusammenzustellen und die notwendigen Vorarbeiten zu treffen ( Bereitstellung der notwendigen Lokalitäten usw. ); so wird die Sektion, welche das CC übernimmt, schon im zweiten Amtsjahr des amtierenden CC be- stimmt werden, während der Centralpräsident nach wie vor erst im dritten Amtsjahr des abtretenden CC ernannt wird. Die Mitgliederzahl hat die 40 000-Grenze überschritten.
1960: Von Seiten des SFAC, der schon früher namhafte Beiträge an die Clubhütten Sustli und Trient zahlte, wird das an der S AFFA in Zürich vom SFAC ausgestellte « Biwak fix » dem SAC geschenkt und von der Sektion Monte Rosa übernommen, die sie auf 2750 m Höhe auf einer Felsterrasse am Laquinhorn aufstellt. Mit der Herausgabe des Clubführers « Unsere Alpenflora » ( von Dr. E. Landolt, Zürich, verfasst ) wird eine neue, wissenschaftliche Clubführerreihe eröffnet; es soll in absehbarer Zeit ein entsprechender Führer über die Geologie der Schweizer Alpen und des Juras erscheinen ( als Ersatz für den längst vergriffenen « Geologischen Führer » ( 1911 ). An der AV in Winterthur wurden Baubeiträge an folgende Hütten zugesichert: Oberaarhütte, Spannorthütte und Fridolinshütte. Es wurde sodann beschlossen, zur 100-Jahr-Feier des SAC die Vierteljahresschrift als Sondergabe herauszugeben: Heft I: Die Geschichte des SAC mit besonderer Berücksichtigung der letzten 25 Jahre. Heft II: Biographien über Früh-erschliesser der Alpen. Heft III ( mit besonderer Paginierung und als eigentliche Jubiläumsgabe ): Der Berg in der Malerei. Heft IV: Der heutige Stand des Alpinismus. Als Festort der AV und 100 Jahr-Feier wurde Interlaken bestimmt. Die Piz Sol-Hütte, die in den Bereich von Sessel- und Luftseilbahnen gerückt ist und so ihren Charakter als Stützpunkt für Touren völlig verloren hat, wird preisgegeben. Dabei musste beim Verkauf vorgesehen werden, dass die Hütte weder direkt noch indirekt in ausländische Hände kommt, dass ein Rückkaufsrecht eingeräumt wird und der Erlös in einem Fonds angelegt wird, mit dem die Sektion Piz Sol eine neue Clubhütte zu erstellen hat. Als neuer Sitz des CC für die Jahre 1962 bis 1964 wurde Genf bestimmt, so dass die Section Genevoise die Ehre zufällt, das « Jubiläums-CC » zu stellen. Aus den Kreisen des SAC sind für die « Aktion Tibeterhaus » rund Fr. 11 000 zusammengelegt worden.
1961: Der im Vorjahr eingeführte « Kurs für die Verwendung neuzeitlicher Klettermittel » wurde wiederholt und besonders in den Dienst des Rettungswesens gestellt, das mit den neuen Gerätschaften ( Stahlseile usw. ) eine weitgehende Wandlung erfahren hat. Es zeigt sich beim grössten Teil der Rettungsaktionen im Hochgebirge, dass die SAC-Rettungskolonnen nach wie vor notwendig sind und durch die Arbeit der Rettungsflugwache nicht ersetzt werden können ( diese ist vor allem für einen raschen Abtransport von einem geborgenen und an einen Landungsplatz für Kleinflugzeuge verschiedener Art gebrachten Verletzten wertvoll).In Thun wurde die 10. Alpine Kunstausstellung durchgeführt. Die Herausgabe von besondern Ski-Clubführern wurde besonders gefordert. Die 100. AV in Chur, verbunden mit dem 57. Zentralfest, beschloss Beiträge an die Leutschach-, die Grubenberg-, Tuoi-, Hollandia- und die Gelmerhütte. Das Clubhüttenreglement wurde neu revidiert, wobei an den altbewährten Grundsätzen der Nichtbewirtschaftung und des Offenstehens der Hütten für jedermann festgehalten wurde. Centralbeitrag und Beitrag an die Zeitschrift wurden der Verteuerung entsprechend erneut um je 50 Rappen erhöht.
1962: Das CC ging für die Zeitspanne 1962-1964 in die Hand der Section Genevoise über, das die Arbeiten in der üblichen Weise weiterführte, mit vermehrter Betonung unserer Abwehrstellung gegen die Zunahme der Übergriffe der Technik in die Hochgebirgswelt, im besondern durch den Bau von Bergbahnen aller Art und der Flugtouristik mit Helikoptern und Kleinflugzeugen. Die AV in Montreux gedachte anlässlich eines Gedenkakts im Wappensaal im Schloss Chillon der Bergsteiger-Pioniere der Jahre seit 1862 und hörte das Verlesen des Schreibens an, das Dr. Theodor Simler im Oktober 1862 an Freunde der Alpenwelt richtete und damit den Grundstein zur Gründung des SAC legte.
1963: Ausserordentliche AV in Bern, welche die Angelegenheit der Hörnlihütte erledigte und an einen Neubau einen Beitrag zusicherte. AV und Jahrhundertfeier in Interlaken.