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Systemisch-konstruktivistische Denkweise
Die systemisch konstruktivistische Denkweise basiert auf den folgenden Grundsätzen:
- Handlungen sind nicht vorhersehbar
- Wir können Menschen nicht in eine bestimmte Richtung verändern
- Menschen müssen einen Sinn darin sehen, sich oder eine Ihrer Handlungen zu ändern
- Menschen sind nicht, sie verhalten sich
- Der Preis für die Veränderung muss niedriger sein, als der Nutzen, der aus der Veränderung resultiert
- Es gibt keine Realität
- Nichts ist wirklich wirklich
- Jeder hat seine eigene Realität
- Die Wirklichkeit entsteht nur im Auge des Betrachters
- Wir sind ständig am Übersetzen, Übersetzungsfehler können entstehen
- Beobachter sind nicht objektiv, sie sind Teil eines Systems ohne Beobachter gibt es keine Beobachtung
- Jede Sichtweise, die der Beobachter einbringt beeinflusst das System
Konstruktivismus und Realität
Wichtiger (Mit) Begründer der konstruktivistischen Sichtweise ist Paul Watzlawick (1921 - 2007, vgl. "Wie wirklich ist die Wirklichkeit")
Was ist Realität?
Konstruktivisten vertreten die Meinung, Realität wird von Menschen erfunden und konstruiert. Da jeder Mensch ein eigenes Wahrnehmungssystem hat, so ist die Realität so unterschiedlich wie die Menschen.
Im Konstruktivismus geht man davon aus, dass Lösungen von Problemen und die Erreichung von Zielen möglich sind. Diese Erreichung ist aber nicht beliebig möglich, sondern nur im Einklang mit den systemerhaltenden Prinzipien.
Dabei gelten die folgenden Grundsätze:
- Die Probleme Einzelner müssen im Wirkungszusammenhang des Systems betrachtet werden.
- Jedes Verhalten, sei es auch noch so verrückt, ist in seinem System-Kontext sinnvoll.
- Der Blick des Coaches richtet sich nicht in erster Linie auf das Problem, sondern auf die Lösung.
- Lösungen sind auch in kurzer Zeit erreichbar.
Was bedeutet systemisches Denken?
Wichtiger Mitbegründer der Systemtheorie war Niklas Luhmann (1927 – 1998)
Das systemische Denken ist von ganz anderer Art, als das Denkmodell, welches über zwei Jahrtausende die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte prägte. Es ist, im Gegensatz zum althergebrachten linearen Denkmodell nicht mehr ein Denken in Ursache und Wirkung, welches von A auf B schließt.
Das systemische Denken deklariert, dass man es in der Natur niemals mit linearen Vorgängen zu tun hat, sondern stets mit einem äußerst komplexen Geschehen. Es lädt uns ein, unsere bekannten und eingeschliffenen Verstehenssätze und Wahrnehmungsweisen neu zu überdenken.
Systemischer Ansatz wird verstanden als neue Art die Welt zu sehen und zu kategorisieren. Entscheidend ist die Abkehr von einem linearen Ursache-Wirkungsdenken hin zu einem zirkulären Systemmodell, nach dem die Wirklichkeit eines Individuums untrennbar mit seinem Kontext verbunden ist. Dies bedeutet, dass das Verhalten von Personen nur im jeweiligen Zusammenspiel der für sie wichtigen Beziehungen verstanden werden kann.
Beim Coaching geht es darum, bei den Klienten vorhandene Fähigkeiten, Strukturen und Ressourcen für die Zusammenarbeit zu nutzen. Daher gilt es, den Klienten in ihrem Bezugsrahmen zu begegnen und deren persönliche Kompetenz zu steigern.
- Den Blick auf die Zukunft zu richten, ohne die Vergangenheit zu übersehen
- Partei für alle im System zu nehmen
- Persönliche Grenzen zu respektieren
- Struktur und Hierarchien ernst zu nehmen
- Hilfreiche Prozesse in Gang zu setzen
- Dialoge über unterschiedliches Sehen und Deuten der Welt zu führen
- Neugierig zu sein auf das, wie andere Menschen die Welt sehen und sich konstruieren
- Auf die Stärken und Ressourcen eines Menschen, eines Teams und einer Organisation schauen
- Fragen zu stellen
- Wert zu schätzen