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Der Toroidalfeldspulen-Auftrag an die Simic soll voraussichtlich fünf Jahre laufen. Mit einem Volumen von über EUR 100 Mio. (CHF 120 Mio.) ist dies einer der grössten Verträge, den das italienische Unternehmen nach eigenen Angaben bisher unterzeichnet hat. Die Simic arbeitet für die Umsetzung mit der deutschen Babcock Noell GmbH zusammen, die unter anderem ihr Know-how im Bereich industriell genutzter Magnete einbringen wird.
Eine Toroidalfeldspule ist 15 m hoch und 9 m breit. Jedes dieser D-förmigen Bauteile wiegt rund 340 t. Eine Spule besteht aus einem Wickelpaket und einem zweiteiligen Gehäuse aus rostfreiem Stahl. Um die enorme magnetische Energie von 41 GJ pro Spule aufbauen zu können, kommen supraleitende Kabel zum Einsatz, die mit superkritischem Helium gekühlt werden. Die im Betrieb mit 68ʼ000 A durchflossenen Kabel bauen so ein Magnetfeld mit einer Stärke von 11,8 T auf.
Zusammenbau der Feldspulen
Bevor die Wicklungspakete mit dem Gehäuse verbunden werden, unterzieht die Simic die Kabel einem Kältetest bei rund 73 K. Danach werden die tonnenschweren Pakete millimetergenau in eine Gehäusehälfte gelegt. Mit dem Verschweissen der zweiten Gehäusehälfte wird die Metallstruktur verschlossen. Eine Herausforderung stellt die Verbindung des Spulenpakets mit dem Gehäuse dar. Die Simic muss dazu einen nur 4 mm breiten aber rund 35 m langen Spalt mit einem Harz ausfüllen, das sich wie Honig verhält. Die Simic wird hauptsächlich von ihrem Produktionsstandort in Marghera aus operieren, der eigens für diesen Auftrag aufgebaut wurde. Die Produktionsstätte vor den Toren Venedigs hat direkten Meeranschluss. Von dort werden die Feldspulen über den Seeweg in Richtung ihres Zielorts nach Südfrankreich verfrachtet.
Europa ist für die Lieferung von zehn der insgesamt 18 benötigten Toroidalfeldspulen verantwortlich. Neun weitere Toroidalfeldspulen kommen aus Japan, wovon eine als Ersatz dient. Am Iter-Projekt beteiligt sind China, die Euratom (einschliesslich der Schweiz), Indien, Japan, Russland, Südkorea und die USA.
Quelle
M.B. nach Simic und F4E, Medienmitteilungen, 25. Juni 2014