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Warum Stillen in deinem Geburtsplan nicht fehlen sollte
Wenn deine Schwangerschaft voranschreitet und du dich langsam auf die Geburt vorbereitest, möchtest du vielleicht einen Geburtsplan erstellen. Und falls du dein Baby stillen möchtest, sollte das definitiv auf der Checkliste deines Geburtsplans stehen.
Wenn du dein Baby in den ersten Stunden nach der Geburt das erste Mal stillst, stehen die Chancen gut, eure Stillbeziehung schnell zu etablieren, und du schenkst deinem Baby so früh wie möglich alle Vorteile des Kolostrums – die erste Milch, die du produzierst. Eine Möglichkeit, um dies sicherzustellen, ist Stillen in deinen Geburtsplan mit aufzunehmen.
Was ist ein Geburtsplan?
Stelle dir den Geburtsplan wie eine Wunschliste vor, in der alle Möglichkeiten während der Wehen, bei der Entbindung und kurz danach enthalten sind. Darin können etwa deine Präferenzen bezüglich Schmerzmittel und Geburtsposition enthalten sein, Wünsche, was im Fall eines Kaiserschnitts passieren sollte, wie bei Komplikationen vorgegangen werden sollte, und natürlich dein Stillwunsch.
Am besten erstellst du deinen Geburtsplan schon lange vor deinem Entbindungstermin, damit du ihn deinem Partner und den medizinischen Fachpersonen zeigen kannst, die dich während der Geburt begleiten.
Du kannst den Geburtsplan so schreiben, wie du möchtest, aber es ist wahrscheinlich am leichtesten, mit einer einfachen Liste zu beginnen, die du nach weiterer Recherche erweitern kannst. Dein Geburtsort verfügt unter Umständen über Vorlagen oder Muster, die du verwenden kannst, oder du suchst einfach im Internet nach Beispielen für Geburtspläne.
Warum ist das wichtig?
Ein Geburtsplan schafft Klarheit. Er ist die Basis für die Gespräche zwischen dir, deinem Partner und den medizinischen Fachpersonen und hilft, Vertrauen aufzubauen. Das ist besonders während der Wehen wichtig, wenn du ganz andere Dinge im Kopf hast! Falls außerdem während der Geburt gerade ein Schichtwechsel stattfindet, kann der Geburtsplan dem neuen Pflegepersonal helfen, sich in deinen Fall einzuarbeiten und deine Wünsche zu kennen.
So solltest du den Stillstart vorbereiten
Falls du gerne stillen möchtest, besprich deine Pläne schon während der Schwangerschaft mit deinem Partner und den medizinischen Fachpersonen. Deine Hebamme wird deine Wünsche in deiner Patientenakte vermerken und sollte dir hilfreiche Anlaufstellen zur Still-Unterstützung vor Ort empfehlen können.
Das Erstellen eines Geburtsplans bietet dir auch eine gute Möglichkeit, deine Stillwünsche allgemein mit deinem Partner zu besprechen, falls das noch nicht geschehen ist. Erkläre deinem Partner, dass er dich beim Stillen unterstützen soll, damit euer Baby deine Muttermilch auch bekommt, wenn die Geburt nicht nach Plan verläuft oder du gleich nach der Entbindung nicht aktiv stillen kannst. Bitte deinen Partner, eurem Neugeborenen direkten Hautkontakt zu geben, falls du dazu nicht in der Lage bist, da dies euer Baby beruhigt und tröstet.1
So erstellst du deinen Geburtsplan: Das sollte enthalten sein
Zum Thema Stillen solltest du in deinem Geburtsplan gleich zu Beginn angeben, dass du ausschließlich stillen möchtest. Erkläre, dass die medizinischen Fachpersonen alles tun sollen, um dir zu helfen, dein Neugeborenes zu stillen oder ihm abgepumpte Muttermilch zu geben, falls das Trinken an der Brust nicht möglich ist, damit du deine Milchproduktion trotzdem initiieren kannst.
Hier findest du einige Beispiele für Angaben, die du in deinen Geburtsplan schreiben kannst, um dein Stillvorhaben deutlich zu machen und dir und deinem Baby die Chance auf einen guten Start zu geben:
- Ich möchte sofort nach der Geburt direkten Hautkontakt mit meinem Baby haben, noch bevor es gewogen oder gewaschen wird, solange es keine medizinischen Bedenken gibt.
- Falls ich mein Baby nicht sofort halten kann, möchte ich, dass mein Partner ihm Hautkontakt gibt.
- Ich möchte Unterstützung, um mein Baby, falls möglich, innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt das erste Mal stillen zu können.
- Ich möchte, dass mein Baby ermutigt wird, die Brustwarze selbst zu erfassen, oder dabei leichte Unterstützung erhält.
- Falls es meinem Baby nicht gut geht oder wir getrennt werden müssen, hätte ich gerne Hilfe beim Abpumpen meines Kolostrums, um es ihm mit einer Spritze oder einem Becher zu geben.
- Falls mein Baby aus irgendeinem Grund nicht gestillt werden kann oder in den ersten paar Stunden nach der Geburt nicht gut trinkt, hätte ich gerne Hilfe, um in den ersten drei Stunden beidseitig abpumpen zu können und dabei, meinem Baby die abgepumpte Milch zu geben.
- Falls ich weiterhin abpumpen muss, möchte ich acht Abpumpvorgänge in 24 Stunden erreichen, um meine Milchproduktion zu initiieren.
- Bitte geben Sie meinem Baby keine Säuglingsnahrung ohne meine Einwilligung oder die meines Partners, und selbst dann nur, wenn es medizinisch notwendig ist.
- Bitte füttern Sie mein Baby nicht mit einem Sauger und geben Sie ihm keinen Schnuller ohne meine Einwilligung oder die meines Partners.
- Falls möglich, hätte ich gerne Unterstützung beim Stillen durch eine qualifizierte Stillberaterin oder Hebamme.
Was ist, wenn die Geburt nicht nach Plan verläuft?
Auch mit dem sorgfältigst ausgearbeiteten Geburtsplan kann niemand vorhersagen, wie die Geburt deines Babys verläuft. Deshalb ist es auch wichtig, für Änderungen offen zu sein.
Denk daran, dass einige Medikamente und Interventionen, die während der Entbindung und Geburt eventuell angewendet werden, die Fähigkeit deines Babys, sofort gestillt zu werden, beeinträchtigen können. Es lohnt sich, mit einer medizinischen Fachperson über die Auswirkungen verschiedener Schmerzmittel und geburtsfördernder Medikamente auf dich und dein Baby zu sprechen. Auch darüber, welche Folgen sie für das Stillen haben können, sodass du und dein Partner informierte Entscheidungen treffen könnt.
Und falls du und dein Neugeborenes in der ersten Stunde nicht stillen könnt, lass dich nicht entmutigen. Viele Mütter und Babys schaffen es, eine Stillbeziehung aufzubauen und langfristig zu stillen, obwohl sie keinen idealen Start hatten. Hol dir so viel Unterstützung wie möglich bei den verfügbaren medizinischen Fachpersonen und wende dich an eine Stillberaterin oder Hebamme, falls du Hilfe brauchst, um das Stillen wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
1 Erlandsson K et al. Skin-to-skin care with the father after cesarean birth and its effect on newborn crying and prefeeding behavior. Birth. 2007;34(2):105-114.