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Möttchen berichtet:
Kennt ihr den?
Treffen sich zwei Hunde. Sagt der eine: "Ich bin Fifi - und wie heisst du?" Sagt der andere: "Ich heisse PFUI, manchmal bin ich aber auch der LASS DAS oder der NEIN. "
Und wie ist das bei euch zu Hause? Sagt ihr eurem Hundefreund häufig „Nein“ oder „Pfui“ wenn er was tut, das grad nicht so gut passt?
Wenn ja - habt ihr euch schon mal überlegt, was dieses Nein oder Pfui für euren Hund denn genau bedeuten soll? Zu was es ihn veranlassen soll? Heisst es für den Hundefreund
- die Hausschuhe von der Oma nicht zerkauen?
- keine Buddellöcher in den Rasen machen?
- nicht zum Hundekumpel rennen?
- keine Pferdeäpfel vom Boden fressen?
- nicht an der fremden Tante mit den weissen Hosen hoch stehen?
... oder noch was ganz anderes?
Gar nicht so einfach für uns zu wissen, was unser Mensch mit dem "Pfui" jetzt genau von uns will!
In aller Regel soll ja mit einem "Pfui" ein unerwünschtes Verhalten von uns unterbrochen werden. Es ist aber nicht so einfach für uns Hunde ein Verhalten zu unterbrechen, wenn wir nicht genau wissen, was wir denn anstelle tun sollen...
In unserer Familie haben wir das mit dem unerwünschten Verhalten unterbrechen bizzi anders gelöst.
Also in erster Linie werde ich gelobt und belohnt, wenn ich etwas richtig mache. Esther richtet also ihre Hauptaugenmerk auf das erwünschte Verhalten von mir, markiert und verstärkt es nach Möglichkeit so, dass es gut zur Situation und zu meinem aktuellen Bedürfnis passt.
Das bedeutet: Mal gibt es zur Belohnung Futter... oder ich werde mit lieber Stimme gelobt... oder Esther wirft mit den Ball... oder ich darf ein Plüschi suchen gehen... oder Esther spielt mit mir... Das sind alles Dinge, die ich sehr gerne mag! Und die gibt es immer zuverlässig dann, wenn ich erwünschtes Verhalten zeige. Gutes Verhalten lohnt sich also definitiv für mich. Aus genau diesem Grund mache ich das immer öfters und intensiver oder zeige es länger. Esther meint, je mehr erwünschtes Verhalten ich während dem Tag zeige, desto weniger Zeit bleibt für das unerwünschte. Ist eigentlich logisch – oder?
Aber trotzdem mache ich ab und zu auch bizzi Blödsinn – also aus Menschensicht gesehen – oder tue etwas, das grad nicht so gut in die Situation passt. Dann unterbricht Esther mein Verhalten, weil auch bei uns gilt: Unerwünschtes Verhalten sollte wenn möglich nicht praktiziert werden!
Sie wirft dazu aber weder mit Rappelbüchsen nach mir noch erschreckt sie mich mit Wurfketten. Sie bespritzt mich nicht mit Wasser oder ruckt an der Leine an mir rum. Sie kneift mich weder in die Seite noch zischt mich an! Nein, bei uns läuft das anders und vor allem freundlich ab: Esther sagt mir nämlich einfach, was ich anstelle des unerwünschten Verhaltens tun soll!
Was bei mir zum Beispiel (fast) immer funktioniert, ist die Umorientierung und das Zurückkommen. Das habe ich grad von Anfang an in meinem neuen Leben richtig gut gelernt. „hey-hey“ bedeutet: „orientier dich mal in die Richtung von Esther“ und der Triller- oder Ankerpfiff oder das Wortsignal „zu-mir“ teilt mir mit: „Renn jetzt zügig zu Esther zurück!“
Will ich zum Beispiel Vögeln hinterher jagen, von der Terrasse aus Leute anwuffen oder das Katzenkistchen auf Inhalt überprüfen kann ich all das nicht mehr tun, sobald ich meinen Kopf in die Richtung von Esther drehe (oder zu ihr zurück laufe), weil ich das „hey-hey“ höre!
Und es lohnt sich für mich also immer, mich zu Esther zu orientieren oder zu ihr zu laufen - sogar auch dann, wenn ich mir mit dem Befolgen der Signale mal etwas länger Zeit lasse! Ich bekomme nie Schimpfe, sondern im Minimum ein Lächeln und ein nettes Wort, ganz oft aber ein feines Leckerchen oder meinen Mäuse-Quitsch-Ball.
Würde mich also jemand fragen wie ich heisse, dann wäre meine Antwort: "Nayeli" (und manchmal heisse ich auch hey-hey oder zu-mir *giggel*)
Fröhliches Wuff
eure Nayeli