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Artificial Intelligence (AI) war das grosse Thema bei den Tech-Konferenzen des diesjährigen SXSW-Festivals in Austin, Texas. Auch, wie Hollywood diese in Zukunft einsetzen kann.
Es ging dabei nicht um die Verwendung von AI bei den Special Effects, sondern bei der Filmproduktion: Welche Schauspielerinnen und Schauspieler, welche Story braucht ein Film, um Erfolg zu haben? Und in welchen Märkten und bei welchem demographischen Publikum?
Der Erfolg von Streaming-Services wie Netflix und Amazon hat die Hollywood-Studios aufgeschreckt. Gerade Netflix betont gerne und regelmässig die Wichtigkeit seines datengesteuerten Modells bei der Programmierung. Und das Unternehmen weiss sehr viel über die Vorlieben seiner Abonnenten. Netflix behauptet, dass sein Empfehlungsalgorithmus allein 1 Milliarde Dollar pro Jahr wert ist.
In Los Angeles ist Cinelytic beheimatet. Das Startup hilft laut Eigenbeschrieb "Studios und unabhängigen Filmfirmen, schnellere und intelligentere Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Films zu treffen".
Filmflops werden früher erkannt
Cinelytic lizenziert historische Daten über Filmaufführungen im Laufe der Jahre und vergleicht sie dann mit Informationen über Filmthemen oder die beteiligten Schauspieler. Das Tool ermöglicht es den Kunden zum Beispiel, Rollenbesetzungen einzugeben und dann einen Schauspieler gegen einen anderen auszutauschen, um zu sehen, wie sich dies auf die prognostizierten Einnahmen eines Films auswirkt.
"An einem Filmset gibt es jetzt Roboter, Drohnen, Supertechnologie, aber die Geschäftswelt hat sich seit 20 Jahren nicht weiterentwickelt", sagt Cinelytic-CEO Tobias Queisser gegenüber 'The Verge'. "Die Filmproduzenten benutzen Excel und Word, ziemlich einfache Geschäftsmethoden. Die Daten sind sehr isoliert, und es gibt kaum Analysen."
Hard Science – Better Box Office
Aus Belgien kommt die Firma ScriptBook mit dem Claim "Hard Science – Better Box Office", die auch am "Zurich Summit 2018" mit einer Keynote zum Thema AI zu Gast war. ScriptBook führte etwa für ein ungenanntes Hollywood-Studio in einer Validitätsstudie eine Analyse von 62 Filmen durch, die zwischen 2015 und 2016 veröffentlicht wurden.
Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass das AI-System von ScriptBook, das nur das Drehbuch als Input verwendete, grünes Licht für alle Filme gab, die an der US-Kasse gut abgeschnitten hatten (30 von 62 Filmen). Weiteren 32 Filmen hatten die Studios grünes Licht gegeben, die sich nachher als Flops erwiesen. Die ScriptBook-Lösung hingegen identifizierte bereits im Vorhinein 22 Filme als nicht gewinnversprechend.
Weitere Firmen, die sich auf diesen neuen AI-Markt spezialisieren, sind Vault aus Israel oder Pilot aus San Francisco. "Als wir vor vier Jahren begannen, hatten wir Treffen mit grossen Unternehmen in Hollywood. Sie waren alle sehr skeptisch", sagt Michel Ruelens von ScriptBook gegenüber 'The Verge'. "Jetzt beginnen sie, unsere Technologie zu akzeptieren. Es hat nur gedauert, bis sie es gemerkt haben." (paz)