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Diltiazem, der Wirkstoff von Coridil 90 retard, gehört zu den sogenannten Calcium-Antagonisten. Bei einer Verengung der Herzkranzgefässe wird das Herz nicht genügend durchblutet. Es wird daher bei Belastung nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies führt häufig zu einem Engegefühl bzw. einem starken, drückenden Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlen kann (Angina pectoris). Coridil 90 retard senkt den Sauerstoffbedarf des Herzens und verbessert die Durchblutung des Herzmuskels. Auf diese Weise verhindert Coridil 90 retard Angina-pectoris-Anfälle oder vermindert deren Häufigkeit. Coridil 90 retard wirkt auch auf die Blutgefässe, indem es diese erweitert. Dadurch wird ein erhöhter Blutdruck gesenkt. Ein normaler Blutdruck sinkt jedoch nicht weiter. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschreibt Ihnen Coridil 90 retard zur Vorbeugung gegen Angina-pectoris-Anfälle, zur Nachbehandlung des Herzinfarktes oder zur Langzeitbehandlung des erhöhten Blutdrucks.
Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem anderen Inhaltsstoff darf Coridil 90 retard nicht eingenommen werden.
Falls Sie an bestimmten Herzkrankheiten wie z.B. Herzschwäche, zu langsamem Herzschlag (Puls unter 55 Schläge pro Minute) oder Herzrhythmusstörungen mit langsamer Herzschlagfolge leiden, sollten Sie Coridil 90 retard nicht einnehmen.
Melden Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie eine Lebererkrankung haben. Gegebenenfalls sind dann regelmässige Kontrolluntersuchungen nötig.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.
Dies gilt besonders, wenn Sie zusätzlich zu Coridil 90 retard andere Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck oder Cholesterinsenker nehmen oder Arzneimittel, die die Herzfunktion dämpfen. In solchen Fällen kann es zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen. Falls Sie über längere Zeit mit Ciclosporin A behandelt werden, darf eine Dosisänderung oder ein Absetzen von Coridil 90 retard nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin erfolgen.
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn und Präparatwechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
Während der Schwangerschaft oder der Stillperiode sollte Coridil 90 retard nicht eingenommen werden.
Teilen Sie deshalb Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft planen.
Coridil 90 retard sollte wie alle wirksamen Arzneimittel nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Falls vom Arzt oder der Ärztin nicht anders verordnet, werden für Erwachsene folgende Dosierungen empfohlen:
2x täglich 1 Tablette, bei Bedarf kann die Dosis auf maximal 3 bis 4 Tabletten pro Tag gesteigert werden.
Coridil 90 retard sollte unzerkaut mit etwas Wasser oder anderer Flüssigkeit eingenommen werden.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Coridil 90 retard auftreten:
Häufig treten während der Behandlung Appetitlosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Verlangsamung des Herzschlages, Herzrhythmusstörungen, Gesichtsrötung, allergische Reaktionen wie Rötung und Juckreiz, mit oder ohne Hautausschlag, Übelkeit, Schwellung des Gewebes oder Müdigkeit auf. Bei höherer Dosierung kann es zu einem Anschwellen der Knöchel oder der Beine kommen.
Gelegentlich wurden depressive Verstimmungen, Halluzinationen, Schlaflosigkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsbeschwerden und eine Erhöhung der Leberenzyme beobachtet. Ausserdem kam es selten bis sehr selten zu Zittern, Vergesslichkeit, Herzschwäche, Ohnmacht, Herzklopfen, schweren Haut- und Schleimhautreaktionen (bis hin zu Blasen- und Geschwürbildung), einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels, zu tiefem Blutdruck und Störungen der sexuellen Funktionen. Bei länger dauernder Anwendung können sich sehr selten Zahnfleischveränderungen entwickeln (Mundhygiene beachten).
Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Calcium-Antagonisten, zu denen auch Coridil 90 retard gehört, können bei Patientinnen und Patienten mit Parkinsonscher Krankheit in Einzelfällen zu einer Verstärkung der Symptome führen. Diese Reaktion verschwindet jedoch nach Absetzen der Präparate wieder vollständig.
Berichtet wurde zudem mit nicht definierter Häufigkeit über Verwirrtheit, Schlafstörungen, Nervosität, Veränderung der Persönlichkeit, Muskelzuckungen, Kribbeln, Schläfrigkeit, Sehschwäche, Augenreizung, Tinnitus (Ohrgeräusch), beschleunigter Herzschlag, Atemnot, Nasenbluten, verstopfte Nase, punktförmige Hautblutungen, Lichtempfindlichkeit, Pusteln, Schwellung von Haut oder Schleimhäuten, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Gelenkschwellung, nächtliches Harnlassen, erhöhte Urinausscheidung, Vergrösserung der Brustdrüsen (beim Mann) und Gehbeeinträchtigungen.
Setzen Sie sich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sofort in Verbindung, wenn Sie Hautreaktionen oder andere Krankheitszeichen feststellen, die in Verbindung mit der Einnahme von Coridil 90 retard auftreten.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Das Arzneimittel bei Raumtemperatur (15-25°C) in der verschlossenen Originalverpackung und ausser Reichweite von Kindern lagern.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Tablette Coridil 90 retard enthält: 90 mg Diltiazemhydrochlorid und Hilfsstoffe.
49381 (Swissmedic)
In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.
Coridil 90 retard: Packungen zu 20 oder 100 Tabletten.
Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz
Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2013 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.