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Prof. Dr. Terrence Sejnowski
ie Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Herrn Prof. Dr. Terrence Sejnowski. Er hat wichtige Prinzipien der neuronalen Informationsverarbeitung erarbeitet, welche Zusammenhänge vieler verschiedener Gehirnfunktionen aufzeigen. Massgeblich hat er zu unserem Verständnis von neurobiologischen Prozessen beigetragen, wie der Darstellung der sensorischen Umwelt, der neokortikalen Dynamik, der synaptischen Plastizität und des Bewusstseins.
Terrence Joseph Sejnowski wurde im Jahr 1947 in Cleveland geboren. Den Bachelor-Abschluss in Physik erlangte er 1968 von der Case Western Reserve University, den Master-Abschluss in Physik erhielt er von der Princeton University mit John Archibald Wheeler. 1978 doktorierte er an der Princeton University bei John Hopfield. Im Jahr 1982 wurde er Professor an der Johns Hopkins University und 1988 am Salk Institute und an der University of California in San Diego. 2004 wurde er ‘Francis Crick Professor’ am Salk Institute und Direktor des ‘Crick-Jacobs Center for Theoretical and Computational Biology’.
Terry Sejnowski ist einer der Gründerväter der modernen Computational Neuroscience. Er veröffentlichte zusammen mit der Philosophin Patricia Churchland 1992 das Buch «The Computational Brain. Er entwickelte mit anderen Wissenschaftlern fundamentale maschinelle Lernalgorithmen wie die Boltzmann-Maschine (mit Geoffrey Hinton) und den «Infomax»-Algorithmus (mit Tony Bell). Letzterer Algorithmus gilt als Meilenstein für die Erfindung der Independent Component Analysis und des Compressed Sensing, welche sich zu revolutionären Methoden der Signalverarbeitung entwickelten. Seine Arbeiten über neuronale Netzwerke führten zu vielen Anwendungen – etwa zur Generierung von Sprache anhand eines Textes (NetTalk).
Neben seiner Forschung engagiert sich Sejnowski für die Entwicklung des Fachbereichs der Neuroinformatik. 1989 gründete er die Zeitschrift Neural Computation. Er ist langjähriger Präsident der Neural Information Processing Systems (NIPS) Stiftung, welche die prestigeträchtige interdisziplinäre NIPS Konferenz organisiert. Mit Barbara Oakley schuf und lehrte er einen der weltweit beliebtesten Massive Open Online Courses (Powerful mental tools to help you master tough subjects). Seit Jahrzehnten ist Sejnowski in engem Austausch mit Neuromorphic Ingenieuren des Instituts für Neuroinformatik und seit kurzem auch Vorsitzender im internationalen Komitee zur Verleihung des Misha Mahowald Gewinnerpreises, der in Gedenken an die INI Neuromorphic Ingenieurin jährlich vergeben wird. Aus der Zusammenarbeit mit Prof. Alex Borbély resultierte das Buch «The Regulation of Sleep». 2008 hielt Sejnowski die renommierten Wolfgang Pauli Vorlesungen der ETH.
Sejnowski erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Hebb-Preis (1999), den Swartz-Preis für Theoretical and Computational Neuroscience (2015). Im Jahr 2008 wurde er in die National Academy of Medicine gewählt, im Jahr 2010 in die National Academy of Science, und 2011 in die National Academy of Engineers. Dies stellt ihn in eine ausgewählte Gruppe von nur zehn lebenden Wissenschaftlern, die zu Mitgliedern aller drei US National Academies gewählt worden sind.