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1½ Mk. und weniger pro Kilo; seine Verwendung hat es in der Feuerwerkerei zu Rotfeuer, bengalischen
Flammen. Zur Darstellung purpurroter Spiritusflammen eignet sich am besten das Chlorstrontium, von welchem eine Wenigkeit
in Weingeist aufgelöst wird. - Zollfrei.
(Strychninum), ein in den
Krähenaugen (s. d.) und den
Ignatiusbohnen enthaltenes sehr giftiges
Alkaloid. Man erhält das S. entweder als weißes Pulver (durch Fällung erhalten) oder in Form weißer, prismatischer
Kristalle von unerträglich bitterem Geschmack, obgleich es in Wasser kaum löslich ist; in kochendem wasserhaltigen
Alkohol
ist es löslich, unlöslich dagegen in absolutem.
Das reine S. (Strychninum purum) wird in der Regel nicht verwendet, sondern gewöhnlich nur das salpetersaure
S. (Strychninum nitricum); man erhält dieses
Salz in ebenfalls äußerst bitter schmeckenden, farblosen Kristallen, die in
Wasser viel leichter löslich sind als das reine
Alkaloid. Das weiße salpetersaure S. (Strychninnitrat) wird in Ost- und
Westindien zur Tötung schädlicher Raubtiere und giftiger Schlangen verwendet; medizinisch wird es nur
wenig und in sehr kleinen Dosen verordnet.
Auf den Preislisten finden sich auch andre Strychninsalze angeführt, die jedoch auch nur eine beschränkte medizinische
Verwendung haben, so z. B.
(Eisenhut, lat. Aconitum), eine Gift-, Heil- und Gartenzierpflanze, zu den Ranunkelgewächsen
gehörig, viele verschiedne Arten bildend, die man in blaublühende und gelbblühende Aconitum-Arten einzuteilen pflegt;
sie haben bandförmig 5-7teilige Blätter und große, stark besetzte Blütenrispen. Die Blütenkelche
sind wie die Blüten gefärbt und der Teil, welcher der Blüte die helmförmige Gestaltung gibt, ist dem Kelch angehörig.
Die frischen Blätter geben gerieben einen widerlichen, betäubenden Geruch von sich und schmecken erst bitterlich, dann
anhaltend brennend-scharf.
Schärfer und giftiger noch als die Blätter sind die Wurzelknollen (tubera aconiti), die daher in den
neuern Arzneivorschriften auch den Vorzug erhalten haben, während man sich früher an die Blätter (folia aconiti) hielt.
Die Wurzel besteht aus einem rübenförmigen Knollen von 4½-9 cm Länge, oben 2-3½ cm dick; sie bildet in der Vegetationsperiode
neben sich einen zweiten Knollen, der im künftigen Jahre das Leben der Pflanze fortsetzt, indes der
erstere eingeht. Hiernach finden sich in der Regel die Knollen zu zweien zusammenhängend vor, ein jüngerer, der schwer
und fest, innen weißlich, von Stärkemehl erfüllt ist, und der ältere, leichter, innen bräunlich, oft lückig oder hohl.
Nach Offerten von Droguisten zu schließen, werden nur noch die jungen festen Knollen im Handel geführt.
Man sammelt die Wurzelknollen von Aconitum Napellus,
während die Blätter auch noch von andern blaublühenden Aconitum-Arten
gesammelt werden. Die Pflanze wächst in den Gebirgen und Voralpen des südlichen Deutschlands in Menge wild und können
von dort Knollen, bez. Blätter, immer reichlich bezogen
werden. Auch eine ausländische Aconitwurzel, von Aconitum ferox, vom Fuße des Himalaya, wird jetzt im Handel angeboten,
die weit größer ist und viermal mehr an wirksamen Bestandteilen enthalten soll.
Neuerdings ist ferner eine japanische Art von Aconitknollen in den Handel gekommen, die sich durch ganz besondere Giftigkeit
auszeichnen, sie werden Tsaou-woo genannt und stammen von Aconitum japonicum;
sie dürfen anstatt der
gewöhnlichen nicht verwendet werden;
wohl aber kann man sie zur Darstellung des
Aconitins benutzen;
dies ist der auch in
den europäischen Aconitumarten enthaltene Giftstoff (vgl.
Aconitin).
Die japanischen Knollen enthalten außer dem gewöhnlichen
Aconitin auch noch ein besonderes
Alkaloid, das Japaconitin. Man hat auch tinctura und extractum aconiti
im Droguenhandel. - Zoll: S., sowie feste und nicht alkoholhaltige
Extrakte daraus, zollfrei. Alkoholhaltige
Extrakte gem.
Tarif im Anh. Nr. 5 a.
in Färbereien versteht
man unter S. die dort gebräuchliche
schwefelsaure Thonerde, in Sodafariken ^[richtig: Sodafabriken] und im
Handel das wasserfreie schwefelsaure Natron, das sog. kalcinierte
Glaubersalz.
(Schmack, franz. sumac oder roure, engl. shumac,
ital. sommaco), ein Artikel des
¶
mehr
Droguen- und Farbenwarenhandels, besteht aus den getrockneten und gemahlenen Blättern, Blattstielen, Blüten und dünnen
Zweigen von baum- und strauchartigen Gewächsen der Pflanzenfamilie Rhus, die wegen ihres starken Gehalts an Gerbstoff als
Gerbemittel und noch mehr als Farbstoff und zu Farbenbeizen eine ausgedehnte Verwendung haben. Am reichsten an Gerbstoff
und darum den echten Schmack liefernd ist der Gerberbaum (Rh. coriaria), der Essigbaum unserer Anlagen,
der an seinen 5-7 paarigen Fiederblättern, grünlichgelben Blütenbüschen und schön roten, aus gehäuften Früchtchen
bestehenden Kolben sehr kenntlich ist.
Der Gerberbaum ist in den Ländern am Mittelmeer heimisch und wird daselbst auch angepflanzt. Die beste und hauptsächlich
im Handel befindliche Sorte, ein grünlichgraues, grobes Pulver, kommt von Sizilien, das mit diesem Artikel erhebliche Geschäfte
macht. Andre Sorten, wie spanische, portugiesische, französische S., haben für uns weniger Bedeutung, doch sind sie nächst
dem sizilianer, montenegriner und fiumaner S. die besten Sorten. Der Preis des guten S., der etwa 20%
Gerbstoff enthält, ist gewöhnlich 21 Mk. pro Ztr.
Eine geringere, nur zu Gerbereizwecken dienliche Ware, den unechten, venetianischen oder italienischen, auch tiroler S.,
liefert Rh. Continus, der Perrückenbaum, der auch das Fisetholz gibt, in Südeuropa bis nach Ungarn und Südösterreich wild
wächst und als Zierstrauch in Anlagen bei uns nicht selten vorkommt. Die besseren Sorten S. haben stets
eine grüne Farbe; dumpfig riechender, von grauer oder schwärzlicher Farbe, ist nicht viel mehr wert. -
Als Gerbmittel dient der S. oder vielmehr die Abkochung davon, nur in Anwendung auf dünne Leder wie Saffian u. dgl., welche,
in den heißen Brühen durchgearbeitet, schon in 2-3 Stunden gar werden. In Zeugdruck und Färberei ist
der Verbrauch des S. mannigfach; er dient dort in Verbindung mit Eisensalzen und Blauholz zum Schwarz- und Graufärben, mit
Zinnsalz und Rotholz zum Rotfärben, wird gebraucht zum Nüancieren und Heben andrer Farben, namentlich brauner, olivengrüner
und grauer, und hat selbst die Wirkung einer Beize, indem er die Pflanzenfaser dahin disponiert, mit
Farben festere Verbindungen einzugehen.
In Nordamerika ist in jüngster Zeit eine sehr rührige Gewinnung von S. aus dort einheimischen Rhusarten in Gang gekommen,
die vielleicht die Handelsverhältnisse umgestalten wird, da die dortige Ware wesentlich gerbstoffreicher als die
sizilische sein soll (27%). Die Amerikaner bereiten für den Export auch einen trocknen Sumachextrakt. Die Einfuhr
von S. in Deutschland war 1881: 5455800 kg. Blätter, Zweige und Extrakt, zollfrei.