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Fechten eine alte neue Kunst
Spannung, sportliche Eleganz, Konzentration, Schnelligkeit, Reaktion, Souplesse, kluge Taktik und rasche Beobachtungsgabe - einige der Charakteristiken, die das Fechten ausmachen. Von der Steinzeit bis zur Neuzeit: Gefochten wurde schon immer, und dies nicht nur mit Worten:
Historische Studien haben gezeigt, dass schon in uralten Kulturen wie in China eine Art des Fechtens betrieben wurde. In altägyptischen Gräbern konnten Darstellungen über Zweikämpfe von Fechtern gefunden werden. Der erste nachweisbare Fechtunterricht ist in römischen Gladiatorenschulen erteilt worden. Im Mittelalter wurde anfänglich mit sehr schweren Waffen gekämpft, da diese dazu dienen mussten, die Rüstungen der Gegner zu durchschlagen. Laufend verfeinerten sich jedoch die Technik und verwendeten Waffen Der Wucht und der Kraft des Schlages und des Stosses wichen Schnelligkeit und Geschicklichkeit der Aktion. Im 16.Jahrhundert entstanden in Italien Fechtschulen, die in ganz Europa bekannt waren. Bereits damals wurden die heute noch gültigen Paraden "Prima, Seconda Terza, Quarta" usw. geübt. Es gab auch schon Damen, die den edlen Fechtsport erlernten.
Zu einer weiteren Blüte gelangte der Fechtsport sodann in Frankreich wo dieser Sport intensiv gepflegt wurde. Es entstanden in diesem Land auch die ersten Bücher, die das Fechten theoretisch erläuterten und beschrieben. Als Folge davon werden noch heute meist französische Fachausdrücke gebraucht, und an Turnieren blieb das Französisch die internationale Verständigungssprache. Gegen Ende des 16.Jahrhunderts wurde zudem der bis dahin schwere Kopfschutz, der lediglich für die Augen kleine Schlitze offen liess, durch die nach wie vor übliche Gittermaske ersetzt.
Parallel zum Sportfechten entwickelte sich auch das Duellfechten, als Form der Austragung von Ehrenhändeln. Diese Art des Fechtens wird heute kaum mehr praktiziert und nur noch an Theaterschulen geübt. Als kleine Reminiszenz geblieben ist noch das Studentenfechten, das z.T. noch in sog. schlagenden Verbindungen praktiziert wird. Mit dem Sportfechten hat diese Art des Fechtens jedoch weder von der Technik noch von der gebrauchten Waffe her etwas gemeinsam.
Seit den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen steht Fechten auf dem Programm. Eine entscheidende Weiterentwicklung konnte zudem mit der Einführung der elektrischen Anzeigegeräte im Florett und Degen verzeichnet werden. Es wurde damit eine objektive Registrierung der sog. "Touchen" ermöglicht.
Seither zählt eine grosse Anzahl von Nationen zu den Favoriten: Im Westen sind dies vor allem Deutschland, Frankreich und Italien; im Osten zählen Polen, Russland, Ungarn und Rumänien zu den bekannten Fechternationen. Aber auch kleinere Länder wie die Schweiz, Schweden, Österreich, England, Belgien usw. haben in den letzten Jahren oft mit hervorragenden Resultaten aufwarten können. Zudem stossen weitere Nationen aus Südamerika und Asien an die Meisterschaften vor. Dieser Sport kann heute praktisch auf der ganzen Welt betrieben werden; eine ideale Möglichkeit, im Ausland freundschaftliche Bande auf sportlicher Basis zu knüpfen.
Besonders in der Schweiz wurde in den letzten 30 Jahren der Beweis erbracht, dass in diesem Sport auch noch Amateure eine echte Chance haben. An den Olympischen Sommerspielen Syndey 2000 erzielten die Damen im Degenfechten sowohl im Einzel als auch als Mannschaft die Silberedaillen. Bei den Herren wurde im Degen einzel ein vierter Platz erkämpft. Weitere glänzende Ränge an Weltmeisterschaften, sei es bei den Junioren oder bei den Senioren, waren in den letzten Jahren sehr zahlreich.