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Propycil Tabletten 50mg 20 Stück
8.40 Fr.
Was ist Propycil 50 und wann wird es angewendet?
Propycil 50 enthält den Wirkstoff Propylthiouracil und ist ein Mittel zur Hemmung der Schilddrüsenfunktion (Thyreostatikum). Es wird angewendet bei Schilddrüsenüberfunktion, als Vorbereitung zur Schilddrüsenoperation sowie vor oder nach Radiojod-Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion.
Propycil 50 darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.
Was sollte dazu beachtet werden?
Während der Therapie mit Propycil 50 wird ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Schilddrüsenfunktion in angemessenen Abständen kontrollieren, um eine Überdosierung zu vermeiden. Ebenso wird er/sie regelmässig das Blutbild, die Blutgerinnung und die Leberfunktion kontrollieren.
Wann darf Propycil 50 nicht angewendet werden?
Propycil 50 darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Propylthiouracil oder einer der Hilfsstoffe, schweren Störungen der Blutbildung wie Agranulozytose (starke Abnahme bestimmter weisser Blutkörperchen), schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion und bei Schilddrüsenkrebs.
Wann ist bei der Einnahme von Propycil 50 Vorsicht geboten?
Propycil 50 kann die Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigen und zu einer Verminderung der weissen Blutkörperchen führen. Eine starke Abnahme bestimmter weisser Blutkörperchen (Agranulozytose) kann sich innerhalb weniger Stunden einstellen. Zeichen einer Agranulozytose sind Fieber, Abgeschlagenheit, Entzündung der Rachenmandeln und der Mundschleimhaut. Bei Auftreten dieser Zeichen muss zur Abklärung rasch eine Blutbildkontrolle durchgeführt werden. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ärztin, wenn Sie diese Zeichen bei sich feststellen.
Propycil 50 sollte bei bereits bestehenden Veränderungen des Blutbildes oder bei erhöhten Leberwerten im Blut nur unter besonders sorgfältiger ärztlicher Überwachung angewendet werden.
In einzelnen Fällen wurde in Zusammenhang mit der Anwendung von Propycil 50 über Leberschäden bis hin zum akuten Leberversagen berichtet. Entsprechende Veränderungen treten rasch und unvorhersehbar auf. Die möglichen Symptome sind z.B. Essstörung, Juckreiz, Schmerzen im rechten Oberbauch. Informieren Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin unverzüglich wenn solche Symptome auftreten.
Bei der Anwendung von Propycil können sich Antikörper gegen bestimmte Bestandteile der weißen Blutkörperchen bilden, welche zu Entzündungen der Blutgefässe in verschiedenen Organen führen können, Dies kann sich z.B. bemerkbar machen mit Fieber, grippeähnlichen Symptomen oder Hautveränderungen. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt resp. Ärztin, wenn solche Symptome auftreten.
Die gleichzeitige Gabe von Schilddrüsenhormonen (Thyroxin) vermindert die schilddrüsenhemmende Wirkung von Propycil 50, so dass eine höhere Dosis von Propycil 50 benötigt wird.
Eine gleichzeitige oder vorausgegangene Gabe von jodhaltigen Arzneimitteln oder Röntgenkontrastmitteln kann die schilddrüsenhemmende Wirkung von Propycil 50 vermindern und den Eintritt der normalen Schilddrüsenfunktion deutlich hinauszögern.
Propycil 50 kann die Wirkung des Betablockers Propanolol und von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Acenocoumarol, Phenprocoumon) verstärken; der Arzt bzw. die Ärztin wird bei gleichzeitiger Einnahme von Propycil 50 mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln die Blutgerinnung engmaschig kontrollieren.
Die Entzündungshemmer bzw. Schmerzmittel Acetylsalicylsäure und Phenylbutazon können die Wirkung von Propycil 50 verstärken. Vorsicht ist geboten, wenn Propycil 50 gleichzeitig mit Arzneimitteln verabreicht wird, die zu einer starken Verminderung bestimmter weisser Blutkörperchen (Agranulozytose) führen können.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Darf Propycil 50 während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?
In der Schwangerschaft ist die niedrigste noch wirksame Einnahmemenge von Propycil 50 anzustreben, um einen Abort sowie eine Schilddrüsenunterfunktion und einen Kropf des Neugeborenen zu vermeiden. Während der Schwangerschaft ist deshalb eine sorgfältige ärztliche Überwachung angezeigt. Dies trifft besonders für die 10. bis 14. Schwangerschaftswoche zu, wenn die Schilddrüsenhormonproduktion des ungeborenen Kindes beginnt.
Wenn die Mutter Propycil 50 in der Stillzeit einnimmt, kann das Kind gestillt werden, da die Konzentration in der Milch höchstens ein Zehntel der mütterlichen Blut-Konzentration beträgt. Da hierbei jedoch Einzelfälle von Schilddrüsenunterfunktion beim Kind berichtet wurden, ist eine besondere Überwachung des Kindes erforderlich.
Eine Kombination von Propycil 50 mit Schilddrüsenhormonen in Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht angezeigt.
Wie verwenden Sie Propycil 50?
Propycil 50 wird in der Regel 3mal täglich eingenommen. Die Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einzunehmen. Die Dosierung wird vom Arzt bzw. der Ärztin für jeden Patienten bzw. jede Patientin individuell festgelegt.
Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 10 Jahre erhalten als Anfangsdosis 3 mal täglich 1½ bis 2 Tabletten (75 mg bis 100 mg Propylthiouracil). In schweren Fällen und nach Jodgabe können Anfangsdosen von 6 bis 12 Tabletten (300 mg bis 600 mg Propylthiouracil) pro Tag nötig werden, die auf 4 bis 6 Einzeldosen verteilt werden. Die Erhaltungsdosis beträgt ½ bis 3 Tabletten (25 mg bis 150 mg Propylthiouracil) pro Tag.
Kinder zwischen 6 und 10 Jahren erhalten am Anfang 1 bis 3 Tabletten (50 mg bis 150 mg Propylthiouracil) täglich und später ½ bis 1 Tablette (25 mg bis 50 mg Propylthiouracil) pro Tag.
Bei älteren Patienten, eingeschränkter Nierenfunktion oder Dialysepflicht ist keine Änderung der Dosis erforderlich. Ebenso sind bei leichten bis mässiggradigen Lebererkrankungen die üblichen Dosierungen anzuwenden, wobei jedoch die Leberfunktion regelmässig kontrolliert werden muss.
Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt bzw. die Ärztin. Sie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Welche Nebenwirkungen kann Propycil 50 haben?
Schwere, aber sehr seltene Nebenwirkungen sind die starke Verminderung bestimmter weisser Blutkörperchen (Agranulozytose), die z.T. mit schweren Komplikationen (Sepsis) einhergeht, Leber- oder Hautentzündungen mit Absterben von Gewebe, Arzneimittelfieber und Entzündung von Blutgefässen.
Bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion können sehr selten unter der Therapie mit Propylthiouracil Antikörper gegen bestimmte Bestandteile der weißen Blutkörperchen (sogenannte antineutrophile zytoplasmatische Antikörper, ANCA) auftreten, die bei einem Teil der Patienten zu Entzündungen der Blutgefäße (sogenannte Vaskulitis) führen können. Diese können neben Gelenk- und Muskelschmerzen und grippeähnlichen Beschwerden unter anderem auch zu weiteren Schäden führen: an der Haut (entzündliche Hautausschläge und Blutungen); den Nieren (sehr selten Nierenfunktionsstörungen und Entzündungen des Nierengewebes, in Einzelfällen akutes Nierenversagen); und der Lunge (eine Entzündung des Lungengerüstes oder eine Entzündung der Lungenbläschen verbunden mit Bluthusten).
Im Falle des Auftretens entsprechender Symptome sollten Sie sofort Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin aufsuchen.
Folgende weitere Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Propycil 50 auftreten:
Abnahme der Blutplättchen, der weissen Blutkörperchen und des Blutgerinnungsfaktors Prothrombin, gestörte Bildung der roten Blutkörperchen, Auflösung der Blutzellen (Hämolyse), Überempfindlichkeitsreaktionen, Vergrösserung der Lymphknoten, Arzneimittelfieber, entzündliche Reaktionen der Blutgefässe, Lupus-ähnliches Syndrom (eine Erkrankung des Immunsystems), Schilddrüsenunterfunktion, Schwindel, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Taubheitsgefühl/Kribbeln in den Extremitäten, Nervenentzündung, Geschmack- und Geruchsstörungen, Sehstörungen, Entzündung des Lungengewebes, Asthma, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Störungen der Speicheldrüsen, Leberentzündung, Gelbsucht, Pigmentverlust auf der Haut, Juckreiz, Hautausschlag, entzündliche Hautreaktionen, Haarausfall, Muskel- und Gelenkschmerzen, Entzündung mehrerer Gelenke, entzündliche Nierenerkrankung Wassersucht besonders in den Beinen.
Eine Überdosierung von Propycil 50 führt zu einer Schilddrüsen-Unterfunktion. Hinweise hierfür sind allgemeine Schwäche, leichte Ermüdbarkeit, Kälteintoleranz, ständiges Frieren, Unvermögen zu schwitzen, Verlust des Interesses an den Dingen des Alltags, Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme, verlangsamter Herzschlag, Herzschmerzen, Durchblutungsstörungen, Kurzatmigkeit, Verstopfung, rheumatische Beschwerden (Gliederschmerzen und Gliederziehen) und Kribbeln bzw. Taubheitsgefühl in den Fingern.
Die schilddrüsenhemmende Therapie führt bei zu hoher Dosierung zu einem Kropf (Struma) oder einer Vergrösserung eines bereits bestehenden Kropfes. Dies ist besonders zu berücksichtigen bei einer im Brustraum liegenden Struma mit der Gefahr einer zunehmenden Raumforderung im Bereich zwischen den Lungen (Beeinträchtigung der Blutzufuhr zum Herzen).
Wenn Sie oben erwähnte Nebenwirkungen bemerken oder solche die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Was ist ferner zu beachten?
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbewahrung bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht geschützt in der Originalverpackung und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren!
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Was ist in Propycil 50 enthalten?
1 Tablette enthält 50 mg Propylthiouracilum sowie weitere Hilfsstoffe.
Zulassungsnummer
56300 (Swissmedic).
Wo erhalten Sie Propycil 50? Welche Packungen sind erhältlich?
In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.
Packungen zu 20 und 100 Tabletten.
Zulassungsinhaberin
Pro Farma AG, Baar.
Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
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