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Frage: Ich werde die Hälfte des Pensionskassenguthabens als Kapital, die andere Hälfte als Rente beziehen. Nun wird ja auf dem obligatorischen Teil eine höhere Rente ausbezahlt als auf dem überobligatorischen. Stammt nun der Teilbezug vom obligatorischen oder vom überobligatorischen Teil? D. M., Gipf-Oberfrick AG.
Antwort: Sie sagen es richtig: Das individuelle Pensionskassenguthaben setzt sich aus einem obligatorischen und überobligatorischen Teil zusammen. Das Gesetz schreibt bestimmte Leistungen vor. Dies ist der obligatorische Teil. Überobligatorisch sind jene Leistungen, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen.
Der Gesetzgeber schreibt für die Berechnung der Rente einen bestimmten Umwandlungssatz vor. Er beträgt derzeit für Männer 7,05 Prozent. Auf ein Kapital von 100'000 Franken erhalten Sie also eine Rente von 7050 Franken im Jahr. Der gesetzliche Satz gilt aber nur für den obligatorischen Teil. Auf dem überobligatorischen Teil wird häufig - nicht immer - ein tieferer Umwandlungssatz angewandt. Nun möchten Sie natürlich wissen, ob das Kapital, das Sie sich auszahlen lassen, dem obligatorischen oder dem überobligatorischen Topf entnommen wird. Sie hätten alles Interesse, dass das Kapital vom überobligatorischen Topf stammt. Damit kämen Sie auf eine höhere Rente. Umgekehrt ist es für die Vorsorgeeinrichtung interessanter, sich der obligatorisch angehäuften Gelder zu entledigen und die Rente auf dem überobligatorischen Teil mit dem tieferen Umwandlungssatz zu berechnen.
Diese Problematik stellt sich nur dort, wo auf dem obligatorischen und überobligatorischen Teil unterschiedliche Umwandlungssätze angewandt werden. Sehr gut bedient wären Sie bei der Basler, Winterthur oder bei der Swisscanto Sammelstiftung. Dort wird bei Teilbezügen zuerst der überobligatorische Teil abgetragen. Hingegen bei Nationale Suisse, Pax, Swiss Life und Zürich erfolgt die Berechnung proportional entsprechend des Anteils der obligatorischen und überobligatorischen Gelder am gesamten Altersguthaben. Beispiel: Wenn Ihr Guthaben zu 40 Prozent obligatorisch ist, würden 40 Prozent des ausbezahlten Kapitals dem obligatorischen Topf entnommen.
Erschienen im BLICK am 19. Januar 2008