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(frz. éméraude, engl. emerald). - Dieser wegen
seiner schönen grünen Farbe sehr geschätzte Edelstein ist eine Varietät des Berylls und besteht daher, wie dieser,
im wesentlichen aus kieselsaurer Thonerde und kieselsaurer Beryllerde; die Färbung rührt von einer kleinen Menge Chromoxyd
her. Vom Beryll unterscheidet man gemeinen und edlen Beryll; ersterer besteht aus den undurchsichtigen oder nur durchscheinenden,
farblosen oder schwach gefärbten Varietäten, letzterer aus den durchsichtigen, meergrünen und gelbgrünen Arten, die auch
als Schmucksteine dienen.
Weingelbe Steine heißen speziell Aquamarine. Was in Deutschland gefunden wird, eignet sich nicht oder nur ausnahmsweise
zu Schmucksteinen; bei Bodenmais in Bayern findet sich das Mineral in großen Stücken, aber es ist nur unscheinbar gelblich,
daher gemeiner Beryll. Die wahren, schon im Altertum hochgeschätzten Edelsteine sind ausländischen Ursprungs. Für
das Altertum war Ägypten das Bezugsland der grünen Steine; sie liegen dort im Glimmerschiefer, und in ebensolchem finden
sie sich, aber nicht so schön, im Salzburgischen und in Steiermark, ferner in Sibirien am Ural, hier wieder in herrlicher
saftgrüner Färbung und zuweilen in eigroßen Stücken.
Ebenso schöne werden in Peru gefunden. In den Bergwerken von Musso bei Santa Fé de Bogota in Neugranada
werden schon seit drei Jahrhunderten die schönsten Steine aus einem grauen Kalkstein gewonnen. Der S. findet sich auch zuweilen
lose im Sande der Flüsse, so in der Gegend von Ava in Birmanien. Der Stein wird häufig als Schmuckstein
verwendet, in den gewöhnlichen Edelsteinformen geschliffen und bei schöner satter Färbung ä jour gefaßt. Fehlerfreie
Exemplare sind teuer und die Preise wachsen mit der Größe, wie die der Diamanten. - Berylle sind stets viel wohlfeiler, wenn
sie nicht sehr groß, rein und schönfarbig sind. Sie finden sich teils da, wo die S. vorkommen, sonst
auch anderwärts, in Nordamerika, in festem Gestein eingewachsen in Kristallen, die manchmal mehrere kg schwer sind. In den
Diamantendistrikten Südamerikas findet man deren im Flußsande in Gesellschaft von Diamanten. Die meisten kommen aus Amerika.
Berylle haben stets geringern Glanz wie S. Beiderlei Steine lassen sich, was die Farbe betrifft,
in Glasfluß sehr täuschend nachahmen. - Zoll s. Edelsteine.
ein Edelstein, eine edle grüne und durchsichtige Varietät des Minerals Beryll (s. d.), von derselben Krystallisation
wie dieser, meist hexagonale Prismen mit pyramidaler und basischer Endigung (s. nachstehende Abbildungen)
bildend, übereinstimmend im physik. Verhalten und in chem.
Zusammensetzung. Der S. findet sich
in Form von außen glatten, einzeln ein- oder aufgewachsenen Krystallen, selten in Drusen,
[* 18] ist glasglänzend
und gras- bis apfelgrün.
Als Edelstein ist er sehr geschätzt und wird besonders in der Form der Tafelsteine geschliffen, wobei sich seine Farbe am schönsten
ausnimmt. Er wird im Glimmerschiefer des Habachthals in Salzburg und in den Mourne-Mountains in Irland gefunden,
namentlich aber am Flusse Takowaja im Ural (wo bis 40 cm lange und 25 cm dicke Kristalle vorkommen; vielleicht die smaragdi
scythici des Plinius), bei Muzo in Columbia
[* 19] in einem schwarzen Kalkstein und bei Stony-Point in Alexander-County (Nordcarolina,
bis 20 cm lange Krystalle in einem feldspatreichen Gneis).
Die Alten verstanden unter diesem Namen teils den echten S., teils den grünen Flußspat.
[* 20] Der S. des Handels
ist fast nur südamerikanischer, da die sehr geringe Ausbeute desjenigen von Nordcarolina meist nur mineralog. Kabinettstücke
liefert und die übrigen Fundstätten nicht mehr ausgebeutet werden. Der Preis eines Karatsteins von schönfarbigem S. ist 50 - 500 M.,
je nach Reinheit des Steins von Sprüngen, eingewachsenen Glimmerblättchen u. s. w. Ganz reine S. von einiger Größe sind
äußerst selten.
S. läßt sich wegen der nur ihm eigenen tiefgrünen Farbe durch kein anderes billiges Mineral ersetzen. Nur der Dioptas,
der nach seiner smaragdähnlichen Farbe auch Kupfersmaragd heißt, hätte gleichen Farbenton, ist aber
schlecht durchsichtig und allzu weich. Am nächsten steht dem S. dem äußern Ansehen nach der Hiddenit (s. d.), den man deshalb
auch Lithiumsmaragd genannt hat. S. und Hiddenit lassen sich jedoch leicht unterscheiden. S. zeigt moosige Flecken im Innern,
Hiddenit ist vollkommen klar; die Farbe des S. zieht ins Blau, jene des Hiddenits ins Gelbgrün.
Der Dichroismus des Hiddenits ist doppelt so stark wie der des S.; letzterer hat die Farbennuancen Grün und Bläulichgrün;
Hiddenit hingegen helles Gelblichgrün und Dunkelblaugrün, und dieser starke Unterschied der Achsenfarbe ist entscheidend.
Lichtgrüner bis smaragdgrüner Granat,
[* 21] Demantoid (s. d.), der bei
Syssersk vorkommt, wird in Katharinenburg verschliffen und kommt unter dem unrechten Namen S. in den Handel. Solche Exemplare
haben schönen Glanz und guten Schliff, große Härte, aber keinen Dichroismus, sind daher unmittelbar erkennbar.