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Der Prorektor der Kantonsschule St.Gallen hielt in seinem Tagebuch fest:
Okt. 24
Gemeinsame Sitzung mit den Vertretern der städtischen Anstalten zur Besprechung der Frage, wie lange die Schulen der Grippegefahr wegen geschlossen bleiben sollen. Beschluss, bis auf weiteres den Unterricht nicht wieder aufzunehmen. Bei der Frage, ob sich ein gemeinsames Vorgehen aller hiesigen Schulen empfehle, erklärte ich unser Einverständnis, machte aber den Vorbehalt, dass unter Umständen die Kant. Schule [das Gymasium] ihrer besonderen Verhältnisse wegen ihre Handlungsfreiheit sich wahren müsse.
Nachmittag Besprechung mit den Abteilungsvorständen. Es wird beschlossen, wie in 7g & 2s, die schon am Montag Hausaufgaben erhielten, auch in 4t und 3m solche anzuordnen. Die Lehrer haben bis Samstag ihre Aufgaben dem Vorstand einzureichen, der sie zusammenstellt, vervielfältigt & den Schülern durch die Post zugehen lässt.
Meldung aller Beschlüsse an die Studienkommission.
Die Klassenbezeichnungen beziehen sich auf die gewählte Maturitätsrichtung: 7g ist die Klasse mit Maturatypus B (Latein), 4t diejenige mit Maturatypus C (Mathematik und Naturwissenschaften) und 3m diejenige mit Maturatypus E (Wirtschaft). Diese Klassen standen kurz vor den Maturaprüfungen. In der Klasse 2s sassen Seminaristinnen und Seminaristen.
Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, KA R. 130-4c-3 (Tagebuch Prorektor, 1913-1919)