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Monika
Cantieni
Monica Cantieni (1965*) arbeitet als Journalistin bei Radio und Fernsehen. Seit ihrem Erstling “Hieronymus Kinder”, der 1996 erschien, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2011 war ihr neuer Roman “Grünschnabel” für den Schweizer Buchpreis nominiert. Darin erzählt sie mit der Stimme eines Kindes eine Geschichte, die einen gewaltigen Reflexions- und Resonanzraum eröffnet. ‚Grünschnabel’, so wird das Kind genannt, wird in den 1970er Jahren adoptiert und wächst im Immigrantenmilieu auf. Das Mädchen sammelt allerlei Wörter und bewahrt sie in verschiedenen Streichholzschachteln auf – die Fluchwörter separat.
Schelmisch erzählt das Kind vom Grossvater, von der Brille, aber auch vom Preis, den seine Eltern bezahlt haben, um es aus dem Waisenheim zu holen: 365 Franken. Es weiss, dass das viel Geld ist, und es weiss auch, dass es ein hoffnungsloser Fall ist, aber es weiss nicht, warum Toni, der Nachbar, seine Tochter im Schrank versteckt.
Monica Cantieni ist es gelungen, eine Geschichte aus der Perspektive eines Kindes so zu erzählen, dass man dem Kind, das aus dem Nähkästchen plaudert, dabei aber auch Themen der Erwachsenenwelt – etwa die Schwarzenbach-Initiative – nicht ausblendet, noch lange zuhören möchte. Bei aller Tragik kommt in diesem erfrischenden Roman auch der Humor nicht zu kurz.