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Artikel MAZ
Der Bauernhof in der Au
Der ehemalige Bauernhof "In der Au" lag nordwestlich vom Gut Rothaus .Der Name Au stammt von den Rheinauen, den regelmässig überschwemmten Gebieten des Rheins. Die Ländereien des Auhofes wurden vom Hardwald und vom Rhein begrenzt. Westlich an die Au schliesst die ursprünglich bewaldete Flur Auboden an.
Geschichtliches
Der Bauernhof war einst ein Nebenhof des Klosters Rothaus.
Mit dem Kaufvertrag vom 27. Oktober 1840 wurde das Landgut von Remigius Merian, wohnhaft beim Rothenhaus (Rothus) , an Emanuel Apotheker, von Binningen, verkauft. Über verschiedene Eigentümer gelangte 1918 das Gut an die Basellandschaftliche Kantonalbank, welche es 1940 an den Kanton Basel-Landschaft verkaufte. Für den Ausbau des Auhafens rheinaufwärts ab 1950 - zuerst war der Auboden gegen Birsfelden zu gerodet und mit Hafenanlagen überbaut worden - verpachtete der Kanton das Land parzellenweise im Baurecht an diverse Hafenfirmen. Für diese Erweiterung musste der Auhof 1952 abgerissen werden.
Langjährige Pächterfamilie
Johannes Schwörer aus Wintersweiler bei Efringen-Kirchen übernahm 1869 den Hof als Pacht. Sein 1911 auf dem Auhof geborener Enkel Walter Schwörer blieb auf dem Hof bis 1952. Auf dem 14 ha grossen Gut wurde Milchwirtschaft und Getreidebau betrieben. Neben 8 Kühen gab es auch zwei Pferde. Ein Sodbrunnen von 10 m Tiefe versorgte den Hof mit Wasser. 1928 wurde die Elektrizität eingerichtet. Ein Telefon gab es nie. Als WC diente ein Abort-Hüsli.
Wasserfahrer waren auch in der Au
Aus einer Chronik des Wasserfahrvereins Muttenz entnehmen wir, dass das Trainingsgelände des 1929 gegründeten Vereins in der Au lag. Im Durlipskeller des Bauernhofes konnte das Fahrgeschirr eingestellt werden. 1935 wurde am Ufer das erste Depot (Vereinshaus) eingeweiht. Mit dem Ausbau des Auhafens mussten auch die Wasserfahrer weichen.
In der Chronik wird auch erwähnt, dass der Bauer Schwörer sich am Betrieb der Fähre Au-Grenzach (Rheinhäuser) beteiligte. Wir werden in einem anderen «Anno dazumal» auf diese Fähre genauer eingehen.
Weitere Einzelheiten zum Auhof und zur Au-Fähre findet man online unter
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz