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Laurits ist der Sohn eines vermögenden Paares, das in einer lieblosen Ehe miteinander verbunden ist. Sein Vater, dem Gefühle fremd zu sein scheinen, sieht für ihn eine Karriere als Mediziner vor; seiner Mutter gilt es in erster Linie, den Schein nach außen zu wahren, auch auf die Gefahr hin die eigenen Bedürfnisse vollständig zu leugnen. Als Laurits 18 Jahre alt wird, scheint seiner Aufnahme in die Musikhochschule nichts mehr im Wege zu stehen, doch die Prüfung verläuft anders als geplant und damit auch sein weiteres Leben. Als er Jahre später erfährt was damals wirklich geschah, muss er feststellen, dass seine ganze Existenz auf einer Lüge gründet.
'Der Grund' ist der Abriss eines Lebens, das geprägt ist von großen Enttäuschungen und den damit verbundenen Neuanfängen - Versuche, das Vergangene zu vergessen und damit hinter sich zu lassen. Doch Laurits muss immer wieder erleben, dass die Vergangenheit sich nicht einfach verdrängen lässt, sondern als Teil des eigenen Daseins akzeptiert werden muss - erst dann kann er tatsächlich einen neuen Abschnitt in seinem Leben beginnen.
Es ist eine sehr gefühlvolle und einerseits sehr genau beschriebene Geschichte, was Laurits Gefühlswelt betrifft. Andererseits werden viele Ereignisse nur angedeutet, so dass beim Lesen genügend Raum für die eigene Phantasie bleibt: Was geschah mit seiner Hand? Wo ist Pelle? Was machen seine Eltern? Man fühlt, leidet und 'lebt' mit Laurits mit und ist trotz eines mehr oder weniger offenen Endes voller Hoffnung, dass nun eine neue, gute Phase in seinem Leben beginnt. Schön!
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