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Coronaproteste im Vergleich
Zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie wurden verschiedene Massnahmen eingeführt, die stellenweise auf politischen Widerstand stiessen und Proteste beförderten. Das Projekt untersucht die Spezifika dieser Proteste vergleichend.
Projektbeschrieb
Die Schweizer Proteste gegen die coronabedingten Massnahmen formierten sich früh und konnten sich über eine lange Zeit hinweg stabilisieren. Das Projekt untersucht, weswegen gerade in der Deutschschweiz und in anderen deutschsprachigen Regionen Europas die politisch motivierte Ablehnung der Pandemiemassnahmen so stark ausgeprägt war. Zu diesem Zweck verfolgen die Forschenden ein international und interregional vergleichendes Forschungsdesign, das qualitative und quantitative Methoden kombiniert. Durch systematische Vergleiche werden die Ursachen und strukturellen Rahmenbedingungen dieser international sehr ungleich ausgeprägten Proteste erhellt. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zum Verständnis der Herausbildung moderner Protestbewegungen.
Hintergrund
Während der Pandemie traten soziale Konflikte hervor, die sich an der individuellen Weigerung zur Befolgung von Pandemiemassnahmen entzündeten. Diese politisch motivierte Nicht-Befolgung von Verhaltenseinschränkungen wird Contentious Non-Compliance genannt. In der Schweiz bildete sich frühzeitig eine heterogene Protestbewegung aus. Die politisch motivierte Ablehnung der Massnahmen zeigte sich aber auch in einer tiefen Covid-Impfquote und weiteren Formen politischen Widerstands gegen die Massnahmen.
Ziel
Ziel des Projektes ist es, ein vertieftes Verständnis der strukturellen Voraussetzungen für die Herausbildung von Non-Compliance-Bewegungen zu erarbeiten. Das heisst zu analysieren, unter welchen Bedingungen und von welchen sozialen Gruppen die schärfste Opposition gegen demokratisch beschlossene Verhaltenseinschränkungen zu erwarten ist und wie diese Opposition in den politischen Legitimationsprozess einbezogen werden kann.
Bedeutung
Die Bedeutung des Projektes liegt darin, Wissen über die Etablierung und Aufrechterhaltung von neuartigen Protesten zu erarbeiten, die sich kurzfristig aus heterogenen Protestmilieus rekrutieren.
Anwendung
Die Analyse von Contentious Non-Compliance in der Bevölkerung erlaubt es Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen, die Befolgung bzw. Nicht-Befolgung von Massnahmen (zukünftig etwa im Bereich Klimawandel relevant) besser zu verstehen. Damit wird für politische Entscheidungsprozesse und deren Kommunikation eine Grundlage erarbeitet.
Originaltitel
Contentious Non-Compliance with Pandemic Response