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Fast überall auf der Welt wurden Listen mit invasiven Pflanzen erstellt und die Bekämpfung unerwünschter Arten ist prioritär geworden. Um wirksam gegen die Neophyten-Plage vorgehen zu können, müssen die invasiven Pflanzen natürlich genau gekannt und verstanden werden. Und genau damit befassen sich mehrere Teams des nationalen Forschungsschwerpunkts Plant Survival.
Forschenden der Universität Bern ist es gelungen, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit von Pflanzen aus Grossbritanien und ihrem weltweit invasiven Potential herzustellen. Eine grossangelete statistische Studie mit 105 Pflanzenarten konnte aufzeigen: Je höher die exponentielle Wachstumsgeschwindigkeit von einer Pflanze in der ersten Wachstumsphase ist, desto häufiger ist diese im weltweiten Verzeichnis für Unkräuter (Global Compendium of Weeds) zu finden.
Ein internationales Forscherteam hat Merkmale für die erfolgreiche Ausbreitung zweier invasiver Arten aus der Famile der Korbblütler überprüft. Es handelt sich einerseits um die Gefleckte Flockenblume (Centaurea stoebe), die aus Europa stammt und für gewaltige Ernteverluste in Kulturen in Nordamerika verantwortlich ist, und andererseits um das aus Südafrika stammende Schmalblättrige Geiskraut (Senecio inaequidens), das sich mit grosser Geschwindigkeit in ganz Europa verbreitet, hauptsächlich entlang von Bahnlinien und Strassen.
Ein Unterschied fand sich in der Anzahl vorhandener Chromosomen in der DNA, wie Heinz Müller-Schärer und Patrik Mràz von der Universität Fribourg aufgezeigt haben. Während die meisten Lebewesen diploid sind, das heisst zwei vollständige Chromosomensätze besitzen, weisen bestimmte Pflanzen deren vier auf: sie werden tetraploide Individuen genannt.
In Nordamerika, wo die Gefleckte Flockenblume eingeführt wurde, sind tetraploide Arten besser gewappnet sind als diploide, um diesem trockenen Kontinentalklima zu widerstehen. Bereits in den ersten Stadien der Wachstumsphasen weisen tetraploide Pflanzen eine grössere Masse auf, ihre Blätter sind dicker, enthalten mehr Kohlenstoff und ihre Blüten produzieren letztlich auch mehr Samen, wie in dem Experiment bestätigt wurde. Indem das Schmalblättrige Geiskraut die Samenproduktion in den Blütenständen steigert, erhöht es den Druck auf die Brutknospen der benachbarten Arten, und schafft so Raum für seine eigene Entwicklung in den neuen Ansiedlungsgebieten.
Bild: Kristian Peters (Senecio inaequidens)