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In der Naturwissenschaft misst man üblicherweise Daten und dann konstruiert man eine Theorie, um die Daten zu „erklären“ oder zu „interpretieren“. Nietsche ist soweit gegangen, zu behaupten, dass es keine Daten gäbe, sondern nur Interpretationen.
Es gibt schlichte Gemüter wie den Kollegen H. Lesch, der der Meinung ist, dass es in der Astromomie nur Daten gäbe, aber keine Interpretation.
In der Quantentheorie sind sich alle darüber einig, welche Gesetze gelten. Aber wie die Gesetze zu interpretieren sind, darüber gibt nach 100 Jahren keinen Konsens.
Warum machen wir Theorien und was erwarten wir von Theorien? Wir wollen in der Lage sein, mit Hilfe der Theorie Verhalten vorhersagen zu können. Ohne eine Theorie der Elektrotechnik, die uns erlaubt vorauszuberechnen, was passiert, wenn ein Stommast umfällt, wäre eine Stromversorgung kaum möglich.
In den letzten Tagen war es sehr kalt. Ein Kieler Klimaforscher hatte sich 2000 zu weit aus dem Fenster gelehnt und behauptet, dass es 2010 keinen Winter und keinen Schnee mehr in den Alpen gäbe (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html). Jetzt schreiben ihm Leute hämische Briefe.
Das ist aber uninteressant. Interessanter ist, dass jetzt gesagt wird, dass die Kälteperiode eine Folge des Klimawandels sei. Die Hinweise klingen nicht unlogisch. Das Problem liegt jetzt darin, dass, ob es wärmer oder kälter wird, es immer am Klimawandel liegt.
Aber ist das noch eine Theorie, die jedes Wetterphänomen erklären kann? Für eine Theorie, die noch wenig ausgereift ist, ist das nicht ungewöhnlich. Es zeigt aber wohl, dass noch viel zu tun ist.
Die deutschen alpinen Sportler (Abfahrt, Slalom, etc.) haben bei den olympischen Spielen diesmal keine Medaille geholt. Nach einer Meldung der Süddeutschen Zeitung ist daran auch der Klimawandel schuld.
Die erfolgreichste Sportart für die Deutschen war Biathlon.
Jetzt halten sich die Alpinen, zu mindestens beim Start, eher weiter oben auf. Die Biathleten sind eher weiter unten tätig.
Wie sollen wir das jetzt verstehen? Eine Erklärungsmöglichkeit wäre eine durch den Klimawandel verursachte Inversionsschneelage. Durch den Klimawandel gibt es oben auf den Bergen weniger Schnee, dafür aber unten im Tal mehr.
wir nicht, war ein Reklamespruch der Deutschen Bahn (damals noch Deutsche Bundesbahn genannt), als ich ein kleiner Junge war. Züge fuhren immer, sollte es auch stürmen und schneien.
Damals fuhren noch Dampflokomotiven und Dieselloks. Einen umgestürzten Baum hätte eine Dampflokomotive einfach beiseiteschieben können. Aber es fielen gar keine Bäume auf die Schienen. Nicht, dass es nicht gestürmt hat. Aber wegen der Feuergefahr durch die Dampflokomotiven wurde an beiden Seiten die Vegetation zurückgeschnitten. Bäume direkt neben dem Zug gab es nicht, hat man mir erzählt.
Heute fahren die Züge durch Alleen. Bäume fällen ist heute praktisch kaum noch möglich wegen des Klimawandels. Wenn also bei uns für 10 Tage kein Zug fährt ist, dass eine Auswirkung des Klimawandels, verursacht unter anderem durch die Dampflokomotiven, die Kohle verfeuert haben. Deshalb bin ich heute mit dem Auto zu meiner Mutter ins Pflegeheim gefahren, wegen des Klimawandels.
Als ich mal jemandem aus Malaysia sagte, dass es bei uns durch den Klimawandel um 2°C wärmer werden würde, meinte er: «Hoffentlich bald.» Wer sein ganzes Leben im T-Shirt verbracht hat, für den ist eine Daunenjacke eine schwere Last.
Wie wird es denn bei uns, wenn es wärmer wird? Also mal den alten Schulatlas rausgeholt und nachgeschaut.
Wenn es gut läuft, könnten es nur 1.7°C werden. Dann wäre es hier so warm wie in Berlin. Bei 2.4 °C schwitzen wir wie die Leute in Frankfurt und bei katastrophalen 5.6°C ist es hier unerträglich wie in Südtirol. Wieso fahren die Leute eigentlich da in Urlaub hin?
Dubai hat den Baubeginn für ein 2400 MW steinkohlegefeuertes Kraftwerk bestätigt. Dubai besitzt selber keine Kohle. Die Kohle wird mit Schiffen aus Australien oder Südafrika herangeschafft.
Im Rahmen seines Klimaschutzplanes für 2050 hat Dubai folgende Anteile an der Stromerzeugung geplant:
25% Fotovoltaik
7% Kernenergie
7% Kohle
61% Gas.
Das sieht realistischer aus als der deutsche Plan, aber ist natürlich nicht ohne CO2-Ausstoss.
In der Klimawissenschaft ist man sich, abgesehen von einigen Extremisten, einig, dass das Klima sich wandelt und dass das CO2 einen Einfluss auf die Erwärmung hat.
Der Streit geht heute darum, wie gross dieser Effekt ist, die sogenannte Klimasensitivität. Wenn jedes Jahr das CO2 um 1% steigt, um wieviel erhöht sich die Temperatur, wenn sich das CO2 verdoppelt hat?
Die Werte des Weltklimarats schwanken zwischen 1.5 und 4.5 K. Die Kritiker sind der Meinung, dass der Effekt überschätzt wird. Wenn der Effekt wirklich so gross ist, müsste es heute eigentlich viel wärmer sein. Es wird dagegen argumentiert, dass es durch die Industrialisierung auch einen Kühleffekt gibt. Durch das SO2 und den Staub in der Luft, gibt es mehr Wolken als vor der Industrialisierung. Mehr Wolken bedeuten weniger Sonne und damit einen Kühleffekt. Die Addition der Erwärmung durch das CO2 und die Abkühlung durch den Dreck in der Luft ergibt unsere heutige Temperatur.
In der Physik würde man diesen Streit durch ein Experiment entscheiden. Aber das geht natürlich nicht.
Im CERN hat man nun ein Experiment mit einem überraschenden Ergebnis durchgeführt. Man hat festgestellt, dass der Kühleffekt durch den Dreck in der Luft viel geringer ist, als angenommen. Auch vor der Industrialisierung gab es bereits so viele Wolken wie heute. Grund sind die Ausdünstungen und der Staub der Vegetation.
Wenn jedoch der Kühleffekt geringer ist als angenommen, liegt der Schluss nahe, dass auch die Klimasensitivität des CO2 geringer ist als angenommen.
Bei „Klimarettern“ macht sich schon leichte Panik breit.
Es ist also noch vieles unklar, wie der Klimawandel wirklich funktioniert.
Das Alfred-Wegener-Institut hat eine Studie herausgegeben, dass noch nie soviel Eis in der Antarktis geschmolzen ist, wie im letzten Jahr. In den Hochburgen des Qualitätsjournalismus (SZ und RTL) wurde ausführlich darüber berichtet. Wie es sich für guten Journalismus gehört, hat man mit Vergleichen versucht, dem Leser bzw. Zuschauer zu verdeutlichen, wie viel knapp 400 Kubikkilometer sind. Es kommen beeindruckende Vergleiche zustande: Trinkwasser für Berlin für 150 Jahre etc.. Ich hätte noch ein paar Vergleiche auf Lager gehabt. Wenn das Schmelzen so weiter geht, ist die Antarktis bereits in 7893 Jahren eisfrei (Darauf freue ich mich jetzt schon.) Durch das Schmelzen ist der Meeresspiegel letztes Jahr um eine Million Nanometer (= 1 mm) gestiegen. Es wird Zeit, dass wir Hamburg in den Schwarzwald umsiedeln.