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CH
07. Sep 2023
In den letzten Monaten und Wochen haben die Kräfte von Pater Ernst Waser zusehends abgenommen. Am 7. September 2023 ist er «im Kreis seiner Familie in Indonesien» friedlich eingeschlafen.
Ernst wurde am 15. Juni 1929 in Oberdorf/Stans in eine kinderreiche Bauernfamilie geboren. In Stans besuchte er die Volksschule und das Kollegium, wo er 1949 maturierte. Am 20. November 1949 trat er in der Marienburg, Thal bei den Steyler Missionaren ein und absolvierte das Noviziat in St. Augustin bei Bonn. Dort legte er am 1. Mai 1951 die ersten Gelübde ab, studierte Theologie und wurde am 28. August 1954 zum Priester geweiht.
Von 1954 bis 1968 wirkte P. Ernst Waser in der Marienburg als Lehrer und Präfekt. In diese Zeit fiel der Aus- und Neubau von Gebäuden für Gymnasium und Internat. Zur finanziellen Unterstützung gründete Ernst federführend den Freundeskreis, der viele Jahre Projekte des Gymnasiums Marienburg förderte und bis heute die Arbeit der Steyler Missionare unterstützt.
Von 1968 bis 1971 war er Rektor des Missionshauses Maria Hilf in Steinhausen und absolvierte gleichzeitig das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Zürich, das er 1971 mit dem Lizentiat abschloss. Die nächsten drei Jahre wirkte Ernst als Provinzial der Steyler Missionare in der Schweiz und übersiedelte dazu wieder in die Marienburg. Von 1974 bis 1976 leitete er dort die Missionsprokur. In dieser Zeit erwachte erneut der Wunsch, nach Indonesien aufzubrechen, und schliesslich erhielt er eine entsprechende Missionsbestimmung – bereits 1961 hatte er schon einmal die Bestimmung für Ruteng/Indonesien bekommen.
Am 15. Februar 1977 brach er über Rom nach Flores auf, lernte dort die Sprache und begann dann 1978 seine Arbeit in der Pfarrei Wangkung. Fidelis Den, aus Indonesien stammender Priester, fasst im Namen der Ernesto-Schulstiftung im Augustrundbrief die langjährige Tätigkeit von Ernst Waser sinngemäss so zusammen: Das Volk der Manggarai bezeichnet Ernst Waser nicht nur als frommen Priester, sondern auch als «Mann der Entwicklungshilfe». Dieser Titel wurde ihm als Zeichen des Respekts und der Anerkennung für seine Arbeit bei der Entwicklung der Region in allen Lebensbereichen verliehen. Als Steyler Missionar kümmerte er sich nicht nur um die geistlichen Bedürfnisse der Menschen, sondern legte auch grossen Wert auf das materielle Wohlergehen. Er eröffnete mit finanzieller Unterstützung von Spendern Autostrassen und Brücken, so dass die Dörfer leichter erreichbar wurden. So konnten die Menschen ihre landwirtschaftlichen Produkte problemlos auf Märkten und in Städten verkaufen. Er baute auch wetterfeste Kirchen und Moscheen, was ganzjährige religiöse Zusammenkünfte und den interreligiösen Dialog förderte.
Seine wichtigste Sorge galt dabei immer der Bildung. Die vielen Schulen haben dazu beigetragen, dass viele Kinder die Möglichkeit erhielten, Lesen und Schreiben zu lernen. Die Einzigartigkeit des von Pater Waser angebotenen Bildungsmodells ist die starke Integration von Schule und Internat, bzw. von Wissen und gutem Charakter. Daraus entstand in den letzten Jahrzehnten ein grosses Netzwerk von Menschen, die vor Ort und weltweit an menschlicher Weiterentwicklung mitarbeiten.
Die Vernetzung mit seiner Heimat war Ernst sehr wichtig. Immer wieder besuchten ihn Freunde aus der Schweiz in Indonesien. Der Freundeskreis «Santu Klaus» trägt die Arbeit von Ernst seit Jahrzehnten mit. Auf der Website finden sich Berichte über Leben und Arbeit von Ernst Waser in Indonesien mit einer Chronik seines dortigen Bildungswerkes.
In den letzten Monaten und Wochen haben die Kräfte von Ernst Waser zusehends abgenommen. Am 7. September 2023 ist er «im Kreis seiner Familie in Indonesien» friedlich eingeschlafen. Seine letzte Ruhestätte hat Ernst Waser am 8. September auf dem Friedhof der Steyler Missionare in Kuwu, Indonesien. Am 7. Oktober 2023 wird in Stans vormittags um 9.30 Uhr eine Gedenkmesse stattfinden.
Wir gedenken unseres Mitbruders dankbar im Gebet.
Stephan Dähler SVD