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Ihr Gehirn – ein Wunderwerk der Natur
Das Gehirn ist weitaus das wichtigste, aber auch das komplexeste Organ im menschlichen Körper. Es macht im Durchschnitt nur 2 % des Körpergewichts aus aber es steuert alle Körperfunktionen, verarbeitet Eindrücke der Sinnesorgane und erzeugt Gefühle. Die geistige Leistungsfähigkeit umfasst die Ausprägung der kognitiven Fähigkeiten des Gehirns, unter anderem Aufmerksamkeit,Wahrnehmung, Merken, Abstraktion und Problemlösung.
Wie alle Organe des Körpers besteht auch unser Gehirn zum grössten Teil aus Zellen. Es hat Milliarden von Nervenzellen, die in zwei grosse Kategorien eingeteilt werden: die Neuronen und die Gliazellen (laut letzten Schätzungen besteht des menschliche Gehirn aus 86 Milliarden Neuronen und mindestens so vielen Gliazellen). Die Neuronen bilden ein komplexes und effizientes Netzwerk, das für die Gehirnfunktion notwendig ist. Die Gliazellen stellen die unentbehrlichen Unterstützungselemente dafür dar, insbesondere indem sie die Neuronen ernähren und schützen.
Auch das Gehirn muss ernährt werden
Damit dieses Netzwerk einwandfrei funktioniert, braucht unser Gehirn viel Energie in Form von Traubenzucker und muss ständig mit Sauerstoff und Vitaminen versorgt werden. Bis zu 20% des Gesamtenergiebedarfs des Körpers werden vom Gehirn verbraucht.
Vergesslichkeit
Bei manchen älteren Patienten verläuft der Alterungsprozess optimal ohne Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen.
Somit kann ein älterer Patient …
… normal altern, wobei sich eine Verlangsamung der sensorischen und intellektuellen Funktionen einstellt.
… von leichten kognitiven Störungen betroffen sein, die ausgeprägter sind als beim normalen Alterungsprozess, ohne jedoch das Stadium der Demenz zu erreichen.
… eine Demenz vom Alzheimertyp oder eines anderen Typs entwickeln.
Kognitive Störungen & Demenz
Demenzen stellen eine heterogene Gruppe von Krankheiten dar. Sie werden heute als sich allmählich entwickelnde (evolutive) und chronische kognitive Pathologien betrachtet, die durch Veränderungen der Hirnleistung (sog. kognitive Funktionen) gekennzeichnet sind. Die häufigste Form von Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Mittlerweile ist es erwiesen, dass diese Krankheit bereits Jahrzehnte vor den ersten erkennbaren klinischen Symptomen auftritt. Nach heutigem Wissenstand entwickelt sie sich in einem kontinuierlichen Prozess, deren unterschiedliche Stadien nachfolgend beschrieben werden.
Die subjektive kognitive Leistungsabnahme (SCD)
Die subjektive kognitive Leistungsabnahme (englisch: Subjective cognitive decline, SCD) zeichnet sich aus durch subtile, fast unmerkliche Veränderungen im Vergleich zu früher.
Diese frühen Anzeichen sind zu fein, um durch neuropsychologische Tests entdeckt zu werden, und basieren auf der persönlichen Wahrnehmung der eigenen intellektuellen Fähigkeiten. SCD kann sich beispielsweise in Form einer erhöhten Vergesslichkeit äussern, wie Termine oder Namen von nahestehenden Personen, welche häufiger als früher vergessen werden. Die wahrgenommene Hirnleistungsabnahme bezieht sich jedoch immer auf den Vergleich zu einem früheren Niveau. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass eine subjektive kognitive Leistungsabnahme (Hirnleistungsstörung) nicht notwendigerweise Ausdruck einer sich entwickelnden Demenz ist. Es kann auch durch andere Ursachen bedingt sein, wie psychische oder somatische Störungen oder auch die Einnahme bestimmter Substanzen. Dennoch kann es in Kombination mit anderen Risikofaktoren (z. B. Alter über 60, Beschwerden seit mindestens 5 Jahren, Beschwerden meist im Zusammenhang mit dem Erinnerungsvermögen) ein erster, ernstzunehmender Hinweis sein, den man beachten sollte.
Die leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI)
Die sogenannte leichte kognitive Beeinträchtigung (englisch: Mild cognitive impairment, MCI) stellt ein weiter fortgeschrittenes Stadium dar als die subjektive kognitive Leistungsabnahme. Im Stadium der MCI kann der Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit – im Gegensatz zur subjektiven kognitiven Leistungsabnahme – mit bestimmten objektiven (neuropsychologischen) Tests gemessen werden. Patienten mit MCI zeigen Schwierigkeiten bei der Durchführung komplexer täglicher Aktivitäten, wie beispielsweise bei der Verwaltung ihrer Finanzen. Hingegen können sie ihren Alltag sonst, im Gegensatz zu Patienten mit Demenz, ohne grössere Probleme bewältigen und weiterhin autonom bleiben.
Die Demenz (Majore neurokognitive Störung)
Im Stadium der nachgewiesenen Demenz (heute auch als Majore Neurokognitive Störung bezeichnet) wird der Alltag der Patienten einerseits durch kognitive Symptome wie Gedächtnis-, Denk- oder Orientierungsstörungen stark beeinträchtigt als auch durch psychische und Verhaltenssymptome wie Apathie, Reizbarkeit, Benommenheit, Unruhe oder Schlafstörungen.
Ursachen kognitiver Störungen
Die Ursachen sind vielfältig und es ist wichtig zu betonen, dass Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung (subjektiven kognitiven Beeinträchtigung oder leichten kognitiven Beeinträchtigung) sich nicht unbedingt in Richtung Demenz entwickeln. Man kann zwar sagen, dass Patienten mit einer Alzheimerdemenz die Phase der subjektiven kognitiven Abnahme sowie der leichten kognitiven Beeinträchtigung durchgemacht haben aber nicht, dass Personen mit einer subjektivem kognitiven Leistungsabnahme oder leichten kognitiven Beeinträchtigung unbedingt eine Demenz entwickeln. Bei manchen Menschen bleiben diese Störungen stabil und bei anderen können sie sogar ganz verschwinden. Schließlich ist es wichtig zu wissen, dass die kognitiven Probleme nicht notwendigerweise mit der Entwicklung einer Demenz in Zusammenhang stehen sondern auch durch anderen Ursachen (Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen, Anämie, Diabetes, etc.) oder bestimmte Medikamente (Bsp. Psychopharmaka) hervorgerufen werden können.
Die Behandlung kognitiver Störungen
Es ist ratsam, mit seinem Arzt über diese kognitiven Störungen zu sprechen und sie nicht zu bagatellisieren, unabhängig davon, ob sie von der betroffenen Person selbst oder von den Personen aus dem nahen Umfeld wahrgenommen werden. Die Untersuchung erlaubt nicht nur eine körperliche oder psychische Ursache auszuschließen oder gegebenenfalls zu behandeln, sondern auch geeignete Folgemaßnahmen zu treffen.
Allgemein ermöglicht eine frühe Diagnose der erkrankten Person und den Angehörigen, die Veränderungen, die eine solche Krankheit mit sich bringt, zu verstehen. Im Anfangsstadium ist eine medikamentöse Behandlung mit Neuronen-stimulierenden präventiven oder therapeutischen Maßnahmen mit Abstand am wirksamsten. In weiter fortgeschrittenen Stadien kann eine umfassende und individuelle Behandlung für jeden Patienten und seine Umgebung vorgeschlagen werden, auch wenn die Demenz nicht heilbar ist.