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Arbeitsgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie
Präambel
Die Arbeitsgruppe Kinderschutz (AGK) der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) veröffentlicht seit 2009 jährlich Statistiken über Kinder, die wegen vermuteter oder tatsächlicher Mißbrauchshandlungen in einer Schweizer Kinderklinik ambulant oder stationär behandelt werden.
Fast alle grossen und mittelgrossen Kinderkliniken haben über die Zeit an der Umfrage teilgenommen. Daher geht die GPE-SSP davon aus, dass die Statistiken mit großer Sicherheit einen hohen Anteil der in einer Schweizer Kinderklinik behandelten Fälle von Kindesmisshandlung enthalten.
Zum ersten Mal wird 2014 in einer der Schlussfolgerungen der Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und der steigenden Zahl von Fällen psychischen Mißbrauchs von Kindern erwähnt, die sehr häufig zumindest indirekt betroffen sind. Im Jahr 2021 werden die Fälle von psychischer Gewalt durch häusliche Gewalt erstmals beziffert. Es erschien der Stiftung KidsToo sinnvoll, diese Daten in einer zeitlichen Perspektive zu präsentieren, die die Entwicklung der verschiedenen Daten besser erkennen lässt und möglicherweise Fragen generiert.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zahl der Opfer hat sich zwischen 2009 und 2021 fast verdoppelt. Der Anteil der sehr jungen Kinder (< 1 Jahr) ist drei- bis viermal höher als jener der restlichen minderjährigen Bevölkerungsgruppe. Mädchen machen generell 55% der Opfer aus, jedoch 86% der Opfer sexuellem Missbrauchs.
Der kumulierte Anteil der Fälle von körperlicher und psychischer Misshandlung sind seit 2017 auf 53% gesunken. Jener des sexuellen Missbrauchs ist seit 2009 allmählich gesunken und liegt 2021 bei 16%. Der Anteil der Fälle von Vernachlässigung ist seit 2016 gestiegen und erreicht im Jahr 2021 29%.
80% der Kinder sind Opfer von Personen aus der Familie. Sexueller Missbrauch innerhalb der Familie tritt jedoch im Verhältnis lediglich vier- bis fünfmal seltener auf als solcher durch Dritte.
Auch wenn minderjährige Täterinnen und Täter nur 12% der gesamten Täter ausmachen, stellen sie 26.5% der Täter sexuellen Missbrauchs dar.
Die Jahre 2020-21, die Jahre der Corona-Pandemie mit dem partiellen Lockdown, könnten einige der beobachteten “Anomalien” im Vergleich zu den Vorjahren erklären. Dies muss jedoch in Zukunft durch die Daten für 2022 und der folgenden Jahren bestätigt werden.