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Was das Maracanã-Stadion für die Fussballer, ist die direkt daneben liegende Multifunktionsarena Maracanãzinho für die brasilianischen Hallensportler. An den Olympischen Spielen werden in der 12'000 Zuschauer fassenden Halle die Volleyballer die Medaillen ausspielen. Und die Arena ist nicht nur für die Partien der Gastgeber ausverkauft. Nach dem Fussball ist Volleyball die zweitbeliebteste Teamsportart in Brasilien.
Entsprechend hoch sind im eigenen Land die Erwartungen und der Druck an die brasilianischen Auswahlen. Ihre erstgenannten Gegner sind bei den Männern wie bei den Frauen dieselben: die USA und Russland. Zu den Medaillenkandidaten zählen auch Weltmeister Polen und Europameister Frankreich bei den Männern sowie China, Italien und Serbien bei den Frauen.
Die Brasilianerinnen sind in der Weltrangliste hinter Weltmeister USA zwar nur die Nummer 2, besonders an Olympia-Turnieren galten sie zuletzt aber als nahezu unbesiegbar. 2008 und 2012 liessen sich die Brasilianerinnen die Goldmedaillen umhängen. Dass sie auch in diesem Jahr in Form sind, bewiesen sie mit dem Sieg am World Grand Prix, der Hauptprobe für das Olympia-Turnier.
Bei den Männern ist die Ausgangslage umgekehrt. Brasilien ist die Weltnummer 1, musste aber an den grossen Turnieren zuletzt stets mit Silber Vorlieb nehmen, so an den olympischen Turnieren 2008 (hinter den USA) und 2012 (hinter Russland) sowie an der WM 2014 (hinter Polen). 12 Jahre nach dem letzten Olympiasieg ist das Team von Trainerlegende Bernardinho deshalb auf Wiedergutmachung aus.
Nach aktuellem Stand - noch sind die Kader nicht alle fix - werden sieben Spielerinnen und Spieler in Rio dabei sein, die letzte Saison die NLA bereichert haben. Im Turnier der Männer der Mexikaner Carlos Guerra von Chênois und der Kanadier Rudy Verhoeff von Amriswil, bei den Frauen Fabiola (Brasilien), Bojana Zivkovic, Silvija Popovic (beide Serbien) und Foluke Akinradewo (USA) von Volero Zürich sowie Josefina Fernandez (Argentinien) von Franches-Montagnes.
Speziell ist die Geschichte von Carlos Guerra. Im Alter von 35 Jahren qualifizierte sich der Angreifer mit seinem Land erstmals aus sportlicher Kraft (1968 war Mexiko als Gastgeber gesetzt) für die Olympischen Spiele. Guerra wird Mexiko als Captain auf das Feld führen und erlebt dabei seinen Karriere-Höhepunkt.
Carlos Guerra spielt seit Jahren in der NLA (Näfels, Münsingen, Lausanne, Chênois) und ist in der Schweiz mittlerweile heimisch geworden. In Bälde erhält der dreifache Vater, der mit der ehemaligen Schweizer Beachvolleyballerin Tanja Guerra-Schmocker verheiratet ist und in der Region Bern lebt, den Schweizer Pass. Und nach Rio sucht Guerra noch einmal eine Herausforderung: Für die kommende Saison wechselt er innerhalb der NLA zu Schönenwerd.
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