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Bevor man die Russeinerbrücke überquert, versteckt sich unterhalb der Bahn die Ruine des ehemaligen Bewachungsturmes Hohenbalken. Der Turm stand auf einem grossen Felsvorsprung, welcher das Gebiet der Cadi (oberer Teil der Surselva) in zwei Regionen teilte: der obere Teil, die Sursassiala, und der untere Teil Sutsassiala genannt. Ethymologen erkennen bereits die Bedeutung der zwei Begriffe, denn "sassiala" kommt vom Lateinischen "saxum", was Stein bedeutet. Sur und sut sind Wörter aus dem Romanischen, welche lediglich "oberhalb" und "unterhalb" bedeuten, also zusammengsetzt "Ob dem Stein" und "Unterhalb des Steines". Somit umschliesst die Sursassiala die drei Gemeinden Disentis, Medel und Tujetsch. Und dieser Name wurde einstimmig für die neue Feuerwehrfusion gewählt.
Bereits 1998 fand eine gemeinsame Sitzung der drei Gemeinden betreffend Feuerwehrfusion statt. Die Zeit war damals jedoch zu früh. 2006 erwähnte die Gemeinde Tujetsch, dass sie an einer Zusammenlegung der Feuerwehren interessiert sei. Anfangs 2008 begann dann die eigentliche Planung zusammen mit der Gebäudeversicherung Graubünden. In wahrer Rekordzeit wurden sämtliche Erlasse durch Gemeindevorstände, Gemeinderäte und Gemeindeversammlungen genehmigt: im Juni in Disentis, im Juli in Medel und im September in Tujetsch. Die neue Organisation hat ihre Aufgabe am 20. Dezember 2008 übernommen.
Alle drei Gemeinde profitieren vom Zusammenschluss. Die Sicherheit wird erhöht, vor allem in Medel tagsüber, wo viele auswärtig arbeiten gehen. Zeitgleich wird der Bestand auf 97 AdF heruntergfahren, diese AdF können jedoch gezielter eingsetzt werden. Um Personalengpässe bei Unwettern und Lawinen vorzubeugen - die Talschaft ist in solchen Situationen oft von der Umwelt abgeschnitten - wurden ehemalige AdF in die Personalreserve aufgeboten.
Der Feuerwehrstützpunkt Sursassiala bietet folgende Dienste
- Hilfe für Menschen, Tiere, Umwelt und Sachwerte
- Rettungsstützpunkt für die Cadi (ADL Standort)
- Strassenrettungsstützpunkt für über 80 km Kantonsstrassen
- Öl-/ und Chemiewehrstützpunkt
- Waldbrandstützpunkt
- Tunnelspezialisten für Interventionen im Gotthard Basistunnel-Zugangsstollen Sedrun
Im neuen Konzept sind ebenfalls 15 Personen der lokalen Samaritervereine dem Sanitätsdienst zugeteilt. Weitere Partner arbeiten mit uns zusammen, namentlich der Ambulanzstützpunkt Disentis (144) und die Kantonspolizei Disentis (117).