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Der 4-fache Weltmeister hat noch nie ein Rennen von einem Startplatz ausserhalb der Top-3 gewonnen. Das wird ihm oft als Schwäche angelastet. Dabei liegt dies vor allem an seiner Qualifying-Stärke.
In Barcelona hätte Vettel selbst von Startplatz 3 aus nur gewinnen können, wenn beide Mercedes ausgefallen wären. Deshalb war seine Aufholjagd von 15 auf 4 ein Meisterstück, zumal er nach dem Start noch hinter Sutil auf 16 zurückgefallen war.
Früher Stopp als Vorteil
Für die Aufholjagd brauchte er die richtige Strategie: 3 Stopps erlaubten Vettel eine freie Fahrt ohne Rücksicht auf den Reifenverschleiss.
Das bedeutete aber auch, dass Vettel als Erster stoppte, in Runde 12, und damit auf den zweitletzten Platz zurückfiel. Bei Rennhälfte, als er die harten gegen weiche Reifen austauscht hatte, lag er auf P14, aber dann ging das Vettel-Spektakel ja erst los.
Massa und Magnussen schnappte er sich innert einer halben Runde, dann legte er Vorjahressieger Alonso aufs Kreuz. Mit Bottas, der einen deutlich höheren Topspeed genoss, tat er sich schwerer. Weil es in Kurve 1, der besten Überholmöglichkeit, nicht klappte, nahm er das volle Risiko in Kurve 10, mit Erfolg.
Schnellste Rennrunde
Vettel fuhr die schnellste Rennrunde, drei Zehntel vor Rosberg. Das hängt natürlich mit der 3-Stopp-Strategie zusammen. Aber: Vettel fuhr seine 1.28,9 in Runde 55, war also zu den Zeitpunkt rund 6 kg leichter als Rosberg, der seine 1.29,2 in Runde 51 aufgestellt hatte. 6 kg machen auf eine Runde nur ca. 15/100 aus. Auch dies ist eine Klasse-Leistung.
Vettels schnellste Rennrunde von Barcelona ist die erste von Red Bull in dieser Saison. Die erste Bestleistung (Sieg, Pole, schnellste Runde, Führungsrunde), welche nicht von Mercedes aufgestellt wurde. Ein kleiner Stich in die Mercedes-Dominanz, dank Vettel. All jene, die Ricciardo bereits zum neuen Leitbullen erkoren hatten, müssen umdenken.
Sauber: Böse Ernüchterung
Weniger Gewicht, neuer Frontflügel, neue Motorabdeckung - das Sauber-Upgrade zeigte am Freitag und Samstag Wirkung. Bisher hatten die Hinwiler Autos im luftleeren Raum vor den Kellerkindern Marussia und Caterham herumgegeistert, nun kämpften Sutil und Gutierrez in Reichweite der Mittelfeld-Rivalen Force India und Toro Rosso. Aber eben nur im Qualifying.
Im Rennen rauschte Gutierrez am Start von 13 auf 10, Perez konnte er allerdings nur gut eine halbe Runde lang hinter sich halten. Platz 11 verteidigte er sieben Runden, dann erlosch die schüchterne Hoffnung auf WM-Punkte jäh.
Sutils schmerzhafte Schlussphase
Kwjat, Button und Vettel zogen innert zweier Minuten vorbei, selbst Maldonado, der in der letzten Reihe gestartet war und sich eine 5-Sekunden-Strafe eingehandelt hatte, hängte Gutierrez zum Schluss um über 20 Sekunden ab. Es blieb Platz 16, wieder in jenem erwähnten luftleeren Raum, aber wenigstens noch einen Rang vor Adrian Sutil.
Der erlebte eine schmerzhafte Schlussphase. Wegen der starken Reibung im Schuh zog er sich an der Ferse eine mehr als Golfball-grosse Blase zu. Der Deutsche konnte nach dem Rennen deshalb keine Interviews geben und musste stattdessen von Josef Leberer verarztet werden.