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Primoz Roglic war in den letzten Tagen nicht zu beneiden. Am Sonntag hatte er während der 12. Etappe der Vuelta hinauf auf die Alto de l'Angliru geschwächelt, was sein Herausforderer Richard Carapaz zur Übernahme des Leadertrikots nutzte. Es folgte der Ruhetag am Montag, der für Roglic statt Erholung einen Ausflug in die jüngere, unschöne Vergangenheit bedeutete. Von medialer Seite war der Profi von Jumbo-Visma mit dem 19. September konfrontiert worden, dem Tag, an dem er die diesjährige Tour de France im abschliessenden Zeitfahren verloren hatte.
Das einzige Einzelzeitfahren der diesjährigen Vuelta nutzte der 31-Jährige, um die bösen Geister der Tour de France zu vertreiben. In 46:39 Minuten sicherte sich Roglic im Kampf gegen die Uhr nicht nur den Tagessieg, er fuhr auch zurück in das rote Leadertrikot der Spanien-Rundfahrt. Seinem grössten Rivalen, dem Ecuadorianer Carapaz, nahm Roglic 49 Sekunden ab. Im Gesamtklassement führt der Vorjahressieger nun mit 39 Sekunden Vorsprung auf den Profi von Ineos-Grenadiers. Der Brite Hugh Carthy, Vierter des Einzelzeitfahrens, liegt 47 Sekunden zurück.
Knapper als der Kampf um die Gesamtführung fiel das Duell um den Tagessieg aus. Den überraschenden Amerikaner Will Barta von Team CCC fing Roglic erst auf dem Schlussstück noch um eine Sekunde ab. Der 24-jährige Zeitfahrspezialist Barta hatte die ersten beiden Zwischenzeiten am schnellsten erreicht, fiel auf der abschliessenden Rampe hinauf nach Mirador de Ezaro aber noch hinter den guten Kletterer Roglic zurück.
Der zweite Ruhetag der Vuelta hatte für Roglic neben unangenehmen Erinnerungen auch einen weiteren Corona-Test gebracht. Die 681 Tests, die sämtliche Fahrer, Teammitglieder und Funktionäre am Montag abgegeben hatten, fielen alle negativ aus. Damit kann die Vuelta planmässig ihre Reise in Richtung Madrid fortsetzen. Am Mittwoch führt die 14. Etappe über 204,7 Kilometer von Lugo nach Ourense. Ein nächster sofortiger Umsturz im Gesamtklassement ist dabei nicht zu erwarten.