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Semret
Regie: Caterina Mona
Darst.: Lula Mebrahtu, Tedros Teddy Teclebrhan, Hermela Tekleab, Fanuel Mengstab, Manuela Biedermann, Mona Petri, Mehmet Ateşçi, Barbara Colceriu u.a.
Die Eritreerin Semret lebt seit Jahren in Zürich und arbeitet als Pflegehelferin in einem Spital. Sie bemüht sich nach Kräften, den Anforderungen an ihrem Arbeitsplatz zu genügen und hofft, eine Ausbildung zur Hebamme beginnen zu können. Während sie Kontakt zu ihren Landsleuten meidet und überhaupt ein recht einsames Dasein fristet, verhält sich ihre lebenslustige 15-jährige Tochter Joe ganz anders. Wie ein Schweizer Teenager möchte sie unbekümmert ausgehen, tanzen und Freundschaften schliessen, zudem will sie mehr über die eritreische Gemeinschaft erfahren, von der sich ihre Mutter so konsequent fernhält. Und sie möchte von ihrer Mutter Klarheit über ihren Vater erhalten, von dem sie nur weiss, dass er bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken ist. Als Joe an einem Fest der eritreischen Community den gleichaltrigen Tesheme und dessen Onkel Yemane kennenlernt, versucht Semret, der Tochter den Kontakt zu den beiden zu verbieten. Doch allmählich beginnen ihre bisherigen Gewissheiten in sich zusammenzufallen. Das Debüt der Zürcherin Caterina Mona, die zuvor jahrelang als Cutterin gearbeitet hat, ist der erste Film, der weitgehend unter Eritreer:innen in der Schweiz spielt. Schweizer Schauspieler:innen sind in dem einfühlsamen Sozialdrama, in dem hauptsächlich tigrinisch gesprochen wird und das seine Uraufführung am diesjährigen Filmfestival Locarno vor einem begeisterten Publikum auf der Piazza Grande erlebte, nur in Nebenrollen zu sehen. Während Semret von der in London lebenden Theaterschauspielerin Lula Mebrahtu verkörpert wird, ist die Rolle von Yemane mit dem in Deutschland lebenden Comedian Tedros Teclebrhan, der unter dem Künstlernamen Teddy Comedy bekannt wurde, prominent besetzt. Dies sind die beiden einzigen eritreischen Profischauspieler:innen, die übrigen Protagonist:innen werden von Laien gespielt. Teresa Vena schreibt auf kino-zeit.de: «Die Bemühungen um eine möglichst grosse Realitätsnähe spiegelt sich auch in der Form des Films wieder. Die Kamera ist nahe bei den Figuren, sie bewegt sich mit ihnen mit. (…) ‹Semret› bleibt als einfühlsames Porträt einer bemerkenswerten Frauenfigur in Erinnerung, das einer Bevölkerungsgruppe, die oft unbemerkt bleibt, Sichtbarkeit verleiht.»