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In den letzen Tagen hat mich das Thema Anlehnung an der Longe beschäftigt und habe dabei einiges Interessantes erlebt und erfahren und ein paar Dinge klarer gesehen. Das möchte ich gerne mit euch Teilen.
Möglichkeiten der Anlehnung:
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Das Pferd entzieht sich dem Kontakt, die Longe hängt durch, das Pferd vermeidet
Kontakt und Anlehnung
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Das Pferd lehnt sich an, es hat einen Zug nach Aussen und
wird vom Kontakt der Longe aufgehalten, die Kreislinie zu verlassen, das kann ganz sanft sein, oder auch ziemlich stark, das Pferd lässt sich von der Longe begrenzen
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Das Pferd trägt sich selber, die Anlehung ist mehr ein leichter Kontakt, das Pferd
driftet weder nach aussen, noch nach innen, das Pferd lässt sich vom Kontakt der Longe führen
Zuerst habe ich mit meinem Pferd Kalif an der Longe gearbeitet, bei ihm hat die Anlehnung oft eine gute Qualität, aber richtig bewusst wurde mir das erst, als ich nachher mit Maika gearbeitet habe. Bei Maika spürte ich sofort, dass ihre Anlehnung weniger leicht war, obwohl der Druck in der Hand leicht war, sie hat also nicht stark an der Longe gezogen, sie hat aber dennoch die Anlehnung an die Longe gesucht, indem sie leicht nach Aussen driftete und auch mit der Hals und der Kopf hatte eine Tendez nach Aussen zu lehnen, ich spürte, dass damit sofort ein leichtes Verkanten einhergeht. So konnte sie nicht richtig loslassen. Ich habe mit dem Bild gearbeitet, dass ihr Kopf an der Halswirbelsäule hängen kann. Das Kopf-Hals-Gelenk ist ein Kugelgelenk, wenn der Kopf losgelassen werden kann, findet der Kopf seine Position von alleine als Folge dessen was der Rest des Körpers tut. Das bedeutet auch, dass der Kopf nur 'hängen' kann, wenn der Rest des Körpers soweit loslässt, dass dies nicht verhindert wird. Der Körper braucht dazu eine gewisse Balance und eine Ausrichtung auf die Volte, damit er nicht mit Kopf und Hals gegenregulieren muss.
Wie beim Reiten, kann die Hand an der Longe eine ganze Menge spüren. Ist das Pferd locker und weich? Wo klemmt es? Wo hält es sich fest? Damit die Hand diese Information erhalten kann, braucht es diesen feinen Kontakt, dann fühlt sich die Longe an wie eine Fortsetzung des Pferdekörpers, wie eine Erweiterung der Wirbelsäule, aber man kann auch den Rest des Pferdekörpers fühlen, die Vorhand, die Hinterhand, den Brustkorb usw.. Auch die Qualität der Hand ist sehr wichtig. Damit eine Hand fühlend wird braucht es in erster Linie das Bewusstsein des Menschen. Ist er sich seiner Hand nicht bewusst, kann sie ihm auch keine Informationen weitergeben. Das zweite Wichtige ist, welche Information gibt die Hand an das Pferd weiter? So wie der Kopf am Rest des Pferdekörpers hängt, so hängt auch die Hand des Menschen am Rest des seines Körpers. Welche Information steckt in unserem Körper? Ist unser Körper durchlässig und weich? Ist die Hand hart? Ist die Hand hart, wird diese Information immer das Pferd beeinflussen und auch wenn das Pferd noch weich ist, wird es darin immer wieder gestört und über kurz oder lang, wird es die Qualität des Menschen übernehmen. Ist sich der Mensch bewusst wo er ist? Lassen wir uns vom Pferd mitziehen oder wegdrängen? Gehen wir unseren eigenen Weg? Spüren wir ob das Pferd uns mitzieht? Merken wir, dass wir dem Pferd nachlaufen? Damit unsere Information möglichst klar ist, ist es nötig, dass wir uns bewusst sind, wohin wir uns bewegen, nurdann können wir fühlen ob das Pferd nach Innen drückt, fühlen wir das nicht, reagieren wir unbewusst darauf und verlieren unseren klaren Weg. Unsere und die Linie des Pferdes wird unklar, das wirkt sich auch auf die Balance des Pferdes aus und somit auch darauf ob das Pferd loslassen kann. Ohne Balance ist kein Loslassen möglich.
Als Maika soweit loslassen konnte, dass der Kopf relativ frei hängen konnte, fühlte ich auch den Rest des Pferdekörpers, ich arbeitete mit dem Bild, dass meine Hand genau so weich und beweglich sein soll, wie ich mir das von ihrer Wirbelsäule wünsche. Das war ein sehr spannendes Bild und hat mir auch immer wieder aufgezeigt, dass meine eigene Hand ins Unbewusste abtaucht. Einfach etwas tut oder einfach starr ist. Auch konnte ich sehr gut fühlen, wie meine eigenen Schritte auf meine Hand einwirkt. Ich konnte das Bild dann so erweitern, dass ich meine Schritte und meine Hand verbunden habe, dass ich fühle, dass meine Hand weich meinen eigenen Schritten nachgeben kann und meine eigenen Schritte im Fluss bleiben. Auch für die Balance des Pferdes ist es nötig, dass die Bewegungen im Fluss bleiben, das die Schritte weiter gehen, dass das Vorwärts vorhanden ist.
Für mich ist es immer wieder spannend, wenn sich solche Fenster auftun, wo man ein Detail genauer erfahren und erfühlen kann und so Neues dazu lernt. Aber das ist nur ein Detail von ganz vielen und schlussendlich geht es immer wieder ums Ganze. Es braucht Zeiten wo man dem Detail Raum gibt, aber danach gehts wieder ums loslassen, damit sich etwas Neues zeigen kann. Aber die Aufmerksamkeit die es erhalten hat, die Erfahrung die daraus resultiert ist dennoch wichtig und dennoch sollte man sich davon nicht vereinnahmen lassen. Sehr komplex und spannend das Ganze :-)