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So viele Menschen wie Ende 2020 lebten noch nie in der Schweiz. Dies, obwohl sich der Geburtenüberschuss durch die deutlich höheren Todeszahlen 2020 fast halbiert hat. Sieben Punkte zeigen, wie sich die Schweiz im letzten Jahr bevölkerungsmässig veränderte.
8'667'100 Personen haben Ende 2020 in der Schweiz gelebt, 61'100 oder 0,7 Prozent mehr als 2019. Alles in allem hat sich in den letzten Jahren wenig verändert: «Die Bevölkerungszunahme entspricht derjenigen von 2018 und 2019 und ist damit erneut eine der schwächsten der letzten zehn Jahre», so das BFS.
Blicken wir noch kurz auf die einzelnen Kantone. Mit Ausnahme von Neuenburg (-0,4%), Appenzell Ausserrhoden (-0,3%) und dem Tessin (-0,2%) legten alle Kantone bevölkerungsmässig zu. Die prozentual grössten Zuwächse verzeichneten dabei der Aargau und Thurgau (je 1,2%), sowie die Waadt und Freiburg (je 1,1%):
Bei den Todesfällen gab es einen Anstieg von 12,1 Prozent im Vergleich mit 2019. Die starke Zunahme der Todesfälle «hängt mit der Covid-19-Pandemie zusammen», konstatiert das Bundesamt. Todesfälle von Männern nahmen stärker zu als solche von Frauen, mit einem Plus von 14,6 gegenüber 9,9 Prozent.
Ähnlich deutlich war der Unterschied zwischen den 0- bis 64-Jährigen und den über 65-Jährigen. Die Todesfälle von 0- bis 64-Jährigen nahmen lediglich um 8,2% zu, von 8400 auf 9100. Bei den Personen ab 65 Jahren stiegen die Todesfälle um 12,7% von 59'400 im Jahr 2019 auf 66'900 im Jahr 2020.
Nidwalden war der einzige Kanton mit einem Rückgang der Todesfälle: 2020 starben dort zwei Kantonsbewohner weniger im Vorjahr.
Über die Auswirkungen der Pandemie auf die Geburtenrate könne wegen der Dauer der Schwangerschaft noch keine sichere Aussage gemacht werden, schreibt das BFS. Gemäss provisorischer Statistik ging die Anzahl Geburten von 86'200 im Jahr 2019 leicht auf 85'500 zurück.
72,4 Prozent der Geburten erfolgten innerhalb einer Ehe. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau lag bei 1,46. Einen Anstieg der Geburten gegenüber 2019 verzeichneten die Kantone Graubünden, St. Gallen, Solothurn, Nidwalden, Schaffhausen, Wallis, Schwyz und Obwalden.
Der Geburtenüberschuss - die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen - hat sich gegenüber dem Vorjahr praktisch halbiert von 18'400 auf 9500 Personen. Dieser Rückgang war gemäss BFS hauptsächlich auf den Anstieg der Todesfälle zurückzuführen.
Damit liegt der Geburtenüberschuss auf dem tiefsten Niveau seit 2004.
In den Kantonen Tessin, Bern, Basel-Landschaft, Neuenburg, Graubünden, Jura, Basel-Stadt, Schaffhausen und Glarus war der Geburtenüberschuss sogar negativ, d.h. es starben mehr Menschen als Kinder geboren wurden.
Im Tessin, dem von der Pandemie zu Beginn am härtesten getroffenen Kanton, mussten gar rund 24 Prozent mehr Todesfälle als Geburten verzeichnet werden. Auch im Jura liegen diese rund 10 Prozent über den Geburten.
Grund für den Bevölkerungsanstieg war also nicht ein grosser Geburtenüberschuss, sondern der Wanderungssaldo.
Genauer: die starke Abnahme an Auswanderungen. Der Wanderungssaldo ist mit einer Zunahme von 56'000 zwar immer noch positiv, aber im Vergleich zu 2019 gingen sowohl Ein- wie Auswanderungen zurück – Einwanderungen um 3,9 Prozent, Auswanderungen um 15,6.
Den Zahlen nach zu schliessen stieg die Heimatverbundenheit von Schweizern: Die Einwanderungen von Schweizer Staatsangehörigen nahmen um 6,7 Prozent zu, diejenigen von Ausländern dagegen um 3,9 Prozent ab. Mit einem Minus von 15,6 Prozent gegenüber 14,9 Prozent sind Schweizer Bürger 2020 auch seltener ausgewandert als ausländische.
Sowohl Hochzeiten wie Scheidungen haben 2020 gegenüber dem Jahr davor abgenommen - gemäss BFS «hing (das) vermutlich mit der Covid-19-Pandemie zusammen».
Es wurden 34'900 Ehen geschlossen, 10,4 Prozent weniger als 2019. Dabei liessen sich deutlich weniger Schweizer Paare vom Bund fürs Leben abbringen als ausländische: Unter Schweizer Staatsangehörigen wurde 5,2 Prozent seltener geheiratet, ausländische oder gemischt-nationale Paare sagten 15-15,6 Prozent seltener «Ja».
Wiederum war Nidwalden die Ausnahme: Hier läuteten die Hochzeitsglocken um 1,6 Prozent häufiger. Geschlagen wurde das nur von Graubünden, wo 2 Prozent mehr Eheschliessungen registriert wurden als 2019.
Mit Material der sda