Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03564.jsonl.gz/3728

Ein Hauptelement, an dem der auf Lavaux gerichtete Blick hängen bleibt, ist die parallel oder lotrecht zum Hang verlaufende Mauer. Ihre vorrangige Bedeutung war es, Terrassen entstehen zu lassen und somit bebaubare Erdflächen herrichten zu können.
10.000 Terrassen
Mauern und Mäuerchen bilden einen Komplex mit einer Länge von 400 bis 450 Kilometern, die mehr als 10.000 Terrassen oder „charmus“ stützen, und Jahrhunderte lang von den Bauern selbst oder Kleinhandwerkern errichtet und gepflegt wurden. Bereits im XIX. Jahrhundert werden umfangreiche Arbeiten im Zusammenhang mit dem Bau von drei Eisenbahnlinien und mit der Verbesserung der Hauptrouten durchgeführt. Es werden Baustellen eröffnet, was den Einsatz von Spezialunternehmen impliziert, die bis dahin unbekannte Techniken (Werksteine) einsetzen.
Dann werden ab dem Ende des zweiten Weltkrieges Vorhaben zur Flurbereinigung durchgeführt, was den Einsatz von Beton für die Mauern mit sich bringt, eine Technik, die sich als nicht sehr geeignet für die Biodiversität der Region und die ästhetische Erhaltung erwiesen hat. Heute legt man genaueres Augenmerk auf diese Fragen.
Der Genfer See, gleichzeitig Spiegel und Schmuckkästchen dieses einmaligen Weinbaugebiets, ist ein weiteres bedeutendes Element, das untrennbar mit der Landschaft des Lavaux verbunden ist. Seine Ufer sind die Verbindungen zwischen dem Genfer See und dem bebauten, gebauten und bewohnten Gebiet des Lavaux.
Prüfung für Bestandsverzeichnisse
In den letzten dreissig Jahren wurde das bauliche Kulturerbe systematisch für mehrere Verzeichnisse geprüft, die sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene erstellt wurden, und gleichzeitig für einen Schutzstatus der Stätten sorgten. Dieses ist der Fall beim l’Inventaire fédéral des paysages, sites et monumentsnaturels, (Bundesverzeichnis der Landschaften, Stätten und Naturdenkmäler), das bereits 1977 erarbeitet wurde, welches auf landschaftstypologischen und naturwissenschaftlichen Kriterien beruht.
Es wird ergänzt durch das Bundesverzeichnis der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, das von der Eidgenossenschaft bereits zu Beginn der 1970er Jahre erstellt wurde. Dieses Verzeichnis zeigt die ausserordentliche Reichhaltigkeit des Erbes in den Ortschaften des Lavaux auf, wie zum Beispiel Lutry, Cully, der Dörfer Aran, Grandvaux, Riex, Epesses, Rivaz beziehungsweise Saint-Saphorin (siehe Verzeichnis der Stätten auf www.geoplanet.vd.ch, Thema "Natur Fauna Erbe", Schicht "Architektonische Erfassung und Stätten").
Die architektonische Erfassung des Kantons Waadt gibt Zeugnis vom ausserordentlichen Reichtum der Ortschaften im Lavaux: von den 1228 Gebäuden, die im Bereich des Erbes erfasst wurden, wurden etwa 400 wegen ihrer historischen und architektonischen Qualitäten unter Schutz gestellt (siehe die Erfassungswerte der Gebäude und ihre Schutzmassnahmen auf www.geoplanet.vd.ch, Thema "Natur Fauna Erbe", Schicht "Architektonische Erfassung und Stätten").
Bibliografie : MARCHAND, Bruno, FRUND, Joseph, VON BUEREN, Christine, «Paysage et architecture», in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier de candidature de Lavaux au patrimoine mondial de l’UNESCO, Cully, Janvier 2006, pp. 76-88.