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Hoher staatlicher Beamter, der bei Abwesenheit oder Minderjährigkeit des Monarchen die Regierungsgewalt ausübt.
Oft setzt sich diese oberste Vertretung fürstlicher Gewalt aus mehreren Personen zusammen und wird dann Regentschaftsrat
genannt.
(lat.), das Staatsoberhaupt, dem nicht als Beamten, wie einem Direktor oder Präsidenten, sondern als Monarchen
die oberste Leitung der Staatsangelegenheiten zusteht. In einem engern Sinne versteht man unter Regént einen Reichs- oder Landesverweser,
welcher in Verhinderung des Staatsoberhauptes, wegen Minderjährigkeit, Gefangenschaft oder Geisteskrankheit desselben die
Regierung führt. So war König Wilhelm I. von Preußen
[* 3] Regént während der
Krankheit seines BrudersFriedrich
Wilhelm IV. Meist ordnet die Verfassung selbst an, wer zur Regentschaft berufen werden soll; der Regel nach führt der nach
der Primogeniturordnung nächstberufene, großjährige, regierungsfähige Agnat die Regierung, so auch nach preuß. Staatsrecht
(Verfassungsurkunde Art. 56); ist kein nach der Verfassung berechtigter Regént vorhanden, so hat das Ministerium
die Regentschaft zu führen bis zur Wahl eines Regént durch den Landtag (Art. 57). Vor Beginn der Regentschaft hat der Regént vor
dem Landtag den Verfassungseid zu leisten. Der nach preuß. Staatsrecht berufene Regént hat auch als solcher die kaiserl. Rechte
auszuüben. In manchen Staaten wird als Regént berufen auch die Mutter (so gegenwärtig in Spanien
[* 4] und den Niederlanden) oder Großmutter.
In England bestimmt das Parlament die Rechte der Regentschaft. Regént ist auch Titel von Vorstehern geistlicher Orden
[* 5] (s. d., Bd.
12, S. 623 b).