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Seit 1994 treiben sich die Holländer von Salacious Gods im Untergrund rum. Allerdings wurde laut Homepage erst 1998 das erste Demo „The Slumbering Silence“ aufgenommen.
Erzähl mal, war das wirklich die erste Demo, die ihr aufgenommen habt, oder gibt’s da auch ältere Sachen, die ihr aber nicht zu den regulären Veröffentlichungen zählt?
Stimmt genau, wir haben noch Rehearsal Tapes aufgenommen mit älteren Songs darauf. Aber die wurden nie veröffentlicht. Insgesamt gibt es noch fünf ältere Lieder, die wir noch nicht veröffentlicht haben.
Warum habt ihr bis 1998 gewartet um ein Demo zu veröffentlichen?
Eigentlich waren wir nie zufrieden mit den alten Liedern und wollten diese auch nicht aufnehmen. Bis 1998 hatten wir auch nie Geld, um ins Studio zu gehen. Deswegen ist „The Slumbering Silence“ die erste Demo.
Eure ersten zwei richtigen Scheiben, „Askengris“ und „Sunnevot“, wurden über Coldblood Industries veröffentlicht. So weit ich weiss ist das ein kleines Label in Holland. Wie kamt ihr zu dem Deal?
Der Boss von Coldblood Industries ist der Henry Sattler von God Dethroned. Wir traten öfter mit God Dethroned auf und unsere Gigs haben Henry sehr gefallen. Deswegen hat er uns gefragt ob wir bei seinem Label unterschreiben wollen. Nach der holländischen Thrash Metal Band „Dead Head“ waren wir die zweite Band auf seinem Label.
Wenn wir schon bei God Dethroned sind, spielte deren Gitarrist Jens nur auf „Sunnevot“ bei euch oder war er vorher schon in der Band?
Nein, Jens spielte nur auf „Sunnevot“ mit. Nach der Veröffentlichung von „sunnevot“ spielte er auch ein paar Gigs mit weil wir nur einen Gitarristen hatten.
Über die Zusammenarbeit mit Coldblood Industries wart ihr ja scheinbar nicht so zufrieden. So weit ich weiss musstet ihr sogar ein Keyboard mit auf das Album nehmen um sie zufrieden zu stellen und abgesehen davon seid ihr ja mittlerweile bei Folter Records unter Vertrag. Kannst du uns da Genaueres schildern?
Coldblood Industries war das erste Label, das an uns interessiert war. Wir wollten zu dieser Zeit ein Album aufnehmen und so nahmen wir die Chance wahr und unterzeichneten einen Vertrag für zwei Alben (wir bereuten das später aber wieder). Ein Teil des Vertrags war, dass wir das Album im Studio seiner Wahl aufnehmen und das gehörte einem Freund von Henry. Zu Beginn der Aufnahmen von „Askengris“ teilten wir dem Besitzer des Studios mit, wie wir uns das Album vorstellten. Jedoch hatte Coldblood Industries seine eigene Vorstellung davon, wie das Album klingen sollte. Sie wollten, dass „Askengris“ wie eine Mischung aus Dark Funeral und Dimmu Borgir klingt, weil sie glaubten, dass sich das gut verkaufen lässt. Das ist auch der Grund, warum das Keyboard so laut und klar zu hören war. Selbiges passierte dann auch noch auf „Sunnevot“.
Wir sind sehr stolz auf die zwei Alben, aber sie klingen einfach nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten vorher schon einen Keyboarder, aber wir wollten das Instrument niemals so laut haben. Aber Coldblood Industries hat dies einfach gegen unseren Willen gemacht. Genauso entschieden sie über das Artwork.
Hat Coldblood Industries die zwei Alben damals zu schlecht vermarktet oder warum kennt man euch hierzulande kaum? Wenn das Label einen Sound wie Dimmu oder Dark Funeral wollten, damit sich die Scheiben gut verkaufen können, dann hätten sie doch auch dementsprechend Werbung machen müssen.
Wir Haben keine Ahnung wie man die Vermarktung damals gemacht hat, vielleicht haben sie sich zuviel auf den holländischen Markt konzentriert. Oder sie haben sich mehr auf die ganze Metal Szene konzentriert anstatt sich auf die Black Metal Szene zu beschränken. Wir wissen auch nicht wie oft die zwei Alben verkauft wurden. Aber das ist auch egal. Hauptsache ist, dass wir jetzt wieder einen neuen Start machen können, mit neuen Mitgliedern, dem neuen Label und einem neuen Album.
Also habt ihr mit dem alten abgeschlossen?
Nach dem Release von „Sunnevot“ standen bei uns einige Line-Up Wechsel an. Wir hatten einen kleinen Krieg mit dem Keyboarder, also verliess er die Band. Der Drummer wollte aber keine Black Metal Band ohne Keyboarder und stieg dann ebenfalls aus. Inzwischen haben wir einen zweiten Gitarristen und Kriich von Lugubre sprang für ein paar Konzerte als Session-Drummer ein. Nach einer Weile fanden wir aber auch einen festen Schlagzeuger.
Unser Vertrag mit Coldblood Industries endete damals und wir sahen uns nach einem nuen um. Folter Records war interessiert und wir haben unterzeichnet. Die sind geeigneter für uns, denn sie geben uns mehr Freiheit und glauben wirklich an die Black Metal Szene. Mit dem neuen Line-Up haben wir neue Songs geschrieben in denen keine Keyboards vorkommen. Wir konnten jetzt selbst das Studio wählen und entschieden uns für eines in der Nähe unserer Wohnorte. Der Besitzer von dem Studio gab uns die Möglichkeit den Sound auf „Piene“ so zu kreieren wie wir ihn wollten. Jetzt klingt Salacious Gods endlich so, wie wir wollen.
Das hört man dem neuen Album ja auch an, „Piene“ klingt verdammt kalt und aggressiv. Von wem stammen Musik und Texte? Hat da ein bestimmter die Fäden in der Hand, oder macht ihr alles gemeinsam?
Danke! In der Zeit in der die Lieder für „Piene“ geschrieben wurden, wohnten der Schlagzeuger (Fjildslach) und ich nicht weit voneinander entfernt. Also hatten wir die Möglichkeit oft mit einander zu proben. Da der Rest der Band in anderen Teilen von Holland wohnen, konnten sie nicht recht oft zum proben kommen. Darum habe ich fast alle Lieder von „Piene“ geschrieben. Musik und Texte. Aber der Gitarrenspieler (harfst-ruus) hat auch viele Riffs geschrieben, und der Sänger (Steakelhorn) schrieb den Text zu „Striem’n op de pokkel 1227“.
Alle unsere Songs werden erst geschrieben und erst später durchgeprobt. Auf „Askengris“ und „Sunnevot“ war es genau so. Darum hat sich vom Songwriting her nicht viel geändert.
Dann ist es bei euch auch so wie bei vielen anderen, dass ihr gar nicht regelmässig proben könnt?
Richtig. Bevor wir ins Studio gingen um „Piene“ aufzunehmen, hat unser Sänger ein paar Lieder nur einmal geprobt, und die meisten gar nicht. Unser Gitarrist kommt vielleicht fünfmal im Jahr zum Proben und unser Bassist gerade fünfzehn Mal. Der Drummer und ich proben alle zwei Wochen. Aber wir nehmen oft etwas auf ein Tonband oder eine Cd auf und schicken es den Andern. Ein paar Songs haben wir schon wieder, also klappt es ganz gut so.
In Holland gibt es ja eine Menge Metal Bands, aber gerade im Black Metal Bereich ist wenig wirklich bekannt. Welche sind es deiner Meinung nach auf alle Fälle wert ein Ohr zu riskieren?
Das hängt von den Geschmäckern ab. Aber wenn du mich fragst, gibt es vielleicht die alten Funeral Winds, Heretic, Fluisterwoud, Malignant, alte Sekhmet, Lugubre, Nocturn, Pentacle, Occult, Ordu Draconis, Perditor…
Naja, von den Bands kenn ich ja nicht gerade viele. Welche Bands hatten denn auf euch Einfluss? Ich würde mal stark auf Enthroned tippen, zumindest was das Album „Piene“ betrifft. Für die älteren Scheiben kann das ja nicht gelten, weil Enthroned selbst das erste Album erst 1995 veröffentlicht haben.
Enthroned ist eine sehr feine Band, aber sie hatten nie Einfluss auf Salacious Gods. Vom Anfang an waren für uns alte Samael, alte Tiamat, alte Cemetery, alte Immortal, Marduk, Darkthrone, Sodom, alte Kreator, usw. Für „Piene“ sind es dieselben, aber durch die Jahre hinweg hatte die ganze Black Metal Szene einen gewissen Einfluss auf uns genommen. Alte Bands genauso wie neue. Eigentlich alles was uns gefällt.
Du schreibst immer ALTE Samael, ALTE Immortal und so. Gefallen dir die neuen Sachen nicht mehr? Bist du auch der Meinung, dass die älteren Bands sich geändert haben? Viele sagen gerne, „früher war alles besser“. Bist du auch dieser Meinung?
Die neueren Sachen dieser Bands gefallen uns nicht immer, in die alten Scheiben ist einfach mehr Nostalgie drinnen. Im Black Metal ist man immer auf der Suche nach den Grenzen das „Kranke“, „Verdorbene“ und „Aggressive“. Damals waren es diese Bands die diese Grenze erreicht hatten, jetzt sind es andere, die das übernehmen. Ich glaube nicht, dass früher alles besser war, heute gibt es auch noch immer Bands welche die Grenzen brechen.
Die älteren Bands werden oft immer ein bisschen weicher. Wir versuchen aber immer härter zu werden!
Auf dem „Under the Black Sun“ habt ihr ja schon einen sicheren Gig in diesem Jahr. Stehen mittlerweile schon mehr Auftrittsmöglichkeiten fest?
Wir werden noch ein paar Konzerte in Holland oder vielleicht auch Deutschland spielen. Vielleicht können wir später im Jahr noch mal eine Tour machen. Es währe auch fantastisch mal wieder in Österreich zu spielen!
Die Promotour liegt ja eigentlich bereits hinter euch. Wie war die Tour so, ist alles planmässig verlaufen?
Die Tour war sehr professionell! Sie wurde von Folter Records gut arrangiert. Wir hatten diesmal einen Bus mit Schlafkabinen. Normalerweise haben wir diesen Luxus nicht. In Stuttgart haben wir eine Bar demoliert und vollgepisst. Fjildslach ist mal aufgewacht mit dem Kopf voller Blut, weil er sich am Tag davor geschnitten hatte. Und er hat in Prag eine 40+ Schlampe mit aufs Klo genommen. Also ich hoffe er ist jetzt nicht krank. In Bitterfeld haben wir im Proberaum von Trimonium geschlafen und mit den Jungs von Trimonium und Skyforger gejammt. Ansonsten haben wir nur mit Skyforger und Sear Bliss gesoffen. Es ist nicht viel schief gegangen.
Hmmm… Das hört sich ja recht turbulent an. Musstet ihr den Schaden in der Bar dann bezahlen? Und wie stand es mit Fjildslach´s Wunde, war das was ernsteres oder konnte er trotzdem ganz normal Schlagzeug spielen?
Das mit dem Blut sah anfangs ernst aus, aber als er sich den Kopf gewaschen hatte, merkte man, dass die Wunde nicht so schlimm war. Wegen der Bar haben wir bis jetzt nichts gehört. Aber trotzdem, das sind die Dinge, die einem von der Tour in Erinnerung bleiben. Wir sind ja nicht auf Tour für die Langeweile.
Habt ihr eigentlich schon wieder neue Lieder für das nächste Album? Weisst du schon wann wir ungefähr mit einem neuen Album rechnen können?
Drei neue Lieder haben wir bereits fast fertig, die haben aber noch keine Titel. Das nächste Album würden wir gerne im ersten Halbjahr 2006 aufnehmen. Vielleicht bringen wir in der Zwischenzeit noch eine EP raus.
Na, dann bleibt nur zu hoffen, dass ihr uns nicht zu lange warten lässt. Immerhin macht „Piene“ wirklich Appetit auf mehr.
Danke.
© Schwermetall.ch