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Der Baum begann schnell zu wachsen. Sie pflegte und goss das Pflänzchen jeden Tag, und mit jedem Tag wurde sie glücklicher. Schliesslich stand da ein wunderschöner, starker Baum. Im Dorf jedoch breitete sich Unruhe aus, denn der alte König war gestorben und der neue König konnte aus irgendeinem Grund nicht glücklich sein, und er lächelte nie. Es hiess bald, auf ihm liege ein Fluch. Verzweifelt liess der König glückliche Leute zu sich bringen und fragte sie, warum sie glücklich seien. Doch sobald er sie ansprach, übertrug sich seine schlechte Laune auf sie, und sie konnten nicht mehr antworten.
Eines Tages wurde ein glücklicher Wanderer angehalten, der einem Diener das Haus des Glücks zeigte, aus dem er gerade kam. Das Essen, meinte er, sei so gut, dass es glücklich macht. Der Diener teilte dies sofort dem König mit, und die Nachricht verbreitete sich rasch, dass er jeden Tag im Haus des Glücks essen wollte. Er liess sich eine Suppe bringen. Sie schmeckte gut, und ein kurzes Lächeln schlich sich auf seine Lippen, aber der König war noch immer unglücklich. Er liess sich alles bringen, was die ältere Schwester kochen konnte. Sie gab sich alle Mühe, doch ihr Essen konnte den König nicht richtig glücklich machen. Schliesslich wurde auch sie unglücklich, und das Essen schmeckte von Tag zu Tag schlechter, die Ideen gingen ihr aus. Das Haus des Glücks verlor seinen guten Ruf, und es begann langsam zu zerfallen. Die jüngste Tochter kümmerte sich immer noch um ihren Baum und war noch immer glücklich. Als der König aus dem Haus des Glücks kam, sagte er zur Schwester: „Ich werde nicht mehr kommen. Das Essen ist nicht mehr gut, und es macht nicht glücklich.“ Sie überzeugte ihn, ein letztes Mal dort zu essen. Die Jüngste hörte das und beschloss, ihrer Schwester zu helfen: Sie würde an ihrer Stelle kochen.
Als der König kam, brachte sie ihm den Teller. ER war randvoll gefüllt mit Kastanien. Der König ass sie. Sie schmeckten so süss und gut, dass die schlechte Laune verflog. Auf seinem Gesicht breitete sich ein grosses Lächeln aus, und zum ersten Mal in seinem Leben war er glücklich. Er lachte. Der Fluch war gebrochen und alle Bewohner des Reiches waren wieder glücklich. Als Dank heiratete er die jüngste Tochter und es gab eine Hochzeit, die drei Tage lang dauerte. Der Baum wurde nun Baum des Glücks genannt, und jeder, der an ihm vorbeilief, konnte die Freude spüren. Das Königspaar zog auf das Schloss und regierte nun mit Freude über das wieder glückliche Königreich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
© Linda E. Wilhelm