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Knoll wurde 1938 von Hans G. Knoll gegründet, dem Sohn eines der Pioniere unter den deutschen Herstellern moderner Möbel, der in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewandert war. Dank seiner Ausbildung in England und der Schweiz war Hans Knoll mit dem Bauhaus und vielen schöpferischen Figuren des Designs und der Architektur des 20. Jahrhunderts in Berührung gekommen, darunter Walter Gropius, Marcel Breuer und Mies van der Rohe.
Hans Knoll gelangte 1937 in New York City und im darauffolgenden Jahr gründete er in einem Raum im zweiten Stock eines Gebäudes auf der East 72nd Street die Hans G. Knoll Furniture Company, an der er mutig ein Schild mit der folgenden Aufschrift anbrachte: Factory No. 1.
Wie bei vielen Visionären war sein Geschäftszweck aus heutiger Sicht minimalistisch, denn er war einfach davon überzeugt, dass moderne Architekten auch moderne Möbel benötigten.
Während des Zweiten Weltkrieges traf Hans Knoll eine junge Raumplanerin und Designerin namens Florence Schust, der er eine Anstellung in seinem Unternehmen gab. Florence Schust kam mit beeindruckenden Referenzen zu Knoll. Sie hatte einen Abschluss der Cranbrook Academy in Michigan, einen Abschluss in Architektur der Architectural Association in London, hatte mit Mies van der Rohe am Armour Institute in Chicago studiert und in den Architekturbüros von Gropius und Breuer in Boston gearbeitet.
1946 heirateten Florence Schust und Hans Knoll und gründeten die Knoll Associates. Mit der Gründung der Partnerschaft begann Florence eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Entwicklung und der Richtung des Unternehmens zu spielen. Es war ihre Idee, den Bauhaus-Ansatz auf das Möbeldesign anzuwenden, nämlich Objekte anzubieten, die Design-Exzellenz, technologische Innovation und Massenproduktion repräsentierten. Zusammen machten Hans und Florence Knoll sich auf die Suche nach talentierten Designern, die sie förderten; sie waren der festen Überzeugung, dass Designern namentlich Ehre erwiesen werden sollte und dass sie Tantiemen für ihre Arbeit erhalten sollten - eine Tradition, die auch heute noch bei Knoll gepflegt wird.
Dank der zahllosen Designkontakte von Florence und Hans in Europa und Amerika erhielten die Produkte alsbald ein internationales Flair. Sie wandten sich an Architekten wie Eero Saarinen und Franco Albini und kooperierten mit Künstlern wie Harry Bertoia, Jens Risom und Isamu Noguchi, mit denen zusammen sie eine Kollektion von Einrichtungsgegenständen entwickelten, die heutzutage von vielen als Klassiker im Pantheon des modernen Designs angesehen werden. Später erwarb Knoll die Exklusivrechte für die Kollektionen Barcelona, MR und Brno von Mies van der Rohe sowie für den Wassily Stuhl von Marcel Breuer und begann, diese Klassiker unter Einhaltung der genauen Spezifikationen der ursprünglichen Designentwürfe zu fertigen.
1947 eröffnete Knoll einen Showroom ausschliesslich für Textilien und kündigte die Gründung eines Unternehmensbereiches Textilien an. Die New York Times sagte dazu, dass er „ein halbes Dutzend der talentiertesten Designer dieses Landes und Europas“ repräsentierte. Die ursprüngliche Kollektion war stark von Kleiderstoffen für Männer geprägt; Florence Knoll war verzweifelt angesichts des Mangels an hochwertigen Polsterstoffen und hatte sich daher in der Modeindustrie umgesehen, um einen Hersteller für die innovativen Stoffe der Knoll-Möbel zu finden. Daneben gehörten zu diesen frühen Textilkollektionen auch verblüffende Stoffe, die der Weberkunst entstammten und zum ersten Mal an die Massenfertigung auf Webmaschinen angepasst wurden.
Gegen Ende des Krieges hatte Hans Knoll begonnen, einen ersten Standort für die Möbelfertigung ausserhalb von New York City aufzubauen. Als hartnäckiger Verfechter von Qualität und brillanter Unternehmenschef war er vom östlichen Pennsylvania angezogen, einem Landstrich mit einer grossen Zahl amerikanischer Einwanderer deutscher Herkunft. Es gab nicht nur in dieser Gegend präzise Handwerkskunst, sondern auch ein gutes Potenzial an Arbeitskräften aufgrund der grossen Zahl junger Kriegsheimkehrer, die nicht länger als Landwirte tätig sein wollten. Knolls erster Kauf war eine ehemalige Hobelwerk in Pennsburg in der Nähe von Quakertown. In den frühen fünfziger Jahren erwarb das Unternehmen ein Gebäude im nahegelegenen East Greenville. Heute befinden sich hier der Firmenssitz von Knoll als auch der grösste Produktionsstandort des Unternehmens.
Von der gesamten Designarbeit bei Knoll Associates erfolgte der wichtigste und einflussreichste Teil in der Planning Unit, einer Abteilung, die direkt mit Kunden zusammenarbeitete und so deren spezifischen Erfordernisse am Arbeitsplatz identifizierte, um Lösungen für die Innenarchitektur und die Möbel zu entwickeln. Dieser integrierte Ansatz, bei dem die Knoll Planning Unit Pionierarbeit leistete, wird von vielen als Modell für den heutigen Ansatz bei der Raumgestaltung in Unternehmen angesehen. Architekten und Führungskräfte in Unternehmen gleichermassen zollen diesem Ansatz grosse Wertschätzung. Während dieser Zeit prägte Florence Knoll den Satz: „Gutes Design ist gutes Business“ – ein Credo, das zur Unternehmenshymne wurde.
Nach dem frühzeitigen Tod von Hans Knoll bei einem Autounfall im Jahre 1955 übernahm Florence Knoll fünf Jahre die Führung des Unternehmens, bevor sie anschliessend als Beraterin für das Unternehmen tätig wurde. 1965 zog sie sich vollständig aus dem Unternehmen zurück und übergab Knoll in die Hände derjenigen, die sie ausgebildet und inspiriert hatte.
Heute ist Knoll der Fortsetzung des Erbes exzellenten Designs verschrieben, wie es von Hans und Florence Knoll begründet worden war. Knoll arbeitet weiterhin mit den berühmtesten Designern zusammen, um Klassiker zu entwickeln und auch modernes, frisches Design, das niemals altern wird. Auch mit den Kunden pflegt man bei Knoll weiterhin eine enge Beziehung, um Arbeitsplatzdesign so einzusetzen, dass es die individuellen Businessanforderungen erfüllt. Nach wie vor ist man bei Knoll davon überzeugt, dass „gutes Design gutes Geschäft ist“.