Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/1741

Die Väter der Kochkiste
Als Urvater des Solarkochers in Kistenform gilt Nicholas de Saussure (1767-1845), Begründer der Pflanzenphysiologie. Im Jahre 1945 baute M.K. Gash einen Solarkocher mit einem einfachen Reflektor, der als Gash-Cooker weit herum bekannt und später noch verbessert wurde. Die intensivere Verbreitung der Solarkocher begann jedoch erst ab den 70er Jahren.
Eduard Probst, ein pensionierter Schreiner aus Hölstein, Baselland, begann im Jahre 1983 mit der Konstruktion von Solarkochern. Die Idee reifte nach einem Aufenthalt in Tunesien, wo er beobachtete, wie die Beduinen in einer offenen Erdmulde auf von der Sonne erhitzten Steinen Brot backten. Aus Holz, Fensterglas, gebrauchten Offsetfolien und Isolationsmaterial wurden die ersten "Kochkisten" gebaut.
Dank besserer Isolation und Optimierung des Materials entstanden mit der Zeit Sonnenkocher, in denen Temperaturen bis 160°C erreicht werden. Auch dem Klima, den Kochgewohnheiten und den vorhandenen Materialien in den verschiedenen Einsatzgebieten wurde Rechnung getragen. So sind in den 80er Jahren verschiedene Modelle entwickelt worden, die sich bestens bewährt haben. Wie das Entstehen eines neuen, vielversprechenden Tropenmodells zeigt, steht diese Entwicklung auch nach zwei Jahrzehnten, im Jubiläumsjahr 2003, noch nicht still.
Von 1984 bis 1998 reiste Eduard Probst nach Südafrika, Kenya, Togo, Usbekistan und Peru, um den Bau und die Funktionsweise der Sonnenkocher vorzuführen.