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Seilziehen Geschichte
Seilziehgeschichte in den verschiedenen Ländern
Die ältesten Formen des Seilziehens gehen zurück auf die altertümlichen Riten vieler Stämme und Länder. Nach alten Schriftwerken und Wandmalereien hat man in Borneo, Halmahera sowie in Indien und Burma schon 2000 Jahre v. Chr. Seil gezogen. Dazumal wurde das Seilziehen aber noch nicht unbedingt als ein Sport angesehen, sondern viel eher als ein Teil von rituellen Begräbnissen. Seilziehen war ein Symbol für die Auseinandersetzung zwischen „Gut und Böse“. Ein Sieg war also viel mehr das Zurückdrängen der bösen Mächte, als eine sportliche Leistung. Die Partei, welche die „Guten Geister“ darstellte, durfte den Sieg in der rituellen Tauzieh-Zeremonie erringen.
Auch in den Ritualen Afrikas und Amerikas war das Seilziehen bekannt.
In Indonesien und Burma wurde der Sieg in einem Seilziehwettkampf als Vorzeichen für den Wind, der den Regen bringt, angesehen. In Korea, Hawaii und Britisch Neu – Guinea sollte das Seilziehen eine gute Ernte bringen.
Im Laufe der Zeit wandelte sich Seilziehen zum Sport und verlor damit seine mystische Macht und die damit verbundenen rituellen Zeremonien. Seilziehen entwickelte sich zu einem reinen Kraftwettbewerb.
Wandmalereien wie im Bild oben, erstellt ca. 2500 v. Chr. in Ägypten, zeigen zwei Männermannschaften. Die drei Mitglieder jeder Mannschaft klammern sich mit ihren Armen um die Hüften des Vordermannes, während sich die beiden Mannschaftsführer mit den Händen festhalten. Auf diese Weise wurde Seilziehen auch in Korea und einigen Stämmen Indiens betrieben.
Etwa 500 v. Chr. wurde Seilziehen von den Griechen als echter Wettkampfsport ausgetragen oder als Krafttraining für andere Sportarten betrieben. Wie zum Beispiel im Ringen, um so besonders die Rückenmuskulatur zu stärken.
Später in der Geschichte findet sich das Seilziehen auch in China. Im 12. Jahrhundert wurde Seilziehen als Wettkampfsport am Hofe des Kaisers von China durchgeführt. Dort wurde das Haupttau mit vielen Seitentauen benutzt, so dass jeder Teilnehmer sein eigenes Tau in den Händen hielt. Im 13. und 14. Jahrhundert existierte diese Art von Seilziehen auch in der Mongolei und in der Türkei.
In Westeuropa beginnt die Geschichte des Seilziehens um 1000 n. Chr. Mythen und Sagen aus diesem Heldenzeitalter zeigen, dass in Skandinavien und Germanien Seilziehen anlässlich der so genannten Kampfspiele stattgefunden hat.
Im 15. Jahrhundert erscheint Seilziehen als Sport in französischen Schlossgärten. Später wurde Seilziehen auch in Grossbritannien als Wettkampf betrieben. Bereits in dieser Zeit wurden Regeln angewendet.
1900 war Seilziehen zum ersten Mal Bestandteil einer Olympiade. Nur gerade drei Mannschaften nahmen daran teil, Schweden /Dänemark, Amerika und Frankreich. Amerika wurde jedoch disqualifiziert, weil das Publikum so begeistert von diesem faszinierenden Sport war, dass sie kurzerhand beschlossen haben, den Amerikanern zu helfen.
Dieses Bild zeigt die Begegnung an der ersten Olympiade in Paris 1900 zwischen einer schwedischen dänischen Mannschaft und einem französischem Team.
Bereits 1920 hatten die Olympischen Spiele das Problem, dass zu viele Wettbewerbe durchgeführt wurden. Da nie mehr als sechs Mannschaften am Start waren, wurde das Seilziehen aus dem olympischen Programm gestrichen. Danach gab es keine Gelegenheit mehr für internationale Wettkämpfe. Doch nach der Gründung von nationalen Seilziehverbänden wuchs der Wunsch, dass man sich mit anderen Ländern messen konnte. Aus diesem Grund gründete Georg Hutton, der Präsident des englischen Verbandes, 1960 einen weltweiten Verband TWIF (Tug of War International Federation). Dieser Verband stellte dann ein für alle Länder geltendes Reglement zusammen und veranstaltete Turniere an denen nun eben verschiedenste Länder teilnehmen konnten.
Seit dieser Zeit werden jährlich abwechslungsweise Welt- oder Europameisterschaften ausgetragen.