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Jeder zehnte Schweizer glaubt an die Wirksamkeit übernatürlicher Kräfte auf Menschen und Dinge. Höchste Zeit herauszufinden, woher diese Aberglauben stammen.
Eine der häufigsten Erklärungen besagt, dass man durch das Anklopfen von Holz, das den sogenannten Hausbaum (wo die guten Geister wohnen) ersetzt, mit den Geistern in Kontakt treten und sie um Hilfe und Beistand bitten kann. Dass man es dreimal macht, liegt daran, dass die Zahl drei schon seit jeher in den meisten Religionen als heilig gilt.
In frühen heidnischen Kulturen glaubte man, der Krach von zerbrechenden Tonscherben könne böse Geister vertreiben (daher kommt übrigens auch der Brauch, an Silvester Feuerwerk knallen zu lassen). Das gilt aber nicht für den Spiegel. Bei dessen Bruch sind sieben Jahre Unglück die Voraussage. Dies rührt von der einstigen Überzeugung, dass der Spiegel die Seele des Betrachters beherbergt.
Zusammen mit der Wand und dem Boden bildet die angelehnte Leiter ein Dreieck, was in einigen Kulturen als heilige Form gilt. Läuft man nun durch eine solche Konstellation, dringt man in einen heiligen Raum ein, woraufhin mit Unheil zu rechnen ist.
Läuft die Katze von rechts nach links, soll sie Glück bringen. Umgekehrt allerdings Pech. Dieser Aberglaube kommt daher, dass die linke Seite typischerweise mit Negativem in Verbindung gebracht wird, aufgrund der Symbolik der Körperseiten: Links gilt als negativ, schwach und schlecht; rechts als positiv, stark und gut.
In einer Zeit, als der Kamin in einem Haus noch lebensnotwendig war, brachte der Kaminfeger bei Verstopfungen die jeweilige Rettung. Er war derjenige, der die Wärme garantieren, Hausbrände vermeiden und dadurch Leben retten konnte.
Im Mittelalter wurde Löwenzahn als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Diese positive Assoziation hat sich bis heute überliefert.
Während des Winters mussten Seeleute ihre Zeit zwangsweise an Land verbringen, ihre Heuer (das ist der Lohn des Seemanns) entfiel. Durch den Verkauf von Streichhölzern konnten sie sich etwas dazuverdienen. Wer sich also seine Zigarette an einer Kerze und nicht mit einem Streichholz anzündete, brachte einen Seemann um seinen Verdienst. Man beraubte ihm seiner Existenz.
Früher war man der Überzeugung, dass Sternschnuppen Dochte sind, welche den Engeln herunterfielen, die gerade ihre Himmelskerzen putzten. Äusserte man nun einen stillen Wunsch, glaubte man, himmlischen Beistand zu bekommen.
Die Angst vor der Zahl 13 - in der Medizin «Triskaidekaphobie» genannt - ist der vielleicht am weitesten verbreitete Aberglaube. Er geht so weit, dass viele Hotels erst gar keine Zimmernummer 13 haben oder Fluggesellschaften die Reihe 13 auslassen. Eine Erklärung stammt aus der Bibel: Der Verrat von Jesus durch Judas. Die 13 spielt hier eine Rolle, da am letzten Abendmahl 13 Gäste anwesend waren.