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Das «Voting des Tages» der Schweizer Gratiszeitung «Punkt CH» ist mein Unding des Tages und gleichzeitig der Schinken des Monats:
Das liegt daran, dass die Prozentrechnungen dieser Publikation nicht nur hinter dem Punkt nicht stimmen, sondern auch vornedran nicht. Für ausländische Leser: in der Schweiz wird als Dezimaltrennzeichen oft auch der Punkt anstelle des Kommas verwendet – sonst würde die hier zitierte Gratiszeitung wohl «Komma CH» heissen.
Lieber Redaktor, wenn bei einer Umfrage mit 238 Teilnehmern summiert 238 Prozent zusammenkommen, fragt man sich doch, welcher geheimnisvolle Algorithmus hier am Werk war. Oder man fühlt sich vergackeiert. Oder man vermutet, dass dies ein versteckter und daher besonders raffinierter Protest von «Punkt CH» gegen die geringe Wahlbeteiligung ist: Ein Wahlgang mit einer Stimmbeteiligung von 238 Prozent – das wäre doch wirklich was!
Nein, mir ist natürlich klar, dass es wohl so war, dass jeder Umfrageteilnehmer bei jedem Kandidaten sagen konnte, ob er sich den oder die als Präsident vorstellen könnte. So ist das Ergebnis erklärbar, indem bei jedem einzelnen Kandidaten ein Maximum von 100 Prozent möglich wäre. Trotzdem darf man auch als Leser eines Gratisblatts eine Erklärung zu den Rahmenbedingungen einer solchen Umfrage erwarten. Oder man könnte die Einleitung wenigstens so formulieren, dass sie zur Umfrage passt. Oder man könnte den Brunz auch wegassen. Ich persönlich finde, dass diese Web-Umfragen an einem toten Punkt angelangt sind.
Und, liebes «Punkt CH», Ihr habt Euch noch einen Fehler geleistet: Der fünfte Kandidat in der Liste dürfte gar nicht zur Auswahl stehen. Schliesslich war der bereits acht Jahre Herr im Weissen Haus und kann nach amerikanischen Recht nicht mehr für eine weitere Amtsperiode gewählt werden.