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Der Schaffhauser Schriftsteller Markus Werner
ist an 3. Juli im Alter von 71 Jahren gestorben.
Mit seinen sieben Romanen, die zwischen 1984 ("Zündels Abgang")
und 2004 ("Am Hang") erschienen, hat sich Werner ein begeistertes
Leserpublikum erschrieben. Er wurde in Eschlikon (Thurgau) geboren,
studierte in Zürich Germanistik, arbeitete bis 1990 als
Lehrer und lebte dann zurückgezogen als freier Schriftsteller
in Schaffhausen. Sein Hauptthema war die "condition humaine", im
Mittelpunkt seiner Romane standen unheldische Helden, die von der Welt
für untauglich befunden wurden und mit der Tücke des Objekts
haderten. Die Kritik lobte die dichte, makellose Sprache seiner Werke
und den subtilen Humor.
SRF
:
Der Schriftsteller Markus Werner ist im Alter von 71 Jahren gestorben,
wie sein Verlag eine Meldung des "Tages-Anzeigers" bestätigte. Der
gebürtige Thurgauer lebte zuletzt als freier Schriftsteller in
Schaffhausen.
Vor rund einer Woche, am Samstag 25. Juni, hatte Werner noch den Preis
der Stiftung Pro Litteris für sein Gesamtwerk erhalten. Die Jury
ehrte ihn für unverwechselbaren Stil. Obwohl seine Sprache einfach zu
lesen sei, sei sie hochpräzise gearbeitet, elegant und differenziert,
reich und virtuos ohne jemals selbstgefällig zu sein, hiess es.
Seinen letzten Roman, "Am Hang", veröffentlichte er 2004. Das
Kammerstück über zwei Männer mit grundverschiedenen
Einstellungen zur Liebe war Werners grösster Publikumserfolg. Schon
bald nach der Veröffentlichung dieses, seines siebten Romans, hatte
der Autor deutlich gemacht, dass das sein letztes Werk sei - für
weitere liess ihm ein Lungenemphysem nicht genug Atem.
Trotzdem wurde Markus Werner fast zehn Jahre nach Erscheinen des Buchs
von einer jüngeren Leserschaft neu entdeckt: durch die Verfilmung von
"Verdingbub"-Regisseur Markus Imboden.
Im Gegensatz zur breiten Leserschaft erkannte die Fachwelt Werners
Könnerschaft gleich sofort. Für seinen ersten Roman
"Zündels Abgang" erhielt er 1984 den Literaturpreis der Jürgen
Ponto-Stiftung. Es folgten über ein Dutzend weitere, renommierte
Auszeichnungen. Werners Bücher wurden bisher in 18 Sprachen
übersetzt.
Das Hauptthema in seinen Werken war die "condition humaine", im
Mittelpunkt seiner Romane standen Figuren, die von der Welt für
untauglich befunden wurden und mit der Tücke des Objekts haderten.
Markus Werner wurde am 27. Dezember 1944 in Eschlikon (TG) als Sohn eines
Lehrers geboren. Als der Junge vier war, zog die Familie nach Thayngen
(SH). Werner studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie an
der Uni Zürich und promovierte 1974 mit einer Arbeit über Max
Frisch. Danach arbeitete er fünfzehn Jahre lang in Schaffhausen als
Gymnasiallehrer, bevor er sich 1990 als Schriftsteller selbständig
machte.
Nachtrag
:
SRF vom 8. Juli
:
Zur Erinnerung an den am Sonntag verstorbenen Schriftsteller Markus Werner
ändert SRF 1 das Hörspiel-Programm. Statt eines Krimis aus
Chicago ist die Wiederholung des preisgekrönten Mundart-Monologes
"Klemens" zu hören. Dieser entstand 2009 nach Passagen aus Werners
Roman "Froschnacht". Markus Werner verfasste sieben Romane - allesamt
von der Kritik hoch gelobt.
Doch hinter Thalmanns Übellaunigkeit, Grimm und Bitterkeit kommt
immer mehr der verletzte und verletzliche Kern eines geprüften
Menschen zum Vorschein: der Tod seiner Frau, die früh verstorbene
Tochter, seine Schwermut.
Hörspiel-Regisseur Geri Dillier hat den scharfkantig-authentischen
Text von Markus Werner in Obwaldner Mundart übertragen und mit dem
Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart fürs Radio inszeniert.
Entstanden ist das eindrückliche Portrait eines Menschen, der sich
den Zumutungen des Lebens wortgewaltig entgegenstemmt.
Diese SRF-Produktion wurde 2010 als bestes regionales Hörspiel im
deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.