Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/216343

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Einfuhrbewilligungspflicht auf alle toten Wildtiere (und Teile davon) auszuweiten. Die Einfuhrbewilligungspflicht soll damit nicht nur für CITES-gelistete Arten, sondern für alle Wildtiere und -Bestandteile gelten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das CITES-Übereinkommen (SR 0.453) regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Die strenge Reglementierung des Handels mit den im Übereinkommen gelisteten Arten (inkl. Jagdtrophäen) trägt massgeblich zum Schutz gefährdeter Arten bei. Tiere, welche international gehandelt werden, aber nicht dem CITES-Übereinkommen unterstehen, sind in aller Regel durch diesen Handel auch nicht gefährdet.</p><p>Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt eine eigene Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Die Gründe für die Bedrohung und damit die Aufnahme in diese "Rote Liste" sind vielfältig. Sie reichen von der Zerstörung des Lebensraumes, über die Veränderung von Umwelteinflüssen (z.B. Klimawandel) bis hin zur übermässigen Nutzung bzw. zum übermässigen Handel. Soweit die auf der Liste der IUCN aufgeführten Tiere durch den internationalen Handel bedroht sind, werden sie in der Regel auch durch das CITES-Übereinkommen geschützt. Bei den von der Motionärin angeführten Tieren ist dies nicht der Fall, weil sie teils nicht als Jagdtrophäen bekannt (Bergriedbock, Buschmannhase) und jedenfalls nicht durch den Handel gefährdet sind. </p><p>Gemäss der "Roten Liste" der IUCN werden 9'300 Tierarten als gefährdet eingestuft. Davon ist, wie vorangehend dargelegt, die Mehrzahl der vom internationalen Handel effektiv betroffenen Arten schon im CITES-Übereinkommen gelistet. Die übrigen erscheinen kaum im Handel. Eine Bewilligungspflicht für alle Tierarten gemäss der IUCN-Liste wäre daher ohne reellen Mehrwert für den Artenschutz und würde höchstens administrativen Mehraufwand verursachen. Auch unverhältnismässig wäre eine Einfuhrbewilligungspflicht für alle Wildtiere und deren Teile.</p><p>Im Übrigen entfällt der weitaus grösste Teil der heute stattfindenden Einfuhren von toten Wildtieren auf Rehe, Hirsche und Wildschweine aus den Nachbarstaaten der Schweiz. Diese Tierarten sind in keiner Art und Weise bedroht. Eine Bewilligungspflicht für die Einfuhr aller toten Wildtiere (und Teile davon) würde auch den Handel mit solchem Wildfleisch betreffen. Damit würde ein unzulässiges nicht-tarifäres Handelshemmnis geschaffen, das dem bilateralen Landwirtschaftsabkommen Schweiz-EU (SR 0.916.026.81) widerspricht. </p><p>Der Bundesrat erachtet es aus den dargelegten Gründen nicht als zielführend, die Einfuhr aller Wildtiere und deren Bestandteile einer Bewilligungspflicht zu unterstellen. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.