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<h2>SubmittedText<h2><p>Unter dem Titel "Landwirtschaftliche Forschungsanstalten rücken zusammen" wird in einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Landwirtschaft über eine organisatorische Zusammenfassung der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten orientiert. Diese mit Einsparungen begründete Massnahme sieht u. a. vor, dass die Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau Reckenholz und jene für Agrarwirtschaft und Landtechnik in Tänikon ab 2006 führungsmässig zusammengefasst werden sollen.</p><p>In diesem Zusammenhang ersuche ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche Synergie-Effekte bzw. Verbesserungen werden mit der führungsmässigen Zusammenfassung dieser Forschungsanstalten erzielt bzw. erwartet und welche konkrete Führungs- bzw. Organisationsstruktur ist vorgesehen?</p><p>2. Worin besteht das durch die Zusammenfassung der beiden Forschungsanstalten erhoffte Sparpotenzial und wie hoch ist es?</p><p>3. Welche Kosten (intern und extern) verursacht diese Umstrukturierung (Personelles, EDV usw.)?</p><p>4. Die beiden Forschungsanstalten haben völlig unterschiedliche Leistungs- bzw. Forschungsaufträge, weshalb die Gefahr besteht, dass deren Erfüllung durch die führungsmässige Zusammenfassung beeinträchtigt werden könnte.</p><p>Was gedenkt der Bundesrat vorzusehen, um allfällige Nachteile für die landwirtschaftliche Forschung zu vermeiden?</p><p>5. Ist diese führungsmässige Zusammenfassung ein erster Schritt zur Aufgabe des einen oder anderen Standortes zu betrachten?</p><p>6. Wie beurteilt er die Bedeutung des Standortes Tänikon, insbesondere als Arbeitgeber für den Kanton Thurgau und im Speziellen für den Hinterthurgau?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Mit der führungsmässigen Zusammenfassung der Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau (FAL) Reckenholz und der Forschungsanstalt für Agrarökonomie und Landtechnik (FAT) Tänikon werden die Querschnittsbereiche "Ökonomie", "Ökologie" und "Agrartechnik" einer einheitlichen Führung unterstellt. Motto: Eine Führung, zwei Standorte.</p><p>Der Bundesrat erwartet, dass:</p><p>- die forschungsmässige Bearbeitung von Projekten, welche ein interdisziplinäres Zusammenspiel der Forschungsbereiche erfordern, unter einer einheitlichen Führung noch effizienter gestaltet werden kann;</p><p>- durch diese Bündelung der Kräfte und Kompetenzen noch flexibler auf neue Herausforderungen reagiert und die nationale und internationale Positionierung weiter verstärkt werden kann;</p><p>- im Bereich der Dienstleistungen (Rechnungswesen, Personaldienst, Kommunikation, Übersetzungen, Qualitätssicherung usw.) Effizienzgewinne realisiert werden;</p><p>- die neue Forschungsanstalt mit einer breiteren fachlichen Kompetenz agieren kann, dass die Forschung an Kraft, Ausstrahlung und Wirkung gewinnt.</p><p>Der Landwirtschaftliche Forschungsrat (LFR) hat sich an seiner Sitzung vom 10. September 2003 mit den führungsmässigen Zusammenschlüssen der Forschungsanstalten befasst und hält folgendes fest (Protokollauszug): "Der LFR ist der Meinung, dass der eingeschlagene Weg der einzige sei, um Abstriche bei den erwarteten Leistungen der Forschungsanstalten so weit wie möglich zu vermeiden."</p><p>Ab 1. Januar 2006 wird die neue Forschungsanstalt von einer Direktion geführt. FAL und FAT haben den Auftrag, bis dahin die dazu erforderlichen neuen Führungs- und Organisationsstrukturen zu entwickeln.</p><p>2. Durch den führungsmässigen Zusammenschluss von zwei Forschungsanstalten unter eine Direktion kann sichergestellt werden, dass noch vermehrt standortübergreifend gearbeitet wird und somit neben administrativen auch fachliche Synergien genutzt werden.</p><p>Das Sparpotenzial ist im Wesentlichen in der Reduktion von zwei auf eine Direktion sowie in der Vereinheitlichung der Prozesse und Abläufe in den Bereichen Personal, Finanzen und Controlling, Information und Kommunikation, Informatik und Reporting zu orten. Eine quantifizierte Aussage über den Effizienzgewinn bzw. das Einsparpotenzial kann zuverlässig erst nach Abschluss der Prozessanalyse gemacht werden.</p><p>3. Die Umstrukturierung verursacht Kosten:</p><p>- Voraussichtliche interne Kosten (im Wesentlichen Arbeitszeit): Leitung des führungsmässigen Zusammenschlusses durch die Direktion, Bearbeitung von Teilbereichen in Arbeitsgruppen (Personal, Rechnungswesen, Information und Kommunikation, Informatik, Führungsorganisation, Strategiekonsolidierung, Qualitätsmanagement usw.), Umschulungen.</p><p>- Voraussichtliche externe Kosten: Anpassung der Kosten-Leistungs-Rechnung (wobei Anpassungen im Rahmen des neuen Rechnungsmodells sowieso nötig sind), Controlling "Wirtschaftlichkeit der Fusion", Klassifikation der Mitarbeitenden, gemeinsame Informatikplattform, Anpassung SAP, externe Begleitung.</p><p>Im heutigen Zeitpunkt können diese zusätzlichen Kosten nicht beziffert werden.</p><p>4. Wie bereits unter Ziffer 1 festgehalten, ist der Bundesrat der Ansicht, dass die führungsmässige Zusammenfassung von FAL und FAT eine Bündelung der Kräfte und Kompetenzen ermöglicht, um einerseits zukünftig zum Wohle von Landwirtschaft und Natur, Verwaltung, Politik und Gesellschaft noch flexibler auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Andererseits soll dadurch auch die Voraussetzung geschaffen werden, um im nationalen und internationalen Forschungswettbewerb noch erfolgreicher bestehen zu können.</p><p>Aus diesem Grund ist der Bundesrat der Meinung, dass die neue Forschungsanstalt auf den heutigen Stärken der FAL und der FAT aufzubauen ist. Die Forschungsqualität, Leistungen und Errungenschaften dürfen keinesfalls gefährdet werden.</p><p>5. Mit der führungsmässigen Zusammenfassung der Forschungsanstalten bleiben die Standorte aufrecht erhalten. Motto: Eine Führung, zwei Standorte. Bei weiteren Budgetkürzungen bei den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten würde sich allerdings die Frage nach der Aufgabe von Standorten stellen.</p><p>6. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung des Standortes Tänikon für den Kanton Thurgau bewusst. Mit der Entgegennahme des Postulates Pfisterer Thomas 02.3065 hat er zum Ausdruck gebracht, dass er das Anliegen nach dezentralen Stellen der Bundesverwaltung sorgfältig zu prüfen bereit ist. Der führungsmässige Zusammenschluss der Forschungsanstalten ermöglicht es, den Standort Tänikon aufrecht zu erhalten.</p>  Antwort des Bundesrates.