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Anke Weschenfelder
Aus: Oklahoma, unveröffentlicht
eFeF-Verlag, 2000
De: Anke Weschenfelder. Aschmanns Täuschungen. eFeF-Verlag, 2000
Ella hatte keine Ahnung, daß sie da, wo sie gerade stand - und fast überall sonst in der kalifornischen Öffentlichkeit - nicht rauchen durfte, aber ihr war verdammt kalt. Sie fluchte leise vor sich hin, als sie ihren Rucksack in den Kofferraum des Autos packte, welches ihr der Fahrer in verschwörerischem Ton als Taxi angepriesen hatte. Als sie eingestiegen waren, drehte er sich zu ihr um und sagte: «You pay twenty Dollars, okay!»
«Ten», antwortete Ella.
«Fifteen is fine.»
Dann schwiegen beide. Nach einer Weile drehte sich der Fahrer wieder nach hinten und sagte in seinem spanisch eingefärbten Englisch: «Der kälteste Winter, den ich je erlebt habe, war der Sommer in San Francisco.»
«Was?» Ella hatte keine Ahnung, wovon der Typ sprach.
«Mark Twain.»
Mein Gott, dachte Ella, schon der erste Mensch, den ich hier treffe, ist ein Spinner. «Ich weiß nicht, was Sie meinen, aber ich bin mir sicher, dass es mich auch nicht interessiert», antwortete sie mürrisch. «Bringen Sie mich einfach nur in die Stadt.»
Der Fahrer wandte sich beleidigt ab und sagte kein Wort mehr, bis er Ella am Ende der Fahrt ihren Rucksack unter die Nase hielt. «Fucking Europeans», murmelte er beim Einsteigen, und für die Bedeutung dieser Worte brauchte Ella keine Erklärung. Wenn sie gerade eine Hand frei gehabt hätte, wäre der universale Mittelfinger unvermeidlich gewesen. So aber blieb es ein kleiner Streit, und Ella würde sich später an ihre Ankunft in den USA als ausgesprochen friedlich und verheissungsvoll erinnern.