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Schilddrüsenerkrankungen
Schilddrüsenprobleme gehören bei Hunden und Katzen zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Jedoch gibt es grosse Unterschiede zwischen diesen beiden Tierarten. Hunde erkranken vor allem an einer Schilddüsenunterfunktion (Hypothyreose), während bei Katzen vor allem eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auftritt.
Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ und befindet sich am Hals als feine, lappenförmige Struktur rechts und linkds der Trachea (Luftröhre). Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) sind an fast allen Körperfunktionen beteiligt und regulieren den Zucker, Fett- und Eiweissstoffwechsel. Dementsprechend können Schilddrüsenerkrankungen bei den betroffenen Tieren grosse gesundheitliche Probleme verursachen und die Lebensqualität stark einschränken.
Hypothyreose des Hundes
Bei Hypothyreose des Hundes werden nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert. Die häufigsten zwei Ursachen sind Entzündungen der Schilddrüsen oder auch eine Zurückbildung der Schilddrüse ohne bekannte Ursache (idiopathische Atrophie). Der Mangel an Schilddrüsenhormonen verursacht vielseitige Symptome. Am meisten fällt den Besitzern auf, dass ihr Hund müder und träger ist als sonst, dass sich das Fell verändert (dünneres Fell, z.T. Haarausfall), oder dass er an Gewicht zunimmt, ohne dass er mehr Futter bekommt.
Alle Organe werden durch Schilddrüsenhormone beeinflusst. Deshalb kann es auch zur Verlangsamung des Herzschlages, zu Muskelkrämpfen, oder Magen-Darmbeschwerden, oder sogar Verhaltensveränderungen kommen.
Da sich die Erkrankung schleichend entwickelt, sind die Symptome manchmal nicht einfach zu erkennen. Deshalb macht es Sinn bei älteren Hunden im Rahmen eines Alterschecks die Schilddrüsenhormone im Blut zu messen. Im Falle einer Hypothyreose kann dem Hund relativ einfach mittels Tabletten (Levothyroxin, synthetisches Hormon) geholfen werden und die Lebensqualität deutlich verbessert werden.
Beispiel Laika
Bei Laika wurde etwas vor einem Jahr die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion gestellt (Hypothyreose). Obwohl die Besitzerin nichts am Futter geändert hat, nahm Laika zu und wurde immer träger. Ihr Fell veränderte sich und sie schien auf einmal gealtert. Sie hatte die typischen Symptome der Schilddrüsenunterfunktion. Die Veränderungen dank der richtigen Einstellung der Medikamente sind auf den Vergleichsbilder sehr gut ersichtlich. Sie hat wieder eine schlanke Figur und viel mehr Lebensfreude.
Hyperthyreose der Katze
Bei Schilddrüsenerkrankungen der Katze handelt es sich fast ausschliesslich um eine Überfunktion (Hyperthyreose). Sie tritt vor allem bei älteren Katzen ab 8Jahren auf und ist relativ häufig. Dabei handelt es sich oft um gutartige Tumore, welche vermehrt Hormone produzieren. Dementsprechend ist der gesamte Stoffwechsel beschleunigt. Betroffene Katzen nehmen häufig stark an Gewicht ab obwohl sie viel, oder sogar sehr viel fressen. Das Fell wird struppig und stumpf. Es kommt zu gesteigerter Aktivität, Nervosität bis hin zu Aggressivität. Auch Magen-Darmprobleme, oder vermehrtes Trinken und Harnabsatz können auftreten. Sämtliche Organe werden durch den erhöhten Stoffwechsel beeinflusst, was auf die Dauer sehr schädlich sein kann. Beispielsweise das Herz wird massiv belastet (Herzrasen) und kann nachhaltig Schaden nehmen. Nach der Diagnose durch eine Blutuntersuchung bestehen verschiedene Therapieoptionen. Die häufigsten Therapien sind die lebenslängliche Gabe von Tabletten 2x täglich (die Tabletten werden im Allgemeinen gut gefressen), oder die Applikation einer Salbe, welche 1-2x täglich auf die Ohrmuschel aufgetragen wird. Die Werte müssen regelmässig kontrolliert werden um je nachdem auch die Dosis der Medikamente anzupassen. Alternativ kann die entartete Schilddrüse auch operativ entfernt werden (dabei kann selten jedoch eine Unterfunktion der entstehen), oder mit einer Radiojodtherapie behandelt werden, welche in der Schweiz momentan jedoch nicht angeboten wird.
Beispiel Mina
Das ist Mina. Sie litt an einer hochgradigen Hyperthyreose. Den Besitzern fiel auf, dass sie wie ein Mähdrescher Futter vertilgte und trotzdem immer mehr an Gewicht verlor.
Zudem war sie unruhig, ihr Herz raste und ihr Fell wurde struppig. Dank der korrekten Diagnose und medikamentellen Therapie geht es ihr ein paar Monate später viel besser. Sie hat deutlich an Gewicht zugenommen, ihr Fell glänzt zunehmend und sie ist wieder viel entspannter.