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Der besondere Fall
Abb. 1 und 2: Starke Rötungen und Crustae der mit Imiquimod behandelten aktinischen Keratosen im Stirn- und Wangenbereich
Vorstellung eines 75-jährigen Patienten mit seit mehreren Monaten progredient auftretenden rötlichen, teilweise schuppenden Flecken und Schuppungen an der Stirn, an den Schläfen sowie an den Unterarmen. Es wird über eine Behandlung mit Interferonen berichtet.
Es wird die Diagnose einer Feldkanzerisierung mit Aktinischen Keratosen gestellt und eine Therapie mit Imiquimod (Aldara) 3x/Woche etabliert. Nach wenigen Wochen meldet sich der Patient besorgt und sagt, er sehe aus wie ein «Fliegenpilz».
Autorin: Frau Dr. med. Alice Fellner von Feldegg, Oberärztin, Klinik für Dermatolgie, Venerologie und Allergologie, Kantonsspital St. Gallen
Was ist Ihre Diagnose?
- Bakterielle Superinfektion der Aktinischen Keratosen
- Erysipel des Gesichtes
- Eczema herpeticatum auf aktinischen Keratosen
- Verstärkte Lokalreaktion am Applikationsort auf Imiquimod bei aktinischen Keratosen
Richtige Antwort:
Verstärkte Lokalreaktion am Applikationsort auf Imiquimod bei aktinischen Keratosen
Auflösung:
Definition/Ätiopathologie/Klinik:
Aktinische Keratosen treten bei hellhäutigen, lichtsensiblen Menschen durch chronische, kumulative Lichteinwirkung (Dauer der Einwirkung > 10 bis 60 Jahre) auf und sind solare Schädigungen der Haut mit Ausbildung einzelner oder multipler, umschriebener oder diffuser, rötlicher oder rot-bräunlicher Flecken, Papeln, Plaques oder Knoten. Aktinische Keratosen (AK) werden heute als nichtinvasive, frühe (in situ) Plattenepithelkarzinome definiert.
Diagnostik:
Die Diagnose von aktinischen Keratosen wird hauptsächlich klinisch gestellt, eine Biopsie zur Histologie v.a. zum Ausschluss eines Spinalioms ist möglich.
Therapiemöglichkeiten:
Es bestehen diverse Therapiemöglichkeiten, beim beschriebenen Patienten wurde aufgrund der Feldkanzerisierung eine Therapie mit Imiquimod (Aldara Creme) 3x/Woche über geplant 6 Wochen installiert. Die Therapie wurde nach Abheilung der starken Lokalreaktion auf eine Photodynamische Therapie umgestellt.
Messages:
- Es sind diverse Reaktionen am Applikationsort nach Anwendung von Imiquimod beschrieben, u.a. Schmerzen, Brennen, Bluten, Erythem, Entzündung.
- Die Therapie kann nach Auftreten einer verstärkten Reaktion gestoppt werden und nach Abklingen wieder gestartet werden, alternativ kann eine andere Therapiemethode gewählt werden.
- Imiquimod kann bei aktinischen Keratosen, bei oberflächlichen Basaliomen und bei spitzen Condylomen eingesetzt werden.
Abb. 3 und 4: Befund (Bild 3) ca. 3 Wochen nach Absetzen der Therapie und (Bild 4) nach erfolgter Photodynamischen Therapie (nach ca. 2 Monaten)