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Die Suche nach Exoplaneten — andere Planeten, die andere Sterne umkreisen — gehört heute zu den anspruchsvollsten und aufregendsten Gebieten der Astronomie. Der Exoplanet HIP 65426b wurde vor kurzem mit dem SPHERE-Instrument (Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch instrument) auf ESOs Very Large Telescope (VLT) entdeckt. Das Institut für Astronomie der ETH Zürich war an der Entwicklung und beim Bau des SPHERE-Instruments wesentlich beiteiligt: das Team rund um Prof. Hans-Martin Schmid war verantwortlich für den Bau des bildgebenden Polarimeters, ZIMPOL, welcher nach dem reflektierten Licht von extra-solaren Planeten sucht.
Der nun entdeckte Exoplanet ist warm (zwischen 1000 und 1400 Grad Celsius) und hat eine Masse, die sechs- bis zwölfmal grösser ist als jene des Jupiters. HIP 65426b scheint eine sehr staubige Atmosphäre zu haben, die mit dicken Wolken gefüllt ist, und er umkreist einen heissen, jungen Stern, der sich überraschend schnell dreht. Ungewöhnlich ist, angesichts seines Alters, dass der Stern nicht von einer Scheibe von Trümmern umgeben zu sein scheint. Das Fehlen einer Scheibe wirft einige Fragen auf, insbesondere, wie sich der Planet ursprünglich gebildet hat. Möglicherweise geschah dies in einer Scheibe aus Gas und Staub, und als die Scheibe schnell zerstreut wurde, wechselwirkte HIP 65426b mit anderen Planeten, um dann in eine entferntere Umlaufbahn zu geraten, wo wir ihn jetzt sehen. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich der Stern und der Planet zusammen als ein binäres System gebildet haben, in dem die massivere Komponente den anderen "Möchtegern-Stern" daran hinderte, ausreichende Materie zu sammeln, um tatsächlich ein Stern zu werden. Die Entdeckung von HIP 65426b gibt Astronomen die Möglichkeit, die Zusammensetzung und Lage der Wolken in seiner Atmosphäre zu erkunden und Theorien bezüglich der Formation, Evolution und Physik von Exoplaneten zu testen.