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Hitzestress wird für immer mehr Menschen durch die Klimaerwärmung eine potenzielle Gefahr. Besonders in den Grossstädten sind die Temperaturen im Sommer sehr hoch, deutlich höher als in der ländlichen Umgebung. Daher kommt es in den Städten zu einem Anstieg der Sterblichkeit in der Bevölkerung – insbesondere bei älteren Personen oder solchen, die hauptsächlich im Freien arbeiten. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass ein Anstieg der Herzfrequenz ein erstes Warnzeichen sein kann, dass dem Körper Hitzestress droht. Viele Menschen könnten sich also frühzeitig abkühlen und Schlimmeres verhindern.
Was ist überhaupt Hitzestress?
Der menschliche Körper hat ein eigenes Kühlsystem: schwitzen. Ab gewissen Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerten kann dieser Mechanismus aber nicht mehr ausreichend kühlen und es kommt zu einem Anstieg der Körpertemperatur, wodurch Gehirn und Organe Schaden nehmen können.
Symptome für Hitzestress sind:
- Anstieg der Körpertemperatur
- Müdigkeit und Schwächegefühle
- Muskelkrämpfe
- Bewusstseinstrübungen, Verwirrtheit und Schwindel
- Beschleunigte Herzfrequenz
- Kopfschmerzen
- Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
- Trockener Mund
- Schlafstörungen
Besteht der Verdacht auf Hitzestress, sollte sich die betroffene Person umgehend abkühlen: Das heisst, sich nach drinnen begeben, den Körper mit feuchten Tüchern kühlen und ausreichend Wasser trinken. Lassen die Symptome nicht nach, sollte ein Arzt aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden.
Menschliches Frühwarnsystem für Hitzestress: der Herzschlag
Die im Journal of Applied Physiology veröffentlichte, experimentelle Studie einer Forschungsgruppe des Pennsylvania State Colleges untersucht die Auswirkungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die Herzfrequenz. Frühere Studien ergaben, dass ein Anstieg der Tageshöchsttemperatur um ein Grad Celsius jeweils mit einem Anstieg der Sterblichkeitsrate um 1,84 Prozent in Nordeuropa und um 3,12 Prozent in der Mittelmeerregion in Verbindung gebracht werden. In nordeuropäischen Städten starben bereits mehr Personen, sobald die Tagestemperaturen die 23,3 Grad Celsius überschritten, in Metropolen Südeuropas erst ab 29,4 Grad Celsius. Bei welchen Temperaturschwellen der Körper anfängt zu überhitzen, gab den Forschenden lange ein Rätsel auf. Schliesslich ging man davon aus, dass Hitzestress bei einem gesunden Menschen erst bei einer Überschreitung von 35 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent eintreten würde. Es wurde aber 2022 bewiesen, dass diese Schwellenwerte deutlich niedriger sind, denn schon bei 31 Grad Celsius und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit kamen junge, gesunde Menschen an ihre Grenzen. Das aktuelle Forschungsteam hat nun in einer Klimakammer, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit vorgibt, die Herzfrequenz von 51 Probanden genau untersucht. Wenn der Puls sich erhöht, ist dies ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass der Körper kardialen Stress hat. Steigt die Herzfrequenz ohne erkenntlichen Grund, wie beispielsweise durch Bewegung, wird dieser Anstieg als kardiovaskulärer Drift bezeichnet. Auch auf Hitze reagiert das Herz mit einer Steigerung seiner Schlagfrequenz, sprich mit einem kardiovaskulären Drift. Bei den Teilnehmenden wurden die Körperkerntemperatur und Frequenz beobachtet, während in der Kammer Temperatur und Luftfeuchtigkeit im 5-Minuten-Takt stiegen. Das Ergebnis? Bei den Probanden zeigte sich der kardiovaskuläre Drift bereits 20 Minuten bevor es zum Anstieg der Körperkerntemperatur, also Hitzestress, kam.
Smartwatch als smartes Hilfsmittel an heissen Tagen
Viele Personen tragen eine Smartwatch oder ein Sportarmband und die meisten Modelle sind in der Lage, die Herzfrequenz zu messen und aufzuzeichnen. Die Studienleitenden geben also eine ganz simple Empfehlung: Um Hitzestress zu vermeiden, können Menschen mit einem smarten Wearable an heissen Tagen einfach immer wieder ihren Puls kontrollieren. Steigt dieser ohne plausiblen Grund, wie beispielsweise beim Sport, an, sollte man sich in den Schatten oder besser nach drinnen in gekühlte Räume begeben und dem Körper beim Abkühlen helfen.