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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
VII. Kapitel
56.
1. Jedenfalls wissen sie nichts, was über diese irdische Welt hinausginge. Wie nämlich die Geometrie, die sich mit Maßen und Größen und Figuren beschäftigt, durch die Umrißzeichnung auf ebenen Flächen und die Malerei bei den perspektivisch gemalten Bühnenwänden für das Auge den ganzen Sehraum (d.h. alle drei Dimensionen) umfaßt, aber so mit ihren Zeichnungen das Auge täuscht, indem sie kunstvoll die beim Anblick der perspektivischen Linien entstehenden Bilder verwendet (infolge davon entsteht der Eindruck von Dingen, die über, unter und auf der Fläche liegen, und die einen Teile scheinen herauszustehen, die anderen zurückzustehen und wieder ander von der ebenen und glatten Fläche sich in irgendeiner anderen Weise für das Auge abzuheben) so geben auch die Philosophen wie die Malerei nur eine Nachahmung des Wahren und Wirklichen.
2. Eigenliebe ist aber für jedermann jederzeit Ursache aller Verfehlungen.1 Deshalb darf man nicht den Ruhm vor Menschen erstreben und selbstsüchtig sein, sondern muß Gott lieben und in der Tat "heilig mit Klugheit"2 werden.
1: Sacra Par. 250 Holl.
2: Vgl. Platon, Theaitetos p. 176 B.