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Die Fettwegspritze (Injektions-Lipolyse)
Um Missverständnisse zu vermeiden: Es handelt sich hier nicht um den Weg des Fettes, den "Fettweg", sondern um den Vorgang, etwas wegzuspritzen, und zwar das Fett: Die Fettwegspritze spritzt das Fett weg! Also eine "Fort-mit-dem-Fett!-Spritze" oder "Fett-weg!-Spritze".
Die injizierte Substanz löst bei der Fettwegspritze quasi das Fett im Gewebe auf, und daher wird der Behandlungsvorgang auch Injektionslipolyse genannt. Es ist zwar kein Ersatz für die Fettabsaugung, denn vom Volumen her kann dabei nur relativ wenig Fett reduziert werden. Dafür eignet sich die Methode für punktuelle Eingriffe und nimmt daher bereits einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung und Modellierung von unliebsamen Fettpolstern ein.
Der eingesetzte Wirkstoff ist Phosphatidylcholin, eine organische Substanz, die in jeder lebenden Zelle vorkommt. Phosphatidylcholin stellt man aus Sojabohnen her. Zugelassen durch zuständige Behörden ist der Wirkstoff bereits seit vielen Jahren, und zwar speziell für die Behandlung der Fettembolie sowie auch zum Senken des Cholesterins. In der Schweiz ist die Anwendung der Fettwegspritze allerdings noch nicht zugelassen!
Die brasilianische Ärztin Patricia Guedes Rittes (Sao Paulo) behandelte erstmalig Mitte der 1990er Jahre die Fettpölsterchen der Tränensäcke mit Phosphatidylcholin. Das erzielte Resultat war überraschend gut. Das Fettvolumen der Poster unter den Augen schmolzen gewissermassen weg. Daraufhin wurde gezielt mit dieser Substanz behandelt und als Ergebnis eine umfangreiche, international anerkannte Studie zu diesem Thema publiziert. Seither hat sich die Methode etabliert; es sind inzwischen viele Tausend Patienten erfolgreich durch Injektionslipolyse mit Phosphatidylcholin behandelt worden.
Der Eisatzbereich der Fettwegspritze sind natürlich nicht mehr allein die Tränensäcke, sondern es wird mittlerweile an viele Körperzonen behandelt, und das bei diversen Indikationen: so z.B. bei Lipomen, zur Fettreduzierungen am Bauch oder Doppelkinn, bei Reiterhosen, an den Innenschenkeln oder den Knien. Wie es bei neuen Behandlungsweisen oft der Fall ist, gibt es sowohl Pro- als auch Contra-Argumente zu dieser Methode. Weitere Studien dazu werden wahrscheinlich die Erkenntnisse zu diesem Verfahren erweitern und und dann die Vorgehensweise bei dieser Behandlungsform auch besser absichern.
Bei anderen Anwendungsmethoden, wie bei der Mesotherapie, wird Phosphatidylcholin bereits seit vielen Jahren erfolgreich und ohne Probleme angewendet. Phosphatidylcholin hat als Wirkstoff nämlich eine Medikamenten-Zulassung. Für Indikationen wie beispielsweise die Fettreduktion darf es in der Schweiz nur begrenzt, im Rahmen von Heilversuchen zur Behandlung herangezogen werden.
Funktionsweise der Injektionslipolyse
Das Phosphatidylcholin wird als flüssiges Präparat in die obere Fettschicht der entsprechenden Körperregion einspritzt. Manchmal werden dem zu injizierenden Präparat zusätzlich zum Phosphatidylcholin weitere, durchblutungsfördernde Wirkstoffe dazugegeben. Damit gute Ergebnisse erzielt werden können, wird die Substanz beim Injizieren möglichst gleichmässig im betreffenden Fettgewebe verteilt. Wichtig ist, die Injektionstiefe konstant zu halten, anderenfalls können die Ergebnisse suboptimal ausfallen. Dazu gehört natürlich Erfahrung beim behandelnden Arzt!
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Was geschieht dabei mit dem Fett?
Der Wirkstoff dringt ins Fettgewebe ein und bewirkt einen Vorgang, bei dem sich das Fett auflöst (Lipolyse). Von den Transport-Eiweisskörpern wird es über die Blutlaufbahn zur Leber gebracht, die es abbaut.
Wie nachhaltig ist die Therapie?
Noch liegen keine eindeutigen Ergebnisse dazu vor. Eine gültige Aussage kann man also noch nicht treffen.
Wann wird die Fettwegspritze empfohlen?
Die Fettwegspritze sollte man bei einer beabsichtigten Reduktion bis zu höchstens 200 ml Fett je Behandlungsregion einsetzen. Ausserdem eignet sie sich für Patienten, die Vorbehalte gegen eine Liposuction haben (z.B. wegen der Narkose, oder wegen der allgemeinen Risiken bei einem operativen Eingriff). Auch die Kostenfrage kann eine Rolle spielen - die Injektionslipolyse ist in der Regel um einiges günstiger als eine Liposuction.
In welcher Dosis wird das Phosphatidylcholin injiziert?
Es gibt bisher noch keine allgemeingültigen Richtwerte für den Einsatz der Fettwegspritze. Abhängig von den individuellen Gegebenheiten schätzt der behandelnde Arzt die anzuwendende, vertretbare Dosis des Phosphatidylcholins ein. Bei dieser Behandlung ist demnach die jeweilige Eigenerfahrung des Arztes besonders wichtig! Vorsichtshalber werden zu Beginn nicht mehr als 40 ml pro Behandlungszone gespritzt.
Wieviel Wiederholungen der Behandlung sind nötig?
Abhängig von den jeweiligen individuellen Voraussetzungen, dem Umfang und den Ausprägungen der zu behandelnden Körperregionen sowie auch je nach Geschlecht können unterschiedlich viele Therapiezyklen notwendig werden. Im Regelfall werden bis zu sechs Sitzungen angesetzt.
Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
Es können Erwärmungen und eine Rötung in der Behandlungsregion auftreten. Dazu kann es zu Juckreizen und einem Druckgefühl kommen. Wird die Substanz nicht regelmässig verteilt, können sich im ungünstigsten Fall Fettzysten bilden.
Wie sind die Ergebnisse?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei Männern die Fettpolster etwas langsamer als bei Frauen wegschmelzen. Mit den Resultaten sind die Patienten in der Regel sehr zufrieden, zumal wenn die Indikation zutreffend war und die Aufklärung richtig erfolgt ist. Allerdings gibt es bestimmte Körperregionen, in denen sich die Behandlung mit Injektionslipolyse weniger gut eignet, da die Ergebnisse hier nicht immer zufriedenstellend ausfallen.
Wichtig zu wissen:
Keinesfalls kann die die Injektionslipolyse / Fettwegspritze das Liposculpturing oder auch die Liposuction ersetzen. Grössere Fettmengen können nur durch Fettabsaugung entfernt werden!