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Die in Moskau geborene Sopranistin Natalia Zagorinskaya nahm 1984 ihr Gesangsstudium am Tschaikowsky-Konservatorium in ihrer Heimatstadt auf, wo sie von Vera Kudriavtseva unterrichtet wurde. 1991 wurde sie in das Ensemble der Moskauer Helikon-Oper verpflichtet, wo sie sich wichtige Partien ihres Fachs erarbeitete, etwa die Lisa in Pique Dame und die Tatiana in Eugen Onegin von Tschaikowsky, Katerina Ismailowa aus Schostakowitschs Lady Macbeth, Alice Ford in Verdis Falstaff oder Emilia Marty in Janáčeks Die Sache Makropulos. An der Helikon-Oper sang sie auch die Blanche in der russischen Erstaufführung von Poulencs Dialogues des Carmélites. Mit ihrem Moskauer Ensemble ging sie auf Gastspielreise in die USA, nach Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien, in die Schweiz und den Libanon. Vor allem als Interpretin zeitgenössischer Werke hat sich Natalia Zagorinskaya internationale Reputation erworben – hier stehen die Vokalzyklen György Kurtágs im Mittelpunkt ihrer Arbeit. 2009 führte sie beispielsweise die Lieder nach Gedichten von Anna Achmatowa in der New Yorker Carnegie Hall, im Pariser Palais Garnier, im Amsterdamer Concertgebouw und im Wiener Musikverein auf. Mit den Botschaften des verstorbenen Fräulein V. R. Troussova war sie bei den Salzburger Festspielen und im Wiener Konzerthaus zu Gast. Beide Zyklen interpretierte sie 2011 zum 85. Geburtstag des Komponisten in Budapest, und auch bei seinem Neunzigsten im Jahr 2016 wirkte sie an mehreren Festkonzerten mit. Ausserdem hat Natalia Zagorinskaya auch Kurtágs Szenen aus einem Roman, Requiem für einen Freund und die Quatre caprices in ihrem Repertoire, dazu Werke von Dallapiccola, Carter, Barraqué, Boulez und Nono. Natalia Zagorinskaya ist Trägerin des russischen Nationaltheaterpreises «Die goldene Maske» und wurde als «People’s Artist of Russia» ausgezeichnet.
April 2017