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Mohammed El Baradei, Ex-Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA und Friedensnobelpreisträger, hat sich in seiner neuen Autobiografie für die strafrechtliche Verfolgung von Mitgliedern der Regierung des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush ausgesprochen.
Mit der Behauptung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, hätten die damaligen Kabinettsmitglieder im Vorfeld des Einmarschs in das Land 2003 massive Täuschung betrieben, schreibt El Baradei in seinem Buch. Die Behauptungen hätten im Widerspruch zu seinen eigenen und den Erkenntnissen anderer Waffeninspektoren gestanden.
In dem am kommenden Dienstag erscheinenden Buch "The Age of Deception" (deutscher Titel: "Wächter der Apokalypse: Im Kampf für eine Welt ohne Atomwaffen"; erscheint ebenfalls am Dienstag) schreibt er, der Irakkrieg habe ihn gelehrt, dass absichtliche Täuschung kein Privileg kleiner, von rücksichtslosen Diktatoren geführter Länder sei.
El Baradei lässt in dem Buch seine zwei Jahrzehnte im Dienst der IAEA Revue passieren. Dabei gewährt er einen Blick hinter die Kulissen, etwa in die Verhandlungen über die Atomprogramme des Irans oder Nordkoreas. Das Werk beschliesst er mit einem Plädoyer für eine stärkere Rolle der Diplomatie im internationalen Atomfragen.
SDA-ATS