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|Abt Werdo (784-812)

Abt Werdo
Werdo, 784-812. Nach dem Rücktritt Waldos setzte Bischof Egino von Konstanz den Weltpriester Werdo auf den Abtsthron von St.Gallen. Als Presbyter erscheint er in einer Urkunde vom 3.5.778. Werdo wurde von den Mönchen erst akzeptiert, als er sich zum Mönchsleben verstand und die Kutte anzog. Als Abt taucht er erstmals in der Urkunde vom 1.9.785 auf. Während seiner ganzen Regierungszeit stand er in starker Abhängigkeit von Bischof Egino von Konstanz, handelt er in den Urkunden doch selten allein, sondern meist in Verbindung mit Egino. Werdos Klosterleitung bedeutete eine Fortsetzung derjenigen des Johannes, die gleichen Urkundenschreiber sind nachzuweisen, und es wurde die gleiche Erwerbspolitik verfolgt. Die Interessenabgrenzung gegenüber dem Bistum Konstanz wurde im Thurgau weiterhin gewahrt, doch im Donau-Neckar-Raum fand eine starke Zunahme der Güter statt. Unter Werdo treten in St.Gallen die ersten Advocati auf, die den Abt oder dessen Beauftragten beim Abhalten von Gerichten und in Rechtsgeschäften unterstützen. Am 30.3.812 soll Abt Werdo gestorben sein.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)