Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03214.jsonl.gz/1255

Rathaus Leuk

Rathaus der Leuca fortis
Der markante Turmkörper des Rathauses mit seinem fünfeckigen Grundriss liegt am Eingang der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bischofschloss. Im 13. Jahrhundert entstanden, diente der Turm als Amtssitz, dem lokalen Vertreter des Landesherrn, dem Bischof von Sitten. Während der Rarner Wirren 1415 wurde der ursprüngliche Bau stark beschädigt.
Im Jahre 1541 wurde das Gebäude von Ulrich Ruffiner zum Rathaus umgebaut. Die Lage und die Grösse des Gebäudes unterstreichen den Machtanspruch der reichen Burgergemeinde. Der Turm steht seit 1934 unter Denkmalschutz und stellt zusammen mit dem Rathaus von Sitten den wohl wichtigsten Zeugen einer selbstbewussten Burgerschaft im Kanton Wallis dar.
Heute stehen im Rathaus von Leuk mehrere Räumlichkeiten zur Verfügung. Diese können direkt von der Bugschaft Leuk gemietetet werden.
Ulrich Ruffiner gilt als der bedeutendste Baumeister des 16. Jahrhunderts im Wallis. Geboren um 1480 in der Walsersiedlung fun d'Rufinu (ital. alla Rusa) im Prismell am Südfuss des Monte Rosa, fand er in Raron seine Wahlheimat. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Glis, wo er um 1549 beim Sturz vom Kirchturm einen standesgemässen Tod fand. Ruffiner lassen sich rund 30 Bauwerke zuschreiben, die bis auf eine Ausnahme allesamt im Kanton Wallis liegen. Ruffiner genoss sowohl als Architekt wie auch als Ingenieur einen ausgezeichneten Ruf. So ist sein überliefertes Erbe äusserst vielfältig.
Vom Neubau des Meierturms in Nendaz über den Umbau der Burgruine von Raron in eine Kirche bis hin zum Projekt einer Strasse über den Lötschenpass umfasst sein Werk ein grosses Spektrum an unterschiedlichsten Bauaufträgen. Die Leuker vertrauten Ruffiner zwei Umbauprojekte an: die statisch aufwändige Fertigstellung der Kirche St. Stephan um 1514 sowie den Umbau des Viztumturms zum Rathaus 1541-43. Ein weiteres Bauwerk Ruffiners, das in enger Verbindung mit Leuk steht, ist die Dalabrücke in Rumeling von 1539, die bis in die Zeit um 1850 den gesamten Verkehr nach Leukerbad aufnahm.