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Forschungsaufenthalt Simbabwe Januar 2018
Religion als sinnstiftendes und alltagsstrukturierendes Element bildet einen fundamentalen Bestandteil der simbabwischen Gesellschaft. Bereits während der Taxifahrt vom Flughafen in die Hauptstadt Harare wird die konfessionelle Zugehörigkeit thematisiert, längere Busreisen schliessen mit einem gemeinsamen Gebet und selbst der Kontext von Alltagsdienstleistungen wird für Bekehrungsversuche genutzt.
In den National Archives of Zimbabwe, welche ebenfalls von Versammlungsorten der unterschiedlichen Denominationen umgeben sind, lagern umfangreiche Bestände zur Kolonialzeit des Landes. Diese Quellen ermöglichen Einblicke in die Beziehungen zwischen Missionen und kolonialen Autoritäten und beleuchten damit die diversen strukturellen Möglichkeiten und Grenzen, in welche die schweizerischen Akteure eingeflochten waren.
Rund 200 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, leben im Regionalhaus Driefontein die letzten elf Missionare der SMB in Simbabwe. Das Land, in dem sie den Grossteil ihres Lebens verbracht haben und welches den Mittelpunkt ihres Wirkens darstellte, ist ihnen zur Heimat geworden. Die zahlreichen Institutionen, welche durch die Missionare initiiert, errichtet und ausgebaut wurden, stehen heute unter der Leitung der lokalen Kirche, wie dies von Anfang an von der SMB angestrebt wurde. Die katholischen Schulen, Waisenhäuser, Spitäler und Berufsbildungsstätten prägen das Leben der Menschen in der Region bis heute und der sonntägliche Kirchgang wird als Höhepunkt der Woche zelebriert.
Der heutige Einsatz der Missionare beschränkt sich auf priesterliche Aushilfstätigkeiten im Umkreis des Regionalhauses Driefontein. Dort finden sich noch einige interessante Quellen, auch wenn die meisten Dokumente der SMB bereits ins schweizerische Archiv transferiert wurden. Darüberhinaus eröffneten die Unterhaltungen mit den gastfreundlichen Missionaren neue Perspektiven und ihre Ausführungen zu den jeweiligen Schauplätzen regten weiterführende Überlegungen an.