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Als die Schweizer Bundespost 1849 gegründet wurde, übernahm sie einfach die Farben, die in den deutschsprachigen Ländern schon für die Post standen: Gelb und Schwarz. Gelb mit schwarzen Verzierungen waren schon die Uniformen der ersten Postkutschenfahrer im deutschsprachigen Raum im 16. Jahrhundert. Und dies, weil es der Reichsfahne des Heiligen Römischen Reiches entsprach – dieses Reich umfasste zwischen dem 10. und 18. Jahrhundert grosse Teile des heutigen Europas. Auf seiner Fahne prangte ein schwarzer Adler auf goldenem – also gelbem – Hintergrund.
Ausgedacht hat sich diese gelb-schwarze Uniform einst eine Adelsfamilie, sie hiess Taxis, später dann Thurn und Taxis. Diese Adeligen hatten von allerhöchster Stelle einen wichtigen Job bekommen: Kaiser Maximilian I. (1459–1519) hatte sie damit beauftragt, seine Post zu befördern. Darum bauten die Taxis die erste, offizielle Post Europas auf. Mit den gelben Uniformen für die Postillons, die Postkutschenfahrer.
Das ergibt bis heute Sinn, denn Gelb ist gut sichtbar, es hat Signalwirkung. Dennoch gab es hierzulande einst auch dunkelgrüne Briefeinwurfkästen – und etwas, das du nicht mehr kennst: den Wertzeichenautomaten. Ich liebte es, damit herumzuspielen: Dazu warf ich jeweils Geldstücke ein, drehte wie verrückt an einer Kurbel und fand es lustig, wenn der Kasten daraufhin einige Briefmarken ausspuckte.
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In Estland sind die Einwurfkästen orange.
Karl Kronig (60) hat sich für das 150-Jahre-Jubiläum der Schweizer Post ausführlich mit der Institution beschäftigt. Er ist stellvertretender Direktor und Leiter der Sammlungen im Museum für Kommunikation in Bern. Der Vater von drei erwachsenen Kindern ist bereits Grossvater.
Waren die Postkutschen hierzulande schon immer gelb, so wie auf dem berühmten Gemälde der «Gotthardpost»?
Ja, als die Schweizer Bundespost 1849 gegründet wurde, hatten 14 von 17 Kantonalpostbetriebe bereits gelbe Postkutschen. Das Gelb hatte den Vorteil, gut sichtbar zu sein. Ausserdem ist es praktisch: Auf schwarzen oder anderen dunklen Karossen sieht man jedes Stäubchen. Ein gelber Untergrund dagegen ist nicht heikel. Dementsprechend waren auch die Postautos von Anfang an gelb.
Welches sind die Postfarben in anderen Ländern?
Die britische Post hat zum Beispiel rote Postbriefkästen. In Estland sind sie orange. Bei uns in der Schweiz waren einst die Postbriefkästen und Wertzeichenautomaten dunkelgrün.
Warum wurden Einwurfkästen und Briefmarkenautomaten in der Schweiz schliesslich alle gelb?
Das kam so wegen der Landesausstellung, die 1939 stattfand. Aufgrund dieser «Landi» machte man einen Versuch in Zürich und brachte nur gelbe Postbriefkästen und Wertzeichenautomaten an. Das bewährte sich und wurde danach im ganzen Land übernommen.
Lust auf mehr spannende Informationen? Interessantes über das Postgelb und andere Geschichten rund um die Post gibts in der Ausstellung «EXTREM – 175 Jahre Schweizer Briefmarken» im Museum für Kommunikation in Bern.