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Um dem Rechtsinstitut der Verjährung die richtige Stellung innerhalb des Strafrechts zu geben, ist eine fundamentalere, rechtsphilosophische Interpretation von der «Zeitlichkeit der Existenz des Strafanspruchs» notwendig. Der staatliche Strafanspruch hat seine zeitliche Grenze, innerhalb der er als subjektives Recht des Staates zunächst entsteht, dann fortdauert, aber auf jeden Fall schließlich in den Bereich des «Nichts» verschwindet. Die strafrechtliche Verjährung ist die rechtliche Anerkennung dieser unausweichlichen zeitlichen Grenze des staatlichen Strafanspruchs. Die strafrechtliche Verjährung bringt zur Geltung, dass die Reichweite und der Anwendungsbereich des Strafanspruchs wie bei anderen Rechtsinstituten, bei menschlichem Verhalten, bei allen seienden Dingen immer zwischen Zeitpolen liegen. Mit der durch das Verjährungsinstitut gesetzten Zeitgrenze kann der Strafanspruch nur die Existenzform des «Von-Bis» haben, die für das Dasein aller Dinge gilt.
Autorentext
Der Autor: Young Gi Hong, geboren 1971. 1991-1999 Studium der Rechtswissenschaft an der Korea-Universität Seoul (Bachelor of Law, Master of Law), dort 1995-1999 Assistent am Lehrstuhl für Rechtsphilosophie, Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminalpolitik und ab 1999 Privatdozent, Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD), 2005 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin.