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Wie jedes Jahr wurden Sonntagnacht wieder die Grammies verliehen. Und ebenfalls wie jedes Jahr erfährt man im Radio nur, wer in den Kategorien «Best Album» und «Best Song» gewonnen hat. Hier deshalb eine Übersicht über die Blues-relevanten Grammygewinner. Was gleich bleibt wie in der Radiomeldung: Beyoncé hat auch hier abgeräumt.
Die vollständige Liste der Grammysieger und der Nomminierten findet sich auf http://www.grammy.com/nominees wo man auch die etwas exotischeren Gewinner einsehen kann, die es niemals in die Radiomeldung schaffen werden. Es lohnt sich allerdings, Stichwörter wie «Blues» zu suchen, denn mit die Seite runterzuscrollen um zum Blues zu kommen, das dauert seine Zeit. Vor dem Blues kommen noch die ganzen R&B, Country und Rap-Kategorien, jeweils mit den Untergruppen best Solo, best Song, best Performance, best Collaboration. Es gibt viele Grammies zu verteilen, aber eigentlich müsste doch der Urahn der modernen Rock-Musik zuerst kommen, denn «The blues had a baby and they named it rock'n'roll». Was nun die Kategorien angeht, die wir bei bluesnews.ch interessant finden, so sind das bestimmt die beiden Kategorien Modern und Traditional Blues.
In der Kategorie «Best Traditional R&B Vocal Performance» hat Beyoncé den Grammy gewonnen für ihre makellose Darbietung von At Last im Film Cadillac Records.
Bei den
eigentlichen Blues-Kategorien haben gewonnen: in der Sparte «Best Traditional
Blues Album : Vocal or Instrumental» waren die folgenden nominiert, gingen aber
leer aus: Blue Again von The Mick
Fleetwood Blues Band Featuring Rick Vito, dann das Album Rough & Tough von John Hammond, Stomp! The Blues Tonight von Duke Robillard und schliesslich Chicago Blues: A Living History,
die Zusammenarbeit der Chicago-Blueser Billy
Boy Arnold, Lurrie Bell, Billy Branch und John Primer. Als Sieger auf die Bühne gerufen wurde
schliesslich Ramblin' Jack Elliott,
der den Preis erhielt für sein Album A
Stranger Here.
In der Sparte «Best Contemporary Blues Album : Vocal or Instrumental» trug Derek Trucks als Sieger den kleinen Plattenspieler von der Bühne. Sein Album Already Free mit der Derek Trucks Band hat den Preis davon getragen. Ebenfalls Hoffnungen machten sich hier die Robert Cray Band mit ihrer CD This Time, also sollte das nächste Album vielleicht Next Time heissen? Ebenfalls nominiert waren The Truth According To Ruthie Foster von Ruthie Foster, Live: Hope At The Hideout von Mavis Staples und schliesslich Back To The River von Susan Tedeschi. Es steht zu vermuten, dass sich Derek Trucks bei seiner Lebenspartnerin bedankt hat, so wie es Tedeschi auch bei ihm getan hätte, wäre die Entscheidung anders ausgefallen.
Ebenfalls in den Bereich Blues gehört der Sieger in der Kategorie « Best Historical Album»: Für die Kompilation The Complete Chess Masters (1950-1967) : Little Walter erhielten den Preis Andy McKaie, der Produzent und Erick Labson, der Techniker. Diese 5-CD Sammlung bringt sämtliche Master-Aufnahmen Little Walters zusammen. Die Auszeichnung als Grammy führt vielleicht zu weiteren solchen Kompilationen, was natürlich sehr zu begrüssen wäre.
Zum Schluss noch einige exotischere Sieger: In der Kategorie «Zydeco or Cajun» gewann Buckwheat Zydeco den Presi für sein Album Lay Your Burden Down. Der bekannte Schauspieler Steve Martin hat einen Grammy gewonnen für sein Banjoalbum The Crow / New Songs For The Five-String Banjo. Steve Martin ist ja seit Langem ein Banjo-Enthusiast, der auch sein Instrument überallhin mitnimmt, und er freut sich sicherlich über den Preis.