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Die Zahl der vorzeitigen Todesfälle, die sich auf Luftverschmutzung zurückführen lassen, ist laut der Europäischen Umweltagentur gesunken. Demnach sterben aktuell pro Jahr etwa 400’000 Menschen an den Folgen verunreinigter Luft. 1990 waren es noch rund eine Million.
Die Luftverschmutzung ist in Europa die grösste Umweltbedrohung – vor Lärmbelästigung (12’000 Todesfälle) und den Auswirkungen des Klimawandels wie Hitzewellen, Überschwemmungen und von Insekten eingeschleppte Erkrankungen.
Die Umweltagentur stellt ausserdem ein Ost-West-Gefälle innerhalb Europas fast. So ist die Luft in Bosnien-Herzegowina besonders verschmutzt, in Island und Norwegen hingegen besonders rein.
Feinstaub, Stickstoff- und Schwefeloxide, Metalle und Kohlenwasserstoffe begünstigen zahlreiche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Diabetes. Besonders gefährdet sind Kinder, Alte und Arme, die eher in einem gesundheitsschädigenden Umfeld leben.
In der Schweiz sterben jährlich bis zu 3’000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung. Obwohl diese in den vergangenen Jahrzehnten reduziert werden konnte, mahnt Meltem Kutlar Joss vom Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut Basel in einem Aufsatz im Swiss Medical Forum an, dass die Dunkelziffer der Todesfälle höher sein könnte. Eine Studie des Centre for Research on Energy and Clean Air zeigt ausserdem, dass die Schweiz zwar mit 1’900 Dollar pro Kopf nach den USA und Luxemburg das meiste Geld zur Bekämpfung der Luftverschmutzung ausgibt. Wird jedoch das hohe Bruttosozialprodukt berücksichtigt, liegt die Schweiz nicht einmal unter den Top-25-Ländern.