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|Abt Purchart (958-971)

Abt Purchart
Purchart, 958-971. Abt Craloh hatte Ekkehart I. zu seinem Nachfolger bestimmt, der von den Mönchen auch gewählt wurde; doch kurz nach der Wahl verunglückte er bei einem Ausritt und trug einen bleibenden Schaden an einem Bein davon, weswegen er die Mönche bat, die Abtswürde auf Purchart zu übertragen, was jene auch taten. Purchart stammte aus dem Adelsgeschlecht der Udalrichinger, sein Vater war wahrscheinlich Graf Ulrich V., seine Mutter hieß Wendelgard, seine Geburt fällt ins dritte Jahrzehnt des 10. Jhs. Bereits in seiner Jugend soll er als Oblate ins Kloster gekommen und unter Abt Craloh Dekan gewesen sein. Als Abt ist er erstmals 959/60 urkundlich belegt. 967 erhielt er von Papst Johannes XIII. die Bestätigung der Immunität und aller andern Rechte und Besitzungen des Klosters. Er war als Abt sehr beliebt und selbst wohltätig. Leider mußte er die Führung der Geschäfte, da er seit einem Reitunfall gelähmt war, dem hochbetagten Dekan und dem Kämmerer überlassen, worauf Ökonomie und Disziplin in Urnordnung gerieten. Dies veranlaßte den Kaiser, eine Visitation durchführen zu lassen, es wurden wirtschaftliche Maßnahmen getroffen, und der reformeifrige Abt Kerbodo von Lorsch weilte längere Zeit im Kloster und erließ Statuten, die maßgebend blieben. Purchart ist zum letzten Mal 968/69 belegt. 971 trat er von seiner Würde zurück. Seinem Plan, den Lebensabend als inclusus bei der von ihm erbauten Galluskapelle zu verbringen, widersetzte sich Bischof Konrad von Konstanz wegen seiner schlechten Gesundheit. Er starb am 9.8.975.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)