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BNU (blog novel unplugged)
Der englische Begriff unplugged stammt aus dem Musikbetrieb. Eine Musikgruppe verwendet diesen, wenn sie ihre Stücke unverfälscht von der Bühne zum Publikum hinüber tragen will. Die Band verzichtet auf Filter, die Musik soll möglichst original tönen. Verzichtet wird etwa auch darauf, die Musik während eines Konzerts ab Band zu spielen. Bekanntlich wird in Grossveranstaltungen zuweilen eine Studioaufnahme ins Konzert eingespielt, damit der Ton reiner durch die Lautsprecher klingt. Der Künstler braucht dann nur noch die Lippen zu bewegen und sich auf die Show zu konzentrieren. Das Konzert wirkt. Im Extremfall kommt es sogar vor, dass die Stimme, welche aus den Lautsprechern kommt, nicht identisch ist mit jener der Sängerinnen und Sänger auf der Bühne. Die Sinnestäuschung ist vollkommen. Entsprechend sinnlich verhält sich dagegen der ungepluggte Auftritt einer Musikgruppe.
Übertragen auf den Literaturbetrieb heisst das: Eine Geschichte (engl.: novel) wird ohne die Filterung durch ein Lektorat oder einen Verlag veröffentlicht. Nicht der klinisch gereinigte Text, welcher der aktuellen Formsprache angepasst wurde, erscheint auf dem Bildschirm. Vielmehr ist es quasi der Urtext, den der Leser zu Gesicht bekommt.
Die „blog novel unplugged“ – kurz: bnu – entspricht zudem dem Geist des Internets, der gewisse Freiheiten zulässt und eine gesunde Frische gewährt. Die „blog novel unplugged“ ist ständig im Zustand des Entstehens – so wie dieser Text, der möglicherweise bald wieder eine Änderung erfährt. ©