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Sauerbrut (= Europäische Faulbrut)
Bakterielle Erkrankung der Bienenbrut mit hoher Kontagiosität, weniger gefährlich als die Faulbrut, jedoch als Differentialdiagnose der Faulbrut wichtig.
Sauerbrut bei Bienen ist eine Tierkrankheit und gilt gemäss Tierseuchenverordnung (TSV) Art. 4, als eine zu bekämpfende Seuche. Die gesetzlichen Grundlagen zur Bekämpfung in der Schweiz sind in der Tierseuchenverordnung (TSV) in den Art. 273-274 geregelt.
Erreger
Melissococcus pluton, mit sekundären Erregern, wie z.B. Paenibacillus alvei, Bacillus laterosporus, Bacillus gracilesporus, Achromatobacter eurydice, Streptococcus faecalis u.a.; Tenazität mässig.
Krankheitsbild und Verlauf
Rascher Krankheitsverlauf ohne einheitliches Krankheitsbild. Die Maden können nur während der ersten 48 Stunden angesteckt werden und sterben meist schon vor der Verdeckelung. Die toten Larven liegen in verschiedenen ("verdrehten") Stellungen in den Zellen. Frisch erkrankte und abgestorbene Maden sind noch weiss, im weitern Verlauf verfärben sie sich gelblich, dann braun bis schwarz-braun und werden zu einer breiigen bis wässrig-körnigen Masse. Sie ist selten fadenziehend. Es fehlt der typische Geruch der bösartigen Faulbrut. Der Geruch der Sauerbrut ist unangenehm und variiert je nach Anwesenheit der verschiedenen sekundären Erreger nach Käse oder Fussschweiss bis zu Essig-artig säuerlich. Eingetrockneter, glatt glänzender Schorf findet sich in der Regel am Zellgrund. Er lässt sich leicht als Schuppe aus der Zelle heben.
Verbreitung weltweit, kommt in der Schweiz häufig vor.
Epidemiologie
Die Infektion der Bienenlarven erfolgt über die Einnahme von kontaminiertem Futter. Massiertes Auftreten ist selten. Es ist meist nur die Brut einzelner Völker betroffen. Mit modernen Methoden kann der Erreger jedoch auch auf den Bienen gesunder Völker eines befallenen Standes nachgewiesen werden. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Bienenzukauf oder Wanderung in Seuchenregionen, Verflug und Räuberbienen, durch kontaminierte oder schorfhaltige Waben, Gerätschaften oder den Imker selber.
Diagnose
Bei jeder Völkerkontrolle auf Brutbild achten. Verdacht bei lückenhaften Brutflächen. Mikroskopischer Erregernachweis (ovoide Kokken in Paaren, Stäbchen / Sporen).
Differenzialdiagnosen
Bösartige Faulbrut, andere Brutkrankheiten.