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Die Diskussion mit Basil Vollenweider starteten wir mit der Gründungslegende der Stadt Rapperswil. Das Bild unten zeigt diese Legende in einem Gemälde, das sich an einer Hausfassade am Rapperswiler Hauptplatz befindet.
Gründungslegende
"Eines Morgens in der Früh fuhr der Herr von Rapperswil zusammen mit seiner Frau und einigen Knechten über den See um zu jagen. Kaum waren sie am Ufer angelangt, spürten seine Hunde eine Hirschkuh auf und verfolgten sie bis auf die Höhe des Felsrückens. Hier verbarg sich das Tier in einer Höhle. Als die Jäger zur Höhle kamen, sahen sie, dass sich darin neben der Hirschkuh auch zwei Kälbchen befanden. Da erbarmte sich die Frau der Tiere und brachte ihren Gatten dazu, die Hunde zurückzuziehen und der Hirschkuh das Leben zu schenken.
Um die Mittagszeit ruhten der Graf und seine Frau im Schatten, da erschien die Hirschkuh und legte ihren Kopf in den Schoss der Frau, um ihr für die Rettung des Lebens zu danken. Der Graf war gerührt und befahl, die drei Tiere nach Altendorf zu bringen und sie in einem Gehege grosszuziehen. Er sah in dieser Begebenheit auch einen Wink des Himmels und beschloss bereits am folgenden Tag, auf dem Felsen eine neue Burg und am südlichen Abhang eine kleine Stadt zu gründen."
Auf die Frage, ob sich das so oder ähnlich zugetragen haben könnte, antwortete Basil Vollenweider, dass er darauf keine Antwort habe, aber dass den Historiker mehr interessiert, warum es hundert Jahre später, als diese Legende niedergeschrieben wurde, wichtig war, genau dieses "übersinnliche, göttliche Zeichen" in die Geschichte der Gründung einzuweben. Denn damals war die göttliche Legitimierung der Macht ein zentrales Thema. Es würde zu weit führen, die Diskussion jenes Abends noch weiter auszuführen, aber alle Anwesenden waren vom Wissen und Erzähldrang des Referenten begeistert.