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Parteiloser Stadtrat Peter Siegrist: «Vandalismus mag ich überhaupt nicht»
Was wollten Sie als Kind werden?
Regisseur, Filmemacher.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich habe mit 15 während 2 Wochen im Ortsbürgerwald von Zofingen gearbeitet (Stundenlohn: Fr. 2.50).
Wem wären Sie lieber nie begegnet?
Darf ich diese Frage aus Sicht des Persönlichkeitsrechts wirklich beantworten?
Wen, der tot ist, möchten Sie gerne wiedersehen?
In meinen Erinnerungen kann ich geschätzte Menschen jederzeit wiedersehen.
Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit?
Nein, ausser ich kann dabei das Leben oder die Gesundheit dieser Mehrheit retten.
Was fehlt Ihnen zum Glück?
Ein Kleeblatt mit vier Blättern.
Wofür sind Sie dankbar?
Für mein bisheriges Leben.
Halten Sie sich für einen guten Freund?
Das sollen diese besser selber beantworten. Aber ich denke, ich bin ein sehr zuverlässiger Freund.
Was bezeichnen Sie als Heimat?
Den Ort, wo ich mit meiner Familie, Freunden und Bekannten die beste Zeit meines Lebens verbracht habe. 85 Prozent meines Lebens habe ich in Zofingen verbracht.
Welche Speisen essen Sie aus Heimweh?
Ich war früher nach dem Abschluss grösserer Projekte oft länger auf Reisen. In der Ferne suchte ich meistens, bevor mich das Heimweh packte, eine McDonald’s-Filiale auf. Dort bestellte ich einen Cheeseburger, der schmeckt auf der ganzen Welt gleich und erinnert einen an zu Hause. Zurück in der Schweiz stand aber immer «Schweizer Brot und Cervelat» auf dem Speiseplan.
Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Die Welt zu verbessern! Aber ich habe immer noch die Hoffnung, meinen kleinen Teil dazu beitragen zu können.
Welche Probleme löst eine gute Ehe?
Die Probleme eines Rosenkriegs.
Warum sind Sie Politiker geworden?
Um etwas zu bewegen! Ich habe natürlich auch festgestellt, dass die Bewegungen manchmal nicht so gross und schnell waren, wie ich es erhofft hätte. Es liegt aber nicht in meiner Natur, gleich aufzugeben. Darum kandidiere ich für weitere vier Jahre.
Was reizt Sie an der Aufgabe als Stadtrat und Stadtammann?
Der Versuch, die verschiedenen Bedürfnisse der Einwohner unter einen Hut zu bringen. Sich aber jederzeit vor Augen zu halten, dass einige dabei nass werden können.
Bezahlen Sie Ihre Steuern gerne?
Nein.
Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben und wofür zu wenig?
Zu viel für Unnötiges (das heisst ein Grossteil der Steuerzahler braucht das nicht oder hat nicht danach gefragt) und zu wenig für Nötiges.
Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
1001 Movies You Must See Before You Die (frei übersetzt: Ich habe noch einiges zu tun).
Was werden Sie als wiedergewählter Stadtrat als Erstes in die Wege leiten?
Den obligaten Wahl-Apéro im Key 69 (sofern es Corona zulässt). Das Weitere erfolgt dann später, nach der definitiven Ressortaufteilung.
Kinderfestweggen oder Kinderfesttorte?
Weggen.
Wie sieht die – für Sie – optimale Besetzung des Stadtrats aus den 11 Kandidatinnen und Kandidaten aus?
Ein guter Mix aus den bisherigen Kolleginnen und Kollegen, aufgefrischt mit neuen Kollegen. Oder anders gesagt: Das Wissen erhalten und offen sein für neue Ideen.
Was ist das beste Argument, das gegen eine Wahl von Ihnen spricht?
Man könnte mich wieder öfters im Key 69 antreffen.
Kinderfest mit Gefecht oder ohne?
Mit Gefecht.
Was mögen Sie an Zofingen – und was überhaupt nicht?
Ich mag unsere Stadt mit den vielen tollen Möglichkeiten und Angeboten. Vandalismus mag ich überhaupt nicht.
Was gibt Ihnen Energie für die Politik?
Kohlenhydrate.
Welcher Film hat Sie nachhaltig beeindruckt?
Da gibt es viele, Filme sind meine Leidenschaft, zum Beispiel «In der Hitze der Nacht» (In The Heat Of The Night) 1967, «So grün war mein Tal» (How Green Was My Valley) 1941 und «The Big Lebowski» (The Big Lebowski) 1998.
Wie gedenken Sie das Stadtratsmandat mit Ihrem übrigen Berufsleben zu vereinbaren?
Als Geschäftsleiter eines Gastronomiebetriebs, der gut organisiert und normalerweise am Abend geöffnet ist, kann ich den restlichen Tag sinnvoll und effektiv dafür planen.
Erachten Sie die Entschädigung für das Stadtammann-Amt als angemessen?
Da eine Gemeinde nicht gewinnorientiert ist, sollte sich das Gehalt an den Aufgaben, Pflichten und Verantwortlichkeiten ausrichten.
Welche Partei ist im aktuellen Stadtrat übervertreten, welche untervertreten?
Im Stadtrat sollte die Parteizugehörigkeit nicht im Vordergrund stehen, sondern die Wertvorstellungen und die Erfahrung, die die einzelnen Kolleginnen und Kollegen aus ihrem Privat und Arbeitsumfeld mitbringen.
Sind Sie eher ein Alphatier oder ein Teamplayer?
Ein Alphatier – kann mich aber problemlos in ein Team einordnen.
Was können Sie besser: sprechen oder zuhören?
Spontan sage ich: sprechen! Da in mir aber immer noch der Analytiker schlummert, kann ich auch sehr gut zuhören, um mir einen raschen Überblick über die aktuelle Situation zu schaffen.
Welches Ressort würden Sie am liebsten übernehmen?
Mein aktuelles Ressort (Werkhof, Stadtmarketing, Sport und die Fachstelle Natur & Landschaft) mit meinem Team mag und schätze ich sehr. Ich habe aber kein Problem damit, andere Aufgaben zu übernehmen. Als ehemaliger Organisator und Berater durfte ich mich immer wieder in unterschiedliche Dossiers einlesen, um mich anschliessend mit den Themen auseinanderzusetzen.
31 Fragen an Kandidierende
Das ZT hat den Kandidierenden für den Zofinger Stadtrat mit einem Fragebogen auf den Zahn gefühlt. Die Fragen sind einerseits dem berühmten Fragebogen von Max Frisch entnommen, andererseits sind sie von der Redaktion zusammengetragen worden. Die Kandidierenden hatten eine maximale Zeichenzahl zur Verfügung sowie einen Joker. (jam)
Bisher erschienen:
SP-Kandidatin Rahela Syed
FDP-Kandidat André Kirchhofer
FDP-Kandidat Andreas Rüegger
SP-Kandidat Lukas Fankhauser
Grünen-Kandidation Christiane Guyer
SVP-Kandidat Hansruedi Hauri
Mitte-Kandidat Robert Weishaupt
Zur Person
Alter: im Mai 55 Jahre
Zivilstand: ledig
Kinder: keine
Höchste Ausbildung: Wirtschaftsinformatiker FH
Beruf: Geschäftsführer
Hobbys/Leidenschaften: Filme, Musik und Geschichte