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Ich bin Isabelle Groth, 38 Jahre alt und arbeite seit 15 Jahren in einem grossen Gartencenter als Leiterin der Floristikabteilung. Zusammen mit meinem Partner, unserem Hund sowie zwei Katzen lebe ich im wunderschönen Buttwil.
Wann bekamst du die Diagnose MS? Welche Verlaufsform «hast du»? Welche Symptome belasten dich am meisten?
Meine Diagnose habe ich im 2023 «als Geburtstagsgeschenk» erhalten: Schubförmige MS. Ich habe am meisten mit der Fatigue zu kämpfen und mit den immerzu schmerzenden Füssen, sogar nach dem Aufstehen.
Welche Schlagzeile würdest du 2024 gerne über dich lesen?
Isabelle auf wundersame Weise geheilt.
Wenn du dir eine «Superkraft» aussuchen dürftest, welche wäre das und warum?
Ich würde mir das Fliegen aussuchen, um völlig frei zu sein.
Wenn du deiner MS ein Tattoo widmest? Welches Motiv? Welcher Text? Wo am Körper?
«It is what it is» auf dem Unterarm, um mich daran zu erinnern, das Beste daraus zu machen. «Es ist, wie es ist»!
Was macht dir Stress und wie drückt sich der Stress bei dir aus? Was tust du dagegen?
Ich hatte bereits vor der MS Schwierigkeiten mit Stress umzugehen und gehe schnell an die Decke. Meine Symptome verschlechtern sich durch Stress und lassen mich spüren, mehr auf mich zu achten und auch mal «Nein» zu sagen.
Ferien am Meer oder in den Bergen? Was findet deine MS besser?
Meine MS, die ich übrigens «Marlies» getauft habe, mag es am liebsten nicht zu heiss, darum lieber in die Berge.
Was sollte dein soziales Umfeld gerne öfter tun? Was lassen?
Mich nicht aus allem raushalten oder mich bemitleiden. Ich bin nicht aus Zucker.
Kopf oder Herz/Bauchgefühl? Auf was vertraust du im Alltag?
Leider bin ich viel zu sehr ein Kopfmensch.
Welches Kompliment hat man dir zuletzt gemacht?
Es sei stark, mit welcher Kraft ich das alles meistere.
Was bedeutet Familie für dich?
Familie ist das Wichtigste.
Du und der Schlaf: Freund oder Feind?
Beste Freunde. Leider habe ich am Morgen jeweils das Gefühl, nicht erholt zu sein.
Wie findest du es, wenn wir über «promintente» MS-Betroffene, wie zum Beispiel Selma Blair, Christina Applegate oder Kuno Lauener berichten? Was wäre deine erste Frage an einen von ihnen? Und an wen?
Ich finde es gut, dass Prominente offen über ihre Krankheit sprechen. Ich würde gerne mit Christina Applegate einen Kaffee trinken und über alles Mögliche reden, ausser unsere MS!
Würdest du gerne einmal für ein Jahr im Ausland leben? Wo? Was hält dich davon ab?
Da ich zu sehr an meiner Familie und meinem Arbeitsplatz hänge, kann ich es mir nicht vorstellen, wenn doch, dann in Kanada in der Natur.
Was wolltest du als Kind (beruflich) werden? Hat dich die MS gebremst, es zu werden?
Ich wollte bereits früh Floristin werden und solange ich kann, werde ich meinen Beruf auch weiterhin mit Freude ausüben.
Wenn deine MS ein Tier wäre, welches und warum?
Meine MS wäre eine Schlange. Sie schleicht sich langsam an und beisst zu.
Hat sich aus deiner Sicht in den letzten Jahren etwas verändert in der Gesellschaft oder Politik gegenüber chronisch kranken Menschen? Was ist vielleicht besser oder schwieriger geworden?
Ich habe das Gefühl, dass chronisch kranke Menschen in der Gesellschaft häufiger belächelt werden, gerade diejenigen, bei denen die Erkrankung nicht sichtbar ist. Ich finde es deshalb gut, wenn viel mehr darüber gesprochen wird.
Wenn Du morgen zum «Bundesrat für Forschung gegen die MS» ernannt wirst, was sind deine ersten 3 Massnahmen?
1. Heilmittel erforschen.
2. Heilmittel erforschen.
3. Heilmittel erforschen.
Wie stark hat die Diagnose MS deine Einstellung zum Leben verändert? Gibt es bestimmte Dinge, die du vor der Diagnose über das Leben und die Gesundheit geglaubt hast, die sich seitdem verändert haben?
Die MS lässt mich die Momente viel intensiver geniessen. Doch ich muss noch lernen, «Nein» zu sagen und mir Zeit für mich zu nehmen. Ich war mein ganzes bisheriges Leben nie richtig krank, höchstens mal Husten oder Halsschmerzen. Jetzt habe ich das Gefühl, es muss nur jemand in meiner Nähe husten - und schon erwischt es mich auch!
Du darfst für 24 Stunden in die Haut eines anderen Menschen schlüpfen. Wer würdest du sein wollen? Und warum?
Ich wäre gerne für einen Tag ein Mensch ohne Sorgen!
Umgekehrt: Wer sollte mal einen Tag lang dein Leben mit MS führen? Warum?
Ich würde niemandem wünschen, dass er mit der Krankheit leben muss, auch nicht für einen Tag!
Stell dir vor du könntest mit deiner MS sprechen, was würdest du ihr sagen/sie fragen wollen?
Liebe Marlies, es war nett dich kennen zu lernen - aber jetzt kannst du wieder verschwinden!
Zu welcher Tageszeit erlebst du deine besten Momente? Warum?
Ich stehe täglich um 6.00 Uhr auf und gehe mit meinem Hund spazieren. Die spezielle Stimmung früh am Morgen liebe ich sehr und sie tut mir gut.
Wurdest du schon mal auf Grund der MS nicht ernst genommen? Wie bist du damit umgegangen?
Nicht direkt «nicht ernst genommen», aber mir wurde schon etwas verschwiegen, da man mich ja nicht belasten kann, weil ich ja MS habe!
Wenn du ein Vorurteil gegen MS aus den Köpfen der Menschheit löschen könntest, welches wäre das?
Dass es ja gar nicht so schlimm ist, man sieht ja nichts, gerade bei Personen mit noch nicht so schlimmem Verlauf.
Hast du Kontakt zu anderen MS Betroffenen? Hilft dir der Austausch mit anderen MS Betroffenen?
Jemand aus der Familie in meinem Alter lebt schon seit 10 Jahren mit MS, dank ihr habe ich nicht so viel Angst vor der MS.
Was unterscheidet dich von anderen MS-Betroffenen?
Nichts Spezielles.
Wenn du einen Tag ohne MS- Symptome erleben könntest, wie würdest du diesen Tag gestalten?
Wie jeden Tag sonst... er wäre einfach viel besser!
Welche Beziehung hast du zur Schweiz. MS-Gesellschaft? Nimmst du Beratung, Angebote oder Dienstleistungen in Anspruch?
Bis jetzt noch nicht. Anfang Juni habe ich mich für das Online-Meeting («MS für Anfänger: Gut zu wissen»; die Red.) angemeldet.
Immer gesucht: Neue Gesichter der MS
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Dann schreib uns eine Mail mit dem Betreff «Gesichter der MS» an: <email-pii>
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Liebe Grüsse, deine Redaktion
P.S. Du magst/kannst nicht mitmachen, kennst aber jemanden, der gerne dabei wäre? Dann erzähl’ es einfach weiter…