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Über Mobilfunk allein nicht, wohl aber auf dem gesamten Gebiet der nichtionisierenden Strahlung. In der Datenbank des EMF-Portals der RWTH Aachen, emf-portal.org, sind derzeit (Sept. 2020) knapp 32'000 Publikationen gelistet. Davon liegen im Frequenzbereich des Mobilfunks rund 1500 Studien, wovon vier Fünftel experimentelle Studien (Laborstudien) und ein Fünftel epidemiologische Studien (Auswertung von Daten aus Untersuchungen in der Bevölkerung).
Massgebend für die Beurteilung, ob ein Zusammenhang zwischen Strahlung und Gesundheitsschäden besteht, ist aber nicht primär die Zahl der Studien, sondern deren Qualität. Allerdings bestehen über die Kriterien zur Beurteilung dieser Studienqualität ganz unterschiedliche Vorstellungen. Das BAFU nennt in seinen Berichten zum Stand der Forschung von 2003 und 20061 extrem strenge Bedingungen dafür, dass ein beobachteter Effekt als gesichert gelten darf. Sogar die Bedingungen der IARC2 für die Einstufung eines Schadstoffes als "karzinogen" sind weniger streng. – Man erhält den Eindruck, dass eine breite Anerkennung der Gesundheitsschädlichkeit von Mobilfunkstrahlung so lange als irgend möglich hinausgezögert werden soll. – Bedeutungsvoll ist die Aussage eines bekannten Biologen3, dass einfachere Studien ohne Expertenbegutachtung (peer reviewing) nicht ignoriert werden sollten. Obwohl nicht beweiskräftig, könnten sie richtig sein und Hinweise geben, die befolgt werden sollten.
Von kritischer Seite wird immer wieder gefordert, dass in erster Linie Studien unabhängiger Forscher berücksichtigt werden sollen. Dass diese Forderung berechtigt ist, wird bestätigt durch Untersuchungsergebnisse über den Einfluss der Finanzierungsquelle: Von der Industrie unabhängig finanzierte Studien haben viel häufiger Effekte gefunden als von der Industrie (mit)finanzierte Studien.
1 Hochfrequente Strahlung und Gesundheit. Bundesamt für Umwelt, Bern 2007. Qualitätskriterien formuliert von Dr. M. Röösli.
2 International Agency for Research on Cancer IARC, die Fachstelle der WHO für Krebsforschung
3 Sir William Stewart, 1990-95 oberster wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung; bis 2005 Vorsteher der britischen Strahlenschutzbehörde. Diese Aussage machte er in einem Vortrag an der Tagung des Radiation Research Trust 2008.