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Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband nimmt die Rückweisung der Fair Food Initiative mit grosser Enttäuschung zur Kenntnis. Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz zu stärken und unsere Verantwortung in Sozial- und Umweltschutzfragen in den Exportländern wahr zu nehmen. Die Konsumentinnen und Konsumenten hätten von kürzeren Transportwegen, weniger Verschwendung von Nahrungsmitteln und einer verstärkten Transparenz für verarbeitete Produkte profitieren können.
Der SBLV bedankt sich bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, die sich für Fair Food ausgesprochen haben, insbesondere in der Westschweiz. Die dort traditionell starke Verbindung zwischen den Umweltschutzverbänden, den Konsumentenschutzorganisationen und der Landwirtschaft hat gezeigt, dass zukunftsgerichtete Entscheide mehrheitsfähig sein können. Die stark vereinfachten Argumente der Gegner der Initiative, die nur auf Angst vor höheren Preisen und einer kleineren Auswahl basierten, vermochten wider Erwarten zu überzeugen. Die sehr moderaten Preiserhöhungen hätten auf den durchschnittlichen Budgetposten Nahrungsmittel in Schweizer Haushalten, der für die Ernährung aktuell noch 5,7% (inkl. nicht alkoholische Getränke) ausgibt, nur einen minimalen Einfluss gehabt.
Das Abstimmungsergebnis darf nun nicht als Freipass für Freihandelsabkommen auf Kosten von landwirtschaftlichen Produkten interpretiert werden. Die Diskussionen haben gezeigt, dass die Qualität der inländischen Nahrungsmittel von der Bevölkerung hoch geschätzt ist und nachgefragt wird. Das darf als positiver Punkt für die Initianten bezeichnet werden. Die Schweizer Bäuerinnen und Landfrauen zählen auf die Unterstützung der Bevölkerung, denn jeder Kauf ist eine Stimme.