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Schweizerischer Bankensektor
Struktur des schweizerischen Bankensektors
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gliedert die 328 Banken in der Schweiz in verschiedene Bankengruppen: Grossbanken, Kantonalbanken, Regionalbanken und Sparkassen, Raiffeisenbanken, übrige Banken, zu welchen insbesondere die Handels- und Börsenbanken sowie die ausländisch beherrschten Banken zählen, Filialen ausländischer Banken sowie Privatbankiers. Die einzelnen Bankengruppen unterscheiden sich bezüglich Grösse, Geschäftsfeld, geographischem Tätigkeitsgebiet oder Rechtsform. Die Grossbanken nehmen innerhalb des Bankensektors in sämtlichen Bereichen eine dominante Stellung ein, insbesondere bei der Bilanzsumme sowie bei den Marktanteilen ().
Weiterführende Informationen zur Struktur des schweizerischen Bankensektors finden sich in der Publikation Die Banken in der Schweiz.
Regulierung und Aufsicht
Die in der Schweiz tätigen Banken unterstehen dem Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen (BankG) (www.admin.ch/ch/d/sr/c952_0.html).
Detaillierte Regelungen - u.a. zu den Eigenmitteln, zur Liquidität sowie zur Risikoverteilung - finden sich in der Verordnung über die Banken und Sparkassen (BankV) (www.admin.ch/ch/d/sr/c952_02.html). In diese Bankengesetzgebung fliessen auch internationale Abkommen und Empfehlungen ein, z.B. die Basler Eigenkapitalvereinbarung. Ergänzt wird die gesetzliche Regelung durch Standesregeln und Empfehlungen, die sich die Banken im Rahmen der Selbstregulierung (siehe Website der Schweizerischen Bankiervereinigung: www.swissbanking.org/home/allgemein.htm) geben.
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) (www.finma.ch) erteilt die Bewilligung zum Geschäftsbetrieb und ist für die Aufsicht über die Banken zuständig.
Um die Stabilität des Finanzsystems zu stärken, sind in der Schweiz verschiedene Reformen in Angriff genommen oder bereits durchgeführt worden.
Der Bundesrat hat im Juni 2012 die Einführung eines antizyklischen Kapitalpuffers in der Schweiz per Juli 2012 angekündigt.

Umsetzung des antizyklischen Kapitalpuffers in der Schweiz: Konkretisierung der Rolle der Schweizerischen Nationalbank (Factsheet)
Die Nationalbank und die FINMA haben im Mai 2010 die Liquiditätsbestimmungen in Bezug auf die beiden Grossbanken überarbeitet.
Eine Expertenkommission des Bundesrates, welche Lösungen zur Verminderung der "Too big to fail"-Problematik ausarbeitete, hat per Ende September einen Schlussbericht verfasst (http://www.sif.admin.ch). Die Nationalbank war in der Expertenkommission vertreten.
Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Finanzstabilität
Im Bereich Finanzstabilität arbeitet die SNB mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA zusammen. Die Abgrenzung der Aufgaben und die Zusammenarbeit sind in einem Memorandum of Understanding (MoU) geregelt.

Memorandum of Understanding MoU

Medienmitteilung 12. März 2010: FINMA und SNB verstärken ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet Finanzstabilität
Zudem hat die SNB ein trilaterales MoU mit der FINMA und dem Eidgenössischen Finanzdepartement abgeschlossen. Das MoU regelt den Informationsaustausch in normalen Zeiten, sowie die Zusammenarbeit während einer Finanzkrise.

Memorandum of Understanding über die tripartite Zusammenarbeit der Schweizer Finanzmarktbehörden

Medienmitteilung 17. Januar 2011: EFD, FINMA und SNB unterzeichnen Vereinbarung über Zusammenarbeit
Die Nationalbank beteiligt sich zudem in hohem Mass an den Arbeiten des Financial Stability Boards und des Basler Ausschusses (http://www.bis.org/bcbs/index.htm); diese spielen bei der Erstellung internationaler Standards zur Finanzstabilität eine bedeutende Rolle.
Bankenstatistische Daten und Analyse
Die dem Bankengesetz (www.admin.ch/ch/d/sr/c952_0.html) unterstehenden Finanzintermediäre sind verpflichtet, der SNB Angaben zur Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, zu den eigenen Mitteln sowie zur Liquidität zu liefern. Die SNB veröffentlicht die Daten in aggregierter Form - d.h. auf Bankengruppen-Ebene - in der Publikation Die Banken in der Schweiz und im Bankenstatistischen Monatsheft. Die kontinuierliche Analyse der Lage bzw. der Stabilität des schweizerischen Bankensektors fliesst in den jährlich publizierten der SNB ein.