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März 2019
Dies ist der zweite Teil meines Berichts über meine Sri Lanka Reise im Jahr 2019. Der erste Teil beschreibt meinen Besuch der historischen Stätten Dambulla, Sigiriya, Polonnaruwa, Anuradhapura, Mihintale und des Huluru Eco Parks und findet sich hier.
Der Bericht über meine letztjährige Reise im südlichen Teil Sri Lanka’s ist unter diesem Link zu finden.
Jaffna
Mit dem Zug erreichte ich das von Anuradhapura 200 km entfernte Jaffna, das ganz im Norden von Sri Lanka liegt.
Die mehrheitlich von hinduistischen Tamilen bewohnte Stadt war vor dem Bürgerkrieg, der von 1983 bis 2009 dauerte, die zweitgrösste Stadt. Heute ist sie noch die 12.-grösste. Während des Krieges wurde die Stadt stark beschädigt. Ein Teil der Bevölkerung wurde vertrieben und die Stadt wurde von den Tamil Tigers und den Indischen Friedenstruppen besetzt. Über 40’000 Leute, mehrheitlich Tamilen, sind damals in die Schweiz geflüchtet, so dass ich auf meiner Reise in den Norden immer wieder Leute mit Verwandten in der Schweiz antraf.
Ich bemerkte vom Bürgerkrieg kaum noch etwas und auch die Einheimischen wollten nicht mehr über diese Zeit sprechen. Die meisten sind einfach froh, dass der Krieg vorbei ist.
Neben dem Uhren-Turm befindet sich die Statue des Anuradhapura-Königs Ellalan. Obwohl er vor 2’200 Jahren lebte, wird er als gerechter König noch heute verehrt.
Im von den Niederländern 1860 gebauten Fort gibt es nicht viel zu sehen. Das Interessanteste war dieses Schild, das Vulgaritäten auf dem Areal des Forts verbot. Die Piktogramme zeigen, welches anstössige Verhalten gemeint ist.
Nallur Sivan Tempel
Weiter besuchte ich den 1734 erbauten Hindu-Tempel Nallur Sivan, einer der wichtigsten in Sri Lanka. Als Mann durfte ich den Tempel nur mit entblösstem Oberkörper betreten.
Die Stadt selbst bietet wenige Sehenswürdigkeiten. Ich mietete für einen Tag ein Tuk Tuk mit Fahrer und besuchte die Attraktionen der Gegend.
Casuarina Strand
Als erstes besuchte ich den Casuarina Strand auf der über eine Brücke mit dem Festland verbundenen Insel Karainagar. Anscheinend ist es der beste Strand in der Jaffna-Gegend ist. Trotz Eintritt hat es Abfall am Strand und die Infrastruktur ist am Verlottern.
Grotto of Our Lady of Lourdes in Mathagal
Ich kam an dieser künstlichen, schon fast kitschigen Grotte vorbei, die der heiligen Jungfrau von Lourdes gewidmet ist.
Keerimalai Naguleswaram Kovil
Dieser Hindu-Tempel beeindruckte mich nicht besonders. Interessanter fand ich die vor dem Tempel stehenden Wagen, die wohl für Prozessionen verwendet werden.
Maruthanarmadam Anjaneyar Tempel
Beim Maruthanarmadam Anjaneyar Tempel fällt zuerst die riesige Statue des Affengottes Hanuman auf. Neben dem Tempel stand dieser Wagen, der von vier Pferden gezogen wird.
Trincomale
Mit dem Zug erreichte ich die 230 km entfernte Stadt Trincomale, die sich an der Ostküste Sri Lankas befindet.
Die Stadt hat einen eigenen Strand, doch die hohen Wellen verunmöglichen das Schwimmen im Meer.
Koneswaram Kovil Tempel
Noch am ersten Abend und nochmals am folgenden Tag spazierte ich zum Hindu-Tempel Koneswaram Kovil, der dem Gott Shiva gewidmet ist und sich am Ende einer ins Meer ragenden Landzunge befindet. In der Nähe des Tempels befinden sich ein paar Verpflegungsstände mit Blick auf die Küste und den Sonnenuntergang.
Die neu erstellte Shiva Statue
Die Skulptur einer heiligen Kuh
Statuen des Elefantengottes Ganesh
Sri Pathrakali Amman Tempel
Dieser Tempel mitten in der Stadt Trincomale schien ein Hindu-Tempel wie viele andere zu sein. Aber dieser der Gottheit Kali gewidmete Tempel war einzigartig. Er war unglaublich farbenfroh und wies unzählige Details auf. Ich durfte auch diesen Tempel als Mann nur mit nacktem Oberkörper betreten.
Der Eingangsbereich des Tempels
Die Decke mit unzähligen Details
Der Tempel von aussen
Dieser Mann wartete am Eingang des Tempels auf eine milde Gabe.
Getrockneter Fisch zu verkaufen
Uppuveli und Nivaveli Strände
Nur wenige Kilometer von Trincomale entfernt befinden sich die Strände Uppuveli und Nivaveli. Hier sah ich keine grossen Wellen, so dass sich diese Strände durchaus zum Schwimmen eignen. Die Strände sind aber nicht abfallfrei. Nur wenige westliche Touristen besuchen diese Strände, sodass die Gegend vor allem abends sehr einsam ist. Zudem waren die schönen Unterkünfte teuer.
Am Uppuveli Strand
Ich besuchte auch den Commonwealth Kriegsfriedhof, der als eine der Sehenswürdigkeiten der Gegend gepriesen wird. Ohne Bezug zu den getöteten Soldaten ist er aber trotz der gepflegten kleinen Anlage nichts besonderes.
Mit Zug und Bus reiste ich weiter ins 220 km entfernte spirituelle Zentrum Sri Lanka’s nach Kandy.
Kandy
Da ich Kandy schon auf meiner letztjährigen Reise besuchte, verweise ich für die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten in dieser Stadt auf jenen Reisebericht.
Kandy ist eine Stadt mit viel Verkehr, Lärm und Abgasen. Trotzdem kam ich zurück, um nochmals den sehr empfehlenswerten Königlichen Botanischen Garten anzusehen, da es auf meiner letzten Reise während des Besuches des Gartens regnete.
Königlicher Botanischer Garten
Der 1843 von den Briten gegründete Garten befindet sich 5.5 km von Kandy entfernt beim Dorf Peradeniya. Er ist mit 0.59 km2 der grösste in Sri Lanka und genug gross, um Stunden darin zu verweilen. Er beinhaltet mehr als 4’000 Pflanzenarten, darunter Orchideen, Gewürze, Heilpflanzen und mehrere Palmenalleen. Über die Jahre haben unzählige Persönlichkeiten wie der britische König George V., der Zar von Russland oder Indira Gandhi und Yuri Gagarin einen Baum im Garten gepflanzt. Das Restaurant ist mit seinem Mittagsbuffet ebenso empfehlenswert.
Die Königliche Palmen-Allee (engl. Royal Palm Avenue)
Das Orchideen-Haus beinhaltet unzählige Orchideen-Arten.
Diese Fledermäuse (engl. fruit bat) leben zu hunderten im Garten.
Tagsüber hängen sie meist in den Bäumen wie auf dem folgenden Bild oben links zu sehen ist.
Helga’s Folly
Reisende haben mir vom Hotel/Restaurant ‚Helga’s Folly‘ erzählt, das ich unbedingt besuchen sollte. Es ist oberhalb Kandy gelegen. Ich erreichte es in einem 30-minütigen Spaziergang, aber es fahren natürlich auch Tuk Tuks zu Helga’s Folly. Es ist ein exzentrisches Hotel, das Helga nach einer schwierigen Scheidung als Therapie gestaltete. Unterdessen ist jeder Quadratzentimeter im Haus mit fantastischen Bildern bemalt oder mit irgendwelchen Erinnerungsstücken besetzt.
Ich ass für USD 20 ein dreigängiges Nachtessen im Restaurant. Das war für Sri Lanka zwar teuer, aber immerhin war das Essen gut. Das Hotel ist mit 40 Zimmern recht gross und erfordert ständige Unterhaltsarbeiten, die aber wohl mangels finanziellen Mitteln nicht in genügendem Masse ausgeführt werden. Das Gebäude, der Garten und der Swimming Pool sind an vielen Orten ungepflegt und renovationsbedürftig, was für einige Leute den Reiz dieses speziellen Hotels wohl noch erhöht.
Am nächsten Morgen fuhr ich mit einem völlig überfüllten Zug in sieben Stunden von Kandy nach Ella. Der Zug fährt durch kleine Dörfchen, Teeplantagen und Hügellandschaften. Es ist wohl die schönste Zugstrecke in Sri Lanka. Noch vor einem Jahr war der Zug viel weniger besetzt. Ich habe gelesen, dass er unterdessen von Instagram-Benutzern entdeckt wurde und nun Scharen von Nachahmern anzieht.
Ella
Da ich Ella schon auf meiner letztjährigen Reise besuchte, verweise ich für die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten dieses Städtchens auf jenen Reisebericht.
Ella hatte mir auf meiner letzten Reise gut gefallen, sodass ich ein paar Tage auf meinem Weg Richtung Norden in diesem Ort einplante.
Neun-Bogen-Brücke
Auch dieses Mal spazierte ich zur Neun-Bogen-Brücke (engl. nine arch bridge). Der vorbeifahrende altertümliche Zug ist jedes Mal ein Erlebnis.
Von der Brücke aus kann man diese Palmen sehen.
Anschliessend schlenderte ich wie vor einem Jahr zum Restaurant im 98-Acre Resort & Spa, dem besten Restaurant in der Umgebung von Ella. Auch dieses Mal überzeugte die Küche.
Nach dem Essen, das mit einem Schokomousse aus weisser und dunkler Schokolade endete, begegnete mir vor dem Restaurant diese Echse.
Auch diese Echse hält sich gerne im 98-Acre Resort & Spa auf.
Ein Verdauungsspaziergang auf den Kleinen Adam’s Peak rundete den Nachmittag ab.
Am nächsten Tag unternahm ich einen Tagesausflug zum „Lipton’s Seat“, einem Aussichtspunkt, von dem Sir Lipton jeweils die Aussicht über seine Teeplantagen genoss.
Schon morgens um 7 Uhr bestieg ich den wenig besetzten Zug von Ella nach Haputale und genoss die Landschaft in der Morgensonne.
Die Zugsfahrt von Ella nach Haputale führt durch das hügelige Teegebiet.
Lipton’s Seat
Mit dem Zug in Haputale angekommen, wollte ich mit dem öffentlichen Bus ins Dörfchen Dambethenna fahren. Leider war der Bus gerade abgefahren und der nächste ging erst in einer halben Stunde. Tuk Tuk-Fahrer sind in Sri Lanka (fast) überall zu finden und so dauerte es auch nicht lange, bis ich in einem Tuk Tuk nach Dambethenna unterwegs war.
Den Besuch der in Dambethenna beheimateten Teefabrik sparte ich mir für die Rückkehr vom Lipton’s Seat auf, denn auf dem Aussichtspunkt ziehen bereits am späteren Vormittag jeweils Wolken auf. Ich wollte deshalb keine Zeit mit dem Aufstieg verlieren.
Es war ein wunderschöner Morgen mit stahlblauem Himmel und ich genoss es, ganz alleine durch die Teefelder zu wandern.
Teeblätter an den Stauden
Überall waren Pflückerinnen an der Arbeit. Es ist eine harte Arbeit, die mit weniger als CHF/USD 3 pro Tag entlöhnt wird. Besonders schnelle Pflückerinnen erhalten ein wenig mehr. Die Teefabrik stellt auch die einfache Unterkunft zur Verfügung, was aber Abhängigkeiten schafft. Möchte man den Arbeitgeber wechseln, muss auch die Bleibe aufgegeben werden. Oft müssen vom Verdienst Schulden abbezahlt werden. Nach der Arbeit erledigen viele Frauen noch den Haushalt.
Die Frauen pflücken nur die zwei oberen beiden Blätter und die Knospe eines frischen Triebs.
Wird der Sammelsack schwer, gehen die Frauen zur Wägestation …
… und warten auf das Wägen ihrer Blätter.
Ich war fast der einzige Tourist, der die 5.7 km von Dambethenna zum Lipton’s Seat zu Fuss zurück legte. Immer wieder lärmten und stinkten Tuk Tuk’s mit Touristen an mir vorbei. Sie störten nicht nur die Umgebung, sondern die Leute verpassten auch die wunderschöne Wanderung durch das Teegebiet, die mir besser gefallen hatte als die Aussicht vom Lipton’s Seat. Oben angekommen stauten sich die Tuk Tuks auf dem engen Strässchen.
Ich genoss die Aussicht und genehmigte mir im kleinen Restaurant auf dem Aussichtspunkt eine grosse Kanne Tee und ein paar Süssigkeiten, während die meisten Leute nach ein paar Fotos den Ort schon wieder verliessen, weil die Gruppe weiter reiste oder sie am gleichen Tag noch zwei, drei andere Sehenswürdigkeiten auf dem Programm hatten.
Die Aussicht vom Lipton’s Seat
Weil die Besucher wegen dem befürchteten Nebel alle am frühen Vormittag den Ort besuchten, wurde ich auf dem Spaziergang zurück nicht mehr von Tuk Tuks gestört. An diesem Tag war die Gegend glücklicherweise nebelfrei. Dafür wurde ich von Schulkindern nach Kugelschreibern oder gleich nach Geld angebettelt, was mir zeigte, dass hier schon viele Touristen vorbei gekommen sind.
Dambethenna Tee Fabrik
Zurück in Dambethenna besuchte ich die Teefabrik, die 1890 von Sir Lipton gegründet wurde. Sie verarbeitet jeden Tag 40’000 kg Tee. 1’200 Pflückerinnen sammeln die Teeblätter für diese Fabrik. Die Tour war informativ, aber Fotografieren war nicht erlaubt. Unter anderem lernte ich, dass 1 kg frische Teeblätter nach dem Trocknen und der weiteren Verarbeitung 240 g Tee ergeben.
Wie man an den Parkplätzen vor der Fabrik sieht, fährt einzig der General Manager ein Auto. Für den Deputy Manager ist ein Motorradparkplatz reserviert.
Am nächsten Tag reiste ich mit dem Bus weiter an die Südküste ins 160 km entfernte Dikwella und von dort mit dem Tuk Tuk zum Hiriketiya Strand.
Hiriketiya Strand
Dieser Strand liegt an einer nur wenige hundert Meter breiten hufeisenförmigen Bucht, wo sich immer wieder Wellen brechen und die daher für Surfer ideal ist.
Ich wohnte im oberen Stock dieses Gästehauses mitten in den Palmen mit Blick über die Bucht.
Surfer kommen hier auf ihre Rechnung.
Der Tag fing jeweils gut an, denn ich fand ein Yoga-Hotel mit einem vielfältigen Frühstücksbuffet inklusive Müesli und gutem Kaffee.
Ich überlegte mir, die zehn Tage nach meinem nächsten Malediven-Aufenthalt und vor meiner Rückreise in die Schweiz am Hiriketiya Strand zu verbringen. Leider waren Stromausfälle häufig und auch das mobile Internet war oft sehr langsam, so dass ich mich dagegen entschied.
Nach einer Nacht in Negombo, einem Strandstädtchen in der Nähe des Flughafens, reiste ich zurück auf die Malediven. Mein Ziel waren dieses Mal die nördlichen, kaum von Touristen besuchten Atolle.