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DIE AXENSTRASSE ZWISCHEN BRUNNEN UND FLÜELEN
Die Axenstrasse zwischen Brunnen (SZ) und Flüelen (UR) zählt zu den kühnsten Strassenbauprojekten in den Schweizer Alpen. Über Jahrhunderte war der Kanton Uri nur über den Seeweg erreichbar. Wegen der schroffen Felsen, der steilen Wildbachtäler und der zahlreichen Lawinen- und Rüfenabgängen schien der Bau einer ständig nutzbaren Strasse am Axen lange gar nicht möglich zu sein.
Pionier Karl Emanuel Müller
Als eigentlicher Erbauer der Axenstrasse gilt der Urner Ingenieur, Landammann und Ständerat Karl Emanuel Müller (1804–1869). Er setzte sich über Jahre für den Bau einer Fahrstrasse zwischen Brunnen und Flüelen ein. Er entwarf Pläne und vermochte schliesslich sowohl den Bund als auch die beiden Kantone Schwyz und Uri für das Projekt zu gewinnen. 1861 wurde mit dem Bau begonnen. Der Abschnitt Sisikon–Flüelen wurde 1864 eröffnet, der Abschnitt Sisikon–Brunnen 1865. Die Gesamtkosten betrugen 842'000 Franken. 598'000 Franken fielen auf den Kanton Uri, 244'000 auf Schwyz. Der Bund beteiligte sich zu 50 Prozent an den jeweiligen Kosten.
Mehrmaliger Ausbau
Die erste Axenstrasse wurde für den Verkehr mit Pferdekutschen gebaut. Mit dem Aufkommen des Automobilverkehrs in den Zwanzigerjahren wurde es notwendig, die Strasse zu asphaltieren und zu verbreitern. Dieser Ausbau erfolgte zwischen 1937 und 1939. Von 1975 bis 1990 wurde die Axenstrasse erneut in mehreren Etappen umfassend saniert und ausgebaut.
Alte Pendenz
Die jetzige Axenstrasse genügt den heutigen Anforderungen in verschiedenster Hinsicht nicht mehr. Bereits 1970 beauftragte der Bund die Kantone Schwyz und Uri, eine neue Axenstrasse anzulegen. Mehrere Projekte wurden initiiert und ausgearbeitet. 2001 entschieden sich die Kantonsregierungen von Schwyz und Uri für das Projekt mit einem Sisikoner Tunnel und einem Morschacher Tunnel. 2009 genehmigte der Bundesrat schliesslich das Generelle Projekt N4 Ingenbohl–Gumpisch. Mit der Ausführung des Projekts Neue Axenstrasse wird somit eine Jahrzehnte alte Pendenz erledigt. Erfahren Sie mehr in der Chronik.