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Der Bundesrat hatte die Bau- und Betriebsbewilligung für das Nasslager am 30. Juni 2004 erteilt. Der Bau des Nasslagers dauerte dreieinhalb Jahre und erfolgte unter Aufsicht der HSK. Nach den vom Kernkraftwerk Gösgen erfolgreich durchgeführten abschliessenden Prüfungen hat die HSK jetzt die Freigabe für den Betrieb erteilt.
Das Nasslager kann im Endausbau bis zu 1008 Brennelemente aufnehmen. Das Lagergebäude aus Stahlbeton ist 37 m lang, 17 m breit und 25 m hoch. Es ist gegen aussergewöhnliche Ereignisse wie Erdbeben, Hochwasser und Flugzeugabsturz geschützt. Das Lagerbecken erweitert die bestehende Lagerkapazität des Brennelementlagerbeckens im Reaktorgebäude, das rund 600 Standplätze umfasst. Die Brennelementeinlagerung erfolgt mittels Transportbehälter über das betriebsinterne Schienensystem.
1,5 m dicke Aussenstrukturen
Da im Reaktorgebäude die Platzverhältnisse keine Lagererweiterung zuliessen, wurde ein neues Lagergebäude mit gleicher Zweckbestimmung ausserhalb der bestehenden Gebäudestruktur nordwestlich des Abluftkamins in unmittelbarer Nähe des Reaktorhilfsanlagengebäudes erstellt . Das neue Gebäude besteht aus dem Brennelementlagergebäude, einem angebauten Systemtrakt mit Passerelle zum Reaktorhilfsanlagengebäude sowie zwei Trockenkühltürmen. Die Aussenstrukturen des Brennelementlagergebäudes sind mindestens 1,5 m dick. Die inneren Gebäudestrukturen sind von den Aussenwänden getrennt: das Brennelementbecken ist durch Feder- und Dämpferelemente vor Erschütterungen geschützt.
Luftzirkulation in Kühltürmen meist ohne Ventilatoren
Das Beckenkühlsystem besteht aus vier symmetrisch aufgebauten, unabhängigen Strängen, wobei jeweils zwei Stränge einem Kühlturm zugeordnet sind. Über einen Zwischenkühlkreislauf, der im Naturumlauf arbeitet, wird die Abwärme aus den Brennelementen in die Umgebung abgeführt. Das Zwischenkühlmittel strömt dabei über Wärmetauscher, die im Lagerbecken eingehängt sind. Danach gibt es die Wärme mittels Naturzug über Wasser-Luft-Wärmetauscher an die Aussenluft ab. Nur bei fast vollem Brennelementlagerbecken und sehr hohen Umgebungstemperaturen wird die Luftzirkulation im Kühlturm mittels Ventilatoren unterstützt.
Die Realisierung des Brennelementlagergebäudes wurde der Areva-Siemens-Beteiligungsgesellschaft Areva NP als Generalunternehmerin übertragen. Für die Bauherrschaft begleitete die Colenco Power Engineering AG das Projekt. Die Bauarbeiten führte die Implenia AG aus.
Investitionskosten: CHF 87 Mio.
Mit der Betriebsfreigabe geht ein aufwendiges bundesrätliches Bewilligungsverfahren mit einer Bau-, Montage und Inbetriebsetzungsphase von dreieinhalb Jahren zu Ende. Es wurden rund 250 Ordner Genehmigungsunterlagen für das Projekt erstellt, 200 Verträge zwischen Generalunternehmer und Unterlieferanten abgeschlossen und schliesslich rund 11'000 m3 Beton und 2300 t Armierungsstahl verbaut. Die Investitionskosten beliefen sich auf CHF 87 Mio. Ein Drittel des Auftragsvolumens ging an Schweizer Firmen.
Dank Nasslagererweiterung keine Engpässe
Die Erweiterung der Nasslagerkapazität im KKG ist primär die Folge des im Kernenergiegesetz festgeschriebenen 10-jährigen Transportmoratoriums für abgebrannte Brennelemente zu Wiederaufarbeitungsanlagen. Ein Verzicht auf das Rezyklieren abgebrannter Brennelemente ohne zusätzliche Lagerkapazität hätte zu Engpässen im Brennelementlagerbecken des Reaktorgebäudes geführt, da dessen Fassungsvermögen - wie bei anderen von Siemens-KWU gebauten Anlagen - für den regelmässigen Abtransport der Brennelemente zur Wiederaufarbeitung bemessen wurde. Das neue Nasslager ermöglicht eine ausreichende Abkühlung der bestrahlten Brennelemente vor der späteren Zwischenlagerung in Lagerbehältern im Zentralen Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würenlingen.
Quelle
D.S. nach KKG und HSK, Medienmitteilungen, 9. April 2008