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Als Kopernikanische Wende bezeichntete I. Kant den Perspektivenwechsel bei der Darstellung der Gestirne von geozentrischen zum heliozentrischen Bild.
"Kopernikus hat weder die Position der Sonne noch jene der Erde verändert. Das Wesentliche an der Kopernikanischen Wende ist nicht, ob die Erde oder die Sonne im Zentrum steht, sondern dass ich fähig bin, meine Sicht darauf zu wechseln - ohne dass Erde und Sonne etwas dazu tun oder davon betroffen wären. Die Kopernikanische Wende betrifft mich, nicht die Gestirne" (Todesco: Hyperkommunikation).
Anmerkung von RT
Vergl. die Anmerkung zur Kantianischen Wende.
"Er (Kopernikus) hat den archimedischen Punkt gefunden, hat ihn aber gegen sich ausgenutzt, offenbar hat er ihn nurunter dieser Bedingung finden dürfen." H. Arendt zitiert den Satz am Anfang ihres Kapitels, in welchem sie die kopernikatische Wende (neu) interpretiert, als Sicht von aussen auf die Erde, als Weltentfremdung.
In der Folge werden Ereignisse als kopernikanische Wende bezeichnet, bei denen die Reflexion des Denkens zu Sprachkritik wird, wie bei der sogenannten linguistischen Wende seit Beginn des 20. Jahrhunderts, Fritz Mauthners Sprachphilosophie oder etwa Noam Chomskys Arbeiten über die Syntax-Theorie.
Vom linguistischen Begriff des Paradigmas ging Thomas S. Kuhn mit seinem Versuch einer allgemeinen Theorie wissenschaftlicher Revolutionen The Structure of Scientific Revolutions (1962) aus, was den Begriff des Paradigmenwechsels populär gemacht hat.