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Band XXIX. No. 24.
13. Juni 1885.
Thüringer Bezirksverein: Ueber Luftschifffahrt.
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2. Wird ebenfalls unterstützt.
In der Besprechung wird dieser Antrag für den allerwichtigsten erklärt, weil nur auf diese Weise regelmässige und möglichst zuverlässige Angaben zu erwarten seien.
4. Es wird hervorgehoben, dass der Wortlaut dieses Antrages mit seiner fast befehlenden Form wohl nicht am Platze sei, dass vielmehr, sowie bei 3., dem Hauptvereine anheimgegeben werden müsse, auch in dieser Richtung »Schritte zu thun«, wenn derselbe auf Erfolg rechnen zu dürfen glaube.
Nach längerer Erörterung gelangt der von Hrn. Beog gemacht Vorschlag zur Annahme als:
Resolution des Thüringer Bezirksvereines:
Der Vorstand des Vereines deutscher Ingenieure wolle sich zunächst höchsten Ortes Kenntnis darüber verschaffen, in wieweit der durch den Antrag 4 ausgedrückte Wunsch Aussicht auf Erfüllung habe, und, falls solche nur einigermassen im Bereiche der Möglichkeit liegt, mit allen dem Vereine zu Gebote stehenden Mitteln für dessen Ausführung ein
treten. 5. Es wird constatirt, dass der Generalsekretär zu der von diesom Antrage gewünschten Vermittlung ohnehin durch die Statuten »ermächtigt« sei; dass eine solche Stellenvermittlung aber eine Menge von Arbeit in sich schliesse, welche die wenigsten zu schätzen wissen; dass somit nur die Durchführbarkeit in Frage zu ziehen sei. Der Verein erklärt den Gegenstand des Antrages 5 für wünschenswort, und wolle der Hauptvereinsvorstand die Durchführbarkeit prüfen.
6. Wird in Uebereinstimmung sämmtlicher Mitglieder als gegenstandslos erklärt, da die von demselben geforderte Praxis der Zulassung jüngerer ausserhalb des Vereines stehender Techniker zu den Sitzungen und Besichtigungen usw. durchgehends Uebung sei, die Ablassung der Zeitschrift in der von Antrag, 6 geforderten Weise aber einerseits geeignet sei, den Verein zu schädigen, andererseits sei die erzielte Ersparnis für den Einzelnen unbedeutend.
Zum Antrage betr. die Stellvertretung bei Abstimmungen auf den Hauptversammlungen ($ 34 des Statuts) beschliesst der Bezirksverein folgende Resolution:
Der Thüringer Bezirksverein hält die stückweisen und daher in rascher Aufeinanderfolge wiederholten Statutenänderungen für fehlerhaft; er tritt für einstweilige Beibehaltung des jetzigen Abstimmungsmodus ein und erklärt sich insbesondere dafür, dass bei einer nach gründlichen Vorarbeiten vorzunehmenden allgemeinen Reform der Statuten dem Vorstandsrate und den von Fall zu Fall zu berufenden Delegirtenversammlungen das Schwergewicht in allen Be
schlüssen des Vereines zuerkannt werde. Aus ähnlichen Gründen erklärt sich der Verein auch dafür, dass die durch das Verhältnis zur Kaiserl. Postverwaltung notwendige anderweitige Regelung des Zahlungstermines für die Tauptvereinsbeiträge nicht durch eine Aenderung des betreffenden Paragraphen, sondern durch eine kurze, am Ende beizufügende Anhangsbestimmung zum Statute zu bewirken sei. Der nun folgende Vortrag des Hrn. Dr. Plettner
über Luftschifffahrt bewegt sich zunächst auf historischem Gebiete. Als charakteristisch bezeichnet der Redner den Umstand, dass das kaiserliche Patentamt bei Einteilung aller Zweige der Technik in Klassen die Luftschifffahrt in die Klasse 77 »Sport, Spiele usw.« eingereiht habe.
Die ersten Anfänge der Luftschifffahrt reichen zurück in die altgriechische Mythe (Daedalos und Ikaros), die ersten geschichtlichen Notizen bezeichnen einen Jesuiten namens Lamer als auf diesem Felde thätig; den wichtigsten Schritt nach vorwärts machte der Franzose Mongolfier, nach welchem die Luftballons auch vielfach genannt werden. Die von ihm verwendete Einrichtung bestand in einem Ballon aus Webstoff, in dessen Innerem die Luft durch Erwärmung verdünnt wurde. Die älteren Versuche scheiterten zumeist an der Unvollkommenheit des zur Herstellung der Ballons verwendeten Materiales, dessen Durchlässigkeit sehr bald einen Austausch der Luft zwischen dem Inneren des Ballons und der äusseren Luft zur Folge hatte. Man gab dem Ballon die Form einer Kugel, weil diese bei grösstem Inhalt die geringste Oberfläche bietet. Der ganze Ballon wurde, um die anhängende Last auf ihn zu verteilen, mit einem vollständigen Netz umgeben, an welches früher die Gondel direct angehängt wurde. Neuerer Zeit führt man die das Netz bildenden Seile auf einen Ring zusammen, an welchem dann der Kahn hängt. Unter dem Fahrzeug bringt man ein sog. Fangseil an, welches zum Abfangen des Ballons und zum Vermindern des Stosses
beim Landen, dann auch als Ballast dient, um das Schaukeln zu beseitigen.
Der Ballon steigt infolge dessen ganz ruhig auf, die Insassen haben nicht das Gefühl des Schwindels. Eigentümlich ist, dass der Blick auf die Erde nicht deren Wölbung erkennen lässt, sondern dass der Boden eher die Form einer gehöhlten Schale anzunehmen scheint.
Wichtig ist die Mitnahme von Uhr, Kompass und Barometer ; besonders ist letzterer das einzige Mittel
, um die Höhe, in der der Ballon sich befindet, zu erkennen. Den meisten Aenderungen ist der Feuchtigkeitsgohalt der Luft unterworfen.
Einen Begriff über die räumlichen Verhältnisse eines Ballons geben die nachfolgenden Daten über den » Géant« des Luftschiffers Nadar. Dmr. 20in, Oberfläche 1260mm. Das Gewicht der Hülle aus Seidenbast betrug 320kn Gewicht des Netzes
200 » Stricke, Ring und Gondol
600 » Anker und Schleppseil
100 » Instrumente und Nahrungsmittel
200 » Ballast
450 » Gewicht der 3 Insassen
230 »
Belastung 2100kg Da der Auftrieb 2700kg betrug, so blieben als reine Steigekraft 600kg übrig.
Was die Hervorbringung der zum Heben eines gewissen Gewichtes nötigen dynamischen Leistung betrifft, so hat man vielerlei Wege betreten. Man hat versucht, die Flug-Einrichtung der Vögel nachzuahmen, fand aber, dass die Schwingenbewegung unvorteilhaft sei; besser schien die Anwendung der archimedischen oder Schiffsschraube sich zu eignen; man kommt aber auf ganz absonderliche Ziffern, sobald man berechnet, dass ein Adler, dessen Körpergewicht etwa 3,7kg beträgt, etwa 3,15 m Flügelweite besitzt, und weiter, dass das Gewicht eines mittleren Menschen mit Kleidung und Ausrüstung auf etwa 120 bis 150kg angenommen werden kann. Um ein solches Gewicht senkrecht in die Luft zu heben, ist bei entsprechender Geschwindigkeit ein Arbeitsaufwand von 9 N nötig. Der Betrieb durch den zu hebenden Menschen selbst ist somit ausgeschlossen, abgesehen davon, dass Flügel oder Schraubenflächen, von solcher Grösse hergestellt, ein das Nutzgewicht noch übersteigendes Gewicht erreichen würden. Es bleibt also immer wieder nur der Luftballon übrig. Für die Anwendung dieses Mittels wäre es gewiss am wichtigsten, denselben vollständig luftleer zu machen. Allein dem steht entgegen, dass der äussere Luftdruck jedes Material zerstören würde. Man hat daher in der Füllung des Ballons mit leichtem Gas einen Ausweg gefunden. Znnächst kommt dabei das Wasserstoffgas in Betracht, welches rein 14- bis 15 mal leichter ist als atm. Luft, im grossen aber etwa 10- bis Ilmal leichter als solche hergestellt wird. Wasserstoffgas dringt aber so leicht durch alle Poren im Stoffe der Ballonhülle, dass es dadurch unverwendbar wird. In der Praxis wendet man deshalb Steinkohlengas an, welches in ähnlicher Qualität wie Leuchtgas, aber in einer Weise hergestellt wird, dass es möglichst reich an Wasserstoff wird, und beträgt dann sein spec. Gewicht weniger als die Hälfte von dem der Luft.
Aber ausser der Forderung, dass der Ballon hinreichenden Auftrieb haben muss, um die Last der Gondel usw. auch in jenen Höhen schwebend zu erhalten, wo die Dichte der Luft bereits wesentlich abgenommen hat, stellt man an denselben noch die, dass er nach Belieben des Luftschiffers gehoben und gesenkt, und dass er in jede beliebige Richtung solle gelenkt werden können. Das Senken des Ballons lässt sich ja durch Auslassen von Gas und Eintritt von atm. Luft bewirken, das Heben danach aber nur, indem man die Last durch Auswerfen von Ballast vermindert. Man hat auch versucht, einen kleineren Ballon innerhalb des grossen anzubringen, welcher mit anderem Gase als der letztere gefüllt ist, ohne jedoch bis jetzt rechte Erfolge zu erzielen.
Ebenso schwer ist es, die Aufgabe der »Lenkbarkeit« zu lösen. Auch hierbei kann man an Anwendung der archimedischen Schraube denken, auch hier handelt es sich darum, eine hinreichende Kraft zu einer erfolgreichen Bewegung der Schraubenflügel durch eine Maschine zu erzielen, welche den Ballon nicht mehr belastet, als er eben verträgt.
In der sich an diesen Vortrag knüpfenden Besprechung weist Hr. Ungnade darauf hin, dass man in Aluminium ein Metall besitze, welches grosse Festigkeit, Dehnbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen chem. Einflüsse mit sehr geringem spec. Gewicht (2,50 bis 2,67 mal das Gewicht von destill. Wasser) besitze. Die Frage der Luftschifffahrt werde wohl noch lange eine offene bleiben, da zur Erzielung vollkommener Falırsicherheit die Construction einer Maschine nötig wäre, welche bei 600kg Eigengewicht 50 N zu leisten vermöchte.
nur
deutscher Ingenieure.
Patentbericht. Kl. 5. No. 30302. Verfahren zur Gewinnung von und alle Getriebe sind in ein Gehäuse Z eingeschlossen (vgl. Salzen. Dr. F. M. Wolff, Berlin. Das Verfabren besteht No. 30953), dessen Ringräume d den Ladungsvorrat aufnehmen darin, dass man unter Benutzung der bekannten Einrichtun- und durch Kanäle k verbunden sind. Um die Wände des gen des Sinkwerkbetriebes die mit Steinsalz auf der gleichen Verbrennungsraumes a heiss, die anderen Teile kühl zu erLagerstätte vorkommenden Salze durch Einleiten von Soole halten, sind die Kolbenhauben h und Cylinderhauben i durch zusammen oder von entsprechend zusammengesetzten Laugen Asbestringe el e? angeschlossen und letztere aussen umhüllt. getrennt auflöst und die erhaltenen Lösungen behufs Ver- Die Hauptwelle s, an deren Kurbel kalle drei Lenkergetriebe siedung zu Tage hebt. Liegen z. B. über einander: ein Stein- angreiten, bewegt die Schieber uv, Fig. 3, durch zwei Exsalz-, ein Carnallit- und ein Lager von leicht löslichen chlor- center xy, Fig. 2, mit deren Ringen die Stangen æbyt der kalium- und chlormagnesiumhaltigen Mineralien, so leitet man einen Maschine fest, die der anderen gelenkig verbunden sind; entweder eine concentrirte Steinsalzlösung in die beiden oberen Lager, und hebt dann die Lösung der oberen Salze, unter Zurücklassung des ungelöst bleibenden Steinsalzes zu
-e
Fig.4
h
dann eine concentrirte Steinsalz- 9
Kl. 14. No. 31078. Zusatz zu Fig.3!
dichtet und durch 5 12 4 8 10 9 nach d gepresst, während
die Nut al nach a; der Spielraum b ist so eng, dass er nur
die Berührung von h mit i hindert. Beim Betriebe mit GaKl. 14. No. 31084. Verhinderung des Abflusses von solin usw. enthält d nur Pressluft, ein Teil derselben strömt Oel mit dem Condensationswasser. U. R. Maerz, Berlin.
durch p3, Fig. 2, in das entfernte Gasolingefäfs, kommt dann, Das bei a aus dem Condensator zu
gesteuert durch Nebenschieber ut vi, Fig. 2 und 4, von gl
ströme pl w pa kühlen die Cylinderhälse.
Kl. 42. No. 30852. Neuerung
Ziehfedern. sammelnde Oel nicht in das Ventil h.
R. Schwarz und P. R. Shugg, New-York. Behufs Ziehens gelangen könne, ist letzteres mit einem
von Linien mit stetig oder auch plötzb Schwimmer fest verbunden, welcher
lich sich ändernder Dicke ist folgende das Ventil erst bei einem hinreichend
Einrichtung getroffen. Die Federe hohen Wasserstand öffnet. Durch das
drückt die um a drehbaren Blätter Rohr k kann man Kühlwasser des
der Reissfeder mit einem gewissen Condensators zuströmen lassen und
Drucke gegen die Ripper des mit dadurch den Wasserstand jederzeit so weit heben, dass das
dem Griff ein Stück bildenden Segmentes. Oel bei m zum Abflusse gelangt.
Fährt man, mit Bezug auf die in der
Figur dargestellte Lage, entweder von Kl. 28. No. 30997. Doppelventil für Gasdruck- links nach rechts oder unter einem regulatoren. F. Oehlmann, Berlin. Um einen grossen kleineren Drucke, als der Feder e ent
Gasdruckregulator auch für nur klei- spricht, von rechts nach links, so ent
nen Gasverbrauch recht wirksam zų steht eine Linie vou gleicher, durch
tiles į desselben ein zweites Ventil v Uebt man beim Ziehen in der letzteren €
durch das Hauptventil l und durch die Bei nachlassendem Drucke verınittelt die Feder e das Zurück-
Kl. 47. No. 31100. Leitrollenlagerung mit Oelthätig.
umlauf. Dampf- und Spinnerei - Maschinenfabrik, KI. 46. No. 31001. Dreicylindriger Gasmotor. L. H. Chemnitz. An den stellbaren Arm b schliesst sich mittels Nash, Brooklyn, V. S. A. Die drei gleichen Maschinen der Schraube a ein kegelförmiger Drehbolzen i mit schrauben
Od
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Patentbericht.
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förmiger Oelnut, durch welche die oben dicht abgedeckte Nabe n
der Leitrolle c das Oel aus dem unteren Gefäss o ansaugt, bis es oben, abgestrichen durch Zacken m an i, in das
Inpere von i gelangt C
und durch Central- und Radialbohrungen des Bolzens a nach o zurückkehrt. Nach aussen
verschlichenes Oel wird durch den Rand e innerhalb o abgeschleudert; Schrauben q dienen zur Reinigung.
KI. 47. No. 31063. Einstellbare Lagerung für Riemen-Leitrollen. H. E. Schmidt Berlin. Die Lagerung besteht aus einem um
die senkrechte Mittellinie drehbaren, res doppelt geflanschten Rahmen mit
Mittelsteg, zwischen welchen die Achsen zweier Leitrollen eel sammt ihren Lagern co2 und of c3 unabhängig von einander unter beliebigem Neigungswinkel eingestellt und durch Klemmschrauben festgestellt werden können.
A
Kl. 49. No. 31102. Copirdrehbank. Société Duba),
Monnin, Frossard & Co., Porrentruy (Schweiz). Der Arm o, welcher um den Kugelzapfen d des Kreuzsupportes mn drehbar ist, trägt einerseits den Arbeitsstichel , welcher das mit der Drehbankspindel fest verbundene Werkstück F angreift, und andererseits die Führungsplatte a, deren Führungskante der Schneidekante des Stichels ähnlich ist und während der Arbeit an einer grossen Schablone p entlang geführt wird. Die Führungsplatte und der Stichel werden so eingestellt, dass die Verbindungslinien aller einander entsprechenden Punkte ihrer in parallelen Ebenen liegenden
ähnlichen Kanten sich im Mittelpunkte des Zapfens d schneiden.
Ventil a mittels zweier Stifte e, welche in eine Ausdrehung der Spindel greifen, mit.
Kl. 58. No. 31012. Düge für Injectoren. Schäffer & Budenberg, Buckau-Magdeburg. Die Dampfdüse e wird von einem im Injectorkörper geführten Ventile v abgeschlossen, auf dessen unterer Fläche central zu e eine kleine Saugdüse & angeordnet ist. Diese wird durch das Ventil o geschlossen, welches im Ventile v und der Mutter f geführt wird.
o greift mittels seitlicher Zapfent in einen Carvenschlitz der Scheibe stein, welche durch einen äusseren Handhebel gedreht werden kann. Die Achse des letzteren und die das Schlabberventil 1 bewegende Welle d sind vermittels Kurbeln und
Ա E Zugstangen derart verbunden, dass beim Drehen von si zuerst o und 1 angehoben wer
d den. Der durch s tretende Dampf gelangt dann mit dem angesaugten Wasser durch 7 ins Freie. Bei fortgesetzter Drehung von si öffnen sich o und l immer weiter, biso auch das Ventil o mitnimmt und dadurch den vollen Dampfzutritt durch e bewirkt. Nun beginnt l, sich gegen seinen Sitz hinzubewegen, und schliesst den Schlabberraum nach aussen ab, wenn der Handhebel eine Winkelbewegung von 900 beendet hat. Es beginnt dann die Speisung des Kessels.
Kl. 86. No. 30823, Schützenschlag-Vorrichtung für mechanische Webstühle mit Oberschlag. Sächsische Maschinenfabrik, Chemnitz. Von den beiden Teilen a und e der Schlagwelle ist a mit der Hülse c fest verbunden, während e lose in dieser steckt. C trägt an einem Vorsprung die Falleg, welche durch Schraubenfeder mit der auf e befestigten Schlagnase k in Eingriff gehalten wird, so dass durch Schlagscheibe h und der auf e vorhandenen Schlagrolle i die Bewegung des Schützenschlaghebels bezw. die des Treibers vollführt
cg
gy werden kann. Befindet sich auf der entgegengesetzten Seite des Webstuhles aber ein Schützen in der Kastenzelle n, so wird durch die Bewegung der Kasten
व
dop klappe & und des Fühlhebels y nach aussen mittels einer Mechanismenreihe di bu c1 fi 91 die Falle g von der Schlagnase k weggezogen, so dass der obere Teil a der Schlagwelle bei der Bewegung von e nicht mitgenommen wird und der Schützenschlaghebel und der Treiber in Ruhe bleiben. a und e werden nach jedem Schlage durch Federn und Riemen in ihre ursprüngliche Stellung zu: rückgezogen.
Kl. 81. No. 31037. Neuerung an Saughebewerken. Philippot, Schneider & Jaquet, Strassburg i/E. Um bei Saughebewerken für den Transport von Getreide aus den Schiffen in die obersten Stockwerke der Mühlen ein Festsetzen
loches i und dessen Wänden v abhängig (=i+ 2v). Um schwächere Kuchen zu erzielen, erhält hier der Rahmen eine feste Scheidewand w, so dass in jedem Rahmen zwei Kuchen von der Dicke 1/2 (i + 20 -- w) entstehen.
Kl. 85. No. 31016. Wasserleitungshahn. H. Beer und E. Geissler, Görlitz. Das Abschlussventil a kann
sich mit seiner Spindel in der Höhlung des Kolbens b etwas hin und her verschieben, so dass es beim tiefsten Stande des Kolbens nicht durch diesen, sondern lediglich durch den Wasserdruck auf seinen Sitz gepresst wird.
Ein Zerdrücken der
Dichtungsscheibe des Ventiles a 27
durch ein zu festes Anschrauben der Flügelmutter ist also ausgeschlossen. Beim Oeffnen des Hahnes durch Drehen der Flügelmutter geht
der gegen Drehung gesicherte Kolben b in die Höhe und nimmt nach kurzem Leergange das
deutscher Ingenieure
des Getreides in den eingeschalteten wagerechten Leitungen zu verhindern, wird entweder bei festliegender wagerechter Leitung die untere Seite der wagerechten Röhren siebförmig durchlöchert, so dass infolge des durch diese Oeffnungen tretenden starken Luftzuges ein Lagern der Körner vermieden wird, oder die wagerechte Röhrenleitung wird in den Kniestückenlose, eingesteckt, in Lager gelegt und mit Hilfe hölzerner Riemscheiben in langsame Umdrehung versetzt.
Klein, Hundt & Co., Düsseldorf. Das durch die Walzen
Litteratur. Jahresbericht über die Leistungen der chemischen eingedruckte Holzschnitte dienen zur näheren Verdeutlichung Technologie mit besonderer Berücksichtigung der Ge- und Erklärung der beschriebenen Apparate, Oefen, Geräte werbestatistik für das Jahr 1884 von R. von Wagner, und Maschinen verschiedenster Art. Unter den statistischen fortgesetzt von Dr. Ferd. Fischer. (8o. 1360 Seiten.) Angaben sind diejenigen über die Production der deutschen Otto Wigand, Leipzig. (Z. 1884 S. 817).
Berg-, Hütten- und Salinenwerke, des weiteren über Pro
duction von Eisen und Stahl, Blei, Silber, Zink u. a. Metallen In dem vorliegenden Jahresberichte für 1884 von F.Fischer
und ebenso diejenigen über Production, Ein- und Ausfuhr begrüssen wir wie in den bisherigen Jahrgängen eine ebenso
des Zuckers in Deutschland und anderen europäischen Ländern verdienst- als mühevolle Arbeit. Umfassend das gesammte
als besonders eingehend hervorzuheben. Gebiet der unorganischen und organischen chemischen Techno
Einen Wunsch, der, wie wir wissen, von zahlreichen logie enthält derselbe eine kritisch gesichtete und fast voll
Freunden des Fischer'schen Jahresberichtes geteilt wird, ständige Zusammenstellung aller mit der chemischen Technik
möchten wir bei dieser Gelegenheit jedoch nicht unterdrücken, in Beziehung stehenden Leistungen sowie aller patentirten
den nämlich, dass die Berichte, in gleicher Weise, wie es und nicht patentirten Erfindungen und Neuerungen auf be
früher geschah, am Ende der einzelnen Kapitel immer einen sagtem Gebiete. Wer einmal in seinem Leben sich der wenig
kurzen Ueberblick über die auf dem betreffenden Gebiete erdankbaren Arbeit der Erstattung von Jahresberichten unter
schienenen litterarischen Neuheiten, soweit es wenigstens zogen hat, der weiss, was es heissen will, aus den umfang
Separatwerke sind, bringen möchten. In Rücksicht auf die reichen Gebieten des Hüttenwesens, der Fabrikation von Soda,
Schwierigkeit der Beschaffung sachgemässer Recensionen Schwefelsäure, Chlorkalk, der Kalisalze, des Ammoniaks, des
würde schon eine kurze Aufzählung genügen; denn zahlreiche künstlichen Düngers, der Sprengstoffe usw., der Glas-, Por
Techniker, mögen sie nun der Praxis oder dem Lehrfache zellan-, Thonwaren- und Cementfabrikation, der Farbstoffe und ihrer Rohmaterialien, der Nahrungs- und Genussmittel,
angehören, sind nicht in der Lage, zu erfahren, was alles
an Monographien, Handbüchern usw. über Gegenstände ihres worunter die gesammte Stärke- und Zuckerfabrikation, die
besonderen Gebietes erschienen ist, und für diese wäre ein blosser Gärungsgewerbe (Bier, Spiritus usw.), das Wasser u. a., ferner
Hinweis auf das Vorhandensein solcher Specialwerke schon aus der Technologie der Faserstoffe (Papier und Cellulose,
von grossem Werte. Bleicherei, Färberei und Zeugdruck usw.), der Fette, Seifen
Schliesslich können wir aber nur wiederholt die sorgund des Glycerins, der Schmiermittel, Firnisse, des Kaut
fältige und gediegene Bearbeitung des vorliegenden Fischerschuks, der Gerberei und Leimbereitung, der Desinfection und
schen Berichtes hervorheben und ihn allen denjenigen, welche Verwertung der Abfallstoffe sowie endlich sämmtlicher Brenn
sich ein getreues Bild über die Fortschritte in Wissenschaft stoffe (Torf und Kohlen, Mineralöl-, Paraffin- und Ozokerit
und Praxis der chemischen Technik verschaffen wollen, auf's Industrie, Leuchtgas, Feuerungsanlagen und Zündstoffe) und
angelegentlichste empfehlen. Wie in dem Jahresberichte für des wissenswertesten aus der elektrochemischen Technik einen
reine Chemie von Fittica, so besitzen wir in dem Jahresgedrängten und doch vollständigen Bericht so bald nach Jahres
berichte für technische Chemie von Fischer eine litterarische schluss zu liefern.
Leistung, um welche uns alle anderen Nationen mit Recht Obgleich es uns selbstverständlich noch nicht möglich
beneiden.
C. E. war, in alle Einzelheiten des Buches einzudringen, können wir doch schon die eingehende und sachgemässe Behandlung des
Bei der Redaction eingegangene Bücher : metallurgischen Teiles desselben, ferner der Zuckerfabrikation,
Bericht über die vergleichende Wertbestimmung der Gärungsgewerbe, der chemischen Fabrikindustrie sowie einer Reihe deutscher Normalprofile in Fluss- und der Farbstoffe und dabei ganz besonders der Teerfarben mit Schweisseisen, ausgeführt durch L. Tetmajer. Zürich allem wissenswerten
aus den
den einschlägigen Gebieten der 1885. wissenschaftlichen Chemie um so mehr mit besonderer Aner
Erinnerungen an die Eisenbahnen der Vereinigten kennung und Freude begrüssen, als es bei dem ebenso reich
aten von Nordamerika. Von J. Brosius. Zweite haltigen als ungesichteten und in den verschiedensten Zeit- vermehrte Auflage. Wiesbaden 1885, J. F. Bergmann. schriften zerstreuten litterarischen Material ungemein schwer
Die Baumaterialien der Steinstrassen. Beschaffenhält, sich über die Fortschritte gerade in diesen gewaltigen heit, Vorkommen und Gewinnung derselben. (Preisschrift Industriezweigen ein vollständiges und klares Bild zu ver- des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleisses.) Von schaffen. Ein solches Bild aber, und ein recht getreues, wird E. Dietrich. Berlin, Jul. Bohne. dem Leser des Fischer'schen Jahresberichtes dargeboten.
La Metropolitana di Roma. Von L. Allievi. 414 neu angefertigte und sehr gut ausgeführte, in den Text Rom 1885.
Selbstverlag des Vereines.
Commissionsverlag und Expedition : Julius Springer in Berlin N.
A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin 8.
ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE.
Band XXIX.
Sonnabend, den 20. Juni 1885.
No. 25.
Angelegenheiten des Vereines.
Neue Mitglieder.
Berliner Bezirksverein.
Wilh. Hartmann, Reg.-Maschinenmeister, Assistent an der königl.
techn. Hochschule in Charlottenburg, Berlin W., Zietenstr. 7. Herm. Müller, Betriebsführer der Rodinger Hochöfen, Rodingen in
Kölner Bezirksverein. Luxemburg
.Drechsler, Director der Kölner Lagerhausgesellschaft, Köln.
Bezirksverein an der Lenne.
S. Fliegel, Ingenieur bei Falkenroth & Altenloh, Hagen i/W C. Glitz, Betriebschef der L. v. Roll'schen Eisenwerke, Gerlafingen
Ostpreussischer Bezirksverein. bei Solothurn.
Theodor Essberger, Ingenieur, Königsberg i/Pr.
Keinem Bezirksverein angehörend.
Ernst Otto Böhm, Ingenieur der Meissener Ofen- und Porzellan(China).
fabrik, vorm, C. Teichert, Meissen. Jendersie, Berginspector, Breslau, Friedrich-Carlstr. 20.
Oswald Habermann, Ingenieur bei C. Jaehne & Sohn, LandsJoh. Löffler, Werkmeister bei J. E. Christoph, Niesky.
berg a/W. H. Swěceny, Director der Dombrower Maschinenfabrik E. Skoda,
G. Köhler, Bergrat, Docent an der Bergakademie, Clausthal. Dombrowa, Russ. Polen.
Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5340.
Ueber Bobbinnetmaschinen mit Jacquardeinrichtung.
(Hierzu Tafel XX und XXI.) Zu den Industrien, auf welche die Einführung des und Quillings, mit welchen Maschinen die Fabrik in Hernals Zolltarifes vom 15. Juli 1879 in Deutschland von sichtlichem bei Wien eröffnet wurde; 1832 siedelte dieselbe nach Wien Einflusse gewesen ist, gehört neben der Fabrikation wollener selbst über; 1838 gründete Damböck gemeinschaftlich mit und halbwollener Stoffe in erster Reihe die Fabrikation der so- Moritz Faber die Fabrik in Lettowitz, in welchem Jahre genannten » englischen Tüllgardinen«. Die Erhöhung des auch eine sogenannte Levermaschine angeschafft wurde). Zolles auf Gardinen von 78 M auf 230 M für 100kg 1) ist für diese Industrie insofern von hoher Bedeutung geworden,
Der verstorbene Hr. Damböck unterhielt lebhaften Verals die Herstellung der sogenannten »englischen Gardinen«,
kehr mit allen hervorragenden Persönlichkeiten der Industrie welche seither fast nur in Nottingham schwunghaft be
und der technischen Wissenschaften, und wurden hierdurch
die Wiener Technologen (mit ihnen wohl auch Schneider) trieben worden war, von jenem Zeitpunkt an auch in Deutsch
mit diesem Industriezweige bekannt. land festen Boden und allmählich recht bedeutende Ausdeh
Ludwig Damböck gebührt das Verdienst, dass er entnung gewann. Ueber die geschichtliche Entwickelung und jetzige Aus
gegen dem englischen Gebrauche den Gelehrten den Besuch dehnung der Bobbinnetindustrie ist bereits in dieser Zeitschrift
seiner Fabriken und Aufnahmen in denselben zum Zwecke
des Studiums gestattete. 1884 S. 588 einiges mitgeteilt worden; doch seien hier noch einige Angaben hinzugefügt, welche ich Hrn. Director August
Wie schon früher bemerkt, hat dieser Fabrikationszweig Matitsch in Wien verdanke. Ich statte hierfür demselben in Deutschland vornehmlich seinen Sitz an der östlichen auch an dieser Stelle meinen Dank ab.
Südgrenze Mitteldeutschlands (Mittelwalde - Zittau - DresdenDie grössten Bobbinnet- und Spitzenfabriken von den auf
Chemnitz-Zwickau-Sächsisches Erzgebirge und Vogtland). dem Festlande bestehenden befinden sich in Oesterreich,
Glatter Tüll wurde bis jetzt nur auf einem Stuhle in und zwar sind dies die Bobbinnet- und Spitzenfabrik von Plauen im Vogtland erzeugt; Ostern d. J. eröffnete jedoch Ludwig Damböck in Wien (mit 97 Spitzenmaschinen, eine weitere Fabrik für glatten Bobbindet in Schneeberg in Hilfsmaschinen nicht gerechnet, und mit einem Fabriks- Sachsen den Betrieb mit 6 Stühlen. Weitaus die grösste personal zwischen 450 und 500 Leuten), dann die Heinrichs- Zahl der Fabriken beschäftigen sich mit der Herstellung der thaler Bobbinnet- und Spitzenfabrik von Arthur Faber in
sogenannten »englischen Gardinen«. Lettowitz (mit 72 Maschinen); diese beiden Fabriken sowie
Ihren Hauptsitz hat die Fabrikation im sächsischen Vogtdie Gardinenweberei von Arthur Faber in Mittelwalde in
lande. Bereits sind nahezu 200 Stühle in Gang gebracht, Preussisch-Schlesien sind unter der Handelsfirma M. Faber
eine Zahl, welche ihre Bedeutung erlangt, wenn man erwägt, & Co. in Wien vereinigt.
dass jede Maschine mit den Vorbereitungsmaschinen über Die Fabrik von Ludwig Damböck hat in Oesterreich
20 000 M kostet, ohne die nicht geringen Betriebskosten, Schule gemacht, denn die Gründer der übrigen noch in
Werte an Gebäuden, Kesseln usw. Es sind also schon Oesterreich bestehenden Fabriken (mit zusammen ungefähr Millionen deutschen Geldes für diesen Industriezweig aufge70 Stüblen) waren Bedienstete der Wiener Fabrik. Der
wendet und Tausende von Menschen finden durch denselben Gründer der Spitzenfabrik für Oesterreich ist der verstorbene
lohnenden Verdienst. Hr. Ludwig Damböck senior in Wien; er ist es ge
Die Vorliebe für die englischen« Tüllgardinen, Decken wesen, welcher die ersten Maschinen nach dem deutsch
usw., welche in Deutschland mit der Erkenntnis von deren redenden Teile des Festlandes gebracht hat. Schon im
mannigfachen Vorzügen den übrigen Vorhangstoffen Jahre 1826 wurden von Damböck in England Maschinen
immer mehr zunimmt, und die Zusammengesetztheit der für Handbetrieb erworben; diese führte er jedoch nicht nach
Maschinen, welche noch sehr der wünschenswerten VereinOesterreich, da dortselbst der Zoll auf Tüll und Maschinen
fachung bedürfen, lassen es gerechtfertigt erscheinen, an dieser spitzen mittlerweile auf 10 ff. herabgesetzt worden war. Er glaubte, dass sich unter solchen Zollverhältnissen die Erzeu
Stelle kurz auf die Grundbindung der Gewebeart und auf die
Bewegungsmechanismen der zu ihrer Herstellung dienenden gung in Oesterreich nicht lohnen werde, und verkaufte deshalb die Maschinen in Hamburg. Im Jahre 1829 kaufte Damböck neuerlich Handmaschinen zur Erzeugung von Tüll
1) John Levers, englisches Patent No. 5622 vom 3. März
1828; London Journal of arts 1831, S. 273; Dingler's Polyt. 1) 230 M für 100 kg macht für die geringwertigeren Waren
Journal 1832, Bd. 43, S. 231, mit Abbild. dieser Gattung bis zu 40 pct. des Wertes aus.
2) Vergl. Prechtl's technologische Encyklopädie, S. 497 ff.
vor