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Bevor die Via Infante, die Autobahn der Algarve fertig gestellt wurde, war Lagoa verkehrstechnisch das Nadelöhr der Algarve. Oft bildeten sich kilometerlange Staus und jeder wollte Lagoa nur sehr schnell hinter sich lassen. Dabei ist Lagoa durchaus sehenswert.
Wie viele andere Dörfer und Städte der Algarve wurde auch Lagoa von den Mauren erobert. Zwischen den Jahren 1242 und 1246 haben die Mauren die kleine Ortschaft der benachbarten Verwaltungseinheit Silves untergeordnet.
Die Ortschaft, die im Barlavento der Algarve liegt, wurde durch das Erdbeben im Jahre 1755 schwer zerstört.
Im Kreis Lagoa, in der Gemeinde Estombar, wurde 1797 der berühmte Gesetzlose José Joaquim Sousa Reis, auch als Remexido bekannt, geboren. Als Befehlshaber einer grossen Anhängerschar ist sein Wirken bis heute sehr umstritten.
Für die einen ist er ein Held, für die anderen ein Bandit. Er agierte überwiegend in der Algarve und im benachbarten Alentejo. Er wurde im Jahre 1838, in Faro, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Fischmarkt in Lagoa.
Lagoa ist heute Kreisstadt des Verwaltungskreises Lagoa zu dem der bekannte Urlaubsort Carvoeiro zählt. Der Algarve-Kreis ist für seinen Wein mit dem DOC nominiert.
Lagoa ist für die Fatacil bekannt, die jedes Jahr im August an der Algarve stattfindet. Zu dieser Landwirtschaftsmesse werden jährlich Tausende von Besuchern erwartet.
Kurzbeschreibung von Lagoa
Innerhalb des Stadtgebiets sind noch grosse Gebäudeeinheiten ehemaliger Grossgrundbesitzer, mit Doppeltüren, die auf den Innenhof ausgerichtet sind, erhalten. Im Innenhof spielte sich das bäuerliche Leben ab.
In unterschiedlichen Lagerräumen wurde die Ernte wie Johannisbrotfrüchte, Oliven, Feigen oder Mandeln gelagert. An der EN 125 befindet sich die Wein-Genossenschaft,die auch noch heute in Betrieb ist.
Die Stadtkirche wurde im Jahre 1814 feierlich eingeweiht. Eine weitere, ältere Kirche in Lagoa ist die Igreja de Misericórdia, die um die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Kloster Convento do São José, das 1713 erbaut wurde und das Erbeben aus dem Jahre 1755 überstand. Im Innenhof stehen 2 Menire.
Das Gebäude wird derzeit von Stadtrat für Kunstausstellungen genutzt und verfügt über einen kleinen Theatersaal für kulturelle Veranstaltungen.
Im Innenraum gibt es eine Kastentür, durch die einst unerwünschte Säuglinge den Nonnen anvertraut wurden.
Das Prinzip war, wie die heute bekannten Babyklappen. Die Mutter legte das Neugeborene, gemeinsam mit seinen wenigen Habseligkeiten in einen Kasten.
Durch einen Drehmechanismus wurde das Fach auf die andere Seite der Klostermauern gedreht und das Kind den Nonnen übergeben, ohne dass die Mutter ihre Identität preisgeben musste.