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Aus einer angesehenen Familie stammend wurde J.P Pury bereits mit 18 Jahren Finanzbeamter in Boudry. Ein Jahr später wurde er jedoch aus unbekannten Gründen vom Dienst freigestellt. 1709 ernannte ihn die Gemeinde Lignières (NE) zum Gemeindevorsteher. In den zwei darauffolgenden Jahren engagierte er sich im Weinexport nach England, womit er sich jedoch ruinierte und als Folge dessen in 1711 um seine Entlassung ersuchte. Jean-Pierre de Pury reiste als Korporal der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ via Ostindien ans Kap der Guten Hoffnung. Nach vierjährigem Dienst verliess er es 1717 in Richtung Niederlanden. Gestützt auf seine Beobachtungen am Kap verfasste er zwei Schriften über das Potenzial dieser Sklavenhaltergesellschaft und empfahl unter Berufung auf die Sklaverei bei den alten Römern weitere Sklavereikolonisationsprojekte. Darauf basierend gründete er 1732 die Siedlung Purrysburg am Savannah-River an der Grenze zwischen den heutigen Staaten South Carolina und Georgia. Die Siedlung beruhte auf von Sklaven bearbeiteter Landwirtschaft. Purry machte in Europa Werbung für eine Auswanderung in die USA, besonders in der Schweiz und Deutschland. Für Purrysburg rekrutierte er 462 Siedler. Diese Auswanderer empfanden die Siedlung sehr unterschiedlich, teils als Möglichkeit reich zu werden, teils als elender Ort. 1736 schienen Jean Pierre Pury und sein Partner David Montagut auf einem Handelsschiff eine grosse Anzahl Sklaven aus Angola zu importieren, welche in der Stadt Beaufort verkauft wurden. Einer der Söhne Jean-Pierres, Charles Pury, vertrat zunächst die Interessen seines Vaters in London und wurde dann Kommandant der Kolonie Purrysburg. 1754 wurde er bei einem Sklavenaufstand ermordet. Ein weiterer Sohn war David Pury.
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Schelbert Leo / Rappolt Hedwig (Hg.), Alles ist ganz anders hier : Auswandererschicksale in Briefen aus zwei Jahrhunderten, Olten 1979, S.49-84.
Stefan Sigrist. Schweizer in den Diensten der niederländischen Ost- und Westindischen Handelsgesellschaften 1678-1789. S.6-7