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<h2>SubmittedText<h2><p>In einem am 12. November 2012 veröffentlichten Interview wies Denis Froidevaux, der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, darauf hin, dass von den neuen Berufsoffizieren immer weniger aus der lateinischen Schweiz stammen. Er hob auch den allgemeinen Mangel an Militärangehörigen aus der Westschweiz und dem Tessin in den Kaderpositionen der Armee hervor. </p><p>Die Mehrsprachigkeit ist ein Pfeiler der Schweizer Gesellschaft und trägt ebenso zur erfolgreichen Verankerung der Armee in der Bevölkerung bei wie zur Integration von Rekrutinnen und Rekruten aus der Romandie und dem Tessin innerhalb der Rekrutenschule.</p><p>In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie viele Militärangehörige aus der Romandie, dem Tessin und der Deutschschweiz wurden in den letzten zehn Jahren zu Berufsoffizieren befördert?</p><p>2. Inwiefern wirkte sich die Kürzung des Armeebudgets und der Truppenbestände auf die Mehrsprachigkeit innerhalb der Armee aus, insbesondere im Kaderbereich?</p><p>3. Wie hoch sind die Einsparungen, die mit diesen Kürzungen erreicht wurden?</p><p>4. Welche Bemühungen wurden bereits oder werden künftig unternommen, damit sich die Situation der Mehrsprachigkeit wieder verbessert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die sprachliche Zusammensetzung der 411 Berufsoffiziere, welche in den letzten zehn Jahren an der Militärakademie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich ausgebildet wurden, sieht wie folgt aus:</p><table width="385.9pt"><tr><td width="17.55pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>63</p></td><td width="270.3pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Berufsoffiziere französischer Muttersprache;</p></td><td width="87.25pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>(15,3 Prozent)</p></td></tr><tr><td width="17.55pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>30</p></td><td width="270.3pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Berufsoffiziere italienischer Muttersprache;</p></td><td width="87.25pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>(7,4 Prozent)</p></td></tr><tr><td width="17.55pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>318</p></td><td width="270.3pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Berufsoffiziere deutscher Muttersprache.</p></td><td width="87.25pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>(77,3 Prozent)</p></td></tr></table><p></p><p>Die Vertretung der Landessprachen im gesamten Offizierskorps (Miliz- und Berufskader) war in den letzten zehn Jahren absolut stabil. Die Verteilung liegt seit 2004 konstant bei:</p><table width="317.35pt"><tr><td width="53pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>15 Prozent</p></td><td width="257.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Offiziere französischer Muttersprache;</p></td></tr><tr><td width="53pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>4 Prozent</p></td><td width="257.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Offiziere italienischer Muttersprache;</p></td></tr><tr><td width="53pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>81 Prozent</p></td><td width="257.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Offiziere deutscher Muttersprache.</p></td></tr></table><p></p><p>Am 1. März 2012 (letzte Armeeauszählung) drückte sich dieses Verhältnis in folgenden Zahlen aus: 14 525 deutschsprachige Offiziere; 2722 französischsprachige Offiziere; 756 italienischsprachige Offiziere. Gegenüber der sprachlichen Verteilung der Schweizer Bevölkerung (74 Prozent Deutsch, 21 Prozent Französisch und 5 Prozent Italienisch) ist eine Untervertretung der Französisch sprechenden Offiziere festzustellen, welche durch Deutschschweizer kompensiert wird. Diese ist aber seit Jahren konstant und hat keinen Zusammenhang mit den Budget- oder Bestandesrestriktionen.</p><p>2. Die bisherigen Kürzungen im Personalkredit (Lohnempfänger) und die damit verbundene Reduktion des Personalbestandes haben nur unwesentlich das militärische Berufspersonal betroffen und keine direkte Auswirkungen auf die sprachliche Zusammensetzung des Berufskorps gehabt.</p><p>3. Im Zusammenhang mit der sprachlichen Zusammensetzung beim militärischen Berufspersonal wurden keine Einsparungen vorgenommen.</p><p>4. Das Personalmarketing für das militärische Personal umfasst eine Reihe von Aktivitäten, die zur Gewinnung eines qualitativ und quantitativ ausreichenden Kadernachwuchses beim Berufsmilitär beitragen sollen. Dazu gehören unter anderem Referate an verschiedenen Kaderlehrgängen der Armee wie auch die Präsenz an unterschiedlichen Messen in den verschiedenen Sprachregionen. So war die Armee 2012 beispielsweise nebst mehreren Messen in der Deutschschweiz auch an der "Espoprofessioni" in Lugano, am "Career Forum" der Universität Lugano, am "Salon des étudiants" sowie an der Hochschulmesse an der ETH in Lausanne vertreten. Diese Aktivitäten sollen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt und nach Möglichkeit ausgebaut werden.</p>  Antwort des Bundesrates.