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Bern–Luzern-Bahn
|Kürzel||BLB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1875-08-01|
|Mutiert||Ab 1884-07-01 Jura–Bern–Luzern|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die als Aktiengesellschaft gegründete BLB eröffnete 1875 den Verkehr auf der Strecke Bern–Langnau–Entlebuch–Luzern. Das Projekt stand in Zusammenhang mit dem Bau der Gotthardbahn (GB), an welche aus der Westschweiz ein neuer, die Centralbahn (SCB) konkurrenzierender Anschluss entstehen sollte. Das Kapital für die BLB stammte in erster Linie von der öffentlichen Hand, namentlich den Kantonen Bern und Luzern. Noch im Jahr der Betriebsaufnahme erwarb die BLB für 7.34 Mio. Franken den Abschnitt Gümligen–Langnau von der Bernischen Staatsbahn (BSB). Schon im Februar 1876 musste aber über die BLB aufgrund überhöhter Baukosten die Zwangsliquidation verhängt werden. Um den Weiterbetrieb der Bahn zu gewährleisten, wurde sie auf den 1. Januar 1877 für 8.5 Mio. Franken – also annähernd zu dem Preis, den die BLB allein für das Teilstück Gümligen–Langnau bezahlt hatte – vom Hauptgläubiger, nämlich dem Kanton Bern, aufgekauft (in den Statistiken 1878/79 wurde die BLB deshalb als «Bernische Staatsbahn» tituliert, mit welcher sie jedoch keineswegs zu verwechseln ist). Rund 14.5 Mio. Franken wurden dabei abgeschrieben, darunter das gesamte Aktienkapital von 10.6 Mio. Franken. Ab 1877 wies die Statistik das finanzielle Engagement des Kantons Bern von total 10 Mio. Franken als Aktienkapital aus, abgeführte Betriebsüberschüsse respektive Pachtzinsen als Dividenden.
Den Fahrdienst der Linie besorgte die Jura Bernois (JB), zunächst auf Rechnung des Kantons Bern, ab 1882 in Pacht. Von diesem Zeitpunkt an konnten in der Statistik viele Daten zur BLB nicht mehr ausgeschieden werden (missing data; die Betriebslänge der BLB hat deshalb ab 1882 den Wert null, diejenige der JB stieg gleichzeitig entsprechend an). 1884 übernahm die neu gegründete Jura–Bern–Luzern-Bahn (JBL) die Pacht der nach wie vor dem Kanton Bern gehörigen BLB-Linie, 1890 schliesslich ging sie durch Verkauf an die Jura–Simplon-Bahn (JS) über.
Die Differenz zwischen den Brutto- und den Netto-Baukosten entspricht den Verlusten infolge des Konkurses der BLB 1876. Nicht darin enthalten sind die Wertvernichtungen der Liquidation der ehemaligen Ostwestbahn (OWB) 1861. Deren Bauaufwendungen für die Verbindung Bern–Luzern lassen sich aus den Angaben der Statistik nicht exakt beziffern.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt:
- Bernische Staatsbahn
- Emmental-Bahn
- Jura bernois
- Jura–Bern–Luzern
- Jura–Simplon
- Schweizerische Bundesbahnen