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Thomas Mann an der ETH Zürich
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Wie kam es zur Verbindung zwischen dem Autor und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich?
Ein Grund waren die guten Beziehungen zwischen dem damaligen Rektor der ETH Zürich, Karl Schmid, und der Familie Mann. Der theaterbegeisterte Thomas Mann hatte für Karl Schmids Frau, die Schauspielerin Elsie Attenhofer, "seit je" eine "Schwäche" (Tagebucheintrag Thomas Manns, 3. November 1952). Der Germanist Karl Schmid wiederum erkannte die Chance, einen ‚Weltliteraten‘ vor den Toren der eigenen Stadt zu haben.
Thomas Mann bedankte sich beim Rektor der ETH am 9. Juni 1955 in einem beschwingten Brief für das "völlig unerträumte Dokument, das Sie mir mit diesen Worten überreichten, der ,einzigen eidgenössischen Hochschule' nun für immer so ehrenvoll verbunden zu sein. Glauben Sie mir, der Gedanke daran sitzt beständig ,lächelnd um mein Herz' – sits smiling to my heart – wie es im Hamlet heisst."
Als Thomas Mann zwei Monate später verstarb, griff seine Witwe Katia unverzüglich die gute Verbindung mit der ETH Zürich wieder auf. Rückblickend begründete Golo Mann die Entscheidung der Erbengemeinschaft, Thomas Manns Nachlass der gesamten Schweiz zu schenken, mit dem konkreten Wunsch seines Vaters: "Seine Liebe aber hat der Schweiz gehört […]. Hier […] war seine letzte Adresse; hier […] sollte die allerletzte, die Erinnerungsstätte sein" (Golo Mann: BlTMG 3 (1962), 24).
Da zur ETH Zürich bereits die Verbindung über die verliehene Ehrendoktorwürde bestand und die Hochschule ausserdem eine gesamtschweizerische ist, entschieden sich die Erben rasch für die ETH Zürich. Bereits ein Jahr nach Thomas Manns Tod unterzeichnete der Bundesrat die Schenkungsurkunde, und die ETH Zürich gründete das Thomas-Mann-Archiv.