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Liberales Institut
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2012 Internationaler Index der Eigentumsrechte
In Staaten wie Ägypten, Libyen oder Tunesien werden heute bis zu 90% aller Eigentumstitel nicht anerkannt.
Die politischen Umbrüche des «arabischen Frühling» sind nicht zuletzt auch als Aufstand gegen die staatliche Unterdrückung privaten Unternehmertums und freier Märkte zu verstehen. Rund 180 Millionen Bewohner des Mittleren Ostens arbeiten in grauen und schwarzen Märkten. Anlässlich der Veröffentlichung des Internationalen Index der Eigentumsrechte 2012 erinnert dessen Herausgeber Hernando de Soto an jenen jungen tunesischen Kleinhändler, der durch den verzweifelten Akt der Selbstverbrennung gegen die staatliche Enteignung seiner Geschäftsgrundlage protestierte — und so eine flächendeckende Revolution auslöste. Tatsächlich werden heute in Staaten wie Ägypten, Libyen oder Tunesien bis zu 90% aller Eigentumstitel nicht anerkannt.
Der Internationale Index der Eigentumsrechte — herausgegeben durch das Liberale Institut gemeinsam mit 69 internationalen Organisationen in Zusammenarbeit mit der Property Rights Alliance — bietet nun zum sechsten Mal in Folge ein objektives Mass für die Anerkennung und den Schutz privater Eigentumsrechte. Er ermöglicht so auch eine Analyse der Auswirkungen sicherer privater Eigentumsrechte auf die Wohlfahrt der betroffenen Bürger. Der Index aggregiert Masse zum (1) rechtlichen und politischem Umfeld, (2) Schutz physischen Eigentums, und (3) Schutz geistigen Eigentums in 130 Ländern weltweit.
Der internationale Vergleich macht deutlich, dass vor allem Afrika an einem Mangel sicherer Eigentumsrechte leidet, doch auch Lateinamerika und der Mittlere Osten fallen deutlich hinter Nordamerika und Westeuropa zurück. Während das durchschnittliche Bruttosozialprodukt pro Kopf im weltweit sichersten Fünftel der Staaten 39.099 USD beträgt, kommt das unsicherste Fünftel auf nur 5.049 USD. Insbesondere der Schutz physischen Eigentums wirkt sich dabei förderlich auf den Wohlstand der Bürger aus. Empirische Analysen zeigen: Sichere Eigentumsrechte stehen auch in einem positiven Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum und den ausländischen Direktinvestitionen in einem Land.
Die Schweiz befindet sich im aktuellen Ranking stabil auf Platz drei der Länder mit dem zuverlässigsten Schutz privater Eigentumsrechte. Sie teilt sich diesen Rang mit Singapur und Norwegen. Erneut schneiden die skandinavischen Länder Finnland, Schweden und Dänemark aufgrund geringer Korruptionsraten und zuverlässiger Rechtssysteme besonders stark ab. Das Schlusslicht des Ranking bilden die Krisenstaaten Jemen, Libyen und Venezuela. Überproportional viele afrikanische Staaten gehören auch 2012 zum untersten Fünftel der untersuchten Länder und versagen somit beim Schutz privater Eigentumsrechte. Der ökonomische Aufstieg ihrer Bürger wird so systematisch erschwert.
Download Bericht (126 Seiten, PDF)
12. April 2012