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Fabrik für Biotreibstoff
Standort in der Broye wird evaluiert
Die Promotoren einer Fabrik für Treibstoff auf der Basis von Zuckerrüben prüfen zwei Standorte, davon einen in der Broye. Das Projekt, das auf 14 Mio. Franken veranschlagt ist, gibt den Zuckerrübenpflanzern neue Hoffnung.
Autor: Von DELPHINE FRANCEY/La Liberté
In der Broye könnte die erste Fabrik für Biotreibstoff der Schweiz gebaut werden. Die Vereinigung zur Förderung erneuerbarer Energien und die Zuckerrübenpflanzer verhandeln mit den Behörden von zwei Standorten. Der eine befindet sich in Coinsins am Waadtländer Genferseeufer und der andere in der Broye, zwischen Avenches und Payerne. Während den laufenden Verhandlungen will der Freiburger Grossrat Michel Losey, Präsident der Westschweizer Zuckerrübenpflanzer, nichts Näheres zum Standort in der Broye sagen. Nach seinen Aussagen wird die defintive Wahl des Standorts vom Tempo der Verfahren abhängen. Im Idealfall könnten die Arbeiten Anfang 2008 beginnen, so dass die Fabrik ab September arbeiten könnte.Für Michel Losey ist das Biotreibstoff-Projekt ein eigentlicher Glücksfall für die Zuckerrübenpflanzer. Mit der Agrarpolitik 2011 senkt der Bund seine Unterstützung um 50 Prozent. So gebe die Fabrik den Produzenten neue Hoffnung, auch wenn nur drei oder vier Arbeitsplätze geschaffen werden. Er glaubt auch, dass die Broye gute Chancen hat, als Standort gewählt zu werden. Der Zuckerrübenanbau habe einen grossen Stellenwert und die Strassenverbindungen seien sehr gut.Zu den Besonderheiten dieser Pilotfabrik zählt die Tatsache, dass sie mit einer gleichen Menge Rohstoff 30 Prozent mehr reinen Alkohol produzieren kann als herkömmliche Systeme in anderen Ländern. Der Erfinder Manfred Steiner von der Vereinigung zur Förderung erneuerbarer Energien hat das System auf europäischer Ebene patentieren lassen. Im Moment laufen die letzten Tests.
Fünf Millionen Liter Alkohol
Das Fabrikgebäude wird zwei Hektaren Land benötigen. Im Innern wird es zehn Gärungsbottiche und vier Tanks für die Lagerung des Alkohols haben. Die Fabrik wird pro Jahr fünf Millionen Liter Alkohol produzieren, was einer Fläche von 500 ha Zuckerrüben entspricht. Im Kanton Freiburg sind es im Moment rund 2000 und in der Waadt 4000 ha.Die Produzenten werden ihre Ware direkt in die Fabrik bringen. Die Verarbeitung der Zuckerrüben wird von September bis März dauern. Für die andere Zeit des Jahres werden Alternativen gesucht wie die Verarbeitung von Kartoffeln oder Gras zu Alkohol.
Autor: bearbeitet von wb/FN