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Karpfen
Biologie des Karpfens (Cyprinus carpio)
Körpermerkmale
Die ursprüngliche Form des Karpfens ist der abgebildete Wild- oder Schuppenkarpfen. Er besitzt einen gestreckten, in der Regel weniger hochrückigen Körper als die gezüchteten Spiegel-, Zeilen- oder Lederkarpfen. Der Körper ist seitlich abgeflacht, Mund endständig und vorstülpbar, vier Barteln an der Oberlippe. 33 - 40 Seitenlinienschuppen. Schlundzähne dreireihig. Eingeschnittene Schwanzflosse. Rücken braungrün, Flanken bräunlich mit Messingglanz, Bauch weisslich. Flossen bräunlich bis graugrün, bauchseitige Flossen oft mit rötlichem Ton. Höchstalter bis 40 Jahre beschrieben, Maximallänge 120 cm.
Vorkommen
Ursprünglich nur noch in Asien in Form dreier Unterarten natürlich verbreitet. Als wichtiger Teichfisch wurde der Karpfen im 13. bis 15. Jahrhundert in ganz Europa durch Mönche eingeführt (Karpfenzucht in Klöstern). Vor allem in Deutschland und Teilen Osteuropas wird er heute zu Speisezwecken in intensiver Teichhaltung gezüchtet. Im Kanton Bern leben kleine Karpfenbestände im Wohlensee, Niederriedsee, Bielersee und den angrenzenden Aareabschnitten und im Zihlkanal. Grössere Bestände sind in einzelnen Kleinseen vorhanden.
Lebensweise
Karpfen sind in der Regel scheue Fische, welche erst in der Dämmerung aus ihren Verstecken zwischen Wasserpflanzen oder unter überhängenden Böschungen hervorkommen, um den Schlamm auf dem Gewässergrund nach Nahrung zu durchwühlen. Laichzeit Mai bis Juli (Wassertemperatur von mindestens 18 - 20 °C), Eizahl 200'000 - 300'000 pro kg Körpergewicht der Weibchen, Eidurchmesser nach dem Aufquellen ca. 1,6 mm, Männchen mit schwachem Laichausschlag auf Kopf und Brustflossen, Ablaichen erfolgt an ruhigen, seichten, pflanzenreichen Uferstellen in mehreren Raten, Schlupf der Larven nach 3 bis 5 Tagen (60 bis 70 Tagesgrade). Jungfische ernähren sich hauptsächlich von Plankton, ältere Exemplare mehrheitlich von Bodennahrung wie Zuckmückenlarven, Würmern aber auch pflanzlichen Stoffen.
Angeltechniken
Karpfen werden aufgrund ihrer Seltenheit im Kanton Bern nur wenig gezielt gefischt. Besonders grosse Karpfen gelten als äusserst schlau und sind nur mit grossem Aufwand und Geduld zu fangen. Als beste Fangzeiten gelten die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Karpfen werden beim Grundbleifischen oder Zapfenfischen gefangen. Als geeignete Köder gelten Brot, Kartoffeln, Mais, Würmer und Maden, aber auch exotische Dinge wie Blutwurst oder Hunde - Trockenfutter.