Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/1823

Externer Inhalt
London - Der Star-Architekt Norman Foster (75) hat seinen Sitz im britischen Oberhaus zurückgegeben. Damit reagierte er auf eine Gesetzesänderung, wonach die Mitglieder des Oberhauses ihre Einkünfte nicht länger im Ausland - im Falle Fosters in der Schweiz - versteuern dürfen.
Foster ist der fünfte Abgeordnete, der das House of Lords verlassen hat, bevor am Mittwoch um Mitternacht eine entsprechende Frist abgelaufen ist, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.
Norman Foster ist 2008 in die Schweiz gezogen, ins Château Vincy in Gilly (VD). Der Umzug löste in Grossbritannien eine scharfe Diskussion aus: Darf jemand, dessen Unternehmen (1500 Mitarbeiter) durch Grossaufträge der öffentlichen Hand reich geworden ist - also finanziert durch die britischen Steuerzahler - sein Steuerdomizil ins steuerlich günstigere Ausland zügeln?
Foster wurde 1999 die Mitgliedschaft im House of Lords auf Lebenszeit verliehen. Jetzt kann er zwar nicht mehr an Sitzungen und Abstimmungen des Oberhauses teilnehmen, darf sich aber weiterhin Lord nennen.
In der Schweiz baute Foster das spektakuläre Apartmenthaus Chesa Futura in St. Moritz und renovierte für 440 Millionen Franken das Grand Hotel Dolder in Zürich. Für seinen Entwurf der Swiss Re-Zentrale in London wurde er mit dem Stirling Prize ausgezeichnet.
SDA-ATS