Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03298.jsonl.gz/165

Projektbeschrieb
Im Jahr 2020 belegte die Schweiz hinter den USA, China, Grossbritannien und Frankreich den fünften Platz in Bezug auf den finanziellen Marktanteil am globalen Kunsthandel – Grund genug, seine Geschichte und Entwicklung hierzulande unter die Lupe zu nehmen. Bisherige Forschungen im Bereich des Kunsthandels fokussieren grösstenteils auf die Geschehnisse in den 1930er und 1940er Jahren und die jüngsten Entwicklungen auf dem Kunstmarkt sowie auf dessen rechtliche Rahmenbedingungen. Was bislang fehlt, ist eine zeitlich breit angelegte Untersuchung zum schweizerischen Kunsthandel, und dies obgleich der Schweiz aufgrund ihrer zentralen Lage in Europa, ihrer Vernetzung mit den umliegenden Ländern sowie ihren für den Handel günstigen Gesetzen schon früh eine Drehscheibenfunktion auf internationaler Ebene zukam. Dieses Forschungsdesiderat soll das Projekt «Akteure und Akteurinnen des Kunsthandels in der Schweiz» während einer Laufzeit von vier Jahren erfüllen.
Dem Projekttitel entsprechend stehen spezifisch die Akteure – Individuen, Institutionen, Plattformen – des Kunsthandels im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Fokus liegt dabei hauptsächlich auf dem Handel mit bildender Kunst, und dies von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Frühe Zentren des Kunsthandels in der Schweiz waren die Städte Basel, Bern und Genf, denen im Laufe des 19. Jahrhunderts Zürich sowie später Lausanne und Luzern folgten.
Die Resultate dieses Forschungsprojekts werden in drei verschiedene Publikationsformen im Open Access münden: 1) eine in gemeinschaftlicher Autorschaft verfassten Monografie zur Geschichte des Kunsthandels in der Schweiz, 2) eine Datenbank zu den Akteuren und Akteurinnen des Kunsthandels in der Schweiz, die technisch und zu Teilen auch inhaltlich auf der Datenbank von SIK-ISEA basiert und in das Rechercheportal des Instituts integriert wird, und 3) drei Dissertationsprojekte von Nachwuchswissenschaftlerinnen, die sich mit Themen in zwei verschiedenen, für den schweizerischen Kunsthandel zentralen Epochen befassen (Sina Knopf: «Die Verortung des Kunsthändlers Hans Wendland im Geflecht des NS-Kunsthandels», Viviane Maeder: «Die Rolle der Schweizer Kleinmeister für den Kunsthandel um 1800», Simone-Tamara Nold: «Privatbesitz in Schweizer Museen. Deposita während der 1920er bis 1940er Jahre»).
Interdisziplinäres Symposium