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Mittelalterliches Lausanne
Tour de l'Ale
Unvermittelt stösst man beim Flanieren auf die Tour de l’Ale, den letzten bedeutenden Überrest der mittelalterlichen Befestigungen von Lausanne. Aufgrund seiner Dimensionen – 21 Meter Höhe bis zum First und 8 Meter Durchmesser – zählt der Turm zu den spektakulärsten Bauwerken des Quartiers Bourg.
Der 1340 errichtete Turm diente in erster Linie zur Verteidigung des Faubourg de l’Ale, eines Quartiers ausserhalb der Stadtmauern, das damals vor dem Tor von Saint-Laurent lag. Er wurde auch als Bergfried gestaltet, d. h. als befestigter Zufluchtsort, der autark funktionieren konnte. Sein Verteidigungssystem besteht insbesondere aus dicken Mauern, die an der Basis fast zwei Meter breit sind, einem erhöhten Zugang, Schiessscharten, deren Zahl von Geschoss zu Geschoss zunimmt (zwei im Erdgeschoss, drei im ersten Stock, vier im zweiten, fünf im dritten), und an der Spitze aus sechs grossen Öffnungen in Form von Zinnen.
Wie die anderen mittelalterlichen Befestigungen wurde der Turm ab dem 18. Jahrhundert nicht mehr gebraucht. 1890 stiess der von den Gemeindebehörden geplante Abbruch in der Bevölkerung auf Widerstand und rief den Denkmalschutz auf den Plan. Nachdem der Turm 1903 zum Baudenkmal erklärt worden war, wurde er 1903 restauriert.