Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/107933

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Nachgang zu der skandalösen Aktion von Thomas Hirschhorn vor einigen Jahren in Paris, für die die Steuerzahlerinnen und -zahler aufkommen mussten, möchte der Autor dieser Interpellation wissen,</p><p>1. ob der Bundesrat es für angemessen hält, einen derart umstrittenen Künstler, dessen Kunstschaffen für unser Land negativ ist, mit der Vertretung der Schweiz an der Biennale Venedig im Jahr 2011 zu beauftragen;</p><p>2. ob der Bundesrat nicht der Ansicht ist, dass es besser gewesen wäre, ein vielversprechendes junges Talent mit der Vertretung unseres Landes zu beauftragen statt eine Person von trauriger Berühmtheit, die mit ihren "Werken" bereits viel Geld verdient;</p><p>3. wie teuer dieser Spass die Schweizer Steuerzahlerinnen und -zahler zu stehen kommt, insbesondere wie hoch die Hirschhorn zugesprochene Summe ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat weist darauf hin, dass es die Mitglieder der ausserparlamentarischen Eidgenössischen Kunstkommission waren, die Thomas Hirschhorn für den Schweizer Pavillon an der Kunstbiennale in Venedig 2011 vorgeschlagen haben. Die vom Bundesrat gewählte Kommission setzt sich aus neun Fachpersonen zusammen, die den Bund in sämtlichen Fragen der Kunstförderung beraten. Dazu zählt auch die Beschickung der Biennale in Venedig. In den vergangenen Jahren hat das Bundesamt für Kultur die Empfehlungen der Eidgenössischen Kunstkommission befolgt. Die bei dieser Gelegenheit präsentierten Beiträge der Schweiz sind in der internationalen Kunstszene auf grosses Interesse gestossen. Der Bundesrat hat nicht die Absicht, in die künstlerischen Vorschläge der Kommission und in die vom Bundesamt für Kultur getroffene Wahl einzugreifen. Die künstlerische Freiheit und die Kompetenz der Fachleute haben in diesem Fall Vorrang. Der Bundesrat sieht deshalb keinen Grund, von der bisher ausgeübten Praxis abzuweichen.</p><p>2. Die Schweiz wird auch von anderen Künstlerinnen und Künstlern an der Kunstbiennale in Venedig vertreten sein. Parallel zum in der Regel für etablierte Kunstschaffende reservierten Schweizer Pavillon haben das Bundesamt für Kultur und die Eidgenössische Kunstkommission die Kuratorin und Künstlerin Andrea Thal aus Zürich beauftragt, eine Ausstellung mit jungen Schweizer Kunstschaffenden zu organisieren. Die Ausarbeitung des Konzepts für diese Ausstellung und die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler ist im Gange. Der Beitrag der Schweiz verspricht einen spannenden Dialog zwischen einem in der internationalen Kunstszene anerkannten Künstler und jungen Kunstschaffenden, die am Anfang ihrer Karriere stehen. </p><p>3. Das verantwortliche Bundesamt für Kultur weist in seinem Budget 2011 für Erarbeitung und Durchführung der beiden Ausstellungsbeiträge der Schweiz an der Biennale in Venedig 2011 ein Budget von 600 000 Franken aus. Davon sind für die Bespielung des Schweizer Pavillons durch Thomas Hirschhorn 300 000 Franken vorgesehen.</p>  Antwort des Bundesrates.