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1935 beginnt der Aufbau der sozialmedizinischen Abteilung auf dem Basler Milchsuppen-Areal. In diesem Jahr stellt die Spitaldirektion den Antrag, neben Krankenhaus und Altersheim einen zusätzlichen Betrieb für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Für die Realisierung der geplanten Durchgangsstation wird das Areal zwischen der Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt und der Burgfelderstrasse als geeignet erachtet.
Das Pflegamt genehmigt Ende 1935 die Vorschläge unter der Bedingung, dass die neue Abteilung selbsttragend geführt werde und die Betriebsrechnung des Bürgerspitals nicht belaste.
Bereits ein Jahr später ist die durch Behinderte und Spitalangestellte gebaute Unterkunft bezugsbereit. Nur zwei Jahre später arbeiten hundert Menschen mit Behinderung im Gartenbau, in der Schweinezucht und Geflügelfarm sowie beim Bau von Strassen-, Weg- und Bewässerungsanlagen und weiterer Unterkünfte mit.
Angesichts des drohenden Kriegs gewinnt die Aufgabe der Selbstversorgung und des Aufbaus von Warenreserven Priorität gegenüber der Aufgabe der «Arbeitsschulung». Mit dem Ertrag des zwanzig Hektar grossen Landwirtschaftsbetriebs können in den sechs Kriegsjahren alle Basler Spitäler und zahlreiche Familien mit Nahrung versorgt werden. Dies gelingt dank dem Arbeitseinsatz von Hunderten Menschen mit Behinderung und aufgenommenen politischen Flüchtlingen.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kann der Aufgabenbereich der «Arbeitsschulung» mit praktischen Ausbildungen und Werkstätten für verschiedene Berufe aufgebaut werden.
Trotz knappen finanziellen Mitteln gelingt es dem Betrieb zwischen 1954 und 1956 ein Wohnheim für die Eingliederungsstätte, drei neue Werkstattgebäude und einen separaten Pavillon mit Werkstatt für Tuberkulose-Patienten zu errichten.
Zehn Jahre später wird mit der Einführung der Invalidenversicherung ein weiteres Projekt realisierbar. Zur Hälfte vom Bund, zur Hälfte aus privaten Mitteln finanziert, kann 1967 in Basel das Schweizerische Paraplegikerzentrum (SPZ) eröffnet werden.
Feldarbeit auf dem Milchsuppen-Areal
Die Eröffnung des Klinikums 1 markiert am Ende des Zweiten Weltkriegs den Aufbruch ins moderne Medizinzeitalter. Mit der Eröffnung des Klinikum 1 gründet das Bürgerspital gleichzeitig eine eigene Schule für Krankenpflege, um den Pflegenachwuchs sicherzustellen.
Die Anforderungen an eine moderne Universitätsklinik übersteigen die Ressourcen der Bürgergemeinde. 1973 geht das über die Jahre weiter gewachsene Spital deshalb an den Kanton über und heisst fortan «Kantonsspital Basel», später «Universitätsspital Basel». Der Auftrag des Bürgerspital Basel wird neu definiert. Es konzentriert sich auf die Betreuung von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung sowie die medizinische Rehabilitation.
Das Paraplegikerzentrum des Bürgerspital Basel wird in die neu gegründete, gemeinnützige REHAB Basel AG, Zentrum für Querschnittgelähmte und Hirnverletzte, überführt.