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Am 6. April traf sich der Schweizer Karl May Freundeskreis in Rapperswil zu seinem zweiten Treffen im 2019.
19 Zuhörer fanden den Weg nach Rapperswil, um den Vortrag «Karl May mit Bildern und Gefühlen» zu hören.
Karl Mays Spätwerk wird zur Kunstrichtung des Symbolismus gezählt. In dieser Kunstrichtung, die als Gegenströmung zum Realismus entstanden war, wurde mit Bildern und Metaphern gearbeitet. Lorenz Hunziker ging jedoch davon aus, dass Karl May nicht erst im Spätwerk in Bildern und Symbolen schrieb. Um diese These zu bestätigen machte er sich in Karl Mays Erstlingswerk «Die Rose von Ernstthal» auf Spuren suche.
Bei all den Bildern und Symbolen, die Karl May in dieser Novelle zu Hilfe nimmt, wie Reinheit, Wasser oder auch Schweine, fielLorenz Hunziker auch auf, wie Karl May mit den Gefühlen der Leser spielt. Anhand der positiv gefärbten Adjektive und Adverben erkennt der Leser sofort den Helden. Der Bösewicht wird in so schlechtem Licht dargestellt, das etwas Gutes, was diesenGrau färben würde, beim Leser nicht hängenbleiben kann.
Dieses «Text-Philosphieren» konnte dank dem Vorlesen des Primärtextes durch Silvia Zahner und das Philosohierens von Lorenz Hunziker direkt nachvollzogen werden.
Für diejenigen, die den Text gerne nachlesen wollten, hat Lorenz Hunziker seine erste Karl-May-Überarbeitung Angeboten. «Die Rose von Ernstthal» in der Fassung vom November 1874 in der Deutschen Novellen-Flora wurde von ihm marginal bearbeitet. Er hat vorallem die im Deutschen nicht mehr gebräuchlichen französischen Worte ausgetauscht. Einige Druckerzeugnisse sind immer noch erhältlich.