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„Unser Produktionssystem begründet eine anonyme Diktatur der Produktionszwecke; Leistungsforderung reduziert den Menschen zum homo faber, zum Arbeitswesen, das ganz nach aussen orientiert und nur für seine Funktion gedrillt und fit erhalten wird; die gesellschaftliche Kooperation verliert den menschlichen Gehalt und versachlicht sich; sie wird durch diese Objektivierung zwanghaft… Das Ergebnis lautet: es gibt in dieser Gesellschaft zu wenig Freiheit und zu wenig Glück…“ (Wort und Wahrheit, 1968/3, S. 195f., Autor unbekannt).
„Wenn diese Diagnose zutrifft, so ist die Freizeit jener Ort, in den der Mensch vor der Monotonie und vor allem dem Zwangscharakter der Arbeit flüchten kann; die Freizeit ist gerade wegen der inhumanen Produktionsbedingungen notwendig, um einen Ausgleich zu schaffen, einen Zeitraum, in dem – ähnlich wie in der Krankheit – niemand von ihm eine Leistung verlangen darf.
Es ist möglich, dass von dieser sozialpsychologischen Begründung her ein wesentlicher Anstoss zur Freizeitverlängerung ausgeht, zumal wenn die ökonomischen Probleme der Menschheit ihrer Lösung entgegensehen. Dieser Effekt könnte aber nur dann grösseres Ausmass annehmen und sich nicht auf marginale Kürzungen der Arbeitszeit beschränken, wenn die Ziele der Gesellschaft neu formuliert werden. Die Leistungsgesellschaft kann letztlich nur Erholungs- oder allenfalls Bildungsurlaube zugestehen, eine Freizeitgesellschaft hätte aber eine neue Wertordnung zur Voraussetzung: eine neue Wohlfahrtsfunktion müsste geschaffen werden, die die Rangordnung von Einkommen, Freizeit, Macht, Selbstbestimmung und anderen, möglicherweise erst zu erfindenden Kriterien festsetzt.“ (Clemens A. Andreae, Ökonomik der Freizeit, S. 221-222, 1970).