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Obwohl es heute in Japan zahlreiche Ikebana- Schulen gibt, fallen sie doch alle mehr oder weniger in den Bereich der Ikenobo-, Ohara- oder Sogetsu- Stile, welche alle einen wichtigen Abschnitt in der Entwicklung der Ikebana-Kunst repräsentieren. Jede dieser Schulen hat mehrere Millionen Anhänger, ein Zeichen der Freundschaft zwischen den Menschen und den Blumen.
Um 1930 war ein Wendepunkt in der Entwicklung des Ikebana. In diesem Jahr lösten sich eine Gruppe Ikebana- Künstler, unter ihnen Sofu Teshigahara (geboren 1900), der bereits mit 17 Jahren begonnen hatte, Unterricht zu erteilen, von den jahrhundertelang vorgegebenen Regeln und Vorschriften.
Sofu entwickelte eine fortschrittliche, moderne Art, die Blumen zu arrangieren und gründete 1927 die Sogetsu-Schule, die sehr moderne Strömungen beinhalten sollte. Sofu lehnte sich gegen die üblicherweise praktizierten Regeln auf. Warum musste Ikebana immer dieselbe Form haben, obwohl es von ganz verschiedenen Menschen arrangiert wurde? Warum durfte Ikebana nicht auch deren individuelle Charakteren reflektieren?
Es war nur selbstverständlich, dass er mit seinen Ideen sowohl innerhalb seiner Familie, als auch bei anderen Ikebana-Künstlern aneckte.
Er war jedoch der festen Ueberzeugung, dass Ikebana kreativ und vergnüglich sein sollte und so entwickelte er eine Schule, die sich stark an der japanischen Tradition orientierte, aber auch den Bedürfnissen der Zeit Rechnung trug.
Im Jahre 1929 gestaltete er seine erste Ausstellung in der Ginza, worauf er über Nacht vielen Menschen bekannt wurde. Sogar NHK Radio interessierte sich für Sofu und bat ihn, ein Radioprogramm, das in ganz Japan ausgestrahlt wurde, zu gestalten. So konnte Sofu seine Ideen, die auch von der Avant-garde Bewegung in Europa beeinflusst war, einbringen und versuchte Ikebana auch als Teil der zeitgenössischen feinen Kunst zu etablieren.
Nur der Zweite Weltkrieg stoppte seine Schaffenskraft. 1946 präsentierte er zusammen mit Houn Ohara eine Ikebana-Ausstellung "Together" im völlig zerstörten Tokyo. Die Ausstellung wurde von einer überwältigenden Anzahl Besuchern besucht, die nach den Jahren des Krieges auf der Suche nach Freizeitgestaltung und Bildung waren, um ihr Leben wieder zu bereichern.
Sofu führte seinen Weg als Künstler weiter, arbeitete äusserst produktiv und sprengte die Grenzen vom ursprünglichen Ikebana indem er seine eigenen Ideen verwirklichte.
Nach ihrem Tod 1980 übernahm ihr Bruder Hiroshi Teshigahara (geboren 1927) die Leitung der Schule. Er hatte an der Tokyo University of Fine Arts Japanische Malerei und Oelmalerei studiert und war wie sein Vater ein passionierter Anhänger der Nachkriegs- Avantgarde Bewegung.
Das Sogetsu Art Center wurde auch von zahlreichen grossen amerikanischen und europäischen Malern besucht. Hiroshi's Interessen lagen nicht nur im Ikebana; er war ebenfalls ein anerkannter Filmproduzent (z.B. "Rikyu"), ein passionierter und begabter Töpfer von selbstentworfenen aussergewöhnlichen Vasen und originellen Keramikkunstwerken.
Als "Iemoto" der Sogetsu-Schule verband er all seine Talente, um mit immer wieder neuen Kreationen zu überraschen. Er kreierte riesige Bambusinstallation, die einen spektakulären Erfolg zeitigten, sowohl in Japan als auch im Ausland. Nach seinem Tod im April 2001, hat seine Tochter Akane Teshigahara die Funktion als vierte Iemoto der Sogetsu-Schule übernommen. Im Mai 2001 veranstaltete sie die "Hana Avenue", eine Strassen-Ausstellung von 31 Gross-Arrangements auf der berühmten Omotesando Ave. in Tokyo. Akane ist wie ihr Vater eine starke Künstlerin für Grossinstallationen und sehr darauf bedacht, Ikebana in allen Aspekten des Lebens einzubringen. Ebenso versucht sie, besonders jungen Leuten, die Freude und Kreationslust der Blumenstellkunst zu vermitteln.
Seine "Kakeiho" Methode beinhaltet einen systematischen Lehrgang durch die Grundstile, bevor man sich den fortgeschrittenen, themenbezogenen "Freien Stilen" zuwendet, welche das Sogetsu- Ikebana so attraktiv machen. Auf diese Weise verbreitete Sofu seine Kunst auf der ganzen Welt, auch mit seinen Ausstellungen von Ikebana-bezogenen Skulpturen.
Nach Sofus Tod im Jahre 1979 übernahm seine Tochter Kasumi Teshigahara die Leitung der Sogetsu-Schule.
Sie hatte schon vorher mit ihrem Vater zusammengearbeitet und entwickelte einen eigenen eleganten und weiblichen Stil, der auch im Ausland gefiel. Witzige Miniatur-Arrangements , die oft mit getrocknetem und buntem Material gestaltet waren, gehörten zu ihren Spezialitäten.
Branches Activities
In Japan existieren 47 Zweigstellen und einige hundert im Ausland. Alle Zweigstellen organisieren Ausstellungen, Workshops und Vorführungen. Sogetsu Ikebana kann überall auf der Welt erlernt werden, die Zweigstellen können auf der Suche nach einem Lehrer/in behilflich sein.
In der Schweiz wird Ikebana-Unterricht, basierend auf der Sogetsu-Schule, unter anderen auch von Daniela Jost angeboten.
|Sofu Teshigahara

(1900 - 1979)
Iemoto und Gründer der
ogetsu-Schule im Jahre 1927
|Kasumi Teshigahara

(1932 - 1980)
zweiter Iemoto
1979 - 1980
|Hiroshi Teshigahara

(1927 - 2001 )
dritter Iemoto
1981 - 2001
|Akane Teshigahara

vierte Iemoto
2001 -