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Stellt euch vor, ihr seid gemeinsam mit eurem Team in einem Workshop und versucht «einfach mal so» auf die zündende Idee zu kommen, wie ihr euer Geschäftsmodell weiterentwickeln, einen Prozess vereinfachen oder die Mitarbeitenden zufriedener machen könntet. Ihr habt es mit klassischem Brainstorming versucht, kommt aber schlicht nicht weiter. Zeit, die Perspektive zu wechseln und die Welt auf den Kopf zu stellen. Zeit für die Kopfstandmethode.
Ihr startet damit, die Fragestellung, die ihr als Team bearbeiten möchtet, zu definieren. Zum Beispiel: «Wie schaffen wir es, dass unsere Mitarbeitenden zufrieden sind und gerne bei uns arbeiten?» Anschliessend stellt ihr die Frage auf den Kopf: «Wie schaffen wir es, dass unsere Mitarbeitenden unzufrieden sind und ungern bei uns arbeiten?» Schreibt euch diese umgekehrte Fragestellung auf euer Whiteboard oder Flipchart.
Die Ideenfindung zur umgekehrten Fragestellung beginnt ihr mit einem stillen Brainstorming. Jede und jeder schreibt sich 3 Minuten lang eine Idee pro Post-it auf. Bei dieser Methode bietet es sich an, dass in der ersten Runde alle gleichfarbige Post-its verwenden, damit ihr später besser erkennt, welches die Ideen sind, die auf dem Kopf stehen.
Nun stellt ihr euch nacheinander eure Ideen in Kürze vor (max. 3 Minuten pro Person), diskutiert in der Gruppe und ergänzt, wo euch neue Ideen einfallen. Ihr befindet euch immer noch im Kopfstand, die Ideen könnten also ziemlich absurd werden. Plant für diesen Teil ausreichend Zeit ein.
Versucht, wenn möglich, eure Ideen zu clustern und jeder Kategorie eine Überschrift zu geben. Falls euch dabei zusätzliche Ideen kommen, könnt ihr sie auf weiteren Post-its ergänzen. Ihr habt nun anhand der Ideen einen guten Überblick darüber, was ihr tun müsst, um euer eigentliches Ziel meilenweit zu verfehlen.
Nachdem ihr die ganze Zeit im Kopfstand unterwegs wart, ist es jetzt an der Zeit, eure Ergebnisse zurück auf die Füsse zu stellen. Nehmt euch dazu eine andere Farbe von Post-its zur Hand, findet Cluster für Cluster den Umkehrschluss zu euren Ideen und notiert eure Einfälle auf einem Post-it. Schliesslich habt ihr zu jeder destruktiven Idee in der ersten Farbe, konstruktive und positive Ideen in der zweiten Farbe. Sobald ihr zufrieden mit eurer Sammlung seid, könnt ihr die negativen Ideen abhängen.
Bestimmt blickt ihr nun auf eine Vielzahl toller Ideen. Deshalb bietet sich an dieser Stelle eine Priorisierung an, beispielsweise per Voting oder Impact/Feasibility-Matrix.
Anhand eurer Priorisierung könnt ihr ablesen, auf welche Ideen ihr euch konzentrieren möchtet. Schliesst die Methode ab, indem ihr konkrete nächste Schritte und Verantwortlichkeiten definiert.
Mit der Kopfstandmethode versuchen wir, uns der Fragestellung von einer anderen Seite zu nähern und damit auf neue, gegebenenfalls auch unkonventionelle Ergebnisse zu kommen. Wir Menschen sind ziemlich gut darin, destruktiv und in pessimistischen Szenarien zu denken. Mit dem Umweg des Kopfstands überlisten wir nicht nur unsere ganz natürliche Veranlagung, wir machen sie uns sogar zunutze.
Wir bei Loopings haben die Methode vor Kurzem in einem Workshop ausprobiert und können euch wärmstens empfehlen, sie einmal auszuprobieren und hin und wieder mal einen Kopfstand zu machen!