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Jenny Solaria
anderer Name: Jenny Solaria Delfini
ältere Namen: Jenny Lara’Ana Postatny, Jenny Solaria Postatny
Jenny Postatny wurde „ein Stück weit vor den 80er Jahren“ geboren, wie sie es selbst ausdrückt.
Als Kind hatte sie nach eigenen Angaben Schwierigkeiten mit der Ernährung. Auch später noch litt sie, wie sie berichtet, an Schmerzen und Beschwerden.
Im Zusammenhang mit der Geburt ihrer Tochter machte Jenny Postatny ein entscheidendes Erlebnis: „Durch eine tiefe Erfahrung, die mich die Geburt meiner Tochter ausserhalb meines Körpers erfahren liess, erwachte der Zugang zu meinem höheren Selbst. Von nun an hörte ich wieder die Stimme in mir, die mich schon als Kind bei meinen Entscheidungen unterstützte“. (in: Pulsar 9/2013, s. 22).
In der Folge absolvierte Jenny Postatny ein Studium zur Heilpraktikerin, und begründete bei Berlin ihre Naturpraxis Mer Ka Ba, in welcher sie unter dem Namen Jenny Lara’Ana Postatny als Bioenergetik-Therapeutin und Naturpraktikerin arbeitete.
In dieser Zeit fiel Postatny das Werk „Lichtnahrung“ der Australierin Ellen Greve alias Jasmuheen in die Hände, das einen 21-tägigen Prozess beschreibt, der es möglich machen soll, ohne Nahrung auszukommen, und sich nur noch von Licht resp. Prana zu ernähren. Jenny Postatny meint zu ihrer Lektüre von Jasmuheens Buch: „Ich spürte sofort, dass es einen sanfteren Weg geben muss“.
Im Frühling 2011 präsentierte Jenny Lara’Ana Postatny zum ersten Mal ihren „Drei-Tage-Prozess“, der zum Verzicht auf Nahrung führen soll. Während dieser drei Tage ist nur der Konsum von energetisiertem Wasser erlaubt, welches Postatny entwickelt hat: Interdimensionales Wasser, energetisierendes System, abgekürzt IWES.
Durch ihren Kurs sollen sich Jenny Postatnys gesundheitliche Probleme gelöst haben.
Nach eigenen Angaben verzichtete Jenny Postatny seither auf Nahrung, mindestens behauptete sie dies im Jahr 2013 in der Zeitschrift Pulsar: „Seitdem habe ich aufgehört zu essen und nasche nur noch mal die Sossen, die ich für die Kinder zubereite, oder einfach Krümel vom Brot, das es manchmal ‚etwas langweilig im Mund‘ wird – alles aber nur vegan. Das Gefühl von Hunger kenne ich einfach nicht.“ (9/2013, s. 22f.)
Ab dem Jahr 2013 nennt sich Jenny Postatny mit einem neuen Geistnamen Jenny Solaria Postatny. Solaria steht für die Zentralsonne, die in theosophischer Sicht die Mitte unserer Milchstrasse oder gar des ganzen Universums bildet und der Quell allen Wissens darstellt. Jenny Postatny glaubt, mit dieser Zentralsonne in Verbindung zu stehen und deren Botschaften zu channeln.
Im Jahr 2014 nennt sie sich, wie damals trendy, „Kristallkind“, damit anzeigend, dass sie zu einer neuen, spirituelleren Generation gehört.
2015 firmierte ihr Zentrum in Berlin als „Ashram Jenny Postatny“.
Im selben Jahr griff Jenny Solaria die im Bereich der Esoterik um sich greifende Vorstellung auf von einer universalen Verschwörung, welche angeblich die Entwicklung der Menschheit behindere, und ergänzte ihr Kurssystem um den Kurs „Befreie dich aus der Matrix“. Hier wurden, so die Werbung, „Tipps für den kontinuierlichen Ausstieg aus dem manipulativen System der Gesellschaft“ gegeben.
Im Jahr 2016 verlegte Jenny Solaria ihren Ashram und ihr Kurszentrum nach Ungarn. Es nennt sich heute „International Liberty Nation Centre“, abgekürzt InLiNa Camp.
Dort wachsen auch ihre vier Kinder auf, die ein Homeschooling-Projekt besuchen, in welchem sie „alles von selbst lernen und ihre Begabungen frei entfalten können“.
Im selben Jahr wurde Jenny Solarias Kurssystem ergänzt um den Kurs „Leben in der 5. Dimension“. Hier wurden etwa die Herkunftsplaneten der Teilnehmenden und deren Berufungen gechannelt, zudem gab es Informationen und Beratungen für die Eröffnung einer eigenen Praxis.
Heute nennt sich Jenny Solaria mit vollem Namen Jenny Solaria Delfini.
Jenny Solaria vertritt eine Form der Lichtarbeit. Wie andere Lichtarbeitende auch erwartet sie das Leben in der fünften Dimension, das für Jenny Solaria vor allem durch einen kindlichen, intuitiven Zugang zum Wissen geprägt ist.
Wie im Bereich der Lichtarbeit üblich lehrt Jenny Solaria das Channeling, die Vermittlung von Botschaften höherer Weisheit, wobei Jenny Solaria vom Channeling anderer Meister abrät. Stattdessen soll das „eigene ewige und unendliche Bewusstsein“ gechannelt werden: „Denn du bist bereits alles.“
Der Schule gegenüber ist Jenny Solaria ausserordentlich kritisch, sie spricht im Zusammenhang mit der Schulzeit von „dreizehn Jahren Gehirnwäsche“.
Kinder sieht Jenny Solaria ausgesprochen positiv, ihre eigenen vier Kinder seien ihre „Meister und Lehrer“, denen sie dankbar sei. Kleinkinder kann sie als „Götter“ bezeichnen.
Jenny Solaria vertritt Verschwörungstheorien, so etwa die Vorstellung, dass Kondensstreifen der Flugzeuge sog. Chemtrails seien, welche aus chemischen Substanzen, Bakterien und radioaktivem Material bestehen würden.
Jenny Solaria kritisiert weite Teile des Marktes der Esoterik und Spiritualität als „New Cage“, ist aber in kritischer Sicht Teil davon, indem sie Kurse und Produkte anbietet, die religionskundlich gesehen als typisch esoterisch anzusprechen sind.
Manchen konkurrierenden Angeboten, so dem 21-Tage-Lichtnahrungsprozess von Jasmuheen, unterstellt Jenny Solaria sogar negative Wirkungen. Bei Jasmuheens Prozess würden die Teilnehmenden in Gefahr stehen, sich negative Geistwesen zuzuziehen, die von Jenny Solaria dann wieder entfernt werden müssten.
Jenny Solaria richtet sich nach eigenen Angaben an „Uralte Seelen“, die sich schon vor Jahrtausenden verabredet hätten, aber nicht zwingend schon länger auf dem spirituellen Weg wären. Menschen, die neu zu Jenny Solaria stossen, können sich angesichts dieser Vorstellung als Teil einer exklusiven, jahrtausendealten Elite fühlen. Solcher Elitarismus ist in kritischer Sicht problematisch, etwa der Gefahr der Distanzierung vom bisherigen sozialen Umfeld oder wegen möglicher Probeme im Falle einer späteren Enttäuschung.
Kritik findet auch Jenny Solarias Verkauf von kostspieligen Produkten, so etwa der € 1’200.- kostende Blitzi, der vor Wlan-Strahlung und Chemtrails schützen soll.
Nach Angaben von Jenny Solaria haben mehrere Tausend Menschen ihre Kurse, insbesondere den 3-Tage-Lichtnahrungsprozess, absolviert.
In der Schweiz einige Anhängerinnen und Anhänger