Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03471.jsonl.gz/1860

Artikel des Lieferanten Gustav Hassenpflug
Gustav Hassenpflug (geb. 12. April 1907, gest. 22. Juli 1977) war ein deutscher Designer, Architekt und Hochschullehrer. Er lernte zunächst den Beruf des Tischlers und legte im Jahr 1925 seine Gesellenprüfung ab. Daraufhin arbeitete er in den Altenberger Werkstätten, bis er von 1927 bis 1928 am Bauhaus in Dessau Möbelentwurf und industrielle Formgebung studierte. Ab 1928 arbeitete er für Marcel Breuer, Fred Frobát und Walter Gropius in Berlin. Er wurde Mitglied der Gruppe von Ernst May und lebte von 1931 bis 1933 in der Sowjetunion, wo er sich mit Problemen des modernen Städtebaus beschäftigte. Ab 1934 wirkte er als selbstständiger Architekt, was durch den Nationalsozialismus jedoch beschränkt wurde. In dieser Zeit entstanden auch die Entwürfe für das Traditionsunternehmen Embru aus der Schweiz. 1950 wechselte Hassenpflug nach Hamburg, wo er Direktor der Landeskunstschule wurde. Er entwickelte sie zur Hochschule für Bildende Kunst Hamburg um und aktualisierte dabei die Prinzipien des Bauhauses. 1956 übernahm er die Professur für Bauen und Entwerfen an der Technischen Hochschule München.
In seinem 1966 veröffentlichten Buch "Scheibe, Punkt und Hügel" zog er eine kritische Bilanz der Nachkriegsarchitektur. 1977 wurde er emeritiert.
Gustav Hassenpflugs Lehrtätigkeit und Entwurfsarbeit war stets offen für die Zusammenarbeit mit Medizinern, Künstlern und Soziologen, was ihn auch noch heute zu einer beachtenswerten Figur der deutschen Architektur- und Designgeschichte macht.