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Das Auftreten eines neuen Virus und die dazugehörige Verunsicherung, die in der von höchster Stelle abgegebenen Empfehlung gipfelte, den Kontakt zu den Mitmenschen aus gebührender Distanz wahrzunehmen, kamen Zwenkengit sehr entgegen. Das Händeschütteln war ihm schon immer zuwider, weil es, zumindest unter Männern, in Quetschwettkämpfe ausartete und er die in Japan gepflegte Überreichung von Visitenkarten als sehr viel zivilisierter empfand. Das Wangenküssen, das schlussendlich nur angedeutet blieb und zu Verwirrung über die angebrachte Anzahl sowie Zusammenstössen und Verhedderungen von Brillen und Kopfhörerkabeln führte, würde er auch nicht vermissen. Sein eben noch als asoziale Steifheit gescholtenes Verhalten hiess nun vorbildliche Pandemieprävention.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Weitere «100 Wörter» finden Sie auf www.woz.ch.