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Hitachi legt Baupläne in Grossbritannien auf Eis
Die Hitachi führte mit der britischen Regierung seit Juni 2018 Verhandlungen zur Finanzierung der zwei ABWR-Einheiten am Standort Wylfa Newydd. Das Projekt wird von Hitachis britischer Tochtergesellschaft Horizon Nuclear Power Ltd. geleitet. Die Hitachi teilte nun mit, dass man sich bei der Finanzierungsfrage nicht habe einigen können. Duncan Hawthorne, CEO der Horizon, bedauerte, dass die Beteiligten trotz grosser Anstrengungen kein Abkommen haben abschliessen können. «Wir werden die Arbeiten für das Wylfa-Newydd-Projekt wie auch jene des Projekts Oldbury einstellen, bis eine Lösung gefunden wird. In der Zwischenzeit werden wir unsere Tätigkeiten reduzieren. Wir halten uns aber die Option zur Wiederaufnahme der Projektarbeiten offen.»
Der britische Wirtschafts- und Energieminister Greg Clark nahm am 17. Januar 2019 vor dem Unterhaus zu Hitachis Rückzugserklärung Stellung. Er erklärte, dass die Regierung gewillt war, das Projekt zu unterstützen. Sie war demnach bereit, über eine Beteiligung von 30% nachzudenken. Man habe auch die Vergabe eines Kredits zum Bau der beiden Blöcke in Betracht gezogen. Die Regierung sei zudem auch bereit gewesen, der Betreiberin im Rahmen eines sogenannten Contract-for-Difference (CfD) einen Strike Price von bis zu GBP 75 (CHF 97) pro MWh zu gewähren.
Die Regierung ist gemäss Clark weiterhin der Ansicht, dass die Kernenergie im zukünftigen Strommix eine wichtige Rolle einzunehmen hat. Er ist davon überzeugt, dass die Kernenergie auch in einem kompetitiveren Energiemarkt erfolgreich sein kann. Man müsse aber neue Finanzierungsmodelle finden. Clark brachte in diesem Zusammenhang das Regulated-Asset-Base-Modell (RAB) zur Sprache, das in Grossbritannien bereits bei grossen Infrastrukturprojekten wie dem Bau des Terminals 5 beim Flughafen Heathrow angewendet wurde. Die Regierung wird bis Sommer 2019 eine Analyse dieses Modells publizieren, so Clark weiter.
Die Hitachi hatte das Gemeinschaftsunternehmen Horizon im November 2012 von der RWE npower plc und der E.On UK plc übernommen. Der japanische Grosskonzern wollte die Pläne zum Bau neuer Kernkraftwerke in Wylfa auf der walisischen Halbinsel Anglesey und in Oldbury-on-Severn im Südwesten Englands vorantreiben. An beiden Standorten war der Bau von je zwei fortgeschrittenen Siedewasserreaktoreinheiten vom Typ ABWR geplant.