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Über die steilen Nagelfluhwände im hinteren Tösstal fliessen nicht nur zahlreiche Wasserfälle, es ranken sich auch wilde Geschichten um sie. Eine davon erleben kann man in der Brandenfelshöhle – auf einer Wanderung von Steg nach Wald.
Ein Bauer, der zuhinterst im Tösstal wohnte, erhielt einst Besuch von einem geheimnisvollen Fremden. Der erzählte ihm, er habe in einem Zauberbuch von einem grossen Felsen hinten an der Töss gelesen. Der Felsen sei von einer eisernen Tür verschlossen, hinter der ein Schatz liege. Der Bauer wusste, welcher Fels gemeint sein musste: der Mondmilchgubel. Er versprach, den Fremden in der nächsten Vollmondnacht hinzuführen. So stapften die beiden einige Nächte später im Licht des Mondes einen Wald hinauf, bis sie schliesslich unter einem riesigen überhängenden Felsen standen. Über den Felsen fiel ein Bach und bildete einen stiebenden Wasserschleier, der im Mondlicht silbrig glitzerte. Schlag Mitternacht schimmerte im Fels eine eiserne Tür auf. Der Fremde klopfte mit seinem Stecken drei Mal an, worauf die Tür aufschwang. Eine Höhle lag dahinter, in welche die Männer eintraten. Nun bemerkten sie eine schwere Kiste, auf deren Deckel ein schwarzer Hund sass. Der Hund sprang jedoch sofort zur Seite, und der Deckel öffnete sich. Die Kiste war voller Würmer, Schnecken, Schlangen und Kröten. Voller Ekel trat der Bauer einen Schritt zurück. Der Fremde aber griff mit beiden Händen zu, zog haufenweise Tiere aus der Kiste und steckte sie in seine Tasche. Der Bauer konnte sich nicht überwinden, es dem Fremden gleichzutun – zu sehr schauderte ihm vor dem zuckenden, sich windenden Getier. Später raufte er sich deswegen noch oft die Haare, denn als er in jener Vollmondnacht mit dem Fremden wieder ins Freie trat und dieser seine Tasche öffnete, war sie voller Gold.
Und was kann uns diese Zürcher Sage sagen? Vielleicht, dass in den wilden Ecken des Tösstals noch mancher Schatz verborgen liegt. Vielleicht auch, dass man einen Schatz erkennen muss, wenn man ihn vor der Nase hat. Wer heute in der Brandenfelshöhle steht, wird sicher sein, den Mondmilchgubel gefunden zu haben.
Der Rastplatz in der Brandenfelshöhle ist mit Brunnen, Feuerstelle und Sitzgelegenheiten gut ausgerüstet.
Wanderung auf markierten Wegen. Rund um die Brandenfelshöhle sollte man kleinere Kinder gut beaufsichtigen (Absturzgefahr). Schwierigkeit: T2.
Normale Wanderausrüstung.
Züri Oberland Tourismus, Tel. +41 (0) 52 396 50 99, www.zuerioberland-tourismus.ch
Mit dem Auto nach Steg. Nach der Wanderung mit dem Zug (Fahrzeit etwa 15 Minuten) von Wald zurück nach Steg.
Parkplätze in Wald.