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Das repetitive Testen erlaubt es, infizierte Personen frühzeitig zu erkennen, auch wenn sie noch keine Covid-19-Symptome aufweisen. Dadurch können Infektionsketten frühzeitig unterbrochen und die Fallzahlen im Land tief gehalten werden.
Herr Kuster, warum ist es so wichtig, dass Firmen und Schulen repetitive Tests durchführen?
Das repetitive Testen erlaubt es, infizierte Personen frühzeitig zu erkennen, auch wenn sie noch keine Covid-19-Symptome aufweisen. Dadurch können Infektionsketten frühzeitig unterbrochen werden. Testet ein Betrieb seine Mitarbeitenden regelmässig, führt das zu einer gewissen Stabilität. Es gibt voraussichtlich weniger Personalengpässe, da weniger Mitarbeitende auf einmal ausfallen. Für Schulen bedeutet repetitives Testen, dass sich die Voraussetzungen verbessern, dass ein kontinuierlicher Schulbetrieb stattfinden kann, ohne dass ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden müssen. Auch können durch repetitive Tests in Schulen Ansteckungen in diesem Umfeld reduziert werden.
Wie oft muss getestet werden?
Mindestens einmal pro Woche. Häufigeres Testen ist natürlich besser, aber logistisch auch anspruchsvoller.
Was gilt es beim repetitiven Testen zu beachten?
Die Tests müssen richtig umgesetzt werden, das heisst konsequent, sorgfältig und regelmässig. Und sie dürfen nicht als diagnostische Tests benutzt werden. Ist beispielsweise jemand erkältet, soll er nicht auf den Covid-19-Test im Betrieb warten. Die Person sollte sich sofort testen lassen und nicht arbeiten gehen. Ansonsten riskiert man, dass Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz angesteckt werden. Ebenfalls wichtig: Die Tests im Betrieb oder in der Schule sind kein Ersatz für die Selbsttests. Wird jemand am Montag im Betrieb getestet, reicht das nicht, um am darauffolgenden Wochenende sorglos auszugehen. Ein Selbsttest, der vor privaten Treffen angewendet wird, bietet hier eine zusätzliche «Schutzschicht». Massentests haben einen hohen Stellenwert, sie sind ein wichtiges Puzzleteil in der Test-Gesamtstrategie, sollen aber wie Selbsttests auch nicht zur Sorglosigkeit verleiten. Sonst wird das Gegenteil von dem erreicht, was angestrebt wird. Das Ziel ist die frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten und eine rasche Rückkehr in die Normalität.
Was erachten Sie als grösste Herausforderung?
Die Gefahr besteht, dass man nach einer Weile nachlässig wird. Am Anfang machen die Leute noch mit. Mit der Zeit wird es schwieriger, den Nutzen zu sehen. Vor allem, wenn die Infektionszahlen wieder sinken werden. Speziell dann ist es aber wichtig, dass man dranbleibt. Den höchsten Nutzen erzielen wir, wenn sich möglichst viele Personen testen lassen und wir dadurch die Gesamtfallzahlen im Land möglichst lange möglichst tief halten können.
Was ist der grosse Vorteil von TOGETHER WE TEST?
Die Tatsache, dass die Kosten für das repetitive Testen vom Bund übernommen werden, heisst nicht, dass von Anfang an alles wie am Schnürchen läuft. Die Prozesse sind komplex, es sind viele Dienstleister wie Labore, Logistik- und Material-Anbieter involviert, und es muss alles sehr schnell funktionieren – wir müssen ja jetzt in grossem Rahmen testen, nicht erst im Herbst. Deshalb ist es wertvoll, dass dies die Hirslanden-Gruppe an die Hand genommen hat und eine Plattform für diese Gesamtkoordination zur Verfügung stellt.
Gibt es eine wichtige Botschaft, die Sie an dieser Stelle platzieren möchten?
Ja, und zwar der Aufruf an alle, bei der Teststrategie mitzumachen: Bei Symptomen Tests beim Arzt, im Testcenter oder in der Apotheke, regelmässige Massentests im Betrieb oder in der Schule, Selbsttests vor privaten Treffen. Gemeinsam können wir viel erreichen, eine Perspektive schaffen, die uns hilft, den Einschränkungen wieder zu entkommen und uns allen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie ermöglicht. Schaffen wir es gemeinsam, kreativ zu sein und die vorhandenen Instrumente richtig einzusetzen. Dazu gehört auch die Impfung, sobald diese für alle verfügbar ist. Wir alle wünschen uns, möglichst rasch wieder in einen normalen Alltag zurückzufinden.