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Die Schweiz, Deutschland und Österreich stehen als entwickelte Volkswirtschaften vor analogen Herausforderungen: Globalisierung, EU-Osterweiterung, De-Industrialisierung und Alterung der Gesellschaft. Dieses neue Umfeld erfordert von der Politik strukturelle Anpassungen. Das «Reformbarometer» wurde ursprünglich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln entwickelt, um die politischen Reformschritte der deutschen Regierung zu verfolgen und zu beurteilen. In einer gemeinsamen Untersuchung wurde das IW-«Reformbarometer» nun vom IW, von der Wirtschaftskammer Österreich und Avenir Suisse vergleichend auf die drei Länder für den Zeitraum von September 2002 bis September 2005 angewendet, jeweils auf Bundesebene.
Für alle gängigen Indikatoren wie Einkommen, Arbeitslosigkeit, Abgabenquote und Verschuldung weist die Schweiz unter den drei Ländern nach wie vor die besten Ausgangswerte auf. Allerdings bestätigen die Zahlen des Reformbarometers den gegenwärtigen Eindruck, den die Schweizer Politik vermittelt: Es fehlt der entschiedene Reformwille. Insgesamt erreichte die Schweiz auf dem Reformbarometer für alle vier Bereiche lediglich den bescheidenen Wert von 105.5 Punkten. Im Dreiländervergleich liegt die Schweiz per Ende September 2005 damit hinter Deutschland (110.9 Punkte) und Österreich (113.7 Punkte).