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Walter Buser war Bundeskanzler von 1981 bis 1991.
Sohn eines Baselbieter Landwirts; Gymnasium in Basel; Rechtsstudium in Basel und Bern; 1958 Dr. iur.; bereits ab 1950 Rechtskonsulent und Redaktor bei sozialdemokratischen Tageszeitungen; 1956–1962 Chef der "Sozialdemokratischen Bundeshauskorrespondenz". 1965–1968 Leiter des Rechts- und Informationsdienstes des Eidgenössischen Departements des Innern. 1968 vom Bundesrat zum Vizekanzler gewählt, zuständig für Rechtsdienst und Information. 1977 wurde Buser ausserordentlicher Professor für öffentliches Recht (insbesondere für Verwaltungsrecht des Bundes) an der Universität Basel.
Die fünfte Kampfwahl um den Kanzlerposten
Bei der Kanzlerwahl von 1981 waren zum zweiten Mal seit der Gründung des Bundesstaates (Wahl von Gottlieb Ringier 1881) mehrere Wahlgänge nötig. Schliesslich setzte sich der bisherige sozialdemokratische Vizekanzler gegen die kanzleiexternen CVP- (Joseph Voyame) und SVP-Konkurrenten (Hans-Ulrich Ernst) durch.
Erster sozialdemokratischer Bundeskanzler
Buser führte regelmässige Pressekonferenzen ein und reformierte das Abstimmungsverfahren für Volksinitiativen mit Gegenentwurf durch eine Verfassungsänderung in der Volksabstimmung vom 5. April 1987 so, dass seither der freie Wille aller Stimmberechtigten endlich unverfälscht ermittelt wird. Als kommunikativer Magistrat förderte Buser bürgerfreundliches Verwaltungsgebaren und baute Broschüren wie "Der Bund – kurz erklärt" auf. Buser führte in der Bundeskanzlei erste Mittel elektronischer Datenverarbeitung ein und schuf die Sektion Terminologie, die in enger Zusammenarbeit mit europäischen Instanzen den Fachwortschatz der Rechtsetzung so analysiert und aufbereitet, dass elektronisch gestützte Uebersetzungen möglich werden. Unter Busers Federführung wurde auch die Gesetzgebung über die amtliche Veröffentlichung von Erlassen und Verlautbarungen der Behörden den aktuellen Gegebenheiten angepasst.
Beinahe Bundesrat
Neben seiner administrativen Laufbahn publizierte Buser immer wieder wissenschaftlich, politisch und journalistisch zu Fragen der Rechtsetzung, zu den Funktionen der Bundesbehörden und zur Verwaltungskontrolle. Buser pflegte zu Parlamentsmitgliedern und Medienleuten verschiedenster Herkunft ausgezeichnete Beziehungen. 1983 wurde er bei der Ersatzwahl für den im Amt verstorbenen sozialdemokratischen Bundesrat Willy Ritschard als Nachfolgekandidat ins Spiel gebracht, was er indessen ablehnte. Gewählt wurde daraufhin Otto Stich.