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Die 1874 von Robert S. in Luzern gegr. Firma stellte zunächst Landwirtschaftsmaschinen her und verlagerte sich im Hotelbauboom Ende des 19. Jh. auf die Liftfabrikation. Roberts Neffe Alfred S. baute die Firma ab 1901 aus, modernisierte die Betriebsführung und schuf 1906 in Berlin die erste Auslandniederlassung. Das kath. Innerschweizer Arbeitermilieu, paternalist. Arbeiterbindungspolitik und die Kriegskonjunktur des 1. Weltkriegs - S. produzierte u.a. Munition -, liessen die Firma auch 1900-18 in einer Zeit starker sozialer Spannungen gedeihen. 1929 folgte die Gründung der Pars Finanz Holding mit Sitz in Hergiswil (NW) als Dachgesellschaft des Konzerns. 1936 installierte S. erstmals eine Rolltreppe, 1937 eröffnete S. eine Niederlassung in Brasilien. Nach dem 2. Weltkrieg stieg S. zum diversifizierten Weltkonzern auf, der auch Baukräne, Motoren und Pumpen produzierte und insbesondere mit der 1945 in Pratteln gegr. S. Waggon AG auch Eisenbahn- und Tramwagen. 1957 wurde das Stammhaus nach Ebikon verlegt. 1970 ersetzte die S. Holding AG die Pars Finanz. Ein Generationenwechsel in der Firmenleitung sowie die Ölkrise von 1973 beschleunigten den Strukturwandel, der innert der nächsten drei Jahrzehnte zu einer Verdoppelung der Belegschaft und einer Verzehnfachung des Umsatzes führte. 1979 expandierte die Firma in die USA, 1980 ging sie als erstes westl. Unternehmen ein Joint Venture mit einem chines. Staatsbetrieb ein, wobei der Betrieb 2000 gänzlich in den Besitz von S. überging. 1988 trat S. mit der Mehrheitsbeteiligung an der Also AG in das Informatikdistributionsgeschäft ein. 1989 kaufte S. das Aufzugsgeschäft der US-amerikan. Westinghouse, das 500 Mio. Dollar Umsatz schwer war. In den 1990er Jahren trennte sich S. u.a. vom Waggonbau und entwickelte sich vom Maschinenbauer zum Dienstleister. 2007 war S. weltweit die Nummer zwei im Aufzugs- und Fahrtreppengeschäft und in über 130 Ländern mit über 1'000 Geschäftsstellen präsent. Der Konzernumsatz belief sich 2009 auf 12,7 Mrd. Fr. (1974 1,16 Mrd.), während die Firma weltweit 43'000 Personen beschäftigte (1974 22'270).
Literatur
– A. Vonmoos, Der Luzerner Untergrund, Liz. Zürich, 1994
– S.-Geschäftsber., 1998
Autorin/Autor: Andreas Vonmoos