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Lange Zeit war man grösstenteils der Meinung, die Philosophie besässe keinerlei praktische Bedeutung, ja nicht einmal einen Gegenstand.
Die metaphysischen Wandlungen - das heisst, die radikalen, globalen Veränderungen der von der Mehrzahl der Menschen geteilten Weltanschauung - sind in der Geschichte der Menschheit selten.
Als Beispiel einer solchen Wandlung kann das Aufkommen des Christentums angeführt werden. Sobald sich eine metaphysische Wandlung vollzogen hat, breitet sie sich, ohne auf Widerstand zu treffen, bis zur letzten Konsequenz aus.
Ungerührt fegt sie die wirtschaftlichen und politischen Systeme, die ästhetischen Urteile und die sozialen Hierarchien hinweg. Keine menschliche Macht kann ihren Lauf anhalten - keine andere Macht, es sei denn das Aufkommen einer neuen metaphysischen Wandlung.
Man kann nicht behaupten, dass die metaphysischen Wandlungen in erster Linie geschwächte Gesellschaften befallen, die bereits im Niedergang begriffen sind.
Als das Christentum aufkam, befand sich das römische Reich auf dem Gipfel seiner Macht; perfekt organisiert, beherrschte es die bekannte Welt; seine technische und militärische Überlegenheit war unübertroffen; und dennoch hatte es keine Chance.
Als im Mittelalter die moderne Wissenschaft aufkam, bot das Christentum ein umfassendes Erklärungssystem des Menschen und der Welt; es diente den Völkern als Regierungsgrundlage, brachte Wissen und Werke hervor, entschied über Frieden wie auch Krieg, regelte die Produktion und die Verteilung der Reichtümer; nichts davon konnte es jedoch vor dem Niedergang schützen.