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Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet – mehr oder weniger ausgeprägt – an einer Fruktosemalabsorption oder -unverträglichkeit. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, bei der Fruchtzucker (Fruktose) nicht richtig verdaut werden kann.
Eine Fruktoseintoleranz ist sehr selten und muss von einer Unverträglichkeit unterschieden werden. Sie beruht auf einem vererbten Gendefekt und kommt nur etwa bei einer von 25 000 Personen vor. Das Enzym, welches normalerweise die Fruktose abbaut, fehlt; die Fruktose reichert sich dadurch in der Leber an und kann zu lebensbedrohlichen Leberschädigungen und Unterzuckerungen führen.
Weil die Erkrankung nicht heilbar ist, muss eine strenge Diät eingehalten werden: Alle Lebensmittel, die in irgendeiner Form Fruchtzucker enthalten, müssen lebenslang streng gemieden werden.
Im gesunden Organismus wird der Fruchtzucker aus der Nahrung über den Dünndarm aufgenommen und verwertet. Dafür braucht es verschiedene Glukosetransporter. Bei Menschen, die an einer Fruktoseunverträglichkeit leiden, sind diese Transporter entweder nur eingeschränkt funktionsfähig oder aber nur in ungenügender Anzahl vorhanden: Dadurch ist die Aufnahme von Fruchtzucker gestört.
Eine weitere Ursache kann eine geschädigte oder entzündete Dünndarmschleimhaut sein, wie sie zum Beispiel bei Morbus Crohn oder nach einer akuten Magen-Darm-Erkrankung vorkommt. Auch Zöliakie oder die Einnahme von gewissen Medikamenten können für die Krankheit verantwortlich sein.
Wer Fruktose schlecht verträgt, sollte diese möglichst nicht in grösseren Mengen konsumieren und entsprechende Lebensmittel nur eingeschränkt zu sich nehmen. Fruchtzucker kommt natürlicherweise vor allem in Stein- und Kernobst sowie in Honig vor. Einige Getreidesorten, Nüsse und Gemüse enthalten ebenfalls – wenn auch in geringeren Mengen – Fruchtzucker.
In einigen kalorienreduzierten Diätprodukten sowie in speziellen Lebensmitteln für Diabetiker wird normaler Haushaltszucker (teilweise) durch Fruchtzucker ersetzt.
Vorsicht ist auch beim Konsum von Süssungsmitteln wie Sorbit, Mannit oder Xylit geboten: Diese Zuckeralkohole enthalten selber zwar keinen Fruchtzucker, aber sie vermindern die Aufnahme von Fruktose in den Körper.
Wenn die Fruktose, aus welchem Grund auch immer, nicht richtig aufgenommen und verwertet werden kann, bleibt ein Teil davon im Speisebrei im Dünndarm zurück und gelangt bis in den Dickdarm. Die unverdaute Fruktose wird dort von den Darmbakterien unter Gasbildung abgebaut.
Das verursacht vorübergehende Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Darmkrämpfe oder Übelkeit.
Bei Verdacht auf eine Fruktoseunverträglichkeit sollte eine gesicherte Diagnose gestellt werden: Ein einfacher Wasserstoff-Atemtest gibt Gewissheit.
Um zu testen, wieviel Fruktose der Körper verdauen kann, sollte in den ersten Tagen nach Diagnosestellung jeglicher Fruchtzucker vermieden werden. Anschliessend kann man vorsichtig beginnen, erst geringe und dann immer grössere Mengen an fruchtzuckerhaltigen Lebensmitteln zu sich zu nehmen, bis Symptome auftreten. So kann der Schweregrad der Unverträglichkeit ermittelt werden.
Die Therapie besteht darin, den Fruchtzuckerkonsum entsprechend der individuellen Toleranz einzuschränken.
Normaler Haushaltszucker besteht aus einer Kombination von Fruktose und Glukose und wird meist gut vertragen, weil die Glukose die Aufnahme von Fruktose in den Körper fördert. Entsprechend hilft es auch, wenn man in einer Mahlzeit fruktosehaltige Nahrungsmittel mit Zucker kombiniert.
Auch der gleichzeitige Verzehr von fett- und eiweissreichen Lebensmitteln verbessert die Verdauung von Fruchtzucker.
Zu beachten ist zudem, dass für die Verträglichkeit der Lebensmittel verschiedene Faktoren wie der Reifegrad, die Lagerung oder die Sorten von Obst oder Gemüse eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen.