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Zurückgetreten ist der Maestro noch nicht, dennoch fühlte sich das vergangene Jahr fast ein wenig danach an. So mancher erwartete die Vollzugsmeldung, dass das grösste Schweizer Sportkapitel geschlossen wird. Doch der Basler macht weiter. Zu gross ist seine Freude am Spiel und die Lust, es spätestens in Wimbledon nochmals allen zu zeigen. Sollte Federer im Sommer tatsächlich seinen neunten Wimbledon-Titel gewinnen, würde er sich erneut in die Liste der glorreichsten Comebacks einreihen.
Michael Jordan – «I’m back»
Am 6. Oktober 1993 erklärte Michael Jordan auf dem Zenit seines Schaffens überraschend seinen Rücktritt. In den Jahren zuvor gewann er mit den Chicago Bulls in drei aufeinander folgenden Jahren den Meistertitel in der NBA und wurde jeweils zum MVP (wertvollster Spieler) gekürt. Nach einem kurzen Intermezzo als Baseballspieler kehrte Jordan 1995 zurück aufs Parkett. Anlaufschwierigkeiten hatte er keine. Erneut gewann er mit den Bulls drei Meistertitel in Serie.
Der König von Olympia
Acht Goldmedaillen in acht Rennen. So lautete Michael Phelps Bilanz an den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Die totale Dominanz. Nach den Spielen 2012 und dem Gewinn seiner 22. olympischen Medaillen gab Phelps als erfolgreichster Olympionike der Geschichte seinen Rücktritt bekannt.
Lange auf dem Trockenen sitzen konnte der Amerikaner jedoch nicht. Weniger als zwei Jahre nach seinem Rücktritt gab er seine Rückkehr ins Becken bekannt. Mit Erfolg! Er war schnell wieder der schnellste Fisch im Teich. An den Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann er weitere vier Goldmedaillen.
Haltung statt Erfolg – zum Comeback gezwungen
Dass Muhammad Ali in dieser Liste auftaucht, hat nichts mit einer Verletzung oder einem freiwilligen Rücktritt des 2016 verstorbenen Boxers zu tun. Ali wurde aufgrund seiner politischen Haltung quasi zu seinem Comeback gezwungen. Der gläubige Moslem weigerte sich 1967 den Wehrdienst anzutreten und lehnte den Vietnamkrieg öffentlich ab. Ali wurde wegen der Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Haft verurteilt, blieb aber gegen Kaution auf freiem Fuss. Ebenso wurde ihm seine Boxlizenz entzogen und sein Weltmeistertitel aberkannt.
1970 durfte Ali zurück in den Ring steigen. In den zehn Jahren bis zu seinem Rücktritt konnte Ali wieder Weltmeister werden und seinen Titel mehrfach verteidigen.
Aus der Feuerhölle auf den WM-Thron
Der jüngeren Generation ist Niki Lauda als Formel 1-Experte aus dem Fernsehen bekannt. In den 70er-Jahren war er selbst ein sehr erfolgreicher Formel-1-Fahrer. Er gewann 25 Rennen und wurde dreimal Weltmeister. Traurige Berühmtheit erlangte Lauda durch seinen schrecklichen Unfall 1976 auf dem Nürburgring. Fast 200 Liter Benzin entzündeten sich und liessen sein Wagen zu einem Feuerkäfig werden.
Lauda überlebte mit schweren Brandverletzungen. Bereits 42 Tage nach seinem Unfall sass Lauda beim Grossen Preis von Italien bereits wieder in seinem Ferrari. In der darauffolgenden Saison krönte er sein Comeback mit seinem dritten WM-Titel.
Mach es wie in Australien
Bereits einmal bangte die Schweiz um ihren König. 2016 brach Federer seine Saison im Sommer aufgrund anhaltender Knieprobleme ab. Erst im Januar 2017 gab er sein Comeback auf der Tour. Die Australien-Open waren erst sein zweites Turnier nach der langen Zwangspause und in Melbourne bewies er eindrücklich – Federer kann Comeback. Durch einen spektakulären Sieg im Finale gegen seien Dauerrivalen Nadal gewann er seinen 19. Grand Slam Titel.
Daher gilt für sein Comeback am Dienstag – mach es wie in Australien!
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