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Forrenmoos
Von nationaler Bedeutung
Das Forrenmoos ist ein Hochmoor von nationaler Bedeutung und liegt im Talgrund des Eigenthals in der Gemeinde Schwarzenberg. Es umfasst rund 6 ha und ist grösstenteils Eigentum von Pro Natura. Enstanden ist das Forrenmoos vor rund 10'000 Jahren, als sich der Rümliggletscher aus dem Eigenthal zurückgezogen hat. In der Ebene bildete sich ein See. Dieser verlandete zusehends und so entstanden erste Sümpfe und nach und nach ein Hochmoor. In dieser Zeit floss der Rümlig vermutlich am Nordhang des Eigenthals, später durchbrach er das Moor und teilte es entzwei. Noch heute findet man die beiden Teilstücke: das Forrenmoos und das Meienstoosmoos.
Langsames Wachstum
Hochmoore entstehen auf sumpfigen, vernässten Böden. Auf feuchtem Grund überwuchern zarte Torfmoose die anderen Pflanzen: Während die Spitze des Mooses wächst, stirbt das untere Ende ab und vertorft. So entwickelt sich über Jahrtausende eine mächtige Torfschicht, die sich über den Grundwasserspiegel erhebt. Daher auch der Name "Hochmoor". Die Torfmoose können sehr viel Wasser speichern (einige Arten mehr als das 25fache ihres Trockengewichtes), vertragen kurzzeitiges Austrocknen und sind nicht nur an die nährstoffarmen Bedingungen im Moor angepasst, sondern schaffen sich ein für andere Pflanzenarten feindliches saures Milieu.
Gerade weil ein Hochmoor eine äusserst lange Entstehungszeit hat (pro Jahr wächst das Hochmoor lediglich um einen Milimeter) und es ein überaus empfindliches System ist, sind diese Lebensräume durch verschiedene Einflüsse gefährdet. Nährstoffeinträge erfolgen indirekt durch Düngerstoffe aus der Luft oder direkt aus dem angrenzenden Landwirtschaftsland. Dies führt rasch zur Zerstörung der Hochmoorvegetation und des Torfbodens. Drainagen führen zur Austrocknung des Torfs und damit zu dessen Zersetzung. Die typischen Hochmoorpflanzen verschwinden und Gehölze kommen auf.
Bedrohter Lebensraum
Ende des vorletzten und zu Beginnn des letzten Jahrhunderts wurde auch im Eigenthaler Forrenmoos Torf gestochen und zahlreiche Entwässerungsgräben gezogen. Die trockeneren Verhältnisse liessen Sträucher und Bäume aufkommen. Im Hochmoor wuchsen Birken und Bergföhren, die Heidelbeeren breiteten sich aus. Durch die verstärkte touristische Nutzung entstanden zahlreiche Pfade. Die trittempfindlichen Torfmoose gingen zunehmend ein und die Pfade bewirkten eine zusätzliche Entwässerung. Mit der zunehmenden Zerstörung des Hochmoors sind auch dessen spezialisierten Bewohner, wie etwa der Sonnentau, eine insektenverdauende Pflanze, oder der Hochmoor-Gelbling, eine Tagfalterart, vom Verschwinden bedroht.
Erste Schutzmassnahmen
1982 realisierte der damalige Luzerner Naturschutzbund (heute Pro Natura Luzern) erstmals, wenn auch nicht systematisch, Wasserrückhaltemassnahmen. Die Situation hat sich trotz dieser Massnahmen nicht wie erhofft verbessert. Das Eigenthaler Forrenmoos ist auch heute noch ein stark bedrohtes Kleinod. So hat man zum Beispiel festgestellt, dass mehr Drainagegräben das Hochmoor durchziehen, als auf den Plänen eingezeichnet sind. Die Entwässerung des empfindlichen Lebensraums konnte also noch nicht behoben werden.
Schutzkonzept geplant
Deshalb erteilte Pro Natura Luzern den Auftrag für ein umfassendes Schutzkonzept, in welchem die Schutzziele und Massnahmen festgehalten werden. Durch eine fachkundige Regen- und Moorwasserrückhaltung kann die schleichende Zerstörung gebremst, die Entbuschungen als Folge des Wassermangels stark reduziert und in Teilbereichen das ursprüngliche Moorwachstum wieder reaktiviert werden. In einem ersten Schritt wurde 2007 die Fauna und die Vegetation kartiert sowie Schutzziele für den Zeitraum von 2007 bis 2016 festgelegt.

PRO EIGENTHAL SCHWARZENBERG