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Am Samstag kam es auf den Färöer-Inseln zum ersten Mal in diesem Jahr zu einem sogenannten Grind: Eine gesamte Grindwalschule bestehend aus etwa 60 Tieren wurde in der Bucht von Tórshavn getötet. Im Gegensatz zu Grosswalen sind Grindwale und andere kleine Meeressäuger nicht geschützt.
Grindwale seien sehr soziale Tiere, erklärt Nicolas Entrup, Leiter internationale Zusammenarbeit bei der Meeresschutzorganisation OceanCare. Diese Tatsache werde ihnen zum Verhängnis: «Die Tiere folgen einander in einer Stresssituation, sie schwimmen dem Leittier hinterher in die Bucht. Sie fliehen nicht, sie bleiben zusammen. Dann werden sie im Kollektiv alle getötet».
Nach einem besonders brutalen Grind sei im vergangenen Jahr auch vor Ort Kritik laut geworden an der Treibjagd. Der färingische Premierminister Bárður Nielsen habe deswegen angeordnet, die Jagdpraktik zu überprüfen, noch sei der Bericht jedoch nicht fertiggestellt. Derweil habe die EU im Winter zum ersten Mal an die Färöer appelliert, die Bejagung von Delfinen und Grindwalen einzustellen. Im Interview fordert Nicolas Entrup, dass nun auch die Frage diskutiert werden müsse, ob das Aufrechterhalten der Jagd für die Färöer handelsrechtliche Konsequenzen haben soll.