Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03333.jsonl.gz/3390

Jung, hübsch und tot: Die Heldin der Netflix-Serie Tote Mädchen lügen nicht (englischer Originaltitel Thirteen Reasons Why, wörtlich: «Dreizehn Gründe warum») ist bereits ab der ersten Folge tot. Hannah hat sich das Leben genommen, an ihrem Spind in ihrer Highschool hängen Blumen und handgeschriebene Abschiedsbriefe. Warum ist Hannah gegangen? In der amerikanischen Kleinstadt streitet man sich um eine Erklärung. Hannah Baker, gespielt von Katherine Langford, hat vor ihrem Ableben eine Kiste mit 13 Kassetten vorbereitet und schickte sie an 11 Schüler und einen Lehrer – alles Menschen, die sie für verantwortlich für ihren Tod hält. Clay schwärmte für Hannah, doch er hatte den Mut nicht, es ihr zu sagen. Als er sich die Kassetten anhört, will er nur noch eins: Rache an den Menschen ausüben, die Hannah verletzt haben. Die 11 beschuldigten Schüler und Schülerinnen wollen nicht, dass die Wahrheit aufgedeckt wird, da dies für sie eine Strafe oder sogar das Gefängis bedeuten könnte. Sie wollen mit allen Mitteln Clay zum Schweigen bringen. So gerät Clay in ein gefährliches Abenteuer und auch er ist schon bald der Verzweiflung nahe.
Vom Buch zur Serie
Tote Mädchen lügen nicht kennen viele Leute nicht nur als Netflix-Serie sondern auch als Buch. Das Jugendbuch aus dem Jahr 2007 ist vom US-amerikanischen Schriftsteller Jay Asher. Es erschien 2009 in deutscher Übersetzung. Am 31. März 2017 veröffentlichte Netflix die Miniserie, die unter anderem von der Sängerin und Schauspielerin Selena Gomez produziert wurde.
Die Hauptdarstellerin: Katherine Langford
Die 21-Jährige Katherine Langford hatte vor dem Dreh der Serie noch nie eine Kassette gebraucht, kein Wunder, denn sie ist am 29. April 1996 in Peth, Australien geboren. Da waren die Kassetten schon nicht mehr «in» und schon fast ausgestorben. Viele Jahre später wurde sie an der Schauspielerschule akzeptiert. Sie entschied sich, für zwei Vorsprechen nach Los Angeles zu fliegen, jedoch bekam sie zu diesem Zeitpunkt keine Rolle. Schon glaubte sie, eine der schlimmsten Entscheidungen ihres Lebens getroffen zu haben, als sie einen Anruf von Tom McCarthy erhielt. Tom McCarthy hatte gerade 2 Oskars für den Film Spotlight bekommen, nun arbeitete er gerade an der Netflix-Serie und musste noch die Hauptrolle besetzten: die des totes Mädchen. Ein paar Skype-Anrufe später war Katherine Langford engagiert.
Eine Gefahr für junge Menschen?
Aufgrund des Themas und der Suiziddarstellung sprachen sowohl Zuschauer als auch Spezialisten aus der Medizin und der Psychologie ihre Bedenken gegenüber der Serie aus, die darin besonders für suizidgefährdete Jugendliche ein Risiko sehen. Netflix versah sie in einigen Ländern mit einem Warnhinweis und in Neuseeland dürfen junge Menschen die Folgen inzwischen ausschliesslich unter Aufsicht von Erwachsenen schauen. Die Produzentin Selena Gomez und Netflix verteidigen sich gegen die Vorwürfe und hoben hervor, dass sie auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen wollten.
Trotz schwierigen Szenen eine sehenswerte Serie
Aus meiner Sicht ist die Serie «Tote Mädchen lügen nicht» toll, da nicht viel über das Thema Selbsttötung gesprochen wird. Es gibt in der Serie ein paar Szenen, bei denen man mit Taschentücher bewaffnet sein muss und auch ein paar die für junge Jugendliche nicht geeignet sind – wie eine Vergewaltigung und der Suizid. Doch trotzdem ist die Serie romantisch und sehenswert. Besonders fand ich die Idee mit den Kassetten cool. Dass die Serie gelungen ist, finde nicht nur ich, denn im Jahr 2018 erscheint bereits die 2. Staffel.
Betroffene frühzeitig unterstützen
In der Schweiz versuchen 15’000 bis 25’000 Menschen pro Jahr sich das Leben zu nehmen. Über 1’000 Personen sterben dabei – das ist das Dreifache wie Verkehrstote. Doch ist das Thema ein Tabu: Studien haben gezeigt, dass die Schweizer Bevölkerung sich der Problematik wenig bewusst ist.
Bei Jugendlichen werden in der Schweiz ungefähr 10’000 Suizidversuche pro Jahr aufgezeichnet, wobei jeder dritte Tag ein junger Mensch in der Schweiz ihn nicht überlebt. Depressionen oder Mobbing sind dabei oft eine Erklärung dafür. Organisationen machen darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, die Signale frühzeitig zu erkennen und die Betroffenen zu unterstützen, insbesondere weil diese ihre Probleme oft für sich behalten.