Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/62

Kurzportrait
Der Bezirk Schwyz umfasst gut die Hälfte des Kantonsgebietes, jedoch nur knapp zwei Fünftel der Einwohnerzahl. Damit ist er bezüglich Einwohnern und Fläche der weitaus grösste der sechs Bezirke. Das Gebiet entspricht ungefähr dem Alten Land Schwyz, das während Jahrhunderten als Stand Schwyz geschichtliche Bedeutung hatte.
Der Bezirk besteht aus 15 Gemeinden: Schwyz, Arth, Ingenbohl, Muotathal, Steinen, Sattel, Rothenthurm, Oberiberg, Unteriberg, Lauerz, Steinerberg, Morschach, Alpthal, Illgau und Riemenstalden. Das Gebiet umfasst also auch nördlich der Wasserscheide am Mythen gelegene Teile, was auf die Politik der Landerweiterung in der Alten Eidgenossenschaft zurückzuführen ist.
Entscheidend für die Geschichte der Talschaft wurde der Konflikt mit dem Kloster Einsiedeln (Marchenstreit). Die 934 von Strassburg aus gegründete Abtei erhielt von den schwäbischen Herzögen und den römisch-deutschen Kaisern grosse Ländereien geschenkt. Dazu gehörte auch das ganze Quell- und Flussgebiet von Sihl, Alp und Biber. Im 11. Jahrhundert verbreitete sich alsdann die Grossviehhaltung. Dazu waren mehr Weideland und Alpen erforderlich. Und diese gab es reichlich jenseits der Wasserscheide (Biberegg-Haggenegg-Holzegg-Ibergeregg) und damit auf Klostergebiet. Bäuerliche Rodungen und die Entführung der Mönche durch die Schwyzer führten zu einem Rachefeldzug der Habsburger, die seit 1283 Vögte der Waldstatt waren. Der Sieg in diesem militärischen Konflikt (Schlacht am Morgarten von 1315) sicherte den Schwyzern schliesslich den Besitz von beträchtlichen Gebieten jenseits der Mythen.
Die Wahlen in die Bezirksbehörden (Bezirksrat und Bezirksgericht) und die Beschlussfassung über Rechnung und Budget finden im offenen Handmehr statt. Sachgeschäfte dagegen werden zwar beraten, aber seit 1984 in geheimer Abstimmung an der Urne entschieden. Die Kernaufgaben des Bezirks sind die Justiz, die Führung der Sekundarstufe I sowie das Gewässer- und Strassenwesen. Dafür besitzt er die Steuerhoheit.