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Gottlieb Glatz
1864 macht sich der 26jährige Bäcker Gottlieb Glatz in Bern selbständig. Knapp dreissig Jahre später, 1890, übernimmt er die Bäckerei mit Kaffeehalle an der Mittelstrasse 8. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn im Länggass-Quartier gibt es ausser dieser Bäckerei und einer Mehlhandlung keine anderen Verkaufsläden. Doch das genügt ihm nicht. Fünf Jahre später, auf Ostern 1895 erhalten er und sein Sohn David eine vorläufige Bewilligung, um an den Markttagen auf dem oberen Waisenhausplatz Brot und an Weihnachten und Neujahr Züpfen zu verkaufen. Vater und Sohn beschliessen, auch Kleingebäck auf dem Markt feilzubieten und benützen für ihre Waren einen alten Kinderwagen, auf den sie die obligaten Weidekörbe stellen.
Weil die auswärtige Kundschaft ständig zunahm, überlegte sich Vater Gottlieb und Sohn David, welche nun gemeinsam den Betrieb führten, ob es nicht gut wäre einen Telefonanschluss zu besitzen. Darauf wurde bei der Telefondirektion das Gesuch um einen Anschluss gestellt, worauf die Bewilligung im Januar 1900 erfolgte. Mit der Telefonnummer 738 wurde die Bäckerei Glatz der 738. Telefonteilnehmer von Bern.
David Glatz
Neben seinem Geschäft liegen dem Bäcker David Glatz seine Mitmenschen am Herzen: wie schon sein Vater, engagiert er sich im Blauen Kreuz. Daneben ist er im Kirchgemeinderat der Pauluskirchgemeinde aktiv und ist Mitbegründer der Evangelischen Volkspartei der Stadt Bern. Nicht nur in der Arbeit eng mit seinem Vater verbunden, stirbt er am selben Tag wie dieser, am 14. Februar 1920, während der Grippen-Epidemie.
Friedrich Wilhelm Glatz
Bäckermeister Friedrich Wilhelm Glatz zieht es für die Weiterbildung wieder nach Basel. Als sein Vater erkrankt, wird er in den Familienbetrieb zurückgerufen, den er zu einem typischen Bäckereibetrieb umgestaltet. 1935 wird er zum Präsidenten der Gesellschaft für Kaffeehallen Bärenhöfli gewählt. Haben diese mit fünf Mitarbeitern begonnen, so steigt deren Zahl während des 2. Weltkrieges auf 125 an. Friedrich Wilhelm Glatz führt im Bärenhöfli auch eine Soldatenstube ein. Der Kaffee kostet in dieser Zeit 20 Rappen, ein Menu mit Suppe, Fleisch, Teigwaren, Salat und Tee ganze 70 Rappen.
Fritz Glatz
1954 übernimmt der Bäcker-Konditormeister und Confiseur Fritz Glatz das Geschäft. Beck Glatz Confiseur hat inzwischen eine Grösse erreicht, die seiner Meinung nach – gegen die Empfehlung der Bank – einen weiträumigen Ausbau verlangt. Das bestehende Haus wird abgerissen und am gleichen Standort durch einen Neubau ersetzt. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergrössert sich in der Folge von fünf auf 21 Personen. Fritz Glatz schliesst die Filiale Kornhaus und den Marktstand am Waisenhausplatz zu Gunsten des Geschäfts an der Zeughausgasse und eröffnet zusätzlich das „Brotkarussell“ im Shoppyland.
Thomas Glatz
Bäcker-Konditormeister, Confiseur und Qualitätsmanager Thomas Glatz führt das Geschäft seit 1991 in der fünften Generation. Von den vielen seit der Geschäftsübernahme eingeführten Neuerungen machte besonders die erste gläserne Backstube in der Schweiz Furore. Die damit realisierte Transparenz ist das Credo des Betriebes.
Bezüglich Umweltschutz ergriff er in den letzten Jahren zahlreiche neue Massnahmen. Nach dem Motto «machen statt reden» realisierte er Projekte, die den üblichen Rahmen sprengten. Mit der Strategie, Umweltmassnahmen konsequent umzusetzen, will Thomas Glatz zeigen, dass sein Betrieb gerade deshalb wirtschaftlich gesund bleibt, weil er diesen in weiten Bereichen nach den Kriterien des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit ausrichtet.