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Das Projekt beleuchtet exemplarisch Forschungsprojekte der Zwischenkriegszeit, in denen physico-chemische Methoden auf biologische Probleme angewandt wurden. Dabei wird erstens untersucht, wie Biologen, Chemiker und Physiker die Beziehung zwischen den in ihren Disziplinen untersuchten Prozessen und Phänomenen konzeptualisierten. Zweitens werden die von den Forschern angewandten Problemlösungs-Strategien herausgearbeitet.
Folgende vier Forschungsprojekte werden analysiert: (1) Rudolph Keller und Josef Gicklhorns Arbeiten im Rahmen der biologisch-physikalischen Arbeitsgemeinschaft am Zoologischen Institut in Prag (1923-1935), (2) Selig Hechts biophysikalische Studien der Photorezeption an der Columbia University, (3) Rose Scott-Montcrieff und Robert + Gertrude Robinsons Forschung zur Vererbung von Blütenpigmenten in Cambridge und Oxford (1926-1938), und (4) die Studien zum pflanzlichen Wachstumshormon in Utrecht und Pasadena (1927-1939).
Analysiert wird jeweils, wie die Disziplinen-übergreifenden Kooperationen zustande kamen, und wie die beteiligten Wissenschaftler ihre Studien koordinierten, durchführten und evaluierten. Die Auswertung des historischen Materials wird durch wissenschaftsphilosophische Konzepte angeleitet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Fragen, wie interfield theories etabliert wurden und mit welchen Strategien Forscher versuchten, physiologische Mechanismen aufzuklären.
Die Untersuchung bietet Einblick in die konzeptuellen Vorstellungen und technologischen Möglichkeiten der Bio-Physik und Bio-Chemie in den 1920er und 1930er Jahren. Darüber hinaus werden die methodologischen Prinzipien herausgearbeitet, welche die Umsetzung der Forschungsvorhaben prägten. Diese Einsichten verbessern unser Verständnis davon, warum die Anwendung physico-chemischer Methoden in der Zwischenkriegszeit nicht nur möglich erschien, sondern auch als fruchtbar (und förderungswürdig) galt -- für die Forschung in der Biologie, aber auch für jene in der Chemie und Physik.