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Die wirtschaftliche Erholung bleibe unsicher, uneinheitlich und unvollständig, sagte Lagarde am Sonntag im Rahmen eines internationalen Finanzseminars. "Während die neuen, mit dem Coronavirus zusammenhängenden Restriktionen, die gegenwärtig quer durch Europa eingeführt werden, die Unsicherheit für Firmen und Haushalte vergrössern," fügte sie hinzu. Haushaltspolitische und geldpolitische Hilfen für die Wirtschaft müssten so lange wie nötig beibehalten werden. Ansonsten würden negative Auswirkungen für den Arbeitsmarkt, ein unnötiger Verlust von lebensfähigen Unternehmen und eine grössere Ungleichkeit riskiert.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Virus-Pandemie in den vergangenen Monaten umfangreiche Hilfsmassnahmen auf den Weg gebracht. Ein zentrales Element ist das Krisen-Anleihenkaufprogramm PEPP, das mittlerweile auf 1,35 Billionen Euro ausgelegt ist und bis mindestens Ende Juni 2021 laufen soll. Viele Ökonomen rechnen derzeit damit, dass die EZB angesichts der erneut stark steigenden Infektionszahlen bis zum Jahresende noch einmal nachlegt. Die nächste EZB-Zinssitzung ist für den 29. Oktober geplant.
Die Bank of England sieht ein "beispielloses Niveau wirtschaftlicher Unsicherheit". Dies werde durch die Rückkehr des Coronavirus noch verstärkt, sagte BoE-Gouverneur Andrew Bailey. "Die Risiken sind nach wie vor sehr stark nach unten gerichtet." Er bekräftigte, dass die Wirtschaftsleistung Ende September um zehn Prozent niedriger als im Vorjahr liegen dürfte. Zehn Prozent seien noch immer eine grosse Lücke.
(Reuters)