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Chott El Jerid
Chotts, das sind ausgetrocknete Salzseen, die je nach Jahreszeit ihre Farbe und ihr Aussehen ändern. Dieses Spiel zwischen schneeweißen Glitzern, blauen, lagunenartiges Seewasser und mondlandschaftähnlichen Ebenen aus Fatamorganas hat nicht nur Karl May inspiriert.
Im Süden Tunesiens befinden sich drei Salzseen:
Der Chott el Gharsa, im Westen, hat die Form eines stark in Richtung Ost-Westen verlängerten Dreiecks, dessen Spitze fast die algerische Grenze berührt. Im Osten ist die Grundlinie 20 Kilometer breit. Die Länge dieses Salzsees beträgt fast fünfzig Kilometer. Der Grund besteht aus sehr salzigen Schlämmen und reicht bis 17 Meter unter den Meeresspiegel..
Im Osten findet man den Chott el Fejej. Er erstreckt sich 90 Kilometer in Richtung Ost-West. Sein äußerstes östliches Ende ist nur zwanzig Kilometer weit vom Golf von Gabes entfernt. Seine Breite variiert zwischen 4 und 20 Kilometer. Er verfügt über einige Quellen und ist mit Chott el Djerid verbunden.
Vom Chott el Gharsa durch einen zehn Kilometer langen Isthmus (Landenge) getrennt und im Osten durch den Chott el Fejej verlängert, ist der Chott el Djerid am Ausgedehntesten. Seine Durchschnittshöhe liegt bei 16 Meter über dem Meeresspiegel. Die größten Ausmaße sind 70 und 117 Kilometer.
In diesem Bereich ist das Grundwasser ergiebig, deshalb gibt es so viele Quellen und artesische Brunnen. Dies erklärt auch die große Zahl der Oasen in dieser Region.
Diese Salzseen haben die Menschen seit jeher fasziniert. Und als Ferdinand de Lesseps im Jahr 1869 den Durchbruch des Suezkanals vollendete, blühte die Vorstellungskraft richtig auf. Viele träumten vom Projekt eines Binnenmeeres, das durch das Graben eines Kanals die ganze Region der Chotts mit dem Golf von Gabes verbinden solle. Diese Idee hat Jules Verne zu seinem Roman "Die Innere See" inspiriert. Aber die Idee war unrealistisch, da nur el Gharsa unter dem Meeresspiegel liegt.
Obwohl dieses Projekt ad acta gelegt wurde, hat der Chott seine Anziehungskraft auf die Besucher nie verloren. Diese leere Weite, in einigen Orten durch ausgetrocknete Salzkrusten und in anderen Orten mit Salzkristallinausblühungen bedeckt, lässt jeden staunen.
Früher musste man schon ein Abenteurer sein, um eine Chott-Überquerung zu wagen. Heute erfolgt die Überquerung durch eine sehr sichere und schöne Strasse. Dennoch ist der Zauber genauso stark geblieben. Und mit etwas Glück bekommt man sogar eine Fata Morgana zu sehen. Häuser, Klippen, Bäume, verschiedene Schattenbilder schweben dann über dem funkelnden Salzsee.
Und auch die schönste Blume der Wüste – die Sandrose – verdankt ihre sehr lange Entstehungsphase den Salzseen. Denn Sandrosen entstehen nur an Orten wo die Wüste auf einen Salzsee trifft.