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Im Rekrutierungsverfahren, insbesondere bei Vorstellungsgesprächen findet die Frage; «was sind ihre Stärken und Schwächen?» eine hohe Bedeutung. Sehr viele Menschen nennen die gleichen oder gleichbedeutende Stärken und Schwächen. Die meistgenannten Stärken sind «Erfahrung», «Flexibel», «Zuverlässigkeit», und Schwächen sind «manchmal zu perfektionistisch», «ungeduldig» und «nicht nein sagen können».
Warum werden immer wieder die gleichen Aussagen gemacht? Warum werden Stärken positiv und Schwächen negativ bewertet? Warum werden Alltagserfolge und Misserfolge nicht reflektiert? Warum werden Menschen geschult Schwächen in Stärken umzuwandeln? Warum werden die Schwächen nicht als die andere Seite der Stärke betrachtet? Warum werden Schwächen nicht als Abgrenzungselement wahrgenommen und für die eigene Positionierung nützlich in Anwendung gebracht?
Die SWOT-Analyse kann bei der Auseinandersetzung mit dem Thema behilflich sein. Dabei gilt es zu beachten, dass ein Kontext mitberücksichtigt wird. Die Konkretisierung mit der SAR Methode (Situation/Aktion/Resultat) führt zum besseren Verständnis.
In einer bestimmten Situation kann die Stärke eine Schwäche sein und in einer anderen Situation dieselbe Schwäche eine Stärke. So einfach könnte das Verständnis abgeglichen werden. Ein ausgeglichener Mensch verfügt über gleichviele Stärken wie Schwächen.
Wo die Sonne scheint, gibt es Schatten. Warum die Schattenseite oftmals als negativ gewertet wird, steht wohl mit unserem konstruierten Wertesystem in Verbindung, welches sich nur an eine bestimmte Situation orientiert. Wenn der Sonnenschein zu stark einwirkt, ist der Schatten ein nützlicher und positiver Schutz von Verbrennungen.Demzufolge sollen wir lernen, dass jede Stärke eine Schwäche oder jede Schwäche eine Stärke beinhaltet. Die Fragen über die Stärken und Schwächen sollten also immer in einem bestimmten Kontext stehen und entsprechend beantwortet werden.