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Grösse und Gewicht sind Wörter - die wie Arbeit - jenseits der Physik einen umgangssprachlichen Sinn haben, der durch die Physiker, die diese Wörter in ihre Terminologie übernommen haben, gestört wurde.
Ich gebe vorab Beispiele, die zeigen sollen, von welcher umgangssprachlichen Grösse ich hier spreche: Muhamed Ali ist der Grösste. Ein grosser Mensch ist lang oder erfolgreich oder beides. Die Grösse des Eisbergs sieht man nicht. Die Grösse des Grundstücks beträgt 600 m2. Seine Kleidergrösse ist XL.
Als Grösse bezeichne ich eine Hypostasierung eines Vergleichs, in welchem ich den Wert einer Eigenschaft, die ich zwei verschiedenen Entitäten zuschreibe, vergleiche. Wenn ich zwei Gegenstände, die sonst gleich sind, nebeneinanderlege, kann ich sehen, welcher der grössere ist. Die Eigenschaft, die ich dabei vergleiche, bezeichne ich als Grösse.
Umgangssprachlich spreche ich auch von Grösse, wenn ich den Grössenwert meine. Ich sage etwa die Grösse des Grundstücks beträgt 600 m2. Dabei steht Grösse sowohl für die als Fläche bezeichnete, zweidimensionale Grösse als auch für die 600 m2, also das Ausmass einer bestimmten Fläche.
Wenn ich beispielweise einen Teller kaufe, interessieren mich sehr verschiedene Grössen. Ich will wissen, wie gross er ist, und meine damit dessen Durchmessergrösse in Zentimetern. Ich will auch wissen, wie teuer er ist, also wie gross sein Preis ist. Unter Umständen will ich auch wissen, wie zerbrechlich er ist, was eine weitere Grösse impliziert, für die ich die von mir unterstellte Einheit gar nicht kenne, aber gleichwohl weiss, dass Kunststoffteller robuster als Porzelanteller sind, also in Bezug auf Zerbrechlichkeit eine andere Grösse haben.
Beispiel:
Als Grössenwert erscheint eine quantitativ bestimmbare Eigenschaft eines Objektes, oder genauer gesprochen, eine Eigenschaftsdomäne, deren Werte in einer je bestimmten Einheit angegeben werden.
Ich unterscheide verschiedene Grössenarten, die je einem Vergleichsverfahren entsprechen. Grössenart bezeichnet dabei Operationen, während Grösse etwas über Eigenschaften der Gegenstände sagt. Ich messe beispielsweise den Durchmesser eines Tellers. Weil ich dabei einen Massstab verwende, spreche ich von der Grössenart "Länge in Metern", während jeder Teller eine bestimmte Grösse hat, die ich in Metern, respektiv in Bruchteilen davon angebe.
ich unterscheide extensive Grössen.
Eine Grössenart, die ich nicht messen kann, ist der Wert, den ich durch den Preis ausdrücke. Geld und Preis sind Grössen, deren Werte nicht gemessen sondern quasi analytisch bestimmt werden, weil kein Messinstrument vorhanden ist. Man kann auch von schätzen sprechen.
Wenn ich etwas verkaufe, verlange ich dafür einen Preis, wodurch ich die Sache mit einer anderen Sache, die auch einen Preis hat, im Hinblick auf eine Grösse vergleiche. Ich kann dieses Vergleichen als Messen ohne Massstab auffassen, weil ich beispielsweise erkenne, dass in der entsprechenden Hinsicht ein Paar Schuhe beispielsweise 87 Tafeln Schokolade entspricht, ohne dass ich sagen könnte, wie ich dieses Zahlenverhältnis gemessen oder berechnet habe. Ich habe dieses Verhältnis sozusagen auf dem Markt gefunden, wo die beiden Waren ihren jeweiligen Preis in derselben Einheit, beispielsweise in Franken ausgedrückt haben. Den Preis bezeichne ich dann als ökonomische Grösse.
Sprachkritisch könnte ich einwenden, dass der Preis keine Eigenschaft des Objektes sei, sondern ein Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer. Dieses Verhältnis ist dann im Warenpreis verdinglicht und erscheint so als Eigenschaft.
Es gibt ausserdem sehr viele abgeleitete Grössen, die auf Verrechnungen der Basisgrössen beruhen
Die Geschwindigkeit beruht auf der Messung einer Weg-Länge und der Zeit, die in ein Weg/Zeit-Verhältnis gesetzt werden, die Energie wird in Joule gemessen, usw.
Operative Bestimmung:
Jede Messoperation impliziert eine Grössenart und bestimmt einen Grössenwert. Wenn ich mit dem Masstab oder mit dem Urmeter messe, messe ich die Grössenart "Länge" in Metern und erhalte Werte wie 7,5 oder 0,034 eines Meters.
Viele Grössen kann ich durch sehr verschiedene Verfahren festellen. Die Grössenart Energie etwa kann ich als zusammengesetzte Grösse auffassen, die aus Kraft mal Weg pro Zeit besteht (Joule). Ich kann also messen, wie viel Gewicht ein Pferd in einer bestimmten Zeit hochheben kann. Ich kann aber auch messen, wieviel Erdöl ich brauche, um mein Haus zu heizen. Dabei verwende ich verschiedene Verfahren, also verschiedene Grössenarten, obwohl ich die Grösse in derselben Einheit ausdrücke.
Sprachkritische Anmerkungen:
Ich kann beispielsweise von einem grossen Abstand sprechen, also mithin von der Grösse eines Abstandes, und dann also von der Grösse einer Grösse, wodurch die Doppeldeutigkeit des Ausdruckes zutage tritt. Wenn ich von einem grossen Abstand spreche, verwende ich den Ausdruck "gross" relational. Ich sage dann, dass ein Abstand grösser ist als ein anderer.
Oft ist von der Grösse einer Menge die Rede. Dabei wird der Ausdruck "Grösse" anstelle von Mächtigkeit verwendet, also für die Anzahl der Elemente der Menge. Dabei messe ich nicht, sondern ich zähle.
Waren haben einen Preis. In der Ökonomie gibt es sicher seit Aristotels die Vorstellung, dass sich im Preis eine Art Wert zeige. Dabei wird unterschieden zwischen einem Gebrauchswert und einem Tauschwert. hier Wert ist Fiktion, Preis ist was ich zahlen muss: Wozu dient die Fiktion?