Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03406.jsonl.gz/2607

Untertitel / Graf. Technik:
Oelkreide, vorne rechts unten monogrammiert.
Bemerkung:
Fries, Willy (1907 Wattwil (SG), †18.7.1980 Wattwil (SG), Maler, Zeichner und Grafiker. Wandbild, Glasfenster, Zeichnung, Holzschnitt und Illustration. Der im ländlichen Wattwil aufgewachsene Willy Fries bricht 1929 sein Studium der Kunst- und Literaturwissenschaft an der Universität Zürich auf Anraten von Heinrich Wölfflin zugunsten einer Laufbahn als freier Künstler ab. In Paris kurzzeitig an den Académies Scandinave und Grande Chaumière sowie in den Ateliers von Fernand Léger und Amédée Ozenfant. 1930–34 weitere Ausbildung an der Universität und der Akademie in Berlin sowie Anschluss an den Kreis der bekennenden Kirche um Dietrich Bonhoeffer. Studienreisen nach Italien, Frankreich, Holland und Flandern. 1935 zwingt ihn ein Skiunfall zum Verbleib in Wattwil. Dort entsteht mit dem Gemäldezyklus Die Passion (1936–1944, Köln-Marienburg, Garnisonskirche), der die Leidensgeschichte Christi in der damaligen Gegenwart und mit dem Toggenburg als Kulisse schildert, in den folgenden Jahren sein Schlüsselwerk. 1939 Heirat mit der Pfarrerstochter Dorothea Wieser und endgültige Niederlassung in Wattwil. Fries entwickelt sich zu einem vielbeschäftigten Künstler, der zahlreiche Fresken und Glasfenster für Kirchen, Spitäler und Gemeinschaftsräume vorwiegend in der Ostschweiz, aber auch in Berlin, Bonn und Seifhennersdorf entwirft. Mit der Passion und weiteren Gemäldezyklen wie Christ ist geboren (1944–49), einer Schilderung der Weihnachtsgeschichte vor den Ruinen der zerbombten Stadt München, findet er im Kontext zeitgenössischer religiöser Malerei in der Nachkriegszeit starke Beachtung und wird mit Einzelausstellungen in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich geehrt. Die filmische Umsetzung der Passion in eigener Regie unter dem Titel Gib uns Frieden wird 1962 mit dem Anerkennungspreis der Interfilmtagung in Brüssel prämiert und von zahlreichen Fernsehstationen gesendet. 1964 Gesamtausstellung im Kunstmuseum St. Gallen. Auszeichnung mit dem Rembrandt-Preis in Salzburg 1970. Für seine Bemühungen um die Darstellung des Evangeliums in der Malerei wird er 1972 mit dem Doktor honoris causa der theologischen Fakultät der Universität Bern geehrt. 1977 Jubiläumsausstellung in den beiden Kirchen von Wattwil. Die vom Künstler in seinem Todesjahr gegründete Stiftung veranstaltet 1982 in St. Gallen sowie 1987 in Hamburg und Berlin Gedächtnisausstellungen.