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Die psychoanalytische Praxis – Überlegungen zum Fall des »Rattenmannes«
Übersetzung: Gerhard Schmitz
Gegenstand des Aufsatzes ist es, Lacans Beitrag zum psychoanalytischen Verfahren darzulegen. Dazu stützen wir uns auf fünf Thesen: Erstens übernehmen wir von Freud (in: Abriss der Psychoanalyse) die Vorstellung, dass das Objekt der Psychoanalyse eine Struktur ist, nämlich die des Unbewussten. Diese Struktur ist zugleich exklusiv und inklusiv: exklusiv, weil es nichts außerhalb ihrer gibt. Das Bewusstsein ist ein Effekt des Unbewussten, und der Körper ist nicht von der psychischen Weise zu trennen, wie er erlebt wird; inklusiv, weil Denken, Traum, Symptom, Affekt und Schmerz, kurz, alle psychischen Effekte, ihr zugehören. Zweitens fragen wir uns mit Freud, wie diese Struktur sich virtuell aufteilen ließe zwischen einem Ich (Subjekt) und einem Es. Sodann behaupten wir – drittens –, dass die Lacan’sche Hypothese über die Struktur des psychischen Knotens mit vier Dimensionen (R, S, I, S) eine Einheit bildet, die die Dimension des Subjekts (Ich) und des Objekts (Es) mit einbegreift. Auf diese Weise beantwortet die Lacan’sche Hypothese Freuds Frage, wie das Subjekt sich zum Objekt machen kann. Darüber hinaus zeigen wir – viertens –, dass diese Struktur des Subjekt-Objekts im autoerotischen Phantasma zu einer Einheit kommt. Dabei induziert die Dimension des Subjekts eine phantasmatische Objektstruktur, auf die verzichtet werden muss, um zu einem neuen Modus der phantasmatischen Organisation zu gelangen, dem des Begehrens. Fünftens: Am Fall des Wolfsmanns zeigen wir, dass die Dimension des Subjekts (Ich) die Annahme erlaubt, dass der Signifikant Ratte das Subjekt repräsentiert und das Objekt eines inzestuösen Vermischungsphantasmas induziert, nämlich das eines Ratten-Anus.