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Die Gebrüder Lumière erkannten schliesslich im von Alva Edison entwickelten Zelluloidfilmstreifen das Potenzial bewegte Bilder herzustellen. Im Unterschied zu Edison aber setzten sie auf die Projektion der Bilder. Darin sahen sie vor allem grosse kommerzielle Möglichkeiten. Zudem vereinfachten sie die Kamera, sodass sie, anders als das von Edison entwickelte Ding, viel flexibler war und auch im Freien aufgestellt werden konnte.
Im Februar 1895 liessen sie den von ihnen entwickelten Cinématographen patentieren. Im März darauf filmten sie die Arbeiter – genau genommen waren es vor allem Arbeiterinnen – ihrer Fabrik, wie sie das Werk verlassen und heute vor 124 Jahren führten sie die erste Fassung von «Arbeiter verlassen die Lumière-Werke» der «Société d’encouragement pour l’industrie nationale» («Gesellschaft für die Förderung der nationalen Industrie») vor. Die Anwesenden waren von dieser Präsentation so begeistert, dass sie wiederholt werden musste. Das war kein Problem, denn sie dauerte lediglich rund 50 Sekunden. Dieser Moment gilt heute als die Geburtsstunde des Kinos. Gerne wird dann auch gleich noch eine zweite Geburtsstunde genannt, die rund neun Monate später erfolgte. Denn am 28. Dezember 1895 fand in Paris die erste Aufführung dieses und anderer Filme vor einem zahlenden Publikum statt. Zwar kamen am ersten Tag damals nur 33 Personen ins Lichtspielhaus. Bereits einen Monat später konnten die Veranstalter aber täglich rund 2500 Besucherinnen und Besucher verzeichnen.
Das kommerzielle Potenzial hat die Entwicklung des Films vorangetrieben. Und das gehört noch heute zu seiner DNA.