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Das Kantonsgericht St. Gallen veröffentlichte sein Urteil am Donnerstag. Als zweite Instanz schützte es die wichtigsten Entscheide des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland. Damit bleiben die Freisprüche von den Anklagepunkten der fahrlässigen Tötung und Unterlassung der Nothilfe bestehen.
Die drogenabhängige Patientin verstarb am 1. Mai 2010 an einer Vergiftung mit Drogen und Medikamenten. Sie war zu diesem Zeitpunkt rund drei Jahre bei der Ärztin mit deutscher Staatsbürgerschaft in Behandlung gewesen.
Die Beschuldigte kümmerte sich laut eigener Aussage intensiver um die Drogenabhängige als um ihre anderen Patienten. Dazu geführt habe die Hoffnung, dass die Frau von den Drogen loskomme. Sie verwaltete das Geld ihrer Patientin und nahm sie zeitweise in ihrer Wohnung auf.
Gemäss den Schilderungen der Beschuldigten war die Patientin in Begleitung ihrer Mutter zu ihr in die Praxis gekommen. Sie sei sehr aufgeregt gewesen und habe nach St. Gallen fahren wollen, um Drogen zu kaufen. Weil die Frau nicht davon abzubringen gewesen sei, habe sie ihr 150 Franken gegeben, erklärte die Ärztin.
Dafür habe sie ihr das Versprechen abgenommen, dass sie nicht in der Stadt bleibe, sondern bei ihr in der Wohnung übernachten werde. Ziel war offenbar, zu verhindern, dass die Drogensüchtige abtaucht.
Als die Ärztin in der Nacht aufwachte, bemerkte sie, dass die Frau tatsächlich zurückgekehrt war. Sie fand sie auf einem Stuhl schlafend vor. Später entdeckte sie sie auf dem Boden des Badezimmers. Sie sei nur schwer zu wecken gewesen und habe über Übelkeit und Kopfschmerzen geklagt, betonte die Beschuldigte.
Bevor sie die Wohnung verlassen habe, sei sie kurz zur Patientin gegangen. Diese habe ruhig geschlafen. Als der Freund der Drogenabhängigen später nach seiner Freundin sehen wollte, fand er sie leblos vor. Die Frau war verstorben. (dwi/sda)