Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/1049

Das Bundesgericht musste sich mit einem Todesfall befassen, in dem unklar war, ob es sich um einen Suizid handelt oder ob sich die versicherte Person unfreiwillig vergiftet hatte. Fest steht jedoch, dass es zum Verzehr des hochgiftigen Blauen Eisenhuts gekommen war, was ursächlich für den Tod war.
Die Beweislage ist schwierig: Keine Zeugen, keinen Abschiedsbrief und keine bekannten Todesabsichten.
Die Bundesrichter hielten fest, dass an sich von einem Selbsterhaltungstrieb des Menschen auszugehen ist. Dies würde bedeuten, dass die Tötung unfreiwillig erfolgt war und es sich somit um einen Unfall handeln würde. In E. 3.3 werden die Fälle aufgezählt, in denen diese Vermutung umgestossen werden musste. So auch in dem vorliegenden Fall. Der Verstorbene wusste aufgrund seiner Ausbildung um die hohe Giftigkeit des Blauen Eisenhuts. Es ist unklar, wieso es dennoch zum Verzehr der Pflanze gekommen ist.
Im Ergebnis wurde angenommen, dass sich der Versicherte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit selbst getötet hat. Es stellte sich sodann die Frage, ob die Person in dem Zeitpunkt gänzlich unfähig war, vernunftsgemäss zu handeln. Es fanden sich keine Anhaltspunkte dafür, weshalb die Leistungspflicht der Unfallversicherung verneint wurde.
Letztlich handelte es sich um ein Abklärungsproblem, wobei sich die Beweislosigkeit zu Lasten der Hinterbliebenen ausgewirkt hat.
Hier das vollständige Urteil: 8c_0581_2016_2017_02_14_t