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Kokain (Benzoylecgoninmethylester) wird aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches (Erythroxylum coca und Erythroxylum novogranatense) gewonnen und zählt zur Gruppe der Stimulanzien. Kokain blockiert Monoamintransporter und erhöht damit Dopamin, Noradrenalin und Serotonin im synaptischen Spalt.
Unterdrückung von Müdigkeit, Hunger und Durst, Euphorie, Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit, stark gesteigertes Selbstvertrauen, Redseligkeit, sexuelle Stimulation, Wegfall von Hemmungen und Ängsten, erhöhte Risikobereitschaft, gelegentlich: Steigerung der Aggressivität, Abnahme der Kritik- und Urteilsfähigkeit sowie der Konzentrationsfähigkeit, Verminderung des Schmerzempfindens, Taubheitsgefühl und wirkt lokal anästhetisch. Kokain bewirkt eine starke Steigerung der Herzfrequenz, Blutdruckerhöhung und Beschleunigung der Atmung sowie Erhöhung der Körpertemperatur und häufig Pupillenerweiterung.
Die individuelle Wirkung von Kokain hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Dosis beeinflusst auch das individuelle Ansprechen auf die Substanz sowie Erfahrungen im Umgang mit Kokain den erlebten Rausch.
Beim Runterkommen: Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Angstgefühle, emotionale Instabilität, Suizidgedanken und ein starker Drang zur Wiedereinnahme («Craving»).
Der Kokainrausch durchläuft in der Regel mehrere Stadien. Initial kommt es zu einer gesteigerten Wachheit, Antriebssteigerung, Bewegungsdrang/Hyperaktivität, Unruhe. Im weiteren Verlauf kann es zu angstbesetzten, negativen Verkennungen der Umwelt mit Trugwahrnehmungen und paranoid-halluzinatorischen Zuständen mit Verfolgungswahn und einer veränderten Eigenwahrnehmung kommen.
Beikonsum können sowohl die Wirkung als auch die Toxizität massgeblich negativ beeinflussen. Eine toxische Wirkung kann bei einem Mischkonsum bereits bei niedrigeren Cocaindosen erreicht werden. Auch können bereits niedrige Dosen bei Vorliegen von Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems potentiell lebensbedrohlich wirken.
Kokablätter
Kokablätter sind als "Mate de Coca" oder als getrocknete Blätter bekannt. Diese getrockneten Blätter enthalten ca. 0,5 bis 2,5 % Alkaloide, von denen bis zu drei Viertel aus Kokain bestehen. Die Blätter werden gekaut oder als Tee getrunken. Eine psychoaktive Wirkung stellt sich aber nur dann ein, wenn sie in Kombination mit einer basischen Substanz (z. B. Kalk oder Pflanzenasche) eingenommen werden. Durch diese Kombination wird eine Hydrolyse aktiviert, wodurch das Alkaloid Ecgonin entsteht. Ecgonin kann vom Körper aufgenommen werden und eine leicht stimulierende Wirkung stellt sich ein. Ecgonin weist im Gegensatz zu Kokain kein Abhängigkeitspotential auf. Werden Kokablätter ohne basischen Zusatz gekaut, wirken sie nur betäubend auf der Zunge. Kokablätter werden in Südamerika vor allem zu medizinischen Zwecken, z. B. zur Bekämpfung von Übelkeit oder Höhenkrankheit angewendet. Die Einfuhr und der Konsum von Kokablättern und "Mate de Coca" ist in der Schweiz verboten.
Wirkungseintritt
Geschnupft nach 3-5 Minuten, geraucht oder gespritzt schon nach einigen Sekunden bis wenigen Minuten, oral nach 15-30 Minuten
Wirkdauer
Geschnupft 60-90 Minuten, geraucht oder gespritzt 2-20 Minuten, oral 2-4 Stunden
Nacheffekte
1-4 Stunden (abhängig von Konsumdauer und Menge)
Bereits kurzzeitig nach dem Konsum auftretend und können noch bis zu mehreren Stunden nach dem Konsum anhalten. Bei Mehrfachkonsum und hoher Dosis u. U. auch länger.
Die Dosis zur Erzielung eines gewünschten Wirkungsgrades hängt unmittelbar von dem auf der Strasse verfügbaren Reinheitsgrad ab. Der Reinheitsgrad beträgt und bei Kokain-Hydrochlorid (Pulver) mehr als 70% bei Crack oft mehr als 60%. Untenstehende Dosisangaben können somit nur eine grobe Orientierung darstellen.
Einzeldosis reines Kokain, geschnupft: 50–100 mg, bei Dauer-Konsument*innen bis zu 300 mg ; geraucht: 50–350 mg; gespritzt: 70–150 mg. (Dosis bezogen auf reines Cocain.)
Grenzdosis: 5 mg
leicht: 10 - 30 mg
mittel: 30 - 60 mg
stark: 60 - 90 mg
sehr stark: 90 mg +
Schlafstörungen, Gereiztheit, Aggressivität, Angst- und Wahnzustände, Depression, Gedächtnis-/Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität; nervöse Zuckungen und stereotype Bewegungen, Muskelkrämpfe und Muskelzittern, Nervenschädigungen, Verengung der Blutgefässe, Anstieg der Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck. Bluthochdruckkrisen, im Extremfall Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt oder Hirnschlag. Leberschädigungen durch den Abbau der Toxine. Manche Streckmittel sind zusätzlich gesundheitsschädlich (siehe Karte «Verkauft als ...»). Beim Rauchen von Freebase und Crack sind Schädigungen von Mundhöhle, Lunge und Atemwegen möglich, beim Schnupfen kann es zu Gewebszerstörung/-untergang auf den Schleimhäuten kommen. Der gleichzeitige Konsum von Kokain und Alkohol erhöht die Nebenwirkungen und die Schädlichkeit; vor allem das Herz wird zusätzlich belastet.
Die tödliche Dosis liegt etwa bei 1-1.2 g, wobei besonders empfindlich reagierende Personen (Kokain-Idiosynkrasie) bereits bei Dosen ab 30 mg versterben können[2].
Langzeitrisiken
Bei chronischem Konsum: Abhängigkeit mit vorwiegend psychischen Symptomen, «Craving» (unkontrollierbares Verlangen auf Konsum) – Kokain gehört zu den Substanzen mit dem höchsten Abhängigkeitspotential und macht schneller abhängig, als die meisten anderen Substanzen – innere Getriebenheit, Angststörungen, Persönlichkeitsveränderung, depressive Zustände mit Suizidalität, Kokainpsychose mit paranoiden Wahnzuständen (Verfolgungserleben) und Halluzinationen, Veränderung der Denkabläufe, bleibende Störungen des Kurzzeitgedächtnisses; nervöse Zuckungen, Krampfanfälle, andauernder Bluthochdruck, Veränderungen der Bewegungsabläufe, chronische, nur schwer heilende Entzündungen und Schäden der Nasenschleimhaut und Nasenscheidewand, Schäden an Herz, Leber, Nieren, Lunge, Haut, Blutgefässen (z. B. Entzündung der Blutgefässe bis hin zum Verschluss mit Absterben des umliegenden Gewebes, insbesondere durch Levamisol) und Zähnen, Blutbildveränderungen mit hierdurch bedingter Schwächung des Immunsystems (durch Levamisol). Bei intravenöser Applikation Abszesse, Juckreiz und Kribbeln.[1]Bei chronischem Konsum: psychische Abhängigkeit. «Craving» (unwiderstehliches und unkontrollierbares Verlangen nach Konsum) kann rasch durch sogenannte Trigger-Effekte (Situationen, Erinnerungen, Personen, u. ä., welche mit dem Konsum assoziiert werden), ausgelöst werden. Sonstige Langzeitrisiken sind Angststörungen, Persönlichkeitsveränderung wie Verminderung des Einfühlungsvermögens, emotionale Kälte, übertriebenes Misstrauen, Depression, psychische Störungen mit paranoiden Wahnzuständen und Halluzinationen, Veränderung der Denkabläufe, bleibende Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der intellektuellen Fähigkeiten. Nervenschädigung, nervöse Zuckungen, Krampfanfälle, Veränderungen der Bewegungsabläufe, Schäden an: Herz, Leber, Nieren, Lunge, Haut, Blutgefässen und Zähnen. Allgemeine Schwächung des Immunsystems, im Extremfall mit Nekrosen (Absterben der Hautzellen), Leberschädigungen durch den Abbau der Giftstoffe und die Gefahr von Nierenschäden durch Streckmittel.
Beim Schnupfen chronische, nur schwer heilende Entzündungen und Schäden der Nasenschleimhäute und Nasenscheidewand. Beim Rauchen von Freebase und Crack sind durch die Ablagerung von Verbrennungsrückständen (Aschereste) Schädigungen der Lunge und der Atemwege möglich. Beim Spritzen oder Rauchen (Freebase) kennt man das Phänomen des «Dermatozoenwahns» (Vorstellung, dass sich Würmer oder Insekten unter der Haut befinden, Wahrnehmung eines Kribbelns unter der Haut. Umgangssprachlich auch "Kokainwürmer/-käfer" genannt). Diese Wahnvorstellung führt zu übermässig starkem Kratzen an den Armen und/oder Beinen, bis hin zu offenen Verletzungen, welche bei mangelnder Hygiene zu Abszessen führen können.
Beim gleichzeitigen Konsum von Kokain und Alkohol entsteht die toxische Substanz Cocaethylen; sie verstärkt die schädlichen Nebenwirkungen, und vor allem das Herz wird zusätzlich belastet. Das Spritzen von Kokain ist besonders gefährlich, wenn die Substanz mit Lokalanästhetika gestreckt ist, da diese Mischung zur Lähmung des zentralen Nervensystems und zur Verzögerung oder Blockade des Herz-Erregungsleitungssystems führen kann.
Konsumiere kein Kokain, wenn du MDMA konsumiert hast; die MDMA-Wirkung wird dadurch aufgehoben.
Mische Kokain nicht mit Alkohol - die Mischung macht aggressiv und du riskierst eine Alkoholvergiftung.
Erhöhtes Risikoverhalten durch Enthemmung und Selbstüberschätzung. Erhöht die Durchblutung und damit bei Frauen auch die Erregbarkeit (beim Mann dagegen kann Kokain Erektionsstörungen hervorrufen).
LSD-Analoga sind Substanzen, welche chemisch eine grosse Ähnlichkeit mit LSD besitzen und vergleichbar wirken können. Einige davon sind bereits länger bekannt (bspw. ALD52, ETH-LAD, AL-LAD, PRO-LAD etc.) und sind pharmakologisch wie auch psychopharmakologisch zumindest teilweise untersucht worden. Bei anderen handelt es sich um neuere «Kreationen» (bspw. die Derivate 1P-LSD,1B-LSD, 1cP-LSD, 1V-LSDetc.), zu denen nur wenige oder gar keine Daten vorliegen. Gewisse LSD-Analoga dürfen in einigen Ländern (noch) legal produziert, gehandelt und konsumiert werden, worin die Hauptursache für deren Verbreitung liegt.
Die meisten LSD-Analoga unterscheiden sich in ihrer Wirkung und/oder in ihrer Potenz naturgemäss von LSD (bspw. ETH-LAD, AL-LAD, LSZ etc.). Bei den sogenannten 1-acylierten LSD-Verbindungen (bspw. 1P-LSD, 1V-LSD, 1B-LSD,ALD-52 etc.) wird im Gegensatz dazu aufgrund von pharmakologischen Untersuchungen vermutet, dass sie sich im Körper in LSD umwandeln (sie funktionieren als sogenannte Prodrugs) und somit eine vergleichbare psychoaktive Wirkung wie LSD entfalten.
Bei Prodrugs von LSD und LSD-Analoga ist nicht abschliessend geklärt, ob diese, neben ihrer psychoaktiven Wirkung, noch weitere pharmakologische Effekte bewirken können. Wie potent diese Prodrugs im Vergleich zur daraus entstehenden Substanz sind (z.B.1P-LSD hin zu LSD), und in welchem Ausmass jeweils eine Verzögerung des Wirkungseintritts erfolgt, ist möglicherweise substanzabhängig und nicht zu verallgemeinern. Daher ist es wichtig, sich vorsichtig an die Dosis/Wirkung heranzutasten, um Überdosierungen zu vermeiden.
Wenn Du oder jemand anderes nach der Einnahme von Drogen oder Alkohol dringend Hilfe benötigt, rufe unter 144 einen Notarzt. Sag den Nothelfenden alles, was Du weisst.
Es könnte Leben retten.