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Geschichte
Der Synagogenchor Zürich wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet und ist seit 1884, dem Jahr der Einweihung der Synagoge, fester Bestandteil der dort abgehaltenen Gottesdienste. Zuerst als gemischter Chor in der Praxis der damals herrschenden Religionsauffassung im Sog der Gleichberechtigung und Emanzipation des europäischen Judentums gegründet, wurde er um 1920 zu einem reinen Männerchor umgeformt.
Zunächst begleiteten und unterstützten die Synagogenchöre vor allem den Kantor – auch Chasan genannt – bei seinem Vortrag der Gebete. Diese entwickelten sich im 19. Jahrhundert immer mehr zu eigentlichen musikalischen Darbietungen. Im Verlaufe der Zeit entstanden für die Synagogenchöre auch spezielle Liedkompositionen, so dass Synagogenchöre heute vermehrt auch als eigenständiges Element zur Gestaltung der Gottesdienste beitragen.
Die Chormitglieder besitzen und leben unterschiedlichste jüdische Ausrichtungen. Allen gemeinsam ist die Freude am Gesang im kulturellen und religiösen Umfeld der Einheitsgemeinde ICZ, die eine offene und verbindende Haltung in der innerjüdischen Diskussion anstrebt.
Repertoire
Das Repertoire des Synagogenchores umfasst etwa 60 mehrheitlich synagogale Lieder und Chasan-Begleitungen. Es umfasst Werke klassischer Komponisten synagogaler Musik wie Samuel Naumburg (1815 – 1880), Salomon Sulzer (1804 – 1890), Emanuel Kirschner (1857 – 1938) und vor allem Louis Lewandowski (1821 – 1894). Dazu kommen Werke von Komponisten des 20. Jahrhunderts aus dem europäischen, amerikanischen und israelischen Kulturkreis wie Goldstein, Shlomo Carlebach, Max Ettinger sowie des Basler Komponisten Ludwig Epstein.