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Steigende Rohstoffkosten sowie die Verknappung von Komponenten treiben die Preise von Lithium-Batterien in die Höhe - dieses Phänomen wird auch als "Greenflation" bezeichnet. Man dürfte eigentlich annehmen, dass gestiegene Batteriepreise die Nachfrage nach Elektroautos schmälern. Der sogenannte Lithium-Ionen-Akku gilt in jederlei Hinsicht als Herzstück eines jeden E-Autos. Wie der Finanznachrichtensender CNBC berichtet, sehen die Analysten von Goldman Sachs bei Elektromobilitäts-Aktien trotzdem grosses Potenzial.
"Trotz der negativen Auswirkungen gestiegener Batteriepreise und geringerer Subventionen auf den Verkauf von Elektrofahrzeugen wird sich Greenflation wahrscheinlich auch positiv auswirken, da höhere Benzinpreise aufgrund höherer Rohölpreise Elektrofahrzeuge relativ gesehen wettbewerbsfähiger machen", so die Analysten von Goldman Sachs unter der Leitung von Kota Yuzawa in einer Forschungsnotiz vom 9. März.
Denn Autokäufer können bei einem Ölpreis von 100 Dollar ungefähr 850 Dollar pro Jahr sparen, wenn sie auf ein Elektrofahrzeug umsteigen, schätzt die Grossbank. Schon vor dem starken Anstieg des Erdölpreises wegen des Ukraine-Kriegs erwarteten Experten, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos von aktuell 5 Millionen Fahrzeugen in ein bis zwei Jahren auf mindestens zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr wächst.
Die Bewertungen der zahlreichen Elektroautohersteller sind in diesem Jahr im Zuge der Börsenturbulenzen wegen der Aussicht auf steigende Zinsen und dem Ukraine-Krieg überdurchschnittlich deutlich zurückgekommen. Gemessen am "iShares Electric Vehicles and Driving Technology UCITS ETF (Exchange Traded Fund)" beläuft sich das Kursminus seit Jahresbeginn auf 20 Prozent. Dies bietet Chancen.
Zu den Unternehmen, die den Preisanstiegen bei der Batterie wegen ihres "aggressiven" Geschäftsmodell widerstehen können, gehören für Goldman Sachs Tesla, VW, BYD und Toyota. "Wir heben Tesla, VW, BYD und Toyota angesichts ihrer vertikal integrierten Geschäftsmodelle und einzigartigen Technologiestrategien hervor", bemerkte Yuzawa.
Tesla mit neuer Batteriezelle
Die US-Grossbank bekräftigt ihr "Buy"-Rating für den Elektroautopionier Tesla, da das Unternehmen seit Jahren führend dabei sei, die Batteriekosten zu reduzieren. Goldman Sachs streicht bei ihrer Analyse insbesondere den Fakt heraus, dass Tesla bereits eigene Batterien produziert.
Zudem soll das Model Y im zweiten Quartal das erste gefertigte Fahrzeug sein, das mit der eigenen 4680-Batteriezelle ausgestattet wird - diese ist günstiger und kann mehr Energie speichern. Auf Sicht von zwölf Monate sieht die Bank ein Aufwärtspotenzial von 49 Prozent. Dies, nachdem die Tesla-Aktie seit Jahresbeginn um 25 Prozent zurückgekommen ist.
VW als «globaler Leader»
Goldman Sachs empfiehlt auch den deutschen Autokonzern VW zum Kauf und nennt den Konzern "den globalen Leader", wenn es um Investitionen in Zukunftstechnologien geht. Über die nächsten fünf Jahre werde VW 90 Milliarden Euro in Elektroautos, Software und Hybridfahrzeuge investieren. Für die Analysten von Goldman Sachs hat der Titel auf die Sicht von zwölf Monaten ein Aufwärtspotenzial von 74 Prozent. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6 ist die Aktie im Gegensatz zu Tesla - KGV von 162 - auch günstig bewertet.
Die Akten des japanischen Autobauers Toyota sieht Goldman Sachs 46 Prozent höher. Der Konzern habe seine eigene Batterieproduktion hochgefahren und die hauseigene Luxusmarke Lexus soll bis 2030 vollkommen auf elektrisch umgesattelt werden. "Wir sehen Toyota dank seiner starken Gewinnstruktur als einen der wenigen globalen Autohersteller, der in der Lage ist, eine vertikal integrierte Plattform für Elektrofahrzeuge zu bauen, einschliesslich Batterie- und Energieeffizienztechnologie", bekräftigen die Analysten von Goldman Sachs ihre positive Haltung.
Grosses Potenzial bei BYD
Im Batteriebereich mag Goldman Sachs den chinesischen Konzern BYD, in den auch Warren Buffett investiert ist. Die Analysten von Goldman Sachs heben die "technologischen Fortschritte" und die "führende Forschung und Entwicklung" hervor. Die US-Grossbank sieht die Aktie 59 Prozent höher. Das Unternehmen wird an den Börsen von Shenzhen und Hongkong gehandelt.
In einer separaten Notiz, die am 8. März veröffentlicht wurde, wählte Goldman Sachs zudem mehrere "langfristige Gewinner in der Batteriebranche" aus. Unter diesen ist auch der südkoreanische Batteriehersteller Samsung SDI, den Goldman Sachs zum Kauf empfiehlt. Die Analysten stellten die "starke Ertragsdynamik" des Unternehmens aufgrund seines schnell wachsenden Batteriegeschäfts fest.
"Steigende Rohstoffpreise stellen den langjährigen Konsens in Frage, dass die Batteriepreise in den kommenden zehn Jahren weiter sinken werden", sagten die Analysten von Goldman Sachs unter der Leitung von Nikhil Bhandari weiter. Er fügte hinzu, dass "Technologiediversifizierung und vertikale Integration die Schlüsselfaktoren für langfristige Gewinner in der Batterieindustrie sein werden". Zusammen mit Samsung SDI und BYD nannte Bhandari SK Innovation und LG Chem als Kaufempfehlungen in diesem Bereich.