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Das Schweizer Schulsystem geniesst weltweit einen guten Ruf. Kein Wunder also, dass sich internationale Schulen in der Schweiz grosser Beliebtheit erfreuen. Aufgrund des hohen Unterrichtsstandards des Schweizer Bildungssystems haben diese Schulen im Ausland ein hohes Ansehen.
Internationale Schulen haben in der Schweiz Tradition. Die erste, das Lyceum Alpinum Zuoz, öffnete 1904 ihre Tore. Später, in den sechziger und siebziger Jahren, erfolgte eine zweite Welle von Gründungen. Ursprünglich wurden die internationalen Schulen gegründet, um die Einwanderungsfamilien bei der Integration ihrer Kinder zu unterstützen. Die Möglichkeit, die Sprösslinge auf unkomplizierte Art und Weise schulisch einzugliedern, erhöhte die Attraktivität des Standorts Schweiz. In der heutigen Zeit der Globalisierung werden die Schulen aber längst nicht mehr nur von Expats besucht. Auch Schweizer Eltern interessieren sich vermehrt für internationale Schulen, da diese Abschlüsse anbieten, die international anerkannt sind. Viele Eltern glauben, dass das englischsprachige Umfeld für die Kinder in der heutigen Welt von grossem Vorteil ist. Andere Schweizerinnen und Schweizer arbeiten für internationale Unternehmen und wollen den Kindern bei einem allfälligen Umzug ins Ausland mit einer zweisprachigen Ausbildung den Eintritt in die neuen Schulen erleichtern.
Generell kann zwischen zwei Arten von internationalen Schulen unterschieden werden. Die erste Art Schulen richtet sich hauptsächlich an die Kinder von Expats. Die Schulen ermöglichen ausländischen Arbeitsnehmern, ihren Kindern während des Aufenthalts in der Schweiz eine gute Schulausbildung zu ermöglichen. Da die Expats die Schweiz oft nach einigen Jahren wieder verlassen, findet der Unterricht auf Englisch statt und ist international ausgerichtet. Auf der ganzen Welt werden in internationalen Schulen ähnliche Inhalte unterrichtet. So können die Kinder nach einigen Jahren ohne grosse Probleme in eine Schule in einem anderen Land wechseln. Weiter verfügt die Schweiz über internationale Schulen, die auf einen Themenbereich spezialisiert sind und sich an Studierende aus dem Ausland richten. Dazu gehören etwa Tourismusschulen wie die „César Ritz Colleges“ oder Gastronomieschulen. Die Schulen stehen in engem Kontakt mit den Herkunftsländern der Studierenden. Während einige Schulen ein äusserst wohlhabendes Klientel ansprechen, richten sich viele Tagesschulen an die sogenannten „Businessnomaden“ der grossen Unternehmen. Doch selbst die Tagesschulen kosten pro Jahr bereits 20’000-30’000 Franken.
Die Wahl der passenden internationalen Schule stellt sich als nicht ganz einfach dar. Die Schulen arbeiten mit sehr unterschiedlichen Lernmethoden, einer breiten Palette an Lehrplänen und verleihen Schulabschlüsse verschiedenster Länder. Es ist empfehlenswert, sich für die Wahl der Schule genügend Zeit zu nehmen und sich intensiv mit den einzelnen Schulen auseinanderzusetzen. Abhilfe schaffen kann beispielsweise die Webseite Schoolfinder. Auch das Bildungsportal www.ausbildung-weiterbildung.ch zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auf.
Die etwas unübersichtliche Schullandschaft wird dadurch vereinfacht, dass 48 internationale Schulen der „Swiss Group of International Schools“ angehören. Die Organisation entstand 1966 während einer Konferenz in Lugano. Die Schulen bieten Unterricht auf allen Altersstufen an, von der Primarschule bis hin zur Mittelschule. Die SGIS ist eine gemeinnützige Organisation. Das Ziel der Organisation besteht unter anderem darin, ein Netzwerk zwischen den einzelnen Schulen zu erstellen, die Probleme der internationalen Schulen anzusprechen und schulübergreifende Events zu ermöglichen. Mitglieder dieser Organisation sind etwa die „Accademia International School“ in Basel oder die „Hull’s School Zurich“.
Ein Beispiel für eine internationale Schule in der Schweiz ist die Swiss International School. Diese Tagesschule bietet an acht Standorten (darunter etwa Zürich Männedorf mit 102 Schülern und Basel mit 590 Schülern) in der Schweiz zweisprachigen Unterricht an. Englisch und Deutsch sind im Unterricht gleichberechtigte Sprachen. Die Schule hat den Selbstanspruch, einerseits lokal verankert, andererseits aber auch international ausgerichtet zu sein. Die Schule wird von den kantonalen Behörden anerkannt. Da sich der Unterricht am kantonalen Lehrplan orientiert, ist ein Übertritt aus der Volksschule immer möglich. An der „Swiss International School“ besteht neben der Schweizer Matura auch die Möglichkeit, das „International Baccalaureate“ zu erlangen. Dieses ermöglicht das Studium an Schweizer Universitäten sowie an internationalen Hochschulen.
Eine andere internationale Schule, das Institut Montanta Zugerberg befindet sich im Kanton Zug. In dieser Schule sind Schülerinnen und Schüler aus über vierzig Ländern eingeschrieben. Es werden Schülerinnen und Schüler aufgenommen, deren Eltern einen Wohnsitz im Kanton Zug haben. In einem sechsjährigen Schulprogramm kann das „International Baccalaureate“ Diplomprogramm absolviert werden. Wer gerne an einer amerikanischen Universität studieren möchte, kann ein vorbereitendes High School Diplom absolvieren. Die Schweizer Maturität kann einsprachig oder zweisprachig erlangt werden. Die Kosten für ein Schuljahr belaufen sich auf 31’200 Franken.
Internationale Schulen sind heute als Konkurrenz der staatlichen Schulen anzusehen und stellen auch für Schweizer Schülerinnen und Schüler eine interessante Option dar. Wie „swissinfo“ berichtet, haben die internationalen Schulen seit 2015 mit weniger Immatrikulationen zu kämpfen. Während des ersten Jahrzehnts des zwanzigsten Jahrhunderts zogen viele Firmen in die Schweiz und hatten Arbeitskräfte aus dem Ausland im Schlepptau. Es entstanden vielerorts neue, auf die wachsende Zahl junger Expats ausgerichtete Schulen. Mittlerweile erstellen die Firmen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen oft weniger grosszügige Arbeitsverträge, welche die Bezahlung der Studiengebühren nicht beinhalten. Deshalb verringert sich die Anzahl Schüler. Allerdings gilt der Rückgang nicht für alle Regionen. Im Kanton Genf etwa, in dem sich viele internationale Organisationen wie die UNO befinden, sprechen Schuldirektoren gar von Wartelisten.
Eine mögliche Erklärung für den Rückgang der Schülerzahlen (im Kanton Zürich) ist, dass im Jahr 2013 der Zugang zu internationalen Schulen für Schweizer Schülerinnen und Schüler erschwert worden ist. Seither wird unter anderem die Zulassung zu den drei englischsprachigen Schulen des Kantons limitiert. Interessierte Schweizer Eltern müssen beweisen können, dass sie in absehbarer Zeit im Ausland arbeiten werden und der Besuch einer internationalen Schule deshalb von Bedeutung ist oder dass die Kinder ihre Schullaufbahn bereits in der Vergangenheit auf Englisch absolviert haben.
Wer über eine internationale Schule nachdenkt, sollte sich auch einiger eventueller Schwierigkeiten bewusst sein. Für gewisse Kinder stellt es ein Problem dar, dass in internationalen Schulen die Klassenkameraden oft wechseln und längerfristige Freundschaften zum Teil schwierig sind. Man findet nicht unbedingt Freunde, sondern „Schicksalskollegen“ für eine gewisse Zeit. Trotzdem absolvieren viele Schülerinnen und Schüler die Schulzeit mit grosser Freude, da sie durch den Besuch dieser Schulen ihre Träume verwirklichen können. Wer etwa gerne in den USA studieren möchte, dem ermöglicht der Besuch einer internationalen Schule den Eintritt in eine amerikanische Universität.
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