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«Die Nordwestpassage ist offen. Mein Kindheitstraum ging in Erfüllung. Da ist ein seltsames Gefühl in meiner Kehle. Ich bin ausgelaugt und erschöpft, aber ich spüre die Tränen in meinen Augen…» Im August 1906 trug der Norweger Amundsen seine Gefühle in sein Logbuch ein. Er war der erste Seemann, der die Nordwestpassage durchsegelte. Auch Anne Quéméré (www.anne-quemere. com) träumt davon, diese berühmte Seeroute zwischen dem Pazifik und dem Atlantik im Alleingang zu schaffen. Die Seefahrerin wird diesen Sommer versuchen, ihren Weg durch das arktische Eis zu bahnen und die rund 3000 km zwischen den kanadischen Dörfern Tuktoyaktuk und Pond Inlet mit dem Antrieb der Sonne zurückzulegen.
Hochbeständige Photovoltaikmodule
Zum Einsatz kommt das Boot, mit dem die Bretonin 2011 den Pazifik überquert hatte, ausgestattet mit eigens dafür vom CSEM gebauten Photovoltaikmodulen. «2015 hatte ich einen Versuch mit dem Kajak unternommen, und zwar zusammen mit Öko-Forscher Raphaël Domjan, der für seinen Stratosphärenflieger Solarstratos mit dem CSEM zusammenarbeitet », berichtet Anne Quéméré. «Schnell wurde klar, dass das Schweizer Zentrum der ideale Partner sein würde, um eine stoss- und wetterfeste Lösung für mein Abenteuer zu entwickeln. » Das Resultat kann sich sehen lassen: das Solarboat Icade ist ein leichtes und flexibles Wasserfahrzeug von 20 Fuss, etwa 6 m, das Ende April in Concarneau getauft wurde. Lassen es die Wetterbedingungen zu, wird die Seefahrerin ihre Expedition Ende Juni antreten, da die Passage zwingend vor Ende September durchquert werden muss.
Bessere Nutzung der Sonnenenergie
«Um diese Herausforderung zu meistern, mussten wir sämtliche Phasen der Konzeption und Photovoltaikintegration sowie die Implementierung eines optimierten Energiemanagementsystems überdenken. Wir waren begeistert, weil wir davon überzeugt sind, dass die Sonnenenergie in der Nautik zu wenig genutzt wird», erläutert Christophe Ballif, Direktor des CSEM PV-Centers. «Unsere Tests zeigen, dass bestehende Ansätze verbessert werden können; wir sind heute in der Lage, den Branchenakteuren unser Know-how zur Verfügung zu stellen und dadurch die Akzeptanz ihres Einsatzes zu steigern.» Die Expedition Arctic Solar by Icade zielt darauf ab, dieses Potenzial zu bestätigen und gleichzeitig der Initiantin zu ermöglichen, ein grossartiges menschliches Abenteuer zu verwirklichen. Es ist auch eine grosse Lektion in Sachen Demut, denn wie eine Weisheit der Inuit besagt, «in der Arktis sind Zeit und Eis die einzigen Meister».
Das CSEM PV-Center bietet Privatpersonen und Fachleuten hocheffiziente PV-Ansätze und -Lösungen. Die PV-Module zeichnen sich durch Leichtigkeit, Flexibilität, sehr hohe Beständigkeit bei Hitze, Kälte, Frost, Temperaturschwankungen, UV-Strahlen sowie Salzfestigkeit aus. Sie halten ein menschliches Gewicht aus und lassen sich perfekt in ein Boot integrieren. Die Materialien sind speziell auf alle äusseren Widrigkeiten und Einflüsse abgestimmt. Die Module gibt es massgeschneidert was die Farbe und das Design betrifft. Die CSEM-Experten realisieren die vollständige Umsetzung von der Aufgabe bis zum fertigen Modul, bei Bedarf inklusive Energiemanagement und Energiespeicherlösungen.
Technische Daten:
■ Gewicht: zwischen 1,5 und 2,5 kg/m2
■ Schichtdicke: ab 1 mm
■ Solarzellen: Sunpower IBC (Wirkungsgrad >23,5 %)
■ Spannung: vielseitige Palette
■ Spezifische Testergebnisse: nach IEC 61215-Standard
Das CSEM (Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique) ist ein schweizerisches Forschungs- und Entwicklungszentrum (öffentlichprivate Partnerschaft), das sich auf Mikro- und Nanotechnologie, Mikroelektronik, Systems Engineering, Photovoltaik und Kommunikationstechnologien spezialisiert hat. Rund 450 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diversen wissenschaftlichen und technischen Bereichen arbeiten für das CSEM in Neuenburg, Alpnach, Muttenz, Landquart und Zürich.