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Die Vaterschaft wird bei Geburt des Kindes während der Ehe von Gesetzes wegen dem Gatten zugeschrieben. Die Vaterschaft wird somit ohne jegliche weitere Abklärung angenommen und es ist keine Anerkennung notwendig. Dies ändert sich auch nicht, wenn jemand Drittes die Vaterschaft für sich proklamiert, sprich die Vaterschaft des Gatten bestreitet. Der Gatte bleibt der vermutete Vater. Um dies, das heisst die vermutete Vaterschaft, zu ändern, ist eine gerichtliche Anfechtung der Vaterschaft des Gatten vor Gericht notwendig.
Ein durch Anerkennung begründetes Kindesverhältnis von Vater und Tochter/Sohn kann, wie bei der Vaterschaft(-svermutung), ebenfalls gerichtlich angefochten werden. Im Unterschied zur Anfechtung der Vaterschaft sind bei der Anfechtung des Kindesverhältnises jedoch nicht die gleichen Personen zur Klage legitimiert.
Die Vaterschaft anfechten: Klagelegitimation
Wie oben erwähnt, kann eine Vaterschaft vor Gericht angefochten werden. Hierzu legitimiert ist natürlich insbesondere der Gatte der frisch gebackenen Mutter, also der Mann, dem die Vaterschaft durch Vermutung von Gesetzes wegen zugeschrieben wird. Sollte dieser nicht mehr leben, so geht das Klagerecht auf seine Verwandten über.
Hierbei gilt es zu beachten, dass er dies bis spätestens 1 Jahr nach Kenntnisnahme der (1) Geburt des Kindes sowie (2) der Kenntnisnahme einer möglichen Zeugung des Kindes durch einen anderen Mann tut. Allerspätestens muss eine Vaterschaftsklage jedoch bis zum Abschluss des 5. Altersjahres des Sohnes resp. der Tochter gerichtlich erfolgen. Dies hat wahlweise am Wohnsitz einer der beteiligten Personen zu geschehen.
Neben dem Gatten – und somit dem vermuteten Vater – kann auch der Sohn oder die Tochter des Ehepaares die Vaterschaft anfechten. Dies jedoch nur, wenn die Eltern sich vor dem 18. Lebensjahr des Kindes räumlich getrennt haben. Dazu muss der Sohn oder die Tochter die Anfechtung der Vaterschaft vor dem 19. Lebensjahr gerichtlich am Wohnsitz einer der involvierten Personen anfechten.
Die Kindesanerkennung anfechten: Klageligitimation
Wie die Vaterschaft, kann auch eine Kindesanerkennung vor Gericht angefochten werden. Hierzu legitimiert sind insbesondere
- der Mann, der das Kind anerkannt hat, sofern er die Mutter des anerkannten Kindes geehelicht hat
- seine Wohngemeinde und Heimatgemeinde
- die Mutter
- das Kind, wenn während seiner Minderjährigkeit der gemeinsame Haushalt der Ehegatten aufgehört hat oder die Anerkennung erst nach Vollendung seines 12. Lebensjahres erfolgt ist
Ist das Kindesverhältnis aber nur zur Mutter gegeben, das heisst, die Mutter und der Mann, der das Kind anerkannt hat sind nicht verheiratet, dann kann die Kindesanerkennung von jedermann angefochten werden, der ein ausreichendes Interesse darlegen kann. Insbesondere aber
- das Kind
- nach dessen Tod seine Nachkommen
- die Mutter
- sowie die Wohngemeinde und Heimatgemeinde des Anerkennenden
In den soeben aufgezeigten Konstellationen muss die Anfechtung des Kindesverhältnisses binnen eines Jahres beim Gericht eingehen ab dem Zeitpunkt
- wo der Kläger von der Anerkennung Kenntnis erlangt hat
- und von dem Umstand erfahren hat, der Anerkennende sei nicht der Vater
- oder dass eine andere Person als Vater in Frage kommen könnte aufgrund sexuellen Verkehrs während des vermuteten Empfängniszeitraumes mit der Mutter des anerkannten Kindes
Allerspätestens aber 5 Jahre nach dem Tag der Anerkennung des Kindesverhältnisses. Dies hat wahlweise am Wohnsitz einer der beteiligten Personen zu geschehen.