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Von hochsommerlich bis frühwinterlich
Der vergangene Herbst bot uns alle Varianten einer Übergangsperiode. Nach einem milden und trockenen September folgte ein feuchter Oktober, und zum Schluss kamen wir in den Genuss eines «goldenen» Novembers mit viel Sonne und einem Wechselbad der Temperaturen. Insgesamt wurde der Herbst 20 zu sonnig, zu mild und normal befeuchtet.
Sommerlicher September
Mit 17,2° (normal 15.1°) wurde der September wärmer als ein durchschnittlicher Juni. In der Mitte des Monats und damit relativ spät wurden drei Hitzetage in Serie mit Maximaltemperaturen über 30° gemessen. Nach der Norm 1961 bis 90 hätte es nur zu einem «halben» Hitzetag gereicht. Zum Wärmeüberschuss haben auch 14 statt 6 Sommertage mit einem Maximum von 25° beigetragen. Gleichzeitig haben wir an unserer Station einen Überschuss von 33 Prozent an Sonnenstunden gemessen (219 statt deren 166). Verantwortlich dafür waren Hochdruckgebiete in der ersten Septemberhälfte. In dieser Zeit fiel fast kein Niederschlag. Der Regen kam erst in der letzen Septemberwoche, als eine markante Kaltfront vom Nordatlantik her einen Temperatursturz um 10 Grad verursachte und kräftigen Niederschlag hervorrief. In den Alpen fiel Schnee bis 1000 Meter. Insgesamt erhielten wir nur drei Viertel des durchschnittlichen September-Niederschlages.
Oktober und November mit vertauschten Rollen
Der sonst oft sonnige und trockene Oktober fiel dieses Jahr sehr gegensätzlich aus: trüb, doppelt so feucht (110 statt 52 Liter pro m2), nur halb so sonnig wie üblich (66 statt der normalen 122 Sonnenstunden), dazu eine Durchschnittstemperatur, die leicht über der üblichen lag (10,7° statt 10,4°). Nach dem warm-trockenen September fühlte sich der Herbstmonat feucht und kühl an. Verantwortlich waren tiefer Luftdruck und anhaltend feuchte Atlantikluft in der ersten Monatshälfte. Allerdings fehlten Tage mit Reif vollständig, und auch Tage mit Nebel waren nur halb so häufig wie üblich.
Der November trumpfte dagegen mit viel Sonne und wenig Niederschlag auf. Der goldene Oktober wurde in den November «verlegt». Wir registrierten eineinhalbmal soviele Sonnenstunden wie üblich, das bunte Laub trug das seine zum freundlichen Eindruck des Monats bei. Lang andauernder hoher Druck in Mittel- und Osteuropa waren verantwortlich für das trockene und sonnige Wetter. Die Niederschläge erreichten mit 18 mm nur 30 Prozent der Norm. Sowohl in der ersten wie in der zweiten Monatshälfte gab es eine 10-tägige Trockenperiode.
Rekordtemperaturen
Anfangs November wurde mit einer ausgeprägten Südwestströmung äusserst warme Luft herangeführt. Sie brachten unserer Station am 2. Nov mit 22,0° fast einen neuen Novemberrekord. In dieser Strömung war am 7. Nov. auch Saharasstaub eingelagert, die den Himmel leicht trübte. Am 15. wurde es mit 19,7° erneut sehr mild. Erst in der letzten Monatsdekade wurden die Temperaturen jahreszeitenüblich. Es gab vier Frosttage (statt deren acht) mit einer Minimaltemperatur von weniger als 0 Grad; und nur an einem (statt an fünf) Tagen steckten wir im Nebel, was durchaus angenehm war. In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember fiel termingerecht Schnee, das erste Mal seit
dem 17. November 2019. Der November wurde insgesamt um 1,9° zu warm (Durchschnittstemperatur 6,9° statt 5,0°).
Vegetation und Ernte
Der Laubfall lag zeitlich in der Norm, er verlief etwas später als im vergangenen Jahr. Die Reifung der Früchte wurde durch den feuchten Oktober wenig beeinträchtigt, die Obst- und Rebenernte in unserer Region fiel gut aus, sowohl qualitativ wie quantitativ. Günstig war das feuchte Wetter für die Entwicklung der Pilze, die zeitweise kräftig aus dem Boden schossen.
Meteorologischer Verein der Region Basel
Max Baumann, Albert Braun
|Herbst 2020||Norm 1961 - 90|
|Temperatur||11.6°||10.1°|
|Niederschlag||176 mm||173 mm|
|Sonnenschein||406 Std.||365 Std.|