Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/1825

- Home
Familie Safra
Familie Safra
Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, hat sich mit Joseph Safra der – wahrscheinlich – reichste Bankier der Welt in Crans-Montana VS niedergelassen. Bei der Gemeinde will man nichts davon wissen, beim Basler Geldhaus J. Safra Sarasin dagegen wird der Wohnsitz bestätigt. Safra, 1938 in Beirut als jüngstes von neun Kindern in eine Familie orientalischer Juden mit langer Banking-Tradition geboren, zählt zu den schillerndsten Bankiers. Der Clan zog zuerst nach Mailand, dann nach Brasilien, wo der Vater Jacob Safra in São Paulo die Banco Jacob Safra gründete. Nach seinem Tod übernahmen Joseph und sein Bruder Moise die Bank, die sie später in Banco Safra umbenannten. Bruder Edmond war bereits 1957 in die Schweiz gezogen; er kam 1999 in Monte Carlo bei einem Brand ums Leben.
Seit 2006 ist Joseph Safra Alleinherrscher über die Safra Gruppe, eine riesige Ansammlung von Banken sowie Investment- und Beteiligungsfirmen. Dazu zählt ein Anteil von 50 Prozent am Bananenproduzenten Chiquita Brands International. Auch ein grosses Immobilienportfolio gehört zur Gruppe, so Grundstücke in den USA oder der in London von Norman Foster für die Swiss Re erbaute Wolkenkratzer, vom Volk spöttisch «The Gherkin» genannt. In der Schweiz hält Safra seit 2000 mit dem Kauf der Uto Bank eine Banklizenz. 2014 folgte die Übernahme der Basler Sarasin.
Ebenfalls in der Schweiz, in Genf, lebt Joseph Safras Sohn Jacob. Das älteste von vier Geschwistern ist zuständig für die Bankgeschäfte ausserhalb Brasiliens, so für J. Safra Sarasin in Basel oder für die Safra National Bank of New York. Seine Brüder David und Alberto leiten in Brasilien die Banco Safra.
(Stand: Dezember 2017)