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Ueli Schweizer, Hagneck
Im letzten Heft des „info2575“ macht sich die Redaktorin Brigitte Gross Gedanken zum etwas erneuerten Erscheinungsbild der Publikation und sucht Leser und Leserinnen, die gewillt wären, etwas zu schreiben:
„… geben Sie sich einen kleinen Ruck …“ Nun, das habe ich gespürt und als Erstes mal geschaut, was ein Editorial eigentlich ist; denn als „Mit-Korrektor“ habe ich mich das schon öfters gefragt. Hier also die Definition nach „Wikipedia“:
Das Editorial (englisch, ins Deutsche übernommenes Lehnwort) beschreibt in der Regel das Vorwort des Herausgebers oder Chefredakteurs in einer Zeitschrift oder den Leitartikel einer Zeitung (Hauptbedeutung)…
Dann folgen weitere Erklärungen, Ergänzungen – Sie können das selber nachlesen. Aber ein Satz hat mir noch Eindruck gemacht:
… ein Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel, der die Meinungen der Redakteure oder Verleger widerspiegelt …
Also wie ist das jetzt? Müsste also Brigitte Gross jedes Editorial selber schreiben und gerade ihre Meinung zu den eingereichten Texten wiedergeben? Vielleicht gilt das aber nur für Männer, denn die weibliche Form „Redaktorinnen und Verlegerinnen“ kommt im obigen Text nicht vor.
Und was würden Sie, liebe Leserin, lieber Leser davon halten, wenn Sie jetzt im Editorial lesen würden, dass der Artikel von X. Y. der Meinung der Redaktorin diametral entgegenstehen würde; dass sie aber die Ansicht des Artikels von Y. X. vollkommen teilen würde?
Ich habe dann noch etwas weitergesucht und Hilfen gefunden, wie „man“ ein Editorial schreiben sollte (z.B. https://www.helpster.de/ein-editorial-schreiben_172630, bzw. https://editorial-blog.de/editorial-schreiben-tipps-fuer-corporate-magazine/). Daraus einige Sätze:
Durch das Editorial wollen Sie Ihre Leserschaft also behutsam an den nachfolgenden Volltext heranführen.
Also müsste eigentlich in unserem Fall diejenige Person, die den wichtigsten Beitrag beigesteuert hat, das Editorial schreiben. Aber welches ist der wichtigste Text? Wenn ich bei dieser Anleitung weiterlese, merke ich, dass diese Anleitung für das „info2575“ nicht ganz stimmen kann. Da hilft mir der zweite Link doch etwas weiter, besonders Tipp 4:
Werden Sie persönlich: Gehen Sie in sich und lassen Sie den Leser an Ihren Erfahrungen teilhaben. Mit einer Anekdote geben Sie persönliche Einblicke. Werfen Sie kontroverse Fragen auf, mit denen sich der Leser direkt angesprochen fühlt. Überraschen Sie Ihre Leser mit neuen Ansichten über altbekannte Themen. Auch das bewusste Provozieren sorgt für Aufmerksamkeit.
Wow! Das ist es, was wir brauchen! Entspricht der Text von Brigitte Gross im letzten Heft nicht genau diesem Muster? Hat unsere Redaktorin wohl genau diesen Tipp gelesen und danach geschrieben? – Oder hat sie ein Naturtalent zum Schreiben, wie auch zum Fotografieren?
Auf jeden Fall herzliche Gratulation unserer Redaktorin – und allen Leserinnen und Lesern wünsche ich Mut zum Schreiben.
Der kleine Ruck hat auf jeden Fall bei mir gewirkt.