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Wie Medien vor Ort vergangene Woche berichteten, werfen sie dem Konzern vor, ihr Getreide mit dem genetisch verändertem Maissaatgut „Viptera“ verunreinigt beziehungsweise es ab 2011 nach der Genehmigung durch die US-Behörden angeboten zu haben, bevor China seine Importerlaubnis dazu gab.
Von Syngenta sei jedoch die Ankündigung erfolgt, eine Genehmigung stehe „unmittelbar bevor“. Das sei jedoch erst im Dezember 2014 der Fall gewesen, heisst es von Seiten der Prozessbeobachter, die das vergangene Woche gestartete Verfahren begleiten. Zuvor seien die Lieferungen jedoch ab der zweiten Jahreshälfte 2013 zurückgewiesen worden, und zwar auch diejenigen von Landwirten, die „Viptera“ nicht verwendet hätten.
Der Grund dafür bestehe darin, dass das Getreide in vielen Speichern und von Spediteuren vermischt worden und somit nicht klar zurückzuverfolgen gewesen sei. Die Landwirte fordern nun eine Entschädigung von insgesamt 200 Mio. USD (194 Mio. Fr.). Darüber hinaus sei Syngenta für die starke Beeinträchtigung eines zunehmend wichtigen Exportmarktes für US-Mais verantwortlich, so die Kläger.
Das habe in der Folge dazu geführt, dass die Preise nachhaltig unter Druck geraten seien. Bis China seine Erlaubnis gegeben habe, seien dort bereits Liefervereinbarungen mit anderen Ländern getroffen worden. Die Kläger schätzen den ökonomischen Gesamtschaden auf 4,7 Mrd. USD (4,55 Mrd. Fr.) bis 5,8 Mrd. USD (5,61 Mrd. Fr.).
Syngenta wies die Vorwürfe zurück, bei der Einführung seiner Sorte einen Fehler begangen zu haben oder mit der Preisentwicklung in Verbindung zu stehen. Es handele sich um ein Produkt, das von den Landwirten gebraucht und gewünscht worden sei. Indes dürfte eine Schadensersatzforderung nun im Umkehrschluss auf China zurückfallen, nachdem Syngenta sich bald in der Hand der staatseigenen Unternehmensgruppe ChemChina befinden wird.