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Um sich die Errungenschaften des Schulwesens im 19. Jh. vorstellen zu können, muss man sich die prekären Zustände der vorangehenden Zeit vor Augen führen: Fehlen einer allgemeinen Schulpflicht, Abhängigkeit des Lehrerlohns von der Schülerzahl, ungeeignete Unterrichtszimmer und mangelhafte Ausbildung der Lehrpersonen. Um diesen Missständen zu begegnen, wurde 1833 das erste thurgauische Schulgesetz erlassen. Damit waren die Gemeinden unter anderem gezwungen, gesetzeskonforme Schulräumlichkeiten zu schaffen. Im Kontext dieser Entwicklung ist der Bau des Pestalozzi-Schulhauses zu sehen, welches mit seinen dreizehn Fensterachsen einen der grössten Schulhausbauten seiner Zeit darstellt. Das von Baumeister Rudolf Hofmann geschaffene Gebäude ist ähnlich dem ebenfalls von ihm erbauten Haffterhaus (vgl. 7) in einer sparsamen klassizistischen Form gehalten. Dafür typische Elemente sind die symmetrische Form, die Betonung der Mitte mit Giebel und Portal sowie das Hervorheben der Ecken.
Zeitlich verzögert trat die körperliche Ertüchtigung ins Blickfeld der Erziehung. So wurde 1901 hinter dem Schulhaus eine Turnhalle errichtet, deren Funktion an den Seitenfassaden durch die nach oben versetzten grosszügigen Fensteröffnungen sichtbar wird.
Baujahr: 1840, 1901 Turnhalle
Architektur: Rudolf Hofmann, Islikon
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Pestalozzi-Schulhaus und Pestalozzi-Turnhalle
AdresseRathausstrasse 22, 8570 Weinfelden
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz