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Tausalz und Strassendreck: das sind die Substanzen, die in verschiedener Konzentration in der Serie „Der erste und der letzte Schnee“ bildwirksam werden. Während des Winters 2020/21 sammelte ich entlang von Strassenrändern Schneeproben, die ich anschliessend in der Wärme des Ateliers auf Glasplatten schmelzen liess. Die sich dabei bildenden kleinen Pfützen wiesen je nach Verschmutzungsgrad des Schnees unterschiedliche Trübungen auf.
Als das Schmelzwasser langsam verdunstete, setzten sich die Schmutzparikel und kristallisierte das gelöste Tausalz auf der gläsernen Unterlage ab. Die so erhaltenen Präparate fotografierte ich mit der Grossformatkamera (20 x 25 cm) im nur durch die Glaskanten eintreffenden Licht. In diesem „Streiflicht“ scheinen die kristallinen Strukturen des ausgefällten Salzes hell auf und heben sich so ab von der dunklen Körnung der Schmutzpartikel.
Die grossformatigen Abzüge zeigen kontrastreich auf, welche eigenartigen (Salz)blüten der erste und der letzte Schnee des Winters treiben kann, wenn er augenzwinkernd vom Rand unserer verschmutzten Winterstrassen geschöpft und ins richtige Licht gerückt wird.