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In diesem Beitrag wird gezeigt, was bei einem Usability-Test zu beachten ist.
Usability-Test
Im Rahmen eines Usability-Tests bearbeiten Testpersonen mit dem zu untersuchenden Produkt realistische Aufgaben, wobei sie von Usability-Expertinnen und -Experten beobachtet werden. Auf Basis der Äusserungen der Probanden, Beobachtungen der Testleitenden oder auch auf Grund von Messungen (z.B. Zeitdauer für die Aufgabenbearbeitung) können Probleme im Umgang mit dem System erkannt und Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet werden.
Entscheidend für die Nutzenden der Untersuchung ist eine möglichst repräsentative Auswahl von Testpersonen. Zwar lassen sich bereits mit 4-6 Personen verlässliche Ergebnisse erzielen, üblicherweise werden aber 8-12 Personen als Probanden herangezogen.
Usability-Tests können in verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichem technischen und finanziellen Aufwand durchgeführt werden. Interaktionen der Testpersonen werden mit Hilfe einer speziellen Software (z.B. Techsmith Morae) aufgezeichnet. Dabei werden z.B. Mausklicks aufgenommen oder die Mimik der Probanden per Webcam mitgeschnitten. Die Teilnehmenden werden zudem aufgefordert, gleichzeitig ihre Handlungen zu beschreiben (Methode des lauten Denkens). Das aufgezeichnete Video (oder Ausschnitte davon) kann nach dem Test gemeinsam mit den Probanden diskutiert werden (Post-Video-Session/Retrospektives lautes Denken). In der Praxis werden Usability-Tests häufig mit Interviews, Fragebögen oder einer Eyetracking-Analyse kombiniert.
Pro Person sollte die Testdauer nicht mehr als 1.5 Stunden betragen, da die Qualität der Ergebnisse sonst abnehmen kann. Aus diesem Grund gilt es vorher die Funktionen oder Tasks zu bestimmen, welche man mit dem Usability-Test untersuchen will.
Für die Durchführung solcher Tests ist die Ausarbeitung eines Ablaufplans erforderlich, der entsprechende Testaufgaben und Testszenarien beinhaltet. Weitere Arbeitsschritte umfassen die Rekrutierung von Testteilnehmenden, die Durchführung und Videoaufzeichnung der Tests, sowie die Auswertung der Videoaufzeichnungen und Notizen. Zudem ist ein Raum notwendig, in dem die Tests störungsfrei und unter immer gleichen Bedingungen für alle Teilnehmenden durchgeführt werden können (z.B. unser speziell auf solche Untersuchungen ausgelegtes Usability Lab).
Trotz des hohen Aufwands, stellen Produkttests mit Anwenderinnen und Anwendern nach wie vor das zentrale Element für die Durchführung von umfassenden Usability-Evaluationen dar. Der grosse Vorteil dieser Methode ist der unmittelbare Einblick in die Interaktion eines Anwenders mit einem Produkt und damit das einfache Erkennen realer Nutzungsprobleme.
Weiterführende Literatur
- Greifeneder, E. (2012). Does it matter where we test? Online user studies in digital libraries in natural environments. Humboldt Universität Berlin, IBI: Dissertation.
- Symonds, E. (2011). A practical application of SurveyMonkey as a remote usability-testing tool, Library Hi Tech, Vol. 29 (3), S. 436-445. Verfügbar unter http://www.emeraldinsight.com/journals.htm?articleid=1949303.