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Früher versickerte das Abwasser auf dem Gipfel des Titlis auf 3020 Metern üM ungenutzt und umweltbelastend. Heute wird es aufbereitet und für Toiletten und Schneekanonen verwendet. So konnte die Abwasserqualität massiv verbessert und zugleich der tägliche Bahntransport von Wasser sowie der Frischwasserverbrauch auf je die Hälfte reduziert werden.
Während das Abwasser bis anhin nach einer chemischen Fällung und Separierung vor Ort versickerte, wird es heute aufbereitet und wieder verwendet. Dazu wurde auf dem Gipfel auf 3020 Metern eine biologische Abwasserreinigungsanlage mit nachgeschalteter Ultrafiltrationsmembrane (Membran-Bio-Reaktor, MBR) erstellt. Diese bereitet die diversen Abwässer aus Küche und Toiletten zur Wiederverwendung auf.
An durchschnittlichen Tagen werden auf dem Titlis 2'000 Besucher gezählt, an Spitzentagen können es gegen 4'000 sein. Umweltschutz-, ökonomische Aspekte, Platz- und Logistikprobleme standen deshalb im Vordergrund, als für die Titlis-Restaurants das Abwasserkonzept neu geplant wurde.
So standen zwei Möglichkeiten im Vordergrund: entweder eine Pipeline zum nächsten Kanalisationsanschluss – eine Gondelbahnstation tiefer - zu bauen, oder das Abwasser vor Ort zur Wiederverwendung aufzubereiten. Die zweite Variante erhielt aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen den Vorzug. Da das Platzangebot erheblich eingeschränkt ist, wurde eine biologische Hochleistungsanlage mit Ultrafiltration (MBR) als beste Lösung angesehen. Diese arbeitet mit einer Biomasse, die bis zu fünfmal aktiver ist als jene einer herkömmlichen Anlage. Dadurch konnte die Grösse der zwei Biologiebecken beträchtlich reduziert werden. Die biologische Leistung und der Durchfluss der Ultrafiltration sind auf maximal 2000 Liter Abwasser pro Stunde ausgelegt. Der Puffertank fasst 20'000 Liter und hilft, die Abwasserspitzen während des Tages aufzufangen und biologisch gleichmässig über 24 Stunden zu beschicken. Der Nitrifikationsbehälter mit einem Volumen von 16'000 Litern, der Denitrifikationsbehälter mit 8'000 Litern und alle übrigen Verfahrensprozesse wie Entfettung, Vorfiltration, Belüftung und Ultrafiltration liegen dicht beieinander, um den beschränkten Platz effizient zu nutzen.
Der Membran-Bio-Reaktor erlaubt mit Hilfe einer nachgeschalteten Ultrafiltration die Abtrennung der Biomasse und deren Rückführung in den Reaktor. Somit bleiben die Bakterien im Biologiebecken zurück; mineralisierte Substanzen dagegen werden ausgeschleust. Das Filtrat besteht daher aus klarem Salzwasser ohne jegliche Partikel, Bakterien oder Stickstoff und kann erneut für die Toilettenspülung oder für den Einsatz der Schneekanonen gebraucht werden. Das restliche gesäuberte Wasser läuft in Umgebung ab.
Die vier Restaurants mit Küchen und zahlreichen Toiletten produzieren täglich bis zu 20’000 Liter Abwasser, was sich immer mehr als logistisches Problem erwies. Mussten früher täglich zwischen 15 bis 20 Kubikmeter Frischwasser auf den Gipfel transportiert werden, wird heute das Spülwasser für die Toiletten aus der hauseigenen Kläranlage bezogen. Somit ergibt sich mit der neuen Anlage eine Reduktion der Frischwassereinspeisung von gegen 50 Prozent, was nicht nur ökologisch von Vorteil ist, sondern auch ökonomisch aufgrund der Kosten für den Seilbahntransport äusserst positiv zu Buche schlägt.