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Amerikanerin, Muse, Model, Fotografin, surrealistische Künstlerin, Geliebte, Schauspielerin, Ehefrau, studierte Ärztin, Kriegsreporterin, Köchin, Mutter. Lee Miller hatte viele Leben in einem Leben. Weder privat noch beruflich liess sie sich durch Konventionen aufhalten und ging ihren eigenen Weg. Sie hat ihr Leben immer wieder komplett verändert, da sie eine unbändige Neugier hatte und sich nie lange binden wollte. Heute wird sie als eine der bemerkenswertesten weiblichen Ikonen des 20. Jahrhunderts gefeiert. Bekannt für ihr Selbstporträt in Hitlers Badewanne, war Lee Millers Leben so aussergewöhnlich wie ihre Fotos. Als Model der «Vogue» und Muse der Surrealisten verzauberte sie die Männer durch ihre Schönheit. Sie fühlt sich aber schnell von Männern eingesperrt, erdrückt und vor allem unglaublich gelangweilt. Miller entschied sich, ihr Leben nach ihren eigenen Regeln zu leben. Lee Miller war für rasche Entschlüsse und überraschende Kehrtwendungen in ihrem Leben bekannt. Wenn es in der Geschichte des 20. Jahrhundert sowohl um die Emanzipation der Frauen als auch um ihre fortgesetzte Ausbeutung ging, dann fassen nur wenige Beispiele diese Widersprüche besser zusammen wie das Leben von Lee Miller.
Lee Miller hat im 20. Jahrhundert gelebt, bewegte sich jedoch wie eine Frau des 21. Jahrhunderts. Sie lebte ihr Leben wie sie es für richtig hielt und die gesellschaftliche Akzeptanz war ihr gleichgültig. Sie wollte sich nicht in die damalige Rolle der Frau zwängen lassen.
Dank Frauen wie ihr kann eine Frau heute ihr Leben frei nach ihrem eigenen Willen gestalten. Jedoch gibt es immer noch dieses stereotypische Frauenbild. Eine Frau sollte ihre Träume aber genauso wie ein Mann realisieren können. Nicht, indem sie zehn Mal mehr darum kämpfen muss. Nicht, indem sie zuerst um Erlaubnis bitten muss oder sich automatisch fügt. Meiner Meinung nach sollte dieses stereotypische Frauenbild wegfallen. Jede Frau darf so sein, wie sie es will und die Gesellschaft soll dies akzeptieren und nicht hinterfragen.
In der Publikation wird eine Gegenüberstellung von Lee Millers Aussagen über ihr Leben, zu den Themen Emanzipation, Liebe, Beziehung, Monogamie, Polygamie, Freiheit und Veränderung und den Gedanken von vier Frauen aus verschiedenen Generationen von heute zu ihren Aussagen gemacht. Die Meinungen sind nicht immer deckungsgleich, aber das ist auch richtig so, denn jede Person sieht bestimmte Dinge anders. Die verschiedenen Ansichten sollten jedoch akzeptiert und nicht hinterfragt werden. Am Schluss werden sechs Frauen aus derselben Generation fotografisch porträtiert. Diese Frauen stehen hinter einigen Aussagen von Lee Miller und zeigen damit, dass schon vieles erreicht ist, der Kampf um die Selbstbestimmung der Frau ist jedoch noch nicht zu Ende.