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Kann ein Blitzschlag eine psychische Erkrankung auslösen?
Wird eine Person vom Blitz getroffen, kann dies ein besonders eindrücklicher Unfall sein und eine psychische Störung auslösen. Ist medizinisch nachgewiesen, dass die psychische Erkrankung auf den Blitzunfall zurückzuführen ist, ist die Unfallversicherung leistungspflichtig.
Schlägt ein Blitz in eine Person ein oder erleidet eine Person Verbrennungen, weil sie ein von einem Blitz getroffenen Gegenstand anfasst, ist dies ein Unfall im Sinne des Gesetzes. Ein solcher Blitzunfall ist nicht mit einem «normalen» Stromunfall zu vergleichen. Er unterscheidet sich von einem regulären Stromunfall unter anderem dadurch, dass bei einem Blitz Spannungen von mehr als 100 Millionen Volt auftreten und sich die Luft im Blitzkanal bis auf 30 000 Grad Celsius erhitzen kann. Diese Energie ist objektiv betrachtet eindrücklich, unabhängig davon, ob die verunfallte Person durch den Blitzschlag bewusstlos wurde und die Wucht nicht unmittelbar mitgekriegt hat.
Diese Eindrücklichkeit oder diese «besonders dramatischen Begleitumstände» sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung geeignet, «bei der betroffenen Person während des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können». Kann die verunfallte Person nachweisen, dass die psychische Erkrankung medizinisch auf den Blitzunfall zurückzuführen ist, ist die Unfallversicherung leistungspflichtig.
Siehe auch: «Schock nach Erdbeben: Zahlt die Unfallversicherung?»