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Im Jahr 2008 wollte Petter Neby einen stilvollen analogen Wecker kaufen, der nach hohen Standards und aus hochwertigen Materialien hergestellt war, musste jedoch feststellen, dass es so etwas gar nicht zu kaufen gab. Zwar gab es ein paar schöne Designs, aber überall hatte der Geiz seine Spuren hinterlassen: Die Fertigungsqualität war enttäuschend, mit Plastik an allen Ecken und Enden.
Petter hatte viele Jahre im Bereich der Konsumgüterelektronik gearbeitet, und so beschloss er, ein Unternehmen zu gründen und diese Lücke zu schließen. Für den Entwurf des Weckers, den er suchte, wandte sich Petter an Jasper Morrison, einen der weltweit angesehensten Industriedesigner. Er wünschte sich ein Produkt von schlichter, moderner Eleganz und Schönheit, das sich gut in die Reihe des klassischen, zeitlosen Designs einfügen würde, wie es sie das Bauhaus und die Firma Braun zu ihren Glanzzeiten hervorgebracht hatten. Er wollte einen Zeitmesser, der sich seinen eigenen kleinen, aber festen Platz in der Geschichte des Industrial Designs verdient hätte.
Als Unternehmen war Punkt. damals noch ganz neu, und so war es vielleicht unvermeidlich, dass der Produktionsprozess des AC01 länger dauerte als erwartet. Ursprünglich war geplant, den Wecker in Japan fertigen zu lassen, was sich seinerzeit dann aber als unpraktikabel erwies. Andere Optionen wurden gesucht, und schließlich sollte die Produktion in Shenzen/China erfolgen. In der Zwischenzeit wurde 2010 das Festnetztelefon DP01 angekündigt, das von Punkt. als zweites Produkt geplant gewesen war, und das Unternehmen wurde bekannter. Das DP01 kam gut an und eroberte sich einen Platz in der ständigen Design-Sammlung des Centre Pompidou, gleichzeitig gab es aber auch Verwunderung: Warum brachte ein Unternehmen jetzt ein hochwertiges Festnetztelefon auf den Markt, wo es doch überall Smartphones gab?
Sieben Monate später, im April 2011, wurde der AC01 auf der Designausstellung Salone del Mobile der Weltöffentlichkeit präsentiert – in Mailand, nicht weit vom Hauptsitz des Unternehmens in der Schweiz. Ein Gehäuseblock aus massivem Aluminium, das Zifferblatt geschützt durch eine Scheibe aus kratzfestem Glas, zeitlos-elegantes Design, intelligente, praktische Details: Das 21. Jahrhundert hatte endlich einen stilvollen, modernen, gut gemachten, analogen Wecker. Die Design-Fachpresse reagierte äußerst positiv, wenngleich man sich auch hier wieder die Frage stellte: Wer will schon einen extra Wecker, wo doch alle Smartphones einen eingebaut haben?
Und dann, ziemlich plötzlich, wurde der Welt klar, dass es eigentlich doch so keine gute Idee ist, ein Smartphone als Wecker zu benutzen. Inzwischen war der Bekanntheitsgrad von Punkt. enorm gestiegen, sowohl durch das Sprachtelefon MP01 als auch durch den allgemeinen Technologieansatz für das 21. Jahrhundert, den das Unternehmen verfolgte: Produkte für ein fokussiertes Leben mit Stil. Das Interesse am AC01 stieg sprunghaft an.
Der AC01 war von 2011 bis 2022 elf Jahre lang auf dem Markt. In dieser Zeit wurde er nie verändert (mit Ausnahme einer limitierten Auflage, die es als Spendenaktion für den Wiederaufbau eines vom Tsunami 2011 verwüsteten Küstendorfs in Japan gab). Er wurde weiterhin in den Medien besprochen („Unverzichtbarer Alltagsbegleiter“ – Monocle) und in zahlreichen Museen und Galerien ausgestellt, darunter im Triennale-Museum in Mailand, im Centre Pompidou in Paris, im Rahmen des London Design Festivals auf einer Ausstellung am Londoner Trafalgar Square, im CID in Grand-Hornu, im Museum für Gestaltung in Zürich und in der Tate Modern in London.Der AC02 ist sein Nachfolger: es wurden.