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Diese Wochenberichtsperiode war geprägt von stürmischem Wind, Neuschnee und sonnigen, sehr milden Tagen. Das schon bestehende Altschneeproblem sowie das Gleitschneeproblem überdauerten auch diese Wochenberichtsperiode und wurden vorübergehend von einem Neu- und Triebschneeproblem überlagert.
Über die gesamte Wochenberichtsperiode bestand weiterhin ein bereits existierendes Altschnee- und Gleitschneeproblem.
Altschneeproblem: Im oberen Teil der Schneedecke waren teils kantig aufgebaute, weiche Schwachschichten vorhanden. In Graubünden handelte es sich dabei meist um die alte Schneeoberfläche, welche bis am 24. Januar entstanden war und dann mit Neu- und Triebschnee überlagert wurde (vgl. Abb. 1), teils auch um tiefere Schichten an eher schneearmen Stellen (vgl. Abb. 2). Am Alpennordhang und im Wallis existierten meist noch ältere Schwachschichten etwas tiefer in der Schneedecke. Besonders ausgeprägt waren diese noch in den nördlichen Gebieten des westlichen Alpennordhanges und in den Voralpen im Bereich der Waldgrenze oder darunter. Gegenüber den vorangehenden Wochenberichtsperioden nahmen aber Meldungen von Lawinen ab, welche in diesen Schwachschichten ausgelöst wurden.
Gleitschneeproblem: Am Alpennordhang, im nördlichen Wallis und in Graubünden waren viele Gleitschneerisse offen. Täglich lösten sich da und dort unterhalb von rund 2400 m an steilen Sonnenhängen Gleitschneelawinen, wobei die Lawinenaktivität weitgehend bescheiden blieb (vgl. Abb. 3). In den schneereichen Gebieten des Nordens und Ostens wurden einzelne Gleitschneelawinen auch gross.
Neben dem Altschnee- und Gleitschneeproblem bestanden in dieser Wochenberichtsperiode vorübergehend ein Neu- und Triebschneeproblem. Diese Entwicklung ist im folgenden beschrieben.
Von Donnerstagmittag bis Freitagmorgen fielen im Unterwallis und am Alpennordhang oberhalb von 1700 m 5 bis 15 cm Schnee. Am Freitag war es dann in allen Gebieten meist sonnig, am Samstag besonders im Wallis, im Tessin und in Graubünden und am Sonntag nur noch in den Föhngebieten des zentralen und östlichen Alpennordhanges und Graubündens. Der Westwind frischte auf den Samstag deutlich auf und blies im Jura, im Wallis und am Alpennordhang mässig bis stark, zeitweise stürmisch, im Tessin und in Graubünden schwach bis mässig. Am Sonntag drehte er auf Südwest und griff in den Föhngebieten des Nordens bis in tiefe Lagen hinunter. Zudem erfasste er auch das Tessin und Graubünden (vgl. Abb. 5 – 6ff). Nachdem der Samstag mit 0 °C auf knapp 2000 m schon relativ mild war (vgl. Abb. 4), wurde es am Sonntag in den Föhngebieten mit +3 °C auf 2000 m am Mittag noch milder.
In den vom Wind erfassten Gebieten im Westen und am Nördlichen Alpenkamm wurde infolge der hohen Windgeschwindigkeiten Altschnee verfrachtet und das Triebschneeproblem trat in den Vordergrund. Die beobachteten Triebschneeansammlungen waren meist klein bis mittel und deren Auslösebereitschaft hoch. Die Lawinengefahr (vgl. Gefahrenentwicklung ganz unten auf der Seite) stieg auf die Stufe 3 (erheblich) an. Bezüglich der Anzahl Gefahrenstellen und der Grösse der auslösbaren Lawinen handelte es sich meist eher um ein „tiefes Erheblich“.
In der Nacht zum Montag drehte der Wind mit dem Durchzug einer Kaltfront auf Nordwest und blies weiterhin stark bis stürmisch, tagsüber dann mässig bis stark (vgl. Abb. 5 - 9ff).
Die Temperatur fiel um mehr als 10 Grad – am Mittag lag sie auf 2000 m noch bei -9 °C (vgl. Abb. 4). In den Gebieten nördlich des Alpenhauptkammes schneite es meist schauerartig, nur im mittleren und südlichen Tessin war es tagsüber recht sonnig.
Gesamthaft fielen zwischen Sonntagabend und Dienstagmorgen folgende Schneemengen oberhalb von 1200 m (vgl. Abb. 6):
Mit dem Neuschnee (vgl. Abb. 6) stieg das Angebot an verfrachtbarem Schnee deutlich. Neuschnee, weiterhin starker bis stürmischer Wind und Triebschnee verschärften die Lawinengefahr und es mussten in den Hauptniederschlagsgebieten vorübergehend auch spontane Lawinen erwartet werden. Zu dem Neu- und Triebschneeproblem war auch zu erwarten, dass das Altschneeproblem wieder an Bedeutung gewinnen würde, d.h. dass die Auslösebereitschaft in tieferen Altschneeschichten wieder zunehmen würde (vgl. Abb. 7).
In der Nacht auf Dienstag fiel im Norden und Osten noch etwas Schnee. Im Westen und Süden klarte es auf. Tagsüber war es trotz zeitweise hoher Wolkenfelder recht sonnig. Der Nordwind blies am Alpenhauptkamm und südlich davon, sowie allgemein in der Höhe mässig bis stark und verfrachtete weiterhin Schnee (vgl. Abb. 8), sonst war er meist schwach.
Am Mittwoch und Donnerstag war es sonnig, schwachwindig und zunehmend mild mit einer Nullgradgrenze am Donnerstag bei 3000 m. Die Neu- und Triebschneeschichten hatten sich stabilisiert und in den Vordergrund trat erneut das schon länger bestehende Altschneeproblem.
Ab Dienstag nutzten die Sicherheitsdienste die guten Sichtverhältnisse für Sprengaktionen (vgl. Abb. 9)….
… und Freerider genossen den Neuschnee – vor allem da, wo er nicht vom Wind gestört war (vgl. Abb. 10).
In dieser Wochenberichtsperiode ereigneten sich glücklicherweise keine tödlichen Lawinenunfälle. Es wurden insgesamt 14 Lawinenunfälle mit Personenbeteiligung gemeldet, davon am Freitag, 08.02. vier, am Samstag, 09.02. fünf, am Dienstag, 12.02. vier und am Mittwoch, 13.02. eine. Teilweise lösten sich die Lawinen im frischen Triebschnee, teilweise in den Altschneeschichten.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.