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Das Forschungsprojekt widmet sich der Lebens- und Werkbiographie des bündnerromanischen Komponisten Gion Antoni Derungs (aus Vella, Val Lumnezia). Als einer der wenigen Universalisten der Schweizer Musikkultur steht Derungs der Rang eines Pioniers und einer Identifikationsfigur zu. Stets schaute er sowohl zurück zum tradierten Liedgut (der Surselva), als auch zur Seite und nach vorne zu den aktuellsten Musikströmungen des 20. Jahrhunderts; er interessierte sich sowohl für das schlichte Volkslied wie für die experimentelle Musiksprache der Dodekaphonie, Aleatorik, minimal music oder der grafischen Notation. Sein Œuvre mit 191 Werken mit Opuszahl und Hunderten von Werken ohne Opuszahl spricht von diesem breiten Spektrum an musikalischer Phantasie. Dafür erhielt er zahlreiche Kompositions- und Kulturpreise. Derungs war aber ebenso ein bedeutender Vermittler der bündnerromanischen Musikkultur über die Grenzen hinaus, und er hat dabei das Bild einer (hoch)musikalischen bündnerromanischen Sprachminderheit geprägt und miterschaffen.