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Sind Männer bei Stress gefährdeter als Frauen? Können sie eher daran sterben und warum?
Eine gross angelegte Studie mit 100.000 Teilnehmern, die über 14 Jahre dauerte, hat erschreckende Ergebnisse gebracht. Für die Forscher der University of Helsinki und des University College London waren dabei zwei Aspekte wichtig: eine hohe Arbeitsbelastung und gleichzeitig eine geringe Kontrolle der Arbeitsanforderung. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Lancet Diabetes and Endocrinology“ veröffentlicht.
Erhöhen Vorerkrankungen das Risiko?
Männer mit Vorerkrankungen wie Diabetes und Herzerkrankungen oder die bereits einen Schlaganfall erlitten, hatten ein um 68 Prozent höheres Risiko im Verlauf der Studie zu sterben. Und während des 14 Jahre langen Zeitraums verstarben 3.841 der Teilnehmer.
Was macht die Studie deutlich?
Die Untersuchung zeigt, dass besonders Männer gefährdet sind, die einer hohen Belastung ausgesetzt sind, die sie wenig kontrollieren, sprich selbst bestimmen können . Die Studie untermauert damit auch viele andere Untersuchungen, die auf die Stress senkende Wirkung von „eigenverantwortlichen“ selbstbestimmten Arbeitsplätzen hinweisen.
Stress und damit die Gefahr vorzeitig zu erkranken und daran zu sterben erhöht sich laut einer zweiten Bewertung der Wissenschaftler auch, wenn Beschäftigte sich stark engagieren, aber dafür nicht ausreichend entlohnt werden.
So empfehlen die Wissenschaftler der Studie Unternehmen, dringendst Arbeitsplätze bei extrem gefährdeten Männern umzugestalten oder notfalls einen vorzeitigen Ruhestand in Betracht zu ziehen.
Ist Stress schädlicher als Rauchen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Männer mit kardiometabolischen Erkrankungen durch Stress genauso gefährdet sind wie Raucher und sogar gefährdeter als Menschen, die unter Fettleibigkeit leiden.
Sind nur Männer betroffen?
Die Studie zeigt auch, dass überproportional viele Männer davon betroffen sind und sich die Faktoren weniger auf die Sterblichkeitsrate von Frauen auswirkt. Vermutet werden direkte biologische Stress-Effekte wie beispielsweise die Produktionsmenge des Stresshormons Cortisol.
Zugleich sind Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten und unter verhärteten Arterien leiden gefährdeter. Tatsächlich zeigen andere Studien, dass Männer im erwerbstätigen Alter häufiger unter Arteriosklerose leiden,
Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil, Stressmanagementkurse und die Neugestaltung von Arbeitsplätzen sowie reduzierte Arbeitszeiten gefährdeten Menschen helfen können.