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René Gubelmann trommelte bereits in jungen Jahren leidendschaftlich, trotzdem war eine Musikerkarriere nicht geplant, Viel mehr sollte er Maler werden - der Beruf seines Vaters. Wegen einer Wachstumsstörung und den damit verbundenen Spital- und Kuraufenthalten kam für René Gubelmann eine Berufsausbildung zum Flachmaler jedoch nicht in Frage, umso mehr interessierte er sich für die Kunstmalerei.
Von 1963-1967 belegte René Gubelmann die Malfachklasse der Kunstgewerbeschule Zürich und studierte gleichzeitig klassisches Schlagzeug am Konservatorium Zürich, als Zweitinstrument lernte er das Vibraphonspiel. Die Parallelität beider Ausbildungen zum Kunstmaler und Musiker legten den Grundstein für sein späteres Schaffen, dem Ineinandergreifen von Farbgestaltung und Musik.
Nach dem Abschluss der beiden Studiengänge an der Kunstgewerbeschule und am Konservatorium Zürich war René Gubelmann sowohl als Musiker als auch als Kunstmaler tätig. 1968 traf er in Zürich auf die ungarische Band Bergendy Együttes, die in Ungarn zu den erfolgreichsten Formationen gehörte. Der bestehende Schlagzeuger der Musikgruppe war für eine längere Zeit verhindert, so dass René Gubelmann dessen Platz einnahm und der Band nach Ungarn folgte. Bergendy Együttes produzierte zahlreiche Hits, unter anderem den Song "Te vagy a lexebb", bei welchem René Gubelmann als Schlagzeuger spielte. Während seines Aufenthalts von 1968-1970 spielte er auch Schlagzeug im Orchester von Radio Budapest und sammelte dabei umfassende Erfahrungen mit der Live- und Studioarbeit.
Die grosse Spielpraxis und die Routine, live mit einem Orchester für Radio und Fernsehen zu spielen, ermöglichten es René Gubelmann, als Perkussionist und Schlagzeuger beim «Unterhaltungsorchester des Schweizer Radios», der späteren „DRS Big Band“, mitzuwirken. Gleichzeitig war er auch in den Orchestern der Zürcher Tonhalle und des Zürcher Opernhauses tätig und arbeitet unter anderem an zahlreichen Musical-Produktionen («My Fair Lady», mit Helmut Lohner, „Cabaret“ mit Angelika Milster u.a.) mit. Mit der "DRS Big Band" und der späteren Kleinformation des Radioorchesters begleitete René Gubelmann zahlreiche nationale und internationale Grössen der Musikbranche.
René Gubelmann war zeitlebens als Freelance-Musiker tätig, was ihm erlaubte, die Malerei als seine zweite Passion weiterzuentwickeln. Bereits 1974 machte er mit seinen Reliefbildern anlässlich einer Ausstellung in Dietikon auf sein Schaffen aufmerksam. Das Aufeinanderwirken von Farben, Formen und Musik war in diesen frühen Werken noch wenig zu erkennen. Erst die Studien am Institut für Farbenpsychologie in Salzburg von 1974-1978 brachten René Gubelmann seiner Vision näher, musikalische Einheiten, sowohl harmonischer als auch rhythmischer Natur, grafisch umzusetzen. Die Entwicklung zur konkreten Kunst liess sich nun immer stärker erkennen.
Es folgten zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen mit Exponaten, die sich den Vorstellungen des Künstlers näherten. Zwischendurch wirkte René Gubelmann auch an spektakulären Kunstaktionen mit, wie zum Beispiel bei der der Performance "Work in progress" in Zusammenarbeit mit Raubkatzendompteur Jerry Wegmann. Auf dem Dietiker Kirchplatz liefen Raubkatzen mit gefärbten Pfoten über Leinwände, René Gubelmann ergänzte die Farbfragmente mit künstlerischen Elementen und präsentierte die "Spurenbilder" an einem Event im Zürcher Bernhardtheater.
Ab 1995 entstanden die ersten Rhythmus-Bilder, mit welchen René Gubelmann die Synthese von Musik und Malerei vorantrieb. Eine gemeinsame Ausstellung unter dem Namen "Quartet", zusammen mit den Künstlern Joseph Staub, Paul Racle und Peter Wirth, fand 1999 in Dietikon statt und sorgte für grosse Aufmerksamkeit. René Gubelmann etablierte sich je länger je mehr in der Kunstszene und schuf sich in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen als Vertreter der konkreten Kunst, worüber er sich wie folgt äussert:
"Ich sehe mich als eine Art "Aussenseiter" im konkreten Genre, mit Vertretern wie zum Beispiel Max Bill, Richard P. Lohse, Hans Jörg Glattfelder oder Fritz Glarner. Oft steht bei ihrer konkreten Kunst das vollendete Werk im Zentrum – die stilistische Ausführung definiert die Aussage des künstlerischen Werks. Ich setze bei meinem Schaffen einen anderen, früheren Ausgangspunkt und versuche, von Beginn weg Tonalität und Rhythmus mit Farben und Formen zu vereinigen. Diese beiden Wahrnehmungen bilden eine Symbiose und schliesslich den Nährboden für ein Bild oder ein Objekt."
Dietiker Ziitig, 24. Januar 2019
Das Zusammenspiel, das sich in den Werken von René Gubelmann widerspiegelt, entspricht exakt dem Leben des Künstlers. Neben den regelmässsigen Ausstellungen in Galerien und Kunsthallen spielte er ununterbrochen Schlagzeug und Vibraphon in verschiedenen Jazzformationen (mit Hazy Osterwald, Pepe Lienhard, Willy Bischof, Bert Grellmann usw.), Zudem war er künstlerischer Leiter des Big Band Festivals Dietikon, welches von 2008 bis 2012 stattfand, und organisiert heute Konzerte im eigenen Atelier in Dietikon. (Jazz im Atelier). 2007 wurde René Gubelmann zum Limmattaler des Jahres gewählt und erhielt im selben Jahr den Kulturpreis der Stadt Dietikon. Aktuell tritt René Gubelmann mit seinen Formationen „Jazz Quadrat“ und "Renés Trio" auf.
Im Mai 2019 stellte René Gubelmann seine Werkreihe "Farbanatomie der Kirchenmusik" anlässlich des Symposion Zürich in der Zürcher Predigerkirche aus. Das Symposion Zürich wollte sich mit dem Verhältnis zwischen Kunst und Kirche auseinandersetzen, seit 2020 finden regelmässig Ausstellungen im eigenen Atelier in Dietikon statt.