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Alpenpflanzen,
[* 1]
Fig. 3); ihm schließen sich die
Alpenrosen
(Almenrausch), Rhododendron ferrugineum L
[* 1]
(Fig. 9) und Rhododendron
hirsutum
L (s. Rhododendron), wie auch die Edelraute,
Artemisiamutellina Vill.
[* 1]
(Fig. 1, s.
Artemisia), an. Auffallend schönblütige, meist tiefblaue
Blumen haben die
Enziane, deren schönste Art GentianaacaulisL.
[* 1]
(Fig. 13) auch als Gartenpflanze sehr geschätzt ist (s.
Enzian).
Leicht ist im
Garten
[* 2] auch die Silberwurz, Dryas octopetalaL.
[* 1]
(Fig. 12), zu ziehen; sehr schwer dagegen lassen
sich die reizenden Soldanellaarten, deren zierlichste
Soldanellaminima Hoppe
[* 1]
(Fig. 2) ist, kultivieren (s.
Soldanella). Zwerge
unter den Alpenpflanzen sind Saxifraga
[* 3] BurserianaL.
[* 1]
(Fig. 8, s.
Saxifraga) und PrimulaminimaL.
[* 1]
(Fig. 4, s. Primel). Von den Campanulaarten
ist
Campanulacaespitosa Scop.
[* 1]
(Fig. 6) eine der schönsten (s.
Campanula); auch die
Alpennelke, Dianthus alpinusL.
[* 1]
(Fig. 10), ist eine sehr schöne Alpenpflanze.
und
Alpenbahnen. Der ältere Verkehr in den
Alpen suchte sich die gangbarsten Joche auf, hohe unwegsame
Ketten oft auf langen Umwegen umgehend, den Längsthälern folgend, bis endlich ein günstig gelegenes Querthal den Zutritt
zum Hauptkamm des
Gebirges und ein niedriges Joch den Übergang über denselben gestattete. Die Alpenpfade
waren rauh, die Überschreitung derselben mit
Beschwerde und Gefahr verbunden; aber trotzdem wurden die
Alpen vom
Altertum bis
auf unsere Zeit immer häufiger überschritten.
Mit der Frequenz der Alpenwege wuchs auch ihre Wegsamkeit. Die Pfade wurden verbreitert und gepflastert,
wilde Bergwasser überbrückt, Felsen durchbohrt, Hospize und Schutzhäuser errichtet. So entstand nach und nach ein weitmaschiges
Netz von Saumwegen zur Vermittelung des militärischen und des Handelsverkehrs zwischen
Italien
[* 11] und den
Ländern am Außenrande
des Alpenbogens. Die bekanntesten Alpenstraßen des
Altertums und Mittelalters waren: der Colle di
Tenda,
Mont-Genèvre, Mont-Cenis, der
Kleine und der
Große St.
Bernhard, der
Simplon, St.
Gotthard, der übrigens merkwürdigerweise
den
Römern unbekannt blieb, der
Bernhardin,
Splügen, Septimer, Julier mit der Maloja, das Reschenscheideck mit dem Wormserjoch,
der
Brenner mit seinen Seitenstraßen durch das Puster-,
Ampezzo-,
Tagliamento- und Brentathal, der
Paß
[* 12] von Saifnitz und
der Predil; auch über den Korntauern, den Radstädter- und Rottenmanner
Tauern führten röm.
Straßen.
Von diesen Alpenstraßen sind jetzt einzelne, wie der Septimer, der Korntauern und die Sölkerscharte, verödet und kommen,
wie fast alle Saumwege, nur noch für den örtlichen Kleinverkehr in Betracht; andere sind fahrbar gemacht, noch andere überschient
worden. Bis ins 19. Jahrh. war mit Ausnahme des
Brenner, der 1772, des Col di Tenda, der 1782, und des
Arlberg, der 1786 notdürftig
für den Wagenverkehr hergestellt wurde, keiner dieser Straßenzüge fahrbar; die Wagen mußten am Fuße des
Gebirges zerlegt,
stückweise auf Saumtieren hinübergeschleppt und auf der andern Seite wieder zusammengesetzt werden.
Den ersten Anstoß zur
Entwicklung des
Netzes fahrbarer Alpenstraßen gaben die ital. Feldzüge Napoleons I., der 1800-6 die
Simplonstraße, 1802 die
Straße über den
Mont-Genevre und 1803-10 die über den Mont-Cenis bauen ließ. Um nicht durch diese
Straßen vom ital. Verkehr abgeschnitten zu werden, bauten nun auch
Österreich
[* 13] und die mittlern und östl. Kantone der
Schweiz fahrbare Alpenstraßen, und diese drängten nach und nach die alten
Saumwege in gleicher
Weise in den Hintergrund, wie sie selbst jetzt durch die
Alpenbahnen zurückgestellt werden.
Für den
Bau solcher Alpenstraßen bieten die West- und Mittelalpen gegenüber den Ostalpen denVorteil,
daß die langen, tief eingeschnittenen Flußthäler meist unmittelbaren Zutritt zum Hauptkamm gestatten, so daß die Überwindung
eines Jochs in der Regel genügt, um quer durch das
Gebirge vom Nord- zum Südrand zu gelangen.
In den Ostalpen ist hierfür
die Überschreitung mehrerer Pässe notwendig, aber dafür gestattet in ihnen die Niedrigkeit und Zugänglichkeit
der Joche eine weit reichere
Entwicklung des
Eisenbahnnetzes.
Fahrstraßen und Eisenbahnen vermitteln jetzt fast einzig den Großverkehr der
Alpen; von den Saumwegen kommen hierfür nur
noch wenige, wie etwa der
Große St.
Bernhard, einigermaßen in Betracht. Ein großer Schienengürtel, durch das Rhônethal,
die schweiz., bayr. und österr. Hochebene,
das Westungar. Hügelland und die Poebene gelegt, umzieht in weitem
Kreise
[* 14] das Alpengebiet. Der äußere
Abschnitt dieses
Ringes
wird mit dem innern verbunden im W. durch die Cornichebahn, die die
Alpen umgebend längs der Mittelmeerküste von Marseille
[* 15] nach Genua
[* 16] führt und sich durch die Linien
Savona-Coni-Turin und
Genua-Alessandria an das Bahnnetz der
Poebene anschließt; im O. durch die Linie
Triest-Fiume-Agram.
Die Hauptpunkte dieses
Ringes werden durch zahlreiche Querstraßen und
Bahnen verknüpft, die zum
Teil durch Längslinien miteinander
verbunden sind. Die wichtigsten dieser Querübergänge sind: die
Straße über den Col di Tenda (1890 m), die bei
Mentone von
der Cornichebahn abzweigt und bei
Cuneo die Eisenbahn nach
Turin
[* 17] erreicht;
die
Straßen über den Col della
Maddalena (auch Col de l'Argentière oder Col de Larche genannt, 1995 m) und über den
Mont-Genèvre (Eisenbahn
¶
mehr
geplant, 1854 m), die bei Gap an das französische, bei Cuneo resp. Oulx an das oberital. Bahnnetz sich anschließen; die Mont-Cenis-Bahn
(Lyon-Chambéry-Modane-Turin), die durch die Zweiglinie Culoz-Genf mit den schweiz. Bahnen verbunden ist, und die Straße über
den kleinen St. Bernhard, die von Albertville durch das Thal
[* 19] der Isère hinaufsteigt, sich bei Aosta im Thale
der Dora Baltea mit der Straße und dem Saumwege über den Großen St. Bernhard (Martigny-Aosta) verbindet und bei Ivrea das
oberital.
Bahnnetz erreicht. Als Längslinie verbindet die fünf letztgenannten Pässe die Eisenbahn, die von Avignon durch das Thal
der Durance nach Gap und über den Col de la Coix-Haute (1166 m) nach Grenoble
[* 20] führt und dann der Isère
nach, die Mont-Cenis-Linie kreuzend, nach Albertville hinaufsteigt; von hier aus führt eine Poststraße über Mégève (1121
m) nach Sallanches im Thal der Arve, wo sie sich teilt, um einerseits flußabwärts nach Genf,
[* 21] andererseits flußaufwärts nach Camonix
und über den fahrbaren Paß der Tête-noire nach Martigny im Rhônethal zu gelangen.
Weiter im Osten bis zum Brenner werden die fahrbaren Straßenzüge etwas zahlreicher, während bezüglich der Bahnen ungefähr
das gleiche Verhältnis bestehen bleibt. Vom Genfer See aus führt, die Freiburger Alpen umgehend, die Simplonbahn durch das
Rhônethal hinauf bis Brieg,
[* 22] wo sich an dieselbe die Simplonstraße anschließt, die bei Arona das ital.
Bahnnetz erreicht. Die Fortsetzung der Bahn von Brieg nach Arona ist geplant. Die Gotthardstraße führt vom Vierwaldstätter
See durch Uri
und Tessin
zum Lago Maggiore. In dieselbe münden bei Biasca vom Vorderrheinthal her die Lukmanierstraße und bei
Arbedo die Straße über den Bernhardin; südlich zweigt die Straße über den Monte-Cenere, Bellinzona-Lugano, ab. Die Gotthardbahn
und die Monte-Cenere-Bahn wurden 1882 dem Betrieb übergeben. Am reichsten entwickelt ist das Straßennetz des schweiz. Kantons Graubünden.
Von der Bahnlinie, die vom Züricher und Bodensee her, die östl. Flanke der Glarner Alpen umgebend, im
bündnerischen Rheinthal bis Chur
[* 23] vordringt, zweigen sich drei Querstraßenzüge ab: von Malans führt eine Straße durch das
Prättigau in das Davos und über den Flüelapaß (2390 m) in das Engadin, übersteigt dann den Ofenpaß (2155 m), um ins Münsterthal
zu gelangen, und mündet bei Glurns in die große Straße des Reschenscheideck.
Von Chur führt südlich die «obere Straße» über die Lenzerheide (1551 m) und den Julier ins Engadin und über die Maloja
nach Chiavenna; die untere Straße zieht sich von Chur rheinwärts bis Reichenau, wendet sich dann südlich ins Thal des Hinterrheins
und erreicht über den Splügen ebenfalls Chiavenna, von wo sich eine Bahn zum Comer See und zur StationLecco des oberital. Bahnnetzes hinunterzieht. Durch die Schynstraße und die Davoserstraße werden diese drei Straßenzüge
miteinander verbunden; von der letztern zweigt bei Alveneu die Albulastraße ab, die über das gleichnamige Joch das Engadin
erreicht und sich über den Berninapaß nach Tirano im Veltlin fortsetzt.
Die westlichste Verkehrsstraße Österreichs wird durch die Arlbergstraße und die 1884 eröffnete Arlbergbahn von Bludenz nach
dem Innthal, und von der Straße über das Reschenscheideck gebildet, die sich bei Spondinig teilt, um einerseits durch das
Etschthal abwärts Bozen
[* 24] an der Brennerbahn, andererseits über das Stilfser JochBormio
und das Veltlin zu
erreichen. Diese Gruppe von Querstraßen wird von drei großen Längsstraßenzügen gekreuzt. Von der Endstation Brieg der
Simplonbahn führt eine Straße durch das Oberwallis und über die Furka ins Urserenthal und über die Oberalp (2052 m) in das
Rheinthal, um sich bei Chur wieder an das Bahnnetz anzuschließen.
Der mittlere Längsstraßenzug wird vom Innthal vorgezeichnet. Im W. lehnt er sich mit der Malojastraße bei Chiavenna an
die Splügenstraße an, führt dann das Engadin abwärts, erreicht bei Finstermünz das tirolische Oberinnthal und bei Landeck
die Arlbergbahn. Von N. aus dem bayr. Oberlande münden in die Straße des Innthals die drei Poststraßen
über den Fernpaß (1250 m) aus dem Lechthale (Füssen-Telfs, Eisenbahn geplant), über das Seefeld (1176 m) aus dem Loisachthale
(Partenkirchen-Zirl) und über den Achenseepaß (925 m) aus dem Weißachthale (Tegernsee-Jenbach). Der südlichste Straßenzug
endlich zweigt bei Colico von der Splügenroute ab und zieht sich durch das Veltlin aufwärts, überschreitet
den Apricapaß (1234 m) und gelangt von dem Val Camonica über die Tonalestraße in das Val diSol und Val diNon und hinaus nach
SanMichele an der Brennerbahn.
Die Grenze zwischen den Rhätischen Alpen und den Tauern wird vom Brenner gebildet, über dessen Joch Straße
und Bahn das Inngebiet mit dem Etschgebiet verbinden. Im N. schließt die Bahn bei Rosenheim, im S. bei Verona
[* 25] an den Schienengürtel
rings um die Alpen, östlich vom Brenner bis zu den Quellen der Mur hindert die gewaltige Bergmauer der Hohen Tauern die unmittelbare
Fahrverbindung quer durch das Alpensystem; erst weiter im Osten gestattet die Zugänglichkeit und geringe
Höhe der Joche wieder die Entwicklung des Straßennetzes, zugleich aber auch eine so reiche Entfaltung des Bahnnetzes, daß
die Fahrstraßen ihre ehemalige Bedeutung großenteils eingebüßt haben.
Die wichtigsten Verkehrswege östlich vom Brenner sind die folgenden: von Salzburg
[* 26] führt die Eisenbahn
durch das Salzachthal und Fritzthal über Eben (856 m) ins Ennsthal, wo bei Radstadt der Straßenzug über den Radstädter
Tauern (1738 m) ins Murthal und über den Katschberg (1641 m) ins Drauthal abzweigt, welches er bei der StationSpittal der Bahnlinie
Marburg-Franzensfeste erreicht; die südl. Fortsetzung dieser Route wird durch die Poststraße gebildet,
die bei Tarvis die Bahn verläßt, um über den Predil (1162 m) durch die Flitscherklause und das Isonzothal Görz
[* 27] zu erreichen.
Ein zweiter Straßenzug führt von Steyr an der Enns (bis Grünburg Bahn) durch das Thal des Steyrflusses, gelangt über den
Pyhrnpaß (945 m) ins Thal der Enns, über den Rottenmanner Tauern (1265 m) nach Judenburg im Murthal und
über den Obdachersattel ins Lavantthal, wo er bei Wolfsberg die Bahn wieder erreicht; als Fortsetzung dieses Wegs mag die
Poststraße über den Loibl (1370 m) gelten, die von Klagenfurt
[* 28] über die Karawanken ins Thal der Save führt. Die
dritte Verkehrsstraße wird von einer Eisenbahn gebildet, die im Zickzack die Alpen durchschneidend, bei St. Valentin einerseits
und bei Amstetten andererseits von der Linie Wien-Salzburg südlich ins Ennsthal abzweigt, wo sie das Gesäuse, den wildschönen
Durchbruch der Enns durch die Österreichischen Kalkalpen berührt; bei Selzthal wendet sie sich nach SO.
und erreicht durch das Palten- und Liesingthal St. Michael an der Mur,
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