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Letzte Woche tagten Wissenschaftler und Gesundheitsexperten aus aller Welt in Genf. Sie folgten dem Ruf der Weltgesundheitsorganisation WHO und berieten sich über die gefährlichsten Krankheiten, die die Menschheit derzeit bedrohen.
Es ging dabei aber nicht um die gewissermassen alltäglichen Killer wie Krebs oder Diabetes, und auch nicht um Geisseln wie HIV/Aids oder Malaria, die bereits länger untersucht werden und wenigstens zum Teil therapiert werden können. Die Experten erstellten eine Liste mit acht Krankheiten, bei denen kurzfristig ein grösserer Ausbruch erfolgen könnte und die sich derzeit kaum erfolgreich behandeln lassen.
Diese Viruskrankheit, die 1956 zum ersten Mal im damaligen Belgisch-Kongo aus menschlichem Blut isoliert wurde, kommt in Südost-Europa, in Asien, im Nahen und Mittleren Osten sowie – in einer milderen Form – in Afrika vor. Das Virus wird durch Zecken der Gattung Hyalomma übertragen. Die Krankheit verläuft in ungefähr 30 Prozent der Fälle tödlich; einen Impfstoff gibt es noch nicht.
Ihren Namen hat diese Viruskrankheit vom Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, wo 1976 der erste bekannte grosse Ausbruch stattfand. Das vom Virus ausgelöste Fieber verläuft in etwa 25 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Auf eine grippeähnliche Phase folgt ein hämorrhagisches Fieber – die Patienten leiden an äusseren und inneren Blutungen. Todesursache ist multiples Organversagen.
Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen, insbesondere über Blut, aber auch über Speichel oder Sperma. Es gibt derzeit noch keinen Impfstoff.
Das Marburg-Fieber, eine Tropenkrankheit, ist eine schwere virale Infektionskrankheit, die ähnlich wie Ebola ein hämorrhagisches Fieber – starke Blutungen der Organe – auslöst. Das Virus, dessen Hauptwirt vermutlich Fledermäuse und Flughunde sind, stammt ursprünglich aus Zentralafrika und wurde mit infizierten Meerkatzen aus Uganda nach Deutschland eingeschleppt. Dort wurde es 1967 erstmals nachgewiesen.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über Körperflüssigkeiten. Bei intensiver Pflege – es können nur die Symptome der Krankheit bekämpft werden, nicht aber das Virus selbst – überleben 75 Prozent der Erkrankten; bei einigen Ausbrüchen starben aber auch schon bis zu 88 Prozent der Infizierten. Es gibt derzeit keinen Impfstoff.
Das in Westafrika verbreitete Lassa-Fieber gehört wie das Marburg-Fieber zu den viralen hämorrhagischen Fiebern. Das 1969 im Nordosten von Nigeria erstmals entdeckte Virus lebt in Kleinnagern – vornehmlich Mäuse der Gattung Mastomys. Bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen infizieren sich Menschen über deren Kot oder Urin. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Kontakt mit Ausscheidungen oder Blut von Infizierten.
Ungefähr ein Prozent der Erkrankten stirbt. In der Schwangerschaft verläuft Lassa-Fieber oft sehr schwer. In Westafrika, wo sich das Virus möglicherweise an den Menschen angepasst hat, stecken sich etwa 100'000 bis 300'000 Menschen pro Jahr an, wobei die Infektion in rund 80 Prozent der Fälle mit milden Symptomen verläuft oder gar nicht bemerkt wird. Es gibt gegenwärtig keinen Impfstoff.
Das erst seit 2012 identifizierte Corona-Virus MERS-CoV kann beim Menschen eine schwere Infektion der Atemwege und Nierenversagen auslösen. In vielen Fällen nimmt MERS einen schweren Verlauf, der mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungenentzündung, Organversagen und Blutvergiftung einhergehen kann. 36 Prozent der Erkrankten sterben.
Die Krankheit tritt bisher hauptsächlich in Ländern der Arabischen Halbinsel und den angrenzenden Staaten auf; es gab aber auch einen Ausbruch in Südkorea. Primäre Wirtstiere des Virus sind vermutlich Fledermäuse; die Übertragung auf den Menschen erfolgte wahrscheinlich – durch engen Kontakt – über den Zwischenwirt Dromedar. Auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei engem Kontakt möglich. Auch dann kommt es jedoch nicht immer zu einer Erkrankung. Es ist noch nicht bekannt, wie die Infektion in allen Einzelheiten erfolgt. Es gibt noch keinen Impfstoff.
Das «schwere akute Atemnotsyndrom» (engl. Severe Acute Respiratory Syndrome, SARS), ist eine virale Infektionskrankheit. Sie geht mit plötzlich auftretendem hohen Fieber, Atembeschwerden, Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl einher. Der Verlauf von SARS, der in 9,6 Prozent der Fälle tödlich endet, weist Gemeinsamkeiten mit jenem einer sogenannten atypischen Lungenentzündung auf.
Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es bisher nicht. Auch Medikamente, die einer SARS-Erkrankung vorbeugen, existieren bislang nicht. Zur Vorbeugung ist eine gute Hygiene mit häufigem Händewaschen wichtig.
Das Virus aus der Familie der Coronaviren ist entweder mutiert oder hat zuvor nur Tiere befallen und ist von dort auf den Menschen übergesprungen. SARS trat erstmals Ende 2002 in China auf und verbreitete sich in kurzer Zeit weltweit. Der ersten Pandemie des 21. Jahrhunderts fielen rund 1000 Menschen zum Opfer.
Das 1999 erstmals identifizierte Nipah-Virus befällt vermutlich Flughunde als Hauptwirt. Als Zwischenwirt dienen Hunde, Katzen und Schweine. Bei Schweinen löst der Erreger eine milde, fiebrige Atemwegsinfektion aus; beim Menschen führt die Infektion dagegen zu einer akuten Enzephalitis mit Fieber, Kopfschmerzen und Schwindel. 40 bis 75 Prozent der Erkrankungen verlaufen tödlich. Als Risikogruppe gelten Angestellte in Schlachthöfen und auf Schweinefarmen.
Bei der ersten bekannten Nipah-Epidemie, die 1998 und 1999 Malaysia heimsuchte, erkrankten offiziell 229 Menschen, von denen knapp die Hälfte starb. Der Ausbruch konnte durch eine massive Reduktion des Schweinebestandes eingedämmt werden.
Das Rifttal-Fieber (engl. Rift Valley Fever) ist eine hochansteckende Tierseuche, die vor allem Schafe, Rinder, Büffel, Ziegen und Kamele befällt. Zwar können sich alle Wirbeltiere mit dem Virus infizieren, doch nur Wiederkäuer und der Mensch entwickeln Krankheitssymptome. Beim Menschen ruft das Virus eine grippeähnliche Erkrankung aus, die in rund einem Prozent der Fälle zu einem hämorrhagischen Fieber mit Hepatitis führt. Solche schweren Verläufe enden oft tödlich.
Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über den Stich von infizierten Mücken. Allerdings ist auch die Übertragung durch Tröpfcheninfektion und durch direkten Kontakt möglich, zum Beispiel bei der Schlachtung. Das Rifttal-Fieber ist medikamentös noch nicht therapierbar, aber es existieren Impfstoffe für Tier und Mensch.
Die Krankheit wurde 1913 im kenianischen Rift Valley erstmals beschrieben. Seither hat sie sich im gesamten subsaharischen Afrika verbreitet.