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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XVI. Kapitel
135.
1. Dazu kommt aber noch die Seele und überdies noch der beherrschende Seelenteil, mit dem wir denken, der nicht auf Grund der Hingabe des Samens geboren wird, so daß sich auch ohne ihn beim Zusammenzählen die Zehnzahl der Teile ergibt, durch die die ganze Tätigkeit des Menschen zustande kommt. Denn was die Reihenfolge betrifft, so beginnt der Mensch sofort, nachdem er geboren ist, sein Leben damit, daß er sich sinnlicher Empfindungen fähig zeigt.
2. Wir sagen daher, daß das Denkvermögen und der beherrschende Seelenteil für das Lebewesen zwar Ursache des Bestehens sei, aber auch Ursache davon, daß der unvernünftige Teil beseelt wurde und an dem Bestehen Anteil hat.
3. Dementsprechend ist die Lebensfähigkeit, zu der die Möglichkeit, sich zu ernähren und zu wachsen und überhaupt sich zu bewegen, gehört, [S. 331] dem fleischlichen Pneuma zugeteilt worden, das schnell beweglich ist und nach allen Richtungen durch die Sinne und den übrigen Körper hindurchwandert und durch den Körper auch zuerst empfindet.
4. Die Willenskraft aber besitzt der beherrschende Seelenteil, und auf ihm beruht das Suchen und das Lernen und das Erkennen. Aber schließlich geht die Ursache von dem allen auf die eine beherrschende Seelenkraft zurück, und ihr verdankt es der Mensch, daß er leben und sein Leben in einer bestimmten Weise führen kann.