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«Ich stamme aus Togo, wo viele Frauen Bauchketten tragen. Meine Mutter band sie mir schon als Kind um, um meine Stoffwindeln daran zu befestigen. Als ich mit sechs hierherkam, habe ich den Bezug dazu verloren.
In einem Basler Quartier aufzuwachsen, in dem kaum jemand aussah wie ich, war hart. Ich wurde gehänselt, fühlte mich unwohl in meinem Schwarzen Körper. Mein Papi aber bestand darauf, dass mein Hautton schön sei. Er verbot mir, meine Haut zu bleichen oder Weaves zu tragen. Strecken durfte ich meine Haare aber, so waren sie einfacher zu bändigen.
Wie viele Schwarze Mädchen habe ich früh pubertiert, Brüste bekommen und bereits in der vierten Klasse meine Tage. Ich sah älter aus. Das war mir unangenehm, weil ich sexualisiert wurde, obwohl ich noch ein Kind war.
«Ich bin, wie ich bin, muss mich nicht verstecken»
Heute arbeite ich als Aktivistin, setze mich für Minderheiten und diskriminierte Gruppen ein. Auch für «Nur Ja heisst Ja» habe ich mich engagiert. Man denkt immer, man mache das für alle anderen, aber man macht es auch für sich selbst: Vor einiger Zeit hat mir jemand sexuelle Gewalt angetan. Ich erstarrte, konnte mich nicht mehr bewegen.
Seither trainiere ich mit zwei Personal Trainern. Zu spüren, wie viel Kraft in mir steckt, die Kontrolle über meinen Körper zurückzugewinnen, das gibt mir Selbstvertrauen: Ich bin, wie ich bin, muss mich nicht verstecken. Und auch nicht meine Haare.
Bei meinem letzten Besuch in Togo habe ich die Bauchketten wiederentdeckt. Man trägt sie traditionell tief – sie schützen die Trägerin wie ein Talisman.» – Siri (32), *Name geändert