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Überraschenderweise verstehen immer mehr Amerikaner immer mehr vom Weinbau, vor allem für Franzosen ist es nur schwer zu ertragen, dass viele der besten Weine der Welt aus Kalifornien kommen.
Aber Moment - Kalifornien? Wie ist das möglich? Das Atmen in L.?A. gilt an 100 Tagen im Jahr als gesundheitsschädlich. In San Diego und San Francisco ist die Luft derart abgasgeschwängert, dass der Schulsport in die Abendstunden verlegt werden muss und in Oakland tragen Einbrecher nachts Atemschutzmasken.
Kalifornien ist andererseits die Heimat der Winzer und Windsurfer, von Caspar Weinberger und Francis Ford Coppola, von dessen Tropfen man rasch einen Filmriss bekommen kann. Den ersten kalifornischen Weinberg legte der Franziskaner Junípero Serra 1769 in Mission San Diego de Alcala an. In der Folge hat der Kalifornier die Reblaus nach Europa exportieren können, um die Exportchancen seiner Weine günstig zu beeinflussen. Er hat als Erster die Rebstöcke mit Schutzhüllen aus weichem Glattleder ummantelt, bekannt als Napa-Leder, was einem ganzen Tal zu seinem Namen verholfen hat: Napa-Valley.
Irgendeines vielleicht nicht mehr so fernen Tages werden in Nordamerika Kriege ausbrechen um Wasserrechte, und die Gallone Wasser wird den Dollar als Zahlungsmittel ablösen. Kalifornier wissen das. Wenn Wasser knapp wird, werden sie froh sein um jeden Tropfen Wein. Freilich gedeihen im San Joaquin Valley eher trockene Weine, in Lodi z.?B. sind sie so trocken, dass sie als Pulver verkauft werden können.
Kalifornien ist also gefährlich und gilt als Gottes Testgebiet für die sieben Plagen der Moderne, Sodom und Gomorrha als Grossagglo. Dem Kalifornier ist der Fluchtreflex daher zur zweiten Natur geworden. Um besser fliehen zu können, hat er aus dem Radfahren das «Biking» gemacht, aus dem Wandern das «Hiking» und aus dem Trinken das «Riesling». Dabei gibt er sich betont locker und entspannt, weswegen wir an der Sonnenküste der Region Monterey auf einen Wein stossen, der auf den schönen Namen Irony hört.