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Wie ist die Lage der syrischen Flüchtlingskinder?
Die Kinder sind unterernährt. Sie werden zu uns gebracht und sind schwach und sehr dünn. Viele von ihnen leiden an Durchfall. Das Wasser ist nicht rein. Ich sage ihnen, dass sie es unbedingt kochen müssen. Wir müssen den Menschen beibringen, wie sie das Wasser verwenden sollen. Im Sommer erhöht sich die Zahl von Infektionen. Es nützt nichts, ihnen Antibiotika zu verabreichen, wenn sie weiter unreines Wasser verwenden. Wir müssen das Problem an der Wurzel bekämpfen. Medizinische angehen müssen wir ausserdem Erkrankungen der Atemwege, Pilzkrankheiten und das Problem, dass Läuse die Menschen befallen.
Wie viele Kinder behandeln sie im Durchschnitt pro Tag?
Gestern waren es 22, heute an einem Ort waren es bisher zehn.
Was sind die grössten Herausforderungen dabei?
Der Bedarf an Antibiotika ist grösser als der Bestand, den wir derzeit zur Verfügung haben. Ausserdem brauchen wir antibiotische Salben und Salben gegen Allergien. Dann brauchen die Kinder mehr Multi-Vitaminpräparate. Vor kurzem ging unser Bestand an oralem Rehydrationssalz zu Ende, aber ich habe inzwischen nachbestellt. Wir verteilen unsere Medikamente umsonst. Aber manche Flüchtlinge haben chronische Erkrankungen wie Asthma oder Epilepsie und dagegen haben wir keine medizinischen Präparate. Wenn ich denen also ein Medikament verschreibe, dann fragen sie: „Wie können Sie mir etwas verschreiben, von dem sie wissen, dass ich es gar nicht bezahlen kann?“
Was motiviert Sie, diese Arbeiten zu leisten?
Ich möchte gerne humanitär arbeiten. Ich helfe Menschen. Sie benötigen diese Hilfe; sie haben sonst niemand, der sich um sie kümmert. Ich will jedem helfen, unabhängig zu welcher Religionsgemeinschaft er oder sie sich bekennt. Wir müssen einfach so viel helfen wie wir nur können. Keine gute Tat wird vergessen werden. Das ist das, was bleiben wird, wenn wir einmal sterben.
Text: Stefan Gribi / Bild: Laura Sheahen/CRS