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Mehr als 3000 Kandidatinnen und Kandidaten stehen schweizweit bereit, für den Einzug ins Bundeshaus. Sie alle schreiben im Internet, auf Flyern, Briefen oder E-Mails, warum man sie wählen soll. Zuviel so finde ich. Denn oft ist das Geschriebene zu lang, zu unverständlich und wird eh nur von Verwandten und den Bekannten gelesen.
Ich lese es gerne. Denn zwischen den Zeilen ist vieles über die jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten zu erfahren. Was meint wohl der Stadtparlamentarier mit der Formulierung „Brückenbauer zwischen Stadt und Land“? Vielleicht, dass es einen grossen Graben gibt? Dass die zurückgebliebenen Landeier unbedingt die städtliche Unterstützung brauchen? Mir käme, aufgewachsen auf dem Land, eine solche Formulierung nicht in den Sinn.
Oft gelesen und auch gehört in letzter Zeit wieder: „Das Volk will …“. Wer genau weiss, was das Volk will? Will nicht ganz einfach nur der Politiker das? Und zeigt er damit vielleicht auch, dass er eben genau nicht zuhören und erfahren kann, was das Volk wirklich will?
Oder was meint der reiche Unternehmer, wenn er schreibt: „Wir müssen die Arbeitnehmer ist, wer in einem Arbeitsverhältnis steht und ... unterstützen.“ Vielleicht, dass er gar nicht so weiss, was Arbeiter fühlen und denken? Oder, dass er die Arbeiter mit einem Almosen ruhig stellen will?
Solche und ähnliche Sequenzen erinnern mich immer wieder an diejenigen, welche einen Satz beginnen mit: „Ich habe eigentlich nichts gegen Ausländer, …“. – Aus, vorbei! Wer so beginnt, hat sich bereits entlarvt.