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(lat.), das Sondervermögen des unter väterlicher Gewalt stehenden Hauskindes (im römischen Recht auch das
Vermögen des Sklaven). Im ältern römischen Recht galt nämlich der Grundsatz, daß alles, was ein Hauskind erwerbe, von selbst
in das Vermögen des Hausvaters falle. Erst nach und nach entwickelte sich das im wesentlichen noch heutzutage
geltende Pekulienrecht, wonach ein teilweise unbeschränktes, teilweise beschränktes Vermögen des Hauskindes statuiert ist.
Dies sogen. Pekulium besteht also zunächst in solchem Vermögen, woran der unter väterlicher Gewalt befindliche Sohn volles Eigentum
und alle Rechte eines Hausvaters, mithin selbständige Verwaltung und Veräußerungsbefugnis, hat. Hierher gehört alles, was
er im Soldatenstand oder mit Rücksicht auf Militärdienst und gelegentlich derselben erwirbt (peculium castrense); ferner,
was ihm zur Erlernung von Künsten und Wissenschaften oder mit Rücksicht auf schon erworbene Kenntnisse und Wissenschaften
zugewendet wird, oder was er durch dergleichen Kenntnisse und in den dadurch erlangten Ämtern erwirbt (peculium quasi-castrense).
bloß die Verwaltung, nicht aber auch der Nießbrauch zusteht (peculium adventitium irregulare). Diese letztere Art von Pekulium ist
vorhanden, wenn Kindern unter väterlicher Gewalt mit der ausdrücklichen Bedingung, daß der Vater den Nießbrauch nicht haben
solle, etwas von dritten Personen geschenkt oder vermacht wird, wenn der Vater auf das Nießbrauchsrecht
verzichtet hat, oder wenn die Kinder wider Willen des Vaters etwas erwerben, z. B. als Volljährige eine Erbschaft antreten,
die der Vater nicht für sie antreten will. Das preußische Landrecht faßt das Peculium castrense, quasi-castrense und adventitium
irregulare unter dem Namen freies Vermögen des Kindes zusammen im Gegensatz zu dem unfreien (peculium profectitium
und adventitium), welches dem väterlichen Nießbrauch unterworfen ist.