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Aus dem runden Brunnenbecken im St.Leonhard-Park erhebt sich gleichsam als vertikale Fortführung des Sockels die feingliedrige Silhouette des „Mädchens mit Krug“ von Wilhelm Meier. Erstmals präsentierte Meier seine Brunnenskulptur im Herbst 1927 an der „St.Gallischen Ausstellung für Landwirtschaft, Gartenbau, Gewerbe, Industrie und Kunst“ auf der Kreuzbleiche der Öffentlichkeit. Die klassizistisch anmutende Mädchenfigur stiess sowohl beim Publikum als auch beim städtischen Bauamt auf Anklang und wurde von der Stadt für 2‘000 Franken erworben. Bereits kurz nach der Ausstellung fand sie am 11. Oktober 1927 im Park beim St.Leonhard-Schulhaus ihren Platz.
Die konsequente Akzentuierung der Vertikalen – durch den hohen, schlanken Wuchs der Dargestellten, ihre eng am Körper anliegenden Arme und die zu einem schlichten Zopf ordentlich gebundenen Haare – verleiht der Figur eine geschlossene Umrisslinie, so dass sie in sich ruhend und harmonisch wirkt. Das „Mädchen mit Krug“ legt Zeugnis ab von Meiers eingehender Beschäftigung mit den Themen Last und Kraft und reiht sich ein in die Motivgruppe der schreitenden und lastentragenden Frauenfiguren, die er in zahlreichen Varianten schuf. (Text: Stefanie Kasper, September 2020)
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