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Der FC Basel sorgte während der letzten beiden Jahren in der Europa-League für Furore. Nun steigt das Endspiel 2016 im St.Jakob-Park. Wie stehen die Chancen auf ein «Final dehai»? Nicht sehr hoch, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt.
Seit gestern Donnerstag wissen wir: 2016 steigt mit dem Europa-League-Final in Basel erstmals seit 27 Jahren wieder ein europäisches Endspiel auf Schweizer Boden. Eine exzellente Möglichkeit, sich im internationalen Rampenlicht als Gastgeber zu profilieren – aus wirtschaftlicher Perspektive ist das «Heimspiel» auf jeden Fall ein absoluter Glücksfall.
Doch wie sieht es aus sportlicher Sicht aus? Können sich der FCB und die übrigen Schweizer Klubs Hoffnungen auf einen Triumph im eigenen Land machen? Welche Teams konnten in der Vergangenheit auf eigenem Boden triumphieren? Wir haben in der Europa-Pokal-Historie gewuselt und die Finalspiele der drei grossen Wettbewerbe untersucht.
Im Europa-Pokal der Pokalsieger, welcher von 1961 bis 1999 ausgetragen wurde, triumphierte im Final viermal eine Mannschaft im Heimatland:
West Ham United (1965), Bayern München (1967), RSC Anderlecht (1976) und der FC Barcelona (1982). Im eigenen Stadion siegten allerdings nur die Katalanen. Im Camp Nou bezwangen die «Blaugrana» Standard Lüttich mit 2:1. Die anderen drei Teams triumphierten zwar im eigenen Land, aber nicht im eigenen Stadion.
Von 1955 bis 1992 werden insgesamt 37 Endspiele im Europapokal der Landesmeister ausgetragen. Im eigenen Land reüssieren: Inter Mailand (1965), Manchester United (1968), Ajax Amsterdam (1972) und Liverpool (1978). Nur Inter Mailand siegt dabei aber auch im eigenen Stadion. Mit 1:0 bezwingen sie im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion Benfica Lissabon.
In der modernen Ausgabe, der Champions League, wurden bis anhin 22 Endspiele ausgetragen. Abgesehen von Juve, 1996 in Rom, und Dortmund, 1997 in München, schaffte es kein Team, sich die begehrte Trophäe im eigenen Land zu schnappen. Das Kunststück, die Champions League gar im eigenen Stadion zu gewinnen, brachte noch keine Equipe fertig. Am knappsten scheiterte dabei Bayern München im Jahr 2012 beim legendären «Finale dahoam».
Die Endspiele des im Jahre 1971 ins Leben gerufenen Uefa-Cups, wurden bis ins Jahr 1997 in einem Hin- und Rückspiel auf dem Boden der Finalteilnehmer ausgetragen. Seit da finden die Finalspiele auf neutralem Terrain statt. In den 17 Endspielen die seither über die Bühne gingen, brachte es ebenfalls nur eine Mannschaft fertig, sich im heimischen Stadion den Pokal zu schnappen: Feyenoord Rotterdam.
Im proppenvollen «De Kuip» gewinnen die Niederländer 2002 gegen Borussia Dortmund mit 3:2 und versetzen die ganze Stadt in einen kollektiven Freudentaumel.
Drei Jahre später gelingt es Sporting Lissabon ebenfalls, sich fürs Heimfinale zu qualifizieren. Im Endspiel vor heimischem Publikum setzt es dann allerdings eine bittere 1:3-Pleite gegen ZSKA Moskau ab.
Fazit: Von insgesamt 114 Finalpartien auf Europapokal-Ebene siegte insgesamt elfmal eine Mannschaft im eigenen Land. Dreimal davon wurde der Pokal sogar im eigenen Stadion in die Höhe gestemmt. Wenn wir das historische Statistik-Spiel zu Ende spielen wollen, bedeutet dies, dass 2016 mit einer Wahrscheinlichkeit von 9,6 Prozent eine Schweizer Mannschaft die Europa League gewinnen wird. Die Chancen auf einen Europa-League-Sieg des FC Basel im Joggeli liegen demnach bei 2,8 Prozent.
Die «1-zu-10-Chance» für alle Super-League-Teams zusammen ist etwas gar optimistisch. Beim FC Basel hingegen liegen Statistik-Spielerei und Realität gar nicht so weit auseinander – die Chance auf einen Heimerfolg der Bebbi ist zwar nicht riesengross, aber dennoch vorhanden. Dass das Eintreffen dieses Szenarios eine Sternstunde für den Schweizer Fussball bedeuten würde, ist klar; darum glauben wir dran – Statistik hin oder her.