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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Viertes Buch
IX. Kapitel
73.
1. Soweit Herakleon. Und im übrigen scheint er hinsichtlich des Sinnes dieses Schriftabschnittes mit uns einer [S. 53] Meinung zu sein; aber auf eines hat er nicht geachtet: Wenn manche auch nicht mit der Tat und mit dem Leben Christus vor den Menschen bekannt haben, so ist doch dadurch, daß sie vor Gericht mit der Stimme bekannten und, obwohl sie bis zum Tod gemartert wurden, den Herrn nicht verleugneten, der Beweis erbracht, daß sie mit aufrichtiger Gesinnung geglaubt haben.
2. Eine Gesinnung aber, die sich im Bekenntnis bewährt,1 und vor allem eine solche, die sich auch beim Tod nicht ändert, beseitigt mit einem Schlage alle Leidenschaften, die durch die körperliche Begierde erzeugt wurden.
3. Denn es gibt sozusagen am Ende des Lebens eine Reue, die alles in der Tat zusammenfaßt, und ein wahrhaftiges Bekenntnis zu Christus, wobei auch die Stimme mitbezeugt.
4. Wenn aber "der Geist des Vaters"2 in uns zeugt, wie sollten dann die noch Heuchler sein, von denen er (Herakleon) gesagt hat, daß sie nur mit der Stimme bekennen?
5. Einigen wird es aber, wenn es nützlich ist, gegeben werden, sich zu verteidigen,3 damit alle sowohl durch ihr Zeugnis als auch durch ihre Verteidigung gefördert werden, insofern die Glieder der Kirche gestärkt werden, diejenigen Heiden aber, die um ihre Rettung besorgt sind, von Bewunderung ergriffen und zum Glauben geführt werden, und schließlich die übrigen von Staunen und Hochachtung erfaßt werden.
1: Vgl. Chrysippos Fr. mor. 197, wo die Tugend als (xxx) bezeichnet ist.
2: Mt 10,20.
3: Vgl. Lk 12,11 f.