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Die gleiche Verwendung haben
Kraut und
Öl des CretischenDostens(Origanum creticum), der, sehr uneigentlich auch spanischerHopfen genannt, in Griechenland und Kleinasien einheimisch ist und von dort eingeführt wird, hauptsächlich zur Gewinnung
des ätherischen
Öls, welches als spanischesHopfenöl
(OleumOrigani cretici) gegen Zahnweh dient. Man verkauft auch unter
demselben Namen Origanum smyrnaceum. Das spanische
Hopfenöl ist in zwei Qualitäten, à 2 und 20 Mk. das Kilo im Handel.
Das gewöhnliche Dostenöl kostet 17 Mk. p. Kilo. - Dostenkraut ist zollfrei. Dostenöl wird gem.
Tarif im Anh. Nr. 5 a verzollt.
(Leindotter,Flachsdotter,Finkensame,Dotterlein,Camelina sativa, engl.
gold of pleasure), einheimische, auf Äckern unter
Flachs und andern Saaten oft wild wachsende einjährige Pflanze aus der
Familie der Kreuzblütler, die als Ölpflanze, ziemlich häufig, angebaut sichere und ergiebige Erträge gibt, nicht von
Insekten leidet und Kälte verträgt, daher zeitig im Frühjahr gesät werden kann. Die Pflanze hat einen
eckigen rauhen Stengel, lange
Trauben kleiner blaßgelber Blüten und birnförmige Schötchen mit länglich dreieckigen rötlichen
Samen.
Die Ernte fällt in der Regel in den August; die Pflanzen werden auf Haufen getrocknet und dann die Samen ausgedroschen.
Man erntet von der Hektare 900-1000 Kilo Samen und gewinnt von 5 Maßteilen desselben 1 Maßteil hellgelbes
Öl, das anfänglich etwas bitter schmeckt, nach einiger Zeit aber durch Abklären zu Speiseöl tauglich wird. In Lampen
für sich gebrannt gibt es eine etwas düstere Flamme; häufig aber wird es als Zumischung von
Rüböl benutzt. Da es zu den
trocknenden
Ölen gehört, so gebraucht man es auch zu Firnissen. Der Anbau des D. wird am stärksten
in den Niederlanden, doch aber auch in mehreren Gegenden Deutschlands, Belgiens, Österreichs und der Türkei betrieben,
die Dottersaat an vielen Produktenmärkten mit verhandelt. Anbau im Deutschen Reich 2246 ha zus. 17638 m Ztr.
Körner. - Zoll s. Tarif im Anh. Nr. 9 g;
Dotteröl Nr. 26 a 4, bezw. 26 a 1 (in Flaschen).
(Sanguisdraconis, frz. sang dragon, engl.
dragons blood). Unter diesem Namen sind spröde, geruch- und geschmacklose, dunkel blutrote, gepulvert lebhaft zinnoberrot
erscheinende harzige Massen seit langer Zeit im Handel. Die gebräuchlichste Sorte ist die ostindische
und scheinen andre Sorten, die auch geringerer Qualität sein sollen, selten oder gar nicht in den Handel zu kommen. Diese
Masse stammt von einer in Hinterindien und auf den Molukken heimischen Rohrpalme,Daemonorops Draco oder Calamus Draco, einer
nahen Verwandten derjenigen, von welcher das sog. spanische
Rohr kommt, und zwar von den nußgroßen Früchten
derselben, welche eiförmig gerundet und mit einer Fruchthülle umgeben sind, die aus nach rückwärts gerichteten dachziegelförmig
übereinander liegenden Schuppen besteht, zwischen denen das
Harz freiwillig in Tropfen ausschwitzt und sich verdickt, während
es im Innern in flüssigem Zustande enthalten ist.
Diese Tropfen bilden das D. in Körnern oder
Thränen(Sanguis draconis in lacrimis), die feinste, aber
selten vorkommende Sorte. Gewöhnlicher ist die Sorte in Stangen(Sanguis draconis in baculis), durch Zusammenkneten erhalten,
fingerdick, einzeln in Palmblätter eingewickelt, an Qualität gleich, eine andre in Tafeln geformt. Am geringsten im Wert
und am häufigsten kommt das D. in Massen vor (Sanguis draconis in massis), unregelmäßige Stücke,
mit viel Unreinigkeiten, durch heißes Auspressen oder Auskochen der Früchte gewonnen.
Die feinste Ware soll sich vollständig in Weingeist auflösen; die Sorte in Massen hinterläßt hierbei viel Rückstand,
die Auflösung selbst weicht indes kaum von der der feinern Sorten ab. DasHarz dient besonders zum Rotfärben
von Spirituslacken für
Holzwaren, Saiteninstrumente, Möbel, auch in der Malerei, zum Färben von Stein,
Horn u. s. w. und
als Zusatz zum Vergoldergrund. Offizinell wird es verwendet unter Pflaster und, wegen seines Gerbstoffgehalts, als Bestandteil
von Zahnpulvern. Das kanarische oder afrikanische D. von Dracaena Draco kommt jetzt nicht mehr in den
Handel. - Zollfrei.
(Esdragon,Dragonell, lat. herba Dracunculi, frz.
l'estragon, engl. Tarragon), ist eine Art
Beifuß, der in Sibirien und Südeuropa wild wächst, bei uns in Gärten zum Küchengebrauche,
zum Würzen von Speisen gezogen, auch mitunter als Handelspflanze (um Altenburg, Nürnberg, Erfurt) im größern Maßstabe
angebaut wird. Die in den Handel einschlagende Verwendung ist die zur Herstellung eines aromatischen
Essigs (Esdragonessig), der in den Senffabriken zur Bereitung einer Senfsorte (à l'estragon) benutzt wird. Auch Esdragonöl
(OleumDracunculi) ist im Handel und kostet 100 M. pro Kilo. - Zoll:Dragunkraut gemäß Tarif im Anh. Nr. 25 p
2;Dragunöl Nr. 5 a; Dragunessig Nr. 25 d 1 bezw. 2.
(frz. fil de metal, engl. wire). Ein nicht geringer
Teil der zur Verarbeitung gelangenden Rohmetalle wird in Form von Draht gebracht, der dann in den verschiedensten Dimensionen
zu sehr mannigfachen Zwecken weiter verarbeitet wird. Die gewöhnlichen Handelssorten des D. haben Kreisquerschnitt;
geringe Bedeutung besitzen die Façon-Drähte mit Dreiecks- Rechtecks- Quadratquerschnitt, oder halbrundem, sichelförmigem,
stern- und rosenförmigem Querschnitt u. a. m. Die Formung des Drahtes geschieht meist
durch Ziehen; das zugespitzte Ende eines D. wird durch ein in einer Stahlplatte vorhandenes Loch, welches sich nach der Eintrittsseite
trichterförmig erweitert, gesteckt und mit einer Zange gefaßt, welche durch Elementarkraft fortbewegt
wird. Der kleinste Durchmesser des Ziehloches
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mehr
ist kleiner als der Durchmesser des vorgelegten D. Bei dem Durchgange des D. tritt nun eine Querschnittsabnahme und eine
Verlängerung des D. ein. Da aber die Querschnittsabnahme nur gering genommen werden kann, so sind zur Herstellung feiner
D. sehr viele Durchgänge durch immer enger werdende Ziehlöcher erforderlich. Die Ziehlöcher für sehr
feine Drähte mit möglich glatter Oberfläche werden in harte Edelsteine (Rubin oder Saphir) gebohrt und diese in Messingplatten
gefaßt.
Selbstverständlich können nur solche Metalle D. geben, die von Natur die dazu gehörige Dehnbarkeit besitzen. Es werden
verarbeitet: Eisen, Stahl, Kupfer, Messing, Neusilber, Silber, Gold (nicht für sich allein), Platin, in geringerem
Maße Zink und Blei. Der Eisendraht steht in bezug auf massenhafte Erzeugung voran. Zur Herstellung sind nicht unbedingt weiche,
aber zähe, feste Eisensorten von fadiger Struktur erforderlich. Früher ließ man die zu D. bestimmten geschmiedeten eisernen
Stäbe aus dem Gröbsten auf dem sog. Stoßzug ausziehen.
Jetzt werden die groben Drahtnummern gewalzt, um entweder so zu bleiben oder auf der Drahtmühle weiter
verdünnt zu werden. Die Walzen aus hartem Eisen liegen paarweise übereinander und haben auf ihrem Umfange halbrunde Rillen,
die je zwei und zwei aufeinanderpassen und so ein rundes Loch herstellen. Während die Walzen sich beständig drehen, steckt
man in das weiteste Loch glühende Stäbe, die sogleich nach dem Austritt auf der andern Seite in ein zweites, drittes u. s. w.
Loch eingeführt und so mit großer Schnelligkeit in D. verwandelt werden, der noch glühend von einem Haspel zu einem Bunde
aufgewickelt wird.
Die weitere Verfeinerung durch Ziehen geschieht auf der Scheibenbank (Drahtmühle, Leierbank). Jeder
Gang derselben besteht aus einer aufrecht stehenden Trommel mit daneben stehendem Zieheisen. Ein Haspel voll des zu verdünnenden
D. wird vorgelegt, das Drahtende durch Hämmern oder Feilen verdünnt, durch das betreffende Ziehloch geschoben, an der Trommel
befestigt und diese durch die Maschinenkraft in Umlauf gesetzt. Die Härte des Eisendrahtes nimmt bei
jedem Durchgange zu; endlich wird er spröde, so daß er bei noch weiterem Ziehen häufig reißt.
Dann muß er durch Ausglühen wieder weich gemacht werden. Dies geschieht in einem besondern Ofen unter Luftabschluß, um
die Bildung einer Oxydschicht so viel als möglich zu verhüten. Dann ist er zunächst erst durch Beizen
mit Säuren von dem entstandenen Glühspan zu befreien. Gegenwärtig walzt man Eisendraht bis herunter zu 6 ja selbst 4 mm
Durchmesser. Bei dem Ziehen bis zu 1 mm findet ein 3- bis 5maliges Ausglühen bei 12 bis 20 Durchgängen statt. Bei noch
weiterer Verfeinerung ist wiederholtes Ausglühen meist nicht nötig. - Stahldraht wird auf demselben
Wege erhalten wie Eisendraht.
Nur muß derselbe bei dem Ziehen häufiger und mit größerer Vorsicht ausgeglüht werden, weil er rascher hart wird und
bei zu hoher Temperatur verbrennt. Einen besondren Fabrikationszweig bildet die Herstellung der Pianofortesaiten. Das Verfahren
ist im Allgemeinen nicht
verschieden von dem beschriebenen; zur Erreichung des möglichen Gütegrades und der größten Klangfähigkeit
ist aber die größte Sorgfalt in Auswahl und Behandlung des Materials (Gußstahl), namentlich bei dem Wiederhärten des
zum Behufe des Ziehens weich gemachten Stahles erforderlich. Früher konnten solche Saiten nur von England bezogen
werden (von Webster, Horsfall); aber die Engländer sind in Deutschland und Österreich, namentlich in Wien, nicht nur seit
geraumer Zeit erreicht, sondern selbst überholt worden, sodaß die Einführung englischer Saiten ganz aufgehört hat. -
Kupferdraht wird aus rund geschmiedeten Stäben oder aus Streifen, welche von gewalzten Platten geschnitten sind, gezogen.
Das Kupfer läßt sich vermöge seiner großen Dehnbarkeit leicht ziehen und wird nicht hart, so daß ein Ausglühen nur
selten notwendig ist. Ein Stab von etwa 0,3 m Länge und 25 mm Stärke läßt sich zu einem haarfeinen Faden ausziehen, der
über 7500 m lang ist. Die Verwendung kupferner Drähte beschränkt sich vorwiegend auf alle die Fälle,
bei welchen es sich um Benutzung des Elektromagnetismus handelt, also zu telegraphischen Leitungen und galvanischen Apparaten.
Das Messing wird zum Behuf des Drahtziehens für die gröberen Sorten zunächst in runde Stäbe geformt, während man für
die feineren aus Messingblech vierkantige Leistchen (Regale) schneidet und es dem Drahtzug überläßt,
dieselben abzurunden. Die gleiche Dehnbarkeit wie Kupfer und Messing hat das Neusilber. Die Drähte aus dieser Legierung werden
gleich von den Anstalten geliefert, welche Neusilber erzeugen. Draht aus Zink und Blei hat wenig Haltbarkeit und daher wenig
Verwendung; er dient hauptsächlich zum Anbinden für Gärtner, der bleierne außerdem an Jacquardmaschinen
und zu Dichtungen für Röhren u. s. w. - Gold- und Silberdraht finden für allerhand Tressen, Borden u. dgl.
eine ausgedehnte Verwendung und sind entweder echte oder unechte Ware; echter Golddraht besteht indes deshalb noch nicht
aus massivem Gold, sondern ist vergoldeter Silberdraht. Um diesen letzteren ohne Vergoldung zu erzeugen,
gießt man Stäbe, verlängert sie durch Ausschmieden, feilt sie rund und übergibt sie erst gröberen, dann feineren Ziehmaschinen.
Da man den echten Silberdraht immer nur in sehr feinen Nummern braucht, so hat er bis zur Vollendung 100-120 Ziehlöcher
zu passieren.
Bei Herstellung des vergoldeten Silberdrahtes wird nicht dieser nach der Vollendung, sondern gleich die
gerundete Stange vergoldet, indem man sie glühend mit mehrfachen Lagen von Blattgold belegt, dieses anreibt und zur Verhütung
des Abstreifens in den Ziehlöchern die Stange mit Wachs einläßt. Auch bei der weitest getriebenen Streckung erhält sich
die Golddecke trotz fabelhafter Verdünnung ganz und unversehrt. In der nämlichen Weise werden Kupferstäbe
vergoldet oder versilbert und durch Ausziehen in den unechten oder sog. leonischen Gold- oder Silberdraht verwandelt. Die
Fabrikanten, welche dergleichen echte und unechte Drähte verarbeiten, besorgen auch ihre Herstellung selbst
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