Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/147221

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und berichten, mit welchen Massnahmen die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Personen mit psychischen Problemen besser und wirkungsvoller bei der Arbeitsuche unterstützen können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Laut dem erwähnten OECD-Bericht leidet etwa jeder dritte Bezüger von Arbeitslosenentschädigung, Invalidenversicherungsleistungen oder Sozialhilfe an einer psychischen Störung. Bei einer voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden ganzen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit aufgrund einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit fällt die Eingliederung in die Zuständigkeit der Invalidenversicherung. Soweit allfällige gesundheitliche Beeinträchtigungen die Vermittelbarkeit der Stellensuchenden nicht infrage stellen, verfügen die Personalberatenden der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) über die notwendigen Instrumente, um die Betroffenen adäquat bei der arbeitsmarktlichen Integration zu unterstützen.</p><p>Die Arbeitslosenversicherung (ALV) ist sich der Problematik der Stellensuchenden in schwierigen sozialen, finanziellen oder gesundheitlichen (psychischen) Situationen bewusst. Die Durchführung einer vertieften Problemanalyse der Stellensuchenden kann jedoch diesbezüglich nicht im RAV vorgenommen werden, weil die Probleme weit gefächert sind und die Personalberatenden nicht alle dazu notwendigen Kompetenzen aufweisen. Die Aufgabe eines Personalberatenden im RAV besteht vielmehr darin, Hinweise auf spezielle Situationen wie eine psychische Problematik möglichst früh zu erkennen. Wird eine spezielle Situation erkannt oder vermutet, besteht gemäss Artikel 17 Absatz 5 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes die Möglichkeit, spezialisierte Beratungsleistungen einzukaufen. Die ALV selber bietet für den Erhalt und die Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit von Stellensuchenden bei Bedarf zudem arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) an. Es liegt in der Kompetenz der Kantone, spezifische, auf eine bestimmte Problematik zugeschnittene Massnahmen anzubieten - zum Beispiel für Menschen mit psychischen Problemen.</p><p>Für die Mitarbeitenden der RAV ist es obligatorisch, eine auf Personalberatung spezialisierte höhere Berufsausbildung zu absolvieren. Die entsprechende Berufsprüfung "HR-Fachmann/HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis" wird zurzeit revidiert. Dabei ist die Schaffung einer Fachrichtung für öffentliche Personalvermittlung und -beratung vorgesehen, welche verstärkt auf die Förderung der Kompetenzen für die arbeitsmarktliche Beratung fokussiert. Den Personalberatenden stehen bereits heute entsprechende spezifische Weiterbildungsangebote zur Verfügung.</p><p>Mit dem Einkauf von spezialisierten Beratungsleistungen bzw. spezialisierten AMM, der Möglichkeit an spezifischen Aus- und Weiterbildungsangeboten sowie der Revision der Berufsprüfung der Personalberatenden trägt die ALV dem Anliegen des Postulates ausreichend Rechnung.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.