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Avishai Cohen wird 1970 in Kabri, Israel, geboren. Er wächst in einer multikulturellen Familie mit Wurzeln in Spanien, Griechenland und Polen auf. Sein musikalischer Weg beginnt im Alter von neun Jahren. Er spielt Piano und kommt vor allem mit traditioneller, israelischer Musik und klassischer Musik in Kontakt. Mit 14 Jahren lebt Avishai Cohen mit seinen Eltern für einige Zeit in den USA, wo er zum ersten Mal die Bassklänge von Jaco Pastorius hört. Sie ziehen Cohen in ihren Bann und verändern alles.
Zurück in Israel schreibt er sich in der Musik und Kunstakademie in Jerusalem ein und studiert Jazzbass. Er leistet einen zweijährigen Militärdienst und kehrt schliesslich nach Amerika zurück, um es als Bassist in New York zu schaffen.
Strassenmusiker und Arbeit auf dem Bau
Im Winter 1992 kommt Avishai Cohen alleine in New York an. Der Wind bläst ihm auch musikalisch erst einmal eiskalt ins Gesicht. Um sich finanziell überhaupt über Wasser zu halten, spielt Avishai Cohen auf der Strasse und arbeitet auf dem Bau.
Doch er lässt sich nicht entmutigen – im Gegenteil: die widrigen Umstände bestärken ihn in seiner Bestimmung und machen sein Musikerdasein authentisch. Er studiert an der New School in New York und in kleinen Schritten arbeitet er sich in der kompetitiven New Yorker Jazzszene hoch.
Mit Chick Corea zum Durchbruch
1997 bekommt der Pianist Chick Corea Avishai Cohens Demotape in die Finger und engagiert ihn für seine Band. Die Zusammenarbeit wird zur nahrhaftesten Zeit in Avishai Cohens Karriere. Er verfeinert seine Fähigkeiten am Bass und sammelt auch viele Erfahrungen als Komponist. Avishai macht sich einen Namen.
Dieser Name kommt auch Herbie Hancock, Bobby McFerrin, Wynton Marsalis und vielen mehr zu Ohren. Auch ausserhalb des Jazz ist er ein gefragter Mann, wie seine Zusammenarbeit mit dem R’n’B-Star Alicia Keys zeigt. Aber Avishai Cohen bleibt nicht nur ein Sideman. Bis 2008, bis zu seiner Rückkehr nach Israel, veröffentlicht er mehrere Alben unter eigenem Namen.
Rückkehr nach Israel
Avishai Cohen kehrt mit einem riesigen Rucksack voller Erfahrungen nach Israel zurück und besinnt sich dort musikalisch intensiv seiner Wurzeln. Mehr noch, er definiert sich musikalisch über seine Herkunft, wie eines seiner Zitate zeigt: «Es gibt viele israelische Songs, die auf russischen Songs basieren. Osteuropäische Melodien, versehen mit hebräischen Texten. Das wurde zu einem Folk-Idiom in Israel. Dann gibt es Komponisten, die den mediterranen Sound und die arabischen Rhythmen der Darabouka (arabische Trommel) mit westlichen Harmonien verbanden. Das brachte einen speziellen Sound hervor. Dieser Sound bin ich.»
Avishai Cohen lebt und arbeitet heute weiterhin in Israel und tourt von dort aus durch die ganze Welt. Sein Status würde es ihm ermöglichen mit den bekanntesten Jazzmusikern der Welt zusammenzuspielen. Aber es sind vorwiegend junge Landsleute, mit denen Avishai Cohen musikalisch zusammenspannt. Sie gehören einer Generation von israelischen Jazz Newcomern an, die gegenwärtig für viel Wirbel in der Welt des Jazz sorgt. Viele von ihnen folgen Cohens Beispiel, studieren in den USA und verdienen sich ihre Sporen in New York. Avishai Cohen scheint diesen Weg für sie vorgespurt zu haben und verhilft dem Israelischen Jazz zu einer eigenen Identität.