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Eine Bootstour in der Halong-Bucht vor Vietnam ist in einer Tragödie geendet. Zwölf Menschen starben, als das Ausflugsboot in der Nacht auf Donnerstag plötzlich sank. Unter den Toten ist laut den vietnamesischen Behörden auch ein junger Schweizer.
Das Unglück ereignete sich kurz vor Sonnenaufgang gegen 5 Uhr (Ortszeit) und überraschte die Passagiere im Schlaf. Die meisten Opfer seien in ihren Kabinen ertrunken, sagte der Vorsteher der Halong-Bucht-Behörde. Diejenigen, die an Deck geblieben waren, konnten sich in Sicherheit bringen, bevor das Ausflugsschiff sank.
Neben dem jungen Schweizer starben auch Reisende aus Vietnam, Grossbritannien, den USA, Russland und Japan. Die meisten waren Rucksacktouristen zwischen 20 und 25 Jahren, wie aus einer Liste hervorgeht, die auf der Webseite der Provinz Quang Ninh publiziert wurde. Unter den Opfern ist auch ein vietnamesischer Übersetzer.
Taucher bergen Leichen
Nach Angaben der Behörden befanden sich auf der "Trung Hai 06" insgesamt 27 Menschen. Nur neun Ausländer und sechs Besatzungsmitglieder überlebten und konnten von Fischern gerettet werden. Taucher bargen am Donnerstag die Toten aus dem Rumpf des Schiffes.
Ein Spitalmitarbeiter berichtete, drei Touristen - zwei Männer aus den USA und Frankreich und eine Frau aus der Schweiz - würden wegen leichterer Verletzungen behandelt.
Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte, dass sich zwei Schweizer an Bord des Bootes befanden. Das EDA habe Kontakt zu den Eltern des Todesopfers aufgenommen und unterstütze die Person, die das tragische Unglück überlebt habe, hiess es in einer Stellungnahme.
Warum die Dschunke unterging, war zunächst unklar. Ein Behördenvertreter schloss aber schlechtes Wetter als Ursache aus. Er sprach von einer ruhigen Nacht mit mildem Wetter. "Nach ersten Informationen ist ein Teil des Schiffes plötzlich auseinandergebrochen", sagte er.
Boot sank innert Sekunden
"Das Ganze dauerte zwischen 30 Sekunden und eine Minute", berichtete der US-Tourist George Fosmire, der das Unglück überlebte. Seine Freundin sei aus dem Bett gefallen und habe ihn noch warnen können, da sei das Wasser bereits in die Kabine eingedrungen.
"Ich musste mein Gesicht gegen die Decke drücken, um noch nach Luft schnappen zu können", erzählte der sichtlich unter Schock stehende 23-Jährige. Er habe sich schliesslich aus einer Luke retten können. Seine Freundin und eine weitere Amerikanerin, die mit ihnen die Kabine teilte, schafften es nicht mehr.
SDA-ATS