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19.07.2019, 11:36 Uhr
Im Schweizer Fondsmarkt sind im Juni nach einigen Monaten mit Nettomittelabflüssen wieder mehr Gelder angelegt als abgezogen worden.Artikel lesen
Franklin Templeton kotiert am 19. Juni den ersten aktiv verwalteten Euro Green Bond ETF in der Schweiz. Er wird aus Anleihen bestehen, die Projekte für eine kohlenstoffärmere Zukunft finanzieren.
Dank aktiver Auswahl der Anleihen soll der neue Franklin Liberty Euro Green Bond UCITS ETF den Bloomberg Barclays MSCI Euro Green Bond Index übertreffen, wie es in einer Medienmitteilung von Franklin Templeton heisst. Demnach wird der Fonds mindestens 70 % seines Nettovermögens in Anleihen investieren, die als "grün" deklariert sind, während der Rest aus Anleihen besteht, die klimaschonende Projekte finanzieren, aber keine offizielle Zertifizierung aufweisen.
Wie David Zahn, Head of European Fixed Income, erklärt, weisen grüne Anleihen in Phasen erhöhter Risikoaversion eine geringere Volatilität auf, da Anleger in der Regel an diesen Anleihen festhalten. Die Daten von Franklin Templeton würden darauf hindeuten, dass sowohl an den Primär- als auch an den Sekundärmärkten 72 % der grünen Anleihen nach sieben Tagen engere Spreads aufwiesen als herkömmliche Anleihen. Nach 28 Tagen zeigte sich bei immerhin noch 62 % das gleiche Bild. "Wir sind davon überzeugt, dass ein aktives Management uns die besten Möglichkeiten bietet, von diesen Spread-Chancen zu profitieren", so Zahn. Nicht-zertifizierte grüne Anleihen böten gute Investitionsmöglichkeiten, die weniger bekannt seien als ihre offiziell zertifizierten grünen Pendants, da die Nachfrage vergleichsweise geringer sei. Franklin Templeton will von allen Emittenten in ihrem Portfolio verlangen, dass sie ein Basisniveau bezüglich der Berichterstattung zu Umweltauswirkungen erfüllen, unabhängig davon, ob eine Emission als "grün" zertifiziert ist oder nicht.
Seit der ersten Emission im Jahr 2007 bildet Europa laut Franklin Templeton einen Eckpfeiler des globalen Markts für grüne Anleihen. Die bisherigen Emissionen haben inzwischen einen kumulierten Gesamtwert von 165 Mrd. Euro erreicht. "Grün" bezieht sich darauf, wie die Erlöse der Anleihenemission eingesetzt werden sollen. In der Regel handelt es sich hierbei um eine Zusage, die Erlöse für die vollständige oder teilweise Finanzierung oder Refinanzierung neuer oder bestehender Nachhaltigkeitsprojekte einzusetzen. Grüne Anleihen bieten in der Regel eine feste Rendite und werden in den meisten Fällen von Finanzinstituten, Regierungen oder Unternehmen gemäss den Green Bond Principles (GBP) ausgegeben. Hierbei handelt es sich um einen Satz freiwilliger Grundsätze, die sowohl die Transparenz als auch die bereitgestellten Informationen und die Integrität am Markt für grüne Anleihen fördern, heisst es erläuternd in der Mitteilung.