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In Möhlin gibt es ein spezielles Wetterphänomen zu beobachten. Meteorologe Thomas Bucheli erklärt, was es mit dem Möhlin-Jet auf sich hat.
Der Möhlin-Jet ist ein markanter Südost- bis Ostwind, der vom Mittelland her über die östlichen Juraausläufer hinweg nach Möhlin und ins Hochrheintal hinunter bläst. Er entsteht typischerweise bei winterlichen Hochdrucklagen, wenn sich südlich des Juras ein Kaltluftsee mit Nebel aufbaut. Wird diese kalte Nebel- und Hochnebelschicht hoch genug, schwappt sie von ihrem oberen Rand über die tiefst gelegenen Juraausläufer nordwärts und ergiesst sich zum Rhein hinunter. Dort trocknet sie rasch aus, überquert bei Möhlin im Talgrund als breiter und 100 bis 300 Meter hoher, trockener Luftstrom mit 30 bis 50 Stundenkilometern den Rhein und strömt Richtung Oberrheinische Tiefebene. Auf der Reise vom Jura in den Talgrund des Hochrheins erwärmt sich die Nebelluft leicht und vermischt sich mit trockener Umgebungsluft. Dadurch dünnt sich der Nebel rasch aus , sodass er sich meist östlich der Möhlin-Ebene auflöst. Somit bildet die Gegend um Möhlin oft eine markante Wetterscheide: Richtung Dinkelberg, insbesondere aber rheinaufwärts und zum Bözberg hin, herrscht kühles und nebliges oder bewölktes Wetter, während Möhlin selbst und vor allem die Gebiete rheinabwärts bis nach Basel Mulhouse von viel Sonne und höheren Temperaturen verwöhnt werden.
Der Möhlin Jet ist zwar ein schweizweit einmaliges Phänomen, doch theoretisch ist Ähnliches überall dort möglich, wo sich vergleichbare meteorologische und topographische Bedingungen wie im Fricktal finden. So ist die Bora in der nördlichen Adria ein typisches Beispiel für das Ausbrechen und Herunterstürzen von überschwappender Kaltluft hinter einem Gebirgsrücken.