Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/1420

In einem schriftlich festgehaltenen Gespräch stiess ich auf eine Stelle, die mir zu denken gab und mich veranlasste, mein Schreiben zu reflektieren.
Ich weiss nicht, ob es allen, die Kolumnen oder Geschichten schreiben, ähnlich geht wie Franz Tumler (1912-1998). Im einem Gespräch befragte Joseph Zoderer (geb. 1935) den hochgeschätzten Tumler, ob er mit seinem Werk zufrieden sei. Tumler antwortete, er habe unermüdlich gearbeitet.
T: Ich meine, das Ganze ist ja eine sehr fragwürdige Sache, was man da gemacht hat.
Z: Dieses Schreiben? Bücher schreiben?
T: Ja
Z: Fragwürdig inwiefern?
T: Was kommt dabei heraus?
Z: Aber was kommt denn heraus, wenn einer Politik macht?
T: Noch weniger, wahrscheinlich.
Leben und arbeiten viele Schreibende vergebens? Am Erfolg und an der Anerkennung gemessen könnte man es meinen. Ich habe schon immer Kolumnen geschrieben. Dabei dachte ich manchmal an den Spruch, den man kritischem Denken gegenüber hört: „Die Hunde bellen, und die Karawane geht weiter.“ Also stellte ich mein Schreiben in Frage. Was soll das denn? Die Wirkung ist klein. Kürzlich traf ich im Bahnhof Luzern einen Kollegen, den ich lange nicht mehr gesehen hatte, aber von früher gut kannte. Er sprach m