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Es ist sehr billig, den Schrecken einer 10-Millionen-Schweiz heraufzubeschwören, aber keine brauchbaren Massnahmen für die Abwehr vorzuschlagen. Die grossen Regierungsparteien verschweigen gerne, dass die Schweizer Bevölkerung sich nicht nachthaltig entwickelt. Der Begriff der Nachhaltigkeit machte in den letzten Jahren grosse Karriere, aber eine der wichtigsten Fragen der Nachhaltigkeit wurde nicht thematisiert
Der Begriff Nachhaltigkeit bedeutet nach dem Forstgesetz von 1874, dass im Wald nachwachsen muss, was ihm an Holz entnommen wird. Der Wald war damals in einem prekären Zustand, weil nicht nur mit Holz gebaut, sondern auch geheizt wurde. Erst als die Montanunion Kohle lieferte, konnte der Wald wieder gesunden und seine ursprünglichen Funktionen, wie den Schutz vor Erosionen und vor Naturgefahren, erfüllen.
Seit Jahren wissen wir, dass die Schweizer Bevölkerung ohne Einwanderung abnehmen würde. Es fehlt an demographischer Nachhaltigkeit, das heisst, es werden weniger Schweizer Kinder geboren, als Menschen sterben. Dadurch entsteht eine Lücke, die nur mit Geburten geschlossen werden kann. Da diese nicht gegeben ist und die wirtschaftliche Entwicklung dynamisch geworden ist, wurde die Schweiz zu einem Einwanderungsland.
Am stärksten wächst der Teil der Bevölkerung bei Familien mit Migrationshintergrund. Von 2012 bis 2021 sind die Menschen aus diesen Bevölkerungsschichten von 35% auf 39% angewachsen. Zwischen 2020 bis 2021 ist sie 0,8% grösser geworden, aber weil die Zahl der über 65-lährigen um 1,9 % zunahm, hat sich die arbeitende Bevölkerung nicht nachhaltig, sondern sich rückläufig entwickelt. Der Teil der Pensionierten ist also verhältnismässig grösser als das Wachstum der arbeitenden Bevölkerung. So bleibt auch ein arbeit-demographisches Minus.
Die regierenden Parteien und ihre Politiker müssten Nachhaltigkeit fordern, wie es der ehemalige Bundesrat Hans Hürlimann (1973 bis 1982) tat, indem der von jeder Familie zwei bis drei Kinder erwartet hatte. Stattdessen ist der Durchschnitt wie in Deutschland* auf ungefähr 1,79 % gesunken. In Italien ist er noch tiefer. Aber was tun Politiker? Statt dieser negativen Demographie klar zu begegnen, schüren sie die Angst vor einer 10-Millionen-Schweiz. Sie verschweigen die fehlende Nachhaltigkeit. Sie kämpfen an der falschen Front. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen.
Wenn die Schweiz nicht genügend Geburten aufweist, dann muss die Nachhaltigkeit mit arbeitenden Ausländern erreicht werden. Von einem Null-Wachstum, um den demographischen Notstand zu beheben, getraut niemand zu sprechen. Vielmehr wird ein ständiges Wachstum gefordert. Es tritt kein Hans Hürlimann auf. Man ist sich nicht einmal einig, dass Immigranten und Asylsuchende, die kaum mehr ausgewiesen werden können, von Gesetzes wegen verpflichtet werden sollten, zu arbeiten. Diejenigen, die gerne arbeiten würden und dazu fähig wären, bleiben in den Fängen der Bürokratie hängen. Es bräuchte für Immigranten einen Zwang zur Freiheit, zur Freiheit, sich selbst ernähren zu können. Das würde ihr Selbstwertgefühl stärken. Vielleicht bräuchte es statt Massenlager eine Vereinzelung von Asylbewerbern in kleinsten Gruppen auf das ganze Land verteilt. Sie würden so einer Sozialkontrolle unterliegen.
Will die Schweiz vital bleiben, muss der demographische Notstand beseitigt werden und sich auch das Verhältnis zu den Ausländern verbessern, denn ohne sie wird das Land nicht nachhaltig bleiben können. Was das bedeutet, signalisiert der Fachkräftemangel.
*Nota bene: Das deutsche Magazin «Cicero» fragt: «Wo bleiben die Fachkräfte?» Die Antwort lautet: «Länger arbeiten und später in Rente gehen: Je mehr wir dazu bereit sind, desto weniger sind wir auf Zuwanderung angewiesen.
Und nochmals nota bene: NZZ am Sonntag 17. September, Swiss-Chef Dieter Vranckx sagt: «Nachhaltigkeit ist für die Swiss überlebenswichtig. Unsere Industrie hat in den letzten zwanzig Jahren vor Corona keine grossen Fortschritte bei der Nachhaltigkeit erzielt». Anmerkung, als ob mit dem Fliegen Nachhaltigkeit erreicht würde.