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der Schlierenbach-Mühlebach bei Stammheim-Waltalingen und der Fisibach bei Bachs, beide ausserhalb der Kantonsgrenzen mündend; und der Landbach von Rafz, der auf deutschem Gebiet von rechts in den Rhein fliesst. Die Surb entwässert das Wehnthal der Aare zu; eine mächtige, halbkreisförmige Wallmoräne mit mehreren konzentrischen Parallelzügen sperrt bei Sünikon-Steinmaur den Weg zum Glattthal ab. Die Furt bringt das Katzenseewasser gegenüber Killwangen (Aargau) zur Limmat, nachdem durch künstliche Drainierung das Niveau des Sees um einen Meter gesenkt und damit der Katzenbach, ein natürlicher Abfluss zur Glatt, ausser Funktion gesetzt wurde. Das bedeutet übrigens «Rückkehr zur Natur», indem auch am Katzensee eine Moräne den ursprünglichen westl. Auslauf verhindert hat (altes Glattthal).
Dem Flussgebiet der Reuss gehören auf Zürcherboden an: die Jonen, der Obfeldener Dorfbach und indirekt der Haselbach, der bei Maschwanden in das unterste Lorze-Stück einmündet. Der Littibach dagegen schnitt sich südl. von Kappel eine hübsche Miniaturschlucht nach dem oberen Lorze-Lauf und sendet so sein Wasser in den Zugersee. - Von der Jona (Wald-Rüti-Jona) war im orographischen Teil die Rede, ebenso von den Zuflüssen des Pfäffiker- und Greifensees und ferner auch von den Gefällsverhältnissen der wichtigsten Thalsohlen.
Vielfache Flussverschiebungen, namentlich infolge von Moränenbarrikaden, müssen das hydrographische Bild des Kantons Zürich seit Beginn und im Verlauf der Diluvialzeit verändert haben. Die wichtigsten sind in den Abschnitten über Orographie und Geologie erwähnt. Ebenso wurde auf das Verschwinden mancher kleiner Seen seit der grossen Vergletscherung und sogar in historischer Zeit hingewiesen.
Der Kanton Zürich ist demnach mit Gewässern reich gesegnet und weiss sie sich auch zu Nutzen zu machen. Liebliche Seegestade luden zur frühesten Besiedelung ein, wo heute Dorf an Dorf, Villa an Villa sich reiht, aus blumigen Gärten und früchteschweren Obstbaumreihen habliche Höfe herauslugen. Besonders reizvoll sind die Ufer des Zürichsee zur Zeit der Obstbaumblüte oder Traubenreife, aber auch im strengen Winter, wenn ausnahmsweise der See gefriert und förmliche Verkehrsstrassen die blanke Eisfläche von hüben und drüben durchziehen. Im nahen Sihlthal nützen zahlreiche Fabriken das Gefälle des wilden Flusses, und sogar die still dahinziehende Glatt treibt Mühle um Mühle, Spinnereien, eine Kunstseidefabrik und andre industrielle Etablissemente, obschon hohe Rauchschlote die stets bereiten Dampfreserven verraten und mächtige Drahtleitungen an schnurgeraden Mastenreihen Hülfskräfte von weiterher zuführen. Auch die Limmat treibt unterhalb Zürich zahlreiche Wasserwerkanlagen (davon 8 auf zürcherischem Kantonsgebiet).
Die Ausnutzung der Wasserkräfte ist durch das kantonale Wasserechtsgesetz (vom geregelt. Damit sollen die natürlichen Wasserkräfte in den Dienst der Allgemeinheit gestellt werden, ohne dass durch diese Ausnutzung einer später sich entwickelnden Flussschiffahrt Hindernisse in den Weg gelegt werden. Das zürcherische Elektrizitätsgesetz vom Jahr 1908 ermächtigt den Staat, Elektrizitätswerke zu erstellen, zu betrieben, eventuell sich bei solchen zu beteiligen oder elektrische Energie zu mieten.
Man studiert seit Jahren Projekte für ein grösseres staatliches Elektrizitätswerk: so die Frage eines Rheinwerkes unterhalb Eglisau mit verschiedenen Varianten (Rhein-Glatt-Tösswerk) und eines Etzelwerkes (60000 PS) mit Aufstauung eines Sihlsees unterhalb Einsiedeln. Ein Etzelwerk dürfte auch für den elektrischen Betrieb der Bundesbahnen dereinst ernstlich in Beratung gezogen werden müssen. Eine Enquête für das Etzelwerkprojekt ergab einen Bedarf von 36554 Kilowatt (à 1,36 PS), woran im Kanton 21062 vorhanden waren. 15 Gemeinden des Kantons haben eigene Elektrizitätswerke, von denen 8 ausser eigener Kraft noch Ersatzstrom von der Gesellschaft «Motor» in Baden (Aargau) verwenden. Grössere Werke bestehen für die Stadt Zürich und an der Sihl bei Wädenswil. Das Sihlwerk ist seit dem Inkrafttreten des neuen Elektrizitätsgesetzes vom Staat angekauft worden. Ebenso sind Beznau- und Löntschwerk für ihre im Kanton Zürich erstellten Teile mit vertraglich fixierter Stromlieferung in das Eigentum des Kantons übergegangen (Oktober 1908). Kleinere lokale Elektrizitätswerke haben Oerlikon, Embrach, Uster, Rüti, Wald und andere Orte; 56 Gemeinden verwenden gemieteten Strom, davon 33 vom «Motor».
Ein besonders grosses Elektrizitätswerk erstellt die Stadt Zürich weit ausserhalb des Kantons, das Albula-Werk im Bündnerland, nachdem das 1890 vom Volk beschlossene und 1892 dem Betrieb übergebene städtische Elektrizitätswerk im Letten (Wasserkraft der Limmat) mit der Zeit dem Strombedarf nicht mehr zu genügen vermochte und die Bemühungen um ein Rheinwerk bis dahin an verschiedenen Schwellen gescheitert sind. Das Albulawerk benutzt das Gefälle der Albula, deren Wasser von Alvaschein bis Sils bei Thusis durch einen 7,1 km langen Stollen auf eine Turbinenanlage geleitet wird und 24000 Pferdekräfte liefern soll. Die Eröffnung dieses Werkes, das durch Gemeindeabstimmung vom mit Gewährung eines Kredites von 10,7 Mill. Fr. beschlossen wurde, steht nahe bevor. So besteht Aussicht, dass in Bälde die zürcherischen Wasserkräfte zur Kraft- und Lichterzeugung durch Elektrizitätswerke in hohem Masse ausgenutzt werden.
Quellen sind im Kanton Zürich sehr ungleich verteilt und von verschiedener Güte. Die Molasseformation ist im allgemeinen quellenarm. Dafür liefern ihre durch Sandstein filtrierten, auf Mergelbändern zu Tage tretenden ¶
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Wasseradern gutes Trinkwasser von konstantem Ertrag. Immerhin können auch sie nach einer Folge trockener Jahrgänge erheblich zurückgehen, wie z. B. 1906-08 (Uetliberg, Eschenberg etc.). Reichlichere, aber qualitativ und quantitativ weniger zuverlässige Quellen liefern die unregelmässigen Moränenablagerungen des Diluviums, auf welchem wohl die meisten Trinkwasserfassungen im Kanton Zürich angelegt sind. Grösste Mengen Wasser entströmen den fluvioglazialen Schottermassen der Thalränder (Glattthal: Wangen-Brüttisellen-Opfikon, Neubrunnenquelle bei Seebach etc.) oder durchziehen als mächtige Grundwasserströme die Kiesböden der Thalalluvionen (Oerlikon, Limmatthalboden bei Höngg, Goldenthorquelle bei Kloten). Sie sind je nach der Lage und Bewachsung ihres Sammelgebietes von ungleicher Qualität.
Es existieren zahlreiche Wasserversorgungen in den zürcherischen Gemeinden. Eine grössere Anlage dieser Art, an welcher eine ganze Reihe von Gemeinden der rechten Zürichseeseite beteiligt sind, ist zur Nutzbarmachung der Goldingerquellen projektiert. Die Einsicht bricht sich in den rasch anwachsenden Ortschaften immer weitere Bahn, dass eine Hauptbedingung gesunder hygienischer Zustände ein zuverlässiges Trinkwasser ist, welches auf Grund günstiger geologischer, chemischer und bakteriologischer Untersuchungsergebnisse technisch richtig gefasst wird.
Immerhin kommen selbst in der Nähe intellektueller Zentren gelegentlich noch bedauerliche Missgriffe vor, indem schlechtes Grundwasser, weil in grosser Menge mit bequemer Pumpvorrichtung zu haben, zur Wasserversorgung verwendet wird oder ungeeignete Quellfassungen gesundheitsschädliche Infiltrationen ermöglichen, oder auch verdächtige Sodbrunnen benutzt werden u. s. w. Ueber die Wasserquanta der Quellen, die Quellerträgnisse sowohl wie die verbrauchten Wassermengen wissen nicht alle Gemeinwesen Auskunft zu geben.
Noch weniger über das chemische Verhalten ihres Trinkwassers. Musterhaft sind in dieser Beziehung die regelmässigen monatlichen Ertrags- und Temperaturmessungen im umfangreichen Quellennetz der Stadt Zürich durch Wasseringenieur Peter. Auch kleinere Gemeinden (Altstetten) und manche industrielle Etablissemente tun sich hervor. Andre Korporationen dagegen kümmern sich oft erst um Quellenstatistik, wenn infolge Trockenheit oder durch Bosheit des Nachbars das Trink- oder Triebwasser zu versagen anfängt, oder wenn die kantonale Brandassekuranz um einen Beitrag an die Kosten einer neuen Wasserversorgung mit Hydrantenanlage angegangen werden soll. Es fehlt dann häufig an dem nötigen Beweismaterial zur Verfolgung des Zieles.
[Dr. Leo Wehrli.]
7. Klimatologische Daten.
Durch ein dichtes, seit mehr als 30 Jahren funktionierendes Netz von Regenmessstationen sind wir über die Niederschlagsverhältnisse des Kantons sehr gut orientiert. Es betragen die
|Jährlichen Niederschlagshöhen (1864-1903).|
|Höhe üb. M. m||mm||Höhe üb. M. m||mm|
|Rheinau||360||941||Wald||620||1462|
|Wil (bei Rafz)||438||1027||Wernetshausen||725||1199|
|Andelfingen||380||845||Schönenberg||728||1372|
|Bauma||644||1506||Richterswil||420||1380|
|Sternenberg||927||1412||Stäfa||420||1276|
|Kollbrunn||500||1263||Meilen||415||1149|
|Fehraltdorf||536||1166||Horgen||420||1491|
|Winterthur||445||1070||Thalwil||450||1275|
|Grüningen||488||1218||Sihlwald||482||1446|
|Pfäffikon||546||1218||Zürich||480||1138|
|Uster||466||1149||Hausen a. A.||603||1343|
|Dübendorf||440||1093||Mettmenstetten||473||1044|
|Dielsdorf||459||1024||Dietikon||392||1049|
|Hochfelden||401||979|
.
|Monatsmittel der Temperatur (reduziert auf die Periode 1864-1900)|
|I||II||III||IV||V||VI||VII||VIII||IX||X||XI||XII||Jahr|
|Winterthur||(445 m.)||-1,8||0.2||3.2||8.3||12.5||16.2||18.0||16.8||13.7||7.8||3.4||-0,9||8.1|
|Zürich||(478 m.)||-1,4||0.8||3.8||8.8||12.9||16.5||18.4||17.3||14.2||8.4||3.6||-0,6||8.5|
|Wädenswil||(466 m.)||-1,2||0.8||3.7||8.6||12.6||16.3||18.0||17.0||14.2||8.7||4.3||-0,2||8.6|
|Wald||(620 m.)||-2,3||0.1||2.6||7.5||11.5||14.8||16.8||15.8||131||7.4||2.7||-1,6||7.4|
|Utokulm||(874 m.)||-2,7||-0,6||1.6||6.3||9.7||13.1||15.2||14.2||11.8||6.3||1.7||-1,7||6.2|
Am wenigsten Regen hat also der flache nördl. Teil des Kantons zwischen Rhein und Thur: Andelfingen ¶