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Projektbericht 2014
Fünftes Projektjahr
Landwirt Bakary Doumbia
Bakary Doumbia hat mehr als hundert Frauen seines Heimatdorfes Kola zu einer lokalen Spar- und Kreditgruppe zusammenschliessen können. Im Jahr 2013 wurde er von seinem Dorf dazu bestimmt, an der Ausbildung zum „Geflügelsanitäter“ teilzunehmen.
Zu Beginn seiner Tätigkeit als Geflügelsanitäter konnte Bakary der Nachfrage seines kleinen Kundenkreises noch nachkommen. Die Nachfrage stieg jedoch schnell. Da er nicht über genügend Mittel verfügte, um ausreichende Mengen an Impfstoffen zu erwerben, nahm er WASA-Kredite auf. Die Kredite, die er erhält, liegen zwischen FCFA 20 000 und 50 000 (ca. zwischen CHF 32 und 80). Er kauft mit ihnen tiermedizinische Produkte für Geflügel.
Einen Teil der Produkte verkauft er an die Geflügelzüchter seines Heimatdorfes und von Nachbardörfern zu einem Preis von FCFA 200 bis 300 (ca. zwischen CHF 0.30 und 0.50). Die übrigen Produkte setzt er für Prophylaxe und Impfungen und zur Behandlung von Geflügel ein. Der Einzelpreis einer Impfung liegt je nachdem, wie viel Geflügel der Kunde besitzt, zwischen FCFA 25 und 35 (ca. zwischen CHF 0.04 und 0.05). Bakary gibt an, dass er, wenn er FCFA 25 000 (ca. CHF 40) in die Produkte investiert, nach Rückzahlung des Kredits und allfälliger Zinsen einen Gewinn von FCFA 20 000 (ca. CHF 32) erzielen kann.
Die Garküche von Mme Jénèba Bakayoke
Die 38-jährige Mme Djénèba ist Mutter von sechs Kindern, die alle zur Primarschule gehen. Seit 2006 verkauft sie Gewürze (Salz, Tomatenkonzentrat, Schalotten, Okrapulver, Erdnussbutter usw.) und ist als Garköchin tätig. Aufgrund von fehlenden Mitteln warf ihr Geschäft kaum Gewinne ab und sie hatte Mühe, ihren Kundenstamm zu vergrössern.
Mithilfe der WASA-Kredite konnte sie ihr Garküchenangebot verbessern und ihren Kunden eine grössere Vielfalt an Produkten anbieten. Früher konnte sie nur kleine Mengen Lebensmittel zu höheren Preisen kaufen, weshalb ihre Gewinnmarge sehr klein war. Djénèba erhielt keine Finanzierung aufgrund der sehr strengen Auflagen der Mikrofinanzinstitute bei der Vergabe von Krediten: Vorlage einer Garantie, exorbitante Zinssätze (von ca. 30 %), schwerfällige administrative Verfahren usw.
Seit 2011 ist Djénèba Mitglied der WASA-Gruppe „Benkadi“ von Koumantou. „Ich war sofort vom Konzept überzeugt, nachdem ich an einer Informationsveranstaltung des Ausbildungsberaters teilgenommen hatte. Ich habe keine Minute lang gezögert, um Mitglied dieser Gruppe zu werden, da es sich um ein System handelt, mit dem ich meine Aktivitäten sicherer und besser weiterentwickeln kann.“
Der erste Kredit, den sie erhielt, betrug FCFA 10 000 (ca. CHF 16) und ermöglichte es ihr, ihr Kapital zu erhöhen. Seit ihrem Beitritt zur WASA-Gruppe hat sie aufgrund ihrer Gewissenhaftigkeit und pünktlichen Rückzahlung regelmässig Kredite bezogen. Die Kreditbeträge wurden nach und nach mit steigenden verfügbaren Geldmitteln der Gruppe grösser. Die Kredite betrugen 2014 zwischen FCFA 50 000 und 75 000 (ca. zwischen CHF 80 und 121).
Djénèba hat nach und nach ihr Warenangebot vergrössert: Süssgetränke, Süsskartoffeln und Mineralwasser. Sie hat ein kleines Lokal aus Lehm und einen Lagerschuppen aus Wellblech gebaut. Zudem hat sie sich mit unerlässlichen Gegenständen ausgerüstet (Tische, Bänke, Tassen, Teller usw.). Durch die Ausweitung ihrer Aktivitäten war sie in der Lage, zwei Mitarbeitende anzustellen.
Die WASA-Gruppe Jigifa
Über hundert Landwirten und Gemüsebauern des Dorfes Faradiélé im Kreis Bougouni haben sich in einem landwirtschaftlichen Verein zusammengeschlossen.Mit der Einführung des WASA-Konzepts im Jahr 2011 erhielten die Mitglieder des Vereins nicht nur Zugang zu Einzelkrediten für landwirtschaftliche Produktionsmittel und realisierten auch günstigere gemeinschaftliche Investitionen.
Die Mitglieder des Vereins betonen, dass die Mitgliedschaft in der neuen WASA-Gruppe Jigifa völlig freiwillig war und nur interessierte Personen an den Sitzungen teilnahmen.
Der WASA-Ausbildner ist selbst Mitglied der der Präsident und sein Sekretär können Lesen und Schreiben, was das Erstellen von Dokumenten für die Verwaltung und die Transparenz innerhalb der Gruppe erleichtert. Die Mitglieder der Gruppe versammeln sich einmal pro Monat zum Sammeln der Sparbeträge und zur Vergabe von Krediten. Seit Einführung des WASA-Ansatzes im Jahr 2011 hat sich die Vermögensreserve der Gruppe ohne Berücksichtigung der Investitionen fast verdreifacht und ist von FCFA 410 250 auf FCFA 1 125 890 angestiegen (von ca. CHF 662 auf 1817).
Die Jigifa-Gruppe hat den Frauen der Gruppe Kredite für landwirtschaftlichen Betriebsmitteln gesprochen. Von den stattlichem Stellen erhalten nur Baumwollproduzenten landwirtschaftliche Kredite. Frauen, die Gemüse anbauen sind davon ausgeschlossen, da sie keine Baumwolle produzieren.
Weiter hat die Gruppe mit der Seifenherstellung begonnen. Seife wird ständig in allen Haushalten benötigt. Da es bisher keinen lokalen Seifenhersteller gab, bezogen die Dorfbewohner von Faradiélé ihre Seife vom Markt in Bougouni.
27 Frauen der Gruppe Jigifa nahmen im November 2014 an einer fünftägigen Ausbildung in Seifenproduktionstechnik von zwei Experten teil. Die jetzt hergestellten Seifen sind die Kabacourouni-Seife und die Waschmittel für Bunt- und für Weisswäsche. Für diese beiden Seifensorten haben die Mitglieder der Gruppe FCFA 62 320 (ca. CHF 100) investiert. Durch den Verkauf nahmen sie FCFA 175 050 ein (ca. CHF 282). Die Gewinnmarge für die Herstellung beträgt: FCFA 112 730 (ca. CHF 181). Zu den potentiellen Kunden gehören auch Grossisten und Privatkäufer der umliegenden Dörfer.
Eine Priorität der Jigifa-Gruppe ist der Gemüseanbau. Während der Trockenzeit herrschen ideale Bedingungen für den Gemüseanbau. Die Parzellen werden jedoch regelmässig von frei herumlaufenden Tieren beschädigt. Die Jigifa-Gruppe plant daher eine Umzäunung des Gebietes. In der WASA-Gruppe sollen die notwendigen Mittel angespart werden.
Der Tuchhändler Moussa Togola
Der 40-jährige Moussa Togola handelt in seinem Dorf Touko Tounfouga mit Konfektionsbekleidung für Jungen, Mädchen und Kleinkinder. Um seine Familie zu ernähren, betreibt Moussa zudem Subsistenzwirtschaft.
Früher hatte er nicht genügend Waren für den Verkauf und konnte der Nachfrage seiner Kunden nur schwer nachkommen. Seit seinem Beitritt zur WASA-Gruppe im Jahr 2013 quillt der Schuppen, den er bauen konnte, von Waren über. Moussa hat zudem keine Liquiditätsprobleme mehr.
Vor der Gründung der WASA-Gruppe in Touko Tounfouga verschuldete sich Moussa bei den Händlern von Bougouni und musste hohe Zinsen zahlen. Während der schwierigen Regenzeit schaffte es Moussa nicht, die Kosten für seine landwirtschaftlichen Aktivitäten zu decken.
Im Jahr 2013 wurde im Dorf Touko Tounfouga die WASA-Gruppe „Djoulaw Ka Ton“ (was „Zusammenschluss von Händlern“ bedeutet) gegründet. Die Gruppe begann mit einem monatlichen Beitrag von FCFA 5000 pro Mitglied. Moussa erhält regelmässig Kredite zwischen FCFA 50 000 und 150 000 (ca. CHF 80 bis 242) und manchmal von mehr als FCFA 150 000. Sein Gewinn vor jeder Rückzahlung beläuft sich auf FCFA 20 000 bis 25 000 (ca. CHF 32 und 40).
Dank der regelmässigen Kredite konnte er sein Warenangebot erweitern und bietet nun neben Kinderbekleidung auch Konfektionsmode für Teenager und Erwachsene an.
Dieses Jahr baute er drei Hektaren Mais an; in den Vorjahren waren es nur 1,5 Hektaren. Er investierte FCFA 135 000 (ca. CHF 118) in landwirtschaftliche Betriebsmittel (Dünger, Herbizide usw.) und Arbeitskräfte. Die Ernte erbrachte 90 100 kg-Säcke Mais, von denen er 30 für die eigene Versorgung und 60 für den Verkauf nutzte. Er verkaufte einen Sack zu FCFA 12 500 (ca. CHF 20) und nahm insgesamt FCFA 660 000 (ca. CHF 1065) ein.
Er ist stolz auf seinen Erfolg und hat keinerlei Schwierigkeiten, seine Kredite pünktlich zu begleichen.
Die Gemüsebäuerin Sanaba Coulibaly
Sanaba Coulibaly ist verheiratet, 47 Jahre alt und Mutter von sechs Kindern. Sie bestellt im Dorf Dalabani eine kleine Parzelle im Gemüsegarten des örtlichen Frauenvereins. Während der Trockenzeit baut Sanaba hauptsächlich Gemüse an. Sie hält auch etwas Geflügel, mit dem sie handelt.
Wegen fehlender Geldmittel war der Gemüseanbau mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Sanaba war regelmässig gezwungen, Geld bei Bekannten zu leihen.Da sie nicht immer Geld geliehen bekam, musste sie ihre Maisernte zu einem viel zu geringen Preis verkaufen. Der eingenommene Betrag reichte nicht aus, ausreichend Saatgut von verschiedenen Gemüsesorten (Zwiebeln, Kohl und Tomate) kaufen zu können.
Seit Gründung der Gruppe „Danaya“ (was „Vertrauen“ bedeutet) Anfang 2014 erhielt sie drei aufeinanderfolgende Kredite: den ersten über FCFA 9000 (ca. CHF 14) im Januar, den zweiten über FCFA 7500 (ca. CHF 12) im Februar und den dritten über FCFA 10 000 (ca. CHF 16) im März. Mit den Krediten kaufte sie Saatgut und Pflanzenschutzmittel und finanzierte ihren Handel mit Geflügel.
Die Kredite konnte sie ohne Mühe fristgerecht der Gruppe zurückzahlen. Insgesamt betrugen sie FCFA 26 500 (ca. CHF 43). Sie investierte FCFA 19 500 (ca. CHF 31) in den Anbau von Gemüse. Sie erzielte einen Gewinn von FCFA 231 600 (ca. CHF 374).