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Gründung der Gemeinnützigen
Die luzernischen Angehörigen der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) bildeten seit 1812 einen Ortsverein Luzern … Die in Luzern wohnhaften Mitglieder gründeten im gleichen Jahr die Hülfsgesellschaft (HG), da der kleine Ortsverein der SGG alleine nicht in er Lage war, irgend eine grössere Hilfsaktion zu unternehmen. Stadtpfarrer Thadäus Müller war dabei federführend. Am 5. September 1812 berichtete Müller: «Unsere HG hat sich constituirt. Herr Schultheiß [Dr. med. Heinrich] Krauer ist Präsident, und Herr Stadtraths-Präsident [Franz Xaver] Keller ist Secretair.» Zwischen Krauer, der energisch die Interessen des Landvolkes vertrag, und Keller, einem Vertreter der Luzerner Aristokratie, bestanden jedoch starke politische Meinungsverschiedenheiten, was die HG bis zu einem gewissen Grad lähmte. Daher versuchte Stadtpfarrer Müller den Zweck der HG und deren Trägerschaft zu erweitern. Am 30. November 1812, einen Tag nach dem Ende der Schlacht an der Beresina (siehe dazu unten), unterbreitete die HG in einem Schreiben an den Luzerner Kleinen Rate die Grundsätze des erneuerten Vereins, der sich statt «Hülfsgesellschaft» nun «Gesellschaft gemeinnütziger Beratungen» (GGB) nannte. Aus den Statuten der GGB: «Der Zweck des Gesellschaft geht dahin, auf die Verbesserung des moralischen und physischen Wohls ihrer Mitbürger, durch freundschaftliche Besprechung und Entwerfung gemeinnütziger Vorschläge, mittelbar einzuwirken.»[1]
Luzerner für Napoléon in Russland
1812 war ein bewegtes Jahr. Napoléons Russlandfeldzug endete in einer Katastrophe. Seine Armee war im November jenes Jahres von rund einer halben Million Mann auf weniger als 100’000 Soldaten zusammengeschmolzen. An der Beresina, einem Fluss im Westen Russlands, deckten Ende November 1812 vier Schweizerregimenter, von denen ungefähr 1’300 von einmal 8’000 Mann übrig geblieben waren, Napoléons Rückzug. Russische Truppen griffen an, um zu versuchen, ihren Gegnern den Rückzug abzuschneiden. «Obschon hunderte von Toten und Verletzten herumlagen, waren die Reste der Grossen Armee am 29. November … vor der völligen Zerschlagung bewahrt worden. Nur 300 Schweizer traten [nach der Schlacht] zum Appell an.» Das Beresinalied erinnert bis heute an das Opfer der Schweizer fern der Heimat an der Beresina.[2] Das Historische Museum Luzern erinnerte 2012 mit einer Ausstellung daran und dokumentierte dabei auch das Schicksal einiger Luzerner, die an der Beresina in fremden Diensten kämpften.
[1]Blaser S. 7–9 · [2]HLS online