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Vor dem Zuger Strafgericht hat am Mittwoch ein Prozess gegen zwei ehemalige Mitglieder der BVG-Sammelstiftung "First Swiss Pension Fund" begonnen. Den Angeklagten wird qualifizierte Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung vorgeworfen.
Die Hauptverhandlung dauert voraussichtlich bis am 27. Juni. Das Gericht hat neun Verhandlungstage eingeplant.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Hauptbeschuldigten vor, zwischen Mai 2003 und August 2006 als Stiftungsratspräsident und Stiftungsrat der Sammelstiftung überwiesene Vorsorgegelder in der Höhe von gut 33 Millionen Franken abgezweigt zu haben. Gemäss Anklage haben die beiden das Geld "zweckwidrig verschoben und für sich selber oder im Nutzen anderer" verwendet.
Wegen Gehilfenschaft verantworten muss sich ein Verwaltungsrat einer Gesellschaft, die für die Vermögensverwaltung eines Teils der Vorsorgegelder zuständig war. Der Deliktsbetrag wird von der Staatsanwaltschaft auf gut 8,5 Millionen Franken beziffert.
Welche Strafen die Staatsanwaltschaft beantragt, ist noch nicht bekannt. Die Anträge zu den Sanktionen werden erst in der Hauptverhandlung gestellt.
Die Sammelstiftung "First Swiss Pension Fund" hatte Ende 2003 als halbautonome Vorsorgeeinrichtung ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Nachdem die Pensionskasse 2006 nicht in der Lage war, dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) als Aufsichtsbehörde 2006 einen Nachweis über das Vorsorgevermögen zu erbringen, suspendierte das BSV die amtierenden Stiftungsratsmitglieder Anfang August 2006 und setzte zwei interimistische Stiftungsräte ein.
Mitte August 2006 wurde dann eine Strafuntersuchung eingeleitet und Anfang September die Stiftung per Verfügung aufgehoben. Das BSV leitete die Liquidation der Stiftung ein. Vom Vorsorgevermögen von rund 38 Millionen Franken waren Ende August 2006 nur noch 4,5 Millionen Franken vorhanden.
SDA-ATS