Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03445.jsonl.gz/539

Bioabfälle der unterschiedlichsten Art werden heute durch biologische Verfahren, sei es durch Kompostierung oder Vergärung, behandelt. Ziel dabei ist der mikrobielle Abbau der organischen Stoffe. Durch den biologischen Abbauprozess ändern sich die Struktur und der Wassergehalt des Ausgangsmaterials. Die dabei anfallenden Reststoffe sind lagerfähig, pflanzenverträglich und können nutzbringend wiederverwertet werden.
Die Vergärung hat gegenüber der Kompostierung Vorteile auf dem Gebiet der Energiebilanzen (Energieüberschuss, Biogasproduktion), CO2-Emissionen, Geruchsentstehung und Geruchsbehandlung. Vergärungen können jedoch verfahrenstechnisch aufwendiger sein. Durch die Vergärung werden die Vor- und Hauptrotte einer Kompostierung ersetzt. Eine Nachkompostierung der Gärreste ist sinnvoll, das Produkt der Nachkompostierung hat eine dem Kompost vergleichbare Qualität.
Optimal ist ein Kombinationsverfahren bestehend aus Vergärung und Kompostierung. Während der Vergärung werden leicht abbaubare, feuchte Stoffe unter anaeroben Bedingungen (ohne Sauerstoff) umgesetzt. In der zweiten Phase, der Kompostierung, werden die übrig gebliebenen schwer abbaubaren Stoffe unter aeroben Bedingungen (mit Sauerstoff) umgesetzt.
Der verbleibende Gärrest ist eine Mischung aus unverdaulichen Kohlehydraten und ligninhaltigen Fasern, zum Beispiel Holz, und allen nicht organischen Bestandteilen. Es ist ein Mehrnährstoffdünger mit pflanzenverfügbarem Stickstoff, Mineralsalzen und Spurennährstoffen. Der Gärrest kann nachkompostiert und hygienisiert werden. Der entstandene Kompost kann dann an Private oder Gärtner verkauft werden. Er zeichnet sich durch einen guten Düngerwert aus, trägt zur Humusbildung bei und ist sehr pflanzenverträglich. Die Landwirtschaft schätzt organischen Dünger im Vergleich zum synthetischen Dünger.
Der Gärrest kann auch zu Düngerpellets verarbeitet werden, wobei die Abwärme des BHKW’s genutzt werden kann. Da bei der Herstellung von Düngerpellets der Gärrest an Feuchtigkeit verliert, ist der weitläufigere Transport von dieser Art Dünger ökonomischer.
Es ist auch in Betracht zu ziehen, dass man mittels einer Rückgewinnungsanlage den wertvollen Phosphor aus Klärschlamm abscheidet und ihn im Zuge der Gärrestverwertung zu Kompost einarbeitet. Somit würde man einen wertvollen Volldünger erhalten.
Ebenfalls wäre eine Pelletierung des Gärrestes zu Heizpellets möglich.