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ANTARKTIS VII 1988-89
- 1989 : Antarktis VII 1988/89
Am 15.September 1988 lief das Forschungsschiff “Polarstern” zu seiner siebten Antarktisfahrt von Bremerhaven aus. Das Forschungsuntenehmen EPOS ist ein gemeinsames Projekt des Alfred-Wegener-Institutes für Polar-und Meeresforschung und der “European Science Foundation”. Das Projekt EPOS wurde in drei Fahrtabschnitten durchgeführt, die jeweils einen anderen Forschungsaspekt behandelten. Der Fahrtabschnitt ANT VII / 1, der von Bremerhaven bis nach Rio Grande do Sul in Brasilien dauerte (15.9.-10.10.1988), befasste sich mit Ozonmessungen, mit Untersuchungen der Luftchemie und der Spurenstoffe in der Atmosphäre. 26 Wissenschaftler lösten diese Aufgaben. Der Fahrtabschnitt ANT VII/ 2, auch EPOS – 1 genannt diente Forschungen des marinen Ökosystems. An Bord kamen Wissenschaftler aus Italien, Schweden, Belgien, Frankreich, Finnland, Niederlande, Norwegen, England, Dänemark, Spanien, Israel und Argentinien. Sie untersuchten zunächst das Forschungsprojekt “leben im Eis”. Viele Kleinstorganismen leben in Lufteinschlüssen, die bei der Eisbildung entstehen. Hinzu kamen Forschungen der Meeresbiologie, der Chemie und der Ozeanographie. Die Fahrt ging bis in die nördliche Weddellsee. Am 20.November 1988 endete dieser Fahrtabscbnitt in Punta Arenas (Chile).
Der Fahrtabschnitt ANT VIII 3 – EPOS-2 begann am 21.11. 88 mit dem Auslaufen aus dem Hafen von Punta Arenas. Er stand unter der Thematik “Faktoren bei der Entstehung von Biomasse”. Dazu fand ein antarktisches Seevogelforschungsprogramm der Niederländer statt. Am 19.Dezember 1988 wurde die britische Signy-Station angelaufen. EPOS- 2 endete am 9.Januar 1989 in Punta Arenas. Der am 9.Januar 1989 begonnene Fahrtabschnitt ANT VII/ 4 – EPOS – 3 befasste sich mit den Lebensbedingungen von Meereslebewesen auf dem Meeresboden. So forschte ein Biologe der Universität Oldenburg nach Ruderfusskrebsen der zoologischen Unterklasse Copepoda, wo es 4000 Arten gibt. Er sammelt diese ein bis zwei Millimeter grossen Tierchen aus dem Sediment des Meeresbodens. Die weitere Aufgabe dieses Fahrtabschnittes war die Versorgung der bundesdeutschen Georg-von-Neumayer-Station und die Ablösung der neun Mann starken Überwinterungsgruppe. Dazu legte die “Polarstern” Mitte Januar 1989 in der Atka-Bucht an. Das Überwinterungsteam verliess die Atka-Bucht. In 15 Monaten Überwinterung gehörten meteorologische Messungen, Radiosondenaufstiege, Beobachtungen der atmosphärischen Grenzschicht und zum Energieaustausch zum Beobachtungsprogramm. Die Geophysiker betreuten die erdmagnetische Station und die Erdbebenmessstelle. Seismische Untersuchungen wurden zusätzlich an einer 100 km entfernt liegenden Erdbebenstation durchgeführt. An einer luftchemischen Aussenstation wurden atmosphärische Verunreinigungen und Spurengase erfasst. Die deutschen Forscher erhielten Besuch von ihren sowjetischen Kollegen aus der 100 km entfernten Station “Drushnaja 3″, den sie dort erwiderten. In der Atka-Bucht legten ein sowjetisches Forschungsschif’f und die schwedische “Stena Arctica” zu Besuchen an. 1990 soll aller Voraussicht nach ein Frauenteam als Überwinterungsmannschaft arbeiten. Der 4.Fahrtabschnitt endete am 10.März 1989 in Kapstadt.