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Aufgrund der Coronakrise berichten wir fast täglich über mindestens einen Insolvenzfall in der Luftfahrtbranche. Der Grossteil der Fluggesellschaften sind mittlerweile auf Staatshilfen angewiesen, darunter auch die Lufthansa. Damit die Smartwings-Gruppe, zu der auch CSA Czech Airlines gehört, nicht auf die lange Liste der Coronakrise-Pleite-Unternehmen rutscht, möchte der Staat auch hier eingreifen und dem Konzern mit monetären Hilfsmitteln durch einen staatlichen Einstieg unter die Arme greifen.
Im Zuge der Coronakrise wird aktuell die Staatsbeteiligung an der Smartwings-Gruppe debattiert. Smartwings lehnt das Angebot einer Beteiligung des Staates jedoch jüngst ab und bittet stattdessen um Hilfe in Form von Krediten. Das weitere Schicksal der Gruppe bleibt bei andauernden Diskussionen weiterhin unklar.
Während sich der tschechische Ministerpräsident aus der Diskussion heraushält, stiess der Verkehrsminister Karel Havlíček die Diskussion über die staatliche Übernahme des Unternehmens an und ruft ins Gedächtnis, dass der Flughafen in der tschechischen Hauptstadt Prag bei einer Insolvenz der Smartwings-Gruppe, zu der auch CSA Czech Airlines gehören, seinen grössten Kunden verlieren würde.
Das wäre nicht nur ein Verlust für den grössten Flughafen des Landes, auch kleinere Airports kämen durch eine Insolvenz der Fluggesellschaften in Bedrängnis. Dabei wird eine temporäre staatliche Übernahme in Erwägung gezogen, was konkret bedeutet, dass der Staat die Airline nach überstandener Coronakrise wieder verkaufen kann.
Die Idee eines staatlichen Einstieges stiess vorerst auf kollektive Begeisterung seitens Smartwings und der Finanzministerin Alena Schillerova, die jedoch recht flott wieder abflaute, als Smartwings den staatlichen Einstieg ablehnte und stattdessen um monetäre Unterstützung in Form von Krediten bat. Auch Schillerova lehnte nach anfänglicher Euphorie eine 100-prozentige Beteiligung des Staates ab und schlug die Übernahme eines Anteiles vor, sobald die wirtschaftlichen Kennzahlen geprüft worden sind, da der Konzern schon länger unter dem Grounding der Boeing 737 Max gelitten hatte.
Dadurch, dass die Smartwings-Gruppe zu 50,1 der Unimex Group der Unternehmer Šimáně und Šmejkal und zu 49,9 Prozent der staatlichen chinesischen Investmentfirma Citic gehört, ist davon auszugehen, dass auch die Chinesen noch ein Wörtchen bei der staatlichen Einmischung mitzusprechen haben.
Am Montag hatte CSA den Betrieb auf den Strecken zwischen Prag und ausgewählten Städten, nach mehr als anderthalb Monaten vorübergehender Unterbrechung des Flugbetriebs, wieder aufgenommen. Die Flugziele außerhalb des Landes liegen in Europa und die Maschinen starten in der tschechischen Hauptstadt Prag. Neben einem deutschen Zielflughafen sind auch diese europäischen Destinationen von Prag zu erreichen:
- Frankfurt am Main
- Amsterdam
- Paris
- Stockholm (21. Mai)
- Kiew (24. Mai)
- Odessa (25. Mai)
- Bukarest ( 25. Mai )
Fazit zu der Debatte über Staatsbeteiligung für Smartwings
Mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass Airlines Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen müssen und einige Airlines verstaatlicht werden. Der weitere Verlauf der Krise und vermutlich auch die Not von Smartwings wird zeigen, ob und in welcher Form der Staat an der Airline beteiligt wird. Ein temporärer Eingriff oder auch ein Kredit sind beides Möglichkeiten, die Smartwings einen gewissen Spielraum lassen und gleichzeitig das Überleben der Airline sichern kann.