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Hannah bloggt über ihren Auslandsaufenthalt in El Porvenir.
«Z’Honduras?!» Die Reaktion meiner Mitmenschen waren ähnlich, als ich ihnen von meinem geplanten halben Jahr in Zentralamerika erzählte. Alle haben sich für mich gefreut, da sie von meiner Passion für ferne Länder wissen und ich über mehrere Monate hinweg intensiv nach einem Praktikumsplatz suchte. Einige wussten nicht genau, wo Honduras liegt, andere haben Negatives gelesen oder gehört und legten mir Sicherheitsempfehlungen ans Herz.
Honduras befindet sich in Zentralamerika, zwischen Nicaragua, Guatemala und El Salvador. Im Süden haben die Hondurianer:innen Zugang zum Pazifik, im Norden zum Karibischen Meer. Das tropische Land hat einen grossen Naturreichtum, einen nahezu unberührten Regenwald, ebenso das nach dem australischen weltweit grössten Korallenriff-Ökosystem sowie zahlreiche Tierarten wie Jaguar, Puma, Affen. Und dennoch liest und hört man in den Medien oftmals über anderes, wenn über Honduras berichtet wird. In der Hauptstadt Tegucigalpa sowie San Pedro Sula, der zweitgrösste Stadt im Land, sind kriminelle Banden aktiv. Sie machen immer wieder Schlagzeilen aufgrund von Mord, Drogenhandel und mehr. Beide Städte gelten als wenig sicher. Das Land weist eine hohe Auswanderungsrate auf. Viele Bewohner:innen versuchen Gewalt, Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit zu entkommen.
Ich befinde mich weit weg von diesen Welten, in der 5’000 seelengrossen Gemeinde El Porvenir. Wir sind umgeben vom karibischen Meer, von Ananasplantagen und von den Bergen des Nationalparks Pico Bonito. Seit einem Monat arbeite ich bei der Organisation Honduras Child Alliance (HCA) und wohne mit sechs anderen Frauen aus aller Welt zusammen. HCA hat ein Programm für Kinder entwickelt, die jeweils vor und nach der Schule zu uns ins Zentrum kommen können. Wir unterstützen sie bei Fragen zur Schule, geben ihnen Englischunterricht, sie können bei uns spielen oder bekommen einfach einen feinen Snack.
Armut ist sehr verbreitet, darunter leidet mitunter die Bildung. HCA sieht ihre Hauptaufgabe darin, Kinder bei ihrer Entwicklung zu unterstützen und zusammen mit der Community zu arbeiten. Darum lautet das Motto: ¡Todos son bienvenidos! Es gibt weitere Programme wie Aufklärung zu Sexualität, Englischunterricht für Erwachsene, Elternarbeit und vieles mehr. Ich befinde mich noch in der Orientierungsphase und freue mich, euch in zwei Monaten ein Update zu geben, wie mein Arbeitsalltag hier in El Porvenir aussieht. Nos vemos!