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Weiter Luftansichten von Zug
Ausgeführte Grabungen im Gebiet der Befestigung Zug haben gezeigt, dass das erste Schloss seine Ursprünge in einem herrschaftlichen Hof hat. Seine Anfänge stammen aus dem Jahre 1000. Die wenig befestigte Insel, erstreckte sich zwischen zwei Bäche, und bildete das Herz des Gutes. Wie die Palisade, waren alle Konstruktionen aus Holz. Ein edler Herr residierte auf der Insel, während seine Leute in der Nachbarschaft logierten, am Ort, wo später das Dorf Zug gegründet wurde. Die archäologischen Ausgrabungen von 1969 vom Nationalen Museum der Schweiz konnten zeigen, dass die befestigten Hütten aus der ersten Bauphase stammen. Die Befestigungen und die weiteren Einebnungsarbeiten haben die meisten Spuren der ersten Arbeiten vernichtet. Nachdem Hugo Schneider den Reichtum der gefundenen historischen Werke sah, nahm er an, dass dieser Ort schon immer bevölkert gewesen ist, dass er nicht nur als einfacher Zufluchtsort in Notzeiten gedient hat. Die kleinen Bäche, die um die Insel fliessen waren normalerweise nicht gefährlich, doch konnten sie sich in reissende Ströme in Zeiten der Schneeschmelze oder bei starken Regengüssen verwandeln. Aus diesem Grund haben die Insulaner versucht sich vor grossen Schaden zu sichern, indem sie Staudämme aus Stein konstruierten. Einen Verteidigungscharakter wurde dem Ort erst in der zweiten Bauphase gegeben.
Gegen Ende des XI Jahrhunderts, wurde eine Stadtmauer aus Stein, gut verputzt, 70 bis 90 cm hoch, rings um den Fuss des Hügels herum errichtet. Von dieser Mauer führte ein Weg ins Innere des Schlosses, wo einige Hütten aus Holz bei den Graben konstruiert wurden. Der Brunnen, der im Süden des Ortes liegt, wird auch auf diese zweite Bauphase datiert. Die Stadtmauer umgab das Haupthaus aus Holz, die Hütten der Leibeigenen, die Kommunen und die Ställe. Seit diesem Moment konnte das Wasser aus dem Innern der Stadtmauern geschöpft werden. Es ist im Moment nicht möglich mit Sicherheit zu sagen, ob diese Gemeinschaft die Holzgebäude, Stadtmauer mit Palisaden und Schlossgraben bereits als «Schloss» (castrurn) gelten, oder ob es nicht einfach als «herrschaftliches Gut» (curtis) betrachtet werden kann. Nach gemachten Beurkundungen, wurde die Stadtmauer mit Kraft zerstört. Nach dem Wiederaufbau der Mauer, anfangs des XIII Jahrhunderts, wurde das Gut in ein echtes Schloss verwandelt. Zu diesem Zeitpunkt, wurde auch der Brunnen etwas verändert und man konnte von dort auch gut ins Äussere des Schlosses gelangen. Aber die wichtigste Innovation in dieser Bauphase war der Bau des Turms, von dem heute noch Basiselemente überlebt haben. Im Erdgeschoss, welches ca. 9 auf 9 m gross ist, haben die Mauern eine Dicke von einigen 2 Metern. Sie verjüngen sich nach oben und im 2. Stockwerk haben sie nur noch eine Dicke von ca. 1.5 m. Der Turm war vermutlich schön verputzt. Im Innern, hat er einige Bänder aus Tuffstein. Die 4 Winkel waren sorgsam herbeigeholte Bruchsteine. Trotz aller Vergrösserungen und allen Transformationen des Turms, kann man immer noch den Ort der primitiven Türe feststellen.
Die Erbauung eines Turms aus Stein, im Laufe der 3. Bauphase, verstärkt den verteidigenden Charakter des Ortes, genau wie die Konstruktion von zwei grossen halbkreisförmigen Mauern im Norden und Osten. Lange wurden diese als Überreste eines Schlossturms erachtet. Klar steht, es handelt sich um eine grosse abgedichtete Mauer. Im XIII Jahrhundert, wurde das Verteidigungswerk von Zug von einer polygonalen Stadtmauer umgeben und einen Wohn-Turm aus Stein, vor welchen, sich die abgedichtete Mauer Form eines Halbkreises erstreckte. Es ist möglich dass Holzhütten den Platz zwischen Turm und Mauer einnahmen. Mit der Zeit genügten der Turm und die Hütten nicht mehr den Anforderungen der Schlossbewohner. Aus diesem Grund hat man gegen Ende des XIII Jahrhunderts im Norden des Gutes, zwischen dem Turm und der abgedichteten Mauer, eine neue Festung aus Stein auf einem Fachwerkhaus mit einer Etage gebaut. Der Eingang, praktisch auf Bodenniveau, zeigte gegen den Osten. Nachdem sie gebaut wurde, kann man auch einige Lüftungsschächte in der abgedichteten Mauer erkennen. Es war auch in dieser Epoche, dass der Bergfried ein Dach erhielt. Die äusserliche Konstruktion einer neuen Festung im Westen hat die Anzahl an Wohnfläche vergrössert. Gleichzeitig wurde die alte abgedichtete Mauer teilweise abgerissen und von einer neuen Mauer ersetzt, welche auf den Überresten steht. Man hat auch einen Hof aus Holz gebaut, heute verschwunden, auf einem Fundament aus Stein. Nichts ist mehr geblieben von den ersten Holzkonstruktionen; die Teile des Fachwerks, die man auch in unseren Tagen sieht, stammen aus dem XVI Jahrhundert. Gegen 1550, war das Schloss Zug wie ein angesehener Gutshof. Im Innern des Hauptwerkes ragt der imposante Schlossturm mit zwei Fachwerken in die Höhe. Eine äusserliche Mauer umrandet den Turm.
Die ersten Besitzer des Gutes von Zug waren vermutlich die Grafen von Aargau. Anfangs des XI Jahrhunderts, reichte der Einfluss der Grafen von Lenzburg bis in die Region von Zug, wo sie bald die temporäre Pacht der Abteil von Fraumünster und von Schänis besassen. Es ist möglich, dass eine administrative Autorität auch für das Gut Zug zuständig war. Da man nicht einmal ein kleines Objekt in der Erde, wo das Schloss Zug sich befindet, entdecken konnte, ist es nicht möglich mit Sicherheit die ersten Spuren der Bevölkerung ab dem X oder XI zu datieren. Es bleiben die archäologischen Untersuchungen, die behaupten, dass in dieser Epoche eine Stadtmauer vor dem Stadtturm existierte. Man hat meistens die Tendenz zu glauben, dass ein Turm das erste Element aus Stein von einen befestigten Schloss darstellt. Folglich, muss in Zug nicht zuerst das innere der Stadtmauer bestanden haben, bevor ein Turm oder andere Errichtung aus Holz errichtet wurden, wo der Intendant der Herren Lenzburg residierte. Einige errichtete Hütten an den Gräben befanden sich vermutlich am Rande der Stadtmauer, vor allem im mittleren Teil. Eine Holztreppe brachte sie zur Umfriedung des Schlosses. Während der ersten Hälfe des XIII Jahrhunderts ging Zug über in die Hände der Kyburger, die diesen Ort, bereits befestigt, in ein echtes befestigtes Schloss verwandelten. Mit seinem Grundriss von 9 auf 9 m und seiner Höhe von einigen 16 Metern, war der Bergfried eine imposante Erscheinung. Die abgedichtete Mauer, welche gut auch 16 m Höhe gehabt haben könnte, war solider als die Stadtmauern oder die Schutzwehr aus der gleichen Epoche. Die Stadt Zug wurde vermutlich gegen 1200 von den Kyburgern gegründet. Klar ist, dass man kein Fundament gefunden hat, doch ist es wahrscheinlich, dass die Öffnung des Gotthards, gegen 1230, auf die Region Zug einen wirtschaftlichen Aufschwung erwirkte und dass die Kyburger nicht lange gewartet haben, eine Stadt am Seeufer zu gründen. In 1242 wird zum ersten Mal die Stadt (oppidum) von Zug erwähnt. Ein Pächter wurde beauftragt, die Entwicklung der neuen Agglomeration zu überwachen, er nahm sein Domizil ausserhalb der Schutzwehr, d.h. in der Burg. Das alte herrschaftliche Gut wurde in ein befestigtes Schloss verwandelt. Die Errichtung des Steinturms in der Stadtmauer ist ohne Zweifel ein Beweis der Gründung der Stadt durch die Kyburger. Die zufällige Topographie des Schlosses und der Stadt zeigen sich in den meisten anderen befestigten Stätten, die von den Kyburgern gegründet wurden, so auch in Aarau, Diessenhofen und Frauenfeld. Man darf nicht vergessen, dass diese befestigten Schlösser nicht nur die Residenzen und Zentren der Herrschaften waren, sondern dass sie auch Macht und Legitimität symbolisierten. Während dem Untergang der Kyburger, gegen 1264, entbrannte ein grosser Streit betreffend Nachfolge. In 1273, gelang es dem Grafen Rodolphe von Habsburg, der im gleichen Jahr vom König Würde verliehen wurde, die Stadt Zug und alle dazugehörigen Rechte und auch das Dorft Arth zu akquirieren. Wie die Kyburger, liessen die Habsburger ihre grossen Eigentümer von den Vögten administrieren, und ein wenig vergrössern. Der erste habsburgische Ammann von Zug wurde in 1281 in einem Dokument erwähnt. Der Hauptteil der Wohnquartiere des Schlosses wurde unter den Habsburgern vergrössert. Der zur Verfügung stehende Raum im Turm erwies sich als Ort der Pferdelenker, wenig übereinstimmend mit ihrem Stand. Ohne Zweifel wurden am Anfang der Habsburger Herrschaft die grossen Massen an Wohnquartieren zwischen den Turm und der abgedichteten Mauer errichtet. Die analogen Wohnbereiche, welche auch andere Befestigungen einschliessen, datieren aus der Gegend von 1300. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass vor der Schlacht um Morgarten (1315), der Herzog Léopold von Österreich im Wohnbereich von Zug residierte. Ausgrabungen zeigen, dass die Stadtmauer noch zwei mal zerstört wurde. Es ist sehr einfach das Datum dieser Kriegeshandlungen festzulegen.
Sie fanden kurz vor dem Eintritt von Zug in die Konföderation (1352) statt, oder kurz danach. Nach dem Konflikt von Morgarten, wenn nicht schon vorher, waren die Konföderierten am Rande des Krieges mit dem Hause Habsburger und die vielen unterschriebenen Waffenstillstandserklärungen veränderten nichts an dieser Situation. Solange es ein österreichische Stützpunkt war, wurde der Kanton Zug oftmals in Kämpfen verwickelt. Nachdem die Städte Luzern, Zürich und Glarus in die Allianz aufgenommen wurden, war Zug als Habsburgischer Stützpunkt gefährlich nahe an den konföderierten Grenzen. In der Umgebung von Zug war die Mehrheit des Volkes für die Konföderierten, obwohl im Innern der Stadt, die Bürger als heisse Partisanen der Österreicher galten. Aus diesem Grund entschieden sich die Konföderierten für eine Belagerung der Stadt. Die ländliche Gegend ergab sich ohne Widerstand, die Stadt, sie konnte nur nach einer Belagerung von 2 Wochen erobert werden. Zwei Tage später konnte sie den Treueschwur zu den Konföderierten leisten. Das Schloss, der Zentrum des Macht der verhassten Österreicher wurde in Angriff genommen, obwohl es sich ausserhalb der Stadtmauer befand. Aber die Konföderierten zerstörten es nicht und setzten auch kein Feuer, da sie es als eigenen Stützpunkt haben wollten. Zehn Jahre später, versuchte ein Teil der Zuger, der den Habsburgern treu blieb, die Macht zu ergreifen. Nach einem Angriff, gelang es den Schwyzern in 1364/65 die Stadt und die Befestigung zu erobern. Nach dem Eintritt von Zug in der Allianz der Konföderation, verlor das Schoss nach und nach seine Bedeutung als befestigtes Zentrum. Die Bürger von Zug von hohen Rang fanden dort eine Bleibe, die ihrem Stand entsprach und modifizierten den Verteidigungscharakter dieses Baus mit vielen Transformationen und Erneuerungen. Gegen 1555, baute Johannes Zurlauben ein Fachwerkhaus in der westlichen Seite der abgedichteten Mauer und zur gleichen Zeit riss er den südlichen Teil der Stadtmauer ab. Obwohl das Schloss, keine defensiven Werke benötigte, da es sich im Innern der Stadtmauer befand, liess Zurlauben eine geputzte Stadtmauer rings herum errichten. Sie ragt nicht zu hoch hinauf, doch repräsentiert sie trotz allem ein interessantes Dekorationsobjekt des Schlosses. Dem Turm wurde anfangs des XVI Jahrhunderts mit einem Dach mit starker Neigung bedeckt. Später wurde der Wohntrakt, der aus der Habsburgerischen Epoche datiert, erhöht und mit dem Turm mit einem imposanten Dach verbunden. Es sind diese Arbeiten, und auch die äusserlichen Überbleibsel die dem Monument von Zug sein aktuelles Profil geben.
Bibliographie