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Sage Teufelen
Die Sage vom Gold in der Teufelen zu Attiswil
Es war die Zeit, da die Höfe "zur roten Tanne" und "Schindelholz" noch lange in Betrieb waren, da wohnte in Rebholden (Schnarz) ein alter Mann. Er war ärinlich, aber immer ganz bekleidet, leutescheu und wohnte in einem kleinen, mit Stroh gedeckten Holzhäuschen. Sein Name war Philipp, sonst wussten die Bürger nichts von ihm, darum wurde er einfach "Rebholdenlipp" genannt. Zum Hause gehörte nur ein kleines Stück Land, und Holdenlipp hatte nur für sich und seine zwei Geissen zu sorgen, die ihm die Milch für seinen Lebensunterhalt gaben.
Diesen Mann sah man höchstens am Vormittag, am Nachmittag schon früh lief er bergwärts und verschwand im Wald ob seinem Häuschen, und niemand wusste, wo er hinging, was er zu tun hatte, er verschwand einfach spurlos.
So alle halben Jahre verliess er das Dorf und die Leute, die ihn zufällig weggehen sahen, hatten das Geffihl, er trage etwas Schweres unter seinem langen Kittel. Nie hat er einem Menschen anvertraut, wo er hingehe oder was er zu besorgen habe. Aber dort, wo er ankam, da wusste man es, man kannte den Lipp, der ja schon manchmal hier war und seine Ware verkaufte, und die Ware des Rebholdenlipp war eben pures Gold. Unser Lipp war nun schon alt und der Käufer des Goldes hätte schon lange gerne gewusst, wo sich diese Goldgrube befindet, und zu diesem Zwecke hatte er sich einen Teufelsplan ausgedacht. Zwei starke Männer, denen er viel Geld versprach, mussten dem Holdenlipp heimlich nachgehen und zwar so lange, bis sie wussten, wo das Gold liegt. Manchen Tag hielten sich die zwei Burschen in unserem Bergwald versteckt, bis sie Lipp einmal zu Gesicht bekamen, wie er im Schatten des Gebüsches lautlos durch den Melkerweg gegen den Reckenacker lief und dort durch den Waldsaum gegen die Teufelen. Doch beim Lindenmätteli entschwand er den Augen der Verfolger und war wie vom Erdboden verschluckt.
Den ganzen Tag krabbelten die zwei Männer in unserem Bergwald herum bis hinauf zum Hochkreuz, aber der Rebholdenlipp blieb verschwunden. Todmüde ruhten sie sich am späten Abend zu unterst im Reckenacker, in der Nähe des Melkerweges aus. Es war schon fast finster, als sie in westlicher Richtung, gegen den Golattenweg, etwas hörten. Rasch und leise so wie sie konnten, liefen sie in diese Richtung, wo unser Goldgräber ungefähr auf der halben Strecke dieses Weges überfallen wurde. Trotz heftigen Schlägen und Drohung mit dem Tode wollte Lipp sein Geheimnis nicht preisgeben, doch versprach er den zwei rohen Gesellen eine goldene Kette in der Länge des Seils beim Fahr über die Aare im Bernerschachen. Die zwei hatten aber den Auftrag das Gold zu finden und gingen nicht auf Holdenlipps Vorschlag ein. Sie schlugen ihn weiter bis er bewusstlos dalag. Durch den Lärm wurde der Rottannenbauer, der mit seinem Hund noch spät am Abend in der oberen Allinend nach seinem Grase Ausschau hielt, aufmerksam gemacht. Gemeinsam fanden sie den Überfallenen. Der Bauer nahm sich Lipp an und hetzte seinen Hund auf die Übeitäter, die bergwärts in die Finsternis flüchteten. Der eine hatte den Melkerweg gefunden. Der andere aber lief durch den finsteren Wald. Vom Hunde verfolgt, bemerkte er in der Finsternis den Abgrund beim heutigen -Durchbruch nicht, lief über diesen hinaus und stürzte hinunter in den Bach, wo er später tot aufgefunden wurde. Der andere lief dem Schachen zu gegen das Fahr, wo ihn der Fährinann auf die andere Seite der Aare brachte; dort wollte er seinem Freund warten.
Unser Rebholdenlipp war arg zugerichtet worden. Nach einer Weile kam er wieder zu Bewusstsein, und der Rottannenbauer wollte Hilfe holen, da ja der Hund auch wieder da war. Lipp bat ihn aber dazubleiben und mit leisen, gebrochenen Worten erzählte er, wie er überfallen wurde und auch warum. Die Stimme des Lipp wurde aber immer schwächer, und als der Rottannen- bauer ihn fragte, wo denn überhaupt das Gold auch sei, da antwortete Holdenlipp nur noch: Goold, Goold.. im T..eu ... f .. ei. Seine Stimme erlosch und tot war er. Im Teu..fel.. sprach der Bauer bewegt vor sich hin und starrte den toten Lipp an, der ihm doch das grösste Geheimnis unseres Dorfes verraten wollte, aber wo in der Teufelen? Wenn auch mancher schlaue Mann nach der begehrten Goldgrube gesucht hat, so schlau wie unser Rebholdenlipp war er aber nicht.