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Hintergrund
Der Klimawandel wird in den kommenden 40 bis 100 Jahren die Hochwasser und somit den Transport von Sedimenten in Gebirgsflüssen beträchtlich beeinflussen. Es wird damit gerechnet, dass sich Anzahl, Stärke und zeitliche Verteilung von Niederschlagsereignissen verändern werden. Dies könnte zu häufigeren und grösseren Hochwassern führen. Zudem wird durch das Abschmelzen der Gletscher und des Permafrostes Schutt freigelegt, der abtransportiert werden kann. Das führt in einigen Gebieten dazu, dass Gebirgsflüsse mehr Kies und Sand transportieren werden. Bei stark erhöhten Sedimentmengen werden bestehende Schutzmassnahmen ihre Funktion nur noch teilweise erfüllen. Die veränderte Verteilung des Materials in den Flüssen wird auch die Lebensbedingungen der Fische beeinflussen. Wahrscheinlich wird sich das Auftreten von Hochwassern im Winter und Frühjahr verändern, was den Erfolg der natürlichen Fortpflanzung beeinträchtigen kann. Die genauen Auswirkungen sind allerdings noch kaum bekannt.
Ziele und Methoden
In diesem Projekt werden die Folgen des Klimawandels für den Sedimenttransport und für die Qualität der Fischhabitate untersucht. Mit einem Modell werden Sedimentbilanzen ausgewählter Flussgebiete berechnet, nämlich für die Kleine Emme, den Brenno und die Hasliaare. Wir vergleichen die Modellberechnungen mit Daten von vergangenen Hochwasserereignissen in diesen Flüssen. Mit Messungen an Gebirgsflüssen wird der Zustand der Fischhabitate erhoben. Wir untersuchen, wie der veränderte Sedimenttransport im Fluss den Fortbestand von Bachforellenpopulationen beeinflusst. Wir analysieren zudem, wie sich Änderungen des Hochwasserabflusses und Veränderungen des Eintrages von Sedimenten zum Beispiel durch den Permafrost-Rückzug auf das Geschiebe in den Gebirgsflüssen und die Hochwassersicherheit auswirken.
Bedeutung
Das Projekt soll dazu beitragen die zeitliche Entwicklung der Geschiebeverlagerungen in Gebirgsflüssen zu quantifizieren, welche als Folge des Klimawandels bzw. von veränderten Abflüssen und Sedimenteinträgen zu erwarten ist. Die Resultate liefern wichtige Grundlagen, um in Gebirgsflüssen einerseits Gefahren zukünftiger Hochwasser mit Geschiebeverfrachtung abzuschätzen, und andererseits die Lebensbedingungen für Bachforellen zu beurteilen. Die entwickelten Methoden werden Behörden und Entscheidungsträger darin unterstützten, mögliche Gefahren im Zusammenhang mit Sedimentverlagerungen bei Hochwassern in Gebirgsflüssen besser einzuschätzen und Konzepte für ein ökologisches und integrales Management von Einzugsgebieten weiterzuentwickeln.