Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03660.jsonl.gz/2796

Ehemalige National League-Söldner in der KHL: Omark, Daugavins und Co. im Check
In dieser Saison zog es mit Shane Prince und Viktor Stalberg zwei National League-Söldner in die KHL. Doch sie sind nicht die einzigen, die nach einem Engagement in der Schweiz nach Russland wechselten. Wie schneiden ehemalige National League-Spieler in der KHL ab, die mindestens ein ganzes Jahr in der Schweiz verbracht haben?
Vojtech Polak (Saison 2011/12, Kloten/Langnau, 27 Punkte)
Die Kloten Flyers holten 2011 Vojtech Polak vom tschechischen Meister Trinec in die Schweiz. Nach 32 Spielen wurde er aber nach Langnau abgegeben, wo sein Vertrag nicht verlängert wurde. Er spielte seither in seiner Heimat, der finnischen Liga und in der KHL. Der 33-Jährige machte aber nie gross auf sich aufmerksam. In 104 Spielen skorte er 16 Tore und 23 Assists für vier unterschiedliche Teams.
Geoff Kinrade (Saison 2011/12 - 2014/15, Bern, Ambri, 63 Punkte)
Geoff Kinrade stiess Ende Saison 2011/12 zum SC Bern und sollte dort den verletzten Travis Roche ersetzen. Dies tat er so gut, dass er für zwei weitere Jahre in der Hauptstadt bleiben und sich zum Meister krönen durfte. 2014/15 wurde er für fünf Spiele an Ambri-Piotta ausgeliehen.
Seither hat er eine Odyssee in der KHL hinter sich: Medvescak Zagreb, Admiral Vladivostok, Neftekhimik Nizhnekamsk, Kunlun Red Stars, Torpedo Nizhny Novgorod und Severstal Cherepovets waren seine Stationen innerhalb von vier Jahren. Den Vertrag mit Severstal unterzeichnete er erst kurz vor Weihnachten. Überall konnte Kinrade zwar einige Punkte erzielen, doch seinen Platz hat er nie richtig gefunden. Insgesamt absolvierte er 196 Spiele und sammelte 67 Punkte.
Gilbert Brulé (Saison 2012/13, Zürich, 6 Punkte)
Als Gilbert Brulé beim ZSC 2012 einen Vertrag unterschrieben hatte, waren die Erwartungen gross. Doch schon nach wenigen Spielen verletzte sich der aus der NHL gekommene Kanadier. So konnte er nie wirklich in der Schweiz überzeugen und wechselte für eine Saison zurück nach Amerika. Danach begann sein Abenteuer in der KHL. Mittlerweile ist er bei seinem sechsten Team in der KHL unter Vertrag. Er gehörte punktemässig immer zu den besten Stürmer im Kader, so dass er in 222 Spielen 133 Punkte gesammelt hat.
Linus Omark (Saison 2012/13, EV Zug, 75 Punkte)
Der Schwede ist wohl einer der besten Ausländer der letzten Jahre. In Europa ist er ohne Frage im Stande, einen Punkt pro Spiel zu generieren. Vor und nach seinem Engagement in Zug versuchte er sein Glück zweimal in der NHL. Allerdings gilt der an 97. Stelle gedraftete Omark als Schönwetterspieler, weshalb es ihm schwer fiel, sich mit der harten Gangart in Amerika durchzusetzen.
Seit fünf Jahren spielt er nun in der KHL, die letzten vier bei Salavat Yulaev Ufa, wo er in 328 Spielen sagenhafte 85 Tore erzielt und 222 vorbereitet hat und ohne Zweifel zu den besten Spielern der Liga gehört. Zuletzt kamen die Gerüchte auf, er könnte in die Schweiz zurückkehren.
Kaspars Daugavins (Saison 2013/14, Genf-Servette, 57 Skorerpunkte)
Der Versuch, in der NHL Fuss zu fassen, war für Kaspars Daugavins mit dem Engagement in der Schweiz beendet. In Genf skorte er einen Punkt pro Spiel und war mitverantwortlich, dass die Westschweizer den Einzug in den Halbfinal erreichten.
Dank der ausgezeichneten Saison zog es ihn aber ebenfalls in die KHL, wo er für Dynamo Moskau, Torpedo Nizhny Novgorod und mittlerweile Spartak Moskau tätig war. Daugavins kann zwar nicht ganz mit den Skorerwerten von Omark mithalten, er zählte aber immer zu den zwei besten Skorern seines Teams. 327 Spiele bestritt er in der russischen Liga, 80 Tore schoss er und 114 bereitete er vor.
Marc-André Gragnani (Saison 2015/16, Bern, 42 Punkte)
Auch Marc-André Gragnani scheiterte beim Versuch, sich in der NHL durchzusetzen. Zwar erhielt er von den New Jersey Devils nach seinem Engagement in Bern noch einmal die Chance, der Verteidiger kam aber nur zu vier Einsätzen in der NHL und verbrachte den grössten Teil in der AHL.
Gragnani ist ein höchst produktiver Offensivverteidiger, was er auch in der Schweiz unter Beweis stellte. Nach seinem letzten Trip in Amerika spielte er zwei Jahre bei Dinamo Minsk (73 Punkte in 116 Spielen) und wurde als Defensivmann sogar einmal zum Topskorer seines Teams. Auf diese Saison hin wechselte er zu den chinesischen Kunlun Red Stars, wo er aber erst 23 Spiele bestreitet hat (13 Punkte).
Kevin Clark (Saison 2015/16, Langnau, 51 Punkte)
Kevin Clark wurde in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg der Langnauer aus der deutschen DEL verpflichtet. Dort zählte er zweimal zu den besten Torschützen der Liga. In der Schweiz vermochte er ebenfalls mit guten Skorerwerten zu überzeugen, der Kanadier hatte aber grosse Schwächen im Zweikampfverhalten, weshalb der Vertrag nach einer Saison nicht verlängert wurde.
Die letzten zwei Jahre verbrachte er in Schweden bei Brynäs IF. Im Sommer unterschrieb er erstmals in der KHL bei Dinamo Riga. Beim «lettischen Nationalteam» stellt er eine gute Ergänzung, skorte in 38 Spielen bisher 13 Mal. Die läuferischen und technischen Qualitäten hätte der 30-Jährige sicherlich gehabt, um gross rauszukommen. Seine mangelnde Physis aber (175 cm, 78 kg) verhinderte eine glorreichere Karriere.
Mittlerweile ist er wieder in der Schweiz bei den Rapperswil-Jona Lakers unter Vertrag.
David Rundblad (Ende Saison 2015/16 - 2016/17, Zürich, 47 Punkte)
Die ZSC Lions liehen David Rundblad Ende Saison 2015/16 vorerst aus, um etwas Härte für die Playoffs zu gewinnen. Der einst in der ersten Runde gedraftete Rundblad kam nämlich direkt aus der NHL, wo er allerdings während der Saison nur neun Spiele bestritten hatte. In Zürich schlug der Schwede sofort ein, so dass sein Vertrag verlängert wurde.
Nach einem erneut titellosen Jahr wurde der Vertrag mit Rundblad trotz ordentlicher Leistung nicht verlängert. So zog es ihn nach St. Petersburg, wo er aber bisher nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommt. In den letztjährigen Playoffs wurde er nur noch zweimal eingesetzt. Insgesamt bestritt Rundblad 59 Spiele für die Russen, in welchen ihm nur drei Tore und elf Assists gelungen waren.
Mit David Rundblad scheiterten die ZSC Lions zweimal im Playoff-Viertelfinal. (TOPpictures/Andy Buettiker)
Patrik Zackrisson (Saison 2016/17, Lugano, 25 Punkte)
Mit hohen Erwartungen in die Schweiz gekommen, wurde Patrik Zackrisson diesen nie gerecht. In seiner Heimat gehörte der Schwede immer zu den besten seines Fachs, doch in der National League vermochte er seine Stärken nie richtig ausspielen.
Bereits nach einem Jahr verliess der Center Lugano wieder und schloss sich Sibir Nowosibirsk an. Dort reifte er mit 42 Punkten schon in der ersten Saison zum Topskorer seiner Mannschaft. Im Sommer wechselte er zu einem etwas grösseren Kaliber und zwar Dynamo Moskau. Dort ist er ebenfalls noch nicht ganz auf Touren gekommen und hat wie schon in Lugano mit Verletzungen zu kämpfen. Trotzdem ist der Olympiateilnehmer 2018 ein grosser Name, der in der Schweiz leider nicht wie gewünscht zurecht gekommen ist.
Jeff Taffe (Saison 2017/18, Ambri, 26 Punkte)
Punktemässig war die Saison von Jeff Taffe in Ambri gar nicht so schlecht. Leider passte der damals 36-jährige Amerikaner, der den grössten Teil seiner Karriere in der AHL verbracht hatte, nicht in das schnelle System von Luca Cereda. Die mangelnde Geschwindigkeit merkte man ihm immer wieder an.
Taffe hat seine Schlittschuhe aber nicht an den Nagel gehängt, sondern kehrte zu Slovan Bratislava zurück, wo er bereits vor seiner Beschäftigung in der Schweiz gespielt hatte. Dass er auch als 37-Jähriger mit 27 Punkten noch Topskorer seiner Mannschaft ist, zeigt, was für ein temporeiches Hockey in der National League praktiziert wird.