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Die Finnen und ihre Wirtschaft verbrauchen viel Energie, verfügen aber weder über eigenes Öl noch über Kohle- oder Erdgasvorkommen. Aus diesem Grund haben sie die Bedeutung und den Nutzen von Energieeffizienz rascher erkannt als die meisten anderen Länder.
In den kalten Ländern des Nordens müssen die Häuser den größten Teil des Jahres über geheizt werden. Fenster mit Doppelverglasung sind seit über einem Jahrhundert in Finnland die Regel, und Dreifachverglasung setzt sich immer mehr durch.
Die finnische Energieproduktion ist gekennzeichnet durch fortgeschrittene Kraft-Wärme-Kopplung und den hohen Anteil von Bioenergie an der Stromerzeugung. Dank der gemeinsamen Produktion von Elektrizität und Wärme wird der Energiegehalt des Brennstoffs in Finnland extrem gut ausgenutzt.
Etwas über ein Drittel der gesamten Elektrizitätserzeugung ist mit der Produktion von Fernwärme und industrieller Wärmeerzeugung verbunden, einer der höchsten Anteile auf der Welt. Der Anteil der Bioenergie an der Stromerzeugung – 17% im Jahr 2005 – liegt am höchsten in allen Industrieländern. Finnland importiert viel Energie, fast 70% des Gesamtverbrauchs. 2005 war der Stromimport mit 20% der Gesamteinfuhren besonders hoch.
Zur Zeit hängt die finnische Energieversorgung stark von Russland ab: 59% des importierten Stroms, 84% des Rohöls, 84% der Kohle und 100% des Erdgases kamen in den ersten neun Monaten des Jahres 2005 aus Russland.
Etwa ein Fünftel der in Finnland verbrauchten Energie wird immer noch aus Holz erzeugt. Das Land besitzt 92 Windkraftwerke, die nur ein Tausendstel des gesamten Energieverbrauchs produzieren. Dennoch gibt es Pläne zum Bau neuer Windkraftwerke, besonders an der Küste.
Etwa ein Viertel aller in Finnland verbrauchten Energie wird aus Atomkraft produziert. Das Land besitzt zwei Atomkraftwerke mit insgesamt vier Reaktoren: das Kraftwerk Olkiluoto im Besitz der TVO und das Kraftwerk Loviisa von Fortum Power and Heat Oy. In Loviisa arbeiten Druckwasserreaktoren, in Olkiluoto Siedewasserreaktoren.
Im Jahr 2002 stimmte das Parlament dem Bau eines fünften Atomreaktors zu. Die Energiefirma AREVA und Siemens bauen am Standort Olkiluoto einen neuen Reaktor für TVO, der 2011 fertig sein soll.
Seit 2005 gibt es von Industrie und Regierung wachsende Unterstützung für einen sechsten Atomreaktor, um die Stromkosten zu senken, die Forderungen des Kyoto-Protokolls zu erfüllen und die Abhängigkeit von Stromimporten zu reduzieren.