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Zürich (awp) - Das Schweizer Börsenjahr 2009 geht als starker Jahrgang in die Annalen ein - Krise hin oder her. Es lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen: Phase I brachte ein Absacken des Bluechip-Index SMI um rund 1'500 Punkte bis anfangs März, Phase II einen kontinuierlichen Anstieg bis zum Jahresende, welcher lediglich im Frühsommer durch eine kürzere Seitwärtsphase unterbrochen wurde.
Im Vergleich zum Vorjahr 2008, welches mit einem Minus des SMI von rund 35% ein "annus horribilis" war, ergab sich für 2009 eine positive Performance von 18,3%. Noch besser als der SMI schlugen sich der breite Gesamtindex SPI mit einem Zuwachs von rund 23% und der in der Gewichtung der Schwergewichte begrenzte SLI (+27%).
Die diesjährigen Gewinne sind allerdings etwas zu relativieren. Vom Allzeithöchststand des SMI im Frühsommer 2007 bei 9'531 Punkten ging es im Zuge der einsetzenden Subprime-Krise in den USA, welche sich zur weltweiten Finanz- und allgemeinen Wirtschaftskrise ausweitete, lange nur nach unten. So begann auch das Jahr 2009 mit steil fallenden Kursen, und der Trend wurde erst anfangs März gestoppt. Der SMI hat dabei vom 2007-Hoch bis zum Jahrestief am 9. März von 4'235 über 55% oder rund 5'300 Punkte eingebüsst.
Die seit März andauernde Aufwärtsbewegung brachte ein Plus von ebenfalls rund 55%, was in Punkten aber lediglich einem Anstieg um gut 2'300 in den Bereich von rund 6'550 entspricht. Der SMI findet sich nun in etwa auf dem Niveau vom Sommer 2005 wieder, oder dort wo er - auf dem Weg nach unten - zuletzt am Ende des dritten Quartals 2008 war.
Betrachtet man die Situation der letzten zehn oder fünf Jahre ergibt sich seit Ende 1999 (Schlussstand 7'570) ein Minus von knapp 14%, gegenüber Ende 2004 (5'693) jedoch ein Plus von rund 15%. Das Jahresplus 2009 wurde in den vergangenen zehn Jahren nur 2005 (+33,2%) und 2003 (+18,5%) übertroffen.
Getragen wird der nunmehr zehnmonatige Aufschwung von einer sich mehr und mehr aufhellenden Einschätzung der wirtschaftlichen Lage weltweit. In den Prognosen und Ausblicken für das kommende Jahr wird zwar reihum auf die weiterhin hohen Risken verwiesen, die positiven Kommentare überwiegen aber dennoch.
Deutlich gelegt hat sich im Verlauf des Aktienjahres die Volatilität. So verzeichnete der Volatilitätsindex VSMI im Januar noch einen Spitzenwert von über 46 Punkten, der seither auf unter 20 Punkte zurückgekommen ist.
SONOVA UND SWISS LIFE TOP
Unter den Einzeltiteln ragen bei den Blue Chips die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova mit praktisch einer Verdoppelung (+98%) des Wertes über das gesamte Jahr sowie Swiss Life mit einem Plus von 91% heraus. Swiss Life hatten 2008 mit einem Minus von knapp 73% allerdings noch zu den grossen Verlierern gehört.
Als weitere Spitzenreiter folgen CS (+80%), Swatch (+80%) sowie Clariant und Richemont mit einem Plus von je 71%. Mehr als die Hälfte an Wert gewonnen haben zudem Nobel Biocare, Geberit und Adecco.
LONZA ALS LOOSER OF THE YEAR
Demgegenüber weisen Lonza mit einem Minus von rund 25% als einer der wenigen Titel im SMI/SLI-Segment eine negative Jahresbilanz auf. Actelion (-7%), im Vorjahr noch der einzige Wert mit einer positiven Jahresperformance, ist der zweite. Swiss Re (-0,8%) hatten einen miserablen Start ins Jahr, welcher in der Ablösung des Konzernchefs Jacques Aigrain durch Stefan Lippe gipfelte, erholten sich dann aber fulminant. Schliesslich tragen noch ZFS (-0,2%) als vierter Wert auf Jahressicht ein rotes Vorzeichen, jedoch in geringem Ausmass.
Betrachtet man die Phase seit dem Jahrestief gesondert, ergibt sich unter den einzelnen Aktien ein leicht anderes Bild. Swiss Re zogen vom Jahrestief bis Jahresende deutlich um 320% an, wie auch Clariant (+239%) und Swiss Life (+226%). Sehr geringe Veränderungen seit ihren Tiefständen 2009 weisen dagegen Lonza (+2%) und Actelion (+16%) auf.
Unter der Marke von +20% blieben auch Julius Bär und GAM. Die beiden Titel sind aber als Sonderfall zu betrachten, da GAM aus der Abspaltung des Asset Management-Geschäfts von Julius Bär entstanden und erst seit Oktober als eigenständiges Unternehmen an der Börse kotiert ist.
UBS ALS DAUERTHEMA
Weiterhin im Fokus standen UBS, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Steuerstreit mit den USA oder mit den Bemühungen um neue Regulierungen für die Branche. UBS weisen ein Jahresplus von rund 8% auf, was im Vergleich zu den dramatischen Verlusten der beiden Vorjahre allerdings minim ist. Die Aktie schloss am Vortag bei 16,05 CHF, im Sommer 2007 waren es noch über 71 CHF.
KEINE ERHOLUNG BEI OC OERLIKON
Im breiten Markt stechen die Papiere des Softwarenunternehmens Day mit einer Jahresbilanz von +440% auf 74,25 CHF ins Auge. Die Aktie hat damit die Kurse von 2007 übertroffen, sie wurde allerdings im Jahr 2000 zu über 400 CHF an die Börse gebracht und erreichte am ersten Handelstag gar ein Niveau von 780 CHF.
Auf den weiteren Plätzen folgen Gottex (+191% auf 7,85 CHF) und Uster Technologie (+184% auf 26,70 CHF), beide liegen damit aber ebenfalls noch deutlich unter dem Stand beim Börsenstart im Jahr 2007. Im Wert mehr als verdoppelt haben sich 2009 unter anderem auch Dufry, Valartis, Orascom, Meyer Burger und Kudelski.
OC Oerlikon andererseits setzten den seit 2007 andauernden beispiellosen freien Fall fort: Nach einem Jahresverlust von rund einem Drittel im Jahr 2007 und von über 80% im vergangenen Jahr endet nun das Jahr 2009 mit einem weiteren Verlust von 54%. Vom Hoch aus dem Jahr 2007 bei 775 CHF bis zum diesjährigen Tiefpunkt bei 20,80 CHF ergibt sich ein Minus von über 97%.
Noch schwächer haben Addex, APEN und Basilea das Jahr beendet.
cf/uh/cc
Zürich (awp) - Das Schweizer Börsenjahr 2009 geht als starker Jahrgang in die Annalen ein - Krise hin oder her. Es lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen: Phase I brachte ein Absacken des Bluechip-Index SMI um rund 1'500 Punkte bis anfangs März, Phase II einen kontinuierlichen Anstieg bis zum Jahresende, welcher lediglich im Frühsommer durch eine kürzere Seitwärtsphase unterbrochen wurde.