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Georg Zeltner
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 19. April 1864
Priesterweihe: 23. Mai 1836
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Urs Josef Eduard Zeltner und Susanna Lucia Tschaern.
Lebensbeschreibung[1]
P. Georg wurde als Sohn der Eheleute Urs Josef Eduard Zeltner und Susanna Lucia Tschaern am 20. Juli 1807 in Solothurn geboren und auf den Namen Georg getauft. Seine Eltern waren vornehme Leute. Er scheint in Solothurn eine Zeitlang Theologie studiert zu haben, wurde aber offenbar wegen körperlicher oder geistigen Einschränkungen nicht zu den Weihen zugelassen. Er begab sich darauf in den Dienst eines Schweizerregiments in Neapel, den er aber auch, wegen starker Schwächung des Augenlichts, aufgeben musste. Sein Vater scheint schon früh verstorben zu sein, denn für ihn unterzeichnete in der Folge sein Onkel Tschaern, Grossrichter in Solothurn.
Am 20. November 1835 schloss er mit dem Kloster einen offiziellen Vertrag, nach den Georg Zeltner dem Kloster inkorporiert wird, so dass er ohne Profess abzulegen, im Kloster die gleiche Stellung einnehmen sollte, wie die anderen Konventualen. Es ist unklar, weshalb diese Abmachung getroffen wurde. Die "Schweizerische Kirchen-Zeitung" schreibt dazu: "Er hatte sich gleich nach seiner Priesterweihe - demnach müsste er also schon vor seinem Eintritt die Priesterweihe empfangen haben - als sogenannter Oblate oder Verpfründeter in das Kloster aufnehmen lassen, wo er bis zu seinem Tod ein musterhaftes priesterliches und klösterliches Leben führte. Während seiner Krankheit wurde ihm noch die Freude und das Glück zu Theil, mit Zustimmung des Hochw. Abtes und Kapitels von Engelberg die hl. Gelübde ablegen und das Ordenskleid des heil. Benedikt empfangen zu können."[2]
Da er bereits einen Teil der Theologie studiert hatte, wurden ihm die heiligen Weihen gespendet. Das Zeugnis der Subdiakonweihe ist nicht erhalten. Den Diakonat erhielt er am 19. Mai 1836 durch den Nuntius Filippo de Angelis in dessen Hauskapelle und die Priesterweihe am 23. Mai gleichen Jahr. Da er schon seit Jahren unter starker Schwächung des Augenlichts litt, bewarb sich Abt Plazidus Tanner in Rom um die Vergünstigung, dass P. Georg täglich die kurze Messe de Beata (von der Mutter Gottes) lesen konnte, was ihm am 22. Januar 1858 gewährt wurde. Er konnte noch manche Aushilfen in der Seelsorge leisten, besonders bei Übernahme von hl. Messen, die für andere ungünstig angesetzt waren, so z. B. meist zu späterer Stunde. Auch zur Spendung der Kommunion wurde er häufig gewünscht. Er war eine Art Hilfspriester im Konvent. Er hatte ein sehr gutes Gedächtnis, so dass er beim Zelebrieren der Messe die Gebete des Kanons und die meisten Messtexte auswendig wusste. Da er für den Chordienst wegen seiner Sehschwäche nicht fähig war, reinigte er in der Sakristei während dieser Zeit Kerzenstücke und im Winter schaufelte er Schnee im Garten. Als Mitbruder war er angenehm und unterhaltsam und wegen seiner Hilfsbereitschaft, soweit sie ihm möglich war, sehr beliebt. In seiner Zelle ging es gelegentlich laut zu, da er oft laute Selbstgespräche führte. Er blieb bis zu seinem Tod am 20. April 1864, schon fast ganz erblindet, ein bescheidener und einfacher Mann. Er wurde 57 Jahre alt.
Professbuch
- Nr. 640
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
- Schweizerische Kirchen-Zeitung, Nr. 19, 7. Mai 1864. P. Gall Heer erwähnt von all dem nichts und schreibt, dass er die Priesterweihe erst nach seinem Eintritt ins Kloster empfangen habe. Er wird wohl deshalb auch seinen Geburtsnamen behalten haben, zumindest ist weder bei der Taufe, noch beim Eintritt ins Kloster ein anderer Name genannt.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 152.
- StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).