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Inhaltsverzeichnis
Fachbereiche
Der Zürcher Lehrplan 21 ist umfasst die sechs Fachbereiche Sprachen; Mathematik; Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG); Gestalten; Musik sowie Bewegung und Sport.
Sprachen
Der Fachbereich umfasst folgende Sprachen:
- Deutsch als Unterrichtssprache
- Englisch als erste Fremdsprache
- Französisch als zweite Fremdsprache
- Italienisch als dritte Fremdsprache
Die Schülerinnen und Schüler erwerben umfassende Kompetenzen in Deutsch und grundlegende Kompetenzen in der zweiten Landessprache Französisch und in mindestens einer weiteren Fremdsprache. Auf Ende der Volksschule werden für Französisch und Englisch gleichwertige Kompetenzniveaus angestrebt.
Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich in der Volksschule umfassende mündliche und schriftliche Sprachkompetenzen. Sie werden befähigt, in unterschiedlichen Situationen angemessen und adressatengerecht zu kommunizieren. Sie setzen sich mit unterschiedlichen Sachtexten, literarischen Texten und vielfältigen Kulturerzeugnissen auseinander. Mit der Sprache erwerben die Schülerinnen und Schüler ein grundlegendes Instrument der Wissens- und Kulturaneignung, des Austauschs und der Reflexion in allen Fachbereichen.
Die Förderung der Sprachkompetenz in allen Fachbereichen ist ein entscheidender Schlüssel zum Schulerfolg. Vorstellungen und Begriffe von Gegenständen und Situationen entwickeln sich mit und in der Sprache. Deshalb muss Fachunterricht immer ein Stück weit auch Sprachunterricht sein.
Ziel des Sprachen- und Fremdsprachenunterrichts ist nicht die perfekte Zweisprachigkeit, sondern die Ausbildung der funktionalen Mehrsprachigkeit. Diese strebt ein vielfältiges dynamisches Repertoire mit unterschiedlich weit fortgeschrittenen Kompetenzen in verschiedenen Sprachen an, um in unterschiedlichen Situationen erfolgreich agieren zu können.
Zum Deutschunterricht gehört auch das Entwickeln einer persönlichen Handschrift sowie das Erlernen des Tastaturschreibens.
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Besonderes Augenmerk erhalten diejenigen komplexen Deutschkompetenzen, die für das schulische Lernen unabdingbar sind und die im Fachjargon Bildungssprache, Schulsprache, Literalität oder CALP-Fertigkeiten (Cognitive Academic Language Proficiency) genannt werden. Diese Sprache ist näher bei der Schriftlichkeit als die Alltagssprache. Sie ist ausführlicher und genauer als die mündliche Sprache und verlangt einen entsprechenden Wortschatz.
Die meisten Kinder bringen zu Beginn ihrer Schullaufbahn bereits Erfahrungen mit Mundart und Standardsprache mit. An diesen Erfahrungen knüpft die Volksschule an, um beide Sprachformen spielerisch zu erproben, das vorhandene Interesse an Sprachen zu verstärken sowie Gebrauch und Funktion von Mundart und Standardsprache zu reflektieren. Im Deutschunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, Mundart und Standardsprache situationsangepasst, kreativ, sorgfältig und sprachlich korrekt anzuwenden.
Kinder nichtdeutscher Erstsprache bringen je nach ihren ausserschulischen Spracherfahrungen allenfalls weniger Erfahrungen mit Mundart und Standardsprache mit. Lehrpersonen unterstützen Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) durch einen bewussten Umgang mit Mundart und Standardsprache sowie deren Wortschatz und Grammatik. Im ergänzenden DaZ-Unterricht wird das Lernen der Standardsprache gefördert.
Deutsch als Zweitsprache und integrierte Sprachförderung
Deutsch als Zweitsprache (DaZ) ist fixer Bestandteil des Sprachenlernens, wird im Zürcher Lehrplan 21 aber nicht speziell dargestellt. Grundsätzlich sind die im Fach Deutsch formulierten Grundansprüche anzustreben.
Das Fachkonzept «Integrierte Sprachförderung auf der Kindergarten- und Primarstufe»bietet Regelklassenlehrpersonen Grundlagen und Informationen zu einer umfassenden und integrierten Sprachförderung, welche Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache, mit besonderem Sprachförderbedarf oder besonderer Sprachbegabung mitberücksichtigt. Es ermöglicht den Schulhausteams, eine integrierte Sprachförderung stufen- und fachübergreifend zu planen und zu reflektieren.
Der Englischunterricht startet in der 3. Klasse der Primarschule. Ab dann erwerben die Schülerinnen und Schüler elementare Kenntnisse und grundlegende kommunikative Fähigkeiten. Dabei geht es zu Beginn vor allem darum, sich verständlich machen zu können – die sprachliche Korrektheit ist in dieser ersten Phase zweitrangig.
Im Laufe der Schulzeit bauen die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen im Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben aus und die formale Korrektheit wird wichtiger. Sie befassen sich mit Kulturerzeugnissen, Eigenheiten und landeskundlichen Gegebenheiten des englischsprachigen Kulturraums.
Longbridge Englisch-Klassenlager für die Sekundarschule
Das Volksschulamt und der Lotteriefonds des Kantons Zürich bieten einer begrenzten Anzahl 2. und 3. Sekundarklassen die Möglichkeit, während einer Woche in die englische Sprache und Kultur einzutauchen. In einem geräumigen Lagerhaus in der ländlichen Gemeinde Aarburg (AG), welches zur englischen Sprachinsel wird, bringen junge Leiterinnen und Leiter aus den USA, Irland und Grossbritannien unseren Jugendlichen die Sprache und Kultur ihres Heimatlandes näher. Die Jugendlichen stehen in kleinen Gruppen mit den englischsprachigen Leiterinnen und Leitern bei Sport, Spiel, Backen und vielen interessanten Sachthemen zur angelsächsischen Kultur oder während den Mahlzeiten konstant in Interaktion. Die Lehrpersonen sind in das bestehende Programm integriert und übernehmen spezifische Aufgaben.
Der Lotteriefonds des Kantons Zürich unterstützt das Projekt des Volksschulamts zu immersivem Englischunterricht mit Kostenbeiträgen zu gut 50%.
Die Lagerwochen Longbridge für das Schuljahr 2020/2021 sind ausgebucht. Ob das Angebot ab Januar 2022 fortgesetzt werden kann, wird zurzeit vom Volksschulamt geprüft.
Französisch wird ab der 5. Primarklasse gelernt. Die Schülerinnen und Schüler üben und vertiefen die französische Sprache in möglichst lebensnahen und alltäglichen Situationen. Dabei lernen sie nicht nur die Sprache, sondern berühren gleichzeitig fächerübergreifend Themen in der Geografie, Kultur und Lebenskunde. Daneben werden zielgerichtet Grammatik- und Wortschatzübungen in den Unterricht eingebaut.
«Pont Neuf»: Immersive Lagerwoche in französischer Sprache
Seit Herbst 2018 bietet das Volksschulamt und der Lotteriefonds des Kantons Zürich einer begrenzten Anzahl Primar- und Sekundarklassen die Möglichkeit, während einer Woche in die französische Sprache einzutauchen. In einem Lagerhaus in der Westschweizer Gemeinde Sainte-Croix (VD) bringen junge Leiterinnen und Leiter aus frankophonen Ländern den Kindern und Jugendlichen die Sprache und Kultur ihres Heimatlandes näher. Während einer Woche wird im Lager nur französisch gesprochen. Die Schülerinnen und Schüler stehen in kleinen Gruppen mit den französischsprachigen Leiterinnen und Leitern bei Sport, Spiel, Backen oder während den Mahlzeiten konstant in Interaktion. Die Lehrpersonen sind in das bestehende Programm integriert und übernehmen spezifische Aufgaben.
Der Lotteriefonds des Kantons Zürich unterstützt das Projekt «Pont Neuf» mit Kostenbeiträgen von 50%. Für die Gemeinden belaufen sich so die Kosten auf Fr. 340.- pro Schülerin und Schüler.
Die Lagerwochen Pont Neuf für das Schuljahr 2020/2021 sind ausgebucht.
Mathematik
Im Fachbereich Mathematik lernen die Schülerinnen und Schüler mathematische Problemstellungen zu bearbeiten und zu lösen. Dazu üben sie die Anwendung von Rechenverfahren und mathematischen Konzepten. Sie können gedanklich abstrahieren, Modelle bilden und Sachverhalte in Beziehung setzen. Auf diese Weise gewinnen sie Erkenntnisse und erwerben Werkzeuge, die sie zur Lösung von Aufgaben im Unterricht und im Alltag nutzen können.
Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) mit der Welt in ihren natürlichen, technischen, historischen, kulturellen, sozialen, ökonomischen, ethischen sowie religiösen Dimensionen auseinander. Sie erweitern dabei ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, sich in der Welt zu orientieren, diese immer besser zu verstehen, sie aktiv mitzugestalten und in ihr verantwortungsvoll zu handeln.
Im 3. Zyklus (Sekundarschule) wird NMG auf die vier Bereiche Natur und Technik (NT), Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH), Räume, Zeiten, Gesellschaften (RZG) und Religionen, Kulturen, Ethik (RKE) aufgeteilt.
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In Wirtschaft, Arbeit, Haushalt lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Grundlagen der Hauswirtschaft kennen, sondern auch Themen aus der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Dabei stehen die Bewältigung von Anforderungen und Herausforderungen der alltäglichen Lebensführung im Zentrum.
Lektionentafel
Den Schulen steht eine Zusammenstellung von Rahmenbedingungen für die Lektionen in WAH zur Verfügung, die eine Empfehlung für die Verteilung der Kompetenzstufen auf die 1., 2. und 3. Sekundarklasse enthält (siehe Downloads).
Infrastruktur
Die Lektionentafel enthält keine Vorgaben betreffend die Räumlichkeiten und die Verteilung der Lektionen pro Woche bzw. im Stundenplan. Es sind somit verschiedene Varianten für die Pflicht- und Wahllektionen denkbar, z.B. 3 Lektionen en bloc in der Schulküche wie bisher oder grundsätzlich 3 Lektionen in der Schulküche und einige Blöcke zu 3 Lektionen im Klassenzimmer, insbesondere für die Vermittlung der Kompetenzen in den Bereichen Arbeit und Wirtschaft. Es obliegt der Gemeinde/Schule, die Gestaltung zu bestimmen. Dabei ist es unabhängig von der gewählten Variante für die Lektionen in der Schulküche unabdingbar, dass die Infrastruktur zur Vermittlung der Kompetenzen in Wirtschaft und Arbeit vorhanden ist (Sitzgelegenheiten, Präsentationsmöglichkeiten für die Lehrperson).
Dieser Bereich umfasst einerseits die Themen Ethik und Religionen, andererseits das Thema Gemeinschaft. Der Unterricht soll einen Beitrag zum verständnisvollen Zusammenleben mit Menschen verschiedener Religionen und Kulturen leisten. Dabei setzen sich die Schülerinnen und Schüler einerseits mit verschiedenen religiösen sowie kulturellen Traditionen auseinander und lernen andererseits ehtische Herausforderungen wahrzunehmen.
Empfehlung für Besuche bei religiösen Gemeinschaften
Häufig besuchen Schulklassen im Rahmen des Unterrichts in Religionen, Kulturen, Ethik (RKE) religiöse Gemeinschaften und deren Gotteshäuser. Diese direkten Begegnungen vor Ort sind für alle Beteiligten wertvoll. Das Merkblatt «Empfehlungen für Besuche bei religiösen Gemeinschaften» enthält Angaben zur Vorbereitung und Durchführung solcher Treffen. Bezüglich der Vergütung enthält es folgende Anhaltspunkte:
- Grundsätzlich gilt, dass der Wunsch nach einer Vergütung mit der jeweiligen Religionsgemeinschaft im Vorfeld des Besuchs abgeklärt werden sollte. Je nach Ort und Gemeinschaft wird ein Unkostenbeitrag geschätzt oder erwartet.
- Als Richtwert gilt eine Vergütung von Fr. 100.- bis Fr. 200.- als angemessen.
- Die Kosten sind aus den schulinternen Budgets zu begleichen.
- Bei Institutionen der anerkannten Kantonalkirchen, ihren Pfarreien und Kirch-gemeinden kann im gegenseitigen Einvernehmen auf eine Vergütung verzichtet werden. Es sind dies die reformierte Landeskirche, die römisch-katholische Kirche sowie die christkatholische Kirche im Kanton Zürich.
Gestalten
Die Schülerinnen und Schüler werden im Fachbereich Gestalten im Umgang mit vielfältigen Bildern und Produkten befähigt, die von Menschen ästhetisch und funktional gestaltete Umwelt wahrzunehmen und an ihr teilzuhaben. Sie lernen eigene Vorstellungen und Ideen umzusetzen sowie Vorhaben, Aufgaben und Prozesse zu realisieren. Darüber hinaus erwerben die Schülerinnen und Schüler ästhetische, bildnerische, gestalterische und technische Kompetenzen, die ihnen den Dialog und die persönliche Auseinandersetzung mit Kultur und Kunst ermöglichen.
Der Fachbereich setzt sich zusammen aus den Teilbereichen Bildnerisches Gestalten sowie Textiles Gestalten und Technisches Gestalten.
Musik
Im Fachbereich Musik lernen die Schülerinnen und Schüler auf musikalischer Ebene an der kulturellen und künstlerischen Auseinandersetzung in der Gesellschaft teilzuhaben. Sie erwerben musikalische Kompetenzen, treten auf diese Weise in Kommunikation mit anderen Menschen und erfahren über das Erleben von Musik und eigenes Musizieren ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Bewegung und Sport
Im Fachbereich Bewegung und Sport vertiefen die Schülerinnen und Schüler die Sensibilität für ihren Körper und lernen ihn differenziert wahrzunehmen. Sie verfeinern ihre motorischen Fertigkeiten, entwickeln sportliche Fähigkeiten und bauen ihre körperliche Leistungsfähigkeit aus. Herausfordernde Bewegungsaufgaben und Erfolgserlebnisse unterstützen und fördern die natürliche Bewegungslust und Spielfreude. Die Schülerinnen und Schüler erleben und erfahren zudem die Bedeutung von Bewegung für das Wohlbefinden und die Gesundheit.
Module
Ergänzt werden die sechs Fachbereiche des Zürcher Lehrplans 21 durch die beiden Module Medien und Informatik und berufliche Orientierung.
Medien und Informatik
Die Schülerinnen und Schüler bauen grundlegende Kenntnisse sowie Fähigkeiten auf, die ihnen eine kompetente und sachgerechte Nutzung von Medien und Informatik ermöglichen. Ebenso erlernen sie einen sozial verantwortlichen Umgang damit. Die Schülerinnen und Schüler verstehen Grundkonzepte der automatisierten Verarbeitung, Speicherung sowie Übermittlung von Information und erwerben das grundlegende Wissen zu Hard- und Software sowie zu digitalen Netzen.
Das Modul ist in die Bereiche Medien und Informatik sowie Kompetenzen zur Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnologien unterteilt.
Berufliche Orientierung
Die Berufliche Orientierung stellt in der Sekundarschule ein zentrales Thema dar: Parallel zur schulischen Vorbereitung des Übergangs in eine nachobligatorische Ausbildung erarbeiten die Jugendlichen die Voraussetzungen für die Wahl ihres zukünftigen Bildungs- und Berufsziels. Der Unterricht im Modul Berufliche Orientierung begleitet die Jugendlichen in ihren Schritten Richtung Beruf oder weiterführende Schulen. Er vermittelt die Gleichwertigkeit der beruflichen und rein schulischen Bildung und die Durchlässigkeit des Bildungssystems.
Fächerübergreifende Themen
Zum Lehrplan 21 gehören die fächerübergreifenden Themenbereiche der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).
Sie werden in mehreren Fachbereichen und Modulen aufgegriffen. Dies ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern entsprechende Kompetenzen zu erarbeiten sowie Zusammenhänge zu verstehen.
Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Der Zürcher Lehrplan 21 umfasst unter der Bildung für Nachhaltige Entwicklung die folgenden sieben fächerübergreifenden Themen:
- Politik, Demokratie und Menschenrechte
- Natürliche Umwelt und Ressourcen
- Geschlechter und Gleichstellung
- Gesundheit
- Globale Entwicklung und Frieden
- Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung
- Wirtschaft und Konsum
Die verschiedenen Aspekte dieser sieben Themen sind in den Fachbereichslehrplänen eingearbeitet, insbesondere beim Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft. Der Aufbau des Wissens und Könnens der Schülerinnen und Schüler in diesen Themen reicht über die Volksschulzeit hinaus. Die Schule leistet hier einen grundlegenden Beitrag.
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