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Auf E-Pics Bildarchiv sind zur Zeit 5’814 Gruppenporträts (Direktlink auf das Genre in E-Pics) online. Im Laufe der Zeit wurden 650 dieser Bilder kommentiert! Eine nicht repräsentative Auswahl soll heute dieses interessante Genre vorstellen.
Zwei Bilder (siehe auch Titelbild) der Belegschaft der Fabrik Régina de Grammont in Malakoff machen den Anfang. Thomas Pfister hat die genaue Adresse der Fabrik ausfindig gemacht. Die Bilder stammen aus dem Jahr 1929 und zeigen eine überwiegend weibliche Belegschaft.
Das nächste Bild wurde wieder von Thomas Pfister bearbeitet. Auch hier konnte er anhand der unscharfen Häuser im Hintergrund die genaue Adresse ermitteln. Vielleicht interessant für spätere Generationen, wenn über die namentlich nicht bekannte Familie geforscht wird?
Das Porträt der Soldaten des Füsilierbataillons 80 mit zwei Beamten der Rhätischen Bahn konnte Koni Kreis dem Fotografen Fritz Glarner-Fieger zuordnen. Von ihm sind weitere Bilder im Bildarchiv vorhanden.
Der Turnverein war nicht näher bezeichnet. Thomas Pfister hat noch mehr über das Haus im Hintergrund herausgefunden, das heute nicht mehr steht, hier sein Kommentar: “Reconvilier (BE). Turnverein Reconvilier mit Fahne. Im Hintergrund das Haus Grand-Rue 25, das heute (2023) nicht mehr steht. Die feldgraue Uniform des Soldaten scheint auf ein Datum ab 1915 hinzuweisen.”
Sigi Heggli hat im folgenden Gruppenporträt das Flugzeug in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen gestellt. Er schreibt folgende Kontextinformationen: “Der Militär-Apparat MA-7 war ein im Jahre 1924, von August Haefeli in den Werkstätten der K+W Thun als Prototyp gebautes Jagdflugzeug der Luftwaffe der Schweizer Armee. Den Auftrag für den Bau eines leistungsfähigen Jagdflugzeuges kam vom Eidgenössischen Militärdepartement. Der Aufbau des einstieligen Doppeldeckers in Holzbauweise mit Stoffbespannung und Tragflächenverstrebungen mit N-Streben, entsprach dem der aus dem Jahre 1918 stammenden Fokker D.VII. Die Eignungstests an dem Flugzeug für die Fliegertruppe begannen ab Februar 1926. Der Prototyp wurde 1926 an den Hersteller, wegen unbefriedigender Flugeigenschaften und Flugleistungen retourniert. Der Hersteller antwortete darauf mit dem Einbau eines 400 PS starken LFW-12 X-1 Motors der Lokomotivfabrik Winterthur. Dieser Motor war aber in seinen Abmessungen zu gross und mit seinem Gewicht zu schwer. Daraufhin wurden das gesamte MA-7 Projekt eingestellt.”
Max Balsiger hat für das folgende Gruppenbild zwei interessante Quellen ausfindig gemacht. Und zwar: “Gruppenbild mit Damen”, Artikel von Timothy Nelson (damals Leiter der Dokumentarbibliothek Davos) in der Davoser Revue, 2. Juni 2002, S. 45-48 sowie die Teilnehmerliste der Davoser Hochschultage in der englischen Wikipedia. Nun ist es ihm gelungen, die Personen auf dem Bild und auch den wahrscheinlichen Fotografen des Porträts zu identifizieren:
“Das Organisationskomitee der Davoser Hochschultage mit Ansteckblume: Zentral vorn Gottfried Salomon (Frankfurt am Main), hinter ihm Paul Müller (Davos), rechts außen Landammann Erhard Branger (Davos). In der Mitte Albert Einstein, links von ihm Lucien Lévy-Bruhl (Paris), rechts mit kleinem Abstand Jean Piaget (Neuchâtel). Vor Einstein Charles Blondel (Strasbourg), schaut Hans Driesch (Leipzig) über die Schulter. Rechts neben Driesch Arthur Liebert (Berlin) mit Sohn. Linkerseits Arm in Arm Fritz Medicus (Zürich), Paul Tillich (Dresden), Franz Oppenheimer (Frankfurt am Main). Hinter Medicus und Tillich Friedrich [Frederick] Hertz. Vor dem rechten Türflügel hinten: Adhémar Gelb und Karl Goldstein (beide Frankfurt am Main). Möglicherweise Paul Häberlin (Basel) vor der Tür gerade Linie hinter Salomon. Fotograf wahrscheinlich Emil Meerkämper.”
Auf dem Gruppenfoto vom Bau der Passwangstrasse sind die Arbeiter der “Gruppe Beinwil” im Kanton Solothurn und, wie Urs Witmer erkannt hat, auch die Küchenmannschaft (!) abgebildet, das sind die Männer in Weiss in der Mitte.
Unser Anonymus hat Lord Beaverbrook links im folgenden Bild von Walter Mittelholzer erkannt.
Zum Abschluss der Airhostessenkurse der Swissair wurde jeweils ein Gruppenporträt geschossen. Andres Janser kann zum Gruppenporträt mehr über die Swissair-Uniformen berichten: “Die Hostessen trugen die im Februar 1958 im Hinblick auf die in diesem Jahr bestellten DC-8-Jets neu lancierten Swissair-Uniformen. Es war nach 1952 die zweite Kollektion, die der berühmte Schweizer Modeschöpfer und Hollywood-Kostümbildner René Hubert für die Swissair entwarf”.
Jürg Meister bezweifelt, dass es sich auf dem folgenden Bild tatsächlich um Studierende handelt, wie der ursprüngliche Bildtitel suggeriert. Seine ausführlichen Überlegungen und Argumente als Zeitzeuge lauten wie folgt: “Kommentar eines 1963 dabei gewesenen: das sind keine Studis – sondern wahrscheinlich Agenturpersonal. Erstens hätte ich sie einigermassen gekannt, das war ja alles sehr überschaubar damals. Zweitens sind die Gebäude auf dem Rosenberg erst gegen Ende des Sommersemesters 1963 eröffnet worden, es hat aber ein kleiner Rumpfbetrieb bereits ab Oktober 62 dort oben stattgefunden, das wird erhärtet durch den Umstand, dass auf den Bildern sonst kein studentisches Personal zu sehen ist. Im März (Datierung 3/63) sind übrigens Ferien…. Und drittens: nur der stud.oec. im ersten Bild links passt in den damaligen Habitus: cravate de rigueur!! Die Herren im lässigen Look stammen aus anderen Gefilden – die Dame im zweiten und dritten Bild erst recht. Wir hatten im Sommersemester 1963 allerhöchstens knapp 20 Studentinnen. Ich kannte alle – von den knapp 20 waren 8 oder 9 streng eingekleidete Nonnen von Ingenbohl, die Handelslehrerin werden wollten (Brillante Studis waren die!). Die übrigen 10 kannte ich mit Namen – hier im Bild ist nur die Frau (äh, Fräulein, damals) im ersten Bild als Studi halbwegs plausibel gekleidet (Jupe mit Quetschfalten), die andere Dame ist schlicht overdressed. Und gerade kommt mir noch etwas in den Sinn: Der Winter 62/63 war ausnehmend streng (Bodenseegfrörne). Dort wo die Leute stehen und Pflanzen im Hintergrund grünen, lag Mitte März 1963 noch allermindestens ein halber Meter Schnee.”
Diego Hättenschwiler kann die Politikerinnen im Nationalratssaal im Jahr 1988 lückenlos identifizieren: “Von links die Nationalrätinnen Ursula Hafner (SP, SH), Rosmarie Bär (Grüne, BE), Elisabeth Zölch (SVP, BE), Lili Nabholz (FDP, ZH) und Judith Stamm (CVP, LU).”
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Vollständige Bildinformationen
Demeuse, J.: Malakoff, 11 Rue Benjamin Raspail, usine Régina de Grammont, Belegschaft kurz vor 12 Uhr am Fabriktor, 1929 (Ans_14145-15-AL, http://doi.org/10.3932/ethz-a-001115670)