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Hand-Wissen
upj. Über die Vorgeschichte der grossen Enzyklopädien hatte sich Rudolf Schenda, der ehemalige Zürcher Ordinarius für europäische Volksliteratur, anlässlich eines Symposiums geäussert, das zu Ehren seines 70. Geburtstages in Zürich veranstaltet wurde. Für einmal fiel das Auge weder auf den Bayle'schen «Dictionnaire» noch auf das Zedler'sche «Universal-Lexicon» noch auf die Diderot'sche «Encyclopédie», sondern auf kleinere Weltbetrachtungen, die lange vor den universalistischen Folianten dem gewöhnlichen Menschen zu nützlichem Hand-Wissen verhelfen wollten. Auch die kleinen Handbücher haben, so zeigte Schenda, durchaus den Anspruch, ihren Lesern und Benutzern Totalentwürfe der Welt zu vermitteln. Die Klein-Enzyklopädien, einzelne stammen gar aus dem Spätmittelalter, dienten etwa zur religiös-moralischen Orientierung, sie enthielten ein geistliches Wissen, das sich mit einfachen Katechismus-Fragen in der Benutzer Kopf einprägte. Später dann kommt auch weltliches Wissen hinzu; kleine Bändchen, die vermitteln, «was die Philosophen gesagt haben». - Der Tagungsband enthält weitere zwölf Beiträge und ist Rudolf Schenda gewidmet, der im Oktober 2001 verstarb, kurz nach seinem Vortrag über die Vorgeschichte der grossen Enzyklopädien.
Populäre Enzyklopädien. Von der Auswahl, Ordnung und Vermittlung des Wissens. Herausgegeben von Ingrid Tomkowiak. Chronos-Verlag, Zürich 2002. 306 S., Fr. 48.-.
Abgedruckt mit freundlicher Genehmigung der NZZ
Neue Zürcher Zeitung FEUILLETON Samstag, 10.08.2002 Nr.183 52
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