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Anmerkung: Eine englische Version von diesem Artikel wurde auf www.swisshockeynews.ch publiziert
Wie mittlerweile bekannt ist, wurde Kevin Fiala als 11. Spieler von den Nashville Predators im diesjährigen NHL Draft gezogen. Es ist nie einfach, Karrieren von gedrafteten Spielern vorherzusagen. Die individuelle Entwicklung ist von (zu) vielen Faktoren abhängig. Als Fans werten wir 1st Round Picks sehr hoch, besonders wenn diese Wahlen in den Top-5 oder Top-10 waren. Ein hohes Drafrecht ist ein Trostpreis, nachdem eine Saisondie Toilette runtergespült wurde.
Als ich über eine mögliche NHL-Karriere von Kevin Fiala nachdachte, fragte ich mich, wie wohl seine Chancen stehen, nachdem er keiner der besten drei oder fünf Wahlen im Draft, aber trotzdem ein begehrter Spieler war. Ich wältzte mich durch die Zahlen und sammelte Daten von 1983 bis 2012. Ich wollte dabei herausfinden, wie sich andere Spieler entwickelten, welche in ihrem Draft als Nummer 11 gezogen wurden.
Nachdem ich durch alle Drafts durch war, entschied ich mich, die Jahre 2006 bis 2012 wegzulassen. Einzelne dieser Spieler wurden vollwertige NHL-Spieler (Steven Stamkos, John Tavares, Drew Doughty), andere schafften den Sprung bis jetzt aber noch nicht, sind sich noch am reifen und kamen nicht zu vielen Spielen. Zum einen durch eine langsamere Entwicklung, College-Verpflichtungen, Verletztungen oder auch einfach weil sie noch zu jung sind, um schon eine Schlussfolgerung zu ziehen (Riley Nash, Joey Hishon, Brett Connolly).
Rechts eine Tabelle mit der Durchschnittsanzahl (Average Games) an Spielen bei allen Spielern. Die Sortierung (Rank) ist nach Spielen.
Da diese Darstellung total unsexy ist, habe ich die Daten in einen hübschen Graf eingefügt, welchen ihr nachfolgend findet. Was wir von dieser Darstellung schon mal nehmen können ist die Schlussfolgerung, dass in einer Zeitspanne, welche Brian Lawton, Alex Daigle, Patrik Stefan und Rick DiPietro als 1st Overall Picks produzierte, die 1. Wahl fast immer den besten Spieler des Drafts garantiert. Was ebenfalls heraussticht: Der 6. Pick ist kein Slam-Dunk, obwohl er eigentlich gleich ausserhalb der Top-5 liegt.
Um zu Fiala zurückzukehren, möchte ich auf den 11. Pick fokussieren. Von 1983 bis 1005 war dieser Pick ein ziemlich sicheres Los, um einen NHL-Prospect zu draften. Im Durchschnitt spielte ein Spieler, der als Nummer 11 gedraftet wurde, 595 Spiele (beachtet, dass diese Zahl noch steigen wird, da mehrere Spieler noch immer aktiv sind).
In der untenstehenden Grafik kann man sehen, dass der 11. Pick im Vergleich deutlich besser abschneidet als andere Selektionen.
Da der 11. Pick derart erfolgreich ist, wollte ich prüfen, ob mit dem Pick irgendwelche Busts produziert wurden – also Spieler, welche nie die Erwartungen erfüllen konnten. Um dies zu bewerten, betrachten wir Spieler mit 200 Karriere-Spielen als legitime NHLer und solche mit weniger Spielen als Busts. Für Torhüter nutzen wir die Marke von 100 Spielen. Es ist klar, dass einzelne Spieler zwar 200 Spiele absolviert haben, aber tortzdem nie ihrem Potential und Talent gerecht wurden. Unter dem Strich geht es beim Drafting aber darum, Spieler in die NHL zu bringen.
Iginla, Kopitar, Carter. Ziemliche gute Gesellschaft. Insgesamt sind es 6 von 23 Spielern, welche wir als Busts bezeichnen können. Das entspricht einer Erfolgsrate von 73.9%. Saprykin hat die geringste Anzahl an Spielen von allen, welche als Erfolg bezeichnet werden können. Dies erreicht er mit 325, welche er über 7 Saisons für Calgary, Phoenix und Ottawa bestritt.
Weil der 11. Pick in der Vergangenheit derart erfolgreich war, wollte ich prüfen, wie sich der Erfolg zu kürzlich abgehaltenen Drafts übetragen lässt. Ich habe dabei alle Daten zu den Drafts von 2000 bis 2009 gesammelt. Spieler, welche im Draft 2009 gewählt wurden, werden dieses Jahr 23 Jahre alt und hatten seit dem Draft 5 Jahre Entwicklungszeit. Wir sollten von diesen also ein gutes Bild erhalten, ob sie NHLer sind oder nicht.
Während der 11. Pick noch die siebtbeste Wahl in der Zeitspanne von 1983 – 2005 war, fällt die Wahl auf Platz Nr. 13 in den Jahren 2000 – 2009. Die Erfolgsrate blieb aber mit 70% stabil. Drei der 10 gewählten Spieler spielten zusammen gezählt in lediglich 58 Spielen.
Ellis habe ich nicht als bust markiert, da ich davon ausgehe, dass er schon ziemlich bald 200 Spiele erreichten wird. Um die Picks nach 2009 zu beurteilen, ist es noch zu früh, weshalb ich diese nicht in meinen Berechnungen berücksichtigt habe.
Obwohl es von 2000 – 2009 im Vergleich zu 1983 – 2005 einen leichten Rückgang gab, scheint der 11. Pick immer noch ein sehr sicherer Wert zu sein, wenn es darum geht NHL-Spieler zu produzieren.
Schlussfolgerung
Basierend auf der Vergangenheit hat Kevin Fiala ziemlich gute Chancen, dass er ein NHL Spieler und mehrere Saisons in der Liga spielen wird. Aus der Schweizer Sicht fehlt uns ein klarer Point-Producer unter den Stürmern (die Entwicklung von Sven Bärtschi und Nino Niederreiter ist jedoch noch nicht abgeschlossen). Ich persönlich bezweifle, dass Fiala mehr als 200 Spiele in der NHL spielen wird, wenn er nicht Punkte am Laufmeter sammelt. Die Spiele für ihn werden also kommen, wenn ihm die Chance gegeben wird, seine Scorerpunkte zu sammeln.