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Der Landi-Stuhl war zu seiner Geburtsstunde eine echte Innovation: Nur gerade drei Kilo leicht, stapelbar und ausserdem wetterfest, mit einer dreidimensional verformten Sitzschale aus Aluminium. Hans Coray, alteingesessener Zürcher, der im Odeon und in der Kronenhallte verkehrte und dort regen Austausch mit Max Bill und anderen Gestaltern pflegte, hatte zuvor noch nie ein Möbelstück entworfen. Mit dem Stuhl gelang ihm ein Wurf, der zum Klassiker avancierte. Er fand seinen Platz in diversen Designmuseen und zierte unter anderem die Terrasse des Hauses von Ray und Charles Eames, die ihn «Coray-Chair» nannten.
Die Landi wirkte kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs identitätsstiftend und verstärkte die Solidarität innerhalb der unabhängigen Schweiz. Der gelochte Aluminiumstuhl wurde zum Symbol des technisches Fortschritts der Schweiz. Dann geriet er etwas in Vergessenheit, durch den Krieg wurde Aluminium teuer. Erst in der Postmoderne erlebte er erneut einen Aufschwung. Zu seinem 75-Jahre-Jubiläum geht der Landi-Stuhl jetzt bei Vitra wieder in Produktion. Erklärtes Ziel von Rolf Fehlbaum, ehemaliger Chairman von Vitra, ist es, mit der Schweizer Ikone auch den internationalen Markt zu erobern.