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Wie die Gruppe Wolf Schweiz meldet, wird die Schafhaltung in der Schweiz jährlich mit rund 40 Millionen Franken direkt subventioniert (Beiträge für die Haltung von RGVE und Sömmerung). Dank so genannten Flächen- und Hangbeiträgen sowie Subventionen für die Wollverwertung bekommen die Schafhalter zusätzlich nochmals einen grösseren Betrag, womit sie jährlich fast 100 Millionen Franken aus der Bundeskasse erhalten.
Für den Wolf wird durch das Bundesamt für Umwelt dagegen nur rund eine Million Franken jährlich ausgegeben. Die Kosten des Wolfs betragen also gerade mal ein Prozent der Kosten der Schafhaltung. Zudem fliessen auch diese Gelder im Wesentlichen in die Schafhaltung, nämlich in die Beratung und Unterstützung von betroffenen Landwirten und in den Herdenschutz.
Wölfe sind nur für einen kleinen Teil der Schafabgänge verantwortlich
In der Schweiz leben 447’000 Schafe, wovon rund 230’000 im Berggebiet gesömmert werden. Nach übereinstimmender Schätzung sterben während der Sömmerung rund 5% der Tiere, also über 10’000 Tiere. Die Schweizer Wölfe haben 2008 zusammen 177 Schafe gerissen. Dies entspricht lediglich 1,8% der Abgänge. Umgekehrt waren für 98,2% aller Schafabgänge nicht Wölfe verantwortlich. Diese Tiere starben durch Krankheiten, Wetterumstürze, Verletzungen und auch nach Hunderissen. Den Schafzuchtverbänden scheint das aber nichts auszumachen, denn für eine bessere Behirtung der Tiere haben sie noch nie demonstriert.
Verzicht auf Wolfsabschüsse spart Geld
Die höchsten Kosten verursacht ein Wolf erst dann, wenn er getötet werden soll. Seit 2006 leben im Unterwalliser Chablais Wölfe. In den Jahren 2006, 2007 und 2009 wurde je ein Wolf zum Abschuss freigegeben. Im ersten undletzten Jahr konnte je ein Rüde erlegt werden, 2007 gelang kein Abschuss. Die Vollstreckung des Abschusses 2006 wird mit Kosten von 330’000.- Franken beziffert, derjenige von 2009 mit 160’000.- Franken. Der Aufwand von 2007 kann nicht eruiert werden, dürfte jedoch ebenfalls im sechsstelligen Bereich gelegen haben. Total dürften die Wolfsjagden rund 600’000.- Franken gekostet haben. Dieser Betrag ist weit höher als jener, welcher als Entschädigungen für gerissene Tiere, Herdenschutzmassnahmen und Beratung der betroffenen Landwirte ausgegeben wurde.
Seit 2006 wurden – trotz den Abschüssen, die offensichtlich wirkungslos geblieben sind – in diesem Gebiet 188 Schafe gerissen. Dafür wurden knapp über 100’000.- Franken Entschädigungen ausbezahlt. Das Schadensausmass steht also in einem krassen Missverhältnis zu den Kosten von Wolfsabschüssen, die zudem keine präventive Wirkung zeigten. Mit dem Verzicht auf Abschüsse hätte man mehr als die Hälfte der Kosten einsparen können. Die Abschüsse könnten sogar dazu geführt haben, dass mehr Schafe statt Wild gerissen wurden. Wölfe im Rudel jagen wesentlich effizienter Wild, durch die Abschüsse wurde aber die mögliche Bildung eines stabilen Rudels verhindert.
Aufgrund der massiven öffentlichen Subventionierung der Schafhaltung kann gemäss der Gruppe Wolf Schweiz verlangt werden, dass die Halter den Wunsch der Bevölkerungsmehrheit, die schliesslich für die Subventionen aufkommt, respektieren und die natürliche Ansiedlung des Wolfs nicht verhindern.