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Bei den Europameisterschaften im tschechischen Brünn holt Jacqueline Schneebeli im Rennen der Juniorinnen die zweite Goldmedaille für die Schweizer Equipe. In 1:02:57 Stunden gewinnt Schneebeli mit 1:52 Minuten Vorsprung auf die Österreicherin Mona Mitterwallner und 2:17 Minuten vor der Britin Harriet Harnden. Bei den Junioren holt Janis Baumann mit Silber das dritte Edelmetall für die Schweiz.
Bereits in Runde eins von fünf gelingt es Jacqueline Schneebeli gemeinsam mit Mona Mitterwallner eine Lücke auf die zweite Gruppe zu reissen. Schneebeli verrichtet die ganze Führungsarbeit, Versuche Mitterwallner zur Zusammenarbeit zu bewegen, scheitern.
«Ich habe dann einfach im Aufstieg immer wieder Intervalle eingestreut, so wie ich sie im Training geübt habe. Weil es mein Rhythmus war, konnte ich mich in den Abfahrten immer gut erholen», erklärt Schneebeli ihre Strategie. Ob das entscheidend wirkt, bleibt unbeantwortet.
Das Duo hat bereits einen Vorsprung von über zwei Minuten herausgearbeitet, als es in der vierten Runde hinter ihr «einen Knall» tut, wie Schneebeli erzählt. Bei Mitterwallner ist der hintere Reifen geplatzt.
Damit ist die Entscheidung gefallen. Mitterwallner nimmt nach dem Wechsel mit einer Minute Rückstand das Rennen wieder auf, doch sie kommt nicht mehr näher. Schneebeli fährt das Gold souverän ins Ziel und weint dort erst mal vor Freude.
«Als ich gehört habe, dass ich 1:30 Minuten Vorsprung habe, bin ich nur noch sicher gefahren. Es ist super cool, Europameisterin zu sein», sagt Schneebeli.
Ronja Blöchlinger ist bis zur zweiten Runde in der vierköpfigen Verfolgergruppe hinter dem Spitzenduo. Doch dann stürzt Blöchlinger, verdreht sich den Lenker und verletzt sich an der Wade. Sie bringt das Rennen an 19. Stelle zu Ende (+6:35). Lisa Baumann wird 21. (+7:06).
Jacquelie Schneebeli im Freudentaumel nach ihrer Solofahrt. Foto ©Armin Küstenbrück / Ego Promotion
Janis Baumann erst im Sprint geschlagen
Der dritte Wettbewerb der Europameisterschaften in Brünn, Tschechien, mit Schweizer Beteiligung bringt die dritte Medaille. Janis Baumann wird im Rennen der Junioren im Sprint des Spitzenduos vom Belgier Lukas Malezsewski geschlagen. Bronze geht an den Briten Harry Birchill (+1:09). Mit Dario Lillo und Luke Wiedmann landen noch zwei Schweizer als Sechster (+1:50) und Achter (+2:01) in den Top-Ten.
Weil in einem Singletrail ein Fahrer vom Bike muss und die nachfolgenden Konkurrenten aufhält, entsteht in der zweiten Runde eine fünfköpfige Spitzengruppe. Janis Baumann ist vorne dabei, Dario Lillo gehört zu den abgetrennten Verfolgern.
Bis zum Beginn der vierten von sechs Runden bleibt das Quintett gemeinsam an der Spitze, rund 25 Sekunden vor den Verfolgern.
«Ich wollte dann nicht mehr länger warten und das Risiko gehen, dass wir vorne noch mehr werden. Deshalb habe ich beschleunigt», berichtet Janis Baumann von seiner Tempo-Verschärfung, der nur Lukas Malezsewski folgen kann. Das Duo arbeitet rasch 20 Sekunden Vorsprung heraus, doch Malezsewski übernimmt die Initiative und lässt Baumann hinter sich.
Der Zweite der Schweizer Meisterschaften bleibt bei seinem Rhythmus und fährt mit 15 Sekunden Abstand hinterher, während die Lücke nach hinten auf über eine halbe Minute anwächst. Doch in der Schlussrunde verändert sich das Bild noch mal.
Im ersten Anstieg kommt Baumann noch mal näher, im zweiten schliesst er die Lücke und geht vorbei. Jetzt scheinen die Vorteile auf seiner Seite zu liegen. Doch Malezsewski gibt sich nicht geschlagen.
«Er war etwas spritziger und war stärker, wenn aus den Kurven heraus beschleunigt wurde. Da musste ich immer wieder Lücken schliessen», so Baumann. «In den längeren Anstiegen war ich besser.»
Die grössere Spritzigkeit bringt schliesslich auch die Entscheidung zugunsten des Belgiers, der an erster Position ins Start-Ziel-Gelände einbiegt und sich im Sprint nicht mehr überholen lässt.
«Ich bin mit Silber zufrieden», zieht der ein Jahr jüngere Baumann sein Fazit.
Dario Lillo erklärt, dass er versucht hat in der Verfolgergruppe Kraft zu sparen. «Ich bin immer an zweiter, dritter Stelle gefahren, um nicht zu viel zu investieren.»
Erst in der vorletzten Runde sprengt er gemeinsam mit dem Österreicher Mario Bair die Verfolgergruppe. «In der letzten Runde hatte ich dann aber nur noch Krämpfe und ich musste kämpfen, dass mich die Verfolger nicht einholten», sagt Lillo.
Luke Wiedmann hat sich das Rennen gut eingeteilt und fährt im Verlauf immer weiter nach vorne. Am Ende ist Rang acht ein verdienter Lohn. Mit Kedup Gyagang auf Rang elf (+2:53) und Lars Sommer auf zwölf (+2:59) können zwei weitere Schweizer überzeugen und sorgen für ein starkes Mannschaftsresultat.
Janis Baumann verliert zwar den Sprint, freut sich aber riesig über seine Silbermedaille. Foto ©Armin Küstenbrück / Ego Promotion