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Basel, um 1510/1515
Umkreis von Martin Lebzelter
Hirschgeweih, Holz geschnitzt und farbig gefasst
L. 100 cm, H. 48 cm
Inv. 1874.6.
Geweihe galten seit alters her als imposante und vielerorts auch apotropäische Sammelobjekte. Wandleuchter aus dem Geweih des Hirsches, aber auch des Elchs oder Steinbocks, lassen sich, z. B. eine Heiligenfigur oder Madonna umfangend, schon im 15. Jahrhundert nachweisen. Im 16. Jahrhundert sind mit Halbfiguren kombinierte Geweihe als Deckenleuchter vor allem im deutschen Raum weit verbreitet. Selbst Albrecht Dürer hat sich mit deren Konstruktion befasst und für seinen Freund Pirckheimer 1513 einen entsprechenden Entwurf gezeichnet. Der Beleuchtungseffekt bleibt gering, und die Ausstattung mit Ketten und einer eisernen Verstrebung mit vier Kerzenhaltern ist bescheiden. Vielmehr treten hier Züge der ursprünglich repräsentativen Funktion in Vordergrund, die durch das Anbringen eines Wappenschilds an der Unter- bzw. Stirnseite noch betont wird. Das Basler Leuchterweibchen zeigt das Wappen der Gartnern-Zunft, eine dreizinkige Gabel.