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Im September 2013 gab das IOC, das Internationale Olympische Komitee, bekannt, dass die Sommerspiele 2020 in Tokio stattfinden werden. Der damalige Premierminister Shinzo Abe freute sich darüber mehr als über seinen Wahlsieg. Das damalige Budget für die Austragung der Sommerspiele: 7.5 Milliarden US-Dollar.
Diese Kosten trägt ein Austragungsort der Olympischen Spiele auf eigenes Risiko. Für die Veranstalter*innen winken Medienpräsenz auf der ganzen Welt und die Möglichkeit, sich als souveräner Organisator zu präsentieren – sprich: Es geht darum, sich zu verkaufen und später im besten Fall als Tourismusdestination davon zu profitieren.
Das IOC beteiligt sich an den Kosten, es unterstützt mit seinen Einnahmen unter anderem die Organisationskomitees von Olympiaden. Die Non-Profit-Organisation verdient hauptsächlich Geld mit Übertragungsrechten – es sind über 70%. Zudem nimmt das IOC Geld über Partner*innen-Programme und Lizenzvergaben ein.
Die Sommerspiele von Tokio, die aufgrund von Corona ein Jahr verschoben wurden, werden unter anderem von Airbnb, Samsung und Omega gesponsert. Diese TOP-Partner*innen schliessen mit dem IOC in der Regel Vierjahresverträge ab, sind also an mehreren Olympiaden präsent. Airbnb tritt an vier Olympiaden als offizieller Wohnpartner auf und zahlt dafür 500 Millionen US-Dollar.
Die Übertragungsrechte spülen auch regelmässig Millionenbeträge in die IOC-Kassen. Zur Veranschaulichung: Alleine der aktuellste Deal zwischen dem US-TV-Sender NBC Universal, der die Übertragungsrechte für die USA hält, und dem IOC ist über 7 Milliarden US-Dollar wert. Der Vertrag betrifft die Zeitspanne zwischen 2021 und 2032.
Seit der Vergabe 2013 ist viel Wasser den Rhein runtergeflossen. Das Budget stieg mittlerweile offiziell auf 15.4 Milliarden US-Dollar an. Darin enthalten sind auch die Folgekosten aufgrund der Verschiebung in der Höhe von 2.8 Milliarden US-Dollar. Laut inoffiziellen Quellen sollen es 20 bis 30 Milliarden US-Dollar sein, die Tokio inzwischen ausgelegt hat.
Da scheinen auch die wegfallenden Einnahmen durch Ticketverkäufe, die sich aufgrund der fehlenden Zuschauer*innen ergeben, nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Rund 800 Millionen US-Dollar hätten so generiert werden sollen. Im März 2021 wurde bekannt, dass keine ausländischen Zuschauer*innen zugelassen sind, vor Kurzem, dass gar kein Publikum erlaubt sein wird.
Tokio ist keine Ausnahme, was die Kosten betrifft. Eine Studie der Business School der Universität Oxford fand heraus, dass die durchschnittliche Kostenüberschreitung bei den Olympia-Austragungen zwischen 1960 und 2016 ganze 156% betrug.