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Im Pantanal, im dünn besiedelten Schwemmland in Brasiliens wildem Westen, zählen Forscher bis zu 10 Jaguare pro 100 Quadratkilometer.
Fünfmal so gross wie die Schweiz ist das riesige Feuchtgebiet: Wasser, Wald, Busch und natürliche Weiden – das sind schwierige Bedingungen für den Menschen. So wird das Pantanal zu einem Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten: 463 Vogel-, 177 Reptilien- und 124 Säugetierarten fanden hier die Forscher.
Lange Zeit blieben die Tiere vor dem Menschen geschützt: Erst vor gut 200 Jahren wagten sich die ersten Viehzüchter hierher. Und noch heute führen kaum Strassen durch das Pantanal.
Bis Ende 1970 wurde der Jaguar in Brasilien erbarmungslos gejagt, zwischen 1968 und 1970 wurden 20'000 Jaguarfelle in die USA exportiert. Mit einem Jagd- und Handelsverbot erholte sich der Bestand im Pantanal, wo der Jaguar in einigen Gebieten ausgerottet war. Sehr grobe Schätzungen gehen davon aus, dass in den Büschen und Wäldern Amerikas noch etwa 60'000 Jaguare, leben, die Hälfte davon in Brasilien, am Amazonas und im Pantanal.
Jaguare fressen auch Rinder
Im Pantanal, wo es dem Jaguar selten an Futter fehlt, werden ausgewachsene Jaguarmännchen bis zu 150 Kilogramm schwer, doppelt so viel wie am Amazonas.
Das Tier kann in seinen Kiefern mehr Kraft entwickeln als jeder Löwe. Attacken auf Menschen sind jedoch äusserst selten. Der Jaguar bewohnt den Kontinent seit gut 2 Millionen Jahren, und der Mensch, der erst viel später kam, gehört nicht zu seinen Beutetieren. Zu diesen zählen Wildschweine, Kaimane, Wasserschweine, Ameisenbären, Tapire.
Gelegentlich fressen die Katzen auch Rinder. Das ist, bis heute, ihr Verderben. Obwohl die Jagd verboten ist, fallen noch viele Tiere dem Zorn der Viehzüchter zum Opfer: Schiessen, Vergraben, Stillschweigen!
Eine brasilianisch-schweizerische Familie hat ein Schutzgebiet aufgebaut
In der Wildnis des Pantanal lebt auch die Familie Leuzinger-Schweizer als Farmer und Umweltschützer. Sie fangen die scheuen Tiere und rüsten sie mit Sendern aus.
Sie erhoffen sich, so mehr über die grösste Raubkatze Amerikas zu erfahren und eine Form der Koexistenz zwischen Jaguar und Farmer zu finden.
Zum Autor
Ruedi Leuthold (*1952) wohnt in Rio de Janeiro und hat den Film zusammen mit Beat Bieri realisiert. Bieri und Leuthold, beide aus Luzern stammend, haben als Co-Autoren bereits mehrere Filme gemeinsam verwirklicht. 2007 erhielten sie den Europäischen Filmpreis Civis für den DOK-Film «Neue Heimat Lindenstrasse».
«DOK» am Donnerstag
«Die Leuzingers im Jaguarland», Donnerstag, 2. Februar 2017, 20.05 Uhr, SRF1.