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1798-1800 war das Engadin Schauplatz der Kämpfe zwischen Franzosen und Österreichern. Eine letzte österreichische Besitzung war das katholische Tarasp, das durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 dann 1815 wieder an Graubünden kam. Seit 1851 gliedert sich das Engadin in die Bezirke Inn und Maloja mit den Kreisen Oberengadin, Obtasna, Untertasna und Ramosch.
Wirtschaftlich war die Berglandwirtschaft seit jeher nach Oberitalien und dem Tirol ausgerichtet. Der Export von Grossvieh, Kleinvieh, weitere landwirtschaftliche Produkte, Holz und Erz finanzierte die Importe wie Getreide, Wein und Salz. Die Salinen von Hall und die Erzwerke in S-charl verbrauchten viele Wälder des Unterengadins. In der Neuzeit hatten die temporären Auswanderer, die Randulins, die 1603-1766 als Engadiner Zuckerbäcker einträgliche Privilegien in Venedig genossen, wesentlich zum wachsenden Wohlstand beigetragen. Nach der Kündigung des Vertrags durch Venedig emigrierten viele Engadiner in andere italienische Städte sowie in weitere europäische Zentren.
1820-1840 wurde die Obere Strasse über den Julierpass und den Malojapass gebaut, 1845-1872 die Talstrasse erstellt und 1907-1912 die Samnauner Strasse angelegt. Die Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 liess den Transitverkehr mit Postkutschen und die damit verbundenen Geldeinnahmen der Säumerei über die Bündner Pässe einbrechen. Diese Lücke wurde durch den nach 1850 aufkommenden Trink-, Badekuren- und Alpintourismus allmählich kompensiert.