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Das Saastal blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Kelten, Römer und Sarazenen bewohnten einst das Saastal. Die Lebensbedingungen in der rauhen Natur waren zu jeder Zeit schwierig. Die Religion half jedoch den Leuten damit umzugehen. Bis heute haben sich viele Bräuche und Traditionen erhalten.
Schon während der Römerzeit existierten Passwege zwischen Italien und dem Saastal (Antronapass und Monte-Moro-Pass). Im Jahr 939 fielen Sarazenen ins Wallis ein. Viele Orts- und Bergbezeichnungen wie zum Beispiel "Allalin" sind in dieser Zeit entstanden und erinnern noch heute an diese Epoche.
Vor 700 Jahren setzten die Walserwanderungen ein. Auch viele Saaser verliessen wegen fehlender Existenzgrundlagen und Aussicht auf mehr Freiheiten ihre Heimat für immer. Sie zogen mit Frau und Kindern, Vieh, Hab und Gut über die Pässe nach Italien und liessen sich auf rauhen Höhenlagen in den Walsersiedlungen Macugnaga und Antronapiana nieder. Immer wieder wurde das Saastal durch Unwetter, Überschwemmungen, Krankheiten und Kriege (u.a. Napoleon) überschattet. Trotzdem schafften es die Bewohner des Saastales mit sehr viel Willen und Schaffenskraft, auch unter den widrigsten Umständen ihre Traditionen fortzuführen und das Tal zu einem Ort der Besinnung und des Wohlbefindens zu machen.
Anfang des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr Besucher ins Saastal und der Tourismus wurde zur festen Einnahmequelle. Das erste Gasthaus im Saastal wurde bereits 1833 eröffnet. Es entwickelte sich in der Folge eine touristische Infrastruktur, die sich vor allem an den Bedürfnissen der Alpinisten orientierte. Es entstanden Schmieden, die sich auf die Herstellung von Eispickeln für Bergsteiger spezialisierten. Man bot sich als Führer für die Besteigung der Viertausender oder als Naturkundeführer an.
Gegen Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurden fast sämtliche Viertausender bestiegen. Der Wintertourismus entwickelte sich etwas später, obwohl Pfarrer Johann Joseph Imseng bereits 1849 auf selbstgebastelten Brettern erste Skiversuche machte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Skivereine gegründet. Der Tourismus war nicht mehr aufzuhalten. Die Autostrasse zwischen Saas-Grund und Saas-Fee wurde zwar erst 1951 eröffnet. Vorher wurden die Gäste und das Gepäck jedoch mit Maultieren ins Gletscherdorf transportiert.
Bis heute haben sich trotz moderner Einflüsse viele Bräuche, die tief in der Saaser Geschichte verwurzelt sind, erhalten. Dazu zählen die selbstgefertigten Trachten, die zu verschiedenen Anlässen getragen werden, genauso wie die Pflege der traditionellen Musik. Noch heute gibt es mehrere Trachten- und Musikgesellschaften, die bei Festen und Prozessionen auftreten.