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Vor Jahrzehnten, als es noch keine Supermärkte gab, war das Warenangebot in den kleinen Dorfläden noch höchst bescheiden. Man wusste die Nahrungsmittel noch zu schätzen und wusste noch, dass die Milch von der Kuh stammt, dass die Äpfel auf einem Baum und die Beeren an einem Strauch wachsen, und dass es die feinsten Beeren gar im Wald zu finden gab. Deshalb machte sich meine Grossmutter, als sie noch ein Kind war, häufig mit ihren Kameradinnen auf in den Wald auf Beerensuche.
Eines Tages wollten sie auch im Birchholz Beeren sammeln. Dort wo in der Bachmulde der Grenzstein zu Dottikon steht, war früher ein noch viel tieferer Graben. Man sagt, dass dort nach der Schlacht vom April 1798 viele französische Soldaten begraben worden seien.
Als nun die Beerensucherinnen in die Nähe dieses Grabens gelangten, vernahmen sie plötzlich ein Geräusch wie von Trommeln und Pauken und französischer Musik. Vor Schreck konnte sich keines der Mädchen einen Moment lang von der Stelle bewegen. Als aber eines rief „hört ihr die Franzosenmusik und die Trommler?“ war es wieder mucksmäuschen still. Die Beerensucherinnen aber stoben auseinander und rannten heimwärts, ohne Beeren.
Von da an getrauten sie sich nie mehr ins Birch zum Beerensuchen.