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Hahnloser Hedy, Kunstgewerblerin und Kunstsammlerin, 1873-1952
Hedy Hahnloser war ein Energiebündel. Sie wuchs als revolutionäre Bürgerliche heran, die kein Blatt vor den Mund nahm. Für ihre Nachwelt hinterliess Hedy und Arthur Hahnloser eine Sammlung mit Werken der Künstlergruppen der französischen Nabis und Fauves und ihrer Vorläufer, die seines gleichen sucht. Ein Teil davon ist seit 1995 in Wechselausstellungen im Museum „Villa Flora“ in Winterthur, Hahnlosers Wohnhaus, zu besichtigen.
Einleitung
Hedy Hahnloser (1873-1952) in Winterthur als Tochter des Spinnereibesitzer-Ehepaares Carl Bühler (1845-1897) und der Ida Blumer (1846-1912) geboren, war zeitlebens ein Energiebündel gewesen. Sie litt in jungen Jahren unter dem strengen Elternhaus und den nicht so harmonischen Verhältnissen in der Villa Bühlhalde an der Rychenbergstrasse. So wuchs sie als revolutionäre Bürgerliche heran, die kein Blatt vor den Mund nahm, ihre Interessen mit Nachdruck vertrat und mit ihrem untrüglichen Spürsinn auf ihre Umgebung manchmal als schwierig empfunden wurde. Sie entwickelte in ihrem langen Leben eine immense Schreibtätigkeit in Aufsätzen, Büchern und Schriften über Kunst und Künstler und gab in Briefen an ihre Kinder, Verwandte und Freunde kund über ihre Empfindungen. Für ihre Nachwelt hinterliess Hedy und Arthur Hahnloser eine Sammlung mit Werken der Künstlergruppen der französischen Nabis und Fauves und ihrer Vorläufer, die seines gleichen sucht. Ein Teil davon ist seit 1995 in Wechselausstellungen im Museum „Villa Flora“ in Winterthur, Hahnlosers Wohnhaus, zu besichtigen.
Jugend und Ausbildungzeit
Hedy Hahnloser besuchte nach ihren Jugendjahren in Winterthur ab 1889 die Zeichenschule für Industrie und Gewerbe in St. Gallen. Es folgte 1894-98 die Malschule in Gauting bei München. Dort fiel sie ihrem Mallehrer Peter Paul Müller, ein Berliner, sehr positiv und talentiert auf. Der Schülerin Hedy machte er stets gute Zeugnisse. Später schrieb sie, dass die Münchner Zeit eine der schönste ihres ledigen Lebens gewesen sei. 1891 lernte sie an einem Schützenfest der Studentenverbindung Vitodurania ihren späteren Mann kennen. Gegen den elterlichen Willen gedieh die Freundschaft mit dem Medizinstudenten, Katholiken und späteren Augenarzt Arthur Hahnloser zur grossen Liebe. Die beiden mussten ihre Beziehung im Geheimen pflegen. Die Familie Hahnloser, Eltern (August und Josephine) und vier Söhne (Gustav August, Paul, Arthur und Emil), wohnten seit 1870 im Haus zur Platane, Tösstalstr. 19, nur wenige Meter vom späteren Wohnsitz Flora entfernt.
Vorerst fand das Leben aber in München statt. In der Maler-Vereinigung "Allotria" mit Franz von Lenbach und Arnold Böcklin wurden rauschende Feste gefeiert. In der Münchner Künstlergenossenschaft und Münchner Sezession verkehrte sie mit Otto Mueller, Wassiliy Kandinsky, Alfred Kubin, Paul Klee und Franz Marc. "Es war, als wäre ganz München bloss eine immer währende Feststadt." So gab Hedy ihre Eindrücke wieder.
Heirat mit Dr. med. Arthur Hahnloser, Augenarzt
Erst nach dem Tode des Vaters heirateten Hedy Bühler und Arthur Hahnloser am 24. Oktober 1898. Die Firmenanteile verkauften die Geschwister an ihren Onkel Hermann Bühler-Weber, der das Unternehmen mit seinen Söhnen weiter führte. Mit diesem Anteil und einer Hypothek erwarb Hedy Hahnloser das Haus zur Flora. Ziel war es dabei, im Hause zur Flora eine Augenarztklinik zu betreiben. In der Stadt Winterthur fehlte damals eine solche medizinische Einrichtung. In der ehemaligen Warenhalle wurde ein Operationssaal eingerichtet, zudem wurden Zimmer als Bettenstationen umfunktioniert. Hedy Hahnloser kümmerte sich um die Patienten und unterstütze ihren Mann bei Operationen. Sie begleitete ihn auch auf Patientenbesuchen. Bei mittellosen Patienten verzichteten sie zuweilen sogar auf ein Honorar. So bekam Arthur Hahnloser auch den Namen „Augenarzt der Armen“.
Der ganze Betrieb einer Augenklinik mit allem drum und dran belasteten die beiden stark. Die Erlösung kam dann, als 1908 das Winterthurer Privatkrankenhaus am Lindberg eröffnet wurde. Das Ehepaar war inzwischen auch Eltern geworden. Sohn Hans kam am 13. Dezember 1899 und die Tochter Lisa 17 Monate später zur Welt.
Aufbruch in die Moderne
1907 trat Hedy Hahnlosers kunstgewerbliche Tätigkeit an die Öffentlichkeit. Für eine Ausstellung in einem Inneneinrichtungsgeschäft übernahm sie die Gestaltung der Ausstellung und steuerte selbst noch Schablinierarbeit an Decken, Kissen und Vorhängen bei. Für den künstlerischen Bilderschmuck sandte der Winterthurer Künstler Carl Montag aus Paris seine Bilder. Das Experiment gelang und es trafen Anerkennungen von allen Seiten ein. Nach dem die Arztpraxis ihres Mannes in die Klinik am Lindberg gezügelt war, begann eine neue Ära in der „Flora“. Zeit und Raum wurden frei für künstlerische Betätigungen. Begleiter dazu waren der Architekt Robert Rittmeyer und der junge Buchdrucker, Maler und Handwerker Jules de Praetere (1879-1947), ab 1905 Direktor der Zürcher Kunstgewerbeschule und spätere (1917) Initiant und Gründer der Basler Mustermesse. Mit ihnen zusammen begleiteten sie den Wandel zum Jugendstil, Aufbruch in die damalige Moderne. So folgte der ersten Ausstellung die Zürcher Raumkunstausstellung. Mit Rittmeyer und Alfred Messer entstanden Wohnräume weg vom historischen Stil und der Biedermeierei. Hedy zeigte nebst ihrer Textilien auch eigene Möbel. Diese Raumausgestaltung stiess auf grosse Beachtung und gab Anlass für den Einbau eines Salon Rittmeyer in die Flora.
Treffpunkt „Flora“
Nach 1905 etablierte sich der Brauch, sich in der Flora im Salon Rittmeyer zum schwarzen Kaffee zu treffen. Dort fanden sich als Stammgäste Jules de Praetre, Robert Rittmeyer und Alfred Messer (Kunstgewerbler, Gewerbeschulleiter und späterer sozialdemokratischer Bauvorstand) sowie Cousin Richard Bühler und weitere vor allem Kunstinteressierte zusammen. Selbstverständlich waren auch die Gastgeber, Hedy und Arthur Hahnloser, ebenso stets dabei. Die künstlerische Kultur und deren Entwicklung in Winterthur war das Hauptthema dieser Runde. Seit 1904 amtete Rittmeyer im Vorstand des Kunstvereins und war somit das Bindeglied vom altkonservativen und überalterten Vorstand zur der neuen Kunst zugewandten Kaffeerunde. Präsident des Kunstvereins war seit 1877 der Architekt Ernst Jung. Obwohl er auch zu den älteren Vorstandmitgliedern gehörte, war er den moderneren Strömungen nicht abgeneigt. Als er wieder einmal bei einem Ankauf eines Bildes, es ging um ein Arnold Böcklin Gemälde, unterlag, trat er 1907 zurück. Alsdann wurden in der Runde Pläne geschmiedet. Rittmeyer wollte Verbündete im Vorstand haben. Der Plan gelang. Nebst Jung traten fünf weitere Vorstandsmitglieder zurück.
Einflussnahme im Kunstverein
Im Kunstverein-Vorstand verblieben die beiden jüngeren Robert Rittmeyer und Georg Reinhart, die neu als Präsident und Vizepräsident wirkten. Das Gremium wurde ergänzt durch Hans Sulzer, Jakob Greuter, Hermann Linck und Paul Fink. Eine Mitgliedschaft für Hedy kam nicht in Frage. Frauen waren nicht erwünscht. Diese Haltung wurde bis 1976 weitergeführt, als Marcelle Reinhart als erste Frau in den Vorstand des Kunstvereines gewählt wurde. Aber Hedy Hahnloser hatte mit ihren drei „Kaffee-Kollegen“ Ehemann Arthur, Richard Bühler und Robert Rittmeyer Sprachrohre ihres Denkens in diesem Gremium mit dabei. Ihr Einfluss war gross und wurde gerne angenommen. Eine neue Ära im Kunstverein begann. Neu wurde insbesondere auch das Bestreben aufgenommen, mit den Künstlern, deren Bilder Gefallen fanden, Kontakt aufzunehmen und diesen zu pflegen. Als dann 1907 das Bild „Die Abendruhe“ von Ferdinand Hodler angeschafft werde sollte, stiess dieser Vorschlag auf herbe Kritik. Aber der Vorstand setzte sich durch. Der Weg in die Moderne war geebnet. Ab 1912 gelang es auch die Stadt ins Boot zu holen. Vorerst übernahm sie die Zahlung der Versicherungsprämie für die Bilder im Besitze des Kunstvereins und ab 1918 gab es erstmals eine Subvention von 500 Franken.
Französische Malerei in Winterthur
An einer ersten Grossveranstaltung im Sommer 1911 „Kunstwerke aus Winterthurer Privatbesitz“ zeigte sich mit welcher Konsequenz die französische Malerei in Winterthur angekauft worden war. Ein Beispiel: Richard Bühler (seit 1912 Präsident des Kunstvereins) besass 1916 sieben Renoirs, elf Bonnard und einige Werke von Redon, Marquet, Manguin und Maillol. Von Vallotton sollte er später 32 Bilder besitzen. Hahnlosers entwickelten zu Hodler eine freundschaftliche Beziehung. Parallel dazu gedieh auch eine Freundschaft mit Felix Vallotton (1865-1925) und Giovanni Giacometti (1868-1933).
Der Numismatiker Friedrich Imhoof-Blumer, ein Onkel von Hedy Hahnloser, setzte mit der Spende von 100'000 Franken 1908 den ersten Impuls für den Bau eines Kunstmuseums. Weitere grosse Spenden aus den renommierten Winterthurer Familien folgten, sodass nach einigen Turbulenzen wieder die gleichen emsigen Kreise um Hedy Hahnloser das Projekt Kunstmuseum vorantrieben. Am 2. Januar 1916 wurde das neue Kunstmuseum eingeweiht.
Die „Flora“ hatte sich zwischenzeitlich längst zum Treffpunkt der Künstler entwickelt. Besuche der Winterthurer in Paris und die Gegenbesuch der Künstler in Winterthur folgten sich rege.
Geschäft und Kunst
Nach gesundheitlich schwierigeren Jahren verbesserte sich nach 1919 Hedy Hahnlosers Zustand wieder. Sie war an Tuberkulose erkrankt. Zehn verlorene Jahre nannte Hedy Hahnloser die Zeit von 1910 bis 1920. Nach einer Reise nach Paris 1919 folgte 1921 eine längere Reise. Das Paar hielt sich mehrere Monate in Ägypten auf. Ziel war ein Besuch bei Emil Hahnloser in Alexandrien. Dort führte der jüngste Bruder von Arthur das Baumwollgeschäft P. Hahnloser & Co., das Bruder Paul 1907 gegründet hatte, aber bereits 1910 46-jährig verstorben war. Die Brüder Arthur und August waren als Kommanditäre mit diesem Unternehmen verbunden. Es waren die Gewinnausschüttungen dieses Unternehmens, die den Hahnlosers, auch Emil Hahnloser pflegte diese Leidenschaft, den Aufbau der Kunstsammlung ermöglichten. Emil Hahnloser, der Jurist, hatte am Handelsgeschäft nie so richtig Freude gefasst. So kam es, dass er das Geschäft anfangs der 1920er-Jahre an seinen langjährigen Geschäftsführer und Teilhaber Hans Kupper abstiess. Dieser führte das Unternehmen unter dem eigenen Namen weiter. Beteiligungen an anderen Gesellschaften und die namhaften Ländereien blieben im Besitz der Familie und der neuen Gesellschaft Hahnloser & Co. So floss nach wie vor Geld nach Winterthur. 1922 folgte wieder eine Reise nach Paris. Sie verlief insofern enttäuschend, weil Hahnlosers feststellen mussten, dass die Kunstpreise enorm gestiegen waren. Die „Alten“ waren zu teuer und „Neue“ waren nicht zu entdecken.
Cannes
Eine neue Zeit brach nach 1920 an, als das Winterthurer Winterwetter Hedy Hahnloser wieder gesundheitliche Probleme brachte. Auf ärztlichen Rat hin verreisten sie nach Cannes, wo es ihr im milden Mittelmeerklima wesentlich besser ging. So reifte rasch der Entschluss, in Cannes sesshaft zu werden. Es gelang, 1923 am äusseren Ende der Croisette die Villa „Pauline“ zu kaufen. In dieser freundlichen Umgebung blühte Arthur und Hedy Hahnloser auf. Das frühere strenge Verhältnis zu ihren Kinder, Hans, der in Wien Kunstgeschichte studierte und Lisa, hellte sich auf, sodass auch sie immer wieder in Cannes weilten.
In dieser Zeit fand der internationale Durchbruch der Maler statt für deren Förderung sich Hedy Hahnloser immer engagiert hatte. Das waren in erster Linie Pierre Bonnard und Félix Vallotton. Ein anderes Sammelgebiet tat sich auf mit den Werken des französischen Symbolisten Odilon Redon, (*22. April 1840 in Bordeaux; †6. Juli 1916 in Paris). Die Hahnlosers waren die ersten in der Schweiz, die seit 1913 seine Werke ankauften und mit ihm, meistens brieflich, bis zu seinen Tode verbunden waren. 1919 fand im Kunstmuseum Winterthur eine grosse Ausstellung mit Redons Werken statt.
Wende im Kunstverein?
Die Verbundenheit des „Flora-Kreises“ mit den französischen Malern und die damit verbundenen entsprechenden Ankäufe stiessen aber nicht überall auf Zustimmung. Diese Einseitigkeit verhindere einen richtigen Überblick über das gesamte Kunstschaffen, hiess es zum Beispiel. Überhaupt begann eine Zeit, da die Künstlerfreunde Winterthurs bei der Beurteilung von Künstlern nicht mehr immer einig waren. Ein erstes Mal geschah das bei einem Bild von Ernst Ludwig Kirchner (* 6. Mai 1880 in Aschaffenburg; † 15. Juni 1938 in Frauenkirch/Davos). Das Bild „Davos im Schnee“, das Georg Reinhart schenken wollte, wurde durch den Kunstvereinvorstand abgelehnt. Auch eine 1924 durchgeführte Einzelausstellung Kirchner fiel durch, ja wurde zum Fiasko. Der Expressionismus kam in Winterthur nicht an. Auch Hedy Hahnloser war mit dem Ablehnungsentscheid einverstanden. Die einstigen Förderer der moderneren Malerei wurden zu Bremsern. Kirchner war ja auch kein Franzose! Auch liess sich eine gewisse Spannung zwischen den Sammlerkreisen Flora und Reinhart nicht verbergen. Auch im Kunstverein-Vorstand blieben Animositäten nicht aus. Sind Hans Schoellhorns Bilder Kunst oder Kitsch? Soll man Adolf Dietrich ankaufen? Ist man ein Provinzmuseum oder zu Höherem berufen? Das waren so die Diskussionspunkte. Hahnlosers hielten sich teilweise zurück oder weilten am Mittelmeer. Die konservativ denkenden Vorstandsmitglieder im Kunstverein hatten wieder die Oberhand. Von der einstigen „Rebellen“ waren nur noch Richard Bühler und Georg Reinhart übrig geblieben. So sank die Einkaufspolitik in den 1930er-Jahren ins Unverbindliche ab. Richard Bühler hatte finanziell keinen Spielraum mehr, um Aktivitäten zu entfalten. Er ist aus dem Familienunternehmen Bühler-Spinnereien, dem schlechte Zeiten bevorstanden, ausgeschieden. Er musste sogar Teile seiner Sammlung, die zu den wichtigsten der Künstlergruppe Nabis und Fauves Europas gehörte, abstossen. 1939 trat Bühler vom Präsidentenstuhl des Kunstvereins zurück. 27 Jahre hatte er für die Kunst in Winterthur sehr viel bewegt und geleistet. Eine gewisse Verbitterung schwang in seinem Rücktrittschreiben mit. Eine Ära der Flora-Kunstfreunde ging dabei zu Ende. Hahnlosers beobachteten die Vorgänge von Cannes aus mit grosser Sorge aber mit Verständnis für ihren Lieblingscousin Richard.
Der Tod schlägt zweimal zu
Tief erschüttert traf Hedy Hahnloser der Tod ihrer Schwester Jenny Hirzel-Bühler. Jenny hatte sich 1935 nach tiefen Depressionen das Leben genommen. Trost gab Hedy der Umzug ihres Sohnes Hans nach Bern, womit ihr Kontakt zu ihren Enkeln erleichtert wurde. Im Spätherbst des Jahres 1935 reisten die Hahnlosers wieder nach Cannes. Das war leider die letzte gemeinsame Reise. Arthur starb am 17. Mai 1936 an einem Herzinfarkt. Eine erste Abdankungsfeier fand noch in Cannes unter Anwesenheit vieler Künstler statt. Am 9. Juni 1936 fand in Winterthur eine Gedächtnisfeier und ein Jahr später eine Gedächtnisausstellung statt. Gegen den Winter reiste Hedy Hahnloser wieder nach Cannes. Aber in dieser Umgebung fehlt ihr ihr Gatte noch mehr. Im Winter 1938/39 weilte sie zum letzten Male an der Côte d’Azur.
Hedy Hahnloser beteiligte sich weiterhin aktiv in der Künstlerszene, wenn sie auch ihre Kunstsammlung nach dem Tode ihres Gatten als abgeschossen betrachtete. Ihre Engagements lagen daher nicht mehr vordergründig in Ankäufen, sondern als Beraterin, als Jurorin, als Ausstellungsmacherin und als Verfasserin verschiedenster Aufsätzen über Kunstaspekte. 1943 mietete sie in Castagnola bei Lugano eine kleine Wohnung, damit sie den Winter wieder in einem für sie bekömmlicheren Klima verbringen konnte.
Tod von Hedy Hahnloser
Kurz bevor sie sich wieder einmal nach Cannes in ihre Villa Pauline begeben wollte, starb 1947 Bonnard, der dem Anwesen mit seinen Besuchen während dem Kriege etwas Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Alle ihre Malerfreunde in Frankreich Vallotton, Redon, Denis, Vuillard, Maillol und nun Bonnard waren nicht mehr.
Hedy Hahnloser blieb aber aktiv. Der alte Freundeskreis, zu denen Oskar Reinhart explizit nicht gehörte, traf sich noch immer in der Flora. Gegen Voranmeldung führte sie Besucher durch ihr Haus und zeigte ihre Bildersammlung. Diese konnte nach dem Tode ihres Schwagers Emil Hahnloser 1940 mit seiner Sammlung, die er auf Empfehlungen von ihr und Arthur angelegt hatte, erweitert und ergänzt werden. Hedy Hahnloser starb 1952 in ihrem 79. Altersjahr.
Ihre Tochter Lisa Jäggli-Hahnloser betreute anschliessend zusammen mit ihrem Mann die Flora und die Sammlung viele Jahre lang. Sie betreuten auch die vielen Interessierten, die nach wie vor das Haus und die reiche Bildersammlung zu sehen wünschten.
Um die Sammlung vor dem Auseinanderfallen zu retten, kamen die Erben zum weisen Schluss, eine Stiftung als Gefäss dafür zu gründen. Seit 1995 ist die Villa Flora als Kleinmuseum höchster Güte öffentlich zugänglich.
Quelle
Die Aufzeichnungen folgen im Wesentlichen der Biographie, die Bettina Hahnloser (eine Urenkelin Hedy Hahnlosers) 2008 unter dem Titel „Revolution beim schwarzen Kaffee“ veröffentlicht hat.
Urheberrechte
Sämtliche Rechte über die Fotos im Artikel wie auch in der Bildergalerie liegen bei der Nachkommen von Hedy Hahnloser-Bühler. Eine Verwendung jeglicher Art ist nicht gestattet.
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