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Mit seinem dritten Spielfilm legt S. Craig Zahler einen Thriller vor, in dem die Brüche in der US-amerikanischen Gesellschaft wie noch nie gezeigt werden. Mit Mel Gibson, Vince Vaughn, Tory Kittles, Jennifer Carpenter, Michael Jai White, Don Johnson, Udo Kier, Fred Melamed, Laurie Holden, Thomas Kretschmann und vielen anderen.
Bulwark, USA. Ridgeman (Mel Gibson) und Lurasetti (Vince Vaughn) wurden vom Dienst suspendiert. Die zwei Cops gehen nicht eben zimperlich gegen (mutmassliche) Kriminelle vor; und diesmal wurden sie dabei erwischt. Da kriegt Ridgeman einen Tipp von einem Vater (Udo Kier), der ihm noch etwas schuldet – und bald schon befinden sich die zwei Cops auf einer Reise mit sehr ungewissem Ausgang…
Die notabene fiktive Stadt, in der «Dragged Across Concrete» spielt, heisst Bulwark – und ein Bollwerk gegen das Verbrechen, das ist es genau, was sich diese zwei Cops wünschen. An einer Stelle sagt Ridgemans Frau, die an MS leidet: sie war doch nie Rassistin, und doch sieht sie die Dinge nun, da sie in einem einfachen Quartier leben, eben doch anders.
Auch Ridgeman gibt sich im Film nie offen als Rassist zu erkennen; Lurasetti hingegen sagt an einer Stelle, er würde doch am Martin Luther King Day immer einen schwarzen Kaffee bestellen – hier zeigen sich seine wahren Gefühle, die wohl auch dann zum Ausdruck kommen, wenn Ridgeman und Lurasetti eine Hausdurchsuchung machen. Eine wichtige Rolle spielt im Film aber auch die Familie des Afroamerikaners Henry (Tory Kittles). S. Craig Zahlers Film, der sich politisch nicht leicht festlegen lässt, zeigt so auf jeden Fall nicht nur die Seite der weissen Cops und ihrer Familien, sondern (wenn auch erst an zweiter Stelle) auch die einer afroamerikanischen Familie.
S. Craig Zahler («Brawl in Cell Block 99», «Bone Tomahawk») ist ein Regisseur, der Kontroversen nicht abgeneigt ist – und auch sein neuer Film, der in Basel (wie schon der Vorgänger) im B-Movie an der Grellingerstrasse zu sehen war, ist sicherlich nichts für Zartbesaitete. Der perfekte Film zu Trumps Amerika – dabei ist er aber nicht einfach populistische Exploitation, sondern eine konzise Analyse einer gespaltenen Gesellschaft.
Oder vielleicht noch genauer: er erklärt nicht nur, aber doch in erster Linie die Gefühle der weniger wohlhabenden Weissen in den USA. Trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden kommt in diesem fesselnden Film (in dem zudem sehr viel geredet wird!) keine Langeweile auf.
Zudem: Wie schon in «Brawl in Cell Block 99» hat Zahler auch diesmal selber Musik zum Film mitkomponiert – und als Interpreten keine Geringeren als die Soul-Ikonen O’Jays verpflichten konnte! Zahler liegt eben auch das schwarze Amerika am Herzen – das zeigt nicht nur die Musik des Films.
«Dragged Across Concrete». Kanada/USA 2018. Regie: S. Craig Zahler. Mit Mel Gibson, Vince Vaughn, Tory Kittles, Michael Jai White, Udo Kier, Don Johnson, Fred Melamed, Laurie Holden, Thomas Kretschmann u.a., 159 Min., DVD und Blu-ray erschienen bei Universum Film. Versionen: E/D/d, Extras: Dokumentationen.
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