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Logopädie im Erwachsenenbereich (auch klinische Logopädie genannt) richtet sich an erwachsene Personen jeglichen Alters. Das therapeutische Angebot umfasst die Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie die Therapie von Gesichtslähmungen. Auch bei Sprachabbauprozessen im Rahmen einer Demenzerkrankung kann logopädische Therapie hilfreich sein.
Bei einer Erkrankung – ob angeboren oder erworben – trägt logopädische Therapie dazu bei, unerwünschte Folgen für die Kommunikationsfähigkeit oder die Nahrungsaufnahme zu vermeiden oder zu mildern. Im Vorfeld oder zu Beginn einer Erkrankung leisten beratende oder präventive logopädische Angebote wichtige Dienste.
Klinische Logopädinnen sind in Akutspitälern, Rehabilitationskliniken oder freien Praxen tätig. Die Therapien finden im stationären wie im ambulanten Rahmen statt. Auch Behandlungen im häuslichen Umfeld (Domiziltherapie) werden angeboten.
Aphasie
Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer Schädigung des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Hirntumor, Schädelhirntrauma) auftreten kann. Bei der Aphasie sind die Bereiche Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben unterschiedlich stark betroffen.
Sprechapraxie
Eine Sprechapraxie ist eine erworbene Sprechstörung, die nach einer Schädigung des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Hirntumor, Schädelhirntrauma) auftreten kann. Im Unterschied zur Aphasie ist bei einer isolierten Sprechapraxie nur die Planung von Sprechbewegungen gestört. Die Sprechapraxie tritt jedoch häufig in Kombination mit Aphasie auf.
Dysarthrie
Eine Dysarthrie ist eine erworbene Sprechstörung. Diese kann nach einer akuten Hirnschädigung (z.B. Schlaganfall, Schädelhirntrauma), bei einer Tumorerkrankung oder bei einer chronisch-progredienten Hirnschädigung (z.B. Morbus Parkinson) auftreten. Bei der Dysarthrie sind die Sprechbewegungen beeinträchtigt, was die Verständlichkeit von Äusserungen in unterschiedlichem Ausmass einschränken kann.
Link: Dysarthrie (dbl-ev.de)
Dysphonie
Eine Dysphonie ist eine Einschränkung der Sprech- und/oder der Singstimme. Diese kann organisch (z.B. Stimmlippenlähmung, Entzündung, Tumor) oder funktionell (z.B. Stimmüberlastung) bedingt sein. Die Dysphonie äussert sich durch einen veränderten Stimmklang (z.B. Heiserkeit). Auch nach einer Laryngektomie (Kehlkopfentfernung) ist Logopädie zur Stimmrehabilitation indiziert.
Dysphagie
Eine Dysphagie ist eine Störung der Schluckfunktion. Diese kann nach einer akuten neurologischen Schädigung (z.B. Schlaganfall, Schädelhirntrauma), bei einer chronisch-progredienten neurologischen Erkrankung (z.B. Parkinson, ALS) oder bei einem tumoralen Leiden im Mund-, Hals- und Kopfbereich auftreten.
Fazialisparese
Eine Fazialisparese ist eine komplette oder inkomplette Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Diese kann durch ein akutes neurologisches Ereignis (z.B. Schlaganfall, Schädelhirntrauma), bei einer Tumorerkrankung oder bei einer Schädigung des Fazialisnervs durch eine Entzündung, Verletzung oder Operation auftreten.
Demenz
Demenz umschreibt eine grosse Bandbreite an Symptomen, welche zur durch einen Abbau der geistigen Fähigkeiten verursacht werden.
Gedächtnis, Denken und Orientierung werden durch die Krankheit beeinflusst.
Im Verlauf der Erkrankung kommt es früher oder später zu sprachlichen Schwierigkeiten.
Logopädische Beratung kann schon zu Beginn einer Erkrankung Hilfestellungen bieten und die Kommunikation zwischen Betroffenen und Angehörigen erleichtern.
Beim Vorliegen einer Demenz beschäftigt sich die Logopädie sowohl mit dem Bereich der Sprache als auch mit dem Bereich des Schluckens. Die logopädische Therapie trägt dazu bei, die Kommunikationsfähigkeit bestmöglich zu erhalten sowie eine sichere Ernährung zu gewährleisten.
Link: Demenz
Nach einer ausführlichen Diagnostik durch eine logopädische Fachperson wird eine individuelle Therapie für die betroffene Person zusammengestellt. Die spezifischen diagnostischen, therapeutischen und präventiven Massnahmen orientieren sich an der Grunderkrankung, den persönlichen Bedürfnissen und dem Alltag der Betroffenen. Die therapeutischen Übungen mit der Logopädin sollten durch selbständiges Üben zuhause ergänzt werden. Sie unterstützen so den Therapieerfolg.
Logopädische Therapie wird von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen, sofern eine ärztliche Überweisung vorliegt. Der Haus- oder Facharzt stellt dazu eine Verordnung aus.
Liste logopädischer Praxen für Erwachsene (aktualisiert 27.01.2023)
Karte logopädischer Praxen (blaue Markierung für Erwachsene)
Gemeinsam singen – trotz sprachlicher Beeinträchtigung: "Aphasingers", Chor in Zürich für Menschen mit Aphasie. Link
Vereine, Verbände
aphasie suisse, Fachgesellschaft und Betroffenenorganisation, Link
dysphagie.ch, Informationen für Patienten, Angehörige und Fachleute, Link
Auch zu weiteren Störungsbildern gibt es Vereine oder Verbände für Betroffene und Angehörige. Entsprechende Linkadressen finden Sie auf der Webseite des DLV in der Rubrik "Links, Listen".