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Wo finden wir Endemiten?
Ebenus cretica L. (Kretischer "Ebenholzstrauch")
Ein sehr schöner Endemit ist der Schmetterlingsblütler Ebenus cretica. Er schmückt Kalk-Felswände, dringt aber auch in niedrig-buschige Vegetation ausserhalb der Schluchten (Phrygana) vor.
Petromarula pinnata (L.) A. DC. (Gefiederte Felsenglockenblume)
Diese prächtige Pflanze muss besonders hervorgehoben werden, denn sie ist ein einwandfreier Alt-Endemit (= Palaeo-Endemit). Nahe Verwandte fehlen bei Palaeoendemiten - im Gegensatz zu Neu-Endemiten (Neo- oder Schizo-Endemiten), die sich nach der Isolation weiterentwickelt haben.
Alt-Endemiten brauchen aber nicht erstarrt zu sein: Petromarula gedeiht auch auf sekundären Standorten, z. B. an Hafenmauern.
Phoenix theophrasti Greuter (Kretische Dattelpalme)
Diese Palme wurde lange als Form der Dattelpalme mit essbaren Früchten (Phoenix dactylifera) betrachtet, obwohl Theophrast (also bereits im Altertum!) von einer gegabelten Palme aus Kreta berichtete.
Erst 1967 machte der Botaniker Greuter, der die Eigenständigkeit dieser Form erkannte, die Palme bekannt in seinen Beiträgen zur Flora der Südägäis. Natürliche Vorkommen wurden später auch an der Küste der Südwest-Türkei entdeckt; die Palme ist deshalb nicht ein kretischer, sondern ein ostmediterraner Endemit.
Ballota frutescens (L.) Wood. (Strauchiger Gottvergess)
Auch im westlichen Mittelmeergebiet existieren viele Endemiten; jede Insel hat ihre Spezialitäten, aber auch die Iberische Halbinsel oder z.B. die Meeralpen sind reich an ihnen. Die Meeralpen hinter Nizza wurden bei der letzten Vereisung verschont; sie entpuppen sich als Refugium für etliche Endemiten, besonders in den Schluchten zwischen Var- und Roya-Tal.