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Die Art, wie die Protagonisten in Konfliktsituationen mit potenziellen Vermittlern umgehen, ist immer wieder ein Indikator für den Wunsch nach Frieden. Als ein Land, dessen Bewohner von grossem Wohlstand und hoher Lebensqualität profitieren und das von den verheerenden Konflikten des zwanzigsten Jahrhunderts verschont blieb, stösst die Schweiz oft auf Neid. All diejenigen Länder, die in ihrer Geschichte weniger glücklich waren, erwarten von ihr nicht ganz zu Unrecht einen Beitrag an die Lösung von Problemen. Deshalb muss die Schweiz eine aktive Aussenpolitik betreiben. Derzeit besteht die Gelegenheit, im Zusammenwirken mit einer Mehrheit der an den aktuellen Konflikten unbeteiligten Staaten an politischen Lösungen zu arbeiten. Das stellt die bessere Alternative zu einem faktischen Kriegseintritt dar, den zahlreiche europäische Länder de facto schon vollzogen haben.
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für die Schweiz, eine aktive Aussenpolitik zu betreiben, die über die Grenzen der EU hinausschaut und auf voreilige Parteinahme verzichtet. Aber es ist zu befürchten, dass wir in die alte Nabelschau zurückfallen. Bereits seit Jahren verwendet die Schweizer Armee in Ausbildung und Armeeplanung Szenarien, die den «Tannenbaum»-Planungen2 der deutschen Wehrmacht von 1940 nachempfunden sind. Jetzt wird man wohl Szenarien eines russischen Überfalls kreieren. Beides ist gleichermassen falsch.