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Lisa (Anna Paquin) lebt mit ihrer Mutter Joan (J. Smith-Cameron), einer erfolgreichen Theaterschauspielerin, in Manhattans Upper West Side. Sie ist ein eigensinniger Teenager und kann mit ihrer direkten Art in ihrer Umgebung manchmal ganz schön anecken. Weil sie den Sommer mit ihrem Bruder und ihrem Vater auf einer Ranch in New Mexico verbringen wird, ist sie auf der Suche nach einem passenden Cowboyhut.
Als Lisa den perfekten Hut an einem Busfahrer (Mark Ruffalo) entdeckt, rennt sie ihm winkend nach. Abgelenkt von dem Mädchen übersieht dieser ein Rotlicht und fährt eine Fussgängerin (Allison Janney) an. Verzweifelt rennt Lisa zu der schwer verletzten, verwirrten Frau und spricht ihr Mut zu. Doch kurz darauf stirbt die Frau in ihren Armen. Als die Polizei Margaret noch am Unfallort befragt, behauptet sie, die Ampel sei auf Grün gewesen.
Bald schon wird sie jedoch von massiven Schuldgefühlen gegenüber der Toten geplagt. Ihr wohlbehütetes Leben gerät immer mehr aus den Fugen - und ihr jüngerer Bruder Curtis (Cyrus Hemstadt) sowie ihre egozentrische Mutter Joan (J. Smith-Cameron), die zu sehr mit ihren eigenen Problemen und einer neuen schwierigen Beziehung beschäftigt ist, scheinen nichts davon zu bemerken. Sie beschliesst, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Gemeinsam mit einer guten Freundin der Verstorbenen macht sie sich daran, den unachtsamen Busfahrer zur Rechenschaft zu ziehen - und damit ihre eigene Schuld zu verarbeiten.
Verlust der Unschuld
Bereits 2005 wurde «Margaret» gedreht, kam aber wegen langwieriger juristischer Streitereien zwischen Regisseur Kenneth Lonergan und der Produktionsfirma Fox Searchlight erst 2011 ins Kino. Der Film, der sehr stark von New York und der Mentalität seiner Bewohner geprägt ist, passte gut ins Umfeld des Zehn-Jahre-Gedenktages von 9/11. Anna Paquin, die als Zehnjährige in Jane Campions «The Piano» ihren Durchbruch feierte, war in der Zwischenzeit dank ihrer Hauptrolle in der Vampirserie «True Blood» zum Star avanciert. «Margaret» wird getragen durch ihre herausragende Darstellerleistung.
Und auch die Nebenrollen des berührenden Dramas sind mit Mark Ruffalo, Jean Reno, Matt Damon, Matthew Broderick und Allison Janney perfekt besetzt. Der Filmtitel «Margaret» bezieht sich auf das Gedicht «Spring and Fall» von Gerard Manley Hopkins, das Lisas Englischlehrer vorliest. Das Gedicht wendet sich an ein Kind namens Margaret und beschreibt den Verlust der Unschuld im Laufe eines Lebens.
Sendeplatz
Donnerstagnacht um 00:15 Uhr in Delikatessen auf SRF 1