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Yi-Chen Lin wurde in einer Musikerfamilie in Taipei, Taiwan geboren. Ihre musikalische Laufbahn begann sie zunächst als Geigerin und Pianistin. Sie erhielt bereits mit fünf Jahren ihren ersten Geigenunterricht bei ihrem Großvater. Nach der Übersiedlung der Familie nach Österreich studierte sie an den Universitäten für Musik und darstellende Kunst in Wien, Graz und Salzburg bei den Professoren Dora Schwarzberg, Yair Kless und Igor Ozim. Zuletzt vervollständigte sie ihr Violinstudium bei Prof. Christian Altenburger an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, das sie im November 2008 mit Auszeichung abschloss.
Parallel dazu erhielt sie auch Klavierunterricht bei Prof. Irene Laliotou, seit 1997 studiert sie bei Prof. Leonid Brumberg.
Bereits zehnjährig gab sie ihr Debüt als Geigerin in Russland mit dem Violinkonzert von Max Bruch, woraufhin regelmäßige Auftritte weltweit in bedeutenden Sälen wie dem Konzerthaus Wien oder National Theatre Hall Taiwan folgten. Sie ist Preisträgerin mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe.
Von 2009 bis 2011 war sie in der Akademie des Opernhauses Zürich als Geigerin tätig, wo sie seitdem regelmäßig arbeitet und unter Dirigenten wie Nello Santi, Daniele Gatti, Fabio Luisi spielte.
Im Jahr 2010 wurde sie als Korrepetitorin in der „Centre de Perfeccionament Plácido Domingo“ (Opernstudio des „Palau de les Arts“ Valencia) aufgenommen und arbeitete u. a. mit Maestro Alberto Zedda, Roger Vignoles.
Im Laufe ihrer musikalischen Ausbildung entdeckte sie zunehmend auch die Begeisterung für das Dirigieren, sodass sie sich im Jahr 2004 entschloss, mit dem Dirigierstudium zu beginnen.
Bereits 18jährig wurde sie im Juni 2004 in die Klasse von Prof. Uroš Lajovic (im Fach Orchesterdirigieren) an der Universität für Musik und darstellende Kunst aufgenommen, zudem studierte sie Chordirigieren bei Prof. Erwin Ortner.
Das Magisterstudium im Fach Orchesterdirigieren schloss sie mit Auszeichnung ab.
Im Rahmen ihrer öffentlichen Diplomprüfung debütierte sie im Juni 2009 im Großen Saal des Wiener Musikvereins mit dem Radio Symphonie Orchester Wien (B. Bartók „Deux Portraits“).
Wichtige musikalische Impulse erhielt sie u. a. durch Zubin Mehta, Bernard Haitink, Ralf Weikert, David Zinman
In ihren Anfängen ihrer Laufbahn als Dirigentin sammelte sie wichtige Erfahrungen, welche Auftritten u. a. im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins bis hin zu Einladungen zum Festival Wien Modern mit verschieden Wiener Ensembles reichen.
Sie war Semi-Finalistin beim 6. Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti 2012.
Yi-Chen Lin wurde für ihre musikalischen Leistungen vom Österreichischen Bundesstaat mit einem Würdigungspreis geehrt.
Ihre Aktivitäten als Dirigentin wurden in einem Dokumentarfilm über Frauen am Dirigentenpult im ORF festgehalten.
Im August 2011 feierte sie im Rahmen des Rossini Festivals ihr Operndebüt mit „Il viaggio a Reims in Pesaro, Italien“, worauf sie im Jahre 2013 mit „L’occasione fa il ladro“ wieder eingeladen und von Presse und Publikum viel gefeiert wurde.
Im Januar 2012 gab ihr Debüt mit der Slowenischen Philharmonie in Ljubljana.
Seit 2013 folgten Zusammenarbeiten mit verschiedenen Orchestern wie dem Tonhalle-Orchester Zürich (in der Funktion als 2. Dirigentin neben David Zinman bei C. Ives‘ 4. Symphonie; Mahler 4. Symphonie in der Kammerfassung), dem HR-Sinfonieorchester Frankfurt und dem Slowenischen Radio Symphonie Orchester, mit dem sie im Großen Saal des Wiener Musikvereins auftrat (Brahms Doppelkonzert, Dvorak 8. Symphonie) und seitdem regelmäßige Wiedereinladungen erhielt.
In der Opernszene debütierte sie zudem im Teatro Sao Carlos in Lissabon („Il viaggio a Reims, Januar 2014) und im Teatro de la Zarzuela in Madrid („Carmen“, Oktober 2014).
Die Carmen-Produktion wurde im Spanischen Fernseher RTVE live übertragen.
Zukünftige Projekte beinhalten u.a. das Debüt mit dem Gulbenkian Orchester Lissabon, dem Orquesta Sinfónica de RTVE (Radio Symphonie Orchester Madrid) sowie dem Orchestra della Fondazione Teatro Carlo Felice di Genova.
In der Saison 2015/16 wird sie zudem im Auditorio de Tenerife sowie im Teatro Comunale di Bologna mit „Le Nozze di Figaro“ debütieren.