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In Spanien hingegen wartet der 31-Jährige noch auf seinen ersten Triumph. Zweimal belegte er den 2. Rang, beide Male hinter einem Einheimischen: 2011 hinter Juan José Cobo und 2014 hinter Alberto Contador. Vor Jahresfrist musste Froome die Vuelta a España nach elf Etappen mit grossem Rückstand und einem Kahnbeinbruch im Fuss vorzeitig aufgeben.
Nun startet Froome am Samstag im galicischen Ourense zu seiner fünften Vuelta. “Ich geniesse es jeweils sehr, die Vuelta zu fahren. Man kann aber auch sagen, dass ich hier noch unbeendete Arbeit habe.” Gewinnt er die letzte dreiwöchige Rundfahrt des Jahres, so ist der Captain des Teams Sky erst der dritte Radprofi, der Tour und Vuelta im gleichen Jahr gewinnt. Vor Froome gelang dies erst den Franzosen Jacques Anquetil (1963) und Bernard Hinault (1978). Damals allerdings wurde in Spanien noch im Frühling gefahren.
Froome hat heuer neben der Tour auch die erhoffte Olympia-Medaille – als Dritter im Zeitfahren hinter Fabian Cancellara und Tom Dumoulin – gewonnen. Beim favorisierten Briten stellt sich am ehesten die Frage, ob er auch zum Saisonende noch über den nötigen Formstand verfügt. Nicht weniger als zehn Bergankünfte stehen in den kommenden drei Wochen an. “Der harte Kurs und Wettkampf ist wie gemacht für aggressives Fahren. Doch wir (von Sky) werden ein starkes Team mit viel Erfahrung bei der Vuelta haben”, so Froome, der allerdings auf seinen Edelhelfer Mikel Landa (Hüftverletzung) verzichten muss.
Froomes Hauptkonkurrenten heissen Alberto Contador und Nairo Quintana. Der 33-jährige Spanier Contador hatte nach seinem krankheitsbedingten Ausfall bei der Tour de France genügend Zeit, um sich auf sein Heimrennen, welches er bei drei Starts schon dreimal gewann, vorzubereiten. Zuletzt entschied Contador die Burgos-Rundfahrt zu seinen Gunsten. Quintana seinerseits stand zwar in Frankreich zum dritten Mal auf dem Podest. Doch als Dritter brennt der 26-jährige Kolumbianer auf Revanche. Wie schon bei der Tour verfügt das stark besetzte Team Movistar mit Alejandro Valverde über einen zweiten Anwärter für einen Spitzenplatz.
Mit Mathias Frank, Simon Pellaud, Marcel Wyss (alle IAM), Silvan Dillier und Danilo Wyss (beide BMC) kommen fünf der 198 Vuelta-Starter aus der Schweiz. Letztere beide werden vor allem Helferdienste für BMC-Captain Tejay van Garderen zu leisten haben. Das Schweizer Team IAM strebt gemäss dem Sportlichen Leiter Rik Verbrugghe “wie bei der Tour de France einen Etappensieg an. Zudem wird Mathias Frank unser Leader fürs Gesamtklassement sein. Doch wir fokussieren uns nicht auf eine Top-10-Platzierung.” Frank musste sowohl die Tour de Suisse wie auch die Tour de France krankheitsbedingt aufgeben. “Nun fühle ich mich aber wieder gut erholt. Ich konnte gut trainieren und würde nur zu gerne eine Etappe gewinnen”, so der 29-jährige Luzerner.
3315 km sind auf dem Weg nach Madrid, wo die Spanien-Rundfahrt am 11. September zu Ende gehen wird, zu absolvieren. Neben insgesamt 51 kategorisierten Anstiegen stehen zum Auftakt ein 27,8 km langes Mannschaftszeitfahren auf flacher Strecke sowie am drittletzten Tag ein Einzelzeitfahren über 37 km auf dem Programm.
(SDA)