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Die Kirche der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Avers steht auf einem felsigen Vorsprung ausserhalb von Cresta, welches der Hauptweiler des Tales ist. Die Kirche ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung der höchsten Schutzstufe nach Schweizer Denkmalgesetz unterstellt. Kirchlich gesehen stand sie zu Beginn ihres Baus im 14. Jahrhundert wahrscheinlich unter dem Schutz (Patrozinium) von St. Theodul.
Gemäss alten Zeichnungen und Beschreibungen war der Kirchenbau im romanischen Stil mit halbrunder Apsis erbaut. Das Kirchenschiff verjüngte sich zur Apsis hin und besass eine flache Holzdecke. Wie eine Zeichnung des holländischen Malers Jan Hackert von 1655 zeigt, war der Turm einer italienischen Campanile gleichend und stand südseitig vor dem Kirchenschiff neben der Apsis. Er war hoch und schlank und trug zwei Glocken. Für zwei weitere Glocken war freistehend neben der Kirche ein niedriges und bedachtes Gerüst erstellt worden. Die kleinste Glocke war aus dem 14. Jahrhundert, während die drei grösseren Glocken im Jahr 1513 gegossen worden waren. Zwei der Glocken waren mit einem Reliefbild des Heiligen St. Niklaus geschmückt und somit wohl dem Patrozinium des St. Niklaus unterstellt. Somit dürfte das Patrozinium St. Theodul um 1513 geendet haben. Zwei Sakristeien standen beidseits des Schiffes.
Um 1743 wurde die Kirche umgebaut: Die Apsis, der baufällige Turm und die Sakristeien wurden niedergelegt. Das Kirchenschiff wurde erhöht und an der Decke eingewölbt. Wo die Apsis stand, wurde neu ein polygonaler Chor errichtet. Eine Fotografie von 1900 zeigt die Kirche noch unverputzt. Erst später erhielt die Kirche den charakteristischen weissen Kalk-Verputz: Das mag mit ein Grund gewesen sein, dass die Kirche heute den Namen
„Edelweisskirche“ trägt. Der Turm wurde neu an der Nordseite anstelle der Sakristei erbaut und beherbergt nun alle vier Glocken. Der markante Viereckbau hat in den zwei oberen Etagen (wo das Geläute ist) rundbogige Schalfenster und ist mit einer vierkantigen Rund-kuppel mit Steinplattenbelag abgeschlossen und mit Turmkugel und Kreuz bekrönt.
Das Kirchenschiff weist einen leicht trapezförmigen Grundriss auf (L 10 m, B 5m, H 16,3 m) und ist mit einer Tonnendecke bedeckt, in welche vier Stichkappen einschneiden. Neben dem zum Dorf gerichteten Haupteingang befinden sich beidseitig Fresken aus dem 14. Jahr-hundert. Links eine mit dem heiligen Christophorus, der Jesus als Kind auf der Schulter trägt, und rechts eine des heiligen Georg, der auf einem Schimmel reitend einen Drachen bekämpft.
Der Chor (L 4,2 m, B 5,1 m) ist dreiseitig geschlossen und um eine Stufe erhöht. Er ist ebenfalls mit einer Tonnendecke bedeckt, in welche Stichkappen einschneiden. Ein einfaches Brusttäfer aus Arvenholz fasst den Chor ein. In der Chormitte steht der Taufstein, der die Form eines grossen Kelches besitzt. Der „Taufstein“ weist die Besonderheit auf, dass er nicht aus Stein, sondern aus Holz gearbeitet ist. Am linken Ende des Chorbogens steht erhöht die polygonale Holzkanzel und ihr gegenüber befindet sich eine schön bemalte Toggenburger Hausorgel mit 1 Manual und 4 Registern aus dem 19. Jahrhundert.
Quelle: Informationstafel bei der Kirche