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1.1
Ein Echo über Jahrhunderte
Die Ausstellung von 2016 im Basler Münster
Das Zentrum der Ausstellung von 2016 bildete die Ausgabe des Neuen Testaments, das Erasmus von Rotterdam 1516 bei Johannes Froben in Basel drucken liess. Ein Werk, das nicht bloss auf Zustimmung stiess und lange nachwirkte.
Im nördlichen Seitenschiff des Basler Münsters hängt eine Platte aus rotem Kalkstein mit grossen vergoldeten Buchstaben an einer Säule: das Grabmal des Erasmus von Rotterdam. Die Inschrift befindet sich hier, seit das Münster im 19. Jahrhundert umgestaltet wurde. 1974 wurden die Gebeine des Humanisten umgebettet, so dass sie heute zu Füssen des Monuments ruhen.
Der lateinische Text besagt in einem Satz, Erasmus brauche gar kein Grabmal, um in Erinnerung zu bleiben; diese Aufgabe würden seine Schriften übernehmen. Die Platte solle lediglich die Stelle kennzeichnen, an der seine sterblichen Überreste lägen. Die edle und auffällige Machart des Gedenksteins steht in einem gewissen Widerspruch zur Aussage, dass er eigentlich gar nicht notwendig sei. Und er ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für das Video, das den Aufbau der Ausstellung erklärt, die sich mit einem zentralen Werk des Erasmus von Rotterdam und den heftigen Diskussionen, die es auslöste, auseinandersetzte.
Das Video zeigt, wie Erasmus kritisch den Blick auf die Textüberlieferung des Neuen Testaments richtete, im Bestreben, eine lateinisch korrekte Übersetzung des griechischen Textes in den Handschriften zu erstellen. Es geht auf die Vorgeschichte und das Nachwirken der Ausgabe ein und gibt Einblicke in das Leben des humanistischen Gelehrten. An Erasmus’ Neuem Testament lassen sich so unterschiedliche Fragen behandeln: wie Druckereien Anfang des 16. Jahrhunderts arbeiteten, zum Beispiel, oder wie biblische Texte überliefert wurden.
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Universität Basel