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Feucht-warme Luft kondensiert auf 4000-5000 Metern. Es bilden sich kleine Eiskörner, die grossen Schaden an Land, Gebäuden und Autos anrichten können.
Hagel gehört zu den kostspieligsten Naturgefahren in der Schweiz. In einer Aufstellung der VKF für den Zeitraum von 1993 bis 2012 beliefen sich die Hagelschäden allein an Gebäuden – ohne Motorfahrzeuge – zusammengerechnet auf rund 1,6 Milliarden Franken.
2004 beispielsweise hatte ein einziger Hagelzug ausbezahlte Schäden an Motorfahrzeugen in der Höhe von 100 Millionen Franken verursacht. Umfassende Statistiken für Hagelschäden an Fahrzeugen gibt es aber nicht. Hingegen führt die Schweizerische Hagel-Versicherungs-Gesellschaft («Schweizer Hagel») Buch über die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Aufsummiert wurden von 1972 bis 2011 in der Schweiz über 1,5 Milliarden Franken allein für versicherte Hagelschäden in der Landwirtschaft ausgegeben. Seit den 1990er-Jahren hat das Schadenausmass laut «Schweizer Hagel» zudem deutlich zugenommen.
In der Schweiz liegen einige der europaweit am stärksten durch Hagel gefährdeten Zonen. Am Alpenrand vom Kanton Bern bis in die Ostschweiz ist die Gefahr am grössten. Hier muss die Bevölkerung im Durchschnitt einmal pro Jahr mit Schäden durch 1 Zentimeter grosse Eiskörner rechnen. Weitere Gefahrenzonen sind das westliche Berner Oberland, das Südtessin, die Region Genfersee sowie der zentrale und östliche Jura.
Für die Entstehung von Hagel braucht es zunächst warme und feuchte Luft. An warmen, sonnigen Tagen steigen erwärmte Luftmassen auf, da sie leichter sind. Beim Aufstieg kühlen sie sich ab. Und ab einer gewissen Höhe – dem Taupunkt – kondensieren sie zu feinsten Tröpfchen, die als Wolke sichtbar werden. Dabei wird Wärme freigesetzt. Es bildet sich ein Aufwärtssog. Darin kondensiert noch mehr Wasser und gibt Wärme ab. Der Sog verstärkt sich und kann eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde erreichen. Ab einer Höhe von 4’000–5’000 Metern gefrieren die Tröpfchen zu Hagelkörnern. Beim Herunterfallen in der Wolke können sie bis zu fünfmal erfasst und wieder in die Höhe gesogen werden – und wachsen so schichtweise wie Zwiebeln an, bis sie schliesslich zu schwer sind und herunterfallen. Die grössten in der Schweiz gefundenen Hagelkörner hatten einen Durchmesser von 10 Zentimetern.