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Wie gefährlich ist eigentlich Amalgam?
Was ist eine Amalgamsanierung?
(Medicus Dental in Zürich verwendet kein Amalgam bei der Füllungstherapie")
Die Diskussion über die Giftigkeit von Amalgam hat dazu geführt, dass bei der Amalgamentfernung bzw. Amalgamsanierung besondere Massnahmen zum grösstmöglichen Schutz der Patienten getroffen werden.
- Bei schwangeren und stillenden Frauen sollte auf das Entfernen von Amalgamfüllungen verzichtet werden und auf die Zeit nach der Stillzeit verschoben werden.
- Um die Raumluft mit Quecksilberdämpfen während der Sanierung zu minimieren, bleiben die Fenster geöffnet.
Bei Bedarf sind weitere Schutzmassnahmen vorgesehen:
- Kofferdam
- eine gute Absaugung
- sehr viel Wasserspray zur besseren Absaugung und Kühlung
- Nasenmasken mit einer Goldbeschichtung und ein Augenschutz
Heilmittel aus der Naturheilkunde
- Aktivkohle
- Schüssler Salz Nr. 18
- Spirulina
Was ist Amalgam
Der Begriff Amalgam leitet sich aus dem griechischen "málagma" bzw. arabischen "al malagma" ab, was soviel wie "weiche Salbe" heisst. Fälschlicherweise wird die Füllung auch als „Plombe“ bezeichnet, abgeleitet vom lateinischen Wort für Blei "plumbum". In beiden Fällen handelt es sich dabei um eine Zahnfüllung aus einer Quecksilberlegierung.
Das Zahnamalgam wurde bereits in China 618–907 n. Chr. erstmals als „silberner Teig“ erwähnt und im Jahr 1505 die Zusammensetzung folgendermassen beschrieben: 100 Teile Quecksilber, 45 Teile Silber und 900 Teile Zinn, die in einem eisernen Topf zu verrühren sind. Der chinesische Arzt betont, dass sich mit dem „Teig“ die Löcher von Front- und Backenzähnen füllen lassen. In Europa beschreibt Johann Stocket, Arzt aus Ulm, im Jahr 1528 die Erzeugung von Amalgam und die Füllungstherapie in seinem Arzneibüchlein „Praxis aurea".
Dann geriet das Amalgam erstmal wieder in Vergessenheit und wurde erst wieder in Europa unter anderem vom Pariser Zahnarzt I. Regnart im Jahre 1818 wiederentdeckt. Seit 1820 wird es dann standardmässig als Füllungsmaterial verwendet. 1833 brach dann in den USA der so genannte Amalgam-Krieg aus, eine Kontroverse, die sich bis weit in die zweite Jahrhunderthälfte hielt und ein Verbot des Materials mit sich zog. Da jedoch die Amalgam-Legierung schon damals als ein sehr günstiges, gut zu verarbeitendes und langlebiges Füllungsmaterial galt, wurde die Legierung um 1855 wieder zugelassen.
Die Zusammensetzung zahnärztlichen Amalgams besteht zu 50 % aus Quecksilber (Hg) und zu 50 % aus einer sogenannten Feilmischung. Diese setzt sich heute aus mind. 40 % Silber (Ag), max. 32 % Zinn (Sn), max. 30 % Kupfer (Cu), max. 5 % Indium (In), max. 3 % Quecksilber (Hg) und max. 2 % Zink (Zn) zusammen.
Was ist Quecksilber
Quecksilber, altgriechisch Hydrargyros „flüssiges Silber“, lateinisch hydrargyrum (Hg), argentum vivum „lebendiges Silber“ oder mercurius. Quecksilber ist ein Metall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Auf Grund seiner starken Oberflächenspannung bildet es linsenförmige Tropfen. Quecksilber ist seit der Antike bekannt, es wird unter anderem von Aristoteles, Theophrastos von Eresos, Plinius dem Älteren in Schriftstücken erwähnt und symbolisiert den Gott Hermes (lat. Mercurius) als auch den zugehörigen Planeten Merkur. Im Altertum und Mittelalter waren die Alchemisten und Mediziner, unter anderem auch der Arzt Paracelsus, dem Quecksilber besonders zugeneigt, dem „lebendigen Silber“ wurden einige Besonderheiten zugeschrieben. Man trug es in verschlossenen Amuletten als Glücksbringer und gegen den bösen Blick. Für die Alchemisten waren Quecksilber, Schwefel und Salz die drei grundlegenden Elemente zur Veredlung von Metallen: so sollte Kupfer mit Hilfe von Quecksilber in Silber verwandelt werden.
Desweiteren wurde Quecksilber auch gern als Heilmittel, oft mit Arsen gemischt, unter anderem gegen die Pest, Syphilis, Hauterkrankungen, diverse Frauenleiden und auch gegen Darmverschluss eingesetzt. Wenn die Erkrankten nicht an der Krankheit selbst verstarben, so führten die toxischen Dosen des Quecksilbers oftmals zum Tod. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es auf die Haut aufgetragen, injiziert, inhaliert, als Vaginal-Zäpfchen zur Empfängnisverhütung und als Tinktur oder Pille eingeführt und eingenommen.
Heutzutage wird Quecksilber noch zum Beispiel in Batterien, Energiesparlampen und zur Goldgewinnung und -reinigung (Amalgamation und Amalgamierung) verwendet. Auf Grund der Toxizität verzichtet man mittlerweile jedoch auf den Einsatz von elementarem Quecksilber in Thermometern, Barometern und Blutdruckmessgeräten. Auch als Desinfektionsmittel kommt es nicht mehr zum Einsatz. Zerbrochene Thermometer oder Energiesparlampen sind jedoch nicht die grösste Gefahr für eine Quecksilber-Belastung. Das Schwermetall wird unter anderem durch menschliches Handeln wie das Verbrennen von Kohle, Müll oder das schürfen nach Gold in die Umwelt freigesetzt und gelangt von dort zum Beispiel in Gewässer, wo es sich vermehrt in unseren Speisefischen anreichert.
Wie wird eine Amalgam-Füllung gemacht?
Nachdem die Karies entfernt wurde und die Kavität die angestrebte Form hat, wird das zunächst plastische Amalgam mit einer sogenannten Amalgampistole portionsweise in die Zahnkavität (Zahnloch) eingebracht. Das Zahnamalgam wird mit speziellen Instrumenten durch leichten Druck kondensiert (gestopft). Die Kondensation verdichtet das Metall und nach wenigen Minuten härtet die Füllung aus, überschüssiges Amalgam und Quecksilber wird entfernt und anschliessend anatomisch geformt und poliert.
Nachdem legen der Amalgam-Füllung, sollte für 2 bis 3 Stunden nicht gegessen werden. Die endgültige Härte hat die Füllung nach 24 Stunden, jedoch werden zu Beginn geringe Mengen Quecksilber frei, nach 2 bis 3 Wochen ist keine Freisetzung von Quecksilber mehr nachweisbar. Eine Amalgamfüllung ist silberfarben und wird mit der Zeit immer dunkelgrauer, ein ästhetisch nicht akzeptables Resultat.
Ist eine Amalgam-Füllung gefährlich?
Das potenziell gefährliche Metall in einer Amalgam-Füllung ist das elementare Quecksilber, dieses wird beim legen und entfernen einer Amalgam-Füllung freigesetzt. Beim Einatmen der Quecksilberdämpfe gelangt das Quecksilber ins Blut und wird im Körper verteilt, hingegen ist das Verschlucken von elementarem Quecksilber ungefährlich, es wird unverändert ausgeschieden.
Chronische Quecksilbervergiftungen entstehen, wenn geringe Mengen über einen sehr langen Zeitraum aufgenommen werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat überprüft, wieviel Quecksilber ein Mensch über die Nahrung, die Atemluft oder Amalgamfüllungen aufnehmen kann, ohne krank zu werden. Der Wert wird nicht als schädlich angesehen und ein wissenschaftliches Gremium der EU kam 2014 zum Schluss, dass die Gesundheits- und Umweltgefährdung durch Dentalamalgam «verhältnismässig gering» ist. Das bedeutet, dass wir im täglichen Leben einer geringen und ungefährlichen Quecksilberbelastung ausgesetzt sind, die keine chronische Quecksilbervergiftung verursacht.
Im Gegensatz zur WHO und Amalgam-Befürwortern, gibt es seit Jahrhunderten kritische Amalgam-Gegner, die die normale Aufnahme von Quecksilber und die zusätzliche Belastung mit Zahnamalgam kritisch sehen. Besonders die über Jahre und Jahrzehnte bestehende Kauabnutzung der Amalgamfüllung könnte dazu führen, dass sich Schwermetalle im Körper einlagern.
Die Stellungnahme des Bundesamtes für Gesundheit finden Sie hier
Jedoch strebt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen die „Minamata-Konvention“ Massnahmen für einen «schrittweisen Verzicht» auf Dentalamalgam an. Vor 50 Jahren gab es in der japanischen Stadt Minamata eine Quecksilber-Umweltkatastrophe. Mittlerweile wurde diese Konvention von mehr als 92 Nationen ratifiziert und ist somit in Kraft getreten, auch die Schweiz hat diese Konvention unterzeichnet. Schon jetzt gilt die Empfehlung, bei Kindern unter 15 Jahren, schwangeren und stillenden Frauen und Nierenkranken kein Amalgam als Füllungsmaterial zu verwenden. Die Stellungnahme des Bundesamtes für Gesundheit finden Sie hier:
Weitere Amalgam-Nebenwirkungen sind das Batterie-Phänomen und die Oxidation. Wird, zum Beispiel beim Schokoladenverzehr auf die typische „Silberfolienverpackung“ gebissen, entsteht ein kurzer sehr starker Schmerz. Es hat sich ein galvanisches Element, wie bei einer Batterie gebildet, der Speichel leitet den Strom und reizt den Zahnnerv. Ein weiterer chemischer Prozess ist die Korrosion, gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Quecksilberionen sind nicht auszuschliessen.
Wann und warum eine Amalgamsanierug notwendig werden kann oder auch "Der Wolf im Schafsfell"
Ein Toxin kann zum einen sehr giftig, aber auch vollkommen harmlos sein. Quecksilber ist ein gutes Beispiel dafür, denn es wird durch die Haut oder im Verdauungstrakt kaum aufgenommen. Nur die Inhalation ist gefährlich und giftig, akute Vergiftungen mit Quecksilber sind weltweit extrem selten beschrieben.
Problematisch sind chronische Inhalationsvergiftungen, d.h. das kontinuierliche Einatmen von kleinen Quecksilbermengen. Ist das Quecksilber im Körper, wird es nur sehr langsam ausgeschieden, was bei einer chronischen Belastung zu immer höheren Quecksilberkonzentrationen führen kann. Quecksilber ist vor allem ein Nervengift und schwächt die Immunabwehr, es kann aber auch zu einer Wesensveränderung führen.
Symptome könne sein:
- chronische Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Abgeschlagenheit
- Antriebslosigkeit
- Konzentrationsschwäche
- Vergesslichkeit
- Magen-Darm-Probleme
- Depressionen
Nach einer genauen zahnärztlichen Anamnese bei Medicus Dental, wird eine Nutzen-Risiko-Analyse erstellt. Grundlage ist die individuelle Krankengeschichte, der medizinische Allgemeinzustand und die voraussichtliche Prognose der Füllung.
So kann es durchaus sinnvoll sein, intakte Amalgam-Füllungen zu belassen, um eine Quecksilberbelastung beim Entfernen der Füllung zu vermeiden. Alte und defekte Füllungen müssen jedoch entfernt werden, dies erfolgt mit grösster Sorgfalt und oben genannten Vorsichtsmassnahmen. Wir beraten Sie bei alternativen Zahnfüllungen aus Kunststoff, Keramik und Gold.
Bei Fragen rund um die Amalgamsanierung wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Zahnarzt in Zürich bei Medicus Dental am Schaffhauserplatz. Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin per Telefon, E-Mail oder Terminkalender.
Bleiben Sie Gesund. Zahn um Zahn