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In vielen zeitgenössischen Filmen und Serien, die im Mittelalter oder in einer vom Mittelalter inspirierten Fantasiewelt spielen, trinken die Charaktere aus jämmerlichen Stielgläsern oder tristen Zinnbechern. Umso mehr schade, als die Wirklichkeit viel interessanter war!
Ein Beispiel gefällig? Haben Sie schon einmal von Nuppenbechern gehört?
Das ist eine Art Trinkgefäss, das im 13. Jahrhundert aufkommt. Es wird Nuppenbecher genannt wegen der kleinen Noppen, die auf der gesamten oder einem Teil der Oberfläche angebracht wurden. Diese dekorativen Elemente konnten unterschiedliche Formen annehmen und auf verschiedene Weisen angeordnet sein: in gleichmässigen oder ungleichmässigen Abständen, in Fünferanordnung (Quincunx), kreisförmig, etc. Manchmal wurden die Noppen auch bemalt oder gar der ganze Becher gefärbt.
Diese neuen Gläser sind durchsichtig, was von einer interessanten Entwicklung zeugt: Man will nun die Flüssigkeit zeigen, die sie enthalten. Sehen, bevor man trinkt. Hauptsächlich Wein, das beliebteste Getränk im Mittelalter. Und auch wenn die edelsten Gläser dem Adel vorbehalten waren, so haben archäologische Grabungen auch Spuren von Gläsern an Orten zu Tage gefördert, die vom Volk besucht wurden, wie Tavernen beispielsweise. Gläser waren also weiter verbreitet als viele denken.
In Chillon wurden bei den Grabungen, die der Kanton Waadt Ende des 19. Jahrhunderts durchführte, Überreste von Gläsern und Krügen gefunden. Stücke eines Nuppenbechers fanden sich im Wassergraben. Sie können in einer Vitrine im Saal Nr. 13 bewundert werden, zusammen mit einer Rekonstruktion dieses wertvollen Gegenstands.
Na, durstig geworden?