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Einteilungen der Lahmheiten
Ursächlich lassen sich die Lahmheiten in drei Gruppen unterteilen:
- Lahmheiten infolge Schmerzen an den Gliedmassen, z.B. Hufabszess, Sehnenzerrung, Arthritis, etc.
- Lahmheiten infolge mechanischer Behinderung der Gliedmassenbewegung, z.B. bei Ankylose, Patellarfixation (Kniescheibenfixation), etc.
- Lahmheiten infolge Lähmung von Nerven, z.B. Radialis- oder Supraskapularisparesen/-paralysen.
Die grösste Zahl aller Lahmheiten gehört der ersten Gruppe an.
Grad der Lahmheit
Je nach der Stärke der Bewegungsstörung unterscheidet man 5 Lahmheitsgrade:
- Grad 1: Undeutlich geringgradige Lahmheit
- Schritt: -
- Trab: nicht permanent sichtbare, geringgradige Lahmheit
- Grad 2: Deutlich geringgradige Lahmheit
- Schritt: -
- Trab: permanent geringgradige Lahmheit
- Grad 3: Mittelgradige Lahmheit
- Schritt: deutliche Lahmheit
- Trab: deutliche Lahmheit
-
-
- Grad 4: Hochgradige Lahmheit
- Schritt: Zehenspitzenfussen
- Trab: Pferd wird nicht getrabt
-
-
-
- Grad 5: Höchstgradige Lahmheit
- Schritt: Keine Belastung des Beines mehr
- Trab: Pferd kann nicht getrabt werden
-
Art der Lahmheit
Je nachdem, ob die Bewegungsstörung beim Aufstützen oder beim Vorführen der Gliedmasse mehr in Erscheinung tritt, unterscheidet man Stützbeinlahmheit und Hangbeinlahmheit. Bei gemischten Lahmheiten ist sowohl das Stützen als auch das Vorführen schmerzhaft.
Stützbeinlahmheit
Bei der Stützbeinlahmheit wird die kranke Gliedmasse weniger lang belastet als die gesunde, kontralaterale Gliedmasse. Beim Stützen tritt der knöcherne Teil und der Unterstützungs- und Bandapparat der Gliedmassen in Funktion. Bei der Stützbeinlahmheit sind vorwiegend die distalen Gliedmassenanteile erkrankt. Diese Art der Lahmheit wird am häufigsten festgestellt.
Hangbeinlahmheit
Bei der klassischen Hangbeinlahmheit sind Strukturen betroffen, die beim Vorführen der Gliedmasse in Funktion treten. Typische Beispiele sind mechanische Beeinträchtigung der Vorführphase wie zum Beispiel bei habitueller Patellafixation (Kniescheibenfixation), fibrotischer Myopathie (Fibrosierung der Sitzbeinmuskulatur) oder Hahnentritt. Die Ursache der Hangbeinlahmheit ist vorwiegend in den proximalen Gliedmassenabschnitten zu suchen. Reine Hangbeinlahmheiten sind eher selten.
Gemischte Lahmheit
Verschiedene schmerzhafte Zustände beeinträchtigen sowohl die Stützbein- als auch die Hangbeinphase, weshalb es nicht ganz einfach ist, die Art der Lahmheit festzustellen. In diesen Fällen spricht man von einer gemischten Lahmheit, die vorwiegend bei Entzündungen des Schulter-, Ellbogen-, Hüft- und Kniegelenkes oder bei spinalen Lähmungen auftritt. Ferner wird eine gemischte Lahmheit beobachtet, wenn mehrere krankhafte Zustände gleichzeitig auftreten, die proximal und distal an der gleichen Gliedmasse lokalisiert werden können.