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Dämonisierte Zone, aka Missverständnis
Zoomen wir hinein in den Kern der Konfliktentstehung. So viel Theorie muss sein:
Person 1A handelt –> Person 2B erlebt eine Gesamtwirkung von diesem Handeln, interpretiert diese und handelt nun von sich aus. In dieser Interaktion sind bereits die Keime der häufigsten Konflikte angelegt. Denn 2B reagiert nicht auf die Absicht von 1A, sondern auf das, was sie erlebt. Ein Beispiel dazu:
1A ist genervt wegen eines privaten Problems und ist deshalb etwas kurz angebunden beim Abgleich mit 2B. Dieser nimmt als Gesamtwirkung „emotionale Störgeräusche“ wahr und interpretiert diese so: 1A ist wohl nicht zufrieden mit meiner Arbeit.
Aus dieser Annahme heraus kommuniziert nun 2B mit 1A. Zum Beispiel rechtfertigt er sich (was 1A) nervt, denn es ist ja alles gut und er hat eigentlich keine Zeit. Oder, oder, oder.
Gegenmittel
Das Gegenmittel ist simpel: Rückkopplung einbauen. Aus der Konfliktforschung kommt das Prinzip „Störungen haben Vorrang“. Emotionale Störgeräusche rasch und konsequent anzusprechen hilft, Interpretationsfehler zu vermeiden.
Führen auf Distanz erschwert die Rückkopplung erheblich. Doch mit Kompetenter Wahl der Kommunikationskanäle und Methoden kann dieses Problem praktisch vollständig umgangen werden:
- Emotionen nie ins E-Mail, sondern in die direkte Kommunikation (Telefon, Video, Physisch). (Vgl. Kommunikationskanäle)
- Gut beobachten und Beobachtungen aussprechen: „Du runzelst die Stirn“. „Du hörst dich bedrückt an“. (Vgl. Digitale Werkzeuge –> Rückmeldungen einholen)
- Erschwernisse auszusprechen hilft, diese zu akzeptieren: „Jetzt wäre es hilfreich, wenn wir uns sehen könnten.“