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Stadtgeschichte
Vorläufer Nikosias war das antike Ledra, ungefähr an der Stelle des südwestlichen Stadtteils Agía Paraskevi. An den alten Namen erinnert die Ledra Avenue, die einstige Hauptstraße des ungeteilten Nikosia; ebenso das Ledra-Hotel, in dem neben anderen Berühmtheiten auch Randolph Churchill seinen Whiskey zelebrierte und das heute die kanadischen UNTruppen beherbergt.
280 v. Chr. nannte Leukos, der Sohn des Ägypterkönigs Ptolemaios, den Ort in Leukotheon um. Die Byzantiner machten daraus Lefkon, was Pappelhain bedeutet. In der Tat wuchsen an den Ufern des Pediaios früher viele Pappeln. So entstand der moderne griechische (Lefkosía) bzw. türkische Name (Lefkoa) der Stadt.
Wegen seiner Lage weitab von der Küste war Nikosia vor feindlichen Überfällen und Seeräubern relativ sicher. Dieser Vorzug machte es seit dem 10. Jahrhundert zur Hauptstadt. 1211 besuchte Wilhelm von Oldenburg die Insel. Er beschreibt den Ort als Hauptstadt und Sitz des (katholischen) Erzbischofs, vergleicht die großzügigen und reichen Häuser mit den Kreuzfahrerpalästen in Antiochia, sieht eine Burg im Bau - und das erste Straußenei seines Lebens.
Großes Gerät in den Arkaden des ethnografischen Museums
Nach der Besetzung Famagustas durch die Genuesen ließen die Lusignan in aller Hast eine Mauer um Nikosia ziehen und bauten eine neue Burg und Residenz, die bereits 1483 wieder in Trümmern lag. Den Standort markiert die jüngst auf den alten Fundamenten errichtete Halle Kasteliotissa nahe dem Páfos-Tor. Die engen Gassen des mittelalterlichen Nikosia waren mit Baldachinen vor der Sonne geschützt. Arkadengänge ersetzten den Bürgersteig und gaben bei den häufigen Erdstößen den Häusern zusätzlichen Halt. Werkstätten und Geschäfte eines Straßenzuges waren jeweils einer Branche vorbehalten, was sich häufig im Namen der Gasse niederschlug. Mauern trennten die verschiedenen Stadtviertel voneinander. Überragt wurde das Meer der zweigeschossigen Häuser von den vielen Kirchen und den Türmen der Adelsfamilien, wie sie in manchen Städten Norditaliens noch erhalten sind.
Die venezianische Militärstrategie veränderte das Stadtbild nachhaltig. Die Befestigungen wurden um eine Meile zurückgenommen, alle Gebäude außerhalb der neuen Mauern geschleift. Innen brach man große Schneisen durch die Stadt, um im Verteidigungsfall die Truppen möglichst schnell von einer Bastion zur anderen bringen zu können. Die jetzige Stadtmauer mit ihren elf Bastionen wurde nach den Entwürfen des Militäringenieurs Giulio Savorgnano 1567 weitgehend als Erdwall angelegt. Nur die untere Hälfte der Außenseite war mit Quadern b