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Jede Zentralbank ist anders
Zentralbanken haben zwar überall die gleiche Aufgabe, nämlich (sehr aktuell): Preisstabilität. Also die Inflation unter Kontrolle zu halten. Sie erfüllen diese Aufgabe aber mit unterschiedlicher Entschlossenheit und Effizienz, schon alleine aufgrund ihrer unterschiedlichen Organisation. Zum Beispiel gehört die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht dem Staat, sondern den Anteilseignern. Die Aktien sind frei an der Börse erhältlich und gehören den Kantonen, Kantonalbanken und privaten Investoren.
Die Europäische Zentralbank dagegen gehört den Zentralbanken der Mitgliedstaaten, und diese Zentralbanken gehören wiederum diesen Staaten. Die Deutsche Bundesbank zum Beispiel gehört dem Deutschen Bund. Die Ausnahme ist Belgien, wo - wie in der Schweiz und übrigens auch in Japan - die Zentralbank auf dem öffentlichen Markt gehandelt wird (allerdings dort ohne Stimmrecht der Aktionäre).
Die älteste Zentralbank ist die schwedische Riksbank, gegründet vor 350 Jahren aus den Ruinen ihrer Vorgängerbank, Stockholms Banco. Diese hatte die ersten Banknoten eingeführt, welche die schweren Kupfermünzen (je bis zu 20 kg) ersetzen sollten. Die neumodischen, handlichen Papiernoten waren ein grosser Erfolg. Nur hatten die Schweden so viel Freude daran, dass sie es etwas übertrieben und die Noten an Wert verloren.
Daraufhin schuf die schwedische Krone die erste Zentralbank mit dem Auftrag, für eine stabile Währung zu sorgen.
«The job of the Central Bank is to worry.»
Alice Rivlin