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Acer rechnet 2011 mit dem Verkauf von 40 bis 45 Millionen Notebooks und Netbooks sowie von fünf Millionen Smartphones, wie das Unternehmen gestern auf einer Pressekonferenz bekannt gab.
Angesichts der starken Retail-Präsenz Acers mit typischerweise günstigen Angeboten stellt sich allerdings die Frage, ob das prominente Aushängeschild Taiwans nicht Marktanteile auf Kosten der Margen erkauft. Tatsächlich lag der Jahresumsatz 2010 mit 19,9 MilliardenUS- Dollar noch leicht unter der Zielmarke für 2008, nach der Übernahme der Marken Gateway, eMachines und Packard Bell. Das lässt sich möglicherweise nicht nur mit den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erklären, sondern auch mit dem anhaltenden Preisverfall, an dem Acer selbst kräftig mitdreht. Zwar hat das Unternehmen 2010 an der Gewinnfront um 18,6 Prozent auf 575 Millionen Dollar zugelegt, andererseits ist es im vierten Quartal mit relativ schwachen Consumer-Marktzahlen baden gegangen, während Dell mit dem anziehenden Professional-Bereich wieder an Boden gutgemacht hat.
Aufgrund stabiler Zahlen in Europa und den USA sowie einer steigenden Nachfrage in China rechnet Acer im ersten Quartal 2011 mit einem konsolidierten Umsatzzuwachs von drei Prozent. Der Start ins Tablet-Business Ende März oder Anfang April soll im zweiten Quartal noch einmal zu einer Umsatzsteigerung führen. Chairman JT Wang und Präsident Gianfranco Lanci haben das Ziel ausgegeben, innerhalb der kommenden drei Jahre die Tablet-Spitze zu erklimmen, was sehr kühn scheint, wenn man bedenkt, dass Apple mit dem iPad 2010 auf einen Marktanteil von über 70 Prozent kam. Positiv stimmt Acer die Zusammenlegung der PC-Business-Unit mit Founder in China. Das Unternehmen hofft, dadurch den China-Anteil am Gesamtumsatz 2011 von 10 auf 13 Prozent steigern zu können und im Reich der Mitte bei Notebooks von Platz 4 auf Platz 2 vorzustossen.
Positive Impulse für die eigene Rentabilität sieht Acer darin, dass die grossen Notebook-Auftragsfertiger, Quanta Computer, Compal Electronis, die ehemalige Produktionstochter Wistron und Asus-Ausgründung Pegatron Technology, alle Fabriken in Chongqing und Chengdu, Provinz Sichuan, weit im chinesischen Hinterland errichtet haben. Dort herrscht noch eine ganz andere Lohn- und Gehaltsstruktur als am teuren Pazifikspeckgürtel. Acer rechnet damit, dass von Chongqing aus im dritten Quartal 2011 schon 20 Prozent der eigenen Notebook-Lieferungen nach China und in alle Welt gehen. Im vierten Quartal soll der Anteil auf 40 Prozent steigen. Von Intel eingeräumte Probleme mit Sandy-Bridge-Chipsätzen werden laut Acer schon Auswirkungen aufs Notebook-Geschäft haben. Da 20 Prozent der eigenen Notebooks im ersten Quartal auf dem Nehalem-Nachfolger basieren, rechnet das Unternehmen dadurch mit Umsatzausfällen von ein bis zwei Prozent im ersten Quartal 2011. (Klaus Hauptfleisch)