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So wimmelt man zudringliche Sitznachbarn im Flugzeug ab
Diese Woche gehen die Ferien zu Ende, meine Damen und Herren, jedenfalls in Zürich, was ich auch nur weiss, weil ich im Interweb nachgesehen habe, denn ich persönlich habe ja immer Ferien, oder nie, das hatten wir schon. Anyway: Nachbarn im Flugzeug. Das ist heute unser Thema. Sie sitzen nach zwei Wochen Korfu leidlich erholt in Reihe 12, und dann lässt sich neben Ihnen Chatty Charlie oder Motormouth Moni nieder und versucht andauernd, ein Gespräch anzustrengen, während Sie beispielsweise lieber noch etwas dösen und Ihrer Ferienliebe Greg (oder Uschi) nachhängen wollen. Was also ist zu tun, um redselige Sitznachbarn im Flugzeug quasi die Luft aus den Segeln zu nehmen (verzeihen Sie die wilde Metapher). Wäre ich Gwyneth Paltrow, würde ich sagen: Wählen Sie doch einfach eine andere Beförderungsklasse, wo man isolierter sitzt. Ich bin aber, zum Glück, nicht Gwyneth Paltrow. Oder jedenfalls nicht immer. Deshalb folgen hier nun für Sie ein paar konkrete praktische Tipps, um für Stille zu sorgen. (Übrigens: Selbstverständlich sagt jeder manierliche Mensch «Guten Tag» und «Auf Wiedersehen» zu seinem Sitznachbarn im Flugzeug; sowie «Entschuldigung», sofern er sich an ihm vorbeiquetschen muss.) Here we go. Godspeed!
Wirken Sie leicht irre: Blättern Sie ein wenig zu heftig im Bordmagazin oder geben Sie gelegentlich unmotiviert Geräusche von sich. Sie können auch ausdauernd in mittlerer Lautstärke vor sich hin summen. Oder sagen Sie: «Verzeihung, ich vertrage das Fliegen schlecht, und wenn ich zu viel spreche, muss ich möglicherweise brechen.» Nichts wirkt abschreckender auf Ihren Sitznachbarn als potenzielles Übergeben.
Signalisieren Sie Nichtverfügbarkeit, indem Sie sich die Ohren zustöpseln und/oder sich eine Decke geben lassen und dieselbe bis zum Scheitel hochziehen.
Täuschen Sie Fremdsprachigkeit vor (für Fortgeschrittene). Oder sagen Sie ständig: «Wie bitte?»
Wirken Sie expansiv, indem Sie obsessiv Selfies von sich machen, Ihre Erdnüsse in die Luft werfen und mit dem Mund auffangen oder ausgedehnte Übungen zur Thromboseprophylaxe vollführen. (NB: Es geht hier um defensive Strategien. Es gibt betrüblicherweise zahlreiche Menschen, die sich an Bord eines Flugzeugs ständig so benehmen, ohne dass sie einen zudringlichen Sitznachbarn abzuwehren hätten. Das ist natürlich sehr ungehörig.)
Reisen Sie nicht allein. – Oder ist das schon wieder ein Gwyneth-Paltrow-Ratschlag?
Bild oben: Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn man im Flugzeug seine Ruhe haben will? Szene aus dem Film «Los amantes pasajeros». Foto: Sony Pictures