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HELLP-Syndrom: Symptome erkennen & reagieren
Betroffen ist vom HELLP-Syndrom rund eine von 1’000 bis 2’000 schwangeren Frauen. Das charakteristische Symptom sind Schmerzen im oberen Bauch. Sicher diagnostiziert kann das HELLP-Syndrom bei einer Frau, die schwanger ist, nur durch einen Bluttest. Wird das HELLP-Syndrom diagnostiziert, ist in den meisten Fällen eine rasche Entbindung notwendig. War eine Frau bereits schwanger und das Syndrom ist aufgetreten, dann ist das Risiko hoch, dass es in der nächsten Schwangerschaft erneut auftritt.
HELLP-Syndrom - Was ist das?
Es handelt sich beim HELLP-Syndrom um eine Erkrankung, die nur bei Schwangeren auftreten und lebensbedrohlich werden kann. Die Abkürzung HELLP meint die charakteristischen Laborbefunde der Erkrankung:
- Haemolysis: Es werden rote Blutkörper bei der Frau abgebaut, wodurch der Transport von Sauerstoff nicht mehr möglich ist
- Elevated Liver Enzymes: Die Leberwerte sind erhöht
- Low Platelet Count: Es sind nur wenige Blutplättchen vorhanden, die allerdings essentiell für die Gerinnung des Blutes sind
Häufig ist es so, dass die Schwangere im Vorfeld eine Schwangerschaftsvergiftung, also eine Präeklampsie erlebt. Es ist aber auch möglich, dass die Schwangere überhaupt keine Vorzeichen bemerkt und die Erkrankung plötzlich auftritt.
Wie wird das HELLP-Syndrom erkannt?
Für Baby und die Schwangere kann das HELLP-Syndrom sehr plötzlich auftreten und lebensbedrohlich werden. Leider sind die Symptome nicht spezifisch und können auch auf harmlose Beschwerden in der Schwangerschaft zurückzuführen sein. Ausserdem kann die Ausprägung der Symptome zwischen sehr leicht und sehr schwer rangieren. Typisch ist, dass die Erkrankung in unterschiedlichen Schüben verläuft, so dass die Beschwerden oft erst nachlassen, und dann im Anschluss heftig zurückkehren. Nur eine Untersuchung der Blutwerte kann daher Aufschluss darüber geben, ob die Frau, die schwanger ist, unter dem HELLP-Syndrom leidet.
Schmerzen im oberen Bauch sind das typische Leitsymptom eines HELLP-Syndroms, welche oft auf der rechten Seite auftreten, durchaus aber auch im gesamten Bauch oder mittig zu spüren sein können. Die Erkrankung äussert sich darüber hinaus in einer verstärkten Ausschüttung von Eiweiss im Urin und einem erhöhten Blutdruck.
Die folgenden Symptome sind unspezifisch, können allerdings durch das HELLP-Syndrom ebenfalls ausgelöst werden:
- Kopfschmerzen
- Schnelle Gewichtszunahme
- Einlagerungen von Wasser, besonders im Bereich des Gesichts
- Augenflimmern
- Übelkeit und Erbrechen
Wodurch wird das HELLP-Syndrom ausgelöst?
Die Forscher sind bis heute noch zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen, weshalb einige Schwangere am HELLP-Syndrom erkranken und andere nicht. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass die Innenseite der Blutgefässe an der Plazenta beschädigt sind und dadurch eine Art der Kettenreaktion ausgelöst wird. Die Blutgerinnung wird aktiviert, wodurch die Zahl der Blutplättchen absinkt. Die Leber wird durch Fibrin-Ablagerung geschädigt. Auch kann ein gestörtes Immunsystem oder weitere Entzündungsprozesse im Körper als Auslöser in Betracht gezogen werden.
Als Risikofaktoren für das HELLP-Syndrom werden ebenfalls die folgenden genannt:
- Störung des Immunsystems
- Schwangerschaft mit Mehrlingen
- Ältere Schwangere über 40 Jahre
- Vorerkrankungen wie Gerinnungsstörungen, Diabetes oder Bluthochdruck
- HELLP-Syndrom oder Präeklampsie in vorherigen Schwangerschaften
Die Behandlung des HELLP-Syndroms
Wenn das HELLP- Syndrom erst einmal diagnostiziert wurde, ist der Krankheitsverlauf nicht sicher kalkulierbar, weshalb Schwangere stationär aufgenommen und ärztlich überwacht werden. Abhängig davon, in welcher Schwangerschaftswoche (SSW) die Mutter und ihr Baby sich befinden, werden entsprechende Schritte unternommen. Wenn die 34. SSW bereits beendet ist, dann wird die Entbindung eingeleitet. Das Baby wird dann per Kaiserschnitt geboren oder eine natürliche Geburt durchgeführt, abhängig davon, wie schwer die Symptome und der Krankheitsverlauf sind.
Befindet sich die Schwangere allerdings noch vor der 34. Schwangerschaftswoche (34. SSW), dann gibt es für das Baby gewisse Risiken, da es sich um eine Frühgeburt handelt. Hier gilt es für den Arzt abzuwägen, ob die Komplikationen durch das HELLP- Syndrom oder das Risiko der Frühgeburt grösser ist. Wenn das Baby noch nicht auf die Welt gebracht werden kann, werden Medikamente verabreicht, um den Blutdruck zu senken und mit Kortisonspritzen die Entwicklung der Lungen des Babys unterstützt.