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Eine plötzliche Gewichtszunahme kann durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse ausgelöst werden. Häufig steckt eine Schilddrüsenunterfunktion (Mangel an Schilddrüsenhormonen) dahinter, die den Stoffwechsel drosselt und das Körpergewicht ansteigen lässt. Aber auch eine Überfunktion der Schilddrüse (Überschuss an Schilddrüsenhormonen) kann Ursache für einen Gewichtsanstieg sein.
Sechs Kilo mehr durch Schilddrüse
Eine Schilddrüsenüberfunktion führt oft zunächst zu einem Gewichtsverlust. Durch einen übermässig gesteigerten Appetit kann sich die Entwicklung jedoch schnell ins Gegenteil verkehren und zu Übergewicht führen. Verschiedene Studien zeigen, dass ein Anstieg der Schilddrüsenwerte mit einer Zunahme an Körpergewicht einhergeht.
Forscher fanden zudem heraus, dass Personen mit bereits leicht erhöhten Schilddrüsenwerten rund sechs Kilogramm mehr wiegen als Personen mit leicht niedrigen Werten. Auch bei Kindern wurde beobachtet, dass hohe Schilddrüsenwerte mit einem höheren Körpergewicht zusammenhängen.
Betroffene rechtzeitig informieren
Dass Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion an Gewicht zunehmen, kann auch an der Behandlung, etwa im Rahmen einer Radiojodtherapie, und an den verschriebenen Medikamenten liegen. In der Regel steigt das Gewicht zwei Jahre nach Therapiebeginn am stärksten an. Ärzte sollten Betroffene daher rechtzeitig über das Risiko eines Gewichtsanstiegs informieren und ihnen Tipps zur Ernährungsumstellung geben.
Beim ‘Zappelphilipp’ auch Schilddrüsenwerte messen
Sehr agile Kinder müssen nicht immer an einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann der Grund für aufgedrehtes und unkonzentriertes Verhalten sein. Wichtig ist, dass bei der Diagnosestellung eine überaktive Schilddrüse als Ursache der Symptome ausgeschlossen wird.
Da sich die Verhaltensauffälligkeiten sehr ähneln können, erfordert das Erkennen und das gegenseitige Ausschliessen beider Erkrankungen eine besondere Expertise. Empfehlenswert ist es deshalb, die Diagnose und Behandlung durch spezialisierte Kinderärzte und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie durchführen zu lassen.