Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03174.jsonl.gz/799

Sonja erzählt dies gleich ihrer Kollegin Leonora weiter und diese konfrontiert daraufhin direkt die betroffene Denise.
Denise reagiert verunsichert, da sie von nichts weiss, und erkundigt sich bei ihrer Teamleiterin. Diese weicht aus, da sie von der Chefin nicht informiert wurde und rechtfertigt ihr Unwissen mit Lästereien über ihre Vorgesetzte, die sie einmal mehr übergangen hätte.
Denise wiederum beschwert sich bei Leonora, dass hinter ihrem Rücken über sie gesprochen und entschieden werde, woraufhin sich Leonora bei Sonja mit Unverständnis beklagt, dass Denise so empfindlich überreagiere. Sonja bestätigt, dass Denise sowieso immer sensibel auf alles reagiere und die Zusammenarbeit mit Denise zunehmend unerträglicher werde. Und überhaupt finde sie es übel, dass generell nicht mit den Mitarbeitenden geredet werde. Sie hätte von der Chefin oder Teamleiterin eine klare Information bei anstehenden Veränderungen erwartet.
Sonja erzählt in der Kaffeepause ihren Teamkolleginnen von einer bevorstehenden Veränderung mit Denise. Das Team reagiert verunsichert mit der Frage, ob die geplante Veränderung allenfalls auch das ganze Team betreffe. Denise kommen die Tränen, da offenbar hinter ihrem Rücken alle über sie reden. Die Chefin sucht nun das Gespräch mit Denise, während Sonja befriedigt feststellt, dass es endlich Zeit wurde, ein ernsthaftes Gespräch mit Denise zu führen.
Die Zusammenarbeit zwischen Sonja und Denise war schon länger angespannt und die beiden haben ständig übereinander gelästert. Das Team hat das mitbekommen, was sich negativ auf die Teamstimmung auswirkte. Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, um Klarheit zu schaffen.
Von der Klarheit zur Wahrheit
In Wahrheit hat die Chefin bei offener Bürotüre mit ihrer Praxismanagerin nur unverbindliche Ideen entwickelt, wie man dem Teilzeitwunsch von Denise gerecht werden könne. Es ist der Satz gefallen, man wolle keine Sonderlösungen. Es hat weder ein Problem noch eine Unzufriedenheit mit der Leistung von Denise gegeben. Sonja hat lediglich den Wortfetzen «Sonderlösung Denise» aufschnappt und aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Ihre subjektive Interpretation verursachte viele negative Folgewirkungen.
Gerüchte und Lästereien am Arbeitsplatz sind schädlich, die Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität gravierend. Lästern ist der Vorgeschmack von Mobbing und gehört unterbunden. Lästern ist immer unprofessionell und unfair. Wichtige Regel: Nie mitlästern, sonst mache ich mich zum Mittäter. Gegenargument: Aber wenn ich nicht mitlästere, laufe ich Gefahr, selbst zum Opfer zu werden. Dieses Gegenargument hält nicht stand, denn erwiesenermassen ist tratschen, lästern und spotten der Garant für den Ruin von Arbeitsatmosphäre.
Lästern liegt in der Natur des Menschen und hilft als Ventil, um uns überlegen zu fühlen und aufgestauten Frust abzuladen. Zudem gibt gemeinsames Lästern ein Gemeinschaftsgefühl. Das entspannt uns, ist aber der falsche Weg. Statt hintenrum zu lästern, lieber das Thema direkt konstruktiv ansprechen und gleich eine Lösungsidee dazu liefern. So geht kooperative und reife Eigenverantwortung. Merke: Wer schlecht über andere spricht, hat nichts Gutes über sich zu sagen.
Tipps gegen das Lästern
Konzentrieren Sie sich auf das Gute im Andern. Teilen Sie nur relevante Informationen. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Grenzen Sie sich von lästernden Kolleginnen ab und konfrontieren Sie diese. Es erfordert Stärke und Mut, sich für das Gute zu engagieren und dem Lästern ein Ende zu setzen. Obiges Beispiel stammt übrigens nicht aus meiner Fantasie, sondern aus dem Alltag einer Zahnarztpraxis.
Kontakt
BB SELFMANAGEMENT
Barbara Brezovar Capobianco
CH-9512 Rossrüti (Wil SG)
Tel. +41 79 633 98 75
<email-pii>
© Copyright 2022 - MedTriX AG