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Escherichia Coli kommt als natürlicher Begleiter regelmässig im Darm von Menschen und Tieren vor. Es gilt allgemein als nicht pathogen. Dieser Organismus wird oft als empfindlicher Indikator für eine allfällige fäkale Verunreinigung von Lebensmitteln benutzt. Einige bestimmte Serotypen von E. Coli können trotz ihres natürlichen Vorhandenseins im Darm - insbesondere bei kleinen Kindern - schwere Durchfallerkrankungen auslösen. Einige Stämme sind auch verantwortlich für den weitverbreiteten Reisedurchfall (ETEC, 'Touristica'); andere Stämme rufen ruhrähnliche Erkrankungen hervor (EIEC).
Unter der Bezeichnung enteropathogene Escherichia Coli werden eigentlich drei verschiedene Arten von Erregern zusammengefasst:
- EPEC = enteropathogene E. Coli
Sie sind besonders bei Säuglingen die Ursache für schwer verlaufende Durchfallerkrankungen und tragen in Entwicklungsländern stark zur Säuglingssterblichkeit bei. Der Pathogenitätsmechanismus ist bisher nicht genau bekannt. Die Zellen halten ziemlich fest am Darmepithel und verändern deren bürstenhaften Saum.
- ETEC = enterotoxische E. Coli
Sie befallen sowohl Kinder wie Erwachsene und treten vor allem in warmen Ländern mit schlechter Allgemeinhygiene auf. Man spricht bei Erkrankungen oft auch von der 'Touristika' oder 'Travellers Disease'. Etwa 40 bis 70 % aller Reisedurchfallserkrankungen können auf ETEC zurückgeführt werden. Diese treten in der Regel innerhalb der ersten 5 Tage nach Ankunft auf und werden fast immer durch die Einnahme von kontaminiertem Wasser, Eis oder Lebensmitteln ausgelöst. Verantworlich für die Erkrankung sind zwei verschiedene Exotoxine:
- Ein hitzelabiles Toxin mit einem Molekulargewicht von ca. 85000. Es wird bei 60 °C in 30 min inaktiviert.
- Ein hitzestabiles Toxin mit einem Molekulargewicht von nur 1500 bis 5000. Es wird erst bei einer Erhitzung von 120 °C während 15 min inaktiviert.
- EIEC = enteroinvasive E. Coli
Sie kommen mehr in den entwickelten Ländern vor und rufen bei Erkrankungen ein Erscheinungsbild wie bei bakterieller Ruhr (Shigellose) hervor. Häufig sind blutig-schleimiger Stuhl verbunden mit Fieber. Die Zellen dringen im Dünndarm in das Darmepithel ein, besiedeln auch tiefere Schichten und verursachen Geschwüre mit Blutausscheidung.
Eine Unterscheidung der pathogenen von den apathogenen Stämmen ist in der Praxis bisher noch nicht möglich. Prinzipiell sollten in Lebensmitteln aber aus allgemeinen hygienischen Gründen keine E. Coli vorkommen. Wenn sie vorhanden, dann sind mit grosser Wahrscheinlichkeit auch andere Darmbakterien vorhanden. Der Nachweis von E. Coli wird deshalb als Indikator für fäkale Verunreinigungen benutzt.
Die Vermeidung von E. Coli setzt eine konsequente Personalhygiene voraus. Insbesondere ist der Wasserversorgung grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Kreuzkontaminationen zwischen Frischprodukten und verarbeiteten Produkten sind zu unterbinden. Eine Vermehrung kann durch die konsequente Einhaltung der Kühlkette vermieden werden.
Weitere Informationen zu enteropathogenen E. Coli finden Sie hier.