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Bei dir auf dem Land kannst du es noch beobachten: Die Bauern bringen im Herbst die Ernte ein. Maschinen und erwachsene Mitarbeiter unterstützen sie dabei. Früher aber mussten alle Landbewohner mit anpacken – auch die Kinder: Sie halfen im Sommer beim Heuen und im Herbst bei der Ernte. Dafür bekamen sie schulfrei. So entstanden auf dem Land die Sommer- und auch die Herbstferien.
Diese schulfreien Zeiten wurden in den einzelnen Gebieten jeweils ausgehandelt: Die Bauern hatten bei den Behörden ein Wörtchen mitzureden. Die Schule nahm Rücksicht auf ihre Interessen. Gemeinsam richtete man sich danach, was wann geerntet werden musste.
In den Städten wiederum wurden gewisse schulfreie Tage aus der Not heraus bestimmt. Früher, also vor über hundert Jahren, gab es dort noch viele arme Familien. Sie hatten nicht genug zu essen, hausten in engen Räumen, kamen zu selten an die frische Luft. Davon wurden ihre Kinder schwach oder gar krank. Deshalb schickte man sie in Ferienkolonien aufs Land oder auch in die Berge. Dort konnten sich die kleinen «Kolonisten» austoben, erholen und mal wieder satt essen. Dafür bekamen sie im Herbst einige Tage schulfrei. So entstanden die «Herbstkolonien». Später wurden daraus die Herbstferien.
Und heute? Da macht so manches Stadtkind gerne Ferien auf dem Bauernhof. Es kann da auch bei der Ernte mithelfen. Freiwillig.