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Joseph von, Optiker, geb. zu 6. März 1787 Straubing
[ * 5] in Bayern,
[ * 6] trat 1799 bei einem Spiegelmacher und Glasschleifer
in die Lehre,
[ * 7] gewann durch einen Unglücksfall die Teilnahme des Hofkammerrats v. Utzschneider, welcher ihn mit Lehrbüchern
der Mathematik und Optik versah. Ein Geschenk vom König Max benutzte er zur Beschaffung einer Glasschleismaschine
und zur Abkürzung seiner Lehrzeit. Er begann in Metall zu gravieren, sah sich jedoch durch den Krieg in seinem Erwerb gestört,
stand wieder als Glasschleifer in Kondition, bis er 1807 in dem mathematisch-mechanischen Institut von
Reichenbach,
[ * 8] Utzschneider u. Liebherr als Gehilfe angestellt wurde.
Hier glaubte er die Mangelhaftigkeit der dioptrischen
Fernrohre darin zu erkennen, daß die Gläser nicht genau nach der Theorie
geschliffen seien, und konstruierte deshalb nach Liebherrs Idee die Radius- oder Pendelschleifmaschine sowie eine Poliermaschine,
mit deren Hilfe er die verlangte Gestalt der Gläser mit mathematischer Genauigkeit hervorbringen konnte
(wobei zuerst die Newtonschen Farbenringe zum Kontrollieren der Arbeit benutzt wurden). Er konstruierte auch ein Sphärometer
und äußerst empfindliche Taster und erreichte durch diese Leistungen, daß er schon 1809 als Teilhaber von Utzschneider u.
Reichenbach aufgenommen und zum Leiter des nach Benediktbeuern verlegten optischen Instituts der Firma ernannt
wurde. Um eine sichere Basis für die Konstruktion der achromatischen Objekte zu gewinnen, untersuchte er die Brechungsexponenten
der verschiedensten Gläser für die verschiedenen Farben und gelangte dabei zur Entdeckung der dunkeln Linien im Sonnenspektrum
( Fraunhoferschen Linien), die er nun zur Bestimmung der Brechungsexponenten ganz bestimmter Farben benutzte.
Glas (Öfen für Holzfeu
* 9
Glas.
Nunmehr konnte er fast vollständig achromatische Gläserkombinationen berechnen und herstellen, dabei aber erkannte er die
Mängel der gebräuchlichen Flintglassorten und bemühte sich deshalb seit 1811 mit bestem Erfolg, völlig homogenes
Glas
[ * 9] für optische Zwecke herzustellen. Durch die nun gebotene Möglichkeit, mit dioptrischen Fernrohren den besten englischen Teleskopen
Konkurrenz zu machen, war der Weltruhm der optischen Anstalt begründet. Große Verbesserungen brachte
er bei der Aufstellung der astronomischen Refraktoren an, indem er die Bewegungsmechanismen so einrichtete, daß man der Bewegung
der Gestirne mit größter Stetigkeit folgen konnte.
Ferrari - Ferry
* 15
Fixsterne.
Gleichzeitig versah Fraunhofer die
Fernrohre mit einer Anzahl der vollkommensten Meßapparate. Seit 1811 beschäftigte er
sich auch mit dem Bau von Mikroskopen, und 1816 war sein großes Instrument vollendet, welches sich durch ein Schraubenmikrometer
auszeichnete. Gleichzeitig erfand er das Heliometer,
[ * 10] das vollendetste Doppelbildmikrometer, welches die Messung der Durchmesser
und Entfernungen von Sonne
[ * 11] und Planeten
[ * 12] ermöglichte. Fraunhofer wies auch nach, daß unser Auge
[ * 13] kein achromatisches
System ist, daß man, um bei verschiedener farbiger Beleuchtung
[ * 14] scharf zu sehen, das Auge verschieden scharf akkommodieren müsse.
Er untersuchte die Spektren der Planeten und Fixsterne
[ * 15] und machte mit der Untersuchung des Lichts künstlicher Lichtquellen
und des elektrischen Lichts die ersten Schritte auf dem Gebiet der Spektralanalyse,
[ * 16] deren Bedeutung er schon
ahnte.
Für das
Studium der Beugungserscheinungen gab er eine neue Methode an, indem er die beugende Öffnung unmittelbar vor das
Objektiv eines Fernrohrs
brachte; auch benutzte er zuerst statt der Öffnung die Gitter, bis 10,000 parallele Linien auf der
Breite
[ * 17] eines Zolles, welche er mit einer eigens konstruierten Teilmaschine zog. Die so beobachteten Beugungserscheinungen
( Fraunhofersche) bieten das sicherste Mittel zur Messung der Lichtwellenlänge. Nachdem 1819 das Institut nach München übergesiedelt
war, wurde Fraunhofer 1823 Mitglied der Akademie und zum Professor und Konservator des physikalischen Kabinetts der Akademie ernannt.
Mas a Fuera - Maschine
* 20
Maschine.
Seine vorzüglichste Leistung war der dioptrische
Koloß, ein für Dorpat
[ * 18] angefertigtes Fernrohr
[ * 19] von 9 Zoll
Objektivöffnung und 160 Zoll Länge mit einem überaus künstlichen Organismus der parallaktischen Maschine
[ * 20] und einem Mikrometerapparat,
welcher in Filar-, Netz-, Strichkreis- und Ringkreismikrometer zerfiel. Mit der Konstruktion eines noch größern Instruments
beschäftigt, starb er 7. Juni 1826. Sein Leben beschrieben Utzschneider in den » (Bd.
5), Astronomischen Nachrichten«
Merz in den » (1866) und Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern« Jolly ( Rede, . 1866). In Münch München ist
ihm ein Erzbild errichtet.