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Die Biodiversitäts-Konvention (Übereinkommen über die biologische Vielfalt; Convention on Biological Diversity, CBD) ist ein am 29. Dezember 1993 in Kraft getretenes internationales Umweltabkommen. Inzwischen ist das Übereinkommen von 193 Vertragsparteien unterzeichnet und auch ratifiziert worden. Die Schweiz hat es am 21. November 1994 ratifiziert. Bild: https://www.cbd.int/.
Diesen Dezember findet in Cancun (Mexiko) die 13. COP (Conference of the Parties) der Biodiversitäts-Konvention (CBD) statt. Im Rahmen des Abkommens wird bereits seit mehreren Jahren über die Synthetische Biologie diskutiert. Die CBD ist das einzige internationale Organ, das sich mit der Regulierung der rasant wachsenden Synthetischen Biologie befasst. An der 13. COP erhofft man sich eine ständige Kontrolle über die Entwicklungen in der Synthetischen Biologie zu etablieren und eine Regulierung der Synthetischen Biologie einzuführen.
Die Konferenz befasst sich folglich auch damit, zu welchen Schlüsselthemen dringend Beschlüsse gefasst werden müssen, damit die Synthetische Biologie nicht alle drei Ziele der Konvention gefährdet. Die drei gleichrangige Ziele sind: (1) Schutz der biologischen Vielfalt, (2) Nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile, (3) Zugangsregelung und gerechter Ausgleich von Vorteilen, welche aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen. Die Synthetische Biologie droht, alle drei Ziele der Konvention zu unterhöhlen, wenn es den Vertragsparteien nicht gelingt geeignete Beschlüsse zu fassen.
Die Heinrich Böll Stiftung hat fünf wichtige Aspekte für eine Kontrolle der Synthetischen Biologie zusammengestellt. Diese sind:
„1. Operationelle Definition. Es ist an der Zeit, dass die CBD eine Arbeitsdefinition des Begriffs „synthetische Biologie“ verabschiedet.
2. Vorsorgeprinzip: Gene Drives. Gene Drives bergen weitreichende ökologische und soziale Gefahren, weshalb ein Moratorium verhängt werden sollte.
3. Biopiraterie: Digitale Sequenzen. Die synthetische Biologie ermöglicht den digitalen Diebstahl und Einsatz von DNA-Sequenzen. Darauf muss sowohl in der CBD als auch im Nagoya-Protokoll eingegangen werden.
4. Sozio-ökonomische Auswirkungen: Nachhaltige Nutzung. Die CBD braucht ein Verfahren, um den negativen Auswirkungen von synthetischer Biologie auf die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt entgegenwirken zu können.
5. Cartagena-Protokoll: Risikobewertung. Die Vertragsstaaten müssen auf der COP-MOP 8 unbedingt die Ausarbeitung eines Leitfadens für die Risikobewertung von synthetischer Biologie.“
Die Heinrich Böll Stiftung warnt: „Besorgniserregend ist, dass die Biotech-Industrie scheinbar bewusst so handelt, als seien die neuen Technologien von den bestehenden Regeln und Definitionen ausgenommen. Damit wäre diese neue Generation an Biotechnologien weniger bewertbar und weniger reguliert als die vorhergehenden. Wenn sich die Vertragsstaaten der CBD nicht auf eine operationelle Definition für synthetische Biologie einigen können und sich nicht zu einem auf die Zukunft gerichteten Arbeitsplan verpflichten, der zumindest den schlimmsten Folgen entgegenwirkt, droht die Welt, ohne geeignete und verbindliche Regelungen blind in eine unsichere und risikoreiche Zukunft zu stolpern.“
- externer Link: Convention on Biological Diversity
- externer Link: Heinrich Böll Stiftung (Bericht als pdf zum Herunterladen)