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Lebensgeschichten von Leprabetroffenen
Mohan aus Indien
Mohan ist nur 16 Jahre alt, doch seine Hände und Füsse sind bereits durch Lepra verformt. Andauernd kommt der Strassenstaub in seine Augen, weil er die Lider nicht mehr schliessen kann. Mohan könnte erblinden. Seine Lepra wurde leider viel zu spät erkannt.
Der erste Arzt sagte ihm, er solle an die Sonne stehen. Als diese Therapie nichts nützte, brachten seine Eltern ihn zu einem traditionellen Heiler, aber dessen Mantras halfen auch nicht. In einem staatlichen Spital erhielt Mohan endlich die richtigen Medikamente. Das Lepra-Bakterium war gestoppt. Doch die Klauenhände und der Fallfuss konnten dort nicht behandelt werden. Dort riet man ihnen, den Spezialisten aufzusuchen - die Lepra-Mission. So reisten Mohan und seine Eltern hunderte von Kilometern zum Missionsspital in Delhi. Dort sah er zum ersten Mal, wie verformte Hände wiederhergestellt wurde „Ich war wie elektrisiert! Was, wenn auch ich operiert werden könnte?“ Scham, Ausgrenzung, Perspektivenlosigkeit – alles wäre auf einen Schlag weg.
Die Ärztin der Lepra-Mission setzte alles daran, dass Mohans Augenlider, Hände und Füsse wiederhergestellt werden konnten. Er hat nun grosse Chancen, eine Berufsausbildung in unserer Berufsschule in Faizabad zu machen.
Möchten Sie Mohan und anderen Jugendlichen wie ihm helfen? Unterstützen Sie unsere Lepra-Spitäler und Berufsschulen in Indien.
Saira aus Bangladesch
Saira lebte 10 Jahre mit Lepra ohne zu wissen, was sie hatte. Weil sie arm ist, konnte sie sich keinen guten Arzt leisten, der die Krankheit hätte diagnostizieren können. In all den Jahren wurden ihre Hände und Füsse durch die Krankheit gefühllos und verkrüppelt.
Endlich hörte Saira vom Spital der Lepra-Mission. Dort wurde ihre Lepra mit wirksamen Medikamenten geheilt. Doch als ihre Familie erfuhr, dass sie Lepra hat, verboten sie ihr heimzukehren. Sie hatten Angst, selber im Dorf ausgegrenzt zu werden.
So musste Saira alleine ausserhalb des Dorfes ohne Dach über dem Kopf leben. „Ich weinte sehr viel und dachte: was wird aus mir?“ sagt sie rückblickend. Zum Glück fand sie bald bei einer Leidensgenossin Unterschlupf. Eines Tages stellten ihr Mitarbeiter der Lepra-Mission Rabbani vor, ein Mann, der von seiner Frau verlassen worden war als sie gemerkt hatte, dass er Lepra hatte. Nicht lange nach diesem Treffen heirateten Saira und Rabbani. Die Lepra-Mission gab ihnen Baumaterial für ein kleines Haus.
Heute hat das Paar eine fröhliche Tochter. Doch auch sie erlebte Ablehnung. Die Lehrer wollten sie wegen der Lepra ihrer Eltern nicht in die Klasse aufnehmen. Einmal mehr setzte sich die Lepra-Mission für die Familie ein und bewirkte, dass die Tochter nun die Schule besuchen kann.
Sada aus DR Kongo
Das Leben war für Sada wegen Lepra ein einziger Kampf. Die Witwe aus des DR Kongo lebte mit ihren Kindern von der Hand in den Mund und hatte deswegen weder Energie noch genügend Geld, um eine eigene Existenz aufzubauen. So bettelte sie notgedrungen auf dem Markt, wofür sie sich schämte und minderwertig fühlte. Doch anders überleben konnte sie nicht.
Die Wende kam vor ein paar Jahren als unsere kongolesischen Mitarbeitenden Sada mit etwas mehr als 200 Franken halfen, ihren eigenen Marktstand zu errichten. Seither musste sie nie mehr betteln. Zudem zahlt die Lepra-Mission ihren Kindern das Schulgeld. Damit schafft sie der Familie eine ganz neue Perspektive für ihre Zukunft.
Sada ist überglücklich und von Dank erfüllt. "Jetzt bin ich ein Mensch wie alle anderen auch", sagt sie mit erhobenem Haupt. Auch ihre Kinder sind stolz auf sie.
Vijaya Maruti Bhoik aus Indien
Vijayas Leben war nicht immer einfach. Nachdem ihre Eltern gestorben waren, wuchs sie unter schwierigen Verhältnissen bei ihrer Tante auf.
Ihre Lepra begann mit weissen Flecken im Gesicht, welche mit falschen Medikamenten behandelt wurden. Erst als sie sich zwei Jahre später die Finger verbrannte, wurde klar, dass sie Lepra hat. Auf diese Hiobsbotschaft folgte weiteres Elend als ihre Tante begann, sie wegen der Lepra zu quälen.
Heute ist Vijaya 21-jährig und lernt Schneiderin an der Berufsschule in Nashik. Hier hat sie viele neue Freundinnen kennengelernt. Besonders schön findet sie die Andachten und die Gottesdienste in der Kirche. Sie liest gerne Bücher und liebt Computerspiele.
Nach Abschluss der Lehre möchte sie eine gute Arbeit finden. Die Lepra-Mission wird ihr auch dabei zur Seite stehen.
Sam Pariyar aus Nepal
Wegen Lepra wurde Sam Pariyar von seiner eigenen Familie und von der Gesellschaft ausgestossen und lebte lange Zeit als Bettler in den Strassen von Kathmandu in Nepal. Vor 20 Jahren übergab ihm die Regierung ein kleines Stück Land. Darauf baute sich Sam aus Plastik, Karton, Bambus und Wellblech eine kleine Slumhütte.
In einer Näherei fand er Arbeit, doch reicht sein geringer Verdienst bei weitem nicht aus, um seine Familie durchzubringen. Deshalb näht er unermüdlich in seinem Slum-Hüttchen weiter, mit einer Nähmaschine gesponsert von der Lepra-Mission. Goma, seine Frau, arbeitet als Bauarbeiterin. Trotz harter Arbeit reicht es nicht, beiden Kindern die Schulausbildung zu ermöglichen. Dank der Unterstützung von Spendern und Spenderinnen der Lepra-Mission können nun aber die Schulkosten bezahlt werden und die Kinder haben eine Chance der Armut zu entrinnen.
Mit der tatkräftigen Mithilfe von Sam und seiner Familie, baut die Lepra-Mission zudem ein einfaches Haus für umgerechnet Fr. 2‘500.-. Endlich sieht die Zukunft der Familie Pariyar besser aus und es gibt wieder hoffnungsvolle und fröhliche Gesichter zu sehen!
Tanimoune Tsalha aus Niger
Der 16jährige Tanimoune Tsalha lebt heute auf dem Spital-Gelände von Danja. Vor sechs Jahren wurde bei ihm Lepra diagnostiziert, als ein Gesundheitsmitarbeiter sein Heimatdorf besuchte, welches 100 km entfernt von Danja liegt. Tanimoune hatte damals schon seit einem Jahr rote Flecken auf seinen Armen, ignorierte diese jedoch.
Lepra hat Tanimounes Augenlider-Muskeln angegriffen, sodass diese nicht mehr richtig funktionieren. Seine damaligen Schulfreunde haben ihn deshalb ausgelacht. Aus diesem Grund hat sich Tanimounes entschieden, nach seiner Behandlung in Danja zu bleiben. Im Spital hat er genug zu Essen und kann sich dort auch waschen. Und er wird unterstützt, um die lokale Schule zu besuchen und Englisch zu lernen. Obwohl Tanimoune Therapie erhält, hat er immer noch Probleme mit dem Blink-Mechanismus seines rechten Auges.
Tanimoune erzählt: «Als meine Freunde mich abgelehnt hatten, war ich sehr traurig. Bei meiner Ankunft im Spital hatte ich an meinem linken Fuss ein Geschwür, welches bei einer Nichtbehandlung in einer Blutvergiftung geendet hätte. Am Anfang war ich unglücklich hier in Danja. Aber ich habe dann mit der Zeit neue Freundschaften mit Kindern aus der Umgebung geschlossen. Wenn ich nicht nach Danja gekommen wäre, hätte ich vielleicht meine Finger, Zehen und meine Freunde verloren. Ich wünsche mir, dass andere Kinder auch die gleiche Chance bekommen wie ich. Ich habe Gottes Güte gesehen».