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Insgesamt 1,06 Milliarden Dollar schrieb das Unternehmen auf seine Flugzeugflotte ab - weil die Flieger am Markt weniger wert sind und sie verschiedene Maschinen früher aus der Flotte nimmt. Weitere 808 Millionen Dollar musste Etihad auf seine Beteiligungen abschreiben, vor allem auf die insolvente italienische Fluglinie Alitalia und die seit langem defizitäre deutsche Fluggesellschaft Air Berlin.
"Es ist ein schwieriges Jahr für die weltweite Luftfahrtbranche", sagte Etihads Übergangschef Ray Gammell. Der harte Wettbewerb werde auch die Entwicklung im laufenden Jahr belasten.
Auch beim Umsatz musste die Gesellschaft 2016 Federn lassen. Obwohl die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahr von 17,6 auf 18,5 Millionen stieg, ging der Umsatz von 9,0 Milliarden auf 8,36 Milliarden Dollar zurück. Hauptgrund dafür waren die Ticketpreise, die aufgrund starker Konkurrenz rund 8 Prozent niedriger ausfielen als im Vorjahr.
Nach dem Abgang des langjährigen Etihad-Chefs James Hogan hat die arabische Fluglinie die Beteiligungen des Konzerns an anderen Airlines auf den Prüfstand gestellt. Für Alitalia sucht der nach der Insolvenz eingesetzte Sonderverwalter nach einem Käufer. Etihad hatte eine weitere Finanzspritze abgelehnt, nachdem die Belegschaft einen Sanierungsplan mit harten Einschnitten abgelehnt hatte.
Air Berlin hat einen Teil ihrer Flotte samt Besatzung an den Lufthansa-Konzern vermietet, der die Maschinen vor allem bei seiner Billigtochter Eurowings einsetzt. Eine Abspaltung der Touristiksparte auf Basis der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki ist vorerst geplatzt, nachdem sich der vorgesehene Bündnispartner, der weltgrösste Reisekonzern Tui und Etihad, nicht einig wurden. Niki sollte gemeinsam mit der deutschen Tui-Fluglinie Tuifly einen Ferienflieger bilden. Jetzt feilt Etihad an Alternativplänen. Die Lufthansa hat zwar Interesse an Teilen von Air Berlin bekundet, steht einer Übernahme des hochverschuldeten Unternehmens jedoch kritisch gegenüber.
Derzeit sucht Etihad noch nach einem endgültigen Nachfolger für Hogan. Der Manager hatte versucht, mit Beteiligungen an schwachen Gesellschaften wie Air Berlin, Alitalia, Darwin Airline und Air Serbia ein Partnernetzwerk aufzubauen. Damit wollte er zu den grösseren Fluglinien vom Persischen Golf, Emirates und Qatar Airways aufschliessen. Vor allem die Beteiligungen an Air Berlin (rund 29 Prozent) und Alitalia (49 Prozent) erwiesen sich jedoch als Milliardengräber./stw/das/he
(AWP)