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Das Reizleitungssystem
Damit das Herz das Blut wirkungsvoll vorwärtstreiben kann, müssen sich Tausende von Muskelzellen in den Vorhöfen und Ventrikeln gleichzeitig anspannen. Diese Gemeinschaftsaktion wird durch elektrische Impulse ausgelöst. Den Takt gibt eine Gruppe von Herzzellen im rechten Vorhof an, der Sinusknoten (1). In diesem entsteht der Impuls, der sich anschliessend in den Vorhöfen ausbreitet. Die Überleitung von den Vorhöfen auf die Ventrikel erfolgt durch den AV-Knoten (3) (AV steht für Atrium und Ventrikel). Er stellt die elektrische Verbindung zwischen Vorhöfen und Ventrikeln her. Nach der Passage des AV-Knotens leiten das His-Bündel und die Purkinje-Fasern(Reizleitungsfasern) den elektrischen Impuls in die Ventrikel und deren Muskulatur weiter.
Jeder Herzschlag (Systole) wird elektrisch ausgelöst. Durch ständige Wiederholung entsteht der Herzrhythmus. Im Normalfall gibt der Sinusknoten den Takt an – er ist der natürliche Schrittmacher. Dabei passt er seinen Takt den Bedürfnissen des Organismus an. Dank seiner Empfindlichkeit gegenüber Nervensignalen und Hormonen, wie beispielsweise dem Adrenalin, kann der Sinusknoten den Puls bei sportlicher Betätigung erhöhen und in Ruhe verlangsamen. Die elektrischen Entladungen des Herzens können im Elektrokardiogramm (EKG) aufgezeichnet werden. Das EKG zeigt, ob die elektrische Aktivität des Herzens koordiniert ist. Es ist die entscheidende Untersuchung, um eine Herzrhythmusstörung nachzuweisen und ihren Typ zu bestimmen. Auf einem normalen EKG sind drei Ausschläge, so genannte Wellen sichtbar. Die P-Welle entspricht der Kontraktion (Anspannung) der beiden Vorhöfe. Die markantere QRS-Zacke entsteht bei der Kontraktion der Ventrikel. Es folgt die T-Welle, die die Regeneration der Herzzellen anzeigt. Zwischen zwei Herzschlägen lädt sich das Erregungsleitungssystem wieder auf, genau wie der Herzmuskel selbst, der sich nach jedem Schlag entspannt und mit Blut füllt.
Der Puls
Der Ruhepuls eines durchtrainierten Menschen kann bloss 45 Schläge in der Minute betragen, während er bei Fieber oder bei Aufregung 100 Schläge pro Minute übersteigen kann. Eine körperliche Anstrengung erhöht den Puls ebenfalls entsprechend ihrer Intensität. Bei maximaler Belastung kann die Herzfrequenz in Abhängigkeit vom Alter kurzzeitig auf 180/Min. oder mehr hochschnellen. Der Herzrhythmus ist also keine feste Grösse, sondern reagiert sinnvoll auf innere und äussere Einflüsse.