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Ein Nomen ist das Hauptwort eines Satzes, das einen Artikel annehmen kann und das den Kasus (Fall) angibt. Mit dem Kasus wird das Satzglied gekennzeichnet. Das Hauptwort zeigt die Größe, die handelt oder an der gehandelt wird. Durch den Numerus (Anzahl) wird die Größe definiert, ob sie in Mehrzahl oder Einzahl auftritt. Das Genus gibt das grammatische Geschlecht männlich oder weiblich an.
Das Nomen kann alle Satzglieder bilden, ausgenommen das Prädikat, das kann nur durch ein Verb gebildet werden. Da das Nomen keinen Kasus aufweist, ist die Einordnung in ein Satzglied erklärungsbedürftig. Der Kasus, weil er nicht markiert ist, hat keine statische oder dynamische Bedeutung im Hebräischen, sondern diese werden mit der Präposition gebildet, z. B. statisch im Haus (בַּבָּיִת Gen. 27,15) oder dynamisch ins Haus (אֶל־הַבָּיִת Jer. 39:14). Folgende Kasus sind zu unterscheiden:
|Kasus||Funktion||Merkmale|
|Nominativ||Subjekt||
Im Hebräischen ist das Subjekt, abgesehen vom Prädikat, das erste Satzglied. Wenn das nicht der Fall ist, so sind die vorgezogenen Satzglieder betont. Ein Standardbeispiel ist Jona 2,1:

וַיְמַן יְהוָה דָּג גָּדוֹל
(Und [es] bestellte JHWH einen großen Fisch.)
|Prädikativ||Das Prädikativ kann mit dem Kopulaverb הָיָה (sein, werden) gesucht werden. Dabei ist dieses Verb zwischen zwei Nomen, die das Muster A ist B bilden, wobei A oder B das Subjekt ist und das andere das Prädikativ. Ein gutes Beispiel ist Hosea 7,8:

אֶפְרַיִם בָּעַמִּים הוּא יִתְבּוֹלָל אֶפְרַיִם הָיָה עֻגָה בְּלִי הֲפוּכָה׃
Ephraim vermischt sich mit den Völkern; Ephraim ist ein Kuchen geworden, der nicht umgewendet ist.
Die metaphorische Aussage hat als Prädikativ den Begriff Kuchen, der nicht umgewandt wurde. So kann angenommen werden, dass Ephraim auf der einen Seite verbrannt und auf der anderen roh ist, damit ist dieser Kuchen für Gott ungenießbar.
Bibleworks 10-Suche:
¾Á@nÁ hyh@vÁ Á@nÁ
(‘*@n* היה@v* *@n*)
|Vokativ||
Der Vokativ wird im Hebräischen mit dem Nominativ ausgedrückt. Der Vokativ ist kein satznotwendiger Teil, sondern eine Interjektion. Grammatikalisch ist daher der Vokativ auch zur Probe weglassbar.

Der Vokativ ist daran zu erkennen, dass zwei Nominative im gleichen Satz vorhanden sind, die jeweils das Subjekt bzw. Prädikativ sein könnten. Da aber nur jeweils ein identisches Satzglied im Satz vorkommen darf, bleibt letztendlich nur eine Möglichkeit, nämlich der Vokativ. Der Kontext zeigt dann, welches der Vokativ ist.
Ps. 45,7 (45,6) vgl. auch Heb. 1,8, wo auch der Nominativ im griechischen Grundtext als Vokativ (mit Artikel, denn dieser wäre als Prädikativ außergewöhnlich) vom inspirierten Verfasser verwendet wird:
כִּסְאֲךָ אֱלֹהִים עוֹלָם וָעֶד שֵׁבֶט מִישֹׁר שֵׁבֶט מַלְכוּתֶךָ׃
Dein Thron, o Gott, ist immer und ewiglich, ein Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter deines Reiches.
Das Zitat aus Heb. 1,8:
όνος σου, ὁ θεός, εἰς τὸν αἰῶνα τοῦ αἰῶνος· ῥάβδος εὐθύτητος ἡ ῥάβδος τῆς βασιλείας σου.
|Überschriften||
In Psalmen z. B. „ein Maskil“ (מַשְׂכִּיל Weisheitslied)

Ps. 42,1:
לַמְנַצֵּחַ מַשְׂכִּיל לִבְנֵי־קֹרַח׃
Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs. Ein Maskil.
|Genitiv||Attribut||
Das Nomen im Genitiv ist kein Satzglied, sondern ist ein Bestandteil eines Satzgliedes. Grammatikalisch ist daher das Attribut auch zur Probe weglassbar. Das Attribut lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen, z. B. Attribute für die Kategorien Besitzer, Urheber, Teil-Ganzes Verhältnis, Näherbestimmung etc.

Jes 65,25:
זְאֵב וְטָלֶה יִרְעוּ כְאֶחָד וְאַרְיֵה כַּבָּקָר יֹאכַל־תֶּבֶן וְנָחָשׁ עָפָר לַחְמוֹ לֹא־יָרֵעוּ וְלֹא־יַשְׁחִיתוּ בְּכָל־הַר קָדְשִׁי אָמַר יְהוָה׃
Wolf und Lamm werden beisammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Speise sein. Man wird nicht übeltun noch verderbt handeln auf dem ganzen Berg meiner Heiligkeit, spricht Jehova.
Im obigen Beispiel wird eine Konstruktusverbindung als Genitivus qualitatis verwendet, welche die Eigenschaft des Berges angibt.
|Dativ||indirektes Objekt||An dem Lamed wird der Dativ erkannt (לַמְנַצֵּחַ (dem Vorsänger Ps. 22,1)|
|Akkusativ||direktes Objekt||
Der Akkusativ ist in der Reihenfolge nach dem Subjekt zu erwarten. Eine Ausnahme ist, wenn es mit Hilfe von אֶת (Nota accusativi) eine bevorzugte Stellung vor dem Subjekt erhält, damit wäre der Akkusativ betont. Vgl. dazu Neh. 3,13:

אֵת שַׁעַר הַגַּיְא הֶחֱזִיק חָנוּן וְיֹשְׁבֵי זָנוֹחַ
„Das Tor des Tales hat ... verstärkt.“ (siehe Konstruktusverbindungen).
Im Beispiel ist das Taltor betont und weniger die, die es verstärkt haben.
Der Artikel ist für alle Geschlechter (Genera) gleich. Er knüpft sich mit dem Konsonant Heh(ה) an den Wortanfang an.
Es gibt ein grammatikalisches und ein biologisches Geschlecht. Die singulare männliche Form kann nicht erkannt werden, aber die weibliche ist an der Endung zu erkennen, die mit der Maters lectionis (Qamets Heh הָ) oder Tav (ת) markiert sind.
Geräte, geographische Namen, paarweise vorkommende Körperteile, Naturkräfte, Stoffe, Abstrakta sind häufig im Genus Feminin.
Die normale Verwendung als Einzahl (Singular) oder Mehrzahl (Plural).
Der Plural kann für die Intensivierung (Intensivplural) benutzt werden, so steht im Jes 53,9 Tod (בְּמֹתָיו) im Plural, um die Schwere des Todes anzudeuten (vgl. auch Mt 27,57, wo wir genau das erfüllt sehen, denn auch Delitzsch übersetzt «der Reiche» mit עָשִׁיר ins Hebräische wie bei Jesaja). Dort wo nur der Singular möglich ist, aber der Plural verwendet wird, ist die Funktion eine Verstärkung bzw. Intensivierung des Hauptwortes.
Der Plural kann zum Erzeugnis oder Produkt einer singularen Form verwendet werden. Z. B. ist das der Weizen in Singular und das Erzeugnis Plural das Korn, oder Flachs als Singular und Leinen als Produkt aus dem Flachs wird im Plural geschrieben.
Die duale Form zeigt das paarweise Aufkommen, z. B. der Nasenlöcher, Arme, Beine, Schenkel, Augen, Ohren, Wimpern bzw. Augenbrauen oder Lippen.
Es gibt im Hebräischen Wörter, die nur im Plural vorkommen wie räumlich und zeitliche Ausdehnung bzw. Dimensionen, Abstrakta.
Abstrakta: Das Leben הַחַיִּים (Koh. 2:17)