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Lectio VII
Der grösste Teil der Einwohner Roms wohnte in oft engen Wohnungen in riesigen Mietshäusern, die einen ganzen Block umfassten und deshalb insulae genannt wurden, weil sie wie Inseln zwischen vier Strassen standen.
Die wohlhabenden Römer aber konnten sich eine domus, ein eigenes Haus, leisten. In Rom selbst ist von solchen Privathäusern wenig erhalten geblieben, wohl aber in Pompeii und in Herculaneum, zwei kleineren Städten in der Nähe von Neapel, die im Jahre 79 n. Chr. vom Vulkan Vesuv verschüttet und so bis in unsere Zeit konserviert wurden. Solche Häuser waren immer ähnlich aufgebaut. Anders als moderne Häuser hatten diese Häuser ausser ganz kleinen Fenstern auf die Strasse praktisch keine Fenster nach aussen, das Licht fiel durch den Innenhof und den Garten.
Später baute man dann statt des Gartens nach griechischem Vorbild ein Peristylium, mit dem ein von einem Säulengang umrahmten Ziergarten mit Nebenräumen gemeint ist. Dieses sogenannte Peristylhaus verbreitete sich schnell. Es hatte nur zwei Räume, die für Gäste zugänglich waren: Im Atrium warteten am Morgen Klienten darauf, zu Gesprächen zu ihrem Patron ins Tablinum vorgelassen zu werden. Das Tablinum stellt zugleich den Übergang vom öffentlicheren Bereich zum privateren Bereich hinten dar, denn einerseits wurden dort Geschäftsgäste empfangen, andererseits diente der Raum aber auch als Empfangsraum für Privatgäste.
Gespeist wurde im Triclinium; in manchen Häusern gab es verschiedene Triclinia für die verschiedenen Jahreszeiten. Die Läden waren meist nur nach aussen offen und ohne Durchgang zum Haus.
Die Wände der römischen Häuser waren mit kräftigen Farben bemalt. In einer ersten Phase stellte die Bemalung nur farbige Steine dar, später kamen Ornamente und figürliche Darstellungen, ja regelrechte Gemälde dazu. Die Oberfläche der bemalten Wände wurde nach dem Trocknen gewachst, was den Farbauftrag leuchten liess und schützte. So sind viele dieser Fresken bis heute erhalten geblieben.