Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/2187

1908-1922 Jakob und Marie Schiess-Walt
1908 kaufte Jakob Schiess-Walt die Bäckerei mit Wirtschaft und Landwirtschaft von der Mühle Eberli in Rickenbach. Sie war durch jahrelang wechselnde Pachten vernachlässigt und heruntergekommen. Bis 1908 hatte der Betrieb keinen Namen – es hiess einfach <<bi Beggäs>>.
Der Löwen wurde also 1908 aus der Taufe gehoben. Der Saal bestand damals schon, war bei der Übernahme aber total leer. Wirtstube und Backstube waren im selben Raum. Auf den Bänken um den Ofen standen Backmulden. In der zweiten Wirtstube – genannt Sommerstube – waren 3 Tische.
Das Ladenlokal war früher Elternschlafzimmer. Der Stall bot damals Platz für 5-6 Stück Vieh.
1910 wurde die elektrische Beleuchtung eingerichtet. 1914 musste Jakob Schiess ins Militär einrücken. Der erste Weltkrieg war ausgebrochen. Er dauerte bis 1918 und die Rationierung brachte erhebliche Verluste. Marie Schiess-Walt mit ihren 8 Kindern kümmerte sich in dieser Zeit um den Betrieb.
Im Sommer 1920 trat in unserem Dorf die Maul- und Klauenseuche auf. Auch der Stall des “Löwen” war betroffen.
1922-1938 Paul und Hulda Schiess-Häberli
1922 übernahmen Paul und Hulda Schiess-Häberli die Wirtschaft und die Bäckerei.
Die Landwirtschaft wurde noch 2 Jahre von den Eltern weitergeführt. 1927 wurde der Saalbetrieb wieder aufgenommen. 1935 erkrankte Paul schwer und erholte sich nicht mehr. 1938 verstarb er.
1938-1940 Hulda Schiess-Häberli
In der schweren Krankheitszeit wurde das Geschäft von Hulda, den 6 Kindern und einem Bäcker aufrecht erhalten. Es war eine schwere und entbehrungsreiche Zeit. Im Sommer 1939 wurde nach Umbauarbeiten die Wirtschaft in ein Gasthaus umgewandelt.
1940-1954 Albert und Hulda Schiess-Schiess
1940 heiratete Hulda Albert Schiess, der die Familie in den letzten schweren Jahren tatkräftig unterstützt hatte. 1940 brach der 2. Weltkrieg aus. Auch Albert musste Dienst leisten.
Hulda leitete den Betrieb mit den Kindern weiter. 1943 wurde dem Paar noch ein Sohn geschenkt. Nach dem Krieg wurde der Löwen bekannt durch seine Metzgete und die Tanzanlässe im Saal.
1954-1984 Edwin und Margrit Schiess-Schenk
1954 übernahmen Edwin und Margrit Schiess-Schenk den Betrieb. 5 Kinder – 3 Söhne und 2 Töchter – lebten in dieser Generation im Löwen. Edwin und Margrit führten die Tradition fort und modernisierten den Betrieb weiter. Edwin legte auch den Grundstein für die bekannte Kirschtorte.
ab 1984 Martin und Marianne Schiess-Thalmann
1984 gingen Restaurant und Bäckerei in die Hände von Martin und Marianne Schiess-Thalmann über. Eine Tochter und ein Sohn gehören zur Familie. 1989 erfolgte der Umbau des Restaurants und der Bäckerei. 2000 wurde der Saal erneuert, 2005 die Bäckerei wesentlich erweitert.
Jede Generation erkannte die Zeichen der Zeit und setzte ihr Wirken zum Wohle des Betriebs ein. Immer wurde auf Tradition geachtet, aber man verschloss sich niemals dem Fortschritt und den wechselnden Bedürfnissen der Kundschaft. Qualität und Frische der Produkte sowie die persönliche Beziehung zu Gästen und Kunden sind die Eckpfeiler der langjährigen erfolgreichen Geschäftszeit.