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ORNITHOLOGISCHER BEOBACHTUNGSKALENDER
VOM PFÄFFIKERSEE / WINTER 2003/2004
(1. Oktober 2003 bis 31. März 2004)
Liebe Freunde des Pfäffikersee-Gebietes
Hier mein Bericht über die Beobachtungen im Winter 2003/2004. Auch im letzten Winter war der See nie vollständig mit Eis bedeckt, so dass die Wintergäste nicht auf andere Gewässer ausweichen mussten.
STATISTIK
Der vorliegende Bericht basiert auf 983 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:
89 verschiedene Vogelarten, davon 29 Indikatorarten
Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.
ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE
Ende März flog eine Gruppe von 10 Silberreihern übers Robenhauserriet und landete am Schilfsaum in der Auslikerbucht.
Anfang 2004 zeigten sich zweimal kurz Weibchen des Zwergsägers.
Ein Weibchen der Kornweihe jagte im Herbst 2003 im Robenhauserriet und wurde jedes Mal von Krähen verfolgt. Immer häufiger kann auch der Wanderfalke im Riet angetroffen werden.
Teilweise jagt er Lachmöwen. Im Oktober/November wurden 3 Kraniche im Flug über unser Gebiet beobachtet.
Die Zwergmöwe erscheint in letzter Zeit nicht mehr so oft wie früher. Drei mal in der Berichtsperiode konnten wir sie beim Stosstauchen beobachten.
Im November 2003 konnte regelmässig ein Waldkauz festgestellt werden, der an der Ostseite des Sees jagte.
Der 16. März ist ein sehr frühes Datum für einen ziehenden Wiedehopf.
Auf dem Herbstzug erschien die seltene Heidelerche.
Immer wieder treten exotische Enten auf, die wohl aus der Gefangenschaft geflüchtet sind. Im letzten Winter trafen wir regelmässig eine Bahamaente, eine Chilefepfeifente und eine Brautente. Sie waren alle wenig scheu und wurden von den Besuchern gefüttert.
TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN
Der Zwergtaucher war regelmässig und gut vertreten. Einige Schwarzhalstaucher verweilten im November am See. Der Höchstbestand der Haubentaucher lag Ende Januar/Anfang Februar bei etwa 150 Ex. Bei den Kormoranen war ein einziger grösserer Einflug von 150 Vögeln im Dezember zu verzeichnen.
Die Rohrdommeln waren nicht mehr so zahlreich vertreten, wie ein Jahr zuvor Am Nord- und Südufer stellten wir insgesamt 3 Individuen fest.
Die Rostgänse gehören nun zu den regelmässigen Wintergästen am Pfäffikersee. Um die 20 Gänse waren gleichzeitig im Strandbad Auslikon auf Nahrungssuche.
Die Krickente war eher häufiger, die Pfeifente dagegen seltener zu beobachten. Eher zugenommen haben die überwinternden Schnatterenten und auch die Löffelenten waren während der ganzen Berichtsperiode zugegen. Der Höchstbestand von 80 Ex. wurde Ende Dezember gezählt. Bei Kolben-, Tafel und Reiherenten blieben die Höchstbestände im üblichen Rahmen. Auch die Schellenten gehören im Winterhalbjahr zu den regelmässigen Gästen, die sich in kleinen Gruppen rund um den See ansiedeln.
Offenbar sind die Gänsesäger sehr mobil und fliegen zwischen den Seen hin und her. Nur so sind die stark schwankenden Bestandeszahlen von Tag zu Tag zu erklären.
Wir Ornithologen schätzen die Möglichkeit, im Winter die Wasserralle und das Teichhuhn regelmässig beobachten zu können. Während der Brutzeit sind die beiden Arten während Wochen fast unsichtbar.
Bereits gegen Ende Februar erschienen die ersten Kiebitze und gegen Ende März brüteten bereits die ersten Weibchen. Nachdem bereits im Herbst immer wieder Gruppen von Bekassinen auf Nahrungssuche im Riet angetroffen wurden, erschienen im März die ersten Zugvögel. Erfreulich, dass der letztjährige Brutplatz sofort wieder besetzt wurde.
Die Sturmmöwen erreichten im Winter 2003/2004 keine grossen Bestände. Auf einer Eisfläche wurde im Februar ein Maximum von 37 Ex. gezählt. Ein Paar Weisskopfmöwen haben den Pfäffikersee als Daueraufenthaltsort erkoren. Ende März balzten sie intensiv und besetzten kurzzeitig auch das Brutfloss im Chliisee, wo eine Kopulation beobachtet wurde.
Im letzten Winter waren besonders viele, schöne Eisvogelbeobachtungen möglich. Es dürften vier Vögel am See überwintert haben. Anfang März war im Gebiet Kanal/Fischzucht ein balzendes Paar festgestellt worden. Die Vögel verschwanden um Mitte März in Richtung Brutplatz.
Erfreulich war die Tatsache, dass nebst dem regelmässig rufenden Grünspecht, hin und wieder auch der Grauspecht zu hören war.Wie schon in früheren Jahren entfaltet der Kleinspecht jeweils im März eine grosse Aktivität. Er ruft und trommelt. Dennoch konnten wir in den letzten Jahren nie mehr eine Bruthöhle finden.
Ebenfalls im Winter sind die Wasseramseln sehr aktiv. Man kann sie zu dieser Jahreszeit singen hören und im März wird bereit mit der Brut begonnen.
Wir warten immer wieder mit Spannung auf den Raubwürger, denn er gehört zu den traditionellen Wintergästen. Im letzten Winter wurde er am 11. Oktober zum ersten Mal gesichtet und Anfang März hat er sich wieder verabschiedet.
Die Kernbeisser erschienen in der Berichtsperiode nur selten und stets nur mit wenigen Ex.
Häufiger und teilweise in grösseren Schwärmen waren die Erlenzeisige unterwegs.
GESAMTBILANZ
Erneut ein eher milder Winter mit wenig Schnee und nur geringer Eisbildung auf den See. Es fehlten daher die nördlichen Wintergäste.
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