Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/159313

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, in dem - soweit unser Land betroffen ist - Bilanz über den Handel mit Gold gezogen wird, das unter menschenrechtsverletzenden Bedingungen abgebaut wird. Es soll ausserdem untersucht werden, welche Massnahmen in der Schweiz getroffen werden könnten, um dieser Situation ein Ende zu bereiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie der Bundesrat im Grundlagenbericht Rohstoffe dargelegt hat, ist er sich des Risikos bewusst, dass illegal geschürftes Gold, bei dem die Möglichkeit von Menschenrechtsverletzungen besteht, in die Schweiz importiert wird. Der Edelmetallhandel in der Schweiz wurde auch einer Analyse unterzogen, und zwar im Rahmen des "Berichtes über die nationale Beurteilung der Geldwäscherei- und Terrorismusfinanzierungsrisiken in der Schweiz" (<a href="https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&amp;msg-id=57750">https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&amp;msg-id=57750</a>), der von einer vom Bundesrat eingesetzten interdepartementalen Arbeitsgruppe vorbereitet wurde. Aufgrund des Risikos wurden von verschiedenen Ländern und von der Rohstoffbranche selbst freiwillige Initiativen und Instrumente lanciert, die Unternehmen beim nachhaltigen Abbau von Rohstoffen unterstützen sollen.</p><p>Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren besonders stark in den beiden folgenden Initiativen engagiert: a. der Ausarbeitung und Umsetzung der Leitlinien der OECD für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolle Lieferketten für Mineralien aus Konflikt- und Risikogebieten (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas) und b. der Better-Gold-Initiative. Mit dieser Initiative, die 2013 lanciert wurde, soll ein Markt für Gold aus peruanischen Kleinminen geschaffen werden, die die anerkannten Kriterien für Sozial- und Umweltverantwortung einhalten.</p><p>Die Goldindustrie hat ihrerseits freiwillige Normen mit unabhängigen Prüfverfahren erarbeitet, um die Rückverfolgbarkeit des von ihr verarbeiteten Goldes sicherzustellen, die Menschenrechte einzuhalten und zu verhindern, dass sie mit ihrer Tätigkeit Konflikte schürt. Die beiden wichtigsten Initiativen in diesem Bereich sind: a. die Responsible Gold Guidance, die die von der London Bullion Market Association zertifizierten Goldraffinerien verpflichtet, die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht gemäss den Empfehlungen der OECD zu erfüllen und eine verantwortungsvolle Angebotskette für Mineralien aufzubauen, und b. die Member Certification und die Chain of Custody Certification des Responsible Jewellery Council, deren Ziel es ist, entlang der ganzen Angebotskette verantwortungsvolle Praktiken zu fördern.</p><p>Es gibt keine Studie über die Eignung und die Wirkung der Initiativen und Standards für soziale Verantwortung, die von der Schweiz und der Branche selbst im Goldsektor eingeführt wurden. Eine solche Studie würde es erlauben, einen Überblick über den Goldsektor in der Schweiz, seine Hauptakteure sowie potenzielle Risiken und Herausforderungen zu erstellen. Die mit diesem Postulat verlangte Untersuchung steht materiell in engem Zusammenhang mit den laufenden Arbeiten in Erfüllung des Postulates 12.3503, "Eine Ruggie-Strategie für die Schweiz". Im Interesse einer optimalen Koordination und Kohärenz und um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, wird das Postulat 15.3877 als Massnahme in den Bericht über "Eine Ruggie-Strategie für die Schweiz" integriert. In diesem Sinne befürwortet der Bundesrat die Annahme des Postulates.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.