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Krampfader
Krampfadern (Varikosis) gehören zu den häufigsten chirurgischen Leiden überhaupt. Krampfadern sind bei 50 bis 55 Prozent der Frauen und 40 bis 50 Prozent der Männer vorhanden. Es handelt sich um eine Erweiterung der oberflächlichen Venen mit zunehmender Schlängelung der Gefässe.
Ursachen
Prinzipiell werden zwei unterschiedliche Mechanismen unterschieden, die zur Venenerweiterung führen können. Bei der sogenannten primären Varikose handelt es sich um Veränderungen von Venenwand und Venenklappen. Aufgabe der Venenklappen ist es, den Rücktransport des Blutes aus den Beinen Richtung Herz auch im Stehen zu gewährleisten. Können die Klappen nicht mehr dicht schliessen, kann es insbesondere beim Stehen oder starken Pressen zur Stauung kommen und weitere Venenabschnitte können betroffen werden. Die sogenannte sekundäre Varikosis stellt eine Reaktion auf Abflussstörungen, z.B. Thrombosen (Blutgerinnseln) dar. Über oberflächlich gelegene Venen wird Blut über Umgehungskreisläufe am Hindernis vorbei transportiert. Je nach Art und Lokalisation der betroffenen Venen spricht man von Stamm- oder Seitenastvarizen. Es können auch die Verbindungsvenen, sogenannte Perforansvenen, zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem betroffen sein. Dann spricht man von 'inneren' Krampfadern.
Krankheitswert
Die von der Varikosis verursachten Beschwerden können je nach Ausprägung von rein kosmetischen Störungen über Beinschwellung, Juckreiz, Spannungsgefühl und Schmerzen bis hin zur Schädigung der Haut mit schwer heilbaren Wunden reichen. Diese ausgeprägte Variante, gemeinhin bekannt als das Krankheitsbild des "offenen Beines", kommt bei knapp ein Prozent der betroffenen Patienten vor.
Diagnostik
Vor Erstellung eines Behandlungsplans muss das Vorliegen einer arteriellen Durchblutungsstörung ausgeschlossen werden. Die Ausdehnung des Krampfaderleidens kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung bestimmt und wichtige Punkte markiert werden, sodass die individuell geeignete Therapie festgelegt werden kann.
Therapie
Die klassische operative Therapie besteht in der Entfernung der betroffenen Venenabschnitte. Bei Seitenastvarikosis erfolgt die Entfernung der Venenabschnitte über ca. zwei Millimeter lange Schnitte, bei der sogenannten Stammvarikose können Schnitte in der Leiste oder Kniekehle notwendig sein. Anschliessend werden die Hauptvenen mit Hilfe eines drahtförmigen Instruments ("Stripper") über einen weiteren kleinen Schnitt entfernt. Bei der Operation werden nur oberflächliche Venen zerstört, sodass der Blutrückfluss gewährleistet bleibt. Zunehmend werden Techniken angeboten, bei denen diese langen Stammvenen mit verschiedenen Methoden von innen verödet werden und die ähnliche Langzeitergebnisse wie die klassische operative Therapie bieten sollen (endovenöse Laserablationen, Schaumsklerotherapie). Wir arbeiten eng mit den Kollegen der Universitätsklinik für Angiologie zusammen. Dort ist es, abhängig von Art und Lokalisation der Krampfadern, auch möglich, diese unter Ultraschallkontrolle mit Unterspritzung der Venen zu veröden (Schaumsklerotherapie). In jedem Fall wird durch die Kooperation beider Disziplinen eine den Beschwerden und der Ausdehnung der Krampfadern angepassten Therapie gewährleistet.
Nebenwirkungen
Schwerwiegende Komplikationen nach der klassischen Operation der Krampfadern sind selten und beschränken sich in der Regel auf Blutergüsse und leichte, in der Regel wieder verschwindende Gefühlsstörungen.
Nachbehandlung
Wichtiger Eckpfeiler der Therapie ist die Fortführung einer Kompressionstherapie mit Spezialstrümpfen in der Regel für vier Wochen nach der Operation. Bei ausgeprägter chronischer Schädigung der Haut wird auch eine dauerhafte Therapie empfohlen.