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«Die Gewalt in den öffentlichen Verkehrsbetrieben beschäftigt den Staatsrat und er ist gewillt, im Rahmen seiner Möglichkeiten die Verkehrsbetriebe zu unterstützen.» Dies schreibt die Regierung in Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage von SP-Grossrat Michel Clément, Freiburg. Er wollte wissen, welche Massnahmen dem Kanton zur Verfügung stehen, um dem Gewaltanstieg in den öffentlichen Verkehrsmitteln entgegenzuwirken.
In seinem Schreiben gibt der Staatsrat bekannt, dass vom 1. Januar 1999 bis 1. Mai 2000 rund vierzig Klagen über Drohungen, Tätlichkeiten und Körperverletzungen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Nähe von Bahnhöfen oder Haltestellen bei der Kantonspolizei eingegangen sind. Letztere hält fest, dass «die Gewalt in den öffentlichen Verkehrsmitteln ein bekanntes soziales und erzieherisches Phänomen ist.»
Die Polizei macht darauf aufmerksam, dass sie mit ihrem Personalbestand die Präsenz nicht verstärken könne und dass die Bahnhofpolizei durchschnittlich jeden zweiten Tag im Kanton im Einsatz ist. Diese stelle fest, dass die Morgenstunden gewöhnlich ruhig sind, die Probleme im Laufe des Tages zunehmen und gegen Ende des Nachmittags ihren Höhepunkt erreichen.
Aufgrund der Probleme mit dem agressiven Verhalten von Personen gegenüber dem Personal haben die GFM und die städtischen Verkehrsbetriebe eine Arbeitsgruppe gebildet, um eine Lösung für diese Übergriffe zu finden. Die beiden Gesellschaften haben sich ferner mit weiteren Westschweizer Transportunternehmen einer Charta für höhere Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln angeschlossen.
Am vergangenen 26. April hat das Verkehrs- und Energiedepartement auf Anfrage der SBB ein Treffen zwischen Vertretern der betroffenen Stellen organisiert, um angesichts der Bedrohungen des Personals «realistische Massnahmen» zu prüfen. An der Zusammenkunft wurden mehrere Ansätze ins Auge gefasst. So wurde vorgeschlagen, ein Präventionskonzept nach dem Modell Strassburgs einzuführen. Gemäss diesem Vorschlag würden zu bestimmten Tageszeiten und auf bestimmten Linien zwei Mitarbeiter dem Chauffeur beistehen und die Passagiere bitten, sich anständig zu verhalten. Sie könnten bei Problemen die Polizei verständigen.
Weitere Lösungsmöglichkeiten beziehen sich auf Informations- und Präventionskampagnen an Orientierungsschulen sowie in den Bahnhöfen und in den Zügen. Mittelfristig wird auch die Verstärkung der Bahnpolizei ins Auge gefasst.