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STELLEN SIE SICH FOLGENDES SZENARIO VOR!
Eine Softwarefirma programmiert eine Lösung für einen Kunden. Bei der Einführung bemängelt der Kunde, dass die Lösung nicht alle Anforderung richtig beinhaltet. Die Softwarefirma beruft sich auf die Anforderungsspezifikationen. Der Kunden moniert, dass er diese so nie abgesegnet hat. Streitwert in dieser Angelegenheit beträgt mehrere Tausend Franken. Ein Fall für eine Mediation!
Eine klassische Konfliktsituation, wie sie so oder ähnlich immer wieder vorkommt. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind Drehbuchautor oder Regisseur eines Films. Welches der nachfolgenden Enden würden Sie für Ihren Film wählen?
ENDE 1: DIE ESKALATION
Die Softwarefirma und der Kunde geben sich gegenseitig die Schuld an der Situation. Beide Parteien engagieren Anwälte, welche Klageschriften aufsetzen. Der Streit endet nach einem monatelangen Ringen mit einem Urteil vor Gericht. Beide Parteien binden über Wochen Ressourcen in diesem Prozess. Selbstredend, dass der Kunde in der Zwischenzeit einen anderen Softwarehersteller mit der Lieferung der Lösung beauftragt. Dieser kann Lösung aber erst Wochen nach dem Gerichtsurteil liefern. Die Beziehungen zwischen dem Kunden und dem ursprünglichen Softwareentwickler geht zu Bruch.
ENDE 2: DIE MEDIATION
Die Softwarefirma und der Kunde geben sich gegenseitig die Schuld an der Situation. Beide Parteien engagieren Anwälte, verständigen sich aber auf eine Mediation. Der Mediator macht die Positionen der beiden Parteien transparent. Dabei wird klar, dass die Softwarefirma aus Zeitdruck voreilig mit der Realisation begonnen hat. Sie hat ein mündliches OK seitens des Kunden als formale Abnahme interpretiert. Der Kunde seinerseits erkennt, dass die Anforderungsbeschreibungen in einigen Punkten unklar waren. Er hat zum Zeitpunkt der geplanten Abnahme zu wenig Zeit für die Abnahmegespräche mit der Softwarefirma aufgewendet.
Die Parteien einigen sich in der Medation darüber, wie die Situation gelöst wird. In einer Mediationsvereinbarung halten Sie die Massnahmen dazu fest. Sie bilden eine gemeinsame Taskforce zur möglichst schnellen Erledigung der ausstehenden Aufgaben. Die Anwälte prüfen die Vereinbarung auf rechtlich relevante Punkte, die Taskforce startet sofort mit der Arbei. Das Problem wird auf diesem Weg schnell gelöst. Die Beziehung zwischen der Softwarefirma und dem Kunden hat sich durch die Taskforce sogar noch gefestigt. Die Prozesse zur Beschreibung und Abnahme der Anforderungen werden auf beiden Seiten verbessert. Der Kunde empfiehlt den Softwarehersteller in seinem Netzwerk weiter.
WELCHES ENDE WÜRDEN SIE WÄHLEN?
Eine Mediation hat in diesem Beispiel folgende Vorteile:
- Die Diskussion im Konflikt ist immer zielorientiert und darauf ausgerichtet, eine tragfähige und nachhaltige Lösung zu finden.
- Die Parteien machen keine Schuldzuweisungen, sie formulieren den Weg zum Ziel.
- Die Mediation ist in der Regel immer schneller als ein Gerichtsverfahren.
- In einem Gerichtsverfahren gibt es einen Prozessgewinner und einen Prozessverlierer, in einer erfolgreichen Mediation gibt es keine Verlierer.
- In einer Mediation erarbeiten die Parteien die Lösung, in einem Gerichtsverfahren ist die Lösung eher fremdbestimmt.
- Eine erfolgreiche Mediation ermöglicht, dass die Beziehung zwischen den Parteien weiter möglich ist – und im Idealfall sogar noch gestärkt wird.
- Anwälte arbeiten in einer Mediation an einer tragfähigen Lösung mit. Sie können sich inhaltlich mehr einbringen als in einem Gerichtsverfahren, wo es eher um eine reine Auslegung vom Gesetz geht
- Und – die Parteien teilen die Kosten auf, sie sind tiefer als bei einem langwierigen Gerichtsverfahren.
Wie gehen Sie das nächste Mal vor, wenn in Ihrem beruflichen Umfeld ein Konflikt entsteht? Werden Sie zum Regisseur Ihres eigenen Films und schließen Sie diesen mit einer Happy End-Szene ab!
Haben Sie noch weitere Fragen? Dann rufen Sie mich jetzt an!
David Bärtsch, Experte für Commercial Mediation, Konfliktlösungs-Coach, Peace Maker. Als Unternehmsentwickler und systemischer Coach kennt er viele Konfliktsituationen und die möglichen Lösungsansätze aus der Praxis.