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Ein weltveränderndes Wort hat Geburtstag: Vor 25 Jahren wurden die Weichen dafür gestellt, dass "googeln" zu einem Synonym für die Internet-Suche wurde. Es hätte auch anders kommen können. Als die Stanford-Studenten Larry Page und Sergey Brin 1996 mit der Entwicklung einer Suchmaschine begannen, trug sie zunächst den Namen Backrub – Rückenmassage auf Deutsch.
Allerdings kamen Page und Brin schon nach einigen Monaten zu dem Schluss, dass eine erfolgreiche Suchmaschine einen griffigeren Namen braucht. Zeitweise sollen sie "The Whatbox" favorisiert haben. An einem September-Tag 1997 warf ein Zimmernachbar von Page jedoch den Begriff "Googol" in den Raum, die mathematische Bezeichnung für eine 1 mit 100 Nullen. Page gefiel das Wort. Der Zimmergenosse tippte der Legende nach die falsche Schreibweise "Google" in die Suche nach verfügbaren Domain-Namen ein. Er war noch frei – und binnen weniger Stunden wurde Google.com von Page besetzt.
Informationen ordnen oder Geld verdienen?
Dann dauerte es allerdings noch fast ein Jahr, bis Google am 4. September 1998 als Unternehmen registriert wurde. Die Mission: Alle Informationen auf der Welt zu ordnen und für alle zugänglich zu machen. Das Credo, das inzwischen (aus gutem Grund) keine Erwähnung mehr findet: "Don't be evil" – tu nichts Böses. Und auch die angebliche Mission, alle Informationen zu ordnen, ist natürlich nur vorgeschoben. Das oberste Ziel des Unternehmens ist es, so viel Geld wie möglich zu verdienen.
Page war der erste Firmenchef – doch den Investoren war nicht wohl dabei, das schnell wachsende Geschäft zwei noch nicht einmal 30-jährigen Gründern zu überlassen. So wurde 2001 der erfahrene Manager Eric Schmidt als eine Art "Erwachsenenaufsicht" zu Google geholt. Für zehn Jahre, bis ein gereifter Page wieder das Steuer übernahm, wurden die Geschicke von einer Art "Troika" gelenkt. Schmidt war zwar der Konzernchef – aber die Gründer hatten zum Beispiel die Freiheit, ungefragt das Startup hinter dem heute marktführenden Smartphone-System Android zu kaufen, wie er sich später erinnerte.
Der Kadi ist allgegenwärtig
Schon in den ersten Jahren wurde klar, dass sich die Ambitionen von Google nicht nur auf das Durchsuchen des Internets beschränkten. Google wurde grösser und grösser und hatte rasch eine marktbeherrschende Stellung inne. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager griff bereits drei Mal hart durch. 2017 gab es mit dem Vorwurf des unfairen Wettbewerbs bei der Shopping-Suche eine Strafe von 2,4 Milliarden Euro. Im Juli 2018 folgte die Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro für Googles Gebaren bei Android. Acht Monate später kamen 1,49 Milliarden Euro hinzu, weil Google aus Sicht der Kommission bei Suchmaschinen-Werbung im Dienst "AdSense for Search" andere Anbieter unzulässigerweise behindert hatte. Doch die Beträge verdaute Google mit Leichtigkeit.
Beeindruckender Dokfilm zeigt Macht Googles
Nach Europa nehmen inzwischen aber auch in den USA Politiker sowohl der Republikaner als auch der Demokraten Google beim Wettbewerb ins Visier. Unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump reichte das US-Justizministerium eine Klage mit dem Vorwurf ein, Google schütze seine dominierende Position bei der Internet-Suche und der damit verbundenen Werbung auf illegale Weise. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück.
Auch kommen immer wieder Datenschutz-Ängste auf. Weiss Google inzwischen zu viel über seine Nutzer?
Die Antwort auf diese Frage könnte der Dokumentarfilm "Made to Measure" von 2021 liefern: