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Nach dem Superhelden-Trupp «Avengers» lässt es dieses Jahr ein weiterer Held aus dem Marvel-Comic-Universum auf der Leinwand krachen. Diesmal ganz im Kleinen, aber nicht im Leisen: «Ant-Man.»
Der Ameisen-Mann verdankt seine Superkräfte dem pensionierten Professor Dr. Pym. Er erfand ein Wunderelixier, das Lebewesen und Gegenstände blitzartig gross und klein macht. Doch Dr. Pyms ehemaliger Schüler ist kurz davor, die geheime Formel zu knacken. Mit geschrumpften Supersoldaten will er eine neue, gefährliche Wunderwaffe in Umlauf bringen. Dr. Pym will das verhindern und bildet einen Ex-Knacki zum Ameisen-Mann aus. Er soll ihm dabei helfen, die Welt vor einem Unglück zu bewahren.
Einer von vielen lustigen Dialogen
Meisterdieb Scott will statt zu stehlen, mit ehrlichem Geld für seine Tochter sorgen. Dummerweise wird er bei seinem «letzten» Coup erwischt. Er bricht ausgerechnet in Dr. Pyms Haus ein. Dieser möchte Scott eine zweite Chance geben, etwas Sinnvolles im Leben zu machen. «Meine Tage sind vorbei, als ich noch in Häuser einbrach und Zeugs stahl. Also, was soll ich für dich tun?», fragt Scott Dr. Pyms. «Du sollst für mich einbrechen und Zeugs stehlen.»
Der Schauspieler
Das Gesicht von Paul Rudd kennt man. Meistens aus Nebenrollen in bekannten Filmen wie «Clueless» oder «Romeo + Julia». Sein Durchbruch gelang ihm an der Seite von Jennifer Aniston, als ihr schwuler bester Freund in «Liebe in jeder Beziehung» von 1998. Paul Rudd steht für leichtfüssige Komödien. Deshalb: Als bekannt wurde, dass er «Ant-Man» spielen soll, reagierten Comic-Fans skeptisch. In einem Interview sagte er, dass sogar sein Sohn ihn als Superhelden nicht cool genug fände. Um dem Sohn und der Welt das Gegenteil zu beweisen, trainierte Paul Rudd hart für seine Rolle. Ein Jahr lang gab es für ihn nur Fitness. Keinen Alkohol, keine Kohlenhydrate und keinen Zucker. Den Superhelden-Body konnte er schliesslich im Film her zeigen – aber auch seine humorvolle Seite. Rudd schrieb am Drehbuch mit. Das merkt man, denn: «Ant-Man» ist mehr Komödie als bierernste Action.
Fakten, die man wissen sollte
In den USA scheint das Publikum seine Vorliebe für die kleinen Dinge auf der Leinwand für sich entdeckt zu haben. Dort startete «Ant-Man» vergangene Woche und ist bereits an der Spitze der Kinocharts. Der winzige Superheld verdrängte damit die anderen, kleinen Filmhelden vom ersten Platz, die «Minions». Überhaupt sind Comichelden-Verfilmungen aus dem Haus Marvel ein absolutes Erfolgsrezept. Unter den Top Ten der weltweit erfolgreichsten Filme aller Zeiten sind drei Comic-Verfilmungen von Marvel dabei: «Avengers 1» auf Platz 3, «Avengers 2» auf Platz 6 und «Iron Man 3» auf Platz 9. Ziemlich beeindruckend – immerhin sind Film-Titanen wie «Avatar» und «Titanic» auf Platz 1 und 2.
Das Urteil
An der Geschichte, dass ein Superheld die Welt rettet, ist nichts Aussergewöhnliches. Klar, anders ist, dass diesmal die Kämpfe gegen das Böse auf der Mikroebene ausgefochten werden. So findet der Showdown in einem Kinderzimmer statt. Der finale Zweikampf wird auf einer rasenden Spielzeug-Lokomotive ausgetragen – herrlich verspielte Effekte. Bei all diesem Spektakel wird die Menschlichkeit der Helden nicht vergessen. Im Gegensatz zu seinen heroischen Super-Kollegen wie «Hulk» oder «Thor» ist «Ant-Man» ein begabter Dieb mit irdischen Geld-Problemen, der auf einen genialen Professor trifft – und auch der kennt gewöhnliche Vater-Tochter-Beziehungsprobleme. Bei diesem Superheldenfilm gilt: Man muss nicht immer der Grösste sein, um Grosses zu bewirken. Wer selbstironische Superheldenkomödien mag und auf Brutalo-Action verzichten kann, wird bei «Ant-Man» gut gelaunt aus dem Kino kommen.
Kinostart: 23.07.2015