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Welchen Einfluss hat die Klimaerwärmung auf die Opferzahlen aus Naturkatastrophen? Befinden wir uns tatsächlich bereits in einer globalen Klimakrise, wie Links-Grün lautstark verkündet? Antworten darauf finden sich nicht in der kurzfristigen Berichterstattung der Medien, sondern in wissenschaftlichen Langzeitbetrachtungen. Solche sind für unser Thema mit dem Material aus der «Internationalen Disaster Datenbank», EM-DAT, möglich.
In dieser Datenbank, die 1988 an der Université catholique de Louvain in Brüssel eröffnet wurde, werden sämtliche Katastrophenfälle aus der ganzen Welt seit 1900 zusammengetragen. In einem ersten Schritt wird die grosse Mehrzahl aller natürlichen von den technologischen (also menschgemachten) Ereignissen unterschieden. Bei den Naturdesastern, um die es hier geht, sortieren wir noch alle Subgruppen aus, die nicht direkt klimaabhängig sind – also Erdbeben, vulkanische Aktionen, Epidemien, Insektenplagen sowie alles Ausser-Planetarische.
Damit verbleiben Todesfälle aus Katastrophen wegen Stürmen, Extremtemperaturen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Dürren und Flächenbränden. Die Grafik zeigt deren Verlauf über die letzten hundert Jahre.
Weil bei einer Jahresdarstellung einzelne «Jahrhundertereignisse» extrem herausstechen würden, habe ich hier eine geglättete Darstellung mit Zahlen pro Jahrzehnt gewählt, wodurch eine Kurve entsteht, die deutlich in zwei Abschnitte zerfällt: Bis in die 1970-er Jahre sehen wir einen starken Rückgang um etwa 90 Prozent, danach flacht der weiter sinkende Trend stark ab.
Die schlimmsten Katastrophen im ersten Abschnitt wurden durch Überschwemmungen und Dürren ausgelöst. Den traurigen Rekord von deutlich über 3 Millionen Toten hält eine Überschwemmung in China im Jahr 1931, und das letzte Grossereignis in dieser Periode war eine Dürre in Indien, die 1965 1,5 Millionen Opfer forderte.
Fasst man den gesamten Ablauf der Grafik zusammen, ergibt sich eine Reduktion von 4,85 Millionen Toten in den 1920-er Jahren auf 0,18 Millionen Toten in den 2010-er Jahren. Dies entspricht einer Verminderung um 96 Prozent. Da sich die Bevölkerung in diesen hundert Jahren aber annähernd vervierfacht hat, bedeutet dies, dass die Todesfälle, wenn man sie pro Kopf rechnet, sogar um 99 Prozent zurückgegangen sind! Zudem wissen wir, dass die Übermittlung der Daten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts lückenhaft ist: Kleinere Unglücke sind in Vergessenheit geraten. Dies wiederum heisst, dass die Zahlen im ersten Teil der Grafik noch grösser sein könnten.
Bei allen Unsicherheiten, die eine solche Statistik aufweist, ist der generelle Trend aber doch sehr eindeutig und beeindruckend: Im 20. Jahrhundert ist es der Menschheit gelungen, das Risiko an einer klimabedingten Naturkatastrophe zu sterben, massiv zu verkleinern, und auch in der jüngeren Vergangenheit setzt sich dieser Trend fort.
Sicherlich ist für diesen Fortschritt in erster Linie die fast unglaubliche Anpassungsfähigkeit der Menschen verantwortlich. Mit baulichen Schutzmassnahmen, optimierten Vorwarnsystemen, verbesserten Hilfseinrichtungen und vielem mehr, hat man aus den schlimmsten Ereignissen gelernt und daraus Abwehrstrategien entwickelt, deren Realisierung in reichen Ländern natürlich sehr viel besser gelingt, als in armen.
Dies wird durch den Vergleich zweier Erdbeben deutlich, die kurz nacheinander stattgefunden haben: 2010 wurde Haiti durch ein Beben der Stärke 7.0 heimgesucht, das über 300’000 Menschen in den Tod riss. Das viel stärkere Beben in Fukushima, bei dem 9,1 gemessen wurde, forderte 2011 nur etwa 18'000 Tote – die weitaus meisten davon sogar erst durch den vom Beben ausgelösten Tsunami.
Und welche Rolle spielt nun der Klimawandel? Die These der Klimaschützer ist ja, dass wir wegen dieser Erwärmung eine Zunahme von Naturkatastrophen bereits erleben, und dass wegen deren zunehmender Heftigkeit auch die direkten Auswirkungen immer schlimmer werden. Die hier kommentierte Grafik zeigt aber, dass die bisher beobachteten Auswirkungen bei den Todesfällen nicht nur in keiner Weise schlimmer sondern vielmehr sehr viel besser geworden sind. Und dies notabene in Zeiträumen, die klimarelevant sind, also mindestens einige Jahrzehnte umfassen.
Und weil auch bei den hier nicht besprochenen materiellen Schäden von Naturkatastrophen weltweit kein Trend zu beobachten ist, fällt das Gesamtfazit leicht: Die letzten hundert Jahre haben dem Homo sapiens eine einmalige Wohlstandsentwicklung gebracht, deren angeblich negative Folge, die Erderwärmung, real bisher keine negativen Auswirkungen gehabt hat – ganz im Gegenteil.