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Der Patriarch der Schweizer Uhrenindustrie, Nicolas G. Hayek, ist tot. Er verstarb am Montag im Alter von 82 Jahren in Biel an einem Herzversagen. Hayek war Gründer und bis zuletzt Verwaltungsratspräsident der Swatch Group.Dieser Inhalt wurde am 28. Juni 2010 - 19:01 publiziert
Hayek sei "völlig unerwartet während der Arbeit in seiner geliebten Swatch Group" gestorben, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte.
Hayek habe es verstanden, seine Visionen eines starken Uhrenkonzerns mit hoher schweizerischer Wertschöpfung zu verwirklichen. Er gelte zu Recht als wegweisender Unternehmer der Schweiz.
Hayek habe es auch verstanden, durch personelle Entscheidungen sicherzustellen, dass seine Ideen und Vorstellungen überdauern und die Kontinuität in Aktionariat, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gewährleistet ist, schreibt die Swatch Group weiter.
Retter der Schweizer Uhrenindustrie
Der Swatch-Erfinder Nicolas Hayek gilt als Retter der Schweizer Uhrenindustrie. An der Swatch Group, die einst Gesellschaft für Mikroelektronik und Uhrenindustrie (SMH) hiess und 1983 unter Mitwirkung Hayeks aus der Fusion der serbelnden Uhrenriesen SSIH und Asuag entstand, übernahm der Unternehmer mit libanesischen Wurzeln 1985 die Mehrheit.
Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,8 Mrd. Franken. Unter der Führung Hayeks wuchs die Gruppe dann kontinuierlich, bis sie 2008 bei rund 5,7 Mrd. Franken Umsatz angelangt war. 2003 übertrug Nicolas Hayeks die operative Leitung des Konzerns an seinen Sohn Nick, blieb aber Präsident des Verwaltungsrates.
Feste Grösse in Medienlandschaft
Der Mann mit der Zigarre und den vielen Uhren am Handgelenk war aber auch in der Schweizer Medienlandschaft eine feste Grösse. In den 1990er-Jahren profilierte sich Hayek als heftiger Kritiker der Schweizerischen Nationalbank, deren Geldpolitik der Uhrenmanager wiederholt heftig attackierte.
Im Herbst letzten Jahres tat sich Hayek zudem mit der Forderung hervor, die Schweizer Grossbanken müssten redimensioniert werden, weil das von ihnen ausgehende Klumpenrisiko zu gross für die Schweizer Volkswirtschaft sei.
Machbarkeit der Expo.02 aufgezeigt
Hayek mischte sich aber nicht nur mit provozierenden Ansichten in öffentliche Diskussionen ein. Über die Jahre wurde er auch zu einem Mann für hoffnungslose Situationen. Fast bei jedem Unternehmen, das in eine grössere Krise geriet, wurde Hayek von den Medien als Experte angefragt.
Auch profilierte sich Hayek als Retter der Landesausstellung zu Beginn dieses Jahrtausends. Als die Expo schon vor der Lancierung unterzugehen drohte, trug Hayek mit seinem Machbarkeitsbericht dazu bei, dass die Grossveranstaltung ein Jahr später als geplant als Expo.02 doch noch über die Bühne ging.
Vision eines umweltfreundlichen Autos
Über seinen Tod Beachtung finden wird Hayek zudem als Visionär ausserhalb der Uhrenindustrie. So verfolgte der Unternehmer über Jahre hinweg die Idee des Swatchmobils, eines ökologischen Mini-Autos. Seine Idee scheiterte, davon übrig blieb einzig der Kleinstwagen Smart, der dem Autokonzern Daimler bisher aber noch keinen kommerziellen Erfolg brachte.
Aufgegeben hat Hayek seine Vision eines sauberen Autos nach dem Scheitern des Swatchmobils aber dennoch nicht. Zusammen mit dem Energiekonzern Groupe E hat er 2007 ein neues Projekt lanciert und ein Gemeinschaftsunternehmen für erneuerbare Energien gegründet. Und 2008 ging er mit dem Paul Scherrer Institut ein Jointventure zur Entwicklung eines Brennstoffzellen-Fahrzeuges ein.
Geboren wurde Hayek 1928 in Beirut. 1940 emigrierte er nach Frankreich, neun Jahre später in die Schweiz. Ab den 1950er-Jahren leitete er verschiedene Firmen, darunter das Unternehmen seines kranken Schwiegervaters, das Bremsklötze für Eisenbahnen herstellte.
swissinfo.ch und Agenturen
NICOLAS HAYEK
Der 1928 im Libanon geborene Nicolas Hayek machte sich seinen Namen in den 1980er-Jahren durch die Rettung der Schweizer Uhrenindustrie vor dem drohenden Kollaps.
Er ist der Gründer der Swatch Group und war bis zuletzt deren Konzernchef.
Vor 20 Jahren baute Hayek, der auch als Berater der Automobil-Industrie tätig war, das Solarauto "Spirit of Biel".
Zudem entwarf er die Pläne für den Smart, der ursprünglich mit einem Hybridmotor ausgestattet werden sollte. Als diese Idee aufgegeben wurde, zog er sich von dem Projekt zurück, bevor der Wagen auf den Markt kam.
Er war auch Konzernchef der Hayek Group.
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