Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03613.jsonl.gz/1668

CHAUSSON D’AMOUR
CLAUDE DEBUSSY (1862–1918)
Petite Suite (Fassung für Streichorchester von Klaus Sonnenburg [1927–2008])
ERNEST CHAUSSON (1855–1899)
Konzert für Klavier, Violine und Streichquartett, D-Dur op. 21 (1892)
(Fassung für Streichorchester von CAMERATA BERN)
PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKI (1840–1893)
Quartett Nr.3 in es-Moll op. 30 (Fassung für Streichorchester von CAMERATA BERN)
Die Liebe vor der Jahrhundertwende, als das «fin de siècle» einen «Anflug zarter Melancholie» heraufbeschwört. Marcel Proust wird sich bald auf die «Suche nach der verlorenen Zeit» begeben, Mallarmé hat gerade das Nichts zum Ausgangspunkt des Schönen und Idealen erkoren und wird zahlreiche Musiker inspirieren.
Zurück von Aufenthalten in der Schweiz, in Rom und in Russland komponierte Claude Debussy 1889 in Paris seine «Petite Suite» für Klavier zu vier Händen. Ganz in der Tradition der französischen Musik entfaltet sich darin eine ungezwungene Fülle einfallreicher Melodien. Hundert Jahre später verfasste der damalige Hauskomponist am Berner Stadttheater, Klaus Sonnenburg, eine Fassung für die Streicher der CAMERATA BERN.
Das Konzert in der exotischen Besetzung für Violine, Klavier und Streichquartett bescherte bei der Uraufführung dem äusserst selbstkritischen Ernest Chausson einen seiner seltenen Triumphe. Hatte er schon eine Vorahnung seines frühen Todes (durch einen Velounfall) als er in dieser Musik von ausnehmender Intensität, Leidenschaft und unvergesslicher Schönheit die «tristesse de la joie» suchte?
Schwermut wird zum aufgewühlten Klagegesang in Tschaikowskis Streichquartett in der ungewöhnlichen Tonart es-Moll. Diese Trauermusik anlässlich des Ablebens seines Freundes Ferdinand Laub, den der Komponist einst als grössten Geiger seiner Zeit bezeichnet hatte, erschöpft sich jedoch nicht in der Todesthematik sondern zeigt sich auch kämpferisch und vehement.