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Familier
Einzelausstellung
20. Februar bis 21. März 2022
Diese Werkgruppe entstand zum Thema
Thermalwasser in Bourbonne-les-Bains.
«Familier»
Material: 4 Glasplatten, Quellwasser in einem Eimer mit Schöpfkelle, Steine, ein Auffangbecken und eine wasserfeste Holzunterlage.
Das Wasser wird mit der Schöpfkelle sorgfältig in die Mitte der obersten Glasplatte gegossen. Es bildet einen kleinen See, fliesst aber wegen des leichten Gefälles und der Biegung der 3 mm dicken Gläser, auf die darunter liegende Platte. So geht es weiter, es läuft und tröpfelt an den Kanten und findet langsam den Weg in die Tiefe. Zuunterst sammelt sich das Wasser in einem Behälter und wird schliesslich wieder in den grossen Eimer zurück gegossen.
Dieser Ablauf widerspiegelt den Kreislauf des hiesigen Thermalwassers: Regen fällt, das Wasser sickert in den Boden, um mittels der Erdwärme wieder an die Oberfläche befördert zu werden, steigt als Wasserdampf auf und formiert sich zu Wolken.
Spezielle Anforderung: Ich entschied mich im Vorfeld im Wald für eine Gruppe Steine, mit denen ich diese Installation bauen wollte, ohne sie zu vermessen. Genau diese wollte ich ich einsetzen, nicht mehr und nicht weniger und keine anderen. Es hat geklappt.
«Paysage»
Im nahen Wald fand ich interessante Lehm-Erde und nahm ca. 25 kg mit ins Atelier. Aus ihr formte ich ziegelähnliche Klötze, mit Massen, die sich am goldenen Schnitt orientierten. Nach dem Trocken legte ich sie in meinen Werkstatt-Ofen, brannte sie und brach sie später entzwei. Das Innenleben zeigte eine überraschende, schwarz-braune, geologisch anmutende Oberfläche. Um das Material zu festigen, tränke ich es mehrfach mit Kali-Wasserglas. Die Präsentation betont die Aspekte Erdschichten und Gefälle.
«Portrait»
Die Bilder sind eine Mischung aus Fotografie und Malerei. Die von Hand kolorierten Fotos sind die Portraits der, in der Installation «Familier» eingesetzten Steine. Bevor ich sie aus dem Wald mitnahm, hielt ich sie in ihrem Umfeld fest. Das farblich veränderte Rechteck im Bild, bezieht sich wieder auf den goldenen Schnitt. Ein Herausheben des Objektes. Grün-Gelb und ausserhalb Rot-Braun und Gelb. Im Stein kommen alle Farben vor. Ein Spiel, um auch den wechselnden Jahreszeiten eine Bühne zu geben.
Meine Bestreben war es, die Objekte und Bilder mit Hilfe der Natur soweit in ihrer Sache zu fördern, dass sie zu einer eigenständigen Natur gelangen.
Ein grosser Dank geht an Daniela Belinga, die Kuratorin und Gabriele Otto, meine Partnerin, für ihre Unterstützung. Über die zahlreichen, sympathischen und interessierten Vernissagen-Besucher*innen freute ich mich riesig und das rundete dieses Projekt perfekt ab.
Alle Abbildungen: © Helene Sperandio, 2022