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Von der Kapelle der Herren zu Egerdon …
- 1271 Ulrich von Gravinried wird als in Oberwangen wohnend erwähnt. Er ist Magister (studierter Geistlicher, Studium wahrscheinlich in Bologna), und wahrscheinlich erster Geistlicher der Kapelle Oberwangen.
- 1275 Gründung durch die Herren von Egerdon. Grabfunde lassen darauf schliessen, dass die Kapelle das nur seltene Privileg einer Begräbnisstätte, durch den Bischof von Lausanne, erhielt. Das Kirchweihfest wurde am ersten Sonntag nach dem Gallusfest (16. Oktober) gefeiert.
- Um 1300 kommt die Kapelle erst an die Brüder zum Heiligen Geist, um 1316 an den Deutschen Orden.
- 1528 Reformation. Auf Befehl des bernischen Rates verschwindet die Kapelle vom Erdboden. Ihre Steine wurden wahrscheinlich als Baumaterial verwendet.
… zur Kirche des Münsterbaumeisters Karl Indermühle.
Von allen Seiten des Wangentales ist die Kirche Oberwangen von weitem sichtbar. Sie ist das höchste Gebäude des Dorfes und fügt sich in ihrer Einfachheit vorzüglich in die Landschaft ein.
1911 die Kirche Oberwangen wird als zweite Kirche der Kirchgemeinde Köniz vom Berner Münsterbaumeister Karl Indermühle gebaut. Anfangs März wurde mit dem Bau begonnen, bereits anfangs Dezember konnte die Kirche eingeweiht werden. Die Baukosten betrugen samt Bestuhlung und Umgebungsarbeiten Fr. 47’300.-. Dazu kamen noch Fr. 13’000.- für Orgel, Turmuhr und Glocken.
Glockenaufzug: Eindrücklich und beherzigenswert sind die Glockeninschriften. Auf der ersten Glocke steht geschrieben: «Ehre sei Gott in der Höhe».
Am unteren Rand der Glocke wird festgehalten, dass der Pfarrkreis Oberwangen, Niederwangen, Herzwil, Liebewil und einen grossen Teil von Thörishaus umfasst 1588 Einwohner zählte (am 1.Dezember 1910). Heute hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt.
Die mittlere Glocke trägt die Inschrift: «Denk o Mensch an deinen Tod, säume nicht, denn eines ist not». Die Inschrift der kleinen Glocke gibt uns zu bedenken: «Bete und arbeite».
Die Glocken wurden von der Firma H. Rüetschi in Aarau gegossen und sind auf den Dreiklang f-gis-c abgestimmt. Sie wurden per Bahn nach Thörishaus-Station geliefert und von den Schülern Oberwangen transportiert.
Als künstlerischer Schmuck sind die drei Wappenscheiben erwähnenswert, die von der Nachbarkirchgemeinden Neuenegg und Bümplitz (damals mit tz geschrieben) und von der Gesamtkirchgemeinde Bern gestiftet wurden. Der Kunstmaler E. Linck von Bern hat sie entworfen, Kirsch und Fleckner von Freiburg haben sie ausgeführt.
- 1936 H. Zurflüh, damals Lehrer in Niederwangen, entwarf drei Glasfenster, die vom Landfrauenverein Wangental gestiftet wurden und heute das Chor der Kirche verschönern.Ausgehend von der Einteilung des Heidelberger-Katechismus:“von des Menschen Elend / von des Menschen Erlösung / von des Menschen Dankbarkeit“ stellen sie den verlorenen Sohn, den guten Hirten und den barmherzigen Samariter dar.
- 1948 das Kirchgemeindehaus und das Pfarrhaus werden gebaut. Beide Gebäude werden in harmonischer Weise mit der Kirche verbunden.
- 1972 erfolgt die Renovation des Innenraumes der Kirche durch den Architekten Olivier Moser, Spiegel bei Bern. Die Empore wurde um 3 Meter nach aussen vergrössert, die Decke darüber erhöht, so dass die neue Orgel von der Firma Th. Kuhn, Männedorf, mühelos eingebaut werden konnte. Die Orgel hat zwei Manuale, 21 klingende Register und 1472 Pfeifen. Sie hat sich in Gottesdiensten und Abendmusiken bestens bewährt. Der Taufstein wurde rechts vor dem Chor aufgestellt. Im Chor steht nun ein sehr gediegener Abendmahlstisch. Die Beleuchtung wurde mit zwei neuen Leuchtern wesentlich verbessert. Der Innenraum ist durch die Renovation freundlicher und heller geworden und wird jeden Besucher erfreuen. Mit 380 Besuchern war die Kirche bei einer Konfirmationsfeier ganz besetzt.
- 1979 der Vorplatz der Kirche wird ansprechend umgestaltet. Die schmucke Kirche bildet bis heute aussen und innen eine Zierde unseres Dorfes.