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Die Haut ist das grösste Organ des Körpers. Sie dient als Schutzmechanismus, reguliert den Wärmehaushalt und dient der Vitaminsynthese (Vitamin D). Ebenfalls gibt uns die Haut des Pferdes Auskunft über dessen Wohlbefinden.
Haarkleid des Pferdes:
Das Haarkleid des Pferdes ist normalerweise glatt und glänzend. Werden Pferde in den Wintermonaten dauernd draussen gehalten, so wird das Haarkleid oft sehr dicht und lang, wie auch etwas gesträubt. Im Allgemeinen ist anzumerken, dass das Winterfell der Pferde weniger glänzt und schwieriger zu putzen ist. Psychologischerweise wird das Haar der Pferde gesträubt, wodurch eine isolierende Luftschicht geschaffen wird. Bei schlechter Ernährung, unzureichender Pflege, chronisch zehrenden Krankheiten und im hohen Alter wird das Fell der Pferde zunehmend lang, matt und gesträubt.
Der Fellwechsel findet bei Pferden zwei Mal jährlich statt. Das Winterhaar wird ab Januar bis im März unter dem Einfluss abnehmender Dunkelheit und zunehmender Wärme langsam abgestossen. Bis im April sollte dann die Härung der Pferde abgeschlossen sein. Ab September bis Oktober wird dann wieder neues Winterhaar gebildet. Eingedeckt werden sollten nur Pferde, die streng gearbeitet werden, da unter Einfluss von Sonnenlicht das für den Knochenstoffwechsel wichtige Vitamin D gebildet wird.
Die Fellfarbe der Pferde:
Die Haarfarbe von Pferden wechselt, vor allem bei Schimmeln, im Laufe des Lebens oft. Weisse Haare am Kopf, sogenannte Altershaare, werden meist erst nach 12- 15 Jahren gesehen. Örtliches ergrauen des Felles hängt oft mit Narbenbildung oder einer durchgemachten Dermatitis, einer Hautentzündung, zusammen.
Defekte des Haarkleides bei Pferden:
Haardefekte zeigen sich bei krankhaftem Ablauf oder Zustand von Hauterkrankungen, wie zum Beispiel bei Druse. Frische Wunden, Narben und erworbene weisse Flecken können ein Indiz für das vorliegen einer inneren Krankheit sein.
Geruch der Pferdehaut:
Der Hautgeruch der Pferde wird von vielen als sehr angenehm empfunden und ist normalerweise schwach. Pferde die vernachlässigt werden riechen jedoch stärker, als gut gepflegte. Ebenfalls riechen erkrankte Tiere stärker und durchdringender, sowie auch stark schwitzende Pferde.
Temperaturregulation beim Pferd:
Das Pferd als Säugetier gehört zu den homoiothermen Tieren. Das heisst die Körpertemperatur bleibt in der Regel konstant und verändert sich auch bei starker Kälte- oder Wärmebelastung kaum. Bei inneren Krankheiten ist die zuverlässige Messung der Körpertemperatur für die Diagnose und die Verlaufskontrolle von grosser Bedeutung. Wichtig zu wissen ist, dass Entzündungen zu hohe, erschlaffter Anus oder kotgefüllter Enddarm zu tiefe Temperaturen hervorrufen. Die normale Körpertemperatur liegt beim ausgewachsenen Warm- und Vollblutpferd durchschnittlich zwischen 37.3 und 38 °C und beim ausgewachsenen Kaltblüter im Durchschnitt zwischen 37.5 bis 38.2°C. Fohlen und Jungtiere haben im Allgemeinen höhere Durchschnittswerte als ausgewachsene Tiere. Sie können Normaltemperaturen bis zu 38.7°C aufweisen. Wichtig zu wissen ist auch, dass Fohlen viel schneller an Wärme verlieren als erwachsene Tiere. Grund dafür liegt darin, dass die Oberfläche pro Gramm beim Fohlen grösser ist, als beim Pferd.
Hautdurchblutung:
Die Körpertemperatur wird durch Muskeltätigkeit beeinflusst. Anfallende Körperwärme wird zur Haut geleitet, von wo sie durch das Fell an die Umgebung abtransportiert wird. Fett hat eine niedrige Wärmeleitfähigkeit und dient somit der Isolation und verhindert den Wärmeverlust.
Bei Wärmebelastung steigt die Hautdurchblutung stark an. In solchen Momenten wird der Rückstrom des Blutes auf oberflächliche Venen abgeleitet um eine höhere Wärmeabgabe zu erreichen. Um die Wärmeabgabe zu vermindern, erfolgt der Rückstrom des Blutes nicht wie oben erwähnt über oberflächliche, sondern über tiefe Venen. Bei länger anhaltender Kältebelastung ist die Durchblutung der Haut sehr gering.
Die wichtigste Form der Wärmeabgabe für das Pferd ist das Schwitzen. Jedoch gehen beim Schwitzen auch Wasser und Elektrolyten, was bei langem Schwitzen einen negativen Einfluss auf den Kreislauf hat. Noch Interessant zu wissen ist, dass der Schweiss aufgrund des Elektrolytenverlustes auch weiss ist.
Fieber:
Bei Fieber handelt es sich um einen Reizzustand der Wärmeregulation. Die Wärme wird zurückgehalten indem die Wärmeabgabe vermindert wird. Die Durchblutung der Haut wird vermindert, was zu Kältezittern führen kann. Ein Zeichen von abklingendem Fieber ist die vermehrte Durchblutung der Haut, sowie Schwitzen oder Hecheln. Im Allgemeinen muss gesagt werden, dass Fieber auch sinnvoll sein kann, da die erhöhte Temperatur hilft Mikroorganismen abzutöten.
Problematik: Druckschäden beim Pferd
Bei harter Arbeit der Equiden sind Druckschäden nicht selten. Sie führen in der Regel zu längerem Ausfall, bis hin zum Tod. Im Allgemeinen wird zwischen Sattel- und Geschirr- Drücken, sowie iatrogenen Druckschäden, welche durch Verbände oder Gips entstehen können, unterschieden. Bei uns sind Druckschäden immer seltener, Grund dafür ist, dass die Tier kaum mehr harte Arbeit verrichten müssen, wie es in anderen Ländern noch Gang und Gäbe ist.
Die häufigste Ursache für Druckstellen sind lokale Kreislaufstörungen, wobei verschiedene Ursachen zu Minderdurchblutung und Gefässverschlüssen führen können.
Der Prophylaxe von Druckschäden gilt grösste Bedeutung zu schenken. Daher ist es wichtig, dass Sattel und Geschirr dem Pferd passen und keiner einseitigen Belastung durch Reiter oder Material entsteht. Wichtig ist auch zu wissen, dass für feuchte Verbände keine elastischen Bandagen verwendet werden sollten und Schweifbandagen nicht zu stark angezogen werden dürfen.
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