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Canna
L., Blumenrohr, Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Cannaceen (s. d.). Man kennt etwa 30 im tropischen Amerika, [* 2] besonders auf den Antillen heimische Arten, es sind stattliche Stauden mit einfachen, von großen, zweizeilig angeordneten Blättern scheidig umschlossenen, aus knotigen, kriechenden Wurzelstöcken entspringenden, bis mannshohen Stengeln, welche mit langen Blütenrispen endigen. Die Blumen sind groß, rot und gelb gefärbt, weshalb mehrere Arten als Zierpflanzen kultiviert werden. Da sie auch bei uns den Sommer hindurch im Freien ausdauern, so verwendet man sie oft zu Gruppen oder Bosketts in Gärten.
Die am längsten bekannte (schon seit 1570 in Europa
[* 3] eingeführte)
Art ist
Canna indica L. mit roter innerer
Blütenhülle (s.
Tafel: Scitamineen,
[* 1]
Fig. 5). Eine der größten
Arten ist
Canna discolor Ldl.
mit breiten braunrot gestreiften
Blättern. Von diesen und mehrern andern
Arten sind zahlreiche Gartenformen
gezüchtet worden, die sich entweder durch mehr oder weniger braunrote Blattfärbung oder durch schöne und große
Blumen
auszeichnen, wie
Canna iridiflora R. et Pav.
nebst deren
Varietät Ehmanni.
Durch mehrfache Kreuzung sind zahlreiche Formen schön und frühblühender
Canna von niedrigem
Wuchse gezüchtet worden, die sich ganz besonders zu kleinern Gruppen eignen. Die
Canna-Arten verlangen bei uns eine sehr
nahrhafte, gut gedüngte, dabei lockere, mit Sand vermengte Erde und viel Wasser, da sie Sumpfgewächse sind.
Canna indica
kann man im
Keller überwintern. Die
Knollen
[* 4] werden entweder Anfang bis Mitte Mai direkt auf ihren
Bestimmungsort
gepflanzt oder Anfang bis Mitte April in Töpfe mit leichter Erde gelegt und zum Antreiben auf ein lauwarmes Mistbeet gebracht;
von da werden sie Ende Mai ins freie Land auf
Beete versetzt, unter welche man Laub oder alten Pferdedünger gebracht hat,
und vor Eintritt des Frostes wieder herausgenommen.
Man vermehrt sie durch Zerteilung der
Stöcke oder durch Samen,
[* 5] der im
Frühjahr in Töpfe gesät und bis zum
Keimen in ein
warmes
Beet gestellt wird. Die knolligen Wurzelstöcke der meisten
Canna-Arten enthalten sehr viel
Stärkemehl und werden deshalb
vielfach zur Stärkegewinnung verwendet; hauptsächlich werden hierzu benutzt die
Knollen der im tropischen
Amerika einheimischen, aber auch in andern Tropengegenden, z. B. in
Australien,
[* 6] häufig kultivierten
Canna edulis
Ker.; das daraus
gewonnene
Stärkemehl führt den
Namen westindisches
Arrow-Root. Außerdem werden noch zur Stärkebereitung benutzt die
Knollen
von
Canna paniculata R. et P.
(Peru),
[* 7]
Canna achiras
Gill.
(Chile),
[* 8]
Canna coccinea
Ait. (Westindien)
[* 9] u.a.