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Seit August 2015 bietet das BBZ Biel-Bienne eine Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht mit der Ausrichtung "Technik, Architektur und Life Sciences" an. Es handelt sich um einen Vollzeit-Bildungsgang im Anschluss an die Lehre.
Wozu eine Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht
Wer mehrere Sprachen versteht und spricht, hat auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen. Oft ist die Beherrschung mehrerer Sprachen aber auch schlicht eine unverzichtbare Voraussetzung für die Ausübung eines bestimmten Berufs. Ob auf regionaler Ebene oder auf nationalem und internationalem Parkett, wir sind heute ständig mit der Notwendigkeit konfrontiert, mehrere Sprachen zu benutzen, und unsere Muttersprache (Erstsprache) allein reicht nicht mehr aus, um alltägliche Situationen zu meistern. Dies trifft besonders in einer Region wie der unseren zu.
Die Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht hat zum Ziel, die Sprachkenntnisse der Lernenden zu erhalten und weiterzuentwickeln, den Gebrauch der zweiten Landessprache als Arbeits- und Kommunikationsinstrument zu fördern und den Lernenden ein weiterführendes Studium an einer höheren Bildungseinrichtung in der Schweiz und im frankophonen Ausland zu ermöglichen. Überdies erleichtert die mehrsprachige Ausbildung den Lernenden den Einstieg in die Arbeitswelt.
An wen richtet sich das Angebot?
Die Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht richtet sich an alle Personen, die eine BM 2 mit der Ausrichtung "Technik, Architektur und Life Sciences" absolvieren und sich der Bedeutung der zweiten Landessprache (Französisch oder Deutsch) und des Englischen für ein allfälliges weiterführendes Studium oder die Berufsausübung bewusst sind.
Das Bildungsangebot
Das BBZ Biel-Bienne führt in Übereinstimmung mit dem vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) erlassenen Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität (RLP BM) vom 18. Dezember 2012 das Grundangebot "mehrsprachiger Unterricht" ein.
Die Fächer, in denen mehrsprachiger Unterricht vorgesehen ist (siehe Lektionentafel), werden während beider Semester nacheinander oder gleichzeitig in der ersten und zweiten Landessprache der Lernenden (Deutsch/Französisch oder umgekehrt) unterrichtet. Die Lehrpersonen unterrichten demzufolge zu gleichen Teilen (50%/50%) in Deutsch und in Französisch. Sie wählen in jedem Fach die Kursunterlagen, die ihnen am angemessensten scheinen, unabhängig von der jeweils benutzten Unterrichtssprache. Dabei achten sie auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den beiden Unterrichtssprachen.
Die Lernenden haben die Möglichkeit, in den Fächern "zweite Landessprache" und "Englisch" ein anerkanntes Sprachdiplom zu erlangen.
Bei der interdisziplinären Projektarbeit (IDPA) werden im Rahmen des Möglichen und sofern die Schülerzahlen dies erlauben, Gruppen aus Lernenden beider Landessprachen gebildet.
Für die schriftliche Arbeit und deren mündliche Präsentation kommen folgende Möglichkeiten in Frage:
Die schriftliche Arbeit wird zu je 50 % in deutscher und in französischer Sprache verfasst. Die mündliche Präsentation wird ebenfalls zu je 50 % in deutscher und in französischer Sprache abgehalten (gleiches Verhältnis für die Hilfsmittel zur Präsentation).
Die schriftliche Arbeit wird zu 100 % in einer der beiden Landessprachen verfasst. Die mündliche Präsentation wird dagegen zu 100 % in der anderen Landessprache abgehalten (inklusive Hilfsmittel zur Präsentation).
Leistungsbeurteilung
In Übereinstimmung mit dem RLP BM legt die lernende Person zu Ausbildungsbeginn fest, in welcher Landessprache (Erst- oder Zweitsprache) sie Fragen (mündlich und/oder schriftlich) beantworten, Problemstellungen (mündlich und/oder schriftlich) bearbeiten möchte und in welcher Sprache sie die bewerteten Arbeiten verfassen wird.
Die Fragen und Problemstellungen werden in den zweisprachig unterrichteten Fächern zu je 50 % in beiden Landessprachen verfasst.
Für die Prüfungen gilt das gleiche Verhältnis.
Zulassungsvoraussetzungen
Es gelten die gleichen Zulassungsvoraussetzungen wie für die klassische einsprachige BM2. Die lernenden Personen entscheiden selbst, ob ihre Kenntnisse der zweiten Landessprache für die Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht ausreichen. Um dem mehrsprachigen Berufsmaturitätsunterricht des BBZ Biel-Bienne folgen zu können, müssen die Berufsmaturandinnen und -maturanden in der zweiten Landessprache mindestens Sprachkenntnisse der Niveaustufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen vorweisen können, insbesondere in den Bereichen Hör- und Leseverstehen. Weder der mehrsprachige Unterricht noch das Beurteilungs- und Prüfungskonzept erfordern zwingend ein fortgeschrittenes Niveau, besteht doch eines der Ziele der Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht darin, den Lernenden die Vertiefung und Vervollkommnung ihrer Kenntnisse der zweiten Landessprache zu ermöglichen und ihnen so ein weiterführendes Studium in einem mehrsprachigen Umfeld zu erleichtern. In diesem Sinn ist ein gewisses Anfangsniveau in den Unterrichtssprachen zwar keine Voraussetzung, stellt aber einen Vorteil dar.
Semesterzeugnisse, Promotionsbestimmungen
Mehrsprachiger Unterricht (Grundangebot) wird im Semesterzeugnis beim entsprechenden Fach vermerkt, wobei die zweite und allenfalls die dritte Sprache ebenfalls angegeben werden. Das Gleiche gilt für das Berufsmaturitätszeugnis.
Ferner kommen die geltenden gesetzlichen Vorgaben im Zusammenhang mit der Vollzeit-Berufsmaturität, die im Anschluss an die Lehre in zwei Semestern absolviert wird, zur Anwendung. Wechsel des Maturitätstyps am Semesterende
Ein Übertritt von der Berufsmaturität mit mehrsprachigem Unterricht in die klassische einsprachige BM2 während des Jahres- oder am Semesterende ist nicht zulässig.
Kosten
Es fallen die gleichen Kosten an wie für die klassische einsprachige BM2.