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«Die Pflegefachpersonen fühlen sich erschöpft durch den Personalmangel, den wirtschaftlichen Druck und den Mangel an Zeit.» Dies ist das Fazit eines Berichts der Gewerkschaft Unia, der im Februar öffentlich wurde.
Mehr als die Hälfte der befragten Personen sei unter 30 Jahre alt und die Hälfte weniger als sechs Jahre im Beruf tätig, heisst es. Aber bereits 47 Prozent der Befragten geben an, dass sie nicht bis zur Pension in ihrem Beruf tätig sein wollen. Etwa die Hälfte würden sofort den Beruf wechseln, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Nur 20 Prozent können sich vorstellen, bis zur Pension in der Pflege zu arbeiten. Der Berufsverband spricht von einer durchschnittlichen Arbeitsdauer von 15 Jahren im Beruf, und das Gesundheitsobservatorium Schweiz hat herausgefunden, dass fast eine von zwei Pflegefachpersonen den Beruf aufgibt.
Mehr Geld, mehr Personal
Diese Zahlen nimmt Grossrätin Chantal Pythoud-Gaillard (SP, Bulle) zum Anlass, vom Staatsrat in einem Postulat Massnahmen zu fordern. So verlangt Pythoud eine finanzielle Unterstützung durch den Staat, um einen genügenden Personalbestand zu erreichen, und auch die Löhne seien anzupassen. Weiter fordert sie, dass Personalausfälle durch Krankheit oder Mutterschaft aus einem Personalpool kompensiert werden, dass die Arbeitsplanung ausgeglichen und die Überstunden limitiert werden und dass der Nacht- und Wochenendzuschlag erhöht wird. Schliesslich seien die administrative Arbeit zu reduzieren, ein Mediator einzusetzen, die Weiterbildung und die ausserfamiliäre Betreuung zu stärken.
Für die Grossrätin führt die jetzige Situation zu Gesundheitsproblemen beim Personal und zu einer verminderten Pflegequalität. So fühlten sich 70 Prozent der Befragten permanent gestresst. Gar 86 Prozent fühlten sich regelmässig übermüdet und 72 Prozent machen körperliche Probleme in Verbindung mit ihrer Arbeit geltend.