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Auf dem Zürichberg war der Frühling 2012 der viertwärmste der Messreihe mit Beginn im Jahr 1864. Die Temperaturen lagen zweieinhalb Grad über der Normwertperiode 1961-1990. Damit setzt der diesjährige Frühling den Aufwärtstrend fort.
Seit Anfang der 80er-Jahre erwärmen sich die Frühling mit 0,8 Grad pro Jahrzehnt!
Wetterdaten: MeteoSwiss
Die sechs wärmsten Frühlinge in Zürich wurden alle seit 2000 beobachtet, die fünf wärmsten fanden allesamt in den letzten zehn Jahren statt und die vier wärmsten liegen alle nicht mehr als sechs Jahre zurück. Im Sport würde dieses Phänomen Rekordjagt genannt werden, in der Klimatologie dürfte es ein Zeichen des Klimawandels sein. Wie aus Daten von MeteoSchweiz hervorgeht, war der am 31. Mai zu Ende gegangene Frühling auf dem Zürichberg mit durchschnittlich 10,5 Grad zwar ein Grad kühler als sein letztjähriger Vorgänger aber trotzdem der viertwärmste in der Messreihe. Zum grossen Wärmeüberschuss hat vor allem der stark übertemperierte März beigetragen. So lag die Mitteltemperatur des März im Bereich eines leicht zu warmen Aprils! In der Südschweiz war der dritte Monat des Jahres örtlich bis zu fünf Grad zu warm und somit der wärmste in der Messreihe. Nach dem eisigen Februar wurde der Alpenraum gleich in den Hochfrühling katapultiert. Der April konnte in der Folge nur ein bescheidenes Wärmepolster vorweisen. Nach einem durchzogenen und über weite Strecken trüben April, der lange Zeit kühler war als der vorangegangene März, folgte ein heisses Aprilfinale, so dass die Mitteltemperatur noch deutlich angehoben wurde. Während des Föhnsturms wurden verbreitet die höchsten Apriltemperaturen seit Messbeginn registriert. Auf dem Zürichberg wurde es am 28. April mit 28,8 Grad hochsommerlich warm. In der Nacht auf den 29. April sank das Thermometer nicht unter 20 Grad, was einer so genannten Tropennacht gleichkommt. In Zürich war es die erste Tropennacht überhaupt in einem April. Der Mai begann dann mit Starkniederschlägen, welche die lange Trockenheit etwas entschärften. Kurz darauf folgte aber der nächste Hitzeschub. So wurde am 11. Mai die 30-Grad-Marke auf dem Zürichberg nur knapp verfehlt. An anderen Orten des Mittellandes reichte es für einen Hitzetag. Auch dank des sommerlichen Monatsendes war der Mai mehr als 2 Grad zu warm.
Trocken und sonnig
Der Frühling 2012 war auch ein Frühling des Sonnenscheins. Bereits im März zeigte sich die Sonne mehr als 200 Stunden und auch im Mai gab es erneut 200 Sonnenstunden. Nur der April war häufig trüb und brachte nur rund 120 Sonnenstunden hervor. Mit 550 bis 600 Stunden Sonnenschein war es ein sehr sonniger Frühling. Die sonnige Witterung wurde im März und April auch von der weiterhin anhaltenden Trockenheit begleitet. Der März brachte nur rund einen Drittel, der April zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmengen. Mit zwei Starkniederschlagsereignissen war zumindest der Mai durchschnittlich feucht. Seit Juli 2010 befindet sich die Region Zürich in einer Trockenheit, seither sind die über 12 Monate betrachteten Niederschlagssummen deutlich unterdurchschnittlich. Zurzeit fehlen rund 120 Liter Wasser pro Quadratmeter. Vor einem Jahr war die Lage mit einem Defizit von 180 Liter noch etwas angespannter.
2 Grad wärmer
Die trockenen Frühlingsmonate der letzten Jahre täuschen jedoch ein wenig und erzählen nur die halbe Wahrheit. Beim Betrachten des 30-jährigen Mittels der Niederschlagssummen fällt auf, dass die Niederschläge im März und vor allem im Mai in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben. Der Mai bringt heute im Durchschnitt 20 Liter mehr Niederschlag pro Quadratmeter als noch vor 20 Jahren. Nur im April haben die Niederschläge über die letzten Dekaden leicht abgenommen. Viel eindeutiger sind die Trends bei den Temperaturen. Keine Jahreszeit erwärmt sich so stark und so rasch wie der Frühling! Seit 1990 wurden alle Frühlingsmonate in Zürich 1,2 bis 1,3 Grad wärmer. So sind heute Frühlinge rund 2 Grad wärmer als noch um 1880. Die Frühlingsmonate erwärmten sich in den letzten 30 Jahren mit einer Rate von 0,8 Grad pro Jahrzehnt. Die Sommermonate kommen auf eine Rate von 0,4 Grad pro Dekade und die Herbst-und Winter auf nur 0,1 bis 0,2 Grad pro 10 Jahre. Über die letzten 50 Jahre betrachtet, haben sich die Herbst- und Wintermonate aber auf um 0,3 bis 0,4 pro Dekade erwärmt. Wenn die Erwärmungstrends im gleichen Stil anhalten, sind in weniger als 20 Jahren Frühlinge wie der diesjährige bereits Durchschnitt und keine Rekorde mehr.