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Das Ausmass der Umverteilung wird in der folgenden Analyse über die Veränderung der Einkommensverteilung und -ungleichheit vor und nach staatlichen Transfers untersucht. Das Primäreinkommen wird dabei als Einkommen vor staatlichen Transfers, das verfügbare Einkommen als Einkommen nach staatlicher Umverteilung betrachtet. Daneben wird mit dem Bruttoeinkommen eine Zwischenstufe in diesem Umverteilungsprozess dargestellt, in der mit den Transferleistungen bereits ein Teil der staatlichen Transfers berücksichtigt ist. Die Untersuchungen basieren auf Daten der Haushaltsbudgeterhebung (HABE).
Für detailliertere Analysen sei auf die Publikationen und Definitionen (vgl. «weiterführende Informationen») verwiesen.
Entwicklung der Einkommen
Im Jahr 2015 betrug das mediane verfügbare monatliche Äquivalenzeinkommen in der Gesamtbevölkerung 4048 Franken, d.h. bei der Hälfte der in der Schweiz wohnhaften Personen liegt das Einkommen über, bei der anderen Hälfte unter diesem Wert. Es hat seit dem Jahr 2000 um 15% zugenommen. Nach einer deutlichen Zunahme seit 2008 stagnieren die verfügbaren Einkommen 2014 und 2015. Das mediane Primäräquivalenzeinkommen ist seit dem Jahr 2000 um 18% gestiegen und liegt 2015 bei 4723 Franken. Wie auch der weitgehend parallele Verlauf der beiden Kurven zeigt, ist die Umverteilung vom Primär- zum verfügbaren Äquivalenzeinkommen relativ konstant geblieben.
Quintilverhältnis S80/S20
Das Quintilverhältnis S80/S20 setzt die Einkommen der obersten 20% der Bevölkerung in Beziehung zu jenen der untersten 20%. Je stärker dieser Quotient von 1 abweicht, desto ungleicher sind die Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt. Das Quintilverhältnis zeigt eine im Vergleich zum verfügbaren Einkommen deutlich ungleichere Verteilung des Primäreinkommens in der Gesamtbevölkerung: Die Einkommensungleichheit wird somit beim Übergang vom Primär- zum verfügbaren Einkommen reduziert. Dies entspricht den Zielen der Politik, die ungleiche Verteilung der am (Arbeits- und Kapital-)Markt erzielten Einkommen durch Steuern und Sozialtransfers auszugleichen.
Die Entwicklung der Quintilverhältnisse seit 1998 zeigt insgesamt betrachtet und unter Berücksichtigung der teils breiten Vertrauensintervalle keine grosse Veränderung. Tendenziell ist bei den verfügbaren Einkommen bis 2001 eine leichte Abnahme der Ungleichheit zu beobachten, in den Jahren 2003 bis 2007 sowie 2009 bis 2013 nimmt die Ungleichheit hingegen leicht zu. Der Rückgang im Jahr 2014 wurde 2015 fast wieder aufgeholt. Diese Tendenzen sind beim Primäreinkommen erwartungsgemäss wesentlich ausgeprägter. Anstiege der Ungleichheit in den Primäreinkommen wurden durch die staatliche Umverteilung ausgeglichen und wirken sich daher nur geringfügig auf die verfügbaren Einkommen aus.
Gini-Koeffizient
Da die Bewertung der Ungleichheit beim Quintilverhältnis auf den beiden äusseren 20% der Einkommensverteilung beruht, wird es üblicherweise um weitere Ungleichheitsmasse ergänzt, die die gesamte Verteilung berücksichtigen. Der Gini-Koeffizient ist eines davon: Wenn in einem Land eine Person über das gesamte Einkommen verfügt, ist das Einkommen maximal ungleich verteilt. Dieses Land hat dann einen Gini-Koeffizienten von 1. Wenn alle in einem Land lebenden Menschen gleich viel Einkommen haben, hat das Land einen Gini-Koeffizienten von 0. Je tiefer der Wert, desto gleicher ist die Verteilung.
Wie beim Quintilverhältnis lässt auch der Gini-Koeffizient eine deutliche Ungleichheitsreduktion von den vorwiegend marktabhängigen Primäräquivalenzeinkommen zu den verfügbaren Äquivalenzeinkommen erkennen. Auch hier ist im betrachteten Zeitraum keine grosse Variation der Ungleichheit zu beobachten. Die Tendenzen stimmen mit jenen des Quintilverhältnisses überein: leichte Abnahme der Ungleichheit bis 2001, leichte Zunahmen von 2003 bis 2007 und von 2009 bis 2013 mit anschliessender Stabilisierung der Ungleichheit.