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Die Sonne und die Sonnenflecken
Im Januar 1612 veröffentlichte der Jesuitenpater Christoph Scheiner unter dem Pseudonym "Apelles" drei Briefe über die Sonnenflecken. Diese adressierte er an den Magistraten Marcus Welser in Augsburg, ebenfalls ein Mitglied der Accademia dei Lincei. In den Briefen kündete Scheiner seine Entdeckung der Sonnenflecken an, von denen er annahm, es seien kleine Planeten, die um die Sonne kreisten. Galilei, der seit 1611 Mitglied der Accademia dei Lincei war, veröffentlichte 1613 in Rom ebenfalls Beobachtungen der Sonnenflecken (die "Lettere solari"). Auch er adressierte seine Beobachtungen in Form von Briefen an Marcus Welser.
Lettere solari (1613)
Im Gegensatz zu Scheiner behauptet Galilei in den Lettere solari, die Sonnenflecken seien Teil der Oberfläche der Sonne, woraus er eine Umdrehung der Sonne um die eigene Achse ableitete, und auch auf deren Vergänglichkeit hinwies. Somit bewies Galilei, dass Entstehen und Vergehen auch auf dem Planeten Sonne stattfinden konnte.
Beobachtung der Sonnenflecken mit dem Helioskop
Dank des Gebrauchs des Helioskops konnten Scheiner und seine Kollegen Bilder von Sonnenflecken erhalten, die qualitativ weit über denen standen, die Galilei zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Lettere solariim1613 zur Verfügung hatte.
In den Jahren um 1630 änderte Scheiner seine Meinung über die Natur der Sonnenflecken. Er betrachtete diese nun nicht mehr als kleine Planeten sondern als feste Bestandteile der Sonne. Seine damalige Vorstellung der Sonne ist uns durch die Illustration von Attanasius Kircher, veröffentlicht im Jahr 1664, überliefert. Sie stützt sich auf Aussagen von Scheiner und Galilei aus dem Jahr 1635 und zeigt eine entfernte Verwandtschaft mit modernsten Infrarotaufnahmen der Sonnenoberfläche.