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«Plan 9 from Outer Space» ist schlecht. Der Film ist so mies, dass er schon wieder brillant ist. Und von dem soll es nun ein Remake geben. Hier eine Erklärung, warum das Original kaum zu toppen ist.
Sehen und staunen Sie, verehrte Damen und Herren – und verneigen Sie sich in Ehrerbietung: Hier kommt «Plan 9 from Outer Space»!
Eine Legende ist dieser Streifen aus dem Jahr 1959, denn: Er gilt unangefochten als schlechtester Film aller Zeiten. So schlecht, dass er schon wieder Kult ist.
Weshalb das Brimborium? Vielleicht wegen der lächerlichen Storyline, der schmerzhaft schlechten Schauspielern, des lotterigen Hobbykeller-Bühnenbilds, ...
... der Pappteller-UFOs, ...
... der überflüssigen Kommentare der Off-Stimme oder der Tatsache, dass Ex-Wrestler Tor Johnson es kaum schafft, aus seinem Grab zu steigen.
Oder vielleicht schlicht aufgrund der Tatsache, dass – egal um welche Zeit man sich den Film reinzieht – er sich immer anfühlt, als wäre es drei Uhr in der früh.
Ein grossartiger Streifen!
Da wäre etwa der leicht demente Einstiegsmonolog des TV-Hellsehers The Amazing Criswell (gewissermassen der Mike Shiva seiner Zeit)!
«Wir interessieren uns alle für die Zukunft, weil dort werden Sie und ich den Rest unserer Leben verbringen.» Bravo, Criswell. Bravo.
Oder Bela Lugosi! Jaja, der weltberühmte Vampir-Darsteller! Er tritt selbstverständlich in seinem Markenzeichen, dem Dracula-Cape auf (was völlig willkürlich in Bezug zur Handlung des Streifens ist).
Es sollte Lugosis letzter Film werden, er starb während der Dreharbeiten. Danach wurde er von Regisseur Ed Wood durch den Chiropraktiker Tom Mason ersetzt, der ihn doubeln sollte.
Da dieser keine Ähnlichkeit mit Lugosi hatte, musste er sein Gesicht die ganze Zeit mit dessen alten Umhang verdecken.
Die Handlung des 1956 gedrehten und 1959 veröffentlichten Films ist schnell erklärt:
Wow. Ein bisschen Sci-Fi, ein bisschen Horror. Deshalb also Lugosi. Deshalb auch Vampira!
Auch Sie im haargenau gleichen Kostüm, das sie gewöhnlich in ihrer Horror-Show im Lokalfernsehen trug.
Ähnlich bizarr wie das Drehbuch ist die Entstehungsgeschichte dieses Minimalbudget-Films: Regisseur Ed Wood, alkoholsüchtiger Teilzeit-Transvestit mit einer Vorliebe für Angora-Pullis, musste «Plan 9» (wie alle seine Filme) aus finanziellen Gründen innerhalb kürzester Zeit abdrehen. Einer der Hauptgeldgeber war die örtliche Southern Baptist Convention von Beverly Hills. Deren Bedingung: Alle mussten sich taufen lassen. Im Swimming Pool.
Und nun fragt man sich, weshalb – WESHALB – muss man davon ein Remake machen?
Hier der Trailer:
Schaut, sie haben einen Tor-Johnson-Lookalike!
Und ihren eigenen Criswell!
Von offizieller Seite gibt es wenig bis gar keine Info, doch man reimt sich zusammen, dass der neue «Plan 9» explizit für eine subkutane Subkultur von Billig-Horrorstreifen-Fans gemacht ist – was eigentlich gänzlich in der Tradition Ed Woods wäre. Trotzdem riecht das Ganze sehr nach Sackgasse, ähnlich wie der 1998er Remake von Psycho: nett gedacht, gut gemacht, letztlich unwichtig.