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Regelmässige Bewegung ist ein zentraler Schutzfaktor für die Gesundheit und zeigt die stabilste Nutzenevidenz hinsichtlich der Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter.
Dank körperlicher Aktivität im Alter können nicht nur zahlreiche körperliche, affektive und kognitive Erkrankungen vermieden oder hinausgezögert werden, auch bereits bestehende chronische Leiden lassen sich positiv beeinflussen. Zudem profitieren auch ältere Menschen mit Gesundheitsproblemen oder Behinderungen von körperlicher Aktivität, wenn diese an die persönlichen Voraussetzungen angepasst ist.
Bewegungsempfehlungen für ältere Menschen
Die aktuelle Bewegungsempfehlung für ältere Menschen lautet:
- wöchentlich mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität mit mittlerer Intensität
- oder 1,25 Stunden Sport mit hoher Intensität.
Im Alter können allerdings die Unterschiede zwischen Einzelpersonen sehr gross sein. Sogenannt robuste Ältere können im Wesentlichen die Empfehlungen für Erwachsene befolgen. Gebrechliche oder gar abhängige ältere Menschen haben oft mehrere Krankheiten, funktionelle Einschränkungen und eine verminderte Vitalität. Bei ihnen müssen die Empfehlungen angepasst werden.
Es empfiehlt sich, zwei verschiedene, sich ergänzende Bewegungsformen zu fördern:
- die alltägliche Bewegung
- und die Teilnahme an spezifischen Bewegungsprogrammen.
Fast jede vierte Person (24 %) zwischen 65 und 74 Jahren und fast jede zweite Person (45 %) ab 75 Jahren bewegt sich nicht ausreichend.
Sturzprävention bei älteren Menschen
Stürze im Alter führen häufig zu Verletzungen, langwierigen Komplikationen, reduzierter Selbstständigkeit und erhöhter Pflegeabhängigkeit sowie jährlich zu fast 1300 Todesfällen. Sturzunfälle von Personen ab 65 Jahren verursachen in der Schweiz jährliche Kosten von über 1,4 Milliarden Franken.
Eine wirksame Prävention von Stürzen im Alter trägt in bedeutendem Masse dazu bei, schwerwiegende gesundheitliche Einbussen und Todesfälle zu vermeiden, die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter zu erhalten und die Kostenentwicklung im Gesundheitsbereich zu dämpfen. Durch körperliches Training kann das Sturzrisiko um 30-50 % gesenkt werden.
Wichtige Elemente der Bewegungsförderung und Sturzprävention:
- Kombination von Bewegung und Begegnung
- Seniorengerechte und bewegungsförderliche Infrastruktur
- Steigerung der Kraft und des Gleichgewichts ergänzend mit mobilitäts- und funktionalitätserhaltenden Komponenten
- Grosse Variation an Übungen, um unterschiedliche Aspekte der körperlichen Leistungsfähigkeit zu trainieren
- Reduktion von Gefahrenquellen im eigenen Zuhause
- Nutzung verhaltenspsychologischer Theorien und Technologien zur Motivationssteigerung
- Klare und niederschwellige Empfehlungen
- Einbezug von Gesundheitsfachpersonen und soziale Unterstützung
Training und Übungsprogramm (Intervention)
Im Rahmen der Kampagne «sicher stehen - sicher gehen» wurden konkrete Übungen zur Steigerung der Muskelkraft und Förderung des Gleichgewichts entwickelt. Das Übungsprogramm dient primär der Sturzprävention und umfasst verschiedene Schwierigkeitsgrade.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu stellt Fachpersonen, MultiplikatorInnen sowie interessierten Personen das Übungsprogramm kostenlos zur Verfügung in Form von: