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Ein unerwartet hoher Anstieg der Zwiebelpreise hat in Indien zu einem kräftigen Plus der Lebenshaltungskosten geführt - und gar die Finanzmärkte des Landes belastet. Das berichtet die «Financial Times». Die Preise für Zwiebeln stiegen im August im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Dreifache. Exakt lag der Zuwachs bei 245 Prozent. Insgesamt legten die Verbraucherpreise in den vergangenen zwölf Monaten um 6,1 Prozent zu, nach 5,9 Prozent im Juli. Lebensmittel verteuerten sich demnach um über 18 Prozent.
Indien produziert über 15 Millionen Tonnen Zwiebeln jährlich. Das Lauchgewächs gilt als eine grundlegende Zutat für fast jedes Gericht in der nach China und Japan drittgrössten Volkswirtschaft Asiens. Und ein Mangel an Zwiebeln kann in Indien weitreichende Konsequenzen haben: Wegen früherer Engpässe wurden seit 1980 bereits zwei Regierungen gestürzt, so die «Financial Times».
Ohne Zwiebeln kein gutes Curry
Weil ohne Zwiebeln kein gutes Curry-Gericht gemacht werden könne, sei offensichtlich, dass die Entwicklung wichtige politische Implikationen haben kann, so Rajeev Malik, leitender Ökonom beim Aktienbroker CLSA. «Lebensmittelinflation ist von grosser Bedeutung.» Das gilt in Entwicklungsländern und aufstrebenden Volkswirtschaften noch stärker als in der industrialisierten Welt, weil die Menschen dort das Gros ihres Einkommens für Essen und Trinken ausgeben.
Derweil erholt sich Indiens Wirtschaft schwächer als erwartet. Das Beratergremium von Ministerpräsident Manmohan Singh senkte jüngst die Wachstumsprognose für das bis März 2014 laufende Haushaltsjahr von 6,4 auf 5,3 Prozent. Das deckt sich mit den Vorhersagen von Banken-Ökonomen und Zentralbank. 2012 hatte es sogar nur ein Plus von 3,2 Prozent gegeben
(moh/mit Material von Reuters)