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<h2>SubmittedText<h2><p>Welche Massnahmen will der Bundesrat ergreifen, um der Verbreitung der bei der Gletscherschmelze freigesetzten persistenten organischen Schadstoffe (POP) und den damit einhergehenden Gefahren zu begegnen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Durch den Klimawandel schwinden die Schweizer Gletscher, und die im Eis angesammelten Schadstoffe werden freigesetzt. Der Bundesrat teilt die Sorge über die persistenten organischen Schadstoffe (sogenannte POP, "persistent organic pollutants"). Die von Empa, ETH Zürich und Eawag veröffentlichte Studie ist ihm bekannt. Die Studie zeigt, dass persistente organische Stoffe, welche in der Schweiz und anderen Ländern verwendet und durch Verfrachtung über die Luft in alpinen Gletschern abgelagert wurden, durch Abschmelzen des Gletschereises in Sedimente des mit Gletscherwasser gespiesenen Oberaarsees gelangen können.</p><p>Bereits in den Sechziger- und Siebzigerjahren gab es infolge des zunehmenden Eintrags aus der Atmosphäre erstmals einen generellen Anstieg der Konzentration von POP in Sedimenten alpiner Seen. Darauf folgte eine deutliche Konzentrationsabnahme in den Achtzigerjahren. Der Grund dafür liegt in den von der Schweiz und anderen Industrieländern in den Siebzigerjahren erlassenen Verbotsregelungen für die Herstellung und Verwendung von POP wie polychlorierten Biphenylen (PCB) und Organochlorpestiziden (z. B. DDT) sowie den in den frühen Achtzigerjahren eingeführten Grenzwerten und technischen Massnahmen bei Kehrichtverbrennungsanlagen, um die Emissionen der im Verbrennungsprozess entstehenden Dioxine und Furane zu reduzieren. Wie die Studie zum Oberaarsee gezeigt hat, trat dort seit den späten Neunzigerjahren aufgrund der Freisetzung dieser POP aus dem abschmelzenden Gletschereis erneut ein Konzentrationsanstieg in den Sedimenten auf. Da die POP über weite Strecken mit der Luft verfrachtet werden, stammt deren Eintrag in die Schweizer Gletscher auch aus Quellen ausserhalb der Schweiz. Wie ein Vergleich zeigt, weisen auch Seen im Unterland vergleichbare Konzentrationen dieser Substanzen auf. Die Belastungssituation dieser Gewässer ist aufgrund der fischereilichen Nutzung und der Trinkwassergewinnung ebenfalls aus der Sicht des Gesundheitsschutzes relevant.</p><p>Im Rahmen ihrer aktiven Umweltpolitik setzt sich die Schweiz national und international für den Schutz vor POP ein. Aus diesem Grund hat sich die Schweiz schon frühzeitig in der Entwicklung eines internationalen Verbotes dieser Stoffe engagiert: Das Stockholmer Übereinkommen vom 22. Mai 2001 über persistente organische Schadstoffe (POP-Konvention; SR 0.814.03) trat 2004 in Kraft, und das Sekretariat dieses Übereinkommens hat seinen Sitz in Genf. Das Übereinkommen ist in der Schweiz vollumfänglich umgesetzt.</p><p>Das Abschmelzen der Gletscher wird sich nach dem jetzigen Wissensstand weiter fortsetzen. Mit einem Eintrag an POP in darunterliegende Gletscherseen ist somit auch in den nächsten Jahren noch zu rechnen. Untersuchungen der ETH Zürich über die Freisetzung von PCB in der Stadt Zürich zeigen jedoch, dass bedeutend grössere PCB-Mengen aus früheren Anwendungen in Bauten in die Umwelt gelangen. Weitere Studien müssen klären, inwieweit die Konzentrationen dieser Stoffe im Sediment der alpinen Seen ein Risiko für diese empfindlichen Ökosysteme darstellen. Vorhandene Daten über die PCB-Belastung des Genfersees weisen auf keine Zunahme während der letzten Jahre hin. Eine Gefährdung der Bevölkerung durch die aus Gletschern freigesetzte und in Seen im Unterland gelangende PCB-Menge besteht nach heutigen Erkenntnissen nicht.</p>  Antwort des Bundesrates.