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Das Wander- und Wintersportgebiet Seebodenalp im Kanton Schwyz liegt auf einer grossen Terrasse an der Nordwestflanke der Rigi. Die auf einer Höhe von rund 1'030 m ü. M. zwischen Küssnacht und Rigi-Kulm liegende, von Wald umsäumte Alp wird seit 1954 durch eine Luftseilbahn erschlossen.
Bereits 1935 besass der Motorradklub Küssnacht eine kantonale Konzession zum Bau einer Seeboden-Luftseilbahn. Das Vorhaben scheiterte jedoch. Ein 1951 gegründetes Initiativkomitee unter dem Vorsitz von Nationalrat Josef Ulrich griff das Projekt einer Luftseilbahn von Küssnacht auf die Seebodenalp wieder auf. Die kantonale Konzession für den Bau der Bahn wurde 1953 erteilt, nachdem das Gesuch für die Eidgenössische Konzession abgewiesen worden war.
Die im Jahr 1954 gebaute Luftseilbahn mit zwei Kabinen für je vier Personen wurde durch die Steffisburger Seilbahnfirma L. + P. Küpfer erstellt. Nach vielen Bemühungen der Bahnverwaltung lag 1957 endlich die Eidgenössische Konzession vor und die Bahn konnte für eine höhere Kapazität - mit Kabinen für je zehn Personen - ausgerüstet werden. Zu diesem Zweck mussten neben den beiden Kabinen auch die Trag- und Zugseile sowie der Antrieb ausgewechselt werden. Der unter der Leitung des Projektverfassers Ingenieur Karl Zingg, Schwyz ausgeführte Umbau erfolgte durch die beiden Seilbahnfirmen Küpfer, Steffisburg und Garaventa, Immensee.
Die südlich des Dorfes Küssnacht leicht oberhalb des Vierwaldstättersees beginnende Bahn führt in den unteren zwei Dritteln über Wiesland. Der obere Teil der Linie folgt weitgehend dem in dicht bewaldetem Gebiet verlaufenden Dorfbach, bevor sie am Rand des Seeboden-Plateaus endet. Die Bahnstrecke besitzt sechs markante konische Stahl-Fachwerkstützen.
Die Tal- und die Bergstation präsentieren sich als wohlproportionierte Betonbauten in der typischen Architektursprache der 1950er-Jahre. Die beiden Bauten wurden 1970 renoviert und modernisiert. Der Antrieb und das Tragseil-Spannsystem befinden sich in der Talstation, während die Gewichte der Zugseilabspannung in der Bergstation zu finden sind.
Die Kabinen von 1957 wurden 1970 durch neue, formschöne Kabinen für je zwölf Personen der Carosseriewerke Aarburg CWA ersetzt. Die ebenfalls neuen Kastenprofilgehänge mit ihren achtrolligen Laufwerken und den in der Mitte angeordneten Fangbremsen lieferte die Firma Küpfer.
Die Antriebsgruppe enthält noch den 1957 eingebauten Motor. Interessant ist die Kraftübertragung vom Motor auf das Antriebsrad mittels Keilriemen. Aufgrund dieser Kraftübertragungstechnik konnte das Getriebe eingespart werden. Unter der Leitung der Garaventa AG wurde 1997 ein Umbau der Bahn vorgenommen. Neben den Bremsen wurde die elektrische Steuerung erneuert und eine neue Fernüberwachungsanlage installiert.
Die von der Steffisburger Seilbahnfirma L. + P. Küpfer in den 1950er-Jahren in zwei Etappen fabrizierte zweispurige Pendelbahn ist noch weitgehend erhalten. Sie gehört zu den ältesten, heute noch in Betrieb stehenden Pendelbahnen aus dem Hause Küpfer. Der 1970 vorgenommene Ersatz der Fahrbetriebsmittel und die 1997 erfolgte Nachrüstung orientierten sich am Bestand. Die beiden zeittypisch ausgebildeten Stationsbauten tragen zur positiven Gesamterscheinung der Anlage bei. Das wegen seiner aussichtsreichen, sonnigen Lage seit jeher beliebte Ausflugsziel Seebodenalp erhielt mit dem Bau der Bahn ein rasches, sowohl im Sommer wie im Winter benutzbares Verkehrsmittel. Gleichzeitig mit der Luftseilbahn entstand 1954 auf der Seebodenalp ein Skilift.
|Konzeption|
|Erschliessungsidee (Vision)||vom Dorf ins Naherholungsgebiet (Plateau), am Nordwesthang der Rigi; Wandergebiet; Personen- u. Güterbeförderung; Alp- u. Forstwirtschaft; heute Doppelerschliessung: Konkurrenz Autoverkehr|
|Linienführung: Planung, Umsetzung||vom Zentrum weg, an der südlichen Peripherie des Dorfs zum Rand des Seeboden-Plateaus; rund zwei Drittel führen zwischen Dorfbach u. Dürrenbach über Wiesland, der obere Abschnitt ist in ein Waldstück eingeschnitten|
|Seilbahntechnik|
|besondere oder typische tech. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialien||Antrieb in Talstation, speziell: offene Keilriemenübertragung (kein geschlossenes Getriebe); Ritzel auf offene Antriebsscheibe (komplett); Abspannung des Tragseils mittels Gewicht in Talstation, Gewichtsabspannung des Zugseils in Bergstation; schmale Spur; konische Fachwerkstützen|
|seilbahntechnische Bedeutung: Prinzip, Hersteller||zweispurige, wenig veränderte u. zu den ältesten Küpfer-Anlagen gehörende Pendelbahn im Segment der Bahnen mit kleineren Kabinenvolumen|
|Baukunst: Streckenbauwerke, Hochbauten|
|Ingenieurbau||-||-|
|Architektur||wohlproportionierte, zeittypisch ausgebildete Stationsbauten; sachliche Zweckarchitektur|
|besondere oder typische arch. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialien||Pultdach- u. Satteldachbauten; Massivbauweise (Betonrahmen, Mauerwerk verputzt)|
|bautypologische Bedeutung||unspektakuläre, aber zeitlich, formal u. proportional zur Gesamtanlage gehörige Bauwerke|
|Authentizität: materielle, ideelle Überlieferung|
|Umfang und Qualität der ursprünglichen Komponenten||Linie, Stützen u. Grundkonzeption von 1954 u. anlässlich des zweiten Konzessionierungsverfahrens von 1957 eingesetzter Motor mit Keilriemenübertragung sowie Hochbauten erhalten|
|Qualität der Nachrüstungen||zwei sorgfältige, mit Rücksicht auf den Bestand erfolgte Nachrüstungen: 1970 Ersatz u. Vergrösserung der Fahrbetriebsmittel; 1997 Ergänzung mit Betriebsbremse zwischen Keilriemen; Nachrüstungen im Bereich der Sicherheit, Steuerungs- u. Überwachungstechnik|
|funktionale Unversehrtheit||in Betrieb|
|Kulturgeschichte|
|Personen, Firmen, Institutionen||-||-|
|Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Militär||Seebodenalp zur Erbauungszeit noch alpwirtschaftlich u. militärisch (Schiessplatz) genutzt; heute Nahausflugsziel (Sommer- u. Wintertourismus)|
|Räumliche Situation|
|Berücksichtigung der Landschaft, der natürlichen Umgebung, des urban. Kontexts||Bergstation an Plateaurand (Schonung von Plateau u. Freifläche); Bergstation sehr gut integriert; Talstation wird zunehmend von Neubauten (Wohnungsbau) eingekreist|
|Infrastruktur|
|touristische/betriebliche Infrastruktur||Alphütten, Bergkapelle u. -hotel; Skilift|
|Verkehrsnetze||ÖV (Bus) vom Bahnhof zur Talstation; kein historischer Bezug See-Seebodenalp|