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David Weiss vom Künstlerduo Fischli/Weiss ist tot
David Weiss, 2006, bei der Verleihung des Preises der Schweizer Roswitha-Haftmann-Stiftung. (Keystone)
Im vergangenen September war David Weiss an Krebs erkrankt. Er erlag der Krankheit am Freitagmorgen in seiner Geburtsstadt Zürich. David Weiss war 1946 geboren worden. Er wurde an Kunstgewerbeschulen in Zürich und Basel zum Bildhauer ausgebildet. Die Zusammenarbeit mit dem sechs Jahre jüngeren Peter Fischli begann 1979.
Ihre erste Arbeit war die «Wurstserie» - eine Serie von Fotografien mit Würsten und Wurstscheiben, die sie unter anderem mit Bildern eines Verkehrsunfalls oder einer Modeschau kombinierten.
Alltag und Kunstwelt ironisch beleuchtet
Fischli/Weiss arbeiteten mit Videosequenzen, Fotografien, Skulpturen oder Multimedia-Installationen. Zudem erstellten Fischli/Weiss zahlreiche Kunstbücher. Bei ihren Skulpturen und Installationen verwendeten sie vor allem Polyurethan.
Spezialität des Künstlerduos war, Gegenstände oder Situationen aus dem Alltag oder der Welt der Kunst neu zu arrangieren und damit ironisch und humorvoll in Frage zu stellen.
Durchbruch mit «Der Lauf der Dinge»
International bekannt wurden sie 1987 mit ihrem Film «Der Lauf der Dinge», der eine Nonsens-Maschine zeigt. Die Kamera fährt entlang eines 40 Meter langen Aufbaus mit verschiedensten Gegenständen.
Nach dem Dominoprinzip werden dabei die Bewegungsimpulse an den nächsten Gegenstand weitergegeben. Dabei verursachen überlaufende Gefässe, rollende Pneus, glitschige Seifen oder bröckelnde Zuckerstücke überraschende Kettenreaktionen.
Die beiden Künstler lieferten mit «Der Lauf der Dinge» einen ironischen Kommentar zur physikalischen Gesetzmässigkeit und der geradezu philosophischen Bedeutsamkeit des Unbedeutenden. Der 30minütige Film wurde für die documenta 1987 produziert und gehört zu den meist gesehenen Kunstfilmen aller Zeiten.
Goldener Löwe in Venedig
Die Werke von Fischli/Weiss wurden und werden in den renommiertesten Gallerien und Museen ausgestellt. Unter anderem hatten die Künstler Ausstellungen in der Tate Modern in London, dem Guggenheim-Museum und dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris, dem Kunstmuseum Basel und dem Kunsthaus Zürich.
2003 wurden Fischli/Weiss bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet für eine Installation mit über 1000 scheinbar sinnlosen Fragen in verschiedenen Sprachen, die an eine Wand projiziert wurden. 2010 erhielten sie den angesehenen Kölner Wolfgang-Hahn-Preis, der von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig verliehen wird. (bürg, sda)
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