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Wehenschwäche
Wenn sich der Kopf Ihres Kindes trotz Wehen oder Pressen nicht vorwärts bewegt und die Geburt keine Fortschritte macht, bezeichnet man das als Geburtsverzögerung, protrahierte Geburt oder sogar Geburtstillstand. Ein Geburtsstillstand kann sowohl während der Eröffnungsphase wie auch während der Austreibungsphase auftreten. Dann wird Ihre Hebamme, Ihr Geburtshelfer Massnahmen zur Beschleunigung der Geburt in Erwägung ziehen müssen.
Möglicherweise wird Ihnen ein intravenöser Wehentropf zur Verstärkung der Wehen vorschlagen. Manchmal genügt dies schon, um die Geburt wieder voranzubringen und bei Ihnen den Drang zum Pressen oder einen Blasensprung auszulösen.
Es gibt verschiedene Gründe für einen mangelnden Geburtsfortschritt, z.B. dass sich der Muttermund nicht öffnet oder nur langsam erweitert, die Gebärmutterkontraktionen nicht effektiv oder nicht ausreichend, zu schwach und unregelmässig sind oder sogar ganz aufhören. Das wird als Wehenschwäche oder Wehendystokie bezeichnet. Ein häufiger Grund für eine verlängerte Geburtsdauer kann auch ein relatives Missverhältnis zwischen der Grösse des Kindes und dem mütterlichen Becken oder eine falsche Einstellung des kindlichen Köpfchens sein.
Dauern die Wehen zu lange, sind manche Mütter schliesslich so erschöpft, dass sie nicht mehr die nötige Kraft und Energie zum Pressen aufbringen. Ist die Wehenanregung mit Medikamenten nicht erfolgreich, wird sich der Frauenarzt, die Frauenärztin – nach Rücksprache mit Ihnen - möglicherweise für einen instrumentellen Eingriff entscheiden, sei es ein Vakuumgerät (auch Saugglocke genannt) oder eine geburtshilfliche Zange. Gegebenenfalls kann auch ein Kaiserschnitt indiziert sein.
Newsticker
Zu häufig Wehenmittel? | 09.03.2018
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat den Trend zu immer mehr medizinischen Eingriffen während der Geburt kritisiert. Sie wandte sich etwa gegen den immer häufigeren Einsatz von Wehenmitteln zur Beschleunigung der Geburt. Bei den meisten der 140 Millionen Geburten pro Jahr weltweit sei das nicht nötig, vorausgesetzt die Wehen entwickeln sich normal und Mutter und Kind gehe es gut. Die WHO hat deshalb 56 neue Richtlinien für Geburten herausgegeben. Es sei z.B. unrealistisch, dass sich der Muttermund bei Einsetzen der Wehen etwa 1 cm/Stunde öffnen sollte. Der Anschluss an einen Wehenschreiber sei selten sinnvoll, ebenso wenig das Rasieren der Schamhaare. Ein Dammschnitt und das Absaugen von Mund und Nase bei Neugeborenen dürften kein Routineeingriff sein.
Letzte Aktualisierung: 04.2018, BH / swissmom-Hebammenteam