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Die Schweizer Behörden online
Nachtarbeit (ab 23 Uhr bis 6 Uhr morgens) und Sonntagsarbeit (ab Samstag 23 Uhr bis Sonntag 23 Uhr) sind grundsätzlich verboten.
Nacht- und Sonntagsarbeit können bewilligt werden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Für gewisse Kategorien von Arbeitnehmenden und Betrieben sind Sonderbestimmungen anwendbar, die Nacht- und Sonntagsarbeit ohne vorgängige Bewilligung erlauben (siehe Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz).
Im Allgemeinen darf der Arbeitnehmer ohne seine ausdrückliche Zustimmung am Sonntag und in der Nacht nicht zur Arbeit aufgeboten werden.
Für den Betrieb
Man spricht von vorübergehender Nachtarbeit, wenn sie nicht mehr als drei Monate pro Betrieb und Kalenderjahr umfasst; oder, wenn sie einen einmaligen Charakter aufweist und nicht mehr als 6 Monate umfasst.
Vorübergehende Sonntagsarbeit liegt vor, wenn sie pro Betrieb und Kalenderjahr nicht mehr als 6 Sonntage umfasst, gesetzliche Feiertage inbegriffen oder maximal 3 Monate, wenn sie einen einmaligen Charakter aufweist.
Ausserhalb der in der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz aufgezählten Fälle muss vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit vom Kanton bewilligt werden. Sie wird bewilligt, sofern ein dringendes Bedürfnis vorhanden ist.
Für den Arbeitnehmer
Vorübergehende Nachtarbeit leistet der Arbeitnehmer, wenn er an maximal 24 Nächten pro Jahr zum Einsatz kommt. In diesem Fall muss ihm der Arbeitgeber einen Lohnzuschlag von mindestens 25 % bezahlen.
Vorübergehende Sonntagsarbeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer an maximal 6 Sonntagen pro Jahr arbeiten muss. In diesem Fall erhält der Arbeitnehmer sowohl einen Lohnzuschlag von 50 % als auch eine Zeitkompensation. Sonntagsarbeit von einer Dauer bis zu 5 Stunden ist durch Freizeit von gleicher Dauer auszugleichen. Dauert sie länger als 5 Stunden, so ist im Anschluss an die tägliche Ruhezeit ein Ersatzruhetag von mindestens 24 aufeinander folgenden Stunden zu gewähren (insgesamt also 35 Stunden).
Für den Betrieb
Man spricht von dauernder oder regelmässiger Nachtarbeit, wenn die Grenzen der vorübergehenden Nacht- oder Sonntagsarbeit überschritten werden.
Ausserhalb der in der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz aufgelisteten Fälle bewilligt das SECO dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nacht- oder Sonntagsarbeit, sofern eine technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit vorliegt.
Für den Arbeitnehmer
Man spricht ab 25 Nächten pro Kalenderjahr von dauernder respektive regelmässig wiederkehrender Nachtarbeit.
In diesem Fall hat der Arbeitnehmende Anspruch auf eine medizinische Untersuchung sowie Beratung. In gewissen Situationen ist die medizinische Untersuchung obligatorisch.
Im Falle von dauernder oder regelmässig wiederkehrender Nacht- oder Sonntagsarbeit fällt der Anspruch auf einen Lohnzuschlag weg und der Arbeitnehmende hat aus Gründen des Gesundheitsschutzes Anrecht auf eine zeitliche Kompensation. Dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit generiert einen Anspruch auf einen Zeitzuschlag von 10 Prozent der in der Nacht geleisteten Arbeit. Diese Ausgleichsruhezeit muss im Laufe eines Jahres gewährt werden. Die Ersatzruhezeit bei dauernder oder regelmässig wiederkehrender Sonntagsarbeit ist dieselbe wie bei vorübergehender Sonntagsarbeit.
Weitergehende Informationen zur Nacht- und Sonntagsarbeit finden Sie im Merkblatt des SECO zu den wichtigsten Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen.