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ortspezifische Audio-Installation
2-Kanal über Körperschallwandler, 10′ 53”
Kabinett 1, St. Urbanhof, Sursee, 2011
Das Kabinett befindet sich im historischen Gebäudeteil des St.Urbanhofes, der als Ortsmuseum dient und die Geschichte des Gebäudes sorgfältig inszeniert. Im Gegensatz zu allen anderen Räumen finden sich im Kabinett aber keine authentischen historischen Zeugen, obwohl alles auf eine bezeugte Geschichtlichkeit hin renoviert wurde. Der Raum hat so eine eigentümliche Zeitlichkeit, die man eher als Herausfallen aus Zeitlichkeit beschreiben kann.
Auf Nachfrage wurde mir erzählt, dass vor der Renovation eine Küche im Raum untergebracht war. Die Abwesenheit der Vergangenheit dieses Raumes ist sobald man davon weiss, absolut und verblüffend – vor allem vor dem Hintergrund der behaupteten Authenzität des gegenwärtigen Zustandes.
Diese Überlagerung und gegenseitig Auslöschung habe ich in eine Raumbeschreibung umgesetzt, die über ihre narrative Struktur sich während der Erzählung vom der beobachtbaren Zustand ablöst und diesen dadurch erweitert.
Die Sprache der Erzählung ist eine synthetische Sprache, eine Programmiersprache. Diese wird auf ihre performativen Aspekte hin befragt, indem sie über das Einsprechen aus ihrem technologisch determinierten Zusammenhang herausgelöst und in einen kommunikativen Zustand überführt wird. Um eine symbolische Repräsentation zu vermeiden, wird die technologische Funktionsfähigkeit des Textes aber beibehalten.
Die Erzählung berücksichtigt die Medialität des Wissenlassens, indem sie Bezug nimmt auf eine Fotografie, den darin bestehenden Blickwinkel und die sich daraus ergebende Sichtbarkeit. Ebenfalls bezieht sie sich auf die Rezeption, indem sie die angesprochenen Dinge als Vorstellungen kennzeichnet, dabei aber nicht zwischen Anwesendem und Abwesendem unterscheidet.
Der Raum wird während dem Zuhören vor den Augen der Zuschauer moduliert, eine erweiterte Seherfahrung ermöglicht, ohne dass gross etwas “zu sehen gewesen” wäre – denn der Raum ist leer.
Die Installation besteht aus einer konsequenten Konzentration auf den Raum selber: die Fenster sind abgeklebt, der Raum ist gleichmässig beleuchtet, und der Ton wird über zwei Körperschallwandler direkt auf den Boden und eine der zwei Bänke übertragen. Der Raum selber spricht.
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