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Drouyn
de
l'Huys (spr. druäng d'luih o
der luihs), Edouard, franz.
Staatsmann, geb. zu
Paris
[* 2] als Sohn eines Generaleinnehmers, ward im
Collège
Louis le
Grand zu
Paris gebil
det, besuchte
seit 1825 die
Rechtsschule daselbst und schlug dann die diplomatische Laufbahn ein. Er war zuerst 1830 Gesandtschaftsattaché
in
Madrid,
[* 3] 1833-36 Gesandtschaftssekretär im
Haag,
[* 4] dann
Geschäftsträger am spanischen
Hof,
[* 5] erhielt 1840 die
Direktion
der Handelsangelegenheiten
im
Ministerium des
Auswärtigen und ward 1842 in die
Kammer gewählt.
Infolge seiner Opposition gegen Guizots Politik seines Staatsamts verlustig, griff er das Ministerium und die Kammermajorität wegen ihrer Korruption heftig an und beteiligte sich eifrig an der Reformbewegung, welche zum Sturz der Julimonarchie führte. Nach demselben in die Konstituante, dann auch in die Legislative gewählt, stimmte er stets mit der Rechten und ward im Mai 1848 Vorsitzender des Komitees für die auswärtigen Angelegenheiten. Unter Ludwig Bonapartes Präsidentschaft übernahm er im Ministerium vom das Portefeuille des Auswärtigen, ging im Juni 1849 als außerordentlicher Botschafter nach London, [* 6] übernahm dann im Übergangskabinett vom 10.-24. Jan. 1850 abermals das Auswärtige und half den Staatsstreich vom vorbereiten. Nach demselben beteiligte er sich an der Konsultativkommission und ward zum Senator ernannt. Am übernahm er wieder das Ministerium des Auswärtigen. Eifrig für die Erhaltung des Friedens bemüht, betrieb er nach Ausbruch des ¶
forlaufend
Krimkriegs die Abhaltung der Wiener Konferenzen im April 1855, nach deren erfolglosem Ausgang er aus dem Ministerium schied. 1856 nahm
er auch als Senator seine Entlassung, weil der Kaiser dieser Körperschaft Mangel an Initiative zum Vorwurf gemacht hatte. Seine
Muße benutzte er, um durch eine »Histoire diplomatique de la crise orientale« (Brüss. u.
Leipz. 1858) sein Verhalten in der orientalischen Frage zu rechtfertigen. 1862 ließ sich
Drouyn de
l'Huys wiederum zur Übernahme des auswärtigen
Ministeriums bereit finden.
Obwohl Freund Österreichs und der Kurie, unterzeichnete er 1864 die Septemberkonvention mit Italien.
[* 8] Seine Bemühungen für die
Polen, die amerikanischen Südstaaten und Dänemark
[* 9] blieben erfolglos. In der deutschen Frage suchte er 1866 vor
allem Frankreichs Interessen zu fördern durch ein Protektorat über Süddeutschland und Abtretung linksrheinischer Gebietsteile.
Als aber Bismarck im August 1866 die französischen Kompensationsforderungen ablehnte, erklärte der Kaiser, da er für einen
Krieg mit Preußen
[* 10] nicht gerüstet war, diese für eine Eigenmächtigkeit
Drouyns, der 1. Sept. seine Entlassung
erhielt. Seitdem beschäftigte er sich mit Ackerbau und Akklimatisationsfragen und starb
Vgl. d'Harcourt, Les quatre
ministères de M.
Drouyn de
l'Huys (Par. 1882).