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Lebensraum für den Tiger in Kambodscha
Weltweit existieren nur noch 3900 Tiger. Soll diese Tierart überleben, muss ihr Lebensraum dringend erweitert und geschützt werden. Deshalb setzt sich der WWF dafür ein, dass im östlichen Flachland Kambodschas für den Tiger Lebensräume geschützt werden. Denn die Grösse und die Vegetation des Gebiets eigenen sich besonders gut als Schutzgebiet für Tiger.
Spektuläre Landschaft für den Tiger
«Wir wollen dieses riesige Gebiet vor Wilderei und Abholzung schützen und als potenziellen Tigerlebensraum erhalten.»
Die «Eastern Plains Landscape» im Nordosten Kambodschas ist das grösste in Südostasien noch vorhandene Gebiet, das aus einem natürlichen Mosaik verschiedener tropischer Laubwald-Lebensräumen besteht. Der Wert des Gebiets liegt zum einen in seiner Abgeschiedenheit und seiner enormen Grösse und zum anderen darin, dass die spektakulär schöne Landschaft zahlreiche gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten beherbergt, unter anderem Elefanten und Leoparden. Auch Tiger streiften einst durch dieses Gebiet.
Strassen und Landwirtschaftszonen fragmentieren aber die Landschaft zunehmend und liegen zum Teil in Schutzgebieten. Eine Strasse bringt zwar neue Entwicklungsmöglichkeiten mit sich, vereinfacht aber auch den Zugang zum Wald und seinen Ressourcen. Mit den Strassen kommen Interessenten für alle möglichen Aktivitäten, von Landwirtschaft bis Bergbau, in die Region. Illegale Abholzung und bewaffnete Banden, die Wildtiere in Trophäenjagden oder für den Handel erlegen, bedrohen die Integrität des Tiger-Lebensraums. Ranger patrouillieren das 600'000 Hektaren grosse Gebiet zwar in mehreren kleinen Gruppen von drei bis fünf Personen. Gemessen an der Grösse des Gebiets und an der zunehmenden Anzahl von bewaffneten Wilderern und Holzfällern sind diese Patrouillen aber von der Anzahl und der Ausrüstung stark unterlegen.
Der WWF will sicherstellen, dass das östliche Flachland ein geschützter Rückzugsort für gefährdete und bedrohte Tierarten wird. Dann können in diesem Gebiet eines Tages auch wieder Tiger angesiedelt werden.
So holen wir den Tiger zurück nach Kambodscha
25 Tiger sollen im nordöstlichen Flachland Kambodschas wiederangesiedelt werden.
Der WWF unterstützt alle Tiger-Länder mit dem Ziel, die Anzahl der Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Zum ersten Mal seit einem Jahrhundert steigen die Tigerzahlen wieder. Das ist ein Riesenerfolg. Trotzdem sind Tiger immer noch bedroht und es ist wichtig, dass wir ihren Lebensraum besser schützen. In Kambodscha, wo der Tiger einst heimisch war, will ihn der WWF wieder ansiedeln. Das übergeordnete Ziel unserer Arbeit dort ist der Erhalt der zwei Schutzgebiete im nordöstlichen Kambodscha als Lebensraum für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten.
Dafür treffen wir folgende Massnahmen:
- Die lokale Bevölkerung wird von Anfang an durch Informationsveranstaltungen und Mitwirkungsprozesse in die Pläne für die Wiederansiedlung miteinbezogen.
- Mehr, grössere und besser ausgerüstete Patrouillen mit lokalen Wildhütern sollen illegale Aktivitäten verhindern.
- Durch gezielten Dialog mit den zuständigen Behörden, den Einsatz von Datenbanken und dem Einrichten einer Hotline zum Melden illegaler Aktivitäten soll die Durchsetzung der Gesetze verbessert werden.
- Überwachung der Beutetierpopulationen und die Wasserlöcher.
- Errichten von Plattformen für Ranger zum Informationsaustausch und zur Förderung der überregionalen und transnationalen Zusammenarbeit.
Erste Erfolge können wir bereits vermelden: Im April 2016 hat die kambodschanische Regierung den Plan zur Wiederansiedlung der Tiger im nordöstlichen Flachland gutgeheissen und den Bau einer weiteren Strasse durch eines der Schutzgebiete gestoppt.
Was Sie tun können
Um den Lebensraum des Tigers schützen zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Helfen Sie uns mit einer Spende oder einer symbolischen Tiger-Adoption. Unser Souvenir-Ratgeber zeigt Ihnen, welche Erinnerungsstücke aus Ihrem Urlaub nicht zur Zerstörung von Lebensräumen und Bedrohung von Arten wie dem Tiger beitragen.