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Phänomen: Der Übergang vom Kontinent zum Ozean
Geologieweg Panorama Piz Minschun
Der Grund für den grossen Unterschied zwischen den Tiefen der Ozeane und den Höhen der Kontinente liegt darin, dass die Erdkruste aus zwei grundlegend verschiedenen Gesteinsarten besteht. Die kontinentale Kruste besteht aus Gneis und Granit, während die ozeanische Kruste aus Basalt und Gabbro aufgebaut ist. Während die kontinentale Kruste bis zu 40 km dick ist, ist die ozeanische Kruste viel dünner (5-10 km), aber schwerer (>3 kg/m3) und liegt daher viel tiefer, so dass sich riesige Becken bilden, die sich unweigerlich mit Wasser füllen und unsere Ozeane bilden.
Vom Piz Minschun bis zum Piz Nair (und noch weiter bis zum Piz Tasna) kann man den Übergang von einem Kontinent zu einem ehemaligen, längst verschwundenen Ozean beobachten. Tatsächlich war die ozeanische Kruste hier so dünn, dass der eigentliche Erdmantel - das grün-dunkle Gestein namens Serpentinit - am Boden der Ozeane erscheint. Auf diesen verschiedenen Krustengesteinen befinden sich Sedimentgesteine, die vor Millionen von Jahren (120-65 Mio.) in diesem ehemaligen Ozean abgelagert wurden.
Der Übergang zwischen einem Kontinent und einem Ozean ist fast nie direkt zu beobachten, da er immer in den Tiefen des Ozeans verborgen ist. Und in den Gebirgen, wo ein solcher Übergang an die Oberfläche gehoben werden könnte (wie es hier der Fall ist), wird er fast immer durch Deformationsvorgänge zerstört, da es sich um eine so fragile Zusammensetzung von Gesteinsarten handelt. Dieser Übergang vom Kontinent zum Ozean (« Tasna-OCT »: Ocean-Continent-Transition) ist also einzigartig, bei vielen Wissenschaftlern bekannt und ein Forschungsobjekt von großer Bedeutung.