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Agrar- und Handelspolitik setzen weltweit auf Wachstum und damit auf die industrielle Produktion von Lebensmitteln und auf Hightech-Saatgut. Dadurch verlieren Kleinbauernfamilien zusehends ihr Einkommen. Fastenopfer setzt sich für ihre Rechte ein.
Derzeit produzieren Kleinbauern und -bäuerinnen rund 70 Prozent der Nahrung weltweit. Dieser Anteil sinkt: Agrar- und Bergbaukonzerne eignen sich Land und Wasser an, welches dringend für die lokale Nahrungsmittelproduktion gebraucht wird. Hochleistungssaatgut, welches teuer und selten den lokalen Bedingungen angepasst ist, konkurriert mit dem vielfältigen, klimaresistenten bäuerlichen Saatgut. Supermärkte bieten Lebensmittel zu Dumpingpreisen an und zerstören die lokalen Bauernmärkte. Besonders betroffen sind Frauen, welche für die Ernährung ihrer Familien und für die Bewahrung des Saatguts verantwortlich sind.
Internationale Handelsabkommen verlangen Saatgutgesetze
Diese Entwicklung hat mit den internationalen Handelsabkommen zu tun. Sie zwingen Länder zu strengen Saatgutgesetzen, von welchen ausschliesslich Saatgutkonzerne profitieren: Bauern und Bäuerinnen dürfen ihr selbst gezogenes Saatgut nicht mehr verwenden. Wenn sie sich nicht an das Gesetz halten, wird ihr Saatgut konfisziert, wie es bereits in Kolumbien und Guatemala geschieht.
Es braucht widerstandsfähige Landwirtschaftsmodelle
2018 hat die Schweiz die Bauernrechtsdeklaration der UNO unterzeichnet. Diese setzt sich unter anderem ein für bäuerliches Saatgut und für die Artenvielfalt. Auf dieser Basis verlangt Fastenopfer – gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen im Süden – Rahmenbedingungen, welche die kleinräumige Landwirtschaft fördern und bäuerliches Saatgut respektieren.
Was wir mit Ihrer Hilfe erreichen wollen
- Fastenopfer setzt sich mit Allianzen in der Schweiz, im südlichen Afrika und in Südostasien dafür ein, dass die Umsetzung der Bauernrechtsdeklaration vorankommt.
- Fastenopfer setzt sich mit der Schweizer Koalition «Recht auf Saatgut» dafür ein, dass künftige Freihandelsabkommen mit Ländern des Südens den freien Tausch von bäuerlichem Saatgut nicht einschränken.