Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/1175

Die International Air Transport Association (IATA), der Dachverband der Fluggesellschaften, prognostiziert der Branche für 2023 erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie schwarze Zahlen. Der Überschuss soll 4,7 Milliarden US-Dollar (circa 4,4 Milliarden Franken) betragen. 2019 wurden 26,4 Milliarden US-Dollar Gewinn erwirtschaftet. Der Gewinn läge nur einen Bruchteil über dieser Summe, teilte der Weltluftverband IATA am 6. Dezember 2022 in Genf mit.
Für 2022 sei mit einem Verlust von 6,9 Milliarden US-Dollar zu rechnen. Zum Vergleich: Der Verlust 2020 betrugt laut IATA fast 138 Milliarden US-Dollar, 2021 waren es noch 42 Milliarden US-Dollar.
Ziel: Netto Null bis 2050
Da die Kosten für konventionelles Flugbenzin gestiegen sind, seien auch die Ticketpreise in die Höhe geschnellt. «Wenn eine Industrie im Durchschnitt einen Dollar Profit pro Kunde macht, kann sie den Anstieg, den wir sehen, nicht ausgleichen», sagt Walsh.
Der Generaldirektor der IATA, Willie Walsh, fordert Europa laut der Nachrichtenagentur «Reuters» dazu auf, die Produktion des nachhaltigen Flugbenzins SAF schnell zu steigern. «Da wir für die Zukunft steigende CO₂-Kosten sehen, muss sich das auf die Ticketpreise auswirken, wenn die Branche auf Netto-Null umsteigt. Die Fluggesellschaften können die gestiegenen Kosten nicht auffangen.» Umweltgruppen erhoffen sich von steigenden Flugkosten ein Ausbremsen des wachsenden Flugverkehrs und somit die Eindämmung von Emissionen.
Die Vereinigten Staaten bemühten sich bereits, die Produktion sauberer Kraftstoffe zu erhöhen. Laut Walsh stünde dies im offensichtlichen Gegensatz zu den Einwänden aus Europa, dass neue US-Anreize zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen führen könnten.
«In den USA haben sie erkannt, dass nachhaltiges Flugzeugbenzin ein Teil der Lösung ist und man fokussiert sich stark auf eine zusätzliche Produktion», sagt Walsh. Die Biden-Regierung in den USA will bis 2030 mindestens drei Millionen Gallonen SAF pro Jahr liefern. Es sei «Unsinn», dass die EU die Flughäfen dazu verpflichten wolle, mehr SAF anzubieten, das nicht überall verfügbar sei. «Europas Antwort auf das Problem bestraft die Menschen», sagt Walsh.
Im Juli hat das EU-Parlament neue Regeln für Flugzeugkraftstoffe unterstützt, die festlegen, wie das Kerosin durch weniger schädliche Alternativen ersetzt werden kann und die Definition davon erweitern, was ein grüner Kraftstoff sein könnte. Der Luftfahrtsektor gilt als einer der am schwierigsten zu dekarbonisierenden Sektoren, da sich der Treibstoff für Flüge nicht einfach durch andere Energiearten ersetzen lässt.
Der diesjährige US-Inflation Reduction Act sieht erhebliche Subventionen für die SAF-Industrie in Form von Steuergutschriften vor, aber europäische Branchenführer, darunter der Chef des Flugzeugherstellers Airbus (AIR.PA), befinden die Gesetzgebung als unfair.