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Übersichtskarte zum Abschnitt Unteraargletscher-Grimselsee
Hier beginnt sie also, die Aare! Auf knapp 2000 Metern Höhe entströmt sie als stattlicher Schmelzwasserbach dem Gletschertor des Unteraargletschers
Der Unteraargletscher ist mit einer Länge von knapp 12 Kilometern und einer Fläche von 22,5 km² der fünftgrösste Alpengletscher. Sein Nährgebiet reicht bis zum Gipfel des 4274 Meter hohen Finsteraarhorn, dem höchsten Punkt im Einzugsgebiet des Rheins.
Bedeckt von Schotter und Trümmern, unterscheidet sich der Eisriese kaum von den Schutthalden, die er selber im Zungenbereich auftürmt
Das Nährgebiet des Gletschers wird von etlichen steilen Bergflanken gesäumt. Dort ist die Gebirgsverwitterung intensiv, da es keine schützende Eisschicht gibt. Herabfallende Trümmer werden von den Seitenmoränen aufgenommen und anschliessend über den ganzen Gletscher verteilt.
Nur gelegentlich blitzt etwas Eis unter dem grauen Mantel hervor. Bis auf das Rauschen von Wind und Wasser gibt es kaum Geräusche…
…nur ab und zu wird die Stille von herabfallenden Trümmern unterbrochen, die von der Moräne in unermüdlicher Arbeit herangeführt werden
Im Reich der Elemente
Die auf dem Gletscher liegenden Schuttmassen wirken wie eine schützende Decke vor der Sonneneinstralung. Dies ist mit ein Grund, wieso der Unteraargletscher auch in 50 Jahren – trotz des Klimawandels – noch nicht komplett verschwunden sein wird
Wo es kaum noch Leben gibt, gestalten Wasser und Eis die Gebirgslandschaft
Oft als unansehnlich beschrieben, wartet der Unteraargletscher mit einer schier endlosen Vielfalt an Eindrücken auf. Als Mensch verliert man sich in dieser gewaltigen Landschaft aus Eis und Trümmern, die in ihrer Gestalt oft an einen anderen Planeten erinnert.
An dieser Stelle lief wahrscheinlich ein Schmelzwassersee aus, der vor einigen Jahren auf der Gletscheroberfläche entstanden war. Die hier gezeigte Eisbrücke besteht nur noch aus einer Toteismasse
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Nochmals die Eisbrücke – diesmal mit Blick talabwärts
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Eine Steinplatte auf der Gletscherzunge, kurz vor dem Absturz
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Ein Findling. Man beachte die abgeschliffene Talflanke im Hintergrund
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Vermutlich ein von der Aare aufgegebenes Gletschertor
Damit ein Meter Eis entstehen kann, braucht es etwa 10 Meter Schnee. Durch den hohen Druck wird praktisch sämtliche Luft aus dem Eis gepresst, weshalb dieses bläulich im Licht schimmert
Blindgänger tauchen auf und vor Gletschern relativ häufig auf
Vom Ursprung der Aare
Auch wenn gelegentlich der Oberaargletscher als Ursprung der Aare genannt wird, beginnt der Flusslauf am etwa 400 Meter tiefer gelegenen Unteraargletscher, wo der deutlich grössere Quellast zu Tage tritt.
Im ewigen Dunkel verborgen, haben die Schmelzwässer bereits ein wahres Labyrinth aus Gletschermühlen, Spalten und Felsrinnen durchquert
Aus hydrologischer Sicht nimmt am Gletschertor sogar der drittgrösste Fluss Europas seinen Anfang, da die Aare bis zur Nordsee stets der wasserreichste Hauptstrang bleibt – selbst dort, wo sie auf den Hochrhein trifft.
Etwas flussabwärts klafft es ein weiteres Gletschertor in der Eisfront
Die milchige Farbe des Wassers rührt von winzigen mitgeführten Gesteinspartikeln her, welche durch die Reibung zwischen Gletscher und Fels entstehen
Im obersten Haslital beginnt die lange Reise zur Nordsee
Das Gletscherweib als Mahnmal zum Schutz der Grimselwelt
Wo einst das Eis regierte, kehrt langsam das Leben zurück
Grimselsee
Am Grimselsee endet die Freiheit der jungen Aare. Das meiste Wasser gelangt schliesslich in ein kompliziertes Stollensystem, das von mehreren Kraftwerkszentralen genutzt wird
Blick über den rund acht Kilometer langen Grimselsee
Der künstlich angelegte Stausee wird seit 1932 von den Kraftwerken Oberhasli (KWO) zur Stromproduktion genutzt. Die Nutzung der Wasserkraft bietet sich hier besonders an, gehört doch das Grimselgebiet zu den niederschlagsreichsten Regionen der Alpen.
Am südlichen Ufer stösst die ausgetrocknete Klamm des Oberaarbachs zum See. Seit 1953 wird der zweite Quellast der Aare im höher gelegenen Oberaarstausee gefasst, wo auch er in Stollen und Druckleitungen verschwindet
Erhöhung der Grimselstaumauern
Die KWO plant seit geraumer Zeit eine Erhöhung der Grimselstaumauern um 23 Meter. Damit könnte im Sommer ein überschüssiges Wasserdargebot aufgefangen werden, um dieses während des übrigen Jahres besser zu nutzen.
Mit einer Erhöhung der Staumauer liesse sich das Volumen des Sees um satte 75% erhöhen. Das Vorhaben ist jedoch umstritten, weil dadurch wertvolle Moorgebiete überflutet würden
Zur Zeit wird das 300-Millionen-Projekt von der KWO nicht umgesetzt, da grössere Investitionen in die Wasserkraft unrentabel sind – zumindest vorläufig.
Ferner wurde das Ausbauvorhaben im Dezember 2015 per Entscheid des bernischen Verwaltungsgerichts blockiert, welches dem verfassungsmässigen Moorschutz Rechnung trägt. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig und kann von der KWO zum Bundesgericht weitergezogen werden.
Die Grimselwelt beherbergt wunderschöne Hochmoore, die von unzähligen, aus den Felsen hervortretenden Rinnsalen gespeist werden
Die Tümpel werden selbst in dieser Höhe von Amphibien bewohnt
Ein schmalblättriges Weidenröschen als Farbtupfer in der kargen Gebirgslandschaft
Ein malerischer Pfad folgt dem nördlichen Seeufer
Arven gehören zur Grimselwelt wie das Wasser zur Aare
Der aus dem Nachbartal stammende Bächlibach wurde ab 1953 in einem Stollen ins obere Haslital umgeleitet. Als eindrückliche Kaskade stürzt er nun über die Talflanke zum Stausee hinab
Zeitgleich mit der Talsperre wurde das gegenwärtige Grimsel Hospiz auf dem Spittalnollen – einer riesigen Felserhebung – errichtet. Es ersetzte das seit dem Mittelalter bestehende Hospiz, das ab 1932 in den Fluten des Stausees verschwand
Das Grimsel Hospiz wirkt von aussen wie eine Trutzburg im Hochgebirge, ist aber tatsächich ein Viersterne-Hotel
Die rundgeschliffenen Felsen zeugen von der einstigen Macht des Aaregletschers, der in der letzten Kaltzeit bis ins schweizerische Mittelland reichte. Damals war das Haslital randvoll mit Eis gefüllt
Talsperre am Grimselsee
Die Talsperre am Ende des Sees besteht aus zwei Staumauern, die jeweils eine Talhälfte zum Spitalnollen hin abschliessen. Beide Mauern wurden im Jahr 1932 fertiggestellt.
Die Bogengewichtstaumauer an der Spitallamm. Der alte Begriff Lamm bezeichnet einen engen Felsdurchpass, der von einem Bach oder Fluss benutzt bzw. geformt wurde
Weniger elegant präsentiert sich die Gewichtsstaumauer am Seuferegg. Sie bildet den zweiten Teil der Talsperre
Literatur