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Dem unterhalb der Knie amputierten Pistorius drohten eine längere Haft. Richterin Masipa entschied jedoch, dass die “mildernden Umstände schwerer wiegen als die belastenden Faktoren”. Damit komme ein geringeres Strafmass als die gesetzlich vorgesehenen mindestens 15 Jahre Haft in Frage, erklärte die Richterin.
Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 durch eine geschlossene Toilettentür in seiner Villa erschossen. Vor Gericht beteuerte er später, die Person hinter der Tür für einen Einbrecher gehalten zu haben.
Der 29-Jährige war in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und erzielte Ende 2015 in zweiter Instanz eine Verurteilung wegen “Mordes”, was in der Schweiz dem Totschlag entspricht.
Die Verkündung des Strafmasses muss noch nicht das Ende des Justizdramas um den einst gefeierten Olympia-Champion sein, dem im Alter von elf Monaten beide Unterschenkel amputiert wurden und der trotzdem bei den Olympischen Spielen in London 2012 als erster Behindertensportler gegen gesunde Athleten antrat. Sowohl Pistorius als auch die Staatsanwaltschaft können noch ein letztes Mal in Berufung gehen.
(SDA)