Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/109593

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament</p><p>1. Massnahmen zur Einrichtung eines Onlineschalters, der kleineren Unternehmungen einen einfacheren Verkehr mit den Sozialversicherungen ermöglicht, vorzuschlagen. Dieser Onlineschalter soll eine einfache An- und Abmeldung von Arbeitnehmern und eine einfache Abrechnung der Beiträge ermöglichen.</p><p>2. Einen Bericht vorzulegen, der insbesondere auf die folgenden Punkte eingeht:</p><p>a. Was hat die Verwaltung - insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung von E-Government - bisher unternommen und geplant, um kleineren Unternehmen den Umgang mit den Sozialversicherungen administrativ zu erleichtern?</p><p>b. Welche Massnahmen können unternommen werden, damit Ausgleichskassen rasch die Best Practice bezüglich der Reduktion administrativer Kosten übernehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>60 von 80 AHV-Ausgleichskassen bieten heute bereits ihren angeschlossenen Arbeitgebern die Applikation "Partnerweb" an. Daneben betreiben weitere Ausgleichskassen eigene Portale und elektronische Lohnmeldeverfahren unterschiedlichster Ausprägung. Damit stehen fast flächendeckend Online-Services zur Verfügung, welche die Funktionalitäten bereitstellen, die der Motionär in seinem Beispiel beschreibt und die gerade von den KMU zunehmend genutzt werden. Die AHV-Ausgleichskassen sind zudem bestrebt, diese Angebote bei ihren angeschlossenen Arbeitgebern bekanntzumachen, denn die Kassen profitieren ebenfalls von bereits elektronisch erfassten Daten.</p><p>Solche technischen Entwicklungen werden aus den Verwaltungskostenbeiträgen der angeschlossenen Arbeitgeber finanziert. So kann auch sichergestellt werden, dass die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Branchen abgedeckt werden. Über diese Portale erfolgt der Zugang für diejenigen Sozialversicherungszweige, welche im Normalfall durch eine AHV-Ausgleichskasse abgedeckt werden. Es sind dies die Beiträge an AHV, EO, IV, ALV und in den meisten Fällen auch an die Familienausgleichskassen. Für diese Versicherungen hat der Arbeitgeber grundsätzlich keine Wahlfreiheit. </p><p>Weitere Sozialversicherungen wie Unfallversicherung (BU und NBU, mit Ausnahme der Suva-pflichtigen Branchen), UVG-Zusatz, Krankenversicherung, Krankentaggeldversicherung und BVG schliesst der Arbeitgeber nach Marktkonditionen bei einem ihm genehmen Anbieter ab und wählt das für ihn passende Angebot aus, oder er führt für die zweite Säule sogar eine eigene Pensionskasse. Für einen allfälligen Einbezug der Unfallversicherung (wie im Beispiel des Motionärs beschrieben) in den gleichen Onlineschalter müsste die heute bestehende Wahlfreiheit eingeschränkt werden. </p><p>Somit ist das Anliegen des Motionärs bereits weitgehend erfüllt. Zweifellos werden sich die entsprechenden Angebote aufgrund der Nachfrage auch in Zukunft marktorientiert weiterentwickeln.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.