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Steinfliegen (Plecoptera) gehören wie die Heuschrecken zu den hemimetabolen Insekten, das heisst, sie durchlaufen kein Puppenstadium wie dies Schmetterlinge (Lepidoptera) oder Köcherfliegen (Trichoptera) machen. Die Larven dieser interessanten Insektengruppe leben im Wasser und können mehrere Jahre in den Larvalgewässern leben bis sie sich ein letzten Mal häuten und ausgewachsen sind. Nach der letzten Häutung leben die Tiere an Land, oft in der Vegetation um die Larvengewässer herum. Da viele Steinfliegen von sauberem und sauerstoffreichem Wasser abhängig sind, gelten sie als gute Bioindikatoren. Das heisst, die Anzahl Arten und Menge an Steinfliegen kann uns helfen, die Qualität der Gewässer und deren Zustand zu beurteilen.
Diese Galerie soll dazu dienen, dass sich sowohl Laien als auch Biologen in die interessante Thematik der Steinfliegen einarbeiten können. Es ist uns wichtig, dass man sich unter komplizierten Namen wie Amphinemura sulcicollis, Besdolus imhoffi, Brachyptera risi, Capnia nigra, Chloroperla susemicheli, Dictyogenus fontium, Isoperla grammatica, Leuctra inermis, Nemoura mortoni, Perla abdominalis, Protonemura algovia, Rhabdiopteryx neglecta, Siphonoperla montana, Taeniopteryx kuehtreiberi und Xanthoperla apicalis etwas vorstellen kann. Für die meisten Steinfliegen-Arten fehlen leider deutsche Artnamen.
Ausgewachsene Steinfliegen lassen sich mit einem Binokular und dem neu erschienenen Buch "Plecoptera Identification" von Verena Lubini, Sandra Knispel und Gilles Vinçon relativ leicht bis auf Artniveau bestimmen. Bei einigen Gruppen ist ein besseres Binokular mit höherer Vergrösserung als 40x nötig oder sogar mikroskopische Präparate sind unabdingbar. Wenn man eine Steinfliege nicht bis auf Artniveau bestimmen kann, sollte man den Kopf nicht hängen lassen, sondern zufrieden sein mit dem Erreichten. Die Verbreitungskarten im Buch "Plecoptera Identification" geben einen groben Überblick über die Verbreitung der Art. Da viele Gewässer schlecht untersucht sind und sich nur wenig Leute mit den Steinfliegen befassen sind die Daten aber zu lückenhaft, um eindeutige Verbreitunsmuster zu ergeben. Es ist deshalb völlig normal, dass eine Art scheinbar abseits von Verbreitungspunkten gefunden wird.