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Es kann sein, dass du mit deiner Arbeitssituation zufrieden bist – aufgrund der Tätigkeit, des Arbeitsklimas, den Mitarbeitenden usw. Doch dies ändert nichts daran, dass du ausgebeutet wirst. Es spricht auch nichts gegen das Arbeiten an sich. In jeder Gesellschaft ist Arbeit notwendig. Doch die Bedingungen für die Arbeiterinnen im Kapitalismus sind alles andere als günstig: Viel Stress, Überlastung, Rivalität, Bevormundung, wenig Freizeit, knapper Lohn und vieles mehr sind die Regel. Ausbeutung ist in einem Lohnarbeitsverhältnis eine Tatsache, auch wenn du dich persönlich nicht dafür interessierst. Welche Arbeitsbedingungen du vorfindest, kannst du nicht bestimmen; sie hängen von den Kalkulationen der Arbeitgeberinnen, der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und anderen kapitalistischen Sachzwängen ab.
Deine momentane Zufriedenheit lebt von einem Vergleich mit dem Schlechteren. Weil du vielleicht mehr verdienst als andere und im Gegensatz zu anderen einen Job hast, den du einigermassen magst, kommst du darauf, dass du ganz zufrieden sein kannst, wie du in den herrschenden Verhältnissen vorankommst. Aber mal ehrlich: Wenn weniger Arbeit nicht materielle Einbusse bedeuten würde, würdest du nicht auch weniger arbeiten wollen? Wenn du wählen könntest, möchtest du nicht auch mehr Zeit haben für eigene Interessen, Familie oder Freunde? Wäre es also nicht besser, wenn die Befriedigung deiner Bedürfnisse nicht von deinem Lohn abhängig sind?