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Der 16. Betriebszyklus mit Beginn am 2. September 1999 ging nach 333 Tagen zu Ende. Mit 8565 Gigawattstunden (bisher 8342 GWh im Zyklus 1998/1999) konnte ein Rekord erzielt werden. Die Produktionssteigerung steht in Zusammenhang mit der Leistungserhöhung. Ab dem 16. September 1999 wurde die Anlage auf der zweiten Stufe von 109% der vorherigen thermischen Reaktorleistung betrieben. Am 17. März 2000 erfolgte eine weitere Erhöhung auf 109,6%. Die elektrische Nettoleistung stieg damit auf 1122 MW.
Für die Jahresrevision sind 22 Tage (Vorjahr 26) eingeplant. Die Verkürzung des alljährlichen Stillstands ist ein erklärtes KKL-Ziel mit folgendem Hintergrund: Reduktion der Strahlenbelastung des Personals, Gewinn von zusätzlichen Tagen für die Stromproduktion sowie Senkung der Kosten. Ohne bei der Qualität der Arbeiten Abstriche zu machen wird die Verkürzung möglich durch optimierte Arbeitsabläufe, Verschiebung von Arbeiten in die Phase des Produktionsbetriebs sowie Schaffung eines Langzeitprogramms in der Instandhaltung von Systemen und Komponenten. Beim Brennelementwechsel werden 140 neue Elemente geladen, zusätzlich 12 Brennelemente, die früher im Einsatz standen. An neun Brennelementen wurden undichte Brennstäbe identifiziert. Detailinspektionen sind im Gang. Den Grossteil der Arbeiten stellen routinemässige Aktivitäten in Zusammenhang mit Wartung und Inspektionen dar. Die HSK beurteilt die Arbeiten und erteilt die Freigabe für das Wiederanfahren nur, wenn sie sich vom guten Zustand der Anlage überzeugt hat.
Nach der Bewilligung des im Juli 1992 eingereichten Gesuchs zur Erhöhung der thermischen Leistung des Reaktors von 3188 MW auf 3600 MW durch den Bundesrat am 28. Oktober 1998 schritt das KKL unverzüglich zur Umsetzung der Erhöhung in drei Schritten. Die Stufe 1 mit 106% wurde am 31. Oktober 1998 erreicht. Am 16. September 1999 wurde die Stufe 2 mit 109% in Angriff genommen und am 17. März 2000 legte das Werk weiter zu auf 109,6%. Alle Zwischenschritte wurden genutzt, um das Anlageverhalten zu überprüfen und Systeme zu testen. In keinem Fall kam es zu irgendwelchen Überraschungen. Die Anlage zeigte sich auch bei der neuen Leistung ohne Probleme. Der Hochdruckteil der Dampfturbine dagegen stiess mit dem Schluckvermögen an Grenzen. Zusammen mit dem Lieferanten Alstom (ABB) wird die anspruchsvolle Anpassungsarbeit (Modifikation der Leitschaufeln) durchgeführt. Danach sollte der für September 2000 geplante Schritt auf die 3. Stufe von 112% vollziehbar sein. Mit dem Abschluss des Projekts Leistungserhöhung und der neuen elektrischen Netto-Nennleistung von rund 1145 MW (thermisch 3515 MW) will das Werk mit optimaler Kapazität in den freien Markt schreiten. Vorderhand wird die maximal bewilligte thermische Leistung von 3600 MW nicht ausgeschöpft. Die Leistungserhöhung trägt auch zur Erfüllung der Ziele des Programms Energie 2000 des Bundesrates bei.
Das KKL hält in seinem Visionspapier fest, dass das Werk noch mindestens bis zum Jahre 2045 betrieben werden soll. Sicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Akzeptanz in der Öffentlichkeit sind dabei die Grundpfeiler. Das KKL will im Vergleich der direkt beeinflussbaren Kosten ins beste Viertel der europäischen Nuklearstromproduzenten vorstossen.
Das Kernkraftwerk Leibstadt produzierte 1999 mit Gestehungskosten von 6,6 Rp./kWh (Vorjahr 7,29 Rp./kWh). Für 2000 sind 5,95 Rp./kWh budgetiert. Sie setzen sich wie folgt zusammen: 1,72 Rp. Brennstoffkosten (Versorgung, Wiederaufbereitung, Rückstellung für Endlagerung), 0,96 Rp. Kapitalkosten, 1,58 Rp. Abschreibungen und Dotierung des Stilllegungsfonds und 1,69 Rp. Betriebskosten. Das Ziel liegt bei 5 Rp./kWh innerhalb der nächsten fünf Jahre. Mit Einsparungen beim Brennstoff, Reduktion der Zinskosten, Verbesserungen in der Betriebsführung und durch die Straffung der Instandhaltungskosten konnten die Jahreskosten laufend reduziert werden. Durch die gleichzeitige Produktionssteigerung sanken die Kosten pro Kilowattstunde auf ein mit modernen Kraftwerken vergleichbares Mass. Die ursprünglichen Schulden von SFr. 4,8 Mrd. bei der Betriebsaufnahme konnten innerhalb von 15 Jahren auf SFr. 1,46 Mrd. reduziert werden. Bis Ende 1999 wurden zudem SFr. 1,1 Mrd. für Rückstellungen (Kernbrennstoff-Kreislauf/Stilllegung) für die nukleare Entsorgung bereitgestellt.
Quelle
M.E. nach Pressemitteilungen vom 27. Juli und 10. August 2000 des KKL