Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/1871

Für das beeindruckende Auditorium im neu gebauten "Experience Center" wurde Markus Zehner mit der Entwicklung eines Konzepts für die Bass-Absorption beauftragt. Neben Deckenelementen und "klassischen" Kantenabsorbern kam auch eine Serie von 32 präzise abgestimmten Plattenresonatoren zum Einsatz.
Die Adam Hall Group in Neu-Anspach hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum an den Tag gelegt. Ausdruck dessen ist unter anderem das neu gebaute "Experience Center". Neben grosszügigen Show-Räumen für Lautsprecher und Beleuchtungstechnik umfasst dieses auch sieben Laboratorien für normgerechte Tests verschiedener Produkteeigenschaften. Dazu zählt etwa ein reflexionsarmer Raum, welcher bis zu einer unteren Grenzfrequenz von 60 Hz (!) funktioniert und der Entwicklung von Lautsprechern dient (die meisten gängigen reflexionsfreien Räume arbeiten maximal bis zu einer unteren Grenzfrequenz von 100 Hz).
Bestandteil des "Experience Center" ist auch das rund 800 Plätze umfassende Auditorium, welches unter anderem für Produkte-Präsentationen verwendet wird. Nach der Eröffnung stellte sich heraus, dass die Absorption im Bassbereich ungenügend ist: Neben einer generell stark ansteigenden Nachhallzeit der unteren Frequenzen, machten sich störende Raumresonanzen bemerkbar; ein gängiges, oft auftretendes Problem in Veranstaltungshallen, welches eine adäquate Tonmischung erheblich erschwert. Markus Zehner wurde beauftragt, ein massgeschneidertes Konzept für die Bass-Absorption zu entwickeln.
Neben der Anforderung möglichst wenig Platz hierfür zu verwenden, bestanden auch sehr hohe Ansprüche an die ästhetische Umsetzung: die Massnahmen sollten so weit als möglich "unsichtbar" sein, um die aussergewöhnlich sorgfältig und liebevoll geplante Optik, welche sich im ganzen Gebäude wiederspiegelt nicht zu beeinflussen.
Nach einer ersten Bestandsaufnahme mit einer ausführlichen Mess-Serie und der Datenauswertung zeigte sich rasch, dass der Raum insbesondere Probleme mit ausgeprägten axialen Längsmoden aufwies. Neben anderen Massnahmen entwickelte Markus Zehner deshalb eine Serie von 32 exakt auf die Resonanzfrequenzen abgestimmte Resonatoren, die grossflächig und "unsichtbar" an der Bühnenfrontwand montiert wurden. Die beiden folgenden Bilder zeigen die vorbereitete Rahmenkonstruktion an der Bühnenfrontwand und die teilweise bereits mit Dämmstoff befüllten und mit Deckplatten versehenen Elemente.
Für die hervorragende bauliche Umsetzung des gesamten Konzeptes, welches neben den Resonatoren auch eigens berechnete und entwickelte Decken- und Kantenelemente beinhaltet, zeichnete Moritz Stüve, eCon GmbH verantwortlich. Die vorgegebenen Parameter für die Resonatoren mussten genau eingehalten werden, um deren Wirksamkeit garantieren zu können. Besonders die Verwendung von weichen Membranen, welche für einige der Elemente verwendet wurden, stellten einige Herausforderungen an Baukunst und Ideenreichtum zur Findung der besten konstruktiven Lösung. Von einigen Resonatoren wurde deshalb zuerst verkleinerte Modelle und Prototypen hergestellt, beispielsweise um zu überprüfen, ob die geforderte Luftdichtigkeit erfüllt wurde oder wie sich die gewünschte Spannung der Membranen am besten realisieren liess.
Auch optisch wurde das Gesamtkonzept von Moritz Stüve und seinem Team hervorragend umgesetzt und in das bestehende Erscheinungsbild integriert, so dass auch die sehr hohen ästhetischen Ansprüche des Auftraggebers erfüllt werden konnten.
Die Ende 2019 erfolgten Schlussmessungen zeigen eindrücklich, die erheblichen Verbesserungen, die erzielt werden konnten. Inzwischen liegen auch schon erste Nutzererfahrungen vor, welche die Wirksamkeit der Massnahmen belegen. So zeigten sich neben Besuchern auch Front-of-House-Techniker begeistert, welche an anderen Veranstaltungsorten regelmässig mit einer unzureichenden Bassabsorption und störenden Raumresonanzen konfrontiert sind. Im Gegensatz dazu besticht das nun optimierte Auditorium mit einem ausgewogenen Klang, welcher eine adäquate Übertragung und subtiles Mischen auch im Bassbereich ermöglicht.
Benjamin Lampert, Research & Development Manager, Adam Hall: "Für uns als Hersteller von professioneller Beschallungstechnik ist es von besonderer Bedeutung, dass unsere Produkte unter den bestmöglichen, aber zugleich realistischen Bedingungen getestet und vorgeführt werden. Wir sind sehr froh, dass uns Markus mit seinem Konzept geholfen hat, die Raumakustik in unserem Experience Center zu optimieren. Neben dem sehr guten akustischen Ergebnis, ist es ausserdem gelungen, die bauseitigen Akustikmassnahmen zu optimieren, ohne dabei mit dem hohen Designanspruch des Gebäudes zu kollidieren."
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Möchten Sie mehr davon? Haben Sie Anmerkungen oder Fragen? Schreiben Sie mir eine E-Mail: <email-pii> oder füllen Sie untenstehendes Formular aus. Gerne informiere ich Sie mit meinem Newsletter auch über Überarbeitungen und neue Artikel auf diesen Seiten.
Warten Sie nach dem Absenden des Formulars, bis die Bestätigungsseite erscheint!