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Autor: josef Jungo
Jeder kleine Beitrag zum Schutz des Klimas sei wichtig, sagte Joëlle Goyette, Professorin für Geografie und Klimatologie an der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg, an der Generalversammlung der ehemaligen Landwirtschaftsschüler von Grangeneuve.
Ganze Welt betroffen
In ihrem dokumentierten Referat zeigte die Referentin auf, dass die fortschreitende Klimaerwärmung gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben wird. Von diesen Veränderungen werde aber letztlich die ganze Weltbevölkerung betroffen sein. Jede und jeder Einzelne könne einen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten.
Weniger Pilzbefall
Als Folge der klimatischen Veränderung zählte die Referentin mehrere Aspekte auf: So führen z. B. höhere Temperaturen zu einer längeren Wachstumsperiode. In milderen Wintern könnten die Heizkosten gesenkt werden; dafür müsste aber in heissen Sommern mehr Energie für die Klimatisierung eingesetzt werden.
In trockenen Sommern dürfte der Pilzbefall bei den Nutzpflanzen niedriger sein. Gleichzeitig nehme aber der Bedarf an Wasser für die Bewässerung der Kulturen erheblich zu. Bei höheren Niederschlagsmengen in den Wintermonaten könnten sich Feldbestellungen und Aussaaten im Frühjahr verzögern, was sich nachteilig auswirken könne.
Es sei auch festgestellt worden, dass sich Schädlin-ge nach milden Wintern stärker entwickeln konnten und die Kulturen beeinträchtigten. Die Klimaerwärmung führe weiterhin dazu, dass in nördlicher Richtung und auf höheren Lagen Flächen entstehen, die landwirtschaftlich genutzt werden können.
Forscher rechnen damit, dass bis ins Jahr 2050 die mittleren Temperaturen im Winter um zwei Grad und im Sommer um 2,5 Grad Celsius steigen werden. Die künftige Nahrungsmittelversorgung hänge jedoch stärker von der Liberalisierung der Märkte, der Agrarpolitik und der Nachfrage der Schwellenländer ab, als vom Klimawandel, betonte Joëlle Goyette. Eine Verlagerung der landwirtschaftlichen Produktion in klimatisch günstigere Regionen wäre eine Option.