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Schon 1909 berichtete James H. Nicoll aus Glasgow über 9000 ambulante, kinderchirurgische Eingriffe. 1968 wurden in Deutschland erstmals Kinder ambulant operiert, seit 1970 gibt es in den USA die ersten Tageskliniken. In Kanada und den USA werden heute mehr als 83% der Operationen ambulant durchgeführt.
Ambulante Operationen sind diagnostische und therapeutische Eingriffe, bei denen der Patient die Nacht vor und nach der Operation zu Hause verbringt. Eine solche Operation soll Kosten senken, indem Spitalaufenthalte vermieden werden. Die Diagnosestellung, Operation und Nachbehandlung erfolgen aus einer Hand. Dass mittlerweile in Europa ca. 70% der chirurgischen Eingriffe ambulant möglich sind, wo früher eine stationäre Aufnahme nötig war, liegt an den besseren Narkoseverfahren und schonenderen Operationstechniken, die sich seit Ende der 90er Jahre weltweit etabliert haben. Vor rund 25 Jahren wirkten Anästhetika deutlich länger im Körper, waren schlechter steuerbar und riefen häufiger Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen hervor. Ebenfalls haben Schmerzmittel, die man den Patienten mit nach Hause geben kann, heute weniger Nebenwirkungen. Beides macht das ambulante Operieren leichter. Aber auch auf chirurgischer Seite gab es erhebliche Entwicklungen: Viele Eingriffe kann man heute unter lokaler oder regionaler Betäubung durchführen, dazu minimalinvasiv. Damit werden die Wundflächen kleiner.
70% der chirurgischen Eingriffe sind heute ambulant möglich
Aus medizinischer Sicht profitieren Patienten von der Devise „ambulant statt stationär“: Die Infektionsgefahr wird deutlich reduziert, weil der Patient nicht den Keimen eines Spitals ausgesetzt ist. Durch die schnellere Mobilisierung sinkt das Risiko einer Thrombose oder Embolie. Insgesamt erholen sich die Patienten schneller – ohne kranke Bettnachbarn, Kantinenessen und sterile Aufenthaltsräume. In der Folge kommt es auch zu deutlich weniger Fehltagen am Arbeitsplatz.
Damit ein Patient erfolgreich ambulant operiert werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Kriterien sind das minimale Risiko einer Nachblutung, ein minimales Risiko postoperativ auftretender Komplikationen der Atmung, keine spezielle postoperative Pflegebedürftigkeit sowie die Möglichkeit zur raschen Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme nach dem Eingriff. Um ambulant operiert werden zu können, müssen Sie jemanden haben, der Sie zu der Operation bringt und abholt. Nach dem Eingriff dürfen Sie rund 24 Stunden nicht allein bleiben. Die Betreuungsperson sollte auch in der Nacht in Rufweite schlafen, um Sie unterstützen und gegebenenfalls pflegen zu können.
Ob ein Eingriff ambulant möglich ist, entscheidet nicht unbedingt die Diagnose, sondern der Allgemeinzustand und die Narkosefähigkeit des Patienten. Das letzte Wort hat häufig der Anästhesist, der vor dem Eingriff ein Gespräch mit dem Patienten führt, Lunge, Herz und Kreislaufsystem untersucht und nach systemischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck schaut. Halten Sie sich an die Vorgaben, die der Arzt Ihnen in Bezug auf Medikamente und Verhalten nach der Operation nennt, sind dies die idealen Voraussetzungen für einen optimalen Verlauf.
5 gute Gründe für ambulante Operationen:
Vertrauen: Sie kennen den Operateur und den Anästhesisten, beide sind Fachärzte, ein eingespieltes Team mit langjähriger Berufserfahrung.
Sicherheit: Individuelle Betreuung rund um Ihre Operation.
Flexibilität: Kurze Wartezeiten, ambulantes operieren geht schneller, bessere Planung.
Gefahren: es gibt praktisch keine resistitenten Erreger im ambulanten Bereich.
Genesung: schneller und bequemer im vertrauten Zuhause.