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Sie leben in einer finsteren, verstaubten Villa. Sie essen Dinge, die für andere tödlich wären. Sie haben einen monströsen Riesen als Butler und treiben sich am liebsten auf Friedhöfen rum.
Was anderen Angst macht, bereitet der Addams Family grosse Freude. Und auch sonst sind bei den Addams die üblichen Regeln eines Familienbetriebs auf den Kopf gestellt.
Eine etwas andere Familie
Wenn Tochter Wednesday ihren Bruder Pugsley immer wieder mit mittelalterlichen Foltergeräten versucht umzubringen, wird sie darin von ihren stolzen Eltern bestärkt. Entgegen der Klischees langjähriger Ehen sind Mutter Mortricia und Vater Gomez immer noch verrückt nacheinander und führen ein aktives Sexleben.
Cartoon-Zeichner und Namensgeber Charles Addams, der für seinen schwarzen Humor bekannt war, hatte mit den Addams in den 1930er-Jahren eine satirische Umkehrung der US-amerikanischen Idealfamilie erfunden.
Die Geburt des Grusel-Clans
1938 tauchten Addams' Figuren erstmals in Cartoons des New Yorkers auf.
In der bis heute bekannten Formation und unter dem Namen «The Addams Family» traten sie jedoch erst 1964 durch die erste Fernsehadaptation des Cartoons in Erscheinung. Erfinder Charles Addams, der sich zeitlebens für das Makabre interessierte, war die TV-Version seiner Familie zu wenig böse.
Mit der schwarz-weiss-Ära des Fernsehens endete die Serie auch schon zwei Jahre später.
Die Addams in verschiedenen Medien
In den kommenden Jahrzenten gab es mehrere Versuche, die Familie wieder zum Leben zu erwecken. Wirklich erfolgreich war damit aber erst die Kino-Adaptation von 1991 unter der Regie des «Men in Black»-Regisseurs Barry Sonnenfeld.
Für die Interpretation der Mutter Mortricia erhielt Anjelica Huston eine Golden Globe-Nomination. Christina Ricci als Tochter Wednesday wurde von der Zeitschrift Empire zu einer der 100 besten Filmfiguren gekürt.
Damit hatte die Familie ihren Kult-Status definitiv erreicht. Das Film-Sequel «Addams Family Values» von 1993 mit gleichem Cast war ebenso erfolgreich.
Weitere Versuche, an den Erfolg anzuknüpfen – unter anderem mit einem Broadway Musical – waren eher mittelmässig. Der Video-Film «Addams Family Reunion» mit anderer Besetzung und eine weitere Cartoon-Serie konnten mit dem grotesken Humor von Sonnenfelds Filmen nicht mithalten.
Nicht tot zu kriegen
Auf der grossen Leinwand feiert die schräge Familie nun dieses Jahr in computeranimierter Version ihr Comeback. Ihre Stimmen leihen ihnen Hollywood-Grössen wie Oscar Isaac und Charlize Theron.
Grund für ihre anhaltende Beliebtheit sind wohl die universellen Themen ihrer Geschichte, die bis heute an Aktualität nicht einbüssen. Die Addams sind Aussenseiter, die zu ihrer Andersartigkeit stehen. Dass sie von den Menschen um sie herum als gefährlich wahrgenommen werden, stört sie nicht.
Trotz ihrer Faszination für das Morbide: Die Addams sind liebende Charaktere, die zusammenhalten – egal was passiert. Und damit sind sie eben doch irgendwie die ideale Familie.
Kinostart: 24.10.2019