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Ordo Templi Orientis
Theodor Reuss
Meisterloge
Ritual circa 1921
[Translation + reproduction need written permission.
After Aleister Crowley was expelled from the O.T.O., the rituals
were completely purged of any thelemic references]
Die Loge ist ganz schwarz drapiert und spärlich erleuchtet. Auf dem Altar ist ein Totenkopf mit Bibel, Zirkel, Winkelmass und Schwert (Meisterschurz für den Kandidaten). In der Mitte der Loge ist ein Sarg mit weissem Tuch und einem Dornzweig (aceria oder Kassia). Alle Brüder tragen schwarze Mäntel oder
Kutten. "G" im Osten. Kandidat ist vorbereitet, beide Füsse nackt, Brust nackt bis Hüfte. Zirkel auf beiden Brüsten, Augen unverbunden. Eröffnung der Loge wie im Lehrlingsgrad (siehe dort) mit dem Unterschied, dass alle Brüder das Meisterzeichen machen und der Stuhlmeister sagt, dass er eine Meisterloge eröffnet, und alle den Meisterschlag klopfen. (Drei gleichlange Schläge, der letzte etwas verstärkt) —
St.-Meister: Unsere heutige Aufgabe ist, einen Gesellen, der seine gesetzmässige Zeit gedient hat, zum Meister zu erheben. E. B. (Ehrwürdiger Bruder) Aufseher begeben Sie sich zum Kandidaten in den Vorraum, prüfen Sie denselben als Lehrling und Gesellen, und wenn er seine Prüfung bestanden hat, so führen Sie ihn gehörig vorbereitet an die Pforten unseres Tempels.
IL. Aufseher: Macht Meisterzeichen und Reverenz gegen Osten und geht hinaus, bringt den Kandidaten an die Türe, woselbst der Kandidat als Geselle klopft. —
I. Aufseher: Hochw. M. v. Stuhl, man klopft als Geselle.
St.-Meister: Sehen Sie nach, ehrw. B. I. Aufseher, wer klopft.
I. Aufseher (öffnet): Wer klopft als Geselle an die Türe der
Meisterloge?
II. Aufseher: Der Geselle X Y Z, welcher bittet, zum Meister
gemacht zu werden. (Schliesst die Türe wie immer und
I. Aufseher: (Wiederholt dann gegen Osten die Antwort.)
St.-Meister: Hat der Bruder Geselle auch seine gesetzmässige
Zeit gedient?
I. Aufseher: (Oeffnet die Türe und wiederholt die Frage nach
aussen.)
II. Aufseher: Ja, der Bruder X Y Z hat seine rechtmässige Zeit als Geselle gedient.
I. Aufseher: (Schliesst die Türe und wiederholt die Antwort nach
Osten.
St.-Meister: Wer bürgt für ihn?
I. Aufseher (nach aussen): Wer bürgt für ihn?
II. Aufseher: Bruder X Y Z.
I. Aufseher (schliesst die Türe und meldet nach Osten): Bruder X Y Z.
St.-Meister: Bestätigen dies meine Brüder?
Die Brüder: Ja, Hochw. M. v. Stuhl.
St.-Meister: So lassen Sie den suchenden Gesellen eintreten.
I. Aufseher: (Oeffnet die Türe und I. und II. Aufseher stellen
den Kandidaten mit dem Rücken gegen den Sarg im Westen
der Loge). -
St.-Meister: Bruder Geselle! Sie haben den Wunsch geäussert, zum Meister Maurer erhoben zu werden. Sind Sie bereit, als Meister die Geheimnisse dieses Grades gegen alle Lehrlinge und Gesellen ebenso geheim zu halten, wie gegen alle Profane, und dies auf das Schwert hier vor allen anwesenden Meistern zu beschwören, so antworten Sie mit einem lauten Ja! Ich will!
Kandidat: Ja! Ich will!
St.-Meister: Brüder Aufseher, lassen Sie den suchenden Gesellen die Reise durch das Tal des Todes antreten!
I. Aufseher: 1. Du bist vergänglich (führt den Kandidaten nach Süden, dann schlägt der II. Aufseher einmal hart auf und hiebei
II. Aufseher spricht: 2. Denk an den Tod! (Dann führt der I. Aufseher den Kandidaten nach Westen über Norden, dann
klopft
II. Aufseher hart und spricht: 3. Bedenke Dein Ende! (Jetzt führt der I. Aufseher den Kandidaten über Norden nach Westen und meldet
I. Aufscher: Hochw. Meister, der Kandidat steht vor dem Sarge Hirams.
St.-Meister: So lassen Sie denselben mit den drei Meisterschritten über den Sarg sich dem Osten nähern.
I. und II. Aufseher helfen dem Kandidaten die drei Schritte
über den Sarg machen von Westen nach Norden, dann von Norden nach Süden, dann von Süden nach Osten. Darauf lässt er den Kandidaten mit beiden entblössten Knieen niederknieen und mit der rechten Hand auf dem Schwert schwört er folgende Worte nach.
St.-Meister: Bruder Geselle, sprechen Sie mir folgendes Gelöbnis nach: Ich, XYZ, schwöre auf das Schwert und die heiligen Symbole, dass ich die Geheimnisse der Meister gegen alle Lehrlinge und Gesellen ebenso geheim halten werde, wie gegen alle Profane, so wahr mir der Name eines ehrlichen Mannes ist! Amen!
Alle: Amen! Amen! Amen!
St.-Meister: Ich nehme Ihr Gelöbnis an und bitte Sie, sich zu erheben, um die Geschichte vom Tode. unseres Meisters Hiram zu vernehmen (Kandidat wird vom I. und II. Aufseher mit dem Kücken gegen den Sarg gestellt, der St.-Meister tritt dicht vor den Kandidaten und während der St.-Meister die nachfolgende Geschichte dem Kandidaten erzählt, räumen der I. und
II. Aufseher hinter dem Bücken des Kandidaten ganz leise den Sarg ab und legen das weisse Leintuch, womit der Kandidat zugedeckt wird, bereit, dann stellen sie sich wieder rasch rechts und links vom Kandidaten auf, damit sie beim Schlage des St.-Meisters auf die Stirn des Kandidaten denselben sofort rücklings umwerfen und in den Sarg legen können. [Legende vom Tode Hirams]. Bei den Worten: "Dass er tot zur Erde fiel" ergreifen der I. und II. Aufseher den Kandidaten an der Schulter und an den Händen, stemmen ihre Knie in dessen Kniekehlen und legen den Kandidaten nach rückwärts in den Sarg; dann bedecken beide den liegenden Kandidaten mit dem Leintuch und legen den Cassias oder Dornzweig auf das Leintuch, die rechte Hand des Kandidaten legen sie ausserhalb auf den Sargrand und das rechte Knie stellen sie in Kniebeuge. - (Die Loge, die bisher ganz dunkel gewesen war, mit Ausnahme eines kleinen Lichtes auf dem Altar, wird nun ganz hell gemacht. Das Harmonium spielt ganz leise aber fortdauernd einen Trauermarsch und hört erst auf mit einem hellen Dur-Klang, wenn der Kandidat aus dem Sarg aufgehoben wird.)
St.-Meister: Liebe Brüder! Unser Meister Hiram erscheint nicht mehr unter uns, ich besorge, es könnte ihm ein Unglück zu-gestossen sein, lassen Sie uns gehen, ihn suchen. (Alle Br.: folgen dem St.-Meister, der dreimal mit Br.: hintereinander gehend, um den Sarg geht. Beim ersten Bundgang sagt
St.-Meister: Hier bemerke ich frisch aufgeworfene Erde und der Akazienzweig lässt mich vermuten, dass hier jemand vergraben liegt. Br.: IL Aufseher, sehen Sie nach, ob Sie den Körper finden und aufheben können. (Erster Rundgang.)
II. Aufseher: (Nimmt den Zweig ab und fasst den Zeigefinger der rechten Hand des liegenden Kandidaten an und spricht dabei): Jakin, die Haut verlässt das Fleisch! (Zweiter Rundgang.)
I. Aufseher (tritt vor und greift den Knöchel des Mittelfingers): Boas, das Fleisch verlässt das Bein! (Dritter Rundgang.).
St.-Meister: (Tritt heran, und während der I. und II. Aufseher rasch das Leintuch wegziehen, greift der St.-Meister den Kandidaten mit dem Meistergriff bei der rechten Hand und hebt ihn auf, wobei der I. und II. Aufseher den Kandidaten stützen. Und
St.-Meister (ruft): Mahabon, Du lebst im Sohne! Mit diesem Meisterwort und Griff erhebe ich Dich, Br.: X Y Z, zum Bruder-Meister Maurer. Mögen Sie stets eingedenk sein dieses Augenblickes in ihrem Leben. - Treten Sie noch mehr an den Altar und empfangen Sie die Bekleidung eines Meisters, sowie die Geheimnisse und erste Instruktion dieses Grades. (Der Kandidat empfängt den Meisterschurz.) Die Maurer-Meister haben gleichfalls ihre besonderen geheimen Erkennungszeichen. Die
selben bestehen in Zeichen, Griff und Wort. Das Zeichen ist > und bedeutet, dass man sich lieber den Leib aufschlitzen wolle und den Körper in zwei Teile schneiden, als das Geheimnis des Meisters zu verraten. Der Griff ist derselbe, mit dem ich Sie aus dem Sarge gehoben habe. Hand in Hand, Brust gegen Brust, Knie an Knie, Fuss gegen Fuss, und den linken Arm um den Nacken des Bruders geschlungen. Das Wort heisst "Machenack" (das Fleisch fault vom Knochen), es wird nur ins Ohr geflüstert. Das grosse Meisterwort wird nur bei der Erhebung benützt und lautet: "Mahabon", Du lebst im Sohne! (Unsere besonderen Geheimnisse.) Die Meister klopfen drei lange gleiche Schläge, der letzte etwas verstärkt. Das Passwort heisst: "Schiboleth". — Wenn man Sie also fragt: Woran soll ich erkennen, dass Sie ein Freimaurer sind, antworten Sie: Meine Brüder Meister erkennen mich dafür an. — Woran erkennen Sie sie? — An Zeichen, Griff und Wort. — Geben Sie mir das Zeichen (der Kandidat macht sog. Bauch oder Meisterzeichen). — Geben Sie mir den Griff (der Kandidat umfasst den examinierenden Bruder und flüstert ihm ins Ohr: "Mac", worauf der Bruder dem Kandidaten ins andere Ohr flüstert: "Benac"). — Dann gibt er das Passwort: "Schiboleth — und der Examinierende sagt: "Passiert". — Die Umarmung nennt man die fünf Punkte der Meisterschaft: H. H. — B. g. B. —, K. g. K. —, f. g. f. —; A. u. N. d. B. g. —
Bruder Neuaufgenommener Meister, geben Sie sich jetzt den Aufsehern als Meister Maurer zu erkennen. Der Kandidat geht zuerst zum I. und II. Aufseher und jeder fragt den Kandidaten, wie eben geschildert, mit den Worten: Woran soll ich erkennen, dass Sie ein Meister Maurer sind? Worauf das Zwiegespräch durchgemacht wird, wie oben angegeben, bis zum Worte: "Passiert". Wenn der Kandidat auch den II. Aufseher passiert hat, meldet:
II. Aufseher: H. M. v. Stuhl, der Neuaufgenommene Bruder Meister hat sich als rechtmässiger Maurer Meister ausgewiesen.
St.-Meister: Lieber Bruder Meister Maurer, so nehmen Sie jetzt ihren Platz unter den Meistern dieser Loge ein. (Der Kandidat setzt sich zwischen den II. und I. Aufseher im Südwesten.)
Wenn nun keine besondere Angelegenheit zu erledigen ist, so folgt Schluss der Loge wie im Lehrlingsgrade, siehe dort,
nur dass der Meisterschlag verwendet wird — -- --- und dass der
St.-Meister sagt: So schliesse ich diese Meisterloge nach den alten Gebräuchen der Freimaurerei.
Mit Verschwiegenheit! Verschwiegenheit! Verschwiegenheit! Amen!
Schluss.
Hierzu gehören dann noch die drei Katechismen von Br.: Fischer in Gera-Reuss (Verlag: Bruno Zechel).
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