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Die Vita von Roman Cervenka ist eindrücklich: 2010 holte er mit Tschechien den WM-Titel, 2011 Bronze. Auf Club-Ebene feierte er 2008 den tschechischen Meistertitel mit Slavia Prag, 2014 triumphierte der 30-Jährige mit St. Petersburg in der KHL. Und immer gehörte der Center, der sich auch auf der Flügelposition bestens aufgehoben fühlt, zu den fleissigsten Punktesammlern. So war er zum Beispiel 2011 in den Diensten von Avangard Omsk der beste Skorer der KHL-Playoffs. Zuletzt erzielte er in der Qualifikation der tschechischen Extraliga für Pirati Chomutov in 49 Spielen 61 Punkte (23 Tore, 38 Assists) und war damit mit deutlichem Abstand der beste Skorer der Liga. Im Playoff brachte er es in acht Partien noch einmal auf neun Skorerpunkte.
Spielmacher und Skorer
Ohne Frage, mit dem Engagement von Cervenka für eine Saison ist Gottérons Sportdirektor ein Transfercoup gelungen. «Roman bringt sehr viel Leadership aufs Eis. Er ist ein Spielmacher, sehr intelligent und will den Puck unbedingt auf seinem Stock haben. Er will ein Spiel dominieren», beschreibt Dubé die Qualitäten des Tschechen, der damit wenig mit Sakari Salminen gemein hat, der ebenfalls mit beachtlichen Referenzen an die Saane gekommen ist, dann aber in der Krise untertauchte. Cervenka sei diesbezüglich das pure Gegenteil. «Er macht nicht nur seine Teamkollegen besser, sondern produziert auch Skorerpunkte. Überall, wo er bisher gespielt hat, war das der Fall gewesen. Überdies hat er einen guten Charakter. Ich bin überzeugt, dass uns seine Präsenz guttun wird.»
Meistertitel mit Bykow
Er habe Cervenka, der letzten Sommer beim SC Bern im Gespräch gewesen war, schon seit einiger Zeit beobachtet, sagt Dubé. «Ich war auch in Prag und habe mich mit ihm getroffen.» Dass der Tscheche in der Saison 2014/15 in St. Petersburg unter der Führung eines gewissen Slawa Bykow den Meistertitel geholt hatte, habe nur eine marginale Rolle beim Transfer gespielt. «Ich habe mich mit Slawa zwar ausgetauscht, aber er war bezüglich der Verpflichtung nicht auf dem Laufenden», hält Dubé fest. Informationen über Cervenka hat sich Gottérons Sportchef von diversen Seiten eingeholt. So auch vom ehemaligen ZSC-Meistertrainer Bob Hartley, der nun an der Bande der Calgary Flames steht und Cervenka in der Saison 2012/13 in seinem Team hatte. «Nicht nur Hartley, alle meine Informanten haben mir gesagt, dass Cervenka heute locker in der NHL spielen könnte.» Weshalb denn der Tscheche in der Lockout-Saison auf nur gerade 39 NHL-Spiele kam, ehe er wieder nach Europa in die KHL zurückkehrte, erklärt Dubé mit dem Verletzungspech und den ungenügenden Englischkenntnissen des Tschechen. Denn statistisch war Cervenka bei Calgary mit einem halben Skorerpunkt pro Match alles andere als eine Nullnummer.
Noch ein Platz offen
Mit den bisherigen Alexandre Picard, Marc-Antoine Pouliot und Greg Mauldin hat Gottéron für die nächste Saison vier Ausländer unter Vertrag. Offen im Kader ist weiterhin eine Stürmerposition. Ob dies ein fünfter Ausländer oder ein Schweizer sein wird, ist weiterhin offen. Dubé bestätigte jedenfalls, dass er auch mit Schweizer Spielern in Kontakt stehe, die zurzeit in Übersee unter Vertrag stehen.
«Er macht nicht nur seine Teamkollegen besser, sondern produziert auch Skorerpunkte. »
Christian Dubé
Sportdirektor Gottéron
Roman Cervenka
Weltmeister und Olympia-Teilnehmer
Geburtsdatum:10. Dezember 1985.Geburtsort:Prag.Position:Center/Flügel.Grösse:182 cm.Gewicht:89 kg.Clubs:Slavia Prag (2005–2010, 2012), Avangard Omsk (2010–2012), Calgary Flames (2013), SKA St. Petersburg (2013–2015), Pirati Chomutov (2015–2016).Grösste Erfolge:Meister mit Slavia Prag (2008) und St. Petersburg (2015). WM-Gold (2010) und WM-Bronze (2011) mit Tschechien. Teilnahme an zwei Olympischen Spielen (2010 und 2014). 108 Länderspiele (63 Skorerpunkte).