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Mit der Tonfolge C-A-F-F-E-E beginnt das wahrscheinlich den meisten Leuten bekannte von Carl Gottlieb Hering (* 25. Oktober 1766; † 4. Januar 1853) – Lehrer, Organist und Komponist – vertonte Kinderlied, welches ermahnt weniger Kaffee zu trinken. Der Text des Kaffee-Kanons lautet denn auch: «C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee! Nichts für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselman, der ihn nicht lassen kann!»
Im 18. Jahrhundert wurde die Kritik am Kaffeekonsum ganz allgemein laut. Auch der schwedische König Gustav III. war sehr besorgt durch die Gefahren die das Trinken von Kaffee angeblich mit sich zogen und wollte in einem Experiment beweisen, dass Kaffee gefährlicher als Tee ist. Die Anekdote, die unter dem Namen »Kaffeeexperiment Gustavs III.« überliefert wurde, erzählt: Um sein Vorhaben durchzuführen begnadigte der König zwei zum Tode verurteilte Verbrecher, die eineiige Zwillinge waren. Der eine Verbrecher musste viel Kaffee, der andere viel Tee trinken und zwei Mediziner sollten das Experiment überwachen. Beide Mediziner wie auch der König starben jedoch vor Abschluss des Versuches und der Teetrinker starb gemäss der Anekdote im Alter von 83 Jahren vor seinem kaffeetrinkenden Bruder.
Gustav III. stammt aus dem Herzoghaus Schleswig-Holstein-Gottorf – von 1771 bis 1792 war er König von Schweden. In der Nacht vom 16. zum 17. März 1792 wurde er durch einen Attentat so schwer verletzt, dass er am 29. März 1792 an dessen Folgen gestorben ist.
Mit Humor wird der Kritik des Kaffeekonsums in der »Kaffeekantate« von Johann Sebastian Bach begegnet. Der Text dieses säkularen kleinen »Dramas«, das ursprünglich den Titel »Schweigt stille, plaudert nicht« trägt, stammt aus der Feder von Christian Friedrich Henrici – besser unter seinem Pseudonym »Picander« bekannt -, dem wichtigsten Textdichter von Bach. Das etwa eine halbe Stunde dauernde Werk handelt vom Twist um das Keffeetrinken zwischen Herrn Schlendrian und dessen Tochter Liesgen, der leidenschaftlichen Kaffegeniesserin. Nach Drängen und Drohen des Vaters erklärt sich Liesgen bereit auf das Kaffeetrinken zu verzichten, wenn sie stattdessen heiraten darf. Doch heimlich lässt sie schnell verbreiten, dass jeder, der sie heiraten möchte nichts gegen ihre Kaffeeleidenschaft einzuwenden habe.
Ein Klick auf das Portrait von Johann Sebastian Bach führt zur »Kaffeekantate«, welche 1734 im Zimmermannischen Caffee-Haus in Leipzig uraufgeführt wurde. Das Werk wird mit Tenor (Erzähler), Bass (Herr Schlendrian), Sopran (Liesgen) sowie einem Instrumentalensemble besetzt.
Heute ist der Genuss von Kaffee etabliert – kaum jemand geht davon aus, dass das massvolle Trinken von Kaffee der Gesundheit schadet. Verschiedenste Sorten Kaffee werden in vielen Varianten verarbeitet und zum Getränk zubereitet. Im von Dr. Eugen C. Bürgin verfassten Buch mit dem Titel »Kaffee« ist im ersten Teil in 15 Kapiteln viel interessantes über die Entdeckung, Verbreitung, Aufbereitung und die Zubereitung des Kaffees und darüber hinaus weit mehr rund um den Kaffee zu erfahren. Im zweiten Teil sind fünfzig von Alexander Christ zusammengestellte Kaffeerezepte aus aller Welt nachzulesen. Alle Rezepte werden verständlich beschrieben und mit farbigen Abbildungen präsentiert. Die Einleitung zum Rezeptteil des Buches lautet:
Natürlich ist Kaffee in erster Linie ein Getränk. Die vielen Variationen der Zubereitung in den verschiedenen Ländern der Erde sind kaum zu zählen. Einige der berühmtesten Arten, Kaffee zu bereiten, haben wir aufgezeichnet. Der einmalige, unvergleichliche, verführerische Duft des Kaffees wäre aber auch als eine Art Gewürz für allerlei klassische Gerichte denkbar. Ausser in einigen alten Rezepten wie dem Gulasch Mexicana, der Pasta asciutta al Cafe oder dem Steak Barbecue haben wir Kaffee als Gewürz in den internationalen Küchen nicht finden können. Anders allerdings bei Süssspeisen oder Backwaren: Hier wird Kaffee als Geschmacksnote durchaus geschätzt. Kaffee und Kuchen gehören eben zusammen.
Um jeder Wertung aus dem Wege zu gehen, haben wir die Rezepte in alphabetischer Reihenfolge geordnet. Die Bildarrangements wurden exklusiv für dieses Buch angefertigt. Sie sollen nicht nur das fertige Gericht zeigen, sondern auch Anregungen für eine ansprechende Gestaltung Ihres Kaffeetisches zeigen. Und nun viel Freude und guten Appetit!
Das im Jahr 1978 in Sigloch Edition erschienene in Kunstleder gebundene Buch ist bei uns – Online-Shop für Gebrauchte Bücher – buchplanet.ch – für CHF 10.00 erhältlich.
Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: Buchdeckel