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Schneeschuhwandern
Definition
Bei Wanderungen mit Schneeschuhen bewegt man sich fernab der Zivilisation in unberührter, oft tiefverschneiter Winterlandschaft. Die Wanderungen trainieren die Ausdauer und verbinden das Naturerlebnis mit diversen positiven Effekten auf die Gesundheit.
Herkunft
Bereits in den Zeiten der Jäger und Sammler verwendeten die Menschen vermutlich im Winter Schneeschuhe. Dabei handelte es sich um sehr einfache Konstruktionen aus einem Stück Holz, das mit einem Lederriemen am Fuss festgebunden wurde. Mit diesem Hilfsmittel konnten sich die Menschen auch im hohen Schnee fortbewegen, ohne allzu tief einzusinken. Die Indianer Nordamerikas benutzten bereits ausgefeiltere Modelle aus gebogenem Holz, das mit Sehnen, Därmen oder Fellen von Tieren bespannt wurde. Dabei entwickelten verschiedene Stämme jeweils unterschiedliche Arten von Schneeschuhen. Auch die nach Amerika eingewanderten Europäer waren beeindruckt von den Schneeschuhen der Indianer, übernahmen im Lauf der Zeit die Idee, bauten die Schneeschuhe nach, passten sie ihren eigenen Bedürfnissen an und brachten sie zurück in ihre Heimatländer. Im Alpenraum wurden ab dem 17./18. Jahrhundert Schneeschuhe verwendet. Bauern, Jäger und auch Wilderer benutzten sie, um sich im Schnee leichter bewegen zu können. Im Lauf der Zeit setzten sich kürzere Modelle von unter einem Meter Länge immer mehr durch. Als das Bedürfnis der Menschen stieg, sich zur Erholung in der Natur aufzuhalten, wurden Schneeschuhe auch in der Freizeit immer häufiger eingesetzt. Ab den 1970er-Jahren wurden leichte Modelle aus Aluminium entwickelt, in den 1980er-Jahren kamen weitere aus Kunststoff gefertigte Arten auf den Markt. In der folgenden Zeit wurde das Schneeschuhwandern als Wintersportart immer populärer. Besonders in den letzten Jahren boomte der Verkauf von Schneeschuhen im Alpenraum. Entsprechend nahm auch das Angebot geführter Schneeschuhtouren erheblich zu. Inzwischen werden von verschiedenen Organisationen und Vereinen Wanderungen mit Schneeschuhen angeboten.
Grundlagen
Schneeschuhwandern ist eine einfach zu erlernende Sportart, die mit wenigen Hilfsmitteln ausgeführt werden kann. Sie ist charakterisiert durch Bewegung an der frischen Luft in oft unberührter Natur, fernab der Zivilisation. Das Naturerlebnis in der tiefverschneiten Landschaft steht beim Schneeschuhwandern im Mittelpunkt und macht es zu einer äusserst erholsamen Freizeitbeschäftigung. Das Wandern mit Schneeschuhen fördert ausserdem, ebenso wie das Bergwandern, die Ausdauerleistungsfähigkeit und trainiert das Herz-Kreislauf-System. Puls und Blutdruck sinken und damit das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Die Muskulatur wird gestärkt. Veränderungen des Stoffwechsels bewirken, dass Blutfettwerte wie Cholesterin und Triglyceride sinken. Auch die Regulation des Blutzuckerspiegels wird verbessert. Durch den vermehrten Verbrauch von Kalorien kann ausserdem Körpergewicht abgebaut werden. Das Laufen mit Schneeschuhen abseits von Wegen trainiert die Koordination. Die regelmässige Belastung der Knochen hilft Knochenmasse aufzubauen und beugt der Entstehung einer Osteoporose vor. Auch das Immunsystem profitiert von der Bewegung an der frischen Luft: Erkältungskrankheiten können besser abgewehrt werden und das Krebsrisiko sinkt. Das Schneeschuhwandern kann sich ausserdem positiv auf die psychische Verfassung auswirken. Schliesslich bietet das Wandern in einer Gruppe Gleichgesinnter die Möglichkeit, sich auszutauschen und soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.
Verwendete Technik
Schneeschuhe werden in der Regel unter die normalen Wander- oder Winterschuhe geschnallt. Sie vergrössern durch ihre Form die Fläche des Fusses und erleichtern so das Laufen im Schnee. Es sind diverse Schneeschuhmodelle aus unterschiedlichem Material und in verschiedenen Formen erhältlich. Moderne Schneeschuhe sind sehr leicht und so gebaut, dass man beim Laufen auf älteren oder windgepressten Schneeflächen kaum einsinkt. Je schwerer der Wanderer ist, desto grösser muss die Fläche seiner Schneeschuhe sein. Grössere Exemplare versinken weniger leicht im Schnee, kleinere sind dafür wendiger und leichter zu handhaben. Die Bindung ist so gebaut, dass die Ferse beim Gehen frei beweglich ist. Eine ausklappbare Steighilfe erleichtert das Gehen in steilerem Gelände. Sogenannte Frontzacken, die über die Schuhspitze hinausragen, sorgen dafür, dass man auch harte oder vereiste steilere Hänge überwinden kann. Bei Bedarf können zusätzlich angelegte Harscheisen die Haftung an harten Stellen verbessern. Mit Schneeschuhen kann man Hänge bis zu 30 Grad Gefälle geradlinig hinauf laufen. Steilere Strecken werden durch das Gehen von Serpentinen überwunden. Beim Schneeschuhwandern werden in der Regel zusätzlich zwei (Ski-)Stöcke verwendet. Bei steileren Anstiegen setzt man die Steighilfe ein, verlagert das Gewicht nach vorne und rammt bei Bedarf die Frontzacken in den Berg. Gleichzeitig stützt man sich mit den Stöcken ab. Beim Abstieg werden die Fersen belastet.
Die körperlichen Anforderungen einer Schneeschuhwanderung können sehr unterschiedlich sein, ebenso die Dauer. Das Gehtempo sollte stets dem schwächsten Teilnehmer angepasst werden. Anfängern kann der Tourenführer die richtige Gehtechnik zeigen. Schneeschuhtouren in steilerem Gelände sollten von Anfängern nicht auf eigene Faust unternommen werden. Kenntnisse über die Lawinen- und Wettersituation und die richtige Wegführung sind dafür unabdingbar. Jeder Wanderer sollte ausserdem der Unternehmung entsprechend ausgerüstet sein und in lawinengefährdeten Gebieten immer eine Lawinenausrüstung mit sich führen. Bei manchen Veranstaltern ist es möglich, die Ausrüstung auszuleihen.