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Die Winzerbruderschaft besichtigt gegenwärtig 270 ha Weinberge zwischen Pully – östlich von Lausanne – und Lavey – an der Grenze zum Wallis. Die Besitzer, die bei der Winzerbruderschaft um Besichtigung ihrer Weinberge anfragen, sind öffentliche Gemeinschaften (Gemeinden, Kantone), Erbschafts-Vorempfänger und einige Privatpersonen. Jede der Besichtigung unterliegenden Anbaufläche wird durch einen mit weisser Spitze markierten, mit einer Identifizierungsnummer versehenen Pflock gekennzeichnet. Die Besitzer lösen einen jährlichen Beitrag ein. Von der Bruderschaft bevollmächtigte Experten führen diese Besichtigungen durch. Diese Experten, allesamt Berufswinzer, doch nicht unbedingt Mitglieder der Bruderschaft, werden vom Bruderschaftsrat ernannt. Sie folgen den von der Winzerbruderschaft herausgegebenen und regelmässig revidierten Besichtigungs-“Anweisungen”.
Auszug aus den “Anweisungen in Bezug auf die Pflege des Weinbaus, die Besichtigung der Experten der Bruderschaft und den mit dem Ergebnis der Besichtigung verbundenen Wettbewerb”:
“Der Winzer bestellt den Weinbau, um eine Ernte von guter Qualität zu erzeugen, und dies möglichst regelmässig von Jahr zu Jahr. Er wird darauf achten, jeglichen Verfall des Bodens zu vermeiden und wird die Reben in gutem Zustand halten, um ihre Langlebigkeit zu sichern.”
Die Besichtigungen finden dreimal im Jahr statt. Die Frühjahrs-Besichtigung wird zwischen Ende April und Anfang Mai durchgeführt. Ihr Hauptzweck ist die Bewertung des Schnitts. Die Bewertung der Sommer-Besichtigung, Anfang Juli, bezieht sich vor allem auf die Pflege der Reben und die Bekämpfung von Parasiten. Und die abschliessende Herbst-Besichtigung, Anfang September, urteilt über die Instandhaltung des Bodens, das Allgemeinbild des Anbaus und die Bewältigung der Ernte. Nach jeder Besichtigung werden die den Weinbauarbeitern verliehenen Noten den Besitzern und Winzern mitgeteilt. Alle drei Jahre führen die zusammengefassten Bewertungen zu einer Klassifizierung der Weinbauarbeiter. Während einer feierlichen Zeremonie, Triennale genannt, werden die besten Weinbauarbeiter belohnt. Das Winzerfest, einmal pro Generation, ist sozusagen die Erweiterung dieser Triennale – eine “Super-Triennale”. Die Weinbauarbeiter werden dann nicht über drei, sondern über fünf bis sieben Jahre bewertet.