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Bonifatius, mit seinem Taufnamen Winfried genannt, wurde um 673 im Königreich Wessex im Südwesten Englands geboren. Das Christentum war erst drei Generationen vor ihm nach England gedrungen. Aber es hatte die Angelsachsen derart ergriffen, dass sie bereits nach einigen Jahrzehnten Glaubensboten zu ihren Vorfahren, den Sachsen, aufs Festland schicken konnten. Winfried wurde Benediktinermönch und lehrte an der Ordensschule Nursling. Mit 40 Jahren meldete er sich für die Missionsarbeit. Eine erste Reise zu den Friesen schlug fehl, damals hatte der heidnische Friesenherzog Radbert Friesland von den christlichen Franken zurückerobert. Winfried kehrte in sein Kloster nach England zurück.
De Missionsidee ließ Winfried nicht mehr los. Er schlug die Erwählung zum Abt seines Klosters aus und machte sich erneut auf den Weg in die Heidenmission. Diesmal reiste er zunächst nach Rom, um sich von Papst Gregor II. die feierliche Sendung für die Missionierung Germaniens geben zu lassen. Die wichtigste Stelle aus dem Sendungsbrief lautet:
„Feuer und die Erde zu bringen ist unser Herr gekommen. Dieses heiligbringende Feuer lodert in Dir. Wir beauftragen Dich, mit ihm zu den Völkern zu gehen, die noch im Irrtum des Unglaubens befangen sind.“
Nach einem kurzen Aufenthalt in Thüringen ging er für zwei Jahre zu den Friesen.
722 reiste er erneut nach Rom. Er wurde zum Bischof geweiht, ohne einen bestimmten Bischofssitz zugeteilt zu bekommen. Von jetzt an benannte sich Winfried mit dem Namen des römischen Märtyrers Bonifatius. Der Name bedeutet: Einer, der Gutes tut. Bonifatius leistete Papst Gregor II. den Treueid, der bis dahin nur von den Bischöfen der Umgebung Roms geleistet wurde. Die Sendung war klar: Im Auftrag des Papstes sollte Bonifatius unter dem Schutze der fränkischen Machthaber Klöster gründen und Bistümer einrichten.
Jetzt konnte Bonifatius seine eigentlichen Missionserfolge vorweisen. Das Kloster Geismar krönte seinen Missionsauftrag bei den Hessen. Da aus der ersten Missionswelle ein eher verwahrlostes Christentum mit viel heidnischem Aberglauben zurückgeblieben war, folgte nunmehr der Versuch, den christlichen Glauben zu vertiefen. Bonifatius konnte diesen Auftrag nicht alleine erfüllen. So kamen aus England ständig Missionare und Missionsschwestern, auch Bücher und finanzielle Hilfen. Tüchtige Persönlichkeiten wie die hl. Thekla und die hl. Lioba, eine Verwandte von Bonifatius, halfen mit. Die Frauenklöster Tauberbischofsheim, Kitzingen und Ochsenfurt wurden zu den ersten christlichen Erziehungs- und Bildungsstätten für Mädchen in Deutschland.
Unter dem Schutz des fränkischen Königs Karl gründete Bonifatius die Bistümer Würzburg, Büraburg und Erfurt. Er selbst wurde Bischof von Mainz. In Bayern schuf er die Diözesen Salzburg, Regensburg, Freising und Passau.
Oft musste er unter dem Widerspruch des fränkischen Adels arbeiten und kam sich vor wie ein Schiff, das auf stürmischer See nur mühsam vorwärts kommt. 745 berief er auf Wunsch des Papstes und der fränkischen Könige eine Reichssynode ein, bei der er die Bischöfe dem Papst den Treueid schwören ließ. So nahmen die fränkischen Bischöfe das Missionswerk weiter in die eigene Hand und Bonifatius zog sich langsam mit den Angelsachsen zurück.
746 gründete er das Kloster Fulda, eine Musterschule für ganz Deutschland, und der Höhepunkt des religiösen Schaffens des greisen Missionars. Im Alter von 80 Jahren ging er ein letztes Mal zu den Friesen, wo er am 5. Juni 754 zusammen mit anderen Missionsgefährten den Märtyrertod erlitt. Er wurde in Fulda beigesetzt.
Mit Recht bekam Bonifatius den Titel „Apostel der Deutschen“. 1849 wurde die Seelsorge der deutschen Katholiken in der Diaspora organisiert. Diese Organisation erhielt den Namen Bonifatius-Verein. So versteht es sich, dass die Seelsorge für die deutsch sprechenden Katholiken in und um Genf den heiligen Bonifatius zum Kirchenpatron wählte. Die Größe seiner Persönlichkeit und seines Missionseifers klingt mit seinem Namen in unsere Zeit hinein:
Bonifatius, einer der Gutes tut
Dieser Leitsatz soll unsere Kirchgemeinde immer begleiten.