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Seit Jahrhunderten wurde in vielen Teilen der Welt Jagd gemacht auf Meeressäuger. Doch mit dem Einsetzen der Industrialisierung wuchs der Walfang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasant an. In den Laternen der Grossstädte erhellte Waltran die Strassen, die neuartigen Maschinen in der Industrie waren angewiesen auf Schmieröl aus Walfett.
1879 kam dann eine Erfindung auf den Markt, welche Harpune mit Kanone kreuzte: Infolgedessen erreichte die Ausbeutung der Walbestände ein nie gekanntes Ausmass.
Millionen von Grosswalen wurden erlegt, bei einer Geburtenrate von einem Kalb etwa alle fünf Jahre wurden diverse Arten innert kürzester Zeit an den Rand der Ausrottung gedrängt.
Um den Walfang zu regulieren, fanden sich deswegen in den 1930er-Jahren rund ein Dutzend Industrienationen zu Gesprächen. Daraus entstand dann die Internationale Walfang-Kommission IWC. Deren Ziel war aber nicht das Verbot der Jagd auf Grosswale, sondern die Einführung von Quoten. Als die Mitgliedstaaten am 2. Dezember 1946 das Internationale Übereinkommen zur Regulierung des Walfangs ICRW unterzeichneten, wurde somit nicht eine Naturschutzkonvention geboren, sondern eine Jagdvereinbarung kreiert.
Seither ist die IWC stetig gewachsen, heute sind 88 Nationen am Verhandlungstisch, wenn einmal pro Jahr über das Schicksal der Wale entschieden wird.
Haben sich die Walbestände seither erholt?
In unserer Rubrik Zeitsprung blicken wir zurück auf 75 Jahre ICRW:
Die Meeresschutzorganisation OceanCare nimmt seit rund 30 Jahren an den Treffen der Internationalen Walfang-Kommission IWC teil, sie besitzt dort einen Beobachterstatus. Zum 75-Jahr-Jubiläum des Internationalen Übereinkommens zur Regulierung des Walfangs ICRW veröffentlichte sie vorgestern zusammen mit Dutzenden anderen Organisationen einen Appell zuhanden der Kommission.
Die Organisationen fordern darin eine Reform der bestehenden Strukturen, wie Fabienne McLellan Co-Leiterin Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare im Gespräch aufzeigt: