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Kanadas farbenprächtiger Indian Summer25. Oktober 2018
«Indian Summer», so nennt man die letzten warmen Tage des Spätsommers und Frühherbstes. Dann beginnt das Laub in Kanadas und Neuenglands Wäldern in allen Schattierungen von Purpur, Zinnoberrot, Gold, und Kupfer zu leuchten. Die Pracht dieses Farbenrausches in den stillen und weiten Wäldern ist unvergleichlich und unvergesslich!
Verbunden ist diese Periode mit einem erneuten Temperaturanstieg auf teilweise über 20° C und einem oft strahlend blauen Himmel.
Indian Summer in Nordamerika
Obwohl der bei uns bekannte Begriff «Altweibersommer» dieselbe Schönwetterperiode bezeichnet, können die milden Herbsttage in Europa nicht mit denjenigen in Nordamerika verglichen werden. Die Vielfalt und Leuchtkraft der Farben des Indian Summers ist in europäischen Wäldern nicht zu finden.
Für die Entstehung des Namens «Indian Summer» gibt es verschiedene Interpretationen. Wahrscheinlich hat er seinen Ursprung in der indianischen Mythologie. Nach einer Legende fliesst das Blut erlegter Bären ins Erdreich, wird dort von den Bäumen aufgenommen und sorgt so für die Rotfärbung der Blätter.
Verbreitet ist auch die Erklärung, dass die weissen Einwanderer Geschenke der Indianer als minderwertig betrachteten und die herbstliche Schönwetterperiode – da kein vollwertiger Sommer mehr – «Indianer-Sommer» nannten.
Eine dritte Bedeutung des Namens beruht darauf, dass der Indian Summer als Hauptjagdsaison die wichtigste Jahreszeit für die Indianer war.
Die wissenschaftliche Erklärung für die Blätterverfärbung ist hingegen eindeutig: Im Herbst wird in den Blattstängeln der Bäume, ausgelöst durch die kürzeren Tage, der Saftstrom unterbrochen.
Das Grün des Chlorophyll bleicht aus und lässt die darunter liegenden, verschiedenen chemischen Stoffe (unter anderem Zucker und Tannin) zutage treten, die für die typischen Rot-, Orange- und Goldfärbungen der jeweiligen Baumarten verantwortlich sind.
Normalerweise verfärben sich die Blätter zuerst in Gebirgslagen und im Norden. An Berghängen im Süden Kanadas beginnt die Verfärbung (amerikanisch: Foliage) bereits Ende August. Sie schreitet dann kontinuierlich, je nach Wetterlage auch sprunghaft, nach Süden voran.
Der typische Indian Summer beginnt im Süden Ostkanadas und verbreitet sich danach über die Neuenglandstaaten der USA. Er erreicht seinen Höhepunkt zwischen Anfang Oktober im Norden und im späten Oktober im Süden.
Je nach Wetterlage können sich die Zeiträume aber verschieben. Ein früh einsetzender Nachtfrost wegen der starken Kälte beschleunigen die Laubfärbung, wenn es allerdings ein warmer und sonniger Spätsommer ist wird der Prozess verlangsamt.
Vor allem Neuengland und Ostkanada werden alljährlich von Tausenden sogenannten «Leaf Peepers» («Blätter-Bewunderern») heimgesucht, Touristen, die von weit her anreisen, um sich an den farbigen Wäldern zu erfreuen.
Der sogenannte «Peak Point», der maximale Einfärbungsgrad, ist nur ein kurzer Moment, der nach einem oder wenigen Tagen bereits wieder abklingt.
Um die Farbenpracht auf ihrem Höhepunkt zu erleben, werden im Herbst von den lokalen Tourist Offices deshalb besondere Foliage-Info-Telefone geschaltet, über die sich Touristen über das Fortschreiten der Herbstverfärbung erkundigen können.
Kanadas 5. Jahreszeit
«Indian Summer» wurden die letzten Tage des Spätsommers genannt, die die Indianer zum Einbringen der Ernte nutzten.
Speziell beliebt für Reisen während dieser Zeit sind die Provinzen Ontario und Nova Scotia. Dort beginnt Anfang Oktober das Laub in den Wäldern in allen Schattierungen von Zinnoberrot, Purpur, Kupfer und Gold zu leuchten. Die Pracht dieses Farbenrausches in den weiten stillen Wäldern ist unvergleichlich und unvergesslich!