Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/1809

Durch die anhaltende Trockenheit und die sehr hohen Temperaturen in diesem Sommer erfolgte eine intensive Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff aus dem Boden. Dieser konnte von den Pflanzen nicht verwertet werden und wurde in Form von Nitrat in den Pflanzen, unter anderem auch in den Maispflanzen, eingelagert. Nach dem Einsilieren wird das Nitrat durch Mikroorganismen in Nitrit und bereits von der ersten Stunde an in nitrose Gase umgewandelt. Dies ist jetzt häufig beim Einsilieren von Silomais der Fall.
Im Gegensatz zum nicht wahrnehmbaren Kohlendioxid fallen die nitrosen Gase durch einen sehr unangenehmen, stechenden Geruch und eine bräunlich-orange Farbe auf. Im Kontakt mit Feuchtigkeit kann sich dabei Salpetersäure bilden.
Je nach Konzentration und Dauer des Kontaktes mit nitrosen Gasen können Reizungen und Verätzungen auf Augen, Schleimhäuten und in der Lunge entstehen. Sehr hohe Konzentrationen können auch zu Lungenentzündungen und Lungenödemen oder gar zu lebensbedrohlichen Atemlähmungen bei Mensch und Tier führen.
Während des Gärprozesses werden die nitrosen Gase wieder zu unschädlichen Stickstoff-Verbindungen abgebaut. Nach einer Gärdauer von 6 bis 8 Wochen, in der das Silo verschlossen ist, können die Silagen bedenkenlos verfüttert werden.
Ein hohes Risiko für einen Gasaustritt besteht vor allem beim Nachfüllen von Silos. Deshalb sollten die Silos in einem Zug gefüllt, dann luftdicht verschlossen und erst nach einer Silierdauer von 6 bis 8 Wochen geöffnet werden.