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Neuroendokrine Tumore (NET) sind eine Gruppe von bösartigen Tumoren, die von neuroendokrinen Zellen ausgehen und häufig im Darm, Bauchspeicheldrüse und Lunge vorkommen. Obwohl es sich bei NET um seltene Tumoren handelt, hat die Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, sodass aktuell etwa 1 von 2000 Personen an einem Neuroendokrinen Tumor leidet.
Die Überexpression des Somatostatinrezeptor-Subtyps 2 (SST2) ist ein Merkmal der NET und kann für die Behandlung dieser Tumoren mittels Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT) genutzt werden. Obwohl die PRRT mit radioaktiv markierten Substanzen wie 177Lu-DOTATOC und 177Lu-DOTATATE zu den wirksamsten Therapien gehört, kann die PRRT die NET nur stabilisieren, aber nicht heilen. Eine Verbesserung der PRRT ist daher notwendig.
Radioaktives Terbium-161 (161Tb) hat eine ähnliche Zerfallshalbwertszeit wie radioaktives Luthetium-177 (177Lu), gibt aber zusätzlich große Mengen an biologisch höchst wirksamer Strahlung ab, die nur eine sehr geringe Reichweite im Gewebe aufweist (bis zu einem tausendstel Millimeter).
Wir erwarten, dass die PRRT durch Verwendung von 161Tb-DOTA-LM3 im Vergleich zur Standardtherapie mit 177Lu-DOTATOC und 177Lu-DOTATATE mehrere Vorteile aufweist: 1) 161Tb-DOTA-LM3 bindet an viel mehr Rezeptor-Bindungsstellen und reichert sich hauptsächlich an der Tumorzellmembran an. 2) Die sehr starke aber kurz reichende Strahlung von 161Tb führt zu einer hohen therapeutischen Wirksamkeit vor allem an der Zellmembran, die strahlenempfindlicher ist als der restliche Zellinhalt. Dies führt zu einer 3 – 4-fach höheren Strahlendosis in der einzelnen Krebszelle.
In dieser Studie werden 161Tb-DOTA-LM3 und 177Lu-DOTATOC in 18 - 23 Patienten mit metastasiertem NET miteinander hinsichtlich der Tumor- und Organdosis sowie Therapieeffizienz verglichen. Wir erwarten mit 161Tb-DOTA-LM3 eine deutlich bessere Therapieeffizienz insbesondere für die Therapie von Mikrometastasen sowie von Tumoren mit geringer SST2-Expression.