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Der Basler Eisenhändler Jakob Rüdin liess um 1545 im Dorfkern ältere Gebäude zum sogenannten ‹Rüdin’schen Landhaus› umbauen. Zusammen mit dem Klösterli gehört es zu den ersten Basler Landsitzen, die nach dem Kauf des Dorfes durch die Stadt Basel entstanden. Von 1863 bis 1956 diente es der Gemeinde als Schulhaus. Seit 1957 ist darin das Rektorat der Gemeindeschulen von Riehen und Bettingen untergebracht.
Über die Entstehung des Rüdin’schen Landgut ist wenig bekannt. Prozessakten um einen Nachbarschaftsstreit belegen, dass der Basler Eisenhändler, Bankier und Oberstzunftmeister Jakob Rüdin-Isenflam-Schmid-Ehrenfels-Züllin (1501–1573) vor 1545 am Erlensträsschen ein Landgut errichtet hatte. Vermutlich entstand es nach der Vereinigung der Grundstücke des ehemaligen Weiherhauses und der Hofstatt im Friedhof. Zusammen mit dem Klösterli gehört das Rüdin’sche Landhaus zu den ersten Basler Landsitzen, die nach dem Kauf des Dorfes durch die Stadt Basel in Riehen entstanden.
Nach über drei Jahrhunderten im Privatbesitz kaufte die Gemeinde Riehen 1863 das Landgut. Dazu gehörten damals auch ein Pächterhaus und ein Ökonomiegebäude. Da die 1862 erbaute Wiesentalbahn direkt an der alten Schule an der Bahnhofstrasse 1 vorbeiführte, verlegte die Gemeinde den Unterricht ins neu erworbene Rüdin’sche Landgut, wo zwei Schulzimmer und eine Lehrerwohnung eingerichtet wurden. 1878 liess die Gemeinde das zum Landgut gehörende Pächterhaus abreissen und an dessen Stelle das noch heute bestehende Schulhaus am Erlensträsschen 8 erbauen. Das frühere Herrenhaus wurde für eine weitere Lehrerwohnung erweitert und bis zur Renovation 1956 als Schulhaus genutzt. Von 1957 bis 2021 war darin das Rektorat der Gemeindeschulen Riehen und Bettingen, später die Abteilungsleitung Bildung und Schule, untergebracht. Nach einer Renovation und einigen Umbauten dient das Gebäude seit Frühling 2023 der Schule mit Tagesstruktur.
Das dreigeschossige ehemalige Herrenhaus des Rüdin’schen Landguts steht im Dorfkern nordwestlich der Kirche. Die Frontfassade ist gegen Osten zur Baselstrasse ausgerichtet. Die Gemeinde liess das Haus 1863 zu einem schlichten spätklassizistischen Bau umgestalten und öffnete das Dach mit zwei Lukarnen. Seither prägen die Profile um Tür- und Fensterleibungen, hohes Brusttäfer und Stuck die Innenräume. Bei Renovationsarbeiten 1953 kamen im Dach- und im zweiten Obergeschoss Decken- und Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert zum Vorschein. Es handelt sich dabei um Grisaillemalereien mit Rankenmotiven und figurativen Darstellungen.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 2.1.2024
Kaspar, Albin: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft I. Riehen 1996. S. 35–45.
Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 148.
Reinhardt, Ursula: Riehen. Hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Basel 1978. S. 12.