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"Wir sind bis Dezember explizit auf eine Politik festgelegt. Das bedeutet automatisch auch, dass wir im Herbst über das weitere Vorgehen entscheiden müssen", sagte der Portugiese zu Reuters am Donnerstag am Rande einer EZB-Finanzkonferenz in Frankfurt. Die Europäische Zentralbank plant noch bis mindestens Dezember Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro pro Monat anzukaufen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. An den Märkten wird darüber spekuliert, dass sie ab Januar 2018 damit beginnen wird, diese Summe abzuschmelzen und 2018 eine Abkehr von der Nullzinspolitik einzuleiten.
Constancio betonte, dass die Notenbank geldpolitisch nichts überstürzen werde und lieber auf Nummer sichergehe: "Es ist weniger riskant, länger eine lockere Linie zu fahren, als den geldpolitischen Impuls vorzeitig zu entziehen." Bei der Inflation müsse die Notenbank sicher sein, dass der Preisauftrieb nachhaltig sei. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. EZB-Präsident Mario Draghi hatte jüngst betont, trotz aufgehellter Konjunkturperspektiven und abnehmender Risiken sei weiter ein "sehr substanzieller" Konjunkturimpuls nötig. Das gesamte EZB-Kaufprogramm, das neben Staatsanleihen weitere Titel wie Firmenbonds und Pfandbriefe umfasst, soll bis Ende Dezember eine Größenordnung von 2,28 Billionen Euro erreichen.
(Reuters)