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Das Herz der Knef hat eine raue Stimme
Junge Grande Dame: Hildegard Knef in einer Aufnahme von 1955. (Keystone)
«Für mich soll's rote Rosen regnen»
Breits mit 15 Jahren verlässt Hildegard Knef die Schule und beginnt in den Berliner UFA-Filmstudios eine Ausbildung zur Trickfilmzeichnerin. Doch hinter dem Pult bleibt sie nicht lange. 1943 wird sie als Schauspielerin entdeckt - und noch vor Kriegsende hat sie ihre erste Filmrolle. Es ist der Anfang einer ebenso vielseitigen wie turbulenten Karriere.
Skandal sorgt für Karriereschub
Für Hildegard Knef geht es rasch aufwärts: Der erste deutsche Nachkriegsfilm «Die Mörder sind unter uns» (1946) macht sie international bekannt. Mit einem ausführlichen Porträt im US-Magazin «Life» wird Hollywood auf sie aufmerksam. Bald darauf reist bald darauf in die USA, 1950 wird sie amerikanische Staatsbürgerin.
Ihr erster Skandal aber verursacht Hildegard Knef in Deutschland mit dem Film «Die Sünderin». Eine kurze Nacktszene und die Themen Prostitution und Freitod sorgen für Schlagzeilen. Der Skandal entpuppt sich aber als Katalysator: Der Film ist ein Grosserfolg, und die Schauspielerin kann dadurch im Oktober 1951 ihre erste Schallplatte veröffentlichen.
Vom Film zum Chanson
Doch in ihrer Heimat ist Hildegard Knef als «Sünderin» gebrandmarkt. Ihre Karriere baut sie im Ausland auf: Als Schauspielerin feiert sie Grosserfolge (etwa am Broadway), muss aber auch Flops verkraften. Gegen Ende der 50er-Jahre tritt sie vermehrt als Sängerin in den Vordergrund, zuerst im Ausland, später auch in Deutschland.
Anfänglich mit fremden Liedern, später mit eigenen Texten, feiert die Knef riesige Erfolge. Besonders ihre dunkle Stimme macht sie unverkennbar: «Ihr Herz hat eine raue Stimme», schreibt eine Zeitung 1967. Mit dem Lied «Für mich soll's rote Rosen regnen» schafft sie 1968 ihren Erkennungssong schlechthin.
Rückschläge und Comeback
Derart erfolgreich, veröffentlicht Hildegard Knef in den 70er-Jahren autobiografische Werke («Der geschenkte Gaul», «Das Urteil»). Doch die späten 70er- und frühen 80er-Jahre sind überschattet von schleppenden Plattenverkäufen, fehlenden Filmrollen und Schlagzeilen in der Boulevard-Presse (Krankheit, Scheidungskrieg, Face-Lifting).
Ihr Comeback feiert Hildegard Knef 1987 als «Fräulein Schneider» im Musical «Cabaret». Dies kann als eigentliche Rehabilitation nach diversen privaten wie beruflichen Rückschlägen gesehen werden: Gefeiert als legendärer Film- und Chansonstar erhält sie zahlreiche Ehrungen und wird von Fernsehshow zu Fernsehshow gereicht.
Auch nach ihrem Tod im Jahr 2002 ist Hildegard Knefs Ruf als «Grande Dame» des Chansons ungebrochen. 2009 wurde ihre Autobiografie «Der geschenkte Gaul» mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt. Der Filmtitel schlicht: «Hilde».