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Was bedeutet es, Volunteer bei den Wissenschafts-Olympiaden zu sein? Ein Freiwilligenkodex soll diese Frage beantworten. Der Kodex hält Regeln und Werte für die Volunteers der 10 Olympiaden fest. Was da genau drinsteht? Das bestimmen alle Vereine und alle Volunteers gemeinsam, erzählt uns Vorstandsmitglied Johannes Kapfhammer im Interview.
Zwei Volunteers in action: Johannes Kapfhammer (links) und Timon Gehr von der Informatik-Olympiade. (Bild: Informatik-Olympiade)
Johannes, du bist Volunteer bei der Informatik-Olympiade. Wie beteiligt sich dein Verein an der Entstehung des Freiwilligenkodex? Wie wird dieser bei der Informatik-Olympiade konkret diskutiert?
Wir hatten uns als Ziel gefasst, über eine erste Version des Kodexes bereits an der Informatik-Generalversammlung in Januar abzustimmen. Im Vorfeld haben Timon Stampfli und ich einige Änderungen vorgenommen, damit der Kodex besser zu uns als Verein passt. Ein paar Punkte waren für die Informatik-Olympiade nicht praktikabel. Andere gingen uns nicht weit genug, diese haben wir erweitert. Den Vorschlag haben wir dann mit der Einladung an die Generalversammlung an alle Vereinsmitglieder verschickt und Feedback eingeholt. Die daraus entstandene Version des Kodexes wurde einstimmig angenommen und gilt für uns schon jetzt. Unsere Änderungen haben wir auch für den Kodex aller Wissenschafts-Olympiaden vorgeschlagen. Über diesen wird im Juli abgestimmt.
Der Freiwilligenkodex wurde ursprünglich von der Physik-Olympiade initiiert. Auf einen ersten Entwurf aus der Feder von Physik-Volunteers folgte eine Version, die als Grundlage für den Kodex aller Wissenschafts-Olympiaden gelten soll. Noch bis am 10. April haben Volunteers aller Vereine die Gelegenheit, Feedback und Vorschläge anzubringen. An der nächsten Vereinsversammlung der Wissenschafts-Olympiaden im Juli 2022 wird über eine finale Version abgestimmt.
Hast du auch Volunteers getroffen, die dem Kodex eher skeptisch gegenüberstehen oder die ein solches Dokument überflüssig finden?
Im Gegenteil, viele sind auf mich zugekommen und haben gesagt, dass sie den Kodex eine gute Idee finden. Wir wollten nicht den Eindruck schaffen, dass es um eine Art bindenden Vertrag oder ein striktes Regelwerk geht!
Worum geht es denn? Warum ist der Freiwilligenkodex wichtig?
Der Kodex dient in erster Linie dazu, neue Volunteers zu informieren. Was sind unsere Werte und wie leben wir sie? Welche rechtlichen Informationen sind zu beachten? Diese Fragen soll der Freiwilligenkodex beantworten.
Regeln und Pflichten sollen dabei nicht im Vordergrund stehen. Man engagiert sich freiwillig, weil man es gerne macht und Spass daran hat. Dennoch gibt es einiges, das man beachten muss. Man muss andere mit Respekt behandeln und einige Grenzen dürfen nicht überschritten werden. Freiwillige fragen sich selber, welches Vorgehen angebracht ist, worauf man Acht geben muss. Der Kodex kann da sehr nützlich sein. Im Nachhinein hätte ich eine solche Orientierungshilfe auch gerne gehabt, als ich neu war bei der Informatik-Olympiade.
Möchtest du sonst noch etwas über den Freiwilligenkodex sagen?
Was ich daran besonders schön finde, ist, dass er eine Kooperation aller Olympiaden ist. Er zeigt: Wir haben zwar verschiedene Disziplinen, aber wir teilen gemeinsame Werte und eine gemeinsame Mission.
Johannes Kapfhammer war von 2016-2022 Präsident der Informatik-Olympiade und ist Vizepräsident des Vorstands der Wissenschafts-Olympiade. Er engagiert sich seit 2013 als Freiwilliger.