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Kulturhaus gegen den braunen Terror
Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 in Deutschland flüchteten viele deutsche Schriftsteller in die Schweiz. Trudi Schoop stellte ihnen ihr «Studio Fluntern», wie die «Alte Kirche» damals hiess, zu Lesungen zur Verfügung.
Organisiert wurden sie von der Buchhandlung Oprecht. Else Lasker-Schüler, Erika Mann, Alfred Kerr, Alfred Polgar oder Ernst Toller lasen damals in der «Alten Kirche» Fluntern.
Sehr zum Leidwesen der Schweizer Rechtsextremen: «Diese Firma veranstaltet jeden Dienstagabend im Studio Fluntern Vorträge ausländischer flüchtiger Schriftsteller … Und wer sind nun die Besucher solcher Vorträge? Zum grossen Teil setzt sich die Zuhörerschaft aus zürcherischen Juden und deren Hofstaat, der sogenannten ‹besseren› Gesellschaft zusammen, also aus Kreisen, die vorwiegend der NZZ nahestehen. Kulturbolschewisten! Geistige Landesverteidigung vor!»
Dieser Artikel aus «Die Front» vom 29.8.1933 wurde Emil Oprecht zusammen mit einer Zeichnung, die ihn am Galgen zeigte, anonym zugesandt.
Martin Kreutzberg