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1987
Die «Keren Hayesod» – eine Tochterorganisation der Jewish Agency – beschliesst, nach nachrichtenlosen Konten zu suchen.
22. Juni 1995
Peter Gumbel vom Wallstreet Journal publiziert im Juni 1995 einen aufsehenerregenden Artikel über nachrichtelose Vermögen. Dieser wird auch von Stuart Eizenstat gelesen, damals US-Botschafter bei der EU unter Bill Clinton. Eizenstat kümmert sich auch um die Rückgabe von jüdischem Besitz aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Affäre erreicht dadurch auch die amerikanische Innenpolitik.
7. Februar 1996
Der Schweizerische Bankverein gibt bekannt, dass 38,7 Millionen Franken auf 775 nachrichtenlosen Konten gefunden wurden. Die Juden sind weltweit empört.
23. April 1996
Es kommt zu einem ersten Hearing des Bankenausschusses des US-Senats. Unter dem Vorsitz von Senator Alfonse D'Amato werden erste Zeugen befragt.
3. Oktober 1996
Die Jüdin Gizella Weisshaus reicht mit Hilfe des umstrittenen Rechtsanwalts Ed Fagan eine Sammelklage in der Höhe von 20 Milliarden Dollar gegen die Schweizer Grossbanken ein. Das Ziel: Die Freigabe der seit der Nazi-Zeit eingefrorenen jüdischen Konten zu erzwingen.
16. Oktober 1996
US-Senator Alfonse D'Amato hält bei einer Anhörung Dokumente von Holocaust-Überlebenden in der Hand, die zeigen, dass Geld, das ihnen zusteht, auf Schweizer Banken liegt. Die Kontroverse um die nachrichtenlosen Vermögen geht in die heisse Phase.
25. Oktober 1996
Der Bundesrat setzt eine Task Force unter Leitung von Botschafter Thomas ein. Sie trägt den Namen «Schweiz – Zweiter Weltkrieg».
11. Dezember 1996
Borer tritt als erster Schweizer Regierungsvertreter an einem Hearing des US-Senats auf. Dort trifft er auf Senator Alfonse D’Amato. Borer hält dem Druck aber stand, lässt sich nicht einschüchtern und hält selbstbewusst dagegen. Sein Auftritt kommt in den USA gut an, die Medienberichterstattung ist positiv.
19. Dezember 1996
Der Bundesrat setzt eine «Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg» ein. Die internationale Historiker-Gruppe unter der Leitung des Westschweizers Jean-François Bergier untersucht den Verbleib von während des Zweiten Weltkrieges in die Schweiz transferierten Vermögenswerten.
8. Januar 1997
Der Wachmann Christoph Meili entdeckt in der Bankgesellschaft zum Schreddern bereitgelegte, alte Bankbelege und nimmt sie an sich. Er macht die vermeintliche Vernichtung von Akten zu nachrichtenlosen Vermögen von Holocaust-Opfern publik. Die Akten sind zwar aus den Jahren 1897 bis 1927, doch das mediale Echo ist gewaltig. Meili selbst wird vorgeworfen, er habe das Bankgeheimnis verletzt.
7. Mai 1997
Am 7. Mai 1997 publiziert Stuart Eizenstat seinen Bericht zum Goldverkehr zwischen den neutralen Staaten und Nazi-Deutschland. Im Mittelpunkt der Untersuchung: der Bankenplatz Schweiz. Der Druck auf die Schweiz wird immer grösser.
29. Juli 1997
Eskalation bis zur höchsten Stufe: US-Präsident Bill Clinton unterschreibt den Beschluss, dass Christoph Meili und seine Familie definitiv Asyl in den USA bekommen.
8. Dezember 1997
Die Bankgesellschaft und der Bankverein geben die Fusion zur UBS bekannt. Damit die UBS aber Zugang zum US-Markt bekommt, muss die US-Bankenkommission unter Alfonse D'Amato noch zusagen.
13. Januar 1998
Christoph Meili verklagt die UBS auf 2,56 Milliarden Dollar. Auch er in Zusammenarbeit mit Anwalt Ed Fagan. In der Schweiz stösst die hohe Summe auf Unverständnis.
5. Februar 1998
Alfonse D'Amato will die UBS-Fusion als Druckmittel nutzen und fordert die US-Aufsichtsbehörde auf, die Bankfusion in den USA vorläufig zu blockieren.
25. Mai 1998
Die Bergier-Kommission veröffentlicht den ersten Zwischenbericht. Er beleuchtet die Schweizer Goldtransaktionen im Zweiten Weltkrieg.
12. August 1998
Nach langen Verhandlungen verkündet Senator D’Amato das Zustandekommen des Vergleichs über 1,25 Milliarden Dollar. Damit wird auch die Forderung von Christoph Meili hinfällig. Er geht beim Vergleich aber nicht leer aus. Seine Abfindung wird aber auf Bitten der Schweizer Banken im Honorar der Anwälte versteckt.
22. März 2002
Die unabhängige Expertenkommission präsentierte ihren Schlussbericht «Die Schweiz, der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg, Link öffnet in einem neuen Fenster», auch Bergier-Bericht genannt.