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Demokratisierung gefällt uns Schweizern. Die Demokratisierung von Schmuck als Statussymbol passierte, als der Modeschmuck erfunden wurde. Per Definition ist das Schmuck, der aktuelle Modetrends aufnimmt und dabei preiswert in der Herstellung ist.
Das Wort «Modeschmuck» entstand in den 1920er Jahren, als Coco Chanel «unechten» Schmuck passend zu ihren Kollektionen entwarf. Der Löwenanteil des Modeschmucks wurde und wird jedoch nicht von Modeschöpfern gemacht, sondern in großen Fabriken entworfen und gefertigt. Vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lagen die wichtigsten Modeschmuckzentren fernab von allen Modemetropolen, nämlich in Idar-Oberstein, Gablonz, Providence (USA) und später auch in Neugablonz.
Beim Modeschmuck handelt es sich um seriell hergestellten Schmuck aus einfachen Materialien in zeitgemässem Design, der für eine grosse Zahl von Menschen erschwinglich war und ist. Die Zusammenstellung unterschiedlicher Rohstoffe in verschiedenen Formen, Farben und mannigfaltigen Oberflächeneffekten ermöglicht eine sehr große Produktvielfalt.
Der bekannteste und bedeutendste Anbieter von Modeschmuck hat sich auf Kristalle festgelegt: Swarovski. Swarovski ist ein österreichischer Hersteller von geschliffenem Kristallglas. Gründungsort des Familienunternehmens ist Wattens in Tirol. Das Unternehmen ist in zwei Hauptgeschäftsbereiche gegliedert: Die Swarovski Kristall produziert Schmuckstücke aus Kristallglas und vertreibt diese weltweit, der Swarovski Gruppe gehören die Tyrolit Schleifmittel in Schwaz und die Swarovski Optik in Absam an.
Swarovski beschäftigt selbst, oder über ihre Tochterunternehmen, weltweit mehr als 25'000 Mitarbeiter in 40 Ländern. Das Unternehmen wurde 1895 vom Glasschleifer Daniel Swarovski gegründet, der aus dem nordböhmischen Georgenthal bei Gablonz stammt. Zu dieser Zeit wurde geschliffenes Kristallglas noch in geringer Anzahl im bäuerlichen Nebenerwerb in Handarbeit hergestellt. Daniel Swarovski entwickelte zur Befriedigung einer steigenden Nachfrage einen mechanischen Schleifapparat, den er 1892 in Prag zum Patent anmeldete.
Von Swarovski mechanisch geschliffene Schmucksteine waren von hoher Qualität und wurden von einem lokalen und internationalen Bijouteriemarkt als Schmucksteine neuer Qualität rasch aufgenommen, ohne dabei die traditionelle Herstellung zu verdrängen. Der Markt verlangte alsbald von dieser neuen Qualität immer grössere Mengen, die sich mit der am Gründungsstandort vorhandenen Wasserkraft von lediglich fünf PS nicht produzieren ließen. Da einige Nachahmer das Produktionsverfahren zu kopieren versuchten, sollte ein neuer Unternehmensstandort nicht nur über grössere Energiequellen verfügen, sondern auch abgeschieden sein.
Als Kapitalgeber für eine solche Expansion gewann der 33-jährige Erfinder seinen Pariser Kunden Armand Kosmann und seinen Schwager Franz Weis, der sich als stiller Teilhaber beteiligte. Der Name des 1895 neu gegründeten Unternehmens lautete aus diesem Grund vorerst noch auf A. Kosmann, Daniel Swarovski & Co, der aber später auf den heute gebräuchlichen Markennamen Swarovski geändert wurde.
1976 wurde das Geschäftsfeld Kristallobjekte gegründet. Nach eher bescheidenen Anfängen werden heute Kristallfiguren wie Früchte- oder Tierskulpturen in eigenen Läden oder einem Depotvertriebsystem von Optikern, Juwelieren oder Andenkenläden global verkauft. Das Marketingkonzept der limitierten Herstellung von Serien ist so erfolgreich, dass manche Kristallobjekte regelrecht gesammelt werden und sich Fanklubs bildeten. Diesen teilweise durch das Unternehmen selbst organisierten Vereinigungen werden eigene Serien angeboten.
In Nordamerika wurde in den 1980er Jahren durch den Kauf einer 1500 Läden umfassenden Schmuckhandelskette der Vertriebsweg zum Konsumenten gesichert. Dieser Erwerb war damals eine der grössten Akquisitionen eines österreichischen Unternehmens und erschütterte die finanzielle Situation des Unternehmens zunächst erheblich.
Swarovski stellt nicht nur Produkte für Konsumenten her, sondern liefert auch Strass- und Lustersteine an andere Hersteller aus der Schmuck-, Mode-, Beleuchtungskörper- und Inneneinrichtungsbranche und Rückstrahler aus Glas an den Straßenbau. Auch Briefmarken der Österreichischen Post aus den Jahren 2004, 2006 und 2008 wurden schon mit Swarovski-Kristallen ausgestattet. Die in Zusammenarbeit mit der Clarins Fragrance Group entwickelte Parfümserie Aura by Swarovski wurde 2011 auf den Markt gebracht. Sie erhielt 2012 den Prix de Beauté in der Kategorie Design Damen.
Das Unternehmen unterhält jährlich im Dezember einen mit 5000 Kristallen geschmückten Weihnachtsbaum in der Zürcher Bahnhofshalle. Zu Weihnachten 2006 wurde ein solcher Baum auch im Berliner Hauptbahnhof aufgestellt. Der große Weihnachtsstern auf dem Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center in New York wird ebenfalls von Swarovski gesponsert.
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