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Getreu seiner langen Tradition, beeindruckende U-Boote zu bauen, enthüllte das russische Designbüro Rubin ein Konzeptmodell seines nuklearen ballistischen Raketen-U-Bootes «Arcturus». Schon bald könnte ein U-Boot der Superlative gebaut werden. Vorgestellt wurde das Konzept des strategischen Atom-U-Bootes der fünften Generation beim militärtechnischen Forum «Army 2022». Die Rüstungsmesse fand vom 15. bis 21. August in Kubinka bei Moskau statt. Geplant ist das U-Boot zur Verteidigung des russischen Teil des Arktischen Ozean im Norden zu stationieren.
Die Entscheidung zum zukünftigen Bau einer neuen U-Boot-Generation ist auch im Hinblick auf den Chancenreichtum in dem Gebiet für die Nutzung von «Arcturus» in der Arktis wichtig. Das Interesse an diesem Gebiet wird in den kommenden Jahrzehnten noch zunehmen.
Das strategische Atom-U-Boot der zukünftigen Generation «Arcturus» wird aufgrund seiner facettierten Form und seiner wellenlosen Energie geheimnisvoller, sagte ein Vertreter des Rubin Central Design Bureau gegenüber den Medien.
Das neue U-Boot mit dem Namen «Arcturus», nach dem hellsten Stern der nördlichen Himmelshalbkugel, hat ein radikal geändertes Design. Am auffälligsten ist, dass es einen abgewinkelten Außenrumpf mit schrägen Seiten und gemischten Linien hat. Das Design ähnelt eher einem hochmodernen Flugzeug als einem U-Boot. Zudem sind auch neue Tarnmechanismen eingebaut. Die abgeflachte Aussenhülle ist für Radarsysteme deutlich schwieriger zu erkennen als die bisher bekannten kantigen U-Boote.
Drohnen innerhalb des U-Bootes
In der «Arcturus» sind laut Suttons Bericht 12 Schächte für Raketen vorgesehen. Diese Schächte seien auch gross genug, um Atomraketen zu transportieren. Neu ist aber auch eine spezielle Abschuss- und Einfangrampe für mittelgrosse autonome Unterwasserfahrzeuge, die auf dem U-Boot selbst angebracht werden.
Nebst mittelgrossen können aber auch zwei bis drei grosse autonome Unterwasser-Fahrzeuge transportiert werden. Hinten am Heck sind dafür mehrere Hangars eingebaut, die mit Wasser geflutet sind. In diesen sollen die neu entwickelten Unterwasserfahrzeuge des Typs «Surrogat-V» transportiert werden, quasi ein U-Boot im U-Boot. Mit einer Klappe und einer speziellen Vorrichtung können die «Surrogat-V» bei Gebrauch ins Meer abgeschossen werden.
Bei den «Surrogat-V» soll es sich laut dem Marine-Experten H.I. Sutton um eine spezielle U-Boot-Abwehrdrohne handeln. Es soll mit einem speziellen Pumpjet-Antrieb ausgestattet sein. Dadurch können hohe Geschwindigkeiten unter Wasser erreichen werden. Ausserdem ist ein geräuschloses System zur Erkennung von U-Booten eingebaut.
Sutton von «Naval News» meint, dass die Chancen, dass «Arcturus» je gebaut wird, sehr gering seien. Beim Design soll es sich eher um einen Firmenvorschlag des Designbüros Rubin handeln, als um ein genehmigtes Projekt, sonst hätte es, wie in Russland üblich, bereits eine Projektnummer. Die derzeitige russische Wirtschaftslage und erhebliche Verzögerungen beim derzeitigen U-Boot-Bau verheißen nichts Gutes.
Aber das Design ist an sich schon interessant. Und es zeigt die Denkrichtung der russischen U-Boot-Konstrukteure. Es kann Hinweise auf zukünftige Designs geben, die es tatsächlich ins Wasser schaffen könnten. Russlands U-Boot-Konstrukteure werden ihr Bestes tun, um mit dem Westen Schritt zu halten, auf dem Papier, wenn nicht sogar auf Stahl.
Allerdings ist das russische U-Boot-Designbüro Rubin für seine Zuverlässigkeit bekannt. Es baute bereits die «Typhoon»-Reihe. Sie zählen bis heute zu den grössten U-Booten überhaupt.
Heiner Kubny, PolarJournal