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Tokios Geisterbahnhof
Der Ueno-Park bietet mitten im hektischen Tokio Ruhe und Entspannung. Er ist zugleich auch ein Zentrum der Künste. Gleich mehrere Nationalmuseen, ein Konzertsaal, die Universität der Künste und Japan ältester Zoo befinden sich an diesem Ort. Der grosse Bahnhof Ueno liegt gleich nebenan. Einst besass der Park sogar eine eigene Station, den Hakubutsukan-Dōbutusen-Eki, was übersetzt ganz einfach «Museum-Zoo-Bahnhof» bedeutet. Es war der direkteste Zugang zu den Museen und zum Zoo. Seit über 20 Jahren ist der Bahnhof nun ungenutzt, ein Geisterbahnhof mitten im belebten Ueno.
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Im Dezember 1933 wurde der Museum-Zoo-Bahnhof als Teil der Keisei-Linie eröffnet, die heute zwischen Ueno und dem Flughafen Narita verkehrt. Weil diese Station nur für 4-Wagen-Kompositionen angelegt war, wurde sie in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bahn zunehmend ignoriert. 1996 benutzten täglich noch rund 800 Passagiere die Station. 1997 wurde der Betrieb temporär eingestellt. Der Bahnhof hatte fortan lediglich die Funktion eines Notausgangs. 2004 wurde er endgültig aufgegeben.
Seit 21 Jahren ist der Bahnhof im Dornröschenschlaf. Ein Besuch des Bahnhofs ist wie eine Reise in die 90er-Jahre. Alles blieb hier unberührt, wie ein Besuch der Mainichi Shimbun und anderer Medien zeigt (siehe Tweets unten). Die Station besass keine automatisierte Passierschranke. Stattdessen findet man im Untergrund noch die klassischen Eingänge aus Holz vor, wo die Angestellten die Fahrkarten von Hand einzogen, so wie es in vielen ländlichen Stationen in Japan noch immer der Fall ist. Auch eine Wandmalerei, auf der zwei Pinguine zu sehen sind, ist erhalten geblieben. Das geschlossene Stationsgebäude, das im westlichen Stil gebaut wurde, ist bis heute für alle Passanten sichtbar (siehe Foto oben).
Neue Pläne für den Geisterbahnhof
Im April wurde der Hakubutsukan-Dōbutusen-Eki in die Liste der historischen Gebäude von Tokio aufgenommen. Und so hat man entschlossen, dem Bahnhof neues Leben einzuhauchen. Der Ort wird nun gründlich geputzt und restauriert, um ihn der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Gebäude erhält zudem einen neuen Eingang, der in Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität gebaut wird. Bis im Herbst 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird aus dem ehemaligen Museum-Zoo-Bahnhof ein Geisterbahnhof, den jeder besuchen darf.
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