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Zwei Kletterer befanden sich am frühen Samstagabend im Abstieg über die Abseilpiste an der Roten Fluh im Färmeltal im Berner Oberland. Einer der Kletterer seilte sich über einen Überhang ab und blieb ungefähr in der Wandmitte blockiert hängen, ohne Kontakt zur Felswand. Sein Seilpartner am Stand über ihm alarmierte daraufhin die Rega. Die aufgebotene Crew der Rega Basis Bern mit zwei Rettungsspezialisten Helikopter (RSH) an Bord konnte die beiden Blockierten schnell lokalisieren und startete nach einem Erkundungsflug mit der Rettungsaktion.
Zum Standplatz mittels Seilwurf
Ein RSH wurde an der Rettungswinde unter dem schwebenden Rega-Helikopter abgelassen. Durch das Zuwerfen eines Seiles gelang es ihm, zum Standplatz der blockierten Kletterer zu gelangen und sich selbst zu sichern. Daraufhin wurde der frei im Seil hängende Kletterer an der Rettungswinde gesichert und zum Rega-Notarzt auf einen Zwischenlandeplatz geflogen, der ihn versorgte. In zwei weiteren Flügen mit dem zweiten RSH an der Rettungswinde holte die Rega-Crew auch den Seilpartner sowie den ersten RSH sicher aus der Felswand. Nach nur einer halben Stunde war die anspruchsvolle Rettungsaktion vorbei. Die beiden Kletterer kamen mit einem Schrecken davon.
Auch Mittelland-Helikopter sind mit einer Rettungswinde ausgerüstet
Immer dann, wenn ein Rega-Helikopter nicht beim Patienten landen kann, kommt die Rettungswinde zum Einsatz. Dieses moderne Hightech-Gerät mit einer Seillänge bis zu 90 Metern ist für zwei Personen ausgelegt. Der Rega-Rettungssanitäter agiert gleichzeitig als Windenoperateur: An der offenen Seitentür steuert er über eine Fernbedienung die Rettungswinde, an der er den Rega-Notarzt oder einen RSH zum Patienten herunterlässt. Auch wenn die Rettungswinde im Gebirge häufiger zum Einsatz kommt als im Mittelland, sind schweizweit alle Rega-Helikopter mit einer Rettungswinde ausgerüstet. Alle Rega-Crews trainieren den Einsatz mit der Rettungswinde regelmässig am Tag und in der Nacht sowie in gemeinsamen Übungen mit den RSH des SAC.
Harald Schreiber
Rega-Mediendienst