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Zweisprachige Klassen
Ausgangslage
Gemäss Sprachengesetz des Kantons Graubünden vom 19. Oktober 2006 gilt Domat/Ems als mehrsprachige Gemeinde und hat während der obligatorischen Schulzeit Rätoromanisch anzubieten. Auf das Schuljahr 2010/11 hin hat der Kanton Graubünden den Beginn des Unterrichts in der ersten Fremdsprache (Italienisch) in die 3. Primarklasse vorverlegt. Kurzfristig blieb darum der Gemeinde Domat/Ems nichts anderes übrig, als den obligatorischen Romanischunterricht auf die ersten beiden Primarklassen zu beschränken und Romanisch und Italienisch ab der dritten Primarklasse als Wahlpflichtfächer anzubieten.
Am 25. Januar 2010 hat der Gemeinderat einer entsprechenden Anpassung des Art. 6 des Schul- und Kindergartengesetzes zugestimmt. Für die weitere Zukunft wollten Schulrat und Gemeindevorstand hingegen Alternativen prüfen lassen. Zwei Lektionen während der ersten beiden Schuljahre sind für einen soliden Spracherwerb zu wenig. Ein Wahlpflichtfach Romanisch ab der 3. Klasse ist zu wenig attraktiv.
Der Gemeindevorstand hat deshalb am 22. Juni 2010 auf Antrag des Schulrats einem Projektkredit und am 22. August 2011 auf Antrag der Departementsvorsteherin Schulen einem Nachtragskredit für die Erarbeitung eines Konzepts zur Neugestaltung des Romanischunterrichts zugestimmt. Etwas mehr als einen Viertel dieses Kredites übernahm die Bürgergemeinde Domat/Ems. Falls in Domat/Ems ein zweisprachiger Unterricht (Deutsch/Romanisch) eingeführt würde, sollte er sich an den Erfahrungen in Samedan, Chur und Ilanz orientieren sowie sich auf die gesetzlichen Regelungen des Kantons abstützen. Der Auftrag des Schulrats umfasste die Prüfung von Varianten, die Erarbeitung eines Konzepts für die Gestaltung des zweisprachigen Unterrichts und die Erstellung der politischen Entscheidungsgrundlagen.
Projektstruktur
Der Schulrat hat die Erarbeitung des Projekts einer schlanken Projektstruktur übertragen. Ausführend tätig war die Projektgruppe, bestehend aus:
- Jürg Carisch Gesamtschulleiter (Leitung)
- Bernhard Wenger Externer Berater
Sie wurde von einer Resonanzgruppe beraten, worin neben den Personen, welche den zweisprachigen Unterricht umsetzen müssen, schul- und sprachpolitische Interessenvertreter/innen vertreten waren:
- Jürg Carisch Gesamtschulleiter (Leitung)
- Bernhard Wenger Externer Berater
- Gabriela Aschwanden-Büchel Departementsvorsteherin Schule
- Andrea Michel Stundenplaner
- Evelin Bühler-Lenz Lehrerin Romanischunterricht
- Luzi Baselgia Lehrer Deutschunterricht
- Theo Haas Präsident Bürgergemeinde
- Claudia Caviezel-Zanon Vertreterin der Eltern
- Ursin Fetz Vertreter Surselva Romontscha
- Pieder Jörg Vertreter Acziun Rumantscha
- Martin Mathiuet Vertreter Lia Rumantscha
Am 12. August 2012 hat das Erziehungs- und Kulturdepartement Graubünden (EKUD) das erarbeitete Konzept genehmigt. Die Umsetzung wurde anlässlich einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 24. Januar 2013 allen Interessierten präsentiert. Am 19. August 2013 erfolgte der Start der ersten zweisprachigen Klasse in Tuma Platta mit 13 Schüler/-innen.