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Weg-Wort vom 28. April 2020
Zur Zeit der Ölpreiskrise war ich acht Jahre alt. Die arabischen Staaten, die Erdöl exportieren, drosselten ihre Förderleistung. Dadurch stieg der Ölpreis. Das stürzte die vom Erdöl abhängige westliche Welt in eine Rezession. Menschen mit einem knappen Budget hatten nicht nur Angst, dass sie sich das Benzin nicht mehr leisten können, sondern auch das Heizöl für den Winter. Als Maßnahme um Energie zu sparen, verfügte der Bundestag drei autofreie Sonntage.
Als Kind konnte ich die Zusammenhänge nicht verstehen, aber ich erinnere mich daran, dass wir an einem dieser Sonntage eine Fahrradtour gemacht haben, die sehr entspannt war, weil es keine Autos gab. Viele Menschen haben die autofreien Straßen trotz ihrer Sorgen genossen.
Wo sind die autofreien Sonntage von damals geblieben?
Seit diesen 70iger Jahren weiß man, dass eine Klimakatastrophe durch die übermäßige Nutzung fossiler Brennstoffe droht. Drei ruhige autofreie Tage haben uns damals nicht zur Umkehr bewegt.
Jetzt, wo erste Lockerungen der Corona Sondermaßnahmen eingeführt werden, frage ich mich: Werden wir künftig die Entschleunigung und den Himmel ohne Kondensstreifen mehr schätzen als die Pauschalreise nach Mallorca?