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Elektroautos kosten in der Anschaffung zurzeit noch mehr als vergleichbare Fahrzeugklassen mit Benzin- oder Dieselmotor. Oft wird bei der Betrachtung der Kosten aber übersehen, dass die tieferen Betriebskosten und sonstige Unterhaltskosten einen Tesla schlussendlich in der Gesamtkostenrechnung wieder günstiger machen können.
In der Gesamtkostenrechnung, auch TCO (“Total Cost of Ownership“) genannt, schneidet ein Elektroauto besser ab als ein Benziner oder Diesel in der gleichen Fahrzeugklasse.
In diesem Beitrag zeige ich ein paar Rechenbeispiele anhand verschiedener Fahrzeugmodelle im Vergleich.
Warum ist ein Elektroauto in der Gesamtkostenrechnung günstiger?
- Der Strom für den Antrieb ist in der Regel günstiger als Benzin oder Diesel. Aktuell sind die Strompreise zwar teuer, die Benzinpreise aber ebenso. Der notwendige Strom für 100 km Fahrt ist allerdings in der Regel günstiger zu haben, als das dafür notwendige Benzin. Je nach Tesla Fahrzeug lädt man sogar kostenlos an den Superchargern.
- Vielerorts werden Elektroautos steuerlich begünstigt oder sind in der Schweiz sogar von der Verkehrssteuer ganz befreit. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, gibt es sogar die Bafa Förderung, die den Anschaffungspreis des Fahrzeugs reduziert.
- Ein Elektromotor ist weniger komplex aufgebaut und besteht aus viel weniger Teilen als ein Verbrennungsmotor. Er ist dadurch auch wartungsärmer. Die Servicekosten fallen beim Tesla daher tiefer aus als beim Verbrenner
- Es gibt beim Elektroauto keine Flüssigkeiten, die regelmäßig ersetzt werden müssen (z.B. kein Motorenöl). Auch das hat einen Einfluss auf die Servicekosten. (ok, das Scheibenwischwasser sollte man schon nachfüllen…)
Bei einer Betriebsdauer von mehreren Jahren fallen bei einem Tesla dadurch viel weniger Unterhaltskosten an.
Wichtig ist dabei aber nicht etwa Äpfel mit Birnen zu vergleichen und nur gleiche Fahrzeugklassen gegenüberzustellen.
Ein Tesla Model S entspricht ungefähr der Fahrzeugkategorie eines 7er BMW, dem Audi A7 oder der Mercedes S-Klasse. Das Model 3 lässt sich wiederum mit der BMW 3er Serie, dem Audi A4 oder der Mercedes C-Klasse vergleichen.
Natürlich sind diese Fahrzeuge nicht zu 100 % in jedem Detail vergleichbar. Die deutschen Hersteller sind unter anderem bekannt für ihre viel besseren Spaltmasse oder eine hochwertig anmutende Innenausstattung.
Vielen Menschen gefallen Teslas mit ihrem schlichten Innenraum nicht. Aber schlussendlich ist das auch Geschmacksache und nicht jeder hat die gleichen Prioritäten bei einem Fahrzeugkauf.
Hier geht es erst mal nur um einen Vergleich der Unterhaltskosten.
Wie hoch sind also die Unterhaltskosten für einen Tesla?
Für eine Gesamtkostenrechnung habe ich folgende Beispiele gefunden:
Beispiel 1 – Model 3 vs. Skoda Octavia
Der Skoda Octavia ist das meistverkaufte Auto in der Schweiz. Manche würden sagen, er ist wegen des Kofferraums nicht direkt mit dem Model 3 vergleichbar. Trotzdem sind die Zahlen interessant, denn der Skoda spricht hauptsächlich die Sparsamen an. Das Model 3 kommt in der Gesamtkostenrechnung aber sogar noch günstiger. Der Model 3 vs. Skoda Octavia Vergleich bei GoGreen.
Beispiel 2 – Model 3 vs. 3er BMW
Der ADAC hat im Auftrag des Nachrichtenmagazins Spiegel die Preise für Anschaffung und den Unterhalt von Verbrennerfahrzeugen mit Elektroautos aus der gleichen Fahrzeugklasse verglichen. Die Studie zeigt, dass ein Elektroauto oft die günstigere Alternative ist.
Beispiel 3 – Allgemein für Elektroautos
LeasePlan hat in der neuesten Auflage seines „Car Cost Index“ Marken unabhängige Daten zu Elektroautos veröffentlicht. Der Leasing- und Fuhrparkmanagement-Anbieter zeigt mit dieser Statistik, dass der Unterhalt für Elektrofahrzeuge vom Kleinwagen bis zur gehobenen Mittelklasse günstiger ist als für herkömmliche Antriebe. Die Auswertung beleuchtet die Gesamtbetriebskosten von Fahrzeugen, einschließlich Treibstoff/Strom, Wertverlust, Steuern, Versicherung und Instandhaltung in insgesamt 22 europäischen Ländern.
Beispiel 4 – Model 3 im Vergleich zu verschiedenen Fahrzeugmarken
Einen sehr interessanten Vergleich zu den Kaufkosten des Model 3 im Vergleich zur Mittelklasse anderer Hersteller stellt Alain Veuve in diesem Beitrag auf seinem Blog vor. Mittlerweile ist das Model 3 sogar in der Anschaffung günstiger als vergleichbare Verbrennermodelle. Lediglich Skoda schlägt den Tesla noch im Anschaffungspreis. Interessant ist auch die Vergleichstabelle im verlinkten Artikel.
Beispiel 5 – Model S
Franz Liebmann beschreibt in seinem Blog, warum sein TESLA MODEL S nach 5 Jahren das preiswerteste Auto in seinem Leben ist.
Beispiel 6 – Model S
Tesla-Fahrer Martin Wagner hat seine Erfahrungen während vier Jahren und 200.000 Km mit seinem Model S 85 festgehalten. Seine positiven und negativen Erfahrungen hat er auf seiner Webseite detailliert aufgelistet.
Beispiel 7 – Model S
Tesla-Fahrer Martin Spütz hat mir erlaubt seine eigenen Tesla Kosten zu publizieren, die er über die Jahre mit seinem Tesla Model S 85 gesammelt hat. Er vergleicht sie in der folgenden Tabelle mit einem BMW Fahrzeug der gleichen Klasse. Beim BMW sind die Anschaffungskosten und die jährlichen Wartungskosten Schätzungen. (Quelle auf Facebook).
Beispiel 8 – Model S
In einem sehr detaillierten Kostenvergleich teilt Tesla-Fahrer Peter Posepny seine Erfahrungen mit seinem Model S 75D in folgenden PDF Dateien. Energie, CO2 und Kosten sind im Vergleich zu Benzin und Diesel gegenübergestellt. Im Ordner auf dem OneDrive-Link befinden sich 6 PDF-Berichte von 6 bis 14 Liter Verbrauch im Vergleich.
Interessante Links für die Berechnung der Tesla Unterhaltskosten
Der EFAHRER.com Kostenrechner für Elektroautos. Er vergleicht die Gesamtkosten eines Elektroautos in Deutschland mit einem Verbrenner Modell. Diese Berechnung berücksichtigt auch die Bafa Förderung.
Ein TCO Kostenrechner für das Model 3 als Google Tabelle.
In der Schweiz bietet der TCS einen Vergleichsrechner für die Klimabilanz und Betriebskosten.
Mein Fazit zu den Tesla Unterhaltskosten
Durch die günstigeren Unterhaltskosten kann ein Teil des teureren Anschaffungspreises eines Teslas über die Jahre wieder kompensiert werden.
Die Parameter dieser Vergleichsrechnungen werden sich aber in der Zukunft sicher noch weiter zugunsten der Elektroautos verändern, wenn die Batteriepreise durch neue technologische Entwicklungen sinken.
Andererseits werden Förderungen, wie Bafa, mit einer zunehmenden Verbreitung der Elektroautos irgendwann wegfallen, da sie aktuell nur als Förderung gedacht sind.
Im Benzinpreis sind heute Steuern und Abgaben enthalten, die auf Strom zurzeit nicht erhoben werden. Das wird sich sicher auch irgendwann ändern, da dem Staat sonst Steuerausfälle drohen, wenn immer mehr Menschen Elektroautos statt Benziner oder Diesel fahren.
Im Gegenzug dazu stehen wir aber bei der Akkuentwicklung eben noch ganz am Anfang. Bessere und günstigere Akkus mit mehr Reichweite werden kommen. Das wird wiederum den Kaufpreis für Elektroautos weiter sinken lassen.
Wer alt genug ist, kann sich sicher noch daran erinnern, was die ersten Computer, Flachbildschirme oder Flachfernseher (damals noch als “Plasma TV”) im Vergleich zu den heutigen Geräten gekostet haben. Daran kann man gut erkennen, wie der Preis von etablierter Technologie immer weiter fällt, wenn sie weiter entwickelt und massentauglich wird. Günstigere und noch bessere Elektroautos sind also nur eine Frage der Zeit und des technischen Fortschritts.
Jetzt kaufen oder warten? Günstiger wird es immer. Trotzdem kann ich jedem Autokäufer nur empfehlen, genau zu vergleichen, was ein Elektroauto in der Gesamtkostenrechnung wirklich kostet
Wenn man wirklich Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen vergleicht, ist Elektroauto fahren bereits heute günstiger, als Verbrenner zu fahren.
Du bist Tesla Einsteiger? Eine kurze Übersicht der Tesla Fahrzeuge findest Du hier.
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