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Fotos: André Müller, Werner Blunier.
Es kam schleichend, das Hochwasser der Aare im Juli.
Die Ersteinsatzkräfte (Feuerwehr und Zivilschutz) waren schon mehrere Tage bei gefährdeten Teilen des Aaredamms oberhalb des Campagna, immer mehr Sandsäcke wurden positioniert. Das Wasser stieg und stieg. Meteoswiss vermutete zwar einen Höchststand der Aare gegen das Wochenende (also danach einen Rückgang). Die Lage blieb aber gespannt, obwohl die Medien von einer «Entspannung» sprachen.
So wurde der RFO-Kernstab – noch ohne die Fachbereichsleiter – aufgeboten. Aufgabe: Szenarien und mögliche Konsequenzen eines Aare-Überlaufs durchdenken – Lageveränderungen antizipieren. Lösungsvarianten wurden gemeinsam mit Kantonsvertretern erarbeitet. Eine erste Massnahme war ja schon ausgeschöpft: «Im ganzen Kanton keine Sandsäcke mehr.»
Die Stufen der Szenarien waren: Keine Verschärfung / Verschärfung mit Gegenmassnahmen / Verschärfung mit Evakuation.
Der Kernstab musste sich in diversen Themen konkrete Prioritätenfragen stellen: Was passiert mit der Trafo-Station, deren Funktion durch eine potentielle Überschwemmung gefährdet wäre – was, wenn wir sie vom Netz nehmen müssen? Andere Themen waren die Bewohner von Häusern, die von einer Überschwemmung stark betroffen wären, oder: Fischzucht Giessenhof (Forellen, Lachs) — Hühnerfarm (wenn überhaupt: Wie müsste man Küken evakuieren?) — Blockierung der Hauptverkehrsachse — Abfallzentrum Zaugg (wie verhindert man, dass der Abfall wegschwimmt?).
Die Dämme hielten, die Aare ging zurück, keines der drei Szenarien trat ein.