Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03395.jsonl.gz/307

Hergestellt von National Panasonic, Osaka.
Was im europäischen Markt Grundig mit seinen Weltempfängern im Kofferradioformat geleistet hat, das leistete die japanische Firma Matsushita mit ihren unter der Markenbezeichnung National Panasonic vertriebenen Weltempfänger. Diese und auch die Weltempfänger des Hauptkonkurrenten Sony trugen mit ihrem guten Preisleistungsverhältnis zur Verbreitung des Kurzwellenempfangs bei, dank dem erstmals erschwinglichen Einsatz eines Frequenzzählers wurde eine genaue Frequenzablesung und -einstellung möglich.
Nach dem DR-22 mit mechanischer Frequenzanzeige und Eichmarkengeber folgte um 1978 mit dem DR-28 ein Kofferempfänger mit digitaler Frequenzanzeige, der DR-29 hatte zur Verbesserung des Grossignalverhaltens links oben im Bereich des Lautsprechergrills noch einen schaltbaren Preselektor integriert.
Der DR-28 / RF-2800 ist mit 38 x 25 x 12 cm und einem Gewicht von 3,6 kg noch eben portabel, zwei Handgriffe resp. Schutzbügel an den Seiten schützen die Gerätefront, wenn der Empfänger auf der Ferienreise unter den Flugzeugsitz geschoben werden muss… Der DR-28 kann alternativ mit 110/220 V Netzstrom oder mit 6 UM1-Batterien betrieben werden.
Der linke Anteil der Frontplatte wird vom grossen Lautsprechergrill dominiert, der Klang ist mit 2,3 Watt Sinusleistung überdurchschnittlich gut. Zuoberst liegen nebeneinander die beiden Sichtfenster für die analoge Grobskala mit Markierungen für die wichtigsten Rundfunkbänder und daneben für die fünfstellige blaugrüne Fluoreszenzanzeige, die die Empfangsfrequenz auf 1 kHz genau angibt.
In der nächsten Reihe von Schaltelementen liegen nebeneinander der Netzschalter, der Schalter für die Skalenbeleuchtung (zur Ersparnis von Batteriestrom), der schmal-breit- Bandbreitenschalter. Das analog ausgeführte S-Meter zeigt die Senderstärke sehr optimistisch an. Rechts davon liegt der Betriebsartenschalter und zuausserst der Schalter, um die Frequenzanzeige (ebenfalls aus Stromspargründen und um eventuellen durch die Elektronik des Zählers bedingten Störungen aus dem Wege zu gehen) abzuschalten.
In der Mitte ist der grosse und griffige Hauptabstimmknopf platziert, zur Feinabstimmung kann der ganze Knopf herausgezogen werden, wodurch eine spielfreie 1:20 Untersetzung aktiv wird. Links davon findet sich oben der grosse Lautstärkeregler, darunter die separaten Regler für die Bass- und Höhen- Klangregelung. Rechts neben dem Abstimmknopf sind übereinander in einer Reihe drei Regler angeordnet, mit dem SW-CAL kann durch Verstellung der Oszillatorfrequenz die Eichung des Frequenzzählers um bis 5 kHz verschoben und bei bekannter Exmpfangsfrequenz nachgestellt werden, mit dem RF-Gain kann die Hochfrequenzverstärkung bei starken Sendern welche zur Übersteuerung führen reduziert werden, der schaltbare BFO-Regler dient zum CW- und SSB-Empfang.
Hochfrequenzmässig durchläuft das Eingangssignal nach einer Verstärkerstufe & RF-Gain-Regelung den ersten Mischer. Nach Umsetzung auf die zweite ZF und den ZF-Filtern gelangt das Signal auf die AM-Detektorstufe, hier wird zum SSB/CW- Empfang der im Gerät generierte Hilfsträger zugemischt. Nach der Klangregelstufe und dem Endverstärker sollte es nun aus dem Lautsprecher tönen. Die Oszillatorfrequenz wird in der ersten Mischstufe ausgekoppelt und dem Frequenzzählerbaustein zugeführt.
Im praktischen Einsatz vermag der DR-28 als einfacher aber DX-tauglicher Weltempfänger mit gutem Klang zu überzeugen. Beim DR-28 mit seinem breitbandigen Eingang ist die Grosssignalfestigkeit ungenügend, so dass es zu Übersteuerungserscheinungen und Auftreten von „Geisterstationen“ / Mischprodukten kommen kann. Vor allem, wenn eine externe Langdrahtantenne angeschlossen wird, muss das Signal mit dem RF-Gain kräftig abgeschwächt werden, bis das ohnehin zur Übertreibung neigende S-Meter zwischen 8 und maximal 10 anzeigt.
Dank dem zuschaltbaren Preselektor im Modell RF-2900 verringert sich bei diesem Emfänger die Gefahr der Übersteuerung etwas, aber auch der DR-29 mit Preselektor kommt nicht mit richtig langen Langdrahtantennen zurecht, mehr als 5 - 7 Meter Draht sollte man ihm nicht zumuten. Die Empfindlichkeit ist recht gut, die Trennschärfe in gedrängten Bandabschnitten nur mit dem schmalen ZF-Filter ausreichend. Das breite ZF-Filter mit seinen sehr breiten Flanken ist nur auf Frequenzen mit freien 5 kHz-Nachbarkanälen einzusetzen. Der Empfänger neigt nach dem Einschalten wie auch im Betrieb zu einer erheblichen langsamen Drift. Indem sich die Frequenz in einer Stunde um bis zu 4 kHz und sogar bei Anfassen der Stabantenne verschieben kann, ist der Einseitenbandempfang erschwert, der ECSS-Empfang, bei dem AM-Signalen im SSB-Modus geräteintern ein Hilfsträger zugemischt wird, ist mit dem DR-28 nicht sinnvoll. Die angezeigte Empfangsfrequenz kann ebenfalls eine geringe Differenz zur real empfangenen aufweisen, nach eine Frequenzansage muss deshalb mit dem Calib-Regler auf Signalmaximum nachgestellt werden. Im integrierten UKW- Bereich mit der hohen Auflösung der Frequenzanzeige macht der DR-28 eine für japanische Empfänger gute Figur.
Zusammenfassend ist der DR-28 und vor allem der mit dem schaltbaren Preselektor ausgestattete DR-29 ein guter Weltempfänger für den Einsteiger, der einfaches DX machen und auch einmal in den SSB-Empfang in Amateur- und Seefunkbereichen hineinhören will und auf die Errungenschaften der Digitaltechnik wie Speicher- und Uhrfunktionen verzichten kann. Im Vergleich zu kleinen Reiseradios sind Trennschärfe und Empfindlichkeit wie auch der Klang aus dem grossen Lautsprecher wesentlich besser, so dass ein günstig als Gebrauchtgerät erstandener DR-28 einen begeisternden Einstieg in den weltweiten Kurzwellenempfang vermitteln kann.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.