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(Barbus barbus)
Die Barbe hat einen beinahe drehrunden Körper, der an der Bauchseite etwas abgeflacht ist. Der Kopf ist keilförmig und lang ausgezogen. Die Augen klein, mit marmorierter Iris. Das Maul ist unterständig, leicht rüsselartig, mit einem Paar Barteln in den Mundwinkeln, sowie zwei weiteren, kürzeren an der Oberlippe.
Entlang der Seitenlinie finden sich 55 – 65 Schuppen.
Durchschnittlich erreichen Barben 30 – 70 cm. Für Mitteleuropa gelten 100 cm und 10 kg als Maximum.
Biologie und Besonderheiten:
Die Barbe ist von Natur aus ein reiner Flussfisch. Besatz in stehenden Gewässern ist als absolut nicht artgerecht einzustufen. Sie liebt die scharfe Strömung, wo sie gerne gesellig lebt. Hier ernährt sie sich vorwiegend von Kleinlebewesen, Krebschen und verschiedenen Larven, die im Algenbewuchs, oder dem grobkiesigen Sediment vorkommen. Gerne nimmt sie auch Schnecken, Würmer und Insekten, die bei Regenfällen ins Gewässer eingetragen werden. Gar nicht so selten vergreifen sich vor allem größere Exemplare auch an Kleinfischen. Erst mit abnehmenden Wassertemperaturen ziehen sich Barben in größeren Verbänden in tiefe Flussbereiche, wo sie relativ aktionslos auf bessere Tage warten. Eine echte Winterruhe können sie sich als reine Flussbewohner nicht leisten. Trotzdem reduziert sich ihr Stoffwechsel erheblich.
In den Monaten Mai bis Juli ziehen die Barben in kleinere Nebengewässer, wo sie über kiesigem Grund laichen. Die Rogner setzen dabei ca. 10.000 klebrige Eier pro Kilogramm Körpergewicht ab. In dieser Zeit tragen die Milchner einen knotig-hornigen Laichausschlag am Kopf. Der klebrige Laich setzt sich zwischen den Kieseln ab, wo die Brut nach 10 – 15 Tagen schlüpft. Barben sind im Jungendstadium sehr langsamwüchsig. Im ersten Jahr erreichen sie gerade einmal 7 cm! Die Geschlechtsreife erreichen sie nach 4 – 5 Jahren.
Barben verfügen über eine Besonderheit. Ihr Laich gilt als giftig. Ebenso die Bauchlappen der Rogner in der Zeit der Laich. Vermutlich dient dies als Schutz vor Fressfeinden. Allerdings ist bisher kein Mensch an diesem Toxin gestorben. Erstens ist es relativ übel schmeckend und zweitens verursacht es maximal Magen- und Darmkrämpfe, sowie einen gepflegten Dünnpfiff.
Die Barbe galt sehr lange als ernsthaft bedroht. Blindwütige Flussverbauungen machten ihr das Leben schwer. Viele Populationen erloschen, da die Fische ihre Laichgründe nicht mehr erreichten, oder diese von den Baggern der Wasserwirtschaftsämter zerstört wurden. Mittlerweile verbessert sich dieser Trend etwas. Dafür setzt der Kormoran ihnen jetzt verstärkt zu, was an völlig verschwundenen, oder restlos überalterten Beständen zu erkennen ist.
Die Barbe kommt in ganz Mittel- und Osteuropa vor. Teilweise in England. In Südosteuropa gibt es lokale Unterarten. Sehr erwähnenswert sind auch die spanischen Riesenbarben (Barbus comizo), sie erreichen fast um 50% mehr an Größe und Gewicht!
Barbenfang mit unterschiedlichen Methoden und Ködern:
Grundsätzlich ist Barbenangeln Grundangeln. Dabei entwickelten sich sehr unterschiedliche, regional und national geprägte Methoden. Auf die althergebrachte Plumpsanglerei mit Sargbleien an derben Ruten gehe ich hier nicht näher ein, da es vollkommen uneffektiv ist.
Mit der Posenrute:
Mit der treibenden Posenmontage kann man vor allem in kleineren und mittleren Flüssen eine sehr anspruchvolle Fischerei erleben. Ganz im Stile des klassischen Trottings angelt man hier die bevorzugten Standorte der Barben ab. Es hat den großen Vorteil, dass man hierbei einen großen Abstand zu den teilweise recht schreckhaften Fischen einhalten kann. Wichtig ist dabei, dass der Köder möglichst über den Grund schleift. Das geht mit übertief eingestellten Montagen am besten, setzt aber einen einigermaßen sauberen Grund voraus, will man nicht andauernd mit Hängern kämpfen. Das gelingt auch gut, wenn man das Angelrevier watend befischen kann.
Als Köder kommen hier vor allem Maden und Wurmköder zum Einsatz. Viele Angler schwören beim Posenfischen auf Barben auf eine sehr reichliche Fütterung mit losen Maden, oder noch lieber mit gekochtem Hanf, der Barben in einen regelrechten Fressrausch versetzen kann. So kann man regelrechte Massenfänge, in Abhängigkeit zum Bestand, erzielen. Eine klassische Specimen-Fischerei ist das Posenangeln nicht unbedingt. Köder und Futter wirken auch sehr anziehend auf andere Fischarten, die ein selektives Angeln manchmal unmöglich machen können.
Mit der Feederrute:
Mittlerweile ist das Feederfischen auf Barben in unseren Breiten die gängigste Methode. Gerade an den großen Strömen (Rhein, Donau etc.) ist es oft die einzige Möglichkeit Köder und Futter in der tiefen und scharfen Strömung an den Fisch zu kommen. Dementsprechend sollte dann auch die Rute dimensioniert werden. Je länger diese ist, desto besser und mehr Schnur kann man bei steil aufgestellter Rute aus der Strömung halten.
Neben den üblichen Maden und Würmern wird sehr viel mit größeren Käsewürfeln auf Barben gefischt. Dieser Köder wirkt einerseits relativ selektiv auf Barben, andererseits haben Barben eine ausgesprochene Vorliebe für diese Milchprodukte. Als Beifang muss man lediglich mit größeren Döbeln rechnen, was ja auch nicht unbedingt als schlimm zu bezeichnen ist.
Mit dem rollenden Grundblei:
Diese aus England kommende Methode eignet sich ganz besonders für nicht zu große Flüsse und zum Suchen der Barben. Die Montagen und die Technik sind denkbar einfach, wenngleich auch nicht so auf die Schnelle erlernbar.
Der Haken wird direkt an die Hauptschnur gebunden. Das Blei befestigt man rund einen halben Meter oberhalb. Mehr ist dazu nicht nötig. Sinnvollerweise benützt man dazu fast nur Schrotblei, oder Tungsten-Putty, da man so am schnellsten auf unterschiedliche Strömungsverhältnisse reagieren kann. Die Bleimenge sollte gerade so groß sein, dass die ganze Montage gerade so eben liegen bleibt. Man wirft leicht quer zum Strom und lässt die Montag zu Boden sinken. Strafft man nun kurz die Schnur, so löst sie sich vom Grund und driftet ein kleines Stück weiter. Auf dieses Weise fischt man einen sehr großen Bereich nach den Barben ab und man kann, bei entsprechender Übung, den Gewässergrund quasi lesen.
Als Bissanzeiger nutzt man dabei die feinste aller Möglichkeiten. Die Finger der Rollenhand. Man lässt einfach die leicht gespannte Schnur über den Zeigefinger laufen. So bekommt man auch den kleinsten Zupfer mit und spürt das Blei über die Kiesel kullern.
Beködert wird der Haken mit allen gängigen Barbenködern: Käse, Maden, Würmer, Teige & Pasten, Frühstücksfleisch, Wurst, Pellets, oder auch ganz gewöhnlichen Mais.
Mit Fluchtmontagen:
Relativ neu unter den Angelmethoden auf Barben ist die Verwendung von Fluchtmontagen, wie man sie vom modernen Karpfenangeln her kennt. Dabei wurde nichts anderes gemacht, als die bewährten Karpfengeräte und Montagen zu adaptieren.
Mehr als eine leichte Karpfenrute ist dazu nicht nötig. Gerten mit 1 ¾ - 2 lbs. genügen vollkommen. Damit lassen sich auch noch Bleie bis zu 2 ½ oz. ordentlich werfen; ausreichend um die Barbe sicher zu haken, zumal man auch keine so extrem langen Sitzungen macht, dass man sich zu einem Nickerchen ins Zelt verziehen müsste.
Wie beim Karpfen werden die Angelplätze vorgefüttert und anschließend befischt. Lediglich die Köder unterscheiden sich etwas. Sehr beliebt bei den englischen Barben sind spezielle Barben-Boilies, und eigens entwickelte Pellets, sowie Chunks genannte Köder. Sie sind eine Mischung aus den beiden Erstgenannten. Diesen Ködern ist zu Eigen, dass sie nicht besonders hart sind und laufen kleine Partikel und Aromen absondern. Die Flavours sind irgendwo zwischen fischig und fleischig angesiedelt. Leider sind sie auch in Deutschland noch nicht, oder sehr selten erhältlich.
Dass diese Art des Barbenfangs sinnvoll ist beweisen nicht zuletzt die plötzlich „gewachsenen“ Rekordbarben aus den englischen Flüssen! Der aktuelle brit. Rekord (20 lbs. 6 oz.) liegt 20% über dem deutschen Rekordfisch, der in der Ems gefangen wurde und „nur“ 8 kg auf die Waage brachte.
Mit der Freien Leine:
Mit der Freien Leine wird man in den seltensten Fällen fischen können. Trotzdem bringt es bei ganz besonderen Bedingungen gute Fische an den Haken, wenn man das Gewässer gut genug kennt. Bei sommerlichen Hochwassern ziehen sich sogar die Barben in die ruhigeren Bereiche, wie Kehrwasser, zurück. Jetzt kann man sie dort mit einer Schnecke becircen. Dazu einfach einen kräftigen Haken direkt an die Hauptschnur binden und einer der dunklen Schnecken anködern. Unbedingt darauf achten, dass die Hakenspitze dabei freiliegt! Nun wirft man an den Rand der Kehrströmung und lässt den Köder an leicht gespannter Schnur treiben. Gegebenenfalls kann man auch mit einem kleineren Bleischrot etwas nachhelfen, dass der Köder nicht so schnell auftreibt.
Die Methode ist nicht sehr selektiv, da sich alle möglichen Fischarten an den vom Regen in den Fluss gespülten Tieren gerne ihren Teil holen.
Besonderer Hinweis:
Barben sind ausgesprochen hart kämpfende Fische. Sie verausgaben sich im Drill restlos. Fische, die man nicht entnimmt, sollten auf keinen Fall achtlos in ihr Element zurückgesetzt werden. Sie würden, unfähig zu reagieren, von der Strömung abgetrieben und dabei vermutlich verenden. Darum hält man so einen Fisch vorsichtig mit dem Kopf gegen die Strömung, bis er sich von selbst erholt hat und aus eigenem Antrieb davonschwimmt.