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Plinio Colombi – Blick auf den Niesen von Kirchdorf, 1920
Öl auf Leinwand
56 x 85 cm
Plinio Colombi (1873, Ravecchia - 1951, Spiez) begann 1893 ein Architekturstudium am Technikum in Winterthur, wechselte jedoch bald in die kunstgewerbliche Abteilung. Nach Abschluss der künstlerischen Ausbildung hält er sich in Paris auf, bevor er sich in Bern als Dekorationsmaler niederlässt. Colombis erste Landschaften verraten noch die Bewunderung für die symbolistische Malerei von Arnold Böcklin, nach 1905 wendete er sich einer realistischeren Naturauffassung zu, die durch das Frühwerk Ferdinand Hodlers inspiriert war. In seinem Werk Blick auf den Niesen von Kirchdorf von 1920 stellt der Künstler den aus dem Dunst hervorragenden Berg hinter einer saftigen Wiese und einer kontrastierenden, dunklen Waldlandschaft dar. Der Niesen war für viele namhafte Künstler ein beliebtes Sujet, wie zum Beispiel für Ferdinand Hodler, Cuno Amiet und Paul Klee. Inspiriert von der Landschaft um den Thunersee, siedelte Colombi vier Jahre nach der Entstehung des Werkes nach Spiez über und malte von da an bevorzugt Ansichten dieser ihn umgebenden, eindrucksvollen Kulisse.
In dem 2019 erschienenen Buch „Der Niesen im Spiegel der Kunst“ fasst Matthias Fischer die schönsten und eindrücklichsten Kunstwerke, die den Niesen darstellen, zusammen und bezeugt die grosse Inspirationskraft, die dieses Bergmassiv auf zahlreiche Künstler ausübte. Auch dieses Werk von Colombi ist, nebst Weiteren, in dieser Publikation abgebildet.