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Mami Wata
Regie: C. J. «Fiery» Obasi
Darst.: Evelyn Ily Juhen, Uzoamaka Aniunoh, Rita Edochie, Emeka Amakeze, Kelechi Udegbe, Tim Ebuka, Sofiath Sanni, Tough Bone, Hidaya Ibrahim u.a.
In Iyi, einem abgeschiedenen Dorf am Golf von Guinea, wird seit vielen Generationen die Meeresgöttin Mami Wata, Verkörperung des göttlich Weiblichen, verehrt. Mama Efe ist die Priesterin und Vermittlerin der Gottheit auf Erden, bei ihr sucht die Gemeinschaft Rat und Hilfe. Als ein Kind an einer Viruserkrankung stirbt, kommen im Dorf Zweifel an ihren Kräften auf. Braucht es in Iyi nicht auch moderne Medizin, ein Krankenhaus und Schulen? Mama Efes leibliche Tochter Zinwe sowie ihre Adoptivtochter Prisca halten am Glauben an die Göttin und den Traditionen fest, wollen sich gegenüber den Errungenschaften der modernen Zivilisation jedoch nicht verschliessen. Auf die zunehmenden Spannungen reagieren sie unterschiedlich. Zinwe zweifelt, dass sie die Nachfolgerin ihrer Mutter werden kann und verlässt das Dorf. Prisca engagiert sich weiter für die Gemeinschaft, wird zunächst aber für eine andere Aufgabe bestimmt: Sie soll sich um Jasper kümmern, einen Mann, der nach einem Schiffbruch an den Strand von Iyi gespült wurde. Jasper ist neugierig und will alles über das Dorf erfahren. Aber bald schon wird er das Vertrauen von Prisca missbrauchen. Der nigerianische Regisseur C. J. «Fiery» Obasi legt mit «Mami Wata» einen ästhetisch ausgefeilten Film vor. Das kraftvolle Drama, angesiedelt in einem fiktiven Dorf in der Gegenwart, basiert auf der westafrikanischen Mythologie. Die einnehmende Parabel über eine matriarchale Gesellschaft, die durch moderne Lebensweisen und männliche Revolte herausgefordert wird, ist wie ein antikes Theaterstück inszeniert. Die Magie des Films verdankt sich nicht zuletzt der betörenden Bildgestaltung der brasilianischen Kamerafrau Lílis Soares, die die Szenerie in kontrastreichen Schwarz-Weiss-Aufnahmen einfängt, wobei die kunstvoll bemalten Gesichter der Menschen in den zahlreichen Nachtaufnahmen besonders intensiv leuchten. Lílis Soares wurde am Sundance Film Festival, wo «Mami Wata» als erster Film aus Nigeria seine Premiere feierte, mit einem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Variety lobt ihn als «Feier afrikanischer Weiblichkeit und Schwesternschaft».