Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03640.jsonl.gz/1146

Das Gewicht wird häufig anhand des Body-Mass-Index (BMI) beurteilt. Seine Aussagekraft ist jedoch beschränkt. Wir zeigen auf, ob sich trotzdem ein Idealgewicht definieren lässt – und welche Folgen Über- oder Untergewicht haben kann.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Gewichtsklassen anhand des Body-Mass-Index (BMI).
Um den BMI zu berechnen, teilt man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergrösse (in Metern). Ein Beispiel: Der BMI einer Person mit einer Grösse von 1,75 m und einem Gewicht von 70 kg beträgt 22,86 kg/m2.
Für Erwachsene über 20 Jahren gelten folgende Werte:
Medizinisch betrachtet lässt ein reiner Blick auf den BMI, die Waage oder den Bauchumfang eines Menschen kein Urteil über seine Gesundheit zu. In den meisten Fällen ist das Gewicht nämlich nicht Ursache, sondern viel mehr Symptom eines ungesunden Lebensstils oder eines körperlichen Problems. Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie weiter unten.
Der BMI vergleicht lediglich das Gewicht im Verhältnis zur Körpergrösse. Eine weiterentwickelte Form des BMI, der Smart Body Mass Index, schliesst auch Alter und Geschlecht mit ein. Beide Methoden berücksichtigen jedoch weder die Statur noch das Verhältnis von Fett- und Muskelmasse. So weisen Sportlerinnen und Sportler häufig einen BMI im Bereich von Übergewicht auf, ohne eine erhöhte Fettmasse zu besitzen.
Die beiden Begriffe Normalgewicht und Idealgewicht verwendet man häufig als Synonym. Sie bedeuten allerdings nicht das Gleiche. Das Normalgewicht wird anhand des BMI berechnet. Je nach Körpergrösse gibt es somit eine Gewichtsspanne, die als «normal» eingestuft wird. Das Idealgewicht hingegen ist individuell. Es hängt davon ab, welche Ziele eine Person verfolgt und welches ästhetische Erscheinungsbild sie anstrebt.
Das Gewicht assoziiert unsere Gesellschaft jedoch nicht nur mit Gesundheit und körperlichem Wohlbefinden. Es beeinflusst unser Leben stark – von der Karriere bis zur Partnerwahl. Aufgrund dieses sozialen Drucks eifern häufig auch gesunde, normalgewichtige Menschen einem schlankeren Körper nach. Umgekehrt gibt es jedoch auch Personen, die sich mit Übergewicht wohlfühlen und dieses Gewicht somit als Idealgewicht ansehen.
David Fäh, Arzt und Ernährungswissenschaftler, meint dazu: «Auf die Frage, wie ein idealer Körper aussieht, gibt es keine einfache Antwort. Das wird mir immer wieder klar, wenn ich Athleten sehe: Während Kugelstösser meist stark übergewichtig sind, befinden sich Marathonläufer oft an der Grenze zum Untergewicht. Trotzdem sind wohl beide gesund. Um sein Idealgewicht zu erreichen, ergeben radikale Diäten wenig Sinn. Oft baut man dadurch Zuckervorräte, Wasser oder Muskelmasse ab und nicht das gewünschte Fett – diese verlorenen Kilos sind schnell wieder da. Viel sinnvoller und einfacher ist es, das eigene Körpergewicht zu halten. Wer darauf achtet, mit fortschreitendem Alter nicht kontinuierlich zuzunehmen, kommt seinem Wunschgewicht auf lange Sicht näher.»
Gewichtsschwankungen von bis zu drei Kilo innerhalb kurzer Zeit sind meist kein Grund zur Sorge. Mögliche Gründe dafür sind Veränderungen im Wasserhaushalt oder Kohlenhydrate-Vorrat. Bei intensiver Bewegung verliert der Körper zum Beispiel ein bis zwei Kilo. Aber auch die Fülle unseres Magen-Darm-Traktes kann die Zahl auf der Waage beeinflussen.
Wenn Sie allerdings innerhalb von wenigen Monaten ungewollt und ohne Erklärung Gewicht verlieren oder zulegen, sollten Sie sich ärztlichen Rat holen. Denn solche Gewichtsschwankungen können auf Krankheiten hindeuten:
Unsere Gesundheitsberaterinnen und -berater liefern Ihnen hilfreiche Informationen zum Thema. Sie unterstützen Sie auch dabei, wenn Sie Ihre Ernährung umstellen oder mehr Bewegung in Ihren Alltag integrieren möchten.
Die Zahl auf der Waage hängt nicht nur davon ab, wie wir uns ernähren und wie oft wir uns bewegen. Es gibt zahlreiche weitere Faktoren:
Wer sich gemäss BMI im Bereich des Normalgewichts befindet, hat ein geringeres Risiko für Erkrankungen, die im Zusammenhang mit dem Körpergewicht stehen. Starkes Über- wie auch Untergewicht hingegen können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben.
Körperliche Folgen durch Übergewicht:
Körperliche Folgen durch Untergewicht:
David Fäh lehrt und forscht an der Berner Fachhochschule, Departement Gesundheit, Fachbereich Ernährung und Diätetik. Er stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite.