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|Thiopental - Kontraindikationen

|CliniPharm

Wirkstoffdaten

Allgemein
Die Abwesenheit eines geeigneten venösen Zuganges gilt als Kontraindikation. Extravaskuläre und intraarterielle Injektionen sollten wegen des hohen pH der Lösung vermieden werden. Beim Pferd können bei Injektionen in die Carotis schwere ZNS- und Gewebeschäden entstehen. Die intrapleurale oder intraperitoneale Anwendung sollte vermieden werden (Plumb 1999).
Thiopental hat keine intrinsische analgetische Wirkung; deshalb sollte eine alleinige Anwendung vermieden und Thiopental nur in Kombination mit anderen Präparaten zur Injektionsanästhesie verwendet werden (Taylor 1999a).
Allergie
Bei einer Vorgeschichte mit einer überreaktion auf Thiobarbiturate oder Status Asthmaticus sollte auf Thiopental verzichtet werden (Plumb 1999).
Kardiovaskuläre Erkrankung
Relative Kontraindikationen sind eine schwere kardiovaskuläre Erkrankung oder ventrikuläre Arrhythmien (Plumb 1999)
Schwere Anämie
Bei schwerer Anämie ist die Wirkung von Thiopental verstärkt, da es stark an Plasmaproteine gebunden ist. Um die Nebenwirkungen zu vermindern, sollte zumindest die Dosierung reduziert werden (Russo 1998; Plumb 1999).
Schock
Siehe schwere Anämie (Russo 1998; Plumb 1999).
Leberinsuffizenz
Bei hepatischer Schädigung ist die Wirkung von ultrakurzwirkenden Barbituraten verlängert. So kann die Wirkung bei Patienten mit einer Lebererkrankung für Stunden anhalten. Steht keine bessere Alternative zur Verfügung, so sollte die Dosierung von Thiopental angepasst werden (Russo 1998).
Niereninsuffizienz
Thiopental sollte nicht bei Patienten mit Niereninsuffizienz angewendet werden, da es stark an Proteine gebunden wird. Es kommt zusätzlich zu einer gesteigerten Sensitivität infolge intrinsischer pharmakodynamischer Faktoren (Srivastava 1998). Das ZNS reagiert bei Urämie gegenüber Thiopental sensitiver; die Eliminationshalbwertszeit ist jedoch nicht beeinflusst. Dennoch sollte die Dosis zumindest reduziert werden (Russo 1998).
Trächtigkeit
Siehe auch Pharmakokinetik; Thiobarbiturate passieren die Plazentarschranke leicht und sollten deshalb bei trächtigen Tieren nur mit Vorsicht angewendet werden (Plumb 1999).
Leukopenie
Thiopental sollte bei Pferden mit bestehender Leukopenie nicht angewandt werden (Plumb 1999).
Endotoxämie
Thiopental wirkt atemdepressiv und vermindert den Blutdruck. Dies ist bei gesunden Tieren ohne grosse Konsequenz. Bei Tieren, die an einer Endotoxämie leiden, sind diese Nebenwirkungen jedoch verstärkt und von klinischer Relevanz (Taylor 1999a).
Windhunde oder magere Patienten
Thiobarbiturate sollten bei Windhunden oder mageren Hunden nicht für Kurzzeitanästhesien verwendet werden (Sams 1985b). Von vielen Klinikern wird Methohexital anstelle der Thiobarbiturate empfohlen (Plumb 1999).
Übergewichtige Tiere
Wegen der Gefahr einer relativen Überdosierung sollten Barbiturate bei fettleibigen Patienten nur mit Vorsicht eingesetzt werde (Paddelford 1992)
Heimtiere
Chinchilla: Thiopental sollte nicht bei Chinchillas verwendet werden (Boussarie 2001).
Gerbil: Thiopental sollte nicht bei Gerbils verwendet werden (Boussarie 2001).