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Noch am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, erklärte der französische Premierminister Jean Castex, dass man ab dem 1. August ein Maskenobligatorium in allen geschlossenen öffentlichen Räumen einführen werde, und bemerkte dabei: «Sollte sich die Infektionslage verschlechtern, könnte man das Datum auch vorschieben, aber es gibt keinen Anlass, die Öffentlichkeit zu beunruhigen.» Blöd nur, dass er bereits am 16. Juli verkündete, dass das Datum per Dekret auf «nächste Woche», also ab dem 20. Juli, vorverschoben wird. Dies, weil er verstanden habe, dass der 1. August in den Augen der Öffentlichkeit als «verspätete Massnahme» gilt.
Der öffentliche Druck - insbesondere von Ärzteverbänden - entstand, weil es im Grossraum Paris, in der Region Nouvelle-Aquitaine, im Departement Finistère sowie insbesondere im Departement Mayenne Anzeichen einer Intensivierung des Infektionsgeschehens gab. Das Departement Mayenne, in Westfrankreich zwischen Le Mans und Rennes gelegen, wurde gar als Hochrisikogebiet eingestuft, nachdem mit 50,1 Infektionsfällen pro 100'000 Einwohner erstmals seit Ende des Lockdowns die Schwelle von mehr als 50 Infektionsfällen wieder überschritten wurde. In Mayenne ist demnach die Maskenpflicht per sofort in Kraft getreten. Das ist auch im bretonischen Departement Finistère der Fall.
Bislang galt in Frankreich lediglich in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht. Geschäfte, Museen und andere Einrichtungen konnten selbst entscheiden, ob eine Maskenpflicht gilt oder nicht. Dem ist bald nicht mehr so. Will heissen: Beim Besuch von Sehenswürdigkeiten, die nicht im Freien sind, herrscht Maskenpflicht. Sollte es zu Menschenansammlungen kommen, ist dies empfohlen. Im Job müssen sich Firmen, wo Menschen eng beieinander arbeiten, entweder mit speziellen Distancing-Massnahmen hervortun oder ebenfalls die Maskenpflicht einführen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ging sogar soweit, den Franzosen wie auch den Besuchern nahezulegen, die Maske so oft wie möglich zu tragen, selbst wenn man sich im Freien aufhalte. Erst kürzlich war Macron selber noch kritisiert worden, weil er bei einem präsidialen «Bad in der Menge» keine Maske trug und auf Social Distancing pfiff. Inzwischen denkt er offenbar anders.