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In Nepal wurde kürzlich die 10.000ste Hängebrücke eingeweiht. Das Ergebnis einer über 60-jährigen Entwicklungszusammenarbeit zwischen Nepal und der Schweiz. Im Interview mit Watson erklärt Lionel Giron von Helvetas, wie das Leben von 19 Millionen Menschen verbessert wurde.
Viele Menschen, die in Nepal leben, haben keine Bildungs- oder Gesundheitseinrichtung in der Nähe und die Topografie Nepals ist wunderschön, wenn auch schwierig zu navigieren. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Zentralplateau und im Terai und in dieser Region gibt es über 6.000 Flüsse und Bäche zu überqueren. Um schneller ans Ziel zu gelangen, bauen die Nepalesen eine Vielzahl von Brücken aus Stroh, Bambus, Holz oder geflochtenen Seilen. Viele dieser Bauwerke werden jedes Jahr durch die heftigen Regenfälle während der Monsunzeit zerstört. Sie stellen auch eine Gefahr für die Benutzer dar und fordern manchmal Todesfälle.
Untersuchungen wurden vom Schweizer Geologen Toni Hagen zwischen 1952 und 1959 im Auftrag der UNO in Nepal durchgeführt. Auf seine Empfehlungen hin begann Helvetas 1960 mit dem Bau von Hängebrücken. 1964 wurde von der nepalesischen Regierung die Suspension Bridge Division (SBD) gegründet. In den 1970er Jahren wurden insgesamt 10 Brücken gebaut und in den 1980er Jahren 25.
Die lokale Bevölkerung wurde stärker in den Brückenbau einbezogen, was dank der BBLL-Technologie (Bridge Building at Local Level) zu einem Anstieg der Anzahl gebauter Brücken führte. In den 2000er Jahren wurden jedes Jahr über 150 Brücken fertiggestellt. Beim Bau von Brücken hat die lokale Bevölkerung ein maßgebliches Mitspracherecht und baut die Brücken unter Aufsicht von Spezialisten selbst. Allein in diesem Jahr werden aufgrund des hohen Engagements vor Ort 750 Brücken fertiggestellt.
An einem oder beiden Enden der Brücken entstehen neue Wirtschaftsräume, in denen Haushalte ihre Produkte vor Ort verkaufen können, anstatt weit weg zum nächsten Markt laufen zu müssen.
Der Erfolg des Projekts hat gezeigt, dass eine Brücke im Durchschnitt 1.900 Menschen dabei hilft, einen kürzeren und sichereren Weg zu gehen. Pro Tag werden durchschnittlich 2,5 Stunden Reisezeit eingespart. Schulbesuche haben um 16 Prozent und Arztbesuche um 26 Prozent zugenommen.
Bild: (c) helvetas/narendra shrestha
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