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Die Anklage wurde am Dienstag in Chicago eingereicht. Darin wird der Bose Corporation vorgeworfen, die Privatsphäre ihrer Kunden zu verletzten, welche Boses Connect App von Apple oder Google Play auf ihre Smartphones heruntergeladen haben.
"Das sollte die Leute beunruhigen", meint Christoph Dore, ein Anwalt, der Zak, den Kläger, vertritt. "Menschen benutzen Kopfhörer, weil sie glauben, das sei privat und werden dabei abgehört."
Bose hat dazu noch keine Stellung genommen. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden USD.
Dabei handelt es sich um den aktuellsten Rechtsfall im Zusammenhang mit Aktivitäten von Unternehmen, welche die Gewohnheiten ihrer Kunden heimlich erforschen und verkaufen, um damit mehr Geld zu verdienen.
Bose empfiehlt den Kunden beim Kauf von Quiet-Comfort-35-Kopfhörern, die Connect App herunterzuladen. "Get the most out of your headphones", lautet die Devise. Die Kunden müssen sich dabei registrieren und auch die Seriennummer ihres Geräts angeben.
Die Musikgewohnheiten geben sehr viel Aufschluss über Persönlichkeit, Verhalten sowie religiöse und politische Ansichten der Nutzer. Brisant ist, dass es sich bei dem gehörten Material um privat gespeicherte Inhalte handelt und nicht nur um gestreamte Musik aus dem Internet. Hört jemand muslimische Predigten zuhause, dann ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass er muslimischen Glaubens ist, und das ist Privatsache.
Quelle: Reuters