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Am 14. Oktober 2022 gab die JAEA bekannt, dass alle 530 Brennelemente aus dem stillgelegten Monju-Pilotreaktor in ein mit Wasser gefülltes Lagerbecken überführt wurden. Der Reaktor liegt in der Stadt Tsuruga in der Präfektur Fukui und ist ein Schneller Brüter, bei dem flüssiges Natrium als Kühlmittel eingesetzt wurde. Da Natrium sich im Kontakt mit dem Sauerstoff und der Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft leicht entzündet, müssen alle Stilllegungsarbeiten mit Spezialwerkzeug unter Luftausschluss durchgeführt werden. Damit das Natrium in flüssigem Zustand bleibt, muss die Temperatur zudem stehts über 100 °C liegen. Fuji Electric hat den Transfer der Brennelemente unter diesen anspruchsvollen Bedingungen ausführlich in einem Artikel beschrieben.
Zu Beginn der Stilllegungsarbeiten im Jahr 2018 befanden sich 160 Brennelemente in einem mit Natrium gefüllten Lagertank und 370 Brennelemente im Reaktorkern des mit Natrium gefüllten Reaktorgefässes. Am 30. August 2018 begann die Überführung des ersten Brennelements vom natriumgefüllten Lagertank in das wassergefüllte Lagerbecken. Dies wurde mit allen 160 Brennelementen einzeln gemacht. Dann erst wurden die Brennelemente aus dem mit Natrium gefüllten Reaktorgefäss zuerst in den mit Natrium gefüllten Lagertank und von dort dann in das mit Wasser gefüllte Lagerbecken überführt. Die Stufe 1 der Stilllegung von Monju (siehe unten) konnte somit plangemäss abgeschlossen werden.
Rückblick über die Ereignisse bis zur Stilllegung und Ausblick
Der Monju-Pilotreaktor wurde im April 1994 erstmals kritisch gefahren. Nach einem Leck in einem nicht radioaktiven Sekundärkreislauf trat flüssiges Natrium aus und der Reaktor musste am 8. Dezember 1995 bereits wieder abgeschaltet werden. Die JAEA plante, den Schnellen Brüter wieder in Betrieb zu nehmen. Monju kam aber über den Testbetrieb, der im Mai 2010 aufgenommen wurde, nicht hinaus, bis die Regierung im Dezember 2016 beschloss, die Anlage endgültig stillzulegen. Im Dezember 2017 reichte die JAEA bei der Nuclear Regulation Authority (NRA) einen vierstufigen Stilllegungsplan für Monju ein. Dieser sah vor, dass in Stufe 1 der Brennstoff bis zum Fiskaljahr 2022 (April 2022 bis März 2023) aus dem Reaktor entfernt wird, was nun erfolgt ist.
Gemäss Stilllegungsplan soll die Anlage bis zum Fiskaljahr 2047 rückgebaut sein. Die Kosten für die Stilllegung und den Rückbau beziffert die Regierung mit JPY 375 Mrd. (CHF 3,3 Mrd.). In der zweiten Stufe der Stilllegung finden Vorbereitungen für die Demontage der Natriumanlage – also dem Entfernen des Natriums – statt. In Stufe drei wird dann die Natriumanlage demontiert und entfernt. In der zweiten und dritten Stufe werden zudem die Systeme und Anlagen zur Stromerzeugung demontiert und entfernt. Das Reaktorgebäude wird in der letzten Phase abgerissen und entfernt.
Seit Start der Stilllegung laufen zudem Arbeiten zur Behandlung und Entsorgung der radioaktiven Abfälle. «Die ausgedienten Brennelemente werden an in- und ausländische Betreiber mit Lizenzen für die Wiederaufarbeitung in Japan oder in Ländern, mit denen Japan Abkommen über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie unterzeichnet hat, übergeben», so die JAEA.
Quelle
B.G. nach JAEA, Medienmitteilung 14. Oktober 2020; Japan Atomic Industrial Forum, Webnews, 14. Oktober; fissilematerials.org, Website, 30. März 2022; Artikel aus Fuji Electric Review 2020, sowie WNN, 30. August 2018 und 21. Oktober 2022