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Faktenblatt Familiäres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs
01.07.2015 | PDF | 54.38 KB
Brustkrebs (Mammakarzinom) ist bei Frauen die weitaus häufigste Krebserkrankung; die Zahlen steigen weiterhin kontinuierlich an. Die höchste Brustkrebsrate ist bei den 40-50-jährigen und bei den 60-70-jährigen Frauen dokumentiert. Beim Mann kommt diese Krebsart sehr selten vor.
Unter Brustkrebs versteht man einen bösartigen Tumor in der Brust. Die weibliche Brustdrüse (Mamma) besteht aus Drüsengewebe, Fett und Bindegewebe. Die sogenannten Drüsenläppchen (Lobuli) des Drüsengewebes produzieren die Muttermilch und münden in kleine Kanäle (Ductus lactiferi). Diese führen gebündelt zur Brustwarze. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Arten von Brustkrebs: Ductale Karzinome (mit 80 % die häufigste Form, ausgehend von der Zellschicht der Innenseite der Milchgänge) sowie Lobuläre Karzinome, ausgehend von den Drüsenläppchen (Lobuli). Andere Formen können in seltenen Fällen ebenfalls auftreten.
Die eigentliche Ursache für die Entstehung von Brustkrebs ist bis heute nicht bekannt. Es gibt allerdings eine Reihe von Risikofaktoren oder Lebensumständen der Patientin, die eine mögliche Erkrankung beeinflussen können:
Dank Prävention, Früherkennung und besseren Therapien der Frühstadien nimmt die Sterberate ständig ab. Leider ist aber zu befürchten, dass mit der Überalterung der Bevölkerung und unserem modernen Lebensstil (späte Schwangerschaften, Alkoholkonsum) die Brustkrebs-Inzidenz wieder zunehmen wird. Die besondere Gefährdung bei Brustkrebs besteht in seiner Fähigkeit zu metastasieren („streuen“). Bei aggressiven Tumoren kann das bereits nach kurzer Zeit erfolgen, in vielen Fällen kann die Erkrankung aber auch nach über 10 Jahren wieder auftreten. Aus neuen Untersuchungen geht aber hervor, dass 5 Jahre nach der fachgerechten Brustkrebsbehandlung nur 10 % der Patientinnen an dieser Krankheit gestorben sind.
Brustkrebs tut nicht weh, sondern wächst längere Zeit unbemerkt. Da im Allgemeinen die Überlebenschancen der Frau bei früh entdecktem Brustkrebs besser stehen, sind Untersuchungen zur Früherkennung wichtig.
Um Brustkrebs früh erkennen zu können, ist die beste Diagnostik erforderlich. Diese besteht aus einer Kombination von:
Die Krebsliga der Schweiz empfiehlt für Frauen ohne familiäres Risiko folgende Früherkennungsmassnahmen:
Bei schätzungsweise fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle liegt der Ursprung in einer erblich bedingten Veranlagung. Häufig liegt dabei eine Veränderung (Mutation) der Gene BRCA1 und/oder BRCA2 zu Grunde. Der Begriff „BRCA“ stammt aus dem englischen und steht für für BReast-CAncer.
Bei Frauen mit familiärem Risiko sind die Untersuchungsintervalle zur Früherkennung individuell festzulegen.
Die Krebsliga der Schweiz informiert in ihrem Faktenblatt Familiäres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs ausführlich über die Thematik.
In den meisten Fällen (70 %) ist ein harter, nicht schmerzender Knoten, der in der Brust oder in der Achselhöhle (Axilla) ertastet werden kann, der erste deutliche Hinweis auf eine mögliche Brustkrebserkrankung. Dazu können optische Veränderungen an der Brust auftreten (Einsenkung oder Einziehung der Brustwarze, neu aufgetretene Grössenänderung der Brust, Rötungen oder Entzündungen der Brustwarze (ohne dass die Frau stillt). Je nach Stadium des Tumors werden auch vergrösserte Lymphdrüsen in den Achseln sowie einseitiger, blutiger Ausfluss aus der Brustwarze beobachtet. Regelmässige Selbstuntersuchung sowie periodische Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen helfen, eventuelle Veränderungen rechtzeitig festzustellen. Tast- oder sichtbare Veränderungen an der Brust sollten in jedem Fall so schnell wie möglich ärztlich abgeklärt werden.