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Für ihren neuen Erotik-Kalender liess sich das Nackt-Model Micaela Schäfer schwarz anmalen und ablichten. Das Phänomen heisst «Blackfacing» und ist nicht neu, aber verpönt.
Micaela Schäfers neuster Streich erhitzt die Gemüter. Von Kopf bis Fuss schwarz angemalt, lässt sie sich für ihren Erotik-Kalender 2017 mit dem Thema «Länder der Welt» ablichten.
Die Aktion erinnert an die im 19. Jahrhundert verbreitete Praxis des Blackfacings, einer Form der Theatermaskerade, bei der sich weisse Schauspieler schwarz anmalten und ihre Gesichter in Fratzen verwandelten - das alles mit einem rassistischen Unterton.
Micaela Schäfer wurde vor allem wegen ihrer Freizügigkeit berühmt - das fiel schon auf, als sie 2006 bei der ersten Staffel von Germany's Next Topmodel mitmachte, und später dann, als sie im Dschungelcamp 2012 jede Möglichkeit wahrnahm, ihre - ohnehin schon spärlichen - Hüllen fallen zu lassen.
Mit Speer und voll mit schwarzer Farbe inszeniert sich Micaela Schäfer für ihren Erotik-Kalender 2017 als Schwarze. Das Land infrage: Nigeria. Für das Shooting engagierte Schäfer auch noch gleich ihre Grossmutter, die eine Touristin darstellen soll, die Nigeria und seine Bewohner erkundet.
Schäfer ist nicht die erste, die sich schwarz anmalt, um sich zu inszenieren. Im 19. und 20. Jahrundert gab es in Amerika sogenannte Minstrel Shows, bei denen sich weisse Schauspieler schwarz schminkten und so Stereotypen, die damals mit Schwarzen in Verbindung gebracht wurden, nachspielten.
Die berühmt-berüchtigte Narrenfreiheit entstammt der italienischen Commedia dell'Arte. Der Narre trug dort eine Maske und konnte so Spässchen unter der Gürtellinie machen und herumalbern. Daraus entstand dann in Amerika das Blackfacing bei den Minstrel Shows. Das ist aber mittlerweile schon einige Jahrzehnte her - und ob Micaela Schäfer mit ihrer Maskerade Narrenfreiheit geniesst, ist die andere Frage.
Das Wort «Blackfacing» wurde 2014 zum Anglizismus des Jahres gewählt. In der Begründung erklärt die Jury den rassistischen Hintergrund des Blackfacings: «Diese Praxis gilt weithin als rassistisch, da sie die komplexe Identität einer diskriminierten Gruppe als Kostüm behandelt, das beliebig an- und abgelegt werden kann und da sie der betroffenen Gruppe die Fähigkeit abspricht, sich und ihre Erfahrungen selbst darzustellen». Was die Jury wohl von Micaela Schäfers Aktion halten würde?