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1980/81
Nach der Kündigung Rudolf Baumgartners wird Ulrich Meyer-Schoellkopf, zugleich Direktor des Stadttheaters (bis 1982) und Chefdirigent des Orchesters der Allgemeinen Musikgesellschaft Luzern (des heutigen Luzerner Sinfonieorchesters), zum neuen Künstlerischen Direktor ernannt (bis 1991). Ihm gelingt es, die Finanzen zu konsolidieren und die Weiterentwicklung der Internationalen Musikfestwochen durch eine «Politik der kleinen Schritte» voranzutreiben. Zur stärkeren internationalen Vernetzung der IMF etabliert er ein Beratergremium, dem Vladimir Ashkenazy, Rafael Kubelík und Paul Sacher angehören. Die etablierte Fokussierung jedes Festspieljahrgangs auf ein Thema wird fortgesetzt.
1981
Vladimir Ashkenazy regt erstmals den Bau eines neuen Konzertsaals an. Aus privaten Quellen und durch Benefizauftritte Ashkenazys und Kubelíks kommen in den Folgejahren die Mittel für einen Ideenwettbewerb und die Vorplanung zusammen, die das Luzerner Stimmvolk 1989 bewilligt.
1982
Königin Elisabeth II. übernimmt das Patronat der IMF, die dem Thema «England» gewidmet sind. Kubelík belebt die mittlerweile erstarrten Meisterkurse mit einem Interpretationskurs für Dirigenten.
1983
Die aus den «Perspektiven» hervorgegangene Reihe «Der Komponist und seine Welt» widmet sich dem Schaffen von Pierre Boulez.
1984
Wegen seines Zerwürfnisses mit den Berliner Philharmonikern dirigiert Herbert von Karajan die Wiener Philharmoniker; ein Jahr später steht er wieder am Pult «seiner» Berliner. Rafael Kubelík sorgt für einen glanzvollen Schlusspunkt zum Festivalthema «Musik aus der Tschechoslowakei»: mit einer Gesamtaufführung von Smetanas Má Vlast mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, seinem letzten Luzerner Auftritt.
1985
Die Programme stehen im Zeichen der 300. Geburtstage von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Domenico Scarlatti. Claudio Abbado dirigiert Mahlers Auferstehungssinfonie mit dem European Community Youth Orchestra – ein erster Anstoss, in Zukunft vermehrt Jugendorchester einzubeziehen.
1986
Zum 100. Geburtstag Othmar Schoecks setzen sich die IMF einmal mehr für sein Werk ein, u. a. mit einer konzertanten Aufführung und Schallplatten-Aufnahme seiner Oper Massimila Doni.
1988
Zum 50. Jubiläum werfen die IMF einen Blick zurück auf die eigene Geschichte: Ashkenazy und das Orchestre de la Suisse Romande wiederholen das Programm des ersten Festwochen-Konzerts unter Ernest Ansermet im Jahr 1938. Das Chamber Orchestra of Europe wiederum musiziert bei seinem Luzerner Debut unter Abbado jene Werke, die ein halbes Jahrhundert zuvor Arturo Toscanini für sein legendäres Galakonzert in Tribschen ausgewählt hatte. Letzte Luzerner Auftritte von Karajan und Leonard Bernstein. Zudem ist eine wichtige Neuerung zu verzeichnen: In Anlehnung an die mittelalterliche Tradition der Oster- und Passionsspiele findet erstmals ein Oster-Festival statt.
1989
Georges Bucher wird Präsident der IMF (bis 1998) und treibt den Bau eines neuen Konzertsaals voran. Gemeinsam mit Meyer-Schoellkopf, der nach Othmar Fries’ Ausscheiden als Administrativer Direktor die Gesamtleitung der Festspiele innehat, unternimmt er erste Schritte in Richtung Sponsorenwesen. Kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion gilt der Themenschwerpunkt «Russland»; u. a. gelangen mehrere Sinfonien Dmitri Schostakowitschs erstmals bei den IMF zur Aufführung. James Levine gestaltet mit den Berliner Philharmonikern ein Karajan-Gedenkkonzert.