Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03606.jsonl.gz/46

Reduktion der Verkehrsmenge in den Spitzenzeiten
Die Analysen am Beispiel des Kantons Zug haben gezeigt, dass Mobility Pricing einen wesentlichen Beitrag zum Glätten von Verkehrsspitzen in verkehrlich stark belasteten oder überlasteten Agglomerationen leisten kann. Im untersuchten Hauptszenario zeigt sich folgendes Ergebnis:
In den Spitzenstunden am Morgen und am Abend kann eine Reduktion der Verkehrsmenge um 9% bis 12% im MIV und 5% bis 9% im ÖV erreicht werden, wobei die Wirkungen in der Abendspitze höher sind. Die gesamte Fahr- bzw. Verkehrsleistung über den Tag verändert sich nur wenig, was eine Folge der vorgegebenen Grundprinzipien ist (gesamtes Einnahmenniveau möglichst konstant halten sowie den MIV und ÖV möglichst ähnlich behandeln).
Der Grund für die unterschiedlichen Veränderungen während der Morgen- bzw. Abendspitze und zwischen MIV und ÖV liegt in der jeweils unterschiedlichen Zusammensetzung des Verkehrs bezüglich des Verkehrszwecks. Nicht bei jedem Verkehrszweck (Arbeit, Ausbildung, Einkaufen, Nutzfahrt, Freizeit) sind die Verkehrsteilnehmenden in Bezug auf die Wahl des Abfahrtszeitpunkts gleich flexibel. Freizeitverkehr hat z.B. eine deutlich höhere Flexibilität als der Arbeits- resp. Pendlerverkehr, bei welchem in der Wirkungsanalyse davon ausgegangen wurde, dass 59% der Arbeitswege zeitlich nicht verschoben werden können. Ist nun zu einem Zeitpunkt oder auf einem Verkehrsträger ein grösserer Anteil der Verkehrsteilnehmenden mit einem flexiblen Verkehrszweck unterwegs, ist dies mit einem grösseren Verschiebungspotenzial verbunden und entsprechend auch mit grösseren Effekten bezüglich der Entlastung der Spitzen. In der Abendspitze ist bspw. der Anteil Freizeitverkehr grösser als in der Morgenspitze, und somit sind in der Abendspitze auch grössere Nachfrageänderungen möglich.