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Überblick: Was ist Hautkrebs?
Bei Hautkrebs beginnen Zellen in der Haut unkontrolliert zu wachsen. Je nachdem, um welche Zellen es sich dabei handelt, unterscheidet man verschiedene Formen von Hautkrebs. Die
Wichtigsten sind:
- Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom) entwickelt sich aus pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) in der Basalzellschicht. Das ist die unterste Schicht der Oberhaut (Epidermis).
- Basalzellkarzinom (Basaliom, Basalzellkrebs) entwickelt sich aus den Stammzellen entlang von Haarfollikeln zwischen Basalzellschicht und der oberen Lederhaut.
- Spinalzellkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs, eine Art Plattenepithelkarzinom) entsteht aus Hornzellen (Keratinozyten) in der Stachelzellschicht – einer weiteren Schicht der Oberhaut. Mögliche Vorstufen dieser Hautkrebs-Form sind die Aktinische Keratose und der Morbus Bowen.
Basalzellkarzinom und Spinalzellkarzinom werden zusammen als weisser Hautkrebs bezeichnet.
Hautkrebs – Häufigkeit und Alter
Schwarzer Hautkrebs ist in der Schweiz die fünfthäufigste Krebsart und macht sieben Prozent aller Krebserkrankungen aus. Jedes Jahr erkranken hierzulande rund 2’800 Menschen daran. Fast ein Viertel davon ist jünger als 50 Jahre, wenn der bösartige Tumor entdeckt wird.
Deutlich häufiger als schwarzer ist weisser Hautkrebs, auch wenn man die genaue Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in der Schweiz nicht kennt – in den meisten Krebsregistern werden Fälle von weissem Hautkrebs nämlich nicht verzeichnet. Fachleute schätzen jedoch, dass in der Schweiz pro Jahr bei 20’000 bis 25’000 Menschen eine Form von weissem Hautkrebs – meist ein Basalzellkarzinom, seltener ein Spinalzellkarzinom – entdeckt wird.
Beim Basalzellkarzinom liegt das Durchschnittsalter der Betroffenen bei 60 Jahren, wobei zunehmend auch jüngere Menschen daran erkranken. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen. Dagegen tritt das Spinalzellkarzinom häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Im Schnitt sind die Betroffenen bei der Diagnose 70 Jahre alt.
Hautkrebs: Ursachen und Risikofaktoren
Der wichtigste Auslöser für alle Hautkrebs-Formen sind UV-Strahlen (im Sonnenlicht oder Solarium). Sie schädigen die Erbsubstanz (DNA) in den Zellen. Ist der Körper nicht in der Lage, diese Schäden zu reparieren, kann die betroffene Zelle zur Krebszelle mutieren.
Schwarzer Hautkrebs wird durch eine starke UV-Bestrahlung mit vielen Sonnenbränden begünstigt. Er kann aber auch an Orten entstehen, die nie mit Sonnenlicht in Berührung kommen (z.B. im Mund). Dagegen wird weisser Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Spinalzellkarzinom) besonders durch häufiges Sonnenbaden über viele Jahre und/oder regelmässige Sonnenbrände begünstigt. Riskant ist hier weniger die Intensität einzelner Sonnenexpositionen, sondern eher die im Laufe des Lebens „angesammelte“ Strahlendosis. Gefährdet sind auch Menschen, die beruflich viel der Sonne ausgesetzt sind.
Weitere Risikofaktoren für einzelne oder alle Formen von Hautkrebs sind:
- Häufige Besuche im Solarium
- Viele Pigmentflecken
- Heller Hauttyp
- Frühere Hautkrebserkrankung beziehungsweise Fälle von Hautkrebs in der Familie
- Geschwächtes Immunsystem – etwa aufgrund von Erkrankungen wie HIV oder Medikamenten, wie sie nach einer Organtransplantation gegeben werden
- Kontakt mit krebsfördernden Stoffen wie Teer (in Zigarettenrauch) oder Arsen
- Chronische Hautentzündungen wie beim „offenen“ Bein
- Seltene Erbkrankheiten wie Xeroderma pigmentosum
Symptome: Hautkrebs
Wo ein bösartiger Hauttumor bevorzugt entsteht und wie er aussieht, hängt von der Hautkrebsform ab.
Symptome bei schwarzem Hautkrebs
Schwarzer Hautkrebs kann überall am Körper entstehen – wie oben erwähnt auch an Stellen, die kaum je Sonnenlicht abbekommen. So entwickeln sich manche Melanome auf der behaarten Kopfhaut, unter den Finger- oder Fussnägeln oder an den Schleimhäuten im Genitalbereich. Typischerweise zeigt sich ein Melanom als dunkler oder schwarzer Fleck. Dieser kann flach, erhaben oder knotig sein.
Manchmal entwickelt sich schwarzer Hautkrebs neu auf der Haut. In anderen Fällen geht er aus bestehenden Pigmentflecken (Muttermalen, Leberflecken) hervor. Bei der Unterscheidung zwischen gesundem Pigmentmal und schwarzem Hautkrebs hilft die ABCD-Regel:
- Asymmetrie: Ein Melanom ist meist unregelmässig geformt.
- Begrenzung: Ein Melanom ist unregelmässig begrenzt, hat also einen fransigen, unscharfen oder zackigen Rand.
- Color (Farbe): Wenn sich ein gesunder Pigmentfleck zu einem Melanom entwickelt, verändert sich meist die Färbung. Typisch ist dann eine dunkle, ungleichmässige (fleckige) Färbung. Manche Melanome sind aber auch ungewöhnlich gefärbt (zum Beispiel bläulich, weiss oder hautfarben).
- Dynamik: Ein gesunder Pigmentfleck bleibt mehr oder weniger gleich, während sich ein Melanom in Grösse, Farbe, Form oder Dicke verändert. Die Veränderungen gehen meist langsam vonstatten, weil sich schwarzer Hautkrebs nur langsam (oft über Monate oder Jahre) entwickelt.
Achtung: Nicht immer sind bei schwarzem Hautkrebs alle diese Merkmale erfüllt!
Symptome beim Basalzellkarzinom
Basalzellkrebs ist eine langsam wachsende Hautkrebsform, die sich bevorzugt an sonnenexponierten Körperstellen entwickelt. Dazu zählen Nase, Stirn, Lippen, Ohren, Handrücken und Glatze. Seltener betroffen sind Rumpf, Arme und Beine.
Das erste Anzeichen für ein Basalzellkarzinom ist meist eine Verhärtung der Haut. Daraus kann sich ein glasig-weissliches bis rötliches Knötchen entwickeln, in welchem feine Blutgefässe erkennbar sind. In weiter fortgeschrittenen Stadien kommt es an der betreffenden Stelle zur Bildung von nässenden Geschwüren oder Krusten.
Symptome beim Spinalzellkarzinom
Auch das Spinaliom entsteht hauptsächlich an Stellen, die oft der Sonne ausgesetzt sind wie Nasenrücken, Stirn, Ohren, Unterlippe, Hals, Unterarme, Fuss- und Handrücken. Die langsam wachsende Krebsgeschwulst tritt als Hautknötchen oder –knoten in Erscheinung. Sie verhornt mit der Zeit und bildet eine Kruste. Diese kann aufbrechen und dann nässen oder bluten.
Hautkrebs – Diagnose im USZ
Bei einer verdächtigen Hautveränderung werden wir im Erstgespräch zunächst nähere Informationen zu Ihrer Krankengeschichte einholen (Anamnese). Wir fragen zum Beispiel, wann Ihnen die Hautveränderung zum ersten Mal aufgefallen ist, ob sie sich seither irgendwie verändert hat (Grösse, Farbe) und ob Fälle von Hautkrebs in Ihrer Familie bekannt sind. Informieren Sie uns gegebenenfalls auch über Vorerkrankungen sowie Medikamente, die Sie einnehmen. Danach folgen je nach Einschätzung der Ärztin oder des Arztes folgende Untersuchungen:
- Hautuntersuchung: Wir schauen uns die Haut am ganzen Körper an, einschliesslich aller Pigmentflecken und sonstigen Auffälligkeiten. Besonders sorgfältig begutachten wir die verdächtige Hautveränderung. Dabei hilft uns ein spezielles Mikroskop (Dermatoskop oder Auflichtmikroskop).
- Gewebeprobe: Zur genaueren Untersuchung können wir eine Gewebeprobe von dieser Stelle entnehmen (unter örtlicher Betäubung). Diese wird im Labor untersucht, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um Hautkrebs (oder eine Vorstufe davon) handelt. Bei kleineren Hautveränderungen kann es auch sein, dass wir sie gleich vollständig ausschneiden und zur Analyse ins Labor schicken.
- Bildgebende Verfahren: Bestätigt das Labor den Verdacht auf Hautkrebs, folgen weitere Untersuchungen. Dazu gehören vor allem bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Computer- und Kernspintomografie. Sie helfen, die genaue Lage, Ausdehnung und den Schweregrad der Krebserkrankung zu ermitteln. Das ist wichtig für die Therapieplanung.
Hauttumorzentrum
Am USZ haben sich zahlreiche Fachbereiche zu einem Hauttumorzentrum zusammengeschlossen. Das Zentrum ist nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Ein auf die medizinische Versorgung von Hautkrebs spezialisiertes Expertenteam arbeitet hier zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten eng zusammen. An DKG-zertifizierten Zentren werden Betroffene nach strengen Qualitätskriterien behandelt und haben, gemäss aktueller Studien, im Durchschnitt eine bessere Überlebenschance.
Hautkrebs: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose
Am besten können Sie Hautkrebs dadurch vorbeugen, dass Sie Ihre Haut vor zu viel UV-Strahlung schützen. Die wichtigsten Empfehlungen hierzu lauten:
- Bleiben Sie zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne am intensivsten scheint, möglichst im Schatten.
- Schützen Sie sich vor zu starker Sonnenbestrahlung mit Hut, Sonnenbrille und langer Kleidung (langen Ärmeln, langen Hosen).
- Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor.
- Verzichten Sie auf Besuche im Solarium.
Beherzigen Sie diese Empfehlungen besonders dann, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs haben – etwa, weil Sie einen hellen Hauttyp haben und/oder es bereits Fälle von Hautkrebs in Ihrer Familie gibt.
Regelmässige Untersuchungen bei der Hautärztin oder dem Hautarzt zur Früherkennung von Hautkrebs können bei Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko sinnvoll sein. Ein solches besteht etwa, wenn jemand sehr viele (mehr als 100) Pigmentmale am Körper hat, bereits früher einmal an Hautkrebs litt oder eine Immunschwäche aufweist (medikamentös oder krankheitsbedingt). Besprechen Sie am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob bei Ihnen regelmässige Kontrollen bei der Hautärztin oder beim Hautarzt ratsam wären.
Ob erhöhtes Hautkrebs-Risiko oder nicht – eine regelmässige Selbstuntersuchung der Haut kann nicht schaden, damit Ihnen eventuell verdächtige Hautveränderungen frühzeitig auffallen. Behalten Sie besonders Pigmentmale im Auge. Wenn sich ein solches Mal etwa in Grösse, Form oder Farbe verändert, sollten Sie dies abklären lassen.
Hautkrebs – Verlauf und Prognose
Je früher Hautkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
- Schwarzer Hautkrebs: Besonders beim schwarzen Hautkrebs ist es wichtig, dass er rechtzeitig behandelt wird. Er wächst am Anfang oft nur langsam, ist aber dennoch sehr gefährlich. Denn ist ein Melanom erst einmal in tiefere Hautschichten vorgedrungen, können sich einzelne Krebszellen leicht über Blut- und Lymphbahnen im Körper ausbreiten und Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden, etwa in Lunge, Leber, Knochen oder Gehirn. Eine Heilung wird dann schwierig. Wird schwarzer Hautkrebs dagegen frühzeitig entdeckt, wenn er noch auf die Oberhaut beschränkt ist, sind die Heilungschancen deutlich besser.
- Basalzellkarzinom: Ein Basalzellkarzinom wächst ebenfalls sehr langsam, bildet aber fast nie Metastasen. In fortgeschrittenen Stadien kann es sich jedoch in der Breite und Tiefe ausdehnen und in der Folge viel Gewebe (auch Knochen und Knorpel) zerstören. Eine frühzeitige Behandlung ist daher auch hier ratsam. Die Heilungschancen sind dann sehr gut. Allerdings kommt es nach abgeschlossener Behandlung häufiger zu Rückfällen (Rezidiven) – entweder an der gleichen oder einer anderen Körperstelle.
- Spinalzellkarzinom: Auch ein Spinalzellkarzinom wächst langsam und lässt sich bei frühzeitiger Behandlung meist sehr gut heilen. Ist es aber schon weiter fortgeschritten, kann es Muskel- und Nervengewebe befallen und Metastasen (etwa in Lymphknoten, Lunge, Leber oder Knochen) bilden. Dann verschlechtert sich die Prognose.
Selbsthilfegruppen
Der Austausch mit Gleichbetroffenen kann bei der Bewältigung einer Krankheit eine grosse Unterstützung sein. Beratung auf der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe erhalten Sie bei Selbsthilfe Zürich. Selbsthilfe Zürich und das Universitätsspital Zürich sind Kooperationspartner im nationalen Projekt «Gesundheitskompetenz dank selbsthilfefreundlicher Spitäler».
Zweitmeinung bei Hautkrebs
Bei einer Krebsdiagnose ist eine medizinische Zweitmeinung eine wichtige Entscheidungshilfe. Das Comprehensive Cancer Center Zürich unterstützt Sie mit einer fachlich fundierten Expertenmeinung. Sie erhalten eine sorgfältige Situationsanalyse sowie eine persönliche Beratung und rasche Antworten auf ihre Fragen.
Hautkrebs: Behandlung wird individuell geplant
Für die Behandlung von Hautkrebs stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, darunter Operation, Kältebehandlung, Chemo- und Strahlentherapie. Sie können in unterschiedlicher Weise miteinander kombiniert werden, angepasst an den einzelnen Erkrankten. Entscheidend dabei sind unter anderem die Form und Ausdehnung der Hautkrebserkrankung, Lage des Tumors sowie individuelle Faktoren wie Alter und allgemeiner Gesundheitszustand der betroffenen Person.