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Auf dem Platz der heutigen katholischen Kirche stand früher wahrscheinlich eine Kapelle. Diese wird unserem Dorf wohl den Namen gegeben haben.
Die erste Urkunde, in der Kappel erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1260. Damals leistete ein Rudolf von Pfaffnach (Pfaffnau) dem Kloster St. Urban Bürgschaft für eine Schuppose Land - im Mittelalter war Schuppose eine Bezeichnung für einen Kleinbauernhof, der eine Familie ernähren kann - bei „Capella in Buxgovia“.
Auch den Namen Niderkappelen findet man in alten Aufzeichnungen. Oberkappelen war eine Siedlung bei Kestenholz. Wie es im Mittelalter üblich war, setzten die Adligen ihre Ansprüche auf Land und Leute mit Waffengewalt durch. So zog das französische Heer der Gugler im Jahre 1375 raubend, plündernd und mordend durch das Gäu. Felder, Bauernhöfe, Dörfer und Städte wurden systematisch zerstört, so auch das Städtchen Fridau und das Dorf Oberkappelen. Oberkappelen wurde nicht mehr aufgebaut, unser Dorf konnte sich fortan Kappel nennen.
Sagen und Geschichten erzählen von Pest, Grenzstreitigkeiten, Überschwemmungen und Schicksalsschlägen. Dem Dorfe Kappel blieb nichts erspart. So wütete im Jahre 1611 die Pest. Das Pestkreuz, welches heute im Eingang der Dorfkirche steht, erinnert an diese unheilvolle Zeit.
Auch Überschwemmungen erschwerten den Dorfbewohnern das Leben. Sicher war die alte Dünneren ein idyllisches Gewässer. Der dichte Uferbewuchs bot den Tieren Unterschlupf und seichte Mäanderteiche den Dorfkindern eine eigene Dorfbadi.
Der gewundene Bachlauf der Dünneren durch das Gäu war aber schon seit Jahrhunderten ein Problem. Immer wieder wurde das Ackerland überschwemmt, die Dorfstrasse verwandelte sich in einen Dorfbach. Ernte und Ertrag waren futsch. Hunger und Armut drohten. So kam es, dass im Jahre 1854 76 Ortsbürger nach Amerika auswanderten. Dort suchten sie ihr grosses Glück, leider vergebens. Die Auswanderer litten alle unter schrecklichem Heimweh, doch keiner kehrte in die alte Heimat zurück. Erst die Dünnernkorrektion 1933-43 schaffte Abhilfe. Seit dieser Zeit fliesst das Wasser der Jurahöhen durch einen Kanal Richtung Olten in die Aare.
Auch andere Naturgewalten brachten den Kappelern Unheil. Die Inschrift auf dem Bornkreuz vor der Kapelle lautet „O Gott, bewahre unsere Wälder, Matten und Wälder, 1716“. Auf dem Platz, wo heute die Bornkapelle steht, sollen früher Hexen ihr Unwesen getrieben haben. Das ist kaum zu glauben, die Bornkapelle mit ihrem neugestalteten Vorplatz strahlt eine solche Ruhe und Verträumtheit aus. Wer aber schon einmal auf dem Born von einem Gewitter überrascht worden ist, glaubt dieser Aussage.
1904, am 11. August brach südlich des Gasthofes Kreuz ein Feuer aus. Dieses konnte sich rasch ausbreiten, 17 strohgedeckte Bauernhäuser wurden ganz oder teilweise ein Raub der Flammen. Das Feuer konnte erst bei der heutigen Schulhausstrasse gestoppt werden. Seit dem verheerenden Dorfbrand, findet man die ursprünglichen Alemannen-Häuser nur noch im Unterdorf.
In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich das kleine Bauerndorf Kappel zu einer Wohngemeinde. Nur noch wenige Bauernbetriebe und einige Gebäude an der Dorf- und Mittelgäustrasse erzählen die Geschichte unseres Dorfes. Neue Bedürfnisse des Wohnens werden Kappel weiter verändern und unserem Dorf ein anderes Gesicht geben.