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Vorgestellt wegen häufigem Absatz von kleinen Mengen Urin. Eine Harnuntersuchung hatte zuvor Hinweise auf eine Blasenentzündung (erhöhte Mengen von Protein, weissen und roten Blutkörperchen) ergeben, aber die Behandlung mit Antibiotika während 2 Wochen erbrachte keine Verbesserung der Symptome.
Der klinische Untersuch liefert keine besonderen Befunde.
Zwecks genauerer Abklärung des Problems wird eine Ultraschalluntersuchung der Bauchhöhle durchgeführt. Dabei wird eine ca. 2.5 x 2 x 1.5 cm messende Struktur im Blaseninneren entdeckt, welche die Ultraschallwellen komplett reflektiert und dadurch einen sogenannten „Schallschatten“ hervorruft. Die Struktur scheint nicht mit der Blasenschleimhaut verbunden zu sein. Die Blasenwand ist generell stark verdickt. Die Befunde sind verdächtig für einen Blasenstein.
Im Röntgen bestätigt sich der Blasenstein-Verdacht. Ein einzelner, grosser, mittelgradig röntgendichter Stein ist auf dem seitlichen Röntgen deutlich erkennbar.
Der Blasenstein muss chirurgisch entfernt werden. In Narkose wird die Bauchhöhle von „Quicha“ eröffnet und der Stein durch einen Schnitt im vorderen/unteren Bereich der Blase entfernt. Etwas Urin wird zur bakteriologischen Untersuchung eingeschickt; der entfernte Stein wird zur genaueren Analyse ebenfalls in ein externes Labor geschickt. Die Blase wird mit feinem Nahtmaterial wieder verschlossen; die Operation verläuft komplikationslos. 10 Tage später werden die Fäden gezogen. Der bakteriologische Urinuntersuch zeigt, dass ein Infekt der Blase besteht, weshalb dem Hund für 2 Wochen ein passendes Antibiotikum verschrieben wird. Ein weiterer bakteriologischer Harnuntersuch nach der Therapie bestätigt die vollständige Beseitigung des Infektes. Entsprechend der Steinanalyse (der Stein besteht aus einer Mischung aus sogenanntem Struvit und Calcium-Oxalat) erhält „Quicha“ ein spezielles Futter, welches die erneute Bildung von Harnsteinen verhindern hilft.
Es wird geschätzt, dass 1-2% aller Hunde im Laufe des Lebens Harnsteine bilden. Über 90% dieser Steine finden sich in der Blase, der Rest in den Nieren und Harnleitern. Hunde im Alter zwischen 3 und 7 Jahren sind am häufigsten betroffen. Es gibt mehrere verschiedene Typen Harnsteine; häufig setzt sich ein Stein auch aus diversen Materialien zusammen (z.B. einem Kern aus Calcium-Oxalat und einer Hülle aus Struvit). Stark konzentrierter Urin und ein hoher Gehalt an Protein und Salzen im Futter begünstigen die Harnsteinbildung. Die Bildung von Struvitsteinen, welche bei Hunden am häufigsten vorkommen, wird durch Harnwegsinfekte begünstigt. Wenn der Hund wenige oder keine Symptome eines Blasenproblemes zeigt und die Harn- und Röntgenuntersuchung einen Struvitstein vermuten lassen, kann in gewissen Fällen die Auflösung des Steines mittels eines Futterwechsels versucht werden. Häufig ist aber eine chirurgische Intervention notwendig, weil die Symptome zu stark für einen solchen (unter Umständen monatelangen) Versuch sind oder aber ein nicht-auflösbarer Stein vermutet wird (zB. Calcium-Oxalat oder Silikat).
Wichtig ist, dass ein begleitender Harnwegsinfekt ausgeschlossen oder gegebenenfalls therapiert wird. Die vollständige Beseitigung eines Harnwegsinfektes bei bestehendem Blasenstein ist schwierig, da sich Bakterien im Innern des Blasensteines der Antibiotikumwirkung entziehen können.
Neben einem allfälligen Futterwechsel und Beseitigung von allfälligen Harnwegsinfekten ist zur Prävention von Harnsteinbildung die Bildung von möglichst wenig konzentriertem Urin anzustreben. Eine kleine Menge Kochsalz im Trinkwasser steigert die Wasseraufnahme des Tiers und verhindert so die Bildung von übermässig konzentriertem Urin.