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1893 wurden elf Nachbargemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet, und damit wurde Zürich zur ersten Grossstadt der Schweiz.
Aussersihl, Enge und Leimbach, Fluntern, Hirslanden, Hottingen, Oberstrass, Riesbach, Unterstrass, Wiedikon, Wipkingen und Wollishofen wurden per 1. Januar 1893 der Stadt Zürich eingemeindet. Die Stadt wuchs auf einen Schlag von 28’000 auf 121’000 Einwohner, und sie wurde somit zur ersten Grossstadt der Schweiz.
Die erste Eingemeindung war dem schnellen Bevölkerungswachstum der umliegenden Gemeinden und dem damit einhergehenden Fehlen von Mitteln, um die Infrastruktur anzupassen, geschuldet. Die Governance-Frage wurde also erstmals pragmatisch durch eine Eingemeindung gelöst, und sie wurde – im Gegensatz zur zweiten Eingemeindung 1934, die mit mit dem sehr knappen Ergebnis von 30’410 Ja zu 30’298 Nein beschlossen wurde – sehr gut angenommen und gross gefeiert (Adi Kälin, 2009). weiterlesen →
Erste Auswertungen meinerseits zeigen, dass die 2’501 befragten Bewohner im Durchschnitt die eigene wirtschaftliche Lage und die der Stadt eher gut bewerten, jedoch in der Perspektive die Lage der Stadt schlechter sehen als die eigene.
Gefragt wurde nach:
- der Beurteilung der eigenen aktuellen wirtschaftlichen Lage
- der Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Stadt Zürich
- der Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage in ein bis zwei Jahren
- der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Stadt Zürich in ein bis zwei Jahren
In allen Kreisen wird die eigene Lage durchschnittlich mit einem «eher gut» bewertet (knapp 4 auf der linken Skala). In 6 der 12 Kreise wird die eigene aktuelle Lage besser bewertet als die der Stadt. In allen Kreisen wird die eigene Lage in der Zukunft positiv bewertet (2=Status quo, rechte Skala). weiterlesen →
Am 18. Juli zeigte das Pavilleon unter dem Titel «Urban Shorts» den Film «Within Formal Cities», das Architekten zeigt, wie sie partizipatives Bauen in Lateinamerika einfangen. Der laue Sommerabend hat so viel interessiertes Publikum angezogen, dass der Film zwei Mal gescreent wurde.
Die Architekten Brian Gaudio und Abraham Drechsler nähern sich dem Thema von Wohn- und Infrastrukturprojekten in Lima, Santiago, Rio de Janeiro, São Paulo und Bogotá, indem sie mit den unterschiedlichen Beteiligten sprechen. Die Relevanz des Themas ergibt sich aus der Tatsache, dass 80% der Bevölkerung in Lateinamerika in Städten lebt und aus dem Umstand, dass ein Teil dieser Städte Favelas sind. Viele urbane Zonen, nicht nur Favelas, leiden unter schwachen Infrastrukturen (z.B. Abwasserentsorgung) und sie sind für Projektentwickler äusserst uninteressant. Wo das Überleben an erster Stelle steht, ist die Rolle von Gestaltern unklar. weiterlesen →
Ende August habe ich vom Kanton Zürich einen Fragebogen erhalten. Das Gemeindeamt befragt die Zürcher Bevölkerung zum Thema der öffentlichen Güter. Dabei geht es um
- Fragen der lokalen Identität
- das Wohlfühlen in der Wohngemeinde
- die Wichtigkeit von bestimmten öffentlichen Gütern
- die Zufriedenheit mit Dienstleistungen in der Wohngemeinde
- die Meinung zu Aspekten in einer idealen Gemeinde
- die Meinung zu Aspekten in der aktuellen Wohngemeinde
- Kommunikation mit der Wohngemeinde
- die Meinung zur Steuerbelastung in der Wohngemeinde
- die Einschätzung der finanziellen Situation der Wohngemeinde
- die Bereitschaft, Dienstleistungen künftig von einer Nachbargemeinde zu beziehen
Die Befragung zeigt, wie aktuell und relevant die Diskussion um die Bereitstellung von öffentlichen Gütern ist (vgl. Urban-Governance-Beiträge: New Regionalism; Public Choice; Metropolitan Reform). So fragt der Kanton Zürich konkret, welche Option vom Bewohner gewünscht wird, wenn die Wohngemeinde die Dienstleistung nicht mehr selbständig bereitstellen kann: weiterlesen →
Am Europäischen Tag des Denkmals, das 2015 unter dem Motto «Austausch – Einfluss» stand, konnte in Oberstammheim der Gasthof Hirschen und das dazugehörige Ensemble besichtigt werden. Warum findet ein rurales und zugleich für Zürcher Verhältnisse abgelegenes (stündliche Verbindungen mit dem ÖV nach Winterthur, Frauenfeld und Diessenhofen) Ensemble Resonanz in diesem Blog?
Die Voraussetzung, den Gasthot Hirschen am Laufen zu halten, scheint in der peripheren Lage keine einfache Aufgabe. Fritz Wehrli-Schindler streicht sodann die guten Seiten des Konzeptes vor: Das Wirtepaar Schumacher, seit 2008 im Hirschen, kocht mit regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln und serviert schenkt regionale Weine aus. Sie achten darauf, dass sowohl Feinschmecker aus der Ferne (Gault Millau) als auch die Dorfbewohner gerne das Lokal frequentieren. weiterlesen →
Am ersten Mai-Sonntag finden in Erinnerung an die Stadtaktivistin Jane Jacobs in vielen Städten Jane’s Walks statt. In Zürich führte am Abend vom 3. Mai Marie-Anne Lerjen durch einen Abschnitt der Badenerstrasse.
In der Nähe vom Restaurant Freihof fanden wir den Weg in ein kleines Gebiet mit zweigeschossigen Reiheneinfamilienhäusern (Rudenzweg). Unsere Gruppe wurde schnell von Quartierbewohnern neugierig begutachtet und so kamen wir auch schnell ins Gespräch. Das Quartier hinterliess den Eindruck, sehr belebt zu sein. Das Quartier ist – von dem, was wir an dem Abend gesehen haben – mindestens in zweierlei Hinsicht speziell entlang der Badenerstrasse: es ist belebt und nicht hoch gebaut. weiterlesen →
Dieser Tage erschien beim Verlag Neue Zürcher Zeitung in der Reihe «die neue Polis» ein Band mit Beiträgen zu politischen Determinanten von Siedlungsstrukturen in der Schweiz. Zehn Autorinnen und Autoren entwickeln weiter, was bislang als «Stadt-Land-Gegensatz» behandelt wurde. Die Dichotomie hat in den letzten Jahren an Erklärungskraft eingebüsst. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und politischem Verhalten ist bedeutend komplexer, wie auch die Vielfalt der Beiträge zeigt.
Wichtig ist die genauere Betrachtung der Agglomeration, jene Siedlungsstruktur, die weder Kernstadt noch ländliches Dorf ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Agglomeration kann – wie z.B. Claude Longchamp in seinem Beitrag «Storf – die schweizerischen Agglomerationsgemeinden zwischen Stadt und Dorf» – nicht als einheitliches Gebilde erfasst werden; Agglomerationsgemeinden sollten räumlich und historisch differenziert betrachtet werden. weiterlesen →
Auf Initiative des Zentrums Karl der Grosse spazierte ein gutes Dutzend Garteninteressierter Ende April durch die Quartiere Hard und Altstetten.
Gartenberater Hans Grob machte eine kurze Einführung mit einem historischen Abriss zum Gärtnern in Zürich. Familiengärten dienten anfänglich hauptsächlich der Ernährung der armen Bevölkerung (Eine weitere Erklärung, wonach die Gärten der Disziplinierung der Bevölkerung und dem Fernhalten von Alkohol und Politik dienten, findet sich z.B. hier). Mitte 20. Jahrhunderts war die Mitgliederzahl am höchsten; danach war sie rückläufig. weiterlesen →
Am 16. April fand unter der Leitung von Miko Hucko, Micha Küchler und Iren Weber von der Social Space Agency (SoSA) beim Zentrum Karl der Grosse eine Exkursion statt, in der Konventionen bewusst gemacht wurden und die dann – auf drei Gruppen verteilt – durchbrochen wurden. Wir «Karlstädter» haben uns dabei unsere Stadt jenseits der Zürcher Mythen gefunden.
Das Conceptual Framework ist schnell erklärt: Die Stadt wird als Toolbox gebraucht. Mit einfachen Techniken, wie dem «Tempo Control» (wie schnell und mit welcher Wahrnehmung man durch die Stadt geht) und dem «Distance Manipulator» werden grundlegende Muster bewusst gemacht und damit gespielt. So werden neue Erfahrungen ermöglicht. Mit etwas Übung und einer persönlichen Karte der Karlstadt, kann man z.B. seinen Gemütszustand beeinflussen. Das Projekt ist nicht nur ein persönliches. Es sollen Erfahrungen geteilt werden. weiterlesen →
In letzter Zeit sind in der Schweiz mehere Hochschulareale in Bahnnähe entstanden: in Luzern, Zürich, Olten und in Brugg-Windisch.
Während des Pendelns zwischen Zürich und Basel im vergangenen Jahr ist mir aufgefallen, dass einige Campusse entlang von Bahnlinien (Brugg-Windisch und Olten) oder in ehemaligen Postgebäuden (Luzern und Zürich) entstanden sind.
Die Universität Luzern wurde im Jahr 2000 mit einem Volksentscheid gegründet. Damit reiht sie sich in eine Tradition der vom demokratischen Staatswesen gegründeten Universitäten ein. (Die erste Universität Europas, die nicht von der Kirche oder einem Landesfürsten gegründet wurde, war 1833 die Universität Zürich). Die bisherigen Institute und Seminare konnten 2006 zusammen mit der Pädagogischen Hochschule im umgebauten Postbetriebsgebäude einziehen. Damit bildet das umgebaute Gebäude für die Universität und die Pädagogischen Hochschule und zusammen mit weiteren Gebäuden der Hochschule Luzern (Rektorat und Services und das Departement Soziale Arbeit) ein neues Hochschulareal. weiterlesen →
Das Einrichtungshaus Pfister hat am 19. Februar zu einer Abendveranstaltung eingeladen, wo die Studie «Die Zukunft des Schlafens» des GDI Gottlieb Duttweiler Institutes, die im Auftrag von Möbel Pfister AG und der Hilding Anders Norway AS (Jensen-Betten) durchgeführt wurde, vorgestellt wurde.
Hintergrund ist die «Always-on-Gesellschaft», d.h. eine Gesellschaft, in der sich – zumindest in der Erwerbsbevölkerung – die faktische Norm der zeitlichen und räumlichen Entgrenzung durchgsetzt hat. Die Autorinnen Daniela Tenger und Karin Frick stellen fest, dass durch die neuen Technologien, mobile Arbeitsformen und flexible Lebensstile der Schlaf zunehmend bedroht ist. Gleichzeitig ergibt die Befragung von 1070 Deutsch- und Westschweizern im Alter von 15 bis 74 Jahren, dass die Bedeutung des Schlafes in den letzten zehn Jahren verändert hat. Ein beachtlicher Anteil der Befragten (46%) gibt an, weniger zu schlafen und dass sie schlechter schlafen (35%). Die Befragten geben an, das der Stellenwert des Schlafes in den letzten zehn Jahren zugenommen hat. weiterlesen →
Das Velojournal (Artikel nicht öffentlich) präsentiert in der aktuellen Ausgabe die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Nutzern von E-Bikes (die Studie hat der Bund durchgeführt).
Die meisten E-Bike-Besitzer (38%) nutzen das E-Bike zur Fahrt zur Arbeit; 33% nutzen es in der Freizeit. Nach Wohnort unterschieden benutzen die Bewohner von Zentren und Agglomerationen das E-Bike häufiger für den Arbeitsweg als Personen, die in Dörfern oder Streusiedlungen wohnen. Für Bewohner im ländlichen Raum steht der Freizeitnutzen im Vordergrund. weiterlesen →
Der TV-Sender ARTE strahlte am 20. Januar eine dreiteilige Dokumentation zum Thema «Städte der Zukunft» aus. Die Beiträge sind momentan noch online verfügbar.
«Von null auf Zukunft»
Der Beitrag befasst sich mit Städten, die – teilweise auch von privaten Konsortien – auf dem Reissbrett gezeichnet wurden, es wird auch der Link zum Computerspiel «Sim City» gemacht. Die Planung am Reissbrett (oder auch «top down») ist nichts neues, wenn man bspw. an die von Le Corbusier entworfenen Städte Chandigarh oder Brasilia denkt. weiterlesen →
Im Plaza Klub, mitten im Kreis 4, fand am 20. Januar ein Podiumsgespräch unter der Leitung von Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung Zürich, zum Nachtleben in Zürich statt. In den letzten zwanzig Jahren nahm die Zahl der sogenannten Nachtcafé-Bewilligungen von 88 auf 646 zu. Die Klubs haben ein Fassungsvermögen von 90’000 Personen. Diese Zahlen machen die Dimension des Nachtlebens deutlich.
Die Diskussion zeigte schnell, dass der Hauptkonflikt, der das Nachtleben mit sich bringt, zwischen Wohnen und Ausgang herrscht. Stadtrat Richard Wolff spricht von 4’000 Lärmklagen pro Jahr. Lange Zeit hat sich im Kreis 4 das Nachtleben in ehemaligen Industriearealen abgespielt weiterlesen →
Heute habe ich einen Ausflug nach Stans gemacht. Im Hauptort des Kantons Nidwalden habe ich meine ersten zwanzig Lebensjahre verbracht. Das Dorf war in den 1980ern und in den 1990er sehr dörflich geprägt.
Was die Lebensmittelgeschäfte betrifft, so waren die meisten Läden klein. Detailhändler gab es am Dorfplatz selbst einen kleinen Coop, einen kleinen Giro (der Migrosartikel führt) und den Coldebella. In meinem Quartier gab es den Duss (später Schoch). In Autobahnnähe war der Länderpark, ein MMM der Migros (mit allem, was ein Kinderherz erfreut: einen DIY und einen Spielwarenladen). weiterlesen →
Im Rahmen der «Winterreden», einer an die Londoner Speakers’ Corner angelehnte Reihe öffentlichen Vortrags am Zentrum Karl der Grosse, sprach letzten Freitag «Stadtgründerin» Jasmina Ritz über die «Limmatstadt».
Ritz geht auf die Bedeutung des Westens der Stadt Zürich in ihrer Geschichte ein. Die Stadtgründerin spricht von der grossen Zukunft, die die Region an der Limmat haben wird und die Wachstumssymptome von Zürich parieren kann. Auch Planungen wie Kongresshaus oder Fussballstadion müssten nicht in der Stadt Zürich selbst gebaut werden; vieles spricht dafür, nicht in den bestehenden Grenzen zu denken. weiterlesen →
Am 11. Dezember luden das Zentrum Karl der Grosse, «die Perspektive» und Foraus Zürich zum Podiumsgespräch zum Thema Gentrifizierung. Simon Jacoby (die Perspektive) leitet das Gespräch, bei dem die Meinungen der Direktorin der Stadtentwicklung der Stadt Zürich, Anna Schindler, der FDP-Kantonsrätin Carmen Walker-Späh und Jordi Riegg vom Verein Zitrone aufeinandertreffen.
Nach Ansicht von Riegg sind neben den Mietern die Kulturschaffenden von Gentrifzierung betroffen; ihnen fehlen geeignete Räume. Häufig werden sie an den Stadtrand verdrängt und in der Regel sind es Zwischennutzungen. Ein Problem sehen Kulturschaffende in der Tatsache, dass nichts von Bestand sein wird. Für Riegg besteht das Problem Zürichs darin, dass die Stadt bis ins letzte Detail geplant ist. weiterlesen →
Ein Wochenendausflug nach Paris Anfang Dezember hat verschiedene Eindrücke hinterlassen.
Vélib’
Für mich war es das erste Mal, dass ich vom Veloverleih Vélib’ Gebrauch gemacht habe. Es handelt sich um ein System mit rund 20’000 Velos verteilt auf mehr als tausend Stationen. Ich hatte die Gelegenheit, das System mit einer RFID-Jahreskarte hat (es gibt auch Optionen für Touristen), kann der Spass losgehen. Man geht zur nächsten Station, die noch freie Velos hat – eine Karten-App informiert über die Belegung der Stationen – entriegelt mit der RFID-Karte das Velo und fährt los. Die Velos wurden so vandalensicher wie möglich gemacht: weiterlesen →
Der Sammelband «Wachstumsschmerzen» ist bezieht sich auf die gleichnamige Veranstaltungsreihe der Stadtentwicklung Zürich und der Universität Zürich im Herbst 2013 (vgl. den Blogbeitrag zum Vortrag von Saskia Sassen).
Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Disziplinen betrachten mit ihrer Brille urbane Veränderungsprozesse. Die Stadt Zürich ist ein interessantes Beispiel: Vor zwanzig Jahren war die Stadt anderen Rahmenbedingungen konfrontiert, nämlich mit Stadtflucht, Stagnation und Überalterung. Heute befasst man sich wieder mit den Folgen des Wachstums – die Stadt ist wieder ein attraktiver Ort zum Wohnen und zum Arbeiten. weiterlesen →
Ende November hatte ich noch einige südlichere Tage; ich war auf Verwandtschaftsbesuch auf Gran Canaria. Die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria wartet seit neuerem mit Velowegen auf. Häufig können Velofahrer Einbahnstrassen in der Gegenrichtung befahren. Um die Verkehrsteilnehmer auf die neue Situation aufmerksam zu machen, wurden die Velowege an Kreuzungen oft blau eingefärbt.
Las Palmas de Gran Canaria
Die Wochenzeitung WOZ, der Rotpunktverlag und das Seminar für Soziologie der Universität Basel haben Stadtspaziergänge zum Thema «Raum und Macht» organisiert (vgl. Blogeintrag zum Buch). Am 4. Oktober ging es, thematisch angeleitet mit Lucius Burckhardts Blick auf die Stadt, durch Basel.
Verhinderte Verkehrsachse
Man traf sich in der Brasserie des Basler Bahnhofs und spazierte in Richtung Aeschenvorstadt, deren Umbau zur verkehrsreichen «Talentlastung» dank dem Engagement von Lucius und Annemarie Burckhardt verhindert werden konnte. Burckhardt setzte sich an der ETH Zürich und an der Hochschule Kassel mit der Frage der Partizipation der Bevölkerung bei der Gestaltung von urbanen Räumen auseinander. weiterlesen →
Am 3. Oktober fand im Sozialarchiv in der Reihe «Drittes Lebensalter – Eine neue Generation im Aufbruch» auf Einladung von François Höpflinger ein Podium zum Thema «neue Wohnformen im Alter – generationengemischt» statt.
Das Thema der neuen Wohnformen ergibt sich aus dem Wunsch vieler älterer Menschen, mit jüngeren Menschen in Kontakt zu sein. Am Beispiel der Siedlung Giesserei Winterthur (vgl. Blogeintrag) wurde von der Bewohnerin Ruth Deutsch gezeigt, wie generationengemischtes Wohnen funktioniert. Das Beispiel der Giesserei zeigt, dass ein partizipativer Prozess bei der Planung gut auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen kann. Die Nachfrage nach den Wohnungen war so gross, dass anstelle von ursprünglich 25 Wohnungen am Ende 155 Wohnungen realisiert wurden (Hofer 2013). weiterlesen →
Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der Architekturzeitschrift «werk, bauen + wohnen» befasst sich mit dem Wohnen in der Agglomeration.
Wie Roland Züger in «Die Stadt ist in der Agglo angekommen» schreibt, finden derzeit wichtige Entwicklungen in der Agglomeration statt. Züger pointiert seine Aussage dahingehend, dass Stadt im Sinne von «gleichgültig-ungestörtem Leben nebeneinander» (mit dem Verweis auf Georg Simmel, der vor über hundert Jahren schon die Grundvoraussetzung für Urbanität nannte, nämlich die Anonymität) nur noch in der Agglomeration entstehe. Voraussetzung für Urbanität ist, dass neben den Häusern auch die Strassenräume geplant würden. Züger sieht dieses Unterfangen beim Beispiel des Richti-Quartiers in Wallisellen gelungen. Richti kann auch seine Qualität der Dichte ausspielen, weil der Stadtteil sehr gut angebunden ist (Glattalbahn, S-Bahn. Autobahn). weiterlesen →
Die Fa. Prognos AG hat evaluiert, wie das KfW-Programm «Altersgerecht umbauen» wirkt. Der demographischen Wandel mit der Zunahme älterer und hochbetagter Menschen erhöht den Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Der Verbleib in seiner Wohnung erlaubt den Betagten, weiter in ihrem gewohnten Umfeld zu leben und es wird vermieden, dass stationäre Pflegeinstitutionen genutzt werden müssen.
Bei altersgerechtem Wohnraum handelt es sich insbesondere um barrierefreie oder -reduzierte Wohnungen. Die KfW Bank förderte zwischen 2009 und 2011 den Umbau zu barrierefreien Wohnungen, ohne dass ein konkreter Bedarf angemeldet werden musste. Es konnten sich sowohl (private und gewerbliche) Eigentümer als auch Mieter um Fördergelder bewerben. Es wurden relativ kostengünstige Massnahmen gefördert, auch wenn die Massnahme nicht den DIN-Normen für Barrierefreiheit entsprachen. weiterlesen →
Die beiden Geografen Hermann und Leuthold veröffentlichten 2002 eine innovative Arbeit zu Lebensstilen und städtischer Segregeation. Die Autoren stellen die These auf, dass die Segregation entlang von Lebensstilen erfolgt. Es gibt keine allgemein intersubjektiv anerkannte Hierarchie des guten Quartiers. Wohnideale richten sich sowohl nach Möglichkeiten (Ressourcen) als auch nach Ansprüchen. Dies hat verschiedene Konsequenzen. Weiterlesen...