Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/152179

<h2>SubmittedText<h2><p>Mit Erstaunen wird in Fachkreisen zur Kenntnis genommen, dass die Empa ihr Brandlabor einer externen Trägerschaft abgeben oder schliessen will. Produkteprüfungen werden immer wichtiger, z. B. beim BauPG und in weiteren Bereichen. Es ist aus Sicht der KMU-Wirtschaft nicht tragbar, dass diese Dienstleistungen nicht mehr in der Schweiz angeboten werden sollen.</p><p>- Baut die Empa Prüfleistungen ab?</p><p>- Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass Mess- und Prüflabors weiterhin in der Schweiz bleiben müssen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der primäre Auftrag der Empa liegt in der anwendungsorientierten Forschung zur Unterstützung der Industrie und der Gesellschaft. Dienstleistungen, die nur noch einen beschränkten Bezug zur Forschung haben, werden daher immer wieder an Private weitergegeben - so z. B. das Metallografielabor, welches 2009 dem Schweizerischen Verein für technische Inspektionen übergeben wurde. Produkteprüfungen müssen nicht zwingend von staatlichen Stellen angeboten werden. Vielmehr ist es ökonomisch sinnvoll, reine Dienstleistungen der Empa zu externalisieren; dies vor allem dann, wenn sie ohne Qualitätseinbussen und zu kostendeckenden Preisen am Markt erbracht werden können. Bereits heute werden viele solche Dienstleistungen als Marktleistung angeboten. Sie können so ohne Wettbewerbsverzerrung in Anspruch genommen werden. Durch die Auslagerung von reinen Prüfaktivitäten an private Akteure entstehen zudem Geschäftsfelder und Chancen für neue Firmen. Produkteprüfungen sind in der schweizerischen Industrie ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette, und sie sollten, soweit möglich, auch in der Schweiz angeboten werden. Die Reaktionen auf die Ankündigung der Schliessung des Brandlabors der Empa waren breit und teilweise kritisch. Das Interesse der schweizerischen Industrie sowie der einschlägigen Verbände zeigt aber, dass eine Weiterführung der Prüfleistungen des Brandlabors in der Schweiz möglich sein sollte. Derzeit steht die Empa in Verhandlungen mit ernsthaften Interessenten, und es darf damit gerechnet werden, dass sich eine private Trägerschaft in der Schweiz auch tatsächlich finden lässt.</p>