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Die erfolgreichen Unternehmen, die ich kenne, haben alle mehr gute Ideen als Ressourcen. Es gilt folglich, aus den vielen möglichen Vorhaben aus dem «Fuzzy Frontend» diejenigen auszuwählen, die für das Unternehmen zur grössten Wertsteigerung führen.
Die Fragestellungen, die sich Unternehmen bei der Auswahl von neuen Produktentwicklungs-Vorhaben stellen, sind genau die gleichen, die ein Investor hat, um mit seinen Ersparnissen an der Börse ein Vermögen aufzubauen. Es geht darum, die Aktien auszuwählen und zu kaufen, deren Kursgewinne für die Zukunft am erfolgversprechendsten sind.
Im Geschäftsleben geht es bei der Produktentwicklung um genau dasselbe: Die Vorhaben auszuwählen, die den grössten Umsatz- und Gewinnzuwachs versprechen.
Dabei werden folgende Grundsätze angewendet:
- Die F+E-Projekte werden – sortiert nach zu erwartendem Gewinn – in eine Reihenfolge gebracht und absteigend sortiert. Das heisst, die Projekte mit den höchsten Gewinnerwartungen sind zuoberst auf der Liste.
- In dieser Liste wird von oben nach unten in die Projeke investiert, bis kein Geld mehr da ist. Das heisst, es werden soviele Projekte freigegeben wie finanzielle und personelle Ressourcen vorhanden sind, und nicht mehr, wie es in der Praxis leider oftmals anzutreffen ist.
- Projektbudgets werden nur für die aktuelle Projektphase freigegeben, nicht für das Ge-samtprojekt. Bei jedem Phasenreview wird geprüft und entschieden, ob das Projekt seine Ziele wirklich erreicht, und erst dann werden die Mittel für die nächste Projektphase freigegeben. Dies ist das gleiche Vorgehen, wie es Risikokapital-Investoren anwenden, wenn sie in Startup-Unternehmen investieren.
Die „Entwicklungspipeline“ ist das Gefäss, in dem alle Entwicklungsvorhaben geführt werden. Im Trichtermodell von Wheelwright und Clarke lässt sie sich in drei Abschnitte gliedern: 1) Die Suche und Evaluation von neuen Entwicklungsvorhaben (Fuzzy Frontend, in einigen Branchen auch Vorentwicklung genannt), 2) die eigentliche Produktentwicklung und 3) die Markteinführung. (Vgl hierzu auch die Grafik im Beitrag „Innovationsprozesse“).
Die quartalsweise, halbjährliche oder jährliche Konferenz, an der die Entwicklungsleistung gemessen und verglichen wird und an der festgelegt wird, welche neuen Entwicklungsvorhaben wann gestartet werden.