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«Eine Bieler Tochter aus bürgerlichem Haus durfte eine Heirat und einen eigenen Hausstand wollen. (...) Eine Tochter, deren Grossvater die Elite der Stadt geschliffen hatte, deren Vater ein Freisinniger war und eine einträgliche Kanzlei führte, durfte mehr wollen, als gemeinhin für Bieler Töchter zu wollen war», schreibt Autorin Barbara Kopp in der Biographie «Laure Wyss - Leidenschaften einer Unangepassten». Das Mädchen durfte ins Gymnasium, welches zuvor von ihrem Grossvater Jakob Wyss als Rektor geleitet und geprägt worden war.
Der Grossvater war noch der Meinung, das Gymnasium sei für Mädchen zu streng. Doch für Laure Wyss' Vater Werner Wyss - er war Anwalt, Bieler Stadtrat und Berner Grossrat - war es selbstverständlich, seine beiden Töchter ins Gymnasium zu schicken.
Nach der Matur verliess Laure Wyss Biel. Paris, Berlin, Stockholm, Zürich wurden Stationen ihres Lebens. Sie wurde eine Kämpferin für die Rechte der Frauen und eine bekannte Journalistin. So leitete und präsentierte sie etwa am Schweizer Fernsehen die Sendung «Am Samstag zwischen sechs und sieben ... Ein Magazin für die Frau». Und sie war Mitgründerin des «Tages-Anzeiger Magazin».
Nach ihrer Pensionierung schrieb Laure Wyss mehrere Bücher, für die sie unter anderem den Grossen Literaturpreis des Kantons Bern und mehrere Preise von Stadt und Kanton Zürich erhielt.
In drei grossen Kapiteln «Lor», «Wyss» und «Ich» hat Barbara Kopp das Leben dieser «Unangepassten» aufgearbeitet, aufgrund zahlreicher Interviews und Dokumente.
Inwiefern haben ihre ersten 19 Lebensjahre in Biel Laure Wyss geprägt? Sicher sehr prägend sei die Zweisprachigkeit Biels gewesen, sagt Barbara Kopp gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Und von Grossvater, Vater und Mutter habe sie mitbekommen, dass sich jeder Mensch in irgend einer Form für das Gemeinwesen einsetzen solle.