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Stéphane Chapuisat ist einer der erfolgreichsten Schweizer Fussballspieler. Mit dem BV Borussia Dortmund wurde er zwei Mal deutscher Meister und gewann 1997 die UEFA Champions League. Bis heute ist er mit 108 Bundesliga-Toren der zweierfolgreichste ausländische Torschütze in der Geschichte der Bundesliga. Am 11. September wird er auf dem Rasen des Stade de Suisse sein, um das Turnier insieme-Cup zu unterstützen und Autogramme zu verteilen.
Was tun Sie, seit Sie Ihre aktive Karriere vor vier Jahren beendet haben?
Ich habe mehrere Dinge gemacht. Seit zwei Jahren arbeite ich für die Young Boys (YB). Dort trainiere ich die Stürmer der Jugendabteilung, also Spieler zwischen 14 und 21 Jahren. Und seit Januar dieses Jahres bin ich auch als Scout tätig: Ich sehe mir Spiele an, um potenzielle Spieler für den Club zu entdecken; für die Juniorenmannschaft wie auch für die Erste Mannschaft.
Das Turnier insieme!Cup findet im Stade de Suisse statt. Ist das quasi ein Spiel auf Ihrem Rasen, weil Sie für YB gespielt haben und für den Verein noch heute arbeiten?
Das kann man so sagen. Ich verbringe mit all den Trainings, die ich gebe, zig Stunden in diesem Stadion. Hier fühle ich mich wohl. Während meiner Zeit als Profifussballer habe ich noch im alten Stadion, im Wankdorf, gespielt.
Im Stade de Suisse ist der Rasen synthetisch. Was sind Vor- und Nachteile eines solchen Rasens?
Positiv ist, dass man immer spielen und trainieren kann, selbst bei Regen. Und gerade in der Schweiz ist dies ein Vorteil, weil die Wetterlage nicht so stabil ist. Ein synthetischer Rasen muss bei zu starker Trockenheit einzig ein bisschen bewässert werden, das ist alles.
Und wie ist es mit dem Ballkontakt?
Wie bereits erwähnt habe ich während meiner aktiven Karriere nie auf einem solchen Rasen gespielt. Aber grundsätzlich glaube ich, dass es eine Frage der Gewohnheit ist.
Spielen Sie eigentlich noch Fussball?
Ja, in der Seniorliga in Malley mit früheren Kollegen. Der FC Etoile Sportive Malley war mein erster Club in der Erstliga. Danach wechselte ich zu Lausanne Sport.
Sie spielen also wieder mit den Kollegen von früher?
Ja, mit einigen von ihnen. Und dann auch mit weiteren Fussballfreunden, die in anderen Clubs Karriere gemacht haben. Wir sehen uns dort wieder.
Am 11. September stellen Sie sich für eine Autogrammstunde zur Verfügung. Wieso dieses Engagement?
Ich habe immer diversen Vereinigungen geholfen. Kommt hinzu, dass der Anlass im Stade de Suisse stattfindet und ein Kontext mit Fussball gegeben ist. Das hat mich angesprochen.
Kennen Sie insieme?
Davon gehört habe ich bereits. Ich wusste, dass es eine Vereinigung ist, nicht bekannt war mir aber deren Aktivitätsgebiet.
Haben Sie einen Bezug zu geistiger Behinderung?
Eigentlich nicht wirklich. Engere Kontakte hatte ich bisher keine, auch wenn ich ab und zu Menschen mit einer geistigen Behinderung begegnet bin.
Keine Berührungsängste gegenüber diesem Publikum?
Vielleicht ist es nicht ganz einfach, mit Menschen mit Behinderung in Kontakt zu treten, wenn die Erfahrung hierfür fehlt. Aber Angst habe ich deswegen keine. Ich werde da sein, um ihnen und dem Publikum Freude zu bereiten.
Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn von Integration von Menschen mit geistiger Behinderung die Rede ist?
Wahrscheinlich ist das nicht ganz einfach. Dort, wo ich wohne, gibt es ein Atelier. Manchmal sehe ich sie zur Arbeit gehen. Diese Art von Struktur ist sicher gut, damit die Leute einer produktiven Arbeit nachgehen können. Das verschafft ihnen Würde, ein Jeder soll sein Bestes geben können. Aber es muss ein Vorteil für beide Seiten sein; für sie wie auch für die anderen. Das ist es, was ich unter Integration verstehe.
Wie lautet Ihr Tipp für Junge, die von einer Karriere auf dem grünen Rasen träumen?
Es braucht Leidenschaft und Ehrgeiz, Fortschritte zu machen… und: trainieren, trainieren und nochmals trainieren.
So viel?
Wenn eine Leidenschaft da ist, gibt es kein Zuviel. Es läuft wie von alleine. Das ist wahre Leidenschaft.
Der erfolgreiche Fussballer Stéphane Chapuisat
wird am 11. September Autogramme geben.