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Nach den hoffnungsvollen Resultaten 2008 am World Cup Turnier in Paris, wo zwei Teams den Final nur um einen Rang verpasst hatten, reiste das Schweizer Kata Nationalteam erstmals an die IJF Kata Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr in Budapest stattfanden. Bei der Erstaustragung dieser WM letztes Jahr in Malta war die Schweiz noch nicht vertreten. Man war gespannt auf das Abschneiden der Schweizer Mannschaft, die sich zum Ziel gesetzt hatte, mindestens eins der elf Paare in den Final der besten sechs zu bringen. Es galt also, Rang 3 in einem der beiden Gruppenwettkämpfe zu erreichen.
Die einzelnen Wettbewerbe aus Schweizer Sicht
Mit gleich vier Teams bestritt die Schweiz die Nage-no-Kata (Würfe). Das Schweizer Meister-Duo Gschwend/Zuckschwerdt aus der Ostschweiz erkämpfte sich den 9. Rang. Die Regensdörfer Bürgi/Willi erreichten Platz 11. Dazwischen klassierte sich das Liestaler Paar Dürrenberger/Brandt ebenfalls unter den Top Ten der anderen Gruppe. Wey/Koch fanden sich leider auf dem letzten Gruppenrang wieder.
Die Katame-no-kata (Bodentechniken) wurde ebenfalls von vier Schweizer Paaren bestritten. Das Baselbiet schnitt hier am besten ab: Dürrenberger/Brandt als aktuelle Schweizermeister belegten den guten 6. Rang, dicht gefolgt vom Schweizer Vizemeister, dem Prattler Paar Klotz/Tschopp, die mit nur 2 Punkten Rückstand 7. wurden. Das Ostschweizer Duo Zuckschwerdt/ Gschwend verpasste die Top Ten der Gruppe knapp und Koch/Wey mussten sich mit dem 15. Rang zufrieden geben.
Das Romand-Paar Vanay/Fischli (ebenfalls amtierender Schweizermeister) erzielte in der Juno-Kata (langsame Techniken ohne Wurf) das beste Schweizer Ergebnis mit einem 6. Rang und dem kleinsten (36 Punkte) Abstand zum finalberechtigten 3. Gruppenrang.
Das Zürcher Kime-no-Kata (Selbstverteidigung alte Waffen)-Paar Bürgi/Willi schaffte es auf den 7. Rang , allerdings mit einem deutlich grösseren Abstand zum 3. Platz. Nun ruhten die letzten Hoffnungen auf eine Finalteilnahme auf dem Prattler Team Tschopp/Bruttin in der Kodokan-Goshin-Jutsu (moderne Selbstverteidigung). Als letzte Schweizer im Einsatz erreichten aber auch sie das gesteckte Ziel nicht, es fehlten ihnen auf Rang 8 schliesslich 45 Punkte für den Einzug ins Finale.
Die WM auf einen Blick
Alle fünf Goldmedaillen gingen nach Japan, obwohl in der Kodokan Goshin-Jutsu
die Pistole davonflog… – der Vorsprung von 58 Punkten aus dem Gruppenwettbewerb reichte den Favoriten aus, um den Titel doch noch mit 20 Punkten Vorsprung zu gewinnen. Wie erwartet teilten sich die Kata-Grossnationen Italien und Spanien die meisten übrigen Medaillen. Nur Rümanien (Silber in Nage-no-Kata) und der überraschende Iran (Bronze in Juno-Kata und Katame-no-Kata) konnten noch ein wenig Edelmetall nach Hause holen.
Die Schweiz konnte ihr gestecktes Ziel zwar nicht erreichen, etablierte sich aber praktisch geschlossen im Mittelfeld der 50 Teilnehmer-Nationen – es fehlten jeweils etwa 50 Punkte zur Spitze, die einen viel grösseren Trainingsaufwand betreibt und deutlich mehr Profi-Judokas aufweist. Alle zeigten eine ihrem derzeitigen Niveau entsprechende gute Kata, niemandem unterlief ein grober Fehler. Die Summe der kleinen Fehler machte die Differenz zur Weltspitze aus. Das Swiss Kata Team gibt es noch nicht lange und mit den jetzt eingeleiteten Verbesserungen mit neuen Strukturen, Kadertrainings und mehr Professionalität in den Vorbereitungen auf die grossen Wettkämpfe hat das Team unter der Leitung von Jean-Pierre Ryser durchaus noch Potential zur Weiterentwicklung. Der nächste Grossanlass wird im November die Europameisterschaft EJU in Italien sein. Darauf wird sich das Team mit Kadertrainings, Videoanalysen und der Teilnahme an zwei bis drei weiteren internationalen Turnieren vorbereiten.
Schweizer Resultate der Vorkämpfe:
Nage-no-Kata (14+13 Paare)
Gschwend / Zuckschwerdt 9. Rang 381 Pkt Gruppe 1
Dürrenberger / Brandt 10. Rang 367 Pkt Gruppe 2
Willi / Bürgi 11. Rang 372 Pkt Gruppe 1
Wey / Koch 13. Rang 342 Pkt Gruppe 2
Katame-no-Kata (2 mal 16 Paare)
Dürrenberger / Brandt 6. Rang 387 Pkt Gruppe 2
Klotz / Tschopp 7. Rang 385 Pkt Gruppe 2
Zuckschwerdt / Gschwend 11. Rang 392 Pkt Gruppe 1
Koch / Wey 15. Rang 342 Pkt Gruppe 2
Juno-Kata (2 mal 13 Paare)
Vanay / Fischli 6. Rang 393 Pkt Gruppe 1
Kime-no-Kata (11+10 Paare)
Bürgi / Willi 7. Rang 426 Pkt Gruppe 2
Kodokan-Goshin-Jutsu (2 mal 13 Paare)
Tschopp / Bruttin 8. Rang 511 Pkt Gruppe 2