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Zürich, 23.07.2017
Bei der Parlamentswahl in Osttimor liefern sich nach ersten, inoffiziellen Ergebnissen die beiden grössten Parteien und Koalitionspartner ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sorgen über wachsende Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit hatten den Wahlkampf bestimmt.
Bei etwa 95 Prozent der ausgezählten Stimmen kamen die aus der Unabhängigkeitsbewegung hervorgegangene linke Fretilin-Partei und der Nationalkongress für den Wiederaufbau Timors (CNRT) auf jeweils 28 Prozent, wie ein Sprecher des Presserats am Sonntag sagte. Der CNRT musste demnach starke Verluste hinnehmen. Offizielle Ergebnisse werden voraussichtlich erst im August bekanntgegeben.
Am Samstag waren 766'000 Wahlberechtigte aufgerufen, neu über die 65 Parlamentssitze des 1,2-Millionen-Einwohner-Landes zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag dem Presserat zufolge bei etwa 65 Prozent. 21 Parteien waren angetreten, fünf schafften es ins Parlament. Die Demokratische Partei und die neu gegründete Volksbefreiungspartei kamen auf jeweils zehn Prozent.
Der südostasiatische Inselstaat zählt zu den ärmsten Ländern weltweit, 40 Prozent der Bevölkerung gelten als arm. Die Staatskasse ist stark abhängig von der Erdölproduktion, doch der von Öleinnahmen gespeiste 16 Milliarden Dollar schwere Staatsfonds trocknet Experten zufolge bald aus.
Osttimor war bis 1975 eine portugiesische Kolonie und wurde dann von Indonesien besetzt. Erst 2002 wurde die zwischen Indonesien und Australien gelegene Inselhälfte in die Unabhängigkeit entlassen. 2012 zogen die UNO-Friedenstruppen ab.