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Das Verkehrshaus der Schweiz ist nach zweijähriger Bauzeit am 1. Juli 1959 eröffnet worden und avancierte schnell zum meistbesuchten Museum der Schweiz. 1969 kamen das erste und bis heute einzige Grossplanetarium der Schweiz sowie das Restaurant und das Bürogebäude dazu. Seit 1972 ergänzt die Halle Luft- und Raumfahrt das Ensemble von Ausstellungshallen. Zwischen 1979 und 1985 wurden das Hans Erni Museum, die zweite Halle für den Schienenverkehr mit der Überdeckung des früheren Schienen-Freigeländes sowie die Halle Schifffahrt, Seilbahnen und Tourismus gebaut. 1996 wurde mit der Integration des Filmtheaters ein weiterer Ausbau vollzogen. Zum 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2009 kamen die ikonische Halle Strassenverkehr und die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit Conference Center, Gastronomie und Shop hinzu. Das Swiss Chocolate Adventure (2014) und die Media World (2016) ergänzen das umfassend Angebot des Verkehrshauses.
Erste Bestrebungen, ein Schweizer Verkehrsmuseum zu gründen, gab es im Jahr 1897 anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Schweizer Eisenbahnen. In Ansätzen verwirklicht wurde die Idee jedoch erst im Rahmen der Landesausstellung von 1914, wo verschiedene Originalobjekte zur Eisenbahngeschichte gezeigt wurden. Die SBB eröffneten 1918 mit dem Grundstock der damals zusammengetragenen Sammlung das Schweizerische Eisenbahnmuseum in Zürich. Im historischen und personellen Umfeld der Landesausstellung von 1939 wurde die Idee eines den gesamten Verkehr umfassenden Museums wieder aufgegriffen und mündete 1942 in die Gründung des Vereins Verkehrshaus der Schweiz – der das Museum bis heute betreibt –, damals mit Sitz in Zürich. Nachdem dort kein geeignetes Gelände für das geplante Museum gefunden werden konnte, die Stadt Luzern dem Verein jedoch ein solches anbot, begann 1957 der Bau des Verkehrshauses auf dem 40 000 m² grossen Lidogelände unmittelbar am Vierwaldstättersee. Dem Verein Verkehrshaus der Schweiz gehörten damals neben SBB und PTT, Privatbahnen und Verkehrsorganisationen auch grosse Unternehmen aus Handel, Industrie und Tourismus an. Die thematische Ausrichtung des Verkehrshauses widerspiegelt demgemäss auch die Kommunikationsinteressen der Gründungspartner dieser Institution. Unterstützt wurde der Bau ausserdem durch das finanzielle Engagement des Bundes sowie der Stadt und des Kantons Luzern.
Fulminanter Start – erfolgreiche Entwicklung
Das Verkehrshaus der Schweiz konnte nach zweijähriger Bauzeit am 1. Juli 1959 eröffnet werden, wurde schnell zum populärsten Museum der Schweiz und verzeichnete bis ins Jahr 2009 über 27 Millionen Besucherinnen und Besucher. Zur ersten Bauphase gehörten die Ausstellungen über den Schienen- und den Strassenverkehr, das Post- und Fernmeldewesen sowie Luftfahrt, Schifffahrt und Tourismus. Mit der Rettung des ältesten noch existierenden Dampfschiffes «Rigi» von 1848 und dessen Platzierung im Innenhof des «Ur-Verkehrshauses» wurde der Technikgeschichte der Schweiz zudem ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. 1969 kamen das erste und bis heute einzige Grossplanetarium der Schweiz sowie das Restaurant und das Bürogebäude dazu. Seit 1972 ergänzt die Halle Luft- und Raumfahrt das Ensemble von Ausstellungshallen. Zwischen 1979 und 1985 wurden das Hans Erni Museum, die zweite Halle für den Schienenverkehr mit der Überdeckung des früheren Schienen-Freigeländes sowie die Halle Schifffahrt, Seilbahnen und Tourismus mit dem 360°- Rundbildkino «Swissorama» gebaut. Seit 1995 ergänzt der multimediale Erlebnisraum 3/4 «Nautirama» das Ausstellungsangebot dieser Halle. 1996 wurde mit der Integration des Imax-Filmtheaters ein weiterer Ausbau vollzogen. Im Frühling 1997 konnte anlässlich von 150 Jahren Schweizer Eisenbahngeschichte die umgestaltete Ausstellung «Schienenverkehr» mit der Gotthardtunnelschau dem Publikum übergeben werden. Im Schweizer Eisenbahn-Jubiläumsjahr erlebte das Verkehrshaus dann auch sein bisher erfolgreichstes Jahr mit zusammen weit über einer Million Besucherinnen und Besuchern in Verkehrshaus und Imax-Filmtheater. 1999 wurde die neue Raumfahrtausstellung «Cosmorama» eröffnet. Im Herbst 2000 konnte mit dem Fesselballon «HiFlyer» eine weitere Publikumsattraktion in Betrieb genommen werden. Im Sommer 2001 liess das Verkehrshaus sein Planetarium zum modernsten Europas ausbauen. 2002 wurde die «Swissarena» (heutige Livemap Switzerland) mit der weltweit ersten begehbaren Luftbildaufnahme eines ganzen Landes als weitere Hauptattraktion eröffnet.
Nationales Museum für Verkehr und Mobilität
Der Verein Verkehrshaus der Schweiz wurde ursprünglich mit dem Ziel gegründet, im Interesse der Gründungspartner ein Forum und Schaufenster für Verkehr und Kommunikation zu schaffen. Das Verkehrshaus hat sich inzwischen zu einem erfolgreichen technischen Museum mit grosser nationaler und internationaler Bedeutung – faktisch zum nationalen Museum für Verkehr und Mobilität – entwickelt. Das Schwergewicht der Sammlung liegt demgemäss auf der Verkehrstechnik und Mobilitätsthematik, deren Entwicklung in den verschiedenen Ausstellungsbereichen unter Berücksichtigung der sozial- und kulturgeschichtlichen Dimension dargestellt wird. Gegen 2’000 historische Objekte sind heute im Verkehrshaus ausgestellt, darunter einzigartige Exponate wie der erste Eisenbahnzug der Schweiz (Spanisch-Brötli-Bahn), das erste erfolgreiche Schweizer Flugzeug (Dufaux-Doppeldecker) oder der erste Verkaufswagen der Migros. Die Sammlungen des Verkehrshauses umfassen daneben weitere 4’000 Objekte sowie über 150’000 Dokumente zur Verkehrsgeschichte, die sich im Archiv und in den Lagerräumen des Verkehrshauses befinden und zu Studien- und Forschungszwecken zugänglich sind. Der ursprünglich intendierte Forumsgedanke lebt neben der Museumstätigkeit bis heute weiter, denn das Verkehrshaus ist immer auch Gastgeber und Ort für verschiedenartigste Veranstaltungen zum Themenkreis «Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Verkehrs und der Mobilität» geblieben.
Seit 50 Jahren erfolgreich
Im Jahr 2009 feierte das Verkehrshaus der Schweiz sein 50-jähriges Bestehen. Eine schweizerische Erfolgsgeschichte geht weiter.
Neue Perspektiven zum Jubiläumsjahr 2009
Bis zu diesem Zeitpunkt wurde ein Neubau- und Attraktivierungsprogramm mit nachhaltiger Wirkung realisiert. Verschiedene Gebäude wurden etappenweise neu gebaut, umgebaut und attraktiviert. Im November 2008 nahm das neue Eingangsgebäude «FutureCom» – als erster Teil der Neubauprojekte – den Betrieb auf. Es beinhaltet mit der Media World spannende interaktive Kommunikationswelten, mit Mercato und Piccard zwei neue Restaurants, einen Museumsshop und ein modernstes Conference Center. Gleichzeitig mit der Eröffnung feierten das Filmtheater mit 3D-Digital Technologie und das Planetarium mit dem Programm «Stella Nova» Weltpremieren. Zudem erschien mit «Das Verkehrsbuch der Schweiz» ein spannendes Werk zum Jubiläum.
Ende Juni 2009, zum 50. Museumsgeburtstag, wurden eine neue Halle Strassenverkehr (2'000 m² Ausstellungsfläche mit interaktivem Autotheater, Schaulager, Themeninseln und Schauatelier), die multifunktionale Freiluftarena mit Verkehrsgarten und Strassenbauarena sowie ein Dokuzentrum eröffnet.
Das stark erweiterte Angebot und die neue Ausrichtung im Filmtheater führten im Februar 2010 zu einem Namenswechsel: Das IMAX-Filmtheater heisst neu «Verkehrshaus Filmtheater». Am 31. März 2010 eröffnete das Verkehrshaus der Schweiz die rundum erneuerte Halle Luft- und Raumfahrt mit attraktiven Neuheiten (u.a. mit einem nachgebauten Rumpfquerschnitt eines Airbus A340 in Originalgrösse, einem Helikopter-Simulator und einem Original-Helikopter Agusta A109 K2 der Rega) und startete in das Jubiläumsjahr der Schweizer Aviatik mit der Sonderausstellung «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz.