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26. März 2002
Die finanzielle Verfassung der Swisscom-Gruppe ist dank Verbesserungen im operativen Geschäft und einer gezielten Investitionspolitik in den letzten Jahren äusserst robust: Die Nettoliquidität belief sich Ende 2001 auf CHF 2,9 Mrd. und die flüssigen Mittel und kurzfristigen Finanzanlagen lagen Ende 2001 in Höhe von CHF 7,1 Mrd. Die hohe Liquidität ermöglichte Swisscom einen Aktienrückkauf im Umfang von CHF 4,3 Mrd., der im März 2002 erfolgreich abgeschlossen wurde. Der ordentlichen Generalversammlung wird der Antrag unterbreitet, die zurückgekauften Aktien zu löschen und damit das Aktienkapital der Gruppe um 9,99% zu reduzieren.
Der Verwaltungsrat der Swisscom AG beantragt der ordentlichen Generalversammlung vom 30. April 2002 eine gleich bleibende Dividende von CHF 11 sowie eine Herabsetzung des Aktienkapitals durch eine Nennwertreduktion von CHF 8 pro Aktie. Mit Vorbehalt der Zustimmung der Generalversammlung werden den Aktionären demnach CHF 19 pro Aktie ausgeschüttet. Damit werden rund CHF 1,26 Mrd. an die Aktionäre ausbezahlt. Die Aktionäre konnten zudem bereits im Rahmen des Aktienrückkaufangebots im März 2002 durch die Zuteilung der Put-Optionen von der guten Verfassung von Swisscom profitieren.
Swisscom steigerte im Jahr 2001 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,8% auf CHF 14´174 Mio. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und vor Gewinn aus Veräusserung von Liegenschaften (EBITDA) von CHF 4´409 Mio. übertrifft das Vorjahr um 9,3%. Diese Steigerung ist vor allem auf den anhaltenden Erfolg von Swisscom Mobile zurückzuführen. Das Betriebsergebnis vor Veräusserung von Liegenschaften und der Wertberichtigung bei debitel liegt mit CHF 2´235 Mio. um 22,1% über dem Vorjahr. Mit der Veräusserung von 25% von Swisscom Mobile AG an Vodafone wurde ein Gewinn von CHF 3´837 Mio. realisiert. Aus dem Verkauf eines Teils der Immobilien resultierte ein Gewinn von CHF 568 Mio.
Im vierten Quartal 2001 hat Swisscom die Bewertung ihrer Beteiligungen überprüft. Dies ergab Wertberichtigungen auf den Beteiligungen debitel von CHF 1´130 Mio. und Infonet von CHF 219 Mio. Auf dem Darlehen an die österreichische UTA wurde eine Wertberichtigung von CHF 199 Mio. gebucht. Der Reingewinn der Swisscom-Gruppe liegt mit CHF 4´964 Mio. um 57% höher als im Jahr 2000.
Die erfreuliche Entwicklung des operativen Geschäfts der Swisscom-Gruppe zeigt sich auch in deutlich gesteigerten Verkehrsvolumen: Sowohl im Festnetz wie auch im Mobilnetz stiegen die Verkehrsvolumen um je über 13%.
Das Segment Fixnet - Retail and Network hielt den Umsatz mit Dritten von CHF 3´126 Mio. trotz Preissenkungen per 1. März 2000 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der mit Telefonanschlüssen erzielte Umsatz stieg als Folge der Migration von analogen zu digitalen (ISDN-)Anschlüssen um 4,3%. Im nationalen Telefonverkehr resultierte aufgrund der Preissenkungen und einem Rückgang insbesondere im Nahbereich ein um 6% tieferer Umsatz. Im internationalen Telefonverkehr konnte Swisscom den Marktanteil halten und profitierte von einer Volumensteigerung. Bei den Mehrwertdiensten (Value Added Services) stieg der Umsatz dank des stark zunehmenden Internetverkehrs um 29,1%. Der EBITDA des Segments stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,5% auf CHF 1´691 Mio.
Fixnet - Wholesale and Carrier Services weist einen gegenüber dem Vorjahr stabilen Umsatz mit externen Kunden in Höhe von CHF 1´298 Mio. aus. Im nationalen Wholesalegeschäft wurde ein Mehrumsatz von 22,8% erzielt, was auf steigende Marktanteile konkurrierender Telekommunikationsanbieter und daraus resultierenden Interkonnektionsumsätzen sowie den Zuwachs bei Mietleitungen zurückzuführen ist. Der Umsatz im internationalen Wholesalegeschäft konnte dank gesteigerten Volumen und dem Umsatzwachstum von Swisscom North America um 24,7% auf CHF 283 Mio. gesteigert werden. Der Umsatz aus dem eingehenden internationalen Verkehr ging vor allem als Folge von Preissenkungen um 35% zurück. Der Umsatz mit anderen Segmenten nahm durch die erhöhten Volumen im Transitverkehr auf das Mobilnetz sowie im Internetverkehr stark zu. Dank des insgesamt gesteigerten Nettoumsatzes erhöhte sich der EBITDA des Segments auf CHF 152 Mio.
Beim Segment Enterprise Solutions sank der Umsatz mit Dritten gegenüber dem Vorjahr um 2,1% auf CHF 1´796 Mio. Der Umsatz aus dem Telefonverkehr reduzierte sich als Folge der Preisreduktionen per 1. März 2000 sowie Mengenverlusten im nationalen Verkehr. Der Drittumsatz aus dem Mietleitungsgeschäft (Managed Network Services) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 10,6%. Grund sind die anhaltenden Preisreduktionen, die nicht durch die wachsende Nachfrage nach Bandbreite kompensiert werden können. Dagegen verzeichnete der Bereich Unternehmens-kommunikation (Corporate Communications Solutions) eine anhaltend starke Nachfrage nach IP-basierten (Internet Protocol) Produkten und konnte den Umsatz um 22,8% steigern. In diesem Geschäftsfeld erwartet Swisscom weiteres Wachstum. Der Umsatzrückgang des Segments konnte nicht durch Kostenreduktionen kompensiert werden. Im Vergleich zum Vorjahr sank der EBITDA des Segments um 6,4% auf CHF 247 Mio.
Im Rahmen der bereits angekündigten Massnahmen im Personalbereich werden bei Swisscom Fixnet bis Ende von 2002 rund 500 und bei Enterprise Solutions rund 120 Vollzeitstellen abgebaut. Wenn immer möglich erfolgt die Reduktion über die normale Fluktuation. Die vom Abbau betroffenen Mitarbeitenden haben Anspruch auf die Leistungen des geltenden gut ausgebauten Sozialplans der Swisscom-Gruppe.
Mit einer Steigerung von 14,5% gegenüber dem Jahr 2000 erzielte das Segment Mobile einen Umsatz mit Dritten von CHF 3´127 Mio. Das Wachstum des Schweizer Mobilfunkmarktes schwächte sich aufgrund der hohen Marktdurchdringung von rund 70% ab. Swisscom Mobile konnte am Marktwachstum erfolgreich partizipieren und den hohen Marktanteil behaupten. Die Kundenbasis stieg auf 3,37 Mio. Teilnehmer, wobei der Bestand am Jahresende um rund 207´000 inaktive Prepaid-Kunden bereinigt wurde. Der Fokus des Wachstums lag bei den Kunden mit Abonnement. Der Voice-Umsatz wurde aufgrund der vergrösserten Kundenbasis im Vorjahresvergleich um 14,9% auf CHF 2´092 Mio. ausgeweitet. Im Data-Bereich stieg der Umsatz vor allem aufgrund des Wachstums bei den SMS um 79,6% auf CHF 273 Mio. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde und Monat (ARPU) von Mobile erreicht mit CHF 83 den Vorjahreswert von CHF 89 nicht. Die Aufwendungen für das Gewinnen von Neukunden lagen bedingt durch das geringere Kundenwachstum und dank der gezielten Reduktion der Händlersubventionen im Prepaid-Bereich wesentlich unter dem Vorjahr. Der EBITDA von Mobile verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 26,5% auf CHF 1´876 Mio. bei einer Marge von 47,1%.
debitel weist in Lokalwährung einen Umsatzrückgang von 3% gegenüber dem Vorjahr aus. Bedingt durch die Währungsentwicklung liegt die Abweichung in Schweizer Franken höher. Das Wachstum im deutschen Mobilfunkgeschäft hat sich gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Aufgrund von Preisreduktionen sowie tieferen Prämien- und Hardwareerlösen nahm der Mobilfunkumsatz von debitel in Deutschland in Schweizer Franken um 9,5% ab. Hingegen konnte der Umsatz des internationalen Geschäfts durch die positive Entwicklung in Frankreich, den Niederlanden und Dänemark in Schweizer Franken um 10,7% gesteigert werden. Der Teilnehmerbestand wurde in allen Ländern ausgeweitet und überschritt in 2001 erstmals die Marke von 10 Mio. Im November 2001 hat debitel die holländische Talkline Nederland übernommen. Der EBITDA von debitel verbesserte sich um 12% auf CHF 187 Mio. Diese Steigerung resultiert aus der guten Entwicklung des internationalen Geschäfts. In allen Ländern wurde ein positives Betriebsergebnis erzielt.
Der Segmentumsatz des Bereichs Übrige ist gegenüber dem Vorjahr um 8,4% auf CHF 1´019 Mio. gesunken. Der Umsatzrückgang ist vor allem auf den um 20,9 % auf CHF 477 Mio. tieferen Nettoumsatz von Swisscom Systems zurückzuführen. Rückläufigen Einnahmen aus Vermietung und Verkauf von Teilnehmervermittlungsanlagen stand eine Umsatzsteigerung im Servicegeschäft gegenüber. Auch Broadcasting verzeichnete einen Umsatzrückgang von 10,9%. Dies hat im wesentlichen seine Ursachen in geänderten Rahmenverträgen mit der SRG und dem Verkauf des Satellitengeschäfts. Der Internet Service Provider bluewin konnte den Umsatz mit externen Kunden um 22% auf CHF 61 Mio. steigern. Das Umsatzwachstum ist vor allem auf ein gesteigertes Volumen zurückzuführen. Der Teilnehmerbestand wurde im Jahr 2001 um 19,2% auf 715´000 Teilnehmer erhöht. Der EBITDA des Segments ging um 7,8% auf CHF 142 Mio. zurück. Die erstmalige Konsolidierung von Swisscom Directories führte zu einer Steigerung des EBITDA - ein tieferer Umsatz und eine geringere Marge von Swisscom Systems jedoch zu einer Reduktion.
Swisscom führt im Laufe von 2002 ein neues, modernisiertes Konzept für die berufliche Altersvorsorge ein. Der Wechsel hatte eine ausserordentliche Beitragszahlung von CHF 240 Mio. in 2001 zur Folge. Zusätzlich zahlte Swisscom einen einmaligen Sonderbeitrag von CHF 200 Mio. zur Bildung einer Wertschwankungsreserve an die eigene Vorsorgeeinrichtung comPlan. Dieser Beitrag wurde ergebnisneutral gegen bestehende Rückstellungen gebucht. comPlan ist erst seit 1999 operativ tätig und verfügt im Unterschied zu anderen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen über keine Wertschwankungsreserven, weil sie vom Bund mit einem Deckungsgrad von nur 100% in die Unabhängigkeit überführt wurde.
Der Personalaufwand hat gegenüber dem Vorjahr um 2% auf CHF 2´461 Mio. abgenommen. Im Betrag sind Aufwendungen von CHF 92 Mio. (Vorjahr CHF 122 Mio.) für Massnahmen zur Stellenreduktion enthalten. Der durchschnittliche Personalbestand in Vollzeitstellen blieb mit 20´988 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stabil. Ohne Einbezug von debitel erhöhte sich der Stellenbestand per Ende 2001 um 1,9% auf 17´784, was auf den Zusammenschluss von Swisscom IT und AGI IT Services AG zurückzuführen ist.
Swisscom strebt an, die Marktführerschaft im Kerngeschäft im Heimmarkt zu halten und mit debitel die führende Position als netzunabhängiger Service Provider in Europa zu verteidigen. Infolge der hohen Marktdurchdringung ist in der Mobilkommunikation in der Schweiz wie auch international nur mit einem geringen Marktwachstum zu rechnen. Im Festnetzgeschäft rechnet Swisscom mit anhaltendem Druck auf die Margen.
Swisscom rechnet für das Geschäftsjahr 2002 mit leicht steigenden Umsätzen und strebt einen EBITDA in Höhe des Vorjahres an. Da die einmaligen Erträge aus dem Verkauf von Immobilien und 25% der Swisscom Mobile AG entfallen, wird der Reingewinn ein wesentlich tieferes Niveau erreichen.
Der detaillierte Jahresbericht ist im Internet abrufbar unter:
www.swisscom.com/bericht2001
Bern, 26. März 2002
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