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Die Leere nach der Pensionierung
Meistens folgt auf die Beendigung der Erwerbstätigkeit der Beginn der Altersrente, der Überbrückungsrente oder der privaten Altersvorsorge.
In diesem Artikel sowie im Frühpensionierungscoaching 55+ geht es nicht um die finanzielle und materielle Versorgung der Pensionierten, sondern um die Probleme, die ihren Ursprung oder ihren Auslöser ausserhalb des finanziellen Bereiches haben.
Die Pensionierung kann aus emotioneller und sozialer Sicht als
- normative Entwicklungsaufgabe
- als Prozess
- als Verlust der Arbeit
- als Rollenübergang
angesehen werden.
In diesem Blog werde ich auf den Prozess eingehen, welcher in 7 Schritte nach Atchley (1976) eingeteilt wird. Die Phase 1 „Remote“ endet mit der voraussichtlichen Pensionierung, es herrscht eine positive Grundhaltung; und „Near“, in der Zeit kurz vor der Pensionierung kommt Unsicherheit über die Zeit nach der Pensionierung auf und man würde gerne die Arbeitszeit nach Möglichkeit verlängern. Diese zwei Phasen kommen hauptsächlich bei der ordentlichen Pensionierung vor.
Die Phasen 3 bis 6 „Honeymoon“, „Disenchantment“, „Reorientation“ und „Stability“ kommen bei ordentlicher sowie Frühpensionierung vor und müssen nicht in dieser zeitlichen Abfolge stattfinden. Wichtig ist, dass die Probleme nicht zuerst entstehen müssen, um sie danach bewältigen zu können.
Honeymoonphase
Bei hinreichender finanzieller Absicherung und guter Gesundheit beginnt die Zeit nach der Pensionierung mit einer euphorischen Phase. Die Pensionierung erscheint als ein andauernder Urlaub. Aufgeschobene Bedürfnisse werden ungeordnet und möglichst gleichzeitig gelebt. Die vielen Vorhaben lassen die Zeit als zu kurz erscheinen. Darunter fallen die erweiterten Reisen, das Spielen mit den Enkeln, das Renovieren des Hauses und vieles mehr.
Disenchantmentphase
In dieser Ernüchterungsphase wird der Pensionär mit dem Verlust der Funktionen der Erwerbsarbeit, mit dem Status- und Imageverlust, mit dem Macht- und Bestätigungsverlust, dem Rollenverlust und den notwendigen Rollenveränderungen, mit dem Verlust der Aufgabe, mit Langweile, mit dem Gefühl der Nutzlosigkeit und Überflüssigkeit und dem Restlebensstress konfrontiert. Hinzu kommt auch die Erkenntnis, dass man nicht mehr zum Arbeits-Mittagessen eingeladen wird, dass nur noch wenige Personen von der letzten Arbeitsstelle einem um Rat fragen, dass, wenn Sie die früheren Kollegen/innen sehen, Sie nur noch als Pensionär wahrgenommen werden.
Reorientationphase
Nach der Ernüchterung wird ein neuer Lebenssinn gesucht. Man besinnt sich auf seine Ressourcen und sucht sich neue Aktivitäten. Diese positive Wendung gelingt aber keineswegs immer. Den nunmehr idealisierten ehemaligen Beruf vor Augen, leben einige Pensionäre nur noch in der Vergangenheit.
Stabilityphase
Die neuen Handlungsmuster und Zeitstrukturen stellen das seelische Gleichgewicht wieder her. Weitere sich als notwendig erweisende Neuorientierungen werden ohne erneute Ernüchterung bewältigt.
Terminationsphase, der Vollständigkeit halber erwähnt
Diese letzte Phase ist geprägt von der Unmöglichkeit, die neu gefundenen Strukturen aufrechtzuerhalten. Die Handlungsfähigkeit geht verloren. Notwendige Pflege führt zur Abhängigkeit von anderen.
Das Pensionierungscoaching 55+ zielt vor allem darauf, dass die Phase 4 „Disenchantment“ nicht in dieser Form auftritt. Deshalb ist es wichtig, sich schon vorher mit den folgenden Fragen auseinanderzusetzen:
- Welche Wünsche und Ziele habe ich für meine nachberufliche Zukunft?
- Reicht ein Hobby für ein erfülltes Älterwerden?
- Wo und wie hole ich nach meiner Pensionierung meine körperlichen/geistigen Herausforderungen?
- Welche Träume möchte ich noch verwirklichen?
- Möchte ich meine Fähigkeiten und Kenntnisse auch weiterhin noch einsetzen?
In einem Coaching oder Workshop identifizieren wir Ihre Werte, Ihre Ziele, klären Ihren Entwicklungsraum, legen den Fokus auf Ihre persönlichen Ressourcen und legen die ersten Schritte in Richtung Ihrer Pensionierung fest.
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