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«wennd er am nachtmittag schlieft, träumbte er wirr und erdwachte schweissgebandet und wusste nichts meer wo her ward, noch wie hihm geschehnkten: geh schichten unter der wirrn hirrnober- oder überflächte. machtmal träumte herr, dass herr schlaffte und träumte: dann wusste herr dass herr wacht war und schriebs auf und herzahlte die geschlichte langsam her.»
das mädchen mit dem hund, der jüngling mit der rakete, eine elegie. «als der mann auf mich zutrat», sagt das mädchen, «wusste ich, was er sagen würde.» sie sagt: «männer sagen immer dasselbe: wir haben es getötet, weil es sonst nur hätte leiden müssen. ich bin nicht sicher, aber ich glaube sie sprachen von einem schaf.» dann fragt er sie, ob sie ihn denn liebe, ahnt die antwort aber auch schon und sagt: «euer wille hat mich gewählt (ich weiss es), euer herz gehört einem andern.» (er kennt den namen seines nebenbuhlers, spricht ihn aber nicht aus). sie ahnt die wahrheit ebenfalls und antwortet: «dann habt ihr den besseren teil: mein wille ist stärker als mein herz.» (was ich freilich nicht richtig verstehen kann, ist ihr letztes wort.)
während sie sprechen läuft mein radio (im ohr). ich höre, als sie verstummt sind, die erregende stimme einer frau: «bonjour, moi c'est ulla. si vous cherchez une femme, un homme, la liberté où simplement l'amour, appelez 36 36 13 ou 36 36 ulla par minitel.» (dieses simplement!) als ich aufstehe und nach draussen gehe, 36 36 13 im kopf, sagt die stimme hinter mir her: «abèr wirklisch, so etwas primitifés zu tun, haidelbèrque!» heidelberque sagt zu mir: «ich werde mein bestes tun, dass sie ihre identität wiederbekommen!» und, ein wenig später: «es schlafen nur die dummen, den andern lässt es der kopf nicht zu.» - «so kannst du reden, wenn du mit deinen klagenden figuren allein bist», sagt das mädchen (ab). «mir gehen namen von speisen und von dichtern besser über die lippen als andere wörter», sagt der jüngling. diesmal ohne rakete. [275. karte]
hör zu: ich war im traumurlaub. ich weiss, dass jemand von den deutschen gästen die adresse von hugh hefner in österreich besitzt. [230. karte] ich gehe schnell los, weil ich hefner zu einer party einladen will. unterwegs treffe ich einen typen, langes gesicht, hut mit einer kordel, dicke jacke aus loden (aber alle knöpfe dran), der wegen mir mit seinem fahrrad anhalten muss. er grüsst und ich erzähle ihm, was ich vorhabe. er lacht so laut, dass sich zwei frauen nach uns umdrehen. ich erkläre ihm, es gehe bei dieser einladung, welche eigentlich ein kunstprojekt sei, um eine kontextgeschichte. jetzt beginnt der arsch derart ungestüm zu lachen, dass er beinahe vom rad fällt. als er sich einigermassen erholt hat, fragt er, ob man denn diese kontextsachen bei uns (was soll das heissen: bei uns?) immer noch mache. [231. karte] ich schreie ihn an, er verstehe ja wohl von der sache rein gar nichts und solle gefälligst die klappe halten. ich verliere die nerven, obwohl ich es bin, der die macht hat. er kann überhaupt nichts machen, er hat im prinzip nicht die geringste chance. ich kann, wenn ich will, schreiben, dass er zum beispiel weggeht und nicht mehr zurückkommt, wenn nicht gar stirbt. ich habe ihn soweit in der hand, dass ich sogar präzise beschreiben kann, wie er stirbt. der typ hat nicht das kleinste bisschen begriffen, in was für einer lage er steckt. ich habe ihn erfunden, und habe ihn also voll und ganz in der hand. er aber schreit zurück und will auf mich losgehen, dieses arschloch. ich weiche zurück, doch plötzlich lässt er von mir ab, dreht sich um und geht. [232. karte]
ich sehe ihn später wieder: er steht im kaufhaus lange vor den regalen mit den kalendarien und notizbüchern und entscheidet sich doch zuletzt für einen billigen spiralgebundenen block etwa in der grösse einer postkarte. an der kasse lässt er sich einen bleistift geben. als er wenig später in einer imbissbar vor einem glas bier sitzt, schreibt er mit grosser sorgfalt und überlegt lange, ob man das so schreiben kann: mit grosser sorgfalt. er streicht die zeile und klappt den block zu. hat wohl gedacht, er kann sich so selbst was aufbauen. ein mann verschwindet. so beginnt keine geschichte. [124. karte] aber so geht sie weiter: ich habe mit einem mann namens walther ein langes gespräch in diesem wirtshaus. und das in einer gegend, wo man weiss, dass die leute naturgemäss eher an wortkargheit als an sonst was sterben. die leute haben uns erzählt, dass der knabe noch unten auf der unfallstelle gestorben sei! «ich habe mich damit abgefunden, dass er nichts kann», sagt eine frau (marlene). «ja, aber ...» (immer dieses ja, aber). «ja, aber ... müssen wir ihn nicht noch einmal prüfen?» sagt eine andere frau (stefanie). [151./196. karte] also, ich habe mit der sache eigentlich überhaupt nichts zu tun. man hat mir geraten, mit den socken zu spielen und ich habe tatsächlich noch ein paar socken aus dem gepäck hervorgeholt. man hat mir versprochen, dass mir der säckelmeister, wer immer das auch ist, nachher noch meine schuhe blunzt. was er später auch tatsächlich tut. hervorragendes gefühl, in geblunzten schuhen zu gehen. [280. karte]
man kann, sagt walther vor dem spiel, wenn man einen freistoss schnell ausführt (und gerade an einer weltmeisterschaft) die ganze verteidigung blossstellen. wir verlieren das spiel trotzdem. aber immerhin bleiben mir diese geblunzten schuhe. dann stellt mir walther seine frau vor. «hallo, ich bin renate, eine von den frauen, denen das backen freude macht.» [261. karte] «hallo, renate.» das musste wohl ausgerechnet mir passieren. jetzt hör mal, was soll ich tun? soll ich vielleicht einen typen wie diesen th-walther xy beschreiben, einen, der werkzeuge im bastelraum der grösse nach und flächendeckend auf ein lochpavatex an die wand hängt? [281. karte] frage: kann man das von mir verlangen?