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Beethovenfries
Der Beethovenfries ist ein grandioses und beeindruckendes Werk. Er ist 24 Meter lang, 2 Meter hoch und an drei Wänden entwickelt. Es ist die bildliche Darstellung von Beethovens Neunter Symphonie und feiert die befreiende Kraft der Künste.
Klimt führte den Beethovenfries 1902 anlässlich der XIV. Ausstellung der Wiener Secession auf, die dem großen deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet war. Es ist ein imposantes Werk: 24 Meter lang, 2 Meter hoch, an drei Wänden entwickelt, mit Kaseinfarben auf Gips, die mit Rohrstock und Einsetzen von Halbedelsteinen und Perlmutt aufgetragen wurden. Mit großem Eklektizismus verbindet Klimt verschiedene Vorschläge: Er schöpft aus der griechischen Vasenmalerei und der ägyptischen Malerei die Konzeption der Wand als Band, in der Figuren und Ereignisse nacheinander ausgerichtet sind; das prägnante Zeichen stammt von den Drucken von Hokusai und Utamaro; Die afrikanische Skulptur suggeriert die schrecklichen Masken, die das Königreich des Bösen bewohnen. Mykenisch sind stattdessen jene Spiralen, die sich um die Figur der Poesie wiederholen.
In Beethovenfries werden alle Poetiken des Jugendstils verdichtet, der vielseitige Stil, der sich um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts im deutschen Raum durchsetzt. Das Thema des Werkes ist eine figurative Interpretation von Beethovens Neunter Symphonie, gefiltert durch die Nietzsche Poetik der Erlösung der Menschheit durch die Künste. Der Beethoven gewidmete Aufsatz von Richard Wagner, dessen Leser Klimt mit ziemlicher Sicherheit ist, steht auf ähnlichen Positionen: Er erhöht die befreiende Funktion der Musik, die der Korruption der Gesellschaft entgegenwirken kann. Es erscheint das Motto, das der Künstler zu dem Werk kommentiert: "Mein Königreich ist nicht von dieser Welt", was die Kluft zwischen Kunst und irdischem Zustand bedeutet. Es gibt jedoch auch eine symbolische Ebene, die einen weiteren Interpretationsschlüssel legitimiert, in dem sich der zeitlose Kontrast zwischen Gut und Böse und das Ideal der Erlösung durch Kunst durch Liebe befinden: In der Arbeit fällt die Erlösung zusammen mit der Umarmung zwischen Mann und Frau. Hier stellt Klimt das Zusammentreffen von Erotik und Ästhetik deutlicher fest, und genau darum herum wird die Kritik der Öffentlichkeit entfesselt. Einige der dargestellten Figuren, wie die drei Gorgonen, gelten als abstoßend, während die drei Allegorien von Unverschämtheit, Lust und Unmäßigkeit allgemeine Empörung über die in der Arbeit enthaltenen Hinweise auf die Geschlechtsorgane auslösen.