Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03423.jsonl.gz/2976

Die Umsetzung eines Projekts ist eine grosse Herausforderung, weswegen viele Unternehmen ein oder mehrere Firmen damit beauftragen. Dabei kommt im Regelfall – zumindest bei grösseren Projekten – auch ein Lastenheft zum Einsatz. Wahrscheinlich fragen Sie sich gerade: „Was ist ein Lastenheft?“. Keine Sorge, denn wir haben die Antwort darauf.
Definition Lastenheft
Für den Begriff Lastenheft oder auch Anforderungskatalog gibt es mehrere Definitionen. Im Grossen und Ganzen beschreibt er aber immer dasselbe: Ein Lastenheft ist ein Dokument, in dem die Anforderungen des Auftraggebers an ein Projekt beziehungsweise den zu erbringenden Leistungsumfang beschrieben werden. Grundsätzlich kümmert sich der Auftraggeber um die Formulierung des Anforderungskatalogs. Das kann er entweder manuell oder mithilfe eines Lastenheft Generators tun. Eine potenzielle Option stellt erpplanner.com – der Lastenheft Generator dar. Durch die Software können Auftraggeber ein lösungsneutrales, prozessorientiertes und strukturiertes Lastenheft generieren. Das wiederum macht es möglich, ein konkretes Angebot für sein Projekt zu erhalten.
Definition nach DIN
Das Deutsche Institut für Normung e.V. definiert den Begriff – wie aus DIN 69901-5:2009-1 ersichtlich – im obigen Sinne.
Definition nach PMBOK(R)
Beim PMBOK(R) Guide 2008 wird das Lastenheft als Beschreibung der im Rahmen eines Projekts zu erbringenden Dienstleistungen definiert. Die Definition bezieht sich nur auf die Spezifikation einer Dienstleistung oder eines Produkts.
Definition nach ICB 3.0
Bei der Individual Competence Baseline (ICB) – dem Kompetenzstandard der IPMA – gibt es keine explizite Definition für das Lastenheft. Stattdessen wird lediglich von „deliverables“ und „project scope“ gesprochen. Bei der deutschen Competence Baseline NCB 3.0 wird das Lastenheft zumindest unter „Leistungsumfang und Lieferobjekte“ erwähnt.
Definition nach Prince2
Da bei Prince2 die Beschaffungsprozesse nicht beschrieben werden, fällt eine Definition des Lastenhefts komplett weg. Stattdessen gibt es Produktbeschreibungen, einen Produktstrukturplan sowie Managementstrategien.
Was gehört in ein Lastenheft?
Bei einem Lastenheft/Anforderungskatalog sollten folgende Punkte enthalten sein:
- Anforderungen an den Auftragnehmer und sein Projektmanagement
- Anforderungen an das Produkt bei seiner späteren Nutzung
- Rahmenbedingungen wie Materialien, Normen und Richtlinien
- Spezifikationen des zu erbringenden Produkts
- Vertragliche Konditionen wie Gewährleistungsanforderungen
All diese Informationen sind für Auftragnehmer wichtig, da sie andernfalls kein konkretes Angebot machen können. Zudem stellen sie sicher, dass das Projekt am Ende den eigenen Wünschen entspricht.
Gibt es einen Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?
Nicht selten geben Unternehmen die Produktion von genialen Erfindungen in die Hände einer anderen Firma. Dabei spielen neben einer Verschwiegenheitserklärung (NDA) sowohl Lastenheft als auch Pflichtenheft eine Rolle. Noch immer werden Lastenheft und Pflichtenheft gerne verwechselt, aber es handelt sich keineswegs um denselben Begriff. Im Gegensatz zum Lastenheft wird das Pflichtenheft nicht vom Auftraggeber, sondern vom Auftragnehmer erstellt. Dieser setzt die zu erbringenden Lasten in erforderliche Tätigkeiten beziehungsweise Pflichten um. Im Anschluss kann er das Pflichtenheft erstellen. Dieses Pflichtenheft ist das Angebot an den Auftraggeber. Wie umfangreich das Pflichtenheft wird, hängt vom Auftragnehmer ab. Die einfachste Form enthält lediglich den Liefertermin und die Preise. Wer es ausführlicher mag, kann auch die vollständige Projektplanung integrieren.