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Herr Pielhau,
ich habe mir inzwischen Ihre Dateien angeschaut und habe folgendes herausgefunden:
Schriftenproblem:
Die Problematik wird dadurch ausgelöst, dass Sie innerhalb Ihrer Montagen PDF-Seiten verarbeiten, die teilweise die Schriften beinhalten, teilweise jedoch auch nicht und andere wiederum ein und dieselben Schriftschnitt im PostScript Type 1 Format und einmal im Type 3 Format beinhalten. Was bedeutet dies für die Ausgabe? Nun, genau das was ich bereits gesagt habe. Es wird, je nach Ausgabemethode, willkürlich auf lokale Schriftschnitte oder auf Fonts des Ausgabegerätes zurückgegriffen. Da aber z.B. die Times-Bold des RIPs sicherlich eine andere Laufweite aufweist als die die in einem Teil der PDF-Seiten eingebettet ist, kommt es zu einem Zusammenlaufen der Texte oder zu Lücken innerhalb dieser.
Dieser Effekt läßt sich sogar nachvollziehen, wenn ich aus Ihrem Bogen eine PostScript-Datei schreibe und erneut mit dem Acrobat Distiller in eine PDF-Datei wandle. Die generierte PDF-Datei zeigt auch das von Ihnen reportete Ergebnis. Allerdings vollkommen unabhängig vom PostScript-Level. Dieser hat meiner Meinung nach auch überhaupt nichts damit zu tun. Ich denke eher, dass Sie zwei im Fontbereich verschieden konfigurierte PostScript-Treiber einsetzen. Der eine wird wohl lokale Fonts ausgeben, der andere dagegen RIP-Fonts verwenden.
Rasterflächen-Problem:
Das was Sie als Kasten mit blauer Umrandung und zwei gekreuzten Linien bezeichneten, wird im PitStop Inspektor 5 sehr schön und klar als "Smooth Shade", also als PostScript 3 Verlauf, betitelt. Da ein Smooth Shade normalerweise nicht nur eine einzige Farbe beinhaltet, sondern aus derer vieler besteht, wird im Inspektor nur der Farbraum angezeigt. In diesem Fall ein ICC-profilierter "Adobe RGB (1998)" Farbraum! Wenn Sie Farbwerte messen möchten/müssen, dann hilft in diesem Fall das PitStop Pipetten-Werkzeug weiter.
Da es sich um ein PostScript 3 Konstrukt handelt, ist jetzt auch klar, warum nur bei PostScript 3 das Ausgabeergebnis "korrekt" (siehe unten) ist.
Jetzt kann man sich natürlich fragen, wie es ein Word-Anwender geschafft hat, einen Smooth Shade in seine Daten zu zaubern. Nun, hier haben wir es mit einem kleinen, unschönen Problem in Acrobat DIstiller 4 und 5 zu tun. Denn diese beiden Applikationen erzeugen auch schon mal Smooth Shades, wo eigentlich gar keine sein sollten. Nämlich dann, wenn regelmässige Rasterflächen nahtlos aneinanderstossen und außerdem nicht mit einer Kontur versehen sind. Die Tabelle, die wohl zeilenweise abwechselnd mit zwei unterschiedlichen Tonwerten hinterlegt war, erfüllte genau diese Kriterien. Dies interpretiert Distiller dann als sehr groben Verlauf, der natürlich unbedingt
geglättet werden muss. Das Ergebnis ist der Smooth Shade. In diesem Fall hätte also besser die Distiller-Option "Verläufe zu weichen Nuancen konvertieren" deaktiviert werden sollen.
Die verwendete Distiller-Konfiguration ist aber so und so absolut unbrauchbar für einen Druckvorstufeneinsatz gewesen, weil das Farbmanagement aktiviert war, sonst könnten keine ICC-profilierten Farben im PDF vorkommen. Bei solchen Zulieferern sollte man als Dienstleister das PDF-Erzeugen wohl lieber selbst in die Hand nehmen.
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