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Bier soll in Brasilien in Zukunft nicht mehr nur aus Hopfen und Gerste hergestellt werden, sondern auch andere Getreidesorten sollen als Grundlage dienen. So sieht es ein neuer Gesetzesentwurf des brasilianischen Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung vor. Zudem sollen auch Zutaten wie Honig, Schokolade oder andere Gewürze erlaubt werden.
Die erste Version des Gesetzestextes wird von Branchenvertretern am 20. und 21. August präsentiert. Danach muss dieser sowohl in Brasilien als auch im Staatenbund Mercosul zur Diskussion gestellt werden. Im Mercosul stimmt man die Industrienormen der Bierproduktion innerhalb der Länder aufeinander ab. Laut Schätzungen der Regierung könnten die Änderungen nicht vor 2015 in Kraft treten.
Der brasilianische Lobbyverband CERVBRASIL (Associação Brasileira da Indústria da Cerveja) vertritt die Auffassung, neue, modernere Biersorten auf den Markt bringen zu müssen. Für den Verbraucher wäre eben nicht nur der Preis ausschlaggebend, sondern auch die Vielfalt immer wichtiger, so der Verband. Diese Nachfrage will er nun mit Zugaben von Gewürzen, Früchten oder Honig gerecht werden. Die Qualitätsgarantie müsse dabei natürlich weiterhin eingehalten werden.
Auch der verantwortliche Ministerialbeamte, Marlos Vicenzi, erinnerte daran, dass Brasilien verschiedene Sorten Bier importiere, die im Land nicht produziert werden dürften. Die Erweiterung der Zutatenliste würde eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit in Brasilien mit sich bringen. Ausserdem hätten kleinere Unternehmen so die Möglichkeit, neue exotische Ideen umzusetzen und auf den Markt zu bringen.