Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03185.jsonl.gz/1518

Die etablierte NFL nahm die Herausforderung des jungen Heisssporns an und platzierte in Lamar Hunts Heimatstadt Dallas ihrerseits ein neues Team, die Dallas Cowboys. Doch der Konkurrenzkampf stachelte Hunt zusätzlich an und es gelang ihm, die Texans von Beginn weg als eines der Top-Teams in der AFL zu etablieren. Mit der Verpflichtung von Quarterback Len Dawson stellte sich auch der Erfolg ein: 1962 besiegten die Dallas Texans die Houston Oilers im AFL Championship Game nach zweimaliger Verlängerung mit 20:17.
Um die Position seiner Liga im bitteren Kampf mit der NFL zu stärken, entschied Hunt wenig später, dass es besser sei, das Team in eine Stadt ohne direkte Konkurrenz zu verlegen. Die besten Voraussetzung fand Hunt in Missouri und Anfang 1963 zogen die Texans nach Kansas City. Durch den Staatswechsel musste natürlich auch ein neuer Namen her, der durch einen Fan-Wettbewerb ermittelt wurde: Das Team firmierte von nun an als Kansas City Chiefs.
Der Erfolg blieb dem Team auch unter neuem Namen treu: 1966 gewannen sie eine weitere AFL-Meisterschaft und hatten so die Ehre, die Liga in Super Bowl I zu repräsentieren. Die Super Bowl ging allerdings mit 35:10 gegen die Green Bay Packers verloren. 1969 resultierte eine weitere Meisterschaft und eine weitere Super Bowl-Teilnahme, welche diesmal erfolgreich gestaltet werden konnte: Angeführt von Quarterback Len Dawson, Defensive Tackle Buck Buchanan und Linebacker Willie Lanier besiegten die Chiefs die Minnesota Vikings diskussionslos mit 23:7.
Die Bilanz von 92 Siegen, 50 Niederlagen und 5 Unentschieden war die beste Bilanz eines AFL-Teams während der zehnjährigen Existenz der Liga. Und Coach Hank Stram war der einzige Coach, welcher während der ganzen Dekade dasselbe Team trainierte.
1971 gewannen die Kansas City Chiefs ihre Division, schieden aber – wieder nach doppelter Verlängerung – an Weihnachten gegen die Miami Dolphins aus dem Playoff-Rennen aus. Es sollte für die nächsten 15 Jahre die letzte Playoff-Teilnahme sein. Da half auch nicht viel, dass die Chiefs 1972 ihr neues Arrowhead-Stadion beziehen konnten, welches dank seiner guten Akkustik eines der lautesten NFL-Stadien ist und die Gastteams regelmässig vor Probleme stellt.
Ende der 1980er Jahre kehrte der Erfolg wieder nach Kansas City zurück: Unter Coach Marty Schottenheimer resultierte in zehn Jahren nur eine Saison mit mehr Niederlagen als Siegen, stattdessen erreichten die Chiefs siebenmal die Playoffs. 1993 erreichten sie angeführt von Quarterback Joe Montana erneut das AFC Championship Game, mussten sich allerdings den damals die AFC dominierenden Buffalo Bills geschlagen geben.
Danach folgte eine längere Zeit der Erfolglosigkeit, die erst mit der Verpflichtung von Andy Reid als neuem Head Coach ihr Ende fand. Und mit Patrick Mahomes draftete das Team dann 2017 auch einen spektakulären jungen Quarterback. Jahr für Jahr verbesserten sich die Chiefs in den Playoffs und 2019 gelang dann endlich der grosse Coup: 50 Jahre nach dem Sieg in der Super Bowl IV folgte der Sieg in der Super Bowl LIV.
CHIEFS FACTS
Mitglied der AFL:
14. August 1959, Gründungsmitglied der AFL
1960-1962 Dallas Texans
seit 1963 Kansas City Chiefs
Erste Saison:
1960
Super Bowl-Sieger:
IV, LIV
Super Bowl-Verlierer:
I, LV
AFL/AFC-Meister:
1962, 1966, 1969, 2019
AFL/AFC-Vizemeister:
1993, 2018
Divisions-Meister:
1962, 1966, 1968*, 1971, 1993, 1995, 1997, 2003, 2010, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020
*gemeinsam mit den Oakland Raiders
Hall of Fame-Mitglieder:
Bobby Bell
Buck Buchanan
Curley Culp
Len Dawson
Tony Gonzalez
Lamar Hunt (Besitzer)
Willie Lanier
Johnny Robinson
Will Shields
Jan Stenerud
Hank Stram (Coach)
Derrick Thomas