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Am 26. August 2010 wäre sie 100 Jahre alt geworden: Mutter Teresa. Die Frau, die mit aufopfernder Hingabe in den Slums von Kalkutta den Ärmsten der Armen diente, gilt bis heute als beispielloses Vorbild für selbstlose Nächstenliebe. Als sie 1997 starb, stand die Welt noch unter dem Schock des Todes von Lady Diana, die genau eine Woche zuvor bei einem Autounfall ums Leben kam. Und so schied Mutter Teresa aus dem Leben, wie sie auch ihr ganzes Leben gelebt hatte: unauffällig und ruhig. Die Welt trauerte leise um die kleine, alte Frau im weissen Baumwollsari.
Am Ende ihres Lebens war sie zu einer Berühmtheit geworden, doch bis dahin war es ein langer Weg. Geboren am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje, Mazedonien, als Kind katholisch-albanischer Eltern, schliesst sie sich 1918 dem irischen Loreto-Orden an, der in Indien missionierte. Noch im gleichen Jahr reist sie mit einer Gruppe von Ordensfrauen nach Indien. Im Mai 1929 wird Schwester Teresa als Novizin in den Orden aufgenommen und arbeitet anschliessend in der Krankenpflege. Im Jahr danach legt sie in Darjeeling die Ordensgelübde ab. 1948 erhält Schwester Teresa die Erlaubnis, die Loreto-Schwestern zu verlassen, um ihrer Berufung zu folgen. Sie beginnt ihre Tätigkeit für die Armen in Kalkutta und erwirbt die indische Staatsbürgerschaft. Bald gründet sie die „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Die Welt wird nach und nach auf die aufopferungsvolle „Mutter Teresa“ aufmerksam und so erhält sie nach einer Reihe anderer Auszeichnungen 1979 den Friedensnobelpreis. Am 5. September 1997 stirbt Mutter Teresa in Kalkutta. Papst Johannes Paul II. spricht Mutter Teresa am 19. Oktober 2003 selig.
Das bemerkenswerte an dieser Frau war ihre Entscheidung, nach ihrem Berufungserlebnis ihr relativ komfortables Leben aufzugeben, um nur noch den Armen zu dienen. Der Papst entsprach damals ihrer Bitte um Exklaustrierung, d.h. sie durfte als Nonne ausserhalb des Ordens arbeiten. Somit lebte sie anschliessend im Slumviertel Kalkuttas unter den gleichen Bedingungen wie die Slumbewohner. Sie kümmerte sich hingebungsvoll in Leprastationen und Heimen um Tbc- und Aidskranke, um verlassene Kinder und Sterbende, um die sich sonst niemand kümmerte. Unterstützt wurde sie bei ihrer Arbeit von ehemaligen Schülerinnen und vielen anderen Frauen, die unentgeltliche Hilfe anboten und sich nicht von schrecklichen Verstümmelungen und stinkenden Wunden abschrecken liessen. Ihre Kraft nahm sie aus ihrem Glauben: „Nicht ich, Gott tut alles“, sagte sie.
In unserer Welt, in der vor allem darauf geschaut wird, wer am meisten hat, und das grosse Ziel materieller Reichtum und Bequemlichkeit sind, ist es für uns fast unvorstellbar, was diese Frau getan hat: Sie hat sich die Freiheit genommen, arm zu sein. Sie wollte helfen und begab sich dafür mitten unter die Notleidenden. Ihr freier Entschluss, arm zu sein, beruhte auf der Überzeugung, dass man selbst wissen müsse, was Armut ist, um die Armen verstehen zu können.
Wird es nicht langsam Zeit für uns, uns ebenfalls aus unserer Bequemlichkeit herauszuschälen, und uns von der Not derer anrühren zu lassen, denen es nicht so gut geht wie uns? Es muss nicht jeder nach Indien reisen und Leprakranke pflegen, doch ein bisschen Mutter Teresa täte uns allen gut. In unserer Umgebung finden wir reichlich Gelegenheit dazu. Versuchen wir doch etwas mehr, dem Vorbild Mutter Teresas zu folgen, die ganz richtig feststellte: „Das einzige, was die Armut beseitigen kann, ist miteinander zu teilen.“
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Anlässlich des 100. Geburtstags von Mutter Teresa gibt das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ einen Vortrag und ein Podiumsgespräch über das Leben und Wirken von Mutter Teresa auf CD und DVD heraus. Den Vortrag hält ihr einziger deutschsprachiger Reisebegleiter, Dr. Leo Maasburg. Er schildert darin aus erster Hand, wie er sie kennengelernt und auf welche Weise sie sein Leben beeinflusst habe. Am anschliessenden Podiumsgespräch beteiligen sich ausserdem der Verlagsleiter des Pattloch-Verlages, Bernhard Meuser, und die Vorstandsvorsitzende von „Kirche in Not“, Antonia Willemsen. Die Audio-CD oder DVD können unentgeltlich bei „Kirche in Not“ bestellt werden unter:
www.kirche-in-not.de/shop
Von Beatrice Gall