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Der Bugoma-Wald liegt im Distrikt Kikuube östlich des Albertsees und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 410 Quadratkilometern. In diesem Waldgebiet leben nach letzten Schätzungen etwa 370 Schimpansen.
Obwohl es formal geschützt ist, ist dieses bedeutsame Ökosystem erheblich von illegaler Aktivität wie Holzschlag und Jagd betroffen. Seit kurzem verändert zudem die Ölförderung im nahen Albertsee die ökonomischen Aussichten dieser Gegend grundlegend. Sie führt zum Bau von Strassen, einem internationalen Flughafen und zu einem markanten Ausbau der Stadt Hoima, die in 50 km Entfernung liegt. Diese Entwicklung verstärkt die Gefahr der weiteren Abholzung, bedroht das Überleben der Wildtiere und -pflanzen und die Existenz der umliegenden Dorfgemeinschaften, die langfristig auf diesen Wald angewiesen sind.
Das Jane Goodall Institut Schweiz unterstützt hier das Bugoma-Projekt, dessen Ziel es ist, dem intakten Wald einen monetären Wert zu geben und ihn so langfristig zu bewahren. Langzeitforschung und sanfter Ökotourismus sollen für die Behörden und die Menschen am Waldrand Einkommen generieren, so dass es in ihrem Interesse und in ihren Möglichkeiten liegt, den Wald besser zu schützen.
Derzeit werden zwei ausgewählte Schimpansen-Gruppen sowie eine Gruppe Uganda-Mangaben (eine kleinere Affenart, die nur in Uganda zu finden ist) an die Nähe menschlicher Beobachter gewöhnt. Dies wird in Zukunft wissenschaftliche Verhaltensbeobachtungen sowie ökotouristische Führungen ermöglichen.
Das Projekt steht unter der Co-Leitung von Dr. Catherine Hobaiter von der Universität St. Andrews in Schottland und Dr. Thibaud Gruber von der Universität Genf. Beide haben jahrelang in anderen Langzeit-Projekten Menschenaffen erforscht und sind in Uganda bestens vernetzt.
Seit 2016 gewöhnt das Projekt-Team die Mwera-Gruppe, die auf 60 – 80 Individuen geschätzt wird, an die Nähe von menschlichen Beobachtern. Ab 2022 war es ihm möglich, einzelne Schimpansen vom Morgen bis am Abend zu begleiten. Die Tiere werden jedoch weiterhin konstante Begleitung benötigen, bevor wissenschaftlich relevante Verhaltensbeobachtungen möglich werden.
Unseren Blog-Post über die grosse Anzahl Bodennester, die das Team im Bugoma-Wald beobachtet, finden Sie hier.
Seit das Team seine Beobachtungsgänge im Wald aufgenommen hat, beobachtete es llegalen Holzschlag und Wilderei häufig. Es entfernt Schlingenfallen, meldet Hinweise an die lokalen Behörden und zeigt Fälle von Wilderei von Schimpanen an. Es beobachten die Festsetzung des Strafmasses durch die Behörden und stellt so sicher, dass Wilderei geahndet und bestraft wird.
Die Menschen im Westen Ugandas gerieten durch die langen Lockdowns in den Pandemiejahren 2020 und 2021 unter grossen Druck. Der Anstieg der Lebensmittel- und Treibstoffkosten infolge des Krieges in der Ukraine führte zu einem weiteren Anstieg der Wilderei im Bugoma-Wald. Die Kamerafallen, welche bei der Lokalisierung und Identifizierung der Schimpansen im Wald helfen, zeichneten immer wieder Jäger mit Speeren und Hunden auf. Nach dem Diebstahl mehrerer Kameras, Batterien und SD-Karten stellte das Team seine Arbeit mit den Kamerafallen ein.
Derzeit sind im Projekt 13 engagierte junge Menschen aus den umliegenden Dörfern im Projekt engagiert. Sie werden im angewandten Artenschutz geschult.
Das Projekt-Team besucht mit seinem Bildungsmodul “Die Wildtiere Ugandas” derzeit 14 Schulen in den Dörfern am Waldrand. Nachdem die Schulbesuche 2020 und 2021 pandemiebedingt ausfielen, konnte es im Jahr 2022 seine Aktivitäten im Bereich Umweltbildung wieder aufnehmen.
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