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Afghanistan: Neue Lebenshoffnung
Bei einem Familienbesuch wurde eine der Hebammen von Terre des hommes (Tdh) von einer Frau gebeten, sich notfallmässig um deren Schwiegertochter zu kümmern, die kurz vor der Entbindung stand. Die Hebamme nahm ein Entbindungsset und trat ins Haus, wo sie die Frau in einem kritischen Zustand vorfand, äusserst blass und mit starken Blutungen. Die Hebamme führte sofort die notwendigen Pflegemassnahmen durch und half der Frau, ein Serum einzunehmen.
Sie riet dem Ehemann, sie als Notfall ins nächste Spital zu bringen, doch dieser weigerte sich und verlangte, dass seine Frau zu Hause entbunden werde, selbst wenn sie dabei sterbe. Die Hebamme unternahm folglich alles in ihrer Macht stehende. Da die Patientin eine Plazentablutung hatte, handelte die Hebamme dementsprechend. Die Nachgeburt verlief korrekt und die Blutungen hörten auf. Die Frau hatte an diesem Tag Glück gehabt.
Am nächsten Tag besuchte die Tdh-Hebamme die Mutter, um die Nachbetreuung und ihre medizinische Versorgung sicherzustellen, und überreichte ihr das dazu notwendige Material und Sets. Bei ihrem nächsten Besuch machte die Hebamme eine vollständige medizinische Untersuchung und fand heraus, dass die Frau während der Schwangerschaft heftig geschlagen worden war. Wegen der häufigen Schläge hatte sie Zähne verloren. Die Hebamme bemerkte zudem, dass die Kinder an chronischer Mangelernährung litten. Die Frau gestand der Hebamme, dass sie sehr jung geheiratet habe.
Die Hebamme besuchte sie weiterhin regelmässig und gab ihr die notwendige medizinische Pflege. Sie sprach mit den Familienmitgliedern, insbesondere dem Ehemann. Mit ihm diskutierte sie auch über die Gesundheit seiner Kinder und Frau und riet ihm, sie ins Programm für Komplementärernährung zu bringen, damit sie gegen die Mangelernährung behandelt werden. Nach einiger Zeit beobachtete die Hebamme positive Entwicklungen, der Gesundheitszustand der Mutter und ihrer Kinder besserte sich. Die Mutter zeigte sich äusserst dankbar für die Arbeit des Tdh-Hausbesuch-Programms und vor allem auch der Hebamme. Später sagte sie dieser, dass sie für sie und ihre Familie «ein Schutzengel» gewesen sei.
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