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Alles begann eigentlich mit einer «Bieridee».
An der Feier des 60zigsten Geburtstages meines Bruders, dem Chef der Velowerkstatt, sagte er zu vorgerückter Stunde, er wolle mal ein BMW Motorrad umbauen. Ich hatte zufällig ein solches in meiner Garage stehen, welches ich schon einige Jahre nicht mehr wirklich bewegte, ausser in den Sommermonaten, in denen ich mit meiner BMW R 1150 RT einige Male Brötchen hole.
Je länger der Abend wurde, je konkreter wurde das Projekt.
Im Juni 2018 war der Start für den Umbau. Ich stellte die BMW bei meinem Bruder in den Garten.
Mein Bruder ist ein Macher, denn kaum war das Motorrad abgestellt, hat er es auch schon gestrippt und mögliche zukünftige Formgebung mit Karton modelliert.
Es erschien mir alles etwas zu bullig, aber mein Bruder meinte, wenn wir schmaler bauen wollen, dann müssen wir einen neuen Tank konstruieren und was noch aufwändiger sei, den ganzen Rahmen-Vorbau, welcher jetzt Lampe und Scheibe aufnimmt, müsste man abschrauben und neu konstruieren. Er befürchtete, dass dann das Motorrad, und da musste ich ihm recht geben, von den Verantwortlichen bei der Motorfahrzeugkontrolle nicht mehr abgenommen würde.
Wir entschlossen uns, den Rahmen nicht anzutasten und nur die Verschalung zu ändern, dem Motorrad quasi ein neues Kleid zu geben, jedoch etwas schlanker als in den obigen Bildern angedeutet.
Die Lampe sollte in einem Rohr verschwinden, welches er in den Originalrahmen hineinmontierte.
Bald schon waren Tank und der gesamte vordere Teil der BMW aus GFK angefertigt.
(Hier auf diesem Bild mit dem Originalsattel, welcher natürlich viel zu gross ist.)
Die Hälfte des «Projektes» war bereits gestaltet, ohne dass er einen Plan vom Rest hatte. Es zeichnete sich ein längerer Prozess der Fertigstellung ab, so beschlossen wir, den angefangenen Umbau wieder in meine Garage zurückzubringen um dort fertigzustellen.
Als erstes probierte ich diese unförmige Maschine auf meinem PC mittels einem Zeichnungsprogramm so zu gestalten, dass eine «Linie» festzustellen war.
Zur allgemeinen Belustigung seien nachfolgend einige Spinnereien aufgeführt.
Mir war sofort klar, dass die schwere Fussrasten Platte verschwinden musste. Also kaufte ich auf dem Occ Markt 2 Platten und sägte sie auf ein aller nötigstes Minimum zurecht.
Ziemlich schnell war auch klar, dass der Originalsattel nicht mehr verwendet werden kann und neu angefertigt oder eingekauft werden musste. Ich entschloss mich für ersteres.
Längere Zeit studierte ich am Heck herum. Auch hier war der Originalrahmen gegeben. Nach diversen Versuchen am PC und mit Kartonmodellen, kam ich zum Entschluss, auch die Original-Rückleuchten und Bremslichter zu verwenden und alles einigermassen zum bereits bestehenden Vorderteil, Tank und Sattel stimmig zu gestalten.
Auch das vordere Schutzblech erstellte ich aus GFK.
Lenkerverkleidung und Seitenteile stellte ich aus Blech her.
Das Original Motorrad ist voll verkleidet und hat dementsprechend sämtliche Kabelverbindungen ungeschützt unter der Verschalung verstaut und einige davon musste ich jetzt noch etwas «verstecken».
Nun war der Rohling nach ca. 70 Stunden (ohne die ungezählten Stunden meines Bruders) fertiggestellt.
Es begann der Einbau der Beleuchtung, welche ich im Motorradzubehör Handel einkaufte.
Nach weiteren 20 Stunden war es geschafft, ich hatte die 2 Lampen so in die dafür vorgesehene Röhre eingebaut, damit sie in der Höhe und auch seitlich einstellbar waren.
Jetzt investierte ich nochmals einige Stunden auf meinem PC um die definitive Gestaltung des Airbrushs festzulegen.
Als klar wurde, dass die ursprüngliche Idee eines Woodys wieder aufgenommen wird, konnte ich die Detailplanung des Airbrushs angehen.
Zuerst mussten alle Teile wieder demontiert und für die Lackiererei vorbereitet werden. Mein jüngerer Bruder, Chef seiner eigenen Lackiererei, hat alle Teile grundiert, gelb lackiert, mit Klarlack überzogen und wieder leicht angeschliffen, so dass sie für den Airbrush vorbereitet waren.
Dann lag der Ball wieder bei mir, dem gesamten Umbau das definitive Aussehen zu verpassen.
25 Stunden dauerte das Airbrushen inklusive der Vorbereitungen.
Ich montierte alle Teile wieder und zeichnete die Holzmaserung mit feinen Bleistiftstrichen drauf, damit alle Jahresringe übereinstimmten, und sich nicht eine Linie im Nirgendwo verlor.
Lange musste ich warten um den schönsten Teil des Umbaus angehen zu können, nämlich den Airbrush aufzutragen.
Zuerst begann ich mit meiner Airbrushpistole das hintere Schutzblech, den zweitgrössten Gegenstand, von einem gelben Plastikteil in einen edlen Holzfender zu verwandeln.
Dann verwandelte ich den Tank.
Und nach und nach alle Teile, wobei die grösste Herausforderung war, sich nicht in Details zu verlieren und ein einheitliches Bild als Ziel anzustreben.
Nach Fertigstellung des Airbrushs demontierte ich wieder alles und brachte die 13 Einzelteile vorsichtig ein weiteres Mal in die Lackiererei, um den «Finish», sprich Klarlack auftragen zu lassen.
10 Tage später konnte ich die wunderschönen Schmuckstücke wieder abholen und mit der Endmontage beginnen.
So edle Teile mussten natürlich auch mit edlen Materialien angeschraubt werden, und so kaufte ich mir einen Satz Chromstahlschrauben mit Kunststoff-Unterlagscheiben, damit auch ja nirgends die Lackierung beschädigt wurde.
Stolz auf das Ergebnis, wenn auch die Kommentare von «wunderschön» über «gewöhnungsbedürftig» bis «na ja» waren, fuhr ich bei meinen Kumpels vorbei um den nicht alltäglichen Umbau zu zeigen.