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Mit bis zu 600 Volt starken Stromschlägen beeinflussen die Zitteraale die Muskeln ihrer Beutetiere. Und je nach Situation setzen sie verschiedene Stromstösse ein. Das berichten US-Forscher in der Fachzeitschrift «Science».
Zuerst dienen einige kurz aufeinander folgende, schwache Stromschläge dazu, die versteckte Beute überhaupt erst aufzuspüren. Die Signale lösen bei den Beutefischen unwillkürliche Zuckungen aus – und verraten so deren Versteck.
Blitzschneller Angriff
Sofort folgt der nächste Angriff. Diesmal feuert der Zitteraal eine Salve starker Stromschläge, mit denen die Beute lahm gelegt wird: Die Fische haben am ganzen Körper Muskelkontraktionen, quasi Krämpfe. Sie werden bewegungsunfähig, eine Flucht ist unmöglich. Nach nur 200 Millisekunden ist der gesamte Angriff vorbei.
Das zeitliche Muster der ausgesandten Stromstösse ähnele dem Muster der Nervenzellen, die die Muskulatur bei der Muskelanspannung steuern, schreiben die Forscher. Zitteraale nutzen sie wie eine Fernbedienung, um die Muskelaktivität seiner Beutetiere zu steuern.
Zitteraale sind keine Aale
Obwohl sie so aussehen und heissen: Zitteraale sind keine Aale, sie gehören zu den Neuwelt-Messerfischen. Sie leben in schlammigen, sauerstoffarmen Süssgewässern im tropischen Südamerika. Fast der ganze Körper ist mit stromerzeugenden Organen besetzt, umgebildete Muskeln, die hohe Spannungen freisetzen können.