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Wer kennt sie nicht, die Mähr vom Quacksalber und Pfuscher, der gleichzeitig Zähne zieht, Haare schneidet, schröpft und zu Ader lässt.
Nur wenig davon ist wahr, denn die verschiedenen Berufe, des Baders, Scherers, Barbiers und Chirurgen wahren von alters her streng reglementiert und staatlich beaufsichtigt.
Wie das Diplom von 1897 zeigt, war die Verbindung Coiffeur / Chirurg ein Beruf. Er basierte auf einer längeren Ausbildung zu der eine zweijährige Chirurgenausbildung am Anatomischen Institut (Universität) gehörte.
Der Coiffeur-Chirurg war insbesondere auf dem Land und in den Vorstädten sozusagen die Erste Hilfe - Station. Eigentliche Ärzte gab es noch wenige und Wenn, waren diese mehrheitlich an den finanziell lukrativeren städtischen Patienten interessiert.
Bis 1898 war die Ausbildung Coiffeur-Chirurg zulässig. Zur Zeit des 1. Weltkriegs 1918 und der grossen Grippenepidemie die alleine 3, 5 Millionen Toten forderte, wurde das Gesundheitswesen auch auf dem Lande stark ausgebaut, damit verschwand dieser anforderungsreiche Doppelberuf.
Der Coiffeur blieb wohl als Beruf bestehen, aber mit wesentlich geringeren Anforderungen. Seine Hauptaufgabe war nun das tägliche, hundertfache Rasieren und etwas weniger, das schneiden der Männerhaare.
Die Frauenfrisur wurde, wenn überhaupt, von der Zofe der Madam, in Ordnung gehalten. Frauenhaare wurden ausser bei Sträflingen nicht geschnitten.