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Imkern im November
Wenn im November die Tage kürzer werden, die ersten Schneefälle oder Nebel sich einstellen, so regt dies den Imker nicht gerade dazu an, sich mit den Bienen zu beschäftigen. Die Bienen stellen ihre Aktivitäten weitgehend ein. Warme Tage werden noch für Reinigungsflüge genutzt.
Die Bienen können jetzt noch kleine Brutnester aufweisen. Sobald die Aussentemperaturen unter 14 Grad Celsius fallen, rücken die Bienen enger zusammen. Warme Tage nutzen sie für letzte Reinigungsflüge. Die Bienen zerren nun von ihren Vorräten. Rund 100 g verbrauchen sie täglich. Sinken die Temperaturen weiter, können erste Nachtfröste eintreten. Nach ungefähr 3 Wochen sind die Bienenvölker dann meistens brutfrei. Dies war in den letzten Jahren meistens zwischen Ende November und Mitte Dezember der Fall. Weitere Anzeichen für eine Brutfreiheit können sein: Die Bienen tragen keine Pollen mehr ein und zeigen keine Flugaktivität. Jungköniginnen brüten am längsten. Wenn im September nach der letzten Ameisensäurebehandlung bei Magazinbeuten die Böden geöffnet worden sind, tritt diese Brutfreiheit schneller ein. Auch in den Bergen tritt diese Brutfreiheit schneller ein.
Während dieser Zeit kontrolliere ich bei meinen Völkern den natürlichen Varroafall. Wenn beim natürlichen Abfall mehr als eine Milbe pro Tag abfällt, muss eine Restentmilbung gemacht werden, da nun bis zu 500 Milben im Volk vorhanden sein können. Der Imker soll aber dabei bedenken, dass Völker, die durch einen sehr hohen Varroabefall im Sommer stark geschädigt wurden, so nicht gerettet werden können. Vielmehr bietet die Restentmilbung eine gute Basis für einen gesunden Start im nächsten Frühjahr. Oxalsäure ist dafür das richtige Mittel. Diese kann verdampft oder geträufelt werden. Beide Verfahren zeichnen sich durch einfache Anwendung und einen guten Behandlungserfolg aus. Beim Verdampfen wird ein Oxalsäurenebel bei ca. 104 Grad Celsius erzeugt, der sich überall im Bienenkasten verteilt und sich anschliessend als Staub auf Bienen und Waben absetzt. Die Varroamilben werden durch Kontakt mit diesem Staub verätzt und sterben. Die meisten Milben werden innerhalb von 2 Wochen getötet, der Totenfall kann aber bis zu 5 Wochen dauern. Idealerweise wird das Verdampfen bei einer Temperatur um 5 Grad Celsius durchgeführt. Die Fluglöcher müssen dabei verschlossen werden. Bei einem Behandlungserfolg von ca. 95% bei völliger Brutfreiheit genügt eine einmalige Behandlung. Erfolgt die Behandlung zu früh (d.h. die Bienentraube ist noch locker), kann der Behandlungserfolg unter 50% liegen.
Beim Träufeln achte ich darauf, dass die Tagestemperatur ebenfalls um 5 Grad Celsius liegt. Die Oxalsäurelösung wärme ich auf ca. 35 Grad Celsius auf. Beim Öffnen der Beute fliegen die Bienen nicht auf und ich kann zügig (3 ml pro besetzte Wabe) 3,5 % - Oxalsäurelösung mit Hilfe einer Plastikspritze zwischen den Wabengassen verteilen. Für ein Bienenvolk benötige ich also zwischen 25 und 35 ml Oxalsäurelösung. Die Bienen geben die Oxalsäure durch Körperkontakt weiter. Die Oxalsäurelösung kann selbst hergestellt werden. Für einen Liter Oxalsäurelösung werden 35 g Oxalsäure-Dihydratpulver, 200 g Haushaltszucker und 840 ml Leitungswasser benötigt. Die Lösung ist nicht lange haltbar und sollte erst kurz vor der Behandlung angesetzt werden.
Bei beiden Anwendungen müssen die bekannten Sicherheitsmassnahmen (Handschuhe, Brille, säurefeste Handschuhe, Eimer Wasser) unbedingt eingehalten werden. Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Restentmilbung, damit die Bienenvölker milbenarm ins neue Jahr starten können.
Oggier Bernarda
November 2013