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Nati-Trainer Vladimir Petkovic hat für die EM-Qualifikationsspiele gegen Slowenien und San Marino erstmals Verteidiger François Moubandje aufgeboten. Wen bitteschön?
Geburtsdatum: 21. Juni 1990. Nationalität: schweizerisch-kamerunischer Doppelbürger. Grösse: 1,79 m. Gewicht: 74 kg. Position: Linker Verteidiger. Verein: FC Toulouse. Marktwert: 750'000 Franken.
Das sind die nackten Zahlen über François Moubandje, der von Vladimir Petkovic zum ersten Mal für die Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten wurde. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich aber kein 08/15-Fussballer, sondern die Geschichte eines Mannes, der sich seinen Erfolg hart erarbeiten musste.
Geboren in Douala, Kamerun, kam Moubandje mit acht Jahren nach Genf. Schon damals im Gepäck: Der Traum, einmal Profi zu werden. In seiner neuen Heimat angekommen, geht's als erstes raus, um Fussball zu spielen. Der kleine François fragt ein paar Kinder, die im Park auf einem Kiesplatz kicken, ob er mitspielen kann. Als diese nicken, beginnt er, sich die Schuhe ausziehen. «Was er denn da mache, hätten sie gefragt, erzählte Moubandje in einem Interview mit «Le Matin». «Als sie mich spielen sahen, haben sie nichts mehr gesagt.»
Sein älterer Bruder erkundigt sich nach Vereinen in Genf und wird schnell fündig: Servette gehört damals zu den Spitzenklubs der Schweiz. «Da gehst du nicht hin», sagt der Bruder. «Wenn sie dich wollen, sollen sie kommen.» Und sie kommen: Bald spielt Moubandje in der Juniorenabteilung der «Grenats».
Nach dem Zerwürfnis mit dem Trainer wechselt der Linksfuss zum FC Meyrin, wo er sich in aller Ruhe weiterentwickeln kann. 2010 klopft Servette wieder an, Trainer João Alves, der für Moubandje wie ein zweiter Vater wird, will ihn unbedingt. Bald wird der schweizerisch-kamerunische Doppelbürger Stammspieler und Leistungsträger.
Einen Grossteil der Saison 2012/13 verpasste Moubandje wegen einer Entzündung im Knie. Nach Servettes Abstieg in die Challenge League hofft der dreifach U21-Nationalspieler auf einen Wechsel in eine grosse Liga. «Kleiner Bruder, träume immer, denn nur Träume bringen dich vorwärts», habe sein Bruder ihm gesagt. Als die Saison schon läuft, wird der Traum wahr. Toulouse holt Moubandje im September 2013 für eine Million Euro in die Ligue 1.
Nach einer schwierigen Saison mit einer langwierigen Verletzung und nur 58 Einsatzminuten, ist ihm das Glück in der neuen Spielzeit wieder hold. Weil sich der Serbe Uros Spajic im zweiten Spiel verletzt, kommt Moubandje zum Zug. Seither hat der 24-jährige Linksverteidiger sämtliche Spiele für den Elften der Ligue 1 absolviert. Das Nati-Aufgebot von Vladimir Petkovic ist der bis dato der grosse Höhepunkt seiner Karriere – und es soll nicht der letzte bleiben für den Backup von Ricardo Rodriguez.