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Für eine Weltumsegelung mit kleinen Kinder ist die Barfussroute, oder auch Passatroute genannt, gut geeignet. Man segelt in den angenehmen achterlichen Passatwinden um die Welt. Es gibt kein stundenlanges mühsames Aufkreuzen.
Aber warum nennt man sie eigentlich Barfussroute? Nach einigen Monaten auf dem Meer können wir diese Frage schon beantworten. Auf dieser Route ist der Wind und das Wasser so warm, dass man Barfuss auf dem Schiff lebt. Man segelt eigentlich immer in der Nähe des Äquators, mehrheitlich auf der Winterseite, wegen den Hurrikans. Für uns hat die Barfussroute erst mit der Atlantiküberquerung, welche wir mit ARC gemacht haben, angefangen. Im Vergleich zur Westküste Europas, wo wir fast immer mit Jacke und Kappe unterwegs waren, ist das Segeln auf der Barfussroute sehr angenehm. Während der Atlantik- und Pazifiküberquerung, wenn es wiedermal so richtig warm war, konnten die Kindern im Cockpit in zwei grossen Becken baden und die Erwachsene genossen eine erfrischende Dusche hinten auf dem Deck.
Barfussroute Karte
Die klassische Barfussroute führt von Ost nach West dem Äquator entlang. Meistens segelt man von Europa über die Kanaren, die Karibik, durch den Panama-Kanal, über Galapagos, durch die Südsee nach Australien und Neuseeland, vor dort nach Indonesien und durch den Suez-Kanal bis zum Heimathafen. Ein Teil der Barfussroute wird Kokosnusstour genannt und geht von den Marquesas Inseln über Französisch Polynesien, Cook Island, Tonga und Fidschi nach Neuseeland.
In den letzten Jahren vermeiden die Segler den Suez-Kanal wegen Piraterie. Es gibt natürlich andere Möglichkeiten wie man nach Europa zurückkommt. Nebst eines Transportes per Frachter ins Mittelmeer kann man auch um das Kap der guten Hoffnung segeln und dann direkt nördlich nach Europa. Der zweite Weg durch den Atlantik nach Brasilien, die Karibik und über Azoren nach Europa.
Die Barfussroute dauert ca. drei Jahre. Da wir fürs unsere Reise zwei Jahre geplant haben, werden wir nur bis nach Neuseeland segeln und dort unser Schiff verkaufen.
Auf der Barfussroute trifft man immer wieder die gleichen Segler. Wir trafen viele Familien Boote aus Frankreich, Schweden, Norwegen, USA, Neuseeland und Australien. Etwa die Hälfte von ihnen haben für die Barfussroute einen Katamaran ausgewählt. Auf den Galapagos hat sich eine Gruppe von bis zu acht Familien Booten gebildet. Während der 3000 Meilen Überfahrt nach Marquesas waren wir zwei mal täglich im e-mail Kontakt. Man hat gleiche Ziele, man segelt den gleichen Weg und man erlebt viel zusammen. Es bilden sich neue Freundschaften, die man nie vergessen wird.