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Tiwald, H. / Stripp, K.: Psychologische Grundlagen der Bewegungs- und Trainingsforschung. Einführung in das psychologische Denken für Sportler, Trainer, Sportpädagogen und Sportpolitiker. Andreas Achenbach: Schriftenreihe des Institutes für Sportwissenschaft der Universität Hamburg, Giessen/Lollar 1975
Tiwald/Stripp unterscheiden bei den resultatorientierten Spielen Prozessspiele (Ereignis-Spiele) und Ergebnisspiele (Pseudo-Spiele). Prozessspiele sind Spiele im eigentlichen Sinn. Ihr Regelwerk und ihre Spielidee betreffen nur das Ereignis selbst. Dies steht im Gegensatz zu den Ergebnisspielen, deren Sinn es ist, mittels des Spiel-Prozesses ein Spiel-Ergebnis herbeizuführen, das unmittelbar nach Spielende feststeht (Tiwald, 1975, 96). Im Pseudo-Spiel 'Fussball' kämpfen zwei Mannschaften gegeneinander, im Prozessspiel 'Fussball' dagegen spielen zwei Mannschaften, ohne zu zählen, ohne ein Spielergebnis und einen Sieger zu ermitteln, miteinander (ebd. 98).
Das Prozessspiel verhindert jedoch nicht die Leistung: Aus unserer Sicht ist es eine Fiktion anzunehmen, dass Leistung nur dann erbracht wird, wenn gezählt, gemessen und Rangordnungen innerhalb einer Konkurrenz gebildet werden (ebd. 99).
Vielleicht als Lerntheorie ??
Verweis auf die Funktion der Gravitationskraft beim motorischen Lernen. Die Gravitation 'führt' den sich bewegenden Menschen, wie es die führende Hand des Erwachsenen tut, wenn er die Schreibbewegungen des Kindes vor-führt. Superieren und Aufbrechen im motorischen Lernprozess: Auch bei der Überführung der Grobform einer Bewegung in deren Feinform geht es letztlich um die Überführung eines Super-Globalzeichens mit einer relativ undifferenzierten 'Sub-Globalzeichen-Struktur' in eines mit einer differenzierteren. Dabei müssen vorerst im Bewegungs-Sehen, d.h. in der Beschäftigung mit dem bildlichen Soll-Wert einer Bewegung jene Stellen ausfindig gemacht werden, in denen der Bewegungsablauf noch vom wünschenswerten bildlichen Soll-Wert abweicht. Sodann sind diesen Sub-Globalzeichen der bildlichen Repräsentation einer Bewegung die entsprechenden kinästhetischen Sub-Globalzeichen zuzuordnen, damit ein beide Modalitäten umfassendes unf für die willkürliche Bewegungskontrolle und -korrektur brauchbares Motorik-Sub-Globalzeichen im Vollzug der Bewegung ausgebildet werden kann.
Ist für einen bestimmten, noch verbesserungswürdigen Teil einer Bewegung kein bewusstseinsfähiges, zweisignalisches Sub-Globalzeichen ausgebildet, so gibt es auch keinen willkürlichen Zugriff zur Kontrolle und Korrektur dieses Teils. Bei der Überführung einer Grobform in eine Feinform wird daher das Super-Globalzeichen ständig im Vollzug aufgebrochen, so dass man sich im Vollzug den einzelnen, sich im Kontext der gesamten Bewegung realisierenden Sub-Globalzeichen bewusst zuwenden kann, ohne den mehr oder weniger automatischen Ablauf der Fertigkeit zu stören. Es ist dann möglich, sich einem mehr oder weniger automatisierten Ablauf einer Fertigkeit mit intensiver Bewusstheit zuzuwenden und laufend willkürlich in ihn einzugreifen, ohne den Ablauf vom willkürlichen Vollzug abhängig zu machen. Dies setzt natürlich die Beherrschung des Vollzuges der Bewegung und eine weitgehende Automatisierung voraus. Die Fähigkeit, seine Bewegung bewusst selbst zu verfolgen, ohne der Vollzug zu stören, baut sich nur sukzessive auf und ist keineswegs als Konsequenz einer abgeschlossenen Automatisierung des Vollzuges plötzlich und vollkommen da.
Spiel , Satz , Wort , Sprache , Kinästhetik , Sensibilität