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Niesenbahn (Mülenen)
|Kürzel||NB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1910-07-15|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1910 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Drehstrom) NB gehörte einer Aktiengesellschaft. Hauptinitiant war der Berner Nationalrat Arnold Gottlieb Bühler. Die NB führte in zwei Sektionen von Mülenen am Thunersee über die Umsteigestation Schwandegg auf den fast 2400 Meter hohen Niesen, der zu den berühmtesten Aussichtsbergen der Schweiz zählte. Die I. Sektion hatte eine Baulänge von 1868 Metern, die II. Sektion eine solche von 1225 Metern. Die Bergstation lag auf 2336 Metern über Meer. Dort befand sich das der NB gehörende «Hotel-Restaurant Niesen-Kulm», dessen Buchwert die Statistik von 1920 mit 220'000 Franken angab. Das Hotel war in der Bilanz enthalten, nicht aber in den Baukosten. In der Bilanz stand 1920 ferner ein Betrag von knapp 36'000 Franken für nicht näher bestimmte «unvollendete Bauobjekte». Die NB war mit einer Strecke von gesamthaft 3093 Metern hinter der Sierre–Montana-Vermala-Bahn (SMV) und der Stanserhornbahn (SthB) die drittlängste Standseilanlage der Schweiz. Hauptverantwortlich für deren Bau war die Firma Von Roll AG Bern.
Nach einem zufriedenstellenden Start geriet die NB schon 1912 in Schwierigkeiten, als sich das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr mit nur noch 44'000 Fahrten mehr als halbierte. Mit dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 spitzte sich die Finanzsituation der NB trotz der Aufnahme von zusätzlichem und offenbar zinsfreiem – an den aufgeführten Zinszahlungen änderte sich nichts – Fremdkapital rasch weiter zu. Die NB konnte ihren Zinspflichten nicht mehr (vollumfänglich) nachkommen. Der Passivsaldo stieg ab 1912 kontinuierlich an und erreichte bis 1920 die besorgniserregende Höhe von fast 400'000 Franken. Spiegelbild davon waren drückende schwebende Schulden von über 532'000 Franken. Gesamthaft hätte die NB im Jahr 1920 Zinsen von 46'786 Franken leisten müssen, dies bei einem Totalertrag (Betriebsüberschüsse von Bahn und Hotel) von 33'734 Franken. Dividenden konnte die NB im beobachteten Zeitraum nie ausschütten. 1923 musste die Bilanz der NB grundlegend saniert werden.
In absoluten Zahlen war die zweischienige NB mit Kosten von 1.9 Mio. Franken hinter der Lausanne–Ouchy-Bahn (LO) die teuerste Standseilanlage der Schweiz. Neben ihrer ausserordentlichen Länge trug die enorme Bauzeit von rund vier Jahren mit zeitweise bis zu 350 Arbeitern dazu bei. Auf den Bahnkilometer gerechnet hielt sich jedoch der Aufwand mit 539'500 Franken in Grenzen (Stand 1920). Mit weitem Abstand dominierender Kostenfaktor war der Unterbau, der annähernd 1.3 Mio. Franken oder fast 66 Prozent der Totalkosten ausmachte. Die NB wurde zwar hauptsächlich in Einschnitten und auf Dämmen geführt, doch auch Kunstbauten wie Tunnels oder Brücken waren aufgrund der Streckenlänge in beträchtlichem Ausmass nötig. Die Rollmaterialkosten berechnete die NB ab 1911 anders als 1910, indem fortan die Aufwendungen für das Drahtseil und die Seiltragrollen (zusammen über 30'000 Franken) sowie vor allem für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen im Betrag von rund 116'000 Franken separat ausgewiesen wurden.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: