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Mani Matter hat viele tolle Chanchons geschrieben. Eines meiner liebsten ist „Dynamit„. Matter bringt darin wunderbar auf den Punkt, dass die Demokratie das am wenigsten schlechte aller Regierungssysteme ist. Wir brauchen Parlamente, aber wir müssen uns auch einmischen, und dürfen die Politik nicht einfach den Parlamentariern überlassen. Kritik und Mitmachen sind nötig, denn sonst kann ein Parlament oder eine Demokratie allzu leicht in kurzer Zeit zerstört werden. Die Entwicklung in Italien oder der offensichtliche Nepotismus in Frankreich lassen nichts Gutes erhoffen.
Letzen Dienstag hatte ich Gelegenheit, zusammen mit anderen Genossinen und Genossen eine ausgezeichnete kunsthistorische Führung durch das Bundeshaus machen zu können. Offensichtlich wurde das Bundeshaus von seinem Architekten als Pilgerortund zweites Rütli konzipiert, welches den Zusammenhalt der neuen, modernen Schweiz fördern sollte. Besonders beindruckt hat mich ein Relief über dem Haupteingang, welches Bezug auf eine Stelle in Schillers „Wilhelm Tell“ nimmt, in welchem der Ursprung der Schweizer Bevölkerung erzählt wird. Dargestellt wird wie vor sehr langer Zeit die ortsansässige Bevölkerung im Muothatal zugewanderte Nomaden/Flüchtlinge willkommen heisst und aufnimmt. Aus der Vermischung der Alteingesessenen und den Eingewanderten entsteht das Schweizer Volk! Das im Bundeshaus prominent für die Schweiz als Asylland geworben wird, war für mich neu, entsprach aber zur damaligen Zeit sicher dem freisinnigen Gedankengut, von dem leider nicht mehr viel übrig geblieben ist.