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(Atropinum); das giftige Prinzip der Tollkirsche, AtropaBelladonna, findet sich in allen Teilen dieser Pflanze,
hauptsächlich aber in der Wurzel und den Blättern. Das giftige Prinzip des Stechapfels, Datura Stramonium,
welches man früher Daturin nannte, soll mit dem A. identisch sein. Das A. gehört zu den stickstoffhaltigen organischen Basen
(Alkaloiden); es wird medizinisch verwendet, meist äußerlich bei Augenkrankheiten, da es die Eigentümlichkeit besitzt,
die Pupille des Auges stark zu erweitern. An das Publikum darf das A. seiner Giftigkeit wegen nicht abgegeben
werden. Das A. erscheint in farblosen, geruchlosen, seidenartig glänzenden, zu Büscheln vereinigten Kristallnadeln. Außer
dem reinen A. benutzt man auch noch das schwefelsaure A. (Atropinsulfat, Atropinum sulfuricum) und das baldriansaure A. (Atropinvalerianat,
Atropinum valerianicum); beide sind ebenfalls farblos und kristallinisch. - Zollfrei.
Daturin, Alkaloid von der Zusammensetzung C17H23NO3 ^[C17H23NO33], das sich in allen Teilen
der Tollkirsche (s. Atropa.) und in den Samen
[* 5] des gemeinen Stechapfels (s. Datura) findet. Es wird aus diesen Pflanzen durch angesäuertes
Wasser ausgezogen, die wässerige Lösung verdunstet, mit Natronlauge alkalisch gemacht und mit Äther
ausgeschüttelt, welcher das Atropin aufnimmt. Das nach dem Verdunsten des Äthers hinterbleibende rohe Atropin wird durch Lösen in
verdünnter Schwefelsäure,
[* 6] Behandeln der Lösung mit Tierkohle, Abscheiden mit Ammoniak und Umkrystallisieren aus Alkobol
gereinigt. Es krystallisiert in seideglänzenden Nädelchen oder feinen Prismen, schmilzt ganz rein bei
114°, schmeckt unangenehm bitter und scharf, löst sich wenig in Wasser, leicht in Alkohol und dreht die Schwingungsebene
des polarisierten Lichtes nach links.
Die chem. Konstitution des Atropin ist fast völlig aufgeklärt. Es ist das Salz
[* 7] einer organischen, die Hydroxylgruppe enthaltenden
Base, des Tropins, C8H15NO , und einer den aromatischen Verbindungen angehörenden
Säure, der Tropasäure, C9H10O3 ^[ C9H10O3] = C6H5.CH(CH2OH).COOH ^[C6H5·CH(CH2OH)·COOH].
Das Atropin ist sehr giftig (s. Atropa) und wird in der Augenheilkunde vielfach verwendet, da es, in der geringsten Menge in das
Auge gebracht, Erweiterung der Pupille sowie Lähmung des Accommodationsapparates bewirkt. In denApotheken
wird nur das schwefelsaure Atropin (Atropinum sulfuricum) als offizinell vorrätig gehalten. Dasselbe bildet weiße
Krystalle und ist in Wasser löslich.