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01.01.2014 Ergebnisse aus dem Suchtmonitoring 2012
Psychoaktive Substanzen. Das Bundesamt für Gesundheit hat 2012 die Schweizer Bevölkerung zum zweiten Mal telefonisch zu ihrem Umgang mit psychoaktiven Substanzen befragt. Verglichen mit der ersten Befragung im Jahr 2011, bewegt sich der Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen im Rahmen der Vorjahreszahlen. Neu können erste Aussagen über den Einfluss soziodemografischer Faktoren wie der Bildung oder der Wohnregion auf den Konsum von legalen und illegalen Drogen gemacht werden.
Die Erhebungen des Suchtmonitorings Schweiz basieren auf einer repräsentativen Befragung der Schweizer Bevölkerung. Jährlich werden rund 11 000 Personen ab 15 Jahren zu ihrem Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen befragt. Dieses Monitoring ermöglicht eine aktuelle Einschätzung der Suchtproblematik in der Schweiz. Im Verlauf der nächsten Jahre wird es möglich sein, Entwicklungen und Trends zu erkennen.
TABAK
Jeder Vierte raucht
Der Anteil Rauchender in der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren beträgt 25,9%, derjenige der 15- bis 19-Jährigen 24,5%. Damit liegen die Raucherquoten im Bereich des Vorjahres. Während ungefähr ein Drittel der 20- bis 24-Jährigen (32,6%) und der 25- bis 34-Jährigen (33,6%) raucht, sind es bei den über 74-Jährigen noch 9,1%. Auch wenn sich eine Abnahme des Tabakkonsums mit zunehmendem Alter zeigt, so sinkt der Anteil der täglich Rauchenden erst ab
45 Jahren deutlich.
13 Zigaretten pro Tag
Zigaretten sind das am meisten konsumierte Tabakprodukt. Im Durchschnitt werden 13 Zigaretten pro Tag geraucht. 29,5% der regelmässig Rauchenden konsumieren eine Schachtel (= 20 Zigaretten) oder mehr pro Tag. 2,3% der regelmässig Rauchenden geben zudem an, auch Wasserpfeife zu rauchen. Bei den 15- bis 19-Jährigen sind es deutlich mehr, nämlich 25,1%. 3,1% der Bevölkerung konsumieren rauchlose Produkte wie Schnupftabak.
Mehr Aufhörwillige
Die Aufhörabsichten haben gegenüber dem letzten Jahr leicht zugenommen. 32,3% der befragten Rauchenden haben die Absicht geäussert, innerhalb der nächsten 6 Monate mit dem Rauchen aufzuhören, gegenüber 27,6% im letzten Jahr.
Sozioökonomische Unterschiede bei Männern
2012 wurde erstmals der Einfluss von Faktoren wie Bildung, Erwerbstätigkeit und Urbanisierungsgrad auf den Tabakkonsum ausgewertet. Sozioökonomische Unterschiede betreffen vor allem die Männer. Hier ist der Raucheranteil – insbesondere derjenige der täglich Rauchenden – bei Männern mit niedriger formaler Bildung im Vergleich zu jenen mit höherer formaler Bildung deutlich erhöht. Mehr als ein Viertel mit obligatorischer Schulausbildung als höchstem Abschluss (25,2%) oder sekundärer Ausbildung (26%) rauchen täglich. Dagegen rauchen nur 16% der Männer mit höherer Berufsausbildung und 12% der Männer mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss täglich. Bei den Frauen lassen sich keine bildungsbedingten Unterschiede erkennen. Ein Stadt-Land-Gefälle ist ebenfalls nicht erkennbar.
ALKOHOL
Jeder Zehnte trinkt täglich
Auch der Alkoholkonsum hat sich kaum verändert. 9 von 10 Personen in der Schweiz trinken Alkohol. Jede zehnte Person tut dies täglich, Männer deutlich häufiger als Frauen. Mit dem Alter trinken immer mehr Menschen täglich, mit 74 Jahren ist der Höhepunkt erreicht. Am seltensten trinken die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. Wenn sie trinken, dann aber in grösseren Mengen. Alkohol wird in den lateinischsprachigen Regionen deutlich häufiger getrunken als in der Deutschschweiz.
Jeder Fünfte trinkt risikoreich
Eine von fünf Personen (22%) trinkt risikoreich, das heisst zu viel oder zu oft. Die 22% teilen sich auf in 17,8% ausschliesslich Rauschtrinkende, 1% ausschliesslich chronisch risikoreich Trinkende und 3,1% der Bevölkerung, welche beide Risiken kombinieren.
Definition Rauschtrinken: 4 Standardgetränke oder mehr bei einer Gelegenheit bei Frauen, 5 Standardgetränke oder mehr bei Männern. Standardgetränk = Getränk mit 10 –12 g Reinalkohol (z.B. 3 dl Bier oder 1 dl Wein).
Je höher die Ausbildung, desto höher der Konsum
Die soziodemografischen Faktoren ergeben beim Alkoholkonsum folgendes Bild: Je höher die Ausbildung, desto häufiger wird risikoreich konsumiert. 3 von 10 Männern mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss trinken zu viel oder zu oft oder beides. Bei den Frauen dieser Ausbildungskategorie sind es rund 2 von 10 (23%).
Es zeigt sich, dass jede dritte Person in Ausbildung oder in der Lehre risikoreich Alkohol konsumiert. Bei den Vollzeiterwerbstätigen sind es 27%, bei den vorübergehend nicht Erwerbstätigen ist es jede vierte Person. Etwa jeder sechste Rentner und jede zehnte Rentnerin trinkt risikoreich. Keine Unterschiede gibt es hinsichtlich der Stadt- und Landbevölkerung.
ILLEGALE DROGEN
Cannabis an der Spitze
Cannabis ist in der Schweiz nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Substanz. Am meisten verbreitet ist der Gebrauch bei den 15- bis 24-Jährigen, von denen in den letzten 12 Monaten über 20% Cannabis konsumiert haben. Der Konsum von anderen illegalen Drogen bewegt sich in der Schweiz auf tiefem Niveau. Am ehesten konsumiert die Schweizer Wohnbevölkerung ab 15 Jahren Ecstasy (0,2% der Bevölkerung), LSD (0,5%) und Amphetamine (0,1%). Illegale Substanzen werden häufiger von Männern als von Frauen konsumiert. Zudem ist der Gebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen meist höher als in der Allgemeinbevölkerung. Mischkonsum leicht zugenommenVon Mischkonsum spricht man, wenn mindestens zwei psychoaktive Substanzen erhöht konsumiert werden. Bei rund 10% der Bevölkerung ist dies der Fall. Damit ist der Mischkonsum im Vergleich zum Vorjahr (2011) um 1% gestiegen. Bei den 20- bis 24-Jährigen ist dieses Phänomen mit rund 21% bei den Männern und 12% bei den Frauen am stärksten verbreitet.
Alkohol zentral für Mischkonsum
Wird bereits eine Substanz konsumiert, steigt die Wahrscheinlichkeit, auch eine andere psychoaktive Substanz einzunehmen. Alkohol spielt dabei eine zentrale Rolle. Am deutlichsten zeigt sich dies beim Mischkonsum von Alkohol und Tabak. Bei den 30- bis 64-Jährigen, die risikoreich Alkohol konsumieren, rauchen 29,2% täglich. Bei denen, die gelegentlich Alkohol konsumieren, liegt der Anteil deutlich tiefer, nämlich bei 18,1%. Doch auch zwischen Alkohol und Cannabis oder anderen illegalen Drogen kann ein Zusammenhang gezeigt werden. Bei den 15- bis 29-Jährigen, die einen risikoreichen Alkoholkonsum aufweisen, rauchen 8,3% Cannabis und 5,9% konsumieren andere illegale Drogen. Bei denen, die gelegentlich Alkohol konsumieren, liegt der Anteil bei 2,3%, respektive bei 1,9%.
Suchtmonitoring Schweiz
Das Bundesamt für Gesundheit hat Suchtmonitoring Schweiz 2011 mit dem Ziel lanciert, den Konsum von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol, Tabak und illegalen Drogen zu erfassen. Die periodische Erhebung soll ermöglichen, längerfristige Entwicklungen zu verfolgen und die Gesundheitspolitik auf Ebene des Bundes und der Kantone darauf auszurichten. Beauftragte Institute: Sucht Schweiz, Lausanne, Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung Zürich (ISGF), Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne (IUMSP), Institut für Begleit- und Sozialforschung Zürich (IBSF).
Kontakt
Wally Achtermann, Sektion Grundlagen, <email-pii>