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«Mehr als Bienen»: Rückblick auf das Imkerjahr im Tierpark
Wir haben eine eigene extensive Imkerei mit 50 Bienenvölkern aufgebaut und blicken auf das erste Imkerjahr zurück.
Im Rahmen des Projektes «Mehr als Bienen» betreibt der Natur- und Tierpark eine extensive Imkerei. Die ersten Bienenvölker kamen im Frühling 2019 in den Tierpark und nach den Aufbau-arbeiten im Jahr 2019 kann nun auf das erste Imkerjahr zurückgeblickt werden.
Die meisten Bienenvölker haben den warmen Winter 2019/2020 gut überstanden. Da die Witte-rung auch im Frühling äusserst warm war, war die Entwicklung der Blütenpflanzen fast drei Wo-chen voraus. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bienenvölker jedoch noch nicht stark genug entwi-ckelt, um den im Überfluss vorhandenen Nektar des Löwenzahns einzulagern. Anfangs April, sobald die Völker genug stark waren, wurden die Honigräume aufgesetzt; darin enthalten sind die Honigrahmen, die von den Bienen ausgebaut und in denen die klassischen Waben erstellt wer-den. Da die Völker mit diesem Ausbau beschäftigt waren, sammelten sie weniger Honig. Dies wiederum bewirkte, dass die Imker auf das erste Honigschleudern anfangs Juni verzichteten und der Honig den Bienen zuliebe – für die nektararme Zeit im Juni – belassen wurde.
Die Bienen entwickelten sich auf den Naturbauwaben prächtig. Wöchentlich wurden die Völker genau kontrolliert, um sie auf ihre Gesundheit und ihr Schwarmverhalten zu prüfen. Die Völker waren jeweils alle wohlauf und hatten genügend Futter. Von den rund 50 Völkern sind lediglich vier geschwärmt, was verhältnismässig wenig ist.
Von den stärksten Völkern wurden Ableger gemacht – diese neuen Jungvölker sollen einen allfäl-ligen Winterverlust im kommenden Winter 2020/2021 ausgleichen. Aktuell werden die Bienenvöl-ker aufgefüttert, damit sie genug Nahrung für den Winter haben. Mit der letzten Fütterung an-fangs September ist das Bienenjahr sozusagen abgeschlossen.
Die Bienenforschung ist gestartet
Die Imkerei des Tierparks dient einerseits dazu, Einblicke in eine Imkerei zu ermöglichen und diese aufzuzeigen. Andererseits wird Forschung betrieben, indem die neuesten Ergebnisse im Kampf gegen die Varroamilbe angewandt werden. Anfangs Juli ist nun der Versuch mit dem Zentrum für Bienenforschung gestartet. Bei diesem Versuch wird eine Methode zur alternativen Varroabekämpfung getestet. Diese Bekämpfungsstrategie wird in Italien bereits angewendet, jedoch kann sie nicht einfach auf die Schweiz übertragen werden. Denn das Klima und die Um-welt haben einen grossen Einfluss auf ein Bienenvolk und seine Varroapopulation. Mit den Völ-kern des Tierparks wird nun geforscht, ob und wie die Behandlung in der Schweiz wirksam ist.
Premiere Tierpark-Honig
Ende Juli war es endlich soweit – der erste Tierpark-Honig konnte geschleudert werden. Insgesamt wurden rund 125 Kilogramm Honig geerntet. Auffallend war, dass gewisse Völker viel Honig und andere wiederum keinen Tropfen gesammelt hatten. Generell war der Honigertrag nicht so aussergewöhnlich hoch wie in anderen Regionen der Schweiz. Dies war aber zu erwarten: Das Gebiet rund um den Natur- und Tierpark Goldau ist kein Massentrachtgebiet. Dies bedeutet, dass es Nektar und Honigtau gibt, aber nicht in Hülle und Fülle und nur zu gewissen Zeiten, was direkten Einfluss auf die Honigproduktion hat.
Der Tierpark-Honig hat eine schöne Farbe und einen wunderbar ausgeglichenen Geschmack. Nach der Honigernte wurde der Honig abgeschäumt, in Gläser abgefüllt und etikettiert. Die Gläser zu 250 Gramm können solange der Vorrat reicht an einem Stand am 29. August im Natur- und Tierpark Goldau sowie ab dem 29. August im Tierpark-Shop gekauft werden.
Das Projekt «Mehr als Bienen»
Das Projekt «Mehr als Bienen» des Natur- und Tierparks Goldau ist im Jahr 2019 gestartet. Der Name ist Programm: Das Projekt hat das Ziel, die extensive Imkerei, die Wildbienenforschung, die Naturförderung und den Wissenstransfer über Bienen und Insekten in der Zentralschweiz zu fördern und in Goldau eine Informationsstelle für Bienenhaltung aufzubauen. Der Fokus des Projektes «Mehr als Bienen» liegt auf den vier Bereichen Imkerei, Bildung, Forschung und Naturförderung. Dabei spielt die Vernetzung mit Imkervereinen, Bildungsinstitutionen, Behörden und der Landwirtschaft eine grosse Rolle.
HIER finden Sie alle Informationen rund um das Projekt «Mehr als Bienen».