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«Deine Mutter...
Sie ist der einzige Mensch auf Erden, sagt man, der dich liebt, noch bevor du auf der Welt bist. Die Liebe einer Mutter ist unteilbar und bedingungslos. Du kannst dir nicht annähernd vorstellen, wie innig deine Mutter dich liebt. Die Art von Liebe kannst du dir erst vorstellen, wenn du vielleicht selbst Kinder hast.
Du bist der Höhepunkt ihrer menschlichen Unvollkommenheit. Du weinst, stellst viele Fragen, erwartest, dass sie dich ernährt, wäscht, erzieht, dir die Nase putzt, für dich da ist, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Deine Mutter kommt nicht zur Ruhe, wenn du nicht zu Hause bist. Sie isst nicht, geht mit knurrendem Magen ins Bett, wenn sie weiss, dass du noch Hunger hast. Egal, wo du bist, sie wird dir deine Portion schön auf einem Teller anrichten und dir dein Essen später warm machen. Sie wartet. Denn du kommst ja wieder nach Hause. Das hofft sie. Solange du weg bist, verspürt sie ununterbrochen eine innere Unruhe. Je dunkler es draussen wird, desto grösser diese Unruhe.
Liebst du sie genauso, wie sie dich? Machst du dir auch manchmal Sorgen um sie? Weisst du, unter welchen Schmerzen sie dich zur Welt brachte? Weisst du auch, dass sie diesen Schmerz in genau dem Moment vergessen hat, in dem sie dich im Arm hielt? Kannst du dir vorstellen, wie sich eine Frau fühlt, wenn sie ein Kind bekommt? Ihre komplette Welt verändert sich genau in diesem Augenblick. Weisst du auch, dass du ihr viele schlaflose Nächte bereitet hast? Wenn du krank bist oder Schmerzen hast, ist sie der einzige Mensch, der auch Schmerzen empfindet. Es ist diese Verbindung zueinander.
Wie oft sagst du zu deiner Mutter, wenn sie dich um etwas bittet: "Aiiiiiiiihhhhh ne ne..." ??
Du beschenkst deine Mutter ganz bestimmt an ihrem Geburtstag, am Muttertag und vielleicht noch an ein paar anderen Tagen. Was ist mit den restlichen Tagen? Bist du da nicht auch dankbar, dass du eine so tolle Frau an deiner Seite hast? Du sollst ihr natürlich nicht jeden Tag was schenken. Aber vielleicht mal zwischendurch. Dann, wenn sie es nicht erwartet. Bring ihr eine Schokolade mit und du zauberst ihr ein Lächeln ins Gesicht. Sie wird diese Schokolade vielleicht gar nicht essen. Und wenn, dann tut sie es erst, wenn sie es allen erzählt hat. Vielleicht ist ein ganzes Fach in der Küche voll mit Süssigkeiten. Aber nichts ist so, wie deine Schokolade. So sind Mütter...
Das schöne an einer Mutter ist, dass jeder von uns eine hat. Manche von uns länger, andere kürzer, wieder andere kennen ihre Mutter gar nicht. Aber wir haben alle eine. Wo auch immer, wie auch immer.
Du liebst deine Mutter auch sehr. Sie wird immer die Frau sein, zu der du die engste Verbindung verspürst. Sogar wenn sie nicht mehr ist, liebst du sie.
Um die Liebe anderer Menschen musst du dich bemühen, du musst sie dir verdienen, du musst Liebe geben, um Liebe zu erhalten. Nicht so bei deiner Mutter. Sie gibt dir ihre Liebe einfach so. Du bekommst sie sogar unverdient. Und egal, wie alt du bist, du wirst immer ihr KIND bleiben.
Und im letzten Augenblick brichst du ihr das Herz, genauso wie man ein Stück Zucker zerbricht... Schätze diese wunderbare Frau also, solange du sie hast. Nicht erst, wenn du sie verlierst.
Ehre und achte sie, solange du kannst, denn eines Tages kann es zu spät sein...»
Quelle: Samedin selimović
Samedin Selimović
Mit Poesie verarbeitet Samedin Selimović den Tod seines Vaters. Auf Facebook und Instagram hat er mittlerweile tausende Leser. Samedin veröffentlicht eigene Gedichte, kuratiert aber auch das Beste der Anderen – hauptsache, sie gefallen ihm.