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Dank der kommunalen Abwasserreinigung hat sich die Gewässerqualität in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten signifikant verbessert. In einem nächsten Schritt sollen künftig gezielt Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernt werden.
Die aktuellen Herausforderungen bei der kommunalen Abwasserreinigung bestehen darin, eine nachhaltige Abwasserreinigung zu etablieren und das Abwasserreinigungssystem kontinuierlich zu optimieren. Der technische Ausbaugrad der Abwasserreinigungsanlagen (ARA) hat sich seit den 1980er Jahren kontinuierlich verbessert und ist heute auf einem guten Stand. Im Bezug auf Mikroverunreinigungen allerdings muss die Abwasserreinigung regional verbessert werden.
Mit einer Aufrüstung durch eine zusätzliche Reinigungsstufe kann die Reinigungsleistung erhöht und der Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Gewässer deutlich reduziert werden. Das Parlament hat 2014 der Änderung des Gewässerschutzgesetzes zugestimmt, die eine gesamt-schweizerische zweckgebundene Finanzierung für den Ausbau von ausgewählten ARA regelt. Gegenwärtig werden Lösungen für einen selektiven Ausbau erarbeitet.
Verursachergerechte Abwassergebühren
Die Abwasserreinigung in der Schweiz befindet sich auf einem hohen Niveau. Mit der Infrastruktur zur Abwasserreinigung wurde die Voraussetzung für die Gesundung unserer Gewässer geschaffen. Während 1965 nur 14% der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz an eine zentrale Kläranlage angeschlossen waren, waren es im Jahr 2005 über 97%. Bei 2% ist ein Anschluss nicht sinnvoll, da diese in abgelegenen, schwach besiedelten Gebieten wohnen.
Mit etwa 800 Kläranlagen und etwa 40'000 - 50'000 km öffentlichen Kanalisationsleitungen ist die Infrastruktur für die Abwasserreinigung in der Schweiz praktisch erstellt. Die gesamten Kosten für die Erstellung dieser Infrastruktur liegen im Bereich von CHF 40 - 50 Milliarden; ihr Wiederbeschaffungswert beträgt rund CHF 80 - 100 Milliarden.
Voraussetzung dafür, dass die Abwasserreinigung auch künftig funktioniert, sind Gebühren nach dem Verursacherprinzip. Sie müssen die Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz von Abwasser-anlagen decken. Gemäss Gewässerschutzgesetz müssen die Kantone für verursachergerechte Gebührenstruktur bei der Abwasserentsorgung sorgen.
Massnahmen bei Industrie- und Strassenabwasser
Dezentrale Massnahmen wie etwa eine Abwasservorbehandlung konzentrierter Abwässer sind sinnvoll, wo Chemikalien und Wirkstoffe in höheren Konzentrationen ausgebracht oder in die Kanalisation abgeleitet werden. Das kann beispielsweise bei Landwirtschafts- und Industrie-betrieben der Fall sein. Bei stark befahrenen Strassen kann eine Strassenabwasserbehandlungsanlage die Einträge in die Gewässer reduzieren
Energieeffizienz und Energieproduktion
Eine Studie des BAFU zum Thema Energieeffizienz und Energieproduktion bei Abwasserreinigungsanlagen zeigt, dass sich deren Strombedarf durch die Optimierung verschiedener Prozesse schweizweit um rund 40% senken liesse. Der erwartete Mehrverbrauch an Energie für die Elimination von Mikroverunreinigungen ist bei dieser Berechnung berücksichtigt.
Energieeffizienz und Energieproduktion auf ARA (PDF, 2 MB, 16.01.2013)Studie im Auftrag des BAFU
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Letzte Änderung 25.11.2019