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Landwirtschaft, Tourismus, Industrie - Indikatoren
Wasserverbrauch in Landwirtschaft, Industrie und Tourismus
In der Schweiz gibt es relativ wenige Daten über den Wasserverbrauch in den Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Tourismus. Das sind zwar grosse Wasserverbraucher, aber man schätzt, dass sie über die Hälfte ihres Bedarf mit privaten Wasserrechten abdecken können (Quelle: Freiburghaus, 2009). Dabei kann es sich um private Quellen, Grundwasserbrunnen oder Entnahmen aus Seen und Fliessgewässern handeln. Darum werden die verwendeten Mengen nicht unbedingt systematisch gemessen. 2007/8 führt der SVGW bei den betreffenden Akteuren eine Erhebung durch. Aus dieser geht hervor, dass die Industrie etwa 55% des in der Schweiz des genutzten Wassers verbraucht, die Haushalte 25% und die Landwirtschaft 20%.
Der landesweite jährliche Gesamtverbrauch beträgt 2152 Millionen m3. In dieser Menge nicht enthalten ist das Wasser, das zur Kühlung der Kernkraftwerke genutzt wird und fast 1643 Millionen m3 entspricht. Sie ist auch in Relation mit der Wassermenge zu setzen, die für die Wasserkraftproduktion benötigt wird und 550'000 Millionen m3 entspricht. Zur Erinnerung: etwa 55% des in der Schweiz produzierten Stroms stammen aus der Wasserkraft.
Vergleich des Volumens des jährlichen Wasserverbrauchs mit der Nutzung für die Durchflusskühlung von KKW und für die Stromproduktion in der Schweiz. Quelle: NFP61.
Die Studie des SVGW erlaubt es auch, zu unterscheiden, von welcher Wirtschaftsbranche das Wasser genutzt wird und woher es kommt. Einige Branchen, wie die Landwirtschaft, der Dienstleistungssektor oder die Entsorgungsbranche benötigen grosse Wassermengen. Die Versorgung wird mehrheitlich mit Wasser aus eigenen Quellen bestritten, ausgenommen der Dienstleistungssektor und die Nahrungsmittelbranche, wo hauptsächlich Trinkwasser genutzt wird.
Wasserverbrauch aus öffentlicher und privater Versorgungn in der Schweiz nach Wirtschaftsbranchen. Quelle: Freiburghaus, 2009.
Die grössten Wasserverbraucher in der Landwirtschaft sind die Laufbrunnen und Quellüberläufe. Dabei handelt es sich um Wasser, das zwar gefasst, aber nicht unbedingt im eigenlichen Sinne genutzt wird. Es überrascht nicht, dass die Bewässerung grosse Wassermengen verschlingt. Diese stammen meist aus Gewässern (Fliessgewässern und Seen), und nur in minderem Masse aus dem Grundwasser.
Wasserbedarf in der Landwirtschaft nach Wasserherkunft und Verwendung. Quelle: Freiburghaus, 2009.
Das Weidland macht über einen Drittel der bewässerten Flächen aus, gefolgt vom Obst- und Gemüseanbau mit 33% der Flächen. Die restlichen bewässerten Flächen verteilen sich auf die übrigen Grossanbauflächen und den Rebbau.
Aufteilung der bewässerten Flächen in der Landwirtschaft nach Art des Anbaus. Source: NFP61.
Die grössten Wasserverbraucher in der Tourismus- und Freizeitbranche sind die Zoos und Tierpärke. In den Bergen werden grosse Wassermengen für die künstliche Beschneiung verwendet, um in den Skigebieten für sichere Schneeverhältnisse zu sorgen. Es überrascht nicht, dass auch Thermal- und Schwimmbäder für ihren Betrieb beträchtliche Mengen an Wasser verbrauchen. Mit etwa 10% vergleichsweise gering ist der Verbrauchsanteil der Logiernächte.
Wasserverbrauch für Tourismus und Freizeit. Source: NFP61.
Im Rahmen des Projekts MontanAqua wurde die Entwicklung des Wasserbedarfs in der Region Crans-Montana-Siders im Jahresverlauf untersucht. Dabei haben sich grosse Schwankungen in der Nachfrage gezeigt. Der Höhepunkt wird im Sommer erreicht, wenn die Landwirtschaft Wässerwasser benötigt. Die für die Beschneiung verwendeten Wassermengen sind relativ bescheiden. Die für die Wasserkraftproduktion genutzten Wassermengen wurden in dieser Analyse nicht berücksichtigt.
Entwicklung der Wassernutzung im Jahresverlauf in der Region Crans-Montana-Siders. Quelle: MontanAqua.