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Die Farben der Schweizer Parteien
«Die Farbwahl der Schweizer Parteien ist in erster Linie auf Werbezwecke zurückzuführen», sagt Alt-SP-Grossrat John Clerc aus Freiburg. «Die Zuordnung der Farben zu den Parteien scheint dabei aus historischer Sicht recht willkürlich zu sein. «Katholisch-Konservative waren früher schwarz, doch seit den 1970er-Jahren ist die CVP orange», sagt er. Grün werde von der SVP unter Bezugnahme auf die Landwirtschaft benutzt – aber ebenso von den Grünen und in jüngster Zeit auch von den Grünliberalen. «Da braucht es eben verschiedene Grüntöne», schmunzelt Clerc. Ebenso beliebig scheine das FDP-Blau zu sein. Diese Partei habe im Laufe der Jahre sehr unterschiedliche Farben benutzt. Am einleuchtendsten sei noch das Pink der SP und das Rot der Kommunisten, die sich vom Rot der internationalen Arbeiterbewegung ableiteten. «Farben werden sowieso erst im grossen Stil verwendet, seit die Zeitungen farbig gedruckt werden», so Clerc weiter. Bei den Wahlen von 1966 seien noch alle Plakate schwarz-weiss gewesen. Erstmals aufgetaucht seien Farben dann bei Sitzplänen, etwa für den Nationalrat.
Im Kanton Neuenburg, wo er früher ebenfalls im Grossen Rat Einsitz genommen hatte, sei Rot übrigens traditionellerweise die Farbe der FDP gewesen. Die SP habe Blau benutzt, die Liberale Partei Grün, die Kommunisten Grau, die Christlichsozialen Mokkabraun und die Nationalisten Rot-Schwarz. «Bei einem Sitzplan habe ich einmal Braun für die Nationale Aktion verwendet», erinnert sich Clerc. «Da bekam ich einen Tadel. Braun sei die Farbe der Nationalsozialisten, hiess es. Ich solle doch Rot mit Schweizer Kreuzen verwenden.»
In einer Sommerserie bekennen Experten Farbe.