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Sich über die Autokorrektur lustig zu machen, ist längst keine sonderlich originelle Idee mehr. Längst gibt es Websites (wie hier oder hier), die das tun. Man kann Bücher und T-Shirts dazu kaufen. Und ausserdem weise ich gerne darauf hin, dass ich schon vor Jahren darauf hingewiesen habe.
An dieser Stelle soll es nun um die Textvorschläge des iPhones gehen. Die sind genauso dumm, aber nicht halb so lustig: Sie versauen einem (oder anderen Leuten) die Texte nicht, zumindest, wenn man sie nicht wider jede Vernunft antippt. Aber sie machen einem das Leben nicht so viel leichter, wie sie das tun könnten.
Nein, iOS, nicht mein Name!
Der Hintergrund: Apple hat mit iOS 8 eine Funktion namens Quicktype eingeführt: Oberhalb der Tastatur erscheinen drei Felder, in denen Worte vorgeschlagen werden, die zu den bereits getippten Buchstaben passen könnten. Wenn ein passendes Wort dabei ist, braucht man nicht fertigzutippen, sondern nur das Wort auszuwählen. Stehende Redewendungen und sehr häufig gebrauchte Formeln tippt man so äusserst schnell. Nach der Eingabe «Mit fr» schlägt iOS «freundlichen» und dann «Grüssen» vor, sodass man diese Wendung mit 8 Tastatur-Eingaben getippt hat.
So weit, so gut. Nun berücksichtigt diese Tastatur leider überhaupt nicht den Kontext der Eingaben. Wenn ich ein Mail an Petra adressiere und es mit «Liebe P» beginne, dann wäre es logisch, an dieser Stelle den Namen Petra vorzuschlagen. So intelligent ist iOS aber leider nicht. Vorschläge sind stattdessen «Piraten» und «Prozent». Da ich nicht Mitglied der Piratenpartei bin und Petra keine hochprozentige Alkoholikerin ist, ergibt das keinen Sinn.
Noch mehr ärgere ich mich allerdings am Ende des Mails. Wenn ich meinen Namen tippe («Matt…»), schlägt mir das völlig bescheuerte iPhone «Matthibass» und «Matthius» vor. Nicht aber meinen wirklichen Namen. Gut, an den beiden Verballhornungen bin ich selbst schuld. «Matthibass» stammt von einem grenzdebilen Kalauer meinerseits, der irgend etwas mit Musik zu tun hatte. Und «Matthius» von meiner Marotte, WhatsApp-Nachrichten gelegentlich mit «Gruss und Kuss von Matthius» zu beenden.
8400 Winterreifen
Klar, das sind zwei bestrafungswürdige Angewohnheiten, die mir das iPhone wahrscheinlich zu recht abgewöhnen will. Dass das dumme Teil aber auch meine Adresse nicht verinnerlicht hat, ist weniger verzeihlich. Da muss ich immer meine Strasse eintippen. Und wenn ich «Winter…» tippe, freue ich mich jedes Mal darüber, dass das iPhone «Winterreifen» und «Winterspiele» vorschlägt, nicht aber das, was ich schon Hunderte Male getippt habe: Nämlich meinen Wohnort Winterthur.
Apple: So wird das nix mit der künstlichen Intelligenz.
PS: Was meinen Nachnamen angeht, ist Apple stur der Meinung, dass ich Schneider heisse…