Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03656.jsonl.gz/172

Was geschieht, wenn der Blogger, welcher jeweils abends seine Zeilen schreibt, in Gespräche verwickelt wird und diese erst nach Mitternacht enden? Genau nichts! Darum kannst du erst jetzt von mir lesen. Ich bitte um Nachsicht.
Ich erwachte eher früh an diesem Donnerstag. Der Grund waren herumspringende Kinder im oberen Stock. Trotzdem stand ich noch nicht auf, ich war ja nicht in Eile. Nach einem Telefonat mit Daniela (Nicole und die Groskinder waren auch dort) machte ich mich um ca. halb zehn Uhr auf den Weg.
Die Fahrt in Richtung Osten gab bis zur Abzweigung Richtung Süden nicht wirklich viel her. Aufgefallen sind mir die riesigen Cumulus-Wolken und spezielle Verkehrsschilder, auf welchen ein Pferd mit einer Kutsche dargestellt sind (leider habe ich es nicht fotografiert). Es weist auf Amische Leute hin. Ich sah dann auch welche, welche mit Pferd und Kutsche unterwegs waren. Hier in der Gegend gibt es scheinbar ziemlich viele. Ich schrieb ja bereits früher einmal in einem Blog darüber.
Nach der Abzweigung nach Süden ab Espanola wurde es dann richtig schön. Die grösste Süsswasser-Insel der Welt beginnt aber erst bei Little Current. Von hier stammen auch die Bilder der Swing Bridge. Zufälligerweise war ich gerade zum richtigen Zeitpunkt an diesem Ort. Die Brücke stammt aus dem Jahr 1913, wurde Anfangs mit Gas betrieben und ist erst seit 2003 mit einem Elektromotor versehen worden.
In Little Current bin ich dann an den Yachthafen hinuntergefahren. Ich schaute mich dort ein wenig um und habe mir eine Yacht ausgelesen. Mein einziges Problem ist noch ein Standplatz in einem Hafen am Zürichsee…… ;))
Gegen halb fünf Uhr nachmittags erreichte ich mein Ziel in Providence Bay. Das Haus ist ziemlich alt, jedoch sehr gut im Schuss. Hier wurde ich von Heidi sehr herzlich empfangen. Heidi hatte eine deutsche Mutter, darum ihr für Kanada untypischer Name. Sie teilte mir dann mit, dass ich in meiner ersten Nacht der einzige Gast sein werde und ich mir darum mein Bett selbst auslesen könne. Am Freitag erwarte sie aber mindestens einen weiteren Gast und über das Wochenende sei das Haus voll.
Wenig später lief ich dann an den Strand hinunter, welcher nur etwa 150-200m vom Haus entfernt ist. Hier gibt es sogar einen natürlichen Sandstrand. Allerdings ist der Wasserstand dieses Jahr ja aussergewöhnlich hoch und darum konnte man nur einen kleinen Teil davon sehen.
Providence Bay ist ansonsten ein sehr, sehr kleines Dorf. Hier gibt es einen Campingplatz und einige Ferienhäuser und sonst nichts. Der Verkehr ist auch so gering, dass Kinder gut und gerne auch auf der Hauptstrasse spielen könnten.
Auf meinem Rückweg kehrte ich in einem Fish and Chips Imbiss ein. Dieser Imbiss muss ziemlich weit herum bekannt sein! Er war auf jeden Fall ziemlich gut besetzt. Diese Mahlzeit war aber auch wirklich lecker.
Im Hostel traf ich dann auf Serge. Er ist der Mann von Heidi und stammt ursprünglich aus Frankreich. Er ist ein Kosmopolit und war unter anderem für Carla del Ponte im Zusammenhang mit der Untersuchung der UNO in Sachen Jugoslawien tätig. Wir plauderten in der Stube ziemlich lange. Aufgrund seines Akzentes hatte ich ein wenig Mühe, ihn zu verstehen. Da er diverseste Sprachen spricht (unter anderem Russisch und Deutsch), wechselte er relativ bald in die deutsche Sprache. Das machte es für mich um einiges leichter.
Gegen 22 Uhr teilte er mir mit, dass uns sein Nachbar Alex mit seiner Frau an sein Feuer eingeladen hätte und ich natürlich herzlich willkommen sei. Ich wechselte darum meine Kleider und zog mir lange Hosen, eine Jacke sowie meinen Hut an. Der Grund waren die Moskitos (im Nachhinein gesehen war das aber harmlos). Mit einem geschenkten Bier bewaffnet lief ich dann zum Feuer von Alex. Auch er sprach ganz gut Deutsch, denn sein Vater war Deutscher. Allerdings hatte ich beim ihm keine Mühe, ihn zu verstehen. Er spendierte uns dann ein weiteres Bier. Es sei ein schottisches Bier und wir müssten das unbedingt probieren. Es schmeckte wirklich gut, allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass der Alkohol-Anteil in diesem Bier ein wenig höher war wie bei normalen Bieren. Auf jeden Fall endeten diese Plauderstunden erst einiges nach Mitternacht. Ich hätte meinen Blog schon noch schreiben können, ob aber die Sätze noch einigermassen korrekt gewesen wären – ich weiss es nicht….
Autostrecke: 351km