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Es gehe nicht an, weiter zwischen einem Stilllegungsgesetz, wirtschaftlichen Sanktionen und Verhandlungen zu lavieren. Frithiof sprach bei der offiziellen Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerkblocks Oskarshamn-1 (BWR, 445 MW), der nach umfangreichen Nachrüstmassnahmen im Januar 2003 wieder ans Netz ging. Die Einheit wird von der OKG AB, einer Tochtergesellschaft der Sydkraft betrieben. Die Sydkraft ihrerseits gehört zur deutschen E.ON-Gruppe.
Frithiof kommentierte die Pläne der Regierung, den in Schweden schon vor gut 20 Jahren beschlossenen, aber immer wieder hinausgeschobenen Ausstieg aus der Kernenergie jetzt nach dem deutschen Modell voranzutreiben. Für den Sydkraft-Präsidenten ist es klar, dass Schweden die bestehenden Kernkraftwerke noch mindestens 20 bis30 Jahre brauchen wird und neue Kraftwerke bauen muss, um die steigende Nachfrage nach elektrischer Energie zu decken. Also seien Investitionen zu finanzieren und die Regierung müsse daher die "unfaire und diskriminierende", umweltfeindliche Sonderabgabe auf der installierten Kernkraftwerksleistung sofort abschaffen. Jedes Jahr zahlten die schwedischen Kernkraftwerke SEK 2 Mio. (rund CHF 320'000), ob sie nun Strom produzierten oder nicht. Dies sei eine in der EU einmalige Sondersteuer und ziehe Mittel ab, die damit für Investitionen in den störungsfreien Weiterbetrieb fehlten. Die Voraussetzungen für eine vorzeitige Stilllegung seien in Schweden offensichtlich nicht erfüllt. Stattdessen sprächen starke Gründe für die Verlängerung der Kraftwerkslebensdauer auf 60 Jahre. Die Betriebsbedingungen seien jetzt mit den in den anderen EU-Ländern geltenden Bedingungen zu harmo-nisieren, damit die schwedischen Versorgungsunternehmen den Kunden weiterhin konkurrenzfähigen und umweltfreundlichen Strom anbieten könnten. Substanzielle Mittel seien zudem für Forschung und Entwicklung freizugeben. Laut einer im Januarveröffentlichten Meinungsumfrage würden über zwei Drittel der Schwedinnen und Schweden den Weiterbetrieb von Barsebäck-2 begrüssen, dem Kernkraftwerk der Sydkraft, über dessen Zukunft die Regierung bis im März 2003 entscheiden muss.
Quelle
P.B. nach NucNet, 4. Februar 2003