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Bruno Coulais Lakeshore Records LKS 341 422 27:30 Min. 18 Tracks
Babies ist eine Dokumentation, die vier Neuankömmlinge vom ersten Atemzug bis zu den ersten Schritten an vier völlig verschiedenen Orten, Tokio, San Francisco, Mongolei und Namibia begleitet.
Bruno Coulais hat mit den beiden Scores zu Océans und Coraline ein durchaus bemerkenswertes Jahr hinter sich. Und mit ersterer und der hier vorliegenden Musik zementiert er seine Stellung als einer der Top-Komponisten für Dokumentationen weiter. Interessanterweise gehören die Dokus, für die Coulais komponiert, immer wieder zu denen, die auch in den grösseren Kinos gezeigt werden (u.a. auch Microcosmos, Le peuple migrateur).
Das musikalische Konzept hinter Babies, oder Bébé(s) wie er im Original heisst, ist durchaus originell, verwendet Coulais doch Klänge von Spielzeugen, ein Streicherquintett, diverse Perkussionsinstrumente, Klavier und Holzbläser. Ausserdem ist die Stimme der französischen Sängerin Rosemary zu hören, die in einer Art Babysprache blubbert.
Wwenn man das so liest, dürfte schnell klar werden, dass hier ein etwas spezieller Score auf den Hörer zukommt, der möglicherweise nicht sonderlichen Hörspass bereitet. In der Tat, Bébé(s) hat ein ausgefallenes Konzept, aber nicht viel mehr. Die gesungene Babysprache, sowas wie das Thema des Scores, wiederholt sich immer wieder, ist mal als Kinderlied integriert (Premières Pas). Musikalische Entwicklung aber findet so gut wie nicht statt und eine mehr als bruchstückhafte, schnelle Aneinanderreihung von recht kurzen Tracks hat der Score, der ein eher dünnes Bild hinterlässt, nicht zu bieten.
Mir sind nur zwei Stücke ins Ohr gekrochen, die ich als gelungen bezeichnen würde: Das angesprochene Premières Pas, eine der konventionelleren, aber auch hübsch gemachten Kompositionen des Scores, das die Babies bei ihren ersten Schritten begleitet und Bercreuse, ein niedliches Schlafliedchen.
Wer Babies nach dem sinfonischen und teilweise recht gelungenen Océans blind kauft, dürfte hiermit wohl heftig enttäuscht werden. Anspielen ist vor dem Kauf auf jeden Fall angesagt. Ein musikalischer Rückwärts-Purzelbaum.
Phil, 15.5.2010