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Calming Signals
Was sind Calming Signals?
Calming Signals nennt man auch Beschwichtigungssignale. Sie sind sozusagen die Lebensversicherung der Wölfe. Auch unsere Haushunde beherrschen diese Signale noch, allerdings nicht so viele wie ihre Vorfahren. Man kann zu den Calming Signals auch „cut off signals“ sagen, da sie jede Art von Aggression stoppen. Es sind Vorbeugungsmassnahmen, um Konflikte zu vermeiden. Sie sollen Bedrohungen und Probleme vermeiden. Stress, Unruhe, laute Geräusche, Nervosität und andere unangenehme Dinge sollen beschwichtigt werden.
Je nach dem setzt sie der Hund auch ein, um sich selber zu beruhigen.
Wie sehen die Calming Signals aus?
Es gibt viele unterschiedliche Zeichen. Hier nur eine kleine Auflistung. Um mehr zu dem Thema zu erfahren, empfehle ich unbedingt das Buch „Calming Signals“ von Turid Ruugas. Für mich gehört das Buch in jeden Hundehaushalt!
• Mit den Augen: blinzeln, zwinkern, Blick verkürzen, zur Seite schauen (ohne Kopf zu bewegen)
• Abwenden: Kopf abwenden, Körper ganz oder teilweise abwenden, Rücken zuwenden oder Bogen gehen
• Hinsetzen/Hinlegen
• Langsame Bewegungen oder Erstarren
• Mit dem Maul/Zunge: Schmatzen, die Nase lecken, gähnen, lächeln
• Splitten: dritter Hund stellt sich in neutraler Stellung zwischen zwei andere Hunde
• Urinieren
• Am Boden schnüffeln
• Atem anhalten
• Wedeln
• Pfote heben
• Vorderkörpertiefstellung
• Sich schütteln
• Welpenverhalten zeigen
• Deutliche Spielaufforderung
• Etc.
Wann gebrauchen die Hunde diese Signale?
Man kann diese Calming Signals immer beobachten, wenn die Hunde wach sind und etwas um sie herum geschieht. Nehmen wir einmal an, dass Sie ein Morgenmuffel sind. Sie maulen den Hund an, wenn er Sie freudig begrüssen möchte. Er versucht, Sie durch „über-den-Fang-lecken“ oder andere Beschwichtigungssignale zu besänftigen. Gehen Sie mit ihm spazieren und sieht er einen anderen Hund, wird er langsamer werden und einen Bogen um den Kollegen machen. Vielleicht wendet er noch den Kopf ab oder schnüffelt am Boden.
Wenn er zieht, rucken Sie kräftig an der Leine. Als Beschwichtigungssignal wird er sich die Schnauze lecken, sich schütteln oder vielleicht gähnen. Beobachten Sie ihren Hund, und Sie werden immer mehr Signale erkennen können!
Warum ist es wichtig für uns, solche Signale zu erkennen?
Calming Signals sind die Sprache unserer vierbeinigen Freunde. Ich bin der Meinung, man sollte diese Fremdsprache beherrschen. Sie hilft uns, unseren Hund besser „lesen“ zu können. Wir selber können diese Signale auch nutzen, wenn wir zum Beispiel einem anderen Hund begegnen. Wir können durch Abwenden des Körpers, Bogen laufen, über die Lippen lecken… dem anderen Hund zu verstehen geben, dass wir keine bösen Absichten haben.
Was für eine Bedeutung haben die Calming Signals im Hundesport?
Ein Lebewesen unter Druck und zuviel Stress lernt nicht mehr gut. Da der Hund uns durch Calming Signals sofort anzeigt, wenn es ihm zuviel wird, können wir optimal auf ihn eingehen.
Trainieren sie ausschliesslich mit positiver Bestärkung, müssen Sie die Calming Signals unbedingt kennen.
Kommt ein Hund zum Beispiel beim Abrufen oder Apportieren langsam auf den Führer zu, ist das ein Calming Signal. Er will den Hundeführer besänftigen. Ändert dieser seine Haltung oder Stimmungslage, kommt auch der Hund schneller zum Ausbilder.
Was liegt mir noch besonders auf dem Herzen?
Das Loben. Fast alle Leute loben den Hund falsch. Sie umarmen ihn und klopfen ihm kräftig auf den Schultern herum. Beobachten Sie dabei einmal ein Hundesport-Team. Der Führer freut sich und der Hund macht angestrengte Versuche, seinen Besitzer durch Kopfabwenden, über die Schnauze schlecken, erstarren etc. zu beschwichtigen!!
Beim Loben streichelt man den Hund auf der uns zugewandten Seite! Meistens schätzen die Hunde unser Streichel-Lob sowieso viel weniger als Futter oder ein Spiel.