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to action - Vom Verb zur Handlung
2018
Abstract
Katharina Karras
Kontakt: <email-pii>
Mentorat: Andrea Wolfensberger
12 skulpturale Handlungen in diversen Techniken und Formaten
Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet die Verblist von Richard Serra aus dem Jahr 1967. Meinen skulpturalen Handlungen liegen die Verben zu Grunde, die Serra vor 50 Jahren zusammentrug und auf von ihm gesammelte Materialien anwendete. In regelmäßigen Abständen ziehe ich ein Verb per Zufall aus der Urne. Eine kurze Zeitspanne, eine halbe Stunde bis maximal zwei Tage, stelle ich mir für die Verkörperung eines gezogenen Begriffes zur Verfügung. Dabei zählen ein direkt durch das Verb ausgelöstes Bild im Kopf und ein verfügbares Material, dessen Möglichkeiten ich während des Bearbeitungsprozesses ausreize. Dementsprechend stellen die einzelnen Arbeiten dreidimensionale Skizzen dar. Nicht eine perfekte, sondern eine prägnante und handlungsorientierte Ausführung ohne langes Planen ist entscheidend. Eine allumfassende Inkarnation des Wortes ist nicht angestrebt und nicht möglich. Sprache wird zurück in Materie überführt. Die Übersetzung eines jeweiligen Handlungsverbs in meine Muttersprache bietet meist mehrere Ausdrucks- und Deutungsvarianten. Ich lasse mich von spezifischen Assoziationen leiten, die in manchem Fall erst durch eine Kette von mehrdeutigen Übersetzungen ausgelöst werden. Dabei ist es mir willkommen, eine anfängliche Idee innerhalb des Handlungsprozesses abzulegen und durch eine dem neuen Moment entsprungene adäquatere Idee zu ersetzen.
In ihrem Ursprung beabsichtigen die Arbeiten scheinbar keine inhaltlichen Bezüge zueinander. Im Laufe des fortschreitend angewandten Rituals zeigt sich, dass die skulpturalen Handlungen einerseits von mir erlebte Geschehnisse der jeweils vorangegangenen Tage aufgreifen, und dass formale, thematische und methodische Dialoge zwischen den Skizzen enstehen. Sie zeigen unbewusste Auseinandersetzungen und geben irrationalen Zusammenhängen eine materialisierte Erscheinung.