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Was sagt die Ernährungswissenschaft zu Ketonkörpern?
Bei Ausdauerleistungen fokussierte sich die Forschung lange vor allem auf die Energiebereitstellung und auf die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten. Später forschte man zur Verbesserung der Fettoxidation und der Zufuhr von Fettsäuren als alternative Energiequelle, um die Glykogenspeicher zu schonen. Ein weiterer Energielieferant sind Ketonkörper. Sie entstehen bei einer extremen Restriktion der Kohlenhydratzufuhr (weniger als 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag) und dienen der Hirn und Skelettmuskulatur als Energiequelle. Wenig verwunderlich daher, dass viele Athleten und Trainer daraus die Strategie ableiten, Ketonkörper als zusätzliche Energielieferanten einzusetzen. Die Swiss Sports Nutrition Society (www.ssns.ch) hat die aktuellsten Forschungsergebnisse unter die Lupe genommen und die Ergebnisse zu häufig diskutierten Punkten wie folgt zusammengefasst:
• Ketonkörper allgemein: Ob Ketonkörper als alternative Energiequelle durch orale Zufuhr genützt werden können, ist unklar.
• Kohlenhydratoxidation: Eine diskutierte Reduktion der Kohlenhydratoxidation während einer sportlichen Belastung bei gleichzeitiger Zufuhr von Ketonkörpern ist unklar wie auch der Glykogen-Spareffekt. Eine verbesserte Wiederauffüllung der Glykogenspeicher ist möglich.
• Fettoxidation: Das verminderte Zirkulieren von freien Fettsäuren führt möglicherweise zu einer Reduktion der Fettoxidation und zu einem verbesserten Verbrauch von intramuskulären Fettsäuren.
• Erholung: Ketonkörper können möglicherweise die Erholungsphase nach einer Belastung verbessern und das Wiederauffüllen der Glykogenspeicher begünstigen.
• Limitationen: Die Wirkung auf das Gehirn ist unklar, allenfalls können Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich auftreten. Ebenfalls unklar ist die Dosierung, und auch das Timing ist nicht erforscht. Der Effekt der gleichzeitigen Zufuhr von Kohlenhydraten auf die Wirkung der Ketonkörper ist nicht geklärt.
Fazit: Ketonkörper scheinen die Fähigkeit zu besitzen, unseren Energiemetabolismus und den Substratverbrauch zu beeinflussen. Ob dieser Effekt unter Belastung auch tatsächlich Glykogen sparen lässt und ob sich dadurch die Leistung verbessert oder im hochintensiven Bereich sogar verschlechtert, scheint noch nicht geklärt zu sein. Die spärliche Anzahl an wissenschaftlichen Studien sind zu wenig aussagekräftig und zu gering in der Zahl, um den Einsatz von Ketonkörpern als Supplement zu empfehlen.