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Der amerikanische Gitarrist und Sänger Albert Cummings hat sich mit der Veröffentlichung seines Albums No Regrets einen Bubentraum erfüllt. Gemeinsam mit Produzenten Jim Gaines (Produzent von Sena Earhardt sowie verantwortlich für die Neuedition des Stevie Ray Vaughan-Katalogs und der Box Series von Jefferson Starship) hat er ein Bluesrock-Album eingespielt, das in bester Tradition der grossen Vorbilder der British Invasion John Mayall den Blues als gitarrenzentrierte Form der Rockmusik interpretiert. Das Album wurde mit der Hilfe einer Studioband eingespielt bestehend aus einem Bassisten (Dave Smith), einem Schlagzeuger (Steve Potts), einem Keyboarder (Rick Steff) und einem Harp-Spielers (Jimmy D. Taylor) sowie drei Background-Stimmen (Vickie Adkins, Kimberlie Helton und Kevin Page), und das Album bringt die Musik, die Albert Cummings in den Fingern, im Herzen , im Kopf hatte, und die er hier nun veröffentlichen wollte. Während Cummings sonst bei «Blind Pig» unter Vertrag steht, wurde dieses Album von «Ivymusic» veröffentlicht.
Der Blues kehrt ins Selve Areal zurück. Dieses war nach der Schliessung der Schweizerischen Metallwerke zeitweise eine Partymeile mit zahlreichen Lokalen und Anlässen. Unter anderem gab es dort Ende der Neunzigerjahre auch ein Bluesfestival. Nach etlichen Turbulenzen um das Gebiet lag es einige Zeit brach, nun wird es als neues urbanes Stadtquartier entstehen. In der einzigen, aus der Industrieepoche noch erhaltenen Konzepthalle6 wird es nun unter dem Namen «Blues Night Thun» wieder ein Festival geben.
Es gibt immer wieder Versuche, musikalische Genregrenzen zu überwinden. Dies gilt besonders für klassische und die zeitgenössische, amerikanische Musik. Ob es der französische Jazzpianist Jacques Loussier mit seiner bereits Ende Fünfzigerjahre eingespielten Play Bach Reihe ist, oder die holländische Rockgruppe Ekseption mit ihren Neuinterpretationen klassischer Werke, oder ob das London Symphony Orchestra mit Classic Rock bekannte Pop- und Rocktitel aufführt, es geht meistens darum, die Musikstücke des jeweils anderen Genres auf die eigene Weise zu spielen.
Wenn wir uns an einem Konzert oder Festival einen Auftritt ansehen oder das neuste Album unserer Lieblingsband anhören, denken wir kaum daran, wieviel Arbeit in einem Musikanlass steckt. Auch in einer CD ist jede Menge Aufwand verborgen. Sichtbar ist der Glamour, interessant sind die Künstler und ihre Musik und nicht die «Chrampfer», die das alles erst möglich machen. Daran dachte die European Blues Union, als sie den «Blues Behind The Scenes Award» 2015 ins Leben rief. Er würdigt die Arbeit von Produzenten, Promotern und Medienschaffenden. 2016 ging der Preis in der Kategorie Produzenten an Hannes Anrig.
In den Anfängen durfte auch im Delta in einer anständigen Familie kein Blues gehört werden. Teufelsmusik nannte man ihn. Im Gegensatz zur Gospelmusik, welche Teil der Liturgie ist, ging es im Blues um weltliche, zumeist auch noch anrüchige Dinge. Das änderte sich erst, als Ray Charles R & B mit Gospel verschmolz und daraus etwas neues, den Soul schuf. Eva Gisler weiss genau, wovon die Rede ist, denn die Soul-, Rock- und Popsängerin stand ein gutes Jahrzehnt lang unter dem Einfluss einer religiösen Gruppe, die moderne Musik strikt ablehnte. So bildete sie sich in klassischem Gesang weiter und konnte sich erst ab 2004 schliesslich der Musik widmen, die sie immer interessierte.
Er hiess wirklich so. Als Prince Roger Nelson kam er am 7. Juni 1958 in Minneapolis zur Welt. Die Eltern hatten den Bühnennamen seines Vaters ausgesucht, einem ausserhalb Minnesota kaum bekannten Amateur Jazzpianisten, der zwar eine Profi Karriere anstrebte, jedoch nicht erreichte. Immerhin war er Co-Autor einiger Prince Songs. Sein Wunsch, sein Sohn möge die musikalischen Ziele erreichen, die er für sich erträumt hatte, sollte mehr als in Erfüllung gehen. Prince sollte eine der schillerndsten Figuren der zeitgenössischen, amerikanischen Musik werden. Am 21. April 2016 ist er im Alter von nur 57 Jahren wahrscheinlich als Folge einer Grippe gestorben.
Aclam Guitars ist eine äusserst Exklusive Firma in Barcelona, die für höchste Ansprüche und zu stolzen Preisen High-End-Gitarren herstellen. An der Musikmesse präsentierten sie das Modell 2014, das eine Gitarre ist, die einfach alles kann: Humbucker, Singlecoil, Piezo und sogar ein MIDI-Anschluss ist in diesem etwas unförmigen, aber aussergewöhnlich gut anliegenden Körper enthalten. Die Gitarre erlaubt dafür den Wechsel von Pickups und sogar die Art, wie die Saiten aufgespannt sind. Ein verrücktes Produkt, aber gleichzeitig auch die Avant-Garde spanischer Gitarrenbautradition.
Musiker sind bekanntlich konservativ. Röhren vor Transistoren, Fahrradlampen-Mikrophone stehen hoch im Kurs, Vintage in Bauart und Technik, das scheint häufig das Motto zu sein. Dem gegenüber stehen immer die Tüftler, die Erfinder. Die amerikanische Traditionsfirma Wessell, Nickel & Gross hat an der Musikmesse eine solche technische Weiterentwicklung gezeigt: Klaviermechaniken aus Verbundstoffen. Ein Konzept, das einleuchtet und überzeugt. Damit wendet sich die Firma ab vom ewigen Baumaterial Holz und ersetzt die Präzisionsteile in Klavieren oder Flügeln durch Kunststoff-Teile, die all die Unzulänglichkeiten von Holz vermeiden.
Der im deutschen Gutenstetten beheimatete Musikhändler «Ortega» ist Hersteller feiner Akustikinstrumente mit einer Spezialisierung auf Gitarren, und dazu stellt die Firma auch Perkussionsgeräte her, die man zum Begleiten ihrer Produkte brauchen kann. Hierbei geht es weniger um eine One-Man-Band als um eine einfache, aber gut klingende Begleitung. Dazu bringt Ortega nun neu das Modell «Horse Kick» auf den Markt, das erst gerade dieser Tage bei erst einem Online-Händler zu kaufen ist. «Horse Kick» ist ein Holzkeil mit einem digital abrufbaren Perkussionssound, den man an den Gitarrenverstärker hängt, um sich selbst mit tappendem Fuss zu begleiten, nur dass man nicht irgend ein Brett und Lederschuhe nimmt, sondern durch den «Horse Kick» ein Bass-Cajon verfügbar hat. Die teurere Pro-Version enthält sogar fünf Samples, neben Cajon noch Cowbell, eine echte Schlagzeugpauke, Cabasa und Schellentamburin. Laut dem Verkäufer auf der Musikmesse soll demnächst sogar eine Version kommen, auf die man eigene Samples laden kann.
Bassisten und Gitarristen verwenden Gurte, die am Körper der Instrumente über Gurtpins gestülpt werden. Weil die Gurtlöcher ausleiern, springt im entscheidenden Moment der Gurt aus dem Pin und die Gitarre hält nicht mehr am Körper. Das Solo ist futsch, die Stimmung sowieso, und wenn man Pech hat, ist der Hals gebrochen. Die Lösungen sind so alt wie das Problem, vom Bügelverschluss-Gummiring bis zu unterschiedlichsten Strap-Lock-Systemen von allen bekannten Herstellern. Der «LOXX Strap-Lock» bringt alles mit, was ein solches System braucht. Strap-Locks sind scheinbar einfache Dinge, aber im Detail liegt die Besonderheit, und dies ist schlicht das überzeugendste System, das ich bisher angetroffen habe.
26 Bluesbands aus 26 Ländern hatten sich für das Finale der European Blues Challenge qualifiziert, das am 8./9. April 2016 im toskanischen Städtchen Torrita di Siena durchgeführt wurde. Gewonnen hat den Wettbewerb die norwegische Formation Eric «Slim» Zahl and the South West Swingers. Auif den zweiten Platz schaffte es die Band Phil Bee’s aus den Niederlande und den Ehrenplatz belegte die Hamburger Gruppe Wellbad.
Für die Schweiz war die Solothurner Gruppe Johnny Fontane & The Rivals angetreten.
Der Newcomer des Jahres wird jeweils an der Promo Blues Night am ersten Abend des Festivals gekürt und tritt im folgenden Jahr als Support eines Hauptacts auf. 2015 war es Pascal Geiser und seine Band, welche die Gunst der Jury gewannen und so trat er am letzten Abend des Festivals, dem 9. April 2016 mit seiner Band auf. Als zweiten Act gab es The Sunnyland Slim Alumni Band feat. Liz Mandeville. Zwischen den beiden Sets wurde der «Swiss Blues Lifetime Achievement Award» verliehen. Er wird an Personen für ihre ausserordentliche Gesamtleistung verliehen. Er wurde zum dritten Mal übergeben. Dieses Mal erhielt ihn ein alter Hase des Geschäfts: Louis van der Haegen.
Die Musikmesse 2016 in Frankfurt bot wieder einige Neuerungen zu entdecken: Etwa die elektrischen Gitarren von «Elyra». Beim Design inspiriert durch die Mutter aller Saiteninstrumente, die Lyra der griechischen Antike, baute ein Zweierteam aus Industriedesigner Tilmann Fuchs und Gitarrenbauer und Günther Eyb eine neue und ganze spezielle Form der elektrischen Gitarre, dies mit dem Ziel, die ultimative Sustaingitarre zu entwickeln. Dazu kombinierten sie einen an der antiken LYra angelehnten Körper aus Holz mit einer Holzdecke, zwischen denen sogenannte «Schwingungsscheiben» aus unterschiedlichen Materialien zum Einsatz kommen. IZwischen den beiden Bauteilen im Körper ermöglichen die Scheiben der «Elyra» eine Färbung des Gitarrensounds. Die Gitarre ist Hightech, aber auch ein romantisches Projekt, das durch seine unbedingte Qualität besticht. Durchdacht, perfekt ausgeführt, ist dies eine der qualitativ hochstehenden Instrumente, die man von Günther Eyb seit 30 Jahren kennt und schätzt, aber mit einem speziellen Touch. Es mag ja ein Klischee sein, dies Konzeptgitarre «Elyra» als schwäbische Qualitätsarbeit zu bezeichnen, aber da die Väter von Elyra zwei Stuttgarter sind, drängt es sich fast auf.
Der Donnerstag stand im Zeichen des Bluesrock aus dem vereinigten Königreich. Den ersten Teil des Abends bestritt der Englische Gitarrist und Sänger Marcus Bonfanti. Er wird gerne als «der nächste britische Bluesrock Gitarrenheld» apostrophiert, ein Titel, den die Presse noch rasch mal zur Hand hat. Er ist seit 2014 Frontmann der Woodstock Veteranen Ten Years After. 2013 wurde ihm der British Blues Award als «Best acoustic act» verliehen. Der Auftritt in Basel war aber alles andere als eine akustische Session.
«Blues gilt als Musik für alte Herren», so der operative Direktor, Christoph Arnet, am zweiten Abend der 17. Ausgabe des Basler Bluesfestivals. Basel wolle beweisen, dass dem nicht so sei und habe deswegen ein Programm auf die Beine gestellt, das aus vorwiegend jungen Musikern zusammengesetzt sei, die auch den Mut haben, ausgetretene Pfade zu verlassen und auch stilistisch nicht am 12 taktigen Blues kleben. Und so begann der Abend mit der 18 jährigen Ami Warning und ihrer Band.
Traditionell beginnt das Bluesfestival Basel mit der Promo Night 2016. Die Nachwuchsförderung gibt jungen Bands Gelegenheit, ihre Talente im Rahmen einer grossen Veranstaltung zu demonstrieren. Der Siegerband winkt ein Auftritt im Vorprogramm eines Hauptacts am jeweils nächsten Bluesfestival in Basel. Letztes Jahr war es Pascal Geiser mit seiner Gruppe, der am Samstag, 9. April 2016 auf der Bühne stehen wird. Auch der zweite und dritte Platz erhält Gelegenheit, am Summerblues bzw. am Jazz Weekend Reinach aufzutreten. Im Sinne des Regio Gedankens sind auch Bands aus dem benachbarten Elsass und Süddeutschland zugelassen. Beurteilt werden die Auftritte durch die Jury des Swiss Blues Awards.