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Die Medizinaltechnik-Firma Sulzer Medica sieht keine Grundlage für zusätzliche Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Rückruf von Hüftschalen-Implantaten in den USA. Inzwischen sind rund 400 Klagen auf Schadenersatz eingereicht worden.Dieser Inhalt wurde am 26. April 2001 - 08:39 publiziert
Sulzer Medica rechnet laut einem Communiqué vom Mittwoch (25.04.) nicht mit Strafzahlungen in den USA. Da die Medica-Tochter Sulzer Orthopedics unverzüglich den Rückruf der fehlerhaften Hüftschalen-Implantate veranlasst und rasch Untersuchungen eingeleitet habe, seien Strafzahlungen nach den Kriterien des amerikanischen Rechts nicht angemessen.
In den USA werden für unverantwortliches Verhalten zusätzlich zu Schadenersatz noch Strafzahlungen auferlegt, wenn der Beklagte aus übler Gesinnung oder Rücksichtslosigkeit gehandelt hat, wie Sulzer Medica weiter schreibt. Dies gelte, wenn ein Hersteller wisse, dass sein Produkt fehlerhaft sei, jemanden verletzen könnte und es dennoch verkaufe.
Sulzer Orthopedics habe dagegen "unverzüglich" Untersuchungen über die Ursache der gelockerten Hüftschalen eingeleitet, als das Unternehmen von den Problemen erfahren habe. Sobald man erkannt habe, dass das Produkt die Ursache für die Lockerungen sei, habe man die betroffenen Hüftschalen am 5. Dezember 2000 vom Markt genommen.
Fast 900 Operationen nötig
Rund fünf Monate nach dem Rückruf weiss Sulzer Medica laut Firmensprecher Henner Alms von 880 Patienten, die noch einmal operiert werden mussten, weil die Hüftschalen verschmutzt waren und daher nach der Implantation nicht einwachsen konnten. Insgesamt seien 12'800 verschmutzte Hüftschalen bei Patienten eingesetzt und zurückgerufen worden.
Bisher seien in den USA rund 400 Klagen auf Schadenersatz eingereicht worden, sagte Alms. Prozesse hätten noch keine begonnen. Dies dürfte sich noch einige Zeit dauern. "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir ausreichend versichert sind", sagte Alms.
swissinfo und Agenturen
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