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Drehschwindel
Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel / Kanalolithiasis
- An folgenden Standorten
- St.Gallen
Eine sorgfältige Anamneseerhebung ist der Schlüssel zur differentialdiagnostischen Einordnung von Schwindelsyndromen. Vereinzelt liefern bereits die ersten Worte des Patienten die Diagnose: „Es dreht sich alles, wie auf einem Karussell. Ich möchte am liebsten ein Bein aus dem Bett halten, um zu bremsen.“
Der Lagerungsschwindel tritt attackenartig auf. Die Attacken sind kurzer Dauer und werden durch wiederholte Wechsel der Kopflage gegenüber der Schwerkraft ausgelöst (z.B. Herumdrehen im Bett, Bücken). Als Begleitsymptome kommen Übelkeit und Erbrechen vor.
In Teilen der Gleichgewichtsorgane (den Schwerkraftrezeptoren oder "Maculaorganen") kommen physiologischerweise „Steinchen“ vor, die normalerweise fest an eine bestimmte Membran angeheftet sind. Lösen sich diese Steinchen ab und rutschen in einen der Bogengänge (meistens der hintere), kommt es zu den beschriebenen Schwindelattacken, sobald die betroffene Person Bewegungen in Richtung des Verlaufes dieses Bogenganges ausführt.
Die Diagnose lässt sich aus der Anamnese vermuten und wird durch Lagerungsmanöver im Rahmen der klinischen Untersuchung mit einem typischen Augenzittern (Nystagmus) bewiesen.
Die Therapie besteht in der Durchführung von Repositionsmanövern. Dabei wird durch die Einnahme bestimmter Kopfpositionen erreicht, dass die abgelösten „Ohrsteine“ an die Ursprungsstelle zurück rutschen und dort haften bleiben. Dadurch bilden sich die Symptome meist rasch zurück. Eine medikamentöse Behandlung ist in der Therapie des Lagerungsschwindels unwirksam. Die Rückfallrate liegt bei ca. 50 Prozent. Spontane Remissionen werden häufig beobachtet.