Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03658.jsonl.gz/985

Der Ortsname Umiken ist alemannischen
Ursprungs. Das Dorf dürfte frühestens im 6. Jahrhundert
entstanden sein. Sein Name lautete «Umminghofun». Diese
Ortsbezeichnung bedeutet «bei den Höfen der Sippe des
Ummo». Der Ortsname entwickelte sich zu Umikon und
schliesslich zum heutigen Umiken. Die Ersterwähnung kann gemäss
der Traditionsnotizen des Klosters Einsiedeln um 1102 angesetzt
werden und lautet «Uiminkon». Aber bereits 1305 findet
die heutige Schreibweise Verwendung.
Das Dorf befand sich im Besitz der Habsburger, welche die hohe
Gerichtsbarkeit ausübten. Schon damals bildete Umiken mit den
Gemeinden Villnachern und Riniken eine Kirchgemeinde. Die niedere
Gerichtsbarkeit und das Kirchenpatronatsrecht lagen in den Händen
der habsburgischen Ministerialherren von Hallwil und später von
Rinach. Diese verkauften 1398 alles dem Johanniterhaus Klingnau. Im
Rahmen der habsburgischen Landesverwaltung gehörte Umiken zur
Herrschaft Schenkenberg. Mit dieser Landeshoheit ist die Gemeinde im
Jahre 1460 an die Herren von Bern übergegangen. Bis zum
Untergang der Alten Eidgenossenschaft blieb Umiken dem Amt
Schenkenberg zugeteilt.
Im ganzen Mittelalter dürfte die Häuserzahl nur
unwesentlich angestiegen sein oder sogar über mehrere
Generationen gleichgeblieben sein. Aus dem Jahre 1653 ist bekannt,
dass 10 Feuerstätten bestanden und bei der Kantonsgründung
1803 wurden 23 Wohnhäuser verzeichnet. Erwähnenswert ist,
dass Umiken trotz Reformation den geistlichen Twingherren bis zum
Jahre 1798 zinspflichtig blieb. Der katholische Johanniterorden
konnte sogar den reformierten Pfarrer vorschlagen und von Bern bestätigen
lassen. Während all dieser Jahre stammte der Pfarrherr aus dem
damaligen Bernbiet, vornehmlich aus der benachbarten Stadt Brugg.
Die Entwicklung des Dorfes setzte erst in diesem Jahrhundert
ein. Dies war nur möglich, indem das Dorf zu einer Wohngemeinde
wurde. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand die Einwohnerschaft
mehrheitlich ihren Verdienst in der Landwirtschaft und zu einem
kleineren Teil im Gewerbe. Dabei spielte der Rebbau eine wichtige
Rolle. Im Nebenerwerb wurde der unrentablen Goldwäscherei gefrönt.
Eine Ausdehnung der Landwirtschaft war unmöglich, und die
Verdienstmöglichkeit im ansässigen Gewerbe war beschränkt.
So suchten die Leute Arbeit und Verdienst in der Industrie, Handel
und Dienstleistungsbetrieben der Regionen Brugg und Baden. Während
anfangs dieses Jahrhunderts Arbeiterfamilien Umiken als Wohnsitz wählten,
sind es seit der zweiten Hälfte des Jahrhunderts vermehrt auch
Leute des Mittelstandes. Seither ist auch ein stetes Wachstum der
Wohnbevölkerung feststellbar.
Im Jahre 1962 wurde die erste Terrassenhaussiedlung erstellt.
Diese neue Bauart fand weit über die Landesgrenze hinaus
Beachtung. Heute lebt ca. ein Fünftel der Dorfbevölkerung
in Terrassenhäusern.
Die Gemeinde geniesst den Ruf einer schönen und hablichen
Wohngemeinde. Immissionen verursacht der Durchgangsverkehr auf
Strasse und Schiene. Die Dorfbevölkerung setzt sich heute zu
einem Grossteil aus Angestellten zusammen, die ihren Verdienst in
Industrie, Handel, Dienstleistungsbetrieben der Regionen Brugg,
Birrfeld, Baden, Zürich, Fricktal und Basel finden. Die ursprüngliche
Landwirtschaftsbevölkerung ist bis auf zwei
Landwirtschaftsbetriebe zusammengeschmolzen. Gewerbebetriebe konnten
sich nur unwesentlich ausdehnen und haben dadurch an Bedeutung
verloren. Einkaufsgeschäfte für den täglichen
Lebensbedarf sind gänzlich aus dem Dorfbild verschwunden.
Flächenmässig ist Umiken die drittkleinste Gemeinde
im Kanton Aargau. Im Jahre 1674 tauschte der Johanniterorden mit der
Stadt Brugg die Goppenbrunnenmühle im Gemeindebann Umiken mit
einer Mühle in Lauffohr. Die Stadt Brugg musste noch eine
Aufzahlung von 8400 Gulden leisten. Die Goppenbrunnenmühle samt
Hintergelände wurde im Jahre 1827 dem Gemeindebann der Stadt
Brugg zugeschlagen. Im Berner Regionbuch von 1782/85 war die Mühle
noch im Gemeindebann Umiken angeführt. Aber auch der Aarelauf
hatte Einfluss auf die Gemeindebanngrösse. Infolge des
wechselnden Aarelaufs fanden im 16. und 17. Jahrhundert mit
Villnachern mancherlei Streitigkeiten über die Reissgründe
statt. Der letzte Entscheid fällte der Schultheiss und Rat zu
Bern im Jahre 1658.
Auch ohne Industrie und Handelsbetriebe zählt heute
Umiken zu den finanzgesunden Gemeinden im Kanton. Während bis
Ende der vierziger Jahre dieses Jahrhunderts die Gemeindefinanzen
etwelche Probleme bildeten, ist seither eine Gesundung eingetreten.
Dies war nur dank der zurückhaltenden und sorgfältigen
Investitionen möglich. Diese Massnahme führte letztlich
dazu, dass dem Staat jährliche Finanzausgleichsbeträge
abgeliefert werden müssen.
In der eigenen Gemeinde wird die Primarschule geführt.
Real-, Sekundar- und Bezirksschule werden im nahen Brugg besucht.
Auch der Besuch höherer Schulen bildet kein Problem, da die
Zugsverbindungen von Brugg aus gut sind. Das jetzige Gemeindewappen
wurde aus zahlreichen Entwürfen an der Gemeindeversammlung im
Dezember 1947 angenommen. Das alte, sehr komplizierte Wappen kann
immer noch auf dem Dorfbrunnen im alten Dorfteil bestaunt werden.
Dieses Wappen dürfte die verschiedenartige Verknüpfung der
Gemeinde im Mittelalter darstellen.
In der Gemeinde ansässige
Vereinsbeteiligte:
Werner Fässler
Präsident des Vorstandes
Aarestr. 6
5222 Umiken
Tel. P 056 441 84 56
Tel. G 056 442 23 71
Fax 056 441 84 17
E-mail: [email protected]
und: [email protected]