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Einzigartige Einblicke in die Entstehung der Alpen|
In der Tektonikarena Sardona lassen sich die vielfältigen und ursprünglichen Phänomene der Gebirgsbildung auf anschauliche und weltweit einzigartige Weise in der Natur beobachten und sogar anfassen. Bei der Kollision der afrikanischen mit der europäischen Kontinentalplatte sind tief im Erdinneren geologische Vorgänge abgelaufen, die zur Entstehung der Alpen führten.
In der Tektonikarena Sardona sind Merkmale dieser Gebirgsbildungsprozesse auch an der Erdoberfläche deutlich sichtbar. Die Hebung der Alpen und die Erosion (Gesteinsabtrag) haben hier die urtümlichen Überschiebungsbahnen, Verfaltungen und Brüche zum Vorschein gebracht. Sie erlauben es, die vor Jahrmillionen in der Erdkruste abgelaufenen Gesteinsbewegungen eindrücklich zu rekonstruieren.
Das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona verfügt über eine sehr grosse Vielfalt an Landschaftsformen. Das aktuelle Landschaftsbild wurde vor allem durch die letzte Eiszeit sowie durch Verwitterung und Erosion geprägt. Die Gegend zwischen Flims, Chur, Sargans, Ziegelbrücke, Schwanden und Elm war während den Eiszeiten grösstenteils vergletschert.
Im Gebiet der Ringelspitzkette, der Piz Sardona - Piz Segnas - Vorab-Gruppe und des Pizolgebietes befinden sich Gletscherlandschaften mit Kleingletschern, Karseen, Moränenwällen sowie Schwemmebenen und Schotterfluren.
In solchen Glaziallandschaften entwickelten sich verschiedene Hochmoore oder Moorlandschaften von nationaler Bedeutung wie in der Plaun Segnas Sut, bei Heubützli, bei den Murgseen oder auf der Mürtschenalp.
Darunter folgt die unbewaldete Zone, die durch die Alpwirtschaft genutzt wird. Dort prägen nebst den Glazialrelikten (Kleinseen, Moränenwälle, erratische Blöcke) auch Karstphänomene (Fans, Hellochdoline, Schiltgebiet, Flimserstein) und Bachschuttfächer mit unberührten mäandrierenden Gebirgsbächen (Calfeisental, Weisstannental, Mühlebachtal, Chrauchtal, La Rusna, Schneca, Plaun Segnas Sura) die Landschaft. Unter der verbuschten Vegetationszone folgen Nadel- und schliesslich Laubmischwälder.
Auch Berg- und Felsstürze prägten und prägen das Landschaftsbild durch Abrissnischen, Trümmerfelder und Sturzmassen (z.B. Bergsturz von Flims, Elmer Bergsturz).
Das Weisstannental und das Calfeisental wurden durch Rodungen im Zusammenhang mit der Walserbesiedlung im 13. Jahrhundert entscheidend geprägt. Die Alpweiden sind in jener Zeit entstanden und wegen der andauernden alpwirtschaftlichen Nutzung als solche erhalten geblieben. Die wesentlichen Rodungen der Walser haben auf den Sonnenseiten der Täler stattgefunden. Daher kann im Calfeisental auf der südlichen Talseite (Schattenseite) noch die natürliche Waldgrenze ausgemacht werden.