Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03173.jsonl.gz/1495

Li Tang
(Enio Finochi)
Li Tang wurde in São Paulo als Sohn eines Italienischen Vaters und einer brasilianischen Mutter geboren. Sein Interesse für die Zauberkunst begann mit 13, als er in einer Jugendzeitschrift die Beschreibung einiger einfacher Zaubertricks las. Er bastelte sich die erforderlichen Requisiten und führte die Kunststücke seinen Freunden vor. Weitere Kunststücke fand er im argentinischen Magazin Hobby. Darauf studierte die insgesamt über 1500 Seiten umfassenden Bücher des Brasilianischen Zauberkünstlers João Peixoto dos Santos "Curso Prático de Prestidigitação e Ilusionismo", "Tratado Completo de Prestidigitação e Ilusionismo" und "Trucs de Magia Selecionados".
Mit 16 sah er ihn São Paulo mehrere Vorstellungen von Chang aus Panama und beschloss, unter dem Namen Li Tang als chinesischer Zauberkünstler aufzutreten. Er trat in Theatern und im Fernsehen auf, wo er gleichzeitig auch in einer Serie für Kinder als Clown auftrat.
Anfang der 1960er-Jahre eröffnete er in São Paulo mit einem Partner das Zaubergeschäft "Centro Mágico Naciona". Er trat dem Clube Magic Paulista bei (später in Associação dos Mágicos de São Paulo umbenannt) und wurde dessen Sekretär und Vizepräsident. 1964 organisierte er für den Club den ersten Brasilianischen Zauberwettbewerb.
1965 gründete er mit fünf Freunden das Centro de Estudos Mágicos CEM, das er bis zu dessen Schliessung 1980 präsidierte. 1975 war er für die Organisation eines Kongress des CEM verantwortlich.
1995 gründete Li Tang mit Caetano Miranda die Academia Brasileira de Arte Mágica, ein Dokumentgations- und Forschungszentrum über die Geschichte und Technik der Zauberkunst. Die Akademie veranstaltete zahlreiche Kurse für Anfänger und fortgeschrittene Zauberkünstler. 1996 führte die Academia den brasilianischen Zauberkongress durch und gründete den Mercado Mágico, ein monatliches Treffen von Zauberkünstlern, Zaubergeräteherstellern und -händlern.
Li Tang war auch als Berater für andere Künstler tätig, so z. B. für Vik und Fabrini, die mit ihrer Nummer am FISM-Kongress 1988 in Den Haag den ersten Preis in Allgemeiner Magie gewannen und für Eduaro Peres, der 1998 am FLASOMA-Kongress in Buenos Aires den ersten Preis, am FISM-Kongress 2000 in Lissabon 3. Preis in Manipulation gewann.
Li Tang interessierte sich für die Geschichte der Zauberkunst und publizierte dazu diverse Artikel in Zeitschriften. Er übersetzte das argentinische Buch "O Humor na Mágicaé von Merpin (1996) auf portugiesisch und veröffentlichte "A Arte Mágica através da História da Civilização" (2003).