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Bernoulli-Siedlung, Bachtelstrasse 101-123
Diese Bernoulli/Kellermüller-Siedlung in Veltheim besteht aus zwei parallelen Zeilen von je sechs Reiheneinfamilienhäusern in N/S-Ausrichtung. Sie befindet sich am Rand des historischen Dorfkerns Veltheim. Die sich zugewandten Eingangsbereiche umranden eine zentrale Erschliessungszone. Auf der abgewandten Seite befinden sich grosszügige Privatgärten. Die Häuser verfügen über ein markantes Satteldach mit Aufschieblingen und Flachdachlukarnen.
Die Heimstätten-Genossenschaft Winterthur (HGW) wurde auf Anregung des Stadtplaners Albert Bodmer, des Architekten, Städtebauers, ETH-Professors und späteren Nationalrats Hans Bernoulli sowie des Architekten Adolf Kellermüller gegründet. Wie viele andere Architekten engagierten sie sich für Bauprojekte zur Milderung der Wohnungsnot. Sie wandten sich aber gegen die sogenannten Mietskasernen und wollten beweisen, dass für den Preis einer Etagenwohnung auch ein Einfamilienhaus erstellt werden kann.
Nachdem die HGW an der Weberstrasse die erste Etappe einer Siedlung errichtet hatte, folgte die zweite Etappe ungefähr zeitgleich mit dieser Siedlung in Veltheim und einer weiteren im Eichliacker in Töss. Während sich die Siedlungen in Töss und an der Weberstrasse im Deutweg um einen grossen zentralen Freiraum gruppieren, wurden die beiden Häuserreihen in Veltheim so angeordnet, dass die einzelnen Häuser ähnlich wie bei den Bernoulli-Häusern in der Stadt Zürich von einem zentralen Raum aus erschlossen werden und sich die Hausgärten auf der Aussenseite der Siedlung befinden. Die historische Gartenstruktur ist bis heute gut ablesbar geblieben. Die einheitlich gestalteten Gärten sind durch eine wiederkehrende Abfolge von Rabatten und ehemaligen Pflanzflächen gekennzeichnet.
Alle Häuser sind eingeschossig und verfügen über ein ausgebautes Dachgeschoss. Mit diesen Siedlungen wurde die HGW neben der GEbW zur zweiten wichtigen gemeinnützigen Bauträgerschaft in Winterthur, auch wenn die Häuser nach ihrer Fertigstellung verkauft wurden. Sie sind heute im Besitz von verschiedenen Privatpersonen. Die 1924/25 erstellten Wohnhäuser wurden von den in Winterthur stark engagierten Architekten Hans Bernoulli und Adolf Kellermüller entworfen und gebaut. Sie sind eingeordnet als kommunale Schutzobjekte.