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Ein alter, aus dem Birstal ins Leimental dem Jurablauen entlang durch die Klus führender Übergang wird heute noch bezeichnet durch die Ruinen der einst an diesem Verkehrswege angelegten Burgen Münchsberg, Schalberg, Tschäpperlin und Fürstenstein.
Die östlichste dieser Burgen, Münchsberg, liegt heute im Banne der Gemeinde Pfeffingen. Wie der Name schon sagt, ist sie eine Gründung des bischöflich-baslerischen Dienstadelsgeschlechtes der Münch, über das unter "Münchenstein" schon berichtet worden ist. Ein Zweig dieses Geschlechtes besass die am Nordhang des Blauen vorspringende Felskuppe als Eigen, und so entstand Münchsberg als Eigengut der Münch. Zur Burg gehörte auch ein gewisser Güterumschwung, dessen Grenzen im Jahre 1300 bezeichnet werden mit den Punkten: der Brunnen genannt Neunbrunnen, der Ort genannt Kalkofen, der Brunnen genannt Walhenbrunnen, der Weg unterhalb Münchsberg, der Weg genannt Schmendenweg, der das Münchsgut vom Schalergut trennende Graben. Unmittelbar den München benachbart hatten nämlich die Schaler westlich von Münchsberg auf einem Grat desselben Berghanges Schalberg gegründet.
Entstanden ist Münchsberg wohl etwas später als Münchenstein, gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Gleich Münchenstein gehört es zu der vom Stadtadel ausgehenden zweiten Schicht der Burgengründungen im Basler Jura. Wie von der Gründung Münchensteins nahm auch von der Gründung Münchsberg eine neue Linie der Münch ihren Ausgang. Im Gegensatz aber zu der Vergangenheit Münchensteins bewegt sich die Geschichte Münchsberg in engem Rahmen. Ursprünglich Eigengut wurde Münchsberg schon nach wenigen Jahrzehnten von den Münch dem Bischof von Basel aufgegeben und von ihm als Lehen zurückempfangen. Die Burg mit dem zugehörigen Gute erscheint fortan als Lehen des Basler Domistiftes.
Das Erdbeben von 1356 legte auch Münchsberg in Trümmer. Die eingestürzte Burg wurde nicht wieder aufgebaut und heisst darum seit dem Erdbeben fortwährend Burgstall. Im Erdbebenjahre ist der letzte Spross der Münch von Münchsberg aus dem Leben geschieden. Dieser hatte wenige Jahre vor seinem Tode auf sein Ableben hin Vorsorge getroffen, dass das Lehen Münchsberg zu gegebener Zeit auf die Linie der Münch von Landskron übergehe. Münchsberg verblieb dann den Münch von Landskron bis zu ihrem Aussterben. 1439 wurde es Lehen jenes Burkhart Münch, dem in der Schlacht bei St. Jakob an der Birs seine frevle Rede den tödlichen Steinwurf von seiten eines Eidgenossen eintrug. Burkharts jüngerer Bruder Hans war der letzte der Münch von Landskron. Als solcher traf er Massnahmen auf seinen Tod hin und ging mit seinem Schwager Bernhard von Rotberg für ihre beidseitigen Lehen Münchsberg und Fürstenstein eine Gemeinderschaft ein in dem Sinne, dass jeder die beidseitigen Lehen für sich und als Träger des andern empfing. Der Bischof von Basel als Lehensherr gab zu diesem Vertrage seine Zustimmung, wodurch nach dem Aussterben der Münch von Landskron ein Heimfall Münchsbergs an das Bistum ausgeschlossen und deren Übergang auf die Rotberg gesichert war.
Auf diese Weise ging 1459 Münchsberg auf die Herren von Rotberg über. Als dann 1515 die Rotberger ihre Stammesherrschaft am Blauen an Solothurn verkauften, suchten sie, wohl auf Antreiben Solothurns, in den Verkauf auch ihre Lehen Fürstenstein und Münchsberg einzubeziehen. Der Bischof versagte aber dem Übergang dieser Lehen an Solothurn seine Zustimmung, und so blieb es vorläufig beim Versuche. Vierzig Jahre später kamen aber Münchsberg und Fürstenstein gleichwohl an Solothurn. Und zwar gab diesesmal der Bischof nicht nur seine Zustimmung zum Verkaufe der Lehen, er sprach den Herren von Rotberg auch einen Ersatz für diese Lehen zu in Gestalt eines jährlich fällig werdenden Zinses von 50 Gulden, sichergestellt durch ein auf den Stein zu Rheinfelden verschriebenes Hauptgut. Diese Belehnung mit der an die Stelle der verkauften Lehen getretenen Gült blieb bestehen bis zum Unter' gang des Fürstbistums Basel im ausgehenden 18. Jahrhundert. Heute gehören Fürstenstein und Münchsberg infolge einer im 19. Jahrhundert stattgefundenen Grenz bereinigung zum Kanton Baselland.
Die Anlage Münchsbergs ist in ihren Grössenmassen beträchtlich. Ihre gesamte Längenausdehnung misst 177 Meter. Sie ruht auf einer ziemlich genau in der Richtung von Südost nach Nordwest verlaufenden Felskuppe, die nach Nordosten hin talwärts steil abfällt und von Südwesten her aus dem Berghange herauswächst. War die Burg auf der Talseite gegen die Klus schon durch ihre natürliche Lage sturmfrei, so sorgte auf der Bergseite ein künstlicher, bis 11 Meter breiter und 7 Meter tiefer, ösltlich und westlich in die sehr steile Halde mündender Graben für ihre Unzugänglichkeit. Den Kern der Anlage bildete auf der höchsten Erhebung ein mächtiger Wohnturm. Dieser schloss sich dem Hochflach des Felsens an, mass in der lichten Weite 13 Meter auf 9 Meter, hatte eine Mauerdicke von drei Metern und wies abgerundete Ecken auf. Den Zugang zur Burg bildete ein unmittelbar vor der Südostseite des Wohn turmes mündender Auffstieg, der seinen Anfang auf der südwestlich der Burg gelegenen ebenen Wiese nahm, auf einem künstlich aufgeschütteten Damm zum Graben führte, diesen auf einer Brücke (teilweise Zugbrücke) übersetzte und vom Widerlager der Brücke aus mit mässiger Steigung dem Felsrande entlang in die Höhe führte. Wie Reste von Mauerzügen erkennen lassen, schlossen sich an den Wohnturm weitere Gebäude an. Von der den Wohnturm tragenden Felskuppe durch je einen Quergraben abgetrennt befindet sich östlich und westlich je eine niedrigere Kuppe. Die westlich trug ein in seiner Art nicht mehr erkennbares Bauwerk, dem noch weiter westlich auf dem Ausläufer der Kuppe ein ihrer Form sich anpassender unregel mässiger Turm folgte. Dem Westbau in geringerer Höhe südlich vorgelagert war ein 16 auf 15 Meter messender Bau, der vermutlich die Ökonomiegebäude in sich fasste. Östlich befand sich ein Vorwerk in Gestalt eines nahezu quadratischen Turmes. Die Ummantelung der Burganlage begann östlich vom Wohnturm ob dem senkrechten nördlichen Absturz der Fluh, führte dann auf der Aussenseite dem Burgweg entlang bis zum Widerlager der Brücke und von hier nach dem grossen Ökonomiebau, der seinerseits wieder mit dem westlichen unregelmässigen Turme durch eine Mauer verbunden war. - Seit dem Erdbeben von 1356 ist Münchsberg im Laufe der Jahrehunderte weiter verfallen. Was heute noch zu sehen ist beschränkt sich auf das nur noch wenig aus dem Boden auffsteigende Mauerwerk des Wohnturmes, sowie auf spärliche Mauerresten der ehemals den Wohnturm umgebenden Gebäulichkeiten, des östlichen Vorwerkes, des Ökonomiebaues, der Bauten auf der Westkuppe, des Widerlagers der Grabenbrücke und des Vorwerkes auf der Ostkuppe.
Bibliographie