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Die christlich-demokratische Volkspartei der Schweiz (CVP) gehörte 1977 zu den vehementen Gegnern der Fristenregelung. Noch 1994 hielt sie an einer Indikationenregelung fest. Es ist das Verdienst der CVP-Frauen, dass die Partei 1997 einen Schritt weiterging. Sie brachte den Vorschlag einer Fristenregelung mit obligatorischer Beratung an einer staatlich anerkannten Stelle ("Schutzmodell") in die Diskussion ein, entsprechend der deutschen Regelung. Ohne Erfolg. Der Antrag wurde in beiden Kammern des Parlaments mehrmals abgelehnt.
Der Fristenregelung, wie sie von der Parlamentsmehrheit beschlossen wurde, hat sich die CVP hartnäckig widersetzt und schliesslich das Referendum ergriffen. Sie hat es allerdings nicht aus eigener Kraft zustande gebracht und musste sich mit der "Gesellschaft für den Schutz des ungeborenen Lebens" (ein Zusammenschluss evangelisch-konservativer Gruppen) zusammentun um ihre Unterschriften einzureichen. Die CVP-Frauen und die Jungpartei sowie mehrere Kantonalparteien distanzierten sich vom Referendum.
Gemäss Analyse der Abstimmung vom 2. Juni 2002 folgten nur gerade 1/3 der CVP-AnhängerInnen der Parole der Partei für ein doppeltes Nein, das den Weg frei gemacht hätte für eine Neuauflage des CVP-Modells im Parlament. 1/3 stimmten der Fristenregelung zu, ein weiteres Drittel sagten JA zur Verbotsinitiative "Für Mutter und Kind".
Nach dem mehr als deutlichen Ja der StimmbürgerInnen zur Fristenregelung am 2. Juni 2002 zog die CVP die Konsequenz und zog Ihren Vorstoss für die Zwangsberatung zurück.
Von den BefürworterInnen der Strafrechts-Reform war die Zwangsberatung gemäss CVP-Modell von Anfang an bekämpft worden.