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Neun Jahre nach ihrem Junioren-Weltmeistertitel in Mont Saint Anne wird Pauline Ferrand Prevot am selben Ort Weltmeisterin in der Elite-Klasse. Jolanda Neff erkämpft sich gegen Schluss noch die Silbermedaille vor Rebecca McConnell. Titelverteidigerin Kate Courtney wird gute Fünfte und Linda Indergand schafft den Sprung in die Top-10.
Jolanda Neff ergreift zu Beginn die Initiative und führt in der ersten Runde das Feld an. In einer technischen Passage reisst die Schweizerin eine kleine Lücke, doch sie sucht ihr Heil nicht in der Flucht.
Rebecca McConnell und Titelverteidigerin Kate Courtney schliessen auf und es entsteht erst mal ein Spitzentrio, während Pauline Ferrand Prevot nach einem Sturz in der Startphase bereits 50 Sekunden Rückstand aufweist.
Kate Courtney kann den Anschluss nicht halten und fällt zurück. Das Duo Neff/McConnell führt Ende der zweiten Runde mit 26 Sekunden Vorsprung, doch Pauline Ferrand Prevot hat das Gaspedal gefunden und bereits die Verfolgerinnen-Gruppe erreicht.
Als es in der dritten Runde den längsten Anstieg über die Passage «Zig Zag» hinauf geht, hängt Ferrand Prevot ihre Begleiterinnen Anne Tauber, Anne Terpstra (beide Niederlande) und Kate Courtney ab.
Ende der dritten Runde hat sie nur noch zwölf Sekunden Rückstand auf Neff, die gerade Rebecca McConnell hat ziehen lassen.
Es dauert nicht lang bis Ferrand Prevot ihre Schweizer Konkurrentin eingeholt hat. Sie fährt sofort vorbei und macht sich auf die Jagd nach McConnell. Als die Runde voll ist, hat sie Henderson überholt und marschiert zu ihrem zweiten Titelgewinn auf dem Mountainbike nach dem Jahr 2015.
Jolanda Neff kämpft auf dem dritten Rang. Hinter ihr hat die Niederländerin Anne Terpstra noch mal Anlauf genommen, doch Neff bleibt stabil. Im Gegenteil kommt sie zum Schluss noch mal besser in Tritt und kann in der Schlussrunde die schwächer werdende McConnell einholen und in einem Anstieg unter dem Beifall des Publikums überholen.
«Ich habe mich heute nicht gut gefühlt und sofort gemerkt, dass es heute hart wird für mich. Ich bin sehr glücklich, dass ich an so einem Tag Silber gewonnen habe. Pauline war heute sehr stark und hat den Sieg verdient», kommentiert Neff.
«Ich bin einfach nicht ans Limit gekommen und war im Ziel auch nicht richtig kaputt. Dass ich hier noch eine Medaille machen konnte, hat sicher viel damit zu tun, dass der Kurs mir am meisten entgegen kommt. Ich habe hier immer gut abgeschnitten und kann in den technischen Passagen Zeit gut machen.»
Linda Indergand überquert die Ziellinie als Zehnte und ballt die Faust. «Das war ein Befreiungsschlag», sagt sie und lacht, «cool, dass es heute mal wieder geklappt hat.»
Indergand nimmt sich einen guten Start vor und kann das umsetzen. «Ich wollte investieren und dann versuchen mit vorne zu halten. Das hat funktioniert un dich bin definitiv sehr zufrieden», so Indergand.
Sie hält sich über die gesamte Distanz zwischen den Positionen neun und elf. «Am Anfang habe ich zwei, drei Fehler gemacht, aber dann den Rhythmus gefunden.»
Alessandra Keller muss zweimal anhalten um den Sattel zu fixieren, der nach unten gerutscht ist. Doch auch sonst erwischt sie keinen guten Tag und wird nur 30. (+11:29).