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«Eine Katastrophe ist über unsere Gemeinde hereingebrochen»: Das sagte Ratspräsident Gilbert Bapst (Entente Villageoise Autafond) am Dienstagabend im Generalrat Belfaux. «Wir müssen unseren Gemeinderat unterstützen.» Er sprach über das «enorme finanzielle Loch», das der frühere Gemeindekassier verschuldet hat. Dieser hatte in den letzten drei bis fünf Jahren Geld der Gemeinde veruntreut. Belfaux kam ihm im letzten Sommer auf die Spur und ging erst von rund vier Millionen Franken aus, die fehlen könnten. Später sprach der Gemeinderat von mindestens sechs Millionen Franken.
Die Generalratsmitglieder stellten am Dienstagabend keine Fragen zum früheren Gemeindekassier und zu den Folgen seiner Machenschaften. Der Gemeinderat hatte das Parlament und die Bevölkerung Anfang Dezember informiert – und allen war klar, dass es derzeit keine weiteren Informationen gibt. Syndique Rose-Marie Probst (CVP) versprach einen Bericht der Begleitgruppe für Anfang Februar. Seit September wird die Gemeinde auf eigenen Wunsch von dieser Begleitgruppe betreut. Sie besteht aus fünf Persönlichkeiten, die sich mit Finanzen und dem öffentlichen Gemeinwesen auskennen.
Der Sprecher der Finanzkommission, Dominique Stohr (Arc-en-ciel), wies den Generalrat darauf hin, dass die Affäre rund um den ehemaligen Gemeindekassier rund 130 000 Franken Mehrkosten nach sich zieht – Geld, das die Gemeinde für die Begleitgruppe, aber auch für ein zusätzliches Darlehen ausgeben muss.
Der Generalrat genehmigte das Budget und das Investitionsbudget 2020 einstimmig. Das Budget weist bei einem Gesamtaufwand von rund 13,4 Millionen Franken ein Defizit von 371 000 Franken auf. «Das Defizit ist vernünftig», sagte Gemeinderätin Jacqueline Gury Racine (Arc-en-ciel).
«Wir konnten noch keinen Finanzplan erstellen», so Gury Racine. Deshalb müssen die meisten Investitionen aufgeschoben werden – zumindest bis im Mai, bis die Auswirkungen der Betrügereien klarer sind und der Finanzplan feststeht. Daher stimmte der Generalrat nur über vier Investitionen mit Gesamtkosten von 325 000 Franken ab. Würde die Gemeinde diese Investitionen nicht im 2020 tätigen, würde sie die Subventionen dafür verlieren. Die restlichen geplanten Investitionen in der Höhe von 6,325 Millionen legt der Gemeinderat dem Parlament im Mai vor.