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»Die soziale Konstruktion der Transsexualität« ist die empirische und theoretische Analyse eines Phänomens, das sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts in den westlichen Gesellschaften etablieren konnte und kulturelle Grundüberzeugungen von der Körpergebundenheit und Konstanz der Geschlechtszugehörigkeit von Personen herausfordert. Hirschauers Studie macht Transsexualität auf mehrfache Weise zum Gegenstand einer kultursoziologischen Analyse: als ein Modell, das die minutiöse Konstruktion von Geschlechtszugehörigkeit in alltäglichen Interaktionen aufzuschlüsseln erlaubt; als ein historisches Projekt, mit dem die Medizin Traditionen des Geschlechtswechsels in Regie nimmt und neu formiert; als ein Prozess der Faktenkonstruktion, in dem medizinische Disziplinen kollaborativ eine neue Geschlechtszugehörigkeit hervorbringen; und als kulturelles ›Symptom‹, das immanenter Bestandteil der zeitgenössischen Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit ist. Die Untersuchung beruht auf interaktionsanalytischen und genealogischen Forschungsarbeiten sowie auf einer umfassenden Ethnographie der heterogenen Praktiken auf den Stationen eines medikalisierten Geschlechtswechsels: psychiatrische Diagnostik, Endokrinologie, plastische Chirurgie, Stimmtherapie, Justiz und Subkultur. »Die soziale Konstruktion der Transsexualität« ist ein Beitrag zur Soziologie wissenschaftlichen Wissens und zu einer Soziologie der Geschlechterdifferenz.
Portrait
Stefan Hirschauer ist Professor für Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.