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Einen Monat nach dem Besuch des aktuellen Schweizer Fussballnationaltrainers kann sich das Sportmuseum Schweiz über einen sensationellen Neuzugang freuen: den sportlichen Nachlass von Karl Rappan (1905 – 1996).
Der Wiener Taktikfuchs führte die Schweizer Nati als Trainer zu drei Weltmeisterschaften (1938, 1954 und 1962) und ist der Erfinder des «Schweizer Riegels», der später zum (unattraktiven) Catenaccio weiterentwickelt wurde.
Im umfangreichen Bestand finden sich neben zahlreichen Fotos, Zeitungsartikeln und Dokumenten unzählige Highlights. Zum Beispiel farbige Stummfilme:
– Ein 15minütiger Streifen zeigt die Reise der Schweizer Nati zum Entscheidungsspiel gegen Schweden für die WM 1962. Die Barrage fand am 29. Oktober 1961 auf «neutralem» Boden in Berlin statt – zwei Monate nach Baubeginn der Berliner Mauer, mitten im Kalten Krieg.
– Ein 75minütiger Stummfilm dokumentiert die WM-Teilnahme der Schweiz in Chile 1962.
Sporthistorisch wohl am bedeutsamsten sind die handschriftlichen Notizen von Karl Rappan. Dieser rund 1000 Seiten starke Teilbestand wird möglicherweise dafür sorgen, dass die Taktikgeschichte des Fussballs umgeschrieben werden muss.