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Kann das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen werden?
Ja, das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann entzogen werden. Die elterliche Sorge kann im Zuge der Scheidung oder in einem selbstständigen Verfahren nur einem Elternteil zugeteilt werden. Hierfür sind wichtige Gründe erforderlich.
Das heißt, das Gericht oder die KESB ordnet eine alleinige Sorge eines Elternteils nur dann an, wenn die gemeinsame elterliche Sorge nicht mit dem Kindeswohl vereinbar wäre. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Elternteil nicht in der Lage ist, sich um ein Kind zu kümmern oder seine Pflichten gegenüber dem Kind gröblich verletzt. Ebenso wenn ein Elternteil das Kindeswohl konsequent missachtet, wichtige Fragen boykottiert oder wichtige Zustimmungen bzw. Unterschriften nicht leistet.
Man kann die elterliche Sorge auch dahingehend einschränken, dass ein Elternteil allein über den Aufenthaltsort bestimmen darf, alle anderen wichtigen Kinderbelange aber weiterhin gemeinsam entschieden werden.
Rechtstipp: Was raten Sie Ex-Partnern, die gemeinsam über den Aufenthalt bestimmen?
Es ist natürlich wichtig, wie die Betreuung und die Beziehung zu den Kindern während der gemeinsamen Zeit gelebt worden sind. Wenn sich zum Beispiel ein Elternteil nie persönlich um die Kinder gekümmert hat oder wenn eine bestimmte Rollenverteilung gelebt wurde, so ist es schwierig, diese Muster nach einer Trennung zu durchbrechen. Wenn derjenige Elternteil, der sich mehrheitlich um die Kinder gekümmert hat, wegziehen möchte, so hat der andere Elternteil eher wenig Möglichkeiten, diesen Wegzug zu verhindern, da er zuvor nie präsent war.
Das heißt, man sollte vorab einen möglichst hohen Anteil an der Betreuung übernehmen, einen engen Bezug zum Kind aufbauen und ebenso einen guten Kontakt zum Ex-Partner beibehalten, auch wenn das zwischenzeitlich schwierig sein kann.