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Basel, um 1593
Konstruktionsholz: Föhre, Eiche
Furnierhölzer: Eiche, Nussbaum, Esche, Ahorn
H. 254, B. 225, T.109 cm
Inv. 1882.187.
Seit 1589 musste ein Schreiner zur Erlangung der Meisterwürde in Basel innert Jahresfrist einen viertürigen Schrank (in Ausnahmefällen wahlweise auch einen Ausziehtisch) anfertigen. Für die äussere Gestaltung war dabei die Anwendung der fünf Säulenordnungen und die Beherrschung der Proportionslehre verlangt, als Basis galt also die Architekturtheorie. Dafür standen dem Schreiner gedruckte Vorlagenwerke zur Verfügung. Die Berufsgruppe der Zimmerleute, Kistenmacher, Tischmacher, Schreiner und Bildschnitzer war in Basel der Zunft zu Spinnwettern zugehörig. Kurz nach Inkrafttreten der neuen Verordnung wurde 1593 die Zunftstube neu ausgestattet und mit "ihrem ersten Meisterstück", wie es heisst, vermutlich mit diesem mächtigen Schrank, geschmückt. Seine Gestaltung folgt in der Anordnung und Ausbildung der Gliederung den klassischen Regeln: das untere Geschoss in toskanischer, das obere Geschoss in ionischer Ordnung. Als Charakteristikum für diesen im süddeutschen Raum um 1600 anzutreffenden Typus werden beide Geschosse durch ein vorgeblendetes Gebälk mit einer flankierenden Säulenstellung korinthischer Ordnung zusammengefasst.