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Der Glaube an einen "Superstar-Effekt" hält sich in manchen Sportarten mitunter hartnäckig. Warum aber einzelne Topspieler wie der mehrfache Weltfussballer Cristiano Ronaldo nicht verlässlich aus einer Durchschnittstruppe Seriensieger machen, hat sich ein Forscherteam angesehen.
Für ihre im Fachjournal "Nature Human Behaviour" veröffentlichte Untersuchung hat die internationale "Wissenschaftsmannschaft" von der Northwestern University in Evanston (USA), dem Indian Institute of Management und der Technischen Universität (TU) Wien Daten aus der US-Basketballliga NBA, der englischen Fussball-Premier League, der ersten indischen Cricket-Liga und der US-Major League Baseball (MLB) analysiert.
Darüber hinaus wurden auch Team-Daten aus der Onlinegaming-Welt - nämlich aus dem Multiplayer-Kampfspiel "Defense of the Ancients 2" (Dota 2) - mit einbezogen. All diesen "Sportarten" ist gemeinsam, dass man ohne effektive Zusammenarbeit kaum reüssieren kann, heisst es seitens der Studienautoren.
Auf Basis von Spielerstatistiken schätzten die Forscher die Stärke jedes einzelnen Akteurs ein. Beim Basketball gingen hier laut einer Medienmitteilung der TU Wien etwa die Anzahl erzielter Punkte oder die geleisteten "Assists" ein. Aus dem Durchschnitt der Stärke der Spieler wurde folglich jene der Stärke der Mannschaften berechnet. Wenig überraschend erwies sich das als bester Wert, anhand dessen sich der zukünftige Erfolg am verlässlichsten abschätzen liess.
Gemeinsame Erfolgsgeschichte
Jedoch waren die tatsächlichen Ergebnisse der Teams am besten einschätzbar, wenn die Wissenschaftler zusätzlich berücksichtigten, wie oft die einzelnen Spieler in der Vergangenheit bei einem Sieg gemeinsam am Platz gestanden sind. "Teams mit besseren Einzelspielern haben natürlich auch eine höhere Chance auf den Sieg - aber das ist eben noch nicht alles", so Julia Neidhardt von der TU Wien.
In einer wirklich erfolgreichen Mannschaft sind also gute Einzelkönner über möglichst viele gemeinsame Erfolge zu einem Team zusammengewachsen. Gerade im Spitzensport, wo das individuelle Können durchgehend hoch ist, komme der kollektiven Erfahrung eine messbar höhere Bedeutung zu, so die Wissenschaftler.
Zur Überraschung der Studienautoren zeigte sich der Effekt auch in einer Sportart wie Baseball, bei der es in wichtigen Spielphasen viel stärker auf die Leistungen einzelner Spieler, wie der Werfer (Pitcher) oder der Schläger (Batter), ankommt. Der Befund sei also "sehr robust". Das lasse "vermuten, dass auch in anderen Bereichen, abseits des Sports, ähnliche Effekte auftreten", so Neidhardt.