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Tabakprodukte
2018 veröffentlichte das BAG die Ergebnisse seiner Erhebung «Gesundheit und Lifestyle». Danach konsumiert die Schweizer Bevölkerung zunehmend andere nikotinhaltige Produkte wie Tabak zum Erhitzen, Snus, E-Zigaretten usw.
Alle Formen von Tabak und Nikotinprodukten machen nikotinabhängig und erhöhen das Risiko für Erkrankungen und vorzeitigen Tod, unabhängig davon, wie sie konsumiert werden.
Rauchtabak
Produkte mit erhitztem Tabak
Snus, Schnupftabak
Elektronische Zigarette und Puff Bar
Rauchtabak
Beim Konsum von (industriell hergestellten, selbst gedrehten, aromatisierten) Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Shishas wird der Tabak verbrannt.
Schon vor dem Anzünden enthalten diese Produkte Nikotin – das es ein natürlicher Bestandteil der Tabakpflanze ist – und mehr als 2500 chemische Stoffe. Wird eine Zigarette angezündet, kommt es während der Verbrennung zu vielen chemischen Reaktionen. Die Anzahl der im Tabakrauch enthaltenen Stoffe erhöht sich damit auf mehr als 4000, davon sind rund 60 krebserregend. Die bekanntesten Substanzen:
- Teer
- Kohlenmonoxid
- Reizgase
- Zusatzstoffe
Produkte mit erhitztem Tabak
Bei Konsum und Umsatz von Zigaretten ist weltweit ein Rückgang zu verzeichnen. Deshalb diversifiziert die Tabakindustrie ihr Geschäft. Vor Kurzem hat sie neue Produkte auf den Markt gebracht, die als «risikoreduziert» beschrieben werden: Produkte mit erhitztem Tabak, auch «Heat not Burn Products» genannt.
Manche Hersteller von Produkten mit erhitztem Tabak unterstreichen, dass die Verdampfung des Tabaks bis zu 90 % weniger schädlich ist als der Konsum einer herkömmlichen Zigarette.
Bis heute fehlen unabhängige wissenschaftliche Studien über Produkte mit erhitztem Tabak und über die mittel- und langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit. Die einzigen verfügbaren Daten stammen von der Tabakindustrie.
Snus, Schnupftabak
Snus
Snus ist auch als Lutschtabak bekannt; dieses Tabakpulver wird unter die Ober- oder Unterlippe geschoben. Nikotin und andere Schadstoffe wie Nitrosamin gelangen über die Mundschleimhaut an den Körper. Kautabak wird konsumiert, indem man ein Stück Tabak mehrere Stunden lang kaut und im Mund behält.
Dabei nimmt das Zahnfleisch Schaden und die Zähne verfärben sich. Das Risiko, an Zungen-, Mund- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, ist bei den Konsumentinnen und Konsumenten erhöht. Ein Snuspäckchen enthält mindestens die Nikotinmenge von 3 Zigaretten, eine Nikotinabhängigkeit ist daher naheliegend.
Schnupftabak
Snuff wird auch Schnupftabak genannt. Es ist ein feines Tabakpulver, das man durch die Nase schnupft. Das Nikotin wird durch die Nasenschleimhäute aufgenommen und gelangt im Blut bis ins Gehirn. Auch diese Tabakform enthält für die Gesundheit schädliche Substanzen, sogar mehr Nikotin als andere Tabakprodukte. Sie reizt die Nasenwege, kann sogar zu deren Verstopfung und zum Verlust des Geruchssinns führen.
Elektronische Zigarette und Puff Bar
Die elektronischen oder E-Zigaretten werden immer beliebter. Dies löst heftige Diskussionen aus über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, ihre Wirksamkeit im Zusammenhang mit dem Rauchstopp, die Risiken für Personen im Umfeld der Rauchenden usw.
Sie sind aus den drei Hauptbestandteilen Batterie, Zerstäuber und Patrone zusammengesetzt. Die Patrone enthält die Füllflüssigkeit (E-Liquid), dazu kommt ein Mundstück. Die E-Liquids bestehen aus einer Mischung aus Propylenglykol, Glycerin und Wasser in unterschiedlichen Anteilen sowie Aromastoffe. Sie sind auch ohne Nikotin im Angebot.
Puff Bar ist der Markenname eines neuen Produkts, das 2020 erstmals auf dem Schweizer Markt erschien und zahlreiche Nachahmer gefunden hat. Puff Bars sind Einweg-E-Zigaretten mit einer grossen Auswahl an Geschmacksrichtungen. Sie sind günstig, handlich, verursachen wenig Rauch, und sie sind über das Internet und die sozialen Netzwerke leicht erhältlich.
Bei Jugendlichen werden sie immer beliebter, und damit wachsen auch die Bedenken über dieses Produkt in Bezug auf die Sicherheit, die gesundheitlichen Folgen, die Abhängigkeit sowie die ökologischen Auswirkungen.
Weniger gefährlich. Tatsächlich?
Nach heutigem Wissensstand sind elektronische Zigaretten vermutlich weniger schädlich als die sogenannten herkömmlichen Zigaretten, weil die schädlichen Auswirkungen der Tabakverbrennung wegfallen. Vorsicht ist aber trotzdem geboten: Noch ist nicht bekannt, wie sich der Konsum langfristig auf die Gesundheit auswirkt.
Jugendlichen wird dringend von E-Zigaretten abgeraten, weil das Nikotin die Gehirnchemie der jungen Menschen verändert und so zu stärkerer Abhängigkeit, aber auch zu Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen führen kann. Zudem ist bei Jugendlichen, die E-Zigaretten rauchen, das Risiko sehr gross, zu herkömmlichen Zigaretten zu wechseln.
Elektronische Zigaretten und Rauchstopp
Die Wirksamkeit der elektronischen Zigarette für den Rauchstopp ist nicht erwiesen. Wenn eine Person aufhören will zu rauchen, besteht die Herausforderung vor allem darin, die Nikotinabhängigkeit zu überwinden. Mit einer nikotinhaltigen E-Zigarette ist dies unmöglich.
Mit diesen Links finden Sie weitere Antworten auf Ihre Fragen
www.suchtschweiz.ch
Sucht Schweiz ist das nationale Kompetenzzentrum für Prävention, Forschung und Wissensvermittlung im Suchtbereich.
www.at-schweiz.ch
Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention stellt Informationen über Tabak, Risiken des Passivrauchens, Konsumverhalten usw. zur Verfügung.
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Zahlen und Daten zum Thema Tabak sowie zu den gesundheitlichen Folgen des Rauchens und Passivrauchens. Zudem präsentiert das BAG die verschiedenen nationalen Strategien und Politiken im Gesundheitsbereich.
www.monam.ch
Monitoring-System der Schweiz für nichtübertragbare Krankheiten (NCD) und Sucht. Die Website stellt Umfrageergebnisse zu Substanzen, Verhalten und Krankheit zur Verfügung, informiert über Vorschriften usw.
www.stopsmoking.ch
Die Website für den Rauchstopp mit Unterstützungsangeboten und Beratung, um weg vom Nikotin zu kommen.