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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Verordnung der Bundesversammlung vom 17. März 2017 über die Richterstellen am Bundesverwaltungsgericht wird dahingehend geändert, dass das Bundesverwaltungsgericht höchstens 70 Vollzeitstellen umfasst.</p><p>Nach dem 31. Dezember 2029 werden Richterinnen und Richter, die pensioniert werden, nicht ersetzt, bis nur noch 65 Vollzeitstellen besetzt sind. </p><h2>InitialSituation<h2><h2 class="Titel_d">Medienmitteilung des Bundesrates vom 22.11.2023</h2><p class="Standard_d"><strong>Der Bundesrat befürwortet eine vorübergehende Erhöhung der Richterstellen am Bundesverwaltungsgericht (BVGer) sowie die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für nebenamtliche Richterinnen und Richter am Bundesstrafgericht (BStGer). Diese Erhöhung soll einen vorübergehenden Engpass überbrücken sowie einer besseren Vertretung der Landessprachen dienen. Dies geht aus seinen Stellungnahmen zu zwei parlamentarischen Initiativen der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates (RK-S) hervor, die er an seiner Sitzung vom 22. November 2023 verabschiedet hat. Er beantragt dem Parlament, die beiden Entwürfe der RK-S anzunehmen.</strong></p><p class="Standard_d">Die parlamentarische Initiative 23.449 fordert eine vorübergehende Aufstockung der Richterstellen am BVGer, das unter anderem Beschwerdeinstanz in Asylverfahren ist. Die Erhöhung von 65 auf 70 Vollzeitstellen soll bis zum 31. Dezember 2029 gelten. Danach werden altersbedingt zurücktretende Richterinnen und Richtern nicht mehr ersetzt, bis erneut noch 65 Vollzeitstellen besetzt sind. In seiner Stellungnahme hält der Bundesrat fest, dass die starke aktuelle und erwartete Zunahme der Beschwerden im Asylbereich die vorübergehende Erhöhung rechtfertigen. Mit der parlamentarischen Initiative 23.431 beantragt die RK-S zudem die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für nebenamtliche Richterinnen und Richter am BStGer. Die neue Richterperson soll italienischer Muttersprache sein. Der Bundesrat ist auch mit dieser Änderung einverstanden. Die neue Stelle erhöht den Handlungsspielraum der Strafkammer in italienischsprachigen Fällen, insbesondere wenn die derzeit einzige ordentliche Richterin italienischer Muttersprache verhindert ist.</p><h2>Proceedings<h2><h4 class="SDA_Meldung_d">SDA-Meldung</h4><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><strong>Debatte im Ständerat, 21.12.2023</strong></h3><p class="Standard_d"><strong>Ständerat will fünf zusätzliche Stellen am Bundesverwaltungsgericht</strong><br><strong>Der Ständerat will wegen vieler Asylrekurse die Zahl der Richterstellen am Bundesverwaltungsgericht aufstocken. Er hat einer Vorlage zugestimmt, welche die maximale Zahl der Richterstellen an diesem Gericht für eine gewisse Zeit von heute 65 auf neu 70 erhöht.</strong></p><p class="Standard_d">Mit 35 zu 1 Stimme bei einer Enthaltung stimmte die kleine Kammer am Donnerstag einem Erlassentwurf ihrer Rechtskommission (RK-S) zu. Dieser sieht vor, dass ab dem Jahr 2030 Richterinnen und Richter, die pensioniert werden, nicht mehr ersetzt werden - bis wieder nur noch 65 Vollzeitstellen besetzt sind.</p><p class="Standard_d">Die geplante Verordnungsänderung geht auf einen Antrag des St. Galler Gerichts zurück. Es teilte im März dieses Jahres mit, im Asylbereich steige die Zahl der zu behandelnden Fälle stark an. Mit den aktuellen personellen Ressourcen könne das Gericht die Einhaltung der gesetzlichen Behandlungsfristen nicht garantieren. Der RK-S schrieb das Gericht, das Anliegen sei dringlich.</p><p class="Standard_d">Carlo Sommaruga (SP/GE), der Sprecher der RK-S, sagte am Donnerstag im Rat, nur noch in 53 Prozent der Fälle habe das Gericht im Asylbereich zuletzt die Fristen einhalten können. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider sagte, die steigende Zahl der Asylgesuche führe auch zu mehr Rekursen. Das Gericht rechne für 2023 mit 5200 Beschwerden - 50 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.</p><p class="Standard_d">Zwei Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts beurteilen Beschwerden gegen Verfügungen des Staatssekretariats für Migration. Es geht beispielsweise um Asylgesuche, die abgelehnt wurden, oder um verweigerte Familienzusammenführungen.&nbsp;</p><p class="Standard_d">&nbsp;</p><h4 class="SDA_Meldung_d">SDA-Meldung</h4><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><span style="color:#221E1F;"><strong>Debatte im Nationalrat, 27.02.2024</strong></span></h3><p class="Standard_d"><strong>Bundesverwaltungsgericht kann fünf zusätzliche Stellen schaffen</strong><br><strong>Die Zahl der Richterstellen am Bundesverwaltungsgericht wird vorübergehend von 65 auf 70 erhöht. Nach dem Ständerat hat am Dienstag auch der Nationalrat einer entsprechenden Vorlage zugestimmt.</strong></p><p class="Standard_d">Die grosse Kammer fällte ihren Entscheid mit 125 zu 65 Stimmen ohne Enthaltungen.&nbsp;</p><p class="Standard_d">Ausgearbeitet hatte den Erlassentwurf die Kommission für Rechtsfragen des Ständerats (RK-S). Hintergrund ist die gestiegene Zahl der Asylgesuche - und damit auch der Rekurse gegen Asylentscheide. Mehr Arbeit habe das Gericht auch wegen der Notübernahme der Credit Suisse, wurde in der Debatte verschiedentlich erwähnt.</p><p class="Standard_d">Das Gericht mit Sitz in St. Gallen hatte im März vergangenen Jahres mitgeteilt, mit den aktuellen personellen Ressourcen könne man die Einhaltung der gesetzlichen Behandlungsfristen nicht garantieren.</p><p class="Standard_d">Es geht um eine befristete Aufstockung. Vorgesehen ist in dem nun gutgeheissenen Erlasstext auch, dass ab dem Jahr 2029 Richterinnen und Richter, die pensioniert werden, vorläufig nicht mehr ersetzt werden - bis wieder 65 Vollzeitstellen besetzt sind.</p><p class="Standard_d">Als Zweitrat sagte der Nationalrat zudem Ja zu einer Erhöhung der Zahl nebenamtlicher Richterinnen und Richter in den Straf- und Beschwerdekammern des Bundesstrafgerichts in Bellinzona von heute drei auf vier. Die neue Stelle soll an eine Person italienischer Muttersprache gehen. Das Gericht hatte den entsprechenden Antrag mit mehr italienischsprachigen Dossiers und einem Rückgang der personellen Ressourcen in dieser Sprache begründet.</p><p class="Standard_d">Die SVP beantragte bei beiden Vorlagen erfolglos Nichteintreten. Sie war der Ansicht, weder das Bundesverwaltungsgericht noch das Bundesstrafgericht hätten bislang die nötigen Rationalisierungsmassnahmen getroffen. Abgelehnt wurde auch ein Einzelantrag von SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (ZG), der eine Erhöhung auf höchstens 68 Richterstellen am Bundesverwaltungsgericht forderte.</p>