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Was ist Neurodermitis?
Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine in Schüben auftretende, chronische Entzündungsreaktion der Haut. Diese Schübe können durch zahlreiche Stoffe aus der Umwelt, sowie durch psychische Faktoren ausgelöst oder verstärkt werden.
Neurodermitis gehört, wie auch Asthma und Heuschnupfen, zu den atopischen Erkrankungen, d.h. das körpereigene Abwehrsystem produziert heftige Abwehrreaktionen gegen prinzipiell harmlose Stoffe aus der Umwelt, sogenannte Allergene.
Es gibt verschiedene Bezeichnungen für Neurodermitis, weil sich Generationen von Ärzten bis jetzt auf keinen einheitlichen Namen einigen konnten.

- Atopische Dermatitis
- Atopisches Ekzem
- Endogenes Ekzem
- Neurodermitis atopicali
Die Ursache von Neurodermitis ist eine überschießende Abwehrreaktion des Körpers gegen Hausstaub, bestimmte Nahrungsmittel oder Blütenpollen. Diese Stoffe werden als Allergene bezeichnet.
Bei der Neurodermitis richten sich bestimmte Untergruppen der weißen Blutkörperchen (= Lymphozyten) gegen diese Allergene. Daraufhin folgt die Bildung einer großen Menge spezieller Abwehrstoffe gegen diese an sich ungefährlichen Allergene.
Ein wichtiger Abwehrstoff ist das "Immunoglobin E". Im Zusammenspiel mit den verschiedenen Botenstoffen des Immunsystems kommt es zu einer entzündlichen Abwehrreaktion der Haut, welche von den "T-Lymphozyten" in Gang gehalten wird. Zusätzlich wird von den Mastzellen der Haut der entzündungshemmende Botenstoff "Histamin" ausgeschüttet. Dadurch wird die Abwehrreaktion noch verstärkt und der fast unerträgliche Juckreiz hervorgerufen.

Häufigkeit von Neurodermitis:
Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. In Deutschland leiden insgesamt 2 - 10 % der Bevölkerung an dieser chronischen Hautentzündung.
Kinder sind überdurchschnittlich häufig von Neurodermitis betroffen, etwa 12% der Vorschulkinder sind daran erkrankt. Dieses ist ungefähr jedes sechste Vorschulkind.
Symptome von Neurodermitis:
Allgemeine Veränderungen der Haut:
Die Haut der an Neurodermitis Erkrankten ist wesentlich trockener als normale Haut und sie besitzt eine verminderte Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit. Des Weiteren weist sie einen Mangel an bestimmten Hautfetten auf. Die Haut wird dadurch rau und neigt zur Schuppung. Zusätzlich ist die Regulierung weiterer Hautfunktionen wie Hautdurchblutung, Schweißbildung und Temperaturregelung gestört.
Juckreiz:
Der unerträgliche Juckreiz ist für viele Betroffene der zentrale Aspekt der Neurodermitis. Das ständige Kratzen verschlimmert die Krankheit oftmals. Dieser Juckreiz kann durch die Behandlung der Hautentzündung gestillt werden.
Formen der Neurodermitis:
Die Krankheit wird in drei Phasen unterschieden:
1. Milchschorf:
Die Erkrankung beginnt häufig schon bei Säuglingen. Der Name "Milchschorf" kommt von der Ähnlichkeit der Haut mit verbrannter Milch. Dieses hat jedoch nichts mit einer Milchallergie zu tun. Es handelt sich hierbei um gelblich-weiße Krusten in Kombination mit nässenden Ekzemen, die sich flächenartig ausdehnen können.
Es kommt häufig zu einer Infektion der betroffenen Hautbereiche mit Bakterien und Viren.
2. Beugenekzeme:
Dies sind Hautveränderungen in den Beugefalten der Gelenke wie Ellenbogen und Kniekehle. Häufig befallen sind auch der Hals, der Nacken und die Hände. Diese Form der Erkrankung tritt meist ab dem Kindes- und Jugendalter auf. Im Laufe der Jahre zeigen sich dann baumrindenartige Vergröberungen der trockenen und verdickten Haut.
3. Prurigoform:
"Prurigo" ist lateinisch und bedeutet Juckreiz. Hierbei handelt es sich um eine Sonderform der Neurodermitis, die hauptsächlich bei Erwachsenen auftritt. Kennzeichnend hierfür sind am ganzen Körper auftretende, stark zerkratzte Knoten. Die Krankheit kann aber auch in schwächerer Form auftreten.
Wie wird eine Diagnose erstellt?
Eine Diagnose wird anhand der Krankengeschichte und einer gründlichen körperlichen Unter-
suchung erstellt. Bei dieser Untersuchung lassen sich deutliche körperliche Merkmale, wie vertiefte, bizarre Handlinien, eine doppelte Falte am Augenunterlid oder verstärkte Schatten im Bereich der Augen erkennen, die bei Neurodermitis-Patienten verstärkt auftreten.
Zusätzlich werden Hauttests durchgeführt, bei denen herausgefunden werden soll, ob der Körper auf bestimmte Substanzen mit einer überschießenden Immunantwort reagiert. Es werden Pflaster mit diversen Allergenen auf der Haut aufgebracht und nach zwei bis drei Tagen zeigt sich dann, welche Stoffe eine verstärkte Immunantwort hervorrufen. Man erkennt diese an einer quaddelartigen Schwellung der Haut.
Als letzes werden noch Bluttests durchgeführt, denn in der Blutprobe kann nach den Abwehrstoffen gesucht werden, die die Entzündungsreaktion der Haut hervorrufen.

Wie kann eine allergische Reaktion vermieden werden?
- Konsequentes Stillen bei Kindern in den ersten sechs Monaten kann die Schwere und die Häufigkeit von Neurodermitis verringern.
- Es sollte der Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen weitgehendst vermieden werden.
- Wenn eine Allergie auf bestimmt Lebensmittel vorliegt, sollten diese nicht mehr verzehrt werden.
- Es ist auch wichtig, auf die richtige Kleidung zu achten, da beispielsweise Wolle zu starken Überempfindlichkeits-Reaktionen führen kann.
- Auf das Rauchen von Zigaretten sollte verzichtet werden, da dies ein Verstärkungsfaktor für die Erkrankung sein kann.
Behandlungsmethoden durch die Schulmedizin:
Hier stellen wir Ihnen die verschiedenen Lösungs-Ansätze vor, die größtenteils durch die Schulmedizin angewandt werden:
- Zur äußeren Behandlung kommen oft Kortison, Tacrolismus und Zinkschüttelmixturen, sowie Teere und Schieferöle in
Frage.
- Zur inneren Behandlung werden Kortison, Antiallergika, sowie eine antimikrobielle Behandlung empfohlen.
Hilfe durch alternative Heilmethoden:
Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Heilmethoden, die Ihnen helfen können: