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Ach Kinder, was wurde schon alles über das Theater rund um den FC Sion geschrieben. Obwohl bald Weihnachten ist, hat jetzt die FIFA der ganzen Angelegenheit mal wieder den Stempel aufgedrückt und droht mit der Suspendierung des Schweizer Fussballverbandes, sollte dieser die ganze Sache nicht bis zum 13. Januar 2012 bereinigt haben. Die Suspendierung hätte fatale Folgen: Einerseits würde die Schweizer Nationalmannschaft von Spielen und Qualifikationsbewerben zu Endrunden qualifiziert, andererseits dürften Schweizer Fussballvereine für eine gewisse Zeit nicht mehr in den europäischen Turnieren mittun. Und dies alles nur dank einem Sturkopf, der sich allen Regeln widersetzen will.
Punktabzug für Xamax – keine Konsequenzen für Constantin
Immerhin ist der SFV mit Geschütz gegen den vom Tschetschenen Bulat Tschagajew kontrollierten Verein Xamax vorgegangen und hat die Neuenburger wegen finanziellen Ungereimtheiten – unter anderem eine gefälschte Bankgarantie – zu einem Punkteabzug von vier Punkten verdonnert. Im Fall FC Sion dagegen entschied die Liga, die Spiele normal zu werten, obwohl alle Vereine, in denen der FC Sion mindestens einer der sechs unqualifizierten Spieler eingesetzt hatte, Protest gegen die Wertung eingelegt haben. Und genau dieser Entscheid zwang die FIFA zur Drohung. Sie verlangte, dass der FC Sion alle diese Spiele forfait verlieren soll. Kaum war die Drohung ausgesprochen, zog SFV-Präsident Peter Gilliéron einen Punkteabzug für die Walliser in Betracht.
Die Forderung im Wortlaut
Nach den jüngsten Entwicklungen im Fall FC Sion/Olympique des Alpes SA (OLA) und insbesondere angesichts des Urteils des Sportschiedsgerichts vom 15. Dezember 2011 beschloss das Exekutivkomitee, dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) eine letzte Frist zu gewähren. Der SFV muss bis 13. Januar 2012 das Registrierungsverbot durchsetzen, das von der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten gegen OLA verhängt und vom Schweizerischen Bundesgericht bestätigt wurde, und das Vorgehen des Vereins sanktionieren, der wiederholt versucht hat, diesen Entscheid rechtsmissbräuchlich zu umgehen. Alle Spiele, in denen die betreffenden Spieler eingesetzt wurden, müssen folglich mit einer Forfait-Niederlage gewertet werden, das heisst, es werden gegebenenfalls drei Punkte abgezogen. Sollte der SFV diese Frist nicht einhalten, wird er am 14. Januar 2012 bis auf Weiteres automatisch suspendiert.
Quelle: Blick Online
Definitiv keine Wiederaufnahme in die Europa League
Das ganze Hickhack um die Sittener hat für die Schweiz schon wichtige Punkte im Kampf um die UEFA-Fünfjahreswertung gekostet. Obwohl sportlich qualifiziert, wurde der FC Sion von der UEFA aus dem Wettbewerb geworfen, woraufhin Christian Constantin sowohl beim Waadtländer Kantonsgericht, als auch beim internationalen Sportgerichtshof TAS in Lausanne die Wiederaufnahme seines Vereins in den Wettbewerb einklagen wollte. Am 15. Dezember veröffentlichte der TAS sein Urteil – Constantin blitzte ab. Die FIFA stützt sich bei ihrer Forderung übrigens auf dieses Urteil.
Der FC Sion hat wiederum bekanntgegeben, die Angelegenheit vors Bundesgericht oder gar an den Europäischen Gerichtshof weiterzuziehen.
Suspendierung mit Konsequenzen
Eine Suspendierung hätte weitreichende Konsequenzen. Bisher haben dies einige Verbände an der eigenen Haut erfahren dürfen, vor allem, weil sich die politische Führung des jeweiligen Landes in die Angelegenheit eingemischt hat. Dieser Fall hier ist etwas anders. Die Schweiz als an sich zivilisiertes Land würde mit einem dunklen Schatten behaftet. Sportlich gesehen dürfte die Schweizer Nationalmannschaft nicht mehr antreten – so würde beispielsweise das geplante Testspiel von Ottmar Hitzfelds Equipe gegen Argentinien ins Wasser fallen. Auch die Vereine würden ab dem 14. Januar an vom europäischen Wettbewerb ausgeschlossen, was bedeuten würde, dass der FC Basel nicht zu den Achtelfinalspielen in der Champions League gegen den FC Bayern München antreten kann. Ob dann der Gruppendritte Manchester United zum Zug kommen würde, oder die Bayern automatisch fürs Viertelfinale qualifiziert wären, ist nicht bekannt. Ebenfalls werden dann sämtliche internationalen Testspiele – egal ob auf Klub- oder Natiebene – ohne Schweizer Beteiligung stattfinden.
Was soll der SFV machen?
Ganz klar: Den Forderungen der FIFA nachgeben und den FC Sion bestrafen. Es ist egal, wenn dieser dann zum Spielen in der Challenge League verdammt würde, aber Constantin sollen endlich Grenzen aufgelegt werden, wie das bereits Tschagajew gemacht wurde. Klar ist die FIFA kein Heiligenverein, Korruption ist im Weltfussballverband allgegenwärtig, doch sie sitzen in dieser Angelegenheit nun mal am längeren Hebel. Weitere Kämpferei in dieser Sache ist sinnlos, auch wenn sich Constantin im Recht befinden sollte. Gegen eine so mächtige Institution wie die FIFA hat man keine Chance. Von politischer Seite kann man auch nicht mit einem Entzug der Steuerfreiheit drohen, denn dies würde ebenfalls zu einer Suspendierung führen, weil sich die politische Führung des betroffenen Landes in die Angelegenheit eingemischt hat.
Wer sich nicht an die Regeln hält, der muss die Konsequenzen für sein Verhalten zu spüren bekommen. Ende der Diskussion.
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