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| Dionysius Areopagita, ps. (geschrieben vor 476) - Kirchliche Hierarchie (De ecclesiastica hierarchia)

7. Kapitel: Über die heiligen Gebräuche bei der Bestattung der Toten
II. Der Ritus bei den heilig Entschlafenen
Der Ritus bei den heilig Entschlafenen.
1) Die Leiche eines Klerikers wird in Gegenwart der ganzen Priesterschaft vor dem Altar niedergelegt; der Bischof beginnt dann mit Gebet und Danksagung.
2) Der Körper eines Verstorbenen aus dem Mönchs- oder Laienstande findet seinen Platz außerhalb des Presbyteriums.
3) Die rituellen Akte folgen in der nach-stehenden Ordnung, die aus dem Texte selbst klar hervortritt.
Wenn der Entschlafene dem priesterlichen Stande angehörte, ruft der Hierarch den Chor der Priester zusammen, läßt den Toten vor dem göttlichen Altar niederlegen und beginnt das Gebet und die Danksagung zu Gott. War der Verstorbene aus den Reihen der sündenreinen Mönche oder der heiligen Gemeinde, so läßt er ihn an dem ehrwürdigen Presbyterium vor dem Eingang der Priester niederlegen. Dann vollendet der Hierarch das Dankgebet zu Gott. Die Liturgen lesen der Reihe nach die in den göttlichen Schriften enthaltenen untrüglichen Verheißungen über unsere heilige Auferstehung [S. 194] und singen fromm die in Sprache und Inhalt gleich bedeutsamen Lieder aus den Psalmen. Jetzt entläßt der Erste der Liturgen (Archidiakon) die Katechumenen, verliest die Namen der bereits entschlafenen Heiligen und würdigt den eben Entschlafenen der gleichen ehrenvollen Verlesung, worauf er alle auffordert, um die glückselige Vollendung in Christus zu beten. Nunmehr tritt der göttliche Hierarch an den Toten heran, verrichtet über ihm ein heiliges Gebet und darnach küßt sowohl der Hierarch wie nach ihm alle Anwesenden den Entschlafenen. Haben alle den Friedenskuß gegeben, so gießt der Hierarch das Öl auf den Entschlafenen, spricht das heilige Gebet für alle und birgt den Leichnam, zusammen mit andern heiligen Leibern der Standesmitglieder, in einem ehrwürdigen Raume.