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Die Schweiz soll rund 320 Millionen Dollar des einstigen Diktators Sani Abacha an Nigeria zurückerstatten. Um die Rückgabe zu beschleunigen, spannt Nigeria nun die Weltbank ein.
In Nigeria liegt die Wirtschaft am Boden. Schuld daran ist der niedrige Ölpreis. Jede Finanzspritze ist somit hoch willkommen.
Die schnelle Repatriierung der Abacha-Gelder würde die Wirtschaftskrise in Nigeria lindern, sagte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari in einem kürzlich publizierten offiziellen Statement.
Diesmal keine Korruption
Deshalb rief Buhari laut Mitteilung die Weltbank zu sich, um die Sache zu beschleunigen. «320 Millionen Dollar sind viel Geld. Und wir werden es nicht erlauben, dass die Gelder missbräuchlich verwendet werden», versicherte der Präsident.
Frühere Rückgaben flossen teils in Entwicklungsprojekte von zweifelhaftem Nutzen oder versickerten irgendwo.
Die Schweizer Regierung ist zur Rückgabe bereit, sofern sie von der Weltbank überwacht wird. Damit soll sichergestellt werden, dass die Gelder wie vorgesehen sozialen Programmen für die nigerianische Bevölkerung zu Gute kommen, wie das EDA letzten März mitteilte.
Von Luxembourg nach Genf
Die betroffenen Geldern lagen ursprünglich auf Luxemburger Konten, wurden aber von der Genfer Justiz konfisziert. Die Rückerstattung erfolgt im Rahmen eines Abkommens, das im Juli 2014 zwischen Nigeria und der Familie Abacha geschlossen wurde. Vor rund einem Jahr hatte die Genfer Justiz angekündigt, die Gelder zurückgeben zu wollen.
Die Schweiz hat bereits vor zehn Jahren – als erstes Land überhaupt – rund 720 Millionen Dollar an Nigeria überwiesen, wie auch finews.ch berichtete. Der Abacha-Skandal führt zudem mit dazu, dass die Gelwäscherei-Bestimmungen am Schweizer Finanzplatz deutlich verschärft wurden.
General Sani Abacha plünderte von 1993 bis zu seinem Tod 1998 die Staatskasse des westafrikanischen Landes. Schätzungen zufolge soll er 5 Milliarden Dollar an öffentlichen Geldern ins Ausland geschafft und versteckt haben.