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Gummen werden chemisch unter dem Begriff der ‘Polysaccharide’ gefasst; sie bilden mit Wasser klebrige, viskose oder fadenziehende Lösungen. Gummi arabicum ist ein Sekret von Akaziengewächsen (z.B. Acacia arabica, Acacia senegal). Das Sekret (Pflanzensaft) tritt aus Rissen oder Wunden der Baumrinde schleimartig heraus und erstarrt an der Luft zu Tropfen unterschiedlicher Grösse. Diese Tropfen werden gesammelt und zur Verwendung als Bindemittel entweder direkt in Wasser gelöst oder zuvor noch zermahlen, um einen schnelleren Löseprozess zu erreichen.
Im Gegensatz zu anderen Gummiarten ist Gummi Arabicum in steigender Konzentration bei niedriger Viskosität ausgesprochen wasserlöslich. Diese Kombination ermöglicht die Verwendung als Dickungs- und Geliermittel (E 414).
Das Gros des international gehandelten Gummi Arabicum entstammt dem sogenannten "gum belt", der sich unterhalb der Sahara von den nördlichen Teilen West-Afrikas nach Osten bis in den Sudan und Ätiopien erstreckt. Ein geringer Teil kommt aus Indien.
Ende der 60er Jahre wurden im Sudan, dem Hauptexporteur, 60 000 t im Jahr produziert. 1975 bis in die frühen 90er Jahre waren es nur noch 20.000 t. Die Europäische Gemeinschaft gilt als grösster Abnehmer mit rund 28 - 32.000 t/Jahr (im Vergleich: USA 7.500-10.000 t/Jahr).
Verwendung fand Gummi Arabicum im alten Ägypten bei der Mumifikation und heute vor allem in Konditoreierzeugnissen (Glasierung), in der Süsswarenindustrie (Gummibonbons), in der Getränkeindustrie (Geschmacksstabilisator) aber auch in der Pharmaindustrie (vorwiegend als Drageeglasur, aber auch als Bindemittel oder Emulgator).
Ausserdem wird es in der Druckindustrie (3) als Antioxidans im Offsetdruck eingesetzt. Darüber hinaus wird es als Additiv dem Kleber von Briefmarken beigemischt. Insgesamt findet es jedoch immer weniger Verwendung auf dem westlichen Markt und wird zunehmend von Ersatzstoffen in den einzelnen Bereichen verdrängt.