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Die Restrukturierung der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) beunruhigt den Waadtländer Grossen Rat. Eine Interpellation von SP-Kantonsrat Stéphane Montangero wurde von allen Fraktionen mit Ausnahme der SVP unterzeichnet.
Die Ankündigung der SDA-Geschäftsleitung, in den kommenden zwei Jahren jede vierte Journalistenstelle streichen zu wollen, sei "eine regelrechte Bombe in der bereits angespannten Medienlandschaft", heisst es in der am Dienstag im Waadtländer Kantonsparlament eingereichten Interpellation. Sie wurde von sechs der sieben im Rat vertretenen Fraktionen unterzeichnet.
"In Zeiten von Fake News wissen wir alle um den Wert dieser Art von Information", so Montangero. Eine Nachrichtenagentur müsse sich an bestätigte Fakten halten, sich Kommentaren enthalten und allen das Wort geben. Die "massive" Restrukturierung der SDA sei "sehr beunruhigend", hält der Präsident der SP Waadt weiter fest.
Angesichts dieser "Bedrohung" richtet der Interpellant mehrere Fragen an die Waadtländer Regierung. So will er unter anderem wissen, ob diese die "Besorgnis" über die Restrukturierung teilt und das Parlament über die Auswirkungen informieren kann.
Frage der Korrespondenten
Der Fragesteller ist auch besorgt um das Schicksal der Deutschschweizer Korrespondenten, die in Lausanne für die SDA arbeiten. Diese seien eigentliche Transmissionsriemen, welche den Menschen östlich des Röstigrabens berichteten, was die Romandie beschäftige.
Montangero möchte vom Kanton Waadt auch wissen, ob dieser einen oder mehrere Verträge mit der SDA unterhält, die eventuell in Frage gestellt seien. Am 8. Januar hatte die Geschäftsleitung der SDA eine umfassende Reorganisation angekündigt. Als Grund führte sie die schwierige Lage der Schweizer Medien an, die 2018 mit einem erwarteten Verlust von 1,9 Millionen Franken auf die Nachrichtenagentur durchschlage.