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Kambodschanisches Neujahr
Sour Sdey Chnam Tmey
Kambodscha benutzt einen indischen Kalender, um seinen Neujahrstag zu berechnen. Die Feierlichkeiten finden, je nach gregorianischem Kalender, entweder am 13. oder 14. April statt. Wir nennen es Chaul Chnam.
Chaul Chnam ist eine der grössten und traditionellsten Feier des Landes. Sie dauert drei, manchmal aber auch vier Tage.
In der Schweiz wird die Feierlichkeit nur an einem Tag und an drei verschiedenen Orten zelebriert:
- In Zürich
- In Genf
- In Biel
Detail entnehmen Sie bitte aus dem separaten Eintrag des jeweiligen Ortes.
Die Hintergründe:
Ursprünglich wurde das Chaul Chnam am ersten Tag des ersten Mondkalenders, welche im November oder im Dezember stattfand, gefeiert. Im 13. Jahrhundert, in der Angkor-Ära, hat entweder der Khmer König Suriyavarman II oder Jayavarman VII, das kambodschanische Neujahr auf den 5. Monat des Mondes resp. auf den April des Sonnenkalenders verlegt.
Die Gründe:
95% der kambodschanischen Bevölkerung sind Bauern. Die Periode vom November bis März ist für die Bauern die wichtigste und arbeitsintensivste Zeit des Jahres, da sie dann ihre Reisfelder bestellen. Der April ist somit die beste Zeitpunkt um das Neujahr zu feiern, da die Bevölkerung nach der Ernte und in der Trockenzeit mehr Freizeit für Festlichkeiten findet.
Der erster Tag – Moha Sangkran
Der erste Tag des Khmer Neujahres heisst Moha Sangkran.
Er beschreibt lediglich die Ankunft des neuen Engel (Tevada), der für ein Jahr als Beschützer der Welt amten wird.
Um die neuen Tevada zu empfangen, reinigt und schmückt die Bevölkerung ihr Haus und sich selbst. Jedes Haus bestreitet den Empfang des neuen Tevada individuell. Jedoch ist das Bereitstellen von Früchten und Getränke für die Ankunft unabdingbar.
Ältere Leute, resp. Familien-Oberhäupter pflegen am Tag der Ankunft zu meditieren und zu beten. Sie glauben, dass die neuen Tevada ihr Gebet erhören und ihnen ein weiteres Jahr Schutz für die ganze Familie geben wird.
Am Morgen des ersten Tages pflegen die Kambodschaner und Kambodschanerinnen das Essen für die Mönche, die in Pagoden leben, vorzubereiten und erhoffen im Gegenzug ihren Segen. Während die Älteren den Segen der Mönche empfangen, nutzen die jungen Kambodschaner und Kambodschanerinnen - im Tempelgelände oder auf öffentlichen Spielwiesen - die Zeit dazu, traditionelle Spiele auszuüben. Die Chaul Chnam-Zeit ist die einzige Zeit, wo der kambodschanische Jugend erlaubt ist, sich zu treffen und gemeinsam „gemischte“ Spiele zu veranstalten. Es ist auch die Gelegenheit für junge Männer auf Brautschau zugehen. So will es die Tradition.
Der zweite Tag – Wanabot
Der zweite Tag des Chaul Chnam heisst Wanabot und bedeutet „Tag des Schenkens“.
Traditionsgemäss wird der Tag benutzt, um Eltern, Grosseltern und ältere Leute zu beschenken. Normalerweise pflegen Arbeitgeber Geschenke an ihre Arbeitsnehmer zu machen. Kambodschaner und Kambodschanerinnen spenden zudem Geld und machen Geschenke in Form von Kleidern an die Ärmeren. Am Abend gehen die Kambodschaner und Kambodschanerinnen in die Pagoden und bauen Sandberge. Ausserdem bitten Sie die Mönche um ihren Segen.
Der dritte Tag – Leung Sak
Der dritte Tag heisst Leung Sak und bedeutet „Neubeginn“.
Der Tag ist zugleich der erste Tag im neuen Jahr. Traditionsgemäss gehen Kambodschaner und Kambodschanerinnen am Morgen in die Pagode um die Sandbergzeremonie zu beenden und wiederum um den Segen der Mönche zu bitten. Am Nachmittag wird ein fröhliches Abschlussfest zelebriert. Und zwar Pithy Srang Preah. Dabei werden Buddha Statue, Mönche, Eltern, Grosseltern und ältere Leuten gebadet und um Vergebung für die Untaten gebeten. Dieser fröhliche Teil wird auch auf der Strasse und an öffentlichen Plätzen vollzogen. Dabei werden Passanten mit Wasser bespritzt.
Während des ganzen Festes wird das Haus oder den Eingang des Hauses in der Nacht beleuchtet.
Pandit Khong