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Die belgische Pop Art- Künstlerin Evelyne Axell (1935-1972) erlebt gerade in der letzten Zeit eine bedeutende Wiederentdeckung im Rahmen wichtiger Ausstellungen am Brooklyn Museum, New York, der Kunsthalle Wien oder dem WIELS, Brüssel. Ihr Arbeiten stehen in einer feministischen Tradition der Pop Art und des Nouveau Réalisme und werden in Zusammenhang mit Dorothy Iannone, Niki de Saint Phalle oder Sister Corita Kent genannt.
Die ehemalige Schauspielerin, Moderatorin und Drehbuchschreiberin Axell wandte sich erst ab 1964 der Bildenden Kunst zu und schuf in den sieben Jahren bis zu ihrem frühen Tod ein vielschichtiges Werk, welches sich vor allem mit der Rolle der Frau und den weiblichen Zuschreibungen auseinandersetzte, aber auch die politischen Umbrüche der damaligen Zeit reflektiert. Ausgehend von der traditionellen Malerei auf Leinwand wandte sie sich früh anderen Materialien wie Aluminium oder Plexiglas zu. Für ihre zahlreichen Selbstportraits kombinierte sie Siebdruck mit Techniken des Grafik-Designs und schuf damit Effekte, wie sie auch in der psychedelischen Kunst angewandt werden. Die Ausstellung im Kunstverein Hamburg versammelt ca. 15 Arbeiten, die sich thematisch mit der Protestbewegung und der Politik der 1960er und 1970er Jahre auseinandersetzen. Damit wird ein Aspekt im Werk von Evelyne Axell besonders hervorgehoben, der in der Rezeption lange vernachlässigt wurde.