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Auf 15 Kilometern Länge, einem Höhenunterschied von gesamthaft 516 Metern und einer maximalen Höhe von 2235 Metern über N. N. verbindet der Berninapass die beiden Ortschaften Pontresina im Engadin und Poschiavo im Puschlav, beide im Kanton Graubünden und nahe dem italienischen Veltin gelegen. Diese Verbindung bestand offensichtlich bereits zur Bronzezeit, entsprechende Funde auf beiden Seiten dieser Verbindung belegen entsprechende Aktivitäten, lange bevor die Römer sie intensiver nutzten, dennoch war und ist der Bernina nie zu der gleichen Bedeutung gelangt, wie zum Beispiel der nahe gelegene Malojapass. Lediglich im Mittelalter wurde er nachweislich intensiv für den Warenverkehr in Form von Wein, Korn und Salz nach Norden und für Vieh und Käse nach Süden genutzt. Ursprünglich bestand der Passübergang aus zwei Wegen, die parallel verlaufend je nach Wetterlage an Bedeutung verloren oder gewannen, die heutzutage befahrbare Strasse verläuft hauptsächlich entlang dem ehemaligen Bernina-Ost Weg. Der Bernina-West Weg war zwar kürzer, aber auch gefährlicher. Um 1780 herum wurde offiziell verboten, diese Route im Winter zu verwenden. 1842 wurde damit begonnen, die Passverbindung in der Strassenform auszubauen, wie man sie heutzutage antreffen kann. 1865, in dem Jahr, in welchem auch das auf der Passhöhe gelegene Hospiz vollendet wurde, fanden die Bauarbeiten ihren Abschluss. Seit 1965 wird diese Passstrasse den gesamten Winter über geräumt und befahrbar gehalten – auch wenn hier oben zuweilen so viel Schnee fallen kann, dass nur noch das oberste Stockwerk des Hospizes aus den Massen hervorragt. Auch diese Region wurde zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gesichert und ausgebaut, allerdings sind die Hinterlassenschaften hier nicht ganz so offensichtlich, wie zum Beispiel am Simplonpass oder anderswo. Auch hier entstanden insbesondere um die Jahrtausendwende 1800 / 1900 herum sehr viele vor allem dem Tourismus gewidmete Installationen, zu denen auch die „Berninabahn“ gehört. Sie folgt weitestgehend dem alten Bernina-West Weg. In der Nähe des Bernina-Hospizes erreicht sie ihren höchsten Punkt auf 2253 Metern ü. N. N., womit sie die höchst gelegene Alpenüberquerung überhaupt darstellt. Auch sie wird das gesamte Jahr über in Betrieb gehalten – obwohl im Bernina-Massiv der Schnee ganze acht Monate im Jahr fällt und liegen bleibt.
Der Pass an sich stellt keine grossen fahrerischen Herausforderungen. Er ist sehr gut ausgebaut, die Strasse weitestgehend in einem guten Zustand und die Wegführung praktisch ausnahmslos gut einsehbar. Wie der nicht weit entfernt liegende Julierpass lässt sich auch der Bernina recht zügig und vor allem schwungvoll befahren, Anfänger müssen sich noch nicht einmal vor den hier vorhandenen Haarnadelkurven fürchten, sogar die sind sehr grosszügig und weiträumig gestaltet. Die Aussicht vor allem ab der Passhöhe hinunter in das Puschlav sind eindrücklich! Haben Sie nur im Hinterkopf, dass Sie nicht allein über dieses Wissen nach Befahren des Berninas verfügen, er wird auch intensiv von Schwerlastverkehr, Vélo- und Camperfahrern genutzt. Von Zürich her kommend ist die Kombination aus Julier- und Berninapass eine der entspannendsten, abwechslungsreichsten und schönsten, die ich innerhalb der Landesgrenzen der Schweiz kenne. Ein paar Eindrücke von dieser Fahrt können Sie hier begutachten.Pässe