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Kognitive Anregungen (CST)
Das Konzept der «kognitiven Anregung» wird im Englischen als «CST – Cognitive Stimulation Therapy» bezeichnet. Dieses Konzept grenzt sich ab von den Konzepten des kognitiven Trainings und der kognitiven Rehabilitation. Im Unterschied zu diesen beiden Konzepten geht es bei der kognitiven Anregung um eine eher allgemeine, unspezifische Stimulation mit dem Ziel, vielfach vernetzte kognitive, soziale und emotionale Ressourcen und Kompetenzen zu fördern.
Mit neuropsychologischen Prozessen wird weniger die Erinnerungsfähigkeit, sondern eher die Sprachfähigkeit gefördert. Es geht nicht darum, sich an explizit vorgegebene Informationen richtig zu erinnern. Vielmehr sollen sich Menschen mit einer Demenzerkrankung weiterhin Meinungen zu angesprochenen Themen bilden, sich anhand von Material mit neuen Begrifflichkeiten vertraut machen und neue Verbindungen zwischen Begriffen herstellen lernen. Diese Methode regt Menschen an und ermutigt sie, sich auch mit Familie und Freunden vermehrt auszutauschen, was gleichzeitig das Erleben einer höheren Lebensqualität fördert. Verbesserung in Sprache und Sprechen können auf diese Weise die Kognition anregen, was sich positiv auf Beziehungen und auf die emotionale Befindlichkeit auswirken kann.
Auf der Basis von sensorischen, kunsttherapeutischen, musiktherapeutischen, psychotherapeutischen Erfahrungen und Erkenntnissen wurden, u.a. von Aimee Spector und anderen, Programme entwickelt, die erlebnisorientiert, spielerisch und gut strukturiert eingesetzt werden können. Thematisch wird eine grosse Bandbreite angestrebt. Diese reicht von allgemeinen Themen, wie Geld, Essen, Männer und Frauen, bis zu Erinnerungen, wie die Schulzeit, die erste grosse Liebe, die Familie usw. Diese Themen werden in Bezug gesetzt zur jetzigen Situation und zum heutigen Tag.
Quelle und weiterführende Literatur
Spector, A., Thorgrimsen, L., Woods, B., Orrell, M. (2012). Kognitive Anregungen (CTS) für Menschen mit Demenz. Evidenzbasiertes Praxis- und Gruppenhandbuch. Bern.