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Geschichte
GESCHICHTE
86 Jahre SCB: Von der Gründung bis heute - die Chronik des SC Bern
Der SC Bern wurde am 3. November 1930 durch Dr. Fred Müller ins Leben gerufen.Damals waren 16 Aktivspieler dabei, die vorwiegend von den "Ice Fellows" zum SCB übertraten. Spielort war an der Kirchenfeldstrasse 70, wo sich heute die Anlage des Tennis Sporting Club Bern befindet.Die Eishockey-Sektion nahm ihre Tätigkeit mit dem offiziellen Gründungstermin am 1. Januar 1931 auf. Im selben Jahr bestellte der SCB seine eigenen Banden als Spielfeldumrandung. Diese Banden wurden nie bezahlt. Der unbekannte Lieferant wurde deshalb als erster Sponsor der SCB-Geschichte notiert ...
1933 folgte der Umzug des SCB auf die legendäre Ka-We-De. Der erste Gegner im neuen Stadion war am 3. Dezember 1933 der ZSC. Bis zum ersten Sieg dauerte es allerdings noch ein paar Wochen: Am 8. Januar 1934 schlug der SCB die Kanadier der Universität Cambridge mit 6:2.In der Spielzeit 1936/37 war es soweit: Der SCB konnte sich sein eigenes Dress leisten. Der SCB spielte in der Liga der Grossen wacker mit, ganz an die Spitze reichte es in dieser Phase allerdings noch nicht.In der Saison 1955/56 folgte ein erster bitterer Moment für den SCB: Der Abstieg in die NLB war nicht zu vermeiden. Glücklicherweise konnte gleich in der darauf folgenden Saison der Wiederaufstieg realisiert werden.Ein Jahr später war es dann so weit: In der Saison 1958/59 feierte der SCB seinen ersten Meistertitel. Zu den Heimspielen auf der Ka-We-De erschienen damals durchschnittlich 7'857 Zuschauer.
Am 30. Juni 1963 sagte die Stadt Bern "JA" zum Bau des Eisstadions Allmend. Der Baubeginn verzögerte sich allerdings wegen diverser Einsprachen um drei Jahre…1964/65 konnte der SCB seinen zweiten Meistertitel feiern. 7'711 Zuschauer waren im Schnitt präsent.
Der erstmalige Auftritt mit Trikotwerbung half wenig: Der SC Bern stieg in der Saison 1966/67 in die NLB ab. Genau in dieser Zeit erfolgte der Umzug in die Allmend, die – noch ohne Dach – auf den SCB wartete. Der Wiederaufstieg in die NLA erfolgte in der Saison 1968/69. Das wirkte sich förderlich auf die politische Stimmung aus. Stadtpräsident Reynold Tschäppät stellte im Stadion die legendäre Frage: «Weit dir es Dach?». Der Gemeinderat beschloss dann am 13. November 1969, dass das Allmendstadion ein Dach erhalten würde. Der SCB konnte diesen Schub allerdings nicht ausnützen und stieg in der Saison 1969/70 erneut in die NLB ab. So wurde die Premiere der überdachten Allmend in der tieferen Liga Tatsache.
Am 28. November 1970 waren 7'100 Zuschauer Zeugen des ersten SCB-Siegs (5:4 gegen Küsnacht) in der gedeckten Allmend. Als sich die Mannschaft dann in der Saison 1971/72 wieder auf Aufstiegskurs befand, kamen die Zuschauer in Scharen: 13'759 Zuschauer bedeutete zu jener Zeit Höchstwert.1973/74 wurde dann eine grosse Ära mit vier Meistertiteln in sechs Jahren eingeleitet. Der SCB gewann seinen 3. Titel, den er 1974/75 verteidigte. Nach dem der Kantonsrivale aus Langnau ein Jahr später erfolgreich war, holte sich der SCB postwendend den Titel in der Saison 1976/77 wieder zurück.Der Meistertitel 1978/79 sollte der letzte grosse Erfolg für 10 Jahre sein.
In der Saison 1979/80 erzielte der SCB mit 14'595 Zuschauer pro Spiel den bis dahin höchsten Schnitt seiner Geschichte. Die Leistungskurve der relativ alten Mannschaft zeigte zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits nach unten. Der Tiefpunkt war am Ende der Saison 1981/82 erreicht, als der SCB wieder in die NLB abstieg.In den folgenden vier Jahren gelang es dem SCB nicht, aus eigener Kraft wieder aufzusteigen. Der wegen drohendem Konkurs freiwillige Abstieg des EHC Arosa in die 1. Liga kam in der Saison 1985/86 als Rettung. Dank einem umstrittenen Entscheid am grünen Tisch wurde der SCB wieder erstklassig, obschon er zuvor Serie um den Aufstieg gegen den EHC Chur überraschend verloren hatte.
Bereits drei Jahre später, 1988/89, folgte der nächste Meistertitel für den SCB. Der Weg zum siebten Titel, den die Mannschaft von Bill Gilligan gegen den vermeintlich übermächtigen HC Lugano gewann, war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Finalserie mit Heimvorteil für die Tessiner ging über die volle Distanz von fünf Spielen, der SCB siegte mit 3:2 (2:6, 5:1, 4:3, 1:5, 4:2). Eine weitere grosse Ära war nicht zuletzt dank den grossartigen Ausländern Reijo Ruotsalainen und Alan Haworth eingeläutet worden: Es folgten unter dem Amerikaner Gilligan in der Saison 1990/91 und 1991/92 zwei weitere Meistertitel. 1991 besiegten die Berner im Final erneut den HC Lugano – diesmal mit 3:1 (3:2, 4:3 n.V., 2:4, 2:1 n.V.). 1992 trafen sie im Final auf den Qualifikationssieger HC Fribourg-Gottéron, den sie in fünf Spielen 4:3, 11:2, 1:5, 0:3 und 4:1 besiegten.Nach einer Baisse ging es unter Trainer Brian Lefley ab der Saison 1994/95 wieder aufwärts. Gekrönt wurden die drei Jahre, in denen Gaetano Orlando die Mannschaft mit seinem Kampfgeist anführte, 1996/97 mit dem 10. Meistertitel: Der SCB gewann die Finalserie gegen den EV Zug mit 3:1 (1:4, 5:2, 3:2 n.V., 4:0).
Danach musste ein radikaler Neuaufbau in Angriff genommen werden – nicht nur sportlich. Denn finanziell war beim SCB einiges aus dem Ruder gelaufen. Der SCB stand vor dem Konkurs, der erst dank dem Einstieg der Valora Holding AG am 11. Januar 1999 abgewendet werden konnte. Dank diesem Engagement konnte in der Stadt Bern weiter Spitzeneishockey gespielt werden. Nach sieben mehr oder weniger mageren Jahren wurde die Saison 2003/04 zum Erfolgsjahr, das mit dem Gewinn des 11. Meistertitels endete. Nach einer, trotz vielen verletzten Leistungsträgern, sehr konstanten Qualifikationsphase stürmte der SCB unter Kent Ruhnke mit viel Herz und Engagement wieder an die Spitze des Schweizer Eishockeys. Die Berner trafen wie schon 1989, 1990 und 1991 im Final auf den HC Lugano und siegten mit 3:2 (3:1, 2:1, 1:5, 3:4, 4:3 n.V.), wobei sie den Titelgewinn wie 1989, 1991, 1992 und 1997 auswärts sicherstellten. Am 10. April 2004 um 23:22 Uhr erzielte Marc Weber in der Verlängerung des fünften und letzten Finalspiels in Lugano das goldene Tor für den SCB und schoss damit eine ganze Region in einen kollektiven Freudentaumel: 40'000 Fans feierten das Team am Ostermontag beim grandiosen Umzug durch die Stadt Bern.
Die Messlatte für die folgende Saison lag hoch: Der SCB kämpfte unter Headcoach und SCB-Legende Alan Haworth, der Kent Ruhnke ablöste, lange unglücklich. Am 6. November 2004 war es dann soweit: Haworth wurde nach einer 1:2 Heimniederlage gegen Servette freigestellt. Seinen Job übernahm Alpo Suhonen. Der Trainerwechsel brachte vorerst nur wenig Bewegung, doch konnte sich der SCB in extremis im letzten Spiel der Qualifikation dank einem 10:1-Sieg gegen die Kloten Flyers noch für die Playoffs qualifizieren. Dort brach dann erneut Eishockey-Euphorie aus: So war das dritte SCB-Halbfinal-Heimspiel gegen den HC Davos vom Gründonnerstag innert weniger Minuten ausverkauft! Doch nach dem überraschenden Sieg gegen Qualifikationssieger Lugano im Viertelfinal war für den SCB im Halbfinal gegen den HCD nichts mehr zu holen.
Die Saison 2004/05 lieferte auch sonst viel Gesprächsstoff: Wegen des NHL-Lockouts gab es auf den Ausländerpositionen (nicht nur beim SCB) fast täglich Wechsel. Beim SCB spielten in jener «verrückten» Saison nicht weniger als 10 Ausländer: Rich Brennan, Henrik Tallinder, Sébastien Bordeleau, Patrik Juhlin, Yves Sarault, Daniel Brière, Chris Clark, Dany Heatley, Marc Savard und Jean-Pierre Dumont. Von den NHL-Stars schloss das Berner Publikum vor allem Daniel Brière ins Herz. Trotz sportlicher Berg- und Talfahrt strömten 04/05 so viele Leute wie nie zuvor ins Stadion: 15'621 im Schnitt.
Die Saison 2005/06 beendete der SCB als Qualifikationssieger. Im Viertelfinal gegen Kloten schied der SCB dann überraschend und klar mit 2:4 Siegen aus. Die Fans des SCB waren jedoch auch in jener Saison europäische Spitze. Zum fünften Mal in Folge hatte der SCB europaweit die höchsten Zuschauerzahlen während der Qualifikation: 15'917 pilgerten im Durchschnitt ins Stadion. Das Ausscheiden im Viertelfinal hatte Konsequenzen. Trainer Alpo Suhonen wurde entlassen. Auch Sportchef Roberto Triulzi wurde seines Amtes enthoben. Dessen Posten übernahm Sven Leuenberger, ehemaliger Verteidiger des SCB. Als erste Amtshandlung verpflichtete Leuenberger einen neuen Chef-Coach. Die Wahl fiel auf den kanadisch-amerikanischen Doppelbürger John Van Boxmeer, ein in Europa noch unbeschriebenes Blatt. Van Boxmeer eilte der Ruf voraus, ein harter, aber fairer Trainer zu sein. Auch im Kader änderte sich einiges. Mit Christian Berglund und Simon Gamache kamen zwei neue Ausländer, dazu sollten Reto Kobach, Corsin Camichel und Patrik Bärtschi für frischen Wind sorgen. Im Jahr 1 unter John van Boxmeer spielte der SCB eine starke Saison und schloss die Qualifikation auf dem zweiten Rang hinter den HC Davos ab. Ganze 17 Spiele lang dauerten die Playoffs 2006/07 für den SCB, welcher sich erst im allerletzten Spiel der Saison geschlagen geben mussten. Robin Leblanc liess in der Finalserie gegen den HC Davos die Meisterträume für den SCB platzen und schoss das einzige Tor in der "Belle. Die Serie endete mit 4:3 (3:2, 0:4, 3:1, 2:3, 3:1, 1:2, 1:0) für die Bündner.
Am 16. August 2007 erfolgte der Spatenstich zur Sanierung der Bern-Arena. Gleichzeitig präsentierte sich PostFinance als Namensgeberin der Arena für die kommenden zehn Jahre. Seither heisst das Stadion PostFinance-Arena. Der Hunger auf den nächsten Titelgewinn war nach der knapp verlorenen Finalserie natürlich noch grösser. In der Qualifikation der Saison 2007/08 überzeugte der SCB in jeder Hinsicht, stellte mit 111 Punkten aus 50 Spielen einen neuen Punkterekord auf und stieg mit 22 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten – den Genève-Servette HC – in die Playoffs. Als Viertelfinal-Gegner wartete der HC Fribourg-Gottéron, der die Playoffs in letzter Minute erreicht und in der Qualifikation 41 Punkte weniger erzielte hatte als der SCB. Der haushohe Favorit war in allen Spielen der Serie dominant, scheiterte mit 2:4 Siegen aber klar.
Die Saison 2008/09 stand unter dem Thema "Wiedergutmachung" und "Umbau" und brachte leider wiederum die bittere Erkenntnis, dass die Mannschaft des SCB nicht über ausreichende Playoff-Qualitäten verfügte. Trotz klirrender Kälte und eisigem Wind in der sich im Umbau befindenden PostFinance-Arena fanden im Durchschnitt 16'200 zahlende Zuschauer den Weg an die Spiele – ein neuer Rekord. Doch die treuen Anhänger wurden erneut bitter enttäuscht. Der SCB vermochte gegen den Qualifikations-Achten EV Zug nicht zu bestehen und schied mit 2:4-Siegen aus. Nach eingehenden Analysen wurde das Trainerduo Van Boxmeer/Kurashev freigestellt und beschlossen, die kommende Saison ohne Ramzi Abid und Sébastien Bordeleau zu planen.
Als neuer Coach wurde Larry Huras verpflichtet, ihm steht Hans Kossmann als Assistent zur Seite. Neu werden Olivier Gigon (Torhüter/HC Fribourg-Gottéron), Caryl Neuenschwander (Stürmer/HC Fribourg-Gottéron), Dominic Meier (Verteidiger/EV Zug) und Martin Stettler (Verteidiger/SCL Tigers) zum SCB stossen.
In der Saison 2009/10 beendete der SCB die Qualifikationsphase zum dritten Mal in Folge als Sieger. Mit 102 Punkten aus 50 Spielen startete der SCB ins Abenteuer "Playoff". Die Berner trafen im Viertelfinal auf Lugano und qualifizierten sich mit 4:0-Siegen für den Halbfinal, in welchem sie den Kloten Flyers begegneten. Die Zürcher waren zwar hartnäckiger als Lugano, der SCB setzte sich dennoch erneut mit 4:0.
Es kam zum Final gegen den Genève-Servette HC, die zweitbeste Mannschaft der Qualifikation. Der SCB ging in der Serie mit 3:1 in Führung und besass im fünften Spiel einmal mehr die Chance, einen Titel im eigenen Stadion zu gewinnen. Seit Einführung der Playoffs war dies bei fünf Meistertiteln (1989, 1991, 1992, 1997 und 2004) nie gelungen. Doch der SCB verlor zuhause und zwei Tage später auch in Genf. Es stand 3:3, das bedeutete: Finalissima in der PostFinance-Arena, die am 24. April zum vierten Mal in dieser Serie und zum achten Mal in der ganzen Saison ausverkauft war. Das Team von Larry Huras geriet bereits nach 80 Sekunden in Rückstand, doch Etienne Froidevaux (9. Minute) und David Jobin (12.) sorgten noch im ersten Drittel für die Wende. Jean-Pierre Vigier (22.) und Pascal Berger (43.) sicherten dann den 4:1-Sieg. Der SCB gewann die Serie gegen den Genève-Servette HC 4:3 (3:2 n.V., 4:5, 6:2, 4:3 n.V., 2:3 n.V., 1:2, 4:1) und den 12. Meistertitel seiner Klubgeschichte.
In grossartiger und disziplinierter Atmosphäre, wie es das Schweizer Eishockey schon lange nicht mehr erlebt hatte, wurde dem SCB der Meisterpokal erstmals im eigenen Stadion übergeben. Es folgten eine ebenso fröhliche wie friedliche Freinacht in Bern und am Sonntag, 25. April 2010, bei schönstem Frühlingswetter, ein Umzug durch die Stadt Bern und die Meisterfeier auf dem Bundesplatz.
Das Jahr der Titelverteidigung begann für den SCB mit der Teilnahme am neu geschaffenen Vorbereitungsturnier um die European Trophy ausgezeichnet. Das Team von Larry Huras qualifizierte sich als Gruppenzweiter für das Finalturnier in Salzburg und Zell am See. Die Berner erreichten dort den Halbfinal und besiegten schliesslich im Spiel um Platz 3 Färjestads BK mit 3:1. Drei internationale Spiele innert drei Tagen eine Woche vor Meisterschaftsbeginn gingen jedoch nicht spurlos am Team vorbei: Der SCB startete mit einer 1:4-Niederlage in Zug und tat sich im weiteren Verlauf der Qualifikation lange Zeit schwer, den gewünschten Rhythmus zu finden. Schliesslich schloss der SCB die Regular Season auf Platz 3 ab – deutlich hinter dem HC Davos und den Kloten Flyers. Im Playoff-Viertelfinal kam es zum Traditionsderby gegen die SCL Tigers, die sich erstmals für die Playoffs qualifiziert hatten. Der SCB gewann die Serie gleich mit 4:0 (3:1, 4:2, 5:0 und 3:2 n.V.), was sich im Hinblick auf den folgenden Halbfinal gegen die Kloten Flyers als trügerische Vorgabe erwies. Im Halbfinal gegen die Kloten Flyers zeigte sich, dass die Berner nicht von Beginn an bereit waren. Sie verloren gleich die drei ersten Spiele. Doch dann drehte der SCB auf und siegte mit 2:1, 4:1 und 5:1 ebenfalls dreimal in Serie – nicht zuletzt weil die zuvor erfolgreichste Formation mit Jean-Pierre Vigier, Brett McLean und Marc Reichert nach Rückkehr der verletzten Vigier und McLean wieder auftrumpfte. Es kam zur «Belle» in Kloten, in welcher der SCB in der 12. Minute in Rückstand geriet. Alle Berner Bemühungen in den folgenden 48 Minuten nützten nichts mehr, der Ausgleich wollte den Bernern einfach nicht gelingen und so endete die Saison für den SCB im Halbfinal mit dem Gesamtskore von 3:4. Dank der fulminanten Aufholjagd im Halbfinal, welche das SCB-Publikum begeisterte, durfte man die Saison 2010/11 als «gut» bezeichnen.
Die dritte Saison unter Headcoach Larry Huras begann sportlich einigermassen zufriedenstellend, allerdings konnte die Spielweise die eigenen Zuschauer in keiner Weise mehr überzeugen. Zunehmend fernbleibende Saisonkartenbesitzer veranlassten die Clubleitung am 21. Oktober 2011, den Headcoach nach 17 Runden und einer 1:2-Heimniederlage nach Verlängerung gegen die wenig überzeugenden ZSC Lions freizustellen. Huras’ Assistent Antti Törmänen, der den zu Gottéron gezogenen Hans Kossmann im Sommer abgelöst hatte, wurde neuer Headcoach. Lars Leuenberger, bis dahin Cheftrainer der Elite Junioren, wurde Assistent des Finnen. Der SCB startete nun zu einer schwungvollen Phase und gewann neun der folgenden elf Spiele. Dank kreativerer Spielweise kehrte auch die Freude im Publikum zurück. Ein längeres Zwischentief mit fünf Niederlagen in Serie in der Weihnachtszeit liess dann jedoch Zweifel aufkommen. Der SCB schloss die Qualifikation mit einer 1:4-Heimniederlage gegen Ambri Piotta nach sehr mässigen Darbietung ab und klassierte sich nur auf dem fünften Schlussrang. Erneut traf der SCB in den Playoffs auf die Kloten Flyers, diesmal schon im Viertelfinal. Dem SCB schien es zu gelingen, den Schalter von einem Spiel aufs andere umzukippen und das Tesam zeigte nun überzeugende, teilweise begeisternde Leistungen. Nach dem 4:1-Sieg gegen Kloten (3:2, 6:3, 0:3, 4:1, 3:2) besiegte das Team von Antti Törmänen im Halbfinal den HC Fribourg-Gottéron ebenso souverän mit 4:1 (4:2, 3:2, 6:1, 1:2 n.P., 3:0). Es kam zum Final gegen die ZSC Lions, die in der Regular Season nur den siebten Rang erreicht hatten. Der SCB blieb souverän, lag nach vier Spielen mit 3:1 Siegen (4:2, 1:2, 3:0, 2:0) in Führung und besass die Chance, im fünften Spiel vor eigenem Publikum den 13. Meistertitel der Clubgeschichte zu gewinnen. Doch es sollte nicht sein. Der «Z» siegte in Bern mit 2:1 n.V. und gewann auch Spiel 6 zuhause mit 6:3. Es kam wie schon zwei Jahre zuvor in der PostFinance-Arena erneut zum alles entscheidenden siebten Spiel um die Meisterschaft. Wie schon in den fünf vorangegangenen Playoff-Heimspielen war die PostFinance-Arena mit 17'131 Zuschauern ausverkauft. Der SCB dominierte in der Finalissima während über 50 Minuten, doch es stand auch wenige Minuten vor Schluss aus Berner Sicht nur 1:1. Die Zürcher kamen in der Schlussphase verstärkt auf, und als sich Publikum und wohl auch die meisten der Protagonisten bereits auf die Verlängerung eingestellt hatten, passierte das Unglaubliche: 2,5 Sekunden vor Schluss erzielten die Zürcher das 2:1 durch einen irregulären Treffer und gewannen damit den Titel. Die Berner Spieler und das Publikum zeigten Grösse in der Niederlage und bewahrten vorbildliche Fairness.
Die Saison 2012/13 begann für den SCB mit einem Fehlstart. Sechs Niederlagen in neun Runden, nur sieben Siege nach 16 Spielen und eine zwischenzeitliche Platzierung auf Rang 8 entsprachen bei weitem nicht den eigenen Ansprüchen. Selbst der NHL-Lockout, welcher zum Engagement der Topspieler Roman Josi, Mark Streit und John Tavares führte, konnte vorerst nicht helfen. Im Gegenteil: Die Integration der drei neuen Führungsspieler hatte in der ersten Phase eher einen Rückschritt zur Folge und brauchte ihre Zeit. Trainer Antti Törmänen, der seine erste komplette Saison als Headcoach des SCB in Angriff genommen hatte, geriet in einem Teil der Medien bereits früh in die Kritik. Doch dann ging es Ende Oktober nach einer 0:3-Niederlage in Rapperswil und einer Mitternachtsansprache von CEO Marc Lüthi aufwärts. Und zwar stetig. Bis Weihnachten traten die Berner, nun von den drei NHL-Spielern angeführt, als geschlossene Einheit auf und siegten in elf von 14 Partien. Das neue Jahr begann mit drei weiteren Siegen, der dritte (4:0 in Zug) war zugleich der letzte Einsatz von Roman Josi, Mark Streit und John Tavares. Am Tag danach wurde der Lockout für beendet erklärt und die NHL-Spieler kehrten nach Nordamerika zurück, nachdem sie unter der Berücksichtigung der erwähnten Anpassungsphase nicht nur die erwarteten Verstärkungen für den SCB gewesen waren, sondern auch für grossartiges Spektakel in der besser denn je besuchten PostFinance-Arena gesorgt hatten. Die befürchtete Leistungseinbusse nach dem Abgang der Weltklassespieler blieb jedoch aus. Im Gegenteil, das ursprüngliche Team von Antti Törmänen raufte sich nach dem Motto «jetzt erst recht» zusammen. Im ersten Spiel in «Originalbesetzung» siegte der SCB beim Tabellenführer HC Fribourg-Gottéron mit 6:0! Es folgten sieben weitere Siege in den zehn folgenden Spielen. In dieser Phase stellte Marco Bührer einen neuen Ligarekord auf: Während 269 Minuten und 9 Sekunden blieb der SCB-Goalie ungeschlagen.
Verletzungsprobleme, besonders im Abwehrbereich, machten sich dann gegen gegen Ende der Qualifikation auch in den Resultaten bemerkbar. Der SCB verlor seine drei letzten Spiele der Regular Season, zum Abschluss gegen Meister ZSC Lions mit 2:7, was die höchste Heimniederlage seit 1995 bedeutete. Trotz der Instabilität aufgrund der verletzungsbedingten Umstellungen startete der SCB mit einem 4:0-Sieg erfolgreich in die Playoff-Viertelfinalserie gegen Genève-Servette, geriet aber danach in der Serie mit 1:3 in Rückstand und stand mit dem Rücken zur Wand. In extremis konnte sich das Team jedoch in der Serie halten. Byron Ritchie erzielte in Spiel 5 in der Verlängerung den Siegtreffer zum 2:1 und war auch in Spiel 6 der entscheidende Mann, als die Berner nach 40 Minuten im sechsten Spiel in der Les Vernets-Halle 1:3 zurücklagen. Der Kanadier sorgte im Schlussdrittel mit zwei Toren für den Ausgleich und Daniel Rubin war nach der torlosen Verlängerung der einzige erfolgreiche Schütze im Penaltyschiessen. Im entscheidenden siebten Spiel setzte sich der SCB dann souverän mit 4:1 durch. Auch im Halbfinal gegen den EV Zug standen die Berner vor dem Saisonende. Das Team von Antti Törmänen gewann zwar seine beiden ersten Heimspiele jeweils nach Verlängerung, verlor aber in Zug zwei Mal deutlich (2:8 und 2:5), wobei das 2:8 die höchste je kassierte Playoff-Niederlage des SCB bedeutete. Zuhause verloren die Berner dann im fünften Spiel 0:4 und lagen in der Serie mit 2:3 zurück. Mit einem 4:3-Sieg in Zug konnten die Berner unter der Führung von Captain Martin Plüss, dem Mann des Halbfinals, den Kopf aus der Schlinge ziehen. Wie schon gegen Genf gewann der SCB das siebte Spiel zuhause klar, mit 4:1.
Im Final traf der SCB auf den HC Fribourg-Gottéron. Nach einem 4:1-Auswärtssieg und einem 4:3-Heimsieg sprach viel für eine rasche Entscheidung. Doch die Freiburger meldeten sich mit zwei Siegen (1:0 und 3:1) zurück. Die Vorentscheidung fiel in Freiburg, wo der SCB das fünfte Spiel souveräner gewann, als es das Resultat (3:2) vermuten lässt. Am 16. April um 22.17 Uhr war es dann in der zum elften Mal ausverkauften PostFinance-Arena soweit: Nach einem 5:1-Sieg konnten die Feierlichkeiten zum 13. Meistertitel des SCB beginnen.
Nach dem Gewinn des 13. Meistertitels lautete das erste Hauptziel für den SCB in der Saison 2013/14, besser als in den Vorjahren aus den Startlöchern zu kommen. Schon im Rahmen der Vorbereitung offenbarten sich jedoch gewisse Mängel. In der European Trophy, an welchem der SCB zum dritten Mal teilnahm, zeigte das auf zahlreichen Positionen neu besetzte Team von Antti Törmänen schwankende Leistungen. Der Motor stotterte dann auch in der ersten Phase Meisterschaft. Nach 15 Runden lag der Titelverteidiger auf Rang 9. Zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle bei den Verteidigern waren nur eine Erklärung für die mässigen Leistungen.
Die neuen Spieler wie Rückkehrer Justin Krueger, Thomas Wellinger, Alexei Dostoinov und insbesondere der Finne Mikko Lehtonen vermochten keine wesentlichen Impulse zu setzen und den jüngeren Spielern gelang es nicht, in den Vordergrund zu rücken. So lastete die Verantwortung auf Routiniers wie Geoff Kinrade, der nicht zuletzt aufgrund der Absenzen ein enormes Pensum absolvierte, und Captain Martin Plüss.
Auch die Novemberpause führte zu keiner Besserung. Nach einer blamablen Leistung am 22. November im Heimspiel gegen den EHC Biel (1:4) und der 15. Niederlage im 24. Spiel sah sich die Clubleitung veranlasst, eine einschneidende Massnahme zu ergreifen und Trainer Antti Törmänen freizustellen. Bereits am nächsten Abend stand dessen bisheriger Assistent Lars Leuenberger als Headcoach an der Bande. Der 1:2-Niederlage in Freiburg folgte bis Weihnachten eine positive Serie 9 Siegen aus 10 Spielen.
Die Chance, sich zu Beginn des neuen Jahrs in zwei Direktbegegnungen mit Genf vom Tabellennachbarn auf Rang 8 und damit vom Playoff-Strich abzusetzen, wurde mit zwei Niederlagen vertan. Es folgten jedoch weitere Chancen, sich in Wochenend-Doppelrunden Luft zu schaffen, was jedoch ebenfalls nicht gelang. So am 24. und 25. Januar, als der SCB zuerst in der PostFinance-Arena im Playoff-Strichkampf dem Aufsteiger HC Lausanne 1:3 unterlag und am folgenden Abend in Lugano 0:4 verlor.
Lars Leuenberger trat an die Clubleitung heran und äusserte die Überzeugung, die Mannschaft benötige nochmals einen Kick. Innert zwei Tagen gelang es dann Sportchef Sven Leuenberger, NHL-Coach Guy Boucher zu engagieren. Der Kanadier traf noch vor der Olympiapause in Bern ein. Unter dem neuen Chef zeigte die Mannschaft im ersten Einsatz beim Heimspiel gegen den HC Ambrì Piotta frischen Elan und siegte 4:2. Doch die Mängel, die sich im Verlauf der ganzen Saison im Spiel etabliert hatten, konnte Guy Boucher nicht mehr rechtzeitig beheben. Erschwerend kam für den neuen Coach dazu, dass ihm in der Olympiapause nicht nur die beiden mit Nationalmannschaft engagierten Center Martin Plüss und Ryan Gardner fehlten, sondern auch Byron Ritchie verletzt war. Da wegen weiterer Verletzungen insgesamt fast die Hälfte der Mannschaft nicht zur Verfügung stand, war eine gezielte Vorbereitung auf die letzten entscheidenden vier Qualifikationsspiele vor allem in taktischer Hinsicht praktisch unmöglich.
Der SCB begann die letzte Phase mit einem 6:0-Sieg gegen die Rapperswil-Jona Lakers vielversprechend, verlor aber anschliessend drei Mal in Serie (1:2 in Biel, 0:2 gegen Fribourg und schliesslich 2:5 beim späteren Meister ZSC Lions. In der Saison 1988/89 waren die Playoffs mit acht Mannschaften eingeführt worden. Seither hatte sich der SCB während 25 Jahren als einziger Club stets für die Playoffs qualifiziert. Nun hatte es auch ihn erwischt.
Das Team von Guy Boucher musste die erstmals ausgetragene Platzierungsrunde der letzten Vier mit halbierten Qualifikationspunkten bestreiten. Bereits vor deren Beginn stand jedoch fest, dass die Berner aufgrund ihres grossen Vorsprungs nicht mehr absteigen konnten. Der SCB gewann die Hälfte der verbleibenden sechs Spiele und klassierte sich auf dem 9. Schlussrang.
Trotz der 2:5-Heimniederlage gegen Zug im letzten Spiel der Saison gab es Grund zum Feiern: Ivo Rüthemann beendete nach 1072 NLA-Spielen (davon 840 in 15 Saisons mit dem SCB) seine grosse Karriere und wurde von den Fans während des gesamten Schlussdrittels und weit darüber hinaus enthusiastisch gefeiert.
Nach dem erstmaligen Nichterreichen der Playoffs war die Saison 2014/15 ein Neustart. Allerdings einer mit intensivem Vorlauf. Trainer Guy Boucher, der bereits Ende Januar nach Bern gekommen war, den Misserfolg aber nicht mehr abwenden konnte, kehrte nach dem Saisonende nicht in seine Heimat zurück. Stattdessen nützte er den Frühling, um zusammen mit seinem Assistenten Lars Leuenberger und Sportchef Sven Leuenberger zu analysieren, Massnahmen zu treffen und sich eingehend mit der Planung der Saison zu befassen. Mit den Verteidigern Eric Blum, Marc-André Gragnani und den Stürmern Bud Holloway, Chuck Kobasew, Simon Moser, Marc Reichert und Thomas Rüfenacht kamen sieben Spieler, die im Team wichtige Rollen einnehmen sollten. Bei den Verpflichtungen ging es in erster Linie darum, die Bereiche Charakter und Leadership im Team zu stärken. Eine Massnahme zur Stärkung der Leadergruppe war die Einführung des Monats-Captains. Damit gab der Headcoach allen Spielern die Chance, sich anhand bestimmter Richtlinien eine Führungsrolle zu verdienen.
Mit einem neuen Trainer und zahlreichen neuen Spieler war klar, dass die Mannschaft eine gewisse Zeit benötigen würde, um ihr Potenzial auszuschöpfen. Zu Beginn der Saison lief in der Champions Hockey League, in welche der SCB mit einer 0:7-Niederlage gegen das tschechische Team von Ocelari Trinec startete, noch längst nicht alles rund. Auch in der nationalen Meisterschaft benötigte das Team einen Monat Anlauf, um in Fahrt zu kommen. Ab Mitte Oktober aber arbeitete sich der SCB Schritt um Schritt nach vorne und übernahm exakt zu Weihnachten mit dem 3:1-Heimsieg am 23. Dezember gegen Titelverteidiger ZSC Lions erstmals die Tabellenführung. Auch im nach über 40 Jahren wieder eingeführten Swiss Ice Hockey Cup machte der SCB bis dahin gute Figur. Den Auswärtssiegen gegen Thun (7:1), Lugano (3:2 n.V.) und die SCL Tigers (4:1) folgte zum Jahresbeginn der Halbfinal-Heimsieg gegen die ZSC Lions (2:1). Im Final besiegte der SCB die Kloten Flyers vor heimischen Publikum mit 3:1. In der Meisterschaft schloss das Team von Guy Boucher die Regular Season auf dem zweiten Rang ab. In den Playoffs ging die Viertelfinalserie gegen Lausanne über sieben Spiele (1:0, 1:2, 1:2 n.P., 2:1, 3:0, 1:2, 2:1 n.V.). Das entscheidende Tor zum Halbfinaleinzug gelang dem Finnen Jesse Joensuu, der wie Torhüter Nolan Schaefer und Stürmer Keven Cloutier im Verlauf der Saison zum SCB gestossen war. Im Halbfinal unterlag der SCB dann dem späteren Meister HC Davos mit 0:4 (2:3 n.V., 2:6, 0:2, 1:3).
Die PostFinance-Arena war inklusive Cupfinal in der Saison 2014/15 bei acht Spielen ausverkauft. Zum fünften Mal in der Geschichte des SCB kamen über eine halbe Million Zuschauer zu den 31 Spielen in der PostFinance-Arena, zum achten Mal hintereinander lag der Zuschauerdurchschnitt (16'263) über 16'000, womit der SCB bezüglich Zuschaueraufmarsch zum 14. Mal in Serie die Nummer 1 Europas war.
Aus der Analyse der Saison 2014/15 waren vor allem zwei Bedürfnisse hervorgegangen: das Team sollte nochmals mehr Leadership erhalten und über stärkere offensive Durchschlagskraft verfügen. Entsprechend wurden die personellen Massnahmen im Hinblick auf die Saison 2015/16 getroffen. Dies galt vor allem für den Bereich der ausländischen Spieler. Erstmals verzichtete der SCB auf die Verpflichtung eines ausländischen Verteidigers und setzte neben Chuck Kobasew auf drei weitere Stürmer. Dabei wurden mit Andrew Ebbett und Trevor Smith zwei ausgesprochene Leadertypen verpflichtet und mit Cory Conacher ein Scorer. Zudem kamen mit Goalie Janick Schwendener, den Verteidigern Timo Helbling, Gian-Andrea Randegger und Ramon Untersander sowie Stürmer Simon Bodenmann fünf Schweizer Spieler neu ins Team.
Die Absicht des Trainers Guy Boucher war, die Mannschaft mit den zahlreichen neuen Spielern im Verlauf der Regular Season auf solider Basis zusammenwachsen zu lassen und dann die Bestleistung in den Playoffs abzurufen. Doch es kam anders. Es wurde die wohl turbulenteste Saison des SCB seit Einführung der Playoffs. Es fing damit an, dass Torhüter Marco Bührer seine 15. Saison beim SCB wegen einer Fussverletzung nicht im Vollbesitz seiner Kräfte in Angriff nehmen konnte. Im Verlauf der ersten beiden Monate verschärfte sich die Situation mit den Langzeitausfällen von Ebbett, Kobasew und Smith sowie zahlreichen weiteren Verletzungen. Der SCB verpflichtete als Ersatzausländer die NHL-Cracks Derek Roy und Sean Bergenheim, kam aber weiterhin nicht vom Fleck. Gleich nach der Novemberpause musste dann Marco Bührer in seinem 800. Spiel für den SCB wegen seiner Fussbeschwerden definitiv forfait geben.
Wenige Tage später wurde Guy Boucher freigestellt, für ihn übernahm der bisherige Assistent Lars Leuenberger. Unter ihm verschärfte sich die Verletztensituation weiter. Der als Ersatz für Marco Bührer verpflichtete Daniel Manzato verletzte sich bereits in seinem ersten Spiel. In diesem Stil ging es weiter. Phasenweise fehlten bis zu zehn Spieler. Mit dem Finnen Mikko Kousa wurde ein ausländischer Abwehrspieler engagiert und Mitte Dezember wurde die achte und letzte Ausländerlizenz für Torhüter Jakub Stepanek gelöst. Zu Beginn des neuen Jahres verletzte sich auch noch Eric Blum, der produktivste Abwehrspieler. Es folgten sieben Niederlagen in Serie und der Fall aus den Playoff-Rängen auf Platz 9. Erst in der vorletzten Qualifikationsrunde gelang die Befreiung mit der Playoff-Sicherung dank einem 3:2-Heimsieg gegen Lausanne, den direkten Konkurrenten im Rennen um den letzten Playoff-Platz.
Der SCB musste nun im Viertelfinal gegen den souveränen Leader ZSC Lions antreten und startete mit einem glücklichen 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen. Im Nachhinein erwies sich dieser überraschende Erfolg als Startschuss zu einem Lauf, den kein Gegner mehr bremsen konnte. Die haushohen Favoriten ZSC Lions wurden nicht zuletzt dank besserem Coaching auf Berner Seite mit 4:0 gebodigt, dann revanchierte sich der SCB gegen den HC Davos für die 0:4-Halbfinalniederlage aus dem Vorjahr mit einem satten 4:1. Dabei steckten die Berner die 1:7-Schlappe im dritten Spiel in Davos locker weg. Im Final verlor der SCB dann gegen Lugano das Startspiel, gewann aber die folgenden drei Spiele jeweils mit einem Tor Differenz und feierte am 12. April in Lugano nach dem game winner von Derek Roy acht Minuten vor Schluss mit einem 3:2-Sieg den 14. Meistertitel der Clubgeschichte. 12:2 Siege, davon 11 mit einem Tor Differenz, 5 nach Verlängerung und 1 nach Penaltyschiessen standen am Ende auf der Resultatstatistik.
Vor allem drei Faktoren zeichneten für den grossartigen, noch wenige Wochen zuvor kaum denkbaren Erfolg verantwortlich: Goalie Jakub Stepanek war ein ungemein zuverlässiger Rückhalt und vor allem die Ruhe selbst, Lars Leuenberger und sein Assistent Marco Bayer setzten permanent auf vier Blöcke und coachten das Team optimal, und die Spieler erwiesen sich als geschlossene und stets entschlossene Gruppe, die sich durch nichts aus dem Konzept bringen liess.
Mit 16'316 Zuschauern im Durchschnitt der 31 Spiele in der PostFinance-Arena und total 9 ausverkauften Heimspielen übertraf der SCB zum 9. Mal in Serie die 16’000er-Grenze und war zum 15. Mal hintereinander Europas Publikumsmagnet Nummer 1.
Der nervenaufreibenden Saison 2015/16 liess der SCB die nahezu perfekte Saison 2016/17 folgen. Zu den Schlüsselfiguren auf dem Weg zur Titelverteidigung gehörten drei Neuverpflichtungen: Headcoch Kari Jalonen, Torhüter Leonardo Genoni und Stürmer Mark Arcobello. Der Finne Kari Jalonen startete seine Tätigkeit bereits Ende Mai in Form von ausführlichen Einzelgesprächen mit den Spielern und begann mit dem Start des Eistrainings im August zusammen mit seinen Assistenten Ville Peltonen und Samuel Tilkanen sowie Goalietrainer Reto Schürch, das Team auf sein Spielsystem einzustellen. Bereits in der Vorrunde der Champions Hockey League bewies die Mannschaft grossen Ehrgeiz und erreichte die Playoffs als Gruppensieger ohne Punktverlust souverän. Teilweise hervorragende Leistungen in hochstehenden internationalen Vergleichen brachten den SCB dann bis in den Viertelfinal, in welchem das Team von Kari Jalonen gegen den späteren Finalisten Sparta Prag ausschied.
Auf nationaler Ebene verlief der Meisterschaftsstart nicht optimal. Dem Amerikaner Mark Arcobello gelang zwar schon in der 1. Minute des ersten Meisterschaftsspiels der erste Treffer, doch Ende September befand sich der SCB nach bis dahin nur teilweise überzeugenden Auftritten und bei vier Niederlagen aus neun Spielen auf dem 6. Rang. Das lag einerseits an zahlreichen Verletzungen in dieser Phase, anderseits auch daran, dass das Spielsystem von Kari Jalonen noch nicht einwandfrei funktionierte. Bereits im Oktober zeigten die Berner jedoch aufsteigende Tendenz und lagen Ende des Monats nach sieben Siegen aus neun Spielen bereits auf Rang 2. Die beste Phase im ersten Saisonteil folgte dann im November und vor allem im Dezember, als der SCB aus sieben Spielen das Maximum von 21 Punkten erzielte. Nach einer leichten Baisse zum Jahresbeginn mit drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen fing sich das Team auf, gewann elf der dreizehn verbleibenden Qualifikationsspiele und sicherte sich mit 109 Punkten souverän den 1. Rang in der Regular Season. Damit war ein erstes Saisonziel, die Teilnahme an der Champions Hockey League in der Saison 2017/18, erreicht.
Angeführt vom überragenden Leonardo Genoni, der die 16 Playoff-Spiele mit einer Abwehrquote von 94,89% abschloss und in der kompletten Saison sieben Shutouts erzielte, präsentierte sich der SCB in der entscheidenden Saisonphase von Runde zu Runde in besserer Verfassung und beeindruckte dabei mit grossartigem Teamgeist, Kompaktheit, Stilsicherheit und Nervenstärke.
Wie so oft erwies sich die Hürde Viertelfinal als ausgesprochen schwierig. Der SCB setzte sich in der Derbyserie gegen Biel zwar mit 4:1 Siegen (2:1 n.V., 3:0, 3:6, 3:1, 4:1) durch, der Widerstand der Seeland war aber grösser, als es das Endergebnis vermuten lässt. Im Halbfinal kam es zur Neuauflage des Vorjahresfinals gegen den HC Lugano. Der SCB, der diesmal zuhause beginnen konnte und dort mit 2:4 einen Fehlstart verzeichnete, gewann die Serie erneut mit 4:1 (2:4, 4:1, 4:1, 3:1, 4:3 n.P.). Im Final gegen den EV Zug brillierte der SCB mit einem 5:0 zum Auftakt und doppelte auswärts gleich mit einem 4:2-Sieg nach. Auch im dritten Spiel dominierten die Berner weitgehend, hatten aber vier Pfostenschüsse zu beklagen und unterlagen schliesslich 1:2 n.V. Damit kehrte bei den Zugern Hoffnung zurück, die sich mit 3:2 in einem erneuten Overtime-Sieg festigte. Doch der SCB liess sich nicht beunruhigen, reagierte mit einer Machtdemonstration in Form eines 6:1-Heimsieg und erspielte sich damit den ersten Meisterpuck. Diesen verwertete der SCB auf diskussionslose Weise mit einem 5:1-Sieg in Zug. Dem SCB gelang mit dem 4:2-Sieg in der Finalserie (5:0, 4:2, 1:2 n.V., 2:3 n.V., 6:1, 5:1) als erstem Team seit 2001 (ZSC Lions) die Titelverteidigung.
Mit 16’566 Zuschauern im Durchschnitt der 34 Spiele in der PostFinance-Arena und total 14 ausverkauften Heimspielen – darunter alle neun Playoff-Spiele – realisierte der SCB einen neuen Zuschauerrekord, übertraf zum 10. Mal in Serie die 16’000er-Grenze und war zum 16. Mal hintereinander Europas Publikumsmagnet Nummer 1.