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Naturgefahren-Glossar
Akzeptanz
Empirisch feststellbare individuelle oder gesellschaftliche Bereitschaft, das subjektiv erkannte Risiko eines Zustandes oder einer Handlung hinzunehmen.
Doline
Geländevertiefung, welche durch Absenkung oder Einsturz entstanden sind. Sie können da auftreten, wo in löslichem Untergrund durch Auslaugung Hohlräume entstanden sind. Weitere Erläuterungen
Einzelgefahrenkarte
Darstellung der durch einen einzelnen Gefahrenprozess gefährdeten Gebiete (z.B. Lawine). Weiteres siehe Gefahrenkarte.
Ereignisdokumentation
Die Ereignisdokumentation (auch Ereignis- oder Gefahrenkataster) ist ein Verzeichnis beobachteter Naturgefahrenereignisse. Sie umfasst Angaben zur Gefahrenart (Prozess), zum Wirkungsbereich, zu Ursachen sowie zu festgestellten Schäden. Sie gibt Antwort auf die Frage was sich wann, wo, warum in welchem Ausmass ereignet hat und bildet eine wichtige Grundlage für die Gefahrenkarte. Die Erstellung der Ereignisdokumentation erfolgt anhand standardisierter Formulare (StorMe). Die erfassten Ereignisse werden beim Bund in einer Datenbank zentral registriert. Die Erfassung aller relevanten Ereignisse, die Aktualisierung und die digitale Registrierung erfolgen Gefahrenkarte. Die Gefahrenkarte macht Aussagen zur Gefährdung (oder Nichtgefährdung) eines Gebietes, zur Art der Gefährdung sowie zur Intensität und der Eintretenswahrscheinlichkeit bzw. der Häufigkeit des zu erwartenden Gefahrenprozesses.
Ereigniskataster
Siehe Ereignisdokumentation
Gefahrenpotenzial
Gefahrenprozesse wie Hochwasser, Murgänge, Stein- und Blockschlag, Fels- und Bergsturz, Rutschungen, Hangmuren, Lawinen und Gleitschnee, Dolinen, Bodenabsenkung.
Hangkriechen
Über lange Zeit anhaltende, langsame Verformung im Lockergestein oder Fels. Weitere Erläuterungen
Hangmure
Spontane, plötzlich eintretende, flachgründige Rutschung an steileren Hängen und Böschungen mit hohem Wasseranteil. Weitere Erläuterungen
Hochwasser
Überschwemmung oder Überflutung, d.h. vorübergehende Bedeckung einer Landfläche ausserhalb des Gewässerbettes mit Wasser, oft auch begleitet von Feststoffablagerungen (Übersarung). Weitere Erläuterungen
Murgang
Mit Wasser durchtränkte, grosse Geschiebemenge, welche durch Seiten- und Sohlenerosion bzw. durch Verklausung im Gerinne mobilisiert wird und mit Wucht zu Tale fliesst. Weitere Erläuterungen
Risiko
Risiko ist ein Zustand, Umstand oder Vorgang, aus dem ein Schaden entsteht. Es bemisst sich nach Grösse und Wahrscheinlichkeit eines möglichen Schadens. Ein Risiko besteht dort, wo die menschliche Nutzung den Naturgefahrenraum überlagert.
Rutschung
Hangabwärts gerichtete, gleitende Bewegungen von Hangbereichen. Weitere Erläuterungen
Sackung
Hangabwärts gerichtete Bewegung in Festgestein (Fels) Schutzziel. Weitere Erläuterungen
Schutzdefizit
Siehe Schutzziel.
Schutzziel
Für eine bestimmte Objektkategorie oder eine Raumnutzung festgelegtes Mass dazu, in welchem Ausmass und mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Gefährdung noch zu akzeptieren oder eben nicht zu akzeptieren ist. Wird dieses Mass überschritten, besteht ein Schutzdefizit. Dieses Mass variiert in Abhängigkeit der Objektkategorien, weshalb man von flexiblen oder variablen Schutzzielen spricht.
Sturzprozesse
Absturz von Steinen, Blöcken oder Felspartien aus dem Felsverband. Weitere Erläuterungen
Synoptische Gefahrenkarte
Die synoptische Gefahrenkarte geht aus der Überlagerung der verschiedenen Einzelgefahrenkarten hervor. Sie liefert die Gesamtübersicht über die Gefährdung eines Gebietes durch Naturgefahren. Dort wo sich die Gefahrenzonen von mehr als zwei Prozessen überlagern, gelten folgende Bestimmungen:
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Die höhere Gefahrenstufe geht vor (rot vor blau vor gelb vor gelb-weiss).
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Bei gleichwertigen Gefahrenstufen bestimmt diejenige mit der stärkeren Intensität den Gefahrenindex.
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Bei äquivalenten Gefahrenstufen gleicher Intensität geht der wahrscheinlichkeitsmässig häufigere Prozess vor.
Letzte Aktualisierung:
17.08.2015, CA