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Rauchen ist tödlich. So steht es Schwarz auf Weiss auf allen Zigarettenpaketen. Warum eigentlich? Dr. med. Jean-Paul Humair ist leitender Arzt der Abteilung für Hausarztmedizin am Universitätsspital Genf. Er stellt hier die negativen Folgen des Tabaks vor, dieses frei verkäuflichen Giftstoffes.
Wieso sind Zigaretten gefährlich?
Wegen dem Tabak. Dieser kann unterschiedlich konsumiert werden. Er kann als Snus gelutscht oder als Pulver geschnupft werden. Rauchen ist die gefährlichste Konsumart. Beim Verbrennen des Tabaks entstehen rund 4000 verschiedene Substanzen. Am giftigsten sind Teer, Nitrosamine, Acrolein und Kohlenmonoxid. Nikotin ist für die Tabaksucht zentral, nicht aber für die dadurch verursachten Erkrankungen.
Welche Krankheiten verursacht das Rauchen?
Tabak ist für mehrere Krankheitstypen verantwortlich, die oft tödlich oder mit lebenslangen Folgen verlaufen. Die Arteriosklerose («Arterienverkalkung») wird durch Kohlenmonoxid verursacht. Dieses Gas schädigt die Arterienwände, was zu einer Verengung oder Verstopfung führt. Wenn dies im Herz geschieht, kommt es zum Herzinfarkt. Im Hirn spricht man von einem Schlaganfall. Ein weiterer Krankheitstyp ist Krebs. Am häufigsten tritt dieser in der Lunge, in den Harnwegen und im Verdauungstrakt auf. Tabak ist auch für Atemwegserkrankungen verantwortlich wie chronische Bronchitis. Bei Lungenblähung funktioniert die Lunge nicht mehr richtig und das Atmen ist nur noch mit einer Sauerstoffmaske möglich.
Und wenn ich nur eine Zigarette oder ein Paket rauche?
Wenn jemand 15 Jahre lang täglich raucht, kommt es zu tödlichen Krankheiten. In dem Fall ist das Risiko von Lungenkrebs 20 Mal, das Risiko einer Arterienverkalkung 3 Mal grösser. Das Problem ist, dass dich der Tabak sehr schnell süchtig macht. Eine einzige Zigarette erhöht das Risiko, dass du Raucher*in wirst, und also auch, dass du in der Zukunft erkranken wirst.
Was macht mich süchtig?
Das Nikotin. Diese Substanz liegt von Natur aus im Tabak vor. Wenn sie beim Rauchen eingeatmet wird, gelangt sie in nur sieben Sekunden über das Blut bis ins Gehirn. Und hier löst sie eine euphorische Wirkung aus. Sie vermittelt Genuss, hebt die Stimmung, erhöht die Konzentrationsfähigkeit usw. Sprich: Du fühlst dich besser und bist wacher. Das Problem: Dein Gehirn gewöhnt sich daran. Darum will es immer mehr Nikotin erhalten.
Warum ist das Aufhören so schwierig?
Sobald du mit Rauchen aufhörst, werden die oben genannten schönen Eigenschaften in ihr Gegenteil verkehrt: Du fühlst dich übel, bist schlecht gelaunt, niedergeschlagen, kannst dich nicht konzentrieren usw. Eine Zigarette kann dich von dieser negativen Wirkung befreien. Darum wird die Lust am Rauchen immer grösser. Das nennt man Entzugserscheinungen. Sie treten sehr schnell auf. Denn das Nikotin verbleibt nur eine bis zwei Stunden im Körper. Die Entzugserscheinungen sind 2 bis 3 Tage nach dem Rauchstopp am stärksten und dauern im Durchschnitt 10 bis 40 Tage.
Quelle
POURQUOI LE TABAC EST-IL NOCIF?, article écrit par Jean-Paul Humair pour les HUG, Genève, 2017
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