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Grippeimpfung- Brauche ich das wirklich?
Moses Githui, Apotheker, Spezialapotheke MediService 26.11.2016
Definition
Was ist die Impfung: Gabe von Impfstoffen (Vakzine) oder Immunseren mit dem Ziel, den Organismus gegen eine Infektionskrankheit immun zu machen (Immunisierung) durch die Nutzung der Gedächtniszellen des Immunsystems.
Dr. Edward Jenner, ein britischer Arzt, hat mit der Pockenimpfung den Anfang der modernen Impfung eingeleitet.
3 Bausteine
Das Immunsystem besteht aus 3 Bausteine: Die unspezifische Abwehr, die aus mechanische, biologische und chemische Schutzbarriere besteht, das angeborene Immunsystem, und das erworbene Immunsystem. Das erworbene Immunsystem lernt durch durchgemachte Erkrankungen und durch Impfungen. Die entstandene Abwehrfähigkeit wird als Immunität bezeichnet.
Bildung von Gedächniszellen
Impfungen sind also praktische Übungen für unser spezifisches Immunsystem. Bei einer Impfung wird ein Antigen das Immunsystem präsentiert und das Immunsystem bildet Antikörper gegen das Antigen. Dabei werden auch Gedächtniszellen gebildet, die bei einer echten Infektion mit dem Erreger das Immunsystem sehr schnell in der Bildung von den spezifischen Antikörper gegen die Erkrankung unterstützt.
Aktive Immunisierung
Impfungen sind eine Art von einer aktiven Immunisierung. Es werden 2 Arten von Impfstoffen unterschieden; Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe. Totimpfstoffe enthalten inaktivierte oder abgetötete Viren oder Bakterien oder Bestandteile von Viren, Bakterien oder Giftstoffen. Diese können sich im Körper nicht mehr weitervermehren oder ihn vergiften, aber sie lösen eine Abwehrreaktion (Immunreaktion) aus. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte (attenuierte) Viren oder Bakterien, die sich meistens noch vermehren können und eine Immunantwort auslösen, in der Regel jedoch keine Erkrankung.
Hohes Fieber
Die Grippe ist eine virale Infektion, die von Influenza Viren ausgelöst wird. Eine Erkältung hingegen, kann von einer Vielzahl von Erreger entstehen, beispielsweise Adenoviren, Coxsackieviren, oder Rhinoviren. Die echte Grippe kommt plötzlich. Das Fieber steigt innerhalb weniger Stunden an und wird von Gliederschmerzen und Schüttelfrost, Schwitz- und Frieranfällen begleitet. Wer Grippe hat, hat bis zu 40 Grad Fieber. Das erste Symptom einer Erkältung hingegen ist oft das subjektive Empfinden zu frösteln. Weitere Vorboten sind ein rauer, kratzender Hals oder Halsschmerzen. Innerhalb weniger Tage kann eine verstopfte oder laufende Nase, Niesen, Husten oder Kopfschmerzen hinzukommen. Häufig bleiben Erkältungspatienten vom Fieber ganz verschont oder messen nur leicht erhöhte Temperaturen, die innerhalb weniger Tage zurückgehen.
Ernsthafte Folgen
Eine Grippe kann ernsthaften Folgen mit sich bringen wie beispielsweise eine Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung, Entzündungen der Nasennebenhöhlen eine Verschlechterung eines Diabetes- oder Lungenleidens, das Guillain-Barré- Syndrom, Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen oder sogar eine Herzinfarkt.
In der Schweiz sind aktuell alle Grippeimpfungen Totimpfstoffe. Für Personen ab 65 Jahren besteht ausserdem ein wirkungsverstärkter Impfstoff.
Wer soll sich impfen lassen: Alle Personen in den Risikogruppen (Personen über 65 Jahren, Personen mit einem geschwächtem Immunsystem, und Personen mit einer chronischen Erkrankung) Medizinal- und Pflegefachpersonen, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Kliniken, und Personen, die nahen Kontakt zu Risikopersonen haben.
Hilft Sterberate zu senken
Die Wirksamkeit der Impfung ist in der Regel innerhalb 10-14 Tage erreicht. Für ältere Personen und für Personen in den Risikogruppen ist die Wirkung von der Impfung etwas geschwächt. Die Impfung hilft trotzdem die Sterberate zu senken und die Folgen der Grippe zu mindern. Die Impfung ist in der Regel für die gesamte Grippesaison wirksam und soll jedes Jahr wiederholt werden, idealerweise zwischen Mitte Oktober und Mitte November.
Das Impfschema ist bei Organtransplantierten gleich wie die allgemeine Bevölkerung, nämlich eine Impfdosis jede Grippesaison. Die Grippeimpfung ist auch für Blut-Stammzellentransplantieren sicher. Das Impfschema sollte jedoch individuell mit dem Transplantationszentrum besprochen werden.
Zum Schluss: Die Grippeimpfung ist eindeutig das wirksamste Schutzmittel gegen die Grippe. Es lohnt sich.