Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/2175

Der Kopfschmerz kann unterschiedlich ausgeprägt sein, die am häufigsten beschriebenen Empfindungen sind: stichartig, drückend, klopfend, bohrend, pulsierend, ausstrahlend und diffus.
Eine der häufigsten Störungen des Organismus äußert sich in Form von Kopfschmerzen (Cephalgien), an denen nahezu 70 Prozent der Bevölkerung (zumindest zeitweise) leiden.
Die Migräne (= Hemikranie) ist eine häufige chronische Form von Kopfschmerzen, die öfter bei Frauen auftritt. Den ersten Migräneanfall erleiden die Betroffenen meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr.
Ein Migräneanfall kann sich vor dem eigentlichen Kopfschmerz mit bestimmten Symptomen ankündigen (= Prodromalstadium, z.B. Stimmungsänderungen, Aktivitätssteigerung oder -minderung, Heißhungerattacken, häufiges Gähnen).
Der Schmerz der Migräne, welcher sich durch pulsartige Schmerzschübe (oft halbseitig) äußert, tritt in der Regel zudem mit einer Reihe von Begleiterscheinungen auf. Diesen werden Übelkeit und eine starke Überempfindlichkeit gegenüber optischen, olfaktorischen und akustischen Reizen zugeordnet. Migräneattacken kündigen sich zudem meist im Vorfeld an. So klagen Betroffene oftmals bereits Stunden zuvor über ein kribbelndes Gefühl in den Extremitäten oder Lichtblitze innerhalb des Sichtfelds.
Ursachen nach Ansicht der Schulmedizin
Die genaue Ursache ist der Schulmedizin nicht bekannt. Es werden verschiedene Theorien angenommen und diskutiert.
Am häufigsten hört man noch, dass eine Migräne durch abnormale Verengungen und Erweiterungen der Blutgefäße im Kopf verursacht würde. Ein Auslöser lässt zuerst die Blutgefäße enger werden, was zum Symptom der Migräne führt, normalerweise eine Veränderung der Wahrnehmung. Anschließend dehnen sie sich wieder aus, was Kopfschmerz, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit bzw. Lärmempfindlichkeit auslöst.
Zu lesen sind auch Theorien, denen zufolge Betroffene möglicherweise unter einer Störung des Nervensystems zu leiden - aufgrund welcher dieses zu einer Hyperaktivität neigt. So reichen bereits alltägliche Situationen aus, beispielsweise der Konsum bestimmter Nahrungsmittel oder das Empfinden von Stress, um den Hormonhaushalt und das Nervensystem aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dabei werden übermäßig viele Botenstoffe ausgesandt, welche für eine Entzündung der Blutgefäße sorgen. Diese Entzündungsherde werden wiederum von den lokalen Schmerzrezeptoren aufgenommen, woraufhin der Betroffene unter starken Kopfschmerzen leidet.
Mögliche Ursachen
Es gibt mehrere Erklärungsmodelle für die Ursachen einer Migräne.
A) Stress und "seelische Ursachen" sind nicht auszuschließen und sollten deshalb auch in Betracht gezogen werden. Als sog. "Trigger" für eine Migräne berichten Patienten, wenn z.B. der Tagesablauf geändert ist (Zeitpunkte für Essen), ausgeprägte Emotionen oder einfach nur Erschöpfung. Es gibt hier sicher so etwas wie eine "Sprache der Symptome": Achten Sie darauf, nach welchem oder vor welchen Ereignis die Migräne auftritt. Das kann Ihnen einen Hinweis darauf geben, ob vielleicht in Ihrem Umfeld etwas nicht stimmt. Zu den am tiefsten sitzenden Ursachen gehören sicher die "seelischen" Probleme, an die oft nicht heranzukommen ist, weil die Patienten es u.a. oftmals nicht zulassen...
B) Sehr oft finden sich auch Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Auslöser von Migräne: Pollen, Hausstaub, Milben, Katzenhaare, Konservierungsstoffe in Esswaren. Auch Magenbeschwerden, Gallenblasenprobleme oder Nierenkrankheiten können Auslöser sein.
C) Eine Möglichkeit die auch immer wieder übersehen wird: Darmpilze und eine atrophische Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom).
D) Fehlstellungen der oberen Halswirbelsäule: vor allem des ersten und zweiten Halswirbels.
E) Fehlgesteuerte Muskulatur: bei Migränepatienten sind immer bestimmte Muskeln druck- und schmerzempfindlich. Diese "Fehlsteuerung" kann mit den Fehlstellungen einhergehen (siehe Punkt D).
F) Eine weitere Ursache ist eine mögliche "Schwäche" der Gallenblase. In der Naturheilkunde sprechen wir hier von der sog. "chologenen Migräne". Dies bedeutet nur eine Art Schwäche im Funktionskreis Leber-Gallenblase. Es bedeutet nicht, dass (zwangsläufig) Gallensteine etc. vorhanden sein müssen.
G) Stoffwechselprobleme. Hierzu gehört vor allem die Art der Migräne, die im Zusammenhang mit der Menstruation bei Frauen steht. Siehe hierzu auch unter dem Stichpunkt: Frauenkrankheiten und Regelschmerzen. Die "Pille" kann übrigens auch eine Migräne fördern, womit wir bei der letzten Gruppe der "Ursachen" wären: die Medikamente.
E) Medikamente die Migräne auslösen können (und diesbezüglich diskutiert werden: Östrogene (die "Pille"), Indometacin (ein Schmerzmittel, das meist gegen Gelenkschmerzen eingesetzt wird), Reserpin (ein Antisympathotonika, meist gegen Bluthochdruck eingesetzt), Nifedipin (gegen Bluthochdruck und Angina pectoris) und Dipyridamol (eine Art "Antithrombotika", das z.B. zur "Vorbeugung von Schlaganfall", zur Thromboseprophylaxe oder Embolieprophylaxe gegeben wird).
F) Die Wetterfühligkeit der Patienten. Manche Patienten berichten, dass die Migräne im Zusammenhang mit einem Wetterwechsel auftritt.
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die in kommen.
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Akupunktur:
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig: Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.