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Frisch geborenen Kälbern wird die Milch in der Regel aus Eimern verabreicht. Unsere heutigen Haltungs- und Melkkonzepte sind auf dieses Verfahren der Kälberaufzucht ausgerichtet. Es gibt jedoch auch Betriebe, welche die Vorteile der Kälberaufzucht mit Mutterkontakt nutzen. Die Betriebe erwarten dadurch eine Verbesserung der Euter- und Kälbergesundheit.
Das natürliche Säugen kann gerade dort Abhilfe schaffen, wo Kälberdurchfall ein Problem darstellt. Wenn die Kälber nicht mehr getränkt werden müssen, bedeutet das auch eine Entlastung für den Betreuer bei der täglichen Arbeit. Am ersten Lebenstag des Kalbes ist jedoch eine intensive Betreuung des Kalbes notwendig, damit es ausreichend Kolostrum (Erst- oder auch Biestmilch) aufnimmt.
Für das natürliche Säugen werden in der Praxis unterschiedliche Verfahren angewendet. Entweder bleibt das Kalb für die ersten drei Tage (Kolostrumperiode) bei der Mutter in der Abkalbebox und wird danach mit der Kuh in die Herde eingegliedert. Die Kuh wird ab diesem Zeitpunkt gemolken. Oder aber, das Kalb wird nach der Kolostrumphase bei der Mutter zu einer Ammenkuh mit bis zu 3 anderen Kälbern gestellt. Die Kälber können aber auch in einer Kälbergruppe gehalten und zum Säugen zu den Kühen gelassen werden. Manche Betriebe trennen in den ersten Tagen für den Weidegang die Mutter vom Kalb, um das Verstecken der Kälber zu verhindern.
Die Milchmenge pro Kalb und Tag wird in den ersten 14 Tagen bis auf 10 kg gesteigert. Werden die Kälber zur Ammenkuh gestellt, trinken sie 5 bis 10 kg Milch pro Tag.
Das bisher grösste Problem für diese Form der Kälberaufzucht ist der Trennungsschmerz beim Absetzen. Eine Möglichkeit zur Linderung scheint zu sein, die Tiere durch einen Zaun miteinander in Kontakt stehen zu lassen.
Autor: Klaus Böhler
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.02.2010