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Vergangenes Jahr entwickelte sich der Gewinn von Porsche fast genauso rasant wie die Sportwagen, die das Unternehmen baut: Der Reingewinn war von 4,2 auf 6,4 Mrd Euro gestiegen. Das lag indes nicht an Rekordverkäufen, sondern an den Finanzgewinnen, unter anderem bei der VW-Aktie. Der Autoabsatz schwächelte hingegen in den drei Produktelinien 911, beim Boxter und dem Cayman.
Last zu ungünstigem Zeitpunkt
Für das Geschäftsjahr, das noch bis Ende Juli andauert, erwartet Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas einen Einbruch der Verkäufe um 50%. «Die Anleger sind einer Kombination von finanziellen Risiken, wirtschaftlichen Risiken, einem problematischen operativen Geschäftsmodell sowie politischen und makroökonomischen Risiken ausgesetzt, die im gegenwärtigen Aktienkurs noch nicht berücksichtigt sind.» Derzeit notiert die Aktie bei 31 Euro. Jonas indessen setzt ein Kursziel bei 10 Euro.
Grund für die pessimistische Prognose des Analysten ist wiederum der VW-Deal. «Porsche hat komplexe Derivate und geborgtes Geld eingesetzt, um die VW-Aktien zum Drei- bis Vierfachen des fairen Preises zu kaufen.» Mit der 75-%-Beteiligung an VW müsse der Erfolg des neuen Golf-Modells fünfmal grösser sein als der des Porsche-Modells Panamera. Porsche ist auf einen Erfolg angewiesen - die Nettoschulden liegen bei 10 Mrd Euro, und die 518 Mio Euro Zinszahlungen übersteigen den Porsche-Betriebsgewinn um das zweieinhalbfache. Diese hohe finanzielle Last kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Einbruch der Verkäufe soll in diesem Jahr doppelt so stark ausfallen wie bei den Konkurrenten, und Porsche bürdet sich zusätzlich noch die Einmalausgaben bei VW auf, die in diesem Jahr bei 1,9 Mrd Euro liegen könnten. Allerdings ist es laut Jonas schwierig, den «echten» Wert von Porsche zu bestimmen. Je nach Berechnung der Optionen ergibt sein Modell einen fairen Wert zwischen 1 und 62 Euro. Sein 10-Euro-Kursziel basiert auf einer Reihe von Annahmen über den Wert des Porsche-Autogeschäftes (28 Euro pro Aktie), den Wert von VW (39 Euro pro Aktie), abzüglich der Netto-Finanzbelastung von 57 Euro pro Aktie.
Etliche in der Schweiz gelistete Calls auf Porsche haben noch heute unerreichbar erscheinende Ausübungspreise über 100 Euro. Trotzdem gibt es zwei Puts mit attraktiven Konditionen: Sowohl bei PORPP als auch bei PORVP liegen die Ausübungspreise bei 30 Euro. Wenn die Aktie unter dieses Niveau fällt, steigen diese beiden Puts weiter an Wert. Aufgrund der Laufzeit bis Mitte Dezember ist PORPP der etwas konservativere Schein. Die Spreads liegen bei beiden Puts mit 1,1 bzw. 1,5% auf angemessen tiefem Niveau. Einziger Schönheitsfehler ist die implizite Volatilität, die erwartete Schwankungsbreite, die für solche Warrants ein wichtiger Faktor für die Preisbestimmung ist.