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Im Rahmen einer nationalen Kampagne werden im Nationalrat sowie in verschiedenen Kantons- und Stadtparlamenten Vorstösse zur Beteiligung an der Sklaverei eingereicht. Diese stehen im Zusammenhang mit der Diskussion an der UNO-Konferenz von Durban (September 2001).
Auch im Kanton Thurgau finden sich Spuren des europäischen Handels- und Finanznetzes, das eine enge Verflechtung mit der Sklaverei besitzt.
Zu erwähnen sind besonders die Familie Labhard aus Steckborn, welche via das Bankhaus Labhard & Vernet Geschäfte mit den französischen Iles de sucre (Westindien) tätigte; die Gonzenbachs von Hauptwil mit ihren Textilgeschäften grossen Stils (Baumwolle, Indigo) und die Familie Gyger aus Bürglen, welche mit der Familie Tourton das Bankhaus Tourton & Bauer aufbaute. Dieses Bankhaus war bei der Gründung einer Sklavenhandelsgesellschaft direkt beteiligt und pflegte enge Beziehungen zu Sklavenplantagenbesitzern in Surinam.
Aus diesen Gründen ersuche ich den Regierungsrat um Beantwortung folgender Fragen:
1.Wie beurteilt der Regierungsrat die Tatsache, dass Teile der schweizerischen Wirtschaft und Gesellschaft in den vergangenen Jahrhunderte viel enger mit der Sklaverei verknüpft waren, als es der öffentlichen Meinung und der Geschichtsforschung bisher bewusst war ?
2.Wie beurteilt der Regierungsrat die Tatsache, dass ökonomische Beziehungen in diesem Bereich auch in den Thurgau führen ?
3.Ist der Regierungsrat bereit, angesichts dieser Tatsachen, die oben skizzierten Beziehungen des Thurgaus mit Kolonial- und Sklavenhandel aufarbeiten zu lassen oder diesbezügliche Bemühungen seitens schweizerischer oder anderer HistorikerInnen zu unterstützen?
4.Ist der Regierungsrat bereit, Mittel bereitzustellen z.B. im Zusammenhang des Kantonsjubiläums, um die Aufarbeitung dieser Thematik zu fördern ?