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Carrie Fisher ist tot Mehr als nur Prinzessin Leia
- Mittwoch, 28. Dezember 2016, 15:22 Uhr, aktualisiert um 15:26 Uhr
Carrie Fisher spielte als Teenager neben Warren Beatty und schrieb ein Drehbuch für Meryl Streep. Der etwas andere Blick auf das Leben der Schauspielerin und Autorin.
Nun reiht sich auch ihr Name in die Liste der Persönlichkeiten ein, die das Jahr 2016 genommen hat. Carrie Fisher, Schauspielerin und Autorin, die den meisten als Prinzessin Leia Organa aus der «Star Wars»-Trilogie von George Lucas bekannt sein dürfte, hatte aber noch mehr zu bieten als die zwei Donut-Tollen auf dem Kopf. Ein Blick auf das Leben einer Frau, die auch in ernsten Situationen ihren Humor nicht verlor.
Als Teenager begann Carrie Fisher ihre Schauspielkarriere auf dem Broadway, bevor sie die Rolle der smarten Lorna in Hal Ashbys «Shampoo» bekam. Darin spielte sie nicht nur einen kecken Teenager, sondern auch Warren Beatty an die Wand.
Mit vernichtender Coolness stand Fisher neben dem älteren, charismatischen Beatty vor der Kamera. Es war ein auffallendes Debüt der damals 19-Jährigen.
Ein Jahr später änderte der Auftritt in George Lucas’ «Star Wars» ihr Leben. Am Vorsprechen ist die noch ahnungslose, aber ambitionierte Schauspielerin zu erkennen.
Fisher schrieb später, dass sie lange nicht verstand, wie gross Star Wars tatsächlich war. Erst als es einen PEZ-Spender in der Form von Prinzessin Leia gab, verstand und scherzte sie: «You're not really famous until you’re a Pez dispenser».
In den nächsten Jahren sah man Fisher in «The Empire Strikes Back», «Return of the Jedi» im Kino, in Shelley Duvalls Märchenserie «Faerie Tale Theatre» und als Host in einer «Saturday Night Life»-Episode von 1980. Darin tänzelt sie unbeholfen im Häschen-Kostüm vor Hugh Hefner.
Fisher schrieb auch Bücher. Ihr erster Roman «Postcards From the Edge» erzählt das Leben der jungen Suzanne Vale, die im Schatten ihrer Mutter steht, Pillen schluckt und fast an einer Überdosis stirbt. Fisher erzählt unlinear, mit kurzen, prägnanten Sätzen, die zwar viel Schmerz bergen, aber den Witz niemals vernachlässigen.
Mit Meryl Streep und Shirley MacLaine in den Hauptrollen kam die Mutter-Tochter-Geschichte dann ins Kino. Fisher adaptierte ihr Buch fürs Kino – geblieben sind prägnante Szenen mit lustigen Dialogen:
Suzanne: Thanks GOD I got sober now so I can be hyper-conscious for this series of humiliations.
Arzt: Suzanne, we're going to have to pump your stomach!
Suzanne: Ohhh... do I have to be there?
Doris: Are you less mad at me now?
Suzanne: I am always less mad at you, Mom.
Fisher überzeugte auch als beste Freundin von Sally in Rob Reiners «When Harry Met Sally». Sie spielte die nüchterne Marie, die davon überzeugt war, dass ihr verheirateter Liebhaber seine Ehefrau irgendwann doch noch verlassen würde.
Carrie Fisher war grossartig als Marie. Ihre beste Szene: Sie liegt mit ihrem Freund (Bruno Kirby) im Bett, nachdem sie beide Harry und Sally Beziehungstipps gegeben haben. Nach einer unangenehmen Stille fasst Marie die ganze Tragik des Films und die Angst vor dem Alleinsein zusammen: «Tell me I'll never have to be out there again».
Später sah man Fisher in «The Big Bang Theory», in der britischen Komödie «Catastrophe» und in «Sex and the City». In Letzterer Serie bezeichnet eine genervte Fisher Carrie Bradshaw als Prostituierte und vertreibt einen faulen Vince Vaughn aus ihrer Villa.
Fisher machte kein Geheimnis daraus, dass sie an einer psychischen Krankheit und Drogensucht litt. In ihrer Autobiografie «Whishful Drinking», die sie auch als Bühnenstück vortrug, wusste sie darüber zu lachen. Darin schreibt sie über die Endeckung ihres Bildes als Prinzessin Leia in einem Artikel über bipolare Störungen: «So not only am I a PEZ dispenser, but I am also used as an illustration in the Journal of Abnormal Psychology.»
Sendung: Kultur-Nachrichten, SRF 2 Kultur, 28.12.2016, 06.01 Uhr