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(21.12.2022) Aufgrund der steigenden Energiepreise und der zurückhaltenden Nachfrage aus dem Ausland ist in der Schweizer Wirtschaft eine leichte Abschwächung des Wachstums zu spüren. Laut dem jüngsten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dürfte das reale Wachstum 2023 bei 0,6% liegen.
Im zweiten Quartal 2022 wurde das Wachstum durch den Wiederaufschwung nach der Corona-Pandemie gestützt und erreichte 0,3%. Das mangelnde Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten, das unter anderem von der Inflation und den explodierenden Energiepreisen beeinflusst ist, bremste diese Entwicklung jedoch wieder aus. Zudem bleibt der Arbeitsmarkt extrem angespannt mit einer sehr tiefen Arbeitslosenquote und Personalmangel in einigen Branchen. Das reale, also inflationsbereinigte Wachstum des Schweizer BIP dürfte im 2023 daher 0,6% betragen und dann im 2024 auf 1,4% ansteigen.
Im Oktober 2022 erreichte die Gesamtinflation 3% und auch 2023 wird sie sich über dem von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf 2% pro Jahr festgelegten Ziel befinden, bevor sie sich 2024 wieder normalisieren wird. Die Kerninflation, die ohne Berücksichtigung der volatilen Energie- und Lebensmittelpreise berechnet wird, blieb relativ moderat bei 1,8%. Als Reaktion auf den Inflationsdruck hob die SNB, deren Aufgabe die Gewährleistung der Preisstabilität ist, den Leitzins zwischen Juni und September 2022 um 1,25 Prozentpunkte auf 0,5% an und beendete damit die seit 2014 anhaltende Phase der Negativzinsen. Die OECD rechnet damit, dass die Zinssätze Anfang 2023 auf 2% angehoben werden.
Mit dem Auslaufen der mit der Gesundheitskrise verbundenen staatlichen Beihilfen dürfte der Bundeshaushalt 2023 und 2024 einen Überschuss verzeichnen. Um die Wirtschaft anzukurbeln, rät die OECD der Schweiz ausserdem, die ausländischen Arbeitnehmenden, insbesondere die aus der Ukraine, rasch in ihren Arbeitsmarkt zu integrieren, indem sie die Verfahren zur Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse beschleunigt.
Letzte Änderung 21.12.2022