Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/43064

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Sturm Lothar und seine Folgeschäden haben grosse Fragen zur Zukunft der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft aufgeworfen - nicht nur in der längerfristigen Perspektive, sondern auch in Bezug auf das Fortbestehen in den nächsten Jahren. Ich frage deshalb den Bundesrat an, ob er bereit ist, die Revision des Waldgesetzes beschleunigt an die Hand zu nehmen, um</p><p>a. Schwachstellen aus den Erfahrungen der Lothar-Bewältigung zu korrigieren; </p><p>b. dem Umstand Rechnung zu tragen, dass nur etwa die Hälfte des jährlichen Zuwachses genutzt wird, und </p><p>c. als Folge von Punkt b, der Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger mehr Beachtung zu schenken.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seiner Stellungnahme zur Motion Lustenberger (02.3159) vom 22. März 2002 hat der Bundesrat bestätigt, dass sowohl hinsichtlich der Bewältigung künftiger Sturmschäden als auch wegen der zu geringen Holznutzung ein Handlungsbedarf besteht. Beide Themenkreise sind Gegenstand umfassender Abklärungen:</p><p>- Das "Lothar-Grundlagenprogramm" wertet in verschiedenen Forschungsprojekten die Erfahrungen aus, die anlässlich der Bewältigung der Sturmschäden im Wald gemacht wurden. Auch die kantonalen Forstämter sind in einer Arbeitsgruppe daran, Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten. Aus diesen Aktivitäten sollen bis Ende 2003 Strategien und Massnahmen des Bundes und der Kantone im Hinblick auf künftige Ereignisse abgeleitet werden.</p><p>- Das "Waldprogramm Schweiz" wird ebenfalls bis Ende 2003 Entscheidungsgrundlagen erarbeiten, die zu einer allfälligen Anpassung der Waldgesetzgebung führen können. Beim Waldprogramm Schweiz handelt es sich um ein politisches Handlungsprogramm, das konkrete Zielsetzungen, Massnahmen und Instrumente für die gewünschte Entwicklung des Waldes in einem mittelfristigen Zeitraum festlegt. In diesem Zusammenhang werden auch die Fragen der effizienteren Holzproduktion im Wald und des erhöhten Holzabsatzes angegangen.</p><p>Von zentraler Bedeutung werden vor allem die Ergebnisse des Waldprogrammes Schweiz sein: Sobald daraus die konkreten Vorschläge vorliegen, wird der Bundesrat über die weiteren Schritte befinden. Ob über eine allfällige Anpassung der Waldgesetzgebung hinaus noch weitere Massnahmen zugunsten der Holzwirtschaft nötig sein werden, kann derzeit nicht abschliessend beurteilt werden. Solche Massnahmen müssten im Lichte von ordnungs- und aussenhandelspolitischen Überlegungen sorgfältig geprüft werden.</p><p>Ein Anfang für die Förderung der Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger ist mit den bereits laufenden Programmen "holz21" und "Energie Schweiz" von Bund, Kantonen, Holzwirtschaft, Hochschulen und Umweltverbänden bereits gemacht. Damit sollen bis im Jahre 2010 die Grundlagen für eine Steigerung des Absatzes und der Verwendung von Schweizer Holz geschaffen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.