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Triple P - ein beispielhaftes Erziehungstraining
Bericht der WHO (World Health Organization)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Abteilung für psychische Störungen und Substanzmissbrauch, weist in ihrem Bericht "Prevention of Mental Disorders: Effective Interventions and Policy Options" (dt.: Prävention psychischer Störungen: Erfolgreiche Interventionen und politische Möglichkeiten) (Hosman, Jané-Llopis und Saxena, 2005) auf die herausragende Bedeutung der Prävention bei der Reduktion von psychischen und neurologischen Störungen sowie Substanzmissbrauch hin. Der Bericht bietet einen Überblick über international verbreitete, evidenzbasierte Programme zur Prävention psychischer Störungen.
Die WHO sieht gerade in früh ansetzenden Interventionsprogrammen, die Risiko- und Schutzfaktoren in der frühen Kindheit adressieren, wichtige Instrumente zur Prävention. Dies trifft auch und in besonderem Maße auf Programme zu, die elterliche Erziehungskompetenzen fördern und erziehungsbedingten Stress in der Familie reduzieren. In diesem Zusammenhang führt die WHO Triple P als ein positives Beispiel zur Stressreduktion und Stärkung der psychischen Abwehrkräfte an. Sie hebt das Besondere des Mehrebenenansatzes von Triple P hervor, der sowohl universelle, selektive als auch indizierte Prävention ermöglicht: "Another effective example is the australian Triple P (...). This intervention represents a new generation of multilevel parent management programmes that include universal, selective and indicated strategies(...)." (S. 28).
Der Bericht verweist an dieser Stelle auf eine kontrollierte Follow-up Studie, welche die Wirksamkeit einer Triple P-Videoreihe untersuchte. Eltern, die sich regelmäßig Videokassetten mit den Triple P-Erziehungsstrategien angeschaut hatten, berichteten, im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe, von einer signifikanten Reduktion im kindlichen, aggressiven Verhalten und von einem erhöhten Selbstvertrauen in Erziehungsfragen (Sanders, Montgomery und Brechman-Toussaint, 2000). Triple P gehört damit zu den evidenzbasierten Präventionsprogrammen, die Risikofaktoren der Kinder wie auch die Belastung durch erziehungsbedingten Stress bei Eltern und Kindern verringern, protektive Faktoren stärken, psychische Störungen von Kindern reduzieren und die physische und psychische Gesundheit der Kinder insgesamt verbessern helfen.
Eine Zusammenfassung des Berichts der WHO finden Sie unter hier.
Anmerkung: Der zusammenfassende Bericht der Weltgesundheitsorganisation ist 2004 in Zusammenarbeit mit dem Präventions- Forschungszentrum der Universitäten von Nijmegen und Maastricht erschienen und basiert auf folgendem umfangreichen Beitrag: Hosman, Jané-Llopis und Saxena (eds), Prevention of Mental Disorders: Effective Interventions and Policy Options, Oxford University Press, 2005.
In einem Bericht des britischen NICE, das Empfehlungen für das staatliche Gesundheitswesen in Großbritannien macht, die international rezipiert werden, wird Triple P als vorbildlich herausgestellt. Elterntrainings sind demnach dann als hilfreich und wirksam empfohlen, wenn sie ...
- strukturiert sind,
- auf den Prinzipien der sozialen Lerntheorie aufbauen,
- eine ausreichende Anzahl von Sitzungen (Optimum bei 8 - 12) beinhalten,
- Eltern ermöglichen, sich ihre eigenen Erziehungsziele zu setzen,
- Rollenspiele und Hausaufgaben beinhalten,
- von ausreichend gut trainierten Fachleuten durchgeführt werden und
- auf einem Manual beruhen und in konsistenter Weise umgesetzt werden.
Der Abschlussbericht zur Bewertung verschiedener Elterntrainings zum Umgang mit Kindern, die unter Störungen des Sozialverhaltens leiden, kommt zu dem Schluss:
"The Committee was convinced that parent training/education programmes would result in the achievement of substantial and sustained changes in behaviour in children with conduct disorders, but only when the programmes contained certain essential characteristics. The Committee noted that the Webster-Stratton Incredible Years Programme and the Triple P-Positive Parenting Programme are examples that demonstrate these essential characteristics and are sufficiently effective with regard to cost" (S. 25).
Den Bericht des NICE finden Sie hier.