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Die sich inzwischen über mehrere Jahre erstreckende kontinuierliche Befragung zur Qualität der Schweizer Radio- und Fernsehangebote weist auch inhaltlich Kontinuität nach: Die Radio- und Fernsehprogramme der SRG SSR werden seit Beginn der Befragungen besser bewertet als jene privater Stationen.
Für die Radiosender der SRG ist der Anteil zufriedener Hörer/innen im Vergleich zu den ersten 5 Befragungswellen nochmals auf nunmehr 77 Prozent angestiegen. Die Anteile zufriedener Hörer/innen sind bei den Lokalradios von 2009 bis zur aktuellen Befragungswelle leicht gesunken: von 70 Prozent 2009 auf aktuell 67 Prozent. Die Zufriedenheit mit dem Fernsehangebot der SRG ist im Vergleich zum Vorjahr signifikant von 65 Prozent auf 68 Prozent angestiegen. Der Anteil der zufriedenen Zuschauer/innen lag für das Regionalfernsehen im Frühjahr 2009 bei 53 Prozent, fiel bis Herbst 2010 auf 44 Prozent, blieb bis 2011 auf diesem Stand und ist in der aktuellen Befragung wieder auf 51 Prozent angestiegen. Diese Generalbefunde zur Qualitätsbeurteilung der Schweizer Radio- und TV-Programme basieren auf einer repräsentativen Telefonbefragung im Frühjahr 2013 mit 3'607 Personen ab 15 Jahren in 19 Kommunikationsräumen der Schweiz. Diese wurde vom Bundesamt für Kommunikation BAKOM in Auftrag gegeben.
Die Stärken der SRG-Radioprogramme liegen aus der Sicht des Radiopublikums in der "Professionalität" der Medienschaffenden und ihrer Beiträge (4.1)*, im "Informationsgehalt" (3.9) und der "Ausgewogenheit" der Informationen (3.7). Der niedrige Stellenwert des Lokalen (3.3) entspricht den Erwartungen. Die Schweizer Lokalradios schneiden über alle Bewertungskriterien der Programmqualität mit einem Rating von 3.8 recht gut ab, aber in der Bewertung wurden sie von den SRG-Radioprogrammen seit Frühling 2009 mit 4.0 überholt. Besonders hoch wird für die Lokalradios die Relevanz der "lokal-regionalen Berichterstattung" (3.8) und die "Professionalität" (3.8) bewertet. Die Befragten schätzen die Programme der Lokalradios als weniger "ausgewogen" ein (3.5).
In qualitativer Hinsicht schneidet das SRG-Fernsehprogramm bezüglich "Professionalität" (3.9) gleich gut ab wie zuvor. Die Kriterien "Informationsgehalt" (3.9) und "Ausgewogenheit" (3.6) weisen minimal geringere Werte auf als im Vorjahr. Im Medienvergleich schneidet das private Regionalfernsehen in qualitativer Hinsicht am schlechtesten ab.
Als Fazit lässt sich eine differenzierte Programmbewertung durch das Publikum sowohl der öffentlichen als auch der privaten Lokalrundfunkanbieter in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz erkennen. Qualität aus normativer Sicht, also im Sinne gesellschaftlicher Relevanz, wird in der Regel durch Inhaltsanalysen erfasst. Die Bewertungen durch das Medienpublikum geben dessen Eindruck wieder, wie sie die Qualität der Programme bewerten. Vor allem ist hier die Relation zwischen den Ansprüchen des Publikums einerseits und dem Medienangebot andererseits zu beachten. Die Zuschauer/innen und Zuhörer/innen sind zum Beispiel mit der Professionalität des Medienangebots zufrieden. Da Normen auf den gemeinsamen Nenner des Publikums ausgerichtet sind, ist diese Perspektive eine wichtige Ergänzung zu den Inhaltsanalysen.
*In Klammern sind Mittelwerte angegeben, die sich jeweils auf eine Fünferskala beziehen z.B. von 1=unzufrieden bis 5=zufrieden.
Die beiden Diagramme auf dieser Seite fassen die Bewertungen der Programme auf den erhobenen Qualitätsdimensionen zusammen. Zur Vereinfachung der Vergleiche sind die (identischen) Prozentwerte im ersten Diagramm nach den Qualitätsnormen und im zweiten Diagramm nach den Programmanbietern zusammengefasst. Angegeben sind jeweils die Prozentanteile der Befragten, die die einzelnen Kategorien als "eher" oder "sehr zufriedenstellend" bewerten.