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Bauwerke verändern stets die Konturen der Erdoberfläche. Dieses Wissen sollte uns Auftrag sein, ein positives Zeugnis unserer Handlungen zu hinterlassen. Das Konzept des Wohnens bedingt das Konzept des Bauens. Die Eroberung der Berggipfel hat den Menschen schon immer dazu bewegt, seine Gegenwart zu bekräftigen – ein Zeichen zwischen Himmel und Erde zu setzen.
Das Vorhaben, ein Gebäude auf dem Gipfel des Monte Generoso zu errichten, empfand Mario Botta von Anfang an als grosse Chance, seine tiefe Verbundenheit mit diesem Berg zum Ausdruck zu bringen, dessen Anblick ihn in seiner Jugend begleitet hat. Die Erinnerung an die Ausflüge auf den Gipfel und das Staunen darüber, dass er von zuoberst auf eine vertraute Landschaft hinunterblicken konnte, haben sich tief in sein Bewusstsein eingeprägt. Das neue Haus auf dem Monte Generoso wird an der Stelle gebaut, wo sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Hotel befand: Auf einem kleinen Plateau, entstanden auf einem mächtigen Felsen, das durch seine verwegene Lage direkt über dem 300 bis 400 Meter tiefen Abgrund des Nordhangs beeindruckt. Diese imposante, steil abfallende und exponierte Felsformation gab den Ausschlag zum Bau des achteckigen Gebäudes, in dessen Innern sich einzelne Baukörper rund um einen grossen, zentralen Raum formieren.
Die Ostseite ist prädestiniert für eine grosse Terrasse, die dem Verlauf des Berggrats folgt. Einer Steinblume gleich, erhebt sich davor das neue Gebäude majestätisch gegen den Himmel – „Fiore di pietra“ nennt Mario Botta denn auch sein architektonisches Meisterstück. Die Anordnung der einzelnen Bauelemente lässt eine Gruppe von fünfgeschossigen Türmen entstehen, unten mit einer leichten Auskragung, die sich nach oben hin wieder schliesst. Im Erdgeschoss befinden sich die Betriebsräume und ein Ausstellungsraum, im zweiten Stock ein Konferenzraum und in den beiden oberen Etagen sind je ein Selfservice- und ein Gourmet-Restaurant untergebracht. Das Tragwerk aus Stahlbeton ist mit einem Mauerwerk aus grauem Stein verkleidet, abwechselnd mit Streifen in glatter oder gespaltener Ausführung. Die Türme sind untereinander mit verglasten Gelenken verbunden und besitzen grosse Fensterflächen, die eine 360-Grad-Panoramasicht zulassen – im Süden auf die Mailänder Poebene, im Norden auf den Luganersee und die Alpen. Ein imposantes, geometrisches Gebäude im Kontrast und gerade deswegen im Dialog mit dem organischen Verlauf der hiesigen Landschaft.