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Eine in
Zermatt fortlebende Ueberlieferung will,
dass dieser
Ort einst über den Triftpass mit dem
Eifischthal in lebhaftem Wechselverkehr gestanden habe.
Um der Sache auf den
Grund zu gehen, stieg der Pfarrer Joseph
Ruden, Verfasser einer interessanten Schrift über
Zermatt, am zum
Pass hinauf, vermochte aber wegen der ausserordentlich steilen
Felsen der andern
Seite nicht hinabzusteigen.
Dagegen entdeckte
er den Rest einer
Leiter, welche die erwähnte alte Tradition zu bestätigen schien.
Erster bekannter Uebergang
am durch R. Fowler mit Arnold Kehrli als Führer.
Früher nannte man diesen
leichten und interessanten Uebergang auch Wallispass.
Nach alten Mitteilungen soll der
Trift- und
Rhonegletscher schon lange
benutzt worden sein, und zwar über den von
Guttannen zur
Trifthütte hinaufführenden
Furtwangsattel, um den untern Absturz
des
Triftgletschers zu umgehen. Im Franzosenjahr 1799 haben sich Leute von
Gadmen über die Triftlimmi
nach dem Wallis
geflüchtet. Am soll ein Hirt Schafe über die Limmi geführt haben, dabei aber in eine Gletscherspalte
gestürzt sein.
Vor G. Studer hatten Prof. Hugi und
Gruner für wissenschaftliche Zwecke das Rhonegebiet betreten;
die erste touristische Ueberschreitung der Limmi aber gelang
Gottlieb Studer am Vergl. den Führer durch die UrnerAlpen des
A. A. C. Zürich.
Bd II, 1905.
Auf der letztern steht die
Windegghütte, früher eine Hirtenhütte, die im Jahr 1891 frisch aufgebaut
und vom Zentralkomite des S. A. C. gemietet worden ist.
Oben am rechten Ufer des
Triftgletschers die
Trifthütte (2515 m) der
Sektion Bern
des S. A. C. Beide
Hütten leisten der touristischen Erschliessung dieses interessanten und lohnenden Hochgebirgsgebietes
(Dammastock-Sustenhorngruppe) gute Dienste und dienen auch oft als Nachtquartier beim Uebergang über
die häufig begangene
Triftlimmi nach der
Furka oder der
Grimsel.
(Kt. Graubünden,
Bez. Inn).
2800-1960 m.
Wildes Felsentobel der rechten
Seite des
Scarlthales, das gegenüber
Schuls aufs UnterEngadin
ausmündet. Das
Tobel Trigl dehnt sich zwischen dem
Piz Madlain (3101 m) im S. und dem
Piz San Jon (3070 m) im N. aus und grenzt
im NO. an den
Grat, hinter dem der Lischannagletscher sich ausbreitet.
Oben verzweigt sich das kahle, wüste
Tobel in mehrere
Felsennischen und -furchen, von denen die zum
Piz Madlain und dem
Grat vor dem Lischannagletscher hinaufreichenden
östlichen für gewöhnlich völlig trocken liegen; nur vom
Piz San Jon her kommen zwei
Wasser führende Rinnsale, die nach
ihrer Vereinigung in SW.-Richtung, zuletzt durch vielen
Schutt, zur
Clemgia hinabziehen.
Ganz im östl.
Hintergrund liegen zwei öde, durch Sturzschutt gestaute Alpenseen (ils Lajets), von denen
der grössere südlichere, gegen die
Paraits Sesvenna hin liegende 300 m lang und 150 m breit ist. Eine Menge von Lawinenzügen
münden zur Hauptthalfurche herab. Die ganze Thallänge beträgt rund 3,5 km. Gegen den Ausgang tragen die steilen Terrassen
der rechten Tobelseite noch kümmerliche Bergföhrenbestände, sonst ist Alles felsig, öde und kahl.
Gesteine sind fast im ganzen Gebiet der Hauptdolomit der Trias; im
Hintergrund bei den Lajets aber breiten sich Liaskalke
und -breccien, die Versteinerungen führen, und gegen den Lischannagletscher und die
Paraits Sesvenna dunkle Liasschiefer
aus. Die
NO.-Gräte am
Piz San Jon endlich zeigen über dem Liaskalk und seinen Mergeln Hauptdolomit, Arlbergkalk,
alpinen Muschelkalk, etwas Verrucano und sogar Gneis in verkehrter Lagerung über das normalgebaute Trias-Juragebirge hergeschoben,
was der Ausdruck einer vom
Piz Sesvenna im sö.
Hintergrund ausgegangenen Faltung und Ueberschiebung ist.