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Barbara Gysel hatte am 2. Oktober den Sprung in die Zuger Stadtregierung auf Anhieb geschafft und somit für die SP ihren vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückerobern können.
Im ersten Wahlgang um das Stadtpräsidium, bei dem neben Gysel auch die drei bisherigen Stadträte André Wicki (SVP), Urs Raschle (Mitte) und Eliane Birchmeier (FDP) antraten, erzielte Gysel zwar das beste Resultat, verpasste jedoch das absolute Mehr. Wicki machte 15 Stimmen weniger als Gysel.
Nun aber bläst Gysel im zweiten Wahlgang ein steifer Wind entgegen: Raschle und Birchmeier nahmen sich aus dem Rennen - mit dem Argument, dass das Stadtpräsidium in bürgerlichen Händen bleiben müsse. Die Mitte unterstützt offiziell den SVP-Kandidaten.
Das Amt des Stadtpräsidenten ist zu haben, weil der aktuelle "Stapi", Karl Kobelt (FDP), nach nur einer Amtsperiode zurücktritt. Er wolle aufhören, solange er noch gesund und fit sei, um seinen privaten Interessen nachgehen zu können, begründete er diesen Schritt. 2018 hatte Kobelt das Amt von Dolfi Müller übernommen. Der SP-Politiker war während zwölf Jahren Stadtpräsident, die SP will dieses Amt nun wieder zurückerobern.
SP-Kandidatin Gysel ist 45-jährig, seit 2008 Kantonsrätin und seit 2014 im Zuger Stadtparlament. Beruflich ist sie Geschäftsleiterin des Schweizer Kinderhilfswerks Kovive, Präsidentin des WWF Zug und der IG Kultur Zug. 2015 und 2019 kandidierte sie für den Ständerat, 2018 trat sie zu den Regierungsratswahlen an.
Herausgefordert wird sie vom 60-jährige André Wicki. Er ist amtierender Finanzdirektor und seit 2010 in der Stadtzuger Exekutive. Zuerst führte er das Baudepartement und 2019 übernahm er die Finanzdirektion. Bereits 2014 und 2018 kandidierte er für das Stadtpräsidium, jedoch erfolglos.
(sda)