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Zentrale Problematik ist, dass der Züchter nicht weiss, in welchem Ausgangsmaterial patentiertes Material drin ist. Die Informationsbeschaffung für den Züchter ist sehr aufwändig bis unmöglich, es gibt aktuell keine Transparenz. Dass führt dazu, dass die Auswahl an Ausgangsmaterial, das der Züchter verwendet, viel kleiner wird, denn im Zweifelsfall lässt ein Züchter die Finger von einem möglicherweise patentgeschützten Material.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Patentierung ist ein Faktor neben anderen, der die Konzentration der Marktmacht im Bereich des Saaguts verstärkt. Beispiel Zuckerrüben: 4 Unternehmen machen rund 86% des Marktanteils aus, 8 Unternehmen steuern zusammen 99% des EU-Marktes. Marktkonzentration hat folgende unerwünschte Auswirkungen:
- je konzentrierter der Sektor, desto weniger spielt der Wettbewerb. Damit werden sowohl das Angebot als auch die Marktpreise von wenigen Anbietern bestimmt, der Preis für Saatgut steigt.
- Konzentration auf dem Saatgutmarkt hat Auswirkungen auf die Vielfalt der Akteure in der Saatgutbranche und damit auch auf die biologische, insbesondere genetische Vielfalt unserer Kulturpflanzen.
- Die Entwicklung der Sorten geht in die Richtung von Hochertragssorten, nicht in die Richtung robuster Sorten mit Resistenzen, oder regionaler oder an den Klimawandel angepasster Sorten.
Position SBV
Patentierung hat auf verschiedenen Ebenen Auswirkungen, die nicht im Sinne der Landwirtschaft sind: Sie verteuert Saatgut, verschmälert tendenziell das Angebot an Sorten, und die Auswahl an Sorten geht eher in Richtung Hochertragssorten als in Richtung robuste Sorten.
Der SBV ist daher klar gegen die Patentierung von Saatgut. Um die Arbeit des Züchters zu schützen, erachtet er das Sortenschutzgesetz als geeigneter als die Patentierung. Das Sortenschutzgesetz wurde für die Besonderheiten in der Pflanzenzucht entwickelt und geht spezifisch auf diese ein.