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Folgende Grafiken zeigen die prozentuale Abweichung der mittleren monatlichen Schneehöhen 2011 auf Stationshöhe im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt aus der Periode von 1971 bis 2000. Unterdurchschnittliche Schneehöhen sind rot, überdurchschnittliche Schneehöhen blau dargestellt. Die Daten stammen von den Beobachterstationen und den automatischen Stationen des IMIS (Interkantonales Mess- und Informationssystem) und der MeteoSchweiz. Bei der Interpretation muss beachtet werden, dass nur grossräumige Muster aussagekräftig sind. Kleinräumige Muster oder Wertesprünge dürfen nicht zu stark gewichtet werden. Im Abschnitt „Ausgewählte Beobachterstationen“ (vgl. unten) ist die zeitliche Entwicklung der Schneehöhe an verschiedenen Stationen dargestellt.
Anfang Oktober war es in hohen Lagen der Schweizer Alpen bereits winterlich. Im Oktober fielen vor allem am Alpensüdhang in zwei Südstaulagen grössere Neuschneemengen, im Norden waren diese kleiner. Am Alpensüdhang waren die Schneehöhen bereits im Oktober überdurchschnittlich.
Im November fiel am Alpensüdhang mit weiteren vier Südstaulagen wiederholt und ergiebig Schnee. Am 12. November regnete es verbreitet bis auf 2600 m hinauf. Ende November fiel im Norden Schnee bis in tiefe Lagen. Die Schneehöhen im November (Abbildung 1) waren in hohen Lagen verbreitet durchschnittlich, im Süden, im westlichen Mitteland und im Jura waren sie stark überdurchschnittlich. Im Dezember war es meist trüb mit häufigen Niederschlägen. Auch im Norden fiel nun wiederholt Schnee. Zeitweise schneite es bis ins Mittelland (z.B. am 1., 12., 18. und 25.12.) und es lag dort im Dezember wiederholt eine geschlossene Schneedecke. Die Temperaturen schwankten zeitweise stark. Mehrmals regnete es auch bis über 2000 m hinauf und der Schnee im Mittelland schmolz (z.B. am 6. und 11.12.). Die Schneehöhen waren im Dezember (Abbildung 2) am Alpennordhang, im Wallis und im nördlichen Tessin durchschnittlich. Am übrigen Alpensüdhang, in Graubünden, in den Voralpen, im Mittelland und im Jura waren die Schneehöhen überdurchschnittlich bis stark überdurchschnittlich. Verantwortlich für den guten Winterstart waren vier, teils ergiebige West- und Nordlagen in der ersten Dezemberhälfte und eine ergiebige Südlage in der zweiten Dezemberhälfte. Die letzte Niederschlagsperiode im Dezember begann mit schwachen Schneefällen am 24.12. im Süden, die am 25.12. auf den Norden übergriffen und auch dem Mittelland eine "weisse Weihnacht" bescherten.
Der Januar war relativ trocken. Ergiebige Schneefälle gab es nur in der zweiten Januarwoche, wobei es am 13.01. erneut bis auf rund 2400 m hinauf regnete. Sonst waren die Niederschläge im Januar schwach. Folglich waren die Schneehöhen (Abbildung 3) am Alpennordhang, im südlichen Tessin, im Wallis und in Nordbünden unterdurchschnittlich. Im Goms, im nördlichen und mittleren Tessin und im übrigen Graubünden waren sie durchschnittlich, im Oberengadin und in den Bündner Gebieten des Alpenhauptkammes überdurchschnittlich. Nach den wiederholten Schmelz- und Regenphasen waren die Schneeverhältnisse in mittleren Lagen eher frühlingshaft. In hohen Lagen war die Schneelage jedoch für Touren und Varianten, wie schon im Dezember, ausreichend. Auch der Februar war relativ trocken und zudem rund 5 Grad wärmer also normal. Die Schneehöhen (Abbildung 4) waren verbreitet unterdurchschnittlich, am Alpennordhang und am zentralen Alpensüdhang teils stark unterdurchschnittlich. Nur im Oberengadin lagen sie im Durchschnitt. Im Mittelland und im Jura waren die Schneehöhen im Januar und im Februar stark unterdurchschnittlich. Nach drei Wochen ohne wesentlichen Niederschlag waren die Schneehöhen schon Mitte Februar an einigen Stationen im Norden rekord-tief. Von Mitte bis Ende Februar fiel dann in einer Südlage und drei wenig ergiebigen Nordwestlagen wiederholt Schnee.
Im März waren die Schneehöhen (Abbildung 5) verbreitet unterdurchschnittlich, am Alpennordhang stark unterdurchschnittlich. Nur im Oberengadin waren sie durchschnittlich. Bis Mitte März schneite es mit geringen bis mässigen Neuschneemengen in drei Südlagen wiederholt am Alpenhauptkamm und südlich davon. Im Norden gab es erst in der zweiten Märzhälfte Niederschlag mit einer Schneefallgrenze über 2000 m. Trotzdem betrug die Neuschneesumme von Januar bis März nur gerade 30% des langjährigen Mittels und war damit so tief wie noch nie seit Messbeginn (vor rund 60 Jahren). Die Schneedecke war an Südhängen bis in hohe Lagen durchfeuchtet. Mittlere Lagen waren an Südhängen mehrheitlich aper. An West-, Nord- und Osthängen der hohen Lagen war die Schneedecke noch trocken. Auch der April war relativ trocken und warm. Die Schneehöhen (Abbildung 6) waren in allen Gebieten stark unterdurchschnittlich. In hohen Lagen, d.h. oberhalb von 2000 m lag nur 50%, in mittleren Lagen knapp 25% der üblichen Schneehöhen. Viele langjährige SLF-Beobachterstationen (z.B. Andermatt, Arosa, Fionnay, Grimsel, Hasliberg, Ulrichen, Weissfluhjoch) zeigten neue Minima oder waren noch nie so früh ausgeapert. Im Mai hielt das relativ warme Wetter an. Vor allem im Westen war der Mai trockener als normal. Die Schneedecke aperte in hohen Lagen im Norden ausserordentlich früh aus. Ende Mai lag an Südhängen nur noch im Hochgebirge eine geschlossene Schneedecke. An Nordhängen lagen die Schneegrenzen im Süden bei 2300 m im Norden bei 2800 m.
Über den ganzen Winter gerechnet, das heisst von November 2010 bis April 2011 waren die Schneehöhen verbreitet unterdurchschnittlich. Im Oberengadin und den den direkt daran angrenzenden Gebieten waren sie durchschnittlich, im westlichen Mittelland, im Basler Jura und im mittleren und südlichen Tessin waren sie, aufgrund der ergiebigen Niederschläge im Frühwinter, gebietsweise überdurchschnittlich (Abbildung 7). Basierend auf der durchschnittlichen Schneehöhe von November bis April kann der Winter 2010/2011 als sechst-schneeärmster Winter bezeichnet werden. Die folgenden Winter hatten noch weniger Schnee: 1964 (Rang 1), 1990, 2007, 2002, 1996. Sehr ähnlich sieht das Resultat bezüglich Neuschneesumme von November bis April aus. Hier steht der vergangene Winter auf Rang 5 der neuschneeärmsten Winter.
Auf den folgenden Graphiken wird jeweils der Verlauf der manuell gemessenen Schneehöhe im Vergleich zur höchsten an dieser Station je gemessenen Schneehöhe an jedem Tag, dem absoluten Minimum und dem langjährigen Mittelwert dargestellt. Die Anzahl der Winter von Messbeginn bis und mit 2011 (n) wird in der Legende erwähnt. Gebiete mit ähnlichem Schneehöhenverlauf im Winter 2011 werden zusammengefasst und anhand repräsentativer Stationen beschrieben.
Die Schneehöhenentwicklung am Alpennordhang kann anhand der langjährigen Vergleichsstation Hasliberg, 1825 m (vgl. Abbildung 8) verfolgt werden: Wiederholte Wintereinbrüche in der zweiten Oktoberhälfte brachten der Station am 26.10. eine Schneehöhe von 66 cm. In 33 Jahren, in denen zu diesem frühen Zeitpunkt schon gemessen wurde, ist dieser Wert der dritthöchste. Der höchste Wert wurde mit 106 cm im Winter 1975 gemessen. Am meisten betroffen von diesem Niederschlag waren die Gebiete am Alpennordhang, im Unterwallis und in Graubünden mit einer Neuschneesumme von 25 bis 50 cm, am Alpennordhang lokal bis 80 cm in sechs Tagen. Die Schneefallgrenze sank wiederholt unter 1000 m. Im November fiel im Norden weniger Schnee als normal, im Süden mehr. In der ersten Novemberhälfte war es im Norden mild mit mehreren Südstaulagen und Föhn im Norden. Vom 11. auf den 12.11. regnete es in einer stürmischen Westlage intensiv bis in hohe Lagen, am westlichen Alpennordhang bis gegen 2400 m. Vom 5. bis 7.11. und am 15.11. war die Station schneefrei. In der letzen Novemberwoche war es kalt und im Norden schneite es wiederholt. Die Schneefallgrenze sank bis ins Flachland. In 5 Tagen fielen am Alpennordhang 30 bis 50 cm, ganz im Westen und Osten bis 80 cm Schnee. Die Schneehöhen waren im November am Alpennordhang eher überdurchschnittlich. Im Dezember schneite es häufig. Mit grossen Temperaturschwankungen wechselten sich Regen bis in hohe Lagen und Schnee bis ins Flachland ab. Am Alpennordhang bewegten sich die Schneehöhen im Dezember um den Mittelwert, im Westen gegen das Monatsende leicht darunter. Ab Januar war die Schneehöhe dann unterdurchschnittlich bis stark unterdurchschnittlich. Die Neuschneesummen waren von Januar bis April extrem gering. In der zweiten Januarwoche regnete es wieder bis in Höhenlagen von rund 2400 m. Die wenigen, ergiebigen Schneefallperioden mit Neuschneesummen um 50 cm ereigneten sich am Alpennordhang jeweils in der zweiten Januar, Februar- und Märzhälfte. In Kombination mit der schwachen Altschneedecke war die Lawinensituation im März vor allem am westlichen Alpennordhang für Schneesportler abseits der Pisten kritisch (vgl. Kapitel Lawinenaktivität). Das Schneehöhenmaximum dieser Saison wurde an der Station Hasliberg mit 121 cm einen Monat früher als normal erreicht: am 28.02.. Aufgrund der ausserordentlich hohen Temperaturen ab Februar aperten Südhänge in hohen Lagen bereits im März, Nordhänge bereits im April aus. Mitte April waren die Schneehöhen, wie in allen Gebieten der Schweizer Alpen, stark unterdurchschnittlich (vgl. oben). Die Station Hasliberg (1825 m) war am 17.04. ausgeapert, so früh wie noch nie in der 52-jährigen Messreihe. In einem durchschnittlichen Winter liegt an diesem Tag noch 161 cm Schnee an dieser Station. Das vormals früheste Ausapern dieser Station war am 24.04.2007. Der rekordwarme und sehr trockene Frühling (März bis Mai 2011) führte dazu, dass auch die Schneedecke in hohen Lagen, d.h. oberhalb von rund 2000 m, extrem früh ausaperte.
Am günstigsten präsentierte sich im Winter 2010/11 die Schneehöhensituation in den meisten Gebieten des Alpensüdhanges und des Engadins. Die langjährige Vergleichsstation San Bernardino, 1640 m (vgl. Abbildung 9) steht stellvertretend für diese Gebiete: Nach zwei Südstaulagen im Oktober und vier Südstaulagen im November startete der Winter im Süden früh mit überdurchschnittlich viel Schnee. Obwohl die Schneedecke in mittleren Lagen in der ersten Novemberhälfte vor allem durch Regen wieder ausaperte, lag nach ergiebigen Schneefällen in der zweiten Novemberhälfte bis in mittlere Lagen überdurchschnittlich viel Schnee. Auch im Dezember schneite es häufig. Mit grossen Temperaturschwankungen wechselten sich Phasen mit Regen bis in hohe Lagen mit Phasen mit Schnee bis in tiefe Lagen ab. Die Schneehöhen waren am Alpensüdhang und im Engadin im Dezember überdurchschnittlich. Zwischen dem 7. und 11. Januar fiel in einer Südlage 50 bis 80 cm Schnee am Alpenhauptkamm vom Rheinwaldgebiet bis zum Berninapass und südlich davon. Von Mitte Januar bis Mitte Februar gab es auch im Süden keinen Niederschlag und folglich waren die Schneehöhen auch im Süden leicht unterdurchschnittlich. Nur im Oberengadin lagen sie noch im Durchschnitt. Die letzten ergiebigen Schneefälle des Winters zwischen dem 15. und 17.02. brachten die Schneehöhen am Alpensüdhang kurzfristig auf normale bis überdurchschnittliche Werte. Das Schneehöhenmaximum dieser Saison wurde an der Station San Bernardino am 18.02. mit 111 cm erreicht. Das ist rund zwei Wochen früher als normal. Mitte März fiel am Alpensüdhang oberhalb von rund 2400 m 40 bis 60 cm Schnee, im westlichen Tessin und im Simplongebiet bis 80 cm. Danach gab es keine wesentlichen Schneefälle mehr und die Schneehöhen nahmen rasch ab. Am 08.04. war die Station San Bernardino (1640 m) ausgeapert. Das ist in der 60-jährigen Messreihe relativ früh, aber kein Rekord. In einem durchschnittlichen Winter liegt an diesem Tag noch 74 cm Schnee an der Station. Auch im April und Mai war es relativ warm und trocken. Oberhalb von rund 2700 m fiel am 27.05. im Berninagebiet 20 bis 40 cm Schnee, in den übrigen südlichen Gebieten bis 20 cm. Die Schneedecke aperte in hohe Lagen vor allem an Südhängen aus. An Nordhängen lagen die Schneegrenzen Ende Mai noch bei rund 2300 m, an Südhängen im Hochgebirge.
Auch an der Station Fionnay auf 1500 m (vgl. Abbildung 10) aperte die frühe Oktoberschneedecke durch Wärme und Regen im November wiederholt aus und war vom 01. bis 07.11. und vom 13. bis 15.11. schneefrei. Ab Mitte November war die Station dann permanent schneebedeckt. Die Schneehöhen waren bis zum Jahresende 2010 durchschnittlich, danach unterdurchschnittlich. Die Charakteristik des Schneehöhenverlaufes ist den Stationen am Alpennordhang sehr ähnlich, ausser, dass es im Unterwallis fast zwei Monate lang, von Anfang Januar bis Ende Februar keinen wesentlichen Schneehöhenzuwachs gab. Von Ende Februar bis Ende März fiel am Walliser Alpenhauptkamm in hohen Lagen wiederholt Schnee. In Kombination mit der sehr schwachen Altschneedecke blieb die Lawinensituation in dieser Zeit vor allem im südlichen Wallis für Schneesportler abseits der Pisten anhaltend kritisch (vgl. Kapitel Lawinenaktivität). Danach gab es auch im Wallis keine wesentlichen Schneefälle mehr und die Schneehöhen nahmen rasch ab. Am 09.04. war die Station Fionnay (1500 m) ausgeapert, so früh wie noch nie vorher in der 51-jährigen Messreihe. In einem durchschnittlichen Winter liegt an diesem Tag noch 83 cm Schnee an der Station. Ähnlich früh aperte diese Station zuletzt am 10.04.1974 und am 10.04.1991 aus. Im April und Mai 2011 war es, wie schon in den Vormonaten, relativ warm und trocken. Die Schneedecke aperte in hohen Lagen an Südhängen aus. An Nordhängen lagen die Schneegrenzen Ende Mai noch bei rund 2800 m.
Bei der Interpretation des Schneehöhenverlaufes in Abbildung 11 ist zu beachten, dass im Unterschied zu den anderen Stationen das ganze Jahr angezeigt wird und, dass die Station mit 2540 m auch deutlich höher liegt. Im Schneehöhenverlauf der Station Weissfluhjoch ist das rechtzeitige Einschneiden Mitte Oktober gut zu erkennen. Bis Mitte Dezember dominierte der Schneehöhenzuwachs den Verlauf. Die Schneehöhen waren durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich. Ab Mitte Dezember flachte der Schneehöhenzuwachs ab und die Schneehöhen wurden zunehmend unterdurchschnittlich. Ab dem Frühjahr waren die Schneehöhen dann auch in hohen Lagen stark unterdurchschnittlich. In einem normalen Winter erreicht die Schneehöhe an dieser Station ihr Maximum mit 220 cm Mitte April. In dieser Saison wurde das Schneehöhenmaximum mit 177 cm bereits fast einen Monat früher, am 19.03. erreicht. Mit Trockenheit und Wärme nahmen auch in dieser Region die Schneehöhen im Frühling rasch ab. Sie bewegten sich entlang des langjährigen Minimums. An einzelnen Tagen wurden Minimum-Rekorde erreicht oder unterschritten (z.B. 12.04., 27.05., 08.06.). Auch die Station Weissfluhjoch auf 2540 m aperte extrem früh aus. Am 09.06.2011 war sie schneefrei, das ist rund 6 Wochen früher als normal. In einem durchschnittlichen Winter liegt an diesem Tag noch 127 cm Schnee an der Station. Nur in einem Jahr der 78-jährigen Messreihe war die Station früher aper. Das war am 03.06.1947.
Im Folgenden werden Niederschlagsperioden mit besonderer Relevanz für die Schnee- und Lawinensituation im Winter 2011 kurz kommentiert. „Besondere Relevanz“ bedeutet beispielsweise Schneefallperioden mit einer Neuschneesumme von mehr als 50 cm in drei Tagen, Schneefälle bei sehr tief liegender Schneefallgrenze oder Schneefälle, welche zu einem markanten Anstieg der Lawinengefahr führten. Schneefälle mit einer Neuschneesumme von mehr als 100 cm in drei Tagen blieben im Winter 2010/11 aus. Zwischen den unten aufgelisteten, grösseren Schneefällen gab es auch kleinere Schneefälle.
An den SLF-Beobachterstationen, an welchen alle zwei Wochen die Wasserwerte der Gesamtschneedecke erhoben werden, wurden im Winter 2010/11 keine neuen Maxima gemessen. Neue Minima traten am Alpennordhang an der Station Grindel (1950 m, Messreihe seit 12 Jahren), im Wallis an den Stationen Kühboden (2210 m, Messreihe seit 22 Jahren) und La Creusaz (1720 m, Messreihe seit 12 Jahren) sowie in Graubünden an den Stationen Arosa (1818 m, Messreihe seit 31 Jahren) und Samnaun (1750 m, Messreihe seit 23 Jahren) auf.
Der Vergleich der im Winter 2010/11 gemessenen maximalen Wasserwerte mit dem Mittelwert der maximalen Wasserwerte aller Jahre pro Station ergibt folgendes: Unterhalb von 1500 m betrugen die aktuellen maximalen Wasserwerte 40% (Standardabweichung 13%) des Mittelwertes, zwischen 1500 und 1800 m waren es 58 % (Standardabweichung 14%) und oberhalb von 1800 m 66% (Standardabweichung 19%). Diese Werte zeigen, dass die Schneehöhen mit zunehmender Höhenlage zunahmen, im Mittel aber in allen Höhenlagen unterdurchschnittlich waren. Ein überdurchschnittlicher maximaler Wasserwert lag nur an einer Station vor:
Diese hoch gelegene Station profitierte von den häufigen Niederschlägen aus Süden im Frühwinter.
Nach Region ergibt der Vergleich der aktuellen mit den mittleren maximalen Wasserwerten folgendes:
Diese Werte spiegeln die mittlere Schneehöhenverteilung des Winters 2010/11 gut wider: Die Schneehöhen waren im Engadin und im Süden am grössten, am östlichen Alpennordhang am kleinsten.
Der Zeitpunkt der maximalen Wasserwerte tritt mit zunehmender Höhenlage später im Winter auf. Aufgrund der gebietsweise extrem geringen Schneelage wurde das früheste Datum in Malbun (1610 m) bereits Mitte Dezember, das späteste Datum an den Stationen Weissfluhjoch (2540 m), Kühboden (2210 m), Stillberg/Davos (2090 m), Büschalp/Davos (1960 m), Grindel (1950 m), Robiei (1890 m), Trübsee (1770 m) und Gantrisch (1510 m) Ende März erreicht. An den meisten Stationen unter 1500 m wurde der Zeitpunkt des höchsten Wasserwertes zwischen Ende Januar und Ende Februar, an Stationen von 1500 bis 1800 m zwischen Ende Februar und Mitte März und an Stationen oberhalb 1800 m zwischen Mitte März und Ende März erreicht.
Die folgenden Schneedeckenstabilitätskarten stellen die Ergebnisse zahlreicher Schneedeckenuntersuchungen in den Schweizer Alpen dar. Diese Schneeprofile wurden nach einheitlichen Kriterien beurteilt und einer von drei Klassen zugeordnet, die auf den Karten als grüne (gute Schneedeckenstabilität), gelbe (mittlere Schneedeckenstabilität) und rote (schwache Schneedeckenstabilität) Profilsymbole dargestellt sind. Fast alle Schneeprofile mit Rutschblocktest wurden an Hängen von 30° bis 40° Neigung aufgenommen.
In die Bewertung der Schneedeckenstabilität flossen nebst den Profilen noch weitere Beobachterinformationen zur Schneedecke, zu Lawinenabgängen etc. ein.
Es werden jeweils zwei Karten, zu Monatsbeginn und zu Monatsmitte, gezeigt und beschrieben.
In hohen Lagen lag bereits Anfang Oktober etwas Schnee. Der Neuschnee aus zwei Südstaulagen von Anfang und Ende Oktober fiel vor allem im vergletscherten Hochgebirge auf eine geschlossene Schneedecke. Die ersten, kleinen Lawinen der Saison 2010/11 wurden am Alpennordhang, im Saastal und im Berninagebiet beobachtet.
Mit häufigen Niederschlägen vor allem im Süden und Föhnsituationen im Norden bildeten sich im November während der ersten, eher milden Monatshälfte Schmelzharschkrusten. In der kühleren zweiten Monatshälfte bildeten sich labile Triebschneeansammlungen. Ende November (Abbildung 12) lagen dann oberflächennah verbreitet Triebschneeschichten, die mit stark wechselnden Winden entstanden sind. Kämme und Gipfel waren oft abgeblasen und vor allem im Norden blank gefegt. An windgeschützten Hängen lag lockerer Schnee. Darunter war der Altschnee teils weich, im Norden und im Westen der Schweizer Alpen häufig aber verkrustet (Regenkruste vom 12.11.) Dieser Schichtübergang im Altschnee war teilweise schwach, besonders im nördlichen Unterwallis. Erste Lawinen mit erfassten und verletzten Personen wurden gemeldet. Besonders in den schneereichen Gebieten des Südens war die Aktivität von Gleitschneelawinen erhöht.
Auch der Dezember war, wie schon der November, vor allem im Süden niederschlagsreich. Mit starken Temperaturschwankungen regnete es in der ersten Januarwoche bis auf 2200 m, im Westen bis auf 2400 m hinauf. In der Folge lösten sich vermehrt Nassschneelawinen (siehe auch Kapitel Lawinenaktivität). An der Schneeoberfläche bildete sich eine Schmelzharschkruste (07.12.). Die Altschneedecke war im Norden gut verfestigt, im Süden eher locker (Abbildung 13). Nur im nördlichen Unterwallis waren in der Altschneedecke Schwachschichten vorhanden und im Unterengadin und im Münstertal war sogar die gesamte Schneedecke aufbauend umgewandelt und locker. An stark windbeeinflussten Geländeteilen waren oberflächennahe Schneeschichten spröd und störanfällig. Ende Dezember überdeckten verbreitet oberflächennahe Triebschneeschichten einen teils weichen, teils verkrusteten mittleren Teil der Schneedecke. Vor allem die neueren Triebschneeschichten waren störanfällig. Meist wurden Rutsche und kleine Lawinen ausgelöst. Im Wallis und teils am westlichen Alpennordhang war der Mittelbau der Schneedecke Ende Dezember am schwächsten (Abbildung 14).
In der ersten Januarhälfte war die Schneedecke von Niederschlägen mit starken Temperaturschwankungen geprägt. Am 13.01. regnete es verbreitet bis in Höhenlagen von 2400 m wodurch ein weiterer Nassschneelawinenzyklus ausgelöst wurde. Diese Lawinen rissen vor allem im südlichen Wallis, in den inneralpinen Gebieten Graubündens und teils auch am Alpennordhang tiefere Schichten der Altschneedecke mit. Die Auslösebereitschaft von Lawinen in oberflächennahen Triebschneeschichten nahm in der ersten Januarhälfte langsam ab (Abbildung 15). In der zweiten Januarhälfte fiel kaum Schnee. Lockere Zwischenschichten waren immer weniger störanfällig und es wurden kaum noch Altschneebrüche ausgelöst. Der Schneedeckenaufbau war verbreitet günstig. Am westlichen Alpennordhang und in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens war die Altschneedecke am wenigsten verfestigt (Abbildung 16). Allgemein bildeten Ende Januar neuere, kleinräumige Triebschneeansammlungen die Hauptgefahr. Diese konnten lokal leicht ausgelöst werden.
Ende Januar waren die Schneeverhältnisse in den mittleren Lagen gebietsweise schon wie im Frühjahr. Vor allem am Alpennordhang waren Südhänge teils aper oder es lag eine Schmelzharschkruste an der Schneeoberfläche.
Nach drei Wochen ohne Niederschläge war die Altschneedecke Mitte Februar nach wie vor vielschichtig aber in vielen Bereichen stark aufbauend umgewandelt und mit von kantigkörnigen Kristallen und Schmelzharschschichten durchzogen. Der Schneedeckenaufbau war im südlichen Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens sehr variabel und teilweise war der mittlere Teil der Schneedecke dort besonders schwach verfestigt (Abbildung 17). Bodennahe Schichten waren in schneearmen Gebieten oder an schneearmen Stellen locker, sonst waren diese meist gut verfestigt. Dagegen war die Schneeschicht an der Oberfläche an windgeschützten Stellen verbreitet aufbauend umgewandelt und locker. Die Altschneedecke neigte Mitte Februar wenig zur Bruchausbreitung. Verbreitet bildeten neuere, teils leicht auslösbare Triebschneeschichten die Hauptgefahr.
Mit den Niederschlägen und Winden in der letzten Februarwoche änderte sich die Situation markant und am Alpennordhang, im Wallis und in Graubünden entstand eine ausgeprägte Neu- und Triebschneesituation. Die neueren Schneeschichten waren am Übergang zu sehr lockeren, teils mächtigen Altschneeschichten lang anhaltend störanfällig (Abbildung 18). Ende Februar war die Aktivität für kleine und mittlere spontane und künstlich ausgelöste, trockene Lawinen erhöht (siehe auch Kapitel Lawinenaktivität). Im Variantengelände wurde während der langen Schönwetterphase von Ende Januar bis Mitte Februar die aufgebaute Schneeoberfläche weitgehend zerstört. Daher wurden dort in der Folge seltener Lawinen ausgelöst. Für Schneesportler war die Situation dort am heikelsten, wo die Altschneeoberfläche erhalten blieb. Dies war besonders im wenig begangenen Tourengelände der Fall. Die meisten tödlichen Lawinenunfälle des Winters 2010/11 ereigneten sich von Ende Februar bis Anfang April. Am Alpensüdhang hingegen war die Lawinensituation günstiger. Die Schneedecke war dort mittel bis gut verfestigt. Da im Süden Ende Februar nur wenig Schnee fiel entstanden dort meist nur lokal kleine Triebschneeansammlungen.
In der ersten Märzhälfte fiel vor allem am Alpenhauptkamm und südlich davon Schnee. Am Alpennordhang war es mit Föhn oft sonnig und mild. Die Altschneedecke war vor allem noch im südlichen Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens störanfällig (Abbildung 19). Die Auslösebereitschaft für spontane Lawinen nahm ab. Die Schneedecke blieb aber an West-, Nord- und Osthängen für Schneesportler störanfällig. Mitte März fiel in den an Italien angrenzenden Gebieten im Oberwallis und im nordwestlichen Tessin bis 80 cm Schnee, am übrigen Alpensüdhang und Alpenhauptkamm fielen 30 bis 50 cm. Die Lawinengefahr stieg an, in den Hauptniederschlagsgebieten auf "gross", Stufe 4. Direkt im Anschluss an die Niederschläge im Süden setzten im Norden Schneefälle mit einer anfänglichen Schneefallgrenze über 2000 m ein. Dies führte verbreitet zu einer heiklen Lawinensituation mit zahlreichen spontanen und künstlich ausgelösten Lawinen. Vor allem von Freitag, 18.03. bis Sonntag, 20.03. ereigneten sich gehäuft Lawinenunfällen mit Personen insbesondere im Tourengelände. An West-, Nord- und Osthängen blieb die Situation anhaltend heikel für Schneesportler. An Südhängen nahm die Gefahr für trockene Lawinen ab und die Nassschneelawinengefahr unterlag zunehmend einem Tagesgang. Teilweise wurden Nassschneelawinen auch künstlich ausgelöst. Dies meist bei Sicherheitssprengungen aber vereinzelt auch durch Personen. Im März ereigneten sich die meisten tödlichen Lawinenunfälle des Winters 2010/11, mehr als die Hälfte davon im südlichen Wallis. Darunter waren auch mehrere schwere Unfälle.
Ende März waren Südhänge bis gegen 2800 m durchfeuchtet, Nordhänge bis gegen 2000 m, Ost- und Westhänge bis gegen 2500 m. Oberflächlich war die Schneedecke auch in höheren Lagen angefeuchtet. Allgemein erreichte die Durchfeuchtung im Westen etwas höhere Lagen als im Osten. Nordhänge zeigten nur vom zentralen Alpensüdhang über das Bergell bis ins Berninagebiet einen eher günstigsten Schneedeckenaufbau. Sonst war er verbreitet ungünstig. Am schlechtesten war der Schneedeckenaufbau im südlichen Wallis, in den inneralpinen Gebieten Graubündens und teilweise am Alpennordhang (Abbildung 20). Schwache Zwischenschichten aus aufgebautem, kantigem Altschnee waren überlagert von verfestigten Schichten von den Schneefallperioden seit Mitte Februar. Diese verfestigten Schichten stellten im März anhaltend ein kritisches "Brett" dar, welches auf den schwachen Schichten ausgelöst werden konnte. Meist waren diese Schichten zu wenig mächtig, als dass sie durch ihre Verfestigung die Belastung eines Skifahrers halten konnten. Daher blieb der Schneedeckenaufbau lange Zeit ungünstig.
Die erste Aprilhälfte war ausserordentlich warm und relativ trocken. Die Nordhänge in hohen Lagen wurden zunehmend durchfeuchtet. Die Nassschneelawinengefahr stieg jeweils im Tagesverlauf markant an. In der ersten Aprilhälfte gingen in den beiden letzten markanten Lawinenzyklen des Winters 2010/11 nasse Lawinen vor allem an Nordhängen nieder. Mitte April kühlte es dann etwas ab, die oberflächennahen Schneeschichten verfestigten sich und die Lawinenaktivität nahm ab. Die Schneedecke war bis gegen 3000 m durchfeuchtet. Oberhalb von rund 2500 m waren schwache Schichten an Nordhängen vorhanden, dies besonders im südlichen Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens (Abbildung 21). Im südlichen Wallis wurden sehr vereinzelt noch vereinzelt Lawinen an Nordhängen ausgelöst. Günstiger war der Schneedeckenaufbau unterhalb von rund 2500 m, im Hochgebirge und allgemein am Alpensüdhang und im Oberengadin. In der zweiten Aprilhälfte nahm auch die Nassschneelawinengefahr ab. Sie unterlag nur noch einem leichten Tagesgang.
Aufgrund der unterdurchschnittlichen Schneehöhen des ganzen Winters (siehe auch Kapitel Schneehöhenverlauf) und der überdurchschnittlichen Temperaturen im Mai aperten im Mai die hohen Lagen rasch aus. Besonders an Südhängen lag Ende Mai nur noch im Hochgebirge eine zusammenhängende Schneedecke. An Nordhängen lag die Schneegrenze zwischen 2300 m im Süden und 2700 m im Norden. Nach Niederschlägen Mitte und Ende Mai lösten sich jeweils feuchte Rutsche und kleine Lawinen, die teils auch in den durchfeuchteten Altschnee durchrissen. Die Schneehöhen in hohen Lagen waren im Mai stark bis extrem unterdurchschnittlich. Auch in hohen Lagen endete der Winter ausserordentlich früh.
Lawinenabgänge sind von mehreren Faktoren abhängig: Stabilität der Schneedecke, die sich mit der Zeit verändert, Neuschnee, Wind, Temperaturschwankungen, Zusatzbelastungen auf die Schneedecke z.B. durch Personen oder Sprengungen, etc. Dadurch ergibt sich, dass die Lawinenaktivität von Tag zu Tag schwankt was in Abbildung 22 deutlich zu sehen ist. Die bemerkenswertesten Perioden des Winters 2010/11 (nummeriert) werden im Folgenden beschrieben. Der Schneesituation entsprechend wurden im Vergleich zu den Vorwintern grosse Lawinen seltener, kleine dafür häufiger gemeldet. Dies zeigt sich auch im Lawinenaktivitätsindex, der im beschriebenen Winter auch in aktiveren Phasen nur relativ tiefe Werte erreicht. Die meisten Lawinen lösten sich zwischen dem 12. und 14.01. sowie zwischen dem 18. und 20.03. (mehrheitlich Nassschneelawinen, auch trockene Lawinen) und zwischen dem 01.04. und 3.04. sowie zwischen dem 07.04. und 09.04. (Nassschneelawinen).
Oktober: Anfang Oktober lag wegen der Septemberniederschläge am Alpennordhang und in Nordbünden oberhalb von rund 2500 m bereits eine dünne Schneedecke. Mitte Oktober schneite es am Alpennordhang und in Nordbünden bis in tiefe Lagen. Mit Windeinfluss wurde der Schnee verfrachtet. Ende Oktober fiel am Alpensüdhang in hohen Lagen ergiebig Schnee. Kleine spontane sowie auch künstlich ausgelöste, trockene Lawinen wurden in der vierten Oktoberwoche aus den Gebieten Saastal und Bernina sowie vom Alpennordhang bekannt. Dabei wurden keine Personen erfasst. Am 18., 19., 22., 25. und am 29.10. erschienen Lawinenbulletins.
November: Der November war schneereich, vor allem am Alpensüdhang. Mit starken Temperaturschwankungen wechselten sich Regen bis in hohe Lagen mit Schnee bis in tiefe Lagen ab. Am 12.11. regnete es verbreitet bis auf 2600 m hinauf. Dadurch schmolz die dünne Schneedecke in mittleren Lagen, und in hohen Lagen bildeten sich Schmelzharschkrusten. Ende November fiel im Norden Schnee bis in tiefe Lagen. Anfang und Mitte November wurden Lawinen im Gebiet Saastal durch Personen ausgelöst. Gegen Monatsende wurden in verschiedenen Gebieten einige kleine, trockene Lawinen im frischen Triebschnee durch Personen ausgelöst. Die meisten ereigneten sich am 27.11. Personen wurden verschüttet und verletzt. Mit dem frühen Einschneien auf den noch warmen Boden gingen den ganzen Monat über unterhalb von etwa 2300 m in allen Gebieten kleine Gleitschneelawinen ab. Es ist zu beachten, dass die Lawinenaktivität im Oktober und November sehr unvollständig dokumentiert ist. Nach der Veröffentlichung von 12 sporadischen Lawinenbulletins im November begann am 25.11. die Ausgabe der täglichen Lawinenbulletins.
(1): 06.12. bis 07.12.: In dieser Phase fiel verbreitet Niederschlag. Besonders ergiebig war dieser am Alpennordhang sowie im nördlichen und westlichen Wallis. Mit steigender Schneefallgrenze regnete es im Westen bis über 2400 m, im Osten bis auf 2200 m hinauf. Im Westen herrschte gebietsweise grosse Lawinengefahr (Stufe 4). Es gingen spontane trockene und zunehmend auch feuchte und nasse Lawinen, meist mittlerer Grösse nieder. Im Unterwallis waren vereinzelt auch grosse Lawinen dabei. Auch im Jura lösten sich kleine Nassschneelawinen.
(2): 08.12. bis 13.12: Über diese fünf Tage fiel im Norden anhaltend Schnee mit schwacher bis mässiger Intensität. Der Schneefall war von starkem Wind begleitet. Die Hauptgefahr ging in allen Gebieten von leicht auslösbaren Triebschneeansammlungen aus, die sich ständig neu bildeten.
(3): 17.12. bis 18.12: Im Norden und Westen fielen weitere Schneefälle mit starkem Wind und tiefer Schneefallgrenze. Vor allem der Triebschnee war mit Zusatzlast leicht auslösbar. Lawinen brachen aber auch in weichen Schichten im mittleren Teil der Altschneedecke an.
(4): 23.12. bis 27.12: Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen fiel im Süden ergiebig Schnee. Im Norden war es zunächst mit Föhn relativ warm. Am 25.12. drehte der Wind auf Nord und es kühlte ab. Mit geringer Intensität schneite es bis in tiefe Lagen. In hohen Lagen verfrachtete starker Nordostwind den Schnee. Spontane Lawinen gingen vor allem am Alpensüdhang und im Gotthardgebiet nieder. Diese rissen auch ältere Triebschneeschichten mit und erreichten mittlere Grösse. In den übrigen Gebieten wurden Lawinen meist künstlich ausgelöst und waren eher klein. Während am Alpennordhang am Donnerstag, 23.12. noch Nass- und Gleitschneelawinen dominierten, gingen nach der Abkühlung ab 24.12. nur noch trockene Lawinen ab.
(5) 12.01. bis 14.01.: Nach einer trockenen ersten Januarwoche mit günstiger Lawinensituation folgten in der zweiten Januarwoche eine Südwestlag, eine Südlage und eine Nordwestlage kurz aufeinander. Mit starken Temperaturschwankungen stieg die Schneefallgrenze zunächst gegen 2200 m, sank dann wieder auf 1000 m und stieg am 13.01. wieder auf 2400 m an. Die meisten Lawinen in dieser Phase waren feuchte oder nasse Rutsche und kleine Lawinen. Dass nur wenige mittlere und grosse Lawinen abgingen ist der geringen Schneelage im Norden zuzuschreiben. Bei den trockenen Lawinen war der Anteil von mittleren Lawinen grösser als bei den Nassschneelawinen. Die meisten Lawinen lösten sich unterhalb von etwa 2400 m. Es gab aber auch Anrisse bis in Höhenlagen von 3000 m. Mit einem Lawinenaktivitätsindex von 235 wurde am 13.01. einer der höchsten Werte des Winters 2010/11 erreicht. Im Vergleich zu anderen Winternr ist dieser Wert aber nicht besonders hoch. Er liegt eher im „normalen Rahmen“ erhöhter, spontaner Lawinenaktivität.
(6) 28.02. bis 01.03.: Während drei Wochen, von Ende Januar bis Mitte Februar war es trocken und die Lawinensituation wurde immer günstiger. In dieser Phase wurde die Schneedecke an West-, Nord- und Osthängen stark aufbauend umgewandelt und besonders oberflächennahe Schichten waren sehr locker. Aufgrund der Einstrahlung und der relativ hohen Februartemperaturen war die Schneedecke an Südhängen bereits durch Schmelzumwandlung besser verfestigt und allgemein lag an Südhängen relativ wenig Schnee. Die lockere Schneeoberfläche wurde vor allem im Variantengelände durch das Befahren zerstört. Im wenig befahrenen Tourengelände blieb sie jedoch weitgehend ungestört. Im letzten Februardrittel fiel im Norden und im Westen wiederholt Schnee, begleitet von zeitweise starkem bis stürmischem Nordwind. Besonders am 28.02. und am 01.03. war die Aktivität von trockenen Lawinen erhöht. Es gingen vermehrt kleine und mittlere spontane Lawinen nieder. Teils mächtige Neu- und Triebschneeschichten waren vor allem am Übergang zur sehr lockeren Altschneeoberfläche störanfällig und sehr leicht auslösbar. Am Alpensüdhang war die Situation aufgrund einer besser verfestigten Altschneedecke und meist nur kleinen und gut erkennbaren Triebschneeansammlungen günstiger.(7) In der ersten Märzhälfte fiel am Alpenhauptkamm und südlich davon wiederholt Schnee. Die Lawinenaktivität nahm in dieser Phase ab. Dennoch blieb die Situation besonders im Tourengelände nach wiederholten schwachen Schneefällen und starkem Wind kombiniert mit teils mächtigen Schwachschichten in der Altschneedecke heikel. Dies vor allem im Wallis und in Graubünden sowie gebietsweise am Alpennordhang. In einer Südlage fiel vom 15.03. bis 16.03. am Oberwalliser Alpenhauptkamm am meisten Schnee. Die Schneefallgrenze sank von 2000 m auf 1200 m. Die Lawinengefahr stieg gebietsweise auf "gross" (Stufe 4) an. Besonders am 16.03. war die Aktivität von spontanen feuchten und nassen Lawinen erhöht. (8) 18.03. bis 20.03.: Im Norden fiel nach ungewöhnlich langer Trockenheit wieder Schnee mit einer anfangs hohen Schneefallgrenze. Am 18.03. und 19.03. war die Auslösebereitschaft hoch es lösten sich vor allem im Oberengadin, im Münstertal und in Nordbünden, am 20.03. dann vor allem im südlichen Wallis viele kleine und mittlere Lawinen spontan oder wurden künstlich ausgelöst. Fast alle Lawinen rissen in oberflächennahen Schichten an. Lawinen, die in bodennahen Schichten oder direkt am Boden anrissen waren eher selten. Mit einem Lawinenaktivitätsindex von 229 war der 18.03. einer der aktivsten Tage des Winters 2010/11. Auch im weiteren Verlauf der zweiten Märzhälfte war die Lawinensituation an Nordhängen anhaltend heikel für Schneesportler. Die Verbreitung der Gefahrenstellen und die Auslösebereitschaft von Lawinen in der Altschneedecke nahm nur langsam ab, dies besonders im südlichen Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens. Zudem nahm die Nassschneelawinenaktivität an Südhängen zu. Die meisten tödlichen Lawinenunfälle ereigneten sich im März, mehr als die Hälfte davon im südlichen Wallis.(9) 01.04. bis 04.04.: Anfang April stieg die Nullgradgrenze auf 3500 m, was für die Jahreszeit neue, absolute Temperaturmaxima bedeutete. In hohen Lagen aperte die Schneedecke an Südhängen rasch aus. Nordhänge wurden zunehmend und rasch durchfeuchtet und dadurch instabil. Wie auf dem Weissfluhjoch (2540 m, Davos, GR) gemessen wurde, entsprach die Intensität des Schmelzwasserabflusses aus der Schneedecke Werten, wie sie sonst normalerweise im Mai registriert werden. Feuchte und nasse Lawinen gingen vor allem an Nordhängen, aber teils auch an noch nicht entladenen West- und Osthängen nieder. Die Lawinen lösten sich im Tagesverlauf meist spontan oder wurden durch Sprengungen ausgelöst. (10) 07.04. bis 09.04.: Nach kurzer Abkühlung und Niederschlägen im Norden am 04.04. stieg die Nullgradgrenze wieder auf rund 3500 m an. Die frühsommerliche Wärme hielt bis am 11.04. an. Die Durchfeuchtung der Nordhänge schritt weiter rasch voran und spontane Nassschneelawinen lösten sich jeweils im Tagesverlauf vor allem an Nordhängen in hohen Lagen. Die Lawinenaktivität war am 07.04. und 08.04. hoch und erreichte am 08.04. mit 239 den höchsten Wert des Winters 2010/11. In der Folge nahm die Lawinenaktivität ab und war bis Ende April eher gering. Vereinzelt wurden aus dem südlichen Wallis noch Lawinenauslösungen an Nordhängen gemeldet. Am 25.04. wurde das letzte tägliche Lawinenbulletin ausgegeben. Vom 27.04. bis zum 29.04. wurden drei Lawinenbulletins publiziert.Mai: Auch der Mai war relativ mild und besonders im Westen niederschlagsarm. Die Schneedecke in hohen Lagen aperte ausgesprochen früh aus. Ende Mai lag an Südhängen nur noch im Hochgebirge Schnee. An Nordhängen lagen die Schneegrenzen zwischen 2800 m im Norden und 2300 m im Süden. Dementsprechend war die Lawinensituation ruhig. Kälteeinbrüche mit Niederschlägen Mitte und Ende Mai führten vor allem im Norden und im Osten zu einem Anstieg der Lawinengefahr im Hochgebirge. Im Mai lagen nur wenig Informationen zur Lawinenaktivität vor. Während der Niederschläge Mitte Mai gingen vereinzelt nasse Lockerschneelawinen nieder die teils tiefere Schichten der Schneedecke mitrissen. Am 02., 05., 14. und am 31.05. jeweils ein Lawinenbulletin publiziert. Im Sommer und im Herbst erscheinen bei grossen Schneefällen weitere, situationsbezogene Lawinenbulletins.
Wie in Abbildung 23 ersichtlich ist, wurde die Gefahrenstufe 4 (gross) an vier Tagen prognostiziert, am 06.12. und am 07.12.2010 für Teile des Unterwallis und der Waadtländer Alpen sowie am 16.03. und am 17.03.2011 für den Oberwalliser Alpenhauptkamm und das nordwestliche Tessin. Sonst waren keine Gebiete betroffen. Gemäss Abbildung 24 wurde die Gefahrenstufe 4 (gross) weniger häufig verwendet als im langjährigen Mittel, die Gefahrenstufe 5 (sehr gross) kam nie zur Anwendung. Dies ist grundsätzlich im Einklang mit der Beschreibung im Kapitel Lawinenaktivität. Im Vergleich zu den Vorwintern waren Rutsche und kleine Lawinen häufiger, mittlere und grosse Lawinen seltener. Sehr grosse Lawinen wurden keine gemeldet. Für die meisten lokalen Lawinendienste war der Winter 2010/11 weniger heikel und aufwändig als andere Winter.
Die Situation für Schneesportler war zeitweise im Januar, besonders aber im Februar ungewöhnlich günstig. Dagegen war sie im März gebietsweise relativ heikel. Während einer längeren, ruhigen Wetterphase im Hochwinter herrschte längere Zeit mässige (Stufe 2) und geringe Lawinengefahr (Stufe 1). Die günstigsten Phasen mit gebietsweise geringer Lawinengefahr dauerten vom 25.01. bis 15.02., wobei vom 10.02. bis 14.02. in allen Gebieten der Schweizer Alpen geringe Lawinengefahr herrschte. Im Frühling, vom 01.04. bis zum Monatsende war die Lawinengefahr morgens in immer mehr Gebieten gering. Mit der tageszeitlichen Erwärmung stieg die Gefahr für Nassschneelawinen aber anfangs noch auf erheblich (Stufe 3). Wegen der relativ frühen Durchfeuchtung, zwei grossen Nassschneelawinenzyklen in der ersten Aprilhälfte und der Ausaperung stieg die Gefahr von Nassschneelawinen in der zweiten Aprilhälfte jeweils im Tagesverlauf nur noch auf die Stufe mässig (Stufe 2) an (siehe untere Grafik in Abbildung 23). Ein Anstieg der Lawinengefahr um eine oder zwei Gefahrenstufen aufgrund der tageszeitlichen Erwärmung war auch schon in den letzten Märztagen aufgetreten.
Mässige Lawinengefahr (Stufe 2) wurde in 48% der Zeit prognostiziert, was dem langjährigen Durchschnitt entspricht (Abbildung 24). Erhebliche Lawinengefahr wurde mit 27% weniger häufig, geringe Lawinengefahr mit 25% häufiger prognostiziert als normal. Damit war die Stufe 1 relativ häufig, die Stufen 3 und 4 seltener als im langjährigen Vergleich. Meist wenig ergiebige Schneefälle und längere Perioden mit ruhigem Wetter führten im Wesentlichen zu dieser Verteilung. Eine gebietsweise heikle Altschneesituation, wie sie für schneearme Winter typisch ist, in Kombination mit Neu- und Triebschnee führte jedoch von Ende Februar bis Anfang April gebietsweise zu anhaltend heiklen Verhältnissen im Tourengelände mit erheblicher Lawinengefahr.
Wie die Verteilung der Gefahrenstufen (siehe Abbildungen 24 und 25) zeigt, war der Winter 2010/11 etwas weniger gefährlich als ein Winter, der dem langjährigen Mittelwert entspricht. Der aktuelle Winter ist, von der Verteilung der Gefahrenstufen her, mit den Wintern 2001/02, 2002/03 und 2006/07 vergleichbar. Auch diese Winter waren relativ warm und schneearm. Es gab aber auch schneearme Winter, mit einer markant anderen Verteilung der Gefahrenstufen, wie beispielsweise der vorangegangene Winter 2009/10.
Während des hydrologischen Jahres 2011 wurden 195 nationale Lawinenbulletins veröffentlicht (Stand Ende September 2011). Davon erschienen 169 als tägliche Lawinenbulletins zwischen dem 25.11.2010 und 25.04.2011. Die übrigen 26 erschienen als sporadische Lawinenbulletins in den Winterrandmonaten oder als situationsbezogene Lawinenbulletins im Mai und im Sommer 2011.
Für sieben Regionen wurden zwischen dem 03.12.2010 und 17.04.2011 je 136 regionale Lawinenbulletins publiziert.
Tab. 1: Ausgabedaten der Lawinenbulletins im Winter 2010/11
| Produkt || Ausgabedatum |
| Situationsbezogene Lawinenbulletins Herbst 2010 || keine |
| Sporadische Lawinenbulletins zu Winterbeginn 2010/11 || 18.10. bis 22.11.2010 |
| Erstes tägliches Lawinenbulletin ||25.11.2010|
| Erste Regionale Lawinenbulletins ||03.12.2010|
| Letzte Regionale Lawinenbulletins ||17.04.2011|
| Letztes tägliches Lawinenbulletin ||25.04.2011|
| Sporadische Lawinenbulletins zu Winterende 2010/11 ||27.04. bis 05.05.2011|
| Situationsbezogene Lawinenbulletins Sommer 2011 ||14.05., 31.05., 22.07., 17.09.2011|
Bemerkenswerte, schnee- oder lawinenrelevante Perioden zwischen Juni und September, nummeriert nach Abbildung 26, sind im Folgenden kurz beschrieben:
1: Schnee bis in mittlere Lagen, vor allem im Westen
2: Wiederholte Niederschläge im Juni, Schneefall nur im Hochgebirge
3: Kurzer Wintereinbruch in hohen Lagen, vor allem im Norden
4: Aprilwetter im Juli, wiederholt Schneefälle im Hochgebirge und ein Wintereinbruch in hohen Lagen, vor allem im Norden und Westen
5: Nach sommerlichem Start in den August im Norden kurzer Wintereinbruch in hohen Lagen
6: Weiterer Kaltlufteinbruch mit Sturmwind und Schnee, im Norden Schnee bis unter die Waldgrenze
7: Markantester Wintereinbruch des Sommers 2011 mit ergiebigen Schneefällen bis in mittlere Lagen
Der Winter 2010/11 war durch Schneearmut im Hochwinter und schwere Lawinenunfälle im Spätwinter geprägt. Zudem war er ausserordentlich warm und sonnig mit extremen Niederschlagsdefiziten ab Januar. Seit Messbeginn vor 60 Jahren lag an vielen SLF-Beobachterstationen Mitte April noch nie so wenig Schnee oder sie waren noch nie so früh ausgeapert wie dieses Jahr. Im Frühwinter führten ergiebige Schneefälle im Mittelland zu "weissen Weihnachten" und im Süden zu viel Schnee. Im Hochwinter war es extrem trocken und die Lawinensituation war günstiger als normal. Allerdings führte die starke Umwandlung der Schneedecke zur Bildung von Schwachschichten. Diese wurden Ende Februar eingeschneit und waren danach für die anhaltend heikle Lawinensituation verantwortlich. Durchschnittlich sterben jährlich in der Schweiz 25 Menschen in Lawinen. Dieses Jahr waren bereits Mitte April 25 Lawinentote zu verzeichnen.
Anfang Oktober war es in den hohen Lagen der Schweizer Alpen bereits winterlich. Im Oktober fielen vor allem am Alpensüdhang in zwei Südstaulagen grössere Schneemengen. Im Norden waren die Neuschneemengen kleiner und mit Südwind war es milder. Erste Lawinen wurden gegen Ende Oktober am Alpennordhang und im Berninagebiet beobachtet.
Im November war es in hohen Lagen etwas kälter als normal. Mit weiteren vier Südstaulagen fiel am Alpensüdhang wiederholt und ergiebig Schnee. Am 12. November regnete es verbreitet bis auf 2600 m hinauf. Ende Monat fiel im Norden Schnee bis in tiefe Lagen. Die Schneehöhen in hohen Lagen waren im November am zentralen und östlichen Alpennordhang stark unterdurchschnittlich, sonst verbreitet durchschnittlich. Nur im Tessin, in Südbünden und gebietsweise im Mitteland und im Jura waren sie stark überdurchschnittlich. In hohen Lagen waren im November bereits Skitouren möglich. Der Schneedeckenaufbau war mit gut verfestigten Basisschichten meist günstig, dies vor allem in den schneereichen Regionen des Südens. Zum Monatsende ging die Hauptgefahr von kleinen Triebschneeansammlungen aus. Die ersten Lawinenunfälle mit verletzten Personen ereigneten sich im Wallis und am Alpennordhang. Dabei wurden meist kleine Schneebrettlawinen ausgelöst.
Im Dezember war das Wetter meist trüb und in hohen Lagen etwas kälter als normal. Mit häufigen Niederschlägen fiel Schnee teils bis ins Mittelland. Die Temperaturen schwankten stark. Mehrmals regnete es bis in hohe Lagen (oberhalb 2000 m). Die Schneehöhen waren am Alpennordhang leicht, im Mittelland und im Jura teils stark überdurchschnittlich (besonders in Basel und Genf). Im Wallis waren die Schneehöhen durchschnittlich, am Alpensüdhang und in Graubünden überdurchschnittlich. Der Start in den Winter war geglückt.
Nach wenig ergiebigen Schneefällen zu Monatsbeginn wurde es kalt. Vom 5. bis 7. Dezember fiel bei steigender Schneefallgrenze vor allem im Westen und Norden bis zu einem halben Meter Schnee in hohen Lagen. Dort war die Verbindung zum lockeren Altschnee schlecht. In mittleren Lagen wurde die Schneedecke mit dem Regen komplett durchnässt. Dies führte am 6. und 7. Dezember zum ersten Lawinenzyklus mit trockenen und nassen spontanen Lawinen meist mittlerer Grösse. Die Lawinengefahr erreichte im Westen gebietsweise die Stufe 4, "gross". Dort lösten sich vereinzelt auch grosse Lawinen. Bis zur Monatsmitte nahm die Lawinengefahr im Westen ab. Dagegen blieb die Lawinengefahr im Osten und gebietsweise im Süden mit den wiederholten Schneefällen, starkem Nordwind und sinkenden Temperaturen anhaltend auf der Stufe 3 "erheblich". Frische Triebschneeschichten bildeten die Hauptgefahr. Am Wochenende, 11./12. Dezember wurden vermehrt Lawinen durch Personen ausgelöst. Mit der grossen Kälte zur Monatsmitte nahm die Lawinengefahr nur langsam ab. In der dritten Dezemberwoche fiel im Norden und im Westen wiederholt Schnee bis ins Mittelland, wodurch der Strassen- und Flugverkehr stark beeinträchtigt wurde. In hohen Lagen wurde der Neuschnee mit starkem Westwind verfrachtet. Am 17. und 18. Dezember lösten sich vermehrt spontane und künstlich ausgelöste Lawinen, am 19. und 20. Dezember nahm die Lawinenaktivität ab. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen fiel im Süden 50 bis 80 cm Schnee. Im Norden war es mit Föhnwind zunächst warm. Pünktlich zum Weihnachtstag drehte der Wind auf Nordost und es kühlte ab. Verbreitet fiel 10 bis 20 cm Schnee bis in die Niederungen und bescherte dem Mittelland „weisse Weihnachten“ und erneut Verkehrsbehinderungen. In den Bergen verfrachtete starker Nordostwind den Schnee. Vom 23. bis 27. Dezember gingen vor allem am Alpensüdhang und im Gotthardgebiet spontane Lawinen nieder, die auch ältere Triebschneeschichten mitrissen und mittlere Grösse erreichten. In den übrigen Gebieten wurden Lawinen meist künstlich ausgelöst und waren eher klein. Ende Dezember nahm die Lawinengefahr ab. Zum Jahreswechsel war die Schneedecke in bodennahen Schichten verbreitet gut verfestigt. Nur im Unterengadin und im Münstertal war die gesamte Schneedecke aufbauend umgewandelt und locker. Verbreitet überdeckten oberflächennahe Triebschneeschichten einen teils weichen, teils verkrusteten mittleren Teil der Schneedecke. Der neuere Triebschnee bildete die Hauptgefahr. Im Wallis und teils am westlichen Alpennordhang war der Mittelbau der Schneedecke am schwächsten.
Im Gegensatz zum Dezember war der Januar in den Schweizer Alpen relativ trocken. Im Norden war es sehr sonnig und die Temperaturen waren höher als normal. Die Schneehöhen waren am Alpennordhang, aber auch im Jura, im Mittelland und im Sotto Ceneri stark unterdurchschnittlich. Im Wallis und in Nord- und Mittelbünden waren sie leicht unterdurchschnittlich, im nördlichen und mittleren Tessin und im Engadin waren sie durchschnittlich. Nur im Oberengadin und südlich davon lag etwas mehr Schnee als normal.
Der Jahresbeginn war "oben blau und unten grau". Bei mässiger, gebietsweise auch geringer Lawinengefahr und relativ guten Schneeverhältnissen herrschten günstige Touren- und Variantenbedingungen. Vom 7. bis 11. Januar fiel in einer Südlage am Alpenhauptkamm vom Rheinwald bis zum Berninapass und südlich davon 50 bis 80 cm, ganz im Westen und in den Voralpen 10 bis 30 cm Schnee. Anschliessend drehte der starke Wind auf Nordwest und vom 12. bis 13. Januar fiel in den Gebieten nördlich Rhone-Rhein, im Unterwallis, in Nordbünden und im Unterengadin 20 bis 40 cm, lokal bis 60 cm Schnee. Die Schneefallgrenze stieg von anfänglich 1000 m bis auf 2400 m an. Die Lawinengefahr stieg an. Am 13. Januar war die Lawinenaktivität markant erhöht. Vor allem am Alpennordhang, im Unterwallis, in Nordbünden und im Unterengadin gingen zahlreiche spontane kleine und mittlere Lawinen ab. Der Grossteil der Lawinen löste sich unterhalb von 2400 m im feuchten oder nassen Schnee. Trockene Lawinen waren seltener, aber eher grösser. Nach dem Regen waren die Schneeverhältnisse in mittleren Lagen frühlingshaft. In hohen Lagen war es winterlich. Mitte Januar war es sonnig und sehr mild. Die Lawinengefahr nahm ab. Vom 18. bis 21. Januar fiel in schauerartigen Niederschlägen am Alpennordhang verbreitet 20 bis 30 cm, lokal 50 cm Schnee bis in tiefe Lagen. Anschliessend verfrachtete zeitweise starker Nordostwind den Neuschnee. Im Westen und im Süden klarte es auf und war bis Ende Januar meist sonnig. Im Nordosten war es zunächst noch bedeckt mit schwachen Schneefällen vor allem am 26. Januar. Ende Januar war es im Norden über dem Hochnebel sonnig, im Süden meist bedeckt. Die Lawinengefahr nahm ab und die Lawinensituation war verbreitet günstig. Am westlichen Alpennordhang und in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens war die Altschneedecke am wenigsten verfestigt. Die lockeren Zwischenschichten waren aber kaum noch störanfällig. Die Hauptgefahr ging Ende Januar vor allem von frischen Triebschneeschichten aus. Trotz der unterdurchschnittlichen Schneehöhen in tiefen und mittleren Lagen herrschten wie schon zu Beginn des Monats in hohen Lagen oft günstige Touren- und Variantenbedingungen.
Auch der Februar war relativ trocken, mild und im Norden sehr sonnig. Die Schneehöhen waren verbreitet unterdurchschnittlich, besonders ausgeprägt im Norden. Nur im Oberengadin lagen sie noch im Durchschnitt.
In der ersten Februarhälfte war es in den Schweizer Alpen meist sonnig und 4 bis 6 Grad wärmer also normal. Die Schneehöhen waren bereits Anfang Februar an einigen SLF-Beobachterstationen im Norden ausserordentlich gering. Die Lawinensituation war verbreitet recht günstig. In der Altschneedecke konnten kaum Brüche erzeugt werden. Kleinräumige Triebschneeansammlungen bildeten die Hauptgefahr. Nach drei Wochen ohne wesentliche Niederschläge war die Altschneedecke Mitte Februar immer noch vielschichtig mit eingelagerten Schmelzharschkrusten. In vielen Bereichen war sie aber stark umgewandelt. Es bildeten sich mehrheitlich grosse, kantige Kristallformen. Bodennahe Schichten waren in schneearmen Gebieten, wie beispielsweise im südlichen Wallis, oder auch an schneearmen Stellen locker, sonst meist gut verfestigt. Auch die oberflächennahe Schneeschicht wurde aufbauend umgewandelt und war sehr locker und schön zu fahren. Im weniger befahrenen Tourengelände blieb sie teils ungestört erhalten und wurde später zu einer kritischen Schwachschicht. Vom 15. bis 17.02. fiel am zentralen Alpensüdhang und im Bergell verbreitet 40 bis 60 cm, am Alpenhauptkamm vom Simplon bis zur Bernina verbreitet 20 bis 40 cm Schnee. Die Temperaturen sanken und die Schneefallgrenze lag bei etwa 1000 m. Im Süden stieg die Lawinengefahr auf "erheblich" an. Im Norden war die Lawinengefahr bis am 20. Februar "gering“, was für den Februar, dem normalerweise heikelsten Monat des Winters, eher selten ist. Dann stieg die Lawinengefahr aber auch dort verbreitet auf „erheblich“ an. Wiederholte, mässige Schneefälle begleitet von starken Nordwestwinden führten im letzten Februardrittel am Alpennordhang, im Wallis und in Graubünden zu einer heiklen Lawinensituation für Schneesportler abseits der Pisten. Die neueren Schneeschichten blieben am Übergang zur sehr lockeren Altschneeoberfläche anhaltend störanfällig. Mit einer kleinen Zusatzbelastung konnten Lawinen ausgelöst werden. In der letzten Februarwoche war die Aktivität von trockenen Schneebrettlawinen hoch, besonders markant am 28. Februar und am 1. März. Dabei gingen vermehrt kleine und mittlere spontane und künstlich ausgelöste Lawinen nieder. Für grosse Lawinen war meist nicht genug Schnee vorhanden. Kleine und mittlere Lawinen sind jedoch die typische Lawinengrösse für Personenlawinen. Im Süden war die Situation mit einer besser verfestigten Altschneedecke und meist kleinen, gut erkennbaren Triebschneeansammlungen günstiger.
Im März setzte sich das relativ trockene und warme, im Norden sehr sonnige Wetter fort. Die Schneehöhen waren verbreitet unterdurchschnittlich, am Alpennordhang stark unterdurchschnittlich. Nur im Oberengadin entsprachen die Schneehöhen normalen Märzwerten. Die Schneedecke blieb besonders im wenig befahrenen Tourengelände störanfällig, da gebundene Schneeschichten von Ende Februar auf teils mächtigen, schwachen Schichten im Mittelteil der Schneedecke lagen.
Anfang März war die Lawinensituation, nach den Schneefällen von Ende Februar kritisch. Zudem fiel am 1. März im südlichen Oberwallis 10 bis 20 cm, im Saastal lokal bis 60 cm Schnee. Mit starkem Ostwind am 4. und 6. März entstanden frische, störanfällige Triebschneeansammlungen. Im Norden war es bis zum 11. März über dem Hochnebel meist sonnig. Die spontane Lawinenaktivität nahm zwar anfangs März deutlich ab, die Lawinengefahr bis Mitte März aber nur langsam. Vor allem an West-, Nord- und Osthängen war die Schneedecke störanfällig. Mitte März führten dann zwei ausgeprägte Föhnlagen, eine davon mit ergiebigen Schneefällen im Süden, erneut zu kritischen Lawinenverhältnissen für Schneesportler. Vom 15. bis 16. März fiel mit bis zu 80 cm am meisten Schnee in den zu Italien angrenzenden Gebieten des südlichen Oberwallis und des westlichen Tessins. In den angrenzenden Gebieten des südlichen Oberwallis und im übrigen Tessin fiel rund 50 cm, am übrigen Alpenhauptkamm vom Grossen St. Bernhard bis ins Berninagebiet rund 30 cm, weiter nördlich weniger Schnee bis in mittlere Lagen. Die Lawinengefahr stieg verbreitet markant an, in den Hauptniederschlagsgebieten am 16. März auf die Stufe 4, "gross". Mässige Schneefälle im Norden vom 18. bis 20. März mit einer Schneefallgrenze von über 2000 m führten vor allem am 18. März zu einer hohen Aktivität von spontanen und künstlich ausgelösten Nassschneelawinen. Die Schneefallgrenze sank im Verlauf der Niederschläge auf 1000 m ab. Starker Nordwind verfrachtete den Neuschnee. Vom 21. bis 25. März war es verbreitet sonnig und sehr mild. Vor allem an Nordhängen blieb die Lawinensituation anhaltend heikel für Schneesportler. An Südhängen nahm die Gefahr für trockene Lawinen ab. Dafür wurde an Südhängen die Nassschneelawinengefahr im Tagesverlauf zunehmend zur Hauptgefahr. In der letzten Märzwoche war es wechselhaft. Die Gefahr für trockene Lawinen nahm nur langsam ab. Die Nassschneelawinengefahr stieg an. Ende März waren die Verhältnisse in hohen Lagen an Nordhängen winterlich und an Südhängen frühlingshaft. Auch Ende März war die Altschneedecke an Nordhängen vor allem im südlichen Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens noch störanfällig. Die meisten tödlichen Lawinenunfälle, darunter mehrere gravierende Unfälle, ereigneten sich im März. Mehr als die Hälfte davon im südlichen Wallis. In der ersten Aprilhälfte war es anfangs sonnig und frühsommerlich warm. Vom 1. bis 3. April stieg die Nullgradgrenze auf 3500 m und bei sonnigem Wetter erreichten die Temperaturen verbreitet langjährige Maxima. Mit einem Kaltlufteinbruch sanken die Temperaturen am 4. April kurzfristig markant ab und am Alpennordhang und im westlichen Unterwallis fiel oberhalb von 2500 m wenig Schnee. Bis am 11. April war es wieder sonnig und extrem warm. In hohen Lagen aperten die Südhänge zunehmend aus und die Nordhänge durchfeuchteten. Dadurch war die Nassschneelawinenaktivität an Nordhängen hoch. Nasse und feuchte Lawinen gingen spontan ab oder wurden bei Sicherungssprengungen ausgelöst. Die Nassschneelawinengefahr stieg bis am 9. April jeweils im Tagesverlauf markant an. Vom 12. bis 15. April kühlte es auf jahreszeitübliche Temperaturen ab. Am zentralen und östlichen Alpennordhang sowie in Nordbünden fiel vom 12. bis 13. April 20 bis 40 cm Schnee. Mitte April war die Altschneedecke unter dem gebietsweise gefallenen Neuschnee an Südhängen bis über 3000 m, an Nordhängen bis auf rund 2800 m durchfeuchtet. Mit der Abkühlung verfestigte sich die feuchte Schneedecke vor allem in oberflächennahen Schichten. Die Altschneedecke war an Nordhängen vor allem im südlichen Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens noch stellenweise schwach und störanfällig.
Mitte April lag an den ENET-Stationen seit 1994 so wenig Schnee wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Im Durchschnitt der 11 Stationen lagen 97 cm, was nur gerade 56% des langjährigen Mittels von 172 cm entsprach. Ein bisschen besser, aber immer noch klar unterdurchschnittlich, war die Schneesituation in dieser Höhenlage nur gerade im Oberengadin und im Nordtessin. Die Schneehöhe an den tiefer gelegenen Beobachterstationen betrug im Durchschnitt sogar nur 22% des langjährigen Mittels. Viele der langjährigen Beobachterstationen (z. B. Arosa, Trübsee, Ulrichen, Andermatt, Zervreila, Hasliberg, Grimsel, Weissfluhjoch) zeigten aktuelle Minimum-Rekorde oder waren noch nie so früh ausgeapert seit dem Messbeginn vor 60 Jahren. Die geringen Schneemengen bis in die Gipfellagen wurden vor allem durch die Niederschlagsdefizite seit Januar verursacht. Die Neuschneesumme von Januar bis Mitte April dieses Jahres war in der Tat so gering wie noch nie seit Messbeginn vor 60 Jahren (nur 26% des langjährigen Mittels). Wird der Dezember noch dazu genommen, war der Winter 2010/11 immer noch der 4. schneeärmste Winter. Betrachtet man die durchschnittlichen Schneehöhen für die ganze Wintersaison (Dezember bis Mitte April), so sind diese nicht mehr so rekordverdächtig tief wie die aktuellen Schneehöhen Mitte April. In 6 Wintern (1990, 1964, 2007, 2002, 1996, 1989) war die durchschnittliche Schneehöhe nämlich kleiner als im Winter 2011. Auffällig dabei ist, dass mit Ausnahme von 1964 alle in den letzten gut 20 Jahren stattfanden.
Im Winter 2010/11 wurde die Lawinengefahr wie folgt eingeschätzt (Darstellung in Klammern: Mittelwert der letzten 14 Jahre, jeweils Dezember bis April – vgl. Abbildung 1): Gefahrenstufe 1 (gering): 18% (17%), Gefahrenstufe 2 (mässig): 52% (48%), Gefahrenstufe 3 (erheblich): 30% (33%), Gefahrenstufe 4 (gross): 0.2% (2%), Gefahrenstufe 5 (sehr gross): 0% (0.2%)
Entsprechend der Verteilung der Gefahrenstufen war der Winter 2010/11 weniger gefährlich als ein Winter, der dem langjährigen Mittelwert entspricht. Die Gefahrenstufen 1 "gering" und 2 "mässig" waren häufiger prognostiziert, die Gefahrenstufen 3 "erheblich" und 4 "gross" seltener als im Durchschnitt der letzten 14 Jahre. Die Gefahrenstufe "gross" (Stufe 4) wurde an 4 Tagen in nur wenigen Gebieten prognostiziert. Die günstige Lawinensituation im Januar und Februar hat sich auf die Statistik ausgewirkt. Weitere typische Merkmale des Winters waren:
Günstig war, dass in den Zyklen mit spontaner Lawinenaktivität für grosse Lawinen verbreitet zu wenig Schneevolumen in den Einzugsgebieten und in den Lawinenzügen vorhanden war. Die Schneedeckenbasis war häufig mit Krusten durchzogen und dadurch vielerorts gut verfestigt. In mittleren Lagen war die Schneedecke mit Regen wiederholt durchfeuchtet und aperte bereits im März rasch aus. Mit längeren, ruhigen Wetterphasen im Hochwinter gab es dann auch längere Phasen mit geringer Lawinengefahr (Stufe 1). Für Schneesportler abseits der Pisten war die Situation vor allem in Neu- und Triebschneesituationen kritisch. Ungünstig war, dass sich im Laufe des Februars vor allem an West-, Nord- und Osthängen die Schneedecke aufbauend umgewandelt wurde und sich zudem an der Schneeoberfläche lockere Schneeschichten bildeten. Im häufig befahrenen Touren- und Variantengelände wurden diese Schichten immer wieder zerstört. Dagegen blieben sie im wenig befahrenen Tourengelände erhalten und wurden Ende Februar eingeschneit. Die Schneefälle waren häufig wenig ergiebig, so dass sich nur wenige Hänge spontan entluden. Für Tourengänger war die Lawinensituation ab Ende Februar heikel, dies besonders anhaltend im südlichen Wallis. Mit grosser Wärme und viel Sonne war der erste Frühjahrs-Nassschneelawinenzyklus relativ früh und intensiv. Für grosse Nassschneelawinen war aber auch Ende Winter zu wenig Schnee vorhanden.
Bis Mitte April wurden dem SLF für den Winter 2010/2011 110 Lawinen mit insgesamt 179 erfassten Personen gemeldet. 25 Personen haben bei 15 Lawinenunfällen ihr Leben verloren, 1 Person ist noch vermisst. 41 Personen wurden in Lawinen verletzt, bei 6 Lawinen wurden Such- und Räumungsaktionen durchgeführt. 10 Personen starben bei Lawinengefahrenstufe 2 (mässig), 15 Personen bei Stufe 3 (erheblich). Die Lawinenopfer gingen folgenden Tätigkeiten nach: Varianten-Skifahren: 2 Personen, Touren-Skifahren: 17 Personen, Bergsteigen: 1 Person, Heliskiing: 1 Person, unbekannt (Touren-Skifahren oder Schneeschuh-Laufen): 4 Personen. In 8 Unfällen verstarben 9 Personen am Alpennordhang, in 6 Unfällen verstarben 13 Personen im Wallis und bei einem Unfall verstarben 3 Personen in Graubünden. Auf die Expositionen verteilen sich die tödlich verunfallten Personen wie folgt: 8 Personen an Nordhängen, 8 Personen an Westhängen, 4 Personen an Osthängen und 5 Personen an Südhängen.
Die Gesamtopferzahl liegt für Mitte April mit 25 Todesopfern über dem Mittelwert. Für das ganze hydrologische Jahr, das noch bis zum 30. September 2011 dauert, liegt der langjährige Mittelwert bei 25 Lawinentoten. Der schwerste Lawinenunfall dieses Winters ereignete sich am 25. März 2011 im Valsorey, Bourg-Saint-Pierre (VS), wobei vier Personen das Leben verloren und eine Person noch vermisst wird. Zwei weitere Lawinenunfälle mit jeweils drei Todesopfern ereigneten sich am 19. März 2011 am Jörihorn, Davos (GR) und am 1. April 2011 an der Crête de Barneuza, Ayer (VS).
Die Herausgabe der täglichen nationalen Lawinenbulletins wurde am 25. November 2010 gestartet. Die Ausgabe der sieben regionalen Lawinenbulletins erfolgte vom 03. Dezember 2010 bis 17. April 2011. Für den Jura wurde an vier Tagen vor „erheblicher“ Lawinengefahr (Stufe 3) gewarnt.
Das nationale Lawinenbulletin mit der Prognose der Lawinengefahr und allgemeinen Informationen zur Schneesituation in den Schweizer Alpen erscheint bis auf Weiteres täglich. Es kann über www.slf.ch, Telefon 187 (Fr. 0.50 pro Anruf/Min.) oder Teletext 782 abgerufen und per RSS abonniert werden. Zudem kann ein SMS Service abonniert werden, der auch über den Sommer auf das Erscheinen eines Lawinenbulletins hinweist (SMS mit dem Inhalt START SLF SOMMER an 9234 senden, Service stoppen: SMS mit dem Inhalt STOP SLF SOMMER an 9234 senden, Fr. 0.20 pro SMS). Des Weiteren verweisen wir auf den Alpenwetterbericht von MeteoSchweiz (www.meteoschweiz.ch, Fax 0900 162 338 oder Telefon 0900 162 138, Fr. 1.20 pro Min.).