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Menschenschädel und Weinamphoren
Medienmitteilung vom 21. Februar 2007
Bei den archäologischen Ausgrabungen auf dem Campus der Novartis kamen Menschenschädel und zerbrochene Weinamphoren zum Vorschein. Der Fund steht in Zusammenhang mit einem Ahnenkult der Kelten vor über 2000 Jahren.
Basler Archäologen entdeckten in einer kleinen Grube bei Ausgrabungen in der keltischen Siedlung Basel-Gasfabrik die abgetrennten Schädel von mindestens vier Menschen. Die Schädel lagen zusammen mit Amphorenfragmenten und Tierknochen - den Resten eines rituellen Mahls - in der Grube. Bereits 1999 ist dort eine ähnliche Grube mit Amphorenfragmenten und Schädeln entdeckt worden. Von 150 bis 80 vor Christus existierte auf dem Campus der Novartis eine 150’000 m2 grosse, keltische Siedlung. Dort, wo momentan die Parkanlage im Eingangsbereich des Campus entsteht, war das Zentrum der Siedlung mit grossen Silo- und Kellergruben von bis zu 5 m Durchmesser und 3 m Tiefe.
Antike Schriftsteller berichten von den Kelten, dass sie die Schädel ihrer im Kampf getöteten Feinde als Siegestrophäe mitnahmen. Die Basler Schädel sind aber weniger Siegestrophäen, sondern eher Zeugen eines komplexen Ahnenkults. Die Schädel wurden zusammen mit den Resten eines üppigen Mahls, bei dem auch reichlich Wein aus Italien geflossen sein muss, in den Gruben deponiert. In einem späteren Auswertungsprojekt sollen die geheimnisvollen Schädeldeponierungen weiter untersucht werden. Mit DNA- und Isotopen-Analysen lassen sich Verwandtschaftsverhältnisse und Herkunft der Toten klären.
Die Basler Kelten bestatteten ihre Verstorbenen in zwei Gräberfeldern ausserhalb der Siedlung. Einige Tote wurden aber auch innerhalb der Siedlung in Gruben beigesetzt. Zudem finden sich immer wieder einzelne menschliche Schädel oder andere Knochen. Sie scheinen manchmal wie normaler Siedlungsabfall entsorgt worden zu sein. Die Archäologische Bodenforschung wird die wichtigen Ausgrabungen, die in guter Koordination mit der Bautätigkeit auf dem Novartis Campus-Areal stattfinden, auch in diesem Jahr fortführen.
Auskünfte für Medienschaffende:
Guido Lassau lic.phil./MAS, Kantonsarchäologe, Tel. 061 2672355