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Der Fussballclub Amicitia (FCA) wurde 1930 als ‹Arbeiter Turn- und Sportverein› gegründet. 2009 verzeichnete der FCA als Basler Cupsieger den grössten sportlichen Erfolg seiner Vereinsgeschichte.
Ein Jahr nach der Eröffnung des Sportplatzes Grendelmatten 1929 trafen sich am 1. Juli 1930 neun Männer im Restaurant Lindenhof und gründeten den ‹Arbeiter Turn- und Sportverein Riehen›. Da sich die Vereinsaktivitäten hauptsächlich auf das Fussballspiel konzentrierten, wurde der Verein 1932 in ‹Arbeiter Fussballclub Riehen› (AFC Riehen) umbenannt und dem Schweizerischen Arbeiter-Turn- und Sportverband (Satus) angegliedert.
Der Satus war 1874, als Verband verschiedener polysportiver Vereine mit sozialistischer Ausrichtung, aus dem 1838 gegründeten Schweizerischen Grütliverein hervorgegangen. Das Anliegen des Verbands war die Verbreitung sportlicher Aktivitäten (primär der Turnkunst) in der Arbeiterklasse. Der Name wurde 1923 festgelegt. Weil sich der Satus zur sozialistischen Bewegung bekannte, wurden ihm zwischen 1920 und 1930 die Bundessubventionen entzogen. 1993 strich der Satus die sozialistische Grundhaltung aus seinen Leitsätzen.
Der AFC Riehen verzeichnete in der Satus-Meisterschaft der Region Nord kaum Erfolge und wurde in der Saison 1936/37 sogar Tabellenletzter. Als die Mitgliederzahl gerade noch elf aktive Sportler und sechzehn Junioren betrug, schloss sich der AFC Riehen am 25. Juni 1937 mit dem AFC Mulbeer zum ‹Arbeiter Fussballklub Amicitia Riehen› zusammen. Maurer Peter (Pietrino) Rabiti wurde zum ersten Klubpräsidenten ernannt.
Der damalige Vizepräsident, Lehrer und Gemeinderat Jakob Jutzler-Gantenbein, besiegelte den kameradschaftlichen Zusammenschluss mit dem Namen ‹Amicitia› (lateinisch: Freundschaft). Die Idee eines freundschaftlichen und sozialen Vereinslebens wurde zum Leitsatz des 1937 fusionierten Vereins: Feste in den Langen Erlen und Vereinsreisen nach Rumänien (1964), in die Sowjetunion (1970) oder nach Paris (1973) ergänzten das sportliche Programm. Noch in den 2019 verabschiedeten Statuten werden neben der Ausübung des Fussballsports «die Pflege guter Freundschaft» als Vereinszweck angegeben.
Als die Satus-Meisterschaft Region Nord 1967 in den Schweizerischen Fussballverband› (SFV) integriert wurde, trat der FC Amicitia in der vierten Liga an. 1970 stellte er ein Aufnahmegesuch an den SFV und wurde in den Verband aufgenommen. Seither ist der FCA Doppelmitglied im SFV und im Satus. 1975/76 gelang der Aufstieg in die dritte Liga. Regionaler Konkurrent des FC Amicitia war der FC Riehen, der in der ersten Liga spielte und eine starke Nachwuchsabteilung hatte. Am 20. April 1982 eröffnete auch der FCA eine eigene Nachwuchsabteilung.
1990/91 geriet der FC Amicitia erneut in die Krise: Nur noch eine Mannschaft spielte in der vierten Liga der Meisterschaften des SFV. Als der FC Riehen im Jahr 1993 interne Konflikte austrug, wechselten 150 Junioren und Juniorinnen, Funktionäre, Trainer und Betreuer zum FCA und führten 1995 die erste Mannschaft wieder zurück in die dritte Liga und 2001 in die zweite Liga. Der Club wuchs kontinuierlich und zählte im Jubiläumsjahr 2005 rund 700 Mitglieder, die in 26 Mannschaften spielten. 2005 gehörten dem FCA auch ein Frauenteam und ein Juniorinnenteam an.
Im Jahr 2009 gewann der FC Amicitia das Finalspiel des Basler Cups gegen den FC Black Stars Basel. Die Gemeinde Riehen überreichte ihm dafür den Sportpreis. Als Sieger des Basler Cups qualifizierte sich der FCA Riehen für den Schweizer Cup.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 8.1.2023
Pitel, Peter: Jubiläumsschrift. 75 Jahre Fussballclub Amicitia Riehen. 1930–2005. Riehen 2005: STA B 1514.
Sportvereine, 1920–1975 (Serie): AFC Amicitia Riehen (1936–1961): PA 825 E III 4 (10).
Spriessler-Brander, Rolf: FC Amicitia ist Basler Cupsieger. In: Jahrbuch z’Rieche 2010. S. 126–131.