Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03479.jsonl.gz/2880

01.04.2020 - Neues Coronavirus: Informationen zu COVID-19, Asthma und Allergien
Das neue Coronavirus ist für alle Personen gefährlich. Ein besonders hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben Personen ab 65 Jahren und alle, die an einer Vorerkrankung leiden. Zum Teil entwickeln aber auch jüngere, gesunde Personen schwere Verläufe.
Empfehlungen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung des neuen Coronavirus:
- Bleiben Sie zuhause.
- Benutzen Sie keine öffentlichen Verkehrsmittel.
- Kaufen Sie ausserhalb der Stosszeiten ein. Oder lassen Sie eine Freundin oder einen Nachbarn für Sie einkaufen.
- Meiden Sie Treffen mit mehreren Personen.
- Machen Sie geschäftliche und private Treffen via Skype oder ähnlichen Hilfsmitteln.
- Reduzieren Sie Besuche in Altersheimen, Pflegeheimen und Spitälern auf ein absolutes Minimum.
- Vermeiden Sie Kontakte mit erkrankten Personen.
- Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie Atembeschwerden, Husten oder Fieber haben. Rufen Sie sofort Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder ein Spital an. Sagen Sie, dass Sie im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus anrufen und ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben. Beschreiben Sie Ihre Symptome.
Für Personen ab 65 Jahren und für alle mit bestehender Vorerkrankung ist das neue Coronavirus besonders gefährlich.
Mit einer dieser Vorerkrankungen ist man besonders gefährdet:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Chronische Atemwegserkrankungen
- Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
- Krebs
Quelle: Bundesamt für Gesundheit
Corona-Virus: Allergien & schweres Asthma
Rund jede fünfte Person in der Schweiz hat eine Allergie und reagiert auf an sich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Pollen gehören zu den häufigsten Auslösern von Atemwegsallergien. Aktuell, Stand 20.3.2020, ist kein Zusammenhang bekannt zwischen einer bestehenden Allergie und dem Auftreten oder Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung.
Alle Betroffenen von Allergien und Asthma befolgen daher die allgemeinen Empfehlungen des BAG, auch wenn sie nicht zu den besonders gefährdeten Personen (siehe oben) gehören:
- Abstand halten
- Gründlich Hände waschen
- Keine Hände schütteln
- Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen
- In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen
- Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
- Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation
Hingegen Menschen mit schwerem Asthma sollen sich vor Ansteckung besonders schützen und die Massnahmen für besonders gefährdete Menschen befolgen (siehe oben, BAG). Bei einer Verschlechterung der asthmatischen Symptome sollen sie sich telefonisch an einen Arzt wenden.
In der Schweizer Bevölkerung haben ca. 2–8% aller Menschen Asthma. Davon hat aber nur ein kleiner Teil schweres Asthma. Sie haben schweres Asthma, wenn Ihnen Ihr Arzt dies so mitgeteilt hat und wenn Sie aktuell einer immunmodulierenden Therapie bedürfen oder trotz anderer mittel-/hochdosierten Medikamenten (z.B. Symbicort®, Seretide®, Alvesco® oder Foster®) zeitweise noch Beschwerden haben oder Sie Kortison in Tablettenform zur Behandlung benötigen.
Wichtig:
- Verordnete Medikamente gegen Allergien und Asthma (z.B. Antihistaminika, Kortisonpräparate) sollten nicht ohne Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
- Es gibt derzeit keine Hinweise, dass die Einnahme von Medikamenten gegen Allergien und Asthma (Antihistaminika, Kortisonpräparate) das Risiko für eine COVID-19-Erkrankung erhöhen oder eine Infektion verschlechtern.
- Des Weiteren gibt es derzeit keine Hinweise, dass die geringen Kortisondosen, die bei Asthma inhaliert werden müssen, ein Risiko für eine COVID-19-Erkrankung darstellen. Ein unkontrolliertes Absetzen der Medikamente ist für Betroffene deutlich gefährlicher.
- Wer hingegen zur Asthmabehandlung eine Kortisontherapie mittels Tabletten erhält, sollte sich nach den Regeln für besonders gefährdete Personen verhalten. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihren behandelnden Arzt kontaktieren.
Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat (Stand 01.04.2020)
Quellen: Wissenschaftlicher Beirat von aha! Allergiezentrum Schweiz; Bundesamt für Gesundheit; Lungenliga zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie (SGP); Deutsche Gesellschaft für Pneumologie
Kontakte: