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Andres Mustonen, der 1953 im estnischen Tallinn geboren wurde und ein Violinstudium absolvierte, begann seine musikalische Laufbahn im Bereich der Avantgarde, bevor er sich auf die Alte Musik spezialisierte. 1972 gründete er das Ensemble Hortus Musicus, das sich zunächst ausschliesslich Werken vom Mittelalter bis zur Renaissance widmete, im Laufe der Jahre aber auch aussereuropäische Musik vom indischen Raga bis zum aserbaidschanischen Mugham und ausgewählte Komponisten der Gegenwart aufführte. Mit seinen Musikern gastierte Mustonen seither bei vielen renommierten Festivals – in Utrecht, London, Lockenhaus oder Kuhmo – und spielte mehr als 25 Platten ein. Hatte Mustonen die Aufführungen anfangs vom ersten Violinpult aus geleitet, tritt er mittlerweile regelmässig als Dirigent im herkömmlichen Sinne auf und arbeitete mit den St. Petersburger Philharmonikern, dem Grossen Sinfonieorchester des Moskauer Rundfunks, dem Finnischen und dem Schwedischen Rundfunksinfonieorchester, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem National Symphony Orchestra in Washington und zahlreichen baltischen Orchestern zusammen. Intensiv setzte er sich dabei für das Schaffen von zeitgenössischen Komponisten ein, etwa für Giya Kancheli, Arvo Pärt, Krzysztof Penderecki, Valentin Silvestrov, Sofia Gubaidulina, John Tavener und Alexander Knaifel. Zu seinem Repertoire zählen ausserdem geistliche Werke von Bach, Mozart und Bruckner. Nach wie vor ist Andres Mustonen auch als Geiger und Kammermusiker tätig und konzertiert mit befreundeten Kollegen wie den Cellisten Natalia Gutman und Ramon Jaffé, den Geigern Gidon Kremer und Dmitry Sitkovetsky, dem Bratschisten Yuri Bashmet, dem Oboisten François Leleux oder dem Pianisten Alexei Lubimov. «Ich trete niemals mit jemandem auf, den ich nicht als Freund betrachten oder nicht lieben kann», bekennt Mustonen.
August 2012