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Die ägyptischen Priester nahmen an, daß die Seele nach dem Tode des Leibes durch alle Tiergattungen wandere, nach 3000 Jahren
aber wieder in einen Menschenleib komme. Wahrscheinlich von den Ägyptern empfingen dann die Griechen
den Glauben an die S., und zuerst sollen Pherekydes und sein SchülerPythagoras dieselbe gelehrt haben; dieser dachte sich dieselbe
als einen Läuterungsprozeß. Metempsychosis, Seelenwechsel, und Metensomatosis, Körperwechsel, sind die griechischen Bezeichnungen
für S. Die spätern Pythagoreer lehrten, daß der Geist, von den Fesseln des Körpers befreit, in das Reich
der Verstorbenen eingehe und nach längerm oder kürzerm Verweilen daselbst wieder andre menschliche oder tierische Körper
belebe, bis er geläutert und würdig sei, zum Urquell des Lebens wieder zurückzukehren.
Aristoteles verwarf die S., weil sie voraussetze, daß die Seele sich zu bestimmten Körpern gleichgültig verhalte. Die Juden
zur Zeit Christi glaubten ziemlich allgemein an die S. Die Talmudisten nahmen an, Gott habe nur eine bestimmte
Anzahl von Judenseelen geschaffen, die daher immer wieder kämen, solange es Juden gebe, bisweilen auch zur Strafe in Tierkörper
versetzt, am Tag der Auferstehung aber alle gereinigt seien und in den Leibern der Gerechten im Gelobten
Land aufleben würden. In der christlichen Kirche lehrten nur die Gnostiker und Manichäer eine S.