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1847: Ida Sträuli-Knüsli
Ida Sträuli-Knüsli lernte in der Kanzlei ihres Vaters die gesetzlichen Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen kennen. Von da an setzte sie sich unermüdlich für die Anliegen der Frauen ein. Sie war Mitbegründerin und 26 Jahre lang auch Präsidentin des Frauenbundes Winterthur, welcher noch heute unter dem Namen «familiaris winterthur» besteht.
Mehr Informationen zu Ida-Sträuli-Knüsli finden Sie Hier.
1848: Ein moderner Bundesstaat wird gegründet
Ein einiges Volk von Schweizern – ohne Schweizerinnen.
Mit der Gründung der Schweiz 1848 entsteht der Vorläufer unserer heutigen Schweizer Demokratie, mit National und Ständerat. Und obwohl bereits Olympe de Gouges 1791 in Frankreich darauf hingewiesen hat, dass Bürgerrechte zwingend auch für Frauen gelten müssen, gilt das allgemeine Schweizer Wahlrecht ausschliesslich für Männer (sofern sie Christen und nicht armengenössig waren).
1870: Erste Lehrerinnen
Ab 1870 durften Frauen als Lehrerinnen in Primarschulen arbeiten. 1875 wurden mit Anna Morf und Louise Huber die ersten zwei Lehrerinnen angestellt, zunächst nur provisorisch. Die Gemeindeversammlung entschied sieben Jahre später, die zwei Frauen zum gleichen Lohn wie Männer und definitiv anzustellen. Erst 1900 wurden weitere drei Lehrerinnen und 1901 zwei Lehrerinnen angestellt – jedoch ohne Gleichstellung bei Lohn und Anstellungsverhältnis: Sie verdienten 800 Franken weniger als die Männer und ihnen war nur erlaubt, auf der Unterstufe zu unterrichten. Begründung der Schulpflege für den tieferen Lohn:
Aufgrund der Lebensweise der Frauen, die sich in einem engen sozialen Rahmen abspiele, würden sie weniger Geld brauchen als die Männer, die im öffentlichen Leben stehen würden.
Erfahren Sie mehr zum Thema: Lehrerinnen_Volksschule
1891: Einführung der Volksinitiative
Für einmal ist die Schweiz führend mit einer wesentlichen demokratischen Erneuerung: Schweizer Bürger haben ab 1891 das Recht, sich mit dem Mittel der Volksinitiativen direkt an der Demokratie zu beteiligen. Leider dauert es noch sage und schreibe 80 Jahre, bis 1971 auch die Schweizer Bürgerinnen für Ihre Anliegen auf dieses Instrument zurückgreifen dürfen.
1895: Elisabeth Fülscher
Elisabeth Fülscher wurde 1895 in Winterthur geboren. Sie war einst die berühmteste Köchin der Schweiz. Sie war Buchautorin schrieb Rezepte und hatte eine eigene Schule. Sie bildete Bräute zu Hausfrauen aus, war aber selbst ein Leben lang ledig. Sie war eine sehr erfolgreiche Geschäftsfrau und engagierte sich im Klub der Zürcher Berufs- und Geschäftsfrauen sowie im Zürcher Klub der Soroptimisten. Elisabeth Fülscher engagierte sich stark für das Frauenstimmrecht, sie starb aber vor dessen Einführung 1970 im Alter von 75 Jahren.
1897: Leonie Moser
Geboren 16.11.1897 in Horgen, gestorben am 17.3.1959 in Zürich
Sie engagierte sich für die Anerkennung der Arbeit von Röntgenschwestern, unter anderem mittels rund 50 Artikeln zur Entwicklung der Röntgentechnologie und zur Situation des weiblichen Pflegepersonals. Sie starb an den Folgen des in der Pionierzeit ungenügenden Strahlenschutzes.