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Ein Team britischer Soziologen befand, dass sich die Forschung zum Sexualverhalten nicht ausreichend auf ältere Altersgruppen konzentriert hat. So untersuchten sie Informationen der English Longitudinal Study of Ageing, die seit 2002 die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen ab 50 Jahren verfolgt, mit jährlichen Umfragen und persönlichen Interviews.
Die Daten für die Studie über Sexualpartner wurden mit Fragebogen zu sexuellen Beziehungen und Aktivitäten in den Jahren 2012 bis 13 erfasst. Etwa 6'921 Teilnehmer gaben die Anzahl der Partner an, die sie hatten.
Informationen über Ethnizität, Familienstand, Haushaltseinkommen, Orientierung, Gesundheit und Lebensstil wurden gesammelt. Die Forscher fragten die Teilnehmer ausserdem nach ihren Rauch- und Trinkgewohnheiten und wie häufig sie sich körperlich betätigen würden.
Es überrascht nicht, dass Männer häufiger als Frauen eine höhere Anzahl von Sexualpartnern während ihrer bisherigen Lebenszeit angaben.
Knapp 40 Prozent der befragten Männer und rund jeder vierte (24 Prozent) der Frauen hatten mindestens fünf Partner.
Etwa jeder fünfte Mann, aber weniger als jede 10. Frau (8,5 Prozent) hatte zehn oder mehr Partner.
Weitere Ergebnisse:
Bei den Frauen hatten weisse und solche, die sich moderat bis häufig sportlich betätigen, eine höhere Anzahl von Sexualpartnern – ausserdem waren sie nie über einen längeren Zeitraum krank.
Bei den Männern meldeten die unteren 20 Prozent des Einkommensspektrums und die oberen 20 Prozent jeweils eine höhere Anzahl von Sexualpartnern in ihrem bisherigen Leben.
Auch bisexuelle Frauen und schwule Männer hatten unabhängig voneinander eine höhere Anzahl von Sexualpartnern.
Die Tatsache, dass ältere Männer mehr Sexualpartner haben als ältere Frauen, spiegelt die Ergebnisse in jüngeren Altersgruppen wider.
Forscher sehen die Gründe im höheren Testosteronspiegel der Männern, in der gesellschaftlichen "Doppelmoral" in Bezug auf das Sexualverhalten von Frauen, und dass Männer eher als Frauen über ihre sexuellen Eroberungen sprechen.
Sie sagen auch, dass es nicht klar sei, warum Frauen mit weisser Ethnie über eine höhere Anzahl von Sexualpartnern berichteten als Frauen mit anderem ethnischem Hintergrund – oder warum diese Unterschiede nicht für Männer galten.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, wurden keine Ursachen mit den Ergebnissen in Verbindung gebracht, die sich auf persönliche Erinnerungen stützten. Sie sind ja möglicherweise nicht immer korrekt.
Immerhin sei es aber die erste Studie, die soziodemographische und verhaltensbedingte Faktoren der Generation 50plus im Bezug auf ihre Sexualität identifiziere. Diese Altersgruppe werde bei dieser Art von Forschung oft ausgelassen, sagt die Studie.
Die Studie wurde im British Medical Journal veröffentlicht.