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Wasserdampfdestillation
Reine ätherische Öle werden durch Wasserdampfdestillation von frischem Pflanzenmaterial gewonnen. Dieses Verfahren wird am häufigsten angewandt und ist gleichzeitig auch die Methode mit der grössten Bedeutung und den besten Ergebnissen. Ca 80 % der gängigen Öle werden so gewonnen. Die Destillation ist beindruckend. Zunächst wird gutes Wasser (am besten Quellwasser) bereitgestellt und mit Holz oder Gas erhitzt. Anschliessend wir der Pflanzenkorb im Alambic (Destillierkessel) mit Pflanzen gefülllt. Der Wasserdampf steigt durch das Pflanzengut hindurch, bricht die Ölzellen auf und nimmt den "Pflanzenduft" so in gasförmiger Form mit sich. Der so gesättigte Wasserdampf wird nun durch einen Kühler geleitet, kondensiert und fliesst in die Florentinerflasche. Das ätherische Öl trennt sich hier vom duftenden Hydrolat. Im Hydrolat finden sich die wasserlöslichen Stoffe einer Pflanze, im ätherischen Öl die öllöslichen Wirk- stoffe. Der Destillations-Prozess dauert von 45 Minuten (Lavendel) bis zu 24 Stunden (Ylang Ylang). Das Hydrolat kann ebenfalls verwendet werden wie wir später feststellen können.
Kaltpressung
Die Zitrusfrüchte wie Zitrone, Mandarine, Bergamotte und andere, lagern ihre ätherischen Öle in der Schale. Wir können sie von blossem Auge erkennen. Wenn wir eine Orangenschale gegen die Flamme einer brennenden Kerze ausdrücken verbrennt das ätherische Öl in hellen Flämmchen. Früher wurden die Zitrusöle so hergestellt, dass man deren Schalen gegen einen Schwamm ausdrückte. Heute werden sie durch maschinelle Kaltpressung gewonnen.Es ist zu beachten, dass die Pflanzen und Früchte nicht gespritzt sind oder noch besser aus biologischem Anbau stammen, da bei der Pressung sämtliche Giftstoffe aus der Schale ins Öl gelangen. Das so gewonnene Öl wird gefiltert und in Flaschen abgefüllt. Zitrusöle sind deshalb flüssiger als andere und müssen mit Sorgfalt gelagert werden.
Enfleurage
Schon in frühester Zeit hat man duftende Pflanzenteile in Öl oder Fett eingelegt. Dieses zog die Duftstoffe an sich. Man erhielt dadurch eine duftende Fettsalbe oder ein Öl. Die Trennung von beiden, Duft und Fett beherrschte man damals nicht. Aus dieser einfachen Methode wurde später die Enfleurage entwickelt wie man sie seit dem 19.Jh kennt. Sie wurde besonders für jene Pflanzen gebraucht, die sich mit der Methode der Wasserdampfdestillation nicht vereinbaren liessen, zum Beispiel Jasmin. Die empfindlichen, frisch gesammelten Blüten wurden in Fett gedrückt, das man auf Glasplatten gestrichen hatte. Nach zwei Tagen wurden die Blüten durch neue ersetzt. Dieser Prozess zog sich über Wochen hin, so lange, bis sich das Fett mit dem Duftstoff der Blüten ganz vollgesogen hatte. Durch Alkohol Extraktion wurde die Essenz dann aus dem Duft-Fett-Gemisch herausgelöst. Diese sehr zeitaufwendige Methode liefert sehr gute Öle. Sie wird jedoch heute hauptsächlich noch für Demonstrationszwecke verwendet.
Chemische Lösungsmittel
Seit relativ kurzer Zeit verwendet man auch chemische Lösungsmittel um die ätherischen Öle aus den Pflanzen zu lösen. Es handelt sich dabei um Hexan, Petroläther oder Chlorkohlenwasserstoff. Die Lösungsmittel werden anschliessend unter Vakuum abdestilliert. Man bekommt zuerst das salbenartige Concrete, von dem man dann mit Alkohol die Pflanzenwachse trennt und zu guter letzt das Absolue erhält. Die zur Herstellung verwendeten Lösungsmittel sind giftig und können in minimalen Mengen Allergien verursachen und das Immunsystem schwächen. Ein gewissenhafter Grosshändler sollte deshalb bemüht sein Absolues mit minimalen Konzentrationen (unter 2%) zu beschaffen.
Resionoid-Herstellung
Bei der Verarbeitung duftender Harze werden die Duftstoffe von den fast geruchlosen, schwer flüchtigen Anteilen aus dem Harz gelöst. Das Harz wird mit dem Chlorkohlenwasserstoff Toluol oder mit Alkohol angesetzt, erhitzt und gerührt. Das ätherische Öl löst sich, die Lösungsmittel werden wieder abgedampft: leider nicht vollständig. Aus diesem Grunde wird Alkohol als Lösungsmittel bevorzugt. Auf diese Weise werden Öle aus Harzen von Weihrauchbäumen, Lärchen und Benzoebäumen hergestellt.
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