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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Teilt der Bundesrat die Besorgnis, dass die aktuelle wirtschaftliche Krise auch negative Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis haben wird? </p><p>2. Kann er Angaben machen, wie, wo und in welchem Ausmass sich diese Verschlechterungen zeigen respektive zeigen werden (Einkommen, Beschäftigung, horizontale und vertikale Segregation, Chancen am Arbeitsmarkt, Altersvorsorge usw.)? </p><p>3. Wie zeigt sich die Situation, wenn noch Kinder im Haushalt leben? </p><p>4. Was unternimmt er, um die überdimensionalen negativen Auswirkungen auf die Frauen zu bremsen (siehe auch Anfrage Teuscher 08.1137, "Frauenpolitische Konjunkturmassnahmen")?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Erwerbslosenquote der Frauen war in den vergangenen Jahren unabhängig von der Wirtschaftslage stets höher als diejenige der Männer. Dies hängt unter anderem eng mit der familiären Situation der Frauen zusammen. Während kinderlose Männer und Frauen ähnlich hohe Erwerbslosenquoten aufweisen, sind Frauen mit Kindern häufiger erwerbslos. Offensichtlich verlieren Frauen mit Kindern ihre Arbeitsstelle schneller und haben grössere Mühe, (wieder) eine bezahlte Arbeit zu finden. Die wirksamste Art, dieser Situation entgegenzutreten, ist eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zu den konkreten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1./2./3: Zur Frage, ob die Frauen wirtschaftlichen Schwankungen besonders ausgesetzt sind, sind folgende Zusammenhänge zu nennen: </p><p>Zum einen ist der männerdominierte zweite Sektor mit Industrie und Baugewerbe konjunkturempfindlicher als der Dienstleistungssektor, wo die grosse Mehrheit der Frauen tätig ist. Typische Frauenbranchen wie das Unterrichts- und das Gesundheits- und Sozialwesen sind sogar besonders konjunkturresistent. Die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen bestätigt dies. Zurzeit ist vor allem ein Anstieg in den exportorientierten Bereichen zu verzeichnen, welche als Erste von der Rezession betroffen sind. </p><p>Ein hohes Bildungsniveau vermindert das Risiko, arbeitslos zu werden, und erhöht die Chance, eine neue Stelle zu finden. Das Bildungsniveau der Frauen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Während die älteren weiblichen Generationen im Vergleich zu gleichaltrigen Männern noch schlechter ausgebildet sind, ist die Situation bei jüngeren Frauen gegenüber jungen Männern teilweise bereits umgekehrt. Damit dürfte sich die Last der Rezession gleichmässiger auf die Geschlechter verteilen. </p><p>Personen in atypischen Arbeitsverhältnissen wie beispielsweise Temporärarbeitende weisen ebenfalls ein höheres Risiko auf, in Krisenzeiten ihre Arbeitsstelle zu verlieren. Frauen sind hier jedoch nicht überdurchschnittlich betroffen.</p><p>4. Der Bundesrat ergreift zur Stützung der Konjunktur Massnahmen, die rasch eine möglichst grosse Wirkung zur Stützung der volkswirtschaftlichen Nachfrage entfalten. Der Bundesrat setzt sich dafür ein, dass Massnahmen breit gestreut sind und einer Vielzahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugutekommen. Speziell nur auf die Frauen ausgerichtete Massnahmen hält er dagegen für zu wenig wirkungsvoll.</p><p>Dagegen fördert der Bund im Rahmen seiner Kompetenzen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zum einen setzt sich der Bund für die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter sowie die Chancen- und Lohngleichheit im Erwerbsleben ein (Sensibilisierung und Information sowie finanzielle Unterstützung von Projekten gestützt auf das Gleichstellungsgesetz). Dazu gehören auch die Chancengleichheitsprogramme an den Universitäten, Fachhochschulen und Berufsschulen.</p><p>Zum andern sind hier neben der Anstossfinanzierung im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung die Sensibilisierungs- und Informationsaktivitäten des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes zu nennen (Informationsplattform Beruf und Familie, KMU-Handbuch Beruf und Familie).</p>  Antwort des Bundesrates.