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Rom schwebt auf der "Wolke"
Fuksas' Kongresszentrum wird eröffnet
18 Jahre lang musste die Stadt warten, doch endlich ist es soweit: Rom bekommt seine "Wolke", das Kongresszentrum mit Konzerthalle und Hotel im modernen Stadtteil EUR, das der Stararchitekt Massimiliano Fuksas entworfen hat.
sda apa. Der 72-jährige Römer, der bereits die Vienna Twin Tower und das Einkaufszentrum Europark in Salzburg kreiert hat, wird das Zentrum am 29. Oktober einweihen.
Den luftigen Namen verdankt das Kongresszentrum seiner Struktur, die einer Wolke ähnelt. Die Form kommt dadurch zur Geltung, dass sie in ein genau definiertes geometrisches Volumen eingefügt ist. Der Neubau, einer der wenigen Beispiele zeitgenössischer Architektur in den letzten Jahrzehnten in Rom, ist ein riesiges Rechteck aus Stahl und Glas, in dem eine Wolke zu schweben scheint.
Im Inneren dieser Wolke mit ihrer Stahlrippenstruktur sollen Kongresse stattfinden. Die Wolke wird von einem 15'000 Quadratmeter grossen durchsichtigen Tuch umhüllt und enthält das Auditorium und dessen zugehörige Räume einschliesslich der Restaurants.
Die "Wolke" erstreckt sich über drei Stockwerke. Die Räume formen ein offenes Labyrinth, durch das ein gläserner Aufzug in den obersten Stock gleitet. In der 3500 Quadratmeter grossen Blase sind mehrere Kongresssäle mit insgesamt 6000 Plätzen und ein Auditorium mit 1762 Sitzplätzen untergebracht.
Ausserdem wurde ein Luxushotel mit 439 Zimmern entworfen. Das Areal des Kongresszentrums grenzt unmittelbar an die Hauptverkehrsader des Viertels EUR, die Via Cristoforo Colombo.
Faschistisches Erbe
Die Konstruktion entspricht Fuksas' Grundprinzipien – Transparenz, Grenzüberschreitung und Kommunikation – und soll zu einem zentralen Element des vom Diktator Benito Mussolini und dem von faschistischer Architektur geprägten Stadtviertel EUR (Esposizione Universale di Roma) avancieren.
Dieser Stadtteil war zwischen der zweiten Hälfte der Dreissiger- und dem Beginn der Vierzigerjahre regelrecht aus dem Nichts aus dem Boden gestampft worden. Konzipiert wurde er für die geplanten Feierlichkeiten zur 20. Weltausstellung von 1942, die wegen des Zweiten Weltkriegs nie stattfand.
"Die Wolke ist ein ausserordentliches Werk und bereits ein Symbol von Rom ", kommentierte Enrico Pazzali, Geschäftsführer der Gesellschaft "Roma Convention Center La Nuvola", welche die Struktur verwalten wird. Das neue Kongresszentrum zeichnet sich auch durch seine Umweltverträglichkeit aus. Installiert wurde auf dem Dach eine Fotovoltaik -Anlage, die die CO2-Reduktion zum Ziel hat.
Römischer Schlendrian
Rom kann wegen Schlendrian und Bürokratie ein schwieriges Terrain sein, davon weiss der gebürtige Römer Fuksas ein Lied zu singen. Auf seine "himmlische" Idee kam er in den Sommerferien 1999 in Griechenland, als er die Wolken betrachtete und über die "Schönheit des Formlosen" sinnierte.
Der Wettbewerb für das Zentrum war gerade ausgeschrieben worden, als Fuksas beschloss, daran teilzunehmen. Sein Projekt wurde von der Jury, welcher der britische Stararchitekt Norman Foster vorstand, ausgewählt. Wegen Problemen bei der Finanzierung des Projekts begannen die Arbeiten erst 2010. Ursprünglich hätte die "Wolke" bereits 2013 eingeweiht werden sollen.
Fuksas liess sich von den Schwierigkeiten nicht entmutigen. Der Architekt italienisch-litauischer Herkunft arbeitete hart, um die vielen bürokratischen Hürden zu bewältigen. Heute ist er mit dem Ergebnis zufrieden. Denn die "Wolke" entspricht ganz seiner Philosophie: "Die Welt ist winzig geworden. Das bedeutet, raus aus der Schneckenhausideologie. Deshalb renne ich gegen Mauern an", pflegt Fuksas zu sagen.
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