Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/2698

1. Begründung der nationalen Bedeutung 1.1 Bedeutendster historischer Bergsturz der Schweiz mit ausserordentlichen Zeugen: Senkrechte Felswände im Abrissgebiet, unzählige haushohe und teilweise überwachsene Felsbrocken sowie Schuttmassen. 1.2 Zahlreiche prähistorische und historische Berg- und Felsstürze. 1.3 Eindrückliche Wiederbesiedlung durch Pflanzen- und Tierarten. 1.4 Ausserordentlich reich an Orchideen. 1.5 Grosse Vielfalt an Lebensräumen mit natürlichen Sukzessionsstadien in einem grossräumigen Gebiet. 1.6 Besonderes Spektrum an Waldgesellschaften. 2. Charakter der Landschaft Das BLN-Objekt Bergsturzgebiet von Goldau liegt zwischen dem Zugersee im Westen und dem Lauerzersee im Osten auf dem Gebiet mehrerer Gemeinden der Kantone Schwyz und Zug. Das Gebiet wird im Nordwesten durch den Zugerberg, im Nordosten durch das Hürital und im Süden durch die Verkehrsträger von Schiene und Strasse in Goldau begrenzt. Der Wildspitz ist mit 1580 Metern der höchste Punkt. Das Zentrum bildet das Abbruchgebiet des Goldauer Bergsturzes an der Südflanke des Rossbergs. Die Bergkante des Rossbergs erstreckt sich von der im Osten gelegenen Gwandelenflue bis zum Abriss des Bergsturzes.
In Goldau ereignete sich der bedeutendste historische Bergsturz und eine der bisher grössten bekannten Naturkatastrophen der Schweiz. Am 2. September 1806 rutschte nach anhaltenden Regenfällen am Südhang des Rossbergs Nagelfluh auf einer verwitterten Mergelschicht zu Tal, zerstörte mehrere Dörfer und begrub 457 Menschen unter sich. Das Abbruchgebiet und die geologischen Formationen sind bis heute in der Landschaft deutlich sichtbar. Seit dem grossen Bergsturz von 1806 haben sich mehrere weitere Abbrüche am Rossberg ereignet.
In der Ablagerungszone hat seit 1806 eine eindrückliche Wiederbesiedlung durch Pflanzen- und Tierarten stattgefunden. Der Bereich unterhalb der Abrisskante ist mit Trockenrasen und lichtem Gehölz besiedelt. Der Bergsturz wird von dichteren Wäldern flankiert. Die verschiedenen Sukzessionsstadien auf dem südexponierten Hang führten zu einer aussergewöhnlichen Artenvielfalt, einschliesslich vieler Orchideenarten.