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Riehen 2 - Bern 1 4:4 (Kiefer - Fejzullahu ½:½, Ammann - Schlegel 0:1, Herbrechtsmeier - Schaffner ½:½, Dill - Ramseyer 1:0, Deutschmann - Gast 1:0, Luginbühl - F. Pellicoro 1:0, Ernst - Arsenie 0:1, Deubelbeiss - Dijkstra 0:1)
Gerechtes Unentschieden gegen die zweite Mannschaft von Riehen
Im Match gegen die 2. Mannschaft von Riehen mussten beide Teams auf mehrere Spitzenspieler verzichten. So fehlten beim SKB die beiden besten und bei Riehen sogar die 4 besten Spieler. Wie das Unentschieden zeigt, wussten wir diesen Umstand zu nutzen, obwohl die Mannschaft aus Riehen an den Brettern 3 – 8 auch so noch jeweils um 100 – 150 ELO-Punkte besser besetzt war.
Die «spanische Partie» von Afrim am 1. Brett endete zuerst. Sein Gegner bot ihm schon im Mittelspiel das remis an.
Am 2. Brett überspielte Igor seinen Gegner mit Weiss mit einer selten gespielte Variante gegen Sizilianisch. Da sein Gegner in der Eröffnung nicht die richtigen Züge fand, kam Igor zu grossem Raumvorteil und konnte einen Königsangriff lancieren. Schwarz konnte sich nur verteidigen, ein Gegenspiel war wegen der passiven Stellung nicht möglich. Die vielen taktischen Möglichkeiten zwangen Igor aber zu viel Rechenarbeit, sodass er wie so oft in Zeitnot kam. Schlussendlich fand er aber die richtigen Züge und gewann die schwarze Dame und damit die Partie.
Auch am 3. Brett wurde Sizilianisch, diesmal die Najdorf-Variante gespielt. Dabei musste sich David mit Schwarz gegen den Fischer-Sosin-Angriff verteidigen. Dies gelang ihm sehr gut, denn er konnte die weisse Dame für zwei schwarze Leichtfiguren gewinnen. Leider griff er in der Zeitnot fehl, sodass sein Gegner mit seinem scharzfeldrigen Läufer gleichzeitig Davids Turm und Dame angreifen konnte. David musste die Dame wieder zurückgeben und stand leicht schlechter da. Trotzdem einigte man sich auf ein remis.
Am 4. Brett kam ein «geschlossener Sizilianer» auf das Brett. Nicolas Gegner erlangte mit Schwarz aber genügend Gegenspiel und gewann die Partie nach einer Ungenauigkeit von Weiss.
Sizilianisch wurde auch am am 5. Brett gespielt. Mein Gegner täuschte mit 2.Sc3 und 3. f4 einen Grand Prix an, um dann aber mit d4 und Ld3 fortzusetzen. Auf jeden Fall kam ich in Vorteil und lehnte dass weisse Remisangebot nach 17. Zügen ab. Zu diesem Zeitpunkt war erst die Partie von Afrim am 1. Brett beendet, und der Ausgangs des Matches war ziemlich unklar. Einige Züge später setzte Weiss mit dem Bauernvorstoss f4-f5 zu einem, wie er mir nachher sagte- verzweifelten - Königsangriff an. Leider fand ich aber nicht die richtige Verteidigung und verlor die Partie!
Sizilianisch Sweschnikow lautete die Eröffnung am 6. Brett! Dabei tauschte Fabian mit Weiss noch in der Eröffnung seinen aktiven Springer auf d5 gegen den passiven Läufer auf e7. Später stellte er noch seinen g-Bauern auf das Feld g4, was zu entscheidenden Schwächen auf seinen schwarzfeldrigen Feldern f4 und h4 führte.
Am 7. Brett wurde nicht Sizilianisch sondern eine Variante des Londoner Systems gespielt. Marc konnte sich dabei mit einem zwischenzeitlichem Damenopfer aus seiner nachteiligen Stellung befreien. Weiss musste die Dame zurückgeben und verlor dabei noch wegen eines ungenauen Zuges einen Bauern. Diesen Mehrbauern konnte Marc später in eine Dame umwandeln. Trotz grossen Materialnachteils setzte der Weisse die Partie fort. Mit viel Geduld und technischem Können brachte Marc aber den ganzen Punkt ins Trockene!
Auch am 8. Brett gab es wieder eine sizilianische Stellung. Dabei gewann Hidde mit Weiss spielend einen schwarzen Turm und 2 schwarze Bauern gegen zwei Leichtfiguren. Nach dem Abtausch vieler Figuren kam es zu einem Endspiel, bei dem Hiddes Turm und seine zwei, vom weissen König unterstützten, verbundenen Freibauern stärker waren als der Läufer und der Springer seines Gegners. Mit dieser zuletzt beendeten Partie sicherte Hidde das Unentschieden für unsere Mannschaft. (Joni Gast)
Bern 2 (1. Liga, Westgruppe)
Bern 2 - Genève 2 4½:1½ ((Horber - Li 0:1, Maurer - Broome ½:½, Wasserfallen - Saraiev 1:0, Musaelyan - Frauchiger 1:0, Lips - Detraz 1:0, Rösler - Vadi 1:0)
Nach der klaren Niederlage gegen das absolut überlegen besetzte Nyon 2 war der Siegeshunger gegen Genf 2, die wir in Runde 2 in der Metzgerzunft empfingen, umso grösser. Mit einem ungewerteten Ukrainer am dritten Brett der eine FIDE Elo von knapp 2000 aufweist, waren sie wohl etwa gleich stark aufgestellt wie wir.
Das Score wurde eröffnet von Fritz am zweiten Brett, der mit Schwarz gegen Jeremy Broome spielte. Nachdem er etwas schlechter aus der Eröffnung kam, kämpfte er sich zurück ins Spiel und hatte zwischenzeitlich wohl selber Siegeschancen. Sein Gegner fand jedoch ein Dauerschach, wodurch es 0.5-0.5 stand.
Als nächstes folgte eine Siegessalve unsererseits an den hinteren Brettern: Bene am dritten Brett schaffte es mit Weiss gegen den Ukrainer Yaroslav Saraiev innerhalb der Eröffnung einen Springervorposten auf d6 zu schaffen, der sich kaum mehr davon entfernen liess und noch dazu dem gegnerischen König durch sein Schach die Rochade verwehrte. Positionell stand er also von Beginn weg komplett überlegen, doch bekanntlich ist es manchmal schwierig, in einer solchen Stellung den richtigen Moment für eine taktische Forcierung zu finden, und nicht ungeduldig einen Sieg erzwingen zu wollen. Sein Gegner spielte noch weit vor dem zwanzigsten Zug nur noch auf Inkrement, und Bene konnte den Vorteil zunächst ausbauen, doch plötzlich kämpfte sich sein Gegner zurück. Doch Bene erkämpfte sich erneut einen Gewinnvorteil, und sein Gegner spielte auch noch nach dem vierzigsten Zug auf Inkrement, da er den Zeitmodus vergessen hatte. Bene liess sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen, und bescherte uns einen Sieg an Brett 3.
An Brett 4 spielte Arshavir mit Schwarz gegen den gegnerischen Captain Thomas Frauchiger. Im Mittelspiel gewann er taktisch einen Bauern, und durch eine gegenseitige Infiltration auf der 2. resp. 7. Reihe wurde der Damenflügel liquidiert. Arshavir fand sich zum Schluss in einem Turm+Läufer gegen Turm+Springer Endspiel wieder, mit 3 gegen 2 Bauern, alles am Königsflügel. Nicht zuletzt dank seinen aktiven Figuren konnte er diesen Vorteil in einen Gewinn ummünzen und gewann für uns an Brett 4.
An Brett 5 spielte Adrian mit Weiss gegen den aufstrebenden Junior Samuel Detraz. Durch seine berühmt-berüchtigten Theoriekenntnisse und eine schöne taktische Finesse erkämpfte er sich einen leichten positionellen Vorteil. Es folgte eine schnelle Liquidation der Figuren, und sein Gegner stand vor der Wahl, ein Turmendspiel mit ewig passivem Turm zu verteidigen, oder in ein Bauernendspiel abzutauschen. Er entschied sich für letzteres, doch auch im Bauernendspiel hat Weiss dank Aussichten auf einen entfernten Freibauern und leicht schnellerem König gute Gewinnchancen. Adrian erkannte dies schon im Vorfeld, und verwertete seinen Vorteil souverän zum Sieg an Brett 5.
An Brett 6 spielte schliesslich ich mit Schwarz gegen den ungewerteten Maxim Vadi. Er wählte eine Eröffnung die mir nicht so liegt, doch spielte in der Folge unpräzise und ich konnte ihm einen Doppelbauer am Königsflügel anhängen. Ich versuchte zu verhindern, dass er diesen mit einem f4-Durchbruch gleich wieder auflösen kann, und so folgte eine Serie von 11 Zügen in der ich ausschliesslich mit meinen Leichtfiguren spielte und um das Feld f4 kämpfte. Am Ende dieses leichten Spiels hatte ich einen Mehrbauern und eine Mehrqualität in komfortabler Stellung. Zwischenzeitlich stresste mich mein Gegner noch mit der Andeutung von Gegenspiel, und im Stress übersah ich gar noch einen Figurengewinn meinerseits, doch nach zwei weiteren Bauerngewinnen gewann ich für uns an Brett 6.
Somit spielte beim Stand von 4.5-0.5 für uns nur noch Jean-Marc an Brett 1, mit Weiss gegen den starken Dominique Li. Dieser misshandelte die Eröffnung, und Jean-Marc kam dadurch zu einer guten Stellung. Danach tauschte er jedoch wohl etwas voreilig den weissfeldrigen Läufer ab, was wegen der schwachen weissen Felder um Jean-Marcs König zu überraschend viel Gegenspiel von Schwarz führte. Plötzlich gewann Schwarz eine Figur, und Jean-Marc konnte die Niederlage nicht mehr abwenden. Trotzdem Merci Jean-Marc fürs Aushelfen, gleichwohl stark gespielt!
Somit gewannen wir die zweite Runde souverän mit 4.5-1.5, und konnten so die neue Saison so richtig lancieren. Gegen Neuchâtel 1 in Runde 3 heisst es also: Siegestrend fortsetzen! (Linus Rösler)
Bern 3 (2. Liga, Westgruppe 1)
Bern 3 - Belp 4:2 (Roth - Michael Burkhalter 1:0, Wälti - Bühler ½:½, Stadler - Matthias Burkhalter ½:½, Kanana - Buntschu½:½, Gil - Brückler 1:0, Koch - Adam ½:½)
Während rund um uns herum der grosse Volkslauf Grandprix Bern stattfand, sass unsere Equipe still auf ihren Stühlen und übte sich im Hirnsport. Dabei einigten sich Ruedi und Thomas K. mit ihren Gegnern nach gut 2 Stunden auf ein Remis. Den ersten vollen Punkt lieferte Matthias am ersten Brett mit einem Bauernsturm gegen Sohn Burkhalter. Danach steuerte Thomas W. ein mannschaftstaktisches Remis bei - besser Remis als zu riskieren. Bei Oscar sah es zuerst lange ebenfalls nach einem Remis aus. Es gab jedoch immer wieder Optionen. Und so konnte er in einem Endspiel mit Bauern und je dem schwarzen Läufer seinen Gegner doch noch überspielen. Ziad fand sich in einer komplexen Partie in einem Zeitnotkrimi bei der ersten Zeitkontrolle wieder. Dabei behielt er einen kühlen Kopf und konnte seinen Gegner im 40. Zug mit einem Bauerngewinn überraschen. Jedoch reichte der Mehrbauer nicht aus, und - da der Match entschieden war - einigte man sich mit je 3.5 Minuten vor der finalen Zeitkontrolle auf ein Remis. (Thomas Koch)
Bern 4 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)
Lyss 2 - Bern ½:3½ (Schwab - D'Arcangelo 0-1, Nolting - Marbacher 0-1, Bloch - Mosimann ½:½, Jakob - Habegger 0-1)
In der 2. SMM Runde musste Bern4 gegen Lyss2 ran. Bereits im Zug herrschte eine energetische Stimmung. Wir alle waren guten Mutes und wollten die Runde gerne gewinnen.
Und eben diese Energie übertrug sich schon bald nach den ersten Zügen auf die Stellung von Tobi. Gekonnt kombiniert, gabelte er sich die erste Figur seines Gegners. Nun, von der Aussicht getrieben, den schönen Sommertag womöglich nicht drinnen verbringen zu müssen, liess er nichts mehr anbrennen.
Währenddessen sah es auch für Luca M. nach einer Miniatur aus. In der Eröffnung opferte Luca einen Bauern für starke Zentrumskontrolle und dynamische Positionierung seiner Läufer. (Yogi wäre stolz!) Doch sein Gegenüber kannte keine Furcht, und verschlang nach dem ersten gleich noch einen zweiten Bauern. Der war allerdings vergiftet, und Luca konnte einen Angriff starten, der zum Qualitätsgewinn führte. Da fand sein Gegner eine brillante Taktik, und Luca sah sich gezwungen, die Qualität wieder zurück zu geben. Voller Euphorie wieder ins Spiel gefunden zu haben, frass Lucas Kontrahent gleich im nächsten Zug erneut einen vergifteten Bauer und verlor seine Dame.
Jonas Spiel startete etwas gemütlicher. Sein Gegner entschied sich für 1. c4. Lange blieb die Stellung symmetrisch. Es schlich sich ein leichter Vorteil für Weiss ein. Hungrig auf die Bauern am Damenflügel gibt sein Gegner jedoch seine druckvolle Stellung auf und ermöglicht Jonas einen Konterangriff. Leider vergibt Jonas nach der 1. Runde auch in der 2. Runde ein forciertes Matt, bewahrt aber heute einen kühlen Kopf und ebnet mit einem Läuferopfer seiner Dame den Weg zum Dauerschach.
Auch meine Partie startete ruhiger, ich konnte relativ bald den Anzugsvorteil meines Gegners ausgleichen und stand dann zwischen zeitlich etwas besser. In einer kritischen Stellung wollte ich nicht in ein Endspiel simplifizieren, und entschied mich, meinen Springer zu opfern. Dabei übersah ich jedoch, dass mein Gegner mit einem Konter-Qualitätsopfer, meinen Plan zunichte hätte machen können. Glücklicherweise übersah er die Kombination auch. Die Stellung flachte trotz meiner Bemühung, in ein ausgeglichenes Endspiel ab. Allerdings war mein Gegner etwas unkonzentriert und ich konnte seine Dame aufgabeln. (Luca D'Arcangelo)
Bern 5 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)
Langenthal 1 - Bern 5 2½:1½ (Mentor Zeqirai - Niels Severin Gade 0.5 : 0.5, Michael Zeller - Luzian Spicher 1 : 0, Roland Kämpfer - Julian Sutter
1 : 0, Christoph Fürst - Igor Melenevskii 0 : 1)
Die zweite Runde führte unsere Junioren nach Langenthal. Und wie schon in der ersten Runde waren die Gegner deutlich stärker, im Schnitt um ca. 250 Elo, am 1. und 3. Brett gar über 400 Elo.
Aber auch unsere Junioren können schon ein wenig Schach spielen und so endete die erste Partie erst nach über 2 1/2 Stunden. Die Kollegen von Bern 6, die gegen Langenthal 2 spielten, waren - bis auf Timo am 4. Brett - längst zum gemütlichen Teil des Nachmittags übergegangen.
Niels Gegner am ersten Brett eröffnete Englisch, beide spielten sehr konzentriert, machten keine Fehler und schliesslich teilte man sich nach 30 Zügen mit K und je 5 Bauern die Punkte.
Die anderen mochten wohl kein schlechtes Wetter und spielten daher Sizilianisch: geschlossen, Sosin-Angriff und Rossolimo-Variante.
Julian an Brett 3 stand lange ausgeglichen, verlor nach einigen Ungenauigkeiten aber doch gegen seinen übermächtigen Gegner. Igor an Brett 4 hatte nach einigen Fehlern eigentlich eine hoffnungslos verlorene Stellung, kämpfte aber heroisch weiter und wie es manchmal so kommt siegte die Erfahrung im Endspiel. Nach 3 Stunden stand es sensationell 1.5 : 1.5 und Luzian an Brett 2 war das Zünglein an der Waage. Die Stellung war ausgeglichen, mit ganz leichten Vorteilen für Luzian, aber beide hatten nur noch wenige Minuten bis Sekunden auf der Uhr und erst gut 20 Züge gespielt. Luzian machte dann in Zeitnot und komplexer Stellung leider den ersten Fehler und verlor nach 3,5 Stunden die Partie und wir die Runde.
Wie schon in der letzten Runde war es knapper als erwartet und unsere Gegner waren beeindruckt von der Leistung unserer Junioren!!!
(Silke Gade)
Bern 6 (4.-Liga, Nordwest 3)
Langenthal 2 - Bern 6 1½ - 2½ (Keller - Radt ½:½, Meister - Valerio Ferraro 0-1, Brütsch - Emilio Ferraro 0-1, Birrer - Braun 1-0)
Mannschaftssieg - mit zwei Raketen am Brett und im Gepäck
Beinahe 40 Jahre spiele ich die SMM. Trotzdem gibt es noch Neuerungen fürr mich. Noch nicht erlebt hatte ich zuvor, dass in der selben Gruppe gleich zwei Teams vom selben Klub gegeneinander antreten. Das geschah in der 1. Runde gegen das Team von Thoemu Schlegel (SKB 7), wo wir uns salomonisch trennten. Ein Novum war auch, dass gleich zwei Teams vom SKB nach Langenthal reisten. Gegen das Fanionteam von Langenthal spielte das Team von Silke (SKB 5) und wir durften gegen die zweite Mannschaft von Langenthal antreten.
Da ich am Abend noch zu einer verspäteten Silvesterfeier fuhr, befanden sich in meinem Rucksack zwei Tischbomben in Form von Raketen. Es stellte sich heraus, dass dies ein veritables Ohmen war.
Meine Jungs stellte ich darauf ein, wie sie gegen unerfahrene Schüler spielen, denn vor einem Jahr kamen die Langenthaler mit 3 Schülern nach Bern. In der Aufstellung waren dann auch zwei Schüler aufgeführt. Der Mannschaftsleiter informierte mich, dass es nicht klar sei, ob die Schülerin am letzten Brett überhaupt käme. Wir vereinbarten beim 4. Brett eine Viertelstunde zu warten und dann den möglichen Langenthaler Ersatz zu berücksichtigen, damit Timo sicher zum Spielen kam.
Die Spielerin kam nicht und sie wurde durch den erfahrene und stärksten Langenthaler, Alfred Birrer, ersetzt. Das hiess aber für Timo, dass er keine leichte Beute vorgesetzt bekam. Das wurde auch sehr schnell klar, denn schon in der Eröffnung spielte der Langenthaler seinen Springer früh nach b 4. Der hätte locker mit a 3 vertrieben werden können - der gegnerische Springer hätte dann bereits nach 5 Zügen 3 x gezogen und Timo wäre bestens gestanden. Wie gefährlich es auch mit Weiss in der Eröffnung ist, einen schablonenhaften Zug zu spielen, musste Timo dann schmerzlich erleben. Auf seinen Bauernzug auf d 4 kam sofort Läufer auf f 5 und es brannte in der weissen Stellung fürchterlich. Es drohte verheerend die Springergabel auf c 2. Da aber auch Weiss dem Anschein nach ein Figurengewinn erzielen konnte, folgte ein Damenschach auf a 5 von Timo. Der half aber nur den zweiten Springer von Schwarz zu entwickeln. Timo musste wiederum seinen Springer auf a 3 spielen, um die Gabel zu verhindern. Schwarz stand besser und Weiss hat mehr Sorgen, als ihm lieb war. Jetzt wäre es darum gegangen, den Schaden möglichst gering zu halten und irgendwie den König in Sicherheit zu bringen. Timo spielte jedoch den zweiten schablonenhaften Zug - g3. Das kostete dann schon Material - viel Material. Eine Lehre soll Timo sein, dass man sich Zeit nimmt bei Stellungen, die nicht bekannt sind und möglichst gut überlegt, was der Gegner genau will. Der Bluff von Schwarz ging voll auf. Timo musste schliesslich seinen h-Turm mit wenig Kompensation geben.
Dafür sah es bei den Ferraro Brüdern prima aus. In der Eröffnung spielte zwar Valerio die weisse Dame auf e 2 und verunmöglichte, dass der weisse Läufer entwickelt werden konnte. Das war aber Theorie und beide kannten sie - die russische Verteidigung. Bevor die Entwicklung abgeschlossen war entschied sich Valerio mit 12. Sb4 auf Angriff zu spielen. Fuer Schwarz hätte es Verteidigungsressourcen gegeben - aber er sah es nicht. Dadurch gewann Valerio ein Figur. Mit dem Tauschen der beiden Türme liess er nichts mehr anbrennen und gewann die Partie in Raketenmanier souverän in 26. Zügen.
Emilio eröffnete mit Schwarz solide, sah sich keinen gefährlichen Angriffszügen ausgesetzt und gewann aus der Eröffnung einen Bauern. Er hatte mit seinem Läufer auf g 7 eine Figur, die dermassen stark die Position dominierte, dass sein jugendlicher Gegner einen Figurenverlust nicht verhindern konnte. Zusätzlich besass Emilio einen Freibauer, der unterstützt vom Turm zur Umwandlung lief und nur mit der Hergabe eines Turms gebremst werden konnte. Das war dann für seinen Gegner irgendwann doch zu viel und fast zeitgleich mit seinem Bruder gewann er ebenfalls im Raketenmodus die Partie.
Es stand nach gut eineinhalb Stunden 2:0 für uns. Timo versuchte noch aus dem Trüben zu fischen, da es durchaus noch Tricks gab. Darum empfahl ich ihm weiterzuspielen. Aber absehbar war, dass das 1. Brett für den Ausgang des Matches entscheidend sein wird.
Dort wurde zwischen dem Langenthaler Florentin Keller und Yannick die slawische Verteidigung auf's Brett gezaubert. Beide kannten sich darin anscheinend gut aus, da die ersten Züge im Blitzmodus verliefen. Bis Yannick's Gegner nicht mehr den Theoriezug brachte. Das führte dazu, dass Yannick viel Zeit benötigte, um die Stellung zu analysieren. Yannicks Gegner hatte auf dem Königsflügel einen Mehrbauern. Yannick hatte Angriff auf der Damenseite. Beide rochierten gross. Yannick liess die Bauern unterstützt von seiner Dame auf der Damenseite laufen und sah trotzdem den Vorteil bei Weiss. Dies erst recht, als er einen seiner Türme auf der h-Linie ins Abseits bewegte. Er besann sich eines Besseren und forzierte wieder die Bauern auf der Damenseite. Auch den von Yannick initierten Läufertausch empfand ich besser für seinen Gegner. Erst recht als m nächsten Zug mit dem weiteren pushen des c-Bauern ein Fehler von Yannick folgte, der zu unserem Glück nicht ausgenutzt wurde. Eine Stellung die zu Beginn eher positionellen Charakter aufwies, wurde völlig taktisch. Dies vorallem auch, weil beide regelmässig die besten Züge ausliessen. Deshalb brannte die Stellung auf beiden Seiten. Der weisse König war umringt von Yannick's Bauern und sein König befand sich im Openair-Stadium, was auch sehr gefährlich war. Chancen wurden hüben und drüben ausgelassen. Aber die letzte grosse Chance hatte Yannick mit einem Damen- und gefolgt von einem Läuferschach (die einzige Leicht- oder Schwerfigur, die zuvor nie gezogen wurde), hätte die Qualität gewonnen. Das sah er doch schon in Zeitnot nicht und sein Gegner sah nur noch das Dauerschach als Feuerlöscher. Mit dem wurde die Partie dann zu Zufriedenheit beider beendet. Erst recht zur Zufriedenheit von uns, denn damit war der Mannschaftssieg besiegelt.
Timo, der am Anfang so schlecht stand, kämpft da noch als letzter. Die Misere bei der Eröffnung konnte er leider nicht mehr wettmachen und schliesslich gab er auf. Der Mannschaftssieg gab ihm doch ein bisschen Trost. Daran konnte auch er sich freuen.
Die Moral von der Geschichte: hast du Raketen im Gepäck und Raketenschach auf dem Brett, das ist nett.
Die zweite Moral: Gut ist zwei Ferraros im Team zu haben. Besser wäre es, wenn es - ja, genau - wenn es drei wären.
Vielleicht lässt das Schachvirus seiner Söhne auch Papa Ferraro wieder vermehrt zum Schachspielen kommen und er gibt irgendwann ein gerne gesehenes Comeback! (Jörg Brauchli)
Bern 7 (4.-Liga, Nordwest 3)
Bern 7 - Fribourg 3 - 1 (Raphael Ernst - Francesc Oro 1 : 0; Dario Hilpertshauser - Enes Kaya 0 : 1; Oliver Stettler - Nicolas Michellod 1 : 0; Brett 4 Forfait)
Das Team von Fribourg besteht aus einem Erwachsenen und drei Schülern, bzw. heute nur zwei Schüler, weshalb wir mit einem Punkt Vorsprung ans Werk gehen. Da spielen an drei Brettern lauter noch ungewertete Spieler. Hier gibt es keine Theorievarianten, es wird sozusagen ohne Hilfsmittel gekämpft.
Raphael, an Brett eins, lässt sich beide Randbauern entweder tauschen oder auf die Springerlinie schlagen. Das sieht recht unkonventionell aus, schon bei Zug 9. Er verbessert seine Figuren und greift bei der ersten Gelegenheit mit Turm und Dame am Königsflügel an. Der gegnerische König hat noch nicht rochiert, kann aber nicht mehr, weil sonst der Turm auf der A-Linie durchbrechen würde. Bald schon gewinnt Raphael einen ganzen Trum und kurz darauf in einem schönen Mattangriff das Spiel.
Dario denkt, er habe einige Ungenauigkeiten und Fehler begangen und sieht sich in der Defensive. Daraus löst er sich bravourös und wenn er nicht diesen einen Abzüger übersehen hätte, der ihn einen Läufer kostet, fahrradkettelte er sicher etwas ganz schönes nach Hause.
Oliver spielt eine Wiener Partie. Sein Gegner rochiert zu früh und gibt so einen Bauern her. Oli zögert zuerst, weil nicht sicher, ob da nicht eine billige Eröffnungsfalle dahinter steckt, nimmt aber schliesslich den Bauern. Der Gegner scheint verdutzt und patzt im nächsten Zug grad noch einen weiteren Bauern. Natürlich kommt Oliver danach etwas unter Druck, weil Schwarz seine Figuren leichter entwickeln kann, doch er übersteht diese Phase schadlos. Im Stil eines Routiniers bringt er seine Figuren auf gute Felder, vertreibt des Gegners weit vorgerückte Läufer und erobert sich mit seinen Bauern einen Raumvorteil. Wenn man die Partie im Schnellauf durchgeht, sieht das aus wie eine Wellenbewegung, wo zuerst die schwarzen Figuren auf die weisse Seite schwappen, um gleich darauf die weissen auf die schwarze Seite. In diesem Moment drückt Weiss seine beiden Mehrbauern in die schwarze Verteidigung und sperrt die gegnerische Dame auf h8 ein. Ein paar Züge später ist sie verloren und Schwarz gibt auf.
Die Novizen von Bern 7 zeigen erfrischendes Angriffsschach und ausserdem erstaunlich gutes Stellungsverständnis! (Thoemel)
Köniz Bubenberg 2 - Bern 8 4-0 (Vermin - Roth 1-0, Amsler - Mario Useche 1-0, Rimann - Simon 1-0, Useche, Härdi - Lehmann 1-0)
Gegen das starke Köniz Bubenberg 2 mussten wir Lehrgeld zahlen. An sämtlichen Brettern mussten wir gegen das erfahrene Team von Köniz Bubenberg 2 eine Niederlage hinnehmen.