Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03368.jsonl.gz/1646

Der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger äussert sich in einem Brief an US-Präsident George W. Bush besorgt über den geplanten Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll. Das Schreiben Leuenbergers hat Aussenminister Joseph Deiss im US-Aussenministerium übergeben.Dieser Inhalt wurde am 09. April 2001 - 18:19 publiziert
Es sei die Absicht der USA, das Kyoto-Protokoll über die Reduktion der Treibhausgase nicht mehr zu unterstützen. Dies beunruhige die Schweizer Regierung, schreibt Leuenberger.
Der "Dritte Bericht" der zwischenstaatlichen Expertengruppe über Klima-Veränderungen habe klar gezeigt, dass die globale Erwärmung ein Risiko für den Planeten Erde und deren Bevölkerung bedeute. Die Schweiz sei überzeugt, dass die im Kyoto-Protokoll festgelegten Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft der einzige und richtige Weg sei, die Klimaerwärmung auf globaler Ebene anzugehen.
Der Schweizer Bundespräsident schreibt, dass die Schweiz hinter den Zielen von Kyoto stehe und er hoffe, dass der amerikanische Präsident seine Position nochmals überdenke.
Deiss in den USA
Der Schweizer Aussenminister Joseph Deiss hat den Brief Bundpräsident Leuenbergers während seinem Besuch in den USA übergeben. Deiss ist am Sonntagmittag in die USA abgereist und am Montag (09.04.) in Washington mit seinem Amtskollegen Colin Powell zusammengetroffen.
Auf der Traktandenliste standen nach Angaben des Aussenministeriums die bilateralen Beziehungen, die Lage im Nahen Osten und in Südosteuropa. Es handelte sich um das erste Treffen eines Bundesrates mit einem Mitglied der Regierung von Präsident George W. Bush.
Ob und in welcher Form Brief und Inhalt von Bundespräsident Leuenberger zur Sprache kamen, ist noch nicht bekannt.
Treffen mit "Think Tanks"
Nach Angaben der Schweizer Botschaft in Washington will Deiss ausserdem mit Vertretern so genannter "Think Tanks" zusammentreffen, darunter mit dem Präsidenten des Woodrow-Wilson-Centers, Lee Hamilton.
Die durch die Affäre um nachrichtenlose Vermögen getrübten bilateralen Beziehungen hatten sich nach Abschluss des Bankenvergleichs von 1998 wieder normalisiert. Aufmerksamkeit im schweizerisch-amerikanischen Verhältnis erregten in letzter Zeit die Justiz-Zusammenarbeit im Fall Pawel Borodin sowie die Begnadigung des Financiers Marc Rich.
Swissinfo und Agenturen
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: <email-pii>