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Limoges, um 1550 – 1555
Atelier des Pierre Reymond (aktiv ab 1534, † nach 1584)
Polychromes Malereiemail auf dünnem Kupferblech, Goldzeichnung, Rückseite mit transparentem Gegenemail
Dm. 6 cm
Inv. 1880.156.
Die Darstellung zeigt ein in höfischem Kostüm à la mode gekleidetes Paar, die Dame stehend, der Herr auf sie zugehend und ihre Hand haltend. Die Inschrift in Goldlettern PRENES ANGRE SE PETIT DONT (Prenez en gré ce petit don = Nehmt diese kleine Gabe wohlwollend auf) ist ein Zitat aus einem lyrischen Gedicht der 1399 von der französischen Schriftstellerin Christine de Pizan verfassten Cent Ballades. Es kann als Hinweis auf die Verwendung derartiger Medaillons zum Schmuck kostbarer Kästchen und deren Bestimmung als Geschenk an die Angebetete verstanden werden. Eine andere Verwendung solcher Emailmedaillons wird auch als Hutschmuck gesehen, wobei in unserem Fall die Art der Befestigung ungewiss bleibt, da das Medaillon nicht gelocht ist. Ein in Motiv und Inschrift vergleichbares, um 1520/1525 zu datierendes Emailmedaillon besitzt das Musée du Louvre (Hackenbroch 1996, S. 81).
Gemäss dem Beckschen Inventar wurde das Medaillon 1775 in der Öffentlichen Sammlung im Haus zur Mücke im Sammlungsschrank B in einer Kartonschachtel zusammen mit einem Kompass, einem wächsernen Agnus Die, einem orientalischen Stück Papier und anderen Kuriosa aufbewahrt (s. S. 136). Es war zusätzlich eingeschlossen in eine heute verschollene «runde Büchse, aussenher von Leder, inwendig mit einer Art Baumrinde gefüttert und auswendig mit Silber gestükt, ist von einem Lappländer gefertigt».