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JRC NRD-1E
Hergestellt von Japan Radio Company.
Der NRD-1E ist ein Allwellenempfänger, der hinsichtlich eines Einsatzes im Seefunk und im kommerziellen Bereich entwickelt wurde, im Design lehnt er sich recht stark an den Collins 51J-4 an.
Technische Daten
Stromversorgung
- Netzbetrieb: 110 - 120 V
Dimensionen
- 489 x 240 x 400 mm, Gewicht 19 kg, mit Tischgehäuse 30 kg
Zubehör
- SP-101: externer Lautsprecher
- NXA-1532 Pretuner: externer Preselektor, der zwischen die Buchse bei der Antennenzuführung und dem Eingang des Empfängers eingeschlauft wird, zum Betrieb ohne Preselektor verbindet ein kurzes Kabel diese beiden Buchsen.
Bedienung
Der NRD-1E ist ein im Marinefunk und im kommerziellen Bereich eingesetzter Allwellenempfänger, der sich im Design recht stark an den Collins 51J-4 anlehnt. Eventuell könnte der auf einer finnischen Website erwähnte NRD-143, der vom Design her extrem stark an den 51J-4 angelehnt ist, das Zwischenglied sein.
Der röhrenbestückte Empfänger wurde um 1965 entwickelt und deckt einen Bereich von 90 kHz - 30 MHz ab, bis 7 MHz arbeitet er als Dreifachsuper, darüber als Doppelsuper.
Vom Gerät existiert eine Rack- und eine Desktop-Version, letztere wiegt 23 kg und ist mit 48,9 x 24 x 40 cm recht wuchtig ausgefallen. Das Gerät ist für den japanischen Markt konzipiert und ist zum Betrieb an die dort üblichen 110-120 V vorgesehen, zum Betrieb am europäischen Netz ist ein Vorschalttransformer sowie ebenfalls ein externer Lautsprecher (Original JRC SP-101) erforderlich.
Die Hauptschalter finden sich rechts und sind mit POWER A und B bezeichnet. Mit aktiviertem POWER A muss die auf dem Messinstrument in Stellung SOURCE angezeigte Spannung bei 100 ± 5 Volt liegen; falls die Spannung zu stark abweicht, kann mit dem VOLT REGU Schalter, bei geöffnetem Deckel rechts in der Nähe des Netztransformators zugänglich, nachreguliert werden. Wenn die Röhren nach einigen Minuten gut angeheizt sind, kann mit dem Schalter POWER B die Anodenspannung zum Betrieb eingeschaltet werden, ähnlich wie beim HRO, bei dem B+ ebenfalls die Anodenspannung schaltet.
Die Frontplatte ist bereits sehr ähnlich wie die von späteren NRD-Empfängern aufgebaut. In der Mitte findet sich die Frequenzskala: mit dem Frequenzbandschalter links unten wird der 1 MHz-Bereich gewählt, eine Leuchtmarke zeigt den Bereich auf der oberen Skala an. Der Abstimmknopf bewegt eine weitere Leuchtmarke, die auf der unteren Linearskala zwischen den 100 kHz-Marken die 100 kHz-Position anzeigt, an der rotierenden Skala über dem Abstimmknopf werden die kHz-Stellen angezeigt. Mit einem 100 kHz-Eichmarkengeber (Calibrate) kann die 0 kHz-Position lokalisiert und der Ablesestrich der Analogskala entsprechend verschoben werden.
Der Empfänger ist mit einer Motorabstimmung ausgestattet, ein Druck auf die AUTO-Taste nach rechts oder links genügt und der Abstimmknopf bewegt sich wie von Geisterhand, wenn nicht das Motorgeräusch unüberhörbar wäre.
Der Regler für die HF-Verstärkung RF-Gain liegt links der Hauptabstimmung, mit dem Schalter in der rechten oberen Ecke können drei AGC-Abfallgeschwindigkeiten gewählt werden. In Position AGF OFF wird die HF-Verstärkung, der RF Gain manuell eingestellt. In der Position „T“ ist die AGC ebenfalls ausgeschaltet, der CW-Ton wird aber lauter hörbar. Die Stellung „S“ mit einer Abfallzeit von 0,5 sec. ist für AM-Empfang und CW-Empfang bei raschem Fading vorgesehen, zum SSB-Empfang bringt man den AGC-Regler in die Position „L“. Links und rechts der kHz-Skala finden sich der Schalter und der Regler für den BFO zum CW- und Einseitenbandempfang, die Stellung zum SSB-Empfang ist markiert.
Der Bandbreitenschalter verfügt beim NRD-1EL über die drei Positionen 1, 3 und 6 kHz. Die Version NRD-1EH ist zusätzlich mit einem 50 Hz - Filter für den CW-Empfang ausgestattet.
Der Abschwächer rechts neben dem Messinstrument kommt in den Bereichen 0 und 1 zum Vermeiden von Intermodulationsprodukten durch nahegelegene leistungsstarke Mittelwellensender zum Einsatz, zur Abschwächung wird er im Uhrzeigersinn ausgedreht. In der OFF-Position am linken Anschlag ist ein 0 - 525 kHz Tiefpassfilter geschaltet, welches die ganzen Signale des Mittelwellenbandes massiv abschwächt, um beispielsweise Langwellenbaken aufzunehmen. Für den Empfang von Mittelwellensendern darf der ATT Regler nicht ganz am linken Anschlag abgeschaltet sein, da sonst das Tiefpassfilter die Mittelwellensignale unterdrückt.
Rechts neben der Hauptabstimmung findet sich der mit AF Gain bezeichnete Lautstärkeregler, gleich daneben der Bandbreitenschalter und die Buchsen für Kopfhörer und Lautsprecher. Direkt am Gerät darf nur ein Lautsprecher mit 600 Ohm Impedanz angeschlossen werden, für die üblichen niederohmigen Lautsprecher muss ein entsprechender Anpassungstransformer zum Einsatz kommen.
Auf der Rückseite des Empfängers findet sich oben rechts der Antennenanschluss des Preselektors, dieser ist mit einem Kabel mit dem Antenneneingang des Empfängers unten auf dem Chassis verbunden. Neben einem ZF-Ausgang findet sich ein Multipolverbinder, an den beiden horizontalen Kontakten in der rechten unteren Ecke kann das Audiosignal abgenommen werden.
Das Innenleben des NRD-1E ist eindrücklich und erinnert mit dem in der Mitte angeordneten runden PTO (mit schöner japanischer Beschriftung) an den 51J-4, die Mechanik ist allerdings weit weniger aufwendig.
Die mechanischen Filter sind in der rechten vorderen Ecke des Chassis angeordnet, das Innenleben des Geräts ist dank des aufklappbaren Deckels problemlso zugänglich und der innere Aufbau wie bei späteren NRD-Empfängern vorbildlich schön gelöst.
Nach Anschluss einer entsprechenden Spannungsquelle stellt die Bedienung für jeden, der einmal vor einem 51J-4 gesessen hat (oder der einen NRD-505/515 sein eigen nennt), keinerlei Problem dar: MHz-Band mit dem Bandschalter wählen, Frequenz einstellen (wer nicht lange kurbeln mag, kann auf den AUTO-Knopf drücken und sich an der Motorabstimmung freuen), RF-Gain auf dem rechten Anschlag, AGC auf L, Bandwidth auf 6 oder bei Nachbarkanalstörungen auf 3 KHz und schon kanns in den Rundfunkbändern losgehen, zum CW-Empfang ist das schmale Filter zu wählen und der BFO zu aktivieren.
Nach ungewiss langer Standzeit und ohne Abgleich brachte der NRD-1E an der Behelfsantenne gleich mehrere Stationen im 25m-Band mit schönen Pegeln und angenehmer Verständlichkeit aus dem Lautsprecher. Klar, der NRD-1E ist ein Sammlergerät, die neueren solid state - NRD's werden ihn wohl rasch deklassieren, was Frequenzstabilität und Ablesegenauigkeit angeht, als JRC-Liebhaber ist es aber ein tolles Gefühl, vor einem röhrenbestückten Empfänger zu sitzen, der sich nicht nur wie ein NRD-515 bedienen lässt sondern auch ein NRD ist.
Technisches Prinzip
In den Bereichen 0 und 1 resp. unterhalb von 2 MHz wird zunächst der Abschwächer resp. bei abgeschaltetem Abschwächer für den Langwellenempfang ein 535 kHz Tiefpassfilter durchlaufen. Der Empfänger wirkt als Dreifachsuper und setzt zunächst auf 8-9 resp. 9-10 kHz als erste ZF um, mit einem 11 resp. 12 kHz-Signal vom Oszillator V103 wird auf die zweite ZF von 3 - 2 MHz umgesetzt. In der dritten Mischstufe wird auf die dritte ZF von 455 kHz umgesetzt und das Signal zur ZF-Verstärkung und -Filterung weitergeleitet.
In den Bereichen 2 - 6 MHz arbeitet der Empfänger als Dreifachsuper. Das Antennensignal wird nach einer HF-Verstärkerstufe mit V102 in der Röhre V103 auf die erste Zwischenfrequenz von 14.5-15.5 kHz umgesetzt. Im zweiten Mischer wird mit dem Signal eines 17.5 MHz Oszillators auf die zweite ZF von 3 - 2 MHz umgesetzt (V104) und dann im dritten Mischer in V203 auf die dritte ZF von 455 kHz umgesetzt.
In den Bereichen 7 - 30 MHz ist der Empfänger als Doppelsuper geschaltet. Nach einer abgestimmten Vorstufe mit einer HF-Verstärkung in V102 wird im ersten Mischer in V103 mit dem Signal eines schaltbaren Quarzoszillators auf die erste Zwischenfrequenz von 2 - 3 MHz umgesetzt. Um zweiten Mischer wird mit dem Signal des zwischen 3.455 und 2.455 schwingenden VFO auf die zweite Zwischenfrequenz von 455 kHz umgesetzt und das Signal den ZF-Verstärkerstufen und der Filterbank mit den mechanischen ZF-Filtern für 1 & 3 kHz und einem Spulenfilter für die 6 kHz Position zugeführt. Im Modell NRD-1EH ist zusätzlich ein 500 Hz Quarzfilter zum CW-Empfang vorgesehen.
Bestückung
Das Gerät ist röhrenbestückt.