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Amerikanische Schwarzbären sind in freier Wildbahn vorwiegend dämmerungsaktiv. Die Aktivitätszeiten sind jedoch saisonal unterschiedlich, in Zeiten erhöhten Nahrungsbedarfes gehen sie auch tagsüber auf Nahrungssuche. Die Interaktion mit Menschen kann ihren Rhythmus ändern, wo sie Futter erbetteln können, sind sie oft tagaktiv, wo sie Mülltonnen oder Vorratslager plündern können, sind sie oft in der Nacht unterwegs.
Wie andere Bären halten sie während der kalten Monate eine Winterruhe in einem selbstgegrabenen Bau, in einer Höhle oder manchmal in einer Erdgrube. Ihre Atemfrequenz und ihr Herzschlag gehen deutlich zurück, dafür sinkt ihre Körpertemperatur nur um etwa 4 bis 7°C, außerdem sind sie relativ leicht aufzuwecken, darum spricht man nicht von einem echten Winterschlaf. Zeitpunkt und Dauer der Winterruhe hängen vom Lebensraum ab, in kalten Regionen kann sie von September bis Mai dauern. Während der Ruhezeit nehmen sie keine Nahrung und Flüssigkeit zu sich, sie urinieren und defäkieren auch nicht. Um eine Harnvergiftung zu vermeiden, werden Aminosäuren statt in Harnstoff in wiederverwertbare Aminosäuren umgewandelt. Da sie während dieser Zeit rund 23 bis 30 % des Körpergewichts verlieren (bei säugenden Weibchen ist dieser Prozentsatz noch etwas höher), fressen sie sich im Spätsommer und Herbst einen Fettvorrat an.
Wie alle Bären leben Amerikanische Schwarzbären einzelgängerisch. In Gebieten mit reichem Nahrungsangebot kommen aber manchmal dutzende Tiere zusammen. Die Reviergröße hängt vom Nahrungsangebot, vom Geschlecht, vom Lebensraum und von anderen Faktoren ab. Die Territorien von Weibchen sind generell kleiner. Die Territorien können sich überlappen, besonders das eines Männchens mit denen von mehreren Weibchen, trotzdem gehen sich die Tiere außerhalb der Paarungszeit aus dem Weg. Außerdem unternehmen Schwarzbären in unberührten Gegenden oft ausgedehnte Wanderungen.
Wie die meisten Bären sind Amerikanische Schwarzbären Allesfresser. Allerdings machen Pflanzen mehr als 75% ihrer Nahrung aus, darunter Früchte, Beeren, Nüsse, Gräser und Wurzeln. An fleischlicher Nahrung nehmen sie unter anderem Insekten, Vögel, sowie Nagetiere und Echsen zu sich. Selten erlegen sie auch grössere Säugetiere, dabei handelt es sich aber um junge oder kranke Exemplare.
Die Paarungszeit fällt in der Regel in die Monate Juni bis Juli. Zu diesem Zweck finden sich die einzelgängerischen Tiere zu kurzlebigen Paaren zusammen, die öfters die Begattung vollziehen. Wie bei den anderen Bären kommt es bei Amerikanischen Schwarzbären zu einer verzögerten Nidation (Einnistung), das heisst die befruchtete Eizelle bleibt für einige Zeit frei im Uterus. Die Nidation erfolgt erst zu Beginn der Winterruhe, meist im November oder Dezember. So beträgt die Zeitdauer zwischen Paarung und Geburt rund 220 Tage, die eigentliche Tragzeit aber nur 60 bis 70 Tage.
Während der Winterruhe, meist im Januar oder Februar, kommen ein bis fünf, meist aber zwei oder drei Jungtiere zur Welt. Neugeborene sind blind und wirken, obwohl sie von einem dünnen Fell bedeckt sind, nackt,. Sie wiegen nur rund 225 bis 330 Gramm, und zählen, wie alle Bären, zu den höheren Säugetieren mit dem größten Gewichtsunterschied zwischen der Mutter und ihrem Wurf. Mit sechs bis acht Monaten werden sie entwöhnt, bleiben aber zumindest bis zum zweiten Frühling bei ihrer Mutter. Diese kann sich rund ein bis vier Jahre nach der Geburt erneut fortpflanzen.
Weibliche Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit rund 4 bis 5 Jahren, männliche Tiere ein Jahr später.