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Amalgam-Sanierung
Über die AmalgamkontroverseVom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, existiert keine Kontroverse über schädliche Auswirkungen der Metalle, die in Amalgamftillungen enthalten sind und aus ihnen freigesetzt werden. Die kanadischen Untersuchungen an der Universität von Calgarv (Leitung: Dr. Murray Vimy) konnten eindrucksvoll belegen, daß radioaktiv markiertes Quecksilber aus korrekt eingesetzten Amalgamfüllungen (in einer Affenstudie) danach in Nieren, Gehirn und Darmwänden von Affen (sowie Schafen) gefunden wurde. Aufgrund seiner Affinität zu Sulfhydryl-Gruppen bindet Quecksilber sehr stark an Strukturen innerhalb des Nervensystems. Weitere Studien zeigten, daß Quecksilber in der Peripherie über alle Nervenendigungen aufgenommen wird (z.B. den Nervus hypoglossus der Zunge?, das autonome Nervensystem der Lunge oder des Verdauungstraktes und des Bindegewebes) und sehr schnell über das Innere des Nervenaxons (sog. axonaler Transport) zum Rückenmark und Hirnstamm gelangt. Auf seinem Weg von der Peripherie zum Gehirn blockiert Quecksilber Enzyme, die für den Aufbau des Tubulins essentiell sind.
Tubulin ist für den Aufbau und Erhalt spezifischer Strukturen innerhalb eines Nerven verantwortlich (Neurotubuli). Entlang dieser Strukturen findet der Transport von Stoffwechselendoprodukten aus der Nervenzelle in die Peripherie und zugleich die Aufnahme wichtiger Nährstoffe aus der Peripherie in die Nervenzelle statt. Sobald Quecksilber entlang des Axons Aufnahme gefunden hat, ist die Nervenzelle in ihrer Fähigkeit sich selbst zu entgiften und zu ernähren sehr stark behindert: d.h. entweder wird die Zelle vergiftet und stirbt oder sie existiert in einem Status chronischer Mangelernährung weiter. Diejenigen Quecksilbermoleküle, die schließlich die Nervenzelle erreichen, können über die axonale Transportroute nicht mehr ausgeschieden werden (im gewissen Umfang können sie die Zelle über Calcium- und Natriumkanäle verlassen) und beginnen ihre bekannten stark gesundheitsschädigenden Wirkungen an den Mitochondrien, dem Zellkern und anderen Zellorganellen zu entfalten.
Als Ergebnis dieser Entwicklung stellen sich vielfältige - häufig neurologische -Erkrankungssymptome ein.
Quecksilber und chronische InfektionenIm Praxisalltag wird bereits seit langem beobachtet, daß Patienten mit der Diagnose einer chronischen Viruserkrankung (EBV, CMV, HIV, Herpes Zoster und genitaler Herpes etc.), chronischen Pilzerkrankungen (Candidiasis und andere), sowie rezidivierenden Episoden von bakteriellen Infektionen (chron. Sinusitis, Tonsillitis, Bronchitis, Blasen-/Prostatainfektionen, bakteriellen Infektionen bei HIV) eine dramatische Besserung erfahren, sobald sie sich einer konsequenten Quecksilber- / Amalgamentgiftung unterziehen. Die Tatsache, daß die Anwesenheit von Quecksilber im Gewebe das Immunsystem unterdrückt, ist seit langem bekannt erklärt sich die allgemeine Stärkung des Immunsystems bei konsequenter Durchführung eines soliden Quecksilberentgiftungsprogramms.
Solange Amalgamfüllungen vorhanden sind (und waren), führt dies zu einer Resistenz verschiedener Bakterien gegen Antibiotika und zu einer Verschlechterung des körpereigenen Abwehrsystems. Demzufolge ist Quecksilber bislang die einzige Substanz, die nachgewiesenermaßen neben den Antibiotika selbst eine Resistenz gegen Antibiotika herbeiführen kann. Es ist bekannt, daß Parodontitiserkrankungen durch Bakterien hervorgerufen werden und durch Entfernung der Amalgamfüllungen oftmals geheilt wurden. Obwohl klinische Befunde und Verlaufsprotokolle in ihren Ergebnissen teilweise überwältigend sind, wurden bislang leider keine weiteren Untersuchungen durchgeführt, die die Quecksilber-Hypothese im Zusammenhang mit anderen Infektionen zum Inhalt hat.
Bei Durchschau der wissenschaftliche Literatur, die sich mit chronischen Pilzsyndromen beschäftigt, fällt auf, daß man Quecksilber eher eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung solcher Infektionen zuschreibt. Die bis heute wertvollste Literaturstelle zu diesem Thema fand ich durch Hinweis eines Patienten in einem Buch, das für die Bergwerkindustrie geschrieben wurde: "Biosorption of Heavy Metals". Um den Ertrag wertvoller Metalle aus alten Mienen zu erhöhen, sprühte man sog. "Biomasse" an die Schachtwände, wusch sie mit Wasser ab und sammelte alles zusammen in Behältern mit Ionenaustauschmembranen. Die Biomasse besteht aus einem Membranenschlamm normalerweise einzelliger Organismen, die alle eine Tendenz haben, Metalle aus der Umgebung in ihrer äußeren Zellwand anzusammeln. Die Liste derjenigen Organismen, die die höchste Affinität für giftige Metalle besitzen liest sich wie eine "who 's who" unserer typischen Infektionskrankheiten beim Menschen:
Das diagnostische DilemmaBald nachdem Quecksilber in unseren Körper eingedrungen ist (auf natürlichem Weg oder iatrogen), bindet es fest an Strukturen des Nervensystems (Gehirn, Rückenmark, periphere motorische und sensorische Ganglien, autonome (vegetative) Ganglien) und erscheint nicht im Blut, Haar, Urin, Stuhl, Schweiß oder allen anderen Körperflüssigkeiten - lediglich für eine kurze Periode während bzw. nach der akuten Exposition. Daher wird eine reguläre Mineralanalyse dieser Körperkompartimente keine Quecksilbervergiftung aufweisen. Soweit mir bekannt, existieren vier verschiedene Arten von Tests, die ZNSQuecksilbervergiftung zeigen können:
Über die Tatsache, daß Quecksilber im ZNS aller Menschen psychische, neurologische und immunologische Störungen hervorrufen kann, gibt es keine Kontroverse mehr. Entsprechende Symptome zusammen mit ausführlicher Literatur sind 1994 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde (U.S Department of Health and Human Service) unter dem Titel "The toxicological profile of mercury" sorgfältig rezensiert worden. Die Symptome der Quecksilbervergiftung können häufig noch signifikant durch eine Quecksilberüberempfindlichkeit ("Allergie") verstärkt werden. Jüngste Studien mit dem M.E.L.l.S.A.-Test (entwickelt von Vera Stejskal, Karolinska Universität, Schweden) zeigten, daß sehr schnell die meisten Menschen auf nahezu alle Metalle, die in den Körper eingebracht werden, (Quecksilber führt die Liste an, Gold liegt an dritter Position!) allergisch reagieren. Der übliche Hauttest scheint dafür komplett ungeeignet zu sein und sollte wegen der enorm großen Zahl falsch negativer Ergebnisse nicht länger für Fragestellungen dieser Art benutzt werden, da
diese Resultate in die Irre führen.
Zusätzliche Anmerkungen zu den Provokationstests:
Zur Zeit existieren drei Provokationstest.
Über die DMPS-StudieDMPS ist als komplexbildende Substanz in Rußland entwickelt worden. Es gibt eine Fülle von internationalen Untersuchungsdaten und einen exzellenten Bericht über die sichere Anwendung. Vorläufige Ergebnisse der amerikanischen Multi-Center Studie (s.o.) zeigen, daß die Quecksilbervergiftung in den USA sehr weit verbreitet ist und sich zu einem Co-Faktor für eine Vielzahl von Erkrankungen, insbesondere Krankheiten, die mit einer Beeinträchtigung des Immunsystems (so. z.B. chron. Virus- und Pilzerkrankungen) einhergehen, entwickelt. DMPS erscheint hier in seiner Anwendung extrem sicher, wenn es angemessen eingesetzt wird.
Protokoll:DMPS (3 mg/kg KG) wird langsam intravenös injiziert. Anschließend wird ein 24-Stunden-Sammelurin auf Schwermetalle und Spurenelemente untersucht. Diese Injektion wird i.d.R. monatlich wiederholt ~ .
Keine der genannten Substanzen (einschließlich des hier nicht näher besprochenen DMSA) ist in der Lage, die Bluthirnschranke zu überwinden oder andere 'kompartisierte' Körperregionen niedriger Durchblutung (bradytrophes Gewebe) zu erreichen. Deshalb sind Testungen dieser Art unzulängliche Hilfsmittel, um die Quecksilberbelastung des ZNS abzuschätzen. Dennoch sind sie verläßliche Partner in der Beurteilung der Bindegewebs- und Gefaßbelastung, was durch einen unprovozierten Urintest nicht möglich ist.
Neue Entwicklungen:Mit Hilfe des bereits erwähnten und von Dr. D.Klinghardt und Dr. L.Williams entwickelten A.R.T. ("autonomic response test"), der zudem auch wesentlich zur Entwicklung des derzeit offiziell empfohlenen DMPS-Entgiftungsprogramms beitrug, gelang es neue Fortschritte in der Mobilisation "kompartisierten" Quecksilbers im ZNS und anderen Kärperregionen zu erzielen:
1. Der ansteigende Chlorella-Provokationstest (C.E.C. Chlorella Enchanced Challenge)
Chlorella* pyrenoidosa, eine Süßwasseralge, ist eine der am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmittel. wenn man nur einmal die in Asien veröffentlichten Publikationen berücksichtigt ~'. Dabei scheint Chlorella insbesondere über zwei exklusive Wirkungsmechanismen zu verfügen, die es zu Mittel zur Diagnostik und Therapie innerhalb eines Schwermetallentgiftungsprogramms machen.
Y. OMURA hat entdeckt, daß Koriander (Chinese Parsley, Cilantro) in ausreichender Menge täglich konsumiert, Quecksilber und-auch andere giftige Schwermetalle schnell aus dem ZNS mobilisieren kann . Quecksilber erscheint dann entweder im Stuhl, tJrin oder wird in mehr peripheres Gewebe verschoben. Diese revolutionäre Entdeckung läßt Cilantro zur ersten bekannten Substanz werden, die in der Lage ist Quecksilber aus dem ZNS zu mobilisieren, wobei der eigentliche Mechanismus unbekannt ist. Getrocknetes Cilantro ist nach meiner Erfahrung wirkungslos. Wahrscheinlich ist die aktive Substanz ein leicht flüchtiger fettlöslicher Bestandteil der Pflanze (wahrscheinlich eine aromatische Verbindung). Mit der A.R.T. -Methode können nach Aufnahme von Cilantro schnelle Veränderungen im Gehirn und dem Rückenmark nachgewiesen werden. Daneben zeigt sich jetzt auch Quecksilber in Gewebe, wo es zuvor nicht nachweisbar war, z.B. Leber und Darm. Dies werte ich als Ergebnis der Mobilisation im Nervensystem.
Petersilie scheint ähnliche Wirkung zu besitzen. Da sie in den notwendigen Dosierungen z.T. erhebliche Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt hervorruft, fand sie keine Verbreitung.
3. Mobilisation von "kompartisiertem" Quecksilber mittels Neuraltherapie (Klinghardt's compartement mobilization technique = KCMT).
Verknüpfe ich die ART-Methode mit zwei neuraltherapeutischen Techniken (Blockade autonomer Ganglien und Segmentaltherapie mit Procain), führt dies in aller Regel zur massiven Erhöhung des Quecksilberspiegels im Urin, was dafür spricht, daß diese Quecksilbermenge aus den behandelten Gewebe stammen. Fügt man DMPS in angemessener Menge hinzu, erhöht sich die ausgeschiedene Quecksilbermenge nochmals. So ist es mir möglich, durch Injektionen an die parasympathischen Ganglien in der Gesichts- und Halsregion kompartimentiertes Quecksilber aus dem Hirnstamm und durch Injektionen an die perivaskulären sympathischen Fasern aus dem übrigen Gehirn effektiv und schnell zu mobilisieren. Der wahrscheinliche neurobiologische Mechanismus, der diesen Reaktionen zu Grunde liegt, ist der, daß Procain die Zellwand (-kanäle) und axonalen Membranen autonomer Nerven öffnet. Unzerstörte, intakt gebliebene Tubulinstrukturen innerhalb des Nervenaxons transportieren das DMPS retrograd in die Nervenzelle, das dort vorhandenes intrazelluläres Quecksilber bindet, welches von dort auf wenigstens zwei Wegen abtransportiert wird - entweder (1) anterograd entlang des Axons in die Peripherie oder (2) durch Ionenkanäle (Na+, Ca++) in das umgebende Bindegewebe von wo aus es schließlich über das lyphatische und/oder venöse System zu den Nieren gelangt. Nutzen wir mit dieser Methode die peripheren Endigungen der Himnerven als Zugang, so ist die bis heute für unmöglich gehaltene Entgiftung des Hirnstammes und des Rückenmarks das offensichtliche Resultat. Diese Vorgehensweise, bei wir viel weniger DMPS brauchen, als für den konventionellen Provokationstest, kann extrem hohe Mengen an Quecksilber im Urin hervorbringen. Wiederholte Behandlungen in Abhängigkeit der totalen Gesamtbelastung des Gewebes mit Quecksilber sind empfehlenswert. Falls andere Metalle involviert sind (z.B. Eisenablagerungen in der Epiphyse), können andere Substanzen an diesen Zuugangspunkten injiziert werden.
4. Die Vermeidung der enterohepathischen Wiederaufnahme von Quecksilber aus dem Stuhl.
Obwohl zur Zeit kein etablierter kommerzieller Stuhltest zum Quecksilbernachweis erhältlich ist, läßt sich mit der ART-Methode, nachdem durch die oben beschriebenen Techniken behandelt wurde, nachweisen, daß ziemlich große Quecksilbermengen nicht nur via Niere ausgeschieden werden, sondern sich auch im Dünndarm und oberen Dickdarm befinden (insbesondere, wenn zusätzlich mit Chlorella und Cilantro behandelt wurde). Diese Quecksilbermengen gelangen sowohl über den Leber/Galle/Dünndarm-Kreislauf als auch über direkte aktive und passive Transportmechanismen aus den Darmgefäßen ins Darmlumen. Der ausgeschiedene Stuhl enthält oft weniger Quecksilber als der untere Dünndarm / obere Dickdarm. Sehr wahrscheinlich kommt es zur Wiederaufnahme des Quecksilbers auf seinem Weg durch den Dickdarm. Um nun die Quecksilberausscheidung über den Stuhl zu erhöhen, sollten drei Prinzipien Anwendung finden:
Therapie:Meine therapeutischen Anregungen basieren auf den zuvor von mir diskutierten neurologischen Prinzipien. Dabei hängen die Details und der Erfolg meiner Behandlung nicht so sehr von der Situation des Patienten ab, vielmehr sind die diagnostische Erfahrung und das therapeutische Können des Praktikers dafür von entscheidender Bedeutung. Das Hinzufügen der Neuraltherapie zur Liste der weniger wirkungsvollen Ausleitungsprozeduren stellt für jeden erfahrenen Neural-therapeuten eine rasche und effektive Behandlungsstrategie dar, sobald sie sich an den hier dargelegten Inhalten orientiert. Jedoch sollte sich der Neuraltherapeut in seinen Behandlungsschwerpunkten auf die am stärksten mit Quecksilber belasteten Körpercompartimente beziehen, was bis zur Entwicklung und Verbreitung anderer diagnostischer Methoden durch Nutzung des A.R.T. (autonomic response testing) wirkungsvoll möglich ist.