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Erfahrungen und Kenntnisse vertiefen
Seit den Anfängen ums Jahr 1926 wurde die Methode kritisch hinterfragt und differenziert. Nach Bliss (2010) war der Forschungsalltag in Genf wie folgt organisiert. Die Forscherinnen und Forscher (auch Studierende vom ersten Semester an) besuchten jeden Nachmittag! von 13.30-15.30 Uhr Schulen, um Kinder zu interviewen und mit ihnen zusammenarbeiten zu können. Der Donnerstagnachmittag war davon ausgenommen. Dieser direkte Zugang zum Testen innerhalb der Schule und die fortlaufende Überprüfung sowie Verfeinerung der Forschung wurden ergänzt durch den Austausch an der Universität. Piaget und Inhelder trafen alle Forschenden immer montags von acht bis neun Uhr. Dort wurden die Forschungserfahrungen gestaffelt ausgewertet. Danach wurden Forschungsprojekte besprochen. Das flexible Interview wird weltweit in der Grundlagenforschung der Kognitionspsychologie, in der Erkenntnistheorie und der Lernforschung verwendet.
Drei Verwendungszwecke können skizziert werden. Der erste nimmt das flexible Interview als Forschungsmethode im Bereich der genetischen Erkenntnistheorie (siehe Exkurs). Der zweite bedient sich des flexiblen Interviews in der dynamischen Diagnostik. Der dritte setzt das flexible Interview in pädagogischen Situationen ein. Dabei werden die fachlichen Kompetenzen der Beteiligten nachhaltig, dialogisch und niveaubewusst differenziert. Lesen Sie dazu eine eindrückliche Umschreibung von Bärbel Inhelder (1963, S. 262), Übersetzung d. Verf. siehe Link.
La méthode clinique exige évidemment une pratique subtile et un ensemble de précautions. II faut éviter autant le danger de suggérer à l'enfant une direction de pensée qui n’est pas la sienne, que celui d'une interprétation naïve qui consisterait à attribuer une valeur totale et égale à tous ses propos. Procéder cliniquement signifie se débarrasser de toute attitude réaliste et interpréter les données en tant que signes relatifs : c'est-à-dire savoir organiser une expérience, poser des problèmes, conduire la conversation de façon à trancher entre plusieurs hypothèses, chercher à les contrôler tout en observant les faits qui peuvent dépasser ou contredire les cadres préconçus; et finalement rendre l'enfant actif en s'adaptant à chaque cas particulier sans perdre de vue les normes générales, suivre les sinuosités de sa pensée tout en la dirigeant vers les points cruciaux. La technique de la conversation clinique ne s'apprend pas du jour au lendemain; elle exige une longue préparation. C'est là peut-être l'obstacle principal à l'emploi de nos épreuves de diagnostic opératoire.
Inhelder, Sinclair, Bovet (1974, S.35) präzisierten die Umschreibung: „La méthode clinique – plus significativement appelée „méthode d’exploration critique“ (…).“
Bianca Werfeli, SHP, führte 2017 mit einer Schülerin ein flexibles Interview durch. Später untersuchten sie die Erfahrung mit der Methode "sharing the video"(vgl. Morgan, 2007; Nind et al., 2016, S.159-208). Die Fallstudie dokumentiert, wie das FI methodisch erweitert und systemisch pädagogisiert werden kann.
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