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An der Studie des «New England Journal of Medicine» (NEJM) beteiligten sich 3'958 Teilnehmerinnen. Im untersuchten Zeitraum von Mitte Dezember 2020 bis Ende Februar 2021 hatten 827 Frauen eine vollendete Schwangerschaft. Diese Fälle bildeten die Grundlage für die Kalkulation der Fehlgeburten.
115 dieser 827 Frauen (13,9 Prozent) hatten einen «Schwangerschaftsverlust» («pregnancy loss»). 712 Teilnehmerinnen (86,1 Prozent) hatten eine sogenannte Lebendgeburt («live birth»). 104 Frauen (12,6 Prozent) erlitten eine Fehlgeburt («spontaneous abortion»), eine Frau erlitt eine Totgeburt (0,1 Prozent) und zehn Frauen (1,2 Prozent) hatten eine Abtreibung oder eine Eileiterschwangerschaft, die nicht ausgetragen werden konnte.
Verglichen mit anderen Raten liegt der Wert der Fehlgeburten im Durchschnitt. Dem medizinischen Journal The Lancet zufolge liegt das Gesamtrisiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, unter allen Schwangerschaften bei 15,3 Prozent. Die US-Stiftung March of Dimes gibt das Risiko mit 10 bis 15 Prozent an. Die US-Organisation Planned Parenthood sowie die Mayo Clinic nennen 10 bis 20 Prozent. Dem wissenschaftlichen Informations-Portal Science Direct zufolge ist die Fehlgeburt die häufigste Komplikation in der Schwangerschaft. Berichten zufolge hätten 12 bis 24 Prozent der Frauen mit positivem Schwangerschaftstest eine Fehlgeburt.
Die Forschenden schreiben im NEJM, der berechnete Anteil der unerwünschten Schwangerschaftsentwicklungen gleiche den Ergebnissen von Studien, die vor der Covid-Pandemie durchgeführt wurden. Die Daten seien allerdings nicht direkt vergleichbar. Es fehlten aussagekräftige Daten der Frauen, die in einem frühen Stadium der Schwangerschaft geimpft wurden, sowie Nachbeobachtungen. Die vorläufigen Studienergebnisse zeigen also keine Sicherheitsprobleme des mRNA-Coivd-19-Imfpstoffes bei Schwangeren.
Die Daten für die Studie sind dem US-amerikanischen Überwachungssystem «v-safe» entnommen. Dieses soll zusammen mit weiteren Tools die frühzeitige Erkennung von mögliche Nebenwirkungen des Covid-19-Impfstoffes ermöglichen. Die Datenbank wird von den US-amerikanischen «Centers for Disease Control and Prevention» (CDC) verwaltet. Im Bereich der Schwangerschaft im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung werden insbesondere die Themen Schwangerschaftskomplikationen, Fehlgeburten und Probleme bei Neugeborenen untersucht.
Die Datenmenge über die Sicherheit der Covid-19-Vakzine während einer Schwangerschaft ist begrenzt. Mangels Kenntnissen hat die Schweizer Behörde Schwangere vorerst von der Impfung ausgeschlossen. In der Zwischenzeit haben Studien die Wirksamkeit der Covid-Vakzine auch bei Schwangeren belegt. So ergab eine Studie aus Israel, dass schwangere Frauen mit einem mRNA-Impfschutz vom Hersteller Pfizer / Biontech einem signifikant geringerem Risiko einer Covid-Infektion ausgesetzt sind als nicht-geimpfte Schwangere. Eine andere Studie aus den USA konnte nachweisen, dass geimpfte Schwangere Antikörper via Plazenta und Muttermilch an das Neugeborene weitergeben. Zudem fanden die Forschenden heraus, dass geimpfte Schwangere einen höheren Anteil von Sars-CoV-2-Antikörper aufweisen als schwangere Frauen, die eine natürliche Infektion erlitten. Dies spricht für die Impfstoff-generierte Immunantwort. Auch Studien an Tiere, denen vor oder während der Schwangerschaft eine entsprechende Covid-Vakzine verabreicht wurden, ergaben keine Sicherheitsbedenken.
Länder wie die Vereinigten Staaten oder Grossbritannien bieten die Covid-Impfung – insbesondere diejenigen von den Hersteller Pfizer / Biontech sowie Moderna – den schwangeren Frauen seit längerem an. Mit dem zunehmenden Wissensstand passte auch die Schweizer Behörde die Impfempfehlung für schwangere Frauen an. Seit dem 14. September 2021 werden sämtliche in der Schweiz zugelassene mRNA-Impfstoffe auch schwangeren Frauen empfohlen.