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Das verlassene Vogelnest
Während in London die Olympischen Spiele über die Bühne gehen, hat sich die «Basler Zeitung» an den Sportstätten der Spiele 2008 in Peking umgesehen.
Während in London die Olympischen Spiele über die Bühne gehen, hat sich die «Basler Zeitung» an den Sportstätten der Spiele 2008 in Peking umgesehen. Im Zentrum des Interesse steht natürlich das «Vogelnest» der Architekten Herzog & de Meuron: «Das Nationalstadion steht praktisch leer. Es wird nicht einmal für heimische Sportwettkämpfe verwendet.» Mit verschiedenen Veranstaltungen habe die Pekinger Regierung in den vergangenen Jahren versucht, das «Vogelnest» zu neuem Ruhm erwecken: «Zweimal wurde der italienische Supercup dort ausgetragen, beim ‹Race of the Champions› donnerten 2009 auch mal Michael Schuhmacher und Sebastian Vettel durch das Stadion. Und einmal fand die Oper ‹Turandot› in dem riesigen Gebäude statt, das auf den Zuschauerrängen immerhin 90 000 Menschen Platz bietet», erzählt die «Basler Zeitung». Eine regelmässige Veranstaltung konnte sich aber bis heute nicht etablieren. Für den Pekinger Fussballverein Guo'an ist das Stadion zu gross: Der FC Guo'an ziehe pro Spiel gerade mal 10 000 Zuschauer an.
Über saftige Eintrittsgebühren soll wenigstens der Betrieb aufrechthalten bleiben. 50 Yuan, umgerechnet rund sieben Franken, kostet der Einlass laut «BaZ». Noch immer seien es ziwschen 20 000 und 30 000 Touristen pro Tag, die wegen der Architektur kommen. Das Interesse aber sinkt, auch weil der chinesische Künstler Ai Weiwei – der an der Gestaltung des «Vogelnests» beteiligt war – verhaftet und momentan unter Hausarrest gestellt wurde. Das hinterlasse bei vielen Besuchern einen bitteren Nachgeschmack, schreibt die «Basler Zeitung».