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Autor: Nicole JEgerlehner
Die günstigste Offerte betrug 56 Millionen Franken, die teuerste 72 Millionen Franken – und so erhält ein Freiburger Baukonsortium den Zuschlag für den Bau der Poyabrücke. «Bei der Beurteilung der Offerten haben wir zu 60 Prozent den Preis gewichtet, zu 40 Prozent technische Fragen», sagte Christophe Bressoud gestern vor den Medien. Der Projektmanager der Poyabrücke betonte, dass die Freiburger Offerte mit realistischen Preisen arbeite; so seien drei weitere Angebote nur wenig über den 56 Millionen Franken gelegen. «Eine einzige Offerte war mit 72 Millionen Franken klar teurer», sagte Bressoud.
Staatsrat Georges Godel freute sich, dass die Arbeitsgemeinschaft Implenia Construction AG, Grisoni-Zaugg AG, Routes Modernes SA den Zuschlag erhielt: «Mir hätte es nicht gefallen, wenn wir in dieser Krisenzeit den Auftrag einer ausländischen Unternehmung hätten erteilen müssen», sagte er, und fügte an: «Jetzt hoffen wir, dass die unterlegenen Konsortien nicht rekurrieren.»
Der Bau wird immer teurer
Mit der Vergabe der Arbeiten sind auch die Kosten besser abschätzbar. Sie sind höher als der vom Stimmvolk genehmigte Kredit: Die Abstimmungsbotschaft sah Kosten in der Höhe von 120 Millionen Franken vor. Ein Audit kam im Februar dieses Jahres auf einen Kostenvoranschlag von 133 Millionen Franken. Gestern präsentierte Godel Gesamtkosten von 137,7 Millionen Franken. «Das liegt nur fünf Prozent über den Zahlen des Audits», sagte er. Nach dem Debakel um die Mehrkosten der Umfahrungsstrasse in Bulle hat der Kanton eine rigorose Kostenkontrolle eingeführt. In den 137,7 Millionen Franken sind die Kosten für die St.-Leonhard-Kreuzung (siehe unten) und die Schrägseilvorspannung auf der Brücke noch nicht eingerechnet.
Weil eine Beschwerde vor Bundesgericht eine aufschiebende Wirkung hat (siehe Kasten), muss der Bauablauf sehr wahrscheinlich auf den Kopf gestellt werden. Der Kanton ging immer davon aus, auf der Palatinat-Seite mit dem Bau der eigentlichen Brücke zu beginnen. Um nicht in Rückstand auf den Bauplan zu kommen, wird nun der erste Brückenpfeiler wohl auf der Schönberg-Seite zu stehen kommen. Ende August sollen die Bagger auffahren.
Lösung für St. Leonhard
Im September beginnen dann die Arbeiten an der Murtenstrasse; diese werden rund ein Jahr dauern und den Verkehr – ausser in der Winterpause – ziemlich beeinträchtigen. Dabei geht es um den Strassenabschnitt zwischen der Lavapessonbrücke bei der Autobahn und der Grives-Kreuzung. Die Kreuzung selber wird noch nicht umgebaut: Erst muss der Staatsrat entscheiden, wie er den Verkehr bei der St.-Leonhard-Kreuzung führen wird. Voraussichtlich wird die Strasse dort unterirdisch geführt (die FN berichteten); dies würde auch die Verkehrsführung bei der Grives-Kreuzung beeinflussen. «Das genaue Projekt stellen wir im Herbst vor», sagte Godel. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass die neue Verkehrslösung 20 bis 25 Millionen Franken kostet. «Dafür erhalten die Fussgänger und der Langsamverkehr mehr Raum», sagte Godel.
In vier Jahren fertig
Bereits quasi fertig gebaut sind Vorarbeiten für die Poyabrücke – so der Reinabwassersammelkanal in Granges-Paccot und die Bellevue-Kreuzung im Schönbergquartier. Die Poyabrücke soll im Jahr 2013 eröffnet werden.