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Novartis lobt sich gerne für die Gratisabgabe von Medikamenten in Entwicklungsländern. Gleichzeitig klagt das Unternehmen in Indien zum vierten Mal den Patentschutz für sein Krebsmedikament Glivec ein. Das gefährdet die medizinische Versorgung von zahlreichen Ländern.
ACTARES anerkennt die Bemühungen von Novartis zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern. So erhalten auch wenig bemitelte Patientinnen und Patienten Medikamente zur Behandlung von Malaria, Lepra, Tuberkulose oder gewissen Arten von Krebs. Damit werden jedoch bei weitem nicht alle erreicht, die diese Medikamente benötigen.
Patentklage zum Vierten
Die Patentklage für das Krebsmedikament Glivec in Indien durch Novartis ist höchst unverantwortlich. Indien produziert ein rund 10 Mal günstigeres Generikum. Obwohl die Klage von Novartis bereits drei Mal abgewiesen wurde, greift das Unternehmen nun zum vierten Mal die indischen Behörden an, um die weitere Produktion des Generikums zu verunmöglichen.
Ein Verhalten mit schlimmen Nebenwirkungen
Novartis gefährdet mit diesem Verhalten nicht nur die medizinische Versorgung der indischen Bevölkerung. Zahlreiche Entwicklungsländer, die Generika nicht selber herstellen können, sind auf Importe aus Indien angewiesen. Würde Glivec unter Patentschutz gestellt, hätte auch die Bevölkerung dieser Länder keinen Zugang mehr zu gewissen lebensrettenden Medikamenten.
ACTARES forderte Novartis an der Generalversammlung auf, das Gerichtsurteil zu akzeptieren. Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella antwortete, Novartis habe das Recht, bis zur obersten Instanz zu gehen, und betonte, in den ärmsten Ländern werde kein Patentschutz durchgesetzt. Genau diese Länder haben aber oft keine Pharmaindustrie und sind auf Importe aus Indien angewiesen.