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"Ich bin zutiefst besorgt, dass die Volksrepublik China keine Bereitschaft zeigt, sich ernsthaft für bessere Mechanismen im Umgang mit Krisen zwischen unseren Streitkräften einzusetzen", sagte er am Samstag auf dem wichtigsten Sicherheitstreffen Asiens in Singapur.
"Je mehr wir miteinander reden, desto eher können wir Missverständnisse und Fehleinschätzungen vermeiden, die zu Krisen oder Konflikten führen könnten", so Austin. Offene Kommunikation zwischen den Verantwortlichen der USA und Chinas sei wichtig, um die Stabilität im asiatisch-pazifischen Raum zu sichern.
Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China befinden sich auf einem Tiefpunkt. Die beiden Mächte sind tief gespalten bei Themen wie der Souveränität des demokratisch regierten Taiwan, das nach dem Verständnis der Volksrepublik zu China gehört oder den Territorialstreitigkeiten im südchinesischen Meer.
Die Besorgnis wächst, dass China in Taiwan einmarschieren könnte und die USA in den Konflikt hineingezogen werden.
Austin verwies in seiner Rede auf Russlands Einmarsch in die Ukraine als Beispiel dafür, wie "gefährlich unsere Welt werden würde, wenn grosse Länder ungestraft in friedliche Nachbarländer einmarschieren dürften". Die USA fühlten sich zutiefst verpflichtet, den Status Quo in Taiwan zu bewahren und lehnten einseitige Veränderungen auf beiden Seiten ab, so Austin.
Die USA haben unter Präsident Joe Biden ihre Beziehungen zu Verbündeten in Asien, darunter Australien, Japan, Indien, die Philippinen und Taiwan verstärkt. Ein im März von Australien angekündigtes Abkommen über den Kauf von Atom-U-Booten hat Peking kritisiert. Das 250 Milliarden Dollar teure U-Boot-Programm ist Teil des AUKUS-Sicherheitspakts zwischen Australien, den USA und Grossbritannien.
Chinas Verteidigungsminister Li Shangfu hatte diese Woche ein Gespräch mit Austin auf dem Sicherheitsgipfel abgelehnt. Am Rande der Konferenz hatten die beiden sich am Freitag zur Begrüssung aber kurz die Hände geschüttelt. Ein herzlicher Händedruck bei einem Abendessen sei aber kein Ersatz für ernsthaftes Engagement, sagte Austin.
China werde auf dem Gipfel bilaterale Gespräche mit den Verteidigungsministern von einem Dutzend Länder führen, kommentierte Generalleutnant He Lei, ehemals Vizepräsident der Akademie für Militärwissenschaften in der staatlichen chinesischen Zeitung "Global Times" vom Samstag.
Li Shangfu, ein General, der von den USA sanktioniert wurde, wird am morgigen Sonntag seine eigene Rede auf dem Sicherheitsgipfel in Singapur halten.
(Reuters)