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Rezension:
Das Buch soll eine systematische und historische Einführung in Kernthemen der Philosophie bieten. Anhand zentraler Argumente und Theorien sowie durch die Vorstellung prominenter Denker:innen werden wichtige Strömungen der Philosophie vermittelt. Zudem wird die Leserschaft durch eingebaute Einwände gegen die vorgestellten Positionen dazu ermuntert, die Argumente selbständig zu reflektieren und zu prüfen. Neben reiner Informationsvermittlung ist das Buch auf eine pädagogische Leseerfahrung hin konzipiert und eignet sich deshalb besonders gut für erste Annäherungen an die Philosophie – sei dies individuell oder im Rahmen des Philosophieunterrichts an Mittelschulen.
Das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt, welche jeweils einer bestimmten Epoche – Antike, Mittelalter, Neuzeit, 20. Jahrhundert – gewidmet sind. Den Anfang eines jeden Kapitels macht eine kurze historische Einführung zu den zentralen Strömungen und Denker:innen der jeweiligen Epochen. Den substanzielleren Teil der Kapitel stellen systematische Darstellungen wichtiger Theorien und Argumente dar, die innerhalb der historischen Kapitel nach Themen geordnet sind – beispielsweise „Gerechtigkeit“ im Kapitel „Neuzeit, oder „Bedeutung“ im Kapitel „20. Jahrhundert“. Am Ende eines jeden Unterabschnittes eines Themas, in welchem eine Theorie oder ein Argument vorgestellt wird – etwa „Gebrauchstheorie“ beim Thema „Bedeutung“ – finden sich Einwände gegen die vorgebrachten Inhalte, die Reflexion anstossen sollen. An einigen Stellen werden diese Einwände wiederum durch eine Erwiderung ergänzt, anderenorts nicht. Am Ende des Buches findet sich ein Anhang über Logik, welcher die wichtigsten Schlussregeln und Argumentationsmuster vorstellt, die in der Aussagenlogik geläufig sind. Anstelle von Erwiderungen zu den einzelnen Argumenten finden sich hier Aufgaben, die die vorgestellten logischen Werkzeuge anwenden sollen.
Der Aufbau des Buches ist in weiten Teilen gelungen und es erreicht, was es verspricht: Die Texte sind einfach zugänglich, geben einen Einblick in wichtige Debatten und motivieren, eigenständig über die Themen nachzudenken. Speziell hervorzuheben sind hierbei die Einwände, die zu den jeweiligen Theorien und Argumenten hinzugefügt wurden. Diese verhindern, dass die vorgezeichneten Theorien fraglos übernommen werden, und zeigen, wie philosophisches Denken vorgeht, indem Argumente immer auch durch Gegenargumente geprüft werden müssen.
Ebenfalls sehr gelungen ist der Anhang über die Logik. In Kürze werden die wichtigsten Argumentationsformen vorgestellt, welche durch die gut konzipierten Fragen einfach erarbeitet werden können. Dieser Teil lässt sich ebenfalls hervorragend als Lehrmittel im Unterricht verwenden, wenn die Aussagenlogik besprochen werden soll.
Auf jede Einführung in ein Themengebiet kann wohl der Vorwurf angewandt werden, dass sie nur einen kleinen Ausschnitt berücksichtigen kann. Das ist hier nicht anders. Auch wenn dies grundsätzlich nicht schlimm ist, sollte es doch erwähnt werden. „Philosophie - Ein Lehrbuch“ ist in erster Linie, neben der Tatsache, dass es sich vor Allem um europäische und neuere amerikanische Philosophie handelt, eine Einführung in die analytische Philosophie. Andere Traditionen werden in den historischen Einleitungen zwar erwähnt, finden aber kaum Eingang in den systematischen Teil. Auch werden klassische Argumentationslinien hauptsächlich aus dem Blickwinkel moderner, analytischer Forschung betrachtet.
Dies ist, wie gesagt, nicht grundsätzlich ein Problem des Buches: Als Einführung in die analytische Tradition funktioniert es sehr gut. Allerdings weist das Buch tatsächlich eine Schwäche auf: die historischen Einleitungen. Diese sind extrem kurz verfasst und enthalten nicht viel mehr als die Namen von Traditionen und Denker:innen sowie die entsprechenden Jahreszahlen. Gesellschaftlicher Kontext oder genauere Rezeptionsgeschichten innerhalb der einzelnen Traditionen werden mehrheitlich weggelassen. Dies reicht aus, wenn man einzig daran interessiert ist, was für Strömungen der Philosophie in bestimmten Epochen agierten. Für philosophiehistorische Interessen, die darüber hinausgehen, empfehlen sich allerdings andere Einführungen.
Zusammenfassung:
Das Buch stellt eine übersichtliche und eingängige systematische Einführung in die – analytische – Philosophie dar. Die Texte liefern klare, verständliche Abrisse wichtiger Argumente und Theorien. Durch die integrierten Einwände zu den verschieden Themen wird das eigenständige Denken angeregt und die Inhalte werden nachhaltig erarbeitet. Das Buch eignet sich sowohl für die selbständige Erarbeitung als auch für die Besprechung im Unterricht. Gerade für die Anwendung im Unterricht sind die Einwände interessant, da sie Ausgangspunkte für Diskussionen darstellen können. Zu bemängeln sind einzig die historischen Abschnitte, die zu kurz und oberflächlich gehalten sind. Hier empfiehlt es sich, eine andere Einführung zu verwenden.
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