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Früher waren sie den Göttern geweiht: bei den Griechen
dem Zeus, bei den Römern dem Jupiter, bei den Kelten
dem Taranis, die Germanen dem Donnar: die Eichen. Stets waren
es die Götter der donnernden Gewitter, denen diese kraftvollen
Bäume zugeeignet waren, diese Waldriesen, deren Äste
zackig und markant verästelt wie Blitze aus den unbeugsamen
Stämmen ausbrechen.
Die hohen, zum Himmel sich erstreckenden Stämme inspirierten
zur Idee eines Weltenbaums, dessen Wurzeln tief in der Erde
gründen und dessen Gipfel den Himmel tragen. Die Sachsen
nannten diese Weltachse "Irminsul". Bei seiner blutigen
Eroberung Sachsens liess Karl der Grosse im Sommer 772 die
Irminsul zerstören. Nachdem dies den sächsischen
Widerstand gegen Karls Christianisierung noch nicht gebrochen
hatte, liess Kaiser Karl zehn Jahre später bei Verden
Tausende von wehrlosen Sachsen ermorden. Wurde da nicht in
den Schulbüchern vor kurzem noch von dem "guten"
Karl dem Grossen gesprochen...?
Die alten Eichen sind rar geworden in Europa und wir entsprechend
sensibilisierter darauf, diesen alten Genossen zu schützen,
die schon vor mehr als zehn Millionnen Jahren unseren Kontinent
belebten.
Schöne alte, zwei bis drei Jahrhunderte alte Eichen stehen
im Waldteil "Oberholz" in der Nähe von Ossingen,
Kanton Zürich. Für etwa 25 dieser alten Eichen wurde
eine Patenschaft eingerichtet, die hilft, den Unterhalt und
Schutz dieser Eichen zu sichern.
Hatten die Eichen unseren Vorfahren noch Schutz geboten, ist
es heute umgekehrt: Wir sind es, die unsere Eichen schützen
müssen.
Aber reden wir nicht nur von den Eichen in Europa! Was wird
aus den Urwaldriesen zum Beispiel in den Noch-Urwäldern
des Amazonas...?