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120’000 Patente – oder warum in jedem Auto auch ein Stück Mercedes-Benz mitfährt
120’000 Patente – oder warum in jedem Auto auch ein Stück Mercedes-Benz mitfährt
120’000 Patente – oder warum in jedem Auto auch ein Stück Mercedes-Benz mitfährt
Hast du gewusst, dass die Daimler AG im Laufe ihrer fast 135-jährigen Geschichte über 120 000 Patente angemeldet hat? Und jährlich kommen tausende dazu.
9. November 2020
Seit knapp 135 Jahren steht Mercedes-Benz für Innovation: von der Erfindung des Automobils selbst über Antriebssysteme, die zum Standard wurden, bis zu Hybridantrieb und lebensrettenden Sicherheitsfeatures wie Airbag, ABS und ESP. Heute arbeitet ein weltweites Netzwerk aus fast 20 000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern daran, unsere Automobile noch besser zu machen.
Wer hat es erfunden?
Alles begann mit einem Patent auf ein dreirädriges «Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb», das Carl Benz am 29. Januar 1886 unter der Nummer 37435 und laut Patenttext unter dem Namen «Tricycle» zum Patent angemeldet hatte. Voilà: Das erste Auto war erfunden. Fast gleichzeitig präsentierte Gottlieb Daimler die Motorkutsche, die vier Räder hatte und tatsächlich wie eine Kutsche ohne Pferde aussah.
Diese beiden Erfindungen sollten die Welt für immer verändern, auch wenn es Kritiker des Zeitgeistes anders sahen. Aber war das nicht schon immer so? Allen Naserümpfern zum Trotz setzte sich die Kutsche ohne Pferde durch – auch in der Schweiz. 1895 verkaufte der Berner Schreibmaschinen- und Fahrradhändler Georg Hamberger den ersten Benz-Motorwagen in der Schweiz.
Aus Liebe zur Tochter: Mercedes ist geboren
Bereits 1898 startete mit dem Daimler 8 PS «Phaeton» das erste Strassenfahrzeug mit Vierzylindermotor, der schon bald zum Standard werden sollte. Der erste moderne Personenwagen, der Mercedes 35, erschien 1900/01. Eine Sensation mit 35 PS! Er war keine hochbeinige «Motorkutsche» mehr, sondern hatte einen langen Radstand, eine breite Spur, einen tiefen Schwerpunkt und eine dem Fahrer zugeneigte eingebaute Lenksäule. Man könnte sagen, dass dies die ersten Sicherheitsfeatures in einem Fahrzeug waren. Das Bauprinzip «Motor vorne, Antrieb auf die Hinterräder» sollte sich als sogenannter Standardantrieb durchsetzen. Es war auch der erste Daimler, der den Namen Mercedes («die Gnadenreiche») trug. Dies auf Wunsch des einflussreichen Daimler-Vertreters Emil Jellinek (Monsieur Mercedes) als Huldigung an seine Tochter Mercedes Jellinek, die er abgöttisch liebte.
1907: Das erste Hybrid-Modell
Schon 1906 machte man sich Gedanken über alternative Antriebsmöglichkeiten. So rüstete Daimler 1907 mit dem Mercedes Mixte erstmals Personenwagen mit einem Hybridantrieb aus. Es folgten elektrifizierte Omnibusse, Lastwagen und Feuerwehrfahrzeuge. In den 1970er-Jahren nahm sich Mercedes-Benz erneut den emissionslosen Antrieben an – der Rest ist Geschichte, deren Resultat sich in vollelektrischen Modellen wie dem EQC und dem EQV zeigt.
Der Stern kommt in die Schweiz
Aber bleiben wir bei den Anfängen: 1911/12 eröffneten Carl Benz und Gottlieb Daimler unabhängig voneinander in Zürich ihre ersten Vertretungen, die später in der Merbag aufgehen sollten. In Zürich zeigte man sich im Vergleich zu anderen Kantonen offen gegenüber dem motorisierten Verkehr. Von Appenzell bis Basel kannte man damals noch das Sonntagsfahrverbot für Automobile. Ganz besonders schwer tat man sich im Kanton Graubünden, wo Autofahren zwischen 1900 und 1925 ganz verboten war. Erst eine Volksabstimmung hob dieses Verbot auf. Zu Ehren dieser Neuerung fand 1929 zum ersten Mal die St. Moritzer Automobilwoche statt. Deren Höhepunkt war das Bernina-Rennen, das heute als Bernina Gran Turismo wieder ausgetragen wird.
Mit dem Kompressor zum Sieg:
Caracciola am Klausenpassrennen1923 präsentierte Benz den ersten Lastwagen mit Dieselmotor. Zur gleichen Zeit entwickelte die Daimler-Motoren-Gesellschaft die Kompressortechnologie. Damit hatte beispielsweise der Mercedes-Benz Typ S schon 1926 eine Leistung von 180 PS und wurde sehr erfolgreich bei Rennen eingesetzt. Allen voran mit Rudolf Caracciola am Steuer, der mit diesem Modell 1927 auch das berüchtigte Klausenpass-Rennen gewann.
Im legendären Mercedes-Benz 300 SL setzte Mercedes-Benz 1954 die Benzin-Direkteinspritzung erstmals in Serie ein. Abgesehen vom atemberaubenden Design war der 300 SL pfeilschnell. Er fuhr über 200 km/h und beschleunigte in 9,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Und diese Geschwindigkeit konnte man in der Schweiz von damals auch richtig ausfahren. Es gab nämlich keine Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstrassen und Autobahnen waren noch gar nicht gebaut. Das erste Autobahnteilstück (Luzern-Süd) wurde erst 1955 eröffnet, ebenfalls ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Es dauerte bis 1973, bis auf Schweizer Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung eingeführt wurde.
Jahrzehnte der Forschung für die Sicherheit
Mercedes-Benz zeichnete sich aber nicht nur als Innovationsschmiede in der Antriebstechnik aus, sondern vor allem auch in der Sicherheitsentwicklung. Mittlerweile sind es über 8 Jahrzehnte, in denen Mercedes-Benz bestrebt ist, das Automobil sicherer zu machen; zum Beispiel mit der gestaltfesten Sicherheitsfahrgastzelle mit Knautschzonen. Daimler-Benz meldete sie am 23. Januar 1951 zum Patent an. 1959 wurde sie in den «Heckflossen-Modellen» 220 S und 220 SE erstmals in Serie eingeführt. Seitdem ist das Patent Nr. 854 157 in der gesamten Automobilindustrie Grundlage der passiven Sicherheit von Fahrzeugen.
Sicherheit für alle
Vor über 50 Jahren begann Mercedes-Benz mit einer umfassenden Unfallforschung, aus deren Erkenntnisse unzählige Sicherheitsinnovationen hervorgingen. Man unterschied dabei zwischen aktiver Sicherheit, welche Unfälle vermeidet und passiver Sicherheit, welche die Folgen eines Unfalles eindämmt. Davon profitieren bis heute Fahrerinnen und Fahrer aller Automarken. So fährt in jedem modernen Fahrzeug ein Stück des Erfindergeistes von Mercedes-Benz mit. Gern geschehen! Eine der wichtigsten Erfindungen der aktiven Sicherheit war das elektronisch geregelte Antiblockiersystem (ABS), das 1978 in der S-Klasse eingeführt wurde und zu einer deutlichen Verringerung von Unfällen führte. Das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) hat Mercedes-Benz 1995 im S-Klasse Coupé auf den Markt gebracht und dann sukzessive in allen Baureihen eingeführt.
Die Erfindung des Airbags
Im Fokus der Forschung der passiven Sicherheit steht die Reduzierung von Verletzungen im Falle eines Unfalls. Dabei entstand der Lebensretter Nr. 1, der Airbag. 1981 von Mercedes-Benz als erste praxistaugliche Lösung serienmässig in der S-Klasse eingeführt, sind Airbags heute in jedem Auto eine Selbstverständlichkeit. In der neuen S-Klasse gibt es sie erstmals sogar für Passagiere im Fond.
Sensoren gegen die Müdigkeit
Als erster Automobilhersteller weltweit hat Mercedes-Benz aktive und passive Sicherheitsfeatures vernetzt und so den Schutz für Fahrzeuginsassen nochmals erhöht. Mit PRE-SAFE wurde 2002 ein weiteres neues Kapitel in der Sicherheitsgeschichte aufgeschlagen. Innovative Systeme wie der aktive Spurwechsel-Assistent oder der ATTENTION ASSIST reduzieren seit vielen Jahren typische Unfallursachen wie Spurwechsel oder Übermüdung. Und die Entwicklung von neuen Sicherheitsfeatures geht immer weiter. So gibt es in der neuen S-Klasse im Fahrer-Display Sensoren, die den Lidschlag analysieren und die Fahrerin oder den Fahrer darauf hinweisen, eine Pause zu machen, um Unfälle durch Übermüdung zu verhindern.
Wir werden in diesem Magazin immer wieder auf wichtige Erfindungen eingehen, die der Sicherheit und dem Komfort der Fahrerinnen und Fahrer dienen. Mehr zu diesem Thema gibt es auch hier.
Der erste «Mercedes», der 35-PS-Rennwagen von 1901.
Der Airbag hat seit seiner Erfindung viele Menschenleben gerettet.
Neue S-Klasse: Sensoren im Display analysieren den Lidschlag des Fahrers.