Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03382.jsonl.gz/292

Der Name Nanotechnologie beinhaltet das altgriechische Wort nano, das Zwerg bedeutet. Bereits im Jahr 1959 beschäftigte sich der US-amerikanische Physiker und spätere Nobelpreisträger Richard Feynman in einem Vortrag über sein Buch mit dem Titel There is plenty of room at the bottom mit Nanoteilchen und deren Bedeutung in der Physik. Der Japaner Norio Taniguchi verband den Begriff der Nanotechnologie 1974 erstmals mit der praktischen Anwendung in der Produktion von Halbleiterelementen. Im Jahr 1981 entwickelten die beiden Physiker Gerd Binning und Heinrich Rohrer das sogenannte Rastertunnelmikroskop, das atomare Strukturen sichtbar machte. Für diese Entwicklung erhielten die beiden Forscher aus der Schweiz und Deutschland schließlich ebenfalls den Nobelpreis.
Nanotechnik der Antike
Nanoteilchen gibt es bereits seit Anbeginn der Zeiten, da die gesamte Materie aus Atomen besteht. Deshalb verwendete man Nanoteilchen schon in der Antike, damals allerdings noch unbewusst. Beispielsweise verarbeiteten die alten Römer Nanopartikel in der Glaserzeugung. Sie sorgten dabei für spezielle Farbeigenschaften der Gläser. Die Nanoteilchen brechen das einfallende Licht in unterschiedlicher Weise und sorgen damit für beeindruckende Farbeffekte. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Becher des Königs Lykurgus. Dieser besticht durch seine optischen Farbeffekte. Ausgestellt ist dieses Glaskunstwerk im Britischen Museum in London. Aber auch im Mittelalter verwendete man ohne Wissen Nanoteilchen bei der Herstellung von Kirchenfenstern. Der bewusste Umgang mit Nanoteilchen erfolgte erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Der Einsatz der Nanotechnologie
In den 1980er-Jahren produzierte man die ersten Werkstoffe mithilfe von Nanoteilchen. Dazu gehören auch die Fullerene. Diese symmetrischen Kohlenstoffatome mit ihrem charakteristischen Fußballmuster sind heute ein fixer Bestandteil in der Materialforschung und Entwicklung. Im Jahr 1986 wurden die Entdecker dieser Nanomoleküle mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Aufgrund der quantenphysikalischen Eigenschaften der Nanoteilchen besitzen auch die daraus gewonnenen Materialien spezifische Eigenschaften. Anwendung finden diese vor allem in der Medizin, aber auch in der Lebensmittelindustrie, in der Kommunikationstechnik sowie in der Erzeugung kosmetischer Produkte. Seit der Jahrtausendwende gibt es eine Reihe von Forschungseinrichtungen, die sich speziell mit der Nanotechnologie beschäftigen. In den USA gab es bereits im Jahr 2001 zahlreiche Institutionen, die sich das Ziel gesetzt haben, die Nanotechnologie salonfähig zu machen und deren Eigenheiten auch der breiten Öffentlichkeit mitzuteilen. In Europa hat man sich bislang mit der Erforschung von Nanoteilchen weniger intensiv beschäftigt. Zahlreiche Kritiker befürchten, dass Nanoteilchen der menschlichen Gesundheit langfristig ernsthafte Schäden zuführen könnten.