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Woher kam Ihre Idee, mit Musik Frühgeborene zu therapieren?
Meine Idee war, Frühgeborenen einen auditiven Reiz anzubieten, der eine Bedeutung hat, der ihren Tag organisiert. Das kreiert eine Routine – wie das Wiegenlied, das man Kindern singt – und Routinen geben Sicherheit. Der Musiker Andreas Vollenweider komponierte drei Stücke für verschiedene Gemütszustände: Beim Aufwachen hört es die Musik, will es einschlafen, eine andere. Und eine dritte, wenn es wach ist.
Wie hört das Frühgeborene die Klänge?
Über speziell entwickelte Kopfhörer, die eine Noise-Cancelling-Funktion haben. Geräusche der Intensivstation, die für das Kind keine Bedeutung haben, werden herausgefiltert. Die Töne erklingen in 3D und bilden eine Art Musiklandschaft.
Welche Wirkungen konnten Sie feststellen?
Bei Frühgeborenen, die Musiktherapie erhalten, sind die Netzwerke im Hirn besser entwickelt, die sie brauchen, um Reize zu erkennen. Wir nehmen an, dass die emotionale Regulation sich so besser entwickelt. Ausserdem haben die Babys eine höhere Sauerstoffsättigung, der Atem wird regelmässiger und die Gewichtszunahme besser.
Wie können Eltern ihr Kind unterstützen?
Vor allem durch ihre Präsenz. Und durch Sprechen. Wir haben neurowissenschaftliche Belege, dass die Kinder die Stimme der Mutter erkennen. Es ist eine gute Idee, da zu sein, sich vielleicht ein Lied auszudenken und dem Frühgeborenen vorzusingen. Dabei allerdings schauen, wie das Kind darauf reagiert und ob es der richtige Moment ist.