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Die italienische Modeschöpferin Carla Fendi ist am Montagabend im Alter von 80 Jahren in Rom gestorben. Die Ehrenpräsidentin der Gruppe Fendi war schon sein längerer Zeit krank.
Der vierten der fünf Fendi-Schwestern verdankt das römische Modehaus seine schrittweise Internationalisierung und seinen Erfolg im Ausland, vor allem in den USA.
Carla Fendi führte zusammen mit ihren Schwestern Paola, Anna, Franca und Alda das von ihren Eltern 1925 gegründeten Modeunternehmen. Dieses war in Rom als Pelz- und Lederwarenproduktion entstanden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg traten alle Fendi-Schwestern in den elterlichen Betrieb ein. «Meine Mutter sagte immer, dass wir fünf Schwestern wie die Finger einer Hand sind. Jede von uns ist von wesentlicher Bedeutung», erzählte Carla Fendi.
1964 übernahmen die fünf Schwestern zusammen die Unternehmensführung. Jede von ihnen war für einen eigenen Geschäftsbereich zuständig: Paola kümmerte sich um die Pelzkollektion, Anna um Lederwaren und Accessoires, Alda war für den Vertrieb zuständig, Franca für Werbung und die Kundenbeziehungen, und Carla Fendi koordinierte die Geschäftsführung.
Die Fendi-Schwestern galten in den 60er-Jahren als Pionierinnen der Mode und Eleganz. Das Unternehmen wuchs schnell über die italienischen Grenzen hinaus. Ab den 1960ern begann das Modehaus mit dem deutschen Stardesigner Karl Lagerfeld zusammenzuarbeiten.
Pelz nicht mehr gefragt - Krise
Anfang der 90er-Jahre geriet das Haus Fendi in eine Krise. Pelz entsprach nicht mehr der politischen Korrektheit, unzählige Fälschungen der Produkte belasteten überdies das Unternehmen. Die wachsende Konkurrenz auf dem internationalen Modemarkt bewog die Fendi-Schwestern, einen 51-prozentigen Anteil am Familienunternehmen an den französischen Konzern Luis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) und an Prada zu verkaufen.
LVMH erwarb 2001 Pradas Fendi-Anteil. Mit der Übernahme durch LVMH begannen umfangreiche Investitionen in das römische Unternehmen, das international wieder zu wachsen begann.
Carla Fendi wurde zur Ehrenpräsidentin des Modehauses ernannt. 2007 gründete sie die Stiftung Carla Fendi, die Projekte in den Bereichen Kunst, Handwerk und Soziales unterstützte. Ihre Stiftung fördert unter anderem das Musikfestival von Spoleto sowie die römische Musikakademie Santa Cecilia.
«Schönheit und Kultur sind lebenswichtiger Sauerstoff für unsere Welt. In ihren Erhalt investiere ich all meine Energien», pflegte die Mäzenin zu sagen. (sda/apa)