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Augustinergasse 2, Basel, 3. Viertel 13. Jh. n. Chr.
Farbloses Glas mit Emailfarben
H. der Fragmente maximal 9 cm
Inv. 1968.1514.
Die Emailbemalung zeigt im Bildfries zwei Kapitelle und vier Figuren mit Nimbus. Zwei Figuren sind durch den Krummstab als Bischöfe gekennzeichnet, eine dritte trägt ein Palmblatt. Zwischen der einen Bischofsfigur und der nur in Ansätzen von Hand und Nimbus erhaltenen vierten Gestalt steht ein kleiner Vogel. Die Frieszone ist mit einer Inschrift versehen, die sich zu AVE MARIA GRACIA PLENA ergänzen lässt. Die mittelalterlichen Hohlgläser mit Emailbemalung sind bislang nur in der Form von konisch ausladenden Bechern auf glattem Fadenfuss bekannt. Die Zweiteilung in eine Bild- und Frieszone, die in der Regel mit einer Inschrift versehen ist, ist ein stereotypes Dekorationsschema. Häufig werden Heiligenfiguren, Tiere, mythologische Gestalten oder Wappenschilder dargestellt. Als Produktionsort wird Murano bei Venedig in Betracht gezogen, wo Bechermaler seit dem 14. Jahrhundert urkundlich bezeugt sind. Weitere, aufgrund der Funddichte diesseits der Alpen vermutete Werkstätten dürfen als wahrscheinlich angenommen werden.