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Einführung einer TMZ NordostschweizIm Frühling 2020 hat das BAZL auf die Einführung einer flächendeckenden Transponderpflichtauch für Segelflugzeuge und Ballone verzichtet. Stattdessen sollten in sicherheitskritischenZonen Transponder Mandatory Zones (TMZ) eingeführt werden. Eine solche Zone befindet sichin der Nordostschweiz im Bereich des Flugsicherungs-Sektors ARFA (AnflugsektorFriedrichshafen / Altenrhein). Sie gilt seit Jahren als «Hotspot» mit Mischverkehr IFR/VFR imLuftraum E. Nach der Anhörung im Rahmen der Luftraumstruktur 2021 hat sich das BAZLentschieden, die TMZ Nordostschweiz erst auf Frühling 2022 einzuführen. Bis dann solltenauch die offenen Fragen rund um die Hörbereitschaft (Listening Squawk) geklärt sein.
Mit dem Verzicht auf eine flächendeckende Transponderpflicht auch für Ballone und Segelflugzeugeim Luftraum E ist das BAZL vor allem den Segelfliegern entgegengekommen, da diese eine solche Lösung als unverhältnismässig erachteten. Daher prüfte eine Arbeitsgruppe des BAZL, in welchen«Hot Spots» die Einführung einer TMZ die Gefahr einer Mid-Air-Collision im Mischverkehr IFR/VFR zureduzieren vermag. Eine solche Zone befindet sich in der Nordostschweiz im Bereich des Flugsicherungs-Sektors ARFA. Ein Risk-Assessment ergab, dass sich das Risiko einer Mid-Air-Collision im «orangen» Bereich befindet. Daher sind Massnahmen zu prüfen und bei Verhältnismässigkeit umzusetzen, um dieses Risiko zu reduzieren und in den «grünen» Bereich zugelangen, ohne neue Risiken zu kreieren. Mit der Einführung der TMZ wird dies erreicht.
In der TMZ werden nebst dem motorisierten VFR-Verkehr auch Segelflugzeuge und Ballone für die Flugsicherung sichtbar. Zum einen können damit die Flugverkehrsleitenden dem IFR-Verkehr wichtige Informationen über den VFR-Verkehr geben, zum andern wird der VFR-Verkehr für die mit TCAS ausgerüsteten IFR-Flüge im Cockpit direkt sichtbar. Die direkte Angrenzung der TMZ an die Untergrenzen der TMA LSZH 11, 12 und 13 kann zudem bewirken, dass sich anbahnende Luftraumverletzungen im Bereich der TMA LSZH für die Flugsicherung eher erkennbar werden. Dies bedeutet sowohl für den IFR-Verkehr als auch für den VFR-Verkehr einen Sicherheitsgewinn.
In den im Rahmen der Anhörung eingegangenen Stellungnahmen zeigte sich eine mehrheitliche Zustimmung zu einer Einführung einer TMZ in der Nordostschweiz. Allerdings machten die betroffenen Segelfluggruppen wie auch der Segelflugverband geltend, dass eine Einführung der TMZ auf Frühling 2021 einen Flugbetrieb verunmöglichen würde, da noch diverse Segelflugzeuge miteinem Transponder ausgerüstet werden müssten. Wartungsbetriebe haben dem BAZL bestätigt, dass dafür die Kapazitäten im Winter 2020/2021 nicht ausreichen würden. Aus diesem Grund soll die Einführung der TMZ erst auf Frühling 2022 erfolgen.
Eine ablehnende Haltung zeigten der Segelflugverband und der Schweizerische Aero-Club. Letztererverwies in seiner Stellungnahme darauf, dass für ihn eine TMZ nur mit gleichzeitiger Hörbereitschaft (Listening Squawk) Sinn mache, da dadurch auch der VFR-Verkehr vom Flugverkehrsleitenden angesprochen werden könne. Dieser Argumentation kann insofern nicht gefolgt werden, da die reine Sichtbarkeit und die dadurch möglich werdende Erteilung von Verkehrsinformationen an den IFR-Verkehr bzw. die TCAS-Warnungen letztlich auch die Sicherheit für den VFR-Verkehr erhöht.
Listening Squawk kommt momentan in der Schweiz nicht zur Anwendung. Diesbezüglich wird das BAZL offene Fragen klären. Es muss insbesondere überprüft werden, ob mit der Einführung vonListening Squawk neue Risiken entstehen, was es zu vermeiden gilt. Zudem wird das BAZL die gewählte Dimension der TMZ noch einmal prüfen und die Möglichkeit von Ausnahmeverfahren für historische Luftfahrzeuge und Kunstflugzeuge abklären.
Die TMZ Nordostschweiz, vorab noch ohne Listening Squawk, wird spätestens im März / April 2021 verfügt und wird im Frühling 2022 in Kraft treten. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten auch offene Fragenzum Listening Squawk geklärt sein.
Letzte Änderung 14.12.2020