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Nach Angaben des World Wealth Report 2019 von Capgemini ist die Anzahl der Dollar-Millionäre weltweit gesunken. Das Vermögen der High Net Worth Individuals (HNWI) hat sich 2018 um zwei Billionen US-Dollar verringert. Dennoch vertrauen die Anleger weiterhin ihrem Vermögensverwalter.
11.07.2019, 11:00 Uhr
Redaktion: sif
Weltweit ging die Anzahl der HNWI um 0,3 Prozent und der Wert ihres Gesamtvermögens um fast drei Prozent zurück. Die Region Asien-Pazifik war am stärksten betroffen: Hier sank die Anzahl der Privatanleger mit einem frei verfügbaren Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar um 1,7 Prozent und deren Vermögen verringerte sich um 4,8 Prozent, was insgesamt eine Billion US-Dollar und damit die Hälfte des weltweiten Vermögensverlustes ausmacht. Allein China war im Asien-Pazifik-Raum für den grössten Teil (53 Prozent) und weltweit gesehen für mehr als ein Viertel des Vermögensverlustes verantwortlich.
US-Dollar-Millionäre mussten in fast allen Regionen einen Vermögensrückgang verzeichnen: In Lateinamerika ging ihr Vermögen um fast vier Prozent zurück, in Europa um rund drei Prozent und in Nordamerika um rund ein Prozent. Gegen den Trend wuchs das Vermögen der HNWI im Mittleren Osten um mehr als vier Prozent und die Anzahl der HNWI stieg dort aufgrund des starken Bruttoinlandprodukts sowie der dortigen Finanzmarkt-Performance um sechs Prozent. Wie im Vorjahr repräsentieren die Märkte mit den meisten US-Dollar-Millionären – die USA, Japan, Deutschland und China – 61 Prozent aller HNWIs weltweit. Die Schweiz liegt auf dem siebten Rang mit 384'000 Dollar-Millionären. Im Vorjahr waren es noch 389'000 Millionäre gewesen.
Ultra-HNWIs haben den grössen finanziellen Verlust
Die Anzahl der Ultra-HNWIs, also Personen mit einem anlagefähigen Vermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar, ging um fast vier Prozent zurück. Ihr Gesamtvermögen sank um rund sechs Prozent. Auch wenn nur rund jeder hunderste Millionär zu dieser Gruppe zählt, machten deren Verluste 75 Prozent des Vermögensrückgangs weltweit aus. Die Einbussen der Mittelklasse-Millionäre (HNWIs mit 5 bis 30 Millionen US-Dollar Gesamtvermögen) sind für 20 Prozent des weltweiten Rückgangs verantwortlich. Lediglich die sogenannten "Millionäre von nebenan" (HNWIs, die zwischen 1 bis 5 Millionen US-Dollar Vermögen besitzen und mit 90 Prozent den Grossteil der Dollar-Millionäre ausmachen) waren 2018 am wenigsten betroffen – ihr Reichtum verringerte sich um 0,4 Prozent. Somit geht ein Grossteil des Vermögensrückgangs zu Lasten der Millionäre in den höheren Reichtumsklassen (Ultra-HNWIs und Mittelklasse-Millionäre).
Bargeld wird zur beliebtesten Anlageklasse
Die Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen hat sich deutlich verändert: Im ersten Quartal 2019 wurden die Aktien durch Bargeld ersetzt, womit letzteres 28 Prozent des Finanzvermögens ausmachte, während die Aktien mit knapp 26 Prozent (ein Rückgang von fünf Prozentpunkten) auf die zweite Position im Ranking der Anlageklassen rutschten. Der volatile Aktienmarkt führte dazu, dass etwas mehr in alternative Anlagen (strukturierte Produkte, Hedgefonds, Derivate, Fremdwährungen, Rohstoffe und Private Equity) investiert wurde: Mit einem Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr waren im ersten Quartal 2019 13 Prozent des HNWI-Vermögens in dieser Anlageklasse gebunden.
Das Vertrauen in Vermögensverwalter bleibt bestehen
Trotz rückläufiger Vermögen stieg das Vertrauen und die Zufriedenheit der Millionäre in ihre Vermögensverwaltungsgesellschaften gegenüber dem Vorjahr an. Die Ergebnisse des World Wealth Reports belegen, dass Vermögensverwalter den steigenden Erwartungen der HNWIs proaktiv begegnen müssen, da eine nicht zufriedenstellende Erfahrung mit Dienstleistungen 2018 der ausschlaggebendste Grund für einen Wechsel des Vermögensverwaltungsunternehmens war. Es wird erwartet, dass BigTechs aufgrund ihrer digitalen Fähigkeiten zu den grössten Herausforderern der Branche gehören, zumal weniger als die Hälfte der HNWIs mit den aktuellen mobilen und Online-Plattformen der Vermögensverwalter zufrieden sind und 85 Prozent mehr digitale Interaktion einfordern, wenn sie auf Portfolioinformationen zugreifen. Gleichzeitig waren nur 62 Prozent der HNWIs mit den Gebühren ihres primären Vermögensverwalters zufrieden und viele verlangen stärker personalisierte Angebote, die sich auf eine höhere Wertschöpfung konzentrieren.
Dem Bericht zufolge würden Investitionen in fortschrittliche Technologien entscheidend zu einer besseren Kundenzufriedenheit führen. Während sich bei den Asset Managern Führungskräfte und Vermögensverwalter darüber einig sind, dass Künstliche Intelligenz (KI) einen grossen Einfluss auf die Branche haben wird, gaben nur fünf Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie KI-Strategien in allen Kernbereichen umgesetzt haben. Damit es zu einem nachhaltigen Wachstum in diesem disruptiven Umfeld kommt, müssen Unternehmen gemäss Capgemini drei Schlüsselstrategien verfolgen: die Erwartungshaltung zwischen Vermögensverwaltern und Kunden überbrücken, die IT-Strategie neu definieren und ein integriertes Ökosystem nutzen.
Sie finden hier den World Wealth Report 2019 von Capgemini:
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