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Nur wenige Tage, nachdem die Gespräche von Atos mit Banken über eine Refinanzierung ernsthaft begonnen haben, ereilt den schlingernden französischen Konzern die nächste Hiobsbotschaft. Laut einem Bericht der 'Financial Times' stehen die Gespräche auf der Kippe. Mit der Bank Crédit Agricole habe einer der grössten Gläubiger angekündigt, sich zurückzuziehen.
Bis Ende 2025 muss Atos 3,65 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen oder refinanzieren. Am 5. Februar gab der Konzern bekannt,
dass er die Einsetzung eines unabhängigen Dritten (Ad-hoc-Mandat) beantrage, der die Gespräche mit Banken unterstützen und überwachen soll. Gleichzeitig wurde eine Bezugsrechtsemission in Höhe von 720 Millionen Euro abgesagt, die von BNP Paribas und JP Morgan übernommen werden sollte.
Crédit Agricole habe seit mehreren Wochen erklärt, dass man die Gruppe nicht mehr refinanzieren wolle, berichtet die 'Financial Times'
(Paywall) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Bank sei zunehmend desillusioniert von Atos. "Die Position von Crédit Agricole könnte Auswirkungen auf andere, kleinere ausländische Kreditgeber haben, die ebenfalls unschlüssig waren, der Gruppe erneut Kreditlinien zu gewähren", schreibt die Wirtschaftszeitung.
Sollte es Atos nicht gelingen, eine freiwillige Verlängerung der Bankkredite sicherzustellen, werde der Konzern vermutlich in das französische Äquivalent eines Insolvenzverfahrens gezwungen, bei dem ausstehende Kredite gegen Eigenkapital im Unternehmen eingetauscht werden.
Die ungewisse Zukunft von Atos beschäftigt auch die französische Politik. Finanzminister Bruno le Maire erklärte, dass der Staat bereit sei, das Unternehmen finanziell zu unterstützen. Dies wohl auch, weil Atos mehrere wichtige IT-Projekte in Frankreichs Verteidigungsindustrie betreut. Dazu kommen über 10'000 französische Mitarbeitende der weltweit 110'000 Angestellten des Konzerns.