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Bild: Antonio Dávila
Antonio Dávila von der schweizer Schule in Bogotá erzählt von seinem Eindruck vom Coronavirus in Kolumbien.
Mein Name ist Antonio Dávila, ich komme aus Kolumbien, bin 17 Jahre alt und gehe in die elfte Klasse an der Schweizer Schule Bogotá (Colegio Helvetia). Seit ich vier Jahre alt bin lerne ich Deutsch und hatte 2018 die Möglichkeit, um einen kurzen Austausch in Deutschland zu machen. Der Grund, weshalb ich an die Schweizer Schule gehe ist, dass mein Grossvater auch zum Helvetia ging und meine Geschwister genauso.
Die aktuelle Situation in Kolumbien, im Vergleich mit anderen Ländern Südamerikas und der Welt, ist nicht besonders gravierend. Bis heute, 7. April 2020, haben wir ungefähr 1700 Fälle, 50 Tote und 90 Erholte, und der erste Fall war am 3 März. Viele Experten sagen, dass wir den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht haben, wir jedoch auf gutem Weg seien, weil die Regierung sehr gute Maßnahmen wie die obligatorische Quarantäne von einem Monat (25.03 bis zum 27.04) und die Schließung aller Schulen und Universitäten bis zum 31.05 ergriffen hat.
Ich gehe an die Schweizer Schule von Bogotá und seit die Bürgermeisterin und der Präsident die obligatorische Quarantäne in der Stadt und im ganzen Land angeordnet haben, haben alle Schüler virtuellen Unterricht über die Plattform Microsoft Teams. An den öffentlichen Schulen sieht die Situation ganz anders aus, da viele Anstalten nicht die Ressourcen und Möglichkeiten haben, um virtuellen Unterricht zu machen. Deswegen hat das Bildungsministerium entschieden den Schülern Sommerferien zu gewährleisten und zu warten bis sich die Situation verbessert, damit die Schule im Juni wieder starten kann. Eine Großzahl der öffentlichen Schulen endet ihr Schuljahr im Dezember, was auch zu dieser Entscheidung beitrug.
So wie ich das sehe, hat der Unterricht von zu Hause viele wichtige Punkte zur Folge, die die Ausbildung und vor allem das Sozialleben beeinflussen. Heimunterricht ist interessant, weil es uns Schüler dazu zwingt verantwortungsvoller und selbstständiger zu arbeiten, da es viele Lehrer besser finden große Aufgaben zu schicken als Unterricht zu machen. Aber die großen Probleme, die ich sehe, ist zum Beispiel die Tatsache, dass wir einen ganzen Schultag (in meinem Fall von 7:15 bis 15:05) vor dem Computer sitzen und auch nicht Zeit mit Mitschülern und Freunden verbringen können.
Kolumbien ist ein Land das, trotz seiner soziopolitischen Situation, in dieser Krise sehr gut gehandelt hat und in meinen Augen das Risiko dieser Pandemie wirklich ernst genommen hat. Claudia López, die Bürgermeisterin Bogotas, war die erste Frontfrau, die Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat. Am 20 März hat sie die obligatorische Quarantäne deklariert und später hat der Präsident die nationale Quarantäne bis am 27. April und am 30. Mai für Minderjährige und Rentner deklariert. Und dank des Gesundheitssystems Kolumbiens glaube ich, dass dieses Land die Fähigkeiten und Ressourcen hat, um diese Gesundheitskrise und Pandemie zu bewältigen; und ich hoffe, dass es auch die Ressourcen für die Überwältigung der kommenden Wirtschaftskrise hat…