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Während der Covid-Pandemie erwiesen sich Kreuzfahrtschiffe als ungemütliche Ferienorte. Viele Passagiere durften die maritime Urform der Quarantäne erleben: Sie lagen vor dem Hafen, durften aber nicht von Bord.
Liniendampfer, Ocean liners
Die Vorgänger der Kreuzfahrtschiffe waren die Liniendampfer. In der Zeit vor dem Düsenflugzeug transportierten sie Passagiere aus Europa über den Atlantik oder nach Indien. Grossbritannien, USA, die Niederlande und Deutschland waren grosse Player in diesem Geschäft. Schiffsnamen wie «Titanic» oder «Wilhelm Gustloff» stehen gleichermassen für die Errungenschaften und Katastrophen dieser Zeit.
S. S. France
Auch Frankreich hat eine lange Seefahrts-Tradition. Ein Symbol für die grosse Geschichte ist das Porträtbild des Sonnenkönigs in einem Salon an Bord des Schiffs «France» (gebaut 1910).
Die 220 Meter lange «France» war als «Paquebot» (Paketboot, Postschiff) im regelmässigen Liniendienst zwischen Frankreich und New York unterwegs. Diese regelmässigen Verbindungen gab es seit 1848. Die französischen Schiffe waren für ihre Eleganz bekannt. Der Gipfel des französischen Schiff-Designs war die zweite «S. S. France», gebaut 1959-1960 und 315 Meter lang (S.S. bedeutet steam ship). Die «France» steht am Übergang von den Liniendampfern zu den Kreuzfahrtschiffen. Sie hatte nur noch 2 statt der üblichen 3 Passagierklassen. Die zweite Klasse, die «Touristenklasse» verfügte über ein eigenes Hallenbad mit Strand sowie einen Theatersaal. Später unter dem Namen «Norway» unterwegs, wurde das Schiff nach 2005 abgewrackt.
S. S. Andrea Doria
Die italienischen Reedereien vermarkteten ihre Schiffe schon früh als Kreuzfahrtschiffe, zum Beispiel mit Reiseziel Ägypten.
Italien hatte zwar keinen Sonnenkönig, aber den Seemann und Herrscher Andrea Doria aus Genua (1466 bis 1560). Das gleichnamige Schiff von 1953 war ebenfalls für den Transatlantik-Dienst gebaut und 220 Meter lang. Die «Andrea Doria» war schön und komfortabel, zum Beispiel vollständig klimatisiert. Jede der drei Passagierklassen verfügte über einen eigenen Pool. Sie sank 1956 nach einer Kollision vor der US-Ostküste.
Quellen
Dokumentensammlung Schiffbau (Signatur: SWA Vo H XII 12a Schiffbau)
Privatarchiv Rodolphe Schelbert, Material über Kreuzfahrten (SWA PA 603 HAS 005.1.700 boîte 27)