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Mit Hilfe von Vergleichen und Analysen ermittelt die Schweiz Stärken, Schwächen und Herausforderungen in ihrem Gesundheitssystem. Die Schweiz ist verschiedenen internationalen Institutionen angeschlossen, deren Aufgabe darin besteht, diese Systemvergleiche zu vereinfachen.
Stärken, Schwächen und Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen
Die vergleichenden Studien und Analysen ermöglichen den Schweizer Behörden, die Leistungen des Gesundheitssystems im internationalen Vergleich einzuordnen. Die neusten Studien wurden vom Europäischen Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik (2015) sowie von der OECD und der WHO gemeinsam (2011) veröffentlicht. Insgesamt weist das Schweizer System gute Ergebnisse aus. Positiv bewertet werden insbesondere folgende Punkte:
- qualitativ gutes Gesundheitssystem, das den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht;
- dichtes Netz von Leistungserbringern;
- eingeleitete Reform des Gesundheitswesens – ein langsamer Prozess, dessen Ergebnisse jedoch als solide und gut akzeptiert erachtet werden.
Die Studien zeigen aber auch mehrere Punkte mit Verbesserungspotenzial auf:
- hohe Kosten des Gesundheitswesens, die einen immer grösseren Teil der Haushaltsbudgets ausmachen;
- relative Ungerechtigkeit des Systems, da 3 Prozent der Haushalte wegen der Kosten auf Behandlungen verzichten, die sie benötigen würden;
- Komplexität und beschränkte Transparenz des Gesundheitssysstems, Zersplitterung und manchmal Inkohärenz der Leistungen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene;
- Versorgungsstruktur, die zu stark auf den Spitalsektor ausgerichtet ist und dadurch die Spitex zu wenig einbezieht;
- Abhängigkeit des Systems von im Ausland ausgebildetem Gesundheitspersonal.
Die Berichte machen zudem auf Entwicklungen aufmerksam, die das System vor neue Herausforderungen stellen:
- Alterung der Bevölkerung;
- Zunahme chronischer Krankheiten;
- vermehrte Fettleibigkeit bei Jugendlichen.
Diese Herausforderungen und Feststellungen wurden in den Zielen der nationalen Strategie Gesundheit 2020 berücksichtigt.
Für Vergleiche und Analysen zuständige Institutionen
Studien zu den Gesundheitssystemen werden von mehreren unabhängigen internationalen Organisationen durchgeführt. Die spezifischen Merkmale jeder Studie helfen, ein möglichst vollständiges Bild der Gesundheitssysteme der Schweiz und anderer Staaten zu erhalten.
OECD: regelmässige empirische Studien
Die OECD verfolgt das Ziel, politische Ansätze zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Wohlfahrt auf der ganzen Welt zu fördern. Die OECD erstellt zahlreiche Publikationsreihen, von denen zwei das Schweizer Gesundheitssystem einbeziehen:
- Die «OECD-Berichte über Gesundheitssysteme» sind eine Reihe von vertieften Analysen der Gesundheitssysteme. Die Schweiz war Gegenstand zweier Studien aus den Jahren 2006 und 2011.
- Das «Gesundheitspanorama» ist eine jährliche Publikation, die vergleichbare Daten zu den Gesundheits- und Gesundheitssystemindikatoren der OECD-Mitgliedstaaten vorlegt.
«The Commonwealth Fund»: globale Vergleiche
Der Commonwealth Fund ist eine private Stiftung, die leistungsfähige und effiziente Gesundheitssysteme fördern soll. Die Stiftung führt jährlich eine Studie durch, und zwar:
- «International Health Policy Survey», wo die Schweiz seit 2010 beteiligt ist. Dabei veröffentlicht die Stiftung internationale Vergleichsdaten zu gesundheitspolitischen Aspekten.
«European Observatory for Health Systems and Policies»: vertiefte Analysen
Diese dem WHO-Regionalbüro für Europa angegliederte Institution unterstützt und fördert gesundheitspolitische Ansätze, die auf empirischen Fakten beruhen, indem sie genaue Analysen der Gesundheitssysteme in Europa erstellt. Ihre bedeutendste Publikationsreihe trägt den Titel:
- «Health system review, HiT series», wobei jede Publikation einen vertieften, immer gleich aufgebauten Überblick über das Gesundheitssystem eines Mitgliedstaates der WHO-Region Europa oder der OECD gibt. Die letzte Ausgabe zum Schweizer System ist 2015 erschienen.
Das BAG beauftragt zudem sporadisch unabhängige Fachleute mit spezifischen Vergleichen oder Analysen.
Dokumente
Einzelstudie:
Vergleichsstudie zwischen den Gesundheitssystemen der Niederlande und der Schweiz: Swiss and the Dutch health care systems compared. A tale of two systems, Leu, Rutten, Brouwer, Rütschi & Matter (2005), Gesundheitsökonomische Beiträge Nr. 53, Nomos. Bestellungen bei <email-pii>.
Letzte Änderung 21.04.2017