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Ganze 85 Personen haben mitgewirkt. Nicht zum ersten Mal hat der nimmermüde Vollblutmusiker Karl Paller für seine «Cantores corde» auf Bach gesetzt. Diesmal allerdings entschied er sich für zwei Werke. Das Magnificat von Vater Johann Sebastian (1685-17950) und dasjenige des Sohnes Carl Philipp Emanuel (1714-1788). Die Familie Bach war ein weit verzweigtes Musikergeschlecht, aus dem von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Mitteldeutschland zahlreiche Stadtmusiker, Organisten und Komponisten entstammten. Der bekannteste und einflussreichste unter ihnen war Johann Sebastian Bach. Fünf der sechs Söhne, die das Erwachsenenalter erreichten, wurden Musiker, von denen vier als Komponisten zeitweise den Ruhm des Vaters übertrafen und bis heute aufgeführt werden: Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian.
«Magnificat anima mea dominum»….
So beginnt der Lobgesang, gesprochen von Maria, kurz nach dem Besuch des Erzengels Gabriel und gerichtet an ihre Cousine Elisabeth, selber schwanger mit Johannes dem Täufer. «Das «Magnificat» ist ein «Weihnachtslied» Marias, in welchem sie ihren Glauben an Gott kundtut» schreibt der Oboist Philipp Stoffel. Zwischen dem Werk von Vater und Sohn liegen 26 Jahre – für den Zuhörenden am Samstagabend aber auch eine kleine Welt. Das erste unverkennbar Johann Sebastian mit Festlichkeit, Besinnung, Stärke zeigt sich auch im Einsatz der von Bach beliebten Trompeten und Pauke und endet mit einem fröhlichen «Gloria». Es wurde zum Weihnachtsfest am 25. Dezember 1723 in Leipzig erneut aufgeführt.
Das Werk des Juniors
Nicht weniger spannend erwies sich das Werk des Sohnes Carl Philipp Emanuel. Er nahm zwei Hörner dazu und gab den Unisono-Parts einen hohen Stellenwert. Die wechselnden Besetzungen in den Stimmen verstärken die Faszination des Werkes. Es verlangt alles von den Sängern, forderte aber auch das vielstimmige Orchester, das einmal mehr grosse Klasse und Leidenschaft zeigte. Am 9. April 1786 dirigierte der junge Bach in Hamburg ein Benefizkonzert. Auf dem Programm auch eines seiner repräsentativsten Werke, das Magnificat, wohl in der Hoffnung auf die Nachfolge seines Vaters als Thomaskantor in Leipzig komponiert.
Leidenschaft beim Ensemble und dem Leiter
Karl Paller dirigierte mit ruhiger Hand. Er verstand es, die Spannung vom Anfang bis zum Ende zu halten. Voluminös erfüllten die Melodien den Kirchenraum. Einen speziellen Glanzpunkt setzten auch die Solistinnen Stefanie Steger, Sopran und Astrid Pfarrer, Mezzosopran sowie die Solisten Peter Brechbühler, Bass und Jörg Dürrmüller, Tenor. Mit ihren Stimmen verstärkten sie den Eindruck des Werkes. Nach ein paar Ruhesekunden am Schluss erfüllte tosender Applaus die Kreuz-Kirche.