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Auf einem herrlichen Hochplateau gelegen, wurde die Gemeinde bereits schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Relevant wurde sie jedoch erst dank den Römern: Sie bauten eine Heeresstrasse über diese Passhöhe.
Nachdem bereits die Römer übers Hochplateau zogen, reisten Jahre später auch die Germanen auf dieser Alpenstrasse gen Süden. Allerdings dauerte es noch eine ganze Weile, bis die damalige Siedlung auch in den offiziellen Urkunden Beachtung fand – so wurde deren Name erstmals 1022 erwähnt; wenn auch lediglich im Zusammenhang mit einer Kapelle sowie einem Schloss.
Des Unholds Heilmittel
Interessant sind die Sagen der Region. Schliesslich hauste in den Bergen rund um den Ort ein richtiggehender Unhold. Thyrsus soll dieser bäuerliche Riese geheissen haben, dessen Schicksal aber der schwertschwingende Hymon besiegelte – im Kampf verletzte er Thyrsus so massiv, dass dieser flüchtete, und, während er dahinsiechend langsam verblutete, noch die Worte «Geh hin, unschuldig Blut, sei für Viech und Menschen gut!» gehaucht haben soll. Und – oh Wunder – später entdeckte man just in ebendiesem Schiefer ein reiches Vorkommen von bituminösem Gestein, das, abgebaut und destilliert, anfänglich als «Türschenblut» und «Stinköl» in den Handel kam und bis heute als Ichthyol Heilzwecken dient. Die Herstellung dieses Heilmittels wurde erstmals 1350 urkundlich
belegt.
Vom Herzog bis zum Kaiser
Vielleicht war es diesem Heilmittel zu verdanken, dass der von 1446 bis 1490 regierende Herzog Sigmund der Münzenreiche ein wahrer Gönner der Gemeinde war, der ihr zu einem gewissen Wohlstand verhalf. Zudem legte er die Fischzucht in einem nahegelegenen See an, wo übrigens heute noch das von ihm erbaute Wahrzeichen der Gemeinde steht: Eine Kirche mit einer achteckigen barocken Zentralbaue samt Kuppel.
Nebst der Sage von Thyrsus sollen sich aber noch weitere Wunder zugetragen haben, so die Legende. Um die daraus entstandene, einnahmeträchtige Wallfahrt zu erhalten, spendete Kaiser Maximilian I. den Bau eines Klosters (1516–1604) – heute ein bekanntes Hotel. Allerdings florierten diese Wallfahrten nicht auf ewig: Die 1775 von Kaiser Josef II. erlassene Verfügung über die Aufhebung eines Grossteils der Klöster bedeutete das Ende. Die Mönche verliessen das Dorf, liessen Sack, Pack und Kunstschätze kurzerhand zurück, welche auch umgehend verschleudert wurden. Wie auch das Kloster an sich, das der Kaiser als entbehrlich betrachtete – 1808 wurde es zum Verkauf ausgeschrieben und ging in privaten Besitz über.
Dreimalig das Feuer entzündet
Dass die Gemeinde nicht komplett in der Bedeutungslosigkeit verschwand, verdankt sie wohl massgeblich an ihrer atemberaubend
schönen Lage auf der sonnigen Hochebene und der günstigen verkehrspolitischen Lage. Mit dem Aufkommen des Reisens konnte die Gemeinde alsdann darauf Profit schlagen und schwang sich in den 20er Jahren zu neuen Höhenflügen auf. Und wie: Anfang der 50er Jahre begann man mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur und 1970 wurde erstmals die 1-Million-Nächtigungsgrenze überschritten. Zudem brannte ein Feuer der ganz besonderen Art schon dreimal in der Region. Und obwohl die Gemeinde mehrmals – teils mutwillig, teils nicht – fast komplett abgefackelt wurde, ist nicht von einem «normalen» Feuer die Rede.
Elisha Nicolas Schuetz
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