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Für einmal zeigten sich die Ostertage mit einem freundlichen Wettercharakter. Abgesehen von teils hohen Wolkenfeldern war es meist sonnig und vielerorts herrschten schönste Tourenbedingungen bei einem für den Frühling typischen Tagesgang der Lawinengefahr. Ab Dienstag brachte eine Südstaulage am Alpensüdhang Schnee, insbesondere oberhalb von 2500 m, und einen damit verbundenen Anstieg der Lawinengefahr.
An Ostern war das Wetter meist sonnig, teils auch wolkenlos und mit Temperaturen von +4 °C bis +9°C auf 2000 m mild. Zeitweise dichter war die Bewölkung besonders im Westen und Süden, wobei auch dort der freundliche Wettercharakter überwog. Es herrschten vielerorts optimale Tourenverhältnisse (Abbildung 1).
Feuchte oder nasse Lawinen wurden vor allem in den Expositionen und Höhelagen beobachtet, die zum ersten Mal (oder zumindest zum ersten Mal seit den grösseren Schneefällen von Anfangs April) angefeuchtet wurden. Insbesondere Nordost und Nordwesthänge schienen heikel (Abbildung 3 und 4).
Trockene Lawinen wurden in dieser Phase kaum beobachtet.
In der Nacht auf Dienstag, 23.04. setzte im Süden Niederschlag ein, der bis zum Ende dieser Wochenberichtsperiode andauerte. Die Schneefallgrenze lag dabei zwischen 1800 und 2200 m. Bis Donnerstagnachmittag, 25.04. fielen oberhalb von 2500 m am Alpensüdhang bis zu 120 cm Schnee (Abbildung 5).
Damit stieg die Gefahr von trockenen Lawinen oberhalb von 2400 m am Alpenhauptkamm von Saas Fee bis ins südliche Goms, im Bedretto sowie in den oberen Maggiatälern auf Stufe 4 (gross) an. Beobachtungen in diesem Gebiet waren kaum möglich, weil vor allem in den höheren Lagen kaum Sicht herrschte. Im südlichen Goms wurden einige Lawinen aus Nordhängen beobachtet, die bis in den Talboden vordrangen. Auch in Vals wurden grossflächige Abgänge verzeichnet. Etliche Lawinen in einem Höhenband von etewa 2000 bis 2400 m gingen auch nass ab, ausgelöst durch den teils intensiven Regen (Video Lawine Realp, UR, 24.04.).
Im Norden dominierte derweil der Föhn das Geschehen. Es war teils aufgehellt und mit Temperaturen von rund +8 °C auf 2000 m weiterhin mild. In der Höhe und in den Föhntälern des Nordens kam der Föhn immer mehr in die Gänge und blies am Mittwoch und Donnerstag stürmisch (Abbildung 6). Da die Schneedecke aber nur noch in Nordhängen oberhalb von rund 2600 m trocken war, hielt die Verfrachtung in den Gebieten ohne Neuschnee in engen Grenzen.
Mit dem Föhn und den milden Temperaturen blieben im Norden Nass- und Gleitschneelawinen die dominierende Gefahr (Abbildung 7). Mit teils bewölkten Nächten waren zudem die Abstrahlungsverhältnisse nicht optimal und die Schneedecke gefror vor allem in mittleren Lagen kaum.
Der Föhn und die milden Temperaturen gingen dem Schnee vor allem im Norden an den Kragen. In mittleren Lagen reduzierten sich die Schneehöhen vom Karfreitag, 19.04. bis am Donnerstag, 25.04. bis hin zu 50 cm (Abbildung 8). Viele SLF-Messfelder aperten aus und somit wurde auch die Schneekarte, die den Vergleich zum langjährigen Mittel darstellt, nicht mehr publiziert, weil diese auf den Messdaten der Messfelder beruht.
Bei einer Lawinenauslösung unterhalb der Alp Rossboden, Andermatt, UR, wurde eine Person erfasst und mitgerissen, blieb aber unverletzt (Abbildung 9).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.