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Hochgeachteter Herr!
Der einstimmige Beschluß des Bundesrathes betr. den Antrag an die Räthe auf Genehmigung des Gotthardvertrages hat mich sehr gefreut & ich bedaure nur, daß die Ausarbeitung der Botschaft nicht Ihnen übertragen worden ist.7
Sie halten es für wünschbar, daß die Verhandlungen mit der deutschen Finanz so bald als möglich vorrücken würden & zu einem vorläufigen Abschlusse gelangen könnten. Daß ich es, wie Sie übrigens vor| auszusetzen die Güte haben, nicht an mir fehlen lasse, werden Sie aus meinem Schreiben8 vom 25. Mai an Sybel9, das ich Ihnen am letzten Sontage mitzutheilen die Ehre hatte, entnommen haben & wollen Sie aus der beiliegenden Copie meines gestrigen Schreibens10 an denselben H. von Sybel zu entnehmen die Gefälligkeit haben. Es kommt mir fast vor, als würden nicht Sie, aber Mitglieder des Gotthardausschusses11, welche sich an Sie wenden, die Besorgniß hegen, als würde etwas von mir versäumt. Es macht mich dieß durchaus nicht empfindlich, abgehärtet, wie ich es geworden bin & habe werden müssen: aber es will mir scheinen, die Betreffenden würden, falls sie etwas gegen mich auf dem Herzen haben, gerader & loyaler handeln, wenn sie| es mir direct mittheilen würden, statt Sie mit ihren Scrupeln zu behelligen. Es sollte mich wundern, wenn Sie diese Anschauungsweise nicht theilen würden.12
Den Notizen über die Beschlüsse des Bundesrathes po Revision der Bundesverfassung, welche sich in den heutigen öffentlichen Blättern finden, glaube ich entnehmen zu dürfen, daß Sie über die Referendumscomödie, welche zur Aufführung gebracht werden wollte, Meister geworden sind.13 Wenn dem wirklich so ist, so nehmen Sie meine herzlichen Glückwünsche zu diesem Erfolge entgegen.
Und nun möchte ich Sie noch um die Gefälligkeit bitten, mir gütigst mittheilen zu wollen, wie viel das topographische Bureau für Terrainaufnahmen mit Hori| zontalcurven von 10 zu 10' Höhe per Quadratkilometer bezalt.
Entschuldigen Sie die Bemühungen, die ich Ihnen beständig verursache, & seien Sie in freundschaftlicher Hochachtung gegrüßt von
Ihrem
Dr A Escher
Zürich
2. Juni 1870.