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Eugenik
Am 14. Juli 1933 wurde im nationalsozialistischen Deutschland das «Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses» verkündet. Nach diesem Gesetz sollten Personen sterilisiert werden, wenn zu erwarten war, dass Nachkommen an schweren körperlichen oder geistigen Erbschäden leiden würden. Als solche galten angeborener Schwachsinn, Schizophrenie, manisch depressives Irresein, Chorea Huntington, Blindheit, Taubheit, schwere körperliche Missbildung und schwerer Alkoholismus. Der Geltungsbereich der Gesetze über Erbgesundheit und Rassenhygiene wurde sukzessive ausgeweitet auf «Minderwertige» und «Gemeinschaftsfremde». In der Fachliteratur wird eine Eugenikerin zitiert, die 1940 programmatisch forderte: «Weg vom lebensunwerten Leben – hin zum behandelbaren und heilbaren Volksgenossen. Weg vom biologisch Minderwertigen – hin zur biologischen Hochwertigkeit.» Zu diesem Ziel wurden auch Institutionen wie «Lebensborn» geschaffen, die der «Züchtung reinrassiger Arier» dienten.
Mit den Greueln des Nationalsozialismus ist der Begriff Eugenik unlösbar verknüpft. Die historischen Wurzeln der Eugenik, der (pseudowissenschaftlichen) Lehre von der Erbgesundheit und Erbhygiene, reichen ins 19. Jahrhundert zurück. Francis Galton, ein Cousin von Charles Darwin, baute seine Theorie für eine bessere Menschheit auf der Idee der Züchtung auf: Die Fortpflanzung «Erbgesunder» sollte gefördert (sogenannte positive Eugenik), jene der «Erbkranken» (sogenannte negative Eugenik) vermieden werden. Dieses Gedankengut fand nicht nur in England Nachhall. In den USA erreichte die Eugenikbewegung ihren Höhepunkt 1924 in rassistisch motivierten Einwanderungsbeschränkungen. Durch Einwanderer aus Süd- und Osteuropa werde das «reine amerikanische Blut vergiftet»,
wurde behauptet. Heute werden in der Bevölkerungspolitik Chinas eugenische Kriterien angewandt. Seit 1995 verlangt das Gesetz über mütterliche und kindliche Gesundheitsvorsorge eine voreheliche Untersuchung von Mann und Frau. Werden schwerwiegende genetische Mängel diagnostiziert, darf das Paar nur heiraten, wenn durch medizinische Eingriffe die Kinderlosigkeit garantiert wird.
Endgame Teil: Eugenik
Foto: pa In Deutschland ist die Gewinnung von embryonalen Stammzellen verboten.
Sie dürfen nur zu Forschungszwecken angewendet werden
Zum ersten Mal darf eine Klinik außerhalb der USA embryonale Stammzellen in Menschen einsetzen. Ärzte an einem Londoner Augenhospital wollen Zellen in die Augen von zwölf Patienten schleusen, die an der bislang unheilbaren Krankheit Morbus Stargardt leiden, teilten das US-Biotechnologieunternehmens Advanced Cell Technology (ACT) und das Londoner Moorfields Eye Hospital mit.
Es solle zunächst geprüft werden, ob die Verwendung von solchen Ersatzzellen für die Netzhaut sicher sei. Die britischen Behörden hatten am Donnerstag ihre Zustimmung gegeben.
Bislang habe es einen ähnlichen Versuch nur in den USA gegeben, sagte Robert Lanza von ACT laut Mitteilung. „Zum ersten Mal ist ein Test mit embryonalen Stammzellen irgendwo anders in der Welt erlaubt worden.“
In Deutschland ist die Verwendung embryonaler Stammzellen nur zu Forschungszwecken gestattet.Ihre Gewinnung ist in Deutschland verboten, es dürfen nur importierte Zellen verwendet werden.
Wissenschaftler versprechen sich von ihrem Einsatz eine Heilungschance für viele bisher kaum behandelbare Krankheiten. Kritiker erheben ethisch motivierte Einwände, weil zur Gewinnung von embryonalen Stammzellen menschliche Embryos – in einem sehr frühen Zellhaufen-Stadium – zerstört werden.