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Einführung
Seit seinen bescheidenen Anfängen in Indien im Jahr 1852 war Interserve immer dafür bekannt, Beziehungen mit Bedürftigen aufzubauen und die gute Nachricht von Jesus zu teilen.
1820
Um 1820 schätzte man, dass auf dem indischen Subkontinent aus einer Bevölkerung von 40 Millionen Frauen weniger als 400 lesen und schreiben konnten. Das ist nur eine Frau auf 100'000.
Viele dieser Frauen verbrachten das Leben in einer abgeschiedenen Frauenunterkunft, genannt "Zenana", von der Welt abgeschnitten.
Mit 13 oder 14 Jahren verheiratet zu werden, war für sie nichts ungewöhnliches, und ebenso mitzuerleben wie ihre Ehemänner starben. Beim Tod des Ehegatten, hatte die Frau zwei Möglichkeiten. Entweder mit ihm zu sterben, indem sie sich auf den Scheiterhaufen warf, auf dem der Leichnam ihres Mannes verbrannte oder ein Leben der Abgeschiedenheit in der Zenana, versteckt vor der Welt zu verbringen.
Frauen für Frauen
Mit dieser harschen Realität konfrontiert, entwickelten zwei Engländerinnen eine Vision: Indische Christinnen ausbilden, damit sie in den Zenanas den Frauen Lesen und Schreiben beibringen konnten.
Lady Mary Kinnaird, Gründerin von Interserve, schrieb: “Wenn wir ihnen das Buch zu lesen geben und die Mittel dazu, lesen zu lernen, wird Gott sein Wort segnen.“
So wurde am 1. März 1852 die Calcutta Normal School eröffnet.
Auf Grund eines Erlasses der britischen Regierung durften ab 1864 Lehrerinnen der Calcutta Normal School offiziell in den Zenanas unterrichten und gleichzeitig über ihren Glauben sprechen. Dies war der Beginn der „Zenana Bible Mission“.
Bis 1950 eine ausschliessliche Frauenmission!
Weil es vor 1870 in ganz Indien keine Ärztinnen gab, wurden Frauen kaum medizinisch versorgt. Diesem Missstand zu begegnen wurde zum Anliegen einer Frauengruppe in England und zum zweiten Schwerpunkt der Mission. Ab 1871 reisten britische Ärztinnen nach Indien aus, um in den Zenanas Frauen zu behandeln. Die Organisation hiess neu „The Zenana Bible and Medical Mission“ (ZBMM).
Mit den Jahren erweiterte die ZBMM ihre Aktivitäten ausserhalb der Zenanas. Viele Schulen, Spitäler, Ausbildungsstätten und Waisenhäuser entstanden auf dem gesamten indischen Subkontinent. 1920, zum Beispiel, gründet ZBMM die erste Universität für Frauen – und das im heutigen Pakistan! Ab 1950 hiess das Werk „Bible and Medical Missionary Fellowship“ (BMMF) und neu wurden auch Männer und Ehepaare ausgesandt.
Partnerschaft und Expansion
In den 50iger Jahren wurden systematisch lokale Mitarbeitende und Organisationen geschult, um vermehrt Verantwortung zu übernehmen. Ab 1957 werden Spitäler, Schulen, Waisenhäuser, Unternehmen und andere Institutionen an lokale Organisationen übergeben. Mehr und mehr Mitarbeitende stammen heute aus dem Süden. Indien steuert heute mehr Partner bei als jedes andere Land.
Ab 1953 wurden die Einsatzgebiete von BMMF laufend erweitert (Nepal, Afghanistan, Bangladesh, Golfregion).
Mit der Verlegung des internationalen Büros nach Zypern 1985 entwickelte sich die Arbeit im mittleren Osten.
Heute sind weltweit um 750 Partner für Interserve tätig.
Interserve (CH)
BMMF wurde 1987 zu „Interserve“ umgetauft, um seinen internationalen Status und seinen Fokus auf den praktischen, ganzheitlichen Dienst hervorzuheben. Im gleichen Jahr entstand der Verein „Interserve (Switzerland)“. Seit März 2011 ist Interserve (CH) in Biel beheimatet.
Während der über 160- jährigen Geschichte von Interserve hat sich der Name der Organisation mehrmals geändert. Die einfache, bedürfnis- und beziehungsorientierte Art, praktisch und nachhaltig das Evangelium weiterzugeben, ist hingegen bis heute das Markenzeichen von Interserve.