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Im Übermass beglückt David Herro, der Anlagechef des US-Investors Harris Associates, die Welt derzeit mit seinen Ansichten zur Schweizer Bank, ob unpassend oder widersprüchlich – was solls.
Zur Grossform lief er Mitte Juni auf. Übernahmegerüchte um die CS machten die Runde, doch schnell gab es Dementis. Und was macht der CS-Mitbesitzer Herro? Statt zur Beruhigung beizutragen, giesst er Öl ins Feuer. Der «Finanz und Wirtschaft», der gegenüber er sich noch vor Kurzem gegen einen Verkauf der Bank ausgesprochen hatte, sagte er: «Ich bin überrascht, dass es nicht mehr Interesse gibt.»
Gegenüber der britischen «Financial News» hatte er gar eine Unterstützung für ein Übernahmeangebot in Aussicht gestellt, sofern der Preis stimme. Auch die Führung der Bank kann nie so genau wissen, woran sie bei Herro ist. Hatte er Ende Mai CEO Thomas Gottstein mit einem eher peinlichen Quote («Er hat das Herz am rechten Fleck») noch den Rücken gestärkt, liess er zwei Wochen später Bloomberg TV wissen, dass die Führung die CS stabilisieren müsse, und «wenn sie es nicht schaffen, muss es ein anderer tun».
Gekauft hat Herro seine CS-Aktien nach dem Platzen der Internetblase für rund 20 Franken. Heute liegt der Kurs bei 5.85 Franken (Stand 21. Juni). «Wir hätten die Aktien eigentlich verkaufen sollen», sagte er und tönte damit wie ein Kleinanleger, dem klar wird, wie schlecht er «börselet». Die Aussage bezog sich auf die Zeit des Zwists in der CS, als Herro sich auf die Seite von CEO Tidjane Thiam schlug und gegen Urs Rohner schoss, der VR aber entschied, am Präsidenten festzuhalten.
Bei der Nachfolge von Rohner beschloss Herro dann, aktiv mitzuwirken, indem er den von ihm hochgeachteten António Horta-Osório pushte. Wie wir inzwischen wissen, ist Herros Mann krachend gescheitert und musste zurücktreten.