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Als am 25. April im Jahre 1974 im portugiesischen Lied das Lied “Grândola, Vila Morena” gespielt wurde, war dies der geheime Startschuss zur Nelkenrevolution.
Ein Grossteil des Militärs erhob sich gegen den autoritären Rechtsstaat “Estado Novo”. Die Revolution verlief relativ unblutig und war auch für die portugiesischen Kolonialländer von grosser Bedeutung.
Während viele Länder Afrikas in den 60er Jahren ihre Unabhängigkeit erlangten, litten die von Portugal besetzten Länder massiv unter dem Regime von Marcelo Caetano. Die Lebensbedingungen auf der atlantischen Inselgruppe Kap Verde waren dementsprechend schlecht. Alles was sich gegen die Kolonialmacht richtete war verboten, auch Musik- und Tanzstile wie der Funana wurden in der Öffentlichkeit nicht geduldet. Dazu kamen Nahrungsmittelknappheiten. Viele Gründe, die eine Diaspora auslösten, die bis heute als eine der Grössten überhaupt eingegangen ist. Viele Emigranten zog es in die Hafenstädte Europas: nach Lissabon, Rotterdam oder Neapel um einige Beispiele zu nennen. Viele Möglichkeiten um sich Gehör zu verschaffen gab es nicht. Entweder man wurde Fussballprofi oder man spielte Musik. Viele Emigranten arbeiteten tagsüber in den Häfen und gingen nachts der Musik nach. In Europa trafen die Kapverdianer erstmals auf Synthesizer und Midi-Controller. Geräte, die die damalige Musik prägten. So versuchten sie die Geräte in ihre Musik einzubinden, natürlich ohne den traditionellen Vibe zu vernachlässigen. Nach dem Ende der Diktatur im Jahre 1974 erklärten sich die Kap Verden ein Jahr später für unabhängig. Viele Musiker kehrten, zumindest temporär, zurück auf die Insel. Mit ihm Gepäck all die neuen Musikgeräte. Die Bewohner der Inseln waren gierig auf die neue Musik, zumal man die Leidenszeit möglichst schnell vergessen wollte. Unter der Fittiche von Paulino Vieira wurde auf den Kap Verden Musik produziert, die im Nachhinein betracht sehr visionär war und die Musiklandschaft der Insel noch heute prägt. Diese Musik wurde unter anderem von Labels wie Analog Africa und Ostinato Records feinsäuberlich aufgearbeitet. Entstanden sind zwei unglaublich groovige, tanzbare Compilations, zu denen man problemlos etwas das Füdli schwenken kann.