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Covid – Führt das Sommerwetter zur Entspannung?
Das kennen wir alle. Unsere alljährlichen Infektionen der Atemwege besuchen uns gerne in den trockenen Wintermonaten. Aufgrund dieser bekannten Saisonalität wird immer wieder postuliert, dass auch die Covid-19 Erkrankungen in den Sommermonaten rückläufig sein dürften. Bisher fanden wir zu dieser Frage eigentlich nur wissenschaftliche Arbeiten, welche gegen einen solchen saisonalen Effekt auf die Entwicklung einer Pandemie sprechen.
Neue Studie eher ernüchternd
Nun hat eine Gruppe aus Princeton, USA, (Baker et al, April 2020) den Effekt der unterschiedlichen Feuchtigkeitsphasen während der Sommer- und Wintersaison modelliert. Dabei haben die Autoren unsere Kenntnis zur Klima-Abhängigkeit von anderen Coronavirus-Infektionen benutzt und den Effekt der Luftfeuchtigkeit auf die Ausbreitung der Infektionen studiert.
Wir wissen, dass die Luftfeuchtigkeit ein wesentlicher „Treiber“ der Übertragung von Atemwegsinfektionen ist. Im Winter, wenn die Luft deutlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, werden respiratorische Viren viel mehr übertragen. Nun haben die Autoren aber in diesem Modell auch noch den Effekt einer Teilimmunität der Bevölkerung mit berücksichtigt.
Fehlende Immunität übersteuert den Sommereffekt
Neu in diesem Modell ist, dass die Autoren nun aber nicht nur die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt haben. Sie haben auch das Ausmass einer Teilimmunität der Bevölkerung berücksichtigt. Dabei zeigt sich, dass gemäss diesen Modellberechnungen der Effekt der fehlenden Immunität in der Bevölkerung viel stärker ins Gewicht fällt als ein möglicher Effekt der feuchten Sommermonate.
Auch wenn dies nur eine Modellberechnung darstellt. Ich denke es ist klug, wenn wir nicht von einem „Sommereffekt“ ausgehen und wirklich damit rechnen, dass eine wesentliche Veränderung der Saisonalität von Covid-19 erst mit einer Veränderung der Immunitätslage zustande kommt.