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Nach den wohl massivsten russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur seit Kriegsbeginn hat Kiew die Situation als «kritisch» bezeichnet. «Es sind etwa 100 Raketen auf das Territorium der Ukraine abgefeuert worden», teilte der Sprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat, am Dienstag im Fernsehen mit.
Das seien mehr als bei dem Beschuss Anfang Oktober, kurz nach dem Anschlag auf die Brücke zur von Russland annektierten Halbinsel Krim. Damals wurden 84 Raketen auf das Land abgefeuert.
Vor allem Zentrum und Norden der Ukraine betroffen
Der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, bezeichnete die Situation nach Einschlägen in Objekte der Energieinfrastruktur als «kritisch». «Die meisten Treffer wurden im Zentrum und im Norden des Landes festgestellt», schrieb der 33-Jährige im Nachrichtendienst Telegram.
Der staatliche Energieversorger Ukrenerho habe zu ausserordentlichen Stromabschaltungen übergehen müssen, um das Netz auszubalancieren. Tymoschenko forderte die Bevölkerung zum Stromsparen auf. In Kiew ist den Behörden zufolge etwa die Hälfte der Stadt ohne Strom. Mindestens ein Mensch wurde infolge der Luftangriffe getötet.
Auch Züge verspäten sich
Die staatlichen Eisenbahnen warnten indessen vor Zugverspätungen von bis zu einer Stunde. Wegen möglicher Stromausfälle seien Dieselloks als Reserve bereit gestellt worden.
Russland ist Ende Februar in die Ukraine einmarschiert. Seit Anfang Oktober attackiert die russische Luftwaffe regelmässig die ukrainische Energieinfrastruktur mit Kampfdrohnen und Raketen. In der Hauptstadt Kiew und anderen Landesteilen gibt es seitdem oft nur stundenweise Strom.
(sda/log)