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Die renommierte Anthropologe Roberte Hamayon wurde am 15. November zur Ehrendoktorin der Philosophischen Fakultät ernannt.
Roberte Hamayon, 1939 in Paris geboren, hat sich auf religiöse Anthropologie spezialisisiert. Sie hat unter anderem das schamanische Modell, die traditionelle Religion der indigenen Völker Sibiriens und der Mongolei, studiert. Seit 1967 hat sie langfristige Feldstudien bei den Mongolen und sibirischen Burjaten durchgeführt, ergänzt durch vergleichende Forschungen in anderen Regionen Ostasiens (China, Korea, Japan, Taiwan). Damit hat sie zur tiefgreifenden Erneuerung der anthropologischen Untersuchung dieser Völker und den universellen Wert des "Spielens" in der menschlichen Erfahrung beigetragen. Weit über die Ethnologie hinaus ist es Roberte Hamayon gelungen, Theorien und Methoden aus anderen Sozialwissenschaften, insbesondere der Linguistik, heranzuziehen.
Roberte Hamayon, Inhaberin von zwei Doktortiteln, hat das Feld mit einer herausragenden akademischen Karriere verbunden, zu einer Zeit, als Professorinnen (noch) selten waren. Sie hat vershiedene akademische Stellen gehabt, unter anderem als Studiendirektorin an der Ecole Pratique des Hautes Etudes (Universität Sorbonne, Paris). Roberte Hamayon hat auch 1969-70 das Zentrum für Mongolische und Sibirische Studien (Centre d’études mongoles et sibériennes) und die gleichnamige Zeitschrift am Laboratoire d'ethnologie de Paris-X Nanterre gegründet.
Roberte Hamayon steht seit vielen Jahren in Kontakt mit der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg und hält regelmässig Vorträge auf Symposien und Seminaren, insbesondere im Rahmen des Projekts Locus Ludi des Europäischen Forschungsrats an der Universität Freiburg (locusludi.ch).
Anmerkung:
Aufgrund der besonderen gesundheitlichen Situation hat das Dies Academicus dieses Jahr nicht stattgefunden und die Auszeichnungen werden am Dies Academicus 2021 persönlich überreicht. Roberte Hamayon trägt ihren Ehrentitel jedoch ab dem 15. November 2020.
Bilder:
Zentralprovinz der Mongolei, Naadam (Nationalfeiertag bestehend aus den drei Virilenspielen, Ringkampf, Bogenschiessen, Pferderennen mit Reitern unter 12 Jahren), Fang von Ringkampf.
© C. Marchina
Mai 1967, Ulaanbaatar (damals Oulan-Bator), die Hauptstadt der Mongolei, "gehörnte Mütze", der Kopfschmuck gehörnter Wiederkäuer (Elch, Rentier, Stier) ist die beste Garantie für die Männlichkeit. In der Vergangenheit trugen Schamanen eine Krone mit dem eisernen Geweih eines grossen Hirsches.
© R. Hamayon
März 1967, Ulaanbaatar (damals Oulan-Bator), Hauptstadt der Mongolei, Nationales Zentralmuseum. Es war die Institution, die Roberte Hamayon im Rahmen des Austauschprotokolls zwischen dem französischen CNRS und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften aufnahm. Das Museum besass ein vollständiges Dinosaurierskelett. Das Foto zeigt das gesamte Personal dieses Museums. Ein mongolisches Kleid wurde Frau Hamayon für diesen Anlass geliehen.
© Musée central national mongol
8. Juli 1980, am Zentrum für Mongolische und Sibirische Studien, Paris-X, Erstellung des Wörterbuchs Mongolisch-Französisch mit Ts. Chargdarsüren.
© Laboratoire d’ethnologie de Nanterre