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Schulhaus Rosenacker
Im Schulhaus Rosenacker besuchen etwa 140 Kinder von der 1. – 6. Klasse den Schulunterricht. Im Erdgeschoss befinden sich zudem noch 3 Handarbeitszimmer für die Primarschule und die Oberstufe. Im Untergeschoss kochen die Oberstufenschüler in der Schulküche.
Lageplan
Woher kommt der Name Rosenacker?
In der Schrift „Wasser, Feuer, Licht“ von Prof. Dr. J. Reck finden sich auf Seite 7 einige Angaben zum Flurnamen Rosenacker:
Auf den ersten Blick würde man den Flurnamen Rosenacker gerne als Acker, auf dem Rosen – wohl Heckenrosen – wachsen, deuten. In alten Urkunden finden sich für „Rosen“ drei Schreibweisen, nämlich „roosen“, „Rossen“ und „roossen“. Das Lexikon erklärt Roosen mit den Begriffen Rösten und Rotten.
Roosen waren Gruben, die längs eines fliessenden Gewässers lagen. Hierhin brachten die Bauern ihren auf dem eigenen Acker geernteten Hanf und Flachs zur weiteren Verarbeitung. Die Bündel wurden in die mit Wasser gefüllten Gruben (Roosen) gelegt, mit Brettern zugedeckt und mit Steinen beschwert. Dort gärten die Pflanzenstängel während 2 bis 4 Wochen. Zurück blieben die Fasern – der Bast-, aus denen das Leinengarn gesponnen wurde. Durch das Gären entstand ein durchdringender Gestank, den jeder Bewohner mied. Die Gruben lagen daher abseits von menschlichen Siedlungen.
Grosse Bedeutung erlangten die Roosen in der Blütezeit des st. gallischen Leinwandgewerbes. Die Verarbeitung zu Linnen (Leinwand, Leinwandstoff) brachte willkommenes Bargeld in den bäuerlichen Haushalt.
Noch um die Jahrhundertwende wurde bei Liegenschaftsverkäufen sorgsam darauf geachtet, dass bestehende Roosrechte auf den neuen Besitzer übergingen.
Auch die Flurnamen Rosenegg und Rosenheim lassen sich auf „Roosen“ zurückführen. Sie erinnern versteckt an diesen entschwundenen bäuerlichen Erwerbszweig.
Urkundlich erwähnt sind Roosen „neben der Goldach gegen die Mühle (Bruggmühle?) hin“.
Der Dorfteil Rosenacker liegt jedoch am Dorfbach. Es liegt nahe, wenn auch für dieses Gebiet Roosen vermutet werden.