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In der Schweiz gibt es 42 eidgenössische Jagdbanngebiete. Diese helfen mit, seltene und bedrohte Säugetiere und Vögel sowie deren Lebensräume zu schützen.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts erreichten die Bestände wildlebender Huftiere in der Schweiz wegen des hohen Jagddrucks und des sehr schlechten Zustands der Wälder einen Tiefpunkt. Rothirsch und Steinbock wurden vollständig ausgerottet.
Dank der gesetzlichen Regelung der Jagd (Einschränkung der Jagdzeit, Schutz der Muttertiere und Jungtiere, Aufbau einer effizienten Wildhut) und der Ausscheidung von eidgenössischen Jagdbanngebieten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts konnten sich die Wildtierbestände erholen.
In der Schweiz gibt es 42 eidgenössische Jagdbanngebiete mit einer Gesamtfläche von 150‘889 ha.
Schutz der Biodiversität
Obwohl die Jagdbanngebiete ihre ursprüngliche Zielsetzung (Anhebung der Huftierbestände) bereits erfüllt haben, sprechen verschiedene Gründe für deren Beibehaltung:
- Artenschutz und Lebensraumschutz: Heute profitieren Arten wie Auerhuhn, Birkhuhn und Schneehuhn von den speziellen Schutzbestimmungen.
- Ausbildung und Forschung: Jagdbanngebiete sind wertvolle Modellgebiete für die Beobachtung der natürlichen Entwicklung von Wildhuftierpopulationen.
- Jagd: In manchen Gebieten profitiert die Jagd vom Populationsüberschuss aus den geschonten Wildbeständen.
Jagdliche Regulierung
Heute müssen in vielen Fällen die Huftierbestände in Banngebieten reguliert werden, weil sie für die örtlichen Verhältnisse zu hoch sind. Der Bund hat deshalb den Kantonen die Möglichkeit gegeben, in den Banngebieten Teile (oder das ganze Gebiet) mit sogenanntem partiellem Schutz auszuscheiden (Art. 9 Abs. 2 Bst. b VEJ). Hier können jagdbare Huftierarten aufgrund eines dem Bund bekannt gegebenen Abschussplanes reguliert werden.
In den integral geschützten Gebieten dürfen Regulierungsmassnahmen nur in Ausnahmefällen und nach Anhörung des BAFU angeordnet werden (Art. 9 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3, Art. 10 VEJ).
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 30.06.2015