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Keine persönliche Aufzeichnung, kein Brief, kein Schriftstück ist von ihr erhalten geblieben. Die Erinnerung lebt nur von den Aussagen und Aufzeichnungen anderer über sie. Dennoch wird hinter dem wenigen das Leben einer Frau greifbar, die tiefgläubig und unbeirrbar den Weg der Reformation mitgegangen ist.
Als Idelette de Bure um das Jahr 1507 geboren wurde, war nicht abzusehen, dass sie einmal die Frau eines der bedeutendsten Reformatoren sein würde. Idelette war die Tochter von Lambert de Bure dem Älteren, Kaufmann in Lüttich, und von Isabelle Jamaer, Tochter von Antoine Jamaer und dessen Frau Ydelecte. Aus dem Flämischen stammend, schien die Familie schon früh Kontakt zu reformatorischen Kreisen gehabt zu haben.
Grosse Verluste
Als Idelette zum ersten Mal ihrem späteren Ehemann Jean Calvin begegnete, war sie noch verheiratet mit ihrem ersten Mann Jean Stordeur. Idelette und ihr Mann gehörten zu den Täufern. Da sie ihren reformatorischen Überzeugungen nicht abschworen, verloren sie 1533 bei der Vertreibung der Protestanten aus Lüttich all ihren Besitz. Das Ehepaar versuchte, in Genf Unterschlupf zu finden, wo sich Jean Calvin zu dieser Zeit aufhielt. Doch Genf bot Täufern keinen sicheren Aufenthaltsort. Im Jahr 1538 verloren beide zum zweiten Mal alles, als sie aus Genf verbannt wurden. Idelette und ihr Mann flohen zu ihrem Bruder Lambert nach Strassburg. Calvin musste 1538 Genf ebenfalls verlassen. Auch ihn zog es in die reformatorische Hochburg Strassburg. Die Stadt, die im 16. Jahrhundert so vielen verfolgten Anhängern der Reformation Schutz und Unterschlupf bot, nahm auch ihn freundlich auf. Er wurde Pfarrer der französischen Flüchtlingsgemeinde. Spätestens hier kreuzten sich die Lebenswege von Idelette und Jean Calvin zum ersten Mal. Von vornherein verband sie die Liebe zur Bibel – zum Wort Gottes – und der Wunsch, dieses Wort in ihrem Leben Wirklichkeit werden zu lassen.
Hörprobe
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