Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03658.jsonl.gz/1824

Ohrschmuck, wie Ohrringe und Ohrstecker, sind eine beliebte und traditionsreiche Form des Köperkultes. Seit langer Zeit wird Ohrschmuck in unterschiedlichen Formen durch ein kleines Loch im Ohr befestigt. Ohrringe scheinen auch so gut wie nie aus dem Mode-Trend zu geraten – sie sind seit Jahrzehnten schon fester Bestandteil der Schmuck- & Mode-Accessoires. Sowohl für Frauen als auch für Männer.
Inhaltsverzeichnis:
- 1 Geschichte
- 2 Moderne Ohrringe
- 3 Körperpiercings als Ohrschmuck
- 4 Piercing-Alternativen
- 5 Permanente Ohrringe
- 6 Personalisierung
- 7 Quellen
Geschichte
Das Ohrpiercing ist eine der ältesten bekannten Formen von Körperkult – das Tragen von Ohrschmuck ist nicht erst seit einigen Jahrzehnten in den westlichen Kulturen bekannt: Künstlerische und schriftliche Überlieferungen aus der frühen Geschichte und von Kulturen aus der ganzen Welt zeigen bereits diese Form des Körperschmucks. Frühe Beweise, dass Ohrringe von Männern getragen wurden, können in archäologischen Überresten von Persepolis im alten Persien gesehen werden. Die geschnitzten Bilder von Soldaten des persischen Reiches können noch auf einigen der letzten Mauern des Palastes erkannt werden und diese zeigen, dass Soldaten einen Ohrring trugen.
Andere frühe Beweise für das Tragen von Ohrringen können aus der Bibel entnommen werden. In Exodus 32:1-4 steht geschrieben, dass während Moses auf dem Berg Sinai war, die Israeliten Aaron aufforderten für sie einen Gott zu schaffen. Es steht geschrieben, dass er ihnen befahl die Ohrringe (und andere Schmuckstücke) ihrer Söhne und Töchter zu ihm zu bringen, damit er ihre Forderung erfüllen konnte. (ca. 1500 v. Chr.)
Ohrringe waren unter Hofleuten und Herren in den 1590er Jahren während der englischen Renaissance in Mode. Ein Dokument aus 1577 von Pfarrer William Harrison einer veröffentlichten Beschreibung von England, erzählt: „Rüstige Höflinge und Herren mit Mut tragen entweder Ringe aus Gold, Steine oder Perlen in den Ohren.“[1] Unter Seemännern war ein Ohrloch ein Symbol dafür, dass der Träger um die Welt gesegelt ist oder den Äquator überschritten hatte.[2] Darüber hinaus wurde allgemein von Matrosen ein goldener Ohrring als Bezahlung für eine ordnungsgemäße Bestattung getragen, für den Fall, dass sie vielleicht auf See ertrinken könnten. Sollten ihre Körper an Land gewaschen werden, dann hoffte man, dass der Ohrring als Bezahlung für ein „gebührendes christliches Begräbnis“ diente.
Unabhängig von diesem Ausdruck geht dieser Brauch bis vor das Christentum zurück, bis zum antiken Griechenland, wo das Gold für den Fährmann Charon war, der einen über den Fluss Styx in den Hades brachte. Die Gewohnheit des Tragens von Ohrringen war eine Tradition für Ainu Männer und Frauen[3], doch die Regierung der Meiji Japan verbot Ainu Männern im späten 19. Jahrhundert das Tragen von Ohrringen.[4] Ohrringe waren auch unter den nomadischen Turkstämmen üblich.
In den späten 1960er Jahren machte das Ohrlochstechen durch die Gemeinschaften der Hippies und Homosexuellen Vormasch bei den Männern. Zu dieser Zeit lebte dieser Brauch wieder auf, aber da kein großer kommerzieller Markt für sie existierte, wurden die meisten Ohrlöcher zu Hause gemacht. Jugendliche Mädchen veranstalteten Ohrlochstech-Parties, bei denen sie das Verfahren bei sich gegenseitig durchführten. Ein solches Ereignis wird im 1978er Film Grease beschrieben (der im Jahre 1959 spielt), wo Sandy (Olivia Newton-John), die Hauptdarstellerin, von ihren Freunden gepierct wird.
In den späten 1970er Jahren wurden Amateur-Piercings manchmal mit Sicherheitsnadeln durchgeführt und mehrere Piercings wurden in der Punk-Rock-Gemeinschaft beliebt. In den 1980er Jahren kam der Modetrend auch für Männer auf, etabliert durch den Trend von Ohrlöchern bei männlichen Musikern. Dies wurde später von vielen professionellen Athleten übernommen. Britische Männer begannen das Durchstechen beider Ohrenläppchen in den 1980er Jahren; George Michael von Wham! ist ein prominentes Beispiel. Der stark beschmückte Mr. T ist ein frühes Beispiel von Promi-Ohrringträgern in beiden Ohren, wobei sich dieser Trend nicht bis in die 1990er Jahre bei der durchschnittlichen westlichen Bevölkerung durchsetzte.
Mehrere Piercings in einem Ohr oder in beiden Ohren tauchten erstmals in Europa und Amerika in den 1970er Jahren auf. Ursprünglich war der Trend für Frauen ein zweites Paar Ohrringe in den Ohrläppchen zu tragen und für Männer doppelt-gepierct in einem Ohrläppchen zu sein. Asymmetrische Stile mit mehr und mehr Piercings wurden beliebt, was schließlich zum Knorpelpiercing-Trend führte.
Eine Vielzahl von speziellen Ohrpiercings sind mittlerweile sehr beliebt. Dazu gehören die Tragus-Piercings, Antitragus-Piercing, Rook-Piercing, Industrial-Piercing, Helix-Piercing, Orbital-Piercing, Daith-Piercing und Conch-Piercing. Darüber hinaus war das Ohrläppchen-Dehnen bei indigenen Kulturen bereits seit Tausenden von Jahren beliebt, begann jedoch auch in der westlichen Gesellschaft in den 1990er Jahren populär zu werden. Mittlerweile ist „Tunneln“ ein ziemlich alltäglicher Anblick.
Moderne Ohrringe
Ohrstecker
Das Hauptmerkmal der Ohrstecker ist das Aussehen des Schwebens auf dem Ohr oder Ohrläppchen ohne (von vorne) sichtbare Punkt-Verbindung. Die Stecker sind stets auf dem Ende eines Stäbchens, welches das Ohrläppchen gerade so durchdringt. Der Stecker wird durch einen abnehmbaren Gummi oder eine Klammer befestigt. Ab und zu wird der Ohrstecker wie ein Gewinde hergestellt, damit der hintere Teil aufgeschraubt werden kann und den Ohrstecker sicher an seinem Platz hält. Dies ist sehr praktisch, um den Verlust von teuren Ohrringen mit Edelsteinen oder aus Edelmetallen vorzubeugen.
Kreolen
Kreolen sind kreis- oder halbkreisförmig und immer mal wieder mehr oder weniger im aktuellen Modetrend zu finden. Kreolen sind große Ohrringe, die mit einer dünnen Drahtbefestigung geschlossen werden. Die gesamte Vorrichtung wird durch Spannung zwischen dem Draht und dem „Rohr“ gehalten. Andere Kreolen-Designs formen keinen vollständigen Kreis, sondern durchdringen das Ohr mit einem Stecker, unter Verwendung der gleichen Techniken für die Befestigung eines Ohrsteckers. Eine weitere Art ist der kontinuierliche Ohrring. Bei dieser Konstruktion wird der Ohrring aus einem durchgehenden Stück festem Metall gebaut, der durch das Ohr geht und es kann nahezu zu 360° gedreht werden. Eines der Enden ist fest an ein kleines Stück metallisches Rohr oder eine hohle metallische Perle angebracht. Das andere Ende wird in das Rohr oder in die Perle eingesetzt und durch die Spannung am Platz gehalten. Eine besondere Art von Ohrringen ist der Schläfer-Ohrring. Dies ist ein sehr kleines durchgehendes Stück Draht (typischerweise aus Gold), das im wesentlichen das Ohrläppchen eng umschliesst. Aufgrund seiner geringen Größe ist er sehr komfortabel und wird manchmal nachts getragen, um ein Ohrloch offen zu halten.
Ohrhänger
Ohrhänger sind so konzipiert, dass sie vom Ende des Ohrläppchens herunterhängen. Es gibt sie in verschiedenen Längen von einem oder zwei Zentimeter bis zu den Schultern und in den unterschiedlichsten Farben und Designs. Sie werden generell mit dünnen Drähten mit dem Ohr verbunden, die durch das Ohrläppchen gehen und sich mit einem kleinen Haken auf der Rückseite verbinden. Eine Variante ist das französische Haken-Design, das lediglich am Ohrläppchen ohne Verschluss hängt, obwohl manchmal kleine Kunststoff-Halter an den Enden der französischen Haken verwendet werden. Ohrhänger variieren je nach aktuellen Modetrends.
Ohrklips
Ohrklips sind eine beliebte Art von Ohrringen, wobei dieser tatsächlich an das Ohrläppchen geklippt/geklemmt wird. Diese gibt es in verschiedenen Formen und Größen, von Herzen bis zu Rechtecken. Viele Juweliere machen Ohrklips aufgrund der vielen Formen und Designs, die verwendet werden können. Meistens werden Steine bei Ohrklips verwendet. Der Vorteil hier: es braucht kein gepierctes Loch, um den Ohrklip zu tragen.
Sklaven-Ohrringe
Die Sklaven–Ohrringe werden auch „Bajoran Ohrringe“ genannt. Sie wurden sehr populär, nachdem sie in Star Trek erschienen.
Ohrketten
Unter einer Ohrkette versteht man eine Kette, die dünn genug ist, um durch das Ohrloch zu rutschen, hinten wieder herauskommt und dann daran baumelt. Manchmal hängen Leute Perlen oder andere Materialien an die Kette, so dass die Kette mit Kügelchen unter dem Ohr baumelt.
Ohrstachel
Eine Art von Kunststoff-Stick, der 1 mm im Durchmesser und 1,5 cm lang ist und durch das Ohrloch geht. Er fällt nicht heraus, weil er nur etwas größer als das Ohrloch ist. Er ist sehr beliebt bei den jugendlichen Mädchen in Hong Kong, da die meisten Schulen nicht einmal Ohrstecker erlauben.
Körperpiercings als Ohrschmuck
Körperpiercing-Schmuck wird oft auch für Ohrlöcher verwendet. Eine Rolle dabei spielen da z.B. die Verfügbarkeit von größeren Spurbreiten, bessere Piercing-Techniken und eine Abneigung des „normalen“ Schmuckes.
Captive Bead Ring (Perlenringe)
Captive Bead Ringe werden häufig als CBRs abgekürzt und manchmal auch als Kugelverschlussringe betitelt. Sie sind eine Art von Piercing-Schmuck, der ein fast 360°-Ring ist und eine kleine Lücke zum Einführen durch das Ohr hat. Die Lücke wird mit einer kleinen Perle verschlossen, die durch die Spannung des Rings am Platz gehalten wird. Kugelverschlussringe mit größerer Spurbreite haben eine starke Spannung und können zum Einsetzen und herausnehmen der Perle eine Zange erfordern.
Barbells (Hantelringe)
Barbells bestehen aus einer dünnen, geraden Metallstange mit einer Kugel an einem Ende, die permanent befestigt ist. Das andere Ende ist mit einem Gewinde versehen, entweder extern oder mit einem Innengewinde, und die andere Kugel wird nachdem die Metallstange durch das Ohr eingesetzt wurde, aufgedreht. Da das Außengewinde oft das Ohrloch reizt, wurde das Innengewinde zur häufiger verwendeten Art.
Kreisförmige Barbells
Kreisförmige Barbells sind den Kugelverschlussringen ähnlich, außer dass sie eine größere Lücke und an einem Ende eine dauerhaft befestigte Kugel und eine aufgeschraubte Kugel am anderen Ende haben. Dies erlaubt ein einfacheres Einführen und Entfernen als mit CBR, hat jedoch auch eine andere optische Wirkung.
Ohrstöpsel-Piercing
Ohrstöpsel sind kurze zylinderförmige Schmuckstücke. Einige Stecker haben breitere Enden, um sie in Position zu halten, andere verwenden kleine elastische Gummiringe („O-Ringe“), um sie vor dem Herausfallen zu bewahren. Sie werden meist für weite Ohrlöcher verwendet.
Ohr-Tunnel/ Flesh-Tunnel
Ohr-Tunnel bzw. Flesh-Tunnel, die auch als Ösen oder Bullet Holes bekannt sind, ähneln den Ohrstöpsel-Piercings, jedoch sind sie in der Mitte hohl. Ohr-Tunnel werden meist für weitere Ohrlöcher verwendet – durch Ohr-Tunnel weitet dich das Ohrloch immer weiter aus.
Piercing-Alternativen
Da nicht jeder Mensch ein Loch durch sein Ohr gestochen haben möchte, gibt es mehrere Sorten von Ohrringen, die ohne Ohrlöcher getragen werden können.
Ohrklips
Ohrklips gibt es schon länger als jede andere Art von Nicht-gestochenen Ohrringen. Der Klip selbst ist ein zweiteiliges Stück, dass an der Rückseite eines Ohrrings befestigt wird. Die beiden Stücke schließen sich um das Ohrläppchen mit mechanischen Druck, um den Ohrring in Position zu halten.
Magnetische Ohrringe
Magnetische Ohrringe simulieren das Aussehen eines durchstochenen Ohrsteckers, indem sie durch magnetische Kraft an den Ohrläppchen in Position gehalten werden.
Aufgeklebte Ohrringe
Aufgeklebte Ohrringe sind Gegenstände mit einem Klebstoff auf der Rückseite, die auf die Haut der Ohrläppchen geklebt werden und das Aussehen eines (durchstochenen) Ohrsteckers simulieren. Sie werden als eine Neuheit angesehen.
Feder-Kreolen
Feder-Kreolen kann man kaum von Standard-Kreolen unterscheiden. Sie bleiben mittels Federspannung an ihrem Platz. Eine oft verwendete Alternative ist das Biegen eines Drahtes oder auch die Verwendung des Ringes eines CBR am Ohrläppchen, der einfach durch das Einklemmen am Ohr bleibt.
Ohrbügel-Ohrringe
Ein großer Haken, wie ein Fischer-Haken, wird über das ganze Ohr gehängt und baumelt daran.
Reifen
Der Reifen windet sich über dem Ohr und hängt knapp neben dem Ohr, bis oberhalb des Punktes, wo die Ohren normalerweise durchgestochen werden. Kugeln oder andeer Dekoelemente können in vielen verschiedenen Stilen an den Reifen aufgehängt werden.
Ohr-Schrauben
Ohr-Schrauben werden auf das Ohrläppchen für eine exakte Einstellung geschraubt und bieten eine Alternative für diejenigen, denen Klips auf Dauer zu schmerzhaft oder zu schwer sind.
Ohr-Manschetten
Die Manschetten werden um den äußeren Knorpel (einem Muschelpiercing ähnlich) befestig und können an ein Ohrläppchenpiercing angekettet werden.
Permanente Ohrringe
Die meisten Ohrringe der westlichen Welt wurden so konzipiert, dass sie leicht entfernbar sind und dadurch beliebig verändert werden können. Doch Ohrringe können auch dauerhaft sein (nicht entfernbar). Einst wurden sie als ein Zeichen der Sklaverei oder des Eigentums verwendet. Heutzutage gibt es sie in der Form von Ringen mit größerer Spurbreite, die schwierig oder unmöglich ohne Hilfe entfernt werden können. Gelegentlich werden Kreolen dauerhaft mithilfe von Lot angebracht, obwohl dies gewisse Risiken aufgrund der Giftigkeit von Metallen in Löten birgt und auch die Gefahr von Verbrennungen durch die Hitze.
Techniken für das Ohrlochstechen
Ohrlöcher können dauerhaft oder vorübergehend sein. Die Löcher werden dauerhaft, wenn sich eine Fistel durch Narbengewebe um den anfänglichen Ohrring bildet.
Man verwendet eine Vielzahl von Techniken, um das Ohr zu durchstechen, angefangen von selbstgemachten Verfahren mit Haushaltsgegenständen, bis zu medizinisch sterilen Verfahren mit einer Spezialausrüstung. Eine langjährige Methode für zu Hause ist die Verwendung von Eis als Lokalanästhetikum, einer Nähnadel zum Durchstechen, ein brennendes Zündholz und Alkohol zur Desinfektion und einem halbweichen Objekt, wie eine Kartoffel, Kork oder Radiergummi, als Druckpunkt. Der Nähfaden kann durch das Loch gezogen werden, um das Ohrloch während des Heilungsprozesses offen zu halten. Alternativ kann auch ein Goldbolzen oder -Draht direkt in das frisch gestochene Loch als anfänglicher Platzhalter geschoben werden. Haus-Methoden sind aufgrund unsachgemäßer Sterilisation oder Platzierung oft unsicher und riskant.
Eine andere Methode zum Durchstechen der Ohren, die erstmals in den 1960er Jahren beliebt wurde, war der Einsatz von scharfen gefederten Ohrringen – auch Selbst-Piercer, Trainer, oder Schläfer genannt – die sich allmählich selbst durch das Ohrläppchen drücken. Allerdings können diese aus ihrer ursprünglichen Position rutschen, was häufig zu mehr Beschwerden führt, und oft muss zusätzlich noch Druck ausgeübt werden, damit sie durch das Ohr stechen. Dieses Verfahren wird nicht mehr angewandt, da andere Piercing-Techniken schneller und erfolgreicher sind.
Instrumente zum Ohrlochstechen, die manchmal auch Ohrlochpistolen genannt werden, wurden ursprünglich für den Arzt entwickelt, aber mit Änderungen wurden sie auch im Handel erhältlich.[5] Heutzutage lassen sich mehr und mehr Menschen in der westlichen Welt ihre Ohren mit einem Ohrlochstech-Instrument in speziellen Schmuck- oder Accessoiregeschäften durchstechen oder auch zu Hause mit Einweg-Ohrlochstechern. Das Durchstechen des Ohrläppchens mit einem Ohrstech-Instrument wird oft als Gefühl beschrieben, ähnlich wie sich eingeklemmen oder mit einem Gummiband geschnippst zu werden. Das Durchstechen mit dieser Methode, insbesondere für Knorpel-Piercings, wird von vielen Piercing-Profis und Ärzten nicht empfohlen, da es eine stumpfe Gewalteinwirkung auf der Haut verursacht werden kann und die Heilung viel länger dauert als das Durchstechen mit einer Nadel. Darüber hinaus ist die überwiegende Mehrheit der Ohrlochstech-Instrumente aus Kunststoff, was bedeutet, dass sie nie wirklich durch Verwendung eines Autoklaven sterilisiert werden können und so das Risiko einer Infektion exponentiell erhöht wird. Im Falle des Knorpelpiercings mit einem Ohrlochstechinstrument kann das Knorpelgewebe des Ohrs zertrümmert werden und zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Eine alternative Methode, die in der Praxis wächst, ist die Verwendung einer hohlen Piercingnadel, wie sie für Körperpiercings üblich ist. In Stammeskulturen und bei einigen neo-primitiven Piercing-Enthusiasten erfolgt das Piercing unter Verwendung anderer Werkzeuge, wie tierische, pflanzliche oder organische Stoffe.
Die normae Heilungsdauer für ein Ohrläppchenloch mit einem Ohrlochstech-Instrument ist in der Regel 6 bis 8 Wochen. Nach dieser Zeit können die Ohrringe ausgetauscht werden, aber wenn das Loch für einen längeren Zeitraum nicht verwendet wird, besteht ein gewisses Risiko, dass das Loch wieder zuwächst. Piercing-Experten empfehlen das Tragen der Ohrringe in einem neuen Ohrloch für mindestens 6 Monate und manchmal sogar ein ganzes Jahr. Knorpel-Piercings brauchen in der Regel mehr Zeit zur Heilung als Ohrläppchen-Piercings, manchmal sogar 2-3 mal so lang. Nach der Heilung werden die Ohrläppchenlöcher immer kleiner im Durchmesser, wenn keine Ohrringe getragen werden, und in den meisten Fällen werden sie vollständig zuwachsen und verschwinden.
Personalisierung
Ohrringe sollen den Charakter und den „Typen“ unterstreichen. Individuelle Ohrringe sind deshalb oft gefragt. Gerade Piercings sollen ja Individualität zum Ausdruck bringen. Ohrringe sind jedoch schwer in wirklich personalisierter Form zu finden. Eine Möglichkeiten werden im Artikel personaliserter Schmuck vorgestellt, der für Indpiration sorgen soll.
Quellen[1] Shakespeare’s England. „Shakespeare’s ring to a sailor’s ear“
[2] Demello, Margo (2007). Encyclopedia of body adornment
[3] Sherrow, Victoria (2001). For appearance‘ sake: the historical encyclopedia of good looks, beauty, and grooming
[4] Ito, Masami (May 20, 2008). „Ainu: indigenous in every way but not by official fiat“. The Japan Times.
[5] Erica Weir (2001-03-20). „Canadian Medical Association Journal – Navel gazing: a clinical glimpse at body piercing“