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Von der Liebe in Zeiten des Krieges - der vierte Teil der grossen deutschen Familiengeschichte um die Hamburger Familie Wolkenrath
"Von jetzt an kommt es nur noch darauf an, dass ihr diesen Staat überlebt." Diesen Satz gibt die über hundertjährige Tante ihren Nichten Lysbeth und Stella mit auf den Weg, bevor sie im Oktober 1941 stirbt. Bruder Eckhardt und seine Frau Cynthia sind überzeugte Nazis, Stellas Mann Jonny ist als Kapitän im Kriegseinsatz während sie versucht, trotz heftigster Bombenangriffe durch die Engländer die Gefühle für ihre grosse Liebe, den englischen Schriftsteller Anthony zu bewahren. Bruder Dritter nutzt geschickt die Möglichkeiten, die der Krieg für findige Geschäftsleute bereithält. Aaron, Lysbeths Mann, ist Jude, und sie setzt alles daran, ihn vor der Deportation zu bewahren - unterstützt von ihren Geschwistern. Wird der Zusammenhalt der Familie Wolkenrath stark genug sein, unbeschadet durch diese schwierigen Zeiten zu kommen?
„Der Wille zur Liebe“ ist der 4. Teil der Familiensage um die Familie Wolkenrath. Seit 2012 sind jetzt nach und nach alle 4 Bücher („Die Frauen der Wolkenraths“, „Die Träume der Töchter“ und „Die Wege der Wolkenraths“) als Fischer Taschenbuch erhältlich. Der 3. Teil der Familiengeschichte endete 1939 mit dem... „Der Wille zur Liebe“ ist der 4. Teil der Familiensage um die Familie Wolkenrath. Seit 2012 sind jetzt nach und nach alle 4 Bücher („Die Frauen der Wolkenraths“, „Die Träume der Töchter“ und „Die Wege der Wolkenraths“) als Fischer Taschenbuch erhältlich. Der 3. Teil der Familiengeschichte endete 1939 mit dem Überfall Deutschlands in Polen und damit mit dem Beginn des 2. Weltkriegs. Der 4. Teil steigt 1941 mit der Doppel-Beerdigung von der allseits geliebten und geachteten Tante und dem Vater Alexander ein. Die Autorin erzählt teilweise in Rückblicken wie es der Familie seit dem letzten Band ergangen ist. In dem Haus in der Kippingstraße leben immer noch drei Partien. Oben wohnen Stella und ihr Mann Jonny, wenn er gerade einmal von See zurück ist. In der Mitte wohnen Cynthia und Eckhart, der durch eine Verletzung aus dem 1. Weltkrieg vom Kriegseinsatz befreit ist. Und im Souterrain wohnen Lysbeth und ihr jüdischer Ehemann Aaron. Hauptsächlich wird in diesem Band die Geschichte von Stella erzählt. Stella leidet sehr unter der Situation. Sie hat weder Kontakt zu ihrem Geliebten, dem britischen Autoren, noch zu ihrer Tochter und ihrer Enkelin, die ebenfalls nach England geflohen sind. Außerdem braucht sie den Schutz ihres Mannes, der sehr einflussreiche Freunde bei den Nazis hat, damit ihrer Schwester und deren jüdischen Ehemann nichts passiert. Wird die Familie diese schlimme Zeit heil durchstehen? Und hält die Liebe zwischen Stella und Anthony? Wir erfahren in diesem Roman sehr viel wie sich das Leben der Bevölkerung in der Zeit von 1941 bis 1950 zugetragen hat. Lebensmittelknappheit, Angst vor Denunziation, Bombenangriffe, privilegierte Mischehen, Deportation von Juden sind genauso Themen wie der Einzug der Briten und die Situation nach der Kapitulation der Deutschen. Sehr geschickt baut die Autorin über Briefe und Berichte einige weitere kriegsrelevante Themen ein, wie z.B. die Bombardierung Dresdens und den Untergang der Cap Arcona. Für einen Roman hat sie meiner Meinung nach in diesem 4. Teil zu viele Fakten eingebaut. Dadurch erhält man zwar einen sehr guten Eindruck von dieser Zeit, verliert aber ein wenig die Lust an der Geschichte. Der Roman ist schließlich doch vorrangig eine Familiensaga in einer schlimmen Zeit und kein Geschichtswerk. Das Ende hat mich überrascht, denn es bleibt relativ offen, so dass Elke Vesper auch noch einen 5. Teil schreiben kann, der sich dann wahrscheinlich mit dem Wirtschaftswunder und dem kalten Krieg befassen wird. Mein Fazit: Ein sehr guter Roman für Menschen, die gerne wissen möchten, wie es der Zivilbevölkerung in der Zeit zwischen 1941 und 1950 in Hamburg ergangen ist. Eine gelungene Mischung aus Fiktion und Fakten. Leider habe ich einige Protagonisten aus den vorherigen Teilen vermisst. Ich bin gespannt, wann die Geschichte fortgesetzt wird!