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Benannt nach der indischen Stadt Madras (heute Chennai) ist der Madras Check eine Mischung aus hellen indischen Stoffen mit dem traditionellen Karomuster (engl. Check) der Briten. Zunächst war der indische Stoff als "Madrastpatnam" bekannt und wurde von deutschen Händlern nach Europa und später von der berühmt-berüchtigten East India Company im 17. Jahrhundert erstmals nach England gebracht. Der exotische Stoff fand schnell viele Liebhaber. Und als im 19. Jahrhundert Tartanstoffe dank der Vorliebe der englischen Königsfamilie in aller Munde waren, wurde der helle indische Stoff mit diesem typischen Karomuster verbunden. Es entstand der helle Madras Check mit seiner exotisch-bunten Farbkombination.
Anfang des 20. Jahrhunderts war der Madras Check besonders in Amerika angesagt. Die Studenten der Ivy League Colleges wie Yale trugen Blazer oder Krawatten im Madras Check, um zu zeigen, dass sie sich Reisen in fernöstliche Länder wie Indien leisten konnten. Er war unverzichtbares Accessoire für den Preppy Chic der 50er Jahre.
Witziger Fun Fact über die amerikanischen Kunden: Als ein amerikanischer Textilfabrikant fertige Madras-Kleidung in Bombay kaufte, schenkte er den Anweisungen der hiesigen Verkäufer keine Aufmerksamkeit. Sie hatten darauf hingewiesen, dass die Kleidung vor dem Verkauf im kalten Wasser sanft vorgewaschen werden sollte. Die Brooks Brother verkauften die Kleider aber ohne Vorwaschung und ohne einen Pflegehinweis. So waren nach der ersten Waschung die leuchtenden Farben verblichen. Um den Kundenbeschwerden begegnen zu können, formulierten sie den Werbeslogan "guaranteed to bleed" – so wurden die verblassenden Madras-Kleidungsstücke zu einem Werbehit.