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Die European Association for the Education of Adults (EAEA) schätzt, dass im Schnitt etwa 0,1 bis 0,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) an öffentlichen Ausgaben in die Bildung von Erwachsenen fliesst. Die Gesamtausgaben einschliesslich anderer Finanzquellen wie Arbeitgeberfinanzierung oder Lerngebühren schwanken zwischen 1,1 Prozent und weniger als 0,6 Prozent des BIP. Gleichzeitig würden 70 Millionen erwachsene Europäer Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen aufweisen, so die EAEA. Ebenfalls nehmen nur 10,8 Prozent der erwachsenen Europäer an der Erwachsenenbildung teil. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 15 Prozent zu erreichen.
Prekäre Finanzierungslage
Um die Finanzierung der Erwachsenenbildung zu untersuchen, hat sie deshalb das Projekt Financing Adult Learning in Europe (FinALE) lanciert, an dem auch der SVEB beteiligt ist. "Nach Untersuchungen mit Erwachsenenbildungsanbietern in der gesamten EU sind Programmfinanzierung, Lerngebühren und Projektfinanzierung die meistgenutzten Finanzierungsinstrumente. Die Art der Finanzierung ist jedoch prekär. Programm- und Projektfinanzierung erfordern langwierige Antrags- und Berichtsverfahren, und die Gebühren für Lernende schließen möglicherweise Lerngruppen mit geringerer Kaufkraft aus. Was die Anbieter brauchen, ist eine nachhaltige Finanzierung", sagt Suzanne Kyle, die die irische nationale Organisation für Erwachsenenbildung AONTAS in dem Projekt vertritt.
Die Vorteile der Erwachsenenbildung für das Individuum und für die Gesellschaft könnten jedoch zu einem Return on Investment für den Staat führen, schreibt die EAEA. "Das bedeutet, dass auch in anderen Bereichen Geld gespart werden kann, z.B. bei medizinischen Behandlungen, der Überwachung problematischer Stadtteile oder der Zahlung von Arbeitslosengeld", sagt Gerhard Bisovsky, Direktor des Verbandes der Österreichischen Volkshochschulen.
Return on Investment
Der Return on Investment könne denn als Indikator zur Messung der Wirksamkeit von Erwachsenenbildungssystemen herangezogen werden, heisst es in der Mitteilung. Neben dem Return on Investment wurde im Projekt FinALE ein Indikatorensatz zur Finanzierung der Erwachsenenbildung entwickelt. Die Anwendung von Indikatoren könnte Argumente für eine bessere Finanzierung des Sektors liefern.
Die Projektpartner stellen jedoch klar, dass der Nutzen der Erwachsenenbildung umfassender wahrgenommen werden muss und dass eindimensionale Indikatoren oder Ergebnisse ein verzerrtes Bild ergeben können. Der Nutzen der Erwachsenenbildung sei oft nur mittel- oder langfristig oder nur indirekt oder zusammen mit anderen Faktoren sichtbar, heisst es.
Die Experten des FinALE-Projekts empfehlen daher, mehr Daten über die Auswirkungen der Erwachsenenbildung zu sammeln und den Einsatz von Techniken der sozialen Rendite einzubeziehen. Jede Bewertung der Erträge aus der Erwachsenenbildung sollte eine ganze Reihe von persönlichen, gemeinschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteilen umfassen. Erwachsenenbildung sollte als Investition und nicht als Kosten betrachtet werden. (RS)