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Am 6. Juli 1933 ist Werner Buholzer als Sohn von Xaver und Anna Buholzer-Muff in Eschenbach geboren und zusammen mit seinen drei Brüdern und zwei Schwestern aufgewachsen. Schon früh mussten die Buben im väterlichen Dachdeckerbetrieb mitarbeiten, mit Velo und Anhänger Ziegel zu ihrem Bestimmungsort bringen oder sie mit Schwung aufs Dach hinaufwerfen. Einen Hebekran gab es damals nicht.
Werner hatte einen Traumberuf. Er wäre gerne Koch geworden. Doch in den Augen seines Vaters war dies eine Arbeit fürs weibliche Geschlecht. Wie schon seine Brüder Xaver und Sepp wurde Werner ins väterliche Handwerk eingeführt. Er wurde Dachdecker. In einer Zweitausbildung lernte er Zimmermann und absolvierte die Baufachschule in Biel.
So vorbereitet, eröffnete er einen eigenen Betrieb.
Mit grossem Einsatz, Umsicht und Mut baute er sein Geschäft auf. In den 60er- und 70er-Jahren wurde viel gebaut. Werner Buholzers Ruf als zuverlässiger, innovativer Bauherr sprach sich herum. Um die vielen Aufträge anzunehmen und eigene Bauvorhaben zu realisieren, mussten mehr Fachleute angestellt, eine grosse Werkhalle errichtet, Fahrzeuge und Maschinen angeschafft werden. Schliesslich beschäftigte der Betrieb fünfzig Leute.
Sie alle schätzten Werner Buholzer als grosszügigen Arbeitgeber, der viel forderte, aber selber auch viel leistete. Der seine Mitarbeiter motivierte, gute Leistungen honorierte, Herausforderungen annahm und in den Betrieb investierte. Ein Patron, der die Fähigkeiten eines jeden sah und diesen entsprechend einsetzte und förderte.
Nicht nur in Eschenbach, auch in der näheren und weiteren Umgebung tragen unzählige Ein- und Mehrfamilienhäuser Werners Handschrift.
Hinter seiner Erfolgsgeschichte steht auch seine Frau Anna. Sie war der ruhige Pol, nahm Telefonate entgegen und führte die Buchhaltung. Sie hat dafür gesorgt, dass Werner die notwendige Entspannung und Erholung fand.
1956 hat Werner seine ehemalige Schulkameradin, Anna Bisang, als junge, attraktive Frau neu entdeckt und sich verliebt. Er engagierte Anna als Köchin des Skilagers auf Rigi Scheidegg, das er geleitet hat.
Auch im folgenden Jahr hat sie dort gekocht, dann als Verlobte von Werner und im dritten Jahr als seine Ehefrau.
Werni, Astrid, Thomas und Daniel, die vier Buholzer-Kinder, schauen gerne auf ihre Jugendzeit zurück. Sie hatten einen grosszügigen, fairen Vater, der mit ihnen viel unternommen hat.
Werner unterstützte auch alle vier in ihrer Ausbildung und ermöglichte ihnen einen guten Start ins Berufsleben.
Er freute sich, als sie heirateten und eine eigene Familie gründeten. Als rüstiger Grossvater genoss er es, mit seinen Enkelinnen die Pisten hinunterzu- flitzen, zu erleben, wie sie sich gesund entwickeln und dass auch ihnen Werners Steckenpferde – Musik und Sport – wichtig sind.
Zeit seines Lebens war ihm Musik sehr wichtig. Zusammen mit Anna genoss er manches Konzert im KKL.
Vierzig Jahre lang war Werner aktives Mitglied der Feldmusik Eschenbach und damit kantonaler Ehrenveteran. Gerne erzählte er von der Zeit, als er, genauso wie sein Vater und seine zwei Brüder, die erste Stimme eines Registers spielte.
Wir erinnern uns auch an die Zeit, als er leidenschaftlich Theater spielte, hoch zu Pferd über die Fluren ritt und als gewandter Speaker die Concours-Veranstaltungen kommentierte. An die Zeit, als er mit dem Motorrad unterwegs war und in Pino oder Sörenberg seine Gäste verwöhnte.
Vielen Eschenbacher Seniorinnen und Senioren bleiben die von ihm organisierten und moderierten Fasnachtsfeiern unvergesslich.
Dank seines Bruders Otto begeisterte er sich fürs Rennrad und fand nach der Pensionierung Anschluss an eine Zuger Velogruppe. Er radelte über alle Innerschweizer Pässe und fuhr auch noch mit achtzig Jahren weite Strecken im Ausland. Immer schon war Werner von Autos fasziniert. Mit seinen Oldtimern erfüllte er sich die letzten Jahre einen lang gehegten Wunsch.
Er führte damit manches Brautpaar zur Hochzeitskirche. Besonders freute er sich, seine Enkelin an ihrem grossen Tag zu begleiten.
Wer hätte gedacht, dass dies bei den anderen Grosskindern nicht mehr möglich sein wird.
Für uns alle war die Nachricht von seinem Tod überraschend, unfassbar, schockierend.
Noch eben hat er davon erzählt, wie er und Anna das 60. Hochzeitsjubiläum feiern werden, mit vielen Details hat er bereits diesen Sommer ein grosses Fest geplant.
Am 9. Februar hat sich Werners Lebenskreis geschlossen. Er erlitt einen Herzstillstand und starb bei seiner Oldtimergarage an der Waldhusstrasse, dort, wo er für seine Familie ein Haus gebaut hat, wo seine vier Kinder aufgewachsen sind, wo er später mit Anna ins «Schlössli» umgezogen ist und ruhigere Jahre genossen hat.
Lieber Werner, lieber Papi, wir vermissen dich sehr. Wir werden dich in liebevoller Erinnerung behalten.