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Wetter Schweiz / Jahresrückblick 2018: Wärmstes Jahr seit Messbeginn
Das vergangene Jahr 2018 geht als wärmstes Jahr seit Messbeginn in die Geschichte ein. Die landesweite Durchschnittstemperatur lag bei knapp 7 Grad. Der Überschuss im Flachland lag an den von uns berücksichtigten Stationen zwischen 1.4 und 2.3 Grad, auf den Bergen zwischen 1.3 und 1.6 Grad. Die Niederschlagsmengen fielen insbesondere auf der Alpennordseite unterdurchschnittlich aus, was zu tiefen Wasserpegeln und erhöhter Waldbrandgefahr führte. Des Weiteren konnte ein deutliches Plus der Sonnenstunden verzeichnet werden.
Vor allem im Flachland gab es bedeutend mehr Sonnenstunden, beispielsweise konnten in Basel über 300 Stunden mehr Sonne als durchschnittlich genossen werden.
Winter: Der Januar war deutlich zu mild, örtlich sogar der wärmste Januar der Geschichte. Mit einer anhaltenden Südwest- bis Westströmung wurde ununterbrochen feuchte Luft zu uns geführt, so dass die Temperaturen eher einem durchschnittlichen März glichen. Im Flachland gab es bis zu 140% des üblichen Niederschlags, in Sitten und Chur sogar über 250%. Am 3. Januar erreichte uns das Sturmtief Burglind, das auch im Flachland Orkanböen brachte. Auf der Station Gütsch wurden Windspitzen bis 200 km/h erreicht. Der Februar war hingegen 1.3 bis 2.5 Grad zu kalt. Dieses Temperaturdefizit wurde durch eine Kältewelle Ende Monat verursacht. Gleichzeitig wurde ein leichtes Niederschlagsdefizit verzeichnet.
Frühling: Auch im März gab es einen weiteren Kälteeinbruch. Es fiel noch einmal Schnee bis in Flachland, in Andermatt sanken die Temperaturen bis auf -24.6 Grad. Dementsprechend fiel der Monat verbreitet zu kühl aus. Gebietsweise zeigte sich die Sonne nur ein Drittel der üblichen Dauer. Der April hingegen ging als zweitwärmster April in die Geschichte ein. Die Temperaturen befanden sich zwischen 3.5 und 5 Grad über dem klimatischen Mittel von 1981 bis 2010, und in Sion gab es bereits 11 Sommertage. Der Niederschlag fiel jedoch unterdurchschnittlich aus. Der Mai schloss sich dem April bezüglich Rekordwärme an. Örtlich war es der wärmste Mai seit Messbeginn mit einem Temperaturüberschuss von 2 bis 2.5 Grad. Zum Teil gab es unwetterartige Gewitter mit grossen Niederschlagsmengen, was so früh im Jahr eher ungewöhnlich ist. Folglich fiel lokal zu viel Niederschlag, während beispielsweise auf dem Säntis ein Defizit von beinahe 60% verzeichnet werden konnte.
Sommer: Der Juni ging als der fünftwärmste Juni in die Geschichte ein, der Temperaturüberschuss betrug rund 2 Grad. Bemerkenswert waren die vielen Sonnenstunden, teilweise gab es 50 bis 80 Stunden mehr als im Durchschnitt. Gemittelt über den ganzen Monat fiel zu wenig Niederschlag, örtlich gab es jedoch durch häufige Gewitter grosse Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit, die jedoch das Defizit nicht zu kompensieren vermochten. Insbesondere im Süden fiel nur 1/3 des durchschnittlichen Niederschlags. Wie der Juni war auch der Juli zu warm und zu trocken. Er erreichte vielerorts Platz 2 im Ranking der wärmsten Julis seit Messbeginn. Es gab viel Sonnenschein, das Niederschlagsdefizit betrug lokal über 50%. Dementsprechend war die Waldbrandgefahr insbesondere Ende Monat erhöht, in zahlreichen Kantonen herrschte absolutes Feuerverbot. Der August schloss sich nahtlos den vorhergehenden Monaten an. Er war zu warm, zu sonnig und zu trocken. Gebietsweise war er der zweitwärmste August der Geschichte. Eine Kaltfront Ende Monat brachte tiefere Temperaturen, aus diesem Grund blieben die Rekordwerte von 2003 unerreicht. Kennzeichnend für den August war wie für den Juli die extreme Trockenheit, die eine erhöhte Waldbrandgefahr zur Folge hatte.
Herbst: Der Herbst 2018 war wie auch der Rest vom Jahr aussergewöhlich warm und trocken. Die Temperaturabweichung im Oktober betrug zwischen 0.5 und 2.5 Grad und es gab 50 bis 70% mehr Sonne als durchschnittlich. Zum Monatsende fielen dann zum ersten Mal Flocken bis in tiefere Lagen. Der November schloss sich dem Oktober nahtlos an. Aufgrund langanhaltender Hochdrucklagen fiel deutlich zu wenig Niederschlag, auf den Säntis konnte beispielsweise nur 8% des durchschnittlichen Niederschlags verzeichnet werden. Die Flusspegel waren extrem tief und verschiedene Gemeinden hatten mit Wassermangel zu kämpfen. Im Flachland war Nebel für die unterdurchschnittliche Besonnung verantwortlich.
Jahresende: Die Temperaturen lagen auch im Dezember weit über der Norm. Es fielen teilweise ergiebige Niederschläge, in Chur gab es 183% der durschnittlichen Regenmenge. Im Flachland war Schnee Mangelware, und auch auf den Bergen stieg die Schneefallgrenze teilweise bis auf über 2000 Meter an. Dazu war der Dezember im Flachland sonnenarm. Aufgrund mehrerer Sturmtiefs wehte immer wieder ein stürmischer Wind, dabei mussten beispielsweise am 2. Advent etliche Weihnachtsmärkte geschlossen werden. Die Alpensüdseite war wetterbegünstigt, es gab deutlich mehr Sonnenstunden als im langjährigen Schnitt und der Niederschlag fiel unterdurchschnittlich aus. Zum Jahreswechsel hin zeigte sich die Wetterlage ruhig mit Hochnebel im Flachland und einigen sonnigen Wintersporttagen in den Bergen.
Jahresbilanz: Wie sich obenstehend bereits abgezeichnet hat, geht das Jahr 2018 mit einer landesweiten Durchschnittstemperatur von knapp 7 Grad als wärmstes Jahr seit Messbeginn in die Geschichte ein. Mit Ausnahme von Februar und März waren alle Monate deutlich zu warm. In Zürich betrug der Temperaturüberschuss 1.9 Grad, in Sitten sogar 2.3 Grad. Auch im Tessin war es mit 1.4 Grad bedeutend zu warm. Auf der Alpennordseite gab es ein grosses Niederschlagsdefizit, was sich insbesondere im Spätsommer und Herbst mit tiefen Flusspegeln und einer erhöhten Waldbrandgefahr bemerkbar machte. Insbesondere für die Landwirtschaft bereitete der Wassermangel teilweise grosse Probleme. In Zürich fiel beinahe 280 mm weniger Regen als durchschnittlich. Auf der Alpensüdseite entspricht die Niederschlagsmenge ungefähr dem klimatischen Mittel, da zeitweise anhaltende Südstaulagen ergiebigen Niederschlag brachten. Im Jahr 2018 schien die Sonne mehr als im langjährigen Durchschnitt. Insbesondere Basel mit 1924 Sonnenstunden sticht heraus. Auch auf den Bergen konnten viele Sonnenstunden genossen werden, allerdings ist dort der Überschuss nicht ganz so gross wie im Flachland.
Temperaturen Jahr 2018:
|Messstation||Jahr 2018||Ø 1981-2010||Überschuss/Defizit|
|Zürich||11.3°||9.4°||+1.9°|
|Bern||10.6°||8.8°||+1.8°|
|Basel||12.3°||10.5°||+1.8°|
|Chur||12.0°||10.0°||+2.0°|
|Genève||12.3°||10.6°||+1.7°|
|Sitten||12.5°||10.2°||+2.3°|
|Lugano||13.9°||12.5°||+1.4°|
|La Chaux-de-Fonds||8.3°||6.5°||+1.8°|
|Säntis||0.4°||-1.2°||+1.6°|
|Samedan||3.3°||2.0°||+1.3°|
Niederschlagsmengen Jahr 2018:
|Messstation||Jahr 2018||Ø 1981-2010||Überschuss/Defizit|
|Zürich||855 mm||1134 mm||-279 mm|
|Bern||915 mm||1059 mm||-144 mm|
|Basel||699 mm||842 mm||-143 mm|
|Chur||779 mm||849 mm||-70 mm|
|Genève||866 mm||1005 mm||-139 mm|
|Sitten||634 mm||603 mm||+31 mm|
|Lugano||1474 mm||1559 mm||-85 mm|
|La Chaux-de-Fonds||1351 mm||1441 mm||-90 mm|
|Säntis||2695 mm||2837 mm||-142 mm|
|Samedan||551 mm||713 mm||-162 mm|
Sonnenstunden Jahr 2018:
|Messstation||Jahr 2018||Ø 1981-2010||Überschuss/Defizit|
|Zürich||1859 h||1544 h||+315 h|
|Bern||1968 h||1683 h||+285 h|
|Basel||1924 h||1590 h||+334 h|
|Chur||1865 h||1692 h||+173 h|
|Genève||1977 h||1768 h||+209 h|
|Sitten||2267 h||2093 h||+174 h|
|Lugano||2165 h||2067 h||+98 h|
|La Chaux-de-Fonds||1820 h||1710 h||+110 h|
|Säntis||1888 h||1809 h||+79 h|
|Samedan||1744 h||1733 h||+11 h|
Quelle: MeteoNews
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