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Durchschlafstörungen
Als Durchschlafstörung gilt, wenn Menschen über eine längere Zeit nachts aufwachen und danach lange wach liegen. Am Folgetag fehlt ihnen ausreichend Schlaf. Häufige Folgen sind Müdigkeit, Gereiztheit, Antriebslosigkeit und Leistungsschwäche.
Durchschlafstörungen können auf ungünstiges Verhalten, körperliche und psychische Probleme zurückgehen. Dazu gehören beispielsweise der Konsum von Alkohol oder die Einnahme von Medikamenten, Störungen der Atmung oder der Schilddrüse, Angststörungen und Depressionen. Äussere Umstände wie Lärm und Licht können zu Durchschlafstörungen beitragen. Durch- und Einschlafstörungen, bei denen Betroffene mehr als 30 Minuten zum Einschlafen brauchen, sind die häufigsten Schlafstörungen.
Die Behandlung richtet sich danach, ob eine Ursache auffindbar ist oder nicht und welcher Art die Ursache ist. Die meisten Patienten erhalten eine Schlafberatung oder -schulung. Oft müssen sie ihre Schlafhygiene verbessern, also ungünstige Gewohnheiten ablegen. Zeitweise können auch Medikamente hilfreich sein.
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Symptome
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Wachen Sie nachts ein oder mehrmals auf und schlafen anschliessend schlecht ein?Liegen Sie nach dem Aufwachen sehr lange wach, teilweise quälende Stunden?Fühlen Sie sich an den Tagen darauf müde, kraft- und lustlos oder reagieren zu schnell gereizt?
Das sind Anzeichen, die für eine Durchschlafstörung sprechen können. Als typisch gelten folgende Beschwerden:
- Ein- oder mehrmaliges Erwachen in der Nacht mit Schwierigkeiten, danach wieder einzuschlafen
- Lange, als quälend empfundene Zeit des Wachliegens, oft bis in den frühen Morgen
- Die Gedanken kreisen um die Schlaflosigkeit oder um das schwierige Wiedereinschlafen, Angst davor, nicht wieder einschlafen zu können
- Das Gefühl, sich nachts nicht genug zu erholen, weil der Schlaf zu kurz und/oder nicht erholsam ist
Manche Betroffene schlafen nach dem Erwachen zwar immer wieder ein, aber ihr Schlaf ist nur leicht und unruhig. Je nach Ursache können Durchschlafstörungen auch Symptome auslösen wie etwa Schwitzen oder schnelles Herzklopfen.
In jedem Fall haben Betroffene nicht ausreichend erholsamen Schlaf. Das führt an den Tagen danach zu weiteren Beschwerden. Häufig treten mehrere der folgenden auf:
- Kraftlosigkeit, Unlust, Antriebslosigkeit, Anspannung, schlechte Laune, Gereiztheit und Schwierigkeiten, die gewohnte Leistung zu bringen, sich zu konzentrieren und sich Dinge zu merken
- Schwierigkeiten, aus dem Bett zu kommen, weil man sich morgens müde, nicht erholt und ohne Antrieb fühlt
- Lange Aufwachphase, bis man sich nach dem Aufstehen richtig wach fühlt
- Starke Tagesmüdigkeit, teilweise trotz gefühlt gutem Schlaf, und möglicherweise unbeabsichtigtes Einschlafen am Tag, etwa beim Lesen oder Fernsehen, manchmal auch Sekundenschlaf
- Kopfschmerzen nach dem Aufstehen ohne erkennbare Ursache
- Grübelei, Ärger, Sorge oder Angst wegen des schlechten oder zu kurzen Schlafs, Angst vor der nächsten Nacht
Nächtliches Aufwachen ist nicht das eigentliche Problem bei Durchschlafstörungen. Die meisten Menschen werden nachts öfter wach, teilweise sogar mehr als 20 Mal. Sie bemerken das aber nicht oder leiden nicht darunter, weil sie anschliessend wieder einschlafen und gut schlafen. Die meisten Personen, die von Durchschlafstörungen betroffen sind, leiden, weil sie nach dem nächtlichen Erwachen sehr schlecht einschlafen, oft erst nach Stunden. Hier kann man von einer Art Wiedereinschlafstörung sprechen.
Wann ist der Schlaf ernsthaft gestört?
Viele Menschen schlafen gelegentlich schlecht durch. Häufig sind vorübergehende Umstände schuld, die sie psychisch belasten, wie beispielsweise eine nahende Prüfung, eine bevorstehende Reise, ungewohnte Schlafplätze, Probleme am Arbeitsplatz oder Ähnliches. Wenn die Ursache bekannt ist, zeitlich begrenzt ist und es schwerfällt, sich zu entspannen, können in solchen Fällen kurzzeitig Schlafmittel hilfreich sein. Die Betroffenen werden ja wieder gut durchschlafen, sobald die belastende Situation ausgestanden ist.
Manchmal ist auch ungünstiges Verhalten am Abend verantwortlich, wie etwa üppiges Abendessen, Kaffee- oder Alkoholkonsum.
Anfangs sollten Personen, die schlecht durchschlafen, entspannt bleiben und versuchen, die Herkunft der Störung herauszufinden. Ängste und Sorgen wegen zu wenig oder zu schlechten Schlafs können Schlafstörungen verstärken.
Eine gute Schlafqualität bedeutet, sich durch den Schlaf wohl und erholt zu fühlen. Dazu muss man keine bestimmte Anzahl an Stunden schlafen. Die Schlafdauer muss das individuelle Schlafbedürfnis erfüllen. Wenn alles passt, ist es ebenso unnötig, bestimmte Schlafzeiten einzuhalten. Schlafbedürfnis, Schlafdauer und Schlafgewohnheiten unterscheiden sich von Person zu Person stark.
Wann zum Arzt?
Nach vier Wochen gelten Schlafstörungen allgemein als «krankhaft». Eine fachliche Abklärung empfiehlt sich spätestens dann, wenn Betroffene über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen dreimal oder öfter pro Woche schlecht durchschlafen – und ihr Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit stark leiden. Eine Behandlung ist besonders nötig, wenn die Schlafstörungen die Schlafqualität stark beeinträchtigen.
Gerade bei sehr schlechter Schlafqualität und/oder völlig unklarer Ursache ist es oft besser, sich schon früher beraten zu lassen. Durchschlafstörungen können dazu führen, dass Betroffene ihr Verhalten ändern, um wieder besser zu schlafen. Sie können sich dadurch ungünstige Gewohnheiten aneignen, die ihr Schlafproblem verstärken und seine Behandlung schwieriger machen.
Nach der «internationalen Klassifikation der Schlafstörungen» gelten alle Schlafstörungen bis zu vier Wochen als akut und solche ab einer Dauer von sechs Monaten als chronisch. Bei Zeiträumen dazwischen sind sie subakut.
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Behandlung
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Bei primären Schlafstörungen, die keine erkennbare Ursache haben, basiert die Therapie üblicherweise auf drei Säulen: Verhaltens- oder Schlaftherapie, Verbessern der Schlafhygiene und Medikamente. Zum Teil verhelfen auch alternative Verfahren wie Hypnose oder Akupunktur zu einer besseren Schlafqualität. Sekundäre Schlafstörungen haben eine Ursache. Hier besteht also zusätzlich die Möglichkeit, die Ursache zu beseitigen oder zumindest ihren schlechten Einfluss auf den Schlaf zu verringern. Somit konzentriert sich die Behandlung je nach den Umständen auf mehrere der folgenden Ziele:
- Eindämmen oder Beheben der Ursache: Wenn beispielsweise Erkrankungen zu der Schlafstörung führen, sollte eine angemessene und konsequente Behandlung stattfinden. Bei Depressionen können Psychotherapien oder Medikamente oder beides helfen. Bei Stress können Strategien zur Stressbewältigung und Entspannungstechniken nützlich sein. Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Ursache.
- Lernen von speziellen vorteilhaften Verhaltensweisen: In einer Verhaltens- oder Schlaftherapie lernen Patienten bestimmte Techniken, die ihnen helfen sollen, besser einzuschlafen. Sie beinhalten sowohl Verhaltensweisen, die etwa Ängste vor dem Schlafen abbauen, als auch solche, die die Schlafhygiene verbessern. Häufig umfassen sie auch Entspannungstechniken.
- Verbessern der Schlafhygiene, einschliesslich der Schlafumgebung: Als Schlafhygiene bezeichnen Fachleute ein Verhalten, das guten Schlaf fördert. Dazu gehören etwa Regelmässigkeit, körperliche Aktivität und Entspannung vor dem Zubettgehen. Bei der Schlafumgebung geht es darum, potenziell störende Umstände wie etwa zu harte Matratzen oder stickige Luft im Schlafzimmer zu vermeiden. Meist können Betroffene selbst viel dazu beitragen, ihre Schlafhygiene zu verbessern. Ohne richtige Informationen oder Anleitung besteht aber auch die Gefahr, sich ein nachteiliges Schlafverhalten anzugewöhnen. Daher nehmen Betroffene üblicherweise an einer Schlafschulung oder Schlafberatung teil.
- Medikamente zum Verbessern der Schlafqualität: Schlafmittel sind bei vielen Schlafstörungen hilfreich, gerade wenn sich die Ursache nicht bessern lässt oder als Unterstützung bei einer ursächlichen Therapie. Allerdings können Schlafmittel auch Durchschlafstörungen verursachen. Fachleute schätzen, dass an 1 von 20 Durchschlafstörungen der Missbrauch von Schlafmitteln schuld ist. Zu geeigneten Mitteln und der Häufigkeit ihrer Anwendung sollte man sich unbedingt fachlich beraten lassen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, Schlafmittel sparsam einzusetzen und nie zusammen mit Alkohol einzunehmen.
Diagnose von Schlafstörungen
Weil sich die Behandlung je nach Ursache der Schlafstörung unterscheidet, muss deren Herkunft unbedingt geklärt werden beziehungsweise muss herausgefunden werden, ob eine Ursache zu finden ist. Wenn ja, sollte die Behandlung unbedingt auch darauf abzielen, die Ursache einzudämmen oder zu beseitigen.
Zunächst müssen Patienten einige Fragen zu ihren Beschwerden, Erkrankungen, Medikamenten, zu ihrem Alkoholkonsum und zu weiteren Lebensumständen beantworten. Die Befragung ist oft ziemlich ausführlich, weil sehr viele Schlafstörungen durch psychische Faktoren wie Stress ausgelöst werden und prinzipiell viele Ursachen infrage kommen.
Ein Schlaftagebuch kann bei der Diagnose sehr nützlich sein. Darin notieren Betroffene morgens und abends einige Angaben zu ihrem Befinden, ihrem Verhalten, den Schlafzeiten und ihren Schlafproblemen. Sie führen das Schlaftagebuch über mehrere Tage oder besser Wochen. Dann kann es Auskunft geben, wie stark eine Schlafstörung ist, worin möglicherweise ihr Ursprung liegt und später ob eine laufende Behandlung Erfolg hat. Vorlagen für das Tagebuch erhalten Interessierte meistens beim Arzt.
Je nach Bedarf finden weitere Untersuchungen statt, etwa mit Apparaten, die bestimmte Schlafwerte aufzeichnen. Manche Patienten kommen ins Schlaflabor. Dort können Fachleute den Schlafverlauf, die Schlaftiefe und andere Qualitätsmerkmale an Messwerten ablesen.
Verhaltens- und Schlaftherapie
Therapien oder zumindest Anleitungen, wie das Schlafverhalten verbessert werden kann, sind fast immer sinnvoll – oft auch wenn Schlafstörungen eine konkrete Ursache haben. Ohne fachliche Anleitung können Versuche, das eigene Verhalten so umzustellen, dass die Schlafqualität besser wird, gerade das Gegenteil bewirken. Verhaltens- und Schlaftherapien berücksichtigen die individuellen Eigenheiten der Betroffenen. Sie gehen darüber hinaus, nur die Schlafhygiene zu verbessern. Sie klären aber auch darüber auf, wie sich Patienten selbst helfen können. Zu den Techniken, die häufig Inhalt der Therapien sind, gehören etwa:
- Schlafrestriktion: Patienten dürfen weniger Zeit im Bett verbringen. Dadurch steigt ihre Müdigkeit beim Zubettgehen und sie schlafen besser durch.
- Kognitive Therapie: Patienten lernen, negative Gedanken durch solche zu ersetzen, die den Schlaf fördern. Ablenktechniken können nächtliches Grübeln beenden. Tagsüber Probleme zu bewältigen und Entscheidungen zu treffen beugt vor, dass man sich nachts damit plagt.
- Stimuluskontrolle: Betroffene und Therapeuten optimieren die Schlafhygiene, indem sie etwa ungünstiges Verhalten aufdecken und abstellen, nützliches Verhalten einüben und die Schlafumgebung verbessern.
Verbessern der Schlafhygiene
Bei einer schlechten Schlafhygiene tragen ungünstige Verhaltensweisen dazu bei, dass der Schlaf gestört ist. Zum Teil entstehen solche Angewohnheiten erst, wenn sich die Schlafqualität bereits verschlechtert hat. Verbreitet ist etwa, dass Personen, die schlecht schlafen, tagsüber Schläfchen einlegen. Dann sind sie aber spätabends oft nicht müde genug, um gut ein- oder durchzuschlafen. So kann sich ein Kreislauf entwickeln aus Schlafstörungen, die zu schlechten Gewohnheiten führen, die ihrerseits Schlafstörungen verstärken oder zumindest fördern. Eine gute Schlafhygiene umfasst einige nützliche Verhaltensweisen, die Patienten bei einer Schlafberatung oder in einer Schlafschulung lernen können.
- Regelmässige Zeiten zum Schlafen und Aufstehen: Körper und Geist stellen sich auf einen Tagesrhythmus ein. Sie gewöhnen sich an Zeiten der Aktivität und Inaktivität. Deshalb ist es bei Schlafstörungen oft von Vorteil, immer zu einer bestimmten Uhrzeit schlafen zu gehen und aufzustehen. Bei Durchschlafstörungen kann es aber manchmal hilfreich sein, den Zeitpunkt des Einschlafens nach hinten zu verschieben. Man geht dann so spät ins Bett, dass die problemlose Schlafdauer ohne Erwachen bis zum gewohnten Zeitpunkt für das Aufstehen andauert. Wenn das funktioniert, lässt sich die Zeit des Zubettgehens langsam wieder zurückverschieben. So ist es manchmal möglich, Schlafdauer und Schlafqualität zu verbessern.
- Sorgen, Stress, Ängste und andere psychische Probleme angehen: Innere Unruhe aus vielerlei Gründen ist ein häufiger Auslöser von Schlafstörungen. Betroffene sollten versuchen herauszufinden, worin der Grund für ihre Unruhe liegt. Danach ist es oft sinnvoll, mit Vertrauenspersonen (z.B. Partner, Angehörige, Freunde) und/oder anderen Beteiligten (z.B. Berufskollegen) darüber zu sprechen. Wenn das nicht möglich ist oder sich die Situation dadurch nicht verbessert, kann man professionelle Hilfe (z.B. bei geeigneten Beratungsstellen, Psychotherapeuten) in Betracht ziehen. Unterstützend können Entspannungstechniken helfen.
- Entspannungsübungen und -techniken: Wenn sich die Gedanken im Kreis drehen oder man im Bett keine innere Ruhe findet, kann Entspannung helfen. Allerdings sollte man auch versuchen, die Ursache der inneren Anspannung zu beheben. Viele Betroffene schlafen nach dem Erwachen wieder besser ein, wenn sie sich bemühen, an schöne Dinge zu denken. Das können zurückliegende oder geplante Ferien sein, die Vorstellung von einem Lottogewinn und andere angenehme Gedanken. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training und Meditation sollte man unter professioneller Anleitung lernen. Danach ist es gut, die Techniken mehrmals wöchentlich zu üben, am besten täglich.
- Rituale zur Einstimmung: Tätigkeiten und eine Umgebung, die wohltun, fördern besonders das Einschlafen. Es kann nützlich sein, vor dem Schlafengehen richtige Rituale zu vollziehen. Dazu können Entspannungsübungen und angenehme Gedanken gehören. Es gibt viele Möglichkeiten, entspannende Stimmung zu erzeugen – Kerzenlicht, beruhigende Musik, Hörbücher, ein warmes Getränk (ohne Koffein!) und Ähnliches. Jede Person muss für sich herausfinden, was sie beruhigt und schläfrig macht. Entsprechende Rituale eignen sich besonders bei Einschlafstörungen, aber manchmal auch bei Durchschlafstörungen.
- Körperliche Aktivität, Sport: Regelmässiger Sport, der an die persönliche Fitness angepasst ist, fördert den Schlaf und die allgemeine Gesundheit. Allerdings sollte Sport nie kurz vor dem Zubettgehen stattfinden und ebenso nicht zu belastend sein. Beides kann die Schlafqualität senken. Trainieren bis zur Erschöpfung ist kein gutes Schlafrezept. Zu wenig körperliche Aktivität kann ebenfalls zu Schlafproblemen führen, weil der Körper dann nicht ausgelastet, also nicht müde, ist.
- Wachliegen im Bett vermeiden: Menschen mit Schlafstörungen sollten nur dann schlafen gehen, wenn sie wirklich müde sind. Ebenso sollten sie das Bett verlassen, wenn sie erwachen und nicht mehr einschlafen können. Sonst besteht die Gefahr, dass sie lange wach liegen, sich ärgern und ein schlechtes Gefühl zu Schlafzimmer und Bett aufbauen. Diese negative Einstellung kann sich so weit entwickeln, dass Betroffene gar nicht mehr im Schlafzimmer und im Bett schlafen können, sondern nur noch woanders, etwa auf der Couch im Wohnzimmer. Auch das ist ungünstig.
- Schlafzimmer nur zum Schlafen verwenden: Grundsätzlich sollten im Schlafzimmer und Bett keine an- und aufregenden Tätigkeiten stattfinden – z.B. kein Streit, keine beruflichen Arbeiten. Schon spannende Krimis können störend sein. Sex ist als Ausnahme allerdings erlaubt. Im Kern geht es darum, dass die Zeit im Bett möglichst vollständig der Zeit des Schlafens entspricht. Dafür gibt es eine spezielle Technik, die Schlafrestriktion.
- Nicht auf die Uhr schauen: Der Blick auf die Uhr bedeutet bei Durchschlafstörungen meistens «Jetzt liege ich schon wieder so lange wach und kann nicht wieder einschlafen». Dadurch setzen sich die Betroffenen unter Druck. Mit dem Wunsch, unbedingt zu schlafen, wächst die Anspannung. Gleichzeitig sinkt die Chance einzuschlafen. Ohne Blick auf die Uhr sinkt oder entfällt der Zeitdruck.
- Stimulierende Mittel vermeiden: Koffein, Nikotin und Alkohol können die Schlafqualität verschlechtern. Koffein, koffeinhaltige Lebensmittel (z.B. Cola, Tee) und koffeinhaltige Medikamente behindern eher das Einschlafen. Hoher Koffeinkonsum am Tag kann jedoch auch nachts durch Entzugserscheinungen den Schlaf stören. Mit Nikotin verhält es sich ähnlich. Ehemalige Raucher, die den Entzug überwunden haben, schlafen besser ein und durch. Alkohol wirkt zwar dämpfend und kann das Einschlafen erleichtern. Dafür wachen alkoholisierte Personen öfter auf und oft auch verfrüht.
- Leichte Ernährung: Hier gibt es keine Regeln, die für alle gelten. Viele Menschen schlafen jedoch besser, wenn die letzte Mahlzeit des Tages leicht war und mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen stattfand. Üppige und fette Speisen spätabends können Verdauungsprobleme nach sich ziehen, die nachts zum Erwachen führen. Anderen Menschen macht so etwas aber nichts aus. In manchen Kulturen ist es sogar üblich, erst am späteren Abend reichlich zu essen.
- Übermässige Flüssigkeitszufuhr vermeiden: Menschen, die zu Durchschlafstörungen neigen, sollten versuchen, abends nur so viel zu trinken, dass sie nachts nicht auf die Toilette müssen.
- Den Tag beenden: Statt sich von Gedanken wie «Morgen muss ich unbedingt noch daran denken, dass …» oder anderen wecken zu lassen, sollte man sich lieber Zettel schreiben. Gleiches gilt für unerledigte oder halbfertige Arbeiten. Notizen mit dem Stand der Dinge können beruhigend sein.
- Gelassen bleiben: Jeder schläft einmal schlecht durch. Das ist kein Grund, sich zu ärgern und zu verkrampfen. Unter Anspannung fällt es noch viel schwerer, gut zu schlafen.
- Zimmertemperatur anpassen: Die Luft am Schlafplatz sollte weder zu warm noch zu kalt sein. Die meisten Menschen schlafen bei leicht kühler Temperatur besser. Viele Fachleute empfehlen 18 bis 20 °C.
- Gute Luftqualität: Die Luft am Schlafplatz sollte nicht stickig sein. Vor dem Schlafengehen empfiehlt es sich, das Schlafzimmer gut zu lüften oder über Nacht ein Fenster offen zu lassen.
- Belästigung durch Lärm vermeiden: Die Ohren lassen sich nicht abschalten. Entsprechend können nächtliche Geräusche stressen, auch wenn man sie selbst gar nicht als störend empfindet, solange man wach ist. Man schläft weniger tief und erwacht leichter. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Lärmbelästigungen zu dämpfen. Dazu gehören Ohrstöpsel und Lärmschutzfenster. Als letztes Mittel kommt ein Wechsel der Wohnung infrage. Wenn der Partner, etwa durch Schnarchen, den Schlaf stört, ist zu überlegen, ob die Nächte zeitweise in getrennten Zimmern verbracht werden sollten.
- Dunkelheit: Licht kann den Schlaf stören. Das Schlafzimmer sollte dunkel sein und nachts möglichst wenig Lichtquellen aufweisen.
- Bequeme Schlafumgebung: Das Bett sollte eine gute Schlafqualität unterstützen. Hinderlich sein können beispielsweise zu weiche oder zu harte Matratzen, zu warme Bettdecken oder zu dünne, unangenehme Bezüge oder Kopfkissen, die zu hoch sind oder leicht verrutschen.
Wann Medikamente helfen können
Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die das Durchschlafen verbessern können. Bei Durchschlafstörungen bieten sich Medikamente mit vergleichsweise langer Wirkdauer an. Sie müssen schliesslich noch nach ein paar Stunden und bis in den frühen Morgen wirken. Bei kurzer Wirkdauer würden Anwender zu früh aufwachen und wahrscheinlich wach liegen. Zu lange darf die Wirkung aber auch nicht anhalten, sonst können Schlafmittel am Folgetag zu Beeinträchtigungen (Hangover) führen.
Kurzzeitige Anwendungen kommen oft in Betracht, wenn Schlafstörungen akut sind, aber wahrscheinlich bald vorübergehen. Das kann in einer begrenzten Phase mit hoher Belastung der Fall sein, etwa für wenige Tage vor einer beruflichen Präsentation oder Prüfung. Manchmal können Schlafmittel in solchen Fällen sogar verhindern, dass sich aus einer akuten Schlafstörung eine chronische entwickelt. Schlafmittel können auch vorübergehend helfen, während eine Behandlung der Ursachen stattfindet. Die Mittel verringern den Leidensdruck. Dadurch verbessert sich üblicherweise die Motivation, eine ursächliche Therapie bis zum Ende durchzuziehen. Aus dem gleichen Grund können Schlafmittel in der Vorbereitung und Einleitung einer ursächlichen Behandlung sinnvoll sein.
Eine dauerhafte Anwendung kommt infrage, wenn die Ursache nicht behandelbar ist oder wenn andere Methoden die Schlafstörung nicht bessern. Auch bei Patienten mit hohem Leidensdruck ist eine langfristige Einnahme abzuwägen. Sie kann üblicherweise zumindest dann stattfinden, wenn nichts darauf hinweist, dass sich eine Gewöhnung mit Dosissteigerung entwickelt.
So sparsam und kurz wie möglich
Ein paar Schlafmittel sind ohne ärztliche Verordnung in Apotheken erhältlich. Manche Personen dürfen aber Antihistaminika, die frei verkäuflich sind, nicht einnehmen. Pflanzliche Mittel haben nur wenige Risiken, helfen bei Durchschlafstörungen aber nur selten. Alle anderen Schlafmittel sollte niemand auf eigene Faust anwenden und erst recht nicht regelmässig über längere Zeit. Dadurch steigen viele Risiken, die mit der Einnahme verbunden sind.
Grundsätzlich sollten Schlafmittel so sparsam und so kurzzeitig wie möglich zum Einsatz kommen. Es ist sinnvoll, sich vorher fachlich beraten zu lassen. Jedes Schlafmittel kann Nebenwirkungen haben. Darüber hinaus ist ein längerer Einsatz vieler starker Schlafmittel mit grundsätzlichen Gefahren verbunden:
- Abhängigkeit: Schlafmittel wie etwa die verbreiteten Benzodiazepine und Z-Drugs können süchtig machen. Dazu reichen oft sogar geringe Dosierungen. Anwender können dazu übergehen, Schlafmittel als Suchtmittel zu missbrauchen.
- Gewöhnung (Toleranz): Einige Schlafmittel führen bei längerem Einsatz zur Gewöhnung oder Toleranz. Ihre Wirkung lässt nach, weshalb Anwender ihre Dosis erhöhen. Dadurch steigt das Risiko der Nebenwirkungen.
- Absetzungsschlaflosigkeit (Rebound): Schlafmittel können den Ablauf des Schlafs verändern, die Schlafphasen. Wenn man die Mittel nach einiger Zeit absetzen und wieder ohne schlafen will, kann deshalb eine Schlafstörung auftreten. Fachleute sprechen vom Rebound-Effekt.
- Beeinträchtigungen am Folgetag (Hangover): Schlafmittel können dazu führen, dass sich Anwender am Morgen danach noch benommen und müde fühlen. Die Reaktionszeit, die Verkehrstüchtigkeit, die Konzentrationsfähigkeit und andere körperliche oder geistige Leistungen können eingeschränkt sein. Auch die Sturzgefahr kann erhöht sein. Diese Risiken bestehen besonders bei Mitteln mit langer Wirkdauer, bei zu später Einnahme (z.B. mitten in der Nacht) oder wenn die eingeplante Schlafzeit zu kurz ist.
- Verschleiern einer Ursache und Hinauszögern ihrer Behandlung: Für viele Schlafstörungen gibt es ja einen Grund. Wenn die Ursache körperlicher oder psychischer Natur ist, darf die Therapie nicht allein auf Schlafmittel setzen! Diese können durch den erzielten guten Schlaf darüber hinwegtäuschen, dass eine Grunderkrankung besteht, die Diagnose und Behandlung hinauszögern und so langfristig mehr Schaden anrichten als helfen.
Wegen der Risiken sollte eine längere Anwendung von Schlafmitteln – mit Ausnahme von pflanzlichen Mitteln – nur unter ärztlicher Anleitung erfolgen. Ärzte wählen das am besten geeignete Mittel nach mehreren Kriterien aus. Dazu gehören die Schwere der Schlafstörung, die Art der Schlafstörung, mögliche körperliche und/oder psychische Grund- und Begleiterkrankungen, das Alter der Patienten, ihre anderen Medikamente und teilweise auch die individuelle Suchtgefährdung. Ausserdem können Fachleute die Risiken der Therapie minimieren. So ist es etwa möglich, die Schlafmittel nur in bestimmten Intervallen einzusetzen – also jeweils nur für ein paar Tage und dann wieder ein paar Tage nicht.
Die verschiedenen Gruppen der Schlafmittel
- Pflanzliche Schlafmittel beruhigen und können helfen einzuschlafen. Ihre Wirkung tritt langsam ein und ist leicht. Die Mittel führen nicht zum Hangover und nicht zur Gewöhnung. Auch Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Hautreaktionen sind selten. Bei Durchschlafstörungen genügt ihre Wirkung aber leider nur selten.
- Antihistaminika sind Substanzen, die Allergien mildern. Die älteren Wirkstoffe aus der ersten Generation wie Diphenhydramin und Doxylamin machen zudem müde. Sie eignen sich für die Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen, wobei der Zeitpunkt der Einnahme eine Rolle spielt. Bei Durchschlafstörungen sollte die Einnahme direkt vor dem Zubettgehen erfolgen. Die Mittel sind ohne Verschreibung erhältlich. Doxylamin und Diphenhydramin wirken etwa drei bis sechs Stunden lang. Trotzdem können sie vereinzelt zu einem Hangover führen, besonders bei falscher Anwendung. Um dieses Risiko zu verringern, sollte man die Mittel immer vor dem Schlafengehen einnehmen, eine Schlafzeit von acht Stunden einplanen und nie nachts weitere Tabletten schlucken. Nach zwei bis drei Tagen empfiehlt es sich zu versuchen, ohne die Mittel zu schlafen. Sie können nach einigen Tagen zur Gewöhnung führen und nach längerem Gebrauch zu Absetzungsschlaflosigkeit. Antihistaminika gelten als gut verträglich, können aber Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Verstopfung auslösen. Manche Personen dürfen die Mittel gar nicht einnehmen, z.B. Menschen, die an Epilepsie, grünem Star oder unvollständiger Blasenentleerung durch eine vergrösserte Prostata (benigne Prostatahyperplasie) leiden.
- Benzodiazepine gehören zu den Schlafmitteln, die sehr häufig verordnet werden. Sie binden an einen bestimmten Rezeptor von Nervenzellen (GABA- oder Benzodiazepin-Rezeptor) und entfalten so eine dämpfende, schlaffördernde Wirkung. Es gibt Arzneistoffe mit mittlerer bis langer Wirkdauer (z.B. Temazepam, Flunitrazepam), die bei Durchschlafstörungen infrage kommen, wenn Ärzte es für angebracht halten. Benzodiazepine können abhängig machen, auch schon durch kleine Dosen über längere Zeit. Sie sollten nur unter fachlicher Anleitung für maximal drei bis vier Wochen zum Einsatz kommen. Es ist aber besser, bereits nach zwei Wochen zu versuchen, ohne die Mittel auszukommen. Auch Gewöhnung, Absetzungsschlaflosigkeit und Hangover-Erscheinungen sind möglich. Weil Benzodiazepine auch die Muskeln entspannen, erhöhen sie die Sturzgefahr. Es sind zahlreiche weitere mögliche Nebenwirkungen bekannt wie etwa Reizbarkeit, Aggressivität, Schläfrigkeit, Sehstörungen und Verdauungsbeschwerden. Anwender sollten sich genau an die Anweisungen der Ärzte halten, was die Dosis, den Zeitpunkt der Einnahme und das Beenden der Anwendung betrifft.
- Z-Drugs heissen so, weil die Namen der Wirkstoffe, wie etwa Zopiclon und Zolpidem, alle mit dem Buchstaben Z beginnen. Sie wirken wie Benzodiazepine, binden an den gleichen Rezeptor. Viele Ärzte verordnen die Mittel lieber als Benzodiazepine, weil sie geringere Risiken von Gewöhnung, Absetzungsschlaflosigkeit, Hangover und weniger weitere Nebenwirkungen mitbringen. Die Unterschiede sind aber gering, wie sich inzwischen gezeigt hat. Zopiclon hat eine längere Wirkdauer als Zolpidem. Es gelten dieselben Vorsichtsmassnahmen wie bei Benzodiazepinen. Anwender sollten sich genau an die Anweisungen der Ärzte halten, was die Dosis, den Zeitpunkt der Einnahme und das Beenden der Anwendung betrifft.
- Einige Antidepressiva haben auch eine schlaffördernde Wirkung. Bei uns in der Schweiz sind sie nicht zugelassen zur Behandlung von Schlafstörungen. Dennoch verordnen Ärzte sie unter bestimmten Umständen manchmal zu diesem Zweck, etwa bei gleichzeitigen Depressionen oder bei Schlafstörungen, die sich durch andere Mittel nicht bessern. Die entsprechenden Antidepressiva haben kein oder nur ein geringes Abhängigkeitspotenzial. Dafür können sie viele andere, teilweise ernste Nebenwirkungen hervorrufen. Deshalb ist ihre Anwendung unter vielen Umständen von Anfang an nicht möglich.
- Einige Neuroleptika haben eine schlaffördernde Wirkung. In der Schweiz verordnen Ärzte manchmal etwa den Wirkstoff Quetiapin bei Schlafstörungen, obwohl er dafür nicht zugelassen ist. Oft erhalten ihn besonders ältere Patienten mit chronischen Schlafstörungen.
- Melatonin ist ein natürliches Hormon, das üblicherweise von einer Drüse im Gehirn hergestellt und abgesondert wird. Die Substanz hat grossen Anteil an der Regulierung des Schlaf-wach-Rhythmus. Als Medikament ist Melatonin für Schlafstörungen bei Personen ab 55 Jahren zugelassen. Die Substanz eignet sich besonders, wenn Einschlafen schwerfällt, weil der Schlaf-wach-Rhythmus gestört ist wie häufig bei Schichtarbeitern oder bei einem Jetlag (zirkadiane Schlaf-wach-Rhythmus-Störungen). Melatonin kann einige Nebenwirkungen auslösen.
Es gibt noch weitere Substanzen, die schlaffördernd wirken. Sie kommen aber sehr selten zum Einsatz.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Durchschlafstörungen können Körper und Geist stark beeinträchtigen. Schon eine Nacht mit deutlich zu wenig Schlaf verringert die Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit erheblich. Fachleute schätzen, dass rund ein Viertel aller Arbeits- und Verkehrsunfälle auf das Konto von Übermüdung geht. Auf jeden Fall sind schon die kurzfristigen Risiken gross.
Langfristig leidet der ganze Organismus unter einer schlechten Schlafqualität. Die Folgen, die in Verbindung mit Schlafstörungen auftreten können, sind vielfältig.
Zu den psychischen Folgen, die möglich sind, zählen etwa Gereiztheit, Mürrischkeit, Niedergeschlagenheit, Interesselosigkeit, Ängste, Angststörungen, Leistungs-, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche, verlangsamte Reaktionen und Missbrauch von Alkohol oder Schlafmitteln. Auch depressive Verstimmungen und Depressionen wurden beobachtet. Allerdings kann eine Schlafstörung auch das erste Anzeichen einer aufkommenden Depression sein.
Auf Dauer schadet eine schlechte Schlafqualität Herz und Kreislauf. Der Blutdruck kann ansteigen. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, steigt. Häufig treten Störungen in Magen und/oder Darm auf. Das Immunsystem kann geschwächt werden, wodurch sich etwa die Häufigkeit von Infektionserkrankungen erhöht. Durch hormonelle Veränderungen kann der Blutzuckerspiegel ansteigen und somit das Risiko von Diabetes. Menschen mit chronischen Schlafstörungen entwickeln häufiger Übergewicht und Fettleibigkeit. Es gibt Hinweise, dass zudem die Gefahr von bestimmten Krebsformen zunimmt.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Bei Durchschlafstörungen finden die Ärzte nicht immer eine Ursache. Andererseits kommt eine Vielzahl verschiedener Ursachen in Betracht.
Ungünstige Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Lebensumstände:
- Koffeinhaltige Getränke (z.B. Kaffee, Cola) und/oder Rauchen beziehungsweise Nikotin können nachts in Form von Entzugserscheinungen den Schlaf stören.
- Alkoholische Getränke fördern das Einschlafen, aber verhindern oft das Durchschlafen.
- Üppige Speisen können schwer im Magen liegen, ein leerer Magen kann ebenfalls stören.
- Unregelmässige Schlafzeiten können das Durchschlafen erschweren.
- Mangelnde Bewegung führt zu einem unausgelasteten Körper, Sport vor dem Schlafengehen ist ebenfalls hinderlich. Am besten ist regelmässiger Ausdauersport am Tag.
Ungünstige Schlafumgebung:
- Zu harte oder zu weiche Matratzen
- Zu hohe Kopfkissen oder solche, die leicht verrutschen
- Äusserliche Störquellen wie viel Licht oder Lärm, z. B. durch schnarchende Partner oder Strassenverkehr
- Abgestandene, stickige Luft
- Zu hohe oder zu geringe Raumtemperatur
- Zu warme oder zu dünne Bettdecken
Psyche:
- Aufregung, Stress, Anspannung vor belastenden Ereignissen (z.B. Prüfungen, Reisen, öffentliche Auftritte, Operationen) und in emotional belastenden Situationen (z.B. Konflikte im Beruf oder privat, Trauerfälle, finanzielle Zwangslagen, Arbeitslosigkeit)
- Grübeln über Probleme oder anstehende Entscheidungen, Nicht-abschalten-Können, weil sich etwa der Arbeitsplatz im Schlafzimmer befindet oder weil einen die Schlafstörungen selbst stark beschäftigen
- Psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie
Viele Erkrankungen können den Schlaf stören. Bei chronischen Schlafstörungen sollte der Arzt über alle Erkrankungen Bescheid wissen, besonders über solche, die
- die Atmung behindern (Atemwegserkrankungen, z.B. Husten). Das trifft oft auch bei starkem Schnarchen zu und immer beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).
- zu unruhigem Schlaf führen, mit Weckreaktionen verbunden sein können (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen) oder nächtliches Aufwachen erzwingen (z.B. starker Harndrang bei überaktiver Blase, gutartiger Vergrösserung der Prostata).
- zu starken spürbaren Beschwerden führen (Magenleiden, z.B. Magenbrennen, Kopfschmerzen wie z.B. Migräne, Erkrankungen der Gelenke und/oder Muskeln wie z.B. Rheuma und Krämpfe, Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz wie z.B. Neurodermitis).
- nervliche Störungen auslösen wie einige neurologische Erkrankungen (z.B. Parkinson, Demenz, multiple Sklerose, Restless-Legs-Syndrom, auch Syndrom der ruhelosen Beine genannt).
- mit hormonellen Störungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) verbunden sind.
Besondere Lebensphasen und -umstände:
- Schwangerschaft und Wechseljahre sind mit hormonellen Schwankungen verbunden, die den Schlaf stören können.
- Schichtarbeit erzwingt ungünstige Rhythmuswechsel im Tagesablauf.
- Fernreisen führen oft zu einem Jetlag mit Schlafschwierigkeiten.
- Ungewohnte Schlafstätten auf Reisen können Schlafprobleme auslösen.
Bei Schlafstörungen ist es immer sinnvoll, mit dem Arzt oder Apotheker die Medikamente durchzugehen, die man aktuell einnimmt. Denn zahlreiche Medikamente sind in der Lage, das Ein- oder Durchschlafen zu behindern, wie beispielsweise folgende:
- Einige Mittel gegen Bluthochdruck (z.B. Betablocker, Kalziumantagonisten)
- Statine (gegen erhöhte Blutfette)
- Einige Hormonpräparate
- Appetitzügler
- Medikamente gegen Asthma
- Antibiotika
- Manche Schmerzmittel
- Migränetabletten
- Medikamente zur Behandlung der Parkinson-Krankheit
- Manche Psychopharmaka
- Schlafmittel können zu Durchschlafstörungen führen, wenn man sie dauerhaft einnimmt oder nach dem Absetzen
Risikofaktoren
Es gibt sehr viele Risikofaktoren, die Schlafstörungen begünstigen können. Dazu zählen selbstverständlich die oben genannten Ursachen – also ungünstige Gewohnheiten, viele Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, Strassenlärm am Wohnort und so weiter. Besonders schwer schlägt Schichtarbeit zu Buche: Jeder zweite Schichtarbeiter klagt über Schlafstörungen. Auch im Alter nehmen die Störungen zu. Rund vier von zehn Menschen über 65 Jahre geben an, unter Schlafstörungen zu leiden. Weiter gibt es Risikofaktoren, die bei bestimmten Formen von Durchschlafstörungen besonders starken Einfluss haben. Dazu gehört etwa Übergewicht bei Schlafapnoe.
Häufigkeit
Durchschlafstörungen sind weit verbreitet. Viele Erhebungen zur Häufigkeit erfassen aber Ein- und Durchschlafstörungen gemeinsam. Laut einer neueren grossen, umfassenden Untersuchung in Deutschland schläft dort fast eine von vier Personen (ca. 24%) über 18 Jahre dreimal oder öfter pro Woche schlecht durch. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Sehr wahrscheinlich sind die Zahlen bei uns in der Schweiz sehr ähnlich.
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Vorbeugung
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Wichtig ist besonders, locker zu bleiben und entspannen zu können. Das ist die beste Massnahme, um wieder einzuschlafen, wenn man aufgewacht ist. Alles, was zu einer guten Schlafhygiene beiträgt, ist ebenfalls hilfreich – also etwa Arbeit und Sorgen nicht mit ins Bett nehmen, nicht zu viel Alkohol am Abend trinken, regelmässige Schlafzeiten einhalten, Bett und Schlafzimmer optimal einrichten, regelmässig Sport treiben, aber nicht kurz vor dem Schlafengehen. Das gilt speziell für Personen, die zu Schlafstörungen neigen. Es gibt auch beneidenswerte Menschen, die immer und überall gut ein- und durchschlafen.
Weiter sollten alle allgemeinen Risikofaktoren wie Stress vermieden oder zumindest ihr Einfluss auf die Schlafqualität verringert werden. Das bedeutet etwa, Erkrankungen optimal und nachhaltig zu behandeln.
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TopPharm hilft!
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Wirkstoffe
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