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Passübergang (792 m), der das Linthgebiet mit dem Toggenburger Thurtal verbindet. Der R. wird erstmals 1471 im Grenzbeschrieb zwischen dem Toggenburg und Uznach erwähnt. Bereits im 9. Jh. wurden zur Verwaltung von St. Galler Klosterbesitz in der Linthgegend um Uznach Wegübergänge (z.B. Wattwil-Ricken) benutzt. Zu deren Sicherung erfolgte 1228 die Gründung der Städtchen Lichtensteig und Uznach. 1438 wurden Uznach und Gaster Untertanengebiet von Schwyz und Glarus, das Toggenburg gelangte 1468 an die Fürstabtei St. Gallen. Nach der Reformation bildete der R. die einzige sichere Verbindung zwischen der Fürstabtei und der kath. Innerschweiz. Handels- und Wallfahrtswege führten über Schönenberg (Gemeinde Wattwil) entlang dem Regelstein direkt nach Ernetschwil und Schmerikon. Ein weiterer Weg entsprach weitgehend der heutigen Strasse von Wattwil ins Steintal und über die hohe und hintere Laad nach Walde und Rüeterswil (Gemeinde Eschenbach). 1653 verhandelte der Abt von St. Gallen mit Wattwil über den Ausbau einer Karrenstrasse zur Umgehung des Umschlagplatzes Zürich. 1689 erarbeitete Landweibel Josef Germann einen Projektplan. Der Ausbau der strategisch und wirtschaftlich für die kath. Eidgenossenschaft wichtigen Rickenstrasse wurde, weil Wattwil die nötigen Frondienste verweigerte und Zürich sich in dieser Angelegenheit als Schutzherr der Toggenburger gebärdete, zum ersten Anlass für die Toggenburger Wirren (1699-1712) bzw. den Toggenburgerkrieg (2. Villmergerkrieg, 1712). Erst 1788 wurde die Strecke Schmerikon-Ricken ausgebaut und 1834 das Teilstück über Gommiswald (Gauen) ergänzt. Abt Beda Angehrn liess 1786-92 den Anschluss Wattwil-Ricken erstellen. Ergänzend wurde 1832 die Strecke von Rapperswil (SG) fertiggestellt und 1830-34 jene von Wattwil zum Ricken ingenieurtechnisch verbessert, wodurch die heutige Linienführung komplett war. Nach 1800 nahm die Postkutsche über den Pass ihren Betrieb auf. Unter dem R. bzw. zwischen Wattwil und Kaltbrunn verläuft der 1910 eröffnete Eisenbahntunnel. Die Strasse über den R. dient als Zubringer zur A1 bzw. zur A3 und A13.
Literatur
– H. Büchler, Das Dorf Ricken, [1991]
Autorin/Autor: Hans Büchler