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Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hält den Druck auf Qatar aufrecht und verlängert ihr vor einem Jahr gestelltes Ultimatum bis im November 2017. Falls Qatar bis dann keine weitere Reform des Arbeitsrechtes zur Beendigung von Zwangsarbeit vorweisen kann, wird die ILO eine Untersuchungskommission einsetzen. Qatar versucht dies mit intensivem Lobbying zu verhindern.
Ungefähr 90 Prozent der 2,5 Millionen Menschen in Qatar sind ArbeitsmigrantInnen, die meisten von ihnen aus Indien, Nepal und Bangladesh. Viele arbeiten als Bauarbeiter und erstellen die Stadien und die Infrastruktur für die Fussball-WM 2022.
Nach wiederholten Klagen von ArbeiterInnen über die Verletzung ihrer elementarsten Rechte, schickte die ILO vergangenes Jahr eine Delegation nach Qatar und veröffentlichte daraufhin einen Report, der die Verfehlungen von Qatar aufzeigt und Empfehlungen für die Verbesserung der Situation der ArbeiterInnen abgibt.
Ungenügende Fortschritte
Trotz einer im Dezember erfolgten Reform des qatarischen Arbeitsrechtes und einer Lockerung des Kafala-Systems, ist die ILO mit den bisherigen Fortschritten nicht zufrieden. Sie forderte diese Woche von der qatarischen Regierung weitere Informationen zur Umsetzung eines Gesetzes, das die Rechte von ArbeitsmigrantInnen garantiert. Trotz intensivem Lobbying von zahlreichen qatarischen Diplomaten in Genf, setzt die ILO damit ihre Offensive zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Qatar fort. So will die ILO nicht nur die Situation der Bauarbeiter verbessern, sondern auch diejenige der Hausangestellten, die ihrer Arbeit unter Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit nachgehen und entsprechend häufig von Missbrauch und Zwangsarbeit betroffen sind.
Falls es in Qatar gelingt, die Rechte von ArbeitsmigrantInnen zu stärken, könnte dies eine Signalwirkung auf die ganze Region haben und so das Los von Millionen von ArbeiterInnen verbessern.