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Die Schweiz hat sich mit vielen anderen Staaten verpflichtet, den Ausstoss an Treibhausgasen, allen voran Kohlendioxid (CO2), zu verringern. Sie leistet damit einen Beitrag zum globalen Klimaschutz. Das CO2-Gesetz, Herzstück der Schweizer Klimapolitik, formuliert ein Emissionsziel für das Jahr 2020 und setzt mit verschiedenen Instrumenten bei Gebäuden, Verkehr und Industrie an: Die Treibhausgas-Emissionen sollen im Inland bis 2020 um mindestens 20% gegenüber 1990 sinken. Das CO2-Gesetz betrifft vor allem fossile Brenn- und Treibstoffe, erfasst aber neben dem CO2 auch andere wichtige Treibhausgase. Die Kantone müssen dem Bund jährlich die Daten zum CO2-Ausstoss aus dem Gebäudebereich melden. Für den Kanton Glarus wurde eine Zusammenstellung der gesamten Kohlendioxid-Emissionen zwischen 1988 und 2017 erstellt. Diese Bilanz betrifft nur CO2 aus fossilen Quellen.
Die Emissionen an CO2 sind im Kanton Glarus zwischen 1990 und 2017 von 275 Kilotonnen (Kilotonnen = 1000 Tonnen, abgekürzt kt) auf 223 kt gesunken. Diese Abnahme ist mehrheitlich verursacht durch einen verminderten Einsatz fossiler Brennstoffe in der Industrie, weil heute Energie bedeutend effizienter eingesetzt wird und weniger energieintensive Prozesse wie zum Beispiel die Textil-Färberei zur Anwendung kommen als vor 25 Jahren. Klar ersichtlich ist auch, dass aus dem Gebäudebereich kontinuierlich weniger CO2 emittiert wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass heute Gebäude besser isoliert sind und dass Ölfeuerungen zunehmend durch CO2-freie Heizsysteme wie Wärmepumpen ersetzt werden. Das kantonale Förderprogramm unterstützt verschiedene Massnahmen im Gebäude- und Haustechnikbereich. Die Emissionen aus dem Verkehr haben sich seit 1990 nur wenig verändert. Einerseits hat die Fahrleistung und das Fahrzeuggewicht deutlich zugenommen, andererseits konnte dies durch effizientere Motoren und Fahrzeughüllen mehrheitlich kompensiert werden. Entgegen dem Trend haben sich die CO2-Emissionen aus der Kehrichtverbrennungsanlage im gleichen Zeitraum auf 57 kt verdoppelt. Diese Anlage verarbeitet nicht nur die Abfälle des Kantons Glarus, sie hat nach dem Ausbauschritt im Jahre 2000 die Verarbeitungsmenge deutlich erhöht.
Die CO2-Emissionen haben sich zwischen 2013 und 2017 von 234 kt auf 223 kt verringert. Dies ist vor allem auf den verringerten Einsatz von Heizöl im Gebäudebereich und bei Industriebetrieben zurückzuführen.
Der Kanton Glarus ist auf gutem Weg, die Ziele des Bundes (minus 20% bei allen Klimagasen, also nicht nur beim CO2 zwischen 1990 und 2020) zu erreichen. Er trägt aber lediglich 0,5 Prozent an die gesamtschweizerischen CO2-Emissionen bei. Die Ziele des Energiekonzeptes des Kantons (minus 30% zwischen 2010 und 2020 im Brennstoffbereich) sind demgegenüber deutlich ambitionierter und schwieriger zu erreichen. Zwischen 2010 und 2017 wurde ein Rückgang um 12,4% verzeichnet.
Hoher Industrieanteil wirkt sich auf Bilanz aus
Im Vergleich zu anderen Kantonen fällt auf, dass der Anteil der Industrie an den CO2-Emissionen im Kanton Glarus sehr hoch war und immer noch ist. Ausserdem liefert die Kehrichtverbrennungsanlage wegen ihrer überregionalen Funktion einen sehr bedeutenden Beitrag an den CO2-Gesamtausstoss. Gesamthaft liegen die jährlichen CO2-Emissionen bezogen auf die Einwohnerzahl im Kanton Glarus mit 5,5 Tonnen wegen des hohen Industrieanteiles über dem schweizerischen Mittel von etwa 4,7 Tonnen. Der langjährige Vergleich zeigt seit 1990 aber einen deutlichen Trend nach unten und eine zunehmende Annäherung an den schweizerischen Durchschnittswert.
Genaue Zahlen finden Sie im Bericht auf der Homepage www.gl.ch, Departement Bau und Umwelt/Abteilung Umweltschutz und Energie/Klima.