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Absinthismus bezeichnete einst eine angebliche Reihe von körperlichen und psychischen Symptomen, die durch den übermässigen Konsum von Absinth, einem hochprozentigen Alkohol, der aus Wermut und anderen Kräutern destilliert wird, verursacht wurden. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Absinth besonders in Frankreich beliebt und wurde mit einer Reihe von negativen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht, darunter Krampfanfälle, Halluzinationen, Sucht und andere geistige Beeinträchtigungen. Diese Symptome wurden als Absinthismus zusammengefasst und oft als von den Symptomen des Alkoholismus unterschiedlich betrachtet.
Wiederlegt?
Im Laufe der Zeit und mit fortschreitenden wissenschaftlichen Untersuchungen wurde die Idee des Absinthismus weitgehend widerlegt. Der Glaube, dass die spezifische Wirkung von Absinth weit über die des herkömmlichen Alkoholrausches hinausgeht, wurde als Mythos entlarvt. Insbesondere wurde der Stoff Thujon, der im Wermutöl enthalten ist und eine toxische Wirkung haben kann, als Ursache für die behaupteten spezifischen Wirkungen von Absinth verdächtigt. Moderne Studien haben jedoch gezeigt, dass die Thujon-Konzentrationen in Absinth – damals wie heute – weit unter den Mengen liegen, die zu den befürchteten Effekten führen würden.
War es also doch der Alkohol?
Die Symptome, die als Absinthismus beschrieben wurden, sind heute eher dem übermässigen Alkoholkonsum zuzuschreiben, und nicht irgendeiner einzigartigen Eigenschaft des Absinths selbst. Die Produktion und der Verkauf von Absinth wurden in vielen Ländern im frühen 20. Jahrhundert verboten, diese Verbote wurden aber in den meisten Fällen aufgehoben, nachdem erneute wissenschaftliche Bewertungen keine ausreichende Grundlage für die spezifischen gesundheitlichen Bedenken gegenüber Absinth fanden.
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