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die Geschichte von rapperswil-jona
Die besondere Lage an wichtigen Verkehrswegen prägte die wechselvolle Geschichte Rapperswil-Jonas. Sie finden untenstehend eine kurze Zusammenfassung. Wer sich für mehr Geschichte interessiert, findet im Büchershop der Tourist Information eine Auswahl von Büchern.
Kelten und Römer
Überreste von römischen Bauten wurden bei der Kapelle St. Ursula, der Römerwiese, an der Meienbergstrasse, in Wagen, am Standort von Busskirch und auf der Insel Ufnau entdeckt.
Gründung von Rapperswil, die Hofgemeinden Jona/Busskirch, Kempraten und Wagen als Untertanengebiet
Die Gründung der Stadt Rapperswil dürfte um 1200 erfolgt sein, als die begüterte Adelsfamilie der Rapperswiler ihren Stammsitz von Alt-Rapperswil (Altendorf) auf das gegenüberliegende Seeufer verlegte. Stadt und Burg Rapperswil wurden 1229 erstmals urkundlich erwähnt.
Mit der Reichsunmittelbarkeit erhielt Rapperswil die direkte Herrschaft über die drei Hofgemeinden Jona/Busskirch, Kempraten und Wagen sowie die Pflegschaft über das Zisterzienserinnenkloster Wurmsbach.
Während des Alten Zürichkriegs (1436-50) gelang es Rapperswil nicht, neutral zu bleiben; die Rosenstadt kehrte am 24. September 1442 unter die Herrschaft des Hauses Habsburg-Österreich zurück und ging gleichzeitig ein Bündnis mit Zürich ein.
Nach Kriegsende 1450 war Rapperswil hoch verschuldet und hoffte vergeblich auf finanzielle Unterstützung von Seiten Österreichs. Daher sahen einige Rapperswiler unter Führung des Stadtschreibers Johannes Hettlinger ihre Zukunft fortan unter eidgenössischem Schirm und zettelten im Spätsommer 1456 einen Aufstand an.
Am 10. Januar 1464 ging Rapperswil mit den eidgenössischen Orten Uri, Schwyz, Unterwalden und Glarus ein Schirmbündnis ein. Bis 1798 stand Rapperswil mit seinen Hofgemeinden unter eidgenössischer Schirmherrschaft.
Zuerst Kanton Linth, dann Kanton St. Gallen
1798 brachte die französische Revolution auch in der Eidgenossenschaft den Zusammenbruch der alten Ordnung: Das reiche Rapperswil verlor die ehemaligen Untertanengebiete, diese wurden frei und selbständig.
Doch hatte diese erzwungene Einteilung keinen Bestand: Bereits fünf Jahre später erfolgte wieder eine Neuaufteilung, 1803 entstand der Kanton St. Gallen, dem Rapperswil und Jona als westlichste Gemeinden zugeteilt wurden.
Verkehr und Industrie verändern die Stadt Rapperswil
Um 1830 fielen Tore und Mauern dem Durchgangsverkehr zum Opfer und für die neuen Dampfschiffe musste ein grösserer Hafen gebaut werden. 1859 verkehrte der erste Eisenbahnzug auf der Linie Rüti-Rapperswil-Weesen. 1878 fuhr auch der erste Zug über den neuen steinernen Seedamm, der die alte Holzbrücke ersetzte.
In diesen turbulenten Zeiten wurden die ersten Fabriken errichtet: Spinnereien, Webereien und Färbereien. Eine Hammerschmiede und eine Eisengiesserei entstanden entlang des Stadtbachs, der die notwendige Energie lieferte.
Die verkehrsgünstige Lage brachte es mit sich, dass 1919 der Schweizer National-Circus der Gebrüder Knie seinen Sitz samt Winterquartier in Rapperswil errichtete. Dieses Unternehmen hatte sich aus der 1803 gegründeten österreichischen Seiltänzer- und Künstlerdynastie entwickelt und befindet sich heute in den Händen der achten Generation.
Das grosse Wachstum von Jona
In den vergangenen 200 Jahren haben sich die beiden Gemeinden völlig verschiedenartig entwickelt. Während Rapperswil auf Grund der räumlichen Begrenzung auf 1,72 km2 nur sehr beschränkt am Bevölkerungswachstum teilhaben konnte, erlebte Jona seit dem Ende des 2. Weltkrieges einen ausgesprochenen Boom.
Zahlreiche Firmen wie Geberit, Holcim, Feinstanz, Weidmann oder Vinora haben nicht zuletzt aufgrund dieser Vorteile ihren Standort nach Jona und Rapperswil verlegt.
Vereinigung von Rapperswil und Jona am 1. Januar 2007
Die Gemeinde Jona war mit 20,73 km2 mehr als 12 Mal so gross wie Rapperswil. Sie hatte über 17'000 Einwohner. Die beiden Gemeinden waren baulich zusammengewachsen, die Grenzen nicht erkennbar, im gesellschaftlichen Leben gab es sie gar nicht mehr.
Am 30. November 2003 stimmten die Bürgerschaften von Rapperswil und Jona einer Initiative im Grundsatz zu, wonach die beiden Gemeinden auf den 1. Januar 2007 vereinigt werden sollen.