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Djokovic macht weiteren Schritt zum 20. Grand-Slam-Titel
Novak Djokovic will um jeden Preis Geschichte schreiben. Dabei lässt er sich durch nichts aufhalten, schon gar nicht durch einen 22-jährigen Emporkömmling in dessen erstem Grand-Slam-Halbfinal. So verlief die Partie gegen Denis Shapovalov (ATP 12) wie so oft, wenn Djokovic auf dem Platz steht.
Der Serbe muss nicht immer brillieren, er muss nur so lange dabei bleiben, bis ein Match in die entscheidende Phase geht. Und da ist keiner auch nur annähernd so gut wie Djokovic. So wurde auch Shapovalov für einen starken und vor allem auch kämpferisch beeindruckenden Auftritt nicht einmal mit einem Satz belohnt.
Nicht besser, aber effizienter
Der Weltranglistenerste und Titelverteidiger war über weite Strecken nicht der bessere Spieler. Der kanadische Linkshänder führte im ersten Satz nach einem frühen Break, leistete sich aber ein schwaches Aufschlagspiel, als er bei 5:4 zum Satz servierte. Das Tiebreak beendete Shapovalov mit einem Doppelfehler.
Im zweiten Satz erarbeitete sich der junge Kanadier insgesamt fünf Breakchancen ohne zu reüssieren, Djokovic hatte eine und nützte diese zum 6:5 resolut. Gleiches Bild im dritten Satz: Das einzige Break gelang dem Serben zum 6:5, nach 2:44 Stunden hatte er den Sieg im Trockenen. Und damit ein weiteres Rendez-vous mit der Geschichte.
Erster Italiener im Wimbledon-Final
Im Final gegen die Weltnummer 9 Italiener Matteo Berrettini ist er erneut klarer Favorit auf seinen dritten Wimbledon-Titel hintereinander - den sechsten insgesamt. Doch der 34-jährige Serbe spielt um noch viel mehr. Ein 20. Grand-Slam-Triumph würde ihn erstmals gleichauf an der Spitze der ewigen Bestenliste mit Roger Federer und Rafael Nadal sehen. Und er wäre nach den Erfolgen am Australian Open und in Roland Garros bei drei Vierteln eines Kalender-Grand-Slam. Alle vier Major-Turniere im gleichen Jahr zu gewinnen haben erst zwei Spieler - Don Budge 1938 sowie Rod Laver 1962 und 1969 - geschafft.
Berrettini verdiente sich den Finaleinzug mit durchweg starken Leistungen. Der Sieger des Vorbereitungsturniers im Londoner Queen's Club dominierte im Halbfinal auch den Federer-Bezwinger Hubert Hurkacz mit 6:3, 6:0, 6:7, 6:4 klar. Der 25-jährige Römer hat damit bereits Geschichte geschrieben. Er ist der erste Italiener überhaupt in einem Wimbledon-Final
Berrettini hätte grundsätzlich durchaus die Fähigkeiten, Djokovic, der spielerisch in den vergangenen zwei Wochen nicht vollständig überzeugte, gefährlich zu werden. Die Frage ist, ob er in seinem ersten Grand-Slam-Final seine Nerven im Griff haben wird. Gegen Djokovic zu wetten, wäre jedenfalls keine gute Idee. Er hat von seinen letzten acht Major-Finals nur einen verloren - letztes Jahr in Paris gegen einen gewissen Nadal.