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Rund 77 Milliarden Dollar dürfte das Jahr 2012 die Versicherer gekostet haben. Die entstandenen wirtschaftlichen Schäden liegen nochmal deutlich höher.
Das Jahr 2012 ist für die Versicherungsbranche das drittteuerste Schadenjahr in der Geschichte. Die Kosten für die Versicherer dürften sich in etwa auf 77 Milliarden Dollar belaufen, schreibt der Rückversicherer Swiss Re in der «Sigma»-Studie zur Katastrophenbilanz 2012. Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 14'000 Menschenleben und die entstandenen wirtschaftlichen Schäden betragen schätzungsweise 186 Milliarden.
Ende Dezember hatte Swiss Re die Kosten aus Natur- und Man-Made-Katastrophen für die Branche noch auf rund 65 Milliarden Dollar geschätzt. Teurer als 2012 waren einzig die Jahre 2011, als Rekorderdbeben und Überschwemmungen zu Schäden von über 126 Mrd beitrugen, und 2005, als die Hurrikane Katrina, Wilma und Rita alleine schon Kosten von über 100 Milliarden verursachten. Die Erfassung der Naturkatastrophen startete im Jahr 1970.
Die Swiss-Re-Experten zählten im vergangenen Jahr 318 Katastrophenereignisse, wovon 168 Natur- und 150 Man-Made-Katastrophen waren. Von den 14'000 Menschen, die 2012 bei Katastrophen ums Leben kamen, fielen über 1900 dem Taifun Bopha auf den Philippinen zum Opfer.
Die versicherten Kosten für Naturkatastrophen erreichten weltweit rund 71 Milliarden Dollar, die restlichen 6 Milliarden sind Man-Made-Katastrophen zuzuschreiben. Zu den schadenreichsten Man-Made-Katastrophen zählte unter anderem die Havarie des Kreuzfahrtsschiffs Costa Concordia. Von den Versicherungsschäden durch Naturkatastrophen waren 69 Milliarden Dollar auf wetterbedingte Ereignisse und 2 Milliarden auf Erdbeben zurückzuführen.
Wetterschäden in den USA
Das Jahr 2012 wurde von schweren wetterbedingten Schäden in den USA dominiert. Neun der zehn Katastrophen mit den höchsten Versicherungsschäden ereigneten sich 2012 in den USA, so die Studienautoren. Aufgrund der hohen Versicherungsdurchdringung in Nordamerika waren 65
Milliarden Dollar, also über die Hälfte der wirtschaftlichen Schäden dieser Region von 119 Milliarden, durch Versicherungen gedeckt. Das teuerste Ereignis des letzten Jahres war der Hurrikan Sandy, sowohl nach wirtschaftlichen als auch nach versicherten Schäden gemessen.
Mit geschätzten wirtschaftlichen Schäden von insgesamt 70 Milliarden Dollar war er nach Hurrikan Katrina von 2005 der Hurrikan mit den höchsten Schäden, die je verzeichnet wurden. Die versicherten Schäden beliefen sich etwa auf 35 Milliarden, von denen 20 bis 25 Milliarden über den privaten Versicherungsmarkt gedeckt waren.
Rekordhitze und extrem trockene Wetterbedingungen hätten ferner zu einer der schwersten Dürren der letzten Jahrzehnte in den USA geführt. Ernteausfälle im Corn Belt der USA verursachten in der Landwirtschaft versicherte Schäden von 11 Milliarden Dollar; damit verursachte die Dürre von 2012 den höchsten je erfassten Schaden in der Agrarversicherung.
Erdbeben in Italien
Die Serie von Erdbeben in Norditalien verursachte mehr als 1,6 Milliarden Dollar versicherte Schäden, die höchsten je in Italien verzeichneten. Das waren die höchsten Schäden in 2012 ausserhalb der USA. Die wirtschaftlichen Gesamtschäden dieser Erdbeben in Italien betrugen 16 Milliarden.
Für die ganze Region Nordamerika ergibt sich eine Schadenlast von 118 Milliarden Dollar oder 0,68 Prozent des dort erwirtschafteten BIP. In Europa und Asien betrugen die ökonomischen Belastungen jeweils 0,13 Prozent des BIP, in Afrika und Lateinamerika/Karibik jeweils 0,08 Prozent und in Ozeanien/Australien 0,06 Prozent des BIP.
(tno/aho/awp)