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Der 28-Jährige feierte an den Titelkämpfen in Glasgow einen Solosieg vor dem Belgier Wout van Aert und dem Slowenen Tadej Pogacar. Stefan Küng wurde als bester Schweizer Fünfter, gefolgt von Mauro Schmid im 13. Rang.
Van der Poel setzte sich in dem äusserst selektiven Ausscheidungsrennen 22 km vor dem Ziel von seinen letzten Begleitern ab und liess sich trotz eines Sturzes und einem Materialdefekt am Schuh nicht mehr einholen. Am Ende betrug sein Vorsprung auf seinen belgischen Rivalen Van Aert 1:37 Minuten und jener auf Pogacar 1:45 Minuten.
Der Rad-Allrounder Van der Poel, Enkel der französischen Legende Raymond Poulidor, gehört zu den Grossen des Radsports. Nach mehreren Klassiker-Triumphen, darunter Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix in diesem Jahr und zweimal die Flandern-Rundfahrt, sowie einem Etappensieg an der Tour de France ist der WM-Titel sein bislang grösste Erfolg auf der Strasse. Fünfmal war er in jüngeren Jahren Weltmeister im Radquer, auf dem Mountainbike war er der erste, der die langjährige Dominanz von Nino Schurter durchbrach.
Als Strassen-Weltmeister folgt Van der Poel auf den Belgier Remco Evenepoel. Der letzte Niederländer, der das Regenbogentrikot auf der Strasse errungen hatte, war Joop Zoetemelk im Jahr 1985.
Küng mit starkem Finish
Von den Schweizern vermochte keiner in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. Stefan Küng, der in einer ersten Reaktion von seinem bislang härtesten Rennen sprach, preschte dank einem starken Finish auf den 5. Platz vor. Mauro Schmid, der die letzte Schlaufe des 271 km langen WM-Rennens vom 8. Zwischenrang aus in Angriff nahm, belegte Platz 13.
Der extrem kurvige, mit vielen kurzen Steigungen durchsetzte Stadt-Rundkurs in Glasgow sorgte für das erhoffte Spektakel. Schon bei der ersten von elf Zielpassagen fuhr das Feld in Einerkolonne aufgereiht an den Zuschauermassen vorbei. Vom ersten Fahrer, der die Ziellinie überfuhr, bis zum letzten dauerte es fast 30 Sekunden.
Hohes Tempo, Regen und eine Protestaktion
In den folgenden Runden reduzierte sich unter dem Tempodiktat vor allem der Dänen und Belgier die Grösse des Feldes kontinuierlich. Immer mehr Fahrern ging die Kraft aus, die ständig aufgehenden Lücken wieder schliessen zu können. Einsetzender Regen erschwerte die Angelegenheit zusätzlich. Der Schweizer Teamleader Marc Hirschi war einer, der anfänglich - und wie im taktischen Fahrplan vorgesehen - sehr gut positioniert war. Doch der 24-jährige Berner fiel früh aus der Entscheidung und gab auf, so wie viele Dutzende abgehängte Fahrer auch.
Wegen einer Protest-Aktion hatte das Rennen nach rund 80 von 271 Kilometern während fast einer Stunde unterbrochen werden müssen.