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Eltern missachten Warnung
Eine Million Kinder unter 10 Jahren besitzen ein Mobiltelefon – Eltern missachten Warnungen
Grosse fette Schlagzeile im Daily Mail vom 19. April 2005
Von Sean Poulter
Uebersetzung Ruth Keller
Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Anzahl kleiner Kinder mit Mobiltelefonen verdoppelt, weil die Eltern Gesundheitswarnungen nicht beachten.
In Grossbritannien besitzen heute eine Million Kinder unter 10 Jahren, d.h. eines von drei, ein eigenes Mobiltelefon. Das Durchschnittsalter der Kinder, die zum ersten Mal ein Handy erhalten, beträgt acht Jahre gegenüber zwölf Jahren in den U.S.A. Diese Steigerung erfolgte trotz wiederholter Warnungen der Regierungsexperten, die befürchten, dass die Strahlung und Wärmeabgaben der Handys die jungen Hirne beschädigen könnten, d.h. Schäden, die erst in einigen Jahren sichtbar werden.
Sir William Stewart, Vorsitzender des Gesundheitsamtes, hat die Eltern aufgefordert, Kinder unter acht Jahren keine Mobiltelefone benützen zu lassen. Weiter sagte er, ältere Kinder sollten den Gebrauch einschränken und eher SMS schreiben als telefonieren. Mobiltelefone erzeugen 1000 bis 10’000 mal höhere Abstrahlungen als Mobilfunkmasten. Die rapid zunehmende Ausbreitung der Mobiltelefone bedeutet, dass unsere Kinder an einem riesigen Experiment teilnehmen. Details dazu in einem Rapport genannt „mobileYouth 2005“. Darin heisst es, dass 82% der Kinder und jungen Leute zwischen 5 und 24 Jahren, zusammen 12,6 Millionen, ein Mobiltelefon besitzen und auch benützen. Bis 2007 werden es 87% sein.
MobileYouth ist eine internationale Beratungsagentur für Forschung, die ihre Ergebnisse verkauft an Regierungen, Netzwerkbetreiber und Marken, die sich mit Jugendkultur befassen.
Graham Brown – Chief executive – sagte, der Grund der Zunahme liege eher bei den Eltern als bei den Kindern. Die Eltern meinen, dass ihre Kinder aus Sicherheitsgründen ein Handy brauchen, damit sie die Kinder überwachen können, wo sie sich aufhalten. Die Eltern wägen die gesundheitlichen Risiken ab gegen die Sicherheit und finden, dass die Vorteile weitaus überwiegen. Ca. 78% der überwachten Kinder und jungen Leute sagten, sie fühlten sich sicherer mit einem Handy, während 73% sagten, sie hätten es gebraucht in einem Notfall. Experten verweisen auf den Widerspruch der Eltern, die eine Kampagne gegen Mobilfunkmasten nahe der Schulen führen, aber den Kindern Handys geben, die doch eine weit höhere Strahlenbelastung haben.
Sir William Stewart, der seinen eigenen Grosskindern verbot, ein Handy zu benutzen, sagte: Die Eltern tragen diesbezüglich eine grosse Verantwortung. Es macht keinen Sinn, einfach einem 3-8jährigen Kind ein Handy zu geben und sagen: Du bist jetzt sicher! Er warnte: Der technische Fortschritt überholt unsere Fähigkeiten, die nötigen Abklärungen und Forschungen über gesundheitsschädigende Auswirkungen auszuführen. Das Problem ist, dass hinsichtlich Mobiltelefonie und Strahlungen im allgemeinen es sehr lange dauert, bis Effekte sichtbar werden.
Sir William Stewart glaubt, dass die neuesten Forschungen über die langzeitliche Benützung von Mobiltelefonen die ersten Beweise von Schäden geliefert haben. Er hat vorsichtshalber einen Stop des weiteren Ausbaus von Mobilfunkmasten bei Schulhäusern verlangt, aber diese Forderung wurde von der Regierung nicht gehört.
Wegen Krebsverdacht, geäussert von Regierungsexperten, verschob anfangs Jahr die Britische Firma Communic8 den Verkauf ihres MyMo Handys, ein Telefon für 3 ??? 8jährige Kinder. Dr. Michael Clark, Strahlenexperte des Gesundheitsamtes, sagte: Besorgnis weil mehr und jüngere Kinder Handys benutzen, obwohl wir zur Vorsicht gemahnt haben. Wir wollen Kinder davon abhalten, stundenlang mit ihren Freunden zu telefonieren. Uebermässiger Gebrauch sollte vermieden werden.
Wir sprechen hier über kleine Kinder, für die der Gebrauch von Handys neu ist. Wir sprechen über Expositionen nahe am Kopf. Die Abstrahlung am Kopf ist tausendmal höher als diejenige von Antennenmasten, auch wenn man sehr nahe daran wohnt. Bis jetzt haben wir keine Auswirkungen gefunden, aber wir wissen nicht, was morgen sein wird, besonders bei langzeitlichem Gebrauch.
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Handy Hersteller und Netzbetreiber handhaben ein moderates Marketing, das den Kindern diese Technologie nicht anpreisen soll.
Jedoch ein Heer von liierten Firmen verdienen Millionen mit Serviceleistungen direkt an Kindern. Diese bestehen aus Klingeltönen passend zu den neuesten Musikveröffentlichungen und Spielen. Auch spezielle Covers für Handys sind grosse Verkaufsschlager sowie auch Informationen über Pop und Sporthelden wie David Beckham, Britney Spears und andere. Die Attraktion solcher Dienstleistungen bläht die Kosten auf. Einige Teenager haben Rechnungen bis zu ? 300 pro Jahr. Bei solchen Rechnungen befürchten viele Eltern, ihre Kinder könnten wegen der Handysucht in Schulden geraten.
Was die Wissenschaftler sagen :
Wissenschaftliche Studien beginnen zu erwähnen, dass lang andauernder Gebrauch von Mobiltelefonen schädlich ist.
In Schweden fanden Experten im vergangenen Oktober, dass Personen, die mehr als eine Stunde pro Tag mobil telefonieren, ein 30% höheres Risiko für einen seltenen Typ von Hirntumor bekommen, genannt „Acoustic neuroma“. Diese Tumore sind meistens chirurgisch entfernbar, können aber zu Taubheit auf einem Ohr führen. Normalerweise befinden sich diese Tumore auf der Kopfseite, auf der das Mobiltelefon gehalten wird. Forscher stellten fest, dass diese Vorfälle zugenommen haben, und zwar von einem Tumor pro 100’000 Personen im Jahr 1980 zu einem von 80’000 Personen heute.
Eine EU-Studie aus Deutschland fand letztes Jahr, dass Strahlen von Mobiltelefonen Körperzellen und D N A beschädigen. Auch in der folgenden Generation der Zellen waren Schäden sichtbar. Mutierte Zellen könnten die Ursache für Krebs sein.
In den Niederlanden fanden Wissenschaftler der angesehenen Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung, dass Freiwillige, die den neuen 3G Strahlen ausgesetzt waren, Kopfschmerzen und Brechreiz bekamen. Auch bei den Hirnfunktionen wurden Effekte beobachtet.
Hingegen fand eine in diesem Monat veröffentlichte Studie der Dänischen Krebsliga, dass zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und Hirntumoren kein Zusammenhang bestehe.