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Der Mensch kann in einem relativ grossen Temperaturspektrum leben. Solange die Körperkerntemperatur nicht über 42 Grad steigt oder unter 27 Grad fällt, kann er sehr lange sehr hohe und sehr tiefe Aussentemperaturen überleben. Doch nicht immer unbeschadet.
Erfrierungen
Bei Erfrierungen bilden sich im Gewebe Eiskristalle, das schädigt Haut und Gewebe, im schlimmsten Fall können die Schäden so massiv sein, dass der betroffene Körperteil amputiert werden muss. Bei sehr tiefen Temperaturen und Wind können Erfrierungen schon innert weniger Minuten entstehen. Besonders gefährdet sind exponierte Körperstellen wie Finger, Ohren, Nase, Wangen oder Zehen. Bei erschöpften Personen ist die Gefahr einer Erfrierung deutlich höher als bei einem gesunden, ausgeruhten Menschen. Treten Erfrierungsanzeichen wie blasse Haut oder Blasen auf, sollte man so schnell wie möglich an einen trockenen, warmen Ort gehen, um sich wieder zu erwärmen. Oft gehen Erfrierungen auch einher mit Unterkühlung (siehe unten).
Fieber
Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das bei ganz unterschiedlichen Krankheiten auftreten kann. Es ist eine Reaktion des Immunsystems und hilft, den Krankheitserreger zu bekämpfen. Darum sollte es auch nicht unbedingt gesenkt werden: Fiebersenker hemmen die Immunreaktionen, sodass der Infekt länger dauert. Ausserdem unterdrücken sie Krankheitssymptome. Am besten lassen Sie sich in Ihrer Drogerie beraten.
Frostbeulen
Frostbeulen sind keine Erfrierungen, sondern entzündete, juckende und geschwollene Hautveränderungen. Ihren klirrenden Namen haben sie davon, dass sie entstehen, nachdem man sich an der Kälte aufgehalten hat. Sie verschwinden innert einiger Wochen wieder von selbst.
Hitzeerschöpfung
Eine Hitzeerschöpfung, also eine Überwärmung des Körpers auf bis zu 40 Grad, ist entweder auf Wasser- oder Salzverlust zurückzuführen. Beides führt zu einer Verminderung des Blutvolumens. Betroffene haben einen hochroten Kopf begleitet von Nackenschmerzen, Kopfschmerzen oder Schwindel, und zum Teil empfinden sie Übelkeit. Typischerweise ist der Kopf sehr heiss, der Körper fühlt sich dagegen normal oder eher kühl an. Wer eine Hitzeerschöpfung erleidet, sollte sofort an einen kühlen Ort gehen, sich ausruhen, kühlende Tücher auf die Stirn legen und viel trinken. Falls dies keine Besserung bringt, ist ein Arztbesuch angebracht.
Hitzekrämpfe
Hitzekrämpfe sind schmerzhafte Krämpfe, die meistens in jenen Muskeln auftreten, die stark beansprucht worden sind, wie in den Armen oder Beinen. Auslöser sind Hitze, Natriummangel und Flüssigkeitsverlust. Ein wichtiger Risikofaktor sind harntreibende blutdrucksenkende Arzneimittel (Diuretika), die für die Behandlung eines hohen Blutdrucks, bei Ödemen oder bei einer Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Wer Hitzekrämpfe hat, sollte in den Schatten oder an einen anderen kühlen Ort gehen, viel trinken und sich ausruhen.
Hitzschlag
Steigt die Körpertemperatur auf über 40 Grad an, kommt es zum Versagen mehrerer Organsysteme und damit zum Hitzschlag. Symptome dafür sind Kopfschmerzen, eine verwaschene Sprache, Schwindel, Wahnvorstellungen, Krampfanfälle, Verwirrung bis hin zum Koma. Bei grosser Anstrengung der Person zeigen sich ein rascher Puls, tiefer Blutdruck und eine bläuliche Verfärbung der Haut. Betroffene müssen sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort gebracht werden und sich flach auf den Boden legen, Kopf und Oberkörper sind dabei leicht erhöht. Den Kopf mit feuchten, kühlen Tüchern oder einer Kältekompresse kühlen und den Notarzt (Tel. 144) rufen.
Kälteverbrennung
Direkter Kontakt mit etwas eisig Kaltem wie Metall, Trockeneis oder flüssigem Stickstoff kann zu Verletzungen führen; diese bezeichnet man als Kälteverbrennung.
Schüttelfrost
Beim sogenannten Schüttelfrost zittern die Muskeln, dazu friert man, selbst in einem warmen Raum. Betroffen sind vor allem die Muskeln an Oberschenkel und Rücken sowie die Kaumuskulatur. Durch das Muskelzittern wird die Körpertemperatur schnell angehoben. Schüttelfrost ist ein Begleitsymptom verschiedener Krankheiten. Schüttelfrost tritt oft in Zusammenhang mit Fieber bei Infektionskrankheiten wie beispielsweise einer Grippe auf.
Sonnenbrand
Wer sich zu lange ungeschützt an der Sonne aufhält, riskiert einen Sonnenbrand. Wer bemerkt, dass sich die Haut rötet, sollte unbedingt sofort an den Schatten und die gerötete Stelle mit Wasser kühlen. Danach die Haut mit einer kühlenden, feuchtigkeitsspendenden Lotion oder einem Gel eincremen. In der Drogerie bekommen Sie ausserdem unter anderem homöopathische Sprays, pflanzliche Wundtinkturen oder Schüssler-Salz-Salben zur Behandlung von Sonnenbrand. Lassen Sie sich beraten, und am besten kaufen Sie auch gleich eine Sonnencreme, damit beim nächsten Ausflug auf die Skipiste oder an den Strand erst gar kein Sonnenbrand entsteht.
Sonnenstich
Ein Sonnenstich entsteht aus einer übermässigen Sonnenbestrahlung des Kopfs, was zu einem Wärmestau und einer Reizung der Hirnhäute führt, einer sogenannten aseptischen Hirnhautentzündung. Symptome sind Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Hitzegefühl im Kopf, Schwindel oder Unruhe. Betroffene sollten einen kühlen Ort aufsuchen, sich abkühlen (z. B. mit einer Dusche) und ausruhen. Die wichtigste Massnahme ist die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit. Falls vorhanden kann auch eine Elektrolytlösung aus der Drogerie sinnvoll sein. Je nach Schweregrad oder wenn keine Besserung eintritt, ist eine ärztliche Behandlung notwendig.
Unterkühlung
Sinkt die Körperkerntemperatur unter 35 Grad, spricht man von einer Unterkühlung, in der Fachsprache Hypothermie genannt. Dazu kommt es, wenn der Körper über längere Zeit mehr Wärme verliert, als er erzeugt, beispielsweise durch den Aufenthalt draussen bei kaltem, windigem Wetter, in kaltem Wasser oder in einer zu kalten Wohnung. Starke Unterkühlungen sind lebensgefährlich, da wichtige Organe nicht mehr richtig funktionieren. Besonders anfällig sind Kinder, ältere Menschen sowie erschöpfte Personen. Auch bestimmte Medikamente können das Risiko für Unterkühlungen erhöhen, ebenso der Konsum von Alkohol und Drogen.
Weissfingerkrankheit
Bei manchen Menschen lassen Kälte und emotionaler Stress die Finger gefühllos und weiss werden. Dieses «Raynaud-Syndrom», auch Weissfingerkrankheit genannt, ist eine Durchblutungsstörung, bei der sich arterielle Gefässe in den Fingern krampfartig zusammenziehen. Seltener passiert das auch in den Zehen, den Ohren oder der Nase. Der Blutfluss ist eingeschränkt, die betroffenen Stellen werden weiss. Später verfärben sie sich blau und am Ende rot, wenn das Blut wieder normal strömt. Es gibt zwei Formen: das primäre Raynaud-Syndrom, dessen Ursache unbekannt ist. Betroffen von dieser harmlosen Form sind vor allem Frauen zwischen 20 und 40. Seltener ist das sekundäre Raynaud-Syndrom, das bei Erkrankungen wie beispielsweise Sklerodermie (rheumatische Autoimmunerkrankung) nach Traumen oder Überdosierung bestimmter Medikamente auftritt.
- Quellen
Universitätsspital Basel, www.unispital-basel.ch
Gefässzentrum Bielefeld, www.gefaesszentrum-bielefeld.de
Kantonsspital Baselland
Öffentliches Gesundheitsportal Österreich, www.gesundheit.gv.at
Bernhard Kunz: «Schönheitspflege/Hygiene/Medizinprodukte 2/2», Lehrmittel Drogistin EFZ / Drogist EFZ, Careum-Verlag, 2012
Jürg Morant (Hrsg.): «Meine Gesundheit», Documed AG, 1998