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Bienen sammeln Nektar und Pollen und fliegen dafür durchschnittlich 10 mal pro Tag aus. Sie legen pro Ausflug Distanzen von 100 m bis 5 km zurück, die Fluggeschwindigkeit beträgt bis zu 30 km/h. Für ein Kilogramm Honig müssen die Bienen rund 150’000 km zurücklegen, was einer 3.5 fachen Umrundung der Erde entspricht. Die Arbeit der Honigbienen ist kaum zu überschätzen. Ein Drittel der von uns konsumierten Lebensmittel ist von der Bestäubung durch Honigbienen und Wildbienen abhängig.
Bienen ernähren sich rein vegetarisch. Sie sind auf Kohlenhydrate aus süssen Pflanzensäften – meistens Nektar, bisweilen auch Blattlaussekret – und auf Eiweisse aus Pollen angewiesen. Der Nektar wird durch die Bienen mit Enzymen versetzt und so lange durch Wasserverdunstung eingedickt, bis er haltbar ist (Wassergehalt von weniger als 19%). Die Bienen versiegeln den Honig in der Wabe mit einer Wachsschicht, um ihn zu schützen.
Im Sommer besteht ein Volk in der Regel aus einer Königin, 30’000 bis 60’000 Arbeiterinnen und 1’000 bis 2’000 Drohnen. Eine Biene wiegt rund 0.1 g, also wiegt ein ganzes Volk bis zu 5-6 kg. Im Winter sinkt die Zahl der Bienen auf 5’000 bis 15’000 Bienen. Im Frühjahr und Sommer nimmt die Zahl der Bienen stark zu, nach der Sonnenwende (21. Juni) sinkt die Legeleistung der Königin und die Volksgrösse wird auf den kommenden Winter angepasst. Ein ganzes Bienenvolk kann als eigentlicher «Super-Organismus» betrachtet werden, der sich nach gewissen Regeln verhält. Die Königin ist mitnichten die Herrscherin des Volkes, sondern eher die eierlegende Sklavin desselben.
Neue Bienenvölker entstehen natürlicherweise durch Schwärme: ein Teil des Volkes zieht mit der alten Königin aus dem Stock aus und sucht sich ein neues Zuhause, während die zurückbleibenden Bienen eine junge Königin nachziehen – oder sogar schon vor dem Auszug des Schwarmes nachgezogen haben. Wie das geht? Die Bienen wählen einige junge Eier aus, bauen um diese spezielle Brutzellen – die Weiselzellen – und ernähren die entstehenden Larven mit einem besonderen Saft, dem Gelée Royale. Wenn mehrere Weiselzellen vorhanden sind, schlüpfen unter Umständen auch mehrere Königinnen. Die erste, die schlüpft, beisst die Weiselzellen der anderen Königinnen auf und tötet diese.
Wenn eine junge Königin geschlechtsreif ist, fliegt sie zu den sogenannten Drohnensammelplätzen: das sind Orte, an denen sich Drohnen von verschiedenen Bienenständen sammeln und auf begattungswillige Königinnen warten. Eine Königin sollte von 10-15 verschiedenen Drohnen begattet werden, dadurch wird die genetische Vielfalt gesichert. Die Drohnen sterben nach der Begattung. Die Königin bewahrt die Spermien in ihrer Samenblase auf. Diese dient während des ganzen Lebens der Königin als Spermienvorrat. Nach der Begattung kehrt die Königin zurück in ihr Volk und beginnt mit der Eiablage. Übrigens: wie die Drohnensammelplätze zustande kommen, weiss man heute noch nicht. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass sie sich immer an denselben Orten befinden.
Die Lebensdauer einer Königin beträgt maximal 5 Jahre, es ist jedoch so, dass heute dieses Alter kaum mehr erreicht wird. Die Königin kann bis zu 1’500 Eier pro Tag legen. Wenn die Königin ein Ei befruchtet (Zugabe von Spermien), entsteht daraus eine weibliche Arbeiterin, wird das Ei nicht befruchtet, entsteht eine Drohne. Durch die Abgabe eines Pheromons (Duftstoff mit hormoneller Wirkung) hält die Königin das Volk zusammen. Da die Samenblase der Königin Spermien von verschiedenen Drohnen enthält, entstehen Arbeiterinnen mit einer gewissen genetischen Bandbreite. Dies hat u.a. zur Folge, dass sich nicht alle Arbeiterinnen gleich verhalten. Das Gleichgewicht der Verhaltensweisen macht das Verhalten des ganzen Bienevolkes – des Super-Organismus- aus.
Die Lebenserwartung von Arbeiterinnen beträgt im Sommer 3-4 Wochen, im Winter bis zu 6 Monaten. Die Arbeiterinnen nehmen im Laufe ihres Lebens verschiedene Funktionen wahr: zuerst einfachere – am Schluss gefährlichere und solche, die eine gewisse „Erfahrung“ erfordern. Gleich nach dem Schlüpfen widmen sich die Bienen der Brutpflege, danach arbeiten sie als Baubienen, d.h. sie „schwitzen“ Wachsplättchen aus und bauen die Wachszellen. Nach dieser Phase widmen sich die Bienen der Verarbeitung und Einlagerung von Futter (Nektar und Pollen). Zum Schluss ihres Lebens bewachen sie als Wächterbienen an der Ausflugöffnung den Stock, sie sammeln Nektar (Sammelbienen) oder holen Wasser, eine der gefährlichsten Tätigkeiten für Bienen. (Grafik verwendet mit freundlicher Genehmigung der Schwartauer Werke).
Die Varroamilbe ist einer der grössten Feinde der Biene: sie heftet sich an die Biene, saugt deren Blut aus und überträgt dabei krankheitserregende Viren. Die Milben legen ihre Eier in die Brutzellen der Bienen. Die Milben vermehren sich auf diese Weise und profitieren vom reichen Nahrungsangebot in den Brutzellen. Übersteigt die Zahl der Varroa-Milben ein gewisses Mass, kann ein Bienenvolk eingehen. Auch wenn die Milben mit 1.5 mm relativ klein sind – übertragen auf die Grössenverhältnisse eines Menschen wäre die Milbe so gross wie ein Hase. Neben der Varroa-Milbe gibt es noch andere Krankheiten, welche die Bienen schädigen können, wie z.B. die Sauer- und Faulbrut. Besonders schwache Völker sind anfällig auf solche Krankheiten.