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Sensibles équilibres 1975 - 2015
Als Daniel Grobet 1974 in der Maeght Foundation in Südfrankreich ein Werk des Bildhauers Alexander Calder sah, entdeckte er seine Berufung:
„Mir schien, diese Arbeit mit der Balance könnte meine werden, oder noch besser, sie hätte es schon immer sein können".
Dieses tiefe Verständnis des Gleichgewichts, das ihm offenbart wurde, trieb seine Forschung an. Er erkannte dass der Ausdruck von Intimität, Dualität, Resonanz zwischen Menschen noch deutlicher wird, wenn nur mit einfachen Formen gearbeitet wird: Geraden Linien, Kurven, Kreisen. ..
Obwohl seine entscheidende Lebensveränderung von Calder herrührt, ist Daniel Grobets Weg ganz anders, originell und persönlich. Die Elemente der Skulptur werden einfach im Gleichgewicht übereinandergelegt, während die Ästhetik des Mobiles in seiner Gesamtheit gesucht wird.
„Gleichgewicht erzeugt für mich Bewegung, Bewegung eine Transformation der Vision des Objekts, welche zu einer animierten Form im Raum wird. Tatsächlich modelliere ich das Eisen nicht, ich biege es, ich drehe es, ich hämmere es und versuche durch die Verbindung und Harmonisierung der Linien, den Raum zu gestalten.“
Daniel Grobets Forschung konzentriert sich auf die Grenzen des Möglichen in diesem Bereich. Die Erfahrung zeigt ihm, dass das Limit nicht in der Unausgewogenheit der Skulptur liegt, sondern in der Notwendigkeit eines außergewöhnlichen Gewichts, um das Ganze im Gleichgewicht zu halten. Wie einfach, leicht, und präzise geschieht dies doch in unserem Sonnensystem und in allem, was uns auf natürliche Weise umgibt.
Der Aspekt der Skulptur und die Produktionsmethoden sind nahezu identisch: die Länge der Röhren, die Gewichtsverteilung, der Gleichgewichtspunkt, die Kurven, die Neigung, alles muss im Voraus durchdacht und als Ganzes entworfen werden, bevor mit der Konstruktion begonnen werden kann. Alle Elemente, aus denen sich die Skulptur zusammensetzt, sind voneinander abhängig, und die geringste Änderung wirkt sich auf das Gesamtgleichgewicht aus. Es ist unmöglich, das Mobile in einem fortlaufenden Prozess zu erstellen oder Raum für Zufälle zu lassen.
„Für mich ist es wichtig, die Realität der authentischen Begegnung zwischen Menschen zu übersetzen. Ich möchte die Sinnlichkeit eines Blicks oder einer Liebkosung zeigen, die Beherrschung des Gleichgewichts in jedem unserer Schritte, die Kraft des Windes in einem Baum und die erstaunliche Bewegung seiner Blätter, die Fließfähigkeit des Wassers, das Verschwinden eines Schattens, Liebe, Humor, Anmut. All das was unser Leben ausmacht “
Einfach im Gleichgewicht übereinandergelegt, entfalten sich die Elemente im Raum. Ihre Zerbrechlichkeit und die weiten Bewegungsfelder veranlassten Daniel Grobet, sie als „sensible Gleichgewichte“ zu bezeichnen. Wie eine Kalligraphie in Bewegung heben sich die Linien der Werke vor einer weißen Wand ab.
Die einzelnen Formen bleiben jeweils eine Zeit lang zentrales Element seiner Forschung. Dies ermöglicht es ihm, neue und unterschiedliche Konzepte des Gleichgewichts zu explorieren. Es entstehen z.B. Skulpturen aus horizontalen Kreisen, die sich im Raum bewegen wie flache Steine, die über das Wasser hüpfen, die sich beim geringsten Impuls frei verändern. Unter weiterer Verwendung der Form ändert Daniel Grobet seine Konzeption durch die Verlegung des Gleichgewichts auf den Boden. Dies fügt ein neues Element hinzu: den Rhythmus. Grobet entdeckt eine musikalische Seite in seiner Kreation, harmonische Bewegungen, die sich verlangsamen bis die Skulptur genau dort zur Ruhe kommt, wo sie natürlich im Gleichgewicht ist.
Im Freien sind die großen Skulpturen überraschend stabil, sie halten den stärksten Winden stand, reagieren aber sensibel bei der geringsten Brise.