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Autorin Nicola Griffith kritisiert die Vergabe von Literaturpreisen.
Preis-Jurys übergehen Frauenbücher
Romane mit weiblichen Hauptfiguren gehen bei grossen Literaturpreisen meist leer aus. Das zeigt eine Analyse aus dem englischsprachigen Raum.
Die schlechtesten Gewinnchancen haben danach Romane von Frauen mit einer weiblichen Hauptfigur. Die besten Gewinnaussichten haben Romane von Männern mit einer männlichen Hauptfigur. Das Geschlecht der Jury-Mitglieder spielt dabei keine Rolle.
Vorrang für Romane mit männlicher Hauptfigur
Nicola Griffith, britische Autorin und mehrfache Literaturpreisträgerin, hat ausgewertet, welche Romane innerhalb der letzten 15 Jahre die sechs grossen Literaturpreise im englischsprachigen Raum erhielten: Pulitzer, Man Booker, National Book Award, National Book Critics Circle Award, Hug und Newbery Medal Winners. Ergebnis: Je renommierter ein Literaturpreis ist, desto eher geht er an einen Roman mit männlicher Hauptfigur.
Pulitzer-Preis ehrt männliche Perspektive
Der Pulitzer-Preis beispielsweise, der bedeutendste Literaturpreis im englischsprachigen Raum, ging in den letzten 15 Jahren an acht Autoren für Romane über Männer, drei Autorinnen für Bücher über Männer und drei Autorinnen, die sowohl aus männlicher als auch weiblicher Perspektive erzählten. Kein einziger Preis ging an ein Buch mit weiblicher Hauptfigur, das eine Frau geschrieben hat.
Daten sammeln
Griffith zieht aus ihrer Analyse den Schluss, dass die weibliche Perspektive in der Literaturszene als uninteressant und wertlos gilt. «Die Stimmen von Frauen werden nicht gehört.» Grund dafür sei eine Gesellschaft, für die der männliche Blick nach wie vor der Standard sei und der weibliche Blick die Abweichung vom Standard. Griffith rief im «Guardian» dazu auf, geschlechtsspezifische Daten über die Vergabe von Literaturpreisen zu sammeln, um Handlungsmuster und damit Interventionsmöglichkeiten herauszufinden.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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