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Über Niederlagen berichtet man in der Regel weniger gern und eher kurz. Ich möchte hier keine Ausnahme machen.
Es hat eigentlich nicht schlecht angefangen. Claudio, ausnahmsweise mit Weiss spielend, remisierte schon früh in seiner Partie gegen den leicht höher eingestuften Jean-Marc Bosch. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, weil ich wegen der Kürze kaum Gelegenheit hatte, die Partie mitzuverfolgen. Toni bot nur wenig später (oder war es früher?) seinem Gegner ein Remis an. Dieser fragte noch einmal etwas ungläubig nach. Er hatte anscheinend einen Gewinnzug von Schwarz gesehen, den Toni nicht gesehen hatte, und willigte natürlich sofort ins Remis ein. Schade um den halben Punkt. Als Dritter beendete ich meine Partie. Wie immer spielte ich mein Eröffnungssystem und stand nach sieben Zügen sehr viel besser, obwohl mein Gegner bereits eine halbe Stunde investiert hatte und ich vielleicht 10min. Ich weiss nicht warum, aber er liess sich im 14. Zug zu einem Damenopfer gegen 3 Leichtfiguren hinreissen, obwohl seine Entwicklung sehr rückständig war und ich das Zentrum dominierte. Weiss stand glatt auf Gewinn. Leicht wurde es aber nicht. Nachdem Schwarz selber eine Figur opferte, um die h-Linie für seinen unrochierten Turm zu öffnen, entwickelte er mit Unterstützung seiner zwei Springer einen gefährlichen Angriff am Königsflügel gegen meinen rochierten König. Die Springer drohten immer wieder mit Gabeln auf König und Dame. All die Manöver auszurechnen, kosteten ihm aber zuviel Zeit. Die wirklich starken Züge blieben deshalb in der Folge zu meinem Glück unentdeckt. Nach 22 Zügen war klar, dass er mit seinem Königsangriff gescheitert war und nur noch den Rückwärtsgang einlegen konnte. Nach weiteren zehn Zügen war der Spuk vorbei, nachdem er im 30. Zug nur noch 1sec auf der Uhr hatte. Damit stand es nach 3 Partien 2:1 für uns. Bei drei ausstehenden Partien hätte man durchaus auf etwas Zählbares hoffen können.
Das Unheil nahm nun aber seinen Lauf. Als Erster musste sich Mario einen Nuller notieren lassen, nachdem er eigentlich gut aus der Eröffnung, wo Weiss mit b3 begann, gekommen war. Das Mittelspiel konnte ich leider nicht mehr mitverfolgen. Auf jeden Fall brauchte Mario sehr viel Zeit, um den steigenden Druck von Weiss im Zentrum zu begegnen. Einmal in Zeitnot geraten, fand er nicht mehr die besten Erwiderungen. Was auf den anderen beiden Brettern los war, konnte ich leider nicht gross mitverfolgen. Auf dem Brett von Roman entwickelte sich schon nach wenigen Zügen eine gar eigenartige Stellung, auf die ich mich als Weisser kaum eingelassen hätte. Dani hatte ich komplett nicht auf dem Radar. Auch als er nachher seine Partie mit seinem Gegner analysierte, wusste ich nicht was los war. Beide verloren ihre Partie am Schluss aber auf drastische Art und Weise. Da ging wohl nicht alles so auf wie gewünscht.
Hier die Einzelresultate:
Brett 1 (s): Toni Riedener (2046) – Massimo Cavaletto (2066) 0.5:0.5
Brett 2 (w): Roman Deuber (2042) – Felix Schwab (1989) 0:1
Brett 3 (s): Daniel Portman (2006) – Markus German(1961) 0:1
Brett 4 (w): Claudio Caduff (1852) – Jean-Marc Bosch (1900) 0.5:0.5
Brett 5 (s): Mario Bobbià (1798) – Karl Eric Clausen (1966) 0:1
Brett 6 (w): Hugo Ensmenger (1847) – Michael Bütler (1899) 1:0
Dass die nackten Elo-Zahlen nicht viel aussagen, hat man hier wieder gemerkt. Während wir an den ersten drei Brettern einen klaren Elovorteil hatten, resultierte nur gerade ein halber Punkt, während wir umgekehrt an den hinteren 3 Brettern bei klarem Elonachteil 1.5 Punkte holten.
Hugo Ensmenger