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Mittels Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) ist die Früherkennung von Prostatakrebs möglich.
Eine positive Diagnose stellt Arzt und Patienten vor die Frage: Behandeln oder nicht. Schwierig wird diese Entscheidung, wenn es sich beim Patienten um einen Mann in hohem Alter handelt.
Da der Prostata-Krebs relativ langsam fortschreitet, erleben die meisten älteren Männer das Endstadium nicht, aus Altersgründen oder weil sie aus andern gesundheitlichen Gründen versterben.
Prostatakrebs kann mittels Operation (Radikaloperation) oder durch Radiotherapie behandelt werden. Beide Therapiearten ziehen zum Teil grosse Komplikationen mit sich (Impotenz, Inkontinenz). Bei der Entscheidung für eine sofortige Therapie, müssen die Patienten mit solchen Komplikationen rechnen, ohne dass exakt vorausgesagt werden kann, ob der Krebs tatsächlich das Todesurteil bedeutet.
In den USA werden seit den 90-Jahren PSA-Untersuchungen zur Früherkennung des Prostatakrebses durchgeführt. Bei positivem Ergebnis entscheiden sich die meisten Männer für eine Therapie. Dadurch gehört die radikale Prostataoperation bei den Männern zum häufigsten chirurgischen Eingriff.
Der amerikanische Forscher Yu-Ning Wong vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia hat in einer Studienübersicht Daten von 44’630 Senioren untersucht. Bei diesen Männern wurde zwischen 1991 und 1999 ein Prostatakrebs diagnostiziert. Die Daten wurden in einer medizinischen Datenbank (SEER) gespeichert.
Der Forscher beschränkte sich auf Patienten über 65-jährig, bei denen die Entscheidung – Operation oder nicht – durch die eingeschränkte Lebenserwartung besonders schwer fällt. Ausserdem wählte er Patienten mit weniger weit fortgeschrittenen, kleinen Tumoren. Bei diesen Patienten ist eine abwartende Haltung am ehesten gerechtfertig. Von den Studienteilnehmern war dies bei 28% der Patienten der Fall. Bei ihnen wurde zunächst nur der PSA-Wert kontrolliert und allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Therapie begonnen.
Resultate der Datenanalyse
- Am Ende der im Schnitt 12-jährigen Beobachtungszeit waren 23% der behandelten Patienten gestorben.
- Bei den Patienten mit der abwartenden Haltung (''watchful-waiting''), also ohne aktive Behandlung, waren 37% gestorben.
Nach Berechnung der Onkologen (Krebsspezialisten) scheint eine Therapie eindeutig von Vorteil zu sein. Auch bei Männern, bei denen erst nach dem 75. Lebensjahr Prostatakrebs diagnostiziert wurde, überlebten mehr Patienten, die operiert worden waren.
Andere Experten meinen dazu: „Diese Patienten müssten ihr Überleben aber nicht unbedingt der Therapie verdankt haben.“ Es ist denkbar, dass Männer mit einem guten Allgemeinzustand sich eher für eine Therapie entscheiden und deshalb eher überleben, als Patienten mit diversen anderen Erkrankungen, so die Experten.
In den USA und in Europa laufen derzeit kontrollierte Studien, die sich mit dem Sinn der Früherkennung mittels PSA-Bestimmung beschäftigen. Da das Prostata-Karzinom jedoch sehr langsam wächst, werden die Ergebnisse dieser Studien erst in einigen Jahren vorliegen.
Bis dahin bleibt die möglicherweise lebenswichtige Entscheidung – Behandlung oder nicht - ein Unsicherheitsfaktor sowohl für die Ärzten wie auch für die Patienten.
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