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Von griechisch diaphainein: „Durchscheinen“ und adamantos: „Das Unbezwingbare“ ist neben Graphit und den Fullerenen eine der drei Modifikationen des Kohlenstoffs und mit einer Mohshärte von 10 das härteste natürlich vorkommende Mineral. Allerdings ist die Härte des Diamanten auf seinen einzelnen Kristallflächen unterschiedlich, wodurch es erst möglich wird Diamant mit Diamant zu schleifen, da in dem dazu verwendeten Diamant-Pulver jeder Härtegrad vorkommt. Diamant ist bei Raumtemperatur metastabil, die Aktivierungsenergie für den Phasenübergang in die stabile Modifikation (Graphit) ist jedoch so hoch, dass eine Umwandlung in Graphit bei Raumtemperatur praktisch nicht stattfindet. Diamant besitzt ein kubisches Kristallsystem und ist in reinem Zustand transparent, oft aber durch Verunreinigungen in den verschiedensten Farben gefärbt. Er verfügt über die höchste Wärme-leitfähigkeit aller bekannten Minerale.
Das Muttergestein des Diamants ist der Kimberlit. Innerhalb dieses Gesteins wandelt sich der Kohlenstoff in Tiefen von oft mehr als 150 Kilometer unter hohem Druck und bei Temperaturen von bis zu 3000 °C zu Diamant um. Dieser kommt sehr schnell durch die so genannten Pipes, vulkanische Eruptivschlote, an die Erdoberfläche und kann so der Phasenumwandlung zu Graphit entgehen. Von dort können die Kristalle durch natürliche Verwitterungsprozesse, bei denen sie aufgrund ihrer Härte intakt bleiben, abtransportiert werden und reichern sich dann meist in Sedimentgesteinen an, die heute eine der Hauptquellen des Minerals darstellen.
Gewonnen werden sie zudem in den Vulkanschloten erloschener Vulkane, die senkrecht nach unten abgebaut werden. Das Muttergestein wird dabei zermahlen, um die Diamanten zu gewinnen. Im Süden Afrikas liegen Diamanten auch am Grund der Wüste, so dass der Sand bis zum gewachsenen Fels abgetragen und gewaschen werden muss.
Die grössten Diamantenvorkommen befinden sich in Afrika, insbesondere in Südafrika, Namibia, Botswana, der Demokratischen Republik Kongo und Sierra Leone, in Australien und in Russland. Es wurden aber auf allen Kontinenten Diamanten gefunden. In Europa gibt es bei Archangelsk ein Vorkommen. Die Weltproduktion an Naturdiamant liegt heute bei etwa zwanzig Tonnen pro Jahr und deckt bei weitem nicht mehr den Bedarf der Industrie. Etwa 80 Prozent des Bedarfs können die Naturdiamanten nicht decken. Daher decken in steigendem Masse synthetisch erzeugte Diamanten, deren Eigenschaften wie Zähigkeit, Kristallhabitus, Leitfähigkeit und Reinheit genau bestimmt werden können, diese Lücke.
Ein Diamant hat eine sehr hohe Lichtbrechung und einen starken Glanz, gepaart mit einer auffallenden Dispersion, weshalb er traditionell als Edelstein geschliffen wird. Erst durch die Erfindung moderner Schliffe im 20. Jahrhundert, durch die das Feuer eines Diamanten erst richtig zur Geltung kommt, wurde sein wahrer Wert offenbar. Es beruht auf zahllosen inneren Lichtreflexionen, die durch den sorgfältigen Schliff der einzelnen Facetten hervorgerufen werden, welche in speziell gewählten Winkelverhältnissen zueinander stehen müssen. Mittlerweile werden Schliffe und deren Wirkung auf Rechnern simuliert und die Steine auf Automaten geschliffen, um über eine exakte Ausführung optimale Ergebnisse zu erreichen. Nur ein Viertel aller Diamanten ist qualitativ überhaupt als Schmuckstein geeignet. Davon wiederum erfüllt nur ein kleiner Bruchteil die Kriterien, die heute an Schmucksteine gestellt werden: ausreichende Grösse, geeignete Form, hohe Reinheit, und je nach Wunsch Farbigkeit oder Farblosigkeit.
Der erste überlieferte Diamantfund stammte aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. aus Indien. Bereits damals sagte man Diamanten magische Wirkungen nach, weshalb man sie auch als Talismane nutzte. Diamanten waren auch bei den alten Römern bekannt und wurden sehr geschätzt. Die Verwendung von Diamanten als Werkzeug beschreibt schon Plinius der Ältere in seinem Werk Naturalis Historia, XXXVII 60. Um 600 n. Chr. wurde der erste Diamant auf der indonesischen Insel Borneo gemeldet, doch obwohl Indien nun nicht mehr die einzige Quelle war, blieben die indonesischen Funde unbedeutend, da die Anzahl zu gering und der Transport zu den Handelsstädten zu weit war. Erst im 13. Jahrhundert entdeckte man, dass sich Diamanten bearbeiten lassen, was jedoch in Indien abgelehnt wurde, da die Steine so angeblich ihre magischen Kräfte verlieren könnten. Der heutige typische Brillantschliff wurde erst um 1910 entwickelt.
Im 18. Jahrhundert fingen die indischen (und auch die indonesischen) Minen an sich zu erschöpfen. Als ein Portugiese auf der Suche nach Gold in Brasilien war, entdeckte er den ersten Diamanten ausserhalb Asiens. Dieser Fund verursachte einen "Diamantenrausch". Den ersten Diamanten im Muttergestein Kimberlit fand man 1869 in Südafrika (Kimberley). Ein Jahr später übernahm Südafrika die Rolle des Hauptlieferanten, da auch Brasiliens Funde seltener wurden. Auf der Weltausstellung in Philadelphia 1876 wurden erstmals mit Diamanten besetzte Steinsägemaschinen einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. 1926 entdeckte man auch an der Atlantikküste Diamanten und 1955 wurde schliesslich der erste Diamant künstlich hergestellt. Den ersten Diamanten auf dem Meeresgrund fand man erst 1961. Heute ist Australien Hauptlieferant für Diamanten. 2005 mietete der DeBeers-Konzern für zwei Jahre einen Zeppelin zur Diamantensuche im südlichen Afrika.
Die Gewinnung der kostbaren Steine liegt fast auf der ganzen Welt unangefochten in den Händen einer Firma: De Beers. Angefangen hat all das am Orange River in Südafrika. Im Jahr 1866 fand der Farmer Schalk van Niekerk am Ufer des Flusses einen Kiesel mit einem ganz besonderen Glitzern. Das Diamantenfieber lockte kurz danach Glücksritter aus der ganzen Welt an. Sie fielen wie die Heuschrecken über die Gegend her. Sie liessen Frau und Kinder zurück und gaben ihr letztes Hab und Gut fort, in der Hoffnung, als reicher Mann heimzukehren. Der Farmer Johann De Beer verkaufte seine Farm für 6000 Pfund, das hundertfache vom ursprünglichen Kaufpreis, bevor die Meute auch seinen Boden zerpflügte. De Beer machte ein gutes Geschäft und verschwand. Sein Name aber ging in die Geschichte ein, denn kurz darauf wurde auf seinem Land die grösste Mine Südafrikas entdeckt. 350 Meter tief und einen halben Kilometer breit: das grösste von Menschenhand gegrabene Loch der Erde (The Big Hole). Fast zwei Tonnen Diamanten gab die Mine her, bevor sie 1914 aufgegeben wurde.
Seit mehr als hundert Jahren diktiert die Firma De Beers, benannt nach dem Glück bringenden Stück Land, die Preise für Rohdiamanten in aller Welt. Begründet wurde das Firmenimperium von zwei völlig unterschiedlichen Männern. Dem Patrioten Cecil D. Rohdes ging es um die englische Krone und um Macht. Sein Widersacher Barney Barnato strebte nach Reichtum und gesellschaftlicher Anerkennung. Mit dem richtigen Gespür kauften beide den bankrotten Schürfern ihre Claims ab und machten so Millionengewinne. Erst nach vielen Jahren harter Konkurrenz gründeten die beiden Rivalen am 18. Juli 1898 gemeinsam die De Beers Mining Company und legten damit den Grundstein zu einer einzigartigen Erfolgsstory. Die Minen von einst sind heute erschöpft, immer wieder müssen neue erschlossen werden. Um sich die Vorherrschaft auf dem Diamantmarkt auf lange Sicht zu sichern, setzt De Beers auf modernste Technik.Satelliten suchen aus dem All nach erkalteten Vulkanen, die im Verborgenen unter der Erde schlummern. Im Institut für Geowissenschaft von Johannesburg werden die gesammelten Daten ausgewertet. Verdichten sich die geologischen Hinweise, werden Experten-Teams ausgeschickt, um nach Spuren von Diamantenvorkommen zu suchen. Mit Probebohrungen wird überprüft, ob sich das Anlegen einer Mine wirtschaftlich lohnt. Die Suche nach den seltenen Juwelen ist ein stetiger Kampf an allen Fronten