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Nomis Arbogast
Der Homo Nienetwilensis hat sich aus dem Homo erectus entwickelt und aus ihm wiederum der Homo sapiens. Da die beiden Populationen stets engste Kontakte pflegten, sind sie heute genetisch nicht voneinander zu unterscheiden. Ein Unterschied, und zwar ein bedeutender, besteht lediglich in ihrer Kultur.
Beim Homo Nienetwilensis handelt es sich um eine Population der Gattung Homo.
Sie hat sich, so der Stand der Forschung heute, wie zuvor der Denisova-Mensch und der Homo Neandertalensis aus dem Homo erectus entwickelt. Die Abspaltung des Nienetwilensis geschah vor ca. 550’000 Jahren, und aus ihm entwickelte sich der moderne Mensch, der Homo sapiens.
Mit Beginn der Riss-Kaltzeit vor ca. 300’000 Jahren bildete sich das heraus, was wir heute als Nienetwiler Kultur bezeichnen. Es wird vermutet, dass hauptsächlich klimatische Veränderungen die Ursache dafür waren, dass sich Nienetwilensis und archaischer Sapiens geografisch trennten.
Diese Trennung war nicht komplett, denn der Homo Nienetwilensis zeichnete sich insbesondere durch seine ausgeprägten Wanderbewegungen aus – die Symbole, die Nienetwilensis-Populationen im gesamten besiedelten Raum der Welt hinterliessen (es sind Zehntausende), sind beredte Zeugen davon. Diese Wanderungen einzelner Nienetwilensis-Gruppen von und zu Siedlungsgebieten anderer Nienetwilensis-Gruppen führten zwangsläufig auch zu Kontakten zu anderen Populationen wie etwa Denisova oder Neandertalern und vor allem natürlich archaischen Sapiens.
Mit dem Ende der Riss-Kaltzeit ist eine starke Zunahme der Kontakte zwischen den Nienetwilensis und den Sapiens-Populationen zu beobachten. Dies wohl auch aufgrund der stark anwachsenden Besiedlung des europäischen Kontinents, der nach dem Beginn der Eem-Warmzeit wieder eisfrei wurde. Auf dem afrikanischen Kontinent waren diese Kontakte stets stärker gewesen und auch die Kultur der beiden genetisch gleichen Populationen war sich sehr ähnlich. Man geht heute davon aus, dass es die grossen Wanderbewegungen und der dadurch zustande gekommene Kontakt zu weiteren Nienetwilensis-Gruppen sowie anderen Populationen gewesen sind, welche die Nienetwiler Kultur eine in vielen Belangen andere Richtung einschlagen liess. Die Symbole beginnen sich in der Nienetwiler Kultur von Südafrika bis in den hohen Norden anzugleichen, was definitiv beweist, dass es offenbar einen Wissensaustausch gegeben hat. Dieser Austausch fand aber nicht nur innerhalb der Nienetwiler Kultur statt. Es ist zu beobachten, dass verschiedene kulturelle Leistungen mit allen Gruppen geteilt wurden.
Zu Beginn der Würm-Kaltzeit vor ca. 120’000 Jahren trennten sich die Wege auf dem europäischen Kontinent wieder. Der Homo sapiens war grösstenteils auf den afrikanischen Kontinent zurückgekehrt und hatte die Gebiete wieder den Denisova, Neandertalern und den Nienetwilensis überlassen. Doch auch in dieser Zeit blieben die Kontakte aufgrund der stets gleichen Wanderbewegungen immer bestehen.
Bei der Ausbreitung des Homo sapiens in Richtung Osten vor ca. 100‘000 Jahren folgte dieser – wie zahlreiche Funde belegen – nicht nur den Siedlungsplätzen der Denisova-Menschen, sondern und vor allem auch denen der Nienetwiler Kultur.
Jungsteinzeit bis Antike – die Skandaj
Die Wanderbewegungen der Nienetwilensis und der Austausch mit anderen Gruppen derselben Kultur sowie Gruppen des Sapiens verhinderten ein Grösserwerden der eigenen Gruppen. Sie wollten offensichtlich agil bleiben, und so kann man davon ausgehen, dass sich die Gruppen aus kaum mehr als zwanzig oder dreissig Individuen zusammensetzten.
Demgegenüber begann der moderne Mensch, sich niederzulassen. Dies ermöglichte ihm den Anbau von Nahrungsmitteln und die Domestizierung von Tieren. Innerhalb dieser Sapiens-Gruppen entstand jedoch auch ein Wettstreit um Jagdreviere, Siedlungsplätze usw. mit anderen Gruppen.
In der Nienetwiler Kultur kannte man feste Siedlungen seit vor gut 300’000 Jahren. Sie dienten aber nicht dem dauerhaften Aufenthalt, sondern einerseits als Lager im Winter, anderseits waren es Plätze für Begegnungen mit anderen wandernden Gruppen. An diesen Stellen, später [[garth]] genannt, wurde Wissen ausgetauscht und es wurden wohl auch sexuelle Verbindungen eingegangen. Es gab jedoch, im Gegensatz zu den «Siedler-Menschen», keinen Druck bezüglich Jagdreviere usw. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich, wie dies in vielen nomadischen Kulturen zu sehen ist, klare Übereinkünfte herausbildeten, die verhinderten, «dass man sich gegenseitig auf die Füsse stand». Die Angehörigen der Nienetwiler Kultur bildeten neben einer Sprache auch lange vor den meisten anderen Kulturen eine Symbolschrift heraus, die es ihnen erlaubte – meist an Steinen –, Nachrichten für andere Gruppen zu hinterlassen. Eine auf ca. 14’000 Jahre v.u.Z. datierte alte Steinstele zeigt eine Hand mit ausgestreckten Fingern, das Symbol eines Hügels und eines Weges, und daneben das Symbol der «zwei Messer», welches als «Vorsicht, kriegerische Gruppe» überliefert ist. Man geht daher davon aus, dass sich die ab dieser Zeit festzustellende Tendenz, den «Sesshaften-Siedlungen» aus dem Weg zu gehen, auf deren ansteigenden kriegerischen Willen zurückzuführen ist.
“’Die Skandaj“‘, wie sie sich ab ca. 7000 v.u.Z. selber nennen, weichen dem Kontakt mit den «Sesshaften» nun aus und legen in den abgeschiedenen, überall auf der Welt noch existierenden Urwäldern neue Winterlager und [[medan]] (Versammlungsplätze) an.
Da wegen des zunehmenden Siedlungsdrucks eine freie Jagd- und Sammeltätigkeit immer schwieriger wurde, ist ab dem 2. Jahrtausend v.u.Z. noch einmal ein deutlicher Rückzug auszumachen. Zudem beginnen die Skandaj, vermehrt ihr Wissen, insbesondere im Handwerk, den «Sesshaften» im Tausch gegen Notwendiges anzubieten.
Ihre hohe handwerkliche Geschicklichkeit und ihr technisches und sprachliches Wissen brachte ihnen bei den Griechen der Antike die anerkennend gemeinte Bezeichnung «techne» oder «tekoi» (Handwerker) ein.
Mit der Ausbreitung der Grossreiche begann der Niedergang der Nienetwiler Kultur, wie sie bis dahin Bestand gehabt hatte. In vielen Gebieten der Welt, die noch kaum besiedelt waren und mit deren «Einheimischen» (die man durch die Wandertätigkeit und den Austausch ja seit Jahrtausenden und Jahrhunderten kannte) sie gute Kontakte pflegten, konnten sich verschiedene Skandaj-Gruppen in kleinen Siedlungen niederlassen, die sie, soweit möglich, nur im Sommer bewohnten. Andernorts gab es Skandaj-Gruppen, die in kleinen Siedlungen von maximal dreissig, vierzig Personen sesshaft wurden.
In den Skandaj-Überlieferungen ist zudem von kleinen Gruppen die Rede, die nach wie vor in unglaublicher Geschwindigkeit durch die Welt zogen und von Skandaj-Gruppe zu Skandaj-Gruppe wanderten, um dort Ausrüstung und Nahrung gegen Wissen zu tauschen. Kleingruppen reisten wohl tatsächlich mehrere Tausend Kilometer pro Jahr.
Antike bis Neuzeit
Die Ausdehnung des Römischen Reiches sowie anderer Grossreiche festigte immer mehr die der Nienetwiler Kultur innewohnende Abneigung gegen diese Gesellschaftsform und bestärkte die Nienetwiler darin, ihre überlieferte Kultur zu hüten. Obwohl immer mehr Gruppen und Einzelindividuen vollständig oder zumindest zeitweise sesshaft wurden, blieb der Austausch zwischen den nun in der ganzen Welt verstreuten Gruppen bestehen.
Grosse Bewegungen verschiedener Völker erleichterten teilweise die Reisetätigkeit der Skandaj, konnten jedoch den Druck, sich zurückziehen zu müssen, nicht mindern.
Dieser wurde wegen der zunehmenden Reisebeschränkungen im Mittelalter noch stärker und blieb bis heute bestehen.
Heute wird die Zahl der Skandaj auf ca. 25’000 bis 30’000 geschätzt. Sie sind in 42 Stämmen über die ganze Erde verteilt.
Sprache
Ihre Sprache nennen die Skandaj «Alaju». Sie ist nach neuesten Forschungen mit allen Sprachen dieser Welt verwandt.
- Inhaltsverzeichnis CRN 1-2020-1
- Einleitung der Herausgeber
- Vorwort
- Das Nienetwil-Projekt
- Was ist «visionäre Vergangenheitsforschung»?
- Biografie von d’Aciel Arbogast I.
- Die Stellung des Handwerks und Werkzeugs in der Nienetwiler Kultur
- Biografie Amot Nussquammer sen.
- Einführung in die Nienetwiler Kultur von Amot Nussquammer sen.
- Briefverkehr zweier Freunde und Streithähne
- Ursprung der Nienetwiler Kultur
- Biografie Nomis Arbogast
- Fundbeschreibung und eine kleine Zeitreise in die Nienetwiler Kulturgeschichte
- Ausblick CRN Nr. 2
- Impressum-Autoren CRN 1-2020-1