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Eine am Montag (6.) im Rathaus von Rio de Janeiro eröffnete Fotoausstellung erzählt die persönliche und politische Geschichte von Marielle Franco, der 2018 ermordeten Stadträtin der PSOL. Die Fotos/Bilder werden bis zum 30. November zu sehen sein. Interessierte können die Ausstellung von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr Ortszeit kostenlos besuchen.
Die Initiative geht auf das Mandat von Stadträtin Monica Benicio zurück, in Zusammenarbeit mit dem Marielle Franco Institute, einer gemeinnützigen Organisation. Das Institut wurde von Marielles Familie gegründet und entwickelt Maßnahmen zur Stärkung von schwarzen Frauen, LGBTQIA+ und Menschen in Randgebieten. Ziel ist es, das Vermächtnis der Stadträtin lebendig zu halten. Monica Benicio ist die Witwe von Marielle. Im Jahr 2020 wurde sie in das gleiche Amt gewählt wie Marielle Franco. Sie ist die derzeitige Fraktionsvorsitzende der PSOL im Stadtrat.
„Diese Ausstellung zeigt das Leben von Marielle anhand von wunderschönen Fotos, die viele Emotionen in uns wecken. Sie ist ein grundlegendes Werk, um die Erinnerung an meine Frau und ihren unermüdlichen Kampf für die Menschenrechte wachzuhalten“, sagte Monica in einer von ihrem Mandat veröffentlichten Erklärung. Die Ausstellung hat bereits die UERJ [Staatliche Universität von Rio de Janeiro] durchlaufen und befindet sich nun in der Abgeordnetenkammer, wo, wie die Stadträtin betont, „Marielle ihr Mandat mit Bravour ausübte, es aber nicht beenden konnte, weil ihr Leben durch ein brutales Verbrechen beendet wurde, das noch immer nicht aufgeklärt ist“.
Marielle Franco war bei den Wahlen 2016 die fünftstärkste Stadträtin in Rio de Janeiro gewesen und befand sich in ihrer ersten Amtszeit, als der Mord geschah. Sie war auf dem Rückweg von einer politischen Veranstaltung, als das Auto, in dem sie saß, von einem anderen Fahrzeug aus beschossen wurde. Der Fahrer, Anderson Gomes, starb ebenfalls. Die ehemaligen Polizeibeamten Élcio Queiroz und Ronnie Lessa, die als Täter angeklagt sind, sitzen im Gefängnis und warten auf ihren Prozess. Die Hintermänner der Tat sind jedoch noch unbekannt, die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
Die Ausstellung ist zwar bereits öffentlich zugänglich, wird aber erst am 17. November offiziell eröffnet. Bei dieser Gelegenheit wird die Stadträtin Monica Benicio den 1. Cria pra Cria-Preis verleihen, der darauf abzielt, das Bild der Favela als ein durch Gewalt stigmatisiertes Gebiet zu beseitigen und es aus einer künstlerischen Perspektive neu zu gestalten. Mehr als 40 Favela-Künstler, -Kollektive und -Mobilisatoren im Bereich der Kultur werden in der Plenarsitzung des Rathauses geehrt.