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Ein Beitrag von procafé – Vereinigung zur Förderung von Kaffee
Fairer Kaffeeanbau
- Innerhalb der modernen Kommunikationsgesellschaft, die von wirtschaftlichem Wohlstand geprägt ist, interessieren sich Konsumentinnen und Konsumenten bei Produkten, die aus fernen Ländern stammen, zunehmend für die Umstände, unter denen sie produziert wurden. Sie wollen wissen, woher ein Produkt stammt und ob es unter sozialverträglichen, fairen Bedingungen hergestellt wurde.
- Diesem Anspruch werden die Mitglied-Firmen von Procafé gerecht, indem sie sich bei der Beschaffung des Rohkaffees auf Quellen konzentrieren, die sie kennen und deren Produktionsbedingungen den sozialen Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten so weit als möglich entsprechen.
- Sozialverträglichkeit ist neben umweltverantwortlichem und rentablem Wirtschaften einer der drei Pfeiler, auf denen Nachhaltigkeit beruht. Ob ein Rohstoff oder ein Produkt sozialverträglich angebaut oder hergestellt wurde, entscheidet sich aufgrund der im konkreten Einzelfall gegebenen Arbeitsbedingungen.
- Die im Kaffeeanbau wesentlichen Kriterien zur Beurteilung der Sozialverträglichkeit sind:
- Der Preis, den der Kaffeebauer im Verhältnis zum Konsumentenpreis erhält. Dieser soll dem Anteil der Leistung des Kaffeebauern in der Wertschöpfungskette gerecht werden und eine menschenwürdige Existenz ermöglichen;
- Die Arbeitsbedingungen aller im Anbau von Kaffee beschäftigten Personen. Dabei geht es einerseits um die Einhaltung der einschlägigen Normen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und andererseits um den Verzicht auf Pestizide, welche die Gesundheit der Menschen gefährden.
- Eine besondere Herausforderung ist die Kinderarbeit. Grundsätzlich ist gegen die Mithilfe der Kinder im Rahmen der Familie, wie das in unseren Breitengraden auch üblich ist, nichts einzuwenden. Entscheidend ist aber, dass die Kinder die Schule besuchen können, genügend Freizeit zum Spielen haben, körperlich nicht überanstrengt werden und nicht gefährdet werden.
- Die Rahmenbedingungen für den Kaffeeanbau sind von Region zu Region unterschiedlich. Die sozialen Bedingungen und der Zugang zu Bildungsangeboten sind nicht in allen Produktionsländern gleich.
- Durch die Zusammenarbeit mit Institutionen, welche den Absatz von sozialverträglich produziertem Kaffee fördern, unterstützen namhafte Akteure der Schweizer Kaffeewirtschaft Bestrebungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der Kaffeeproduktion in den Anbaugebieten. Der aufgrund der Jahresberichte von Organisationen wie beispielsweise Max Havelaar ableitbare Marktanteil für Fairtrade-Kaffee beträgt derzeit etwa 5 Prozent. Mit Blick auf andere im fairen Handel tätige Organisationen wie UTZ Certified, Rain Forest Alliance, „4 C“- oder „Triple A“-Programm, bei welchen sich Mitglied-Firmen von Procafé aktiv engagieren, dürfte der effektive Anteil von sozialverträglichem Kaffee signifikant höher sein. Er wird derzeit auf 20 Prozent geschätzt, mit steigender Tendenz. Procafé und ihre Mitglied-Firmen interessieren und engagieren sich zusätzlich für die Arbeitsbedingungen der nicht mit einem Fairtrade-Label produzierten und vermarkteten Kaffeebohnen.
- Um zu wissen, woher der Kaffee kommt und welche sozialen Bedingungen dort herrschen, kaufen die Mitglied-Firmen von Procafé den Kaffee zunehmend direkt im Ursprungsland ein. Die dadurch verkürzte Handelskette ermöglicht einen besseren Informationsfluss und eine unmittelbarere Einflussnahme auf die Produktion. Mit motivierenden Anreizen zur Produktion hochwertiger Kaffeebohnen tragen Mitglied- Firmen von Procafé wirksam zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kaffeebauern und ihrer Familien bei.
- Die Schweizer Kaffeewirtschaft ist an sozialverträglich produziertem Kaffee interessiert. Sie begrüsst deshalb im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit alle Massnahmen, welche in den Produktionsgebieten die eigenverantwortlich organisierten kleinbäuerlichen und genossenschaftlichen Strukturen fördern.