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Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Lukas 10,20
Ich wäre seinerzeit sehr enttäuscht gewesen, wenn ich nicht «fichiert» worden wäre – vom Staatsschutz, das heisst im Klartext: von der Kommunismus-Abwehr-Lobby. Meine politischen Sympathien waren durchaus linkslastig. Als ich die Fiche dann in den Händen hielt, war ich trotzdem enttäuscht: Was darin verzeichnet war, war so ungemein harmlos, aus der linken Perspektive gesehen. Es entbehrte jeder Heldenhaftigkeit. Einige meiner Bekannten hatten viel bedeutendere, interessantere, oft auch amüsante Fichen. Mein Überwacher war sehr langweilig objektiv gewesen!
Was bedeutet es denn überhaupt, «registriert» zu sein? Es bedeutet, dass man «an höherer Stelle» bemerkt worden ist, dass also unser Tun und Reden eine Wirkung hatte, dass wir «jemand» sind – positiv oder negativ ist eher zweitrangig. Im «Himmel» registriert zu sein bedeutet demnach, dass wir über die Welt hinaus, jenseits unseres Ansehens bei den Menschen, jemand sind, einen Namen haben. Jesus sagt es an dieser Stelle zu den Jüngern, die von einer Missionsreise zurückkommen, also etwas geleistet haben. Aber er bezieht es immer wieder auf alle Menschen, oft ganz besonders auf jene, die wir nicht registrieren würden. Wir sind also alle nicht namenlose Rädchen in einem unüberschaubaren Getriebe, sondern Persönlichkeiten mit einer bestimmten Rolle. Das zu wissen, gibt mir Freude, meine Rolle auch zu spielen als diejenige, die ich geworden bin, meine Menschenwürde wahrzunehmen und den Sinn meines Lebens darin zu finden.