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Das Gebiet El Bierzo
Lage des Bierzo‘s in Kastilien-León (España)
Das Bierzo ist eine Landschaft in der autonomen Gemeinschaft Kastilien-León im Nordwesten Spaniens. Die gleichnamige „Comarca“ (Region) umfasst den westlichen Teil der Provinz León, grenzt im Norden an die Region Asturien und im Westen an die Region Galicien. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 2‘828 km², in dem 134‘738 Einwohnern leben (Stand 2007), davon etwa die Hälfte in der Hauptstadt Ponferrada. Das Bierzo ist auch bekannt als Weinbaugebiet.
Geografische Lage
Das Bierzo ist ein tektonisches Becken, das auf etwa 500 m Höhe liegt und von ca. 2000 m hohen Gebirgszügen umgeben ist. Diese trennen es im Nordwesten mit der Sierra de Caurel und der Sierra de los Ancares von Galicien, im Norden mit der kantabrischen Gebirgskette und der Sierra de Gistredo von Asturien, im Nordosten mit den Montes des León vom Rest der Provinz und im Süden und Südosten mit den Montes Aquilanos und der Sierra de Pobladura von der Provinz Zamora und der leonesischen Region La Cabrera. Hauptfluss des Bierzo ist der nach Galicien abfließende Sil.
Bevölkerung
Wegen der geografischen Isolierung bis zum Ende der 60er Jahre haben die ´Bercianos´ ihre eigenen Dialekte, ihre Kultur, Essgewohnheiten und auch politische Einstellungen nicht abgelegt. Sie fühlen sich weder als Galizier, Asturianer und auch nicht als Bürger der leonesischen Nordmeseta. Die traditionellen dialektalen Sprechweisen des Bierzo werden im Westen (um Villafranca) zum Galizischen, im Osten hingegen zum Leonesischen gezählt. Die junge Bevölkerung spricht jedoch vorwiegend Kastillisch, die spanische Nationalsprache.
Klima und Vegetation
Das Bierzo hat ein eigenes Mikroklima. Hier vermischen sich das nordwestliche Seeklima von Galizien und Asturien mit dem kontinentalen Klima der nördlichen Meseta, die umgebenden Bergketten halten kalte Winde ab. Folge davon ist ein exzellentes Wachstum von Obst, Gemüse und Wein.
Wirtschaft
Bis vor wenigen Jahren prägte vor allem der Abbau hochwertiger Anthrazitkohle mit den Zentren Fabero, Toreno, Bembibre und Brañuelas die Wirtschaft. Damit verbunden war Metallverhüttung und die Elektrizitätswirtschaft mit dem 1944 gegründeten Kohlekraftwerk Compostilla nordöstlich von Ponferrada. Wie überall in Europa nahm dieser Sektor aber ständig ab. Viele Kleinzechen mussten schliessen und einer grossen Tagebauanlage nördlich von Fabero weichen. Von weiterer Wichtigkeit ist der Schieferabbau in der Nähe von Puente de Domingo Florez sowie die Zementindustrie in Toral de los Vados und die Glasherstellung in Camponaraya. Daneben existiert ein weites Netz kleiner und mittelständischer Industriebetriebe. Auch der Dienstleistungssektor nimmt wie überall im Land zu, Zentrum ist dabei Ponferrada. Die Landwirtschaft ist durch den Anbau von Wein, Obst, Paprika und Tomaten sowie der Fleischerzeugung (Paprikawurst, Salami und Schinken) geprägt. Zentren des Anbaus und der Vermarktung von Rotwein aus der Appellation Bierzo sind Cacabelos, Villafranca del Bierzo, Camponaraya und Cabañas Raras. Wichtigste Rebsorte ist die Mencía-Traube.