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Sojaproteine senken das Fortschreiten der Arteriosklerose bei postmenopausalen Frauen. Besonders bei den Frauen, die innerhalb von kurzer Zeit nach ihrer Menopause das Sojaprotein konsumierten, zeigte sich eine signifikante Reduktion der Arteriosklerose-Progressionsrate um 68 Prozent.
Diese Erkenntnisse gewannen Forscher um Howard Hodis von der USC Keck School of Medicine in Los Angeles. Sie veröffentlichten ihre Resultate in der Zeitschrift Stroke: Journal of the American Heart Association (doi: 10.1161/ STROKEAHA.111.620831).
Schon seit längerem gibt es Vermutungen, dass Stoffe, die an den Östrogenrezeptor binden, zum Beispiel Sojabohnen-Isoflavone oder selektive Östrogenrezeptormodulatoren, einen günstigen Effekt auf die koronare Herzkrankheit haben könnten.
Um diese These zu überprüfen, führten die Forscher eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 350 postmenopausalen Frauen im Alter zwischen 45 bis 92 Jahren durch.
Die Studienteilnehmerinnen bekamen entweder 25 Gramm Sojaprotein pro Tag oder ein Placebo über einen Zeitraum von 2,7 Jahren. Keine der Studienteilnehmerinnen wies beim Start der Studie einen Diabetes mellitus oder eine kardiovaskuläre Erkrankung auf.
Die Forscher untersuchten die Compliance der Studienteilnehmerinnen mithilfe von Plasma- und Urin-Isoflavon-Messungen. Bei der Placebogruppe erreichte die Compliance 86,5 Prozent und bei der Sojabohnenprotein-Gruppe lag sie bei etwa 91 Prozent.
Die Progressionsrate der Karotis-Intima-Mediadicke war bei der Sojabohnenprotein-Gruppe etwa um 16 Prozent tiefer als bei der Placebogruppe. Bei den Frauen, bei denen nur etwa fünf Jahre seit der Menopause vergangen waren, war die Progressionsrate noch wesentlich tiefer. Insgesamt war die Progressionsrate der Karotis-Intima-Mediadicke in dieser Untergruppe um etwa 68 Prozent vermindert.
Abschließend stellten die Forscher fest, dass auch die HDL-Konzentrationen, bei der Sojabohnenprotein-Gruppe signifikant angestiegen waren.
Quellen:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47546/Weniger_Arteriosklerose_durch_Sojabohnen.htm
http://stroke.ahajournals.org/content/early/2011/09/08/STROKEAHA.111.620831.abstract
Kommentar & Ergänzung:
Über mögliche Wirkungen von Soja werden unzählige Studien durchgeführt. Oft handelt es sich dabei allerdings um epidemiologische Studien, bei denen eine Bevölkerungsgruppe mit hohem Sojakonsum mit einer Bevölkerungsgruppe mit tiefem oder fehlendem Sojakonsum verglichen wird bezüglich dem Auftreten gewisser Krankheiten. Kommt eine Krankheit bei Soja-Essern weniger häufig vor als bei Soja-Abstinenten, so schliesst man daraus, dass Soja einen gewissen Schutz bietet gegen diese Krankheit.
Das Problem bei dieser Art von Studie ist, dass damit ein Zusammenhang nur nahe gelegt, nie aber zweifelsfrei belegt werden kann. Es ist nämlich immer möglich, dass den Soja-Essern noch ein weiterer Faktor gemeinsam ist, welcher den Schutzeffekt bewirkt.
Im Gegensatz dazu ist die oben beschriebene Studie zum Thema Soja & Arteriosklerose eine Doppelblind-Studie, bei welcher eine Soja-Gruppe mit einer Placebo-Gruppe verglichen wurde. Diese Art von Studie ist in ihrer Aussagekraft stärker als die epidemiologischen Studien.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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