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Kreislaufsituation
Zwei Ereignisse sind während der Geburt für die funktionelle Anpassung des Körpers an das postnatale Leben verantwortlich:
- Unterbrechung des plazentaren Kreislaufes
- Entfaltung der Lungen mit dem ersten Atemzug
Die Zufuhr von Blut aus der Plazenta über den Ductus venosus in den Körper wird mit der Durchtrennung der Nabelschnur unterbrochen. Dadurch vermindert sich auch die Blutzufuhr in den rechten Vorhof massiv und der Druck im rechten Vorhof wird reduziert. Gleichzeitig verringert sich durch die ersten paar Atemzüge des Neugeborenen der Druck im kleinen Kreislauf massiv (vgl. Dilatation der muskulären Arterien des kleine Kreislaufes).
Die Konsequenz dieser Druckveränderungen im Körper ist eine Reduktion des Blutflusses über den Ductus arteriosus und eine Zunahme des Blutflusses durch die Lungen in den linken Vorhof und nicht mehr durch das nun geschlossene Foramen ovale.
Unterstützt wird dies durch den reflektorischen Schluss des Ductus arteriosus nach den ersten Atemzügen des Neugeborenen und die Erhöhung des Druckes im grossen Kreislauf, weil mit der Abnabelung das plazentare Niederdruckgebiet wegfällt.
Unmittelbar nach Geburt muss das Neugeborene anfangen, regelmässig zu atmen. Die ersten Atemzüge sind schwierig, weil die Lunge noch mit Flüssigkeit (ca. 50ml) gefüllt ist und die Alveolen bei Geburt kollabiert sind. Die Hälfte (50 %) dieser Flüssigkeit wird über die Lymphgefässe resorbiert, ein Viertel durch die Geburt herausgepresst (fällt weg bei Sectio caesarea) und der Rest gelangt über die Kapillaren in den Blutkreislauf. Die Alveolen der Lungen entfalten sich mit den ersten Atemzügen. Dieser Prozess wird durch die Anwesenheit des Surfactants unterstützt, indem er die Spannung der alveolären Oberfläche reduziert.