Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03546.jsonl.gz/2226

Zur besseren Übersicht und Navigierung sind die Kapitel einzeln aufrufbar. Für das Saisonthema 2015 sind speziell die Kapitel 4./6. und 15. interessant.
Und die Bibliographie für weitere Literatur:
Mit der Eroberung grosser Teile des heutigen Aargaus durch die Eidgenossen im April 1415 veränderte sich die politische Situation im ehemals habsburgischen Stammland der damaligen Landvogtei Aargau völlig. Habsburg-Österreich sah sich auf die Gebiete nördlich des Juras zurückgeworfen. Die Eroberung war zwar ein einschneidendes Ereignis und wurde trotz Versuchen der Habsburger zur Wiedergewinnung nicht wieder rückgängig gemacht. Dennoch dauerte es Jahre beziehungsweise Jahrzehnte bis sich die neue Herrschaft in den eroberten Gebieten etabliert hatte. Die Konflikte zwischen den Habsburgem und den Eidgenossen, die vor allem seit den Sempacher- und den Appenzellerkriegen in eine «heisse» Phase getreten waren, blieben noch einige Jahrzehnte heftig.
Nächste Kulmination war der Alte Zürichkrieg, nun wieder mit einem habsburgischen König im Reich. Bis zur «Ewigen Richtung» 1474 und der Erbeinung 1477 blieb der Konflikt virulent und hatte zum Resultat, dass die Eidgenossenschaft ihren Einflussbereich grösstenteils bis an die Rheingrenze ausdehnen konnte. Nach dem Wiederaufflammen der Gegensätze im Schwaben- oder Schweizerkrieg 1499 bildete schliesslich die Sanktionierung der Erbeinung durch Kaiser Maximilian I . im Jahr 1511 den offiziellen Schlusspunt der Auseinandersetzungen. Man könnte in diesem Zusammenhang von einem langen 15. Jahrhundert sprechen, von 1386 bis 1511, letztendlich auch von einem Jahrhundert der Entscheidung. (Bruno Meier, Dominik Sauerländer: 1415)
Vortrag von Peter Niederhäuser und Bruno Meier 2015: