Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03582.jsonl.gz/1731

Bei der Initiative handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Organisationen, die an der Planung oder Durchführung von Stilllegungen und damit verbundenen Forschungstätigkeiten beteiligt sind. Sie zielt darauf ab, Informationen über die neuen und aufkommenden digitalen Werkzeuge und Technologien bereitzustellen, die bei der Datenverwaltung, Planung, Genehmigung und Durchführung von Stilllegungsprojekten eingesetzt werden. Auch die Stilllegung steht, wie viele Bereiche des Nuklearsektors, vor einem technologischen Durchbruch, der durch den Einsatz von Spitzentechnologien wie künstlicher Intelligenz (KI), Automatisierung und Digitalisierung ermöglicht wird.
Im Laufe des Projekts werden drei Bereiche der Zusammenarbeit behandelt und es wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Diese befassen sich mit:
- der Auswahl digitaler Werkzeuge für eine Vielzahl unterschiedlicher Stilllegungsherausforderungen während der Planung und Durchführung
- Technologien für die Umwandlung unstrukturierter Altdaten in ein strukturiertes Format in Verbindung mit einem digitalen Modell der Anlage
- neuen Technologien für die Erstellung detaillierter digitaler Modelle aus Daten, die als Punktwolken vorliegen, einschliesslich der Verwendung automatisierter digitaler Werkzeuge
Die Arbeitsgruppen werden miteinander allgemeine Informationen über die Herausforderungen, Vorteile und Grenzen austauschen, die es beim Einsatz verschiedener Technologien zur Bewältigung unterschiedlicher Situationen gibt. Aber sie werden sich auch spezifischen Herausforderungen widmen – zu deren Bewältigung sie verschiedene Ansätze und Technologien anwenden – und die erhaltenen Ergebnisse detailliert analysieren.
«Ziel des Projekts ist die Zusammenarbeit und die Nutzung des Fachwissens einer Vielzahl von Organisationen, die an der Stilllegung von Kernkraftwerken beteiligt sind, um das Potenzial neuer und neu entstehender Technologien in diesem Bereich voll auszuschöpfen», sagte Olena Mykolaichuk, Leiterin der Abteilung für Kernbrennstoffkreislauf und Abfalltechnologie der IAEO. «Die Projektergebnisse werden 2025 in einem Bericht veröffentlicht, der Informationen über die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung und Fallstudien aus einer Vielzahl von Ländern enthält, die auf einer Reihe unterschiedlicher Stilllegungsherausforderungen und einem unterschiedlichen Informationsstand basieren.»
Die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Stilllegung werden auf der Internationalen Konferenz über die Stilllegung von Kernkraftwerken erörtert, die im Mai 2023 am Sitz der IAEO in Wien stattfinden wird. Während der Konferenz wird eine Sondersitzung zu den Perspektiven für eine effektivere und effizientere Stilllegung stattfinden, einschliesslich der Anwendung neuer Innovationen sowie bewährter Verfahren und Technologien aus anderen Branchen.
Bis 2030 werden einige Kernkraftwerke stillgelegt. Nach Prognosen der IAEO geht es um eine Anzahl an Kernkraftwerken, die im Jahr 2020 in der Summe noch einen Anteil zwischen 12 und 25% an globalen Nuklearstromproduktion hatten.
Quelle
A.D. nach IAEO, Medienmitteilung, 16. September 2022