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Die Kaffee-Kooperative "ISMAM" in Mexiko
Aus Fairtrade-Prämie realisierte ProjekteProjekte zur Steigerung der Kaffee-Qualität.
Kauf von Setzlingen.
Kompostherstellung.
Die Kaffee-Kooperative "ISMAM" in MexikoISMAM - Indígenas de la Sierra Madre de Motozintla - so der offizielle Name der indigenen Kleinbauernkooperative in Chiapas, hat sich vor allem zwei Ziele gesetzt: Die Bewahrung der indigenen Identität und der Umwelt sowie die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage ihrer Mitglieder durch den Kaffeeanbau und die eigenständige Vermarktung von organisch-biologisch produziertem Kaffee im In- und Ausland.
Das größte Entwicklungshemmnis in der Region Chiapas, mit einer Gesamtbevölkerung von rund 3 Millionen EinwohnerInnen , stellt noch immer die ausgeprägte feudale Agrarstruktur und die ungerechte Landverteilung dar. Rund 1 % der Bevölkerung besitzen 50 % des Bodens. Die damit verbundene ungerechte Einkommensverteilung hat zur Folge, dass 60 % der Leute nur die Grundschule absolviert haben, 30 % AnalphabetInnen sind und 30 % der Wohnungen keinen Strom- und Wasseranschluss haben. Besonders betroffen ist davon die indigene Bevölkerung.
Demokratische Mitbestimmung für alle MitgliederDie Kleinbauernkooperative ISMAM wurde vor dem Hintergrund dieser ungerechten Besitzverhältnisse und der schwierigen Situation der indigenen Bevölkerung im Jahr 1986 gegründet und hat ihren Sitz in Tapachula. Die heute 940 Mitglieder leben verteilt auf unterschiedliche Zonen - jede Zone wählt einen Delegierten bzw. eine Delegierte als VertreterIn für die monatliche Versammlung. Die Delegierten wählen ihrerseits den Vorstand und diverse Ausschüsse für die Funktionsdauer von zwei Jahren. Frauen haben eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Organisation, sie wirken in den verschiedenen Arbeitsgruppen mit und nehmen an regelmäßigen Treffen teil.
Die Aufnahme in die Kooperative ist an soziale und landwirtschaftliche Bedingungen geknüpft: Ein Mitglied darf kein(e) ZwischenhändlerIn sein, nicht mehr als 10ha Land besitzen, muss aktiv in der Organisation mitarbeiten und sich an die Auflagen des Biolandbaus halten.
Verbesserte InfrastrukturNeben diesen demokratischen Strukturen verfügt ISMAM auch über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stehen eigene Transportmittel sowie Lager- und Verarbeitungshallen zur Verfügung. Zudem gibt es Versuchsfelder für ökologischen Landbau. Außerdem verwaltet die Kleinbauernkooperative einen Sozialfonds und vergibt günstige Kredite an die Mitglieder. Schon vor Jahren startete die Kooperative erste Initiativen, selbst verarbeiteten Kaffee am lokalen Markt anzubieten. Noch heute verarbeitet und röstet ISMAM den Mitgliedskaffee für den lokalen Markt. Dieser erfährt als "Café Mam" steigende Nachfrage. Neben Kaffee werden auch Produkte des Eigenbedarfs angebaut - etwa Bohnen und Mais. Einige Mitglieder produzieren außerdem Honig.
Informationen zur Verfügung gestellt von
Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.
Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.
Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.
Rechte stärken, Lebensalltag verbessern
Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.
Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.
Prämie und politische Teilhabe
Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.
Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.
Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.