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Nach Kriegsende sah die Zukunft besser aus. Franz Kälin akquirierte Aufträge in der nähern Umgebung mit dem Velo, nach Zürich fuhr er mit der Bahn. Für neue Maschinen, die rascher und kostengünstiger arbeiten, reichte es vorerst nicht, man musste sich auf den Kauf von Occasionen beschränken.
Es waren nicht die grossen Aufträge, die er ausführte. In manchen Bereichen aber wurde Franz Kälins Druckerei zum eigentlichen Spezialisten in Einsiedeln. Briefbogen, Kuverts, Visitenkarten, Todesanzeigen, Totenbildchen und Danksagungskarten, druckte «man» in der Regel bei ihm.
Doch das Schicksal schlug wieder zu. Eine medizinische Fehlbehandlung hatte 1947 zur Folge, dass Franz Kälin-Hensler während eines Jahres fast völlig gelähmt und danach bis zu seinem Tode schwer gehbehindert war. Vom Bett aus erteilte er Sohn Franz, 1934, seiner Frau Josy und den Aushilfen die nötigen Direktiven. Da war es logisch, dass Franz jun. nach der Schulzeit eine Lehre als Schriftsetzer absolvierte. Seine verständnisvollen Vorgesetzten in Richterswil liessen ihn öfters früher nach Hause, damit er in Vaters Betrieb die anfallenden Arbeiten erledigen konnte. Auch wurde seine Lehrzeit um ein halbes Jahr gekürzt, als Anerkennung seiner guten Leistungen als Lehrling. 1953 konnte er in den elterlichen Betrieb eintreten.
Das war die Wende. Ein ausgebildeter Drucker wurde eingestellt, dann ein Drucker-lehrling. Der so professionalisierte Betrieb wuchs rasch. Auch konnte erstmals eine nigelnagelneue Druckmaschine gekauft werden. Im elterlichen Haus war bald kein Platz mehr. Der entscheidende Schritt geschah 1960. Von der Genossame Dorf-Binzen konnte eine Parzelle Land erworben werden. An der Kornhausstrasse 22 entstand ein Wohn- und Geschäftshaus mit 300 m2 Produktionsfläche. Es wurde 1961 bezogen. Welch ein Wechsel aus dem Keller an der Wänibachstrasse in die hellen, grosszügigen Räume!
Der Drucksaal im Jahre 1959 im Erdgeschoss an der Wänibachstrasse