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Vor zehn Jahren wurde der Nordosten Japans von einem Erdbeben und einem Tsunami heimgesucht, welche die Insel verwüsteten. Dank der riesigen Solidarität der Schweizer Bevölkerung konnte das SRK wirksame Nothilfe leisten und den Wiederaufbau kräftig unterstützen.
Am 11. März 2011 wurde der Nordosten Japans von einem Erdbeben der Stärke 9,1 auf der Richter-Skala erschüttert. Der Erdstoss selbst forderte zwar dank der guten, erdbebensicheren Bauweise nur wenige Opfer und richtete lediglich geringe Sachschäden an. Er löste aber einen gewaltigen Tsunami aus. Diese Katastrophe verursachte mehr als 150 000 Tote, 6000 Verletzte sowie den grössten Teil der Sachschäden. Zudem mussten 140 000 Menschen fliehen. Auch der berühmte Atomunfall von Fukushima war eine direkte Folge des Erdbebens.
Tausende Freiwillige in Aktion
Das japanische Rote Kreuz konnte dank seiner hervorragenden Vorbereitung auf den Katastrophenfall und seiner soliden Organisation innerhalb einer Stunde nach dem Erdbeben reagieren. Tausende Freiwillige arbeiteten Tag und Nacht, um den Verletzten und Obdachlosen zu helfen. Anschliessend konnte es einen grossen Teil des Wiederaufbaus im Auftrag der japanischen Regierung bewerkstelligen.
Umfangreicher Wiederaufbau
Das SRK setzte sich ebenfalls für ihre Schwesterorganisation ein. Es gab 1 Million Franken für Nothilfe frei, um Haushaltsgeräte (Wasserkocher, Dampfkochtöpfe und Kühlschränke) und provisorische Unterkünfte zu finanzieren. Des Weiteren wurden sofort neun REDOG-Hundeführerinnen und –führer mit ihren Hunden vor Ort geschickt, um nach Verschütteten zu suchen.
Das SRK leistete jedoch vor allem beim Wiederaufbau mit Projekten von fast 23 Millionen Franken massive Hilfe in Japan. «Dank der grosszügigen Unterstützung der Schweizer Bevölkerung konnte das SRK direkt helfen», erklärt Lorenz Indermühle, stellvertretender Leiter des Departements Internationale Zusammenarbeit beim SRK. «Wir sind stolz darauf, dass das SRK zusammen mit der Caritas, der Glückskette und der DEZA eines der ersten Wiederaufbauprojekte des Japanischen Roten Kreuzes umsetzen und abschliessen konnte. So wurde das Spital Onagawa in Miyagi an die neue Bevölkerungsstruktur angepasst und eingeweiht, noch bevor in der Stadt das erste Haus wiedererrichtet werden konnte. Ausserdem wurden in Iwate zwischen 2011 und 2013 mehrere Kindergärten wiederaufgebaut.
Vorbereitung auf Katastrophen
Schliesslich hat auch das SRK viel aus diesem Ereignis gelernt. In der Folge baute es seine Fähigkeiten aus und erprobte diese, um auf Katastrophen in der Schweiz zu reagieren. 2020 konnte es seine Kompetenzen im Bereich der Katastrophenbewältigung während der Coronavirus-Pandemie umsetzen und die Hilfe des Roten Kreuzes im ganzen Land koordinieren.