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Als Waldbesitzerin, als Waldbesitzer können Sie selbst einen Schwerpunkt festlegen, auf den Sie die Bewirtschaftung Ihres Waldes ausrichten.
Mögliche Schwerpunkte sind:
- Holzproduktion
- Förderung der Waldbiodiversität
- Erholung
Sie möchten sich nicht auf einen Schwerpunkt festlegen? Elemente aus den verschiedenen Schwerpunkten lassen sich auch kombinieren. Es können auf der gleichen Fläche verschiedene Interessen berücksichtigt werden (multifunktionale Waldwirtschaft).
Holzproduktion
Ihr Fokus liegt auf der Produktion des Rohstoffs Holz.
Für die Planung eines Holzschlags und die damit verbundene Holzanzeichnung ist Ihre Revierförsterin, Ihr Revierförster zuständig. Nehmen Sie dazu Kontakt auf:
Im Rahmen der Holzproduktion unterstützt der Kanton folgende Massnahmen:
Naturnaher Waldbau
In der Schweiz ist der naturnahe Waldbau Voraussetzung für die Bewirtschaftung aller Wälder. Er stellt das Funktionieren des Ökosystems Wald langfristig sicher. Die übergeordneten Ziele des naturnahen Waldbaus sind: die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhalten, eine standortgerechte Baumartenmischung sicherstellen und die Vielfalt des Lebensraumes Wald fördern. Im Rahmen der Holzproduktion können etwa Lebensräume erstellt oder aufgewertet werden, die zu mehr Naturnähe beitragen.
Der Kanton Bern unterstützt spezifische Massnahmen für mehr Naturnähe, die sich gut in einen Nutzwald integrieren lassen:
Borkenkäferbekämpfung
Für die nadelholzreichen Waldgebiete in den tieferen Lagen des Mittellandes und des Aaretals hat der Regierungsrat im Rahmen eines Forstschutzprogramms Gelder für die Borkenkäferbekämpfung gesprochen. Die Gelder sind zeitlich befristet und werden an organisierte Privatwaldbesitzerinnen und -besitzer oder Waldunternehmen ausbezahlt, die die Trägerschaft für ein bestimmtes Gebiet übernehmen. Damit werden Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der gemeinschaftlichen Überwachung und Organisation von Bekämpfungsmassnahmen unterstützt.
Für ein Beitragsgesuch sind folgende Eckpunkte zu berücksichtigen:
- Die minimale Fläche der nadelholzreichen Waldgebiete innerhalb eines Projektperimeters muss mindestens 500 Hektaren umfassen.
- Pro Hektare bezahlt der Kanton 15 Franken für die intensive Überwachung und einen Bonus von 25 Franken für die Bekämpfung des Borkenkäfers, sofern diese zeit- und fachgerecht durchgeführt wird.
Die Massnahmen sollen dazu beitragen, dass die Waldbesitzenden die Fichten geordnet nutzen und die Bestände klimaangepasst verjüngen können.
Informationen zur Borkenkäferbekämpfung entnehmen Sie den beiden Publikationen:
Effiziente Bewirtschaftung des Waldes
Durch eine effiziente Erschliessung der Wälder wird die Holznutzung erleichtert. Für den Erhalt und die Optimierung des bestehenden Waldstrassennetzes und die Erschliessung mit Seillinien können unter bestimmten Bedingungen Beiträge gewährt werden:
Förderung der Waldbiodiversität
Ihr Fokus liegt auf der Vielfalt und dem Schutz einzelner Arten im Wald.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts hat die Biodiversität deutlich abgenommen. Gut 30 Prozent der in der Schweiz bekannten Arten gelten als bedroht. Der Wald bietet 36 Prozent der bedrohten Arten in der Schweiz einen Lebensraum und ist daher ein wichtiges Ökosystem für die Förderung der Biodiversität.
Die Schweiz hat sich zusammen mit anderen Ländern verpflichtet, bedrohte Arten gezielt zu fördern. Im Zentrum dieser Förderung stehen dabei die Erhaltung und Aufwertung sowie die Vernetzung von Lebensräumen.
Im Kanton Bern gibt es folgende Möglichkeiten, die Biodiversität im Wald zu fördern:
- Prioritäre Arten und Lebensräume auf kleineren Flächen fördern
- Teilreservate vertraglich sichern, um grossflächigere Lebensräume für prioritäre Arten langfristig aufzuwerten
- Habitatbäume stehen lassen
- Alt- und Totholzinseln schaffen
- Waldränder pflegen
- Wytweiden pflegen
- Totalwaldreservate vertraglich sichern, um die natürliche Dynamik im Wald zu ermöglichen
Die Förderung von Biodiversität und Holznutzung sind kein Widerspruch. Informieren Sie sich auf dieser Seite zum naturnahen Waldbau (Kapitel «Holzproduktion»).
Erholung
Ihr Fokus liegt auf der Erholungsfunktion für die Bevölkerung.
Im Berner Wald gilt das freie Betretungsrecht. Das heisst, dass Sie als Waldbesitzerin, als Waldbesitzer Freizeitaktivitäten und Erholung in Ihrem Wald zulassen müssen. Dabei ist wichtig, dass der Wald und seine Bewohner durch diese Erholungsnutzung nicht beeinträchtigt oder gestört werden. Insbesondere in urban geprägten Gebieten besuchen viele Anwohnerinnen und Anwohner den nahgelegenen Wald. Aber auch dort, wo es besondere Infrastrukturen gibt wie Ruhebänke, Feuerstellen, Waldhütten oder Biketrails, kann eine erhöhte Besucherfrequenz festgestellt werden.
Als Waldbesitzerin oder Waldbesitzer haben Sie folgende Möglichkeiten:
- Zulassen von Veranstaltungen oder Infrastruktur: Eine Nutzung, die über das freie Betretungsrecht hinausgeht, benötigt Ihr Einverständnis. Dafür werden Sie bei einem entsprechenden Vorhaben durch die gesuchstellende Person bzw. Organisation kontaktiert. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Interessen und die Ziele für Ihren Wald zu kommunizieren.
- Erholung kombinieren mit Holzproduktion und/oder Förderung Waldbiodiversität: Ihre Revierförsterin bzw. Ihr Revierförster gibt Auskunft, wie sich die verschiedenen Interessen vereinbaren lassen.
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- Website-Empfehlung: Ihr Wald produziert Holz, fördert die Biodiversität und bietet Erholung