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Rund hundert venezolanische Migrantinnen und Migranten leben in der Ciudadela Ferroviaria, einem Stadtteil von La Paz, der an der neuen Autobahn zwischen La Paz und El Alto liegt. Die «Casa del Migrante Señor de la Paz» war für sie alle die erste Anlaufstelle. Dort blieben sie, bis sie richtig angekommen waren: Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hatten, ein eigenes Einkommen und dann ein Zimmer oder eine bescheidene Wohnung in der Nähe. Im Casa del Migrante selbst ist Platz für etwa 30 Neuankömmlinge. Es wird – wie ein weiteres solches Haus im Süden der Stadt – von den Scalabrianos betrieben, einem Orden, der sich den Bedürfnissen von Migranten und Seeleuten widmet.
Mit dem Ausbruch des Coronavirus und den Quarantänemassnahmen haben die meisten Venezolanerinnen und Venezolaner in Bolivien ihre Arbeit verloren. Und wenn es nur das Verkaufen von Süssigkeiten am Strassenrand war: Zuvor reichte das Einkommen knapp, um die Familie zu ernähren (etwa die Hälfte der Venezolanerinnen und Venzolaner in Bolivien sind Kinder, davon wiederum die Hälfte unter 5 Jahren). Viele verloren wegen dem fehlenden Einkommen nun auch ihre Wohnung und sassen auf der Strasse, wo sie wegen der Quarantäne eben genau nicht sein sollten. Die meisten wurden hektisch in Herbergen kirchlicher Organisationen, einige auch in einfachen Hotels untergebracht.