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Wie das Engadin und die Alpilles, zählt das terassenartige Weingebiet an den Ufern des Genfer Sees zwischen Lausanne und Vevey zu den schönsten Landschaften der Welt.
1972 wenden sich die Weinbauern der Region an Franz Weber: ihre Weinberge sollen durch ein Bauvorhaben verunstaltet werden. Franz Weber, der sofort über die Situation im Bilde ist, gründet die Vereinigung „Sauver Lavaux“ (Rettet das Lavaux) und lanciert im Februar 1973 eine Volksinitiative mit dem Ziel, einen Passus über den definitiven Schutz des gesamten Gebiets von Lavaux in die Waadtländer Verfassung einzuführen. Am 12. Juni 1977 nimmt das Waadtländer Stimmvolk die Initiative von Franz Weber mit 56,8% der Stimmen an: Der Schutz des Lavaux wird offiziell in Artikel 6bis der Verfassung des Kantons Waadt verankert, und die Bestimmung 1979 durch die „Loi sur le plan de protection de Lavaux“ (LLavaux – Gesetz über den Plan zum Schutz des Lavaux) konkretisiert.Damit scheint der Schutz des Weingebiets sicher.
Doch bei der Überarbeitung der Waadtländer Verfassung im Jahr 2002 wird der Artikel 6bis ausser Kraft gesetzt. Währenddessen schreitet die Überbauung im Lavaux voran. Um die Verunstaltung der Region zu stoppen, wird eine zweite Initiative „Rettet das Lavaux“ ins Leben gerufen, in der die Wiedereinführung des Schutzes in die Verfassung gefordert wird. Sie wird 2005 von den Waadtländern mit grosser Mehrheit (mit 81% der Stimmen) angenommen.
Art. 52a der Verfassung des Kantons Waadt
1. Die Region Lavaux zwischen Lutrive und Corsier wird zum Schutzgebiet erklärt.
2. Jede Verletzung des Schutzes kann von den Betroffenen und den Natur- und Heimatschutzverbänden verwaltungsrechtlich oder gerichtlich angefochten werden.
3. Die Ausführungsgesetzgebung hat sich genau an den geltenden Perimeter zu halten, namentlich durch die Erhaltung des Rebbaugebiets sowie des traditionellen Charakters der Dörfer und Weiler.
2007 wird das Weingebiet in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die Aufnahme ist indes nicht rechtsverbindlich und weckt Begehrlichkeiten. Das Lavaux bleibt eine Region, die einem besonders starken Druck des Immobilienmarkts ausgesetzt ist. Denn wer würde nicht gerne im Lavaux leben? Den Gemeinden, deren Aufgabe die Umsetzung des verfassungsmässigen Schutzes ist, fehlen der Wille und die Mittel, um diesem Druck standzuhalten und den Weinberg durch konkrete Massnahmen zu schützen.
Die Vereinigung „Sauver Lavaux“, deren Präsident Franz Weber ist, wird auf die wachsenden Probleme aufmerksam und lanciert daher 2009 eine dritte Initiative „Rettet das Lavaux“ – dieses Mal eine Gesetzesinitiative – um eine stärkere Rechtsverbindlichkeit des Plans zum Schutz von Lavaux (LLavaux) zu erreichen. Nach einem gescheiterten Versuch, die Initiative für ungültig zu erklären, unterbreiten die kantonalen Behörden einen als „Kompromiss“ präsentierten Gegenvorschlag zu der Initiative. Am 18. Mai 2014 wird die Initiative „Rettet das Lavaux III“ von den Waadtländern abgelehnt, die dem Gegenvorschlag der Regierung den Vorzug geben.
Die Vereinigung „Sauver Lavaux“ muss daher ihre Arbeit der Überwachung und des Dialogs mit den kommunalen Behörden fortsetzen, um zu verhindern, dass dieses herrliche terassenartige Weingebiet nicht dem Profit der Bauträger zum Opfer fällt.
Um vertiefte Informationen und Impressionen zu unserem Einsatz für das Lavaux zu erhalten, finden Sie hier drei Artikel aus verschiedenen Ausgaben des Journal Franz Weber (JFW):