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Die Kirchen- und Baugeschichte
Vermutlich stand schon im 12. Jahrhundert eine Kapelle mit halbrunder Apsis auf dem Möriker Kirchhügel. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wird die damalige Kirche durch einen polygonalen Chor und einen Glockenturm erweitert, der Taufstein von 1554 ist heute noch erhalten. 1660 wird der Bau in Richtung Norden erweitert.
Ab 1937 besteht eine «Kommission zur Förderung eines Kirchen-Neubaus in Möriken», weil die alte Kirche einerseits baufällig war und andererseits zu wenig Platz bot, sodass teilweise Gottesdienste doppelt geführt werden mussten – «und trotzdem reichten die Sitzplätze nicht immer aus: Das damalige Kirchlein platzte aus allen Nähten», hält Ernst Sauter in seiner Zusammenfassung zum 40-Jahr-Jubiläum der Kirche fest.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts werden die meisten aargauischen Kirchgemeinden selbstständig. Die Kirchen Möriken und Holderbank jedoch bleiben bis 1950 im Besitz der jeweiligen politischen Gemeinden. Als die Gemeindeversammlung Möriken-Wildegg 1942 den Abbruch der alten Kirche zugunsten eines Neubaus beschliesst, erhebt der Aargauer Regierungsrat Einspruch: Ein solcher Entscheid widerspreche der Trennung von Kirche und Staat, und wenn eine Kirche gebaut werden solle, müsse die Kirchgemeinde als Bauherrschaft auftreten. In Möriken findet man einen Ausweg, indem man die Teilkirchgemeinde Möriken-Wildegg vorübergehend von der Kirchgemeinde Holderbank abspaltet; 1963 erfolgt die Wiedervereinigung der beiden Kirchgemeinden. Durch die Abspaltung bleiben die Holderbanker finanziell von dem Bauvorhaben unbeteiligt.
Im Mai 1946 stellt der Regierungsrat die Kirche unter Denkmalschutz. Um die Kirche vor dem Abbruch zu retten, werden verschiedene Varianten vorgeschlagen: Die bestehende Kirche solle mit einem Neubau verbunden werden, oder der Neubau solle an einem anderen Standort, nämlich neben dem Schulhaus, erstellt werden. Die Teilkirchgemeinde besteht jedoch an einer Versammlung im Januar 1946 mit überwältigender Mehrheit darauf, die alte Kirche abzubrechen und durch eine neue zu ersetzen. Der Streit zwischen dem Regierungsrat und der Kirchgemeinde geht bis vors Bundesgericht. Nachdem das Gericht die Kirche nach einem Augenschein als nicht erhaltenswert eingestuft hat, hebt der Regierungsrat im April 1948 die Unterschutzstellung auf und erteilt eine Abbruchbewilligung, nicht ohne die alte Kirche aber ausdrücklich als schutzwürdig zu bezeichnen. Im darauffolgenden Jahr wird das alte Gebäude abgebrochen und am selben Standort der Grundstein für den Neubau gelegt.
Mit dem Bau der neuen Möriker Kirche werden die Badener Architekten Loepfe und Hänni beauftragt, die unter anderem auch die Kirche Laufenburg, das Aargauer Kunsthaus oder Schulanlage Tannegg in Baden entworfen haben. Die neue reformierten Kirche in Möriken gestalten die Architekten bewusst nach dem Charakter des mittelalterlichen Vorgängerbaus – was allerdings mehr den Wünschen der Kirchgemeinde als ihren eigenen entsprach: «Vor und während der Bauzeit gab es heftige Diskussionen zwischen der Baukommission – sie stand unter der Leitung des früheren Kirchenpflegepräsidenten Karl Hartmann – und dem Architekten, der sich so gar nicht damit abfinden wollte, dass das neue Gotteshaus in seinem Stil dem alten, abgerissenen ähneln sollte.» (aus: Das Bundesgericht als Vermittler für einen Kirchenneubau, Aargauer Tagblatt vom 15. 10. 1990)
Die Kirche wird am 15. Oktober 1950 zusammen mit dem umliegenden Friedhof eingeweiht. 1986 wird das Gebäude innen und aussen saniert. Die auffälligste Veränderung ist der Einbau einer hölzernen, mit schmalen Rundbogenfenstern versehenen Schiebewand, welche den Eingangsbereich unterhalb der Empore vom übrigen Kirchenraum abtrennt. Weiter wird der Raum unter dem Chor ausgebaut, und im Kirchenschiff wird eine elektrische Fussbodenheizung installiert. Ansonsten hat sich das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kirche Möriken bis heute erhalten.
2017 wurde die in die Jahre gekommene Kirche umfassend saniert: Dabei wurde einerseits technisch erneuert (neue Wärempumpe, Revision des Uhrwerks, Installation einer Leinwand oberhalb des Chores) und andererseits wurden unter der Empore neue Einbauten angebracht, die nun als Begegnungszonen dienen. Auch das bisherige liturgische Mobiliar wurde durch flexibles Mobiliar ersetzt.