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Auf Unwegen
«Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura,
ché la diritta via era smarrita.»
(Dante, «Divina Commedia», Inferno)
Mitten im Leben wäre ich beinahe vom rechten Weg abgekommen. Als mir das gelbe Männchen auf dem frischen Asphalt verlockend zuwinkte, lief ich Gefahr, mich in den Wirren des ehemaligen Industrieareals zu verlieren. Doch hoch über meinem Kopf entdeckte ich ein schwarzes Männchen, das von einem roten Schein umgeben war. «Du wirst für deine Abwege büssen», drohte es mir. Meine Gedanken gerieten durcheinander: «Wohin willst du?»
Die Frage lässt sich nicht einfach so auf dem Trottoir beantworten. Wem sollte ich nun vertrauen? Schwarz oder Gelb? War es besser, das Neue, Unbekannte auszuprobieren und ein gewisses Risiko einzugehen, oder sollte ich den gewohnten, sicheren Weg wählen?
Unschlüssig stand ich da. Die Zeit drängte. Ich hatte versprochen, pünktlich nach Hause zu kommen. Als ich bereits mit einem Fuss auf dem neuen Weg stand, entdeckte ich ein zweites gelbes Männchen. Es riet mir, sofort umzukehren und einen anderen Weg zu wählen. Ich dankte für den Rat. Ohne weiter zu zaudern, folgte ich dem vertrauten Weg nach Hause und liess das Neue neu sein.