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Statt mit Zöllen indirekt Produktpreise zu stützen, müsse man eher dafür sorgen, dass die Bauernhöfe mit Direktzahlungen erhalten werden könnten, erklärte Sturm in einem am Freitag erschienenen Interview mit der "BauernZeitung". Direktzahlungen machten volkswirtschaftlich Sinn und sollten für den Erhalt der Landschaft genutzt werden.
TOURISTISCHE ATTRAKTION
Kühe mit Glocken auf einer Alp seien eine touristische Attraktion, führte Sturm aus. "Da geht es nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher um die Milchproduktion, sondern es geht auch um die Pflege der Landschaft." Die Steuerzahlenden seien bereit, über Direktzahlungen dafür zu bezahlen.
Sturm fordert gleichzeitig mehr Markt, etwa über eine Reduktion der Zölle. Bei den Konsumenten gebe es Bereitschaft, für ein Schweizer Produkt mehr zu bezahlen, weil sie wüssten, dass die Qualitätsstandards höher seien.
Mit Wettbewerb könnten die Kunden zeigen, "für welche Tomaten und Äpfel sie wie viel bezahlen wollen", sagte er. Über die Marge für Schweizer Produkte müsse aber auch politisch diskutiert werden.
David Ruetschi von der Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS) warnte derweil vor dem angestrebten Freihandelsabkommen der EFTA und des südamerikanischen Wirtschaftsblocks Mercosur. Für Schweizer Produzenten bringe ein solches Abkommen mehr Risiken als Chancen.
NICHT GLEICHE LIGA
Das EFTA-Land Schweiz und Südamerika spielten nicht in der gleichen Liga, sagte Ruetschi in der Westschweizer Branchen-Wochenzeitung "Agri". In Südamerika seien die Produktionskosten aus strukturellen Gründen viel tiefer. Für heikle Produkte wie zum Beispiel Fleisch brauche es Schutzbarrieren.
Laut Aussagen von Sturm trägt die Landwirtschaft 0,7% zum Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) bei. In 20 Jahren werde dieser Anteil tiefer sein als heute, sagte er im Interview. Hauptgrund sei, dass andere Wirtschaftszweige stärker wachsen könnten.
(AWP)