Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03244.jsonl.gz/2184

Und selbst diese Prognose beruht auf der Voraussetzung «einer baldigen Lösung des Kriegs und bedeutender Hilfe von Gebern».
Der IWF warnte am Montag, solange der Krieg andauere, sei die Lage unübersichtlich und jede Prognose unsicher. «Es sind eine schwere Rezession und hohe Wiederaufbaukosten zu erwarten, gekoppelt mit einer humanitären Krise.»
Die Binnennachfrage werde wegen des Kriegs, der Zerstörung und der Fluchtbewegungen stark einbrechen, erklärte der IWF. Daher würden die Importe stark zurückgehen. Auch die Exporte würden wegen unterbrochener Lieferketten, geringerer Produktionskapazität und geschlossenen Flughäfen und Häfen schrumpfen. In der von russischen Truppen eingekesselten Hafenstadt Mariupol, durch die bislang die Hälfte aller Exporte verschifft worden sei, habe es grosse Schäden gegeben. Im ganzen Land seien viele Strassen und Brücken beschädigt.
Sollte der Krieg andauern und die landwirtschaftlichen Aktivitäten im Frühjahr unterbrechen, könnte das die Exporte und das Wachstum weiter schwächen und die Versorgung mit Lebensmitteln gefährden, warnte der IWF. Die in Washington ansässige Organisation gewährte der Ukraine jüngst einen Notkredit von 1,4 Milliarden Dollar. Angesichts der Lage sei die Fähigkeit der Ukraine, die Schulden bei dem Fonds zurückzuzahlen «mit aussergewöhnlichen Risiken» verbunden, erklärte der IWF.
Auch Russland steht infolge der internationalen Sanktionen vor einem schweren Wirtschaftseinbruch. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa hatte am Sonntag im Sender CBS erklärt, ein Zahlungsausfall Russlands in Bezug auf seine Schulden im Ausland sei nicht mehr unwahrscheinlich. Wegen der Sanktionen drohe Russland eine tiefe Rezession. Die Rubel-Abwertung habe schon jetzt dazu geführt, dass die Kaufkraft der Menschen bedeutend geschrumpft sei.