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Der junge Bundesstaat nahm mit der Militärorganisation vom 8. Mai 1850 die Bildung jener Schweizer Armee in die Hand, die uns bis heute als Garant der bewaffneten Neutralität vertraut ist. Die Zeiten, in denen jeder Kanton in Militärfragen weitgehend nach Gutdünken schaltete und waltete, neigten sich dem Ende zu, auch wenn es noch über zwei Jahrzehnte dauern sollte, bis der Wandlungsprozess zur einheitlichen Armee abgeschlossen war. Das am 27. August 1851 vom Bundesrat erlassene „Reglement über die Bewaffnung und Ausrüstung der eidgenössischen Armee“ sollte den Streitkräften ein neues Gesicht geben. Diese Regelungen betrafen alle „AdA“, vom Zentrumsinfanteristen bis empor zum Stabsoffizier.
Unser dargestellter Oberst im Generalstab trägt den schwarzen Zweispitz auf Filz mit dem ebenfalls schwarzen Federbusch, welcher den Obersten vorbehalten war. Auf der rechten Seite (hier nicht sichtbar) wurde die rot-weisse eidgenössische Kokarde mit einer goldenen Ganse getragen. Der Uniformrock aus dunkelgrünem Tuch hatte Vorstösse und einen Kragen aus karmoisinrotem Stoff. Die Knöpfe waren vergoldet und zeigten das eidgenössische Kreuz als Gepräge. Unser Oberst trägt goldene Epauletten, die ebenfalls mit dem eidgenössischen Kreuz versehen sind und die mit goldbestickten Epaulettenhaltern auf dem Rock fixiert werde.
Die 3 Zoll breite Schärpe mit rot-weissen Streifen hat an beiden Enden Zierquasten und besteht aus Seide. Die Quasten hängen an der linken Seite unter dem Offizierssäbel der Ordonnanz 1852. Die eidgenössische Armbinde, Abzeichen aller im aktiven Dienst der Eidgenossenschaft stehenden Militärpersonen, ist hier am linken Oberarm zu erkennen.
Die Hosen bestehen aus demselben grünen Stoff wie der Rock und haben an der Beinnaht zwei breite karmoisinrote Streifen, die den Träger als Generalstabsoffizier ausweisen.
Die Stiefel sind mit eingeschraubten gelben Sporen versehen. Solcherart eingekleidet, konnte unser Oberst im Generalstab sich optisch problemlos mit seinen Kameraden des europäischen Umfelds messen, auch wenn seine Truppen noch in vielen Bereichen hinter denen der Nachbarn herhinkten. Aber auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 7-8/2000