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Unter dem Buchwiesensee kann sich jeder etwas vorstellen. Vor bald 20'000 Jahren bildete sich beim Rückzug des Linth-Rheingletschers aus Seebach der Seebachersee, welcher nach wenigen Jahrzehnten grösstenteils abfloss, nachdem sich der Katzenbachtallappen des Linth-Rheingletschers bis zur heutigen Schaffhauserstrasse zurückgezogen hatte. So vermochte sich der zurückgestaute Seebachersee, im Prinzip ein Ur-Katzensee und zugleich ein Gletscherstirnsee, über das Gebiet Sack und Sandacker in Richtung Cher nach Glattbrugg zu entwässern, was aber ganz allmählich geschah und nicht etwa als gewaltiges Spektakel.
Eigentlich hätte sich das Katzenbachtal völlig entwässern können, wäre da nicht im Bereich der heutigen Hertensteinbrücke ein über 3 Meter hoher Stauriegel aus Gletscherschutt mit einem zähen Untergrund aus Kalkmergel vorhanden gewesen. Darauf werden wir noch einige Male zurückkommen, denn er spielte in wasserkundlicher Hinsicht in Seebach eine ganz wichtige Rolle. Dieser Stauriegel trägt die Bezeichnung Katzenbachdurchbruch, was ebenfalls als geologischer Lokalbegriff zu verstehen ist.
In geologischer Hinsicht ist das insofern von Interesse, als hier der Kalkmergel vor 20'000 Jahren noch offen zu Tage trat und den Unterbau eines kleinen Endmoränenwalls bildete. Beide zusammen übten die Funktion als Stauriegel aus. Der Kalkmergelbogen in dieser Gegend ist eine Fortsetzung des Käshalden-Höhenzuges, der sich nicht nur über das Eichrain in Richtung Glattbrugg fortsetzt, sondern auch den Untergrund der Binz und des Buchholzrains sowie des Ausserdorfs bildet. Während auf den Höhen der Käshalden oberflächlich viel Sandstein vorkommt, ist diese halbinselförmig nach Süden gerichtete Geländeerhöhung weitgehend aus hartem Mergelkalkstein aufgebaut.
Im Bereich der Kreuzung Hertensteinstrasse/Katzenbachstrasse bildet dieses Gestein ein Halboval in Richtung der Siedlung Lengg. Dieses Halboval war früher noch nicht so stark abgetragen und trat auf einer Höhe von etwa 3 bis 3,5 Meter über dem heutigen Katzenbach offen zu Tage. Somit konnte der Seebachersee nicht vollständig ablaufen. Das Wasser staute sich hier weiterhin auf einer Länge von etwa 2 Kilometern. Der See reichte somit bis zu den heutigen Siedlungen hinter der Waid. Nachdem schon die Gletscher der Riss-Eiszeit dieses Relikt aus der Molassezeit nicht völlig weg zu räumen im Stande waren, konnte man von dem kleinen Katzenbach auch nicht erwarten, dass er diesen Riegel in kürzester Zeit weg erodiert.
Es half dem Bach aber, dass die südliche Seite des Riegels oberflächlich nur aus einer kleinen Endmoräne bestand, sodass er sich im Laufe der Jahrhunderte oder vielleicht auch Jahrtausende bogenförmig um das Hindernis herum schlängelte. Auf alten Karten ist dieser Bogen des Katzenbachs noch sichtbar. Das heisst, der Bach floss also sozusagen um das dortige Haus gegenüber der neuapostolischen Kirche herum. Erst die später erfolgte Begradigung des Bachs im Bereich der Hertensteinbrücke um etwa 1918 beseitigte das Kalkmergelhindernis gänzlich. Zuvor aber kam es, dass das Niveau des grossen Buchwiesensees von Jahr zu Jahr ein bisschen absank, bis in den letzten paar tausend Jahren nur noch grössere Weiher übrig blieben, die dann am Anfang des letzten Jahrhunderts immer mehr verlandeten und 1933 trockengelegt wurden. Noch 1952 und 1956 konnte man aber bei anhaltendem Regen beobachten, wie sich die letzten Tümpel wieder zu bilden begannen, doch die Drainagen sorgten dann jeweils für ein rasches Abfliessen der Tümpel.