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Asylpolitik ist eine Thematik, die die Schweizer Bevölkerung in den letzten Jahren gespalten hat. Zwei häufig kontrovers diskutierte Aspekte beziehen sich auf das Asylverfahren selbst und die Konsistenz der daraus resultierenden Asylentscheide. Einige Studien (vor allem in den USA und Kanada) zeigen auf, dass es oftmals sehr grosse Unterschiede in der Gutheissungsquote zwischen verschiedenen Entscheidungsträger/innen gibt – sowohl auf der Stufe des erstinstanzlichen Asylentscheides als auch auf der Beschwerdeebene. Ein Grossteil der Forschung zu dieser Thematik hat jedoch das Problem, dass sie nicht kausal nachweisen kann, dass diese Differenzen auf unterschiedliche Präferenzen der Entscheidungsträger/innen zurückzuführen sind.
Diese Dissertation wird mit einer Analyse sämtlicher bis dato verfügbarer Entscheide über Asylbeschwerden des Bundesverwaltungsgerichts (BVGer) in St. Gallen zu dieser Forschung beitragen. Seit 2007 entscheiden die ungefähr dreissig Richter/innen der Abteilungen IV und V alle Asylbeschwerden gegen Asylentscheide des Staatssekretariats für Migration (SEM, ehemals BFM). Da die Beschwerden quasi-zufällig an Richterinnen und Richter verteilt werden, können allfällige Unterschiede in ihrer Gutheissungsquote auf Unterschiede in ihren Präferenzen zurückgeführt werden.
Zu diesem Zweck wird ein neuer Datensatz kreiert, welcher detaillierte Informationen über die mehr als 20'000 seit 2007 entschiedenen Asylbeschwerden umfasst. Auf dieser Basis werden mithilfe statistischer Methoden die Präferenzen der Richter/innen berechnet, gefolgt von einer Analyse institutioneller und externer Faktoren, die einen Einfluss auf die Unterschiede in Gutheissungsquoten haben können.