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Die bei weitem grösste Landfläche des Staates Madagaskar wird durch die gleichnamige viertgrösste Insel der Welt eingenommen, die bisweilen der „achte Kontinent“ genannt wird, weil durch eine lange isolierte Entwicklung eine sehr eigenständige Natur entstanden ist: Madagaskar wurde vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren vom indischen Subkontinent getrennt. Bedingt durch seine lange geographische Isolation beherbergt Madagaskar eine einzigartige Fauna und Flora mit einem sehr hohen Anteil endemischer Arten. Die Raubtiere sind auf Madagaskar nur: die Fossa, die Fanaloka, den Falanuk und die Madagaskar-Mangusten. Ausserdem fehlen auf der Insel Affen und Giftschlangen. Tiergruppen wie die Lemuren kommen dagegen nur hier vor. Eine weitere fast ausschliesslich auf Madagaskar lebende Tiergruppe sind die Tenreks. Sowohl die Tenreks als auch die Lemuren gelten als klassische Beispiele einer adaptiven Radiation. Die Vorfahren beider Tiergruppen hatten diese Region bereits besiedelt, als sich Madagaskar vom afrikanischen Kontinent abspaltete. Dies hatte zur Folge, dass sich diese Tierfamilien in zahlreiche Arten aufspalteten, die unterschiedliche ökologische Nischen besetzen. Eine ähnliche Entwicklung verlief auch bei den Arten, deren Familien weltweit verbreitet sind. Von den weltweit 22 Lappentaucherarten sind zwei nur auf Madagaskar beheimatet. Der Delacour-Zwergtaucher gilt mittlerweile als ausgestorben. Die Bernierente, die heute zu den seltensten Wasservögeln der Welt gehört, ist ein weiteres Beispiel einer nur auf Madagaskar vorkommenden Spezies. Zu den Endemiten Madagaskars zählt ausserdem die Hovalerche. Von den Reptilien sind sehr viele Chamäleonarten hervorzuheben, die ausschließlich auf Madagaskar heimisch sind. Dazu zählt beispielsweise auch Brookesia micra, das kleinste bekannte Reptil der Welt. Weitere Beispiele sind das Pantherchamäleon. Derzeit sind rund 250 Amphibien-Arten inventarisiert. Darunter stellen Madagaskarfrösche den grössten Teil; die übrigen Arten gehören vor allem zu den Engmaul- und den Riedfröschen. Gegenwärtig werden immer noch neue Amphibienarten entdeckt und beschrieben, während gleichzeitig ihr Lebensraum in hohem Tempo zerstört wird. Die Familie der madagassischen Regenbogenfische mit 14 wissenschaftlich beschriebenen und mehreren unbeschriebenen Arten kommt nur im Süsswasser im Ostteil der Insel vor. Viele davon sind von der IUCN mindestens als „gefährdet“ gelistet. Madagaskar verfügte über eine ausgeprägte, inzwischen aber ausgestorbene Megafauna, etwa die gewaltigen Elefantenvögel und verschiedene Arten von Riesenlemuren. Auch eine Reihe von Faltern, Motten und Schmetterlingen kommen vor, wie z. B. der Kometenfalter oder der farbenprächtige Regenbogenfalter, welcher unter Artenschutz steht.
Madagaskar ist ein wunderschönes Land mit atemberaubender Fauna und Flora und ist auf jeden Fall eine Reise Wert.