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Der Untersuchungszeitraum des Forschungsprojekts reicht von der Zwischenkriegszeit bis zur formalen Unabhängigkeit Simbabwes 1980. Die katholische Missionsbewegung der Schweiz verzeichnete in der Zwischenkriegszeit einen ausserordentlichen Aufschwung, insbesondere da sie sich auf die ausgeprägten Strukturen des katholischen Milieus stützen konnte. Erst gegen Ende der 1960er Jahre begannen sich diese zunehmend aufzulösen, wodurch sich die Mission vor neue Herausforderungen gestellt sah. Dies hing auch mit der Konkurrenzsituation durch die aufkommende staatliche und private Entwicklungshilfe in Afrika zusammen.
Im kolonialen Simbabwe selbst vollzog sich in dieser Zeitspanne der Wandel von der britischen Kolonialherrschaft zum rhodesischen Siedlerregime und schliesslich zur formalen Unabhängigkeit Simbabwes.
Simone Bleuer untersucht die verflochtenen Aushandlungen von 'Rasse', Geschlecht, Religion und Sexualität im kolonialen Simbabwe und in der schweizerischen
Öffentlichkeit vom ersten Kontakt 1938 bis zum Ende der 1960er Jahre. Mit einer intersektionalen Perspektive wird danach gefragt, wie sich soziale Ordnungskategorien und Machtverhältnisse
wandelten, überlagerten, verschränkten und gegenseitig konstituierten.
Dies erlaubt es, schweizerische Identitäts- und Altetritätsvorstellungen in ihrer Kolonialität zu begreifen und die Mechanismen von konfliktreichen Bedeutungskonstruktionen in sich verändernden religiösen, sozialen und politischen Kontexten nachzuzeichnen.
Barbara Miller untersucht den Wandel der SMB ab Beginn der 1960er Jahre angesichts der politischen Dekolonisationsprozesse und des Bedeutungszuwachs von 'Entwicklung' als Interpretationsraster weltweiter Ungleichheiten. Die missionarischen Konzepte und Praktiken zur Beseitigung globaler Disparitäten werden in ihrer Anwendung, Aushandlung und Vermittlung im kolonialen Simbabwe und der Schweiz verflechtungsgeschichtlich beleuchtet. Damit kann nicht nur der Einfluss religiöser Mission auf Inhalte, Politiken und Deutungen der vermeintlich säkularen 'Entwicklungshilfe' aufgezeigt, sondern auch nach Kontinuitäten und Brüchen im Übergang von der kolonialen zur nachkolonialen Phase gefragt werden.