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Die Alpen sind in Europa näher in den politischen Mittelpunkt gerückt: Der Rat der Europäischen Union, unterstützt vom Euro- päischen Parlament, hat das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention ratifiziert. Das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention zielt darauf ab, die Erreichbarkeit zu gewährleisten und gleichzeitig die wertvolle Natur und Landschaft zu erhalten. Auch wenn die Bevölkerung von zentralen und peripheren Alpenregionen von der verbesserten Erreichbarkeit profitiert, sind dort die Umweltauswirkungen des wachsenden Verkehrs größer als im Flachland; die schmalen Täler verstärken negative Auswirkungen von Schadstoffen und Lärm.
Die Ratifizierung hat eine große politische Tragweite für die Alpen, da die Alpenkonvention nun offiziell eine bedeutende Rolle in der EU Verkehrspolitik einnimmt. Diese Tragweite bezieht sich nicht nur auf die weitere finanzielle Unterstützung der transeuropäischen Eisenbahnkorridore, sondern auch auf alle Maßnahmen, welche dazu beitragen, die Umwelteinflüsse des Verkehrs zu reduzieren sowie die Mobilität durch die und in den Alpen zu optimieren.
Der Generalsekretär der Alpenkonvention, Marco Onida, der sich persönlich mehrere Jahre für den Ratifizierungsprozess engagiert hat, ist sehr zufrieden mit der Entscheidung. Er weist darauf hin, dass „die Schlüsselrolle der Alpen in der Europäischen Verkehrspolitik nun offen anerkannt wird.“ Das Verkehrsprotokoll ist ein Schritt hin zu einer verbesserten internationalen Koordination des transalpinen Verkehrs. Es unterstützt die Verkehrsumlagerung, im Speziellen die Förderung von alternativen, strassenunabhängigen Verkehrsträgern, insbesondere für den Güterverkehr. Das Protokoll bietet einen Rahmen für flankierende Maßnahmen und trägt zu einer verminderten Zersplitterung der alpenweiten Verkehrspolitik bei.
Bild © Eliane Küpfer