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Berichterstattung über die Geldpolitik 2000
Ausgangslage
Die Nationalbank veröffentlichte Ende 1999 erstmals eine mittelfristige Inflationsprognose und ein Zielband für den Dreimonate-Libor. Sie legte dieses auf 1,25% - 2,25% fest. Dies bedeutete eine Straffung der Geldpolitik, mit der die Nationalbank sicherstellen wollte, dass die Inflation unter 2% bleiben würde. Die mittelfristige Inflationsprognose zeigte für das Jahr 2000 eine durchschnittliche Teuerung von 1,5% und bis zum Jahre 2002 einen leichten Anstieg auf 1,8%. Diese Zunahme widerspiegelte den erwarteten Konjunkturaufschwung, der erfahrungsgemäss mit Preissteigerungstendenzen einhergehen würde.
Straffung der Geldpolitik im ersten Halbjahr
Für das Jahr 2000 prognostizierte die Nationalbank ein Wirtschaftswachstum von 1,8%. Bereits kurz nach der Jahreswende zeichnete sich ab, dass der Konjunkturaufschwung in der Schweiz infolge der anziehenden internationalen Konjunktur deutlich kräftiger ausfallen würde. Gleichzeitig führte die anhaltende Schwächeneigung des Frankens zu einer unerwünschten Lockerung der monetären Rahmenbedingungen in der Schweiz. Um der damit verbundenen Teuerungsgefahr vorzubeugen, straffte die Nationalbank ihre Geldpolitik zügig. Bis zur Jahresmitte erhöhte sie das Zielband für den Dreimonate-Libor um insgesamt 1,75 Prozentpunkte auf 3% - 4%.
Zweimalige Anhebung des Zinszielbandes im ersten Quartal
In einem ersten Schritt hob die Nationalbank das Zielband am 3. Februar um einen halben Prozentpunkt auf 1,75% - 2,75% an, nachdem sie bereits in der zweiten Hälfte des Monats Januar den oberen Bereich des Zielbandes angesteuert hatte. Am 23. März beschloss die Nationalbank anlässlich ihrer vierteljährlichen Lagebeurteilung eine weitere deutliche Straffung der Geldpolitik und erhöhte das Zielband für den Dreimonate-Libor um 0,75 Prozentpunkte auf 2,5% - 3,5%. Die nach dem Zinsschritt von Anfang Februar bekannt gewordenen Daten zeigten, dass die schweizerische Konjunktur im zweiten Halbjahr 1999 überaus stark an Schwung gewonnen hatte. Auf dem Arbeitsmarkt machten sich zunehmend Verknappungserscheinungen bemerkbar. Zusätzliche Teuerungsrisiken gingen von der weiteren Abschwächung des Frankenkurses, vor allem gegenüber dem Dollar, aus.
Weiterer Zinsschritt Mitte Juni
Am 15. Juni setzte die Nationalbank das Zinszielband um einen weiteren halben Prozentpunkt auf 3% - 4% herauf, nachdem sie zu Beginn des Monats einen Anstieg des Dreimonate-Libor in den oberen Bereich des Zielbandes zugelassen hatte. Die Überprüfung der Ende 1999 erstellten Inflationsprognose hatte zum Schluss geführt, dass die bis anhin erfolgte Straffung der Geldpolitik nicht ausreichen würde, um die Preisstabilität auf mittlere Sicht zu wahren. Gleichzeitig wies die Nationalbank darauf hin, dass trotz der weiteren Anhebung des Zinssatzes ein vorübergehender Teuerungsanstieg im Jahre 2001 auf über 2% nicht zu vermeiden sei.
Unverändertes Zinszielband in der zweiten Jahreshälfte
An der vierteljährlichen Lagebeurteilung vom September beliess die Nationalbank das Zinszielband unverändert. Die Überprüfung der Geldpolitik hatte ergeben, dass der erreichte Restriktionsgrad der Geldpolitik genügte, um eine konjunkturelle Überhitzung zu vermeiden und mittelfristig Preisstabilität zu gewährleisten. Wichtige Indikatoren deuteten darauf hin, dass der breit abgestützte Konjunkturaufschwung anhalten, aber in ruhigeren Bahnen verlaufen würde als zu Jahresbeginn. Ausserdem hatte der Franken gegenüber dem Euro weiter an Wert gewonnen, was einer leichten Straffung der Geldpolitik gleich kam.
Keine Anzeichen eines längerfristigen Preisanstieges
Die Entwicklung der Geldaggregate im Jahre 2000 deutete nicht auf eine Gefährdung der Preisstabilität in der längeren Frist hin. Die breit definierte Geldmenge M3, die den Bargeldumlauf, die Sichteinlagen, die Transaktionskonten sowie die Spar- und Termineinlagen umfasst, bildete sich im Laufe des Jahres leicht zurück und lag im vierten Quartal um 1,2% unter dem entsprechenden Vorjahresstand.
Geringer Anstieg der Notenbankgeldmenge
Die saisonbereinigte Notenbankgeldmenge stieg im Jahre 2000 um 1,1% und wuchs damit schwächer als im Vorjahr (2,4%). Dabei erhöhte sich der Notenumlauf, der rund 90% der Notenbankgeldmenge umfasst, um 2,4%. Zugleich sanken die Giroguthaben der Banken bei der Nationalbank um 12%. Der Rückgang der Nachfrage nach Giroguthaben war zu einem erheblichen Teil auf die Einführung der Intraday-Liquidität zurückzuführen. Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärkeren Schwankungen der Giroguthaben widerspiegeln hauptsächlich den Wechsel von der Steuerung der Giroguthaben zur Zinssteuerung.