Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/3714

Entertainment
Vor Lady Gaga in "A Star is Born" haben sich schon andere Popstars – etwa Taylor Swift oder Madonna – als Schauspielerinnen versucht. Im Gegensatz zu Gaga fehlte ihnen aber jegliches Talent ...
Ab heute läuft bei uns Bradley Coopers Regiedebüt "A Star is Born" mit Lady Gaga in der Hauptrolle im Kino. Kritiker bezeichnen den erstmals am Venedig Filmfestival gezeigten, dramatischen Musikfilm als "Bodyguard" unserer Tage und sind insbesondere von Lady Gagas Darstellung der singenden Kellnerin Ally begeistert. "The Telegraph" zum Beispiel gibt Stefani Joanne Angelina Germanotta, wie die Pop-Ikone mit vollem Namen heisst, mit fünf Sternen die höchst mögliche Bewertung, während die "Frankfurter Allgemeine" über ihre Schauspielkünste schreibt: "Lady Gaga kann spielen, singen, alles. Wers bei "A Star is Born" nicht merkt, hat ein Rad ab."
Viele meinen sogar, sie werde hierfür nächstes Jahr einen Oscar gewinnen – und sich damit einen weiteren Traum erfüllen. Wir drücken Lady Gaga jedenfalls schon mal jetzt die Daumen und packen für den heutigen Kinoabend ganz viele Nastüechli ein.
Viele andere Sängerinnen haben sich auch noch als Schauspielerinnen versucht, sind aber leider kläglich gescheitert.
Schon zu Beginn ihrer Musikkarriere vor über 30 Jahren hat Madonna den Sprung ins Kino versucht. Ihr erster Film "Susan verzweifelt gesucht" (1985) kam beim Publikum gar nicht so schlecht an, wurde aber von den meisten Kritikern als Zufallstreffer abgetan. Bei den meisten nachfolgenden Produktionen waren sie nicht mehr so gnädig. Insbesondere Madonnas letzer Kino-Versuch "Swept Away" wurde sowohl von den Medien als auch von ihren Fans zerrissen. Film-Ikone Sophia Loren äusserte sich damals sogar mit folgenden Worten dazu: "Das war der schlechteste Film, den ich in meinem ganzen Leben je gesehen habe." Autsch.
Nach Kurz-Auftritten in Krimikomödien wie "Austin Powers" oder "The Pink Panther" wollte es Queen Bey definitiv wissen und übernahm 2006 in "Dreamgirls" ihre erste Hauptrolle. Ihre Performance wurde von Filmkritikern zwar als solide bezeichnet, konnte sich aber nicht gegen jene von Jennifer Hudson durchsetzen. Der drei Jahre später veröffentlichte Psycho-Thriller "Obsessed" floppte nicht zuletzt wegen Beyoncés steifen und unglaubwürdigen Schauspielleistung. Gut, hat sies danach mit dem Kino bleiben lassen.
Sechs Jahre nach ihrem super-erfolgreichen Video-Clip zur Hit-Single "Lady Marmalade", wollte Christina Aguilera sich nochmals auf der Leinwand in Dessous sehen. Anders können wir uns ihr Filmschauspiel-Debüt im Kino-Desaster "Burlesque" nicht erklären. Selbst Chers Auftritt als Xtinas mütterliche Mentorin hat uns nicht geholfen, das Trauma von so viel nackter Haut in billigen Kostümen und mit nicht-existenter Choreographie zu überwinden.
Natürlich, Tay Tay polarisiert. Trotzdem haben wir weder an ihrer Stimme noch an ihrer Performance als Sängerin etwas auszusetzen. Wenn wir uns aber etwas von Taylor Swift wünschen könnten, dann am liebsten das: Bitte spiel nie wieder in einem Kinofilm mit! Ihre Darstellung als mega-verliebter Teenager an der Seite von Taylor Lautner in der Romcom "Valentine's Day" wirkte derart unecht und überdreht, dass wir beim Schauen Aggressionen bekommen haben. Und, ihren wortwörtlich schwachen 2-Minuten-Auftritt in "The Giver" wollen wir auch für immer vergessen.
Mit dem semi-autobiographien Musicalfilm "Glitter" wollte Mariah Carey einerseits in die Fussstapfen von Poplegende Whitney Houston treten, andererseits ihren Ruf als Oberzicke loswerden. Kurz vor der Veröffentlichung von "Glitter" allerdings erlitt Mariah einen Nervenzusammenbruch, alles musste verschoben werden. Ob die Sängerin wohl geahnt hat, dass sie trotz Schauspielunterricht floppen würde und fiese Kritik erhalten würde? Die "The Washington Post" etwa schrieb darüber: "Der Film dient einzig dazu, Mariah Careys Brüste zu inszenieren." Bei dieser Aussage müssen selbst wir leer schlucken.
Für "Crossroads" erhielt die Pop-Prinzessin 2003 die Goldene Himbeere und wurde damit als schlechteste Hauptdarstellerin des Jahres ausgezeichnet. Denn obwohl der Film damals Platz 2 der US-Kino-Charts belegte, wirkte das Movie wie eine endlose Aneinanderreihung von Britney Spears Musikvideos. Zum Gähnen langweilig.