Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/119648

<h2>SubmittedText<h2><p>Von der Variantenwahl für die Gesamterneuerung des Gotthard-Strassentunnels ist auch der Kanton Graubünden durch den zu erwartenden Umwegverkehr auf der San-Bernardino-Achse betroffen. Die daraus resultierenden Risiken und Beeinträchtigungen erwiesen sich in der Vergangenheit im Nachgang zum Brandereignis in den Jahren 2001/02 als erheblich und unzumutbar.</p><p>1. Beurteilt der Bundesrat vergleichbare Auswirkungen des Umwegverkehrs ebenfalls als unzumutbar?</p><p>2. Mit welchen Massnahmen sollen bei einer Totalsperrung des Gotthardtunnels die Risiken für den Verkehr und die Beeinträchtigungen des lokalen und regionalen Verkehrs sowie der Lebensqualität (Lärm und Luft) minimiert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 17. Dezember 2010 der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates einen Bericht zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels übergeben. Dieser Bericht enthält u. a. detaillierte Angaben, wie der Schwer- und der Personenverkehr während der Sperrzeit geführt werden kann. Der Bericht ist auf der Homepage des Bundesamtes für Strassen (Astra) (<a href="http://www.astra.admin.ch">www.astra.admin.ch</a>) publiziert.</p><p>Ergänzend dazu wurde ein Synthesebericht vom 18. Oktober 2011 zu den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen von Varianten zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels - basierend auf dem Bericht des Bundesrates vom 17. Dezember 2010 - veröffentlicht. Dieser Bericht enthält u. a. auch Angaben zu den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen auf den Kanton Graubünden. Bei den Auswirkungen einer Vollsperrung des Gotthard-Strassentunnels auf Ausweichstrecken, insbesondere auf die San-Bernardino-Route, zeigt sich gemäss Synthesebericht ein gemischtes Bild: Einerseits könnten Detailhandel, Gastronomie, Tankstellen und Autowerkstätten entlang der A13 vom Mehrverkehr profitieren. Andererseits wäre aufgrund des Mehrverkehrs mit negativen Folgen (Immissionen, Lärm) zu rechnen. Auch dieser Bericht ist auf der Homepage des Astra publiziert.</p><p>Im Bericht vom 17. Dezember 2010 hat der Bundesrat dargelegt, dass während der sanierungbedingten Sperrung des Gotthard-Strassentunnels eine sogenannte Kurz-Rola durch den Gotthard-Basistunnel betrieben werden soll. Da das Funktionieren dieses Alternativangebotes von zentraler Bedeutung ist, wurden diesbezüglich Zusatzabklärungen vorgenommen. Der Synthesebericht vom 30. Dezember 2011 zur Rollenden Landstrasse (Rola) wurde ebenfalls auf der Homepage des Astra veröffentlicht. Die Zusatzabklärungen bestätigen die Kernaussagen des Berichtes vom 17. Dezember 2010. Eine Kurz-Rola ist technisch machbar und kann die geforderten Kapazitäten zur Verfügung stellen.</p><p>Die konkreten Auswirkungen des Umwegverkehrs auf den Kanton Graubünden und die entsprechenden Gegenmassnahmen hängen insbesondere von der Wahl der Sanierungsvariante ab.</p><p>Vor diesem Hintergrund lassen sich die Fragen wie folgt beantworten:</p><p>1. Gemäss den obenerwähnten Berichten sind die Auswirkungen des Umwegverkehrs bei keiner Sanierungsvariante als unzumutbar einzustufen. Die Sanierung und die damit verbundenen Massnahmen zur Verkehrsführung können von langer Hand geplant werden. Die Auswirkungen auf den Kanton Graubünden lassen sich deshalb nicht mit den Folgen des Brandereignisses im Jahr 2001 vergleichen.</p><p>2. Bei einer Sanierung mit längerer Vollsperrung des Gotthard-Strassentunnels sollen insbesondere ein Bahnverlad für Personenwagen und ein Bahnverlad für Lastwagen eingerichtet werden (Kurz-Rola). Die getroffenen Zusatzabklärungen bestätigen, dass eine Kurz-Rola die geforderten Kapazitäten zur Verfügung stellen kann. Ferner bleiben die Gesamtreisezeiten via Kurz-Rola unter denjenigen einer strassenseitigen Umfahrung der Gotthard-Route. Damit kann der Druck des Ausweichverkehrs auf Alternativrouten massgeblich reduziert werden. Ergänzend sind zahlreiche flankierende Massnahmen geplant (z. B. normentechnische Nachrüstung der Ausweichrouten, Verkürzung der Wintersperre auf der Gotthard-Passstrasse, Verkehrsinformation, Verkehrsmanagementpläne, frühzeitige Information der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten).</p>  Antwort des Bundesrates.