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Es war der Physiker Gerhard Knies, der zusammen mit dem Club of Rome für die Nutzung des Potentials der Sahara zur Stromgewinnung warb. Mit dem immer furchterregenden Gespenst des Klimawandels im Rücken schien es wie eine einfache, Rettung versprechende Idee: Ein Teil der Wüstenfläche konnte mit Solarzellen bedeckt werden und dadurch grünen Strom erzeugen. Je nachdem, wie groß diese Fläche war, konnte entweder Europa oder sogar die ganze Welt mit Strom versorgt werden.
Eine visionäre Idee?
Der Plan klang so bestechend einfach, dass viele skeptisch bezüglich der Machbarkeit waren. Nachdem die Menschen jahrzehntelang auf die Klimakatastrophe zusteuerten und ebenso hilflos wie angsterfüllt auf den sich nähernden Abgrund starrten, sollte eine einzige Idee alle diese Sorgen mit einem Schlag lösen? Um diese Idee auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen, wurden entsprechende Studien beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Auftrag gegeben.
Strom für Europa oder Afrika?
Anfang 2009 wurde die Desertec-Stiftung gegründet, die wenig später um namhafte Unternehmen, wie RWE, E.on und Siemens, erweitert wurde. Die Konzerne witterten eine Möglichkeit, mit diesem Prestigeprojekt viel Gewinn zu erwirtschaften, auch wenn die zunächst nötigen Investitionen auf schwindelerregende 400 Milliarden Euro beziffert wurden.
Doch die anfängliche Goldgräberstimmung bekam bald erste Risse. So kam es zum Streit, wer den in der Sahara erzeugten Strom eigentlich nutzen sollte. Die ursprüngliche Idee war, dass dieser nach Europa transportiert werden sollte, doch dann kam innerhalb der Initiative die Frage auf, ob eine Nutzung vor Ort nicht sinnvoller sei. Schließlich wuchs der Energiebedarf sowohl in Nordafrika als auch im Nahen Osten rasant und eine lückenlose Stromversorgung würde der dortigen Wirtschaft einen gehörigen Schub verleihen. Diese Meinungsverschiedenheit konnte nicht gelöst werden und seitdem stockt das Projekt.