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Castione
|Steinart||Marmor|
|Fundort||Tessin, Castione, Steinbruch|
|Farbe||schwarz, grau, weiss-grau|
|Kollektion||zu den Castione Steinen|
Entstehung
Castione entstand vor rund 200 bis 250 Mio. Jahren aus kalkig-tonigen Meeresablagerungen, die durch Überlagerung mit weiteren Sedimenten und durch zunehmende Kompaktion zu Kalk-Mergel·Wechsellagen verfestigt wurden. Während der alpinen Gebirgsbildung vor.und 35 Mio. Jahren wurden die Kalk-bzw. Mergellagen im Erdinnern (Tiefe von ein paar Kilometern) durch erhöhten Druck und Temperatur (Metamorphose) in Marmor bzw. Kalksilikatfels umgewandelt und durch Hebungs-und Erosionsprozesse an die Erdoberfläche gebracht.
Beschreibung
Castione ist ein Gestein, das als Marmor in einer grobkörnigen, weiss-grau gestreiften oder fast reinweissen und als Kalksilikatfels in einer feinkörnigen, dunklen Varietät mit abwechselnd grauweissen, graugrünen und braunen Lagen vorkommt, wobei letztere charakteristische grosse, rotbraune Granatkristalle aufweist.
Das Gestein ist sehr fest und allgemein gut witterungsbeständig. Aufgrund des hohen Kalzitgehalts ist Castione allerdings nicht säureresistent. Castione ist maschinell sehr gut zu bearbeiten.
Castione wurde in der Architektur zu vielfältigen Zwecken im Innen-und Aussenbereich eingesetzt, zum Beispiel in Form von Platten und Säulen. Verwendung fand er auch für Monumente, Cheminees, Brunnen und Altäre. Ausserdem wird er zu Schotter zerkleinert im Bahn-und Strassenbau genutzt.
Beschaffenheit
Der Marmorzug von Castione besteht aus fein bis sehr grobkömigen Marmoren, marmorisierten Kalken und Sandkalken sowie aus eigentlichen Kalksilikatgneisen mit Einschaltungen von biotitreichen Gneisen, Amphiboliten und Pegmatitgängen. Die grobkörnige Varietät weist neben Kalzit grünschwarze, säulige Diopsidkristalle und goldbraunen Dunkelglimmer (Phlogopit) auf. Die grauweissen Lagen der feinkörnigen Varietät bestehen aus Kalk, Ouari und Feldspat, die graugrünen sind besonders reich an Oiopsid und die braune weist einen hohen Biotitgehalt auf. Die eingestreuten Granate haben einen Durchmesser von bis zu 10 mm.
Steinbruch
Vorkommen: Der steilstehende West-Ost streichende Marmorzug von Castione quert das Tessintal und das untere Misox nördlich von Bellinzona. Er bildet die Südgrenze der Simanodecke und die Nordgrenze des Cima Lunga-Lappens und ist bei Castione etwa 800 m mächtig. Die Abbaustellen befinden sich am Fuss des Bergrückens, der die Riviera vom Misox trennt.
Castionemarmor hell (Castione bianco)
Kalzit, goldbrauner Dunkelglimmer (Phlogopit) und grünlicher Diopsid
Aus dem südlichen Teil des Castionezuges werden die grobkörnigen Marmore gewonnen:
weiss-grau gestreifter stark strukturierter silikatführender Marmor einerseits mit grossen grünschwarzen säuligen Diopsidkristallen und andererseits mit goldbraunen Glimmern (PhlogoPit). Der Marmor kann gemischt verwendet oder nach Struktur aussortiert werden. Der Abbau erfolgt im südlichen der beiden Brüche am breiten Sporn zwischen der Riviera und dem Misox unmittelbar nördlich der Ortschaft Castione.
DerSteinbruch in Castione nördlich von Bellinzona wurde 2015 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.
Castionegranit dunkel (Castione nero)
Kalzit, Quarz, Plagioklas, Skapolith, Biotit, Diopsid und rotbrauner Granat
Aus dem zentralen Teil des Castionezuges wird der als Castione nero oder Granito nero bezeichnete Kalksilikatgneis gewonnen, welcher aus einer feinkörnigen, wechsellagig grauweissen, grau- grünen und braunen Matrix besteht, in welche rote Granatkörner mit Durchmesser von 2 bis 10 mm eingelagert sind. Die feinkörnige Grundmasse besteht hauptsächlich aus Kalkspat, Quarz, Plagioklas und/oder Skapolith, während die graugrünen Lagen besonders reich an Diopsid sind und die braune Grundmasse einen grossen Biotitgehalt aufweist. Die roten Granate sind durchwegs von anderen Mineralien durchsetzt.
Quelle: www.nvu.ch