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Nun soll also in der Schweiz eine «Ehe light» eingeführt werden. Mir graut davor, wenn ich daran denke, was diese neue, vom Staat definierte Form des Zusammenlebens für steuerliche und erbrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Wie viel wird die nur leicht verheiratete Frau vom Nachlass des nur leicht verheirateten Ehemanns erben? Stirbt ein schwer verheirateter Familienvater, so erben nach geltendem Recht Ehegattin und Kinder je die Hälfte seines Nachlasses, sofern weder Testament noch Erbvertrag vorhanden sind. Lebte der Verstorbene im Konkubinat, geht die Partnerin leer aus; die Kinder erhalten alles. Wie soll das nun bei der «Ehe light» gehen? Womöglich wird die nur leicht verheiratete Frau 25 Prozent des Vermögens erben, den Betrag zwischen den Konkubinätlern und der schwer verheirateten Frau.
Ich gehe jede Wette ein: Ist einmal die «Ehe light» etabliert, wird sich ein kreativer Kopf für eine «Ehe super light» stark machen. Im alpinen Rennsport begnügt man sich auch nicht mit Slalom, Riesenslalom und Abfahrt. Seit den Achtzigerjahren gibt es auch den Super-G. Was dem Weltskiverband recht ist, kann Familienpolitikern billig sein.
Fragen Sie mich nicht, wie viel die Frau bei einer «Ehe super light» erben würde. Womöglich ein Achtel, etwas zwischen der leichten Ehe und dem Konkubinat.
Was das Konkubinat betrifft, schlage ich vor, dass man die alte, durchaus treffende Bezeichnung hervorholt: wilde Ehe. Wir hätten dann die Ehe, die «Ehe light», die «Ehe super light» und eben die wilde Ehe, abgekürzt WE. Wichtig scheint mir, dass der Begriff Ehe überall vorkommt. Wie weit sich eine Wortschöpfung auch für die eingetragene Partnerschaft mit den Buchstaben «e» und «h» kreieren lässt, will ich hier offenlassen...
Und ja: Wie verhält es sich mit den Steuerabzügen? Der blanke Horror. Drei Steuerhotlines à je drei Stunden haben wir in den zurückliegenden Wochen durchgeführt. Wir werden kaum darum herumkommen, das Angebot zu verdoppeln.
Erschienen in der BZ am 29. März 2016
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