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Fünfter WM-Sieg? Wird Vettel Weltmeister? Nach einem vielversprechenden Saisonauftakt mit zwei ersten Plätzen in Melbourne und Sachir schien die Eroberung des Formel-1-Weltmeistertitels 2018 für Sebastian Vettel ohne nennenswerten Widerstand vonstatten zu gehen.
Doch seit Shanghai hat sich das Blatt gewendet. Die Konkurrenz hat sich an die neuen Boliden gewöhnt und kämpft seitdem energisch um den Sieg.
Nicht nur von dem viermaligen Weltmeister und als Favorit gehandelten Fahrer des Mercedes Teams, Lewis Hamilton, geht eine Gefahr aus.
Vettel selbst bezeichnet die diesjährige Saison als Sechskampf. Nicht nur sein Teamkollege Kimi Räikkönen und die beiden Mercedesfahrer, sondern auch das Red-Bull-Team stellen eine ernstzunehmende Bedrohung im Kampf um den Titel dar.
Umso schwerer ist es nun, sich gegen diese kraftvolle Konkurrenz zu behaupten. Nach dem derzeitigen Stand hat Vettel 14 Punkte Rückstand auf den Titelverteidiger Lewis Hamilton.
Wird es ihm am Ende dennoch gelingen, den ersten WM-Titel unter Ferrari seit 2007 einzufahren? Wird Sebastian Vettel Weltmeister 2018?
Max und Seb kuscheln wieder: China 2018
Bereits in Shanghai begann die Erfolgsserie Vettels merklich ein Ende zu nehmen, als der Heppenheimer durch eine Kollision mit dem Red Bull-Piloten Max Verstappen nur den 8. Platz für sich gewinnen konnte.
Dennoch lieferte Vettel an diesem Wochenende eine anfangs siegesverheissende Performance ab. Sowohl das Qualifying als auch das Rennen schien er nach einem sauberen Start stark zu dominieren.
Der Crash mit Verstappen kostete ihn schliesslich den Sieg, nicht aber die Anerkennung der Experten für ein kompetentes, aber unglückliches Rennen.
Ohne den schwer vermeidbaren Vorfall hätte er definitiv einen Platz auf dem Treppchen sicher gehabt, weshalb die Platzierung dieses Grand-Prix keinesfalls als Indikator für einen Leistungsabfall des 30-jährigen dienen kann.
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Im Gegensatz zu Lewis Hamilton, der zwar den 4. Platz belegte, doch verglichen mit den letzten Jahren deutlich an Fahrsicherheit eingebüsst hatte.
Obwohl Shanghai normalerweise als Mercedes-Strecke gehandelt wird, mussten die Silberpfeile den ersten Platz an Daniel Riccardo abtreten.
Hamilton kehrt zurück: Aserbaidschan 2018
Es folgte der Grosse Preis von Aserbaidschan, bei dem Hamilton erstmals wieder zu seiner Bestform zurückkehrte und somit die Führung an sich riss.
Auch hier startete Vettel auf der Pole und lag bis zur 30. Runde rückhaltlos in Führung. Als eine teaminterne Kollision bei den Red Bull-Piloten Daniel Riccardo und Max Verstappen Wrackteile auf der Strecke und ein entscheidender Verbremser Vettels die Platzierungen durchmischten, stand plötzlich Hamilton auf Platz 1. Vettel musste sich trotz anfänglicher Führung mit Platz 4 zufrieden geben.
Sogar der selbstsichere Hamilton gab anschliessend zu, dass sowohl sein Teamkollege Valtteri Bottas als auch Vettel den Sieg eher verdient hätten.
Dennoch lag er durch diese Platzierung plötzlich vier Punkte vor Vettel und ersetzte ihn folglich in der Tabellenführung.
Hamilton baut Distanz auf Vettel aus: Spanien 2018
In Barcelona legte Hamilton abermals einen, zu keinem Zeitpunkt, zweifelhaften Sieg hin.
Vettel hingegen endete trotz starkem Start wieder auf einem undankbaren 4. Platz. Nicht nur die Zweistoppstrategie, sondern auch eine unbestreitbare Unterlegenheit gegenüber dem vierfachem Weltmeister Hamilton spielten dabei eine Rolle.
Der Ferrari sei an diesem Wochenende einfach zu langsam gewesen, so Vettel, der sich weiterhin darüber beklagte, in dem Rennen keine richtige Balance gefunden zu haben.
Endfazit dieses Grand-Prix sollte für Ferrari sein, ihre Strategien für die folgenden Rennen sorgfältiger zu planen.
Da alle Motoren extrem weit entwickelt sind, sodass normalerweise nur noch kleine technische Fortschritte den Fahrern von Vorteil sein können, konzentriert sich das Endergebnis hauptsächlich auf die Leistung der Fahrer und die Strategie des Teams.
Demnach sollte Ferrari aus ihren Fehlern lernen und in Zukunft mehr Zeit in das Ausfeilen einer möglichst effektiven Vorgehensweise bei der Einteilung der Reifen investieren.
Zumindest dann, wenn sie Vettel als Weltmeister 2018 sehen möchten.
Red Bull beweist sich als ernstzunehmender Gegner: Monaco 2018
Eine hervorragende Leistung in Monaco brachte Daniel Riccardo seinen zweiten Saisonsieg und sandte ausserdem eine klare Nachricht an die beiden Spitzenreiter der Konstrukteurswertung Mercedes und Ferrari:
Auch die «Bullen» haben im Kampf um den Titel etwas mitzureden.
Trotz technischer Probleme bewahrte der Australier einen kühlen Kopf und erhielt den Vorsprung vor Vettel aufrecht.
Dennoch war das Rennen für Vettel ein Erfolg. Seit Bahrain konnte er sich erstmals wieder gegen Hamilton behaupten, indem er ihn hinter sich auf dem 3. Platz liess. Dadurch gewann er zwar nur drei Punkte mehr, doch die Hoffnung besteht, dass er sich von der kurzweiligen schwachen Saisonhälfte erholt hat.
Somit haben nach sechs vervollständigten Rennen Hamilton, Riccardo und Vettel jeweils zweimal den ersten Platz geholt.
Dies betont die Chancengleichheit, die dieses Jahr unter den Fahrern herrscht. Alle hatten während des Saisonbeginns Ups und Downs und es bleibt abzuwarten, wer sich am Ende durchsetzen wird.
Was definitiv feststeht ist, dass es spannend bleibt für das nächste Rennen in Kanada.
Wird Vettel Weltmeister?
Vettel hat mit einem vielversprechenden Start in die Saison bewiesen, dass er das Potential hat, seine Konkurrenz an Fahrperfomance zu übertreffen.
Die meisten der kürzlich verschenkten Punkte rühren nicht von einer schlechten Leistung her, sondern wurden durch unglückliche äussere Umstände verursacht.
Der derzeitige Rückstand auf seinen Rivalen Hamilton wird noch viele Gelegenheiten haben, sich in Vorsprung zu wandeln. Letztendlich sind erst sechs Rennen geschafft und somit liegen noch fünfzehn weitere vor den 20 Piloten.
Vettel profitiert vor allem durch seine Erfahrung und Konstanz. Seine Konzentrationsstärke und diesjährige Gelassenheit sind gegenüber Hamiltons Impulsivität ein grosser Vorteil.
Natürlich wird es nicht einfach. Die Konkurrenz schläft nicht. Der Kampf um den Titel ist weder berechenbar noch einfach.
Doch mit der nötigen Anstrengung und einem ambitionierten Team in der Hinterhand wird Vettel seine Kräfte darauf fokussieren, seinen vierten WM-Sieg einzufahren, sodass er ab November als Formel-1-Weltmeister 2018 gelten wird.