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NZZ Format
Der bittere Kampf um Herz und Nieren
Dokumentation
Schweiz
2021
Weltweit fehlen Spenderorgane. Der Bedarf wächst, die Spenderzahlen stagnieren. Viele Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen, sterben, weil die Hilfe ausbleibt.
Welche Maßnahmen können helfen, um mehr Spenderorgane zu generieren? Wissenschaftler sind dabei, Organe künstlich nachzubilden. Eine große Hoffnung für die Menschheit, die womöglich in fünf bis zehn Jahren Wirklichkeit werden kann.
Würde die gesetzliche Widerspruchsregelung, dass alle, die nicht ausdrücklich widersprechen, automatisch Spenderinnen oder Spender werden, das Problem lösen? In Ländern, die die Widerspruchsregelung eingeführt haben, sind die Zahlen an Spenderorganen zwar gestiegen, die Nachfrage aber blieb dennoch höher als das Angebot. Durch den Mangel wurde ein weltweiter Organtourismus geschaffen: Reiche Menschen kaufen sich Organe in Schwellenländern. In China werden bis heute "All-Inclusive-Pakete" angeboten, die Ausländerinnen und Ausländern eine Transplantation inklusive Spenderorgan für bis zu 250 000 Dollar anbieten. Illegal, aber stark gefragt.
Würde ein legaler Organhandel den Schwarzmarkt dezimieren? Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen auf Hochtouren, um Organe unabhängig vom Menschen generieren zu können. Auch Schweine könnten in Zukunft als Organspender dienen. Sie sind dem Menschen genetisch ähnlich. Zum ersten Mal konnte einem Pavian ein Schweineherz implantiert werden. Ein halbes Jahr hat er damit überlebt. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis das erste Schweineherz in einem Menschen schlägt? Oder werden Organe in Zukunft aus dem 3-D-Drucker kommen?