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Im Jahr 2016 wurde das Wrack der 1845 gesunkenen HMS «Terror» entdeckt. Nun hat ein Tauchroboter atemberaubende Aufnahmen aus dem Inneren der HMS «Terror» geliefert. Fotos und Videos enthüllen das Innenleben von rund 20 Kabinen, darunter auch die Kapitänskabine. Dort hoffen Archäologen nun, das Logbuch und weitere Dokumente der Expedition zu finden.
Die Schiffe HMS «Terror» und HMS «Erebus» gehörten zur Expedition des britischen Entdeckers John Franklin, der 1845 in Grossbritannien aufbrach, um die Durchfahrt vom Atlantik in den Pazifik zu finden. Im August desselben Jahres segelten sie in der kanadischen Baffin Bay an zwei Walfangbooten vorbei – und wurden danach nie wiedergesehen. Die Franklin-Expedition gilt als eine der größten Tragödien der Polarforschung. Bis heute ist immer noch nicht vollständig geklärt, wie und warum John Franklin und sein Team beim Versuch, die Nordwestpassage zu durchqueren, umkamen.
Rund drei Jahre nachdem das Wrack des britischen Expeditionsschiffs HMS «Terror» entdeckt wurde, ist es einem Team von Unterwasser-Archäologen gelungen das Wrack der HMS «Terror» genauer zu untersuchen. Anfang August 2019 tauchten sie dafür sieben Tage lang mehrfach zu der 24 Meter tief am Meeresgrund liegenden HMS «Terror». Mithilfe eines kleinen ferngesteuerten Tauchroboters konnten sie dabei einzigartige Aufnahmen aus dem Innern des Schiffswracks gewinnen.
Bei ihren Tauchexpeditionen drangen sie erstmals in das Unterdeck des Schiffes vor – und fanden es erstaunlich gut erhalten. Dies berichtete der Projektleiter Ryan Harris. Alles deute darauf hin, dass das Schiff unerwartet gesunken und «sehr, sehr schnell verlassen» worden sei. In der Offiziersmesse stehen auf hölzernen Regalen an der Wand noch einige Teller, Tassen und Weingläser. Sie zeugen von den Mahlzeiten, die die Besatzung der HMS «Terror» hier einnahm. „Weiter zum Heck des Schiffes hin führt ein langer Korridor in die Dunkelheit. Hier enthüllen die Aufnahmen die offenen Türen der Offizierskabinen“, berichtet Parks Canada.
Die Forscher konnten mehr als neunzig Prozent des Unterdecks untersuchen. Nur das Schlafquartier von Kapitän Francis Crozier blieb wegen einer verschlossenen Tür für den Tauchroboter unerreichbar. In Croziers Kabine stehen noch sein Schreibtisch und Kartenschränke, die möglicherweise Aufzeichnungen oder sogar das Logbuch enthalten könnten. Dank den Sedimenten im kalten Polarwasser und dem geringen Sauerstoffgehalt bleibe organisches Material wie Papier sehr gut erhalten, erklärten die Forscher.
Heiner Kubny, PolarJournal