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9 NHL Teams und ihre 11 Schweizer Spieler - Teil III
New Jersey Devils mit Timo Meier
Timo Meier hatte einen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den San Jose Sharks, die auch in diesem Jahr schon keine Chance mehr auf einen Post Season Platz haben. Dabei erstaunten seine ausgezeichneten 52 Skorerpunkte aus 57 Spielen mit diesem Team, das an drittletzter Stelle der Liga liegt. Mit 34 Toren liegt er an der 17. Stelle der Liga. Eben erst von einer Verletzung zurückgekommen, hat er auch für die Devils schon 5-mal in 9 Spielen gepunktet.
An der Seite von Topscorer Jack Hughes und Jesper Bratt wird diese nominell zweite Linie möglicherweise mehr Punkte als die erste mit Hischier bringen. Das Team besitzt jetzt zwei enorm dominante und produktive Sturmlinien, wobei nur schon die Linie mit Meier zusammengezählt satte 197 Punkte ablieferte. Wenn sich die Spieler verstehen und gut ergänzen, könnte Timo Meier in diesem jungen und erfolgreichen Team seinen persönlichen Saisonrekord von 76 Punkten mehr als nur egalisieren. Mit seinen 34 Toren ist er jedenfalls schon fast auf Vorjahreshöhe (35).
Timo Meier im Dress der Devils (JustPictures)
Arizona Coyotes mit Janis Moser
Situation/Tabelle
Die Coyotes liegen an 26. Stelle der Liga und auf dem zweitletzten Rang der Central Division, mit über 20 Punkten Rückstand weit entfernt von einem Playoff-Platz. Obwohl das Team schon die letzte Saison nur an 31. Stelle beendete und Leader in der Anzahl Niederlagen war, verzichtete man auf nennenswerte Verstärkungen.
Das Team spielt übergangsweise an der Arizona State University in einer Halle mit Platz für 5000 (!) Zuschauer, nachdem der Vertrag mit den Betreibern der Gila River Arena nicht mehr verlängert wurde und die geplante neue New Tempe Arena in der Nähe von Phoenix nicht vor 2026 fertig sein wird.
Auch abseits vom Standort befinden sich die Coyotes in einem länger andauernden, kompletten Neuaufbau. Mit drei Spielern unter den ersten 29 des NHL-Drafts 2022 und 18 Spielern in den ersten drei Runden der Jahre 2023, 2024 und 2025 ist dies ein längerfristiger Rebuild, der sich darauf konzentriert, so viele Topspieler wie möglich ins System einzubauen und zu entwickeln.
(NHL / nhl.com)
Das Team, bei dem Nationalcoach Patrick Fischer vor 16 Jahren 27-mal auflief, spielte seine ersten 20 Spiele auswärts, da die temporäre College Halle noch strukturelle und technische Verbesserungen benötigte und hatte dementsprechend schon eine anspruchsvolle Startphase. Infolge des Umbauprozesses sind die Schwerpunkte auch auf das Drafting der kommenden 3 bis 4 Jahre gesetzt. Aus diesem Grund gaben die Coyotes während der Trade-Periode im Februar/März sogar noch die Top-Verteidiger Shayne Gostisbehere und Jakob Chychrun ab gegen weitere Erst-/Zweit-/ und Drittrunden-Picks für die Jahre 2023/24 und 26.
Zwar wurde Stürmer Jakub Voracek im Austausch mit Torhüter Jon Gillies von Columbus erworben, das ist aber ein Trade, der weniger sportliche Gründe hat, sondern eher beiden Teams mehr finanzielle Flexibilität geben soll. Voracek hat sich schon letzte Saison verletzt und seither nie gespielt.
Janis Moser wurde 2021 von Arizona in der zweiten Runde gedraftet und ist in seiner zweiten NHL-Saison. Er ist ein Allround-Verteidiger mit guten Pass- und Schuss-Fähigkeiten, der dadurch auch häufig im Powerplay eingesetzt wird. Einsatzzeiten von meistens über 20 Minuten und sein Platz in der zweiten Verteidigungs-Linie beweisen sein Talent und seine Zuverlässigkeit. Mit 26 Punkten befindet er sich teamintern an ausgezeichneter 8. Stelle und man erwartet nach diesem guten Debut eine positive Weiterentwicklung. Seine Chance ist, während des Rebuilds ausreichend Einsatzzeit für weitere Fortschritte zu erhalten, um sich zu präsentieren. Mit der Abgabe der beiden Erst- resp- Zweitlinien-Verteidiger Gostisbehere und Chychrun wird ihm auf jeden Fall schon jetzt mehr Verantwortung übertragen.
Playoff-Chancen 0 %
Das Team hat sich auf diese Saison hin nicht nennenswert verstärkt, obwohl es noch ausreichend Reserve zum Salary-Cap (diese Saison 82,5 Mio. $ pro Team) hat.
Daher ist die schlechte Platzierung auch keine Überraschung, man hat sich sogar um fünf Ränge im Vergleich zum letzten Jahr (31.) verbessert. GM Armstrong scheut sich auch nicht, zuzugeben, dass die Franchise vor allem auf Draft Picks setzt und die Playoffs daher im Moment noch kein Thema sind. Er sagt auch weiter: "Wenn Sie unsere Spiele in den nächsten Jahren besuchen, werden Sie einige talentierte Spieler und erfreuliche Perspektiven in der Organisation sehen", sagte Armstrong. "Und wenn wir dann im vierten und fünften Jahr über den Berg sind, haben wir gute Chancen, die Playoffs zu erreichen."
Zudem haben die Coyotes schon jetzt eine Gruppe von unter 26-jährigen Stürmern, die Scorerqualitäten bewiesen haben und dabei noch nicht ihr ganzes Talent entfaltet haben.
Chicago Blackhawks mit Philipp Kurashew
Situation/Tabelle
Auf dem letzten Rang der Central Division und auf dem 30. Rang der Liga positioniert, spielen die Chicago Blackhawks definitiv nicht mehr um die Playoff-Plätze mit, der Rückstand auf einen direkten Qualifikationsplatz beträgt schon 32 Punkte und die Wildcards sind mit 27 Punkten sind auch weit entfernt. Dabei ist das Hauptproblem das Toreschiessen, mit nur 175 erzielten Treffern liegt man an letzter Stelle. Wurden 39 Niederlagen (plus 6 in Overtime) erwartet? Eigentlich schon, wenn man den Kader anschaut, den der neue Chefcoach Luke Richardson auf diese Saison hin erhielt. Es ist seine erste Rolle als Headcoach an der Bande, nach vier Saisons als Assistant bei Montreal. Auch die bewährten, erfahrenen Kräfte liegen weit unter ihren erwarteten statistischen Werten, unter den Top 100 Scorern finden sich lediglich zwei Spieler der Blackhawks : Max Domi an 92. Stelle und Patrick Kane an 93., aber beide wurden anfangs März weggetradet!
Das Team erwarb dank den aktuellsten Trades mindestens 5 Erstrunden Picks in den nächsten 3 Drafts und hat somit längerfristig gute Aussichten auf ein konkurrenzfähiges Team. Aber eben, längerfristig. Dementsprechend sind die Erwartungen infolge des Wiederaufbau-Modus sehr tief. Das Konzept besteht darin, sich mit einer unterdurchschnittlichen Mannschaft die Spitzen-Drafts zu sichern, um dann in einigen Jahren gestärkt um die entscheidenden Plätze mitkämpfen zu können. Dieser Schluss liegt nahe, in Anbetracht der getätigten Trades vor dem Saisonstart. Man trennte sich vom Top-Torjäger Alex DeBrincat, dem kampfstarken Stürmer Brandon Hagel, dem Ausnahmetalent Dylan Strome, der letzte Saison seinen eigentlichen Durchbruch schaffte, des Weiteren von der Nummer 3 Draft Pick von 2019, Kirby Dach, und sogar vom ehemaligen Calder-Trophy-Kandidaten Dominik Kubalik. Mit dem Wegzug dieser fünf aussergewöhnlichen Spieler gehen fast 200 Scorerpunkte verloren.
Philipp Kurashev, der nach diesen Abgängen nachrücken muss (und kann), ist aktuell der fünftbeste Scorer der Blackhawks mit 25 Punkten und wird teilweise schon in der ersten Sturmformation zwischen Lukas Reichel und dem Topscorer Andreas Athanasiou eingesetzt. Er erhält derzeit die meiste Eiszeit innerhalb der Offensive-Fraktion und wird in dieser Saison nun definitiv beweisen müssen, dass er zu den Top 6 gehört. Immerhin ist er auch erst 23-jährig und ihm wird vom Staff und vonseiten der Spezialisten noch reichlich Entwicklungspotential zugetraut.
Playoff-Chancen 0 %
Wie viele andere, ebenso schlecht platzierte Franchises, die sich in einem Rebuild befinden, konzentrieren sich auch die Blackhawks auf einen nachhaltigen Um- und Neubau des Teams. Im Gegensatz zu den oben erwähnten Abgängen, hat sich in der Defensive nicht viel verändert. Beim Goaltending setzt man auf die beiden Veteranen Petr Mrazek und Alex Stalock, derweil man mit den Free Agents Kevin Lankinen und Collin Delia nicht verlängerte. In der letzten Trade-Periode erhielt man im Austausch mit Max Domi den Torhüter Anton Khudobin von den Dallas Stars, allerdings verbrachte der 36-jährige diese Saison bis jetzt in der AHL. Das Team erlitt im März bis jetzt 6 Niederlagen aus 9 Spielen, und auch wenn zwischendurch überraschende Siege gegen das Top-Team Boston und die Nashville Predators erkämpft wurden, zeigt das kaum Auswirkungen auf die aktuelle Situation der Blackhawks.
Columbus Blue Jackets mit Tim Berni
Situation/Tabelle
Die Blue Jackets, die erst 2000 seit in der NHL bestehen und noch nie den Stanley Cup gewinnen konnten, liegen aktuell abgeschlagen am Tabellenende, sowohl in der Liga als auch in der Metropolitan Division. Sie sind mit einem Durchschnittsalter von 25.56 Jahren das zweitjüngste Team der Liga, auf der anderen Seite mit 87.76 kg aber auch das dritt leichteste.
Das Team, das 2018/19 zuletzt die Playoffs schaffte, erhielt in den Season Previews eigentlich mehr Vorschusslorbeeren als sie dann in der Saison effektiv zeigten. Warum? Zum einen ist Patrik Laine, der Nr. 2 Draft Pick 2016, der diese Saison 50-mal skorte in 54 Spielen ein Ausnahmestürmer und kann Spiele entscheiden. Auch der Neuzuzug von Calgary, Johnny Gaudreau, der unglaubliche 672 Punkte in insgesamt 668 NHL-Spielen erzielte, ist schon bei 63 Punkten aus 67 Spielen. Diese beiden sind denn auch die klaren Leader der internen Scorerliste und bilden mit Kirill Marchenko ein Top Sturm Trio. Dahinter nimmt die Produktivität aber deutlich ab.
Allerdings besitzen die Blue Jackets eine aussichtsreiche, offensive Zukunft mit Yegor Chinakhov und Kirill Marchenko (beides frühere Zweitrunden-Drafts), David Jiricek (Nr. 6 Overall Pick 2022) und Kent Johnson (Nr. 5 overall Pick 2021), die zur Zeit (ausser Marchenko) aber wieder in der AHL platziert sind. Wenn (oder falls) diese jungen Talente endgültig bereit sind, wird Columbus endlich wieder das Gefälle innerhalb der vier Sturmreihen ausbalancieren können. Natürlich wird eine dauerhafte Rückkehr dieser Stürmer ins NHL Team noch nicht für die aktuelle Saison erwartet, obwohl die schlechte Tabellenlage des Teams eigentlich für solche Methoden prädestiniert wäre.
Diese Franchise besitzt ausserdem auch eine Schweizer-Vergangenheit, waren hier sowohl Dean Kukan 2017-22, als auch Grégory Hofmann (24 Spiele letzte Saison) engagiert, daneben auch der Franzose Alexandre Texier, jetzt bei den ZSC Lions und der aktuelle Nr. 1 Goalie Elvis Merzlikins, lettischer Nationalspieler, der früher 6 Saisons beim HC Lugano das Tor hütete.
(NHL / nhl.com)
Tim Berni startete die Saison noch im Farmteam bei den Cleveland Monsters, wurde dann am 7. Dezember zu den Blue Jackets geholt, auch aufgrund vieler verletzter Verteidiger. In seiner Rookie-Saison mit bis jetzt 45 Spielen hat Berni seinen einzigen Punkt, ein Tor am 10. Januar gegen die Tampa Bay Lightning, erzielt. Im Durchschnitt kommt er auf fast 18:00 Minuten Eiszeit und wird sowohl im PP, PK und der Overtime eingesetzt, eine Anerkennung für seine Entwicklung und Zuverlässigkeit. Sein Vertrag endet diese Saison und die Zukunft ist noch ungewiss.
Sein Headcoach Brad Larsen sagt im Interview über ihn: „Wenn man sich seine Zahlen anschaut, sind sie nicht gerade überwältigend, aber er ist ein sehr beständiger, wettbewerbsfähiger Junge. Wenn er (in der NHL) spielt, hat er einfach nur viele Minuten eine wichtige Rolle gespielt und das fast jeden Abend gegen die Topspieler der Liga.“
Playoff-Chancen 0 %
Da es in der NHL so gut wie keine Wunder gibt, gibt es für das Team, welches in seiner Division 41 Punkte Rückstand auf einen direkten Playoff-Platz hat, keine Hoffnungen für die Post Season mehr. Somit könnten nun eigentlich auch in diesem Team die hoffnungsvollen Draft Picks und Rookies nach und nach herangeführt und ins System eingepflegt werden.
Tim Berni im Zweikampf mit Timo Meier (JustPictures)