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zum Sicherung
Ein kleines Gedankenexperiment dazu sei hier geliefert: Steht ein in den Boden gesteckter Stecken für einen lebenden Menschen, der Stecken hingegen, der auf dem Boden liegt, für einen Toten; oder erinnert der Stecken, der im Boden steckt, an einen toten Menschen? Jede Antwort auf diese Frage ist interpretationswürdig.
Waren die senkrechten Steine, welche als Teil des Dolmens den Toten umstanden – als Menhire verstanden – sinnbildlich Menschen, welche den Toten schützten? Noch eine überflüssige Frage, die romantisch-religiös durchaus mit Ja beantwortet werden kann. Es fehlt aber jeder Beleg, der diese Interpretation stützt.
Falls der flache Stein bereits über dem Grab lag und der zweite Stein erst danach aufgerichtet wurde, der stehende Stein als Zeichen des selbstbewussten aufrechten Menschen, dann zeigt dieser Umstand, dass in der Sache Mensch eine Entwicklung stattfand.
Ein solcher Entwicklungsverlauf käme im Wesen des Menschen einem bemerkenswerten Fortschritt, einem bedeutenden Prozess in seinem Denken gleich. Denn weder der Dolmen noch der Menhir bildeten für den damaligen Menschen eine Notwendigkeit, welche das Überleben oder den Nahrungsbedarf sicherte. Beides entsprach vielmehr einem Luxus, den der Mensch sich neben seinem Broterwerb leistete. Weil beides im Grunde überflüssig war, um das unmittelbare Überleben des Menschen von damals zu sichern, stellten sie ein Mehr dar, das sich der damalige Mensch erarbeitete.
Möglicherweise bedeutet dieses Plus den ersten Schritt in eine Richtung hin, die sich mit Zivilisation umschreiben lässt. Möglicherweise lässt sich eine derartige Entwicklung mit dem Begriff Kultur einfassen.
Beim aktuellen Stand dieser Betrachtung, dieses Traktats, über das, was in Carnac geschah, von Kultur zu reden, ist insofern nicht verwegen, als der Massstab, der für die damalige Kultur aufgestellt werden kann, äusserst niederschwellig angesetzt wird, also nicht über die Überlegungen von Horizontaler und Vertikaler als gestaltende Elemente hinaus steigt.