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Eine wichtige Komponente bei der Behandlung einer psychischen Störung ist die Psychotherapie. Zu Beginn jeder Behandlung werden in einem Gespräch mit dem psychologischen und/oder ärztlichen Fachpersonal sämtliche Aspekte des Leidens besprochen. Dies ist besonders wichtig, damit etwaige andere psychische, aber auch körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden können. Des weiteren kann das Fachpersonal abschätzen, wie akut die Erkrankung ist und gegebenenfalls weiterführende Schritte einleiten (z.B. eine stationäre Behandlung verordnen).
Sobald alle Aspekte des Leidens beschrieben worden sind, wird die Diagnose erstellt, wie in Teil 1: Symptome und Diagnose bereits beschrieben. Wenn eine Borderline-Störung diagnostiziert wurde, stehen dem psychologischen und ärztlichen Fachpersonal verschiedene Ansätze für eine angemessene Behandlung zur Verfügung. Dabei wird zusammen mit der betroffenen Person besprochen, welche Therapieform eingesetzt wird.
Im Folgenden werden verschiedene Therapieformen beschrieben:
Dialektisch-behaviorale Therapie
Eine effektive Therapieform zur Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist die dialektisch-behaviorale Therapie. Diese kann in einer Einzel- und/oder Gruppentherapie stattfinden.
Das grundlegende Ziel der dialektisch-behavioralen Therapie ist, die Betroffenen einer Borderline-Störung in verschiedenen Bereichen zu stärken. Dieses Ziel wird in drei Therapiephasen verfolgt:
Zu Beginn stehen die schwerwiegenden Probleme der Verhaltenskontrolle im Fokus. Wie in Teil 1: Symptome und Diagnose erwähnt, ist ein Symptom der Borderline-Störung die impulsiven Wutausbrüche der Betroffenen, die sie nur schlecht oder gar nicht kontrollieren können. In dieser Phase werden Fertigkeiten trainiert, damit Borderline-Patienten ihr Verhalten besser kontrollieren können. So können Stresstoleranz, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Gefühlskontrolle trainiert werden.
In der zweiten Phase der dialektisch-behavioralen Therapie steht das emotionale Erleben im Fokus. Patienten trainieren dabei, besser mit emotionalen Krisen umzugehen und Spannungszustände zu regulieren.
In der dritten und letzten Phase der Therapie werden die Probleme der Lebensführung behandelt.
Psychodynamische Verfahren
Auch psychodynamische Verfahren sind eine effektive Form zur Behandlung einer Borderline-Störung. Man kann zwischen verschiedenen psychodynamischen Verfahren unterscheiden:
Mentalisierungsbasierte Psychotherapie: Bei dieser Form der Therapie steht im Fokus, das eigene Erleben und die Grundlagen des eigenen Handelns besser zu verstehen. Des weiteren wird auch trainiert, dies bei sich selbst und bei anderen Personen zu erkennen. So kann die Kontrolle über die eigenen Gefühle und das Verhalten gesteigert werden.
Übertragungszentrierte Psychotherapie: Die Übertragung meint, dass sich Gefühle und Erwartungen, die man früher mit den Bezugspersonen gemacht hat, später in zwischenmenschlichen Beziehungen wiederfinden. Bei Borderline-Patienten sind solche Gefühle oftmals zwiespältig und negativ. Dieses Muster soll mit der übertragungszentrierten Psychotherapie aufgebrochen werden.
Klärungsorientierte Psychotherapie: Diese wird besonders bei schwer therapierbaren psychischen Störungen verwendet, wie z.B. bei der Borderline-Störung. Der Psychotherapeut versucht dabei, die grundlegenden Motive des Betroffenen zu erkennen. Danach werden diese Motive besprochen und so dem Patienten bewusstgemacht und eine Veränderung initiiert.
Medikamentöse Therapie
Es gibt kein Medikament, das die Borderline-Störung vollständig heilen kann. Jedoch werden in einer Psychotherapie Medikamente begleitend verschrieben, um Symptome zu mildern und Begleiterkrankungen zu behandeln. So können zum Beispiel Antidepressiva (für depressive Symptome), Stimmungsstabilisatoren oder Antipsychotika verschrieben werden.