Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03205.jsonl.gz/3126

Der Libor (London Interbank Offered Rate) ist ein Referenzzinssatz für den internationalen Geldmarkt, der von Banken berechnet wird.
Der SARON (Swiss Average Rate Overnight) ist ein Referenzzinssatz für den schweizerischen Geldmarkt, der von der Schweizer Nationalbank berechnet wird.
Der Hauptunterschied zwischen Libor und SARON besteht darin, dass Libor global verwendet wird und SARON nur in der Schweiz.
Warum wurde der SARON in der Schweiz eingeführt?
SARON wurde eingeführt, um einen transparenten und robusten Referenzzinssatz für den schweizerischen Geldmarkt zu schaffen. Es sollte eine Alternative zum Libor sein, der in der Vergangenheit wegen Manipulationsvorwürfen in Verruf geraten war.
Im Jahr 2011 wurde beispielsweise folgender Skandal öffentlich bekannt:
Der Liborsatz wird täglich festgelegt, basiert aber nicht auf den tatsächlichen Transaktionen, sondern auf Meldungen der beteiligten Banken, die Kredite für eine entsprechende Periode vergeben, häufig für drei Monate.
Da dieser Satz eben nicht an tatsächliche Transaktionen gebunden ist, haben die Banken diesen im Jahr 2011 zu Ihrem eigenen Vorteil manipuliert, wodurch ein grosser Vertrauensverlust in den Libor entstand.
SARON Vorteile gegenüber Libor
- Transparenz: SARON ist direkt an echten Transaktionen im schweizerischen Geldmarkt gebunden, was die Transparenz und Repräsentativität des Zinssatzes erhöht.
- Robustheit: SARON ist auf einem grösseren Volumen an Transaktionen basiert als Libor, was die Stabilität und Robustheit des Zinssatzes verbessert.
- Nationale Relevanz: SARON ist spezifisch für den schweizerischen Geldmarkt und bietet einen besseren Einblick in die lokalen Zinsbedingungen als ein globaler Zinssatz wie Libor.
- Regulierung: SARON unterliegt einer engeren Regulierung durch die Schweizer Nationalbank, was dazu beiträgt, dass Manipulationsversuche verhindert werden.
Was würde passieren, wenn wieder der Libor in der Schweiz aktiv wäre?
Es ist schwer vorherzusagen, was passieren würde, wenn Libor wieder eingeführt würde. Hier sind jedoch einige mögliche Auswirkungen:
- Marktturbulenzen: Libor hat in der Vergangenheit wegen Manipulationsvorwürfen in Verruf geraten, was zu Marktturbulenzen führen könnte, wenn es wieder eingeführt würde.
- Vertrauensverlust: Es ist ungewiss, ob das Vertrauen in den Libor wiederhergestellt werden kann, nachdem es wegen der Vorwürfe von Manipulationen in Verruf geraten ist.
- Regulierung: Libor würde wahrscheinlich einer engeren Regulierung unterliegen, um zu verhindern, dass solche Vorwürfe von Manipulationen erneut auftreten.