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Mitte Dezember wurde ein hoch komplexer Supply-Chain-Angriff bekannt, der mittels der vorher noch unbekannten Malware Sunburst gegen Kunden von Solarwinds Orion durchgeführt wurde. Für Schlagzeilen sorgte vor allem die Tatsache, dass einige grosse Bundesbehörden in den USA sowie mehrere ICT-Unternehmen wie FireEye, Mimecast oder Malwarebytes zu den Opfern der Angreifergruppe gehörten.
Anhand der Kundenliste von Solarwinds war aber klar, dass sich auch viele andere Unternehmen die Sunburst-Hintertür eingehandelt haben könnten, darunter auch Schweizerische.
Der Security-Spezialist Kaspersky Labs hat nun versucht, etwas mehr über die Art der potentiellen Opfer herauszufinden und entdeckt, dass rund ein Drittel aus der Industrie stammen. (Aus welchen Branchen die anderen zwei Drittel stammen erklärt Kaspersky nicht.)
Für die Analyse habe man sowohl interne als auch öffentlich verfügbare Informationen verwendet, so Kaspersky zur Methode. Durch eine "Analyse aller verfügbaren decodierten internen Domainnamen, die aus DNS-Namen stammen, die mit dem Sunburst DomainName Generation Algorithm generiert wurden", hätten die Kaspersky-Experten eine Liste von etwa 2000 lesbaren und zuordenbaren Domains erstellen können.
Im Einzelnen stammen laut Kaspersky 18,11% der identifizierten Sunburst-Opfer aus der Industrie und aus dem produzierenden Gewerbe, 3,24% sind Versorgungsunternehmen, 3,03% sind im Baugewerbe tätig, 2,97% gehören zum Bereich Transport und Logistik und 1,35% zur Öl- und Gasindustrie.
Weitere Security-Firmen unter den Opfern
Derweil sind einige weitere Opfer bekannt geworden, die mit der via Solarwinds-Software eingeschleusten Malware infiziert wurden oder auf andere Weise von der Hackergruppe, die Solarwinds geknackt hat, angegriffen wurden.
Palo Alto erklärt, man habe schon im September und Oktober 2020 zwei Sicherheitsvorfälle bemerkt, diese aber erst später mit dem Solarwinds-Hack in Verbindung gebracht. Im Herbst seien die betroffenen Server sofort isoliert worden. Die nachträgliche Untersuchung habe ergeben, dass die Angreifer nicht erfolgreich waren. Es seien keine Daten kompromittiert worden.
Qualys bestätigte ebenfalls offiziell einen Angriff. Es sei aber nur ein Testsystem infiziert worden. Man habe keine Hinweise gefunden, dass auch andere Systeme infiltriert wurden.
Auch Fidelis Cybersecurity sagt, dass nur ein stark isoliertes und selten benutztes Testsystem gehackt worden sei. Es sei den Angreifern nicht gelungen, vom Testsystem aus andere Teile des Netzwerks zu infizieren.
Dass der E-Mail-Security-Anbieter Mimecast gehackt wurde, ist schon seit rund 2 Wochen bekannt
. Security-Experten hatten schon von Anfang an vermutet, dass auch dieser Hack von den Solarwinds-Angreifern durchgeführt wurde. Mimecast hat sich mit der Untersuchung einige Zeit gelassen. Nun aber hat auch dieses Unternehmen diese Vermutung bestätigt
.