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Darum haben die Berner Oberländer Seen immer genügend Wasser
Quelle: TeleBärn
Mauro Fischer ist Glaziologe im Geographischen Institut an der Universität Bern. Er ordnet im Gespräch mit TeleBärn die Gletscherschmelze und den Wasserstand der Seen im Oberland ein.
TeleBärn: Warum sind der Thunersee und der Brienzersee trotz Trockenheit im Vergleich zu anderen Seen gut gefüllt?
Mauro Fischer: Etwa ein Fünftel der Fläche der Einzugsgebiete der beiden Seen sind vergletschert. Die Aare bei Brienz und die Lütschine bei Bönigen, die Wasser in den Brienzersee bringen, sind relativ stark vergletschert. Die starke Gletscherschmelze im vergangenen Sommer sorgte dafür, dass die Seen immer gut gefüllt waren.
Wir verdanken diese vollen Seen also der Gletscherschmelze. Wie lange noch?
Man kann davon ausgehen, dass bis Mitte dieses Jahrhunderts ungefähr die Hälfte des Volumens der Gletscher verloren ist. Was in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts passiert, hängt davon ab, was jetzt global unternommen wird. Sprich: Ob wir es schaffen, die CO2-Emissionen zu reduzieren und den Klimawandel zu begrenzen. Im schlimmsten Fall haben wir Ende des Jahrhunderts fast nichts mehr an den Gletschern. Im allerbesten Fall haben wir noch immer ein Drittel des Eisvolumens.
Es ist ein Fluch: Auf der einen Seite sind wir froh, dass wir genug Wasser in den Seen haben, auf der anderen Seite schmelzen die Gletscher. Wie blicken Sie diesem Dilemma entgegen?
Es ist problematisch, dass die Gletscher immer kleiner werden. Das hat zur Folge, dass in den nächsten Jahrzehnten das Schmelzwasser gerade während Dürre- und Hitzeperioden abnehmen wird. Mit der Erwärmung können die Gletscher irgendwann kein Wasser mehr liefern.
Welche längerfristigen Probleme ergeben sich dadurch?
Ein grosses Problem sind die abnehmenden Abflüsse und dass der Anteil an Gletscherwasser in unseren Flüssen abnimmt. Der Gletscherschwund und die Auflockerung des Permafrostbodens in den Gebirgen haben zur Folge, dass Lockermaterial und Felsflanken instabiler werden. Auch Gletscherseen können eine Gefahr darstellen.
(ris)
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