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Am 14. Oktober 1942 wurde die Schweizerische Gemmologische Gesellschaft unter der Leitung von Dr. Eduard Gübelin gegründet. Die Zielsetzungen beinhalteten gemäss den ersten Statuten "die Förderung der gemmologischen Kenntnisse ihrer Mitglieder durch gegenseitige Belehrung, Erweiterung, Ausbreitung und Anwendung dieser Kenntnisse zum Nutzen des Edelstein- und Perlenhandels, Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, Förderung der wirtschaftlichen Belange des Juweliergewerbes und Wahrung ethischer Geschäftspraktiken zum Nutzen des kaufenden Publikums."
Diese Zielsetzungen sind bis heute die gleichen geblieben und haben die Aktivitäten der Gesellschaft weitgehend geprägt. Die Gründung erfolgte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen inmitten der Kriegsjahre, waren damals die Kontakte zu ausländischen gemmologischen Institutionen erschwert oder gar verunmöglicht.
Mitglied konnte nur werden, wer in einem dem Verband der Schmuck- und Uhrenbranche (UBOS) angeschlossenen Betrieb eine führende Position innehatte. Diese im Vergleich zu anderen gemmologischen Gesellschaften restriktive Praxis blieb über Jahrzehnte erhalten und prägt das Gesicht der Gesellschaft bis heute, die im Vergleich zu ausländischen Gesellschaften zwar stets relativ eine geringere Mitgliederzahl aufweist, jedoch durch eine persönliche Atmosphäre und hohe Motivation der Mitglieder charakterisiert ist.
Vortrag von Dr. E. Gübelin anlässlich des 25-Jahre-Jubiläums am 21. Juni 1967 auf dem Bürgenstock.
25-jähriges Jubiläum 1967 auf dem Bürgenstock. Demonstration von gemmologischen Geräten für Mitglieder und Pressevertreter.
Zeitungsberichte über die Jubiläumsveranstaltung der SGG 1967.
Im Laufe der Jahre wurden mit verschiedenen Statutenänderungen die Bedingungen für die Mitgliedschaft geändert. Seit 2007 steht die SGG offen sowohl für Personen der Edelstein-, Bijouterie und Juwelenbranche, als auch für Interessierte, die bereits einen gemmologischen Titel von ausländischen gemmologischen Ausbildungsinstituten innehaben.
Die Ausbildung wurde vom langjährigen wissenschaftlichen Berater und späteren Ehrenpräsidenten, Dr. Eduard Gübelin organisiert und zum grössten Teil auch selbst bestritten. An den in der Regel dreitägigen Zentralkursen wurden die Teilnehmer in den ersten Jahren nach der Gründung sowohl theoretisch als auch praktisch ausgebildet. Für die praktischen Untersuchungen waren die Teilnehmer verpflichtet, ihre eigenen Instrumente und Edelsteine mitzubringen. Mit der Zunahme der Mitgliederzahl wurde die noch heute gebräuchliche Praxis eingeführt, die Zentralkurse auf die theoretische Ausbildung zu beschränken. Sie finden heute in Form eines jährlichen Vortragssymposiums mit in- und ausländischen Referenten statt. Die gemmologische Praxis wird an den zweitägigen Seminarien der Regionalgruppen vertieft, die von den jeweiligen Obmännern der Sektionen organisiert werden. Für die praktische Untersuchung hat sich die SGG eine grosse Referenzsammlung von Teststeinen angelegt, die den Mitgliedern zur Verfügung steht. Neben den Kursen finden in unregelmässigen Abständen auch Besichtigungen und Exkursionen zu Edelsteinlagerstätten statt.Ab 1983 unterstützte die neu gebildete wissenschaftliche Kommission unter der Leitung von Dr. E. Gübelin seine Tätigkeit für die Organisation der Zentralkurse und Ausbildung der Mitglieder. 1988 übernahm Bruno Bolli die Leitung dieser Kommission; 2003 ging dieses Amt an den wissenschaftlichen Instruktor Michael Hügi über. Wissenschaftliche Unterstützung erhielt die SGG auch vom Schweizerischen Gemmologischen Institut SSEF, das unter anderem mit namhaften Gemmologen wie George Bosshart, dem Ehrenmitglied der SGG, Prof. Henry Hänni und dem jetzigen Direktor, Dr. Michael Krzemnicki seit vielen Jahre als Referenten und Instruktoren vertreten ist.
Die Entwicklung in Edelsteinhandel und -forschung wirft laufend neue Fragen auf. Neu entdeckte Lagerstätten, zunehmend raffiniertere Synthesen und Behandlungen von Edelsteinen erfordern die stetige Weiterbildung von Fachleuten. Mit ihren Aktivitäten wird die SGG auch in Zukunft diesen Ansprüchen Rechnung tragen, um auch weiterhin das Vertrauen der Kunden in die Schmuck- und Juwelenbranche zu erhalten.