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Indien: Von der Ausbeutung zur Selbständigkeit
Weil Narayanammas Vater altersbedingt nicht mehr arbeiten konnte und ihre Mutter geisteskrank war, musste sie für ihre Eltern sorgen. Diese beschlossen in ihrer extremen Armut und aus Angst, ihre Tochter könnte heiraten und zu ihrem Mann ziehen, Narayanamma im Alter von 15 Jahren mit einer Göttin zu verheiraten. Von nun an diente Narayanamma im Tempel und sorgte weiterhin für ihre Eltern. Ihre Rolle als Jogini bedeutete jedoch auch, dass sie von jedem Mann im Dorf sexuell benutzt werden durfte. Narayanamma wurde schwanger. Der Vater des Kindes sagte: „Du bist eine Jogini, wie könnte ich dich da zur Ehefrau nehmen?“ Er verliess sie. Als Narayanamma erneut schwanger wurde und auch dieser Mann sie alleine liess, war sie völlig verzweifelt.
Ein Pastor kam in ihr Dorf. Narayanamma war beeindruckt, als sie sah, wie wertschätzend dieser Mann mit den Menschen umging. Er gab Narayanamma eine Bibel. Sie begann darin zu lesen und besuchte die Kirche. Als sie Antworten auf ihre Gebete erhielt, wuchs ihr Gottvertrauen. Von Good Shepherd (OM Indien) erhielt Narayanamma ein Darlehen, das ihr die Eröffnung eines kleinen Ladens ermöglichte.
Ihr Alltag ist nach wie vor von vielen Herausforderungen geprägt, doch sie muss nun nicht mehr als Tempelprostituierte arbeiten und ihre Kinder können zur Schule gehen. Die Hoffnung, die sie gefunden hat, treibt sie an, anderen Joginis davon zu erzählen und sie setzt sich für deren Befreiung ein.