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Der Dienstag bietet am US Open einige knisternde Ball- und Wortwechsel. Die bekannt heissblütigen Bernard Tomic und Fabio Fognini legten sich mit den lauten und unflätigen Fans an.
Im Duell gegen den Bosnier Damir Dzumhur trieben gegnerische Fans den Australier Bernard Tomic zur Weissglut. Die Nummer 19 der Welt, selber der Sohn eines Kroaten und einer Bosnierin, unterbrach einen Aufschlag Dzumhurs, um sich mit einem Zuschauer ein Wortgefecht zu liefern. "Leck mich an den E...", zischte Tomic dem Zaungast auf dem alten Grandstand entgegen. Und fügte hinzu: "Ich steck sie dir ins Maul."
Der 23-Jährige, der schon öfter durch verbale und andere Ausfälle auffiel, verlor die Partie gegen den 55 Plätze schlechter klassierten Dzumhur in vier Sätzen und entschuldigte sich nachher bei den neutralen Zuschauern, die sich gestört gefühlt haben könnten. "Nachdem er nach dem ersten Satz gegangen ist, waren wohl alle froh", meinte er. Auch eine andere Fangruppe habe ihn aber wiederholt auf Serbokroatisch aus der Fassung zu bringen versucht. "So etwas gehört nicht zum Tennis, wir sind ja keine Boxer oder Kampfsportler", beklagte sich Tomic. "Leider hört man auf den Mikrofonen wahrscheinlich nur meine Reaktion, aber nicht, was sie gesagt haben." Er muss wohl mit einer saftigen Busse rechnen.
Auch der Italiener Fabio Fognini legte sich in seinem Spiel gegen Teimuras Gabaschwili mit den Supportern seines russischen Kontrahenten an. Der letztjährige US-Open-Achtelfinalist und Nadal-Bezwinger fand die Ruhe aber gerade noch rechtzeitig wieder und gewann nach einem 0:2-Rückstand in fast fünf Stunden.
Ass-Rekord von Karlovic
Ein Feuerwerk anderer Art zündete Ivo Karlovic (ATP 23). Der 2,11 m grosse, 37-jährige Kroate knallte dem Taiwanesen Lu Yen-Hsun (ATP 73) bei seinem Fünfsatz-Sieg nicht weniger als 61 Asse ins Feld. Den bisherigen Rekord am US Open hielt der Niederländer Richard Krajicek, der 1999 im verlorenen (!) Viertelfinal gegen Jewgeni Kafelnikow 49 Asse schlug.
Keinerlei Drama, aber eine Ausrufezeichen sportlicher Art zündeten zwei der Topfavoriten in der dienstäglichen Night Session. Serena Williams zeigte bei ihrem überzeugenden 6:3, 6:3 gegen die Jekaterina Makarowa, die Halbfinalistin von 2014, keinerlei Anzeichen der Schulterverletzung, die sie in den Wochen vor dem US Open behindert hatte.
Wimbledon- und Olympiasieger Andy Murray machte mit dem unberechenbaren Tschechen Lukas Rosol, der 2012 in Wimbledon Rafael Nadal geschlagen und in diesem Jahr am French Open Stan Wawrinka zu fünf Sätzen gezwungen hatte, kurzen Prozess. Nach etwas Abtasten zu Beginn war der Schotte beim 6:3, 6:2, 6:2 unwiderstehlich. Seit der Rückkehr von Ivan Lendl als Coach hat die Nummer 2 der Welt 23 von 24 Matches gewonnen. Die einzige Niederlage gab es im Cincinnati-Final gegen Marin Cilic - direkt nach dem kräftezehrenden Olympiaturnier in Rio.
sda-ats