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Thomas Alva Edison
Die Geschichte konservierter, das heißt auf Tonträgern festgehaltener Musik, begann vor mehr als einem Jahrhundert. Der Wegbereiter Thomas Alva Edison stellte, nachdem er bereits mit Telegraphie, Telefonen und Elektromagnetismus experimentiert hatte, 1877 einen zylindrischen Phonographen vor, bei dem Schallwellenschwingungen in die Oberfläche eines sich drehenden Zylinders geritzt wurden.
Die erste Vorbedingung für das Zeitalter der massenhaften technischen Reproduktion von Schall und die damit verbundene Wandlung des musikalischen Kommunikationsprozesses war damit geschaffen.
Emil Berliner entwickelte das Prinzip der Edisonschen Schallaufzeichnung weiter und stellte im Jahre 1887 das Grammophon der Öffentlichkeit vor. Aufgenommene Töne wurden mechanisch in die weiche Oberfläche einer sich horizontal drehenden Scheibe geritzt. Die große Neuerung, die diese Erfindung nach sich zog, war neben der Möglichkeit, den wächsernen Tonträger mehrmals abspielen zu können, vor allem in der Vervielfältigung zu suchen. Die Schallplatte war geboren.
In den ersten Jahren nach der Jahrhundertwende etablierten sich eine Reihe neuer Schallplattenfirmen, deren Konkurrenzkampf untereinander der stetig wachsenden Tonträgerindustrie zusätzliche Dynamik verlieh. Dies betraf nicht nur die Anzahl der Neuerscheinungen und den dadurch ständig steigenden Absatz, sondern auch die technischen Weiterentwicklungen. In den ersten beiden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts, als es noch kein kommerzielles Radio gab und die Filmindustrie in den Anfängen steckte, feierte die Schellackplatte ihre goldenen Jahre. Diese Periode fand ein Ende mit der wachsenden Popularität des Radios.
Am 29. November 1877 zeichnete Edison die erste Skizze einer Sprechmaschine, die er Phonograph nannte, in sein Notizbuch. Sein Chefmechaniker John Krüsi übrigens ein gebürtiger Schweizer - baute nach diesem Entwurf ein Modell. Das Gerät erhielt einen 9 cm dicken Zylinder auf einer Schraubenspindel, die mit einer Handkurbel gedreht werden konnte. Auf den gegenüberliegenden Seiten des Zylinders befand sich auf verstellbarer Halterung je eine Membrane mit einem Stift in der Mitte. Edison rezitierte den Anfang des Kinderliedes Mary had a little lamb auf die eine Membrane. Nachdem Zurückdrehen der Spindel zum Anfangspunkt löste er den Stift der Membrane, die er gerade besprochen hatte, von der Walze. Sodann setzte er den Stift der anderen Membrane auf die Walze und begann die Walze in die gleiche Richtung, wie bei der Aufnahme zu drehen. Der Kinderreim wurde verständlich wiedergegeben!
Am 24.Dezember 1877 meldete Edison seinen Phonographen zum Patent an, das ihm am 19.Februar1878 auch erteilt wurde. Es folgten von Edison später nochweitere195 Patentanmeldungen zum Phonographen.
So unvollkommen Edisons Phonograph noch war, alle Welt interessierte sich dafür und schon wenige Wochen nach der Patentanmeldung, versuchte Edison den Phonographen kommerziell zu nutzen. Ergründete die Edison Speaking Phonograph Company. Die Firma begann sogleich mit der seriellen Hersteungdes Phonographen. Danach wurden Vertreter instruiert, wie sieden Phonographen gegen Entgelt auf Straßen, Vergnügungszentren und Jahrmärkten zu demonstrieren hatten. So begann der kommerzielle Aufstieg der konservierten Musik.
Textquelle: Auszüge von Petra Becher