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Wenn du das Ziel hast in 2018 dein Binge Eating und oder Bulimie zu überwinden, möchte ich dir gerne zwei Ratschläge geben, die dir hoffentlich helfen werden deinen Neujahrsvorsatz zu erreichen.
- 1. Setze das Stoppen von Binge Eating über deine anderen Ziele.
- 2. Trenne das Stoppen von Binge Eating von deinen anderen Vorsätzen.
Lass uns zuerst über den 1. Punkt sprechen: Von den ungesunden Essgewohnheiten, die du vielleicht hast (wir alle haben welche), verursacht Binge Eating wahrscheinlich der grösste Schmerz in deinem Leben und es ist der grösste Faktor der dich zurückhält auch andere Ziele zu erreichen oder einfach nur zufrieden zu sein. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, schlage ich dir vor, deine anderen ess- und gewichtsbezogenen Ziele vorerst zur Seite zu legen und deinen Fokus auf das Stoppen von Binge Eating zu richten. Dies soll vermeiden, dass du dir selbst zu viel Druck machst „richtig“ zu essen, dich selbst zu sehr dafür verurteilst wie du isst oder auch in ein alles-oder-nichts Glaubensmuster zu verfallen.
Wenn das Stoppen von Binge Eating deine Priorität ist, kannst du dich darüber freuen nicht einem Binge nachgegangen zu sein, auch wenn du ungesund isst. Anstelle davon, dass du dich selbst verurteilst, wenn du dich überisst, kannst du stolz auf dich sein, dass dein Überessen nicht in einem Binge endete. Und wenn dein Gewicht sich nicht sofort so verändert wie du es dir wünschst, ändert das nichts an deinem Einsatz, dich mehr und mehr von deinem schädlichen Binge Eating-Verhalten loszulösen.
Ein wichtiger Hinweis: Das Stoppen von Binge Eating über deine anderen Ziele zu setzen bedeutet auch, dass du dich dazu verpflichten musst nicht Diät zu halten. Mehr dazu in weiteren Blogbeiträgen.
Du hast vielleicht Ängste das Stoppen von Binge Eating zu deinem wichtigsten Vorsatz zu machen. Denn du denkst vielleicht: „Was ist wenn ich doch binge? Bedeutet das, das ich in meinem Vorsatz versagt habe?“ Ganz und gar nicht! Einem Drang zu bingen nachzugehen, bedeutet nicht, dass das Stoppen von Binge Eating weniger wichtig für dich geworden ist und es bedeutet sicherlich nicht, das du aufgeben solltest! Weil das Stoppen deine top Priorität ist, bist du in einer guten Position, um daraus zu lernen was passiert ist und weiter zu machen. Du kannst reflektieren was für Gedanken dazu geführt haben dem Drang zu folgen. Dann entscheidest du was du das nächste Mal anders tun willst und verpflichtest dich weiterhin den Vorsatz das Binge Eating zu stoppen zu verfolgen. Um dies zu illustrieren, möchte ich, dass du dir vorstellst, deine Priorität ist es ein Instrument spielen zu lernen. Würdest du dein Ziel aufgeben nur weil du zwischendurch auch falsche Noten spielst? Sicher nicht! Der Prozess zu lernen ist deine Priorität. Weil dein Ziel wichtig für dich ist, kannst du dir Hilfe hinzu ziehen, wenn du sie benötigst (schreibe mir gerne eine Mail, wenn du Unterstützung möchtest [email protected]) und Anpassungen in deinen Handlungen machen, bis du Binge Eating-frei bist.
Nun zu dem 2. Punkt: Viele von euch werden meinen Ratschlag das Binge Eating zu stoppen zu ihrem Hauptziel zu machen, gutheissen. Aber wenn du wie einige der Frauen denkst, mit denen ich mich austausche und wie ich früher selbst gedacht habe, kommen vielleicht solche oder ähnliche Gedanken hoch: „Ja, das Binge Eating zu stoppen ist mein wichtigster Vorsatz…aber ich muss auch gesund essen…und mein extra Gewicht verlieren…und ich sollte kein Zucker mehr essen…und ich möchte mir vornehmen nur noch zu essen, wenn ich wirklich hungrig bin…und ich muss auch mit dem Überessen aufhören.“
Ich kann dir noch so sehr raten diese Ziele momentan beiseite zu stellen. Dennoch weiss ich, dass sie immer noch in deinem Hinterkopf herumspucken. Auch wenn du dir vornimmst an diesen Zielen in der gesündesten, am wenigsten restriktiven Art und Weise zu arbeiten und du dir vornimmst ausreichend zu essen. Diese anderen Ziele können dennoch dein Vorsatz das Binge Eating zu stoppen in einer ungesunden Art und Weise beeinflussen.
Was dann passieren könnte ist: Du brichst deine anderen Essvorsätze (wie es die meisten Menschen machen) und dann sagst du zu dir selbst: „Du hast versagt, also könntest du genauso gut bingen.“ So brichst du nicht nur deine anderen Vorsätze sondern auch dein Vorsatz das Binge Eating zu stoppen. Vielleicht hast du diese Erfahrung auch schon gemacht. Lass uns einmal annehmen, dass du den Entschluss fasst auch Zucker nicht mehr zu essen. Das erste Mal, wenn du dann doch einen Muffin isst, denkst du dann ungefähr so: „Siehst du, das ist der Beweis, dass du keine Selbstkontrolle hast, also kannst du jetzt genauso gut einem Binge nachgehen und dann Morgen von vorne starten.“ Wenn du dann das nächste Mal wieder Zucker isst, startet der Teufelskreis von vorn. Oder lass uns annehmen, du entscheidest dich nur noch zu essen, wenn du hungrig bist. Wenn du dann das erste Mal entscheidest ein Dessert nach einem üppigen Nachtessen zu haben, löst es in dir das Gefühl aus „alles ist verloren“ und nun gibt es keinen Grund mehr sich über den Binge-Drang hinweg zu setzen. So endet es damit, dass du immer häufiger deinen wichtigsten Vorsatz brichst.
Aber was ist, wenn du lediglich deinen Gesund-Essen-Vorsatz brichst und dann dort stoppst? Was ist, wenn du Zucker isst und dich immer noch dafür verpflichtest Binge Eating so oft wie möglich zu vermeiden? Was ist, wenn du dich über Binge-Dränge hinweg setzen kannst auch wenn du zuviel gegessen hast oder nicht wirklich hungrig warst? Was ist, wenn du dein Wunschgewicht in 2018 nicht erreichst und dies nicht als Grund brauchst zu bingen? Dich nicht perfekt an deine Vorsätze zu halten, würde so viel weniger Schaden anrichten (und in vielen Fällen gar keinen Schaden) und du könntest weiterhin deinen Weg in Richtung Heilung von deiner Essstörung voranschreiten – auch mit all deinen Unvollkommenheiten.
Denk an die Millionen von Menschen, die ihre Neujahrsvorsätze brechen und danach nicht etwas mehr schadvolles tun. Es ist schwierig ein Lebensmittel oder eine ganze Gruppe davon aufzugeben oder einer exakten Essensrichtlinie zu folgen. Weshalb auch viele Menschen nicht permanent ideal essen. Hinzu kommt, dass ideal zu essen für jede Person anders aussieht. Du willst sicherlich kein Szenario bilden, indem dein Binge Eating abhängig davon ist wie gut oder schlecht du Essensregeln folgen kannst. Trenne also das Stoppen von Binge Eating von deinen anderen Vorsätzen.
Wenn jemand von deinen Freundinnen dir sagen würde, dass sie ihren Neujahrsvorsatz gesund zu essen gebrochen hat, würdest du ihr sagen, dass nun alles verloren ist und sie genau so gut bingen könne? Natürlich nicht! Aber genau dazu tendieren Binge Eaterinnen oder Bulimikerinnen wenn es um sie selbst geht. Diese Art von Gedanken sind neurologischer Müll, von einem primitiven Teil deines Gehirns. Der Teil von deinem Gehirn, der versucht dein Binge Eating-Verhalten aufrecht zu halten. Wenn du lernst, dich über die binge- ermutigenden Gedanken (Dränge) hinweg zu setzen, bist du auf dem Weg deine destruktive Gewohnheit zu löschen. Mehr dazu in der Infobroschüre, die du dir auf der Webseite www.hilfe-bilimie.ch gratis herunter laden kannst.
Und ich sage nicht, dass du nie mehr entscheiden kannst gesünder zu essen. Ich sage, egal ob du dabei erfolgreich bist oder nicht, kannst du lernen, das Binge Eating-Verhalten zu stoppen. Und das ist ein riesiger Erfolg!
Ich wünsche dir für 2018 nur das Beste und danke für das Lesen meines Blogs!