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Baurecht und Pachtland
Baurecht
Die Bewirtschaftung von Baurechten ist ein weiterer Betriebszweig der Korporation Wollerau. Seit vielen Jahren kann die Korporation Wollerau Land im Baurecht für gewerbliche sowie private Projekte abgeben.
Bedeutender Beitrag zur Entwicklung der Region Höfe
Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Landverkäufe an Genossenbürger, nicht nur für den Bau von Einfamilienhäusern, sondern auch für den Bau von Gewerbegebäuden. Gewerbetreibende konnten den Boden anfänglich ebenfalls kaufen. Ab 1976 aber, mit dem rar werden des Baulands, wurden die Grundstücke für gewerbliche Bauten nur noch im Baurecht abgegeben. Nach der Abgabe der Fällmisstrasse 35, 37 und 39 in Wilen im Stockwerkeigentum, der Baurechtsparzellen Etzelweid in Schindellegi an verschiedene Genossenbürger und verschiedene Gewerbeliegenschaften am Korporationsweg, wurde beschlossen künftig die restlichen Landreserven selbst zu nutzen und preiswerte Mietwohnungen für Einheimische zu realisieren. Heute geht es vielmehr darum, das Land der Genosssame zu verwalten und der Nachwelt zu erhalten.
Die Korporation Wollerau im Fokus der Öffentlichkeit
Der Wunsch der Öffentlichkeit stand bei der Korporation immer an erster Stelle. So wurden bereits im Mittelalter Land und Holz für den Bau der Kirchen in der Region zur Verfügung gestellt, im 19. Jahrhundert Bauland für Schulhäuser und Dorfplätze abgegeben sowie namhafte Beiträge für öffentliche Bauten zur Verfügung gestellt. 1915 wurde mit dem Bau der Scheerenbrücke ein grossartiges Bauwerk im Dienste der Öffentlichkeit realisiert, welches heute unter Denkmalschutz steht. So konnten die Weiler auf der anderen Seite der Sihl nachhaltig erschlossen werden. Für den Ausbau der Hauptstrasse Pfäffikon – Innerschwyz (H8) trat die Korporation hauptsächlich zwischen Schindellegi und Biberbrugg grössere Flächen Land an den Kanton ab, teilweise gegen Bezahlung, zum Teil auch im Abtausch mit Nutz- oder Bauland. Ebenfalls für den Bau des ÖV (SOB) wurden grössere Landstriche abgetreten, sei es in der Vergangenheit oder auch in Zukunft zur Erweiterung des bestehenden Schienennetzes. In den Achzigerjahren liess die Korporation Überbauungstudien für das Bauland im Studenbühl, Wollerau, erstellen, die aber nie realisiert wurden. 1979 wurden für den Rebbau 2200 m² Landwirtschaftsland an die Winzergesellschaft der Alten Garde Wollerau verpachtet und bis heute auf 5'000 m² aufgestockt. Die Idee, das Studenbühl auszuzonen, fand bei den Genossenbürgern und den Bürgern der Gemeinde Wollerau grossen Anklang, zumal die Korporation von der Gemeinde Wollerau als Entschädigung dafür Bauland an der Felsenstrasse erhalten hat.
Die stetig steigende Bevölkerung braucht Naherholungsgebiete
1966 wurde dem Wunsch der Gemeinde Wollerau nach Naherholungsgebieten entsprochen und die Korporation stellte der Öffentlichkeit im Erlenmoos Landwirtschaftsland für einen Sportplatz zur Verfügung. Ein Vitaparcours im Bachtobelwald sorgte für die Erweiterung des Naherholungsgebiets Erlenmoos. 1995 wurde nach dem Ablauf des 100-jährigen Weihervertrags mit der Gebr. Frey AG, auf Wunsch der Gemeinde Wollerau der Freyenweijer nicht rückgebaut, sondern als Erweiterung des Naherholungsgebiets Erlenmoos erhalten und unter Naturschutz gestellt. Dem sogenannten «Weihervertrag» haben die Genossenbürger sowie die Gemeindebürger von Wollerau an der Urne mit grosser Mehrheit zugestimmt.
Im Jahr 2000 wurde die Pacht zusammen mit den Baurechten für den Tennisclub Ried und dem Pfadiheim in ein Gesamt-Baurecht mit der Gemeinde überführt. Der Sportplatz – zwischenzeitlich mit zusätzlichen Flächen aufgestockt – dient seit den Anfängen den Bedürfnissen der Schulen und des örtlichen Fussballclubs. 2003 wurde dem Tennisclub Ried über ein neues Baurecht im Erlenmoos zusätzlich Land für eine Tennishalle abgetreten. In den letzten Jahren wurde ebenfalls ein Minigolf-Platz und eine Outdoor-Modell-Auto-Rennbahn im Erlenmoos angesiedelt. Ein aktuelles Projekt beinhaltet eine Eishalle mit öffentlichem Eisfeld für die Bevölkerung, um den Breitensport zu unterstützen. Diese sollte bis Ende 2024 eröffnet werden können. Kürzlich wurde dem Tennisclub Ried eine Traglufthalle bewilligt, um den Winterbetrieb künftig zu verbessern.
Baurechtsparzelle Feusisgarten, Feusisberg
Gewerbegebiet Chaltenboden, Schindellegi
Mehrere Gewerbeliegenschaften im Baurecht
Fällmisstrasse 35, 37 und 39 in Wilen
3 MFH mit 27 Eigentumswohnungen im Baurecht (Stockwerkeigentum), 1995
Gewerbegebiet Korporationsweg, Wilen
Mehrere Gewerbeliegenschaften im Baurecht
Etzelweidstrasse (Stutz), Schindellegi
Sechs zusammengebaute und zwei freistehende Einfamilienhäuser, 1995
Landwirtschaftliches Pachtland
Noch immer befinden sich die grössten Landflächen der Genosssame in Landwirtschafts- und Naturschutzzonen. Die total 177,64 ha Heu- und Streuteile sind nach wie vor sehr gefragt und werden von knapp 50 Pächtern professionell bewirtschaftet. Alle landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Korporation (Landteile) sind an einheimische Landwirte (Genossen- und Nicht-Genossenbürger) über langjährige Verträge verpachtet. Die Nutzung verpflichtet zu gehöriger Pflege des Pachtlandes.
Besonders zu erwähnen sind hier das Studenbüel mit einzigartigem Blick über den Zürichsee und der Freyenweijer. Im Studenbüel wurden 50 Aren Bauland in die Landwirtschaftszone umgezont und an die «Winzergesellschaft der Alten Garde Wollerau» für den Rebbau verpachtet. Der Freyenweijer wurde 1887 von den Gebr. Frey AG als Wasserspeicher künstlich angelegt und dient heute, dank des wegweisenden Weihervertrags von 1995 mit der Gemeinde Wollerau, der Öffentlichkeit als einzigartiges Sport- und Naherholungsgebiet.
Itlimoos mit Freyenweijer
Streu- und Heuteile Ängiried
Sihlauenwald bei den Dreiwässeren
50 Aren Rebland im Studenbüel mit dem bekannten Winzerhüüsli