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Das 1948 gegründete und 1955 mit dem Ehrentitel „Borodin Quartett“ ausgezeichnete Streicherensemble gehört international zur crème de la crème der Streichquartette. Was seine Leistung am klingendsten zu beschreiben vermag: Als die vier Musikanten dem Komponisten Schostakowitsch sein Streichquartett Nr. 8 in c-moll vorspielten, um seine Kritik zu hören, verbarg dieser nur seinen Kopf in den Händen und weinte.
Dimitrij Schostakowitsch (1906-1975) gilt als herausragender Symphonienkomponist aus dem Russland unseres Jahrhunderts, hat aber nicht minder bedeutende Werke der Kammermusik geschaffen. Das beeindruckendste davon wohl diese Nr. 8, ein Streichquartett von einer düster-schweren Traurigkeit, worin er seine tiefe Trauer angesichts des zerbomten Dresden (1960) hörbar verarbeitet.
Ganz anders dagegen das Streichquartett Nr. 2 in D-dur vom Namenspatron des Quartetts, Alexander Borodin (1833-1887). Dieser - obwohl kein „Profi“ und von Beruf Chemiker - gilt heute als einer der bedeutendsten russischen Symphoniker aus dem Jahrhundert vor Schostakowitsch. Sein zweites Streichquartett gehört in seiner luftig-leichten Heiterkeit und mit seinem wunderbaren langsamen Notturno zum feinsten seiner Art.