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Man muss zunächst einmal festhalten, dass einige Schmerzen sich durchaus mit Hilfe von Medikamenten lindern lassen und keiner Therapie bedürfen. Wenn diese Schmerzen allerdings den Alltag stören, sollten Patienten die Ursachen abklären lassen. Jeder Kniechirurg versucht, die ideale Beinachse für die Patienten herzustellen und so wenig wie möglich die natürliche Mechanik des Kniegelenks zu verändern. Es kommt allerdings vor, dass eine Überkorrektur erfolgt, so dass z.B. aus einem X-Bein ein O-Beine entstehen.
Oder das Implantat ist zu gross gewählt, so dass es ggf. einen Überstand gibt, der Reizungen auslösen kann. Oder das Implantat ist zu klein und lockert sich, da die Druckverhältnisse nicht optimal sind. Diese Effekte werden vor allem bei Standardimplantaten beobachtet, bei denen der Knochen an die Prothese angepasst wird und nicht umgekehrt. Hier sind immer wieder Kompromisse gefragt, die zu Problemen führen können.
Andere Ursachen können eine zu geringe oder zu hohe Beinspannung sein, die zu einer Instabilität oder Steifheit im Knie führen kann. Um helfen zu können, muss eine genaue Diagnose erfolgen
Alle knöchernen Gelenksflächen sind mit einer Knorpelschicht überzogen. Zwischen dem Ober und Unterschenkel liegen zwei Faserknorpelscheiben, man spricht hier vom Aussen- und Innenmeniskus. Diese bindegewebigen, halbmondförmigen Strukturen dienen als Oberflächenvergrösserung und Stossdämpfer indem sie den Druck verteilen und zwischen dem Ober- und Unterschenkel ausgleichen.
Der Knorpelüberzug und die Menisken sorgen zusammen mit der von der Gelenksinnenhaut (Synovialis) produzierten Gelenkflüssigkeit (Synovia) ist für ein reibungsarmes Gleiten der einzelnen Gelenkskomponenten.
Die Kniescheibe ist eingebettet zwischen der vorderen Oberschenkelmuskulatur (Quatriceps Muskel), der dazugehörigen Quatrizepssehne und dem Kniescheibenband (Patellaband)und ist mit ihrer zum Oberschenkelknochen (Femur) gerichteten Gelenksgleitfläche ein wichtiger Bestandteil des Streckapparates. Sie wirkt als Hypomochlion und optimiert dadurch die Kraftübertragung zum Unterschenkel.
Die Verbindung zum Unterschenkel wird auch das Kniescheibenband (Patellaband) gebildet welches an der Vorderseite des Schienenbeins ansetzt. Die dynamische Führung der Kniescheibe ist sehr komplex. Die wichtigsten Stabilisatoren sind hier eine Verstärkung der Gelenkskapsel auf der Innenseite (Mediales Patellofemorales Ligament (MPFL), der innere Teil der Oberschenkelmuskulatur sowie die Vertiefung der Gleitfläche des Oberschenkels (Trochlea).
Umspannt wird das ganze Kniegelenk von der Gelenkshülle (Gelenkkapsel) welche an einigen Stellen verstärkt ist und eine Bandstruktur bildet. Vor allem ist dies der Fall auf der Innenseite, hier gewährleistet das Innenband in Kombination mit einem mehrschichtigen bandähnlichen Netzgefecht der Gelenkshülle die seitliche Stabilität des Knies.
Die Stabilisierung der Aussenseite erfolgt einerseits durch das am Wadenbein ansetzende Aussenband aber auch durch eine hoch komplexe Verstärkung der Gelenkshülle, welche auch vielen kleine Bändern besteht.
Weitere essentielle Stabilisatoren des Knies sind die sich im Zentrum befindlichen Kreuzbänder. Das Vordere Kreuzband verhindert, dass der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberschenkel nach vorne gleitet („Vordere Schublade“); analog dazu sperrt das Hintere Kreuzband das Gleiten nach hinten („Hintere Schublade“). Zusätzlich stabilisieren die Kreuzbänder in einem dynamischen Zusammenspiel mit der Gelenkskapsel die Rotation des Kniegelenkes.
Des Weiteren wird den Kreuzbändern und hier vor allem dem Vorderen eine sensorische Funktion zugesprochen. Die sich in den Kreuzbändern befindlichen Rezeptoren bilden einen wichtigen und stabilisierenden Schutzreflex mit der Knie umgreifenden Muskulatur.