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Die offizielle Übergabe fand jedoch nicht statt, weil die dazu übliche Aussenministerkonferenz ausfiel, Paraguay und Brasilien sagten ab. Daraufhin informierte Venezuela, man habe den Vorsitz übernommen.
Doch der Schritt wird bisher nicht von allen Mitgliedsländern akzeptiert. Paraguay beanstandet, Venezuela fehle die innenpolitische Stabilität und die Menschenrechte würden dort zu wenig geachtet. Dem Staatenbündnis gehören Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Venezuela und Bolivien an.
Venezuela, das Land mit den grössten Ölreserven der Welt, leidet unter einer tiefen Rezession, einer Rekordinflation und Devisenmangel, um notwendige Einfuhren aus dem Ausland zu bezahlen. Als Folge einer Versorgungskrise fehlen vor allem Lebensmittel und Medikamente. Schlangen gehören zum Alltagsbild.
Als einziges Mitgliedland gratulierte Bolivien dem politischen Alliierten Venezuela zur Übernahme des Vorsitzes. Der sozialistische Präsident Evo Morales sprach mit Blick auf den Widerstand von Paraguay und Brasilien von einer "weiteren Attacke auf die ökonomische Integration".
Der Mercosur führt Verhandlungen mit der Europäischen Union über ein Freihandelsabkommen - Venezuela hat das immer wieder gebremst. Besonders der neue liberale argentinische Präsident Mauricio Macri hat zuletzt für das Abkommen geworben, auch bei Treffen mit der EU-Führung und Kanzlerin Angela Merkel in Berlin./cc/jg/ir/DP/he
(AWP)