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Der Kanton Freiburg hat den Ruf eines landwirtschaftlichen Kantons und tritt gerne als solcher auf. Obwohl er in den letzten Jahren eine starke wirtschaftliche und demographische Entwicklung durchgemacht hat, werden mehr als 59% des kantonalen Gebiets von der Landwirtschaft genutzt. Nicht weniger als 3376 Betriebe teilen sich diese Fläche. Allein die Wiesen und Weiden stellen etwa 70% dar, welche hauptsächlich der Milchproduktion gewidmet sind. Mit dieser in Richtung Milchsektor gerichtete Landwirtschaft, produzieren die Züchter des Kantons etwa 10% der Schweizer Milch. Dank einer strengen Auswahl ist die Anzahl der Kühe reduziert worden und die Produktion ist maximiert und sogar erhöht worden.
Der See- und Broyebezirk sind traditionellerweise eher auf die großen Kulturen und die Gartenbaukulturen gerichtet.
Die großen Nahrungsmittelindustrien sind im Kanton gut vertreten und profitieren von einer Versorgung an einheimischen, regionalen Qualitätsrohstoffen.
Unsere Landwirtschaft kann auch prahlen mit Produkten, die weit über unsere kantonalen Grenzen und der Schweiz hinaus bekannt sind, so wie der Greyerzer AOC oder der Freiburger Vacherin AOC, um nur die zwei wichtigsten zu nennen. Vor den großen Herausforderungen des 21sten Jahrhunderts gestellt, darf die Freiburger Landwirtschaft nicht aufhören sich anzupassen, um konkurrenzfähig zu bleiben und dies mit voller Rücksicht auf die Umwelt und die Verbraucher.
Im Jahre 2006 wird eine wichtige Etappe überquert, da der Kanton Freiburg sich mit seinem eigenen Gesetz über die Landwirtschaft ausstattet, das die Ziele und die Unterstützungs- und dauerhaften Entwicklungsmassnahmen der Landwirtschaft über die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Pläne definiert.
Der erste Vierjahresbericht, vorgesehen im Gesetz über die Landwirtschaft, wird im Jahre 2009 veröffentlicht. Dieser Bericht stellt eine Bestandesaufnahme der Freiburger Landwirtschaft dar, ein Sektor, der 750 Millionen im wirtschaftlichen Gleichgewicht des Kantons wiegt und der mehr als 11'330 Personen (Zahlen 2005) beschäftigt.
Der Vierjahresbericht macht ebenfalls eine Reihe von Vorschlägen; es handelt sich insbesondere darum, die Förderung der Freiburger Produkte zu verstärken, die landwirtschaftliche Ausbildung zu gewährleisten, die Alpwirtschaft zu revitalisieren und vor allem in Richtung Nahrungsmittelsicherheit zu streben, was ein sehr wichtiges Element ist, da die Gesundheit und die Unabhängigkeit des Landes von der Qualität und der Quantität produzierter Nahrung abhängen. Man muss auch hervorheben, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen stark erweiterten Situationen genügen müssen: von den Gemüsegärtnern im Seeland über die Verarbeitung der Milch auf den Alpen, bis zu den vielseitigen Strukturen im Talgebiet, ohne den Weinbau zu vergessen.
Die Landwirtschaft, sowie alle menschlichen Aktivitäten, hat Wirkungen auf die natürliche Umwelt und verändert sie. Allerdings sind die natürlichen Bodenschätze vergänglich, komplex, und man muss darauf achten, sie zu respektieren. Es ist ein unersetzbares Kapital, das wir bewahren und langfristig aufrechterhalten müssen. Um dieser Herausforderung so gut wie möglich zu entsprechen, hat der Kanton eine Studie namens "Landwirtschaft und Umwelt (1996 - 2006) erarbeitet.