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Nun ist die traurige Nachricht bestätigt. Vichai Srivaddhanaprabha, Präsident und Besitzer von Leicester City, ist beim Helikopterabsturz vor dem eigenen Fussballstadion ums Leben gekommen. Ein Rückblick auf das Leben eines grosszügigen Menschen, das zwischenzeitlich zum Märchen verkam.
Seine Geschichte bei Leicester begann am 12. August 2010. Damals kaufte Vichai Srivaddhanaprabha den englischen Klub für bescheidene 43 Millionen Euro. Heute ist Leicester 344 Millionen Euro Wert. Der Verein war ein Hobby für den Thailänder, der mit dem belgischen OH Leuven noch einen weiteren Klub besass.
1989 eröffnete er ein Geschäft für zollfreie Waren. Später erlangte er das Monopol auf Duty-Free-Shops in sämtlichen Flughäfen Thailands. Bereits um die Jahrtausendwende war er Milliardär. Sein Unternehmen King Power ist Trikotsponsor von Leicester City und auch Namensgeber für das Stadion der Foxes. Sein Vermögen wird heute auf rund 4,3 Milliarden Euro geschätzt.
Unter den Anhängern von Leicester City war Srivaddhanaprabha sehr beliebt. Im Februar 2011 übernahm er zudem das Amt des Präsidenten. Sein Sohn Aiyawatt wurde Vize-Präsident. Das Duo ergriff einige ungewöhnliche Massnahmen und liess unter anderem Mönche einfliegen, die das Stadion des Klubs mit religiösen Ritualen segnen sollten.
Doch vor allem mit ihren umfangreichen Investments trugen sie zu Leicesters sportlichem Aufschwung bei. In der Saison 2013/2014 feierte der Club als Tabellenerster die Rückkehr in die Premier League. Als der Zweitliga-Pokal vor jubelnden Fans in die Höhe gestemmt wurde, war Srivaddhanaprabha mittendrin und liess sich von den Fans feiern.
Seine Popularität stieg weiter. Denn nachdem die Foxes in der Comeback-Saison der Premier League mit einem beeindruckenden Schlussspurt den Abstieg verhindert hatten, gewann die Mannschaft unter dem neuen Coach Claudio Ranieri 2015/16 sensationell die englische Meisterschaft – ein Fussballwunder.
Srivaddhanaprabha gilt als grosszügig. Der Milliardär spendete zwei Millionen Pfund (rund 2,6 Millionen Schweizer Franken) für ein Kinderspital in Leicester und war bei weiteren wohltätigen Aktionen in der Region beteiligt. Nach dem Titelgewinn löste er sein Versprechen ein und beschenkte 19 Spieler mit Luxusautos im Wert von jeweils rund 100'000 Pfund (ca. 149'000 Franken). An seinem Geburtstag spendierte er den Fans im Stadion regelmässig Bier, Hotdogs und Kuchen.
Der Nachname Srivaddhanaprabha wurde ihm 2013 vom damaligen thailändischen König Bhumibol verliehen. Er bedeutet «Licht des progressiven Ruhmes» und ist eine Ehrung für die vielen wohltätigen Beteiligungen des Businessmans, darunter Projekte für Bildung und Kinderspitäler. (abu/sda/ap/apa)