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In den vergangenen eineinhalb Jahren, nach dem Release von alt und einer Serie von Textentwürfen ging es an die Aufnahmen von Ein Aus in der ähnlichen Zahl von Songs (sechs) mit einem ähnlichen Ansatz, Pop für Erwachsene zu machen, in denen es nicht von „das ist die erste Liebe“ Zeilen wimmelt. Während die vorhergehende EP eher mit verschiedenen Gitarren als Signature Sound arbeitete, basiert Ein Aus vor allem auf Vogel Chören und dem Einmischen von scheinbar akustischen Instrumentenklängen aus dem Jazz oder aus dem Gehörarchiv. Regentropfen und Saxophon stammen aus dem Computer, „wirkliche“ akustische Instrumente wie Gitarren und eine Harp sind gesampelt und neu in das Klangbild eingebaut. Um diese Effekte zu erreichen, bedurfte es eines Umwegs. Alle Song besitzen eine ursprüngliche Demoversion, sind dann aber noch einmal neu rein mit akkustischem Klangdesign aufgenommen und haben dann eine finale Version, die oft die Mischung aus beidem darstellt. Schön sieht man das an Boom Boom, das zuerst in einer eher technolasten Version entstand:
Dessen Bass landete später bei „Laufatmen“ auf der EP
Boom Boom kam dann als Jazzstück noch einmal auf die Welt:
und schliesslich fand es seine finale Version, die beide Seiten beinhaltet:
Aus diesem Prinzip heraus kann nach dem Release von Ein Aus natürlich nicht unbedingt ein Ende in Sicht sein. Es entstand die Idee, in einer Woche noch „Aus Ein“ als Spiegelbild der entstandenen Versionen herzustellen. Ein Parallelmix sozusagen.
Mit diesem Konzept im Hinterkopf wurde aus dem sehr stampfenden Rhythmus von „Laufatmen“ ein synkopierter Mix, der ein wenig an die Underworld Beat-Teppiche mit einer Rumba als Basis erinnert.
Und aus Spreiz Dich, das als laszive Ballade seinen Anfang nahm, entstand ein Midnight Jazz Stück, das auf 220 bpm fiebert.
Dem schönen Kitsch einer Ballade von „Boden“ im Stil von Peter Gabriel setzt der zweite Mix einen trockenen Modern Funk Beat entgegen.
Und aus Boom Boom wird jetzt eine Vocoder Version, die sich elektronisch verträumt präsentiert.
Captain Jack verliert sein akkustisches Schlagzeug und wird elektronisch, wobei auch die Seeräuberchöre ins Digitale gehen und die Liedpausen zum Stilmittel werden:
Regenhaut trägt in einem digitalen Regen und mit einem eher altmodischen Schlagzeug in der Mitte rhythmischer auf.
Bei allen diesen Versionen blieben die ursprünglichen Gesangsstrukturen und -Aufnahmen vollkommen erhalten, wurden nur im Mix hie und da etwas angepasst. Vor allem in den Frequenzen. Sie wirken wie eine Drehachse, um die herum Ein Aus nun zu „Aus Ein“ wird und immer weiter sich wandeln könnte. Aber hier hört die Beschäftigung mit dem Material auf. Die Arbeiten für Noiz Music haben begonnen. 2018 wird mehr davon zu hören sein.