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Projektzertifizierung
Zertifizierung von Bauprojekten oder Teilen davon
- Die Projektzertifizierung ist eine spezifische Form der Chain of Custody (CoC) Zertifizierung für die Herstellung eines einzelnen Objektes (z.B. eines Gebäudes oder Teilen wie Fussböden, Fassaden), für das FSC-zertifizierte Produkte verwendet werden. Eine Projektzertifizierung ist am einfachsten, wenn die ausführende Firma selbst CoC-zertifiziert ist. Das ist jedoch nicht zwingend nötig. Der Standard FSC-STD-40-006 regelt Situationen, für den Fall, dass nicht alle an einem bestimmten Projekt beteiligten Parteien zertifiziert sind, auch wenn die verwendeten holzbasierten Materialien selbst durch die FSC-CoC-Zertifizierung abgedeckt sind.
Voraussetzungen:
- Die Unternehmen, die im letzten Herstellungs- und Lieferabschnitt beteiligt sind, müssen selbst nicht zwingend FSC-zertifiziert sein. Dies können etwa Schreinereien, Zimmereien, Bodenlegerbetriebe oder Monteure bzw. Monteurinnen sein, die für das Projekt FSC-zertifiziertes Baumaterial (100%, FSC-Mix, FSC-recycled und FSC Controlled Wood) beschaffen, verarbeiten und/oder installieren.
- Unternehmen können im letzten Herstellungs- und Lieferabschnitt auch hintereinander geschaltet sein – z.B. ein:e Fensterbauer:in und dann der bzw. die Fenstermonteur:in, oder ein:e Parkettleger:in und dann der bzw. die Raumausstatter:in.
- Für das eingesetzte Baumaterial muss von den Zulieferern zum letzten Herstellungs- und Lieferabschnitt ein FSC Nachweis (gültiges FSC-COC-Zertifikat und FSC-Aussage in Lieferdokumenten) vorliegen.
Die Projektzertifizierung wurde seit 2006, in über 170 Projekten weltweit eingesetzt. Darunter einige ikonische Bauvorhaben wie zu den Olympischen Spielen in London, Neubauten am Flughafen Heathrow oder den neuen Bahnhof Canary Wharf in London.
In der Schweiz gilt der neue FSC-Projektzertifizierungsstandard.
Die neue Version des Projektzertifizierungstandards sieht folgende Veränderungen vor:
- Ein Projektzertifikat kann für mehrere Projekte über eine Laufzeit von bis zu 5 Jahren eingesetzt werden. Damit benötigen Projektmanager:innen keine erneuten Audits, um mehr als ein Projekt zu realisieren.
- Es können neu gewerkweise Aussagen, je nach zertifizierter Komponente des Projektes oder Aussagen nach prozentualen Anteilen gemacht werden. Die bisherige Teil-Aussage mit einem Mindestanteil von 50% gibt es in dieser Form nicht mehr.
- Bei der vollständigen Projektzertifizierung kann ein Anteil von bis zu 2% nicht sichtbarer aus Wald stammenden Materialien unbeachtet bleiben.
Investoren und Investorinnen, Bauherren und Bauherinnen, Architekt:innen und Bauunternehmen, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz FSC-Aussagen zu Bauvorhaben machen möchten, haben mit der neuen deutschsprachigen Version eine verbesserte, praxistauglichere und attraktive Lösung.
FSC Deutschland hat zur schnellen Einführung eine Präsentation zum neuen Standard, sowie im Entwurf einige Hilfen (Vorlage für die Vereinbarung mit Projektmitgliedern, für die Einleitung zu einem Handbuch und für eine Lieferantenumfrage) entwickelt.