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21.09.2022 : Mit dem Wintereinbruch in der Ukraine erwartet das Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) nach eigenen Angaben eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage und damit eine neue Fluchtwelle von Ukrainer*innen. Dies würde vor allem den Osten des Landes und die schwer zerstörten Städte betreffen, wo der Zugang zu Gas oder Elektrizität und zu Gesundheitsdiensten bereits eingeschränkt sei und ein Grossteil der Bevölkerung in beschädigten Häusern lebten. Laut OCHA, das Zahlen der ukrainischen Behörden zitiert, befinden sich von den 628’000 Haushalten und Unternehmen, die ohne Strom sind, mehr als die Hälfte in der Oblast Donezka. Die humanitären Analyst*innen von ACAPS bestätigen, dass der Winter ein weiterer Faktor für Vertreibung sein wird, der zum Konflikt hinzukomme. Unter Berufung auf Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) betont ACAPS, dass mehr als ein Viertel der befragten Vertriebenen angab, sich darauf vorzubereiten, ihre temporären Unterkünfte vor dem Winter verlassen zu müssen. Viele Gemeinschaftszentren seien zudem nicht für die Unterbringung dieser Menschen während des Winters ausgestattet. Foreign Policy ist der Ansicht, dass Krieg und Winter eine neue Welle ukrainischer Flüchtlinge auslösen könnten. Der Guardian teilt diese Ansicht und weist darauf hin, dass neue Flüchtlinge auf mehr Hindernisse stossen könnten, um Hilfe zu erhalten. Die Behörden von Nachbarländern oder Ländern in der Nähe der Ukraine wie Polen oder Estland, rechnen ebenfalls mit einer neuen Flüchtlingswelle vor dem Winter.
17.09.2022: Laut CNN entdeckten die ukrainischen Behörden nach der Rückeroberung von Gebieten in der Region Charkiw im Nordosten des Landes in einem Wald in der Nähe der Stadt Isjum ein Massengrab mit mindestens 440 «unmarkierten» Gräbern. Bei der Mehrheit der Gräber handle es sich um Einzelgräber mit Holzkreuzen, die an der Spitze der Erdhügel angebracht seine. Präsident Zelensky erklärte, dass einige der gefundenen Leichen «Anzeichen von Folter» aufwiesen. Die Zeitung Le Monde berichtete außerdem, dass laut dem ukrainischen Polizeichef Ihor Klymenko zehn «Folterkammern» in von den Russen übernommenen Orten in der Oblast Charkiw entdeckt worden seien, darunter sechs in Isjum und zwei in der Stadt Balaklija.
Hier finden Sie die vollständige Dokumentation zur Entwicklung in der Ukraine ab dem 22.02.2022.
Weitere Informationen
Auf den folgenden Seiten finden Sie detaillierte Informationen für Schutzsuchende aus der Ukraine, zum Gastfamilienprojekt, zu lokalen Unterstützungsmöglichkeiten sowie den politischen Forderungen der SFH.
Die Situation in der Ukraine ist dramatisch, mehrere Millionen Menschen sind bereits vertrieben worden. Auf unserer Länderseite finden Sie weitere Hintergrundinformationen und die Forderungen der SFH.
Hilfe für ukrainische Geflüchtete leisten
Hier erfahren Sie, wie Sie ukrainischen Geflüchteten, die in der Schweiz angekommen sind, helfen können. Sie können private Unterkünfte anbieten und Gastfamilie werden oder sich als Freiwillige einer lokalen Gruppe anschliessen. Auf der Seite «Community Building» finden Sie Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten für Freiwillige und Freiwilligenarbeit durch die SFH.
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