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Nach diversen Politikern und Prominenten hat nun auch der Schweizer FIFA-Boss wegen der Enthüllungen Ärger am Hals: Wie der britische Guardian berichtet, hat Gianni Infantino im Jahr 2006 Verträge mit Hugo Jinkins unterschrieben.
Der Sportrechtehändler war auf Geheiss von US-Behörden im Mai 2015 in Zürich verhaftet worden und steht wie sein Sohn Mariano in seiner Heimat Argentinien unter Hausarrest. Bisher hatte Infantino stets bestritten, mit Jinkins oder dessen Firma «Full Play» Geschäfte gemacht zu haben.
Der Schweizer hat demnach 2006 in seiner Funktion als Chef der Rechtsabteilung der UEFA neben zwei weiteren Funktionären den Verkauf von TV-Rechten der UEFA-Vermarkter-Firma «Team» an «Cross Trading» abgesegnet, die wiederum Jinkins «Full Play» gehört. Es ging um die Übertragungsrechte der Champions League in Ecuador, für die 111'000 Dollar fällig wurden.
Cross Trading verkaufte die Rechte kurz danach an «Teleamazonas» – für 311'170 Dollar. Auch wenn die Marge von 200'000 Dollar relativ klein erscheint, ist die Gewinnspanne von 180 Prozent dennoch verdächtig. In den Folgejahren sollen sich sich ähnliche Deals zwischen «Cross Trading» und «Teleamazonas» wiederholt haben, weiss der Tages-Anzeiger.
Bleibt die Frage, warum Gianni Infantino geleugnet hat, mit Jinkins Geschäfte gemacht zu haben. Die FIFA erklärt, ihr Präsident habe sich dabei auf Informationen der UEFA berufen. Der Schweizer habe damals diverse Verträge unterzeichnet und könne nicht alle Einzelheiten im Kopf haben.
Als jene Verträge im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 abgeschlossen wurden, habe ausserdem niemand wissen können, dass «Cross Trading» Jahre später in einen Schmiergeldskandal verwickelt sein würde. Infantino selbst äusserte sich bis dato nicht zu den neuen Enthüllungen.
(phi)