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Hauskirchenbewegung
Hierbei handelt es sich nicht um eine organisierte Bewegung, sondern um eine einfache Gemeindeform, die in den letzten 30 Jahren im Westen wieder an Bedeutung gewonnen hat. Eine Hauskirche versteht sich im Gegensatz zu einem Hauskreis, welcher Teil einer Gemeinde ist, als eigenständige (kleinere) Gemeinde. Die Gemeinde trifft sich regelmässig in einer Wohnung, d.h. in einem ganz normalen Haus, deshalb der Name Hauskirche. Im weiteren Sinne kann es auch ein Restaurant, ein Büro oder irgendein Raum sein, in dem man sich treffen kann.
In den Treffen finden Essen, Trinken, Gebet, Abendmahl, Taufe und biblische Lehre, statt – in der Regel eher in Form des Austausches als durch eine Predigt. Die Hauskirche hat ihren Ursprung in den Anfängen des Christentums, als sich Christen in Häusern trafen, um zusammen zu essen, zu feiern und zu beten. Durch die Entwicklung der Amtskirche trat dieses Modell in den Hintergrund, ist jedoch nie ganz verschwunden. Nach der Reformation entwickelte sich eine Vielzahl von Bewegungen, die hauskirchliche Züge trugen, seien es die Waldenser (noch vor der Reformation), die Mennoniten, die Herrnhuter oder der frühe Methodismus.
Die «neue» Hauskirchenbewegung brach vor allem in den 90er Jahren durch. Sie ist auch ein Phänomen der (heutigen) Zeit, in der sich viele Christen nicht mehr in grössere Kirchen einbringen, sondern im persönlichen Rahmen und selbstverantwortlich Gemeinde leben wollen. Im deutschsprachigen Raum gilt Wolfgang Simson als einer der Repräsentanten der Hauskirchenbewegung.
Die meisten Hauskirchen stehen theologisch auf dem Boden der Evangelischen Allianz. Theologische Schwerpunkte sind durchaus unterschiedlich, vielmals sind charismatische Züge erkennbar. Hauskirchen entstehen oft spontan, sind von ihrer Art her sehr in Bewegung und fügen sich kaum in ein generell gültiges Bild. Strukturell sind Hauskirchen öfter in lokale, höchstens noch regionale Netzwerke organisiert.
CH: ca. 150 Hauskirchen
D: ca. 500 Hauskirchen
A: ca. 120 Hauskirchen