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Willkommen
Das Wohnmuseum zeigt eine komplett eingerichtete Wohnung des Bergbauern Bruno Hosennen und dokumentiert die Kargheit des Lebens in den letzten zweihundert Jahren im Berggebiet.
Das Museum befindet sich in Törbel, ein Bergdorf auf 1500m Höhe, im Kanton Wallis in der Schweiz. Es ist umgeben von majestätischen Bergen und die dunklen Holzhäuser scheinen am steilen Hang zu kleben. Sie sind alle auf Felsen gebaut, um den fruchtbaren Boden zu schonen. Zum Teil sind sie über 400 Jahre alt. Das zum Bau verwendete Lärchenholz ist von Hand gesägt und gehobelt worden. Fast alle Wohnungen bestehen aus einer Küche, einer Stube und einer kleinen Kammer. Gab es in der Familie Buben und Mädchen, wurde diese noch unterteilt. In solchen Wohnungen lebten bis zu 15 Personen. Decken, Fenster und Türen sind sehr niedrig, teils um Holz zu sparen, teils um die Wärme im Winter zu halten. Manch ein fremder Besucher kommt mit blutigem Kopf aus dem Haus, weil er vergessen hat, sich demütig zu bücken.
Die Lebensbedingungen waren hart. Bargeld gab es kaum. Die Männer gingen während der Sommermonate auswärts als Taglöhner, Säumer oder im Tunnelbau arbeiten, während die Frauen zu Hause zur Landwirtschaft schauten, die Gärten bepflanzten und die vielen Kinder aufzogen, die schon als kaum 3-jährige mithelfen mussten. Durchschnittlich hatte jede Familie 5 – 10 Kinder. Gab es kinderlose Verwandte, wurde ihnen gerne eines oder zwei überlassen. Starb die Mutter am Kindbett, was oft genug vorkam, wurden die hinterbliebenen Kinder auf die meist grosse Verwandtschaft verteilt.
Der ganze Berg wurde und wird noch immer, von unten bis oben genutzt. Zu unterst, auf 600 m Höhe, stehen die Rebberge. Jede Familie machte ihren eigenen Wein. Früh am Morgen mussten sie zu Fuss hinunter, arbeiteten den ganzen Tag in den Reben, um am Abend wieder den beschwerlichen Weg zurück zu gehen. Im Herbst wurden die Trauben mit Stieren oder Maultieren ins Dorf transportiert und in die Fässer verteilt. Jedes Haus hatte einen eigenen Weinkeller, wo auch der Käse gelagert wird.
Der mittlere Teil des Berges wird für die Landwirtschaft genutzt. Der Boden ist felsig, karg und trocken und nur dank einem Jahrhunderte alten Bewässerungssystems über Kanäle, konnte er überhaupt zum Grünen gebracht werden. Wegen den vielen Felsen war er auch knapp und jeder Quadratzentimeter eigener Boden wurde hart verteidigt. Wenn ein Bauer beim Mähen die Grenzmarkierung nicht genauestens einhielt, was gerne vorkam, oder Wasser im Verborgenen aus dem Kanal auf sein eigenes Feld abzweigte, kam es zu wüsten Streitereien. Die meisten Familien hielten 1 – 2 Kühe, 2-3 Ziegen oder Schafe, ein Schwein und einige Hühner. Zusammen mit dem Kartoffelacker und Gemüsegärten, waren sie perfekte Selbstversorger.
Der oberste Teil des Berges ist die Alp auf 2000 Meter Höhe wo noch heute die Kühe und Rinder gesömmert werden. Das gibt den Bauern Zeit, ihr Heu einzubringen. Da ihre Güter weit verstreut liegen, gibt es überall kleine Weiler wo sie im Sommer ihr Heu näher einlegen konnten und im Winter wohnten sie dort mit den Tieren bis die Scheune leer war und sie zum nächsten Platz ziehen mussten. Es war ein stetiges Wandern mit Familie, Habe und Tieren. Die Kinder in diesen Aussenstationen, die nur 6 Monate im Winter unterrichtet wurden, mussten oft 1-2 Stunden durch tiefen Schnee waten, bis sie die Schule erreichten.
Natürlich ist heute alles moderner. Statt Stiere und Maultiere fahren landwirtschaftliche Maschinen die Strassen. Die Ställe sind neu und geräumig. Die Tiere hält man als Hobby und nicht aus Notwendigkeit. Das Heu wird nicht mehr auf dem Rücken eingetragen und an Stelle der Kanäle gibt es Bewässerungsanlagen. Aber vieles ist auch geblieben, allem voran die Berge, die Häuser und die Tiere.
Sinn und Zweck dieses Museums ist es, zu zeigen und nicht vergessen zu lassen, wie bis vor kurzem die Vorfahren gelebt haben. Seit 1783 wurde dieses Haus immer von der Familie Hosennen bewohnt und Werkzeuge, Mobiliar, Küchenutensilien etc. von einer Generation der nächsten weiter gegeben. Klar versuchte jede neue Familie Verbesserungen anzubringen, was aber den Gesamteindruck wie man vor mehr als 100 Jahren bis ins Jahr 2010 lebte, nicht beeinträchtigt.
Wir zeigen eine komplett eingerichtete Wohnung, den dazugehörigen Weinkeller, eine Werkstatt mit altem Werkzeug und alles Material für das Maultier. Ein später gebauter Raum wurde zu einer kleinen Galerie umfunktioniert, in der immer wieder neue Ausstellungen gezeigt werden. Das Ganze gibt ein Gesamtkunstwerk von Natur, Dorf, Museum und Galerie.