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Sees
oder Sès (Crap), deutsch Conterser Stein (Kt. Graubünden, Bez. Albula). Mächtige, von der Julia durchschnittene Felsenschwelle, die den Thalkessel von Tiefenkastel an der Albula vom eigentlichen Oberhalbstein (Burwein-Conters) trennt. Der Conterser Stein scheidet das Thal der Julia ¶
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in zwei ungleiche Teile: Sursès (Oberhalbstein im engern Sinne) und Sutsès (Nid dem Stein), das Thalstück unterhalb des «Stein», das nach der frühern politischen Einteilung Tiefenkastel, Alvaschein, Mons, Mutten und Stürvis umfasste (vergl. den Art. Oberhalbstein). Die von Tiefenkastel ins Oberhalbstein hinaufführende Julierstrasse erreicht aufder Felsenschwelle des Crap Sès bei 1137 m ihren Höhepunkt und zieht sich hier hoch oben auf der rechten Seite des Oberhalbsteiner Rheins (Julia) in Galerien und einem Tunnel am schroffen Dolomitgehänge der sö. von Tiefenkastel aufragenden Motta Palousa (2147 m) hin.
Felsriegel und Schluchten des «Stein» tragen starke Waldbekleidung. Hinter Tiefenkastel hat man einen herrlichen Rückblick auf das Thal- und Berggelände der Albula, und von der Höhe aus zeigt sich rechts oben das Dorf Salux und ist das, eigentliche Oberhalbstein dem Blick weit geöffnet. In dem eine Stunde langen Engpass des «Stein» verbergen zahlreiche Felszacken und Vorsprünge den Fluss, der an andern Stellen wieder weissschäumend hervortritt und mit zahlreichen Fällen die finstern Klüfte durchbraust.
Der vor dem Strassenbau vorhandene alte Fussweg eröffnete weit bessere Ausblicke in die malerische und grossartige Schluchtenlandschaft. Der Crap Sès ist in Hauptdolomit, Obere Rauhwacke und Arlbergdolomit eingeschnitten, welche Gesteine von der aussichtsreichen Motta Palousa im O. herabreichen. Sie treten im Thal der Julia anscheinend als Grundlage der (wohl eozänen, mit Serpentin vergesellschafteten) Schieferbildungen hervor, welche gegen Tiefenkastel und das eigentliche Oberhalbstein hin folgen und auf der linken Seite der Julia ihrerseits wieder die Grundlage der triadischen Kalk- und Dolomitformation des Piz Toissa bilden.
Nach der ältern geologischen Anschauung spannt sich zwischen den triadischen Kalken und Dolomiten der Motta Palousa-Conterser Stein und des Piz Toissa die Mulde der «Bündnerschiefer», während nach der neuern Theorie die Schieferformation nicht muldenförmig unter die ältern Gesteine einfällt, sondern von diesen (wie im ganzen Gebiet der Bergünerstöcke) deckenartig überschoben ist. In den abgelegenen Schluchten des Conterser Steins hielt sich der Bär bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, wie in den tiefen Wäldern oberhalb Tiefenkastel bis fast in jene Zeit hinein auch noch der Luchs hauste.