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Was bringen Mukolytika bei COPD-Exazerbationen?
Ob Mukolytika Patienten mit akuten COPD-Exazerbationen Erleichterung bringen wird immer wieder diskutiert. Die Ergebnisse einer neuen Metastudie sprechen dafür, allerdings bestenfalls mit moderater Evidenz.
Bei Exazerbationen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kommen für gewöhnlich Bronchodilatatoren, Antibiotika und/oder Kortikosteroide zum Einsatz.
Dafür, ob auch schleimlösende Mukolytika in der Lage sind, die Situation zu entschärfen, fehlten bisher die wissenschaftlichen Belege.
Eine neue Studie von griechischen Autoren zeigt, dass die Gabe von Mukolytika zusätzlich zur Standardtherapie vermutlich die Chancen auf einen Therapieerfolg steigern (1)
Fördern die mukoziliäre Clearance und das Aufhusten
Mukolytika wie N-Acetylcystein, Carbocystein, Bromhexin und Ambroxol richten sich dabei gegen die für die COPD typische Hypersekretion des zähen Bronchialschleims. Durch die molekulare Interaktion mit den Muzinpolymeren fördern sie die mukoziliäre Clearance und die Sputumexpektoration (Aufhusten von Schleim). Einige Substanzen haben zudem antiinflammatorische oder immunmodulatorische Effekte.
Gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam analysierten die Forscher 24 randomisierte Studien, an denen insgesamt 2.192 COPD-Kranke mit mässigen bis schweren Exazerbationen teilgenommen hatten. Die Mukolytika waren in den Studien überwiegend oral, aber auch inhalativ oder intravenös verabreicht worden.
Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Besserung steigt um 37 %
Das Ergebnis: Unter der zusätzlichen Behandlung mit den Expektoranzien nahm die Wahrscheinlichkeit für einen Therapieerfolg, also eine vollständige oder zumindest deutliche klinische Besserung, um 37 Prozent zu.
Die Evidenzlage diesbezüglich war allerdings nur mässig belastbar (moderate Evidenz).
Die Mukolytika-Behandlung linderte ferner den Husten und förderte den Sputumauswurf. Zudem deuteten sich Vorteile im Hinblick auf das zukünftige Exazerbationsrisiko sowie die Lebensqualität an (schwache bis sehr schwache Evidenz). Keinen Effekt hatte die Mukolytika-Behandlung im Hinblick auf die Kurzatmigkeit, die stationäre Liegedauer oder die Notwendigkeit von Therapieeskalationen. Auch schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Mukolytika wurden nicht offenbar.
Mukolytika kann man geben
Insgesamt sprechen sich die Forscher dafür aus, die Mukolytika-Gabe bei akuten COPD-Exazerbationen zu erwägen. Eine pauschale Empfehlung in dieser Indikation sollte allerdings nur im Zusammenhang mit grossen randomisierten Studien ausgegeben werden, so die Forscher.