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«Souveränität und territoriale Integrität von Armenien und Aserbaidschan sind die Grundlage für jegliche Verhandlungen von Frieden», betonte die Bundesaussenministerin. Sie bot Aserbaidschan zugleich deutsche Unterstützung beim Räumen von Minen an. «Drei Jahrzehnte des Konflikts haben Karabach und umliegende Provinzen buchstäblich zu einem gefährlichen Minenfeld gemacht.»
Bayramov zeigte sich offen für eine Fortsetzung der Friedensgespräche mit Armenien, warf Eriwan aber gesetzeswidrige territoriale Ansprüche vor. Man sei bereit zur Fortsetzung des Dialoges, sagte er laut offizieller Übersetzung. Beide Länder müssten ihren Willen zeigen, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Formate und Orte der Verhandlungen seien zweitrangig. «Es ist wichtig, dass die Arbeit kontinuierlich fortgesetzt wird.» Neben den Verhandlungen unter EU-Vermittlung bieten sich der Iran und die Türkei als Vermittler an.
Baerbock brachte - ohne den Iran zu nennen - allerdings ihre Sorge zum Ausdruck, ob «manche Akteure als ehrliche Makler im Interesse beider Länder» handeln würden. Vor dem Hintergrund von Gesprächen über eine Rückkehr der aus Berg-Karabach geflohenen mehr als 100 000 Menschen sagte die Bundesaussenministerin: «Vertrauen und Zutrauen sind dafür natürlich entscheidend.» Hier müsse man realistisch sein. «Es wird Zeit brauchen, genau dieses Vertrauen wieder aufzubauen.»
Berg-Karabach liegt auf aserbaidschanischem Gebiet, wurde jedoch mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Das Gebiet hatte sich in den 1990er Jahren in einem blutigen Bürgerkrieg mit Hilfe Eriwans von Baku losgelöst. Die Armee von Aserbaidschan hatte die Kapitulation der lokalen Armee in Berg-Karabach am 19. September erzwungen. Mehr als 100 000 ethnische Armenier sind aus der Region geflohen.