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Am 11. März 2017 verstarb Walter Artho im 87. Altersjahr nach kurzer, schwerer Krankheit in seiner Villa in Beniarbeig (Costa Blanca) in Spanien. Dort liess er sich im Frühjahr 2014 nieder, nachdem ihm die Pfarrei St. Peter in Freiburg die Stelle als Organist aus Altersgründen gekündigt hatte. Damit verwirklichte er einen bereits seit langem gehegten Traum.
Aufgewachsen ist Walter Artho in Rapperswil Jona. Dem Willen seines Vaters folgend absolvierte er widerwillig eine kaufmännische Lehre. Daraufhin zog er nach Basel, wo er als Tellerwäscher, Billettverkäufer, Bauarbeiter und später als Barpianist seinen Lebensunterhalt bestritt. Obschon er keine Musiknoten lesen konnte, engagierte ihn der damals international bekannte Fred Böhler als Pianisten für sein Orchester. Ein Stipendium eröffnete ihm 1953 die Möglichkeit zum Musikstudium am Konservatorium in Freiburg, das er 1955 mit dem Lehrdiplom abschloss.
In der Folge unterrichtete er während 25 Jahren als Klavierlehrer am Konservatorium und über längere Zeit auch am Lehrerseminar in Freiburg. Als vielseitiger Autodidakt gewährte er seinen Schülern Freiraum bei der Stückauswahl. Er verstand es, auf ihr Können und ihre Neigungen einzugehen und ihre Spielfreude zu wecken.
1958 schloss Walter Artho den Ehebund mit Carmen Manjon. Mit den drei Kindern zogen sie 1974 in das neue Eigenheim in Ependes. Das praktische Werken mit Holz, Pflasterkelle und Schaufel im und ums Haus herum war für ihn ein willkommener Ausgleich zur Musik. Voller Energie begab er sich im Sommer jeweils auf Konzerttourneen, insbesondere in Spanien, dem Herkunftsland seiner Ehefrau. Nicht selten bestritt er innerhalb von zwei Wochen zwölf Konzerte in verschiedenen Städten.
Von 1970 bis 1977 war Walter Artho Dirigent des Gemischten Chors von Tafers. Später widmete er sich besonders dem Orgelspiel und übernahm die Organistenstelle in der St.-Peter-Kirche in Freiburg. Er legte Wert auf subtile, nuancierte Orgelbegleitung und eine der Liturgie untergeordnete Stückauswahl. Innerhalb von kurzer Zeit machte er sich zahlreiche anspruchsvolle Werke aus der Orgelliteratur zu eigen, insbesondere technisch anspruchsvolle sinfonische Orgelwerke. Er prägte die Konzertreihen der Pfarrei St. Peter mit virtuosen Darbietungen zeitgenössischer französischer Orgelkomponisten. Regelmässig traten im Rahmen dieser Konzertreihen Gastinterpreten aus der Schweiz auf, aber auch international bekannte Organisten.
Im Gespräch mit Walter Artho spürte man eine tiefe Sensibilität und Religiosität. Auch den Respekt vor etwas ganz Grossem. «Je mehr ich Musik mache», sagte er gelegentlich, «desto mehr komme ich zur Überzeugung, dass es Gott geben muss.»