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Portrait de la jeune fille en feu
Regie: Céline Sciamma
Darst.: Adèle Haenel, Noémie Merlant, Luàna Bajrami, Valeria Golino, Christel Baras, Armande Boulanger, Guy Delamarche, Clément Bouyssou, Michèle Clément u.a.
Auf einer Insel in der Bretagne im Jahr 1770. Die Malerin Marianne, Tochter eines berühmten Malers, soll ein Porträt der jungen Adligen Héloïse malen. Diese wurde von ihrer Mutter aus dem Kloster geholt, weil sie mit einem Mann ihres Standes aus Mailand verheiratet werden soll. Eigentlich wäre Héloïses Schwester die Heiratskandidatin gewesen, doch diese verunglückte kurz vor der Hochzeit tödlich. Das Bildnis von Héloise, mit dem Marianne beauftragt wird, ist so etwas wie das «finale Verkaufsargument» der Mutter für den reichen Adligen. Doch Heloïse weigert sich, Porträt zu sitzen, weshalb bereits Mariannes Vorgänger unverrichteter Dinge abreisen musste. Zwischen Héloise und Marianne beginnt ein Katz- und-Maus-Spiel, in dessen Verlauf sich die beiden Frauen immer näher kommen. Der vierte Spielfilm der französischen Regisseurin Céline Sciamma, die nicht nur durch Filme wie «Tomboy» und «Bande de filles», sondern auch durch ihre Mitarbeit an den Drehbüchern von «Ma vie de Courgette» und «Le vent tourne» bekannt wurde, war im Wettbewerb des diesjährigen Filmfestivals von Cannes eine Sternstunde feministischer Filmkunst und einer der meist beachteten Filme des Festivals. Katja Nicodemus schrieb in Die Zeit: «Wie lieben sich zwei Frauen, für deren Intimität es kein Vorbild, keine Semantik, keine Codierung gibt? In diesem wunderbar unkostümiert wirkenden Kostümfilm findet das Begehren zweier junger Frauen seine eigenen unbeschrittenen Wege. (…) Céline Sciamma macht uns zu Komplizinnen eines Blickes, der nicht damit rechnet, erwidert zu werden. Der Sex muss gar nicht gezeigt werden, das steinerne kalte Anwesen scheint sowieso unter der Anziehungskraft der beiden Frauen zu erbeben. Sciamma untersucht die Konventionen, die ihre Heldinnen umgeben – und die der Malerei jener Epoche. Ein wahrhaftiges Bild von Héloïse kann Marianne erst malen, wenn sie imstande ist, die Form zu durchbrechen und auch sich selbst, ihr Empfinden mit auf die Leinwand zu bringen. Selten hat ein Film den Akt der künstlerischen Repräsentation so klug, so zart, so ergreifend befragt. Und irgendwann wünschen wir nur noch eines: dass dieses Porträt nie abgeschickt werden möge.»