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Der frühere Staatssekretär Klaus Jacobi ist tot. Er verstarb im Alter von 75 Jahren an einem Herzversagen.
Die Trauerfeier fand bereits am Freitag im engen Familienkreis statt. Dabei erwiesen Jacobi auch ehemalige EDA-Kollegen die letzte Ehre.
Angaben zum genauen Todeszeitpunkt und zur Todesursache konnte Carine Carey vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nicht machen. Gemäss einem Bericht der "Berner Zeitung" starb der alt Staatssekretär an Herzversagen.
Steile Karriere
Jacobi hatte beim Bund eine steile Karriere durchlaufen. Der 1929 in Biel geborene Freisinnige und Generalstabsoberst arbeitete zuerst im Bundesamt für Aussenwirtschaft (Bawi), bevor er 1984 Botschafter in den USA und 1989 unter dem SP-Bundesrat Rene Felber EDA-Staatssekretär wurde.
Jacobi galt als Mann mit guten Beziehungen zur Industrie und zu den Banken. Auch war er dafür bekannt, im Gegensatz zu anderen Diplomaten kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So soll er die Führung seines Amtsvorgängers Edouard Brunner als Kabinettstil bezeichnet haben. Er selber hingegen führte laut eigenen Aussagen militärisch.
Bereits als Botschafter in Washington war er durch Äusserungen aufgefallen, in denen er die harte Politik von Präsident Ronald Reagan gegenüber der Sowjetunion lobte. Der Bundesrat hatte daraufhin richtig stellen müssen, dass es sich dabei nicht um die offizielle Haltung der Schweizer Regierung handle.
Vielfältige Aufgaben
Jacobi war Bürger von Günsberg (SO) und Bern. Seine Studien schloss er in Bern mit dem Doktorat der Wirtschaftswissenschaften ab. 1958 wurde er Mitglied des GATT-Sekretariats in Genf, bevor er 1961 ins Bundesamt für Aussenwirtschaft eintrat, wo er die Handelsbeziehungen zu den USA betreute.
1966 und 1967 leitete er den Handelsdienst der Schweizer Botschaft in Washington. Danach kehrte er in die Bawi-Zentrale zurück, wo er 1973 zum Handelsdelegierten ernannt wurde.
Er galt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge des damaligen Bawi-Chefs Paul Jolles. Der Bundesrat wählte aber 1984 Cornelio Sommaruga zum Bawi-Direktor und EVD-Staatssekretär.
Jacobi wechselte darauf ins EDA und wurde im gleichen Jahr Botschafter in den USA. 1989 kam es zu einer Rochade: Der damalige EDA-Staatssekretär Edouard Brunner und Jacobi wechselten ihre Posten.
Aktiv auch nach Rücktritt
Nach 31 Jahren im Dienste des Bundes trat Jacobi 1992 zurück. Sein Nachfolger wurde der heutige IKRK-Präsident Jakob Kellenberger.
Jacobi präsidierte im Anschluss mehrere Jahre die Koordinations-Kommission für die Präsenz der Schweiz im Ausland und war auch Mitglied der Volcker-Kommission, die den Umgang der Schweizer Banken mit den so genannten nachrichtenlosen Vermögen aus der NS-Zeit überprüfte.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Klaus Jacobi wurde 1929 in Biel geboren.
1958 wurde er Mitglied des GATT-Sekretariats in Genf.
1961 begann er seine Arbeit für die Schweiz im Bundesamt für Aussenwirtschaft.
1984 erhielt er den Posten als Schweizer Botschafter in den USA.
1989 wurde er Staatssekretär im Departement für auswärtige Angelegenheiten.
1992 ging Jacobi vorzeitig in Pension.
Jacobi war danach auch Mitglied der Volcker-Kommission und präsidierte mehrere Jahre die Koordinations-Kommission für die Präsenz der Schweiz im Ausland.