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Einerseits tut sich die USA schwer damit, den Mensch gemachten Klimawandel zu akzeptieren, andererseits wird mit dem Hinweis auf den Mensch gemachten Klimawandel Tür und Tor für neue AKWs geöffnet. Unlogisch ist dies – und es stellen sich die schon wieder gleichen Fragen zur Iran-Politik der USA.
Atomenergie kann aus diversen Gründen keinen ernsthaften Beitrag zur Begrenzung des Mensch gemachten Klimawandels leisten:
- Uran ist ein endlicher Rohstoff, sogar noch weiter zurückliegend entstanden als die fossilen Brenn- und Treibstoffe, so quasi vor-fossil. Wenn die fossilen Brenn- und Treibstoffe in erheblichem Umfang durch Atomstrom ersetzt werden, gehen die verfügbaren Reserven extrem schnell zurück.
- Die Gewinnung von spaltbarem Nuklearmaterial ist mit erheblichen Treibhausgasemissionen verbunden – in der Gesamtkette ist die Bilanz nicht dermassen positiv, dass sich die Atomenergie aufdrängen würde.
- Es gibt weltweit kein Atommüll-Lager, welches die geforderte Dauerstandfestigkeit von mehreren hunderttausend Jahren erreicht.
- Auch ökonomisch ist die effiziente Stromnutzung, parallel zur erheblich effizienteren Nutzung weiterer Energiequellen, wesentlich attraktiver als der Bau neuer Kraftwerke.
- Nachhaltig ist nur die Stromproduktion aus nachweislich erneuerbaren Quellen mit gleichzeitiger erheblicher Effizienzsteigerung der Energienutzung.
- Die Atomenergienutzung ist zwingend mit der Atombombe verknüpft – es ist nicht zufällig, dass die harte Haltung der USA gegenüber einer iranischen Atompolitik zeitgleich mit dem Entscheid für neue Atomkraftwerke fällt: nach dem “Krieg um Oel” richtet sich offenbar die USA auf einen “Krieg um Uran” ein – Iran hat erhebliche Uranvorkommen!
Angesichts der Umstände, die zum Entscheid von US-Präsident Barack Obama geführt haben, ist es offensichtlich: da hat eine schwerreiche Lobby, die sich während langen Jahren hinter der Erdöllobby versteckt hat, einen trickreichen Hintereingang gefunden, um sich die hochriskante Atomtechnologie vom Staat bezahlen zu lassen. Würde das gleiche Geld in die Förderung erneuerbarer Energien und die Effizienzsteigerung investiert, könnte wesentlich mehr Klimaschutz betrieben werden.
Freiwilliger und engagierter Klimaschutz ist letztlich eine Versicherungspolice – zur Begrenzung des Mensch gemachten Klimawandels, zur Verminderung der Abhängigkeit von fossilen Brenn- und Treibstoffen, als Startpunkt in eine nachhaltige Energieversorgung. Und es führt nichts an Energieeffizienz und erneuerbaren Energien vorbei. Wer heute in Oel-, Gas- oder Nuklearindustrien investiert, behindert eine zukunftsgerichtete Entwicklung der Menschheit!