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Unser Bildungssystem weist für Kinder aus bildungsfernen und fremdsprachigen Familien zahlreiche Hürden auf. Von Chancengleichheit kann in der Schweiz keine Rede sein.
Bloss zehn Prozent der Schüler:innen am Gymnasium stammen aus einer fremdsprachigen Familie. Haben Mutter und Vater selbst studiert, ist die Wahrscheinlichkeit viermal höher, dass auch die Kinder an die Uni gehen werden. Das Schweizer Bildungssystem geniesst zwar einen sehr guten Ruf – Berufslehre und Studium sind auf dem Arbeitsmarkt gleichermassen anerkannt. Trotzdem haben nicht alle die gleichen Bildungschancen.
Drei Eigenschaften, mit denen du keine guten Chancen auf einen Hochschulabschluss hast: Migrationshintergrund, wenig Geld, Arbeiterfamilie. Drei Eigenschaften, mit denen es Paritteepan Premraj trotzdem geschafft hat. Seine Eltern flohen vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Sri Lanka und landeten in der Schweiz. Sie konnten kein Deutsch und hatten keine Ahnung, wie das Schulsystem funktioniert. «Vieles, was für andere selbstverständlich ist, ist für uns Migrantenkinder nicht selbstverständlich», sagt Paritteepan.
Unter anderem dank Schlüsselfiguren wie der Freundin seiner Mutter und seinem Lehrer hat er schlussendlich Architektur studiert: «Es gab ein paarmal Kreuzungen, bei denen ich Glück hatte, dass ich richtig abgebogen bin oder dass mir der richtige Weg aufgezeigt wurde.»
Die Soziologin Benita Combet kritisiert betreffend Chancengleichheit vor allem die Selektonierung am Ende der Primarschule: «Es sollte erst später mit der Selektion in Leistungsklassen begonnen werden, zum Beispiel erst nach der obligatorischen Ausbildung.» So würden Kinder ihr Potential besser ausleben können.
Dieser Beitrag erschien auf srf.ch