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Am 23. und 24. Juni findet in Düsseldorf der Fachkongress IndustrieRisiken 2021 statt. Zum ersten…
«Low-Code» und verwandte Begriffe wie «Low-Code-Plattform» oder «Low-Code-Development» tauchen in jüngster Zeit vermehrt in Fachpublikationen und Stelleninseraten auf. Sie sind mittlerweile ein strategisches Thema für die Unternehmens-IT und deren Kunden, also die Fachbereiche.
Auch grosse Tech-Unternehmen wie Microsoft (Power Apps) oder Salesforce (Teil von Lightning) haben das Potential des Ansatzes erkannt und bieten entsprechende Tools und Plattformen an. Im Open-Source-Bereich gibt es die frei verfügbare Open Standard Business Platform, die von der Eclipse Foundation – der Entwicklerin des verbreiteten, gleichnamigen IDEs – zur Verfügung gestellt wird.
Im Folgenden soll aufgezeigt werden, was unter Low-Code zu verstehen ist, was die Vorteile des Ansatzes sind und wie sich Consor Universal in diese Landschaft einfügt.
Was ist unter Low-Code zu verstehen?
Der Ansatz ist relativ einfach: Es geht darum, bei der Anwendungsentwicklung die Logik und die Benutzeroberfläche grossmehrheitlich zu modellieren, anstatt sie zu programmieren. Oder, wie es Wikipedia formuliert:
Der Begriff Low-Code-Plattform beschreibt eine Entwicklungsumgebung für Software, die die Entwicklung mit visuellen Applikationsdesign-Werkzeugen und anderen Modellierungsverfahren ermöglicht, anstatt klassische textbasierte Programmiersprachen zu verwenden.Quelle: Wikipedia
Wie bei den Programmiersprachen gibt es nicht nur eine einzige Low-Code-Plattform, sondern verschiedenste Lösungen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen generischen Lösungen, die für das Modellieren eines breiten Spektrums von Applikationen verwendet werden können, und spezialisierten, die nur für spezifische Einsatzgebiete gedacht sind (z.B. die Real-Time-Verarbeitung von Sensordaten).
In der Praxis funktioniert dies dann so, dass die Modellierer mittels einem oder mehreren Design-Tools die Applikationslogik, die Benutzeroberfläche und allenfalls auch weitere Bereiche wie das Datenmodell mehr oder weniger visuell modellieren und konfigurieren. Dies im Gegensatz zum Programmieren, wo – vereinfacht ausgedrückt – mit einem Texteditor Code geschrieben wird.
Hier ein konkretes Beispiel eines solchen Tools:
Es gibt auch den Begriff No-Code. Der Low-Code-Ansatz erlaubt es, wo notwendig, über definierte Mechanismen, wie z.B. Plug-Ins, Programmcode einzubinden. Dies kann aus verschiedenen Gründen angebracht sein (z.B. fehlende Funktionalität der Plattform, Performance usw.). Im Gegensatz dazu kommen No-Code-Plattformen komplett ohne Code aus bzw. bieten keinen Mechanismus an, mit dem Code eingebunden werden könnte.
Der Begriff Low-Code mag jung sein, der eigentliche Ansatz ist es aber nicht. Früher wurden dafür Begriffe wie 4GL-Tools, später Rapid Application Development oder Model-Driven Software Development verwendet.
Was sind die Vorteile eines Low-Code-Ansatzes?
Der Hauptvorteil von Low-Code-Plattformen ist eine wesentlich höhere Produktivität sowohl bei der Entwicklung als auch der Wartung von Applikationen. Die Steigerung seriös zu quantifizieren dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein, da diese einerseits von der gewählten Low-Code-Plattform und andererseits von der als Vergleichsbasis gewählten Programmiersprache (bzw. dem sog. Tech-Stack) abhängt. Ausserdem haben das Talent und die Erfahrung der Personen, die Modellieren bzw. Programmieren einen grossen Einfluss.
Es ist aber einleuchtend, dass eine gut gewählte Low-Code-Plattform wesentliche Produktivitätsvorteile bringt, weil man eben nicht stapelweise Low-Level-Code schreibt, testet und debugged, sondern auf einer höheren Abstraktionsebene visuell modelliert und konfiguriert. Wir von Consor schätzen den Produktivitätsgewinn durch den Einsatz von Consor Universal je nach Bereich (Output, Tarifierung, Produktlogik usw.) auf das Zwei- bis Vierfache im Vergleich zu einer herkömmlichen Entwicklung z.B. mit Java oder .Net.
Weiter darf mit einer Qualitäts- und Stabilitätsverbesserung gerechnet werden. Dies wiederum, da nicht auf tiefem Level immer wieder fehleranfälliger technischer Code geschrieben wird, sondern mittels entsprechenden Tools konkrete Business-Logik modelliert wird. Auch können vorgefertigte, ausgetestete Bausteine und Funktionen wiederverwendet werden. Es gibt also weniger Fehlerpotential.
Vorteilhaft ist ausserdem, dass die Modellierung bei Low-Code-Plattformen häufig durch die Fachexperten selbst vorgenommen werden kann. Natürlich bedarf es hierzu entsprechender Schulung, aber eigentliche Programmierkenntnisse sind keine gefragt. Wenn Fachexperten selbst modellieren, entfällt die nicht immer einfache Kommunikation zwischen Fachexperte und Softwareentwickler. Es entstehen weniger fachliche Fehler und die Produktivität erhöht sich wiederum.
Seit Jahren herrscht in der Informatik Fachkräftemangel. Qualifizierte Softwareentwickler*innen sind nur schwer zu rekrutieren. Entsprechend ist der Backlog vieler IT-Abteilungen lang und das Umsetzen von Vorhaben und Änderungen dauert entsprechend. Je nach Ausprägung erlauben es Low-Code-Plattformen auch Personen ohne Programmierkenntnisse, Applikationen zu erstellen und zu warten. Entsprechend vergrössert sich die Basis der Angestellten innerhalb eines Unternehmens, die an der Entwicklung mitarbeiten können. Auch dem Fachkräftemangel wird somit dank Low-Code-Ansätzen entgegengewirkt.
Indirekt ergibt sich aus den oben zusammengefassten Vorteilen natürlich auch eine raschere Time-to-Market: Steigt die Produktivität und steht mehr Personal für die Entwicklung zur Verfügung, so lassen sich neue Vorhaben, Produkte und auch Erweiterungen wesentlich rascher umsetzen und den Anwendern zur Verfügung stellen.
Consor Universal ist eine spezialisierte Low-Code-Plattform
Die Kunden von Consor haben die Vorteile von Low-Code-Plattformen schon länger erkannt und setzen deshalb mit Consor Universal und ihrer Design Engine mit Erfolg auf diesen Ansatz für das Underwriting und die Bestandsführung im Industriegeschäft.
Consor Universal stellt dabei keine generische Low-Code-Plattform dar, sondern eine, die die spezifischen Bedürfnisse der Versicherungen im individuellen Geschäft adressiert.
Mittels der spezialisierten Design Engine können geschulte Fachmitarbeiter*innen die Prozesse, Produkte, Schriftstücke, Geschäftsvorfälle und Regeln inkl. Berechnungen modellieren. Auf der Underwriting Platform, die durch Endanwender*innen wie Firmenkundenberater, Underwriter oder Sachbearbeiter bedient wird, wird dann das eigentliche Geschäft gemäss dem vorgängig erstellten Produktmodell abgewickelt. Die Benutzeroberfläche und die Druckstücke werden dabei automatisch und dynamisch generiert.
Mit dem Plug-In-Mechanismus können auch kundenspezifische Erweiterungen entwickelt und den Modellierer*innen zur Verfügung gestellt werden. Diese Möglichkeit wird vor allem für die Anbindung von Umsystemen (z.B. Partnersysteme oder elektronische Archive) verwendet. Consor Universal ist somit eine Low-Code-, nicht No-Code- Plattform und lässt sich mit wenig Programmieraufwand in die bestehende Systemlandschaft einer Versicherung einbinden.
Wie mächtig die Modellierung ist, zeigt eine Auswertung eines aktuellen Einführungsprojektes. Im Rahmen des Projektes wurden auch Plug-Ins entwickelt, um Umsysteme anzubinden. Trotzdem ist der Aufwandsverhältnis Modellierung zu Entwicklung 4:1, das heisst: 80% der Anforderungen konnten durch reine Modellierung abgedeckt werden.
Wir können auch aus der Praxis bestätigen, dass für die Modellierung keine Programmierkenntnisse erforderlich sind. Nach einer Schulung und Einführungsphase sind Mitarbeitende des Fachs in der Lage, selbständig neue Produkte zu entwickeln und bestehende zu warten. Sowohl bei unseren Kunden wie auch unsere eignen Modellierer*innen haben grossmehrheitlich einen versicherungsfachlichen und keinen IT-Hintergrund.
Fazit
Mit Consor Universal, dem flexiblen Angebots- und Policierungssystem für alle Versicherungsbereiche mit hohem Individualisierungsgrad, lassen sich die Vorteile von Low-Code-Plattformen in den Industrieversicherungen realisieren:
- Höhere Effizienz und raschere Time-to-Market bei der Produktentwicklung und -Wartung
- Produktmodellierung durch Fachmitarbeiter statt Programmierung durch Entwickler
- Wiederverwendung von vorgefertigten Bausteinen und ein breiter Baukasten an Standardfunktionalitäten
- Selbst die Schriftstücke (Angebote, Verträge usw.) werden rein durch Modellierung abgebildet.
Wir von Consor propagieren schon lange: «Modellieren statt Programmieren!» Die Praxis zeigt, dass die Vorteile überzeugen. Oder wie es die Die Eclipse Foundation sagt: «Code Less, Get More».