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Auch Patienten mit einem Kolonkarzinom, die bereits peritoneal metastasiert haben profitieren von einer Peritonealchirurgie. Es ist aber eine intensive und aufwändige Therapie. Eine Auswahl der Patienten, die am ehesten dadurch geheilt werden ist deshalb wichtig.
Es scheinen vorallem symtomatische Patienten und Patienten mit einem schlecht differenzierten Kolonkarzinom zu sein, die auch nach einer Peritonealchirurgie mit intraperitonealer Chemotherapie eine schlechte Prognose haben.
Terence Chua vom St George Hospital in Sydney, Australien analysierte retrospektiv zwei prospektiv erhobene Datensammlungen (Ann Surg 2010). In die Untersuchung eingeschlossen wurden Patienten, bei denen eine zytoreduktive Peritonealchirurgie und eine in Hyperthermie durchgeführte intraperitoneale Chemotherapie durchgeführt wurde (Verwaal 2003). Aufgrund der Daten wurde ein “Peritoneal Surface Disease Severity” score (PSDS) geschaffen. Grundlage des Score war das Ausmass der Peritoneal Metatasierung, der Klinik, und der Tumor Histologie.
Mittels des Scores wurden 4 Stadien gebildet:
- I Patienten mit milden Symptomen, geringer Tumormasse und gut bis mässiger Differenzierung in der Histologie.
- II Patienten mit milden Symptomen, mässiger Ausdehnung der Tumormasse, und mässig differenziertem Tumor mit Lymphknotenmetastasen.
- III Patienten mit verschiedenen Symptomen, Tumorausdehnung und Histologie
- IV Patienten mit Symptomen, mässiger Tumorausdehnung und schlecht differenzierter Tumorhistologie oder histologisch Siegelringzellen.
56 Patienten wurden eingeschlossen. Die meisten (46%) waren symptomatisch oder hatten milde Beschwerden (39%). Die meisten hatten eine geringe (41%) oder mässige (50%) Tumormasse und die meisten eine mässig differenzierte Tumorhistologie.
Das mediane OS war 38 Monate. Das 3 Jahresüberleben war 48%. Das mediane Überleben nach Stadium:
- I medianes Überleben nicht erreicht
- II medianes Überleben 38 Monate
- III medianes Überleben 24 Monate
- IV medianes Überleben 7 Monate
In einer Univariantanalyse waren Symptome und Stadium Prädiktoren des Überlebens.
Abschliessend
Für eine Peritonealchirurgie und intraperitoneale Chemotherapie ist die richtige Patientenauswahl das Entscheidende. Die von den Autoren identifizierten Risikofaktoren – Symptome und schlecht differenzierter Tumor – sind mit einer sehr ungünstigen Prognose verbunden. Diese Patienten profitieren wahrscheinlich nicht von einer solch aggressiven Therapie.