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Swiss: Weiterhin in Turbulenzen
Die Fluggesellschaft Swiss hat einen sofortigen Anstellungs-Stopp verfügt. Zudem hat die Geschäftsleitung das Budget 2003 zurückgewiesen.
Ob die für das kommende Jahr anvisierten schwarzen Zahlen auch tatsächlich geschrieben werden können, scheint noch weitgehend unklar.
Der Personalbestand der Swiss wird eingefroren, bis der Budgetprozess abgeschlossen ist. Dann sollen die Kosten erneut überprüft werden.
Externe Beobachter sehen das Swiss-Ziel, im Jahr 2003 ein ausgeglichenes Ergebnis auszuweisen, als schier unlösbare Aufgabe.
Ehrgeiziges Ziel - schwierige Zukunft
Das Jahr 2003 werde für die Swiss angesichts der Krise in der Luftfahrt schwierig, sagte Swiss-Chef André Dosé am Travel Trade Workshop in Montreux.
Mit den jüngst eingeleiteten Massnahmen werde die Swiss jedoch wieder ein ausgeglichenes Ergebnis aufweisen.
Viel Arbeit sei noch notwendig, doch die Swiss werde ihre Finanzen wieder ins Lot bringen, so Dosé. Die jüngsten Massnahmen seien auch eingeleitet worden, um mehr Transparenz herzustellen.
Doch Stellenabbau?
Die Swiss mag momentan nicht von einem Stellenabbau sprechen. Der "Tages Anzeiger" hat aber Informationen darüber, dass das Streckennetz optimiert werden soll. Damit wären 50 bis 60 Mio. Franken einzusparen.
Das Regionalgeschäft rentiere nicht genügend, und das zugehörige ehemalige Crossair-Korps weise mit gut 1000 Piloten einen Überbestand aus, schreibt der Tagi.
Das Streichen unrentabler Strecken könnte sehr wohl einen Einfluss auf den Personalbestand haben. Wie André Dosé offenbar an einer Personalinformation verlauten liess, herrscht insbesondere in der Swiss-Zentrale noch ein zu grosser Personalbestand. Swiss wies Ende Juni 11'215 Vollzeitstellen aus.
Grosse Flugzeug-Bestellungen
Ein weiteres Sparpotential bestünde für die Swiss, wenn ihre grosszügig bestellten neuen Flugzeuge zu einem späteren Zeitpunkt ausgeliefert werden könnten.
Swiss hat 13 Airbus A340 und 60 Embraer bestellt. Die kleineren Embraer sollten bis 2006 ausgeliefert sein. Die Swiss möchte den Termin am liebsten auf das Jahr 2010 hinausschieben.
Was geschieht mit dem Basler Hub?
Die Verlagerung des Europa-Umsteigeverkehrs von Basel nach Zürich hängt wie ein Damoklesschwert über der Region Basel. Während Swiss solche Gerüchte dementiert, meint Thomas Bieger, Professor an der Uni St. Gallen, dass die Swiss nicht gleichzeitig National Carrier und Regionalflug-Gesellschaft sein könne.
Bieger sagt in der Wirtschaftszeitung "Cash", Regionalflughäfen würden im Zeitalter der grossen Allianzen ohnehin an Bedeutung verlieren.
Kundenbedürfnisse wahrnehmen
Mit dem Ausbau des Shuttle-Betriebs wird die Swiss nun zehnmal täglich, im 90-Minuten-Takt, zwischen Genf und Zürich fliegen.
Mit der Optimierung des Flugplans wird bis im März 2003 eine Auslastung von 65 Prozent angestrebt. Der erste Flug in Genf ist auf 6 Uhr angesetzt, 30 Minuten später wird in Zürich gelandet. Die letzte Maschine erreicht Genf um 23 Uhr.
swissinfo, Etienne Strebel und Agenturen
Fakten
Die Swiss in Kürze:
3. Quartal: 3,48 Mio. beförderte Passagiere
Sitzauslastung: 77,3 %
Verlust 1. Semester: 447 Mio. Fr.
Umsatz 1. Semester: 1,754 Mrd. Fr. (budgetiert 1,209 Mrd.)
Angestellte: 11'215
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