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Mailand, um 1480. Seltener knechtischer Kopfschutz aus dem Zentrum der italienischen Plattnerkunst. Einteilig geschlagene Glocke mit flachem Mittelgrat, niedrigem Gesichtsausschnitt und 18 erhaltenen Futternieten von ursprünglich 20. Der Helm war stärker korrodiert und wurde wohl im 19. Jh. durch Überschleifen wieder "blank" gemacht. Auf der Rückseite der Glocke, rechts vom Mittelgrat die Werkstattmarke der Negroli mit gekreuzten Schlüsseln unter einer Krone. Die Innenseite des Helms weist fünf genietete Reparaturstellen auf, die wohl noch aus der Gebrauchsphase des Helms datieren. L 27 cm, B 18,5 cm, H 19 cm.
Bei der Marke an diesem Helmtyp des späteren 15. Jh. dürfte es sich noch um diejenige des Gian Giacomo Negroli (1463 - 1543) handeln. Die Familie Negroli war abseits der Fertigung von Prunkrüstungen mit dem Waffenhandel im weiteren Sinne und somit sicher auch mit der Ausbesserung von beschädigten Rüststücken befasst. Dementsprechend handelt es sich bei diesem Helm um ein überaus rares Belegstück für den weniger prestigeträchtigen Geschäftszweig der im 16. Jh. herausragenden Mailänder Plattnerdynastie.
Hammer Price: CHF 4'500.00
Estimate CHF 3'400.00 - 6'000.00
Estimate EUR 3'780.00 - 6'670.00
Deutschland / Flandern, um 1550 - 1580. Ohne Beinzeug, mit geschlossenem Helm. Einteilig getriebene Glocke mit geschnürltem Kamm. Derselbe mit drei Lochungen, ohne Federhülse. Zweiteilig aufschlächtiges Visier mit Sperrhaken und Visierstengel. Stirnstulp mit zweigeteiltem Sehschlitz. Unterer Visierteil mit neun Atemlöchern rechts. Aufschlächtiges Kinnreff. Scharnierschrauben in jüngerer Zeit ergänzt. Zweifach geschobene Halsreifen vorne, hintere fehlen. Halskragen mit geschnürltem Rand und einfacher Linienzier en suite. Harnischbrust mit tiefem Tapul, Rüsthaken, geschnürltem Brechrand und Schulterausschnitten mit Linienzier en suite. Rücken dto. Schulterstücke, Armzeug und Henzen ebenfalls ursprünglich zugehörig; rechte Henze beschädigt (eine Lamelle fehlt, Ausriss) an den Geschüben vereinzelt rezent ergänzte Nieten. Sechsfach geschobene Beintaschen. Keine Plattnermarken. Wohl um 1900 auf Präsentationsständer montiert. H ca. 100 cm, B ca. 65 cm, T ca. 35 cm.
Seltener, durchgängig und kohärent sparsam en suite verzierter Feldküriss in gutem Zustand, für einen sehr zierlichen Träger .
Hammer Price: CHF 19'000.00
Estimate CHF 15'000.00 - 20'000.00
Estimate EUR 16'670.00 - 22'220.00
Osmanisches Reich, 19. Jh.
Gefäss mit Griffschalen aus poliertem Horn und kugelig gestaltetem Knaufstück; Seitenbleche mit sinusförmig verlaufenden Randleisten vergoldet. Die horizontal S-förmig geschwungene Parierstange aus Eisen ist flächig mit floralen Ranken und Blüten goldplattiert. Bereichsweise korr. Rückenklinge (L ca. 81,5 cm) mit Rückenspitze und keilförmigem Querschnitt aus erstklassig gebändertem Wootz (Sham). Die massive Klinge wurde offenbar aus einem einzelnen Wootzkönig geschmiedet, da im Rücken keine Naht zu erkennen ist. Die Stärke der Terzseite ist mit drei arabischen Inschriftenkartuschen und wohl einer Koransure aufwändig goldtauschiert. Die Quartseite ist zurückhaltender goldtauschiert mit einer Kartusche in deren Mitte sich ein Knotenmotiv befindet und mit einem sechsstrahligen Stern, um den konzentrisch floral segmentierte Kreise angeordnet sind. Holzscheide mit schwarzem Leder bezogen. Mundblech, Ringband und Ortband aus korr. Eisen sind en suite mit der Parierstange floral vergoldet. Das originale Gehänge aus blauem Textil mit Traghaken und vergoldeter Schnalle ist erhalten. L 97 cm.
Es handelt sich hier um eine osmanische Waffe höchster Qualität, welche durch sachgemässe Restaurierung wesentlich gewinnen würde.
Hammer Price: CHF 40'000.00
Estimate CHF 4'000.00 - 7'000.00
Estimate EUR 4'440.00 - 7'780.00
Sansibar um 1860, gefertigt im Jemen. Wohl aus dem Besitz eines Mitglieds der Herrscherfamilie unter Sultan Barghash Bin Said. Typisches Gefäss: das Knaufstück ist stark zur Schneide hin eingebogen und das Nietknäufchen pagodenförmig gestaltet. Alle Griffteile, wohl einschliesslich des Griffkettchens bestehen aus nur leicht angelaufenem Silber. Die Parierstange ist beidseitig mit einer erhabenen Kreuzblume verziert. Breite, leicht gekrümmte europäische Rückenklinge um 1800 (L 73,5 cm), mit je einer breiten Hohlkehle und einem schmaleren Zug entlang des Rückens, 19 cm lange Rückenschneide. Ganzflächig in floral und geometrisch punziertes Silber gefasste Holzscheide mit aufwändig gefertigten Tragkettchen in Fuchsschwanztechnik. L 87 cm, G mit Scheide 1350 g. Dazu ein sehr qualitätvoll gearbeiteter Zeremonialgürtel aus Silber (ca. 1,6 kg) mit roter Textilseele, zwei Fuchsschwanzkettchen, 12 rosettenverzierten Silberplatten, 24 Surenkapseln, Rasselanhängern, einer prunkvollen Buckelschliesse, sowie vier Schellenbündeln.
Das Gefäss dieses nordafrikanischen Säbeltyps hat seinen Ursprung in norditalienischen Griffwaffen aus dem späteren 15. Jh. Der repräsentative Gürtel gemahnt an ähnlich aufgebaute spätmittelalterliche Rittergürtel des 14. Jh. (Dupsing). Seltenes und hochwertig verabeitetes Ensemble.
Estimate CHF 5'000.00 - 8'000.00
Estimate EUR 5'560.00 - 8'890.00