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Ursprung des Chorherrenstifts St. Michael Beromünster
Beromünster oder Münster im Aargau, wie es früher hiess, ist ein alter Marktflecken. Name und Geschichte sind untrennbar mit dem Stift St. Michael verbunden, das auf einem Hügel am westlichen Rand des Fleckens steht.
Nach der Überlieferung soll der Sohn von Graf Bero hier auf einer Bärenjagd getötet worden sein. An der Stelle, wo man die Leiche fand, liess der Vater eine Kirche erbauen. Sie diente dem aargauischen Grafengeschlecht als Grabstätte. Sicher ist, dass 1034/36 Graf Ulrich der Reiche von Lenzburg eine im Kern bis heute erhaltene frühromanische Basilika errichtete und das Stift mit umfangreichen Gütern und Rechten ausstattete. In seiner Schenkungsurkunde von 1036 wird das Stift zum erstenmal erwähnt.
Der Kernbesitz des Stiftes lag im Michelsamt (Region um Beromünster, dazu Ermensee und Schongau im Seetal), umfasste aber auch Güter und Rechte im Gebiet des Sempachersees, des Wiggertales und der Innerschweiz und reichte in Streubesitzungen bis in die Nord- und Westschweiz und nach Süd-deutschland. Dazu kamen Patronats- und weitere Rechte in über 20 Pfarreien.
Das Lenzburger Stift kam im Jahr 1173 an die Grafen von Kyburg. 1264 ging es über an die Habsburger. Mehrmals wurde die Stiftskirche in dieser Zeit bei Überfällen des kyburgischen Vogtes und bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen durch Brände und weitere Zerstörungen geschädigt. Bei der Eroberung des habsburgischen Aargaus durch die Eidgenossen 1415 kam das Stift mit dem ganzen Michelsamt an Luzern. Die bisher mehrheitlich adeligen Chorherren wurden nun mehr und mehr durch Söhne der Luzerner Patrizierfamilien abgelöst. Von deren Reichtum und Kunstverständnis zeugen noch heute die herrschaftlichen Stiftshäuser (Chorhöfe) rings um die Kirche. Einige davon erinnern durch ihre Namen an die Erbauerfamilien (Pfyffer, Hertenstein, an der Allmend, Fleckenstein, Amrhyn, Cysat etc.). Das Stift beschäftigte in dieser Zeit ungezählte Künstler und Kunsthandwerker, die sich weitgehend im Flecken zu Füssen des Stiftsbezirks niederliessen.
Die Erschütterungen beim Franzoseneinfall 1798 hat das Stift zwar überstanden, aber nicht ohne massive Einbussen. Schwerer als der Verlust eines grossen Teils des Kirchenschatzes und die finanzielle Belastung durch Kriegssteuern wog die Auflösung der Feudalrechte durch die Revolution. Dadurch verlor das Stift seine Besitzungen und die damit verbundenen Einkünfte. Seit dem Wessenberg-Konkordat von 1806 sind die 18 Chorherrenpfründen für betagte Geistliche der deutschsprachigen Bistümer der Schweiz reserviert.