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Als mein Bruder und ich uns auf die Flucht begaben, wollten wir in die Schweiz. Wir hatten gehört, sie sei sauber und schön, es gebe keinen Rassismus und die Leute seien nett. Und es war wirklich so. Wenn ich von draussen ins Haus kam, waren meine Schuhe sauber. Das war einer der ersten Eindrücke und auch, dass es überall Bäume und Blumen hatte, nicht nur in den Gärten der Häuser. Ich war damals 16, mein Bruder 19 Jahre alt. Man wollte uns trennen. Ich müsse in ein Heim für Frauen, mein Bruder in ein Heim für Männer. Das wollte ich nicht. Ich kannte niemanden, alles war fremd, ich verstand die Sprache nicht, und ich war doch erst 16.
Wir durften dann zusammenbleiben, mussten allerdings ein Zimmer teilen. Wenn ich aus dem Fenster des Heims schaute, dachte ich, so müsse das Paradies aussehen. Heute wohne ich mit anderen geflüchteten Frauen in einer Wohnung. Ich teile ein Zimmer mit einer anderen Frau. Das ist etwas schwierig, denn ich muss am Morgen sehr früh aufstehen, um an meinen Arbeitsplatz zu kommen. Als Lernende hätte ich gerne ein Einzelzimmer, damit ich mich voll auf die Arbeit und die Berufsschule konzentrieren kann. Ich wünsche mir, dass die Schweiz beim Wohnen mehr Rücksicht auf die Situation der Menschen nimmt. Übrigens, meine Mutter glaubt mir nicht so recht, dass es in der Schweiz so sauber ist.
Rana, 21, kommt aus Afghanistan und wohnt in Berikon Dieser Text entstand in Zusammenarbeit in dem Verein Netzwerk Asyl Aargau