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Neubauprojekt Forchstrasse 275, 277a, 277b, 279:   Brief ans Amt für Städtebau Zürich
Folgender Inhalt wurde am 9.11.2015 dem Amt für Städtebau Zürich gesendet:
Das im Titel erwähnte Neubauprojekt an der Grenze der beiden Quartiere Hirslanden und Riesbach hat rund um die Burgwies Besorgnis ausgelöst, da seine Realisierung in der jetzigen Form (gemäss Baueingabe) zu einem starken Eingriff in das noch intakte Strassenbild oberhalb des Burgwiesplatzes und in die von Heimatstil-Häusern geprägte Dachlandschaft führen wird. Man darf das Projekt mit gutem Recht als „Faust aufs Auge“ bezeichnen.
Im Namen der beiden Quartiervereine Hirslanden und Riesbach gelange ich deshalb an Sie mit der Bitte, bei der Beurteilung des Baugesuches die städtebaulichen und denkmalpflegerischen Aspekte sorgfältig und kritisch zu prüfen.
Im einzelnen erlaube ich mir im Namen beider Quartiervereine auf folgende Fakten, Aspekte und Überlegungen aufmerksam zu machen:
- Bei den Abbruchobjekten handelt es sich um ein MFH, Typ Baumeisterhaus, von 1895 und ein MFH im Heimatstil, Baujahr 1923. Die Häuser sind nicht im Inventar der schützenswerten Bauten.
- Auf der gegenüberliegenden Strassenseite befinden sich 11 (!) MFH der Jahrhundertwende im Heimatstil, die alle inventarisiert sind (siehe auch Planausschnitt am Schluss dieses Briefes). Wie das beiliegende Bild 1 zeigt, besteht zur Zeit noch ein recht intaktes, stimmiges Strassenbild. Bild 2 demonstriert, dass die Dachlandschaft zur Zeit ebenfalls noch fast völlig intakt ist.
- Bild 3 zeigt die strassenseitige Ladenfront, aus unserer Sicht eine angemessene Nutzung an der stark befahrenen Forchstrasse. Bilder 3 und 4 zeigen reich gestaltete Fassaden und Dachaufbauten.
- Der projektierte Neubau ist ein reines Renditeobjekt, aus unserer Sicht ohne städtebauliche oder architektonische Qualitäten. Er würde insbesondere
a) in keiner Weise mehr mit der gegenüberliegenden (inventarisierten) Strassenseite korrespondieren;
b) mit seinem Flachdach den harmonischen Gesamteindruck der Dachlandschaft zerstören;
c) mit seiner „brutalistischen“ N-O-Fassade gegenüber dem kleinmasstäblichen historischen Gewerbekern und der Naherholungslandschaft am unteren Wehrenbach einen höchst unsensiblen und problematischen Kontrapunkt setzen;
d) die Ladenfront durch Wohnungen (mit „Oberlichtern“ auf Strassenhöhe!) ersetzen, was weder aus wohnhygienischer noch städtebaulicher Sicht eine wünschbare Lösung darstellt.
Aus unserer Sicht müsste
- entweder eine Sanierung der bestehenden Gebäude (nochmals) geprüft werden (offenbar hat die Bauherrschaft eine solche evaluiert und verworfen)
- oder es müsste ein Architekturwettbewerb mit dem Ziel einer quartier- und ortsbildverträglichen Lösung durchgeführt werden. Dabei müsste auf die Bedenken bezüglich Strassenbild, Dachlandschaft, Auftritt zur Wehrenbachseite und Nutzung des Erdgeschosses Rücksicht genommen werden.
Quartieridentität hat wesentlich auch mit vertrauten und stimmigen Ortsbildern zu tun, weshalb ein sensibler und intelligenter Umgang mit bestehender Bausubstanz und dem städtebaulichen Kontext aus unserer Sicht unabdingbar ist. Dies gilt sowohl im Falle einer Sanierung als auch eines Neubaus. Wir bitten Sie deshalb, das Baugesuch im Sinne unserer Ausführungen zu prüfen
Mit freundlichen Grüssen
QUARTIERVEREIN HIRSLANDEN
Dr. Herbert Frei, Präsident
PDF: Brief Brief ans Amt für Städtebau Zürich
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Gelb eingezeichnet das betreffende Projekt.