Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03324.jsonl.gz/866

Wegen der Summe der Fehler sei der Prozess gegen Derek Chauvin nicht fair gewesen und habe ihn damit seiner von der Verfassung garantierten Rechte beraubt, schrieb sein Anwalt Eric Nelson in einem Antrag.
Die Verteidigung war bereits während des Prozesses beim zuständigen Richter Peter Cahill mehrfach mit Anträgen auf ein sofortiges Ende des Verfahrens aufgrund angeblicher rechtlicher Fehler gescheitert. Als Begründung für den jüngsten Antrag führte Chauvins Anwalt an, dass der Richter eine Prozessverlegung an einen anderen Ort blockiert habe.
Zudem habe Cahill es versäumt, eine komplette Abschottung der Geschworenen von der Aussenwelt für die ganze Dauer des Verfahrens anzuordnen, hiess es weiter. Nelson warf zudem auch der Staatsanwaltschaft Verfahrensfehler vor.
Strafmass noch offen
Die Geschworenen hatten Chauvin Ende April unter anderem des Mordes zweiten Grades schuldig gesprochen. Darauf stehen im US-Bundesstaat Minnesota bis zu 40 Jahre Haft. Die Verkündung des Strafmasses am Gericht in Minneapolis ist für den 16. Juni geplant.
Floyds Tod am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Videos dokumentieren, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser stammelte, er bekomme keine Luft. Floyd verlor der Autopsie zufolge schliesslich aufgrund dessen das Bewusstsein und starb.