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“Ach, du bist’s, alter Wasserpatscher,” sagte sie, “ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist.”
Gebrüder Grimm “Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich”
Und warum ausgerechnet der Froschkönig?
Der Froschkönig ist für mich das Symbol für den Therapeuten schlechthin. Er sitzt auf dem Brunnenrand, an der Grenze zwischen der Ober- und der Unterwelt. Die Prinzessin kommt vorbei, und verliert ihren goldenen Ball in der Dunkelheit des tiefen Brunnens. Und der Froschkönig hilft ihr nun, ihren Schatz aus der dunklen Tiefe, d.h. dem Unbewussten, wieder an die Oberfläche zu holen. Er ist in beiden Welten zu Hause.
Natürlich muss die Prinzessin später auch noch selbst und ganz alleine ihren eigenen Schattenanteil erlösen. Und natürlich kann jeder Vergleich mit einem Märchen nur unvollkommen sein… also bitte klatschen Sie Ihren Therapeuten nicht an die Wand! Gemäss C.G. Jung, zum Beispiel, befindet sich die Prinzessin auf ihrem Individuationsweg vom Mädchen zur erwachsenen Frau, und das geschieht, indem sie vom passiven „Schicksal ertragen“ zum aktiven Handeln wechselt. Die Sache mit der Anima und dem Animus… gerade auf der Symbolebene ist dies daher ein sehr schönes Bild: In dem Moment, in dem die Prinzessin sich ganz ihrem Schatten in Form von Wut und Aggression stellt, in diesem Moment findet sie ihre fehlende Hälfte, den Prinzen, und mit ihm – ihrem Gegenstück – wird sie ganz und vollständig und heil.
Oder nochmals in der Somatic Experiencing-Sprache ausgedrückt: In dem Moment, in dem die Prinzessin ihre instinktive Tier-Natur und ihre Emotionen wie Wut und Aggression integriert, ist Transformation möglich.