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Chile
Wenn hochwertige Weine einen vernünftigen Preis haben oder Mittelklasseweine gar sehr günstig sind, dann kommen sie wahrscheinlich aus Chile. Hier herrschen nicht nur ideale Voraussetzungen für den Weinbau, auch die Arbeitskosten sind hier wesentlich günstiger als andernorts.
Geschichte
Wie im restlichen Südamerika legten auch in Chile die spanischen Konquistadoren den Grundstein für den Weinbau. Der Begründer des modernen Weinbaus war Bertrand Silvestre Ochagavia Echazareta, der die Vorzüge des Klimas und der Bodenbeschaffenheit für den Weinbau erkannte. Er importierte 1851 als Erster edle Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Merlot aus Bordeaux. Die prohibitiven Vorgaben der Regierung führten im Weinbau jedoch zu einem Stillstand. Nach der Aufhebung der Verbote im Jahre 1974 begann für den chilenischen Weinbau eine neue Blütezeit. Als erster Betrieb führte Miguel Torres den Ausbau in Edelstahltanks und in Barriquefässern ein. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus Kalifornien und Europa führte zu grossen Qualitätsverbesserungen. Interessanterweise konnte die Reblaus die chilenischen Weingärten wegen der speziellen geografischen Lage nie erreichen.
Geografie
Chile ist ein 4'000 Kilometer langes und 150 Kilometer breites Land mit extremen Klimaunterschieden. In der heissen Atacamawüste im Norden kommt man ohne künstliche Bewässerung nicht aus. Im Süden liegt das karge, regnerische und unfreundliche Feuerland.
Anbaugebiete
Das Land ist in die drei Zonen Norden, Mitte und Süden eingeteilt. Die nördliche Zone von der Atacamawüste bis zum Río Choapa ist die wärmste. Hier werden Tafelweine und süsse Muskatweine erzeugt. Die mittlere Zone reicht vom Río Aconcagua bis 300 Kilometer weiter südlich zum Río Maule und schliesst die Hauptstadt Santiago mit ein. Hier werden weisse und rote Qualitätsweine gekeltert, letztere im Bordeaux-Stil. Die südliche Zone dehnt sich vom Río Maule etwa 150 Kilometer nach Süden bis zum Río Bio-Bio aus.
Rebsorten
Die wichtigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, País, Merlot, Carmenère (rot) und Chardonnay, Sauvignon blanc, Muscat d’Alexandrie (weiss).
Die Rebe kommt mit relativ geringen Niederschlagsmengen aus. Etwa 450mm/Jahr reichen aus, wenn der Rebberg auf tiefgründigem Boden seht, welcher Regen speichern kann.
Meistens wachsen Reben jedoch auf relativ flachgründigem Terrain. Da braucht die Rebe bis zu 600mm Niederschlag pro Jahr und das am besten gleichmässig verteilt. In der Chilenischen Region Casablanca beläuft sich die Niederschlagsmenge im Durchschnitt nur auf 300mm im Jahr und in Coquimbo, einer neueren Anbauregion Chiles nur etwa auf 100mm pro Jahr. Um den fehlenden Niederschlag auszugleichen wird etwa die Hälfte der Rebfläche Chiles bewässert. Dies stellt kein Problem dar, denn das Schmelzwasser aus den Anden versorgt die Rebberge mit genügend sauberem Wasser.
Produzenten
In Chile sind die rund 100 Weinbaubetriebe sehr gross. Unter 100 Hektar gilt man schon als Boutique-Winery.
Rebfläche und Produktionsmenge
190'000 ha, ca. 6,3 Mio. hl/Jahr.