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In der Klimaforschung versucht man durch verbesserte Modelle, die Ungenauigkeit in den Vorhersagen der Temperaturerhöhung zu verringern. Gemäß dem letzten Bericht des IPPC kommt man aber nicht besonders gut voran. Bei Verdopplung des CO2-Gehaltes in der Luft soll es zwischen 1,5 und 4,5°C wärmer werden. Zwischen dem geringsten und dem höchsten Wert liegt ein Faktor 3.
Erst wenn der Fall eingetreten ist, wird man wissen welches Modell die richtige Vorhersage gemacht hat. Voraussagen sind ja bekanntlich schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.
Wenn man jemand dann behauptet, dass dieses Modell bzw. die Erzeuger dieses Modells damals es schon gewusst haben, wird er wohl nur Kopfschütteln ernten. Wenn man mit seiner Voraussage richtig liegt, heißt es ja nicht, dass er das richtige Ergebnis schon gewusst hat.
Warum schreibe ich solche Banalitäten? Weil diese Banalitäten im deutschen Qualitätsjournalismus nicht überall bekannt sind.
Der Spiegel schreibt heute, dass EXXON schon 1982 wusste, wie warm es 2019 sein würde (https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/exxon-sagte-co2-gehalt-der-atmosphaere-fuer-2019-genau-voraus-a-1267915.html) . Als Beleg dient eine Kurve von EXXON, auf der der erwartete Temperaturanstieg aufgetragen ist.
Im Link heißt es richtig, dass EXXON es richtig vorhersagte. In der Überschrift des Artikels wird daraus:
«Ölriese Exxon wusste schon 1982, wie stark die Erderwärmung 2019 ausfällt»
Sollte ein «Qualitätsjournal» nicht wissen, was der Unterschied zwischen einer richtigen Vorhersage und Wissen ist.
Ich sage mal voraus, dass Bayern München deutscher Fußballmeister wird. Dann kann der Spiegel nächsten Montag mit der Schlagzeile erscheinen: «Henning Fleßner wusste schon Freitag, dass Bayern München gewinnt.»