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Freiburg «Der Staatsrat setzt auf gelebte Zweisprachigkeit.» Dies sagte Staatsrätin Marie Garnier gestern vor dem Grossen Rat. Unmittelbar danach nahm das Parlament mit 85 zu null Stimmen eine Volksmotion des Jugendrates an, welche den Staatsrat beauftragt, in Freiburg einen «Tag der Zweisprachigkeit» einzuführen. Der Tag soll als Beitrag zur Förderung der Zweisprachigkeit Aufnahme im Legislaturprogramm des Staatsrats finden.
Die Ernsthaftigkeit des Anliegens hatte zuvor schon Ratspräsidentin Gabrielle Bourguet (CVP, Granges) erfasst. Sie erteilte bei diesem Thema dem Sprecher des Mitte-links-Bündnisses, André Schneuwly (Düdingen), das Wort ausnahmsweise auf Deutsch. Für diesen sind beide Sprachen «ein Rohstoff des Kantons», welcher im Alltag effizienter eingesetzt werden müsste.
Zur Unterstützung der Motion liessen die Fraktionen ausschliesslich deutschsprachige Grossräte zu Wort kommen. Katharina Thalmann-Bolz (SVP, Murten) erwähnte den Seebezirk als Vorbild, in dem Zweisprachigkeit täglich und selbstverständlich gelebt werde. Jeder spreche in seiner Muttersprache und werde von der anderen Sprachgemeinschaft verstanden. «Diese Sprachpraxis sollte für alle staatlichen Betriebe ein Muss und eine Selbstverständlichkeit sein», so Thalmann.
Markus Ith sprach den Betrieb im Grossen Rat an: «Echte Zweisprachigkeit wäre, wenn alle meine Voten im Rat auf Deutsch verstanden und aufmerksam aufgenommen würden.» Persönlich hoffe er, dass der zukünftige Tag der Zweisprachigkeit auf einen Sessionstag falle, während dem sich dann alle Romands auf Deutsch und alle Deutschsprachigen auf Französisch ausdrückten.uh