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Bei einfachen Radios kann lediglich die Frequenz eingestellt und die Lautstärke geregelt werden.
Hochwertige „Weltempfänger“, semiprofessionelle und professionelle Kurzwellenempfänger, verfügen in vielen Fällen über verschiedene Möglichkeiten, ein schwaches Signal zu optimieren und zum Empfang verständlich zu machen.
Als Trennschärfe oder Selektivität wird die Eigenschaft eines Empfängers bezeichnet, ein neben einem anderen Signal liegendes Signal störungsfrei resp. mit ausreichender Verständlichkeit zu empfangen.
Im Kurzwellenbereich liegen die Rundfunkstationen in den Kurzwellenbändern mit einem Kanalabstand von 5 kHz relativ nah beeinander. Eine im nächsten Kanal 5 kHz neben der Empfangsfrequenz sendende Station kann das Signal stark beeinträchtigen, es tritt ein unangenehmer Pfeifton in diesem Beispiel mit einer Tonhöhe von 5 kHz auf. Auf Mittelwellen ist dieses Phänomen mit einem Kanalabstand von 9 kHz (international) resp. 10 kHz (in den USA) weniger stark ausgeprägt, auf UKW mit einem Kanalabstand von 50/100 kHz sind Nachbarkanalstörungen nur bei ausgesprochen schwachen Signalen in Nachbarschaft eines „Bombensignals“ ein Problem.
In jedem Empfänger wird aus dem ganzen Frequenzspektrum nur ein ganz schmaler Abschnitt herausgefiltert und demoduliert. Die Aufgabe, nur das Nutzsignal durchzulassen, übernehmen die Bandbreiten- oder ZF-Filter.
In Billigempfängern ist nur ein Billigfilter von recht grosser Breite eingebaut, bei diesen „Weltempfängern“ kommt es vor, dass gleich mehrere Stationen gleichzeitig aus dem Lautsprecher dröhnen.
In hochwertigen Empfängern sind zwei oder mehr ZF-Filter eingebaut, mit einem NARROW / WIDE - Schalter oder einem Bandwidth-Schalter kann das jeweils in der Empfangssituation günstigste Filter ausgewählt werden.
Wichtig ist auch die Wahl der optimalen Bandbreite beim Empfang: Zum AM-Empfang von Rundfunksendern leisten ZF-Filter mit einer Breite von 4 - 6 kHz gute Dienste, zum SSB-Empfang 1,8 - 3 kHz, zum CW-Empfang werden speziell schmalbandige Filter von teils 250 - 500 Hz Breite eingesetzt.
Preisgünstig herzustellen sind Spulenfilter, die allerdings nur bei tiefen Zwischenfrequenzen eine hohe Güte resp. Steilflankigkeit aufweisen, ebenfalls preisgünstig herzustellen sind keramische Filter. Teurer werden steilflankige Quarzfilter und die besten Resultate erreichen Kurzwellenempfänger mit mechanischen Filtern.
In einigen Empfängern wurde eine stufenlos regelbare Bandbreite (BWC) realisiert, mit der modernen DSP-Technik, digitaler Signalverarbeitung, wird die ZF-Bandbreite auf digitalem Weg mit programmierbaren Filterkurven festgelegt.
Aufgrund der im Kurzwellenbereich nahe beieinander liegenden Stationen kommt es häufig zu Nachbarkanalstörungen, diese Interferenzen äussern sich durch pfeifende Geräusche, welche einen akzeptablen Empfang teils verunmöglichen können. Vor allem beim Empfang eines schwachen Signals einer Station gleich unter oder oberhalb einer sehr starken Station treten Probleme auf.
Mit dem Passband - Tuning wird die Durchlasskurve des ZF-Filters relativ zum Signal verschoben, bei einem Störsignal, dass beispielsweise 3 kHz oberhalb eines Nutzsignals liegt, kann die Durchlasskurve nach unten verschoben werden, das Störsignal wird ausgeblendet.
So kann vor allem mit dem sogenannten ECSS-Empfang eine kaum verständliche Station hörbar gemacht werden. Im Einseitenbandmodus wird der Empfänger auf das weniger stark gestörte Seitenband (also bei einem starken Störsignal oberhalb der Empfangsfrequenz auf LSB (lower side band) eingestellt. Bei gewissen Empfänger funktioniert das mit der SYNC-Funktion sogar vollautomatisch, das Signal muss nicht erst mit „eingepfiffen“ werden, indem das im Gerät generierte Trägersignal manuell verschoben wird, bis das Pfeifen verschwindet.