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Ende 2021 wurden alle Anwohner und Anwohnerinnen entlang dem 8er Tramgleis vom Laupenring bis zur Weiherhofstrasse informiert, dass geltende nationale Sicherheitsnormen vorgeben, dass der Abstand zwischen Tramgleis und parkierten Autos mindestens 1,65 Meter betragen muss. Um die Sicherheit der Velofahrenden zu gewährleisten, hob das Bau- und Verkehrsdepartement insgesamt 115 Parkplätze ohne Ersatz auf. Und dies ohne wirklichen Nutzen.
Tatsächlich gibt es in Basel Stellen, an denen für Velos wenig Platz ist zwischen parkierten Autos und Tramgleisen, weshalb es in seltenen Fällen zu Unfällen kommt. Dies gilt es zu verhindern; die Sicherheit geht vor. Die besagten Strassen zwischen Laupenring und der Endschlaufe des 8er Trams sind aber nicht überdurchschnittlich von Unfällen mit Velobeteiligung betroffen. Mit den Strassen „In den Ziegelhöfen“ und „Göschenenstrasse“ stehen zudem zwei verkehrsarme Parallelstrassen zur Verfügung. Diese werden auch rege als Velorouten genutzt.
Es gibt daher keinen dringenden Sicherheitsgrund in einer einzigen Strasse konzeptlos 115 Parkplätze aufzuheben, ohne jegliche Parkalternativen für die Autofahrer! Im Gegenteil, der nun entstehende Suchverkehr in den Quartier-Seitenstrassen wird die Velofahrenden, die spielenden Kinder und die Fussgänger im Quartier massiv gefährden. Die neue parkplatzfreie Situation ist auch aus Sicht der Verkehrssicherheit kritisch, verleitet die nun überbreite Fahrbahn (Foto) den motorisierten Individualverkehr (MIV) sicherlich zu schnellerem Fahren und führt gleichzeitig dazu, dass die Velofahrenden bei den Fussgängerstreifen, wegen dem vorgezogenen Trottoir, in den Gefahrenbereich schwenken müssen. So wie die Situation jetzt anzutreffen ist (überbreite Fahrbahn, kein Velostreifen), ist sie als eher gefährlicher für die Velofahrenden zu beurteilen.
Vom Regierungsrat möchte ich deshalb auf folgende Fragen eine Antwort erhalten:
- Inwiefern die Aufhebung von Parkplätzen, bei denen der Abstand zwischen Parkfeld und Tramgleis 1,65 Meter oder weniger beträgt, vermieden werden kann, wenn parallel dazu alternativen Velorouten bestehen (z.B. verkehrsarme Parallelstrassen wie die Göschenenstrasse), resp., ob eine Fahrradstrasse in der Göschenenstrasse als Alternative zum Parkplatzabbau Neubad-/Neuweilerstrasse machbar wäre.
- Wie ein Masterplan für velovortrittberechtigte Parallelstrassen zu Hauptverkehrsachsen mit wenig Abstand zwischen Tramgleisen und Parkplätzen mit Fokus auf Veloverkehr aussehen könnte.
- Wie der Regierungsrat die nun für Velofahrende gefährliche Situation zu beheben gedenkt.
- Wo und in welcher Anzahl den betroffenen Anwohnern Alternativparkplätze angeboten werden können, damit der Suchverkehr sich nicht in die Quartier-Seitenstrassen verlagert und dort zu vermehrten Verkehrsunfälle führt (die täglich über 100 geparkten Autos der Anwohner lassen sich nicht über Nacht in Luft auflösen).
- Inwiefern zeitnah ein Quartierparking errichtet werden kann.
Um den Eingangsgedanken noch einmal aufzugreifen, muss es möglich sein, die Verkehrsführung so zu gestalten, dass nicht konsequent zu Lasten der Autofahrer geplant wird, sondern Möglichkeiten gefunden werden, die alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt berücksichtigen. Ich bin sicher, dass wir hierzu einen Kompromiss erarbeiten können.
Karin Sartorius, Grossrätin