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(Germar, 1825)
- DE: Kreuzschrecke
- EN: Handsome Cross Grasshopper
- FR: L' Oedipode soufrée
- Syn.: No synonym!
Morphologie
Oedaleus decorus ist farblich sehr variabel. Die Grundfarbe variiert von grün über braun bis grau. Charakteristisch sind die vier weissen Linien auf dem Halsschild, die ein Andreaskreuz andeuten. Der Halsschild-Mittelkiel ist deutlich ausgeprägt und leicht hochgewölbt. Die Vorderflügel überragen die Hinterknie deutlich, tragen zwei bis drei dunkle Querbänder und sind gegen das Ende unregelmässig dunkel gefleckt. Die Hinterflügel sind an der Basis gelblich bis grünlich und verfügen in der Mitte über eine dunkle, bogenförmige Binde. Die Unterseite der Hinterschenkel und die Hinterschienen sind gelblich bis rötlich.
Gesang
Die Männchen von Oedaleus decorus erzeugen im Flug ein mittellautes Knattern, das demjenigen von Locusta migratoria ähnlich ist. Während des Steigflugs sind leise, raschelnde Geräusche wahrnehmbar. Ab einer gewissen Flughöhe erzeugen sie dann das Knattern. Diese Spontanflüge dauern 2-3 s. Bei Fluchtsprüngen wird meistens kein Geräusch erzeugt. Bei gleichgeschlechtlichen Kontakten sind leise, schwirrende Laute als Rivalengesang hörbar. Die gleichen Rivalenlaute erzeugen die Männchen auch bei Kontakten mit anderen Ödlandschrecken. Wenn die Männchen ein soeben gelandetes Weibchen erblicken, laufen sie rasch in ihre Richtung und erzeugen immer wieder den Werbegesang. Dieser besteht aus 0,5-1,1 s dauernden Lauten, die in unregelmässigen Abständen geäussert werden. Kurz bevor sie das Weibchen anspringen, werden kurze, reinere Töne erzeugt.
Zwei Spontanflüge von Oedaleus decorus. Die Pause zwischen den beiden Flügen ist verkürzt - FR, Alpes-de-Haute-Provence, Thèze, 24 °C, sonnig.
Rivalen- und Werbegesang von Oedaleus decorus. Ein ♂ hat gesehen, wie ein ♀ unweit gelandet ist. Es nähert sich ihm und begegnet einem ♂ von Sphingonotus caerulans und erzeugt Schwirrlaute. Es geht weiter auf das ♀ zu und erzeugt weitere Schwirrlaute. Am Schluss der Aufnahme erzeugt es einen zweiten Lauttyp und springt das ♀ an - FR, Alpes-de-Haute-Provence, Thèze, 24 °C, sonnig.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Oedaleus decorus reicht von Nordafrika und Spanien über Frankreich und Osteuropa bis weit in den zentralasiatischen Raum. Das Hauptverbreitungsgebiet in Europa liegt im Mittelmeerraum. Die nördlichsten Vorkommen liegen südlich von Paris. In der Schweiz kann die Art nur an wenigen Stellen im Wallis in Höhen zwischen 500-1700 m beobachtet werden. Vereinzelte Meldungen aus Deutschland dürften auf verdriftete Individuen zurückzuführen sein.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Oedaleus decorus sind von Anfang Juli bis Ende September zu finden.
Die Eier werden von den Weibchen in offenen Boden abgelegt. Die Larven durchlaufen 5 Stadien. Die Art ist ausgesprochen flugtüchtig. Durch die gute Tarnung, entdeckt man die Tiere oft erst, wenn sie auffliegen.
Lebensraum
Oedaleus decorus ist sehr trockenheits- und wärmeliebend und besiedelt Felsensteppen, kurzgrasige Wiesen und Weiden mit geringer Vegetationsdeckung, Ruderalflächen, Steinbrüche, Steppenlandschaften und Sanddünen. Wichtig ist ein hoher Anteil vegetationsloser Stellen, die sich schnell aufwärmen.
Gefährdung & Schutz
In der Schweiz zählt Oedaleus decorus zu den seltensten Arten und ist vom Aussterben bedroht. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind im Wallis viele Populationen erloschen. Die Gründe sind vorwiegend in der Ausdehnung des Siedlungsgebiets und des Weinanbaus zu suchen. In den Steppengebieten Osteuropas führte die Aufgabe der Beweidung und die Überführung in Ackerbauflächen zum Verschwinden der schönen Art. Aufgrund der guten Flugfähigkeit eignet sich Oedaleus decorus gut für Förderprojekte. Diese sollten die Erhaltung und Erweiterung bestehender Gebiete zum Ziel haben. Im Wallis laufen zurzeit Wiederansiedlungsprojekte am Schlosshügel in Sion.
- CH: CR (Vom Aussterben bedroht)
- DE: Abwesend
- AT: RE (In Österreich ausgestorben)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Verwechslungen sind vor allem mit Locusta migratoria möglich, die eine ähnlich variable Grundfarbe und einen ähnlichen Habitus hat. Sie ist allerdings deutlich grösser und es fehlt ihr die Kreuzzeichnung auf dem Halsschild. Die Flügel tragen bei Locusta migratoria keine Querbänderung. Anacridium aegyptium ist deutlich grösser, es fehlt ihr die Halsschild-Zeichnung und die Augen sind hell-dunkel gestreift. Beide Aiolopus-Arten sind bedeutend kleiner und schlanker und haben keinen erhabenen Halsschild-Mittelkiel.