Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/2945

Portrait
Das Gebiet der Ortsgemeinde Walenstadt umfasste das ganze Stadtgebiet innerhalb der Stadtmauer und die umliegenden Felder, Wiesen und Wälder, sowie Allmenden und Alpanteile auf Schwaldis und im Siez (im Weisstannental). Die Walenstadter Einburger unterhielten in der Stadt zwei kleine Armenhäuser, eine Schule für jene Bürgerkinder, die sie besuchen wollten, die Sust am See, die Kaplaneipfrund mit der St. Wolfgangskapelle und das Siechenhaus ausserhalb des Widenbaches auf Tscherlergebiet. Die Einburger und die Ausburger von Walenstadtberg, Mols und Oberterzen wählten zusammen drei angesehene Einburger zum Vorschlag für das Schultheissenamt. Aus den vorgeschlagenen Männern bestimmte dann die Herrschaft (Grafen von Habsburg und später die eidgenössischen Vögte von Sargans) den amtierenden Schultheissen. Der Schultheiss rief dann einen ersten Stadtrat zu sich, diese zwei einen dritten und so fort, bis der ganze Stadtrat beisammen war. Mit der Gründung der neuen politischen Gemeinde Walenstadt im Jahre 1803 erloschen die alten Vorrechte der Einburger von Walenstadt. Die Ortsgemeinde Walenstadt war noch einige Jahre Trägerin der Schule in der Stadt und der Kaplaneipfrund mit der Wolfgangskapelle. Sie unterstützte die ärmsten Mitbürger und die Kranken, unterhielt weiterhin zwei kleine Armenhäuser, wählte und bezahlte den Kaplan und die beiden Mesmer der Kirche, sorgte für den Unterhalt des Kirchenschiffes, der Glocken und des Turmes der Pfarrkirche, für die Sustgebäude am See, für die Strassen, Brücken und Wuhren an der alten Seez und bezahlte die Nachtwächter und die Hebamme in der Stadt. Dafür erhielt sie vom Sustbetrieb bestimmte Abgaben von der Flösserei auf der alten Seez und die Zinsen von den Allmenden, Alpen und Feldern, sowie die Einnahmen aus den zahlreichen Holzverkäufen.
Ende 2016 besitzt die Ortsgemeinde Walenstadt ca. 60 ha Wiesen und Ackerland, welches an Selbstbewirtschafter/innen verpachtet sowie Boden, welcher an der Industriestrasse / Kasernenstrasse als Industrieland im Baurecht meist an einheimische Unternehmen vergeben ist bzw. wird. So können in Walenstadt Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden.
Ebenfalls gehören ihr als Teilhaberin 124 Stösse Alpanteile auf Siez im Weisstannental, 25.5 Stösse auf Schwaldis, 4 Stösse auf Büls und sie ist Eigentümerin der Alp Brunnen mit 9.5 Stössen.
Die Waldfläche der Ortsgemeinde beträgt ca. 430 ha. Fast die gesamten Waldungen gelten als Schutzwald. Sie betreibt einen attraktiven, lehrreichen und informativen Wald- und Naturlehrpfad, der über den Wanderweg Kaliforni - Lochezen - See als Rundweg führt.
Am Seeufer stellt sie ein Beachvolleyballfeld, Feuerstellen mit Sitzplätzen und einen Kinderspielplatz zur Verfügung.
Liegenschaften im Eigentum der Ortsgemeinde sind das Alte Rathaus, die Herrengasse 3, der Gemeindeschopf im Fürscht sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit Alterswohnungen im Fürscht. Die Liegenschaften dienen in erster Linie den Bedürfnissen der Ortsgemeinde oder sind vermietet.
Im Alten Rathaus betreibt die Ortsgemeinde ein Ortsmuseum, welches 1988 eröffnet wurde. Das Ortsmuseum widmet sich der Geschichte von Walenstadt. Neben Urkunden der Stadt werden auch Bilder bedeutender Persönlichkeiten präsentiert. Spezielle Exponate sind die Originalmasken der Gemeinderölli von Walenstadt sowie die Holzmasken von Berschis.
Ebenfalls gehört ihr das Areal Lochezen, welches insgesamt aus einer Fläche von 217'800 m2, gegliedert in verschiedene Gebäude, 6 Wohnungen, Hofraum, Wiese, Weide, Wege, Wald, Felsen, Bäche und dem Steinbruchareal besteht.
Die Nutzung des Steinbruchs Lochezen, die Materialgewinnung im „Fäsch“ sowie die Inertstoffdeponie Mürli sind mit Verträgen geregelt. Im Seezdelta ist die Ortsgemeinde zu 100 % Aktionärin am Wärmeverbund der Holzenergie Delta AG.
Ihre wichtigsten Einnahmequellen sind die Erlöse aus den Baurechten, den Pachtverhältnissen, den Mietverhältnissen sowie die Einnahmen aus dem Untertagegesteinsabbau Fäsch und der Inertstoffdeponie Mürli.
Aus den Zinsen des Lehrlingsfonds werden jedes Jahr Stipendien an Lehrlinge und Studenten ausgerichtet. Auch werden auf Gesuch Kultur- und Sportvereine etc. finanziell unterstützt.