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Polen will das Auslieferungsverfahren gegen Regisseur Roman Polanski an die USA wieder aufrollen. Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro plant Einspruch gegen die Entscheidung eines Krakauer Gerichts, Polanski nicht an die USA auszuliefern. «Ich habe mich entschlossen, Einspruch beim Obersten Gericht einzulegen», sagte Ziobro am Dienstag im polnischen Rundfunk. Der Minister ist zugleich Generalstaatsanwalt in Polen.
Die US-Justizbehörden ermitteln gegen den 82-jährigen Polanski («Carnage», «The Ghost Writer») wegen eines Sexualverbrechens vor mehr als 30 Jahren. Polanski hatte zugegeben, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen.
Zweifel an fairem Prozess
Es dürfe keinen milderen Umgang mit Polanski geben, nur weil er prominent sei, sagte Ziobro über den polnisch-französischen Regisseur. «Vor dem Gesetz sind alle gleich.» Zudem werde Polanski eines «abscheulichen Verbrechens gegen ein Kind» beschuldigt. Das Krakauer Gericht hatte seine Entscheidung, ihn nicht auszuliefern, auch mit Zweifeln an einem fairen Prozess in Los Angeles begründet.
Polanski besitzt die polnische und die französische Staatsbürgerschaft. Der Oscarpreisträger, der als Kind in Krakau den Holocaust überlebt hatte, hat seit mehreren Jahren einen Wohnsitz in der südpolnischen Stadt.
(sda/cfr/ama)