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12 Oktober: Offiziere des gesunkenen Wildererschiffes "Thunder" zu Haftstrafen
und einer Geldstrafe in Höhe von 15 Millionen Euro verurteilt.
Am Montag befand das Oberste Gericht von São Tomé und Príncipe drei Offiziere des berüchtigten
Antarktisdorsch-Wildererschiffes "Thunder" der Urkundenfälschung, Umweltverschmutzung und
Umweltschädigung sowie des rücksichtlosen Verhaltens für schuldig. Die drei wurden zu Haftstrafen
von 32 bis 36 Monaten wegen Rücksichtslosigkeit und Urkundenfälschung und zur Entrichtung einer
Geldstrafe von 15 Millionen Euro wegen Umweltverschmutzung und Umweltschädigung verurteilt.
Der Kapitän Luis Alfonso Rubio Cataldo aus Chile, der Leitende Ingenieur Agustin Dosil Rey aus Spanien und der Zweite Mechaniker Luis Miguel Perez Fernandez, auch aus Spanien, wurden in São Tomé und Príncipe inhaftiert, nachdem die Thunder am 6. April dieses Jahres im Golf von Guinea gesunken war. Die drei standen im September vor Gericht und blieben bis zur heute anstehenden Urteilsverkündung in Untersuchungshaft.
Dieser Grundsatzrechtsstreit ist einer der ersten Fälle, bei dem Wilderer in São Tomé und Príncipe angeklagt wurden. Das Schuldurteil und die schweren Strafen sind ein Sieg im Kampf gegen die illegale, unangemeldete und unregulierte Fischerei (IUU), und machen deutlich, wie ernst diese Verbrechen heute in dieser Region genommen werden.
Die "Thunder" war eins von sechs Schiffen, die dafür bekannt waren, im Südpolarmeer mit den Zielfischarten Riesen-Antarktisdorsch und Schwarzer Seehecht IUU-Fischerei zu betreiben. Die Schiffe, denen Sea Shepherd den Namen "Bandit 6" gab, waren das Ziel von "Operation Icefish" – der 11. Kampagne zum Schutz des Südpolarmeeres.
Bis sie sank, wurde die "Thunder" 110 Tage lang in einer alle Rekorde brechenden Jagd von dem Sea Shepherd Schiff "Bob Barker" verfolgt. Sea Shepherd behauptet immer noch fest, dass die "Thunder" absichtlich versenkt wurde, um sich damit ihrer Ladung mit gefährdetem Antarktisdorsch, den man illegal in einem Gebiet gefangen hatte, das in die Zuständigkeit der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) fällt, zu entledigen.
Die "Thunder" wurde seit 2006 in der Liste der CCAMLR für IUU-Fischereifahrzeuge aufgeführt und befand sich bezüglich der Fischerei in dem von der CCAMLR geregelten Gebiet auf der schwarzen Liste. 2013 wurde das Schiff aufgrund des Verdachtes von illegalen Fischerei-Aktivitäten von Interpol mit einer Lila-Notiz versehen. Dies hatten neuseeländische, australische und norwegische Behörden gefordert.
Die "Bob Barker", unter Kapitän Peter Hammarstedt aus Schweden, und das Partnerschiff "Sam Simon", unter Kapitän Sid Chakravarty aus Indien, retteten die gesamte 40-köpfige Crew, die sich vor dem Sinken des Schiffes auf Rettungsflösse begeben konnte.
Bevor die "Thunder" vollständig unterging, konnten Mitglieder der Sea Shepherd Crews noch an Bord gelangen und vom sinkenden Schiff Beweise sichern, unter anderem einen gefrorenen Antarktisdorsch, der später der Polizei übergeben wurde.
Sea Shepherd hat eine entscheidende Rolle dabei gespielt, dass die Offiziere der "Thunder" ihrer gerechten Strafe überstellt wurden, und hat ebenso sichergestellt, dass die Schlupflöcher, die man normalerweise gebraucht, um einer Strafverfolgung zu entgehen, nicht genutzt werden konnten.
Die Kapitäne Hammarstedt und Chakravarty berichteten den zuständigen Behörden von São Tomé und Príncipe, Deutschlands sowie der internationalen Strafverfolgungsbehörde Interpol ausführlich über den Vorfall und die durchgeführte Rettungsaktion. Daraus resultierte die Verhaftung der gesamten Crew der "Thunder" bei ihrer Ankunft in São Tomé und Príncipe, wo seitdem der Kapitän und zwei Offiziere festgehalten wurden.
Die akribische Übergabe der Beweise und die lückenlose Beweismittelkette haben sichergestellt, dass das Verfahren gegen die "Thunder" von Erfolg gekrönt war.
Die Sea Shepherd Kapitäne und der Sea Shepherd Fotograf Simon Ager, der unter den Sea Shepherd Crewmitgliedern war, die an Bord der sinkenden "Thunder" gelangten, waren auch unter den Zeugen, die beim Gerichtsverfahren gegen die drei Offiziere ihre Aussagen machten. Die Sea Shepherd Zeugen waren 17 Stunden lang bei Gericht, während sie ihre Aussagen machten und ins Kreuzverhör genommen wurden.
Über das Verfahren sagte Captain Hammarstedt: "Obwohl São Tomé und Príncipe sich nicht zuständig dafür sahen, den Fall direkt wegen illegaler Fischerei im Südpolarmeer zu verhandeln, zeigten sie jedoch den Mut und den Willen, diese indirekt in Angriff zu nehmen, wie man an der Anklage wegen Fälschung der Fischereilizenz sehen kann. Dadurch gab man den anderen Nationen auf der Welt ein Beispiel für den Kampf gegen das Problem der IUU-Fischerei."
Sea Shepherd gratulierte den Behörden in São Tomé und Príncipe für ihre schnelle Reaktion auf diesen Vorfall und für ihren engagierten Einsatz, die Wilderer vor Gericht zu bringen.
"Die Koordination, die zwischen internationalen Behörden und Organisationen, Sea Shepherd eingeschlossen, und lokalen Strafverfolgungsbehörden nötig ist, die dann zu diesen Verurteilungen führte, stellt eine Mammutaufgabe dar. Sie hätte ohne den Willen von São Tomé und Príncipe, die Untersuchungen voranzutreiben, nicht geleistet werden können. Ich gratuliere allen, die zu einem solch unglaublichen Ergebnis in so kurzer Zeit beigetragen haben“, so Captain Chakravarty.