Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/36

Der Thailänder Phajaranat Nobantao wuchs in wohl behüteten Verhältnissen auf - bis im Jahre 2000 die Wirtschaftskrise die Familie in den finanziellen Ruin stürzte. Von einem auf den anderen Tag stand sie - abgesehen von einem Berg Schulden - vor dem Nichts. Die Privatschule, in der Phajaranat und seine Geschwister waren, wurde zu teuer. Der damals 12-Jährige wurde in eine Mönchsschule gesteckt. Dort begann auch die Verwandlung des kleinen Jungen in ein inzwischen gefragtes Transgender-Model.
Ein von MiMi Tao (@mimi_tao) gepostetes Foto am30. Jul 2014 um 9:37 Uhr
Seinen Namen hat Phajaranat inzwischen abgelegt. Er ist jetzt eine Sie und heisst Mimi Tao. Gegenüber der «Bangkok Post» erzählt die 22-Jährige aus ihrer Zeit im Kloster. «Ich begann, mich wie ein Mädchen zu verhalten, wie ein Mädchen zu sprechen und mich interessierten je länger je mehr Mädchen-Dinge wie Mak-up.» All das habe hinter verschlossenen Zimmertüren stattgefunden. Zusammen mit vier anderen Freunden. Trotz ihres Verlangens, ein Mädchen zu sein, blieb sie aber Mönch. Später nahmen die fünf heimlich die Antibabypille. Sie wollten Brüste wie jede andere Frau auch. Als Mimi Taos Mutter davon erfuhr, drohte sie ihr mit dem Ausschluss aus der Familie.
Insgesamt blieb Mimi Tao sechs Jahre im Kloster. Bis sie sich entschied, ihr altes Leben aufzugeben und als Frau die Welt zu entdecken. Die ersten Schritte waren steinig. Ihr wurde gesagt, Thailands Model-Business sei noch nicht bereit für eine Person wie sie. «Aber ich gab die Hoffnung nicht auf. Ich wusste, dass ich eine gute Saat war, ich wurde einfach nur auf dem falschen Boden ausgesät.»
Ein von MiMi Tao (@mimi_tao) gepostetes Foto am31. Jul 2014 um 10:06 Uhr
Ein Auslandaufenthalt in Singapur verhalf ihr allmählich zum grossen Durchbruch. Inzwischen ist Mimi Tao ein gefragtes Model, spielt in einem Film über Transgender-Models mit und hofft auch, bald in New York Fuss fassen zu können. Denn: Sie möchte mit dem Geld, das sie verdient, die Schulden ihrer Familie abbezahlen.
Was bringt die Zukunft? «Niemand weiss das. Vielleicht kehre ich auch wieder ins Kloster zurück. Ich glaube, das war die ideale Lebensform für mich.»
Bis es so weit ist, postet sie auf Instagram Schnappschüsse von ihrem neuen Leben.
Ein von MiMi Tao (@mimi_tao) gepostetes Foto am8. Dez 2014 um 19:25 Uhr
Ein von MiMi Tao (@mimi_tao) gepostetes Foto am21. Mai 2015 um 13:02 Uhr
Ein von MiMi Tao (@mimi_tao) gepostetes Foto am26. Nov 2015 um 11:28 Uhr