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überall in jedem humusreichen Boden, in besonders starkem Maße in tropischen Gegenden, so auf Ceylon, an den Ufern des Ganges, in Bolivien, aber auch in den Theissniederungen in Ungarn. Hier ist der Boden derartig mit Salpeter getränkt, dass er in der trockenen Jahreszeit sich in weissen Massen an der Oberfläche absondert (Blühen des Bodens) und zur Gewinnung zusammengefegt werden kann. Hierdurch und durch das Auslaugen des Bodens werden in jenen Gegenden grosse Quantitäten von Salpeter gewonnen.
Neben dem Kaliumnitrat finden sich in derartigem Boden übrigens immer auch noch Calcium- und Magnesiumnitrate, welche in den Laugen durch Zusatz von Kaliumcarbonat (gewöhnlich nimmt man einfach Holzaschenlauge) zu Kaliumnitrat umgesetzt werden. Der zuerst erhaltene rohe Salpeter ist noch sehr unrein und muss erst durch wiederholtes Umkrystallisiren, sog. Raffiniren gereinigt werden. Die grossen Krystalle des Salpeters schliessen erfahrungsmäßig eine ziemlich bedeutende Menge Mutterlauge ein, daher stellt man jetzt vielfach durch gestörte Krystallisation, d. h. fortwährendes Rühren während des Erkaltens der heissgesättigten Lösung, Krystallmehl dar, welches durch Centrifugiren von der anhängenden Mutterlauge befreit wird. In früheren Zeiten wurde in den meisten Ländern Europas, in sog. Salpeterplantagen, auf künstlichem Wege Salpeter hergestellt, indem man die oben angedeuteten Bedingungen, wie sie in jenen Gegenden die Natur bietet, nachahmte.
Man mengte verwesende Körper, wie Dung, Jauche, Blut, Fleischabfälle mit Erde und gelöschtem Kalk zusammen, formte mauerartige Haufen daraus, die man öfter mit Jauche begoss und monatelang sich selbst überliess. Das aus den faulenden, stickstoffhaltigen Substanzen entstehende Ammoniak wurde hier durch die Gegenwart des Kalks prädisponirt, sich mit dem Sauerstoff der Luft in Salpetersäure umzuwandeln, die sich dann mit dem Kalk zu Calciumnitrat verband. Dies letztere wurde nach dem Auslaugen durch Holzasche in Kaliumnitrat umgesetzt.
Derartiges Calciumnitrat ist auch der sog. Mauersalpeter, wie er in Ställen und feuchten Kellern sich vielfach bildet. Die Salpeterplantagen hat man fast überall aufgegeben, seitdem man lernte, den Natronsalpeter (Chili- oder Perusalpeter) mittelst Kaliumcarbonats oder wie dies jetzt, nach Entdeckung der Stassfurter Kalisalzlager, fast allgemein geschieht, durch Chlorkalium in Kalisalpeter umzusetzen. Bringt man nämlich Lösungen von Natriumnitrat mit Chlorkalium zusammen, so entsteht Chlornatrium und Kaliumnitrat, die sich leicht durch Krystallisation von einander trennen lassen. Auf diese Weise ist Deutschland jetzt von England, welches früher durch seinen ostindischen Salpeter den Markt beherrschte, vollkommen unabhängig geworden.
Anwendung. Medizinisch in kleinen Gaben (grosse Dosen wirken schädlich, 10-20 Gramm auf einmal sogar tödtlich) innerlich als fieber- und entzündungswidriges und harntreibendes Mittel. Technisch zu Kältemischungen;
als Zusatz beim Pökeln des Fleisches;
in der Pyrotechnik;
vor Allem zur Bereitung des Schiesspulvers, bei welchem er nicht durch ¶
Natronsalpeter ersetzt werden kann, während dasselbe ihn für andere Zwecke, Darstellung der Salpetersäure, Düngung etc. etc. vollständig ersetzt.
Identitätsnachweis. Die wässerige Lösung giebt mit überschüssiger Weinsäure einen weissen, krystallinischen Niederschlag und färbt sich, mit Schwefelsäure und überschüssiger Ferrosulfatlösung gemischt, braunschwarz.
Prüfung für chemisch reinen Salpeter nach dem Deutschen Arzneibuch.
Die wässerige Lösung (1:20) muss neutral sein und darf weder durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Baryumnitrat, noch durch Silbernitrat verändert werden. 20 ccm derselben Lösung dürfen durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden.
Giebt man in ein mit Schwefelsäure gereinigtes Probirrohr 1 ccm Schwefelsäure und streut 0,1 g Kaliumnitrat darauf, so darf die Säure hierdurch nicht gefärbt werden.
Kálium bioxálicum (Oxálium) oder Sal acetoséllae. +
Kaliumbioxalat, Kleesalz.
C2HKO4 ^[C2HK4] + H2O .
Weisse, undurchsichtige, prismatische Krystalle, geruchlos, von herbem, säuerlichem Geschmack und sauerer Reaktion. Löslich ist es in 40 Th. kaltem und 6 Th. kochendem Wasser, unlöslich in Alkohol. Giftig!
Wurde früher aus dem Sauerklee, Oxalis acetosella, durch Eindampfen des Saftes bereitet, daher der früher gebräuchliche Name Sal acetosellae. Heute wird das Salz stets künstlich hergestellt (s. Acidum oxalicum), indem man die Oxalsäure zur Hälfte ihres Aequivalentgewichtes mit Pottasche sättigt.
Anwendung. Medizinisch gar nicht; technisch dagegen vielfach in der Zeugdruckerei, zum Entfernen von Tinten- und Rostflecken etc. Ein Zusatz zu Fleckwasser, Eau de Javelle oder Eau de Labarraque geschieht, um die letzten Spuren des in ihnen enthaltenen Kalkes auszufällen, da die Oxalsäure mit dem Kalk eine völlig unlösliche Verbindung bildet.
10-20 g gelten als tödtliche Dosis. Gegenmittel sind Kalkwasser, Kreide.
Identitätsnachweis. Die wässerige Lösung, mit Kalkwasser versetzt, giebt einen weissen, etwas krystallinischen Niederschlag, der sich in verdünnter Essigsäure nicht löst. Mit Weinsäurelösung vermischt, entsteht ein weisser, krystallinischer Niederschlag.
Neuerdings wird ausser dem Kaliumbioxalat, namentlich in der Photographie, zur Herstellung des Eisenoxalat-Entwicklers, das Kalium oxalicum neutrale in grossen Massen gebraucht. Das Salz ist in seinem ¶