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Die Gegend rund um die Gemeinde Eglisau verbirgt eine grosse Anzahl von Anlagen und Sperren. Wer dem Rhein entlang von Tössriederen bis Rheinsfelden unterwegs ist, wird verborgen
hinter Büschen, unter Brücke, in den Wäldern und den Schluchten über so manches Kleinod des Schweizerischen Befestigunsbaus stossen.

Kartenausschnitt Anlagen Eglisau und Sperre Seglingen (1:25'000)
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Die Rheinübergänge
Der günstige Rheinübergang bei Eglisau wurde schon in früher Zeit genutzt. 1249 wird erstmals eine Brücke urkundlich erwähnt. Bis 1254 wurde diese befestigt und mit Toren versehen.
Mit dem Brückenzoll konnten schliesslich gute Einnahmen erzielt werden. Schwere Zeiten für Eglisau und die Rheinbrücke brachen während der helvetischen Republik an. So war Eglisau
ab Oktober 1798 abwechselnd durch französische, österreichische und russische Truppen besetzt. Die Rheinübergänge waren umkämpft und die Brücke wurde zweimal zerstört.
Mit dem zunehmenden Aufkommen der Eisenbahn galt es, die rechtsrheinischen Gebiete in Schaffhausen mit der Schweiz zu verbinden. Es war eine Eisenbahnlinie geplant, welche über
deutsches Staatsgebiet führen sollte. Der dazu notwendige Eisenbahnviadukt führte bei Eglisau über den Rhein. Das imposante Bauwerk konnte 1897 eingeweiht und dem Verkehr übergeben
werden. Ein weiteres wichtiges Bauwerk war das Rheinkraftwerk bei Rheinsfelden, welches zwischen 1915 und 1920 errichtet wurde. Damit erlangte Eglisau mit seinen Rheinübergängen
entgültig eine wichtige strategische Bedeutung, welche es zu sichern galt.
Befestigung der Eglisauer Übergänge
Im Ingenieur-Offizierskurs von 1934 - von welchem in Sachen Befestigunsbau in der Schweiz schon öfters die Rede war - waren auch die Rheinübergänge bei Eglisau ein Schwergewicht
im Dispositiv. Die Brücken sollten verbarrikadiert, mit je einer panzerbrechenden Artilleriewaffe beschossen und vom Artilleriewerk Rüdlingen mit Bogenfeuer belegt werden. Soweit
die Theorie. Realisiert wurden bis 1937 lediglich die Panzerbarrikaden und das Infanteriewerk Seglingen axial zur Strassenbrücke. Das IW Seglingen gehörte zusammen mit dem IW Güetli
(Schaffhausen) und Herblingen zur ersten Serie der Betonbunker am Rhein. Neben dem IW Seglingen wurden zur Unterstützung der Sperren noch drei einfache MG Bunker durch die Truppe
erstellt. Die Inschriften am Bunker zeigen, dass diese 1936 erbaut wurden.
Mit dem Start der Rheinbefestigungen wurde auch rund um Eglisau eine rege Bautätigkeit ausgelöst. Es wurden nun zahlreiche MG Bunker und Unterstände errichtet. Einige dieser Werke
wurden direkt in die Rheinbrücken integriert. Der auffälligste Bunker ist dabei der Doppel-MG Bunker
A5418 im Pfeiler des Eisenbahnviadukts.
Auch nach dem Krieg wurde in den 1960er Jahren die Übergänge bei Eglisau nochmals mit zahlreichen KUBU und VOBAG Unterständen verstärkt. Vor allem das Vorfeld der Sperrstelle sollte
besser geschützt werden. Dazu wurden dann noch Pak-Garagen errichtet.

Die zweite Verteidigungslinie

Hinter der ersten Linie am Rhein entstand im Zweiten Weltkrieg zwischen Fisibach und Rhinsberg eine zweite Abwehrlinie. Der östliche Abschluss dieser Linie bildete die so genannte
Sperrstelle Seglingen. Diese ca. 1 km südlich von Eglisau gelegene Sperre bestand aus einer Tankmauer und Höckerhindernisen, zwei Pak- und einem MG Bunker und vier Unterständen.
Auch diese Sperre wurde in den 1960er Jahren mit modernen Unterständen, Kugelbunkern und einer Pak-Garage verstärkt.
Was diese Sperranlage besonders wertvoll macht ist die Tatsache, dass es sich um den einzigen noch (fast) ganz intakten Abschnitt der zweiten Abwehrlinie im Kanton Zürich handelt.
Ein Teil der Sperre liegt heute in einem Naturschutzgebiet.
Plan A5394 Wölflishalden Süd [ Friends only ]
Auch auf dem Laubberg hinter Eglisau entstand ein dichtes Netz von Unterständen. Hier sind versteckt im Wald eine wahre Fülle von unterschiedlichsten Anlagen zu finden, die alle
eine andere Bauweise aufweisen. Die grosse Dichte an Unterständen lässt darauf schliessen, dass hier eine Luftlandug verhindert werden sollte. Durch eine solche hätte die dichte
Sperrstelle umgangen werden können. Leider sind einige Unterstände teilweise bereits abgebrochen oder zugedeckt worden.
Im Abschnitt Neuhus ist auch noch ein gut erhaltenes GPH bestehend aus eingegrabenen Eisenbahnschienen
zu finden.
Die Anlagen heute
Der Abschnitt Eglisau präsentiert sich noch heute in einem erstaunlich guten Zustand. Zwar sind viele Anlagen heute in privatem Besitz, trotzdem sind sie noch erhalten. Nur ein paar
Unterstände wurden bereits abgebrochen. Der Bunker A5421 am Rhein dient heute als Badi-Hütte. Die Gemeinde Eglisau hat diesen Bunker gekauft und liebevoll umgebaut. So dient dieser
ursprüngliche Doppel-MG Bunker heute den Badenden im Rhein als Umkleidekabine.
Plan Tarngebäude A5321 Altes Widerlager [ Friends only ]

Kapitel Hauptseite
Bunker am Rhein
Abschnitt Tössriederen
Sperrstelle Seglingen
Tanksperren
Sperrstelle Seglingen
Bunker und Anlagen
Sperrstelle Eglisau
Strassenbrücke
Sperrstelle Eglisau
Eisenbahnbrücke
Stützpunkt Laubberg
Bunker am Rhein
Abschnitt Neuhus
Schiesspanorama 42-83
[Historisches Exklusivmaterial]
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