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Du hast ein mangelhaftes Werk erhalten?
Was ein Werkvertrag ist, erklären wir dir in diesem Beitrag.
Ist ein in Auftrag gegebenes Werk mangelhaft, kannst du als Bestellerin oder Besteller grundsätzlich Gewährleistungsansprüche gegen die Werkunternehmerin oder den Werkunternehmer geltend machen.
Wann liegt ein Mangel vor?
Ein Mangel liegt vor, wenn das Werk bei Abnahme von der vertraglich geschuldeten Beschaffenheit abweicht. Die Abweichung kann darin bestehen, dass das Werk entweder nach der sogenannten Verkehrsauffassung fehlerhaft ist (z. B. undichtes Dach) oder dass eine zugesicherte oder vorausgesetzte Eigenschaft fehlt (z. B. das Sportschwimmbecken ist kürzer als vereinbart). „Nach der Verkehrsauffassung“ entspricht dem, „was normalerweise erwartet werden kann“.
Was kann ich tun, wenn ein Mangel vorliegt?
Bei kleineren Mängeln kannst du die Minderung des Werklohns oder die Nachbesserung des Werks verlangen, wenn es der Werkunternehmerin oder dem Werkunternehmer keine übermässigen Kosten verursacht. Bei Verschulden der Werkunternehmerin oder des Werkunternehmers kann zusätzlich Schadenersatz verlangt werden.
Was kann ich bei einem grösseren Mangel tun?
Ein erheblicher Mangel liegt vor, wenn das Werk so sehr vom Vertrag oder von der Verkehrsauffassung abweicht, dass es für die Bestellerin oder den Besteller unbrauchbar und eine Annahme nicht zumutbar ist. In einem solchen Fall kann die Bestellerin oder der Besteller den Vertrag aufheben (sogenannte Wandelung). Trifft die Werkunternehmerin oder den Werkunternehmer zusätzlich ein Verschulden, kann auch Schadenersatz verlangt werden (Schäden, die durch den Mangel am Werk an einer anderen Sache entstanden sind, z. B. Auto wurde durch einen herabstürzenden Balken der gebauten Garage beschädigt).
Wann ist die Annahme nicht mehr zumutbar?
Dies wird aufgrund einer Interessenabwägung ermittelt. Wenn das Werk z. B. unbrauchbar oder der Mangel unbehebbar ist, ist die Annahme meist unzumutbar (Bsp.: Zwei Öltanks, die geliefert und an Ort und Stelle zusammengeschweisst wurden, sind probeweise mit Wasser gefüllt worden und dabei geborsten, so dass sie unbrauchbar wurden).
Wie kann eine Wandlung stattfinden, wenn das Werk mit dem Boden fest verbunden ist?
In diesem Fall kann keine Wandlung stattfinden, sondern nur die Minderung des Werklohns oder eine Nachbesserung.
Wie muss ich bei einer Wandlung vorgehen?
Die Wandlung muss gegenüber der Unternehmerin oder dem Unternehmer erklärt werden. Grundsätzlich muss dazu das Werk bereits abgeliefert worden sein und es muss ein Mangel vorliegen. Sobald das Werk geprüft (möglichst gleich nach Empfang) und der Mangel entdeckt worden ist, musst du den Mangel anzeigen. Aus Beweisgründen sollte dies schriftlich und per Einschreibebrief erfolgen. Erkennbare Mängel solltest du in der Regel innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Übergabe des Werkes melden. Versteckte Mängel unmittelbar nach deren Entdeckung.
Was passiert, wenn ich den Mangel zu spät anzeige?
In diesem Fall kann die Wandlung nicht mehr rechtlich durchgesetzt werden. Insgesamt kannst du bei beweglichen Werken innerhalb von zwei Jahren Mängelrechte (inklusive der Wandlung) geltend machen, bei unbeweglichen Werken (Immobilien) dauert die Frist fünf Jahre. Wichtig ist, dass die Prüfung sofort nach Abnahme gemacht werden muss. Die zwei- respektive Fünfjahresfrist gilt für Mängel, die man bei der ersten Prüfung nicht entdecken konnte. Wenn du den Mangel entdeckt hast, kannst du mit der Meldung innerhalb dieser Frist nicht warten, sondern musst diese unmittelbar machen. Bei absichtlicher Täuschung dauert die Frist zehn Jahre.
Wie muss ich die Mängelanzeige formulieren?
Hierzu gibt es keine gesetzlichen Vorschriften.
Wir haben ein Musterschreiben für dich erstellt.