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Wallfahrt 15. Sept. 2012 nach Auw und Beinwil
Pfarreiwallfahrt von St. Wendelin 2012
am Samstag 15. September nach
Auw (zur Mutter Bernarda Bütler)
und
Beinwil (zum Hl. Burkard)
Bei schönstem Herbstwetter bestiegen beim Altersheim Brüggli, auf dem Kirchenplatz und bei der Post 39 froh gelaunte WallfahrerInnen den Car der Firma Born AG, Olten, der uns direkt zu unserer ersten Station nach Auw brachte. Vor der Kirche erwartete uns bereits Schwester Marianne, die uns in der Kirche mit dem Leben und Wirken der hier 1848 geborenen und getauften Maria Bernarda Bütler vertraut machte. Anschliessend besichtigten wir das Geburtshaus, in welchem sie als viertes von acht Kindern von Heinrich und Katharina Bütler am 28. Mai 1848 zur Welt kam. Am 12. November 1867 trat sie in das Kloster Maria Hilf in Altstätten ein, wo sie am 4. Mai 1868 den Ordensnamen Maria Bernarda erhielt und am 4. Oktober 1869 die Gelübde ablegte. In Altstätten wurde sie bald zur Novizenmeisterin und später zur Oberin gewählt. Am 19. Juni 1888 verliess Maria Bernarda Altstätten, um mit 6 weiteren Schwestern nach Ecuador aufzubrechen. Dort gründete sie eine eigene Kongregation, die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf. 1895 musste sie Ecuador verlassen und wirkte fortan mit 14 Schwestern in Kolumbien, in Cartagena. Hier verbrachte sie die restlichen Jahre bis zu ihrem Tod am 19. Mai 1924. Am 29. Oktober 1995 wurde sie durch Papst Johannes Paul II selig gesprochen und am 12. Oktober 2008 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XVI.
In unmittelbarer Nähe des Geburtshauses beginnt ein Besinnungsweg, der den Werdegang und die
Ideologie von Maria Bernarda aufzeigt. Auf diesen rund ein Kilometer langen Weg begleiteten uns Christine von Däniken und Christa Niederöst und machten uns mit den 5 Stationen und deren Symbole
vertraut (1: Entdecke dein Geheimnis – Spirale; 2: Lass dich bewegen und bewege - Kugel; 3: Schöpfe Kraft aus der Natur - Samenkorn; 4: Orientiere dich am Leitstern – Kreuz mit Leitstern; 5: Habe
ein weites Herz - Globus) vertraut. Dadurch wurde klar, dass nicht nur die hl. Maria Bernarda, sondern wir alle als „Leitsterne des Lebens“ einzelne Mitmenschen prägen und begleiten dürfen. Durch
Vertrauen entstehen im täglichen Leben kleinere oder grössere Wunder, an denen wir uns festhalten und insbesondere in schwierigen Zeiten besinnen sollten.
Nach diesem spirituellen Erlebnis durfte auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Die Kaffeepause im Maria Bernarda Heim bot dazu eine gute Gelegenheit. Gestärkt an Leib und Seele ging die Fahrt weiter zu unserem zweiten Ziel: der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Burkard in Beinwil. Vikar Richard Strassmann machte uns mit der einzigartigen Renaissance Krypta, dem Herzstück und Zentrum der Wallfahrtskirche vertraut. Vorne erblickt man den 1752 geweihten Altar, in der Mitte die Grabtumba, die das ursprüngliche Bodengrab des Heiligen ersetzt. Viele beeindruckende Votiv-Tafeln, Bilder, Krücken und sogar Kanonenkugeln aus dem 2. Villmergerkrieg zeugen für die Beliebtheit des Heiligen und für das Vertrauen in seine Fürbitte. Vor dem Wallfahrtsgottesdienst blieb noch genügend Zeit, um auch den St. Burkardsbrunnen neben der Kirche aufzusuchen. Das Wasser ist mystischen Ursprungs und schenkt all jenen Leuten Hoffnung, die mit Krankheiten behaftet sind und das Wasser mit wahrem Vertrauen und mit der Zuversicht auf die grosse Fürbitte des heiligen Burkard gebrauchen.
Mit der Eucharistiefeier in der bereits für den Bettag geschmückten Pfarrkirche, zelebriert von Pfr. Josef Schenker und Vikar Richard Strassmann, der auch das Predigtwort hielt, näherten wir uns dem Höhepunkt unserer Wallfahrt. Hier an diesem Gnadenort sind wir zusammengekommen, um dem dreifaltigen Gott die Ehre zu geben, vor ihm zu singen, ihn zu preisen und ihm zu dienen. Er selber will uns hier stärken, aufmuntern und allen neue Kraft für die Aufgaben im Alltag geben.
Nach dem eindrücklichen Wallfahrtsgottesdienst durfte ein Gruppenfoto vor der Kirche nicht fehlen. Weiter ging es bei prächtigster Abendstimmung über den Lindenberg ins Seetal nach Gelfingen, wo uns im Restaurant Sternen ein feines Nachtessen erwartete.
Gestärkt und erfüllt vom Gemeinschaftserlebnis dieser Wallfahrt führte uns unser Chauffeur Heinz Boog glücklich und zufrieden über Lenzburg - Aarau nach Dulliken zurück.
Für die vielen Eindrücke, spirituellen und kulturellen Erfahrungen, gemeinschaftlichen Erlebnisse und Begegnungen sei allen Helferinnen und Helfern ein herzliches „Vergelt’s Gott“ gesagt.
Josef Schenker