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Gleich zwei Hitzerekorde wurden innerhalb von einer Woche an zwei argentinischen Forschungsstationen gemessen.
Am 9. Februar wurden laut der Nachrichtenagentur AFP an der Nordspitze des Kontinents, genauer auf Seymor Island, Temperaturen von über 20 Grad Celsius gemessen. „Noch nie hat es in der Antarktis eine so hohe Temperatur gegeben“, berichtet der brasilianische Bodenforscher Carlos Schaefer. Er fügt hinzu, dass dieser Wert keinen Rückschluss auf die Erderwärmung gebe, da es sich nur um einen Datenpunkt handle. Die argentinische Forschungsstation Marambio forscht über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Permafrost in der Region.
Schon eine Woche zuvor verzeichnete die argentinische Wetterbehörde den bis dahin wärmsten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auf der ebenfalls argentinischen Wetterstation Esperanza wurde eine Temperatur von 18,3° C gemessen. Die Weltorganisation für Meteorologie geht davon aus, dass dieser hohe Wert zumindest zum Teil mit Föhnwinden zu tun hat.
Das wärmste Jahrzehnt in der Antarktis
Seit 1961 werden an mehreren Forschungsstationen die Temperaturen des Kontinents gemessen. Laut UNO war das vergangene Jahrzehnt das wärmste in den letzten 50 Jahren.
Schon 2015 meldete der Schwedische Wetterdienst (SMHI) zwei Hitzerekorde, ebenfalls durch Föhnwinde ausgelöst. Die damaligen Höchstwerte betrugen an der Marambio Base 17,4° C und an der 100 Kilometer entfernten Esperanza Base 17,5° C. Auch viele andere Stationen erreichten damals einen Wert um die 10 Grad. Die durchschnittliche Monatstemperatur in der Station Esperanza beträgt im Januar 0° C. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt -10° C in den Küstenregionen, sowie -60° C auf den Bergen im Landesinneren.
Das Eisschild schmilzt
Die Antarktis ist eine der Regionen der Erde, die sich am schnellsten aufwärmt. Innerhalb der letzten 50 Jahre wurde es im Schnitt 3° C wärmer. An der Westküste sind 87% der Gletscher verschwunden, besonders stark war der Rückgang in den letzten 12 Jahren. Ein wesentlicher Faktor des Anstiegs des Meeresspiegels ist das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde aufgrund des Anstiegs der Durschnittstemperaturen der Antarktis.
Die Eisdecke des 14 Millionen Quadratkilometer grossen Kontinents (zum Vergleich: Europa hat 10,5 Millionen Quadratkilometer) ist bis zu fünf Kilometer dick und speichert 70% des Süsswassers der Erde. Laut eines Berichts der Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) würde der Meeresspiegel um 60 Meter ansteigen, wenn die gesamte Eismasse schmilzt.
Der wärmste Januar weltweit
Nicht nur in der Antarktis war es besonders warm. Der Januar 2020 war der global wärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen. Es gab teilweise 10° C Unterschied zu den Durchschnittswerten, unter anderem gemessen in Russland und Osteuropa, berichtet Copernicus, das Erdbeobachtungsprogramm der europäischen Union (Europe Union`s Earth Observation Programm). Auch in der Schweiz liess der extrem milde Januar wenig Winterstimmung aufkommen.