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Kurz vor seinem zwanzigsten Geburtstag durchlief Schubert eine depressive Phase, da ihm die Zukunftsperspektiven zu fehlen schienen. Ist das der Grund, warum er seine Vierte Symphonie (zu einem späteren Zeitpunkt) «Tragische Symphonie» nannte? Die c-Moll-Tonart, die Schubert noch nie zuvor für ein Orchesterstück verwendet hatte, ist die von Beethovens 5. Sinfonie und der Coriolan Ouvertüre, die Schubert seit 1809 kannte. Eine Verbindung mit der Idee von «Schicksal» und «heroischer Konfrontation» führte Schubert dazu, den Titel seiner Sinfonie zu wählen, der in der Tat keineswegs tragisch wirkt. Die Instrumentierung unterscheidet sich jedoch von Schuberts früheren Symphonien: In seiner c-Moll-Sinfonie hat der Komponist vier statt zwei Hörner verwendet und damit der Orchestrierung mehr Gewicht verliehen; Diese erweist sich als breiter und intensiver als in früheren Werken. Schuberts 4. Sinfonie scheint ihren Titel in den ersten Takten der Einleitung mit einem feierlichen und dunklen Ton zu rechtfertigen, aber die anfängliche Spannung verschwindet bald im anschliessenden Allegro vivace. Das Andante schafft eine typisch intime und lyrische Schubert’sche Atmosphäre, die bereits die kommenden grossen Schubert-Sinfonien vorwegnimmt. Das robuste Scherzo, das darauf folgt, bezeichnete der Komponist noch als «Menuett». Der letzte Satz kehrt kurz zur dramatischen Eröffnungsstimmung zurück, bevor er das Stück zu einem leidenschaftlichen Ende führt. Diese Sinfonie mag zu Schuberts Lebzeiten von einer Gruppe von Laienmusikern aufgeführt worden sein; ihre öffentliche Uraufführung fand aber erst 1849 statt.