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Behördenchefin Elke König habe Vertreter der EU gewarnt, das Institut müsse womöglich abgewickelt werden, sollte die Suche nach einem Käufer fehlschlagen, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei eine "Frühwarnung" ergangen. Der Schritt verdeutlicht die wachsenden Sorgen um die sechstgrösste spanische Bank, die nach wie vor unter den Folgen des Zusammenbruchs des Immobilienmarkts im Jahre 2008 leidet.
Der SRB, der sich zu dem Thema zunächst nicht äussern wollte, sagte nach der Veröffentlichung des Reuters-Artikels, er könne die "Interpretationen über vermeintliche Äusserungen der SRB-Chefin" nicht bestätigen. Ein Sprecher der Banco Popular erklärte, es werde an verschiedenen Plänen gearbeitet. Dazu zählten eine Fusion, eine Kapitalerhöhung und der Verkauf von Geschäftsteilen. Für den Fall, das es keinen Zusammenschluss gibt, möchte Banco Popular laut der spanischen Online-Zeitung "El Confidencial" bei Investoren vier bis fünf Milliarden Euro einsammeln. Dabei solle sie die Deutsche Bank unterstützen, nachdem ihre bisherige Beraterin, die US-Bank Morgan Stanley, zurückgetreten sei. Alle drei Institute wollten sich zu dem Bericht nicht äussern.
Die Banco Popular steht unter Druck, weil das Geldinstitut deutlich mehr faule Kredite in seinem Bestand hat als andere Banken des Landes. Unlängst musste das Institut nach einer internen Revision weitere Verluste für 2016 buchen. Zuvor hatte die Banco Popular bereits einen Fehlbetrag von 3,5 Milliarden Euro für das vergangene Jahr ausgewiesen.
Eine Retterin aus Spanien?
Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos hat eine staatliche Rettung der Bank ausgeschlossen - fünf Jahre, nachdem das südeuropäische Land heimische Banken mit mehr als 40 Milliarden Euro vor dem Aus gerettet hatte. Die Banco Popular könnte die Frist für die Einreichung von verbindlichen Kaufangeboten, die am 10. Juni ausläuft, nach eigenen Angaben verlängern. Experten halten es für denkbar, dass die grösste spanische Bank Santander oder die vom Staat kontrollierte Bankia das Institut am Ende retten.
SRB-Chefin König verfolgt die Entwicklung bei Banco Popular dem EU-Insider zufolge mit grosser Aufmerksamkeit hinsichtlich eines möglichen Einschreitens. Der Fusionsplan der Bank "fruchte möglicherweise nicht", habe sie gesagt. Es gebe zwar allgemeine Vorbereitungen für ein Einschreiten, aber noch keine konkreten Schritte, betonte ein zweite mit der Situation vertraute Person. Auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Banco Popular überwacht, verfolge die Situation genau, sagte ein anderer Insider. Die EZB äusserte sich dazu nicht. Die Aktien der Banco Popular setzten ihre Talfahrt am Donnerstag fort. Sie brachen um 16 Prozent auf 51 Cent ein.
(Reuters)