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Koffein, Schokolade und Weihnachtsmusik. Damit will eine Verwaltungsbeamtin ihre Stimmenzähler in Marinette bei Laune halten. Seit gestern werden dort wie in den anderen 71 Bezirken Wisconsins die 2,98 Millionen Stimmen neu ausgezählt, die in dem US-Bundesstaat in der Präsidentschaftswahl abgegeben wurden.
Trump gewann Wisconsin mit einem Vorsprung von 22'177 Stimmen, was weniger als einem Prozent entspricht. Die Wahlbehörde im Hauptort Madison hat angekündigt, ab Freitag fortlaufend Zwischenresultate der Neuauszählung bekannt zu geben.
49 Bezirke zählen von Hand aus, 10 von Hand und maschinell und 13 fast ausschliesslich maschinell. Im grössten Bezirk Milwaukee werden Scanner sämtliche 440'247 Stimmzettel neu auszählen. «Ein paar Stimmen könnten die Seite wechseln, aber das Resultat der Wahl wird sich dadurch nicht verändern», sagt Verwaltungsbeamter Joe Czarnezki dem «Milwaukee Journal Sentinel».
Im kleinen Bezirk Clark ist hingegen Handarbeit angesagt. Weil es ebenso so schnell gehe und um die Gemüter der Leute zu beruhigen, so Verwaltungsbeamtin Christina Jensen. Die Grüne Präsidentschaftskandidatin Jill Stein, welche die Neuauszählung in Wisconsin über Spenden finanziert, hatte vor Gericht vergeblich verlangt, dass sämtliche Stimmzettel manuell ausgezählt werden.
In manchen Bezirken haben die Verwaltungen für die kommenden zwei Wochen auf Schichtbetrieb umgestellt, zweimal acht Stunden einschliesslich Wochenenden. In Waukesha erhalten Stimmenzähler 10 Dollar die Stunde, in Milwaukee 15 Dollar und in Calumet 100 Dollar pro Tag. Ein Polizeibeamter, der das Wahllokal in Ashwaubenon für die gesamte Neuauszählung bewacht, kostet 65 Dollar pro Stunde.
Während die Finanzierung für Wisconsin sichergestellt ist, sammelt die Grüne Kandidatin Jill Stein weiterhin Geld für die Neuauszählungen in Pennsylvania und Michigan. Am Freitag Vormittag lag sie bei knapp 6.8 Millionen Dollar. Das Spendenziel beträgt 9.5 Millionen.