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In der Nähe steht eine große, hauptsächlich für Betonprüfungen benutzte Presse für Lasten bis zu 450 t, die von der Nürnberger Maschinenfabrik bezogen ist und im wesentlichen eine Betonpresse, Bauart Martens, darstellt. Um sie auch für andere Versuche nutzbar zu machen, hat man sie mit quadratischen Druckplatten von 50 cm Seitenlänge versehen und für die dicken Stangen, die die Zuglast von 450 t von der oberen Druckplatte auf den unteren Teil der Maschine übertragen, längere Stangen zum Auswechseln beschafft, so daß man Gegenstände bis zu 1 m Höhe zwischen den Platten auf Druck prüfen kann.
Den großen Maschinensaal des Erdgeschosses nimmt zu einem großen Teil die alte Werder Maschine ein, mit deren Aufstellung das Laboratorium einst unter Bauschinger ins Leben getreten war. Diese Maschine muß immer noch als die wichtigste Versuchseinrichtung des Laboratoriums bezeichnet werden. Hat sie auch hinsichtlich der Genauigkeit der Kraftangabe nicht den Erwartungen voll entsprochen, so ist sie doch durch die vielseitige Verwendungsmöglichkeit infolge ihrer zahlreichen Einspannvorrichtungen mehr als jede andere Maschine des Laboratoriums ein wertvolles Hilfsmittel. Die Höchstlast beträgt 100 t, doch wird die Maschine auch für Lasten von 100 kg und noch weniger benutzt, in welchen Fällen jedoch ein Dynamometer zur unmittelbaren Kraftmessung eingeschaltet ist. Sie ist außer zu Zug-, Druck-, Scher-, Biege- und Knickversuchen auch für Verdrehungsversuche verwendbar, wofür eine besondere, sehr kräftig gebaute Einspannvorrichtung vorhanden ist. Für die Zugversuche mit längeren Seilen wurde erst kürzlich eine Einspannvorrichtung beschafft, die das eine Seilende mit Hilfe einer 2,5 m langen Schraubspindel und eines zugehörigen Handrades anzuziehen gestattet, während auf das andere Seilende die von der Maschine ausgeübte Kraft übertragen wird. Hierdurch lassen sich Versuche mit Seilen von einigen Metern Länge, die sonst viel Zeit in Anspruch nehmen, erheblich abkürzen.
Im großen Maschinensaal sind außerdem untergebracht: eine kleine Drahtverdrehungsmaschine, die nach Angaben von Tetmajer von Amsler-Laffon in Schaffhausen gebaut und für die Prüfung von Drahtseilen bestimmt ist. Das größte drehende Moment beträgt 6 mkg. Für Drähte unter 1 mm Dicke besteht eine besonders empfindliche Meßvorrichtung. Auf die Verdrehungsmaschine folgt eine Biegemaschine für Lasten bis zu 5 t, eine Drehpresse für Zementwürfel von 34 t und eine Zerreißmaschine für höchstens 25 t, sämtlich von Amsler-Laffon, Schaffhausen. In der Nähe steht die Eichmaschine, mittels der man Lastzeiger oder Dynamometer bis zu einer Höchstlast von 25 t eichen kann. Schließlich befindet sich im Saal noch ein kleines Fallwerk mit einem 10 kgHammer und selbsttätiger Auffang vorrichtung für die Ausführung von Zähigkeitsversuchen an kleineren Probewürfeln.
deutscher Ingenieure.
In einem anschließenden, kleineren Versuchssaal sind die 3 Dauerversuchsmaschinen des Laboratoriums aufgestellt. Diese sind im Laboratorium nach dem Muster der von Wöhler benutzten Maschinen gebaut. Die Maschine für wiederholte Zugbelastung (bis zu 2,8 t) und für Biegung (bis zu einem Biegungsmoment von etwa 45 mkg) sind seinerzeit schon von Bauschinger hergestellt und bei seinen bekannten Dauerversuchen benutzt worden. Die Maschine für wiederholte Drehung ist im Jahre 1907 im Laboratorium unter Leitung von A. Föppl hergestellt worden.
An die beiden Versuchssäle schließen sich nach dem Hof zu die Werkstatträume, nämlich eine Feinmechaniker- und eine Schlosserwerkstatt an, die mit der erforderlichen Einrichtung versehen sind, um Maschinen, Versuchseinrichtungen und Geräte für den Laboratoriumsbetrieb herzustellen, auszubessern und zu erproben. Größere Guß- und Schmiedestücke läßt man anderweitig anfertigen.
Abb. 16. Querschnitt,
c Katalogzimmer d Lesesaal
f Vorstand' Abb. 15. Erdgeschoß.
h Zeitschriftensaal
als gewaltiger Lichtschacht bis zu dem in der Mitte des Daches angebrachten, nach den Seiten ziemlich stark abfallenden Oberlicht empor, ist aber in mittlerer Höhe des ersten Stockes durch ein angehängtes zweites Glasdach abgedeckt, vergl. Abb. 16. Der Saal, von dem Abb. 17 eine Ansicht gibt, enthält 80 Sitzplätze. Ueber den Büchergestellen aus dunkler Eiche, die um den Saal herumlaufen, befinden sich an den Schmalseiten Galerien, an den Langseiten zwischen den Fenstern Wandgemälde, die verschiedene Zweige der Technik, Wissenschaft und Kunst versinnbildlichen. Wegen der starken Besetzung, die der Lesesaal zeitweise erfährt, mußte außer der Erwärmung auch die Möglichkeit des Luftwechsels vorgesehen werden, wozu ein elektrisch angetriebener Ventilator dient. Die Anlage ermöglicht auch im Hochsommer die Kühlhaltung des Lesesaals. Nach Norden und Westen umgibt den Saal der Bücherspeicher, der sich in das erste Stockwerk hinein fortsetzt. Während sich im Erdgeschoß der Lesesaal und ein Zeitschriftensaal befinden, enthält das erste Stockwerk neben einigen Räumen