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Vorgezogene Rohrinspektionen in Grossbritannien
Die Massnahme betrifft die Reaktoren Hinkley-Point-B-2 und Hunterston-B-2. Finden sich bei der Inspektion mehr und tiefere Risse, als gemäss der Betriebsdauer zu erwarten ist, lässt die BE die schadhaften Rohre sogleich reparieren oder ersetzen. Sie kann daher noch nicht sagen, wie lange die Abschaltungen dauern werden.
Im letzten Sommer hatte die BE bei einer Regelinspektion im Block B-1 des schottischen Kernkraftwerks Hunterston an der Berohrung der vier Dampferzeuger Rissbildung festgestellt, die «stärker als erwartet» war. Die BE führte diese vorzeitige Alterung auf die besonderen Betriebsbedingungen im Block zurück, der seit 1976 in kommerziellem Betrieb steht, und leitete die nötigen Instandhaltungsarbeiten ein. Die Inspektionsabschaltung dauerte dadurch gut einen Monat länger als geplant. Zudem beschloss die BE, am gleich alten und gleich ausgelegten Block B-1 von Hinkley-Point in Südwestengland während der nächsten vorgesehenen Abschaltung Ende September zusätzlich Rohrinspektionen anzusetzen. Diese haben inzwischen zwar ein nicht so starkes Risswachstum wie in Hunterston-B-1 angezeigt, aber doch einen Wert «am oberen Ende» des Erwarteten. In Absprache mit der britischen Sicherheitsbehörde Health and Safety Executive hat die BE daher entschieden, vorgezogene Dampferzeugerinspektionen auch bei den baugleichen, jedoch ein Jahr jüngeren Blöcken Hunterston-B-2 und Hinkley-Point-B-2 einzuleiten.
Folgen des Alterungsphänomens
Bei einer Telefonkonferenz mit Investoren und Journalisten am 16. September bezifferte die BE erste Folgen des unerwartet raschen Risswachstums: Die Inspektionen und Reparaturen in Hunterston-B-1 kosteten rund GBP 10 Mio. (CHF 24 Mio.) und der Produktionsausfall durch die verlängerten Abschaltungen von Hunterston- und Hinkley-Point-B-1 dürfte annähernd 2 Mrd. kWh erreichen. Die entsprechenden Angaben für die beiden B-2-Blöcke konnte die BE noch nicht bestätigen. Doch sie sicherte zu, dass die ungeplanten Abschaltungen die ausreichende Stromversorgung Grossbritanniens im kommenden Winter nicht infrage stellten. Die BE deckt etwa einen Fünftel des britischen Strombedarfs.
Zustand der anderen britischen Kernkraftwerke
Die Kernkraftwerke Hunterston-B und Hinkley-Point-B sind mit je zwei fortgeschrittenen gasgekühlten Reaktoren des nur in Grossbritannien gebauten Typs AGR ausgerüstet. Die Blockleistung liegt bei rund 600 MW. Die zehn weiteren AGR-Einheiten verfügen gegenüber Hunterston und Hinkley-Point über eine verbesserte Auslegung. Indessen sind auch sie nicht vor technischen Problemen gefeit, die nicht die Sicherheit infrage stellen, aber die Verfügbarkeit herabsetzen.
Wie die BE an der Telefon konferenz bestätigte, sind die beiden AGR-Einheiten von Hartlepool gegenwärtig wegen des Ersatzes von Kühlwasserleitungen abgeschaltet. BE hofft, beide noch im November wieder in Betrieb nehmen zu können. Es bestehe indessen ein gewisses Risiko, dass weitere Leitungen zu ersetzen sind und entsprechende Arbeiten auch an den beiden Schwestereinheiten von Heysham-A fällig würden. Diese arbeiten im Übrigen bereits mit reduzierter Leistung, um Temperaturanomalien abzuklären. Ebenfalls mit verringerter Leistung am Netz sind die beiden AGR von Heysham-B, um Arbeiten an Turbinenlagern abzuschliessen.
Im Weiteren rechnet die BE für die beiden AGR-Einheiten von Dungeness-B noch im laufenden Rechnungsjahr, das heisst vor Ende März 2007, mit einer verlängerten Abschaltung, um Änderungen an der Brennstoff-Handhabung vorzunehmen. Problemlos produzieren hingegen die beiden AGR-Einheiten von Torness. Planmässig verläuft auch die laufende Jahresabschaltung des einzigen britischen Druckwasserblocks, Sizewell-B.