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Wenn Sie mal im Amazonasgebiet waren, haben Sie vielleicht schon von den wundersamen Eigenschaften des “Copaiba“ gehört, insbesondere zur Heilung von Entzündungen. Doch wie erklärt die Wissenschaft dies? Welche Eigenschaften hat der Copaiba-Baum? Wie wird das Öl extrahiert? Kann man den Copaiba anpflanzen?
Das „Copaiba-Projekt“, welches von einer Professorin von der Bundesuniversität des Amazonasgebiets (Ufra), koordiniert wird, wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die medizinischen Eigenschaften und die Bewirtschaftung des Copaiba-Baums zu untersuchen, zusätzlich zur Botanik die Phänologie, die chemische und physikalische Analyse des Öls, wirtschaftliche Verwendung und anderes.
„Das Öl-Harz des Copaíba hat bakterizide, entzündungshemmende, antibiotische und wund- und geschwürheilende Eigenschaften, wobei der Tee aus der Rinde auch als entzündungshemmendes Mittel weit verbreitet ist“, sagte die Professorin.
Nach ihrer Ansicht werden die Projektstudien den lokalen Gemeinschaften, den Bergarbeiterfamilien und den Waldbewohnern eine Einkommensalternative bieten, da die auf der Gewinnung von Waldressourcen basierenden Wirtschaftstätigkeiten eine große Marktakzeptanz haben.
„Das aus dem Copaíba-Baum gewonnene Öl-Harz wird in verschiedenen Bereichen wie Pharmazie, Kosmetik, Volksmedizin und anderen Anwendungen eingesetzt“, erklärt die Professorin.
Trotzdem ist die Copaiba-Forschung noch unzureichend und steckt in den Kinderschuhen. „Es besteht ein Informationsdefizit bei der Entscheidungsfindung von Umweltbehörden und Managern hinsichtlich der Durchführbarkeit des Abbaus und auch bei der Entwicklung eines partizipativen Bewirtschaftungsplans, um die Nachhaltigkeit der Aktivitäten langfristig zu gewährleisten“, erklärt sie.
Die Bäume
Copaibas sind einheimische Bäume aus der tropischen Region Lateinamerikas und auch aus Westafrika. Laut dem von der Universität Oxford (GB) herausgegebenen “Index Kewensis“ umfasst die Gattung Copaifera 72 Arten, die zur Familie der Fabaceae gehören und von denen 16 Arten in Brasilien, hauptsächlich in Amazonien und im mittleren Westen vorkommen.
Der Professorin zufolge sind die Arten der Gattung Copaifera L., die am häufigsten in Pará und hauptsächlich im Südosten dieses Bundesstaates vorkommen, folgende: Copaifera duckei Dwyer, Copaifera martii Hayne und Copaifera reticulata Ducke.
„Im Amazonasgebiet weisen die Copaifera-Arten sehr ähnliche Merkmale auf und kommen in Trockenwäldern, auf lehmigen und sandigen Böden und in allen Staaten der Region vor. Alle Copaiba-Arten sind strauch- oder baumförmig und weisen einen zylindrischen Stamm mit kreisförmigen Ringen auf“, erklärt die Professorin.
Sie sagt auch, dass die Blütezeit des Copaibabaums zwischen Oktober und Juli und die Fruchtbildung zwischen Juni und Oktober stattfindet. „Innerhalb dieser Intervalle gibt es je nach Region und Klima Unterschiede, wobei in einigen Regionen keine einjährige Blüte stattfindet.
In den Bundesstaaten Acre und Pará blüht der Copaiba-Baum in der Regenzeit, zwischen Januar und April, und trägt von Mai bis September Früchte“, sagt sie.
Sie erklärt, dass die Blätter nur zur Charakterisierung der Bäume und die Samen nur zur Regeneration des Waldes verwendet werden. Im Stamm der Bäume ist dagegen der größte Reichtum konzentriert.
Kultivierung
Die Professorin stellt fest, dass der Anbau von Copaiba nicht weit verbreitet ist und dass Copaiba-Öl, oder „Öl-Harz“, wie es auch genannt wird, eher in den einheimischen Waldgebieten gewonnen wird. Daher sei ein Managementplan erforderlich.
„Aufgrund der Variabilität der Bäume produzieren viele von ihnen kein Öl-Harz, und es ist notwendig, soziale und ökologische Bewirtschaftungsmechanismen einzuführen, um Umweltverluste aufgrund einer unzureichenden Bewirtschaftung der Bäume zu vermeiden“, sagt sie.
Sie erklärt, dass die Gewinnung durch das Bohren von Löchern in den Stamm erfolgen sollte, damit der Baum nicht mit Äxten gefällt wird und so die Abholzung der Art vermieden wird.
Das von der Pflanze produzierte Öl ist nichts anderes, als ein Produkt zur Entgiftung des Pflanzenorganismus.
„Es dient der Pflanze als Schutz vor Tieren, Pilzen und Bakterien. Nach der Extraktion weist das Öl-Harz eine Farbe auf, die von goldgelb bis dunkelbraun variiert“, sagt sie.
Industrie
Neben ihrer medizinischen Verwendung wird der Copaiba auch in der Parfüm- und Kosmetikindustrie eingesetzt. „Copaiba-Öl ist ein wichtiger Rohstoff, denn es ist ein ausgezeichnetes Fixiermittel und hat erweichende und entspannende Eigenschaften.
Das Öl hat auch viele andere Verwendungsmöglichkeiten, z. B. als ökologisch sauberer Kraftstoff und als Farbstoff-Fixiermittel, was sein hohes wirtschaftliches Potenzial aufgrund seiner großen Marktdiversifizierung und seiner breiten Verwendung unterstreicht“, sagt sie.
Auch ist – dass neben dem Öl – das Holz der Copaiba-Bäume von großem Nutzen für den Markt ist. „Das Holz der Gattung Copaiba hat Eigenschaften von hoher Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Befall durch Xylophagen, die es sehr interessant für den Holzmarkt, im Schiffbau, sowie in der Zimmerei im Allgemeinen macht, weil es zusätzlich zu der hohen Haltbarkeit organoleptische Eigenschaften und einen hohen Handelswert hat“.