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Bereits am Othmarsmarkt war laut Kessler früher der Nikolaus unterwegs, als sogenannter «Bettchlaus». Seinen besonderen Namen erhielt er, weil er am Markttag Kindern heimlich kleine Geschenke in ihre Betten legte.
Im Weiteren waren etwa acht Tage vor dem St. Nikolaustag alljährlich abends das Schellengeklingel vermummter Buben zu hören, die durch die Gassen sprangen.
Verschwundenes Stroh
In der Nacht von dem Nikolaustag, dem 6. Dezember, legten die Wiler Kinder in der Abenddämmerung ein Bündchen Heu auf Fenstersims oder vor die Haustüre. Gemäss der Legende war in dieser Nacht der Nikolaus mit seinem Eselchen unterwegs. Das Futter sollte es veranlassen, in der kalten Winternacht länger ruhig stehenzubleiben, damit der Nikolaus viele Geschenke abladen konnte. «Welcher Jubel herrschte dann am Morgen, wenn das Futter verschwunden ist, das Eselchen es also wirklich gefressen hat», schrieb Kessler in einem 1916 erschienen Aufsatz.
Schutzheiliger der Schulkinder
An verschiedenen Orten wurde der Brauch des Schülerbischofs begangen, so auch in Wil. Der Namensheilige der Wiler Stadtkirche gilt als Schutzpatron der Schulkinder. In Wil waren jeweils rund 200 Kinder in einem Umzug gemeinsam unterwegs. Die Prozession wurde von einem besonders guten Schüler der damaligen Lateinschule angeführt. An der Seite begleiteten ihn zwei Kinder als Diakone. Sie alle trugen schöne Gewänder.
Die Schüler erhielten Nüsse, Birnen und Butterringe. Die Kosten für die Gewänder und das Essen trug jeweils der Vater des Schülerbischofs. Obwohl viele Kinder den Brauch gerne weitergeführt hätten, wurde er 1823 abgeschafft.