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Evi Kratzer gewinnt 1987 als erste Schweizerin ein Weltcuprennen
Vor über 30 Jahren fristete der Langlaufsport in der Schweiz ein Schattendasein. Für die Farbtupfer sorgte die Engadinerin Evi Kratzer.
Sechs Podestplätze haben die Schweizer Langläuferinnen und -langläufer vergangene Saison herausgelaufen. Es sind Erfolge, die sich in etwa im Rahmen der Erwartungshaltung bewegen. Dem Schweizer Langlauf-Team fehlt es im Jahr 2020 wohl an einer Fülle an Spitzenläufern, wie sie die Skandinavier oder die Russen in ihren Reihen wissen. Vereinzelte Top-Resultate sind aber die Regel und keine Ausnahmen.
Ganz anders präsentierte sich die Situation vor etwas mehr als 30 Jahren. Erfolgreiche Athletinnen und Athleten profitierten nicht von professionellen Verbandsstrukturen, wie sie heute vorzufinden sind. Erfolge gründeten immer auf einer grossen Portion Eigeninitiative in der Trainingsplanung. Dem Langlaufsport in der Schweiz fehlte es an einer umfassenden und organisierten Förderung. Entsprechend rar gesät waren internationale Spitzenresultate.
Morgens Sport, nachmittags Bank
So ist in den 1970er- und 1980er-Jahren die Ausgangslage für die junge St. Moritzerin Evi Kratzer. Nach der Matura setzt sie zwar auf den Leistungssport – aber alles auf eigene Initiative. In den Sommermonaten besteht ihr Training aus reinen Bergläufen und Krafttraining. Sie rennt morgens den Corviglia hoch, geht anschliessend in den Kraftraum und legt sich mittags eine Stunde schlafen. Nachmittags steht Arbeiten in der St. Moritzer Filiale der Schweizerischen Bankgesellschaft auf dem Programm.
Kratzer wird durch ihren Ansporn DIE Pionierin unter den Schweizer Langläuferinnen. 1980 in Lake Placid nimmt sie als Erste an Olympischen Spielen teil. Als erste Schweizerin gewinnt sie eine WM-Einzelmedaille. Und als erste Schweizerin gewinnt sie ein Weltcuprennen.
Kratzers Weg zu ihrem ersten und einzigen Weltcupsieg war dabei kein Sprint, sondern vielmehr ein Marathon. Fünfte, Sechste und Siebte wurde die St. Moritzerin im Gesamtweltcup in den Jahren 1985, 1986 und 1987. Längst war Kratzer Teil der Weltelite. Insgesamt 21 Mal lief sie in ihrer Karriere in die Top 10. Doch erst am 10. Januar 1987 im kanadischen Canmore stand die damals 26-Jährige zuoberst auf dem Podest. Im Rennen über 10 Kilometer siegte Kratzer 28 Sekunden vor der Schwedin Annika Dahlmann. Es war ein Triumph historischen Ausmasses, war sie doch die erste Schweizerin, die auf höchster internationaler Stufe siegte. Erst 31 Jahre später, im Dezember 2017, folgte durch die Davoserin Laurien van der Graaff der zweite Weltcupsieg einer Schweizerin.
Knapp an WM-Gold vorbei
Da 1987 in Canmore nicht alle Spitzenläuferinnen am Start waren, mochte Kratzer den Sieg nicht überbewerten. Doch bereits einige Wochen später an der WM im deutschen Oberstdorf bestätigte sie die Leistung mit der Bronzemedaille über fünf Kilometer. Nur 6,8 Sekunden fehlten zur Goldmedaille – eine Medaille, die eigentlich in Reichweite gewesen wäre. Denn bis 900 Meter vor dem Ziel wurde sie mit den schnellsten Zwischenzeiten gemessen. «Ich hatte ein solches Resultat nicht erwartet und war von den besten Zwischenzeiten selber überrascht», sagte sie später. Deshalb sei sie für den ganz grossen Exploit im Kopf nicht bereit gewesen. «Es fehlte der letzte Biss», meinte sie.
Kaum zu schlagen war Kratzer bis zu ihrem Rücktritt 1989 auf nationaler Ebene. Insgesamt 29 Schweizer Meistertitel (inklusive Staffelrennen mit dem SC Alpina St. Moritz) sammelten sich in ihrem Palmarès an.
Heute lebt Evi Mattmann-Kratzer nicht mehr im Engadin, sondern in Minusio im Tessin. Nach ihrer Sportler-Karriere liess sie sich zur medizinischen Masseurin ausbilden. Daneben unterstützte sie ihrem Ehemann Roland, der in Locarno bis 2014 das Hotel «Belvedere» als Direktor führte. Evi Mattmann-Kratzer ist Mutter von drei Kindern.
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Kann mich noch gut erinnern an Frau Evi Kratzer ,da wir 1980 Musik machten im Frühling für den Ski Club St Moritz im Hotel Palace in St Moritz.Damals mit dem Fred Hauser Orchester.Wir Musiker bekamen dann vom Ski Club St Moritz noch Gläser geschenkt mit der Gravur von 1980 .Nochmals besten Dank an den Ski Club.