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Der Welttag des Buches (World Book and Copyright Day) am 23. April ist seit 1995 ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren. Dieses Zitat aus Wikipedia illustriert die Breite der Bedeutung der „Kultur des geschriebenen Wortes“ – darum auch die vier Schlagworte im Titel.
Auch wenn „das Buch“ in der Regel einige eher flächige – quasi zweidimensionale – „Seiten“ zusammengefasst, gebunden und gedeckelt meint, stellt „das Buch“ eine Erscheinungsform der „Kultur des geschriebenen Wortes“ dar. Wie auch „Schreiben“ nicht nur die handschriftliche Niederschrift von Text meint, sondern sich auf den Prozess bezieht, welcher zu einem geschriebenen Text führt, ist das Buch sicher eine grosse, ebenfalls kulturelle Leistung, aber nicht die einzig mögliche Form zur Darstellung des geschriebenen Wortes. Die in der Menschheitsgeschichte zunehmende Verbreitung von Wissen ist ohne das Buch undenkbar (leider trifft dies für die Weisheit, welche aus Wissen schöpft, weit weniger zu, aber das ist ein anderes Thema)). Auch wenn das Buch neben der intellektuellen Herausforderung auch eine reiche haptische Erfahrung bereiten kann, dienen auch das Internet oder elektronische Bücher (eBooks, EPUB) der Pflege der Kultur des geschriebenen Wortes. Dazu ein Detail, der Einfachheit halber zu einem Fachbuch: das geschriebene Wort „Ausgegeizt! Wertvoll ist besser – Das Manufactum-Prinzip“ von Uli Burchardt kostet in Buchform Fr. 35.40, als EPUB Fr. 25.20.
Diese Preisdifferenz ist auch ein Hinweis auf die ökologische Bedeutung des Buches, stellt auch die Frage, ob ein einmal gelesenes Buch in ein Büchergestell abgelegt werden darf, oder ob auch andere LeserInnen die gleichen bedruckten Seiten nochmals lesen sollten. Gehört es zur Kultur des gedruckten Wortes, Bücher in riesigen Gestellen zu sammeln?
Daraus ergibt sich ultimativ die nächste Frage: da sich aus der Anzahl verkaufter Exemplare eines geschriebenen Wortes (egal ob als Buch oder als EPUB) das Einkommen des Autors, der Autorin ableitet: ist das aktuelle Urheberrecht eine zweckmässige Form zur Ezistenzsicherung von AutorInnen? Zur Auflösung dieser rhetorischen Frage meine eindeutige Antwort: NEIN. Die einzig sinnvolle Alternative ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle.
Im Übrigen: im „ewigen Kalender der Feiertage“ folgt auf den Weltbuchtag zwei Tage später am 25. April „Der internationale Tag gegen Lärm“ – sehr passend auf jeden Fall, vereinfacht doch „Ruhe“ sowohl das Schreiben wie das Lesen!