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Ohne Anmeldung gibt es keine Rente
Von Roman Fäh, Pensionierungsexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich
Die AHV ist ein Sozialwerk mit sehr komplexen Regeln. Wer pensioniert wird, sollte die wichtigsten Grundsätze kennen, um beispielsweise sicherzustellen, dass die Rente rechtzeitig ausbezahlt wird.
Viele gehen davon aus, dass sie die AHV-Rente mit Alter 65 (Frauen mit Alter 64) automatisch erhalten. Doch der Bezug der Rente muss angemeldet werden. Die Anmeldung sollte drei bis sechs Monate vor der Pensionierung bei der zuständigen Ausgleichskasse erfolgen, damit schliesslich die erste Rente pünktlich ausbezahlt wird.
Wie hoch die AHV-Rente ausfällt, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Anzahl Beitragsjahre, dem durchschnittlichen Jahreseinkommen zwischen dem 21. und 65. Altersjahr (Frauen: 21. bis 64. Altersjahr) und von Gutschriften für die Kindererziehung oder die Pflege naher Verwandter. Die maximale Altersrente von 2'350 Franken pro Monat erhalten Personen mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen (inklusive Kinder- und Betreuungsgutschriften) von mindestens 84'600 Franken.
Für jedes fehlende Beitragsjahr ab dem 21. Altersjahr wird die Rente anteilsmässig gekürzt. Lücken entstehen zum Beispiel dann, wenn jemand nicht immer in der Schweiz erwerbstätig war oder während der Studienjahre nicht mindestens die minimalen AHV-Beiträge entrichtet hat. Geschuldete AHV-Beiträge lassen sich innerhalb von fünf Jahren nachzahlen.
Ehepaare erhalten weniger als unverheiratete Paare
Die Rente des Ehepartners, der zuerst in Pension geht, wird auf der Basis von dessen durchschnittlichem Jahreseinkommen berechnet. Erst sobald beide Partner pensioniert sind, werden die Erwerbseinkommen und Gutschriften, welche die Ehepartner während der Ehejahre erzielt haben, aufgeteilt und je zur Hälfte jedem Partner gutgeschrieben. Diese Einkommensteilung wird Splitting genannt.
Die Erwerbseinkommen sind zwischen Mann und Frau in der Regel ungleich verteilt. Viele Rentner erhalten deshalb bis zur Pensionierung ihrer Ehefrau die maximale Einzelrente. Rentnerinnen bekommen hingegen bis zur Pensionierung ihres Ehemannes oft nur eine reduzierte oder die minimale Rente. Sobald beide Ehepartner pensioniert sind, erhalten sie zusammen höchstens 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende - also höchstens 3'525 Franken pro Monat. Übersteigt die Summe der beiden Einzelrenten diesen Maximalbetrag, werden die Renten anteilsmässig gekürzt. Unverheiratete Paare hingegen können gemeinsam bis zu 4'700 Franken erhalten, wenn beide Partner Anrecht auf die maximale Einzelrente haben.
Den hinterbliebenen Ehepartner finanziell absichern
Eine wichtige Frage für Verheiratete ist, wie viel Rente dem überlebenden Ehepartner bleibt, wenn der andere stirbt. Witwen und Witwer bekommen maximal 2'350 Franken. Zusammen mit der Kürzung der Pensionskassenrente auf meist 60 Prozent der bisherigen Rente des verstorbenen Ehepartners schrumpft das Einkommen des überlebenden Partners so stark, dass er sich finanziell oft erheblich einschränken muss. Das lässt sich in vielen Fällen verhindern, wenn sich die Ehepartner in einem Ehe und Erbvertrag und/oder Testament so weit wie möglich begünstigen.
Vorbezug und Aufschub
Ein Vorbezug der AHV-Rente ist nur ein ganzes Jahr oder zwei ganze Jahre vor dem Datum der ordentlichen Pensionierung möglich und führt zu einer lebenslänglichen Rentenkürzung um bis zu 13,6 Prozent. Wer hingegen den Bezug der Rente aufschieben möchte, muss seine AHV-Ausgleichskasse spätestens ein Jahr nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters informieren. Ein Rentenaufschub ist um maximal fünf Jahre möglich. Die Rente erhöht sich dadurch lebenslang, je nach Dauer des Aufschubs um bis zu 31,5 Prozent.
Viele Frühpensionierte wissen nicht, dass sie weiterhin AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige zahlen müssen, bis sie ihr ordentliches Rentenalter erreichen. Die Höhe der Beiträge hängt vom Vermögen und Renteneinkommen ab. Sie betragen mindestens 478 Franken und höchstens 23'900 Franken pro Jahr. Wenn einer der beiden Partner ein Teilzeitpensum beibehält, kann er unter Umständen seine eigenen AHV-Beiträge senken und seinen Partner von der Beitragspflicht entbinden. Die Beitragspflicht entfällt nämlich, wenn der Ehepartner als erwerbstätig im Sinne der AHV gilt und mindestens 956 Franken pro Jahr in die AHV einzahlt.
Es empfiehlt sich für alle angehenden Pensionierten, die Altersrente von der AHV im Voraus berechnen zu lassen. So kann man Unstimmigkeiten frühzeitig auf den Grund gehen. Für Personen ab Alter 40 ist eine Vorausabrechnung alle fünf Jahre kostenlos.