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Bei der ersten Jahreshauptversammlung des Ölriesen BP seit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor einem Jahr haben etwa hundert Fischer aus den USA und britische Arbeiter ihrer Wut über den Konzern Luft gemacht.
Sie demonstrierten am Donnerstag in London unter einem Banner mit der Aufschrift "Schande über BP". Beteiligt waren insbesondere Fischer aus den Bundesstaaten Louisiana und Texas.
Byron Encalade, Vorsitzender der Vereinigung der Austernfischer von Louisiana, sagte, er sei eigens über den Atlantik gereist, um seinen Ärger über die Verzögerung der Entschädigungszahlungen kundzutun. Wissenschaftlern zufolge werde es zehn Jahre dauern, bis sich die Austernkulturen von den Schäden erholt hätten. "Wir sind ruiniert".
Die Texanerin Diana Wilson protestierte mit ölverschmiertem Gesicht. "Wir haben fünf Generationen gearbeitet - und alles, was wir geerntet haben, ist der Tod unserer Gemeinschaft", sagte sie und fügte hinzu: "Ich bin sauer". Obwohl sie BP-Aktionärin sei, sei ihr den Zutritt zur Hauptversammlung verwehrt worden.
Auch die anderen Demonstranten versuchten vergeblich, in das Gebäude hereinzukommen. Britische Arbeiter protestierten ausserdem gegen die Beschäftigungspolitik von BP.
130'000 Personen klagen
Die Ölplattform "Deepwater Horizon" war am 20. April explodiert. Bei der Katastrophe kamen elf Menschen ums Leben. Millionen Liter Erdöl flossen ins Meer, hunderte Kilometer Strände und Feuchtgebiete an den Küsten wurden kontaminiert.
Es war die grösste Ölpest in der Geschichte der USA. Mehr als 130'000 Menschen verklagten den Konzern auf Entschädigung. BP hat nach eigenen Angaben 20 Milliarden Dollar für Entschädigungszahlungen zur Seite gelegt.
SDA-ATS