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Homöopathische Therapie
Der Schwerpunkt einer homöopathischen Therapie liegt dann bei den Verhaltensauf-fälligkeiten im Rahmen von Demenzen, Verhaltensauffälligkeiten im lokomotorischen (Herumirren, Flucht etc.), verbalen (Fluchen, Obszönität, Bockigkeit, verbale Stereotypien), affektiven (Panikattacken, Indifferenz) oder mentalen Bereich (Konfabulation, Delirium, Halluzinationen).
Die senile Demenz ist ein Gebiet, auf dem der homöopathische Komplementär-Therapeut in der Regel sämtlicher naturheilkundlichen Hilfstruppen bedarf, um eine für den Patienten und seine Angehörigen deutlich sichtbare Veränderung zu erreichen.
Bei dem Wort „Demenz“ handelt es sich um ein lateinisches Wort, das aus zwei Bedeutungen besteht: "Mens" ist der Verstand und "De" steht für abnehmend, schwindend. Diese beiden Bedeutungen zusammengesetzt ergeben dann „schwindender Verstand“.
Aus medizinischer Sicht umschreibt der Begriff ein Defizit beziehungsweise Nachlassen von kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Dieses Nachlassen führt dann zu einer Einschränkung von beruflichen und sozialen Funktionen.
Basis für diese Entwicklung bilden pathologische Veränderungen im Gehirn. Besonders betroffen sind Areale, die für das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, Sprache und Motorik verantwortlich sind.
Es gibt auch Formen, die die Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen beeinflussen. Die Demenz führt langfristig zu einer Art „Minderbegabung“, die sich jedoch von einer klassischen Minderbegabung insofern unterscheidet, als hier bereits erworbene Denkfähigkeiten wieder verloren gehen.
Die Definition der Demenz laut ICD 10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) beschreibt die Erkrankung als ein Syndrom als Folge einer fortschreitenden und /oder chronischen Erkrankung des Gehirns, die ihren Ausdruck findet in Störungen höherer kortikaler Funktionen, wie zum Beispiel Gedächtnis, Orientierung, Denken, Rechnen, Auffassung, Sprache und Sprechen, Lernfähigkeit und Entscheidungsvermögen. Dabei kommt es nicht zu einer Trübung des Bewusstseins.
Die Sinnesorgane und Wahrnehmung sind bei den Betroffenen ebenfalls nicht beeinträchtigt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden häufig von Veränderungen der Kontrolle von Emotionen, der Affektlage, des sozialen Verhaltens und Motivation begleitet.
Laut ICD müssen die krankheitstypischen Symptome mindestens für die Dauer von 6 Monaten vorhanden sein, um diagnostisch relevant zu sein.
Die Definition der Demenz im DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) spricht ebenfalls von kognitiven Defiziten, die berufliche und soziale Fähigkeiten beeinträchtigen. Diese Verschlechterungen sind ebenfalls nicht die Folge einer schnell einsetzenden Bewusstseinsstörung oder eines Delirs, sondern ein langsamer, chronischer Entwicklungsprozess.
Die DSM-IV-Definition ergänzt die ICD 10 um folgende Punkte:
• Aphasie – Sprachstörungen
• Apraxie – reduziertes Vermögen für motorische Aktivitäten
• Agnosie – Unfähigkeit der Erkennung beziehungsweise Wiedererkennung von Gegenständen
• Dysexekutives Syndrom – Beeinträchtigungen beim Planen, Organisieren, Erkennen und Ausführen einer Reihenfolge.
Risikofaktoren
Der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz ist nicht medizinisch oder sonst wie beeinflussbar: Ein hohes Alter.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Dies, so wird vermutet, ist Resultat der etwas höheren Lebenserwartungen von Frauen im Vergleich zu Männern. Ein weiterer Risikofaktor stellen Depressionen dar. Sie können vor der eigentlichen Demenz auftreten beziehungsweise treten zeitgleich mit dem Einsetzen der Demenz auf.
Andere Risikofaktoren sind Hypertonie (Bluthochdruck), hohe Homocysteinspiegel, Adipositas und Diabetes. Bei den letztgenannten Risikofaktoren spielen vornehmlich physiologische Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel defekte im Gefässsystem, ein beeinträchtigter Insulin-Metabolismus und Defekte im Glukosetransportmechanismus im Gehirn.
Demzufolge ist es sinnvoll, eine einschlägige Prophylaxe an diesen Risikofaktoren auszurichten. Zur Senkung der physiologischen Risikofaktoren würden zum Beispiel körperliche Aktivitäten, soziales Engagement, gesunde Ernährung, Kontrolle des Körpergewichts und eine rechtzeitige Behandlung von Depressionen, falls vorhanden, beitragen. Inzwischen gibt es auch Veröffentlichungen, die nicht nur zeigen, dass das Rauchen krebserzeugend und anderweitig gesundheitsgefährdend ist.
Diese Veröffentlichungen zeigen zudem, dass das Rauchen auch ein ernstzunehmender Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz anzusehen ist (Life style interventions to reduce the risk of dementia, Is dementia preventable?, Cardiovascular risk factors and dementia mortality: 40 years of follow-up in the Seven Countries Study.)
Eine japanische Studie aus dem Jahr 2012 ging sogar so weit, einen Zusammenhang zwischen Zahngesundheit und Demenz aufzustellen (Association between self-reported dental health status and onset of dementia: a 4-year prospective cohort study of older Japanese adults from the Aichi Gerontological Evaluation Study (AGES) Project.)
Resultat: Eine fast 2-mal höhere Demenzneigung beim Fehlen von 13 und mehr Zähnen und einem gleichzeitigen Fehlen eines festen Zahnersatzes an den betroffenen Stellen. In dieser Studie erkrankten 220 von 4425 Patienten an Demenz. Ob hier wirklich kausale Zusammenhänge vorliegen, lässt sich nur schwer beurteilen.
Andererseits wäre es denkbar, dass Amalgamfüllungen in den Zähnen über Jahrzehnte hinaus ausreichend viel Quecksilber freisetzen, welches sich über die Blutbahn seinen Weg ins Gehirn bahnt und dort die notwendigen Schädigungen hervorruft, die dann in einer Demenz enden.
Von daher wäre für mich die Untersuchung solcher Zusammenhänge viel „aufregender“ als nach Zahnlücken zu forschen und die dann in Zusammenhang zubringen mit Demenz oder dem Wetter von morgen.
Demenz ist Demenz? Eine Einteilung
Wer von Demenz redet, der meint oft Alzheimer. Aber kann man Alzheimer und Demenz synonym gebrauchen? Handelt es ich um die gleiche Erkrankung oder gibt es doch Unterschiede zwischen den beiden Begriffen?
Es existieren im Wesentlichen zwei Einteilungen von Demenzerkrankungen. Die eine kommt von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und die andere von der weiter oben bereits erwähnten ICD 10. Hier nur kurz umreißend die beiden Einteilungen:
Vaskuläre Demenz - Sie entsteht durch:
Degenerative Demenz - Sie entsteht durch:
Sekundäre Demenz bei Krankheiten, die in anderen Rubriken klassifiziert worden sind, wie:
Pick-Krankheit, Creutzfeld-Jakob-Krankheit, Chorea Huntington, primäres Parkinson-Syndrom, HIV-Krankheit, Epilepsie, erworbene Hypothyreose, Multiple Sklerose, Neurosyphilis, Niacin-Mangel (Pellagra), systemischer Lupus erythematodes, Vitamin B12-Mangel und so weiter.
In der amerikanischen Literatur wird eine Unterscheidung zwischen kortikaler und subkortikaler Demenz gemacht. Typisches Beispiel für kortikale Demenzen ist hier die Alzheimer-Krankheit. Subkortikale Demenzen umfassen Parkinson-Syndrom, Morbus Wilson, Chorea Huntington und so weiter.
Wenn wir also von „Demenz“ reden, dann ist nicht notwendigerweise die Alzheimer-Krankheit gemeint. Oder: Alzheimer und Demenz sind nicht synonym zu gebrauchen. Etwas salopp lässt sich sagen, dass Alzheimer eine Demenzerkrankung ist, eine Demenzerkrankung nicht notwendigerweise Alzheimer zu sein hat.
Wenn man sich die Verteilung beziehungsweise Häufigkeit der verschiedenen Demenzformen genauer betrachtet, dann kann man besser verstehen, warum Alzheimer und Demenz in einem Atemzug genannt werden. Denn die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Krankheit mit rund 60 Prozent aller Demenzerkrankungen. Sie wird gefolgt von der vaskulären Demenz mit etwa 20 Prozent und dann von Mischformen von beiden mit 15 Prozent.
Bei den sekundäre Demenzen, wie oben erläutert unter den Definitionen seitens der ICD 10, sind die Lewy-Körperchen-Erkrankung und Parkinson-Syndrom mit 10 bis 20 Prozent am häufigsten anzutreffen. Die frontotemporale Demenz und andere Formen sind mit 10 bis 15 Prozent die am seltensten auftretenden Formen.
Diese Zahlen sind allerdings nur als Schätzungen zu betrachten. Denn die korrekte Zuordnung ist häufig nicht oder kaum machbar, da sehr häufig Mischformen auftreten, die eine exakte Diagnose erschweren.
Alzheimer
Mehr als 60 Prozent der Dementen leiden unter Alzheimer, daher die Versuchung vielerorts, Alzheimer und Demenz gleichzusetzen. Wenn es aber keine Gleichsetzung gibt, wodurch unterscheiden sich die beiden voneinander?
Wie bereits erwähnt ist die Demenz der Oberbegriff, unter den die verschiedenen Formen von Demenz fallen. Was letztlich durcheinander gewirbelt wird, das ist die Altersdemenz und Alzheimer, die viele Gemeinsamkeiten haben, aber auch die für sie typischen Unterschiede.
Ein an Altersdemenz leidender Patient wird vergesslich und kann gleichzeitig auch körperlich signifikant abbauen. Durch die Einschränkung seiner kognitiven Fähigkeiten verengt sich sein wahrnehmbares Umfeld mehr und mehr. Der Weg durchs Leben zieht immer kleinere Kreise. Aber dennoch kann ein solcher Mensch noch lange mit alltäglichen Dingen gut umgehen, die er seit frühster Jugend gelernt hat. Zum Beispiel wird er wissen, wozu und wie man Toilettenpapier benutzt, dass die Suppe kein Nachtisch ist und so weiter.
Ein Alzheimer-Patient kann dagegen deutlich jünger sein. Alte Erfahrungen und Erinnerungen kann er zunehmend nicht mehr richtig einordnen. Sie sind mit im Sturm herumwirbelnden Blättern vergleichbar. Seine Stimmungen, Bedürfnisse und Emotionen folgen oft diesem Beispiel. Das Erinnerungsvermögen funktioniert oft erstaunlich gut. Jedoch ist der Patient nicht mehr in der Lage, diese Erinnerungen richtig einzuordnen. Deshalb kommen die skurrilsten Aktionen zustande, wenn zum Beispiel Kochtöpfe im Wäscheschrank auftauchen oder andere Dinge an den unsinnigsten Stellen landen. Körperlich dagegen ist der Patient oft noch fit.
Für Pfleger, Angehörige und andere, die die Betreuung des Patienten aufnehmen, ist die Pflege eines solchen Patienten mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Die Symptomatik entwickelt sich in Schüben. In Zeiten mit „Aussetzern“ treten dann besonders stark viele nicht nachvollziehbare Aktionen auf, die teilweise auch dramatisch werden können.
Therapie
Demenz ist nicht heilbar, so die schulmedizinische Wissenschaft.
Machbar dagegen ist eine Herauszögerung des Entwicklungsprozesses der Erkrankung. Diese „Pi-mal-Daumen“ Regel gilt für alle Formen der Demenz.
Die Autoren betrachten die chronische neuronale Entzündung als Ursache und Konsequenz für einen chronisch verlaufenden oxidativen Stress im Gehirn. Die Interaktionen zwischen oxidativem Stress und Entzündungen führt dann zu den (beliebten) Plaques, die dann zur Bildung der neurofibrillären Tangles führt. Dieser Komplex ist dann letztlich verantwortlich für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit. Der Boden jedoch, auf dem diese Erkrankung wächst, ist laut Aussage der Autoren, nicht primär bei den Plaques zu suchen, sondern in den vaskulären und mitochondrialen Störungen, die vor allem für Entzündungen und freie Radikale verantwortlich sind.
Diese Arbeit ist neu und steht stellvertretend für andere Arbeiten, die zu ähnlichen Ergebnissen kamen. Dementsprechend müsste dann auch eine Therapie und vor allem Prophylaxe aussehen:
• Verhinderung und/oder Behandlung von Entzündungen (entzündungshemmende Stoffe)
• Verhinderung und/oder Neutralisierung von freien Radikalen (Antioxidantien)
• Vermeidung von Glutamat, Schwermetallen und negativen Umweltfaktoren
Homöopathische Therapie
Der Schwerpunkt einer homöopathischen Therapie liegt dann bei den Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen von Demenzen, Verhaltensauffälligkeiten im lokomotorischen (Herumirren, Flucht etc.), verbalen (Fluchen, Obszönität, Bockigkeit, verbale Stereotypien), affektiven (Panikattacken, Indifferenz) oder mentalen Bereich (Konfabulation, Delirium, Halluzinationen).
Die senile Demenz ist ein Gebiet, auf dem der homöopathische Komplementär-Therapeut in der Regel sämtlicher naturheilkundlichen Hilfstruppen bedarf, um eine für den Patienten und seine Angehörigen deutlich sichtbare Veränderung zu erreichen.