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Das Landvogteischloss ist ein kleines Schloss in der Stadt Baden im Schweizer Kanton Aargau. Es befindet sich am rechten Ufer der Limmat gegenüber der Altstadt und bewachte einst die Engstelle zwischen dem Schlossberg im Westen (mit der Burg Stein) und der Lägern im Osten. Bis 1798 war es die Residenz des Landvogts der Grafschaft Baden, heute beherbergt es das Historische Museum und das Archiv der Stadt Baden.
Herrschaft der Eidgenossen
Sigismund erklärte Baden zur Freien Reichsstadt, doch war dieser Status bereits nach wenigen Wochen rein fiktiv, da der König die Reichspfandschaft über den östlichen Aargau an Zürich verkaufte. Im Dezember 1415 nahm Zürich die übrigen beteiligten Orte in die Reichspfandschaft mit auf. Dadurch übernahmen die Eidgenossen de facto die Landesherrschaft. Baden und die nähere Umgebung wurden als Grafschaft Baden zu einer Gemeinen Herrschaft, einem gemeinsam verwalteten Untertanengebiet der Acht Alten Orte (Wappen auf dem Bild). Jeder Ort stellte im Zweijahresrhythmus einen Landvogt, der im Landvogteischloss residierte.
Schon zu habsburgischer Zeit war Baden wegen der Bäder und der damit verbundenen Zerstreuungen ein beliebter Verhandlungsort gewesen. Die Eidgenossen setzten diese Tradition fort. Die Verwaltung der gemeinsam eroberten Gebiete machte häufigere Absprachen nötig. Deshalb trafen sich die Abgesandten ab 1416 im Badener Rathaus zu Tagsatzungen. Diese fanden auch in anderen Städten statt, doch die wichtigsten Geschäfte wurden in Baden verhandelt. Dazu gehörten die Abnahme der Jahresrechnungen aller Gemeinen Herrschaften, aber auch Entscheidungen über Krieg, Frieden und Bündnisse. Wichtige Verträge, die hier ausgehandelt wurden, sind der Badener Vertrag von 1585 und die Defensionale von 1668.