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Doping – immer wieder hört man im Radsport dieses Wort. Es scheint untrennbar mit dem Radsport verbunden.
Seit Beginn der ersten sportlichen Radrennen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nehmen die Radfahrer leistungssteigernde Substanzen zu sich. Damals schon geschah das Doping oftmals mit einnahme von Medikamenten, in den 20er Jahren wurden erste Rufe nach Verboten gewisser Stoffe laut.
Es dauerte aber bis 1966 bis der Radsportweltverband UCI handelte und ein Anti-Doping-Reglement entwarf (Man sieht, die UCI hatte es damals schon nicht eilig zu handeln). Da Begann das Katz und Maus Spiel. Es wurden immer wieder neue Verfahren und Methoden entwickelt um die Dopingkontrolle zu überlisten.
1967 gab es bei der Tour de France auch gleich den ersten Doping-Toten welcher unter Einfluss von Alkohol und Amphetaminen starb.
In den 70er und 80er Jahren wurden reihenweise Spitzenradfahrer Positiv getestet, da man meistens nur für das aktuelle Rennen gesperrt wurde war dies nicht weiter schlimm. Die Öffentlichkeit störte dies auch nicht gross, es war normal und einfach eine Nebenerscheinung. So wurde z.B. Eddy Merckx welcher je fünfmal die Tour und den Giro gewann mehrmals positiv getestet, und auch der „Meister“ Fausto Coppi gab nach Beendigung seiner Karriere den Dopingmissbrauch offen zu.
In den 90er Jahren kamen neue Stoffe wie EPO auf den Markt. Dies war für viele Radfahrer ein Goldsegen – vorrallem weil damals die Dopingbehörden immer zwei Schritte zurück lag. Die Öffentlichkeit aber merkte in dieser Zeit, dass Doping nicht einfach eine Nebenerscheinung ist und dass diese Jungs harte Drogen zu sich nehmen.
Ende der 90er hatte die Anti-Dopingbehörden aber aufgeholt und mit dem Festina-Skandal wurde bekannt, dass Teams gleich reihenweise alle Fahrer „durchdopten“. (Festina dopte seine Fahrer flächendeckend ohne dass ein Fahrer in der Kontrolle hängen blieb)
Bis heute ist es immer noch ein Katz und Maus Spiel, in jünster Zeit machten Namen von Dopingsündern wie Alexander Winokurow, Floyd Landis, Bernhard Kohl,Stefan Schumacher oder der eben für 2 Jahre gesperrte Alejandro Valverde die Runde. Diese Leute sind der Beweis, dass es im Radsport bis heute „Normal“ ist sich zu Dopen. Viele Fahrer Sonnen sich heute einfach in der Unschuldsvermutung. Unter den Fahrer herrscht auch eine extreme loyalität. Als 2006 Floyd Landis der Tour de France Sieg wegen Doping aberkannt wurde, sagte der neue Sieger Óscar Pereiro, ihm sei lieber, wenn sich die Affäre um Floyd Landis nicht ereignet hätte. Dank der Verbundenheit im Radsport wird auch kein Fahrer einen anderen Verraten.
Im Frühjahr 2010 wurde der BMC-Fahrer Thomas Frei positiv auf EPO getestet, er gab dies auch gleich offen und ehrlich zu und verlangte nicht einmal die Öffnung der B-Probe. Zitat TagesAnzeiger:
Der Athlet hatte an diesem 20. März, am Abend vor der positiven Probe, sich erstmals nach drei Monaten wieder eine Mikrodosis Epo gespritzt, welche bei genügend
Flüssigkeitsaufnahme laut Frei am anderen Morgen keine auffälligen Urinwerte geliefert hätte. Nur vernachlässigte er eben den nötigen Liter Wasser.
Und als der Dopingkontrolleur morgens um 6 Uhr an der Türe klingelte, war er zu wenig abgebrüht, um vor der Kontrolle den Urin mit zusätzlichem Wasser zu verdünnen.
«Ansonsten würde ich mich jetzt auf den Giro d’Italia vorbereiten», so Frei lakonisch.
Zugleich sei er jedoch auch froh, durch die positive Probe endlich aus dem Teufelskreis ausgebrochen zu sein, in dem er sich seit rund einem Jahr befunden hatte.
Für diese Ehrlichkeit gebührt im grosser Respekt (schade nur, dass er die Mittäter wie z.B. Ärzte trotzdem schützt um so Nachwuchssportler vor dem gleichen Schicksal zu bewahren)
Aber dieses Verhalten ist untypisch für einen Radfahrer, denn fast jeder Radfahrer bestreitet Dopingvorwürfe vehemmt , Lance Armstrong geht sogar gerichtlich gegen solche Vorwürfe und Anschuldigungen vor.
Als vor ein paar Wochen Fabian Cancellara verdächtigt wurde, mit einem Motor in seinem Fahrrad zu betrügen, belächelten wir wie viele Radsportfans diese Vorwürfe und dachten uns nichts dabei.
Aber, sind wir da nicht wieder zu fest Radsportfan und schauen bewusst weg. Eventuell sollte man mal ein wenig genauer hinsehen. dies hat ein italienischer Radsportfan getan und folgendes Video auf Youtube veröffentlicht:
Das Video zeigt am Anfang einen Ausschnitt aus einer RAI TV-Sendung. Zwei Moderatoren stellen ein Fahrrad mit einem Motor vor, einer sagt damit würde er sogar als 50 jähriger eine Giro Etappe gewinnen. Danach wird gezeigt wie der Motor funktioniert und wie er eingebaut wird.
Im letzten Teil des Videos sieht man 2 Szenen von Fabian Cancellara. Beide Szenen sind diesen Frühling entstanden, einmal Paris-Roubaix und die andere ist aus der Flandern-Rundfahrt – beide Rennen gewann er klar.
Das Video je in einer Englischen und einer italienischen Version Online. Gesamthaft wurden diese beiden Videos in den letzten vier Tagen seit welchen Sie Online sind, 900’000 mal angeschaut.
Fabian Cancellara sagte dazu gemäss ouest-france.fr:
Es ist dermassen verrückt, dass mir die Worte fehlen, Ich habe keine Lust, mich weiter zu diesem Thema zu äussern und meine Zeit mit einer solch idiotischen Geschichte zu verschwenden. Das ist eine traurige und wirklich skandalöse Geschichte. Meine Erfolge sind die Früchte harter Arbeit.
Vileicht hat er Recht, und es ist einfach absurd. Aber wiso reagiert er so wie es jeder Radfahrer bei Dopingvorwürfen tut, warum hat er kein Argument dagegen. Ich denke, selbst wenn er „unschuldig“ ist, wäre es jetzt an der Zeit sich einen guten PR-Berater anzuschaffen ;-)
Neben den im Video erwähnten Auffälligkeiten ist uns noch folgendes Aufgefallen:
Bei Paris-Roubaix zieht er fast schon unmenschlich davon, ist er wirklich der einzige Fahrer im Feld mit einer solchen Power?
In der Flandern-Rundfahrt ist die gleichmässige Trittfrequenz sehr verdächtig, in diesem steilen und kurvigem Teilstück mag der Konkurrent Tom Boonen fast nicht mehr in die Pedale treten, aber Cancellara hat kein bisschen Mühe und kann schön gleichmässig ohne die kleinste Störung durch- und davonziehen. Bei beiden Rennen wechselte er kurz vor dem Ziel (wegen Defekt) das Fahrrad, im Radsport wird nur das Fahrrad mit welchem der Atleht ins Ziel fährt kontrolliert.
Wie es wirklich war, werden wir wohl nie erfahren, Fakt ist: Fabian Cancellara hat auf einen Schlag zwei der bedeutesten Radsportrennen gewonnen und ist somit in die Geschichte eingegangen (Diese „neue und mögliche Art“ des Material-Dopings wird sich sicher niemals durchsetzen, zum richtigen Zeitpunkt, einmalig Eingesetzt, könnte es aber sicherlich Wunder bewirken).
Wir glauben aber noch immer an das Gute :-) und so freuen wir uns auf weitere Grosse Erfolge von Fabian – denn die Power steckt ja (angeblich) in Ihm und nicht im Velo.
Vor 2 Jahren wurde Fabian Cancellara bereits schon einmal mit Dopingvorwürfen konfrontiert, interessant sind die letzten 30 sekunden in folgendem Video.
10vor10 Video SF DRS
Und jetzt noch ein wenig Drogenaufklärung für alle Junior-Radfahrer:
Als Droge gilt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO jeder Wirkstoff, der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag.
Bei denn Genussmittel ist es so: Es gibt weiche Drogen (Nikotin, Alkohol) und harte Drogen (Kokain, Heroin)
Wir alle haben schon einmal geraucht oder ein Bier getrunken, das ist (im Mass) nicht weiter schlimm – unser Körper kann diese Substanzen gut verdauen und mehr oder wenig damit umgehen (Dies ist aber keine verharmlosung solcher Substanzen!). Bei den harten Drogen sieht es ein wenig anders aus, diese machen den Körper schnell kapput und wirken schnell zerstörerisch.
Es ist für jeden Menschen undenkbar, dass er sich selber die Spritze setzt und sich einen Schuss Heroin gibt – dennoch verfallen diesen Stoff immer wieder sehr viele Menschen.
Bei leistungssteirenden Substanzen ist es so: Es gibt weiche „Drogen“ (Energieriegel oder Gel, isotonische Getränke) und harte „Drogen“ (EPO, Medikamente, Blutdoping)
Es ist OK sich ein Energiegel reinzuziehen, aber sich die Spritze zu setzten oder Blutabzuzapfen (oder auf sonstige Art, diese Stoffe zu verwenden) ist eine andere Liga – falls DU, lieber Junior Sportler vor der Frage stehst, ob Du solche Mittel verwenden sollst – so denke an den Drogensüchtigen Junkie welcher in der Gosse liegt , denn sowas kann niemals gut enden. also , wollt Ihr wirklich zu Drogensüchtigen Spitzensportler werden? NEIN!