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(spr. änggl'ssih), brit.
Insel im
IrischenMeer, an der
Nordküste des
FürstentumsWales, von dem sie durch die
Menaistraße (s. d.) getrennt wird, bildet eine besondere
Grafschaft und umfaßt 783 qkm (14,2 QM.)
mit (1881) 51,416 Einw. Die
Insel hat einen lehmigen und sehr ergiebigen Sandboden und ist fast völlig flach. In der Mitte
zieht von O. nach W. eine Hügelreihe mit dem Parysberg (140 m), dessen früher sehr reiche Kupfergruben immer noch wichtig
sind.
Erst als unter den Nachfolgern desselben sich zeigte, wie eng die politische mit der religiösen
Freiheit verbunden sei, wurde
im
Kampf mit politischer
Willkür der englische Volksgeist eng an den
Protestantismus gekettet. Vorbereitet war zwar auch hier
dieReformation, teils durch Wiclef und die Lollarden, teils durch die Humanisten. Gleichwohl mußte jede
reformatorische
Bewegung so lange vergeblich bleiben, als nicht die politische
Gewalt des
Staats sich mit ihr verbunden hatte.
Heinrich VIII., der das
Band
[* 17] mit
Rom zerriß, war seiner ganzen Denkweise nach der römischen Lehrauffassung völlig zugethan,
wie er denn nicht
allein die protestantisch Gesinnten in seinem Land verfolgt, sondern auch durch eine
Streitschrift gegen
Luther sich den Ehrentitel eines Beschützers des
Glaubens erworben hatte. Erst als der
Papst seine
Ehe mit
Katharina von
Aragonien nicht auflösen wollte, ließ der König vom
Parlament die bisherigen
Rechte desPapstes
vernichten und schloß 1532 ohne päpstliche
Dispensation seine
Ehe mit
AnnaBoleyn.
Die Bischöfe, die meisten Dekane und viele der andern Würdenträger werden von der Krone ernannt. Die
Bischöfe beziehen einen Gehalt von 2000-15,000 Pfd. Sterl. jährlich, die Dekane durchschnittlich 715 (350-1250) Pfd. Sterl.
Die Pfarreien (benefices, livings) werden von Patronatsherren besetzt. Dieses Besetzungsrecht (advowson) wird in den meisten
Fällen von Privatpersonen ausgeübt, doch wird der Kandidat nur dann vom Bischof in sein Amt eingeführt, wenn
er die nötige Qualifikation besitzt.
Die Pfründner (incumbents) sind entweder rectors, wenn sie im Vollgenuß des Zehnten und des Ertrags des Pfarrlandes (glebe)
stehen, Vicars, wenn sie nur den »kleinen« Zehnten beziehen, oder perpetual curates, die in dotierten Filialkirchen den Dienst
versehen. In größern Gemeinden wird der Pfarrherr durch Hilfsgeistliche (stipendiary curates) unterstützt.
Die Gesetzgebung sorgt dafür, daß die Pfründner wenigstens einen Teil des Jahrs selbst den Gottesdienst versehen.
Man schätzt die Gesamteinnahme der anglikanischen Kirche auf 8 Mill. Pfd. Sterl. Dieselbe entspringt
dem Zehnten (wobei zu bemerken, daß ein großer Teil des Landes zehntfrei ist), liegenden Gütern, angelegtem Kapital, Stolgebühren,
Kirchstuhlmieten und freiwilligen Gaben. Die Kirchensteuer (church rate) ist
seit 1868 abgeschafft. Die Dotierung der Bischöfe
und Kapitel wird durch eine 1842 ernannte Ecclesiastical Commission verwaltet, in welcher neben den Bischöfen
noch 5 Staatsminister, 3 Richter, 3 Dekane und 12 Laien Sitz und Stimme haben.
Der Ertrag übersteigt 1 Mill. Pfd. Sterl., und die Überschüsse, die sich nach Zahlung der vom Parlament festgesetzten Gehalte
etc. ergeben, werden für allgemeine Kirchenzwecke verwendet. Auch die Annaten (first fruits) werden von der Krone verwaltet
und dienen namentlich dazu, um als QueenAnne's Bounty (weil diese Bestimmung zur Zeit der KöniginAnna
getroffen wurde) die Einnahmen gering dotierter Pfründen zu erhöhen. Der Zehnte ist seit 1836 in einen Erbzins verwandelt worden,
dessen Betrag von sieben zu sieben Jahren festgesetzt wird. Sehr bedeutend sind auch die freiwilligen
Beisteuern zu kirchlichen Zwecken. So haben die 24 Gesellschaften für äußere Mission eine Jahreseinnahme von über 500,000
Pfd. Sterl.
Die rein juristische formelle Anwendung der 39 Artikel bei der Bemessung der Lehrfreiheit der Geistlichen
hindert aber nicht, daß auch in der anglikanischen Kirche die verschiedensten Richtungen sich geltend machen und der Streit
zwischen diesen so weit geht, daß sie sich gegenseitig die Anerkennung verweigern. Man pflegt drei Parteien zu unterscheiden:
Die hochkirchliche Partei (HighChurch party) hält vor allem an der Verfassung und dem allgemeinen Gebetbuch
fest.