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Verleihung des Bieler Kulturpreises 2013 an Pavel Schmidt und Ehrung für besondere Verdienste um das kulturelle Leben 2013 an Edi Aschwanden
18.09.2013 In seiner Sitzung vom 18. September 2013 hat der Gemeinderat den Bieler Kulturpreis 2013 an Pavel Schmidt verliehen. Die Ehrung für besondere kulturelle Verdienste 2013 geht an Edi Aschwanden. Die Feier zur Verleihung des Kulturpreises und der Ehrung findet am 8. Dezember 2013 um 11.00 Uhr an einem noch zu benennenden Ort statt.
Die Entscheidung des Gemeinderats zur Verleihung des Kulturpreises und der Ehrung für besondere Verdienste 2013 stützt sich auf den ihm von der Kulturkommission vorgelegten Vorschlag.
Bei der Kulturkommission, die sich aus lokalen Vertretern der verschiedenen künstlerischen Bereiche zusammensetzt, gingen dieses Jahr zwölf Bewerbungen für den Kulturpreis und siebzehn Vorschläge für die Ehrung ein. Sie stammten von Privatpersonen, Institutionen und Kommissionen. Gemäss der Wettbewerbsausschreibung in der Presse und auf der Website der Stadt Biel mussten die Bewerbungen bis zum 14. August 2013 eingereicht werden.
Der
Bieler Kulturpreis wird an Pavel Schmidt verliehen
Den Kulturpreis erhält jedes Jahr eine Person oder Institution als Anerkennung für die Realisierung eines als wichtig erachteten kulturellen Werks. Der Preisträger respektive die Preisträgerin oder das Werk müssen eine Verbindung zur Stadt oder der Region Biel aufweisen. Der Bieler Kulturpreis beträgt CHF 10'000 und ist unteilbar.
Pavel Schmidt wurde 1956 in Pressburg (Bratislava) in der Slowakei geboren und wuchs in Biel und Solothurn auf. Nach der in Biel absolvierten Maturität studierte er Chemie, Physik und Mathematik in Bern. Darauf folgte ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er erhielt die deutsche Lehrbefugnis an der Gymnasialstufe.
Nur wenige Künstler der Bieler Kunstszene können heute auf so viel Anerkennung grosser Persönlichkeiten zurückblicken: Nachdem Pavel Schmidt mehrere Jahre lang Assistent von Daniel Spoerri war und an der Akademie der Bildenden Künste in München unterrichtete, erarbeitete er gemeinsam mit Daniel Spoerri den Schweizer Pavillon für die Weltausstellung (Expo 1992) in Sevilla. Sein literarisches Werk und seine Theorieschriften sind umfangreich und weltweit Gegenstand vieler Artikel und Publikationen. Dazu zählt auch eine Hommage an Daniel Spoerri.
Zahlreiche Kuratorien und prestigeträchtige Institutionen haben sich nicht geirrt: Nachdem Pavel Schmidt seine Werke im Kunsthaus Basel, bei Klaus Littmann in Basel, im Helmhaus in Zürich, bei den Triennales de sculpture in Bex, bei Artcanal, im Centre culturel suisse in Paris, in München, Karlsruhe, Hannover, Bremen, Florenz, Brüssel und einer Vielzahl von Museen und Kunstgalerien in der Schweiz, Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, den Niederlanden, der Tschechischen Republik sowie Griechenland ausgestellt hat, tat er dies in jüngster Vergangenheit unter anderem im Espace Tinguely-Nikki de Saint Phalle in Freiburg, im Centre Dürrenmatt in Neuenburg, im Museum Tinguely in Basel, im Jüdischen Museum in Berlin und an der Princeton University in den Vereinigten Staaten.
Pavel Schmidt ist in Magglingen domiziliert und trotz seiner internationalen Aktivitäten in der Bieler Kulturszene sehr präsent. Er stellt im espace libre oder im Lokal-int aus oder führt bei Jubiläen lokaler Institutionen spektakuläre Aktionen durch.
Ehrung für Edi Aschwanden
Die Ehrung für besondere kulturelle Verdienste wird an Personen oder Organisationen verliehen, die sich stark für das kulturelle Leben in der Region eingesetzt haben. Die Ehrung ist nicht mit einem Geldpreis dotiert.
Edi Aschwanden (Bild, geb. 1957 in Luzern) ist Zeichenlehrer und Künstler. Er ist seit 1982 Lehrer an der Schule für Gestaltung Bern und Biel und leitet seit 1996 die Vorkurse in Biel. Er lebt in Sonceboz-Sombeval.
Gegen 1'000 Schülerinnen und Schüler haben sowohl von der Lehrtätigkeit Edi Aschwandens als auch von seiner Persönlichkeit profitiert. Der Vorkurs Biel hat sich unter seiner Leitung zu einem schweizweit wohl einmaligen Kulturlabor entwickelt. Dahinter steckt Aschwandens Vision, alle denkbaren Bereiche von Kunst und Ausbildung miteinander zu verknüpfen. Er, der eigenständige forschende Künstler, von dessen Schaffen die vor kurzem durchgeführte Einzelausstellung im Centre PasquArt Zeugnis abgelegt hat, weckt die Geister, wirbelt überkommende Formeln und Konventionen durcheinander, sucht Unmögliches zu verbinden.
Edi Aschwanden ermöglicht Entwicklungen nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern, bei den entstehenden Werken, sondern auch beim Vorkurs selber. Er strebt nach dem Ideal der selbstlernenden Schule. Das kann gelingen, wenn sich auch für die Schüler unterschiedliche Perspektiven eröffnen können, wenn Schule Ort für Experimente ist und gleichzeitig den Praxisbezug nie aus den Augen verliert. Grundlage für alles ist der Mut, eine Kultur der Unruhe, Bewegung und Veränderung nicht nur zu ertragen, sondern auch zu fördern. Ergebnis ist bis heute nicht Lärm, sondern Kreativität.
Der national einzige bilingue Vorkurs bringt alljährlich 36 kreative junge Leute in die Stadt. Viele reisen weiter und behalten ihre Bieler Zeit als «bestes Jahr» in Erinnerung. In ihrem Gepäck tragen sie künstlerische Erfahrungen, welche ihnen in der Welt der bildenden Kunst und im grossen Bereich der Gestaltung Türen öffnen. Einige bleiben hier und wagen künstlerische und gestalterische Karrieren, andere kehren später zurück in die Stadt.
Kulturelle Aktionen in der Stadt Biel wurden von Edi Aschwanden direkt und wesentlich unterstützt, gefördert und begleitet: Bereits in der 1980er-Jahren stand er beispielsweise der Künstlergruppe und Off-Space-Galerie "Polstergruppe" (M.S. Bastian, Lorenzo LeKou Meyr u.a.) Pate.
Wohl arbeitet Edi Aschwanden als Leiter des Vorkurses an der Schulfront, im Alltag. Dennoch sieht er sich selber eher als Architekt, der immer wieder Distanz nimmt und justiert, in seinem Fall wohl eher: motiviert und bewegt. Seine Verknüpfung von eigener künstlerischer Arbeit mit Lehrtätigkeit und Kursleitung sind ein Gewinn auch für die Kulturstadt Biel und prädestiniert ihn für die Ehrung der Stadt Biel 2013.
cp
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Eszter
Gyarmathy
Delegierte für Kultur
T : 032 326 14 05