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Die ersten Jahre 1999 – 2001
In den ersten Jahren trainierte ich hauptsächlich Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 21 Jahren auf Wettkämpfe hin. Dafür bildete ich mich 2001 in Magglingen zum Trainer Leistungssport Swiss Olympics aus. Bereits von Anfang an nahmen wir an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil und konnten die eine oder andere Medaille mit nach Hause nehmen.
Mein Ehrgeiz, ein qualifiziertes und gut laufendes Dojo zu betreiben und zu erhalten, trieb mich an, fortlaufend Weiterbildungen zu besuchen. Ich absolvierte den J+S Leiter-Kurs sowie den Lehrgang zum Trainer Leistungssport Swiss Olympic, den ich mit einer Prüfungsarbeit erfolgreich abschloss.
Im Jahr 2000 übernahm ich die Funktion des Kader Trainers der SWKO (Swiss Wadokai Karatedo Organization). Diese Trainings leitete ich abwechslungsweise in Kreuzlingen und in Brugg.
Tod von Shihan Teruo Kono
Am 22. April 2000 verstarb Shihan Teruo Kono, für mich und die SWKO ein trauriger Moment, denn er war für uns ein Grossmeister und Mentor der ersten Stunde. Mit einer Wado-Delegation reiste ich am 4. Mai 2000 nach Hamburg zur Beerdigung, um Shihan Teruo Kono die letzte Ehre zu erweisen.
Rückblickend erinnere ich mich:
Für mich war er unerreichbar. Lange Zeit war ich nur Schüler, dann 1. Dan und er 8. Dan und Shihan (Grossmeister). Auch war ich fasziniert davon, dass er ein direkter Schüler von Hironori Otsuka, dem Begründer des Wado, war. Es machte mich unglaublich stolz, als Sensei Kono mir die Goldmedaille für den Sieg des Wado EC 1991 umhängte und er mir in einer väterlichen Art in die Augen schaute, mich anlächelte und mir von ganzem Herzen gratulierte. Seine Trainings waren knochenhart und ich empfand ihn nicht als Techniker, sondern als Kämpfer, der hart zuschlagen konnte, aber selber kaum Schmerzen kannte. Ich hatte nicht allzu viele Lehrgänge bei ihm besucht und als ich merkte, dass Sensei Kono gesundheitlich angeschlagen war, da wollte ich unbedingt vor ihm die 2. Dan-Prüfung ablegen. Ich dachte einfach, wenn du dies überlebst und bestehst, dann hast du etwas erreicht was nicht jeder erreicht. Man wusste nicht, wie schnell Kono sterben würde.
Am 29.September 2001 bestand ich an der Jubiläumsfeier des SWKO die Prüfung zum 3. Dan.
Auch im Karatecenter gab es viel zu tun. Immer wieder und vor allem am Anfang musste ich neue Mitglieder werben. Einfache Mund zu Mund Propaganda reichte dabei nicht aus.
Wiederum liess ich Flyer gestalten und legte sie in den Geschäften auf. Aber um möglichst nah ans Publikum zu kommen und das Interesse am Karate zu wecken, gingen wir raus aus dem Dojo und zeigten an Festen und Anlässen die dafür eigens einstudierten Shows, welche den Kindern viel Spass bereiteten und die sie mit Stolz präsentieren durften.
Das Entstehen sportübergreifender Events
Für die Organisation des Jubiläums der Sporthilfe 2000 wurde ich als Projektleiter Karate gewählt. Für mich war das eine grosse Ehre und ich durfte zum ersten Mal einen solchen Grossanlass mitorganisieren. Dieser fand an einem Wochenende auf dem Militärflughafen in Buochs statt und benötigte sehr viel Vorarbeit. Ich war zuständig für die Absprachen und Koordination der Vorführungen der einzelnen Karatedojos, besorgte sämtliches Material und plante die Finanzierung. Der Event klappte wie am Schnürchen und mir persönlich hat die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Sportarten viel Spass gemacht. Mit schönen Eindrücken und den durchweg positiven Erfahrungen, die ich an diesem Wochenende machen durfte, fuhr ich erfreut und vollgepackt mit vielen neuen Ideen nach Hause zurück.
Der offene Geist unter den (Jugend)Vereinen wurde in Kreuzlingen seit jeher gelebt und es herrschte auch nie wirklich ein Konkurrenzgedanke. Hin und wieder tauschten wir unser Wissen untereinander aus und organisierten gemeinsam Anlässe für und von Kindern. So entstanden einige interessante und sehr schöne Kombinationen, die mir unvergessen bleiben, z.B. der Auftritt mit der Gymnastikgruppe oder mit dem Tambouren-Verein, beide aus Kreuzlingen.
Die Tradition des Tages der Offenen Tür im Dojo
Bereits von Anfang an führten wir jährlich einen Tag der Offenen Tür durch, bei dem ich immer auf die Hilfe von Nicola Gualtieri, Roger Christen und weiteren Assistenztrainern zählen konnte. Mir war es ein Anliegen, das Karatecenter auf eine dynamische und seriöse Art der Öffentlichkeit vorzustellen. Ich wollte zeigen, dass Karate einen ausgezeichneten Ausgleich zum Alltag bietet und die Lust an der Bewegung genauso gestillt wird, wie das Bedürfnis nach mehr Sicherheit im Alltag.
Die Wochen vor dem Tag der Offenen Tür sind jeweils mit enorm viel Arbeit verbunden und sehr hektisch, aber ich mache immer die Erfahrung, dass die Kinder viel Spass daran haben, ihren Familien und Freunden zu zeigen, was sie alles gelernt haben. Das Mitmachen ist für alle freiwillig und die Shows richten sich nach der Anzahl der Aufführenden. Die Ideen dazu entstehen oftmals aus dem Bauch heraus oder aus alten Vorführungen, gespickt mit den Ideen aller Beteiligten. Wir präsentieren Katas und untermalen sie mit Musik und Lichteffekten, um sie für die Shows eindrücklich zu gestalten und zeigen Sprünge und Kicks auf dem Trampolin. Oft halten Nicola und ich uns bis spät abends im Dojo auf und feilen an der Musik und an der Choreografie, was oftmals zu hitzigen Diskussionen führt, aber in äusserst kreativen Formationen endet.
Der Tag der Offenen Tür beginnt traditionell am Abend vorher mit dem Spaghettiplausch für die Mitglieder und deren Familien. Das hatte sich so ergeben, weil wir das Dojo für das Wochenende jeweils umbauen und die Matten entfernen, um Bänke für die Besucher aufzustellen. Also war es nur eine strategisch logische Schlussfolgerung, dies auszunutzen, um am Abend vorher gemütlich zusammenzusitzen und sich für den grossen Auftritt zu stärken.