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(Altringer, auch Aldringen), Johann, Graf, kaiserlicher General im Dreißigjährigen Kriege, geb. 1588 zu Diedenhofen,
nach andern zu Luxemburg im Grund, stammte aus angesehener adliger Familie und begleitete einen vornehmen
Herrn als Page auf Reisen durch Westeuropa, die ihn auch an die Pariser Universität brachten. Im J. 1606 erscheint er als »Doppelsöldner«
in spanischen Diensten, ward 1611 Fähnrich, 1618 Hauptmann und zwar im herzoglich tirolischen Landheer, 1621 kaiserlicher Unterbefehlshaber, 1624 Hofkriegsrat
und Generalkriegskommissar und that sich bald im Krieg selbständig hervor. So verteidigte er mit einigen
Regimentern 11.-24. April 1625 den Brückenkopf bei Dessau gegen den Grafen Ernst von Mansfeld und ward dafür von Kaiser Ferdinand
II. 1627 mit der Reichsfreiherrenwürde belohnt.
Nachdem er 1628 Mecklenburg für Wallenstein in Besitz genommen hatte, ward er vom Kaiser mit einigen Regimentern
nach der Lombardei gesandt, wo er an der Eroberung von Mantua (18. Juli 1630) teilnahm und sich des Herzogs von Mantua Schätze und
schöne Bibliothek zueignete, die er später seinem Bruder, dem Bischof von Seckau, vermachte. Im J. 1631 nach Deutschland zurückgekehrt
und zum Feldzeugmeister und Grafen befördert, zwang er den Herzog von Württemberg, sich dem
Kaiser zu unterwerfen,
und vereinigte sich nach der Schlacht bei Breitenfeld mit Tilly in Hessen.
Nach Tillys Tod mit dem Oberbefehl über das ligistische Heer betraut und 10. März 1632 in den Reichsgrafenstand erhoben, kämpfte
er mit Wallenstein bei Nürnberg. Im J. 1632 wurde er zum Feldmarschall ernannt und operierte 1633 im Verein
mit den Spaniern unter dem Herzog von Feria in Bayern und Schwaben gegen Horn und den Herzog Bernhard von Weimar. Wallensteins Befehlen,
zu ihm zu stoßen, folgte er nicht, sondern schloß sich der kaiserlichen Partei der Generale an und bekam
nach der Ermordung des Friedländers den Auftrag, im Sommer 1634 die Schweden von der Mitteldonau und aus der Oberpfalz zu vertreiben.
Bei der Verteidigung des Übergangs über die Isar bei Landshut (22. Juli 1634) ward er geschlagen und nach wahrhaft heroischem
Widerstand erschossen. Seine Schwester, als Erbin bedeutender, nach der Wallenstein-Katastrophe angekaufter
Güter, vermählte sich mit dem Grafen Clary; ihre Nachkommen führen den Namen Clary-Aldringer.
Vgl. Brohm, Johann von Aldringen (Halle
1882).
oder Altringer, auch Aldringen, Johann, Graf, kaiserl. General im Dreißigjährigen Kriege, geb. 10. Dez. 1588 zu
Diedenhofen, besuchte die Universität Paris, trat 1606 als «Doppelsöldner» in span. Dienste, ließ sich 1618 für
das kaiserl. Heer werben und zeichnete sich durch Tapferkeit, aber auch durch Gewandtheit mit der Feder aus. 1622 wurde er
Oberst und 1624 als Hofkriegsrat und Generalkriegskommissar zu diplomat. Sendungen verwendet. Im April 1626 hielt er mit
Erfolg den Dessauer Elbbrückenkopf gegen den Angriff Mansfelds und wurde 1627 zum Freiherrn, 1628 zum Grafen erhoben. Er erfreute
sich der besondern Gunst Wallensteins und wurde nach dem Abschlusse des Friedens mit Dänemark (1629) als Generalmajor unter
Collalto nach der Lombardei gesendet, wo er an der Eroberung von Mantua (18. Juli 1630) teilnahm.
Die Plünderung der Schätze des Herzogs von Mantua legte den Grund zu seinem Vermögen. 1631 nach Deutschland zurückgekehrt,
vereinigte er sich nach der Schlacht bei Breitenfeld mit Tilly in Hessen, wurde zum Generalfeldzeugmeister ernannt und 1632 in
den Reichsgrafenstand erhoben. Im April 1632 in der Schlacht am Lech schwer verwundet, befehligte er nach
Tillys Tode (30. April), unter Wallenstein, im kaiserl. Heer vor Nürnberg gegen Gustav Adolf, besonders gegen dessen Angriffe des Lagers 2. und 3. Sept. 1632. Er
wurde zum Feldmarschall befördert und führte das dem Kurfürsten von Bayern gestellte Wallensteinsche Hilfskorps, mit dem
er in Franken, Bayern und Schwaben gegen die Schweden operierte, wobei er sich in den schwierigen Verhältnissen
zwischen Wallenstein und dem Kurfürsten mit großer Gewandtheit bewegte. Er ließ sich schließlich von der Hofpartei gegen
Wallenstein gewinnen, wußte jedoch dem Befehl, diesen in Pilsen gefangen zu nehmen, durch Zögern auszuweichen. Nach dem Tode
Wallensteins kämpfte er gegen die Schweden an der Donau, und fiel bei der Verteidigung von Landshut 22. Juli 1634. Seine großen
Reichtümer erbte seine Schwester, die sich mit einem Grafen Clary vermählte und deren Nachkommen den Namen Clary und Aldringen
(s. d.) führen. -
Vgl. Brohm, Johann von Aldringen (Halle 1882);
Hallwich, Johann Aldringen (Lpz. 1885).