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Als ich im Jahr 1993 auf Bali in den Ferien weilte, lernte ich zum erstenmal asiatische Zigarren kennen. Ich kaufte verschiedene in Indonesien hergestellte Zigarren ein. Mir und meinen Freunden fiel vor allem die Adipati Supercorona postiv auf. Auch die Argopuros (Corona) gefiel uns. Bei diesen Zigarren handelte es sich um Shortfiller-Zigarren. Diese überzeugten durch perfekten Zug. In Indonesien werden vor allem Zigarren von der milden Sorte produziert. Leider hielt sich mein nach Hause mitgenommener Zigarrenvorrat nur über kurze Zeit. Darauf versuchte ich diese Zigarren im Zigarrenfachhandel zu erwerben. Ich suchte vergebens, kein Zigarrenfachhändler war in der Lage, mir asiatische Zigarren zu beschaffen. Als ich im Jahr 1998 im Transit des Singapurer Flughafens auf meinen Anschlussflug wartete, konnte ich Philippinische Zigarren von Tabacalera erwerben. Es handelte sich um Longfiller-Zigarren von sehr guter Qualität. Diese sind mittlerweile im Zigarrenfachhandel in der Schweiz erhältlich. Im Jahr 2000 weilte ich drei Monate in Indonesien. Ich besuchte dort die Fabrik TM in Yogyakarta. Für den Export stellte diese Firma excellente Longfiller-Zigarren her. Vor meiner Abreise kaufte ich um die zwanzig Holzkisten im Churchill Format ein. Doch auch dieser grosse Vorrat ging zur Neige. Denn auch meine Freunde rauchten nun viele der feinen Zigarren weg. Zwischendurch rauchte ich immer wieder Zigarren aus den verschiedensten Ländern. Die Churchill von Romeo y Julietta war mein Favorit. Doch meine asiatischen Zigarren konnte ich mir nicht mehr wegdenken.
Das beste Sortiment gibt es in Jakarta, in der Hoteleingangshalle des Hotel Indonesia werden ausschliesslich Zigarren aus einheimischer Produktion angeboten. Das Hotel befindet sich im Zentrum von Jakarta. Auf Bali werden in Strandnähe von Kuta & Seminjak Beach in vielen kleinen und grossen Läden ebenfalls Zigarren aus einheimischer Produktion angeboten. Sehr zu empfehlen das Schweizer Restaurant, verkauft Zigarren und auch Pfeiffen. In Kuala Lumpur im Havanna Club des Concorde Hotels. Verkauf von Tabaco de Kayang Zigarren, produziert in Malaysia.
Am 2. Mai 2003 war es soweit, ich flog nach Jakarta in Indonesien. Bei Indonesien handelt es sich um eine ehemalige holländische Kolonie mit tropischem Klima. Seit 1948 ist Indonesien unabhängig. In Indonesien wird auf der Insel Sumatra der hocharomatische Deli Tabak angebaut. Er findet vor allem als Deckblatt verwendung. Im Osten der Insel Java wird der Besuki Tabak angebaut, dieser wird als Deckblatt, Umblatt oder Einlage verwendet. Indonesien besteht aus unzähligen Inseln, vor allem die Insel Bali ist bei westlichen Touristen sehr populär. Das Reisen abseits der ausgetretenen Touristenpfade ist manchmal etwas mühsam und umständlich. Dafür entschädigt die freundliche Aufnahme bei der Einheimischen Bevölkerung. Nach dem Besuch von über 30 verscheidenen Ländern, gefällt es mir in Indonesien so sehr, dass dieses Land für mich meine zweite Heimat geworden ist. Nirgendwo traf ich freundlichere Leute an.
Es leben insgesammt 220 Millionen Menschen in Indonesien. Der grösste Teil arbeitet in der Landwirtschaft und verdient sehr, sehr wenig.
Sehr populär sind Zigaretten aus einheimischer Produktion, sogenannte Kretek-Zigaretten (Nelken-Zigaretten). Zigarren sind nicht sehr populär. Wegen der dort herrschenden Armut, rauchte ich meine Nachmittags-Zigarre immer heimlich, meistens auf der Dachterasse (mit Wäscheleine und super Aussicht) meines Hotels. Es gab Zigarren, die kosteten ungefähr soviel, wie ein Hotelboy innert 5 Tagen verdient. Trotz der Armut, gibt es für alle genug zu Essen. Denn das tropische Klima erlaubt bis zu 3 Ernten im Jahr, das gilt vor allem für die wichtigsten Nahrungsmittel, wie Reis und Kartoffeln. Indonesien wird zu 80% von Muslimen bevölkert, es leben auch viele Christen in diesem Land. Die jeden Sonntag die Kirche besuchen. Ein Gottesdienst dauert dann um die 3 Stunden. Die Muslims sind sehr tolerant und aufgeschlossen. Das Gegenteil von dem was in unserer Presse behauptet wird !?
Als erstes besuchte ich die Stadt Yogyakarta mitten auf der Insel Java. In Jakarta bestieg ich den Zug, es handelte sich um den Exekutiv Express Taksaka 1. Eine Zugkomposition der 1. Klasse mit Klimaanlage, TV und Liegesitzen. Die Fahrt nach Yogyakarta dauert um die 8 Stunden, vorbei an unendlichen Reis und Gemüsefeldern an denen ich mich nicht sattsehen konnte. Nach etwa 5 Stunden überquerte der Zug einen Pass im Gebirge. Um 16 Uhr fuhr der Zug in Yogyakarta ein. Yogyakarta wird noch von einem Sultan regiert. Einen Teil der Palastanlage kann besucht werden.
Nicht weit von der Stadt befindet sich weltberühmte budhistische Tempelanlage von Borobudur. Der Bau dieses Tempels beschäftigte über 10.000 Mitarbeiteter für 100 Jahre, der Tempel wurde 800n.Ch. erstellt.
Nicht weit davon befindet sich eine hinduistische Tempelanlage, der Prambanan Tempel. Bei schönem Wetter sieht man den über 3000m hohen Vulkan Merapi. Yogyakarta lädt zum verweilen ein, ich bleibe immer mindestens eine Woche dort.
In Yogyakarta produziert die älteste Zigarrenfabrik Indonesiens seit 1918 Zigarren. Sie wurde damals von den Holländern gegündet. Es handelt sich um eine grosse Fabrikationsanlage, davor eine gepflegte Parkanlage mit wunderschönen tropischen Bäumen. Nach dem Krieg 1945 wurde diese Fabrik vom damaligen Sultan in Taru Martani umbenannt, so heisst sie bis zu heutigen Tag.
Taru Martani (TM) bedeutet: Blatt des Lebens, vor allem weil die Tabakbauern damit ein gutes Einkommen erzielten. Damals beschäftigte die grosse Fabrikationsanlage über 2000 Mitarbeiter. TM produziert hauptsächlich Shortfiller-Zigarren und exportiert u.a. nach Holland. Seit 1918 wird unverändert die Senator und Mundi Victor (Torbedo) produziert, sehr milde Zigarren (Verkauf in 5er oder 10er Kartonbox). Seit 1972 wird die Adipati Zigarre produziert, die Corona (5er oder 10er Karton ) und vor allem die Supercorona (Holzkistchen mit 10 Stück) überzeugt, gutes Preis-Leistungsverhältnis. Im Jahre 1997 wurden den Arbeitern von einem Zigarrenspezialisten aus der Dominikanischen Republik die Herstellung von Longfillerzigarren beigebracht. Für die Longfiller-Zigarren wird Tabak aus Java und Brasilien als Einlage verwendet. Für Um.-und Deckblatt werden Tabake aus Besuki,Java verwendet. Die Longfillerzigarren werden vor allem in die USA exportiert. Die Longfillerzigarre im Churchillformat hat es mir angetan. Auch als Robusto erhältlich. Eine milde, excellent verarbeitete Zigarre, guter Zug und gleichmässiger Abbrand, excellentes Preis-Leistungsverhältnis. In Holzkistchen mit 10 oder 25 Zigarren. Für den Export werden kundenspezifische aromatisierte Zigarren im Coronaformat (Shortfillerzigarren) hergestellt. Folgende Aromen sind erhältlich: Vanille, Rum, Amaretto, Minze.
Um die Eier der Tabakmotte zu vernichten werden die Zigarren als erstes eingefroren, danach vacuumiert und zum Abschluss ein paar Tage in einer 70 Grad heissen Hitzekammer (Sauna) gelagert. Diese Prozedur überlebt kein Schädling. In den Fabrikationsräumen werden die Tabakmotten mit klebrigen roten Lampenschirmen angelockt und eingefangen.
Mit dem Bus fuhr ich innert 3 Stunden nach Semarang, von da mit einem anderen Bus nach Kudus. Kudus heisst wortwörtlich übersetzt heilig. Dieser Ort entspricht einem muslimischen Wallfahrtsort weil dort ein paar religiöse Geistliche in alten Türmen beigesetzt wurden. Zudem ist Kudus die Hauptstadt der Kretek (Nelken) Zigarette, den sie wurde dort erfunden.
Mitten in der Stadt befinden sich die Produktionsanlagen der DJARUM Zigarettenfabrik, an der Jl. Jend. Yani 28 in Kudus 59317. Diese Fabrik wurde im Jahre 1951 gegründet und ist die zweitgrösste in Indonesien. Sie beschäftigt um die 50.000.- Mitarbeiter. Ich wurde vom Produktionschef Herr Bambang und Frau Surlinda herzlich empfangen. Frau Surlinda wurde mir als Englisch Dolmetscherin zur Verfügung gestellt.
Wir gingen in eines der Fabrikationsgebäude hinein, darin arbeiteten um die 300 Frauen. Die Frauen rollen dort Nelkenzigaretten von Hand mittels einer kleinen Maschine. Auf einer Stoffbahn wird eine genau abgestimmte Menge Tabak in eine Mulde gedrückt, wieviel Tabak genau notwendig ist weiss jede Frau aus Erfahrung. Dann hält sie etwas darunter ein Zigarettenpapier hin, zieht einen Hebel herunter, und fertig ist die Zigarette. Eine andere Frau sitzt daneben und schneidet den überstehenden Tabak mittels einer Schere ab. Das alles geht ganz schnell, es arbeiten immer 2 Frauen zusammen. Die Zigaretten werden zu Bündel a 50 Stück gebunden und in eine Holzkiste hineingelegt. In einer anderen Halle arbeiten immer 6 Frauen zusammen. Eine Frau faltet die Zigarettenpäckchen auf und klebt den Boden. Zwei weitere Frauen öffen die 50er Zigarettenbündel und zählen 12 Zigaretten ab, diese bündeln sie speziell, da diese Zigaretten konisch konstruiert sind. Denn die müssen ja in einem rechteckigen Zigarettenpäckchen Platz haben. Dann wird eine Cellophanfolie in eine kleine Metallform (entspricht einem offenem Zigarettenpäckchen) hineingedrückt. Danach die Zigaretten hineingedrückt und die Folie an einem heissen Eisen verschweisst.
Eine andere steckt die Zigaretten in das vorbereitete Zigarettenpäckchen und verklebt es. Eine weitere Frau bringt einen Kleber plus die Steuermarke an, danach wird das Päckchen nocheinmal von einer weiteren Frau in Cellophanfolie eingewickelt, verschweisst und in 10er Kartons verpackt. Die Arbeitsgeschwindigkeit dieser Frauen ist sehr hoch. In der Produktionshalle arbeiten um die 300 Frauen, in der Verpackung deren 200. Die hier produzierten Zigaretten sind mit DJARUM 76 gekennzeichnet, und sind für den lokalen Markt bestimmt. Für Export ungeeignet, da die 76er viel zuviel Teer (> 100mg pro Zigarette) enthalten. Die letzte füllt die Päckchen in eine 10er Kartonbox und verklebt diese. Die Qualität wird stündlich kontolliert. Für handgedrehte Zigaretten (auch Zigarren) belastet der Staat nur 20% Steuern, für maschinel produzierte deren 40%. Es werden bis zu 10 verschiedene Sorten Nelken, von verschiedenen Inseln Indonesiens und auch sogar importierte aus Madagaskar geschrotet und vermischt. Auch der Tabak wird gemischt und wird zu 100% auf der Insel Java angebaut, die beste Zigaretten Tabakqualität wird in Temagung (um die 900m über Meer) angebaut. Es werden auch Nelkenzigarillos produziert.
Danach besuchte ich das Kretek Museum, etwas ausserhalb der Stadt. Im Gästebuch sah ich, dass da jeden Tag ein Besucher vorbeikommt. Im Jahr 1906 hat ein Herr M. Nitisemito die Kretek Nelkenzigarette in Kudus entwickelt. Diese Zigarette soll Ihn von seinem chronischen Asthma befreit haben. Nun entstand eine rege Nachfrage und schon bald eröffnte der Erfinder seine erste Nelkenzigarettenfabrik. Die Zigaretten hiessen damals Nitisemito, heute gibt es diese Marke nicht mehr. Kretek heisst Geräusch, denn die Zigaretten (genaugenommen die Nelken darin),knistern beim verbrennen. Das Zigarettenpapier ist mit Zucker behandelt und somit süss. Eine Nelkenzigarette brennt etwa 3x solange wie eine normale Zigarette. Das Museum zeigt wie die Nelkenzigaretten entstanden sind. Es gab früher viel mehr Zigarettenmarken als heute. Auf dem Museumgelände befindet sich auch ein altes traditionelles Kudus Holzhaus, mit seinen wundervoll gearbeiteten Schnitzereien sehr schön. Leider hat der Staat oder die Stadt kein Geld. Das Dach ist schon defekt und der Regen zerstört langsam das schöne Haus.
Seit 1992 produziert Djarum Zigarren von sehr guter Qualität, sogenannte Premium Zigarren, allesamt Longfiller. Im Jahr 1991 schickte die Firma ein paar Mitarbeiter nach Honduras, um das Longfillerhandwerk zu erlernen. Das Resultat kann sich sehen lassen. Die Zigarren von Djarum heissen: DOS HERMANOS, zwei Brüder. Denn die Fabrik Djarum wurde anno 1951 ebenfalls von zwei Brüdern gegründet. Es werden zwei verschiedene Geschmacksrichtungen, die sich nur geringfügig unterscheiden, produziert. Die Premium Collection verwendet als Einlage Tabake von Brasilien, der Dominikanischen Republik und Besuki (Java). Für das Umblatt: Deli (Sumatra) und für das Deckblatt: Besuki (Java) Die Royal Collection verwendet als Einlage Tabake aus Brasilien, der Dominikanischen Republik und aus Deli (Sumatra). Für das Um.- und Deckblatt: Deli (Sumatra) Die Dos Hermanos Zigarren werden in den Formaten: Churchill, Toro und Robusto produziert und in wundervoll gearbeiteten Holzkistchen mit 20 Stück Inhalt angeboten. Ich rauche nun seit über 30 Jahren Zigarren, die Premium Zigarre von Dos Hermanos ist für mich die beste Zigarre die ich jemals rauchen durfte. Sehr gehaltvoll, guter Zug und gleichmässiger Abbrand. Als Refernz führte ich eine Romeo y Julietta (Churchill) mit. Als ich diese Referenzzigarre rauchte, enttäuschte mich diese sehr. Die Dos Hermanos schlägt alle. So eine Superzigarre hätte ich den Asiaten nie zugetraut. Als Softfiller werden die Gold Seal Zigarillos produziert. Luxuszigarillos, denn es gelangt Deli Tabak zur Anwendung. Bei der Djarum Fabrik handelt es sich um eine besonders klevere Firma. Sie bietet eine Fülle nützlicher Assesoires für Zigarrenraucher an wie: Gasfeuerzeug mit integriertem Zigarrenschneider, extragrosse Aschenbecher, Einzelhumidore für Robustos mit integriertem Hygrometer, grosse Humidore usw. usf. Diese Zigarren sind in Deutschland und Österreich erhältlich. Die Firma Djarum ist eine Familien-Firma, in privater Hand und das schon in der 3. Generation. Das gesammte Vermögen hält diese Familie. Es ist keine GmbH oder AG. Bei dieser privaten Firma sind um die 50'000.- Mitarbeiter angestellt.
Als nächstes besuchte ich die Zigarrenfabrik Kopkar Kartanegara in Jember, auf Java. Diese Fabrik steht mitten im Zigarrentabak Hauptanbaugebiet für Besuki Deckblätter, in Jember. Bis 1980 widmete sich diese Fabrik vor allem dem Tabak Handel und Export. Seit 1980 werden die Softfillerzigarren Argopuros im Coronaformat produziert. Seit 1986 die Bali Zigarren, vor allem Kleinformatige Softfillerzigarren.
Ab 1993 werden auch Longfillerzigarren produziert: Robusto, Churchill und die Panatella. Die Churchill ist um etwa 1cm länger als eine Churchill und überrascht mit einem eigenen (Besuki) Geschmack. Guter gleichmässiger Zug und Abbrand, perfekte Zigarren. Kartanegara bietet sehr schöne Zigarrenkistchen aus Bambus an, leider eignen sich diese nicht für unsere klimatischen Verhältnisse. Diese Fabrik baut ihren Tabak in eigenen Feldern an. Auch alle anderen Vorarbeiten wie z.B. die Fermentation, werden in dieser Fabrik durchgeführt. Faszinierend ist der Ausstellungsraum, wo über 50 verschiedene Zigarrensorten ausgestellt sind.
Meine Suche nach Zigarren made In Malaysia, in Kuala Lumpur, war nicht gerade Erfolg versprechend. Immerhin besuchte ich um die 20 Zigarrenshops, z.T. in den besten Hotels wie Mariott, Hilton usw. die verkaufen aber ausschliesslich kubanische oder dominikanische Zigarren. Nur zufällig entdeckte ich Zigarren made in Malysia. Als ich den Menara KL, den 420m hohen Sendeturm von Kuala Lumpur suchte, sah ich den Havannaclub im Concord Hotel. Die Dame zeigte mir voller Stolz Ihr Sortiment an den üblichen Zigarren, da fragte (Standardfrage) ich sie, ob da eventuell auch Zigarren made in Malaysia erhältlich wären. Darauf verkaufte sie mir ein paar Zigarren von der Firma TABACO DE KAYANG. Von dieser Firma hatte ich noch nie etwas gehört. Kurz darauf probierte ich diese auf meiner Hotelterasse aus, es handelte sich dabei um echte Longfiller Robustos. Diese Zigarren waren unglaublich kräftig im Geschmack, ich war überrascht. Am nächsten Tag besuchte ich den Havannaclub nochmals und kaufte weitere Zigarren. Ich fragte nach der Adresse des Produzenten, leider konnte mir diese die Verkäuferin nicht angeben, stattdessen sagte sie, dass sich diese Firma im Staat Perlis befinde. Perlis ist der kleinste Staat im Staatenverbund Malaysias. So buchte ich den Expressbus nach Kangar, der Hauptstadt von Perlis. Nach nur 9 Stunden Busfahrt erreichte ich schliesslich Kangar, wo ich im einfachen Hotel MALAYSIA ein Zimmer bezog. Am anderen morgen fragte ich die Receptionistin nach der Adresse von Tabaco de Kayang, ich hatte nur ein paar Banderolen zum vorzeigen bei mir. Sie wusste es nicht und verwies mich zum staatlichen Wirtschaftsbureau. Zum Glück befand sich dieses Büro nur 5 Minuten zu Fuss von meinem Hotel entfernt. Ich musste mich da durchfragen, bis ich endlich das richtige Büro fand. Im Büro befanden sich 5 Sekretärinnen, die anscheinend nicht allzuviel zu tun hatten. Meine Ansprechpartnerin war mit meiner Anfrage überfordert. Zum Glück hörten die anderen mit. Nach ein paar Telefonaten befanden sich 8 Personen in diesem Büro und disqutierten darüber, wo wohl diese Firma liegt. Nach ein paar weiteren Telefonaten, schrieb mir eine Sekretärin eine Adresse auf einen Zettel und übergab diesen mir.
Kurz darauf verliess ich Kangar mit einem Taxi. Die Fabrik soll sich angeblich um die 15km im Norden von Kangar befinden. Als wir an der besagten Adresse eintrafen, war dort keine Zigarrenfabrik, nichts, nur ein paar Wohnhäuser. Die Leute konnten uns dort auch nicht weiterhelfen.
Wir fuhren dann die Strasse noch weiter hinauf, und noch weitere wurden abgesucht. Es wurde angehalten, gefragt, disqutiert, leider ohne Ergebnis. Zum Schluss hielt mein Fahrer bei einem Restaurant an einer belebten Strassenkreuzung, und fragte auch dort. Die etwa 15 anwesenden Männer begannen wieder zu beratschlagen, und wussten von keiner Zigarrenfirma. Nun waren schon um die 2 Stunden verstrichen, mit der Suche nach der Firma TABACO DE KAYANG. Ich wurde langsam des Suchens müde, das war die reinste Detektiv Arbeit. Dann tauchte, Fügung des Schicksaals, ein weiterer Mann auf. Genaugenommen wurde er von den Männern im Restaurant herangewinkt. Denn der wollte am Restaurant vorbeifahren. Es handelte sich dabei um einen Tabak Bauern, der Zigarettentabak für die hiesige Industrie anbaut. Er sagte mir, dass ich den Taxifahrer bezahlen soll, er würde mich dann zur Zigarrenfabrik fahren. Nach weiteren 10km Richtung Kangar zurück, hielt er vor einem unwahrscheinlichen Gebäude an. Ich sah sofort das KAYANG Emblem an der Türe, war aber immer noch unsicher, denn es war geschlossen. Immerhin ein Seiteneingang war offen, dort sahen wir, wie 3 Männer Zigarrenkisten anfertigen. Dort fragten wir nach den Zigarren, und schon erschien Herr Tahir. Herr Tahir ist der Chef des Unternehmens TABACO DE KAYANG. Er war sehr erfreut über meinen Besuch. Ich erklärte Ihm, dass ich auf der Suche nach feinen Zigarren sei. Darauf entgegnete er, dass ich hier genau am richtigen Ort sei. Wir setzten uns in seinem Aufenthaltsraum nieder. Die Wände seines Aufenthaltraumes sind mit diversen Fotos geschmückt, eines zeigt den Präsidenten des Landes Doktor Mahathir, beim begutachten der TABACO DE KAYANG Zigarren. Herr Tahir gab mir eine seiner Robustos zum Testrauchen. Ich wusste nicht recht, denn ich hatte heute kein Frühstück zu mir genommen. Aber was soll Mann machen, wenn einem eine feine Zigarre angeboten wird, annehmen !! Diese Zigarre schmeckte mir noch besser als diejenigen, die ich in Kuala Lumpur gekauft hatte. Herr Tahir sagte, das komme daher, weil er laufend seine Rezeptur verbessere. Nach dieser Zigarre bot er mir 2 verschiedene Coronas an. Nun rauchten schon zwei Zigarren gleichzeitig. Herr Ismail Tahir erzählte mir nun seinen Werdegang. Herr Tahir war lange als Ingenieur bei der Staatlichen Erdölindustrie Petronas beschäftigt. Ab 1995 begann er sich für die Zigarren und deren Produktion zu interessieren. Als erstes begann Herr Tahir mit dem Vertrieb der Zigarren von Tabacalera, aus den Philippinen. Aus mir unerfindlichen Gründen, sind bei den Asiaten die Europäischen Oststaaten wie Rumanien und Ungarn sehr beliebt.
Als Herr Tahir 1998 in Ungarn weilte, übergab er einem Geschäftsfreund eine Tabacalera Zigarre. Dieser benutzte sein Cellphone und rief seine Freunde zusammen. Danach rauchten alle gemeinsam die Tabacalera Zigarren. Sie waren alle erstaunt über den guten Geschmack dieser Zigarren. Sofort bestellten diese weitere Zigarren bei Herr Tahir. Da reifte in Herr Tahir die Idee, selber Zigarren zu produzieren. Auf seinen Reisen in viele Länder, vor allem den Philippinen, erwarb er sein ganzes Wissen. Es war Ihm nicht recht, dass die philippinischen Zigarren so mild im Geschmack waren, er wollte näher an das kubanische Original, stärker!! Als erstes kaufte Herr Tahir das Werkzeug aus den Philippinen ein. Kaufte da und dort Tabak und begann seine ersten Zigarren zu rollen. Schon 1999 rauchte Herr Tahir seine ersten selbstgerollten Zigarren, und testete diese mit seinen Freunden. Denn es war recht schwierig, die geeignete Rezeptur herauszufinden. Herr Tahir baut seit 1998 auch seinen eigenen Zigarrentabak an. Er verwendet keine chemischen Spritzmittel. Die Zigarren von Herr Tahir bestehen zu über 90% aus seinem selbst angebautem Tabak. Die Tabakfelder befinden sich keine 10km von der Fabrik entfernt. Nur das Deckblatt kauft Herr Tahir aus Jember, Indonesien ein. Es handelt sich dabei um ein Besuki Deckblatt. Ein Besuki Blatt kann für 4 Zigarren Deckblätter verwendet werden. Für die Zigarren werden 2-3 verschiedene Filler verwendet. Es wird Saatgut von Java-Indonesien, aus der dominikanischen Republik und von den Philippinen (Isabella aus dem Cagayan Tal) auf seinen eigenen Feldern angebaut. Es werden 2 Ernten pro Jahr eingebracht. Interessant ist die Tatsache, dass es sich beim Isabella Saatgut um die 2. Generation Saatgut aus Kuba handeln soll. Seit dem Jahr 2000 produziert Herr Tahir kontinuierlich, vor allem für den heimischen Markt. Die Zigarren werden in von Ihm selbst produzierten Holzkistchen a 10 oder 25 Stück ausgeliefert. Es werden Coronas, Churchills, Robustos, und Torbedos hergestellt. Bis zum Mittagessen, das wir wegen des vielen rauchens, erst um 14 Uhr einnehmen konnten, hatte ich schon 4 Zigarren geraucht. Nach dem Essen rauchte ich dann noch eine Torbedo Zigarre, zum Abschluss. Dieser Herr Tahir ist ein bemerkenswerter Selfmademan. Unglaublich, wie viel Wissen er sich angeeignet hat. Kayang ist der Name der Gegend, wo diese Zigarren produziert werden.
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