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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, praxisgerechte Lösungen für die Milchleistungsprüfung MLP auf Betrieben mit muttergebundener Kälberaufzucht zu erarbeiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweiz hat sich mit dem Abkommen mit der Europäischen Union (EU) über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen (SR 0.916.026.81, Anhang 11, Anlage 4) verpflichtet, ihr Tierzuchtrecht gleichwertig zum europäischen Tierzuchtrecht auszugestalten. Diese Äquivalenz ist eine wichtige Voraussetzung, damit der Handel zwischen der Schweiz und der EU mit Zuchttieren und deren Zuchtmaterial möglich ist. Im aktuellen EU-Tierzuchtrecht (Verordnung [EU] 2016/1012) ist festgelegt, dass die Methoden der Leistungsprüfungen nach geltenden Tierzuchtgrundsätzen wissenschaftlich vertretbar sein müssen. Als Referenzzentrum legt das Interbull Centre, ein ständiger Ausschuss des Internationalen Komitees für Leistungsprüfungen in der Tierzucht (International Committee for Animal Recording [ICAR]), die Regeln und Standards für die Durchführung der Leistungsprüfungen bei reinrassigen Zuchtrindern in der EU fest. Das gilt auch für die Milchleistungsprüfung.</p><p>ICAR ist die Weltorganisation für die Standardisierung der Leistungsprüfungen mit wirtschaftlichem Wert und deren Auswertungen nach neusten Standards der Nutztierwissenschaften. Das Komitee zertifiziert zudem Zuchtorganisationen und Milchlabors und ist zuständig für die Zulassung von Geräten für die Milchleistungsprüfung.</p><p>Der Bundesrat hat in Artikel 8 Absatz 2 der Tierzuchtverordnung vom 31. Oktober 2012 (SR 916.310) ebenfalls festgelegt, dass die anerkannten Zuchtorganisationen Leistungsprüfungen nach wissenschaftlich und international anerkannten Methoden durchführen müssen. Die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) regelt für die Milchleistungsprüfung in Artikel 14 "Muttergebundene Kälberaufzucht" ihres "Reglements für die Durchführung von Leistungsprüfungen beim Rind in der Schweiz", dass die Kälber nach dem Melkgang vor der offiziellen Milchkontrolle von den Kühen getrennt werden müssen, damit die Milchprobe die gesamte gemolkene Milchmenge repräsentiert. Weiter beträgt der untere zulässige Grenzwert des Fettgehalts der Milchprobe 1,5 Prozent. Die ASR stützt sich bei diesen Bestimmungen auf die Artikel 6.6 Buchstabe e und 7.1 der ICAR-Richtlinie zur Milchleistungsprüfung ab.</p><p>Die vom Motionär vorgeschlagenen Anpassungen für die Milchleistungsprüfung auf Betrieben mit "muttergebundener Kälberaufzucht" sind mit der ICAR-Richtlinie zur Milchleistungsprüfung nicht vereinbar und würden gegen das EU-Tierzuchtrecht verstossen. Infolgedessen würden die vom Motionär vorgeschlagenen Anpassungen möglicherweise dazu führen, dass die Schweiz den Vorteil der Äquivalenz im Rahmen des Agrarabkommens verliert.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.