Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03392.jsonl.gz/756

Im vergangenen Winter 2016/2017 ist ein Wolf verschiedene Male im Schweizerischen Nationalpark unterwegs gewesen. Dies wurde nachgewiesen und von automatischen Kameras festgehalten, wie der Schweizerische Nationalpark berichtet. Nun liegen DNA-Bestimmungen vor und das Wolfstier konnte identifiziert werden: der gesichtete Wolf ist das „Weibchen F18“.
Was wir wissen: dieses Tier, ein „italienischer Wolf„, hatte man im 2016 viermal in Graubünden über DNA-Bestimmungen geortet: in Chur, Celerina und zweimal in Bergün. Das „Weibchen F18“ wurde am 25.02.2016 das erste Mal bei Chur identifiziert, als die Speichelprobe eines gerissenen Rehs entnommen wurde. Auch im März ’16 konnte die Fähe nochmal bei Chur identifiziert werden. Ein paar Wochen später konnten wieder bei Rehrissen DNA-Bestimmungen dem Wolfsweibchen zugeordnet werden: im April, wurde „F18“ in Bergün und am ersten Juni in Celerina identifiziert. Ein letztes Mal im letzten Jahr wurde die Fähe wiederum in Bergün festgestellt.
Solche DNA-Bestimmungen helfen, einzelne Tiere zu identifizieren. Wenn ein einzelner Wolf, wie zum Beispiel der Wolf „M75“, überdurchschnittlich viel Tiere reisst, kann es sein, dass eine Abschussverfügung erteilt wird („wenn ein Wolf in seinem Gebiet trotz Herdenschutzmassnahmen mindestens 25 Nutztiere innerhalb eines Monats tötet.“). Ohne DNA-Bestimmungen könnte man den Zusammenhang nicht feststellen, wenn ein einzelnes Tier grosse Distanzen innerhalb seines Lebensraumes zurücklegt.
…Der im Juli in Samnaun erstmals genetisch analysierte männliche Wolf M70 verschob sich Laufe des Sommers ins Gebiet Schesaplana im Vorderprättigau. Ohne die Daten der genetischen Analysen käme es wohl niemandem in den Sinn, diese geografisch und zeitlich weit auseinanderliegenden Ereignisse von F18 bzw. M70 dem gleichen Individuum zuzuordnen. Im April hielten sich die beiden Wölfinnen F11 und F18 im Raum Mittelbünden auf. Die Distanz zwischen den beiden Ereignissen beträgt knapp 20 Kilometer. Auch in diesem Fall gilt, dass ohne die Daten der genetischen Analysen eine Interpretation schwierig ist. Man würde die beiden Ereignisse wohl eher dem gleichen Individuum zuordnen… (Quelle, PDF)
Ob die Fähe F18 noch in der Gegend des Nationalparks verweilt und vielleicht sogar eine Familie gründe, sei derzeit nicht bekannt.
Quelle/Grafik: Schweizerischer Nationalpark, Zernez