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Er ist ein hübscher und knallgrüner Winzling von gerade mal 3 bis 5 Zentimetern Länge. Trotzdem ist der Laubfrosch nicht unwichtig. Es ist wichtig, ihn zu schützen, denn bis vor kurzem war er in der Region ausgestorben, doch nun konnte er erfolgreich wiederangesiedelt werden.
Von den Nasenöffnungen bis hinunter zur Hüfte ziert den hellgrünen Laubfrosch einen schwarzen Streifen. Die Färbung der Tiere kann jedoch zuweilen auch braun, grau oder fleckig sein. Dies hängt von der Beschaffung des Untergrundes ab. Wenn der Laubfrosch auf glatten Oberflächen wie z.B. einem Blatt sitzt, gehen von seinen Tastsinnen Reize aus, die die grüne Färbung hervorrufen. Auf rauer Baumrinde hingegen wird der Frosch dunkler, z.B. grau oder braun.
Der Laubfrosch unterscheidet sich in seiner Lebensweise ein wenig von seinen Artgenossen. Er ist ein Gebüsch- und Baumbewohner. Um sich überhaupt auf diese Pflanzen manövrieren zu können, besitzt der Laubfrosch an den Fingern und Zehen kleine Haftballen, mit denen er selbst an Glas mühelos emporklettern kann. Überhaupt ist der Laubfrosch sehr beweglich: Hüpfen, rennen, klettern und hangeln (auch kopfüber) sind ganz gewöhnliche Bewegungen. Neben Auwäldern und Feldgehölzen braucht der Laubfrosch aber auch fischfreie, sonnige Weiher oder Tümpel als Lebensräume. Als wechselwarmes Tier muss er die kühlere Zeit des Jahres in der Kältestarre verbringen. Dies tut er z.B. in Erdlöchern oder -spalten oder in grossen Laubhaufen.
Obwohl man es dem grünen Winzling nicht zutraut: Er hat die lauteste Stimme der mitteleuropäischen Lurchen. Eine grössere Gruppe von rufenden Laubfroschmännchen kann durchaus ein gehörschädigendes Niveau erreichen. Solch grosse Ansammlungen trifft man heute allerdings nur noch sehr selten an.
Tagsüber trifft man den Laubfrosch häufig auf Blättern oder anderen exponierten Stellen beim Sonnenbaden. Im Gegensatz zu vielen anderen Amphibienarten besitzt er ein Hautsekret, das verhindert, dass er zu viel Wasser verliert. Abends macht er sich dann auf die Jagd. Zu seinen favorisierten Speisen gehören Käfer und Zweiflügler, also z.B. Fliegen und Mücken. Aber eigentlich frisst er alle Tiere, die er mit seiner klebrigen Zunge fangen kann, also auch Spinnen, Schmetterlinge und Schnecken. Hingegen finden Fische, Wasser- und Schwimmkäfer, Libellenlarven, verschieden Vogelarten und sogar gewissen Amphibienarten gefallen an Laubfröschen und deren Larven.
Die häufigsten Ursachen für den Rückgang der Tiere sind Trockenlegung von Niedermooren, Begradigungen von Flüssen und Bächen, Strassen- und Siedlungsbau und die intensivierte Landwirtschaft. Von den ursprünglichen Lebensräumen sind häufig nur noch vereinzelte „Inseln“ übrig. Das Problem dabei ist, dass die Amphibien für ihre Fortpflanzung und für die Überwinterung in andere Teillebensräume wandern. Hierbei fallen sie oft dem Strassenverkehr zum Opfer. Optimal wäre es also, wenn die einzelnen Lebensräume miteinander verknüpft werden. Dann wären sowohl die Wanderungen als auch der Austausch zwischen verschieden Populationen gesichert. Bei uns konnte der Laubfrosch in der Herzogenmatt in Binningen und vielleicht auch im Mühlitäli in Allschwil wieder angesiedelt werden.
Viviane Winter