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Ziel
In SOS Tutorial 221 haben wir euch die Grundlagen von Audiokompression mit Hilfe des Standard-Kompressors von Ableton Live näher gebracht. In diesem Tutorial geben wir euch eine Einführung in das Thema Limiting. Wir erklären den Unterschied zwischen einem Kompressor und einem Limiter und zeigen euch die wichtigsten Funktionen des Limiters von Ableton Live.
1. Einführung
Der Limiter ist ein wichtiges Werkzeug im Tonstudio, das zur Bearbeitung von Lautstärke und Dynamik von Audiosignalen verwendet wird. Es gibt sowohl analoge als auch digitale Limiter, sowie Plug-ins, mit denen Hardware-Limiter simuliert werden.
Die Anwendungsgebiete eines Limiters überschneiden sich mit denen eines Kompressors. Einsatzgebiete sind beispielsweise die Bearbeitung von Drums, Mixing und Mastering. Bestimmte Elemente können sich durch Limiting im Mix besser durchsetzen und die empfundene Lautstärke einer Produktion kann mit Hilfe eines Limiters erhöht werden.
Wie der Kompressor verringert ein Limiter den Dynamikumfang eines Audiosignals, was bei einer übermäßigen Anwendung zu einem unnatürlichen, stumpfen Klang („Klangbrei“) führen kann. Der übertriebene Einsatz von Kompressor und Limiter ist letztlich die Ursache für den „Loudness War“ in Rock, Pop und EDM.
2. Limiter vs. Kompressor
Limiter und Kompressor sind technisch gesehen fast identisch. Der entscheidende Unterschied liegt in der Ratio, die es bei Limitern normalerweise nicht gibt. Stattdessen wird die Lautstärke des Audiosignals über dem Threshold beim Limiter komplett gekappt (daher der Ausdruck „Limiting“ oder „Brick-Wall-Limiting“). Beim Kompressor hingegen wird der Pegel über dem Threshold um die jeweilige Ratio reduziert. Man kann sich also einen Limiter wie einen Kompressor mit einer extrem hohen Ratio vorstellen. Mit einem Limiter wird ein maximaler Wert für den Pegel festgelegt, den das eingehende Audiosignal nicht überschreiten darf.
Neben vielen identischen Einsatzgebieten zu einem Kompressor werden Limiter häufig als „Sicherheitsnetz“ auf Audio-Gruppen oder auf der Masterspur angewendet. Damit soll im Gegensatz zum Kompressor nicht primär der Dynamikumfang verringert, oder der Mix „fetter“ gestaltet werden, sondern lediglich die lautesten Pegelspitzen reduziert werden, um Clipping zu verhindern. Der hörbare Unterschied zwischen aktiviertem und deaktiviertem Gerät ist beim typischen Gebrauch eines Kompressors demnach meist größer, während die Unterschiede beim Limiter auf der Masterspur oft nur beim Vergleich der Wellenform zu sehen sind.
Die folgende Abbildung macht den Unterschied zwischen einem Kompressor mit verschiedenen Ratio-Einstellungen und einem Limiter deutlich:
3.1. Input-Gain
Im Folgenden wollen wir euch die wichtigsten Funktionen des Limiters von Ableton Live näher bringen:
Mit dem Gain-Regler kannst du den Pegel des Einganssignals absenken oder verstärken, bevor der Limiter angewendet wird. In Kombination mit dem Ceiling-Regler legst du damit also die Stärke des Limitings fest.
Dies ist nicht zu verwechseln mit der Ratio von Kompressoren: Mit dieser definierst du, in welchem Verhältnis zum Eingangspegel das Audiosignal reduziert wird, sobald es den Schwellenwert (Threshold) überschreitet. Die Ratio wird immer in einem X:1 Verhältnis angegeben, z.B. 2:1, 4:1, 8:1 etc. Limiter haben sozusagen eine Ratio von ∞:1.
3.2. Ceiling (Threshold)
Mit dem Ceiling-Parameter bestimmst du den maximalen Ausgangspegel des Limiters. Befindet sich der Pegel des Eingangssignals unter dem Ceiling-Wert, arbeitet der Limiter nicht.
3.3 Lookahead (Attack)
Mit Lookahead bestimmst du, wie schnell der Limiter auf Pegelspitzen reagiert.
Das Pendant beim Kompressor ist die Attack bzw. Einschwingzeit: Damit kannst du regulieren, wie schnell der Audio-Kompressor reagiert, sobald der Pegel den Threshold überschreitet. Bei einer Attack-/Lookahead-Dauer von 0ms würde der Kompressor/Limiter unmittelbar nach der Überschreitung des Thresholds reagieren. Bei einer Attack von 10ms wartet der Kompressor/Limiter zunächst 10ms, bevor er anfängt zu arbeiten. Die verfügbaren Werte bei einem Limiter sind in der Regel wesentlich geringer.
Höhere Attack-Zeiten machen beispielsweise bei der Komprimierung von Drums oder perkussiven Instrumenten Sinn, um die sog. Transienten nicht zu kappen. Beim Limiter hingegen ist dies meist nicht wünschenswert, da eher im Gegenteil die lautesten Peaks abgeschnitten werden sollen.
3.4 Release
Mit Release bzw. Ausschwingzeit legst du fest, ab wann der Limiter nach dem Unterschreiten des Ceiling-Wertes wieder aufhört zu arbeiten.
Wie die meisten Kompressoren bieten auch viele Limiter eine Auto-Release-Funktion an, die häufig zu besseren Resultaten führt, als eine manuelle Einstellung der Release-Dauer.
Im nächsten SOS Tutorial wollen wir euch eine Einführung in Multiband-Compression geben.
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