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Ein Silberschmied ist ein Handwerker, der Gegenstände aus Silber oder Gold herstellt. Die Begriffe „Silberschmied“ und „Goldschmied“ sind keine Synonyme, da die Techniken, die Ausbildung, Geschichte und Zünfte zwar weitgehend die selben sind oder waren, doch das Endprodukt kann stark variieren, wie auch die Größe der kreierten Objekte. Die meisten Goldschmiede arbeiten auch mit Silber, obwohl das umgekehrt nicht unbedingt der Fall ist.
Die Silberschmiedekunst ist die Kunst aus Silber- und Goldmetallblech Hohlteile (Geschirr, Schüsseln, Näpfe, Schalen, Leuchter, Vasen, Krügen, Urnen, etc.), Besteck (Silberware) und andere Silbergegenstände für den Haushalt, Kirchenteller oder Skulpturen herzustellen. Sie kann auch die Herstellung von Schmuck bezeichnen.
Geschichte
In Äthiopien wurde das Gewerbe der Silberschmiede von den Juden praktiziert, auch bekannt als der Falasha Clan. Die Aktivität wurde als minderwertig anderen gegenüber angesehen, wenn man sich auf die handwerklichen Fähigkeiten bezieht.[1] Im antiken Nahen Osten war der Wert von Silber weniger als Gold, was den Silberschmieden erlaubte die Objekte herzustellen und sie in ihrem Lager aufzubewahren. Ogden sagte, dass nach einem Edikt von Diokletian, ein Silberschmied 75, 150 oder 300 Denare für produziertes Material (pro römischen Pfund) verlangen konnte. Damals waren die Zünfte der Silberschmiede sehr um das Wohl ihrer Nummer besorgt.[2]
Die Silberschmiede im mittelalterlichen Europa und England bildeten Zünfte und gaben ihre Werkzeuge und Techniken an neue Generationen durch die Lehrlingstradition weiter. Silberschmied-Zünfte hielten oft die Konsistenz und die Standards auf Kosten der Innovation bei. Am Anfang des 17. Jahrhunderts wanderten Handwerker nach Amerika aus und erfuhren dort weniger Einschränkungen. Als Ergebnis war die Silberschmiedekunst einer der Gewerbeformen, die zur Umstellung auf die Industrialisierung in Amerika halfen.
Werkzeuge, Materialien und Techniken
Säge (Juwelier-Säge)
Scheren
Flachfeile
Halbrundfeile
Juwelierfeile
Schlichthammer
Anhebungs-Hammer
Kreuz-Schlosserhammer
Ball-Schlosserhammer
Ambosse
Pflöcke
Stanz-Blöcke
Nieten
Silber-Hartlot
Schmelzmittel
Borax
Borsäure
Brenner oder Blasrohr
Nasspräparat (verdünnte Schwefelsäure oder organische Säuren, um Zunderbildung [3] zu entfernen)
Polierscheiben
Poliermittel
Stichel
Repousse
Gravur
Silberschmiede sägen oder schneiden spezifische Formen aus Sterling- und Feinsilber-Blech und Langgut, und verwenden dann Hämmer, um das Metall über Ambossen und Pfählen zu formen. Silber wird kalt gehämmert (bei Raumtemperatur). Sobald das Metall gehämmert, gebogen und bearbeitet wurde, wird es „arbeitsfest“. Tempern ist die verwendete Hitzebehandlung, um das Metall wieder weich zu machen. Wenn das Metall durch die Verarbeitung gehärtet wird und nicht gelegentlich hitzebehandelt wird, wird das Metall brechen und so das Kunstwerk schwächen.
Silberschmiede können Giesstechniken verwenden, um Knöpfe, Griffe und Füße für das erstellte Hohlteil zu schaffen. Nach dem Formen und Giessen können die verschiedenen Teile durch Löten und vernieten montiert werden. Während des größten Teils ihrer Geschichte verwendeten Silberschmiede Kohle oder Koks-befeuerte Gestelle und Lungen-betriebene Lötrohre zum Löten und Tempern. Moderne Silberschmiede verwenden häufig Gasbrenner als Wärmequellen. Ein neueres Verfahren ist das Laserstrahlschweißen.
Silberschmiede können auch mit Kupfer und Messing arbeiten, obwohl sich dies in der Regel nur auf Probestücke aufgrund der Kosten der Metalle beschränkt.
Verwandte und überschneidende Gewerbe
Obwohl Juweliere auch mit Silber und Gold arbeiten und sich viele der Techniken für die Arbeit mit Edelmetallen überschneiden, haben die Gewerbe der Juweliere und Silberschmiede eine unterschiedliche Geschichte. Die Kettenherstellung und Edelstein-Fassungen sind gemeinsame Praktiken der Juweliere, die normalerweise nicht als Aspekte der Silberschmiede angesehen werden.
Die Tradition der Herstellung von (Eisen/Metall) Rüstungen wurde irgendwann nach dem 17. Jahrhundert unterbrochen. Silberschmiede und Goldschmiede hingegen haben seit vielen Jahrtausenden eine ununterbrochene Tradition. Die verwendeten Techniken, um heutzutage Rüstungen herzustellen (ob für Filme oder für historische Hobbygruppen) sind ein Amalgam der formenden Techniken des Silberschmieds und Schmiedeeisen-Verarbeitungstechniken.
Bemerkenswerte Silberschmiede
Jocelyn Burton
Kurt Aepli
Garrard & Co
Georg Jensen
Benvenuto Cellini
Georges Cuyvers
Paul Revere, kolonial-amerikanischer Silberschmied, Hersteller und Patriot
Robert Welch
Jean-Valentin Morel, Französischer Juwelier und Handwerker
Thomas Germain
François-Thomas Germain
Atsidi Sani (Alter Schmied auf Englisch), der erste bekannte Navajo-Silberschmied.
Sequoyah Cherokee Silberschmied, der Erfinder der Cherokee-Silbenschrift.
Silberschmuck
Viele Silberschmiede stellen individuellen Silberschmuck her. Häufig kann man eine Massanfertigung des Schmucks plus einer Personalisierung (wie einer Gravur o.ä.) beim Silberschmied erwerben. Ähnlich wie beim Goldschmied kann man auch besondere Schmuckstücke, wie Trauringe oder Verlobungsringe, nach eigenen Wünschen und Vorstellungen schmieden lassen.
Quellen[1] E.J.Van Donzel (Organization United Nations Educational, Scie, Unesco). History of humanity. UNESCO, 2000. Retrieved 2012-04-10.
[2] Jack Ogden. Ancient Jewellery. University of California Press, 7 Jul 1992. Retrieved 2012-04-10.
[3] Brain, Charles. „Pickling Notes“. The Ganoksin Project. Retrieved 15 June 2013.