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Parkhäuser sind nicht gerade beliebte Bauwerke. Sie gelten als hässliche Betonkolosse, die das Stadtbild stören, oder sogar als Orte der Angst: In vielen Filmen lauert ein Schurke zwischen abgestellten Autos, während der Held ahnungslos mit dem Zündschlüssel in der Hand nach seinem Wagen sucht.
Ganz anders war das Image der Parkhäuser in den 50er- und 60er-Jahren: Sie waren Wahrzeichen des wachsenden Wohlstands. Immer mehr Menschen lenkten voller Stolz ihre eigene Blechkutsche und mussten sie in der Stadt irgendwo abstellen. Weil in den verschachtelten Schweizer Ortschaften der Platz für riesige Parkplatz-Einöden im amerikanischen Stil fehlte, wurden die Autoabstellplätze in die Höhe gestapelt. Rampen verbanden die Parkdecks miteinander.
Eine andere Lösung wählte die Genossenschaft Migros Zürich, als sie in den 60er-Jahren ihre neue Betriebszentrale an der Pfingstweidstrasse bauen liess: Eine spiralförmige Zufahrt erschloss die Parkplätze auf dem Dach der Zentrale. Adele Duttweiler, die Frau des Migros-Gründers, weihte den imposanten Beton-Korkenzieher 1965 persönlich ein. Die Stadt Zürich zeichnete ihn mit dem «Orden für gutes Bauen» aus.
Die Migros-Zeitung «Brückenbauer» schrieb begeistert: «Wir laden Sie ein, die kühn konzipierte Doppelspirale zu befahren.»
Heute wird das denkmalgeschützte Bauwerk längst nicht mehr als Autozufahrt genutzt. Es bleibt aber ein grandioses Wahrzeichen für eine Zeit, als sich der Fortschrittsglaube regelrecht in den Himmel schraubte.