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Vor einem Jahr kamen die ersten Schutzsuchenden aus der Ukraine in der Schweiz an. Dass die Schweizer Bevölkerung die Geflüchteten herzlich empfangen und unterstützt hat, ist grossartig! Unzählige Menschen haben mit grossem Einsatz geholfen. Mit den Erfahrungen der vielen Geflüchteten aufgrund der Balkankriege wurde 1998 der Schutzstatus «S» geschaffen: Betroffene Menschen sollen rasch eine befristete humanitäre Aufnahme in der Schweiz erhalten. Der Status «S» musste zum Glück bis im Frühling 2022 nie angewandt werden.
Geflüchtete aus der übrigen Welt durchlaufen ein oft langes Asylverfahren. Empfangszentren und Durchgangsheime sind ihre ersten Wohnorte. Ihr Start in der Schweiz ist oft isoliert von der einheimischen Bevölkerung. Sie realisieren die Unterschiede zwischen Schutzstatus «S» und ihrem «normalen» Geflüchteten- Status. Um Konflikte zu vermeiden, braucht es oft erklärende Gespräche. Nicht nur der im Asylrecht verankerte Schutzstatus «S», sondern auch die Gesellschaft macht in einzelnen Belangen Unterschiede zwischen den Geflüchteten. Ich teile die Forderung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe: Im Sinne der Rechtsgleichheit müssen die guten Erfahrungen mit dem Schutzstatus «S» auf alle Geflüchteten übertragen werden. Im Agathu begrüssen wir alle, die den Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturen schätzen: Geflüchtete, Einheimische, Freiwillige.
(Ernst Ritzi)