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1. Auf welcher Erkenntnis basiert die Interventionsgerontologie? Nennen Sie 4 dieser Aussagen.
mehrfache Determiniertheit (Bestimmtheit) von Alterszuständen und Alternsprozessen
Plastizität, im Alter ist eine nachgewiesene Lernfähigkeit und Veränderbarkeit möglich
Altern ist nicht gleich Altern, da Menschen sich im Alter unterschiedlich entwickeln
Multidirektionalität bedeutet, dass sich verschiedene Entwicklungsbereiche bei dem ein und demselben Menschen mit dem Älterwerden in unterschiedliche Richtungen verändern können
2. Ursula Lehr ist eine führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Erforschung und Gestaltung des Alterns. Sie beschrieb vier Aufgabenbereiche von Interventionen, die mit unterschiedlichem Gewicht in verschiedenen Lebensabschnitten eine Rolle spielen können. Nennen Sie diese vier Aufgabenbereiche und beschreiben Sie einen davon näher.
Optimierung: günstige Entwicklungsbedingungen schaffen
Prävention: dem Nachlassen von Fähigkeiten vorbeugen, Erhaltung körperlichen, geistigen & sozialen Fähigkeiten durch Training, Pflege der Interessen und gesunde Lebensführung ab dem mittleren Erwachsenenalter.
Rehabilitation/Therapie: Störungen oder bereits eingetretene Schäden rückgängig machen
Managment: mit unveränderbaren Problemsituationen, das Erreichte sichern
3. Keine Intervention sollte durchgeführt werden, ohne im Vorfeld wesentliche Fragen zu klären. Nennen Sie fünf erforderliche Fragestellungen.
1. Welchen Grund gibt es für den Einsatz der Intervention? Welches Problem liegt vor.
2. Was würde passieren, wenn nicht eingegriffen würde?
3. Welche Interventionen sind angemessen?
4. Welche (unerwünschten) Nebenwirkungen können auftreten?
5. Wer ist am besten dazu geeignet die Intervention durchzuführen?
4. Herausfordernde Verhaltensweisen bei Menschen mit Demenz sind oft ein Resultat der Unfähigkeit „sich verständlich zu machen“. Benennen Sie fünf Ursachen für herausfordernde Verhaltensweisen.
1. ein medizinisch identifizierbares Symptom einer dementiellen Erkrankung (z.B. Morbus
Pick).
2. wenn ein alter Mensch den eigenen Willen oder Wünsche nicht realisieren kann.
3. ein Kommunikationsmittel.
4. eine Reaktion auf psychosoziale Deprivation (Zustand der Entbehrung und des Mangels), z.B. aufgrund eines Pflegedefizits.
5. um auf physische Bedürfnisse aufmerksam zu machen.
5. Im stationären Alltag kommt es immer wieder zu aggressivem Verhalten von Menschen mit Demenz. Welche Risikofaktoren in der Umgebung begünstigen das Auftreten von aggressivem Verhalten? Nennen Sie drei Risikofaktoren und erläutern Sie einen davon näher.
Qualifikation der MA, Stationsmilieu & Tagesstruktur
Qualifikation der MA = Wissens- und Pflegestandard des Personals entspricht nicht den Anforderung der/s Bewohners. PP ist dadurch überlastet, reagiert nicht Bew.gerecht. Bew. fühlt sich dadurch nicht verstanden und reagiert mit aggressivem Verhalten.
6. Im personenzentrierten Verständnismodell nach Tom Kitwood wird die Demenz als eine Form der Behinderung verstanden. Diese Behinderung entsteht durch die Kombination von fünf Ursachenkomplexen. Führen Sie diese fünf Komplexe auf und beschreiben Sie einen davon näher.
= Persönlichkeit + Biographie + körperliche Gesundheit + neurologische Beeinträchtigung + Sozialpsychologie
Persönlichkeit = Die Persönlichkeit jedes Menschen einmalig und ist unverwechselbar. Mit zunehmendem fortschreiten der Demenz wird der Erkrankte zunehmend abhängiger von anderen Menschen und ist auf deren Anerkennung seiner Person stärker angewiesen. Durch Zuwendung und Bestätigung können die erlebten Verluste erträglicher gemachtwerden. Erhält ein Mensch mit Demenz diese Bestätigung und Anerkennung nicht, besteht die Gefahr, dass das Gefühl für seine Identität zunehmend verliert und Gefühle wie Angst und Verzweiflung sich breit machen.
7. Im personenzentrierten Ansatz geht man davon aus, dass durch positive Interaktionen, dass Wohlbefinden von MmD beeinflusst und gefördert werden kann. Dagegen werden negative Interaktionen die Gefühle und Bedürfnisse vernachlässigt, missachtet und verletzt. Nennen Sie jeweils drei positive und negative Interaktionsformen und beschreiben jeweils eine davon näher, anhand eines Beispiels aus ihrem Pflegealltag.
positive Interaktionsformen: Entspannen, Validation & Feiern und sich Freuen
Feiern und sich Freuen = Mit der Person zusammen feiern und so Möglichkeiten zum
freudvollen, humorvollen Miteinander finden. Beim Feiern wird die Trennung zwischen der
zu pflegenden Person und der Pflegeperson aufgehoben.
negative Interaktionsformen: Einschüchtern, Verbannen & Lästern
Verbannen = Die Person durch Wegschicken oder Isolierung verbannen.
8. Definieren Sie die Begriffe „Milieu“ und Milieutherapie“ und erklären Sie den Grundgedanken dieses Konzepts.
Als Milieu wird das soziales Umfeld und die Umgebung, in der ein Mensch lebt und die ihn prägt, bezeichnet. Der Milieutherapie liegt die Vorstellung zu Grunde, dass der Mensch nicht nur seine Umwelt beeinflusst, sondern gleichzeitig auch selbst von ihr beeinflusst wird. Somit kann sich das Milieu auf die Entstehung, den Verlauf und die Heilung von Krankheiten auswirken. Je stärker eine dementielle Erkrankung fortschreitet, um so weniger ist der Betroffene in der Lage, sich der Umwelt anzupassen. Daher zielt die Milieutherapie darauf, die Umwelt so zu gestalten, dass der Bewohner weder unter- noch überfordert wird und sich insbesondere nicht bedroht fühlt.
Vor allem in drei Bereichen setzt die Milieutherapie an:
‣ die dinglich-räumliche Umgebung
‣ das soziale Umfeld
‣ die Tagesstrukturierung
Es werden die Rahmenbedingungen an die dementiell erkrankten Bewohner angepasst - und nicht umgekehrt. Trotz eines strukturierten Tagesablaufes muss auch ausreichend Raum für die individuellen Bedürfnisse der Bewohner bleiben.