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Erst am Sonntag, dem vierten Wettkampftag in Rom, hatte Noè Ponti mit Delfin-Silber über 100 m den Schweizer Medaillenbann im Freiluftbecken im Foro Italico gebrochen. Nur 24 Stunden später – und damit zwei Tage vor Ende dieser Titelkämpfe – ist dank Lisa Mamié und Antonio Djakovic bereits klar, dass die 36. Europameisterschaften als die erfolgreichsten überhaupt für Swiss Aquatics zu Ende gehen werden.
2000 in Helsinki sorgten Flavia Rigamonti mit Gold über 800 m Crawl vor Chantal Strasser sowie Remo Lütolf mit Bronze über 50 m Brust für die ersten kontinentalen Langbahn-Titelkämpfe mit drei Schweizer Auszeichnungen. Drei Medaillen – durch Mamié (Silber/200 m Brust), Jérémy Desplanches (Silber/200 m Lagen) und Roman Mityukov (Bronze/200 m Rücken) – gab es zudem auch vor 15 Monaten an der EM in Budapest.
Lisa Mamié blieb in Rom zwar mehr als eine Sekunde über ihrem im Vorjahr an der EM in Budapest aufgestellten Landesrekord. Doch dies durfte der Zürcherin, deren Mutter Italienerin ist, völlig egal sein. Denn die 2:23,27, womit sie um knapp vier Zehntel schneller war als die zweitklassierte Italienerin Martina Carraro, reichten dennoch zu Gold. Erste zu werden, das komme für sie unerwartet, sagte Mamié nach ihrem Coup. «Ich gab einfach mein Bestes, schwamm mein eigenes Rennen und habe als Erste angeschlagen. Ich bin mega-happy.»
Die 23-Jährige ist nach Rigamonti erst die zweite Schweizer Europameisterin. Die Langstrecken-Crawlspezialistin aus dem Tessin hatte 2008 in Eindhoven auch auf der nicht-olympischen Distanz von 1500 m triumphiert. 2018 in Glasgow wurde zudem Jérémy Desplanches als bislang einziger männlicher Schwimmer aus der Schweiz Europameister (über 200 m Lagen).
Wenige Minuten vor Mamiés «Gold-Schwumm» durfte auch Antonio Djakovic in Rom über eine Medaille jubeln. Im Sog des überlegen siegreichen Rumänen David Popovici sicherte sich der 19-jährige Thurgauer über 200 m Crawl Silber. Djakovic passierte bei allen drei Wenden als Zweiter. In 1:45,60 unterbot er abermals seinen vor Rom gültigen Schweizer Rekord. Zugleich blieb er allerdings um 0,28 Sekunden über seiner am Vortag im Halbfinal aufgestellten Bestmarke.
Doch Popovici, dem wie im Juni an der WM das Double 100/200 m Crawl gelang, befand sich eh in unerreichbaren Sphären. Der 17-Jährige schlug nach den vier Bahnlängen in 1:42,97 an. Er verfehlte damit den Weltrekord von Paul Biedermann aus der Ganzkörperanzug-Ära um weniger als eine Sekunde. (nih/sda)