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In der freien Natur zu leben ist keineswegs
gefährlicher als im "zivilisierten" Teil
unserer Welt. Lediglich die Gefahren sind verschieden.
Wenn man eine Änderung des Lebensstils plant,
ist es wichtig sich darüber klar zu werden, dass
man auch mit anderen Gefahren konfrontiert werden wird.
Man sollte sich mit allen möglichen Gefahren (körperlich,
psychisch, finanziell) befassen und versuchen diese
bezüglich der folgenden Kriterien zu analysieren:
- Wie man mit ihnen umgeht.
- Wie viel und welche Art von Vorbereitung (Ausbildung,
Werkzeug, Ersatzteile, Vorräte) sinnvoll sind,
oder ob die Situation auf jeden Fall Rettung von aussen
benötigen würde.
- Wie und wen man alarmieren müsste.
- Welche Auskunft die Retter benötigen würden.
- Wie man überlebt, bis Hilfe eintrifft.
- Ob man bereit ist, zu akzeptieren, dass es unmöglich
sein könnte, zeitgerecht Hilfe zu bekommen und
ob man bereit ist die Konsequenzen daraus zu tragen
(was den Tod mit einschliessen könnte).
Die wichtigsten Dinge
in jedem Notfall sind:
- Nicht in Panik zu geraten
und kontrolliert zu handeln.
- Die Gefahr / Situation richtig
zu analysieren. Vielfach sieht das Ganze schlimmer
aus, als es eigentlich ist.
Reisen in entlegene Gebiete sollten niemals
unternommen werden, ohne die folgenden Ausrüstungs-Gegenstände
mitzuführen. Diese sollten so verstaut sein, dass
sie jederzeit, sofort aus dem Fahrzeug genommen werden
können:
- Mindestens 20 Liter Trinkwasser pro Person für
Notfälle. Dies zusätzlich zum Wasser für
die geplante Reise.
- Eine gut ausgestattete Not-Apotheke.
- Eine gut ausgerüstete Überlebens-Ausrüstung.
Diese muss ein EPIRB / PLB und wenn immer möglich
ein GPS und ein Iridium Satelliten-Telephon beinhalten.
Ebenso
wichtig sind, neben vielen anderen Gegenständen:
Wasserfilter, Signalisations-Geräte, Decken,
Streichhölzer,
Notfallnummern-Liste, etc.
Die Hauptgefahren, auf welche man auf
Reisen gefasst sein muss, sowie einige Ideen, wie man
ihnen begegnen könnte.
Wenn man in eine Notfallsituation kommt, ist es oft
folgendermassen möglich, Gefahr und Stress drastisch
zu reduzieren:
- Wissen was zu tun ist.
- die richtigen Dinge, in der richtigen Reihenfolge
machen.
- keinen wichtigen Schritt zu versäumen.
- schnell aber nicht überstürzt zu handeln.
Dies kann leichter erreicht werden, wenn man für
die wichtigsten Vorkommnisse vordefinierte Checklisten
benutzt (Piloten benutzen das gleiche Verfahren für
reguläre Checks und als Notfallprozeduren).
Eine Kopie der Checklisten, welche alle Arten von Informationen
enthalten, welche sofort zugänglich sein müssen,
wird leicht zugänglich in der Fahrerkabine aufbewahrt.
Ebenso, werden weitere Listen mit häufig gebrauchten
Informationen dort aufbewahrt.
Diebstahl und Überfall:
Man sollte den Ort wo man beabsichtigt sein Fahrzeug
abzustellen / zu Campieren / sich hinzugeben zuerst
auf sich einwirken lassen. Fühlt man sich nicht
wohl, sollte man einen anderen Ort wählen. Man
sollte dem eigenen Instinkt trauen! Die Wahrscheinlichkeit
eines Diebstahls Überfalls ist in Städten
und deren Umgebung viel grösser als in dünner
besiedelten Gebieten.
Es gibt nichts wertvolleres als das eigene Leben und
die eigene Gesundheit. Wenn man in Schwierigkeit kommen
sollte man diese Dinge nicht aufs Spiel setzen.
- Trage keine Waffen.
- Versuche den Schaden so klein wie möglich zu
halten (persönlich und materiell). Den Zwischenfall
gesund zu überleben hat absolute Priorität.
- Graviere möglichst alle, aber sicher die wichtigen
Teile des Autos und der Ausrüstung damit sie durch die
Polizei verfolgbar wird. Damit erhöht sich das
Risiko für den Übeltäter und du selber
wirst als Opfer uninteressanter.
- Rüste das Fahrzeug mit einem satelliten-gestützten
Fahrzeug-Verfolgungs-System mit automatischer Alarmauslösung
aus (Sat-Trak24).
- Verstaue ein zusätzliches GPS und ein Ersatz-Kommunikations-Gerät
an einem sicheren Ort.
- Halte eine Liste von Notfallnummern, Kredit-/Debit-Karten-Nummern,
Bankkonto-Nummern, usw. an einem sicheren Ort versteckt
um sofort Konten und Kredit-Karten sperren zu können.
- Speichere eine verschlüsselte, aktuelle Kopie aller wichtigen Ausweise und witerer wichtiger Daten (siehe oben) auf dem Internet, so dass sie von jedem PC mit Internet-Zugriff abgerufen werden.
So kannst du dich weltweit jederzeit ausweisen, auch wenn dir alles abhanden gekommen ist.
- Verstecke Geld (in kleinen Teilen) und Kredit-/Debit-Karten
an unterschiedlichen Orten. Habe Ersatz-Karten an
einem sicheren Ort.
- Behalte abgelaufene Kredit-/Debit-Karten und führe
sie, zusammen mit einem sinnvollen Geldbetrag im Portemonnaie
mit. Das ist das jenige was man abgibt, sollten man
dazu gezwungen werden....
- Installiere im Schlafteil des Fahrzeugs Narkose-Gas-Detektoren
und andere Alarme.
- Halte den Fahrersitz im Camper wenn immer möglich
frei und schnell von innen zugänglich.
- Stelle das Auto in Fluchtrichtung ab und kenne die
Umgebung.
Medizinischer Notfall (Unfall / Krankheit
/ Tiere):
Jeder Mensch stirbt an einem medizinischen Notfall.
Du kannst jederzeit in eine Situation jenseits deiner
Möglichkeiten kommen, auch wenn du noch so gut
ausgebildet und ausgerüstet bist und auch wenn
du schnell und korrekt handelst. Es ist sehr traurig,
jemanden zu verlieren, aber noch schlimmer ist es nachher
zu erkennen, dass die Person nicht gestorben wäre,
wenn du dies oder jenes gewusst, bei dir gehabt, oder
richtig gehandelt hättest ......
- Lerne, wie du in zeitkritischen Notfallsituationen
handeln solltest (es wird dann nicht genug Zeit zum
lesen eines Buches geben).
- Führe eine weitreichende medizinische Ausstattung,
wie Instrumente, Verbände, Medikamente usw. mit
(Je nach Gebiet kann es sein, dass du zwar ein Krankenhaus
erreichst, dort aber die einfachsten Dinge fehlen
....).
- Lerne durch spezifische medizinische Kurse weitmöglichst,
wie deine Ausrüstung zu benutzen ist.
- Führe gute medizinische Literatur mit und lerne
zeitkritische Abläufe auswendig.
- Behalte dich durch regelmässiges Training in
guter geistiger und körperlicher Verfassung.
- Überwache deine eigene Gesundheit durch regelmässige
Vorsorgeuntersuchungen und Selbst-Tests.
Naturkatastrophen (Wirbelstürme /
Feuer / Überschwemmung / Gewitter):
Wenn man sich gut auf sie vorbereitet, sind Naturkatastrophen
meistens nicht sofort lebensbedrohlich. Es bleibt normalerweise
genügend Zeit sich zu organisieren.
- Höre regelmässig die Wettervorhersagen.
- Führe eine Liste mit den wichtigen Rundfunk-Sende-Frequenzen
und Notfall-Nummern.
- Kontaktiere die Behörden und informieren sie
über deinen Namen, deine Position, Situation
und deine weiteren Pläne.
- Bereite detaillierte, persönliche Checklisten
für die wahrscheinlichsten Situationen im Voraus
vor. Dies hilft alle notwendigen Schritte, in der
richtigen Reihenfolge und in der kürzesten Zeit
richtig durchzuführen und hilft vor allem Panik
zu vermeiden.
Fahrzeugbrand:
Dies ist einer der üblichsten Notfälle im
Outback und wird hauptsächlich durch sich entzündendes
Gestrüpp unter dem Auto (welches beim fahren „aufgelesen
wird“) verursacht. Ein Fahrzeug steht innerhalb
2 Minuten im Vollbrand. Wenn dies geschieht wirst du
vermutlich all deine Habseligkeiten innerhalb ein paar
Minuten verlieren. Wenn du damit auch die ganze Kommunikationsausstattung
und Wasserreserven verlierst, bist du nun tatsächlich
in sehr ernsten Schwierigkeiten. Das ist derjenige Zwischenfall,
bei dem du darauf vorbereitet sein musst, deine Notfall-Ausrüstung,
deine Notfall-Apotheke und deinen Notvorrat an Wasser
blitzschnell aus dem Auto zerren zu können.
- Führe so wenig explosive Stoffe wie möglich
im Fahrzeug mit (Benzin, Gas) und bewahre sie in leicht
herausnehmbaren Behältern auf.
- Führe alles Wasser (einschl. der 20 Liter pro
Person für Notfälle) in belüfteten
Stahltanks mit, oder führe die oben erwähnten
20 Liter Trinkwasser pro Person in transportablen
Kanistern mit.
- Führe einen 6 Kg Feuerlöscher mit. 1 kg
und 2 kg Löscher sind in diesem Fall Spielzeuge.
- Nachdem der Zwischenfall unter Kontrolle ist, analysieren
die Situation und fordere, wenn notwendig, Hilfe an.
- Bleibe beim Fahrzeug! Ein Fahrzeug kann aus der
Luft leichter erkannt werden als eine Person.
Immobil auf Grund eines technischen Defekts:
Dies ist nicht wirklich gefährlich, sofern du
gut vorbereitet bist, wenn die Kommunikation noch funktioniert
und wenn genügend Trinkwasser vorhanden ist.
- Führe einen vollständigen Satz von Werkzeugen
mit, für alle Arbeiten zu denen du selber fähig
bist.
- Führe die üblichsten / am häufigsten
versagenden Teile mit.
- Führe zusätzliche, wichtige Teile mit,
deren Ausfall dich stoppen würde.
- Führe den Ersatzteil-Katalog deines Fahrzeugs,
sowie das Service-Handbuch mit.
- Führe ein gute Auswahl praktischen Zubehörs
für Not-Reparaturen mit.
- Trage einen Satz aller benötigten Flüssigkeiten
mit.
- Bleib beim Auto! Ein Auto kann aus der Luft leichter
erkannt werden als eine Person.
- Analysiere den Schaden und fordere notfalls Teile
und/oder Hilfe an.
Eingesandet oder sonst wie „steckengeblieben“:
Dies ist nicht wirklich gefährlich, sofern du
gut vorbereitet bist, wenn die Kommunikation noch funktioniert
und wenn genügend Trinkwasser vorhanden ist.
- Führe einen vollständigen Satz an normalen
Berge-Werkzeugen mit und wisse wie sie zu benutzen
sind. Die Auswahl muss mindestens einen Wagenheber
(z.B. einen Hi-Lift-Jack), Unterlagen für den
Wagenheber, eine langstielige Schaufel, einige genügend
starke Bergegurten und Schäkel, sowie ein Reifen-Druck-Messgerät
und einen Luftkompressor enthalten.
- Zusätzliche Werkzeuge die von Vorteil wären:
Sandanker, Brückenelemente und/oder Sandbleche,
Hand- und/oder Motor-Winde, Kettensäge, Schneeketten,
Reifenreparatur-Ausrüstung.
- Bleib beim Auto! Ein Auto kann aus der Luft leichter
erkannt werden als eine Person.