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Mit dem Begriff «Spread» (verkürzend für «Bid-Ask-Spread») oder «Geld-Brief-Spanne» bezeichnet man in der Börsensprache die Differenz zwischen dem tieferen Geldkurs (Bid) und dem höheren Briefkurs (Ask).
Der Geldkurs ist der höchste Preis, welcher Anleger bereit sind, für ein Gut zu zahlen. Der Briefkurs ist hingegen der tiefste Preis, bei dem die Anleger bereit sind zu verkaufen.
In aller Regel liegt der Briefkurs über dem Geldkurs, wodurch der Bid-Ask-Spread entsteht. Die Verkäufer möchten einen möglichst hohen Gewinn erzielen, während die potentiellen Käufer möglichst wenig Geld ausgeben möchten. Bei einem Kauf und sofortigen Verkauf eines Wertpapiers würde der Marktteilnehmer dementsprechend einen Verlust in der Höhe des Bid-Ask-Spreads hinnehmen müssen.
Grosse Spreads können auf einen illiquiden Markt oder eine hohe Markt-Volatilität hinweisen. Je häufiger ein Wertpapier gehandelt wird, desto mehr gleichen sich Geldkurs und Briefkurs an. So weisen populäre Aktien grosser Unternehmen im Durchschnitt kleinere Spreads auf als Aktien kleiner Unternehmen, die seltener gehandelt werden.
Im Forex-Handel ist der Spread die wichtigste Gebühr, welche der Trader an den Online-Broker oder die Bank für einen Trade zu zahlen hat. Je grösser der Spread, desto mehr verdient die Bank.
Beispiel: Sie möchten Franken in Euro umtauschen, also Euro mit Franken kaufen. Ein Händler bietet Ihnen 0.910 Euro pro Franken. Für 100 Franken erhalten Sie also 91 Euro. Wenn Sie die 91 Euro beim gleichen Händler wieder in Franken umtauschen möchten, erhalten Sie aber nur 99 Franken zurück. Die Differenz von 1 Franken – eben den Spread – streicht der Händler als Gebühr ein. In diesem Beispiel beträgt der Spread 1%.
Spread-Gebühren sind aber nicht nur im Forex-Handel weit verbreitet. Fremdwährungsspreads lauern als «versteckte» Gebühren, die den Kunden nicht bewusst sind, in diversen Bankdienstleistungen.
So verdienen Kreditkarten-Herausgeber an den Fremdwährungskursen, die sie ihren Kunden verrechnen. Auch im täglichen Zahlungsverkehr auf dem Privatkonto, beim Bezug von Fremdwährungen mit der Debitkarte, in der Vermögensverwaltung, im Aktienhandel und Private Banking sind Fremdwährungsgebühren – das heisst die Spreads – eine wichtige Einnahmequelle für Banken.