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Dürre in Äthiopien: SRK leistet humanitäre Hilfe
Im Süden von Äthiopien verschlimmert sich die Dürre. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) leistet Nothilfe für rund 6000 Menschen in der Region Moyale. Sie erhalten unbürokratische Bargeld-Hilfe, um sechs Monate zu überstehen. Gemeinsam mit dem Äthiopischen Roten Kreuz realisiert das SRK weitere Aktivitäten wie die Beseitigung von Tierkadavern.
Alarmierende Hungerkrise in Afrika
Mehr als 800 Millionen Menschen in Afrika sind von einer Hungerkrise betroffen. Fast 60 Millionen Kinder in Afrika haben nicht genug zu essen, und auf dem gesamten Kontinent sind 45 % der Todesfälle im Kindesalter auf Hunger zurückzuführen.
Die Föderation der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) schlägt Alarm. Sie ruft ihre Partner dazu auf, Hilfsmassnahmen in den folgenden Ländern dringend zu unterstützen: Äthiopien, Kenia, Somalia, Nigeria, Niger, Angola, Burkina Faso, Mali und Madagaskar.
Ein Ende der Hungerkrise ist nicht absehbar. Die Situation ist sehr besorgniserregend.
Amélie Courcaud, SRK-Delegierte Äthiopien
Bereits im letzten Jahr hat sich die Dürre in weiten Teilen des Landes verschlimmert. Die Auswirkungen davon sind weit sichtbar: Weideflächen und Wasser werden noch knapper. Die Zahl der Tiere, die aufgrund von Futter- und Wassermangel sterben, steigt von Tag zu Tag.
Diese Zahl ist ein wichtiger Indikator und sie ist höchst alarmierend: Bis Anfang März sind etwa eine Viertelmillion Tiere verendet, was sich schwer auf die Ernährungssituation vieler Menschen auswirkt. Rund 6,8 Millionen Menschen sind betroffen. Ihre humanitären Bedürfnisse sind immens.
SRK-Nothilfe für sechs Monate
Die Nothilfe erfolgt gemeinsam mit einer Zweigstelle des Äthiopischen Roten Kreuzes. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit, können die Massnahmen vor Ort schnell umgesetzt werden:
Als erstes werden die verletzlichsten tausend Haushalte identifiziert, die unter der Dürre leiden. Als verletzlich gelten Haushalte mit kleinen Kindern, schwangeren oder stillenden Frauen, mit älteren oder beeinträchtigten Menschen. Auch Haushalte, deren Oberhaupt eine Frau ist oder die ihre Lebensgrundlage wie Vieh verloren haben, zählen dazu.
Diese als am meisten gefährdeten Haushalte erhalten Bargeld-Hilfe. Damit können sie kaufen, was sie am dringendsten benötigen wie Wasser, Nahrungsmittel, Hygiene-Artikel.
Damit keine Missgunst aufkommt innerhalb einer Dorfgemeinschaft, sind Mitglieder des Dorfes Teil des Komitees, welches die verletzlichsten Haushalte auswählt.
Wer gilt als verletzlich?
Um die Gesundheit dieser Menschen zu stärken, braucht es weitere Massnahmen: Freiwillige des Äthiopischen Roten Kreuzes führen Infoanlässe zu Hygiene in ihren Gemeinden durch. Gemeinsame Aktionen zur Beseitigung von Tierkadavern sind wichtig, damit keine Krankheitserreger ins Wasser gelangen. Zudem verteilen sie Behälter, mit denen Trinkwasser sicher aufbereitet und gelagert werden kann.
Die sechsmonatige Nothilfe des SRK erfolgt mit finanzieller Unterstützung des Bundes und des Dänischen Roten Kreuzes.
Düstere Prognose aufgrund des Klimawandels
Dürren, aber auch sintflutartige Überschwemmungen – so zeigen sich die Folgen des Klimawandels in Äthiopien. Sie treffen die Menschen im Land bereits heute hart. In Zukunft werden sie sich aber noch verschärfen aufgrund der fortschreitenden Erderwärmung. Ernteausfälle, Verluste der Viehbestände, Konflikte um Ressourcen und Hunger sind die Folgen davon. In einem Land, das von mehreren Krisen geschüttelt ist, wirkt sich das besonders drastisch aus.
GUT ZU WISSEN
Verschiedene Krisen führen zu enormer Not
Die humanitäre Not verschärft sich in Äthiopien massiv. Dies hat mehrere Ursachen:
Anhaltender Konflikt in Tigray, im Norden des Landes
Verschiedene Konflikte mit Vertreibungen in fast allen Landesteilen
Dürre in weiten Teilen des Landes
Jährlich wiederkehrende, sintflutartige Regenfälle in gewissen Regionen
Grösste Heuschreckenplage in 25 Jahren
Negative Folgen der COVID-19 Pandemie: viele Menschen haben ihr Einkommen und damit ihre Lebensgrundlage verloren
Stark gestiegene Preise für Nahrungsmittel aufgrund der Ukraine-Krise. Über 80 Prozent der ostafrikanischen Weizenprodukte werden mehrheitlich aus Russland und Ukraine importiert.