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Nach einer schweren Explosion in einem Chemiepark in Ostchina ist die Zahl der Opfer deutlich gestiegen: 44 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Zuvor war von sechs Toten die Rede gewesen.
90 weitere Personen wurden zudem schwer verletzt. Von den Verletzten befinden sich 32 Menschen in einem kritischen Zustand. Dies teilten die Behörden der ostchinesischen Stadt Yancheng am Freitag mit. Auslöser für die Explosion am Vortrag war ein Feuer in einer Fabrik für Pestizide.
Die Druckwelle der Explosion beschädigte auch Hausfassaden in der Umgebung und zerstörte zahlreiche Fenster, wie auf Videoaufnahmen des Unglücks zu erkennen ist. Über 640 Menschen zogen sich nach Behördenangaben Schnittwunden und andere Verletzungen zu und begaben sich zur Behandlung in Spitäler. Zahlreiche Autos, Wohnhäuser und eine Schule in der Nähe seien beschädigt worden.
Mehrere Schulen und Kindergärten in der Nähe der Unglücksstelle blieben am Freitag geschlossen. Behörden testeten die Luft- und Wasserqualität in der Umgebung auf mögliche Belastungen.
Wie die staatliche Zeitung «People's Daily» am Freitag berichtete, war die Explosion am Donnerstag so stark, dass sie ein Erdbeben einer Stärke von 2.2 ausgelöst habe.
In China kommt es immer wieder zu schweren Industrieunfällen, weil Arbeitsvorschriften zu lasch sind oder nicht eingehalten werden.
Bei einer der bisher grössten Katastrophen dieser Art waren im August 2015 bei der gewaltigen Detonation eines Chemielagers im Hafen der nordostchinesischen Millionenmetropole Tianjin 173 Menschen getötet worden. Chinas Regierung hatte danach angekündigt, die Chemielager und Fabriken des Landes auf Sicherheitsrisiken prüfen zu wollen.
Das Unglück alarmierte auch die oberste Führung in Peking. Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang gaben Anweisungen für die Rettungsarbeiten, teilten die Behörden in Yancheng mit. (sda/dpa/afp)