Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/1377

Antiparasitikum für Katzen
ATCvet-Code: QP54AA54
Zusammensetzung
Antiox.: E321
Galenische Form: Lösung zum Auftropfen auf die Haut
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenBROADLINE ist eine Lösung zum Auftropfen auf die Haut, die die insektiziden und akariziden Wirkstoffe Fipronil (adultizid) und (S)-Methopren (ovizid und larvizid), das Endektozid Eprinomectin und das Cestozid Praziquantel enthält. Diese Kombination führt zu einer Wirksamkeit gegen Flöhe, Zecken, gastrointestinale Nematoden, Bandwürmer sowie gegen Harnblasenwürmer.
Fipronil ist ein Insektizid und Akarizid aus der Phenylpyrazol-Familie. Die Wirkung von Fipronil und seinem Metaboliten Fipronil-Sulfon gegen Flöhe und Zecken beruht auf einer Interaktion mit Liganden-gesteuerten Chloridionenkanälen, insbesondere mit solchen, die auf den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ansprechen. Des Weiteren hemmt Fipronil bei Wirbellosen Glutamat-gesteuerte Chloridionenkanäle. Die Hemmung des prä- und postsynaptischen Chloridionenaustausches durch die Zellmembranen hat eine unkontrollierte Aktivität des zentralen Nervensystems zur Folge und bewirkt den Tod der Insekten und Spinnentiere.
(S)-Methopren ist ein Wachstumsregulator für Insekten (IGR) aus der Wirkstoffgruppe der Juvenilhormon-Analoga, der die Entwicklung der unreifen Stadien der Insekten hemmt. Diese Substanz imitiert die Wirkung des Juvenilhormons und führt zu einer gestörten Entwicklung und damit zum Tod der unreifen Flohstadien. Die ovizide Wirkung von (S)-Methopren auf dem behandelten Tier resultiert entweder daraus, dass der Wirkstoff die Eischale frisch gelegter Floheier durchdringt, oder dass er durch die Kutikula der adulten Flöhe aufgenommen wird. (S)-Methopren verhindert dadurch die Entwicklung von Larven und Puppen, so dass die Umgebung des behandelten Tieres von diesen Stadien freigehalten werden kann.
Eprinomectin gehört als Endektozid in die Substanzklasse der makrozyklischen Laktone. Diese Stoffe werden selektiv und mit hoher Affinität an Glutamat-gesteuerte Chloridionenkanäle gebunden, die in Nerven- bzw. Muskelzellen von wirbellosen Tieren vorkommen. Dadurch wird die Permeabilität der Zellmembran gegenüber Chloridionen erhöht. Es kommt zur Hyperpolarisation der Nerven- bzw. Muskelzellen, was zur Paralyse und zum Tod des Parasiten führt. Das Wirkspektrum von Eprinomectin umfasst gastrointestinale und extraintestinale Nematoden.
Praziquantel ist ein synthetisches Isochinolin-Pyrazin-Derivat mit einer Wirkung gegen Bandwürmer. Praziquantel wird über die Oberfläche der Parasiten rasch resorbiert und verändert die Permeabilität der Zellmembran bei Cestoden, indem es den Fluss zweiwertiger Kationen, insbesondere das Gleichgewicht von Kalziumionen, beeinflusst. Diese Ionen spielen eine Rolle bei der raschen Muskelkontraktion und Vakuolisierung. Praziquantel verursacht eine schwere Schädigung des Integuments des Parasiten, Kontraktionen, Paralyse sowie Stoffwechselstörungen und führt schliesslich zum Tod und zur Abstossung des Bandwurms. Zersetzte und teilweise angedaute Fragmente können gelegentlich in den Fäzes gesehen werden.
PharmakokinetikDie antiparasitäre Wirkung von Fipronil und (S)-Methopren wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit den Ektoparasiten, weniger durch systemische Aufnahme vermittelt. Nach topischer Applikation des Tierarzneimittels lassen sich die Wirkstoffe innerhalb weniger Tage an verschiedenen Körperstellen der Katze einschliesslich der Kaudalregion nachweisen. Dies zeigt, dass sich die Wirkstoffe von der Applikationsstelle (zwischen Kopf und Schulterblättern) über den Körper des Tieres ausbreiten.
Fipronilsulfon, ein unter Lichteinfluss entstehendes Abbauprodukt von Fipronil, wird ebenfalls auf den Haaren gefunden. Die Konzentrationen von Fipronil, Fipronilsulfon und (S)-Methopren im Haarkleid nehmen zwar im Laufe der Zeit ab, sind aber für mindestens 42 Tage nach der Behandlung nachweisbar. Nach Auftragen auf die Haut und der zusätzlichen, potentiellen oralen Aufnahme beim Putzen kommt es auch zu einer teilweisen systemischen Resorption, die mit der Zeit abnimmt. Die Höchstkonzentrationen des resorbierten Anteils von Fipronil und (S)-Methopren im Plasma wird innerhalb von 8 bis 9 Stunden erreicht. Im Gegensatz zu anderen Tierarten wird bei Katzen nach systemischer Aufnahme kein Fipronilsulfon gebildet. Fipronil wird hauptsächlich in unveränderter Form über die Fäzes ausgeschieden. (S)-Methopren wird nach Resorption sehr rasch metabolisiert und ausgeschieden.
Eprinomectin und Praziquantel wirken systemisch, wobei die Höchstwerte der Plasmakonzentration innerhalb von 48 bzw. 6 Stunden nach der Behandlung erreicht werden mit einer durchschnittlichen Höchstkonzentration (Cmax) von ca. 20,1 ng/ml für Eprinomectin und 157 ng/ml für Praziquantel.
Eprinomectin wird nach Resorption stark an Plasmaproteine gebunden (>99%), hat eine niedrige Blutclearance und verteilt sich gut in die Gewebe. Es wird nur in geringem Umfang verstoffwechselt und hauptsächlich in unveränderter Form über die Fäzes ausgeschieden. Praziquantel weist eine mässige Gewebeverteilung auf, und ca. 64 - 84% werden an Plasmaeiweiss gebunden. Praziquantel wird in der Leber metabolisiert und über die Niere ausgeschieden. Die mittlere Halbwertszeit von Praziquantel ist 3,08 Tage.
In vitro-Untersuchungen zur Metabolisierung und in vivo-Studien zufolge bestehen keine pharmakodynamischen oder pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Fipronil, (S)-Methopren, Eprinomectin und Praziquantel.
IndikationenZur Behandlung von Katzen, bei denen eine parasitäre Mischinfektion mit Cestoden, Nematoden und Ektoparasiten vorliegt oder bei denen das Risiko einer solchen Mischinfektion besteht. BROADLINE ist ausschliesslich dann angezeigt, wenn alle drei Parasitengruppen gleichzeitig behandelt werden müssen.
Ektoparasiten:
Cestoden:
Nematoden:
Die empfohlenen Minimaldosen betragen 10 mg/kg Körpergewicht für Fipronil, 12 mg/kg für (S)-Methopren, 0,5 mg/kg für Eprinomectin und 10 mg/kg für Praziquantel, entsprechend:
Bei jedem Einzeltier soll die Anwendung des Tierarzneimittels ausschliesslich auf der bestätigten, gleichzeitigen parasitären Mischinfektion mit Ektoparasiten und Nematoden oder dem Risiko einer solchen Mischinfektion (Vorbeugung der Herzwurmerkrankung) beruhen, wenn gleichzeitig eine Behandlung von Bandwürmern angezeigt ist. Besteht das Risiko einer parasitären Mischinfektion nicht, soll die Anwendung eines Antiparasitikums mit engem Wirkspektrum in Betracht gezogen werden, da der gehäufte Einsatz jeder Wirkstoffgruppe die Selektion resistenter Parasiten fördern kann.
Zur Vorbeugung der Herzwurmerkrankung (Larven von Dirofilaria immitis) sollte die Behandlung mit BROADLINE innerhalb eines Monats nach der ersten erwarteten Stechmückenexposition beginnen.
Bei einer Behandlung gegen Aelurostrongylus abstrusus kann eine zweite Verabreichung einen Monat nach der initialen Behandlung empfohlen werden.
Anwendung:
AnwendungseinschränkungenNicht anwenden bei Katzenwelpen, die weniger als 0,6 kg wiegen und / oder jünger als 7 Wochen sind, da hierfür keine Untersuchungen vorliegen.
Die Sicherheit von BROADLINE wurde nicht in Verabreichungsintervallen von weniger als 2 Wochen geprüft.
Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation ist nicht belegt. Laboruntersuchungen mit den einzelnen Wirkstoffen an Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf teratogene, fetotoxische und maternotoxische Wirkungen. In diesen Fällen nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den Tierarzt.
Kontraindikationen:
Vorsichtsmassnahmen:
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Vorübergehendes Verkleben und Abstehen der Haare sowie vorübergehende Hautreaktionen (Juckreiz, Haarverlust) an der Applikationsstelle wurden in klinischen Studien häufig beobachtet.
Wenn die Katze die Applikationsstelle nach der Behandlung abgeleckt hat, wurde in klinischen Studien häufig vorübergehend starkes Speicheln beobachtet.
Die orale Aufnahme des Tierarzneimittels kann zu Magen-Darm-Beschwerden und/oder vorübergehenden neurologischen Erscheinungen führen.
Sollten die Symptome nicht innerhalb von 24 Stunden von selbst abklingen, kann eine symptomatische Behandlung erforderlich sein.
Durch eine korrekte Applikation kann das Auftreten solcher Nebenwirkungen verringert werden.
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:
WechselwirkungenKeine bekannt
Sonstige Hinweise
PackungenUmkarton mit 1, 3, 4 oder 6 Einheit(en) eines 0,9 ml-Applikators.
Informationsstand: 02/2018
Dieser Text ist behördlich genehmigt.