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Wände und Blöcke
Die Schweizer Kletterer nutzten den Frühling für einige schwierige Projekte. Einen zog es gar noch einmal ins Eis.
Routen
Dani Arnold1 (32) gelang im März mit Anubis am Ben Nevis in Schottland die erste Winter-Wiederholung einer der schwersten Mixedrouten der Britischen Inseln. Die Route war von Dave MacLeod als E8 6c im Sommer erstbegangen worden. Er hatte sie 2010 im Winter wiedrholt und auf M11/12 geschätzt. Dani nennt sie seine «bisher schwierigste Mixedroute». Davor hatte er in Kanada, Alberta, unter anderem Rainbow Serpent (WI6) free solo geklettert.
Alexander Rohr (21) aus Rubigen kletterte im April Non à la Bombe (8c+) in St. Loup und Samurai (8c) in Unterwald.
Kein Scherz: Kevin Hemund2 (31) schaffte am 1. April Bain de Sang (9a) in St. Loup. Die Route ist ein Teil der weltweiten Klettergeschichte. Sie war bei der Erstbegehung durch Frédéric Nicole im Jahr 1993, nach Action Directe (Wolfgang Güllich) und Om (Alexander Huber), weltweit die dritte Route im Schwierigkeitsgrad 9a. Sie hat nur wenige Wiederholungen.
Dimitri Vogt3 (19) aus Worben gelang im April mit Samurai (8c) in Unterwald eine sehr schnelle Begehung: Im ersten Versuch nach dem Ausbouldern kletterte er die Route Rotpunkt.
Der Mendrisier Nicola Vonarburg (44) schätzt seine neue Route Cuochi d’artificio in Valbrona als 8c ein.
Boulder
Giuliano Cameroni (19) aus Montagnola gelang noch im März in Chironico die Erstbegehung von Mérite le Detour (Fb 8a+) und in Brione Flash Food und General Disarray (beide Fb 8b). Dann reiste er nach Fontainebleau zu L’Apparemment en départ bas (Fb 8b). Zusammen mit Samuel Ometz4 (20) hakte er im berühmten Wald bei Paris weitere Boulder ab, unter anderem Kheops (Fb 8b) und Ubik (Fb 8a+). Ometz boulderte im April im Magic Wood New Base Line (Fb 8b+) und bei Sion noch Kamush (Fb 8a+) und Kawa Paradisa (Fb 8a+).
David von Allmen (33) aus Igis fügte dem Magic Wood ein weiteres High-End-Problem hinzu: Eye of the Tiger schätzt er auf Fb 8a+/8b.
Der Churer Nico Secomandi (22) kletterte im April im Magic Wood den ersten Teil der Unendlichen Geschichte und davor Sofa Surfer (Fb 8a+).
Auch wenn es scheint, dass die schweren Probleme entweder ganz im Osten oder dann im Süden der Schweiz liegen – in der Westschweiz gibt es auch einige Bijous zu knacken: Benjamin Theytaz (16) aus Sierre gelang im März Satan’s Eye (Fb 8b) in Vernayaz, ausserdem noch Nobody ist der Grösste in Chironico und Calliope in Les Trappistes (beide Fb 8a).
Einen Lebenstraum hat sich schliesslich Martin Keller5 (38) erfüllt: Er knackte nach 13 Jahren projektieren Highlander am Sustenpass. Den neuen Boulder schätzt er auf Fb 8c. Mit 20 Jahren habe er kaum eine 6a klettern können, schreibt er in seinem Blog. Jahr für Jahr arbeitete er am Boulder, war einer der ersten, wenn der Schnee geschmolzen war und nachts einer der letzten. Jetzt könne er endlich in den Ruhestand treten und Schach spielen, schreibt er. Hoffen wir, er tut’s nicht...