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Goldene Ständerlampe, daneben ein alter Polstersessel, im Cheminée lodert ein Feuer. Der grosse Teppich und der Couchtisch aus Marmor machen das gemütliche Ambiente perfekt. Während Judith Zweifel (70) mich durch die Wohnung führt, sitzt ihr Mann Werner (81) auf dem Sofa, die Hände über dem Bauch verschränkt. Er trägt ein farbig gestreiftes Hemd. Die Ärmel am Handgelenk zugeknöpft. Sie hat sich an diesem Tag für einen lilafarbenen Pullover über einer weissen Bluse entschieden. Um den Hals eine dezente Perlenkette, die zu den Ohrringen passt. Die beiden setzen sich an den Tisch und beginnen zu erzählen.
«Sie fiel schier vom Gestell»
Kennengelernt haben sie sich am Walensee. Sie ist dort aufgewachsen, er hat von Zeit zu Zeit in einem Restaurant gearbeitet. So haben sie sich das erste Mal getroffen. «Als ich sie dann mal im Coop sah, habe ich sie angesprochen», erzählt Werner Zweifel. Seine jetzige Frau habe etwas aus dem Gestell holen wollen. «Da ging ich zu ihr hin und sagte etwas aufgeregt: Ich sollte noch Zahnpasta haben. Da fiel sie schier vom Gestell.» Judith Zweifel lächelt und erinnert sich: «Er war ein guter Tänzer und unser erster gemeinsamer Tanz war der Schneewalzer.»
Heiraten? Er wollte, sie weniger
Durch den relativ grossen Altersunterschied waren sich Werner und Judith Zweifel nicht immer einig. Da er zehn Jahre älter ist als sie, wollte er bald, nachdem sie sich kennen gelernt haben, heiraten. «Ich sagte aber, dass wir noch warten sollten, bis ich 20 bin. So konnte ich wenigstens selber unterschreiben auf dem Standesamt.» Als dann 1966 geheiratet wurde, hatte Judith Zweifel die imposanteste Frisur der 60er und ihr zukünftiger Mann Werner dichtes, schwarzes Haar. Dies hat sich unterdessen geändert. «Heute tuschiert sie ihre Haare und verschönert sie», sagt Werner Zweifel und schmunzelt, während er durch seine weissen Haare fährt.
Ein Rindsbraten macht Probleme
Natürlich gibt es in über 50 Jahren Ehe auch das eine oder andere laute Wort. Die beiden haben sich zwar gestritten, aber auch immer wieder miteinander darüber gesprochen. «Das hilft sehr in einer Beziehung», sind sich beide einig. Einmal, erinnert sich Werner Zweifel, sei er aber so richtig wütend geworden. Seine Frau ahnt schon, welche Geschichte jetzt kommt und lächelt verschmitzt vor sich hin. Er erzählt: «An einem Wochenende machte sie einen Rindsbraten und ich freute mich riesig darauf. Dann vergass sie jedoch, den Ofen abzustellen am Abend und am nächsten Morgen war der Braten völlig in sich zusammengefallen.» Ganz unschuldig sei er aber auch nicht, wirft seine Frau ein. «Wir hatten andere Dinge im Kopf an dem Abend.» Und er ergänzt grinsend: «Was, das verrate ich Ihnen aber nicht.»
Ein Rezept, so lange zusammen zu bleiben, gebe es nicht, ist sich das Ehepaar einig. «Es hat einfach gepasst und passt immer noch.» Wichtig sei, dass man immer wieder aufeinander zu gehe. «Wir haben uns nie mehrere Tage angeschwiegen, sondern immer das Gespräche gesucht. »Und so feiern die zwei dieses Jahr ihren 51-sten Valentinstag als Mann und Frau.