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Kulturpreis und Förderpreise 2011 des Staates Wallis
(IVS). - Die Preisträger der diesjährigen Kulturpreise des Staates Wallis stehen fest. Sie wurden vom Walliser Staatsrat auf Vorschlag des Kulturrates hin bestimmt. Der Kulturpreis 2011 geht an den Künstler André Raboud. Die Förderpreisträger sind der junge Schriftsteller Julien Maret, die Regisseurin Julie Beauvais und der Musiker Ephraim Salzmann. Zusätzlich wird dieses Jahr ein Spezialpreis für besonders innovative Personen oder Gruppen, die für die Kulturentwicklung arbeiten, verliehen. Der diesjährige Spezialpreis geht an den Licht- und Tontechniker Patrick Jacquérioz. Die offizielle Preisübergabe wird im Herbst stattfinden. Der Ort und das genaue Datum werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Seit 1980 verleiht der Walliser Staatsrat jedes Jahr einem Walliser oder im Wallis wohnhaften Künstler (oder einer Gruppe von Künstlern) einen Kulturpreis. Dieser mit 20'000 Franken dotierte Preis stellt eine Auszeichnung für das gesamte Lebenswerk dar. Mit den seit 1982 verliehenen drei Förderpreisen zu je 10'000 Franken sollen junge Talente gewürdigt werden, deren Schaffen auf eine viel versprechende Karriere hindeutet.
10'000 weitere Franken gehen ab diesem Jahr an besonders innovative Personen oder Gruppen, die in den Bereichen Kulturvermittlung oder Kulturschaffen arbeiten und durch ihre Hintergrundarbeit deutlich zur Kulturentwicklung beitragen.
Kulturpreis 2011 für den Bildhauer aus St-Triphon, André Raboud
André Raboud, im Jahre 1949 in Strassburg geboren, wirkt seit 1969 ausschliesslich als Künstler. Als Bildhauer interessiert er sich für den Körper, seine Sinnlichkeit und Aggressivität. Ab 1978 widmet er sich symbolischeren Arbeiten, die auf seinen Forschungen über Liegefiguren, heilige Orte und Durchgangsorte beruhen. Sehr früh geniesst der Bildhauer eine grosse Anerkennung, sowohl in seiner Wahlheimat – dem Wallis – als auch im Ausland. Zwei wichtige Einzelausstellungen kennzeichnen seine Karriere in den 80er Jahren: an der Fondation Gianadda in Martinach in 1983 sowie am Kunstmuseum Wallis in Sitten in 1989. In den 90er Jahren, geprägt von einer Reise in Japan, wird seine Arbeit stiller und intimer. Ab dem Ende der 90er Jahre konzentriert sich sein formelles Repertoire auf die Thematik der Liebenden, der grossen Stelen und Monolithen. 1999 stellt er in Bex aus, anschliessend auch in Frankreich und in New York. Zahlreiche Bestellungen monumentaler Skulpturen sind Zeugen der Anerkennung, die er geniesst. 2009 präsentiert er vierzig Jahre künstlerischen Schaffens im Théâtre du Crochetan in Monthey. Sein Werk ist kohärent, symbolisch und emotionell stark geladen.
Die Förderpreise zeichnen drei junge Künstler aus
Unter den jungen Walliser Schriftstellern verdient der 1978 in Fully geborene Julien Maret Beachtung. Zwischen 2000 und 2005 studiert er Philosophie an der Universität in Strasbourg. Zurück in der Schweiz gründet er 2007 die Zeitschrift „Coma“, eine bescheidene Ausgabe, die zeitgenössische französische, deutsche und italienische literarische Texte publiziert. 2010 erhält er den Bachelor am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. In der Zwischenzeit schreibt er für Künstlerfreunde, gibt performative Lesungen in Genf und Lausanne und publiziert Texte in der Zeitschrift „coaltar“. Seine Werke als Schriftsteller sind sehr vielversprechend. Im September 2011 erscheint sein erstes Buch unter dem Titel „Rengaine“ im Verlag José Corti in Paris.
Die 1978 geborene Julie Beauvais startet nach ihrem Studium an der Ecole Internationale de théâtre Jacques Lecoq in Paris ihre Laufbahn als Regisseurin in den Vereinigten Staaten. Seit 2001 ist sie Co-Leiterin des « Sprung Theatre » in Chicago, wo sie mehrmals Regie führt. 2003 gründet sie in Genf die Theatertruppe Mondes Contraires, mit welcher sie während sieben Jahren das epische Theater erforscht. Ihre Zusammenarbeit mit ausländischen Truppen gibt ihr Gelegenheit, in der Schweiz, in Dänemark, in Brasilien, in der Mongolei und in Nicaragua aufzutreten. 2005 schliesst sie sich der Theaterforschungstruppe Hopallehus in Dänemark an. Mit dieser Truppe spielt sie unter anderem in El Monkey von K. Blixen, in Buenos Aires, oder in Philomena parade in Norwegen. Seit 2006 inszeniert sie Opern für Ouverture-Opéra: La Bohème von Puccini, Le nozze di Figaro und Don Giovanni von Mozart. Gegenwärtig lebt sie im Künstleratelier in New York, wo sie Michael Counts in der Regie von Monodramas an der New York City Opera assistiert.
Ephraim Salzmann, 1975 in Naters geboren, lebt und wirkt seit seiner Kindheit mit und um die Musik. Fasziniert vom Rhythmus und den Perkussionsinstrumenten entwickelt er nach und nach seinen ganz persönlichen Ausdruck im Bereich Schlagwerk/Percussion, und zwar auf verschiedenen Instrumenten wie Schlagzeug, Cajon, Djembé, Hackbrett, Dijeridoo usw. Als Leiter für entwicklungsorienterte Musik gründet er den Spillrüm Naters, ein Ort, wo sich jedermann durch die Musik ausdrücken kann. Als Musiker ist er immer wieder unterwegs mit Stefanie Heinzmann, dB die Band, d’Spillmannjini, ds Personal oder Saguhaft. Seine Erfahrung im Bereich der Lichttechnik erlaubt ihm, Bild, Ton und Raum zusammen mit anderen Künstlern in interdisziplinären Projekten zu konjugieren. Durch seine polyvalente musikalische Aktivität beteiligt sich Ephraim Salzmann aktiv am alternativen Kulturleben im Oberwallis und ist von dort nicht mehr wegzudenken.
Der Spezialpreis – Eine Anerkennung für Kulturschaffende, die hinter den Kulissen wirken
Nach seiner Ausbildung als Mechaniker beginnt Patrick Jacquérioz, geboren 1957 in Monthey, seine Laufbahn als Tontechniker für diverse Musikgruppen in den 80er Jahren. Von 1987 bis 1994 ist er Ton- und Lichttechniker in den Caves du Manoir in Martigny. Ab 1990 nimmt er an zahlreichen Theaterprojekten als Lichttechniker teil. Dank seiner grossen Erfahrung wird er als Techniker am Théâtre du Crochetan in Monthey angestellt. Seit Beginn der 90er Jahre konzipiert er die Beleuchtung zahlreicher Theaterstücke, unter anderem für die Walliser Theatertruppen Voeffry-Vuilloz, Mhlada, Les Chaises, Corsaire Sanglots, Sans Nom, usw. Seit einigen Jahren gilt er im Bereich des Lichts und des Tons als Referenz.
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