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Zwischen den frühen 1940er und späten 1970er Jahren stellte das Blaue Kreuz mehr als dreissig Filme her. Sie erzählen Geschichten im Stil der jeweiligen Zeit, die unterhalten und über die Probleme im Zusammenhang mit übermässigem Alkoholkonsum aufklären. Zu diesem Zweck hatte der Vorstand 1944 die «Arbeitsgemeinschaft für Filme und Lichtbilder des Blauen Kreuzes» (FILBA) ins Leben gerufen. Die Drehbücher wurden oft von Blaukreuz-Mitgliedern geschrieben und von Laienschauspielern umgesetzt. So entstanden Blaukreuz-Stummfilmklassiker wie «In der Krummgasse», «Der Zeitungsbub» oder «Das zerbrochene Bild» und später mit Ton etwa die beliebten Filme «Jacqueline», «Urs» und «Mario».
Die Kinder- und Jugendfilme drehen sich oft um das Alkoholproblem des Vaters. So erzählt «Urs» die Geschichte eines Jungen, der von seinem alkoholkranken Vater vernachlässigt wird. Der Film verdeutlicht, dass gerade auch unschuldige Menschen unter der Alkoholsucht leiden.
Die Filme sowie Tonbildschauen wurden durch den Verkauf von Kopien an die kantonalen Blaukreuz-Verbände finanziert. Der Film «Das zerbrochene Bild» aus den Jahren 1954 bis 1957 kostete zum Beispiel 15'890 Franken. Der Verkauf der Kopien brachte 16'800 Franken ein, sodass die FILBA 910 Franken zurückbehalten konnte.
Mehr als 60 Produktionen, darunter die Tonbildschauen über die 100-Jahr-Feier 1977 im Berner Eisstadion, die Pfarrer Louis-Lucien Rochat und Arnold Bovet, «Blaues Kreuz ohne Grenzen» oder «Blickpunkt Droge Nummer 1» wurden digitalisiert und werden nach und nach auf YouTube hochgeladen. Wer in die Geschichte des Blauen Kreuzes und der Schweiz eintauchen möchte, hat die Möglichkeit, dies heute ohne die sperrigen Projektoren von damals bequem auf seinem Computer oder Smartphone zu tun.
Quelle: Blaues Kreuz 3/2021