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SRF – Mit frechen Schnitten und provokanten Slogans machte sie den Punk salonfähig: Vivienne Westwood galt als wahrhaft revolutionäre und rebellische Kraft in der Mode.
Berühmt wurde sie in den 1970er-Jahren, als sie mit ihrem damaligen Partner Malcolm McLaren eine Boutique auf der Londoner King’s Road eröffnete. In dieser verkaufte sie ausgefallene Outfits, die den Punk-Stil prägten.
Schnell entwickelte sich der Laden zum Herz der jungen Punkszene: Der Laden wurde zu einem beliebten Treffpunkt für die Mitglieder der «Sex Pistols», die McLaren später auch managte.
Westwood gilt als Wegbereiterin des Punks in der Modebranche. «Vor mir und Malcolm gab es keinen Punk», sagte Westwood später in ihrer Autobiografie. Ihre gemeinsame Boutique «Seditionaries», früher bekannt als «Sex», schloss ihre Tore im September 1980.
Ihre Arbeit führte Westwood in ihrem Atelier weiter. Vor allem die Inspiration aus der Mode des 18. und 19. Jahrhunderts war ihr Markenzeichen – allerdings in schrillen, schrägen, exzentrischen Varianten.
Doch diese waren ein Erfolg und brachten ihr Anerkennung von verschiedenen Seiten. So traf Westwood auch die Queen – ohne God Save the Queen-T-Shirts der «Sex Pistols» aus der ehemaligen Boutique «Seditionaries».
Westwood baute im Laufe der Jahre eine globale Modemarke auf, die heute Geschäfte in Grossbritannien, Frankreich, Italien, Amerika und Asien hat. Für ihre Arbeit wurde die rebellische Modeikone 1992 mit dem OBE (Order of the British Empire) ausgezeichnet.
Neben ihrer Mode machte die Punk-Pionierin auch mit Tier- und Umweltaktivismus auf sich aufmerksam und brachte den Klimawandel auf den Laufsteg. Bis ins hohe Alter fehlte sie auf kaum einer grösseren Demonstration.
Dabei gehörte die grosse Show stets dazu, wenn sich Westwood inszenierte, denn sie garantierte ihr Aufmerksamkeit. Noch vor zwei Jahren sorgte sie mit einem Protest für die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange für Aufsehen: Im knallgelben Outfit sass sie vor einem Gerichtsgebäude in London in einem überdimensionalen Vogelkäfig.
Doch das war noch nicht genug. Zur Unterstützung für Julian Assange schmierte sich die damals 79-Jährige eine Torte ins Gesicht.
Nicht nur auf Demonstrationen sorgte Westwood für Aufsehen: Als sie 1992 mit dem Order of the British Empire (Orden des britischen Weltreichs) ausgezeichnet wurde, erschien sie angeblich ohne Unterwäsche vor der Queen und versetzte einige Anwesende in einen gehörigen Schock. Trotzdem wurde sie einige Jahre später wieder im Palast empfangen und erhielt die Auszeichnung zur Dame of the British Empire.
Bis ins hohe Alter arbeitete die britische Modedesignerin und prägte mit ihren schrillen Outfits und mit den Botschaften ihrer Kleidungen die Modeszene.