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Links der Aalgasse steht noch eines der alten Handwerkerhäuser.
Rechts der Aalgasse sieht man das einzige Bauernhaus Gottliebens – einst eine Bäckerei –, dessen Oekonomiegebäude 2010 verkauft und zu Wohnraum umgenutzt worden ist.
Nachdem die Gemeinde durch den regen Handel zu Reichtum gekommen war, entschloss sie sich 1734 eine eigene Pfarrpfründe zu gründen und eine Kirche zu errichten. Das umgehend ausgeführte ehrgeizige Bauprojekt eines österreichischen Baumeisters wies Konstruktionsmängel auf: Die Seitenwände hielten dem Druck des nicht abgestützten Turmes, der mitten auf das Dach gesetzt worden war, nicht stand. 1812 musste die Kirche unter der Leitung von Baumeister Uhler aus Uttwil weitgehend ab- und neu aufgebaut werden. 1899 konnten die Zinkblechbedachung und die vier Uhrentafeln für den Kirchturm von der eben abgebrochenen Kirche Egelshofen übernommen werden.
Für Gottlieben wegweisend wurde die Inschrift der dritten Glocke des ersten Baus: Concordia res parvae crescunt: Durch Eintracht wird das Kleine gross.
Bedeutenster Inhaber der Pfarrstelle war Johann Kaspar Mörikhofer. Er versah das Pfarramt während 19 Jahren und hinterliess die für Gottlieben wichtigen Aufzeichnungen über das Fischereiwesen in der Gemeinde: Informationen, die er an langen Winterabenden beim gemütlichen Zusammensitzen erhalten hatte.
1977 stiftete die Familie Martin-Hummel drei Kirchenfenster, die vom hiesigen Künstler Werner Eberli gestaltet wurden.
Das grösste Haus am Platz ist durch die Meldung in die Geschichte eingegangen, dass am 10. August 1914, also kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der Telephonverkehr für die Bevölkerung unterbrochen worden sei. Für Gottlieben bedeutete dies, dass der Telephonanschluss von Frau Wittich-Hummel nicht mehr funktionierte. Ihr erster und damals einziger Anschluss hatte als Gemeindesprechstation gedient.
Im Besitz der Familien Wittich befinden sich auch heute noch die beiden Häuser rechts im Hofbereich, wobei das Haus ganz rechts die 1865 gegeründete Pferdehaarspinnerei beherbergte. Der markante Fabrikkamin wurde 1977 abgebrochen und das Haus wieder als Wohnhaus, das es gewesen war, genutzt.
1992 wurde das Gemeindehaus eingeweiht, nachdem der langjährige Gemeindeammann Kurt Meyer zurückgetreten und somit klar war, dass die privaten Räume für die Gemeindekanzlei in seinem Haus nicht ohne weiteres für längere Zeit zur Verfügung stehen würden. Der Bau war auch als Manifestation gedacht selbständig zu bleiben, was der Gemeinde bis heute gelungen ist, da immer wieder genügend Einwohner willig sind, ein Amt zu übernehmen.