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In Ägypten sind Archäologen auf eine 4500 Jahre alte Pyramide gestossen. Das Forscher-Team steht unter Leitung eines Schweizers.
Bisher waren in Ägypten 109 Pyramiden freigelegt worden. Wieviele noch unter dem Sand vergraben liegen, ist offen. Die Entdeckung "neuer" Pyramiden gehört aber zum Traum jedes Ägyptologen.
Traum wahr geworden
Und nun wurde dieser Traum für ein Team unter Leitung des Ägyptologen Michel Valloggia von der Universität Genf wahr: Bei Ausgrabungsarbeiten in der Umgebung der weltberühmten Cheops-Pyramide bei Gizeh stiess das Team auf das etwa 4500 Jahre alte Bauwerk. Es handelt sich vermutlich um das Grab einer Königin.
Das Team machte die sensationelle Entdeckung bei der Freilegung des Grabs von Pharao Radjedef (Djedefre), einem der Söhne und Nachfolger des Pharaos Cheops. Radjedef, der zur IV. Dynastie gehörte, hatte von ca. 2580-2570 v.Chr. gelebt.
Die Lage und Grösse der neu entdeckten Pyramide lässt darauf schliessen, dass es sich um das Grab einer Frau handelt. Vermutlich war es die Frau oder eine Schwester oder Tochter von Radjedef.
Leerer Sarkophag
Die Mission unter Michel Valloggia wird seit 1994 vom Schweizerischen National-Fonds und zu einem kleinen Teil von der Universität Genf finanziert. Im Zentrum der Ausgrabungsarbeiten stand dabei die Pyramide von Pharao Radjedef.
"Als wir den Bereich im Südosten der Radjedef-Pyramide durchsuchten - ein Gebiet von 400 Quadratmetern - stiessen wir auf die kleine Pyramide, die eine Seitenlänge von etwa 10,6 Metern hat", sagt Villaloggia gegenüber swissinfo.
Zuerst hätten sie geglaubt, auf ein Bauwerk gestossen zu sein, das mit einem Beerdigungs-Kult zu tun habe. Doch dann seien sie auf einen Graben gestossen, der zu einem Grab mit drei Kammern führte, sagt Valloggia weiter.
Zwar nicht das Grab von Tutenkamun
"Die wichtigste Entdeckung war eine Vase, die den Namen von Cheops trägt". Dies habe zur Vermutung geführt, dass es sich um das Grab der Ehefrau von Cheops Sohn Radjedef handeln könnte.
Auch ein Sarkophag wurde gefunden, er war aber leer. Unklar ist bisher, ob die Mumie einer früheren Plünderung zum Opfer fiel, oder ob der Sarkophag gar nie benutzt wurde. Dazu brauche es nun weitere Abklärungen, sagt Villaloggia.
Solch eine Entdeckung sei in gewissem Sinne schon die Krönung einer Ägyptologen-Karriere, sagt der Genfer Professor auf eine entsprechende Frage. "Und wie! Zwar ist es nicht das Grab von Tutenkamun. Aber stellen Sie sich den Moment vor, als ich über die Vase mit dem Namen von Cheops stolperte. Dies ist ein grosser Moment voller Emotionen. Wenn man der erste ist, der nach 4500 Jahren eine Vase in der Hand hält. Ein einzigartiger Moment."
swissinfo