Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03294.jsonl.gz/675

In der Haushalden geht der Solenbach zwischen alten Eichen durch Mooswiesen in die Aare. Wo er die Strasse erreicht und überbrückt ist, in der Nähe der Waldbäume, da haust ein böses Wesen. Es führt die Leute in den Sumpf und schreckt die über die Brücke Kommenden, indem es im gleichen Augenblicke, plumpend wie ein schwerer Stein, vor ihnen in den Bach springt. Als dies neulich einer abergläubischen Frau begegnete und diese sich durch Gebet dagegen zu helfen suchte, erhoben sich ihr zu beiden Seiten hohe finstere Mauern, die um so höher und beengender anwuchsen, je mehr das Weib Ave Maria's hersagte. Sie fürchtete, erdrückt zu werden. Wenn das Beten nicht hilft, dachte sie, so thut's vielleicht das Fluchen. Sie that aus Leibeskräften einen Schwur, und die Mauer war versunken.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.