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Kantonales – Ab sofort dürfen auf kantonalen Baustellen im Thurgau wieder Pflastersteine aus China eingesetzt werden. Durch die strengen Kontrollen des Bundes ist sichergestellt, dass in den Lieferungen keine Asiatischen Laubholzbockkäfer mehr enthalten sind. Die Lieferanten haben jedoch nachzuweisen, dass die Steine aus sozial verträglichen Produktionsstätten bezogen werden.
Im Kanton Thurgau wurden im Oktober 2011 im Paletten-Holz von importierten Granitsteinen aus China vier tote Asiatische Laubholzbockkäfer gefunden. Der Käfer gilt als besonders gefährlich, weil er verschiedenste Laubholzarten befällt und diese innert weniger Jahre zum Absterben bringt. Deshalb beschloss der Regierungsrat am 26. Juni 2012, bis auf weiteres auf kantonalen Baustellen keine Steine aus China mehr zu verwenden (Beantwortung der Einfachen Anfrage von Regina Rüetschi vom 25. April 2012, «Pflastersteine aus China»). Dies, bis die Bekämpfungsstrategie des Bundes gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer greift.
Seit mehreren Monaten führt der Bund nun bereits intensive Grenzkontrollen durch. Die angemeldeten Stein-Lieferungen aus China, Vietnam und Korea werden vollständig kontrolliert. Zudem hat der Bund weitere Massnahmen erarbeitet, und eine entsprechende Richtlinie ist in Diskussion. Deshalb hat das Departement für Bau und Umwelt entschieden, die Einsatzsperre aufzuheben. Ab sofort können auf kantonalen Baustellen wieder Steine aus China eingesetzt werden.
Die Lieferanten haben allerdings den Nachweis zu erbringen, dass ihre Produkte, die ausserhalb der EU abgebaut und hergestellt werden, mit auditierten und zertifizierten Unbedenklichkeitserklärungen versehen sind. Damit soll sichergestellt werden, dass importierte Natursteine aus sozial verträglichen Produktionsstätten bezogen werden, wie dies die kantonalen Richtlinien «betreffend die Vorbildfunktion in ökologischer Hinsicht der Zentralverwaltung und der unselbständigen Anstalten bei der Beschaffung von Leistungen, Materialien und Gerätschaften» vorsehen. Dies bedeutet insbesondere, dass Kinderarbeit bei der Herstellung der Natursteine ausgeschlossen ist.
Sollten trotz der strengen Kontrollen des Bundes in Steinlieferungen im Thurgau erneut Asiatische Laubholzbockkäfer oder verwandte Quarantäne-Schädlinge gefunden werden, tritt das Verbot umgehend wieder in Kraft.