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Eine IVF Behandlung wird durchgeführt, wenn bisherige Versuche nicht zu einer Schwangerschaft geführt haben oder die Eileiter beschädigt/fehlend sind und die Spermienqualität ohne Unterstützung ausreichend für eine Befruchtung der Eizelle ist. Der Vorteil einer solchen Behandlung ist, dass direkt mehrere Eizellen gewonnen werden, wodurch im Idealfall mehrere Versuche oder sogar Schwangerschaften ermöglicht werden können.
Das Schweizer Fortpflanzungsmedizingesetz verlangt, dass Sie für eine Kinderwunschbehandlung in einer stabilen heterosexuellen Beziehung leben. Verheiratet müssen Sie jedoch nicht sein.
Dies ist die normale Entwicklung einer befruchteten Eizelle:
Bei einer IVF Behandlung, welche auch künstliche Befruchtung genannt wird, unterstützen wir im Gegensatz zum natürlichen Zyklus, wo nur eine Eizelle heranreift, die gesamte Gruppe an Eizellen, die sich auf den Weg zur Reife macht. So versuchen wir zwischen ca. fünf und 15 Eizellen parallel zur Reife zu bringen. Nach der Eizellentnahme versucht man alle reifen Eizellen zu befruchten, gibt wenn möglich und gewünscht einen Embryo zurück und friert alle weiteren befruchteten Eizellen bzw. Embryonen für weitere Versuche ein. Je nach klinischer Situation wird eventuell entschieden grundsätzlich erst in einem späteren Zyklus einen Embryotransfer durchzuführen. Ein erhöhtes Risiko für ein Überstimulationssyndrom, welches bei bestimmten Risikofaktoren (z.B. PCOS) vorliegt, ist ein Beispiel für eine solche klinische Situation.
Einen Überblick zum Ablauf einer IVF-Behandlung finden Sie in unserem Merkblatt.
Zu Beginn der Hormonbehandlung führen wir eine Ultraschallkontrolle durch. Mit Untersuchung der Gebärmutter und Eierstöcke können wir sicherstellen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung gegeben sind. Danach verschreiben wir Ihnen eine zwei- bis dreiwöchige hormonelle Vorbehandlung. Diese wird meist gut vertragen. Gelegentlich treten eine gewisse Müdigkeit oder Reizbarkeit auf. Diese Vorbehandlung dient der Optimierung des nachfolgenden Reifungsprozess der Eizellen. Nach der Eizellentnahme versucht man alle reifen Eizellen zu befruchten, gibt wenn möglich und gewünscht einen Embryo zurück und friert alle weiteren befruchteten Eizellen bzw. Embryonen für weitere Versuche ein. Je nach klinischer Situation wird eventuell entschieden grundsätzlich erst in einem späteren Zyklus einen Embryotransfer durchzuführen. Ein erhöhtes Risiko für ein Überstimulationssyndrom, welches bei bestimmten Risikofaktoren (z.B. PCOS) vorliegt, ist ein Beispiel für eine solche klinische Situation. Zur Stimulation der Eierstöcke verwenden wir Botenstoffe an die Eierstöcke. Östrogen wird von den reifenden Eibläschen selbst produziert. Die ovarielle Stimulation erfolgt in Form von täglichen Injektionen, die Sie oder Ihr Partner problemlos selber durchführen können. Selbstverständlich instruieren wir Sie, wie Sie sich diese Injektionen verabreichen können.
Um zu verhindern, dass es zu einem vorzeitigen Eisprung kommt, verabreichen Sie sich zusätzlich zum Stimulationspräparat einen so genannten GnRH-Agonisten (z.B. Decapeptyl®) oder GnRH-Antagonisten (z.B. Orgalutran®).
Die Dosierung der Medikamente bestimmen die im Blut gemessenen Östrogenwerte. Mit den Ultraschalluntersuchungen kontrollieren wir das Wachstum der Reifungsprozesses. So finden wir den günstigsten Zeitpunkt zur Gewinnung reifer, befruchtungsfähiger Eizellen.
Sobald die Hormon- und Ultraschallbefunde die nötigen Werte erreicht haben (meist zwischen dem 9. und 13. Stimulationstag), lösen wir die abschliessende Eizellreifung und den Eisprung durch eine weitere Injektion (HCG Ovitrelle oder GnRH-Agonisten Decapeptyl®) aus. Zwei Tage später führen wir kurz vor dem Eisprung die Follikelpunktion durch, womit wir reife und damit befruchtungsfähige Eizellen gewinnen können.
Bei jedem Besuch bei uns besprechen wir jeweils den nächsten Schritt, sodass Sie zu jedem Zeitpunkt gut informiert sind und wir uns gemeinsam Ihrem Ziel nähern.
Wenn Sie eine IVF möglichst ohne Hormone (Natural IVF) wünschen, so ist auch dies möglich und erlaubt in der Regel die Gewinnung von ein (bis zwei) Eizellen. Gerne informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch, wann die Natural IVF sinnvoll ist, über das genaue Vorgehen und welche Vor- und Nachteile die Natural IVF gegenüber der IVF mit hormoneller Stimulation beinhaltet.
Die Punktion der Eibläschen (Follikelpunktion) zur Eizellgewinnung führen wir ambulant und unter Ultraschallsicht durch. Mit einer feinen Hohlnadel saugen wir dabei durch die Scheide die Eizellen zusammen mit der Follikelflüssigkeit aus den Eierstöcken ab. Der kurze Eingriff im Operationssaal dauert 10 – 15 Minuten. Je nach Ihrem Wunsch punktieren wir in Narkose oder Sie sind wach, unterstützt von einem Schmerz- und einem Beruhigungsmittel. Unabhängig davon können Sie ein bis zwei Stunden nach dem Eingriff das Spital verlassen. Wie nach jedem Eingriff in Narkose oder mit einem Beruhigungsmittel können Sie noch einige Stunden müde sein. Deswegen dürfen Sie am Tag der Follikelpunktion kein Motorfahrzeug lenken.
Noch während der Eizellenentnahme untersucht die Embryologin im Labor direkt neben dem Eingriffsraum, ob in der abgesaugten Follikelflüssigkeit Eizellen vorhanden sind.
Das nach der Eizellentnahme gewonnene Ejakulat wird im Labor aufbereitet (Spermaaufbereitung). Dabei trennen wir bewegliche, befruchtungsfähige von nicht-befruchtungsfähigen Spermien. Bei einer IVF geben wir drei bis sechs Stunden nach der Eizellenentnahme ca. 100’000 bewegliche Spermien zu jeder Eizelle.
Sollte die Spermienqualität hierfür nicht ausreichend sein oder liegt eine unerklärte Sterilität vor, so wird mit Ihrem Einverständnis eine ICSI durchgeführt.
Die Eizellen kultivieren wir zwei bis fünf Tage lang in einem Brutschrank unter Bedingungen, die der Natur sehr nahekommen. Ein erstes Mal kontrollieren wir die Eizellen 16 – 18 Stunden nach der Insemination unter dem Mikroskop. Nach 40 – 64 Stunden führen wir eine zweite Kontrolle durch. Die Embryonen befinden sich jetzt im zweiten bis achten Zellstadium und sind ab diesem Zeitpunkt bereit für den Transfer.
Insbesondere bei einer grossen Zahl von Eizellen oder wenn wir eine Präimplatationsdiagnostik planen, kultivieren wir die Embryonen weiter bis zu einer Blastozyste am Tag fünf, an dem wir in diesem Fall den Transfer vornehmen. In diesem Fall wird die Kultur oftmals in einem sogenannten “time lapse” durchgeführt, d.h. die Entwicklung wird über eine Kamera überwacht ohne die Kulturbedingungen zu stören. Die Blastozyste besteht zu diesem Zeitpunkt bereits aus rund 100 Zellen.
Beim Embryotransfer übertragen wir je nach Absprache mit Ihnen ein oder zwei Embryonen bzw. Blastozysten. In einer winzigen Menge Kulturmedium bringen wir die Embryonen / Blastozysten mit einem feinen, flexiblen Katheter in die Gebärmutter. Dieser Vorgang ist für Sie schmerzfrei. Bei der Planung Ihrer Behandlung führen wir bereits einen Probetransfer durch, sodass Sie mit diesem Handlungsschritt schon vertraut sind.
Ab dem Tag der Eizellenentnahme erhalten Sie das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron. Damit bereiten wir die Gebärmutterschleimhaut optimal auf eine Schwangerschaft vor. Sie wenden das Progesteron mindestens bis zum Schwangerschaftstest, bei einer Schwangerschaft bis zur 10. Schwangerschaftswoche an.
Entstehen im Rahmen der Stimulationsbehandlung mehrere befruchtete Eizellen, Embryonen oder Blastozysten, übertragen wir nach Absprache mit Ihnen ein oder zwei Embryonen bzw. eine Blastozyste. Die verbleibenden Embryonen und Blastozysten können wir für Sie einfrieren und gemäss Schweizer Fortpflanzungsmedizingesetz während fünf Jahren aufbewahren – mit einmaliger Verlängerungsmöglichkeit um weitere fünf Jahre.
In einem späteren Zyklus können wir die Embryonen oder Blastozysten auftauen und in Ihre Gebärmutter übertragen. Mit diesem Vorgehen reduzieren wir das Mehrlingsrisiko und können Ihnen weitere Chancen zur Erfüllung Ihres Kinderwunsches bieten – ohne weitere Stimulation und Follikelpunktion. Ob und wie viele befruchtete Eizellen, Embryonen oder Blastozysten eingefroren werden können, ist individuell sehr unterschiedlich.
Über die natürlichen Eierstockhormone Estradiol und Progesteron wird die Gebärmutterschleimhaut optimal auf die Übertragung der Embryonen und Blastozysten vorbereitet. Den richtigen Transferzeitpunkt ermitteln wir durch eine Ultraschalluntersuchung.
Die Kryokonservierung von Embryonen und Blastozysten erfolgt nur im Einverständnis von Ihnen. Die genauen Bedingungen werden in einer separaten Vereinbarung festgehalten.
Verständlicherweise möchten Sie im Vorfeld wissen, welche Kosten auf Sie zukommen.
Die Abklärungskosten vor einer Kinderwunschbehandlung werden von den Krankenkassen übernommen.
Reine Hormonbehandlungen mit dem Ziel einer oder zwei reifen Eizellen zur Vorbereitung einer Intrauterinen Insemination oder vor getimten Geschlechtsverkehr werden je nach gewähltem Produkt bis zu maximal einem Jahr von Ihrer Krankenkasse bezahlt.
Bei der In-vitro-Fertilsation (IVF) oder Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) sind die Behandlungskosten ab Beginn der Hormonbehandlung von Ihnen selber zu tragen. Pro Behandlungszyklus müssen Sie in unserem Zentrum je nach Aufwand mit 5000 bis 7000 Franken rechnen. Ein Behandlungszyklus umfasst dabei die Durchführung und Überwachung der Hormontherapie (Stimulation), die Gewinnung der Eizellen (Punktion), die Kultivierung von Eizellen und Embryonen (Labor) sowie die Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter (Transfer). Hinzu kommen allfällige Kosten für das Einfrieren (Kryokonservierung) und Aufbewahren der nicht direkt transferierten befruchteten Eizellen/Embryonen von 700 Franken und die jährliche Aufbewahrungsgebühr von 400 Franken.
Für die Reifung der Eizellen (Stimulation) benötigen wir Hormone. Die zusätzlichen Kosten dafür betragen je nach Produkt und benötigter Hormonmenge 1000 bis 2000 Franken.
Generell empfehlen wir Ihnen, vor einer geplanten Behandlung mit Ihrer Krankenkasse Rücksprache zu nehmen.
Sobald ein Behandlungszyklus mit Ihnen vereinbart ist, bitten wir Sie, mit der Einnahme der Medikamente wie vereinbart zu beginnen und sich bei uns am 1. oder 2., spätestens aber am 3. Tag der Periodenblutung telefonisch oder per E-Mail zu melden. Gerne beantworten wir alle offene Fragen.
Weisen Sie Ihre Patientin einfach online zu.