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Wiederinbetriebnahme japanischer Kernkraftwerke nützt Wirtschaft und Umwelt
Seit dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi vom 11. März 2011 sind sämtliche 48 einsatzfähigen Kernkraftwerkseinheiten Japans praktisch ganz vom Netz. Bevor sie ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen, müssen sie verschärfte Sicherheitsrichtlinien erfüllen. Bis Mitte Juni 2014 waren bei der japanischen Nuclear Regulation Authority (NRA) 19 Anträge zur Wiederinbetriebnahme eingetroffen. Die NRA hat bisher erst der Wiederinbetriebnahme der beiden Einheiten Sendai-1 und -2 zugestimmt. Nun läuft ein einmonatiger öffentlicher Konsultationsprozess, bevor lokale Behörden ihren Entscheid fällen. Das Verfahren zur nuklearen Sicherheitsüberprüfung sei langsamer als vorgesehen, sagt das IEEJ.
Für seine Wirtschafts- und Energieprognosen der Rechnungsjahre 2014 (also bis Ende März 2015) und 2015 (bis Ende März 2016) hat das IEEJ unterschiedliche Szenarien erstellt. Diese unterscheiden sich primär nach der Anzahl Kernkraftwerke in Betrieb. Die Szenarien reichen von keiner einzigen Strom erzeugenden Einheit über die ganze Periode bis zu 32 Einheiten, die zu 80% verfügbar sind. Das IEEJ kommt zum Schluss, dass es sowohl für die japanische Wirtschaft wie auch für die Versorgungssicherheit und die Umwelt von zentraler Bedeutung wäre, dass die Werke möglichst bald wieder Strom erzeugen.
Strom für die Wirtschaft im Referenzszenario 2015 um 17% teurer
Ihrem Referenzszenario legen die Autoren den aktuellen Zeitplan sowie die heute zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen der NRA zu Grunde. Gemäss diesem Szenario könnten Ende des Ende März 2015 sieben Einheiten in Betrieb stehen und Ende März 2016 alle 19 Einheiten für die bisher ein Wiederinbetriebnahme-Gesuch eingereicht wurde. Damit würden in Japan 2014 höchstens 2% des erzeugten Stroms aus Kernenergie stammen und 2015 15%, während im Rechnungsjahr 2010 Kernkraftwerke 31% des Strombedarfs deckten. Als Folge davon würden die durchschnittlichen Stromproduktionskosten im Vergleich zu 2010 um rund JPY 3000 je MWh (CHF 26,60) steigen. Dies entspräche einer Preiserhöhung um 17% für die Wirtschaft und um 13% für Haushaltskunden. Gemäss Referenzszenario würden die Ausgaben für die Einfuhr fossiler Energien im Vergleich zu 2010 um JPY 7700 Mrd. (CHF 68 Mrd.) steigen. Der Löwenanteil dieses Imports wäre verflüssigtes Erdgas. Die energiebedingten Emissionen würden um 10 Mt CO2 oder um 0,9% steigen, der Selbstversorgungsgrad hingegen um 4,6% abnehmen.