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Der Roi du Doubs wurde 2013 zum Fisch des Jahres erklärt. Der Schweizerische FischereiVerband schlug mit dieser Anerkennung gewissermassen Alarm, denn der Roi du Doubs steht auf der Liste bedrohter Tierarten. Kleine Bestände gibt es nur noch in der Schweiz und in Frankreich. Seit Kurzem beherbergt das Aquatis Aquarium-Vivarium in Lausanne an die 30 Exemplare der seltenen Spezies – und plant ein Artenschutz-Programm.
Es steht dramatisch um den auch Apron oder Rhône-Streber genannten Roi du Doubs. In der Schweiz kommt er nur im Doubs, dem französisch-schweizerischen Fluss im Osten Frankreichs und Nordwesten der Schweiz, vor, eine 2012 durchgeführte Bestandesaufnahme geht von nurmehr 50 bis etwas über 150 Exemplaren aus. In ebenfalls geringen Populationen heimisch ist der Fisch auch in Frankreich, namentlich in gewissen Abschnitten der Ardèche, der Beaume, der Durance und der Loue. In beiden Ländern steht der Roi du Doubs unter strengem Schutz. Zusätzlich wird er international durch die «Berner Konvention» geschützt. Seit Jahren engagiert sich der Schweizerische FischereiVerband (SFV) zusammen mit anderen Organisationen für die Rettung dieser Fischart. Eine Aufzucht gibt es in La Citadelle bei Besançon (Frankreich) – und auch im Aquatis Aquarium-Vivarium in Lausanne. An die 30 Rois du Doubs leben in einem für das Publikum zugänglichen, grossen Aquarium, das dem natürlichen Habitat des seltenen Fisches nachempfunden ist.
Ein König – kein König?
Der Roi du Doubs verdankt seinen Namen der Beschaffenheit der rauen Schuppen, die es ihm erlauben, sich am Grund zu halten. Die Bezeichnung «Roi du Doubs» spielt nicht auf das französische «roi» für König an, sondern bezieht sich auf seine steife Haltung: «roi» kommt hier von «raide», was steif bedeutet. Der Roi du Doubs hat für die Fischerei direkt keine grosse Bedeutung, wurde aber manchmal als Glücksbringer oder Unglücksbote betrachtet. Man gab ihm den Namen «Sorcier du Doubs» (Zauberer des Doubs) und nagelte ihn an Scheunentore, um jemanden zu verhexen. Als Glücksbringer hingegen hielt man ihn im Fischkasten oder -korb, quasi als gutes Omen.
Zerstückelter Lebensraum
Entlang des Doubs arbeiten drei Wasserkraftwerke mit sogenanntem Schwallbetrieb (Abflussschwankungen). Die täglichen, «künstlichen» Hochwasser sind mörderisch für den Roi du Doubs: Laichplätze werden zerstört, der Fischlaich kann absterben, Jungfische werden weggespült und beim raschen Zurückgehen des Wasserstands verenden jedes Mal zahllose Fische auf den sich austrocknenden Uferbereichen, besonders Jungfische ersticken so unbemerkt. Ausserdem wird der Lebensraum des Fisches durch zahlreiche Wehre und Schwellen zerstückelt. Diese Wanderhindernisse stören oder verunmöglichen gar die Nahrungssuche, das Aufsuchen von Fortpflanzungsgebieten oder ein Ausweichen bei ungünstigen Bedingungen. Durch diese Isolation der Populationen kann auch kein genetischer Austausch mehr stattfinden. Kommt dazu, dass sich die Wasserqualität durch zahlreiche Abflüsse häuslicher, industrieller und landwirtschaftlicher Abwässer verschlechtert. Die Karstlandschaft des Doubs-Tales erlaubt keine ausreichende Filtration der Schadstoffe.
Dringende Massnahmen
Als der Roi du Doubs Anfang 2013 zum Fisch des Jahres gekürt wurde, sprach die «Tagesschau» von SRF über « … eine schwimmende Sensation, die es zu schützen gilt». Der Appell scheint gewirkt zu haben, zumal es Möglichkeiten gibt, den Lebensraum des Roi du Doubs zu sichern. Die Verbesserung der Wasserqualität zum Beispiel. Nützlich sind auch technische Anpassungen des Turbinenbetriebs in den Kraftwerken oder der rasche Abbau von Schwellen, damit eine freie Wanderung zwischen den wenigen verbleibenden und isolierten Individuen wieder möglich ist. Entsprechende Massnahmen sind am Doubs bereits angelaufen.
Text in Zusammenarbeit mit Samuel Gründler, Schweizerischer Fischerei-Verband (SFV).