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Name: martin Permalink: http://tierrechtsforen.de/4/564/3788

Datum: 28.05.10 20:17
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Unter dem Titel "Die Welt ist nicht nett", der sich mit der aktuellen Debatte um die Bremer Tierversuche an Affen beschäftigt, wird festgestellt:
Zitat:
Kleine Quizfrage: Wer steckt hinter dem Verein Neuland, der am 25. April dieses Jahres unter dem Motto "Sommer, Sonne und Bratwurst" in Berlin die 8. Bratwurstmeisterschaft abhielt, auf dass Fleischer um den Titel des Schöpfers der kreativsten Bratwurst konkurrieren? Richtig: Einer der drei Trägervereine ist der Deutsche Tierschutzbund (DTB). Im Vorstand von Neuland sitzt Wolfgang Apel, Präsident des DTB.
Nächste Frage: Wer rief anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April dieses Jahres mal wieder zum Ende aller Versuche auf? Richtig: Tierschutzpräsident Wolfgang Apel, im Nebenberuf Vorstand der Fleischvermarktungsorganisation Neuland.
Eine freundliche Bezeichnung für eine solche Haltung ist: weltanschauliche Flexibilität.
Das ist um so bemerkenswerter, da auch viele andere Artikel dazu das gleiche feststellen: "Tierschützer", die gegen Tierversuche demonstrieren, aber nicht gegen die alltägliche Ausbeutung wie die für tierliche Nahrungsmittel, sind Heuchler. Also genau die Diskrepanz zwischen (vermeintlichem) Anspruch und Wirklichkeit, die die Alten und Neuen Tierschützer als unwichtig vom Tisch zu wischen versuchen mit der Behauptung, Menschen würden "nunmal nicht rational handeln", sodass man ruhig inkonsequent sein könnte und z.B. mit Tierausbeutern gegen Einzelbereiche der Tierausbeutung demonstrieren könnte (mit Vegetariern gegen "Pelz"-Handel und dergleichen).
Offensichtlich ist das nicht der Fall. Das, was (wirkliche) Tierrechtler, d.h. Abolitionisten, seit Jahren betonen, zeigt sich in einem nach dem anderen Artikel in überregionalen Zeitungen: inkonsequente Positionen funktionieren nicht. Die Menschen sind nicht so blöd, dass sie Inkonsequenz in Praxis oder Forderungen nicht als Ausrede für ihr Verhalten gebrauchen würden. Das einzige, was funktioniert, ist und bleibt die Forderung nach Veganismus (nicht "Vegetarismus Schrägstrich Veganismus" oder vermeintlich besseren Tierausbeutungsprodukten wie "Freilandeiern") und nach der totalen Abschaffung aller Tierausbeutung (nicht erst einmal den "Pelz"-Handel oder eine bestimmte Form von Tierversuchen).
Was den Artikel anbelangt, ist der Rest dennoch ein Misthaufen. Er schreckt nicht vor billigen Argumenten wie dem Mähtod zurück, womit bewiesen ist, dass der Schreiber nicht rechnen kann. Denn da für tierliche Produkte ein Vielfaches an Pflanzen verbraucht werden, ist die Anzahl der bei der Pflanzenproduktion getöteten Tiere bei unveganer Ernährung zwangsläufig immer wesentlich höher als bei veganer. Auch schreckt er nicht vor kruden Falschdarstellungen zurück wie der Behauptung, ohne Jäger würden die Rehe dem Wald heillos zu Leibe rücken. Hier ist richtig: ohne Jagd werden die Rehe erst gar nicht in den Wald gedrängt, sodass sie ihn in Ruhe lassen würden (im Gegensatz zum jetzigen Zustand).