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Von dieser Scheibe ist lediglich der Schild mit dem Stifterwappen erhalten.
Wappen Gerber.
Keine
Von dieser Scheibe ist lediglich der Schild mit dem Stifterwappen erhalten.
Wappen Gerber.
Keine
Fragment mit einem Sprungblei.
Rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.
Die lediglich durch das vorliegende Fragment bezeugte Wappenscheibe Gerber entstand wohl wie die anderen aus der Kirche Vinelz stammenden, heute im Bernischen Historischen Museum in Bern befindlichen Glasgemälde um das Jahr 1567. Weil aus dieser Zeit keine Umbauten an der Kirche dokumentiert sind, ist man allerdings im Unklaren darüber, was der genaue Grund für diese Scheibenstiftungen war. Laut den Amtsrechnungen von Erlach des Jahres 1566 erhielt damals "Vincentz Wysshanen für das vensterwerch in der kilchen Vineltz 55 Pf. 12 Sch." (Staatsarchiv Bern, Berner Amtsrechnungen: Auszüge von Dr. Marti-Wehren, Kopien im Vitrocentre Romont). Andres Moser vermutet, dass Wysshan damals lediglich als Glaser für die Herstellung von Fenstern entlohnt wurde und die Wappenscheiben von zwei bis drei unbekannten Berner Glasmalern ausgeführt wurden. Weil die beiden von Bern und dem dortigen Schultheissen Johannes I. Steiger für die Kirche von Ligerz in Auftrag gegebenen Doppelscheiben 1567 datiert sind, ist es in der Tat höchst zweifelhaft, dass sich der genannte Rechnungsbetrag darauf bezieht (in der Regel wurden die Glasmaler erst nach Ausführung des Auftrages entlohnt). Weil Wysshan von Bern verschiedentlich ausdrücklich für die Lieferung eines Fensters mit Standeswappen bezahlt wurde, spricht freilich Vieles dafür, dass er den Glasmalerberuf ausübte. Auch ohne Vorhandensein eines sicheren Quellenbelegs darf man ihn deshalb als Schöpfer der damals nach Ligerz gelieferten Glasgemälde in Betracht ziehen, dies um so mehr, als ihn eine verwandtschaftliche Beziehung mit Vinelz verband. Im Jahre 1561 heiratete er nämlich Barbara Im Haag, die Schwester Peter Im Haags, der um 1567 die dortige Kirche mit einer Scheibe bedachte. Das vorliegende Wappen, das in Rot ein Gerbermesser und einen goldenen, sechszackigen Stern über goldenem Dreiberg zeigt, führte die 1609 in Bern zu Ewigen Einwohnern aufgenommene und 1757 erloschene Metzgerfamilie namens Gerber (HBLS 3/1926, S. 478). Das Wappenfragment stammt demnach vermutlich aus einer Scheibe, die von einem Angehörigen dieser Familie nach Vinelz gestiftet worden war. Nach Egbert Friedrich von Mülinen (1893) sowie Franz Thormann und Wolfgang Friedrich von Mülinen (1896) war das Wappen Gerber Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit demjenigen Peter Im Haags in das südliche Ochsenauge im Kirchenschiff eingefügt. In welchem Kirchenfenster sich die ganze Scheibe ursprünglich befand, weiss man nicht.
Gerber (unbekannter Angehöriger dieser Familie)
Seit 1984 Kirchgemeinde Vinelz (laut Gebrauchsleihevertrag mit dem Kanton Bern vom 25.1.1984).
Staat Bern
Ludwig Gerster, Bernische Kirchen, Manuskript im Eidg. Archiv für Denkmalpflege, [Kappelen nach 1892].
Egbert Friedrich von Mülinen, fortgesetzt von Wolfgang Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Sechstes Heft. Das Seeland, Bern 1893, S. 551.
Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 41, 93.
Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 238.
Heinz Matile, Die Glasgemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts in den Kirchen des Amtes Erlach, in: Aus der Geschichte des Amtes Erlach. Festgabe, Bern 1974, S. 203, Abb. 104.
Robert Aeberhard, Kirchen im Seeland, Biel 1980, S. 231.
Auszüge aus Kirchgemeinderatsprotokollen Vinelz 1883–1890 in Unterlagen Heinz Matile (BHM Bern, Kopien in Romont).
Vgl.
Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS).
Denkmalpflege Kt. Bern, Neg. Howald R 642/7