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Robert Kimbrough Sr.
Der Name Kimbrough steht – ebenso wie derjenige der Burnside-Familie - für bis heute äusserst lebendige Blues Dynastien, die ihren ureigenen Blues Stil konsequent treu bleiben und ihn um die Welt tragen. Bei Robert Kimbrough, Sr. (Holly Springs, MS) ist das der „Cotton Patch Blues“, den sein Vater, der legendäre Junior Kimbrough, entwickelt hat.
Als etwas zwischen Bluegrass und Delta Blues mit eher unüblichen, innovativen und freien Blues-Strukturen könne man den Stil beschreiben, meinte mal der Rockabilly Pionier Charlie Feathers. Für Robert selber ist es ganz einfach Musik aus tiefster Seele, basierend auf den Liedern, die einst die Arbeit der Schwarzen auf den Baumwollfeldern erträglicher machten.
Zum Leben im Mississippi Hill Country gehörten auch für Robert von jeher die heimischen, unverwechselbaren Blues-Stile. Er erlebte die Könige des Mississippi Blues, die alle mit seinem Vater spielten - am Abend zuhause, nachts in Junior's Juke Joint Club, oder den häufigen, extrem beliebten Haus-Partys am Wochenende. Für einen Kimbrough gehörte der Blues ganz einfach zum Alltag. Robert führt die Tradition seines Vaters fort, zusammen mit einigen der 36 (!) Geschwister vaterseits.
In Mississippi sieht man oft Familienmitglieder der Kimbroughs auf irgendwelchen Bühnen. Robert Kimbrough, Sr.'s musikalische Reise begann schon in jungen Jahren und brachte ihn zuerst nach Aurora (IL), wo er einige Jahre lebte. Dann gings zurück nach Holly Springs, wo er mit seinem Vater spielte und mit ihm auf Tour ging. Doch schliesslich landete Kimbrough für 6 ½ Jahre im Gefängnis, wo er alle Songs für sein Debut „Willey Woot“ (so nannte ihn sein Vater als Dreikäsehoch) schrieb, das 2016 erschien. Nach dem Strafvollzug war Robert ein neuer Mann.
Er fokussierte sich ganz auf den einzigartigen Sound seines neuen Projekts „Blues Connection“. Heute ist Robert einer der am härtesten arbeitenden Jungs im Blues Geschäft. Dieses Jahr ging im Mai auch das erste von ihm ins Leben gerufene Cotton Patch Blues Festival in Holly Springs über die Bühne.
An diesem Festival entstanden auch die Aufnahmen für seine CD „Live from the Hut“, über die das Magazin „Living Blues“ schrieb, es sei ein verlockendes Beispiel des lebendigen Country Blues und mache unbändige Lust darauf, Robert Kimbrough, Sr. selber live zu erleben.