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WHO geht in die falsche Richtung
Der politische Kampf der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen das Rauchen geht nur langsam voran. Laut einer kürzlich in einer der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften «The Lancet» veröffentlichten Studie setzen die Mitgliedsländer nur ein Drittel der Regeln um, die die globale Gesundheitsorganisation vor acht Jahren zur Eindämmung nicht übertragbarer Krankheiten vorgeschlagen hat.
Diese Ergebnisse sind zwar enttäuschend, aber leider nicht überraschend. Vor allem wenn man bedenkt, dass die WHO ihrem eigenen Ziel, das Rauchen einzudämmen, entgegenwirkt, indem sie das Rauchen mit weniger schädlichen Alternativen wie Snus, Nikotinbeuteln und elektronischen Zigaretten gleichsetzt.
Vor kurzem hielt die WHO ihre neunte Konferenz der Vertragsparteien (COP) in Genf ab, auf der Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt ein Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums diskutierten. Dieses Übereinkommen befasst sich mit Fragen der Schädlichkeit des Rauchens und seinen Auswirkungen auf die Gesundheit. Während der fünftägigen Konferenz wurden Richtlinien beraten, die sich auf 1,3 Milliarden Tabakkonsumenten weltweit auswirken.
Das Problem dabei: Schadensbegrenzung war kein Thema. Von den 1,3 Milliarden Menschen, die weltweit Tabakerzeugnisse konsumieren, sterben jährlich etwa sieben Millionen an den Folgen des Rauchens. Gesundheitsbehörden wissen seit langem, dass diese Todesfälle verhindert werden können, weshalb die WHO bereits 2013 Empfehlungen für die Regulierung von Tabakerzeugnissen und deren Verwendung vorgelegt hat.
Die von der WHO vorgeschlagenen Massnahmen sind umfassend. Hohe Tabaksteuern, Gesundheitswarnungen, Vermarktungsverbote und bis hin zu vollständigen Verboten werden in der Hoffnung befürwortet, den Konsum von Tabakerzeugnissen zu verringern und die öffentliche Gesundheit zu verbessern. In ihrem Kampf setzt die WHO Zigaretten mit Snus und anderen nikotinhaltigen Produkten, wie elektronischen Zigaretten und Nikotinbeuteln, gleich. Nach Ansicht der WHO sollten alle nikotinhaltigen Produkte in gleicher Weise bekämpft werden, unabhängig von ihren individuellen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Diese Schlussfolgerung ist falsch.
Die Daten zeigen, dass mehr Vorschriften im Sinne der WHO nicht zwingend zu weniger Rauchern führen. Norwegen und Türkei halten sich zum Beispiel am genauesten an die Empfehlungen der WHO. In Norwegen rauchen 17 Prozent der Bevölkerung, während es in der Türkei über 29 Prozent sind. Interessant ist die insbesondere im Vergleich zu den USA oder Schweden, die beide aus WHO-Sicht keine Vorbilder sind. Trotz «schlechter» Einhaltung der Vorschriften ist der Anteil der Raucher in Schweden einer der niedrigsten aller WHO-Mitgliedsstaaten und liegt bei 10 Prozent, während der Anteil der Raucher in den USA bei 14 Prozent liegt.
Die Forschung zeigt eindrücklich, dass restriktivere Tabakvorschriften nicht der einzige Weg sind, um die durch das Rauchen verursachten Schäden erfolgreich zu minimieren. Stattdessen können zum Beispiel Snus und Nikotinbeutel zur Schadensbegrenzung einen wichtigen Beitrag leisten, so dass weniger Menschen zur Zigarette greifen. In Norwegen ist der Anteil der Raucher in den letzten 15 Jahren um etwa einen Prozentpunkt pro Jahr zurückgegangen, während gleichzeitig der Konsum von Snus in gleichem Masse zugenommen hat. Studien zeigen, dass Snus dazu beigetragen hat, dass viele Norweger mit dem Rauchen aufgehört haben.
Ein Grund dafür, dass sich die WHO von Produkten zur Schadensminimierung abwendet, ist möglicherweise der Einfluss, den China auf die Organisation hat. Dass Peking die WHO im Würgegriff hat, ist nichts Neues, und angesichts der Tatsache, dass in China ein Drittel aller Raucher weltweit leben und der Tabak eine wichtige Einnahmequelle für die kommunistische Regierung darstellt, wäre diese Schlussfolgerung kaum überraschend.
Glücklicherweise haben 100 Tabak- und Nikotinexperten einen offenen Brief unterzeichnet, in dem Politiker und Regulierungsbehörden aufgefordert werden, die Empfehlungen der WHO zur Tabakpolitik zu modernisieren. Auch zwei Experten aus der Schweiz haben diesen offenen Brief mitunterzeichnet. Eines der wichtigsten Themen dieses Briefes ist der Einbezug der Schadensbegrenzung als Grundsatz in die Tabakpolitik. Die Experten sind der Meinung, dass Forschungsergebnisse überzeugend aufzeigen können, dass Snus, Nikotinbeutel und elektronische Zigaretten zur Verringerung der durch das Rauchen verursachten Schäden eingesetzt werden können. Die WHO ignoriere diese Erkenntnisse zu unrecht.
Skandinavien hat einzigartige Erfahrungen mit Snus gemacht, und diese Erfahrungen sollten sowohl von nationalen Gesundheitsbehörden als auch von internationalen Organisationen als Vorbild betrachtet werden. Es ist an der Zeit, dass wir Snus und andere Nikotinalternativen als wichtige Instrumente zur Reduktion der Anzahl Raucher betrachten.