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Jürgen Klopp liess vor einer Woche mit der Aussage aufhorchen, wonach für Manchester United schneller Penaltys gepfiffen würden als für seinen FC Liverpool. Jetzt mischt sich ein ehemaliger Spitzen-Schiedsrichter in die Diskussion ein.
Liverpool-Coach Klopp reagierte vor einer Woche mit harscher Schiedsrichter-Kritik auf die 0:1-Pleite bei Southampton, wo die «Reds» die Tabellenführung in der Premier League verspielten. Aus seiner Sicht hätte Liverpool zwei Elfmeter erhalten müssen, sagte Klopp und witterte sogar Verschwörung, dass bei Titelrivale Manchester United viel schneller auf den Punkt gezeigt werde.
«Ich habe gehört, dass für Manchester United in den letzten zwei Jahren mehr Elfmeter gepfiffen wurden als für mich in fünfeinhalb Jahren. Ich weiss auch nicht, ob das meine Schuld ist oder wie das passieren kann», rechnete Klopp vor und schob mit Blick auf eine umstrittene Strafraumszene hinterher: «Andere Teams würden dafür einen Penalty erhalten.»
Es sind Sätze, die Mark Clattenburg überhaupt nicht gerne hört. Der 45-Jährige, der in der Premier League 292 Spiele leitete, wirft dem Liverpool-Coach in der «Daily Mail» vor, den Schiedsrichter Paul Tierney vor dem wichtigen Top-Spiel am Wochenende gegen Manchester United unter Druck setzen zu wollen.
«Das sind Gedankenspiele – ein Versuch, Tierney zu beeinflussen und sich vor dem grossen Spiel zwischen Liverpool und United an diesem Sonntag (17:30 Uhr live auf «blue Sport») in seinen Kopf zu setzen», so Clattenburg, der 2016 den Champions-League- und den EM-Final pfiff.
«Klopp wird eindeutig nervös»
Klopp habe zwar recht, wenn er sage, dass er in seiner Amtszeit viel weniger Elfmeter erhielt als United in den letzten zwei Jahren. «Aber um das klarzustellen: Es gibt keine Verschwörung seitens der Schiedsrichter und Offiziellen.» Clattenburg sagt, er habe die Elfmeter, welche United in dieser Saison erhalten hat, analysiert und würde auch nicht jeden pfeifen. Oftmals hätten die Stürmer der «Red Devils» einfach geschickt den Kontakt gesucht, weshalb der VAR dann auch nicht mehr eingriff.
Aber: «Klopp klingt er wie ein Heuchler, wenn er sagt, dass die Stürmer von United versuchen, Penaltys zu schinden. Denn Spieler wie Mohamed Salah oder Sadio Mané sind genauso fähig, ähnliche Taktiken anzuwenden.»
Clattenburg, der England 2017 verliess und zum saudi-arabischen Fussballverband wechselte, glaubt, dass Klopp angesichts der verlorenen Tabellenführung angespannt sei: «Er wird eindeutig nervös, denn seit Alex Ferguson haben wir keinen so offensichtlichen Versuch gesehen, einen Schiedsrichter vor einem grossen Spiel zu beeinflussen. Als Liverpool letzte Saison jede Woche gewann, hat Klopp diese Karte noch nicht gespielt.»
Klopp möge es einfach nicht zu verlieren, sagt der ehemalige Spitzen-Schiedsrichter weiter. Und betont noch einmal, dass es keine Verschwörung gegen Liverpool gebe und United auch nicht bevorzugt werde. Wenn es einen gibt, der es wissen müsse, sei es schliesslich Clattenburg selbst: «Ich bin der einzige Schiedsrichter, der den Gästen im Old Trafford drei Elfmeter zugesprochen hat. Und das war 2014 ausgerechnet für Liverpool.»