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Lina Schneuwly wurde am 11. Januar 1934 in Oberzirkels bei Schmitten als jüngstes von vier Kindern geboren. Dort bewirtschafteten ihr Vater Franz und ihre Mutter Anna, geborene Brülhard, einen kleinen Bauernhof. Lina hatte einen schwierigen Start ins Leben: Als sie ihre ersten Gehversuche machte, konnte sie die Füsse nicht flach abstellen. Die Ärzte stellten eine Sehnenverkürzung an beiden Füssen fest. Nach mehreren Operationen konnte sie zwar gehen, aber nur mit viel Mühe, an einem Stock und mit schleifenden Schuhen.
1937, als Lina vierjährig war, zogen Schneuwlys nach Selgiswil bei Heitenried um. Für die kleine Lina war der tägliche Schulweg von Selgiswil nach Heitenried und zurück eine Qual. Nach der Schulentlassung besuchte sie während zwei Jahren die Frauenarbeitsschule in Bern. Nachher arbeitete sie in verschiedenen Lingerien und Fabriken, unter anderem in der Lingerie des Lindenhof-Spitals in Bern und in der Zifferblattfabrik St. Antoni. 1951 durfte sie mit ihrer Mutter zu ihrem Bruder Josi ins neue Schuhmacherhaus in Heitenried einziehen. Bei ihm und seiner Familie fand sie für fast 30 Jahre lang ein Zuhause. Josi war es auch, der alle paar Wochen ihre strapazierten Schuhe flickte.
Die prekäre Gesundheit und die vielen Stellenwechsel belasteten Lina Schneuwly und führten ab 1964 zu mehreren Nervenzusammenbrüchen, immer wieder gefolgt von Klinikaufenthalten. Schliesslich blieb 1989 für die damals 55-Jährige nur noch die Möglichkeit, ins Pflegeheim des Sensebezirks in Tafers einzuziehen. Hier fand sie für 20 Jahre ein Zuhause. Nach einem Unfall vor sechs Jahren war Lina Schneuwly an den Rollstuhl gebunden. Die letzten zwei Jahre verbrachte sie im Pflegeheim St. Martin in Tafers. Dort ist sie am 15. September 2013 an einem Nierenversagen gestorben.
Wenn man Lina Schneuwly nach den schönen Momenten in ihrem Leben fragte, strahlte sie und erzählte von den Wallfahrten nach Lourdes, nach Sachseln und nach Einsiedeln. Diese Reisen waren für sie immer kleine Inseln des Glücks, auf die sie sich monatelang im Voraus freute. Stets nahm sie an den Freuden und vor allem auch an den Schicksalsschlägen der anderen Anteil. Für sie standen die Menschen und nicht die materiellen Dinge im Zentrum. Eing.