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Klimabeiträge
Schwindendes Eis in der Arktis
Im Sommerhalbjahr schmilzt jeweils das Eis in der Arktis teilweise ab. Das ist ganz natürlich. In den letzten Jahren sank die Eisbedeckung der Arktis aber auf neue Rekordtiefststände. Das Eisminimum wird jeweils im September erreicht. Ob es dieses Jahr wieder zu einem neuen Tiefststand kommt, ist noch offen.
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Eisbedeckung in der Arktis
Aufgrund der am Pol stark ausgeprägten Jahreszeiten bildet sich im Winterhalbjahr Eis, welches im Sommerhalbjahr teilweise wieder schmilzt. Jeweils im September wird dabei ein Minimum der Eisausdehnung gemessen, bevor die Eisfläche wegen sinkender Temperaturen wieder anwächst. An diesem Vorgang geht natürlich auch die globale Erwärmung nicht spurlos vorbei. Die Eisausdehnung sank in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich ab. Die Ausdehnung der winterlichen Eisfläche ging dabei stark zurück, der Eisschwund im Sommer war hingegen weniger stark ausgeprägt. Im Jahre 2007 kam es zu einem bisher noch nie dagewesenen Minimum. Dieser rasante und markante Einbruch ist auch auf nebenstehender Grafik (grüne Linie) gut ersichtlich. Auf der Anomaliekarte (diese Karte zeigt die Abweichung vom Durchschnittszustand) ist der markante Einbruch ebenfalls deutlich markiert. Allerdings wurde im darauf folgenden Winterhalbjahr wieder eine grössere Eisfläche als in den vorangegangenen Jahren registriert. Das Minimum im Jahre 2008 fiel etwas weniger stark aus, doch auch hier wurden frühere Rekorde übertroffen und das Jahr reihte sich hinter 2007 auf Rang 2 der Liste mit den Rekordtiefstständen ein. Momentan ist offen, ob das Jahr 2009 einen ähnlich tiefen Stand erreichen wird, allerdings kann bereits jetzt von einer stark unterdurchschnittlichen Eisbedeckung gesprochen werden.
Momentaner Zustand
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Nebenstehende Grafiken zeigen den Zustand im Jahre 2009. Die schwarze Linie in der oberen Grafik zeigt die Eisausdehnung auf der Nordhalbkugel an, angegeben in Millionen Quadratkilometern. Die Rote Linie unterhalb des Trennstriches gibt die Abweichung vom Langjährigen Mittel (1979 bis 2000) an. Momentan 'fehlen' also, verglichen mit einer durchschnittlichen Eisbedeckung, rund 1.5 Mio km2 Eis. In der Grafik erkennt man auch den Zeitpunkt des jahreszeitlichen Minimums, resp. Maximums. Die untere Grafik bietet die Vergleichsmöglichzeit zum Rekordjahr 2007. Wie man sieht, liegt die momentane Eisbedeckung deutlich unter dem Durschnitt, jedoch noch höher als 2007. Gewieften Lesern fällt sofort auf, dass die absoluten Zahlen nicht übereinstimmen. Dies liegt daran, dass die Grafiken aus verschiedenen Quellen stammen, die jeweils eine etwas andere Definition von Eisbedeckung verwenden. Die zweite Grafik zeigt alle Gebiete an, in welchen mehr als 15% der Fläche mit Eis bedeckt sind. Diese Gebiete, in denen also teils nur Eisschollen im Wasser treiben, haben natürlich eine grössere Ausdehnung als nur das kompakte Meereis.
Prognose
Das Rekordjahr 2007 kam auch für Klimawissenschafter überraschend. Zwar zeigten alle Berechnungen einen markanten Rückgang des arktischen Eises in den nächsten Jahrzehnten, die Geschwindigkeit, mit welcher der Verlust nun aber vor sich geht, übertraf und übertrifft die pessimistischsten Erwartungen. Verschiedene Erklärungsansätze wurden geprüft und Vorhersagen über das Eisminimum im Jahre 2008 gemacht. Dabei zeigte sich, dass nicht jeder verfolgte Ansatz vielversprechend war. Nebenstehende Grafik zeigt die Diskrepanz zwischen den oben erwähnten, früheren Modellrechnungen und dem tatsächlichen, beobachteten Zustand. Verschiedene Forschungsgruppen haben nun ihre Modelle und methodischen Ansätze verbessert oder verfeinert, womit auch die Prognosen über den Eiszustand in der Arktis immer besser wurden. Die Forschungsgruppen veröffentlichten im Juni, basierend auf den Daten bis Mai 2009, ihre Prognose für das kommende Eisminimum im September 2009. Dabei zeigt sich, dass die meisten Vorhersagen im Bereich des 2008-Minimums liegen. In nebenstehender Grafik sind die Vorhersagen der verschiedenen Forschungsgruppen abgebildet. Die Farben geben über die Art des Ansatzes Auskunft. Es gibt sowohl statistische, heuristische wie auch modellbasierende Ansätze. Bisweilsen werden die Ansätze vermischt. Die rot-gestrichelten Linien geben gewisse Eckpunkte an. Erwähnenswert ist, dass sämtliche Prognosen unterhalb der linear extrapolierten Trendlinie liegen. Ende September wird Bilanz gezogen werde, SF Meteo hält Sie auf dem Laufenden.