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20. Oktober 2020
Werner Eichenberger trat am 10. Juli 1946 in die MFGZ ein und war somit 74 Jahre lang Mitglied. Noch diesen Sommer war der Club mit ihm in Kontakt zu einer Jubiläums-Ehrung an der GV 2021. Leider sollte es nicht mehr so weit kommen.
Geboren am 25. Juni 1927 und in Zürich-Altstetten aufgewachsen, infizierte er sich ein paar Kilometer limmatabwärts mit dem Flugvirus auf dem Flugplatz Spreitenbach (siehe Ops-Bulletin Nr. 2 2020). Mit Segelflug begann er 1944, die Privatpilotenlizenz erlangte er 1947 auf Bücker Jungmann bei der MFGZ in Dübendorf - der Umzug der MFGZ nach Kloten erfolgte ja erst 1949.
Genauer gesagt erwarb er zunächst das Brevet I, denn bis 1950 galt eine Regelung, die uns Werner Eichenberger noch letzten März in einem Mail schilderte:
"Der PP-Ausweis bestand damals noch aus zwei Ausweisen, und damit auch aus zwei praktischen und theoretischen Prüfungen.Dem Ausweis 1, welcher berechtigte, innerhalb des schweizerischen Luftraumes ohne Passagiere Flüge auszuführen, und dem Ausweis 2, welcher dem heutigen PP-Ausweis entsprach."
Später wurde er selber MFGZ-Fluglehrer. Im Hinblick auf die Schliessung von Spreitenbach suchte er Ende der 60er-Jahre zusammen mit seinem Bruder Rudolf nach einer Standortalternative. Die beiden wurden in Buttwil fündig und gründeten die Flugschule Eichenberger. 1970 wurde deren Flugplatz eröffnet. Seine Tochter Regula, die natürlich bei ihrem Vater in Buttwil das PPL machte, wurde 1983 die erste Schweizer Linienpilotin.
Seinen letzten Motorflug machte Werner Eichenberger 2018 mit 91 Jahren - mit seiner gültigen Fluglizenz. Die Schweizer Luftfahrt verliert mit Werner einen begeisterten Piloten und engagierten Förderer des Fliegernachwuchses. Sein Vermächtnis bleibt uns aber noch lange erhalten.