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2001: A Space Odyssey (1968)
2001: Odyssee im Weltraum
2001: A Space Odyssey (1968) 2001: Odyssee im Weltraum
Gleich vorweg: Wer "An der schönen blauen Donau" von Johannes Strauss oder "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss, den Ligeti und andere "Klassiker" erwartet, nope! Diese auf 3000 Stück limitierte CD präsentiert den von Stanley Kubrick verworfenen, originalen Score aus der Feder von Alex North, beziehungsweise einen Teil davon.
Ein bisschen Filmmusikgeschichte: North komponierte für Kubrick die Musik zum Gladiatorendrama Spartacus, er hatte ein hohe Meinung von Kurbick und freute sich, als er für dessen aufwändiges Werk 2001: A Space Odyssey angefragt wurde, die Filmmusik zu schreiben. Beim ersten Treffen mit dem Regisseur wurde North klar, dass dieser sich schon lange mit den musikalischen Möglichkeiten für den Science Fiction Film befasste. Musik aus bestehenden Werken war in vielen Szenen für Kubrick gesetzt. North, der sich gar nicht damit anfreunden konnte, zusätzliche Musik zu und um "Konserven" zu schreiben, machte sich an Weihnachten an die Arbeit. Es eilte, am 1. Januar sollte die erste Aufnahmesession erfolgen. North schrieb Musik zu den Affenszenen in Afrika, zur Dockingsequenz des Raumschiffes und Szenen auf dem Mond.
Nach den Aufnahmen, zu denen Kubrick ebenfalls erschien, wartete North vergeblich darauf, die zweite Hälfte des Films begutachten zu können, obwohl Verbesserungspunkte beim bereits eingespielten Score besprochen wurden. North bekam vom eigenwillig-genialen Filmemacher schliesslich Notiz, dass für den weiteren Teil des Films nurmehr Atemeffekte verwendet werden und keine Musik mehr gebraucht werde. Am 1. April nahm Alex North an einer Vorführung des produzierenden Studios teil, wo er enttäuscht feststellen musste, dass von seiner Musik nichts im Film verblieben war. Soweit zu den Fakten.
Es ist unumstritten, dass 2001: A Space Odyssey ein grossartiges Werk ist. Immer ein Streitpunkt bei Filmliebhabern und Kritikern, aber insbesondere in der Filmmusikszene, war und ist die Musik, die Kubrick verwendete. Pro oder contra, kein dazwischen.
North seinerseits übernahm die musikalischen Vorgaben von Kubrick und führte diese in eine moderne, zeitgemässe Form. Seine Musik ist eine Kakaphonie an Kraft und Durchdachtheit, forschen, manchmal brutalen Klängen, eingespielt von einem 125 Mann starken Orchester. Er scorte Szenen der Afrikasequenz, die im finalen Film musikalisch nicht untermalt wurden und er kreierte einen kraftvollen Walzer für die Andockszene, die, man lege die Musik mal an den Film an, viel an Bedeutung und packender Präzision ausstrahlt. Wie der grosse Jerry Goldsmith einst anmerkte: "Die Verwendung von 'An der schönen blauen Donau' ist zu Beginn amüsant, lenke aber je länger desto mehr ab, weil sie so bekannt und populär ist und zu den Bildern keinen Bezug aufbaut. North' Walzer hätte einen erstaunlichen Effekt erwirkt. Originell und provokativ."
Diese CD von Intrada, die die lange als verschollen geglaubten Privatbänder von North archiviert (bisher bestand der verworfende Score nur als legendäre Neueinspielung unter der Leitung von Jerry Goldsmith), bietet einen erstaunlichen Einblick in eine Arbeit, die schon in ihrer Unvollständigkeit atemberaubend ist. Es ist leicht zu erahnen, wie sich die Musik hätte weiter entwickeln können und doppelt und dreifach schade, dass es soweit nie gekommen ist. Im Begleittext des Booklets sind Zeitpunkte vermerkt, mit denen man die Musik mit der DVD synchronisieren kann. Eine ganz andere 2001-Welt eröffnet sich!
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