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Gewässerqualität
Mehrheitlich gute Wasserqualität
Der Anteil der Fliessgewässer mit guter oder sehr guter Wasserqualität hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. In den Jahren 2015–2017 wiesen 78 % der Thurgauer Bäche und Flüsse eine gute oder sehr gute Wasserqualität auf; 2014–2016 waren es 80 %. Ursache für die geringfügige Abnahme waren die teils tiefen Wassertemperaturen im Februar und März 2017. Dadurch war bei einer Abwasserreinigungsanlage die Reinigungsleistung ungenügend. Die konsequente Überprüfung der Hofplatzentwässerung auf Landwirtschaftsbetrieben sowie die Anstrengungen in der Siedlungsentwässerung mittels Genereller Entwässerungsplanung (GEP) wirken sich positiv auf die Wasserqualität aus. In den vergangenen Jahren nahm der Anteil der Flüsse und Bäche mit einer sehr guten Wasserqualität stetig zu.
Ein Viertel der Bach- und Flussläufe sind eingedolt
Die Qualität eines Fliessgewässers wird bestimmt durch die chemische Zusammensetzung des darin fliessenden Wassers sowie durch die Ausprägungen des Bachbetts und des Ufers. Von den 1'860 km Bach- und Flussläufen im Thurgau sind 56 % in einem natürlichen oder zumindest wenig beeinträchtigten Zustand. 17 % sind in ihrem Verlauf stark beeinträchtigt oder naturfremd. Weitere 23 % – das entspricht immerhin einer Länge von ungefähr 430 km – sind eingedolt. Die verbleibenden 4 % der Fliessgewässer wurden ökomorphologisch noch nicht erfasst. Im Rahmen der vom Bund vorgeschriebenen Revitalisierungsplanung und deren Umsetzung sollen die bestehenden Defizite so weit wie möglich aufgehoben werden. Das wird allerdings mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
Gute Wasserqualität des Bodensees
Der Bodensee weist heute eine sehr gute Wasserqualität auf. 2017 betrug die Konzentration des Gesamtphosphors im Schnitt 7,5 µg/l und lag damit unter dem Vorjahreswert (8,0 µg/l). Sie hat sich mit 6 bis 8 µg/l auf einem natürlich tiefen Niveau – vergleichbar mit Anfang der 1950er-Jahre – eingependelt. Ende der 1970er-Jahre erreichte die Konzentration Spitzenwerte von über 80 µg/l. Seither ging sie stetig zurück.
Die niedrigen Nähstoffkonzentrationen zeigen sich in der guten Sauerstoffversorgung, welche in der Tiefe des Obersees über das ganze Jahr herrscht. Mit dieser Wasserqualität ist der Bodensee heute gut gegen die Klimaerwärmung gewappnet. Die Sauerstoffentwicklung im Tiefenwasser zeigt, dass dies auch nötig ist. Seit der letzten Vollzirkulation 2012 geht das herbstliche Sauerstoffminimum über Grund immer weiter zurück (2012: 7,2 mg/l , 2017: 6,1 mg/l).
Grossteil des Bodenseeufer ist naturfern
Die ökologische Funktion des Bodenseeufers ist stark eingeschränkt. Von den rund 63 km Länge des Thurgauer Seeufers sind lediglich 28 % in einem natürlichen oder naturnahen Zustand, 13 % sind beeinträchtigt und ganze 59 % sind naturfern bzw. naturfremd.