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Die Saison 2015 der Fahrer ist mit der Schweizer Meisterschaft Ende September zu Ende gegangen. Zeit bleibt nicht viel, bereits haben die Vorbereitungen für 2016 begonnen. Weltmeisterschaften werden die Ein- und Vierspänner bestreiten.
Zum Saisonabschluss fand die Schweizer Meisterschaft in Frauenfeld statt. Das Organisationskomitee unter Pius Hollenstein machte den Titelkampf zu einem richtigen Fahrsportevent, der vor allem am Wochenende viele Zuschauer anzog, die neben einer gelungenen Show fünf sportlich hochstehende Entscheidungen sehen konnten. Cédric Scherrer, Christof König und Werner Ulrich verteidigten ihre Titel, den ersten gab es für Bruno Widmer und bereits den zweiten für Leonhard Risch.
Kurz davor, Mitte September, stand die Weltmeisterschaft der Zweispänner auf dem Programm. Leider schafften nur zwei Schweizer Fahrer die Qualifikation, so dass das Team keine Streichresultate hatte. Bruno Widmer und Beat Schenk zeigten starke Fahrten im Gelände mit den Plätzen vier und fünf. In der Gesamtwertung war Schenk 11. und Widmer belegte den 17. Rang. Damit schaffte er bei seiner zweiten Teilnahme den Anschluss an die Weltspitze. Für die Mannschaft gab es den 7. Platz in einem geschlossenen Feld, in dem die Italiener nach Gastgeber Ungarn mit einem 2. Platz überraschten.
Bereits eine Woche zuvor starteten die Ponyfahrer zu ihren Titelkämpfen in Breda (NED). Bei wirklich schwierigen Bedingungen, ständigem Regen und sehr tiefem Boden überzeugte Cédric Scherrer mit dem 5. Platz bei den Einspännern, vor allem dank starken Leistungen im Marathon und Hindernisfahren. Er hat das Potential und die Ponys, um an der Weltspitze mitzufahren. Doris Schmid erreichte einen Platz im Mittelfeld. Bei den Zweispännern fuhr Christof König einen
7. Platz im Gelände heraus und war 11. in der Gesamtwertung.
Lea Schmidlin zahlte bei ihren ersten Titelkämpfen Lehrgeld und beim Vierspänner von Yannik Scherrer machte sich der Trainingsrückstand bei den Ponys bemerkbar. Da es bei den Ponys für die Mannschaft je drei Ein- und Zweispänner sowie zwei Vierspänner braucht, hatte die Schweiz bei den Ein- und Vierspännern kein Streichresultat, sie brachte aber die Mannschaft mit einem 7. Platz ins Ziel.
Voutaz im Weltcup
Jérôme Voutaz war an der Europameisterschaft der Vierspänner als 13. bester Schweizer mit Toptenklassierungen im Marathon und Hindernisfahren. Mit einer besseren Dressur hat er das Potential für noch weiter nach vorne. Werner Ulrich wurde 15. und Cyril Maret konnte bei seinen ersten Titelkämpfen bei den Vierspännern nur im Hindernisfahren mithalten. In der Mannschaft resultierte der 5. Platz.
Voutaz zeigte seine Stärken auch zum Saisonschluss in Donaueschingen als Gesamtdritter. Er gewann den Marathon und das Hindernisfahren in der Winninground. Damit konnte er sich gerade noch als Letzter für den Weltcup qualifizieren. Er wird in Madrid, Genf und Leipzig an den Start gehen. In Genf gibt es je zusätzlich eine Wildcard für Ulrich und Maret.
Höhepunkte 2016
Im nächsten Jahr steht bereits Anfang August die Weltmeisterschaft der Einspänner in Piber (AUT) auf dem Programm. Das Schweizer Team wird alles daran setzen, die Bronzemedaille von 2014 zu verteidigen. Die drei Medaillengewinner sind nach wie vor dabei und haben im Zwischenjahr hart gearbeitet.
Die Vierspänner gehen in Breda (NED) an den Start und es ist zu hoffen, dass die Bedingungen etwas besser sind als bei den Ponys. Mit Jérôme Voutaz und Werner Ulrich verfügt die Schweiz über zwei sichere Werte für die Mannschaft. Cyril Maret muss sich in der Dressur steigern, um überhaupt die Qualifikation zu schaffen. Zudem wird wieder ein Wettkampf zum Donau-Alpen-Pokal für Ein- und Zweispänner auf dem Programm stehen.
Schwierige Zukunft der Mehrspänner
Auch wenn die Aussichten für die nächste Saison nicht schlecht sind, stellen sich für die Zukunft doch einige Fragen. Bei den Zweispännern konnten nur gerade zwei Fahrer an die Weltmeisterschaft entsandt werden und auch aktuell sind nur wenige Fahrer im Kader. Viele Fahrer sind heute nicht mehr an einer internationalen Karriere im Sport interessiert, da der Zeitaufwand neben Beruf und Familie doch erheblich ist.
Bei den Einspännern präsentiert sich das Bild etwas besser. Die drei bewährten Kaderfahrer verfügen aktuell über Spitzenpferde und sind dabei, weitere Pferde aufzubauen. Auch haben sich einige Nachwuchsfahrer in Position gebracht, so dass zu hoffen ist, dass die Schweiz auch in den nächsten Jahren an der Spitze mithalten kann.
Bei den Vierspännern ist die Zukunft von Werner Ulrich ungewiss, da sich das Nationale Pferdezentrum Bern NPZ aus dem Sportsponsoring Ende 2016 zurückziehen wird. Mit Jérôme Voutaz wird auch in Zukunft ein Schweizer vorne mitfahren können. Ob Cyril Maret international den Anschluss schafft, wird sich zeigen.
Die Felder bei den Ponys sind in den letzten Jahren etwas breiter geworden und die Schweiz verfügt über einige Fahrer, die in den nächsten Jahren international vorne mitfahren können. Es geht nun darum, sich im nächsten Jahr zu verbessern, um eine gute Basis für die Weltmeisterschaft in zwei Jahren zu schaffen.
Fahrsport in der Schweiz
Zum ersten Mal seit 2008 ist im nächsten Jahr ein CAI2* geplant. Das Team um Cyril Maret wird so den Schweizern Ende Juni in Signy am Genfersee eine Chance geben, Qualifikationen im eigenen Land fahren zu können. Es ist zu hoffen, dass diese Gelegenheit den einen oder anderen Fahrer motiviert, auch international zu starten.
Auch auf nationaler Ebene konkretisiert sich der Turnierkalender langsam. Neben Signy, das auch nationale Prüfungen anbietet, werden in Bern und Frauenfeld Vollprüfungen ausgeschrieben, die gute Möglichkeiten bieten, um sich auf die Schweizer Meisterschaft vorzubereiten, welche Ende September in Bern stattfindet.
Nicht nur in der Schweiz wird diskutiert, auch auf internationaler Ebene sorgen gewisse Themen für Gesprächsstoff. Das neue Einspännerprogramm stellt hohe Anforderungen, da es unter anderem Schenkelweichen verlangt. Die Diskussion dreht sich einerseits darum, ob das überhaupt möglich ist mit einem Wagen, und andererseits geht es um die Ausbildung der Pferde, da das Schenkelweichen eine Reitlektion ist, die, wie es das Wort sagt, die Schenkelhilfen des Reiters verlangt. Die Frage stellt sich, wie der Umgang mit diesem Programm auf nationaler Ebene gehandhabt werden soll.
Wichtig ist es, den Fahrsport als positive Herausforderung zu gestalten, die den Athleten motiviert und die Freude vermittelt, sich weiterzuentwickeln. Es ist aber auch wichtig, dass die Fahrer bereit sind, sich zu entwickeln, und sich neuen Erfahrungen gegenüber offen zeigen.
Claudia A. Spitz