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Ensi: «Risiko von Wasserstoffexplosionen in Brennelementlagern ist klein»
Das Ensi hatte die Schweizer Kernkraftwerkbetreiber am 5. Mai 2011 aufgefordert, den Schutz vor schnellen Wasserstoffverbrennungen und -explosionen im Bereich der Nasslager bestrahlter Brennelemente für alle vorhandenen Becken zu bewerten. Die Betreiber mussten nachweisen, dass ein sicherer Zustand ohne Zuhilfenahme externer Notfallschutzmittel während mindestens drei Tagen gewährleistet ist. Dieses Zeitfenster ist aus Sicht des Ensi ausreichend, um mittels Unfall-Management-Massnahmen das Ereignis zu beherrschen.
Das Ensi ist nach Auswertung der Betreibernachweise zum Schluss gekommen, dass das Risiko einer Wasserstoffexplosion in den Brennelementlagern der Schweizer Kernkraftwerke nach einem extremen Erdbeben innerhalb der drei ersten Tage ausgeschlossen werden kann. Während dieser Zeit würde eine betroffene Anlage ohne externe Notfallschutzmittel in einem sicheren Zustand verbleiben, so das Ensi. Für die Beurteilung des Unfallablaufs ging es von einem 10’000-jährlichen Erdbeben mit Ausfall der nicht geschützten Notstromversorgung aus, während die gebunkerten Notstandsysteme verfügbar wären.
Zu einer Wasserstoffexplosion komme es nur, wenn die Brennelemente im Becken nicht mehr mit Wasser überdeckt wären. In den ersten Tagen blieben die Brennelemente mit Wasser bedeckt und die produzierten Mengen Wasserstoff seien dann laut Ensi zu klein, um in der Atmosphäre des Brennelementlagers ein zündfähiges Gemisch zu erzeugen. Die vorhandenen Zeitfenster für Unfall-Management-Massnahmen zur Wiederherstellung der Kühlung der Brennelementbecken reichten daher aus, um eine spätere Trockenlegung und die damit verbundene Hüllrohroxidation und Wasserstofffreisetzung zu verhindern.
Jedenfalls habe «aus Sicht des Ensi die Prävention schwerer Störfälle generell Vorrang gegenüber Massnahmen zur Beherrschung der Konsequenzen», betonte Ralph Schulz, Leiter des Fachbereichs Sicherheitsanalysen des Ensi, bei der Vorstellung der Auswertungsergebnisse. Dies gelte besonders für die Brennelementbecken, da dort wirksame präventive Massnahmen mit verhältnismässigem Aufwand realisierbar seien.