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Als Bischof Heinrich von Thun 1225 die Rheinbrücke bauen liess, entstand auch auf der Kleinbasler Seite ein Brückenhaus, wo Brückenzoll erhoben, aber auch Recht gesprochen wurde. Im Richthaus, dem Rathaus der Kleinen Stadt, hielt der Schultheiss mit seinen sechs Urteilssprechern Rat und Gericht, entschied über Recht und Unrecht und liess die Schuldigen, zeitweise auch aus Riehen, Bettingen und Kleinhüningen, im finsteren St. Niklausturm büssen. Im geräumigen Haus war auch der Stadtgarnison eine Stube und dem ersten Amtmann des Gerichts eine Wohnung zugewiesen. Eine grosse Uhr zeigte und schlug dem Bürger die Stunde, und im Türmchen hielten Wächter und Turmbläser bei Tag und Nacht Ausblick nach Gefahr, um "bey entstehenden Bränden das Lärmzeichen zu geben und zu stürmen".
Anno 1289 beauftragte der Rat dieses "Hus, daz uf der Rinbrugge stat, so jetzt Rathhus" den Nonnen im Klingental gegen einen Zins von 4 Pfund 2 Schilling eingetauscht. 1461 war Meister Jakob Sarbach mit Umbauten "rathus uber Ryne" beauftragt. Eine Öffnung in der Hausmauer gegen den Rhein, durch welche die "einwohnere die hauss- und gassen wüscheten hinunter geschüttet", so dass sich "grosse Misthäuffen gesamlet", musste auf obrigkeitlichen Befehl 1723 vermacht werden. Wiederholt zu Missverständnissen führte das am Türmchen hängende Glöcklein, das nicht nur die Stunde schlug, sondern auch Feuersnot ankündigte. Die "Haubt Leüth der Minderen Statt" begehrten deshalb 1729, dass auf der St. Niklauskapelle ein anderes Glöcklein "von guther hell klingender Materie" montiert werde, fanden aber beim Rat kein Verständnis.
Am 12. Mai 1835 gelangten die Vorgesetzten der vereinigten Ehrengesellschaften Kleinbasels an den Rat, da sie erfahren hatten, dass das Richthaus verkauft werden sollte. Sie waren bereit, das in schlechtem baulichen Zustand befindliche Gebäude zu erhalten und so zu verbessern, dass es wesentlich zur Verschönerung der Stadt und besonders der Brücke beitrug. Die eingeleiteten Verhandlungen fanden nach einem guten Jahr erfolgreichen Abschluss. Für Fr. 12'000,- verkaufte der Kanton Basel-Stadt das Richthaus den Kleinbasler Gesellschaften mit der Klausel, für eine Wachtstube, eine Feuerspritze und eine Uhr den nötigen Platz einzuräumen. Der Käuferin dagegen war erlaubt, den Hohlraum zwischen den steinernen Pfeilern, auf denen das Gebäude stand, zu einem Keller auszubauen und das zur Brücke gehörende Haus des Brückenaufsehers abzureissen. Weiter enthielt der Vertrag die Bestimmung, die Fassade an der Krempergasse (heute Greifengasse) um 3 Schuh und gegen die Rheinbrücke um 2 Schuh zurückzuversetzen; dieser Passus wurde jedoch modifiziert, indem bei Rückerstattung von Fr. 5'000,- des Kaufschillings die Strassenfassade um 8 Schuh (ca. 2,45m) zu versetzen war. Der Grundstein zum Kleinbasler Gesellschaftshaus wurde am 4. April 1838 gelegt. Die Einweihung des neuen Gebäudes, das nach den Plänen des Bauinspektors Amadeus Merian errichtet wurde, fiel ins Jahr 1841, diejenige des Erweiterungsbaus in das Jahr 1860.
Quellen: