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Ferdinando Gianella war ein Politiker und Ingenieur, der "aus Vergnügen" fotografierte, eine Kunstform, die er in erster Linie in den Dienst seiner Arbeit stellte. So dokumentierte er die Entwicklung der Kommunikationswege im Tessin und insbesondere im Bleniotal.
Das Fotoarchiv Roberto Donettaexterner Link in Corzoneso widmet diesem Fotopionier nun eine Ausstellung. Zu sehen sind rund 30 Bilder, von Gianella, aufgenommen im Sonnental, wie man das Bleniotal zwischen 1890 und 1932 auch nannte.
Geboren wurde Gianella 1837 in Leontica im Bleniotal. Nach einem Studienabschluss in Mathematik und Physik an der Universität Parma startete er eine Glanzkarriere als Ingenieur und trug massgeblich zur Modernisierung der Infrastruktur im Tessin bei.
Er war auch politisch aktiv: Als Konservativer wurde er 1884 in die Kantonsregierung gewählt und leitete sieben Jahre lang das Baudepartement. In dieser Funktion gab er den Anstoss zur Trockenlegung der Magadinoebene, zur Kanalisierung der Flüsse Ticino und Maggia und zum Bau der Strasse ins Centovalli. Nach dem Tessiner Putsch von 1890 nahm er seinen früheren Beruf wieder auf und beteiligte sich an der Projektierung der regionalen Eisenbahnlinien Locarno-Bignasco und Biasca-Acquarossa. 1917 starb er.
"Seine Bilder haben nicht nur einen dokumentarischen oder zelebrierenden Wert, sondern auch eine technische Bedeutung. Gianella sah in der Fotografie ein geeignetes Instrument, um das Handwerk des Ingenieurs zu unterstützen", schreibt der Fotoarchivar Roberto Donetta.
(Bilder: Staatsarchiv des Kantons Tessin, Stiftung der Familie Ginella, Text: Daniele Mariani, swissinfo.ch)