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Diese zunehmende Bedeutung der Digitalisierung, die in verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Sozialen Arbeit und insbesondere im Bereich der sozialen und beruflichen Integration zu beobachten ist, bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, sowohl für die Fachkräfte als auch für die Leistungsempfänger*innen.
Trotz der Aktualität des Themas des digitalen Wandels und der Bedeutung der damit verbundenen Problematik gibt es nur wenige empirische Studien, die sich diesem Thema widmen, insbesondere in der Schweiz. Ein Forschungsteam der Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg (HSA-FR), bestehend aus M. Dif-Pradalier, T. Jammet und C. Jacot, untersuchte 2022 in Partnerschaft mit dem nationalen Dachverband Arbeitsintegration Schweiz die Praktiken und Vorstellungen von Fachkräften, die im Bereich der beruflichen Integration tätig sind. Mittels eines Mixed-Methods Designs, das einen an alle Fachkräfte in der Schweiz adressierten Online-Fragebogen in drei Sprachen mit zwei Gruppengesprächen (Fokusgruppen) mit Fachkräften die in direktem und regelmässigem Kontakt mit den Leistungsempfänger*innen stehen) und Führungskräften kombiniert, soll diese von der HES-SO finanzierte explorative Forschung mit dem Titel "Welche Begleitung bei der sozialen und beruflichen Integration in einer digitalen Gesellschaft?" die Lücken zum Verständnis der Auswirkungen der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit schliessen.
Die Forschungsergebnisse haben wichtige Unterschiede zwischen Führungskräften und Fachkräften, die in direktem Kontakt mit den Leistungsempfänger*innen stehen, in Bezug auf ihr Verhältnis zur Digitalisierung aufgezeigt. Die berufliche Tätigkeit von Führungskräften scheint weniger an einen eigenen Arbeitsraum (das Büro) und an eine vordefinierte Arbeitszeit (feste Arbeitszeiten) gebunden zu sein. Digitale Geräte (Computer, Tablet usw.), insbesondere mobile Geräte, erlauben ihnen eine gewisse räumliche und zeitliche Flexibilität ihrer Tätigkeit und werden relativ positiv wahrgenommen. Die Fachkräfte, die in direktem Kontakt mit Leistungsempfänger*innen stehen, sind in dieser Hinsicht negativer eingestellt. Da ihre Tätigkeit sowohl räumlich als auch zeitlich stärker eingegrenzt ist, ist der Nutzen digitaler Hilfsmittel weniger offensichtlich, während ihre Nachteile deutlicher zu Tage treten, insbesondere was die Verstärkung der hierarchischen Kontrolle durch die Digitalisierung betrifft. Die Forschung zeigt auch, dass es den Integrationsfachkräften an Mitteln fehlt, um die digitalen Kompetenzen der Leistungsempfänger*innen genau zu bewerten, dass sie aber mehrheitlich der Meinung sind, dass das Fehlen dieser Kompetenzen das Haupthindernis für ihre (Wieder-)Eingliederung darstellt.
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse und im Einklang mit dem praktischen Ziel dieser explorativen Forschung werden mehrere Empfehlungen formuliert, um die Nutzung digitaler Geräte zu verbessern und Online-Vorgänge im Bereich der sozialen und beruflichen Integration zu erleichtern. Erstens würde die Einführung eines Instruments zur Bewertung der digitalen Kompetenzen der Leistungsempfänger*innen eine bessere Orientierung zu den vorgeschlagenen Massnahmen und eine Anpassung dieser Massnahmen ermöglichen. Zweitens würde die Entwicklung der digitalen Mediation dazu beitragen, die Grundkompetenzen der Leistungsempfänger*innen zu stärken, um den Zugang zu den Rechten zu fördern und die Nichtinanspruchnahme zu bekämpfen. Schliesslich würde die Einbeziehung der Leistungsempfänger*innen in die Gestaltung der digitalen Instrumente die Entwicklung von Schnittstellen fördern, deren Ergonomie die tatsächlichen Kompetenzen und Bedürfnisse der Nutzer*innen berücksichtigt.