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Die Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin ist tot. Die britisch-französische Künstlerin ist im Alter von 76 Jahren gestorben, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung von Paris am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.
Birkin sei am Vormittag von ihrer Haushälterin tot in ihrer Pariser Wohnung gefunden worden, berichtete die Zeitung «Le Parisien». 2021 hatte Birkin einen Schlaganfall erlitten und im März dieses Jahres krankheitsbedingt ihre Konzerte absagen müssen. Die gebürtige Londonerin und Wahlfranzösin wurde mit dem Skandallied «Je t’aime, moi non plus» weltbekannt.
Sie war Anfang 20, als sie zusammen mit Serge Gainsbourg das Lied ins Mikrofon stöhnte. Der Song wurde in vielen Ländern verboten. Doch mit dem Schmuddel-Chanson begann 1969 ihre Karriere – und ihre Beziehung mit dem Enfant terrible der französischen Musikszene. Zwei Jahre später kam ihre gemeinsame Tochter, die Schauspielerin Charlotte Gainsbourg, auf die Welt. Die Ehe ging nach über zehn Jahren in die Brüche. Trotz der Trennung sangen beide gemeinsam weiter.
Zusammen mit Gainsbourg feierte Jane Birkin einige ihrer grössten Erfolge, darunter «La danseuse», ein weiteres erotisches Lied, und «Melody Nelson». Die Wahlfranzösin wirkte zudem in über 50 Filmen mit. In Michelangelo Antonionis «Blow up» spielte sie ein Fotomodell – nur bekleidet mit Kniestrümpfen. In dem Thriller «Der Swimmingpool» ist sie an der Seite von Romy Schneider und Alain Delon zu sehen.
Eine französische Ikone
Die Sängerin und Stilikone war die Lieblingsengländerin der Franzosen, die sie einfach «La Birkin» nannten. «Weil sie die Freiheit verkörperte und die schönsten Worte unserer Sprache sang, war Jane Birkin eine französische Ikone», würdigte sie Präsident Emmanuel Macron. «Ihre Stimme war ebenso sanft wie ihr Engagement leidenschaftlich. Sie hinterlässt uns Melodien und Bilder, die uns nie verlassen werden.» Frankreichs Kulturministerin Rima Abdul Malak nannte Birkin «die französischste aller Britinnen». «Jane B war der Schalk, die freche Eleganz, das nie aus der Mode gekommene Sinnbild einer ganzen Epoche, eine flüsternde Stimme, die unser Idol bleibt.»
Auch Frankreichs Kulturwelt nahm mit bewegenden Worten Abschied von der Ikone. Popsänger Étienne Daho, der gemeinsam mit Birkin ein Album herausbrachte, postete auf Instagram ein Foto von Birkin mit den Worten: «Unvorstellbar, in einer Welt ohne dein Licht zu leben.» Der Sänger Patrick Bruel schrieb: «Goodbye Jane…» Schauspieler Pierre Richard, der in den siebziger Jahren mit Birkin gemeinsam vor der Kamera stand, schrieb zu einem Foto, das die beiden im Gras liegend zeigt: «Jane, so lustig, so klug, so zerbrechlich, so grosszügig, so alles! Ein Stück meines Herzens geht mit ihr.»
Birkin wurde am 14. Dezember 1946 in London als Tochter der Schauspielerin Judy Campbell geboren. England hatte sie nach ihrer Scheidung von dem Filmkomponisten John Barry im Jahr 1968 verlassen, den sie 1965 mit gerade 19 Jahren geheiratet hatte.