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input-de311.1 Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht(Jugendstrafgesetz, JStG)vom 20. Juni 2003 (Stand am 1. Juli 2024)Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,gestützt auf Artikel 123 der Bundesverfassung, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 21. September 1998,beschliesst: SR 101 BBl 1999 19791. Kapitel:  Grundsätze und GeltungsbereichArt. 1 Gegenstand und Verhältnis zum Strafgesetzbuch Dieses Gesetz:a. regelt die Sanktionen, welche gegenüber Personen zur Anwendung kommen, die vor Vollendung des 18. Altersjahres eine nach dem Strafgesetzbuch (StGB) oder einem andern Bundesgesetz mit Strafe bedrohte Tat begangen haben;b. ... Ergänzend zu diesem Gesetz sind die folgenden Bestimmungen des StGB sinngemäss anwendbar:a. die Artikel 1–33 (Geltungsbereich und Strafbarkeit), mit Ausnahme von Artikel 20 (zweifelhafte Schuldfähigkeit);b. die Artikel 47, 48 und 51 (Strafzumessung);c. Artikel 56 Absätze 2, 5 und 6 sowie Artikel 56a (Grundsätze bei Massnahmen);d. die Artikel 69–73 (Einziehung und Verwendung zu Gunsten des Geschädigten);e. Artikel 74 (Vollzugsgrundsätze);f. Artikel 83 (Arbeitsentgelt);g. Artikel 84 (Beziehungen zur Aussenwelt);h. Artikel 85 (Kontrollen und Untersuchungen);i. Artikel 92 (Unterbrechung des Vollzuges);i. Artikel 92a (Informationsrecht);j. die Artikel 98, 99 Absatz 2, 100 sowie 101 Absätze 1 Buchstaben a–d, 2 und 3 (Verjährung); k. die Artikel 103, 104 und 105 Absatz 2 (Übertretungen);l. Artikel 110 (Begriffe);m. die Artikel 111–332 (Zweites Buch: Besondere Bestimmungen);n. die Artikel 333–392 (Drittes Buch: Einführung und Anwendung des Gesetzes), mit Ausnahme der Artikel 380 (Kostentragung), 387 Absatz 1 Buchstabe d und 2 (Ergänzende Bestimmungen des Bundesrates) und 388 Absatz 3 (Vollzug früherer Urteile);o. ... Bei der Anwendung dieser Bestimmungen des StGB müssen die Grundsätze nach Artikel 2 beachtet sowie Alter und Entwicklungsstand des Jugendlichen zu seinen Gunsten berücksichtigt werden. SR 311.0 Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121). Eingefügt durch Ziff. I 2 des BG vom 26. Sept. 2014 über das Informationsrecht des Opfers, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1623; BBl 2014 889 913). Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 15. Juni 2012 (Unverjährbarkeit sexueller und pornografischer Straftaten an Kindern vor der Pubertät), in Kraft seit 1. Jan. 2013  (AS 2012 5951; BBl 2011 5977). AS 2009 6103 Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121). Aufgehoben durch Anhang 1 Ziff. 4 des Strafregistergesetzes vom 17. Juni 2016, mit Wirkung seit 23. Jan. 2023 (AS 2022 600; BBl 2014 5713).Art. 2 Grundsätze Wegleitend für die Anwendung dieses Gesetzes sind der Schutz und die Erziehung des Jugendlichen. Den Lebens- und Familienverhältnissen des Jugendlichen sowie der Entwicklung seiner Persönlichkeit ist besondere Beachtung zu schenken.Art. 3 Persönlicher Geltungsbereich Dieses Gesetz gilt für Personen, die zwischen dem vollendeten 10. und dem vollendeten 18. Altersjahr eine mit Strafe bedrohte Tat begangen haben. Sind gleichzeitig eine vor und eine nach Vollendung des 18. Altersjahres begangene Tat zu beurteilen, so ist hinsichtlich der Strafen nur das StGB anwendbar. Dies gilt auch für die Zusatzstrafe (Art. 49 Abs. 2 StGB), die für eine Tat auszusprechen ist, welche vor Vollendung des 18. Altersjahres begangen wurde. Bedarf der Täter einer Massnahme, so ist diejenige Massnahme nach dem StGB oder nach diesem Gesetz anzuordnen, die nach den Umständen erforderlich ist. Wurde ein Verfahren gegen Jugendliche eingeleitet, bevor die nach Vollendung des 18. Altersjahres begangene Tat bekannt wurde, so bleibt dieses Verfahren anwendbar. Andernfalls ist das Verfahren gegen Erwachsene anwendbar. SR 311.0Art. 4 Taten vor dem 10. AltersjahrStellt die zuständige Behörde im Laufe eines Verfahrens fest, dass eine Tat von einem Kind unter zehn Jahren begangen worden ist, so benachrichtigt sie die gesetzlichen Vertreter des Kindes. Liegen Anzeichen dafür vor, dass das Kind besondere Hilfe benötigt, so ist auch die Vormundschaftsbehörde oder die durch das kantonale Recht bezeichnete Fachstelle für Jugendhilfe zu benachrichtigen. Seit Inkrafttreten des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: Kindesschutzbehörde.2. Kapitel:  UntersuchungArt. 5 Vorsorgliche Anordnung von SchutzmassnahmenWährend der Untersuchung kann die zuständige Behörde vorsorglich die Schutzmassnahmen nach den Artikeln 12–15 anordnen.Art. 6–8 Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 9 Abklärung der persönlichen Verhältnisse, Beobachtung und Begutachtung Soweit dies für den Entscheid über die Anordnung einer Schutzmassnahme oder Strafe erforderlich ist, klärt die zuständige Behörde die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen ab, namentlich in Bezug auf Familie, Erziehung, Schule und Beruf. Zu diesem Zweck kann sie auch eine ambulante oder stationäre Beobachtung anordnen. Mit der Abklärung kann eine Person oder Stelle beauftragt werden, die eine fachgerechte Durchführung gewährleistet. Besteht ernsthafter Anlass, an der physischen oder psychischen Gesundheit des Jugendlichen zu zweifeln, oder erscheint die Unterbringung zur Behandlung einer psychischen Störung in einer offenen Einrichtung oder die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung angezeigt, so ordnet die zuständige Behörde eine medizinische oder psychologische Begutachtung an.3. Kapitel:  Schutzmassnahmen und Strafen1. Abschnitt:  Allgemeine VoraussetzungenArt. 10 Anordnung der Schutzmassnahmen Hat der Jugendliche eine mit Strafe bedrohte Tat begangen und ergibt die Abklärung, dass er einer besonderen erzieherischen Betreuung oder therapeutischen Behandlung bedarf, so ordnet die urteilende Behörde die nach den Umständen erforderlichen Schutzmassnahmen an, unabhängig davon, ob er schuldhaft gehandelt hat. Hat der Jugendliche keinen gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz, so kann die urteilende Behörde von der Anordnung einer Schutzmassnahme absehen.Art. 11 Anordnung der Strafen Hat der Jugendliche schuldhaft gehandelt, so verhängt die urteilende Behörde zusätzlich zu einer Schutzmassnahme oder als einzige Rechtsfolge eine Strafe. Artikel 21 über die Strafbefreiung bleibt vorbehalten. Schuldhaft handeln kann nur der Jugendliche, der fähig ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.2. Abschnitt:  SchutzmassnahmenArt. 12 Aufsicht Besteht Aussicht darauf, dass die Inhaber der elterlichen Sorge oder die Pflegeeltern die erforderlichen Vorkehrungen treffen, um eine geeignete erzieherische Betreuung oder therapeutische Behandlung des Jugendlichen sicherzustellen, so bestimmt die urteilende Behörde eine geeignete Person oder Stelle, der Einblick und Auskunft zu geben ist. Die urteilende Behörde kann den Eltern Weisungen erteilen. Ist der Jugendliche bevormundet, so darf keine Aufsicht angeordnet werden. Die Aufsicht kann nach Erreichen des Mündigkeitsalters nur mit Einverständnis des Betroffenen angeordnet werden. Seit Inkrafttreten des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: des Volljährigkeitsalters.Art. 13 Persönliche Betreuung Genügt eine Aufsicht nach Artikel 12 nicht, so bestimmt die urteilende Behörde eine geeignete Person, welche die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützt und den Jugendlichen persönlich betreut. Die urteilende Behörde kann der mit der Betreuung betrauten Person bestimmte Befugnisse bezüglich der Erziehung, Behandlung und Ausbildung des Jugendlichen übertragen und die elterliche Sorge entsprechend beschränken. Sie kann sie in Abweichung von Artikel 323 Absatz 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) auch mit der Verwaltung des Erwerbseinkommens des Jugendlichen beauftragen. Ist der Jugendliche bevormundet, so darf keine persönliche Betreuung angeordnet werden. Die persönliche Betreuung kann nach Erreichen des Mündigkeitsalters nur mit Einverständnis des Betroffenen angeordnet werden. SR 210 Seit Inkrafttreten des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: des Volljährigkeitsalters.Art. 14 Ambulante Behandlung Leidet der Jugendliche unter psychischen Störungen, ist er in seiner Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt oder ist er von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, so kann die urteilende Behörde anordnen, dass er ambulant behandelt wird. Die ambulante Behandlung kann mit der Aufsicht (Art. 12) oder der persönlichen Betreuung (Art. 13) oder der Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung (Art. 15 Abs. 1) verbunden werden.Art. 15 Unterbringung a. Inhalt und Voraussetzungen Kann die notwendige Erziehung und Behandlung des Jugendlichen nicht anders sichergestellt werden, so ordnet die urteilende Behörde die Unterbringung an. Diese erfolgt namentlich bei Privatpersonen oder in Erziehungs- oder Behandlungseinrichtungen, die in der Lage sind, die erforderliche erzieherische oder therapeutische Hilfe zu leisten. Die urteilende Behörde darf die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung nur anordnen, wenn sie:a. für den persönlichen Schutz oder für die Behandlung der psychischen Störung des Jugendlichen unumgänglich ist; oderb. für den Schutz Dritter vor schwer wiegender Gefährdung durch den Jugendlichen notwendig ist. Vor der Unterbringung zur Behandlung einer psychischen Störung in einer offenen Einrichtung oder vor der Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung ordnet die urteilende Behörde eine medizinische oder psychologische Begutachtung an, falls diese nicht bereits auf Grund von Artikel 9 Absatz 3 erstellt wurde. Ist der Jugendliche bevormundet, so teilt die urteilende Behörde der Vormundschaftsbehörde die Anordnung der Unterbringung mit. Seit Inkrafttreten des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: Kindesschutzbehörde.Art. 16 b. Vollzug Die Vollzugsbehörde regelt für die Dauer der Unterbringung die Ausübung des Rechts der Eltern oder Dritter auf persönlichen Verkehr mit dem Jugendlichen nach den Artikeln 273 ff. ZGB. Im Vollzug einer disziplinarischen Massnahme darf der Jugendliche ausnahmsweise und nicht länger als sieben Tage ununterbrochen von den andern Jugendlichen getrennt werden. Hat der Jugendliche das 17. Altersjahr vollendet, so kann die Massnahme in einer Einrichtung für junge Erwachsene (Art. 61 StGB) vollzogen oder weitergeführt werden. Für den Vollzug von Massnahmen können private Einrichtungen beigezogen werden. SR 210 SR 311.0 Eingefügt durch Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 16a Tätigkeitsverbot, Kontakt- und Rayonverbot Die urteilende Behörde kann dem Jugendlichen verbieten, bestimmte berufliche Tätigkeiten oder bestimmte organisierte ausserberufliche Tätigkeiten auszuüben, wenn die Gefahr besteht, dass er diese zur Begehung von Sexualstraftaten an Minderjährigen oder anderen besonders schutzbedürftigen Personen missbraucht. Besteht die Gefahr, dass der Jugendliche bei einem Kontakt zu bestimmten Personen oder zu Personen einer bestimmten Gruppe Straftaten begehen wird, so kann die urteilende Behörde dem Jugendlichen verbieten, mit diesen Personen Kontakt aufzunehmen oder sich an bestimmten Orten aufzuhalten. Die Vollzugsbehörde bestimmt eine geeignete Person, die den Jugendlichen während der Dauer eines Verbots begleitet und ihr Bericht erstattet. Für den Vollzug des Verbots nach Absatz 2 kann die Vollzugsbehörde technische Geräte einsetzen, die mit dem Jugendlichen fest verbunden sind. Diese können insbesondere der Feststellung des Standorts des Jugendlichen dienen. Eingefügt durch Ziff. I 3 des BG vom 13. Dez. 2013 über das Tätigkeitsverbot und das Kontakt- und Rayonverbot, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2055; BBl 2012 8819).Art. 17 Gemeinsame Bestimmungen zum Vollzug der Massnahmen Die Vollzugsbehörde bestimmt, wer mit dem Vollzug der ambulanten Behandlung und der Unterbringung betraut wird.  Sie überwacht die Durchführung aller Massnahmen. Sie erlässt die nötigen Weisungen und legt fest, wie häufig ihr Bericht zu erstatten ist. Beim Vollzug der Massnahmen ist dafür zu sorgen, dass der Jugendliche angemessen unterrichtet und ausgebildet wird.Art. 18 Änderung der Massnahmen Haben sich die Verhältnisse geändert, so kann eine Massnahme durch eine andere ersetzt werden. Ist die neue Massnahme härter, so ist für die Änderung die urteilende Behörde zuständig. Die Änderung der Massnahmen kann vom Jugendlichen oder seinen gesetzlichen Vertretern beantragt werden.Art. 19 Beendigung der Massnahmen Die Vollzugsbehörde prüft jährlich, ob und wann die Massnahme aufgehoben werden kann. Sie hebt sie auf, wenn ihr Zweck erreicht ist oder feststeht, dass sie keine erzieherischen oder therapeutischen Wirkungen mehr entfaltet. Alle Massnahmen enden mit Vollendung des 25. Altersjahres. Ist der Wegfall einer Schutzmassnahme für den Betroffenen selber oder für die Sicherheit Dritter mit schwer wiegenden Nachteilen verbunden und kann diesen nicht auf andere Weise begegnet werden, so beantragt die Vollzugsbehörde rechtzeitig die Anordnung geeigneter vormundschaftlicher Massnahmen. Ist der Wegfall eines Verbots nach Artikel 16a für die Sicherheit Dritter mit schwerwiegenden Nachteilen verbunden, so beantragt die Vollzugsbehörde rechtzeitig dem Gericht am Wohnsitz des Jugendlichen zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Verbot nach Artikel 67 oder 67b StGB gegeben sind. Sind die  Voraussetzungen gegeben, so wird das Verbot nach Erwachsenenstrafrecht angeordnet. Sind die Voraussetzungen für ein Verbot nach Artikel 67 Absatz 3 oder 4 StGB gegeben, so legt das Gericht eine Frist zwischen einem Jahr und zehn Jahren fest. Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des BG vom 19. Juni 2015 (Änderungen des Sanktionenrechts), in Kraft seit 1. Juli 2016 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721). Seit Inkrafttreten des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: Kindesschutzmassnahmen. SR 311.0 Eingefügt durch Ziff. I 3 des BG vom 13. Dez. 2013 über das Tätigkeitsverbot und das Kontakt- und Rayonverbot, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2055; BBl 2012 8819).Art. 20 Zusammenarbeit zwischen Behörden des Zivilrechts und des Jugendstrafrechts Die Jugendstrafbehörde kann:a. die Anordnung, Änderung oder Aufhebung von Massnahmen, für die sie nicht zuständig ist, bei der Behörde des Zivilrechts beantragen;b. Vorschläge für die Wahl eines Vormundes unterbreiten oder die Ersetzung des gesetzlichen Vertreters beantragen. Die Jugendstrafbehörde kann die Anordnung von Schutzmassnahmen der Behörde des Zivilrechts übertragen, wenn dafür wichtige Gründe bestehen, namentlich wenn:a. auch für Geschwister, die keine Straftat begangen haben, Massnahmen zu ergreifen sind;b. es notwendig erscheint, früher angeordnete zivilrechtliche Massnahmen fortzusetzen;c. ein Verfahren auf Entziehung der elterlichen Sorge eingeleitet ist. Verzichtet die Behörde des Zivilrechts im Interesse eines einheitlichen Vorgehens darauf, selber Massnahmen anzuordnen, so kann sie bei der Jugendstrafbehörde den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung von Schutzmassnahmen nach den Artikeln 10 und 12–19 beantragen. Die Behörde des Zivilrechts und die Jugendstrafbehörde teilen einander ihre Entscheide mit.3. Abschnitt:  StrafenArt. 21 Strafbefreiung Die urteilende Behörde sieht von einer Bestrafung ab, wenn:a. die Bestrafung das Ziel einer früher angeordneten oder im laufenden Verfahren anzuordnenden Schutzmassnahme gefährden würde;b. die Schuld des Jugendlichen und die Tatfolgen gering sind;c. der Jugendliche den Schaden so weit als möglich durch eigene Leistung wieder gutgemacht oder eine besondere Anstrengung unternommen hat, um das von ihm begangene Unrecht auszugleichen, und wenn:1. als Strafe nur ein Verweis nach Artikel 22 in Betracht kommt, 2. die Strafverfolgung für die Öffentlichkeit und den Geschädigten nur von geringem Interesse ist, und 3. der Jugendliche den Sachverhalt eingestanden hat;d. der Jugendliche durch die unmittelbaren Folgen seiner Tat so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unangemessen wäre;e. der Jugendliche wegen seiner Tat von den Eltern, andern erziehungsberechtigten Personen oder Dritten schon genug bestraft worden ist; oderf. seit der Tat verhältnismässig lange Zeit verstrichen ist, der Jugendliche sich wohlverhalten hat und das Interesse der Öffentlichkeit und des Geschädigten an der Strafverfolgung gering sind. Von einer Bestrafung kann ferner abgesehen werden, wenn der ausländische Staat, in dem der Jugendliche seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, wegen der Tat des Jugendlichen bereits ein Verfahren eingeleitet oder sich bereit erklärt hat, ein solches einzuleiten. ... Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 14. Dez. 2018 über die Änderung der Wiedergutmachungsregelung, in Kraft seit 1. Juli 2019 (AS 2019 1809; BBl 2018 3757 4925). Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 22 Verweis Die urteilende Behörde spricht den Jugendlichen schuldig und erteilt ihm einen Verweis, wenn dies voraussichtlich genügt, um den Jugendlichen von weiteren Straftaten abzuhalten. Der Verweis besteht in einer förmlichen Missbilligung der Tat. Die urteilende Behörde kann dem Jugendlichen zusätzlich eine Probezeit von sechs Monaten bis zu zwei Jahren und damit verbundene Weisungen auferlegen. Begeht der Jugendliche während der Probezeit schuldhaft eine mit Strafe bedrohte Tat oder missachtet er die Weisungen, so kann die urteilende Behörde eine andere Strafe als einen Verweis verhängen.Art. 23 Persönliche Leistung Der Jugendliche kann zu einer persönlichen Leistung zu Gunsten von sozialen Einrichtungen, von Werken im öffentlichen Interesse, von hilfsbedürftigen Personen oder des Geschädigten mit deren Zustimmung verpflichtet werden. Die Leistung hat dem Alter und den Fähigkeiten des Jugendlichen zu entsprechen. Sie wird nicht entschädigt. Als persönliche Leistung kann auch die Teilnahme an Kursen oder ähnlichen Veranstaltungen angeordnet werden. Die persönliche Leistung dauert höchstens zehn Tage. Für Jugendliche, die zur Zeit der Tat das 15. Altersjahr vollendet und ein Verbrechen oder ein Vergehen begangen haben, kann die persönliche Leistung bis zu einer Dauer von drei Monaten angeordnet und mit der Verpflichtung verbunden werden, sich an einem bestimmten Ort aufzuhalten. Wird die Leistung nicht fristgemäss oder mangelhaft erbracht, so ermahnt die vollziehende Behörde den Jugendlichen unter Ansetzung einer letzten Frist. Bleibt die Mahnung ohne Erfolg und hat der Jugendliche zur Zeit der Tat das 15. Altersjahr nicht vollendet, so kann er verpflichtet werden, die Leistung unter unmittelbarer Aufsicht der vollziehenden Behörde oder einer von ihr bestimmten Person zu erbringen. Bleibt die Mahnung ohne Erfolg und hat der Jugendliche zur Zeit der Tat das 15. Altersjahr vollendet, so erkennt die urteilende Behörde:a. an Stelle einer Leistung bis zu zehn Tagen auf Busse;b. an Stelle einer Leistung über zehn Tagen auf Busse oder Freiheitsentzug; der Freiheitsentzug darf die Dauer der umgewandelten Leistung nicht übersteigen.Art. 24 Busse Der Jugendliche, der zur Zeit der Tat das 15. Altersjahr vollendet hat, kann mit Busse bestraft werden. Diese beträgt höchstens 2000 Franken. Sie ist unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen festzusetzen. Die Vollzugsbehörde bestimmt die Zahlungsfrist; sie kann Erstreckungen und Teilzahlungen gewähren. Auf Gesuch des Jugendlichen kann die Vollzugsbehörde die Busse ganz oder teilweise in eine persönliche Leistung umwandeln, ausser wenn die Busse an Stelle einer nicht erbrachten persönlichen Leistung ausgesprochen wurde. Haben sich die für die Bemessung der Busse massgebenden Verhältnisse seit dem Urteil ohne Verschulden des Jugendlichen verschlechtert, so kann die urteilende Behörde die Busse herabsetzen. Bezahlt der Jugendliche die Busse nicht innert der gesetzten Frist, so wandelt sie die urteilende Behörde in Freiheitsentzug bis zu 30 Tagen um. Die Umwandlung ist ausgeschlossen, wenn der Jugendliche ohne sein Verschulden zahlungsunfähig ist.Art. 25 Freiheitsentzug a. Inhalt und Voraussetzungen Der Jugendliche, der nach Vollendung des 15. Altersjahres ein Verbrechen oder ein Vergehen begangen hat, kann mit Freiheitsentzug von einem Tag bis zu einem Jahr bestraft werden. Der Jugendliche, der zur Zeit der Tat das 16. Altersjahr vollendet hat, wird mit Freiheitsentzug bis zu vier Jahren bestraft, wenn er:a. ein Verbrechen begangen hat, das nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren bedroht ist;b. eine Tat nach den Artikeln 122, 140 Ziffer 3 oder Artikel 184 StGB begangen und dabei besonders skrupellos gehandelt hat, namentlich wenn der Beweggrund des Jugendlichen, der Zweck der Tat oder die Art ihrer Ausführung eine besonders verwerfliche Gesinnung offenbaren. SR 311.0Art. 26 b. Umwandlung in persönliche LeistungAuf Gesuch des Jugendlichen kann die urteilende Behörde einen Freiheitsentzug bis zu drei Monaten in eine persönliche Leistung von gleicher Dauer umwandeln, ausser wenn der Freiheitsentzug an Stelle nicht erbrachter persönlicher Leistungen ausgesprochen wurde. Die Umwandlung kann sofort für die ganze Dauer oder nachträglich für den Rest des Freiheitsentzuges angeordnet werden.Art. 27 c. Vollzug Der Freiheitsentzug bis zu einem Jahr kann in Form der Halbgefangenschaft (Art. 77b StGB) vollzogen werden. Der Freiheitsentzug bis zu einem Monat kann auch tageweise vollzogen werden. Dabei wird die Strafe in mehrere Vollzugsabschnitte aufgeteilt, die auf Ruhe- oder Ferientage des Jugendlichen fallen. Der Freiheitsentzug ist in einer Einrichtung für Jugendliche zu vollziehen, in der jeder Jugendliche entsprechend seiner Persönlichkeit erzieherisch betreut und insbesondere auf die soziale Eingliederung nach der Entlassung vorbereitet wird. Die Einrichtung muss geeignet sein, die Persönlichkeitsentwicklung des Jugendlichen zu fördern. Ist ein Schulbesuch, eine Lehre oder eine Erwerbstätigkeit ausserhalb der Einrichtung nicht möglich, so ist dem Jugendlichen in der Einrichtung selbst der Beginn, die Fortsetzung und der Abschluss einer Ausbildung oder eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Eine therapeutische Behandlung ist sicherzustellen, sofern der Jugendliche ihrer bedarf und für sie zugänglich ist. Dauert der Freiheitsentzug länger als ein Monat, so begleitet eine geeignete, von der Einrichtung unabhängige Person den Jugendlichen und hilft ihm, seine Interessen wahrzunehmen. Für den Vollzug von Strafen können private Einrichtungen beigezogen werden.SR 311.0 Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des BG vom 19. Juni 2015 (Änderungen des Sanktionenrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721). Eingefügt durch Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 28 Bedingte Entlassung aus dem Freiheitsentzug a. Gewährung Hat der Jugendliche die Hälfte, mindestens aber zwei Wochen des Freiheitsentzugs verbüsst, so kann ihn die Vollzugsbehörde bedingt entlassen, wenn nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Die Vollzugsbehörde prüft von Amtes wegen, ob der Jugendliche bedingt entlassen werden kann. Sie holt je einen Bericht der Leitung der Einrichtung sowie der Person ein, welche den Jugendlichen begleitet. Der Jugendliche ist anzuhören, wenn die Vollzugsbehörde beabsichtigt, die bedingte Entlassung zu verweigern. Ist der Freiheitsentzug nach Artikel 25 Absatz 2 verhängt worden, so entscheidet die Vollzugsbehörde nach Anhörung einer Kommission nach Artikel 62d Absatz 2 StGB. Wird die bedingte Entlassung verweigert, so hat die zuständige Behörde mindestens einmal halbjährlich neu zu prüfen, ob sie gewährt werden kann. SR 311.0Art. 29 b. Probezeit Die Vollzugsbehörde auferlegt dem bedingt entlassenen Jugendlichen eine Probezeit, deren Dauer dem Strafrest entspricht, jedoch mindestens sechs Monate und höchstens zwei Jahre beträgt. Die Vollzugsbehörde kann dem bedingt entlassenen Jugendlichen Weisungen erteilen. Diese betreffen insbesondere die Teilnahme an Freizeitveranstaltungen, die Wiedergutmachung des Schadens, den Besuch von Lokalen, das Führen eines Motorfahrzeuges oder die Abstinenz von Stoffen, die das Bewusstsein beeinträchtigen. Die Vollzugsbehörde bestimmt eine geeignete Person, die den Jugendlichen während der Probezeit begleitet und ihr Bericht erstattet.Art. 30 c. BewährungHat sich der bedingt entlassene Jugendliche bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so ist er endgültig entlassen.Art. 31 d. Nichtbewährung Begeht der bedingt entlassene Jugendliche während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen oder handelt er trotz förmlicher Mahnung den ihm erteilten Weisungen zuwider und ist deswegen zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so verfügt die über die neue Tat urteilende Behörde oder, bei Verstoss gegen die Weisungen, die Vollzugsbehörde den Vollzug eines Teils oder der ganzen Reststrafe (Rückversetzung). Der Teilvollzug kann nur einmal gewährt werden. Sind auf Grund der neuen Straftat die Voraussetzungen für einen unbedingten Freiheitsentzug erfüllt und trifft dieser mit der durch den Widerruf vollziehbar gewordenen Reststrafe zusammen, so bildet die urteilende Behörde aus dem früher verhängten und dem neuen Freiheitsentzug eine Gesamtstrafe im Sinne von Artikel 34. Auf diese sind die Regeln der bedingten Entlassung erneut anwendbar. Ist trotz der Nichtbewährung zu erwarten, dass der Jugendliche keine weiteren Straftaten verüben wird, so verzichtet die urteilende Behörde oder, bei Verstoss gegen die Weisungen, die Vollzugsbehörde auf eine Rückversetzung. Sie kann den Jugendlichen verwarnen und die Probezeit um höchstens ein Jahr verlängern. Erfolgt die Verlängerung erst nach Ablauf der Probezeit, so beginnt sie am Tag der Anordnung. Die Rückversetzung darf nicht mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit zwei Jahre vergangen sind. Ist für die Beurteilung der neuen Tat das StGB anwendbar, so wendet die urteilende Behörde bezüglich des Widerrufs Artikel 89 StGB an. SR 311.0Art. 32 Zusammentreffen von Schutzmassnahmen und Freiheitsentzug Die Unterbringung geht dem Vollzug eines gleichzeitig ausgesprochenen oder eines wegen Widerruf oder Rückversetzung vollziehbaren Freiheitsentzuges voraus. Wird die Unterbringung aufgehoben, weil sie ihren Zweck erreicht hat, so wird der Freiheitsentzug nicht mehr vollzogen. Wird die Unterbringung aus einem anderen Grund aufgehoben, so entscheidet die urteilende Behörde, ob und wieweit der Freiheitsentzug noch zu vollziehen ist. Dabei ist die mit der Unterbringung verbundene Freiheitsbeschränkung anzurechnen. Die urteilende Behörde kann den Vollzug eines gleichzeitig ausgesprochenen und  eines wegen Widerrufs oder Rückversetzung vollziehbaren Freiheitsentzugs zu Gunsten der ambulanten Behandlung, der persönlichen Betreuung oder der Aufsicht aufschieben. Im Falle der Aufhebung dieser Schutzmassnahmen gelten die Absätze 2 und 3 sinngemäss.Art. 33 Verbindung von StrafenPersönliche Leistung nach Artikel 23 Absatz 2 und Freiheitsentzug können mit Busse verbunden werden.Art. 34 Gesamtstrafe Hat die urteilende Behörde gleichzeitig mehrere Straftaten des Jugendlichen zu beurteilen, so kann sie entweder die Strafen nach Artikel 33 verbinden oder, wenn die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt sind, eine Gesamtstrafe bilden, indem sie die Strafe der schwersten Tat angemessen erhöht. Die einzelnen Taten dürfen bei der Bildung der Gesamtstrafe nicht stärker ins Gewicht fallen, als wenn sie für sich allein beurteilt worden wären. Die Gesamtstrafe darf das gesetzliche Höchstmass einer Strafart nicht überschreiten. Die Absätze 1 und 2 gelten auch, wenn der Jugendliche die Straftaten teils vor und teils nach der Altersgrenze begangen hat, die für die Verhängung einer persönlichen Leistung bis zu drei Monaten (Art. 23 Abs. 3), einer Busse (Art. 24 Abs. 1) oder eines Freiheitsentzugs (Art. 25 Abs. 1 und 2) massgebend ist.Art. 35 Bedingter Vollzug von Strafen Die urteilende Behörde schiebt den Vollzug einer Busse, einer persönlichen Leistung oder eines Freiheitsentzuges von höchstens 30 Monaten ganz oder teilweise auf, soweit eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Jugendlichen von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Die Artikel 29–31 gelten für aufgeschobene Strafen sinngemäss. Wird ein Freiheitsentzug nur teilweise aufgeschoben, so sind die Artikel 28–31 auf den vollziehbaren Teil nicht anwendbar.4. Kapitel:  VerjährungArt. 36 Verfolgungsverjährung Die Strafverfolgung verjährt in:a. fünf Jahren, wenn die Tat nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit einer Freiheitsstrafe von über drei Jahren bedroht ist;b. drei Jahren, wenn die Tat nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bedroht ist;c. einem Jahr, wenn die Tat nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit einer andern Strafe bedroht ist. Ist vor Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, so tritt die Verjährung nicht mehr ein. Bei Straftaten nach den Artikeln 111–113, 122, 124, 182, 189–191, 193, 193a, 195 und 197 Absatz 3 StGB, die sich gegen ein Kind unter 16 Jahren richten, dauert die Verfolgungsverjährung in jedem Fall mindestens bis zum vollendeten 25. Lebensjahr des Opfers. Die Verjährung der Strafverfolgung von Straftaten nach den Artikeln 111–113, 122, 182, 189–191 und 195 StGB, die sich gegen ein Kind unter 16 Jahren richten, bemisst sich nach Absatz 2, wenn die Straftat vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes begangen worden ist und die Verfolgungsverjährung zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingetreten ist. Eingefügt durch Anhang 1 Ziff. 5 des BG vom 17. Juni 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2024  (AS 2023 468; BBl 2019 6697). SR 311.0 Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 des BG vom 16. Juni 2023 über eine Revision des Sexualstrafrechts, in Kraft seit 1. Juli 2024 (AS 2024 27; BBl 2018 2827; 2022 687, 1011). Eingefügt durch Ziff. I 2 des BG vom 16. Juni 2023 über eine Revision des Sexualstrafrechts, in Kraft seit 1. Juli 2024 (AS 2024 27; BBl 2018 2827; 2022 687, 1011).Art. 37 Vollstreckungsverjährung Die Strafen verjähren in:a. vier Jahren, wenn ein Freiheitsentzug von mehr als sechs Monaten ausgesprochen wurde;b. zwei Jahren, wenn eine andere Strafe ausgesprochen wurde. Der Vollzug jeder nach diesem Gesetz ausgesprochenen Strafe endet spätestens, wenn der verurteilte Jugendliche das 25. Altersjahr vollendet.5. Kapitel:  ...Art. 38–43 Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).6. Kapitel:  Schlussbestimmungen1. Abschnitt:  Änderung bisherigen RechtsArt. 44... Die Änderungen können unter AS 2006 3545 konsultiert werden.2. Abschnitt:  ÜbergangsbestimmungenArt. 45 Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren Erziehungsmassnahmen, besondere Behandlungen und Disziplinarstrafen, die nach den bisherigen Artikeln 84, 85 oder 87 StGB gegenüber Kindern, die zur Tatzeit das 10. Altersjahr noch nicht vollendet hatten, angeordnet und nicht oder nur teilweise vollzogen wurden, werden nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes nicht mehr vollzogen. Liegen Anzeichen dafür vor, dass das Kind besondere Hilfe benötigt, so benachrichtigt die vollziehende Behörde die Vormundschaftsbehörde oder die durch das kantonale Recht bezeichnete Fachstelle für Jugendhilfe. AS 1971 777 Seit Inkrafttreten des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: Kindesschutzbehörde.Art. 46 Vollzug des Freiheitsentzugs Auf Jugendliche, die nach dem bisherigen Artikel 95 Ziffer 1 Absatz 1 StGB zu einer Einschliessung verurteilt wurden, sind die folgenden Bestimmungen dieses Gesetzes anwendbar:a. Artikel 26 über den Vollzug des Freiheitsentzugs in Form der persönlichen Leistung; b. Artikel 27 Absatz 1 über den Vollzug des Freiheitsentzugs in Form des tageweisen Vollzugs oder der Halbgefangenschaft;c. Artikel 27 Absatz 5 über die Ernennung einer geeigneten Begleitperson;d. die Artikel 28–31 über die bedingte Entlassung. Bis die Kantone die notwendigen Einrichtungen zum Vollzug des Freiheitsentzuges nach Artikel 27 dieses Gesetzes errichtet haben (Art. 48), bleibt der bisherige Artikel 95 Ziffer 3 Absatz 1 StGB anwendbar. Der Freiheitsentzug ist soweit als möglich nach Artikel 27 Absätze 2–4 dieses Gesetzes durchzuführen. AS 1971 777 AS 1971 777Art. 47 Anordnung und Vollzug von Schutzmassnahmen Die Bestimmungen über die Schutzmassnahmen (Art. 10 und 12–20) finden auch Anwendung, wenn eine Tat vor Inkrafttreten dieses Gesetzes begangen oder beurteilt wurde. Schutzmassnahmen enden spätestens mit Vollendung des 20. Altersjahres des Jugendlichen, wenn sie wegen Taten angeordnet wurden, die der Jugendliche vor Vollendung seines 15. Altersjahres und vor Inkrafttreten dieses Gesetzes begangen hat. Besondere Behandlungen im Sinne der bisherigen Artikel 85 und 92 StGB werden als ambulante Behandlung (Art. 14) oder als Unterbringung (Art. 15) fortgesetzt. Sind die Voraussetzungen für diese Schutzmassnahmen nicht erfüllt, so benachrichtigt die Vollzugsbehörde die zuständige zivilrechtliche Behörde des Kantons. AS 1971 777Art. 48 Einrichtungen für den Vollzug der Unterbringung und des FreiheitsentzugesDie Kantone errichten bis spätestens zehn Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes die notwendigen Einrichtungen für den Vollzug der Unterbringung (Art. 15) und des Freiheitsentzugs (Art. 27).2a. Abschnitt: Übergangsbestimmung zur Änderung vom 19. Juni 2015 Eingefügt durch Anhang Ziff. 2 des BG vom 19. Juni 2015 (Änderungen des Sanktionenrechts), in Kraft seit 1. Juli 2016 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).Art. 48aAuf Jugendliche, gegenüber denen vor Inkrafttreten der Änderung vom 19. Juni 2015 eine Massnahme angeordnet wurde, findet Artikel 19 Absatz 2 in der Fassung vom 19. Juni 2015 Anwendung.3. Abschnitt:  Referendum und InkrafttretenArt. 49 Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum. Es tritt gleichzeitig mit den Änderungen vom 13. Dezember 2002 des Strafgesetzbuches und denjenigen vom 21. März 2003 des Militärstrafgesetzes in Kraft. Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 2007 AS 2006 3459 AS 2006 3389 BRB vom 5. Juli 2006

input-rm311.1 Rumantsch è ina lingua naziunala, ma ina lingua parzialmain uffiziala da la Confederaziun, numnadamain en la correspundenza cun persunas da lingua rumantscha. La translaziun d’in decret federal serva a l’infurmaziun, n’ha dentant nagina validitad legala.Lescha federaladavart il dretg penal per giuvenils(Dretg penal per giuvenils, DPG)dals 20 da zercladur 2003 (versiun dal 1. da fanadur 2024)L’Assamblea federala da la Confederaziun svizra,sa basond sin l’artitgel 123 da la Constituziun federala,suenter avair gì invista da la missiva dal Cussegl federal dals 21 da settember 1998,concluda: SR 101 BBl 1999 19791. chapitel Princips e champ d’applicaziunArt. 1 Object e relaziun cun il Cudesch penal Questa lescha:a. regla las sancziuns che vegnan applitgadas envers persunas che han commess in malfatg chastiabel tenor il Cudesch penal (CP) u tenor in’autra lescha federala, avant ch’ellas avevan cumplenì il 18avel onn da vegliadetgna;b. ... En cumplettaziun da questa lescha èn las suandantas disposiziuns dal CP applitgablas tenor il senn:a. ils artitgels 1–33 (champ d’applicaziun e chastiabladad), cun excepziun da l’artitgel 20 (responsabladad penala dubiusa);b. ils artitgels 47, 48 e 51 (fixaziun dal chasti);c. l’artitgel 56 alineas 2, 5 e 6 sco er l’artitgel 56a (princips en connex cun mesiras);d. ils artitgels 69–73 (confiscaziun ed utilisaziun a favur dal donnegià);e. l’artitgel 74 (princips d’execuziun);f. l’artitgel 83 (salari);g. l’artitgel 84 (relaziuns cun il mund exteriur);h. l’artitgel 85 (controllas e perquisiziuns);i. l’artitgel 92 (interrupziun da l’execuziun);i. l’artitgel 92a (dretg d’infurmaziun);j. ils artitgels 98, 99 alinea 2, 100 sco er 101 alineas 1 literas a–d, 2 e 3 (surannaziun);k. ils artitgels 103, 104 e 105 alinea 2 (surpassaments);l. l’artitgel 110 (noziuns);m. ils artitgels 111–332 (segund cudesch: disposiziuns spezialas);n. ils artitgels 333–392 (terz cudesch: introducziun ed applicaziun da la lescha), cun excepziun dals artitgels 380 (custs), 387 alinea 1 litera d e 2 (disposiziuns cumplementaras dal Cussegl federal) e 388 alinea 3 (execuziun da sentenzias anteriuras);o. ... Applitgond questas disposiziuns dal CP ston vegnir observads ils princips tenor l’artitgel 2, e la vegliadetgna ed il stadi da svilup dal giuvenil ston vegnir resguardads a sia favur. SR 311.0 Abolì tras la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, cun effect dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121). Integrà tras la cifra I 2 da la LF dals 26 da sett. 2014 davart il dretg da la victima da survegnir infurmaziuns, en vigur dapi il 1. da schan. 2016 (AS 2015 1623; BBl 2014 889 913). Versiun tenor la cifra I 2 da la LF dals 15 da zer. 2012 (nunsurannaziun da malfatgs sexuals e pornografics cunter uffants avant la pubertad), en vigur dapi il 1. da schan. 2013 (AS 2012 5951; BBl 2011 5977). AS 2009 6103 Versiun tenor la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, en vigur dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121). Abolì tras la cifra 4 da l’agiunta 1 da la LF dals 17 da zer. 2016 davart il register penal, cun effect dapi ils 23 da schan. 2023 (AS 2022 600; BBl 2014 5713).Art. 2 Princips Decisivas per l’applicaziun da questa lescha èn la protecziun e l’educaziun dal giuvenil. A las relaziuns da vita e da famiglia dal giuvenil sco er al svilup da sia persunalitad sto vegnir dada attenziun particulara.Art. 3 Champ d’applicaziun persunal Questa lescha vala per persunas che han commess in malfatg chastiabel tranter il 10avel ed il 18avel onn da vegliadetgna cumplenì. Sch’i ston vegnir giuditgads il medem mument in malfatg commess avant ed in suenter la cumplenida dal 18avel onn da vegliadetgna, è applitgabel mo il CP areguard ils chastis. Quai vala er per il chasti supplementar (art. 49 al. 2 CP) che sto vegnir pronunzià per in malfatg commess avant la cumplenida dal 18avel onn da vegliadetgna. Sch’il delinquent dovra ina mesira, sto vegnir ordinada, tenor il CP u tenor questa lescha, quella mesira ch’è necessaria tenor las circumstanzas. Sch’ina procedura è vegnida introducida cunter giuvenils avant ch’il malfatg commess suenter la cumplenida dal 18avel onn da vegliadetgna è vegnì enconuschent, resta applitgabla questa procedura. Cas cuntrari è applitgabla la procedura cunter persunas creschidas. SR 311.0Art. 4 Malfatgs commess avant il 10avel onn da vegliadetgnaSche l’autoritad cumpetenta constatescha en il decurs d’ina procedura ch’in malfatg è vegnì commess d’in uffant da main che 10 onns, infurmescha ella ils represchentants legals da l’uffant. Sch’i dat indizis che l’uffant dovria agid spezial, sto er vegnir infurmada l’autoritad tutelara u il post spezialisà per l’agid a la giuventetgna designà tenor il dretg chantunal. Dapi l’entrada en vigur da la LF dals 19 da dec. 2008 (protecziun da creschids, dretg da persunas e dretg dals uffants; AS 2011 725) il 1. da schan. 2013: autoritad per la protecziun d’uffants.2. chapitel InquisiziunArt. 5 Ordinaziun preventiva da mesiras da protecziunDurant l’inquisiziun po l’autoritad cumpetenta ordinar preventivamain las mesiras da protecziun tenor ils artitgels 12–15.Art. 6–8 Abolì tras la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, cun effect dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 9 Scleriment da las relaziuns persunalas, observaziun ed expertisa Uschenavant che quai è necessari per decider davart l’ordinaziun d’ina mesira da protecziun u d’in chasti, sclerescha l’autoritad cumpetenta las relaziuns persunalas dal giuvenil, en spezial areguard la famiglia, l’educaziun, la scola e la professiun. Per quest intent po ella er ordinar in’observaziun ambulanta u staziunara. L’incumbensa da far il scleriment po vegnir surdada ad ina persuna u ad in post che garantescha ina realisaziun professiunala. Sch’i dat motivs serius da dubitar da la sanadad fisica u psichica dal giuvenil u sch’i para inditgà da plazzar il giuvenil en ina instituziun averta per tractar in disturbi psichic u d’al plazzar en ina instituziun serrada, ordinescha l’autoritad cumpetenta in’expertisa medicinala u psicologica.3. chapitel Mesiras da protecziun e chastis1. secziun Premissas generalasArt. 10 Ordinaziun da mesiras da protecziun Sch’il giuvenil ha commess in malfatg chastiabel e sch’il scleriment mussa ch’el dovra in sustegn educativ u in tractament terapeutic spezial, ordinescha l’autoritad giuditganta las mesiras da protecziun necessarias tenor las circumstanzas, independentamain dal fatg, sch’il giuvenil ha agì culpaivlamain. Sch’il giuvenil n’ha betg ina dimora ordinaria en Svizra, po l’autoritad giuditganta desister d’ordinar ina mesira da protecziun.Art. 11 Ordinaziun da chastis Sch’il giuvenil ha agì culpaivlamain, pronunzia l’autoritad giuditganta in chasti, e quai ubain per cumplettar la mesira da protecziun ubain sco unica consequenza giuridica. L’artitgel 21 davart la liberaziun dal chasti resta resalvà. Culpaivlamain po agir mo il giuvenil ch’è abel da chapir la malgiustia da ses malfatg e d’agir sin fundament da questa chapientscha.2. secziun Mesiras da protecziunArt. 12 Surveglianza Sch’igl è previsibel ch’ils titulars da la tgira genituriala u ils geniturs da tgira prendian las mesiras necessarias per garantir in sustegn educativ u in tractament terapeutic adattà dal giuvenil, designescha l’autoritad giuditganta ina persuna u in post adattà che ha il dretg da prender invista e da survegnir las infurmaziuns necessarias. L’autoritad giuditganta po dar directivas als geniturs. Sch’il giuvenil è sut avugà, na dastga vegnir ordinada nagina surveglianza. Suenter ch’il giuvenil è daventà maioren, po la surveglianza vegnir ordinada mo cun ses consentiment. Questa adattaziun na concerna betg il text rumantsch.Art. 13 Assistenza persunala Sch’ina surveglianza tenor l’artitgel 12 na basta betg, designescha l’autoritad giuditganta ina persuna adattada che sustegna ils geniturs en lur incumbensa d’educaziun e che assista persunalmain il giuvenil. A la persuna ch’è incumbensada cun l’assistenza po l’autoritad giuditganta surdar tschertas cumpetenzas areguard l’educaziun, il tractament e la scolaziun dal giuvenil e restrenscher correspundentamain la tgira genituriala. En divergenza da l’artitgel 323 alinea 1 dal Cudesch civil (CCS) po l’autoritad giuditganta surdar a questa persuna er l’administraziun da las entradas da gudogn dal giuvenil. Sch’il giuvenil è sut avugà, na dastga vegnir ordinada nagina assistenza persunala. Suenter ch’il giuvenil è daventà maioren, po l’assistenza persunala vegnir ordinada mo cun ses consentiment. SR 210 Questa adattaziun na concerna betg il text rumantsch.Art. 14 Tractament ambulant Sch’il giuvenil patescha da disturbis psichics, sch’il svilup da sia persunalitad è disturbà grevamain u sch’el è dependent da drogas u patescha d’ina autra dependenza, po l’autoritad giuditganta ordinar ch’el vegnia tractà en moda ambulanta. Il tractament ambulant po vegnir collià cun la surveglianza (art. 12) u cun l’assistenza persunala (art. 13) u cun il plazzament en ina instituziun d’educaziun (art. 15 al. 1).Art. 15 Plazzamenta. Cuntegn e premissas Sche l’educaziun u il tractament necessari dal giuvenil na po betg vegnir garantì autramain, ordinescha l’autoritad giuditganta il plazzament. Il giuvenil vegn plazzà en spezial tar persunas privatas u en instituziuns d’educaziun u da tractament ch’èn en cas da prestar l’agid educativ e terapeutic necessari. L’autoritad giuditganta dastga ordinar il plazzament en ina instituziun serrada mo, sche:a. quai è inevitabel per la protecziun persunala u per il tractament dal disturbi psichic dal giuvenil; ub. quai è necessari per evitar ch’il giuvenil pericliteschia grevamain terzas persunas. Avant che plazzar il giuvenil en ina instituziun averta per tractar in disturbi psichic u avant che al plazzar en ina instituziun serrada, ordinescha l’autoritad giuditganta in’expertisa medicinala u psicologica, nun che quella saja gia vegnida fatga sin basa da l’artitgel 9 alinea 3. Sch’il giuvenil è sut avugà, communitgescha l’autoritad giuditganta a l’autoritad tutelara ch’ella haja ordinà in plazzament. Dapi l’entrada en vigur da la LF dals 19 da dec. 2008 (protecziun da creschids, dretg da persunas e dretg dals uffants; AS 2011 725) il 1. da schan. 2013: autoritad per la protecziun d’uffants.Art. 16 b. Execuziun Per la durada dal plazzament regla l’autoritad executiva l’exercizi dal dretg dals geniturs u da terzas persunas da tgirar relaziuns persunalas cun il giuvenil tenor ils artitgels 273 ss. CCS. En l’execuziun d’ina mesira disciplinara dastga il giuvenil vegnir separà excepziunalmain dals auters giuvenils, ma betg pli ditg che 7 dis senza interrupziun. Sch’il giuvenil ha cumplenì il 17avel onn da vegliadetgna, po la mesira vegnir exequida u cuntinuada en ina instituziun per persunas giuvnas creschidas (art. 61 CP). L’execuziun da mesiras po vegnir surdada ad instituziuns privatas. SR 210 SR 311.0 Integrà tras la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, en vigur dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 16a Scumond d’activitad, scumond da contact e d’areal L’autoritad giuditganta po scumandar al giuvenil da pratitgar tschertas activitads professiunalas u tschertas activitads extraprofessiunalas organisadas, sch’ins sto temair ch’el fetschia abus da questas activitads per commetter delicts sexuals envers persunas minorennas u envers autras persunas cun in basegn da protecziun spezial. Sch’ins sto temair ch’il giuvenil commettia malfatgs en cas ch’el ha contact cun tschertas persunas u cun persunas d’ina tscherta gruppa, po l’autoritad giuditganta scumandar al giuvenil d’entrar en contact cun questas persunas u da sa trategnair en tscherts lieus. L’autoritad executiva designescha ina persuna adattada che accumpogna il giuvenil durant il temp d’in scumond e che rapporta ad ella. Per exequir il scumond tenor l’alinea 2 po l’autoritad executiva applitgar apparats tecnics ch’èn fixads vi dal giuvenil. Quests apparats pon servir en spezial a localisar il giuvenil. Integrà tras la cifra I 3 da la LF dals 13 da dec. 2013 davart il scumond d’activitad e davart il scumond da contact e d’areal, en vigur dapi il 1. da schan. 2015 (AS 2014 2055; BBl 2012 8819).Art. 17 Disposiziuns cuminaivlas per l’execuziun da las mesiras L’autoritad executiva fixescha, tgi che vegn incumbensà cun l’execuziun dal tractament ambulant e dal plazzament. Ella surveglia l’execuziun da tut las mesiras. Ella decretescha las directivas necessarias e fixescha, quant savens ch’i sto vegnir rapportà ad ella. Exequind las mesiras stoi vegnir procurà ch’il giuvenil survegnia ina instrucziun ed ina scolaziun adequata.Art. 18 Midada da las mesiras Sche las relaziuns èn sa midadas, po ina mesira vegnir remplazzada tras in’autra. Sche la nova mesira è pli severa, è l’autoritad giuditganta cumpetenta per pronunziar quella. Ina midada da las mesiras po vegnir dumandada dal giuvenil u da ses represchentants legals.Art. 19 Terminaziun da las mesiras L’autoritad executiva examinescha annualmain, sche e cur che la mesira po vegnir abolida. Ella abolescha la mesira, sche ses intent è cuntanschì u sch’igl è cler ch’ella n’ha pli nagins effects educativs u terapeutics. Tut las mesiras fineschan cun la cumplenida dal 25avel onn da vegliadetgna. Sche la terminaziun d’ina mesira da protecziun è colliada cun dischavantatgs gravants per la persuna pertutgada sezza u per la segirezza da terzas persunas e sche quests dischavantatgs na pon betg vegnir evitads autramain, dumonda l’autoritad executiva a temp l’ordinaziun da mesiras tutelaras adattadas. Sche l’aboliziun d’in scumond tenor l’artitgel 16a signifitga dischavantatgs gravants per la segirezza da terzas persunas, dumonda l’autoritad executiva a temp la dretgira al domicil dal giuvenil d’examinar, sche las premissas per in scumond tenor ils artitgels 67 u 67b CP èn ademplidas. Sche quai è il cas, vegn ordinà in scumond tenor il dretg da la protecziun da creschids. Sche las premissas per in scumond tenor l’artitgel 67 alineas 3 u 4 CP èn ademplidas, fixescha la dretgira in termin tranter 1 e 10 onns. Versiun tenor la cifra 2 da l’agiunta da la LF dals 19 da zer. 2015 (midadas dal dretg da sancziuns), en vigur dapi il 1. da fan. 2016 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721). Dapi l’entrada en vigur da la LF dals 19 da dec. 2008 (protecziun da creschids, dretg da persunas e dretg dals uffants; AS 2011 725) il 1. da schan. 2013: mesiras per la protecziun da l’uffant. SR 311.0 Integrà tras la cifra I 3 da la LF dals 13 da dec. 2013 davart il scumond d’activitad e davart il scumond da contact e d’areal, en vigur dapi il 1. da schan. 2015 (AS 2014 2055; BBl 2012 8819).Art. 20 Collavuraziun tranter l’autoritad civila e l’autoritad penala per giuvenils L’autoritad penala per giuvenils po:a. dumandar l’autoritad civila d’ordinar, midar u abolir mesiras, per las qualas ella n’è betg cumpetenta;b. suttametter propostas per l’elecziun d’in avugà u dumandar da midar il represchentant legal. L’autoritad penala per giuvenils po surdar a l’autoritad civila la cumpetenza d’ordinar mesiras da protecziun, sche motivs impurtants giustifitgeschan quai, en spezial sche:a. i ston er vegnir prendidas mesiras per fragliuns che n’han commess nagins malfatgs;b. i para dad esser necessari da cuntinuar cun mesiras civilas ordinadas pli baud;c. ina procedura per la privaziun da la tgira genituriala è vegnida introducida. Sche l’autoritad civila desista d’ordinar sezza mesiras en l’interess d’in proceder unitar, po ella dumandar l’autoritad penala per giuvenils da decretar, midar u abolir mesiras da protecziun tenor ils artitgels 10 e 12–19. L’autoritad civila e l’autoritad penala per giuvenils communitgeschan ina a l’autra lur decisiuns.3. secziun ChastisArt. 21 Liberaziun dal chasti L’autoritad giuditganta desista da pronunziar in chasti, sche:a. il chasti periclitass la finamira d’ina mesira da protecziun ch’è vegnida ordinada pli baud u che vegn ordinada en la procedura currenta;b. la culpa dal giuvenil e las consequenzas dal malfatg èn pitschnas;c. il giuvenil ha reparà il donn tant sco pussaivel tras ina prestaziun persunala u ha fatg in sforz spezial per cumpensar la malgiustia ch’el ha chaschunà e sche:1. mo ina reprimanda tenor l’artitgel 22 vegn en dumonda sco chasti,2. la persecuziun penala è mo d’in pitschen interess per la publicitad e per il donnegià, e3. il giuvenil ha confessà ils fatgs;d. il giuvenil è pertutgà uschè fitg da las consequenzas directas da ses malfatg ch’in chasti na fiss betg adequat;e. il giuvenil è gia vegnì chastià suffizientamain pervia da ses malfatg dals geniturs, d’autras persunas responsablas per l’educaziun u da terzas persunas; uf. igl è passà relativamain bler temp dapi il malfatg, il giuvenil è sa cumportà bain dapi lura e l’interess da la publicitad e dal donnegià vi da la persecuziun penala è minim. D’in chasti poi plinavant vegnir desistì, sch’il stadi ester, nua ch’il giuvenil ha sia dimora ordinaria, ha gia instradà ina procedura u è sa declerà pront d’instradar ina tala pervia dal malfatg dal giuvenil. ... Versiun tenor la cifra I 2 da la LF dals 14 da dec. 2018 davart la midada da la disposiziun davart la reparaziun, en vigur dapi il 1. da fan. 2019 (AS 2019 1809; BBl 2018 3757 4925). Abolì tras la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, cun effect dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 22 Reprimanda L’autoritad giuditganta declera ch’il giuvenil saja culpaivel e pronunzia ina reprimanda, sche quai basta previsiblamain d’impedir ch’il giuvenil commettia ulteriurs malfatgs. La reprimanda consista d’ina dischapprovaziun formala dal malfatg. Supplementarmain po l’autoritad giuditganta imponer al giuvenil in temp d’emprova da 6 mais fin 2 onns e dar directivas en quest connex. Sch’il giuvenil commetta culpaivlamain in malfatg chastiabel durant il temp d’emprova u sch’el n’observa betg las directivas, po l’autoritad giuditganta desister d’ina reprimanda e pronunziar in auter chasti.Art. 23 Prestaziun persunala Il giuvenil po vegnir obligà da furnir ina prestaziun persunala a favur d’instituziuns socialas, d’ovras d’interess public, da persunas basegnusas u dal donnegià, sche tals dattan lur consentiment. La prestaziun sto correspunder a la vegliadetgna ed a las abilitads dal giuvenil. Ella na vegn betg indemnisada. Sco prestaziun persunala po er vegnir ordinada ina participaziun a curs u ad occurrenzas sumegliantas. La prestaziun persunala dura maximalmain 10 dis. Per giuvenils che han commess in crim u in delict e che avevan cumplenì il 15avel onn da vegliadetgna il mument ch’els han commess il malfatg, po la prestaziun persunala vegnir ordinada fin ad ina durada da 3 mais e vegnir colliada cun l’obligaziun da sa trategnair en in tschert lieu. Sche la prestaziun na vegn betg furnida entaifer il termin fixà u sch’ella è manglusa, admonescha l’autoritad executiva il giuvenil fixond in ultim termin. Sche l’admoniziun n’ha nagin success e sch’il giuvenil n’ha betg cumplenì il 15avel onn da vegliadetgna il mument ch’el ha commess il malfatg, po el vegnir obligà da furnir la prestaziun sut la surveglianza directa da l’autoritad executiva u d’ina persuna designada da tala. Sche l’admoniziun n’ha nagin success e sch’il giuvenil ha cumplenì il 15avel onn da vegliadetgna il mument ch’el ha commess il malfatg, transfurma l’autoritad giuditganta:a. ina prestaziun da fin 10 dis en ina multa;b. ina prestaziun da passa 10 dis en ina multa u en ina detenziun; la detenziun na dastga betg durar pli ditg che la prestaziun transfurmada.Art. 24 Multa Il giuvenil che ha cumplenì il 15avel onn da vegliadetgna il mument ch’el ha commess il malfatg, po vegnir chastià cun ina multa. Quella importa maximalmain 2000 francs. Ella sto vegnir fixada resguardond las relaziuns persunalas dal giuvenil. L’autoritad executiva fixescha il termin da pajament; ella po conceder prolungaziuns dal termin e pajaments en ratas. Sin dumonda dal giuvenil po l’autoritad executiva transfurmar la multa dal tuttafatg u per part en ina prestaziun persunala, nun che la multa saja vegnida pronunziada empè d’ina prestaziun persunala betg furnida. Sche las relaziuns decisivas per fixar la multa èn daventadas mendras dapi la sentenzia, senza ch’il giuvenil saja la culpa, po l’autoritad giuditganta reducir la multa. Sch’il giuvenil na paja betg la multa entaifer il termin fixà, la transfurma l’autoritad giuditganta en ina detenziun da fin 30 dis. La transfurmaziun è exclusa, sch’il giuvenil è insolvent, senza ch’el saja sez la culpa.Art. 25 Detenziuna. Cuntegn e premissas Il giuvenil che ha commess in crim u in delict suenter ch’el ha cumplenì il 15avel onn da vegliadetgna, po vegnir chastià cun ina detenziun dad 1 di fin 1 onn. Il giuvenil che ha cumplenì il 16avel onn da vegliadetgna il mument ch’el ha commess il malfatg, vegn chastià cun ina detenziun da fin 4 onns, sch’el:a. ha commess in crim, per il qual il dretg applitgabel per persunas creschidas prevesa in chasti da detenziun d’almain 3 onns;b. ha commess in malfatg tenor ils artitgels 122, 140 cifra 3 u 184 CP ed ha agì cun particularmain paucs scrupels, en spezial sch’il motiv dal giuvenil, l’intent dal malfatg u la maniera co ch’el l’ha commess, mussan ina mentalitad spezialmain condemnabla. SR 311.0Art. 26 b. Transfurmaziun en prestaziun persunalaSin dumonda dal giuvenil po l’autoritad giuditganta transfurmar ina detenziun da fin 3 mais en ina prestaziun persunala da medema durada, nun che la detenziun saja vegnida pronunziada empè da prestaziuns persunalas betg furnidas. La transfurmaziun po vegnir ordinada immediatamain per l’entira durada da la detenziun u posteriuramain per il rest da tala.Art. 27 c. Execuziun La detenziun da fin 1 onn po vegnir exequida en furma da la mesa-praschunia (art. 77b CP). La detenziun da fin 1 mais po vegnir exequida er a dis. En quest cas vegn dividì il chasti en pliras parts d’execuziun che han lieu ils dis da paus u da vacanzas dal giuvenil. La detenziun sto vegnir exequida en ina instituziun per giuvenils, nua che mintga giuvenil survegn in sustegn educativ tenor sia persunalitad e vegn en spezial preparà per l’integraziun sociala suenter la relaschada. L’instituziun sto esser adattada per promover il svilup da la persunalitad dal giuvenil. Sch’i n’è betg pussaivel dad ir a scola, da far in emprendissadi u dad ir a lavurar ordaifer l’instituziun, sto il giuvenil avair la pussaivladad en l’instituziun sezza da cumenzar, cuntinuar u terminar ina scolaziun u in’activitad da gudogn. In tractament terapeutic sto vegnir garantì, sch’il giuvenil ha basegn d’in tal ed è er disponibel per in tal. Sche la detenziun dura pli ditg che 1 mais, vegn il giuvenil accumpagnà d’ina persuna adattada ch’è independenta da l’instituziun e che gida il giuvenil a far valair ses interess. L’execuziun da chastis po vegnir surdada ad instituziuns privatas.SR 311.0 Versiun tenor cifra 2 da l’agiunta da la LF dals 19 da zer. 2015 (midadas dal dretg da sancziuns), en vigur dapi il 1. da schan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721). Integrà tras la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, en vigur dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).Art. 28 Relaschada cundiziunada or da la detenziuna. Concessiun Sch’il giuvenil ha expià la mesadad, almain dentant 2 emnas da la detenziun, al po l’autoritad executiva relaschar cundiziunadamain, nun ch’ins stoppia temair ch’el commettia ulteriurs crims u delicts. L’autoritad executiva examinescha d’uffizi, sch’il giuvenil po vegnir relaschà cundiziunadamain. Per quest intent dumonda ella mintgamai in rapport da la direcziun da l’instituziun sco er da la persuna che accumpogna il giuvenil. Il giuvenil sto vegnir tadlà, sche l’autoritad executiva ha l’intenziun da refusar la relaschada cundiziunada. Sche la detenziun è vegnida pronunziada tenor l’artitgel 25 alinea 2, decida l’autoritad executiva suenter avair tadlà ina cumissiun tenor l’artitgel 62d alinea 2 CP. Sche la relaschada cundiziunada vegn refusada, sto l’autoritad cumpetenta examinar danovamain almain mintga mez onn, sche tala po vegnir concedida. SR 311.0Art. 29 b. Temp d’emprova Al giuvenil relaschà cundiziunadamain impona l’autoritad executiva in temp d’emprova d’ina durada che correspunda al chasti restant, almain dentant 6 mais e maximalmain 2 onns. Al giuvenil relaschà cundiziunadamain po l’autoritad executiva dar directivas. Quellas concernan en spezial la participaziun ad occurrenzas dal temp liber, la reparaziun dal donn, la frequentaziun da locals, il manar in vehichel a motor u l’abstinenza da substanzas che restrenschan il giudizi. L’autoritad executiva designescha ina persuna adattada che accumpogna il giuvenil durant il temp d’emprova e che rapporta ad ella.Art. 30 c. Success dal temp d’emprovaSch’il giuvenil ch’è vegnì relaschà cundiziunadamain sa cumprova fin a la fin dal temp d’emprova, è el relaschà definitivamain.Art. 31 d. Nunsuccess dal temp d’emprova Sch’il giuvenil ch’è vegnì relaschà cundiziunadamain commetta durant il temp d’emprova in crim u in delict u sch’el n’observa betg las directivas malgrà in’admoniziun formala e sch’ins sto perquai far quint ch’el commettia ulteriurs malfatgs, dispona l’autoritad che giuditgescha il nov malfatg u, en cas d’ina cuntravenziun cunter las directivas, l’autoritad executiva che l’entir chasti u il chasti restant vegnia exequì (represa da l’execuziun). L’execuziun parziala po vegnir concedida mo ina giada. Sche las premissas per ina detenziun nuncundiziunada èn ademplidas sin basa dal nov malfatg e sche quella coincida cun in chasti restant ch’è daventà exequibel pervia da la revocaziun, reunescha l’autoritad giuditganta ils dus chastis ad in chasti total en il senn da l’artitgel 34. Per quest chasti èn puspè applitgablas las reglas da la relaschada cundiziunada. Sch’ins po, malgrà il nunsuccess dal temp d’emprova, far quint ch’il giuvenil na commettia pli nagins ulteriurs malfatgs, desista l’autoritad giuditganta u, en cas d’ina cuntravenziun cunter las directivas, l’autoritad executiva da reprender l’execuziun. Ella po admonir il giuvenil e prolungar il temp d’emprova per maximalmain 1 onn. Sche la prolungaziun vegn ordinada pir suenter ch’il temp d’emprova è scadì, cumenza ella il di da l’ordinaziun. La represa da l’execuziun na dastga betg pli vegnir ordinada, sch’i èn passads 2 onns dapi ch’il temp d’emprova è scadì. Sch’il CP è applitgabel per giuditgar il nov malfatg, applitgescha l’autoritad giuditganta l’artitgel 89 CP areguard la revocaziun. SR 311.0Art. 32 Coincidenza da mesiras da protecziun e da la detenziun Il plazzament preceda a l’execuziun d’ina detenziun pronunziada a medem temp u d’ina detenziun exequibla pervia d’ina revocaziun u pervia d’ina represa da l’execuziun. Sch’il plazzament vegn abolì, perquai ch’el ha cuntanschì sia finamira, na vegn la detenziun betg pli exequida. Sch’il plazzament vegn abolì per in auter motiv, decida l’autoritad giuditganta, sche e quant enavant che la detenziun sto anc vegnir exequida. En quest cas vegn messa a quint la restricziun da la libertad ch’è colliada cun il plazzament. L’autoritad giuditganta po suspender l’execuziun d’ina detenziun pronunziada a medem temp u d’ina detenziun exequibla pervia d’ina revocaziun u d’ina represa da l’execuziun a favur d’in tractament ambulant, d’ina assistenza persunala u d’ina surveglianza. En cas che questas mesiras da protecziun vegnan abolidas, valan ils alineas 2 e 3 tenor il senn.Art. 33 Colliaziun da chastisLa prestaziun persunala tenor l’artitgel 23 alinea 2 e la detenziun pon vegnir colliadas cun ina multa.Art. 34 Chasti total Sche l’autoritad giuditganta sto giuditgar a medem temp plirs malfatgs dal giuvenil, po ella ubain colliar ils chastis tenor l’artitgel 33 u, sche las premissas per plirs chastis da medem gener èn ademplidas, reunir ils chastis ad in chasti total cun augmentar adequatamain il chasti dal malfatg il pli grev. Fixond il chasti total na dastgan ils singuls malfatgs betg quintar dapli che sch’els fissan vegnids giuditgads mintgin per sasez. Il chasti total na dastga betg surpassar il maximum legal d’in gener da chastis. Ils alineas 1 e 2 valan er, sch’il giuvenil ha commess ils malfatgs per part avant e per part suenter la limita da vegliadetgna ch’è decisiva per pronunziar ina prestaziun persunala da fin 3 mais (art. 23 al. 3), ina multa (art. 24 al. 1) u ina detenziun (art. 25 al. 1 e 2).Art. 35 Execuziun cundiziunada da chastis L’autoritad giuditganta suspenda dal tuttafatg u per part l’execuziun d’ina multa, d’ina prestaziun persunala u d’ina detenziun da maximalmain 30 mais, sch’in chasti nuncundiziunà na para betg dad esser necessari per impedir ch’il giuvenil commettia ulteriurs crims u delicts. Ils artitgels 29–31 valan tenor il senn per chastis suspendids. Sch’ina detenziun vegn suspendida mo per part, n’èn ils artitgels 28–31 betg applitgabels per la part exequibla.4. chapitel SurannaziunArt. 36 Surannaziun da la persecuziun penala La persecuziun penala surannescha en:a. 5 onns, sch’il dretg applitgabel per persunas creschidas prevesa in chasti da detenziun da passa 3 onns per il malfatg;b. 3 onns, sch’il dretg applitgabel per persunas creschidas prevesa in chasti da detenziun da fin 3 onns per il malfatg;c. 1 onn, sch’il dretg applitgabel per persunas creschidas prevesa in auter chasti per il malfatg. Sch’ina sentenzia d’emprima instanza è vegnida pronunziada avant la scadenza dal termin da surannaziun, s’extingua la surannaziun. En cas da malfatgs tenor ils artitgels 111–113, 122, 124, 182, 189–191, 193, 193a, 195 e 197 alinea 3 CP che sa drizzan cunter in uffant sut 16 onns, dura la surannaziun da la persecuziun penala en mintga cas almain fin che la victima ha cumplenì il 25avel onn da vita. En cas da malfatgs tenor ils artitgels 111–113, 122, 182, 189–191 e 195 CP che sa drizzan cunter in uffant sut 16 onns, vegn la surannaziun da la persecuziun penala calculada tenor l’alinea 2, sch’il malfatg è vegnì commess avant l’entrada en vigur da questa lescha e sche la surannaziun da la persecuziun penala n’è anc betg accumplida a questa data. Integrà tras la cifra 5 da l’agiunta 1 da la LF dals 17 da zer. 2022, en vigur dapi il 1. da schan. 2024 (AS 2023 468; BBl 2019 6697). SR 311.0 Versiun tenor la cifra 1 da l’agiunta da la LF dals 16 da zer. 2023 davart la revisiun dal dretg penal sexual, en vigur dapi il 1. da fan. 2024 (AS 2024 27; BBl 2018 2827; 2022 687, 1011). Integrà tras la cifra I 2 da la LF dals 16 da zer. 2023 davart la revisiun dal dretg penal sexual, en vigur dapi il 1. da fan. 2024 (AS 2024 27; BBl 2018 2827; 2022 687, 1011).Art. 37 Surannaziun da l’execuziun Ils chastis suranneschan en:a. 4 onns, sch’igl è vegnida pronunziada ina detenziun da passa 6 mais;b. 2 onns, sch’igl è vegnì pronunzià in auter chasti. L’execuziun da mintga chasti pronunzià tenor questa lescha finescha il pli tard, cur ch’il giuvenil sentenzià ha cumplenì il 25avel onn da vegliadetgna.5. chapitel ...Art. 38–43 Abolì tras la cifra 1 da l’agiunta da la Procedura penala per giuvenils dals 20 da mars 2009, cun effect dapi il 1. da schan. 2011 (AS 2010 1573; BBl 2006 1085, 2008 3121).6. chapitel Disposiziuns finalas1. secziun Midada dal dretg vertentArt. 44... Las midadas pon vegnir consultadas en la AS 2006 3545.2. secziun Disposiziuns transitoricasArt. 45 Uffants en la vegliadetgna tranter 7 e 10 onns Mesiras d’educaziun, tractaments spezials e chastis disciplinars, ch’èn vegnids ordinads tenor ils vegls artitgels 84, 85 u 87 CP envers uffants che n’avevan betg anc cumplenì il 10avel onn da vegliadetgna il mument ch’els han commess il malfatg, ma che n’èn betg vegnids exequids u vegnids exequids mo per part, na vegnan betg pli exequids suenter l’entrada en vigur da questa lescha. Sch’i dat indizis che l’uffant dovria agid spezial, infurmescha l’autoritad executiva l’autoritad tutelara u il post spezialisà per l’agid a la giuventetgna designà tenor il dretg chantunal. AS 1971 777 Dapi l’entrada en vigur da la LF dals 19 da dec. 2008 (protecziun da creschids, dretg da persunas e dretg dals uffants; AS 2011 725) il 1. da schan. 2013: autoritad per la protecziun d’uffants.Art. 46 Execuziun da la detenziun Per giuvenils ch’eran vegnids sentenziads ad ina detenziun tenor il vegl artitgel 95 cifra 1 alinea 1 CP èn applitgablas las suandantas disposiziuns da questa lescha:a. l’artitgel 26 davart l’execuziun da la detenziun en furma d’ina prestaziun persunala;b. l’artitgel 27 alinea 1 davart l’execuziun da la detenziun en furma da l’execuziun a dis u da la mesa-praschunia;c. l’artitgel 27 alinea 5 davart la designaziun d’ina persuna accumpagnanta;d. ils artitgels 28–31 davart la relaschada cundiziunada. Fin ch’ils chantuns han creà las instituziuns necessarias per exequir la detenziun tenor l’artitgel 27 da questa lescha (art. 48), resta applitgabel il vegl artitgel 95 cifra 3 alinea 1 CP. La detenziun sto vegnir exequida uschenavant sco pussaivel tenor l’artitgel 27 alineas 2–4 da questa lescha. AS 1971 777 AS 1971 777Art. 47 Ordinaziun ed execuziun da mesiras da protecziun Las disposiziuns davart las mesiras da protecziun (art. 10 e 12–20) èn applitgablas er, sch’in malfatg è vegnì commess u giuditgà avant l’entrada en vigur da questa lescha. Mesiras da protecziun ch’èn vegnidas ordinadas pervia da malfatgs ch’il giuvenil ha commess avant la cumplenida da ses 15avel onn da vegliadetgna ed avant l’entrada en vigur da questa lescha fineschan il pli tard, cur ch’il giuvenil ha cumplenì il 20avel onn da vegliadetgna. Tractaments spezials en il senn dals vegls artitgels 85 e 92 CP vegnan cuntinuads sco tractaments ambulants (art. 14) u sco plazzaments (art. 15). Sche las premissas per questas mesiras da protecziun n’èn betg ademplidas, infurmescha l’autoritad executiva l’autoritad civila chantunala cumpetenta. AS 1971 777Art. 48 Instituziuns per l’execuziun dal plazzament e da la detenziunFin il pli tard 10 onns suenter l’entrada en vigur da questa lescha creeschan ils chantuns las instituziuns necessarias per exequir il plazzament (art. 15) e la detenziun (art. 27).2a. secziun Disposiziun transitorica da la midada dals 19 da zercladur 2015 Integrà tras la cifra 2 da l’agiunta da la LF dals 19 da zer. 2015 (midadas dal dretg da sancziuns), en vigur dapi il 1. da fan. 2016 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721).Art. 48aPer giuvenils, envers ils quals è vegnida ordinada ina mesira avant l’entrada en vigur da la midada dals 19 da zercladur 2015, vegn applitgà l’artitgel 19 alinea 2 en la versiun dals 19 da zercladur 2015.3. secziun Referendum ed entrada en vigurArt. 49 Questa lescha è suttamessa al referendum facultativ. Ella entra en vigur a medem temp sco las midadas dals 13 da december 2002 dal Cudesch penal e sco las midadas dals 21 da mars 2003 da la Lescha penala militara. Il Cussegl federal fixescha l’entrada en vigur.Data da l’entrada en vigur: 1. da schaner 2007 AS 2006 3459 AS 2006 3389 COCF dals 5 da fan. 2006