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«Ich weiss nicht, auf welcher Seite jemand steht» - Ralph Weber zur Einflussnahme Chinas im Westen
Die Kommunistische Partei Chinas versucht, das Image des Landes im Westen zu verbessern und Einfluss zu nehmen. In einem ausführlichen Interview mit NZZ Folio beschreibt Prof. Dr. Ralph Weber die Vorgehensweise. Das Gespräch wurde in der Septemberausgabe der Zeitschrift veröffentlicht.
Im Interview betont Weber, dass viele Formen der Einflussnahme nicht vergleichbar mit den Methoden anderer Länder seien. So werde versucht, positive Aussagen von Ausländern zu Propaganda-Zwecken zu nutzen. Weiterhin betreibe China aber auch eine sogenannte «Einheitsfrontpolitik», durch die bespielsweise Wirtschaftsverbände oder Schweiz-China-Vereinigungen unterwandert würden.
Weber unterstreicht ausserdem, dass die politischen Reformen der letzten Jahrzehnte nicht zu einer Demokratisierung Chinas geführt hätten. Vielmehr sei es um den Machterhalt der Kommunistischen Partei gegangen. Zudem würden die im Inland erprobten Mechanismen der sozialen Kontrolle nun auch im Ausland angewandt, um Kritik an China zu unterbinden. Weber plädiert für eine über eine offene Diskussion über die Balance zwischen liberalen Werten und wirtschaftlichen Interessen in der Chinapolitik der Schweiz.
Ralph Weber ist Associate Professor für European Global Studies am Europainstitut der Universität Basel. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen methodologische und begriffliche Aspekte sprach- und kulturübergreifender Forschung, komparative Philosophie, chinesische politische Philosophie, chinesische Politik und Konfuzianismus.