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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Hans Jakob Haag:
Die vermutlich älteste bekannte hebräische Holzschnittkarte des Heiligen Landes (um 1560). Israels Auszug aus Ägypten in der Sicht Raschis
Cartographica Helvetica 4 (1991) 23–26
Zusammenfassung:
Die frühesten uns bekannten Versuche rabbinischer Gelehrter, die Umrisse des Landes Israel zu zeichnen, sind in hebräischen Handschriften des 12. und 13. Jahrhunderts überliefert. Es handelt sich dabei um einfache schematische Skizzen, die zur Veranschaulichung geographisch-topographischer Sachverhalte in Bibel, Mischna oder Talmud beitragen sollen.
In dieser Tradition steht auch eine bislang der Fachwelt unbekannt gebliebene, illustrierte Holzschnittkarte aus der Zentralbibliothek Zürich. Sie stellt den Exodus und die Grenzen Kanaans nach dem Bibelkommentar des jüdischen Exegeten Raschi (1040–1105) dar.
Die Architektur der befestigten Städte, die Ansicht Venedigs und die Abbildung einer Gondel in der linken unteren Bildecke weisen eindeutig auf Italien als Ursprungsland der Karte hin. Auf Grund der in der Schrifttafel erwähnten und im Psalmvers oberhalb des siebenarmigen Leuchters versteckten Personennamen kann angenommen werden, dass die Karte in Mantua um 1560 entstanden sein muss. Sie wäre demnach die älteste bekannte gedruckte hebräische Karte des Heiligen Landes.