Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/819

Einfache Religionsstätte statt Monumentalbau
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Reformierten in Wettingen und Neuenhof, begünstigt durch die Ansiedelung des aargauischen Lehrerseminars in den Räumen des ehemaligen Klosters sowie den Aufschwung der Badener Maschinenindustrie, stetig zu. 1906 umfasste die reformierte Gemeinschaft in den einst rein katholischen Dörfern bereits 1500 Mitglieder. 1920 wurde die ursprüngliche Kirchgenossenschaft (gegründet 1877) in die «Ref. Kirchgemeinde Wettingen-Neuenhof» umgewandelt und Ernst Bommeli als erster Pfarrer eingesetzt. Die Gottesdienste fanden aber noch beinahe 20 weitere Jahre in der Klosterkirche statt. Erst am Sonntag, 22. Oktober 1939, zwei Monate nach Ausbruch des 2. Weltkrieges, konnten die Wettinger und Neuenhofer Reformierten ihre eigene Kirche einweihen. «Aus den kleinen Anfängen ist die Gemeinde derart erstarkt, dass sie sich auf eigene Füsse stellen konnte und nun auch zu einer eigenen Kirche gekommen ist mit den heute so nötigen Nebenräumen für alle Institutionen und Vereinigungen», heisst es in einem Bericht des damaligen Kirchenpflege-Präsidenten und Präsidenten der Baukommission Alfred Zürcher.
In den folgenden Jahrzehnten haben die Gläubigen einiges für ihre Kirche und Kirchgemeinde getan. In Wettingen und Neuenhof entstanden Pfarr- und Kirchgemeindehäuser. Zu Beginn der 1980er-Jahre wurde die alte Metzler-Orgel ersetzt und der Kirchen-Innenraum umfassend renoviert. 1989 feierte man das 50-jährige Bestehen der Kirche mit einer Jubiläumswoche, 2014 den Bau der Kirche vor 75 Jahren.
Verfasst von Béatrice Koch
Fotos Markus Hässig