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Es sind noch genug Fische da
Staatsrat zur Fischerei im Murtensee
Der Murtensee sei nicht überfischt. Zu diesem Schluss kommt der Staatsrat in der Antwort auf eine Anfrage aus dem Grossen Rat.
Grossrat René Fürst (SP, Murten) wollte vom Staatsrat wissen, ob der Murtensee überfischt sei. Die Zahlen zur Berufsfischerei im Rechenschaftsbericht des Staatsrats zum Jahr 2004 hätten diesen Eindruck vermittelt, meint Fürst. Aus dem Bericht ging hervor, dass der Kanton Freiburg im vergangenen Jahr für den Murtensee total 815 Patente erteilt hatte, für den viel grösseren Neuenburgersee hingegen nur 320.
In seiner Antwort an Fürst liefert der Staatsrat nun genauere Zahlen. Rechnet man die Patente der anderen Kantone (Waadt und Neuenburg) hinzu, kommt man auf 1005 für den Murten- sowie auf 1339 für den Neuenburgersee.
Die gesamten Fangerträge seien gemäss Bundesstatistik etwa für beide Gewässer ähnlich: 14,9 Kilogramm pro Hektare im Murtensee; im Neuenburgersee 15,8. Dazu liefert der Staatsrat Vergleichswerte aus dem Bielersee (49,2) und dem Sempachersee (86,4). «Die Fischereiergebnisse mehrerer Jahrzehnte sowie die oben erwähnten Zahlen legen den Schluss nahe, dass der Murtensee nicht überfischt ist», folgert die Freiburger Regierung.
René Fürst hatte zudem beim Eglifang in den letzten fünf Jahren einen Rückgang um 50 Prozent festgestellt. Er wollte vom Staatsrat wissen, ob ein Zusammenhang bestehe mit dem plötzlichen Auftreten des Zanders, der in der Fangstatistik des Murtensees erstmals im Jahr 2003 aufgeführt wurde.
Egli-Rückgang: Ursache unklar
Wie der Staatsrat erklärt, haben Untersuchungen des Mageninhalts beim Zander ergeben, dass dieser sich hauptsächlich von Egli ernährt. Allerdings sei nicht nachgewiesen, dass der Rückgang der Eglifänge in den letzten Jahren auf die Jagd durch den Zander zurückzuführen sei.
Der Zander sei in der Schweiz wahrscheinlich heimlich eingeführt worden, heisst es weiter. Er sei im Einzugsgebiet der Donau heimisch und gelte gemäss Bundesgesetz über die Fischerei als fremde Art. Im Murtensee sei der Zander erstmals Ende der 90er-Jahre aufgetreten.
Der Staatsrat betont, dass die Zusammensetzung der Fischarten im Murtensee weder dem Bedarf der Fischer noch der Nachfrage der Kunden angepasst werde. Der Kanton sei verpflichtet, die natürliche Artenvielfalt und den Bestand der einheimischen Fische zu erhalten. hi
Hecht und Wels gut vertreten
Nebst dem Zander (siehe Haupttext) weist der Murtensee vor allem sehr hohe Hecht- und Welsbestände auf. «Der Murtensee enthält die grösste Welspopulation der Schweiz», heisst es in der Antwort des Staatsrates auf die Anfrage von Grossrat René Fürst zum Thema Fischerei.
Es sei schwierig, quantitative Daten zu den Beständen zu liefern, stellt der Staatsrat fest. Beobachtungen während mehrerer Jahre sowie die Fangstatistik würden aber trotzdem eine Schätzung erlauben.
Obwohl der Eglifang in den letzten Jahren zurückgegangen sei, könne dessen Population als gut bezeichnet werden, schreibt der Staatsrat. Zurückgegangen sei aber der Bestand an Brachsmen und Vengerons. Der Grund: Der Nährstoffgehalt im Murtensee hat abgenommen.
Felchen wieder im Vormarsch
Obwohl eine bedrohte Art, sei die Population der Seeforelle stabil, jedoch auf tiefem Niveau, heisst es weiter. Der Bestand an Felchen sei hingegen leicht angestiegen. Früher, als der Murtensee reich an Nährstoffen war, sei sie praktisch verschwunden gewesen. hi