Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03631.jsonl.gz/1808

Was ist das Bewusstsein?
Normalerweise funktioniert das Zusammenwirken von Sympathikus und Parasympathikus so, dass alle Körperfunktionen der jeweiligen Belastungssituation des Körpers optimal ange- passt sind. Arbeiten die verschiedenen Bereiche des Gehirns und des Nervensystems unge- stört zusammen, ist der Mensch bei Bewusstsein. Er kann sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Sein Denk-, Merk- und Reaktionsvermögen funktioniert ebenso wie die Fähig- keit, geordnete Bewegungsabläufe auszuführen. Er ist örtlich, zeitlich und der Situation ent- sprechend orientiert. Auch die Schutzreflexe sind, obwohl sie unbewusst erfolgen, vom un- gestörten Bewusstsein abhängig.
Atmung ?
Unter Atmung versteht man die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid. Hierzu gelangt die Umgebungsluft über die Atemwege in die Lunge.
Kehlkopf
Der Kehlkopf (Larynx) mit dem Kehldeckel be- wirkt, dass beim Schlucken die Luftröhre ver- schlossen wird (Schluckreflex). Damit wird das „Verschlucken“ verhindert. Gelangt ein Fremdkörper in die Luftröhre, wird ein Hustenreflex ausgelöst. Die Schutzreflexe funktionieren nur, solange das Bewusstsein erhalten ist. Bei Bewusstlosen kann es durch das Fehlen der Schutzreflexe und die gleichzeitig bestehende Muskelerschlaffung im Bereich der Zunge und des Zungengrundes zu einer Verlegung der Atemwege im Rachen- und Kehlkopfbereich kommen. Dieser Zustand wird häufig auch als „Verschlucken der Zunge“ bezeichnet.
Lungenbläschen
Die Gesamtheit der Lungenbläschen bindet das gasaustauschende System. Über die hauch- dünnen, für Gase durchlässigen Wandungen der Lungenbläschen und der sie umgebenden Haar- gefässe (Kapillaren) findet der Austausch von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) mit dem Blut statt. Ca. 4 % Sauerstoff wechselt je Atemzug ins Blut und etwa die gleiche Menge Kohlendioxid aus dem Blut in die Ausatemluft
Atemwerte
Die Atemfrequenz bezeichnet die Atemzüge pro Minute. Ohne körperliche Belastung be- trägt die Atemfrequenz beim
Säugling ca. 40 Atemzüge/Min.
Kleinkind ca. 30 Atemzüge/Min.
Schulkind ca. 25 Atemzüge/Min.
Jugendlichen ca. 20 Atemzüge/Min.
Erwachsenen ca. 15 Atemzüge/Min.
Das Atemzugvolumen (AZV)) ist die Luftmenge, die bei einem Atemzug ein- und ausgeat- met wird. Das Atemzugvolumen ohne körperliche Belastung beträgt beim
Erwachsenen
Kind
Säugling
ca. 500 - 800 ml ca. 80 - 200 ml ca. 20 - 40 ml
Das Atemminutenvolumen (AMV) ergibt sich aus der Multiplikation von Atemzugvolumen und Atemfrequenz.
Beispiel: Ein Erwachsener hat ein Atemzugvolumen (AZV) von 500 ml und eine Atemfre- quenz von 15/Min.
AMV = 500 ml x 15(Min. = 7.500 ml/Min.
Arterien und Venen
Dem Aufbau der Blutgefässe (Gefäßwände) ent- sprechend und der Strömungsrichtung des Blutes werden Arterien und Venen unterschieden: Arterien bezeichnen alle vom Herzen wegführenden Gefäße. In den Arterien strömt das Blut vom Herzen in den Körper zu den Organen. Wegen des hierzu notwendigen Pumpdruckes (Blutdruck) sind die Arteri- en dickwandig und trotzdem sehr elastisch, da sie den vom Herzen ausgehenden Blutdruck aufnehmen und weiterleiten müssen. Die Arterien verengen sich, jeweiter sie sich verzweigen und gehen schließlich in
Haargefässe (Kapillaren) über. Die Kapillaren verbinden Arterien und Venen miteinander. Sie verlaufen zwischen den Zellen und ermöglichen so den Gas- und Nährstoffaustausch zwischen den Zellen. Venen sind alle zum Herzen führenden Gefäße. Die Venen sind im Gegensatz zu den Arterien dünnwandig. Insbesondere in den größeren Venen befinden sich Klappen, die die Fliessrichtung des Blutes zum Herzen unterstützen.
Der Blutkreislauf
Vom venösen Anteil der Kapillaren im Körper fließt das Blut in immer größere Venen, durch die untere-, bzw. obere Hohlvene in den rechten Vorhof und von dort in die rechte Kammer. Durch die Pumpwirkung des Herzens (Systole) wird das Blut durch die Lungenarterie in den Lungekreislauf gepumpt. Über die Verzweigungen der Lungenarterien gelangt das Blut im Bereich der Lungenbläschen (Alveolen) in die Lungekapillaren, wo der Gasaustausch statt- findet. Über Lungenvenen gelangt das mit Sauerstoff angereicherte Blut in den linken Vorhof und von dort in die linke Herzkammer. Das Blut wird durch die Aorta in den Körperkreislauf gepumpt. Hier verzweigen sich die Arterien, bis schließlich im Bereich der Kapillaren der Stoffaustausch mit den Zellen erfolgt, wonach das Blut den venösen Anteil der Kapillaren erreicht.
Herzfrequenz
Die Herzfrequenz beziffert die Zahl der Herzschläge pro Minute. Normalwerte ohne körperli- che Belastung sind:
beim Erwachsenen
beim 10-jährigen Kind
beim 2-jährigen Kind
beim Neugeborenen
ca. 60-80 Schläge pro Minute ca. 90 Schläge pro Minute
ca. 120 Schläge pro Minute und
ca. 140 Schläge pro Minute.
Auffällige Abweichungen von der normalen Herzfrequenz im Ruhezustand sind beim Er- wachsenen weniger als 60 Schläge pro Minute (Bradykardie) und über 100 Schläge pro Mi- nute (Tachykardie). Unregelmäßige Herzschlagfolgen werden als Herzrhythmusstörungen oder auch als Arrhythmien bezeichnet.