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| Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über die Verklärung Christi

7.
„Und es erschienen ihnen Moses und Elias, und sie redeten mit ihm“ 1. Der Inhalt ihrer Unterredung mit ihm war [wohl] dieser: Sie dankten ihm dafür, daß sowohl ihre Worte als auch die aller ihrer Mitpropheten durch seine Ankunft in Erfüllung gegangen sind. Sie beteten ihn an wegen des Heiles, das er der Welt, dem Menschengeschlechte, brachte, und wegen der tatsächlichen Erfüllung des Geheimnisses, das sie vorgebildet hatten. Durch diese Besteigung des Berges wurde den Propheten und Aposteln Freude bereitet. Die Propheten freuten sich, weil sie seine Menschheit sahen, die sie bisher nicht gekannt hatten. Es freuten sich aber auch die Apostel, weil sie die Herrlichkeit seiner Gottheit schauten, die sie nicht gekannt hatten, und die Stimme des Vaters hörten, die dem Sohne Zeugnis gab. Durch diese erkannten sie auch seine Menschwerdung, welche ihnen bisher dunkel war, und nebst der Stimme des Vaters überzeugte sie die sichtbare Herrlichkeit seines Leibes, die eine Wirkung der in ihm ohne Verwandlung und ohne Vermischung vereinigten Gottheit war. Das Zeugnis dreier wurde besiegelt durch die Stimme des Vaters und durch Moses und Elias, die ihn als Diener umstanden. Die Apostel und Propheten sahen einander an; es erblickten sich dort die Führer des Alten und des Neuen Bundes: der hl. Moses sah den geheiligten Simon [Petrus], der Verwalter des Vaters den Verwalter des Sohnes. Jener spaltete einst das Meer, damit das Volk mitten durch die Wogen ziehen konnte; dieser errichtete eine Hütte, um die Kirche zu bauen. Der Jungfräuliche des Alten Bundes sah den Jungfräulichen des Neuen Bundes, Elias den Johannes, der den feurigen Wagen bestieg jenen, der an die Brust des Feuers hinsank 2. Der Berg wurde zum Vorbilde der Kirche, und Jesus vereinigte auf ihm die beiden Testamente, welche die Kirche erhielt, und tat uns kund, daß er der Spender beider sei. Das eine empfing seine Geheimnisse, das andere offenbarte die Herrlichkeit seiner Taten.
1: Matth. 17,3.
2: Beim letzten Abendmahle lehnte Johannes sein Haupt an die Brust Jesu.