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Das Glück wäre zum Greifen nah: Dido, Königin von Karthago, und der Trojanische Prinz Aeneas erglühen in gegenseitiger Liebe, die Verbindung der beiden Monarchen würde Palast und Volk gleichermassen erfreuen. Doch Dido zaudert und sieht die Beziehung zu Aeneas von einem düsteren Schicksal bedroht. Und tatsächlich – eine böse Zauberin schmiedet Pläne, das Glück der beiden Liebenden zu zerschmettern.
Henry Purcells (1659-1695) erstes Bühnenwerk «Dido and Aeneas» nimmt in der britischen Musikgeschichte eine Sonderstellung ein. Während im puritanischen England «Semi Operas» mit gesprochenen Dialogen dominieren, wagte sich Purcell an eine durchkomponierte Oper und verzichtete zu Gunsten wahrhaftig menschlicher Gefühle auf die Verwendung allegorischer Figuren. Der Erfolg von «Dido und Aeneas» belohnte Purcells Innovationsmut: Die Oper legte den Grundstein für Purcells Ruhm als «einzig wahrer» britischer Opern-Komponist, der erst drei Jahrhunderte später in Britten einen würdigen Nachfolger finden sollte.
Nach ihrer vielschichtigen und klugen Inszenierung von «Weisse Rose» kehrt Anna Drescher zu TOBS zurück. Am Dirigentenpult steht erstmals Andreas Reize, seines Zeichens Leiter der Singknaben der St.Ursenkathedrale Solothurn und ausgewiesener Barockspezialist.