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| Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

20. Cap. Die Thätigkeit des Demiurgen.
Also der Demiurg, der ausserhalb der Grenzen des Pleroma steht, in der weiten schimpflichen Wüste einer ewigen Verbannung, gründet sich ein neues Reich, unsere gegenwärtige Welt, indem er die Verwirrung beseitigt und die Verschiedenheit jener zweifachen, räumlich getrennten Substanz, des Psychischen und des Materiellen, auseinanderhält. Aus Unkörperlichem verfertigt er körperliche Gegenstände, schwere und leichte, steigende und sinkende, himmlische und irdische. Sodann vollendet er die siebenfache Himmelsbühne über seinem eigenen Thron. Daher erhielt er auch den Beinamen Sabbatum von der Woche seines Sitzes und seine Mutter Achamoth den Namen Ogdoada von der uranfänglichen Ogdoas. Die Himmel lassen sie mit Erkenntnis begabt und bisweilen die Engel sein, sowie auch den Demiurgen selbst und das Paradies, den vierten Erzengel, weil sie es über den dritten Himmel ausgebreitet sein lassen. Aus der Kraft desselben entnahm er den Adam, als er dort zwischen [S. 119] den Wölkchen und Bäumchen verweilte. Ptolemäus hat genug von diesen kindischen Schnurren berichtet, wie im Meere Äpfel wachsen und auf den Bäumen Fische; so hat er im Himmel auch das Vorhandensein von Nussbäumen angenommen. Der Demiurg schafft alles, ohne etwas zu kennen; darum war es ihm vielleicht unbekannt, dass man Bäume nur auf der Erde pflanzen müsse. Der Mutter wäre es allerdings wohl bekannt gewesen. Warum hat sie es ihm denn nicht beigebracht, da sie ihm doch seine Wirksamkeit verschaffte? Aber da sie nun durch diese Werke, die ihren Sohn selbst ohne Hilfe der pfiffigen Valentinianer als Vater, Gott und König erscheinen lassen, ihm eine so hohe Stellung bereitete, so werde ich später die Frage stellen, warum wollte sie nicht, dass diese Dinge ihm selber bekannt seien?