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Das Weinland Spanien
Spanien ist nach dem Umfang seiner Rebfläche, mit über 1,5 Millionen Hektaren das grösste Weinbauland der Welt. Das Land besteht aus 17 autonomen Regionen und in allen betreiben Winzer Weinbau. Im kühleren, recht feuchten Norden, im heissen, trockenen Süden und auf den Inseln wie den Balearen oder den Kanaren, gibt es entsprechend Rebflächen. Trotz der beachtlichen Grösse liegt Spanien in seiner Weinproduktion noch weit hinter Frankreich und Italien. Spanien hat gute Voraussetzungen für den Anbau von Rotwein und Weisswein und trotzdem war das Land über lange Zeit hinweg überhaupt nicht bei den führenden weinexportierenden Ländern dabei. Sherry und Rotwein aus Rioja wurden bereits früh auf den internationalen Märkten nachgefragt, doch Weisswein, Rosé oder auch Cava wurden lange nur für den eigenen Markt erzeugt. Inzwischen hat sich das geändert und spanische Weine sind aus dem internationalen Weinsortiment nicht mehr wegzudenken.
Die unbeständige Geschichte des spanischen Weines
Der Weinbau in Spanien blickt auf eine beachtliche Geschichte zurück. Bereits 3000 Jahre vor Christus soll es in Spanien Rebflächen gegeben haben und es wurde Wein hergestellt. Wie auch die spanische Geschichte selbst, hat der spanische Weinbau eine turbulente Zeit hinter sich. Es wird davon ausgegangen, dass 1000. vor Christus der organisierte Weinbau in der Provinz Cadiz immer mehr an Bedeutung gewann. Ein paar Jahrhunderte später kam es durch die Römer zu einer besseren Kellertechnik und die Weine wurden verfeinert. Doch erst im 16. Jahrhundert erlangten die Weine Spaniens auch über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit. Die Popularität hielt nicht lange an, was auf mehrere Krisen im 18. und 19. Jahrhundert zurückzuführen ist. Zwischen 1865 und 1885, als die Reblaus einen Grossteil der Rebfläche in Frankreich zerstörte, erhielt der spanische Wein wieder einen Aufschwung und in den 1930er Jahren wurden die ersten Herkunftsbezeichnungen (D.O.) geschaffen. Eine erneute Krise bremste den spanischen Weinbau während der Franco-Diktatur. Hätten Winzer nicht so viele Krisen durchlebt, wäre spanischer Wein möglicherweise heutzutage noch viel verbreiteter, als er heute ist. Seit den 1980er Jahren blüht der Weinbau Spaniens wieder auf, was besonders an gezielten Förderprogramme der Regierung liegt. Investitionen in Weinberge und moderne Kellereien führten zu einer grossen Qualitätsverbesserung und zu einem individuellen Weinstil, bei dem die sortenspezifische Frucht die Rebsorte und entsprechend den Wein prägen.
Qualitätsmerkmale heutiger spanischer Weine
Obwohl der Weinanbau an den internationalen Geschmack angepasst wurde, hat spanischer Wein nicht an Authentizität verloren und ist einzigartig. Es gibt über 600 Traubengattungen, sodass enorm viele Sorten der Rotweine und Weissweine aus Spanien stammen. Rebsorte ist nicht gleich Rebsorte, das ist in Spanien in jeder Region deutlich zu sehen. Die inzwischen 69 Weinbaugebiete in Spanien haben mit Denominación de Origen (DO) eine eigene Herkunftsbezeichnung, die durch einen Kontrollausschuss (Consejo Regulador) mit weinbaulichen Grundfragen kontrolliert wird. Das Qualitätsweingebiet Rioja trägt seit 1991 den Sonderstatus einer Denominación de Origen Calificada (DOCa). Diese Region zeichnet sich durch besonders hohe Qualität und Tradition aus. Zusammen mit dem Priorat untersteht die Rioja gesetzlichen Vorschriften, die die Ernteüberwachung, den Fassweinverkauf an Händler oder das Verbot an gebietsfremde Abfüller umfassen. Das Ribera del Duero und Jerez dürften eigentlich auch diese Qualitätsauszeichnung verwenden. Da aber einige Erzeuger in diesen Gebieten nicht den eng gesteckten Regeln unterliegen wollen, tragen diese Sorten trotz sehr hoher Qualität nicht die Auszeichnung. Weine wie Garnacha, Tempranillo oder Savignon Blanc sind heutzutage in üblichen Weinregalen zu finden. Als Weinkenner oder auch als Laie lohnt sich ein Besuch bei Casa del Vino. Dort gibt es nennenswerte Weine, denn die Casa del Vino gilt als Nummer eins für spanische Weine. Besonders schmackhafte Weine sind Aalto (Bodegas Aalto), Mauro (Bodegas Mauro) und PSI der Bodegas y Viñedos Alnardo. Neben dem Casa del Vino-Weinkeller in Birrhard können die bestellten Weine auch im La Esquina in Wallisellen oder im Frischeparadies in Zürich abgeholt werden.
Erstellt: 28.08.2020 07:00 Uhr