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Geschichte / Charakter / Aussehen
Katzen vom Typ der Norwegischen Waldkatze gibt es im Gebiet des heutigen Norwegens schon seit vielen hundert Jahren. Sie lebten dort frei in den Wäldern und entwickelten so ihr heute bekanntes Äusseres. Einige befanden sich aber auch schon in menschlicher Obhut. Noch heute leben einige dieser schönen Katzen wild in den Wäldern Norwegens. Die Legenden, die sich um den Ursprung der Norwegischen Waldkatze ranken, reichen bis in die Zeit der Wikinger zurück.
Weit können die Ahnen der Norwegischen Waldkatze zurück verfolgt werden, ihre Rassegeschichte ist jedoch noch jung. Die endgültige Anerkennung der FIFé erlangte sie erst im November 1977. Erst in den frühen 1970er Jahren begannen einige Norwegische Züchter damit, den "wilden" Katzen ihrer Heimat mehr Beachtung entgegen zu bringen. Im Besitze des Ehepaars Egil und Else Nylund befanden sich mehrere Katzen, die dem gesuchten Waldkatzentyp entsprachen, darunter auch der Kater Pans Truls, der zum Stammvater der Rasse werden sollte. 1974 fand die erste planmässige Paarung zwischen besagtem Pans Truls und einer Katze von Edel Runas statt. Bei der Generalversammlung der FIFé in Paris 1977 erhielt die Rasse die volle Anerkennung und Pans Truls wurde als erste Katze eingetragen.
Die Norwegische Waldkatze ist eine ursprüngliche Rasse mit einem recht ausgeprägten Jagdinstinkt. In der Wohnung werden Sie schnell ihre gewaltige Sprungkraft kennen lernen. Diese nicht gerade kleinen Katzen können beachtliche Höhen und Weiten überspringen. Dies sollten Sie unbedingt bei der Einrichtung Ihrer Wohnung berücksichtigen.
Die Krallen der Norwegischen Waldkatze sind sehr robust. Der Kratzbaum muss dementsprechend stabil sein. Trotz ihrem Jagdinstinkt ist die Norwegische Waldkatze kein besonders starker Streuner, sie kann problemlos in der Wohnung gehalten werden, doch profitiert sie nach Möglichkeit gerne davon, während des ganzen Jahres ins Freie gehen zu dürfen. Ein katzensicherer Balkon ist ausreichend, je grösser dieser Balkon oder die Terrasse natürlich ist, umso besser.
Die Norwegische Waldkatze ist also eine ideale und nicht aufdringliche Mitbewohnerin. Sie wird Ihre Nähe suchen und freut sich über alle Streicheleinheiten, ist aber meist nicht sehr mitteilungsbedüftig oder gar laut. Die Toleranz und Kontaktfreudigkeit der Norwegischen Waldkatzen ermöglicht ein Zusammenleben mit anderen Rassen ebenso wie mit Hunden und Kindern.
Jede Katze ist ein Individuum und hat ihren eigenen Charakter, ihre Eigenheiten und Gewohnheiten. Ob sich eine Katze eher zum Draufgänger, zur zurückhaltenden Diva oder zum lustigen Kumpel entwickeln wird, zeigt sich oft erst nach einiger Zeit.
Akzeptieren Sie, dass Ihre Katzen verschiedene Charaktere haben und geniessen Sie die Vielfalt am Leben mit Katzen.
Die Norwegische Waldkatze ist eine grosse Rasse. Ihr semilanghaariges Fell erreicht im Winter eine eindrucksvolle Dichte. Als Spätentwickler brauchen Katzen dieser Rasse drei bis vier Jahre, bis sie ausgewachsen sind.
Der Kopf ist dreieckig, wobei alle Seiten gleich lang sind, mit guter Höhe, Stirn leicht gerundet, langes gerades Profil ohne Unterbrechung (Stop) und kräftigem Kinn.
Die Ohren sind gross, mit guter Breite an der Basis, spitz zulaufend, luchsartige Haarpinsel und lange Haarbüschel in den Ohren sind erwünscht. Die Ohren sind hoch und offen platziert, so dass die äussere Linie der Ohren in einer Linie über die Backen bis zum Kinn verläuft.
Die Augen sind gross und oval, gut geöffnet, leicht schräg gestellt mit wachsamem Ausdruck. Alle Farben sind erlaubt, unabhängig von der Fellfarbe.
Der Körper ist lang mit kräftigem Knochenbau, die Beine sind kräftig und hoch, wobei die Hinterbeine höher als die Vorderbeine sind. Die Pfoten sind gross und rund in Proportion zu den Beinen. Der Schwanz ist lang, buschig und sollte mindestens bis zu den Schulterblättern, vorzugsweise jedoch bis zum Nacken reichen.
Das Fell ist halblang, das wollige Unterfell wird auf dem Rücken und den Flanken von wasserabstossendem Deckhaar überdeckt, das aus langen, groben und glänzenden Grannenhaaren besteht. Eine voll im Fell stehende Katze besitzt eine Hemdbrust, eine volle Halskrause und Knickerbocker. Alle Farben sind erlaubt, inklusive aller Farben mit weiss. Das Fell wird nur an Textur und Fellqualität bewertet. Einer sehr langsamen Entwicklung der Katze sollte Rechnung getragen werden. Vollentwickelte Kater können grössere und breitere Köpfe haben als Kätzinnen. Die Länge des Fells und die Dichte der Unterwolle variieren mit den Jahreszeiten und sind auch abhängig von den Haltebedingungen. Bei Kitten kann die Entwicklung der Grannenhaare bis zum Alter von sechs Monaten dauern.