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Die Lords zeigen sich darüber erstaunt, dass die Regierung im Jahr 2004 mit dem «Committee on Radioactive Waste Management» (CoRWM) ein neues Beratungsorgan eingesetzt hat mit dem Auftrag, die Endlagerfrage von Anfang an neu aufzurollen und öffentliches Vertrauen in die beste Lösung zu schaffen. Es sei Zeitverschwendung, alle möglichen Optionen wie etwa die Entsorgung der Abfälle im Weltraum erneut zu diskutieren, nachdem seit langem ein internationaler wissenschaftlicher Konsens darüber bestehe, dass die geologische Tiefenlagerung die sicherste Lösung sei. Die Regierung hätte dem CoRWM besser den Auftrag gegeben, sich auf die verschiedenen Möglichkeiten von Tiefenlagern zu konzentrieren. Zudem sei das CoRWM aufgrund seiner personellen Zusammensetzung kaum in der Lage, die Regierung in technischen Fragen zu beraten und benötige daher zusätzliche Unterstützung von Experten.
Die Lords erinnern daran, dass bereits im Jahr 1976 die zuständige beratende Fachkommission dringend eine Langzeitlösung gefordert hatte. «Es scheint, dass Minister endlose Konsultationsübungen dazu benutzen, um die nötigen Entscheidungen hinauszuschieben», kritisiert die Kommission des Oberhauses. Sie zweifelt im Weiteren daran, dass mit Strategiediskussionen im leeren Raum öffentliche Akzeptanz für eine bestimmte Endlagermethode gewonnen werden könne. Die Bevölkerung interessiere sich erfahrungsgemäss erst dann für dieses Thema, wenn konkrete Standorte vorgeschlagen werden.
Quelle
M.S. nach Medienmitteilung des House of Lords, 10. Dezember 2004