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Trotz drei Stürzen am Schwebebalken zogen die Schweizerinnen als Dritte in den Final der besten acht Teams vom Samstag ein und kämpfen dort völlig überraschend um eine Medaille. Giulia Steingruber qualifizierte sich am Sprung, am Stufenbarren und am Boden für den Gerätefinal vom Sonntag.
Eine noch bessere Punktzahl vergab ausgerechnet Teamleaderin am Schwebebalken, an dem Steingruber zweimal stürzte und damit auch den Einzug in ihren vierten Gerätefinal verpasste. Auch Caterina Barloggio verzeichnete einen Sturz. In die Bresche für die beiden sprang am Zittergerät die Tessinerin Ilaria Käslin, die einen nahezu perfekten Wettkampf zeigte. Die 18-jährige Tessinerin darf am Sonntag erstmals in ihrer Karriere in einem Gerätefinal antreten.
Auch Steingruber zeigte abgesehen von ihrem Malheur am Schwebebalken einen starken Wettkampf. Zum Auftakt am Sprung erreichte die Gossauerin mit 15,433 Punkten ihre bislang höchste Wertung an diesem Gerät an internationalen Titelkämpfen, womit sie die Qualifikation überlegen gewann.
Auf ihren neuen Sprung, den Tschussowitina mit einer zusätzlichen halben Schraube, verzichtete Steingruber erwartungsgemäss. Auch ohne ihre neue Höchstschwierigkeit greift Steingruber am Sonntag nach ihrem dritten EM-Titel an ihrem einstigen Paradegerät. Nach dem Verzicht der Russin Maria Paseka ist sie die haushohe Favoritin auf die Goldmedaille.
Auch am Boden hat die 22-jährige Ostschweizerin Chancen, zuoberst auf dem Podest zu stehen. In der Qualifikation lag sie nur vier Tausendstel hinter der Britin Claudia Fragapane zurück, noch hat aber Steingruber nicht ihr schwierigstes Programm ausgepackt. Am Stufenbarren, ihrem dritten Gerätefinal, gehört sie nur zu den Aussenseiterinnen.
(SDA)