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Top-Leistungen am Meeting in Regensdorf
Das Abendmeeting vom letzten Samstag in Regensdorf bot spannende Leichtathletik-Wettkämpfe. Zahlreiche Lokalmatadoren des LC Regensdorf glänzten mit Spitzenrangierungen.
Michelle Gröbli (links) imponierte über die selten gelaufenen 600 Meter. Bild: rst
Das Abendmeeting vom letzten Samstag in Regensdorf bot spannende Leichtathletik-Wettkämpfe. Zahlreiche Lokalmatadoren des LC Regensdorf glänzten mit Spitzenrangierungen.
Regensdorf. Das internationale Meeting in Regensdorf bot erstklassigen Sport und bei Detail-Betrachtungen auch unerwartete Einblicke. In einem der vier 1500-m-Rennen der Frauen fiel Pacemakerin Lea Laib auf, die bis zum Ziel Tempo machte und dann ihrer mitgezogenen Athletin den Siegdurchlauf überliess. Oder dann der französische Steeple-Europameister von 2014, Yoann Kowal, der über eine Stunde lang auslief. Dies nach dem von ihm gewonnenen Hindernislauf über 3000 Meter (im Fachjargon Steeple). Der 36-jährige Kowal war denn auch der Athlet mit dem eindrucksvollsten Palmarès, der in Regensdorf antrat und damit einer Einladung des Veranstalters folgte. «Ich wurde Dritter an den französischen Meisterschaften und verpasste deshalb die Teilnahme an den WM in Budapest. Deshalb bin ich hier. Es lief mir hier gut. Ich versteckte mich nicht, übernahm schon bald die Führung trotz leichtem Gegenwind.» Kowal, der im Frühjahr im Marathon in 2:14 Stunden debütierte und die Olympia-Qualifikation für Paris 2024 auf dieser Distanz in Betracht zieht, bewältigte in Regensdorf die 3000 Meter Steeple in 8:30,92 Minuten und war damit fast exakt gleich schnell wie an den französischen Meisterschaften von Ende Juli (8:30,46).
Von den zahlreichen Top-Leistungen der lokalen LCR-Grössen adelte die Klub-Trainerlegende Ruedi Meier vorab Michelle Gröbli (22), die in der laufenden Saison U23-Team-EM-Silber mit dem Schweizer Team über 4×400 Meter gewann. Gleich um rund sechseinhalb Sekunden verbesserte Gröbli in Regensdorf ihre 600-Meter-Bestzeit. Es ist eine selten gelaufene Distanz und für Gröbli war es eine, «die ich seit der Zeit beim Nachwuchs vor rund fünf Jahren nicht mehr gelaufen bin», betonte die 400-m-Spezialistin.
Nach dem Substanzverlust von zwei Grossanlässen, den U23-Europameisterschaften und den «Jeux de la Francophonie» im Kongo, hätte sie selbst keine grossen Erwartungen für ein Topresultat gehegt. Sie spürte noch die Müdigkeit von den Reisestrapazen mit dem Abstecher nach Afrika. «Deshalb betrachtete ich dieses Rennen einfach noch als Trainingsreiz.» Gröbli ist mit dem LCR tief verbunden und gehört dem Verein bereits seit dem 8. Altersjahr an. Seit fünf Jahren ist Gröbli auf die 400 Meter spezialisiert. Die Staffel- und U23-Meisterschaften in einer beziehungsweise zwei Wochen werden die verbleibenden Saisonhighlights für sie sein.
Bei den Männern lief Robin Oester als Zweiter über 600 Meter eine persönliche Bestzeit in 1:16,78 Minuten. Er startete zwar im Dress des LV Thun, ist aber LCR-Mitglied und trainiert auch vorwiegend im Running Team des LCR. Über 1500 Meter ragte Silas Zurfluh in 3:45,39 Minuten als bestklassierter LCR-Athlet heraus. Imponierende persönliche Bestzeit (3:58,39) über die gleiche Distanz lief der erst 16-jährige Petter Oster.
Osters Coach Martin Knill gefiel, dass sich sein Athlet in seinem Rennen taktisch gut verhielt, Lücken zum richtigen Zeitpunkt schloss und die letzten 300 Meter in 44 Sekunden bewältigte. Oster strebt nun den Schweizer U18-Meistertitel über die gleiche Mittelstrecken-Distanz an. «Gold ist ganz klar das Ziel», betonte er gegenüber dem «Furttaler».
Über die gleiche Distanz gelang bei den Frauen der gebürtigen Luxemburgerin und für den LCR startenden Fanny Goy (24) ein bemerkenswertes Comeback nach sage und schreibe fünfjähriger Verletzungspause. Sie laborierte an einem langwierigen Plantarsehnen-Riss und hielt sich mit Krafttraining und Radfahren mehr schlecht als recht fit. «Vor exakt einem Jahr begann ich wieder mit einer Minute Jogging», erzählte die Physik-Studentin. Goy gewann das zweite Frauen-Rennen über 1500 Meter und wurde damit über diese Distanz Gesamt-Zwölfte. Mit Nadine Allemann (10.) war noch eine LCR-Klubkollegin schneller. Sie wurde in einer anderen Serie in 4:40,28 Sekunden gestoppt. «Die 1500 Meter waren sicher das Kernelement an diesem Meeting. Eine solch hohe Teilnehmerzahl über diese Distanz bei den Männern und Frauen gibt es in der Schweiz sonst kaum», betonte LCR-Ikone Ruedi Meier. Bei den Männern wurden über diese Distanz 81 Athleten klassiert, bei den Frauen 46.
Top schlug sich auch der Langstreckenläufer Urs Schönenberger vom LC Regensdorf über die 5000 Meter. Der Umweltingenieur mit Doktortitel absolvierte die 5000 Meter als Zweiter in 14:05,95 Minuten. «Mit einer guten Gruppe hinten hinaus wäre noch eine um zehn Sekunden bessere Zeit und damit eine PB drin gelegen», meinte Schönenberger, der sich bereits an noch längere Distanzen herangetastet hat. Sein Halbmarathon-Debüt in Berlin absolvierte er in eindrucksvollen 65 Minuten. Diese Zeit will er in diesem Herbst noch um rund eine Minute drücken. Schliesslich will der 32-Jährige per Frühjahr 2024 zumindest in die Top 6 der aktuellen Schweizer Halbmarathon-Bestenliste vorstossen, um die Qualifikation für einen EM-Team-Startplatz über die gleiche Distanz zu schaffen.
Ebenfalls über die 5000 Meter stand vom LCR die Schweizer Marathon-Meisterin Samira Schnüriger im Einsatz, der in einer Zeit von 16:47,30 Minuten ein optimales Rennen gelang. «Es passte von Anfang an, weil ich dank einer guten Pacemakerin ein gleichmässiges Tempo laufen konnte.» Schnüriger pulverisierte ihre PB von 2020 (17:31) in ihrem seither ersten 5000-Meter-Bahnrennen förmlich. Mitte September der Halbmarathon in Kopenhagen sowie der Marathon von Anfang Dezember in Valencia werden die verbleibenden Saisonziele für Schnüriger sein. Bei guten Bedingungen, einer gelungenen Vorbereitung und guter Renneinteilung sollte eine Zeit unter 2:38 Stunden für Schnüriger drinliegen.
Richard Stoffel
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