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CEOs in Grossbritannien haben laut einer aktuellen Umfrage des Harvard Business Review mehr als anderthalb Stunden pro Woche für die Brexit-Planung aufgewendet. CFOs haben gar mehr als zwei Stunden mit der Planung verbracht. Total wenden britische Führungskräfte aus dem C-Level zusammen durchschnittlich 200 Stunden pro Jahr für die Brexit-Vorbereitung auf. Für CEOs bedeutet das etwa eineinhalb Wochen Brexit-Planung in einem Jahr. Jedoch ist eins noch immer nicht klar - wofür planen sie eigentlich?
Ausgangslage ungewiss
Mehr als drei Jahre nach dem Referendum wissen unsere britischen Kollegen noch immer nicht, was das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen sein wird. Das bedeutet, sie müssen sich auf eine unglaublich breite Palette von Möglichkeiten vorbereiten. Diese reichen von den "Terms of Trade" mit Europa über die Einwanderungsregeln bis hin zur nationalen Regulierung. Die Wirtschaftstheorie prognostiziert hierbei, dass Unternehmen, welche einer sehr unsicheren Zukunft gegenüberstehen, dazu neigen, relevante Entscheidungen jeglicher Art zu verschieben. Aktuelle Marktumfragen deuten dabei darauf hin, dass sich genau dies aktuell in Grossbritannien abspielt, was in der Folge zu massiven Schäden in der Wirtschaft führt.
Brexit – Eine Quelle der Unsicherheit
Um die Auswirkungen des Brexit auf die britische Wirtschaft zu messen, befragten Ökonomen aus Stanford, der Bank of England, der University of Nottingham und der London School of Economics mehr als 7.000 Führungskräfte aus Grossbritannien dazu, wie sich der Brexit auf ihre Unternehmen ausgewirkt hat.
Weiter wurden die Führungskräfte ebenfalls dazu befragt, ob die Brexit-Abstimmung zusätzliche Unsicherheiten in ihren Unternehmen ausgelöst hat. Dieses Ergebnis lässt seinerseits die Aussage zu, dass die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit in den letzten drei Jahren enorm zugenommen hat. Eine jüngst veröffentlichte Studie verknüpft die Antworten dieser Umfrage mit Daten über die Leistung der Unternehmen. Die höheren Führungskräfte bezeichnen den Brexit an dieser Stelle als Quelle enormer Unsicherheit, und machten darauf aufmerksam, dass ihr Geschäft seit dem Referendum kaum gewachsen sei.
Investitionen haben um 11 % abgenommen
"Die Antizipation von Brexit hat die Investitionen in den drei Jahren nach der Abstimmung im Juni 2016 schrittweise um schätzungsweise etwa 11 % reduziert", schreiben die Forscher weiter. Sie schätzen auch, dass die Produktivität im Vereinigten Königreich um 2 % bis 5 % gesunken ist. Diese Zahlen stimmen mit den jüngsten Schlagzeilen überein. Ende 2018 berichtete The Guardian, dass die Unternehmensinvestitionen in Grossbritannien den niedrigsten Stand seit der Grossen Rezession erreicht haben und die Wirtschaft im zweiten Quartal 2019 weiter schrumpfte. Die Financial Times führt diese Veränderungen direkt auf den Brexit zurück.
Fazit
Doch sind diese Veränderungen wirklich auf die politische Unsicherheit zurückzuführen oder rechnen die Unternehmen damit, dass sich der Austritt aus der EU derart negativ auswirkt, dass sie sich in Erwartung dessen zurückziehen? Aktuell ist es schwierig, sich in Bezug auf die beiden Thesen festzulegen. Feststeht jedoch, dass sich die wirtschaftliche Lage in Grossbritannien weiterhin als schwierig und angespannt zeigt.