Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03414.jsonl.gz/1183

Ulrichen
«Uerliche» gilt als das älteste Dorf des Obergoms.
In Ulrichen, das 1235 «Ulrighingen» geheissen hat, stand die Wiege des Landeshauptmannes (1532-33) Gilg Imahom (548), der die Walliser bei Marignano und im Kappelerkrieg führte.
Ulrichen ist das Morgarten und Sempach des Wallis. Ein steinernes Kreuz erinnert an die beiden, Freiheitsschlachten 1211 und 1419.
1815 vernichtete eine Feuersbrunst dreizehn Firsten im Dorfkern.
Um 1900 dienten etwa 25 Gommer in der päpstlichen Schweizer Garde zu Rom;
die Ulricher waren dabei besonders stark vertreten. 1878 waren es etwa 10 Ulricher.
Um die Jahrhundertwende wanderten viele nach Übersee aus. Zwischen 1950-60 sind ca.
20 % der Bevölkerung abgewandert.
Pfarrei: Eine Kapelle zu Ehren des heiligen St. Niklaus ist 1334 bekannt (Wallfahrtsort);
ein Rektorat bestand von 1720 an und seit 1868 ist Ulrichen eine eigene Pfarrei.
Die neugotische Pfarrkirche stammt aus dem Jahre 1895.
Handelsweg Gries-Grimsel: „Zum Loch“ beherbergte einst eine Suste an der damals bedeutenden Passstrasse Grimsel-Gries. Der Griespass war bis ins 14. Jh. ein viel benutzter Pass.
Mit dem Bau der Gotthardbahn 1882 wurde es stiller um diese internationale Verbindung.
Obergesteln
1211 und 1419 fallen die Berner ins Wallis ein und plündern das Dorf.
Am 18.02.1720 wird das Dorf von einer grossen Lawine verschüttet.
Im September 1868 zerstört eine grosse Feuersbrust grosse Teile des Dorfes. Für den Wiederaufbau erhielten die Einwohner Unterstützung vom Kanton und von Tessinern aus Gurin. Viele junge Leute wanderten in dieser Zeit nach San Francisco aus, um sich dort neue Lebens- und Verdienstmöglichkeiten zu suchen.
Als erste Lichtblicke in der Arbeitsbeschaffung gelten der Bau der Furka-Oberalp-Bahn und der Furkastrasse.
Die Gemeinde Obergesteln und die Talschaft Geren gehörten während Jahrhunderten den mächtigen Herren Am Hengart, oder de Platea, von Ernen und Mühlebach.
Die Herren von Ernen verkaufen 1405 auf dem Schloss Majoria in Sitten.
die ganze Talschaft Geren. Sie wurde von Bewohnern der Nachbargemeinden gekauft, die durch ihre Bauernzunft bald eine äusserst prozessfreudige und wehrhafte Gemeinde wurde, aber nur für kurze Zeit.
Nach dem Einfall der Berner, die von Witschard von Raron gerufen wurden, sind die ge-beutelten Bewohner gezwungen, das Tal an die drei Zenden Brig, Visp und Raron zu verkaufen.
Von 1440 an wählten die drei Bezirke am Gerentag in Visp abwechselnd einen Amann als Verwalter und Richter des Tales. Nach der Franz. Revolution und deren Einfluss auf die Regierung ging das Freigericht Geren unter.
Nun beginnt die Gemeinde Obergesteln mit ihrem Besitz in Geren. Das Tal ging durch Kauf und Tausch an die Bewohner von Unterwassern, welche die Güter um das Gerendorf erwarben, während die Gemeinde Obergesteln sich für die klimatisch günstig gelegenen Alpen und das Gerental interessierten. Von dieser Zeit stammt der Besitz der Gemeinde Obergesteln in Geren. Somit gehört zur Geschichte des Dorfes Obergesteln auch diese Ausfahrt ins südöstliche Gerental, wo die Obergestler alljährlich ihre Rinderherde mit sichtlichem Besitzerstolz sömmern.
Oberwald
Vom Hasilital herkommend errichteten die Alemannen ihr erstes Dorf im Goms in "Wald" (heutiges Oberwald).
Die Talschaft Geren schliesst sich 1799 mit Unterwassern zusammen und Unterwassern schliesst sich 1838 mit Oberwald zusammen.
Wiederholte Überschwemmungen (letztmals 1834) führten zur Korrektion der Rhone und Goneri sowie zum Zusammenschluss der Gemeinden Unterwassern und Oberwald.
Bau der Barockkirche im Jahre 1710.
Bis 1838 besteht das heutige Dorf Oberwald aus folgenden drei selbständigen Gemeinden: Wald, Unterwassern und Geren. Durch diesen vorwiegend solidarischen Zusammenschluss ist die Gemeindefläche auf 9'794 ha angestiegen.
1859 zählt Oberwald 326 Einwohner. Um die Jahrhundertwende kommt es vor allem aus Existenzgründen zum grossen Exodus nach Amerika.
1915 Eröffnung der Bahnstrecke Oberwald-Brig durch die Furka-Oberalp-Bahn.
Das Wort „Tourismus" ist damals ein absolutes Fremdwort. Bis Ende der fünfziger Jahre hat es in Oberwald nur ein Hotel.
1948 Gründung des Ski-Clubs Obergoms.
50er-Jahre: Eröffnung des ersten Hotels. Beginn der touristischen Entwicklung.