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Felicity Jones verkörpert die Juristin Ruth Bader Ginsburg, die seit 1993 Richterin am Obersten Gericht der Vereinigten Staaten ist, vorher aber einige Hürden gegen die Ungleichheit von Mann und Frau überwinden musste. Die Thematik ist äusserst brisant und die Schauspieler überzeugend.
Eine grosse Masse junger Männer strömt die Treppen hinauf zur Harvard Law School. Der Zuschauer sieht dunkle Anzüge, Krawatten, Aktenkoffer – und mittendrin ein blaues Kleid, getragen von einer zierlichen, aber selbstbewussten jungen Frau: Ruth Bader Ginsburg. Die ersten Minuten des Biopics «On the Basis of Sex» sind perfekt inszeniert – ästhetisch wie musikalisch. Der Zuschauer rutscht noch ein paarmal auf dem Sessel hin und her, um die richtige Position zu finden und freut sich auf den Film und vor allem darauf, die Frau mit dem Glänzen in den Augen näher kennenzulernen. Der Rest des Filmes zielt darauf ab, die wichtigsten Abschnitte in der Karriere einer bemerkenswerten Frau zu erzählen, was an manchen Stellen etwas wärmer und liebevoller hätte geschehen dürfen.
1956 ist Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones) eine von nur neun Frauen in ihrer Klasse in Harvard. Sie ist talentiert, besucht teilweise gleichzeitig auch Kurse ihres erkrankten Mannes und hat die besten Voraussetzungen für eine steile Karriere – zumindest, wenn die Geschichte in einer anderen Zeit spielen würde. Denn Ruth Bader Ginsbrug wird aufgrund ihres Geschlechts von sämtlichen Kanzleien abgelehnt. Schliesslich wird sie Jura-Professorin und hofft, in ihrem Job etwas gegen die Diskriminierung von Frauen ausrichten zu können, indem sie ihre Studentinnen motiviert. Doch richtig befriedigend ist dieser Weg für die zielstrebige Frau nicht; daran wird sie auch von ihrer Tochter erinnert. Schliesslich stösst sie auf einen Fall, in dem ein Mann diskriminiert wird und geht damit vor Gericht. Die Worte, die dort fallen und bereits im Trailer den Höhepunkt darstellen, gehen unter die Haut. Der Richter sagt: «The word ‹woman› does not appear even once in the U.S. Constitution», und sie antwortet: «Nor does the word ‹freedom›, your honor.»
«The word ‹woman› does not appear even once in the U.S. Constitution», – «Nor does the word ‹freedom›, your honor.»
Die ersten Abschnitte von Ruth Bader Ginsburgs Karriere werden nur bruchstückhaft erzählt und an manchen Stellen hätte der Zuschauer gerne noch mehr gesehen. Trotzdem liegt der Schwerpunkt richtig, nämlich beim Aufarbeiten ihres Präzedenzfalls, der in die Geschichte eingehen soll.
Felicity Jones überzeugt in ihrer Rolle, ebenso wie Armie Hammer, der als Ehemann die wohl warmherzigste Figur im ganzen Film ist. Die beiden harmonieren und sorgen für viel Emotionen.
Die teilweise etwas kühle Art in der Umsetzung führt dazu, dass dem Zuschauer am Ende die Persönlichkeit Ruth Bader Ginsburg deutlich prominenter im Kopf bleibt als der Film an sich. Trotzdem ist «On the Basis of Sex» sehenswert, nur schon wegen der Thematik.
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Kinostart Deutschschweiz: 28.02.2019
Filmfakten: «On the Basis of Sex» / Regie: Mimi Leder / Mit: Felicity Jones, Armie Hammer, Justin Theroux / USA / 120 Minuten
Bild- und Trailerquelle: Ascot Elite
Interessantes Biopic über eine bemerkenswerte Frau,