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Finanzierung von Umbauten, Renovationen und Sanierungen
Ein Haus oder eine Wohnung umbauen, renovieren oder sanieren kostet Geld. Für den laufenden Unterhalt und kleinere Arbeiten sollten Sie Geld auf die Seite gelegt haben. Aber was machen Sie, wenn Sie grössere Arbeiten finanzieren müssen?
(rh) Als Wohneigentümer müssen Sie früher oder später mit einem Umbau, einer Renovation oder einer Sanierung rechnen. Die Fassade zum Beispiel müsste nach 20 bis 30 Jahren neu gestrichen beziehungsweise nach 30 bis 40 Jahren frisch verputzt werden. Kleinere Arbeiten sollten Sie aus Ihren Rücklagen für den laufenden Unterhalt finanzieren können. Grössere Renovationen und Sanierungen oder klimafreundliche Umbauten müssen Sie anders finanzieren.
Variante 1: Hypothek aufstocken
Für die Finanzierung von Umbauten, Renovationen oder Sanierungen reden die meisten mit ihrer Bank, weil sie die Hypothek aufstocken wollen. Das ist naheliegend und funktioniert in der Regel auch, hat aber zwei Haken:
- Banken finanzieren wertvermehrende Massnahmen, beispielsweise den neuen Wintergarten. Aber auch nur bis zu 80 Prozent der Kosten. Wenn Sie Ihre Küche renovieren und alte Geräte gleichwertig ersetzen, sind das werterhaltende Massnahmen – das finanziert keine Bank, weil der Verkehrswert unverändert bleibt.
- Oft prüfen Banken die Einkommensverhältnisse und lassen vielleicht sogar das Haus oder die Wohnung neu schätzen, wenn sie ein Gesuch für eine Hypothekenaufstockung oder eine neue Hypothek erhalten. Falls Sie weniger verdienen als beim Abschluss oder Ihre Immobilie an Wert verloren hat, kann es sein, dass die Bank die Kreditsumme nach unten korrigiert – und Sie allenfalls Geld zurückzahlen müssen, bevor die Bank den Umbau oder die Renovation finanziert. Am schwierigsten wird die Finanzierung für Wohneigentümer ab 55 Jahren, weil in vielen Fällen mit der (nahenden) Pensionierung das monatliche Einkommen sinken dürfte.
Variante 2: Vorsorgegelder beziehen
Eine Alternative ist die Finanzierung mit Geld aus der Vorsorge. Im Prinzip können Sie alle fünf Jahre Vorsorgegelder für die Finanzierung von Umbauten, Renovationen oder Sanierungen beziehen, in den fünf Jahren vor der ordentlichen Pensionierung können Sie Ihre Säule 3a sogar jederzeit auflösen. Allerdings müssen Sie das Geld versteuern, meistens zu einem reduzierten Satz. Wichtig zu wissen:
- Auch Pensionskassengelder und Guthaben der dritten Säule dürfen nur für wertvermehrende Massnahmen vorzeitig ausbezahlt werden.
- Falls Sie Ihr Vorsorgeguthaben verpfändet haben, brauchen Sie das Einverständnis Ihrer Bank. Die Bank wird, wie bei der Hypothekenaufstockung, Ihre Einkommensverhältnisse prüfen und den Wert der Immobilie neu schätzen, bevor sie das verpfändete Guthaben frei gibt.
Falls Ihr Vorsorgeguthaben (noch) nicht verpfändet ist, können Sie das für die Finanzierung von Umbauten oder Renovationen tun. Auch in diesem Fall wird Ihre Bank Ihre Situation neu prüfen.
Variante 3: Fördergelder beantragen
Klimafreundliche Umbauten werden vom Bund, von den Kantonen, Städten und Gemeinden, aber auch von regionalen Elektrizitäts- sowie Erdgasversorgern finanziell gefördert. Auf der Startseite der Website energiefranken.ch müssen Sie nur die Postleitzahl Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung eingeben und erhalten eine Übersicht mit allen Fördermassnahmen. Wenn Sie Ihre Immobilie nach dem Minergie-Standard umbauen und zertifizieren lassen, können Sie ausserdem bei vielen Banken eine zinsvergünstigte Minergie-Hypothek beantragen.
Fazit
Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung klimafreundlich umbauen wollen, erkundigen Sie sich erst, ob Sie Fördergelder und eine vergünstigte Hypothek erhalten. Falls Sie einfach umbauen, renovieren oder sanieren wollen und sich keine Sorgen machen müssen, weil Ihre Bank Ihre Situation überprüft, können Sie Ihre Hypothek aufstocken oder Vorsorgegelder beziehen. Wenn Sie aber weniger verdienen als bei Abschluss Ihrer Hypothek oder der Wert Ihrer Immobilie gesunken ist, lohnt es sich vielleicht, nach Finanzierungsalternativen zu suchen. Lassen Sie sich auf alle Fälle professionell beraten, weil die meisten Entscheidungen steuerliche Auswirkungen haben.
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