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200 Brunnen in der Stadt Basel
02.05.2012 // 1 000 Kubikmeter Wasser pro Tag
Der Frühling kommt und die Menschen drängt es wieder mehr nach draussen. Beliebter Anziehungs- und Treffpunkt sind die Brunnen, von denen es in Basel zahlreiche gibt; genaugenommen derzeit 200 öffentlich zugängliche in der Stadt Basel. Hinzu kommen noch ca. 100 Brunnen auf privatem Gebiet, über die jedoch keine weiteren Angaben vorliegen. Die Zahl der öffentlichen Brunnen ist allerdings nicht konstant, sondern verändert sich von Jahr zu Jahr. Brunnen werden abgeschaltet, neue aufgestellt. Insgesamt steigt die Anzahl jedoch kontinuierlich. Letztes Jahr kamen mit dem Triangel-Brunnen im Gebiet Erlenmatt und dem Horburgplatz-Brunnen zwei neue hinzu. Zwei weitere Trinkbrunnen sind für 2012 geplant. Der älteste Brunnen ist der Fischmarktbrunnen, der Ende des 14. Jahrhunderts entstand. Er ist der einzige noch erhaltene Brunnen aus dieser Zeit in der Schweiz. Die meisten Brunnen, 115 an der Zahl, wurden im 20. Jahrhundert gebaut, 52 haben ihren Ursprung im 19. Jahrhundert und drei im 18. Jahrhundert. Der Webern-Brunnen in der Steinenvorstadt stammt aus dem 17. Jahrhundert und der St. Urbans-Brunnen am Blumenrain spendet bereits seit dem 15. Jahrhundert Wasser. In vielen Brunnen ist baden übrigens erlaubt.
Der Grossteil der Brunnen ist das ganze Jahr über in Betrieb. Nur der Dreirosenbrunnen wird regelmässig im Winter abgeschaltet, da er nicht frostsicher ist. Teilweise werden auch Brunnen in der Nähe von Schulhäusern stillgelegt, wenn sich um sie herum eine zu gefährliche Eisfläche bildet. Über das Jahr 2011 summierte sich die Wassermenge, die durch die Brunnen floss, nach Angaben der Industriellen Werke Basel, die die Brunnen betreibt, auf 342 970 Kubikmeter Wasser, also knapp 1 000 Kubikmeter pro Tag. Diese Menge entspricht etwa 6 600 gefüllten Badewannen. Der Jahreswasserverbrauch ist seit dem Jahr 2000 relativ stabil. In den Vorjahren wurde deutlich mehr verbraucht: Der Spitzenwert nach 1945 liegt bei 715 600 Kubikmetern Wasser im Jahr 1956. Der geringere Verbrauch wurde durch eine genauere Anpassung der Wassermenge an die Brunnen grösse erreicht. Am meisten Wasser verbrauchte im vergangenen Jahr der Spiegelhofbrunnen mit 9 835 Kubikmetern. Der Brunnen entstand 1941. Am Ende eines langen flachen Beckens thront ein bronzener Drache, von einer Lanze durchbohrt. Die Plastik trägt den Titel «Gebändigte Gewalt». Den geringsten Verbrauch verzeichnet der Hochstrasse-Brunnen mit 39 Kubikmetern jährlich. Der Brunnen steht in einer Einbuchtung der geteilten Hochstrasse, die 1871 die höchstgelegene feste Strasse der Stadt war.
Bis auf 7 Brunnen, die mit Umwälzpumpen betrieben werden, handelt es sich um Trinkwasserbrunnen. Um die Brunnen zu warten sind derzeit sechs Personen vollzeitbeschäftigt. Eine der Hauptaufgaben ist die Reinigung der Brunnen. Bei den Umwälzpumpen muss der Filter täglich gesäubert werden. Der Brunnen auf dem Marktplatz wird drei Mal in der Woche geputzt. Die 28 Basiliskenbrunnen, benannt nach dem Fabeltier, das sie schmückt, werden wöchentlich von Hand geschrubbt. Die meisten anderen Brunnen werden alle zwei Wochen gereinigt.
Das Wasser der Brunnen kommt aus den Grundwasserwerken Lange Erlen und Muttenzer Hard. Die Quellwasserzufuhr für Basel-Stadt wurde 2003 eingestellt. In Riehen dagegen werden noch 47 Brunnen und das Planschbecken in der Wettsteinanlage aus dem Riehener Quellsystem versorgt. Weitere 27 Brunnen der Gemeinde sind an die kantonale Wasserversorgung angeschlossen. Die Gemeinde Bettingen verfügt über 6 öffentliche Brunnen, die an das Leitungssystem angeschlossen sind. Aus drei weiteren Brunnen am Wegrand und im Wald fliesst Quellwasser, das allerdings kein Trinkwasser ist. Zur Karte mit den Standorten der Brunnen in der Stadt Basel
Weitere Informationen zum Thema unter
www.brunnenfuehrer.ch und www.basilisk-basel.ch.