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Mehrere Hundert Schüler demonstrierten am 21. Dezember 2018 sowie am 18. Januar 2019 im Rahmen des international ausgerufenen Klimastreiks. Die Schüler blieben an diesen beiden Tagen dem Unterricht unentschuldigt fern. Die daraus resultierenden Versäumnisse würden als unbegründete Absenzen gemäss Absenzen- und Disziplinarverordnung behandelt, heisst es in einer Medienmitteilung des Basler Erziehungsdepartements vom Dienstag.
Der Telebasel Talk vom 12. Februar 2019
Kein Verzicht auf Absenzen
Da im Laufe dieses Jahres weitere Demonstrationen geplant sind, sei es im Interesse des Erziehungsdepartements, dass der Unterricht trotzdem «möglichst reibungslos» stattfinden könne. Das Departement stellt allerdings klar, dass dem Wunsch, auf Absenzen zu verzichten, respektive diese als begründet zu akzeptieren, nicht entsprochen werden könne.
Die Lehrpersonen hätten jedoch die Möglichkeit, durch Kompensation oder Verschiebungen «pragmatische Lösungen» mit den Klassen zu vereinbaren. Dadurch könne der Unterricht bestmöglich gewährleistet werden. Ausserdem sollen so die Schüler eine Häufung unbegründeter Absenzen vermeiden können.
Rahmenvorgaben
Die Rahmenvorgaben zum Umgang mit Absenzen bei Klima-Demonstrationen sehen gemäss Mitteilung des Erziehungsdepartements folgendermassen aus:
- Allfällige Kompensationen und Verschiebungen benötigen vorgängige und einvernehmliche Lösungen in Absprache mit der Lehrperson, der Klasse und gegebenenfalls der Schulleitung. Andernfalls gilt Fernbleiben vom Unterricht während der Klimademonstrationen als Versäumnis und führt zu einer unbegründeten Absenz für die Schülerinnen und Schüler.
- Lehrpersonen haben das Recht, Kompensationslösungen und/oder Unterrichtsverschiebungen zu ermöglichen, sie sind aber nicht dazu verpflichtet.
- Angekündigte Prüfungen oder Leistungserhebungen haben Vorrang. Lösungen, die zu einer zusätzlichen Prüfung oder ‚Nachtests‘ führen, sind nicht möglich.
- Eine Kompensation bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler für den verpassten Unterricht mindestens im gleichen zeitlichen Umfang eine vereinbarte und verbindliche Ersatzleistung erbringen. Für Kompensationslösungen gelten folgende Voraussetzungen:
- Kompensationslösungen bedingen eine vorgängige und frühzeitige Absprache. Die Vereinbarung von Kompensationen im Nachhinein ist nicht möglich.
- Die Lehrperson ist grundsätzlich bereit, in Absprache mit der Schulleitung eine kostenneutrale Kompensationslösung zu ermöglichen und mit den Schülerinnen und Schülern
auszuhandeln.
- Die Verantwortung für und Hoheit über den Fachunterricht liegt bei der Lehrperson. Sie kann entscheiden, inwieweit eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Unterrichtsinhalten aus dem Themenkreis Klimawandel oder praktische Tätigkeiten bzw. Projekte aus diesem Umfeld sinnvoll sind. Im besten Fall sind diese Auseinandersetzungen mit weiteren schulischen Aktivitäten zum Thema abgestimmt.
- Die Verantwortung für die eigenständige Nacharbeit der verpassten Unterrichtsinhalte liegt – wie bei jeder Absenz – bei der Schülerin / beim Schüler.
- Eine Verschiebung des Unterrichts (Vor- oder Nachholen) ist möglich, wenn
- die Lehrperson oder allenfalls die Schule eine kostenneutrale Ersatzunterrichtszeit einrichtet.
- die Vereinbarung von allen Beteiligten bzw. der ganzen Klasse getragen wird und die beteiligte Lehrperson sowie die Schulleitung dieser zustimmt.
- die Verschiebung vorgängig und rechtzeitig vereinbart wurde.
- Für den Bereich der Volksschule gilt zusätzlich: Der Unterricht in der Volksschule erfolgt am Vormittag gemäss Schulgesetz im Rahmen von Blockzeiten, d.h. die Schule muss die Betreuung während der Blockzeiten gewährleisten.
Daher müssen alle Eltern vorgängig schriftlich bestätigen, dass für ihr Kind für die Zeit, in der es allenfalls nicht am Unterricht teilnehmen wird, die Blockzeitenregelung aufgehoben ist und die Eltern die Betreuungspflicht übernehmen.
«Wir sind sehr zufrieden»
Simeon Schneider, Mitorganisator Klimastreik Basel und Arbeitsgruppe Medienarbeit, zeigt sich sehr zufrieden mit der Lösung der Absenzenfrage des Erziehungsdepartements. Im Interview mit Telebasel legt er seine persönliche Einschätzung dar: