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nennt Tacitus Nordschottland nördlich vom Firth of Clyde und Firth of Forth, dessen
Bewohner durch den röm. Feldherrn Julius Agricola 84 n.Chr. eine große Niederlage erlitten. Doch blieb das Land unabhängig.
Eigentlich waren die Caledonier nur einer von mehrern Stämmen jener Gegend; noch im 3. Jahrh. n.Chr. werden sie als ein Hauptstamm
des unabhängigen Nordens genannt. Tacitus hielt diese Nordstämme ihres gewaltigen Gliederbaues und ihrer
roten Haare
[* 3] wegen für german. Abkunft.
Doch sprechen mehrere Eigennamen dafür, daß sie derSprache
[* 4] nach zu den Kelten gehörten. Im 4. Jahrh. erscheinen die Caledonier
als ein Hauptbestandteil der häufig in das röm. Gebiet einfallenden Völkerschaft, die unter
dem Namen der Pikten zusammengefaßt wurde. Damit verschwindet ihr Name aus der Geschichte. Er hat sich gehalten bei den brit.
Kelten im Gebirgsnamen «CaledonischerWald» (kymrisch Coed Celyddon) und vielleicht im gälischen Stadtnamen Dunkeld (Grafschaft
Perth in Schottland),
der nördlich vom Clota (Clyde) und Boderia (Firth
of Forth), jenseit des Antoninuswalles, gelegene Teil Schottlands, welcher nie von den Römern unterworfen wurde, wenn sie auch
unter Agricola siegreich in denselben eindrangen. Die Bewohner (Kaledonier),
zum keltischen Stamm gehörig, waren ein Urvolk
Britanniens und neben den Briten das mächtigste der Insel; es bestand bei ihnen Vielweiberei und die Sitte,
den Körper mit Tierfiguren zu tättowieren. Seit dem 4. Jahrh. erscheinen sie unter dem NamenPikten, mit denen sich am Ende
desselben Jahrhunderts die aus Irland eingewanderten Skoten verbanden. Häufig, aber unrichtig wird mit dem Namen Kaledonien auch ganz
Schottland bezeichnet.