Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03270.jsonl.gz/1884

SWISSAID: Gesundes Leben dank Trinkwasser und sanitären Anlagen in der Landgemeinde N'Gonga, Niger
Projektbeschrieb
SWISSAID-Lösungsansatz
Das SWISSAID-Projekt hat zum Ziel, den Zugang der Menschen zu saube¬rem Trinkwasser sicherzustellen, die hygienischen Bedingungen zu verbes sern und dadurch die sozioökonomi- sche Entwicklung der Landgemeinde voranzutreiben.
Armut in Niger
Der westafrikanische Staat Niger ist der letztplatzierte im Human Development Index der UNO: Etwa 90 % der Menschen im Niger leben in Armut, 45 % sogar in absoluter Armut, also mit weniger als 1.90 US-Dollar pro Tag. Mangelernährung ist besonders unter Kindern verbreitet: 42 % der Kleinkinder sind unterernährt. Alle zwei Jahre erleiden die Menschen eine Hungerkrise, Jede zweite Person im Niger hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Bei der Siedlungshy¬giene sieht es noch schlechter aus: Die grosse Mehrheit der Bevölkerung verrichtet ihre Notdurft im Freien. Die gesundheitlichen Folgen sind fatal. Durchfallerkrankungen sind die vierthöchste Todesursache (12 %) bei Kindern unter 5 Jahren. Bei der Gesamtbevölkerung machen Magen- und Darmerkrankungen mit 9,6 % die dritthöchste To¬desursache aus. Die Zahlen sind seit dem Jahr 2000 praktisch unverändert.
Armut in Niger
in einer Analyse entnommenen Trinkwasserproben wie¬sen eine schlechte Qualität und starke Verunreinigungen auf. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung im Projektgebiet verfügt über einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur 15 % über einen Zugang zu sanitären Anlagen. Jährlich werden in den 8 Dörfern des Projektgebiets etwa 1 300 Neuerkrankungen registriert, die direkt auf verunreinig tes Wasser und den Mangel an Hygiene zurückzuführen sind. Davon sind vor allem Kinder und ältere Menschen betroffen.
Im Durchschnitt verbringen Frauen und Mädchen bis zu sechs Stunden täglich damit, die Wasserversorgung für ihre Familien sicherzustellen. Transportiert wird das Wasser zu Fuss. Diese Zeit fehlt den Frauen für andere Tätigkeiten, was sich in der tiefen Quote der Alphabetisierung und Einschulung von Frauen und Mädchen widerspiegelt. Die Frauen nutzen dieselben Wasserstellen wie die Viehzüchter mit ihrem Vieh. Durch diese hohe Nutzungsfrequenz sind viele Wasserentnahmestellen ausser Betrieb oder stark ver¬schmutzt.
Begünstigte Personen
Direkte Zielgruppe des Projekts sind knapp 8’900 Einwohnerinnen und Einwohner aus 8 Dörfern der Landgemeinde N’Gonga, 4’470 Frauen (und Mädchen) sowie 4'430 Männer (und Knaben). Davon sind 1’680 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 6 und 13 Jahren. Indirekt profitieren 30’000 Personen vom Projekt.