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Abzuleiten ist der Name wahrscheinlich vom spätlateinischen wavra, vavria = Oedland. Im 12. Jahrhundert
liess der Abt von
Fontaine André ob Neuenburg
in Wavre eine dem h. Theodul geweihte
Kapelle (St. Joderkapelle) erstellen, die später
zahlreiche Schenkungen erhielt und im 14. Jahrhundert zu einer gewissen Bedeutung gelangte.
Die ehemals selbständige Gemeinde
Wavre wurde 1888 mit
Thièle zur Gemeinde Wavre-Thièle vereinigt.
Südwestl. der Ortschaft sind Spuren
von römischen Bauten aufgedeckt worden.
2150 m. Durch Verwitterung und Erosion entstandene
Felshöhle an der
Scheienfluh, ob dem von
Partnun über den
Plasseckenpass ins Gargellenthal führenden Weg. Im 17. Jahrhundert
soll ein gewisser Weber, der ohnehin im Gerüchte eines Hexenmeisters stand, diese damals als unzugänglich
geltende
Höhle besucht haben.
Dies wurde als Beweis dafür angesehen, dass er mit dem
Bösen im
Bund sei, und trug ihm seine
Verurteilung zum Tode ein.
Diese
Sage ist zwar nicht aktenmässig belegt, aber gut begründet.
Aehnliche
Höhlen, auchBalmen
genannt, kommen in der Scheien- und der
Sulzfluh, besonders an deren SO.-Wand, noch mehrere vor, so die Seehöhle, die Kirchenhöhle
und die Herrenbalme.
Vergl.
AlterSammler. Bd 3.
Chur 1781. - Exkursion der Sektion Rhätia auf dieSulzfluh.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Interlaken).
3100-2300 m. Zwei durch eine grosse Felswand voneinander getrennte Eisfelder. Der NW.-Gletscher
liegt am
N.-Hang des
Mettenbergs, misst 700 m in der Länge und 500 m in der Breite und wird links unten
vom Felssporn des
Ober Wechsel beherrscht. Der SO.-Gletscher liegt am
N.-Hang des
Gwächten (3169 m) und hat 1,5 km in der Länge
und 1 km maximale Breite.
Städtchen: 63
Häuser, 336 Ew.
Pfarrei. In letzter Zeit hat sich das durch hohe
Berge vor den rauhen N.-Winden geschützte hübsche Städtchen
zu einem sehr gut besuchten Luftkurort und zur beliebten Sommerfrische entwickelt.
Mehrere Hotels. Ausgangspunkt für zahlreiche
lohnende Bergtouren
(Speer,
Mattstock,
Leistkamm,
Churfirsten etc.). Weinbau. Kleines Dominikaner-Frauenkloster Mariä Zuflucht,
das schon im 9. Jahrhundert bestanden haben soll und 1256 vom
Bischof Heinrich IV. von
Chur unter seine
Obhut genommen wurde. Rudolf von
Habsburg machte dem Kloster 1259 grosse Vergabungen. Zur Reformationszeit verliessen die
Nonnen das Kloster, um es erst 1687 wieder zu beziehen, in welchem Jahr Kirche und Kloster neu erstellt wurden. Heute ist
das Kloster arm, sodass sich seine Insassen mit Landwirtschaft beschäftigen müssen. Die Pfarrkirche von Weesen befindet
sich im
Fli. Nachdem die alte Stadt Weesen von den
Eidgenossen 1386 den Oesterreichern abgenommen worden war, veranstalteten
diese letztern samt ihren Freunden die sog. Weesener Mordnacht von 1388, worauf die
Eidgenossen denOrt
zerstörten. Fund eines.
¶
mehr
der La Tène Zeit angehörenden eisernen Beiles von südeuropäischer Form. Auf einem einstigen Inselchen bei Weesen hat
man Mosaiken, Ziegel, Backsteine und Münzen aus der Römerzeit aufgedeckt. Einzelfunde aus alemannischer Zeit. Vor der Kanalisation
der Linth litt der Ort stark unter den oft enorm schwankenden Wasserständen des Walensees. An einer am
Seeufer im Fli stehenden Säule sind die frühern hohen Wasserstände des Sees verzeichnet (vergl. den Art. Walensee). Unweit
vom Städtchen werden am N.-Ufer des Sees zwischen der Bergstrasse nach Amden und dem kleinen Fahrsträsschen nach Betlis harte
Kreidekalke gebrochen, die man als Bau- und Pflastersteine benutzt und bis nach Zürich
hinunter versendet (Barkenverkehr
auf Linthkanal und Zürichsee).