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Trotz des Eintrages 1302/1303 im Urbar des Bistums Konstanz gilt 1318 als das Jahr, in dem Feuerthalen das erste Mal in einer Urkunde erscheint. Es handelt sich dabei um eine Schaffhauser Urkunde vom 30. Januar 1318, in der Ritter Hermann an dem Stade dem Kloster Paradies sein Haus an der Ringmauer beim Fischerhäusertor in Schaffhausen samt einem Baumgarten bei «Fuirtal an dem Rine» vermacht: als Gegenleistung nimmt das Kloster seine Tochter auf und gesteht ihm das Recht zu, im Kloster begraben zu werden.
Was stimmt nun wirklich: 1302/03 oder 1318? Für beide Daten lassen sich namhafte Fürsprecher ins Feld führen. Die Quelle für das frühere Datum ist sehr glaubhaft. Der renommierte Zürcher Historiker Hans Kläui, der 1976 die Schrift «1100 Jahre Langwiesen» verfasst hat, erwähnt schon in dieser Schrift mehrmals das bischöfliche Urbar von 1302. Andererseits hält nebst vielen anderen Schriften auch das Historische Lexikon der Schweiz an 1318 als urkundliches Ersterwähnungsjahr fest. Der entsprechende Artikel stammt vom Zürcher Historiker Martin Illi, der ebenfalls für seriöse Geschichtsforschung bekannt ist.
Wie auch immer: Der Name «Fuirtal am Rhine» führt zu einem zentralen Element der Ortsgeschichte, nämlich zur Bedeutung Feuerthalens als Rheinübergang zwischen Schaffhausen und der nördlichsten Zürcher Gemeinde.
Mit Feuer hat der Name Feuerthalen nämlich gar nichts zu tun. Der Name verweist auf die grosse Bedeutung des Rheinübergangs an dieser Stelle. Er bezeichnet eine Furt, auf der man den Rhein in früherer Zeit bei tiefem Wasserstand hat überqueren können. Eine solche Furt hat es offenbar unweit der heutigen Rheinbrücke gegeben. Das heutige Ufer auf Seiten der Stadt Schaffhausen ist das Resultat umfangreicher Aufschüttungen. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit ist der Rhein an dieser Stelle noch viel breiter und seichter. Auch weist er deshalb eine viel geringere Fliessgeschwindigkeit auf. Bei tiefem Wasserstand kann der Fluss deshalb an dieser Stelle überquert werden.
Aber Furten sind keine sicheren Verbindungswege zwischen zwei Ufern. Bei hohem Wasserstand sind sie unpassierbar. Fähren sind da viel zuverlässiger. Tatsächlich hat es auch bereits im 13. Jahrhundert einen Fährbetrieb zwischen Schaffhausen und Feuerthalen gegeben.
Der erste Teil des Namens verweist auf die Furt. Der zweite Teil bezeichnet den geländeförmigen Einschnitt – das Tal - , der von der Kirche hinunter an den südlichen Kopf der Furt führt. Feuerthalen ist gemäss dieser Deutung also der Ort, der im Tal an der Furt nach Schaffhausen liegt.

Feuerthalen um 1620 auf der Karte von Hans Konrad Gyger.