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Die Alpenkonvention ist das weltweit erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zum Schutz einer Bergregion. Erstmals definierte man damit ein Berggebiet über die nationalen Grenzen hinweg als funktionale geographische Einheit und als ein vor gemeinsamen Herausforderungen stehender Kultur- und Wirtschaftsraum.
Wirkungsraum der Alpenkonvention
Alle Länder des Alpenraums sind in die Konvention eingebunden: Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Slowenien und die Schweiz . Die Alpenkonvention bezieht sich auf einen Raum, der 43 Regionen und 5800 Gemeinden umfasst und von rund 13 Millionen Menschen bewohnt wird.
Die Alpen schützen und nachhaltig entwickeln
Ziel des Übereinkommens sind der Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums. Konkrete Massnahmen zur Umsetzung der Ziele der Alpenkonvention finden sich in den Durchführungsprotokollen zu den Sachbereichen.
Die nationalen Delegationen der Mitgliedsländer beraten gemeinsam mit im Alpenraum tätigen Organisationen wie CIPRA (Internationale Alpenschutzkommission), ICAS (Interacademic Commission for Alpine Studies) oder SAB (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete) über alpenweit relevante Herausforderungen wie Klimawandel, Energieproduktion oder Transitverkehr. In ihrem Mehrjahresprogramm legt die Alpenkonvention thematische Schwerpunkte fest. Arbeitsgruppen erarbeiten zu diesen Schwerpunkten und weiteren Themen Umsetzungsmassnahmen und Handlungsempfehlungen beispielsweise für den Umgang mit Naturrisiken oder für den Betrieb von Kleinkraftwerken.
Die Rahmenkonvention der Alpenkonvention wurde zwischen 1994 und 1999 von allen Vertragsparteien ratifiziert. Die Mehrheit der Vertragsparteien hat seit 2002 alle Protokolle ratifiziert und in Kraft gesetzt, zwei Vertragsparteien haben mehrere Protokolle ratifiziert.
Politischer Prozess in der Schweiz
Die Schweiz hat die Rahmenkonvention, nicht aber die Durchführungsprotokolle ratifiziert. Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2001 die «Botschaft zur Ratifizierung der Protokolle der Alpenkonvention» zuhanden des Parlaments verabschiedet. Nach mehreren Jahren Beratung hat der Nationalrat am 29. September 2010 definitiv gegen eine Ratifizierung entschieden. Die Schweiz setzt die Protokolle allerdings faktisch bereits um: Die Themen der Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention liegen alle im Interesse der Schweiz, die Forderungen der Protokolle sind bereits in die Gesetzgebung eingeflossen.
Constructive Alps
Die Schweiz und Liechtenstein vergeben 2020 zum fünften Mal gemeinsam den internationalen Preis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen «Constructive Alps». Die Ausschreibung verantwortet das Bundesamt für Raumentwicklung ARE. Die Universität Liechtenstein unterstützt die international besetzte Jury bei der Prüfung der Eingaben. Das Alpine Museum der Schweiz in Bern konzipiert zu den rund 30 prämierten Gebäuden eine Wanderausstellung. Die besten Bauten werden als Beilage der Schweizer Architekturzeitschrift «Hochparterre» publiziert. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA unterstützt «Constructive Alps» organisatorisch.
Durchführungsprotokolle
Beilegung von Streitigkeiten (PDF, 20 kB, 09.12.2005)Das Protokoll «Streitbeilegung» regelt das Prozedere zur Lösung von Konflikten zwischen Vertragsparteien.
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