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OM inspiriert spezialisierte Missionen
OM ermutigte von Anfang an die Entwicklung neuer Organisationen. Einige waren kleine lokale Dienste, andere missionale Geschäftsunternehmen und wieder andere ganz neue Missionsbewegungen. OM förderte nationale Leiterschaft und war ein mutiger, visionärer Wegbereiter.
Schon seit den frühen 60er Jahren ist OM in Indien aktiv. Harte Arbeit, Opfer und Gebet führten zu einer grossen Bewegung von Gemeinden und den Aufbau verschiedenster Arbeitsbereiche. OM Indien wurde im Jahr 2012 eine unabhängige, gemeindebasierte Bewegung mit Gemeindebau, Grundschulbildung und ökonomischen Projekten unter dem Namen GS/OM India, Good Shepherd Church of India.
Eine Arbeit wurde international besonders bekannt: Die Arbeit unter den Dalits, den Unberührbaren im heutigen indischen Kastensystem. Noch bevor OM Indien eine eigene Organisation wurde, gründete ihr Leiter, Joseph D'souza, das Dalit Freedom Network (DFN), eine Organisation mit dem Ziel, den Unterdrückten eine Stimme zu geben. DFN will die Gräueltaten gegen die Dalits beenden und ihnen durch Bildung, Gesundheitsfürsorge und ökonomische Selbständigkeit zu den ihnen zustehenden Menschenrechten verhelfen.
Indigene Leiterschaft
In den 60er Jahren traf KP Yohannan, damals 16-jährig, in seiner Heimat-Gemeinde in Kerala, Südindien, einige OMer. Ihre Geschichten über die Not in ganz Indien motivierten ihn, in den folgenden sieben Jahren an OM-Sommereinsätzen teilzunehmen. Seine Reisen durch Indien überzeugten ihn von der Wichtigkeit der lokalen Leiterschaft.
„Eine dringliche, überwältigende Liebe für die Dorfbevölkerung Indiens und die von Armut geprägten Menschenmassen wuchs in mir über die Jahre. Leute gaben mir den Spitznamen Ghandi-Man, nach dem Vater des modernen Indiens, Mahatma Ghandi. Wie er realisierte ich, dass Dorfleute nur durch braunhäutige Einheimische, welche die Dorfbewohner lieben, für Jesus gewonnen werden können”, schrieb er in seinem Buch Revolution in World Mission über sein augenöffnendes Erlebnis mit den OM-Einsatzteams.
1974 zog Yohannan in die USA, um dort Theologie zu studieren. Er übernahm eine Pfarrstelle, vergass aber nie die Millionen in Asien, die keine Möglichkeit hatten, die Gute Nachricht zu hören. Nach vier Jahren kündigte er seine Pastorenstelle und gründete zusammen mit seiner deutschen Frau Gisela die Organisation, die heute unter dem Namen Gospel for Asia bekannt ist und nationale Mitarbeitende und lebendige Gemeinden in Südasien unterstützt.
Von Anfang an forderte KP Yohannan Gemeinden im Westen auf, ihr Bild von Missionaren anzupassen, informierte sie über die Arbeit in Asien und sammelte Geld für nationale Missionare. Gospel for Asia hat bis heute Tausende von Missionaren in Indien, Nepal, Sri Lanka, Myanmar, Bhutan und Bangladesch ausgebildet und befähigt, Teil der von Jesu Liebe veränderten Gesellschaft zu werden.
Spezialisten für Herz und Handwerk
Greg Livingstone organisierte die erste amerikanische Gruppe, um am OM-Sommereinsatz 1963 teilzunehmen. Danach diente er in vielen verschiedenen Ländern, inklusive Indien, Libanon und Kanada. Seine Leidenschaft war, den Muslimen die Gute Nachricht zu bringen und andere zu rekrutieren, dasselbe zu tun.
Nachdem er für zwanzig Jahre die Welt, zuerst für OM, dann für North African Mission (NAM) bereist hatte, spürte Livingstone das Verlangen, etwas Neues zu tun. Im Mai 1983 betete er zu Gott: „Wieso brauchen wir noch eine Missionsgesellschaft?” Er erhielt die Antwort: „Es gibt keine Organisation, die nur für Muslime da ist, mit ihnen lebt und ihnen ein Zeugnis ist.“ Eine neue Missionsgesellschaft mit dem Zweck, Jesus Muslimen näher zu bringen, Frontiers, wurde 1983 unter Gregs Leitung aufgebaut und ist heute Spezialist in der Arbeit mit Muslimen.
„Mehr als jeder andere hat mir George Verwer gezeigt, dass er an meine Fähigkeit glaubt. Er übertrug mir Aufgaben, denen ich absolut nicht gewachsen war, von denen er aber wusste, dass ich sie mit Gottes Hilfe ausführen konnte. Das war ein Arbeitsprinzip, das ich zu Frontiers mitnahm; auch ich liess meine Teamleiter Unmögliches tun”, schrieb Livingstone in seinem Buch You've got Libya über seine Beziehung und gemeinsame Geschichte mit dem OM-Gründer.
Heute hat Frontiers in Afrika und Asien 1300 Mitarbeitende. Ihre Aufgabe ist es, mit Liebe und Respekt, Muslime einzuladen, Jesus nachzufolgen. Frontiers ist eine Bewegung, die Gottes Liebe den am wenigsten Erreichten weitergeben möchte.
Tatu Kekkonen ist Journalist und kreativer Künstler aus Finnland. Er will durch seine Arbeit Seinen Schöpfer widerspiegeln.