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Berner Regierungspräsidentin 1995 – 1996
«Manchmal wünschte ich mir schon, dass da mehr Frauen wären, die in Frauenfragen sagen: ,Doch'!»
18. 3.1994, Der Bund, Bd. 145, Nr. 65, S. 33
Dori Schaer-Born (*1942) wird 1992 als Kandidatin der SP in den bernischen Regierungsrat gewählt und übernimmt die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion. Von 1995 bis 1996 ist sie die erste Regierungspräsidentin des Kantons Bern. Sie verteidigt ihren Sitz in der Regierung bis zu ihrem Rücktritt im Jahr 2002.
Dori Schaer-Born setzt sich gegen den Bau von AKWs ein und vertritt eine ökologische Politik. Trotz der knappen finanziellen Mittel kämpft sie für eine nachhaltige Energie- und Verkehrspolitik. Sie stellt die Weichen für die innovative Minergie-Strategie der 1990er Jahre und für die Berner S-Bahn. Aufgrund ihres erfolgreichen Engagements für die Lötschbergachse wird sie schweizweit bekannt. In der männerdominierten Direktion, der sie vorsteht, führt Dori Schaer-Born das Gleichstellungskonzept «PARTE» ein. Das Projekt fördert qualifizierte Teilzeitarbeit in der Kantonsverwaltung unter dem Leitsatz «Arbeit (ver)teilen und gewinnen».
Dori Schaer-Born tritt 1973 der SP bei und sitzt zwischen 1978 bis 1980 in der Geschäftsleitung der Kantonalpartei. Fünf Jahre später, von 1985 bis 1991, amtet sie als Gemeinderätin in Mühleberg. 1986 wird sie in den bernischen Grossen Rat gewählt, welchem sie bis 1992 angehört. Ab 1991 präsidiert sie die SP-Fraktion und kandidiert zudem für den Ständerat. Sie wird nicht gewählt, ist nun aber ein bekanntes Gesicht. Deshalb wird sie 1992 mit breiter Unterstützung der Partei als Kandidatin für den Regierungsrat aufgestellt.
Im Zuge ihrer politischen Karriere engagiert sich Dori Schaer-Born in verschiedenen Gremien. So präsidiert sie etwa das Betagtenzentrum Laupen, ist Vizepräsidentin der Stiftung Contact, Mitglied des Insel-Verwaltungsrates und Präsidentin der Prostituierten-Beratungsstelle Xenia. Nach ihrem Austritt aus dem Regierungsrat wirkt sie unter anderem als Zentralpräsidentin der Neuen Helvetischen Gesellschaft, als Präsidentin des Oekozentrums Langenbruck und als Vorstandsmitglied von CH2048. Von 2004 bis 2011 präsidiert sie die kantonale Fachkommission für Gleichstellungsfragen. Sie ist Mitglied des Beirates von EXIT.
Dori Schaer-Born kommt 1942 in einem bürgerlichen Elternhaus in Bern zur Welt. Sie absolviert eine Ausbildung zur Primarlehrerin und unterrichtet danach sieben Jahre lang, unter anderem an der Schweizerschule von Rio de Janeiro. 1966 heiratet sie und bringt zwei Kinder zur Welt. Sie schliesst zu dieser Zeit eine Zusatzausbildung für Schulmusik ab und sorgt für ihre Familie. 1980 lebt sie mit ihrer Familie zwei Jahre im burmesisch-thailändischen Grenzgebiet, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Baustellenschule betreut. 1988 stirbt der Ehemann von Dori Schaer-Born an Krebs.