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Unternehmen haben in diesem Jahr EZB-fähige Anleihen im Volumen von rund 108 Milliarden Euro begeben und damit mehr als die fällig werdenden Papiere in Höhe von rund 55 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf die niedrigen Fremdkapitalkosten und die Rückkehr der US-Emittenten zurückzuführen. Auf der Grundlage der von Bloomberg zusammengestellten Daten lag das EZB-fähige Gesamtuniversum somit bei etwas mehr als 1 Billion Euro. Generell kauft die EZB nur Euro-Anleihen mit Investment-Grade-Rating, die von Unternehmen ausserhalb des Bankensektors begeben wurden.
Jedoch hält die Zentralbank bereits 177,7 Milliarden Euro des in Frage kommenden Universums, ein Wert, der sich seit dem Ende der Netto-Aktiva-Käufe im vergangenen Jahr aufgrund der Wiederanlage von fällig werdenden Papieren kaum verändert hat. Die Notenbank beschränkt Käufe auch auf höchstens 70% pro Emission. Angesichts des Mangels an verfügbaren alternativen Anlagen - Anleihen weltweit im Volumen von 13,4 Billionen Dollar weisen eine negative Rendite auf - könnte ihre Fähigkeit zu kaufen durch die Abneigung der Anleihegläubiger zu verkaufen weiter eingeschränkt werden.
Die EZB kann nach einer Schätzung von BNP Paribas jeden Monat Unternehmensanleihen im Wert von 3,5 bis 4,8 Milliarden Euro kaufen, was 50% bis 67% des Nettoangebotvolumens entspricht, wenn sie die Nettokäufe wieder aufnimmt. EZB-Präsident Mario Draghi hat im vergangenen Monat in einer Rede in Sintra, Portugal, Erwartungen bezüglich einer möglichen Wiederaufnahme geweckt, als er sagte, dass zusätzliche Impulse erforderlich seien, wenn die Aussichten für Wachstum und Inflation sich nicht verbessern.
Meiste Schuldverschreibungen von deutschen und französischen Emittenten
In diesem Jahr hat die Notenbank nur 29 von 161 neuen in Frage kommenden Schuldverschreibungen erworben. Die gekauften Schuldverschreibungen haben ein ausstehendes Volumen von 21 Milliarden Euro, was knapp 20% des Gesamtvolumens der begebenen, in Frage kommenden Wertpapiere entspricht.
Deutsche und französische Emittenten haben in diesem Jahr mit einem Gesamtvolumen von 66 Milliarden Euro die meisten der neuen EZB-fähigen Schuldverschreibungen an den Markt gebracht. US-amerikanische Emittenten haben 16 Milliarden Euro aufgenommen. Die EZB kann Schuldverschreibungen von Unternehmen, die nicht zur Eurozone gehören, kaufen, sofern diese über eine lokale Tochtergesellschaft begeben werden. Zum Beispiel Papiere, die im letzten Monat vom Traktorenhersteller Deere & Co. aus Illinois begeben wurden, kommen in Frage für Käufe, da sie von einer Luxemburger Sparte an den Markt gebracht wurden.
Etwa die Hälfte der in diesem Jahr begebenen neuen EZB-fähigen Anleihen wurde von zyklischen oder nicht zyklischen Unternehmen aus dem Konsumsektor begeben. Die Automobilhersteller und ihre Zulieferer waren führend im zyklischen Sektor, darunter Anleihen der Volkswagen AG und der Schaeffler AG.
Die Laufzeit der neuen EZB-fähigen Schuldverschreibungen beträgt in diesem Jahr bis zu 30 Jahre. Die EZB kauft Unternehmensanleihen mit Laufzeiten zwischen sechs Monaten und 31 Jahren.
(Bloomberg)