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Planung, Bau und Inbetriebnahme
Die grundsätzlichen Abklärungen über die Eignung des Standortes gehen auf das Jahr 1966 zurück. Im Mai 1969 wurde ein Studienkonsortium gegründet, das die Vorprojektierung an die Hand nahm. Umfassende geologische, seismische, ökologische und meteorologische Untersuchungen gingen dem Standortentscheid voraus. 1970 stellte das Konsortium ein Gesuch zum Bau eines Kernkraftwerks mit Flusswasserkühlung. Um die Wärmebelastung der Aare und des Rheins gering zu halten, entschied der Bundesrat im März 1971, für künftige Kernkraftwerke nur noch Umlaufkühlung zuzulassen. Dies verlangte eine Umprojektierung von der geplanten Flusswasserkühlung auf Kühlturmbetrieb.
Im Oktober 1972 erteilte das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement die Standortbewilligung. Bis Anfang 1973 erfolgten die Genehmigungen des Zonenplans durch die Gemeinden Däniken und Gretzenbach sowie die notwendigen wasserrechtlichen Konzessionen und Bewilligungen durch den Regierungsrat des Kantons Solothurn. Im Februar 1973 wurde die Betriebsgesellschaft Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG gegründet und der Baubeschluss gefällt.
Das KKG übertrug die schlüsselfertige Erstellung des Kraftwerkblocks mit Druckwasserreaktor der Kraftwerk Union AG, Mülheim, der heutigen Areva NP. Mit den Erschliessungsarbeiten und übrigen Projektierungs- und Bauleitungsaufgaben wurde die ehemalige Motor-Columbus Ingenieurunternehmungen AG beauftragt. Bereits im Sommer 1973 wurde das Baugelände erschlossen. Dann folgten Humusabtrag, Planierung und Grundwasserabsenkung, bevor Mitte Dezember desselben Jahres mit dem Betonieren der Fundamente für das Reaktorgebäude begonnen werden konnte.
Die erste sich selbst erhaltende Kettenreaktion wurde am 19. Januar 1979 eingeleitet. Am 6. Februar 1979 gab das erste Schweizer Kernkraftwerk der 1000-Megawatt-Klasse erstmals Energie an das schweizerische Verbundnetz ab. Aufgrund eines Störfalls im amerikanischen Werk Three Mile Island bei Harrisburg verzögerten sich jedoch die Inbetriebnahmeversuche durch eine vom Bundesrat angeordnete Überprüfung der Sicherheitssysteme und Betriebsvorschriften. Nach erfolgreichem Abschluss der Inbetriebnahmeversuche ging das KKG im November 1979 mit einer elektrischen Bruttoleistung von 970 Megawatt in den Normalbetrieb über. Am 20. Dezember wurde die Prozessdampflieferung an eine Kartonfabrik in Niedergösgen aufgenommen. Es handelte sich bei dieser Dampflieferung um die grösste derartige Wärmeabgabe aus einem europäischen Kraftwerk.