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Achille Castiglioni (1918 - 2002) ist der Urvater des italienischen Designs: Inspiriert von alltäglichen Dingen nutzt er gewöhnliche bis simple Materialien, um Neues zu schaffen. Stets nutzt er so wenig wie möglich Material, um etwas mit größten Effekt zu kreieren. Nicht immer verstehen Außenstehende die Genialität im Design, wenn er zum Beispiel Marcel Duchamps »Readymade«-Kunstauffassung folgend anlässlich der XI. Mailänder Triennale 1957 einen gewöhnlichen Traktorsessel mit einer Flügelmutter an einem freischwingenden Bandstahlbogen befestigt und als neuen »Mezzadro« Hocker , übersetzt Pächter, präsentiert.
Nach dem Architektur-Studium an der Polytechnischen Universität Mailand gründet Achille Castiglioni 1944 zusammen mit seinen Brüdern Livio (1911-1979) und Pier Giacomo (1913–1968) ein Designstudio, das Livio allerdings schon 1952 verlässt. Gemäß ihrem Leitspruch »Starte von Grund auf, behalte Bodenhaftung, halte deine Ziele und Ansprüche im Visier« gestalten die Brüder zwar ein schlichtes, sachliches Design, aber häufig in überraschender Komposition. 1955 gewinnen die Designer mit der Luminato Stehleuchte, ein Deckenfluter auf Stativgestell, den ersten »Compasso d`Or« Designpreis. Über die Jahre ihrer überaus kreativen Schaffenszeit sammeln die Designer acht weitere »Compasso d`Or« Auszeichnungen für Möbel und Leuchten, den letzten erhält Achille Castiglioni für sein Lebenswerk 1989.
Trotz seines erfolgreichen Designstudios ist es Achille Castiglioni immens wichtig, italienisches Design zu fördern. Zusammen mit einer Vielzahl bekannter Designer, darunter auch Anna Castelli Ferrieri, gründet er die »Associazione per il Disegno Industriale«, kurz ADI genannt. Durch seine stetige Lehrtätigkeit wird er 1969 zum Professor für »Artistic Industrial Design« ernannt; er sitzt der Architektur-Fakultät in Turin bis 1980 vor und lehrt bis 1993 als Professor Industriedesign an der berühmten Polytechnischen Universität in Mailand. Dass Achille Castiglioni mehrere Auszeichnungen und Designpreise für seine Möbel und Leuchten gewonnen hat, sprengt hier den Rahmen, aber dass der Herr Design-Professor stets an seinem minimalistischen Grundprinzip festhielt, bestätigt auch der Scrittarello Schreibtisch, den De Padova wieder neu auflegt.