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Verlag der Missions-Buchhandlung, Basel, 1903
Farblithografi e, Buchdruck, Papier
H. 40,8 cm, L. 50,8 cm
Inv. 2007.40.
Getreu dem Bibelwort «Darum gehet hin, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was Ich euch befohlen habe» (Matth. 28, 20) nahm die Basler Mission im Jahr 1815 ihre Tätigkeit auf. Die internationalen Kontakte der pietistischen Elite Basels sowie das dazugehörige Seminar, das in regem Austausch mit anderen Missionen stand, führten zu einer raschen Erstarkung der Institution. Zur Hauptsache wirkte die Mission in Ghana (seit 1828), Südwestindien (seit 1834), Südchina (seit 1847), Kamerun (seit 1885), Sabah (heute Malaysia, seit ca. 1900) und Indonesien (seit den 1920er Jahren). Die angehenden Missionare erhielten im Missionsseminar eine fundierte theologische Ausbildung, bevor sie zu ihrem jeweiligen Einsatzort in Übersee aufbrachen. Nicht selten reichte ihr Wirkungsfeld weit über die missionarische Tätigkeit hinaus, so dass von ihnen teilweise wichtige Impulse in den Bereichen des Handwerks, der Landwirtschaft, des Bildungswesens und der einheimischen Sprachen ausgingen.
Ein bekannter Exponent der Basler Mission war Johannes Hesse (1847–1916), der Vater des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse, der von 1869 bis 1873 in Indien missionierte.
Die Missions-Weltkarte aus dem Jahr 1903 stellt ein aufschlussreiches Zeitzeugnis dar, indem sie zum einen den Wirkungskreis der Basler Institution illustriert und zum anderen das Selbstverständnis zeigt, mit dem diese damals in verschiedensten Kulturkreisen aktiv war. Die Weltkarte ist im altertümlichen, seit dem späten 16. Jahrhundert gebräuchlichen stereografi schen Schema gestaltet, bei dem die Kontinente auf zwei Kreise projiziert sind. Die Bildlegende erläutert die Farbgebung: In kräftigem Rosa sind die Gebiete mit protestantischer Bevölkerung angegeben, in Hellrosa erscheinen jene mit römisch-katholischen Gläubigen, fliederfarben sind die griechisch-orthodoxen und weiss die muslimischen Gebiete gekennzeichnet. Jene Regionen, die von «Heiden» bewohnt werden, sind schwarz ausgefüllt; dort liegen die Aufgaben- und Einsatzgebiete der christlichen Missionare, ersichtlich an einer Konzentration von Missionsstationen. «Die Missions-Niederlassungen sind durch rote Punkte angegeben; die Namen derjenigen der Baseler Gesellschaft rot unterstrichen», heisst es in der Erläuterung.
Sechs Bildfelder rahmen die Weltkarte. «Komm herüber und hilf uns!», lautet die Unterschrift der mittleren Darstellung im oberen Bildstreifen, die einen fl ehenden Schwarzafrikaner mit seiner Familie am Strand zeigt. Darunter prangt das stattliche Basler Missionshaus, erbaut von Johann Jakob Stehlin (1826 –1894) in den Jahren 1858 – 1960. In den vier Eckfeldern sind Rituale aus jenen Gegenden (China, Goldküste/Westafrika, Indien, Kamerun) abgebildet, wo die intensivste Missionstätigkeit ausgeübt wurde. Welche Rolle der weisshäutige Missionar im rechten oberen Feld beim Verabreichen des Gifttranks spielt, erschliesst sich allerdings nicht.