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Die Bank der Zürcherinnen und Zürcher ist nicht eine Aktiengesellschaft, sondern eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons. Übrigens untersteht sie direkt dem Kantonsrat (Parlament) – und nicht dem Regierungsrat. Seit ihrer Gründung 1870 wählt das Parlament die Bankräte, die die Oberleitung innehaben. Heute ist dies ein 13-köpfiges Kollegium.
An der Spitze der Bank
Männer und einige Frauen setzen die obersten Leitplanken des Bankgeschäfts im Auftrag der Zürcherinnen und Zürcher. 172 Bankräte wirkten im Verlauf der 150-jährigen Geschichte der Bank an der anfangs operativen und heute strategischen Leitung der Bank mit, ernannt vom Parlament.
Das grosse Ganze im Auge behalten
In den ersten Jahrzehnten des Bestehens der Bank, als der Geschäftsumfang noch klein war, leitete der Bankrat selbst die Geschäfte – entsprechend den Entscheiden des Kantonsrats. Er stellte die Mitarbeitenden an, legte ihre Löhne fest und entschied über die Geschäftsräumlichkeiten. Ebenso bestimmte er die Tarife und die Zinssätze im Bankgeschäft.
Anfangs war also der Bankrat für die operative Leitung zuständig. Seit der Unterstellung der Bank unter die Aufsicht der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) bzw. der Finanzmarktaufsicht (FINMA) im Jahr 1997 mit der gleichzeitigen Anpassung des Kantonalbankgesetzes entsprechen seine Aufgaben und Verantwortungen denjenigen eines aktienrechtlichen Verwaltungsrats: «Die Oberleitung der Bank, insbesondere die Festlegung von Grundsätzen für die Unternehmenspolitik, des Leitbilds, der Geschäftsstrategie, der Organisation der Bank sowie die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen.»
Im Weiteren ist der Bankrat u. a. verantwortlich für
- die Ernennung und Abberufung der Geschäftsleitung, des Leiters Audit, ihrer Stellvertretungen sowie der Geschäftsstellenleiter
- die Errichtung und Aufhebung von Geschäftsstellen sowie die Gründung, den Erwerb und die Veräusserung von Tochtergesellschaften und Beteiligungen
- die Genehmigung des Budgets und der Jahresplanung
- die Verabschiedung von Geschäftsbericht und Jahresrechnung zu Handen des Kantonsrats
Für vorbereitende Tätigkeiten bestehen Ausschüsse:
- der Prüfausschuss
- der Risikoausschuss
- der Entschädigungs- und Personalausschuss
- der IT-Ausschuss
Bankratssaal, 1939.
Aktueller Bankratssaal.
Informationsfilm zu Corporate Governance in der Zürcher Kantonalbank.
Die Leitung der Leitung: das Präsidium
Drei vom Kantonsparlament speziell gewählte Bankräte bilden als gesetzlich eigenes Organ den Vorstand des Bankrats (das Bankpräsidium, früher Bankkommission), bestehend aus dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten. Sie nehmen seit 1942 ihre Aufgaben hauptberuflich wahr. Diese Bankkommission war anfänglich für das Tagesgeschäft zuständig. Das heisst, sie prüfte jede einzelne Kreditanfrage, durfte dem Personal längeren (mehr als zwei Tage dauernden) Urlaub geben (ab 1886) und überwachte die Bankdirektoren in der Umsetzung der bankrätlichen Entscheide. 1942 wurden die Zuständigkeiten des Bankpräsidiums umfangreicher. Sie umfassten nun auch kleinere Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Kredite bis zu einem bestimmten Betrag, kleinere Verluste und weitergehende Personalangelegenheiten, Gewährung von Ferien sowie Kontrollaufgaben. Grössere Geschäfte waren dem Bankrat vorzulegen. So steht es im Geschäftsreglement.
Heute übt das Bankpräsidium die unmittelbare Aufsicht über die Geschäftsführung aus. Es hat u. a. eine eigene Kreditkompetenz, entscheidet bei bedeutenden Immobiliengeschäften, Geschäften mit besonderen Risiken oder Auswirkungen auf die Reputation, Rechtsfällen, Abschreibungen und Verlusten sowie über die Unterstützung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Institutionen im Rahmen des Leistungsauftrags.
Titelbild: Bankrat, 2019.