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Washington - Fünf Monate nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko wird das monatelang lecke Bohrloch endgültig versiegelt. BP-Ingenieure begannen am Freitag (Ortszeit) mit dem vollständigen Verschluss der Quelle.
Der Sonderbeauftragte der Regierung, Thad Allen, hoffte, noch am Samstag (Ortszeit) das Ende der Arbeiten bekanntgeben zu können. "Wir erwarten, dass die Quelle an diesem Samstag vollständig versiegelt ist", teilte auch der britische Ölkonzern BP mit.
Nach Fertigstellung der Entlastungsbohrung wurde in 4000 Metern unter dem Meeresboden erster Zement in die beschädigte Steigleitung der Quelle eingepumpt, wie ein BP-Sprecher sagte.
Ursprünglich sollte das als "Bottom Kill" bezeichnete Manöver bereits Mitte August beginnen. Es hatte sich jedoch wegen nötig gewordener Untersuchungen zur Wirksamkeit der Methode verzögert.
Die Versiegelung der Steigleitung folgt auf den Verschluss der abgerissenen Leitung über dem Meeresboden, in die von oben ebenfalls Zement und Schlamm hingepumpt worden war.
Schwere Schäden
Mit dieser als "static kill" bezeichneten Aktion war es den Ingenieuren der Betreibergesellschaft BP Anfang August gelungen, das Bohrloch am oberen Ende zu verschliessen. Dies galt aber nicht als dauerhafte Lösung.
Der Ölfluss konnte bereits Mitte Juli mit einer Abdeckhaube gestoppt werden. Bis dahin waren allerdings bereits rund fünf Millionen Barrel Öl in den Golf von Mexiko geströmt.
Die lecke Quelle verursachte die folgenschwerste Ölpest in der US-Geschichte. Nach Angaben der Regierung sind noch immer rund 900 Kilometer Küste verschmutzt, der grösste Teil sei aber lediglich leicht verschmutzt.
Öl am Meeresboden
Unabhängige Wissenschafter weisen allerdings darauf hin, dass sich das Öl auch in den Tiefen des Ozeans ausgebreitet habe und streckenweise den Meeresboden bedecke. Die Fischerei- und Tourismusindustrie in der Region erlitt schweren Schaden.
Bei der Explosion der "Deepwater Horizon" waren am 20. April elf Arbeiter ums Leben gekommen. Die Steigleitung der Quelle wurde bei dem Unglück schwer beschädigt. Ein Schutzmechanismus, der bei solchen Unfällen eigentlich automatisch den Ölstrom unterbrechen soll, hatte versagt.
SDA-ATS