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Erfolgreich mit «Super Stocks»
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Dieter Haas
Das in den 80er-Jahren vom Amerikaner Ken Fisher publizierte Buch «Super Stocks» erwies sich für viele Anleger als Goldgrube. Seine damals publizierten Ideen funktionieren auch heute noch.
Überdurchschnittlich erfolgreiche Investoren erfreuen sich einer grossen Anhängerschaft. Ihre Wertschätzung verdanken sie ihrem Erfolg. Einige unter ihnen haben die Kriterien, auf die sie sich stützen, niedergeschrieben und veröffent-licht. Dazu zählt auch Ken Fisher. In seinem Buch «Super Stocks», erstmals erschienen im Jahre 1984, erläutert der äusserst erfolgreiche Investor, auf welchem Wege er versteckte Perlen auffindet, die vom Markt als Ladenhüter angesehen werden. Seine damaligen Ideen hat er seither zwar verfeinert u.a. durch Elemente aus der Verhaltensökonomie. Die relativ simplen Tipps in seinem ersten Erfolgswerk funktionieren jedoch nach wie vor, wie ein praktisches Beispiel für die Aktienmärkte USA (S&P 500) und Europa (STOXX 600) am Ende des Artikels zeigen wird.
Zentrales Kriterium
Die Preisbewertung ist das A und O. Dabei setzt Ken Fisher nicht auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sondern auf das Kurs-Umsatz-Verhältnis (Price-Sales-Ratio: PSR) als Schlüsselgrösse. Gemessen wird es über eine Division der Börsenkapitalisierung, geteilt durch den Nettoumsatz der letzten 12 Monate. PSR hat den Vorteil, dass es wesentlich stabiler ist als andere Kriterien. Der Investor nennt in seinem Buch drei PSR-Regeln mit denen Anleger ihr Geld in drei bis fünf Jahren um das Drei- bis Zehn-fache vermehren können:
• Regel 1: Vermeiden Sie Aktien, deren PSR grösser als 1.5 beträgt und lassen Sie unbedingt die Finger von Werten mit einer PSR über 3.
• Regel 2: Suchen Sie Aktien mit einer PSR von weniger als 0.75 und halten sie diese langfristig.
• Regel 3: Verkaufen Sie solche Super Aktien, wenn ihre PSR auf Werte zwi-schen 3 und 6 ansteigen. Am besten ver-äussern sie sie bereits bei einer PSR um 3.
In seinen Analysen stellte Ken Fisher fest, dass der PSR bei sehr grossen Gesellschaften niedriger ist als bei vergleichbaren klei-neren Unternehmen. Die Anzahl der Aktien mit tiefem PSR ist auch ein Fingerzeig für die allgemeinen Perspektiven einer Börse. Lassen sich keine oder fast keine Gesellschaften mit genügend niedrigem PSR auffinden, dann sollte man keine Aktien kaufen.
Verbreitung des Datenuniversums
Zur Vermeidung von Fehlern ist es sinnvoll, weitere Bewertungskriterien heranzuziehen. Ein geeignetes Kriterium zur Absicherung der Aussagen des PSR ist das Verhältnis Kurs zu den Forschungsausgaben. Das Price Research Ratio (PRR) kann helfen, blinde Flecken in der Verwendung des PSR zu vermeiden. Berechnet wird es durch die Division der Börsenkapitalisierung einer Aktie geteilt durch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der letzten 12 Monate. Für die Suche nach der Super-Aktie sollten dabei die folgenden zwei Regeln eingehalten werden:
• Regel 1: Kaufe nie eine Aktie, deren PRR über 15 notiert.
• Regel 2: Konzentrieren Sie die Suche nach der Super Aktie auf PPRs zwischen 5 und 10.
Der Miteinbezug von PRR hilft beim Auffinden einer Super Aktie, wenn diese, gemessen am PSR, eher hoch bewertet erscheint.
Weitere Merkmale
Eine Super-Gesellschaft befindet sich in einem Geschäftsfeld, in dem ein internes Wachstum mit Zuwachsraten von real mindestens 15% per annum möglich ist. Als zentrale Voraussetzung nennt Ken Fisher fünf Eckpfeiler:
• Wachstumsorientiertheit,
• ausgezeichnete Marketing-Kompetenz
• Konkurrenzvorteile (bspw. Produzent mit den niedrigsten Kosten),
• überdurchschnittliche Gesellschaftskultur sowie
• hervorragende Finanzkontrollsysteme
Adaptierung in der Praxis
Mit Hilfe des Finanzdienstleisters Bloomberg können die Erkenntnisse adaptiert und umgesetzt werden. Als Anlageuniversum wählen wir für das nachstehende Beispiel die Titel des US-amerikanischen S&P 500 sowie diejenigen des europä-ischen STOXX 600, jeweils ohne Finanz-werte. Aus den insgesamt 921 Titeln und der Anwendung verschiedener Regeln (Wachstum, Verschuldungsgrad, PRR und PSR) resultierten am Stichtag, dem 5. Dezember, 22 Titel. Aus diesen wurden die zwölf Gesellschaften mit der niedrigsten Börsenkapitalisierung aus-gewählt. Damit soll der Small-Cap-Effekt bewusst betont werden. Bekanntlich entwickeln sich die Aktien von kleineren Gesellschaften, langfristig betrachtet, besser als diejenigen der Blue Chips. In der Endauswahl befanden sich am Stichtag die folgenden Aktien: Logitech, Dialog Semiconductors, Vestas, Tripadvisor, Qorvo, Saab, Solvay, Evonik, Getinge, Expedia, Arkema und Elekta. In einem Backtesting seit Ende November 2000 wurde das Konzept überprüft. Die jährlich jeweils Ende November selektierten Titel flossen zu Beginn jeweils gleichgewichtet in das Portfolio ein. Das führte in CHF zu einer eindrücklichen Outperformance, bei einer vergleichsweise niedrigen jährlichen Umschlagshäufigkeit von rund 50%. Wie die Grafik zeigt, funktioniert das Prinzip vor allem in Haussen hervorragend, während es in Baissen tendenziell etwas stärker zur Schwäche neigte als der von uns gewählte Vergleichsmassstab Swiss Performance Index.
«Suchen Sie Aktien mit einem PSR von weniger als 0.75 und halten sie diese langfristig.»
Solides Konzept – auch heute noch
Auch wenn die im Buch «Super Stocks» vorgestellten Kriterien inzwischen gemäss ihrem Autor schon etwas zu stark vom Publikum genutzt werden, scheinen sie nach wie vor zu funktionieren. Ken Fisher konnte seine Ideen auf alle Fälle gewinnbringend umsetzen. Seit Jahren befi ndet er sich in der Forbes-400-Liste der reichsten Leute Amerikas. Zuletzt belegte er Platz 200. Falls Sie das adaptierte Guru-Konzept von Ken Fisher in Form eines Tracker-Zertifikates (AMC) umsetzen möchten, stellt ihnen Derivative Partners gerne seine Dienste als Berater zur Verfügung.
«Konzentrieren Sie die Suche nach der Super-Aktie auf PRRs zwischen 5 und 10.»