Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03249.jsonl.gz/1027

Dummerweise ist das Wachstum gegenwärtig flinker als der blaue Riese. Ausgerechnet in den "Wachstumsmärkten" schneidet IBM schlecht ab.
IBM konnte im abgelaufenen dritten Quartal seinen Reingewinn im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar steigern. Gleichzeitig fiel allerdings der Gesamtumsatz des Technoriesen um 4 Prozent auf 23,7 Milliarden Dollar. Für einmal wog dies in den Augen von Analysten und Investoren schwerer als die Margensteigerung. Dies liegt unter anderem daran, dass die IBM-Führung in den letzten beiden Jahren regelmässig Wachstum in Aussicht gestellt hatte, und dieses aber ebenso regelmässig ausblieb. Das dritte Quartal 2013 ist nun das sechste Quartal in Folge, in dem der Umsatz des blauen Riesen leicht sank.
Sauer aufgestossen ist den Investoren insbesondere IBMs Misserfolg in den "emerging Markets", den grossen Hoffnungsträgern sämtlicher IT-Konzerne. IBMs Umsatz sank in den "Wachstumsmärkten" insgesamt um 9 Prozent. In den wichtigen Märkten Brasilien, Indien, China und Russland schrumpfte IBMs Umsatz im dritten Quartal sogar um 15 Prozent. In der vor allem von den "alten" Märkten Westeuropas geprägten Region Europa Europa, Naher Osten und Afrika konnte IBM den Umsatz dagegen im Jahresvergleich leicht steigern.
IBMler, die in Bereichen arbeiten, die nicht nach den Vorstellungen der IBM-Führung abschnitten, dürfen sich wohl zumindest auf eine weitere Standpauke der Chefin
gefasst machen. IBMs CEO Ginny Rometty versprach in ihren Kommentaren "Massnahmen" zu ergreifen, um die Geschäfte in den Wachstumsländern und auch in Hardwarebereichen, welche die Erwartungen nicht erfüllen, anzukurbeln.
Hardware: Nur die Mainframes florieren
Von den grossen Geschäftsbereichen IBMs konnte nur die Softwareabteilung ein kleines Umsatzwachstum verzeichnen. Dafür war vor allem der Middlewarebereich (WebSphere, Information Management, Tivoli, Social Workforce Solutions, Rational) verantwortlich, der ein Umsatzplus von 3 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar verzeichnete.
Im Dienstleistungsgeschäft realisierte sich das von Analysten erhoffte leichte Wachstum dagegen nicht. Während Global Business Services den Umsatz ganz leicht steigern konnte, sank er im Bereich Global Technology Services. Der Gewinn stieg dagegen in beiden Bereichen.
Am harzigesten liefen IBMs Geschäfte auch im dritten Quartal im "Systems and Technology"-Segment. Die Ausnahme waren nur die "System z"-Mainframes, die für sechs Prozent mehr Umsatz sorgten als vor einem Jahr. Der Umsatz mit "System x"-Servern (x86-Server) sank dagegen um 18 Prozent, der Umsatz mit "Power Systems (Unix und das "I"-Betriebssystem) sogar um happige 38 Prozent. (hjm)