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Ein Teil der Luft, welche morgen Dienstag die Schweiz erreicht, befand sich vor wenigen Tage noch über dem Nordpol. Trotzdem bleibt es mit Höchstwerten um 25 Grad warm. Wie ist das möglich?
Wetter
Ein Teil der Luft, welche morgen Dienstag die Schweiz erreicht, befand sich vor wenigen Tage noch über dem Nordpol. Trotzdem bleibt es mit Höchstwerten um 25 Grad warm. Wie ist das möglich?
Basierend auf den Strömungsfeldern von numerischen Wettermodellen kann man Trajektorien berechnen. Trajektorien sind Pfade, welche virtuelle Luftpakete in einer gewissen Zeit zurücklegen. Man kann sich alternativ den Weg eines Ballons vorstellen, welcher mit den Winden durch die Atmosphäre transportiert wird.
Folgende Grafik zeigt den Weg potentieller Luftpakete, welche auf einer Höhe von etwa 1500 Metern (850 hPa) am Dienstag um 17 Uhr Zürich erreichen. Die Grafik zeigt die zurückgelegte Strecke in 6 Tagen (die Rauten auf dem fett eingezeichneten Pfad sind im Abstand von 6 Stunden eingezeichnet).
Den Berechnungen nach befanden sich die Luftpakete vor rund 6 Tagen zum Teil noch über dem Nordpol. Doch wieso bleibt es trotz der Luft polaren Ursprungs erreichen die Höchstwerte weiterhin 25 Grad? – Die Antwort dafür finden wir in der Vertikalen:
Die Abbildung zeigt, dass die Luftpakete auf dem Weg zu uns kontinuierlich absinken. Dieser Vorgang wird in der Meteorologie als Subsidenz bezeichnet. Mit dem Absinken geraten die Luftpakete unter höheren Druck. Damit wird die Luft zusammengedrückt und erwärmt sich in der Folge adiabatisch um ca. 1 Grad pro 100 Meter Höhendifferenz erwärmt.
Zusammen mit der strahlungsbedingten Erwärmung vor Ort kann es so trotz Luft polaren Ursprungs durchaus zu Sommertagen kommen.
Neben der Erwärmung wird die Luft mit dem Absinken, relativ gesehen, auch abgetrocknet. Der Taupunkt liegt morgen Dienstag im Mittelland nur noch wenige Grad über 0 Grad, was für die Jahreszeit sehr tief ist. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht am Nachmittag Werte zwischen 20-30%. Damit verstärkt sich der Kontrast gegenüber der Alpensüdseite, wo gleichzeitig aus Süden feuchtwarme Mittelmeerluft zu den Alpen geführt wird.
Mit entsprechenden Folgen aufs Wetter: Während im Mittelland morgen Dienstag kaum ein Wölkchen zu finden sein wird, bleibt im Süden häufig bewölkt mit gelegentlichen Schauern oder Gewittern.