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Folgen die unterschiedlichen Beziehungen, die in Eheverträgen, Testamenten, Hausgesetzen oder Policeyordnungen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit geregelt wurden, einer gemeinsamen Logik? Und kann man diese Logik als „Verrechtlichung“ bezeichnen?
Die Geschichtswissenschaft hat sich traditionell auf langfristige Prozesse der „Verrechtlichung“ wie die Verstaatlichung, Sozialdisziplinierung etc. konzentriert. Erst in den letzten Jahren sind Ansätze entstanden, die den Zusammenhang von persönlichen Beziehungen mit Recht und „Staat“ auf der Mikroebene in den Blick nehmen. Der Workshop interessiert sich in Anknüpfung an diese Forschungen zu sozialen Beziehungen dafür, in welchem Zusammenhang und warum es in konkreten Fällen (d.h. in der Praxis) zur Verrechtlichung kam, ob Legitimität eine Form von Vertrag brauchte und ob es dafür einer Form von Schriftlichkeit bedurfte. Grundlegend ist dabei die These, dass „Verrechtlichung“ kein Prozess ist, der allein von „oben“ angestoßen und durchgesetzt wurde. Diese offenen Fragen und Probleme sollen anhand von aktueller Literatur und ausgewählten Quellen in fünf thematischen Sektionen diskutiert werden: Staat, Verwandtschaft, Ehe und Korruption.