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Okay, der Titel ist insofern etwas übertrieben, weil die Zahlen allgemein bekannt sind oder sagen wir: bekannt sein müssten.
Würde denn der Bundesrat endlich mal die Fakten auf den Tisch legen.
Aber wer will schon mitdenkende Bürger, die aufgrund von Fakten sich so ihre eigenen Gedanken machen und dann selbst entscheiden wollen.
Direkte Demokratie und so.
Die Europäische Union hat ein was-wäre-wenn-Papier zum Rahmenabkommen veröffentlicht: What if there is no Institutional Framwork Agreement (IFA)?
Wichtigster Eingangssatz:
Without the Institutional Framework Agreement, no new agreements with Switzerland will be concluded and the existing agreements may not be updated.
Ich meine: Wenn die Schweizer wüssten, worüber unsere Politiker NICHT mit ihnen reden, nicht auszudenken…
Der Einstieg bringt zunächst einmal unbestreitbare Zahlen:
Eckdaten
– Mehr als 1,4 Millionen EU-Bürger lebten im Jahr 2020 in der Schweiz. Rund 400.000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger lebten 2020 in der EU.
– Die Schweizer Bürger mit Wohnsitz in der EU repräsentieren etwa 4,6% der Schweizer Gesamtbevölkerung (8,6 Millionen), während die EU-Bürger mit Wohnsitz in der Schweiz 0,3% der Bevölkerung (448 Millionen) ausmachen.
– 19% der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Schweiz haben die EU-Staatsbürgerschaft.
– 37% der Schweizer Einwohner über 15 Jahre haben einen nicht-schweizerischen Hintergrund, in der grossen Mehrheit aus einem EU-Land.
– Es gibt rund 344.000 ausländische Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten. Sie tragen wesentlich zur hohen Wirtschaftsleistung der Regionen um den Genfersee, der Nordschweiz und des Tessins bei. Zwei Drittel der Grenzgänger arbeiten in den Dienstleistungssektoren.
– 37,4 % der in der Schweiz tätigen Ärzte kommen im Jahr 2020 aus dem Ausland (oder haben ein ausländisches Diplom), davon arbeiten 34,5 % in der Privatpraxis und 40,5 % in Krankenhäusern. Die Mehrheit der ausländischen Mediziner kommt aus Deutschland (52,6 %), gefolgt von Italien (9,1 %), Frankreich (7,1 %) und Österreich (6 %).
– Diese Tendenzen sind steigend: Schweizer Haushalte und Unternehmen verlassen sich immer mehr auf die Entsendung von Dienstleistern aus den Nachbarländern. Das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe machen zusammen etwa zwei Drittel der Entsendungen aus.
– Die Gastronomie ist die Branche, die am stärksten von Nicht-Schweizern abhängig ist. Rund 45% der Arbeitnehmer in diesem Sektor haben nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft. Andere Sektoren, in denen Nicht-Schweizer eine bemerkenswert große Gruppe bilden, sind das Baugewerbe (35%), das verarbeitende Gewerbe (30%) und der Bereich Information und Kommunikation (30%).
Daran wird sich nie mehr etwas ändern. Ausser die Schweiz stürzt wirtschaftlich derart ab, dass alle, die können, gehen.
Auch Schweizerinnen und Schweizer.
Kommentare
Pedro Helfenfinger meint
Eben rief ein Älpler der Nachbarsalp mir auf meine Alp rüber:
Bundesrat hat Rahmenabkommen begraben.
Hier. Heute. Jetzt.
Wollte es nun sofort auch nach Arlese runterrufen.
gotte meint
die bundesräte tragen jetzt ihre tagträume an der PK vor. und man kann schon jetzt an den nachfragen der schurnis hören, wie jetzt das narrativ wechselt – wer das abkommen soeben noch in sumpf und boden geschrieben hat, markige sprüche von mehr selbstvertrauen und auf den putz hauen gedruckt hat, wird ab heute das lager wechseln und auf den BR eindreschen und ihm die schlimmen folgen unter die nase halten. es ist zum heulen – wie von historiker maissen kürzlich zu napoleon festgehalten: die schweiz hat es in ihrer geschichte noch nie geschafft, ihre zukunft selbständig, von innen heraus zu gestalten.
Matteo meint
vor leuten die „geschichte gestalten“ wollen hat der schweizer angst – zu recht.
gotte meint
eben – TG, AG, VD, TI und SG wären ohne napoleon heute noch untertanengebiete, weil « der schweizer » angst vor der geschichte hat.
Rampass meint
Der mitdenkende Bürgern macht sich natürlich selber schlau und denkt noch ein wenig weiter:
– viele Mediziner kommen aus D. D holt Mediziner aus Rumänien. Rumänien hat zuwenig Mediziner. Noch mehr Mediziner in CH steigern die Gesundheitskosten.
– Bevölkerungszunahme CH seit 1990: 2 Millionen / 30%. Logisch kann der Gesamtausstoss von CO2 nicht wirklich gesenkt werden. Auch mit der geplanten Umverteilung nicht. Und Klima-Knutti kann weiter faktenfrei behaupten, dass „nichts“ getan worden sei. Der Pro-Kopf-Ausstoss ging sehr wohl runter, und zwar massiv.
– Entsendung von „Dienstleistern“: siehe Muba & Rohner. Super Sache, fast wie Einkaufstourismus.
– Gastro-Söldner in den Skigebieten. Der Pole mit dem gebrochenem Deutsch serviert in der hintersten Alphütte. Heimelig, Place to be?
Die Schweiz würde abstürzen wenn sie sich der EU unterwirft. Und das ist der Kern des hier immer wieder über den grünen Klee gelobten „Rahmenvertrags“.
Baresi meint
Sie glauben ernsthaft, die Schweiz kann mit was auch immer die Migration von Fachkräften (z. B. Ärzte) in Europa stoppen und damit gleichzeitig die Gesundheitskosten in der Schweiz senken? Das wäre bemerkenswert, weil umgekehrt wird beim CO2-Gesetz von den Gegnern immer wieder gesagt, dass die Schweiz global gesehen mit ihren Massnahmen keinen Einfluss hat.