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"Indianisch Reiten", heisst das also, dass ihr ohne Sattel reitet?
Nein, wir reiten nicht vorwiegend ohne Sattel.
Das „ohne Sattel Reiten“ ist eher eine Klischeevorstellung: der wilde Indianer ohne Sattel auf seinem Pferd in vollem Galopp.
Auch die Indianer kannten verschiedene Arten von „Sättel“, vom gras- oder laubgefüllten Pad-Sattel, an dem Steigbügel befestigt waren bis zum Frauensattel aus Holz und Horn. Je nach Epoche und Reichtum eines Stammesangehörigen (Häuptling zum Beispiel) wurden dann auch bald mal Ledersättel gehandelt. Viele Indianer konnten sich ganz einfach keinen Sattel "leisten".
Die Vorteile eines gut angepassten, grossformatigen Sattels (wie Westernsättel und Vaquerasättel) liegen auf der Hand. Sie verteilen das Reitergewicht gleichmässig über eine grosse Fläche des Rückens, was das stundenlange Reiten für Mensch und Pferd angenehmer macht.
Ein Sattel mit Steigbügeln gibt dem Reiter auch unbestreitbar mehr Halt auf dem Rücken des Pferdes.
Auch sind nicht alle Pferde morphologisch gleich gebaut. Das Rückgrat mit seinen Dornfortsätzen kann bei manchen Pferden mehr hervortreten als bei anderen (auch wegen Trächtigkeit z.B.), was ein Reiten ohne Sattel sowohl fürs Pferd wie auch für des Reiters Allerwertesten eher schmerzhaft gestaltet, zumindest aber auf Dauer unangenehm.
Bei Pferden mit einer „gepolsterten“ Körperstruktur, deren Rückgrat „gut eingepackt“ ist, kann ein sporadisches Reiten ohne Sattel gerade fürs Erlernen des unabhängigen Sitzes und das bessere Verspüren der Reaktionen auf Gewichtshilfen durchaus sinnvoll sein.
Auf solchen, obgenannten Pferden wird also auch bei uns gelegentlich ohne Sattel geritten.