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Politiker, Provokateur, Parteisoldat
- Mittwoch, 17. April 2013, 14:29 Uhr
Heute wurde Verteidigungsminister Ueli Maurer von der Vereinigten Bundesversammlung mit 148 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt. Ein Rückblick.
Ueli Maurer schaut auf eine erfolgreiche Politkarriere zurück. Geboren 1950 in Wetzikon im Zürcher Oberland, wuchs Maurer als Bauernsohn im benachbarten Hinwil auf. Im Alter von 28 Jahren begann Maurer seine politische Karriere und wurde SVP-Gemeinderat in Hinwil. 1983 schaffte er den Sprung in den Kantonsrat.
Im Jahr 1991 erlebte der Aufstieg Maurers einen leichten Dämpfer, als er, trotz grossem Aufwand, die Wahl in den Zürcher Regierungsrat gegen SP-Politiker Moritz Leuenberger verpasste. Im gleichen Jahr wurde Maurer dafür in den Nationalrat gewählt und betrat so das Parkett der nationalen Politik. Dabei halfen ihm auch seine Wurzeln, die Landwirtschaft. Als Nationalrat wurde der gelernte Kaufmann 1994 zum Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes gewählt.
Parteipräsident während des Aufstiegs der SVP
Maurer ist ein Schaffer. Das zeigte sich auch, als er 1996 das Amt als Parteipräsident der SVP antrat und die Partei von der wählerschwächsten der vier Regierungsparteien zur wählerstärksten formte. Maurer brachte die SVP von 14.9% Wähleranteil bei seiner Übernahme des Parteipräsidiums auf 29% im Jahr 2007. Politisch liegt er dabei klar auf der Linie des Zürcher SVP-Flügels. Maurer nimmt kein Blatt vor den Mund, provoziert und polarisiert zugleich. Dabei werfen andere Politiker Maurer immer wieder vor, unter der Knute des Parteistrategen Christoph Blocher zu stehen.
Einer, der das Rampenlicht scheut
Im Dezember 2008 liess sich Maurer als Bundesratskandidat seiner Partei aufstellen. Ein Amt, welches Maurer laut eigener Aussage nie suchte. Zuvor hatte Christoph Blocher seine Wiederwahl verpasst, was zu einem politischen Eklat und zum Ausschluss der anstelle Blochers gewählten SVP-Politikerin Eveline Widmer-Schlumpf aus der Partei führte. Maurer übernahm das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS des abtretenden Berner Bundesrates Samuel Schmid. Ueli Maurer ist keiner, der das Rampenlicht sucht. Über das Privatleben des Politikers ist nicht viel mehr bekannt, als dass er verheiratet ist und sechs Kinder hat.