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12.
Der Torschütze ist fast immer der Gärtner
Daniel und Thomas Gärtner sind tschechisch-australische Doppelbürger und gehören an dieser WM zu den wichtigsten Spielern Australiens, das mit dem Einzug unter die besten 12 Nationen seine erfolgreichste WM seit 1998 feiert. Nach dem Achtelfinal baten wir die 20-jährigen Zwillinge zum Interview.
Daniel und Thomas, eure Rückennummern stehen wohl in Zusammenhang mit eurem Geburtsdatum...?
Thomas Gärtner: Ja, genau. Wir sind am 07.04.1998 geboren und tragen passend dazu die 74 und die 47.
Ihr stammt aus Tschechien und seid dann nach Australien gezogen. Was war der Grund dafür?
Daniel Gärtner: Wir sind in Prag geboren und lebten hier bis wir 13 Jahre alt waren. Dann zügelte unsere Familie wegen des Jobs unseres Vaters nach Australien, genauer gesagt nach Sidney. Er wollte mit seiner Firma expandieren, seither wohnen wir dort.
Seid ihr Doppelbürger?
Thomas Gärtner: Ja, genau. Unser Vater wurde in Tschechien geboren, aber als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach Australien, wo er etwa bis zum Alter von 22 Jahren aufwuchs. Darum erhielt er beide Pässe.
Was macht ihr neben dem Unihockey?
Thomas Gärtner: Wir studieren Wirtschaft. Beide an der selben Universität. Daneben haben wir einen Teilzeitjob im Buchhaltungswesen.
Kommen wir zum Sportlichen, wie würdet ihr euch als Spieler beschreiben? Ihr spielt ja meistens zusammen, wer übernimmt welche Rolle in der Linie?
Daniel Gärtner: Ich bin eher der Kreative, spiele viele Pässe.
Und du bist eher das "Slot-Monster"...?
Thomas Gärtner: Ja, je nach Spiel. Wir haben eigentlich eine relativ ähnliche Spielart, unsere Stärke ist das Stickhandling. Wir sind gerne in Ballbesitz.
Die WM ist für Australien bereits mit Sicherheit die beste seit 20 Jahren. Ihr seid bereits mindestens Zwölfter.
Daniel Gärtner: Das Ziel des ganzen Team war es, die Playoffs zu erreichen. Das haben wir geschafft. Nun hoffen wir noch auf eine Überraschung gegen ein europäisches Team in den Platzierungsspielen. Aber wir sind schon sehr glücklich mit der Platzierung innerhalb der besten zwölf Mannschaften.
Gab es besondere Highlights?
Thomas Gärtner: Das Spiel gegen Polen war wirklich toll. Gegen ein europäisches Team zu gewinnen ist immer etwas grossartiges für uns. Das fühlt sich richtig gut an. An der letzten U19-WM gewannen wir gegen Deutschland, das war auch so ein unglaublicher Moment. Auch in der O2-Arena vor über 6'000 Leuten zu spielen war sensationell. Da konnten wir ja auch gewinnen und uns so überhaupt erst für den Achtelfinal qualifizieren.
Und im Vergleich zur WM 2016 - da wart ihr ja auch schon dabei. Wie sind die beiden Turniere miteinander zu vergleichen?
Thomas Gärtner: Das Team ist dieses Jahr viel besser als vor zwei Jahren. Darum sind die Resultate auch besser.
Ihr habt viele junge Spieler dabei, die in Australien spielen. Wie entwickelt sich die Sportart dort?
Daniel Gärtner: Bei den Junioren beginnt sich etwas zu entwickeln. In einigen Staaten wird in der Schule schon viel Unihockey gespielt, es gibt immer mehr Teams und Ligen. Darauf liegt im Moment auch der Fokus des australischen Verbands. Diese Entwicklung soll weiter vorangetrieben werden. Ziel ist es, dass immer mehr Kinder diese Sportart entdecken.
Was sind eure persönlichen Ambitionen? Kommt ihr eines Tages nach Europa zurück, um in einer Top-Liga zu spielen?
Daniel Gärtner: Mal schauen, was kommt. Im Moment möchten wir aber in Australien bleiben, die Ausbildung abschliessen und einen Job finden. Ich möchte sicher auch in der Finanzbranche tätig sein, zum Beispiel in einer Bank.
Bist du da gleicher Meinung? Ist es überhaupt vorstellbar, dass ihr einmal nicht im selben Team spielen würdet oder seid ihr quasi unzertrennlich?
Thomas Gärtner: Ich denke es ist wichtig, für alles offen zu sein. Je nach Gelegenheit, die sich ergibt, ist es schon möglich. Für mich hat jetzt aber auch der Abschluss des Studiums oberste Priorität.