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Der unfreiwillige Harnverlust (Inkontinenz) ist bei Frauen ein häufiges Leiden. Es ist bekannt, dass ungefähr 15% der Frauen zwischen 30 und 40 Jahren und bis zu 60% der Frauen über 50 Jahre inkontinent sind. In der Hauptsache unterscheidet man zwei Formen der Inkontinenz. Bei der einen Form ist eine Fehlsteuerung durch das Nervensystem, bei der anderen eine Schwäche des Beckenbodens verantwortlich. Die Ursachen für die zweite, häufigere Form finden sich in einer persönlichen Veranlagung zu Gewebeschwäche sowie als Folge der Ueberbelastung der Beckenboden-Strukturen bei Schwangerschaften, Uebergewicht, chronischer Verstopfung, chronischem Husten oder häufigem Heben schwerer Lasten. Beide Formen können durch den Hormonmangel in der Abänderung oder durch gewisse Medikamente begünstigt werden. Die erste Form wird mit Medikamenten behandelt. Die zweite Form, die Stress-Inkontinenz, wird durch Kräftigung der Beckenboden-Muskulatur behandelt. Falls dies nicht den gewünschten Erfolg bringt, müssen Operationen durchgeführt werden mit dem Ziel, die bindegewebigen Strukturen des Beckenbodens zu kräftigen. Eine neue Operationstechnik (TVT = Tension-Free Vaginal Tape) kann in örtlicher Betäubung und mit einem leichten Beruhigungsmittel durchgeführt werden.