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Die Magersucht Figuren des Schweizer Künstler Alberto Giacometti, der als wichtigster Bildhauer des 20. Jahrhunderts gilt und schon zu Lebzeiten kultisch verehrt wurde, gaben viele Rätsel auf .
Ab 1946 begannen Giacometti’s Skulpturen immer länger und dünner zu werden und wuchsen zu der Strich-Dimension, mit welcher er zu Weltruhm gelangte. Auch Köpfe in normaler Grösse hatten teilweise so wenig Breite, dass kaum noch ein Gehirn darin Platz gefunden hätte. Seine dürren Gestalten wirken körperlos, verfremdet und unnahbar. In einer bestimmten Schaffensphase durchliefen die dünnen Körper sogar noch einen weiteren Reduktionsprozess: sie gerieten immer kleiner.
Zitat aus unten stehendem Link Text (1)
Nur in dieser kleinen Form ähnelten sie der Wirklichkeit und zugleich entsetzten mich ihre Ausmaße, sodass ich unablässig von Neuem begann“, sagte Giacometti. „Oft wurden sie so winzig, dass sie mit einem allerletzten Spachtelstrich zu Staub zerfielen.
Danach wurden die Figuren wieder grösser, bis zu Menschengrösse und darüber hinaus.
Mit der Werkserie „stehende Frauen“ gelang ihm der Durchbruch.
Femme debout (stehende Frau), 1948
http://giacometti-stiftung.ch/index.php?sec=alberto_giacometti&page=reifer_stil&language=de
Mehrere Interpretationen sind möglich, aber wohl keine eindeutige. Aber so soll es doch sein bei einem Künstler.
Das Interesse Giacomettis am Existentialismus mag eine Rolle gespielt haben (er war mit Jean-Paul Sartre befreundet), auch surrealistische Einflüsse waren bekannt, aber womöglich gab es auch andere Gründe:
Wenn man bedenkt, dass der 2. Weltkrieg tobte, kann man sich fragen, ob der Mensch sich verflüchtigen werde, so reduziert, ausgehungert, fast körperlos durch den Raum irrend hat Giacometti ihn dargestellt.
Das Unverständnis war gross, als man diese Figuren damals in Ausstellungen zu sehen bekam. Nach dem Krieg fühlten sich viele an ausgehungerte KZ Häftlinge. erinnert.
Giacometti selbst hat diese Interpretation jedoch mehrmals in Interviews verneint.
Es ist bekannt, dass Giacometti viele seiner Werke gleich wieder zerstörte, kaum waren sie erschaffen. Er begann immer wieder von neuem und war trotzdem nie richtig zufrieden. Zweifel an seinem eigenen Können zerfrassen ihn. Sowohl Gemälde wie Skulpturen unterlagen einem steten Gestaltungs-und Zerstörungs-Prozess.
Es war ihm unmöglich, ein Werk für vollendet zu erklären.
Sehr guter Text über die Ausstellung in Wolfsburg, 2010.
Im Jahr 2016 leistete sich das Kunsthaus Zürich zum 50. Todestag Giacomettis eine umfangreiche Ausstellung.
2017: The final Portrait.
Film von Stanley Tucci über Alberto Giacometti und den Schriftsteller und Kunstliebhaber James Lord, der über Giacometti schrieb und ihm für ein Portrait Modell sass.