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Ist Adipositas bei Kindern eine Folge der Erziehung oder fehlender Selbstregulation? Dieser Frage geht eine Studie von Forschenden der Ohio State University in Columbus/Ohio nach. Die Resultate legen nahe, dass fehlende Selbstregulation nur bei Jungen in Verbindung mit Adipositas steht. Bei Mädchen konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden. Die Resultate sind aber mit Vorsicht zu geniessen.
Selbstregulation beschreibt die Fähigkeit von Menschen, nicht sofort ihren Impulsen nachzugeben, sondern überlegt zu handeln. Selbstregulation lässt sich bereits im Kleinkindalter beurteilen. Diese umfasst vier Dimensionen:
- Frustrationstoleranz
- Anpassungsfähigkeit
- Persistenz (Beharrlichkeit)
- Konzentrationsfähigkeit
Die Studie der Ohio State University untersuchte die Selbstregulation von 6'400 Kindern im Alter von durchschnittlich 2 Jahren und verglich diese mit deren Body-Mass-Index im Alter von rund 5 Jahren. Der Zusammenhang zwischen fehlender Selbstregulation und Adipositas konnte in der Studie nur für Jungen nachgewiesen werden. Im Viertel mit der niedrigsten Selbstregulation waren knapp 20% der Jungen adipös, während es im Viertel mit der höchsten Selbstregulation nur 15,9% waren.
Diese Ergebnisse reichen aber nicht aus, um fehlende Selbstregulation als einen bedeutenden Risikofaktor für späteres Übergewicht auszuweisen. Ein Programm, das durch das Training der Selbstregulation eine präventive Wirkung auf Adipositas erzielen wollten, ist in den USA gescheitert. Adipositas bei Kindern kann deshalb nicht einfach auf Charaktereigenschaften zurückgeführt werden. Um Adipositas im Kindesalter frühzeitig zu bekämpfen, ist weitere Forschung notwendig.
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