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"Wir sind nicht vom Brexit ausgegangen", sagte Sturm am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Über das Ausmass der Senkung der Prognosen für das Bruttoinlandprodukt (BIP) sagte Sturm nichts. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Brexit dramatische Effekte auf die Schweiz haben wird."
Man dürfe die Lage nicht zu schwarz malen. Der Brexit führe zu einer grossen Unsicherheit in Europa, die für die für Investitionstätigkeit tödlich sei. Diese Folgen dürften sich auch auf die Schweiz auswirken. Besonders Firmen im Export nach Grossbritannien dürften leiden, wenn sich die Wirtschaft auf der Insel wegen des Brexit abschwäche.
"Die Schweiz wird aber nicht in eine tiefe Rezession stürzen. Das kann ich mir nicht vorstellen", sagte Sturm. Bisher ging die KOF von einem BIP-Wachstum von 1,0% für dieses Jahr und 2,0% für nächstes Jahr aus.
Umgekehrt könnte die Schweiz auch profitieren. Es dürfte Firmen geben, die bisher ihren Hauptsitz in Grossbritannien hätten und nun über eine Abwanderung nachdenken dürften. Es seien auch Umsiedelungen in die Schweiz denkbar, sagte Sturm. Die Schweiz sollte sich jetzt überlegen, ein Freihandelsabkommen mit Grossbritannien abzuschliessen.
Kurzfristig seien vor allem die Finanzmärkte vom Brexit betroffen. Wenn die Finanzmärkte noch stärker reagieren sollten, könnte die SNB auch die negativen Zinsen verstärken. "Aber so weit sind wir jetzt noch nicht bei einem Euro-Wechselkurs von 1,08 Franken", sagte Sturm.
(AWP)