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Natürliche Verwendung des Bewegungsablaufes
Wenn Italiener – und nicht nur diese – zur Ausgestaltung der Prosodie eine Silbe lauter oder höher realisieren als die vorangehende, so lassen sie der Intonation derselben eine Bewegung der Zunge, des Mundbodens und des Kehlkopfes vorausgehen. Aus diesem nicht näher bestimmbaren Bewegungskomplex lassen sich zwei Bestandteile herausfiltern:
Zungenfedern
Das girare il suono wird durch eine winzige, sehr schnelle Zungenbewegung initiiert, bei der sich das hinterste Drittel der Zunge in einer Halbkreisbewegung vom Mundboden weg in Richtung okzipital, und dann in entgegengesetzter Richtung nach cranial und rostral bewegt. Während dieser Zungenbewegung werden verschiedene an der Phonation beteiligten Strukturen kurzzeitig entspannt, was der Ermüdung der Stimme entgegenwirkt.
Die umschriebene Halbkreisbewegung kann die Zunge nur ausführen, wenn sie nicht zu weit im Rachen liegt. Um sie genügend weit aus dem Rachen heraus zu bringen, wird traditionell folgende Übung gemacht: Die Zungenspitze wird soweit hinter die unteren Schneidezähne abgesenkt, dass sie das Zungenbändchen berührt. Um diese Haltung während dem Singen aufrecht zu halten, muss die Zunge aus dem Rachen gebracht werden. Sobald dem Schüler dies gelingt, hat die Übung ihren Zweck erfüllt. Von diesem Zeitpunkt an existieren keine Vorschriften mehr über die Form oder Haltung der Zunge: Sie hat also weder flach gedrückt noch aufgebäumt zu sein. Sie darf die seitlichen Zähne berühren und sie darf dem Gaumen beliebig nahe kommen.
Kehlkopffedern
Die Federbewegung des Kehlkopfes lässt sich objektiv nicht beschreiben. Sie ist propriozeptiv auch nicht wahrnehmbar. Aufgrund des in die Tiefe federnden Tones kann sie jedoch auditiv beobachtet werden.