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1980 erschien einer der ganz grossen Klassiker unter den Weihnachtsfilmen: Der kleine Lord. Der Film war für den britischen Fernsehsender BBC als Weihnachtsprogramm gedreht worden. Als Vorlage für den Film hatte der gleichnamige Roman der Schriftstellerin Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886 gedient. Der kleine Lord, oder im Englischen Little Lord Fauntleroy, hatte bereits zahlreiche Verfilmungen bekommen. So wird die hier vorgestellte Version aus dem Jahr 1980 oft als Remake des Films aus dem Jahr 1936 bezeichnet. Allerdings unterscheiden sich die beiden Streifen in vielen Punkten.
Ein kleiner New Yorker wird zu einem Adeligen
Der achtjährige Cedric lebt 1972 gemeinsam mit seiner Mutter und einer Hebamme in bescheidenen Verhältnissen in New York City. Cedrics verstorbener Vater war Engländer, doch seine Mutter Amerikanerin. So leben sie nun bereits seit Jahren in diesem geschäftigen Stadtviertel in der Weltmetropole. Eines Tages taucht ein Mr. Havisham bei Cedric und seiner Mutter auf. Der Engländer will Cedric nach England holen, denn der Junge scheint der Erbe eines grossen Adelshauses mitsamt einem gewaltigen Vermögen zu sein. So machen sich Cedric und seine Mutter auf nach England auf den Sitz des gealterten Lords Earl. Earls jüngster Sohn war Cedrics Vater. Da der Lord aber sehr an alten Konventionen festhält, hatte er ihn aufgrund dessen Heirat mit einer Amerikanerin allerdings verstossen. Seine Abneigung gegen Cedrics Mutter hat Lord Earl nicht vergessen, im Gegenteil. So gestattet er ihr nicht, sich gemeinsam mit ihrem Sohn im grossen Schloss aufzuhalten und er verbannt sie in ein Gästehaus.
Derweil wird Cedric auf die Rolle eines Adeligen vorbereitet. Er soll später den Adelstitel Lord Fauntleroy tragen. Zunächst glaubt Lord Earl nicht an Cedrics Fähigkeiten als Lord, doch der kleine Junge überrascht ihn. So gelingt es Cedric, das kalte Herz des alten Lords zu erwärmen. Doch da taucht die Schauspielerin Minna Tipton auf und behauptet, dass ihr Sohn ebenfalls Teil der Adels-Blutlinie ist. Sie behauptet, die Witwe des zweitältesten Sohnes des Lord Earl zu sein. Damit könnte Cedric sein Titel, sein Vermögen und seine Zukunft als Lord Fauntleroy aberkannt werden. Spielt die Schauspielerin aber nicht doch ein falsches Spiel?
Der kleine Lord war und ist ein wahrer Klassiker
Der kleine Lord gilt auch nach mittlerweile 40 Jahren noch zu den Weihnachtsfilm-Klassikern. Er eignet sich gemäss Kritiken sehr gut, um richtige und wichtige Werte zu vermitteln. Gerade für die Weihnachtszeit ist ein solcher Film, in dem es um Nächstenliebe und Verantwortung geht, absolut geeignet. Besonders die Geschichte ist sehr mitreissend und herzerwärmend und hat mich, bezogen auf den Charakter Lord Earl, ein wenig an Eine Weihnachtsgeschichte erinnert: Ein älterer Herr lernt in späten Jahren erneut, was Nächstenliebe eigentlich bedeutet.
Ein weiteres Highlight des Films sind hier auch die Kulissen. Gedreht wurde Der kleine Lord auf Belvoir Castle in der Grafschaft Leicestershire – einem unglaublich schönen Schloss. Einige Szenen des Films stammen zudem aus den Shepperton Film-Studios.
Die Hauptrollen übernahmen Ricky Schroeder, Alec Guinness, Constance Booth und Eric Porter. Schroeder gelang dank der Rolle des Cedric der Durchbruch als Schauspieler. Auch jetzt, 40 Jahre danach, ist er weiterhin als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur tätig. Der mittlerweile verstorbene Alec Guinness mimte den gealterten Lord Earl. Guinness gilt als einer der bedeutendsten Filmschauspieler des 20. Jahrhunderts und wurde aufgrund seiner Wandelfähigkeit auch «Mann mit tausend Gesichter» genannt.
Im deutschen Raum lief Der kleine Lord erstmals 1982 über die Bildschirme des Ersten Deutschen Fernsehens. Seither ist der Film standardmässig jedes Jahr zur Weihnachtszeit zu sehen. Die ARD zeigt den Streifen meist am Freitag vor dem Weihnachtstag. Zusätzlich gibt es den Film bei einigen Anbietern wie Amazon oder iTunes zu kaufen.
Gestern haben wir euch im Whatthefilm-Adventskalender einen tollen Animationsfilm vorgestellt, der jeder gesehen haben sollte. Hier findet ihr den Artikel.