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Blick nordwärts auf das Depot Ruchfeld. Die Baukräne weisen auf die anfangs 2015 angelaufenen Arbeiten zur Erweiterung der Anlage auf deren Ostseite hin.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. DFC_5196)
Im Jahre 1994 liess die Baselland Transport AG (BLT) als Ersatz für die veralteten, im Zentrum von Arlesheim liegenden Anlagen das Depot Ruchfeld errichten. Dieses Depot diente auch dazu, dem aufgrund der Übernahme der Linie 11 erhöhten Platzbedarf Rechnung zu tragen. Die Betriebsführung dieser Linie, der ehemaligen Trambahn Basel–Aesch AG (TBA), und somit auch 30 Gelenkwagen Be 4/6 wechselten per 1. Januar 1995 von den Basler Verkehrs-Betrieben zur BLT .
Die Suche nach einem geeigneten Standort für den Bau eines neuen Depots nahm einige Zeit in Anspruch. In den Siebzigerjahren war vorgesehen, das Depotproblem langfristig gemeinsam mit den Basler Verkehrs-Betrieben durch den Bau von drei regionalen Grossdepots zu lösen. Von dieser Idee kam man wieder ab und fand schliesslich ein Areal beim Ruchfeld für den Bau eines BLT-eigenen Depots. Ein solches liegt an dieser Stelle betrieblich optimal, da sowohl die Kurse der Linie 10 als auch jene der Linie 11 ohne Leerkilometer ein- und ausfahren können. Raumplanerische Gründe und die Schwierigkeit, die Parzelle für andere Verwendungen zu erschliessen, führten zu einer interessanten Doppelnutzung. Während die BLT den unteren Teil des neu errichteten Gebäudes als Tramdepot mit Wartungstrakt und Nebenräumen nutzt, sind im zweiten bis vierten Obergeschoss Verkaufs- und Ausstellungsräume sowie Parkplätze für Neuwagen eines Autohauses untergebracht.
Das Depot ist als Durchfahrtsdepot ausgebildet und verfügt auf der Südseite über eine Wendeschlaufe. Die gesamte Anlage weist eine totale Gleislänge von 1ʼ800 m auf, wovon ca. 840 m überdacht. Der minimale Kurvenradius beträgt 16 m. Für das gesamte Bauprojekt inkl. Landerwerb war ein Betrag von 35,5 Mio. Franken erforderlich. Davon entfielen 24,5 Mio. auf die BLT. Baubeginn war im Januar 1993, die Inbetriebnahme erfolgte ab Mitte Dezember 1994.
Die eingepferchte Lage im Dreieck zwischen Hauptstrasse, Bahnstrecke und Grossgarage liess kaum Ausbauten des Depots zu, welche sich wegen der Erhöhung des Rollmaterialbestands aber je länger je mehr aufdrängten. Die einzige Möglichkeit bestand auf der Ostseite gegen die Bahnstrecke der SBB hin, indem der bestehende Bahndamm durch eine Stützkonstruktion ersetzt wurde. So liess sich 2016 der Bau von fünf nicht überdachten Abstellgleisen für 13 Tramzüge mit einer Länge von je 46 m realisieren.
2013 wurde die betatgte, seinerzeit gebraucht erworbene Unterflurdrehbank durch eine neue Anlage von Talgo ersetzt, mit welcher auch die Räder von Niederflur-Fahrzeugen bearbeitet werden können.