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Die Situation der Muslime in der Schweiz sei trotz des Minarettverbots immer noch besser als anderswo, ist der Islamwissenschafter Tariq Ramadan überzeugt.
In einem Interview mit den Tageszeitungen Der Bund und TagesAnzeiger sagt der zurzeit in Oxford lehrende Tariq Ramadan, die meisten Muslime seien in der Schweiz gut integriert, denn viele stammten aus dem Balkan und seien schon lange in der Schweiz.
Für Ramadan ist es "kein Widerspruch, ein praktizierender Muslim und ein europäischer Staatsbürger zu sein". Durch die Integration der Muslime werde der Islam auch Teil der Schweizer Kultur. "Der Islam ist auch eine Schweizer Religion", betont der 47-jährige aus Ägypten stammende und in der Schweiz eingebürgerte Wissenschafter.
Er lobt, dass die Muslime in der Schweiz auf die Ablehnung der Minarett-Initative sehr besonnen reagiert hätten. "Sie sind nicht in die SVP-Falle getappt." Diese Partei habe eine Atmosphäre des Konflikts schüren wollen.
Das Ausbleiben von Entrüstungsstürmen in der islamischen Welt begründet Ramadan mit der relativ geringen religiösen Bedeutung der Minarette, da diese in den religiösen Schriften nicht vorgeschrieben seien.
Auf die Libyen-Krise angesprochen sagte er, es sei richtig gewesen, Hannibal Gaddafi in Genf festzunehmen. So habe man gezeigt, dass in der Schweiz die Gesetze für alle gälten.
Eine schwache Botschaft sei dagegen die Entschuldigung (von Bundespräsident Merz) gewesen. "Man hätte konsequent auf Rechtsstaat setzen sollen", so Ramadan. Die Lehre aus der Krise sei: "Bleibe deinen Prinzipien treu."
swissinfo.ch