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Prostatakrebs
Allgemein
Zuerst einmal sollten Sie wissen, dass lange nicht jeder Prostatakrebs behandelt werden muss. Fragen Sie Ihren Urologen nach dem Aggressivitätsgrad (dem sogenannten Gleason Score oder ISUP-Grad). In Zusammenschau mit dem PSA-Wert, dem Prostatavolumen und der Grösse des Tumors ergibt sich dann eine Einschätzung.
Ursachen
Genetische Faktoren wie auch Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht sind als Risikofaktoren bekannt.
Beschwerden
Isolierte Beschwerden, die auf ein Prostatakarzinom hinweisen, gibt es nicht. Die Beschwerden sind von den Symptomen einer gutartigen Prostatavergrösserung nicht zu unterscheiden. Eine Blutbeimengung im Urin oder in der Samenflüssigkeit kann auf einen Prostatakrebs hinweisen. Bei Ablegern des Krebses in die Knochen treten häufig dort Schmerzen auf.
Untersuchung und Diagnostik
Bei der körperlichen Untersuchung wird die Prostata über den Enddarm getastet. Unter Umständen kann ein Prostatakrebs so erkannt werden. Viel häufiger gibt jedoch ein erhöhter Prostata-Wert im Blut (PSA: Prostata-spezifisches Antigen) Anlass für die weitere Abklärung und Überweisung zum Urologen.
Eine MRI-Untersuchung mit anschliessender Gewebeentnahme aus der Prostata (Fusionsbiopsie) ermöglicht die sichere Diagnose. Liegt ein behandlungsbedürftiger Tumor vor, werden ergänzende bildgebende Verfahren eingesetzt, um ihn genau zu lokalisieren.
Behandlung
Im Falle eines aggressiven, auf die Prostata beschränkten Tumors kann eine roboterassistierte Prostataentfernung durchgeführt werden. Alternativen sind die lokale Bestrahlung der Prostata von aussen oder die Ultraschalltherapie der Prostata. Welche Therapie angezeigt ist, hängt vom Aggressivitätsgrad des Tumors und weiteren Faktoren ab.
Bei fortgeschrittenen Tumoren mit Ablegern in Lymphknoten oder im Knochen muss eine Hormonentzugstherapie diskutiert werden, um den hormonabhängigen Prostatakrebs in seinem Wachstum zu bremsen. Eine Heilung mit vollständiger Tumorentfernung ist hier leider nicht mehr möglich. Allerdings kann das Wachstum so stark verlangsamt werden, dass die Erkrankung in eine chronische übergeht, die Lebenserwartung und -qualität nur bedingt beschneidet.
Komplikationen
Komplikationen des Prostatakrebs sind zum Beispiel Blutungen in die Harnblase, Beschwerden beim Wasserlösung bis zur Harnverhaltung und Nierenversagen. Bei ausgedehntem Befall können Tumorschmerzen und Knochenbrüche in den betroffenen Gebieten auftreten.