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Armut in Darbhanga hat verschiedene Ursachen. Wir konzentrieren uns in der Armutsbekämpfung darauf, dass Frauen ein besseres Auskommen schaffen, die Ernährungssicherheit gewährleistet wird, die Haushalte ihre Ausgaben im Gesundheitsbereich reduzieren und für wiederkehrende Fluten besser gerüstet sind.
Viele der Frauen in Darbhanga haben Erfahrungen als Kleinunternehmerinnen, sei es, dass sie Snacks herstellen, kleine Teestuben oder Lebensmittelshops mit ihren Familien führen, Gewürzmischungen oder Töpfe herstellen, Körbe flechten oder Gemüse aus ihren Gärten verkaufen. Diese Kleinunternehmen arbeiten bis jetzt unabhängig. Nun nutzen die Frauen Möglichkeiten, sich in Föderationen zu organisieren, Ressourcen zusammenzulegen und ihre Aktivitäten zu erweitern. Kurz: Sie wollen sich in Produzentinnen- und Vermarktungsgruppen zusammenschliessen.
Dazu sind verschiedene Schritte geplant: Als erstes haben sie eine Marktanalyse mit externen Fachberatungen durchgeführt und aussichtsreiche Optionen für die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen identifiziert und erprobt. Dies mit Erfolg - ihr Einkommen hat sich verbessert. 1600 Frauen wollen sich nun als erfolgreiche Kleinunternehmerinnen in Produzenten- und Vermarktungsgruppen zusammen schliessen und so eine Grösse in der Milchwirtschaft, im landwirtschaftlichen Anbau und im Kleinhandwerk erreichen. 750 Frauen bleiben selbständige individuelle Kleinunternehmerinnen. Für die gemeinsamen Aktivitäten ist eine klare Strategie entwickelt, wie Mehrwert geschaffen werden kann, welchen minimalen Standards die einzelnen Produktionszweige zu genügen haben und welche Supportmechanismen in der Wertschöpfungskette benötigt werden. Schliesslich auch, wie der Verkauf und die Vermarktung organisiert und Risiken minimiert werden können. Dies geschieht auf der Basis eines klaren Businessplans. Die Frauen stellen die lokale Finanzierung ihrer Geschäftsvorhaben sicher. Dieser Prozess wird von externen Fachpersonen begleitet.
Armut ist nicht nur bedingt durch fehlendes Einkommen, sondern auch durch wiederkehrende Ausgaben. Gesundheit war in der Vergangenheit ein hoher Kostenfaktor (bis zu 70 % des Haushaltsbudgets). Diese Ausgaben haben sich inzwischen dank gezielter Aktivitäten erheblich reduziert. Die Frauen wissen viel über Gesundheit, darüber wie sie Fieber, Erkältungskrankheiten, Malaria, Diarrhoe und Kala-Azar (Ruhr) mit eigenen kostengünstigen Präparaten und Schutzmassnahmen vorbeugen und heilen können. Sie sind Meisterinnen im Anlegen von Heilpflanzengärten und in der Herstellung von Kräutermedizin. Trotzdem - die reproduktive Gesundheit junger Frauen und Schwangeren ist unzureichend, sie leiden an Blutarmut und Eisenmangel. Die Kinder- und Müttersterblichkeit in Bihar ist sehr hoch. Junge Frauen sollen Zugang zu staatlichen Programmen erhalten, in Gesundheitszentren entbinden und ihre Ernährung verbessern. Die Katastrophenvorsorge baut auf der Erfahrung auf, dass die Bevölkerung das Potenzial hat, sich zum richtigen Zeitpunkt angemessen auf Katastrophen vorzubereiten. Einbezogen werden alle Teile der Bevölkerung wie auch die offiziellen Autoritäten mit dem Ziel, Leben und Eigentum zu retten und die Verletzlichkeit der Bevölkerung zu reduzieren. Dazu braucht es Wissen, Zugang zu Ressourcen und eine Haltungsänderung von Schicksalsergebenheit hin zu aktivem Handeln, von individuellem Ausgeliefertsein hin zu kollektivem Tun mit aktivem Einbezug der politisch Verantwortlichen. Es geht um eine vernetzte Bewältigung von Notsituationen bei Fluten, eine wirksame Katastrophenvorsorge und um eine ökonomische Basis, die Vorräte und Vorsorge erst möglich macht.