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Tafelente (Aythya ferina)
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Aythya ferina
Klasse: Vögel
Ordnung: Gänsevögel
Familie: Entenvögel
Länge: 42-49cm
Spannweite: 72-82cm
Gewicht: 700-1100g
Verbreitung: Paläarktis
Brutbestand CH: 6-9 Paare
Lebensraum: Seen, langsame Fliessgewässer
Zugverhalten: Kurzstreckenzieher
Aussehen & Bestimmung
Das Tafelenten-Männchen kann anhand des rot-braunen Kopfs oder des grau gemusterten Körpers bestimmt werden. Die feine Musterung lässt sich nur auf kurze Distanzen erkennen. Auf weite Distanzen erscheint der Körper einheitlich grau. Die Brust sowie Bürzel und Steiss sind schwarz. Der Schnabel ist hauptsächlich schwarz, hat aber einen variablen Grau-Anteil. Der Nagel ist ebenfalls schwarz. Das Auge ist, wie das der Kolbenente, rot gefärbt.
Im Sommer mausern Tafelenten in ein Schlichtkleid. Dieses ist ähnlich wie das Prachtkleid. Die schwarze Brust ist etwas diffuser und leicht bräunlich. Auch der Mantel und die Flanken sind leicht bräunlich.
Das Weibchen der Tafelente ist allgemein brauner gefärbt, zeigt aber gleiche Merkmale wie das Männchen. Auch das Weibchen hat einen grau gemusterten Körper. Dieser ist aber etwas dunkler und leicht bräunlich. Brust, Bürzel und Steiss sind intensiver braun und ungemustert. Der Kopf ist ebenfalls braun, besonders am Schnabelansatz zeigen einige Individuen aber eine weisse Kehle. Zudem haben viele Weibchen eine kurzen, hellen Augenstreif.
Verwechslungsmöglichkeit
Tafelenten sind zwar eher unscheinbar gefärbt, trotzdem stellt die Bestimmung dieser Ente in den meisten Fällen keine Probleme. Sowohl Männchen als auch Weibchen zeigen in allen Federkleidern einzigartige Merkmale.
Lebensraum der Tafelente
Die Tafelente brütet hauptsächlich an nährstoffreichen Seen und Fliessgewässern mit einer dichten Ufervegetation.
Im Winter ist die Tafelente aber auf allen grösseren Gewässern der Schweiz anzutreffen. Unter den grossen Reiherenten, welche im Hafen überwintern, sind häufig auch einige Tafelenten versteckt.
Vorkommen in der Schweiz
Als Brutvogel ist die Tafelente in der Schweiz zwar regelmässig aber doch recht selten. Der Bestand wird auf 6 bis 9 Brutpaare geschätzt. Diese Zahl variiert von Jahr zu Jahr und ein klarer Trend kann nicht herausgelesen werden. Im Winter ist die Tafelente aber sehr häufig anzutreffen. Der Winterbestand beläuft sich gemäss der Wasservogelzählungen der Vogelwarte auf rund 70'000 Individuen. Nachdem die Tafelenten-Bestände Anfangs der 60er-Jahre stark zugenommen haben, ist die Zunahme ab den 80er-Jahren abgeflacht und mittlerweile sind die Bestände leicht rückläufig.
Mit der Einschleppung der Wandermuschel haben muschelfressende Arten, wie die Tafelente und Reiherente, stark zugenommen. Aufgrund des Klimawandels müssen aber viele Wasservögel mittlerweile weniger weit in den Süden ausweichen, um offene Gewässer zu finden. So überwintern immer weniger Tafelenten bei uns.
Was frisst die Tafelente?
Die Tafelente ernährt sich hauptsächlich von tierischer Nahrung wie Muscheln, Krebsen und Insektenlarven. In der Schweiz profitieren die Tafelenten von der Wandermuschel. Die Wandermuschel wurde in den 1960er-Jahren über den Rhein eingeschleppt und hat sich seither stark ausgebreitet. Seither ist der Tafelenten-Bestand stark angestiegen.
Im Schnitt taucht die Tafelente bis zu 15 Sekunden lang und erreicht dabei Tiefen von bis zu 5m.
Fortpflanzung
Typisch für alle Entenarten, kümmert sich das Weibchen alleine um die Brut. Der Neststandort befindet sich gut versteckt in der üppigen Ufervegetation. Die Gelegegrösse variiert zwischen 6 bis 11 Eiern. Diese werden vom Weibchen für rund 28 Tage bebrütet. Die geschlüpften Jungen sind Nestflüchter, sie verlassen nach kurzer Zeit das Nest. Die Jungen folgen zwar noch ihrer Mutter, müssen die Nahrung aber selber finden. Nach 50 bis 55 Tagen sind die Jungen flugfähig.
Oft werden in die Nester auch Eier von anderen Arten gelegt. So legt z.B. die Kolbenente gerne Eier in die Nester der Tafelenten.
Zudem kommt es bei Tafelenten selten zu Hybridisierung mit Reiherenten, Moorenten und Kolbenenten. Das Aussehen der entstandenen Hybriden ist sehr variabel und der Hybrid ist entsprechend recht schwierig zu bestimmen.
Zugverhalten
Neben den wenigen Brutvögeln ziehen im Winter tausende Tafelenten an die Schweizer Gewässer. Auf dem Zug bilden Tafelenten oft grössere Trupps mit Reiherenten. Auch im Überwinterungsgebiet leben die beiden Arten oft gemeinsam.
Besonders die Männchen ziehen oft schon im Sommer zurück in die Schweiz. Besonders am Bodensee versammeln sich die Männchen in grösseren Trupps, um gemeinsam ins Schlichtkleid zu mausern.
Tafelenten fotografieren
Tafelenten können im Winter an praktisch allen grösseren Gewässern beobachtet und fotografiert werden. Allerdings sind diese immer recht scheu und schwierig zu fotografieren. Zum Fotografieren sind z.B der Klingnauer Stausee oder verschiedene Häfen am Bodensee recht geeignet.
Quellen
Die Bestandeszahlen, Länge, Gewicht und Spannweite entsprechen den Daten der Vogelwarte Sempach
Informationen über Verhalten, Verbreitung usw. entsprechen meinen eigenen Beobachtungen und wurden mit Informationen aus folgenden Quellen ergänzt:
Die Vögel der Schweiz (2007) Lionel Maumary et al.
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016
Der Kosmos Vogelführer (2017) Lars Svensson et al.