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Ursprung und Bedeutung
Der Text des Stabat mater entstammt dem Umkreis der Passion. Urheberschaft, Entstehungszeit und Ort sind nicht bekannt. Man geht davon aus, dass er im 13. Jahrhundert entweder in Frankreich oder Italien entstanden ist. Sprachstil und poetische Formung weisen auf die italienischen Laudi sowie franziskanische Passions- und Marienfrömmigkeit hin, womit eine Autorenschaft Jacopone da Todis (gest. 1306) oder Bonaventuras (gest. 1274) im Bereich des Wahrscheinlichen liegt.
Das Stabat mater ist ein Reimgebet, ein intimes, eher für die Privatandacht geeignet scheinendes Lied. Trotzdem ist es unter nicht bekannten Umständen und zu einem unbekannten Zeitpunkt in das öffentlich-offizielle Missale (das 1570 von Pius V. festgelegtes Messformular) aufgenommen worden, was der grossen Beliebtheit des Gebets in liturgischer Weise Rechnung trug. In Gebets- und liturgischen Büchern findet man das Stabat mater bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts lediglich als handschriftlichen Zusatz. Erst 1727 fand, verbunden mit der Einführung des marianischen Festes "Septem dolorum Beatae Mariae Virginis" (das Fest der "Sieben Schmerzen der Heiligen Jungfrau Maria") das Stabat mater Eingang in das Messbuch.
Als eine Art Genesis aller Marienklagen und somit auch des Stabat mater hat ein Teil aus dem Evangelium nach Johannes zu gelten (Joh. 19,25ff): "Es standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger sie zu sich."
Der Text des Stabat mater hat zahlreiche Komponisten zur Vertonung angeregt, was auf den ersten Blick nicht selbstverständlich ist. Offensichtlich muss es sich um eine nicht ganz einfache Unternehmung handeln, einen Text, lang und von inhaltlich wie affektiv in etwa gleichbleibendem Duktus, in Töne zu kleiden. Wieviel leichter müsste eine Vertonung der Passionstexte der Evangelien dem Tonsetzer aus der Feder fliessen?
Der ersten mit dem Stabat mater in Verbindung zu bringenden Melodie begegnet man in Italien, als Teil der Mailänder Liturgie, als Sequenzmelodie jedoch erstmals 1712 im Graduale Romanum Antwerpiae "aber nicht mit einer einheitlicher Melodie, sondern in verschiedenen Versuchen, die eine gewisse Rathlosigkeit bekunden und beweisen, dass keine alte Melodie exisiert", wie A. Kienle in Wetzer und Welte's Kirchenlexikon
, Band 11 (Freiburg, 1899) in einem Artikel über das Stabat mater schreibt. Unter Nummer 584 des "Gotteslob" findet sich ein (fünfstrophiges) von H. Bone ins Deutsche übertragenes Stabat mater, die entsprechende Melodie wird mit "Köln 1638" ausgewiesen. Die erste mehrstimmige Komposition entstammt Josquin Desprez' ca. 1480 geschriebenen Motette, welche die Melodie eines (weltlichen) Chansons zum cantus firmus hat.
Das achtstimmige Stabat mater von Giovanni Pierluigi Palestrina, exklusiv für die päpstliche Kapelle bestimmt, entstand gegen Ende seines Lebens (gest. 1594) und wurde erst 1770 gedruckt.
Das Stabat mater Giovanni Battista Pergolesis ist das meistgedruckte Werk des 18. Jahrhunderts. Es existiert auch in zahlreichen Bearbeitungen unter anderem von J.S. Bach, Johann Adam Hiller und Giovanni Pasiello.Die Werke Alessandro und Domenico Scarlattis sowie Antonio Vivaldis sind zu nennen, ebenso das Stabat mater Luigi Bocherinnis, der sein für Sopran und Streicher gesetztes Werk nachträglich mit zwei weiteren Solostimmen und Bläserstimmen (im Orchester) anreicherte. Joseph Haydn bezeichnete sein Stabat mater stets als sein Lieblingswerk für das er von Johann Adolf Hasse höchstes Lob gespendet bekam. Überaus populär wurde die Version Gioacchino Rossinis mit typisch italienischem Pathos, welche ganz im Gegensatz zu Franz Schuberts und Antonin Dvorák (dessen Werk eine Reaktion auf den Tod seiner Tochter Josepha 1876 (Kompositionsbeginn) und zweier weiterer Töchter 1877 (Kompositionsabschluss) war. Guiseppe Verdis Stabat mater ist in den berühmten "Quattro pezzi sacri" für vierstimmigen gemischten Chor und Orchester enthalten. Dieser Text entstammt von der Webseite der ROCCAILLE Projekte e.V. / Lettenweg 22 / 79111 Freiburg im Breisgau
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