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So gastiert der österreichische Meisterregisseur Michael Haneke bereits zum achten Mal im Wettbewerb des bedeutendsten Filmfestivals der Welt, das vom 17. bis 28. Mai an der südfranzösischen Côte d’Azur stattfindet.
Mit «Happy End» zeigt Haneke einen Beitrag, der in Nordfrankreich handelt und die Geschichte einer bürgerlichen Familie erzählt, die neben einem Flüchtlingslager lebt. Im Film spielen Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert mit.
20 Jahre nach Hanekes erster Einladung in die Hauptkonkurrenz mit «Funny Games» könnte der 75-Jährige der erste Filmemacher überhaupt werden, der drei Goldene Palmen gewinnt – nach «Das weisse Band» (2009) und dem zärtlichen Sterbedrama «Amour» (2012), das später auch den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann.
Konkurrenz bekommt Haneke diesmal unter anderen vom deutschen Filmemacher Fatih Akin und seinem Film «Aus dem Nichts». Das Drama mit Diane Krüger handelt von einem Zugbegleiter, der ein Attentat plant.
Der türkischstämmige Akin, der mit Filmen wie «Gegen die Wand» und «Soul Kitchen» grosse Erfolge feierte, ist in Cannes ein alter Bekannter: 2007 gewann er für «Auf der anderen Seite» den Preis für das beste Drehbuch. 2005 sass er in der Jury des Hauptwettbewerbs, 2008 leitete er die Jury des Nebenwettbewerbs «Un certain regard» (Ein gewisser Blick).
Wiederholt im Wettbewerb sind die US-Filmemacher Sofia Coppola («The Beguiled») und Todd Haynes («Wonderstruck») sowie der Grieche Yorgos Lanthimos («The Killing Of A Sacred Deer») und der Franzose Arnaud Desplechin, der mit seinem mit Marion Cotillard und Charlotte Gainsbourg besetzten Drama «Les Fantômes d»Ismaël” die Jubiläumsausgabe eröffnen wird.
Auch Desplechins Landsmänner François Ozon mit «L’Amant Double» und Michel Hazanavicius mit «Le Redoutable» über Regielegende Jean-Luc Godard können sich Hoffnungen auf die Goldene Palme machen.
Mit Coppola, Lynne Ramsay («You were never really here») und Naomi Kawase («Hikari») finden sich diesmal drei Regisseurinnen in der traditionell sehr männerdominierten Hauptkonkurrenz.
Hollywood-Studioproduktionen hingegen fehlen im Aufgebot gänzlich, dafür ist der US-Streamingdienst Netflix mit gleich zwei Produktionen vertreten: dem Actionfilm «Okja» des Südkoreaners Bong Joon-ho mit Jake Gyllenhaal und Tilda Swinton sowie der Indie-Komödie «The Meyerowitz Stories» des US-Amerikaners Noah Baumbach mit Dustin Hoffmann, Ben Stiller und Adam Sandler.
Wie immer wird eine ganze Reihe von Schauspielstars über den berühmten roten Teppich zum Filmpalast von Cannes wandeln, wie die Festivalorganisatoren verkündeten. Unter ihnen sind Robert Pattinson, Joaquin Phoenix, Colin Farrell, Kirsten Dunst, Nicole Kidman und Julianne Moore.
Auch die Sonderscreenings versprechen ein Staraufgebot. Mit Kristen Stewart und Vanessa Redgrave präsentieren zwei grosse Schauspielerinnen ihrer Generationen ihre Regiedebüts: Die 27-jährige Stewart zeigt ihren Kurzfilm «Come Swim», die 80-jährige Redgrave das Flüchtlingsdrama «Sea Sorrow».
Die Goldene Palme hatte 2016 Ken Loach mit seinem Sozialdrama «I, Daniel Blake» für sich entschieden. Wer heuer das Rennen macht, entscheidet eine internationale Wettbewerbsjury unter Vorsitz des spanischen Autorenfilmers Pedro Almodóvar. Durch die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien wird die italienische Schauspielerin Monica Bellucci führen.
Die Filmfestspiele werden dieses Jahr nur zehn Tage nach der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich beginnen. «Cannes kann die Politik nicht ignorieren», sagte Festival-Präsident Pierre Lescure. Er hoffe aber, dass das Filmfest zu einer «Atempause» werde, während der «nur über das Kino gesprochen» wird.
(SDA)