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- Wildkatzenprojekt 2021–2023
- Abgeschlossene Projekte
Monitoring-Projekt zum Schutz der Wildkatze in der Schweiz
Die europäische Wildkatze Felis silvestris ist eine geschützte Art. Wildkatzen sind heimliche Waldbewohner. In der Schweiz war die Wildkatze im Mittelland und im Jura weit verbreitet, ab dem 19. Jahrhundert begrenzte sich ihr Vorkommen auf den Jura. Ob sie danach im Verlauf des 20 Jahrhunderts im Jura ausgerottet wurde oder eine Restpopulation überlebt hat, bleibt offen.
Der Status der Wildkatze in der Schweiz wurde 2008–2010 von Hintermann & Weber im Auftrag des BAFU erstmals aufgenommen und lässt vermuten, dass sich einige hundert Tiere vorwiegend im Jura aufhalten. Heute wird die Wildkatze im Schweizer Jura wieder regelmässig beobachtet. Sie breitet sich im Jura aus und scheint auch langsam das Mittelland zu besiedeln. Die genaue Verbreitung und die Populationsdynamik der Wildkatze in der Schweiz sind jedoch nicht bekannt.
ZIELE
Mit dem deterministischen Luchs-Fotofallen-Monitoring wird der Schweizer Jura gut abgedeckt. Dabei werden auch viele «Wildkatzen» fotografiert.
Das Ziel dieses Pilotprojektes war die Entwicklung eines Wildkatzen-Monitorings mittels Fotofallen synergetisch zum Luchs-Monitoring zur Bestimmung der Abundanz der Wildkatzenpopulation im Jura.
METHODEN
Während des Luchs-Monitorings im Jura (je 60 Nächte/Winter, 50–60 Stationen mit je 2 Fotofallen auf einer Fläche von etwa 600–700 km²) wurden auf einer Teilfläche der Referenzgebiete Jura Nord und später Jura Süd Fotofallen-Standorte in höherer Dichte auf Wildkatzen ausgerichtet. Jeder dieser Wildkatzen-Standorte wurde zusätzlich zu zwei Weissblitzfotofallen mit einem «Lockstock» ausgestattet. Diese Lockstöcke (raue Holzpfosten) wurden mit Baldriantinktur besprüht, um Wildkatzen anzulocken. Wildkatzen reiben sich an den Holzpfosten und hinterlassen Haarproben. Diese können dann für spätere genetische Analysen verwendet werden.
In der Fachliteratur und unter Experten gehen die Meinungen auseinander, ob eine allein auf dem Phänotyp (Erscheinungsbild) basierende Unterscheidung von Hauskatzen und Wildkatzen überhaupt möglich ist. Auf den Fotofallenbildern aus unserem Monitoring mit Weissblitz-Fotofallen ist es uns gelungen, Wildkatzen auf Fotofallenbildern als solche zu erkennen und mit grosser Sicherheit von Hauskatzen zu unterscheiden. Unsere Einschätzungen haben wir mittels parallel zu den entstandenen Fotos gesammelter Haarproben genetisch überprüfen lassen. Die Übereinstimmung lag bei nahezu 100 Prozent. Wir haben einen phänotypischen Kriterienkatalog für die Wildkatze im Schweizer Jura erstellt.
RESULTATE
Im Rahmen dieses Projektes wurden
- optimale Parameter (z. Bsp. Fläche und Anzahl Standorte) für ein Wildkatzen-Referenzgebiet innerhalb des Luchs-Referenzgebietes identifiziert,
- Kriterien für die phänotypische Bestimmung von Wildkatzen aus dem Jura anhand von Fotofallen-Bildern erstellt,
- Methoden und Kriterien zur individuellen Bestimmung von Wildkatzen etabliert und
- die Wildkatzenabundanz und Dichte berechnet.
Projektinformation
Das Pilotprojekt für das Wildkatzen-Monitoring wurde parallel zum jeweiligen deterministischen Luchs-Monitoring im Jura in Absprache mit den beteiligten Kantonen und den lokalen Wildhütern durchgeführt. Finanziert wurde das Projekt von einer privaten Stiftung, die Naturschutzthemen unterstützt.
Projektdauer: 2015–2018
Untersuchungsgebiet: Jura, Schweiz
Kontakt KORA: Fridolin Zimmermann, Florin Kunz, Lea Maronde