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1889
Der St. Moritzer Schmid Christian Mathis konstruiert aus zwei niedrigen Schlitten, sogenannten «Americas», den ersten mehrplätzigen Bob. Gefahren wird mit Bobs bis 1903 vor allem auf der verschneiten Kantonsstrasse von St. Moritz nach Celerina.
1895
Die Bobfahrerinnen und Bobfahrer bilden eine eigene Sektion innerhalb des 1887 gegründeten «St Moritz Tobogganing Clubs». Dieser Club baut und unterhält bis heute den nahen Cresta Run.
1897
Der «Saint Moritz Bobsleigh Club» wird gegründet; er gilt heute als ältester Bobclub der Welt. In den ersten Reglementen wird festgehalten, dass mindestens zwei der insgesamt fünf Vorstandsmitglieder Damen sein müssen.
1898
Januar
«Alligator» gewinnt, «Australia» und «Atlanta» stürzen: Das ist die kurze Bilanz des ersten Bobsleigh-Rennens auf der Cresta-Strasse, der heutigen Kantonsstrasse zwischen St. Moritz und Celerina.
«Mildred» gewinnt das wohl erste Damen-Bobsleigh-Rennen auf der Cresta-Strasse. Geführt wird «Mildred» von Mme. Little.
März
Die Uhr tickt – und zwar am Start. Die Zieldurchfahrt eines Bobs wird dem Start telefonisch mitgeteilt. Am Start und am Ziel befindet sich somit je ein Telefon – und zwar in einer Kabine.
Am 12. März endet die erste erfolgreiche Saison des Saint Moritz Bobsleigh Clubs.
1900/01
In diesem Winter werden 13 Bob-Rennen auf der Kantonsstrasse von St. Moritz nach Celerina ausgetragen. In der Zeitung «Alpine Post» wird angesichts dieser Entwicklung – und vor dem Hintergrund von Zusammenstössen von Bobs mit Passanten und Fuhrwerken – gefragt: «Wann werden wir endlich eine Bahn haben, die ausschliesslich für die Bobs bestimmt ist?»
1903/04
Die Bobsleighs werden weiterentwickelt: Adolphe Louis Roessinger erfindet den Bob mit Steuerrad, das Gefährt besteht aus Eschenholz. Unabhängig voneinander entwickeln August Hartkopf und Carl Feierabend Bobs aus Eisen und mit Seilsteuerung.
1904
Der Bob Run in St. Moritz wird eröffnet. Die Strecke verläuft nun nicht mehr auf der Kantonsstrasse. Der Bob Run gilt heute als die älteste noch genutzte Natureisbahn der Welt.
1912
Gefahren wird «ventre à terre», also liegend. Der Vorteil: der geringere Luftwiderstand. Der Nachteil: Bremsen ist fast nicht möglich. Der Fahrstil wird nach langen Diskussionen über die Gefahren 1931 verboten.
1915-18
Aufgrund des Ersten Weltkriegs wird die Bobbahn nicht gebaut.
1920
Wie bringt man die schweren Bobs vom Ziel zurück an den Start? Erste Versuche mit Lastwagen scheitern; die Motoren sind zu schwach, der Transport mittels Pferden ist weniger zeitraubend.
1923
Hubert Martineau wird Präsident des «Saint Moritz Bobsleigh Clubs».
1927
Der Saint Moritz Bobsleigh Club organisiert die erste Europameisterschaft (5er-Bob, der Fahrstil ist «ventre à terre»).
1928
An den Bobrennen der Olympischen Winterspiele in St. Moritz nehmen 21 Mannschaften teil, 20 Mannschaften fahren im Stil «ventre à terre».
1929
Das Sunny Haus wird gebaut. Es wird zum beliebten Treffpunkt mit Bar, später dient es vor allem als Aufenthalts- und Verpflegungsraum der Bahnmannschaft.
1930
Den Start ziert nun ein neues Starthaus. Beim Sunny Corner wird eine Bruchsteinmauer gebaut.
1931
Der «Saint Moritz Bobsleigh Club» veranstaltet die zweiten Weltmeisterschaften im Viererbob. Frauen sind nicht zugelassen. St. Moritz stellt den Antrag, dies zu ändern.
Im Bobsport wird international die Helmpflicht eingeführt. Der «Saint Moritz Bobsleigh Club» kauft 100 Helme für 20 Franken pro Stück. Die Tagesmiete für einen Helm beträgt zwei Franken.
1931
An der Viererbob-Weltmeisterschaft 1931 in St. Moritz gewinnt Deutschland 1 mit Werner Zahn, Robert Schmidt, Franz Bock und Emil Hinterfeld Gold.
1932/33
Für den Transport von Bobs vom Ziel zum Start werden nun Lastwagen verwendet. Dadurch werden die Transportkosten praktisch halbiert.
1932
Carl Feierabend bringt seine neue Bobkonstruktion an den Start. Er gewinnt die meisten Zweierbob-Rennen.
1934
Auf dem Bob Run findet das erste Nachtrennen statt. Am Start sowie beim Sunny Corner, beim Horse Shoe und im Ziel werden Flutlichter installiert. In den Zwischenstücken werden Fackeln aufgestellt.
1935
Auf grosser Fahrt: Schweiz I (Reto Capadrutt, Fritz Feierabend, A. Lardi und H. Tami) fährt an der Bob-Weltmeisterschaft 1935 in St. Moritz auf den dritten Podestplatz.
1937/38
Beim Ziel wird erstmals ein elektrischer Lautsprecher installiert. Lautsprecher sind nun am Start, beim Sunny Corner, beim Horse Shoe und im Ziel vorhanden.
1937
Die Viererbob-Weltmeister von St. Moritz 1937: Frederic J. McEvoy, D. S. Looker, Charles Green und C. Mackintosh.
1938
Auf dem Weg zur Bronzemedaille: Fritz Feierabend und Josef Beerli aus Engelberg an der Zweierbob-Weltmeisterschaft in St. Moritz 1938.
1938
1938 findet die erste offizielle Zweierbob-Weltmeisterschaft in St. Moritz statt.
1939-45
Aufgrund des Zweiten Weltkriegs wird die Bobbahn nicht gebaut.
1947
An der Weltmeisterschaft im Zweierbob in St. Moritz 1947 gewinnen Fritz Feierabend und Stephan Waser Gold.
1947
Erleben Sie, wie man 1947 den Wall Corner weltmeisterlich durchfuhr.
1948
Wie erlebte man 1948 eine Bobfahrt im Olympia Bob Run? Das zeigt ein historisches Video.
1948
An den Olympischen Winterspielen in St. Moritz gewinnt die Schweiz mit Felix Endrich und Fritz Waller Gold im Zweierbob. Der Schweizer Bobkonstrukteur Fritz Feierabend gewinnt mit Paul Eberhard Silber. Beim Bob handelt es sich um eine neue Konstruktion mit aerodynamischer Verkleidung und mit einzeln aufgehängten Kufen an der Hinterachse.
1948
St. Moritz ist Austragungsort der V. Olympischen Winterspiele. Wegen des Zweiten Weltkriegs gab es zwölf Jahre lang keine Winterspiele.
1954
Hollywood in St. Moritz: So filmte man 1954 im Bob Run.
1955
An den Weltmeisterschaften 1955 verpassen Franz Kapus und Heinrich Angst im Zweierbob knapp die Silbermedaille.
1955
Fritz Feierabend, Abi Gartmann, Harry Warburton und Rolf Gerber (von rechts) gewinnen an der Weltmeisterschaft in St. Moritz 1955 Silber.
1956
Der Horse Shoe wird mit einer Bruchsteinmauer verstärkt.
1957
Am 10. Februar 1957 werden Hans Zoller, Hans Theler, Robert Küderli und Heinz Leu Weltmeister im Viererbob (Schweiz 1). Es ist der letzte Schweizer Weltmeistertitel bis 1971 (René Stadler, Viererbob), beziehungsweise bis 1977 (Hans Hiltebrand und Heinz Meier, Zweierbob).
1957
An den Bob-Weltmeisterschaften 1957 landet das amerikanische Viererteam auf dem dritten Podestplatz – und im Stroh.
1958
Hans Zoller und sein Team haben trainiert. Genügt es für den Sieg an den Schweizer Meisterschaften in St. Moritz?
1959
Und wieder steht St. Moritz im Zeichen des Sports: 1959 werden hier die Bob-Weltmeisterschaften ausgetragen.
1959
Erleben Sie, wie an den Weltmeisterschaften 1959 ein neuer Bahnrekord aufgestellt wird.
1963
Zoller und Zimmermann aus Basel werden verdient Schweizer Meister im Zweierbob. Die Viererbob-Schweizermeisterschaften werden nach Igls verschoben, weil die Bahn in St. Moritz zu schnell ist. Um 1963 wird die Strecke gerade im Zielbereich deshalb mehrmals angepasst.
1965
Kanada gewinnt: Der Viererbob von Olympiasieger Victor Emery mit Gerald Presley, Michael Young und Peter Kirby fährt 1965 an der 10. Weltmeisterschaft in St. Moritz Gold heraus. Im Zweierbob siegt das britische Duo Anthony Nash und Robin Dixon.
1966
Anthony Nash und Robin Dixon stellen 1966 einen neuen Streckenrekord auf.
1969
Nach über 40 Jahren als Präsident des Saint Moritz Bobsleigh Clubs wird Hubert Martineau von Gunter Sachs abgelöst.
1970
In den frühen 1970er-Jahren tauchen erste Werbebotschaften auf Bobs auf. Im Bild: Hans Candrian und Gion Caviezel, die Bronzegewinner der Bob-Weltmeisterschaft 1970 in St. Moritz.
1970
Der Titelverteidiger Deutschland wurde im vierten Lauf vom eingespielten italienischen Team eingeholt. Weltmeistertitel für Italien, Platz zwei für Deutschland und Bronze für die Schweiz.
1972
Mit Überraschung: Der Viererbob Schweiz III von Hansruedi Müller gewinnt unerwartet die Europameisterschaften 1972.
1974
Überlegene Weltmeister im Zweierbob: Die beiden Deutschen Wolfgang Zimmerer und Peter Utzschneider an der WM 1974 in St. Moritz.
1977
Siegerehrung der Viererbob-WM 1977 in St. Moritz: Links die Mannschaft BRD II mit Jakob Resch (oben rechts), Herbert Berg, Fritz Ohlwärter und Walter Barfuss; in der Mitte die Sieger-Mannschaft DDR I mit Meinhard Nehmer (oben rechts), Hans-Jürgen Gerhard, Bernhard Germeshausen und Raimund Bethge; rechts die Schweizer Erich Schärer, Ruedi Marti, Sepp Benz und Ueli Bächli (im Uhrzeigersinn).
1980
Für den Bahnbau und den Unterhalt des Olympia Bob Runs ist – statt wie bisher der Bobclub – neu der Kur- und Verkehrsverein St. Moritz zuständig. Es wird eine Betriebskomission eingesetzt.
1982
Erich Schärer und Max Rüegg fahren an der Bob-Weltmeisterschaft 1982 in St. Moritz zur Goldmedaille.
1987
Start zum Weltmeister-Sieg 1987 in St. Moritz: Hans Hiltebrand, Urs Fehlmann, Erwin Fassbind und Andre Kiser (Schweiz II).
1987
Da die Garderobensituation am Start nicht befriedigend ist (über 20 Mannschaften pro Rennen), entscheidet die Betriebsleitung, das Curlinghaus von Samedan zu übernehmen und dieses am Start als zusätzliche Garderobe zu platzieren. Der Transport des Chalet in einem Stück wird zu einem Spektakel.
1990
Unglücklicher Ausgang: Der dreifache Kugelstossen-Weltmeister Werner Günthör versucht sich als Anschieber im Bobsport. Rückenprobleme setzen dem Athleten allerdings zu, aus einer weiteren sportlichen Karriere wird – auch 1990 an der Weltmeisterschaft in St. Moritz – nichts.
1991
Die Garderobe wird vom Start ins Ziel verlegt, das erste Zielhaus des Olympia Bob Run entsteht. Grund für die Verlegung sind die langen Wartezeiten der Athleten (in neuen, leichten Rennanzügen) für den Transport von Mannschaft und Bob an den Start.
1991
Inspiriert von den Dreharbeiten des Willy-Bogner-Films «Fire & Ice», wurde 1991 erstmalig ein Bob-Run-Skating-Rennen durchgeführt. Bis zu 150 Eishockeyspieler in kompletter Eishockey-Ausrüstung brausten den Olympia Bob Run St. Moritz – Celerina mit bis zu 80 km/h hinunter und lieferten sich spannende Rennen.
1993
Das Sunny Haus, wo sich die Bahnarbeiter seit Jahrzehnten verpflegen, wird ausgebaut. Hierzu wird ein eigens verantwortlicher Club, der «Sunny Member Club», gegründet.
1997
An der 17. in St. Moritz stattfindenden Bob-Weltmeisterschaft erzielt Schweiz 1 mit Reto Götschi, Guido Acklin, Daniel Giger und Beat Seitz Bestzeiten. Alle drei Schweizer Teams fahren auf das Podest, werden jedoch disqualifiziert, weil die Achsen nicht regelkonform sind.
1998
Und auch das gibt es: Hornschlitten-Rennen im Olympia Bob Run St. Moritz Celerina.
1998
Mit Skis durch den Bob Run: Dreharbeiten zu einem neuen Film von Willy Bogner.
2001
Mit Startrekord auf den 5. Platz: Schweiz 1 von Reto Götschi an der Weltmeisterschaft 2001 in St. Moritz.
2001
Zur Führung des Olympia Bob Run St. Moritz Celerina wird der Kur- und Verkehrsverein St. Moritz durch eine „Einfache Gesellschaft“ mit den beiden Gemeinden und Kur- und Verkehrsvereinen von St. Moritz und Celerina entlastet.
2004
Das Schweizer Fernsehen zeigt, wie man im 2004 den Olympia Bob Run auf Schlittschuhen hintersauste.
2011
Der langjährige Clubpräsident Gunter Sachs verstirbt. Sein Amt übernimmt Rolf Sachs, der Sohn von Gunter Sachs.
2014
Vom Bridge Corner ins Ziel schlittern statt fahren? Das passierte 2014 einem amerikanischen Viererbob-Team nach einem Sturz.
2017
Eiskanal statt Rally-Piste: Der Stuntman Mark Higgins wagt sich 2017 in einem Auto auf den Bob Run.
2019
Rolf Sachs wird als Präsident des Saint Moritz Bobsleigh Clubs ehrenvoll verabschiedet. Seine Nachfolge tritt Fritz Burkard an.
2020
St. Moritz heisst die AthletInnen der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 willkommen. Hier finden die Wettbewerbe im Eisschnelllauf auf dem gefrorenen St. Moritzer See sowie Bobsleigh, Rodeln und Skeleton auf dem Olympia Bob Run St. Moritz Celerina statt.
2021
So funktioniert das Filmen im Bob Run heute. Erleben Sie den Bob Run virtuell.
2022
Am 21. Dezember 1897 wurde in St. Moritz im Kulm Hotel der erste Bobclub der Welt gegründet. Nun, im Jahr 2022, feiert der Saint Moritz Bobsleigh Club seinen 125. Geburtstag. Zum Jubiläum gehören unter anderem ein Gala-Dinner am Gründungsort, dem Hotel Kulm.
2023
St. Moritz ist Austragungsort der IBSF Bob & Skeleton Weltmeisterschaften und der IBSF Para Sport Weltmeisterschaften. Die Meisterschaften finden auf dem Olympia Bob Run statt. Impressionen gibt es im Film.
2023
Ein Meilenstein der Bobgeschichte: In St. Moritz, dem Geburtsort von Bob und Skeleton, entstand um 2012 der Para-Bob, ein Bob für körperlich eingeschränkte Sportlerinnen und Sportler. In St. Moritz gehört Para-Bob nun erstmals zum Programm der herkömmlichen Bob-Weltmeisterschaft. Die Goldmedaille in der gemischt-geschlechtlichen Disziplin holt sich Hermann Ellmauer aus Österreich.