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Die umgangssprachlich als “Siebentagefieber“ bekannte Krankheit – früher auch “Dandy- oder Knochenbrecherfieber“ genannt, heute in den meisten tropischen und subtropischen Ländern als “Dengue-Fieber“ bekannt – entwickelt sich aufgrund einer Infektion, die vom gleichnamigen Virus hervorgerufen wird. Dieses Dengue-Virus wird durch den Stich der in jenen Gebieten verbreiteten Gelbfiebermücke übertragen, der Stegomyia aegypti, früher als Aedes aegypti registriert – Überträger sind stets die weiblichen Exemplare, in der Umgangssprache als Ägyptische Tigermücke oder auch Dengue-Mücke bekannt.
Die Krankheit äussert sich in Symptomen, die einer heftigen Grippe ähnlich sind – bei schweren Fällen kann es auch zu inneren Blutungen kommen, einem “Hämorrhagischen Denguefieber“, das tödlich enden kann. Lateinamerika, Zentralafrika, Indien, Südostasien, Teile des pazifischen Raumes und der südlichste Teil der USA sind die bedeutendsten Verbreitungsgebiete.
Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt inzwischen in endemischen Regionen – die WHO (Weltgesundheits-Organisation) schätzt, dass jährlich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen an Dengue erkranken, bei 500.000 ist der Krankheitsverlauf schwer, und 22.000 führen zum Tod – 90% der schwer Erkrankten sind Kinder. Die WHO hat festgestellt, dass sich die Erkrankungen von 2000 bis 2010 weltweit verdoppelt haben.
Zwei Pflanzen der Caatinga (halbtrockene Zone), die dort sehr häufig vorkommen – die “Cutia“ (Raulinoa enchinata) und die “Amburana“ (Amburana cearensis) – werden derzeit von einer Forschergruppe des “Instituto Nacional do Semiárido“ untersucht, weil sie Stoffe enthalten, die von den Einheimischen als Biopestizide zur Abwehr gegen Moskitos in Gebrauch sind – auch gegen die Stegomyia aegipti, die Überträgerin des Dengue-Virus. Erste Test demonstrierten, dass die Inhaltsstoffe dieser Pflanzen in der Lage sind, bis zu 50% der Moskitolarven abzutöten, ein Referenzwert, der sie als wirksam klassifiziert.
Der Koordinator der Untersuchung, Alexandre Gomes, berichtet, dass eine Forschergruppe des “Núcleo de Bioprospecção e Conservação da Caatinga“ seit 2011 die Pflanzen des Caatinga-Bioms auf Substanzen untersucht, die eventuelle Eigenschaften zur Abtötung der Moskitolarven besitzen könnten. “Wir wussten bereits, dass die aromatischen Substanzen gewisser Pflanzen, die man an ihrem starken Geruch erkennen kann, auch Terpinoide genannt, als Insektizide zu gebrauchen sind. Wenn ich zum Beispiel ein Blatt der Pitanga (Eugenia uniflora) zerquetsche, steigt mir ein starker Geruch der Pitanga-Frucht in die Nase. Dasselbe geschieht beim Zerdrücken einer Gewürznelke. Jene Pflanzen enthalten eine Menge dieser Substanzen, die man als Terpinoide bezeichnet“, erklärt er. Auch die essenziellen Öle von Cutia und Amburana gewinnt man aus dem Saft ihrer Blätter.
Die Forscher testeten die essenziellen Öle verschiedenster Pflanzen, indem sie einem Modell folgten, welches von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegeben ist. “Man nimmt ein paar Behälter, in unserem Fall Wegwerfbecher, und mischt in jedem Becher etwas Essenz mit Wasser – insgesamt zirka 50 ml pro Becher – jeden bestückt man dann mit je 10 Larven des Moskitos. Nach 24 Stunden schauen wir nach, wie viel Larven gestorben sind, und ob das Ergebnis zufriedenstellend ausgefallen ist“.
Alexandre Gomes erklärt, dass der Gebrauch von pflanzlichen, organischen Pestiziden einen grossen Vorteil insofern darstellt, als diese Substanzen selektiv angewendet werden können, also nur ganz bestimmte Schädlinge abhalten oder eliminieren. Die Ergebnisse der Tests haben gezeigt, dass besagte Öle mehr als 50% der Larven abgetötet haben, “und damit wird ein Produkt nach WHO-Kriterien als effizient eingestuft“, schliesst Gomes seinen Bericht.
Die Tests
Um nun diese essenziellen Öle auch in kommerziell verwendbare Produkte zu verwandeln, müssen die Forscher noch untersuchen, ob sie nur den Moskitos schaden und nicht etwa auch den Menschen, von denen sie eingesetzt werden.
“Obgleich es Naturprodukte sind, müssen wir herausfinden, in welcher Dosis man sie anwenden darf, wann sie anfangen, schädliche Nebenwirkungen beim Benutzer hervorzurufen. Also befinden wir uns nun in einer Testphase – diese toxikologischen Tests werden uns erlauben, genaue Dosen der Anwendung festzulegen. Noch im ersten Semester dieses Jahres haben wir die Ergebnisse“.
Der Wissenschaftler erwartet, das seine Gruppe sich bereits ab dem zweiten Semester nach Partnerschaften innerhalb privater Sponsoren umsehen wird, um mit ihrer Unterstützung diese neuen Substanzen auf den Markt zu bringen.
“Leider ist ein Forscher in Brasilien nicht in der Lage, selbst als Unternehmer aufzutreten. Dies ist das grosse Hindernis der Forscher: Ihre gelungene Forschung auch in Produkte zu verwandeln. So was können wir nur mittels einer privaten Initiative erreichen“!
Die für die Forschung benutzten Pflanzen wurden im “Parque Nacional do Catimbau“, im Bundesstaat Pernambuco, gesammelt – man findet sie auch in den Bundesstaaten Sergipe und Espírito Santo.