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2017 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ) 317 als Amphetamin deklarierte Proben zur Analyse abgegeben; 45 Proben weniger als 2016. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich1.
Risikoeinschätzung
Neben den bekannten Nebenwirkungen und dem psychischen Abhängigkeitspotential von Amphetamin, stellen der stark variierende Amphetamingehalt, die Syntheseverunreinigungen und die Streckmittel ein Gesundheitsrisiko dar. Durch den Konsum von mit Lösungsmitteln (z. B. Phenylaceton) versetztem Amphetamin („Paste“) können ausserdem die Schleimhäute angegriffen werden. Es handelt sich bei diesen Lösungsmitteln um leicht entflammbare und meist giftige Stoffe. Die Auswirkungen des Konsums von Syntheseverunreinigungen (z. B. DPIA) sind bisher kaum erforscht und stellen somit ein unbekanntes Risiko dar. Der variierende und oft hohe Amphetamingehalt stellt für die Konsumierenden ein Risiko dar, da optisch nicht erkennbar ist, wie hoch der effektive Amphetamingehalt der jeweiligen Probe ist und deshalb die Gefahr einer Überdosierung besteht. Bei hohen Dosen Amphetamin können Halluzinationen, Kreislaufversagen, Schlaganfälle bis hin zu Nieren-, Leber- und Herzversagen auftreten. Amphetamin Safer Use
Amphetamingehalt 2017
Grafik 1 stellt die Amphetamin*HCI2-Werte (Wirkstoffgehalt) der analysierten Proben von 2007 – 2017 dar. Der Durchschnittsgehalt betrug 2017 51.0 % Amphetamin*HCI. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Gehalt um 6.4 % gestiegen3. Der Amphetamingehalt der analysierten Proben variierte stark und lag zwischen 0.8 % und 95.2 % Amphetamin*HCl.
1 Aufgrund von technischen Anpassungen werden für das Jahr 2017 hier nur die Amphetamin-Proben aus dem DIZ vorgestellt. 2016 wurden sowohl die Daten aus dem DIZ wie auch aus den mobilen Drug-Checkings ausgewertet.
2 Amphetamin wird meist in Sulfatform gehandelt. Aufgrund der Analysemethode wird der Amphetamingehalt hier als Hydrochlorid (HCl) angezeigt.
3 Die Differenzen im Vergleich zum Vorjahr werden im Folgenden jeweils in Klammern angegeben.
Bei Amphetamin handelt es sich meistens um ein Gemisch aus dem zu erwartenden Wirkstoff Amphetamin, Streckmitteln ohne Wirkung und/oder pharmakologisch wirksamen Streckmitteln. 70.0 % der abgegebenen Amphetaminproben waren 2017 mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt und/oder enthielten Synthese-verunreinigungen (-5.7 %). Syntheseverunreinigungen ergeben sich vermutlich aus einer unsachgemässen Herstellung von Amphetamin. Die vermutlich toxischen Syntheseverunreinigungen erhöhen das Konsumrisiko und sind zusätzlich gesundheitsschädigend. Ab welchen Dosierungen diese gesundheitsschädigend sind ist meist unbekannt und stellt damit ein nicht kalkulierbares Risiko dar. Bei Lösungsmitteln ist nicht auszuschliessen, dass diese dem Amphetamin erst nachträglich beigemischt werden. Dadurch wird das Pulver zur Paste, was von den Konsumenten vermutlich eher nachgefragt wird.
Amphetamingehalt in % von 2007-2017 (N=2'070)
Streckmittel in analysierten Amphetaminproben, 2007-2017 (N=2‘070)
Grafik 2 zeigt die Entwicklung des Anteils an Amphetaminproben, welche mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt waren, sowie den Anteil Koffein, Syntheseverunreinigungen und weitere Streckmittel in Amphetaminproben von 2007 bis 2017.
Häufigste analysierte Streckmittel und unerwartete Substanzen in Amphetamin im 2017 (n=222)
Im Folgenden werden die häufigsten im Jahr 2017 analysierten pharmakologisch wirksamen Streckmittel mit ihren Wirkungen und Risiken aufgeführt. Folgende Grafik gibt dazu einen Überblick: