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Bei einfachen Websites nimmt ein Webserver Anfragen von einem Browser in Form einer URL entgegen. Wenn ein User im Browser einen Link anklickt, wird die hinter diesem Link programmierte URL zu einem Server im Internet geschickt. Die URL ist eine Adresse für eine Webseite, die auf einem Server gespeichert ist. Die Webseite ist in HTML Codiert. Der Server liest die gewünschte Webseite von der Disk ein und schickt sie über das Internet an den Browser. Der Browser interpretiert die HTML-Tags dieser Seite und stellt die Seite dar. Normale HTML-Seiten sind einfache Dateien, die auf der Disk eines Servers gespeichert sind und 1:1 an einen Browser geschickt werden.
Solche HTML-Dateien sind sehr statisch und unflexibel. Wenn man die Struktur einer Website ändern möchte und neue Inhalte einfügen möchte, müssen Links in vielen Seiten angepasst werden, was sehr umständlich und fehlerträchtig ist. Daher hat man flexiblere Techniken entwickelt, die es ermöglichen, Inhalte zum Beispiel in einer Datenbank zu speichern und diese dynamisch beim Abruf in eine HTML-Seite einzubauen. Möglich wird dies durch eine CGI genannte Technik. Eine Webseite, die CGI nutzt, kann Programmieranweisungen enthalten, welche der Webserver ausführt. Diese Anweisungen können zum Beispiel Inhalte aus einer Datenbank lesen und daraus eine HTML Seite generieren, welche der Server dann an den Browser sendet.
ASP (Active Server Pages) ist eine CGI-Technologie von Microsoft. Als Programmiersprache kommt Visual Basic zum Einsatz. Unter Linux ist PHP die verbreitetste CGI-Technik. Eine ASP-Webseite, erkennbar an der Endung .asp in der URL, enthält also Visual Basic Code, der ausgeführt wird, sobald die entsprechende Seite vom Browser aufgerufen wird.
Beim Code einer ASP-Seite kann es sich um sehr komplexe Anwendungen wie Content Management Systeme oder Wikis handeln.
Das Wiki ist also ein auf dem Webserver gespeichertes Programm, das immer dann in Aktion tritt, wenn die entsprechende ASP-Seite per URL aufgerufen wird. Eine URL sieht zum Beispiel so aus:
http://walter.bislins.ch/wiki/index.asp?page=Seitenname
http:// bezeichnet das verwendete Protokoll (HTTP = HyperText Transfer Protokoll).
walter.bislins.ch ist der Domain-Name (eigentlich nur bislins.ch). Er gibt an, auf welchem Server im Internet die angeforderte Webseite gespeichert ist.
/wiki/ ist ein Verzeichnis auf diesem Webserver.
index.asp ist die angeforderte Webseite. In diesem Fall ist es ein ASP-Programm, nämlich das Wiki, das dann eine bestimmte Webseite generiert. Dem Wiki muss nun noch mitgeteilt werden, welche Seite, welche zum Beispiel in einer Datenbank gespeichert sein kann, aufgerufen werden soll.
?page=Seitenname teilt dem ASP-Programm in index.asp (also dem Wiki) mit, welche Seite es generieren und an den Browser zurück schicken soll.
Das Wiki speichert die Seiten nicht in einer Datenbank, sondern als normale Dateien in Verzeichnissen auf dem Server, was performanter ist als eine Datenbank. Dabei speichert das Wiki alle Versionen einer Seite in einer Datei, wobei normalen Usern jedoch immer nur die letzte Version präsentiert wird. Die Informationen auf der Seite sind nicht in HTML Codiert, sondern in der Wiki-Syntax. Diese ist für einfache Texte wesentlich einfacher zu handhaben als HTML. Andererseit kann das Wiki aber auch per Makros, WScript und JavaScript vom Autor programmiert werden, um dynamische Inhalte zu generieren oder Inhalte zu filtern und zu sortieren usw. Zudem kann das Wiki automatisch Inhaltsverzeichnisse generieren, Bilder und andere Medien einbinden und vieles mehr.
Das Wiki hat aber nicht nur die Aufgabe, Seiten an den Browser zu schicken. Es ermöglicht auch das Erstellen und Editieren von Seiten direkt auf dem Server. Es können sogar mehrere Personen gleichzeitig an derselben Seite editieren. Die gemachten Änderungen werden vom Wiki automatisch zusammengeführt. Das Wiki verwaltet auch die Links zwischen den Seiten. Links, die ins Leere führen, werden rot gekennzeichnet. Zudem stellt das Wiki Verwaltungsfunktionen bereit, über die man verschiedene Versionen einer Seite vergleichen kann, zuletzt gemachte Änderungen abrufen kann und nicht zuletzt stellt das Wiki umfangreiche Suchfunktionen bereit.
Texte auf einer Webseite müssen irgendwie mit Formatieranweisungen versehen werden. Bei klassischen Webseiten verwendet man dazu HTML-Tags. Um ein Wort fett zu schreiben, schreibt man in HTML:
<strong>fett</strong>
Das Wiki hat eine einfachere Auszeichnungssprache. Um ein Wort im Wiki fett zu schreiben, gibt man ein:
'''fett'''
In diesem Fall ist der Unterschied nicht gross. Aber schon bei Links wird es in HTML komplizierter. Zunächst muss man die URL oder den Dateinamen der verlinkten Webseite kennen. Durch Beschränkungen des Dateisystems können für Dateien nicht beliebige Namen vergeben werden, sodass eine 1:1 Beziehung zwischen Link-Text und Dateiname nicht möglich ist. Ein Link in HTML sieht so aus:
<a href="dateiname.html">Linktext</a>
Im Wiki kann man einfach schreiben:
[[Seitenname]]
Hier wird Seitenname als Linktext verwendet und Seitenname ist gleichzeitig auch der Name der verlinkten Datei. Das Wiki generiert daraus intern einen für das Dateisystem genehmen Namen.
Noch komfortabler wird das Wiki beim Einbinden von Medien wie Bildern. Das Wiki erlaubt das uploaden von Bildern auf den Webserver, von wo sie dann sehr einfach in eine Seite eingebunden werden können. Dabei kann über Flags gesteuert werden, wie das Bild auf der Seite platziert werden soll. Ja, es können sogar Zoom-Effekte definiert werden, was mit HTML alleine gar nicht möglich ist. Ein Bild mit Zoom wird zum Beispiel im Wiki so definiert:
[[Bild:dateiname.jpg|zoom|200px|right|Beschreibung]]
Daraus generiert das Wiki mehrere Zeilen HTML- und JavaScript-Code, was nur ein Programmierer zu stande bringen würde.