Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03468.jsonl.gz/300

Zuger Berg- und Strassenbahn
|Kürzel||ZBB|
|Bahntyp||Trambahn|
|Betriebseröffnung||1907-03-20|
|Mutiert||Ab 1959-05-30 Zuger Bergbahn und Bus|
|Betriebseinstellung||1959-05-10|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1907 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte Tramlinie vom SBB-Bahnhof Zug nach Schönegg war im Besitz der Aktiengesellschaft ZBB. Die ZBB hatte keine Anleihen. Das Kapital stammte vor allem von Privaten und einer Bank in Zürich. Den zweiten Bestandteil des Unternehmens bildete die ebenfalls 1907 in Betrieb genommene Standseilbahn von Schönegg auf den Zugerberg. In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz der Tramlinie sind die Zahlen der Standseilbahn inbegriffen. Die Tramstrecke war durchgehend einspurig angelegt.
Obwohl die ZBB eine reine Aktiengesellschaft ohne feste Anleihen war, vermerkte die Statistik 1911 bis 1913 ohne nähere Angaben Zinszahlungen für Anleihen. Die Bilanz und die Anlagegelder waren deutlich höher als die Baukosten, weil in den beiden Ersteren die Seilbahn inbegriffen war, deren Wert die Statistik von 1920 mit 290'000 Franken angab. Aufgrund der finanziellen Verflechtung zwischen Seil- und Trambahn sind die Zahlen zur ZBB teils verwirrlich. Die Tramlinie war nämlich im Gegensatz zur Seilbahn defizitär. 1920 beispielsweise fuhr das Tram einen Betriebsverlust von 14'200 Franken ein. Dem stand ein Gewinn der Seilbahn von 38'700 Franken gegenüber. Zuzüglich der Betriebssubventionen von 12'000 Franken, die überwiegend von der öffentlichen Hand stammten (Stadt Zug 8000 Franken, Korporation Zug 2000 Franken, Kurhaus «Schönfels» und Hotel «Felsenegg» je 1000 Franken), resultierte somit aus dem operativen Geschäft ein Überschuss von 36'500 Franken, was der ZBB 1920 erstmals erlaubte, eine Dividende zu zahlen. Den Abbau des Passivsaldos und der schwebenden Schulden ab 1918 verdankte die ZBB hauptsächlich dem Erfolg der Seilbahn. Das Transportangebot des Trams, das als Zubringer zur Seilbahn fungierte, wurde mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 stark eingeschränkt. Trotzdem war und blieb es im gesamten beobachteten Zeitraum nicht kostendeckend.
Die Baukosten der Tramlinie waren mit 131'300 Franken pro Bahnkilometer tief (Stand 1920). Den grössten Kostenpunkt stellte das Rollmaterial dar, das 27 Prozent der Gesamtaufwendungen ausmachte. Dahinter folgten der Oberbau mit 20 Prozent und der Unterbau mit 19 Prozent.
Vergleiche auch den Kommentar zur Standseilbahn Schönegg–Zugerberg (ZBB).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: