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Modul 15
Die Behauptung, Kunst könne unabhängig von politischen Systemen existieren, ist blauäugig. Politische Machtverhältnisse und gesamtgesellschaftliche ideologische Vorgaben bestimmen, wie frei ein Künstler über Formen und Inhalte seines Schaffens entscheiden kann. Somit wird künstlerische Freiheit zum Gradmesser für die Liberalität eines politischen Systems. Die Instrumentalisierung von Kunst als Propaganda, als Vehikel zur Vermittlung von religiösen Werten oder auch als oftmals einzige Möglichkeit, zumindest unterschwellig Kritik an den Herrschaftsverhältnissen zu üben, ist der Beweis für die enge Verflechtung von Kunst und Macht.
Anhand von Fallbeispielen wird die Beziehung von Kunst zu Machtverhältnissen untersucht und die Frage gestellt, ob es eine Existenz der Kunst als «l’art pour l’art» gibt oder ob Kunst in jedem Fall gesellschaftlich relevante Funktionen wahrzunehmen hat und Künstlerinnen und Künstler damit auch unvermeidlich eine politische Verantwortung haben.
Modulleitung

||Prof. Dr. Iso Camartin

Iso Camartin (*1944) ist Essayist und Publizist und war auch als Fernsehmoderator tätig. Er studierte Philosophie und Romanistik in München, Bologna und Regensburg und promovierte über den deutschen Idealismus. Von 1974 bis 1977 arbeitete er als Research Fellow am „Center for European Studies“ der Harvard University. Neben seinem publizistischen Schaffen insbesondere für die NZZ war er Lehrbeauftragter an verschiedenen Schweizer Universitäten. Von 1985 bis 1997 war er ordentlicher Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der ETH und an der Universität Zürich. Zwischen 1996 und 1998 moderierte er die Sendung Sternstunde Kunst auf SRF 1. Von 2000 bis 2003 leitete er die Kulturabteilung des Schweizer Fernsehens. Zwischen 2004 und 2012 war er für die "Opernwerkstatt" am Opernhaus Zürich verantwortlich. Iso Camartin ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Schriftstellervereinigung Autorinnen und Autoren der Schweiz und des PEN-Clubs. Heute lebt er als freier Autor und Kulturwissenschaftler in Zürich und in New Jersey.
Referent

||Prof. Dr. Bodo Mrozek

Bodo Mrozek ist promovierter Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung „Geschichte der Medien und Informationsgesellschaft“ des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF). Zuletzt erschien „Jugend – Pop – Kultur. Eine transnationale Geschichte“ (Suhrkamp 2018). Bodo Mrozek lehrt Kulturgeschichte an Berliner Universitäten. Er ist Mitherausgeber einer zweibändigen "Popgeschichte" (Transcript 2014) und Redakteur des mehrsprachigen akademischen Gruppenblogs pophistory.