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Unfall
Prävention & Versicherung
Ida und Ben möchten sich für den Fall eines Unfalls absichern. Ida ist angestellt, Ben selbstständig. Was sind ihre Rechte und Pflichten? Was muss Ida’s Arbeitgeberin tun, um Unfälle zu verhindern?
Ida ist als in der Schweiz beschäftigte Arbeitnehmerin obligatorisch unfallversichert. Die Versicherung ruht, wenn Ida der Militärversicherung oder einer ausländischen obligatorischen Unfallversicherung untersteht. Arbeitet Ida weniger als 8 Stunden pro Woche für eine Arbeitgeberin, ist sie nur gegen Berufsunfälle versichert. Unfälle auf dem Arbeitsweg gelten in diesem Fall als Berufsunfälle.
Die Arbeitgeberin übernimmt die Prämien für die Versicherung der Berufsunfälle. Ida übernimmt die Prämien für die Versicherung der Nichtberufsunfälle. Eine abweichende Regelung zugunsten von Ben ist möglich. Die Arbeitgeberin zieht Ida’s Anteil von der Prämie vom Lohn ab.
Der Versicherer muss Ida auf Anfrage über ihre Rechte und Pflichten aufklären.
Ida bleibt obligatorisch unfallversichert, wenn sie arbeitslos wird, sofern sie die Voraussetzungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes erfüllt. Die Arbeitslosenkasse zieht höchstens zwei Drittel der Prämie für die obligatorische Versicherung der Nichtberufsunfälle von der Arbeitslosenentschädigung ab.
Wohnt Ben in der Schweiz, kann er sich als selbstständig Erwerbstätiger und seine nicht obligatorisch versicherten mitarbeitenden Familienmitglieder freiwillig versichern. Ben kann sich auch dann freiwillig versichern, wenn er teilweise als Arbeitnehmer tätig ist. Der Versicherer kann den Abschluss einer Versicherung in begründeten Fällen ablehnen. Bezahlt Ben die Prämie nicht oder macht er beim Abschluss des Vertrages oder über einen Unfall unwahre Angaben, kann der Versicherer ihn ausschliessen. Entscheidet sich Ben gegen eine freiwillige Unfallversicherung, muss er sich bei der Krankenkasse gegen Unfall versichern, welche aber nur die Behandlungskosten übernimmt.
Wohnt Ida in der Schweiz und arbeitet sie weniger als 8 Stunden pro Woche bei einer Arbeitgeberin, muss sie sich über ihre Krankenkasse gegen Unfall versichern, wobei die Krankenkasse nur die Behandlungskosten und keine Taggelder übernimmt. Sobald Ida mehr arbeitet, kann sie dies der Krankenkasse melden, welche die Unfalldeckung sistiert.
Die Arbeitgeberin von Ida ist verpflichtet, alle notwendigen und angemessenen Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen zu treffen. Ida muss ihre Arbeitgeberin in der Durchführung der Massnahmen unterstützen. Sie muss insbesondere persönliche Schutzausrüstungen benützen und die Sicherheitseinrichtungen richtig gebrauchen. Die Arbeitgeberin trägt die Kosten für die Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen.
Unfallversicherung für Arbeitslose
Die Versicherung beginnt an dem Tag, an dem Ida
- das Arbeitsverhältnis beginnt oder
- erstmals Lohn erhält oder
- spätestens wenn er sich auf den Weg zur Arbeit begibt.
Die Versicherung endet
- mit dem 31. Tag nach dem Tag, an dem der Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört
- für arbeitslose Personen mit dem 31. Tag nach dem Tag, an dem letztmals die Anspruchsvoraussetzungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz oder die Entschädigungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz bezogen worden sind.
Der Versicherer hat Ida die Möglichkeit zu geben, den Vertrag bis zu sechs Monate zu verlängern. Ida und der Versicherer müssen diese Verlängerung vor Ende der Versicherung vereinbaren. Die Arbeitgeberin bzw. die Arbeitslosenkasse müssen Ida über die Möglichkeit der Verlängerung informieren.
Unfallversicherung für selbstständig Erwerbstätige
Der Vertrag ist schriftlich. Er muss namentlich den Beginn, die Mindestdauer und das Ende der Versicherung regeln.
Der Vertrag endet mit
- der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit oder
- der Aufgabe der Mitarbeit als Familienmitglied oder
- dem Einbezug in die obligatorische Versicherung.
Der Versicherer muss Ben vor Ausschluss aus der Versicherung wegen Nichtbezahlens der Prämie schriftlich mahnen.
Unfallversicherung für Nichterwerbstätige
Unfälle sind über die Krankenversicherung gedeckt, sobald die Unfalldeckung nach dem Unfallversicherungsgesetz aufhört.
Die Krankenkasse muss Ida über ihr Recht, die Unfalldeckung zu sistieren, beim Beitritt zur sozialen Krankenversicherung schriftlich informieren. Nach Ida’s Antrag beginnt die Sistierung frühestens am ersten Tag des folgenden Monats.