Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03130.jsonl.gz/955

Arbeit und Brot
Im zweiten Stockwerk des Hauses geht es darum
– wo die Bündnerinnen und Bündner Arbeit fanden und finden.
– wie sie ihr tägliches Brot verdienten und verdienen.
Die einzelnen Räume behandeln folgende Themen:
– Landwirtschaft
– Gewerbe und Industrie
– Verkehr
– Tourismus
– Auswanderung und Einwanderung
Der grösste Teil der Bündner Bevölkerung lebte bis weit ins 19. Jahrhundert von der Berglandwirtschaft. So weit wie möglich galt das Prinzip der Selbstversorgung. Die Haupteinnahme kam aus dem Verkauf von Vieh. Nach 1900 begann die Marktwirtschaft die Selbstversorgung zu verdrängen. Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Zahl der Betriebe trotz staatlicher Unterstützung rasch ab. Heute sucht die Bündner Landwirtschaft eine neue Identität, unter Betonung von Landschaftspflege und biologischer Nischenproduktion.
Das traditionelle Handwerk basierte vor allem auf den lokalen Ressourcen Holz, Stein, Wasserkraft und Erzvorkommen. Bis ins 19. Jahrhundert gab es ausserhalb der Zentren wenige Handwerker, die nicht gleichzeitig auch Bauern waren. Die wichtigste Ausnahme bildeten die Churer Zünfte. Grosse Industriebetriebe haben sich in Graubünden mit wenigen Ausnahmen nie etablieren können. Bedeutend sind die zahlreichen Wasserkraftwerke.
Vom Transitverkehr profitierten die Täler an den Passwegen. Ein letzter Höhepunkt war nach dem Bau der Fahrstrassen in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen. Nachher wurde die Dienstleistung Transitverkehr von der Dienstleistung Fremdenverkehr abgelöst.
Graubünden profitierte von der neuen Begeisterung für die Alpen. Der Zubringerverkehr ersetzte den Transitverkehr, der Tourismus wurde zum Motor der Bündner Volkswirtschaft. Neben die traditionelle Abwanderung aus landwirtschaftlichen Gebieten trat die Zuwanderung in touristische Regionen.
Geblieben sind die enormen Unterschiede zwischen hoch entwickelten Dienstleistungszentren und peripheren, vor allem landwirtschaftlich geprägten Tälern.
Arbeit und Brot: PDF 467KB