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Geiger hatte bereits zur Halbzeit des Wettkampfes am Freitag nach Flügen auf 241 und 223,5 m geführt. Am Samstag liess er Sprünge auf 240,5 und 231,5 m folgen. Vor seinem letzten Sprung war er aber nochmals unter Druck geraten. Granerud segelte unmittelbar vor ihm auf 243 m. Der Deutsche verteidigte seinen Vorsprung letztlich um 0,5 Punkte. Ein halber Punkt über vier Durchgänge ist ein Nichts. Er entspricht 60 Zentimetern oder einer zufälligen Notengebung eines Juroren, der den Flug und die Landung mit 19,0 statt 18,5 Punkten bewertet.
Aber Geiger stahl den Sieg vor dem aufstrebenden Granerud und dem Grossschanzen-Weltmeister Eisenbichler nicht. Bei Laborbedingungen durfte keiner auf Windglück hoffen, jedes Mal musste eine Top-Leistung her. Der Oberstdorfer - nicht als einer der ganz grossen Favoriten zum Flugspektakel angetreten - kam nach einem Wochenende Pause ganz stark zurück. Der Gesamtweltcup-Zweite der Saison 2019/20 war zu seiner hochschwangeren Frau in die Heimat gereist. Mit dem Beginn der Vierschanzentournee quasi vor seiner Haustür dürfte er Vater sein, zudem finden diesen Winter in Oberstdorf noch die Nordischen Weltmeisterschaften statt.
Die Titelkämpfe, die am Sonntag mit dem Team-Springen enden, gehen ohne Schweizer Beteiligung über die Bühne. Der ausser Form geratene Simon Ammann war gar nicht erst angereist, Gregor Deschwanden und Dominik Peter wurden von den slowenischen Behörden am Donnerstag aus dem Verkehr gezogen, nachdem ihr Trainer Ronny Hornschuh positiv auf das Coronavirus getestet worden war.