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Titel und Erfolge
In seinen 135 Jahren hat der FC St. Gallen 1879 nur 5 Titel gewonnen, die ihn im jeweiligen Wettbewerb zur Nummer 1 der Schweiz gemacht hat. Der Meistertitel von 2000 glänzt in der Vereinsgeschichte am hellsten. Trainer Marcel Koller gelang es in kurzer Zeit, ein Team zu formen, das mit den höher bewerteten Konkurrenten mithielt. Die Mannschaft spielte konstant, sie entwickelte mit dem erfolgreichen Saisonstart im Sommer 1999 eine Siegermentalität, die drohende Rückschläge abwenden konnte. Sinnbildlich dafür der Auftakt zur Finalrunde im März: Auswärts gegen die Grasshoppers wurde ein früher 0:3-Rückstand bis zur Pause ausgeglichen. Und als der direkte Konkurrent in der 90. Minute wieder in Führung ging, erzielte Torschützenkönig Charles Amoah auch noch das 4:4. GC wäre der "natürliche" Titelkandidat gewesen, auch Basel, Servette und Lausanne-Sports waren damals eigentlich höher einzustufen. Die Espen aber wurden zum zweiten Mal in der Geschichte Schweizer Meister, der Triumph wurde schon in der viertletzten Runde klar gemacht.
Im Sommer 1903 hatte sich der Verein nach fünf Jahren als "Vereinigter FC St.Gallen“ wieder den ursprünglichen Namen gegeben. Gerade rechtzeitig, schliesslich gewann der FCSG in der Saison 1903/04 seinen ersten Meistertitel. Nur zwölf Spieler wurden für den ersten grossen Erfolg der Vereinsgeschichte eingesetzt. Und nur zehn Matches hatten die St. Galler zu bestreiten. Die Serie A als höchste Spielklasse war in drei Gruppen unterteilt. In der Westgruppe starteten vier Equipen, in der Zentralgruppe sechs Teams und im Osten fünf. Die Anglo-American Wanderers aus Zürich traten gegen den FCSG zu beiden Spielen nicht an. Mit nur einer Niederlage wurde St.Gallen mit 2 Punkten Vorsprung auf die Grasshoppers Gruppensieger. Nach dem 1:1 gegen "West-Meister" Servette in Bern wurde am 10. April der BSC Old Boys aus Basel 1:0 geschlagen. Eine Woche später hatte "OB" die Servettiens 2:0 geschlagen. Es dauerte aber weitere Wochen, bis sich der FCSG als Nummer 1 der Schweiz bezeichnen konnte. Servette hatte Protest gegen die Wertung des Spiels gegen Old Boys eingelegt, der aber abgelehnt wurde.
1969 konnte der FCSG seinen bisher einzigen Cupsieg erringen, in der ersten Saison nach der Rückkehr in die NLA. Auf dem Weg in den Final wurde neben den Young Boys und Servette auch Lugano – auswärts – bezwungen. Die Bianconeri hatten in der Vorsaison den Meistertitel nur knapp verpasst. Im Berner Wankdorf trafen die Espen am Pfingstmontag auf die AC Bellinzona. 24‘000 Zuschauer sahen, wie Rudi Nafziger innerhalb von zehn Minuten die Tore zum 2:0-Sieg erzielte. Drei weitere St.Galler Finalteilnahmen weist die Geschichte des Schweizer Cups nach. 1945 (0:2) waren ebenso die Young Boys Gegner wie 1977 (0:1). Typisch für das wiederholte jähe Scheitern ist das Endspiel von 1998. Die Grün-Weissen führten gegen Lausanne-Sports 2:0, Doppeltorschütze Edwin Vurens vergab die Chance zur Vorentscheidung vom Penaltypunkt. Im Gegenzug fiel das 1:2, kurz vor Schluss der Ausgleich. Am Ende setzten sich die Waadtländer im Penaltyschiessen durch.
Von geringerer Bedeutung war der von 1972 bis 1982 ausgetragene Ligacup, den der FCSG in der Saison 1977/78 gewann. Der Final fand erst nach Beginn der folgenden Saison, am 15. August auf der Winterthurer Schützenwiese statt. Gegen Meister Grasshoppers waren die Espen Aussenseiter. Dann aber zeichnete sich Christian Labhart als Doppeltorschütze aus, den Siegtreffer zum 3:2 besorgte René Müller. Doch auch wenn der Stolz auf die gewonnene Trophäe gross war, sparte sich die Mannschaft von Willy Sommer eine ausgelassene Feier. Die meisten mussten am Mittwochmorgen wieder zur Arbeit ins Büro oder an die Werkbank.
In einer kurzen Ära wurden „Hallenmasters“ als offizielle Wettbewerbe durchgeführt. 1998 gewann der FCSG das Finalturnier in Basel und durfte sich damit Hallenmeister nennen.
Viel bedeutender war etwa der 1.-Liga-Meistertitel von 1965 und die damit verbundene Rückkehr in die Nationalliga B. Nach 8 Jahren spielte der FCSG wieder auf nationaler Bühne. Zu dem Zeitpunkt hätte wohl niemand gedacht, dass drei Jahre später bereits der nächste Aufstieg in die NLA glücken sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt war der FC St. Gallen 1879 in der „ewigen Rangliste“ der 1933 gegründeten Nationalliga A nur im 20. Rang klassiert, heute sind wir immerhin die Nummer 8. Der erste NLA-Aufstieg wurde 1935 gefeiert, im Final um den Meister der 1. Liga – die NLB wurde erst 1944 eingeführt – wurde Mitaufsteiger Aarau besiegt. Für die zweite Promotion von 1939 war auch der Sieg im Final gegen den FC Cantonal aus Neuenburg vonnöten, erneut durften sich die Grün-Weissen Meister der 1. Liga nennen. Nun blieb der FCSG für sechs Jahre oben, wobei 1941 der Abstieg nur dank Vergrösserung der Liga verhindert wurde. 1949 wurde der dritte Aufstieg gefeiert, in jenem Sommer wurde der NLB-Meistertitel nach Punktgleichheit mit Mitaufsteiger FC Bern in Entscheidungsspielen errungen.
Die erste Europacup-Teilnahme sicherte sich der FCSG mit dem Cupsieg von 1969. Die Premiere ging zwar im "Valby Idraetspark" 1:2 verloren, mit der Auswärtstorregel reichte der 1:0-Sieg im Rückspiel gegen Frem Kopenhagen zur Qualifikation zur 2. Runde im Cup der Cupsieger. Diesen ersten Europacupmatch im Espenmoos – Siegtorschütze war Marcel Cornioley – wollten übrigens nur 4000 Zuschauer sehen. Während die anderen Schweizer Vertreter in jener Saison in der 1. Europacup-Runde scheiterten, spielte das Team von Albert Sing im November in der 2. Runde gegen Levski Sofia.
Der 7. Platz in der Saison 1975/76 berechtigte zur ersten Teilnahme im "Internationalen Fussballcup" (IFC). Premieren-Gegner in diesem Wettbewerb war der SK Sturm Graz (2:1 vor 2000 Zuschauern am 28. Juni 1976 im Espenmoos).
Mit Helmuth Johannsen als Trainer qualifizierte sich der FCSG 1983 erstmals (Out in der 1. Runde gegen Radnicki Nis) und 1985 erneut für den UEFA-Cup. Der Norddeutsche beendete im Sommer 85 seine Trainerkarriere, Werner Olk führte die Mannschaft in die unvergesslichen Spiele gegen das grosse Inter Mailand. Trotz 1:5-Niederlage im San Siro kamen 16‘200 Zuschauer zum Rückspiel und bescherten dem Espenmoos den Stadionrekord. Die nächste Europacup-Teilnahme bescherte der Meistertitel von 2000, bei der zwar der Einzug in die Champions League gegen Galatasaray Istanbul knapp verpasst wurde. Dafür wurde im UEFA-Cup der ebenso übermächtige Chelsea FC ausgeschaltet. Ein Jahr später sorgte Platz 3 für die erneute UEFA-Cup-Teilnahme. 2013 konnte sich der FCSG unter Jeff Saibene zum 6. Mal in der Clubgeschichte für den Europacup qualifizieren. Der Sieg im „Play-off“ gegen Spartak Moskau und die damit verbundene Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League ist mit dem Sieg gegen Chelsea zu vergleichen.