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Nach Emmerson Mnangagwas Sieg bei der ersten Präsidentenwahl im Simbabwe ohne Ex-Präsident Robert Mugabe macht sich Skepsis über einen Neuanfang in Simbabwe breit. Zwar verlief die Abstimmung vom Montag Wahlbeobachtern zufolge weitgehend frei.
Die Panzer und das Tränengas auf den Strasse von Harare erinnerten aber zu sehr an die Ära Mugabes, der knapp 40 Jahre lang an der Macht war. «Die Wahl vom Krokodil ist kein Neubeginn», sagte Norbert Neuser, der Leiter der Wahlbeobachter des EU-Parlaments, am Freitag über Mnangagwa. Der ehemalige Vizepräsident Mugabes wird wegen seiner Skrupellosigkeit oft «das Krokodil» genannt.
Der 75-jährige Staatschef von der Regierungspartei Zanu-PF gewann die Präsidentenwahl vom Montag mit 50.8 Prozent der Stimmen und entkam somit knapp einer Stichwahl. Der 40-jährige Oppositionsführer Nelson Chamisa von der Partei MDC dagegen erhielt 44.3 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission erklärte.
In Simbabwe herrschte nach der Verkündung der Wahlergebnisse eine angespannte Ruhe. Unklar war, wie Reformer Chamisa reagieren würde. Er kritisierte die Ergebnisse als gefälscht und forderte auf Twitter von der Wahlkommission die Veröffentlichung der «richtigen und verifizierten Ergebnisse, die von allen Parteien bestätigt wurden». Er wollte noch am Freitag eine Pressekonferenz geben, bei der Polizisten kurzzeitig Journalisten den Zugang verweigerten.
Beobachter bezweifelten jedoch, dass Chamisa tatsächlich vor Gericht ziehen werde. «Es ist unwahrscheinlich, dass die MDC gewinnen könnte», sagte Derek Matyszak vom Institute for Security Studies (ISS). Auch erwartete der Simbabwe-Experte keine Massenprotesten der Oppositionsunterstützer.
Doch wie geht es mit Simbabwe unter Mnangagwa weiter? Experten zufolge ging es dem ehemaligen Geheimdienstchef und Stellvertreter von Mugabe bei der Wahl um viel mehr als den Sieg. Es ging ihm darum, die internationale Gemeinschaft von einem neuen, fairen Simbabwe zu überzeugen - damit wieder dringend benötigte Gelder in das Land fliessen.
Denn Mugabe, einst als Freiheitskämpfer gefeiert, stürzte das Land im Süden Afrikas mit einer gescheiterten Wirtschaftspolitik in eine tiefe Krise, in der es heute noch steckt. Es herrscht Rekordarbeitslosigkeit.
Im November putschte das Militär und zwang den Staatschef zum Rücktritt. Mnangagwa übernahm die Macht. Zunächst herrschte vorsichtiger Optimismus im Land: Der Neue gab sich staatsmännisch, er versprach Reformen und faire Wahlen.
Doch nun sind die Hoffnungen weitgehend verblasst. Wahlbeobachtern zufolge war die Abstimmung am Montag zwar frei, wegen der Nutzung staatlicher Ressourcen zugunsten Mnangagwas aber nicht fair. Am Mittwoch rollten Panzer durch die Strassen Harares, die Bereitschaftspolizei setzte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tränengas ein. Dabei starben sechs Menschen.
Angesichts der Gewalt und Vorwürfe des Wahlbetrugs sei es deutlich schwieriger, ausländische Geldgeber davon zu überzeugen, dass Simbabwe ein sicheres und freundliches Klima für Investitionen bereite, sagte Charles Laurie von der Risikoberatung Verisk Maplecroft. Auch Neuser warnte davor, Simbabwe gleich mit hohen Beträgen zu unterstützen: «Wir müssen mit Vorsicht agieren.» (sda/dpa)