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Im fernen 1910 verbot ein Gesetz die Produktion von Absinth. Zu gefährlich waren die billigen Kopien geworden, die mit schlechtem Industriealkohol und Chemikalien gepanscht wurden. Auch Yves Kübler, der aus einer Dynastie von Absinthbrenner stammt, musste sich lange gedulden, um sich seinen Traum zu erfüllen. «Ich wollte
einen Absinth möglichst nahe am Original meines Urgrossvaters herstellen.» Am 10. Oktober 2001, 91 Jahre und 3 Tage nach der «Interdiction de l’Absinthe» war es dann soweit. Der neue «Extrait d’Absinthe Kübler» tröpfelte aus den historischen Brennhäfen.
Der Absinth, der wegen der Farbe auch «Grüne Fee» genannt wird, stellt hohe Fertigkeiten an die Herstellung. Er wird in drei Etappen hergestellt, und «beginnt als blanche», wie Kübler erklärt. Ein Destillat aus Naturalkohol, der mit Wermut, Sternanis, Fenchel und hochwertigen Kräutern angesetzt wird. «Anschliessend wird ein kleiner Teil des Destillats mit Melisse, Ysop, Pontischem Wermut und Minze aus dem Val-de-Travers eingefärbt». Und in einem letzten Schritt wird die hochprozentige Urtinktur mit dem restlichen klaren Destillat vermischt.
«Die Reifezeit macht den Unterschied», betont Kübler. Während mehrerer Wochen lagert der Kübler Verte Suisse 72% in Fässern, um die Trübstoffe schonend zu klären und den komplexen Geschmack zu verfeinern. Der Absinth aus dem Hause «Blackmint» wird in limitierter Auflage produziert, und die hochprozentige Fee wird immer mehr zum Szene-Drink. Dabei kommt er so gut an, wie damals, als kurz nach der Jahrhundertwende die «Grüne Fee» viele Anbeter um den Verstand brachte. «Verdünnt mit eiskaltem Wasser schmeckt er mir am besten», sagt Kübler.