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Die Erläuterung der Berechnungsmethode und die Begriffserklärungen dienen als allgemeine Hintergrund- und Nachschlageinformationen für die Marktberichte. Die Begriffserklärungen und Abkürzungen bieten eine Übersicht der wichtigsten Fachbegriffe.
Erläuterungen und Berechnungsmethoden
Die Berechnung der beobachteten Lebensmittelpreise umfasst mehrere Schritte. Als Erstes erhebt der Fachbereich Marktanalysen die Produzentenpreise bei den Akteuren der ersten Verarbeitungsstufe und berechnet daraus den Mittelwert. Die Konsumentenpreise werden im Detailhandel erhoben und daraus ein nach Verteiler und Regionen gewichteter Mittelwert gerechnet. Die Differenz entspricht der Bruttomarge, also jenem Anteil, den die Verarbeiter und der Detailhandel für sich beanspruchen.
Produzentenpreise
Die Produzentenpreise werden einerseits direkt bei den Marktakteuren der ersten Verarbeitungsstufe, also Käsereien, Metzgereien, Schlachthöfe, Sammelstellen oder beim Handel erhoben. Zum anderen liefern auch Produzenten- und Branchenorganisationen bereits gemittelte Werte für die Berechnung. Anhand der beobachteten Produkte wird der entsprechende Produzentenpreis in Form eines Mittelwertes errechnet.
Konsumentenpreise
Der Fachbereich Marktanalysen publiziert verschiedene Konsumentenpreise, die auf unterschiedlichen Erhebungssystemen basieren:
Preiserhebung des Fachbereichs Marktanalysen
Bei der Datenerhebung des Fachbereichs Marktanalysen werden die Preise der Leader-Produkte (meistverkaufte Standard-Produkte einer Produktkategorie) entweder im Laden erhoben oder uns direkt vom Detailhandel gemeldet. Betrachtet man beispielsweise den Emmentalerkäse, so wird der Preis von klassischem Emmentaler erhoben. Mit dieser Erhebungsmethode kann die Preisentwicklung von diesem spezifischen Produkt genau nachverfolgt werden. Die definierten Produkte bleiben über die Zeit konstant, dies erhöht die Vergleichbarkeit der Preise über die Zeit. Die Preiserhebung deckt die wichtigsten Akteure im Schweizer Detailhandel ab.
Aktionspreise fliessen in die Berechnung ein und werden entsprechend ihrem Mehrabsatz gewichtet, wobei die Gewichtungsfaktoren für Aktionen über die Zeit konstant gehalten werden.
Die Preise werden zudem nach Regionen und Marktanteilen der Detailhändler gewichtet. Die regionale Gewichtung basiert auf den Bevölkerungszahlen des Bundesamts für Statistik und wird jährlich angepasst. Die Marktanteile der Detailhändler werden jährlich anhand der Verkaufsmengen bestimmt, welche auf dem Scanningpanel von Nielsen Schweiz beruhen.
Aus der Erhebung resultieren für die beobachteten Produkte regionale und nationale Durchschnittspreise für den Schweizer Detailhandel. Die Periodizitäten der Daten variieren je nach Bereich von wöchentlich, monatlich bis halbjährlich.
Retail- /Konsumentenpanel gemäss Definition BLW von Nielsen Schweiz
Eine andere Datenquelle für Detailhandelspreise ist das Retail- /Konsumentenpanel von Nielsen Schweiz. Diese Zahlen basieren auf den Verkaufsdaten (Scanningdaten) verschiedener Detailhändler, welche mit den Daten eines Konsumentenpanels ergänzt und verfeinert werden. Das Konsumentenpanel von Nielsen Schweiz erfasst die Konsumangaben von 4000 repräsentativen Haushalten.
Preiserhebung des Bunddesamts für Statistik zur Berechnung des Landesindex der Konsumentenpreise LIK
Indexierte Konsumentenpreise findet man zudem im Landesindex der Konsumentenpreise LIK, welcher vom Bundesamt für Statistik publiziert wird und eine monatliche Periodizität aufweist.
Einige Analysen des Fachbereichs Marktanalysen stützen sich auf die Datenbasis von Nielsen Schweiz. Nachfolgend wird die Datengrundlage kurz erläutert.
Das Konsumentenpanel
Am Konsumentenpanel von Nielsen Schweiz nehmen rund 4'000 Haushalte in der Deutsch- und der Westschweiz teil (ohne Tessin). Dabei werden über das gesamte Jahr die Einkaufsdaten jedes Haushaltmitglieds erfasst. Konkret sind die Mengen und Ausgaben aller eingekauften Produkte von den Haushalten anzugeben.
Das Retailpanel
Am Retail- bzw. Scanningpanel von Nielsen Schweiz werden alle auf dem Ladenband gescannten Produkte derjenigen Detailhändler erfasst, die im Panel mitmachen. Das Panel umfasst die meisten nationalen Akteure im stationären Detailhandel ausgenommen der beiden deutschen Discounter. Lokale Anbieter (Metzger, Direktvermarktung, etc.) werden ebenfalls nicht im Retailpanel abgebildet.
Das kombinierte Retail-/Konsumentenpanel
In einem kombinierten Panel (Konsumenten- und Retailpanel) können jene Kanäle, die nicht im Retailpanel enthalten sind, über das Konsumentenpanel geschätzt und gemeinsam mit dem Retailpanel zu einem globalen Panel über den stationären Detailhandel zusammengesetzt werden. Das kombinierte Retail-/Konsumentenpanel zeigt die genausten Absatz- und Umsatzzahlen zum Schweizer Detailhandel und ist die Basis für die vorliegende Marktanalyse.
Im Nielsen-Datempanel beinhaltet der Preis von z.B. Emmentalerkäse den mengengewichteten Durchschnittspreis aller verkauften Produkte in der Kategorie Emmentalerkäse, d.h. dieser Preis beinhaltet beispielsweise auch die Preise von Emmentaler mild und surchoix. Weiter werden neben Standardprodukten auch Premium- Marken- und Labelprodukte sowie Produkte von Niedrigpreislinien erfasst. Damit basiert vor allem der Nicht-Bio-Preis oft auf einem relativ breiten Produktspektrum. Mit dieser Erhebungsart kann man nicht die Preisentwicklung eines spezifischen Produktes verfolgen, dafür aber die Preisentwicklung einer ganzen Produktkategorie. Somit werden beispielsweise Konsumverschiebungen zu teureren oder günstigeren Produkten abgebildet. Zudem werden in dieser Datenbasis auch nachträgliche Anpassungen des Listenpreises im Laden berücksichtigt, wie z.B. Preissenkungen kurz vor Ablaufdatum, weil sie auf Scanningdaten beruht.
Die Periodizität der Nielsen-Daten ist monatlich. Das Datenpanel von Nielsen gewährt jeweils eine Vergleichbarkeit über die letzten 37 Monate. Bei älteren Monatsdaten kann die Vergleichbarkeit je nach Anpassungen eingeschränkt sein.
Bei der monatlichen Absatzentwicklung werden manchmal Durchschnittswochen des Monats angezeigt. Warum ist das so?
Nielsen erhebt und verarbeitet die Daten im Retail- und Konsumentenpanel auf Wochenbasis. Diese für die Agro-Marketing Suisse (AMS) und das BLW aufbereiteten Daten gibt Nielsen als 4- bzw. 5-Wochen-Perioden weiter, um mit zwölf Perioden ein komplettes 52-Wochen-Jahr zu füllen. Somit erhält jeder dritte Monat 5 Wochen, alle anderen Monate jeweils 4 Wochen. Um die Absätze und Umsätze zwischen den Monaten absolut vergleichen und eine Entwicklung aufzeigen zu können, ist darum eine Standardisierung der Monatsperioden nötig. Die Monatswerte werden deshalb manchmal als Wochendurchschnitte – das heisst entweder ein Durchschnitt aus 4 oder 5 Wochen – des entsprechenden Monats dargestellt und können so besser untereinander verglichen werden.
Bruttowertschöpfungen Verarbeitung – Verteilung
Verzögerte Auswirkung des Milchpreises auf die Bruttowertschöpfung
Die Schwankungen des Rohmilchpreises wirken sich mit Verzögerung auf die Bruttowertschöpfung aus, weil die Lagerdauer der Erzeugnisse bis zur Vermarktung berücksichtigt werden muss. Diese Dauer ist je nach Milchprodukt verschieden. Bei den Frischprodukten (Konsummilch, Rahm, Butter, Joghurt) wirkt sich der Milchpreis unmittelbar auf die Bruttowertschöpfung aus. Der Produzentenpreis für Milch im September beeinflusst beispielsweise die Bruttowertschöpfung von frischen Milchprodukten im Oktober. Bei Käse hingegen verzögert sich die Auswirkung des Milchpreises entsprechend der Lagerdauer. Die bei der Berechnung der Bruttowertschöpfung angenommene Lagerdauer beträgt für Weichkäse zwei Monate, für Halbhartkäse drei Monate und für Hartkäse fünf Monate. Somit wird beispielsweise der Preis für Milch, die im Mai zu Emmentaler verarbeitet wurde, erst im Oktober margenwirksam.
Bruttowertschöpfung von Produktegruppen
Die Bruttowertschöpfung einer Produktegruppe wird berechnet, indem man die von den einzelnen Produkten erzielten Bruttowertschöpfungen mit der Menge der verarbeiteten Milch gewichtet. Die Gewichtungsfaktoren werden jährlich aktualisiert. Die Bruttowertschöpfung der Produktegruppe „Konsummilch“ ergibt sich zum Beispiel durch die Gewichtung der Bruttowertschöpfungen der fünf Sorten von Konsummilch (pasteurisierte Vollmilch, pasteurisierter Milchdrink, UHT-Vollmilch, UHT-Milchdrink, UHT-Magermilch). Man nennt sie einfachheitshalber „Bruttowertschöpfung Konsummilch“. Dasselbe Verfahren gilt auch für die anderen Produktegruppen (Bruttowertschöpfung Käse, Bruttowertschöpfung Butter, Bruttowertschöpfung Konsumrahm).
Gesamtbruttowertschöpfung Milch und Milchprodukte
Bei der Berechnung der Gesamtbruttowertschöpfung Milch und Milchprodukte werden die Bruttowertschöpfungen aller Produktegruppen nach der verarbeiteten Milchmenge gewichtet, wobei die Exporte abgezogen werden (Die entsprechenden Daten stammen aus den Angaben zur Milchverarbeitung in der schweizerischen Milchstatistik von TSM, SMP und SBV.). Die Gewichtungsfaktoren werden jährlich, gestützt auf die neue Milchstatistik, aktualisiert. Die Bruttowertschöpfung Käse beeinflusst die Gesamtbruttowertschöpfung Milch und Milchprodukten in besonderem Masse, denn der grösste Milchanteil wird zu Käse verarbeitet und die Bruttowertschöpfung auf diesem Produkt ist relativ hoch.
Aktionsverkäufe
Die Aktionspreise werden wöchentlich erhoben und in den Konsumentenpreisberechnungen berücksichtigt.
Anmerkung: Anpassungen bei der Berechnung der Preise und Bruttowertschöpfungen werden auch rückwirkend vorgenommen. Es gelten stets die Werte der aktuellen Berichte.
Produzentenpreis für Milch
Im Milchpreis berücksichtigt sind: Basispreis inkl. Verkäsungszulage, Zuschläge und Abzüge (Saison, Menge, Gehalt, Qualität, Transportkostenbeteiligung), Gewinnbeteiligungen, Nachzahlungen, Zuschläge und Abzüge für Kühlung, Bio-Prämien, Betriebskosten der Sammelstellen sofern bekannt, MWST.
Im Milchpreis nicht berücksichtigt sind: Zulagen für silofreie Fütterung, Abgaben an Organisationen und Berufsverbände, Beiträge an den Interventionsfonds und den Marktentlastungsfonds der Branchenorganisation Milch (BO Milch), Beitrag LactoFama, Molke, Vorbezüge jeglicher Art.
Gewichtung: Die effektiv ausbezahlten Preise werden gemäss den entsprechenden Milchmengen gewichtet.
Milchgehalt: Tatsächliche Gehalte. Die Basiswerte des Milchgehalts sind 4 % Fett und 3,3 % Eiweiss.
Gesamtpreis: Gewichteter Durchschnitt der Preise für Molkereimilch, verkäste Milch, Bio-Milch und Einschränkungsmilch der gewerblichen Käsereien.
Preis für Molkereimilch (ohne verkäste Milchmenge): Preis für die von Industriebetrieben und Produzentenorganisationen gekaufte Milch (zu Käse verarbeitete Menge ausgenommen), ab Hof (vorwiegend) oder Sammelstelle.
Preis für verkäste Milch, Total: Preis für gewerbliche und industriell verkäste Milch. Der Preis für industriell verkäste Milch ergibt sich aus dem nach verkästen Mengen gewichteten Durchschnitt der Preise, die von den Käufern von Molkereimilch gemeldet werden. Die Gewichtungsfaktoren des Gesamtpreises für verkäste Milch werden mittels Extrapolation auf Basis der erhobenen Mengen berechnet.
Preis für verkäste Milch, gewerbliche Käsereien: Preis der durch die gewerblichen Käsereien zu Käse verarbeiteten Milch. Preis franko Käserei / Sammelstelle (vorwiegend).
Preis für Bio-Milch: Preis für Milch, die nach biologischen Produktionsmethoden hergestellt und tatsächlich als Bio-Milch verkauft wurde. Preis ab Hof (vorwiegend) oder Sammelstelle.
Konventionelle Milch: ÖLN-Milch (ökologischer Leistungsnachweis
Erhebung und Berechnung des Produzentenpreises für Milch
Die Produzentenpreise für Milch werden jeden Monat bei den wichtigsten Erstmilcheinkäufern (Produzentenorganisationen PO, Produzenten-Milchverwerter-Organisationen PMO, Käsereien und Industriebetriebe mit Direktlieferanten) direkt erhoben. Rund 70 % der in der Schweiz vermarkteten Rohmilch sind so abgedeckt. Anhand eines Erhebungsformulars melden die Datenlieferanten die Durchschnittspreise, die den Produzenten tatsächlich bezahlt wurden, sowie die entsprechenden Mengen. Der Preis einer Region ist der Mittelwert der gemeldeten Preise von Milchkäufern, die Milch aus dieser Region beziehen, gewichtet nach den entsprechenden Milchmengen.
Der Preis für verkäste Milch ist ein Mittelwert der Kaufpreise, welche Unternehmen zahlen, um zur Verkäsung bestimmte Milch zu kaufen – gewichtet nach verkästen Mengen. Die Milchpreise der gewerblichen Käsereien werden aufgrund einer repräsentativen Stichprobe von rund 80 Käsereien verteilt auf 5 Regionen erhoben.
Bei den publizierten Preisen handelt es sich also um gewichtete Mittelwerte, die auf der Grundlage von repräsentativen Daten berechnet wurden.
Anmerkung: Die Marktsegmentierung, sowie die Abzüge und Rückbehalte im Zusammenhang mit den Entlastungs- und Regulierungsmassnahmen am Milchmarkt sind bei den Produzentenpreisen für Milch berücksichtigt. Die Preise können zu einem späteren Zeitpunkt aktualisiert werden. Die Anpassungen werden später in den Berichten auf unserer Website erwähnt.
Regionen
Die Regionen werden wie folgt abgegrenzt. Region I: Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura und Teile des französischsprachigen Gebiets des Kantons Bern (Verwaltungskreis Berner Jura). Region II: Bern (ausser Verwaltungskreis Berner Jura), Luzern, Unterwalden (Obwalden, Nidwalden), Uri, Zug und ein Teil des Kantons Schwyz (Bezirke Schwyz, Gersau und Küssnacht). Region III: Baselland und Basel-Stadt, Aargau und Solothurn. Region IV: Zürich, Schaffhausen, Thurgau, Appenzell (Innerrhoden und Ausserrhoden), St. Gallen, ein Teil des Kantons Schwyz (Bezirke Einsiedeln, March und Höfe), Glarus, Graubünden. Region V: Wallis und Tessin.
Produzentenpreise
Die in der Berechnung eingesetzten Produzentenpreise richten sich bezüglich Produktionsform (Label) und Mengengewichtung (Verkaufskanäle) nach den aktuellen Konsumentenpreismeldungen. Es handelt sich um den Preis pro kg Schlachtgewicht warm franko Schlachthof (EPb). Für die Berechnungen ist das arithmetische Mittel aus den Wochenpreisen des Monats ausschlaggebend. Die Daten stammen von Proviande oder direkt vom Schlachthof. Bei den konventionellen Preisen handelt es sich um Preise für QM Schweizer Fleisch.
Konsumentenpreise
Datenquellen sind regionale Meldestellen von zwei schweizerischen Grossverteilern, einem Verbrauchermarkt, einem Warenhaus und dem regionalen Durchschnittswert der gewerblichen Metzgereien. Die Zahlen beinhalten Preise für QM Schweizer Fleisch und Labelpreise (BTS, Terra Suisse, CNF, Agri-Natura, Manor). Der Anteil des Labelfleischs fliesst real und nicht fix in die Berechnung ein. Das Bankfleisch setzt sich zusammen aus den Kategorien MT, OB, RG, RV (Grossvieh), KV (Kalb), jeweils innerhalb der Handelsklassen C1 bis T3 des Einschätzungssystems für Schlachtvieh (CH-TAX). Die Konsumentenpreise werden nach Kanal, Fleischsorte und Produkt (Quelle Nielsen), sowie nach der Bevölkerung der Regionen gewichtet. Aktionspreise werden produktspezifisch gewichtet und fliessen vollumfänglich in die Berechnung.
Bruttowertschöpfung
Definition Einstandspreis
Der Einstandspreis ist ein Realpreis (Dezember 2010), ohne MwSt. und entspricht den Nettokosten, welche für Verarbeiter und Verteiler beim Kauf eines Schlachttiers entstehen. Bei den Warenkörben Fleisch- und/oder Wurstwaren versteht man unter dem Einstandspreis den Grosshandelspreis des Rohmaterials (Stotzen, Brust, Brät) zur Herstellung von einem Kilogramm Verkaufsgewicht (VG). Die Warenkörbe beruhen auf einer fixen Zusammensetzung (durchschnittlicher Monatskonsum der Privathaushalte von 2004 – 2007).
Definition Nettoeinnahmen
Bei den Nettoeinnahmen handelt es sich um den Rohertrag zum Realpreis (Dezember 2010) ohne MwSt. abzüglich den Entsorgungskosten, der LSVA, dem Basismarketing und den Verlusten bei der Verarbeitung. Dies entspricht einer vereinfachten Form für den beobachteten Konsumentenpreis. Der Rohertrag entspricht dem Umsatz des Verarbeitungs- und Verteilungssektors resp. den Ausgaben der Konsumenten (Privathaushalte und Grosshandel). Darin eingeschlossen sind der Verkauf von Frischfleisch zum Konsum sowie die Verwertung von Wurstfleisch, Haut und Schlachtnebenprodukten (Grossistenpreis). Beim Frischfleisch werden die Nettoeinnahmen in kg Schlachtgewicht (SG) warm ausgedrückt. Die Angabe der Nettoeinnahmen bei den Warenkörben Fleisch- und/oder Wurstwaren erfolgt in CHF/kg Verkaufsgewicht (VG). Die Entsorgungskosten, die LSVA, das Basismarketing und die Verluste sind bei diesen beiden Warenkörben nicht berücksichtigt.
Definition Bruttowertschöpfung
Die für diesen Bericht errechnete Bruttowertschöpfung Verarbeitung – Verteilung ist ein Schätzwert der effektiven Wertschöpfung auf dem Fleisch im Ladenverkauf (Kollektivhaushalte und Gastgewerbe ausgenommen). Sie wird als Realwert (konstante Preise von Dezember 2010) und ohne MwSt. ausgedrückt; sie ist die Differenz zwischen den Nettoeinnahmen und dem Einstandspreis. Der Bruttowertschöpfung von frischem Rind-, Kalb-, Lamm- und Schweinefleisch sind sämtliche Vorteile aus den Einfuhren innerhalb des Zollkontingents (TIV) angerechnet. Für den Importvorteil massgebend ist die Verteilung von Importkontingenten nach der Inlandleistung ersteigerter Tiere ab öffentlichen Märkten und der Inlandleistung Schlachtung sowie die effektiv importierten Fleischmengen innerhalb des Zollkontingents. Es handelt sich um eine kalkulierte Grösse. Aus methodischen Gründen entspricht der aktuelle Monat sowohl der Bemessungsperiode (für die Bemessung der Inlandleistung) als auch der Importperiode (für die Verteilung der Kontingente).
Zwischen dem Ankauf des Schlachtviehs und des Rohmaterials für Fleischerzeugnisse und dem Verkauf im Detailhandel wird (von 1999 bis 2001) eine durchschnittliche Frist von 4 Wochen und seit 2002 eine Frist von 3 Wochen angenommen. Die Bruttowertschöpfung Verarbeitung – Verteilung basiert auf einem Lehrbuch-Zerlege-Schema, die Bruttowertschöpfung für die Gastronomie / Ausserhausverpflegung hingegen auf einem gängigen industriellen Zerlegeschnitt. Die Bruttowertschöpfung auf Frischfleisch ist in CHF/kg Schlachtgewicht (SG) warm angegeben. Bei der Bruttowertschöpfung der Warenkörbe Fleisch- und/oder Wurstwaren und des Warenkorbs Frischfleisch, Fleisch- und Wurstwaren ist die Einheit CHF/kg Verkaufsgewicht (VG).
Effektive Grosshandelspreise
Die Pack- oder Aufbereitungsbetriebe (Händler, Gemüsebetriebe oder Gemüseplattformen, 1. Handelsstufe) melden jeden Monat die Mengen (ohne Verpackungsgewicht) und Umsätze (exklusive Mehrwertsteuer und inklusive Transportkosten zum Abnehmer) von konventioneller, inländischer Ware. Daraus werden mengengewichtete, effektive Schweizer Früchte-, und Gemüsepreise berechnet (Preise franko Abnehmer). Wenn zu wenige Meldungen vorliegen, wird kein Preis ausgewiesen.
Konsumentenpreise
Warenkorb Früchte und Gemüse
Die Auswahl der 20 Komponenten des Warenkorbes Früchte und Gemüse basiert auf deren Bedeutung für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten. Die Menge entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Konsum eines 3-4 Personenhaushaltes pro Monat.
Bei den Preisen handelt es sich um Detailhandelspreise (ohne Discounter). Wenn erhältlich, werden die Preise von Produkten mit Schweizer Herkunft erhoben und sonst jene der entsprechenden Importprodukte. Die Preise sind gewichtet nach Marktanteil und Regionen.
Saison
Effektiv bewirtschafteter Zeitraum gemäss Leitfaden Importregelung Früchte und Gemüse. Publikation hier.
Regionenvergleich/Preisentwicklung
Der Landesdurchschnitt berechnet sich aus regionalen Preiserhebungen bei Grossverteilern, gewichtet nach Marktanteilen. Die Regionen werden nach Einwohnerzahl gewichtet. Bei einer zu geringen Anzahl an Preismeldungen werden keine Preise publiziert.
In die Berechnung des gesamtschweizerischen Durchschnittspreises fliessen auch die Preise von Regionen ein, für die aufgrund einer zu geringen Anzahl an Preismeldungen kein Preis ausgewiesen wird. Aus diesem Grund kann der gesamtschweizerische Durchschnittspreis auch unter dem tiefsten oder über dem höchsten publizierten regionalen Preis zu liegen kommen.
Regionen
Für die Auswertung von regionalen Preisen werden drei Regionen unterschieden:
• D-CH: Deutschsprachige Schweiz
• F-CH: Französischsprachige Schweiz
• I-CH: Italienischsprachige Schweiz
Die Zuteilung zu den Sprachregionen erfolgt auf Bezirks-Ebene gemäss Bundesamt für Statistik.
Anteil Produzentenpreis bei Früchten und Gemüse
Der Anteil des Landwirts am Konsumentenfranken ist der prozentuale Anteil des Produzentenpreises am Konsumentenpreis. Der Produzentenpreis ist, was dem Landwirt für das Rohprodukt bezahlt wird. Der Konsumentenpreis ist, was mit dem aufbereiteten Produkt im Detailhandel erzielt wird.
Dazu ein Beispiel:
Der Landwirt erzeugt Kopfsalat und liefert diesen an einen Handelsbetrieb, welcher ihm einen Produzentenpreis von 0.70 Fr. pro Stück auszahlt. Der Handelsbetrieb bereitet die Ware für den Verkauf im Detailhandel auf und liefert sie an den Detailhändler, bei welchem der Kopfsalat an den Konsumenten für 1.80 Fr. pro Stück verkauft wird. Der Anteil des Landwirts entspricht somit 0.70 / 1.80 = 0.3889 oder 38,89 %.
Marktzahlen Kartoffeln und Kartoffelprodukte
Erhebungsort:
Überblick über die Wertschöpfungskette von Brotgetreide
Bruttoproduzentenpreise
Die Bruttoproduzentenpreise wurden aufgrund einer jährlichen Umfrage des BLW bei Sammelstellen nach Abschluss der Ernteabrechnung ermittelt. Die Preise sind mengengewichtet und ohne Mehrwertsteuer. Sie gelten für angelieferte Ware (ohne Abzüge der Annahmegebühr, der Qualitätskontrollkosten, der Reinigungskosten, der Trocknungsgebühr, anderer Gebühren, der Verbandsbeiträge (9.20 CHF / t Brotgetreide ohne Dinkel, 19.20 CHF / t Dinkel (2014); SGPV, swiss granum, SBV, Marktentlastungsfonds SGPV, Promotionsfonds Getreide und Beitrag IG Dinkel). Ab Ernte 2011 wurden Extremwerte für die Berechnung der Preise "herausgefiltert".
Freizone (Zones franche)
Die Getreideeinfuhr aus den Freizonen der Landschaft Gex und Hochsavoyens in die Schweiz sind von allen Zollabgaben befreit. Rechtliche Grundlagen: SR 0.631.256.934.99, 0.631.256.934.953
Garantiefondsbeiträge
Die Erhebung von Garantiefondsbeiträgen für die Finanzierung der Lager- und Kapitalkosten von Pflichtlagern im Bereich Lebens- und Futtermittel basiert auf der Landesversorgungsgesetzgebung. Zur Sicherstellung der Versorgung des Landes mit lebensnotwendigen Gütern hat der Bundesrat unter anderem die Produkte Zucker, Kaffee, Reis, Speiseöle und -fette der Lagerhaltungspflicht unterstellt. Die Kosten, welche den Unternehmen der Privatwirtschaft für die Haltung dieser Pflichtlager entstehen, werden aus privatwirtschaftlich geführten Garantiefonds entschädigt. Diese werden durch die Genossenschaft Réservesuisse unter Aufsicht des Bundes verwaltet. Die Bildung dieser Garantiefonds erfolgt über Beiträge, welche alle Importeure dieser Waren zu entrichten haben.
Zolltarifnummern
Sämtliche Handelswaren sowie Privatwaren, die nicht im persönlichen Reisegepäck oder im privaten Motorfahrzeug mitgeführt werden, sind bei der Ein- und Ausfuhr nach dem Zolltarif anzumelden. Dabei wird unter anderem die Ware einer Zolltarifnummer zugeordnet. Die Zolltarifnummern sind in verschiedene Zolltarifkapitel eingereiht. www.tares.ch
Erklärung Zolltarifnummern
1901.1019: Lebensmittelzubereitungen zur Ernährung von Kindern gemäss den Grundkriterien der Position 1901, in Aufmachung für den Einzelverkauf, aus Waren der Positionen 0401 bis 0404, ohne Milchfettgehalt oder mit einem Milchfettgehalt von =< 1,5 %
1901.2096: Mischungen und Teige zum Zubereiten von Back- oder Konditoreiwaren der Position 1905 gemäss den Grundkriterien der Position 1901, ohne Waren der Positionen 0401 bis 0404, ohne Milchfett oder mit einem Milchfettgehalt von =< 3 %, anderes Fett enthaltend (ausg. solche mit einem Gehalt an Fleisch, Schlachtnebenerzeugnissen, Blut, Wurst oder einer Kombination dieser Erzeugnisse von > 10 %)
1905.31: Biskuits mit Zusatz von Süssstoffen, auch kakaohaltig
1905.32: Waffeln, auch kakaohaltig (ausg. Waffeln mit einem Wassergehalt von > 10 %)
1905.9039: Brot und andere gewöhnliche Backwaren, auch kakaohaltig, ohne Zusatz von Zucker oder anderen Süssmitteln, Honig, Eiern, Fett, Käse oder Früchten, in Aufmachung für den Einzelverkauf (ausg. Mazzen und Paniermehl)
1905.9082: Back- und Konditoreiwaren, auch kakaohaltig sondern ohne Zusatz von Zucker oder anderen Süssmitteln, a.n.g.
1905.9083: Back- und Konditoreiwaren, auch kakaohaltig, mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssmitteln, Milchfett enthaltend, a.n.g.
1905.9085: Back- und Konditoreiwaren, auch kakaohaltig, mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssmitteln, anderes Fett als Milchfett enthaltend, a.n.g.
Begriffserklärungen
Abgang, ab Rampe
Preisangabe über den Lieferort. Abgang Verarbeiter heisst z. B. Preis der Ware ab Abgangsrampe des Verarbeiters und die Lieferung ist somit nicht im Preis enthalten.
Aktionen
Massnahmen meist in Form von Preisreduktionen, um die Umsatzmenge zu steigern und/oder die Konsumenten zum Einkauf in den Laden zu bewegen.
Ausser-Haus-Konsum
Als Ausser-Haus-Konsum werden alle Lebensmittel bezeichnet, die ausserhalb der eigenen Wohnung - etwa in Restaurants, Imbissecken, Kiosken oder Bars - gegessen oder getrunken werden. Zum Ausser-Haus-Konsum gehören allerdings auch Mahlzeiten, die fertig zubereitet gekauft und mit nach Hause genommen werden.
Bankfleisch
Frischfleisch, welches dem Endverbraucher zum Kauf und Verzehr angeboten wird.
Bankvieh
Muni, Rinder, Ochsen und Kälber, die zur Schlachtung bestimmt sind.
Bio
„Mindestens" nach Bio-Verordnung Bund (SR 910.18) gekennzeichnet und produziert.
Branchenorganisation
Selbsthilfeorganisation mehrerer Teilnehmer eines Marktes (z. B. Produktion, Verarbeitung, Handel, evtl. Konsumenten), die Qualitäts- und Absatzförderung ihrer Produkte zum Ziel hat.
Brotähnliche Gebäcke
z.B. Zwieback, Knäckebrot, Toast/Biscottes, Schwedenbrötchen.
Bruttowertschöpfung
Vereinfacht ausgedrückt die Differenz zwischen Produzentenpreis und dem zugehörigen Konsumentenpreis. Zeitverschiebungen infolge Bearbeitung/Lagerungen, etc. sind berücksichtigt. Deckt die Kosten der Verarbeiter und des Handels (Löhne, Transporte, Lagerhaltung, Gebäudemiete, Maschinenkosten, Abgaben, Werbung, Verluste, Kursschwankungen etc.) und enthält auch Gewinnanteile (weitere Erklärungen in den Marktberichten). Die Marktspanne zeigt die Preisweitergabe vom Produzentenpreis zum Konsumentenpreis auf.
Dauerbackwaren
Der Begriff Dauerbackwaren umfasst die Biskuits, Zwieback, Knäckebrot und sämtliche Apérogebäcke in allen Sorten und Formen. Dauerbackwaren sind mindestens einen Monat haltbar. Sie unterscheiden sich von Brot und Kleingebäck nicht nur durch die längere Haltbarkeit, sondern vor allem durch ihre Zusammensetzung und Herstellung.
Discounter
Discounter unterscheiden sich durch besonders tiefe Preise und einem schmalen Sortiment von anderen Grossverteilern (z. B. Denner (Migros), Aldi, Lidl).
Einstandspreis
Preis beim Ankauf der Ware, inklusive Transportkosten.
franko (fko), frei
Zusatzinformation zum Preis über den Lieferort, fko Verarbeiter heisst z. B., dass der Preis der Ware die Lieferung an die Rampe des Verarbeiters beinhaltet.
Importvorteile
Einnahmen der Fleischverarbeiter aus zugeteilten Importkontingenten.
Konsumentenpreis
Regalpreise im Laden. Durchschnittlicher Konsumentenpreis wird abhängig vom Mengenumsatz der Verteiler (Coop, Migros, Manor, etc.) und Regionen gerechnet (Gewichtung).
Konsummilch
Aufbereitete Milch, die für den menschlichen Verzehr bestimmt ist (z. B.: pasteurisierte Milch, UHT-Milch usw.).
Lebensmittelkette
Lebensmittel durchlaufen eine ganze Reihe von Stationen, wie Landwirt, Lagerhalter, Verarbeiter und Handel, bis sie dem Konsumenten angeboten werden (Lebensmittelkette).
LG (Fleisch)
Lebendgewicht
Median
Der Median einer Auflistung von Zahlenwerten ist derjenige Wert, welcher an der mittleren Stelle steht, wenn man die Werte der Grösse nach sortiert. Somit sind die Hälfte der Werte kleiner und die andere Hälfte grösser als dieser Medianwert.
Mengengewichtet
Preise eines Produktes werden mit der damit verbundenen Menge multipliziert. Die Summe dieser Produkte wird durch die Gesamtmenge dividiert (gewichtetes Mittel).
Milchnebenprodukt
Nebenprodukt, das bei der Milchverarbeitung zusätzlich zum Hauptprodukt anfällt und für den Verarbeiter ein Zusatzeinkommen generiert (Molke, Rahm, Fett usw.).
Molkereimilch
Rohmilch, die nicht zu Käse verarbeitet wird sondern für die Produktion von Konsummilch, Butter, Konsumrahm, Joghurt usw. bestimmt ist.
Molkereimilchpreisindex
Der Molkereimilchpreisindex ist eine vergangenheitsbezogene Grösse. Er bildet die Entwicklung der Preise von Molkereimilchprodukten für den Detailhandel und die Industrie sowie den Produzentenpreis für Milch in den umliegenden Ländern ab.
MwSt.
Mehrwertsteuer, eine Steuer, die dem Warenpreis hinzugerechnet wird.
Produzentenpreis
Preis für die Rohware (Weitere Erklärungen über allfällige Zu- oder Abschläge und den Lieferort in den Marktberichten).
Richtpreis
Nicht verbindlicher Preis, der z. B. von einer Branchenorganisation ausgehandelt wurde, um die Grössenordnung bzw. die kurz- und
mittelfristig zu erwartender Preise abzubilden. Richtpreise müssen vom Niveau her nicht den effektiv realisierten Werten entsprechen. Veränderungen hingegen geben Signale an die gesamte Wertschöpfungskette.
Rohertrag (Fleisch)
Frischfleisch und Schlachtnebenprodukte zu Detailhandelspreisen + Verarbeitungsfleisch zu Grosshandelspreisen
Schlachtnebenprodukte
Teile vom Schlachttier, die nicht zum Schlachtkörper zählen, aber trotzdem einen Zusatzerlös für den Metzger einbringen (Fell, Leber, Herz, Zwerchfell, Nieren, Zunge, Kopffleisch, Blut).
SG
Schlachtgewicht (Schlachtkörper ohne Kopf und Innereien)
Umsatz
Mass für die Marktbedeutung eines Produktes (Menge x Preis).
Verkäsungszulage
Stützungszahlungen an die Produzenten für Milch, die in die Käseproduktion geht.
Volatilität
Preisschwankungen; Produktpreise, die stark und häufig ändern sind volatil.
Letzte Änderung 19.10.2020