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Orientalischer Tanz
Orientalischer Tanz, wird in der Umgangssprache auch Bauchtanz und in der arabischen Welt "Raqs Sharqi" (Tanz des Ostens) genannt.
Was ist Bauchtanz?
Der Begriff Bauchtanz führt eigentlich in die Irre, da weit mehr, als nur der Bauch bewegt wird. Neben verschiedenen Bewegungen des Beckens wird auch der Rumpf und Brustkorb stark beansprucht. Nicht zu vergessen sind die Arme und Hände, den Kopf und die Schultern und nicht zuletzt Beine und Füsse.
Das Beherrschen der Technik ist das Eine, aber die wohl wichtigsten Elemente sind Mimik und Herz, welche der Tänzerin den Ausdruck verleihen. Die eingebrachten Gefühle und Interpretation der orientalischen Musik geben dem Tanz erst seine Tiefe.
Seit der Tanz den Weg auf die Bühne gefunden hat, hat sich das Prinzip des eng bewegten Tanzes aufgrund äusserer Gegebenheiten gewandelt.
In der neueren Zeit haben auch andere Tanzstile, welche ursprünglich vom orientalischen Tanz beeinflusst wurden, ihren Einfluss im modernen orientalischen Tanz gefunden. So sind Bewegungen aus dem Ballett, dem Jazztanz und dem Modern Dance heute auch im Bauchtanz anzutreffen.
Geschichte
Der Ursprung des orientalischen Tanzes liegt im alten Ägypten, wo der Tanz seit jeher einen hohen Stellenwert hat. Dort entwickelte sich der Kult-Tanz vom vermutungsweisen Fruchtbarkeits- und Gebärtanz (was jedoch nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist) zum Tempel- und schlussendlich zum Showtanz. Dies dokumentieren unzählige Wandmalereien aus pharaonischen Zeiten, welche Tänzerinnen und Musikantinnen abbilden.
Mit der Kolonisation Ägyptens wurde der Tanz auch in anderen Ländern bekannt. Die begeisterten Orient-Reisenden hielten ihre Impressionen in Form von Briefen, Büchern und Bildern fest und verfremdeten das Bild der Tänzerin durch ihre Fantasie - Orientalismus.
Der orientalische Tanz, wie wir ihn heute kennen, nahm an der Weltausstellung in Chicago 1893 seinen Anlauf. Eine unbekannte Tänzerin, genannt "Little Egypt", führte einem breiten Publikum den orientalischen Tanz vor. Zu jener Zeit war das Entblössen des Bauches oder Zeigen eines unbedeckten Fusses oder Armes gesellschaftlich verpönt. Wohl gerade deswegen war die Show eine Sensation.
Der arabische Raqs Sharqi wurde in den Kairoer Cabarets entwickelt und aufgeführt. Verbreitet wurde dieser Stil durch das aufkommen der ägyptischen Filmindustrie, welche die heutige Form des Tanzes durch die Produktionen zwischen 1920 und 1950 massgeblich mitgeprägt hat.
Zuerst fand der orientalische Tanz in Cabarets und Nachtclubs sein Zuhause. Doch in der neueren Zeit wurde der Tanz immer "gesellschaftsfähiger" da erkannt wurde, dass es sich hierbei um Kunst und nicht um Animiertanz handelt. Durch Einfluss westlicher Tanzformen wurde der orientalische Tanz auch zunehmend bühnentauglich gemacht. Heute ist der Tanz in Europa und den USA sowie auch immer mehr in Asien weit verbreitet, nicht nur als zeitgenössische Art der Fitness, sondern auch als Mittel zum Wohlfühlen von Geist und Körper.