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Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Naproxen sowie der Cox-2-Hemmer Celecoxib zählen zu den weltweit am meisten verschriebenen und benutzten Medikamenten. Von beiden Medikamentenklassen ist bekannt, dass sie Nebenwirkungen wie erhöhten Blutdruck verursachen. Bereits kleine Blutdruckerhöhungen können das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und die damit verbundene Sterblichkeit steigern. Nun zeigt eine aktuelle Studie, dass Ibuprofen sich deutlich ungünstiger auswirkt als Naproxen und Celecoxib.
An der Studie nahmen insgesamt 444 US-Patienten teil, 408 litten unter Arthrose, 36 unter rheumatoider Arthritis. Alle Patienten zeigten Erkrankungen der Herzkranzgefässe oder hatten ein höheres Risiko dafür. Ein Drittel der Patienten erhielt Celecoxib (2x 100-200 mg täglich), je ein Drittel Ibuprofen (3x 600-800 mg täglich) oder Naproxen (2x 375-500 mg täglich). Nach vier Monaten wurde der Blutdruck mit demjenigen zu Beginn der Studie verglichen.
Während Celecoxib den Blutdruck im Schnitt um 0.3 mmHg senkte, stieg er mit Ibuprofen um 3.7 und mit Naproxen um 1.6 mmHg. «Der Blutdruckanstieg unter Ibuprofen ist signifikant», sagt Prof. Frank Ruschitzka, Leiter der Studie und stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitären Herzzentrum Zürich. Ibuprofen sei «eindeutig nicht so sicher wie früher gedacht». Gerade für ältere Patienten, die häufig unter Arthrose und hohem Blutdruck litten, seien die Ergebnisse von grosser klinischer Bedeutung, führt Ruschitzka aus: «Eine Senkung des Blutdrucks um nur 2 mmHg verringert das Infarktrisiko um zehn Prozent und das Mortalitätsrisiko bei koronarer Herzkrankheit um sieben Prozent.»
Die nun durchgeführte Studie ist eine ergänzende Untersuchung zur PRECISION-Studie. Diese konnte bereits zeigen, dass Celecoxib das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nicht stärker erhöhte als Naproxen und Ibuprofen. Sowohl Naproxen wie Ibuprofen sind rezeptfrei erhältlich und werden von Hunderten Millionen Menschen jährlich eingenommen. Für beide Medikamente ist nachgewiesen, dass sie Magen- und Darmbeschwerden auslösen sowie die Nieren und die Magenschleimhaut schädigen können.
Ansprechpartner für Fragen
Prof. Dr. Frank Ruschitzka
Klinik für Kardiologie, UniversitätsSpital Zürich
Tel.: 044 255 39 57; E-Mail: <email-pii>
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