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Als ursprünglich gelernter Landmaschinenmechaniker, habe ich mich nach einer Handelsschule zum Betriebstechniker TS weitergebildet. Seit 1999 arbeite ich bei ThyssenKrupp Materials Schweiz AG und leite ich dort die Abteilung für Sonderwerkstoffe. Mein Aufgabengebiet umfasst Anwendungsberatung und Verkauf von speziellen Werkstoffen wie z.B. Titan für Implantate. Ich wohne in Wil SG.
Das Holzgas-Hobby
Nebst vielen anderen teils auch "konventionellen" Hobbies ergab sich ein frühes, berufsbedingtes Interesse für alte Maschinen und Traktoren. Bei den Landwirten, die ich zwecks Reparatur und Verkauf von Landmaschinen besuchte, fanden sich ab und zu echte Raritäten zuhinterst in der Scheune, wie dieser 1937er 4KT40C.
Ich begann diesen Hürlimann im Alter von 16 Jahren zu restaurieren. Der ehemalige Besitzer gab mir später einen Imbert- Holzvergaser, welcher auf diesem Traktor von 1941 bis 1948 montiert war. Dies war der Ursprung meiner Faszination für Holzvergaser.
Ich reparierte also den Holzvergaser und montierte die Anlage wieder an den Traktor. Aber so einfach liess sich das Teil nicht starten. Nach etlichen Frustrationen und viel Lehrgeld ergatterte ich einige Original-Dokumentationen sowie die "heilige Schrift" von Imbert: Die Inbetriebsetzung von Gasgeneratoren.
Die Erzeugung von Gas für Fahrzeuge ist reinste Chemie: Ein fester Brennstoff wird vergast statt verbrannt, d.h. es wird ein unvollständig verbranntes Gas erzeugt. Dieses ist dem Gas ähnlich, das so gefährlich ist, wenn man Autos in einer geschlossenen Garage startet. Es entsteht nämlich u.a. Kohlenmonoxid CO, das zu Kohlendioxid CO2 verbrannt werden kann.
Nach einem eingehenden Studium der alten Lektüren war es ein Leichtes, den Holzvergaser in Betrieb setzen- und augenblicklich war ich diesem unvergleichlichen, an Räucherkammer und Teer erinnernden Gasgeruch verfallen.
Ich habe ältere Leute erlebt, die bei diesem Geruch in Tränen ausbrachen, weil er ihre Erinnerungen an die Kriegszeiten und all die Entbehrungen weckte, die sie durchmachen mussten.
Zu der Zeit (1941 bis 1948) war - nicht nur in der Schweiz - praktisch kein Benzin zu erhalten. Nebst Braunkohle in Deutschland waren die einzigen Alternativen hierzulande Holz, Holzkohle oder das legendäre Emserwasser von der Holzverzuckerungs AG (heute EMS), ein Aethylalkohol ähnlich Petrol, gewonnen aus Holz.