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Entsorgung
2. Mai 2013
Europa ist mit der zunehmenden Flut von Elektroschrott – rund 10 Millionen Tonnen pro Jahr -überfordert. Die nicht mehr benutzten TV-, Computer-, Telefon- und Bürogeräte lagern auf Deponien oder werden in Entwicklungsländer verschifft. Zwar verbietet die 1992 in Kraft getretene „Basler Konvention“ den Export von giftigen Abfällen in nicht-OECD-Länder, dennoch gelangen tausende Tonnen ausgediente Geräte nach China, Indien oder Westafrika.
Häufig werden diese illegalen Abfälle zusammen mit noch funktionierenden Geräten transportiert, um Inspektionen zu umgehen. In Ghana, einem der wichtigsten Zielländer für Secondhand-Elektronik, war 2009 ein Drittel der importierten Geräte, rund 40‘000 Tonnen, nicht mehr funktionsfähig.
Die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern haben Elektronikabfälle als Einkommensquelle entdeckt. Auf den Mülldeponien wird eingesammelt, zerlegt oder repariert, was weiterverkauft werden kann. Meist fehlen den Menschen, die in diesem informellen Recyclingsektor arbeiten, das Wissen um die Gefahren und die geeigneten Apparaturen für eine ungefährliche Wiederaufbereitung. Zunehmend findet aber auch in den Entwicklungsländern eine Professionalisierung des Recyclings statt.
Gesundheitsschäden und Umweltverschmutzung
Meist werden die alten Geräte von Familien oder Kleinunternehmen mit einfachsten Mitteln zerlegt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter verbrennen Kabelisolationen, um das Kupfer freizulegen, lösen Metalle mittels Säurebädern heraus oder erhitzen die Leiterplatten über offenem Feuer, um Gold zu gewinnen. Dabei entstehen hochgiftige Dämpfe und gefährliche Schwermetalle oder krebserregende Dioxine werden freigesetzt. Die Folgen davon: Reizungen der Augen und Atemwege, Hautkrankheiten, Schädigungen der Organe und des Nervensystems.
Die Restmaterialien lagern oft auf Wilddeponien, wo sie den Boden vergiften. Dadurch wird auch die lokale Bevölkerung gefährdet, welche die Schadstoffe über das Wasser und über Nahrungsmittel, die auf den vergifteten Böden angebaut wurden, aufnimmt.
Gefährdung von Kindern
Kinder sind von den gesundheitsschädigenden Stoffen besonders betroffen. Laut der Studie des UN-Umweltprogramms UNEP arbeiten in Westafrika Kinder ab 12 Jahren beim Sammeln und Trennen von Elektroschrott mit. Bereits 5-Jährige helfen bei leichteren Aufgaben wie der Materialsortierung oder dem Zerlegen kleinerer Teile. Kinder sind viel anfälliger für Umweltschadstoffe. Dazu verfügen sie über ein geringeres Gefahrenbewusstsein und nehmen Dinge in die Hand und den Mund, von denen Erwachsene ablassen würden. Vergiftungen führen in vielen Fällen zu Hirn- und Nervenschäden, und beeinträchtigen damit die Entwicklung der Kinder ein Leben lang.
Sachgerechte Entsorgung
Im Gegensatz zu vielen EU-Ländern müssen in der Schweiz Elektronikgeräte seit 1998 von Händlern und Importeuren zurückgenommen und fachgerecht entsorgt werden. Finanziert wird die Wiederaufbereitung über eine vorgezogene Recyclinggebühr auf neuen Produkten.