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Luftschadstoffe werden über weite Distanzen verfrachtet. Schwefel- und Stickstoffeinträge versauern und überdüngen empfindliche Ökosysteme. Ozon hat akute und chronische Auswirkungen auf die Vegetation und führt zu Ernteausfällen.
Luftschadstoffe haben bei erhöhten Konzentrationen direkte akute und chronische Auswirkungen auf Pflanzen:
- Hohe Ozonkonzentrationen im Sommer bewirken sichtbare Schäden an Blättern und Nadeln.
- Länger andauernde erhöhte Ozonbelastungen haben Wachstumseinbussen zur Folge, die sich bei landwirtschaftlichen Kulturen als Ernteeinbussen manifestieren können. Je nach Kultur und Witterungsbedingungen können Ernteeinbussen von bis zu 15% die Folge sein. Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung ARE führte die Luftverschmutzung im Jahr 2010 in der Landwirtschaft zu Kosten durch Ernteausfälle von über 100 Mio CHF.
Luftschadstoffe werden aber auch über weite Distanzen verfrachtet und schliesslich als trockene und nasse Deposition in empfindliche aquatische und terrestrische Ökosysteme eingetragen.
- Schwefel- und Stickstoffeinträge bewirken zum Beispiel eine Versauerung von alpinen Bergseen und höher gelegenen Flüssen, aber auch von Waldböden in allen Höhenlagen.
- Erhöhte Stickstoffeinträge beeinträchtigen zudem durch Überdüngung eine Vielzahl von stickstoffempfindlichen Ökosystemen wie Wälder, artenreiche Naturwiesen und Trockenrasen, alpine Heiden, Hoch- und Flachmoore.
- Folgen der Überbelastung von Wäldern mit Stickstoff sind zum Beispiel die Auswaschung von Stickstoff in Form von Nitrat aus dem Waldboden ins Grundwasser sowie Veränderungen der Biodiversität.
Rund zwei Drittel der Stickstoffeinträge in empfindliche Ökosysteme haben heute in der Schweiz ihren Ursprung in Ammoniakemissionen der Landwirtschaft, etwa ein Drittel stammt von Stickoxiden aus Verbrennungsprozessen.
International anerkannte kritische Belastungswerte (Critical Loads und Critical Levels der UNECE) für Säure- und Stickstoffeinträge sowie für Ozon werden auch heute noch in weiten Teilen der Schweiz überschritten.
Weiterführende Informationen
Links
Dokumente
Tool zur Abschätzung und Beurteilung von Stickstoffbelastungen durch Ammoniak-Emissionen von Ställen (XLS, 170 kB, 22.03.2017)Nutzer des Tools erhalten Hintergrundinformationen im oben stehenden Bericht
Stickstoffproblematik (PDF, 1 MB, 14.07.2014)Grundlagenpapier des BAFU
Durch Stickstoffdeposition induzierte Emissionen von Stickoxiden und Lachgas aus naturnahen Ökosystemen (PDF, 6 MB, 15.04.2016)Analyse der schweizerischen Situation mit Vorschlägen zur Umsetzung im Schweizerischen Emissionsinventar (EMIS)
Letzte Änderung 08.08.2018