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Eine tolle Adaption
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Der Regisseurin gelingt mit diesem Film eine tolle Adaption vom Roman Fontanes. Der Film besticht durch eine gewaltige Bildsprache und Filmmusik. Die Darstellerin Effis spielt glaubwürdig und sehr überzeugend. Das Ende des Film ist zwar weniger tragisch als jenes Fontanes, jedoch um einiges angenehmer.
Effi Briest
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Film (DVD)
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Beschreibung
Auf Wunsch ihrer Eltern heiratet die temperamentvolle, siebzehnjährige Effi Briest den fast 20 Jahre älteren Baron von Innstetten - einen früheren Verehrer ihrer Mutter. Mit dieser aus Vernunft geschlossenen Ehe beginnt für Effi ein eintöniges Leben fernab der Heimat. Innstetten widmet sich voll und ganz seiner politischen Karriere und das verschlafene Ostsee-Küstenstädtchen Kessin bietet wenig Abwechslung. Ein Major Crampas taucht auf, ein Regimentskamerad Instettens und ein charmanter Frauenheld. Effi beginnt eine Leidenschaftliche Affäre mit ihm und erfährt endlich was Liebe bedeutet. Doch der Preis ist hoch: Für Crampas endet die Affäre tödlich. Effi hingegen wird - anders als bei Fontane - ihre Konsequenzen ziehen und den Schritt in ein neues Leben wagen.
Julia Jentsch wurde am 20. Feburar 1978 in Berlin-Charlottenburg geboren. Nach ihrem Abitur besuchte sie die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Neben Auftritten auf der Theaterbühne, für die sie unter anderem den Max-Reinhardt-Preis (2000) und den Preis der Zeitschrift "Theater heute" als beste Nachwuchsschauspielerin erhielt (2002), überzeugte sie seit 1999 auch im Fernsehen und Kino - unter anderem 2002 im Psychodrama "Bloch: Tausendschönchen", 2004 in "Der Untergang" und "Die fetten Jahre sind vorbei" sowie 2005 als Sophie Scholl in "Sophie Scholl - Die letzten Tage". Für diese Rolle erhielt sie den silbernen Bären der Berlinale und den deutschen und europäischen Preis als beste Schauspielerin.
Die preisgekrönte Schauspielerin Juliane Köhler (Deutscher und Bayerischer Filmpreis) hat bereits u.a. die Klassiker "Das große Schnüpperle Osterbuch" von Barbara Bartos-Höppner und "Das Eselchen Grisella" von Heinrich Maria Denneborg gelesen.
Die Bewertung des Breitwandbildes (2,35:1, anamorph) gestaltet sich nicht ganz einfach, da man nicht weiss wo die Grenze zwischen stilistischen Mitteln bzw. gewollter Bildersprache und Fehlerquellen liegt. Die Schärfe des Bildes könnte besser sein, da es immer mal wieder recht weich und detailarm aussieht. Der Kontrast ist recht niedrig, so dass schon mal Details in dunklen Szenen verschluckt werden. Die Farben wurden bearbeitet und sind eher entsättigt und kühl gehalten. Dazu gibt es ein deutliches Hintergrundrauschen.
Die Beigaben beinhalten ein informatives Making of (ca. 29 min), vier Deleted Scenes (ges. ca. 7 min), Interviews (ges. ca. 13 min), die aber schon im Making of zu sehen sind, zwei Featurettes, die aber zu kurz sind, um wirklich Einblick zu geben: Die Etikette - Arbeiten mit den Schauspielern (ca. 2 min), Der Geräuschemacher bei der Arbeit (ca. 2 min) sowie Darstellerinformationen .
Die deutsche DD 5.1-Tonspur ist zwar sauber und fehlerfrei, d.h. ohne Rauschen oder störende Unsauberkeiten, weist aber zuweilen ein wenig zu leise Dialoge auf, die in der Abmischung unterzugehen drohen. Die Musik und einige Umgebungsgeräusche sind dagegen lauter und dominieren so den Ton. Es gibt optionale deutsche Untertitel.
Regisseurin Hermine Huntgeburth (BIBI BLOCKSBERG, DIE WEISSE MASSAI) legt mit EFFI BRIEST (D; 2009) ein ambitioniertes und ehrgeiziges Werk vor, das sich als moderne Adaption des Theodor Fontane Klassikers versteht. Es gibt aber bereits vier Verfilmungen, an denen man sich messen lassen muss. So kommt man zwangsläufig zum Urteil, dass die Neuauflage nicht wirklich gut da steht. Zwar wurde der Film namhaft bis in kleinste Rollen besetzt, mit z.B. Julia Jentsch (selbst über 30, soll aber eine 17-jährige spielen!), Sebastian Koch, Misel Maticevic, Barbara Auer, Juliane Köhler oder Andrè Hennicke, und auch die Ausstattung ist prächtig, ebenso wie der Film selbst schön fotografiert wurde, aber all das mag nicht überzeugen. Das gesellschaftliche Umfeld, im Roman von hoher Wichtigkeit, wird hier vernachlässigt. Die Figuren wurden gegenüber dem Roman simplifiziert, die Konflikte bleiben oberflächlich. Die Charaktere sondern Dialoge ab, die sich bedeutungsschwer geben. Die kühle Vorlage wurde eingetauscht gegen grosse Emotionen am Rande des Kitsches. Teile des Romans wurden sogar verändert, besonders das eigentlich traurige Ende wurde hier emanzipatorisch verklärt und mit einem Quasi-Happy-End ruiniert. Die moderne Moral kommt mit dem Holzhammer, während das Buch stets subtil blieb. Nein, EFFI BRIEST ist statt intensivem Gesellschaftsdrama und Sittengemälde nur noch ein banaler Kostümschinken in schöner Landschaft. Der Stoff ist zu einer Schmonzette verkommen, die sich gut im pilcherisierten Fernsehen machen würde, aber nichts im Kino verloren hat. Auf diese Neuverfilmung hat niemand gewartet. Sie ist überflüssig in jeder Hinsicht. Die notorisch schwindsüchtige deutsche Filmlandschaft, die man nur mit Magenschmerzen als funktionierende Filmindustrie bezeichnen kann, wird nur durch Millionen an Steuergelder am (künstlichen) Leben gehalten. Auch dieses Werk erblickte nur mit der Hilfe der Förderanstalten das Licht der Leinwand. Das Budget stieg so auf die beträchtliche Summe von 6,5 Millionen Euro. Da haben sich also einige wenige wieder mal wunderbar gesund gestossen. Auf der Leinwand ist es jedenfalls nicht gelandet.
Produktdetails
|Medium||DVD|
|Anzahl||1|
|FSK||Freigegeben ab 12 Jahren|
|Erscheinungsdatum||23.07.2009|
|Regisseur||Hermine Huntgeburth|
|Sprache||Deutsch|
|EAN||4011976857686|
|Genre||Drama|
|Studio||Constantin Film AG|
|Spieldauer||113 Minuten|
|Bildformat||16:9 (2,35:1)|
|Tonformat||Deutsch: DD 5.1|
|Produktionsjahr||2008|