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DMZ – POLITIK / MM ¦ AA ¦
Menschen mit Behinderungen gaben 2020 an, mit ihrem jetzigen Leben weniger zufrieden zu sein als die übrige Bevölkerung. Je stärker der Grad der Behinderung, desto grösser sind die Unterschiede.
Dieser Fakt trifft nicht nur auf die allgemeine Zufriedenheit in Bezug auf das jetzige Leben zu (die einen Durchschnittswert von 7,2 gegenüber 8,2 auf einer Skala von 0 bis 10 aufweist), sondern auf die meisten untersuchten Lebensbedingungen. Demgegenüber hegen Menschen mit Behinderungen ein ähnliches Interesse an Politik wie die übrige Bevölkerung und nehmen aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben teil. Diese Ergebnisse beruhen auf den Indikatoren zur Gleichstellung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember 2022 publiziert.
Im Jahr 2020 gaben Menschen mit Behinderungen an, mit ihrem jetzigen Leben im Allgemeinen weniger zufrieden zu sein (Mittelwert von 7,2 auf einer Skala von 0 bis 10) als die übrige Bevölkerung (8,2). Dasselbe lässt sich für fast alle der untersuchten Aspekte des Wohlbefindens feststellen, jedoch insbesondere für den Gesundheitszustand (6,2 gegenüber 8,7), die finanzielle Situation (6,5 gegenüber 7,3) und die Freizeitaktivitäten (7,2 gegenüber 7,9). Unterschiede lassen sich zudem bei der Zufriedenheit mit den persönlichen Beziehungen (8,3 gegenüber 8,7) und der Wohnsituation (8,1 gegenüber 8,4) beobachten. Die festgestellten Unterschiede zwischen Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen sind seit 2014 weitgehend stabil.
Die Zufriedenheit nimmt mit Grad der Behinderung ab
Je stärker der Grad der Behinderung, desto geringer ist die Zufriedenheit. So sind Menschen mit Behinderungen, die stark eingeschränkt sind, mit einem Wert von nur 5,8 mit ihrem jetzigen Leben im Allgemeinen zufrieden. Beim Gesundheitszustand (4,0) und bei der finanziellen Lage (4,9) fallen die Werte sogar besonders tief aus.
Zufriedenheitsstudien sind für die Gleichstellung wichtig, da anhand der darin aufgezeigten objektiven Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen problematische Bereiche mit Verbesserungspotenzial ermittelt werden können. Darüber hinaus lässt sich anhand der allgemeinen Lebenszufriedenheit die Lebensqualität von Menschen mit unterschiedlichen Lebensmodellen, mit oder ohne Behinderungen, verschiedener Generationen oder unterschiedlichen Geschlechts vergleichen.
Aktive Teilnahme am politischen Leben
Es zeigt sich, dass Menschen mit Behinderungen ein moderates, aber ähnliches politisches Interesse hegen wie die übrige Bevölkerung; beide Gruppen weisen einen Durchschnittswert von 5,7 auf einer Skala von 0 bis 10 auf. Menschen mit Behinderungen, die das Stimmrecht besitzen, geben an, dass sie innert eines Jahres an 7 von 10 Abstimmungen teilnehmen würden, was einem Wert von 7,0 entspricht. Bei den Wahlberechtigten ohne Behinderungen fällt dieser Wert leicht höher aus (7,4).
Personen mit starken Einschränkungen weisen ein geringeres politisches Interesse (5,3) und eine geringere Stimmbeteiligung (6,3) auf als die übrige Bevölkerung.
Aktive Teilnahme am Vereinsleben
2020 gaben mehr als ein Drittel der Menschen mit Behinderungen (38%) an, in den zwölf Monaten vor der Befragung (mehr oder weniger regelmässig) aktiv an Aktivitäten von Vereinen, Gesellschaften, Klubs, politischen Parteien oder anderen Gruppen teilgenommen zu haben. Bei den Menschen mit Behinderungen, die stark eingeschränkt sind, war es knapp ein Viertel (24%). Diese Anteile liegen unter jenen von Menschen ohne Behinderungen (45%).
Die Häufigkeit der Teilnahme an Vereinsaktivitäten nimmt mit zunehmendem Grad der Behinderung ab. So nehmen 15% der Menschen mit Behinderungen mindestens einmal pro Woche daran teil, während es bei der übrigen Bevölkerung 20% sind. Bei stark eingeschränkten Personen sind es 11%.
Das Gefühl der Sicherheit variiert je nach Grad der Behinderung und Geschlecht
Seit fünf Jahren (Zeitraum 2015–2020) nimmt das Gefühl der Sicherheit bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen tendenziell zu. Bei Menschen mit Behinderungen ist das Sicherheitsgefühl hoch (8,2 im Jahr 2020 gegenüber 7,3 im Jahr 2015 auf einer Skala von 0 bis 10), jedoch weniger ausgeprägt als bei der übrigen Bevölkerung (2020: 8,6, 2015: 7,8). Am tiefsten ist der Wert mit 7,8 bei den stark eingeschränkten Personen (2015: 7,1). Letztere fühlen sich stärker durch Kriminalität oder körperliche Gewalt bedroht.
Frauen fühlen sich weniger sicher als Männer. Dies zeigt sich auch bei Menschen mit Behinderungen. 2020 wiesen Frauen mit Behinderungen mit einem Wert von 8,1 das tiefste Sicherheitsgefühl auf, bei Männern mit Behinderungen lag der Wert bei 8,3. Zum Vergleich: In der übrigen Bevölkerung lag der Wert bei 8,4 bei Frauen und 8,8 bei Männern.
Herausgeber
Bundesamt für Statistik
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