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Ort: La Punt-Chamues-ch Jahr: 1999
Die Familie Albertini hatte im 17. und 18. Jahrhundert eine dominante Stellung in La Punt inne; sie liess sich in mehrere Wohnhäuser bauen. Die für Hauptmann Ulrich Albertini auf freier Flur errichtete Chesa Merleda gehört dabei zu den prominentesten «Bürgerhäusern» Graubündens. Der Bau ist allein durch seine Grösse, die einheitliche Gestaltung und die etwas isolierte Stellung imposant. Die Stallfront mit Rundbogenarkaden und der mit Zinnen geschmückte Giebel wirken mindestens so repräsentativ wie der Wohnteil, der auf die zentrale Wegkreuzung im Dorf ausgerichtet ist. Im Innern gehen bäuerliche und herrschaftliche Elemente eine spannungsvolle Beziehung ein.
1999 bauten wir das Haus für zwei Familien um. Die Fassaden blieben unverändert; im Innern bauten wir einige wenige Räume und Elemente in zeitgenössischer Formensprache ein, die durch Abstände von den alten Mauern und Böden getrennt sind. Diese neuen Raumschalen enthalten Bäder, Lift und Treppen – Funktionen, die im Wohnteil gravierende Eingriffe erfordert hätten. Die Leitungen liegen in den Zwischenräumen. Indem wir das räumlich und technisch Neue in unabhängige Teile auslagerten, schonten wir die alte Substanz. Zudem bilden Alt und Neu interessante Konfrontationen, etwa bei den Übergängen oder dort, wo man alte Mauern und Wände durch die neue Schale hindurch betrachten kann.