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„09.37 Uhr: Die Morandi-Brücke gibt es nicht mehr“
„Ore 9,37: il Ponte Morandi non c'è più.“ Mit diesen Worten beschreibt die italienische Zeitung „La Repubblica“ die Sprengung der Morandi-Brücke, die am 14. August letzten Jahres teilweise eingestürzt war. 35 Personenautos und drei Lastwagen fielen in die Tiefe. 43 Menschen starben.
Die 400 Meter lange Brücke, die 1967 eingeweiht worden war, hatte grosse wirtschaftliche Bedeutung für Italien. Sie wurde pro Jahr von über 25 Millionen Autos befahren. Sie war eine der Zufahrtsstrecken zum Hafen und wurde pro Stunde von bis zu 100 Lastwagen überquert.
Mehrere Häuser unter der Brücke waren zerstört oder beschädigt worden. Hunderte Bewohner wurden evakuiert. Kurz nach dem Einsturz begannen Schuldzuweisungen und das Gerangel darüber, wer für den Abbruch und den Wiederaufbau zuständig sein soll.
Um 09.28 Uhr ertönten Sirenen. Dann war ein lauter Knall und ein gespenstisches, minutenlanges Grollen zu hören. Um der aufgewirbelten Staubwolke Herr zu werden, wurden die 4000 Tonnen schweren Trümmer sofort mit Dutzenden Wasserkanonen bespritzt.
Ein Problem stellt der Asbest dar, der in der Brücke verarbeitet worden war. Es wurden komplizierte Vorbereitungen getroffen, damit keine Schadstoffe ins Grundwasser und ins Meer gespült werden.
Die Sprengung erfolgte nach Plan. Eine kleine Verzögerung gab es, weil ein Bewohner eines Hauses unter der Brücke nicht evakuiert werden wollte. Über 3000 Anwohner im Umkreis von 300 Metern mussten ihre Häuser verlassen. Sie dürfen erst am Abend in ihre Häuser zurückkehren.
Zehntausende Menschen verfolgten das Spektakel, unter ihnen die beiden Vize-Ministerpräsidenten Matteo Salvini und Luigi Di Maio.
(J21)
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