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Das Waisenhaus Santa Rosa wurde von der Schweizer Franziskaner Nonne Caridad Brader gegründet. Es liegt im Norden Perus, im sogenannten Piura.
Auch in Pasto (Süden von Kolumbien) und Quito (Hauptstadt Ecuadors) hat Schwester Brader weitere Waisenhäuser gegründet. Heute werden diese Waisenhäuser vor allem von südamerikanischen Franziskaner Nonnen betreut.
Der Hogar Santa Rosa hat einen rechteckigen Grundriss und ist doppelstöckig. In der Mitte befindet sich ein Innenhof mit Spielmöglichkeiten für die Kinder, wie bspw. eine Rutschbahn und Klettermöglichkeiten. Dort ist ebenfalls der Pausenplatz der Schule platziert. Das Waisenhaus verfügt nämlich über eine integrierte Primarschule. Kinder aus der Nachbarschaft können diese Schule auch besuchen. So haben die Kinder aus dem Hort die Möglichkeit, mit anderen Kindern ausserhalb des Hortes in Kontakt zu kommen. Eine integrierte Schule ist für die Kinder im Waisenhaus sehr vorteilhaft, da es sie davor bewahrt, alleine in die etwas gefährliche Nachbarschaft zu gehen. Nach der Primarschule gehen sie in die Sekundarschule. Die Mädchen werden in verschiedene Schulhäuser eingeteilt und haben somit unterschiedlich lange Schulwege. Meistens ist es so, dass sie nur halbtags zur Schule gehen.
Die Kinder und ihre Aufgaben
Zurzeit leben 55 Kinder im Waisenhaus. Knaben können nur bis zum sechsten Lebensjahr im Hort wohnen, danach müssen sie in ein Waisenhaus für Knaben wechseln. Der Hogar Santa Rosa ist nämlich ein Waisenhaus für Mädchen. Die Mädchen können bis zu ihrem 18. Lebensjahr im Hort bleiben, danach werden weitere Familienangehörige angefragt, sie zu unterstützen, damit ihnen das Studieren an der Universität ermöglicht werden kann. Falls ein Mädchen dieses Glück nicht hat, darf es weiter im Hort bleiben und man versucht, ihr die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen.
Der Hort ist so organisiert, dass im oberen Stock des Waisenhauses sechs kleinere „Wohnungen“ eingerichtet sind. In fünf dieser Wohnungen lebt jeweils eine Familie. Eine Familie besteht aus älteren sowie auch jüngeren Kindern. Das Prinzip funktioniert so, dass jedes Familienmitglied in der Familie seine Aufgabe hat. Die älteren Kinder sind für die kleineren verantwortlich.
La Cuna
Die sechste Wohnung ist eigentlich eher ein grösseres Zimmer mit einem eingebauten WC und einer kleinen Küche. Dort leben die Jüngsten des Hortes, die Babys. Zurzeit wohnen dort acht Babys im Alter von 0-3 Jahren.
Ämtli- „Einer für alle, alle für einen!“
Jede Familie hat wöchentlich ein Ämtchen, welches sie erledigen muss. Zum Beispiel hat eine Familie das Ämtchen Küche, dabei muss sie die ganze Woche lang für den Hort kochen. Eine andere Familie wiederum hat das Ämtchen „Cuna“, was bedeutet, dass sie auf die Kleinkinder aufpassen muss. Dabei wechseln sie sich am Abend immer wieder ab, um bei ihnen zu übernachten und bereit zu sein, wenn eines der Kinder anfängt zu weinen. So gibt es verschiedene Aufgaben im Hogar Santa Rosa, welche von den Kindern und den Nonnen erledigt werden. In diesem Waisenhaus erfährt man richtig, was es heisst; einer für alle und alle für einen. Es ist wirklich beeindruckend, wie sie sich alle unterstützen und nach vorne schauen.