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Im Rahmen der regionalen Untersuchungen wird seit 2011 der Zustand der kleineren Fliessgewässer untersucht. Um einen Überblick der Gewässerqualität im Kanton zu erhalten, wurde der Kanton Aargau nach Einzugsgebieten in zehn verschiedene Regionen eingeteilt, in welchen die Untersuchungen in einem Turnus von zehn Jahren erfolgen. Jedes Jahr werden in einer anderen Region die Bäche an ausgewählten repräsentativen Stellen chemisch und biologisch untersucht.
Chemische Untersuchungen im regionalen Überwachungsprogramm
Jedes Jahr werden in einer anderen Region 10 ausgewählte Messstellen monatlich mittels Stichproben überwacht. Die Probenahme und Analytik werden durch das Labor der AfU durchgeführt. Die Beurteilungen erfolgen nach dem Modul Chemie, Nährstoffe des Modulstufenkonzepts des Bundes (siehe ). Dieses sieht die Einteilung eines Gewässers in die Zustandsklassen sehr gut, gut, mässig unbefriedigend und schlecht vor. Die Gesamtbeurteilung basiert auf den aggregierten Zustandsklassen der chemischen Parameter nach diesem Modul. Einmal jährlich werden Feinsedimente beprobt und nach den wichtigsten Schwermetallen analysiert. Die Beurteilung erfolgt gemäss den Zielvorgaben der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR).
Insgesamt zeigen die chemischen Untersuchungen seit 2011 für die meisten Stellen eine gute bis sehr gute Wasserqualität an. Die Stellen waren bezüglich den Stickstoffverbindungen Ammonium (NH4+), Nitrit (NO2-) und Nitrat (NO3-) meist wenig und nur selten mässig oder stark belastet. Allerdings sind an vielen Messstellen die Belastungen bezüglich Gesamt-Phosphor (Ptot), Phosphat (PO4) und gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC) nach wie vor in einem mässigen bis sogar schlechten Zustand. Die Belastungen stammen aus der Einleitung von gereinigtem Abwasser, Entlastungen von Regenbecken oder von der Abschwemmung von Nährstoffen aus landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die untersuchten Schwermetallbelastungen werden an einer Stelle als mässig und bei den restlichen durchwegs als unproblematisch beurteilt.
Biologische Untersuchungen im regionalen Untersuchungsprogramm Fliessgewässer
Jedes Jahr werden in einer anderen Region an 20 ausgewählten Messstellen biologische Untersuchungen nach den jeweiligen Methoden des Modulstufenkonzepts durchgeführt (siehe ): Äusserer Aspekt, Kieselalgen (DI-CH), Ökomorphologie und Makrozoobenthos (nach IBCH und SPEARPesticides-Index).
Der Äussere Aspekt indiziert grobe und offensichtliche Gewässerbelastungen. An besonders vielen der von 2011 bis 2019 untersuchten Stellen wurde eine mässige bis starke Kolmation und häufig auch vereinzelte bis viele Abfälle gefunden. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen gibt es in den untersuchten Bächen nur noch selten Eisensulfid-Bildung in der Bachsohle oder heterotrophen Bewuchs (ein Zeiger für starke organische Belastung). Der Kieselalgen-Index indiziert in erster Linie die Nährstoffbelastung und die organische Belastung während der letzten 2-4 Wochen vor der Probenahme und erreichte an fast allen Stellen eine gute oder sehr gute Bewertung. Die Ökomorphologie bewertet die Natürlichkeit und die Vielfalt der Lebensräume eines Gewässers. Um verlässliche Beurteilung des Makrozoobenthos hinsichtlich Artenvielfalt zu erzielen wurden für die Untersuchungen möglichst Stellen mit mindestens guter Ökomorphologie ausgesucht. Die Untersuchungen des Makrozoobenthos nach IBCH bewerten die allgemeine Gewässerqualität (Lebensräume und stoffliche Belastung), während der SPEARPesticides-Index die Belastung durch Pestizide beurteilt. Ähnlich wie bei den Langzeituntersuchungen waren die Lebensgemeinschaften des Makrozoobenthos an vielen Stellen in einem mässigen oder gar unbefriedigenden Zustand und einige Stellen zeigten sie eine Belastung durch Pestizide an.
Die zusammenfassenden Bewertungen der chemischen bzw. biologischen regionalen Untersuchungen für jede Stelle ab 2011 sind unter folgenden Links abrufbar: