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(Applikatur, franz. Doigter, engl. Fingering), die kunstgerechte
Anwendung oder Ansetzung der Finger bei allen Instrumenten, auf denen die verschiedenen Töne durch Griffe hervorgebracht werden.
Am einfachsten ist der Fingersatz bei den Blechblasinstrumenten, welche so wenig Claves (Pistons, Cylinder etc.) haben, daß die Finger
einer Hand
[* 4] zu deren Behandlung ausreichen, ohne daß sie ihren Platz zu verlassen brauchen. Schwieriger
ist der Fingersatz der Holzblasinstrumente, bei denen die Zahl der Tonlöcher und Klappen die der Finger beider Hände übersteigt,
so daß demselben Finger verschiedene Funktionen zufallen und unter Umständen dieselben Klappen durch verschiedene Finger regiert
werden müssen. Am kompliziertesten ist aber der Fingersatz bei den Klavierinstrumenten (Klavier, Orgel, Harmonium
etc.); hier hat er eine förmliche Geschichte und eine umfangreiche Litteratur, ja eigentlich
ist jede Pianoforteschule zur Hälfte eine Schule des Fingersatzes.
Die Bezeichnung des Fingersatzes ist in England eine andre als in den übrigen Ländern, da die Engländer den Zeigefinger als
ersten ansehen und den Daumen durch ein + markieren, ganz entsprechend der alten deutschen Bezeichnung,
wie sie sich in Amerbachs »Orgel- oder Instrument-Tabulatur« (1571) findet, nur daß hier der Daumen durch eine Null (0) bezeichnet
ist.