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Die Tarifstruktur TARMED dient der Abrechnung von ambulanten ärztlichen Leistungen in Arztpraxen und Spitälern mit einem Einzelleistungstarif.
Die Tarifstruktur TARMED dient der Abrechnung von ambulanten ärztlichen Leistungen in Arztpraxen und Spitälern mit einem Einzelleistungstarif.
Einführung des TARMED
Die Tarifstruktur TARMED ist ein Projekt der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH), der Schweizer Krankenversicherer (santésuisse), der Spitäler der Schweiz (H+) sowie der in der Medizinaltarifkommission (MTK) der Suva vertretenen Eidgenössischen Sozialversicherern (Unfallversicherung UV, Militärversicherung MV, Invalidenversicherung IV).
Der Bundesrat genehmigte am 30. September 2002 die Version 1.1 als Einführungsversion, die sowohl in den Bereichen der Sozialversicherungen (UV, MV, IV) sowie in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zur Anwendung gelangt.
Im OKP-Bereich haben die Tarifpartner den TARMED per 1. Januar 2004 eingeführt, seither dient er für die Abrechnung von ambulanten Leistungen in den Arztpraxen sowie in den Spitälern. Die bis dahin kantonal unterschiedlichen Arzttarife wurden durch eine gesamtschweizerisch einheitliche Struktur ersetzt. Die einheitliche Struktur erlaubt eine grössere Transparenz und somit eine bessere Vergleichbarkeit. Sie ist die Basis für die Abrechnung mit einem Einzelleistungstarif im ambulanten ärztlichen Bereich. Für die Abrechnung werden die Taxpunkte aus der Tarifstruktur mit den kantonal unterschiedlichen Taxpunktwerten multipliziert. Die Taxpunktwerte werden auf kantonaler Ebene durch die kantonalen Tarifpartner bestimmt und durch die zuständigen Behörden
genehmigt.
Seit der Einführung der Version 1.1 haben die Tarifpartner einzelne Tarifpositionen des TARMED regelmässig angepasst und dem Bundesrat zur Genehmigung vorgelegt, die Tarifstruktur wurde jedoch nie gesamthaft revidiert.
Subsidiäre Kompetenz des Bundesrates
Seit Anfang 2013 hat der Bundesrat die Kompetenz, die Struktur des Ärztetarifs TARMED anzupassen, wenn sie sich als nicht mehr sachgerecht erweist und sich die Parteien nicht auf eine Revision einigen können. Da sich die Tarifpartner nicht auf einen gemeinsamen Vorschlag für eine angepasste Tarifstruktur einigen konnten, machte der Bundesrat im Jahr 2014 erstmals von dieser subsidiären Kompetenz Gebrauch und nahm Anpassungen im Ärztetarif TARMED vor. Die entsprechende Verordnung trat am 1. Oktober 2014 in Kraft.
Übergangslösung für das Jahr 2017
Nachdem sich die Tarifpartner über längere Zeit nicht auf eine gemeinsam vereinbarte, gesamt- oder teilrevidierte Tarifstruktur für ambulante ärztliche Leistungen hatten einigen können, hat der Spitalverband H+ den TARMED-Rahmenvertrag im Juni 2016 auf Ende 2016 gekündigt. Um einen vertrags- bzw. tarifstrukturlosen Zustand zu verhindern, haben sich die Tarifpartner doch noch darauf geeinigt, die bestehende Tarifstruktur – inklusive der vom Bundesrat verordneten Anpassungen im Jahr 2014 – befristet bis Ende 2017 weiter anzuwenden. Der Bundesrat hat diese Vereinbarung mit Beschluss vom 23. November 2016 genehmigt.
Änderung der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung per 1. Januar 2018
Da sich die Tarifpartner nicht auf eine Tarifstruktureinigen konnten, die per 1. Januar 2018 anwendbar ist, hat der Bundesrat entschieden, erneut zu handeln, um einen tarifstrukturlosen Zustand im ambulanten ärztlichen Bereich zu verhindern. Mit Entscheid vom 18. Oktober 2017 hat der Bundesrat die Änderung der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung per 1. Januar 2018 verabschiedet. Mit der Änderung der Verordnung wird die revisionsbedürftige Tarifstruktur für ärztliche Leistungen erneut angepasst und gleichzeitig als gesamtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für ärztliche Leistungen festgelegt. Mit der Verordnungsänderung wird der Entscheid vom 16. August 2017, welcher die konkreten Anpassungen in der Tarifstruktur TARMED unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Vernehmlassung zur Verordnungsänderung beinhaltete, formell umgesetzt. Die Vernehmlassung fand vom 22. März bis 21. Juni 2017 statt.
Die vorgenommenen Anpassungen an der Tarifstruktur befinden sich in Anhang 1 der Verordnung und die ab 1. Januar 2018 geltende Tarifstruktur in Anhang 2. Diese beiden Anhänge werden weder in der amtlichen Sammlung des Bundesrechts (AS) noch in der Systematischen Rechtssammlung (SR) publiziert. Sie sind auf der Internetseite der Bundeskanzlei und des BAG abrufbar. Die Internetseite des BAG beinhaltet zusätzlich die Access-Datenbank und den CHM-Browser der ab 1. Januar 2018 geltenden Tarifstruktur TARMED.
Nach dem Entscheid des Bundesrates vom 18. Oktober 2017 betreffend Änderung der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung per 1. Januar 2018 trafen beim Bundesamt für Gesundheit diverse Meldungen zu Unstimmigkeiten in der Datenbank TARMED 1.09 ein. Diese wurden gesammelt und in die Datenbank sowie wenn notwendig in den Tarifbrowser oder die PDF-Datei der Tarifstruktur eingepflegt. Die Publikation erfolgte am 8. Mai 2018.
Dokumente
Unterlagen betreffend der ab 1. Januar 2018 geltenden Tarifstruktur für ambulante ärztliche Leistungen
Hinweis: «Die Anhänge 1 und 2 der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung sind per 21.11.2017 auf folgender Internetseite abrufbar: www.admin.ch > Bundesrecht > Vollständige Texte zu Verweispublikationen: AS 2017 6023. Abgesehen von formalen Änderungen wie Titelblatt, Kopf- und Fusszeilen sind die Anhänge identisch mit den vorher auf der Internetseite des BAG publizierten Versionen.»
Zusätzliche Unterlagen betreffend TARMED
Unterlagen betreffend früherer Änderungen der Verordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung
Medien
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Letzte Änderung 17.09.2018