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Der Begriff "fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen bezeichnet unterschiedliche Massnahmen, die bis 1981 von den Verwaltungsbehörden getroffen werden konnten:
- Ausserfamiliäre Fremdplatzierung: Aus wirtschaftlichen oder moralischen Gründen wurden Kinder und Jugendliche ihren Familien weggenommen und bei Privaten (Verdingkinder) oder in Heimen untergebracht. Die Betroffenen entstammten mittellosen Familien, waren Waisen oder aussereheliche Kinder. Viele wurde während der Platzierung Opfer von Missbrauch und Gewalt.
- Administrative Platzierung: Bis 1981 konnten Verwaltungsbehörden Jugendliche und Erwachsene ohne Gerichtsurteil und ohne Rekursmöglichkeit und für unbestimmte Zeit zur "Nach- oder Arbeitserziehung in geschlossene Institutionen, auch in Strafanstalten, einweisen. Manchmal reichten ein häufiger Arbeitsplatzwechsel oder eine uneheliche Schwangerschaft aus, um eine solche Massnahme zu ergreifen.
- Verletzung der Reproduktionsrechte: Bis 1981 wurden ohne Zustimmung der betroffenen Person Abtreibungen, Sterilisierungen und Kastrationen mit sozioökonomischen oder sozial-hygienischen Begründungen durchgeführt.
- Zwangsadoption: Bis in die 70-er Jahre war die Wegnahme und Zwangsadoption von Neugeborenen durch die Vormundschaftsbehörden gängige Praxis. Sie wurde zum Beispiel damit begründet, dass die Mutter minderjährig oder unverheiratet war, dass sie einem benachteiligten Umfeld entstammte oder "vernachlässigend war, oder dass der Vater Alkoholiker oder "Nichtstuer war.
Frauen und Männer, die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen bis 1981 waren, können sich an unsere Beratungsstelle wenden.
Die Stelle bietet verschiedene Angebote an: Ein offenes Ohr, Informationen sowie juristische und psychologische Unterstützung. Wir können Sie dabei unterstützen, dem Staatsarchiv zu schreiben, um Akteneinsicht zu erhalten, falls Unterlagen vorliegen.
Falls gewünscht und nötig, können wir Sie auch mit weiteren Fachpersonen in Verbindung setzen.
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