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Die FSME-Impfung in Kürze
- Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Zeckenenzephalitis (Enzephalitis = Gehirnentzündung) ist eine Infektionskrankheit, die durch das FSME-Virus hervorgerufen wird.
- Die Übertragung erfolgt durch den Stich einer befallenen Zecke.
- Zecken können in der Schweiz verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Die zwei wichtigsten sind das Bakterium Borrelia burgdorferi, der Erreger der Lyme-Borreliose, und ein Virus, welches die Frühsommer-Meningoenzephalitis (auch Zeckenenzephalitis oder kurz FSME genannt) verursacht.
- Während FSME durch ein Virus ausgelöst wird, wird die Lyme-Borreliose durch ein Bakterium verursacht.
- Gegen FSME existiert eine wirksame Schutzimpfung. Hingegen kann man sich nicht mit einer Impfung vor Borreliose und anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten schützen.
- Die Impfung gegen FSME ist die einzige zuverlässige Methode, das Risiko dieser Virenerkrankung in Endemiegebieten zu minimieren.
- Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt eine Impfung gegen FSME für alle Erwachsenen und Kinder im Allgemeinen ab 6 Jahren, welche in Endemiegebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten.
- Für eine vollständige Grundimmunisierung gegen FSME durch Impfung sind drei Injektionen (Impfungen) erforderlich.
- Die Impfung kann der Hausarzt oder eine Impfapotheke durchführen.
Risiko des Nichtimpfens
100 bis 250 Personen erkranken entsprechend den Meldekriterien jedes Jahr an FSME. Ein Grossteil der Infektionen verläuft jedoch stumm. Die Zahl der FSME-Erkrankungen ist also relativ klein. Jedoch gehen alle Personen, welche in Endemiegebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten, das Risiko ein, ernsthaft an FSME zu erkranken und teilweise bleibende Schäden zu erleiden. In seltenen Fällen verläuft die Krankheit tödlich. Die Impfung ist die einzige zuverlässige Methode, das Risiko zu minimieren.
Impfempfehlung und Risikogruppen
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Impfung gegen FSME allen erwachsenen Personen und Kindern im Allgemeinen ab 6 Jahren, welche in Endemiegebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Die Situation von Kindern im Alter zwischen 1 und 5 Jahren ist individuell zu prüfen.
Idealer Zeitpunkt für eine Impfung
Wie der Name «Frühsommer-Meningoenzephalitis» bereits ausdrückt, tritt die FSME vor allem im Frühsommer auf. FSME kann aber während des ganzen Sommers auftreten. Daraus abgeleitet resultiert der Winter als idealer Zeitpunkt für eine Impfung. Die Impfung ist aber selbstverständlich auch während den anderen Jahreszeiten möglich.
Drei Injektionen erforderlich
Für eine vollständige Grundimmunisierung gegen FSME durch eine Impfung sind drei Injektionen (Impfungen) erforderlich. Nach zwei Injektionen besteht bereits ein zeitlich begrenzter Schutz. Die ersten beiden Impfungen erfolgen üblicherweise im Abstand von ein bis drei Monaten. Mit der dritten Impfung erreicht man einen Langzeitschutz von 95 Prozent oder höher, sie erfolgt je nach Impfstoff 5 oder 9 bis 12 Monate nach der zweiten Dosis. Wird ein rascherer Schutz benötigt, kann der Arzt ein Schnellimpfschema wählen. Das BAG empfiehlt alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung.
Auffrischimpfung alle 10 Jahre
Für einen anhaltenden Impfschutz gegen FSME ist eine Auffrischimpfung notwendig. Wer die FSME-Grundimmmunisierung mit insgesamt drei Injektionen vollzogen hat, sollte nach 10 Jahren die Impfung wiederholen. Dies wird vom Bundesamt für Gesundheit bei weiterhin bestehendem Infektionsrisiko empfohlen, um den langanhaltenden Impfschutz gegen FSME aufrecht zu erhalten.
Für genauere Informationen zu deiner persönlichen Impfsituation wendest du dich am besten an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt.
Zugelassene Impfstoffe
Zugelassen sind in der Schweiz aktuell zwei Impfstoffe. Die beiden Produkte enthalten inaktivierte FSME-Viren und Hilfsstoffe, welche die Immunantwort verstärken. Personen mit Hühnereiweiss-Allergie sollten ihren Arzt vor der Impfung darauf hinweisen, da FSME-Viren auf Hühnerzellen gezüchtet werden.
Verträglichkeit der Impfung
Die Impfung gegen FSME weist in der Regel eine gute Verträglichkeit auf. Rund ein Drittel der Personen melden Rötung, Schwellung und/oder Schmerzen an der Einstichstelle. Diese örtlichen Reaktionen verschwinden nach ein bis zwei Tagen. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen sind weitere unerwünschte Wirkungen. Gelegentlich tritt Fieber auf. Sehr selten beobachtet werden schwere allergische Reaktionen (1 bis 2 Fälle auf 1‘000‘000 Dosen) und schwere neurologische Effekte (1 Fall auf 70‘000 bis 1 Fall auf 1‘000‘000 Dosen).
Kosten von Grundversicherung übernommen
Die Kosten der Impfung werden von den Krankenkassen in der Grundversicherung übernommen (exklusiv Franchise und Selbstbehalt). Wenn ein berufliches Expositionsrisiko besteht, z. B. bei Waldarbeitern, Förstern und Landwirten, werden die Kosten vom Arbeitgeber getragen (Verordnung vom 25. August 1999 über den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Gefährdung durch Mikroorganismen, SAMV).