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Der Stationenweg des Transitorischen Museums zu Pfyn führt Sie an zehn Stellen der Ortschaft. Dort finden Sie Informationstafeln mit Geschichten und Bildern, die durch Daten und Fakten in einem Flyer ergänzt werden. Sie erhalten einen Einblick in die lange, reichhaltige und wechselhafte Pfyner Geschichte, den Sie in der Kommunikations- und Sammelstelle zeitgarten.ch erweitern können.
Der Flyer zum Stationenweg ist erhältlich im zeitgarten.ch, Städtli 7, 8505 Pfyn, in der Gemeindeverwaltung Pfyn und zum Download hier.
Für die Stationen 6 und 7 übernahmen wir vorläufig die Schilder des Amtes für Archäologie Thurgau, die wir durch einen kurzen Text ergänzten. Diese beiden Schilder werden in der nächsten Zeit angepasst und ersetzt werden.
Bis dahin bieten wir Ihnen den Text aus dem Flyer hier:
6. Station
Entstanden ist Pfyn aus dem befestigten römischen Lager „Ad fines“ („an der Grenze“, womit die Lage zwischen den Provinzen Rätien und Gallien beschrieben ist) und verdankt der lateinischen Bezeichnung auch seinen heutigen Namen. Eher untypisch für römische Kastellbauten ist die Form der 14960 Quadratmeter grossen Anlage, da sie asymetrisch ist. Sie war umgeben von einer rund 2.2m dicken Mauer mit halbrunden Türmen. Fast ganz erhalten und zum Teil sichtbar ist die nördliche Kastellmauer, sowie Teile der nördlichen Westmauer. Die östliche und südliche Mauer fehlen. Die Thur, die bis in das 19.Jh. direkt unter dem Städtlihügel vorbeifloss, wird zum Abbruch dieser Seite ihren Teil beigetragen haben. Die Kastellmauern sind heute stellenweise noch bis zu 5 Meter hoch und in Bauten auf der Nordseite integriert. Turmfundamente sind teilweise heute noch sichtbar, die Distanz von Turmmitte zu Turmmitte betrug etwa 36 Meter ist.
Station 7
Das Kastell ist spätestens ab dem 4. Jahrhundert bezeugt, wahrscheinlicher ist aber eine römische Besiedlung seit etwa Christi Geburt. Fundmünzen belegen, dass in der Zeit von Augustus und bis Valentinian III., also nicht nur die ganze Zeit der römischen Feldtruppen, sondern bis ins 5. Jh. in Pfyn gesiedelt wurde. Beim Gasthof Krone entdeckte man ein römisches Gräberfeld und seit Mitte des 19. Jh. sind römische Gebäudereste mit Hypokaustheizung (Fussbodenheizung) im Gebiet Ziegelhütte bekannt. 1850 fand man im selben Gebiet einen 118 Kilogramm schweren Sarg aus Blei, der leider nicht erhalten geblieben ist. Teile der römischen Strasse, die von Vitudurum (Oberwinterthur) nach Arbor Felix (Arbon) führte und sich in „Ad Fines“ nach Tasgaetium (Eschenz) verzweigte, kamen auch zum Vorschein. Im Kastellinnern fand man Münzen, Geschirr, Schmuck, Spielzeug und Werkzeuge, allerdings nur wenige Waffen. Das Kastell scheint dicht besiedelt gewesen zu sein und nicht nur militärisch genutzt.