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Das berichteten spanische Medien unter Berufung auf einen Sprecher der PSOE. Der Generalrat von Ciudadanos hatte zuvor am Samstag in Barcelona bereits grünes Licht für den Regierungspakt gegeben.
Sozialisten und Liberale hatten ihre Bündnisvereinbarung am Mittwoch geschlossen. Beide Parteien verfügen allerdings nicht über eine ausreichende Mehrheit, um bei der ersten Parlamentsabstimmung am kommenden Mittwoch eine Wahl des PSOE-Parteichefs Pedro Sánchez zum neuen Ministerpräsidenten sicherstellen zu können.
Die PSOE hatte auch mit Podemos (Wir können) und anderen Links-Parteien über eine Unterstützung von Sánchez verhandelt. Die Gespräche blieben aber erfolglos. Podemos, die bei den Wahlen am 20. Dezember noch vor Ciudadanos auf Anhieb zur drittstärksten politischen Kraft Spaniens avanciert war, setzte die Verhandlungen vorerst aus. Mit dem Pakt zwischen Sozialisten und Liberalen habe die PSOE eine Chance zu einem wirklichen Wandel vertan, meinte die aus der Bewegung der Empörten hervorgegangene Protestpartei.
Auch die konservative Volkspartei (PP) des bisherigen Regierungschefs Mariano Rajoy will sich dem Pakt nicht anschliessen. Das Übereinkommen sei nutzlos, hiess es. Die PP war aus der Wahl am 20. Dezember erneut als stärkste Kraft hervorgegangen, hatte aber die absolute Mehrheit verloren. Eine grosse Koalition mit den Konservativen schlossen die Sozialisten kategorisch aus.
Zu den in ganz Spanien aufgestellten Urnen waren am Samstag rund 180'000 Mitglieder der PSOE aufgerufen. Für die schon am Freitag begonnene Online-Wahl hatten sich die restlichen rund 13'600 Mitglieder angemeldet. Die Beteiligung lag nach Angaben von Sprecher der Sozialisten bei knapp 50 Prozent.
Das Übereinkommen über die Bildung einer «reformistischen und fortschrittlichen Regierung» umfasst ein Programm mit mehr als 200 Massnahmen, darunter eine Verfassungsreform. Sozialisten-Chef Sánchez sagte am Samstag vor seiner Stimmabgabe in Madrid, das Abkommen stehe «im Einklang mit den sozialistischen Prinzipien».
Falls Sánchez bei der Abstimmung am Mittwoch wegen der fehlenden Mehrheit des Pakts wie erwartet scheitern sollte, gibt es am Freitagabend oder am Samstag eine weitere Wahl im Parlament. Bis zum 2. Mai muss ein Regierungschef gefunden werden, andernfalls werden Neuwahlen fällig. Diese würden am 26. Juni stattfinden. (SDA)Publiziert am 27.02.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016