Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03433.jsonl.gz/625

Da ich mich leidenschaftlich mit Kochen, Backen und Computern beschäftige, erforderte die Wahl meines zukünftigen Berufes etwas Zeit zum Nachdenken. Im Jahr 2001 entschied ich mich für eine Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher, die ich zusammen mit meinem Vater im Familienbetrieb absolvierte. Damit gab ich den Startschuss für die vierte Generation von Orthopädie-Schuhmachern der Familie Bonert.
Nachdem ich das Äquivalent des EFZ als Orthopädie-Schuhmacher in Deutschland erlangt hatte, arbeitete ich einige Jahre lang mit meinem Vater zusammen. Dann ging ich für 6 Monate nach Frankfurt am Main, um mich auf den Meisterprüfung vorzubereiten, um schliesslich in 2009 den deutschen Meisterbrief im Orthopädie-Schuhmacher Handwerk zu erlangen. Auf der Suche nach neuen Erfahrungen sah ich die in der Meisterschule veröffentlichten Anzeigen durch. Dort fand ich das Angebot der OrthoKern SA für eine Stelle als Orthopädie-Schuhmachermeister.
Ich kam im Frühjahr 2009 in die französischsprachige Schweiz, frisch diplomiert, kaum Französisch sprechend. Zwischen 2009 und 2013 arbeitete ich bei OrthoKern SA als stellvertretender Werkstattleiter in Lausanne, später übernahm ich die Leitung der Filiale in Payerne. Im gleichen Zeitraum entwickelte ich eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Diabetologie des Hôpital Intercantonale de la Broye in Estavayer-le-Lac.
Im Jahr 2013 machte ich einen kurzen Abstecher in Biel und kehrte dann in die Genferseeregion zurück. Danach war ich bis 2016 als Führungskraft bei OrthoLotz Sàrl tätig. Ich war für die Entwicklung der Filialen des Unternehmens, insbesondere in Genf und Neuenburg, verantwortlich. Basierend auf den Erfahrungen, die ich durch meine Zusammenarbeit mit dem CHUV und der HIB gesammelt habe, habe ich die OrthoLotz Sàrl an das HUG herangeführt, um eine enge Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft, insbesondere mit der Abteilung Diabetologie, aufzubauen.
Im Herbst 2016 beschlossen meine Frau und ich, die Routine zu brechen. Wir verlassen Arbeit und Wohnung und machen eine Wohnmobilreise, um Europa zu erkunden, bevor wir vielleicht nach Kanada einwandern. Wir lassen uns schliesslich zweieinhalb Jahre in Frankreich nieder und beschliessen dann, in die Schweiz zurückzukehren. Auf der Suche nach einer Stelle, wenn möglich im Jura, entdecke ich die von Pascal Viatte veröffentlichte Ausschreibung für eine Stelle als Mitarbeiter in der Werkstatt. Während des Vorstellungsgesprächs erzählt er mir, dass er einen Nachfolger sucht, damit er in den wohlverdienten Ruhestand treten kann. Ich nehme mit Begeisterung an!
Im Januar 2020 übernehmen meine Frau und ich die Leitung der Viatte Orthopédie SA. Mein Traum, Geschäftsinhaber zu werden, wird Wirklichkeit.
Ich freue mich darauf, meine bisherigen Erfahrungen in meiner beruflichen Laufbahn in die Praxis umzusetzen und freue mich auf neue Kooperationen mit der Ärzteschaft im Jura und den umliegenden Kantonen.