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Bei starken Regenfällen ist die Kanalisation am rechten Seeufer überlastet. Dann fliesst verschmutztes Abwasser direkt in den See. Nun hat die Stadt reagiert. Sie will ein grosses Regenüberlaufbecken beim Carl-Spitteler-Quai bauen.
Die Kanalisationsleitungen in der Haldenstrasse, der Töpferstrasse, der Löwenstrasse, der Dreilindenstrasse und im gesamten Wey-Quartier sind bei starken Regenfällen oft überlastet.
Dann vermögen sie das Regenwasser und das Abwasser aus den Liegenschaften – zum Beispiel aus WCs – nicht mehr vollständig aufzunehmen. Ein Teil davon fliesst dann via Überläufe ungefiltert in den Vierwaldstättersee. Untersuchungen an diesen Überlaufstellen haben ergeben, dass die Gewässerschutzvorschriften nicht eingehalten werden können, wie die Stadt Luzern am Freitag mitteilte.
Verschiedene Sanierungsvarianten geprüft
Sowohl die Menge des in den See eingeleiteten Wassers als auch dessen Verschmutzungsgrad sind zu hoch. «Dieses Problem muss von Gesetzes wegen behoben werden», schreibt die Stadt. Deswegen hat sie verschiedene Sanierungsvarianten geprüft und miteinander verglichen. Allen Varianten gemeinsam seien hohe Realisierungskosten. Diese belaufen sich auf 16 bis 28 Millionen Franken.
Die Variante mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis beinhaltet gemäss Stadt ein Regenüberlaufbecken am Carl-Spitteler-Quai samt Zuleitung und zwei Trennbauwerken. Kostenpunkt: um die 18 Millionen Franken. Bei dieser Variante wird in den erwähnten Quartieren viel Abwasser über die neue Leitung Richtung Becken am Carl-Spitteler-Quai umgeleitet.
Das neue Becken hat die Masse von zirka 46 Metern Länge, 21 Metern Breite und 8 Metern Tiefe. Es fasst rund 2000 Kubikmeter Wasser, das entspricht etwa 13’000 gefüllten Badewannen. Es ist damit fast doppelt so gross, als jene im Gebiet Steghof geplanten.
So funktioniert das System
Das ganze System funktioniert wie folgt: Bei starken Regenfällen sorgen zwei Trennbauwerke vor dem Becken dafür, dass nur so viel Abwasser in die bestehende Ableitung stadteinwärts fliesst, damit diese nicht überlastet ist. Das restliche Abwasser wird in das Becken umgeleitet und dort zwischengespeichert.
Feststoffe und Partikel setzen sich auf den Grund des Beckens. Sollte das Becken voll werden, fliesst Abwasser durch einen höher gelegenen Rechen in den Notüberlauf und von dort in den See. Diese Verschmutzung sei dank des Absetzvorgangs um ein Vielfaches geringer und der von Bund und Kanton geforderte Gewässerschutz kann laut Stadt eingehalten werden. Sobald die Ableitung nicht mehr überlastet ist, wird das im Becken gespeicherte Abwasser automatisch in diesen Kanal und so Richtung Kläranlage gepumpt.
Die verworfenen Varianten beinhalten einen Stollen durch den Allenwindenhügel bis zum Rotsee, ein Regenbecken am Luzernerhof sowie mehrere kleine dezentrale Becken im Perimeter.
Stadtrat beantragt Projektierungskredit von 1,4 Millionen Franken
Für den Bau des Beckens am Quai werden wegen der Nähe zum See technisch aufwendige Bau- arbeiten nötig sein. Während der Bauzeit von etwa 1,5 Jahren ist der Park nur begrenzt für die Öffentlichkeit nutzbar. Danach wird er wieder ohne Einschränkung zur Verfügung stehen.
In einem nächsten Schritt soll ein detailliertes Bauprojekt ausgearbeitet werden. Für die Arbeiten beantragt der Stadtrat einen Projektierungskredit über 1,4 Millionen Franken. Das Stadtparlament wird voraussichtlich am 12. Mai darüber befinden. Dem Baukredit müsste dann später noch die Stimmbevölkerung zustimmen. Möglicher Baustart ist laut Medienmitteilung 2025/2026.
- Medienmitteilung Stadt Luzern