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SITUATION #206
Aufgrund sich überschneidender Interessen haben sich Waffen und Kameras sowohl in optischen als auch in algorithmischen fotografischen Systemen oft einen gemeinsamen Raum geteilt. Ein Grossteil des Jargons rund um den fotografischen Akt wird aus der militärischen Terminologie abgeleitet, wie z.B. das „bewaffnete Auge“ für Hilfsmittel zur optischen Vergrösserung, das „Laden“ oder „Entladen“ des Films sowie das „Zielen und Schiessen“ mit der Kamera. Darüber hinaus sind die Technikgeschichte der Fotografie und die des militärischen Komplexes eng miteinander verflochten – von Kameras, die in der Kampfausbildung eingesetzt wurden, bis hin zu Fotosafaris, die den Akt des Jagens sublimieren, von der Luftaufklärung bis hin zu algorithmischen Systemen in Drohnen und Überwachungskameras, die zur Identifizierung von Feinden und Protestierenden eingesetzt werden. Die hier präsentierte Online-Mindmap ist ein vom kuratorischen Team des Fotomuseum Winterthur erstelltes Research-Board, das diese wechselseitige Beziehung entlang verschiedener Entwicklungslinien des Apparats abbildet – von den fotografischen Praktiken des 19. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Bildgebungssystemen.
Erkunde die Mind-Map unter: miro.com/app/board/o9J_kn7btEE=