Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/3789

100 Jahre Zürcher Theaterverein
Im April 1918 wurde der Zürcher Theaterverein gegründet
Seit seiner Gründung 1918 unterstützt der Zürcher Theaterverein die Bühnen der Stadt. Er ist mitverantwortlich, dass die heutige Theaterszene in Zürich so vielfältig ist. Aktuell zählt der Verein rund 1300 Mitglieder, die in vielen Theatern vergünstigte Karten erhalten.
Die Neue Zürcher Zeitung schrieb vor 100 Jahren: «Im Zunfthaus zur Waag kam am Donnerstag, 11. April eine Gruppe von Freunden zusammen, um über die Gründung eines Zürcher Theatervereins zu beraten, mit der Idee, durch den Zusammenschluss dem Stadttheater zu dienen und es finanziell zu unterstützen.»
Es war eine illustre Runde, die von Stadtrat Dr. Johann Adolf Streuli «berufen» wurde: Für die Gründung zeichneten sich u.a. der Schriftsteller Dr. Ernst Zahn als Vorsitzender oder Julius Bär als Kassier verantwortlich.
In seinen 100 Jahren erlebte der Verein, wie die Zürcher Theaterszene immer vielfältiger wurde. Besonders verbunden mit dem Opern- und Schauspielhaus, pflegt er aber auch wertvolle Beziehungen mit anderen Häusern, Gruppen oder Produktionen.
Die aktuell rund 1300 Mitglieder des Zürcher Theatervereins erhalten in vielen Theatern vergünstigte Karten mit oftmals bis zu 50 Prozent Rabatt. Gleichzeitig unterstützen sie mit ihrem Mitgliederbeitrag die Bühnen der Stadt. Je mehr Mitglieder der Verein hat, umso grösser ist der Beitrag an die verschiedenen Theater.
Interessante Fakten der Vereinsgeschichte:
Im Jahr 1918 zählte der Verein 406 Mitglieder. Zu Beginn der 1950er-Jahre zählte der Verein rund 4000 Mitglieder und erlebte seinen Höhepunkt. 2018 zählt der Verein rund 1300 Mitglieder.
Die ersten Vergünstigungen erhielten die Vereinsmitglieder vier Jahre nach der Gründung: Ab 1922 gab es bei Theaterbesuchen an Donnerstagabenden 25 Prozent Rabatt.
In den ersten zehn Jahren seines Bestehens wies der Zürcher Theaterverein dem Stadttheater und der Pfauenbühne insgesamt eine Summe von 100'000 Franken zu – ein enormer Betrag für damalige Verhältnisse.
Der Zürcher Theaterverein wurde im Jahre 1962 politisch aktiv: Die Stadt Zürich wollte die Subventionen für das Stadttheater streichen. Mit dem Zürcher Theaterverein wurde ein Aktionskomitee zugunsten der Subventionen gegründet. Der Zürcher Theaterverein spendete 10'000 Franken für die Propagandakosten.
In den 1990er-Jahren begann der Verein unter der Leitung des damaligen Vorstandsmitglieds und heutiger Vereinspräsidentin Frau Berty Bauknecht mit dem Organisieren von vielen Theaterreisen ins Ausland. Ziele waren u.a. Glyndebourne, Oslo, Dresden, Berlin, Turin, Neapel, Ravenna, Ljubljana oder Breslau. Die aktuelle Opernreise führt im Sommer nach Pesaro an das Rossini-Opernfestival.
Der berühmte Ziervorhang im Opernhaus Zürich konnte 1984 dank der finanziellen Mittel des Zürcher Theatervereins restauriert werden. Der Vorhang, 1891 von Josef Kautsky gemalt, kam erst beim damaligen Umbau wieder zum Vorschein. Mit der Restaurierung sponserte der Verein damals auch Vitrinen, Sessel oder Marmortische an das Opernhaus Zürich; Schenkungen im Wert von insgesamt 158'000 Franken.
Die erste Vereinszeitung erschien im September 1984. Bis 2011 erschien sie im klassischen Zeitungsformat. Seither erscheint sie zehnmal im Jahr unter dem Titel „NEWS“ in einer kompakten Form auf vier Seiten.
Der Zürcher Theaterverein konnte 2001 dank einem Legat von über 600'000 Franken einen Wohnfonds einrichten, aus dem er jährlich vier bis fünf Studierende der Zürcher Hochschule der Künste und dem Internationalen Opernstudio unterstützt. Viele dieser Studierenden konnten sich in der Theater- und Schauspielszene etablieren.
Das Opern- und Schauspielhaus erhalten bis heute Zuwendungen (sofern nicht anders vereinbart). Der Verein unterstützt aber auch andere Bühnen; in der laufenden Saison sind es das Theater STOK, die Theatergruppe Schrägi Vögel und das sogar theater.
Der Verein verdankt die 100 Jahre besonders seinen Mitgliedern, die mit ihren Beiträgen die Theater der Stadt unterstützen.
Der Dank geht ebenso an die vielen Theater, die mit unserem Verein zusammenarbeiten und unseren Mitgliedern jeden Monat tolle Angebote zur Verfügung stellen.
Hoch das Glas - oder in unserem Fall: Hoch den Vorhang!