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[* 2] (lat. Venus), in der Mythologie der Griechen die Göttin der Liebe und Schönheit. Ursprünglich war sie wohl
die Göttin alles Wachsens und Entstehens. Indem auch der Natur ein sehnsüchtiges Verlangen zugeschrieben wurde, ward aus
ihr die Göttin der Liebe und allmählich die der Schönheit. Es scheint, daß der Ursprung ihrer Verehrung
bereits in die Epoche zurückfällt, in welcher die Griechen noch mit den übrigen indogermanischen Völkern eine Einheit bildeten;
denn wir finden bei der Mehrzahl dieser Völker eine ihr wesensverwandte Göttin.
aber sie fügt auch als Tochter die wiederhergestellte
»Eintracht«, Harmonia, hinzu.
Nur ihr Name, in dessen zwei ersten Silben das griechische Wort für Schaum (Aphros) gehört wurde,
scheint zu der SageAnlaß gegeben zu haben, daß sie aus dem Meer oder aus den ins Meer geschleuderten Genitalien
des Uranos (s. d.) entstanden sei (Anadyomene). Die wahre Bedeutung des Namens ist unsicher; er ist möglicherweise nicht griechisch,
sondern aus dem Orient entlehnt. Wie Ares, konnte ihr auch Hephästos,
[* 8] welcher ursprünglich wohl Gott des Blitzes war,
zum Gatten gegeben werden.
Aphrodite gehört zu den von der alten Kunst mit am häufigsten dargestellten Gottheiten. Die ältere Periode und die erste Blütezeit
der griechischen Kunst (Pheidias) stellte sie bekleidet, teils thronend, teils stehend, dar. Erst in der zweiten Blütezeit
(Skopas und Praxiteles) wagte man die Göttin in ihrer nackten Schönheit zu zeigen, aber auch hier nur mit
Motivierung der Nacktheit durch das Bad.
[* 21] Mit der Zeit stellte man die Göttin in ihrer Nacktheit nur um ihrer Schönheit willen
dar, bis man ihr endlich alles Göttliche abstreifte und sie nur noch als schönes, häufig ganz genrehaft aufgefaßtes
Weib erscheinen ließ.
Ist in den beiden
letztern Statuen fast alles Göttliche abgestreift, so grenzt die Aphrodite Kallipygos zu Neapel (angeblich in den Kaiserpalästen
zu Rom gefunden) trotz der Formvollendung beinahe an das Gemeine. Besondere Bildungen sind die meergeborne,
die Schiffahrt schützende Aphrodite (daher im Chor der Nereiden und Tritonen in einer Muschel sitzend und ähnlich gebildet) und die
kriegerische Aphrodite, welche mit Ares sehr häufig so gruppiert wurde, daß sie denselben umfaßte oder ihm Helm undSchild hielt.
In Sparta kannte man altertümliche Holzbilder von Aphrodite, welche sie geharnischt zeigten,
und noch in pompejanischen Wandbildern erscheint sie gelegentlich als den Schmuck ablegend und zur Lanze greifend. In Reliefs
und auf geschnittenen Steinen wird sie gern mit dem Eros tändelnd oder von den Chariten geschmückt dargestellt, oder sie ist
die kundige Liebesvermittlerin zwischen Paris
[* 35] und Helena.