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Das letzte verheerende Erdbeben in Tokio ereignete sich am 1. September 1923. Damals wurde die Stärke 7,9 gemessen. Das Grosse Kanto-Erdbeben forderte 140’000 Menschenleben (Asienspiegel berichtete). Wann das nächste grosse kommt, kann niemand vorhersagen. Sicher ist nur: Es wird früher oder später kommen. Einen Vorgeschmack bot das grosse Erdbeben von 2011 im Nordosten Japans, das selbst in der japanischen Hauptstadt die Erde während Minuten beben liess. Der öffentliche Verkehr kam damals zum Erliegen. Die Folgen in Tokio waren jedoch vergleichsweise gering. Für die Behörden war dies ein Warnschuss. Seither hat man die Sicherheitsmassnahmen noch einmal intensiviert (Asienspiegel berichtete).
Eine neue logistische Herausforderung ist der aktuelle Tourismusboom (Asienspiegel berichtete). Noch nie reisten so viele Menschen nach Japan. Bis 2020 könnten es 40 Millionen werden. Nicht alle von ihnen wissen, wie man bei einem Erdbeben zu reagieren hat. Auch diesbezüglich arbeiten die Behörden seit einigen Jahren an Lösungen. Inzwischen gibt es Apps, die auf Englisch informieren (Asienspiegel berichtete). Auch die so wichtige Wetterbehörde, die bei Naturkatastrophen informiert, bietet eine englischsprachige Seite an. Einige Lokalbehörden stellen inzwischen auch Katastrophenhandbücher auf Englisch zur Verfügung (Asienspiegel berichtete).
Mit Schiffen bis zum Flughafen Haneda
Die Dreifachkatastrophe von 2011 zeigte zudem, dass der Drang der Touristen und vieler in Japan lebender Ausländer, möglichst schnell nach Hause zu fliegen, besonders gross war. Damals boten die Botschaften einiger Länder sogar Gratisflüge in die Heimat an. Basierend auf solchen Erfahrungen hat das Verkehrsministerium einen neuen Evakuierungsplan entworfen, um gestrandeten Touristen Soforthilfe anbieten zu können. Dieser sieht vor, dass die grossen Flüsse der Hauptstadt zu Fluchtwegen werden.
Die Idee ist, dass man Touristen und alle Bewohner, die an sichere Orte flüchten müssen, im Notfall zu den Flüssen Edogawa, Tamagawa, Sumidagawa, Tsurumi und Arakawa leiten würde. Bahnhöfe in der Nähe der Gewässer würden zudem als Versammlungspunkte dienen. Anschliessend könnten eigens beauftragte Schiffe, die Personen zum Flughafen Haneda fahren. Die Flüsse werden als die sichersten Fluchtwege angesehen, da man bei Erdbeben mit Feuer rechnen muss. Ausserdem ist das Risiko eines Tsunami bei einem Erdbeben unter der Hauptstadt gering. Das Verkehrsministerium plant, diesen Notfallplan bis zu den Sommerspielen 2020 in Kraft treten zu lassen. Damit man auf alle Eventualitäten vorbereitet ist.