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Schweizermeister 1961
Saison 1960/61
Seit dem letzten Meistertitel sind elf Spielzeiten verstrichen. Die Kräfteverhältnisse haben sich von einem Bündner Bergdorf (Davos) ins andere (Arosa) verschoben: Nicht weniger als sieben Mal in Folge ging der Titel ins Schanfigg. Drei Mal konnte Davos reüssieren, und als vierte Mannschaft gelang es 1959 dem SC Bern, den Schweizermeistertitel zu gewinnen.
Auch der ZSC hat sich verschoben: vom Dolder ins Hallenstadion, das die neue Heimstätte des Clubs wurde.
Teamintern hatte in der Zwischenzeit ein Umbruch stattgefunden, von der Meistermannschaft 1949 war gerade noch Otto Schubiger übriggeblieben. Der namhafteste Zuzug auf die neue Saison hin war wohl Pio Parolini, der aber nicht eingesetzt werden durfte, da er mit einem Wartejahr belegt worden war. Man stelle sich das in der heutigen Zeit vor!
Die Vorbereitungsphase brachte einige schöne Siege gegen Mannschaften wie Sonthofen, Düsseldorf oder Innsbruck, und zum Schluss konnte auch der hauseigene «Precisa-Cup» gewonnen werden.
Der erste Ernstkampf der Saison, der auch das allererste Derby war, in dem es um etwas ging, fand in Kloten statt – anlässlich der ersten Cuprunde. Dabei trug sich gleich Historisches zu: Der ländliche Emporkömmling wurde mit 1:17 geradezu überfahren. Dies ist bis zum heutigen Tag der höchste Sieg gegen Kloten. Im Folgejahr stieg Kloten zum ersten Mal in die Nationalliga auf.
Henzmann, der für sein 250. Spiel besonders geehrt wurde, eröffnete den Score. Bis zum Ende reihten sich zehn verschiedene Spieler als Torschützen ein, wobei Schläpfer mit 4 Mouches glänzen konnte.
Am 26. Dezember 1960 stand das dritte Meisterschaftsspiel in Davos an. Mit diesem Spiel wurde die neue Davoser Kunsteisbahn eröffnet. Allerdings ergab sich daraus auch die erste Niederlage (5:3) für die Davoser, nachdem man aus den ersten zwei Runden siegreich hervorgegangen war und auch im Cup bereits den Viertelfinal erreicht hatte.
Knapp mehr als die Hälfte der Saison war gespielt, als nunmehr nur noch vier Mannschaften für den Meistertitel in Frage kamen: ZSC, 13 Punkte; Visp und Bern, je elf Punkte; und die Young Sprinters mit zehn Punkten. Davos mit acht Punkten war bereits ausser Konkurrenz.
Die nächsten zwei Spiele in Ambri und Basel wurden erfolgreich gemeistert. Da die Konkurrenz patzte, konnte der ZSC den Vorsprung ausbauen.
So kam es am 4. Februar 1961 im Hallenstadion zum Spiel der allerletzten Chance für die Stadtberner. Mit der vorangegangenen Niederlage gegen Lausanne nahmen sich die Berner quasi selbst aus dem Rennen um den Meistertitel. 10’000 erwartungsfrohe Zuschauer wohnten dem Spiel bei.
Im ersten Drittel reüssierte das glänzend aufgelegte Duo Schubiger/Meier (2 Treffer durch Meier). Im Mitteldrittel waren die Berner plötzlich zurück im Spiel und glichen aus. Kurz danach war aber Meier zum dritten Mal erfolgreich. Im Schlussdrittel sorgte dann Spielertrainer Schläpfer mit zwei Toren für das Endresultat von 5:2. Somit führte der ZSC drei Spieltage vor Ende der Meisterschaft die Tabelle mit sieben Punkten Vorsprung auf die Young Sprinters an, die allerdings zwei Spiele weniger ausgetragen hatten.
Bereits drei Tage später stand der Cuphalbfinal in Aarau an. Auch im dritten Treffen dieser Saison mit den Baslern liess der ZSC nichts anbrennen und zog mit 7:3 in den Cupfinal ein.
Mit einem weiteren Sieg im darauffolgenden Spiel zu Hause gegen Davos würde wohl niemand mehr dem ZSC den Meistertitel entreissen können – 10’000 Zuschauer wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen.
In einer sehr ruppigen Partie legte der ZSC im ersten Drittel mit 2:1 vor. Im Mitteldrittel gab es dann kein Halten mehr: Innert 14 Minuten erhöhte der ZSC den Score auf 8:1. Die Bündner schlitterten einer der schwersten Niederlagen in der Clubgeschichte entgegen. Im letzten Drittel nahm der ZSC aber den Fuss vom Gaspedal, womit Davos noch etwas Resultatkosmetik betreiben konnte – 9:4 lautete der Endstand. Ein entfesselter Schläpfer, Topscorer der Liga, traf fünffach. Nun benötigten die Zürcher aus den letzten zwei Spielen noch einen einzigen Punkt zum dritten Titelgewinn in der Clubgeschichte.
Vier Tage später, am 16. Februar 1961, waren die Zürcher bei den Young Sprinters zu Gast. Die Neuenburger, letzte Verfolger in der Tabelle, lagen am zweitletzten Spieltag drei Punkte zurück. Die Ausgangslage war somit klar. Konzentriert und sichtlich entschlossen gingen die Zürcher bereits in der fünften Minuten durch Härry in Führung. Auf den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Bazzi wusste erneut Härry zur Halbzeit eine Antwort. Als im Schlussabschnitt Ehrensperger noch zweifach reüssierte, war der Titel im Trockenen. Spielertrainer Schläpfer wurde zudem noch für sein 200. Spiel im Dress des ZSC geehrt.
Noch war die Saison aber nicht abgeschlossen. Nebst der letzten Meisterschaftsrunde stand auch noch der Cupfinal vor der Tür. Der Zufall wollte es, dass der Gegner in beiden Spielen Visp sein sollte. Das letzte Meisterschaftsduell verloren die unkonzentriert wirkenden Zürcher gegen die von Bibi Torriani gecoachten Visper mit 2:5, was wohl den vorangegangenen Feierlichkeiten geschuldet war.
Der Cupfinal, vier Tage später an gleicher Stätte, war dann (wir zitieren) «eine von A bis Z äusserst umstrittene, kampfbetonte, blitzschnelle Szenenwechsel bietende und keine flauen Phasen kennende Auseinandersetzung» (Zitatende). Der Aufsteiger aus Visp, der in der Rückrunde Fahrt aufgenommen und noch den Vizemeistertitel erreicht hatte, war ein ebenbürtiger Gegner. Das Spiel ging mit 5:3 an den ZSC, der somit das Double feiern konnten.
Die Meistermannschaft:
Heinzer, Hans und Georg Riesch, Kurt Peter, Henzmann, Ehrensperger, Schläpfer, Bärchtold, Meier, Schubiger, Härry, Mühlebach, Loher, Wespi
Modus:
14 Spiele / 11 Siege / 1 Remis / 2 Niederlagen / 73:41 Tore