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Was hat die Mondscheinsonate mit dem Mond zu tun?
Nicht viel. Der Beiname von Ludwig van Beethovens Klaviersonate ist erst nach seinem Tod 1827 aufgekommen. Als Urheber wird ein Musikkritiker vermutet, der die Stimmung des Werks mit einer nächtlichen Bootsfahrt auf dem Vierwaldstättersee verglichen haben soll.
Warum lächelt die Mona Lisa?
Es gibt diverse Theorien zum Ölgemälde von Leonardo da Vinci (1452–1519). Einige erklären das Lächeln mit fehlenden Schneidezähnen oder einer teilweisen Gesichtslähmung. Andere mutmassen, die Mona Lisa könnte schwanger sein oder gerade entbunden haben. Eine Neurobiologin hält das Lächeln für einen optischen Trick: Schaut man nur auf den Mund, ist der Gesichtsausdruck neutral.
Was ist der Wilhelmsschrei?
Der wohl berühmteste Schrei der Filmgeschichte. Es handelt sich um einen Soundeffekt, der seit den 1950er-Jahren immer wieder zum Einsatz kommt – und zum Insidergag geworden ist. Bis heute taucht das markante «Aaahhh» in über 500 Filmen auf, etwa in «Star Wars», «Indiana Jones», «Toy Story» oder «Kill Bill». Erstmals ertönt der Schrei im Western «Die Teufelsbrigade» (USA, 1951), als eine Figur von einem Alligator attackiert wird. Zu seinem Namen kommt der Effekt durch den Film «Der brennende Pfeil» (USA, 1953): Darin stösst die Nebenfigur Wilhelm, von einem Pfeil getroffen, den Schrei aus.
Können Sänger*innen ein Glas zu Bruch singen?
Im Prinzip schon, aber die Anforderungen sind sehr hoch. Mit ihrer Stimme muss sie exakt den Ton treffen, den das Glas erzeugt, wenn man es anschlägt. Hält sie diesen Ton lange genug, versetzt sie das Glas in Eigenresonanz, es beginnt zu schwingen. Gleichzeitig muss sie genug Schalldruck erzeugen, um Verformungen am Glas hervorzurufen, sprich: Der Ton muss laut genug sein, mindestens 100 Dezibel. Das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers. Nur wenn alle drei Kriterien erfüllt sind, kann das Glas brechen. Der Rocksänger und Stimmcoach Jaime Vendera soll 2005 der erste Mensch gewesen sein, dem dies ohne Verstärker gelungen ist.
Was prüft der Bechdel-Test?
Damit findest du heraus, wie sexistisch ein Film, eine Serie oder ein Roman ist. Der Test besteht aus drei Fragen: Gibt es mindestens zwei Frauenfiguren? Sprechen sie miteinander? Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann? Nur wenn alle Fragen positiv beantwortet werden, sind Frauen nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern eigenständige Charaktere. Bekannt gemacht hat den Test die US-amerikanische Autorin Alison Bechdel in einem Comic von 1985. Der Bechdel-Test erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch, regt aber zum Nachdenken über Rollenklischees an.
Woher kommt der Begriff Seifenoper?
Aus dem US-amerikanischen Radio. Dort wurden ab den frühen 1930er-Jahren die ersten Dramaserien in Endlosschleife ausgestrahlt – entweder wöchentlich (Weekly Soap) oder bis zu täglich (Daily Soap). Ihren Namen haben sie von der Werbung für Seifen und Waschmitteln, die in den Pausen geschaltet wurde.
Wo liegt das unheimliche Tal?
Mit dem «Uncanny Valley» ist kein realer Ort, sondern ein Phänomen gemeint: das Unbehagen beim Anblick sehr menschenähnlicher Darstellungen, etwa in Filmen und Games. Werden uns computeranimierte Figuren zu ähnlich, geht die Akzeptanz schlagartig «auf Talfahrt» – und sie erscheinen uns unheimlich. Der US-Kinderfilm «Der Polarexpress» (2004) ist berüchtigt für die «toten Augen» seiner Figuren. Trickfilmstudios entscheiden sich daher häufig für nichtmenschliche Hauptfiguren. In «Alita: Battle Angel» (USA, 2019) umgingen die Animatoren das «unheimliche Tal», indem sie die Augen der Titelfigur bewusst überzeichneten.
Was ist ein MacGuffin?
Der Begriff kommt aus der Filmwelt. Er bezeichnet ein Objekt, das vor allem dazu dient, eine Handlung auszulösen: zum Beispiel der Ring aus der Trilogie «Herr der Ringe» (USA/Neuseeland, 2001–2003) oder der Aktenkoffer in «Pulp Fiction» (USA, 1994), dessen Inhalt dem Publikum nie gezeigt wird. Der Regisseur Alfred Hitchcock soll den Begriff zusammen mit dem Drehbuchautor Angus MacPhail geprägt haben.
Was ist Pop Art?
Eine Kunstrichtung, die in den 1950ern in den USA und in Grossbritannien entstanden ist. Sie will die Trennung zwischen Hochkultur und populärer Massenkultur aufheben. Zu den bekanntesten Vertretern zählt Andy Warhol. Bei ihm werden Massenprodukte und Werbung zur Kunst – etwa die Dosensuppe der Marke Campbell. Damit kehrt Warhol das Prinzip der Massenmedien um, die Kunstwerke zu Konsumgütern machen.
Was ist eine Gretchenfrage?
Eine heikle Gewissensfrage, die oft ausweichend beantwortet wird. Sie geht auf den deutschen Dichter Goethe (1749–1832) zurück. In seiner Tragödie «Faust» (1808) verliebt sich der Titelheld in das fromme Mädchen Gretchen. Es drängt den skeptischen Faust zu einem Bekenntnis: «Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?»
Foto/Stage: Getty Images
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