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1990er-Jahre
In eine deutlich stärkere Gruppe eingeteilt als im Vorjahr, konnte die erste Mannschaft in der Saison 1990/91 die Leistungen des Vorjahres nicht bestätigen. Mit dem gesperrten Richi Bauer fehlte zudem der wichtige Spielertrainer während mehrerer Partien. Der Abstieg aus der 2. Liga war bald einmal abzusehen. Innerhalb der Mannschaft bildete sich ein immer grösser werdender Unwille gegen Bauer. Aufgrund der ausbleibenden Resultate und dieser Spannungen entschloss sich der Vorstand in der Winterpause, Bauer zu entlassen und den kurz zuvor vom FC Küsnacht aufs Riet gewechselte Zlatko Dupovac zum Nachfolger zu bestimmen. Auch der Bosnier, der mit Wettingen in der Nationalliga A gespielt hatte, nun aber bereits 38-jährig war, konnte den Klassenerhalt aber nicht mehr herbeiführen. Der SCZ verabschiedete sich – bis zum heutigen Tage endgültig – aus der 2. Liga.
Höhepunkt des 30-Jahr-Jubiläums war ein Spiel der ersten Mannschaft gegen den eben erst wieder in die Nationalliga A aufgestiegenen FC Zürich, welches erwartungsgemäss klar 0:13 verloren ging. Der Stadtklub konnte nur wenige Zuschauer anlocken, anfangs der 1990er-Jahre bewegte er sich im tiefen Mittelmass. So ergab sich durch den Anlass ein finanzieller Verlust von 270 Franken zulasten der Zolliker Klubkasse.
Im Januar 1992 gab Hans Wagner nach knapp siebenjähriger Amtsdauer seinen Rücktritt als Präsident bekannt, blieb dem Verein als Vizepräsident aber noch zwei weitere Jahre erhalten. Zum Nachfolger gewählt wurde Martin Buchmüller. Sportlich begann für den SCZ eine lange Durststrecke: Trotz mehrerer neuer Spieler aus Osteuropa, die Trainer Dupovac mitgebracht hatte, wurde der Wiederaufstieg klar verpasst. „Auch im Bezug auf die Kameradschaft brillierte die Mannschaft nicht“, stellte Buchmüller fest. „Es gab nie einen richtigen Kitt.”
1993 stieg der SCZ nach einer desolaten Saison, während der Spiele gegen Urdorf und Dietikon jeweils 0:9 verloren gegangen waren, in die 4. Liga ab. Erneut kam es zu einem grösseren Umbruch, auch Trainer Dupovac verliess das sinkende Schiff – zehn Tage vor Saisonbeginn warf er das Handtuch. Weder Thomas Greuter, gleichzeitig SCZ-Vizepräsident, noch Edgar Schütz konnten in den kommenden vier Jahren das Steuer herumreissen. Im Gegenteil: Mit Schütz, der aus Zug zum SCZ wechselte, stieg das Fanionteam 1996 in die 5. und unterste Liga ab. Präsident Buchmüller begründete den Niedergang an der Generalversammlung: Kein Teamgeist, fehlendes Engagement sowie die Europameisterschaft 1996, wegen der einige Spieler früher in die Sommerferien verreist seien.
Nach dem Abstieg in die 5. Liga übernahmen 1996 alte Bekannte das Traineramt der ersten Mannschaft: Zuerst versuchte sich Walter Etter, dann das Duo Kudi Müntener und Martin Jäger, dann Toni Palmiero. Keinem gelang die Flucht aus der tiefsten Spielklasse. Der SCZ verschwand bis zum Ende des letzten Jahrtausends in den untersten Niederungen. Nach achtzehneinhalb Jahren Vorstandstätigkeit trat Buchmüller anfangs 1997 aus der Vereinsführung zurück, zusammen mit Peter Kies, der mehr als zwölf Jahre gedient hatte. Als neuer SCZ-Präsident wurde Thomas Stäheli gewählt.
Erfolgreicher als die Aktiv- war in den 1990er-Jahren die Juniorenabteilung, die auch mittels dreier Fussballschulen gefördert wurde. Am 1. März 1999 erhielt der Sportclub hohen Besuch. Der damals oberhalb des Zolliker Bahnhofs wohnhafte Joseph „Sepp“ Blatter, neun Monate zuvor zum FIFA-Präsidenten gekürt, sprach im Gemeindesaal zu den zahlreich versammelten Junioren. Sogar eine grössengetreue Kopie des WM-Pokals machte die Runde. (Dennis Bühler)