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Hinter dem Hertenstein bei Baden soll ehemals ein Ritterschloss gestanden haben. Ein Bauer, der unferne vom Burgstall seinen Hof hatte, schälte sich einst Nachts beim Mondschein Stangen im Holze und traf da auf drei Jungfrauen, die auf einer Steinbank sassen und zusammen sangen. Sie gaben ihm sogleich an, was er mit seinen Stangen machen solle; er müsse damit in der heutigen Nacht an der Stelle, wo sonst der Schlossbrunnen gestanden, einen Kreis legen; dann werde darin eine Schlange hervor kommen, der er den Schlüsselbund aus dem Maule schlagen müsse, und gelinge dies, so sei er im Besitze grosser Reichthümer.
Der Bauer kannte den bezeichneten Ort wohl; es ist derjenige, den man die Brunnenmatten heisst, weil dorten der Kaltbrunnen läuft; aber hart daran liegt das Grütt mit der wüsten Tiefe des sog. Kaibengrabens. An diesen Orten wollte der Bauer um Mitternacht nichts zu schaffen haben, machte sich also davon und liess die Jungfrauen weiter singen.
Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 258
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch