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Die nachrutschenden neuen Mitglieder der Grossen Kammer, von links, Irene Kaelin, GP-AG, Diana Gutjahr, SVP-TG, Niklaus-Samuel Gugger, CVP-ZH, Rocco Cattaneo, FDP-TI, und Hansjoerg Brunner, FDP-TG, werden vereidigt, am Montag, 27. November 2017 im Nationalrat in Bern.
Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE(sda-ats)
Nicht weniger als fünf neue Nationalrätinnen und Nationalräte sind zum Auftakt der Wintersession vereidigt worden. Einer von ihnen ist der Tessiner FDP-Politiker Rocco Cattaneo. Er ersetzt Ignazio Cassis, der in den Bundesrat gewählt worden ist.
Der 58-jährige ehemalige Radprofi hatte noch vor seinem Amtsantritt für Aufsehen gesorgt: Er legte die 250 Kilometer aus dem Tessin nach Bern mit dem Fahrrad zurück, um für mehr Sicherheit für Velofahrende und bessere Velowege zu werben.
Cattaneo stand von 2012 bis 2016 der Tessiner FDP vor. Bei den Nationalratswahlen 2015 landete er hinter Ignazio Cassis und Giovanni Merlini auf dem ersten Ersatzplatz. Schon 2011 hatte er erfolglos für den Nationalrat kandidiert.
Im März dieses Jahres ist der Unternehmer zu einem der drei Vizepräsidenten des europäischen Radsportverbands gewählt worden. Er war von 1986 bis 1994 Profifahrer und organisierte 1996 die Strassen-WM in Lugano.
Fataler Vergleich
Weniger glückliche Umstände führen die 30-jährige Irène Kälin in den Nationalrat. Sie folgt auf den Aargauer Grünen Jonas Fricker. Dieser ist aus der grossen Kammer zurückgetreten, nachdem er in der Herbstsession Schweinetransporte mit der Deportation von Juden verglichen hatte.
Seine Ersatzfrau Kälin gehört seit 2010 dem Aargauer Grossen Rat an. Bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 hatte sie auf dem ersten Listenplatz kandidiert, war aber von Fricker überrundet worden. Kälin ist Gewerkschaftssekretärin und Islamwissenschaftlerin.
Auf die Zürcher EVP-Nationalrätin Maja Ingold folgt Nik Gugger. Der 47-Jährige war in Indien geboren und als Baby von Schweizer Entwicklungshelfern adoptiert worden. Gugger wuchs in der Region Bern auf. Heute wohnt er mit Frau und drei Kindern in Winterthur.
Gugger ist Jugend- und Sozialarbeiter und baute in Winterthur unter anderem die „Fabrikkirche“ für Jugendliche auf. Vor einem Monat eröffnete er ein Restaurant, mit dem er Erwerbslose in den Arbeitsmarkt integrieren will. Von 2002 bis 2014 war Gugger Mitglied des Winterthurer Stadtparlamentes. 2014 schaffte er den Sprung in den Kantonsrat, aus dem er nun zurückgetreten ist.
Thurgauer Unternehmer
Die 33-jährige Diana Gutjahr rückt für den Thurgauer SVP-Nationalrat Hansjörg Walter nach. Die Betriebsökonomin wohnt in Amriswil und führt zusammen mit ihrem Mann das im Metallbau tätige Familienunternehmen Ernst Fischer AG in Romanshorn.
Gutjahr sass seit 2012 für die SVP im Thurgauer Grossen Rat. Ihre politischen Schwerpunkte sind Wirtschaft und Bildung. Gutjahr ist Vizepräsidentin des Thurgauer Gewerbeverbands und Vizepräsidentin der Arbeitgebervereinigung Romanshorn und Umgebung.
Walter ist nicht das einzige Mitglied der sechsköpfigen Thurgauer Delegation, das auf die Wintersession hin ausgewechselt worden ist. FDP-Nationalrat Hermann Hess wird durch Hansjörg Brunner ersetzt. Der 50-Jährige ist Druckereiunternehmer und Verleger aus Wallenwil. Er vertritt die FDP seit 2012 im Grossen Rat. Brunner ist Präsident von Gewerbe Thurgau und Mitglied der Schweizerischen Gewerbekammer.
SDA-ATS