Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/2757

Am 7. September 1838, also in der Biedermeier-Zeit, wurde Heiden bei einem Dorfbrand fast vollständig eingeäschert. Damals fielen 129 Häuser einer Feuersbrunst zum Opfer.
Einzig das Haus Harmonie wurde vom Brand verschont. Ob das Haus verschont blieb, weil es dem Dorfhauptmann gehörte oder weil dort wichtige Akten gelagert waren, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen.
403 Menschen obdachlos
Das Feuer zerstörte die sich in Erweiterung befindliche Kirche aus dem Jahre 1652, 75 Wohnhäuser, 42 Ställe und elf Nebengebäude. 403 Personen verloren ihr Obdach, wobei als Folge des Sturmwindes auch weit vom Dorfzentrum entfernte Häuser in Flammen aufgingen. Nebst den Feuerwehren von Heiden und allen umliegenden Orten eilten auch die Wehren von Lindau und Bregenz herbei, die sich dann auf den Schutz des wegen Funkenwurfs ebenfalls gefährdeten Dorfes Thal konzentrierten. Die Katastrophe forderte wundersamerweise nicht ein einziges Menschenleben.
Nur zwei Jahre später, im Jahr 1840, standen bereits wieder 58 Häuser, erbaut in der klassizistischen Architektur der Biedermeierzeit.
Ende 1840 eine neue Kirche
Für den sofortigen Wiederaufbau wurde der renommierte Architekt Felix Wilhelm Kubly (1802 bis 1872) beigezogen. Nach seinem Plan entstand eine gänzlich andere Kirche, die bereits am 20. Dezember 1840 eingeweiht werden konnte. Eng mit Kubly arbeitete Baumeister Johann Konrad Bischofberger zusammen, nach dessen Gesamtplan das neue Dorf entstand.
Das heute als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestufte Dorf orientierte sich am Klassizismus, und wenige Jahre nach dem Grossbrand war ein total neues Heiden mit einheitlichen Häusern und rechtwinklig geführten Strassen entstanden.
Im Erdgeschoss des Hauses Harmonie finden wir die Enoteca La Brenta, die zu einem beliebten Treffpunkt in Heiden geworden ist.