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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Viertes Buch
40. Kapitel: Derselbe Vater belohnt und bestraft
2.
Wäre aber der Vater, welcher die Ruhe schenkt, ein anderer als der Gott, welcher das Feuer bereitet hat, dann müßten sie auch verschiedene Söhne haben, und einer schickt in das Reich des Vaters und der andere in das ewige Feuer. Doch ein und derselbe Herr hat gelehrt, daß im Gericht das ganze menschliche Geschlecht gesondert wird, wie „der Hirte die Schafe von den Böcken sondert“1 , und zu den einen wird er sagen: „Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters, empfanget das Reich, das euch bereitet ist“, zu den anderen aber: „Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das mein Vater bereitet hat dem Teufel und seinen Engeln“2 . Also ist es offenkundig ein und derselbe Vater, der „Frieden macht und Übles schafft“, indem er jedem bereitet, was für ihn paßt, wie auch ein Richter beide an den gehörigen Ort sendet. Dasselbe hat auch der Herr in dem Gleichnis von dem Unkraut und dem Weizen kundgetan, wo er spricht: „Wie das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch sein am Ende der Welt. Es wird senden der Sohn des Menschen seine Engel, und sie werden sammeln von seinem Reiche alle Ärgernisse und die, welche Unrecht tun, und er wird sie schicken in den Feuerofen, dort wird sein Weinen und Zähneknirschen. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reiche ihres Vaters“3 . Der Vater also, der für die Gerechten das Reich bereitet hat, in welches sein Sohn die Würdigen aufnahm, der hat auch den Feuerofen bereitet, in welches die nach dem Befehle des Vaters von dem Menschensohn abgesandten Engel diejenigen stoßen werden, welche es verdienen.
1: Mt. 25,32
2: Ebd. 25, 41
3: Ebd. 13, 40 ff