Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03395.jsonl.gz/1919

Welche Tests machen Sinn?
Die Erfüllung der ME/CFS-Kriterien erübrigt nicht die Zusatzabklärungen – diese sollten erfolgen gemäss den Regeln der medizinischen Kunst und dienen der Abdeckung von denkbaren Primärleiden und Ko-Morbiditäten. Die Wahl der notwendigen Zusatzabklärungen bleibt dem jeweils zugezogenen Kliniker überlassen und richtet sich jeweils an das individuelle Beschwerdebild des Evaluierten.
Es gibt leider noch keine validierten, expliziten Abklärungsrichtlinien für ME/CFS. Die bisherigen Abhandlungen über ME/CFS beinhalten aber zahlreiche Vorschläge, und gewisse ME/CFS-assoziierten Befunde können durch die mehr abenteuerlichen Kliniker erfolgreich reproduziert werden (z.B. zwecks Erhärtung der Diagnose oder Nachweises eines funktionellen Leistungsknicks für soziale oder rechtliche Anträge).
Von unseren Vereinsmitgliedern hören wir, dass v.A. die folgenden, standardisierten Routineuntersuchungen in Vergessenheit zu geraten scheinen, obwohl sie von grossem Nutzen sein könnten:
- Orthostasten-Tests (z.B. «Shellong» oder Kipptisch-Untersuchung)
- Polysomnographie
- Objektivierung des Aktivitätsgrades im Alltag: Aktigraphie, Pedometrie
- Neuropsychologische Evaluation
- Erweiterte Hormonprofile
- Allergologische Abklärungen
- Bildgebung des Kopfes