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Die in der Nase oft zu Problemen führenden Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sie können die Nasenatmung behindern, was zu einer Reihe von Folgeerkrankungen führt.
Häufig treten Nasenpolypen bei Menschen mit Allergien oder einer Schmerzmittelunverträglichkeit auf. Behandelt wird mit kortikoidhaltigem Nasenspray und operativen Massnahmen, sowie der Therapie der Begleiterkrankungen. Bei einigen Patienten sind Nasenpolypen sehr hartnäckig und bilden sich erneut.
Die Therapie besteht initial in einer lokalen, topischen Applikation von Sprays oder Pulver, welche Cortison-Abkömmlinge enthalten. Die Dosierung dieser "Steroide" ist allerdings so gering, dass keinerlei Einfluss auf den Gesamtkörper entstehen.
Wenn diese Steroid-Sprays nicht mehr helfen, ist der nächste Schritt eine kurzdauernde Prednison-Therapie. Diese Tabletten werden nur stossweise, also während 5 bis 7 Tagen, dafür in einer Dosierung von 50 bis 100 mg morgens verabreicht. Erstaunlicherweise führt diese - nun systemische - Cortison-Therapie oft zu signifikanter Reduktion der Polypen. Sie können damit aber praktisch nie vollständig entfernt werden. Mit Prednison gelingt es aber oft, die Polypen über längere Zeit in Schach zu halten. Meistens ist aber irgendwann im Verlauf der Krankheit doch eine operative Entfernung, eine Polypektomie, angezeigt.
Die Polypen-Operation ist heute sehr viel weniger belastender, weniger gefährlich und auch praktisch schmerzfrei. Anstatt der früheren "Brutal-Operationen" mit Aufbohren des Knochens über die Oberkiefervorderwand (Caldwell-Luc), dem stumpfen Herausreissen der Polypen mitsamt der Schleimhaut, in mehr oder weniger blindem Verfahren wird heute die Polypektomie wie folgt durchgeführt:
- Operation nur durch die Nasenöffnung: ohne Schnitte von aussen
- Minimal-invasiver Zugang = "Knopfloch-Chirurgie"
- Dauernde Sicht in die Nase und die Nasennebenhöhlen mittels Endoskopie
- Schonende Entfernung der Polypen mittels Shaver:
Einsaugen der Polypen mit Abtrennung, ohne Aufreissen der Schleimhaut
- Direkte punktförmige Blutstillung dank modernster bipolarer Technik: Schonung des Riechvermögens
- Weiche und kleine Tamponade: mit Schaumstoff-Plätzchen: schmerzarme Entfernung
Mit dieser Technik genannt FESS = Functional Endoscopic Sinus Surgery sind die Patienten heute sehr wenig belastet. Voraussetzung: der Operateur muss diese Technik beherrschen, und insbesondere eine lange Erfahrung damit haben. Die Lernkurve dieser FESS ist ziemlich langsam. Jüngere Operateure verlieren in der recht komplizierten Anatomie des gesamten Nasennebenhöhlen-Systems leicht die Orientierung. Je länger also die Erfahrung, desto sicherer der Eingriff und desto besser die Resultate.
Prof. Dr. D. à Wengen hat seit über 20 Jahren Erfahrung mit FESS. Er leitete vor der Eröffnung seiner Praxisklinik die gesamte Nasenchirurgie-Abteilung der HNO-Klinik des Universitätsspitals Basel.