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Die Schweiz schränkt den Verkehr mit etlichen Regionen ein, auch für Reisende aus Hamburg und Berlin. Deutschland wiederum setzt ab Samstag die komplette Schweiz auf die Liste. Europa sperrt die Grenzen für US-Bewohner, Russen, Serben oder Türken. Chinesen schotten ihr Land gegen fast alle anderen Länder ab. Irland verhängt einen Teil-Lockdown.
Diese Kaskade unilateraler Grenzblockaden und ausländischer Lockdowns ist der Haupttreiber der Rezession in der Schweiz. Sie behindert die Wirtschaft stark. Nicht nur der Tourismus wird beeinträchtigt, sondern die Blockade behindert den Import und den Export und unterbricht internationale Lieferketten.
- Die internationale Entwicklung machte vom Juli bis September drei Viertel der BIP-Verluste aus. Ein Viertel der BIP-Verluste ist auf den partiellen Lockdown inländischer Branchen zurückzuführen.
- Von April bis Juni bremste die internationale Entwicklung das Wirtschaftswachstum zu zwei Dritteln. Der Anteil des Lockdowns machte einen Drittel aus.
- Von Januar bis März betrug der Anteil fifty-fifty. Das heisst, zur Hälfte war die internationale Entwicklung verantwortlich, zur Hälfte die behördlich angeordneten Schliessungen. Mit dem Lockdown-Effekt werden direkte wie auch indirekte Verluste eingerechnet, darunter die freiwillige Mobilitätseinschränkung.
Ab März wurden fast alle nationalen Grenzen gesperrt. Diese Blockaden führten zu erheblicher Behinderung des freien Warenverkehrs, der Grenzgänger, des Tourismus und der Wirtschaft, etwa im Entsendewesen mit der EU und von Berufsreisen. Der Luftverkehr kam zum Erliegen.
Bloss runter von der Risikoliste
Die Exportförderungsstelle Switzerland Global Enterprise warnt vor einer neuerlichen internationalen Blockade. Die Direktorin Simone Wyss Fedele sagte zur «Handelszeitung», dass, wenn ein Kanton oder gar die Schweiz auf eine Liste gerate, dies den Wettbewerbsvorteil der KMU enorm schwäche. Dies sei «ein riesiges Thema in der Exportbranche». Darum sei es so wichtig,
Wenn beispielsweise eine Industriefirma aus Freiburg oder Zürich eine Maschine oder Anlage in Deutschland installieren müsse, brauche es dafür vielleicht vier Spezialisten aus der Schweiz. Diese Ingenieure müssen in gewissen Bundesländern dann 14 Tage in Quarantäne. Ab Samstag gelten alle Kantone als Risikogebiet für Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz.
Schweiz sollte eigene Risikoliste überdenken
Es stellt sich auch die Frage, ob nicht die Schweiz die Risikoliste ausländischer Regionen zusammenstreichen müsste. Am Mittwoch hat Innenminister Alain Berset dies in Aussicht gestellt. «Es macht keinen Sinn, Regionen auf der Risikoliste zu führen, wenn die Schweiz erheblich mehr Ansteckungsfälle aufweist als diese Regionen.»
Wirtschaftsverbände üben einen starken Druck aus auf den Bund, von der Quarantänepflicht bei Einreise aus dem Ausland abzurücken. Diese gilt für Berufsreisende, wenn sie sich für mehr als fünf Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben.
Nicht alle Länder kennen Quarantänepflichten. So darf beispielsweise jeder Europäer in die Türkei einreisen und sich danach frei bewegen. Eine Ausnahme sind Einreisende, die eine stark erhöhte Körpertemperatur aufweisen. Sie wird bei allen am Flughafen gemessen. Umgekehrt verhindert Europa – und damit auch die Schweiz als Schengenstaat – seit März den hier nicht ansässigen Türken jegliche Einreise mit der Begründung der Covid-19-Prävention. Die Türkei weist noch immer eine niedrigere Ansteckungsrate aus als die Schweiz. Das Land ist deshalb auch nicht auf der Risikoliste des BAG.