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Der deutsche Mikrobiologe und Zoologe Prof. G. Enderlein, der von 1872 bis 1968 lebte, nahm die Erkenntnisse von Béchamp, dem Begründer des Pleomorphismus, auf und führte diese weiter bis zur Bakterien-Cyclogenie (= Entstehungskreislauf), welche 1925 veröffentlicht wurde (s. Dunkelfeld-Mikroskopie).
Nach Enderlein beherbergen alle Säugetierzellen einen Urkeim pflanzlichen Ursprungs, den Endobionten, welcher während der Schwangerschaft durch die Plazenta auf jeden Menschen übertragen wird. Der Endobiont lebt im gesunden menschlichen Organismus in Symbiose (=Zusammenleben) mit dem Menschen und hat nach dessen Tode die Aufgabe, diesen in Verwesung überzuführen.
Während des Lebens kann der Endobiont jedoch durch äussere Einflüsse, zu denen proteinreiche Nahrung und Übersäuerung, aber auch Umweltgifte und Infektionen gehören, einer Formenumwandlung unterliegen. Im veränderten Milieu durchläuft der Endobiont verschiedene Entwicklungsstufen eines zyklischen Prozesses. Diese reichen vom apathogenen (=nicht krankheitserregend), unsichtbaren kleinen Eiweisspartikelchen, welches in der Grössenordnung der Viren von 0.01 mm liegt und Protit genannt wird, über das Chondritstadium bis hin zu den Phasen der Bakterien und schliesslich der Phase der Pilze.
Bei der Aneinanderreihung von mehreren Protiten entstehen dünne Fäden, die sogenannten Fili. Bei einer Zusammenlagerung dieser Fili entstehen Symprotiten. Diese drei Phasen stellen Chondritstufen dar und befinden sich in einem ständigen Phasenwechsel. Alle diese Stufen sind apathogen, d.h. nicht krankheitserregend. Sie leben immer noch friedlich mit dem menschlichen Organismus zusammen und können von diesem über die normalen Ausscheidungswege wie Niere, Darm, Lungen und Haut ausgeschieden werden.
In Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen findet eine Aufwärtsentwicklung hin zu den Stufen der Bakterien und in Richtung der Pilze statt, welche wir aus der schulmedizinischen Bakteriologie kennen. Diese Stufen sind krankheitserregend.

Wichtig für das Verständnis der Isopathie ist folgendes:

In einem gesunden Organismus kann sich der Urkeim also hinsichtlich Form und Aggressivität verändern. Der kranke Organismus mit übersäuertem Gewebe hingegen vermag diese Leistung nicht mehr zu erbringen. Dies ist der Ansatzpunkt der isopathischen Therapie.
Die Methode, um in einem Körper diese Entwicklungsstufen beurteilen zu können ist die Dunkelfeldmikroskopie.
Der Begriff Isopathie kommt aus dem Griechischen. „Iso“ bedeutet gleich und „pathos“ bedeutet Krankheit. Damit ist die Wirkungsweise der Isopathie erklärt, denn die Krankheit wird mit demselben Erreger geheilt, durch den sie ausgelöst wurde - dies im Gegensatz zur Homöopathie, wo Ähnliches mit Ähnlichem geheilt wird.
Der Firma Sanum ist es gelungen, aus den verschiedensten Erregern, welche den menschlichen Organismus besiedeln, das Chondritstadium der entsprechenden Pilze zu kultivieren. Diese Chondritstadien sind nicht krankmachend. Sie können spezifischer Natur sein wie z.B. bei Mucor racemosus und Aspergillus niger. Wenn der menschliche Organismus diese Chondritstadien aufnimmt, werden die parasitären, hochentwickelten Formen wie Bakterien und Pilzvorstufen durch Vereinigung mit den als Medikament zugegebenen niedrigen Stufen zu kleineren Primitivformen abgebaut. Diese sind nun wieder harmlos, haben kein Interesse im Körper zu verbleiben und können ihn über die normalen Ausscheidungswege wie Niere, Darm, Lunge und Haut verlassen.
Daneben gibt es auch unspezifische Chondritine wie beispielsweise Penicillium notatum (Notakehl) oder Penicillium roqueforti (Fortakehl) als Heilmittel. Diese Chondritine wirken dadurch, dass sie durch Aufnahme der Enzyme fremder Erreger die Abwehrtätigkeit des menschlichen Organismus unterstützen.
Die Absicht der isopathischen Therapie besteht also darin, das Symbiosegleichgewicht zwischen dem Endobionten und dem Menschen durch Gabe der harmlosen Stufen, welche als Bioregulatoren wirken, wieder herzustellen. Es kann nicht darum gehen, Krankheitserreger zu bekämpfen und sie zu vernichten, wie es mit Antibiotika versucht wird, vielmehr sollen die Erreger in unschädliche Formen umgewandelt und dann ausgeschieden werden. Wenn wir versuchen Krankheitserreger mit fremden Mitteln zu bekämpfen, werden diese immer mehr Abwehrmechanismen entwickeln und die heute zu beobachtenden Resistenzen gegen diverse Antibiotika werden für die Menschheit zu einem unlösbaren Problem.
|Es sollen nicht eine Krankheit oder deren Symptome bekämpft werden, sondern der Körper soll in seiner Regulationsfähigkeit unterstützt werden.|
Die beiden wichtigsten Cyclogenien (= Entstehungskreisläufe) sind diejenigen des Mucor racemosus und des Aspergillus niger. Stören Sie sich nicht an diesen Namen, diese sind in der Isopathie sehr speziell und nicht leicht verständlich.
Die Krankheiten, welche mit dem Mucor racemosus in Verbindung gebracht werden können, betreffen Krankheiten des gestörten Fliessens und damit auch der Stauung. Davon sind alle Körperflüssigkeiten betroffen, vor allem aber das Blut. Die Höherentwicklung innerhalb der Mucor-Cyclogenie bewirkt eine zunehmende Verdickung und Verlangsamung des Fliessens des Blutes. Die Erythrocyten (rote Blutkörperchen) werden starr und weniger verformbar, so dass sie kaum mehr durch die kleinsten Kapillaren fliessen können. Die Vernetzung verschiedener „Fäden“ ist in der Schulmedizin als verstärkte Fibrinbildung bekannt und erhöht die Verklebung des Blutes.
Folgende Krankheiten treten folglich bei der Aufwärtsentwicklung des Mucor racemosus auf: arterielle Durchblutungsstörungen, hoher Blutdruck, Venenkrankheiten, Thrombosen, Hämorrhoiden, Hörsturz und Hirnschläge.
Bei der isopathischen Behandlung dieser Krankheiten wird Mucokehl eingesetzt. Dieses Heilmittel enthält den Mucor racemosus im harmlosen Chondritstadium in einer nach homöopathischen Vorschriften potenzierten Form.
Die Gabe von Mucokehl bewirkt dann im menschlichen Organismus, dass sich die hochentwickelten Formen mit den Chondriten des Heilmittels vereinigen und zu den nicht krankmachenden Formen abgebaut werden. Damit verbessern sich die Fliesseigenschaften des Blutes.
In der Dunkelfeldmikroskopie, bei welcher im Kapillarblut die Milieuveränderung und die Entwicklung des Endobionten (= Urkeim) im menschlichen Organismus beobachtet werden können, ist ein mit Mucor racemosus belastetes Blut an höheren Formen im Plasma und an einer typischen Geldrollenbildung zu erkennen. Dies bedeutet, dass die roten Blutkörperchen wie aufeinander geschichtete Suppenteller aussehen. Dass sich dadurch die Fliesseigenschaften und die Aufnahmefähigkeit für Sauerstoff verschlechtern, dürfte klar sein. Wenn man diesem Blut nun unter dem Mikroskop einen Tropfen Mucokehl zugibt, kann die sehr eindrückliche Feststellung gemacht werden, dass sich die Erythrocyten sofort voneinander lösen und damit natürlich die Fliesseigenschaften verbessert werden.
Der Aspergillus niger-Entstehungskreislauf spaltet sich aus dem Mucor racemosus-Entstehungskreislauf ab.
Die Pilzform des Aspergillus niger gilt als Erreger der menschlichen Tuberkulose. Die Krankheiten, welche mit dem Aspergillus niger in Verbindung gebracht werden können, betreffen Krankheiten der Zellen, des Gewebes.
Neben der erwähnten Tuberkulose gehören auch die Bronchitis sowie Erkrankungen des Binde- und Stützgewebes wie Arthrose und Cellulite zum Aspergilluszyklus. Diese Krankheiten haben alle chronischen Charakter.
Die isopathische Behandlung verläuft ebenso wie die vorher beschriebene Behandlung von Fliesskrankheiten, nur dass hier das harmlose Chondritstadium des Aspergillus niger eingesetzt wird. Auch hier werden die krankmachenden Formen zu nicht krankmachenden Formen abgebaut, welche dann den Körper über die normalen Ausscheidungsorgane wie Niere, Darm, Bronchien und Haut verlassen können.
Bei jeder isopathischen Behandlung muss darauf geachtet werden, diese Ausscheidungsfunktionen anzuregen, damit die anfallenden niedrigen Formen den Organismus auch wirklich verlassen können.
Bei Mucokehl und Aspergillus niger stehen zu diesem Zwecke noch die sogenannten Ausleitungspräparate des entsprechenden Heilmittels zur Verfügung. Diese enthalten sog. „Antichondrotine“, welche die Ausleitung der abgebauten Formen erleichtern und beschleunigen. Diese Mittel sollten immer nach der Anwendung von Mucokehl und Aspergillus niger, je nach dunkelfeldmikroskopischem Befund, eingesetzt werden.