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Integrated Music Education - ein innovativer didaktischer Ansatz im Dialog der Fach- und Sprachkulturen
Type de référence
Date2020-04-05
Langue de la référenceAllemand
Entité(s) de recherche
Référence APACslovjecsek, M., & Chatelain, S. (2020, April). Integrated Music Education - ein innovativer didaktischer Ansatz im Dialog der Fach- und Sprachkulturen. Paper presented at the Colloque des didactiques disciplinaires, Lausanne, Suisse.
Résumé
Die Idee der Entwicklung einer Integrated Music Education fusst auf interkanonalen und sprachkulturübergreifenden Versuchen mit erweitertem Musikunterricht und den wissenschaftlichen Berichten aus den frühen 90er Jahren "Bessere Bildung mit mehr Musik: Ein Schulversuch mit erweitertem Musikunterricht" (Bonnet & Zulauf, 1992; Weber, Spychiger, & Patry, 1993; Zulauf, 1993). Neben grosser Begeisterung und Medienecho haben diese Projekte nicht nur methodische Kritik, sondern bei einigen leidenschaftlichen Verfechtern der Musikpädagogik auch Empörung ausgelöst. Sie prangerten an, dass Musik nur unter einem utilitaristischen Blickwinkel gesehen werde, als ‘Handlangerin’ des Lernens in anderen Fächern. Aber der Versuch, die aussermusikalischen Effekte eines intensiven Musikunterrichts - und der Kunst im Allgemeinen - zu messen, hat sich trotz virulenter und grundlegender Kritik fortgesetzt. Sollte die Musikerziehung als Mittel zur Entwicklung musikalischer Fähigkeiten vorrangig gefördert werden ("Lernen der Musik") oder als Mittel zur Verbesserung der Ergebnisse in anderen Bereichen ("Lernen durch Musik")? Diese leidenschaftliche Debatte entzündet weiterhin die Gemüter und ist in Bezug auf die Ausbildung von Lehrpersonen für den Klassen-Musikunterricht und zum Plan d’études romand und zum Lehrplan 21 hochrelevant. Eine integrierte Musikerziehung bedarf einer soliden theoretischen Fundierung, die es erlaubt, musikalische Lernzugänge in verschiedene Fachdidaktiken einzubringen, ohne dabei das Besondere des Faches aus den Augen zu verlieren und gleichzeitig musikspezifische Kompetenzen zu entwickeln. Ein solches Verständnis kann nach Bresler (2002) im Bereich der Musikpädagogik nur im Rahmen von sogenannten Transformative Practice Zones entwickelt werden, was in den vergangenen Jahren u.a. in zwei EU-Projekten mit CH-Beteiligung fächer- und sprachraumübergreifend untersucht (www.emportfolio.eu) und in der Zusammenarbeit zwischen Musikdidaktikern der FHNW und der HEP Vaud weiter entwickelt wurde. In unserem Beitrag stützen wir uns auf ein Modell einer Integrated Music Education (Cslovjecsek & Zulauf, 2018) welches kurz vorgestellt und dann aus fachdidaktischer Perspektive dialogisch erörtert wird.