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Die Spanisch-Brötli-Bahn
von Peter Affolter
Am 7. August 1847 fuhr die erste Eisenbahn der Schweiz zum erstenmal von
Zürich nach Baden und zurück. Schon bald nach der Einweihung erhielt die
Bahn den bis heute legendären Namen «Spanisch-Brötli-Bahn». Dies deshalb,
weil die «feinen» Zürcher Herrschaften sich - vornehmlich sonntags - von
einem bekannten Badener Koch und Bäckermeister Blätterteiggebäck
durch ihre Boten holen liessen. Vorher mussten die armen Bediensteten sich
jeweils kurz nach Mitternacht zu Fuss auf den Weg machen, damit ihre
Auftraggeber frische Spanische Brötchen auf dem Sonntag-Morgentisch zur
Verfügung
hatten....
Täglich verkehrten jeweils 4 Kurse in jede Richtung, die Fahrzeit betrug
inklusive 3 Zwischenhalten nur 45 Minuten. Zwischen den bestehenden
Postkutschenkursen und der Bahn ergab sich bald einmal eine starke Konkurrenz.
So wurde bereits am 1.8.1848 der Pferde-Postwagen-Betrieb zwischen
Zürich und Baden tagsüber eingestellt (die Bahn verkehrte nur tagsüber).
Aus dieser ersten Zeit existieren noch wenige gesuchte Briefe, die mit der
Bahn befördert wurden und den sogenannten Spanisch-Brötli-Bahnstempel
in roter (selten), blauer oder schwarzer Farbe tragen (siehe folgende
Abbildungen).
Die erste eigentliche schweizerische Bahnpost erschien nach der Verlängerung
der bestehenden Bahnstrecke bis Brugg am 1.Oktober 1857 zwischen
Zürich und Brugg.
Zwei Beispiele von Briefen, die mit der Spanisch-Brötli-Bahn befördert und mit
deren Stempel versehen wurden. Der obere Stempel trägt rote, der untere blaue Farbe. Die Zahl
2 bzw 3 könnte der Kursnummer der Bahn entsprochen haben; es gab insgesamt 8 Kurse pro Tag und
8 Nummern sind von den Stempeln bis heute bekannt. Die Briefe enthalten vornehmlich
bahninterne Korrespondenz oder gehen an Behörden.
Einer der ersten «echten» Bahnpoststempel vom 19.VIII 1958 der Linie
Aarau-Zürich.
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