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Die Studenten lernen schon ab dem dritten Semester die vielseitige niederländische Literatur, beispielsweise das Tagebuch der Anne Frank, kennen, da sie bis dahin schon über genügend Kenntnisse der niederländischen Sprache verfügen.
Die Studenten lesen Romane der wichtigsten niederländischer Schriftsteller, wie z.B. Hermans, Reve, Mulisch und Nooteboom. Wie gelang es Hermans mittels seines Werkes mit der 'ganzen Niederlande' in Streit zu geraten? In welchem Sinne ist das Werk von Nooteboom eigentlich un-niederländisch? Und wie experimentiert die heutige Generation der Schriftsteller, wie z.B. De Winter, Grunberg und Wieringa, mit der Beziehung zwischen Sprache und Realität?
Jedoch wird nicht nur der modernen Literatur Aufmerksamkeit geschenkt: Das Studium behandelt die literarischen Entwicklungen seit dem Mittelalter. Die Merkmale des Mittelniederländischen werden anhand von prägnanten Beispielen aus überlieferten Texten illustriert. Und was war eigentlich Gegenstand des ersten modernen niederländischen Romans, geschrieben im achtzehnten Jahrhundert vom Schriftstellerinnenduo Wolff und Deken? Wie ist es möglich, dass der Roman "Max Havelaar" (1860), Multatulis scharfe Anklage gegen die Missstände, die der holländische Handelsgeist in der Kolonialzeit anrichtete, immer noch die Gemüter in den Niederlanden erhitzt?
Die verschiedenen Weltanschauungen, die in den Werken zu finden sind, bringen uns in Dialog mit den Autoren und machen uns mit ihrer Sprache und Kultur vertraut.