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1. Wer kann zum Erben werden?
Erbe kann man auf zwei Arten werden: entweder als gesetzlicher Erbe, weil man zur Familie gehört – oder weil man von der verstorbenen Person in einem Testament oder Erbvertrag als Erbe eingesetzt wurde.
Für gesetzliche Erben gelten die Regeln der Stammesordnung (siehe Infografik), es sei denn, die verstorbene Person habe es im Testament oder Erbvertrag anders bestimmt.
Erklärung zur Infografik
(Vergleichen Sie diese Erklärung mit der Infografik unten, um ein besseres Verständnis für die gesetzliche Erbfolge zu bekommen.)
Innerer Kreis: Erbberechtigt sind in erster Linie die Nachkommen in der Familie. Also die Kinder oder – falls diese vorher verstorben sind – die Enkel oder Urenkel. Das ist der erste Stamm.
Mittlerer Kreis: Nur wenn kein Nachkomme aus diesem innersten Kreis da ist, geht das Erbe an die Verwandten des elterlichen, zweiten Stammes. Wenn die Eltern bereits verstorben sind, erben die Geschwister beziehungsweise deren Nachkommen.
Äusserer Kreis: Wenn es auch aus dem elterlichen Stamm keine Erben gibt, geht der Nachlass an den dritten, grosselterlichen Stamm. Meist leben die Grosseltern nicht mehr. Dann geht das Erbe an Onkel und Tanten – falls sie verstorben sind, an ihre Nachkommen, also Cousins und Cousinen.
Falls es weder gesetzliche noch eingesetzte Erben gibt, fällt das Erbe an den Staat. Ehegatten oder eingetragene Partner nehmen eine Sonderstellung ein. Sie sind neben den Erben aus der Stammesordnung immer auch erbberechtigt. Und falls Verstorbene nur Angehörige aus dem dritten Stamm hinterlassen, erbt die Witwe respektive der Witwer allein.
Wenn ein gesetzlicher Erbe vor dem Erblasser verstorben ist, gilt als erste Regel das sogenannte Eintrittsprinzip: Der Erbteil geht an die Nachkommen des früher Verstorbenen. Falls dieser keine Nachkommen hinterlassen hat, greift Regel zwei: das Anwachsungsprinzip. Sein Erbteil geht an die Miterben der gleichen Stufe.
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Wie hoch ist der gesetzliche Erbanteil der Kinder oder des (Ehe-)partners? Kann man diesen mit dem Pflichtteil weiter begrenzen? Testen Sie den Online-Erbrechner von Guider kostenlos anhand Ihrer Lebens- und Familiensituation.
2. Was, wenn man nicht erben will?
Zum Erben wird man automatisch. Wenn jemand, aus welchem Grund auch immer, nicht erben will, muss er selber aktiv werden. Innert dreier Monate nach Kenntnis des Erbfalls kann man das Erbe ausschlagen .
Diese Verzichtserklärung ist in der Regel gebührenpflichtig. Zuständig ist das Gericht oder eine andere Stelle am letzten Wohnsitz der verstorbenen Person. Die Gemeindeverwaltung weiss Bescheid.
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Befürchtet ein Erbe, mehr Schulden als Vermögen zu erben, kann man bei der zuständigen Behörde eine Erklärung zur Ausschlagung des Nachlasses einreichen. Mitglieder von Guider erhalten mit dem Musterbrief «Erbe ausschlagen» eine praktische Vorlage für diesen Fall.
3. Was, wenn mehrere erben?
Wenn eine verstorbene Person mindestens zwei Erben hat, entsteht zum Zeitpunkt des Todes automatisch eine Erbengemeinschaft – eine Zwangsgemeinschaft aus gesetzlichen und allfälligen eingesetzten Erben. Alle zusammen sind verantwortlich für die Guthaben und solidarisch haftbar für Schulden des Verstorbenen.
Die Vermögenswerte des Verstorbenen gehören allen Erben gemeinsam. Sie müssen sich einstimmig einigen, wie sie das Vermögen aufteilen wollen – ausser der Verstorbene hat im Testament klare Teilungsvorschriften gemacht hat.
Wenn sich die Erben einigen können, ist die Erbengemeinschaft beendet, sobald alles physisch untereinander aufgeteilt oder ein schriftlicher Teilungsvertrag abgeschlossen ist. Falls keine einstimmige Abmachung über die Teilung möglich ist, bleibt die Gemeinschaft bestehen. Jeder Erbe kann aber jederzeit die zwangsweise Auflösung erzwingen – mit einer Teilungsklage beim Gericht. Dieser Notausstieg ist allerdings meist aufwendig und teuer.
Mustervorlagen «Erbteilungsvertrag» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters
3 Tipps: Erbengemeinschaft
Sie haben zusammen mit anderen eine Erbschaft gemacht? Wir haben Ihnen 3 Tipps.