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Im Zuge des arabischen Frühlings fordern auch die Frauen mehr Rechte ein. Wir unterhalten uns mit zwei Autorinnen über ihr Schreiben und über gesellschaftliche Prozesse: Die libanesische Autorin Alawiyya Sobh beschreibt in ihren Romanen oft Frauenschicksale. Ihr bekanntester Roman «Marjams Geschichten» (auf Deutsch 2010 im Suhrkamp Verlag erschienen) erzählt vom Schicksal dreier Frauengenerationen im Libanon und erregte grosses Aufsehen in der arabischen Welt, da er sozialpolitisch brisante Themen beleuchtete und viele Tabus aufdeckte. Daneben ist Alawiyya Sobh Chefredakteurin des Frauen- und Familienmagazins «Snob». Die tunesische Dichterin und Journalistin Najet Adouani kämpfte in ihren publizistischen Texten für Meinungsfreiheit und die Rechte von Frauen, auch ihre Gedichte kreisen oft um das Thema weiblicher Selbstbehauptung und Leiderfahrung.
Najet Adouani, *1956 in Tunesien, ist Dichterin, Schriftstellerin und Journalistin. Sie schrieb für verschiedene oppositionelle Zeitungen, auch nach der tunesischen Revolution kämpfte sie weiter für Meinungsfreiheit und die Rechte von Frauen. Sie wurde gezwungen, all ihre publizistischen und schriftstellerischen Tätigkeiten aufgeben. Im Herbst 2012 ging sie ins Exil nach Deutschland, sie ist Gast des Writers-in-Exile-Programms des PEN-Zentrums Deutschland. Najet Adouani hat sechs Lyrikbände und eine Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlicht, 2010 gewann sie den Feminine Poetry Prize. 2015 erschien der deutsch-arabische Lyrikband «Meerwüste» (Lotos Verlag). Ihre Gedichte setzen sich auf sehr persönliche Weise mit Trauer, Verlust und Gewalterfahrungen auseinander.
Alawiyya Sobh wurde Mitte der 1950er Jahre in Beirut geboren, wo sie arabische und englische Literatur studierte. 1986 debütierte sie als Autorin mit dem Roman «Schlummer der Tage», seither sind drei weitere Werke erschienen, u.a. «Marjams Geschichten». Mit dem Roman «Es nennt sich Leidenschaft» war Alawiyya Sobh 2009 für den Arabischen Booker Preis nominiert.
Das Gespräch findet auf Arabisch mit deutscher Übersetzung statt.
Partner: In Kooperation und mit freundlicher Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.
Büchertisch: mille et deux feuilles