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Hunderte Anwälte haben in Marokko zwei Frauen ihre Hilfe angeboten, die sich wegen des Tragens enger Kleider seit Montag vor Gericht verantworten müssen. Die Anwälte hätten sich abgewechselt, Argumente zur Verteidigung der 19 und 23 Jahre alten Coiffeusen vorzubringen.
500 Anwälte hätten sich registriert, um die beiden jungen Frauen zu verteidigen, doch hätten bei der ersten Verhandlung am Montag nur 200 im Gerichtssaal teilnehmen können, sagte die Leiterin der Frauenrechtsorganisation LDDF, Fouzia Assouli, am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP.
Die beiden Frauen müssen sich wegen «grober Unanständigkeit» verantworten, nachdem sie Mitte Juni durch einen Markt der südlichen Stadt Agadir in Kleidern gelaufen sind, die laut der Anklageschrift «zu eng» waren. Sie erregten damit den Ärger von Passanten und wurden von der Polizei festgenommen.
Das Strafgesetzbuch des konservativen muslimischen Königreichs sieht Haftstrafen von einem Monat bis zu zwei Jahren für «obszöne Handlungen in der Öffentlichkeit» vor.
Der Prozess gegen die Frauen stösst bei Menschenrechtsaktivisten auf scharfe Kritik. Für diese Woche sind Protestkundgebungen in Agadir und Casablanca geplant.
Der Anwalt Sibai Bakar sagte laut Assouli während der Anhörung am Montag, der Prozess sei «eine Chance für unser Land, seine Gesetze seinen Verpflichtungen gegenüber den Menschenrechten und besonders den individuellen Freiheiten anzupassen». Laut Assouli wird das Urteil am 13. Juli erwartet. (whr/sda/afp)