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Urner Wappen
Entstehung der WappenWappen sind schildförmige und farbige Repräsentationszeichen einer Person, Familie, Körperschaft oder Institution. Sie sind im 12. Jahrhundert als Unterscheidungsmerkmale der durch ihre Rüstung unkenntlich gewordenen Ritter entstanden und wurden allgemein verbreitet durch die Kreuzzüge, wo sie als Ordnungs- und Erkennungszeichen (u.a. auf dem Kampfschild, auf der Fahne) notwendig waren und nach arabischen Vorbildern weiterentwickelt wurden.
Karl Jauslin 1842-1904, Schlacht bei Sempach 1386
Heraldik (Wappenkunde)
Als vornehmste Wappenfarben gelten die Metalle Gold und Silber (gelb und weiss), welche nicht aufeinander liegen dürfen. Die übrigen häufig anzutreffenden Farben sind Rot (häufigste), Blau, Schwarz und Grün, seltener Purpur, Braun, Grau.
Für ein und dasselbe Wappen findet man im Wandel der Zeit oft unterschiedliche Darstellungen. Die Bestandteile eines Wappens sind jedoch klar nach Regeln der Heraldik festgelegt. Inhaltlich unterscheidet man Heroldsbilder, geometrische Schildteilungen in Metall und Farbe oder Figuren wie Himmelskörper, Tiere, Pflanzen, Fabelwesen und Artefakte. Die Schildtopografien können einfach, geteilt, gespalten, geviertelt oder in Mischformen auftreten.
Unter den Tieren galt der Adler als das älteste und vornehmste, weil einzig er gegen die Sonne fliegen könne. Häufigstes Wappenzeichen war der Löwe. Unter den Pflanzen waren Lilie und Rose, beide stilisiert, am beliebtesten.
Wenn eine Person/Tier von der Seite abgebildet ist, blickt die Schildfigur immer auf dem Papier nach links. Der Schild wurde am linken Arm getragen, die heraldisch rechte Kante ist die dem möglichen Gegner zugewandte. Das Schildbild blickt einem Gegner mutig ins Gesicht und nicht feige nach hinten.
Uri und Talschaft Ursern
Im Vergleich zu den Bären, Löwen, Adlern anderer Wappen tanzt der Uristier etwas aus der Reihe. Zwar steht auch er für Kraft. Aber es ist nicht die ungebundene Kraft der Natur. Der Nasenring zeigt deutlich, dass diese gebändigt wurde, wie es für das Leben in einem rauen Bergkanton essentiell ist.
Kantonswappen Uri
Das Wappen des Kanton Uri ("Pagellus Uroniae" Land am Rande des Sees) stellt einen schwarzen Kopf eines Auerochsen mit ausgestreckter roter Zunge und rotem Nasenring auf gelbem (heraldisch: goldenem) Grund dar. Er wird als Uristier bezeichnet. Der Auerochse (Ur) war das erste Wildrind, das domestiziert wurde und soll in angeblich in Uri noch in seiner ursprünglichen Form vorgekommen sein.
Uri (gehörte kirchlich zum Bistum Konstanz wobei die Fraumünster Abtei Zürich die Reichsgüter in Uri besass. 1231 erwirkten sich die Urner vom König Heinrich VII. die Reichsunmittelbarkeit Die Urner Landesfarben sind gelb und schwarz und stimmen mit den Farben des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation überein (962 - 1806). Der Stolz des reichsunmittelbaren Uris drückt sich damit aus um sich gegenüber Fürstentümern als gleichgestellte Mitglieder des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu präsentieren.
Die Talschaft Ursern ("Ursaria", Bärental) gehörte zum Bistum Chur und hatte dementsprechend einen Bären im Wappen. Das Kreuz bezeugt die Zugehörigkeit zum Kloster Disentis. 1382 verlieh der deutsche König Wenzel Ursern mit einem Freiheitsbrief die Reichsfreiheit.
Wappen der Talschaft Ursern
1410 schloss die Talschaft Ursern mit dem Stand Uri ein ewiges Landrecht, heute Kanton Uri genannt und gelangte so zur Alten Eidgenossenschaft. Bis 1819 gehörte der Stand Uri zum Bistum Konstanz, durch Auflösung des Bistum Konstanz wurde der ganze Kanton 1819 dem Bistum Chur zugeteilt.
Erst im Westfälischen Frieden von 1648 wurde die Eidgenossenschaft unabhängig vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Nach Art. 6 des Friedens von Osnabrück und in Paragraf 61 des Friedens von Münster wurde "volle Freiheit und Exemtion vom Reich" mit der Zusatzerklärung, dass die eidgenössischen Orte nicht mehr der Reichsgerichtsbarkeit unterstünden festgehalten und mehrheitlich sofort als völkerrechtliche Souveränität interpretiert.
Altdorf
Andermatt
Attinghausen
Bauen
(hat am 1 Jan. 2021 mit Seedorf fusioniert)
Bürglen
Erstfeld
Flüelen
Göschenen
Gurtnellen
Hospental
Isenthal
Realp
Schattdorf
Seedorf
Seelisberg
Silenen
Spiringen
Unterschächen
Wassen
Urner Familienwappen
Die Kleinadligen, Ministerale und Patrizier in Uri hatten schon frühzeitig eigene Wappen. Im Zug der Autonomiebestrebungen von Uri und der alten Eidgenossenschaft versahen sich schon im Spätmittelalter auch die Bürger und die Bauern mit Wappen. Sie wählten häufig Haus- und Handwerkszeichen oder Gebrauchsgegenstände. Ausser dem Schild wurde der Helm in seinen zeitlichen Erscheinungsformen mit Helmdecke und Helmzier (Zimier) zum Bestandteil des Vollwappen.
Einen Grundstein zur Erforschung des Urner Wappenwesens haben Kanzleidirektor Friedrich Gisler und der Zeichenlehrer Emil Huber mit ihrem Urner Wappenbuch geleistet. Bei einigen Familien sind mehrere Wappen präsent. In dem Katalog der heraldischen Wappendarstellungen sind 319 Wappen von 216 Geschlechtern vorhanden. Kopien davon können im Staatsarchiv Uri eingesehen und bestellt werden.
Beispiele von Familienwappen von älteren in Uri erloschenen Geschlechtern:
In der Schweiz kann jede Person ein beliebiges einzigartiges Wappen führen und muss es nicht registrieren lassen. Jedoch geniesst das Wappen wie der Name den Schutz der Persönlichkeitsrechte. Heraldische Richtigkeit und Einmaligkeit wird erwartet.
Quellen: Verwaltung Kanton Uri (Webpage), Staatsarchiv Uri, Wikipedia, Historisches Lexikon der Schweiz, Hans Stadler-Planzer, Geschichte des Landes Uri (Uranus Verlag Schattdorf, 2015) u.s.w.