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Der Netflix-Film «Don't Look Up» sorgt derzeit für Aufsehen. Im Weltuntergangs-Streifen entdecken zwei Astronomen einen Kometen, der in sechs Monaten in die Erde einschlagen wird. Diese Katastrophe würde niemand überleben. Sie versuchen, die Präsidentin davon zu überzeugen, sofort zu handeln. Doch die ist zu sehr mit den Zwischenwahlen beschäftigt. Also gehen der Professor (Leonardo DiCaprio) und die Doktorandin (Jennifer Lawrence) zu den Medien. Niemand scheint zu verstehen, wie ernst die Lage ist. Der bald eintreffende «Planetenkiller» interessiert keine Seele, die Astronomen werden zu Memes und der Weltuntergang von People-Storys überschattet.
«Don't Look Up» ist eine Metapher für die Klimakrise oder die Covid-Pandemie. Der Netflix-Hit dreht sich um Themen wie Korruption, Verschwörungstheorien, Fake News, Glauben und Wissenschaft. Politische und wirtschaftliche Eigeninteressen werden über die Gesundheit der Menschen gestellt. Über den ganzen Film hinweg wird der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten. Am Ende bleibt die Frage: Was wäre wenn?
Wie wahrscheinlich ist ein Szenario wie in «Don't Look Up»?
Die Erde wurde in der Vergangenheit immer wieder von Asteroiden heimgesucht und wird heute noch täglich von Meteoriten bombardiert. Während einige Brocken dafür sorgten, dass wir Dinosaurier nur aus Museen und Kinos kennen, sind andere zu klein, um sie überhaupt zu bemerken. Könnte ein riesiger Komet künftig dennoch die Menschheit auslöschen?
«Die gute Nachricht ist, dass dies sehr unwahrscheinlich ist», sagte Amy Mainzer in einem Interview mit Netflix. Sie ist Professorin am Lunar und Planetary Lab der Universität von Arizona und die wissenschaftliche Beraterin des Films. «Die Wahrscheinlichkeit, dass wir lange genug überlebt haben, um uns zu entwickeln, wäre gering, wenn diese grossen Einschläge regelmässig stattfänden», so Mainzer.
Gegenüber dem Onlineportal «Universe Today» verriet Mainzer: Die meisten Asteroiden, die eine globale Katastrophe auslösen könnten, seien bekannt. Bei 90 Prozent von ihnen gehe keine Gefahr aus. Anders sehe es bei bestimmten Kometen aus. Sie seien seltener und wie gross die Population dieser Kometen sei, wisse man nicht. «Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein solches Objekt der Erde nähert, ist nicht gleich null, sodass wir gut informiert und vorbereitet sein sollten.» Doch wie rüstet man sich gegen so einen Kometen?
Wie der Weltuntergang verhindert werden kann
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa startete im November 2021 eine Sonde, die in einen Asteroiden krachen soll. Mit der Mission möchte die Nasa herausfinden, wie die Erde am besten vor herannahenden Asteroiden geschützt werden könnte.
«Wenn wir einen Asteroiden in seiner Umlaufbahn ein wenig bewegen, wenn er weit weg ist, wird er die Erde meilenweit verfehlen», erzählt Monica Grady, Professorin für Planeten- und Weltraumwissenschaften an der Open University gegenüber «BBC». Diese Methode sei als der «kinetische Impaktor» bekannt. Sie sei «die vielversprechendste Methode, die wir haben – die beste Hoffnung.»
Bei einer anderen Methode werde die Seite eines Objekts weiss angemalt, während die andere Seite dunkel bleibt: «Das Weiss reflektiert die Sonne und das Schwarz absorbiert sie, sodass sich die Drehung und die Bewegung des Objekts ändern und es möglicherweise von der Erde weggelenkt wird», erklärt Grady.
Obwohl die Gefahr echt ist, brauche man nicht in Panik zu geraten, sagt Grady. Im Gegensatz zum Film würde sich nicht nur die Nasa einschalten. Alle Raumfahrtbehörden und Regierungen der Welt würden zusammenarbeiten, um die Menschheit zu beschützen.
Am 18. Januar fliegt ein riesiger Asteroid an der Erde vorbei
Ein Asteroid, doppelt sie gross wie das Empire State Building, ist in Richtung Erde unterwegs. Er wird sie zum Glück um rund zwei Millionen Kilometer verfehlen. Die Nasa stuft ihn als «möglicherweise gefährlich» ein.
An die Spitze der Gefahrenliste hat sich ein anderer Asteroid gesetzt, der kürzlich entdeckt wurde. Der Asteroid mit der Bezeichnung 2022 AE1 hat einen Umfang von rund 70 Metern.
Anhand erster Berechnungen haben die Nasa und die Easa (Europäische Agentur für Flugsicherheit) zwei mögliche Termine berechnet. An denen könnte der Asteroid der Erde zu nahekommen, eine Kollision sei nicht ausgeschlossen: 4. Juli 2023 oder 3. Juli 2028.