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Methodistische Synode in den USA signalisiert Trennungsabsicht
30. August 2021
Am 14. August hat die Synode der methodistischen Kirche in Nordwest Texas (USA) in einer nicht bindenden Abstimmung signalisiert, dass sie sich im Falle einer Trennung der weltweiten Methodistenkirche einer traditionalistischen methodistischen Kirche anschliessen werde.
Mit einer Mehrheit von 184 zu 39 Stimmen verabschiedeten die Mitglieder der 🔗Jährliche Konferenz (Synode) von Nordwest-Texas eine ihnen vorgelegte Resolution. Mit dem Entscheid befürworteten sie das vorgeschlagene 🔗Protokoll «Versöhnung und Gnade durch Trennung» .Zugleich brachten sie ihre Absicht zum Ausdruck, «sich einer neuen traditionalistischen methodistischen Denomination, die im Rahmen des Protokolls gebildet wird, zum frühestmöglichen Zeitpunkt anzuschliessen».
Erstmals hat in den laufenden 🔗innerkirchlichen Diskussionen damit eine Jahreskonferenz signalisiert, dass sie die 🔗United Methodist Church, die weltweite Methodistenkirche, verlassen würde, wenn ihr dies gestattet würde.
Stimmungsbild
Die Verantwortlichen der Synode betonen jedoch, dass der Beschluss der Konferenz nicht endgültig sei. Vieles hänge davon ab, was auf der kommenden 🔗Generalkonferenz geschieht. «Die Resolution ist ein Stimmungsbild», sagte Bischof W. Earl Bledsoe von der Northwest Texas Conference. Er führte den Vorsitz bei der Konferenzsitzung vom 13. bis 14. August in Lubbock (USA). Bledsoe bezeichnete die Abstimmung als «einen Hinweis, um den Delegierten der Generalkonferenz ein Gefühl dafür zu geben, wo die Konferenz in Bezug auf das Protokoll steht».
Richtungsangabe
Die Resloution nennt auch die traditionalistische Denomination, der sich die Synode anschliessen will – die 🔗Global Methodist Church, die von der 🔗Wesleyan Covenant Association (WCA), einer Vereinigung traditionell ausgerichteter Methodist:innen, entwickelt wird. Pfarrer Keith Boyette, der Präsident der WCA, war einer der Verhandlungsführer des Protokolls «Versöhnung und Gnade durch Trennung». Ein Teil des Entwicklungsprozesses der neuen Konfession besteht auch darin, herauszufinden, wie viele Menschen sich ihr anschliessen wollen.
Solides Fundament
«Die Abstimmung ist ein Zeichen dafür, dass die Global Methodist Church ein solides Fundament gleichgesinnter Kirchen und Jahreskonferenzen hat, auf dem sie aufbauen kann», sagte Pfarrer Thomas Lambrecht, Vizepräsident und Geschäftsführer von 🔗Good News. Obwohl Good News eine eigenständige Organisation ist, arbeitet sie eng mit der Wesleyan Covenant Association zusammen. «Es besteht kein Zweifel daran, dass die GM Church eine lebensfähige und nachhaltige Denomination sein wird», sagte Lambrecht.
Die Befürworter:innen der Resolution räumen jedoch ein, dass es im Nordwesten von Texas Kirchen geben wird, die einen anderen Weg einschlagen wollen.
S.F. / Heather Hahn, UM-News
Beitragsbild: Die Delegierten der Northwest Texas Conference beten für Mitglieder eines 14-köpfigen Übergangsteam, das von Bischof W. Earl Bledsoe ernannt wurde, um die Delegierten über ihre Optionen im Rahmen eines vorgeschlagenen Plans zur konfessionellen Trennung zu informieren. (Foto: zVg, Nordwest-Texas-Konferenz via UM-News.)
Die Nordwest-Texas-Konferenz
… ist in den USA eine der kleineren und konservativeren Synoden. Sie umfasst die weitgehend ländlichen 26 nördlichsten Countys von Texas und einen Teil von Westtexas. Etwa 200 Gemeinden und rund 50 000 Mitglieder gehören zu dieser Synode.
Nordwest-Texas teilt sich einen Bischof mit der benachbarten New Mexico Conference, zu der auch Teile von West-Texas einschliesslich El Paso gehören. Diese Konferenz hat keine Beschlüsse im Zusammenhang mit dem Protokoll «Versöhnung und Gnade durch Trennung» gefasst.
«Versöhnung und Gnade durch Trennung»
Das vorgeschlagene Protokoll ist eine von einigen Bischöf:innen und führenden Vertreter:innen von Interessengruppen 🔗ausgehandelte Vereinbarung, die darauf abzielt, die lange und immer intensiver werdende Debatte in der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church) über den Platz von LGBTQ-Personen in der Kirche zu beenden. Der Vorschlag sieht vor, dass traditionalistische Gemeinden und Jährliche Konferenzen (Synoden), die gleichgeschlechtliche Partnerschaften und die Ordination von «praktizierenden» homosexuellen Geistlichen ablehnen, eine neue methodistische Denomination gründen können, wobei sie ihr Eigentum behalten. Nach dem Vorschlag würde die neue traditionalistische Denomination 25 Millionen Dollar aus den Mitteln der United Methodist Church erhalten. Weitere 2 Millionen Dollar stünden anderen Gruppen von Kirchen zur Verfügung, die austreten könnten.
Generalkonferenz
Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church). Die Konferenz kann das Kirchenrecht revidieren und Resolutionen zu aktuellen ethischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verabschieden. Sie genehmigt auch Programme und Budgets für kirchenweite Aktivitäten. Die für 2020 vorgesehene 🔗Tagung in Minneapolis (USA) ist inzwischen auf den 29. August bis 6. September 2022 verschoben worden. Die Herausforderungen bei der Beschaffung von Impfstoffen und Visa für die Delegierten aus aller Welt sowie die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante erschweren jedoch die Planung.