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Warum prägt die den Frauen zugewiesene Verantwortung für Haushalt und Familie auch ihre Erwerbstätigkeit?
«Beruf: Arbeiterin» untersucht die rund 20 Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, als die Zahl der erwerbstätigen Frauen stark zunahm und die gesamte Wirtschaft einem grundlegenden Wandel unterworfen war. Die Autorin zeigt, wie die anerzogenen Fähigkeiten der Frau - Geschicklichkeit, Fingerfertigkeit, Geduld, Ausdauer usw. - bedeutsam für ihre Position auf dem Arbeitsmarkt werden.
Die vorrangige Bezogenheit auf die Familie und folglich die mangelnde Berufsorientierung - die Auffassung der eigenen Erwerbstätigkeit als etwas Vorübergehendes - sowie Zeitknappheit aufgrund der Doppelbelastung durch Berufs- und Hausarbeit zementieren die Diskriminierung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Faktoren behindern gleichzeitig auch eine breite gewerkschaftliche Organisation der Frauen, eine Voraussetzung für die Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen.
Die Autorin schildert eindrücklich die Arbeitsbedingungen der Frauen in der Fabrik, aber auch den Alltag der Dienstmädchen und Kellnerinnen. Ein Kapitel über die Anfänge der gewerkschaftlichen Organisation rundet das Buch ab.