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Dieser Universalsonnenring stammt aus der ehemaligen Sammlung von Rudolf Wolf (1816-1893). Aus dem von Wolf 1873 angelegten Inventar geht nicht hervor, ob der Universalsonnenring als Ankauf oder Schenkung in die Sammlung Wolf kam.
Eine Verbesserung der Hängesonnenuhr
Wie dieser Theodolit wurde auch der Universalsonnenring von Georg Friedrich Brander hergestellt. Im Beitrag über den Theodoliten erfahren Sie auch mehr über den Hersteller. Er entwickelte den Universalsonnenring um 1760 als Verbesserung von Hängesonnenuhren, wie dieser: Hängeringsonnenuhren galten als eher ungenau.1 Über seinen Universalsonnenring schrieb Brander, dass er die «wahre Zeit aller Orte» in Stunden und Minuten anzeigen könne.2
Der Sonnenring ruht auf der Zahnscheibe, die durch einen Handantrieb bewegt und auf den Längengrad des Ortes eingestellt wird. Der innere bewegliche Ring dient zur Einstellung des Breitengrades. Der Äquatorialring zeigt die Stunden an und wird senkrecht zur Erdachse eingestellt. Auf der durchbrochenen Scheibe wird mit dem Schieber der Monat eingestellt. Nun wird die Scheibe gedreht, bis die Sonnenstrahlen durch die Löcher fallen. Der kleine Zeiger am äusseren Rand zeigt die Uhrzeit an.3
Vereinfacht lässt sich festhalten, dass es sich beim Universalsonnenring um eine präzise Sonnenuhr handelt. Die Sonnenuhren von Brander und seiner Nachfolger in der Werkstatt Höschel & Brander galten als die genauesten Sonnenuhren: Sie waren bis auf vier Sekunden genau. Eine solche Präzision konnte nur durch die möglichst genaue Einstellung aller wichtigen Parameter wie Jahreszeit oder auch Standort erreicht werden.4
Da mehrere baugleiche Universalsonnenringe von Brander überliefert sind, geht die Forschung davon aus, dass diese Instrumente in Serie gefertigt wurden.5
3D-Digitalisierung
Objektauswahl
Sonnenuhren stellten einen Sammlungsschwerpunkt von Rudolf Wolf dar. Da die Objekte der ehemaligen Sammlung von Rudolf Wolf sicherlich zu den bedeutendsten der Sammlung wissenschaftlicher Instrumente und Lehrmittel gehören, wurden in diesem 3D-Digitalisierungsprojekt mehrere Objekte daraus digitalisiert, darunter auch eine repräsentative Auswahl historischer Sonnenuhren aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Es handelt sich bei all diesen Objekten um seltene Objekte, von denen nur wenige noch erhalten sind. Das 3D-Digitalisat ermöglicht somit eine ortsunabhängige Zugänglichkeit, dient aber auch der (digitalen) Erhaltung.
Photogrammetrie und Modellierung
Damit die Skalen des Universalsonnenrings auf dem 3D-Modell vollständig sichtbar sind, musste er in verschiedenen Zuständen – aufgeklappt, geschlossen, gedreht – digitalisiert werden.