Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/2586

Eine umfassende Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen an Bord des australischen Eisbrechers Aurora Australis zielt darauf ab, unser Verständnis des Nahrungsnetzes im Südpolarmeer zu verbessern. Bei PolarNEWS hatten wir vor einige Wochen darüber berichtet, als die Expedition gestartet war. Nun hat das Schiff die Kerguelen im südlichen Indischen Ozean erreicht und mit den Untersuchungen begonnen. Ein Update.
Der australische Eisbrecher Aurora Australis ist zurzeit das Zuhause einer Gruppe internationaler Wissenschaftler, die das Südpolarmeer und seine Veränderungen untersuchen. Das Ziel der Expedition: Die Kerguelen, eine Inselgruppe im südlichen Indischen Ozean. Die Inseln einer von zwei sichtbaren Teil der ansonsten unterseeischen Kerguelen Platte und gehören zu den abgelegensten Orten der Erde. Verwaltet werden die Inseln von Frankreich und sind rund 3‘300 Kilometer weit entfernt von der nächsten Siedlung.
Der erste Halt und offizielle Forschungsstelle des Schiffes lag zwischen dem Shackleton- und dem Westeisschelf. Die Region gilt als höchst produktiv und besitzt eine hohe Biodiversität mit Robben, Walen, Pinguinen und Meeresvögel. In der Region wurde das erste von fünf Argo-Flossen ausgesetzt, welches in den nächsten Monaten Daten über Ozeanströmungen, Temperatur und Salzgehalt in Beinah-Echtzeit an Wissenschaftler überall auf der Welt liefern. Argos sind Geräte, die seit einigen Jahren überall auf der Welt ozeanographische Daten sammeln. Dabei sinken sie auf 1‘000 Meter ab, treiben mit den Meereströmungen für 10 Tage, sinken danach auf 2'000 Meter runter und steigen von dort dann an die Oberfläche während sie ihre Messungen vornehmen. Danach senden sie die Daten via Satellit, um dann den Zyklus wieder von neuem zu beginnen. Australien hat von insgesamt 8‘000 Argos weltweit rund 500 bisher eingesetzt.
Die Aurora blieb 2 Tage in der Region und die Forscher führten eine Reihe von Messungen durch. Die Resultate wurden danach mit den letzten Messungen von 1996 verglichen. Unter anderem wurde antarktisches Tiefenwasser gesammelt und die Verfügbarkeit von Krill und seiner Nahrung untersucht. Ausserdem gelang es den Forschern mit speziellen Schleppnetzen in verschiedenen Tiefen kleinere Meeresbewohner zu fangen. Insgesamt 3.4 Kilo Fische, Krill und Salpen wurden in den 2 Tagen gefangen.
Diese Schleppnetze werden noch mehr als 30 Mal im Verlauf der Reise eingesetzt. Damit soll eine Übersicht über die Menge und Arten der kleinen Fische erhalten werden, die zwischen Antarktika und Heard Island vorkommen. Denn diese spielen in dieser Region eine wichtige Rolle für die Ernährung der See-Elefanten, Zahnwale und grösseren Fische. Doch ihre Wichtigkeit und überhaupt die ganze Ökologie der Fische sind nur unzulänglich bekannt.
Ein weiteres Gerät, welches zum Einsatz kommt, ist der Continuous Plankton Recorder (CPR), der in 7 Meter Tiefe hinter dem Schiff gezogen wird und bis zu 36 Stunden im Wasser bleibt. Da das Gerät sehr einfach in der Bedienung ist, kann somit auch getestet werden, ob ein Einsatz auf Nicht-Foschungsschiffen möglich ist und so eine breitere Datenmenge gesammelt werden kann, um Veränderungen im Südlichen Ozean feststellen zu können.
Quelle: Australian Antarctic Division
Verwandte Artikel