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|Home||Glossar barocke Baukunst||Barocke Treppenhäuser||Literatur||Feedback|
|Treppenabsatz:||Ein zwischen zwei Treppenläufen eingeschaltete Plattform, siehe Treppenpodest.|
|Treppenantritt:||Erste (unterste) Stufe eines Treppenlaufes.|
|Treppenarm:||Folge von Stufen entlang einer geradläufigen oder gleichmässig gekrümmten Lauflinie eines Treppenlaufes, der als Zwillingslauf an einem gemeinsamen Podest beginnt und auf gleicher Höhe endet. Auch als Treppenflügel, Treppenast oder Treppenzweig bezeichnet. Bei Richtungsänderungen spricht man von einer einer gespaltenen Treppe oder einer Gabeltreppe. Die gegenläufige, dreiarmige E-Treppe mit gemeinsamen unteren Antrittslauf und drei bis fünf Läufen wird als «Kaisertreppe» benannt.|
|Der Begriff Treppenarm ist leider belastet durch Verwechslungen mit dem Treppenlauf (ein Arm kann auch aus mehreren Läufen bestehen) und durch eine falsche Zählweise (die Gesamtzahl aller Arme einer Treppe zählt, nicht die Zahl nach dem Antritts- oder Halbpodest). Grundlage: Definition in Glossarium Artis 1973, Seite 90.|
|Treppenarten:||Auch als Treppenformen oder Treppentypen bezeichnet. Einige der für die repräsentative Treppen des Barocks wichtige Arten sind:|
|1. Die geradläufige Treppe mit einem oder mehreren Läufen.

(> Wikipedia Typ a und j).
|2. Die gekrümmte oder gebogene Treppe mit grossem Kreisradius (> Wikipedia Typ t). Eine Treppe mit kleinem Radius wird als Wendel- oder Rundtreppe bezeichnet und findet im Barock nur für Nebentreppen Anwendung.

(> Wikipedia Typ v).
|3. Die geradläufige Treppe mit Richtungswechsel 180º beim Halb- oder Wendepodest. Sie hat zwei oder mehrere Läufe. Sie wird auch als U-Treppe bezeichnet .

(> Wikipedia Typ l).
|4. Die geradläufige Treppe mit Richtungswechsel 90º beim Eck- oder Viertelspodest. Sie hat zwei oder mehrere Läufe. Sie wird auch als Winkeltreppe bezeichnet.

(> Wikipedia Typ m).
|5. Die geradläufige gewendete Treppe mit drei Läufen, welche sich gleichsinnig bei den zwei Eck- oder Viertelspodesten um 90º wenden. Bei gleichen Lauflängen von Antritts- und Austrittslauf ergibt sich im Grundriss ein Rechteck mit grossem Treppenlicht.

(> Wikipedia Typ q).
|6. Die mehrarmige, nach einem Podest gespaltene Treppe.|
|Teilt sie sich in gleichwertige Arme auf, wird sie als divergierende Treppe bezeichnet. Vereinigt sie sich zu einem Arm, ist sie konvergierend.|
|Divergierend sind:|
|a) T-Treppen mit zwei ab Podest auseinanderstrebenden Armen (Beispiel Gesandtentreppe in Versailles).|
|b) Dreiarmige E-Treppe mit zwei gegenläufigen Armen nach dem Wendepodest. Beispiel «Kaisertreppe».

(> Wikipedia Typ r mit drei Läufen).
|c) Die Gabeltreppe. Ihre Arme zeigen in gleiche Laufrichtung. Seltene Anwendung. Beispiel Drillingstreppe zur Bibliotheca Laurenziana.|
|Konvergierend sind:|
|Die unter a) bis c) aufgeführten Treppenarten mit der Vereinigung zu einem oberen Arm.

(> Wikipedia Typ p und s).
|Treppenauge:||Der mittlere lichte Zwischenraum zwischen gegenläufigen Treppenarmen oder der zentrale lichte Zwischenraum bei gewendelten Läufen. Auch als Treppenlicht oder Treppenloch bezeichnet.|
|Verwirrend ist der Begriff Treppenschacht für das Treppenauge, da erst in der Moderne für Lifteinbauten «geschachtet» wird.|
|Treppenaustritt:||Letzte (oberste) Stufe eines Treppenlaufes, vor einem Podest auch Podeststufe.|
|Treppenformen:||Siehe Treppenarten.|
|Treppenhaus:||Innerer Treppenraum für die Vertikalerschliessung.

Für das barocke repäsentative Treppenhaus gehe zur Seite
«Das repräsentative Treppenhaus im süddeutschen Barock»
|Treppenlauf:||Eine nicht unterbrochene Folge von mindestens drei Stufen, mit oder ohne Richtungsänderung der Lauflinie. Eine gerade Treppe mit Zwischenpodest besteht aus zwei Läufen, sodass dann von einer geradläufigen Treppe oder von einem Treppenarm gesprochen werden sollte. Siehe auch Treppenarm.|
|Treppenlicht:||Die Bezeichnung für den zentralen lichten und grösseren Zwischenraum bei gewendeten gegenläufigen, oder bei gewendelten Treppen. Wird auch Treppenauge oder (falsch) Treppenschacht genannt.|
|Treppenpodest:||Eine Plattform zwischen zwei Läufen, die zur Sicherheit und Bequemlichkeit der Treppe eingefügt ist. Man unterscheidet:|
|1. Zwischenpodest oder Mittelpodest bei geraden Läufen.|
|2. Eckpodest oder Viertelspodest bei Richtungswechsel 90º.|
|2. Halb- oder Wendepodest bei Richtungswechsel 180º.|
|3. Balkonpodest, auch Hauptpodest: zentrales Austrittspodest zweier Treppenarme auf der Höhe des Hauptgeschosses.|
|Treppenschacht:||Abschluss oder Umfassung der Treppen durch massive seitliche Mauern. Auch Bezeichnung der Rohbau-Deckenöffnungen für eine Treppe. Deshalb auch irreführend für Treppenlicht oder Treppenauge verwendet.|
|Die massive Trennwand zwischen zwei gegenläufigen Treppen wird als Treppenmauer oder Lauftrennwand bezeichnet.|
|Zum Begriff die klare Trennung im Französischen: Schacht = Baie. Treppenauge = Jour oder oeil. Die Wortherkunft Schacht bedingt eine geschlossene Seite.|
|Treppenstufe:||Die Stufe oder der Tritt ist das einzelne Steigungselement der Treppe. Ihr Massverhältnis ergibt die Neigung und Bequemlichkeit der Treppe. Da die Addition der doppelten Stufenhöhe mit der einfachen Stufentiefe die alte Schrittlänge von 64 Zentimeter ergeben sollte, sind bei repräsentativen Treppen Trittverhältnisse von 12:40 bis zu 14:36 (in Zentimeter) üblich.|
|Treppenwendelung:||Auch Stufenwendelung und Stufenverziehung. Die Verziehung der Stufen wird angewendet, wenn das Wende- oder Eckpodest zu viel Platz beansprucht. Im Gegensatz zur Rundtreppe oder Wendeltreppe ist die Stufengeometrie ungleich.|
|Treppenwendung:||Richtungsänderung der Lauflinie einer Treppe über ein Eck- oder Wendepodest. Man unterscheidet:|
|1. Gleichsinnige Wendung, bei zweimaliger Wendung nach rechts oder links.|
|2. Gegensinnige Wendung, bei zuerst nach links und dann nach rechts (oder umgekehrt) gewendeten Treppen.|