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Um eine Diagnose der Multiplen Sklerose festzustellen, müssen verschiedene Untersuchungen gemacht werden. Einerseits werden dabei MS-spezifische Faktoren bestätigt und andererseits ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen. Zu den Untersuchungsmethoden gehören etwa MRI-Scans, klinische Analysen und Untersuchungen der Rückenmarksflüssigkeit.
Nun lässt eine Studie, die an der Universität Porto in Portugal durchgeführt wurde, Hoffnung aufkommen. Dr. Barbara Leal und ihr Team haben einen Bluttest entwickelt, der an einer kleinen Testgruppe geprüft wurde.
Im Kern geht es darum: Die sogenannte Mikro-RNA (Ribonucleic acid oder auf Deutsch Ribonukleinsäure) ist ein Bestandteil menschlicher Zellen und steht in engem Zusammenhang mit unseren Genen. Da viele Krankheiten mit einer Veränderung der Gene einhergehen, könnten ausgewählte Mikro-RNA Angaben zu bestimmten Krankheiten machen und sogar Auskunft über den Schweregrad und Verlauf geben. Mikro-RNA sind unter anderem im Blut nachweisbar.
Dr. Leal untersuchte vier ausgewählte Mikro-RNA im Blut von 82 MS-betroffenen Personen und 42 gesunden Kontrollpersonen. Alle vier Mikro-RNA haben mit MS-spezifischen Entzündungsprozessen zu tun. Die Studie zeigte, dass sich die Konzentrationen dieser Mikro-RNA in den beiden Testgruppen deutlich unterschied. Dies könnte eine recht präzise Diagnosestellung erlauben.
Das Resultat dieser Studie muss nun in grösseren Studien bestätigt werden. Besonders wichtig wäre es, eine gute Aussagekraft des Tests schon beim ersten Verdacht auf MS zu erhalten, damit eine Therapie frühzeitig gestartet und der Krankheitsverlauf gemildert werden kann.
Die Studie wurde am 6. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) vom 23. - 26.05.2020, virtuell vorgestellt.