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HERZSCHRITTMACHER
Herzschrittmacher sind elektronische Systeme, die es ermöglichen, verschiedene Herzrhythmusstörungen, die zu einem zu langsamen Puls führen, zu verhindern. Der Fortschritt in der Mikroelektronik hat dazu geführt, dass heutige moderne Systeme bis zu drei Herzkammern ansteuern können und damit einen möglichst physiologischen Ablauf der elektrischen Herzaktivität gewährleisten. Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen werden mittels sogenannter interner Defibrillatoren (ICD), die gleichzeitig eine Schrittmacherfunktion besitzen, beseitigt.
Der Herzschrittmacher oder Defibrillator wird unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) unter der Haut unterhalb des Schlüsselbeines implantiert. Die notwendigen Elektroden werden über eine Vene in die jeweiligen Herzkammern vorgeschoben, wo sie aktiv mittels einer kleinen Wendelschraube oder passiv mittels eines sogenannten Ankers fixiert werden. Der Eingriff dauert in der Regel eine halbe bis eine Stunde. Der Patient wird eine Nacht überwacht und das Schrittmacher- bzw. Defibrillatorsystem vor Austritt noch einmal kontrolliert.
Jedes Schrittmacher- bzw Defibrillatorsystem muss in regelmässigen Abständen kontrolliert werden (6- bis 12-monatiger Abstand), um Veränderungen der Batteriespannung oder an den Schrittmachersonden rechtzeitig erkennen oder um die Programmierung an die Erfordernisse des Patienten anpassen zu können. Die ambulante Kontrolle dauert ca. 30 bis 45 Minuten. Das Gerät wird von aussen mittels eines Magnetkopfes oder WIFI-Systems schmerzfrei abgefragt und programmiert.
Normalerweise werden die Herzkammern zeitlich kurz nacheinander elektrisch erregt. Dies führt dann zur Herzmuskeltätigkeit. Bei einer Herzmuskelschwäche, verursacht z. B. durch einen Herzinfarkt, kann sich diese zeitliche Abfolge verzögern. Modernste Herzschrittmachersysteme, die bis zu drei Herzkammern versorgen, können diese Verzögerung unter bestimmten Voraussetzungen ausgleichen und somit zu einer Verbesserung der Herzleistung beitragen. Die Implantation ist aufwendiger als bei herkömmlichen Systemen und kann mehrere Stunden dauern.
Herzrhythmusstörungen, die vom Patienten wahrgenommen werden und sogar bis zur Bewusstlosigkeit führen können, aber mittels herkömmlicher Methoden wie EKG oder Langzeit-EKG nicht dokumentierbar sind, können ggf. durch ein kleines Gerät, das unter die Haut im Brustkorb oder neuerdings auch am Unterarm unter örtlicher Betäubung implantiert wird, nachgewiesen werden. Ein stationärer Aufenthalt ist häufig nicht notwendig. Das Gerät wird ebenfalls von aussen abgefragt und nach erfolgreicher Aufzeichnung wieder entfernt.
Grundsätzlich ist die Implantation eines Herzschrittmachers oder internen Defibrillators mit Risiken verbunden. Eine korrekte Indikationsstellung und eine ausführliche Abklärung vor der Durchführung sind deshalb essentiell, um das Eingehen unnötiger Risiken zu vermeiden.
Aufgrund von Begleiterkrankungen können die Risiken eines Eingriffes in ihrer Wahrscheinlichkeit variieren, so dass ein persönliches Gespräch zur Aufklärung über das individuelle Risiko unabdingbar ist.