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Verschiebung des Schulbeginns am Morgen, Interview mit dem Tagblatt vom 4.3.2016
Hätten Sie eine Verschiebung des Schulbeginns begrüsst und warum?
Nein. Diese Änderung mit dem frühesten Schulbeginn ab 8 Uhr hätte die Oberstufenschüler betroffen. Die Primarschüler gehen ja seit 2008 alle gemeinsam um diese Zeit zur Schule. Für diese fielen damals die Frühlektionen ab 7.30 Uhr weg. Das Blockzeitensystem auf der Primarstufe hat sich bewährt. Dass die Oberstufenschüler eine halbe Stunde früher zur Schule gehen, ist ihnen zuzumuten. Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung bin ich gar der Meinung, dass das Training mit dem früheren Aufstehen sogar sinnvoll ist.
Haben Sie mit der Lehrerschaft über dieses Thema gesprochen?
Wir haben es am Rande einer Schulleitungskonferenz kurz thematisiert. Ich habe keine Hinweise darauf, dass dies in der Oberstufe ein bewegendes Thema ist. Stellen Sie sich vor: Wenn wir den Unterricht erst um 8 Uhr beginnen würden, könnten wir am Vormittag nur noch vier statt fünf Lektionen erteilen. Die fehlenden Lektionen müssten dann in den Nachmittag verlegt werden.
Gibt es Anzeichen, dass die Kinder chronisch übermüdet in die Schule kommen?
Es gibt vereinzelte Fälle, wo wir den Eindruck haben, Oberstufenschüler hätten noch eine Stunde Schlaf nötig. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde ein früheres Zubettgehen auch nützen.
Wäre die Umstellung organisatorisch überhaupt machbar gewesen?
Selbstverständlich. Ein Ansatz wäre beispielsweise die 5-Tage-Woche für Oberstufenschüler gewesen, d.h. am Mittwochnachmittag wären dann drei der fehlenden Lektionen abgehalten worden.
Rorschach, 3. März 2016, Guido Etterlin