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Das absurde Leben des Schauspielers Leo Reuss. Mit e. Vorw. v. Mario Adorf
In den Dreissigerjahren emigrierte der bekannte Berliner Schauspieler Leo Reuss nach Wien. Seine Hoffnungen dort Arbeit zu finden, zerschlugen sich, denn auch dort hatte man wenig Interesse an jüdischen Emigranten. Reuss verschwand und es hiess, er sei nach Amerika gegangen. Ein paar Monate später tauchte ein vollbärtiger blonder Gebirgsbauer auf, der unbedingt zum Theater wollte: Der Mann war sehr begabt und natürlich für die Wiener Theaterdirektoren viel „interessanter“ als die emigrierten richtigen Schauspieler… In diesem Buch wird nicht nur die absurde Emigrationsgeschichte von Leo Reuss erzählt, sondern auch das Verhalten vieler seiner Wiener und Berliner Kollegen ausführlich und offen geschildert. Es wird ein liebevoll- bissiger Blick auf den Theateralltag und die Mentalität von Schauspielern geworfen. Und auf ihr Verhalten im Dritten Reich, der Zweiten Republik, der Emigration und bei der Rückkehr … Und natürlich gab es auch unter den Theaterleuten viele, die sich anständig und genauso viele, die sich schrecklich verhielten. Nach der Lektüre dieses interessanten und amüsanten Buches, das sich nicht scheut Namen zu nennen, wird vielleicht auch gut informierten Lesern einiges Altbekannte in einem neuen Licht erscheinen.