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Hydrologie: Die Kander entspringt am Kanderfirn, hat eine Länge von 47 km und mündet in den Thunersee. Das Einzugsgebiet umfasst 1094 km² und sie hat eine durchschnittliche Wasserführung von 43 m³ pro Sekunde.
Urkundlich überlieferte Namen: Chandra 1301, Kander 1328. Weitere frühere Namen liefern die Orte Kandersteg und Kandergrund, welche ihren Namen sekundär vom Fluss erhalten haben: Kandergrund 1352, 1389-1460, Candergrundtt 1534, kander grund 1538. Kandersteg: Kanderstege 1336, Kandersteg 1368, Kandersteig 1380, Kandersteg 1430, 1446. Wie man leicht erkennt, hat sich an der Namensform bis heute kaum etwas geändert.
Namensentwicklung: *Kantara/*Kandara
Etymologie: Der Flussname Kander geht auf keltisch *kando- = 'weiss-schäumend' oder 'glänzend' zurück (Hubschmied, Greule, Glatthard). Mit weiss ist hier sowohl das milchige Wasser und der Schaum des Flusses gemeint. Sie hat mit der Kandel in der Pfalz, der Kander bei Lörrach und einem Kandelbächle bei Alpirsbach Namenszwillinge in Deutschland.
Geologie: Die Kander fliesst in einem Gebiet, das teilweise aus leicht verwitterbarem Flysch besteht. Entsprechend viel Geschiebe bringt sie mit sich. Unterhalb von Wimmis fliesst die etwa gleich grosse Simme in die Kander. Früher floss die Kander der ehemaligen Seitenmoräne des Aaregletschers entlang bis in die Thuner Allmend, wo sie gegenüber der Zulg in die Aare floss. Wenn beide Zuflüsse Hochwasser führten, hatte das zur Folge, dass das Wasser der Aare aufgehalten wurde und die ganze Allmend überschwemmte. Daher wurde sie bei der Kanderkorrektion 1714 durch einen Einschnitt in den immerhin gute 70 Meter hohen und 400 Meter breiten Moränenzug in den Thunersee umgeleitet. Inzwischen hat die Kander in den rund 300 Jahren ein ganz ansehnliches Flussdelta gebildet. Der obere und untere Kandergrien, sowie die angenagte Seitenmoräne erinnern auch heute noch daran, dass es nicht der heute durchfliessende Glütschbach war, der dieses Tal geformt hat.
Flussgeschichte: Mit der Umleitung der Kander in den Thunersee wurde der unterste Abschnitt des Kandertals quasi trocken gelegt. Daher hat man den Glütschbach, der früher in die Kander mündete, an der Kander vorbei so umgeleitet, dasss er nun das Tal bewässert. Seit dieser Korrektion sind praktische alle Probleme mit dem Hochwasser beseitigt.
Flussnamentyp: Er gehört zum Typ der *kan-/*kar-Namen.
Quellen: Holder, Wikipedia LSG 2005, S475, Greule, GLS Bd.2, S 721.