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CH: Bei der Elternzeit ist die Schweiz Europas Schlusslicht
Elternzeit wirkt sich positiv auf Gesundheit, Gleichstellung und Wirtschaft aus, zeigt eine neue Studie. Die Schweiz jedoch kennt bis heute keine gesetzlich bezahlte Elternzeit und sei damit „Schlusslicht in Europa“.
Eine von der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass sich eine Elternzeit positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind, auf die Gleichstellung von Mann und Frau und auf die Wirtschaft auswirkt. Alle Länder, die eine Elternzeit eingeführt haben, behalten diese auch bei.
Das Schlusslicht in Bezug auf die Unterstützung junger Eltern bildet die Schweiz, die keine gesetzlich bezahlte Elternzeit kennt. Ein Forschungsbüro hat im Auftrag der Kommission die zwischen 2010 und 2017 veröffentlichte Literatur zu den Auswirkungen einer Elternzeit und eines Mutter- oder Vaterschaftsurlaubs analysiert und eine Vergleich zwischen verschiedenen OECD-Ländern hergestellt.
Die fehlende Unterstützung von Familien habe Nachteile für die Schweizer Wirtschaft, schreibt die Kommission in einer Mitteilung. Mit der Elternzeit könne die Erwerbsquote der Frauen erhöht werden, was dem Fachkräftemangel entgegenwirkte. Ausserdem könnten Mütter, die dies wollten, ihren Beschäftigungsgrad erhöhen. Mit der Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen um ein Prozent und den dadurch generierten Steuereinnahmen wären die Kosten einer vollständig bezahlten Elternzeit von 18 bis 20 Wochen bereits gedeckt. Eine Studie aus dem Jahr 2010 schätzt die Kosten des Kommissionsmodells auf bis zu 1,5 Milliarden Franken.
Die EKFF ist eine ausserparlamentarische Kommission, die sich für familienfreundliche Rahmenbedingungen einsetzt. Ihr gehören 15 Mitglieder aus familienpolitischen Organisationen, Instituten der Familienforschung und Fachleute aus dem Sozial-, Rechts- und Gesundheitsbereich an.