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Während die Amerikaner mit „J. Edgar“ einer umstrittenen Figur ihrer Geschichte ein Biopic widmen, gehen die Briten mit ihrer ebenfalls umstrittenen „Eisernen Lady“ Margaret Thatcher und dem Film The Iron Lady ins (Oscar-)Rennen. Bereits der Teaser wies die Richtung des Films, eine angespannte Atmosphäre, in der Thatcher, umwerfend dargestellt von Meryl Streep, lange nur bedingt ernst genommen wird, und umso stärker kämpfen muss, um sich Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Der neueste Trailer zeigt Passagen des Lebens und des Aufstiegs, aber auch, inwiefern die Art, die sich Thatcher aneignen musste, um im Haifischbecken des britischen Parlaments zu überleben, auf ihr Familienleben an Seite ihres Mannes Denis (gespielt von Jim Broadbent) abfärbt. Etwas irritierend und unerwartet ist da die Verwendung von „Our House“ als Hintergrundmusik, aber das fällt nicht wirklich ins Gewicht, ebensowenig wie der etwas chaotische Anfang.
Abgesehen von den Superhelden- und sonstigen Actionblockbustern, die im nächsten Jahr kommen freue ich mich auch ganz besonders auf den nächsten Pixar-Film, Brave (oder zu deutsch „Merida“ *facepalm*) , der in Schottland spielt, und eine Geschichte eines jungen Mädchens erzählt. Für mich als Schottland-Liebhaber ist es zudem eine Freude, zu sehen, dass der Cast aus alles schottischen Sprechern besteht, und selbst die Musik stammt von einem Schotten – Patrick Doyle. Auch optisch sieht das Ganze bisher mehr als umwerfend aus, und man ist versucht zu glauben, dass „Brave“ das nächste grosse Ding seit „Avatar“ ist, wie das die Macher versprachen.
Es ist noch nicht allzu lange her, dass wird den Trailer zu „Snow White and the Huntsman“ bekommen haben und schon haben wir einen Trailer zu Mirror, Mirror, der unverkennbar von Tarsem Singh stammt. Zufall? Wohl kaum, zumindest wirkt der Trailer, als hätte man ihn eigentlich nicht bereits jetzt bringen wollen, aber wohl oder übel nachziehen müssen. Nicht, dass er jetzt speziell schlecht wäre, aber mir ist der Film einen Hauch zu abgedreht. Okay, hie und da ist der Humor noch lustig, gerade bei den Onelinern, aber Julia Roberts passt ebensowenig wie Unibrow Lily Collins. Und dafür lässt man im Trailer Sean Bean auf der Seite. Aber ich will nicht zu vorschnell urteilen und der Trailer hat durchaus seine guten Momente – sprich once again: Abwarten.
Nichtsdestotrotz ist mein Favorit im Moment klar „Snow White and the Huntsman“.
Bisweilen wird ja gerne mal die Geschichte übern Haufen geworfen („300“ oder „Troy“), aber auch die klassische Literatur ist nicht mehr sicher vor Hollywood, wie das Beispiel von „The Three Musketeers“ kürzlich zeigt. Dass es auch die Gebrüder Grimm früher oder später treffen würde, war zu erwarten, aber dass im kommenden Jahr gleich zwei Adaptionen von Schneewittchen kommen, das hätte man nicht wirklich erwartet. In Tarsem Singhs „Mirror, Mirror“ spielt Lily Collins Schneewittchen, das sich mithilfe der Zwerge an der Stiefmutter (gespielt von Julia Roberts) rächen will – irgendwie klingt da Snow White and the Huntsman weit vielversprechender. Auch hier weicht man vom Plot ab und macht aus dem Film ein episches Actionspektakel, wobei Kristen Stewart das Schneewittchen spielt, Chris Hemsworth den Jäger und Charlize Theron die böse Königin. Klingt nach Nonsens und hat überhaupt nix mit dem Märchen zu tun, aber hey, es sieht schonmal toll aus. Und hey, vielleicht kann ich mich ja langsam mit Frau Stewart anfreunden, jetzt wo sie nicht mehr mit dem Homoschwan auf der Leinwand turtelt.
Und wer dachte, das wärs dann gewesen mit dem Märchenmassaker, der darf sich auf „Hansel and Gretel: Witch Hunters“ mit Jeremy Renner und Gemma Arterton im März 2012, sowie „Sleeping Beauty“ mit Hailee Steinfeld irgendwann 2013 freuen. Und das britische Märchen „Jack the Giant Killer“ mit – obacht – Stanley Tucci, Ewan McGregor, Bill Nighy, Ian McShane, Nicholas Hoult und Warwick Davis kommt im Juni 2012. Und ich wundere mich offen gesagt, was Letzterer in einem Film über Riesen sucht. *hust*
Der Western ist wieder da, und als sogenannter Neo-Western wiederbelebt, stürmte das Genre in den vergangenen Jahren nicht nur die Kinosäle, sondern auch gleich die diesjährige Oscar-Verleihung – auch wenn man da dann leer ausging. Eine neue Vefilmung der Story um den bekannten Verbrecher Butch Cassidy zeigt diesen dabei nicht in seinen Blütejahren, sondern als alter Mann unter dem Namen James Blackthorn beim Versuch, sich in die Staaten zurückzuschmuggeln, um wenigstens in der Heimat zu sterben dürfen. Als er sein gesamtes Vermögen, sowie sein Pferd verliert, wittert er eine letzte Chance, dieses mit einem finalen Coup zurückzuergattern. Die Story von Blackthorn ist fiktiv, Butch Cassidy wurde schon etwa mit 40 getötet, aber dennoch sieht das Ganze nicht schlecht aus. Der Dirty Western-Ansatz gefällt mir jedenfalls schonmal sehr.
Die Hauptrolle spielt Sam Shepard, die Nebenrollen wurden mit Eduardo Noriega und Stephen Rea besetzt. Von denen kenn ich jetzt nichts bis wenig, von daher – warum nicht?