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Eisenmangel, Eisenmangelanämie: Habe ich ein spezielles Risiko?

Schwanger oder nicht -
Frauen leiden häufig
unter Eisenmangel

Grundsätzlich kann jede Person einen Eisenmangel erleiden.
Einige sind aber aufgrund eines erhöhten Bedarfs, einer ungenügenden Zufuhr, einer Umverteilung, einer Verwertungsstörung oder eines erhöhten Verlusts besonders gefährdet.
Im Folgenden wird auf die spezielle Situation der Frau im gebärfähigen Alter, der Schwangerschaft, der Kinder und der älteren Menschen, der Sportler, Blutspender sowie der Menschen mit chronischen Krankheiten eingegangen. Alle diese Menschen haben ein spezielles Risiko einen Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Eisenmangel) zu entwickeln.
Frauen im gebärfähigen Alter
Bei jeder Monatsblutung verliert eine Frau ca. 50 ml Blut und damit auch etwa 25 mg Eisen. Wird dieser Verlust nicht durch die tägliche Aufnahme von einem zusätzlichen Milligramm Eisen gedeckt, so führt dies zu Eisenmangel. Die meisten jungen Frauen, die regelmässig ihre Monatsblutungen haben, weisen daher deutlich reduzierte Eisenspeicher auf. Rund 20% der Frauen im gebärfähigen Alter leiden an Eisenmangel.
Noch ausgeprägter wird dieser Eisenmangel während einer Schwangerschaft, da Schwangere einen deutlich erhöhten Eisenbedarf haben. Bis 30% der Schwangeren leiden an einer Anämie, die meistens auf einen Eisenmangel zurückzuführen ist. Eisenmangelanämie wiederum ist verbunden mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und frühkindliche Wachstumsstörungen sowie für die Mutter mit der Gefahr von Infektionen und Komplikationen infolge des Blutverlusts. Umso wichtiger ist es daher, dass Frauen im gebärfähigen Alter ihren Eisenhaushalt schon vor einer Schwangerschaft im Gleichgewicht halten.
Während der Stillzeit ist der Eisenbedarf der Mutter durch den zusätzlichen Bedarf des Säuglings an Spurenelementen (einschliesslich Eisen) ebenfalls erhöht, zumal der Eisenhaushalt gerade erst durch den Blutverlust bei der Entbindung beeinträchtigt wurde.
Kinder und ältere Menschen
Auch in der Wachstumsphase ist der Eisenbedarf des Körpers erhöht. Für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung benötigen Kinder und Heranwachsende eine ausreichende Eisenzufuhr. Im Durchschnitt weisen 14% der Kleinkinder im Alter von 1 bis 2 Jahren und 9% der Heranwachsenden im Alter von 12 bis 19 Jahren einen Eisenmangel auf.
Eisenmangel ist auch bei älteren Menschen stark verbreitet. Grund dafür sind u. a. der schwächere Appetit, der eine geringere Eisenzufuhr mit sich bringt, soziale Isolation, Ernährungsprobleme, Kaubeschwerden, Fehlernährung sowie chronische Krankheiten, die zu einer geringeren Eisenaufnahme im Darm oder zu erhöhten Eisenverlusten führen.
Sportler
Hochleistungssportler und darunter vor allem Ausdauersportler weisen aufgrund ihrer erhöhten körperlichen Anstrengungen einen höheren Eisenbedarf auf als die Durchschnittsbevölkerung. Viele Sportler ernähren sich zudem kohlenhydratreich und damit in der Regel sehr eisenarm.
Auch wenn die vorbeugende Einnahme von Eisen mittlerweile weit verbreitet ist, sollte die systematische Einnahme von Eisen nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Die Selbstmedikation ohne ärztliche Überwachung birgt unter anderem die Gefahr einer Überfüllung der Eisenspeicher. Der Körper verfügt über keinen Mechanismus, um die Ausscheidung von überschüssigem Eisen zu steuern. Sammelt sich überschüssiges Eisen im Körper an, kann dies die Organe schädigen. Am besten beugt man Eisenmangel daher durch eine ausgewogene Ernährung vor.
Blutspender wegen Eisenmangel ausgeschlossen
Seit einigen Jahren wird auch bei Blutspendern verstärkt auf Eisenmangel geachtet. Wer an Eisenmangel leidet, wird zum Wohl seiner eigenen Gesundheit vom Blutspenden ausgeschlossen. Bis vor kurzem wurde vor einer Blutspende nicht überprüft, ob der Spender möglicherweise an einem Eisenmangel leidet, und die meisten Menschen kennen ihre Eisenwerte nicht. Heute wird das Speichereisen bei entsprechendem Verdacht vor dem Blutspenden vermehrt bestimmt.
Laut jüngsten Untersuchungen ist Eisenmangel bei Blutspendern häufiger nachweisbar als bei Personen, die kein Blut spenden. In erster Linie betrifft dies natürlich Frauen, die regelmässig ihre Monatsblutungen haben. Zwei Studien aus dem Jahr 2009 zufolge liegt die Häufigkeit von Eisenmangel bei Frauen, die regelmässig Blut spenden, zwischen 39% und 43%. Je kürzer das Intervall zwischen den einzelnen Blutspenden, desto häufiger der Eisenmangel.
Krebspatienten, Patienten mit Magen-Darm- oder Nierenerkrankungen oder mit chronischer Herzkrankheit
Krebspatienten leiden neben ihrer Grunderkrankung oftmals auch an einer Anämie. Diese kann durch die Chemotherapie oder den Tumor selbst verursacht sein. Meist resultiert die Anämie in einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität.
Die häufigsten Ursachen für Eisenmangel oder Eisenmangelanämie sind Blutungen des Magen-Darm-Traktes (als Folge von Dickdarmpolypen, Dickdarmkrebs, Magengeschwüren, Magenkrebs, Speiseröhrenentzündung etc.). Auch bei Absorptionsstörungen des Darms wird Eisen schlechter aufgenommen, so z. B. bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Laktoseintoleranz oder nach operativen Eingriffen am Magen-Darm-Trakt.
In den letzten Jahren war ein Anstieg der Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) zu verzeichnen. Man geht davon aus, dass fast jeder dritte Betroffene an Anämie leidet. In den meisten Fällen dürfte diese auf einen Eisenmangel oder eine Eisenresorptionsstörung zurückzuführen sein. Auch eine chronische Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori kann einen Eisenmangel zur Folge haben, der nicht auf Eisentabletten anspricht.
Im Frühstadium einer chronischen Nierenerkrankung leidet etwa jeder vierte Patient an einer Anämie. Im Endstadium des Nierenversagens sind fast alle Patienten davon betroffen. Eine auf eine chronische Nierenerkrankung zurückzuführende Anämie wiederum ist mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verbunden, da dem Herz die Pumpleistung zunehmend schwerfällt. Die Anämie bei chronischer Nierenfunktionsstörung resultiert in erster Linie aus dem Mangel an Erythropoietin (Erythropoietin ist ein Hormon, welches als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen während der Blutbildung von Bedeutung ist). Sie kann aber auch mit Eisenmangel einhergehen.
Patienten mit Herzschwäche und Blutarmut weisen gegenüber herzschwachen Patienten ohne Blutarmut eine erhöhte Sterblichkeit und ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf. In diesem Fall ist rund jede fünfte Anämie durch Eisenmangel bedingt. Jüngsten Studien zufolge kann die Behandlung von Eisenmangel durch intravenös verabreichtes Eisen die Lebensqualität verbessern.

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|26.04.2011 - dde, dzu|