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Bild
Titel:
Schule Steinegg
Thema: Leute
Datum: --.--.1891
Masse: 9,5 x 13 cm
Standort: Walter Koller, Eggerstandenstr. 2F, 9050 Appenzell
Urheber/-in:
Beschreibung:
Die Schule Steinegg im Jahre 1891. Inmitten seiner Schüler Schulmeister Johann Jakob Koller-Schürpf (1860-1940). Koller wirkte 1883 bis 1893 in der Gesamtschule Steinegg und hatte in sechs Klassen nicht weniger als 64 Kinder zu unterrichten. Dazu kam die Repetierschule, welche von allen Jugendlichen im Anschluss an die obligatorische Schulzeit von sechs Jahren während zweier weiterer Jahre zu besuchen war. Meist etwa drei Stunden pro Woche sollten sie den Schulstoff repetieren, den sie in den ersten sechs Jahren gelernt, aber häufig wieder vergessen hatten.
Geschichte:
Das Schulhaus Steinegg befand sich 1840 bis 1903 an der heutigen Pöppelstrasse 7. Erst mit dem Schulhaus-Neubau von 1903 verfügte Steinegg über zwei Schulzimmer. Die Gesamtschule konnte in eine Oberschule sowie eine Unter- und Arbeitsschule getrennt werden. Dies war umso notwendiger als die Innerrhoder Schulpflicht 1902 von sechs auf sieben Jahre angehoben und die Repetierschule aufgehoben worden war. Die Unterschule stand unter Leitung einer Menzinger Schwester, in der Oberschule unterrichtete ein weltlicher, männlicher Lehrer.
Der in Schwende geborene Johann Jakob Koller musste schon in frühester Jugend sein Brot als Hüterknabe und Springbube selber verdienen. Er besuchte von 1874 bis 1876 die Realschule in Appenzell und sodann drei Jahre das Lehrerseminar in Rickenbach bei Schwyz. 1879 wurde er als Lehrer nach Eggerstanden gewählt. Er musste dort mit grossem Erfolg tätig und sehr beliebt gewesen sein, wurde doch das jährliche Einkommen von 500 auf 600 Franken erhöht. Die Lehrstelle tauschte er 1883 mit derjenigen in Steinegg, wo er ein Gehalt von 1'000 Franken (inkl. Wohnung und Holz) beziehen konnte. Als Schulmeister wirkte er in Steinegg zehn Jahre lang mit Gewissenhaftigkeit und bestem Erfolg.
Wegen Arbeitsüberlastung des Landschreibers musste damals die kantonale Verwaltung reorganisiert werden. Ergebnis dieser Massnahmen war die Schaffung einer dritten Amtsstelle, der Ratskanzlei, durch den Grossen Rat vom 27. März 1893. Als erster Ratschreiber wurde der Lehrer von Steinegg gewählt. Koller hat dieser Stelle 35 Jahre lang mit nie ermüdendem Fleiss, mit profunder Sachkenntnis und zur grossen Zufriedenheit von Volk und Behörden ausgeübt. 1928 hat er sich in den Ruhestand zurückgezogen und das Amt seinem Sohne Albert (1904-1956) übergeben.
Autor: Achilles Weishaupt, Steinegg-Appenzell
Literatur:
Weishaupt, Achilles: 100 Jahre Schulhaus Steinegg 1903-2003. Steinegg 2003
Zusatztexte:
Das Schulwesen des Kantons Appenzell Innerrhoden. Bericht der kantonalen Erziehungsdirektion an den hohen Grossen Rat umfassend die Jahre 1893, 1894 und 1895. Appenzell 1896, S. 24/25:
"Steinegg
Das Interesse, welches der ganze Schulrat Steinegg an der Schule nimmt, ist lobenswert. Leider ist der Schulbesuch ein mangelhafter; nicht dass es an der Kontrolle fehlt, aber die für die Schule bösen Sommermonate spielen übel mit.
Die unteren Klassen sind ziemlich schwach; das Lesen geht am besten. In den oberen Klassen geht es, einige währschafte Sennen abgerechnet, ganz ordentlich; namentlich sind die Briefe, Beschreibungen und Geschäftsaufsätze befriedigend. Noch mehr Aufmerksamkeit sollte auf die Rechtschreibung verwendet werden.
Bei dem teilweise vernachlässigten Besuche würde die Schule einzig gehoben durch Abtrennung der untern drei Klassen und Uebergabe an eine Lehrschwester. Der Lehrer wird wahrscheinlich ein Lehrer von Beruf werden, immerhin aber dürfte derselbe, wie die Erfahrung lehren wird, mehr Geschick haben zum Unterricht für die grösseren als für die Anfänger."
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