Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/3471

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Fachleute aus dem Restaurationssektor, aus der Tourismusbranche und aus dem Unterricht stellen fest, dass sich die authentischen Erzeugnisse, das kulinarische Erbe verschlechtern, dass der Geschmackssinn zurückgeht, ja im Volk und insbesondere bei den Kindern sich gar verliert.</p><p>Der Bundesrat wird ersucht, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachleuten einen Katalog von phantasievollen Vorschlägen auszuarbeiten als Grundstein für:</p><p>1. ein Inventar der schweizerischen kulinarischen Spezialitäten, dessen Zweck in erster Linie ein wirtschaftlicher - die ursprünglichen Produkte einer Region bekannt machen und deren Absatz durch eine Werbekampagne fördern - und in zweiter Linie ein kultureller ist: Know-How festhalten, die Eigenheiten der einzelnen Gegenden sichern, den Bestand aufnehmen, bevor weitere Elemente verschwinden;</p><p>2. die Berücksichtigung der Erziehung des Geschmacksinns, vorab bei den Kindern, als kulturelles, voll akzeptiertes Ziel.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die kulinarischen Spezialitäten sind ein wichtiger Bestandteil schweizerischer Kultur. Die Pflege der traditionellen</p><p></p><p>Ess und Trinkkulturen muss denn auch mit Sorgfalt, Phantasie und Freude weiter getragen werden.</p><p></p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das kulinarische Kulturgut in erster Linie von den Fachorganisationen der Gastronomie und der Hotellerie gefördert und bekanntgemacht werden soll. Verschiedene Initiativen sind im Gang. Das Gastronomiemuseum in Thun leistet beispielsweise einen bedeutenden Beitrag, die traditionellen kulinarischen</p><p></p><p></p><p></p><p>Spezialitäten zu bewahren und einem breiten Kreis der Bevölkerung bekannt zu machen. Die Schweizerische Verkehrszentrale integriert das schweizerische Gastronomieangebot in ihre Werbetätigkeit und trägt dadurch zur Verbreitung der erhaltungswürdigen Ess und Trinkkultur bei. Sie organisiert Schweizer GastronomieWochen und ist damit nicht allein. Die spezialisierten Berufs und Fachschulen, zahlreiche touristische Regionen und Unternehmen leisten Vergleichbares.</p><p></p><p>Der Bundesrat begrüsst diese Initiativen, welche auch in den Haushalten und Familien Früchte tragen sollten. Auch wenn es zuallererst Aufgabe der Fachorganisationen ist, die gastronomische Kultur zu pflegen, so ist es die Bevölkerung selbst, welche sie lebendig erhalten und bereichern muss. In diesem Sinne scheint eine gesamtschweizerische Inventarisierung kaum angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.