Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/148846

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Sommer 2014 hat der Bundesrat anhand einer vertieften Prüfung des Systems der Standardarbeitskraft (SAK; Postulat Müller Leo 12.3906) einen Bericht erstellt. Im Bericht wird dargelegt, wie das System weiterentwickelt werden soll. Der Bundesrat beabsichtigt, die SAK-Faktoren in Zukunft regelmässig einem sogenannten "technischen Fortschritt" anzupassen. </p><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Inwieweit berücksichtigt dieser sogenannte technische Fortschritt auch die Energieeffizienz und die Ressourcenbelastung?</p><p>2. Könnte es sein, dass mit der Anpassung der SAK an einen technischen Fortschritt falsche Anreize zur Übermechanisierung geschaffen werden und der Einsatz von Maschinen - ohne Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, der Energieeffizienz und der Ressourcenbelastung - gefördert wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das System der Standardarbeitskräfte (SAK) bildet nicht die effektive Arbeitszeit auf einem Landwirtschaftsbetrieb ab. Es ist vielmehr ein Mass für die Betriebsgrösse, welches sich mittels standardisierter Faktoren am Arbeitszeitbedarf bei landesüblicher Bewirtschaftung und mittlerer Mechanisierung orientiert. Da sich die landesübliche Bewirtschaftung und Mechanisierung im Lauf der Zeit verändert (Anwendung der technischen Entwicklung), müssen die SAK-Faktoren regelmässig an die real bereits vollzogene, mittlere Entwicklung angepasst werden. Die Steuerung des Ressourceneinsatzes ist und kann somit nicht der Zweck des SAK-Systems sein.</p><p>Zur Erreichung von Zielen in diesem Bereich stehen der Agrarpolitik andere Massnahmen zur Verfügung. So hat die Agrarpolitik 2014-2017 das Instrument der Ressourceneffizienzbeiträge für Anschubfinanzierungen im Bereich der Effizienz des Einsatzes natürlicher Ressourcen und von Hilfsstoffen geschaffen. Der sich in der Erarbeitung befindende Bericht zum Postulat Bourgeois 13.3682, "Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von fossilen Brennstoffen verringern", wird Grundlagen liefern, um die Landwirtschaft im Energiebereich in Richtung mehr Nachhaltigkeit in die Zukunft führen zu können.</p><p>1. Die Grundlage der SAK-Faktoren sind arbeitswirtschaftliche Daten, die von der Gruppe Arbeit, Bau und Systembewertung von Agroscope auf Schweizer Landwirtschaftsbetrieben erhoben werden. Dabei werden neben den Feld- und Stallarbeiten auch die Arbeiten für die Betriebsführung sowie Sonderarbeiten erhoben und bei der Festlegung der SAK-Faktoren berücksichtigt. Die für die SAK-Berechnung herangezogenen Verfahren entsprechen damit den in der Realität eingesetzten Methoden bei einer mittleren Mechanisierung. Setzen sich in der Praxis energieeffizientere und ressourcenschonende Verfahren (z. B. pfluglose und Direktsaatverfahren) durch, finden sie somit später auch in den SAK-Faktoren ihren Niederschlag. Bei einer Anpassung der SAK-Faktoren ist der Trend zu solchen Verfahren berücksichtigt.</p><p>2. Das SAK-System ist nicht ein Lenkungsinstrument für die vorausschauende Steuerung des zukünftigen Einsatzes von Verfahren. Im Sinn eines Nachvollzugs passt es sich vielmehr im Nachgang an die in der Praxis eingesetzten Verfahren an. Deshalb setzt das SAK-System keine falschen Anreize zur Übermechanisierung.</p>  Antwort des Bundesrates.