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Vor 265 Millionen Jahren bestand dort, wo heute die Alpen liegen, schon einmal ein Gebirge; die Forscher nennen es das „variszische Gebirge“. Das wüstenhafte Klima, welches zu dieser Zeit herrschte, setzte dem Gebirge arg zu: es wurde abgetragen. Der eckig-kantige Schutt, welcher in diesem Klima durch die rostenden Mineralien eine rötliche Farbe annahm, wurde vom Wasser über kurze Strecken transportiert, abgelagert und verfestigte sich wieder zu einem neuen Gestein, dem Sernifit.
Der rötliche Sernifit oder Glarner Verrucano ist ein typisches Leitgestein des eiszeitlichen Linthgletschers; er stammt aus dem Sernftal im Kanton Glarus.
Das variszische Gebirge war während des Perms (299 – 252 Mio Jahre) Teil eines wüstenartigen, trocken-heissen Landes im Bereich des Äquators. Durch auseinanderdriftende Teile der Erdkruste bildeten sich mehrere Kilometer breite Grabenbrüche, in welchen sich mächtige Sedimentserien in Form von Fanglomeraten mit weitgehend eckigen bis wenig gerundeten Komponenten ablagerten. Parallel dazu wurden entlang der Bruchzonen granitische Laven gefördert.
Die rote Farbe der Sernifite stammt von Eisenhydroxiden (Fe3+), wie sie für Ablagerungen in tropisch-heissen Wüsten typisch sind. Es finden sich aber auch Verrucanoablagerungen, welche eine grünliche Farbe angenommen haben, weil bei der alpinen Metamorphose hier das Eisen reduziert (Fe2+) wurde.
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