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Bald hundert Jahre kirchliche Medienarbeit
1996: Fusion von EM und Reformiertem Forum
Der Auftrag zur Fusion kommt von der Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK): Um einen Ersatz für den Ende der achtziger Jahre eingestellten Evangelischen Pressedienst (EPD) zu schaffen, sollen die beiden Träger sich vereinen und aus dem Synergiegewinn ohne zusätzliche Finanzierung eine neue Agentur betreiben. Im Herbst 1996 wird der fusionierte Evangelischer Mediendienst (EM) von den Deutschschweizer Kirchen als neue Trägerschaft gegründet. Fusionspartner ist der Verein Reformiertes Forum, Herausgeber der Reformierten Presse, die 1986 ihrerseits als Fusionsprodukt unter dem damaligen Namen Reformiertes Forum entstanden war. Der als Wochenzeitung der evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz figurierende Titel ist als Nachfolgepublikation dreier traditionsreicher Organe deklariert: Volksblatt/ Kirchenblatt für die reformierte Schweiz (gegr. 1844), Der Protestant (gegr. 1897) und Evangelischer Pressedienst (gegr. 1927).
Organisatorisch zieht die Fusion den Schritt vom vereinsmässig geführten zum professionalisierten Unternehmen nach sich. Urs Meier übernimmt die Aufgabe des operativ verantwortlichen Geschäftsführers. Anfang 1997 bezieht der um die Redaktion der Reformierten Presse vergrösserte EM die frisch umgebauten Räume an der Badenerstrasse in Zürich, und 1998 kommt von Bern auch das Ressort Film und AV-Medien dorthin. Damit ist das lang gewünschte kirchliche Medienhaus Realität. Der Reformierte Pressedienst RPD (später umbenannt in Reformierte Nachrichten RNA) wird nach zwei Probejahren evaluiert und fest eingeführt. Im folgenden Jahr fällt der strategische Entscheid, durch externe Aufträge die Eigenwirtschaftlichkeit zu verbessern. Redaktion und Printproduktion werden in der Folge für Kirchen, Kirchgemeinden und kirchliche Organisationen tätig. Im gleichen Jahr kommt die Fotoagentur Refbild hinzu.
Das Jahr 2000 bringt die nächsten grossen Schritte. Nach einer mehrjährigen experimentellen Phase bekommt das Internet im Unternehmen einen eigenen Bereich mit rasch wachsender Bedeutung. Der Verleih «Bild und Ton» fusioniert mit seinem katholischen Vis-à-vis und wird zum Medienladen, dem Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Audiovision und Multimedia. Die ebenfalls ökumenische Medienpublizistik geht online mit dem Medientipp und dem Medienheft. Gleichzeitig geben sich der Katholische Mediendienst und der EM ein gemeinsames Corporate Design, und der EM bezeichnet sich neu als Reformierte Medien. Die Generalversammlung wählt als neuen Präsidenten Pfarrer Markus B. Christ (Kirchenratspräsident Baselland). Zuerst als interne Inseratenakquisition, dann mit weiter gezogenem und über das Unternehmen hinaus reichendem Aufgabenkreis wird eine Marketingabteilung eingerichtet. Und schliesslich führen die Reformierten Medien das viel diskutierte Pilotprojekt einer kirchlichen Imagekampagne mit Plakaten durch, das den Markennamen «Die Reformierten» in Kirche und Öffentlichkeit bleibend verankert.