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Als Thembi acht Jahre alt war, verliess ihre Mutter den gewalttägigen Vater und das Dorf. Auf der Suche nach einem besseren Leben ging sie nach Johannesburg. Sie landeten in einem der zahlreichen Slums in einer windschiefen Wellblechhütte, die kaum zu beheizen war. Johannesburg liegt auf 1600 Meter über Meer und es wird kalt im Winter. Beheizen liess sich die Behausung nicht, aber immerhin mussten Thembi und ihre Mutter nicht in einer Kirche übernachten und den Tag in einem der Parks verbringen. Schon begann die Mutter zu husten und wurde krank. Zum Arzt wollte sie nicht, zu gross war ihre Angst vor der Diagnose Aids.
Die Nachbarn erbarmten sich des Mädchens, das ganz auf sich alleine gestellt seine kranke Mutter pflegte und ihr langsames Sterben begleitete. Sie brachten Thembi in Kontakt mit den Sozialarbeiterinnen des Sofiatown Community Psychological Service, damit sie Schutz finden und aus ihrer Isolation und Einsamkeit herausfinden könne. Langsam lernte sie, sich zu öffnen und über das Grauen zu sprechen. Die Psychologinnen halfen ihr dabei, zu verstehen und sorgten für die Einbindung in ein «Caregiver»- Programm, damit das Mädchen nicht völlig allein blieb. Im therapeutischen Ferienlager tankte Thembi zudem Kraft und Erholung vom schrecklichen Alltag. Nach dem Tod ihrer Mutter sorgten die Psychologinnen für einen Platz im lokalen Waisenheim, denn zurück zum gewalttätigen Vater wollte Thembi nicht.