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geschrieben von Renate Cavelti geb. Endl (Urenkelin)
Meine Grossmutter ist gestorben, als ich noch ein kleines Kind war und daher kann ich nur Erzählungen über sie zusammenfassen.
Stropek Rosa Anna geb. Kellner wurde mir als liebe, sparsame und freundliche Frau aber sicher auch der resolutere Teil der Eltern beschrieben. Aber das musste sie auch sein, um alles zu schaffen.
Geboren wurde Sie 1887 in Wien Inzersdorf und hat 1906 in Wien Favoriten Anton Stropek geheiratet.
Sie brachte 8 Kinder zur Welt. Als diese bereits erwachsen und „flügge“ waren, hat sie Rosi, als diese ca. 1.5 Jahre alt war, als Pflegekind aus dem Kinderheim geholt. Die Ärzte und das Personal haben Rosi als äusserst kränklich und schwierig beschrieben. Da das Kleinkind auch als sehr nervös beschrieben wurde, hatte man es zur Beruhigung immer wider in einen Bottich mit eiskaltem Wasser eingetaucht. Es hat sie auch bewegt, dass Rosi mit 1.5 Jahren noch nicht ohne Hilfe alleine im Bettchen sitzen konnte. Sie hatte sich nicht beirren lassen und nur trocken gemeint: „Kein Wunder“ und „Gerade dieses Kind braucht ordentliche Eltern!“
Alle Pflegeeltern erhielten sie damals von der Gemeinde Wien auch zwei Mal jährlich mehrere Meter Stoff, um daraus Bekleidung für die Pflegekinder anzufertigen. Dieser Stoff war für alle Wiener Pflegekinder völlig identisch. Sie hatte es jedoch nie zugelassen, dass Rosi Kleider aus diesem Stoff bekommen hätte und in der Öffentlichkeit sofort als „Pflegekind“ abgestempelt worden wäre. „Das braucht niemand zu wissen, dass das ein Pflegekind ist!“ – hat sie gesagt und aus eigener Tasche „normale“ Kleidung gekauft.
Verstorben ist meine Grossmutter 1967 in Wien Liesing.