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Benjamin Franklin sagte einmal, dass nur zwei Sachen auf dieser Welt sicher seien: Die Steuern und der Tod und niemand mag diese.
YouTube, Facebook, Instagram # Das World Wide Web ist das Zuhause von Influencern, welche mit Videos, Podcasts, Blogs etc. das Geld oder die geldwerten Vorteile wie Reisen, Hotelübernachtungen, Verpflegungen, Geschenke (hier: Tauschgeschäft) erwirtschaften. Sind diese Tätigkeiten steuerlich relevant? Wie sind sie zu bewerten? Was ist zu tun?
1 Prüfen folgende Punkte:
- Präsentierst du regelmässig Diestleistungen oder Waren im Internet?
- Erwähnst du beiläufig auf YouTube, in deinem Blog oder in deinem Webinar eine Marke, von der du Geld oder Gegenleistungen bekommt?
- Trägst du z. B. ein gesponsertes Produkt wie z. B. eine bestimmte Uhr, eine Tasche etc., die deinem Follower nicht entgeht?
- Sind deine Webfotos oder deine Beiträge mit einer Firma bzw. Marke verlinkt?
- Tust du dies ohne Anmeldung eines Betriebs ohne Hintergedanken?
- Die Adressen deines Netzwerks sind nicht nur für Dich, sondern für viele Firmen als Werbung-Multiplikatoren Gold wert. Oft zahlen Unternehmen für diese Acceleration Geld, aber noch öfter „schenken“ sie einem Influencer ihre Handelsgüter. Da das Geschenk für dich einen geldwerten Vorteil darstellt, warum sollte es für die Steuerverwaltung anderes sein?
2 Prüfe steuerliche Auswirkungen deiner Aktivitäten:
1. Du nimmst an dem Wirtschaftsverkehr teil und verdienst damit Einnahmen,
2. Einnahmen musst du als Influencer, Blogger , Freuberufler oder Unternehmer deklarieren und deinen Gewinn, sofern die Einnahmen deine Kosten übersteigen, versteuern.
- Du fragst wie?... und in welchem Land?
- Welche Steuern muss du bezahlten? Einkommensteuer, Umsatzsteuer – Gewerbesteuer? Das ist die Frage.
- Um diese Fragen beantworten zu können, muss man wissen, wo Du wohnst.
- Wo bist du gemeldet? Wohnst du in mehreren Ländern? Wo ist dein Lebensmittelpunkt?
- Wo steht dein Server? Schweiz? Deutschland? Dubai...
- Wie wird dein Geschäftsmodell abgewickelt?
Klar ist: Deine steuerliche Einordnung bereitet den Behörden Schwierigkeiten. Diese sind für Behörden allerdings leicht zu lösen. Denke an die Schweizer Steueraffäre von Uli Hoeneß. Sobald die Behörden das Geld von Dir sehen wollen, finden sie dich. Sie finden auch die nicht deklarierten Konten. Also, die Empfehlung ist, am besten aus eigener Kraft aktiv werden. Für die Einkommensteuer müsst du einmal überprüfen, welche Art der Einkünfte du in welchem Land und womit verdienst. Ob Steuerbehörden dich als Privatperson, Freiberufler oder Gewerbetreibender einordnen, hängt von deiner Tätigkeit ab.
Zentral ist die Abgrenzung zwischen den privaten gelegentlichen Hobbys als Privatperson, einer künstlerischen Tätigkeit als Freiberufler und einem Gewerbetreibenden.
- Als Freiberufler muss du schöpferisch tätig sein sowie die sog. künstlerische Gestaltungsqualität erreichen.
- Bist du nachhaltig tätig und verbuchst Gewinne, ohne eine subjektive künstlerische Gestaltungshöhe erreicht zu haben? Vermittelst du mittels Werbung die Waren? Liegt in diesem Fall klar eine gewerbliche Tätigkeit vor.
Die Abgrenzung ist in Deutschland vor allem für die Gewerbesteuerpflicht relevant. In der Schweiz spielt diese mangels Gewerbesteuer in vielen Kantonen im Hinblick auf die Steuern keine Bedeutung. Hier sind einige Beispiele aus Deutschland: Ein Fotograf, welcher für Zeitschriften Fotos schiesst, sei gewerblich tätig (BFH, IV R 50/96). Demgegenüber sei ein Informatiker, der als Ingenieur tätig ist, freiberuflich tätig (BFH, XI R 9/03).
Also was macht ein deutscher Influencer? Blogger? Die deutsche Steuerverwaltung ordnet dich in der Regel als Gewerbetreibender, da die Tätigkeit in den sozialen Medien in Deutschland als Gewerbebetrieb beurteilt wird (Bundesregierung auf Anfrage der FDP-Fraktion, 28.07.2020). Auch sofern es sich z. B. um ein Model handelt, wird in der Regel keine künstlerische Tätigkeit in Deutschland vorliegen, sondern eine gewerbliche.
Unser Tipp: Melde dich bei deinem Finanzamt in ersten Schritt als Freiberufler an.
Der gemeine Wert
Als Influencer hat man nicht nur Geldeinnahmen bzw. die Einnahmen, die den Geldeinheiten bewertbar sind, sondern auch die überlassenen Produkte wie Kleider oder Leistungen wie Reisen, die Influencer ihren Followers anpreisen. Da ein Influencer diese Leistungen bzw. Produkte nicht umsonst, sondern als Gegenleistung für seine Werbungsaktivitäten bekommt, liegt hier ein Tauschgeschäft vor. Diese sog. geldwerten Einnahmen aus dem Tauschgeschäft werden von der Steuerverwaltung mit dem Preis (dem sog. gemeinen Wert ) bewertet, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr bei einer Veräusserung an einen Nicht- Influencer zu erzielen wäre.
Die Einnahmen aus den Affiliate-Links müssen ebenfalls deklariert werden. Optimieren kannst du deine Steuern, indem Du von deinen Einnahmen die Ausgaben zum Beispiel Internetgebühren, Reisekosten abziehst bzw. ein anderes Steuersparmodell oder eine Betriebstätte in einem Niedrigsteuerland hast.
In Deutschland musst du bei der Überschreitung des Freibetrags Gewerbesteuer, Einkommensteuer und Umsatzsteuer zahlen. Beachten musst du viele Rechtsfolgen wie Rechnungsstellung, Haftung, Abmahnung durch Rechtsanwälte etc.
Viele Menschen auch Influencer kennen ihre Steuerpflichten nicht. Mit einem guten Treuhänder oder Steuerberater an deiner Seite bist du auf der sicheren Seite.