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(1) Überblick
Band 2 der WISO-Schriftenreihe "Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung" im Verlag WISO DR. SCHOCH + PARTNER Horgen:
Rolf Schoch, "UBS 1998 2008. Die grösste Schweizer Bank 10 Jahre nach der Fusion. Die 'Elefanten-Hochzeit' von Bankgesellschaft und Bankverein im Lichte repräsentativer Meinungsumfragen"
Im Dezember 1997 teilten die Verwaltungsratspräsidenten der beiden Grossbanken UBS Schweizerische Bankgesellschaft und Schweizerischer Bankverein teilten der überraschten Öffentlichkeit mit, dass die beiden traditionsreichen Bankinstitute fusionieren werden. Die "neue" UBS AG werde mit vier Unternehmungsbereichen Private Banking, Asset Management (Brinson), Privat- und Firmenkunden und Warburg Dillon Read weltweit eine führende Stellung einnehmen. Am 1. Juli 1998 wurde die Fusion rechtlich vollzogen. Unser Interesse als Sozialforscher galt im Falle des "Mega-Mergers" von Bankgesellschaft und Bankverein den Auswirkungen derartiger Konzentrationsprozesse auf die Bevölkerung. Wie reagierte die Öffentlichkeit auf solche Unternehmungszusammenschlüsse? Der Schulterschluss der beiden Schweizer Grossbanken bot uns damals Gelegenheit, nach der empirischen Untersuchung des Falles Novartis an einem zweiten konkreten Beispiel die Wahrnehmung von Grossfusionen und die Beurteilung der beteiligten Akteure in der Schweiz mit Repräsentativbefragungen zu erforschen. Das Ziel unserer Umfragen von Dezember 1997 und Februar 1998 bestand darin, systematisch wissenschaftlich fundierte Daten über Kenntnisse, Einstellungen und Meinungen in der Bevölkerung bezüglich der UBS-Fusion zu erheben.
Für die UBS AG markierte das Jahr 2008 das 10-jährige Jubiläum ihrer Existenz. Heute ist es interessant, die Aussagen, Erwartungen, Hoffnungen und auch Befürchtungen der Befragten unserer damaligen Interviewstudien mit den tatsächlichen Entwicklungen in den folgenden zehn Jahren und dem heutigen aktuellen Stand zu vergleichen. Wie sind die damaligen Umfrageergebnisse retrospektiv, im Lichte der Entwicklungen im vergangen Jahrzehnt und des Zustands der UBS AG heute, auch im Lichte der aktuellen Subprime-, Finanz- und Bankenkrise von 2007-2009, zu interpretieren und zu kommentieren?
Der Forschungsbericht enthält erstens Zahlreihen mit Kennzahlen, basierend auf Unternehmensdaten von UBS AG über die Entwicklung von Aktienkursen, Dividenden, Gewinn, Managementlöhnen/Boni, Personalbestand und Personalaufwand des Gesamtkonzerns für die Jahre 1998 2008, also das ganze erste Jahrzehnt der Grossbank. Er präsentiert zweitens und hauptsächlich die Resultate der damaligen Meinungsumfragen. Die Umfrageergebnisse beziehen sich auf die folgenden Hauptfragen:
- Bekanntheitsgrad (Awareness) der Fusion und der beteiligten Firmen?
- Wünsche nach zusätzlichen Informationen über die Fusion?
- Beurteilung der Zukunftschancen und Entwicklungsaussichten der UBS?
- Gewinner und Verlierer der Fusion?
- Glaubwürdigkeit der Meldungen über geplanten Arbeitsplatzabbau?
- Absichten zum Wechsel der Bankbeziehung als Folge der Fusion?
- Soziale Verantwortung der UBS AG gegenüber den Mitarbeitenden?
- Buchgewinne der Aktionäre nach der Fusion in Ordnung oder nicht?
- Grundsätzliche Einstellungen zu Grossfusionen?
Für mehr Informationen über diese neueste Publikation des WISO-Verlags siehe:
Firmenübernahmen und -zusammenschlüsse bleiben heute und auch in Zukunft wichtige und interessante Untersuchungsobjekte der empirischen Sozialforschung. Der Strukturwandel und die entsprechende Konzentrationsprozesse dauern an. Die Fusionswelle rollt immer noch weiter, auch wenn die Zahl der "Mega-Deals" in Zeiten der Finanzkrise zurückgegangen ist. Roche übernimmt Genentech, Tamedia heiratet Edipresse usw: Der Schweizer Markt für Fusionen und Übernahmen (M & A) ist auch in Zeiten der Wirtschaftskrise in Bewegung. Die neue Ausgabe der M & A REVIEW des Instituts für Betriebswirtschaft der Universität St.Gallen bezeichnet die Entwicklung des Schweizer M & A-Marktes im Jahr 2008 als "Berg- und Talfahrt": Die globale Finanzkrise liess viele Deals stagnieren oder platzen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zeigte sich der Schweizer Transaktionsmarkt jedoch recht stabil. Unsere Studienergebnisse sind deshalb heute so aktuell wie damals.
Und IMAP, eine der weltweit führenden Organisationen für Unternehmenstransaktionen im mittleren Segment, hat 2008 252 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 13 Mrd. US-Dollar durchgeführt. Das Gesamtvolumen liegt deutlich über dem Vorjahr, obwohl die Anzahl der abgeschlossenen Deals geringfügig niedriger war. Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Cross-Border-Transaktionen. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Studie "IMAP Global Transaction and Pricing Survey 2008/2009" hervor, die bereits zum 15. Mal in Folge erscheint.