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Zusammen mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin fährt dann Jan Derrer zu jenen Politikern, die ihm die Türe öffnen möchten. Fragen werden keine gestellt, nicht mal unkritische. Dafür hat jeder Politiker, jede Politikerin genau eine, mit einer Art Backofentimer gestoppte Minute Zeit, um sein, um ihr Sprüchlein aufzusagen, warum er, warum sie denn bei den National- und Ständeratswahlen am 23. Oktober gewählt werden soll.
Waren die hinter Newsnetz stehenden Zeitungen nicht mal bekannt dafür, mehr zu bieten als eine Plattform für PR in eigener Sache? Waren sie nicht mal bekannt dafür, anders als die Kollegen vom Boulevard, keine Homestorys zu machen? Kann man es eigentlich als „Journalismus“ bezeichnen, wenn ein gesponsertes Auto vorfährt, um kommentarlos und unwidersprochen ein PR-Sprüchli zu empfangen? Müssten nicht die Kandidaten dazu angehalten werden, für diese Wahlpropaganda zu bezahlen?
Schön am Projekt ist die nun bewiesene Erkenntnis, dass die Kandidierenden auch nicht anders wohnen als andere Schweizer. Derrer bemerkt:
Auffallend: Die meisten Politiker-Wohnzimmer sind nett, aber unpersönlich eingerichtet.
Hm ja, ist vielleicht nicht jedermanns Sache, das Tagebuch offen herumliegen zu lassen, wenn die Newsnetz-Reporter mit der Videokamera durch den Flur ins Wohnzimmer stürcheln.
Derrers gesammelte Erkenntnisse aus dem Projekt gibt es hier: