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Beschreibung der Orgel
Sie ist die älteste spielbare Orgel der Welt, und allein schon deshalb sehr wertvoll und bemerkenswert. Das Gehäuse ist im gotischen Stil um 1410-1435 erbaut worden. Die Flügeltüren bemalte Peter Maggenberg im Jahr 1435. Der Linke Flügel stellt die mystische Ehe der heiligen Katarina, Patronin von Valeria und des Wallis dar. Der rechte Flügel zeigt die Christus-Erscheinung von Maria-Magdalena, welche ihn für einen Gärtner hält.
Dem Solothurner Orgelbauer Christopher Aebi wurde der Auftrag erteilt, die Orgel neu zu bauen und von der bestehenden Orgel nur Teile zu verwenden die noch brauchbar waren. Das Gehäuse musste unverändert bleiben, der Tonumfang erweitert und die Klaviatur höher gelegt werden. Aebi baute 4 Register, eine zweite Mixturreihe und die Manualwindlade. Das bestehende Wellenbrett und die Klaviatur hat er umgebaut. Seine Arbeiten signierte er im rechten Ventilkasten mit „Christoph Aeby 1687“.
1786 baute der Walliser Orgelbauer Felix Carlen 2 Keilbälge und die Windkanäle neu. Spuren an den Hebebalken deuten auf eine Anlage die aus drei kleineren Bälgen bestand. Seine Arbeiten hat Felix Carlen auf dem Gehäusehut und auf dem Spunddeckel signiert.
1812 erweiterte Jean-Baptiste Carlen, Sohn des Felix Carlen, die Orgel mit einem Subbass 16’+ 8′, Tonumfang 1 kurze Oktave, und baute die dazugehörenden Windladen mit Traktur und Pedalklaviatur. Er ersetzte auch einen der Keilbälge und signierte seine Arbeiten auf dem Rückschlagventil der Balganlage.
1954 wurde eine Restaurierung durch die Firma Kuhn, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Basel durchgeführt.
2004 fand eine grundlegende Restaurierung durch die Walliser Orgelbaufirma Füglister statt. In Zusammenarbeit mit dem Dendrochronologischen Labor der Westschweiz konnten mehrere Orgelteile datiert, und die Arbeiten an der Orgel von 1786 + 1812 bestätig werden. Sie stimmen mit den Inschriften auf dem Rückschlagventil, Hut und Spunddeckel überein. Die Manualklaviatur wurde von Aebi mit Bergahorn neu belegt und nicht wie allgemein angenommen, mit Buchsbaum. Durch eine C14-Analyse konnte die Taste „d“ zwischen 1297–1403 datiert werden. Unter dem Tastenbelag wurde eine Tastenform entdeckt, die sehr kurze Tastenköpfe aufwies. Diese Entdeckung impliziert, dass es irgendwann in der Geschichte eine Veränderung der Beschichtung gegeben ht oder ältere Tasten wiederverwendet wurden. Die Tastatur hat eine “kurze Oktave“ und einen Tonumfang von 4 Oktaven.
Die Pfeifen der Register Superoktav 2′, Quinte minor und 1′ der Mixtur sind stark bleihaltig und weisen eine Sandguss-Struktur auf. Das Holzregister Copel 4′ wurde ebenfalls mit einer „C14 „ Analyse zwischen 1293 – 1400 datiert. Dies ergibt das gleiche Alter wie die Manualklaviatur und somit einen Zusammenhang ihrer Herkunft.
Die Tonhöhe des a’ beträgt 897 Hz, also praktisch einen halben Ton über der heute üblichen Tonhöhe. Leider wurde dem Orgelbauer eine gleichstufige Stimmung aufgezwungen, und dies unverständlicherweise durch die Musikexperten.
Die Restaurierung der Valeria Orgel hat aufgezeigt dass einzelne Bestandteile noch älter sind als bisher angenommen.
Grimisuat, den 08.03.2012
Norbert Julier Betriebsleiter
Orgelbau Füglister
1971 Grimisuat