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Während Jahrhunderten wurden historische Bauwerke nach Erfahrung und Beobachtung der Handwerker dimensioniert. Dass Beobachtung und Erfahrung allein genügen konnten, um durchaus solide Bauten zu gestalten, beweisen, die vielen noch vorhandenen alten Gebäude, welche – abgesehen von kleineren Altersschwächen – keine nennenswerten Probleme aufweisen.
Der Erfahrungsschatz der Handwerker ist vor ungefähr 150 Jahren in die ersten Normen und Regelwerke eingeflossen. Mittels unzähliger Versuche und Erfahrungen wurden diese Normen bis zum heutigen Zeitpunkt laufend verfeinert und an die verschiedenen Materialien angepasst.
Die heute verwendeten statischen Berechnungen sind – wie alle Modelle – eine Reduktion der Wirklichkeit. Die genaue Betrachtung eines Hauses sowie die Beschreibung seines Zustandes – so zeigt der Autor Peter Braun anhand von zwei Fallbeispielen aus der Stadt Freiburg auf – ergeben ein anderes, in vielen Fällen komplementäres Modell, welches erlaubt, den normativen Ansatz zu diskutieren.
Bild: Peter Braun, Fribourg