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Global betrachtet ist die Schweiz politisch ein Leichtgewicht, als Handelsnation gehört das Land aber zu den mittelgrossen Wirtschaften.
Laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag die Schweizer Wirtschaft 2014 weltweit auf Platz 20, mit einem Bruttoinland-Produkt (BIP) von über 644 Milliarden Franken.
Pro-Kopf liegt das BIP der Schweiz gemäss Zahlen des IWF von 2013 mit 51'228 Franken weltweit an neunter Stelle, hinter Luxemburg und Norwegen, aber noch vor Schweden und Dänemark.
Offizielle Informationen zu den Handelsbeziehungen und der Wirtschaftspolitik finden Sie auf dem Portal des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)externer Link oder auf der Website "Die Schweiz entdecken"externer Link.
Zur Geschichte der Schweizer Industrie
Die Geschichte der schweizerischen Industrie hat eine lange Tradition. Wie in England stand am Anfang der Industrialisierung die Textilindustrie, die zur Entwicklung der Schwerindustrie (Eisen- und Stahlproduktion) und der Maschinenindustrie führte. Ein weiterer wichtiger Zweig, die Uhrenindustrie, nahm im 18. Jahrhundert in Genf ihren Anfang.
Die Schweizer entwickelten grosses Fachwissen in der Präzisionsmechanik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand. Dies wiederum zog die Entwicklung des Hochtechnologie-Sektors nach sich. Heute findet man in der Schweiz denn auch gut ausgebildete Fachkräfte, die beispielsweise von Computer-Software betriebene Roboter bauen.
Auf die Talfahrt der traditionellen Industrieproduktion im späten 20. Jahrhundert hatte die Schweizer Wirtschaft wie andere europäische Staaten mit einem Strukturwandel von der Produktionswirtschaft zu einer auf Wissen basierenden Wirtschaft reagieren müssen.
Zahlreiche traditionelle Industriearbeitsplätze wurden ins billigere Ausland verlegt, der Dienstleistungs-Sektor seither kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 2000 arbeiteten bereits rund 70% der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor.
Weitere Informationen zur Industriegesellschaft bietet etwa die entsprechende Website des Schweizerischen Historischen Lexikonsexterner Link.
Pharma-Industrie
Die chemische und die pharmazeutische Industrie gingen aus der Farbenproduktion für die Textilindustrie im 19. Jahrhundert hervor.
Die wichtigsten Unternehmen der Schweizer Pharma-Industrie sind heute Novartis und Roche, beide mit Hauptsitz in Basel. Beide sind in der Schweiz domizilierte multinationale Unternehmen, die für ihre Managerpositionen und ihr Fachpersonal oft Leute aus dem Ausland anziehen.
Die Schweizer Pharma-Industrie ist mit Produktions- und Forschungs-Einrichtungen auf verschiedenen Kontinenten weltweit aktiv.
Weitere Informationen finden Sie auf dem Portal von Scienceindustriesexterner Link, dem "Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech".
Uhren-Industrie
Schweizer Uhren werden zumeist in kleinen Fabriken im Jurabogen produziert, der sich von Genf über die Jurahügel im Nordwesten des Landes erstreckt. Neben Genf gehören Neuenburg, Biel und Grenchen zu den wichtigen Uhrenmacher-Zentren. Daneben finden sich Uhrmacher auch in der Region Schaffhausen am Rhein.
Während Jahrzehnten entfiel praktisch die Hälfte der weltweiten Uhrenproduktion auf die Schweiz. Obschon die Quarzuhr in Neuenburg erfunden wurde, waren es billige Quarzuhren aus Asien, die der Schweizer Uhrenindustrie in den 1970er-Jahren fast das Genick brachen.
Dank Umstrukturierungen, der Erfindung der Swatch und dem unerwarteten Comeback mechanischer Uhren aus dem Top-Marktsegment ist die Schweizer Uhrenindustrie heute wieder profitabel. Die Rettung der damals maroden Industrie wird vor allem Nicolas Hayek zugeschrieben, dem 2010 gestorbenen Gründer der Swatch Group.
Mehr Informationen finden Sie auf dem Portal des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (in Englisch und Französisch)externer Link.
KMU
Obschon sich in der Schweiz globale Grossunternehmen wie der Nahrungsmittel-Multi Nestlé, der Industriekonzern ABB oder Novartis und Roche finden, sind diese Firmen nicht wirklich repräsentativ, was die Unternehmenslandschaft angeht.
Denn fast alle Schweizer Betriebe – 99,6% – sind kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU). Diese beschäftigen etwa 1,45 Millionen Menschen, rund 70% aller Erwerbstätigen, die nicht für staatlich betriebene Unternehmen arbeiten. Nur etwa 750 Firmen haben mehr als 300 Angestellte.
Viele KMU sind im Bereich Elektro- und Maschinentechnik tätig, dem heutzutage wichtigsten Produktionssektor der Schweiz. Viele dieser Unternehmen sind hoch spezialisiert, exportorientiert und produzieren Güter wie Präzisions-Werkzeuge oder elektronische Instrumente, die nicht allgemein unter einem Markennamen bekannt sind, die aber an Massenproduktions-Industrien weltweit geliefert werden.
Mehr Informationen zu Schweizer Firmen finden Sie auf dem Portal der Schweizer Handelskammernexterner Link.
Energie
Dank ihrer Topografie und den hohen jährlichen Niederschlagsmengen herrschen in der Schweiz ideale Voraussetzungen zur Nutzung der Wasserkraft. Wasser ist der wichtigste natürliche "Rohstoff" der Schweiz. Die Schweiz wird nicht von ungefähr oft als das "Wasserschloss Europas" bezeichnet.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Nutzung der Wasserkraft mit dem Bau von Kraftwerken stark ausgeweitet worden, zwischen 1945 und 1979 erlebte die Wasserkraft ihre Boomzeit. Anfang der 1970er-Jahre entfielen noch 90% der inländischen Stromerzeugung auf Wasserkraft, nach dem Bau der Schweizer Atomkraftwerke sank der Anteil bis 1985 auf etwa 60%, heute sind es etwa noch 57%.
Die Wasserkraft ist bis heute das Rückgrat der Energieversorgung des Landes. Der Wasserkraftmarkt hat ein Volumen von etwa 52 Milliarden Franken und ist ein wichtiges Segment der Energieindustrie der Schweiz.
Auch der grenzüberschreitende Handel mit Elektrizität hat für die Schweiz eine grosse Bedeutung, sowohl wirtschaftlich als auch für die Versorgungssicherheit. Die Schweiz ist Teil des westeuropäischen Versorgungsnetzes. Während sie im Sommer Strom exportiert, muss sie im Winter auch importieren. 2009 wurden 52 Mrd. kWh importiert und 54,2 kWh exportiert.
Mehr Informationen zur Energiepolitik der Schweiz finden Sie auf dem Portal des Bundesamts für Energieexterner Link.
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