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Die beiden Brüder Karl und Emanuel Schnell gründeten im Februar 1831 in Burgdorf den politisch liberalen «Berner Volksfreund». Sie engagierten den Drucker Carl Langlois (1789–1870) und kauften eine Druckerpresse. Um die obrigkeitliche Zensur zu umgehen, wurde die Zeitung vorerst in Solothurn gedruckt. Erst nach der Annahme einer liberalen Verfassung im Kanton Bern verlegten sie die Druckerei im Herbst 1831 nach Burgdorf. Das Blatt richtete sich explizit gegen die «Allgemeine Schweizer-Zeitung», welche das Sprachrohr der konservativen Stadtberner Patrizier war. Mit dem Antritt der liberalen Kantonsregierung wurde der «Berner Volksfreund» Ende 1831 vom Oppositions- zum Regierungsblatt, das sich nach einigen Jahren gegen die Radikalen richtete.
Die «Berner Volkszeitung» wurde 1845 als Nachfolgetitel des ersten «Berner Volksfreund» von Johann Ludwig Schnell und Eduard Blösch gegründet und erschien ab Januar 1846 dreimal wöchentlich bei Carl Langlois in Burgdorf. Die Zeitungsgründer und der Herausgeber betonten, Wert auf eine objektive Berichterstattung zu legen, was auch im Untertitel «Für Wahrheit, Gesetz und Recht» zum Ausdruck kam. Die liberal ausgerichtete Zeitung bekämpfte allerdings die von den Radikalen ausgehende Revision der Staatsverfassung des Kantons Bern, die unter anderem das direkte Stimmrecht vorsah. Nach der Annahme der neuen Verfassung durch das Volk am 31. Juli 1846 richtete sich die Zeitung konservativ aus; der Schwerpunkt lag fortan auf dem Hüten der Verfassung und dem Ahnden von Verfassungsverletzungen seitens der Radikalen. Ab 1847 wurde der Druck nach Bern in die Hallersche Buchdruckerei verlegt und die ab diesem Zeitpunkt sechsmal wöchentlich erscheinende Zeitung erklärte sich offiziell zum Organ der Konservativen des Kantons Bern. Ende 1847 erschien die letzte Ausgabe, Nachfolgezeitung wurde der «Emmenthaler Bote».