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Eis
(frz. glace, engl. Ice). Der Handel mit diesem Naturerzeugnis
gewinnt, dem steigenden Konsum folgend, immer mehr an Ausdehnung. Der Verbrauch von E. als Kühlungs-
und Erhaltungsmittel von Stoffen, die zu Sp
eise und Trank dienen, in Krankenhäusern, Bierbrauereien u. s. w.
ist auch bei uns im
Wachsen begriffen und nährt einen inneren Handel, sodaß wenigstens in größeren Städten überall
Eishäuser
bestehen und der Artikel den Sommer über käuflich zu haben ist. Es ist dies aber inländische Ware,
so rein oder unrein, wie sie unsere Teiche und Flüsse geben können.
Ein größerer auswärtiger und internationaler Handel vertreibt dagegen schöneres und reineres E., das von besonders günstigen
Örtlichkeiten entnommen ist. Hierin machten die Amerikaner den Anfang, indem schon 1833 das erste mit
E. beladene Schiff von dort nach Kalkutta ging und seine Ware im erwünschtesten Zustande hinbrachte. Gegenwärtig gehen
Hunderttausende von Zentnern amerikanischen
Eises, von mehreren Handelsgesellschaften verfrachtet, nach Westindien und dem
übrigen heißen Amerika, nach Ostindien, Afrika und Australien.
Der hauptsächliche Ausfuhrplatz ist Boston, und das Erntefeld bildet der nahebei gelegene
Wenhamsee
mit seinem schönen klaren Wasser. Die Engländer haben sich in neuerer Zeit mit dem von ihnen so sehr geschätzten klaren
Eise näher und wohlfeiler zu versorgen gewußt. Eine Handelsgesellschaft hat zwischen den Hügeln von Christiana-Fjord einen
See mit dem reinsten Quellwasser ermittelt, angekauft und daraus eine wahre Goldgrube gemacht. Jetzt
ist alles gute in England konsumierte E. norwegisches aus diesem oder anderen Bezugsorten.
Die Gewinnung geschieht hier in gleicher W
eise wie in Amerika: die Eisfläche wird zunächst mit einem scharfen Pfluge schachbretartig
^[richtig: schachbrettartig] vorgerissen und hiernach in Würfel von etwa 50 kg Schwere zersägt, die
sogleich in die benachbarten
Eishäuser gebracht werden, hölzerne Gebäude mit Doppelwänden, zwischen welchen eine Füllung
von Sägespänen eingebracht ist. In diesen wohlfeilen und am wirksamsten die Wärme abhaltenden Magazinen hält sich das
E. recht gut zwei Jahre und wie behauptet wird noch länger.
Sägespäne bilden auch das Zwischenmittel bei der Verladung in die Schiffe, und die Verfahrung ist auch
nach heißen Ländern ohne erheblichen Verlust ausführbar. Der heiße Sommer von 1868 hat denn auch die Pariser veranlaßt,
sich nach mehr Kühlungsmitteln umzusehen und sie haben in den Gletschern der Schweizer Alpen das Gesuchte gefunden, große
Mengen abgehauen und per
Eisenbahn an sich gezogen. Freilich sind diese Vorräte ziemlich beschwerlich
zu erreichen.
Künstliches E., in
Eismaschinen verschiedner Art bereitet, kommt immer mehr in Brauereien,
Paraffin- und Mineralwasserfabriken
in Gebrauch und mehrere Fabriken beschäftigen sich auch in Deutschland mit dem Bau der betreffenden
Maschinen, die namentlich
in den heißen Ländern eine gute Absatzquelle finden. Am gebräuchlichsten sind die, bei welchen die
Kälte durch Verdunstung von
Ammoniak erzeugt wird. So hat jetzt auch die Verschiffung nordamerikanischen
Eises nach Australien
bedeutend abgenommen, weil man sich dort das Maschinen
eis wohlfeiler erzeugen kann. - Eis, rohes, zollfrei.