Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03625.jsonl.gz/2060

Wegwort vom 23. April 2018
Es gibt Dinge, die man in der richtigen Reihenfolge angehen muss, damit sie funktionieren. Erst runterschlucken und dann reden ist eine solche Reihenfolge. Bei mathematischen Operationen gilt, dass Punktrechnung vor Strichrechnung kommt. Mein Vater hat uns beigebracht, dass man erst die empfindlichen Gläser ins Spülwasser gibt und reinigt und erst ganz am Ende die fettigen Bratpfannen.
Ich bin auf Fakten in der Kirchengeschichte aufmerksam geworden, bei denen das Wahrnehmen der Reihenfolge der Geschehnisse für mich eine Rolle spielt:
Ungefähr zwischen den Jahren 28 und 30 hat Jesus geheilt und gepredigt. In dieser Zeit hat er viele Menschen beauftragt, von Gott zu erzählen. Ungefähr im Jahr 30 hat er Maria Magdalena am ersten Ostermorgen losgeschickt um die wichtigste Botschaft überhaupt zu verkünden, nämlich die, dass er lebt. Maria ist auch losgerannt und hat der Apostelgruppe Bescheid gesagt.
Zwischen 50 und 64 hat Paulus seine Briefe geschrieben in denen auch der folgenschwere Satz steht, dass das Weib in der Gemeinde bitte schweigen möge. Danach, etwa bis zum Jahr 95 nach Chr. wurden die Evangelien geschrieben, in denen festgehalten ist, dass Jesus Maria Magdalena, die eindeutig eine Frau war, aufgefordert hat zu reden und nicht zu schweigen.
Obwohl die Paulusbriefe vor den Evangelien kursierten, stehen die Evangelien vorne in unserem neuen Testament. Sie wurden also zuerst als heilige Schriften anerkannt.
Für mich selber habe ich noch so eine Reihenfolge: Paulus ist ein toller Theologe, aber ein Mensch und eben ein Mann. Jesus ist mein Herr und mein Gott. Nun frage ich Sie: Was bedeuten diese Reihenfolgen im Hinblick auf die Beauftragung von Frauen und Männern in der Kirche?
Wichtig: Erst den Strom ausmachen und dann die Glühbirne raus- und reinschrauben, sonst wird es nicht mehr hell.