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„Unsere Wunden sind unsere Herrlichkeit.“ Dieser paradox klingende Satz stammt von Juliana von Norwich. Sie lebte im 14. Jahrhundert, schwer krank, in einer Zeit von Seuchen und Katastrophen.
Im Afrikanischen bedeutet Glaube ‚über den Horizont hinausblicken‘. Sie blickte über den eigenen Horizont hinaus und sprach: „Alles wird gut sein und alle werden gut sein, und aller Art Dinge wird gut sein.“ Sie versetzte ihren Blick ins Reich Gottes, an den Ort, an dem unsere Wunden verherrlicht werden.
Was bedeutet das? Jesus ist auferstanden mit seinen Wunden am Kreuz. Diese Wunden waren durch die Auferstehung nicht einfach verschwunden. Thomas wurde sogar von Jesus aufgefordert, seinen Finger in die Wunde auf der Seite zu legen. Diese Wunden waren noch da, aber verwandelt. Sie schmerzten nicht mehr. Durch die von Jesus ausgesprochene Vergebungsbitte am Kreuz wurden die Wunden verwandelt. Wunden im Wandel.
Jesus wollte nicht, dass die Verursacher der Wunden bestraft werden, er wollte ihnen nichts nachtragen, schon gar nicht ihre Schuld. Er wollte sie davon befreien und betete innig zum Vater im Himmel: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Durch diese Bitte wurden die Wunden verwandelt.
Menschen, die nicht die Schuld, sondern die Vergebung suchen und erbitten, erleben wie Wunden verbunden werden. Nur so konnte Juliana von Norwich diese vermeintlich widersprüchlichen Worte zueinander bringen: „Unsere Wunden sind unsere Herrlichkeit!“