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Der Charakter der Piemonteser zeichnet sich durch ruhige bis machomässig träge Züge aus. Trotz der schönen Bemuskelung verfügen die Kühe über eine ansehnliche Milchleistung. Auf etlichen Betrieben werden die Kühe noch gemolken und die Milch vor allem auf den Alpen verkäst. Das eindrückliche Exterieur wird durch die feinknochigen Glieder und der ebenfalls sehr feinen Haut unterstrichen. Die schwarze Augenumrandung sind für den edlen Ausdruck der Tiere verantwortlich.
Das Piemonteserrind kommt, wie es der Name sagt, aus dem Nordwesten Italiens. Das Piemont ist eine hügelige bis alpine und recht karge Landschaft.
Die Rasse ist vor über 20'000 Jahren aus dem heutigen Indien und Pakistan eingewandert. Dies belegen DNA-Analysen, denn Piemonteser führen Zebu-Blut.
Die Verwandtschaft mit dem Zebu erklärt auch das rötliche Fell der Piemonteserkälber in den ersten Lebensmonaten.
Um auch bei einer fleischbetonten Rasse eine genügend hohe Milchleistung zu erzielen damit das Kalb prächtig gedeihen kann, soll die Kuh gut gefüttert werden. Eine gute Weide bildet hierfür die beste Futtergrundlage. Wenn das Kalb etwa zehn Monate alt ist, werden Kuh und Kalb getrennt, damit die Kuh auf die neue Laktation vorbereitet werden kann. Das heisst, die Kuh wird sehr restriktiv gefüttert um die Milchbildung zu stoppen damit sich das Euter regenerieren kann. Auch darf die Kuh im Hinblick auf die bevorstehende Abkalbung nicht verfetten. In dieser Phase sind Ökoheu und Riedstreu die besten Diätfuttermittel.
Das Kalb dagegen muss sehr intensiv gefüttert werden. Nebst Gras und Heu hat es schon von klein auf die Möglichkeit Getreideflocken, Mais und Sojabohnen zu sich zu nehmen. Nach dem Absetzen verbessert ein noch intensiveres Finish mit Getreide die Zartheit des Fleisches. Männliche Tiere sind mit 12 bis 14 Monaten, weibliche mit 15 bis 18 Monaten schlachtreif.