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Mohamed Salah erfreut sich einer ausgezeichneten Frühform. Am Wochenende war der Ägypter einmal mehr der überragende Mann bei Liverpool. Ist der 29-Jährige aktuell der beste Fussballer der Welt?
Als Jürgen Klopp am Samstag in Watford vor einem Bildschirm sitzt und den Medienschaffenden via Zoom Red und Antwort steht, gäbe es ganz viele Themen, über die der Trainer des FC Liverpool nach diesem 5:0 an der Vicarage Road sprechen könnte. Die drei Tore von Roberto Firmino beispielsweise. Oder der hundertste Treffer von Sadio Mané in der Premier League, und dass der Senegalese diese Marke erst als dritter Spieler erreicht, ohne einen einzigen Penalty geschossen zu haben. Klopp wird aber vor allem auf den dritten Spieler in seinem Offensiv-Dreizack angesprochen: Mohamed Salah.
«In Messi verwandelt»
Der Ägypter präsentiert sich seit Wochen in exzellenter Verfassung. Gegen Watford leitet er den Führungstreffer durch Mané mit einem punktgenauen Aussenristpass ein, sorgt stets für Gefahr und zwingt Goalie Ben Foster mehrmals zu starken Paraden. Dann, in der 54. Minute, kommt die Szene, welche die Fussballwelt ins Staunen versetzt. Salah übernimmt den Ball am Strafraum.
Er ist umringt von drei Verteidigern, doch weder Juan Hernandez, noch Juraj Kucka oder Craig Cathcart können ihn stoppen. Als Salah einen Schuss antäuscht, lässt er Cathcart ins Leere schlittern und bringt den Ball schliesslich aus spitzem Winkel in der entfernten Torecke unter. Es ist ein Meisterwerk eines Treffers.
Und beinahe eine Kopie dessen, was der Ägypter vor zwei Wochen im Spitzenspiel gegen Manchester City (2:2) bei seinem Tor zum 2:1 gezeigt hatte. Auch da war er umringt von drei Verteidigern, auch da misslang jeder Rettungsversuch, nachdem er diese ausgedribbelt hatte. «Salah hat sich in Messi verwandelt», schrieb BBC-Kommentator Gary Lineker am Samstag auf Twitter.
Die Frage, die sich nach dem Spiel aufdrängte, war: «Ist Mohamed Salah im Moment der beste Spieler der Welt?» Für seinen Trainer gibt es darauf nur eine Antwort: «Für mich ist er der Beste.» Klar gebe es immer noch Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, meinte Klopp. Oder Robert Lewandowski und Kylian Mbappé, aber für ihn sei im Moment keiner auf demselben Level wie Salah. «Was Mo gemacht hat, ist für Leute wie uns mit normalen Füssen gar nicht möglich, aber offensichtlich ist es möglich für ihn. Das macht es speziell.»
Auf Kurs zu neuen Rekorden
Mit Aussagen wie diesen dürfte der Deutsche die Diskussionen in Gang bringen, ob Salah nun endlich reif ist für die Auszeichnung zum Weltfussballer des Jahres. Der 29-Jährige war mehrmals in der engeren Auswahl, wurde sowohl 2018 als auch 2019 Torschützenkönig der Premier League, triumphierte in der Champions League und half im Jahr darauf mit, die 30 Jahre anhaltende Titellosigkeit in der Liga zu beenden. In Liverpool ist der ehemalige Flügel des FC Basel längst eine Legende, die Auszeichnung für den Weltbesten fehlt indes noch in seinem Trophäenschrank.
In dieser Saison scheint sich Salah noch einmal gesteigert zu haben. Sieben Tore und vier Vorlagen hat er in den acht bisherigen Premier-League-Partien beigesteuert. Wettbewerbsübergreifend hat er in den letzten acht Spielen immer getroffen. Letztmals einen solchen Lauf hatte Daniel Sturridge im Februar 2014. Alle 65 Minuten ist Salah im Schnitt an einem Tor beteiligt. Das ist ein unglaublicher Wert.
Letzte Saison lag dieser bei 114 Minuten, in der Meistersaison bei 100 Minuten und im Jahr davor bei 109 Minuten. Salah ist momentan gar auf dem Weg dazu, seine Rekordsaison 17/18 zu übertrumpfen. Als er mit 32 Toren und 10 Assists eine überragende erste Saison im Dress der Reds spielte, war er im Schnitt alle 70 Minuten an einem Tor beteiligt gewesen.
Auswärts im Torrausch
Überhaupt scheint Liverpool nach der schwierigen letzten Saison, in der es hinter den beiden Teams aus Manchester in der Liga nur für Rang 3 reichte, seinen Rhythmus wiedergefunden zu haben. 22 Treffer in 8 Spielen ist ein Indiz dafür. Ebenso, dass der LFC in den letzten sechs Auswärtspartien wettbewerbsübergreifend immer mindestens drei Tore erzielt hat. Das ist zuvor noch keiner englischen Mannschaft gelungen.
Am Dienstag kommt es in der Champions League zum Duell bei Atlético Madrid. Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel könnten die Engländer den Einzug in die K.o-Phase so gut wie sicherstellen. Die Defensive der Madrilenen sollte jedenfalls gewarnt sein, dass «Mo Magic» plötzlich wieder zu zaubern beginnt.
SDA
sda