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Jean-Nicolas Marrigues (1757–1834) war bis zur Französischen Revolution Organist an der Kathedrale von Versailles, danach kam er nach Paris und wurde Organist in den Kirchen St. Thomas Aquinus, später in St. Nicolas-des Champs und zuletzt in St. Gervais (nach dem Tod des letzten Vertreters der Familie Couperin). Alle diese Instrumente wurden von Clicquot umgebaut und später von Dallery übernommen.
Marrigues hatte damals durchwegs prächtige Orgeln zur Verfügung. Er war ein grosser Freund von Guillaume Lasceux und lehrte am Institut des Jeunes Aveugles (Institut für Blinde). Marrigues, beschäftigte sich viel mit Fugen, er geht hier weiter als seine Zeitgenossen. Wie bei J.-J. Beauvarlet sind viele seiner Fugen nicht – wie damals üblich – für Zungenstimmen vorgesehen. Die Themen, die er verwendet, sind originell und die Fugen sind kunstvoll verarbeitet. Marrigues fertigte Kopien von mehreren Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier an. Sein stellvertretender Organist in St. Gervais, Alexandre Pièrre François Boély, war ebenfalls ein Kenner von Bachs Musik.
Orgelwerke von Jean-Nicolas Marrigues
Marrigues hinterliess etwa dreissig Kompositionen, die erst vor einigen Jahren bei Editions Musicales Chanvrelin vollständig in einer Erstausgabe veröffentlicht wurden.
Bild: Die Orgel in St. Gervais Paris