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hier die führende Persönlichkeit, welche der Amerikanische Kunst die
Richtung und das nationale Leben einzuhauchen vermocht hätte. Von
ganz besonderm Werte sind die amerik. Erzeugnisse der vervielfältigenden Künste, insbesondere des Holzschnittes, der zur
Zeit in
Amerika
[* 2] wohl die höchste
Entwicklung gefunden hat. Auch die Radierung ward viel und mitGeist geübt.
-
Vgl. TheIconographic Encyclopædia of arts and sciences (Philad. 1887).
Rasse,Gesamtbezeichnung für die verschiedenen eingeborenen
Stämme der nördl.
und südl. Hälfte des amerik. Kontinents (mit Ausnahme der Eskimo, die den äußersten Norden
[* 4] des Kontinents bewohnen; s.
Tafel:
Amerikanische Völkertypen,
[* 1]
Fig. 1). Während man lange, gewissermaßen selbstverständlich,
die Gesamtheit dieser
Stämme als eine einheitliche Rasse betrachtete, ja sogar dieselben nur als einen Abzweig der großen
Familie der mongol.
Völker anzusehen geneigt war, ist man neuerdings, durch genaueres
Studium der körperlichen
Verhältnisse der verschiedenen
Stämme, zu der
Ansicht gelangt, daß zwischen denselben sehr erhebliche Verschiedenheiten
bestehen, die stellenweise kaum geringer sind als die, welche in der
Alten Welt zur
Annahme von Rassentrennung geführt haben.
Immerhin ist die Untersuchung der physischen
Merkmale der amerik.
Völker noch nicht so weit gediehen,
daß ein endgültiges
Urteil über ihre Zusammengehörigkeit und
Trennung möglich wäre. Und so ist man in
Bezug auf die Gruppierung
der verschiedenen
Stämme im wesentlichen noch auf die sprachlichen Verhältnisse angewiesen.
Einen besondern
Stamm bilden die Cherokee (s. d.) im südl.
Tennessee, für die bisher ein anderweitiger Anschluß noch nicht
gefunden ist; sie waren in alter Zeit als Moundbuilders (s. d.) bekannt. Eine
größere Gruppe wiederum bilden die Choctaw-Muskogee, welche die südl.Staaten der
Union bewohnten (s.
Muskogee). Zwischen ihnen lebten als stammfremde
Völker die Taenza und die Natchez (oder Naktche) am untern Mississippi und
die Uchee in
Südcarolina. Im W. des Mississippi sind zunächst die verschiedenen
Stämme der
Dakota oder
Sioux (s. d. und
Tafel,
[* 1]
Fig. 8) zu nennen, südlich von ihnen die verschiedenen
Stämme der Pawnee (s. d.). In der
westl. Hälfte
des Kontinents nimmt einen breiten Raum die Nation der
Tinneh (s. d.) ein; der Hauptstock wohnt ganz im N. im Gebiet der ehemaligen
Hudsonbaicompagnie und in
Alaska, aber Verwandte von ihnen gehen durch Kalifornien
bis in das Gebiet der Republik Mexiko.
[* 7]
Die gefürchteten
Apachen (s.
Tafel,
[* 1]
Fig. 9, 10) sind ein Zweig dieser Nation. An die
Tinneh grenzen die
Thlinkit oder Koljuschen. Südlich von ihnen folgen die Naß oder Chimmesyan (Tschimsian), die Haida mit den Kaigani
auf den Königin-Charlotte-Inseln und dem Prince-of-Wales-Archipel, die Hailtsuk oder
Bellabella an der Festlandsküste des
brit. Nordamerika und die Kwakiutl und Nutka auf der
Vancouverinsel. Letztere fünf genannten Nationen
zeigen, obwohl sprachlich weit getrennt, in
Sitten und Gebräuchen, in der totemischen Organisation (s.
Totem) und auch in
ihrem Sagenschatz eine großte Übereinstimmung. Es sind berühmte Bildschnitzer; sie pflegten vor ihren Häusern mächtige
geschnitzte Pfeiler zu errichten, welche die Wappentiere und allerhand mytholog. Wesen zeigen. Einen
großen
Teil von
Britisch-Columbia und das ganze
Washington-Territorium bewohnt eine Gruppe verwandter
Völker, die man als die
Selishfamilie bezeichnet und zu denen unter andern die
Bellacoola
(Bilchula, s.
Tafel,
[* 1]
Fig. 11) am Milbanksund, die Shushwap
(Skwapamuch) und Stlatlium am
Fraser-River, die Skitsuish oder Cœr d'álène im Quellgebiet des Spokane-River,
die Kalispelm oder Pend d'oreille am Oberlauf des Clarke's
Fork und Columbia-River, die eigentlichen Selish oder
Flatheads,
die Skwalliahmish oder Niskwalli ain
Pugetsund, die
Flatheads von
Ost-Vancouver-Island und der gegenüber liegenden Festlandküste,
die Tsklallam an der
Juan-de-Fuca-Straße, die Kauelits am Cowlitz-River und die Tsihali an der pacifischen
Küste nördlich des Columbia-River gehören. In Oregon bilden die
Sahaptin oder
Nez percés mit den Wallawalla, Pelus (Palvuse),
Yakama und Klikatat, ferner die Wailatpu (Willetpoo oder Cayuse) und die Molele, die Tschinuk
(Chinook) mit ihren Abzweigungen,
die Kalapuya, die Jakon und die Latuami (Tlamat oder Klamath) eigene selbständige
Völker und Sprachengruppen.
Gleiche Verschiedenheit zeigt Kalifornien, in dessen nördl.
Teilen unter andern die Yurok, Karok, Wishosk, Wintun, Maidu,
Mutsun u. a. einander ganz fremde
Sprachen reden. Auf der Halbinsel Kalifornien wohnen drei ganz verschiedene Völkergruppen,
die Cochimi oder Leymones, die Pericu und die
Loreto-Indianer oder Guaicuro (Waikuru).In dem Great-Basin
hausen die Shoshoni (s. d.) oder Schlangenindianer und ihre Verwandte, wozu auch
die Moqui in
Arizona und die wilden Comanches in den nördl.
Staaten von Mexiko und den angrenzenden
Teilen der
Union geboren,
die aber jetzt sehr reduziert sind.
In Neumexiko und
Arizona wohnen seit alter Zeit eine Anzahl kultivierter
Völker (s. Pueblo-Indianer und
Tafel,
[* 1]
Fig. 12, 13), die aber sprachlich ebenfalls in mehrere Gruppen zerfallen. Im Gebiete
des untern Colorado bilden die
Yuma mit den Cocomaricopa, Cocopa, Mohave u. a. einen eigenen
Völker- und
Sprachstamm.
[* 8] Es folgt
dann im nordwestl. Mexiko die große Familie der
Sonorischen Sprachen (s. d.), während im O. am untern
Rio
[* 9]
Grande die Missionsberichte eine große Anzahl
Stämme aufzählen, die aber zum
Teil verschwunden sind, und
¶
mehr
von deren Sprachen man wenig mehr weiß. Im StaateSan Luis-Potosi sitzen bei Ciudad del Maiz und am obern Rio Verde bis zur
Sierra Gorda die Pame, und auf sie folgen die Othomi (s. d.), die als die eigentlichen Aborigines des centralen Mexiko
gelten, und ihre Verwandten, die Mazahua. An sie schließen sich im W. die Nation der Tarasca (s. d.)
und ihre Verwandten, die Matlatzinca, im O. im StaateVeracruz die Totonaca (s. d.), die ihrerseits im N. die zur Mayafamilie
gehörigen Huarteca (s. d.) zu Nachbarn haben, während südlich an sie, wie
es scheint, in alter Zeit andere Zweige der Mayafamilie grenzten (s. Olmeca).
Zwischen diese Stämme haben sich dann die, wie es scheint, den Sonorischen Völkern verwandten Nahua (s. d. und Tafel,
[* 10]
Fig.
2, 3, 4), die Stämme mexik. Zunge, gedrängt und die Teile des centralen Hochlandes eingenommen. Auf diese wiederum folgen
dann die beiden verwandten Nationen der Mixteca (s. d.) und Zapoteca (s. d. und Tafel,
[* 10]
Fig. 14, 15), die
aber ebenfalls von allen Seiten von Urvölkern umsetzt sind, unter denen im N. die Mazateca und Chinanteca, im S. die Chatino,
im O., in den centralen Teilen des Isthmus von Tehuantepec, die Mixe und die Zoque zu nennen sind.
In Tabasco, Chiapas, Yucatan, Guatemala
[* 11] und den angrenzenden Teilen von Salvador
[* 12] und Honduras
[* 13] sitzt die
kompakte Masse der Mayavölker (s. d.), zwischen ihnen aber auch Bruchstücke der
Nation der Nahua und Urstämme, wie die den Mixe verwandten Xinca. In Honduras bilden die Lenca einen besondern Sprachstamm.
In Nicaragua
[* 14] und dem angrenzenden, zur Republik Costa-Rica gehörigen Depart. Nicoya die Manque oder Mangue,
denen die Chiapa (s. d.) verwandt sind, nach welchen der mexik.
Staat Chiapas seinen Namen erhalten hat. Zwischen den Manque sitzt wiederum ein Bruchstück der Nation der Nahua, die Nicaragua
(s. d.). In den waldigen Distrikten des östl. Nicaragua wohnen eine Anzahl wenig bekannter Stämme, zu
ihnen gehören die Mosquito am Unterlauf des Rio SanJuan. Im östl. Costa-Rica hausen eine Anzahl unter sich verwandter Stämme,
wie die Cabecar, Bribri, Brunca (s. Talamanca). Der Isthmus von Panama wurde in alter Zeit von einer Nation eingenommen, für
deren Sprache
[* 15] der Name Cueva angegeben wird. (S. Darien.)
Südamerika.
[* 16] Merkwürdig durcheinander gewürfelt sind die Stämme des südl. Amerikas. Schier endlos ist
die Sprachzersplitterung, und stellenweise hat auch Sprachmischung die Verhältnisse noch komplizierter gestaltet. In der
Sierra Nevada de Sta. Marta, wo die alten Berichte von einer streitbaren Nation der Arhuacos reden, werden heute noch vier verschiedene
Sprachen gesprochen, von denen drei, das Köggaba, Guamaca und Bintucua, unter sich verwandt sind,
während das Chimila, das auf der Westseite der Sierra gesprochen wird, abzuweichen scheint. In Antioquia werden in alter Zeit
drei Hauptnationen erwähnt, deren sprachliche Stellung noch zweifelhaft ist: die Catia, zwischen dem Rio Atrato und dem Rio
Cauca, zu beiden Seiten der Serrania de Abibe: die Nutabe zwischen dem Cauca und dem Rio Porce;
die Tahami
zwischen dem Porce und dem Rio Magdalena. Am Atrato selbst hausen die Cuna und südlich von ihnen die Choco und zahlreiche andere
Stämme. Im obern Caucagebiet trafen die Eroberer verschiedensprachige Stämme
von kannibalischen Gewohnheiten,
darunter die goldreichen Quimbaya. Im Thal
[* 17] des Magdalenenstroms werden in alter Zeit eine ganze Anzahl Stämme aufgeführt,
wie die Panche, Muzo, Tolima, Neiva, deren Sprachen zum Teil noch heute gesprochen werden.
Auf dem Hochlande im O. des Magdalenenstroms
wohnten die Chibcha (s. d.), deren Sprache aber heute ausgestorben ist, und an den Abhängen der Centralcordillere
zwischen den Oberläufen des Magdalenenstroms und des Cauca die Nation der Paez. Eine weite Verbreitung hat das Quechua (s. d.
und Tafel,
[* 10]
Fig. 5, 6), die Sprache der Inkaperuaner, die von der Nordgrenze der Republik Ecuador
[* 18] bis an das bolivian. Hochland
reicht. Ihr parallel gingen in alter Zeit längs der Küste eine Reihe Dialekte, die unter dem Namen der
Yuncasprächen (s. d.) bekannt sind, von denen aber jetzt nur noch im nördl.
Teile des Gebietes einige wenige Reste übriggeblieben sind. Im S. schließen sich an die Inkaperuaner die Colla, die
jetzt Aymara (s. d.) genannt werden. Weiter die Calchaqui und in Chile
[* 19] die Araukaner (s. d. und Tafel,
[* 10]
Fig.
20) oder Moluche.
Von den zahlreichen Stämmen, welche im O. der Anden und in dem weiten Waldgebiet des Amazonas hausen, hat neuerdings Karl von
den Steinen unter dem Namen Nu-Stämme eine Anzahl zusammengefaßt, die in einem breiten Streifen vom bolivian.
Hochlande bis nach Venezuela ziehen, die Mündungen der Nebenflüsse des Amazonas vom Ica bis zum Rio Negro einschließend.
Als hauptsächlichste derselben sind zu nennen die Maypure am Orinoco, der Bund der Manao an der Mündung des Rio Negro in
den Amazonenstrom,
[* 20] die Ipurina (s. Tafel,
[* 10]
Fig. 7) am Rio Purus und die Baure und Moxo (Mojo) im Quellgebiet
des Madeira
[* 21] in Bolivia. Zu ihnen gehören auch noch die Piro am Ucayali, die Anti in den Teilen nördlich von Cuzco, die Pareci
im Ouellgebiet des Tapajoz nördlich von Cuyaba, die Kustenau, Mehinaku und Waura im Quellgebiet des Xingu und die Guana
im südl. Mato Grosso. Ferner die Wapisiana und Atorai im Centrum von Guayana und die Aruak oder Arrawaken (s. d.), die wohl
die Urbevölkerung von Guayana sind und früher auch über die Antillen verbreitet waren. Endlich die Goajiro auf der Halbinsel
gleichen Namens im W. des Maracaibogolfs in Venezuela.
Eine zweite größere Gruppe bilden die karibischen Stämme (s. Kariben). Über ihre Urheimat ist viel
gestritten worden. Seitdem Karl von den Steinen in den Bakaïri des Quellgebietes des Xingu echte Kariben erkannt hat, und da
auch die Palmella die neben den Baure im Quellgebiet des Madeira hausen, Kariben sind, so hat sich allmählich
die AnschauungBahn gebrochen, daß die Kariben aus dem Innern des Kontinents, dem Lauf der Flüsse
[* 22] folgend, in ihre spätern
Wohnsitze gelangt sind.
Die Hauptmasse derselben ist jetzt in Guayana und dem benachbarten Venezuela angesiedelt. Die hauptsächlichsten der dortigen
Stämme sind die Rucuyenne, die Makusi, die Arinagoto, die Waika oder Akawai, die Cumanagoto und Chayma.
Die daselbst ursprünglich ansässigen Arrawaken sind von ihnen teils verdrängt worden, teils hat Vermischung mit ihnen stattgefunden.
Ebenso haben sie, wenige Jahrhundert vor der span. Eroberung, sich über die Antillen verbreitet, die dort ursprünglich ansässigen
Arrawaken verdrängend
¶