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Diskussion:
Ausgestreckt auf einem Bett liegende Frauenfiguren sind aus der Zeit des ägyptischen Neuen Reiches recht oft erhalten. Sie sind größtenteils aus gebranntem Ton hergestellt, Exemplare aus Kalkstein sind wesentlich seltener und waren vermutlich wertvoller. Zentrales Thema ist offensichtlich die Erotik. Darauf deutet, neben der liegenden Stellung und der Nacktheit der Frau, vor allem auch die besonders lange Perücke. Üppige Haartracht war im Alten Ägypten stark erotisch konnotiert. Gelegentlich liegt ein Kind neben der Frau (Keel/Schroer 2004
: Fig. 118a). Dann steht die Fruchtbarkeit im Vordergrund. Solche Figuren wurden hauptsächlich in Wohnhäusern und Gräbern und nur selten in Tempeln gefunden. Im Haus wurden sie wohl neben Götterfiguren und Amuletten zur Stimulation und zum Schutz der erotischen Bedürfnisse und – besonders wenn noch ein Kind dargestellt wurde – der Mutterschaft aufgestellt. Die Exemplare, die aus Tempeln stammen, waren Votivgaben, über deren Darbringen sich Frauen und eventuell auch Männer von einer Gottheit Erfolg in ihrem erotischen Leben, Fruchtbarkeit und Kindersegen erflehten oder der Gottheit dafür dankten. Besonders von der Göttin Hathor erhoffte man sich Schutz und Hilfe in allen die Liebe, Fruchtbarkeit, Geburt und Kinder betreffenden Belangen. Da die Fortpflanzungsfähigkeit des Paares auch im Jenseits gewährleistet sein musste, um die Regeneration des Einzelnen zu sichern, wurden diese Objekte als Sinnbild und Garant weiblicher Fruchtbarkeit auch in Gräber mitgegeben.