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In grünen Uniformen, die sie bei den Aufnahmezeremonien tragen, und mit dem Schwert […] verteidigen die „Unsterblichen“ die französische Kultur und Sprache. Jeden Donnerstagnachmittag arbeiten sie an ihrem maßgeblichen Regelwerk, dem Wörterbuch. Als „tödliche Gefahr für die französische Sprache“ bekämpften sie die noch von der sozialistischen Regierung François Hollandes eingeführte Rechtschreibung für mehr soziale und geschlechtliche Gerechtigkeit. „Wie jene von 1905 und 1994“, hoffte voller Zuversicht Hélène Carrère d’Encausse, „ewige Generalsekretärin“ der Akademie, werde die Reform „dem Vergessen anheimfallen“.
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Altwegg, Jürg
Die Regierung will, dass ich schreibe, wie sie es sich vorstellt“, protestiert François Bayrou im „Journal du Dimanche“ gegen die Reform der französischen Rechtschreibung. […] Gegen ihre Vereinfachung kündigt Bayrou, der wie die meisten Politiker über das Selbst- und Sprachbewusstsein eines Schriftstellers verfügt, trotzigen Widerstand an: „Ich werde weiter schreiben, wie es meinen Vorstellungen entspricht.“ […] Die Franzosen frönen ihrer Sprache und der Orthographie fast so leidenschaftlich wie dem guten Essen. Die Diktate, die der Literaturpapst Bernard Pivot veranstaltet, sind Nationalsport. „Wie Pivots Diktate unsere Dschihadisten fabriziert haben“, versuchte zwei Tage nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 ein Artikel in der Onlinezeitung „Médiapart“ den Franzosen zu erklären.
Die "Schweizer Monatshefte", einst von François Bondy geleitet und vor kurzem eine Bastion gegen die Reform der Rechtschreibung, haben ein radikales Lifting hinter sich. Die Redaktion wurde ausgewechselt, Sponsoren sind verschwunden, neue Freunde wurden gefunden. Geblieben ist der Liberalismus als Programm und Credo. Seit dem vergangenen Frühling heißt die Zeitschrift "Schweizer Monat", und als Herausgeber zeichnet René Scheu.
Die "Schweizer Monatshefte" (Nr. 958) unterwerfen sich der neuen Orthographie und rüsten weiter auf. Sie publizieren regelmäßig Kurzkritiken über die literarischen Neuerscheinungen des Landes und sind damit angesichts des Abbaus in den Feuilletons zu einer wichtigen Informationsquelle geworden.
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