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Geschichte
Von Anfang an eine touristische Gesellschaft
1883 – Eröffnung des ersten Teilabschnitts unserer Linien, Territet – Glion (Standseilbahn), heute Teil von MVR.
1899 – Am 26. Juni Gründung der Montreux Berner Oberland Bahn. Das Projekt der Brüder Dufour, Hoteliers in Les Avants, erhält den Zuschlag. Die Strecke wird in Montreux beginnen, und nicht in Vevey. Der Zug wird auf der für das zerklüftete Streckenprofil besser geeigneten Meterspur fahren.
1901 – Inbetriebnahme der Strecke Montreux – Les Avants, der erste Abschnitt der MOB.
1905 – Mit ihren 62,4 km ist die MOB-Strecke (Montreux-Zweisimmen) die erste des Landes, die vollständig elektrifiziert wird. In jenem Jahr werden 348’000 Fahrgäste… und 5’700 Tiere befördert.
1906 – Die MOB ist eine der ersten Bahnen mit einem Restaurantwagen.
1916 – Während des ersten Weltkriegs landen 700 verletzte oder kranke britische Soldaten im Pays-d’Enhaut. Der Grundstein für den Erfolg der MOB bei den Engländern ist gelegt.
1928 –Die bereits im 19. Jahrhundert entstandene Idee, die Riviera mit der Region des Thuner- und des Brienzersees ohne Umsteigen zu verbinden, wird wieder aufgenommen. Seit 1916 kann die Strecke Luzern – Interlaken – Zweisimmen – Montreux, die GoldenPass Line, per Zug zurückgelegt werden. Doch die Spurweiten sind unterschiedlich (1,435 m und 1 m). Es soll daher ein 3. Gleis zwischen Zweisimmen und Interlaken verlegt werden.
1929 – Mit der zunehmendem Verbreitung des Automobils in den 1920er Jahren geht die Nachfrage zurück. Die MOB steigt in den Reisebus- und Lastwagenverkehr ein. 1929 erkennt der Kanton Bern, dass die Betriebsbedingungen verbessert werden müssen.
1930 – Eine aufschlussreiche Tatsache: Zum ersten Mal überschreiten die Einnahmen des Bahnhofs Gstaad die von Montreux.
1931 – Eintreffen von vier Pullman-Wagen. Sie kommen zu den beiden vorhandenen Belle Epoque Salonwagen hinzu. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise werden sie wenige Monate später aus dem Verkehr gezogen und an die Rhätische Bahn verkauft.
1939 – Mit Ausbleiben der Touristen erhält die MOB für die Sanierung der Infrastruktur und die Erneuerung des Rollmaterials beträchtliche Unterstützung von Eidgenossenschaft, Heer und Kantonen. Die Linie ist unentbehrlich für das Schweizer Reduit, ein Verteidigungssystem gegenüber einer eventuellen Invasion.
1966 – Zwischen Blonay und Chamby verkehrt der letzte Zug. Danach wird die Strecke noch von der Museumsbahn Blonay Chamby genutzt.
1969 – Stilllegung der Strecke St-Légier – Châtel-St-Denis.
1976 – Es herrscht Pionierstimmung. Ganz im Sinne des Tourismus hält der erste Panoramawagen bei der MOB Einzug, eine Weltpremiere auf der Schmalspur, die durch den Designer Sergio Pininfarina bei einem Aufenthalt in Gstaad angeregt wurde. Une première mondiale sur le réseau métrique.
1980 – Romy Schneider, Michèle Morgan… die MOB heisst Stars und Staatschefs willkommen. 1980 reist die Königin von England an Bord des Panoramic Express.
1986 – Auf Betreiben von Edgar Styger, dem damaligen Direktor, wird die Idee eines dritten Gleises zwischen Zweisimmen und Interlaken wiederbelebt. Das Projekt scheitert am Geldmangel.
1993 – Inbetriebnahme des berühmten, von PininFarina in Turin entworfenen, Crystal Panoramic Express.
2001 – Gründung von Transports Montreux – Vevey – Riviera (MVR), Ergebnis der Fusion mehrerer Transportunternehmen. Zu MVR gehören die beiden Bahnlinien (Montreux – Rochers-de-Naye und Vevey – Les Pléiades) sowie drei Standseilbahnen. Der MOB übernimmt die Leitung von MVR.
2005 – Die MOB vervollständigt ihre Fahrzeugflotte mit vier komplett in den Werkstätten in Chernex restaurierten Wagen im Belle Epoque Stil.
2008 – Da es nicht möglich ist die Infrastruktur mit der Verlegung eines 3. Gleises anzupassen, muss das Rollmaterial angepasst werden. Richard Kummrow, der neue Direktor der MOB, kündigt die Entwicklung eines Drehgestells mit variabler Spurweite an. Der erste Prototyp wird von der MOB in Chernex gebaut.
2017 – Die MOB geht mit dem japanischen Bahnunternehmen Nankai eine Partnerschaft ein.
2018 – Das Drehgestell wird weiterentwickelt. Auf Veranlassung von Georges Oberson, Direktor seit 2011, wird diese Arbeit Prose und Alstom anvertraut. Stadler wird den Zug, der das Markenzeichen des Designers PininFarina trägt, bauen.
2020 – Lieferung der ersten von Stadler hergestellten Wagen für den Goldenpass Express.
2022 – Jungfernfahrt des Goldenpass Express am 11. Dezember.