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GLAS STERN
Performance
„SIX EARS – Neue Musik in St. Petri 1998“, Dortmund
Performance Art in NRW, Maschinenhaus/Zeche Carl, Essen 2000
Die Performance war zur eintretenden Dämmerung terminiert, so dass der Raum während der Performance durch das abnehmende Tageslicht ins Dunkel getaucht wurde. Der Boden war mit einem 7 × 7 Meter umfassenden Quadrat aus Glasplatten (196 Stück, 50 × 50 cm, 1 mm) ausgelegt.
Der Performance liegt eine simple Choreographie zugrunde: Zwei gleichschenklige Dreiecke, im Sechseck verschränkt, werden Geige-spielend auf dem gläsernen Quadrat abgeschritten. Die Wege kreuzen sich, manchmal verlaufen sie parallel. Jeder Seite eines Dreiecks ist der Ton einer leeren Saite der Violinen zugeordnet. Die Strecken werden in individuellem Tempo abgeschritten, so dass choreografisch wie auch akustisch eine Phasenverschiebung (phase shifting) entsteht, eine organische „minimalmusic“, losgelöst von streng durchkomponierten „pattern“. Die Verwendung der leeren Saiten als einziges Klangmaterial ergibt ein changierendes, obertonreiches Klangbild, das an das „Stimmen“ eines Orchesters erinnert. Durch das Abschreiten zerbersten die Scheiben, ein sechseckiger Stern wird durch die Scherben nach und nach visualisiert.
Das gemeinsame Violine-spielende Abschreiten wird ab und zu durch einzelne Handlungen unterbrochen, während das Violinspiel des anderen weitergeht. V M verteilt dem Publikum stückweise einen Apfel, K S positioniert sich am Rand des Quadrates und richtet den Blick ins Gewölbe, ein Fisch wird von K S geschuppt, während V M entkleidet barfuss den Scherbenweg weiter Violine-spielend einmal begeht, Pressebilder aus der Serie „Liebe Bilder – Böse Bilder“ werden von KS gezeigt.
Die Performance findet Ihr Ende nach ungefähr 50 Minuten.