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Ruswil (schweizerdt. Rusmu) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1098
Postleitzahl: 6017 (Sigigen: 6019)
Koordinaten: ♁652205 / 214992
Höhe: 634 m ü. M.
Fläche: 45.31 km²
Einwohner: 6578 (31. Dezember 2011)
Einwohnerdichte: 145 Einw. pro km²
Geographie
Ruswil liegt im oberen Teil des Rottals und ist die flächenmässig grösste Luzerner Gemeinde ausserhalb des Amtes Entlebuch. Gleichzeitig ist sie die grösste Bauernsiedlung der Schweiz mit 245 Landwirtschaftsbetrieben (Stand 2005)[2]. Sie reicht vom Soppensee im Nordwesten über St. Ulrich bis zum Weiler Merzenberg im Nordosten, geht dann in südöstlicher Richtung über Hunkelen hinunter nach Ziswil und Holz (nördlich der Kleinen Emme), anschliessend Richtung Westen bis Grofenhusen und in nordwestlicher Richtung über den Ortsteil Buholz wieder Richtung Soppensee. Zur Gemeinde gehören auch die Ortsteile Rüediswil, welcher mit dem Dorf zusammengewachsen ist, Sigigen und Werthenstein-Unterdorf. Daneben gibt es auf dem Gemeindegebiet Dutzende kleine Weiler und Einzelhöfe.
Ruswil grenzt an Buttisholz, Malters, Menznau, Neuenkirch, Nottwil,Werthenstein und Wolhusen.
Geschichte
Erstmalige Erwähnung unter dem Namen Ruswil in einem Schutzbrief von Papst Gregor IX. im Jahr 1233. Bis ins Jahr 1299 gehörte es den Herren von Wolhusen, dann kauften es die Habsburger. Die Luzerner verwüsteten den Ort im Jahr 1353. Noch schlimmer kam es wenige Jahre später. Ingelram von Coucy wollte es 1375 seinem Gebiet einverleiben und schickte daher seine Söldner, um seinen Anspruch durchzusetzen. Diese trugen wegen ihrer Helme den Namen Gugler.
Die Gugler brannten sowohl das Dorf Ruswil wie auch den Ortsteil Rüediswil nieder, ehe sie gestoppt werden konnten. Am 18. Juni 1386 nahmen die Stadtluzerner die Ortschaft ein. Die formelle Abtretung durch die Habsburger erfolgte allerdings erst 1405. Ruswil war auch später noch in kriegerische Handlungen verwickelt. So 1513 im Zwiebelnkrieg und 1653 im Bauernkrieg. Als Folge des letzteren Aufstands wurde Ruswil zur Zahlung von 10'000 Gulden Strafe verpflichtet. Ruswil war bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft eine grosse Landvogtei.
Obwohl die Gemeinde nach dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 Hauptort eines Distrikts wurde, leistete sie heftigen Widerstand gegen die neuen Herren. Im sogenannten Käferkrieg wurden daraufhin Regierungstruppen eingesetzt, die den Aufstand unterdrückten und grosse Verwüstung im Dorf verursachten. Seit 1803 gehört die Gemeinde zum Amt Sursee.
Im Wirtshaus Rössli hatten Vertreter der konservativen Volksbewegung 1840 unter Bauernführer Josef Leu von Ebersol die Ruswiler Erklärung unterzeichnet, welche sich gegen den liberalen Zeitgeist wendete. Wenig später wurde im Rössli der Ruswiler Verein gegründet, der als Gründerverein der Katholisch-Konservativen Partei und der heutigen CVP gilt.
Von 1942–1944 gab es in der Gemeinde ein Internierungslager (zuerst für französische, dann für deutsche Internierte).