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Der Prozess erregte einiges an Aufsehen: Im Herbst 2012 wurde ein ehemaliger Lehrer der Bezirksschule Aarau zu drei Jahren Gefängnis verurteilt – wegen Sex mit einer minderjährigen Schülerin. Die beiden hatten zwischen 2002 und 2005 eine Liebesbeziehung.
Nun kommt es einem weiteren Verfahren: Die Staatsanwaltschaft Aargau hat gegen das heute 26-jährige Opfer wegen falscher Anschuldigungen Anklage erhoben, wie die Aargauer Zeitung berichtet. Sie fordert ein Jahr Gefängnis bedingt und 1000 Franken Busse.
Der Hintergrund: Während des ersten Verfahren hatte die Schülerin Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Lehrer erhoben. Diese konnten teilweise schon während des Verfahrens durch Alibis widerlegt werden.
Eine Mehrheit des Bezirksgericht Aarau glaubte der Frau die Anschuldigungen nicht, zumal die Behörden Liebesbriefe gefunden hatten sowie Videos, die das Paar beim einvernehmlichen Sex zeigten. Von einer Verurteilung wegen Vergewaltigung sah das Gericht deshalb ab. Das Urteil gegen den Lehrer wurde denn auch von zweiter Instanz bestätigt und ist mittlerweile rechtskräftig.
Obwohl Falschanschuldigung ein Offizialdelikt ist, sah die Staatsanwaltschaft Aargau vorerst von einer Anklage ab. Erst eine Anzeige des Anwalts des ehemaligen Bezirkslehrers im Dezember 2012 sowie ein Geständnis der Frau im September 2013 zwangen die Behörden zum Handeln. (mlu)