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Therapieformen der assistierten Reproduktion
Alle Behandlungsschritte und Untersuchungstermine werden für Sie nach einem Erst- oder Planungsgespräch auf Ihrem persönlichen Therapieplan vermerkt, so dass sich der Ablauf stets unkompliziert und sicher gestaltet.
IVF oder ICSI sind unterschiedliche Behandlungsmethoden der künstlichen Befruchtung.
Bei der IVF (In-Vitro-Fertilisation) dringt die Samenzelle in der Reagenzschale aus eigener Kraft in die Eizelle ein.
Bei der ICSI (intracytoplasmatische Spermieninjektion)
wird ein einzelnes Spermium in das Innere einer
Eizelle übertragen. Diese Methode wird unter anderem bei herabgesetzter Spermienqualität, bei ausgebliebener Befruchtung in einem konventionellen IVF-Zyklus oder bei Befruchtung mit kryokonservierten Spermien (z.B. TESE) angewendet.
Eine IVF/ICSI Behandlung braucht eine Terminplanung
Jedes Paar erhält einen individuellen Therapieplan, auf dem die verordneten Medikamente und die einzelnen Untersuchungen (Ultraschallkontrollen, Blutentnahmen) festgehalten sind. Des Weiteren erhalten Sie ein Informationsblatt über die IVF/ICSI-Behandlung und eine Broschüre mit gut verständlichen Texten und bildlichen Darstellungen.
Nachfolgend schildere ich Ihnen den schematischen Ablauf einer IVF/ICSI- Behandlung:
Therapieplan
Einer Eizellgewinnung geht eine hormonelle Stimulation über einen Zeitraum von 10-14 Tagen voraus. Der Zeitpunkt der Eizellgewinnung wird programmiert. Die zwei heutigen Standardprotokolle der Stimulation sind:
1. Langes Protokoll «Downregulation» (Beginn im Zyklus vor der Stimulation)
• Downregulation (Zoladex-Injektion zur
Unterdrückung der Hirnanhangsdrüsenhormone LH
und FSH) zwischen dem 21. – 25. Zyklustag.
oder
• Downregulation nach Pilleneinnahme ab
1. Zyklustag, minimal 10 Tage, maximal 25 Tage.
Die hormonelle Stimulation der Eierstöcke mit täglich subkutanen Spritzen (Menopur, Gonal f) beginnt 14-18 Tage nach der Downregulation.
2. Kurzes Protokoll «Antagonisten Protokoll»
Die hormonelle Stimulation der Eierstöcke
beginnt ab dem 2. oder 3. Zyklustag.
Nach 6-7 Tagen wird zusätzlich ein zweites Hormon
gespritzt, das einen vorzeitigen Eisprung unterdrückt (sog. Antagonisten: Orgalutran, Cetrotide).
Stimulationszyklus
Die hormonelle Stimulation führt sowohl im «langen» wie auch im «kurzen Protokoll» in den meisten Fällen zum Heranreifen von mehreren Eibläschen (Follikeln) in den Eierstöcken. In der Stimulationsphase sind 2-3 Ultraschalluntersuchungen notwendig, um das Wachstum der Eibläschen zu beurteilen und allenfalls die Hormondosis anzupassen. Sind ausreichend grosse Eibläschen vorhanden, wird der Eisprung mittels einer Spritze (Ovitrelle) ausgelöst. 35-37 Stunden später, noch bevor der Eisprung stattgefunden hat, werden die Eibläschen punktiert.
Eizellgewinnung
(Punktion der Oozyten)
Die Follikelpunktion zur Gewinnung der Eizellen
wird in der Regel in einer Kurznarkose (Sedation)
durchgeführt, die 10-15 Minuten dauert. Dies
geschieht unter ultrasonographischer Kontrolle,
wobei mittels einer dünnen Entnahmekanüle die
Follikelflüssigkeit mit darin enthaltener Eizelle
abgesaugt wird.
Spermien-Abgabe
Um eine gute Qualität der Spermien zu gewährleisten, sollte der letzte Samenerguss 3-5 Tage vor der Eizellgewinnung sein. Die Masturbation kann in einem spezielle Raum in der Tagesklinik OVA IVF oder zu Hause am Tag des Eingriffes erfolgen.
Embryoentwicklung im Labor
Die zusammengebrachten Ei- und Samenzellen entwickeln sich im Brutschrank zu Embryonen.
|1. Tag nach Eizellpunktion
||2. Tag nach Eizellpunktion
||3. Tag nach Eizellpunktion
||4. Tag nach Eizellpunktion
||5. Tag nach Eizellpunktion

Die Überwachung mit Zeitraffer-Aufnahmen (Videoaufzeichnungen über die gesamte Kulturphase) kann in Fällen nützlich sein, in denen es trotz vorheriger mehrfacher Transfer von Embryonen nicht zu einer Schwangerschaft kam. Das Time-Lapse-Verfahren kann durch die engmaschige Auswertung der Entwicklung der Embryonen unter Kulturbedingungen helfen, allfällige Auffälligkeiten aufzudecken.
Embryotransfer
Wenn sich die Teilung der befruchteten Eizellen wie gewünscht fortsetzt, übertragen wir die Embryonen
2-5 Tage nach der Eizellentnahme in die
Gebärmutterhöhle. Dieser sogenannte
Embryotransfer erfolgt mittels eines
dünnen Katheters und ist absolut schmerzfrei.
Lutealphasenbehandlung
Um die Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen, erhalten Sie nach dem Embryotransfer natürliches Gelbkörperhormon (Utrogestan, Crinone).
Der Eintritt einer Schwangerschaft kann bereits 14 Tage nach der Eizellgewinnung nachgewiesen werden. Mittels einer Blutentnahme wird das Schwangerschaftshormon HCG bestimmt. Im Erfolgsfall müssen die Hormone auf jeden Fall weiter eingenommen werden.
Kryokonservierung
Durch den Stimulationszyklus wird die Reifung von mehreren Eizellen angeregt. Jedoch werden nur 1 bis maximal 3 Embryonen in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Die restlichen befruchteten Eizellen oder Embryonen können in Straws in flüssigem Stickstoff tiefgefroren (kryokonserviert) werden und stehen in einem späteren Zyklus für einen Embryotransfer bereit. So kann für einen oder mehrere Zyklen auf die erneute Stimulation und auf die Eizellentnahme verzichtet werden.
Embryotransfer im Auftauzyklus
Die bei minus 196 Grad C gelagerten Straws mit den befruchteten Eizellen oder Embryonen werden schrittweise erwärmt. Vor dem Transfer wird die Gebärmutterschleimhaut mit Östrogentabletten (Progynova) aufgebaut und die Gelbkörperphase zusätzlich mit Progesteron (Utrogestan, Crinone) unterstützt.
Genetische Untersuchung / PID
Die Präimplantations- Diagnostik (PID) ist die Untersuchung eines Embryos bei vorbestehender genetischer Erkrankung bei einem oder beiden Eltern oder auf Chromosomenstörungen, die mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer Fehl- oder Totgeburt führen. Mehr unter der Rubrik Aktuell