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Umfangreiche Korruption – Ein Ex-Fifa-Vize packt aus
- Samstag, 26. Dezember 2015, 3:56 Uhr, aktualisiert um 12:05 Uhr
An Heiligabend wurde der Ex-Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo in sein Heimatland Uruguay ausgeliefert. Dort kam er gleich ins Gefängnis. Er ist geständig – und könnte so weitere Leute zu Fall bringen.
Der frühere Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo hat die Existenz eines umfangreichen Korruptionsnetzes in Südamerika eingestanden und folgende Aussagen gemacht:
- Er hat «grosse Summen Geld» bekommen und woanders wieder investiert.
- Zehn Präsidenten nationaler Fussballverbände in Südamerika haben Bestechungsgeld kassiert – zum Beispiel beim Handel mit TV-Rechten.
- Gorka Villar, Mitglied des Fifa-Reformkomitees und Sohn des Fifa-Vizes Angel Maria Villar, hat uruguayische Fussballvereine erpresst.
Dabei solles um die Rücknahme von Strafanzeigen der Vereine im Jahr 2013 gegangen sein. Diese fühlten sich durch die korrupte Vergabe von TV-Rechten um Einnahmen betrogen. Den Clubs sei offenbar mit dem Ausschluss von internationalen Wettbewerben gedroht worden, wenn sie an den Anzeigen festhielten.
Vorwurf auf Korruption und Geldwäsche
Nach Figueredos Auslieferung aus der Schweiz entschied eine Richterin in seiner Heimat Uruguay, dass er wegen Korruption und Geldwäsche ins Zentralgefängnis der Hauptstadt Montevideo eingeliefert wird.
Der 83-Jährige war Ende Mai mit sechs weiteren Spitzenfunktionären der Fifa, darunter Vize Jeffrey Webb und Ex-Vize Jack Warner, in der Schweiz festgenommen worden. Er sass seither in Zürich in Haft und ist nun in sein Heimatland ausgeliefert worden.
Eugenio Figueredo war von 1993 bis 2013 Vizepräsident des südamerikanischen Fussballverbandes COMNEBOL, seit 2013 Präsident.
Kein Hausarrest
Im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen hatten die USA ebenfalls seine Auslieferung beantragt, wogegen er Beschwerde einreichte. Weil in Uruguay gegen Figueredo wegen mehr Straftaten als in den USA ermittelt wird, entschieden die Schweizer Behörden letztlich, ihn an sein Heimatland zu überstellen.
Seine Anwältin Karen Pintos forderte, ihn wegen seines Alters und eines kritischen Gesundheitszustandes unter Hausarrest zu stellen, was die Justizbehörden aber ablehnten.
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