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Nicht täuschen lassen! Was da so schwungvoll sinfonisch in ROMANCING THE STONE beginnt, ist keine Silvestri Melodie sondern seine Einspielung einer bekannten Musik, die die Bilder eines Romans, den Kathleen Turners Charakter Joan Wilder zu Beginn des Films fertigstellt, begleitet. Dafür hat Silvestri Alfred Newmans HOW THE WEST WAS WON Thema verwendet. Silvestris eigene Musik ist ein anderes Kaliber, ein vor allen Dingen Elektronisches, wie es in jener Zeit, also Mitte der 80er Jahre, häufig angewendet wurde. E-Drums, südamerikanisches Flair in den Rhythmen (eine Art Steeldrum), E-Piano und Sopransax („Jack and Joan“, „The Sailboat“), Panflötensounds (in den Actiontracks verwendet), stellenweise vielleicht vergleichbar mit Horners Synthesizer-Actionscores. Doch Silvestri setzt in ausgewählten Stücken auch ein stattliches Orchester ein, die Mischung ergibt dann ein paar recht furiose Stücke wie „The Gorge“ oder „Struggling for the Stone„ – immer aber begleitet und umgeben von den lateinamerikanisch angehauchten Rhythmen und den ständig vorhandenen E-Drums. Man muss letzteres, aber auch zünftige E-Gitarren Klänge („Bronco Chase“) gepaart mit Bläsern und Bläsersounds aus dem Sampler mögen, wenn man sich mit ROMANCING THE STONE anfreunden will. Das Hauptthema übrigens lässt durchaus Silvestris Arbeit am TV-Hit CHIPs erahnen, für welche er 74 Episoden vertonte. Den Hörfluss stören die doch gar locker-flockig daherkommenden „Senile Samba“, „The Square“ und das dahinplätschernde „The Dance/They Kiss“. Umso mehr Spass macht das knackige, wenn auch repetitive „End Titles“. Alles in allem eine Musik, die noch weit entfernt von Silvestris besten Arbeiten war.
Michael Douglas wollte ROMANCING THE STONE lediglich produzieren, doch weil sich nicht der geeignete Hauptdarsteller finden liess – Harrison Ford war unter anderem im Gespräch – übernahm Douglas die Rolle des Abenteurers gleich selbst. Ihm zur Seite wurde Kathleen Turner gestellt, die mit BODY HEAT damals in aller Munde und eine der „hottesten“ Schauspielerinnen in Hollywood war. Seinen ersten Filmauftritt bekam ausserdem Danny De Vito als schmieriger Ganove Ralph. Robert Zemeckis wurde als Regisseur ins Boot geholt und machte seine mässig gelungenen I WANNA HOLD YOUR HAND und USED CARS schnell vergessen. Nur ein Jahr später sollte dann BACK TO THE FUTURE folgen. Der Rest ist Geschichte. Interessant ist, dass Silvestri auf Grund eines Demos, das er über Nacht für eine Actionsequenz aus dem Hut zaubern musste, engagiert wurde. Wie wir wissen war es der Beginn einer bis heute andauernden, fruchtvollen Zusammenarbeit zwischen Zemeckis und dem Komponisten.
ROMANCING THE STONE war ein Blockbusterhit und so verwundert es kaum, als nur ein Jahr danach bereits ein Sequel am Start war. Allerdings ohne Robert Zemeckis, Lewis Teague übernahm den Regiestuhl.
La-La Land produzierte eine 72 Minuten CD, die nebst dem gesamten Score noch source music wie „Piano Bar“ und „The Dance“ enthält. Diese Veröffentlichung enthält gegenüber der Varèse Club CD rund 7 Minuten mehr Scorematerial. Wer also die 2002er Scheibe sein Eigen nennt, braucht die La-La Land CD nicht unbedingt.
ROMANCING THE STONE Alan Silvestri La-La Land Records LLLCD1430 72:41 Min. / 28 Tracks Limitiert auf 2000 Stück