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Forscher des Youth Alcohol Prevention Center der Boston University School of Public Health befragten 43’000 Erwachsene zu ihrem Alkoholkonsum.
Methode
Die Befragung beinhaltete folgende Kriterien: Trink-Toleranz, Entzugserscheinungen oder Trinken, um diese zu Umgehen, mehr Trinken als eigentlich gewollt, ständiges und erfolgloses Wünschen von Alkoholabstinenz, Verbringen der Zeit des Tages mit dem Thema Alkohol (wie, wann, wo, Besorgen von Alkohol und Trinken etc.), Trinken, auch bei körperlichen Beschwerden.
Die Teilnehmer mussten mindestens während einem Jahr oder während einem ganzen Jahr zuvor 3 dieser 7 Kriterien erfüllen und diese Kriterien mit „periodisch auftretend“, „oft“ oder „immer“ bezeichnen. Von den Entzugssymptomen mussten mindestens 2 vorhanden sein.
Beim durchschnittlichen Menschen lässt Trinken auf nüchternen Magen den Blut-Alkohol-Spiegel bereits auf 0.8 Promille oder höher ansteigen. Dadurch ist es sehr wahrscheinlich, dass Jugendliche bereits 13-jährig in der High Scool regelmässig über die 0.8 Promille-Grenze hinaustrinken.
Regelmässige, schwere Trinker gehen extreme Risiken für sich und andere ein. Auch diese Faktoren wurden zu den Ergebnissen gezählt.
Zu diesen Risiken zählten die Forscher:
Fahren unter Alkoholeinfluss und ohne Gurten Weitertrinken nach Alkohol-Absturz Tragen von Schuss- oder andern Waffen Involviert werden in Kämpfe Äusserungen von Selbstmordabsichten Ungeplanter und ungeschützter Geschlechtsverkehr, dadurch Verursachen von ungeplanten Schwangerschaften Rauchen von Tabak, Cannabis oder Konsum von andern illegalen Drogen Rauchen oder Trinken von Cannabis in der Schule Beurteilung der Noten in der Schule
Resultat
81% der Fragebögen kamen zurück. Ein Drittel der Teilnehmer gab an, bereits vor dem 13. Lebensjahr mehr als nur ein paar Gläser Alkohol konsumiert zu haben.
Im Alter von 17 Jahren hätten sie bereits sieben Mal mehr getrunken, so die selben Erwachsenen; das sind monatlich 5 bis 6 Drinks mehr als die Gleichaltrigen, die erst mit 17 zu trinken begonnen haben.
Das National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism definiert schädliches Trinken so: Bei Männern 5 Drinks oder mehr in zwei Stunden, bei Frauen vier Drinks oder mehr/2Std.
Kommentar der Studienautoren
Verglichen mit andern gibt es unter den beobachteten Studenten in den USA fast eine Million regelmässige, schwere Trinker, die extreme Risiken für sich und andere eingehen, so die Forscher.
Bei 45% der 18-jährigen und Älteren, die bereits vor 14-jährig zu Trinken begonnen hatten, wurde eine Alkohol-Abhängigkeit diagnostiziert. Bei denen, die über 21-jährig angefangen hatten zu Trinken, waren es bloss 10% mit Abhängigkeitszeichen.
Fazit der Autoren
Die Forscher stellten fest, dass jungendliches Trinken bereits eine Grundlage für eine spätere Alkoholsucht legt. Und – je früher Jugendliche Alkohol konsumieren, desto früher setzen Zeichen der Abhängigkeit ein.
Alkohol bremst und schädigt die Entwicklung von Nervenzellen
Eine andere Studie zeigt, dass Alkoholkonsum in der Adoleszenzphase (15-20 Jahre) die Entwicklung des Gehirns empfindlich bremst. Nervenzellen, die für Lern- und Gedächtnisprozesse wichtig sind, können sich nur langsam entwickeln. Ultraschallbilder haben gezeigt, dass solche Nervenzellen, die sich im Hippocampus befinden, bei trinkenden Jugendlichen bis zu 10% kleiner sind als bei enthaltsamen Altersgenossen. Das kann zu nicht reparablen Schäden im Gedächtnisprozess führen.
Eine dritte Studie - durchgeführt an Ratten - zeigt ebenfalls, dass der Hippocampus mit steigendem Alkoholkonsum chemische Rezeptoren verringert oder ganz ausschaltet, was sich wiederum negativ auf Gedächtnisprozesse auswirkt. Die Forscher vermuten, dass hier auch der Grund für Blackouts bei jungen Tinkern liegen könnte.
Kommentare von andern Experten
Jugendliche entwickeln sich körperlich immer früher, kommen früher in die Pubertät, werden früher selbstständig. Das könnte mit ein Grund sein, dass sie oft schon in sehr jugendlichem Alter anfangen zu trinken, so Susanne Zadro-Jaeger, Forschungskoordinatorin des Anton-Proksch-Instituts Wien, grösstes Suchtbehandlungszentrum Europas.
Sie weist aber auch darauf hin, dass das Umfeld, in welchem die Jugendlichen aufwachsen, einen entscheidenden Einfluss auf das Trinkverhalten der Jugendlichen hat. Etwa 80% der jungen Alkoholabhängigen, welche behandelt werden, stammen aus Alkoholiker-Familien, so die Expertin.
Die Folgen von regelmässigem Alkoholkonsum sind um so gravierender, je früher damit angefangen wird, sagt Raphael Gassman - stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen- ebenfalls aus.
Der Organismus werde durch den Alkohol direkt in seiner Entwicklung gestört und diese Folgen seien schwerwiegend. Der Experte betont auch, dass dies nicht nur für Alkohol, sondern für alle Drogen und Suchtmittel gilt.
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