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Im Jahr 1971 ist die kubanische Tabakindustrie gut 10 Jahre verstaatlicht. Seit 1968 fertigt Kuba für Davidoff eine Zigarrenserie unter seinem Namen. Und ein Jahr zuvor, 1970, verkaufte Davidoff sein Geschäft in Genf an die Firma Oettinger in Basel, Davidoff war ein gemachter Mann.
In eben diesem Jahr 1971 erschien in einem deutschsprachigen Magazin ein Portrait über Zino Davidoff, überschrieben mit dem Titel «Davidoff – wie der Genfer Zigarrenzar die kubanische Tabakindustrie rettete und Fidel Castros ewige Dankbarkeit erwarb». Darin erzählt Davidoff, wie er die kubanische Zigarrenindustrie gerettet habe, indem er Fidel Castro geraten habe: Schafft die Einheitszigarre Siboney wieder ab und bringt die alten Marken zurück. Davidoff gibt zu Protokoll, dass der Markt zwei Jahre nach der Einführung der «Siboney» zusammengebrochen sei.
Über die Einheitszigarre Siboney haben wir schon diskutiert – die Indizien deuten darauf hin, dass es diese Zigarren nie gegeben hat. Fidel Castro selber hat diese Darstellung gegenüber Cigar Aficionado dementiert. Man kann nur spekulieren, warum Davidoff diese Geschichte trotzdem so erzählt; vielleicht haben die Kubaner nach der Revoultion tatsächlich zu wenig Rücksicht genommen auf den früheren Geschmack der Marken, und Davidoff hat den Kubanern diesbezüglich Hinweise gegeben.
Wie auch immer, dieses Portrait ist ein grossartiges Zeitdokument. Mein Dank gilt Cosimo Errico vom La Corona Rapperswil, er hat die Magazinseiten von einem Kunden bekommen und sie freundlicherweise weitergegeben hat. Aus welchem Magazin der Artikel stammt, ist übrigens unbekannt.