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Bureau
(frz., spr. büroh), zunächst Schreibtisch, dann Schreibstube, namentlich die Schreibstube der Behörden und überhaupt das Dienstlokal von Beamten; auch die Gesamtheit der in einer Verwaltungsabteilung beschäftigten Personen. Unter Bureausystem versteht man die Einrichtung einer aus mehrern Mitgliedern bestehenden Behörde, bei welcher die Leitung der Angelegenheiten eines oder mehrerer Verwaltungszweige in der Hand [* 2] eines Einzelnen, des Chefs der Behörde liegt, welchem gegenüber die andern Mitglieder nur beratende und ausführende Gehilfen sind.
Das ist die Einrichtung der deutschen obersten Reichsbehörde. Den Gegensatz dazu bildet das Kollegialsystem, wie es bei den deutschen Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem Deutschen Reichsgericht besteht. Alle Beschlüsse beruhen auf einer Abstimmung, und die Majorität giebt den Ausschlag. Jedes System hat Vorzüge und Nachteile: bei dem Bureausystem bewahrt die größere Energie und Einheitlichkeit der Entschließungen nicht vor Einseitigkeiten;
in dem Kollegialsystem ist mit dem mäßigenden Einfluß der Mehrheit leicht auch die Neigung verbunden, an dem Hergebrachten hängen zu bleiben, sich einander anzupassen, nachzugeben, wo die Überzeugung des Einzelnen oder der Minorität ersprießlichere Resultate fördern würde.