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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist er ebenfalls der Ansicht, dass die Förderung der kulturellen, religiösen, altersmässigen und sprachlichen Vielfalt in Unternehmen (Diversity Management) von besonderem Wert für die Integration als auch für die Wirtschaftskraft ist?</p><p>2. Welche Aktivitäten, Massnahmen und Programme werden vom Bund unterstützt oder durchgeführt, um Diversity Management in Schweizer Unternehmen zu fördern?</p><p>3. Welche Aktivitäten, Massnahmen und Programme plant er, um das Diversity Management in Schweizer Unternehmen zu fördern?</p><p>4. Wäre er bereit, ein Programm zur Vernetzung von Politik, Wirtschaft, Staat und NGO im Bereich Diversity Management finanziell zu unterstützen, um das Potenzial von Diversity Management besser zu nutzen?</p><p>5. Würde er für die Schweiz eine Diversity Charta begrüssen, wie sie in anderen europäischen Ländern existiert (Deutschland, Frankreich), und deren Umsetzung finanziell unterstützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Integration verschiedener Sprachen und Kulturen ist ein prägendes Element der Eidgenossenschaft. Die Vielfältigkeit ist ein anerkannter Wert der Schweiz, der sich auch in den Unternehmen widerspiegelt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturen in hiesigen Unternehmen wird zudem oft auch als Konkurrenzvorteil in einem immer stärker international geprägten Marktumfeld dargestellt. Der Bundesrat betrachtet die Förderung dieser Vielfältigkeit als selbstverständliche Aufgabe.</p><p>2. Das Prinzip der Achtung der kulturellen Vielfalt, wie sie in der Bundesverfassung festgehalten ist, steht im Zentrum der politischen Kultur der Eidgenossenschaft und der Kantone. Zudem beabsichtigt die Schweiz, eine Unesco-Konvention, die ebenfalls in diese Richtung zielt, zu ratifizieren. Die kulturelle Vielfalt im Sinne der Förderung eines aktiven Schutzes ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten sowie der Entwicklung und der Stärkung kultureller Identitäten zu unterstützen ist im Endeffekt natürlich auch der Arbeitswelt zuträglich. Zur Integration der Jugend in die Gesellschaft und damit auch in die Wirtschaft werden heute beträchtliche Summen in unser Bildungssystem investiert. Umgekehrt erscheint eine vermehrte Förderung des Erhalts der Erfahrung und der Arbeitskraft älterer Menschen angesichts der demografischen Entwicklung ebenfalls als angebracht. Derzeit werden Massnahmen geprüft, die falsche Anreize beseitigen sollen, sich frühpensionieren zu lassen. In Vorbereitung sind zudem Instrumente zur besseren Reintegration von älteren Arbeitnehmenden. Eine Verbesserung der Einbindung in die Arbeitswelt ist auch ein wichtiges Anliegen der Informationskampagnen und Sensibilisierungsmassnahmen des Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.</p><p>Die Migrationspolitik spielt eine zentrale Rolle bezüglich der Integration. Der Bericht des Bundesrates über die Integrationsmassnahmen aus dem Jahr 2007 hat aufgezeigt, dass Bildung und Arbeit äusserst wichtige Elemente einer guten Integration der ausländischen Bevölkerung bilden. Die entwickelten Massnahmen zielen auf die Sensibilisierung der verschiedenen Partner hinsichtlich der Fragen der Vielfalt und der Chancengleichheit für die Migrationsbevölkerung beim Zugang zu Bildung und Arbeit ab. Es geht auch darum, Netzwerke zu bilden und den Dialog über die Vorteile der kulturellen Diversität in einer globalisierten Wirtschaft zu verstärken. Bezüglich des Kampfes gegen Rassismus arbeitet die zuständige Dienststelle mit den Arbeitnehmerorganisationen und den Gewerkschaften zusammen, um die Massnahmen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz effizient umzusetzen.</p><p>Der Bund engagiert sich auch für die Förderung der Frauen in den Unternehmen und unterstützt eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Rahmen der Kommunikations- und Sensibilisierungsarbeiten hat der Bund zusammen mit verschiedenen grösseren Unternehmen eine Studie veröffentlicht, welche Kosten und Nutzen guter Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmende mit Familien aufzeigt. Weiter hat der Bund ein praxisnahes Handbuch für KMU unter dem Titel "Arbeit und Familie" herausgegeben. Dieses Handbuch wird sowohl vom Arbeitgeberverband als auch vom Schweizerischen Gewerbeverband unterstützt. Ein grosser Teil der Aktivitäten des Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsbüro) trägt ebenfalls dazu bei, die Präsenz von Frauen in Unternehmen zu verstärken.</p><p>3. Wie die vorangehende Aufzählung zeigt, hat der Bund einige Massnahmen umgesetzt, die einen direkten Nutzen für Unternehmen bezüglich vieler in der Interpellation angeschnittener Themen haben. Daneben ist auch auf die Förderung der "Diversity" im engeren Sinne der Interpellation hinzuweisen: So wurde beispielsweise am 12. September 2007 eine Konferenz zu diesem Thema (siehe www.diversity-ch.ch) direkt durch das Gleichstellungsbüro unterstützt. Der Bundesrat beabsichtigt auch in Zukunft, die vielfältigen Arbeiten in den oben aufgeführten Themenfeldern weiterzuführen.</p><p>4. Angesichts des aktuellen Engagements des Bundes zugunsten verschiedenster Aspekte der Vielfalt erachtet der Bundesrat eine Erhöhung der Bundesmittel in diesem Bereich als nicht notwendig.</p><p>5. Den Unternehmen und anderen interessierten Gruppen steht es selbstverständlich offen, Kriterien zu entwickeln, nach denen sich Betriebe bei der Förderung der Diversität richten können. Der Bundesrat erachtet es allerdings nicht als seine Aufgabe, den Unternehmen eine Charta vorzuschlagen. Er bevorzugt die konsequente Weiterführung der Arbeiten in den in Punkt 2 genannten Bereichen. Im Rahmen dieser sektoriellen Massnahmen ist die Zusammenarbeit mit und allfällige Unterstützung von Organisationen, welche die Vielfalt fördern, selbstverständlich nicht ausgeschlossen.</p>  Antwort des Bundesrates.