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Kindern, die rasch abgelenkt sind, fällt es schwer, sich über einen bestimmten Zeitraum hinweg konzentriert mit einer Sache zu beschäftigen. Geschehnisse im Schulzimmer, vor dem Fenster oder etwas, das sie im Inneren beschäftigt, machen es ihnen oft unmöglich, ihre Aufmerksamkeit ausschliesslich auf das zu richten, was gerade von ihnen verlangt wird.
Abgelenkt durch Reize
Unser Gehirn registriert eine riesige Menge an Informationen, welche alle im selben Moment an uns gelangen. Dabei treffen wir automatisch und immer wieder die Entscheidung, auf welche Reize wir reagieren und auf welche nicht.
Einem Kind mit hoher Ablenkbarkeit fällt die Unterscheidung von wichtigen und unwichtigen Reizen schwer. Es reagiert in erster Linie auf die Informationen, welche es als die Interessantesten einstuft. In der Regel sind dies Reize, welche einen hohen Aufforderungscharakter haben wie Bewegungen, gut hörbare Geräusche oder etwas, zu dem das Kind einen inneren Bezug herstellt.
Häufig sind es gerade nicht jene Informationen, welche von der Lehrkraft angeboten werden oder mit welchen das Kind sich beschäftigen sollte.
Verstärkung der Problematik
Es nützt wenig, wenn sie das Kind wiederholt ermahnen, sich endlich auf die vor ihm liegende Aufgabe zu konzentrieren. Das Kind wird versuchen, der Aufforderung nachzukommen, kurze Zeit später aber wieder abschweifen. Wenn sich die Folge von Ermahnt-werden und Abschweifen regelmässig wiederholt, bekommt das Kind das Gefühl, diese Anforderungen sowieso nicht erfüllen zu können. Es wird aufhören sich zu bemühen, mit der Zeit stellt sich Entmutigung ein.
Es ist für das Kind hilfreich, wenn...
- sie es im Schulzimmer oder zuhause beim Hausaufgaben machen möglichst weit vorn und nicht in Fensternähe platzieren.
- sie es an einem Einzelplatz sitzen lassen oder neben ein ruhiges Kind setzen.
- der Platz im Schulzimmer / beim Hausaufgaben machen im Lauf des Schuljahres derselbe bleibt.
- sie ihm klare und kurze Instruktionen geben und Blickkontakt (evtl. auch Körperkontakt) aufnehmen, wenn Sie ihm wichtige Informationen geben.
- sie dem Kind einen Igelball erlauben, den es während der Arbeit mit den Händen kneten darf. Klare Abmachungen helfen: Der Ball darf nicht herunterfallen, Ballhalter auf Pult (z.B. Plastikring).
- sie dem Kind ein Balancierkissen auf den Stuhl legen, welches sein Gleichgewichtssinn stimuliert (kein Sitzball!).
- sie die Zeitspanne, in welchem es konzentriert arbeiten soll, begrenzen und diese Zeitspanne sichtbar machen, z.B. mit Hilfe einer Sanduhr.
- sie diesen Zeitraum zuerst klein halten (so klein, dass das Kind durchhalten kann) und wenn das Kind Erfolg hat, ihn schrittweise steigern.
- sie es konsequent loben, wenn es ihm gelingt, während der vereinbarten Zeitspanne an seiner Aufgabe zu bleiben.
- es nicht länger als 15 Minuten am Stück an derselben Tätigkeit bleiben muss.
- sie während seiner Arbeit regelmässig kurze Bewegungssequenzen einbauen.
- die Zeitspanne, in welcher es zuhause fernsehen oder Computerspiele machen darf, klar begrenzt ist.