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Das System wurde mit dem renommierten «Design-4-Safety-Award» während der IMHX-Messe in Birmingham im vergangenen Jahr für seine vorbildlichen Sicherheitsstandards ausgezeichnet.
Die Firma AESSEAL mit Sitz in Mill Close Rotherham ist der grösste Hersteller von mechanischen Dichtungen in England. Das Unternehmen muss eine hohe Umschlagsleitung erbringen und verarbeitet eine Vielzahl verschiedener Materialien. Die bislang eingesetzte Lagerlösung wurde diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht.
Auf der Suche nach einem geeigneten Projektpartner fiel die Wahl schnell auf KASTO. Richard Cook, Produktionsdirektor bei AESSEAL, setzt bereits seit Mitte 2000 einen ähnlichen KASTO-Unitower ein, um hauptsächlich Rohre und Stangen aus Edelstahl für die Produktion von Standarddichtungen in Grossserien zu lagern. Mit dieser KASTO-Lösung war AESSEAL sehr zufrieden. «Kasto ist der flexibelste unserer Hauptlieferanten. Wir waren überzeugt, dass das Unternehmen ein System bauen kann, das auf unsere speziellen Anforderungen zugeschnitten ist. Somit fiel die Entscheidung für den Lagerturm schnell für Kasto», schildert Richard Cook.
Bevor es an die Umsetzung des Projekts ging, mussten die KASTO-Mitarbeiter intensive Vorarbeiten erledigen. Zunächst galt es, 160 verschiedene Materialspezifikationen zu analysieren. Dazu gehörten rostfreier Stahl, hochlegiertes Nickel, Titanium und Zirkonium sowie Phosphor, Bronze und Feingüsse. Ausserdem weist das verarbeitete Material die verschiedensten Abmessungen aus. Stangen aus Vollmaterial haben einen Durchmesser von 25 bis 150 Millimeter und sind bis zu 1000 Millimeter lang, mit einem Durchmesser von 150 bis 254 Millimeter sind sie bis zu 500 Millimeter lang. Brammen können einen Durchmesser zwischen 254 und 406 Millimeter und eine Höhe von maximal 250 Millimeter haben. Rohre mit einem Durchmesser von 25 bis 90 Millimeter sind bis zu 1200 Millimeter lang.
Es gibt derzeit keinen Algorithmus, der automatisch kalkulieren kann, wie ein derartiger Mix an Materialien lagertechnisch am besten zu handeln ist. Deswegen mussten die KASTO-Mitarbeiter die Lagermöglichkeiten manuell erfassen. Diese Arbeiten wurden noch komplexer, zumal die Höhe jeder Kassette errechnet werden musste, um das Lagervolumen bestmöglich auszunutzen.
Nach intensiver Auseinandersetzung mit den spezifischen Anforderungen des Dichtungsspezialisten ging KASTO schliesslich an die Realisierung des anspruchsvollen Projekts. Ein besonders heikles Problem stellten die schweren, kurzen Brammen dar, die von einem Flurförderzeug schwer zu greifen waren, wenn sie erst einmal eingelagert waren. Die Lagerspezialisten aus Achern-Gamshurst lösten die Aufgabe, indem sie in England eine Weltneuheit installierten: Sie integrierten eine hydraulische Aushubeinrichtung in die Ausfuhrstation. Wenn eine Kassette aus dem Lager kommt, hebt der Lift den Kassettenboden bis zur Oberkante der Kassette an. Ein Palettenwagen, der mit einem speziellen Greifersystem ausgerüstet ist, kann die Brammen jetzt sicher aufnehmen und zur Weiterverarbeitung aus dem Lager transportieren.
Die beiden Unitower-Türme sind mit Kassetten mit einer Lagerkapazität von jeweils 3 beziehungsweise 5 Tonnen ausgestattet. Sie sind nebeneinander aufgestellt, benötigen sie lediglich eine Stellfläche von 30 Quadratmetern und sparen somit zwei Drittel an Fläche ein. Die vorherige Lösung brauchte 90 Quadratmeter wertvollen Raums. Das gesamte System hat eine Lagerkapazität von 126 Tonnen. Damit hat AESSEAL Luft nach oben und auch dann noch genügend Lagerfläche zur Verfügung, wenn die Produktion hochgefahren werden muss und die Anforderungen an das Lager steigen. Per Knopfdruck an einem der Bildschirme kann Rohmaterial aus jeder Kassette innerhalb von weniger als einer Minute beschafft werden.
Die von KASTO ausgearbeitete Lösung umfasst 8 Kassetten mit einer Höhe von 285 Millimetern und 7 Kassetten mit einer Höhe von 200 Millimetern in der 5-Tonnen-Kategorie und 17 Kassetten mit einer Höhe von 200 Millimetern bei den 3-Tonnen- Kassetten. Alle Kassetten sind 840 Millimeter tief und 4.200 Millimeter lang.
Um eine maximale Produktivität zu gewährleisten, wird das entnommene Material schnell an die entsprechenden Werkzeugmaschinen transportiert und dem Werker in einer ergonomisch günstigen Höhe zur Verfügung gestellt. Das vollverkleidete Lager, das in einem eigens errichteten Anbau steht, beliefert neben anderen Maschinen zwei Mori-Seiki-NT 4300-DCG-9-Achs-Fräs- und -Drehmaschinen-Zentren in der von AESSEAL kürzlich eingerichteten Kohlenwasserstoff-Verarbeitungszelle (Hydrocarbon Processing Cell – HPC).Dar- über hinaus werden von dem Lager auch Werkzeugmaschinen für die sogenannte Standard-Plus-Division (SPD) des Herstellers bedient, die – wie auch die HPC – speziell entworfene, hochkom- plexe Dichtungen produziert, die nicht gelagert, sondern sofort geliefert werden. Die AESSEAL-Kunden verlangen eine schnelle Auslieferung, denn die Produkte werden oft benötigt, um fehlerhafte Dichtungen in kritischen Umgebungen zu ersetzen, beispielsweise in komplexen chemischen oder pharmazeutischen Verfahren. «Eine schnelle, zuverlässige Einzelanfertigung und ein schneller Umschlag sind für die Unterstützung unserer Kunden weltweit unentbehrlich», sagt Richard Cook.
Die Leistung der KASTO-Mitarbeiter hat Richard Cook begeistert. «Wie immer war der Kasto-Service beeindruckend. Die Belegschaft in England hat die Lageranalyse extrem sorgfältig durchgeführt. Aber auch die deutschen Ingenieure waren genauso hilfsbereit, wenn sich unsere Anforderungen einmal geändert haben. Das Werk in Deutschland hat sogar spontane Entwurfsänderungen umgesetzt, als die Türme noch im Bau waren.» KASTO habe gemeinsam mit AESSEAL die beste Methode gefunden, die Lagerware zu handeln. «Speziell konzipierte Flurförderzeuge ermöglichen uns, die unterschiedlichsten Materialien lagertechnisch perfekt zu beherrschen.»
Der Preis wird von der British Industrial Truck Association (BITA) ausgelobt. Eine Fachjury ermittelt die Gewinner der Design 4 Safety Awards in verschiedenen Kategorien. Sie gehen an Unternehmen beziehungsweise Produkte, die einen messbaren Beitrag zur Erhöhung des Sicherheitsbewusstseins oder zur Verringerung der Verletzungsgefahr in der Intralogistik leisten.
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