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Nicht schon wieder. Nur knapp 2 Wochen nach Irma droht ein weiterer Hurrikan die Karibikstaaten zu verwüsten.
Der Tropensturm «Maria» hat auf seinem Weg in die Karibik weiter an Stärke gewonnen. Das US-Hurrikanzentrum hat den Sturm am Montagabend (Ortszeit) zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5 heraufgestuft. Es toben Windstärken von bis zu Tempo 260.
Innerhalb weniger Stunden wurde der Hurrikan gleich zweimal hochgestuft und erreicht nun die höchste und gefährlichste Kategorie 5. «Maria» sei nun ein «potenziell katastrophaler» Hurrikan, teilte das US-Hurrikanzentrum mit. Der Sturm steuert auf mehrere Karibikinseln zu. Es drohen starker Wind, heftiger Regen und hohe Wellen.
Nach der derzeitigen Prognose dürfte «Maria» einen ähnlichen Kurs wie «Irma» einschlagen. Der Rekord-Hurrikan hatte vor rund zwei Wochen in der Karibik und im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben.
«Was hier auf uns zusteuert, haben wir noch nie erlebt. Das ist ein extrem gefährlicher Hurrikan», sagte der Gouverneur von Puerto Rico zu CNN. Zum letzten Mal wurde Puerto Rico vor 100 Jahren von einem Wirbelsturm dieser Stärke getroffen
In hochwassergefährdeten Bereichen auf Martinique müssten die Gemeinden ihre Bevölkerung in Sicherheit bringen, teilte die Präfektur am Montag (Ortszeit) mit. Die Behörden riefen zudem dazu auf, das Wirtschaftsleben zu stoppen und alle öffentlichen Verkehrsverbindungen zu unterbrechen.
Der französische Innenminister Gérard Collomb rechnete mit «grossen Schwierigkeiten» für die französischen Überseegebiete, sollte «Maria» Guadeloupe schwer treffen. Guadeloupe sei bislang die Logistikzentrale für die Hilfslieferungen an die von Hurrikan «Irma» betroffenen Inseln gewesen, sagte Collomb in Paris.
Laut NHC bewegte sich der Hurrikan mit einer Windgeschwindigkeit von 175 Stundenkilometern auf die Leeward-Inseln zu. «Maria» könne eine «gefährliche Sturmflut mit grossen und zerstörerischen Wellen» verursachen, warnte das NHC. Für die Leeward-Inseln, die Jungferninseln und Puerto Rico sagte das Hurrikan-Zentrum heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen voraus.
Hurrikanwarnungen wurden auch für den Commonwealth-Inselstaat St. Kitts und Nevis, das britische Überseegebiet Montserrat und die Dominikanische Republik ausgegeben. Auf den Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, den niederländischen Antilleninseln Sint Eustatius und Saba und den Inselstaaten St. Lucia sowie Antigua und Barbuda wurden ebenfalls Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Vor eineinhalb Wochen waren die französischen Karibikinseln Saint-Martin und Saint-Barthélemy vom Hurrikan «Irma» heimgesucht worden. Die Insel Saint-Martin teilt sich in einen französischen und einen niederländischen Teil, genannt Sint Maarten. Laut Staatspräsident Emmanuel Macron waren auf französischer Seite elf Menschen ums Leben gekommen. Die niederländischen Behörden zählten mindestens vier Todesopfer. (sda/dpa/afp/reu)