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Schwer und leicht – Hommage an Vals
© 2014 Franz Gnaedinger
Grosser
Schalenstein oberhalb von Peil. Die Schalen dienten gemäss U.P. und G. Büchi dem Anpeilen der Himmelsrichtungen sowie
kalendarischer Aufgänge und Untergänge gewisser Himmelskörper mithilfe
vertikaler Stäbe
Alpenpässe wurden schon vor zehntausend Jahren begangen, erst recht in der Bronzezeit, sagen wir vor 3200 Jahren als es ebenso warm oder gar noch wärmer war als heute. In der Bronze-Nadel von Falera und dem Gold-Rhombus von Bush Barrow in der Nähe von Stonehenge im Süden Englands fand ich denselben Kalender falera.htm stonehen.htm und nehme an es gab (vielleicht nur für kurze Zeit) eine Zinnstrasse von Wales über Falera ins Tessin bis nach Griechenland blenio.htm engiadin.htm Auch die schon in der Bronzezeit genutzten Thermen von Vals könnten eine Station auf diesem Weg gewesen sein, ebenso wie jene im Oberengadin.
Das Zervreila-Horn vom Staudamm aus gesehen
Die Walser kamen im 13. Jahrhundert aus dem Wallis und dürften im Zervreila-Horn einen Ersatz für das Matterhorn gesehen haben. Dieses personifizierte meiner Meinung nach in früher Zeit Proserpina, die Frau mit verhülltem Kopf welche in die Unterwelt abstieg und den schönen Jüngling Adonis mit sich nahm, dann, im Frühling oder frühen Sommer als Venus wiederkehrte und Adonis zu neuem Leben auf der Erde verhalf – Adonis ein Symbol der Bäche und schön bestellten Felder.
Früher Nachmittag
in Vals, Blick über die Strasse auf das Haus
Isis
Die Farben sollen die vier Elemente symbolisieren, während die gelbe aufstrebende Form Isis mit ihren Flügeln darstellen mag. Die ägyptische Isis wurde noch im Mittelalter auch von Christen verehrt. Ihre Darstellungen mit Horusknaben auf den Knien erinnert an Maria mit dem Jesusknaben. Athanasius Kirchner zeichnete die Göttin im 17. Jahrhundert wie sie mit einem Wassergefäss über die Felder geht und für Regen und damit für gute Ernten sorgt.
Spielzeug
von Valser Kindern aus früherer Zeit: ein Stall mit
Kühen, Schafen und Ziegen, sowie ein Gehege mit zwei Schweinen, die Tiere sehr
einfach geschnitzt, aber mit einem rührenden Sinn für formale Gestaltung, daneben
ein Wurfspiel (Haselrute, Schnur, flacher Pfeil aus einer Schindel geschnitten)
Die sehr
sehenswerte Sammlung des Gonda-Hauses erzählt von der Armut und auch von der Erfindungsgabe
der Valser. Das Haus stand einst auf Zervreila, sollte abgebrochen werden, wurde aber gerettet,
nach Vals transportiert, neu aufgestellt, und wird seither als Museum
geführt.
Unterhalb des Firstes sieht man einen senkrechten schmalen Balken ohne Funktion. Was er bedeutet? Gemäss Frau Schnyder, welche eine Führung machte, könnte er der Abwehr von Geistern gedient haben.
Viele
Holzhäuser haben in der Mitte der Fassade eine oder zwei senkrechte Reihen von
Balken-Enden welche mit dem Dach zusammen die schon besprochene Isis
personifizieren könnten, oder vielleicht einen Engel der über das Haus wacht?
Blick
über den Friedhof auf ein altes Haus.
An der Hauswand hängt zur Dekoration ein altes Wagenrad von zwölf Speichen. Räder dienen praktischen Zwecken, hatten in früher Zeit aber auch symbolische Bedeutung, als Weltformel mit den Kardinalachsen Norden Osten Süden Westen, und als Jahr von zwölf Monaten von je 30 Tagen, dazu 5 oder manchmal 6 zusätzlich Tage, von der Nabe symbolisiert, während 63 Perioden von 30 Tagen 1'890 Tage ergeben welche 64 Lunationen oder synodischen Monden entsprechen (dies ein alter Kalender den ich für die Region des Göbekli Tepe vor 12'000 Jahren rekonstruierte).
In früher
Zeit war die Welt ein Quadrat und der Himmel ein von S�ulen getragener
Baldachin – vielleicht von vier Pfeilern wie ein Schober in der Region
von Vals? Das Rad war in keltischer Zeit eine Weltformel. In Haus-Fassaden von
Vals finden wir die Symbole von W�chtern und Schutzengeln. Die D�cher aus
schweren Steinplatten imitieren den Berg und w�ren gleichzeitig symbolische
Fl�gel, wie hier zu erahnen, in der Aufnahme eines Schober-Daches von oben,
Unterbau und Umgebung wegretuschiert
Schwerer Stein leichte Fl�gel ... Im arch�ologischen P�rklein von Sion stehen mehrere Steinkistengr�ber von Lutry bei Lausanne am Genfersee. Die Seitenplatte eines dieser Gr�ber zeigt einen Adler mit erhobener Schwinge, w�hrend die Deckplatten zweier anderer an Fl�gel gemahnen welche offenbar die Seelen w�rdiger Verstorbener in den Himmel tragen sollen. Die Ahnen der Walliser verstanden sich auf Stein. Die Oberfl�chen der Menhire von Sion, auch im P�rklein aufgestellt, erinnern an Pappelst�mme; jene von Lutry, am originalen Ort, an die Oberfl�che von Wasser, als Ensemble grosser dann kleiner Steine an den Genfersee menhir0c.htm
Schwer und leicht – mir schien dies eine Formel zu sein welche zusammen mit Stein und Wasser den genius loci von Vals pr�gt: ein karges Leben in einem abgeschiedenen Tal, oft von Nebel heimgesucht, aber wenn er sich l�st in h�bschen Flocken, fast wie die Spitzent�cher der Valser Frauen die im Haus Gonda zu bestaunen sind.