Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/185820

<h2>SubmittedText<h2><p>Bis 1990 bestand die Schnellzuglinie Winterthur-Bülach-Koblenz-Stein-Basel. Die Geleise, Signalanlagen und Bahnhöfe sind noch in Betrieb für die S-Bahnen von Zürich nach Waldshut und von Basel nach Stein/AG sowie für den Kiestransport aus dem Rafzerfeld. Angesichts der bereits bestehenden Erschliessung der Ortschaften entlang der Linie mit den S-Bahnen könnte eine Interregio-Linie von Winterthur nach Basel mit Halten in Bülach, Koblenz und allenfalls zwei bis drei weiteren Halten die beiden Städte mit einer Fahrzeit von weniger als 60 Minuten verbinden.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung nachfolgender Fragen:</p><p>1. Ist die Linie Winterthur-Basel Bestandteil der Überlegungen bei der Entwicklung des IC- und IR-Netzes?</p><p>2. Falls nein, wieso nicht?</p><p>3. Sind die Überlegungen richtig, dass für die Aufnahme der Verbindung in den Fahrplan kaum Investitionen in die Infrastruktur notwendig sind und mit wenigen Zügen - z. B. von Stadler Rail (Turbo Rail) - der Betrieb aufgenommen werden könnte?</p><p>4. Sind in den letzten Jahren Wünsche aus den betroffenen Kantonen bzw. Städten für die Wiederaufnahme der Verbindung angemeldet worden?</p><p>5. Könnte eine stündliche Verbindung von der Ostschweiz nach Basel via Winterthur/Bülach die stark ausgelastete Linie Zürich-Basel über (Heitersberg-)Olten entlasten?</p><p>6. Mit welchen Kostenfolgen wäre zu rechnen? Für die SBB, den Bund, die Kantone?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Eine Linie Winterthur-Bülach-Basel ist derzeit nicht Teil der Überlegungen zur Entwicklung des Fernverkehrsnetzes der Schweiz.</p><p>2. Das Fernverkehrsnetz hat den Zweck, die Handlungsräume der Schweiz und die übergeordneten Zentren zu verbinden. Der Handlungsraum Nordostschweiz und das zum Metropolitanraum Zürich gehörende grossstädtische Zentrum Winterthur werden via Zürich mit Basel verbunden. Die direkte Verbindung Winterthur-Bülach-Basel müsste schneller sein als die Verbindung via Zürich, um als Teil des Fernverkehrsnetzes in Betracht gezogen zu werden. Trotz der geringeren Distanz ist aufgrund des Ausbaustandards der betroffenen Strecken eine Verbindung via Bülach jedoch langsamer als via Zürich.</p><p>3. Die Aufnahme einer Verbindung Winterthur-Basel via Bülach setzt auf mehreren Abschnitten Investitionen in die Infrastruktur voraus, wenn das bestehende S-Bahn-Angebot auf den grösstenteils einspurigen Streckenabschnitten bestehen bleiben soll. Auch auf dem doppelspurigen Abschnitt Stein-Säckingen-Basel wäre ein Ausbau zwingend notwendig, wie Untersuchungen für zusätzliche Angebote im Rahmen der Erarbeitung des Ausbauschrittes 2035 der Bahninfrastruktur gezeigt haben.</p><p>4. Die betroffenen Kantone haben keinen entsprechenden Wunsch geäussert. Ein entsprechendes Angebot wurde von den Kantonen auch nicht als Ziel für den Ausbauschritt 2035 der Bahninfrastruktur formuliert.</p><p>5. Die IC-Linie Zürich-Basel könnte mit einem zusätzlichen Angebot von Winterthur über Bülach nach Basel nicht derart entlastet werden, dass eine Reduktion des Angebots denkbar ist. Die Streckenbelastung der stark ausgelasteten Heitersberglinie könnte somit nicht reduziert werden.</p><p>6. Zur Ermittlung der genauen Kostenfolgen wäre eine vertiefte Untersuchung möglicher Angebotskonzepte und der dazu notwendigen Infrastrukturmassnahmen vorzunehmen. Es ist jedoch absehbar, dass zur Erreichung einer schnelleren Verbindung als via Zürich Investitionen von mehreren Hundert Millionen Franken in die Infrastruktur zu tätigen wären.</p>  Antwort des Bundesrates.