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SVP-Kandidat Nicolas Kolly lag am Sonntag mit 5600 Stimmen auf dem dritten Platz und verpasst den zweiten Wahlgang. Obwohl Kolly über die Parteigrenzen hinaus Stimmen geholt hat, gelang es ihm nicht, den Saanebezirk für sich zu gewinnen.
1119 Stimmen trennten Nicolas Kolly vom Zweitplatzierten Christian Clément. Genug, um ihn vom zweiten Wahlgang auszuschliessen. «Ich wusste, dass es für einen Kandidaten der SVP im Saanebezirk sehr schwierig wird», meinte Kolly am Sonntagnachmittag. Obwohl er in sieben kleineren Gemeinden am besten abgeschnitten habe, seien die grossen Gemeinden und die Stadt Freiburg klar links dominiert.
Viele Stimmen von ausserhalb
Nicolas Kolly gelang es indes, 22,9 Prozent der Stimmen zu holen. «Der Wähleranteil der SVP liegt im Saanebezirk normalerweise eher bei 10 bis 11 Prozent», meinte Kolly. «Ich bin der Kandidat, dem es gelungen ist, am meisten Stimmen ausserhalb seiner Parteibasis zu holen», hielt Kolly fest. Aus diesem Grund sei seine Kandidatur mehr als gerechtfertigt gewesen. «Ich bereue die Kandidatur auf keinen Fall. Als SVP-Kandidat bin ich mit dem Resultat zufrieden. Ich konnte die Wähler mobilisieren, was sehr wichtig war.»
Für den zweiten Wahlgang wird Nicolas Kolly als gescheiterter Kandidat fürs Oberamt eine Wahlempfehlung an sein Elektorat abgeben, über die er noch nicht entschieden hat. «Lise-Marie Graden hat als Rechtsanwältin ein ähnliches Profil wie ich, Christian Clément steht mir hingegen politisch näher.»
Ein sehr kompetenter Kandidat
Nachdem die bürgerlichen Parteien vor fünf Jahren mit Adrien de Steiger einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen ums Oberamt geschickt hatten, bereute auch David Papaux, Präsident der SVP Stadt Freiburg, nicht, dass die SVP einen eigenen Kandidaten aufgestellt hatte. «Nicolas Kolly war ein überaus fähiger Kandidat und hätte den Wahlgang auf dem ersten Platz beenden müssen», meinte Papaux. Das Wahlresultat reflektiere jedoch nicht die Kompetenzen der einzelnen Kandidaten, sondern die Parteistärken innerhalb des Bezirks.
Was die SVP-Wähler im zweiten Wahlgang tun werden, ist für David Papaux ein Rätsel. «Es ist noch zu früh, um über den zweiten Wahlgang zu sprechen.» In den nächsten Tagen werde es aber sicher ein Treffen mit den anderen Parteipräsidenten geben, wo genauere Absprachen hinsichtlich des zweiten Wahlgangs stattfinden würden. Auch Matthieu Dinet, Präsident der SVP Saane-Land, gab am Sonntag noch keine Auskunft über eine eventuelle Wahlempfehlung. «Wir treffen uns am nächsten Samstag mit unseren Grossräten und dem Komitee, dann werden wir über den zweiten Wahlgang diskutieren.»