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Autor: Carole Schneuwly
Gerade einmal 17 Männer, davon 15 Tänzer und Sänger, umfasst die Delegation aus dem westafrikanischen Land Niger am Internationalen Folkloretreffen Freiburg, doch die kleine Gruppe hat eine grosse Mission. Die Folkloregruppe Aourindé ist Teil einer gleichnamigen Vereinigung, die 1998 von vier Dorfgemeinschaften gegründet wurde, um deren Interessen zu vertreten.
Dabei gehe es etwa um den Zugang zu Trinkwasser, die Alphabetisierung der Bevölkerung oder die Förderung des Kunsthandwerks, erklärt Ouamarou Soumana, der künstlerische Leiter der Gruppe. Und es gehe darum, die eigene Volkskultur zu erhalten und sie bekannt zu machen.
Militärputsch und Dürre
Die Gruppe Aourindé vertritt eine Bevölkerungsminderheit von Niger, das Nomadenvolk der Fulbe oder Peul. Zusammen mit zahlreichen ähnlichen lokalen Vereinigungen bildet sie das Kollektiv Djingo, eine Versammlung der nomadischen Viehzüchter des Landes. Seit 2004 führt dieses jedes Jahr Ende September ein grosses wirtschaftliches, soziales und kulturelles Forum durch. Dieses Jahr musste die Versammlung wegen der instabilen Lage im Land jedoch abgesagt werden.
Zur politischen Unsicherheit nach dem Militärputsch vom vergangenen Februar kam auch noch eine grosse Trockenheit. «Viele von uns haben ihr Vieh verloren», erzählt Ouamarou Soumana. Dabei hat die Gruppe Aourindé ihren Ursprung ausgerechnet in einem Fest, welches das Volk der Wodaabe jeden Herbst zum Ende der Regenzeit feiert, wenn es Mensch und Tier normalerweise gut geht. «Das Guérewol-Fest dauert eine ganze Woche, und es nehmen Tausende von Menschen daran teil», so Soumana. Es sei ein Brautschaufestival, diene aber auch dazu, der Toten zu gedenken und Menschen in Schwierigkeiten zu helfen.
Diese und andere Traditionen bringt die Folkloregruppe Aourindé in die Welt hinaus, mit sehr authentisch wirkenden Tänzen mit so klingenden Namen wie Yaake, Roumi, Oumale oder Dorori. Seit 2005 ist die Gruppe regelmässig Gast an Folklorefestivals. Dieses Jahr ist sie schon seit Mitte Juni unterwegs und hat vor allem an Festivals in Frankreich teilgenommen, aber auch an jenem in Martigny. Nach der Woche in Freiburg gehe es noch nach Spanien und dann, pünktlich zum Guérewol-Fest, zurück nach Niger, sagt Ouamarou Soumana.
Erinnerungen an Freiburg
Nach Freiburg sei er persönlich besonders gern gekommen, weil er schon zwei Mal hier gewesen sei und sich bei der Gelegenheit auch mit Vertretern des Folkloretreffens getroffen habe. Speziell erinnere er sich an das Villars-Café und an den St.-Nikolaus-Markt, so der 33-Jährige.
Handgenähte Kostüme
Noch zwei Tage dauert der Aufenthalt der Afrikaner in Freiburg, und für das Publikum gibt es noch mehrere Gelegenheiten, die Gruppe in Aktion zu erleben (siehe Kasten).
Besondere Aufmerksamkeit verdienten dabei nicht zuletzt die traditionellen Nomadengewänder der Tänzer, betont Soumana: Die Frauen seines Volkes nähten sie alle von Hand, und für ein Kostüm brauche es etwa ein halbes Jahr.