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Wie alles begann
Vor 140 Jahren drang die damals neue und beinahe revolutionäre Idee, bedürftigen und gesundheitlich geschwächten Stadtkindern eine Möglichkeit zu bieten, gemeinsam und zu günstigen Bedingungen ihre Sommerferien in ländlicher Umgebung zu verbringen, bis nach Chur. Wegbereiter dieser sozialen Bestrebungen in Chur war Dekan Leonhard Herold. Er fand bei der freien Lehrerkonferenz, vor welcher er am 15. Februar 1882 einen Vortrag hielt, offene Ohren für sein Anliegen, und gleich anschliessend wurde in einem Beschluss festgelegt, die Verwirklichung unverzüglich in die Tat umzusetzen.
Im selben Jahr verbrachten 23 Stadtkinder aus Chur ihre Sommerferien auf der Lenzerheide. Dr. Luzius Brügger-Jochberg bot seine grosszügige Unterstützung an, indem er die Kinder hier oben kostenlos medizinisch betreute.
Nachdem zehn Sommer lang der Betrieb unter denkbar ungünstigen, ärmlichen Verhältnissen in «Davos-Lai» aufrechterhalten worden war, bot sich die Gelegenheit, in Canols zwei baufällige Bauernhäuser zu erwerben. Für rund 15’000 Franken wurden die aneinander gebauten Häuser zweckdienlich umgebaut. Die Ferienkolonie konnte ihr erstes eigenes Heim beziehen! Der Stadtrat von Chur hatte sich am Umbau grosszügig mit der kostenlosen Lieferung von Bauholz beteiligt.
Das Jahr 1913 wurde zu einem weiteren Markstein für die Ferienkolonie. Das Haus in Valbella hatte, neben einem wenig ansprechenden Äusseren, auch innen viele Nachteile aufzuweisen, so dass Hermann Herold, der Sohn des Koloniegründers, damals noch Bankier in Paris, kurzerhand dem Architekturbüro Schäfer und Risch den Auftrag erteilte, Renovationspläne zu erstellen. So entstand, gänzlich auf Rechnung des grossen Wohltäters, der stattliche Bau, wie er sich heute noch präsentiert.
Mit dem Aufkommen des Wintersportes verlangten im Jahr 1929 Stimmen aus der Lehrerschaft, man möge das Haus Valbella auch winters nutzen.
Da das Haus nicht entsprechend ausgerüstet war, vergingen einige Jahre, bis im Jahr 1954 die nötige finanzielle Unterstützung durch die Stadt geboten wurde.
1955 fand in den Weihnachtsferien das erste stiftungseigene Skilager mit 19 Mädchen und 17 Knaben statt.
Bis heute sind immer wieder kleinere und grössere Renovierungsarbeiten nötig, um das Haus in Schuss zu halten.
Aktuell erfreuen sich jedes Jahr zwischen 100-200 Stadtschulkinder einen Teil ihrer Sommerferien im Koloniehaus Valbella verbringen zu dürfen. Churer Lehrpersonen unternehmen verschiedene Aktivitäten mit diesen Kindern und geben ihr Bestes, dass diese Zeit für die Kinder zu einem unvergesslichen Lager wird.
Nach wie vor finden im Winter die Winterlager statt, welche den Churer Sechstklässler vorbehalten bleiben.
In der restlichen Zeit vom Jahr buchen verschiedenste Gruppen aus der ganzen Schweiz, Deutschland und Österreich die Lagerunterkunft, um ein paar Tage in den schönen Bündner Bergen zu verbringen.
Der Stiftungsrat und die Betriebskommission der Stadt Chur sind für den Unterhalt, die Buchungen und Durchführung der Sommerlager zuständig.
Dank gebührt im Speziellen…
… den Lehrpersonen der Stadt Chur, welche Ferien- und Skilager durchführen
… den Churerinnen und Churern, welche die Stiftung unterstützen
… dem Stiftungsrat und der Betriebskommission
… und selbstverständlich der Stadt Chur – ohne deren Unterstützung die Geschichte der Ferienkolonie eine andere geworden wäre.