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Eine typische Raucherkrankheit
Diagnose Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit COPD entsteht in der Regel als Folge einer fortschreitenden Schädigung der Atemwege durch eingeatmete Schadstoffe. Meist werden diese mit dem Tabakrauch aufgenommen. So ist es nicht erstaunlich, dass neun von zehn Erkrankten rauchen oder geraucht haben.
«Eine COPD ist die Folge einer inhalativen Noxe, in den meisten Fälle ist dies der Rauch von Zigaretten, Zigarren oder der Pfeife. Sie kann aber auch durch Exposition in einer Umgebung mit starker Luftverschmutzung und Passivrauchen entstehen», erläutert Thomas Scherer, Facharzt FMH für Lungenkrankheiten und Innere Medizin.
Die inhalativen Noxen verursachen eine Entzündung der Atemwege und des Lungengewebes, welche viele Granulozyten ins Gewebe lockt. Wenn diese zerfallen, werden Enzyme frei, welche die Bronchien und das Lungengewebe zerstören.
Die Folge sind eine chronische Bronchitis mit Entzündung und Instabilität der Atemwege und eine Zerstörung der Lungenbläschen (Emphysem). COPD ist nicht heilbar, doch lässt sich das Fortschreiten der Krankheit durch geeignete Massnahmen verlangsamen.
Irreversibel verengt
Eine chronische Bronchitis kann ein Vorbote der COPD sein. Daher sollte man sich sowohl bei häufigem Husten und Auswurf als auch beim Auftreten von Atemnot gründlich untersuchen lassen. Denn wenn die Schadstoffbelastung anhält und die Entzündung nicht behandelt wird, kann eine COPD entstehen.
Etwa 13 Prozent der über 40-jährigen Bevölkerung und mehr als jeder Vierte der über 70-jährigen Raucher leiden an dieser Erkrankung
Bei einer COPD sind die Atemwege irreversibel verengt und das Lungengewebe durch das Emphysem überbläht. Dadurch erhöht sich der Strömungswiderstand in den Atemwegen, gewisse Lungenvolumen nehmen ab und die Atemnot wird stärker. In einem späten Krankheitsstadium kann noch Sauerstoffmangel hinzukommen.
Rund 90 Prozent der Erkrankten rauchen oder haben früher geraucht. Bei den übrigen Fällen lösen erblich bedingte Einflüsse oder andere Reizungen der Lunge wie starke Belastungen mit Staub oder gefährlichen Gasen am Arbeitsplatz die COPD aus. In einzelnen Fällen kann COPD auch als Spätfolge von Asthma entstehen.
COPD tritt meist ab dem 40. Lebensjahr auf: Etwa 13 Prozent der über 40-jährigen Bevölkerung und mehr als jeder Vierte der über 70-jährigen Raucher leiden an dieser Erkrankung. Auch Frauen über 40 erkranken immer häufiger daran. Viele Menschen sind von der Krankheit betroffen, ohne dass sie es wissen: Da die Krankheit schleichend beginnt, wird sie oft erst spät wahrgenommen und richtig diagnostiziert.
Medizinische Trainingstherapie
Erste Anzeichen für COPD sind Husten und Auswurf am Morgen. Doch diese werden vielfach als Raucherhusten abgetan und sind
darum oft kein Grund, deswegen den Arzt aufzusuchen. «Das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich nur durch Weglassen der inhalativen Noxe verlangsamen.
Es gibt heutzutage keine medikamentöse Therapie zur Verlangsamung der Krankheit», betont Thomas Scherer in diesem Zusammenhang. Therapiemöglichkeiten sind inhalierte Medikamente, welche die Atemwege öffnen sollen, Medikamente in Tablettenform, ebenfalls zur Öffnung der Atemwege und zur Entzündungshemmung.
Bei schweren Fällen mit einem Sauerstoffmangel kann man Sauerstoff zuführen. Wichtig sind nicht-medikamentöse Massnahmen, so etwa eine medizinische Trainingstherapie und Atemmuskeltraining. Dazu gibt es heute ein spezielles Gerät, das von den Krankenversicherern in bestimmten Fällen übernommen wird.
Bei lokalisierten Emphysemregionen kann man diese operativ oder mittels endoskopischen Methoden behandeln. Bei fortgeschrittenen Stadien bleibt die einzige Therapieoption eine Lungentransplantation.
Chronischer Husten mit Auswurf
Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, stellen die Betroffenen fest, dass sie zunehmend unter Atemnot leiden: Anfangs kommen sie bei körperlicher Anstrengung schneller ausser Atem, doch im Laufe der Zeit strengen schon kleinste Verrichtungen oder nur schon das Gehen in der Ebene an. Da sich die Symptome schleichend und über einen langen Zeitraum verschlimmern, nehmen viele Betroffene sie nicht ernst und sprechen nicht mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt darüber.
Dabei können Hausärzte eine erste Diagnose der COPD schon mit einfachen Mitteln stellen. Im Gespräch klärt man zunächst Risikofaktoren und Symptome ab. Eine gründliche Untersuchung gibt dann weitere Auskunft. Ein Lungenfunktionstest zeigt, ob die Lungenfunktion eingeschränkt ist. «Die wichtigste Prävention ist, nie mit dem Rauchen zu beginnen und sich in gesunder Umgebung aufzuhalten», betont Thomas Scherer.
Wichtigste Vorboten einer COPD, falls diese überhaupt auftreten, sind chronischer Husten mit Auswurf: Ein deutliches Zeichen der chronischen Bronchitis. Die Erkrankung kann zum Tod führen, wenn sie rasch fortschreitet und die Lungen zunehmend zerstört werden. Zum Vergleich: Ein gesunder Mensch kann gegen 80 Prozent der Vitalkapazität in einer Sekunde ausatmen.
Bei verengten Atemwegen nimmt dieser Wert ab. Man spricht von COPD, wenn weniger als 70 Prozent der Vitalkapazität in der ersten Sekunde ausgeatmet wird. Der Schweregrad der COPD wird durch die Abnahme der Ein-Sekunden-Kapazität bestimmt.