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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
17. Kapitel: Die Emanationen stimmen nicht
7.
Sollten se aber sagen, ihre Äonen seien wie die Strahlen von der Sonne ausgegangen, so müssen sie alle leidensfähig mit dem sein, der sie aussandte, da sie doch alle von derselben Wesenheit sind und von ebendemselben abstammen, oder es müssen alle leidensunfähig sein. Unmöglich nämlich ist es zu lehren, daß bei dieser Art von Emanation die einen leidensfähig, die andern leidensunfähig seien. Sind aber alle leidensunfähig, dann zerfällt ihr ganzes Lehrgebäude. Wie nämlich konnte der jüngere Äon in Leiden geraten, wenn alle leidensunfähig waren? Sollen aber alle an diesem Leiden ihren Anteil gehabt haben, wie einige kühn behaupten, daß es beim Logos begann und auf die Sophia überströmte, dann führen sie offenkundig das Leiden auf den Logos, den Verstand dieses Urvaters, also auf den Verstand des Urvaters und somit auf den Urvater selbst zurück. Denn der Vater ist nicht, gleich einem zusammengesetzten Lebewesen, etwas anderes als der Verstand, wie wir vorher gezeigt haben, sondern der Verstand ist Vater und der Vater Verstand. Also muß auch der, welcher vom Logos abstammt, ja vielmehr der Verstand selbst, da er der Logos ist, vollkommen und leidensunfähig sein, und ebenso müssen die von ihm ausgehenden Äonen vollkommen und leidensunfähig und immer dem ähnlich bleiben, der sie aussandte, da sie ja der gleichen Wesenheit wie er selber sind.