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Für eine restaurative Justiz
Das restaurative Strafrecht ist ein Ansatz im Bereich der Jugendjustiz, der darauf abzielt, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen und das Gleichgewicht zwischen den betroffenen Parteien – Urheber, Opfer und Gemeinschaft – wiederherzustellen. Im Rahmen der restaurativen Jugendjustiz werden somit Lösungen gefördert, bei denen der entstandene Schaden wiedergutgemacht, das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen geweckt und die Harmonie in der Gemeinschaft wiederhergestellt wird sowie die betroffenen Parteien die Chance erhalten, sich zu versöhnen.
Alternative Massnahmen zum Freiheitsentzug
Tdh empfiehlt, formelle Gerichtsverfahren zu vermeiden und unterstützt Justizsysteme bei der Umsetzung von Massnahmen ohne Freiheitsentzug, damit den Kindern in allen Phasen des Verfahrens alternative Möglichkeiten offen stehen. In erzieherischer Hinsicht und mit Blick auf die soziale Wiedereingliederung sind alle Strafoptionen und Massnahmen in Betracht zu ziehen, die eine Alternative zum Gefängnis darstellen. Freiheitsentzug darf nur als letztes Mittel und für eine minimale Dauer eingesetzt werden. Kommt er zur Anwendung, dürfen die Grundrechte der Kinder auf keinen Fall verletzt werden.
Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden
Tdh empfiehlt den restaurativen Ansatz als Möglichkeit für den Umgang mit straffällig gewordenen Kindern. Er soll systematisch in die Berufsbildung der Akteure (Richter, Staatsanwälte, Anwälte usw.) und in die öffentlichen Institutionen im Bereich der Jugendjustiz integriert werden. Zudem plädiert Tdh für die Umsetzung von Sensibilisierungskampagnen, um die Öffentlichkeit über die Vorteile dieses Ansatzes für die ganze Gesellschaft aufzuklären.
Das Wohl des Kindes
Das Kindeswohl steht am Anfang eines jeden Entscheids, der Kinder betrifft – ob diese nun Urheber, Zeugen oder Opfer einer Straftat sind. Dieser Grundsatz ist Ausgangspunkt aller anderen Grundsätze, insbesondere aber desjenigen der Individualisierung einer Strafe gemäss der Situation des Kindes.