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Multidirektionale Formen des Erinnerns und Vergessens. Das Beispiel einer postkolonialen und postsozialistischen Stadtführung
DOI:https://doi.org/10.26043/GISo.2020.2.4
Schlagworte:DDR, postkoloniale Perspektiven, Postsozialismus, multi-sited ethnography, dekoloniale Stadtführung, dialogische Forschung, multidirectional memory
Abstract
Die Bewegungsgeschichte migrantischer und BIPoC communities in Ostdeutschland wird genauso wie das koloniale Erbe der Städte im kollektiven Gedächtnis der BRD weiterhin vernachlässigt. Das Ausblenden dieser Geschichten ist nicht nur auf postsozialistische Prozesse der Abwertung ostdeutscher Erfahrungen zurückzuführen, auch die DDR imaginierte sich als weiße Nation und reproduzierte postkoloniale Prozesse des Fremdmachens. Um vergessene und entinnerte Geschichten sichtbar zu machen, greift der Beitrag auf die Befunde der memory studies sowie auf die post- und dekoloniale Theoriebildung zurück. Aufbauend auf den Erkenntnissen, die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes einer postkolonialen und postsozialistischen Stadtführung gewonnen wurden, gibt der Beitrag Impulse zum Überdenken der Verflechtungen zwischen Sozialismus und Kolonialismus. Aufbauend auf Michael Rothbergs (2009) Überlegungen zu multidirectional memory argumentiert der Beitrag, dass verschiedene Formen der Erinnerung nicht kompetitiv, sondern dialogisch wirken können. Über multidirektionale Formen der Erinnerung können Gegennarrative zu rechtsextremen und rassistischen Narrativen hergestellt werden.
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Copyright (c) 2020 Miriam Friz Trzeciak
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