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Nach der Ersatzwahl in den Ständerat, der Kleinen Kammer des Schweizer Parlamentes, bleiben beide Sitze bei den Sozialdemokraten.Dieser Inhalt wurde am 20. November 2005 - 15:47 publiziert
SP-Kandidat Pierre Bonhôte setzte sich im 2. Wahlgang mit einer Mehrheit von gut 52% deutlich gegen Philippe Bauer von der liberal-freisinnigen Union (ULR) durch
Die Ersatzwahl im Kanton Neuenburg war nötig geworden, weil der SP-Politiker Jean Studer nach seiner Wahl im April in die Neuenburger Regierung sein Mandat in Bern niederlegte.
Neuenburg wird auch künftig als einziger Kanton der Schweiz von zwei Linken im Ständerat vertreten: von Pierre Bonhôte und Gisèle Ory. Beide von der Sozialdemokratischen Partei.
Pierre Bonhôte erhielt in der Ersatzwahl vom Sonntag 24'996 Stimmen. Der Anwalt und Grossrat Bauer, der als Einheitskandidat der Bürgerlichen auch von der Neuenburger SVP unterstützt wurde, erhielt 27'747 Stimmen (43,75%). Lediglich 1675 Stimmen (3,53%) entfielen auf den Aussenseiterkandidaten Lukas Jäggi.
Hohe Stimmbeteiligung
Die Stimmbeteiligung war mit 38% um gut 2% höher als im ersten Wahlgang vom 30. Oktober. Dies lässt auf eine grosse Mobilisation sowohl der linken als auch der bürgerlichen Wählerschaft schliessen.
Der 40-jährige Chemiker und Grossrat Bonhôte ging als Favorit ins Rennen. In der ersten Runde machte Bauer zwar die meisten Stimmen, die beiden linken Kandidaten liessen ihn aber deutlich hinter sich; dies dank der Wählerschaft von Denis de la Reussille von der Partei der Arbeit (PdA).
Linke Mehrheit
"Die Linke Allianz funktioniert tadellos, was uns erlaubt, regelmässig zu gewinnen", analysierte Bonhôte die Wahl. Er werde sein Grossratsmandat behalten, um ganz nah am Puls seines Kantons zu bleiben und so dessen Interessen in Bern noch besser wahrnehmen zu können.
Es sei wie bei der Tour de France; es gebe keinen zweiten Sieger, sagte der unterlegene Bauer. Den Bürgerlichen bleibe nichts anderes, als weiterhin konstruktive Opposition von rechts zu machen, sagte Bauer weiter.
Schäfchen im Trockenen
Der populäre Denis de la Reussille, Stadtpräsident von Le Locle, zog seine Kandidatur für den 2. Wahlgang zurück und rief seine Anhänger auf, für Bonhôte zu stimmen. Die Rechnung ging auf und Bonhôte konnte nun die Schäfchen ins Trockene bringen.
Bonhôte wird an der Seite der SP-Frau Gisèle Ory in der Kleinen Kammer Einsitz nehmen.
Im Ständerat bleibt somit die parteipolitische Zusammensetzung gleich: Die CVP hält 15 Sitze, die FDP 14, die SP 9 und die SVP deren 8.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Resultate der Neuenburger Ersatzwahl in den Ständerat
Pierre Bonhôte (Sozialdemokratische Partei): 52,7% (24'996 Stimmen)
Philippe Bauer (Union Libérale Radicale): 43,8 % (20'747)
Lukas Jäggi (unabhängig): 3,5 % (1675)
In Kürze
In der Kleinen Kammer, im Ständerat, sitzen pro Kanton zwei Vertreter.
Total gibt es 46 Ständeräte.
20 Kantone der Schweiz sind Vollkantone mit je 2 Ständeräten.
6 Kantone sind Halbkantone mit je einem Ständerat.
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