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Sie war lange Zeit verhasst. Und musste mit dem Vorwurf leben, der vom Volk beliebten und vergötterten Lady Diana, †58, den Mann ausgespannt zu haben. Inzwischen ist Camillas Ruf wiederhergestellt - sie ist angesehen und wird für ihre lockere Art geschätzt.
Zum Glück, denn die Zeiten von damals möchte die Herzogin von Cornwall nicht noch einmal erleben. «Ich wünsche dies nicht einmal meinem ärgsten Feind», sagte sie in einem Interview mit der «Mail on Sunday» anlässlich ihres 70. Geburtstag vom 17. Juli. «Ohne meine Familie hätte ich das nicht überstanden.» Die Belagerung der Presse vor ihrem Haus sei zeitweise so unerträglich gewesen, dass sie es während eines Jahres so gut wie nie verlassen hatte.
Wie sie sich die Zeit vertrieben hatte? «Ich las sehr viel - mehr als es je in einem normalen Leben möglich war. Ich dachte: Gut, wenn ich hier festsitze, dann muss ich etwas Positives tun wie all die Bücher lesen, die ich schon immer mal lesen wollte. Und ich lernte zu malen - allerdings ohne grossen Erfolg - und nach einer Weile normalisierte sich alles wieder.» Die Paparazzi, die sich haufenweise im Gebüsch versteckt hatten, waren verschwunden.
Ihr Luxus: Rührei im Morgenmantel und Krimis
Camilla ist davon überzeugt, dass auch ihre Erziehung dazu beigetragen hat, die schwierigen Momente zu meistern. Sie sei nicht taff, aber habe einen starken Charakter. «Ich bin in einer sehr glücklichen Familie gross geworden.» Das Lebensmotto sei gewesen: «Beklage dich nie, lege nie Rechenschaft ab und jammere nicht.» Ihre Eltern hätten ihr gewisse Freiheiten gelassen. Freiheiten, die sie sich auch heute noch nimmt - wenn sie nicht die Herzogin von Cornwall sein möchte, sondern einfach Camilla.
Braucht sie Abstand von den royalen Pflichten, zieht sie sich in ein kleines Häuschen in Wiltshire zwischen London und Bristol zurück. Dort kann sie ihre Batterien aufladen. Dort steht Spielzeug für ihre beiden Jack Russell Terriers, Beth und Bluebell, bereit. Dort frönt sie ihrer Leidenschaft für nordische Krimi-Serien - sie liebt «The Killing». Ein Freund erklärt: «Hier kann sie im Morgenmantel Rührei essen. Hier ist sie umgeben von ihren Liebsten, ohne dass sie jemand beobachtet. Es ist ihr Daheim.»
Ein Glas Rotwein zum 70.
Man müsse bodenständig sein, um den royalen Zirkus ertragen zu können, ergänzt Camilla. «Und du darfst dich auch selbst nicht allzu ernst nehmen. Manchmal frage ich mich selbst: ‹Wer ist diese Frau? Das kann unmöglich ich sein.› Das ist die einzige Möglichkeit, um zu überleben.»
Und Humor hat Camilla - das beweist eine Szene, die ihre Tochter Laura, 39, schildert. «Einmal gingen wir einkaufen, alle Parkplätze aber waren besetzt, bis auf einen, der für den Bürgermeister von Chippenham reserviert war. Mummy parkierte dort trotzdem. Als wir zurückkamen, fragte uns ein Mann, was wir denn auf diesem Parkplatz zu suchen hätten. Mummy lächelte und meinte: ‹Oh, es tut mir leid, aber ich bin die Frau des Bürgermeisters.› Der Mann folgte uns und sagte: ‹Welch eine Freude, sie endlich kennenzulernen - ich bin der Bürgermeister.›»
Ihren 70. Geburtstag wird Camilla als Herzogin und als Privatperson feiern. Zum einen wird sie ein paar königlichen Aufgaben nachgehen. Zum anderen wird wohl ihr Sohn Tom, 42, für sie kochen - wie so oft - und sie ein Glas Rotwein geniessen. Cheers!