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Die Risikoaversion ist an den Finanzmärkten infolge ausbleibender Fortschritte bei den Gesprächen zwischen
27.11.2020
20.11.2020
30.10.2020
23.10.2020
08.10.2020
Die Risikoaversion ist an den Finanzmärkten infolge ausbleibender Fortschritte bei den Gesprächen zwischen
Die Coronakrise wird die globale Wirtschaft und Finanzmärkte noch so lange in Schach halten bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht und flächendeckend einsetzbar ist. Das zeigen die in Europa gegenwärtig exponentiell steigenden Ansteckungszahlen, wobei die Mortalität in den Intensivstationen aufgrund neuer Medikamente und optimierter Behandlungsmethoden jedoch viel geringer ist als noch im Frühjahr. Die Ansteckungszahlen dürften aufgrund der schon beschlossenen Maßnahmen dennoch nicht auf die Niveaus vom Frühsommer zurückgehen, da die Aktivitäten angesichts der kommenden Wintermonate in die Innenräume verschoben werden. Dazu nehmen bei täglich rund 12.000 Neuansteckungen in Deutschland und über 5‘000 in der Schweiz die Sorgen über fehlende freie Kapazitäten im Gesundheitssystem zu. Wenngleich Irland und Tschechien einen nationalen Lockdown verkündet haben, ist in Europa nicht von einem flächendeckenden Lockdown auszugehen. Allerdings nimmt das Risiko eines negativen Wirtschaftswachstums im vierten Quartal, nach kurzer Erholung im 3. Quartal, erheblich zu.
Die zweite und letzte Fernsehdebatte zwischen Trump und Biden verlief sachlicher und gesitteter als die erste, wobei keinem der beiden Kontrahenten größere Aussetzer unterliefen. Deutliche Impulse für den Wahlausgang dürften von der Debatte daher kaum ausgehen. Zurzeit zeigen die Umfragen weiterhin einen stabilen Vorsprung von etwa 8%-Punkten für Biden, welcher ausserdem knapp zwei Wochen vor dem Wahltermin mit USD 177 Mio. über wesentlich höhere Mittel für Wahlkampfwerbung verfügt als Trump mit USD 63 Mio. Bis heute haben schon fast 40 Millionen Wähler an der Briefwahl teilgenommen, deutlich mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2016. Eine hohe Wahlbeteiligung hilft normalerweise den Demokraten.
Das neben den Präsidentschaftswahlen andere grosse Thema in den USA, ein zweites Stimuluspaket für die Wirtschaft und privaten Haushalte, bleibt weiterhin heiss umstritten. Bisher lehnen die Republikaner die von den Demokraten geforderten Hilfen für die Bundesstaaten und Städte ab. Dennoch scheint eine Einigung über ein Programm in Höhe von USD 2‘000 Mrd. in den Aktienmärkten mindestens teilweise eingepreist zu sein.
Wir rechnen bis zu den US-Präsidentschaftswahlen weiterhin mit einer Konsolidierung an den Aktienmärkten bei gleichzeitig erhöhter Volatilität. Danach dürfte jedoch eine Kurserholung eintreten, da die Unsicherheit der Marktteilnehmer abnimmt, ein noch zu beschliessende Stimulierungspaket seine Wirkung entfaltet und rekordtiefe Zinsen den Anleihesektor unattraktiv machen. Wir setzen weiterhin auf die „Corona unabhängigen“ Sektoren Technology, Biotech und Health Care.
Obligationen: untergewichten; mittlere Laufzeiten bevorzugen, Unternehmensanleihen übergewichten
Aktien: Schweiz, USA, Japan übergewichten Schwellenländer neutral gewichten, Europa untergewichten
Währungen: USD/CHF EUR/CHF teilweise absichern
Rohstoffe: neutral
Edelmetalle: Gold neutral
Immobilien: übergewichten (Anlagestiftungen, geschlossene Immobilienfonds)
Transaktionen: Aktien: - ; Obligationen: 7/8% Nant de Drance 2029
Themen: IT/Software, (Digital) Healthcare, Pharma, Biotech
Matthias Wirz, 23. Oktober 2020