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"Sternstunden der Menschheit" nannte Stefan Zweig seine Sammlung historischer Miniaturen, weil "solche schicksalsträchtigen Stunden, in denen eine zeitüberdauernde Entscheidung auf ein einziges Datum, eine einzige Stunde und oft nur eine Minute zusammengedrängt ist, ... leuchtend und unwandelbar wie Sterne die Nacht der Vergänglichkeit überglänzen". In unterschiedlichster Form, als dramatische Szene, Bericht oder Gedicht, versammeln sich in beeindruckenden Einzelportraits Abenteurer und Forscher wie Vasco Nuñez de Balboa oder Robert Scott, Dichter wie Goethe, Dostojewskij und Tolstoi, Komponisten wie Händel oder Personen der Zeitgeschichte wie Sultan Mehmet II., Napoleon, Lenin oder Woodrow Wilson. Ein Zeilenkommentar schlüsselt die historischen Hintergründe auf, ein Nachwort gibt Einblick in das Werk.
Portrait
Stefan Zweig (1881-1942) wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen. Er lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Professor Hans Wagener, geboren 1940 in Lage/Lippe, studierte Germanistik und Geschichte in Münster und Freiburg und promovierte 1967 an der University of California, Los Angeles, wo er seither Deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Barock und 20. Jahrhundert lehrt. Er ist Autor zahlreicher Monographien, u.a. über Erich Kästner, Gabriele Wohmann, Sarah Kirsch, Carl Zuckmayer, Siegfried Lenz und Lion Feuchtwanger.