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G A L E R I E

AFRICANA
|seit 1950|
|since 1950|
|depuis 1950|

Vogel 128 x 19 x 35
Nr. 4/95
Vogel «Fédienni»
67 x 30 x 20,5 cm
TA104 sold

Senufo
Grosse Volksgruppe mit insgesamt etwa drei Millionen Menschen, von denen zwei Millionen im Norden der Elfenbeinküste um die Stadt Korhogo, der Rest im südlichen Mali um die Stadt Koutiala lebt.
Wie bei vielen Volksgruppen, bei denen die alt überlieferte Religion im Begriffe war, durch eine neue (Islam, Christentum) ersetzt zu werden, und bei denen dann die Kultgegenstände durch die Vermittler des neuen Glaubens - oder auf deren Geheiss - vernichtet wurden, so sind auch viele Objekte der Senufo in den 1950er Jahren einer neuen synkretistischen Bewegung («Masa», «Alakora») zum Opfer gefallen.
Das gesamte kultische Dasein der Senufo wird vom Poro-Bund bestimmt, der auch entsprechende Gerätschaften für die verschiedenen Riten und Initiationszeremonien erfordert. Bei einer dieser «rites de passage» des Poro tritt Kwonro auf, brettartige Tanzaufsätze, befestigt mit einem Korbgeflecht.
Einer der bekanntesten Maskentypen der Senufo ist kpelié, der bei Totenfeiern verwendet wird, in Bronze oder Holz existiert und ein- oder zweigesichtig sein kann. Nach einer der zahlreichen Deutungen sollen dabei die beiden senkrecht von den Wangen nach unten reichenden Zapfen (= Füsse) die Maske auf der Erde halten. Die Bezeichnung dürfte von den Kulebele stammen: Die Senufo sehen den Handwerkerstand als gottgewollte soziale Institution an. Sie sehen sich selbst als erbliche endogame Gruppe, die sich in nicht-bäuerlichen, von Gott eingesetzten Berufen erfüllt, Senari spricht (Dialekt der zentralen Senufo) dem Poro-Bund angehört und traditionell der einheimischen Religion folgt.
Eine andere Kategorie von Masken sind die einköpfigen oder janusköpfigen Helmmasken, die poniugo oder kponiugo heissen - ein allgemeiner Terminus für Helmmasken (= Kopf des Poro), der aber auch die Bedeutung «Kopf des Toten» oder «Kopf der Beerdigung» bedeuten kann. Von den Helmmasken gibt es verschiedene Typen, mit Hörner die der Wabele-Organisation angehören, oder ohne Hörner (z.B. die korubla-Masken).
Wie bei den Masken, so gibt es auch in der figürlichen Plastik eine Vielfalt, die sowohl den einzelnen Regionen als auch den verschiedenen Zweckbestimmungen der einzelnen Objekte entspricht. Ein Zwischenprodukt zwischen Maske und Skulptur stellen die Tanzaufsätze déguélé dar, bei denen eine, häufig geringelte Figur auf einem abstrakten Helm sitzt. An weiteren Schnitzereien sind noch die Stäbe zu erwähnen, die daleu oder siénéplé, auch tefalipitya heissen. Einen solchen Stab erhält der Sieger (Sambali) eines der bei den Senufo beliebten Hackwettbewerbs; bei seinem Tod wird er vor seiner Hütte aufgestellt als eines der wichtigsten Erinnerungszeichen. Ebenso die meist reich beschnitzten Trommeln, figürlich beschnitzten Webrollenhalter und grossen Türen.
Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)
© Galerie HILT AG Basel, 2006/tg
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