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Hans Haslibacher, am 20. Oktober 1571 enthauptet
von Un Bekannt
Hans Haslibacher, Täuferprediger aus Sumiswald im Emmental, war bereits 1532 aktiv und nahm 1538 an der großen Berner Disputation teil. Für seinen Glauben litt er schwer. Er wurde verbannt und sein Vermögen von 500 Gulden konfisziert. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat (sein reformierter Sohn wurde am 2. September 1571 zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil er ihn empfangen hatte) wurde er am 20. Oktober 1571 in Bern als letzter täuferischer Märtyrer dieses Kantons durch Enthauptung hingerichtet.
Eine anschauliche Beschreibung von Haslibachers Gefangenschaft und Tod findet sich in einem 32-strophigen Gedicht, das, wie aus der letzten Strophe hervorgeht, von einem anderen täuferischen Gefangenen (der 1571 nicht unbedingt Mitgefangener Haslibachers gewesen sein muß) im Gefängnis verfaßt wurde. Das Gedicht berichtet, daß Haslibacher nach der Folter und den heftigen Versuchen der reformierten Prediger, ihn zum Abfall vom Glauben zu bewegen, denen er standhaft widerstand, von seiner Enthauptung und drei göttlichen Zeichen träumte, die seine Hinrichtung begleiten würden: sein abgeschlagener Kopf würde lachend in seinen Hut springen, die Sonne würde sich purpurrot wie Blut färben und der Stadtbrunnen würde Blut spucken. Der Dichter behauptet, daß alle drei Zeichen eingetreten sind.
Obwohl er der letzte Täufer war, der im Kanton Bern hingerichtet wurde, ging die Verfolgung durch Ausgrenzung weiter. Es gab keine Wehr- und Glaubensfreiheit.