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Am 29. September 2023 wird eine große internationale Delegation zur erneuten Anhörung im Prozess gegen Pinar Selek nach Istanbul reisen: Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Anwält:innen und Aktivist:innen werden physisch anwesend sein, um die in Frankreich im Exil lebende Soziologin, Schriftstellerin und Aktivistin aus der Türkei zu unterstützen.
Wir sind besorgt um ihren Gesundheitszustand. Dieser verschlechtert sich aufgrund des juristischen Martyriums, das sie erleiden muss, des Wiederauflebens der körperlichen und seelischen Qualen, die sie während ihrer Haft erdulden musste, und der ständigen Drohungen, die sie erreichen und ihr Leben bedrohen, immer weiter.
Damit ihr Schutz zu gewährleistet ist, muss sie bei dieser erneuten Anhörung abwesend sein.
Und genau aus diesem Grund müssen wir anwesend sein. Wir sind im Auftrag von mehr als 20 Gebietskörperschaften, Verbänden, Parteien, Gewerkschaften, Universitäten, Menschenrechtsorganisationen und mehr als 60 Personen aus Frankreich, der Schweiz und England als Beobachter bei dieser neuen Verhandlung des Prozesses, der vor 25 Jahren, 1998, gegen Pinar Selek eingeleitet wurde. Das war zu dem Zeitpunkt, als sie sich weigerte, die Namen der Personen, die sie für ihre soziologischen Forschungen interviewt hatte, bekannt zu geben. Nach zweieinhalb Jahren Haft, vier Freisprüchen und einem 25-jährigen Verfahren wurde Pinar Selek am 6. Januar 2023 mitgeteilt, dass gegen sie ein internationaler Haftbefehl erlassen wurde und am 31. März 2023 eine neue Anhörung vor dem Kriminalgericht Istanbul stattfinden soll. Die Verhandlung auf diese neue Anhörung wurde auf den 29. September 2023 vertagt.
Die Delegation wird durch ihre Anwesenheit die internationale Wachsamkeit und die Forderung nach Gerechtigkeit und Wahrheit für Pinar Selek zum Ausdruck bringen. Parlamentarier, Abgeordnete, Rechtsanwälte, Vertreter:innen von Menschenrechtsorganisationen, Wissenschaftlern, Journaliste:innen und Reportern, feministische Aktivist:innen, Umweltschützer, Lgbtqi+, Pazifist:innen und Menschenrechtsaktivisten wollen direkt hören, was das Gericht sagen wird, wenn ein technisches Gutachten nach dem anderen systematisch den Unfallcharakter der Explosion auf dem Gewürzmarkt belegt und alle bisherigen Anhörungen Pinar Selek systematisch freigesprochen haben.
Jedes Mitglied der Delegation kommt, um diese Wahrheit zu hören: Pinar Selek ist unschuldig. Sie muss endgültig freigesprochen werden und die Unparteilichkeit und Unabhängigkeit der türkischen Gerichte muss garantiert werden.
Weil für uns alle in der Türkei und anderswo, um die Herausforderungen von heute und morgen zu bewältigen, Freiheit eine Notwendigkeit, Solidarität ein Gebot und Gerechtigkeit eine Forderung bleiben muss!
Die türkischen Justiz wird es zu Gute gehalten, wenn sie ab sofort ihre volle Schaffens-, Forschungs-, Bewegungs- und Handlungsfreiheit wiedererlangen kann.
Ihr Kampf für Gerechtigkeit betrifft nicht nur sie, sondern die einhellige Forderung all derer, die für Freiheit und Wahrheit kämpfen.
Koordination der Solidaritätskollektive mit Pinar Selek
Kontakt: <email-pii>
Website: https://pinarselek.fr