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The Darjeeling Limited
Regie: Wes Anderson
Darst.: Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzman, Amara Karan, Waris Ahluwahlia, Irrfan Khan, Barbet Schroeder, Bill Murray, Anjelica Huston u.a.
Seit dem Tod ihres Vaters vor einem Jahr herrscht bei den Brüdern Whitman Funkstille. Nun ist es Francis gelungen, seine beiden jüngeren Brüder zu einem Selbstfindungstrip nach Indien zu überreden, obwohl sich alle drei derzeit mit ziemlich ernsthaften Problemen herumschlagen. Francis hat gerade einen als Motorradunfall getarnten Selbstmordversuch überlebt, Peter spielt mit dem Gedanken, sich von seiner hochschwangeren Frau zu trennen, während Jack seiner Ex-Freundin nachtrauert. Das Ende von Jacks unglücklicher Liebe erfährt man aus dem kurzen Vorfilm «Hotel Chevalier». Den eigentlichen Grund für die Reise mit dem noblen Kolonialzug «The Darjeeling Limited» hat Francis seinen Brüdern verschwiegen: Er will die Mutter, die sich vor Jahren in ein Kloster am Himalaya zurückgezogen hat, zur Rückkehr in die Heimat bewegen. Francis nervt seine Brüder mit einem minutiösen Reiseplan, den er mithilfe seines Assistenten Brendan durchziehen will. Als sich der Zug plötzlich «verfährt» und die drei Exzentriker vom Zugpersonal hinausgeschmissen werden, müssen sie zu Fuss weiter und werden plötzlich Zeugen eines tragischen Unfalls. Hier, in einem indischen Dorf, angesichts des Todes eines Kindes – eine parallele Passage findet sich in «The River» von Jean Renoir, einer der von Wes Anderson meistbewunderten Regisseure –, wird der Erzählton plötzlich ernst. «Diese Szenen, in denen Anderson aus Jean Renoirs 1951 ebenfalls in Indien gedrehtem Film ‹The River› zitiert, sind das Herz von ‹The Darjeeling Limited›. Bei Renoir öffnet sich aus den Aufnahmen des Wassers, der Bäume und Pflanzen eine tiefe Spiritualität: Demut gegenüber einer Landschaft und der eigenen Vergänglichkeit. (…) Und mit Renoirs weiser Rückendeckung kann auch in ‹The Darjeeling Limited› alles zusammenfliessen: ein indisches Dorf und eine New Yorker Familie, vergangene und gegenwärtige Verluste, eine ländliche Begräbnisprozession und das pathetische Zitat des ‹Abbey-Road›-Plattencovers von den Beatles. Über den Umweg der Film- und Popgeschichte können sich die drei Helden schliesslich den Todes- und Verlusterfahrungen stellen, denen sie zuvor auf recht komfortable Weise davonfuhren.» Anke Leweke, Die Zeit