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Für das Multiple Myelom stehen eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die im Folgenden genauer beschrieben werden. Je nachdem, welchen Typ von Myelom Sie haben, wie gesund und fit Sie sind und in welchem Stadium Ihre Erkrankung ist, werden Sie einige oder alle dieser Behandlungsoptionen erhalten. Oft werden verschiedene Behandlungsoptionen kombiniert, um eine maximale Wirkung zu erzielen.[1][2]
Die Erforschung neuer Behandlungsmöglichkeiten für das Multiple Myelom geht weiter. Daher können zusätzlich zu den im Folgenden beschriebenen Therapien noch weitere Optionen in der Entwicklung sein.
Ihr Behandlungsteam hat Ihnen möglicherweise eine der folgenden Therapien oder eine Kombination mehrerer Behandlungsformen verordnet. Wenn Sie die einzelnen Therapieoptionen anklicken, werden weitere Informationen dazu angezeigt.
Wenn Ihnen eine Therapie oder eine Kombination von Therapien verordnet wird, erhalten Sie womöglich von Ihrem Behandlungsteam weitere Informationen dazu. Sie sollten auch jeweils die Patienteninformationen lesen, die Ihren Medikamenten beiliegen.
Die Medikamente bei Multiplem Myelom lassen sich in fünf Kategorien einteilen:
Proteasom-Inhibitoren (PI)
In einer normalen Zelle werden Proteine durch eine kleine Zellstruktur abgebaut, die als «Proteasom» bezeichnet wird. Dieses Proteasom ist eine Art Abfalleimer, in welchem gebrauchte Proteine recycelt werden. Da Krebszellen einen erhöhten Stoffwechsel haben, nutzen sie diese Proteasomen sehr intensiv zur Aufrechterhaltung ihrer Zellfunktionen. Die Hemmung der Funktion der Proteasomen führt letztendlich zum Absterben der Myelomzellen.[1]
Immunmodulatoren (IMiD)
Diese Medikamente wirken direkt auf Krebszellen und regulieren zudem bestimmte Bestandteile des Immunsystems. Sie können bestimmte Immunzellen aktivieren und Wachstumssignale für Krebszellen ausschalten. Indem Sie das Immunsystem auf diese Weise «modulieren», nutzen Sie die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen den Krebs.[1]
Monoklonale Antikörper (mAk)
Diese Antikörper werden als Immuntherapien eingesetzt, um das körpereigene Immunsystem dazu anzuregen, Krebszellen zu eliminieren. Die Antikörper binden zielgerichtet an bestimmte Proteine auf der Oberfläche von Tumorzellen. Dadurch erkennt das Immunsystem diese Zellen und bekämpft sie. Einige der monoklonalen Antikörper können auch direkte Wirkungen gegen Myelomzellen entfalten und die malignen Zellen abtöten.[1]
Kortikosteroide
Kortikosteroide werden seit langem in der Therapie des Multiplen Myeloms eingesetzt, weil sie in hohen Dosen Myelomzellen abtöten können. Sie werden häufig in Kombination mit anderen Anti-Myelom-Medikamenten eingesetzt.[2]
Histondeacetylase-(HDAC-) Inhibitoren
HDAC-Inhibitoren töten Zellen ab, indem sie bestimmte Enzyme stören und dadurch die genetischen Strukturen von Krebszellen schwächen.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC)
Antikörper, die über einen sogenannten Linker an ein Krebsmedikament oder ein Therapeutikum gebunden sind, werden eingesetzt, um Krebszellen aufzuspüren und in diese einzudringen. Im Inneren der Krebszellen wird das Krebsmedikament freigesetzt, um das Zellwachstum zu unterbinden und den Zelltod herbeizuführen. Zudem können die Antikörper selbst das körpereigene Immunsystem aktivieren und dadurch die Elimination von Krebszellen zusätzlich unterstützen.
Selektive Inhibitoren des nukleären Exports (SINE)
Die Überexpression des Proteins Exportin 1 (XPO1) spielt eine wichtige Rolle für das Überleben von Krebszellen und ist mit schlechteren Behandlungsergebnissen verbunden. SINE blockieren die Aktivität des XPO1-Proteins, wodurch das Wachstum von Krebszellen verhindert und Krebszellen abgetötet werden.
Bei dieser Form von Transplantation stammen die Stammzellen von einer anderen Person, und zwar von einem kompatiblen Spender ‒ üblicherweise von einem Bruder oder einer Schwester. Die allogene Transplantation zielt darauf ab, das Immunsystem des Spenders zu nutzen, um das Myelom der Patientinnen und Patienten zu bekämpfen.[1][2]
Diese Transplantationen sind jedoch mit Risiken verbunden. Die schwerwiegendsten Risiken sind das erhöhte Infektionsrisiko und das Risiko der Abstossung der transplantierten Spenderzellen.
Ein Problem bei der Chemotherapie ist, dass diese in hohen Dosen verabreicht die Stammzellen im Knochenmark zerstört. Da sich aus den Stammzellen die Blutzellen entwickeln, sind die Stammzellen für die Blutbildung unverzichtbar. Das Problem lässt sich dadurch lösen, dass der Patientin oder dem Patienten vor einer hochdosierten Chemotherapie Stammzellen entnommen werden, die ihm im Anschluss wieder zurückgegeben werden können. Weil der Patientin oder dem Patienten seine eigenen Zellen zurückgegeben werden, wird dieses Verfahren «autologe» Stammzelltransplantation genannt.[1][2]
Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine bestimmte Art von Immuntherapie, die das Immunsystem im Kampf gegen Krebserkrankungen, wie zum Beispiel das Multiple Myelom, unterstützt. T-Zellen sind eine Gruppe von weissen Blutkörperchen, die im Immunsystems dafür verantwortlich sind, fremde Zellen im Körper zu bekämpfen. Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden der Patientin oder dem Patienten körpereigene T-Zellen entnommen und im Labor zu CAR-T-Zellen umprogrammiert. Die CAR-T-Zellen werden der Patientin oder dem Patienten über eine Infusion wieder zugeführt und können nun Myelomzellen erkennen und bekämpfen.
Ihr Arzt hat Ihnen Medikamente verordnet, welche Ihre Gesundheit verbessern sollen. Wenn Sie die Behandlung wie mit dem Arzt oder der Ärztin vereinbart durchführen, werden Sie als therapietreu oder «adhärent» betrachtet.[3]
Wenn Sie Ihre Behandlung nicht wie verordnet einhalten, sollten Sie bedenken, dass:[3]
Die Nichteinhaltung Ihrer Behandlung kann ausserdem:[3]
Während Ihrer Behandlung werden Sie regelmässige Kontrolltermine haben, bei denen Sie alles, was Ihnen Sorgen macht, ansprechen können.[1] Sie sollten dabei alle Symptome erwähnen, auch wenn Sie diese für geringfügig halten.
Diese Untersuchungen zeigen, wie vollständig Ihre Remission ist. Je vollständiger Ihre Remission ist, desto länger wird sie wahrscheinlich anhalten. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wird Ihr Arzt Ihnen sagen, wie häufig Sie für Kontrolluntersuchungen erscheinen sollen.
Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt auch ausserhalb dieser geplanten Kontrolltermine konsultieren, wenn Sie besorgniserregende Symptome haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihre Körpertemperatur steigt oder wenn Schmerzen auftreten. Warten Sie dann nicht bis zu Ihrem nächsten Arzttermin.
Referenzen