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Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Englisch - Literatur, Werke, Universität Hildesheim (Stiftung), Sprache: Deutsch, Abstract: Androgynie - ein Begriff, der gesellschaftlich sowohl das äusserliche Zusammenwirken "männlicher" und "weiblicher" Geschlechtsmerkmale als auch dessen mythologischen Hintergrund in sich trägt. Seine Verwendung bezieht sich auf die Vereinigung sowie Vervollkommnung durch den weiblichen und männlichen Pol in einer Person oder in einem Körper.
Die Mythen und Legenden zu Androgynie reichen weit in die Historie zurück. Eine Vielzahl von ihnen enthält Bezüge zum Göttlichen und Vollkommenen.
Ambivalent dazu verhält sich heute das gesellschaftliche Bild von Vielgeschlechtlichkeit, beziehungsweise Geschlechtlichkeit, die sich nicht in das Zweigeschlechtersystem von Mann und Frau einordnen lässt. Das dritte Geschlecht, Geschlechtslosigkeit, Inter- und Transsexualität sowie Androgynie existieren, wenn überhaupt, am Rande des gesellschaftlichen und politischen Diskurses, obgleich sie ein breites Thema in der Geschlechterforschung darstellen. Die Thematik Androgynie ist eng verflochten mit der Gendertheorie und der Konstruktion von Rollenbildern und Geschlechtsidentitäten.
Literarisch aufgearbeitet wurde das Thema Androgynie in der westlichen Gesellschaft beispielsweise in der Romantik von Goethe und Kleist oder in der Literatur des Fin de siécle. Auch Geschlechter- oder Rollentauschgeschichten, beispielsweise in der DDR-Literatur tragen insofern einen androgynen Charakter, als sie weiblich und männlich konnotierte Eigenschaften in Figuren vereinen und so Bezüge zu den vermeintlichen Polen, die in Menschen stecken und durch Sozialisation unterdrückt werden, herstellen. In der Literatur sowie in allen anderen Künsten wird der Aspekt der Androgynie vielfach auf und häufig auch auf dessen mythologische Ursprünge zurückgegriffen.