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Vergolden,
Überziehen metallischer und nichtmetallischer Gegenstände mit Gold. [* 2] Bei der Feuervergoldung wird das am häufigsten als Unterlage benutzte Tombak geglüht, mit Säure gelb gebrannt, mit einer Lösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd (Quickwasser) befeuchtet, mit Goldamalgam überzogen, gespült, getrocknet und erhitzt (abgeraucht), um das Quecksilber zu verflüchtigen, dann wieder gespült, mit einer messigenen ^[richtig: messingenen] Kratzbürste bearbeitet und mit Blutstein poliert.
Rote Vergoldung erzeugt man durch Eintauchen des heißen Stückes in Glühwachs, grüne mit silberhaltigem Goldamalgam. Zum Mattieren der vergoldeten Gegenstände erhitzt man sie mit einem geschmolzenen Gemisch von Salpeter, Alaun [* 3] und Kochsalz, welches Chlor entwickelt und Gold löst. Um mancherlei Übelstände der Feuervergoldung zu vermeiden, überzieht man die Gegenstände auch galvanoplastisch mit Quecksilber, dann reichlich mit Gold und wieder mit Quecksilber und raucht ab. Kupfer [* 4] verbraucht mehr Gold als Tombak, und auf Silber erscheint die Vergoldung wenig lebhaft.
Vergoldetes Silber heißt Vermeil. Eisen [* 5] und Stahl amalgamiert man durch Kochen mit Quecksilber, Zink, Eisenvitriol, Wasser und Salzsäure und behandelt sie dann wie Tombak. Bei der kalten Vergoldung auf Kupfer, Messing, Tombak, Neusilber, Silber wird Goldzunder (mit Goldchlorid getränkte und verbrannte Leinwand) mittels des Fingers oder eines in Salzwasser getauchten, etwas verkohlten Korks auf das blanke Metall eingerieben und mit Blutstein poliert. Sie ist viel weniger dauerhaft als die Feuervergoldung auf Silber, aber viel schöner als diese und wird deshalb häufig auf sehr schwache Feuervergoldung gesetzt.
Bei der nassen Vergoldung werden
Kupfer,
Messing,
Tombak,
Neusilber, verkupferter
Stahl,
Weißblech in verdünnte Goldchloridlösung
oder in eine kochende Mischung von solcher mit doppeltkohlensaurem
Kali getaucht, dann gespült, getrocknet
und poliert. Man erhält aber immer nur leichte Vergoldungen. Zu grüner Vergoldung setzt man dem
Goldchlorid Silbernitrat
zu. Zum nassen
Vergolden von
Silber (griechische Vergoldung) taucht
man es in eine
Lösung von
Alembrotsalz und
Gold in
Salpetersäure.
Eisen und Stahl verkupfert man zunächst oder taucht sie nach dem Ätzen mit Salpetersäure in ätherische Goldchloridlösung. Diese durch wiederholtes Eintauchen zu verstärkende Vergoldung haftet noch fester auf mit Salpetersäure matt geätztem Stahl. Dauerhaft ist die Äthervergoldung niemals. Man verkupfert deshalb Eisen und Stahl und benutzt dann die heiße Lösung mit doppeltkohlensaurem Kali. Man verbindet auch den Stahl mittels eines Drahts mit Zink und taucht ihn mit diesem in eine Lösung von Cyangold in Cyankalium und Schwefelcyankalium. Zur galvanischen Vergoldung benutzt man eine Lösung von Gold, Knallgold, Goldchlorid in Cyankalium. Man hängt den gut gereinigten Gegenstand ¶
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an einem Platin- oder vergoldeten Kupferdraht 1-2 Minuten in die Lösung, spült, bürstet mit Weinstein und Wasser, spült abermals, trocknet und hängt den Gegenstand von neuem in die Lösung. Dies wird von 2 zu 2 Minuten wiederholt, bis die Vergoldung stark genug ist. Polierte Gegenstände geben eine blanke, mattierte eine matte Vergoldung. Kupfergehalt der Lösung macht die Vergoldung rot, Silbergehalt grün. Der Goldüberzug ist dichter als bei der Feuervergoldung, scheint aber im ganzen etwas weniger fest zu haften.
Kupfer, Messing, Tombak, Bronze,
[* 7] Neusilber, Zinn, Zink, Guß- und Schmiedeeisen, Stahl, Silber, Platin, auch legiertes Gold lassen sich
galvanisch sehr schön
vergolden. Bei der Kontaktvergoldung wird die galvanische Vergoldungsflüssigkeit
mit Chlornatrium versetzt und in einem glasierten gußeisernen Gefäß
[* 8] erhitzt. Man hängt den zu
vergoldenden Gegenstand hinein
und taucht überdies ein Stück Zink in die Flüssigkeit, welches unterhalb des Spiegels derselben den Gegenstand berührt.
Blattgold haftet auf ganz reinem, mit Salpetersäure matt geätztem und erhitztem Eisen und Stahl ohne Zwischenmittel;
doch benutzt man als solches auch Bernsteinfirnis, Ölfarbe etc. Auch die Goldplattierung beruht auf mechanischer Vereinigung
von fremdem Metall und Goldblech durch starken Druck. Zum
Vergolden von Porzellan benutzt man aus Goldchlorid durch Oxalsäure oder Eisenvitriol
gefälltes und mit basischem Wismutnitrat als Flußmittel gemischtes Gold; es muß nach dem Aufbrennen
poliert werden. Die Glanzvergoldung (Glanzölvergoldung, Meißener Vergoldung) liefert dagegen direkt eine glänzende Fläche.
Sie wird durch Einbrennen einer Lösung von Schwefelgold oder Knallgold in Schwefelbalsam erhalten, ist aber viel weniger haltbar;
sie wird schon, wenn man sie einigemal gegen das Haupthaar führt, wie von einer feinen Feile
[* 9] weg genommen.
Über falsche Vergoldung s. Vermessingen. - Die Feuervergoldung war schon im Altertum bekannt, 1403 wurde der Verkauf vergoldeter
Messing- und Kupferwaren verboten, um Täuschung zu verhindern. 1603 kannte man bereits die Feuervergoldung auf verkupfertem
Stahl und Eisen. Die kalte Vergoldung mit Goldzunder soll in Deutschland
[* 10] erfunden worden sein und wurde 1698 in
England bekannt.
Die Äthervergoldung auf Stahl wandten die Engländer zu Anfang des 19. Jahrh. häufig an. Alle nassen Vergoldungen stammen aus neuerer Zeit und wurden schnell verdrängt durch die galvanische Vergoldung. 1805 vergoldete Brugnatelli zwei silberne Medaillen mit Hilfe der Voltaschen Säule und einer Lösung von goldsaurem Ammoniak. De la Rive veröffentlichte 1840 sein schon 1828 ausgeübtes Verfahren. Ebenfalls 1840 nahmen Ruolz in Frankreich und beide Elkington in London [* 11] Patente für diese Art der Vergoldung, die in Deutschland durch Elsner und Böttger, in Frankreich durch Roseleur und Christofle ausgebildet wurde. Die Kontaktvergoldung erfand Frankenstein in Graz [* 12] 1842.
Vgl. Schreiber, Vergoldungs- und Versilberungskunst durch Einlegen oder Anreiben (Weim. 1853);
Elsner, Galvanische [* 13] Vergoldung, Versilberung etc. (3. Aufl., Leipz. 1856);
Roseleur, Guide pratique du doreur (5. Aufl., Par. 1884).