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Die Farnsburg wurde um 1330 errichtet, beim Erdbeben von 1356 mit unbekanntem Ausmass beschädigt, danach aber wieder instand gestellt. Die Schwachstelle bei der Spornlage war der Zugang via Halsgraben zur Burg, weshalb sie durch eine mächtige Schildmauer geschützt wurde. Bis 1520 erfolgten weitere Ausbauten mit Toren und Türmen, danach erfuhr die Burg nur noch unbedeutende Veränderungen. Einzig die Wendeltreppe entstand erst 1930 für die Begehung der Aussichtsterrasse auf der Schildmauer. In der Vorburg, den beiden Schlossgräben und im grossen Halsgraben waren Kräuter- und Gemüsegärten angelegt, die teilweise mit Buchs eingefasst waren.
Von 1461 bis 1798 war die Burg im Besitz der Basler Landvögte, die von hier aus ihre Macht über ihr Hoheitsgebiet ausübten. Der letzte Vogt verliess 1798 während der Basler Revolution die Burg. Diese wurde anschliessend von den Landleuten ausgeraubt und in Brand gesteckt. Danach diente sie als Steinbruch für den umliegenden Hausbau und ist seit 1813 eine Ruine. Als die ersten Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten 1930 begannen, war sie bereits ein stark überwachsener Schutthügel. Bis heute wurde die Ruine in mehreren Phasen erforscht und instand gestellt. Neuerdings droht die mächtige Schildmauer wegen eindringendem Wasser auseinanderzubrechen, weshalb 2013 erneut mit Sanierungsarbeiten begonnen wurde.
Dank den Restaurierungsarbeiten auf der Farnsburg seit 1930 wurde der ganze Felsvorsprung mit der Ruine weitgehend von der Verwaldung freigehalten. Diese Massnahmen liessen ein feingliedriges, besonntes Felsbiotop entstehen, das mit seinen Mauerfugen und Gesteinsschuttböschungen diversen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bietet. Trockenheitsresistente Moose, die nach einem Regen innert kurzer Zeit ergrünen, bilden in den Mauerfugen allmählich Humus. Darin können Samenpflanzen keimen und Farne wachsen, wodurch wiederum eine Lebensgrundlage für Schnecken, Insekten und andere Kleintiere geschaffen wird. Krautpflanzen mit grossem Feinwurzelwerk und tiefwurzelnde Gehölze überstehen die sommerlichen Trockenperioden, indem sie die Wasserreserven der dicken, porösen Burgmauern nutzen.Aus dem nährstoffreichen Mauerschutt, dessen Nährstoffe aus dem früheren Burgleben stammen dürften, wachsen Kletterer wie Efeu und Waldrebe den Burgmauern empor. Burgsanierungen erhalten einerseits dieses besondere Artengefüge, andererseits muss auch ein Teil davon schonend zurückgestutzt werden, da sonst das erhaltenswerte Mauerwerk Schaden nehmen würde.
Einzelne Pflanzen sind nur aufgrund der ehemaligen Burgnutzung an diesem Standort vorhanden. Das Kleine Immergrün kommt bei den meisten Schlössern und Burgruinen vor, was vermutlich auf die ehemalige Nutzung als Wundheilpflanze und Kranzblume zurückgeht. Der Schildblättrige Ampfer ist in der Region praktisch kaum vorhanden, wächst aber auf der Farnsburg in ein paar Dutzend Exemplaren. Er wurde in den Burggärten des Mittelalters häufig als Gemüsepflanze angebaut und war zumindest bis in die 1940er-Jahre auch auf den Burgruinen Falkenstein, Frohburg und Rifenstein zu finden. Aus dem Schildblättrigen Ampfer wurde Sauerkraut als wichtiger Nahrungsvorrat für den Winter hergestellt.
Der Ausblick nach Norden schweift über die Rebdörfer Buus und Maisprach hinweg zum Sunnenberg, dem ins Hochrheintal vorgeschobenen Hügelzug des Rheinfelder Tafellandes. Die Kammlinie bildet auch die Grenze zum nordwestlichsten Bezirk des Kantons Aargau: dem Fricktaler Bezirk Rheinfelden. Der Nachbarbezirk ist auch im Osten hinter dem Steinmetzendorf Hemmiken schnell erreicht. Der Bezirk Rheinfelden teilt sich landschaftlich in den aargauischen Teil des Rheinfelder Tafellandes und im Norden in das Hochrheintal zwischen Kaiseraugst und Stein. Die Tafeln sind im Bezirk Rheinfelden schmaler als im Baselbiet, weshalb auf den Höhen keine Weiler und Dörfer, sondern nur Einzelhöfe entstanden sind. Sämtliche Dörfer liegen in den Tälern von Violenbach, Magdenerbach, Möhlinbach beziehungsweise im Fischingertal. Sie alle entwässern in nordwestlicher Richtung ins Hochrheintal. Das Rheintal nimmt mehr als einen Drittel der Fläche des Bezirks ein. Zwischen Rheinfelden und Wallbach beschreibt der Rhein einen grossen Bogen nach Norden. Bis in dieses Gebiet stiess während der grössten Vergletscherung das Eis vor und hinterliess Schottermassen und Endmoränen. Heute liegen hier fruchtbares Ackerland und nördlich davon am Rhein die ausgedehnte Waldungen Unter- und Oberforst.
Rheinfelden, der Hauptort des Bezirks, wurde um 1130 an geeigneter Schutzlage gegründet, wo sich der Rhein gut überbrücken liess. Ungefähr zur gleichen Zeit entstand hier der älteste Rheinübergang der Region, womit die Rheinfelder Brücke älter ist als die Basler Mittlere Brücke (1225). Der Übergang war zu Beginn sehr bedeutend und Rheinfelden entwickelte sich zu einem Marktort mit Handel und Verkehr. Rheinfelden gehörte bis 1797 zum habsburgischen Österreich und wurde dort als Randgebiet oft in die kriegerischen Auseinandersetzungen hineingezogen. Dies führte zu einer geringeren Besiedlung und nachfolgend zu einer schwächeren Industrialisierung des Bezirkes im Vergleich zum baselorientierten Ergolzgebiet. Einen Aufschwung bewirkte 1844 mit der Entdeckung der Salzlager die Salzgewinnung, die auch Badegasthöfe und Tourismus brachte. Die Eisenbahnlinie Basel – Brugg (1875), die Brauereien und das Rheinfelder Kraftwerk (1898) brachten weitere Entwicklungsschübe. Grossüberbauungen in den 1970er-Jahren wie Liebrüti in Kaiseraugst und Augarten in Rheinfelden trugen neben den üblichen Einfamilienhausquartieren anderer Gemeinden zum Bevölkerungswachstum bei. Heute ist der Bezirk Rheinfelden bezüglich Verkehr und Pendlerströmen stark in die Region Basel eingebunden.
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