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Chemische Untersuchungen über die Verwitterung der Steinkohlen, von Grundmann (, Zeitschrift für das Berg-, Hüttenund Salinenwesen", 1866, S. 52 bis 72). Die Resultate der Untersuchungen, welche Grundmann früher über diesen Gegenftand veröffentlicht hat *), wonach die Steinkohlen Oberschlestens bei längerem Liegen in der Luft über 50 pát. in 9 Monaten verloren, batten den Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit hervorgerufen. Diesen gegenüber erinnert der Verf. zunächst an die Untersuchungen von Barrentrapp, welcher kohlensäurefreie Luft durch ein Gefäß leitete, in weldiem er feuchte Koblen cingeschlossen hatte, wobei fich herausstellte, daß auch bei gewöhnlicher Temperatur fid) schon Kohlensäure bildete, deren Menge bei erhöhter Temperatur immer größer wurde. Bei 140° C. bildete sich schon soviel Rohlensäure, daß, wenn der Versuch bei dieser Wärme 3 Monate lang fortgefeßt räre, aller Kohlenstoff der angewendeten Rohle fich als Kohlenfäure verflüchtigt hätte. Da cine Temperaturerhöhung, selbst bis zu diesem Grade, in Anhäufungen von frischen Steinkohlen häufig genug stattfindet
, so lehrt dieser Versuch, daß die Steinkohlen, wie alle übrigen organischen Stoffe, dem Verwesungsprocesse, das heißt einer Orydation an der Luft, unterworfen sind. Dies erklärt auch die bekannte Thatsache, daß Rohlen, die zu Tage geben oder nur mit einer schwachen Gebirgemaffe überdeckt sind, andere Eigen jchaften zeigen, als diejenigen derselben Flößpartie, welche tief unter Sage liegen und vor der Einwirkung der Atmosphäre vollkommen geschüßt sind. Dieses Verhalten ist von größter Wichtigkeit sowohl für die Consumenten, wie für den Bergbau; für Lesteren besonders auch deshalb, weil die bei der Verwitterung gebildeten Gaje sich in den Betriebsstrecken alter Baue in gefabrbringender Weise anhäufen können.
Der Verfasser hat seine früheren Versuche wieder aufgenommen und dabei auch noch feine Aufmerksamkeit auf die Verminderung der Bad- und Gasfähigkeit gerichtet, da dic Cofefabricanten bes haupteten, daß fte 8 bis 14 Tage gelagerte Roble nicht mehr Grauden könnten, und die Gasanstalten der Ansicht waren, daß die im Sommer für den Winterbedarf bezogenen Kohlen schlechterer Qualität seien, als bei der Lieferung bedungen wäre. Für diese Untersuchungen wurden auf der Königin Louisen-Grube bei Zabrze aus Kleinkohlen, welche zu den besten Bad- und Gaskohlen Oberschlestens zählen, ferner auf der Grube Gottessegen bei Antonienhütte yon den bei den dortigen Hohofen benußten Sinterfohlen und auf Wolfgangsgrube bei Ruda von hallbackenden Rohlen befondere Halden aufgefahren, welche durch Nichts vor dem Einflusse der Witterung geschüßt wurden. Ihre Höhe betrug 4 bis 5 Fuß (1",25 bis 1“,5) und der Durchmesser 20 bis 30 Fuß (6",3 bis 9",4); auch in der Größe des Kornes waren die Halden gleid). Zugleid) wurden auf den genannten Gruben auch Stückfohlen niedergelegt, und zwar auf Königin Louisen-Grube in einem verschlossenen Raume, auf Gottessegen-Grube nur vor den atmosphärischen Niederschlagen geschüßt, auf Wolfgangsgrube in cinem Raume, wo Luftwechsel wie in cinem Wohnzimmer stattfand. Um die Proben für die Vera brennungsanalysen zu gewinnen, wurde von der ganzen Oberflädye der Halden cine dünne Schicht Rohlen bis zu einer halben Donne abgekraßt, diese durch einen Hammer zu einem feinen Pulver zerfchlagen und von diesen durch oft wiederholte Fractionirung endlich die zur Analyse dienende Menge erhalten. Von den Stücfohlen wurden zur Zeit des Versuches Stückchen von 2 bis 3 Loth genommen und ähnlich wie bei den Kleinkohlen behandelt.
Die Analysen der frischgeförderten Koblen wurden dreimal an verschicdenen Fractionstheilen wiederholt. Die späteren Analysen wurden stets an ciner neuen Probe wiederholt, wenn die Resultate berfelben an die vorhergehenden Analysen feinen fideren
Anschluß erkennen ließen. Die Methode, welche der Verfaffer bei den einzelnen analytischen Arbeiten verfolgte, ftimmt mit derjenigen überein, welcher er fich bei seinen früheren Untersuchungen bes diente.
Schon aus den früheren Untersuchungen war bekannt, daß die in Halden aufgeworfenen Kohlen in den ersten zwei bis drei Monaten, ja fogar in den ersten Wochen ihrer Lagerung die größten Veränderungen erleiden, wofür schon der Umstand spricht, daß der Wärmegrad in den ersten drei bie vier Wochen fein Marimum erreicht. Auch stand durch die früheren Erfahrungen fest, daß die Veränderungen der Rohlen im Inneren der Halden von denen der im Aeußeren wenig abweichen. Das Probenehnen fand daher zuerst von 14 zu 14 Tagen und später in längeren Zwischenräumen Statt, und zwar wurde zum Schlusse der Untersuchung auch noch eine Probe aus dem Inneren hinzugefügt. Bei den lezten Kohlensorten dauerte die Beobachtung über ein Jahr, bei denen von Königin-Louisen-Grube 9 Monate. Da die früheren Untersuchungen ergeben hatten, daß Stückfohle fich weniger verändere, als Kleinkohle, so wurden bei Ersteren die Untersuchungen in größeren Zwischenräumen wiederholt.
Als Ergebniß der Untersuchungen führt Grundmann zuerst an, daß das specifische Gewicht nicht wesentlich fich verändert; er bemerkt hierzu, man sollte meinen, daß die ganze Masse fidh auflockern müsse, weil ja in der That ein Zerfallen und Mürbes · werden der Rohlen stattfindet, und baß diese Veränderung in einer Verminderung des specifischen Gewichtes fich fund geben müßte. Man darf wohl annehmen, daß dies thatsächlich der Fall ift. Wenn aber der Versuch dennoch keine Veränderung nachweist, so liegt der Grund wohl darin, daß zur Bestimmung des specifischen Gewichtes bei den Steinfohlen ftete Feste und wohlgeformte Stückchen ausgewählt wurden, die durch ihre Festigkeit dem Einflusse der Atmosphärilien Widerstand geleistet hatten (also gar nicht vers ändert waren. D. Ref.). Wir stimmen dem Verfasser bei, wenn er meint, daß die Untersuchung von feinem Pulver der zurückges bliebenen festen Substanz ein ähnliches Resultat geliefert hätte. Um den Bergmann, , der ungläubig den Kopf schüttelt, wenn ihm gesagt wird, daß die feit einem Jahre unter seinen Augen liegens den, in ihrer äußeren Gestalt und im Volumen kauin etiras vers änderten Kohlenhalben, bereits die Hälfte ihrer Masse verloren haben", bon der Richtigkeit dieser Behauptung zu überzeugen, hätte es allerdings anderer Versucémethoden bedurft.
Daß das hygroskopische Waffer kein fyftematisches Abs oder Zunehmen zeigt, findet der Verfasser im Einklange damit, Daß der Wassergehalt einer und derselben Steinkohlenforte nur von dem Wärme- und Feuchtigkeitegrade abhängig sei. Verschiedene Steinkohlensorten werden in ihrem hygroskopischen Verhalten um jo größere Verschiedenheiten zeigen, je verschiedener ihre Structur ist. Es muß noch bemerkt werden, daß der Verfasser, um den Gehalt an hygroskopischem Wasser zu bestimmen, die Rohlen so lange an der Luft liegen ließ, bis bei dem jedesmaligen Feuchtigkeits- und Wärmezustande ihr Gewicht unverändert blieb.
In Beziehung auf den Gehalt der bei 100° getrockneten *) Substanz an C, H, N und 0, bemerkt der Verfasser, daß seine Angaben nicht direct, sondern nach Abrechnung des jeweiligen Gehaltes an hygroskopischem Wasser gefunden worden sind, weil mit Kohlen, welche bei 100° getrocknet sind, der Chemifer nur unsichere Resultate erzielen kann, weil ein solches trođenes Pulver sehr hygroskopisd ist“.
In Betreff des Ergebnisses der analytischen Untersuchungen, welche vom Verfasser tabellarisch zusammengestellt find, bemerkt er zunädyst, daß „, bei Kohlenstoff, Wasserftoff und Sticftoff cine stetige Abnahme und bei Sauerstoff, Schwefel und Asche eine stetige Zunahme“ stattfindet, und zwar ist Leştere in den ersten Monaten am größten. Dies wird dadurch erklärt, daß die Asche aus erbigen Theilen besteht, welche fich nicht verflüchtigen, und daß der Schwefel, wenn die Verwitterung nicht bei höherer Temperatur vor fich geht, zu Schwefelsäure orydirt wird, welche sich mit dem zu gleicher Zeit aus dem Schwefeleisen ent
*) Es ist nicht erfichtlich, ob sich der Berf. überzeugt hat, daß beim Erwärmen auf 1000 'nidit don gasförmige 3ersegungsprobucte entweichen. Marsilly fand, daß in einer gut badenden Koble schon bei 50° eine Entwidelung von Gas begann, die aber erst bei 100° erheblich wurde. Grundmann erwähnt nur bei anderer Gelegenheit, daß das Gewicht der Kohlen zwischen 200 und 300° unverändert blieb. Xuf das Resultat der Analysen ist der "fraglidhe Bunkt nicht ohne Einfluß.
*) Bergl. Bd. VII, S. 585 8. 3.
ftandenen Eisenorybul verbindet oder auch zur Bildung von Eisenorybuls Alaun Veranlassung giebt. Als Beispiel führen wir an, daß die frische Kohle von Gottessegen-Grube am 24. September 1864 an Asche und Schwefel 10,341 + 1,084 11,425 pCt. enthielt; am 9. Dctober 1865 war die Menge ber Asche und des Schwefels = 15,761 + 1,655 = 17,416 pt., also ift bie relative Zunahme des Schwefel- und Aschengehalten während dieses Zeitraumes = 5,991.
Auch der Sauerstoffgehalt zeigt während der Verwitterungsperiode eine Zunahme; es muß mithin eine Aufnahme des Sauerstoffes aus der Luft ftattgefunden haben. Das VerwitterungsproDuct ist mithin sauerstoffreicher, als die frische Roble. Um diese Verhältnisse anschaulich zu machen, hat der Verf. für die organifchen Beftandtheile der Kohle (mit Ausschluß des Stickstoffel) Formeln berechnet. So giebt er z. B. für die frische Kohle ber Wolfgang-Grube vom 5. October 1864 bie Formel C. H,,00; für die verwitterte vom 9. October 1865 dagegen C., H1606. Er macht darauf aufmerksam, daß man nach biefen Formeln auch die verschiedene Zusammenfeßung der frischen Rohlen leicht erkennt. Für die von Gottesiegen-Grube findet er CA6H2,0%; wenn das gegen die der Wolfgang-Grube = C,H,O, ist, so stimmt dies mit den in der Praris bekannten Unterschieden beider Rohlenforten überein, indem die ersten als gute Flammkohlen, die anderen aber als gute Schmtebefohlen bekannt sind.
Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, daß durch die Vers witterung die Qualität der Rohle verschlechtert wird, denn es tritt eine Vermehrung des Gehaltes an Asche, Schwefel und Sauerstoff ein, wogegen die verbrennenden und wärmegebenden Bestandtheile, Rohlenstoff und Wasserftoff, abnehmen. Diese Veränderung ist in den ersten Wochen am größten. Die Kohlen von Gottessegen-Grube haben innerhalb 14 Tagen die Hälfte des Sauerftoffes aufgenommen, den fte in Jahresfrift aufnehmen, in gleicher Weise von Königin-Louisen-Grube. Die von Wolfgang - Grube dagegen, welche schon mit einem größeren Sauerstoffgehalte zu Tage gefördert werden, erleiden eine bedeutend geringere Veränderung. Der Verf. fügt die für die Geologie wichtige Bemerkung hinzu, nach diesen Erscheinungen müßte man annehmen, daß eine sauerftoffarme Kohle und eine sauerstoffreiche im Laufe der Zeit, als aschenfreie Steinkohlensubftanz betrachtet, durch die Verwitterung eine gleiche Zusammenseßung erlangen.
Die Schnelligkeit der Verwitterung hängt übrigens mit der Structur zusammen; Stücfohlen verwittern langsamer als Kleinfohlen, und unter den Stückfohlen bleiben wieder die dichteren Sorten, die Pech- und Cementfohlen länger unverändert, als die Blätterfo
blen.
Der Verwitterungsproceß der Kohlen besteht im Wesentlichsten in einer „Umwandlung der organischen Verbindungen in unorganische, die als Rückbildungen zu Kohlensäure, Kohlenwasserstoff und Wasser aus der Kohlenmasse austreten". Die Äschen bestandtheile bleiben in ihrer Menge unverändert; der Verf. benußt sie daher, um aus den Verhältnissen der Bestandtheile der frischen Kohlen zu denen der verwitterten durch Rechnung die Verluste in Gewichtstheilen festzustellen, welche als unorganische Rückbilbungen aus der Rohlensubstanz verschwunden sind. Der Verfaffer hat aus dem Resultate seiner Analysen die Werthe berechnet, welche er in einer besonderen Rubrik als absoluten Gewichtsverlust zur sammenstellt; fte enthalten die Summe der Verluste, welche die einzelnen Bestandtheile der Kohlen erlitten haben, nach Abzug der Gewichtszunahne, welche fte durch höhere Drybation erlangten. A18 Beispiel führen wir an, daß dieser Verluft bei den Kohlen von Gottessegen-Grube vom 24. September 1864 bis 9. October 1865 zu 33,726 pt. berechnet ift.*
Der Verfasser bemerkt noch, daß, da die Verwitterung der Roblen als Verwesung oder langsame Verbrennung aufgefaßt werden muß, die durch sie hervorgebrachyte Temperaturerhöhung leicht die Selbstentzündung frischer Rohlenhalben, sowie die Ents ftehung von Grubenbränden erklärt.
Aus dem Ergebnisse der Analysen find ferner die Wärmeeins heiten, welche nach Sdheerer's Beredynungsweise die Kohlen in den verschiedenen Stadien der Verwitterung zu liefern vermögen, und hieraus ihr Brennwerth berechnet (das heißt die Menge von
Dampf aus Waffer von 0° C. bei 28 Zoll (760**) Barometerhöhe für der Wärmeeinheiten). Ein Blick auf biese Zahlenwerthe zeigt, daß der Brennwerth berwitternder Rohlen geringer wird, indem er fich bermindern muß im Verhältniffe, wie Wasserstoff und Kohlenstoff abnehmen und der Sauerstoff zus nimmt. So zeigt z. B. die verwitterte Kohle von GottessegenGrube eine Abnahme im Brennwerthe von 17,168 pát. – Neben der Rubrif, welche diese Abnahme im Brennwerthe enthalt, ist noch eine andere berechnet, welche erhalten ist, indem zu den Zahlen der ersteren der absolute Gewichtsverlust addirt ist; , denn was am Gewicht nicht mehr vorhanden ist, kann auch nicht mehr verkauft werden.
Die Cokfähigkeit oder das Backungsvermögen wird durch die Verwitterung rasch vermindert. Die frische Kohle von Gottessegen-Grube lieferte gut gesinterte Coks von großer Festigfeit. Die Kleinkoble berselben konnte bei rasch geförderter Gluth jogar bis zum Backen gebracht werden. Die nady 11 Tagen, also am 5. October 1864, genommene Probe hatte die Badfähigkeit verloren; aber die einzelnen Stückchen waren gesintert, und das feine Kohlenpulver zwischen den Stücken hatte durch die Vercokung cine körnige Forni erlangt. Dic am 19. October, also nach 24 Tagen, genominene Probe konnte in Stücken nur schwach zum Sintern gebracht werden, und das Rohlenpulver wurde durch das Vercoken staubartig mit weniger gekörnten Beimengungen. Vom 24. December ab war die Coffähigkeit vollständig verloren, und in den Sommermonaten 1865 konnten die Coks durch Schütteln in der zur Vercokung gebrauchten Glasretorte in Staub und feines Pulver verwandelt werden.
Bei den Stückkohlen zeigte fich die Cokfähigkeit nicht wesentlich verändert.
Sowohl die Beschaffenheit, wie die Ausbeute an Coks find abhängig von dem Verfahren bei dem Erhigen; bei rasch gesteigerter Oluth wird sowohl der Zusammenhang, als die Ausbeute vermehrt (hierauf beruht ein Theil der Vorzüge der Appoldt': fchen Defen). Bei der Untersuchung verschiedener Rohlen müssen diese daher alle auf gleiche Weise behandelt werden.
Was die Ausbeute an Coke betrifft, so zeigt sich diese durch die Verwitterung vermehrt, wie dieses burch die Zunahme der Aschenbestandtheile bedingt wird. In der Zusammensepung der Goks ergab bic Elementaranalyse außer der Zunahme des Aschengehaltes feinen erheblichen Unterschied. Es verdient bemerkt zu werden, daß die Menge dieser Aschenbestandtheile geringer ges funden wurde, als die Berechnung verlangt, was fich badurch erklärt, daß bei der Vercokung durch die entweichenden Gaje ein Theil der unorganischen Stoffe als Flugasche mit fortgerissen wird. Jin Großen zeigt sich dasselbe Verhalten.
Auch der calorimetrische Effect der Coke ist in besonderer Rubrik berechnet.
Um den Werth der Kohlen für die Gasbereitung" zu beurtheilen, hat der Verfasser aus den Analysen den sogenannten verfügbaren Wasserstoff berechnet, bemerkt aber dabei
, daß ein bestimmtes Verhältniß zwischen demselben und der Menge und Güte des Leuchtgases sich nicht bestimmen lasse, da die Göhe der Temperatur bei der Vergasung fehr in Betracht komme. Neben der Zahlenreihe, welche die durch das Erperiment gefundene Ausbeute an Gas enthält, befindet fich eine Rubrif, worin die Abnahme in Procenten berechnet ist. Um anzugeben, wie viel die Kohlen überhaupt an Werth für die Gasbereitung verloren haben, ist die procentige Verschlechterung zu dem Totalverluste addirt worden. Es ist nicht zu verkennen, daß diese Zahlenreihen in einem ziemlich gleichen Verhältnisse mit fenen stehen, welche den Totalverlust am Brennwerthe quebrücken.
Schließlich führt der Verfasser im Großen ausgeführte Versuche an, aus welchen fidi ebenfalls ergab, daß die Koblen sehr bald an Werth für die Gasbereitung verloren hatten. Auf der Gasanstalt zu Rattowiß lieferten frisch angefahrene Kohlen 1348 Cubiffuß Leuchtgas pro Tonne (18,381 Liter pro Hektoliter). Eine Partie derselben Kohle, die einen Monat lang unter einem Schuppen vor den atmosphärischen Niederschlagen geschüßt gelagert hatte, lieferte 1116 C6ff6. (15,218 Liter) Gas, ein anderer Theil, der ebenso lange im Freien gelegen hatte, gab nur 950 Coff6. Gas pro Sonne (12,959 Liter pro Hektoliter). Racy Procenten berechnet, hatten also die unter Dach gelegenen Kohlen wihrend eines Monate: 17,211 pCt., und die im Freien gelegenen 29,526 pCt, verloren.
*) Ueber den bei diesen Berechnungen eingeschlagenen Weg wird diese Zeitschrift an einer anderen Stelle voraussichtlich eingebendere Bemerkungen bringen.
Spannweiten als Abscissen, die Gewichte als Drdinaten aufgetragen find, zeigt wieder das Durcheinander der bestehenden Constructionen, hervorgerufen durch die Verschiedenheit mancher äußeren Umstände, der Systeme, der Zeit und Geschidlichkeit bei der Ausführung, läßt indessen eine untere regelmäßige Grenze der Leichtigkeit unge fähr erkennen, deren Erreichung durch eine ale maßgebend hinges stellte Linie als wünschenswerth bezeichnet wird.
G. F. S.
Bauwesen. In dem Werke , Fortschritte der Technik des deutschen Eisenbahnwesend in den legten 8 Jahren. 1866." befindet fich ein Referat von 3. W. Schwedler über die Frage: ,, Welches find die bisher durch die Praris und fortgeschrittene Theorie gewonnenen wichtigsten Resultate über die Construction von eisernen Brücken?" && ift interessant, hier zurückzugreifen auf eine Broschüre von demselben Verfasser, erschienen unter dein Titel: „Ueber Brückenbalkensysteme von 200 bis 400 Fuß Spannweite“. Vortrag gehalten in der XIII. Versammlung deutscher Architekten und Ingenieure zu Hannover am 3. September 1862 von J. W. Schwedler. 18 S. 8. (Besonderer Abdruck aus der Zeitschrift für Bauwesen. Jahrgang 1863.) Berlin 1863. Ernst & Korn.
Es wird in legterem Werkchen eine Anbahnung der Frage über die Wall des am billigsten auszuführenden Systemes gesucht. Nachdem Formeln für den theoretisch nothwendigen Materialaufwand gefunden sind, werden ausgeführte Constructionen mit diesen verglichen; es ergiebt sich, da immer mehrere Beispiele desselben Systemes vorhanden sind, daß wesentlich die praktische Durchführung der Construction bei den Gewichtsdifferenzen maßgebend ges wesen ist. — Um nach Maßgabe der aufgeführten Beispiele die Systeme unter einander vergleichen zu können, werden diese Beispiele auf gleiche Belastung und gleiche größte Inanspruchnahme des Materiales zurückgeführt; hier erhält man die schwersten Con= structionen mehr als viermal so schwer als die leidytesten, so daß die angewendete Reduction in den angegebenen Grenzen nicht als richtig angesehen werden kann, vielmehr bei genauerer sich noch größere Differenzen ergeben würden; indessen käme man body zu Feinem anderen Schlusse als dem angeführten, daß nämlich die Beispiele in Bezug auf Materialaufirand eine zu verschiedene Durchführung haben, um aus ihnen eine Wahl für das in eben dieser Beziehung vortheilhafteste System treffen zu dürfen. Aus anders weitig gefundenen Resultaten wird schließlich gezeigt, daß bei Spannweiten von mehr als 250 bis 300 Fuß rheinl. (78",5 bis 94") das Gewicht des Balkenß mehr als im Quadrat der Spannweite wächst, so daß höchstens zwischen 700 und 800 Fuß rheinl. (220" bis 250") die Grenze der Ausführbarkeit von Eisenbahnbrücken mit Balkensystem liegt.
In der Prosdüre ist also die Lösung der Frage nicht ents halten; wohl aber sind die Hindernisse aufgedeckt, die derselben entgegenstehen. Dies sind die unzureichenden Angaben über ausges führte Constructionen, dann besonders die verschiedenartige praktische Durchführung, welche beweist, daß die Behandlung ungleich ges schickten Händen überlassen worden ist, und daß ferner der Mangel an Erfahrung ben Ansichten über Zweckmäßigkeit weit auseinander zu gehen gestattet.
In der w:iteren Verfolgung des Gegenstandes in dem genannten Referate wird mehr der Standpunkt der guten praktischen Durchführung herangezogen. Continuirliche Träger werden den Einzelbalken nachgelegt und für diese das Fachwerkiystem empfohlen bis herunter zu 10" Spannweite, wo Blechfüllung und noch weiter, soweit sie ausreichen, I-Balken genannt werden. Bei der Entscheidung zwischen geraden und parabolischen Balken wird bei Lega teren als zweckmäßig die Gleichmäßigkeit in den Querschnitten, als unpraktisch die aus der Zusammenführung der Gurtungen entstehende Unregelmäßigkeit hingestellt. Als Mittelweg wird eine Annäherung der Gurtungen in den Endfeltern empfohlen, wodurch allerdings theilicise dic Vortheile, theilweise aber auch die Nach theile der parabolischen Balken erhalten bleiben.
Es find die kurze und bündige Darlegung des Zweckes der einzelnen Constructionstheile und die Warnung vor unsymmetrischen und flicarbeitnißigen Anordnungen, als wohl durch Anschauung der Wirklichkeit hervorgebracht, in dem Referate zu erwähnen; deghalb aber sollten auch dic Gittersysteme verworfen sein, die stets in den Gitterstaben chief beansprucht werden, weil die gezogenen und gedrückten Stäbe auf verschiedenen Seiten der Gurtung liegen, also die Fortpflanzung der Spannung in den Schwerpunktsaren nidyt stattfindet. Die hergebrachte enge Riettheilung dürfte wohl bis zu 120mm ausgedehnt werden, wenn nicht nahe aufeinanderfolgende Stöße eine engere bedingen, da dann die gebräuchlichen Platten noch zum feften Anliegen kommen, nicht gegen 3erkniden zu weit frei liegen, und somit die enge Niettheilung einen überflüssigen Arbeitsaufwand zur Folge hätte, wenn auch die Endanschlüsse der Gurtungolagen wenig länger ausfallen.
Eine geometrische Zujammenstellung von Brücken, so daß die
Ueber Construction eiferner Brüden. Unter den von der Versammlung von Eisenbahntechnikern, welche im Sommer 1865 in Dresden tagte, bearbeiteten Fragen befindet fich auch die über die bisher geironnenen Resultate in Betreff der Construction eiferner Brücken.
Der Beantwortung wurden möglichst umfaffende tabellarische Zusammenstellungen, in denen jedoch die Angaben über einige der bedeutenderen Brückenanlagen fehlen, zu Grunde gelegt, und geben wir hier die Resultate nach der , Zeitung des Vereines deutscher Eisenbahnverwaltungen“ (1865, Nr. 47, S. 577) in den hauptsächlichsten Zügen wieder.
1) Für offene Durchlässe bis 1" Weite genügt die freie Auflage der Schienen auf guß- oder schmiedeeiserne Platten.
2) Für Durchlässe von 1" bis 2" Spannweite finden meist gewalzte Träger von I förmigem Querschnitte oder zwei mit den Füßen zusammengenietete breitbastge Schienen Anwendung.
3) Für Spannweiten von 2- bis 5" benußt man gewalzte Träger oder Blechträger von Iförmigein Querschnitte, und zwar find die gewalzten Träger häufig durch angenietete Platten am oberen und unteren Flansche verstärkt. Bei diesen Spannweiten werden, wo es an Höhe fehlt, zuweilen für jedes Bahngeleis 4 Träger angewendet, nämlich 2 Träger zu beiden Seiten einer jeden Schiene liegend, die Oberfläche der Träger und des Schienenfopfes in gleicher Höhe. *)
Bei solchen geringeren Spannweiten werden auch noch Fischbauchträger häufig angewendet, namentlich auf den österreichischen Bahnen, wobei zwischen die beiden Schienen jedes Trägers gußciserne Keile und verticale Stüßen eingespannt werden, und wobei zur unteren Schiene eine alte Fahrschiene, zur oberen womöglich eine Gußstahlschiene, damit dieselbe nur selten auégeivechselt zu werden braucht, genommen wird.
4) Bon 5 bis zu 15“ Spannweite halten die meisten Verwaltungen Blechträger von Iförmigein Querschnitte für die zwecta mäßigste Construction. Ob indessen schon bei Spannweiten zwischen 10“ und 15", wie von einigen Verwaltungen empfohlen wird, Gitteroder Fachwerksträger den Blechträgern vorzuziehen sind, hängt von speciellen und localen Verhältnissen, namentlich von den verschiedenen Preisen für Flacheisen, profilirtes Stabeisen und Blech ab.
5) Von 15" bis zu den bisher in Deutschland überbrückten größten Spannweiten von 122" werden jeßt nur noch großmaschige Gitterträger, gerade oder fischbauchförmige Fachwerk&träger und Bogenträger, sämmtlich aus gewalztem und geschmiedetem Eisen, angewendet. Bei richtiger Construction und Vertheilung des Mas teriales hat sich bisher kein entschiedener allgemeiner Vorzug irgend einer dieser Constructionen vor den übrigen herausgestellt. Das früher vielfach angewendete System der Gitterbrücken mit kleinen Maschen und überall gleich starken Gitterstäben ist jeßt so gut wie allgemein aufgegeben, nachdem durd die Theorie bie Gesete ermittelt find, nach welchen die Stärke der Stäbe fich zu richten hat. Von der Verwaltung der privilegirten österreichischen Staatseisens bahn wird der großmaschige Gitterträger ohne Verticalen mit U förmigen Gitterstäben nach dem Systeme Ruppert empfohlen, wobei die Maschen 2- bis 2”,5 weit sind, und die Stäbe gegen die Pfeiler hin dichter und steiler gestellt werden. Das zuerft von Labes angewendete und später von Pauli im Großen weiter ausgebildete System der fischbauchförmigen Fachwerksträger empfiehlt sich durch seine gefällige Forin und findet in neuester Zeit viele Anhänger. **)
6) Dag Gußeisen findet jeßt nur noch eine sehr untergeordnete Anwendung bei eisernen Brüdenconstructionen; es kommt als ein Haupttheil der Brückenträger nur bei den nach dem Schiffforn's ichen Systeme construirten eisernen Brücken ***) auf der galizischen Carl-Ludwig&-Bahn vor. Die früher auf der Berlin - Hamburger und der Berlin-Potsdam-Magdeburger Bahn angewendeten eisernen Sprengwerksträger mit gußeiserner Druckgurtung sind als den schweren Belastungen nicht entsprechend später ausgerechselt und meistens burdy Gitterträger erfest worden.
*) Vergl. hierüber B8. IX, S. 618 8. 3. **) Bergi. hierilber Bd. VIII, S. 359 und 417 und Bd.IX, S. 463. ***) Vergi. Bd. X, S. 81 8. 3.
D. Red. (E.)
7) Große Brücken mit mehreren Deffnungen erhalten jeßt seltener als in früheren Jahren continuirliche Träger auf ihre ganze Länge, weil man durch die Theorie den schädlichen Sinfluß geringer Senkungen der Pfeiler auf solche continuirliche Träger erkannt hat. Bei den neuesten von Ruppert construirten großen eisernen Brücken find indessen troßdem die Träger continuirlich gemacht, um dabei etwas an Material sparen zu können.
Nach Beschluß der Versammlung follen von den einzelnen Verwaltungen möglichst genaue Zusammenstellungen über Construction, Materialverbrauch, Anlagefoften u. 1. w., sowie über das Verhalten während des Betriebes der von ihnen benugten Brücken geliefert werden.
R. 3
Referate über eiserne Brüden. -
XVI. Jahrgang. 1866. (S. 49.) Die eisernen Ueberbrüdungen der Altenbeken
Holzmindener Eisenbahn. Der Auffag enthält Zeichnung, Beschreibung und statische Be rechnung, sowie fehr detaillirte Gewichts- und Kostenangaben von drei verschiedenen Systemen eiserner Ueberbrückungen, und zwar:
1) für Durchlässe von 1°,255 bis 1",883 lidhter Weite mit
Långsträgern aus gewalztem I Gisen von 0“,209 Höhe, 0",111 Flanschbreite und 0",0196 Stegstärke und darüber
gelegte Querschwellen; 2) für kleinere Brücken bis 4",708 lichter Weite, mit durch
brochenen Blechträgern und burdgesteckten Querschwellen. Die Blechträger haben 0",628 Höhe, bei 0",010 Stärke und sind mit 8 Winkeleisen von 0",010 Stärke und 0",0785 Schenkellange armirt. Lräger über 4",394 find oben und unten noch mit einem Gurtungsflacheisen von 0o,170 Breite und 0",010. Stärke versehen. In Entfernungen von 0",785 bis 0",946 sind für die Querschwellen Ausschnitte ausgespart von 0",314 Höhe und 0“,235 Breite,
welche durch ein Winkeleifen abgesteift sind; 3) für Brücken von 7",533 lichter Weite sind die beiden Haupt-,
6 Quer- und 10 Schwellenträger aus Blechbalken gebildet. Erstere liegen in 3“,166 Entfernung von einander, baben eine Höhe von 0",752 bei 0",010 Blechstärke, oben und unten Gurtungsplatten von 0",183 Breite und 0",013 Stärke, die mit je zwei Winkeleisen von 0o,0785 Schenkel
breite bei 0",013 Stärke beseßt sind. Die Querträger beftehen aus 0“,5754 hohen und 0",0065 starken Blechtafeln, die oben und unten durch Winfeleisen, von denfelben Dimenstonen wie die der Längsträger, verstärkt sind.
Die an die Querträger befestigten Schwellenträger endlich haben 0",314 Höhe bei 0",0065 Stärke und oben und unten gleichfalle Winkeleisen, wie die vorigen.
Vier Diagonalkreuze aus Flacheisen von 0",0654 Breite und 0",010 Stärke fichern die Construction gegen Verschieben.
Die Eisenarbeiten wurden von den Fabricanten Hentschel in Caffel und Harfort in þarforten zu den Einheitspreise von 68 bis 70 Thlr. pro 1000 Pfi. geliefert, einschließlich der Kosten des Eisenbahntransportes bis zu der der Baustelle nächstgelegenen Station der westphälischen Eisenbahn. (S. 267.) Der eiserne Ileberbau der neuen Unterspree
Brüde bei Berlin. Dieses durch Eleganz wie Construction sich auszeichnende Bauwerk liegt in der Berlin umgebenden Bahnhof&verbindungebahn, gleichzeitig den Spreeübergang dieser, wie den des gewöhnlichen Straßenverkehres vermittelnd.
Sowohl das Geleise, wie die Straßenfahrbahn werden durch schmiedeeiserne Bogenträger unterfügt, bei deren Construction die wiederholt aufgestellte theoretische Forderung: dergleichen Träger, außer an den Widerlagern, auch im Scheitel mit einem Scharniere zu versehen, zum ersten Male zur Ausführung gekommen zu sein fcheint. Drei Bögen bon je 16",713 (53,125 Fuß) lichter Weite überspannen den Fluß unter einem Winkel von 8 Grad 32 Min. gegen die Stromrichtung, zwei kleinere von 12",711 lichter Weite die beiden Uferstraßen. Die Pfeilhöhe der größeren Bögen beträgt t's der Spannweite, und liegen in jeder Deffnung 14 Bogenträger neben einander, von denen je zwei, welche zur Unterstüßung des Geleises dienen, ftärker construirt sind. Die untere, bogenförmige, aber zwischen den einzelnen Knotenpunkten gerade geformte Gurtung, besteht aus zwei verticalen Platten, welche an den äußeren Seiten, oben und unten durch Winkeleifen verstärkt und mittelft Gitterwerk zu einer fastenförmigen Röhre verbunden sind, deren Höhe nach ben Auflagern hin, der Pressung entsprechend, zunimmt. Die sent rechten Stüßen fowohl wie die diagonalen Streben und Bänder Der Träger sind aus I Eisen, die oberen geraden Gurtungen aber aus doppelten Gifen gebildet. Senkrechte und wagerechte Diagonalverstrebungen endlich verbinden die einzelnen Träger unter einander.
Die bohlen gußeisernen Drehzapfen der Scharniere haben für die größeren Mittelöffnungen einen Durchmesser von 0",157, für die Seitenöffnungen von 0",118, bei einer Wandstärke von resp. 0",056 und 0",049, find abgedreht und mit den ebenfalls guß= eijernen Lagern zusammengeschliffen.
Die Straßenbrücke ist von der Eisenbahnbrücke durch ein eisernes Geländer getrennt. Die beiden Trottoirs haben eine Breite von 2",040, die Fahrbahn von 6",016, während die ganze Breite der Brücke 15",693 beträgt. Die Fahrbahn ist in der Weise bers gestellt, daß gußeiserne ca. 0",628 breite Platten unnnittelbar auf die oberen Gurtungen der Bogenträger aufgelegt wurden, die zur Aufnahme der Sandbettung für das Pflaster dienen, mit Verstärkungørippen versehen find und eine Biegung nach unten haben, durch welche die Abführung der Feuchtigkeit vermittelt wird.
Für die statische Berechnung der Träger wurde eine zufällige Belastung von 508 Kilogrm. pro 1 Odrtmtr. (100 Pfd. pro Quadratfuß) und ein Eigengewicht von 1142 Kilogrm. pro Quadratineter (24 Centner pro Quadratfuß) angenommen. Für die Träger unter dem Geleise hingegen ein Eigengewicht von 319 Kilogrm. pro laufenden Meter (200 Pft. pro laufenden Fuß) und eine zufällige Belastung von 4779 Kilogrm. pro laufenden Meter (3000 Pfb. pro laufenden Fuß).
Die Gesammtfosten des ganzen Bauwerkes endlich betragen 140,000 Thlr., wovon 50,608 Thlr. auf den eisernen Dberbau kommen. B. Zeitsdrift des Architekten- und Ingenieurvereines
für das Rönigreich Hannover.
Band XII. 1866. (S. 134.) Die Pofta u brüde von Oberingenieur Wollheim.
Diese Brücke überschreitet bei Prees in der oftholfteinischen Bahn die Postau. Der Baugrund besteht in etwa 4", Tiefe aus Moer, dann aus Triebsand init blauem Ihone, schließlich aus reinem Sande. Die Pfeiler im Flußbette wurden auf versenkten eisernen Röhren fundirt von 1",829 lichter Weite und 0,022 Wandstårke, deren jede aus 3 Stücken von 2",032 Länge besteht, die mittelst Flanschen zusammengebolzt find.
Das Nieberbringen der Cylinder geschah burch Baggerung, mittelft eines an einer Bohrstange befestigten starken Bleches von 0“,914 im Quadrate, das an vier Seiten eingeschnitten war, und dessen heruntergebogene Spißen gleichsam einen Schraubenmantel bildeten.
Peder Pfeiler steht auf drei solchen von einander unabhängigen Gylindern, welche mit Beton gefüllt find.
Der eiserne Dberbau besteht in einem einfachen Fadwerfe mit gefreuzten Diagonalen, dessen Gurtungen aus 0",018 starfem Teijen 0,152 x 0",076 mit darunter befestigten Platten hergeftellt fint.
J. S.
Gedrudt bei A. W. Schade in Berlin, Stauschreiberftraße 47.