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Wiedikon; Kreis IV: Friedhof Nordheim, Friedhof Unterstrass, alter Friedhof Oberstrass und Friedhof Wipkingen;
Kreis V: Friedhöfe Realp und Enzenbühl, alter Friedhof Neumünster und Friedhof Allmend Muntern.
Auf dem ehemaligen Neumünsterfriedhof ist ein neues (zweites) Krematorium geplant. Anzahl der Kremationen im Krematorium des Zentralfriedhofes für 1907: 232 (dazu 131 von auswärts eingebrachte Leichen).
Unser Kapitel über die hygienischen Verhältnisse der Stadt Zürich darf füglich mit dem Zitate schliessen: "Zürich ist also eine der gesundesten Städte der Schweiz».
Bibliographie. Meyer von Knonau. Der Kanton Zürich. Bd. 1, 1844. - Alb. Heim. Gebirgsansichten vom Stadthausquai und vom Hügel in der Parkanlage Enge. 1900 (mit zahlreichen lokalgeograph. Zahlen). - Näf-Hatt. Karten vom Zürichberg-Adlisberg und vom Uetliberg in 1:12500, herausgegeben vom Verschönerungsverein von Zürich und Umgebung, 2. Auflage, 1902 und 1905, mit Gebirgsansichten von Alb. Bosshard und X. Imfeld. - Wagner, E. Exkursionskarte der Albiskette, 1:30000. Zürich 1906. - Ueber die Wasserversorgung, ausser den im Text erwähnten Berichten von Bürkli und der erweiterten Wasserkommission: Escher von der Linth, Arnold, und Arn. Bürkli. Die Wasserverhältnisse der Stadt Zürich. (Neujahrsblatt der naturforschenden Gesellschaft Zürich auf 1871). - Die industriellen Unternehmungen der Stadt Zürich; gewidmet den Teilnehmern der 43. Jahresvers. des deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmännern. Zürich 1903, darin: Peter, H. Wasserversorgung; Weiss, A. Gaswerk; Wenner, V. Kanalisation. - Peter, H. Wasserversorgung (in der Polytechnikums-Jubiläumsschrift. II, 1905). - Rothpletz, G. Bericht des Stadtgärtners (ebenda). - Usteri, E. Kranken- und Versorgungsanstalten (ebenda). Peter, H. Bericht über die Erstellung der Quellwasserversorgung aus dem Sihl- und Lorzethal. Zürich 1906. - Geschäftsbericht des Stadtrates und der Zentralschulpflege für 1907. Zürich 1908. - Pflüger, P. Der Gemeindesozialismus der Stadt Zürich. Denkschrift. Zürich 1908. - Orelli, Frau S. Die alkoholfreien Wirtschaften des Frauenvereins für Mässigkeit und Volkswohl, 3. Aufl. -
Zürcher Jahrbuch für Gemeinnützigkeit. Jahresberichte der gemeinnützigen Bezirksgesellschaften. - Boos-Jegher. Eingabe an den Kantonsrat und Regierungsrat Zürich, vom Februar 1909 (betreffend Wirtschaften). Zahlreiche Jahresberichte wohltätiger Institutionen und Gesellschaften. - Erismann, F. Die Gesundheits- und Wohlfahrtspflege der Stadt Zürich, Festschrift 1909. Enthält 83 kurze Aufsätze verschiedener Verfasser, konnte zur Redaktion des Abschnittes 5 noch nicht benützt werden.
6. Handel und Gewerbe.
S. den Art. über den Kanton Zürich.
7. Verkehrswege.
Die im Zürcher Hauptbahnhof sich treffenden Verkehrsstränge sind bereits eingangs erwähnt worden. So bleibt hier noch nachzutragen, dass ausser dem Hauptbahnhof im zürcherischen Stadtgebiet noch folgende Bahnstationen den Verkehr erleichtern: Wiedikon, Enge und Wollishofen an der linksufrigen, Letten, Stadelhofen und Tiefenbrunnen an der rechtsufrigen Seebahn. In den Bahnhof Selnau münden Uetliberg- und Sihlthalbahn gemeinschaftlich; erstere (1875 eröffnet) gewinnt als steile Adhäsionsbahn über die Stationen Binz und Waldegg in weit nach W. ausholender Kurve nach halbstündiger Fahrt den Uetliberggipfel, letztere führt über Giesshübel-Brunau-Manegg-Sod-Adliswil ins Sihlthal und schliesst bei der Station Sihlbrugg an die Bundesbahnlinie Thalwil-Zug an.
Früher als die Eisenbahnverbindungen (Eröffnung der ersten Linie von Zürich nach Baden am der zweiten nach Winterthur am nach Uster am nach Zug, u. s. f.) bestanden Dampfbootkurse auf dem Zürichsee. Schon am fuhr das erste Dampfschiff. 1891 wurde der Lokalverkehr auf dem See durch Einrichtung der «Dampfschwalben» wesentlich gefördert, welche dem untern Teile des Sees heute ein prächtig pulsierendes Leben verleihen, während die Kurse der grossen Dampfboote infolge beidufriger Eisenbahnen relativ reduziert wurden.
Postkurse bestehen noch zwei, einer nach Maur und einer nach Zumikon. Zürich hat 19 Post- und 17 Telegraphenbureaux.
In der Stadt selbst vermittelt ein weitverzweigtes und rasch sich vergrösserndes Netz von Strassenbahnen den Verkehr. Als privater Pferdetramway wurde die erste Linie am eröffnet. Kaum ein Jahrzehnt später erstand die erste elektrisch betriebene Linie nach der Burgwies, und 1898 wurde das mit dem Pumpwerk im Letten verbundene Elektrizitätswerk derart betriebsfähig, dass das ganze Strassenbahnnetz ¶
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in städtischen elektrischen Betrieb gestellt werden konnte. Bald wurde durch Ankauf auch die zentrale Zürichbergbahn und die Strassenbahn des Industriequartiers angegliedert. Heute bestehen als Privatstrassenbahnen noch die Linie vom Giesshübel nach dem Albisgütli, die Limmatthalstrassenbahn von der Marienstrasse nach Altstetten-Schlieren-Dietikon (von hier Strassenbahn über den Mutschellen nach Bremgarten)-Unterengstrigen-Kloster Fahr-Weiningen, sowie die Linien vom Hauptbahnhof bezw. von Wipkingen nach Höngg und vom Leonhardsplatz nach Oerlikon-Seebach-Glattbrugg mit Abzweigung nach Schwamendingen. Ausserdem drei Seilbahnen nach den Höhen des Zürichberges: vom Rigiplatz nach dem Rigiviertel, vom Leonhardsplatz zum Polytechnikum und vom Römerhof zum Waldhaus Dolder, mit anschliessender Strassenbahn bis zum Grand Hotel Dolder.
Die Baulänge des Netzes der städtischen Strassenbahn betrug Ende 1907 29,8 km, die Geleiselänge im Ganzen 59,4 km (Doppelspur teilweise ausgebaut), mit 133 Motor- und 32 Anhängewagen. Das ganze Netz ist in 6 verschiedene Betriebslinien eingeteilt, deren Wagen durch farbige Zahlentafeln kenntlich gemacht sind. Tagesfrequenz 1907: 62136 Personen. Als weitere Verkehrsmittel sind einige Taxameter-Motordroschken und der gewöhnliche Droschkendienst zu erwähnen; der letztere ist durch Prämierungen, welche der Verkehrsverein veranstaltet, wesentlich verbessert worden. Zahlreiche Motor-, Ruder- und Segelboote können am See gemietet werden, und breite Ledischiffe vermitteln den Warenverkehr (namentlich Baumaterialfuhren aus den Sandsteinbrüchen und Kiesgruben des obern Zürichsees).
Zürich zählte im Jahre 1907 941 Strassen und Plätze. Infolge rascher Erweiterung des Stadtbildes an der Peripherie kommen jährlich zahlreiche neue hinzu. Ganze Strassenzüge entstehen an den Abhängen des Zürichberges, wo die alten Wildbachthälchen künstlich ausgefüllt oder mit Dämmen überbaut werden. So ist der Wolfbach, der von Hottingen her beim oberen Mühlesteg in die Limmat mündete, für das Auge vollständig verschwunden, ebenso der Klosbach, der Hornbach eingedämmt, die Nische des ehemaligen Lindenbaches im 4. Stadtkreis nahezu verschwunden.
Bei Nacht wird die Stadt durch Auerlicht und an den grössern Plätzen und Hauptverkehrsadern durch elektrische Bogenlampen reichlich beleuchtet. Die Gasbeleuchtung wurde 1856 durch eine Privatgesellschaft eingeführt. 1886 übernahm die Stadt diese Aufgabe. Das heutige Gasleitungsnetz reicht bis an die äussersten Grenzen der Stadt, sogar bis auf den Uetliberggrat. Alles wird gespeist vom städtischen Gaswerk in Schlieren, das in Anlage und Betrieb ein Musterwerk ersten Rangs genannt zu werden verdient. Im Dezember 1908 lieferte es täglich 105000 bis 106000 m3 Gas bei einem täglichen Kohlenverbrauch von 35 Waggons.
Dank seiner neu durchgeführten Erweiterung durch eine beim ersten Bau (eröffnet 1898) schon vorgesehene Parallelanlage mit Vertikalretorten und Wagenkipper ist es jetzt noch bedeutend leistungsfähiger geworden. Jahresleistung 1907 = 26640200 m3, davon Privatkonsum und Gaslieferung an Aussengemeinden (Adliswil, Oerlikon, Zollikon, Kilchberg, Schlieren, Albisrieden-Altstetten) 22162889 m3. Diese Zahlen sind in rapidem Steigen begriffen; Zunahme von 1906 auf 1907 = über 12%. Gasverbrauch per Kopf und Jahr 114,02 m3 (Stadt Zürich und obige Aussengemeinden). Flammenzahl am Oeffentliche Laternen 7649, Privatflammen 321993, Flammen in der Gasfabrik 488, total 330130.
8. Geistiges Leben. - Vereine.
Das geistige Leben gipfelt öffentlich in den politischen Verhältnissen unserer ausgeprägten Demokratie. Wollte man ein wenig sezieren, so müssten die Zürcher in zwei Kategorien geschieden werden: Aktive (an der Politik Mitarbeitende) und Passive (zum Teil Geschobene, zum Teil Gleichgültige), und die erstgenannte Kategorie zerfiele sogleich in zwei weitere Rubriken: ernsthafte Arbeiter am Gemeinwesen, voll Ueberzeugungsmut und Opferwilligkeit, und ebenso fleissige politische Streber.
Ein Blick ins Tagblatt der Stadt Zürich an einem Samstag vor einem Abstimmungs- oder Wahltag dürfte diese Einteilung nicht ganz unrichtig befinden: Die ersten Bogen des auf 40 und mehr Folioseiten angeschwollenen Blattes enthalten die knapp gehaltenen offiziellen Kundgebungen (das Tagblatt ist zugleich städtisches Amtsblatt). Dann folgen ganz- und halbseitig die Aufrufe der politischen Parteikomités, die, oft mit den gleichen, namentlich der willfährigen Statistik entnommenen Motiven für schwarz, weiss und rot plädieren.
Darauf spalten- und seitenweise kostbare Inserate pro und kontra, meist unterstützt durch eine Flut von farbigen Flugblättern, die an den belebtesten Strassen verteilt und in alle Briefkästen der Häuser ausgetragen werden. Bei wichtigen Aktionen rücken einzelne Parteien sogar samthaft mit Eifer und Musik zur Urne. Einem etwa an monarchische Staatsform gewohnten Fremden muss das merkwürdig vorkommen, und doch dürfte ihm eine gewisse Feierlichkeit, die in diesem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen ausgeprägt liegt, nicht entgehen, und die Ordnung, mit der sich in der Regel alles vollzieht, flösst Achtung ein.
Zeitungen und periodische Zeitschriften erscheinen zur Zeit (1909) in Zürich etwa 160, davon 9 täglich, 1 wöchentlich dreimal, 3 wöchentlich zweimal, 53 wöchentlich einmal, 41 alle 14 Tage und 33 monatlich einmal. Schon im Jahre 1666 erschien ein Wochenblatt; die Freitägliche Wochenzeitung, heute Zürcher Freitagszeitung (Bürklizitig, Auflage 3500) datiert ihr Erscheinen vom Jahr 1673 und dürfte die älteste Schweizerzeitung sein. Die Zürcher Zeitung kam am erstmals heraus; von 1821 an heisst sie Neue Zürcher Zeitung; seit 1843 erschien sie täglich, seit mehreren Jahren dreimal im Tage, mit einer Auflage von 15000. Schon im Jahr 1801 muss das Blatt sehr regierungstreu gewesen sein, denn der Verleger bat damals den Regierungsstatthalter um teilweise Befreiung von der Zensur, da er die helvetischen Artikel einem Manne anvertraut habe, «von dem durchaus nicht zu besorgen steht, dass er irgend etwas den Geist oder Sinn der Regierung kontravierendes aufnehmen werde» (Max Uebelhör: Zur Geschichte der Neuen Zürcher Zeitung 1803-1821, in der N. Z. Z. vom 31. III. 1908).
Das Tagblatt der Stadt Zürich (Amtsblatt, Auflage 27000) besteht seit 1837. Als verbreitetste Tagesblätter sind ausserdem zu nennen: Zürcher Post, Tagesanzeiger ¶