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(Kt. Aargau,
Bez. Laufenburg).
580-289 m. Bach des
Frickthales, linksseitiger Zufluss zum
Rhein. Seine an der N.-Flanke des
Jura
zwischen
Kienberg und
Bötzberg entspringenden Quelladern sammeln sich zum
Bruggbach und Hornussenbach, die sich bei
Frick zum
eigentlichen Sisselnbach vereinigen. Dieser fliesst zunächst in w. Richtung durchEffingen, Bözen und
Hornussen, dann in nw. Richtung durch
Frick, Oeschgen und
Eiken, sowie endlich gegen N., um nun das
Frickthal zu verlassen und
die Rheinebene zu betreten, wo er westl.
Sisseln mündet. 17 km lang, Einzugsgebiet 135 km2. Kann bei Hochwasser bis zu 75 m3
in der Sekunde führen und ist dann ein wilder und stürmischer Geselle, was sich aus seinem starken
Gefälle von mehr als 7‰ erklärt. Heute ist der Bach von
Frick bis zum
Rhein verbaut, für welche Arbeiten eine Totalsumme
von 413000 Fr. aufgewendet wurde. Der an Fischen (Forellen) reiche Sisselnbach wird wohl bald auch der Industrie
dienstbar gemacht werden.
Der Monte Sissone wird von der
Fornohütte (4½ Stunden über
Sils) her
in 3½ Stunden, sowie von Morbegno im Veltlin durch
Val di Mello, über die Alp Pioda und den Fornopass
bestiegen und bietet eine wundervolle Aussicht.
Der Berg besteht aus Hornblendeschiefer und Gneis, deren Schichten W.-O.
streichen und nach S. einfallen.
Ausser der
Rhone, die den S.-Abschnitt des Bezirkes auf eine Strecke von 10,4 km von O. nach W. durchfliesst, sind an fliessenden
Gewässern noch zu nennen die
Borgne und die Prinze im S., sowie die
Morge, der oberste
Lauf derSaane, die
Sionne und die
Liène im N.
Wiesen,
Weiden, Aecker und Weinberge werden überall von bedeutenden Bewässerungskanälen, den sog.
Bisses, befruchtet. Davon sind besonders bemerkenswert: in der
Ebene die Bisses des
Champsecs, d'Uvrier, des
Vergers und de
Châtroz;
Mit Bezug auf die Bodenprodukte zählt der Bezirk
Sitten zu den bevorzugtesten Landschaften des Wallis,
sodass die Bevölkerung sesshaft bleibt und nur wenig zur
Auswanderung neigt. Da auch die Patrizier, Kaufleute, Beamten etc. sich entweder als Grundeigentümer oder als Liebhaber
mit Weinbau, Obstbau und Viehzucht befassen, bildet Landwirtschaft in allen ihren Zweigen die Hauptbeschäftigung der Bewohner.
Um die Stadt Sitten liegen fruchtbareWiesen und üppige Baumgärten, wo prachtvolles Tafelobst (Aprikosen,
Zwetschgen, Pfirsiche, Mandeln, Feigen, Granaten und besonders Aepfel und Birnen in den schönsten
Sorten) gezogen wird.
Dazu kommen riesige Spargeln. Die 1906 gegründete Aktiengesellschaft «L'Export
Agricole» betreibt die Ausfuhr von
Walliser Tafelobst und Honig im Grossen. Am tiefern Gehänge der das
Rhonethal nordwärts
begleitenden Kette ziehen sich bis in eine
Höhe von 800-900 m ausgedehnte
Rebberge hinauf, auf welche nach oben reiche Aecker
und fette
Wiesen, sowie von im Mittel 1300 m
Höhe an die Waldzone folgen. Noch höher oben und im ganzen Thal der
Morge, das
zum grössten Teil dem Bezirk Sitten angehört, liegen zahlreiche Meiensässe und Alpweiden, die sich
noch über den Gebirgskamm bis ins Einzugsgebiet der am Zanfleurongletscher entspringenden
Saane hinüber erstrecken. Bedeutende
Ausfuhr von Wein- und Weinmost
(Walliser Sauser), sowie von
Trauben. Infolge dieses Vorwiegens der landwirtschaftlichen Tätigkeit
erscheint die Industrie im Bezirk Sitten nur schwach vertreten. So treffen wir im Hauptort bloss lokale
Industrien und solche der Nahrungs- und Genussmittelbranche: Gas- und Elektrizitätswerk, Bierbrauerei, Tabakfabrik, Fässerfabrik,
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Gerbereien. Das an der Ausmündung eines wasserreichen Baches gelegene Brämis hat eine 1870 eingerichtete grosse Bierbrauerei
und eine 1873 gegründete Tuchfabrik, während die ehemals hier arbeitende Filzhutfabrik seit 1887 eingegangen ist. Das Hotelwesen
erscheint einzig durch die Gasthöfe der Stadt Sitten und das kleine Hotel auf dem Sanetschpass vertreten.
In Chandoline und Brämis werden Anthrazitlager abgebaut.
Den Bezirk durchzieht von SSW. nach NNO. auf eine Länge von 10 km die Simplonbahn, die hier einzig die Station Sitten hat,
während dem östl. Abschnitt teilweise auch die nahe der Bezirksgrenze am linken Ufer der Liène liegende Station Saint Léonard
dient. Neben der Ausfuhr von Wein und Früchten weist der Bezirk keinen bedeutenden Handelsverkehr auf.
Von Strassen sind zu nennen: die grosse Strasse des Rhonethales, die den Bezirk auf eine Länge von 9 km durchzieht, sowie
im S. die Strassen nach Brämis und ins Eringerthal (Val d'Hérens), im N. diejenigen nach den Terrassen
von Savièse und Grimisuat, von denen jene durch das Thal der Morge bis zum Sanetsch und diese über Ayent bis zum Rawil fortgesetzt
werden soll. Man geht auch mit dem Gedanken um, Sitten durch eine Eisenbahn über den Sanetsch mit dem Berner Oberland in Verbindung
zu setzen. 2167 Haushaltungen in 1141 Häusern. 10871 Ew., wovon 10531 Katholiken, 323 Reformierte, 9 Juden
und 8 Andere. 1888 zählte der Bezirk 9911 Ew. Heute herrscht die französische Sprache durchaus vor, doch sind noch rund 1800 in
Sitten und Brämis niedergelassene Personen deutscher Sprache. 83 Ew. auf 1 km2.
Die
Weinberge umfassen eine Gesamtfläche von 511,26 ha.
Der Bezirk Sitten umfasst die S.-Flanke der Berneralpen, einen Teil der Ebene des Rhonethales und die Gehänge
von Veisonnaz und der sog. Mayens de Sion (auf deutsch: Mayenberg). Man kann je nach der Höhenlage und der Art des Anbaues
des Bodens vier verschiedene Regionen unterscheiden:
1) Die Alluvialebene der Rhone, die unterhalb der Stadt Sitten noch nicht überall genügend urbar ist,
aber mehr und mehr zum Gemüse- und Obstbau nutzbar gemacht wird. Gut angebaut erscheint sie in der unmittelbaren Umgebung
der Stadt und oberhalb derselben auf dem umfangreichen Schuttkegel der Borgne (Brämis und Umgebung).
2) Das tiefere Gehänge der N.-Flanke des Thales besteht aus Glanzschiefern und bildet eine Reihe von
in der Längsrichtung herausmodellierten schmalen Kämmen, zwischen denen Längsthälchen liegen, deren Moränen- und Alluvialausfüllung
von grosser Fruchtbarkeit ist. Die nach S. exponierten Gehänge tragen die Rebberge, die den in der ganzen Schweiz und auch
ausserhalb der Landesgrenzen so vorteilhaft bekannten Wein erzeugen.
3) Ueber Grimisuat (890 m) beginnt die bis zur Berner Grenze hinaufreichende Zone der Kalkgesteine. Hier
liegen auf den Terrassenflächen grosse Wiesen und Weiden, während an den Steilhängen Waldungen stehen und zu oberst die
Felswände folgen, über denen sich der Wildhorn- und Zanfleurongletscher ausdehnen.