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Extrakte DarreichungsformenExtrakte sind Auszüge, die mit einem Lösungsmittel aus Naturstoffen wie Pflanzenteilen oder tierischen Materialien gewonnen werden. Es wird zwischen flüssigen, halbfesten und festen Extrakte unterschieden. Extrakte werden in der Phytotherapie breit eingesetzt. Es sind stabile Konzentrate der verderblichen Ausgangsstoffe. Die Verwendung standardisierter Extrakte ist im Allgemeinen empfehlenswert, weil sie einen definierten Gehalt der Leitsubstanzen aufweisen. Produkte
Extrakte sind in zahlreichen Arzneimitteln enthalten, zum Beispiel in Tabletten, Kapseln, Tropfen, Cremen, Salben und Injektionslösungen (Auswahl). Sie werden auch für die Zubereitung von Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmitteln und Medizinprodukten verwendet.Struktur und Eigenschaften
Als Extrakte werden Auszüge bezeichnet, die mit einem Lösungsmittel (= Extraktionsmittel) wie beispielsweise Wasser, Ethanol, Methanol, fetten Ölen und Kohlenstoffdioxid üblicherweise aus Pflanzenteilen (Arzneidrogen), tierischen Materialien oder anderen Naturstoffen (z.B. Pilze, Mikroorganismen) hergestellt werden. Diese können frisch oder getrocknet sein. Herstellungsmethoden sind zum Beispiel die Mazeration (Einlegen) und die Perkolation (Durchlaufen).
Abhängig von der Beschaffenheit werden unterschieden:
- Flüssige Extrakte: Fluidextrakte (Extracta fluida) und Tinkturen (Tincturae)
- Halbfeste Extrakte: Zähflüssige Extrakte / Dickextrakte (Extracta spissa), Ölharze (Oleoresina)
- Feste Extrakte: Trockenextrakte (Extracta sicca)
Die halbfesten und festen Extrakte können durch Eindampfen der Flüssigextrakte gewonnen werden. Trockenextrakte sind üblicherweise hygroskopisch.
Da es sich bei den Ausgangsmaterialien (z.B. Kraut, Blüten, Blätter, Wurzeln, Rhizome) um Naturstoffe mit einem variablen Inhaltsstoffgehalt handelt, werden Extrakte auch auf Leitsubstanzen standardisiert. Sie werden als standardisierte oder eingestellte Extrakte bezeichnet. Dies mit dem Ziel, einen gleichbleibenden therapeutischen Effekt zu erzielen. Unterschiedlich hergestellte Extrakte sind nur bedingt vergleichbar.
Quantifizierte Extrakte werden auf einen definierten Bereich aktiver Leitsubstanzen eingestellt. Dies erfolgt durch Mischen von Extraktchargen. Auch die Zugabe inerter Hilfsstoffe mit dem Zweck der Verdünnung ist möglich.
Mit Extrakten können die leicht verderblichen frischen Pflanzenteile konserviert und konzentriert werden.Wirkungen
Im Unterschied zu den traditionellen Arzneimitteln, welche in der Regel nur einen oder wenige Wirkstoffe enthalten, handelt es sich bei den Extrakten um Vielstoffgemische. Sie haben vergleichbare Wirkmechanismen wie andere Arzneimittel, d.h. sie interagieren mit Drug Targets im Organismus.Anwendungsgebiete
Extrakte haben unter anderem in der Phytotherapie eine sehr grosse Bedeutung.Dosierung
Gemäss der Fachinformation. Ein Vorteil von Extrakten ist, dass im Unterschied zu den Arzneidrogen keine Zubereitung erforderlich ist, da die Extraktion bereits erfolgt ist. Zudem sind Extrakte Konzentrate, von welchen nur eine geringe Menge verabreicht werden muss. So nehmen beispielsweise Kamillenblüten ein grosses Volumen ein, der Extrakt hingegen ist wesentlich kleiner.Unerwünschte Wirkungen
Pflanzliche Extrakte sind in der Regel etwas besser verträglich als Arzneimittel mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen. Sie können allerdings auch Nebenwirkungen und Interaktionen verursachen und es existieren hochwirksame Pflanzenextrakte (z.B. Opium, Nachtschattengewächse, Digitalis), welche exakt dosiert werden müssen.siehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Fachliteratur
- Lehrbücher der pharmazeutischen Technologie und der Phytotherapie
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
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