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Erstmals wurden die Langzeitfolgen von exzessivem TV-Konsum untersucht. Erwachsene, die in ihrer Jugend viel ferngesehen haben, fallen später durch asoziales Verhalten auf.
Selbst nach fünf Jahrzehnten der Forschung wird das Thema Fernsehkonsum und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen kontrovers diskutiert. «Der Grossteil der bisherigen empirischen Untersuchungen konnte nicht unterscheiden, ob Kinder durch das Sehen gewalttätiger Programme Verhaltensstörungen entwickeln oder ob diejenigen mit antisozialen Verhaltenstendenzen lieber gewalttätige Sendungen konsumieren», sagt Bob Hancoxx, Sozialmediziner an der University of Otago in Neuseeland. Wie wissenschaft-aktuell.de schreibt, hat der Forscher und sein Team rund 1000 Kinder ab ihrem fünften Geburtstag bis ins Alter von 26 Jahren sowie deren Eltern zu ihrem Fernsehkonsum befragt. Anhand von Daten der Polizeibehörde wurde später ermittelt, welche der Jugendlichen später straffällig geworden waren. Persönlichkeitsstörungen sowie emotionale Störungen und Aggressivität wurden im Alter von 18 bis 26 durch Befragungen ermittelt. Das Resultat: Das Risiko, im frühen Erwachsenenalter kriminell zu werden, stieg mit jeder zusätzlichen Stunde, die die Versuchsteilnehmer in ihrer Jugend täglich vor dem Fernseher verbracht haben, um satte 30 Prozent. Die Forscher betonen, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Status, die Erziehungsmethoden sowie frühkindliches aggressives Verhalten für den Zusammenhang zwischen TV-Konsum und späterer Straffälligkeit ausgeschlossen werden können. «Offenbar führt viel Fernsehen in der Jugend dazu, dass sich antisoziales Verhalten und Persönlichkeitsstörungen manifestieren», so ein Ko-Autor der Studie. Der mit dem exzessiven Fernsehkonsum verbundene, geringere soziale Umgang mit Freunden und Familie sowie schlechte schulische Leistungen seien weitere mögliche Einflussfaktoren, die das asoziale Verhalten fördern würden. In Deutschland besitzen laut einer Studie aus dem Jahr 2012 60 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein eigenes TV-Gerät. In der Schweiz lediglich 27 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen.
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