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Ich wäre gern berühmt. Nicht sehr, nur so viel, dass ich auf der Strasse kaum je erkannt, aber zu Interviews und interessanten Anlässen – pardon, Events – eingeladen werden würde, zu denen ich anziehen könnte, was ich will. Und dabei würden alle Spesen übernommen werden, inklusive Flug in der Business Class, und meine treue Assistentin würde die Restaurants und Catering-Unternehmen über meine Essensvorlieben orientieren. Nein, keine Pilze, aber bitte ein kühles Glas Prosecco auf dem Zimmer, danke. Und ich könnte Bücher schreiben, die gekauft werden, weil mein Name ein bisschen vertraut tönt, als ob man mich gelesen haben müsste.
Sehr berühmt zu sein, stelle ich mir zermürbend vor. Eine schlimme Vorstellung, morgens um halb acht vors Haus zu treten und mit einem Gesicht, auf dem sich die Verwerfungen der interkontinentalen Plattentektonik in 3D abzeichnen, fotografiert zu werden, diesem Morgengesicht wenig später auf Twitter zu begegnen und kurz darauf die Kommentare zu lesen, wonach ich müde aussähe, ja verhärmt, ausserdem fett, wahrscheinlich Beziehungskrise. Wem erkläre ich dann, dass ich morgens um halb acht immer so aussehe, aber bereits um 10 Uhr wie neu?
Besonders erschreckend ist die Gefahr, dass jemand mein Leben post mortem würde verfilmen wollen. Wäre es ein Familiendrama, eine herzzerreissende Dokusoap, eine Komödie? Und wer würde dann meine Rechte verteidigen und das Geld für das Merchandising einsacken? Nein, das alles gilt es zu verhindern. Sogar auf Kosten der Tatsache, dass ich kein eigenes Parfum („Eau du Berger“) oder Sockenkollektion entwickeln kann.
Aber so ein kleines bisschen berühmt, wäre schön. Wie ein Schweizer Bundesrat.