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Geschichte von MEZ - Coats / Auf- & Zuklappen
Geschichte von DMC / Auf- & Zuklappen
Im Jahr 1746 entstand auf Initiative von Jean-Henri Dollfus, Künstler (*1724 +1802) ein Joint Venture mit zwei anderen Jung-Unternehmern Jean-Jacques Schmalzer und Samuel Köchlin. Jean-Henri Dollfus lässt nach dem begehrten Vorbild
der indischen Kattune Stoffe bedrucken, auch Indiennes genannt, herstellen (farbig bedruckte Stoffe). Die Nachahmungen werden schnell sehr beliebt. 'Koechlin, Schmalzer & Co.' sind damit die ersten in Europa und exportieren ihre Produkte bald in die ganze Welt.
Carl Mez, der in Basel das Posamentier-Handwerk (= Herstellung von Besatz, Borte, Schnur) erlernt hatte, eröffnete schon in den 1760er Jahren in Kandern eine Seidenbandweberei mit zunächst nur einem Webstuhl. Der Betrieb hatte Erfolg, denn 1775 arbeiteten dort mehr als 20 Personen und 1807 schon 40 Leute an 28 Webstühlen. Als 1785 die Söhne in das Unternehmen eintraten, wurde die Firma "Carl Mez & Söhne", die spätere "Mez Aktiengesellschaft", gegründet. Als 1812 Carl Mez verstarb, übernahm sein Sohn, der ebenfalls Carl hieß, die Fabrik weiter, da sein Bruder Christian Mez in Freiburg ein Manufakturgeschäft hatte, zu dem später eine Bank hinzukam.
In dritter Generation besuchte Enkel Carl Mez (1808 bis 1877) in Freiburg das "Polytechnische Institut" (= höhere technische Fachschule). Nach einer Lehre in einem Schweizer Handelshaus erwarb er sich in Italien umfangreiche Kenntnisse in der Seidenraupenzucht und in der Seidenfabrikation. Zu den Interessen dieses dritten Carl Mez gehörte es auch, alle Einzelheiten der Mechanik und der Technik des Webstuhls und der Zwirnmaschine – die zunächst mittels eines Schwungrades von Hand betrieben wurde – zu studieren und durch eigene Versuche aller Art zu verbessern. In Freiburg konstruierte er 1828 in einem gemieteten Raum in der Gerberau 19 eine Zwirnmaschine, die erstmals einen fortlaufenden Faden zwirnen konnte.
Carl Mez (*1808 +1877)
Danach errichtete er eine kleine mechanische Zwirnerei am Gewerbekanal bei der Kartäuserstraße, die mit Wasserkraft betrieben und nach und nach vergrößert wurde. Weil mit der Vermehrung der Webstühle und der Zwirnmaschinen auch mehr Wasserkraft benötigt wurde, kamen dort die Gelände einer stillgelegten Granatschleiferei und später des fürstlich Fürstenbergischen Hammerwerks hinzu.
1832 übergaben Carl und Christian Mez, die Söhne des Firmengründers, die Seidenweberei an die Enkelgeneration: eben jener dritte Carl Mez, ein weiterer Christian und ein Gustav Mez. Die Firma wurde von Kandern an den Gewerbekanal bei der Kartäuserstraße in Freiburg verlegt. Zwei Jahre später wurde eine neue Hauptfabrik gebaut und 1851 eine zweite. Außerdem wurden in der Region mehrere Filialen gegründet. 1864 wurden die Geschäfte getrennt. Die Firma Carl Mez & Söhne übernahm das Bandgeschäft (Herstellung und Vertrieb von Seidenbändern) und die Hälfte der Zwirnerei, die andere Hälfte die Firma Mez Vater & Söhne. Das Bankgeschäft ging an Christian Mez.
Als jener Carl Mez, der die Seidenzwirnerei zum Großunternehmen entwickelt hatte, 1877 starb, waren im Unternehmen 1200 Leute beschäftigt. 1935, als die Firma ihr 150-jähriges Bestehen feierte, waren es sogar 2155 Personen in Deutschland und weltweit mehr als 2500. 1922 wurde die Einzelfirma Carl Mez & Söhne eine Aktiengesellschaft, die 1930 die Firma Mez Vater & Söhne wieder übernahm und für die vereinigte Firma den Namen Mez Aktiengesellschaft wählte. Ebenfalls 1930 übernahm die J. & P. Coats Ltd., Glasgow, einen Teil und 1932 die Mehrheit der Aktien.
Im Zweiten Weltkrieg war die Mez AG Zulieferer von Fallschirmseide und zeitweise für elektrische Leitungen im Bauprogramm der damals sogenannten Vergeltungswaffen. Sie hatte deshalb eine Bedeutung für die Rüstungsindustrie. Beim Fliegerangriff auf Freiburg am 27. November 1944 wurden Teile der Fabrikanlagen schwer getroffen. Werk I musste den Betrieb ganz und Werk III vorübergehend einstellen. 1945 bis 1948 wurde wieder aufgebaut und die Leistungsfähigkeit der Fabrik ständig erhöht.
1952 wurde die Spinnerei vergrößert und mit der Herstellung synthetischer Nähgarne begonnen. 1987 wurde die Verwaltung von der Kartäuserstraße nach Kenzingen verlegt, wohin die Produktion bereits zuvor schrittweise verlagert worden war und wo heute als Nachfolger der Firma Mez AG die Firma Coats Deutschland ihren Standort für Näh-, Häkel- und Stickgarne hat. Die Färberei blieb noch für einige Jahre in Freiburg. 1985 bis 1992 baute der Architekt Ferdinand Merkenthaler einen Industriebau der Mez-AG im westlichen Geländeteil in ein Funkhaus für den SWR um.
Von den früheren Fabrikgebäuden sind nur noch einzelne erhalten. So residiert im Haus Kartäuserstraße 47 heute ein Auftragsforschungsinstitut. Auf dem östlichen Teil des Fabrikgeländes entstand in den vergangenen Jahren ein Wohngebiet.
Das MEZ Unternehmen wurde 1930 vom schottischen Konkurrenten J. & P. Coats aufgekauft. Die beiden Unternehmen firmierten fortan als Mez AG.
Seit Juli 1998 sind die Firmen Coats Mez und Schachenmayr zur COATS GmbH zusammengeschlossen. Sowohl Coats, Mez als auch Schachenmayr können auf eine beachtliche Firmengeschichte und Entwicklung zurückblicken.
Die Firma Mez wurde von Carl Christian Mez Ende des 18. Jahrhunderts in Kandern bei Lörrach als Seidenband-Weberei für die Markgräfler Trachten gegründet. Im Jahre 1828 erwarb sein Sohn in Freiburg ein Anwesen in der Kartäuserstraße, das noch heute der Standort der modernen und umweltfreundlichen Zentralfärberei ist.
Die Ursprünge der Firma Schachenmayr gehen auf eine kleine Wollspinnerei zurück, die Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. 1984 wurde das Unternehmen Schachenmayr von der Coats-Gruppe übernommen.
Seit 1930 bereits besteht die Zugehörigkeit der Firma Mez zum britischen COATS Konzern, einem der weltweit führenden Hersteller und Lieferanten von Handarbeits- und Nähprodukten. Heute ist die COATS GmbH in Deutschland und den Nachbarländern Statthalter der Qualitäts-Weltmarken.
DMC
In den nächsten Jahren haben sich die Gebrüder Jean-Henri (*1724 +1802) und Jean (getauft Johannes) Dollfus *1729 +1800) hauptsächlich einem gewidmet - das Bedrucken von Textilien und so exportierten sie ihren Gewebe bald in alle Teil der Welt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts übernahm Daniel Dollfus (*1769 +1818), Sohn von Jean (Johannes) Dollfus die Leitung des Familienunternehmens. Er heiratete im Frühjahr 1800 Anne-Marie Mieg (* 1770 + 1852) und fügt den Namen seiner Frau (damals üblich) zu seinem. Gleichzeitig passte er den Name der Firma an - 'Dollfus-Mieg & Compagnie' kurz D.M.C. Er gilt deshalb als eigentlicher Gründer des DMC.
1812 wurde in Dornach 'Durni' (Stadtteil von Mulhouse) am Steinbächlein (Energie Gewinnung und Wasser) die erste Grosse Spinnerei errichtet.
1814 übernahm André Koechlin Schwiegersohn von Daniel (*1789 †1875) die Leitung des Unternehmens, da Daniel Dollfus an Tuberkulose erkrankte.
1818 starb Daniel Dollfus-Mieg Tuberkulose und die Firma wurde je zu 20% wie folgt weitergegeben.
1820 verlies André Koechlin DMC und gründete seine eigene Maschinen-Fabrik 'André Koechlin et Compagnie' (AKC), welche später für DMC Dampfmaschinen herstellte. Jean DOLLFUS-Mieg wurde DMC Chef, Daniel Dollfus-Ausset war für das Bleichen, Färben und Bedrucken verantwortlich und Emile für das Spinnen und das Weben.
Jean Dollfus-Mieg übernahm die kaufmännische Leitung des Unternehmens. Er konzentrierte sich auf die Qualität, den Service und das Produktemarketing. Er setzte sich später mit seinem Schwiegersohn Frédéric Engel-Dollfus für bessere soziale Verhältnisse ein und ging später in die Politik.
Jean Dollfus-Mieg (*1800 +1887)
Daniel Dollfus-Ausset (*1797 +1870) übernahm die technische Leitung der Kattundruckerei (Bleichen, Färben, Bedrücken). Er studierte in Paris und Leeds (England) Chemie und lernte auf einer Auslandsreise den Chemiker John Mercer kennen, welcher das 'Mercerisieren' erfunden hatte. Unter Merzerisieren wird die Behandlung von Baumwolle mit Natronlauge verstanden. 1841 kaufte DMC die Patent Rechte an der Merzerisierung. Dank des Merzerisierens, dem Eintauchen der gesponnen Baumwolle in Natronlauge, gewinnt der Faden nicht nur an Stabilität und Haltbarkeit, sondern auch einen seidigen Schimmer. Im Laufe des 19. Jahrhunderts tritt so die Spinnerei an die Stelle der Stoffdruckerei. DMC wird zum Pionier der Baumwollspinnerei in Europa.
1827 übernimmt Emile Dollfus die technische Leitung der Spinnerei (Spinnen & Weben). Er lernte die Kunst und das Handwerk in Paris und bereiste England, wo er die dortigen Firmen besichtigte. Er war Mitbegründer der Industriegesellschaft von Mulhouse (SIM) und wurde später Bürgermeister von Mulhouse.
1843 - Die Qualität der Produkte wurde jetzt kontinuierlich verbessert und gleichzeitig setzte sich Frédéric Engel-Dollfus (*1818 - +1883) [Schwiegersohn von Jean Dollfus-Mieg], Protestant und auch in der Firma involviert, stark für die Sozialen Arbeitsbedingungen ein. Einige Ideen kamen insbesondere den Arbeitern der Firma Dollfus-Mieg und Co. zugute: Hilfs-und Rentenkasse, kollektive Versicherungen, Altenheim, eine Gesellschafft, die zum Sparen ermunterte, Schulen und Aufenthaltsräume für Kinder (die Vorfahren der Kindergärten). Er setzte sich auch für Mechanisierung und Integration des industriellen Prozesses und für die Entwicklung neuer Produkte ein. Er entwickelte insbesondere die Produktion von Garnen zum Nähen und zum Sticken, die er erfolgreich auf den Weltmarkt brachte.
1884 hat DMC Thérèse de Dillmont * 1846; † 1890), eine berühmte und begabte österreichische Stickerin eingestellt. Während mehreren Jahren hat sie verschiedene neue Modelle für die Firma erfunden. Sie gründete in Mulhouse eine Textilschule, gleichzeitig gab sie ein Buch mit dem Titel 'Encyclopedia of Needlework' (1886) heraus, welches in 17 Sprachen übersetzt wurde.
Im Jahre 1888 hatte DMC die Druckerei und zehn Jahre später die Weberei angehalten.
1961 hat sich DMC mit der Firma Thiriez-Cartier-Bresson zusammengeschlossen, welche selber auf eine 150jährige Geschichte zurückschauen kann.
Mit der Verschiebung der Textilproduktion von Europa nach Asien setzen ab Mitte des 20. Jahrhunderts auch für die DMC einschneidende Veränderungen ein. Von den einst 9000 Mitarbeitenden sind heute gerade 250 übrig geblieben. 10 der 17 Hektar Land, mit meist leer stehenden Gebäuden, mussten 2008 an die Stadt Mulhouse verkauft werden um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Ein Schnitt und Neuanfang welcher die DMC in die «schwarzen Zahlen» zurückgebracht hat. Das Hauptfabrik-Gebäude (138m Lang) wurde seit dem grossen Einbruch 1998 nicht mehr gewartet und mehrere Brände machten eine Ruine daraus, welche Ende 2013 abgerissen werden musste.
In den USA übernahm die Garnspinnerei zuletzt die Marke Charles Craft und etablierte sich in Nordamerika mit einem Schlag als Marktführer (80 Prozent).
Auf dem riesigen Areal der alten Mulhouser Textilfabrik DMC soll der Samen unter dem Namen 'motoco' (more to come - es kommt noch mehr) aufgehen, der 2013 auf den ersten 10 000 Quadratmetern gelegt wurde. Das Kreativzentrum, das aktuell auf der DMC-Industriebrache wächst. Motoco hat einen Mietvertrag mit der Stadt bis 2025.
© wikipedia.com - © thieriez.org - © dmccreative.co.uk - © de.wikisource.org - Wikipedia in Elsässischem Dialekt :-)
Hinter dem Kürzel DMC steht mit Dollfus, Mieg & Compagnie (Mulhous - Frankreich) ein klangvoller Name.
Stick Begriffe / Material usw.
Canvas - Leinenstoff
[engl. Leinenstoff] Canvas nennt man einen äußerst strapazierfähigen Leinenstoff in einfacher aber dicht angeschlagener Tuchbindung. Hier sind Gewichte zwischen 400–600 g/qm die Norm.
Der Leinencanvas eignet sich sehr gut für Bezüge oder bei entsprechender Nachbehandlung ›Krumpfen‹ oder ›Tumbeln‹ auch für robuste und gebrauchstüchtige Kleidungsstücke. Früher wurden aus
derartigen Leinencanvas auch Zelte, Matten, Gurte und Behälter hergestellt. Oft werden Malerleinwände auch als Canvas bezeichnet. © die-leinenweber.de
Stramin
Stramin ist ein grobes appretiertes Gewebe aus Baumwolle oder Leinen. Das gitterartige Gewebe wird zum Besticken oder als Grundlage zum Knüpfen verwendet. Stramingewebe gibt es in
unterschiedlichen Stärken von fein und leicht bis grob und schwer.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Straminen, die in verschiedenen Stichgrößen angeboten werden:
Stramine können mit Mustern versehen sein, um Stickereien oder Knüpfarbeiten zu erleichtern, und auch mit farbigen Rechtecken zum besseren Auszählen bedruckt sein.
Plastik Stramin (Plastic Canvas)
Bei folgendem Beispiel werden runde Scheiben verwendet, diese werden direkt wie Stoff mit einem Perlstich gestickt. Sie können aber auch für Flower Loom verwendet werden.
Geschichte von DMC / Auf- & Zuklappen
Im Jahr 1746 entstand auf Initiative von Jean-Henri Dollfus, Künstler (*1724 +1802) ein Joint Venture mit zwei anderen Jung-Unternehmern Jean-Jacques Schmalzer und Samuel Köchlin. Jean-Henri Dollfus lässt nach dem begehrten Vorbild
der indischen Kattune Stoffe bedrucken, auch Indiennes genannt, herstellen (farbig bedruckte Stoffe). Die Nachahmungen werden schnell sehr beliebt. 'Koechlin, Schmalzer & Co.' sind damit die ersten in Europa und exportieren ihre Produkte bald in die ganze Welt.
Im Jahr 1746 entstand auf Initiative von Jean-Henri Dollfus, Künstler (*1724 +1802) ein Joint Venture mit zwei anderen Jung-Unternehmern Jean-Jacques Schmalzer und Samuel Köchlin. Jean-Henri Dollfus lässt nach dem begehrten Vorbild
der indischen Kattune Stoffe bedrucken, auch Indiennes genannt, herstellen (farbig bedruckte Stoffe). Die Nachahmungen werden schnell sehr beliebt. 'Koechlin, Schmalzer & Co.' sind damit die ersten in Europa und exportieren ihre Produkte bald in die ganze Welt.