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Centre Suisse ITI
1947 bereitete die Unesco den ersten internationalen Theaterkongress vor, an den die der Unesco angeschlossenen Länder Delegierte aus den Kreisen des Theaters entsandten. 1948 fand dieser Kongress in Prag statt. Das Internationale Theaterinstitut (ITI), ein internationales Netzwerk für die darstellenden Künste und verwandte Gebiete, das der Völkerverständigung nach dem Zweiten Weltkrieg dienen sollte, wurde dort als Tochterinstitution der Unesco mit Sitz in Paris gegründet. Zu den Gründerländern gehörte auch die Schweiz, deren nationales Zentrum offiziell am 24.2.1949 unter dem Namen "Centre national suisse" die Arbeit aufnahm. Zwölf Schweizer Organisationen, die das Theaterschaffen der ganzen Schweiz repräsentieren sollten, schlossen sich zu diesem politisch und konfessionell neutralen Verein mit Sitz in Zürich zusammen, der laut Statut "die schweizerischen Interessen beim ITI und dessen Interessen in der Schweiz […] im Sinne der Zweckbestimmungen des ITI" vertrat. →Emil Oprecht, der bereits als Delegierter in Prag teilgenommen hatte, wurde zum ersten Präsidenten gewählt. Unter seiner Präsidentschaft richtete die Schweiz auch den ersten ITI-Weltkongress 1949 in Zürich aus. Der Kongress wird alle zwei Jahre in einem der Mitgliedsländer abgehalten. Bereits 1955 löste sich der nunmehr unter dem Namen C. arbeitende Verein auf Grund finanzieller Schwierigkeiten formell auf. Eine Neugründung in "einfachem Rahmen" ermöglichte ab 1956 die Weiterarbeit. Bereits 1973 stiess das C. jedoch wieder an seine Grenzen und der Verein organisierte sich 1976 unter der Federführung der →SGTK und des →SBKV nochmals neu. Eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung in den folgenden Jahren spielte →Charles Apothéloz, der zum Sekretär des C. gewählt worden war. Nationale und internationale Aufgaben wurden überprüft und angepasst. Ein Ergebnis der Neubestimmung der Ziele und Aufgaben des C. war unter anderem die Veröffentlichung "15 Thesen zu einer Schweizerischen Theaterpolitik", die ab 1983 erarbeitet und 1985 publiziert wurde. Als Präsidenten wirkten 1952–61 →Oskar Wälterlin, 1961–73 Paul Kopp, 1976–82 Lydia Benz-Burger, 1985–91 →Felix Rellstab, 1991–95 →Walter Boris Fischer, 1995–99 →Urs Bircher, seit 1999 präsidiert →Beat Schläpfer das C. Die Aufgaben des Vereins bestehen heute unter anderem in der Förderung des internationalen kulturellen Austausches im Theaterbereich, der Vertiefung der gegenseitigen Verständigung und der Anregung von Zusammenarbeit unter den Theaterschaffenden. Das C. fördert die Diskussion um Probleme des Theaters in der Schweiz, verwendet sich für die Information und Dokumentation des Schweizer Theaters und führt Aktionen und Veranstaltungen durch. Mitglieder des Vereins sind Verbände, Institutionen und Einzelpersonen, die eine Funktion im Bereich des Theaters ausüben. 1998 war die Schweiz erstmals Veranstaltungsort des vom ITI organisierten Theaterfestivals "Theater der Nationen" (heute "Theater der Welt") und konnte somit in Zürich den 50. Jahrestag der ITI-Gründung feiern. 2003 bestanden weltweit rund neunzig nationale und assoziierte ITI-Zentren.
Autorin: Kathrina Erizar
Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:
Katharina Erizar: Centre Suisse ITI, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 367–368.