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«Pilum 22» findet im Mittelland statt. Konkret erstreckt sich die Übung über die Kantone Solothurn, Aargau, Luzern und Zürich. Die Übung findet in belebten Gegenden statt. Auf diese Weise müssten zivile Partner mit in die Übung einbezogen werden, so die Armee.
Die Übung dauert eine Woche und findet zwischen dem 22. und 29. November statt. Rund 5000 Armeeangehörige nehmen an der Übung teil.
Im Rahmen der Übung wird ein bewaffneter Konflikt in Europa erprobt, der die Schweiz vorerst nur indirekt betrifft. Im Szenario nimmt der politische Druck auf die Schweiz zu, auch von Akteuren in unmittelbarer Nähe der Landesgrenze, beschreibt die Schweizer Armee das sogenannte Drehbuch. Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat im Szenario eine Mobilmachung beschlossen. Die Truppen sollen sich auf einen möglichen Einsatz vorbereiten. Zentral bei der Übung sind Führung und Koordination aller Elemente im Gelände mit militärischen Mitteln.
Die Militärübung «Pilum 22» wurde über zwei Jahre lang geplant. Ihr Szenario steht daher nicht in einem direkten Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Sie wird nun aber in einer sicherheitspolitisch angespannten Zeit durchgeführt, wie die Armee schreibt:
Die Armee habe sich in den vergangenen Jahren intensiv damit auseinandergesetzt, wie sie sich entwickeln müsse, um ihre Aufgaben auch künftig wirksam zu erfüllen. Dabei seien Berichte zur Sicherheit im Luftraum, am Boden und im Cyberraum entstanden. Mit «Pilum 22» möchte die Armee insbesondere die Erkenntnisse aus dem Bericht «Zukunft der Bodentruppen» überprüfen.
Bei der Übung gehe es darum, Land und Leute in einem bewaffneten Konflikt auch am Boden verteidigen zu können, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) im Vorfeld mit. Die Schweizer Armee trainiere mit der Mechanisierten Brigade 11 das Zusammenwirken der verschiedenen Truppenelemente im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Bodentruppen.
Die Übungsanlage von «Pilum 22» sieht vor, dass die Verbände Standardverfahren einüben und Einsätze gegen bewaffnete Gruppen trainieren. Beteiligt sind vier mechanisierte Bataillone, dazu ein Logistikbataillon sowie eine Gebirgsinfanteriekompanie.
An der Durchführung der Übung und der Darstellung des Gegners werden auch eine auf die elektronische Kriegsführung spezialisierte Abteilung und ein Detachement des Kommandos Spezialkräfte beteiligt sein.
Die letzte grosse Übung der Schweizer Armee fand 1989 statt. Dabei handelte es sich um das zweite Dreizackmanöver, bei dem 20'000 Armeeangehörige im Einsatz waren. Dem vorausgegangen war laut einer Broschüre der Schweizer Armee «das gewaltigste aller Manöver»: das «Dreizack 1986». Bei diesem Manöver waren 40'000 Menschen aus Armee und Zivilschutz beteiligt.
Insbesondere zwischen den 1960er und 1980er Jahren, als der Kalte Krieg die Welt noch in Atem hielt, war es üblich, dass in grossen Manövern geübt wurde. Nach dem zweiten Dreizackmanöver 1989 war allerdings Schluss. Aufgrund der veränderten strategischen Lage beschloss die Regierung, vorerst keine Korpsmanöver mehr durchzuführen.
Für die Bevölkerung stehen für die Dauer der Übung vom 22. bis 29. November eine Hotline (0800 0800 85) und eine E-Mail-Adresse (<email-pii>) zur Verfügung. Über grössere Verschiebungen gepanzerter Fahrzeuge wird über die regionalen Medien und den Verkehrsinformationsdienst Viasuisse informiert. Landschäden werden laut VBS «grundsätzlich entschädigt».
Die Armee bittet die Bevölkerung um Verständnis, falls die Kampfpanzer Lärm und Behinderungen im Strassenverkehr verursachen. Es sei jedoch auch Teil der Herausforderung der Truppen, die Belastung in den betroffenen Regionen so tief wie möglich zu halten. (saw, mit Material der Nachrichtenagentur sda)
Die Swisscom darf ihr Glasfasernetz vorerst nicht mit einer neuen Technologie ausbauen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Die Wettbewerbskommission hatte im Dezember 2020 einen vorsorglichen Stopp verfügt, nachdem sie ein Verfahren gegen das Telekommunikationsunternehmen eingeleitet hatte.