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Sitzvolleyball - Volleyball auf anderer Ebene
Sitzvolleyball wird sehr ähnlich wie herkömmlicher Volleyball gespielt. Das fördert das Vergnügen und ermöglicht sogar nichtbehinderten Menschen, eine Runde mitzuspielen.
Diese Sportart eignet sich für Menschen mit einer Beinbehinderung wie Amputation oder Dysfunktion des Knies. Da zur Ausübung von Sitzvolleyball weder Prothesen noch Rollstühle benötigt werden, ist das Spiel einfach und kostengünstig. Zudem ist Sitzvolleyball sehr integrativ. Wird der Sport ausserhalb von Wettkämpfen betrieben, können Teilnehmer mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen, ohne dass jemand benachteiligt ist.
Sehr nahe am Volleyball
Vom Volleyball wurden auch die Regeln des Sports übernommen. Die Grösse des Spielfeldes ist einfach etwas kleiner und das Anspiel, die so genannte Aufgabe, darf geblockt werden. Bei internationalen Wettkämpfen gelten zusätzlich folgende Regeln:
- Mannschaftskonstellation: Bei offiziellen internationalen Veranstaltungen müssen mindestens fünf Spieler mit einer Behinderung pro Mannschaft auf dem Feld sitzen. Zusätzlich darf dann noch ein sogenannter "Minimal Handicap Player" auf dem Platz sitzen. Dies ist ein Spieler, der "nur" Einschränkungen hat (z.B. ein instabiles Kniegelenk).
Deutschlandweit werden diese Regeln allerdings nicht so eng ausgelegt. Hier werden die Teams häufig auch mit Spielern aufgefüllt, die keine Behinderung haben.
- Netzhöhe: bei den Herren 1.15 Meter und bei den Frauen 1.05 Meter
- Die Fortbewegung der Spieler/innen erfolgt mit Hilfe von Armen und Beinen am Boden. Oberste Grundregel hierbei ist: Der Rumpf muss zum Zeitpunkt der Ballberührung Bodenkontakt haben. Ist dies nicht der Fall, verliert die Mannschaft den Ballwechsel und der Punkt geht somit an die andere Mannschaft. Die fachliche Bezeichnung hierfür lautet: Lifting. Oberste Grundregel ist jedoch, dass das Gesäss zum Zeitpunkt der Ballberührung, Bodenkontakt haben muss. Ist dies nicht der Fall, verliert die Mannschaft den Ballwechsel (Bezeichnung: Lifting).
- Zählweise & Bälle: Da die Sitzvolleyballregeln den internationalen Volleyballregeln folgen, zählt seit 1999 jeder gespielte Ball als Punkt. Ein Satz wird von der Mannschaft gewonnen, die als erste 25 Punkte erreicht und zwei Punkte Vorsprung hat (möglich auch z.B. 30:28). Das Spiel gewinnt die Mannschaft, die als erste drei Sätze gewonnen hat, wobei der fünfte Satz (Tie Break) nur noch bis 15 Punkte gespielt wird.
Rege Wettkampfkultur
Seit 1980 ist der Sport auch ein Teil der Paralympischen Spiele. International werden auch noch Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Weltpokal der Landesmeister und der Europapokal der Landesmeister ausgetragen. In Deutschland gibt es neben der nationalen Meisterschaft auch Landesmeisterschaften. Die Schweiz hinkt in dem Sport noch hinter her, da noch keine Strukturen vorhanden sind.
Text: hia - 2/2009- MyH