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Der Schuldige war schnell gefunden: Als am 12. Juni zwei Boote der Schweizer Armee auf der Kander kenterten und dabei fünf Armeeangehörige starben, zeigten die Zeitungen sogleich auf den überlebenden Hauptmann Yves M. Ein «Psycho» sei er gewesen, schrieb der Blick, einer der nie hätte Karriere im Militär machen dürfen.
Die Nachfrage bei einem ehemaligen Vorgesetzten von Yves M. bestätigt dieses Bild: «Yves M. war mir nie geheuer, er war ein Rambo und überlegte zu wenig. Deshalb erhielt er wohl zuerst auch den Vorschlag zum Offizier nicht.» Seinen Aufstieg im Militär hatte M. denn auch vielmehr seinen Beziehungen zu Ranghöheren zu verdanken als seinen Fähigkeiten in der Armee. «Als ich im Zusammenhang mit dem Unfall den Namen Yves M.hörte,war ich nicht erstaunt», sagt der ehemalige Vorgesetzte gegenüber der GSoAZitig.
Yves M. genügte es nicht, während der Dienstzeit die Uniform zu tragen. Auch an Wochenenden zeigte er sich bisweilen in Uniform. Um seinem Hobby auch in der Freizeit nachgehen zu können, gründete er 2004 die «Swiss Army Group», ein privates Trüpplein von rund vierzig Militärnarren, die gerne auch ausserdienstlich beim Paintball aufeinander ballerten, an Märschen teilnahmen und Teambuilding-Anlässe veranstalteten – dies alles mit freundlicher Unterstützung der Schweizer Armee. Private Weiterbildungen in «Milizorganisationen» – den Begriff «Paramilitärs » weist man zurück – seien der Armee zudienlich, hiess es von Seiten des Militärs.
Immer wieder versucht die Schweizer Armee, ihr Rambo-Image loszuwerden. Der Fall «Kander» und Yves M. zeigen aber: Rambos gehören zum Schweizer Militär wie das Sackmesser. Yves M. war bei seinen ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten für seine Art bekannt - und doch machte er Militärkarriere. Diese Tatsache ist schon fraglich genug. Umso fragwürdiger ist der Umgang der Armee mit Paramilitärs wie der «Swiss Army Group». Sie macht sich noch unglaubwürdiger, wenn sie sich öffentlich gegen Rambos ausspricht, aber gleichzeitig paramilitärische Gruppen unterstützt.