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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VII.
24.
Die Entelechie des physischen, organischen Körpers nach Aristoteles ist die Seele, die im Körper tätig ist, ohne die der Körper aktionsunfähig ist; sie übertrifft den Körper an Größe, Vorzüglichkeit, Macht und Weisheit. Diese Ansicht über Seele und Leib formulierte Aristoteles zuerst, Basilides erklärt sie am großen Archon und seinem Sohn. Nach Basilides hat nämlich der Archon den Sohn gezeugt, Aristoteles sagt, die Seele sei Werk und Wirkung1, die Entelechie des physischen, organischen Körpers. Wie nun die Entelechie den Körper leitet, so leitet der Sohn den über alles unaussprechlichen Gott; alles Ätherische, bis zum [S. 205] Monde, wird also von der Entelechie des großen Archon vorhergesehen und angeordnet; dort ist nämlich die Scheidungslinie zwischen Luft und Äther. Nachdem alles Ätherische geordnet war, stieg ein weiterer Archon aus der Samenfülle auf, größer als alles, was unter ihm lag, mit Ausnahme der zurückgebliebenen Sohnschaft, viel geringer aber als der erste Archon. Sie nennen ihn auch „Unaussprechlich“. Und dieser Ort wird Siebenzahl genannt; er ist Leiter und Bildner aller unter ihm liegenden Dinge, und auch er schuf sich einen Sohn aus der Samenfülle, der klüger und weiser als er selbst ist, genau so wie der erste Archon. Das aber, was in dem hiesigen Raume sich befindet, ist der Haufe selbst und die Samenfülle, und es besteht das Bestehende seiner Natur nach, wie oben gesagt, durch den, der die Entstehung der zukünftigen Dinge zur richtigen Zeit, in der richtigen Auswahl und auf die richtige Weise beschließt.2 Und diese haben keinen Vorsteher, keinen Leiter und Regierer. Ihnen genügt jener Ratschluß, den der Nichtseiende bei der Schöpfung faßte.
1: Habitus und Tätigkeit, wie „Gesicht“ und „Sehen“ beim Auge.
2: Schwer heilbare Stelle; Lesart Roeper.