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Wer glaubt, das Café Les Deux Margots am Place St.Germain des Prés als Touristenfalle abtun und somit links liegen lassen zu können, der irrt! Bei unserem Besuch bietet sich ein breites Spektrum an Gästen. Da liest der Student, stundenlang vor einem Kaffee sitzend, ein Buch. Da trifft die Schauspielerin ihren Regisseur. Da diskutieren Pariser Damen bei Kaffee und Kuchen. Und wenn man Glück hat, sind auch tscheiar und Manjulta zu Besuch.
Und alle Anwesenden werden von den zwei Namensgebern, den Deux Magots, überwacht. Die beiden Figuren stellen zwei Händler aus Fernost dar, da sich hier früher ein Laden für chinesisches Kunsthandwerk befand. 1885 verwandelte sich dieses Lokal in ein Café, das schon bald den Ruf eines Literatencafés erwirbt. Eine Zeit lang war das Deux Magots Treffpunkt der Surrealisten um André Breton, später folgten Intellektuelle wie Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Aus der langen Prominenten-Liste seien hier noch Ernest Hemingway und François Truffaut erwähnt.
Wir essen im Les Deux Magots am Nachmittag zwei Kräuteromelettes mit Salat. Dazu trinken wir einen Brouilly. Der Kellner ist freundlich und aufmerksam, die Speisen lassen nicht lange auf sich warten. Eine Kellnerin dreht regelmässig ihre Runden mit einem Tablett voll Patisserie. Ich kann einem Eclair, das mit neun Euro zu Buche schlägt, nicht widerstehen.
Der Gare de Lyon ist nicht nur einer der wichtigsten Bahnhöfe von Paris, sondern auch eine touristische Sehenswürdigkeit. Seit Herbst 2011 kommen die schnellsten TGV-Verbindungen aus Basel in diesem Bahnhof an, statt wie früher im Gare de l'Est.
Das Restaurant im ersten Stock nennt sich Le Train Bleu und steht unter Denkmalschutz. Die Wandmalereien stammen aus der Eröffnungszeit. Der Bahnhof wurde aus Anlass der Weltausstellung von 1900 erbaut. Die Bar des Restaurants nimmt mit ihrem Namen Le Big Ben Bar Bezug auf den Turm des Bahnhofgebäudes mit der grossen Uhr. Diese Bar kann ihre zentrale Lage im Bahnhof voll ausnutzen.
Bei unserem Besuch am Vormittag finden wir nur mit Glück einen freien Tisch. Es sind viel Geschäftsleute anwesend, aber auch jüngere Privatpersonen und Touristen. Wir bestellen eine kleine Flasche Weisswein und erhalten dazu neben Nüsschen und Oliven auch frische Knoblauchzehen. En Guete und Santé! Im Gegensatz zum üppig ausgestalteten Restaurant kommt die Bar im Stil eines englischen Herrenclubs daher. Neben dem Alkohol sorgt auch eine Hauskatze zur Entspannung der Gäste. Sie wandert seelenruhig von Tisch zu Tisch.
Zwischen Gare du Nord und Gare de l’Est führt die Faubourg St-Denis durch ein kleines Indien in Paris. Restaurants und Geschäfte reihen sich aneinander. In der Rue Cail 24, einer Nebenstrasse, befindet sich das einzige indisch-vegetarische Restaurant in Paris: Krishna Bhavan.
Der Familienbetrieb serviert durchgehend den ganzen Tag warme Mahlzeiten. Das sehr einfach eingerichtete Lokal wird rege frequentiert, vorwiegend von in Paris lebenden Indern. Wir wählen als Vorspeise Samosas und anschliessend ein Thali. Für Vegetarier lohnt sich eine "Abenteuer-Reise" an die Rue Cail sicher.
Bereits seit 1978 wird im kleinen Restaurant Le Grenier de Notre-Dame an der Rue de la Bûcherie (!) vegetarisch gekocht. Am Abend unseres Besuches scheinen die Tische in diesem Restaurant vorwiegend von Touristen besetzt zu sein. Der Chef persönlich ist anwesend und reicht uns die Karte. Darin sind die Speisen mit Fotos abgebildet. Wir wählen die Tagessuppe, eine mit Käse überbackene Polenta und Tofu Royal mit Reis und Gemüse.
Der einfache offene Wein wird in Krügen serviert. Als Hintergrundmusik werden alte Platten von Dean Martin, Billy Holiday und Patsy Cline gespielt. Wir sind mit dem Essen und dem speziellen Ambiente zufrieden und können dieses Lokal zum vegetarisch Essen empfehlen. Dass es in dieser grossen Touristenmetropole kein grösseres vegetarisches Lokal gibt, scheint schon fast ein Phänomen zu sein. Uebrigens befindet sich seit kurzem eine Filiale dieses Restaurants auf der Ile Saint-Louis (Foto rechts).
Das Café de Flore steht fast Wand an Wand mit dem anderen bekannten Literaten- und Künstlerkaffee Les Deux Magots. Getrennt werden sie von der leider inzwischen ehemaligen Buchhandlung Librarie la Hune, die auch am Sonntag geöffnet hatte. Wir besuchen den Ableger auf der Ile Saint-Louis, genannt Le Flore en l’Ile.
Wir bestellen bei der netten Bedienung zwei Blattsalate, die mit Tomatenwürfeln und roten Zwiebeln serviert werden. Danach probieren wir die Champignon-Omelette.
Zum Café werden zwei hausgemachte Pralinen offeriert.
Einen Mangel an indischen Restaurants können wir Paris nicht bescheinigen. Für unser Diner suchen wir ein langjähriges Lokal im Zentrum und finden hinter der Opéra Comique an der Rue Saint Augustin das Rani Mahal. Am Mittag wird ein günstiges Lunch-Buffet angeboten, entsprechend voll ist das Lokal. Bei unserem Abendbesuch geht es ruhiger zu. Wir bestellen bei dem sehr freundlichen indischen Kellner zwei vegetarische Thali und zum Trinken zwei Mango-Lassi. Mit dem, was auf den Tisch kommt, sind wir sehr zufrieden. Als wir das Lokal verlassen, verabschiedet sich die halbe Familie mit Handschlag von uns.
Bei unserer kleinen Stadtwanderung entdecken wir direkt am Place de l’ Ecole Militaire eine gut aussehende Brasserie: La Terrasse du 7eme. Bei einem Pernod entdecken wir Omelette mit Frites auf der Karte. So entschliessen wir uns, am Abend dieses von einer bunt gemischten Gästeschar frequentierte Lokal aufzusuchen. Auf dem Foto sehen wir Manjulta und tscheiar sehr zufrieden bei Omelette mit Frites und einer kleinen Flasche Brouilly. Bei unserem aktuellen Besuch lassen wir uns im 1.Stock platzieren, wo wir zum Dessert Cafe Gourmand geniessen.
An der Rue du Faubourg-Saint-Honoré entdecken wir zufällig das Restaurant Le Quarante Faubourg, das zum Hotel de Castiglione gehört. Auf der Karte steht Omelette mit Frites und wir wollen Omelette mit Frites. Also essen wir kurzentschlossen in dem unkomplizierten Hotelrestaurant. Die zwei jungen Kellner sind freundlich und zu Spass aufgelegt. Wir begnügen uns mit einer Fotosession. Das Essen ist so, wie wir es uns vorgestellt haben, die kleine Flasche Bordeaux passt.
Beim Hotel Ronceray am Boulevard Montmartre 10 befindet sich auch der Eingang in die Passage Jouffroy. In dieser Passage hat unser Hotel Chopin seinen Platz gefunden. Es lohnt sich, dieses charmante Haus anzuschauen. Wir haben darin gewohnt und sind très content.
Das Hotel Chopin liegt sehr zentral und trotzdem absolut ruhig. Die Zimmer sind gemütlich eingerichtet und sauber. Das Haus ist mit viel Liebe zum Detail dekoriert. In den öffentlichen Räumen stehen immer frische Blumen. Oft wird klassische Musik abgespielt. Künstler werden für Ausstellungen eingeladen.
Dieses Hotel ist ein absoluter Geheimtipp für Individualisten und fast immer ausgebucht.
Im Spiegel der Frühstücksraum
Ueber den Dächern von Paris
Der kleine Frühstückraum mit der originellen Orangensaftpresse ist unvergesslich.
Bei unserem letzten Besuch lernen wir den freundlichen Hotelbesitzer Monsieur Philippe Bidal kennen, der im Marais noch das Dreisternehaus Hôtel de la Bretonnerie führt. Er ist bei einer kleinen Vernissage im Hotel Chopin anwesend, die der russischen Künstlerin Alla Sapojnikova gilt. Sie hat die Bilder auf den Fotos gemalt und wohnt seit 1989 in Paris, unterbrochen von einem USA-Aufenthalt. Philippe Bidal verrät uns, dass sein Grossvater aus Olten in der Schweiz stammt. Da er dort noch Verwandte hat, besucht er gelegentlich die Schweiz.
Die Galerie Vivienne in der Nähe des Palais Royal bietet Spielsachen, antiquarische Bücher, Kleider und Restaurants.
Das Le Bon Marché gilt als erstes Warenhaus der Geschichte. Verdanken kann es seine bis heute führende Stellung dem Ehepaar Boucicaut, die es ab 1848 aufgebaut hat. Die Familie Boucicaut liess auch das Hotel Lutetia erbauen, das vis-à-vis des Luxus-Warenhauses steht.
An der Rue du Faubourg-Saint-Honoré 24 residiert seit 1879 das Leder- und Modehaus Hermès . Hier wurden und werden in höchster Qualität die edlen Pferdesättel hergestellt und seit dem 20.Jahrhundert auch Reisegepäck, Taschen, Kleider, Seidenfoulards und -krawatten, Schmuck und Porzellan. Das Dach des Eckhauses ziert ein Reiterdenkmal. In dem Gebäude sind nicht nur der Laden, sondern auch ein kleines Firmenmuseum und die verschiedenen Produktions-Ateliers untergebracht. Das Familienunternehmen Hermès interpretiert den Begriff des Luxus so: „Luxus ist etwas, das man reparieren lassen kann.“
Die Galeries Lafayette wurde 1893 in der Nähe der Opéra Garnier eröffnet und glänzt vor allem mit seiner riesigen Jugendstil-Halle, die sich zu einem beliebten Fotosujet mutiert hat. Neben dem Pariser Hauptsitz verfügen heute verschiedene französische Städte über eine Lafayette-Filiale.