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«Von allen Krankheiten, die ich bekommen kann – warum das?»,
fragte sich Mathew Knowles nach seiner Diagnose. Anfang 2019, nachdem er in Brusthöhe immer wieder kleine Blutflecken auf Hemden und Bettwäsche fand, liess sich der 67-Jährige durchchecken. Die Befund vom Arzt war verwirrend: Brustkrebs.
Brustkrebs ist nicht nur Frauensache
Zwar muss man(n) schon zur absoluten Minderheit gehören, aber ja: Männer können an Brustkrebs erkranken. Trifft es in der Schweiz pro Jahr etwa 6000 Frauen, sind immerhin rund 50 Männer betroffen. Dreiviertel von ihnen sind über 60. Wenn man bedenkt, dass nun mal auch die Herren Brustgewebe besitzen, ist die Tatsache eigentlich gar nicht mehr so abwegig. Das Problem? Da die Krankheit bei Männern so selten vorkommt, wird sie oft unterschätzt und erst in einem sehr späten Stadium entdeckt.
Darum hat es sich Mathew Knowles nun zur Mission gemacht, etwas mehr Licht in das Sympton-Dunkel der Erkrankung zu bringen. Er selbst wurde im Juli diesen Jahres operiert und ist zuversichtlich: «Der Begriff ‹krebsfrei› macht keinen Sinn, aber das Risiko, dass die Krankheit bei mir zurückkehrt, beträgt aktuell weniger als 5%.»
Die Symptome
- Auch Männer können in der Brust, meistens im Bereich der Brustwarzen, oder in den Achselhöhlen Knoten verspüren.
- Die Brustwarze kann sich einziehen oder verändern.
- Die Brustwarze kann Flüssigkeiten absondern.
- Ein hormonelles Anschwellen der männlichen Brust, die sogenannte Gynäkomastie, ist zwar im Grunde gutartig, kann das Risiko an Brustkrebs zu erkranken aber erhöhen.
Die Risikofaktoren
- Genetische Veranlagung: Gab es in der Familie bereits Krebsfälle (bei Mathew Knowles die Tante mütterlicherseits und ihre zwei Töchter), ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung höher.
- Hormonell bedingt: Männer, die zum Beispiel an Übergewicht oder einer Lebererkrankung leiden, neigen zu einer Überproduktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen.
- Veränderung der Gene oder Chromosomen: Männer mit einer angeborenen Veränderung der Chromosomenzahl (Klinefelter-Syndrom) erkranken häufiger an Brustkrebs. Gleiches gilt für diejenigen, bei denen eine Mutation der Brustkrebsgene 1 und 2 (BRCA1 und BRCA2) festgestellt wird.
- Vorbelastung: Wurde wegen einer anderen Krebsart der Oberkörper bereits mit einer Bestrahlung behandelt, ist die Entstehung von neuen Krebszellen leider begünstigt.
«Ich möchte das Bewusstsein schärfen und deutlich machen, wie wichtig die Früherkennung ist – bei Männern und bei Frauen. Eine rechtzeitige Diagnose ist das A und O.»
Hut ab, Herr Knowles, weiter so!