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LafargeHolcim im roten Bereich
Die Lafarge-Holcim-Fusion und die damit verbundenen Auflagen, Wertverminderungen, Abschreibungen und Sonderkosten, gepaart mit schlechteren Marktbedingungen in einigen Teilmärkten, verursachten beim weltgrössten Zementkonzern im vierten Quartal 2015 einen Reinverlust von 2,86 Milliarden Franken.
Ein Grossteil dieser Aufwendungen sind auf die schlechteren Marktbedingungen in Brasilien, Russland, Irak und China zurückzuführen – die grössten Abschreiber wurden in Lateinamerika und Europa vorgenommen. Und auch die Schliessung von Werken infolge der durch die Fusion notwendig gewordenen Portfolioüberprüfung fanden ihren (negativen) Niederschlag: die Fusions- und Restrukturierungskosten, sowie andere Einmaleffekte verursachten im vierten Quartal Kosten von 407 Mio. Franken.
Im vierten Quartal 2015 drückte ausserdem ein schwierigeres operatives Geschäft in einigen Märkten auf Umsatz und Betriebsgewinn. Der Umsatz sank um –5,9% auf 7,44 Mrd. Franken. Und der um die Fusionskosten bereinigte operative Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um –15,3% auf 1,4 Mrd. Franken.
Fusionsbedingtes Wellental
Finanzanalysten scheinen diese Ergebnisse eher entspannt, als fusionsbedingtes Wellental zu betrachten. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 7,4 Mrd. Fr. und einem operativen EBITDA von 1,462 Mrd. Franken gerechnet.
Eine zusätzliche Belastung des Ergebnisses im vierten Quartal waren die schlechteren Geschäfte in Brasilien, der Schweiz, China, Indonesien, Sambia, Nigeria und Aserbaidschan, sowie niedrigere CO2-Erlöse und nachteilige Wechselkursschwankungen wie das Unternehmen kommuniziert. "Optimistisch stimmten uns dagegen die positiven Entwicklungen in Märkten wie den USA, Mexiko, Argentinien, den Philippinen, Australien und Grossbritannien." An der Bilanzmedienkonferenz in Zürich bezeichnete LafargeHolcim-Chef Eric Olsen die Ergebnisse im vierten Quartal als solide.
Über das gesamte 2015 hat LafargeHolcim einen Umsatz von 29,48 Mrd. Franken eingefahren. Das sind –6,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der angepasste betriebliche EBITDA sank um –10,7 Prozent auf 5,75 Mrd. Franken. Gemäss Finanzchef Ron Wirahadiraksa haben alleine Wechselkurseffekte das Resultat um 378 Mio. Franken. geschmälert.
Über das gesamte 2015 drückten die erwähnten Fusions- und Restrukturierungskosten sowie andere Einmaleffekte in der Höhe von 1,1 Mrd. Franken auf den Betriebsgewinn. So reduzierte sich der operative EBITDA um gut einen Fünftel auf 4,645 Mrd. Franken.
Keinen Reingewinn für 2015
Einen Reingewinn für das Gesamtjahr 2015 wies der Konzern nicht aus. Denn in den Zahlen wären Positionen enthalten, die sich auf die Zeit vor und nach der Fusion beziehen würden, hiess es.
"Wir haben das Jahr wie erwartet abgeschlossen. Die Resultate sind keine Überraschung für uns", sagte Konzernchef Olsen in einer Telefonkonferenz. "Viele der wichtigsten fusionsbedingten Anpassungen haben wir mittlerweile abgeschlossen", erklärte Olsen. "Unsere Organisation steht, und 2016 werden wir weitere Synergien ausschöpfen: Für das laufende Jahr erwarten wir zusätzliche EBITDA-Synergien von deutlich über 450 Millionen Franken."
Keinen Personalabbau in der Schweiz
Obwohl es auch in der Schweiz Einbussen gab, hegt LafargeHolcim für die Schweiz keine Personalabbaupläne. Vor allem in den schwierigsten Märkten hat der Konzern jedoch Massnahmen ergriffen, um die Kosten weiter zu straffen. So wurden allein in China sechs Werke geschlossen und auch in Brasilien und Russland sind Produktionsstätten still gelegt worden.
Überkapazitäten
Der frisch fusionierte Weltkonzern sitzt immer noch auf gewaltigen Überkapazitäten. Die weltweite Produktionskapazität von LafargeHolcim beläuft sich auf 374 Mio. Tonnen Zement. Davon wurden im vergangenen Jahr lediglich 256 Mio. Tonnen ausgeschöpft. Gemäss Konzernchef Olsen wolle man eine gewisse Überkapazität behalten, um profitieren zu können, wenn die Nachfrage wieder anziehe. Der Konzern erwartet, sich 2016 seinen Zielen für 2018 weiter annähern zu können.
Die globale Nachfrage in den Märkten (ohne China) dürfte gemäss Olsen um +2 bis +4 Prozent zunehmen. Der konjunkturelle Gegenwind in einigen aufstrebenden Märkten wie beispielsweise China, Brasilien oder Argentinien werde dabei anhalten. Eine generelle Krise der Schwellenländer sieht Olsen dagegen nicht.
Das als Folge der Fusion laufende Verkaufsprogramm von Werken im Umfang von 3,5 Mrd. Franken soll im 2016 abgeschlossen werden. Davon sei mehr als ein Drittel bereits erzielt worden, sagte Olsen. Bis 2018 hat sich LafargeHolcim das Ziel gesetzt, einen operativen EBITDA von mindestens 8 Mrd. Franken zu erreichen. (mai/sda)