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HELNWEIN: Bei diesen Bildern ist es so wie bei meinen Kinderbildern, daß die Augen zum Beispiel bandagiert sind und die Ohren und Teile des Gesichts. Ich habe den Eindruck, daß die meisten Menschen nichts sehen und unfähig sind, zu hören oder etwas wahrzunehmen. Das ist eine Fähigkeit, die mehr und mehr, systematisch über Generationen hinweg, durch komplizierte Erziehungsprogramme zerstört werden soll. Ich glaube nicht, daß es eine Evolution ist, die einfach passiert, sondern daß daran gearbeitet wird: Die Herrschenden, egal wie sie sich nennen, sind immer daran interessiert, Untertanen zu haben, die nichts hören, nichts sehen und vor allen Dingen keinen eigenen Willen haben. In der ganzen Geschichte kenne ich nur Herrschaftssysteme, die ihre gesamte Intelligenz und Macht aufbieten, um Leute blind, taub und verfügbar zu machen. Wenn sich zum Beispiel sechs Millionen Menschen gelbe Sterne annähen und jahrelang in endlosen Reihen in Schlachthäuser treiben lassen, zeigt dies, daß man ihnen schon lange vorher ihren eigenen Willen genommen hatte - und wenn alle anderen nichts davon bemerkt haben, beweist das, daß sie blind und taub waren.
Die Interviews mit Gottfried Helnwein fanden statt am 13. / 14. Juli und wurden am 21. / 22. September 1990 fortgesetzt.
Mein herzlicher Dank gilt Renate Helnwein, deren freundliche Unterstützung die Zusammenarbeit sehr angenehm gemacht hat, und Matthias Politycki vom Verlag C. H. Beck. Bruni Maier schließlich half in allen Phasen der Manuskripterstellung und teilte mit mir die Begeisterung für dieses Projekt - ihr sei besonders gedankt.