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Wer ist dieser Heilige?
Neri, 1515 in Florenz geboren, verlässt sein Elternhaus mit 17 Jahren und lebt zuerst als Stadtstreicher in Rom. Einer von vielen. Aber Phillip ist fromm. Frömmigkeit ist bei ihm eine tiefe Leidenschaft. Meist erntet er nur Gelächter und Hohn für seine Frömmigkeitsausbrüche. Aber sein Humor und witzigen Ideen stossen auf Begeisterung: Der «Narr Gottes» wird so etwas wie der Stadtheilige von Rom und gegen seinen Willen zum Priester geweiht.
Am 26. Mai 1595 stirbt Philipp Neri. 1622 wird er heilig gesprochen. Und 1724 verhilft Gardehauptmann Conrad Pfyffer von Altishofen den Reussbühlern zu Reliquien des Heiligen, welche sich in der gleichnamigen Kirche befinden.
Der «lachende Heilige» und das gerupfte Huhn
Als gesuchter Beichtvater, der täglich bis zu zwölf Stunden im Beichtstuhl verbrachte, habe Philipp Bussen auferlegt, die nicht nur sehr originell, sondern auch von hohem glaubenspädagogischen Wert waren. Als beispielsweise Contessa Bianchi bekannte, sie habe wiederholt schlecht über andere Menschen gesprochen, trug ihr der weise Beichtvater Folgendes auf: Zur Busse wirst du dir am Markt ein Huhn besorgen und dann damit zu mir kommen. Unterwegs musst du es so gut rupfen, dass dabei auch nicht eine Feder übrigbleibt.
Die Contessa führte dies folgsam aus, sehr zum Amüsement der römischen Bevölkerung. Angesichts des gerupften Huhns verlangte Philipp Neri von der stadtbekannten Adeligen jedoch, alle Federn wieder einzusammeln und keine dabei zu vergessen. Darauf die Contessa bestürzt: «Das ist doch nicht möglich! Der Wind hat die Federn bereits in ganz Rom verweht.» Daraufhin Philipp: «Daran hättest du vorher denken müssen. So wie du die einmal ausgestreuten Federn nicht mehr aufsammeln kannst, weil der Wind sie verweht hat, so kannst du auch die bösen Worte, die du einmal ausgesprochen hast, nicht wieder zurücknehmen.»
Für die kleinen Leute
Mehr noch als die "High Society" seiner Zeit hatte Philipp Neri die bedürftigen und "kleinen Leute" im Blick: Noch während seines Studiums verkaufte er alle seine Bücher außer der Bibel, gab den Erlös den Armen und widmete sich der religiösen Unterweisung des Volkes auf der Straße, heißt es im Ökumenischen Heiligenlexikon: "Entsprechend seinem sonnigen Naturell führte er heitere, witzige und schlagfertige Gespräche mit Straßenjungen und einfachen Leuten, aber auch mit Kaufleuten und Künstlern." Johann Wolfgang von Goethe erklärte Philipp in seiner "Italienischen Reise" zu seinem Lieblingsheiligen.