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Basel, Oktober 1943: Gaston Dreher, ein Franzose, der in Basel aufgewachsen ist, flüchtet in die Schweiz und stellt in der Stadt, die er als seine Heimat betrachtet, einen Asylantrag. Als Jude ist er im besetzten Frankreich in Lebensgefahr. Doch weder die Basler noch die eidgenössischen Behörden sind bereit, dem Gefährdeten Schutz zu gewähren. Seine Vergangenheit wird ihm zum Verhängnis.
Gaston Dreher (1907–1944) wurde im Elsass geboren und wuchs während des Ersten Weltkriegs und in den schwierigen Nachkriegsjahren in Basel auf. Nach dem Tod des Vaters geriet das Leben des Jugendlichen aus den Fugen. Er wurde straffällig. Heimaufenthalte, psychiatrische Abklärungen, wiederholte Klinikaufenthalte und Haft prägten fortan sein Leben. 1931 wurde er von den Basler Behörden des Landes verwiesen und nach Frankreich ausgeschafft. Dort konnte Dreher in den Jahren der Weltwirtschaftskrise nicht Fuss fassen. Trotz Einreiseverbot kehrte er immer wieder nach Basel und in die Schweiz zurück, wo er mehrfach im Gefängnis sass. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm sein Leben eine dramatische Wende. Als er 1943 in Basel um Asyl ersuchte, holte ihn seine Vergangenheit ein.
Antonia Schmidlin und Hermann Wichers erzählen eine eindrückliche Lebensgeschichte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vielfältige Quellen, unter anderem Vormundschaftsakten, Krankenakten, psychiatrische Gutachten und Gerichtsakten aus schweizerischen, französischen und deutschen Archiven, gewähren einen detaillierten, oftmals berührenden Einblick in ein Leben, in dem europäische Geschichte greifbar wird.