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Die Bank Coop habe den Börsenkurs der eigenen Inhaberaktien manipuliert, urteilt die Finma. Weil Andreas Waespi Hauptverantwortlicher war, wird dem Ex-Chef der Bank Coop ein Berufsverbot aufgebrummt.
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) rügt die Bank Coop. Die Bank habe zwischen 2009 und 2013 den Börsenkurs der eigenen Inhaberaktien manipuliert. «Damit verstiess sie in schwerer Weise gegen das aufsichtsrechtliche Verbot der Marktmanipulation und gegen ihre Gewährs- und Organisationspflichten», schreibt die Finma in der Medienmitteilung.
Die Aufsichtsbehörde untersuchte verschiedene Banken, insbesondere den Handel mit eigenen an einer Schweizer Börse kotierten Titeln. Im Fall der Bank Coop stellte die Finma erhebliche Unregelmässigkeiten fest. «Das im März 2014 gegen die Bank Coop eröffnete Enforcementverfahren ergab, dass die Bank im Zeitraum zwischen Sommer 2009 und Frühjahr 2013 den Börsenkurs der eigenen Aktien unzulässig gestützt hatte», schreibt die Finma und führt aus: «Die Bank Coop beeinflusste zwischen Sommer 2009 und Frühjahr 2013 die freie börsliche Kursbildung der Inhaberaktien der Bank Coop. Die Bank kaufte die eigenen Titel über einen längeren Zeitraum hinweg mit dem Ziel, einem Sinken des Kurses entgegenzuwirken.»
Drei Jahre Berufsverbot für Ex-CEO
Die Bank Coop hätte insbesondere vor und während der Publikation von Geschäftszahlen sowie an Monats- und Jahresenden den Börsenkurs der Inhaberaktien gestützt. Die Finma hält aber fest: «Weder die Bank Coop noch Personen der Bank haben sich durch dieses Vorgehen bereichert.» Ausserdem habe sich die Bank Coop während der Untersuchung stets kooperativ verhalten.
Die Rüge hat Konsequenzen, denn die Schweizer Aufsichtsbehörde macht der Bank Coop Auflagen und erlässt gegen den ehemaligen Chef der Bank, Andreas Waespi, ein Berufsverbot von drei Jahren. Waespi ist nach Ansicht der Finma Hauptverantwortlicher für die Marktmanipulation.
Waespi wird nicht Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank
Waespi wird nun nicht Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank (AKB), wie die AKB mitteilte. Der Bankrat der AKB wählte ihn Ende Juni 2014 als Nachfolger für den Ende April 2015 in den Ruhestand tretenden Rudolf Dellenbach. «Der Bankrat der Aargauischen Kantonalbank bedauert die in dieser Konsequenz unerwartete Entwicklung», schreibt die AKB.
Ein Vakuum an der AKB-Spitze werde aber nicht entstehen. Bereits im Vorfeld des Finma-Entscheids habe der Bankrat mit Dellenbach vereinbart, dass er so lange im Amt bleiben werde, bis eine Nachfolge gefunden sei.
(ise)