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Vogelbeeren sind die Früchte der Eberesche ( = Vogelbeerbaum, Sorbus aucuparia) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Die Eberesche ist ein bis zu 15 m hoher Baum, der in vielen Ländern Europas wächst und in der Schweiz häufig anzutreffen ist.
Vogelbeeren werden unter anderem zur Zubereitung von Konfitüren und Spirituosen, als Abführmittel und harntreibendes Mittel eingesetzt. Die frischen Vogelbeeren können aufgrund ihres Gehalts an Parasorbinsäure zu Reizungen im Verdauungstrakt, Erbrechen und Durchfall führen. Beim Kochen wird Parasorbinsäure jedoch inaktiviert.
Welche Inhaltsstoffe findet man in Vogelbeeren?
Zu den Inhaltsstoffen zählen die stopfenden Gerbstoffe, farbgebende Substanzen, Vitamin C, Zuckeralkohole wie Sorbitol, das Geliermittel Pektin und die reizende Parasorbinsäure.
Wozu werden Vogelbeeren verwendet?
Vogelbeeren werden für Lebens- und Genussmittel wie beispielsweise zur Zubereitung von Konfitüren und Spirituosen eingesetzt. In der Pharmazie wurden Vogelbeeren als Abführmittel, harntreibendes Mittel und zur Förderung der Menstruation verwendet. Der Beerenextrakt ist Bestandteil von Kosmetika mit hautpflegenden Eigenschaften.
Unerwünschte Wirkungen der Vogelbeeren
Die roten, bitter schmeckenden Vogelbeeren gelten traditionell als giftig. Gleichzeitig werden sie aber auch als Lebensmittel genutzt (siehe oben). Wie toxisch sind Vogelbeeren? Gemäss der Literatur handelt es sich bei der reizenden Parasorbinsäure um das giftige Prinzip, das hauptsächlich in den reifen Früchten enthalten ist. Nach der Einnahme frischer Beeren können dosisabhängige Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen und Durchfall auftreten. Die Parasorbinsäure kann aber durch Kochen zur ungefährlichen Sorbinsäure inaktiviert werden. Sorbinsäure (E 200) wird als Konservierungsmittel für Lebensmittel verwendet.
Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass Vogelbeeren als nur mässig giftig gelten. Erwachsene sollen Vogelbeeren frisch nur in kleinen Mengen zu sich nehmen und Kinder sollten vorsichtshalber auf die Einnahme verzichten. Kochen wandelt die reizende Parasorbinsäure in ungefährliche Sorbinsäure um.
Quelle:
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Vogelbeeren
Kommentar & Ergänzung:
„Die Zugehörigkeit zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) kann man bei genauer Betrachtung der Früchte gut erkennen; sie sehen wie kleine Äpfel aus.
Der Name Eberesche leitet sich vom altdeutschen „Aber“ (wie in „Aberglaube“) und von „Esche“ ab und rührt daher, dass die Blätter jenen der Eschen ähneln, aber dennoch keine nähere Verwandtschaft zwischen diesen Baumarten besteht. Eine andere Etymologie führt den Namen auf ein indogermanisches Wort für „dunkelrot“ zurück, was die Beerenfarbe bezeichnet…..
Nach dem keltischen Baumkreis – einer Erfindung des keltischen Neopaganismus – zählt die Eberesche – neben Apfelbaum, Walnuss und Tanne – zu den Lebensbäumen.”
(Quelle: Wikipedia)
Zur Bedeutung der Eberesche für die Tierwelt
Eberesche dient vielen Tieren als Nahrung.
„Die Eberesche ist eine wichtige Futterpflanze für Tiere. Nachgewiesen wurde dies bislang für 31 Säugetier- und 72 Insektenarten, darunter 41 Kleinschmetterlinge und zwölf Rüsselkäfer. Insgesamt wurden 63 Vogel- und 20 Säugetierarten als Nutzer der Früchte festgestellt. Insbesondere Singdrossel, Misteldrossel, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Kleiber und Gimpel schätzen die Früchte der Eberesche und nutzen den Baum, ebenso wie der Grünspecht als Nistgehölz. Eine wichtige Rolle spielen die Früchte in der Ernährung von Rotdrossel und Seidenschwanz, die aus Nordeuropa kommend, den Winter in unseren Breiten verbringen. Aber auch Rotfuchs und Dachs verschmähen die Früchte nicht. Da die Samen unverdaut wieder ausgeschieden werden, wird die Ausbreitung der Eberesche effektiv sichergestellt (Endochorie).
Eichelhäher und verschiedene Nagetiere, wie Siebenschläfer, Haselmaus, Gelbhals- und Feldmaus legen sich – im Boden versteckt – Wintervorräte der Früchte an. Da diese oftmals vergessen werden, leisten sie ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Ausbreitung der Art. Paarhufer wie Reh und Rothirsch ernähren sich von den Blättern, Trieben und Knospen der Bäume, der Weißdornkäfer und der Mittlere Schwarze Rüsselkäfer (Otiorhynchus niger) bevorzugen Triebe und Blätter.
Insbesondere für die Raupen des seltenen Spanners Venusia cambrica und des vom Aussterben bedrohten Gelben Hermelins (Trichosea ludifica) stellt die Eberesche eine wichtige Nahrungspflanze dar. Die Raupen des Baum-Weißlings (Aporia crataegi) tun sich ebenfalls an der Eberesche gütlich.“
(Quelle: Wikipedia)
Vogelbeeren enthalten viel Vitamin C (bis zu 100 mg pro 100 g Beeren, das beim Kochen um etwa ein Drittel abgebaut wird) und waren früher ein wichtiges Mittel gegen Skorbut.
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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