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Schweizer Illustrierte: Marco Rima, was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Marco Rima: Ich müsste meinen Diesel-SUV entsorgen. Ärgerlich ist, dass er mir damals als besonders umweltfreundlich verkauft wurde.
Welches Gemüse sollte verboten werden? Und was wären Sie für ein Gemüse oder was für eine Frucht?
Ich denke, dass ich in meinem früheren Leben ein Erdbeertörtchen war. Daher wäre ich eine Erdbeere. Vergessen kann man Gurken. Die sind geschmacklos und komplett überflüssig.
Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Null! Meine Frau, die auch meine Managerin ist, plant mir dermassen viel Auszeiten ein, dass ich froh sein kann, wenn ich überhaupt arbeiten darf.
Als Kinder hatten wir den Eltern zu Weihnachten immer selber gemachte Aschenbecher geschenkt. Dafür hätte man heute die Behörden im Haus.
Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Wahrscheinlich Sandra. Meine jüngere Schwester heisst Sandra. Mein Vater wollte eigentlich eine Carmen, deshalb heisst sie mit vollem Namen Sandra Carmen Daniela. Meine Mutter konnte mit Carmen aber nichts anfangen, darum der Kompromiss.
Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
Ab und zu mache ich lustige Videobotschaften für meine Freunde. Videos sind ja die neuen Aschenbecher. Als Kinder hatten wir den Eltern zu Weihnachten immer selber gemachte Aschenbecher geschenkt. Dafür hätte man heute die Behörden im Haus.
Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Überall, wo es Gelenke hat. Ellbogen, Schultern, Knie. Das sind Nachwirkungen von allem, was ich im Leben übertrieben habe. Im Musical «Keep Cool» bin ich in Cowboystiefeln aus zweieinhalb Metern auf die Bühne gesprungen. Und das in über 600 Vorstellungen. Meine Knie erinnern mich heute noch daran.
Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich lebe gerne in Ägeri, wo ich heute zu Hause bin. Meine Heimat ist und bleibt aber Zug, wo ich aufgewachsen bin. Wenn ich in Zug bin, empfinde ich immer noch Wehmut. Wenn ich könnte, dann würde ich unser Haus von Ägeri nach Zug verpflanzen.
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Ja! Ich gehöre noch zu dieser Generation, leider. Ich muss mir das abgewöhnen. Mein Sohn isst jeweils nur die Hälfte auf und ich die andere – was sich dann bei mir auf den Hüften wieder niederschlägt...
Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Handydisplay?
Ein Foto meiner grossen Tochter, Mia, sie ist 24. Unsere beiden jüngeren Kinder habe ich ständig um mich. Mein Grosser, Niggi, 26, treffe ich des Öftern aus beruflichen Gründen und Mia eben leider nicht. Deshalb das Bild von ihr.
Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
«Auf uns» von Andreas Bourani. Mein Leben ist stark geprägt von den Menschen, die ich um mich herum habe. Deshalb ein Hoch auf uns!
Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Kinder zeugen. Aber das war ja eigentlich keine Idee, sondern vielmehr eine Lust.
Welche Idee oder welchen Traum haben Sie endgültig begraben?
Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht mehr. Zum Beispiel den Felgaufzug machen. Letzthin hing ich am Reck, und mein Sohn fragte mich, was ich da mache. Ich habe dann einfach geflunkert, dass es dem Rücken guttue...
Gurken kann man vergessen. Die sind geschmacklos und komplett überflüssig.
Welche Eigenschaften möchten Sie Ihren Kindern weitergeben, welche keinesfalls?
Dass sie sich Zeit nehmen und ihrer Leidenschaft nachgehen. Sie sollen nicht einfach einen Job machen, sondern ihre Berufung finden. Verzichten könnten sie wohl auf meine aufbrausende Art.
Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Ich erinnere mich nur noch an 1972, damals war ich elf Jahre alt. Ich hatte ein grosses Poster der Sapporo-Helden Russi, Collombin und Maite Nadig. Daneben hingen zwei Massai-Speere und ein Schild, den mir mein Vater von einer Auslandreise mitgebracht hatte. Und am Boden gab es ganz viele Legosteine.
Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Meine Mutter sagte mir immer: «Es kommt schon gut.» Es ist eigentlich gar kein Ratschlag, sondern eine Mischung aus gesunder Lebenseinstellung und Hoffnung.
Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Meine Eltern nannten mich Böbös, und sonst war ich einfach der Rima.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Nicole! Nein, Corina! Jetzt muss ich aufpassen... Corina war im Kindergarten mit einem ersten Kuss unter einem Busch. Der erste Schulschatz war dann Nicole, zu der ich heute noch Kontakt habe.