Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03493.jsonl.gz/363

(Die) (Kt. Wallis,
Bez. Brig).
So heisst die höchstgelegene der vom
Gredetschbach nach links abzweigenden
Wasserleitungen. Zieht auf eine Strecke von 4 km den Felswänden der Wildbachschlucht entlang, befruchtet die obern Terrassen
von
Birgisch und mündet beim Dorf
Moos in den
Kelchbach.
Grundeigentum besassen in Oberstrass während des 13. Jahrhunderts die Benediktinerinnenabtei Zürich,
das Augustinerkloster
am
Zürichberg, das Chorherrenstift und der
Spital zu Zürich.
Das hohe Gericht scheint der städtischen Reichsvogtei zugestanden zu
haben, bis es 1363 an den Propst des Chorherrenstiftes Zürich
kam. Die niedere Vogtei war wahrscheinlich mit der hohen Vogtei verbunden.
Nach 1400 bildete Oberstrass als besondere
«Wacht» (Gemeinde) einen Teil der städtischen Vogtei der Vierwachten
(Ober- und
Unterstrass,
Fluntern und
Hottingen).
Gehörte in kirchlicher Beziehung zuerst zum Grossmünster (Pfarrkirche des Chorherrenstiftes) und kam 1614 zur neugegründeten
Kirchgemeinde Predigern. Seit 1861 eigene Pfarrei. Die kleine Pfarrkirche ist 1734 erbaut und 1871 erweitert worden.
Der
Ort hatte im Kriegsjahr 1799 viel zu leiden und wurde 1802 während der Beschiessung der Stadt
Zürich von den helvetischen
Truppen besetzt. Gleich den übrigen Ausgemeinden 1893 mit der Stadt
Zürich vereinigt. Das Wappen zeigt den silbernen Krattenturm
im grünen
Felde. Zu Beginn des Jahres 1770 rutschte der vom unterirdischen
Wasser durchtränkte Hang des
sog.
Geissberges bis nahe an den ebenen Teil der Gemeinde herunter und verursachte ziemlichen Schaden an Obstbäumen und Weinreben.
Vergl. Nüscheler, Arnold. Ein histor.Gangdurch die Nachbargemeinden der StadtZürich (in Salomon Vögelins Werk Das alteZürich.
2. Aufl. 1890; mit Karte). S. auch den Art. Zürich
(Stadt).
Sie zieht sich von der
Sohle des
Linththales durch die mit Bergwiesen und Alpweiden bekleideten Thälchen zwischen den Ketten
des
Köpfler und des
Thierbergs hinauf bis zur Grenze gegen den Kanton Schwyz.
Wiesenbau und Viehzucht. Industrielle
Tätigkeit: je eine Baumwollspinnerei, mechanische Seidenstoffweberei, mechanische Stickerei und mechanische Werkstätte
mit Eisenprägerei. Auf einem hügelartigen Vorsprung n. vom Dorf steht die malerische Ruine der einstigen sog.
Vorburg, auf
der im Mittelalter als Lehensleute des
Klosters Säckingen die Edelknechte von Urannen (=
Urnen) sassen.
Nach ihrem Aussterben wurde die Burg 1396 vom Kloster dem Oberurner Bürger Rudolf
Stucki verpfändet, dessen Familie sie
heute noch gehört, obwohl sie schon längst in Trümmer gefallen ist. 1762 und 1763 wurde Oberurnen durch Felsstürze bedroht,
die sich sw. über dem Dorf von der unter der
Sonnenalp liegenden
Marienwand loslösten und deren Trümmerfeld
bis nahe an den Rand des Dorfes heranreicht.
Zur Erziehung ihrer Kinder hat die Gemeinde am O.-Hang des Stätzerhorns eine besondere Anstalt erbaut. Auf der Lenzerheide
werden grosse Tufflager abgebaut, die ein vorzügliches Baumaterial liefern. Beträchtliche Ueberreste der Stammburg der
Freiherren von Vaz, die vom 12. bis 14. Jahrhundert das mächtigste Edelgeschlecht Bündens waren. Diese
volksfreundlichen Herren befreiten schon im 13. Jahrhundert die Bewohner von Belfort von der Hörigkeit, besiedelten die Hochthäler
im Davos, wo sie den Kolonen beträchtliche Freiheiten gewährten, und schützten die Rechte der Leute im Rheinwald vor Uebergriffen.
Nach dem Erlöschen des Geschlechtes kam Obervaz zuerst an die Grafen von Werdenberg und dann an den Bischof
von Chur, von dem sich die Bewohner 1537 gänzlich freikauften. Nahe der Solisbrücke hat man ein Grab mit Skelet und einem
Henkelkrug und bei Nivaigl ebenfalls ein Grab mit Skelet aufgedeckt.