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1. Mai Feier-Tag
Geschichte der Entstehung vom Maifeiertag
Woher kommt der Brauch vom 1. Mai? Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?
Hintergrund, Ursprung, Herkunft und Bedeutung der 1. Mai-Feier
Der schon seit Menschen-Gedenken bestehende Feiertag Erster Mai
wurde erst im 20. Jahrhundert zum Tag der Arbeitenden, genauer der Lohn-Abhängigen resp. Arbeiter-Bewegung. Der Maifeiertag ist in Deutschland, Österreich, Teilen der Schweiz und vielen anderen Staaten gesetzlicher Feiertag. Doch woher kommt der 1. Mai-Feiertag? Warum eine 1. Mai-Feier? Zum Verständnis von Brauch und Tradition gehört die dem 1. Mai vorangehende Walpurgisnacht
bzw. die Überlagerung der keltischen Kultur durch die neue Geist
lichkeit resp. römisch-katholische Heilslehre. Da war ursprünglich keinerlei religiöser Inhalt, sondern eine klar dem Kalender als kultureller Taktgeber zugeordnete Absicht.
In keltischer Kultur wurden die Nächte gezählt und nicht die Tage [Iulius Caesar, De bello Gallico, VI 18,2]. Am 21. März, [= Beltane am 1. Mai
] ist die Nacht gleich lang wie der Tag, die Nächte werden aber seit dem 21. Dezember, [= Lichtmess
am 1. Februar], kürzer bevor sie ab dem 21. Juni, [= Lug
am 1. August], wieder länger werden bis sie am 21. September [= Samonios
am 1. November] wieder gleich lang sind wie die Tage.
In vergangener keltischer Kultur resp. im keltischen Druidentum
sei angeblich [→ Jahreskreisfeste
] am 1. Mai, also 40 Tage nach dem Frühlingspunkt am 21. März, [die Verschiebung um 40 Tage kann mit der Vorbereitung der Aktivitäten erklärt werden wie Gärung von Getränken] mit Beltane der Belenos begangen worden, der zu dem [angeblichen] Samonios am 1. November der zweite, gegensätzlich wichtige Anlass als Halbzeit-Wechsel. Lesen Sie dazu bitte: Belenos
, der keltische 1. Mai [= Beltane oder Beltaine] dargestellt auf dem Kessel von Gundestrup.
Beltane oder Beltaine
[auch Bealtaine, Belotenos, Beletonia, Bealltainn, Boaltinn, Boaldyn]
vermutlich von keltisch *bel- für hell, glühend und tene für Feuer
Der Monatname Mai [mensis Maius] aus der lateinischen Kultur südlich der Alpen hat keinerlei Bedeutung für die Zusammenhänge mit dem ursprünglich keltischen Brauchtum. Anders ein Wonnemond [von wunnimanot = Weidemonat], eingeführt durch Karl der Grosse im 8. Jahrhundert. Aus der Weide wurde später die Wonne als Frühling-, Blumen-, Liebes- und Hochzeit-Monat. Im gallo-römisch keltischen Kalender von Coligny ist der Mond April-Mai benannt mit Giamonios = Winter-Ende.
Maifeuer, nächtliches Feuerwerk etc. diente einst vermutlich der Kunde durch Nachricht oder zum Alarm und hatte wohl kaum einen gedanklichen Selbstzweck. Obwohl sich der 1. Mai auf den Frühlingspunkt am 21. März bezieht, war und ist der Anlass kein Frühlingsfest, sondern der Beginn der Sommer-Halbzeit. [Die vier Jahreszeiten sind nicht keltisch].
Einiges im regionalen Brauchtum deutet auf vergangene Quellen hin. Mancherorts existieren noch Bräuche wie Maibaum, Maisingen, Tanz in den Mai. Ein ursprünglicher Inhalt von Beltane, die Auferstehung als Erwachen der Natur, wurde allerdings zum Ostern umgedeutet, [zusammen mit dem Inhalt vom keltischen Imbolg], bei der Überlagerung der keltischen Kultur mit der neuen, nun angeblich göttlichen Geistlichkeit vom römisch-katholischen Klerus.
Wegen der Naturverbundenheit von tänzerischen Relikten aus der frühen Zeit wurde von der römisch-katholischen Kirche seit dem 9. Jahrhundert ständig versucht, die Volkstänze durch Verbote und Verketzerungen auszurotten. Der Tanz sei ein Kreis, in dessen Mittelpunkt der Teufel ist. [→ Ostern].
Die Umerziehung durch Sittengesetze strebte Untertanen an, welche die folgenden Tugenden verwirklichten: fromm und gottesfürchtig, sittsam, züchtig, still, bescheiden, genügsam, mässig und nüchtern, fleissig, sparsam und pünktlich.
Desgleichen die Normen katholischer Obrigkeiten im sexuellen Bereich. Ausser- und vorehelicher Beischlaf waren von Gesetzes wegen verboten. Auch bekämpft wurden die Stubeten, also die nächtlichen Zusammenkünfte des Jungvolks, die angeblich verhinderten, sich zum Schlafen zu begeben und statt dessen an heimlichen, abgesonderten Orten, in Wäldern, Tobeln, hinter den Hägen und andern Winkeln zusammenpaaren und unzüchtige Buhlschaften und fleischliche Sünden verüben. Die Vorschriften wollten die beiden Geschlechter möglichst voneinander fern halten. Seit dem Konzil von Trient (1545-1563) erkannte die Kirche nur jene Ehen an, welche vor ihrem Priester und mit zwei Zeugen geschlossen worden waren. Trotzdem hielt sich der Brauch der privaten Winkel-Ehe.
Die überlieferte regelmässige Wiederholung der immer gleichen Ermahnungen und Verbote durch die Obrigkeit weist hin auf eine schlechte Beachtung der Gebote. Auch die häufigen Klagen der Regierenden über die immer schlimmeren Zeiten sind Anzeichen für einen Misserfolg der Moralpolitik.
Besonders die jüngere Generation liess sich Zusammensein,
Tanzen und körperliche Kontakte nicht verbieten.
Bei den Anlässen zu Beltane am 1. Mai, die seit Goethe als Walpurgisnacht
bezeichnet werden, handelt es sich demnach schlicht um die verbotenen Tanz-Veranstaltungen, die sich im versteckten über alle Zeiten erhalten haben, teilweise auch kultiviert wurden, [soweit sie nicht unter dem Titel der Hexerei
zwecks Ausrottung verfolgt wurden].
Die Abbildungen zeigen Alpfeste im Sommer
Heute wird das frühere Beltane mit Ostern erfasst. Geblieben ist der 1. Mai als Tag der Arbeit und bewahrt dadurch auch den tieferen Sinn aus der keltischen Mythologie: zusammen-wirken [Kooperation], dargestellt im Tauf-Kessel von Gundestrup mit der Abbildung Belenus.
1. Mai - Tag der Arbeit
Bereits vor der ideologischen Vereinnahmung im 19. Jh. durch Arbeit-Bewegung und Gewerkschaft bzw. Sozialistische Internationale [→ Haymarket Riot] war der 1. Mai auch in Amerika in der mehrheitlich aus dem alten Europa stammenden Tradition der Umzug-Tag [moving day] resp. ein Zeiten-Wechsel.
In der deutschen Schweiz ist der 1. Mai ein rein politischer Tag geworden. Regional verbunden mit Umzügen, Ansprüchen und Besitzmarkierungen, Flurumgängen. Auch die Oster- und Pfingstmärsche gehören inhaltlich dazu. Was ist Pfingsten? Auch Pfingsten, die angebliche Ausgiessung des heiligen Geistes [was ist Geist?], ist im Grunde genommen eine politische Aktion.
In der Ur-Schweiz, der Eidgenossenschaft
auf dem früher keltischen Gebiet versammelten sich an einem Tag Ende April-Anfang Mai die Stimmberechtigten unter freiem Himmel, um die Regierung und Gerichte zu wählen und über Gesetze und Ausgaben zu entscheiden. Die erste historisch belegte Landsgemeinde fand 1294 statt. Die Landsgemeinde ist eine Urform der schweizerisch helvetischen direkten Demokratie und steht in ihrer Art in der Welt einzigartig da. Dieser offene Ring gehört dreieinig, zusammen mit dem Frevel und dem Bann, zum Erbe der überlagerten keltischen Kultur mit magischem
Hintergrund.
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