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Nabelhernie beim Hund
Funktion des Nabels
Der Nabel stellt während der Trächtigkeit die Versorgung des Welpen sicher. In der Bauchwand ist die Nabelpforte, durch die die Nabelgefässe, der Allantois- und der Nabelblasenstiel durchtreten. Diese Öffnung schliesst sich in den ersten Lebenstagen zum Nabel, eine „Narbe“ im weitesten Sinne.
Definition einer Hernie
Eine Hernie ist eine sackartige Ausstülpung des Bauchfells durch eine anatomisch bereits bestehende Lücke der Bauchwand oder Schwachstelle (sog. Bruchpforte) und das Hervortreten von Eingeweiden oder Organen aus der Bauchhöhle (sog. Bruchinhalt). Liegt die Hernie unter der Haut, so bildet diese den Bruchsack.
Hernien können angeboren sein oder sie kommen durch Bindegewebsschwäche durch erhöhten Druck im Bauch oder ein Trauma zustande.
Nabelhernie
Wenn sich die Öffnung in der Bauchdecke nach der Geburt nur unvollständig schliesst, die Öffnung zu gross oder nicht korrekt entwickelt ist, entsteht eine Nabelhernie. Nabelhernien sind angeboren. Die Ursache ist selten bekannt, aber in den meisten Fällen wird dies als vererbt angesehen. Bei manchen Rüden kommt es auch gleichzeitig zu Kryptorchismus, d. h. einer oder beide Hoden steigt nicht ab und verbleibt in der Bauchhöhle oder im Leistenspalt (siehe auch Artikel Kryptorchismus, SHM 5/06).
Behandlung
Mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen Omphalocele und bei Nabelhernien mit der Gefahr von Verklebungen soll der chirurgische Verschluss der Nabelhernie nicht vor der 8. Lebenswoche erfolgen, da sich in vielen Fällen die Bruchpforte im Wachstum noch weiter verkleinert und sogar verschliesst. In vielen Fällen wird die chirurgische Behebung der Nabelhernie nicht nur aus primär medizinischen Gründen, sondern auch als kosmetischen Aspekten erfolgen. Häufig kann diese Hernie auch bei der allfälligen Kastration des Tieres verschlossen werden. Nur bei grossen Bruchpforten und Gefahr eines Darmvorfalls ist die Operation früher in Erwägung zu ziehen.
Der chirurgische Verschluss ist in der Regel problemlos durchführbar. Unter Vollnarkose wird der Bruchsack freipräpariert und entfernt, je nach Inhalt auch mit verklebtem Bauchfett. Bei Vorfall von Darmschlingen in den Bruchsack wird dieser eröffnet, die Darmschlingen vorsichtig gelöst und auf ihre Vitalität überprüft. Gegebenenfalls muss ein Stück des Darmes entfernt werden. Die Bauchwand wird routinemässig verschlossen.
Nach der Operation muss der Welpe, bzw. Junghund noch einige Tage geschont werden (meist 7 - 10 Tage bis zum Ziehen der Fäden). Die Wunde heilt in der Regel schnell und problemlos.
Die Prognose ist ausser bei Komplikationen wie Inkarzeration und Darmverschluss günstig. Wiederauftreten von Nabelhernien nach der Operation ist bei unkomplizierten Fällen selten.
Omphalocele
Ein etwas besonderer und auch seltener Fall einer Nabelhernie ist eine Omphalocele. Dies ist eine Bruch der Nabelschnur, eine sog. Nabelschnurhernie. Dabei kommt es während der Trächtigkeit zu einer Fehlbildung der Bauchwand, und dadurch können meist Darmteile durch den Nabel in die Nabelschnur vorfallen. Diese Welpen kommen mit vorgefallenen Därmen zur Welt und haben häufig noch andere Fehlbildungen. Viele dieser Welpen sterben, oder sie werden eingeschläfert wegen bereits nicht mehr vitalen Darmteilen und weiterer Fehlbildungen.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 2/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autorin:
Dr. med. vet. Karin Pross
Tierklinik Obergrund
Schlossstrasse 11
CH-6005 Luzern
E-Mail <email-pii>
Koautor:
Dr. med. vet. Frank Steffen
Dipl ECVN
Tierklinik Obergrund
Schlossstrasse 11
CH-6005 Luzern
E-Mail <email-pii>