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Sie kennen die aktuelle epidemiologische Situation verschiedener Infektionskrankheiten.
Sie können erläutern, welche fachlichen Abklärungen Sie bei Migranten treffen sollten.
Sie können bei wichtigen Infektionskrankheiten, die bei Migranten gehäuft auftreten, die korrekte Therapie anwenden.
Sie können analysieren, ob kulturelle Aspekte einen Einfluss auf die Arzneimitteleinnahme haben könnten.
Sie können beurteilen, ob Migranten ein höheres Risiko für bestimmte Erkrankungen aufweisen als Einheimische.
Zusammenfassung
Durch die anhaltenden Migrationsströme nach Europa kommen viele Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Beweggründen in die Schweiz. Dieser Artikel behandelt gesundheitliche Probleme von Migranten aus Krisengebieten in der Schweiz; zahlenmässig zählen Eritrea, Afghanistan und Syrien zurzeit zu den wichtigsten Herkunftsländern. In der Apotheke treffen wir Migranten an, die an seltenen Infektionskrankheiten leiden, beispielsweise Skabies oder Bilharziose. Armut, beengte Wohnverhältnisse oder unhygienische Lebensbedingungen führen zu veränderten Risikoprofilen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Tuberkulose, die auch in Europa durch die Migrationsbewegungen wieder zunimmt, und ihrer Behandlung. Psychische Erkrankungen und deren Folgen spielen für Migranten aus Kriegsgebieten eine grosse Rolle. Menschen ohne Impfschutz sind insbesondere durch so genannte Kinderkrankheiten gefährdet, gegen die in der Schweiz üblicherweise geimpft wird. Der Aspekt der kulturellen Unterschiede wird im Hinblick auf eine optimale Gesundheitsversorgung beleuchtet. Die Reise auf dem Land- und Seeweg, die ein Migrant zurückgelegt hat, war lang, gefährlich und manchmal traumatisierend. Viele Erkrankungen, die in den Herkunftsländern im Gegensatz zur Schweiz verbreitet sind, sind mit auf die Reise gegangen. Je nach durchreister Region und Fluchtumständen können bestimmte Erkrankungen auch auf der Route erworben worden sein.