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Schmerzen, Bewegungseinschränkung und der Verlust an Mobilität sind die häufigsten Symptome degenerativer Gelenkerkrankungen. Im Mittelpunkt der konservativen, also nicht-operativen Therapie orthopädischer Krankheiten stehen medikamentöse, physiotherapeutische Behandlungen und /oder die Versorgung mit Einlagen oder Schienen.
Medikamentöse Therapie:
Ziel der medikamentösen Therapie ist es, Schmerzen zu lindern sowie die Funktionsfähigkeit der Gelenke zu verbessern. Standard der Arthrosebehandlung ist die Kombination von Schmerzmitteln und Kortison-Präparaten, um Schmerzen und Entzündungen zu behandeln. Für die Schmerzbehandlung stehen verschiedene Klassen von Arzneimitteln zur Verfügung:
leichte Schmerzmittel (Paracetamol)
- schmerzstillende, jedoch keine entzündungshemmende Wirkung.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
- schmerzstillende und entzündungshemmende Arzneimittel (u.a.Diclofenac). Problem: Studien belegen, dass vor allem bei älteren Patienten Magen-Darm- sowie Nieren-Erkrankungen auf die Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika zurückzuführen sind. Untersuchungen zeigen, dass bei über 65-Jährigen 20-30 Prozent aller Krankenhausaufnahmen und aller Todesfälle durch Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auf die Einnahme von NSAR zurückgehen. Hier setzt eine neue Generation von Schmerzmitteln, die so genannten Coxibe, an und reduziert bei ähnlicher Wirkung die Belastung für den Verdauungstrakt.
Opioide/Opiate (Tramal, Morphium)
- Die morphin- bzw. morphinderivathaltigen Präparate gehören nicht zur Standard-Therapie, können aber bei schwerer Arthrose angezeigt sein. Orientierung gibt hier das Stufenschema für Schmerztherapie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Salben
- Die Wirksamkeit von schmerzstillenden Salben ist umstritten. Hingegen empfinden viele Arthrose-Patienten durchblutungsfördernde Salben als wohltuend. Die Wirksamkeit von Salben beschränkt sich auf das das Gelenk umgebende Gewebe; Schmerzstillung und Entzündungshemmung sind nicht belegt.
Kortison
- Eine Injektion von Kortison (Glucocorticosteroiden) wird bei akuten Arthrosen empfohlen. Das Medikament ist hingegen keinesfalls bei nicht-akuten Arthrosen angezeigt. Hier muss der therapeutische Nutzen mit der möglicherweise knorpelschädigenden Wirkung des Kortisons abgewogen werden. Die Injektion in das betroffene Gelenk sollte nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden. Insgesamt ist die Wirksamkeit von Kortisongaben ins Gelenk nur schwach durch Studien belegt. Allerdings zeigt die ärztliche Erfahrung, dass durch Kortison schnelle Therapieerfolge erzielt werden und kurzfristig der Schmerz gelindert werden kann.
Hyaluronsäure
- Hyaluronsäure befindet sich natürlicherweise in der Gelenkflüssigkeit. Sie ist mitverantwortlich für die Gleitfähigkeit des Gelenks und puffert Druckbelastungen ab. Als Arzneimittel soll sie vor allem bei Kniegelenksarthrose das verschlissene Gelenk „schmieren“ und damit seine Funktionsfähigkeit verbessern. Die bisherigen Ergebnisse der Therapie mit Hyaluronsäure sind widersprüchlich. Zudem treten lokale Unverträglichkeiten nicht selten auf.
Nicht-Medikamentöse Therapie
Ziel der Therapie ist die Erhaltung und Verbesserung der Gelenk- und Muskelfunktion sowie die Verzögerung der Arthrose. Eine grosse Rolle spielt die Physio-Therapie. Im Einzelnen können Krankengymnastik, Unterwasser-Bewegungstherapie, Wärme- und Kälteanwendungen oder Elektrotherapie eingesetzt werden.
Als nicht-medikamentöse „Basistherapie“ der Arthrose im Frühstadium bewährt sich die Kombination von Wärmeanwendung und Bewegungstherapie. Für die meisten Patienten, die an degenerativen Gelenkerkrankungen leiden, empfiehlt sich die Kombination von nicht-medikamentöser und medikamentöser Therapie.