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Wohär u wohi?
Fritz Widmer
«Im Frühling 2006 begann ich Mozart-Arien zu studieren, auswendigzulernen und zu singen. Bald merkte ich, dass ich innert ein paar Minuten ganz anders zwäg war: wach, aufgetankt, durchlüftet, voller Leichtsinn und Vergnügen. Ich begann mich dann auch mit andern Liedern und Gedichten aus vergangenen Jahrhunderten zu beschäftigen: Meist sprang mich ein Text, der sich für eine Übersetzung eignete, sofort an. In kurzer Zeit entstanden etwa 20 Texte und Lieder. Natürlich nahm ich mir Freiheiten heraus: 'Pangur Ban', das alte irische Gedicht aus einer Bibelhandschrift, habe ich biografisch erweitert. Dem Vierzeiler «I chume, i weis nid wohär / und i bi, i weis nid was / i fahre, i weis nid wohi / s verwunderet mi, dass i so fröhlech bi» habe ich drei Strophen mit Nachgedanken angefügt; die dänische 'Schärischlyferballade' ist im Original um einiges kürzer und weniger konkret. Auf den 'Amerikabrief', den ich bereits 1980 übersetzte, habe ich endlich die Antwort geschrieben. Paul Flemings berühmtes Sonett 'An sich' ist meine einstweile letzte Bearbeitung. Die vier Sonette auf dieser CD singe ich besonders gerne.
Es sind aber nicht nur Lieder aus der klassischen und hohen Literatur da: Ich wusste 1966-1969, als ich eine Reihe von Witzen und Anekdoten in Strophen umarbeitete, noch nicht, dass es einige Jahrzehnte früher im Kanton bereist zwei Dichter gegeben hatte, die das Gleiche taten: Johann Howald und Jakob Schrag, die beide hier nun mit je einem Lied vertreten sind.»
Fritz Widmer