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10.-13.3.2020
San Antonio – Oyster Creek
Mit dem Bus Nr. 24 fahren wir an farbigen etwas havarierten Holzhäusern vorbei, die alle an der Hauptstrasse stehen. Weil die Busstationen nicht angeschrieben sind, sagt
uns die Busfahrerin, wo wir aussteigen müssen. Denn wir wollen die alte Missionsstation «The Alamo» besuchen.
Die ersten Bauarbeiten begannen um 1724 und die Geschichte wird in einem Film interessant aufgezeigt. Heute steht das
Gebäude unter UNESCO Weltkulturerbe. Gemütlich schlendern wir dem Riverwalk, des San Antonio Rivers entlang. Da herrscht ein kunterbuntes Treiben. Viele Restaurants, Shops und Bars gibt es an jeder Ecke. Gepflegte Uferbepflanzungen, einladende Sitz-
und Essmöglichkeiten und viele Touristen geniessen die Fahrt auf dem Ausflugsboot. Schon seit langer Zeit haben wir nicht mehr so viele Menschen mehr gesehen.
Nebel kommt auf und es ist trüb, so verlassen wir diesen schönen Ort.
Die neueren Häuser sind mit Solarpanelen bestückt, die einfacheren bunten Holzhäuser sind bescheiden gehalten. Dann sehen wir grosse Solarpanel- und Ölpumpen-Felder. Wir fahren auf der US 181 nach Beeville, wo es wieder Acker- und Landwirtschaft
gibt. Eine ganze Reihe Windräder dreht bei diesen starken Winden in Meeresnähe ihre Runden.
Wir nähern uns Corpus Christi. Im 1519 wurde die Galeone des spanischen Entdeckers Alonso Alvarez de Piñeda von einem Sturm
in die Bay von Corpus Christi getrieben. Im Jahre 1839 gründeten die Leute den ersten Handelsposten, der eher als Schmuggler- und Piratennest bekannt wurde. Mit dem Einzug der US Army, während des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges 1846, begann der
kleine Ort sich zu entwickeln. Er wurde ein zentraler Umschlagplatz für die umliegenden Farmer. 1926 baggerten sie eine Hafenzufahrt aus, womit Corpus Christi sich zu einem bedeutenden Hochseehafen entwickeln konnte. 1919 und 1970 zerstörten Hurrikans
beinahe die Stadt. Dank des Tourismus, der Raffinerien, die heute vorwiegend Off-Shor-Öl verarbeiten, kann sich die Stadt mittlerweile gut entwickeln. Eine neue Brücke ist im Bau und vieles im Umbruch. Vor allem aber ist alles hektisch und nervös.
Auf der 358 fährt man vorwiegen an Autoverkaufsläden, Einkaufszentren und Hotels entlang. Über die Laguna Madre erreichen wir die Mustang Island. Auf den Laguneninseln lebten früher die Karankawa-Indianer mit grossen Mustangherden. Von
denen sieht man heute leider nichts mehr. Dafür hat es unzählig schöne Strände und sie ist noch nicht überlaufen. Nun stehen wir etwa 5'000 km weiter im «Mustang Island SP», wieder am Strand vom Golf von Mexiko. Leider
verhindert der dichte Nebel die Sicht aufs Meer.
Da Fredy kein Internet mehr hat, fahren wir zum AT&T-Shop in Corpus Christi. Der nette Herr richtet alles wieder ein und somit ist alles claro! Alle 30 Tage wird neu aufgeladen. Nähe Port Aransas
stehen viele hellgelbe, hellblaue, hellbraune, hellgrüne und weisse Holzhäuser, Appartements- und Hotelanlagen auf Stelzen. Denn alles ist nah am Wasser gebaut und das nächste Unwetter kommt bestimmt. Die Gratisfähre bringt uns von Aransas
Bay nach Aransas Pass. Drei grosse Bohrstationen werden gebaut, sowie eine Windanlage. Die Gegend wirkt wieder etwas bescheidener, bis wir ins idyllische Künstlerstädtchen Rockport gelangen. Weiter an vielen RV-Plätzen vorbei, erreichen wir
den «Goos Island SP». Alles war belegt, aber der Ranger gibt uns später doch noch einen Platz, welcher schön zwischen Bäumen gelegen ist. 1931 wurden hier Gebiete zur Entwicklung eines State Parks reserviert. Zwei Jahre später
führte Präsident F.D. Roosevelt das Civilian Conservation Corps ein, ein öffentliches Bauprogramm aus der Zeit der Depression. Die CCC Company 1801, kam im folgenden Jahr an und verbrachte 18 Monate damit, das Land in einen Park zu verwandeln.
Es waren alles junge, unverheiratete und arbeitslose Männer, die von Armeeoffizieren und erfahrenen Handwerkern beaufsichtig wurden. Sie erhielten Unterkunft, Essen und Löhne und lernten auch Handwerk. Unter anderem steht da auch eine sehr alte und
grosse Eiche «The Big Tree».
Die TX 35 liegt in einer topfebenen Landschaft. Sumpf- und Torflandschaft wechseln ab und ein verrückter Kleinlaster überholt uns rasant auf der rechten Seite. Dem sind wahrscheinlich die Sicherungen
durchgebrannt, denn er fuhr schon längere Zeit hinter einem grossen Wohnmobil her und man kann hier schlecht überholen! Über die schwungvolle Brücke überqueren wir die Lavaca Bay, und um Point Comfort beginnen wieder die grossen Öl-
und Gasverarbeitungsanlagen. Das alles ist beinahe so gross wie der Kanton Zürich. Dazwischen aber wächst schon Weizen und Mais. Bei Lake Jackson sehen wir den ersten ALDI, Ölraffinerien von Chevron, BASF, Shintech und Olin.
Wir
sind froh uns beim «Oyster Creek RV» hinzustellen. Ja, die schlechten Nachrichten vom Virus bedrücken uns sehr und wir fragen uns wie weiter?