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Kastendecke.
Im Wappensaal (Raum Nr. 18) befindet sich eine Decke, die der Herzog von Savoyen Amédée VIII im Jahr 1436 nach einem Besuch im Schloss Chillon, in dem er eine Reihe von Wartungs- und Verschönerungsarbeiten anordnete, bestimmt hat. Diese werden von Aymonet Corniaux, dem „maître des œuvres“ (Meisterarchitekt) der Familie von Savoyen, durchgeführt, dessen Aufgabe es ist, den Besitz seines Herrn in gutem Zustand zu erhalten.
Im Mittelalter hatte dieser Raum eine Prunkfunktion und wurde insbesondere für den Empfang von hochrangigen Gästen genutzt. Die erste Erwähnung einer Kassettendecke findet sich im Jahr 1439 in Chillons Konten. Aus Nadelholz gefertigt, ist es in zweiundsiebzig Abteilungen unterteilt. Die Höhendifferenz zwischen dem Master-, Sekundär- und Tertiärstrahl erzeugt einen sehr wichtigen Vorsprung (mehr als einen Meter), den durch die Überlagerung von Leisten verstärkt wird. Als Dekoration sind die meisten Holzstücke mit Rillen bedeckt. Diese Decke hat viele Ähnlichkeiten mit anderen, an denen Aymont Corniaux gearbeitet hat (z.B. in den Schlössern von Annecy und Ripaille). Generell finden sich vergleichbare Decken in Gebäuden von der mittelalterlichen Savoyenregion (Wachturm von Loche, Priorat von Talloires, Schlösser von Montrottier und Menthon-Saint-Bernard). Es gibt also Besonderheiten, die es erlauben, von einer für die cisalpine Region typischen Deckenform am Ende des Mittelalters zu sprechen. Aufgrund seiner langen Karriere (ein halbes Jahrhundert!) hat Aymonet Corniaux zur Entwicklung dieser spezifischen Architektur beigetragen. Schließlich hat er durch die häufige Einstellung lokaler Arbeitskräfte auch zur Verbreitung dieses Modells beigetragen.
Kastendecke.
Um 1439
Nadelholz