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Beschreibung
Die tiefe Becken- oder Beinvenenthrombose entsteht durch die Bildung eines Blutgerinnsels im Hauptvenensystem der Beine und/oder des Beckens. Hierdurch kann das Blut aus dem Bein nicht mehr unbehindert zum Herzen und der Lunge zurückfliessen, sodass es unterhalb des Gerinnsels zu einer venösen Stauung kommt, einem sogenannten „Phlebödem" (Abbildung).
Häufig tritt ein dumpfer Schmerz in der Wade oder im Oberschenkel auf, der sich beim Gehen und Stehen noch verstärkt. Gleichzeitig oder wenige Tage später tritt ein Schwellung mit Überwärmung und leicht rötlich-livider Verfärbung auf. Die Abbildungzeigt ein Thrombosebein links.
Ursachen und Risikofaktoren
Es gibt eine Reihe prädisponierender Risikofaktoren, die zu einer Venenthrombose führen können; die wichtigsten sind nachfolgend aufgeführt:
- eine kürzlich erfolgte Operation
- Bettlägerigkeit
- die erste Zeit direkt nach einer Entbindung bei Frauen
- eine aktive Krebserkrankung, insbesondere unter Chemo- oder Radtiotherapie
- eine früher durchgemachte Thrombose
- eine genetisch bedingte Gerinnungsstörung, sogenannte Thrombophilie
- im Alter > 60 Jahre nimmt die Neigung unter oben genannten Bedingungen zu
- schwere Herzschwäche, sogenannte Herzinsuffizienz
- die Kombination mehrerer der genannten Risikofaktoren führt zu einem höheren Risiko
Die Reisethrombose
Die Reisethrombose tritt vor allem bei Reisenden auf, welche bereits früher eine Thrombose erlitten hatten oder die ausgeprägte Krampfadern haben. Auch Reisende mit oben genannten Risikofaktoren sind vermehrt gefährdet und bedürfen daher für Flug-, Auto- oder Bahnreisen > 8 h den Einsatz vorbeugender Massnahmen. Diese beinhalten während der Reise das Tragen von Kompressionsstrümpfen, ausreichende Wasserzufuhr, zurückhaltende Einnahme von Kaffee und alkoholischen Getränken und die Vermeidung von Schlafmitteleinnahme. In manchen Fällen sind sogar Blutverdünnungsmittel in Form von Spritzen erforderlich. In Zweifelsfällen sollte man sich vor der Reise beim Hausarzt oder bei uns erkundigen.
Diagnostik
Die Abklärung bei Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose beinhaltet
- die körperliche Untersuchung durch den Arzt
- die Untersuchung mit farbkodierter Duplexsonographie
- eine Blutentnahme zur Bestimmung der Blutgerinnungs- und anderer Werte
- manchmal sind zusätzliche Abklärungen erforderlich
Farbkodierte Duplexsonographie
Es handelt sich hier um kostengünstige, nicht-invasive Untersuchungen, die den direkten Nachweis einer Beinvenenthrombose erlauben.
Abbildung 2a zeigt eine Thrombose im Bereich einer Oberschenkelvene. Der schwarze Punkt im Kreis stellt die Vene im Querschnitt dar, die mit der Sonde nicht mehr komprimiert werden kann, weil sie von einem frischen Gerinnsel, einem sogenannten Thrombus gefüllt ist. Das blau gefüllte Blutgefäss daneben ist die parallel verlaufende Arterie.
Abbildung 2b zeigt das gleiche Gerinnsel im Querschnitt; die Vene ist schwarz gefüllt, während der unbehinderte Blutfluss in der Arterie orange dargestellt ist.
Abbildung 2c zeigt den Blutfluss am Rand der Vene weiter oben in der Leiste, welche teilweise von der Thrombose verstopft wird.
Therapie
Die Therapie der tiefen Venenthrombose muss sofort erfolgen
- damit die weitere Ausbreitung der Thrombose verhindert wird
- damit das sich Loslösen eines Gerinnselteiles verhindert wird und dieses Teilchen mit dem Blutfluss Richtung Herz und Lunge keine Lungenembolie auslöst
- etwa die Hälfte der Menschen mit einer frischen Beinvenenthrombose haben - meist unspürbar - bereits kleinere Lungenembolien
Eine erfolgreiche Therapie soll Früh- und Spätkomplikationen verhindern. Frühkomplikationen sind die Ausbreitung der Thrombose und die Lungenembolie. Spätkomplikationen sind das postthrombotische Syndrom mit offenem Bein und der chronisch erhöhte Druck in den Lungengefässen (pulmonale Hypertonie), siehe Abbildung