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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
5. Kapitel: Kein anderer Schöpfer ist möglich
3.
Diese Schlußfolgerungen lassen sich ähnlich gegen alle anwenden, die nicht von dem wahren Gott, sondern auf irgend eine andere Weise oder von den Engeln oder von irgend einem andern die Welt erschaffen sein lassen. Denn alles, was sie dem Demiurgen inbetreff der körperlichen und zeitlichen Welt nachsagen, das wird auf den Vater zurückfallen, da ja im Schöße des Pleroma das gemacht wurde, was mit Wissen und Willen des Vaters gleich wieder aufgelöst werden sollte. Denn nicht mehr ist der Demiurg die Ursache dieser Schöpfung, so sehr er auch meint, es zu sein, sondern der, welcher zuließ und gestattete, daß in seinem Gebiet die Erzeugnisse des Fehltritts und die Werke des Irrtums gemacht wurden, und in dem Ewigen Zeitliches, in dem Unvergänglichen Vergängliches, in dem Reiche der Wahrheit die Werke des Irrtums. Wenn aber ohne Erlaubnis und Billigung des Allvaters dieses gemacht wurde, dann ist der, welcher auf fremdem Gebiet ohne seine Billigung dies machte, mächtiger und kräftiger und hoheitsvoller als dieser. Wenn es aber der Vater nicht billigte, sondern nur erlaubte wegen einer gewissen Nötigung, so konnte er es entweder verhindern oder nicht. Konnte er es nicht verhindern, so war er schwach und kraftlos, konnte er es aber verhindern, dann war er ein Verführer und Heuchler und machte sich zum Sklaven der Notwendigkeit, indem er die Schöpfung zwar nicht guthieß, sie aber doch gestattete, als ob er sie guthieß. Dann hat er anfangs gestattet, daß der Irrtum Platz greife und sich ausdehne, und erst hernach versucht, ihn aufzuheben, nachdem schon viele übel zugrunde gingen wegen des Fehltritts.