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Enthesitisbehandlung bei PsA – Secukinumab vs. Adalimumab
Enthesitis in Patients with Psoriatic Arthritis Treated with Secukinumab or Adalimumab: A Post Hoc Analysis of the EXCEED Study.
Kaeley GS. et al. Rheumatology, 2023: online ahead of print.
Um die Wirksamkeit von Adalimumab und Secukinumab in der Enthesitisbehandlung zu untersuchen, führten Kaeley und Kollegen eine Post-hoc-Analyse der EXCEED-Studie durch. In dieser multizentrischen, randomisierten, doppelblind kontrollierten Phase-3-Studie mit Parallelgruppen wurden die beiden Medikamente bei Patienten mit PsA verglichen. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert, um entweder Secukinumab 300 mg oder Adalimumab 40 mg zu erhalten und wurden auf das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Enthesitis bei Studienbeginn eingeteilt. Nach 52 Wochen wurden die Patienten, welche zu Beginn der Studie eine Enthesitis aufwiesen, hinsichtlich mehrerer Faktoren untersucht: mittlere Zeit bis zum Abklingen der Erkrankung, die durchschnittliche Punktzahl des Leeds Enthesitis Index (LEI) und Spondyloarthritis Research Consortium of Canada Enthesitis Index (SPARCC). Darüber hinaus wurde die durchschnittliche Veränderung gegenüber dem Ausgangswert nach 24 und 52 Wochen sowie jeder Rückfall nach anfänglicher Besserung bewertet. Insgesamt wurden 498 Patienten mit Enthesitis, gemessen anhand des LEI, und 632 Patienten mit Enthesitis, gemessen anhand der SPARCC-Scores, in die Analyse einbezogen.
Nach 24 Wochen erreichten 49,6 % der Patienten, welche Secukinumab erhielten, eine Besserung gemessen am LEI und 45,8 % eine Besserung gemessen am SPARCC. Bei den Patienten, die Adalimumab erhielten, erreichten 43,6 % gemessen am LEI und 43,5 % gemessen am SPARCC eine Besserung. Nach 52 Wochen waren die Verhältnisse ähnlich. In der Secukinumab-Gruppe erreichten 60,7 % der Patienten gemessen am LEI und 53,2 % der Patienten gemessen am SPARCC eine Besserung. Bei den mit Adalimumab behandelten Patienten erreichten 55,3 % eine Besserung gemessen am LEI und 51,4 % eine Besserung gemessen am SPARCC.
Kommentar
Die Eular Leitlinien empfehlen bDMARDs bei Patienten mit Enthesitis und unzureichendem Ansprechen auf oder Unverträglichkeit auf nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs). Es bestehen jedoch keine Leitlinien für spezifische bDMARDs. Diese Post-hoc-Analyse von EXCEED ist die erste verblindete Kopf-an-Kopf-Studie welche das detaillierte Ansprechen bezüglich Enthesitis zwischen zwei bDMARDs untersucht.
Zu bemerken ist, dass die Enthesitis nicht gleichmäßig nach Geschlecht verteilt war; ein größerer Anteil der Patienten waren Frauen. Diese Beobachtung widerspiegelt die Erfahrung in der Praxis, dass für Frauen möglicherweise eine größere Krankheitslast aus der Enthesitis resultiert als für Männer. Obwohl beide Behandlungsgruppen einen ähnlichen Anteil an weiblichen Patienten aufwiesen, wurde in dieser Studie keine Untergruppenanalyse zur Auflösung der Enthesitis nach Geschlecht durchgeführt.
Ein potenzieller Störfaktor bei der Bewertung des Schweregrads der Enthesitis ist die mögliche Begleit- oder Differentialdiagnose einer Fibromyalgie.
Arthrose bei atopischer Erkrankung gehäuft
Increased risk of osteoarthritis in patients with atopic disease
Baker M C et al. Ann Rheum Dis 2023;82: 866
In einer retrospektiven Kohortenstudie aus dem anonymisierten Clinformatics Data Mart (CDM) von Optum (dokumentierter Verlauf mindestens 7 Jahre, initial keine Arthrose oder entzündliche Arthritis) wurden 117’346 Patienten mit Asthma oder atopischer Dermatitis (mittleres Alter 52 Jahre; 60 % weiblich) und 1’247’196 Kontrollpatienten (Durchschnittsalter 50 Jahre; 48 % weiblich) verglichen. Die Arthrose-Inzidenz war bei Patienten mit Asthma oder atopischer Dermatitis (26.9 pro 1000 Personenjahre) höher als bei Kontrollpatienten (19.1), mit einer adjustierten Odds Ratio (aOR) von 1.58 für die Entwicklung einer Arthrose. Dieser Effekt war bei Patienten mit sowohl Asthma und atopischer Dermatitis im Vergleich zu Kontrollpatienten (aOR=2.15) und bei Patienten mit Asthma im Vergleich zu Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (aOR=1.83) noch ausgeprägter. Diese Ergebnisse wurden in einem unabhängigen Datensatz (Stanford Research Repository, STARR) repliziert: hier betrug die aOR der Entwicklung einer Arthrose bei Patienten mit Asthma oder atopischer Dermatitis im Vergleich zu Kontrollpatienten 1.42.
Mastzellaktivierung und allergische Signalwege könnten eine Schlüsselrolle in der Pathogenese der Arthrose spielen. Diese grosse epidemiologische Studie zeigt eine erhöhte Inzidenz von Arthrose bei Patienten mit atopischer Erkrankung. Leider fehlen Hinweise zu BMI, anamnestischen Gelenktraumata oder physischer Aktivität, welche die Arthroseentwicklung beeinflussen können. Wir warten gespannt auf Studien, welche die Hemmung der Mastzellen und allergischer Zytokine zur Behandlung und Prävention der Arthrose testen.
Pizza bei rheumatoider Arthritis
Does Pizza Consumption Favor an Improved Disease Activity in Rheumatoid Arthritis?
De Vito R et al. Nutrients 2023;15: 3449
Die vorliegende Studie untersuchte, ob Pizza der rheumatoiden Arthritis gut tut.
365 Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis, Analyse der Pizzabestandteile und des durchschnittlichen Verzehrs einer Pizza pro Zeit. Aufteilung der Patienten in eine Gruppe, welche im Schnitt eine halbe Pizza mehr als einmal pro Woche verzehrt versus eine Gruppe, welche dies seltener tut.
Bei häufigem Verzehr ergab sich eine durchschnittliche Reduktion der Krankheitsaktivität von ca. 70%, sogar 80% bei Patienten mit starker Krankheitsaktivität. Unter den Pizzabestandteilen erwiesen sich vor allem Mozzarellakäse und Olivenöl als besonders günstig.
Fazit
Originelle Studie aus Italien betreffend Zusammenhang zwischen Pizzaverzehr und Aktivitätsänderung der RA.
Dabei erwies sich vor allem Mozzarellakäse und – etwas weniger stark – Olivenöl als besonders günstig. In der Interpretation dieser Resultate ist zu berücksichtigen, dass alle Patienten unter einer optimalen Krankheitskontrolle standen. Zur Bestätigung der Resultate braucht es nun eine prospektive Studie mit Kontrolle der möglicherweise zusätzlichen beeinflussenden Faktoren.