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«Ich habe jetzt so richtig das Bedürfnis nach Essen.»
So ungefähr lautet einer meiner häufigsten Sätzen. Bedürfnis. Was ist das eigentlich genau?
Nun, laut Wikipedia versteht man unter Bedürfnis das Verlangen, den Wunsch, Ansprüche oder etwas meist Materielles zum Leben Notwendiges. Hinter jedem Bedürfnis steht auch ein Motiv. Das Motiv ist der Beweggrund für unser Handeln.
Und genau hier kommt eine ganz besondere Pyramide ins Spiel. Gemeint ist hier die Maslowsche Bedürfnispyramide. Doch was ist dies genau?
Die, kurz genannt, Maslow Pyramide, ist ein Modell von Abraham Maslow. Maslow war ein amerikanischer Psychologe und gilt als Gründervater der humanistischen Psychologie. Maslow ging davon aus, dass der Mensch von Natur aus gut ist und das Sadismus und Grausamkeit keine ureigenen menschlichen Bedürfnisse, sondern wesentliche Reaktionen auf Frustration unserer Bedürfnisse sind. Laut Maslow wird das menschliche Verhalten von hierarchisch strukturierten Bedürfnissen geleitet. So entstand auch die Maslowsche Bedürfnispyramide.
Die Bedürfnispyramide hat fünf Stufen. Erst wenn eine Stufe abgesichert ist, dann kann sich der Mensch in die höhere Stufe orientieren.
Grundbedürfnisse
Essen, Trinken und Schlafen. In der Pyramide ganz unten, sind sie die wichtigsten Bedürfnisse, welche gestillt werden müssen.
Sicherheitsbedürfnisse
Hier ist das Bedürfnis nach Sicherheit, Ordnung, Schutz und Struktur. Ungerechtigkeit und Inkonsistenz, verunsichert Menschen. Denn sie wünschen sich eine vorhersagbare Welt.
Soziale Bedürfnisse
Laut einer Studie gibt es negative Auswirkungen bei Entwurzlung aus Bezugsgruppen. Freundschaft, Liebe und Gruppenzugehörigkeit ist ein nicht zu unterschätzendes Bedürfnis.
ICH-Bedürfnis
Das Bedürfnis umfasst zum einen den Wunsch nach Stärke und Leistung, zum anderen das Bedürfnis nach Status und Macht. Darauf basiert das Selbstwertgefühl eines Menschen.
Selbstverwirklichung
Zuoberst in der Pyramide steht die Selbstverwirklichung. Damit spricht Maslow das Streben nach der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit an.
Das Grundprinzip dieser Pyramide ist meiner Meinung nach gut. Allerdings gibt es auch Punkte, welche ich etwas kritisieren möchte. Die Defizitbedürfnisse (die untersten vier Bedürfnisse) sind können nicht einmal gestillt werden und dann finito. In Gesellschaften, für welche die Grundbedürfnisse am wichtigen sind, wird nicht danach gestrebt, nach dem Stillen der Grundbedürfnisse die Leiter zum nächsten Bedürfnis hinaufzuklettern. Gerade in den ärmeren Ländern sind es die sozialen Beziehungen, welche dem Leben einen Sinn geben.
Kann es sein, dass die sozialen Bedürfnisse von grösseren Bedeutung sind, als die Sicherheitsbedürfnisse? Sind es nicht die sozialen Beziehungen in Form des Aufgenommenwerdens und Verbleibens in einer, welche die Voraussetzungen für Sicherheit und Schutz sorgen? So gesehen steht das Wohl der Gruppe über dem Eigenen. Man ist bereit, für die Gruppe zu sterben, denn ohne sie ist man ohnehin nicht lebensfähig. Meiner Meinung nach sollten die drei unteren Bedürfnisebenen auf einer Ebene stehen. Natürlich ist Essen, Trinken und Schlaf wichtig. Doch wofür essen, wenn man ganz alleine ist. Wenn man völlig isoliert ist und niemand um sich hat. Mir würde eine vollkommene Isolation auch Angst machen. So könnte ich mein Sicherheitsbedürfnis erst stillen, wenn ich mein soziales Bedürfnis befriedige, sprich wieder in die Gesellschaft geworfen werde.
Was denkst du zu all dem? Deine Meinung würde mich interessieren.