Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03120.jsonl.gz/655

Die zwei untersten Bandscheiben der Lendenwirbelsäule sind von Verschleisserscheinungen am häufigsten betroffen. In fortgeschrittenen Fällen können jedoch sämtliche Bandscheiben der Lendenwirbelsäule abgenutzt werden, wobei sich häufig eine Fehlform im Sinne einer nach links oder nach rechts ausladenden Verkrümmung (Skoliose) der Lendenwirbelsäule entwickelt. Hier eignet sich zur längerstreckigen hinteren Versteifung ebenfalls ein Schrauben-/ Stabsystem, mit welchem auch die Verkrümmung teilweise oder weitgehend korrigiert werden kann.
Bei massiv höhengeminderter Bandscheibe können zusätzlich von hinten ein oder zwei Platzhalter (Bandscheibenkäfige aus Titan oder Kohlefaserstoff) zur Wiederherstellung der ursprünglichen Bandscheibenhöhe in den Bandscheibenraum eingebracht werden.
Bei eher leichterem Bandscheibenverschleiss mit jedoch schmerzhafter leichter Instabilität zwischen zwei Lendenwirbeln kann vor allem bei jüngeren Patienten als Alternative zur Versteifung eine dynamische Stabilisierung mittels einem Schrauben-/Kordelsystem durchgeführt werden. Dabei werden die eingebrachten Titanschrauben nicht mittels Längsstäben, sondern mit röhrenförmigen Kunststoffdämpfern miteinander verbunden. Durch letztere wird eine leicht elastische Kordel eingezogen, welche an den Titanschrauben fixiert wird. Die reissfeste Kordel begrenzt die Beugebewegung, während die Kunststoffdämpfer die Wirbelgelenke in der richtigen Position halten und die Überstreckbewegung limitieren. Dadurch kann eine Überbelastung der Wirbelgelenke und der Bandscheiben abgefangen werden. Die dynamische Stabilisierung ist jedoch auf maximal drei Bandscheibenfächer beschränkt. Massive abnutzungsbedingte Veränderungen der Lendenwirbelsäule können zur Einengung des Rückenmarkskanals führen. Dabei treten bereits nach relativ kurzer Gehdistanz starke Schmerzen und ein Schwächegefühl in den Beinen auf, welche den Betroffenen zwingen, kurzfristig abzusitzen, worauf die Beschwerden jeweils nach zwei bis drei Minuten Dauer wieder verschwinden. Nach kurzer Gehdistanz treten diese jedoch wieder auf. Die Einengung des Rückenmarkskanals ist einerseits durch den Verschleiss der kleinen Wirbelgelenke, welche durch Vergrösserung den Kanal von beiden Seiten einengen, andererseits durch die Verdickung der Bänder zwischen den Wirbelbögen, die zu einer Einengung des Kanals von hinten führen, verursacht. In dieser Situation drängt sich bei entsprechenden Beschwerden eine Erweiterung des Rückenmarkskanals mittels beidseitiger längsovaler Fensterung auf, wobei die in den Rückenmarkskanal hineinragenden inneren Gelenksanteile und die verdickten Bänder zwischen den Wirbelbögen entfernt werden. Die Erweiterung des Rückenmarkskanals kann auch in Kombination mit einer hinteren Versteifungsoperation erfolgen.