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Die Geschichte des langjährigen «Classico», dem Duell der beiden achtfachen Meister ZSC Lions und Ladies Lugano, ist schnell erzählt: Nach einer fünfzehnminütigen torlosen Startphase mit einem gefühltem Spiel einzig in Richtung Lugano Tor brach Alina Müller den Bann und öffnete damit den Weg zum Kantersieg. Noch vor der ersten Drittelpause doppelten Sinja Leemann und erneut Alina Müller nach und gaben dem Spiel auf dem Weg zum sechsten Sieg in Folge die endgültige Richtung vor.
Sara Bachmann, Lisa Rüedi, Alina Marti und zweimal Alina Müller schraubten das Skore in den folgenden beiden Dritteln auf 8:0. Das war nicht der höchste Sieg der Löwinnen gegen Lugano: Am 31. Januar 2021 hiess das Skore gar 10:1. Knapp zwei Monate später gewann Lugano das vierte Playoff-Finalspiel mit 1:0 und holte sich seinen bis dato letzten Meistertitel. Ein ähnliches Szenario ist in dieser Meisterschaft mit Blick auf die unterschiedlichen Kader weniger vorstellbar.
Spitzenkampf am Samstag im Heuried
Das traditionelle Classico-Feeling ist zumindest in diesem Jahr vorbei, doch es steht schon ein weiteres Duell Zürich – Tessin an: Den Namen «Classico» muss sich die Partie zwischen dem amtierenden Meister ZSC Lions und dem nach Verlustpunkten führenden Leader HCAP Girls allerdings erst noch verdienen. Die bisherigen vier Duelle der letztjährigen Meisterschaft waren jeweils eine klare Sache: 7:2, 8:2, 11:1 und 9:2. Der letztjährige Liganeuling Ambri, welcher nach seiner Promotion praktisch «unverstärkt» Lehrstunden in der obersten Spielklasse absolvierte, kam deshalb in der vergangenen Spielzeit nicht über den letzten Rang bzw. sieben Punkten in 28 Spielen hinaus. Ein halbes Jahr später, im Oktober 2023, schreiben die HCAP Girls jedoch eine Erfolgsgeschichte: Aus den Kellerkindern ist ein Titelanwärter geworden. Hilfestellung bot dabei verrückterweise ihr «Erzrivale» Lugano, dessen Team im Frühling aus der Women’s League zurückgezogen wurde. Das hatte zur Folge, dass die Hälfte des Lugano Teams zu Ambri wechselte. Später, nach «Wiedergeburt» des aktuellen Lugano Teams, wechselte dafür ein Teil des letztjährigen Ambri Teams in den Südtessin. Die «Neuen» wie Nicole Bullo, Laura Desboeufs, Romy Eggimann, Nicla Gianettoni oder Neo-Nationalspielerin Zoe Merz bürgen für die gewonnene Qualität in der Leventina. Zusammen mit vier hochkarätigen Ausländerinnen ergibt dies einen Mix, aus dem ein Meister hervorgehen kann.
Sechs Spiele, sechs Siege, darunter die beiden gegen den SC Bern und die Davos Ladies, machen Ambri zum Leader nach Verlustpunkten und die Partie vom Samstag gegen die ZSC-Frauen zu einem echten Spitzenspiel. 23 der 29 Tore von Ambri gehen bisher auf das Konto des Ausländer-Quartetts mit Theresa Knutson (neun Tore, USA, 27, letztjährige Topskorerin des deutschen Meisters Memmingen), Jenna Kaila (acht Tore, FIN, 22, letztjährige Topskorerin ihres Teams in Finnland), Fanny Rask (drei Tore, 32) und Verteidigerin Josefine Holmgren (drei Tore, 30), beides sind aktuelle schwedische Nationalspielerinnen. Ambri hat in dieser Saison auch schwierige Situationen (Rückstand, viele Strafen etc.) immer mit Erfolg gemeistert. Für die Tessinerinnen und die Löwinnen ist deshalb das Spiel vom Samstag (17:00 Uhr, Sportzentrum Heuried) ein echter und beidseitiger Prüfstein.
Weitere Spiele der Löwinnen-Teams:
Sonntag, 22.10., 14.45 Uhr, Bossard Arena: EVZ – GCK Lions
Sonntag, 22.10., 15.15 Uhr, Heuried: ZSC Lions Girls – Wallisellen