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Das Leben des Wirtschaftsanwalts Urs Blank ist scheinbar perfekt: Er hat Erfolg, Geld und eine smarte Ehefrau. Der Selbstmord eines Geschäftspartners wirft ihn jedoch aus der Bahn. Blank fängt an, sein bisheriges Leben in Frage zu stellen.
Um wieder zu sich zu finden, lässt er sich auf einen Drogentrip ein und nimmt halluzinogene Pilze. Mit fatalen Folgen: die «Magic Mushrooms» verändern seine Persönlichkeit. Seine dunkle Seite kommt zum Vorschein – der zivilisierte Anwalt wird zum instinktgetriebenen Mörder.
1. Das «psychedelischste» Zitat
«Ein Pilz holt nur das hervor, was sowieso schon in dir steckt», so die hübsche Lucille zu Blank, nachdem sie ihn zum gemeinsamen Pilztrip überredet hat.
2. Der Schauspieler
Bekannt aus «Lola rennt» (1998) und «Das Experiment» (2001) ist Moritz Bleibtreu einer der bedeutendsten deutschen Schauspieler seit den 1990er-Jahren. Längst hat sich der 45-Jährige auch international einen Namen gemacht. 2013 stand er neben Brad Pitt im Horror-Schocker «World War Z» vor der Kamera.
In Stephan Ricks zweitem Langfilm «Die dunkle Seite des Mondes» überzeugt er mit einer darstellerischen Tour de Force in der Rolle des Urs Blanks. Seine psychologische Wandlung vom Anwalt zum Killer ist so beeindruckend, dass man das Gefühl hat, selber zum instinktgetriebenen Tier zu werden.
3. Fakten, die man wissen sollte
Der Titel «Die dunkle Seite des Mondes» erinnert an Pink Floyds psychedelisches Musikalbum «The Dark Side of the Moon» (1973). Ursprünglich stammt das Zitat von Mark Twain. Demnach ist jeder Mensch ein Mond mit zwei Seiten, einer guten und einer bösen. Das Motiv des Doppelgängers ist vor allem durch das literarische Werk «Dr. Jekyll und Mr. Hyde» (1886) bekannt.
Der Film «Die dunkle Seite des Mondes» beruht auf dem gleichnamigen Bestseller des Schweizer Erfolgsautors Martin Suter aus dem Jahr 2000. Mit knapp einer Million verkauften Exemplaren im deutschsprachigen Raum ist er sein bislang erfolgreichster Roman. Viele seiner Geschichten wurden bereits verfilmt. Der Grund: seine Erzählungen sind dramaturgisch sehr dicht, fast drehbuchhaft genau – geeignet, um auf die Leinwand gebracht zu werden.
4. Das Urteil
«Die dunkle Seite des Mondes» ist eine gelungene Mischung aus Thriller und Drama. Er thematisiert auf spannende Weise den schmalen Grat zwischen Gut und Böse. Was dabei ein bisschen zu kurz kommt: der Schurke. In Form von Pius Ott (Jürgen Prochnow), Blanks skrupellosen Mandanten. Mit seiner unterkühlten Art und seinen stahlblauen Augen schlüpft Jürgen Prochnow einmal mehr in die Rolle des Oberbösewichts. Für diese grandios-diabolische Darbietung hätte der Film ihm mehr Bühne geben können.
Kinostart: 21.01.2016