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Zittern und Parkinson-Erkrankung
Meine Hände zittern, habe ich Parkinson? Nein, nicht unbedingt! Es kann auch andere Ursachen geben. Sollte ein störendes Zittern (Tremor) an Händen, Beinen oder im Gesicht auftreten ist eine neurologische Untersuchung zu empfehlen. Das Erkennen einer Parkinson-Erkrankung kann schwierig sein, da sie schleichend beginnt. Die klinischen Symptome und manchmal auch Zusatzuntersuchungen führen zur Diagnose.
Warnsymptome
Ein akutes untypisches Auftreten von Zittern oder eine akute Verschlechterung sollte zum Arzt führen. Die frühen Zeichen eines Morbus Parkinson sind sehr unterschiedlich und oft wenig dramatisch. Zittern (Münzzähler-Tremor) in Ruhe, Veränderungen im Schriftbild, Geruchsverschlechterung, Verlangsamung von Bewegungen, gestörter Schlaf, steife Muskeln, Verstopfung etc. können auf eine beginnende Parkinson-Erkrankung hinweisen.
Was will der Arzt wissen?
Der Arzt fragt nach der Einschränkung der Beweglichkeit im Alltag, nach einer möglichen Ungeschicklichkeit, nach Gangstörung und Stürzen. Hat sich das Gedächtnis verändert? Sind noch weitere Symptome hinzugetreten?
Häufige Ursachen
Die häufigste Ursache ist das sogenannte isolierte Zittern (essenzieller Tremor), bei dem keine sonstigen Symptome für einen Morbus Parkinson vorliegen. Der typische essenzielle Tremor ist eine oft langsam, manchmal aber auch rasch fortschreitende Erkrankung. Hände, Kopf, Stimme, Beine sind häufig betroffen. Der essenzielle Tremor führt nur sehr selten zu einer relevanten Behinderung.
Oft liegt nur ein gesteigerter physiologischer Tremor (Zittern) vor. Unter Stress und Belastung kommt es bei vielen Menschen zu einem Zittern. Auch verschiedene Substanzen wie Kaffee oder Aufputschmittel oder auch manche Medikamente können zu einem Zittern führen. Ein Zittern, das durch eine Hirnschädigung entstanden ist (Schlaganfall, Tumor, Unfall), wird als symptomatischer Tremor bezeichnet.
Aufgabenspezifisches Zittern zum Beispiel der Schreibkrampf oder Kopfzittern können mit Botulinumtoxin behandelt werden.
Einige Medikamente können als Nebenwirkung zum Zittern führen.
Symptome des Morbus Parkinson
Die Parkinsonerkrankung ist eine fortschreitende Abbauerkrankung im Gehirn und betrifft in erster Linie, aber nicht nur, die Bewegungszentren. Der Botenstoff Dopamin kann nicht mehr ausreichend gebildet werden. Die Kardinalsymptome der Parkinson-Erkrankung sind
- Steifigkeit
- Zittern (Münzzählertremor: Handtremor, der in Finger ausgeprägt ist, und dem Münzenzählen oder Pillendrehen ähnelt)
- Verlangsamung der Bewegungen
- kleinschrittiges Gangbild
- Gleichgewichtsstörungen
- verlangsamte Sprache, verändertes Schriftbild, verminderte Mimik.
In der neurologischen Untersuchung werden auch nicht-motorische Symptome erfasst wie zum Beispiel der Verlust des Geruchssinnes oder Schlafstörungen. Parkinson-Erkrankte sind auch häufig depressiv und haben Probleme mit dem Blutdruck und der Verdauung. Viele Patienten schreiben diese Veränderungen dem Alterungsprozess zu, bis letztlich die Diagnose Parkinson-Erkrankung gestellt wird.
Je nach individueller Situation sind weitere Zusatzuntersuchungen (zum Beispiel spezielle Hirn Bildgebung) notwendig.
Behandlung und Massnahmen
Essenzieller und physiologischer Tremor lassen sich sehr gut medikamentös behandeln.
Sollte tatsächlich eine Parkinson-Erkrankung vorliegen, gibt es eine Reihe medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten. Je nach Symptom im Vordergrund wird ein Behandlungsplan erstellt und andere medizinische Fachpersonen beigezogen. Arzt und Patient entscheiden, ob und wann eine Behandlung begonnen werden soll. Bewegungsübungen, Krankengymnastik, Sprachübungen können bei günstigen Verlaufsformen lange Zeit eine weitgehend normale Lebensführung ermöglichen.
In speziellen Fällen kann auch eine tiefe Hirnstimulation in Betracht kommen.