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Titel
Kaiser,
1) Friedrich, Historien- und Schlachtenmaler, geb. zu Lörrach in Baden, war anfangs Lithograph, ging aber, in Paris durch die Schlachtenbilder Horace Vernets veranlaßt, zur Malerei über. Nachdem er sich einige Jahre in München ausgebildet hatte, wandte er sich nach Karlsruhe und schilderte mehrere Scenen des badischen Aufstands, infolge deren er von dem damaligen Prinzen von Preußen bewogen wurde, 1850 nach Berlin zu ziehen. Dort begann er mit andern kleinern Bildern aus dem badischen Feldzug und brachte auch größere Historienbilder, z. B.: Schlacht bei Tagliacozzo.
Reichen Stoff für seine militärischen Scenen boten ihm die Kriege von 1864 und 1866, weniger der
von 1870/71. Es sind keine größern Schlachtenbilder, sondern meistens Kampfepisoden, worin er dramatische Momente mit großer
Anschaulichkeit und Wahrheit, oft mit viel Humor schildert. Seine Zeichnung ist flott und gewandt, sein Kolorit hell und
zuweilen etwas bunt. Zu den besten Bildern aus seiner frühern Zeit gehören: die Erstürmung von Korfu,
Verwundung des Prinzen
Friedrich Karl bei Wiesenthal, Bivouak vor Düppel, und aus der jüngsten Zeit das figurenreiche Bild:
vor Paris, wo
Kaiser Wilhelm eine Geschützposition inspiziert. Früher malte er auch bisweilen biblische Bilder.
2) Johann Wilhelm, holländ. Kupferstecher, geb. zu Amsterdam, war auf der dortigen Akademie Schüler von Taurel, diente dann einige Jahre in der Artillerie, kehrte zu seinem ¶
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Kunstfach zurück und brachte als erstes größeres Blatt den Tod des Admirals de Ruyter nach Pienemann, das ihm die goldne Medaille einbrachte. Die bedeutendsten seiner übrigen Blätter sind: die Schützenmahlzeit, nach van der Helst (im Museum zu Amsterdam);
der Bürgermeister Six, die Verwalter des Stahlhofs in Amsterdam und die Nachtwache, alle drei nach Rembrandt.
Für letztern Stich erhielt er 1865 das Kreuz der Ehrenlegion. Sodann der Mordanschlag auf König Wilhelm, nach Pienemann; der Prophet Jesaias, nach Raffael, und mehrere Porträte. Er radierte auch das Galleriewerk von Six in 50 Blättern und zeigte sich hierin besonders für die Wiedergabe Gerard Dous, Metsus und Terburgs sehr geschickt. 1859 wurde er Direktor der Kupferstecherschule in Amsterdam, 1870 Professor an der Akademie und 1874 Direktor des Reichsmuseums.
3) Joseph Maria, Zeichner, Aquarellmaler und Kalligraph, geb. 1824 zu Kremsmünster in Oberösterreich, widmete sich anfangs unter der Leitung seines Vaters der Gravierkunst und erhielt für eine derartige Arbeit ein Stipendium für die Wiener Akademie, das ihn fast wider seinen Willen zum Besuch der Malerschule veranlaßte. 1848 ließ er sich in Linz als Zeichenlehrer nieder und lieferte teils landschaftliche Zeichnungen und Aquarelle von geschmackvoller Komposition und sorgfältiger Ausführung, teils kalligraphische Blätter und Tableaus für verschiedene festliche Gelegenheiten. Er ist Inhaber der großen goldnen Medaille für Kunst und Wissenschaft.