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in flämisches Bild zeigt ein musikalisches Ensemble um 1530: Traversflöte, Laute, Gesang.
Und wer genau hinsieht erkennt im aufgeschlagenen Stimmbuch die Noten der Chanson “Jouissance vous donneray” von Claudin de Sermisy (um 1490-1562), die ein Gedicht von Clement Marot (um 1496-1544) vertont.
Sermisy ist heute vor allem durch seinen hoch raffinierten Chansons bekannt, die meistens zwischen 1528 und 1533 in Paris von Pierre Attaignant gedruckt wurden.
Die Gattung der chansons ist im Laufe des 16. Jahrhunderts in Westeuropa extrem populär geworden, wie zahlreiche instrumentale Bearbeitungen nachweisen können.
Der Dialog zwischen Sermisys Chansons und Marots Texten bildet den Kern des Programms und stellt ein reiches Spektrum an menschlichen Emotionen dar.
Ivo Haun Gesang, Renaissancelaute, Deklamation, Leitung
Johanna Bartz Renaissancetraverso
Ryosuke Sakamoto Renaissancelaute, Renaissancegambe
Ich bin dabei!
David Fallows
Übersetzung: Marc Lewon
Wenn die franko-flämische Malerei des 16. Jahrhunderts doch nur einen «Vasari» aufzubieten hätte, der eine enorme Anzahl italienischer Maler benannte und ihre Werke beschrieb, was dazu führte, dass fast alle italienischen Gemälde bestimmten Malern zugeordnet werden können (wenngleich die Zuschreibungen für einzelne Gemälde variieren und nicht jeder glaubt, was Vasari erzählt)! In der französisch-flämischen Malerei gibt es fast keine Namen, dafür aber eine Reihe von absurden Titeln, darunter den wohl absurdesten von allen, den «Meister der weiblichen Halbfiguren» – offenbar, weil er nie die Beine von Frauen malte. In den 1960er Jahren gab es in England eine Fernsehsprecherin, die stets hinter einem Schreibtisch sass, um die Nachrichten zu lesen. Und als ein paar Komiker ihre Beine zeigten, galt das als der lustigste Scherz des Jahres.
Auf jeden Fall aber zählt der «Meister der weiblichen Halbfiguren» zu den tugendhaftesten Malern aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Und obwohl er wahrscheinlich in Antwerpen arbeitete, gilt er stets als das malerische Äquivalent zum kontrolliertesten und (in der Regel) keuschesten Liedkomponisten des Jahrhunderts, Claudin de Sermisy, Hofmusiker von König Franz I, und zum kontrolliertesten und (in der Regel) keuschesten Dichters des Jahrhunderts, Clément Marot, Hofdichter von König Franz I.
Wer meine Kolumne regelmässig liest, weiss, dass ich Konzerte, die sich einem einzigen Komponisten widmen, besonders einem so zurückhaltenden wie Claudin, besonders schätze. Sie wissen aber vielleicht nicht, dass Clément Marot der am häufigsten vertonte Dichter des Jahrhunderts war, zumindest bis Ronsard die Bühne betrat. Für Ronsard habe ich zwar keine Zahlen zur Hand, von Clément aber wurden etwa 120 Gedichte vertont, viele davon zehn oder ein Dutzend Mal. Ihr Stil ist sehr stark an das 15. Jahrhundert angelehnt, und die Vertonungen haben etwas sehr Kontrolliertes. Ich kann dieses Konzert wirklich kaum erwarten.
Barfüsserkirche
Historisches Museum Basel
Barfüsserkirche
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Martinskirche
Basel
Barfüsserkirche
Historisches Museum Basel
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