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Die Schweiz soll die Olympischen Winterspiele 2022 in China boykottieren. Sie soll den Beispielen USA, Grossbritannien, Australien und Neuseeland folgen und keine offizielle, diplomatische Vertretung nach Peking schicken.
Dieses Mal müsse die internationale Gemeinschaft ein starkes Zeichen für die Menschenrechte setzen und die wirtschaftlichen Interessen hinter anstellen. Das fordert der Verein «Tibeter Jugend in Europa» mit ihrer Kampagne #NoBeijing2022.
Bereits die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2008 an Peking sei damit angepriesen worden, die Spiele würden zum Wendepunkt bezüglich der Achtung der Menschenrechte in China. Passiert sei das Gegenteil, so Tashi Shitsetsang, Präsidentin des Vereins «Tibeter Jugend in Europa».
Kurz vor Beginn der Sommerspiele sei im März 2008 der bisher grösste Aufstand der Tibeter*innen ausgebrochen, und von der chinesischen Regierung brutal niedergeschlagen worden. Seither habe sich die Lage für Chinas Minderheiten erneut massiv verschlechtert.
Kürzlich hat die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa OECD eine Beschwerde von vier Tibet-Organisationen gegen das Internationale Olympische Komitee IOK akzeptiert.
Die Tibet-Organisationen kritisierten die Vergabe der Winterspiele 2022 an China, im Wissen um die verbreiteten Menschenrechtsverletzungen in Tibet, Xinjiang, Hongkong und in weiteren Teilen des Landes.
Die OECD hat einen Mediationsprozess zwischen IOK und den Tibet-Organisationen eingeleitet. Laut Tashi Shitsetsang liegt der Ball aktuell beim IOK, welches dem Mediationsprozess zustimmen müsse.
Falls die Gespräche stattfinden, erwartet Shitsetsang nicht nur Massnahmen zur Wahrung der Menschenrechte im Rahmen der Winterspiele 2022, sondern auch verbindliche Zusagen des IOK, dass künftig keine Spiele mehr an autokratische Länder vergeben werden, welche die Menschenrechte nicht respektieren.
RaBe im Gespräch mit Tashi Shitsetsang: