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Syngenta wollte kritischen Forscher mundtot machen
An die Öffentlichkeit sollen nur genehme Forschungsergebnisse gelangen
Erst wollten sie ihm Zugang zu «unbegrenzten Forschungsmitteln» bieten, dann in seinem Privatleben und dem seiner Ehefrau schnüffeln. Nur einige der Strategien, die der Schweizer Gentechnik- und Pestizid-Hersteller Syngenta erwog, um einen kritischen Forscher einer kalifornischen Universität ruhig zu stellen. Dieser hatte das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin untersucht und festgestellt, dass es die Geschlechtsorgane von Fröschen schädigte oder gar Männchen zu Weibchen machte. Auch über einen Richter sammelte der Konzern offenbar private Informationen.
Im Rahmen eines Gerichtsverfahrens, bei dem es um die Säuberung atrazin-belasteter Gewässer in den USA ging, musste Syngenta vor einigen Jahren Einblick in Akten und Korrespondenz gewähren. Vor kurzem wurden sie nun auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Journalistin des 100Reporters-Netzwerk hat sie ausgewertet. Ihr Fazit: der Konzern habe eine «aggressive Multi-Millionen-Dollar-Kampagne» gestartet, um Kläger zu entmutigen und negative Berichterstattung über seine Agrochemikalien zu vermeiden. Einerseits habe Syngenta eine Datenbank mit über 100 wohlgesonnenen «Experten» geführt, die bei Bedarf für scheinbar unabhängige Analysen oder Kommentare in Medien herangezogen werden konnten – gegen üppige Bezahlung. Andererseits habe das Unternehmen Privatdetektive angeheuert, die potenzielle Gegner auf private Probleme scannte, um diese nötigenfalls gegen sie zu verwenden.
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