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Seit den frühesten Zeiten der Menschheit werden bei religiösen Ritualen und Zeremonien aromatische Substanzen verbrannt, um eine Atmosphäre der Heiligkeit zu erzeugen. Düfte wurden als Manifestationen des Göttlichen auf Erden betrachtet, als Bindeglied zwischen den Menschen und den Göttern, als Medium und Vermittler, als Emanation der Materie, in der sich der göttlich Geist offenbart. In Ägypten entstand vor 6000 Jahren im raucherfüllten Tempel, die Geburt der Medizin, Parfümherstellung und Pharmazie. Schiffe und Karawanen brachten die Kostbarkeit in alle Teile der Welt. Der Priester überwachte die Herstellung im Tempel, studierte die Rezepturen, während der Schüler die Ingredenzien mischte. Pulverisierung, Mazeration und andere Arbeitsvorgänge konnten Monate dauern, bis der richtige Duft für den zeremoniellen Gebrauch gefunden und fertig war.
Doch die Ägypter beschäftigten sich nicht nur mit spirituellen Dingen. Sie massen der Gesundheit und der Hygiene eine grosse Bedeutung bei, und besassen eingehend Kentnisse über die Wirkung des Parfüms und aromatischer Substanzen auf Körper und Psyche. Viele Präperate benutzten sie nicht nur als Parfüm, sondern auch als Antiseptikum und Beruhigungsmittel, das innerlich eingenommen werden konnte.
Die Ägypter praktizierten auch die Kunst der Massage und spezialisierten sich auf Hautpflege und Kosmetik. Ein Hauptanwendungsgebiet war die Einbalsamierung. Die Anwendung aromatischer Substanzen breitete sich über die ganze Welt aus.
Nach Aufkommen des Christentums in Europa verfiel das alte Wissen. Nur in Indien ging diese Tradition nicht verloren. Die dort praktizierte ayuvedische Medizin ist die älteste kontinuierlich entwickelte Heilkunde.
Nachdem sich nach langen Kämpfen in den arabischen Ländern der Islam verbreitet hatte, blühte wieder die Ära der Aromastoffe. Die Philosophen widmeten sich alten hermetischen Alchemiekünsten und die Techniken der Aromastoffherstellung und Verfeinerung kamen wieder zu Ehren.
In der Renaicance wurden ätherische Öle auch zur Herstellung von Kosmetika und Parfüms verwendet. Hinzu kam, dass sich wieder die Destillationstechniken verfeinert und Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet entstanden, welche dazu führten, dass die Produktion von Elexieren, Balsamen, Duftwässern, Ölen und Salben für medizinische und kosmetische Zwecke florierten. Einige, wie Melissengeist oder Kölnisch Wasser werden heute noch hergestellt.
Die Entwicklung der modernen Wissenschaft führte zu einem Niedergang aller Art der Planzenheilkunde. Als die Alkaoide entdeckt wurden, begannen sie, die Hauptstoffe in Laboratorien nachzubilden.
Der Wert vieler wissenschaftlicher Entdeckungen soll nicht geleugnet werden, doch die Fehlenticklung hat zweifellos dazu geführt, dass Antibiotika den Körper auch schädigen können und Korikosteroide suchterzeugend sein können.
Anfangs unseres Jahrhunderts, begannen einige überzeugte Forscher, das einst verächtlich, abgetane, uralte Wissen mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und seit 1964 durch Jean Valnet ist die Aromatherapie wieder zu neuem Leben erblüht.
Gewinnung der ätherischen Öle
Die älteste Methode zur Gewinnung von ätherischen Ölen dürfte die Extraktion durch Fette sein. Sie besteht darin, das die Planzen in Öl gelegt und einige Zeit (1 - 2 Wochen) lang der Sonne ausgesetzt werden. Dann wurden die Pflanzen extrahiert und dem duftenden Öl Kräuter zugesetzt.
Beim Enfleurage wird eine Schicht frischer Blüten auf ein ölgetränktes Tuch gelegt. Die Blüten werden jeden Tag durch frische ersetzt, bis sie dir richtige Konzentration ereicht haben. Diese Methode eignet sich auch gut zur Herstellung von Cremes, Salben, Einreibemitteln, Massageölen und als Badezusatz.
Die Kaltpressung ist ebenfalls eine Methode zur Gewinnung.
Die gebräuchlichste Methode ist die Destillation, die auch heute noch angewendet wird.
Die Gewinnung durch Lösungsmittel (Azeton oder Petroleumderivate) ist eine Art der Produktion, bei der ein höherer Ertrag zu erreichen ist.
Anwendung der ätherischen Öle
Innere Anwendung:
Ätherische Öle können unverdünnt auf einem Stück Würfelzucker oder vermischt mit Honig eingenommen werden. In diesem Fall ist auf die genaue Dosierung zu achten. Leider können auch die Öle in einer hohen Dosierung eine toxische Wirkung haben. Bei innerer Einnahme ist die Höchstdosis in der Regel 3 mal 5 Tropfen. Eine flexiblere und bequemere Anwendung, ist die Alkoholmixtur: Durchschnittsdosis 3 mal 25 Tropfen/Tag. Ebenfalls kann man 0,5kg aromatischen Honig mit 7g ätherischem Öl gut vermischen und von diesem 3 mal täglich einen halben Teelöffel zu sich nehmen.
Massage und Badeöle:
Eine besonders angenehme Art dem Körper ätherische Öle zuzuführen, ist die Massage oder ein Bad. Die Öle werden innerhalb von 120 Minuten von der Haut vollkommen aufgenommen und dringen tief ins Gewebe ein. Durch ihre lange Wirkungsdauer verstärken sie den Vorteil der Massage. Handauflegen und Massage sind wahrscheinlich die ältesten Heilmethoden, da schon im Altertum Duftöle bei der Massage verwendet wurden. Bei der Massage sind Hände Kanäle heilender Energien, sie erforschen die Geographie des Körpers, spüren Schwellungen, Spannungen, schmerzende Punkte und Stauungen auf und so findet die Heilung auch auf den anderen Ebenen (Emotional und Psychisch) statt.
Ein Bad mit Ölen berauscht die Sinne, da die Duftstoffe nicht nur über die Haut, sondern auch über die Nase aufgenommen werden.