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Kurzfristig sprang der Campus Sursee ein und lud die Triathlon-Familie am Sonntag ein, die Schweizer Meister zu küren. Auf der kurzen Strecke – erstmals überhaupt gab es eine «Super Sprint Distanz» – mit 400 Meter schwimmen, 10 km Velo und 2,5 km laufen ging Olympiasiegerin Nicola Spirig als Favoritin ins Rennen. Die 38-Jährige kam jedoch nicht als Erste aus dem Wasser in der Sportarena, sondern die zehn Jahre jüngere Urnerin Jolanda Annen.
Annen bestritt mit knapp 17 Jahren in Nottwil ihren ersten Triathlon-Wettkampf beim Sempachersee-Triathlon. Damals brachte ihr die Region Glück, denn sie gewann auf Anhieb. Reichten die 20 Meter, die sie im Wasser zwischen sich und ihre Gegnerinnen schwamm, auch diesmal zum Sieg in der Region? Lange Zeit führte sie auf dem Rad.
In der dritten von fünf Runden jedoch schlossen Nicola Spirig, Alissa König und Lisa Berger zu ihr auf. Sofort übernahm Nicola Spirig, die ohne Brille pedalte, die Führung. In die Wechselzone vor der abschliessenden Laufdisziplin kam das Quartett zusammen.
Aber auf den 2,5 km im Haselwartwald distanzierte Nicola Spirig die Konkurrentinnen. Schliesslich zog sie vor dem Zieleinlauf nach 31 Minuten und 22 Sekunden ihren Hut. Neun Sekunden später traf Jolanda Annen ein, weitere 21 Sekunden später Alissa König. Lisa Berger musste mit dem undankbaren vierten Rang Vorlieb nehmen.
Der schnellste Mann, Florin Salvisberg, brauchte 28 Minuten und 20 Sekunden. Simon Westermann und Lars Holenweger (beide vom TG Hütten, wie auch Alissa König) gewannen Silber respektive Bronze.
Ursprünglich sollten die Elite-Schweizermeister am 7. September im Rahmen des Triathlon d’Yverdon-les-Bains ermittelt werden. Der Wettkampf wurde aufgrund der Coronaviruskrise frühzeitig abgesagt. Mit der Vergabe der Elite-Schweizermeisterschaftstitel über eine Super Sprint Distanz inkl. der Ermittlung der Finalteilnehmer in Eliminationsrennen greift Swiss Triathlon ein Wettkampfformat auf, welches für zukünftige Europameisterschaften sowie die Olympischen Spiele 2024 in Paris angedacht ist.
«Diese Chance packen wir», freute sich Mathias Hecht am Samstag vor dem Startschuss der Schweizermeisterschaft im Triathlon. Der Leiter Sportarena Campus Sursee gewann vor neun Jahren einen Ironman und holte die SM nach der Absage wegen Corona in Yverdon-les-Bains vom 7. September kurzfristig nach Oberkirch.
«Da waren andere Fähigkeiten gefragt», erklärte Mathias Hecht. Doch die kurzen Distanzen sind zuschauer- und fernsehfreundlich. An den Olympischen Spielen 2024 in Paris sollen die Distanzen auch kurz sein. Wichtig war Mathias Hecht, dass überhaupt Wettkämpfe stattfinden. «Ohne sie sinkt die Trainingsmotivation. Der Reiz des Triathlons ist auch der Wettkampf.»
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