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Informatiker verdienen dieses Jahr kaum mehr als vor einem Jahr. Die Löhne der Frauen scheinen fast gleich hoch wie die Löhne der Männer zu sein.
Laut der jährlich durchgeführten Salärumfrage des Branchenverbands SwissICT sind die Durchschnittslöhne von Informatikerinnen und Informatikern in der Schweiz dieses Jahr kaum gestiegen. Während die Löhne der InformatikerInnen von 2005 bis 2012 pro Jahr jeweils zwischen 0,8 und 2,6 Prozent anwuchsen, waren es dieses Mal nur noch 0,26 Prozent. "Dies könnte auf Veränderungen in der Finanzbranche zurückzuführen sein, welche auch Informatikern überdurchschnittliche Löhne bezahlt“, so Paul Brodmann, Leiter der SwissICT-Arbeitsgruppe "Saläre der ICT". In letzter Zeit haben diverse Schweizer Banken ihre Informatikabteilungen verkleinert, was aufgrund der von Brodmann angesprochenen höheren Löhne in der Bankenbranche zu einer Senkung der Durchschnittslöhne aller Informatiker führen dürfte.
An dieser Stelle ein kleiner Einschub: Wenn bisher und in der Folge von "Durchschnittslöhnen" die Rede ist, dann sind damit die sogenannten Mediane gemeint, die nicht dem mathematischen Durchschnitt entsprechen. Ein Median bedeutet auf die Saläre bezogen, dass die Hälfte davon unter und die andere Hälfte über dem Median liegt. Der Median ist weniger "empfindlich" auf sehr hohe oder sehr tiefe Werte, als der mathematische Durchschnitt.
Erstmals werden dieses Jahr in der Salärstatistik auch die Löhne von Frauen und Männern in der Informatik verglichen. SwissICT kommt zum Schluss, dass sich die Löhne zwar unterscheiden, aber vergleichsweise nicht sehr stark. Auf der Kompetenzstufe "Junior" verdienten Frauen demgemäss in den letzten drei Jahren bei gleicher Tätigkeit 1,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Auf der Stufe "Professional" (drei bis fünf Jahre Berufserfahrung) waren es 3,5 und auf der Stufe "Senior" (ab fünf Jahre Berufserfahrung) 3,2 Prozent. Zudem habe der Lohnunterschied in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, so SwissICT, und liege nun für alle Stufen unter 2 Prozent. “Wir führen es auf zwei Faktoren zurück", erklärt sich dies Paul Brodmann: "Zum einen ist die Informatikbranche relativ jung und hat keine 'alten Zöpfe' abzuschneiden. Zum zweiten versuchen viele Firmen mit angemessenen Salären die Informatik speziell für Frauen attraktiver zu machen."
Einen Wermutstropfen gibt es aber trotzdem: Bei den in der Umfrage erfassten Salären zeigt sich, dass der Frauenanteil nicht nur generell gering ist - insgesamt liegt er bei rund 13 Prozent - sonderm auch in den höheren Kompetenzstufen abnimmt. Auf der Stufe Junior machen Frauen noch 21,1 Prozent aus, auf der Stufe Professional 17,1 Prozent und auf der Stufe Senior nur 11,1 Prozent der Salärmeldungen.
In den letzten Jahren gab es - vor allem im Zusammenhang mit dem befürchteten Fachkräftemangel - einige Alarmmeldungen über das zunehmende Durchschnittsalter der Informatiker hierzulande. Die Tendenz setzt sich zwar weiterhin fort, aber SwissICT relativiert dies nun etwas und erklärt, dass sich das Berufsfeld in der Alterverteilung nun halt dem schweizerischen Durchschnitt annähert. Gegenwärtig sind 47.5 Prozent der Berufstätigen auf den Feld Informatik über 45 Jahre alt. Der Anteil jüngerer Fachkräfte (bis 29-jährig) sank zwischen 2003 und 2013 von 14,2 auf heute noch 9,4 Prozent.
"Saläre der ICT 2013" soll Unternehmen und Einzelpersonen als Basis für Lohnverhandlungen dienen. Es basiert auf über 21'000 ICT-Salärnennungen von 210 KMUs und Grossunternehmen in der Schweiz. Ausgewertet wurden Löhne in 42 verschiedenen Berufen innerhalb des Felds ICT. Die kompletten Ergebnisse oder auch Einzelauswertungen können bei SwissICT als Print- oder PDF-Version bezogen werden
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