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Europäische Sumpfschildkröte
Emys orbicularis
Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige in der Schweiz einheimische Schildkrötenart und hat unter den Sumpfschildkröten die weiteste Verbreitung. Diese reicht von Litauen bis in den Iran. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit wurden die Bestände in der Schweiz stark dezimiert. Im Mittelalter landeten die Tiere auf dem Teller, da sie von der Kirche als „fischähnliches“ Lebewesen anerkannt während der Fastenzeit verspeist werden durften. Später verschwand ihr Lebensraum. Sumpfgebiete wurden trocken -, Flüsse in enge Korsette gelegt. Bis nur noch wenige Tiere übrig blieben.
Neben der europäischen Sumpfschildkröte leben in den Schweizer Gewässern auch ausgesetzte tropische Arten. Vor allem die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist verbreitet.
Die europäischen Sumpfschildkröten paaren sich im Frühling. Die Weibchen legen ihre Eier in eine Grube in der Erde oder im Sand ab. Das Geschlecht der jungen Schildkröten wird durch die Temperatur zwischen dem 30. Und 40. Tag nach der Befruchtung bestimmt. Liegt diese über 29 Grad schlüpft im Spätsommer ein Weibchen. Liegt die Temperatur unter 28 Grad entwickelt sich ein Männchen. Bei Temperaturen im Zwischenbereich schlüpfen beide Geschlechter.
Ausgewachsene Sumpfschildkröten ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen. Daneben steht auch tierisches Eiweiss in Form von Amphibien, Schnecken oder Wasserinsekten sowie Kadaver von Fischen auf dem Speiseplan. Die kalten Temperaturen im Winter überstehen die Schildkröten in einem Gewässer im Schlamm eingegraben. Sauerstoff nehmen sie während dieser Zeit über die Haut auf.
Im Natur- und Tierpark Goldau haben die Sumpfschildkröten ihre Anlage in der Nähe der Bären- und Wolfanlage neben dem Amphibienteich am Schuttbach.
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