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Bronislau Kaper at M-G-M Vol. 1 Bronislau Kaper Film Score Monthly FSM Vol. 13 No. 9 CD 1: 74:47/46 Tracks CD 2: 62:35/31 Tracks CD 3: 64:58/23 Tracks Limitiert auf 1200 Stk.
Wenn eine Musik von Bronislau Kaper herauskommt, spitze ich schon vorab immer gerne meine Ohren (und ich weiss, dass das anderen ähnlich geht). Die Ankündigung eines 3-CD Sets wurde deshalb durchaus wohlwollend aufgenommen, wenn auch ausser BUtterfield 8weniger bekannte Sachen zum Zug gekommen sind.
Wenn dann unter diesen „weniger bekannten“ Musiken Titel sind, die durchaus mit dem „grossen Stück“ mithalten können, ist das eine hübscher Nebeneffekt. Hier ist es, zumindest in meinem Fall, mit CD 2 so, auf denen sich die Scores zu Ada (24 Min. + source musik) und Two Loves (23einhalb Min.) finden. Es ist die mir am meisten zusagende Scheibe der Box.
Ada ist ein Film von Daniel Mann mit Susan Hayward und Dean Martin in den Hauptrollen und mit dem gern gesehenen Martin Balsam. Schmusesänger Martin spielt einen US-Governor, der sich in eine Prostituierte verliebt und diese heiratet. Kapers Musik ist schwelgerisch mit einem wunderschönen, schwül-romantischen Hauptthema. Daneben verwendet er „May the Kord Bless You Real Good“, insbesondere als Titelmusik.
Aus dem selben Jahr wie Ada stammt auch Two Loves mit Shirley MacLaine und Laurence Harvey in einer in Neuseeland spielenden Liebesromanze. Die Musik ist stimmungsmässig zurückhaltender als Ada, abgesehen von Kapers Verwendung eines Stücks von Liszt, das er als seine eigene, romantisierende Orchesterversion verwendet (Shirley MacLaine spielt in diesem Film Klavier).
CD 1 präsentiert drei Musiken: The Power and the Prize (1956), Her Twelve Men (1954) und Somebody up there Likes Me (1956) (von denen ich nur Somebody als Robert Wise/Paul Newman Boxerfilm präsent und Prize in ferner Erinnerung behalten habe). Alle drei haben relativ wenig Score von rund 20 Minuten Dauer. Dass Kaper für Prizesein Thema des nicht verwendeten Dr. Kildare Piloten verwendet hat, hätte ich nicht bemerkt, würde es nicht in den Liner Notes erwähnt. Eine Musik mit viel Schmelz vorwiegend für Streicher und Kaper’sche Klaviersprenkel geschrieben. Von den dreien gefiel mir Somebody am besten, was mit an der interessanten Mischung aus teilweise kantigen, harschen Klängen und Kapers Gebrauch seines gleichnamigen, triumphierenden Titelsongs in seinem Score liegt.
CD 3 schliesslich beherbergt also das Titelstück der Box, Daniel Manns Butterfield 8, einen Film, den Elizabeth Taylor, längst ebenso bekannt für ihr Privatleben wie für ihre Filme, eigentlich gar nicht machen wollte, schon gar nicht vor ihrem Auftritt in Cleopatra – und dies auch offen herumposaunte. Doch ihr Vertrag mit MGM war bindend. Immerhin durfte sie schliesslich mit ihrem neuen Ehemann, Eddie Fisher, drehen und gewann, Ironie des Schicksals, den Oscar für eine Rolle, die sie gar nicht hatte spielen wollen – und notabene nicht für eine ihrer besten Leistungen (aber das ist ja oscarmässig nichts Neues).
Kaper fängt die Geschichte um das Call Girl Gloria mit einem manchmal aufreizenden, mit leichten Jazztönen und –farben angereicherten, gehaltvollen Score ein. Das besondere an BUtterfield 8 aber sind die sich verändernden Stimmungen, die Kaper für die ebenso stimmungschwankende Protagonistin verwendet, oft fragil, manchmal abrupt und vehemmenter (The Coat).
Die eingefügten source cues hätte ich mir (mal wieder) lieber vom Score entkoppelt gewünscht, der dadurch an Intensität noch hätte gewinnen können.
Eine wirklich schöne Box, insbesondere für Fans des Komponisten einige Schmankerl bereithaltend. Und da Golden Age Sachen (hier allerdings fliessend im Übergang ins Silberne) in letzter Zeit recht zurückhaltend veröffentlicht worden sind – verglichen im Gesamtausstoss an CDs älterer Filme, der zurzeit von 70er und 80er Musiken beherrscht wird – kommen diese 3 CDs gerade recht.
Und natürlich man darf gespannt sein was FSM in Volume 2 von Kaper at MGM, das dereinst herauskommen dürfte, präsentieren wird (The Angel Wore Red, The Scapegoat, The Actress…).
Abschliessend gilt es noch darauf hinzuweisen, dass man auf den Download auf der FSM Seite angewiesen ist, will man ein Mehr an Infos zu Filmen und Scores. Das beigelegte Booklet ist gerade in dieser Beziehung viel zu knapp gehalten. Leider setzt sich diese Art der Produktion immer mehr durch bei FSM.
Phil, 6.9.2010
CD 1:
CD 2:
CD 3: