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Containerfrachter in der 3-fach Schleuse von Colon
Panama 6.5.2019 bis 15.5.2019
Panama ist 75'517 km2 gross, nicht ganz das doppelte der Schweiz, und hat 4,2 Mio. Einwohner. Im Norden grenzt es an Costa Rica und im Süden an Kolumbien. Im Osten ist der Atlantik und im Westen der Pazifik. Die offizielle Währung heisst Balboa, ich habe nie einen gesehen, bezahlt wird in US-Dollars. An der schmalsten Stelle ist Panama 60 km breit und hier baute die US-Armee von 1904 - 1914 den Panamakanal und übernahm die Hoheitsrechte. 1977 sicherte US-Präsident Jimmy Carter die Übergabe des Kanals und der Hoheitsrechte per Ende 1999 an Panama zu. Bei der Panamakanal-Behörde arbeiten 8000 Personen und der neue Kanal ist die grösste Einnahmequelle des Landes, das als reichstes in Zentralamerika gilt. Schiffe bis zu einer Grösse von 290 m Länge, 32,6 m Breite und einem Tiefgang von 12 m, beladen mit bis zu 13'500 Containern können mit der Wasserstrasse von der US-Westküste zu der US-Ostküste 15'000 km Seefahrt einsparen. Die Durchfahrtszeit beträgt ca. 15 Stunden und der Kanal hat eine Jahreskapazität von 14'000 Schiffen. Mit über 6000 registrierten Schiffen hat Panama die grösste Handelsflotte der Welt, das hängt auch mit den tiefen Steuern, Bankenvorschriften (schwarze Listen) und der Korruption zusammen.
Der Grenzübertritt nach Panama verlief recht einfach da mein Grenzhelfer für 10 Dollars alles erledigte, ich musste nur die Formulare unterschreiben. Die Regenzeit hat Zentralamerika fest im Griff, jeden Tag heftige Niederschläge dass an Autofahren nicht mehr zu denken ist. Die Temperatur ist jedoch sehr hoch, ebenso die Luftfeuchtigkeit. In Las Lajas fand ich eine Bleibe für zwei Nächte an einem 12 km langen Strand. Der Gastgeber, ein US-Amerikaner von etwas über 30 Jahren hat mit Pokern soviel Geld verdient, dass er es einfach geniessen will und sein Haus und Grundstück mit anderen teilt. Für 2 x Übernachtungen und 6 Biers habe ich 16 Dollars bezahlt und so überrascht es nicht, dass sich hier viele Rucksackreisende treffen. Der nächste Halt an der Playa Faralon ist wieder eine Besonderheit. Hier kann man bei einem Strandrestaurant kostenlos Übernachten und die Infrastruktur benützen wenn man am nächsten Morgen den Strand reinigt. Zwei Südamerikanische Paare mit ihren VW-Busen sind schon seit 3 Wochen hier. Nun drängt langsam die Zeit um mich bei der Verschiffungsagentur in Panama City zu melden. Am Donnerstag vor dem Mittag wird mir der ganze Ablauf erklärt und mitgeteilt, dass die Kosten in Bar zu bezahlen sind bis spätestens am Montag morgen. Nichts wie los und Geldabheben, aber da ist bald Schluss, denn mit der Kreditkarte kann nur 40 % des Monatslimits in Bar bezogen werden. Mit aller Mühe konnte ich noch einige Schweizerfranken in US-Dollars wechseln und mit den Dollars aus der Vorratsdose bekam ich den Betrag zusammen. Für Freitag war bei der Behörde Fahrzeuginspektion angesagt. Um 05.30 Uhr können Nummern gezogen werden damit man zu den 25 Berechtigten des Tages zählt, auch die Einheimischen müssen da durch. In einem Elendsviertel von Panama City prüft ein Experte ob die Fahrzeugnummern mit den Papieren übereinstimmen. Leider hat der Beamte an der Grenze meine Nummern falsch notiert und so musste ich zu Zollamt fahren und neue Papiere ausstellen lassen. Mit diesen Papieren wieder zurück zum Inspektor. Alles i.o. ab 14.00 Uhr kann bei der Polizeidirektion das Ausfuhrdokument abgeholt werden. Danach fahre ich zur Verschiffungsagentur und leiste die Barzahlung gegen Quittung. Der Papierkram in Panama City ist nun erledigt, spätestens am Dienstag morgen muss das Fahrzeug im Hafen Colon abgegeben werden. Da mir Panama City nicht gefällt fahre ich über die Autobahn nach Colon und suche die iOberlander Übernachtungsplätze auf. Leider erweist sich das Übernachten hier als sehr schwierig. Bei der Fahrt durch die verfallene Stadt Colon ist mir nicht mehr so wohl. Kein einziges Haus ist ganz, die Strassen sind mit Bauschutt und Löcher übersät und der Mühl türmt sich, dazu sind viele Menschen auf der Strasse. Die Polizei wartet in Busen auf ihren nächsten Einsatz - sowas habe ich noch nicht gesehen, nichts wie weg hier. Ausserhalb der Stadt fand ich bei der Internationalen Schule einen Übernachtungsplatz. Am Samstag morgen besuchte ich die grossen Schleusen des Panamakanals und erhielt einen Überblick über die einstige grösste Baustelle der Welt. Die Dimensionen der Schiffe und Schleusen sind beeindruckend aber auch, dass noch heute mit Schleppern die Riesen an die richtige Stelle geschoben werden. Für ein grossen Schiff werden vier Schlepper benötigt, einer zieht, einer bremst und seitlich je einer zum Manövrieren. Im Besucherzentrum über den Schleusen wird mit grafischen Darstellungen alles erklärt und ich habe einen schönen Blick über den ganzen Ablauf. In der 3-stufen Schleuse bei Colon werden die Schiffe über 20 m angehoben oder abgesenkt.
Für das Wochenende habe ich mir in La Guaira einen Platz ausgesucht. Im kleinen Dorf mit vorgelagerten Inseln ist etwas Karibikfeeling mit Musik, Baden und aus dem Dschungel höre ich die Schreie der Brüllaffen. Leider regnet es auch hier und somit habe ich Zeit das letzte Raclette zu essen, denn der Kühlschrank muss ich für die Überfahrt auch ausschalten. Innen wird das Wohnmobil wieder mal gründlich gereinigt und der Koffer für den Hotelaufenthalt gepackt. Am Montag morgen wird alles aus dem Fahrerhaus geräumt und die Trennwand zwischen Fahrerhaus und Wohnzone eingebaut damit nichts geklaut werden kann. Danach fahre ich nach Colon zurück und erledige bei einer Tankstelle noch die vorgeschriebene Aussenreinigung. Zum Übernachten habe ich den Yacht Club Shelter Bay ausgesucht. Das Büro hat schon geschlossen aber der Manager erlaubt mir die Infrastruktur zu benützen und wenn ich Morgens vor der Büroöffnung weg fahre brauche ich nichts zu bezahlen. Später gesellte sich noch ein Schweizer Fahrzeug neben mich und benützte den Gratisservice. Am Dienstag morgen um 09.00 Uhr treffe ich den Agenten im Hafen. Unzählige Formulare müssen wieder unterschrieben und Kopien der Ausweise erstellt werden. Dann die Fahrt zum Zoll wo das Fahrzeug im Pass neutralisiert wird und in 8 Tagen ausser Land sein muss. Nun geht es in den eigentlichen Hafenbereich. Hier wird das Fahrzeug auf äussere Schäden kontrolliert, fotografiert und ein Protokoll erstellt, dann beschnüffelt der Drogenhund das Fahrzeug und ein Beamter guckt in jeden Kasten. Nach dem i.o. darf ich den Aufbau verriegeln und den Fahrzeugschlüssel dem Schiffsagenten übergeben. Für mich ist die Fahrzeugabgabe in Panama erledigt. Mit zwei US-Amerikanern fahre ich per Taxi nach Panama City und beziehe ein Hotelzimmer. Im Internet buche ich für den nächsten Tag einen Flug nach Cartagena in Kolumbien und ein Hotel für die lange Wartezeit.
Bedingt durch die vielen Regengüsse und die vielen Termine unternahm ich nicht viel in Panama. Von Costa Rica kommend ist es auch schwierig etwas anzubieten wo man noch nicht gesehen hat. Die Landschaft und Sauberkeit liegt aber merklich hinter Costa Rica, dazu haben die Panamaer eine Meinung von sich, wenn es sie nicht gäbe ginge die Welt unter.
Reiseroute in Panama