Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/244

News zum Thema
Hintergrund
Schutz für die, die uns ernähren
Obwohl sie die Mehrheit der Lebensmittel produzieren, erhalten Kleinbäuerinnen und –bauern in vielen Ländern kaum Unterstützung und leiden unter Hunger und Armut. Eine Uno-Deklaration soll die Rechte der Bäuerinnen und Bauern besser schützen.
Eine Uno-Deklaration als Meilenstein
Um die Rechte der Bauern und Bäuerinnen besser zu schützen, hat der Uno-Menschenrechtsrat am 28.09.2018 in Genf eine Deklaration für Bauern und Bäuerinnen verabschiedet. Ende 2018 stimmten dann 122 von 193 Staaten an der Vollversammlung Uno in New York für den besseren Schutz der Bauernfamilien. Diese 122 Staaten vertreten dreiviertel der Weltbevölkerung.
Die Deklaration soll ihre Sicherheit, aber auch ihren Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und anderen Ressourcen schützen. Als internationale Bauernbewegung spielt La Via Campesina in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Ihr Anliegen ist es, möglichst viele Bäuerinnen und Bauern aus aller Welt in die Diskussionen einzubeziehen. Zudem sollen den Regierungen die Realitäten und Forderungen der Bauern nahe gebracht werden. Es soll sie dazu bewegen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bäuerinnen und Bauern weltweit zu verbessern und damit Hunger und Armut gezielt zu bekämpfen.
Zahlen und Fakten
Landwirtschaft – ein vernachlässigter Sektor
- 1
- 2
Landwirtschaft ist die wichtigste Lebensgrundlage weltweitKnapp 2,5 Milliarden - also mehr als ein Drittel aller Menschen weltweit - leben vorwiegend von der Landwirtschaft. In Afrika südlich der Sahara sind es gar 62 Prozent.
- 3
Leben auf dem Land bedeutet oft Armut70 Prozent aller Menschen, die unter extremer Armut leiden, leben auf dem Land.
- 4
Absatzmärkte für Kleinbauern brechen wegAfrika ist von einem Nettoexporteur landwirtschaftlicher Produkte zu einem Nettoimporteur von Nahrungsmitteln geworden. Seit den 1980er Jahren, als die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe sanken, stiegen die Importe stärker an als die Exporte.
- 5
Von der Entwicklungshilfe vernachlässigtWährend die offiziellen Entwicklungshilfegelder zwischen 1980 und 2006 von 7 Milliarden US-Dollar auf 27 Milliarden anstiegen, nahm der Anteil der Finanzmittel, die dem Agrarsektor zukamen von 20 Prozent auf 4 Prozent ab und sank auch in absoluten Zahlen.
Das tut Brot für alle
Gemeinsam für eine Uno-Deklaration für Bauern und Bäuerinnen
- Brot für alle arbeitete direkt mit La Via Campesina und anderen Südpartnern zusammen und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Schweiz den Prozess der Uno-Deklaration unterstützt hat.
- Zusammen mit ihren Partnern engagiert sich Brot für alle dafür, dass Bauernfamilien weltweit über die Uno-Deklaration informiert werden. Brot für alle setzt sich gemeinsam mit den Partnerorganisationen für die konkrete Anwendung dieses Instrumentes durch die Regierungen ein – damit den Worten nun Taten folgen.
Das haben wir bisher erreicht
Schweizer Regierung dank intensivem Lobbying ins Boot geholt
In der Schweiz gelang es Brot für alle gemeinsam mit anderen Schweizer NGOs, die Regierung mit Hilfe von Lobbyarbeit, öffentlichem Druck und Medianarbeit zur Änderung ihrer Position zu bewegen. Die Schweizer Regierung änderte ihre anfangs ablehnende Haltung und wurde zur einer wichtige Referenz für andere Staaten.
Unsere Partner
International
FIAN International ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Sektionen und Mitgliedern in Asien, Afrika, Europa und Lateinamerika. FIAN engagiert sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung und setzt besonders den Schutz der Rechte von Bäuerinnen und Bauern ein.
ANAFAE, Honduras ist ein Netzwerk mit 36 Mitgliedern, darunter NGOs, Bauernorganisationen, Produzentengruppen und Bildungseinrichtungen. ANAFAE schult Kleinbauernfamilien in agroökologischen Anbaumethoden, fördert den Austausch zwischen den Produzierenden und unterstützt die lokale Vermarktung. Auf politischer Ebene setzt sich ANAFE für Landrechte, wie z.B. den Schutz der Bäuerinnen und Bauern vor Minenkonzessionen ein und kämpfen für Schutz des lokalen Saatgutes. Zum Projektbeschrieb »