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Feinstaub
Beschreibung
Feinstaub ist ein physikalisch-chemisches Gemisch von extrem kleinen festen und schwerflüchtigen flüssigen Teilchen, die 100 bis 100'000 mal kleiner sind als ein Stecknadelkopf. Sie werden als Masse sämtlicher Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser bis zu 10 Mikrometern (1/1000 mm) bestimmt. Die ultrafeinen Teilchen im Bereich von einigen 10 bis 100 Nanometern und Russ, als Fraktion des PM10, sind gesundheitlich besonders problematisch. Diese machen anzahlmässig einen sehr hohen Anteil der Belastung aus, sind massenmässig aber nur ein kleiner Anteil des PM10.
Problem
PM10, und besonders dessen sehr feine Fraktion, sind eine eindeutige gesundheitliche Bedrohung. Dies wird in zahlreichen Studien nachgewiesen. Für PM10 gibt es keine Unbedenklichkeitsgrenze. Jede Erhöhung von PM10 führt zu erhöhter gesundheitlicher Belastung und Sterbeanfälligkeit. Das Bestreben muss daher sein, diese Schadstoffe möglichst weitgehend und nachhaltig zu senken (Minimierungsgebot).
Belastungsquellen
PM10 ist zum Teil ein Primärschadstoff (direkte Emission aus Quellen), aber auch ein Sekundärschadstoff (Bildung aus gasförmigen Vorläufern, Änderungen der Partikelgrössen durch Alterung). Als Quellen sind alle Verbrennungsvorgänge von besonderer Bedeutung. Diese stossen zum Teil primäre Partikel (Russ, Asche) und gasförmige Verbrennungsprodukte aus, insbesondere Stickoxide und Schwefeldioxid. Unvollständig verbrannte Kohlenwasserstoffe führen zu sekundären Aerosolen. Verbrennungsemissionen sind gesundheitlich wegen deren Zusammensetzung (Russ, toxische organische Verbindungen) besonders relevant.
Besonders Dieselmotorabgase und Feststoff-Feuerungen (derzeit vorab Holz) sind bedeutende Quellen problematischer Feinstäube. Daneben sind generell Motorenabgase mit relativ hohen Emissionen der gasförmigen Vorläufer der sekundären Feinstaubanteile. Übrigens sind bei Holzfeuerungen auch die Stickoxidemissionen deutlich höher als bei Gas- und Heizölfeuerungen.
Für sekundäre Partikel ist auch Ammoniak als gasförmiger Vorläufer von Bedeutung.
Die primären Emissionen durch Abrieb und Aufwirbelung (vorab Verkehr, Baustellen, Materialumschlag) sind in zweiter Linie zu beachten.
Das Abbrennen von Pyrotechnik kann die Feinstaubbelastung zumindest kurzzeitig und lokal beträchtlich erhöhen, und bei ungünstigem Wetter, d. h. insbesondere bei kalten Temperaturen und Inversionslagen, bleiben die Schwebepartikel länger in der Luft. Daten aus Schweizer Luftmessstationen belegen, dass in der Nähe von abbrennenden Raketen und Vulkanen die Konzentration an lungengängigem Feinstaub kurzzeitig den in der Luftreinhalte-Verordnung festgelegten 24-h-Mittelwert von 50 Milligramm/m3 Luft übersteigt. Medizinische Daten belegen, dass solche Zunahmen des Feinstaubgehalts für Menschen mit Atemwegserkrankungen problematisch sein können.
Wirkung
- Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems
- Zunahme der Mortalität und des Krebsrisikos
- Belastung des Bodens, der Pflanzen und der Menschen durch Schwermetalle und Dioxine und Furane (im Staub enthalten)
Massnahmen generell
Aus den Belastungsquellen ergeben sich die Bekämpfungsmassnahmen. Abgasnormen für alle Arten von Fahrzeugen und Maschinen sind am wirkungsvollsten. Im Thurgau waren 2009 113 Stadtbusse und andere Fahrzeuge des Regionalbusverkehrs mit Partikelfiltern oder analogen Anlagen ausgerüstet. Neue Fahrzeuge müssen den neusten technischen Ansprüchen genügen. Gemäss Massnahmenplan Luftreinhaltung müssen auf Baustellen Baumaschinen ab 37 kW mit Partikelfiltern ausgerüstet sein. Auch Maschinen und Geräte in ortsfesten Anlagen müssen mit Partikelfilern ausgerüstet sein oder werden.
Feuer sowohl im Freien als auch im Cheminée oder Ofen nur mit dem richtigen Brennstoff [22.59 KB] [pdf, 134.93 KB] anfachen. Darüber geben die beiden Flyer Feuer im Freien [pdf, 781.10 KB] und Saubere Wärme mit Holz [pdf, 346.59 KB]. Auskunft. Insbesondere soll kein Abfall im offenen oder häuslichen Feuer verbrannt werden, denn die dabei entsehenden Russpartikel belasten vor allem die nähere Umgebung oder die Raumluft! Auch Gartenabraum, wenn er nicht ausgetrocknet ist, verursacht beim Verbrennen im Freien grosse Mengen an Feinstaub und entwickelt sehr unangenehmen Rauch meist in nicht nachbarschaftsverträglichen Mengen.
Information
Eine Website des Kantons Thurgau und der Stadt Winterthur weist auf die Besonderheiten des Feinstaubes hin: www.luftaus.ch informiert kurz und prägnant und zeigt weitergehende Links und Verbindungen für weitere detaillierte Informationen zum Thema.