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Jahrhundertelang waren Katzen gern gesehene Gäste auf Schiffen. Heute sind Bordkatzen eher selten. Dennoch gibt es vereinzelt Stubentiger, die mit ihren Menschen die Welt umsegeln.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Katzen sind voller Überraschungen. Obwohl die Tiere als wasserscheu gelten, hatten Seefahrernationen die Bedeutung der Samtpfoten für die Schifffahrt erkannt und setzten sie gezielt auf Schiffen ein. Im 13. Jahrhundert soll der schottische König Alexander II. sogar ein Dekret erlassen haben, das ein gestrandetes, verlassenes Schiff weiterhin seinem Eigentümer zusprach, solange sich auf dem Schiff zumindest eine lebende Katze befand. Ab dem 15. Jahrhundert waren Schiffe in vielen Ländern dann per Gesetz dazu verpflichtet, mindestens eine Katze an Bord zu haben. Auf den oft monatelangen Fahrten passierte es nämlich nicht selten, dass die Nahrungsvorräte einer Ratten- oder Mäuseplage zum Opfer fielen. Eine Entschädigung für die zerstörte Fracht gab es damals nur, wenn das betroffene Frachtschiff die Anwesenheit einer Katze nachweisen konnte.
So kam es, dass die Vierbeiner an Bord von Schiffen die Welt bereisten. Wahrscheinlich nahm dies im alten Ägypten seinen Lauf: Obwohl dort ein strenges Ausfuhrverbot für Katzen herrschte, schmuggelten damals vermutlich die Phönizier Katzen auf dem maritimen Handelsweg in den Mittleren Osten. Von dort scheinen die Samtpfoten über die Schifffahrtslinien im Mittelmeer weiter bis nach Europa gelangt zu sein. Die europäischen Katzen wiederum fanden später erneut per Handelsschiff ihren Weg zu den neu entdeckten Kontinenten. Ab dem 15. Jahrhundert ist dies auch archäologisch belegt: 1996 wurde ein mit Porzellan und Keramik beladenes Handelsschiff geborgen, das um 1450 im südchinesischen Meer unterging. In der Kombüse entdeckte man den Schädel einer Katze.
Mehr als nur ein Rattenfänger
Auf den Schiffen waren Katzen damals in erster Linie dazu berufen, Ratten und Mäuse in Lagerräumen und Kombüsen effektiv unschädlich zu machen. Doch sie vermittelten der Besatzung auch ein Gefühl von Zuhause und wurden im schlimmsten Fall selbst als Notproviant verwendet. 1503 berichtete der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama, bekannt als Entdecker des Seewegs um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien, von einem voll beladenen Handelsschiff, dessen Mannschaft am Verhungern war, da ihre Nahrungsmittel zu Neige gingen. Um zu überleben, schlachteten die Seemänner die zwei Bordkatzen. (…)
Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 5/20 lesen.