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Aktionärsbrief
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre
Makroökonomische Themen beherrschten auch das 2. Quartal 2022. Die Inflation, die zunächst als kurzfristiges Phänomen eingeschätzt wurde, verharrte weiterhin auf hohem Niveau, woraufhin die Notenbanken Massnahmen ergriffen. Die US-Notenbank reduzierte ihre Bilanz und hob den Leitzins an, während die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen ersten vorsichtigen Zinsschritt wagte und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre erste Zinserhöhung seit über einem Jahrzehnt für Juli ankündigte. Konjunkturbarometer, wie etwa der ISM-Produktionsindex, sanken in den vergangenen Monaten und mehrten Befürchtungen, dass die Zentralbanken mit ihren Aktionen zur Inflationsbekämpfung über das Ziel hinausschiessen und dies zu einer Rezession führen könnte. Der beachtliche und anhaltende Ausverkauf an den Aktienmärkten im 2. Quartal traf Wachstumstitel am stärksten, erfasste aber auch die breiteren Indizes wie etwa den S&P 500, der sein schlechtestes 1. Halbjahr seit 1970 erlitt.
Die geopolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs traten stärker in den Vordergrund, vor allem mit Blick auf die Energie- und Lebensmittelversorgung. Auch die SARS-CoV-2-Pandemie ist wieder auf dem Vormarsch. Die neuen Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 breiten sich weltweit rasant aus und die Hospitalisierungsraten steigen erneut an, wobei die Zahl der Todesfälle derzeit stagniert. Unseres Erachtens ist COVID-19 nach wie vor als Pandemie einzustufen, weshalb Forscher, Gesundheitssysteme und Behörden keinesfalls nachlässiger werden sollten. Das Virus darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Die bereits zu Jahresbeginn eingesetzte Korrektur an den amerikanischen und europäischen Aktienindizes setzte sich im 2. Quartal 2022 fort. Der S&P 500 (-16.1% in USD) und der Dow Jones (-10.8% in USD) beendeten das Quartal deutlich im Minus. Der Nasdaq Composite (-22.3% in USD) büsste sogar noch mehr an Wert ein. Die europäischen Börsen boten eine ähnlich schwache Performance. EuroStoxx 50 (-9.4% in EUR), Dax (-11.3% in EUR) und SPI (-11.0% in CHF) gaben kräftig nach.
Der MSCI World Health Care Index, der sich im 1. Quartal recht stabil entwickelte, verlor im 2. Quartal ebenfalls. Obwohl er sich dem Negativtrend im Juni zeitweise entziehen konnte, verzeichnete er für das Berichtsquartal eine negative Gesamtrendite (-7.1% in USD).
Der Biotechnologiesektor verbuchte gemessen am Nasdaq Biotechnology Index NBI (-9.8% in USD) vergleichbare Verluste. Wie bereits in der Vergangenheit schlugen sich Biotechunternehmen, die bereits Produkte lanciert und vielversprechende Pipeline-Updates veröffentlicht haben, besser als andere. Unter dem Strich gab es jedoch auch im 2. Quartal so gut wie keine IPO-Aktivitäten und Finanzierungen in dem Sektor. Erst im Juni zeigten sich erste Anzeichen für M&A-Transaktionen, die der Sektorperformance zum Quartalsende Auftrieb gaben. Alles in allem erwarten wir mehr Transaktionen grosser Pharmaunternehmen, wobei die Lizenzgeschäfte die klassischen Übernahmen deutlich überwiegen dürften. Mit Blick auf die hohen Cash-Bestände von Private-Equity-Fonds und Bewertungen bisweilen unter Buchwert ist nicht auszuschliessen, dass mehr börsennotierte Biotechunternehmen dekotiert werden. Wir betrachten diese Entwicklungen als sicheres Indiz dafür, dass der Ausverkauf an den öffentlichen Märkten übertrieben war und der Biotechsektor gegenwärtig unterbewertet ist. Er hält daher diverse Anlageopportunitäten bereit.
BB Biotechs Wertentwicklung im 2. Quartal und im 1. Halbjahr 2022
Für das 2. Quartal 2022 wies die BB Biotech-Aktie eine Gesamtrendite von -12.5% in CHF und -10.9% in EUR auf. In Einklang mit den Benchmarks und in Anbetracht der leichten Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken und dem Euro lag die Gesamtrendite des Portfolios im Berichtsquartal bei -8.6% in CHF, -6.7% in EUR und -11.7% in USD. Der Nettoverlust im 2. Quartal 2022 belief sich auf CHF 233 Mio. gegenüber einem Nettogewinn von CHF 129 Mio. im gleichen Vorjahreszeitraum.
Im 1. Halbjahr 2022 erzielte die Aktie von BB Biotech eine Gesamtrendite einschliesslich Dividende von CHF 3.85 pro Aktie von -22.4% in CHF und -18.6% in EUR. Die Gesamtrendite des Portfolios betrug -16.8% in CHF, -13.8% in EUR und -20.5% in USD. Daraus resultiert ein Nettoverlust von CHF 533 Mio. gegenüber einem Nettogewinn von CHF 349 Mio. im gleichen Vorjahreszeitraum.
Hohen Investitionsgrad im 2. Quartal 2022 beibehalten
Zum Ende des 2. Quartals 2022 lag der Investitionsgrad bei 113.2% und damit nahe des Niveaus zum Vorquartalsende und innerhalb unserer normalen Spanne von 95–115%. Der Verkauf unserer Position in Radius Health nach dessen Übernahme durch die Private-Equity-Firmen Gurnet Point Capital und Patient Square Capital wird uns im 3. Quartal auf Pro-forma-Basis Mittelzuflüsse von ungefähr USD 90 Mio. generieren. Das Managementteam hat bereits einige Unternehmen identifiziert, die infolge der Korrektur der letzten 15 Monate günstig bewertet sind.
Portfolioveränderungen im 2. Quartal
Wir eröffneten im Juni 2022 eine neue Position. Celldex Therapeutics ist ein auf klinischer Stufe tätiges Unternehmen, das Wirkstoffe zur Behandlung entzündlicher und allergischer Erkrankungen entwickelt. Sein führender Wirkstoffkandidat ist CDX-0159, ein monoklonaler Antikörper gegen den Wildtyp c-KIT-Rezeptor, der die Mastzellenaktivierung verringert bzw. hemmt. CDX-0159 durchläuft gegenwärtig Dosisfindungsstudien bei Patienten mit Nesselsucht und anderen durch Mastzellen verursachten Erkrankungen. Celldex Therapeutics stellt in unseren Augen eine attraktive Ergänzung unseres Engagements im Bereich der Autoimmunkrankheiten dar, das darüber hinaus die Portfoliounternehmen Argenx und Kezar Life Sciences umfasst.
Wir trennten uns im 2. Quartal von unserer Beteiligung an Nektar Therapeutics. Die Kombinationstherapie aus Bempegaldesleukin (PEG-IL2) und Opdivo zeigte keinen klinischen Nutzen bei der Behandlung von inoperablem oder metastatischem Melanom, Nierenzellkarzinom oder Blasenkrebs.
Celldex Therapeutics ist ein auf klinischer Stufe tätiges Unternehmen, das Wirkstoffe zur Behandlung entzündlicher und allergischer Erkrankungen entwickelt.
Wir haben das Portfolio von BB Biotech an das derzeit schwierige Umfeld angepasst. Ende des 2. Quartals umfasste das Portfolio von BB Biotech 31 Positionen. Die acht Top-Positionen des konzentrierten Portfolios machen zwei Drittel des investierten Kapitals aus. Davon erzielen vier Unternehmen seit Jahren nachhaltige Gewinne, während sich die anderen vier durch eine starke Bilanz auszeichnen und demnächst positiven Cashflow generieren dürften. Am stärksten ist das Portfolio in der Kategorie seltene Krankheiten investiert, gefolgt von Onkologie und Neurologie/Psychiatrie. Wir werden weiterhin Ausschau nach vielversprechenden und unterbewerteten Unternehmen halten, während die Marktkonsolidierung ihren Lauf nimmt und Anleger wieder stärkeres Interesse für Wachstumstitel zeigen. Wir sind diesbezüglich gut positioniert.
Portfolioentwicklungen im 2. Quartal
Fortlaufende Veröffentlichungen von wichtigen Studienergebnissen
Ungeachtet der deutlich abgekühlten Stimmung unter der breiten Anlegerschaft vermeldeten unsere Portfoliounternehmen das Erreichen zahlreicher wichtiger Entwicklungsmeilensteine, darunter auch klinische Studienergebnisse zu Late-Stage-Produkten:
- Ionis und sein Partner AstraZeneca gaben positive Zwischenergebnisse der Phase-III-Studie NEURO-TTRansform zu Eplontersen bei Patienten mit hereditärer Transthyretin-vermittelter Amyloid-Polyneuropathie (ATTRv-PN) bekannt. Die Unternehmen planen die Einreichung des Zulassungsantrags bis Jahresende und eine mögliche Markteinführung im Jahr 2023. Eplontersen ist ein in der Entwicklungsphase befindlicher, auf der Ligand-Conjugated-Antisense-Technologie (LICA) basierter und per Autoinjektor verabreichter Wirkstoff zur Behandlung sämtlicher ATTR-Subtypen.
- Argenx veröffentlichte positive Phase-III-Daten für Vyvgart zur Behandlung von Patienten mit Immunthrombozytopenie (ITP). Vyvgart, ein Fragment eines humanen IgG1-Antikörpers, ist bereits zur Behandlung von Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis zugelassen. Argenx führt zudem Phase-III-Studien für Vyvgart bei chronisch inflammatorisch demyelinisierender Polyneuropathie durch. Mit Ergebnissen wird 2023 gerechnet.
- Die beiden Portfoliounternehmen Vertex und sein Partner Crispr Therapeutics legten zusätzliche Daten für ihre geneditierte autologe Zelltherapie Exagamglogene Autotemcel (Exa-cel) bei Patienten mit transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie oder schwerer Sichelzellanämie vor. Daten von 75 Patienten mit bis zu dreijährigem Follow-up unterstreichen das Potenzial von Exa-cel als funktionale Einmaltherapie. Bemerkenswerterweise benötigten 42 von 44 Patienten mit Beta-Thalassämie keine Bluttransfusionen, bei den zwei verbleibenden Patienten konnte das Transfusionsvolumen deutlich verringert werden. Bei keinem der 31 Patienten mit schwerer Sichelzellanämie kam es zu vaso-okklusiven Krisen. Der Zulassungsantrag soll laut Unternehmensangaben in der zweiten Jahreshälfte 2022 eingereicht werden. Eine mögliche Marktlancierung ist für 2023 vorgesehen.
- Sage und sein Partner Biogen präsentierten positive Daten zu Zuranolon bei Frauen mit Wochenbettdepression (PPD). Patientinnen wiesen am Tag 45 laut Hamilton-Skala deutliche Verbesserungen auf, was für eine schnelle Wirkung und einen nachhaltigen Nutzen des Wirkstoffs spricht. Die Unternehmen wollen den Zulassungsantrag für den Wirkstoff für zwei Indikationen einreichen, im 2. Halbjahr 2022 zunächst zur Behandlung schwerer depressiver Störungen (MDD) und Anfang 2023 als Präparat gegen PPD.
- Moderna dokumentierte mit seinen neuesten Daten für mRNA1273.214, dass der bivalente Booster-Impfstoff deutlich höhere Antikörperkonzentrationen gegen die neuen Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 erzeugt. Nach Verabreichung einer zweiten Auffrischimpfung (50 Mikrogramm) stiegen die Antikörpertiter bei allen Studienteilnehmenden um mehr als den Faktor fünf, unabhängig davon, ob die Probanden zuvor eine Coronavirusinfektion durchgemacht hatten oder nicht, und bei der Gruppe der seronegativen Personen um mehr als das Sechsfache.
- Nektar Therapeutics und sein Partner BMS gaben bekannt, dass sie die Entwicklung von Bempegaldesleukin (BEMPEG) zur Behandlung von metastasiertem Melanom, unbehandeltem fortgeschrittenen oder metastatischem Nierenzellkarzinom und Urothelkrebs infolge negativer Studienergebnisse einstellen.
Neben diesen Resultaten von klinischen Studien in der Endphase wurden im 2. Quartal viele wichtige Daten klinischer Versuche in früheren Phasen veröffentlicht. Dazu zählten Resultate von Kezar Life Sciences zu Zetomipzomib bei Lupus-Nephritis, von Sage zu SAGE-718 bei Alzheimer und von Ionis/GSK zu Bepirovirsen bei chronischer Hepatitis B. Für diese und andere Pipelineprodukte wirdin den kommenden Quartalen der Beginn von zulassungsrelevanten Studien erwartet.
Wichtige regulatorische Entscheidungen im 2. Quartal
Zahlreiche unserer Portfoliounternehmen erhielten im 2. Quartal 2022 Zulassungen für Produktkandidaten. Alnylam bekam die Marktzulassung für Amvuttra (Vutrisiran) zur Behandlung von Patienten mit der hereditären Transthyretin-vermittelten (hATTR) Amyloidose mit Polyneuropathie. Der vierteljährlich subkutan injizierte Wirkstoff bietet praktische Vorteile gegenüber Alnylams Onpattro, das alle drei Wochen als Infusion verabreicht wird.
Incyte und sein Partner Eli Lilly erhielten zwei Zulassungserweiterungen für ihren JAK-Inhibitor Olumiant (Baricitinib), erstens für die Behandlung von hospitalisierten Hochrisikopatienten mit COVID-19 und zweitens für Erwachsene mit schwerem kreisrunden Haarausfall. Für letztgenannte Indikation ist Olumiant das erste und bisher einzige von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zugelassene Präparat und wird einmal täglich eingenommen.
Myovant erhielt von der Europäischen Kommission die Zulassung für Orgovyx bei fortgeschrittenem hormonsensitiven Prostatakrebs. Myovants Lizenzpartner Accord Healthcare steht kurz davor, Orgovyx in Europa auf den Markt zu bringen.
Die FDA hat die Prüfzeit für Myovants Myfembree zur Behandlung der Endometriose um drei Monate verlängert, um zusätzliche Daten zur Knochenmineraldichte zu überprüfen. Die Überprüfung soll bis zum 6. August 2022 abgeschlossen werden. Die FDA hat darüber hinaus die Prüfzeit für Incytes Opzelura zur Behandlung der Weissfleckenkrankheit verlängert, so dass eine Entscheidung bis zum 18. Juli 2022 erwartet wird. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass beide Präparate zugelassen werden.
Produktlancierungen mit beachtlichem Umsatzpotenzial
Die Kennzahlen zu Produktlancierungen sind für uns weiterhin von grosser Bedeutung, da sie als Anhaltspunkt für zu erwartende Unternehmensumsätze und -gewinne dienen. Aufmerksam verfolgen wir daher die weltweite Markteinführung von Vyvgart bei generalisierter Myasthenia gravis, die bisher die Börsenerwartungen übertroffen hat. Intra-Cellular Therapies vermeldete starke Erstquartalsumsätze für Caplyta, das seit Ende 2021 zur Behandlung bipolarer Störungen zugelassen ist. Moderna verbuchte für Spikevax solide Umsätze von USD 6.1 Mrd. im 1. Quartal, senkte zwar seine Umsatzprognose für das 2. Quartal, hielt aber an seiner Umsatzerwartung von USD 21 Mrd. (ohne die von der US-Regierung für Herbst 2022 bestellten Boosterimpfungen) für das Gesamtjahr 2022 fest. Die Umsatzprognosen für COVID-19-Impfstoffe unterliegen ständigen Änderungen, da möglicherweise neue Coronastämme auftauchen und viele Länder weitere Neubestellungen erst später im Jahr abgeben können.
Anstieg der bisher verhaltenen M&A-Transaktionen im 2. Halbjahr 2022 erwartet
Im 2. Quartal hat Pfizer Biohaven Pharmaceuticals übernommen und Bristol-Myers Squibb hat ein Kaufangebot für Turning Point unterbreitet. Hierbei handelt es sich mit Blick auf die inzwischen attraktiven Bewertungen möglicherweise um die ersten Anzeichen für eine Belebung der M&A-Aktivitäten. Gerüchte über grössere Transaktionen (z.B. im Onkologiebereich) machen Anlegern gewisse Hoffnung auf die Abschöpfung beachtlicher Prämien. Im Gegensatz dazu können Deals im Private-Equity-Bereich opportunistische Anlagestrategien verfolgen, wie etwa die Akquisition von Radius Health durch Gurnet Point Capital und Patient Square Capital zu einer für den Publikumsaktionär enttäuschend niedrigen Bewertung. Die Korrekturen an den Biotechmärkten und die schwache Positionierung einiger Biotechunternehmen könnten opportunistische Aufkäufe von Private-Equity-Firmen angesichts der Rekalibrierung an den Märkten im laufenden und kommenden Jahr vorantreiben.
Ausblick für 2022
Die Lage an den Aktienmärkten bleibt angesichts der hohen Inflation, einer möglichen Rezession, des Ukraine-Kriegs und der sich schnell ändernden Pandemiebedingungen weiterhin schwierig. Das stete Auf und Ab an der COVID-19-Front und der Triumphzug entsprechender Impfstoffe haben den aussergewöhnlichen Wert und Nutzen der Biotechnologie zweifelsohne belegt. Daran wird sich unseres Erachtens auch nichts ändern, nicht nur mit Blick auf COVID-19, sondern auch in Anbetracht erstaunlicher Meldungen zu anderen Therapiebereichen und Technologien, die bereits im 2. Quartal 2022 veröffentlicht wurden und die in Zukunft noch zu erwarten sind. Während der Markt ständigen Korrekturen unterworfen ist, stimmen uns die fundamentale Bedeutung biotechnologischer Fortschritte, die Umsetzung relevanter Entwicklungen und die damit verbundenen Marktchancen in Bezug auf das künftige Wachstumspotenzial von BB Biotech äusserst optimistisch.
Wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte eine Beschleunigung der Transaktionen, wobei Lizenzierungen voraussichtlich den Vorzug vor M&A-Deals erhalten. Pharmariesen werden ihre Jagd nach künftigen Ertragsquellen allerdings fortsetzen, um derzeitige Ertragsströme zu ersetzen, die mit dem Auslaufen des Patentschutzes für bestimmte Produkte wegbrechen. Wir schliessen daher nicht aus, dass M&A-Aktivitäten im kommenden Jahr und darüber hinaus zunehmen.
Optimistisch stimmt uns zudem, dass die folgenden Meilensteine mit einer Sektorerholung einhergehen dürften:
- wichtige Ergebnisse klinischer Studien, wie etwa Daten für Alnylams Vutrisiran zur Behandlung von Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) und für Incytes BET- und ALK2-Inhibitor in Kombination mit Jakavi bei Myelofibrose;
- weitere Zulassungen, wie etwa Myovants Myfembree bei Endometriose und Incytes Opzelura bei Weissfleckenkrankheit;
- vielversprechende Produktlancierungen, wie etwa Vyvgart von Argenx bei Myasthenia gravis, Caplyta von Intra-Cellular bei Schizophrenie und bipolaren Störungen, Pyrukynd von Agios bei Erwachsenen mit Pyruvatkinase-Mangel, Amvuttra von Alnylam für die Behandlung von hereditärer Transthyretin-vermittelter Amyloidose bei Erwachsenen mit Polyneuropathie und Spikevax von Moderna zur Bekämpfung neuer COVID-19-Varianten;
- grössere Fusionen und Übernahmen, die sowohl die Notwendigkeit nach Wachstum grosser Pharmakonzerne widerspiegeln als auch das Bedürfnis von Biotechunternehmen, ihre bemerkenswerte Wertschöpfung zu vermarkten.
Hinter dem Biotechsektor liegen sechs ausgesprochen schwierige Monate, die durch niedrigere Bewertungen und eine negative Stimmung geprägt waren. Dieses Umfeld hält in unseren Augen beachtliche Chancen bereit. Unsere Strategie fokussiert sich weiterhin auf qualitativ hochwertige Unternehmen, die sich durch führende Technologien, hochkompetente Führungskräfte und Managementteams sowie hervorragende Umsetzungspläne auszeichnen, die für Patienten und Gesundheitssysteme wirkliche Vorteile bringen. Wir sind der Ansicht, dass die derzeitige allgemeine Risikoscheu nicht gerechtfertigt ist und der Biotechsektor zahlreiche Möglichkeiten zur Erzielung attraktiver Renditen bietet, vor allem mit Blick auf das derzeitige Umfeld. Das Portfoliomanagementteam konzentriert sich weiter auf Biotechunternehmen, die entweder bereits jetzt oder aber in Kürze Umsatz- und/oder Gewinnwachstum erwirtschaften oder die wir als unterbewertet erachten, sowie auf gezielte neue Investitionen in öffentliche und private Unternehmen innerhalb des Sektors. Wir sehen eine aussichtsreiche Zukunft für Patienten, Gesundheitssysteme, Unternehmer und Investoren – und wir möchten sie im Auftrag unserer Aktionäre mitgestalten.
Für das von Ihnen entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns.
Der Verwaltungsrat der BB Biotech AG
Dr. Erich Hunziker
Präsident
Dr. Clive Meanwell
Vizepräsident
Laura Hamill
Mitglied
Dr. Pearl Huang
Mitglied
Prof. Dr. Mads Krogsgaard Thomsen
Mitglied
Dr. Thomas von Planta
Mitglied