Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03119.jsonl.gz/2276

«Ich verstehe nicht, warum sich der Staat so sehr in mein Privatleben einmischt»: Ruth Ademi ist enttäuscht. Nachdem sie dem Rheintaler Zivilstandsamt eine Stellungnahme samt Video geschickt hatte, um zu beweisen, dass sie und ihr marokkanischer Freund Youness sich tatsächlich lieben, wurde ihr mitgeteilt, dass sie endgültig kein Ehefähigkeitszeugnis erhält. Ruedi Mattle, Altstättens Stadtpräsident, begründet den Entscheid gegenüber TVO wie folgt: «Wir behandeln alle Leute gleich.» Es hätte klare Indizien gegeben, die Heirat abzulehnen.
Freund beteuert: «Es ist ehrlich»
«Ich liebe meine Frau von Herzen. Es ist ehrlich und nicht gespielt», hatte Youness in einem der vermeintlichen Beweise gesagt. Die Meinung der Behörden: «Es ist ersichtlich, dass der Text auf dem Video nicht frei gesprochen, sondern abgelesen wird.»
Sprache und Alter als Indizien
Seit bald drei Jahren sind die 60-jährige Ademi und ihr halb so alter Freund ein Paar. Bis zum Entscheid, ein viertes Mal heiraten zu wollen, verging nur wenig Zeit – im Herbst 2016 besuchte die Ostschweizerin Youness’ Familie in Marokko, um die Verlobung zu feiern. Die Kennenlernphase sei zu kurz gewesen, so eines der Argumente des Zivilstandsamts. Auch mangelnde Deutschkenntnisse des Nordafrikaners und der grosse Altersunterschied würden für eine Scheinehe sprechen. «Wir haben alles gemacht, damit wir das entkräften können», meint Ademi.
Ruth Ademi will weiter für ihre Liebe kämpfen. Sie plant, beim Kanton Rekurs einzulegen.
(red.)