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Vertigo
Group Show
18 December 2021–26 March 2022
Zuoz
b. 1987, Morges (CH)Download CV
Julian Charrière’s work is about the representation and perception of nature, and the traces and limits of human influence. His artistic approach reflects both historical and contemporary perspectives; he plays with the iconographies of landscape and the force of nature, as well as with our longing for authenticity and connection to nature. Charrière brings past, present and future into dialogue and makes different temporalities visible by allowing geological and human timescales to collide. Engaging with issues such as the effects of global warming or the treatment of the earth’s resources, his work addresses central discourses of the present.
In collaboration with artists and researchers from various disciplines and including numerous, often literary references, Charrière connects cultural-historical or political questions with research from fields such as geology or biology. His starting point are frequently places where changes are most apparent. For example, Charrière worked in areas contaminated by radioactivity or the icy landscapes of the poles. The physical experience of these places is essential to the artist; travel and expeditions are an important part of his work.
In videos, photographs, sculpture and performances, Charrière creates expressive images that situate debates of environmental politics within a wide frame of reference. This exploration of tensions and contrasts gives the works a complexity and intense visual presence, captivating precisely in its ambivalence.
Julian Charrière studied at the Ecole cantonale d’art du Valais in Sierre and at the University of the Arts Berlin from 2006–2013. He was Meisterschüler of Olafur Eliasson and participated in the renowned Institut für Raumexperimente. He was included in the 1st Antarctica Biennial and at the 57th Venice Biennial among others, and was represented in numerous group exhibitions, such as at Palais de Tokyo in Paris, Sprengel Museum in Hannover or at the Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. His work has also been shown in a number of solo exhibitions, for example at Berlinische Galerie, at MAMbo Bologna, MASI Lugano, Aargauer Kunsthaus in Aarau and at Dallas Museum of Art. Charrière’s work has been honoured with several awards, including the 2014 Manor Kunstpreis in Lausanne and the GASAG art prize 2018; in 2021 he exhibited at Centre Pompidou in Paris as one of four artists nominated for the Prix Marcel Duchamp. His work is represented in numerous public collections such as the Staatsgalerie Stuttgart, Kunstmuseum Solothurn or FRAC Franche-Compté in Besançon.
David Strei Corti
2019
Auch in der Kunst ist Klima Thema. Als ein Star der «Eco Art» gilt der Schweizer Julian Charrière. Kann, aber vor allem, soll die Kunst Umweltaktivismus betreiben?
Annegret Erhard
8 June 2019
Der Schweizer Julian Charrière ist ein Umweltaktivist, der mit den subtilen Mitteln der Kunst arbeitet. Er bereist fotografierend, filmend, tauchend und experimentierend Asien, die Pole, Russland. Damit reiht er sich besonders erfolgreich in die heutige Avantgarde forschender Künstler ein.
Irene Unholz
March 2019
Anhaltspunkte aus der Vergangenheit, aus dem Jetzt sowie Imaginationen der Zukunft ergeben keine linear verlaufenden, sondern eher sprunghaft verknüpfte Geschichten. Darin sind der Mensch, die Natur und das Digitale eng verwobene und interagierende Entitäten. Utopie und Dystopie liegen so nahe beisammen, dass sie bisweilen verschwimmen.
Leonie Pfennig
10 October 2019
In der Kunst von Julian Charrière ist keine Mühe zu groß, keine Reise zu weit. Im schweizerischen Lugano zeigt er in einem neuen Film die düstere Erhabenheit von Eisbergen - und die Polarregionen als sterbenden Patienten
Sandra Danicke
November 2018
Der Schweizer Julian Charrièere sucht für seine Kunst verstrahltes Gelände und andere vom Menschen geschundene Orte auf. Für sein neuestes Projekt tauchte er in die Tiefsee.
Céline Gaillard
March 2017
Im Zentrum der Ausstellung ‹First Light› von Julian Charrière steht eine neue Werkgruppe, die während eines einmonatigen Aufenthalts des Künstlers auf den Marshall-Inseln entstanden ist. Ein eindringliches – und dringendes – Werk zwischen Um- weltwissenschaft und Kulturgeschichte.
Céline Gaillard
March 2017
Zuoz — «Six, five, four», «eight, seven», «four, three, two» … Countdowns markieren den Auftakt der Ausstellung im Erdgeschoss. Einer folgt dem anderen, und teilweise ertönen mehrere gleichzeitig. In seiner Soundinstallation ‹On the Edge›, 2016, konfrontiert uns Julian Charrière (*1987, Morges) mit der Gegenwart mehrerer eintretender Ereignisse. Während wir diese Countdowns mit dem aktuellen Weltgeschehen und vielleicht auch mit Ängsten in Verbindung bringen, wird bewusst: Viele sind längst bei der auslösenden Null angelangt; Raketen sind gestartet, der Jahreswechsel hat stattgefunden, Bomben wurden gezündet. Den letzten November verbrachte Charrière auf dem zu den Marshall-Inseln gehörenden Bikini-Atoll, das im Namen eines Atomtestprogramms der USA zwischen 1946 und 1958 zum Schauplatz verheerender Explosionen wurde. Charrière ist bekannt für seine Feldforschung in entfernten, sich geophysikalisch verändernden Gebieten. Nachdem er 2014 eine Werkreihe der sowjetischen Atomteststätte Semipalatinsk widmete, ist nun im Pazifischen Ozean eine neue Werkgruppe mit Skulpturen, Fotografien und einem Video entstanden. Vordergründig wecken viele der Bilder den Eindruck einer Traumdestination: idyllischer Tropenstrand mit Palmen und romantischem Sonnenuntergang. Die weissen Flecken auf den analogen Farbfotografien allerdings, herbeigeführt durch das Auflegen von verstrahltem Inselsand auf den Negativen, rufen die atomare Zerstörung des Lebensraums ins Bewusstsein. Auch das Video ‹Iroojirilik› spielt mit vermeintlich romantischen Klischees von Inselbildern und schafft zugleich Assoziationen zum nuklearen, vom Menschen verursachten Licht, der «zweiten Sonne». Mit der Schnittfolge von Sonnenauf- und Untergängen thematisiert es den Zeitlauf einer entfernten Gegenwart. Dazwischen sind über und unter Wasser Trümmer zu sehen: Ruinen von Betonbunkern, mutierte Kokosnüsse, nahezu fischlose Gewässer und auf dem Meeresgrund versunkene Schiffswracks. Im Lauf der Zeit sind sie mit Grünalgen verwachsen. Eindringlich öffnet Charrière die Augen für die unbewältigten Folgen des vor über einem halben Jahrhundert durchgeführten Programms – und dessen Gegenwart in dem bis heute unbewohnbaren Gebiet. Damit schafft der junge Künstler, der im März an der ersten Antarktischen Biennale teilnehmen wird, auch ein dringendes Dokument der postatomaren Ära und ihren eigenen Wachstumsregeln.
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