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Stell Dir ein kleines Dorf am Waldrand vor. Du bist einer der wenigen Bewohner und tauschst Dich gerne mit Deinen Nachbarn aus. Eines Abends fragt Dich ein Nachbar, ob Du schon von dem gefährlichen Bären gehört hast, der im Wald sein Unwesen treibt. Du hast bisher nichts von einem gefährlichen Bären gehört und machst Dir erst mal keine weiteren Gedanken, denn Du wohnst abseits vom Wald.
Am nächsten Tag sprechen Dich zwei weitere Nachbarn auf den gefährlichen Bären im Wald an. So langsam machst Du Dir Sorgen und Du willst die kommenden Tage Deinen täglichen Spaziergang durch den Wald nicht mehr gehen. Zudem holst Du die alte Schrotflinte aus dem Schrank, damit Du Dich verteidigen könntest, sollte der gefährliche Bär seinen Weg zu Deinem Haus finden.
Lass uns das mal etwas genauer anschauen:
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Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn die Nachbarn von einem süssen Schmetterling geredet hätten?
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Wusstest Du zu irgendeinem Zeitpunkt, dass da wirklich ein Bär im Wald ist?
Du änderst Dein Verhalten eher bei einer Bedrohung und zu keinem Zeitpunkt wusstest Du, dass ein Bär im Wald ist.
Die Geschichte hätte auch anders verlaufen können…
Nachdem der zweite und dritte Nachbar vom Bären erzählt hat, fragst Du Deine Nachbarn, ob sie diesen Bär selbst, mit eigenen Augen, gesehen haben. Alle sagen, dass Jack (ein Bewohner vom Dorf, der am Waldrand lebt) davon gesprochen hat.
Du gehst zu Jack und fragst ihn, was es mit dem Bären im Wald auf sich hat. Jack sagt Dir, dass er am Vorabend betrunken war und etwas grosses Braunes im Wald gesehen hat. Vermutlich ein Bär.
In dem Moment fällt es Dir wie Schuppen von den Augen. Denn Du weisst, dass der grosse braune Hund, von einem weiteren Nachbarn, gerne ausbricht und im Wald herumstreunt. Vermutlich hat Jack keinen Bären gesehen, sondern den Hund vom Nachbarn.
Du weisst jedoch immer noch nicht, ob es der Hund vom Nachbarn war oder ein Bär. Du hast aber eine Vermutung.
Die Geschichte ist erfunden und würde so vermutlich nicht passieren. Aber wie bei jeder Geschichte, was lernen wir daraus?
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Aussagen von anderen Menschen (auch Berichte die Du online liest oder in den Nachrichten hörst), sind nicht gleichbedeutend mit Fakten. Du weisst nicht, Du glaubst.
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Nur weil mehrere Menschen die gleiche Aussage wiederholen, von derselben Quelle, macht es die Aussage nicht mehr zu einem Fakt, als wenn es nur eine Person gesagt hätte.
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Wir Menschen tendieren dazu, uns die negativen Aspekte einer Aussage besser zu merken, als den Rest (in der Geschichte, dass Jack betrunken war).
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Wenn Dich etwas negativ beeinflussen könnte, bist Du eher dazu bereit, Dein Verhalten zu ändern, als wenn nicht.
Wenn eine negative Aussage Dein Verhalten beeinflusst, prüfe die Aussage zuerst auf Fakten! Anders gesagt: Sei kein Schaf!
Alles Liebe,
Nathanael Dalliard
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