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Eine Schwangerschaft belastet den Körper der Frau, da die Versorgung des Babys und das zunehmende Gewicht dem Herz-Kreislaufsystem einiges abverlangt.
Während der Schwangerschaft schlägt das Herz schneller und muss kräftiger pumpen. Das kann zu Bluthochdruck führen, der wiederum die Gefässe belastet. Von Schwangerschaftsbluthochdruck spricht man bei einem erhöhten Blutdruck, der etwa in der 20. Schwangerschaftswoche einsetzt. In der Regel normalisiert sich der Blutdruck ab der sechsten Woche nach Geburt. Ist der Bluthochdruck mit Eiweissausscheidung im Urin (Proteinurie) und Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) verbunden, spricht man von Präeklampsie. Die Präeklampsie kann in die Eklampsie übergehen, bei der Krampfanfälle auftreten. Die Eklampsie ist ein medizinischer Notfall und gefährdet Kind und Mutter, so dass häufig ein Kaiserschnitt erforderlich ist, um die Schwangerschaft zu beenden. Auch kann es durch die Mehrbelastung des Herzens gegen Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt zu einer Herzschwäche kommen. Diese schwangerschaftsbedingte Herzschwäche wird als peri- oder postpartale Kardiomyopathie bezeichnet. Die schwangerschaftsbedingte Herzschwäche sollte so früh wie möglich behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Eine Schwangerschaft kann jedoch nicht nur Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems neu auslösen, sondern eine bestehende Herzerkrankung verstärken. Ebenso können sich bisher unerkannte Herzerkrankungen während der Schwangerschaft erstmals bemerkbar machen.
Komplikationen während einer Schwangerschaft begünstigen später entstehende Herzerkrankungen, werden aber derzeit kaum beachtet. Frauen, die eine Schwangerschaftskomplikation erleiden wie Schwangerschaftsbluthochdruck, Präeklampsie/Eklampsie, Schwangerschaftsdiabetes, eine schwangerschaftsbedingte Herzschwäche oder eine Frühgeburt, haben im späteren Leben ein höheres Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Deshalb ist es essentiell, während der Schwangerschaft Herz und Kreislauf im Blick zu behalten und Frauen mit Schwangerschaftskomplikationen langfristig kardiologisch zu betreuen.