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Die Ausgaben für Lebensmittel inkl. Getränke im stationären Schweizer Detailhandel stiegen in diesem Jahr auf einen Rekordwert von 29,9 Mrd. CHF, was einem Umsatzplus von 11,3 % entspricht (vgl. dazu die Infografik «Ausgaben für Lebensmittel im Schweizer Detailhandel 2020»). Mit einem Umsatz von 3,185 Mrd. CHF im stationären Detailhandel legte das Geschäft mit Bio-Produkten um 16,5 % zu und erreichte damit einen Marktanteil von 10,7 %. Auch die Online-Verkäufe von Lebensmitteln haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs erlebt. Über alle Kategorien betrachtet, stieg der Online-Umsatz gemäss Nielsen-Monitoring um 18,8 % gegenüber 2019.
Im Gegensatz dazu erlebten der Gastronomiesektor und damit verbunden der Zustell- und Abholgrosshandel ein äusserst einschneidendes Jahr. Im 2020 verzeichnete der Zustell- und Abholgrosshandel einen Umsatzrückgang von 13,2 % gegenüber 2019. Mit dem Anstieg der Fallzahlen per Jahresende hat sich die Situation mit der erneuten teilweisen Schliessung der Gastronomie im November und Dezember 2020 weiter verschlechtert. Genaue Zahlen zur Gastronomie liegen nicht vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Auswirkungen der Pandemie insgesamt zu massiven Umsatzeinbussen führten. Ebenfalls einen deutlichen Rückgang verzeichnete der Einkaufstourismus. Über das gesamte Jahr betrachtet, ging der Einkaufstourismus im Lebensmittelbereich um über 42 % zurück.
Die Entwicklungen auf den verschiedenen Agrar- und Lebensmittelmärkten waren ebenfalls sehr unterschiedlich. Für Märkte, bei denen die Gastronomie einen wichtigen Absatzkanal darstellt, namentlich für Rind- und Kalbfleisch, mussten teilweise spezielle Massnahmen zur Stabilisierung der Marktlage ergriffen werden, so zum Beispiel zusätzliche Fleischeinlagerungen. Auf anderen Märkten sorgte die höhere Nachfrage im Detailhandel für einen zusätzlichen Importbedarf, etwa bei Konsumeiern, Äpfeln, Karotten oder Bananen. Der Milchmarkt zeichnete sich im 2020 durch Engpässe bei Butter aus. Diese Engpässe konnten über zusätzliche Importe gedeckt werden. Diese Entwicklung hatte im Grunde nichts mit der Pandemie zu tun, sondern lässt sich vielmehr mit der laufend steigenden inländischen Käseproduktion erklären, die bezüglich Milchfett in Konkurrenz zur Butterproduktion steht.
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Letzte Änderung 19.02.2021