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Sind Schiedsrichter Entscheide in unseren Nationalligen wirklich meistens Fehlentscheide oder wie sehen es die Schiedsrichter? Wie sehen es die Zuschauer und wie sind die neuen Regeln aber dieser Saison?
Die wichtigsten neuen Spielregeln
- Die "Schwere Disziplinarstrafe" wurde aus dem Regelbuch der IIHF ersatzlos gestrichen.
- Für folgende Regelverstösse erhält ein Spieler eine kleine Strafe (2 Minuten) oder eine Grosse Strafe plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe (5'+SPD) oder eine Matchstrafe (MS). Ein Spieler der seinen Gegner verletzt durch...., erhält: nach Ermessen des Schiedsrichters eine: Grosse Strafe + Spieldauerdisziplinarstrafe (5'+SPD) oder eine Matchstrafe (MS): Check gegen die Bande, Unerlaubter Körperangriff, Check gegen das Knie, Check mit dem Stock, Check mit dem Ellbogen, Check mit dem Knie, Stockschlag, Beinstellen
- Note zur Regel 530 (Hoher Stock): Wir die Aktion mit hohem Stock, die eine Verletzung verursacht, als zufällig erachtet, erhält der fehlbare Spieler eine: doppelte Kleine Strafe (2+2).
- Check gegen den Kopf, Nacken (Neues Zeichen: Die rechte Hand geht mit der Handfläche nach innen zum Kopf), Check von Hinten: Ein Spieler welcher diese Regel bricht, erhält nach Ermessen des Schiedsrichters: Eine Kleine Strafen plus Disziplinarstrafe (2'+10'), oder eine Grosse Strafe plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe (5'+SPD). Ein Spieler der seinen Gegner verletzt erhält eine Matchstrafe (MS).
- Für weitere Regelinformationen wenden Sie sich an die Verbandstelle oder unter www.iihf.com können Sie eventuell in English das neue Regelbuch herunterladen.
Eine ältere deutschsprachige Version gibt es hier.
Auszug aus dem neuen IIHF Regelbuch 2002
Schiedsrichter sind immer die "Dummen". Und trotzdem wissen viele Zuschauerinnen und Zuschauer nicht was hinter dem Job Schiedsrichter eigentlich wirklich steckt. Schiedsrichter sind das üble Muss, ohne sie würde es kein Eishockey geben. Keine heissen, packenden und umwerfenden Spiele. Und trotzdem sind die Schiedsrichter immer die Sündenböcke bei fast allen Niederlagen einer Mannschaft - und trotzdem haben nur schlechte Mannschaft Probleme mit dem Schiedsrichter. Denn Schiedsrichterentscheide sind zu akzeptieren.
Entscheid - Ein Bruchteil einer Sekunde...
Ein Schiedsrichter ist eine "starke" Persönlichkeit. Hinter dem Job, Schiedsrichter steckt viel. Entscheide über Tor oder kein Tor innert Sekunden fällen, Strafen und anderen Sachen müssen innert Sekunden, ja sogar einem Bruchteil einer Sekunde gefällt werden. Also gar kein "Schoggi-Job" wie in viele Fans titulieren.
Ein Liga-Schiedsrichter hat die gleiche Vorbereitung wie ein Spieler. Zuerst geht es etwas ans Fussballspielen. Danach an die Lizenzkontrolle und die Überprüfung des Matchblattes. Etwas später müssen die Schiedsrichter sich auf dem Eis warm Laufen. 30 Minuten später ist Spielbeginn, da müssen alle Schoner, Pfeiffen und was sonst noch alles dazugehört sitzen.
Vor allem Spektakel ist gefragt
Eishockey lebt von Emotionen. Hin und wieder leider die falschen unter den Fans. Aber trotzdem sind wir uns einig, es gibt wohl nichts Langweiligeres als Eishockey ohne Emotionen, oder überhaupt als Sport ohne Emotionen und vor leeren Rängen. Und der grösste Teil dieser Emotionen geht vom Publikum aus: Manchmal kann man doch die Spannung fast mit den Händen greifen oder die Wut lässt einen fast ohnmächtig werden. Durch sein Handeln versucht der Schiedsrichter auch ein Stück weit, diese Emotionen zu kontrollieren, aber nicht absichtlich zu schären. Ein Spiel ohne Schiedsrichter würde in kürzester Zeit wohl zu einer Massenschlägerei sondergleich führen.
Was Schiedsrichter dazu sagen
Nun gibt es auch Schiedsrichter, die es fast lieben, ausgepfiffen zu werden. "Es kann ein unglaubliches gutes Gefühl sein, wenn man weiss, richtig entschieden zu haben", erzählte einmal ein Schiedsrichter nach einem Spiel in der ausverkauften Kunsteisbahn Mittelrheintal in Widnau. Am Schiedsrichter-Seminar des Schweizerischen Olympischen Verbandes in Interlaken geht man sogar soweit, die Schiedsrichter zum Bewerten der Fans auf einer Skala von eins bis zehn anzuspornen, um so ein neues, positives Gefühl entstehen zu lassen, denn gerade bei jüngeren, weniger erfahrenen Schiedsrichter lösen Pfiffe immer noch Unbehagen aus.
Doch was geschieht mit einem abgebrühten Nationalliga-Ref, wenn er bei einem Entscheid unsicher ist? Lässt er sich gar am Ende durch das Publikum beeinflussen? "Auf keinen Fall!", lehnt der 23-jährige NL-Linesman Tobias Wehrli ab, jedoch gebe man Fehlentscheide durchaus zu und entschuldige sich dafür. Der letztjährige NLA-Debütant musste sich denn auch schon einiges anhören lassen. Einmal wurde er sogar auf seiner eigenen Homepage von Fans beschimpft, seine Strafen hätten sein Spiel entschieden.
Manchmal die falschen Emotionen...
Wie oben erwähnt gehören Emotionen zum Sport. Doch sollten sich Fans, auch unter Einfluss von Alkohol, immer unter Kontrolle halten können. Doch auch dieses Jahr kam es bereits wieder zu zahlreichen Schlägereien in Schweizer Stadion. So zum Beispiel in Lugano, als Randalierer der Gäste aus Ambri mit Leuchtpertaden im Stadion um sich schossen. Für solche Szenen kann kein Spieloffizieller etwas dafür.