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Die politische und gesellschaftliche Teilnahme an der Gesellschaft wurde von verschiedenen Gruppen im 20. Jahrhundert erstritten und ist heute zunehmend institutionell garantiert. Das Forschungsprojekt untersucht an den Beispielen der religiös-sozialen Bewegung und der institutionalisierten Gleichstellungsarbeit, wie diese Teilnahme eingefordert und in Anspruch genommen wurde und wird.
Hintergrund:
Das 20. Jahrhundert kann als das Jahrhundert der sozialen Bewegungen bezeichnet werden. Diese forderten die Erweiterung gesellschaftlicher Partizipation für jene, die bisher davon ausgeschlossen blieben: Die Arbeiter in der Arbeiterbewegung, die Frauen in den Frauenbewegungen oder die Zivilbevölkerung in der Friedensbewegung. Gleichzeitig ist das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Institutionalisierung und Professionalisierung politischer Forderungen, in dem der Staat zunehmend zum Garanten für die Umsetzung emanzipatorischer Ansprüche wurde. Das Forschungsmodul untersucht zwei Kontexte gesellschaftlichen und politischen Engagements, die in diesem historischen Prozess angesiedelt sind: Einerseits das Engagement von Frauen in der religiös-sozialen Bewegung, die sich für die Rechte der Arbeiter, für die Gleichberechtigung der Geschlechter und für den Weltfrieden einsetzten, andererseits die institutionalisierte Gleichstellungsarbeit, die sich heute professionell für die Gleichstellung von Frauen und Männern in unterschiedlichen Bereichen und mit zunehmend differenzierten Zielsetzungen engagiert.
Das Ziel:
Das Projekt hat zum Ziel nachzuzeichnen, wie Geschlecht Prozesse gesellschaftlichen Ein- und Ausschlusses strukturiert. Indem das Engagement der Akteur/innen in den zwei beschriebenen Kontexten untersucht wird, gibt das Projekt Auskunft über deren Möglichkeiten, Grenzen von gesellschaftlichem Ein- und Ausschluss durch ihre Handlungen zu legitimieren oder zu verändern.
Bedeutung:
Das Projekt will mit dem Vergleich der beiden Kontexte Einsichten in die Wirkweise von Normen in subjektiven Handlungszusammenhängen schaffen und die Bedeutung der subjektiven Aneignung von Normen für deren Legitimation oder Wandel beleuchten. Die individuellen und kollektiven Aushandlungen über die Partizipationsmöglichkeiten an der modernen Gesellschaft werden mit dem Konzept der citizenship gefasst. Das Projekt versteht sich damit als Beitrag zur aktuellen Debatte um citizenship, indem es die Möglichkeiten und Grenzen des Analyseinstruments auslotet.