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Es wurde zu eng im Clubhaus
Aufgrund des Wachstums Anfangs der 80iger Jahre wurde der Platz im Clubhaus zu eng. Als das Clubhaus erstellt wurde, hatte der SC Blustavia gerade mal 2 Aktiv-Teams und somit war der Platz auch völlig ausreichend.
Anfangs 1986 hat unser damaliger Präsident, Livio Bernasconi, in einem Sportartikel über die zu engen Verhältinisse erkannt und berichtet, und so das Thema einer Clubhauserweiterung auf den Tisch gebracht. In dieser Saison spielten anstelle von 2 Mannschaften bereits 9 Mannschaften, nämlich 3 Aktivteams und 6 Juniorenteams, im Meisterschaftsbetrieb mit.
Auf dem Foto unten ist unschwer zu erkennen, dass da etwas gehen musste. Und es war wie immer beim SC Blustavia, man packte es an.

Als Einstieg die Worte von Livio Bernasconi zur Einweihung
Mit diesem Gemeinschaftswerk, getragen durch viele Freunde und Mitglieder unterstützt durch die Gemeindebehörden, Kanton, Sporttoto und örtlichen Unternehmen, ist ein Bijou entstanden, welches dem Verein zum 50jährigen Jubiläum am 12. August 1989 übergeben wird.
In der Bauzeit von einem Jahr, trotz Aufrechterhaltung des Spielbetriebes von elf Mannschaften, wurden 3500 Arbeitsstunden geleistet. Die Baukosten von Fr. 170'000.-- konnten nur dank grossem Arbeitseinsatz (Frondienst) realisiert werden.

Auszüge aus den Vorstandsprotkollen zur Planung des Projekts
Der Leiter des Bauprojektes: Fredy Schenk
Erstmals erwähnt wird der Um- und Anbau des Clubhauses in einem Protokoll der Vorstandssitzung vom 10.10.1986.
Im Protokoll vom 19.01.1987 wurde danach mit Hans Leuenberger ein Projektleiter gefunden. Es stellten sich mit Peter Baumann (Trainer 1. Mannschaft und Architekt von Beruf), Urs Acklin und Paul Bachmann eine erste Crew zur Verfügung, um das Projekt voranzutreiben.
An der Vorstandssitzung vom 26.05.1987 wurde es nun konkret und ein erster Finanzierungsplan lag vor. Leider sind die Unterlagen der Baukommission nicht vorhanden. Nach dem Rücktritt von Peter Baumann aus der Baukommission wurde Alfred Schenk (ebenfalls Architekt) Leiter des geplanten Umbaus.
Die Protokolle vom 01.091987, 16.11.1987 und 08.04.1988 sagen uns, dass die Baubewiligung vorliegt und verschiedene Finazierungsvorschläge unterbreitet werden. D.h. das Bauvorhaben war klar und wird durchgezogen, die Finanzierung leider noch nicht.
Das Projekt drohte danach etwas einzuschlafen, doch Fredy Schenk machte Druck und so ging es zügig voran. Der Baubeginn rückte näher. Unten die Auszüge aus den Protokollen vom 23.05.1988 und 20.06.1988

Die Finanzierung
Nebst vielen Eigenleistungen (3500 Stunden Frohnarbeit), Firmen oder Personen, die zu besonderen Konditionen arbeiteten usw. belief sich der Bau auf gegen Fr. 170'000. --. Davon waren zum Schluss ca. Fr. 100'000.-- durch die Einwohnergemeine, Sport-Toto-Geld und Sport-Toto Darlehen abgedeckt.
Bei den fehlenden Fr. 70'000.-- kamen die Vereinsverantwortlichen auf die kluge Idee, dass man Anteilscheine à Fr. 100.-- verkaufen könnte, die man danach unverzinst im Laufe der nächsten 20 Jahre wieder zurück bekommt. Der Kraftaufwand aller Blustavianer war enorm gross damit man die 700 Anteilscheine verkaufen konnte. Doch zum Schluss hatte man tatsächlich 918 Anteilscheine verkauft und sogar Fr. 91'800.-- eingenommen.
Aus dem Vorstandsprotokoll vom 24.08.1990
Die Anteilscheine wurden danach über die erwähnten 20 Jahre zurück bezahlt. D.h. In jedem Jahr wurden 5 % der Anteilsscheine gezogen und als Amortisation aus der Clubkasse an die Käufer zurückbezahlt. Im Jahre 2009 war dies zum letzten Mal der Fall.
Wie es sich für echte Blustavianer und freundlich gesinnten Personen gehört, haben natürlich auch viele Anteilsscheinkäufer nach der Auslosung ihren Anteilschein nicht eingelöst und das Geld dem Verein geschenkt !!. So war der jährlichen Aufwand zum Schluss immer auch etwas kleiner als budgetiert.
Zudem musste man natürlich auch jedes Jahr die meist zinslos (1% beim Sport-Toro) gewährten Darlehen zurück bezahlen.

Der An- und Umbau beginnt
Im Juli 1988 begann das Projekt mit den ersten Arbeiten. Zuerst stand der Neubau des Garderobentrakts an (unten auf dem Plan ganz links). Dieser Anbau beinhaltete 4 Garderoben, sowie ein Materialraum. Dieser Anbau tangierte den Spielbetrieb nicht, da er ja ein Neubau war. Somit konnte die Vorrunde im alten Clubhaus über die Bühne gebracht werden. Im Winter stand danach der Umbau des bestehenden Clubhauses an.
Die Senioren übernahmen den Part des Aushubes für das Fundament, legten danach das Fundament und es schien, als hätten sie viel Spass dabei gehabt.
Im Vordergrund von links: René Biberstein, Arthur Rossel, Ernst Brühweiler, unbekannt, Urs Acklin

Im August 1988 wurde aufgemauert und anschliessend der Dachstock gebaut, so dass nach knapp 2 Monaten der Garderobenanbau stand.. Ebenfalls wurden die Umgebungsarbeiten, wie z.B. der Brunnen, gemacht.
Links vorne: Beat "Luigi" Luder
Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 13.09.1988
Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 28.11.1988

In der Winterpause wurde danach das bestehende Clubhaus umgebaut und der Neubau wurde gestrichen und eingerrichtet. Eine neue Nasszone entstand und s'Beizli wurde doppel so gross (siehe Bauplan).
Eine der neuen Graderoben
Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 28.03.1989
Um die Einrichtung des Clubbeizlis zu finanzieren, machte Hansriedi Siegrist im Vorstand den Vorschlag, dass man doch die Stühle verkaufen könnten und der jeweilige Spender dafür am Stuhl verewigt wird. Dies wurde vom Vorstand angenommen und jetzt wissen wir auch, warum noch heute (2014) die Stühle mit Namen angeschrieben sind.

Danach standen im April 1989 noch die Aussenarbeiten an. Das Vordach wurde gezogen, eine Feuerstelle aufgemauert und danach war alles bereit für eine ganz grosse Einweihungsparty.
Der Grillplatz
Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 06.06.1989

Das Einweihungsfest vom Sonntag, 12. August 1989
Zum damaligen Zeitpunkt hatten viele Mitglieder einen guten Zugang zur Politik und zu Firmen. Der Verein war fest verankert in der Stadt Solothurn und so wurde die Einweihungsfeier, die ja auch gleich noch im Jubiläumsjahr (50 Jahre), gleich mit grosser Kelle angerührt. Unser Senioren konnten sich mit einer Prominenten Auswahl messen und einige ehemalige Stars fanden den Weg ins Mittlere Brühl.
Das Spiel gegen die Prominenten Auswahl ermöglichte uns die Beziehung zu Renato Orlando. Als ehemaliger Junior des SC Blustavia arbeitete er damals als Sekretär bei der UEFA. In der Festschrift zum 50 Jahr Jubiläum hat er, nebst Sepp Blatter und anderen auch eine Gastbeitrag im Festprogramm geschrieben (zu lesen in der Dokumentation der 50 Jahre Feier).
Renato Orlando
Der ganz grosse Star des Tages war natürlich Uli Stielike (links), der damals gerade das Amt des Schweizer Nationaltrainers angenommen hatte (21. Juni 1989 bis 13. November 1991). Rechts: Renato Orlando
Léon Walker (rechts, Nationaltrainer von 5. Mai 1979 - 21. Dezember 1980) im Gespräch mit Kulttrainer "Chragebär" René Hüssy (Nationaltrainer von 22. Juni 1973 - 8. September 1976)
Die Blust-Senioren
Hinten von Links: Beat Steinmann, Hansruedi Siegrist, Paul Bachmann, Alex Rudin, René Biberstein, Edwin Wiedmer
Kniend von Links: Peter Ackermann, Rolf Brand, Name fehlt, Arthur Rossel, Walter Haas, Ernst Schweizer
Das Prominenten Team mit Verstärkung aus dem Vorstand des SC Blustavia und Mitgliedern des Club 200 (Leider ohne Legende)
und das gemeinsame Gruppenfoto
Uli Stielike beim Autogrammschreiben, links Dario Donadonibus (ehemaliger Trainer und Clubhauswirt)
Livio Bernasconi und Fredy Schenk konnten im Dress der Prominenten Auswahl spielen. Sie waren nun da wo sie sich schon immer sahen und auch immer behauptete haben: Sie waren auf dem richtigen und ihrem Niveau angekommen.
Der offizielle Festakt begann mit einer Rede von Alfred Schenk, Architekt und Bauführer des Projektes, der den gesamten Umbau nochmals in Erinnerung rufte.
Danch die Schlüsselübergabe von Fredy Schenk an den Präsidenten Livio Bernasconi
Beat Steinmann als Grillmeister
Die Blusti-Gesellschaft bei Speiss und Trank. Man beachte, alle aber wirklich alle Männer trugen damals weisse Socken :) - Ganz rechts im Bild, unser Hansrudolf Zaugg.
Dokument geschrieben von Tom Wälti - Juli bis November 2014