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Nach seinem sechzigsten Geburtstag verliess P. Maurus das Dekanatsamt und erbat sich von Gott noch zehn Jahre, um seine letzten Pläne zu verwirklichen. Der Feierabend war kein Müssiggang. Die rege Reisetätigkeit der vergangenen Jahren wurde nun eingeschränkt. Während der Wintermonate blieb er nun zu Hause und widmete sich der Schule und seinen literarischen Werken. Im Sommer jedoch war er auch in diesen Jahren viel auf Wanderschaft. Seine Predigttätigkeit nahm immer noch einen grossen Stellenwert ein. Am 16. Dezember 1934 war P. Maurus zum letzten Male unterwegs, um einen Vortrag zu halten. Fortan sollte es mit seiner Gesundheit stetig schlechter gehen. Am 27. Dezember 1934 feierte P. Maurus zum letzten Mal das heilige Messopfer. „Es hat alles gebraucht“, gestand er hernach.
Dem ärztlichen Rat gehorchend, musste P. Maurus schweren Herzens das Kloster verlassen. Er wurde wegen Blinddarmentzündung ins Spital Ilanz überführt. Lassen wir den Biographen sprechen: „Es bedeutet für P. Maurus kein geringes Opfer, die „heissgeliebte, treue Zelle“ zu verlassen, um an einem fremden Ort zu sterben. Auf den Abt und den Krankenbruder gestützt, überschritt er die Schwelle, um vor dem Studentenportal das Auto zu besteigen, das ihn ins Spital bringen sollte. Im Gang wandte sich der Scheidende um und warf noch einen wehmütigen Blick auf die Zellentür, die sich hinter ihm für immer geschlossen hatte. Er sprach kein Wort, wie überhaupt während der ganzen Krankheit keine Klage über seine Lippen kam.“
In Ilanz wurde P. Maurus von einem seiner ehemaligen Schüler operiert. Ein letztes Aufflackern liess manchen hoffen. Doch am 2. Januar 1935 verschied der fast Siebzigjährige. „Er ist von uns gegangen, still und geräuschlos, wie ein Sonnenstrahl erlischt. Aber er leuchtet fort auf zahllosen verklärten Menschengesichtern und in beglückten Herzen. Er hat in seinem Leben das grösste Kunstwerke geschaffen — einen echt gütigen, einen goldlauteren Menschen. Sein ganzes Leben war der eindrucksvolle Erweis, dass ein gütiger Mensch das höchste Schöpfungswunder ist, die überragendste und unvergängliche Kulturleistung.“