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Trio für zwei Oboen und Englischhorn
Jeden Freitag gibts Beethoven: Zu seinem 250. Geburtstag blicken wir wöchentlich auf eines seiner Werke. Heute auf das Trio für zwei Oboen und Englischhorn C-Dur.
«Diese Dreye sind Eins.» Schöner konnte der anonyme Rezensent in der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung das 1806 erstmals im Druck erschienene Werk nicht charakterisieren. Und dennoch ist dieses Trio op. 87 für zwei Oboen und Englischhorn (gemeinsam mit den für dieselbe Besetzung geschriebenen Variationen über Mozarts «Là ci darem la mano» WoO 28) bis heute in der allgemeinen Wahrnehmung eine periphere Komposition geblieben. Fast scheint es, dass der vergleichbar leichte, geradezu unkomplizierte Tonfall irritierte und vor dem Hintergrund rasch zum Standard gewordener Rezeptionstopoi schon unserem Zeitgenossen Schwierigkeiten bereitete: «Man bemerkt nirgends ein Missverhältnis, nirgends etwas Gesuchtes oder Unnatürliches; daher verschaft es [das Trio], bey aller angewandten Kunst, einen angenehmen, ungetrübten, wenn auch nicht hohen Genuss. Die Beschränktheit der Instrumente, und auch die Einfachheit des dreystimmigen Satzes verursachen, dass es Manchem weniger scheinen mag, als es ist.» – Das liest sich fast wie eine werbende Entschuldigung.
Doch man darf sich von der hohen Opuszahl dieses Trios nicht täuschen lassen. Zunächst fälschlicherweise als «op. 29» gezählt, taucht sie erst 1819 ohne Beethovens Zutun in einer Werkliste auf. Entstanden war die Komposition aber bereits um 1795 – und keineswegs als Gelegenheitswerk. Sie steht vielmehr in Zusammenhang mit dem damals in Wien sehr beliebten, auch öffentlich auftretenden Ensemble der Gebrüder Teimer, für das Franz Anton Hoffmeister «concertirende Trios» geschrieben haben soll. Ferner befanden sich im Archiv der schwarzenbergschen Harmoniemusik bei deren Auflösung im Jahre 1799 weitere Werke für die drei Brüder u. a. von Johann Nepomuk Went, Joseph Triebensee, Franz Krommer und Anton Wranitzky; Beethoven reihte sich mit seinem viersätzigen Trio daher nur in ein damals bestehendes Repertoire für ein einzigartiges (Wiener) Spezial-Ensemble ein. So berichtet Johann Ferdinand von Schönfeld 1796 in seinem Jahrbuch der Tonkunst für Wien und Prag: «Wer kennt nicht diese berühmten Virtuosen auf der Oboe? Sie zieren unsere vornehmsten Akademien. Ihr Ton ist schmelzend, und ihre Kunst so auszeichnend, daß manche unserer Autoren eigends für sie schreiben. Auch auf dem englischen Horn sind sie Meister.» Nur wenig später nahm es jedoch mit dieser Formation ein jähes Ende, als im Mai und August 1796 die Brüder Franz und Johann Teimer plötzlich verstarben.
Parallel zur Erstausgabe erschien Beethovens Komposition 1806 klanglich adäquat auch in leichter zu besetzenden Arrangements für zwei Violinen und Viola sowie für Klavier und Violine. Noch immer eine willkommene Ergänzung musikalischer Unterhaltungen.
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