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«Und Rebekka machte sich auf mit ihren Mägden, und sie bestiegen die Kamele und folgten dem Mann; und der Knecht nahm Rebekka und zog hin. Isaak aber war von einem Gang zum Brunnen Lachai-Roi gekommen; er wohnte nämlich im Land des Südens. Und Isaak ging hinaus, um auf dem Feld zu sinnen beim Anbruch des Abends; und er hob seine Augen auf und sah: Und siehe, Kamele kamen.
Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; und sie sprang vom Kamel herab und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns da auf dem Feld entgegenkommt? Und der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Und der Knecht erzählte Isaak alle Dinge, die er ausgerichtet hatte. Und Isaak führte sie in das Zelt seiner Mutter Sara, und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er hatte sie lieb. Und Isaak tröstete sich nach dem Tod seiner Mutter» (1. Mo 24,61-67).
Die Gedanken der Menschen, auch christlicher Menschen, über die Ehe stimmen schon lange nicht mehr mit Gottes Gedanken überein. Daraus resultieren viele beschämende Eheprobleme, die auch unter Gläubigen Eingang gefunden haben. Dabei ist nichts hilfreicher, als zu den göttlichen Massstäben, die der Herr uns in seinem Wort mitgeteilt hat, zurückzukehren.
Im Neuen Testament finden wir die lehrmässige Grundlage zur Ehe nach Gottes Gedanken (Eph 5,22-33; Kol 3,18.19 und 1. Pet 3,1-7). Im Alten Testament dagegen illustrieren uns manche praktische Beispiele das, was uns im Neuen Testament lehrmässig mitgeteilt wird.
Wie eine solche Ehe im Alten Testament gegründet und geführt wurde, sowie die praktische Anwendung für uns heute, soll uns am Beispiel von Isaak und Rebekka näher beschäftigen und zur Nachahmung ermuntern.
Das Verhalten des Mannes
Zuerst hob Isaak seine Augen auf, dann Rebekka (V. 63.64)
Die Initiative zu einer ehelichen Verbindung geht vom Mann aus. Er geht auf eine Frau zu und macht ihr den Heiratsantrag, nicht umgekehrt. Dass er dies unter Gebet, in Abhängigkeit von seinem Herrn und nicht im Eigenwillen tut, ist grundlegend für eine Ehe nach Gottes Gedanken. Ein gläubiger Mann wird die Frau fragen, die der Herr ihm als Lebensgefährtin gezeigt hat.
Isaak kam Rebekka entgegen (V. 65)
Finden wir zu diesem Verhalten Isaaks nicht eine Parallele in 1. Petrus 3,7: «Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen nach Erkenntnis als bei einem schwächeren Gefäss, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind»?
Der Mann geht auf die Empfindungen seiner Frau ein, nimmt Rücksicht auf das schwächere Gefäss und hat Verständnis für ihre mehr durch Gefühle geprägte Beurteilung. Er wohnt bei ihr nach Erkenntnis, gestützt auf Gottes Wort und mit Einsicht für spezielle Situationen. Er fertigt sie weder mit nichtssagenden Floskeln ab, noch versucht er sie mit Argumenten und logischen Schlussfolgerungen zu überzeugen. Vielmehr nimmt er Anteil an ihrem Kummer, wie es Elkana in 1. Samuel 1,8 tat: «Hanna, warum weinst du? Und warum isst du nicht? Und warum ist dein Herz betrübt?»
Auch behandelt der Mann seine Frau nicht herablassend und verächtlich, sondern ehrt sie, d.h. er achtet ihre ihr von Gott gegebene Stellung zur Ergänzung und Hilfe des Mannes in der Ehe.
Isaak führte Rebekka (V. 67)
Dies ist zugleich Vorrecht und Verantwortung des Mannes. Er ist das Haupt der Frau (Eph 5,23). Er leitet und lenkt, herrscht dabei aber nicht wie ein Despot über seine Frau, sondern liebt sie.
Vor der Ehe ist der Mann für sich allein verantwortlich, in der Ehe erweitert sich seine Verantwortung auch auf seine Frau. Führt er sie zum Segen wie Boas (Ruth, 3,18; 4,13.14), oder zum Unglück wie Nabal (1. Sam 25,3)?
Isaak hatte Rebekka lieb (V. 67)
Unabhängig vom Verhalten und der Liebenswürdigkeit der Frau liebt der Mann sie nach dem grossen Vorbild: «wie Christus die Versammlung geliebt hat» (Eph 5,25). Diese Liebe ist eine tätige Liebe. Je mehr der Mann sie in der Tat beweist, umso weniger muss er sie mit Worten beteuern. Sie äussert sich unter anderem darin, dass er seine Frau nährt, d.h. ihr das gibt, was sie an geistlicher Nahrung und an natürlichen Bedürfnissen nötig hat. Darüber hinaus darf er sie pflegen. Das bedeutet: ihre Herzenswünsche erforschen, um ihr besondere Freuden zu bereiten.
Isaak bildete mit Rebekka eine völlige Einheit (V. 67)
Die neue Verbindung mit seiner Frau löst den Mann vom Elternhaus. Er verlässt Vater und Mutter, um seiner Frau anzuhangen (Eph 5,31). Das ist eine wichtige Belehrung für junge Eheleute und ihre Eltern. Das junge Ehepaar muss zueinander finden. Sie sollten sich nicht mehr von den Eltern abhängig fühlen. Sie dürfen und müssen ihre Probleme und Fragen nun miteinander lösen. Dadurch bilden sie praktisch eine Einheit, die der Einheit von Christus und seiner Versammlung entspricht.
Das Verhalten der Frau
Rebekka gab ihren bisherigen Aufgabenbereich auf, um zu ihrem Mann zu ziehen (V. 61)
Sie will ihm eine Hilfe nach Gottes Gedanken sein (1. Mo 2,18). Die Verse 18-20 von 1. Mose 24 zeigen, dass sie mit solchen Aufgaben, die sie in der Ehe erwarteten, schon etwas vertraut war. Wo mag sie das wohl gelernt haben? Sicher in ihrem Elternhaus. Ihr Mann musste nicht zum Hausmann werden, weil sie von solchen Arbeiten keine Ahnung hatte. Sie war in der Lage, häusliche Arbeiten zu übernehmen (Titus 2,5).
Rebekka sprang vom Kamel herab (V. 64)
Dieses Verhalten deutet ihre Bereitschaft an, den Platz der Unterordnung einzunehmen. Die christliche Frau sollte nicht emanzipiert die Gleichstellung mit ihrem Mann anstreben, sondern ihm in allem untergeordnet sein (Eph 5,22-24). Der Massstab ist auch hier das Verhältnis zwischen der Versammlung und Christus.
Die Stellung der Frau ist absolut nicht minderwertig, sondern von anderer Art, nämlich untergeordnet. Diese Stellung hat auch der Herr Jesus als Mensch hier auf der Erde eingenommen. Das bedeutet aber nicht, dass die Frau zu einer «Befehlsempfängerin» wird, aber sie akzeptiert die göttliche Ordnung, wie sie in 1. Korinther 11,3 niedergelegt ist: «Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, das Haupt des Christus aber Gott.»
Rebekka gab sich ihrem Mann ganz hin (V. 65)
Von dieser Hingabe spricht der Schleier. Von nun an war sie nur noch für Isaak da, sie zeigte ihre Schönheit keinem anderen. In Hohelied 5,7 finden wir das Gegenteil: «Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: Sie schlugen mich, verwundeten mich; die Wächter der Mauern nahmen mir meinen Schleier weg.»
Das Verhalten Rebekkas ist beispielhaft für die christliche Ehefrau. Die erste, d.h. beste Zuneigung und Zuwendung gehört immer dem Mann, nicht etwa den Eltern, den Kindern, dem Haushalt oder anderen Aufgaben.
Was für beide Ehepartner bedenkenswert ist
Vielfältige Aufgaben von Mann und Frau in manchen Bereichen lassen eine uneingeschränkte gegenseitige Zuwendung nicht immer zu. Daher müssen beide lernen, ihre Wünsche manchmal etwas zurückzustecken. Bei solcher Verzichtleistung gilt es daran zu denken, dass die Liebe nicht fordert, sondern gibt. Sie sucht nicht das Ihre (1. Kor 13,5), sondern sucht immer das Wohl des Anderen. Eheleben bedeutet, wie jemand treffend gesagt hat: geben – vergeben – nachgeben – nie aufgeben.
Eine intakte christliche Ehe und Familie ist das mächtigste Bollwerk gegen die Angriffe des Feindes. Zudem ist die Ehe ein Abbild von Christus und seiner Versammlung. Welch ein Adel wird ihr dadurch verliehen! Sollte das nicht Ansporn sein, diese Wahrheit in der Praxis zu widerspiegeln?