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Regie: Pablo Trapero Mit: Luis Margani, Adriana Aizemberg, Daniel Valenzuela
FIPRESCI Preis der Filmkritik, Rotterdam 2000FIPRESCI Preis der Filmkritik, Preis Don Quichote, SSA-Drehbuch-Preis, Fribourg 2000
Kinostart: 04.01.2001
Rulo ist um die fünfzig, gutmütig, und hat einen runden Bauch. Früher war er Bassist in einer bekannten Rockband, doch das ist lange her. Nun schlägt er sich mit Gelegenheitsarbeiten auf Baustellen durch. Mit Hilfe seines Freundes Torres bereitet er sich auf die Prüfungen als Kranführer vor. Voller Zuversicht geht er eine Beziehung mit Adriana ein, die eine Sandwichbude betreibt. Adriana kann es kaum glauben, dass Rulo in der Band
spielte, für die sie vor Jahrzehnten schwärmte.
Zugleich aber bereiten ihm sein Sohn, ein erfolgloser Musiker und seine Exfrau Sorgen. Als es mit dem Traumjob nicht klappt ist Rulo gezwungen, eine Stelle in Südargentinien anzunehmen, tausende Kilometer von Buenos Aires entfernt.
Pablo Trapero entdeckt mit Hilfe einer äusserst subtil geführten Kamera die unspektakuläre Poesie von Kränen. Sein erster Spielfilm ist durchdrungen von Ironie und einem Gefühl von Unausweichlichkeit und Schicksal. Mundo Grua ist ein gelungenes Beispiel des neuen Argentinischen Kinos, das die harten sozialen Verhältnisse in der Art des italienischen Neorealismo darstellt. Der Blick auf die Figuren bleibt jedoch immer von einer zärtlichen und ironischen Ehrlichkeit.
'Meiner Meinung nach haben die Kräne zwei Eigenschaften: Einserseits sind sie visuell sehr ausdrucksstarke Objekte, wie grosse Tiere, die sogar schreien können. Anderseits sagt die Anzahl von Kränen etwas über den Zustand einer Stadt aus. Sie sind ein Symbol für den Fortschritt, und von diesem Blickwinkel aus gesehen ist der Film widersprüchlich. Der Held, der nach und nach alles verliert, was er besitzt, arbeitet auf einer Maschine, die das Gegenteil dessen darstellt, was ihm geschieht.'
Pablo Trapero