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Der Asteroid passierte die Erde am Freitagnachmittag in einer Distanz von sieben Millionen Kilometern - das entspricht etwa der 18-fachen Entfernung zum Mond. "Der stellt überhaupt keine Gefahr dar", sagte auch Rüdiger Jehn von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA.
Wladimir Lipunow vom Astronomischen Institut in Moskau erklärte, ab einer Entfernung von sieben Millionen Kilometern würden Asteroiden potenziell als gefährlich eingestuft. "Dieser Asteroid befindet sich irgendwo an der Grenze. Aber er ist sehr riesig", sagte Lipunow der Agentur Ria Nowosti. Er verwies darauf, dass es Asteroiden gebe, die bis zu 700 Kilometer gross seien.
Wie die Astronomische Gesellschaft Winterthur mitteilte, konnte "Florence" in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch von ihrer Sternwarte Eschenberg aus fotografiert und vermessen werden. Er sei zu diesem Zeitpunkt mit einer Relativgeschwindigkeit zur Erde von nahezu 41'000 Srundenkilometern unterwegs gewesen und habe sich im Astrografen als helles und rasch wanderndes Lichtpünktchen gezeigt. Bis zum Vorbeiflug sei das Tempo auf knapp 50‘000 Kilometern pro Stunde angestiegen.
Die US-Raumfahrtagentur NASA erhoffte sich von dem Vorbeiflug besonders genaue Messungen. Insbesondere Radarspezialisten erwarten hochaufgelöste Aufnahmen von "Florence", auf denen Oberflächenstrukturen ab einer Grösse von zehn Metern zu sehen sind. Bislang gebe es noch wenig Daten zu solchen Asteroiden, sagte der russische Experte Wladimir Surdin.
Zuletzt kam "Florence" der Erde nach NASA-Angaben im Jahr 1890 so nah. Manche Asteroiden fliegen aber durchaus wesentlich näher an unserem Planeten vorbei. So soll "2012 TC4" am 12. Oktober in rund 43'000 Kilometern Entfernung - ein Achtel der Distanz zum Mond - an der Erde vorbeirasen. Er ist aber mit bis zu 30 Metern Durchmesser um ein Vielfaches kleiner.
Laut NASA kann man "Florence" schon mit kleinen Teleskopen am Nachthimmel sehen - unter anderem im Sternbild Wassermann. Der Asteroid wurde 1981 entdeckt und ist nach der britischen Krankenpflgerin Florence Nightingale (1820-1910) benannt. Sie war eine Vorreiterin der modernen Krankenpflege.
Asteroiden gelten als Überreste unseres frühen Sonnensystems. Die Felsbrocken bewegen sich wie Planeten auf einer Umlaufbahn um die Sonne.
Experte Surdin erklärte, Asteroiden seien der Baustoff der Planeten. Sie seien wie Ziegelsteine, aus denen sich die Planeten gebildet haben. "Wir können sie studieren, um zu verstehen, was für eine Substanz sich in den Eingeweiden der Erde befindet."
(SDA)