Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/3017

Die Distanz ist der Drahtzieher jedes Kampfes. Sie entscheidet über Timing, den nötigen Kraftaufwand und somit auch über die entsprechende Anwendung. Ist die Distanz zu gross, so entstehen keine Möglichkeiten einer Kampfhandlung, ist sie zu klein, so kann es schnell in einem unkontrollierten Chaos enden.
So ist z.B. Wegrennen eine der besten Verteidigungsarten, da so die Distanz als Schutz genutzt wird.
Distanz:
Wir unterscheiden fünf Arten: weit, kurz, nah, direkt und am Boden.
– Weit nennt man einen Gegner der mehr als drei Schritte entfernt ist. (öffentliche Distanz)
– Kurz sind Angreifer die mit drei Schritten erreicht werden können. (soziale Distanz)
– Die Distanz zu einem nahen Gegner ist mit zwei Schritten (eine Beinlänge) leicht zu
überwinden. (persönliche Distanz)
– Direkt gilt ein Gegenstreiter der sich in Greifweite befindet. (intime Distanz)
– Und zuletzt der am Boden Liegende.
Nutzung der Distanzen:
– Lass weite Gegner von sich aus näher kommen und greife sie an, sobald sie einen Schritt in den nahen
Bereich machen. Oder lasse sie einfach davon ziehen und vermeide einen unnötigen Kampf.
– Kurze Gegner sind am schwierigsten einzuschätzen, da die Überwindung zum nahen Bereich sehr fliessend und unauffällig geschieht. Sobald er im nahen Angriffsbereich steht, ist er nur noch zwei kurze Schritte (oder eine Beinlänge) entfernt und hat sehr gute Möglichkeiten niedrige Tritte auszuteilen, um die Abwehr tief zu locken und im Oberkörperbereich mit Schlägen nachzusetzten.
– Direkte Gegner sollst du wieder wegstossen oder ergreifen und zu Boden ringen. Wenn man geübt ist, hilft es auch, Halte- oder Würgegriffe einzusetzen um den Angreifer in die Knie zu zwingen.
– Am Boden Liegende werden eingestampft, getreten oder wie es sich gehört bei Bitte liegen gelassen oder wie z.B. im Judo und Jiu Jitsu am Boden in einen festen Griff genommen.
Um eine perfekte Kombination der Distanzen zu nutzen, bewegt man sich am besten zwischen dem nahen und kurzen Bereich hin und her, so entsteht ein Mittelpunkt von dem aus mühelos die weite- so wie auch die direkte Distanz erreicht werden kann. Zwinge deinem Gegner deine vorteilsgünstigste Distanz durch ständige Bewegung auf. Doch bleibt ein Kämpfer einfach auf der Stelle stehen, so tust du das Selbe auf sicherer Distanz (zwischen Kurz und Weit) und wartest, wenn er kämpfen will, wird er sich schon bewegen.
Eine der einfachsten Methoden sich das Privileg der Distanzführung eigen zu machen, ist die Beine des Gegners zu verletzen (Stampftritt in die Kniescheibe, Hakentritt in die Kniekehle usw.). Wenn der Gegenüber dann in der Beinarbeit eingeschränkt ist, stehen alle Wege offen und die eigene Flexibilität wird um ein vielfaches vergrössert; weit (wegrennen), kurz, nah, direkt liegen jetzt im Eigenen Ermessen, nur über die Bodenlage kann nicht verfügt werden, solange die Arme als Greif-, Wurf- und Schlagwaffe immer noch intakt sind.