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Routinier Raymond van Barneveld gelingt ein Husarenstück: Er eliminiert Michael Smith nach einem üblen Fehlstart und steht im Halbfinal der Darts-WM in London. Dort muss er gegen Adrian Lewis ran, der Peter Wrights Träume vom ersten Titel beendet.
Das war nichts für schwache Nerven! Raymond van Barneveld steht nach einem 5:4-Sieg über Michael Smith im WM-Halbfinal. Der entscheidende Satz ging in die Verlängerung, «Barney» gewann ihn nach einem Matchdart gegen sich mit 4:2 Legs. «Ich kann es selbst nicht glauben. Ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich bin», sagte er nach einer Achterbahn der Gefühle.
Die Partie hatte für den 48-jährigen van Barneveld denkbar schlecht begonnen. Er hatte besonders beim Auschecken über die Doppelfelder erhebliche Probleme und lag früh mit 0:3 Sätzen in Rückstand. Doch mit dem Ausscheiden vor Augen gelang es dem Holländer, den Schalter umzulegen. Die Weltnummer 16 spielte gegen die Nummer 8 der Rangliste gross auf und ging mit 4:3 Sätzen in Führung. «Die Fans haben mich getragen. Ohne ihre Unterstützung hätte ich das Comeback nicht geschafft», dankte der beim Publikum beliebte «Barney».
Im letzten Viertelfinal kam es zum Knüller Peter Wright gegen Adrian Lewis. Von der Spannung her konnte diese Partie der vorgegangen nicht das Wasser reichen – dazu war Lewis zu gut. Er leistete sich weniger Fehler als «Snakebite» Wright, weshalb er letztlich deutlich 5:2 gewann. Wright hatte sich grosse Hoffnungen gemacht, endlich nicht bloss mit extravaganten Outfits aufzufallen, sondern einen WM-Titel zu erringen.
«The Jackpot» Lewis spielt in London bislang beeindruckend stark. Ihm winkt die Chance, den dritten WM-Titel nach 2011 und 2012 zu erringen. Aber auch sein Halbfinal-Gegner kennt das Gefühl, der beste Darts-Spieler der Welt zu sein: Raymond van Barneveld war sogar schon fünf Mal Weltmeister.
In den ersten beiden Viertelfinals am Nachmittag gab es zwei Favoritensiege. Beeindruckend sicher zog der Titelverteidiger in die Halbfinals ein: Gary «The Flying Scotsman» Anderson machte mit James «The Machine» Wade beim 5:1-Sieg kurzen Prozess.
Die Partie zuvor war einiges spannender. Jelle Klaasen schlug zwei Tage nach seinem Triumph über den 16-fachen Weltmeister Phil Taylor auch den Aussenseiter Alan Norris. Dieser lag mit 3:1 und 4:3 voraus, doch «Cobra» Klaasen gewann das Spiel dank einem starken Endspurt noch mit 5:4. (ram)