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Der Regierungsrat überweist dem Grossen Rat die Botschaft zur Umsetzung der Mundartinitiative zur Beratung. Im Rahmen einer Teilrevision des Schulgesetzes soll die Unterrichtssprache für die gesamte Volksschule geregelt werden. Im Kindergarten soll in Zukunft grundsätzlich Mundart gesprochen werden.
DBK
Symbolbild von Andrea Damm / pixelio.de
Der Regierungsrat beabsichtigt, im Schulgesetz einen neuen Paragrafen zu schaffen, der die Unterrichtssprache wie folgt regelt:
- Die Unterrichtssprache im Kindergarten ist grundsätzlich Mundart.
- Die Unterrichtssprache in der Primarschule und an der Oberstufe ist grundsätzlich die Standardsprache.
- Die detaillierten Bestimmungen zur Unterrichtssprache werden im Lehrplan geregelt.
Vom 28. November 2014 bis 28. Februar 2015 fand eine öffentliche Anhörung bei Parteien, sämtlichen Schulen und Gemeinden, elf Lehrerverbänden sowie weiteren schulnahen Organisationen und Gremien statt. Die Vorlage fand eine deutliche Zustimmung, weshalb der Gesetzesentwurf keine Anpassung erfuhr.
Ausnahmen in speziellen Situationen möglich
Im Kindergarten sollen einzelne Unterrichtssequenzen in Hochdeutsch möglich sein. Im Lehrplan des Kindergartens wird festgelegt, dass sich diese auf Situationen mit klarem Bezug zur Standardsprache beschränken sollen wie beim Vorlesen oder beim Kennenlernen von Reimen, Versen und Liedern. Ebenso kann Hochdeutsch beim Förderunterricht "Deutsch als Zweitsprache" angewendet werden.
Umgekehrt sollen an der Primar- und Oberstufen Sequenzen in Mundart möglich sein. Ziel dabei ist, dass die Schülerinnen und Schüler die beiden Sprachformen vergleichen und in beiden Sprachformen kommunizieren lernen.
Kindergartenlehrpersonen ohne Mundartkenntnisse
Die Regelung zur Unterrichtssprache im Kindergarten kann an vereinzelten Schulen insbesondere für Lehrpersonen aus Deutschland, welche der Mundart nicht mächtig sind, Konsequenzen auf die Anstellung haben. Der Regierungsrat schlägt dem Grossen Rat vor, das Gesetz über die Anstellung von Lehrpersonen (GAL) zu ändern. Demnach sind laufende Anstellungsverhältnisse von Kindergartenlehrpersonen, die Ende 2018 noch nicht über die erforderlichen Fachkompetenzen für das Unterrichten in Mundart verfügen, frist- und termingerecht auf Ende Schuljahr 2018/19 aufzulösen. Mit dieser Übergangszeit besteht die Gewähr, für die betroffenen Lehrpersonen entsprechende Lösungen erarbeiten zu können. Dies kann bedeuten, dass ein Stufenwechsel vorzunehmen ist oder die Zeit genutzt wird, um die entsprechenden sprachlichen Qualifikationen zu erlangen.