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Brasilien hat sich zum neunten Mal den Titel der Copa América geholt. Mit einem 3:1 und einem Mann weniger auf dem Spielfeld hat die Seleção am Sonntag (7.) Peru besiegt und das Publikum im voll besetzten Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro zum Rasen gebracht.
Gefeiert wurde in Brasilien schon vor dem Abpfiff. Als Richarlison in der 45. Minute der zweiten Halbzeit den Ball im Netz Perus versenkte, waren bereits die ersten Salven von Feuerwerkskörpern zu hören.
Gehofft hatten Alle auf den Titel, damit gerechnet hatten noch vor drei Wochen indes nur Wenige. Noch bei den ersten beiden Auftaktspielen zur Copa América gegen Bolivien (3:0) und Venezuela
(0:0) musste die Seleção wegen ihres schalen Auftretens Buhrufe vom Publikum einstecken. Dann kam ein 5:0-Sieg bei den Gruppenspielen gegen Peru. Beim Spiel gegen Paraguay fiel eine Entscheidung zugunsten Brasiliens hingegen erst beim Elfmeterschießen.
Im Halbfinale gegen Erzrival Argentinien bewies die Seleção dann jedoch endlich Stärke, besiegte die Messi-Elf mit einem 2:0 und gewann die Herzen ihrer Fans zurück. Die schlugen beim Finalspiel im Maracanã-Stadion noch höher.
In der 14. Minute der ersten Halbzeit gelang Gabriel Jesus nach einer Vorlage von “Cebolinha“ (Éverton) das erste Tor. Den Vorsprung glichen die Peruaner jedoch in der 43. Minute mit einem Elfmeter-Tor von Paolo Guerrero wieder aus. Lange hielt die Freude der südamerikanischen Nachbarn aber nicht. Wenige Minuten später erzielte Gabriel Jesus einen weiteren Treffer für Brasilien.
Die zweite Halbzeit schloss sich mit Bangen an. Ausgerechnet Gabriel Jesus, der sich bei den Copa-América-Spielen als wichtiger Torschütze und wegen seiner Vorlagen als Torhelfer erwiesen hat, musste in der 25. Minute der zweiten Halbzeit den Platz verlassen. Nach einem Foul erhielt er seine zweite gelbe Karte und wurde vom Spielfeld verwiesen.
Mit nur zehn Spielern auf dem Feld gelang es der Seleção dennoch, Druck zu machen und ihr Tor erfolgreich zu verteidigen. Richarlison besiegelte den Sieg Brasiliens schließlich in der 45. Minute mit der Umsetzung eines wegen einem Foul gewährten Elfmeters.
Unter den Rufen von “é campeão” stellte sich der neunfache Copa-América-Champion schließlich auf, um den begehrten Pokal in Empfang zu nehmen. Der war begleitet von Buhrufen, Pfiffen und verhaltenem Applaus. Das Szenario galt allerdings nicht der Tite-Elf, sondern dem rechtspopulistischen Präsident Jair Bolsonaro, als dieser zur Titelfeier das Spielfeld betrat.
Für Brasilien gab es am Sonntag noch weitere Preise. Éverton (“Cebolinha“) wurde zum Crack des Spiels gekürt und ebenso zum Torschützen der Copa América. Seleção-Kapitän Daniel Alves nahm die Prämie für Fair-Play-Prämie entgegen und eine weitere als bester Spieler. Der Titel des besten Torhüters ging an Alisson. Peru wurde hingegen nach mehr als drei Jahrzehnten Copa- América-Abstinenz zum Vize gekürt.
Die wichtigste Errungenschaft der Canarinhos ist allerdings das zurückgewonnene Vertrauen. Das war ihnen nach der 7:1-Niederlage gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land völlig abhanden gekommen. Seitdem trumpfte die Seleção zwar bei Freundschaftsspielen auf, nicht so aber bei Entscheidungsspielen. Lediglich 2016 schafften sie einen Erfolg und holten sich in Rio de Janeiro das so lange ersehnte Olympia-Gold.
Jetzt feiert Brasilien seine Seleção wieder. In etlichen Städten des Landes herrschte nach dem Spiel auf Straßen und Plätzen ausgelassene Feierstimmung.
|BRASILIEN 3 : 1 PERU|
|Alisson, Dani Alves, Marquinhos, Thiago Silva, Alex Sandro, Arthur, Casemiro, Gabriel Jesus, Coutinho; Éder Militão, Everton; Allan, Roberto Firmino; Richarlison||Gallese, Advincula, Zambrano, Abram, Miguel Trauco, Tapia; Gonzales, Yotun; Ruidíaz, Flores, Cueva, Carrillo; Polo, Guerrero|
|Trainer: Tite||Trainer: Ricardo Gareca|
|Tore: Everton 15′, Guerrero (Elfmeter) 44′, Gabriel Jesus 48′, Richarlison 90′ (Elfmeter)|

gelbe Karten: Thiago Silva, Gabriel Jesus (gelb/rote), Richarlison (Brasilien) – Zambrano, Tapia, Advincula (Peru)

rote Karten: Gabriel Jesus

Stadion: Estadio do Maracana (Rio de Janeiro)|
Schiedsrichter: Tobar Roberto (Chile)
Zuschauer: 69.906
Datum: 07.07.2019, 22:00