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Geschichte der Fraktion Surcasti
Der "Crap la Gneida", ein Schalenstein südlich von Surcasti, zeugt von der langen Existenz menschlichen Lebens in der Umgebung. Der Stein ist ein Relikt aus vorchristlicher Zeit. Mit einer Länge von sieben Metern und einer Höhe von vier Metern gehört er zu den interessantesten Schalensteinen Graubündens. Die Sage berichtet, dass der Teufel den Stein auf die Kapelle St. Katharina unterhalb von Tersnaus habe schleudern wollen. Der Steinbrocken landete in der Nähe von Surcati, weil eine Frau den Teufel behinderte, indem sie ein Kreuz in den Stein ritzte. Diese und andere Sagen aus Surcasti und der Umgebung hat Anton Derungs gesammelt und 1938 im Büchlein "Entuorn las ruinas de Surcasti" veröffentlicht.
Ein weiters Zeugnis der Bevölkerungsgeschichte von Surcati sind die Funde aus der Bronzezeit. Diese befinden sich heute im Rhätischen Museum in Chur. Auch in Crestaulta bei Surin wurden Gegenstände aus der Bronzezeit gefunden. Es ist gut möglich, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Siedlung in Crestaulta und den Funden in Surcasti.
Die Geschichte des Dorfes im Frühmittelalter ist zu weiten Teilen unbekannt. Von den Karolingern wissen wir, dass sie das ganze Lugnez als fruchtbares Tal schätzten, das ebensoviel Zins einbrachte wie das fruchtbare Domleschg. Im späteren Mittelalter besass der Bischof von Chur grosse Teile des Lugnezes. Die Vogtei über diese Gebiete hatten die Barone von Belmont, nach deren Aussterben die Grafen von Sax-Misox.
Alte Schriften gibt es besonders in Zusammenhang mit dem Turm der Kirche St. Lorenz. Der Turm aus dem 12. Jahrhundert gehörte 1253 den Herren von Überkastel. Diesem Geschlecht verdankt Surcasti auch seinen Namen. Die Herren von Überkastel verschwanden im Verlauf des 15. Jahrhunderts von der Bildfläche, Hartwig von Überkastel war der letzte Nachfahre. Der Burgturm wurde danach als Kirchturm genutzt. Schriftliche Zeugnisse zur Kirche St. Lorenz stammen aus den Jahren 1345, 1515 und 1520. In diesem Jahr wurde die Kirche eingeweiht. Die Kirche wurde damals im gotischen Stil erbaut. Die barocken Elemente, die noch heute zu sehen sind, gehen auf eine Restauration im Jahre 1774 zurück. Während dieser Restauration wurde eine wertvolle Madonnen-Statue gefunden, die sich heute im Museum des Klosters Disentis befindet.