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Der zu Griechenland gehörende Santorin-Archipel im südlichen Ägäischen Meer umfasst zehn Inseln mit einer Gesamtfläche von 92,5 Quadratkilomtern Die grösste Insel "Thira" (79,2 Quadratkilometer) und die zweitgrösste "Thirasia", (9,25 Quadreatkilomter) und umschliessen eine Wasserfläche in deren Zentrum sich die Insel "Nea Kamini" (3,4 Quadratkilometer) befindet. Geologisch handelt es sich bei dieser Formation um eine Caldera, die durch vulkanische Eruptionen entstanden ist. Auch heute noch ist der Santorin-Archipel eine tektonisch unruhige Zone mit häufigen Erdbeben.
Schon vor 4000 und mehr Jahren waren die Inseln des Santorin-Archipels besiedelt. In der Broncezeit vor über 3500 Jahren gab es bereits hoch entwickelte stadtähnliche Siedlungen die der minoischen Kultur, der frühesten Hochkultur Europas, zugeordnet werden. Die Minoer erbauten bereits vor 4000 Jahren "moderne" Siedlungen und grosse Paläste, zum Beispiel den legendären Palast von Knossos auf Kreta.
Auch auf dem Santorin-Archipel, vor allem auf der Hauptinsel "Thira" gab es modern strukturierte Siedlungen auf hohem Niveau, mit bis zu dreistöckigen Häusern.
Akrotiri: eine Katastrophe als Glücksfall für die Archäologie
Etwa vor 3600 Jahren kam es auf den Inseln des Santorin-Archipels zu einem gewaltigen Vulkanausbruch. Dabei wurde die blühende Stadt Akrotiris sozusagen mitten im Leben von grossen Schichten Vulkanasche und Bimsstein zugedeckt - und damit für die Nachwelt konserviert. Parallelen zum Untergang des römischen Pompejis, vor fast 2000 Jahren sind unverkennbar.
In den letzten 50 Jahren haben vor allem griechische Archäologen in Akrotiris bis zu drei Sockwerke hohe Häuser, teilweise mit eindrücklichen Wandmalereien, sowie ungezählte weitere Fundstücke aus minoischer Zeit freigelegt und gesichert.
Die tektonische Unsicherheit des Santorin-Archipels besteht weiter und hat sich in den letzten Jahrzehnten eher akzentuiert. Damit geht auch der Zerfall des "minoischen Pompejis" weiter. Unwiederbringliche, einzigartige Zeugen der minoischen Siedlungkultur gehen immer mehr verloren und rufen nach einer Konservierung oder genauen Archivierung.
Archivierung mit 3D-Laserscanner-Technologie
Am österreichischen Boltzmann-Institut hat nun eine internationale Forschergruppe um Forschungsleiter Immo Trinks mit einer speziell entwickelten 3-D-Laserscanner-Technologie die gesamte Ausgrabungsstätte aufs Genaueste digital dokumentiert. Ganze Gebäude, innen wie aussen, wurden dabei millimetergenau digital erfasst und fotorealistisch dokumentiert, ähnlich wie es heute bei digitalen Architektur-Plänen und Entwürfen geschieht. Ganze Teile von Akrotiri werden so realitätsgetreu rekonstruiert. Die so entwickelten, wissenschaftlich fundierten 3-D-Visualisierungen machen den simulierten Besuch in der Vergangenheit der minoischen Stadt möglich. So bleibt das einzigartige Kultur-Denkmal im Falle weiterer Zerstörungen wenigstens in digitaler Form der Nachwelt erhalten. (mai/pd)