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bestand auf das eigentümliche Grundprincip der betreffenden
Kirche zurückzugehen, andererseits die Ausbildung des Lehrbegriffs
auch über die Grenzen
[* 1] der symbolisch fixierten
Artikel hinaus und mit Herbeiziehung der ältern dogmatischen Lehrdarstellungen
zu verfolgen. Insbesondere ist auf Veranlassung der Möhlerschen S. das Wesen des
Protestantismus und sein Gegensatz zum
Katholicismus,
sowie innerhalb der evang.
Kirche selbst durch Schneckenburger, Zeller,
Schweizer,
Baur u. a. der Lehrunterschied
der luth. und reform.
Kirche zum Gegenstande der sorgfältigsten Forschungen gemacht worden. Neuerdings beginnt man die S.
in den
Umfang einer umfassenden Disciplin der «vergleichenden Konfessionskunde»
aufzunehmen, welche die
Analogie der «vergleichenden
Religionswissenschaft» auf das besondere Gebiet des
Christentums anwendet. -
Bücher, öffentliche, von einer
Kirche sanktionierte
Schriften, die den Lehrbegriff
derselben im Unterschiede von andern kirchlichen Gemeinschaften darlegen, somit als Glaubensbekenntnisse und als Erkennungszeichen
(s.
Symbol) der Gläubigen dienen.
Schon früh wurde es in der christl.
Kirche gebräuchlich, bei der
Aufnahme in das
Christentum
ein
Glaubensbekenntnis ablegen zu lassen, das die Hauptlehren der christl.
Religion, insbesondere den
Glauben
an
Vater, Sohn und
HeiligenGeist aussprach, zuerst im Gegensatz zum
Heiden- und
Judentum, bald jedoch auch im Gegensatz zu den
innerhalb der Christenheit selbst auftretenden Gnostikern (s. Gnosis). Die theol. Streitigkeiten
der Folgezeit nötigten dann die
Kirche, immer neue Bestimmungen zur
Abwehr von Irrlehren in dasGlaubensbekenntnis
aufzunehmen. Dadurch entstanden neue
Symbole, die von den Kirchenversammlungen entworfen und sanktioniert wurden.
Drei ältere
Symbole werden von allen Hauptparteien der christl.
Kirche angenommen:
Die evangelisch-protestantische
Kirche behielt in ihrer Gesamtheit die alten drei
Symbole bei. Doch stellte zunächst die
lutherische Kirche
im Gegensatz zur römisch-katholischen ihre Unterscheidungslehren bestimmter zusammen.
Ihre S. B. sind
zusammengefaßt im Konkordienbuch (s. d.).
Vor der Entstehung desselben fanden sich in verschiedenen
Ländern andere Sammlungen
von S.
B. in Gebrauch, unter denen hervorzuheben sind: Corpus doctrinae Phi1ippicum (nachPhil.
Melanchthon (s. d.) benannt,
auch Misnicum, Saxonicum, Wittenbergense;
Vgl. Winer, Komparative
Darstellung des Lehrbegriffs der verschiedenen christl. Kirchenparteien (Lpz.
1824; 4. Aufl., von
Ewald, 1882).
Ihrer Entstehung wie ihrem ursprünglichen Zwecke nach sind die kirchlichen
Symbole im
Protestantismus nur
Zeugnisse und Bekenntnisse des
Glaubens einer bestimmten Zeit;
da man aber in den theol. Streitigkeiten alle
Lehrer der
Kirche
auf ihren Wortlaut verpflichtete, so kam man schon zu Ende des 16. Jahrh. dazu, ihnen eine
unbedingte
Autorität beizulegen. Die
Voraussetzung hierbei war ihre völlige Übereinstimmung mit der
Heiligen Schrift, deren
authentische Auslegung die
Symbole sein sollten. Doch enthielten jene
Symbole neben den religiösen Grundsätzen
des
Protestantismus auch theol. Lehrsätze und Erörterungen, deren Wert mit der Weiterentwicklung der dogmatischen Vorstellungsform
des Reformationszeitalters streitig werden mußte. Man begann deshalb im 18. Jahrh. sich von
dieserFessel loszumachen und half sich eine Zeit lang mit der Auskunft, daß die Geistlichen auf
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