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Das Indiovolk der Kaiabi hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts mit Nachdruck gegen die Invasion ihres Lebensraumes durch Gummisammler und deren Unternehmen gewehrt. Ab der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Region der Flüsse Rio Arinos, Rio dos Peixes und Rio Teles Pires von der Regierung in Parzellen eingeteilt, auf denen Fazendas entstehen sollten, und die Kaiabi splitterten sich in drei Gruppen auf.
Kaiabi
|Andere Namen: Kayabi, Caiabi, Kaiaby, Kajabi, Cajabi

Sprache: Der Familie Tupi-Guarani
Population: 1.193 (2011)
Region: Mato Grosso (Parque Indígena do Xingu)
|INHALTSVERZEICHNIS

Name und Sprache
Lebensraum und Geschichte des Erstkontakts
Bevölkerung, Die Dörfer
Lebensunterhalt und Erzeugnisse
Die Hausbewohner-Gruppe
Antike und moderne Führer
Namensgebung, Kosmologie
Zusammenschlüsse und aktuelle Projekte
Notizen über Quellen-Literatur
Zum ersten Mal werden die Kaiabi in einem Dokument im Jahr 1850 erwähnt, in der Publikation der Berichte des französischen Reisenden Francis de Castelnau. Dieser besuchte auch Diamantino (Mato Grosso), wo er Indianer vom Volk der Apiaká interviewte, und Abenteurer, welche die Region der Flüsse Arinos und Teles Pires durchstreift hatten. Sie erzählten von einem “kriegerischen Stamm“, der in ihren Berichten als “Cajahis“ bezeichnet wurde. Von diesem Zeitpunkt an berichten verschiedene andere Dokumente ebenfalls von den “Kaiabi“ – unter verschiedenen, unterschiedlichen Bezeichnungen: Cajahis, Cajabis, Kajabi, Caiabis, Cayabi, Kayabi etc. Gegenwärtig haben sich die eingeborenen Lehrer der Gruppe auf die Schreibweise “Kaiabi“ geeinigt – und so werden wir sie auch in dieser Beschreibung beibehalten.
Die Herkunft des Namens verliert sich in der Vergangenheit, und heute können auch die Indianer selbst uns keine Auskunft mehr geben, woher er kam und was er bedeutet. Es ist wahrscheinlich, dass es eine Bezeichnung ist, die ihnen von den Apiaká oder den Bakairi gegeben wurde, denn diese waren die ersten Quellen der Information über die Existenz dieses Volkes. Georg Grünberg, ein Ethnograf, der die Kaiabi in den 60er studierte, suggeriert, dass ihre Selbstbezeichnung “Iputunuun“ sei – was er mit “Unsere Leute“ übersetzt (1970;120).
Die Sprache der Kaiabi entstammt der Familie “Tupi-Guarani“. Seit den ersten Kontakten mit ihnen hatte man beobachtet, dass sie ähnlich redeten, wie jene Völker, die man genetisch als Tupi kannte. Die der Kaiabi-Sprache am ähnlichsten sind die Sprachen der Kamayurá, der Asurini des Xingu und der Apiaká. Fast alle Stammesmitglieder sind heute zweisprachig, sie beherrschen neben ihrer eigen auch die portugiesische Sprache. Einige Mitglieder, die in Dörfern anderer Ethnien leben – weil sie zum Beispiel dort eingeheiratet haben – sprechen auch eine dritte Sprache. Nach Informationen der Kaiabi selbst, sprechen jene Stammesmitglieder, die noch ausserhalb des Parks leben, ihre eingeborene Sprache nicht mehr.
Die Kaiabi leben heute, in ihrer grossen Mehrheit, innerhalb der Grenzen des “Parque Indígena do Xingu“ (PIX) im Bundesstaat Mato Grosso. Doch diese Region ist nicht ihr angestammter Lebensraum. Etwa bis 1940 lebten sie auf einem breiten Streifen zwischen den Flüssen Arinos, Tatuy (Namensgebung der Kaiabi für den Rio dos Peixes) und dem mittleren Rio Teles Pires (der auch “São Manuel“ genannt wird) – ein Gebiet im Westen des Rio Xingu.
Um den gegenwärtigen Lebensraum und die Lebensbedingungen der Kaiabi richtig zu verstehen, sollten wir erst einmal ein wenig über ihre neuere Geschichte erfahren. Sie galten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als “gefährlich und unzähmbar“, denn sie verteidigten ihren Lebensraum mit Nachdruck gegen die über die Flüsse Arinos, Paranatinga (oberer Teles Pires) und Rio Verde vorrückenden Latex-Sammler im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Unzählige Konflikte gab es auch mit den Beamten des SPI (Serviço de Proteção aos Índios) während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Trotzdem wurde ihr Gebiet langsam von weissen Eindringlingen besetzt und die Indianer zur Arbeit als Kautschuk-Sammler angestellt. Nach der Latex-Extraktion kamen die Abholzung der Bäume und dann die Aufteilung des Landes in Farmland. Ab den 50er Jahren unterteilte die Regierung von Mato Grosso einen grossen Teil des Gebiets in Siedlungsparzellen. Zu dieser Zeit (1949) erreicht die “Expedition Roncador-Xingu“, kommandiert von den Gebrüdern Villas-Bôas, das Gebiet des Rio Teles Pires. Diese Expedition war der rechte Arm der „Fundação Brasil Central“, beauftragt, die Gebiete der Flüsse Araguaia, Xingu und Tapajós zu erschliessen und ihre Kolonisation vorzubereiten, im Sinne der von der Vargas-Regierung verkündeten Erschliessungspolitik des Inlandes.
Die Mitglieder der Expedition fanden die Kaiabi in einer Konfliktsituation vor – und ohne wahrscheinliche Perspektiven für eine Besserung. Verlegungen innerhalb ihres Territoriums oder bewaffneter Widerstand gegen die Invasoren waren aussichtslos. Mit Ausnahme eines katholischen Missionars (Johannes Dornstauder), der sich mit seinen Aktionen aber mehr auf die Region des Rio Tatuy konzentrierte, gab es nicht eine Organisation, die den Kampf der Kaiabi um ihren Lebensraum unterstützt hätte. Auch der SPI zeigte sich unfähig, das kulturelle Überleben der Gruppe zu garantieren – im Gegenteil, die SPI-Beamten stellten sich oft auf die Seite der Invasoren und Ausbeuter und halfen bei der Rekrutierung von Indianern als Latex-Sammler. Was übrigblieb war entweder die Entscheidung der Indianer als Latex-Sammler zu vegetieren oder den Vorschlag der Villas-Bôas anzunehmen und zum Xingu umzuziehen. Die zweite Alternative wurde angenommen und in die Tat umgesetzt – hier ist besonders der damalige Stammesführer “Prepori“ zu erwähnen, durch dessen Überzeugungskraft dieser Akt gelang.
Den Kaiabi waren bis dato noch nie Weisse begegnet, die sich wie die Brüder Villas-Bôas für ihre Sache engagiert hatten – nach den Worten von Koch-Grünberg (1970;52) “ein unerwartetes Verständnis für ihre angespannte Situation“ fanden sie von Seiten der Villas-Bôas – sie schlossen sich deren Expedition an und halfen mit bei der Erschliessung der Region und der Befriedung anderer Stämme. Der Prozess ihrer Umsiedelung in den Park vollzog sich in Etappen – motiviert durch die Brüder Villas-Bôas begannen kleinere Gruppen mit der Abwanderung aus ihrem von Siedlern immer mehr besetzten Gebiet – bis auch 1966 ein Teil der Kaiabi vom Rio Tatuy in der “Operation Kayabi“ per Flugzeug in den Park umgesiedelt wurde.
Die Gebrüder Villas Bôas rechtfertigten die Notwendigkeit dieser Umsiedelung als einzige Alternative gegenüber dem Prozess einer völligen Entfremdung der Kaiabi von ihren Sitten und Gebräuchen und einer bevorstehenden Marginalisation. Koch-Grünberg versichert allerdings, dass diese letzte Umsiedelung ohne Benachrichtigung und gegen den Wunsch der “Mission Anchieta“ ausgeführt wurde, die sich, so scheint es, gegen die Verlegung ausgesprochen hatte und der Meinung war, dass der Kampf um das Land dieses Volkes Ergebnisse zeitigen würde – mindestens in der Region des Rio Tatuy.
Der Umsiedelungsprozess hinterliess tiefe Narben und spaltete die Kaiabi in zwei Lager, und auch die Gruppe im Park bereut es heute, ihr Land verlassen zu haben. Die kleine Parzelle, welche sich weigerte, in den Park umzuziehen, hat sich bis heute in einem kleinen Areal gehalten, das sie mit ein paar Mitgliedern des Apiaká-Stammes teilt, gelegen am Rio Tatuy (IT-Apiaká-Kayabi). Eine andere kleine Kaiabi-Population lebt gegenwärtig am Unterlauf des Rio Teles Pires, in einem Indianer-Territorium des Bundesstaates Pará, wohin sie durch die Besetzung ihres angestammten Wohnraums abgedrängt worden sind (TI Cayabi und TI Cayabi Gleba Sul). Im “Parque Indígena do Xingu“ verteilen sich die Kaiabi auf verschiedene Dörfer in der Umgebung des Postens Diauarum, im Nordteil des Parks, einem Gebiet, das vorher von den Yudja, Suyá und Trumai bewohnt wurde.
|Indianer-Territorium||Oberfläche||Regierungs-Distrikt||Legale Situation|
|IT Apiaká-Kayabi||109.245 ha||Juara, Mato Grosso||Rechtskräftig seit 1991|
|IT Kayabi l||1.408.000 ha inkl.der IT Cayabi

mit 117.246 ha anerkannt
|Jacareacanga, Pará

Apiacás, Mato Grosso
|Identifiziert

(publiziert im DO und abhängig von der Bestätigung durch das Ministerium)
|Parque Indígena do Xingu||2.642.003 ha||São José do Xingu

São Félix do Araguaia
Querência, Canarana
Gaucha do Norte
Paranatinga
União do Sul
Claudia, Marcelândia
|Rechtskräftig seit 1991

und registriert
Die drei von den Kaiabi gegenwärtig bewohnten Regionen sind vom ambientalen, historischen oder kulturgesellschaftlichen Gesichtspunkt aus nicht homogen. Das Gebiet des Xingu-Parks hat ein flaches Relief, bedeckt von einer Übergangsvegetation zwischen tropischem Regenwald, der sich gegen Norden hin verdichtet, und dem “Cerrado“ (Busch-Savanne), der im Süden vorherrscht. Galeriewälder begleiten die unzähligen Wasserläufe und Lagunen, und an einigen Stellen kann man von der Natur geschaffene Lichtungen beobachten. Das Klima zeichnet sich durch den Wechsel von einer Regenperiode – von November bis April – und einer Trockenperiode während der restlichen Monate aus. In den anderen Gebieten, die von Kaiabi-Gruppen bewohnt werden, überwiegt der Regenwald. Da die einzelnen Ökosysteme relativ verschieden sind, finden die Kaiabi viele ihnen bekannte Pflanzenarten, Bodenbeschaffenheiten, Ton für ihre Keramik, Steinmaterial, Schneckenhäuser, Tiere etc. mit denen sie in ihrem traditionellen Territorium umgingen, nun im Xingu-Park nicht mehr.
Auch vom historischen und soziokulturellen Standpunkt sind die Unterschiede gravierend: die Region der Flüsse Teles Pires, Arinos, Rio dos Peixes, Juruena und Tapajós war schon seit sehr langer Zeit vorwiegend in Besitz der Tupi-Völker – während am Oberen Xingu die Eingeborenen innerhalb eines reichen, multiethnischen und multilinguistischen Komplexes lebten – und immer noch leben. Heute befinden sich die Kaiabi des “Parque Indígena do Xingu“ unter ihnen.
In einer noch nicht so weit zurückliegenden Zeit ergaben sich die grössten Probleme der Kaiabis aus dem Vorrücken der Kolonisierungs-Fronten. Die Region des Oberen Xingu verblieb aus geografischen, ambientalen und historischen Gründen – verglichen mit anderen Gebieten – bis gegen Ende der 40er Jahre relativ unbehelligt von den vorrückenden Siedlern. Und danach begannen die Debatten über die Gründung des ersten grossen brasilianischen Indianer-Territoriums, das schliesslich als “Parque Indígena do Xingu“ gegründet werden sollte. Von Anfang an sollte der Park ein ökologisches und kulturelles Refugium werden, das man vor dem Zugriff der Weissen zu bewahren beabsichtigte. Diese Beschützungs-Ethik spielt bis heute eine bedeutende Rolle in der Politik der indigenen Führung der Region. Während das Gebiet “Arinos-Teles Pires-Tapajós“ seit dem vergangenen Jahrhundert im Zentrum des Interesses der Latex-Sammler stand und nach seiner Abholzung, in jüngerer Zeit, nun den Viehzüchtern als Weideland dient. Diese Landbesetzer haben die Ausrottung vieler Indianer-Völker verschuldet, ausserdem grundlegende ökologische und kulturelle Veränderungen bei den Überlebenden bewirkt, deren Integration sie erzwangen.
Gegenwärtig geht man von einer Gesamtbevölkerung der Kaiabi von 1.000 Personen aus. Von denen leben 756 im PIX (nach Zählung der UNIFESP-DMP von 1997). Der Rest verteilt sich auf die beiden anderen erwähnten Areale dieses Stammes. Über diese Areale, die auch von Angehörigen anderer Ethnien bewohnt werden, haben wir keine aktuellen Daten, denn viele Quellen geben lediglich die Gesamtzahl der dortigen Bewohner an, ohne sie ethnisch zu trennen. Die hier angegebenen Grössen basieren auf Informationen von Indianern, welche sich in diesen Gebieten auskennen. Das Wachstum der Bevölkerung Kaiabi schreitet gegenwärtig ziemlich rasch voran. Studien aus einem Kaiabi-Dorf des PIX weisen eine Wachstumsrate von um die 4,3% aus (Senra 1996). Diese starke Bevölkerungszunahme ist ein Reflex des Rückgangs der Sterbeziffer, begründet in der guten ärztlichen Assistenz im Park und der zunehmenden Geburtenraten. Wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, so wird sich die Bevölkerung der Kaiabi alle 13 Jahre verdoppeln. Solche Zuwachsraten finden sich inzwischen bei vielen indigenen Gruppen, denen es endlich gelungen ist, Jahrhunderte von drastischen Bevölkerungsverlusten zu überwinden.
Wenn man das Organisationsmuster der Kaiabi-Dörfer am Xingu betrachtet, so verdeutlichen sie einige gesellschaftspolitische Veränderungen, welche dieses Volk in den letzten drei oder vier Jahrzehnten erlebt hat. Nach ihrer Umsiedelung in den “Parque Indígena do Xingu“ (PIX) verteilten sich die Kaiabi anfangs auf kleine familiäre Einheiten – wie beschrieben von Koch-Grünberg in seinen Studien während der 60er Jahre. Einige Zeit später schlossen sie sich dann in grösseren, multifamiliären Verbänden zusammen, und damit kamen sie endlich heraus aus ihrer Isolation, die man auch in ihrem traditionellen Gebiet, als Folge der Verdrängung, noch vor der Umsiedelung zum Xingu beobachtet hatte. Der Zusammenschluss in grossen Dörfern wurde auch von der Administration des Parks deutlich befürwortet, weil er die medizinische Betreuung der Bevölkerung wesentlich erleichterte. Tatsächlich ist die verbesserte Anbindung an Medikamente und ärztliche Assistenz einer der wichtigen Vorteile des Zusammenschlusses in grösseren Dorfgemeinschaften und auch ein bedeutendes Argument, welches die Stammesführer in ihren Vorträgen benutzen, um die verstreuten Familien zu stimulieren, sich in Dorfgemeinschaften zusammen-zuschliessen.
Koch-Grünberg vermutet allerdings, dass es die Tendenz zur Bildung von grossen Dorfgemeinschaften auch bei den Kaiabi schon früher, in historischer Zeit, gegeben hat – dass sie Teil der politischen Dynamik ihrer Gesellschaft gewesen ist. Die spätere Zersplitterung des territorialen Besetzungsmodells, die man besonders von den 40er und 50er Jahren an beobachten konnte, resultiere wahrscheinlich aus einer von drastischem Bevölkerungsrückgang betroffenen Situation und aus einer “starken Tendenz zur Teilung der Grossfamilie in patrilokale Kernfamilien, die wirtschaftlich selbstständig sind – und nach dem Modell der Latex-Sammler in unabhängigen Hütten wohnen – nahe beieinander – mit einem gemeinschaftlichen Acker“ (Koch-Grünberg 1969:21). Berichte aus historischer Zeit, wie der von Antônio Pyrineus de Souza, Offizier der “Kommission Rondon“, der die Region des Teles Pires im Jahr 1915 durchquerte, erzählen sowohl von kleineren Einfamilien-Camps als auch von grossen Dorfgemeinschaften, in denen sich mehr als einhundert Personen befanden. Die Umsiedelung in den PIX und die Relation mit den aktiven Organen innerhalb des Parks, hat gewissermassen neue Bedingungen geschaffen, um zu grossen Dorfgemeinschaften zurückzukehren.
Vor der Umsiedelung, in historischer Zeit, waren die Häuser der Kaiabi sehr gross, denn sie beherbergten sämtliche Mitglieder einer ausgedehnten Familie. Solche Häuser konnten um die 12 Meter breit und 24 Meter lang sein, und ihre Dachbedeckung reichte herunter bis auf den Boden. Im PIX errichteten die Kaiabi dagegen kleinere Häuser mit Wänden aus Baumstämmen, die es nur auf die halbe Grösse ihrer traditionellen Behausungen bringen. Erst kurze Zeit ist es her, dass sie wieder anfangen, ihre Grossfamilienhäuser im traditionellen Stil und den historischen Ausmassen zu errichten – schon kann man sie in einem oder anderen ihrer Dörfer wieder finden.
Die Kaiabi sind ein Volk mit grosser landwirtschaftlicher Tradition, und die haben sie trotz der Umsiedelung beibehalten. Ihre Gärten enthalten eine enorme Vielfalt kultivierter Pflanzen und sie werden von ihnen mittels einer gut entwickelten Technik bearbeitet. Wie bei anderen Indianern auch, enthält ihr landwirtschaftlicher Kalender die Zeiten der Feldanlegung (Waldrodung, im Mai bis Juni) – des Abbrennens (August) und der Einsaat (September bis Oktober). Die Zeiten der Ernte sind verschieden, sie richten sich nach der jeweiligen Pflanzenart. Es gibt zwei Arten von Kaiabi-Feldern: die mit unterschiedlichen Maniok-Arten bestückten und die mit unterschiedlichen Kulturpflanzen. Erstere liefern das Grundnahrungsmittel für die Produktion von Mehl, Fladenbrot und Brei. Unter den Polikulturen pflanzt man besonders solche Spezies, die eine bessere Bodenbeschaffenheit brauchen (Areale mit schwarzer Erde): Mais, Baumwolle, Erdnüsse, Süsskartoffeln, Bananen, Kürbisse, Wassermelonen, und andere.
Die Ernährung der Kaiabi ist, wie ihre Landwirtschaft, recht vielseitig. Die Ernährungsbasis, bestehend aus Maniokmehl und Fisch, wird ergänzt durch Fladenbrot, Maniok-Breie, Mais, Erdnüsse, Bananen, Waldfrüchte u.a. Früher spielte das Wild eine wichtige Rolle auf ihrem Speiseplan, aber die endgültige Sesshaftigkeit der Gruppe an den Ufern von Flüssen, zusammen mit den immer seltener angetroffenen jagdbaren Tieren, haben dazu beigetragen, dass der Fisch sich zur wichtigsten Proteinquelle der Gruppe entwickelt hat.
Die Kaiabi haben auch eine hoch entwickelte, und sehr vielgestaltige, materielle Kultur. Am beliebtesten, auch unter den Xingu-Bewohnern selbst, sind ihre geflochtenen Schalen, Siebe und Körbe (von den Männern hergestellt), in die Ornamente aus einem umfangreichen Komplex grafischer Muster eingearbeitet sind, welche aus dem reichen kosmologischen und mythologischen Potential der Gruppe stammen. Der hervorzuhebende feminine Beitrag sind Webarbeiten aus Baumwolle, zur Fabrikation von Hängematten und Decken. Gegenwärtig meist gefragt sind ihre Halsketten aus den Schalen der Tucum-Palmnuss, deren einzelne Elemente aus handgeschnitzten Tiersilhouetten bestehen.
Wie bei vielen anderen amerindischen Gruppen präsentiert auch die Gesellschaft der Kaiabi keine globalen gesellschaftlichen Unterschiede wie solche der Abstammung, altersbedingte Gruppierungen oder sonstige körperschaftliche Strukturen. Ebenfalls wie in anderen amerindischen Gruppen, können die durch Heirat gegründeten Verbindungen als Kern des gesellschaftlichen Lebens angesehen werden – unter besonderer Beachtung des Verhältnisses zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn, das die Basis zur Bildung von Dörfern und Verwandtschaftsbeziehungen darstellt – und zur gleichen Zeit auch Solidarität und Macht garantiert. In diesem Sinne hängen die Bildung lokaler Gruppierungen, ihre Mobilisation für die verschiedenen dörflichen Aktivitäten und viele andere Aspekte des gesellschaftlichen Lebens eher von gebildeten Allianzen ab als von einer Blutsverwandtschaft.
Die sichtbarste gesellschaftliche Gruppierung über die Kernfamilie hinaus ist jene Verwandtschaft, welche als die „Gruppe der Hausbewohner“ tituliert wird. Diese Gemeinschaft wird von einem “Wyriat“ geführt, was wörtlich bedeutet: “der den Platz (Wyri) beaufsichtigt“, und das war in der Vergangenheit stets der älteste Mann in der Gemeinschaft, einer weit verzweigten, blutsverwandten Familie, die sich um gemeinsame Relationen und Affinitäten gruppiert hat und deren verbindendes Element ein älterer Mann ist, der durch sein persönliches Prestige um sich seine Schwiegersöhne und –töchter, sowie in Konsequenz auch seine Söhne und Enkel gruppiert hat, darüber hinaus wahrscheinlich noch irgendeinen anderen Verwandten, zum Beispiel einen Bruder.
Man kann unter den Kaiabi allerdings auch die Tendenz beobachten, das frisch Verheiratete ins Haus der Brauteltern umziehen, was die Verbindung zwischen Schwiegervätern und Schwiegersöhnen stärkt. Diese Regel des Schwiegersohn-Umzugs bringt es mit sich, das jener mit seinem Schwiegervater und seinen Schwägern zusammen arbeiten muss, denn von ihnen hat er dafür die Braut bekommen. Diese zeitlich begrenzte “Uxorilokalität“ – die als “Dienst für die Braut“ angenommen wird, gefolgt von der Ambi- oder Neolokalität“ – gehört zu den üblichen residenziellen Verhaltensregeln unter den Völkern aus Familie der “Tupi-Guarani“.
Die Kaiabi behaupten heutzutage, dass das Verhältnis zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn “nicht mehr dasselbe“ sei – dass es “verweichlicht“ sei – und damit wollen sie eine gewisse Nachlässigkeit in der Befolgung jener Residenz-Regeln ausdrücken, die inzwischen zu beobachten ist. Und sie bestätigen damit auch die Bedeutung dieses Aspekts in ihrer gesellschaftlichen Organisation und betonen die Notwendigkeit des traditionellen Umzugs eines Schwiegersohns in das Haus der Brauteltern, nach der Hochzeit, als eine typische Sitte ihres Volkes.
Der “Wyriat“ organisiert fast die gesamte Feldarbeit seiner Hausbewohner-Einheit nach Prinzipien, die den Zusammenhalt seiner Grossfamilie regeln. Es ist wahrscheinlich, dass die Kaiabi in ihrer historischen Vergangenheit noch keine deutlich kollektiven Aktivitäten zur Selbsterhaltung kannten. Die Feldarbeit betraf lediglich die Gruppe der Grossfamilie, geführt vom “Wyriat“, und auch dann nur in bestimmten Momenten. Gewöhnlich sucht das Familienoberhaupt den Platz aus, der für den Acker bearbeitet werden soll – das heisst, von seiner natürlichen Vegetation befreit – dies ist die kollektive Phase der Feldarbeit. Nach der Säuberung wird das Areal abgegrenzt und unterteilt, dann die Teilstücke an die einzelnen Chefs der Kernfamilien vergeben, welche sie mit Hilfe ihrer Frauen und Kinder bepflanzen.
Das Profil des Kaiabi-Führers hat in den letzten Jahrzehnten einige Veränderungen hinnehmen müssen. Im Zuge der Neubildung grosser, multifamiliärer Dörfer haben sich auch das Wesen und die Bedeutung des Häuptlingsstatus gewandelt. Anstelle des antiken “Wyriat“ – einem alten, erfahrenen Mann, Kopf einer Grossfamilie und Repräsentant unbestrittener Autorität – finden wir heute junge Führer, deren bedeutendstes Merkmal ihre Gewandtheit im Umgang mit den Weissen darstellt. Dies ist wahrscheinlich die wichtigste Rolle der Führer der Neuzeit, Vermittler zwischen Indianern und Weissen zu sein und, in Konsequenz, ihrem Volk die Güter und den Service der sie umgebenden weissen Gesellschaft zu erschliessen, die inzwischen zu einer Notwendigkeit geworden sind.
Alles in allem hat diese scheinbar grosse Veränderung sich doch gewisse strukturelle Prinzipien der Vergangenheit bewahrt. So wie der antike Häuptling, muss auch der neue „Chef“ sich um seine Anhänger kümmern, und seine Macht basiert auf seiner Geschicklichkeit als Vermittler. Früher war der Zusammenhalt der Anhänger eines Führers durch die Grossfamilie gegeben, Personen, die aus seiner Verwandtschaft stammten und dieselben Interessen pflegten. Die mit der Einheirat übernommenen Pflichten und die verwandtschaftlichen Bande orientierten die Organisation dieser Gruppe als produktive Einheit. Gegenwärtig kann es passieren, das ein Führer nur wenige Söhne oder Enkel hat, und manchmal nicht mal einen Schwiegersohn, wenn er die Führung übernimmt. Nur wenige arbeiten für ihn im Sinne des “Braut-Preises“ oder respektieren ihn wegen seines Alters. Hingegen rührt seine Autorität von seiner Geschicklichkeit, seinem Dynymismus und seiner Initiative im Umgang mit den Weissen. Nach Berichten von Informanten wird eine solche Führungsrolle inzwischen sogar vom Vater direkt auf den erstgeborenen Sohn übertragen – allerdings gibt es keine Beweise für diese Behauptung.
Jedes Stammesmitglied der Kaiabi besitzt verschiedene Namen, die zu seinem persönlichen Repertoire gehören. Im Lauf seines Lebens erfährt sein Name mehrere Veränderungen, abhängig vom Aufsteigen in neue gesellschaftliche Kategorien oder anderen markanten persönlichen Erfahrungen. Die Geburt des ersten Sohnes ist zum Beispiel ein solcher Moment, in dem beide Eltern neue Namen bekommen. Es können die Namen von Vorfahren sein, von übernatürlichen Wesen, oder sie können mit einem bestimmten Ritual zusammenhängen, das vom Namensträger gesponsert wurde.
Die ältesten Männer des Dorfes, der Häuptling oder auch der Medizinmann (Schamane) sind in der Regel die offiziellen Namensverleiher. In der Vergangenheit war der bedeutendste Moment einer Namensänderung die Teilnahme an einem Kriegszug, genauer, beim Tod eines Feindes. Früher trugen sämtliche Kaiabi auch Gesichtstätowierungen, die nach bestimmten Grundmustern angefertigt waren, unterschiedlich bei Männern und Frauen. Diese Tätowierungen wurden am Anfang der Pubertät vorgenommen. So wie die Namen, dienten die Tätowierungen ebenfalls zur persönlichen Identifikation und zu der ihrer Gruppe. Und wie bei den Namen war ebenfalls der Tod eines Feindes Anlass für eine neue Tätowierung.
Die Kaiabi begreifen den Kosmos als unterteilt in verschiedene übereinander postierte Kammern, bewohnt von unzähligen Wesen, die wir einmal als übernatürlich bezeichnen wollen. Unter ihnen sind zum Beispiel verschiedene “Führer von Tieren“, die gefährlichen “Anyang“ und die “Mama’é“ welche die Seelen der Menschen rauben, dann die Kulturhelden (Halbgötter), von denen die Kaiabi alles gelernt haben, was sie heute wissen, und die Götter “Ma’it“, die grossen Schamanen des Himmels. Alle diese Wesen bevölkern die Mythen und Erzählungen mittels derer die Kaiabi das Universum begreifen und in der Welt agieren, die sie umgibt.
Jedes menschliche Wesen – und auch viele Tiere – besitzen eine “Ai’an“, etwas, das wir als Seele übersetzen können. Aber die Menschen werden mit dieser Seele nicht geboren, sondern erhalten sie zusammen mit ihrem Namen, was sie erst dann in die Gesellschaft integriert, in der sie leben. Diejenigen, welche diese Seele nicht erhalten, werden auch nicht menschlich, sondern bleiben “ausgestopfte Wesen, eine Hülle ohne Leben (Koch-Grünberg 1970: 155).
Die Kaiabi hatten schon immer viele Schamanen. Der Schamanismus spielt in ihrem Gesellschaftsmodell eine fundamentale Rolle. Im Idealfall wird diese Gesellschaft von einem alten, kriegsgestählten Häuptling geführt, dessen Aktionen von denen vieler Schamanen ergänzt werden. Letztere sind die Vermittler zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Welt. Man kann sie als Restaurateure gesellschaftlicher Situationen bezeichnen, die als Missverhältnisse im normalen Verlauf einer Existenz auftreten (Travassos 1984;183). Die Initiation eines Schamanen vollzieht sich anhand einer schweren Krankheit oder eines Unfalls – einem Grenzmoment zwischen der irdischen und der übernatürlichen Realität.
Die Kaiabi sind eine traditionell kriegerisches Volk, wie man aus ihren mythologischen Erzählungen entnehmen kann – aus ihren Geschichten von vergangenen Kriegen, aus ihrem rituellen Leben und aus berichten von Weissen, die mit ihnen Kontakt hatten. Und der bedeutendste Moment in ihrem rituellen Leben war stets die Zelebrierung des “Yawaci“, als verschiedene Dörfer sich versammelten, um die Kriegsgesänge zu hören. Dieses Ritual wurde nach dem Töten eines Feindes abgehalten – innerhalb der Dorfgemeinschaft zerbrach man seinen Schädel, um dann die Initiation der jungen Krieger des Stammes vorzunehmen. Obwohl es gegenwärtig keine Kriege mehr gibt, auch keine Köpfe von Feinden, sind die Kaiabi zu ihrem traditionellen “Yawaci“-Ritual zurückgekehrt. Wie Elisabeth Travassos beobachtet hat, haben sie im Zusammenhang mit ihrer ethnischen Rückbesinnung auch dieses Ritual ausgewählt – als am besten geeignet, um das Bild zu repräsentieren, welches sie von sich selbst am meisten schätzen und mit dem sie sich am ehesten identifizieren: als ein Volk von Kriegern.
Aber die Kämpfe der Kaiabi von heute sind andere, und sie benötigen auch andere Waffen. Im Jahr 1995 beschlossen die Indianer des nördlichen Teils des “Parque Indígena do Xingu“ – einer Region, die hauptsächlich von den Kaiabi bewohnt wird – eine Vereinigung zu gründen, um ihre Rechte zu verteidigen und zu versuchen, einige neue Projekte in ihrem Gebiet zu implantieren. So wurde die „Associação Terra Indígena Xingu (ATIX)” gegründet, die sich der wachsenden Indianerbewegung Brasiliens anschloss. Der Verein zählt in seiner Direktion auf Mitglieder aus den Völkern der Yudjá, Suyá, Trumai, Ikpeng und Kaiabi, ausserdem einem Ältestenrat, der sich aus fast allen 14 Ethnien des PIX zusammensetzt. Die Initiative zur Gründung des ATIX ging in erster Linie von den Kaiabi aus, die nun durch sie mit verschiedenen Projekten zur Erhaltung des Ambientes, der Wirtschaft und der kulturellen Gesellschaft der PIX-Bewohner betraut wurden.
Unter diesen Projekten ist das “Kumaná“ hervorzuheben, das die “Schulen der Kultur“ ins Leben gerufen hat. Ihr Ziel ist es, verschiedene kulturelle Aspekte der einzelnen Mitglieder-Gruppen wiederzubeleben, zum Beispiel die Herstellung traditionellen Kunsthandwerks und die Veranstaltung traditioneller Feste. Die Kaiabi selbst sind auch besonders engagiert in der Bewegung zur Rückgewinnung ihrer traditionellen Wohngebiete am Rio Teles Pires und Rio Tatuy. In diesem Sinne haben sie seit Jahren bei der FUNAI eine Eingabe liegen zur Bildung einer Arbeitsgruppe, um die ehemals von ihnen besetzten Gebiete offiziell zu identifizieren. Weil ihre Geduld erschöpft ist, haben sie selbst eine Expedition zur Einschätzung der Situation auf ihren angestammten Ländereien losgeschickt. Weil ein grosser Teil des betreffenden Areals heute dicht besiedelt und gerodet ist, haben sie sich entschlossen, die Demarkation einer entsprechenden Region im Anschluss an die Westgrenze des PIX von der FUNAI zu fordern, als Wiedergutmachung des enormen Verlustes, den sie mit ihrer Umsiedelung erlitten haben. Bis jetzt geht der Kampf der Kaiabi weiter um die offizielle Anerkennung ihrer Forderung.
Der “Parque Indígena do Xingu“ wird immer mehr zu einer grünen Insel inmitten der schnell fortschreitenden ambientalen Verwüstung dieses Teils von Mato Grosso. Und diese Verwüstung der Umgebung des Parks hat auch die Bedrohung durch Brände provoziert, die Verschmutzung der Flüsse, von denen die eingeborene Bevölkerung abhängig ist, und noch viele andere neue Probleme und Herausforderungen aufgeworfen. Heute ist es den Indianern bewusst, dass sie nur mit der politischen Organisation aller Völker, welche den PIX bewohnen, die einzige wirksame Waffe in der Hand halten, um für die Erhaltung ihrer kulturgesellschaftlichen und ambientalen Vielfalt zu kämpfen.
Im Vergleich mit der über andere Indianervölker, ist die Literatur über die Kaiabi relativ gut bestückt. Jedwede Studie in Bezug auf diese Gruppe sollte mit den Aufzeichnungen von Georg Koch-Grünberg beginnen, besonders mit seiner Doktorarbeit, die den Titel trägt: “Beiträge zur Ethnographie der Kayabi Zentralbrasiliens“. Dabei handelt es sich um eine umfassende, allgemeine Ethnografie dieses Volkes, zusammengetragen nach wissenschaftlichen Untersuchungen in den 60er Jahren. Sie beginnt mit einer ausführlichen und wertvollen Auflistung der historischen Quellen, in denen die Kayabi erwähnt werden, und fährt fort mit der Untersuchung der materiellen Kultur, der gesellschaftlichen Organisation und schliesslich der Kosmologie und Mythologie des Volkes, nach einem klassischen Ethnografie-Modell. Wertvoll ist auch sein Artikel „Die Materielle Kultur der Kayabi-Indianer“, in dem Koch-Grünberg eine detaillierte Beschreibung der materiellen Kultur der Kayabi abhandelt.
Ausser der These von Koch-Grünberg sind zwei andere über die Kaiabi erwähnenswert, die auf Studien vor Ort beruhen und fundamentale Quellen über diese Gruppe darstellen. Ende der 70er Jahre weilte Elisabeth Travassos unter den Kaiabi des Xingu und schrieb als Zusammenfassung ihrer Studien eine Dissertation über ihre Musik und das Schamanentum. Von derselben Autorin möchte ich Ihnen auch den Artikel „A tradição guerreira nas narrativas e cantos Caiabis“ (Die kriegerische Tradition in Erzählungen und Gesängen der Kaiabi) empfehlen, publiziert im Jahr 1993. Im Jahr 1996 präsentierte die nordamerikanische Wissenschaftlerin Suzanne Oakdale an der Universität von Chikago “The power of experience: agency and identity in Kaiabi healing and political processes in the Xingu Indigenous Park“ – ihre Doktorarbeit mit wichtigen Beobachtungen über die Einbindung der Kaiabi in das politische und kulturelle Szenario des “Parque Indígena do Xingu“.
Neben diesen ausführlichen Werken, werden die Kaiabi in einer Reihe von anderen Arbeiten behandelt, von denen ich noch ein paar nennen möchte. In ihrem Buch “Diários do Xingu“ gibt Berta Ribeiro wichtige Informationen über die Kaiabi weiter, in erster Linie über ihre materielle Kultur. Die Gebrüder Cláudio und Orlando Villas Bôas erzählen in ihrem Buch “Os Kayabi do Rio São Manuel“ (Die Kaiabi vom Rio São Manuel) ihre Begegnungen und Abenteuer, die sie auf ihren Streifzügen im Gebiet der Flüsse Teles Pires und Tatuy erlebten. Die Tagebücher des Anthropologen Eduardo Galvão, publiziert 1996, bringen ebenfalls nützliche Informationen – einige davon auch recht pittoresk – um den Prozess der Formation des Indianerparks am Xingu zu verstehen, sowie die Rolle der Kaiabi in diesem Zusammenhang.
Besonders über die Sprache der Kaiabi gibt es eine Grammatik, die vom “Summer Institute of Linguistics“ herausgegeben wurde – einem Institut zur missionarischen Orientation, mit vielen anderen linguistischen Publikationen über Indianersprachen.
Deutsche Übersetzung/Bearbeitung, Klaus D. Günther