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Serrières
(Kt., Bez. und Gem. Neuenburg).
432-470 m. Industrieller Vorort der Stadt
Neuenburg, am und über dem linken Ufer des
Neuenburgersees und am Bachlauf der
Serrière. 2,5 km sw. Neuenburg.
Station der Linien
Neuenburg-Lausanne,
Neuenburg-Pontarlier und der
elektrischen Strassenbahn
Neuenburg-Boudry; elektrisches
Tram Neuenburg
(Place Purry)-
Serrières. Dampfschiffstation.
Postbureau, Telegraph, Telephon. Zusammen mit den
Quartieren
Le Vauseyon, Le
Suchiez und
Port Roulant: 161
Häuser, 1800 Ew. Reformierte
Kirchgemeinde.
Wein- und Gartenbau. Hier befindet sich die grosse Schokoladenfabrik Suchard mit mehr als 500 Arbeitern, die 1826 von Philipp
Suchard, dem ersten Förderer der Dampfschiffahrt auf dem
Neuenburgersee, gegründet worden ist. Seine
hier aufgestellte Bronzebüste wurde 1899 enthüllt. Das städtische Schlachthaus von Neuenburg,
das sich in
Serrières befindet, soll
in Bälde nach dem
Vauseyon verlegt werden. Hammerwerke und mechanische Konstruktionswerkstätten.
Sägen,
Mühlen, Papierfabrik mit 110 Arbeitern. Die in der
Schlucht der
Serrière etwa 30 m unter der Eisenbahnlinie
gelegenen Fabriken von
Serrières sind durch einen 1886 erstellten Lastaufzug mit Drahtseilbetrieb mit der Bahnstation verbunden.
Die Schokoladen- und die Papierfabrik haben
eine ganze Reihe von Arbeiterhäusern erstellt und gewähren ihren Arbeitern
den Genuss zahlreicher Wohlfahrtseinrichtungen. Alle diese Etablissemente benutzen die Triebkraft der wasserreichen Stromquelle
der
Serrière und die aus den Werken in den Areuseschluchten hergeführte elektrische Energie.
Die sehr alte Papierfabrik bestand schon im 15. Jahrhundert. Die
Schlucht der
Serrière wird von einem grossen steinernen Eisenbahnviadukt,
der 1859 erstellt wurde, und tiefer unten von der 1807 erbauten einbogigen Strassenbrücke überspannt, welche unter dem
Namen des
Pont Alexandre (nach dem Marschall Alexandre Berthier dem damaligen Fürsten von Neuenburg)
bekannt ist.
Mit Neuenburg
steht
Serrières durch eine ununterbrochene Folge von Miethäusern und
Villen in Verbindung.
Ueber der Station steht das
Schlösschen
Beauregard, ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Landhaus. Nahe dabei die Stätte des ehemaligen Galgens
(Gibet de
Serrières) mit grossen Kiesgruben. In Serrières begann Guillaume Farel am die Reformation im Neuenburgerland
zu predigen, an welches Ereignis eine an der altertümlichen kleinen Kirche angebrachte Gedenktafel erinnert. 1178: Sarreres; 1195 und
1198: Sarrieres; 1258: Sarreres, von
serra =
Säge, Sägerei herzuleiten. Das Dorf wird 1195 in einer
Bulle
des Papstes Zölestin III. erwähnt. 1837 entdeckte man nw.
Serrières 120 alte Gräber mit Eisengegenständen aus der Burgunderzeit.
Mehrere Funde (worunter eine Goldmünze mit dem Bildnis des Augustus) aus der Römerzeit. Vergl.
Quartier La Tente, Ed. Le
canton de
Neuchâtel. I: District de
Neuchâtel.
Neuchâtel 1897.