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Viele Anleger möchten, dass ihre Portfolios ihre persönlichen Wertvorstellungen spiegeln oder sogar einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt ausüben.
Das Bewusstsein für ökologische und soziale Herausforderungen wächst, und andere Anspruchsgruppen–darunter Kunden, Mitarbeiter, staatliche Stellen, Aufsichtsbehörden und die Zivilgesellschaft – stellen immer lautere und klarere Forderungen an die Unternehmen, ein nachhaltiges Verhalten an den Tag zu legen.
Nachhaltiges Anlegen umfasst ein breites Spektrum von Anlagestrategien, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte in den Anlageprozess einfliessen lassen. Nachhaltige Anlagen bestehen aus drei gesonderten Ansätzen, die einzeln oder miteinander kombiniert genutzt werden können.
Drei Ansätze
Beim ersten Ansatz, dem Ausschluss, legen die Anleger fest, welche Unternehmen und Geschäftstätigkeiten sie meiden wollen, und entfernen diese aus ihren Portfolios. Die Ausschlusskriterien sind im Grossen und Ganzen subjektiv, doch die häufigsten sind Alkohol, Waffen, Tabak, Glücksspiel und Erotik.
Integration ist ein Ansatz, der Governance-Informationen systematisch mit traditionellen finanziellen Aspekten kombiniert, um Leitlinien für die Anlageentscheidungen festzulegen.
Das Ziel des Impact Investing ist es, einen finanziellen Ertrag zu erzielen und gleichzeitig einen positiven, messbaren Einfluss auf die Gesellschaft oder die Umwelt auszuüben. Zu diesem Zweck kann eine Vielzahl von Strukturen genutzt werden, unter anderem kreditbasierte Lösungen wie Mikrofinanzierungen.
Im September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Diese beziehen sich auf die bedeutendsten Herausforderungen und politischen Prioritäten, denen sich die Industrie- und Entwicklungsländer in den nächsten 15 Jahren stellen müssen und wollen. Die Ziele decken Bereiche wie Ernährungssicherheit, Zugang zu sauberem Wasser und nachhaltige Städte sowie Bildung, grundlegende Gesundheitsfürsorge und Geschlechtergleichstellung ab. Drei Themen seien als Beispiele erwähnt:
• Agrarerträge:Die Weltbevölkerung wächst um 200 000 Menschen pro Tag, die Kalorienaufnahme steigt, und die verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen sind begrenzt. Um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, braucht die Welt Investitionen, welche die Effizienz erhöhen.
Ernährung ist ein Grundbedürfnis, und mehr Menschen zu ernähren, ist ein humanitäres Ziel. Unternehmen, die dazu beitragen, mehr Nahrungsmittel mit weniger Ressourcen zu produzieren, dürften zu den Gewinnern zählen.
• Wasserknappheit:Drei Viertel der Erde sind von Wasser bedeckt, aber davon sind nur 3 Prozent Trinkwasser. Bedingt durch die höheren Lebensstandards und die Industrialisierung in den Schwellenländern steigt die Nachfrage, derweil der Mangel an Infrastruktur und der Klimawandel das Angebot beeinträchtigen. Schätzungen besagen, dass der Wassermarkt auf absehbare Zeit um rund 6 Prozent pro Jahr wachsen wird. Möglichkeiten bieten sich in den Bereichen Wasseraufbereitung, -bewirtschaftung und -infrastruktur.
Das Weltwirtschaftsforum erkannte in der Wasserknappheit das gravierendste Risiko für die Erde. Eine unzureichende Wasserversorgung gefährdet die Funktionsfähigkeit der Weltwirtschaft, die Umwelt und das menschliche Leben. Daher ist Wasser ein längerfristiges Anlagethema, das über Jahrzehnte hinweg von Bedeutung sein dürfte.
• Gesundheitswesen:In den Schwellenländern lebt die Hälfte der Weltbevölkerung, doch die Gesundheitsausgaben sind weniger als halb so hoch wie in den Industrieländern. Es wird erwartet, dass die Gesundheitsausgaben in den Schwellenländern in den nächsten zehn Jahren doppelt so schnell steigen werden wie im globalen Gesundheitswesen.
Um die Nachfrage zu befriedigen, erhöhen die Regierungen vieler Schwellenländer die öffentlichen Gesundheitsausgaben, setzen Reformen um und verbessern den Krankenversicherungsschutz.
Der Autor
Olivier Schmutzist Vizedirektor und Kundenberater bei der UBS Freiburg im Bereich Wealth Management.