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Es gibt Kulturen, in denen die Tageszeitung eine wichtige Rolle spielt, z.B. bei uns. Und dann gibt es Orte, an denen man mehr als eine Woche in den Ferien weilt, und in der ganzen Zeit nicht einen einzigen Zeitungsstand entdeckt, z.B. Valle de Bravo in Mexiko.
Ausgerechnet in der Lokalzeitung von Valle de Bravo, dem „Estado“, habe ich es auf die Titelseite geschafft. Unter dem Titel „Sexo débil?“ (nein, die Übersetzung lautet nicht „debil“, sondern „schwach“, wenn ich bitten darf) erschien während des „Monarca Open“ ein zweiseitiger Artikel über gleitschirmfliegende Frauen. Dort kommen vor allem die Venezuelanerinnen zu Wort, was ja sprachlich auch praktischer ist.
Joanna und Camilla, übrigens zwei zierliche und sehr hübsche Vertreterinnen unseres Geschlechts, sinnieren dort, warum das Gleitschirmfliegen in ihrem Land für Frauen nicht so attraktiv ist. Das Image des Gleitschirmfliegens sei mit dem Schleppen schwerer Säcke verbunden, und die Bekleidung nicht gerade sexy. Für die typische Venezuelanerin also eher kein Vorbild. Hinzu komme, dass in der machismo-geprägten Kultur die Kommentare der fliegenden Männer gegenüber den Mädels nicht immer freundlich ausfielen. Vor allem, wenn Joanna, Camilla und Co. höher, länger, weiter fliegen?
Da lobe ich mir doch die Schweiz. Ganz im Ernst.