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Sergej wurde Ende Mai 2008 auf dem Fussgängerstreifen von einem Auto erfasst, das mit rasender Geschwindigkeit fuhr. Die Ambulanz brachte ihn ins Spital, wo mehrere Knochenbrüche sowie ein Schädelhirntrauma diagnostiziert wurden. Er lag im Koma und benötigte eine weitere Operation am Bein, denn die Knochen des linken Unterschenkels waren völlig zertrümmert. Aber die Therapien und Medikamente sind sehr teuer, und die Angehörigen von Sergej verfügten nicht über genügend Geld. Seine Ehefrau Tatjana (51) hatte alle Mittel der Familie für Sergejs lebensrettende Behandlung ausgegeben. Familie Karabanow wohnt in einem Wohnheim der Kleinstadt Nowyj Bug. Tatjana arbeitet für einen kargen Lohn als Leiterin einer Strickarbeitsgemeinschaft – sie bringt den Schülern das Stricken bei. Im Haushalt des Ehepaares wohnten auch einmal ihre beiden Kinder Roman (19) und Ludmila (29) sowie Enkelin Darja (7). Ludmila ist geschieden und zog ihre Tochter Darja alleine gross. Die kleine Darja hat soeben eine Knochenmark-Meningitis überstanden, kränkelt aber noch. Um etwas Geld für Darja zu verdienen, ist Ludmila vor einem Jahr nach Moskau gefahren. Seither hat sie nichts mehr von sich hören lassen. Roman leidet an einer Logoneurose. Wenn er sich über etwas aufregt, beginnt er zu stottern. Deshalb musste er sein Studium abbrechen.
Mit der letzten Hoffnung, ihren lieben Mann retten zu können, wandte sich Tatjana an unbekannte Menschen in der Schweiz. Der Hilferuf wurde erhört. Dank der rechtzeitigen Unterstützung konnte Tatjana die Medikamente und Behandlungen für ihren Mann sowie die Operation am gebrochenen Bein bezahlen. Die Knochen des zertrümmerten Oberschenkels sind zurechtgelegt und wachsen allmählich zusammen. Sergej kann schon wieder sprechen und er erkennt auch seine Frau. Aber sein Gedächtnis verlor er teilweise und er kann sich nicht mehr an seine Kinder erinnern. Nach 40 Tagen im Koma ist er sehr abgemagert und isst deswegen sehr viel. Es geht ihm viel besser, obwohl er immer noch nicht aufstehen kann.