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Doris Hofer / 27.06.2018
Ist Kaffee gesund oder nicht?
Für viele Schweizer führt der erste Gang am Morgen zur Kaffeemaschine. Ohne Kaffee ist der Start in den Tag undenkbar. Doch ist Kaffee überhaupt gesund? Bevor wir über den gesundheitlichen Aspekt sprechen, sollten wir den Genuss nicht ausser Acht lassen.
Morgens wecke ich jeweils meine Kinder auf und dann bereite ich für sie das Frühstück vor.
Bevor ich mit dem Früchteschneiden beginne, fülle ich Wasser in unsere Kaffeemaschine und lege einen Filter rein, den ich mit Kaffeepulver fülle. Dieser Duft, der mir entgegen strömt, wenn ich die Tüte aufmache und den Löffel hinein tauche, das ist für mich ein Moment des Glücks. Das tönt jetzt vielleicht blöd und übertrieben, aber für mich ist Kaffee tatsächlich ein bedeutender Gute-Laune-Faktor. Abgesehen von der ausgelösten Dopamin-Produktion, die in meinem Gehirn Glückshormone auslöst, denke ich, dass es mit folgenden Gründen zusammenhängt:
Zeit und Duft
- Wenn ich Kaffee trinke, nehme ich mir immer eine kleine Auszeit. Ich trinke ihn zum Beispiel, wenn meine Kinder ihr Frühstück essen, wenn ich mich mit einer Freundin in einem Kaffeehaus treffe oder mit meinem Mann Kerem einen Spaziergang mache.
- Ich bin sehr empfänglich für Düfte. Ich kann zum Beispiel zig mal mit unserem Hund die Strasse runterlaufen, nur damit ich mich wieder auf die Zehenspitzen stellen und die Jasmin-Blumen riechen kann, die von der Mauer unseres Nachbarn herunter hängen. Der Duft von Kaffee hat auf mich eine betörenden Wirkung, etwa so wie ein Parfüm.
Kaffee für Sportler
Abgesehen von diesen emotionalen Faktoren schätze ich Kaffee auch als Sportlerin. Für einen Energieschub vor dem Training gibt es nichts Besseres als die Kombination von einer Tasse Kaffee mit einer Banane.
Ich werde oftmals gefragt, ob man vor oder nach dem Frühstück trainieren solle und meine Antwort lautet: «Trinken Sie einen Kaffee und essen Sie eine Banane vorher und bereiten Sie ein ausgiebiges Frühstück nach dem Sport vor.» Doch was genau bewirkt Kaffee in unserem Körper?
Koffein regt das Nervensystem an, beschleunigt die Herztätigkeit, den Stoffwechsel und die Atmung. Weil Koffein chemisch gesehen dem Adenosin ähnelt und dieselben Rezeptoren besetzt, blockiert es die Wirkung des Adenosin, welches normalerweise eine beruhigende Wirkung auf den Körper hat. Wegen der Blockade produziert der Körper Adrenalin und wir fühlen uns wacher, wir können uns besser konzentrieren und haben mehr Energie.
Dass sich Kaffee positiv auf die sportliche Leistung auswirkt, ist in mehreren Studien ausführlich dokumentiert worden. Das Olympische Komitee hat deshalb die Koffeinwerte im Urin eines Athleten limitiert. Wenn ein Sportler innerhalb von einer halben Stunde 4-7 Tassen Kaffee trinken würde, hätte dies seine Disqualifikation zur Folge.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 200 Miligramm (mg) Koffein pro Einzeldosis und 400 mg pro Tag bei gesunden Erwachsenen als unbedenklich eingeschätzt. Ich trinke morgens jeweils zwei Tassen Filterkaffee, was in etwa 2x110 mg Koffein entspricht. Im Vergleich: In einer Tasse Schwarztee stecken etwa 40 mg, in Grüntee 38 mg und in einer 330 ml Coca-Cola light Dose 40 mg.
Ich empfehle den Kaffee morgens oder vor dem Sport zu trinken, aber keinesfalls nach 15 Uhr, denn empfindliche Menschen (wie ich) haben dann in der Nacht Mühe mit dem Einschlafen.
Sie sollten auch nicht vergessen, dass Kaffee harntreibend ist. Viele Forscher sind neuerdings der Meinung, dass Kaffee nicht zum befürchteten Wasserverlust im Körper führt, aber wenn Sie joggen gehen wollen und dauernd nach einem Klo Ausschau halten müssen, dann ist das definitiv nicht wünschenswert.