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Töchter als Scheidungsrisiko
In meinem Bekanntenkreis haben sich in letzter Zeit sechs Paare getrennt, die insgesamt 13 Kinder haben. Interessanterweise handelt es sich bei den Kindern um 11 Mädchen und nur zwei Buben. Zufall?
Eine Studie aus den USA aus dem Jahr 2005 hat gezeigt, dass sich Väter eher scheiden lassen, wenn ihr erstes Kind eine Tochter ist. Sie halten zudem eher um die Hand ihrer schwangeren Freundin an, wenn sie wissen, dass sie einen Jungen erwarten. Kurz: Buben haben eine stabilisierende Wirkung auf die Ehe. Eine weitere Untersuchung bestätigt dies: Drei Jahre nach der Geburt des ersten Kindes waren die Eltern eher geschieden, wenn es ein Mädchen war.
Väter bevorzugen Söhne
Auch wenn das Geschlecht des Kindes statistisch gesehen das Scheidungsverhalten der Eltern beeinflusst: Der Unterschied ist zu gering, als dass er in meinem Bekanntenkreis sichtbar werden würde. Abgesehen davon, dass hier keine Daten aus der Schweiz untersucht wurden. Interessant finde ich die Zahlen dennoch.
Warum bleiben Bubeneltern eher zusammen? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären die statistischen Erkenntnisse mit zwei Theorien: Erstens würden die Väter männliche Nachkommen bevorzugen. Das sieht man nicht nur daran, dass sie eher heiraten, wenn ein Stammhalter unterwegs ist. Auch verbringen zum Beispiel Väter in Kalifornien pro Tag fast 40 Minuten mehr Zeit mit ihren 6- bis 12-jährigen Kindern, wenn es Buben sind.
Mütter bevorzugen Bubenväter
Zweitens beeinflussen Söhne nicht nur das Verhalten der Väter, sondern auch das der Mütter. Wenn sie Söhne haben, bleiben sie eher verheiratet. Einerseits wohl deswegen, weil sich die Bubenväter eben mehr um ihren Nachwuchs kümmern. Das freut und entlastet die Mütter. Andererseits aber auch, weil sie der Meinung sind, dass Buben einen Vater brauchen. Und damit liegen sie nicht falsch: Teenagerjungs, die bei alleinerziehenden Müttern aufwachsen, werden eher delinquent. Bei Mädchen gibt es diesen Zusammenhang nicht.
Auch wenn es viele andere Gründe gibt, sich scheiden zu lassen – oder eben nicht: Ich kann die Erklärungen gut nachvollziehen. Auch bei uns ist es so, dass mein Mann gefühlt mehr Zeit mit dem Sohn verbringt als mit der Tochter. Nicht deshalb, weil er ein Bub ist, sondern weil sie ein gemeinsames Hobby haben, das oft länger als 90 Minuten dauert. Auch traue ich mir zu, mit einem pubertierenden Mädchen klarzukommen – Holz anfassen! –, denn ich war ja selbst mal eins. Aber wenn ich mir so die Teenagerjungs in meinem Bekanntenkreis anschaue, bin ich mir sicher, dass die Anwesenheit meines Mannes in dieser Zeit sehr wertvoll sein wird.
Lesen hier Töchterväter mit, die sich haben scheiden lassen? Oder Bubenmütter, die der Söhne wegen verheiratet geblieben sind? Oder Eltern von zwei Söhnen und zwei Töchtern, die all diese Studien für Humbug halten? Ich bin auf Ihre Kommentare gespannt.
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