Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03332.jsonl.gz/99

Märchen vom Stein
Ein riesiger Stein lag auf dem Weg,
versperrte den Durchgang und musste weg.
Da sprach der König:
Wer meine Tochter will, entferne den Stein,
in zwei Tagen und ganz allein.
Da meldeten sich ein Armer und zwei Reiche.
Die drei wollten nun aber nicht das Gleiche,
der Arme wollte des Königs Tochters Hand,
die zwei Reichen wollten vor allem viel Land.
Der erste nun befestigte Ketten am Stein und an dicken Bäumen,
und mit gewaltigen Flaschenzügen versuchte er den Weg zu räumen.
Aber weil sich plötzlich die Bäume bogen,
kam er ganz allein durch die Luft geflogen.
Der zweite bohrte Löcher in den Stein
und legte dann Dynamit-Sprengstoff hinein.
Ihm wurden die Haare versengt,
der Stein aber nicht gesprengt.
Nach zwei Tagen kam der König wieder vorbei
und fand die Strasse sauber und frei.
Da fragte der König den Armen:Wie hast du das gemacht?
Wie hast du das geschafft?
Da sagte der Arme:
Ich grub ein Loch gerade neben dem Stein
und kippte den Stein einfach hinein,
man kann doch in zwei Tagen
ein tiefes Loch ausgraben,
und damit alles sauber werde,
verstreute ich den Rest der Erde.
Da sagte der König:
Du hast es geschafft mit Arbeit und mit Denken,
darum kann ich dir getrost, meine Tochter schenken.
Peter Schmied Dezember 31st, 2019
Posted In: Texte