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Quelle: ArgoviaToday / Severin Mayer
Zu Beginn der Pandemie, im ersten Lockdown, reichte der Mann im Namen einer Firma bei der Bank eine Kreditvereinbarung für einen Covid-19-Kredit ein. Ihm wurde basierend auf den Erlösen, die sein Unternehmen laut seinen Angaben in einer Periode mit der gewöhnlicher Geschäftstätigkeit erwirtschaftet hatte, ein Kredit von einer halben Million Franken gewährt. Beim Ausfüllen des Kreditantrags bestätigte der 59-Jährige, dass er das Geld, welches er von der Bank erhalten würde, ausschliesslich zur Sicherung seiner laufenden Liquiditätsbedürfnisse verwenden werde – also um Kosten wie Mitarbeiterlöhne zu decken. Ausserdem bezeugte er mit seiner Unterschrift, dass er durch die Covid-19-Pandemie hinsichtlich seines Umsatzes wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt wurde.
Aktien gekauft statt Umsatzloch gestopft
Tatsächlich erlitt er aber keine Umsatzeinbusse aufgrund der Pandemie und auch bei den Zahlen, die er als Umsatz in normalen Jahren angab, ging einiges nicht mit rechten Dingen zu. Ausserdem überwies der beschuldigte Unternehmer fast Dreiviertel des Geldes, welches er von der Bank als Covid-Kredit erhielt, vom Geschäftskonto auf sein Privatkonto und kaufte damit unter anderem unrechtmässig Aktien für insgesamt 328'612.50 Franken.
Mit diesen privaten Aktienspekulationen verstiess er gegen die Vereinbarung im Bezug auf die Verwendung des Kredits und machte sich deshalb unter anderem des Betrugs schuldig, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift festhält.
Zudem soll der vorbestrafte Bauunternehmer bereits jahrelang mehrere Hunderttausend Franken Firmengelder in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Freiheitsstrafe
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer vor, in der Absicht, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, gehandelt zu haben. Der Beschuldigte habe einen massiv überhöhten Kreditbetrag erlangen wollen. Dies allerdings nicht, um die coronabedingten Ausfälle zu kompensieren, sondern um seine Geschäftstätigkeit ausbauen und privat am Aktienmarkt spekulieren zu können.
Ein Covid-Kredit-Betrug kann verschiedene rechtliche Konsequenzen haben. Beschuldigte müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Die Staatsanwaltschaft hat auch unter Berücksichtigung der vorigen Taten für den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren sowie der Zahlung der Anklagegebühr und der Verfahrenskosten gefordert.
Der Prozess fand am Dienstag am Bezirksgericht Kulm statt. Das Urteil wird in den nächsten Tagen schriftlich eröffnet.
Quelle: TeleM1
(red.)