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Römischer Tonziegel
Bei den aktuellen Ausgrabungen kamen in den spätrömischen Schichten immer wieder Fragmente von römischen Ziegeln zum Vorschein. Drei davon trugen Stempel.
In römischer Zeit begannen die Menschen ihre Hausdächer mit gebrannten Tonziegeln zu decken. Dafür wurden zwei verschiedene Ziegelsorten verwendet: Leistenziegel (tegulae) und Hohlziegel (imbrices).
Auf einem hölzernen Unterdach wurden zuerst die Leistenziegel so nebeneinander gelegt, dass die Leisten an den Längsseiten der nebeneinander liegenden Ziegel aneinander stiessen. Dann legte man die Hohlziegel auf die Fugen zwischen den Leisten zweier Ziegelreihen und mörtelte sie fest. Dadurch wurde das Abrutschen der Ziegel verhindert. Dies sorgte für einen sicheren Zusammenhalt des Dachverbands.
Die Ziegel wurden entweder in Ziegeleien des römischen Militärs oder von Privat-Unternehmen hergestellt. Vor dem Brennen wurden einige Ziegel mit einem Stempel versehen. Solche Fabrikmarken wurden vor allem im militärischen Kontext verwendet. Für die Bauten der befestigten Siedlung auf dem Münsterhügel wurden unter anderem Ziegel aus militärischer Produktion geliefert. Die gestempelten Ziegelfragmente von der aktuellen Grabung tragen nämlich alle den Stempel «LEG I MR». Er bezeichnet eine militärische Einheit: die Legio Prima Martia. Diese Legion war im 4. Jh. in Kaiseraugst stationiert.
Auf dem hier abgebildeten Ziegelfragment ist das M und das R sichtbar, die restlichen Buchstaben fehlen. Dennoch lassen sich diese zwei Buchstaben als Teil des Stempels «LEG I MR» ausweisen, wenn man sie mit anderen Ziegelfunden vergleicht, die ganz erhaltene Stempel tragen. Auf dem Münsterhügel wurden aber auch Ziegel einer Privatziegelei gefunden. Sie tragen den Stempel «AMASONIVS» – der Name der Ziegeleibesitzers.
Details
- Objekt: Ziegel
- Datierung: Spätrömisch, 4. Jh. n. Chr.
- Fundort: Schürhof, Münsterplatz 20