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Vor 80 Jahren, am 15. Oktober 1940, wurde „Der grosse Diktator“ zum ersten Mal auf die Leinwände New York’s projiziert. Kurz vor dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg war Charlie Chaplin einer der wenigen Filmemacher Hollywoods, die es wagten, die Gefahr des Nationalsozialismus anzuprangern. Entsprechend hoch war der politische Druck, der Chaplin zwang, den Film aus eigener Tasche zu finanzieren. Im Zuge der gegenwärtigen Spannungen zwischen West und Ost ist die Diskussion zu den menschlichen Grundwerten, welche in der Hitler-Satire vermittelt werden, aktueller denn je. Chaplin hebt die Bedeutung von Hoffnung, Respekt, Demokratie und Freiheit hervor, damit die Menschheit über Hass, Elend und Diktatur triumphieren kann.
Vom 12. März bis zum 29. August 2021 zeigt Chaplin’s World die Sonderausstellung zum Jahrhundertfilm «Chaplin und der grosse Diktator: Die Geschichte eines kleinen Fisches in einem Ozean voller Haie». Wie bereitete sich Charlie Chaplin auf die Imitation von Adolf Hitler’s Mimik und Gestik vor? Was hat es mit den Parodienamen für Hitler, Göring und Mussolini auf sich? Wie stand Chaplin nach der Aufdeckung der Nazi-Gräueltaten zum eigenen Film?
Beginnend mit einer Synopsis des Streifens und original Fotoabzügen führt die dreisprachige Ausstellung (de/fr/en) ihre Besucher auf die Spuren des einfachen Friseurs, der sich der Verfolgung der Schergen des brutalen Diktators Hynkel ausgesetzt sieht. Unveröffentlichte, während den Dreharbeiten aufgenommene Fotografien des Regieassistenten Dan James beleuchten den Alltag am Set und zeigen bisher unveröffentlichte Szenen und Filmtricks aus Chaplin’s erstem Tonfilm. Die Uniform von Diktator Hynkel, welche Anfang Februar 2021 in einer Schweizer Privatsammlung wiederentdeckt wurde, wird ebenfalls Teil der Ausstellung sein. Die Ausstellung wurde koproduziert von Rencontres d’Arles, Roy Export S.A.S. (den Rechtsinhabern Chaplins), Institut pour la photographie de Lille und The Charlie Chaplin Museum Foundation.
Menschen aus aller Welt schreiben Schlussrede neu
Am 12. März 2021 (Aufschaltung der Webseite) startet ebenfalls der Aufruf zur Bewegung #LETUSALLUNITE. In der Ausstellung werden die Besucher auf einer interaktiven Station dazu aufgefordert, digital zum kleinen Tramp zu werden. Wie geht das? Mit einem Selfie auf der Webseite wird das eigene Gesicht ins Tramp-Kostüm «gephotoshopped» und zu einem Buchstaben zusammengesetzt. Die kombinierten menschlichen Buchstaben bilden so die Schlussrede des Films. Alle haben die Möglichkeit teilzunehmen.
Einen Buchstaben der Rede darzustellen, bedeutet sich deren Inhalt zu eigen machen und einen Teil jener Gruppe von Menschen zu sein, die an die humanistischen Werte Chaplin’s glauben. Gemeinsam bilden sie eine Botschaft des Friedens, der Toleranz und der Einheit. Im Sommer 2021 wird das Werk auf einem Mega-Transparent enthüllt, das die Grenzmauer des Chaplin’s World-Geländes umfasst.