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Aneurysma
Ein Aneurysma im Gehirn (intrakranielles oder zerebrales Aneurysma) ist die krankhafte Aufweitung eines Hirngefäßes. Wenn es reißt, verursacht das oft schwere Hirnschäden oder sogar den Tod der Betroffenen.
Urteil 8C_273/2020 vom 18.06.2020 (Volltext)
Sachverhalt:
- Auffahrkollision von A. am 09.11.2015
- Nach Ablauf von 72 Stunden resp. einer Woche traten seinen Angaben gemäss Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel sowie Schlafstörungen auf.
- Am 01.12.2015 konsultierte er erstmals seinen Hausarzt.
- Ein MRT der Halswirbelsäule (HWS) vom 03.12.2015 zeigte degenerative Veränderungen bei kyphotischer Fehlhaltung. Eine traumatische Läsion liess sich nicht nachweisen.
- In den darauffolgenden Monaten steigerte A. sein Arbeitspensum auf 50 %.
- Eine weitere bildgebende Abklärung am 15.06.2016 ergab ein 5-7 mm grosses Aneurysma im V4 Segment der linken Wirbelarterie, wobei eine im Juni 2012 vorgenommene bildgebende Untersuchung diesbezüglich noch bland gewesen war.
- Am 17.08.2016 erneute Auffahrkollision
- Innert weniger Stunden beklagte der Versicherte ähnliche Symptome wie beim ersten Unfall.
- Bis Ende 03.2017 steigerte er sein Arbeitspensum erneut auf 50 %. Ab Mitte 01.2018 attestierte ihm sein Hausarzt eine Arbeitsfähigkeit von 70 % und ab 05.2018 eine solche von 80 %.
Kausalität:
- Mit Verfügung vom 13.12.2017 stellt die Suva sämtliche Leistungen ein und verneinte einen Anspruch auf Invalidenrente sowie Integritätsentschädigung mangels eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den noch vorhandenen Beschwerden und den Ereignissen vom 09.11.2015 und 17.08.2016.
Aus dem Urteil gemäss E 4.1:
Die hier intrakraniell im Bereich der Schädelbasis liegende Aneurysmaformation sei daher, bei fehlender Intrazerebraler Verletzung und mit Blick auf den Unfallmechanismus, nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Aus dem in der Beschwerde zitierten Urteil U 413/05, worin die natürliche (Teil-) Kausalität eines Auffahrunfalls mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule sowie Kompression des Thorax zu einem dissezierenden Aortenaneurysma bei labilem Vorzustand (Medianekrose Erdheim-Gsell) in Frage stand, vermag der Versicherte bereits mangels vergleichbarer Sachverhalte nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Entgegen seinen Einwendungen durfte die Vorinstanz bei der vorliegenden Sachlage auf weitere Abklärungen zur Frage einer traumatischen Ursache des Aneurysmas verzichten (antizipierte Beweiswürdigung). Wie diese bereits zutreffend dargelegt hat, erachtete der Radiologe Dr. med. E. ein traumaassoziiertes Aneurysma nach MR des Schädels am 15. Juni 2016 bloss als möglich. Der behandelnde Neurologe und Psychiater Dr. med. F. bezeichnete im Bericht vom 27. Juni 2016 das Aneurysma "in Anbetracht der Anamnese vermutlich als Folge einer Verletzung der arteria vertebralis links mit Intimaeinriss im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 9.11.2015". Am 10. Mai 2017 führte er zur Begründung einer Unfallgenese ergänzend aus, dass das Aneurysma im Jahr 2012 noch nicht vorhanden gewesen sei. Daneben bestünden beim Versicherten keine Zeichen einer Gefässerkrankung. Damit (vgl. zum beweisrechtlich nicht zulässigen "Post-hoc-ergo-propter-hoc-Schluss" im Sinne von "nach dem Unfall, also wegen des Unfalls": BGE 142 V 325 E. <ip-pii> S. 330) liegen keine Anhaltspunkte vor, die auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Folgerungen der Kreisärztin Dr. med. D. begründeten.