Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03114.jsonl.gz/3997

Endlich tritt 4) Nesselsucht in Begleitung fieberhafter Krankheiten (Wechselfieber) zuweilen auf. Die Nesselsucht ist stets mit einem lästigen,
unwiderstehlich zum Kratzen der Haut auffordernden Jucken der Haut verbunden. Dieses Jucken und die Quaddelnbildung sind die einzigen
Symptome der Formen der Nesselsucht, mit Ausnahme der fieberhaften Nesselsucht. Die Dauer der Krankheit ist meist auf einen
oder wenige Tage beschränkt, doch macht sie nicht selten Rückfälle. Das die fieberhafte Nesselsucht begleitende und dieselbe
zuweilen einleitende Fieber kann einen hohen Grad erreichen, so daß die Zunge trocken, der Schlaf sehr unruhig wird und selbst
Delirien auftreten.
Gesellen sich zu diesem Fieber heftiges Erbrechen und häufige Durchfälle, so kann man eine schwere Erkrankung
vor sich zu haben glauben. Indessen verliert sich der Ausschlag wie das Fieber und die gastrischen Symptome schon nach einigen
Tagen, und es folgt eine schnelle Genesung. Eine eingreifende ärztliche Behandlung der Nesselsucht ist durchaus nicht nötig. Gegen
das Hautjucken hat man Waschungen mit sehr verdünnten Säuren und Einreibungen mit Zitronenscheiben empfohlen,
doch ist ihre Wirkung sehr unsicher. Gegen hartnäckige Formen werden Quecksilber, Arsen, Aconit mit geringem Erfolg angewendet.
Man muß sich daher darauf beschränken, das etwa beeinträchtigte Allgemeinbefinden der Kranken durch diätetische Mittel
wiederherstellen, Verdauungsstörungen zu beseitigen und den Genuß von Speisen zu untersagen, nach welchem
erfahrungsgemäß manche Personen die Nesselsucht bekommen.