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Metaanalyse: Klinische Bedeutung des Clopidogrel-Genotyps
Obwohl es klar belegte Unterschiede beim Clopidogrel-Metabolismus (CYP2C19-Genotyp) mit messbaren Auswirkungen auf die Thrombozytenhemmung gibt, scheint dies wenig Einfluss auf klinisch relevante Ereignisse zu haben, wie eine Metaanalyse im JAMA zeigt. Damit wird erneut der Nutzen des Clopidogrel-Gentests in Frage gestellt.
Für die Metaanalyse wurden die Daten von 32 Studien mit insgesamt 42'016 Teilnehmern ausgewertet. 6 randomisierte Studien haben den Einfluss des Genotyps auf die kardiovaskuläre Ereignisrate und Blutungsrate untersucht ("Effect-modification-Studien"), 26 randomisierte Studien die Auswirkungen des Genotyps auf den aktiven Clopidogrel-Metaboliten, auf die Hemmung der Plättchenaktivität sowie auf das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Blutungen ("Treatment-only-Studien").
Insgesamt wurden in den Studien 3'545 kardiovaskuläre Ereignisse, 579 Stent-Thrombosen und 1'413 Blutungskomplikationen erfasst. In den Effect-modification-Studien zeigte sich kein Unterschied zwischen schlechten und schnellen Metabolisierer bezüglich kardiovaskulärer Ereignisrate oder Blutungsrate (p>0.05 für beide Interaktionen). In den Treatment-only-Studien hatten schlechte Metabolisierer einen verminderten Plasmaspiegel des aktiven Clopidogrel-Metaboliten, eine geringere plättchenhemmende Wirkung, eine etwas niedrigere Blutungsrate (16% relative Risikoreduktion, absolute Risikoreduktion: 5-8 Ereignisse pro 1'000 Personen) und eine etwas höhere kardiovaskuläre Ereignisrate (relatives Risiko 1.18, absolutes Risiko: 8-12 Ereignisse pro 1'000 Personen). Diese Auswirkungen wurden allerdings vorwiegend in kleineren Studien gesehen, sodass ein gewisser Bias durch die Veröffentlichung kleinerer Studien mit günstigeren Ergebnissen nicht ausgeschlossen werden kann. Wurden nämlich nur Studien mit mehr als 200 Ereignissen ausgewertet, so war kein Einfluss des Genotyps auf die klinischen Ereignisraten mehr nachweisbar.
Konklusion der Autoren: Obwohl der Clopidogrel-Genotyp Auswirkungen auf die Plättchenfunktion hat, dürften schlechten Metabolisierer dennoch kein merklich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben.
Link zur Studie
JAMA 2011;306:2704-2714 - Holmes MV et al.
30.12.2011 - gem