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Während des Kalten Krieges fand eine viel stärkere Mediatisierung des Sports und seiner Champions statt als in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Sportliche Erfolge sollten die Überlegenheit des Kapitalismus oder des Kommunismus sowie die Stellung eines Landes auf der internationalen Bühne demonstrieren.
Die Hauptakteure in diesem Wettkampf waren die USA und die UdSSR, aber auch andere Sportgrössen wie Frankreich wollten sich in der Sportwelt behaupten.
Damals fiel die Schweizerische Eidgenossenschaft in der Rangliste der Olympischen Sommerspiele immer weiter zurück und erlebte ein regelrechtes ,sportliches Tief‘. Dies ist im Wesentlichen auf zwei Umstände zurückzuführen: Zum einen vervielfältigte sich die Zahl der teilnehmenden Länder, vor allem aufgrund der Entkolonisierung und der verbesserten Reisemöglichkeiten weltweit. Zum anderen erhöhten viele Länder ihre Investitionen in Training und Doping. Bei den Winterspielen 1948 in St. Moritz gelang es der Schweizer Delegation, im Medaillenspiegel nach oben zu klettern, weil es den am zweiten Weltkrieg beteiligten Ländern an finanziellen Mitteln sowie Athletinnen und Athleten mangelte. In der Folge erreichte die Schweiz wieder die gewohnten Platzierungen und bewahrte ihr Image als ‚Wintersportland‘, da der Wintersport naturgemäss nicht auf der ganzen Welt betrieben werden kann.
Mit dem Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport vom 17. März 1972 geht auch die Absicht einher, Sportlerinnen und Sportler hervorzubringen, die die Interessen des Landes vertreten und sein Prestige fördern.Quentin Tonnerre
In einem Land, das immer wieder seine ‚Kleinheit‘ betonte und in dem die Idee der ‚Geistigen Landesverteidigung‘ mit dem Wirtschaftswachstum an Bedeutung verlor, musste ein neues Vorbild für den Sport gefunden werden. Es genügte nicht mehr, als das Land der Sportsoldaten zu gelten – ein Image, das bisher vom Militär aufrechterhalten wurde. Nun galt es, dieses neue Vorbild durch Kultur- und Wissenstransfer im Ausland zu suchen und sich vor allem an den grossen Sportnationen zu orientieren. In den Eidgenössischen Räten befürchtete der bürgerliche Block eine Verweichlichung der Bevölkerung, vor allem infolge der Verbreitung des Fernsehens, und wollte deshalb die Jugendlichen wieder fit machen, um sie besser unter Kontrolle zu haben. Sorgen bereitete auch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Athletinnen und Athleten auf der internationalen Bühne. Beispielsweise war die Schweiz bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne nicht dabei. Doch den grössten Schock erlebte das Land bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck: Die Schweizerinnen und Schweizer gewannen nicht eine einzige Medaille. Dieses schwache Ergebnis diente als Vorwand, die Schweizer Sportlobby zu stärken. Im Jahr 1966 wurden eine interparlamentarische Gruppe für Sportfragen und das Nationale Komitee für Elite-Sport gegründet. Im Jahr 1971 wurde die Stiftung ‚Schweizer Sporthilfe‘ ins Leben gerufen. Zweck der Stiftung ist die individuelle, finanzielle Unterstützung von leistungsorientierten Athletinnen und Athleten, die an grossen internationalen Sportwettkämpfen teilnehmen. Mit dem Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport vom 17. März 1972 geht auch die Absicht einher, Sportlerinnen und Sportler hervorzubringen, die die Interessen des Landes vertreten und sein Prestige fördern.
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