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Voriconazol und Tolterodin beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhte Tolterodinkonzentrationen möglich, Risiko für QT-Zeit-Verlängerung
Mechanismus
Tolterodin wird hauptsächlich über CYP2D6 und bei Patienten mit Defizit an CYP2D6 (poor metabolizer) über die CYP3A-Isoenzyme abgebaut [Brynne N, 1999]. Voriconazol wird unter anderem durch CYP3A4 abgebaut und hemmt gleichzeitig dessen Aktivität [Murayama N, 2007]. Beide Wirkstoffe sind mit QT-Zeit-Verlängerungen assoziiert worden [Malhotra BK, 2007][Aypar E, 2011].
Effekt
Bei gleichzeitiger Gabe können die Tolterodinkonzentrationen erhöht sein. Zusätzlich sind erhöhte Konzentrationen von Tolterodin bei Patienten mit verringerter CYP2D6-Aktivität (gemäss Schweizer Fachinformation 5-10% der kaukasischen Bevölkerung) möglich. Dadurch kann eine verstärkte anticholinerge Wirkung auftreten. Zudem kann es bei der Kombination der beiden Wirkstoffe zu einer additiven Verlängerung der QT-Zeit kommen, wodurch das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (incl. Torsades de pointes) erhöht sein kann.
Empfehlung
Gemäss Schweizer Fachinformation ist die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit CYP3A4 Substraten, für welche eine QTc-verlängernde Wirkung bekannt sind, formal kontraindiziert. Sollen beide Medikamente zusammen eingesetzt werden, sollte die Tageshöchstdosis von 2mg Tolterodin nicht überschritten und regelmässige EKG-Kontrollen durchgeführt werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018