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Wettbewerb, Februar 2011
Der Rand
Eine strassendefinierende Blockrandbebauung scheint uns an diesem spezifischen Ort – am Rande des Quartiers «Limmatfeld» – angemessen zu sein, um städtebaulich und architektonisch auf die komplexen Randbedingungen reagieren zu können. Während die inneren Strukturen des Quartiers, mit fussgängerfreundlichen Plätzen und Strassen, sich dem Thema «Limmatfeld – unsere kleine Stadt» annehmen, gilt es an diesem Ort, das Quartier räumlich zu fassen, einen Rand zu bilden, der weder als Megastruktur noch als Ansammlung freistehender Bauten in Erscheinung tritt. Angestrebt wird ein zusammenhängendes Ensemble unterschiedlicher Einheiten, die ein Ganzes bilden – einen in seiner architektonischen Sprache selbstverständlich wirkenden städtischen Rand.
Die Figur
Der Blockrand bildet eine Stadtfigur mit einer klaren Grundrissform, deren Aufgabe sich darin definiert, Bereiche des öffentlichen Raums und der privaten Sphäre präzise zueinander in Beziehung zu setzen. Die äussere Konturlinie der Figur ist stadtraumbildend; sie folgt dem Strassenraum und definiert diesen als konstituierenden Teil des Quartiers. Im Gegensatz dazu, legt die innere Konturline der Figur die Umrisse eines Raums fest, der als grosszügiger Innenhof – als Dachgarten über der Parkgarage – einen Ort der Ruhe und des Rückzugs innerhalb der Stadt schafft. Somit bildet die Figur einen raumhaltigen Körper, der nicht nur die verschiedenen Nutzungen des Raumprogramms aufnimmt, vielmehr zwischen Aussen und Innen, zwischen öffentlichen und privaten Bereichen vermittelt.
Das Ensemble
Der Blockrand besteht aus mehreren zueinander in Relation stehenden Gebäuden mit unterschiedlichen Nutzungen: Büro, Wohnen, Hotel, betreutes Wohnen und Pflegeheim. Am deutlichsten sind diese nutzungsbezogenen Baukörper auf der Ebene des Dachgartens zu erkennen. Hier öffnet sich der Hof zwischen den Gebäuden zum Strassenraum: sogenannte «Stadtfenster» durchdringen den Blockrand und ermöglichen einen Bezug zwischen Hof- und Strassenraum. Ebenso weist jeder Baukörper unterschiedliche «Adressen» auf, mit Zugängen, die den jeweiligen Strassen zugeordnet sind. Die Eingangsbereiche verbinden – anhand unterschiedlicher Raumsequenzen oder innenräumlichen «Schnittfiguren» – die Stadtebene mit dem höher liegenden Dachgarten.
Der Turm
Der Wohnturm, der sich als Volumen aus dem Blockrand entwickelt, ist allseitig orientiert. Er ist sowohl Teil des Blockrands als auch als freistehender Baukörper zu lesen. Während eine Fassade sich in gebührender Distanz dem Rapidplatz zuwendet, grenzen zwei weitere Fassaden unmittelbarer an die Überlandstrasse an. Andere Flächen des Wohnturms nehmen grossräumig auf die Umgebung Bezug, sei es auf den Limmatraum oder die umliegenden Hügelketten. So resultiert der facettierte Wohnturm aus der Wechselwirkung zwischen Nähe und Entfernung – ein identitätsbildendes Zeichen, das sich trotz seiner Grösse bescheiden gibt, die nachbarschaftliche Nähe sucht und dennoch den Abstand wahrt.
Die Fassade
Die Fassade besteht aus mehreren Schichten, deren gestalterische Absicht sich darin definiert, sowohl Einheit als auch Vielfalt zu ermöglichen. Während die äussere Hülle als Rahmenkonstruktion den gesamten Blockrand – einschliesslich Turm – umfasst, reagiert die nach innen versetzte Schicht auf nutzungsspezifische Anforderungen. Somit vermittelt die Fassade zwischen innerer Struktur und äusserer Erscheinung: Differenz im kleineren Massstab bei gleichzeitiger Einheitlichkeit im übergeordneten Ausdruck. Doch auch die äussere Rahmenkonstruktion passt sich bestimmten Gegebenheiten an, sei es im Übergangsbereich zwischen Turm und Blockrand mit einer Komprimierung des Achsmasses, sei es im Arkadenbereich des Erdgeschosses oder des oberen Turmabschlusses. Die vorfabrizierten Elemente, die einen effizienten Bauablauf ermöglichen, untermauern die zurückhaltende Gestaltung des gesamten Ensembles.