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Geboren wurde Hans Dürr im mittelfränkischen Dörfchen Oberramstadt, wo er zusammen mit seinen jüngeren Geschwistern Hermann und Helene auf dem Bauernhof seiner Eltern aufwuchs. Nach dem Besuch des Reichsstadtgymnasiums in Rothenburg ob der Tauber begann er 1975 in Basel mit dem Theologiestudium, das er 1981/82 mit dem einjährigen Lernvikariat in Lausen BL und der Ordination abschloss.
Während des Studiums arbeitete er teilzeitlich und erteilte Religionsunterricht, engagierte sich in der Jugendarbeit und war Mitglied im Kirchenvorstand der Matthäus-Gemeinde. Ausserdem gehörte er 1974-79 zur Christusträger-Bruderschaft.
Nach seiner Tätigkeit im Gemeindeteil St. Jakob der Münstergemeinde Basel widmete er sich eine Zeitlang Tätigkeiten in der Weiterbildung der Basler Kirche und dem Religionsunterricht auf der Orientierungsstufe, bis er zur Übernahme einer Stellvertretung in den Schaffhauser Reiat-Gemeinden eingeladen wurde. Daraus wurde eine feste Anstellung, die bis zu seiner Pensionierung 2018 dauerte.
Hans Dürr hat eine besondere Gabe für die Arbeit mit Menschen und insbesondere auch mit Jugendlichen. Kirche fand für Hans Dürr und durch ihn auch für die Menschen auf dem Reiat nicht nur am Sonntag in einem Gebäude statt, sondern auch beim Zopfbacken, auf Kirchenreisen, bei Kaffee und Kuchen oder an Filmabenden. So führte er auch den Pfarrkonvent 2003 in Irland nicht nur zu Orten der Friedensarbeit und in Kirchen, sondern auch in Pubs mit spontaner Live-Musik, zu wildromantisch gelegenen Restaurants und idyllischen Lochs (Seen). Legendär sind die von ihm organisierten Konzerte, für die er namhafte Künstlerinnen und Künstler in die kleine Reiatgemeinde brachte, ein Engagement, für das er 2014 den Ambassador-Preis erhielt. Die Jugendlichen schätzen ihn sehr, und das nicht nur wegen der vielen Spaghetti-Abende und der Lager, die in gemeinsamer Arbeit vorbereitet und finanziert wurden. Man spürte einfach, dass er Menschen mochte und bereit war, sich voll und ganz für sie und die ihm anvertrauten Aufgaben einzusetzen.
Er hoffte, nach seiner Pensionierung nun mehr Zeit für den Besuch eines FCB-Matchs, gute Filme und Bücher und die Pflege der Kontakte zu seinen Musikerfreund-inn-en zu haben. Doch ganz überraschend verstarb er nur ein Jahr nach dem Eintritt in den Ruhestand in seiner Wohnung in Stetten.
Joachim Finger, Beringen