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Im Moment hätte es freien Platz im Stall, aber die Finanzen reichen nicht ein weiteres Pferd aufzunehmen ohne Paten welche die Finanzierung garantieren.
Wer Interesse daran hat, einem Tier einen Lebensplatz zu ermöglichen, mit einer Patenschaft oder Teilpatenschaft unterstützten kann, dass die aiavita Notfellen eine Notplatzierung oder einen Lebensplatz bieten kann-meldet sich unter <email-pii>
Jede Patenschaft (auch Teilpatenschaften) und Spenden helfen im Alltag weiter und sichern das Leben dieser und weiterer Tiere in Not.
Sarah de la noble Hayé
Geboren 1995 und seit 17.9.2008 in der aiavita
Sarah kam nach einem verzweifelten Telefon einer Bekannten zu mir, die einen Beisteller zum Reiten aufgenommen hatte.
Anstelle der drei Monate Probezeit die vereinbart war, kamen die Vorbesitzer mit Anhänger in dem das Pferd an allen vier Füssen angekettet war und einem Papier zum Übertragung der Stute mit den Worten: "Bring sie in die Metzg wenn‘s nicht geht, da hätten wir sie auch hingebracht, wenn du dich nicht gemeldet hättest."
Die Stute griff jeden an, der in die Boxe wollte, liess sich nicht anhalftern, biss und schlug um sich. Nach vier Tagen war meine Bekannte so ratlos, dass sie mich um Hilfe bat und ich das Pferd abholte.
Von mir liess sie sich wohl führen und versorgen, sie war aber das erste Jahr immer wieder krank (undefinierbar, Ausschläge, wildes Fleisch, Hufabszesse, Pilze....) und liess sich von niemand anderem anfassen oder versorgen.
Mittlerweilen ist sie stabil, aufgeschlossen und hat in Chanel ihre Freundin fürs Leben gefunden, oft sind sie im Zweierpack unterwegs, zu zweit fühlen sie sich beide sicher.
Sarah hat aber alle paar Tage, wenn man 'etwas von ihr will' (das kann Anhalftern sein, Hufe machen....) Flashbacks wie ein Kriegsveteran. Das heisst, sie rollt die Augen, lässt sich kaum noch ansprechen, beisst reflexartig massiv zu, schlägt gezielt aus, steigt, wird sehr nervös oder wird so panisch, dass sie über jeden, der ihr im Weg steht drüber rennt- ich kann sie in solchen Situationen (fast) immer am Boden halten, es ist aber schlicht zu gefährlich irgendwas mit ihr zu machen, solange die Gefahr solcher Flashbacks besteht.
Zudem ist sie sehr launisch - es gibt Tage, da darf ich sie putzen und ihr die Hufe auskratzen, an anderen beisst und schlägt sie - meist aus heiterem Himmel - mit gerollten Augen - kurz danach steht sie da, guckt einen an und erschrickt in Erwartung der Schläge, die sie wohl vorher meist bekam.
An den 'guten Tagen' kommt sie, möchte im Kreuz massiert werden, möchte Klickern und ist mächtig stolz darauf, wenn sie was kann oder ist einfach nur freundlich präsent. Sie kommt und schmust unglaublich gerne, lässt sich an den Ohren Kraulen und geniesst sichtlich entspannt.
Wir haben uns arrangiert, an guten Tagen wird sie versorgt, an schlechten Tagen darf sie ihre eigenen Wege gehen und so kommt in ganz kleinen Schritten ein immer freundlicheres entspannter Pferd zum Vorschein - aber die Narben am Körper werden bleiben, die in der Seele auch.
Sie ist mittlerweile 22Jahre alt, reagiert bei feuchtem Wetter im Kreuz, ist manchmal etwas steif, und braucht da immer mehr zusätzliche Aufmerksamkeit. Vor einem Jahr hat sich eine Junge Frau gemeldet die als Jugendliche Sarahs Reiterin war- und kam sie besuchen. Was für eine Freude- Sahra hat sichtlich gestrahlt als sie begriff wer da vor ihr stand. Das war unglaublich mit anzusehen. So kommt diese junge Frau immer wieder zu Besuch und Sahra freut sich jedes Mal sichtlich!
* Hat eine Kleinpatenschaft
Sineads Jazzy May Girl named Molly
Geboren 2012 in Irland und seit 12.2 2021 in der aiavita
Molly wurde direkt aus Irland an eine Reitschule verkauft, welche sie eigentlich als Schulpferdchen haben wollte. Angekommen tobte das Mädel aber dermassen dass schnell klar war, das wird nichts. Eine befreundete Einstellerin auf dem Hof übernahm sie (für ihre Reitbeteiligung, welche dann aber schnell merkte, dass sie mit Molly auch nicht wie gewünscht zurecht kam). So bleib sie bei der Einstellerin, welche ihr mit viel Liebe und Geduld die Welt zeigte und sie an die Arbeit mit den Menschen heran führte. Im Sommer ging das sehr gut, Molly machte grosse Fortschritte, im Winter aber, wohl auch auf Grund Boxenhaltung mit wenig Paddockauslauf, begann sie sich immer mehr zu verkrampfen und zeigte an, dass ihr Rücken wohl etwas weh tat. Wenn man da nicht drauf reagierte, setzte sie ihre Kraft ein- und machte einen verstehen.
So kam es, dass während der Covid Zeit auch die Finanzen knapp wurden und insgesamt die Situation mit Molly unbefriedigend war. Molly braucht Offenstall, permanente Bewegungsmöglichkeit und ein Ort wo sie darf, aber nicht muss. Ein Mensch, welcher ohne Druck mit ihr arbeitet, sonst wehrt sie sich. Wo sie an guten Tagen mitarbeiten kann, an schlechten Tagen melden kann dass heute nichts ist. Nur, so ein Pferd gibt man nicht einfach weiter. Die Besitzerin wollte, ganz sicher sein, dass Molly mit ihrem doch etwas eigenen Charakter, sicher nicht zum Wanderpokal oder in falsche Hände kam und so landete die Platzanfrage bei der aiavita. Nach langem Nachdenken und suchen nach Paten (eine wundervolle Teilpatin wurde gefunden und ist zur Freundin geworden) und Anfragen von Stiftungen, welche den Transport mit unterstützten war klar, dass Molly in der aiavita ihren Lebensplatz bekommt.
Am 12. Februar wurde Molly von Florence Schnidrig Pferdetransport in Mittenwald abgeholt und mit einem Selbstfahrer in die Schweiz gebracht. Molly stieg zum Erstaunen der Vorbesitzerin recht gut ein und kam dann, nach längeren Verzögerungen im Verkehr und an der Grenze, irgendwann am späteren Nachmittag in der aiavita an.
Sie wirkte recht gelassen, aber etwas skeptisch all dem Neuen gegenüber- Ich habe ihr einen Platz im Heulager frei gemacht, wo sie durch das offene Scheunentor mit den anderen Pferden kontakt aufnehmen konnte, aber geschützt stand und konnte nach dem Transport etwas zur Ruhe kommen. Die beiden Stuten hier haben sie sehr freundlich begrüsst und eine gewisse Sympathie war schnell sichtbar. Die Stuten haben sich angeblubbert und wurden, wie immer bei Aufregung, alle Rossig. Was ein ziemliches gequieke nach sich zog, da sie immer wieder aneinander knabberten und dann quietschten. (ich versuche das Video anzuhängen an die Mail.) Anscheinend befanden Sarah (die älteste) und Molly dann um etwa Mitternacht, es sei nun genug abgetrennt gestanden und sie integrierte sich kurzerhand selber-in dem sie das zur Trennung befestigte Palette, quasi öffneten. So sah ich plötzlich auf der Stallkamera, dass drei Pferde im Offenstall rumlaufen.
Die drei Mädels waren erstaunlich ruhig und freundlich miteinander und so konnte ich das mit ruhigem Herzen laufen lassen.
So waren die ersten drei Wochen von Kennenlernen, und Ankommen geprägt. Molly wurde zusehends sicherer, nahm immer mehr Kontakt mit den Mädels auf, lernte die Schäfchenfamilie kennen welche gerade anbei wohnt, hat mit den Hunden Kontakt aufgenommen und erschreckt nicht mehr, wenn diese beim Spielen wie die irren um die Stallecke sausen. Sie wurde osteopathisch angeschaut, gerichtet und viel massiert, dass das was von Transport und dem ganzen Stress verschoben und verkrampft war sich richtig löste. Meine Tierärztin die wegen der anderen regelmässig hier war hat Molly auch angeschaut und sich gefreut, was für ein tolles Pferdchen hier landen durfte.
Molly macht gern Kunsstückchen, ´Nein-sagen´ kann sie sehr gut, und das ´Küssen´ lernte sie im Handumdrehen. Sie ist sehr verschmust und lässt sich gerne putzen und massieren, wenn ich in den Stall komme kommt sie sofort, Dehnübungen findet sie manchmal etwas komisch, macht aber meist gut mit. Wenn sie etwas nicht möchte, zeigt sie klar an, dass es jetzt genug ist. So ist es sehr angenehm mit ihr was zu machen, sie ist hoch anständig. Molly liebt es wenn man sie krault, einem den Hintern hin zu halten, neben der Schweifrübe findet sie es ganz toll und unter dem Bauch ist auch wunderbar. Molly zeigt sich als zarte, sehr sensible und anschmiegsame Stute. Sie strahlt eine liebevolle Ruhe aus, ist unaufdringlich in der Nähe und geniesst jede Aufmerksamkeit. Wenn sie etwas unangenehm findet, zeigt sie es ganz anständig an, und wenn man dann reagiert und keinen Druck macht, kann man sie meist durchaus überzeugen doch mitzumachen.
Zeus Calypso
Geboren 20.4.2015 und seit 6.3. 2021 in der aiavita
Nach Mollys Ankunft, dachte ich, mitten in der Covid Krise sei es nun wohl gut für einen Moment mit neue Tiere aufnehmen.
Und dann, drei Wochen später, ein Inserat: "Zeus 5 Jahre zu Verschenken"
Dazu wurde von allen Seiten geschrieben ´das sei ein Fake, das Inserat sei schon in allen anderen Pferdegruppen aufgetaucht und gelöscht worden´. Mich nahm es wunder was denn der ´Fake´ daran sein soll. (jemand muss ja ein Vorteil haben deswegen) und schrieb, ich hätte gern mehr Infos zum Pferd.
Am nächsten Abend, als das Inserat schon lange wieder gelöscht war schrieb mich der Mann an.
Als die Frage nach der Adresse kam, (meine Adresse ist ja eh auffindbar) dachte ich, es kommt nun das Spiel mit ´Spedition´,´Geld´, ´Pferd Gratis aber´… blabla- seine Antwort war: Super. Is gut morgen 17.00 ich fahr…
Logisch, dachte ich - der bringt sicher kein Pferd (das es wahrscheinlich sowieso gar nicht gibt) schon gar nicht nach etwa 10 so knappen Facebooknachrichten.
Nun denn- Samstag Abend 18.18Uhr kam eine weitere Nachricht über Facebook: "Ich fahr, 19.00 bei dir in Stall."
…ääääähhhh echt jetzt? 18.58 stand ein Lieferwägelchen mit kleinem Pferdetransporter vor dem Haus und zwei Portugiesen stiegen aus- ich druckte einen Abtretungsvertrag aus, welcher der Herr anstandslos unterschrieb. Er händigte mir Pferdepass und einen Arm voll Pferdesachen (genau so- ein Arm voll gegriffen im Stall, ein paar Halfter, Strick, Decke und ein Zaum.), den Rest würde er dann mal noch bringen, meinte er. Er holte einen hübschen jungen Wallach aus dem Hänger- welcher ziemlich erschöpft und etwas verwirrt wirkte. Wir stellten ihn in den Heustall, wie drei Wochen vorher Molly (ich habe aber dazu gelernt und diesmal eine Metallstange als Abschrankung hingeschraubt.) Nach kurzer Zeit fuhren die zwei wieder ab und ich stand sehr verwirrt im Stall.
´Nun denn- wohnt halt noch ein Pony mehr hier!´ dachte ich und sendete meinem Partner ein Whatsapp Bild….
Auch hier verlief die Begrüssung fast unglaublich freundlich- die Mädels kamen alle drei um ihn zu begrüssen und fanden Zeus offensichtlich sehr sympathisch. Auch er reagierte sehr freundlich. Man merkte ihm an, dass er erschöpft und verwirrt war, man sah ihm eine gewisse Verwahrlosung an. Er stank nach Urin, hatte dicke Krusten am Bauch und Beinen (von ungemisteten Boxen in denen er sich hinlegte), seine Hufe waren deutlich zu lang, aber man merkte auch, dass er erst seit kürzerer Zeit nicht mehr gut gepflegt wurde- insgesamt schien eine gute Grundpflege durch, und er wirkte sehr freundlich und suchte deutlich Sicherheit.