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Saaser Mutten
Die Saaser Mutten sind ein lokaler, eigenständiger Schlag der Bergamaskerschafe. Es sind grosse, unbehornte Fleischschafe mit ausgeprägten Ramsnasen und auffällig grossen Hängeohren.
Der grössere Teil der Saaser Mutten ist weiss. Geschätzt ein Drittel der Tiere sind uni farbig oder gescheckt gezeichnet. Ihr Anteil steigt seit Beginn des Rettungsprojekts. Auffällige Rassemerkmale sind die langen Hängeohren und die deutlich ausgebildete Ramsnase. Die Tiere sind hornlos, liefern eine eher feine Wolle und werden hauptsächlich zur Fleischproduktion gehalten. Die Auen lammen asaisonal und bringen nicht selten Zwillinge zur Welt. Saaser Mutten zählen zu den grössten Schweizer Schafen und gelten als ruhig und sehr zutraulich. Man sagt ihnen nach, dass sie enge Beziehungen zu ihren Betreuungspersonen aufbauen.
Die Widerristhöhen liegen bei Auen bei 80 cm, bei Widdern bei 85 cm.
Die Gewichte liegen bei Auen bei 80 kg, bei Widdern bei 100 kg.
Herkunft und Entwicklung
Das Oberwallis gehörte zu den nördlichen Ausläufern des Verbreitungsgebiets der Bergamaskerschafe. Während die Bergamaskerschafe in weiten Teilen des Wallis von anderen Schafrassen verdrängt wurden, entwickelten sie sich im Gebiet im und um das Saas- und Simplontal zu einem eigenständigen Lokalschlag - den heutigen Saaser Mutten. Die Schäferei mit diesen Schafen hat im Saastal Tradition und der lokale Bergamaskertyp ist im Saastal das vorherrschende Schaf. Dass es sich um einen lokal angepassten Ökotyp handelt, bestätigen Aussagen heutiger Züchter, die berichten, dass nur weinig Zuchttiere von auswärts an der Saaser Schafzucht beteiligt waren. Zudem weisen die Saaser Mutten - verglichen mit den traditionell weissen Bergamaskerschafen im benachbarten Italien - einen Anteil von ca. einem Drittel an farbigen Tieren auf. Eine 2015 durchgeführte Genanalyse zeigte die Eigenständigkeit der Saaser Mutten auf.
Heutige Verbreitung
Zu Beginn des Rettungsprojekts wurden die Saaser Mutten bis auf wenige Ausnahmen vor allem im Walliser Saastal gehalten. Mit der Bekanntheit, die ProSpecieRara mit dem Projekt ab 2013 für die Schafe generierte, wurden auch Schafhalter nördlich der Alpen auf die Saaser Mutten aufmerksam so dass auch ausserhalb des Saastales mehr und mehr Züchter dazukommen und mithelfen, die Rasse abzusichern.
Bestandesentwicklung
- bis 2013 stark rückgängig, seit Projektstart wieder ansteigend
Nutzung
Zuchtziele
- Widerstandskraft, Anpassungsfähigkeit, Gesundheit und frei von Erbfehlern
- Gute Aufzuchteigenschaften
- Gute Mastfähigkeit auf der Basis von Raufutter
- Hohe Lebensdauer
- Mittlere Wollequalität