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Erektionsstörungen
Mit zunehmendem Alter stellen viele Männer fest, dass es länger dauert, bis sie eine Erektion bekommen. Und/oder dass die Erektion nicht so hart ist wie früher. Oder dass sie länger benötigen, um zum Orgasmus zu kommen. Das alles ist normal und sollte nicht mit Erektionsproblemen verwechselt werden. Erektionsprobleme sind keine unausweichliche Folgen des Alterns.
Medikamentös
Grundsätzlich können drei Wirkprinzipien unterschieden werden:
Oral eingenommene Medikamente, die im Penis wirken (PDE-5-Hemmer)
Oral eingenommene Medikamente, die im Gehirn wirken (Apomorphin und Yohimbin), beide in der Schweiz nicht im Handel.
Medikamente, die direkt am Penis angewendet werden.
PDE-5-Hemmer
Beim Vorliegen einer erektilen Dysfunktion ist die Konzentration des für die Erektion zuständigen Botenstoffes im Penis nicht ausreichend. PDE-5 ist ein Enzym in den Gefässwänden des Penis, welches diesen Botenstoff abbaut.
Durch die Hemmung des PDE-5 Enzyms wird der Abbau vermindert, die Konzentration steigt an – die Erektion entsteht. Wichtig ist: Diese Medikamente wirken ausschliesslich bei sexueller Stimulation.
PDE-5-Hemmer sind heute die weltweit populärste Behandlung bei Erektionsproblemen geworden. Ihre Anwendung ist einfach und praktisch: Man nimmt sie im Allgemeinen kurz vor dem Geschlechtsverkehr ein. Diese Eigenschaften machen PDE-5-Hemmer zum Teil zu einer sehr spontanen und natürlichen Behandlungsmethode.
Andere orale Medikamente
Ein weiteres Medikament als Behandlungsoption heisst «Apomorphin». Es ist als Tablette verfügbar, die sich unter der Zunge auflöst. Anders als PDE-5-Hemmer wirkt Apomorphin auf einen Teil des Gehirns, der den sexuellen Trieb kontrolliert. Apomorphin ist allerdings in der Schweiz inzwischen nicht mehr erhältlich.
Lokal angewandte Medikamente
Diese Medikamente werden entweder direkt in den Penis gespritzt oder werden in die Harnröhre eingebracht, von wo sie resorbiert werden. Die Substanzen verteilen sich im Schwellkörpergewebe und bewirken dort eine Erschlaffung der glatten Muskulatur. Diese führen über einen vermehrten Bluteintritt nach etwa fünf bis zehn Minuten zur Erektion. Diese Therapieformen eignen sich für Patienten, bei denen eine orale Pharmakotherapie kontraindiziert ist oder nicht ausreichend wirkt.
Sprechen Sie bei Therapiewunsch mit Ihrem Arzt. Er kennt Ihre Krankengeschichte und wird gemeinsam mit Ihnen entscheiden können, welche dieser Methoden die für Sie richtige ist.
Chirurgisch
Dies umfasst folgende Methoden:
Verbesserung der arteriellen Durchblutung im Penis, dabei wird der venöse Abfluss vermindert.
Chirurgische Implantate. Hierbei handelt es sich um zylindrische Silikonimplantate, die entweder massiv sind oder aufgebläht werden, um eine Erektion zu erzeugen. Die zweite Form besteht aus einem Drei-Komponenten-System mit Flüssigkeitsreservoir im Bauchraum, Pumpe im Hodensack und künstlichen Schwellkörpern.
Seit der Einführung neuerer Medikamente für die Behandlung der erektilen Dysfunktion werden chirurgische Methoden immer seltener angewendet. Dieser Schritt soll auch reichlich überlegt werden, da Strukturen des Penis irreversibel zerstört werden.
Mechanisch / Vakuumgeräte
Bei dieser Methode wird eine Vakuumröhre vor dem Penis angebracht, um durch Saugen eine Erektion auszulösen. Zugleich hilft ein Ring, der um den Penisansatz gelegt wird, die Erektion aufrechtzuerhalten. Vakuumgeräte sind im Allgemeinen sicher in der Anwendung. Dennoch sollten sie nicht länger als während 30 Minuten verwendet werden der Penis könnte kalt werden und schmerzen.
Psychologisch
Beratung und/oder Psychotherapie. Sie (und Ihre Partnerin, Partner) sprechen mit einem Psychiater, einem Psychologen oder einem anderen Berater für psychische Probleme. Dabei sollten Sie über die Probleme reden – sexuelle oder sonstige – die möglicherweise Einfluss auf Ihre Fähigkeit haben, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt; er wird Ihnen einen ausgebildeten Sexualberater oder Therapeuten empfehlen.