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Germaine Cousin-Zermatten ist 1925 in Sankt-Martin geboren, auf der rechten Talseite im Val d'Hérens, wo zu der damaligen Zeit die Einwohner dieser Bergdorfer noch sehr isoliert wohnten. Jede Familie stellte im Laufe des Jahres von ausgesuchten Alm- oder Wald-Kräutern der Region ihre eigenen Heilmittel her.
Germaine, achtes von vierzehn Kindern, erlebte ihre Kindheit zu einer Zeit, da man auf dem Heimweg vom Feld ein Taschentuch voll Schafgarbenblüten mitzubringen hatte oder beim Heimtrieb der Viehherde von der Weide nebenbei Wegerich, Kamille, Beifuss sammelte. Salbei und Malve waren in jedem Garten vertreten. Heublumen sammelte man im Frühjahr auf den leeren Heubühnen auf. Alle, gross und klein, brachten einen Korb, eine Tasche oder eine Schürze voller Pflanzen mit, die von der Mutter zum Trocknen auf den Dachboden gebracht wurden oder von denen sie gleich KrauterÔle,
Lotionen, Mixturen und Sirupe ansetzte, die man dann zur kalten Winterszeit hervorholte, wenn die Kinder zu Husten anfingen. Grossvater hatte auch seine Arzneimittel, wovon jedoch einige
Fläschchen nur von ihm geöffnet wurden ....
Beim Lesen der Seiten entdeckt man tausende von blühenden Büscheln zwischen Schnecken und Ameisenhaufen, Lärchen und Wildbächen. Der Geruch der Erde kommt einem wieder ins Gedächtnis, wie sie duftet, wenn sie einige schöne Brennesselwurzeln oder Löwenzahnwurzeln freigibt.
Kommen Sie in die Küche, lieber Leser, und ziehen Sie langsam den Duft des Sirups ein, der auf dem Holzfeuer siedet. Und wenn Sie nach dem Verlassen der Küche wieder kommen mit einem Armvoll Blatter, lassen Sie sich von Germaine beraten, sie wird lhnen sagen, wie es geht.