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Die Büste auf dem Brunnen des Place du Temple
Nach der Anklage, an der Stürmung der Siegessäule Colonne Vendôme während der Pariser Kommune beteiligt gewesen zu sein, wird der Maler Gustave Courbet verhaftet, sechs Monate im Gefängnis Sainte-Pélagie eingesperrt und im Mai 1873 vom französischen Staat zur Zahlung der Kosten für den Wiederaufbau (323’000 Francs) verurteilt. Zwei Monate später flieht er in die Schweiz, wo er die vier letzten Jahre seines Lebens in La Tour-de-Peilz verbringt.
Als Dank an die Stadt für die freundliche Aufnahme vermacht er ihr 1875 die Büste, die heute den Brunnen auf dem Place du Temple ziert. Die ursprünglich als Helvetia gestaltete Figurändert erspäterauf Antrag der Behörden in eine Liberté um. Das Denkmal wird am 15. August 1875 im Beisein des Künstlers eingeweiht.
Das Gesicht seiner Liberté ist wohl nicht ohne Absicht in Richtung Berge und seine Heimat Frankreich gewandt – ein Hinweis auf Courbets beständige Art, dem verwehrten Vaterland die Stirn zu bieten. Mit seinen eigenen Worten erklärt: „Die Freiheit ist ein Gemeingut der Menschheit. Kein Land kann sie ihr Eigen nennen, sie kann in jedermann zum Ausdruck kommen; unter der einen Bedingung, dass das Genie des Künstlers nicht beeinträchtigt wird.“