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Werner Hartmann hat schon als junger Maler eine besondere Sensibilität für Farbe entwickelt. Er wurde darin vor allem von zwei Lehrern an den von ihm besuchten Pariser Akademien unterstützt. Von André Lhote lernte er das Wichtigste zu Bildkomposition und harmonischer Bildeinteilung, wozu auch die Anordnung der bildnerischen Elemente wie Formen, Lichter, Tonwerte und Farben gehörte.
Aber es war schliesslich Roger Bissière an der Académie Ranson, der ihn stark beeinflussen sollte. «Er hat innerlich Fühlung mit mir», vertraut Hartmann seinem Tagebuch an. Bissières den Studenten schriftlich abgegebenen Ratschläge hatte Hartmann noch Jahre später in seinem Atelier aufgehängt; zum Beispiel: «Glaubt nicht etwa, dass die bunteste Farbpalette geeignet ist, um das farbigste Bild entstehen zu lassen; seid im Gegenteil sicher, dass die massvollste Palette die expressivste ist.»
Werner Hartmann war sich früh bewusst, dass Form und Farbe wichtig sind zur Umsetzung und Interpretation eines Motivs, aber dass dabei mit entsprechend ausgewählten und kombinierten Farben noch mehr Wirkung erzielt werden kann. Zu Beginn seiner Maltätigkeit verwendete er eher dunkle Farben in gedämpften, abgemischten Abstufungen, das ganze Bild war in einem einheitlichen Ton gehalten, lediglich die Bilder aus Südfrankreich (Porquerolles) fanden allmählich zu helleren Farbkombinationen. An einem Vortrag erzählte er später von dieser frühen Zeit: «Ich malte damals [vor 1931] dunkel, meist Frauenporträts und Kompositionen mit Harlekins. Im nächsten Sommer beabsichtigte ich, meinem lieben Südfrankreich untreu zu werden, den Sommer in Holland oder Belgien zu verleben. Ich fühlte mich zu einer Clair-Obscur-Malerei hingezogen und zu einer Landschaft, über der sich ein bewegter Himmel wölbte. Mitten in diesen Erwägungen erhielt ich eine Einladung nach Marokko; an der Residenz von Fez wurde mir ein Atelier angeboten. Es war das erste Mal, dass ein Nicht-Franzose diese Einladung erhielt.»
Die angestrebte Hell-Dunkel-Malerei hätte durch den Wechsel von hellen und dunklen Partien die Tiefenwirkung und die Dramatik der Bilder erhöht, doch es sollte erst später dazukommen. Vorerst bestimmte der mehrmonatige Aufenthalt in Marokko und die Begegnung mit dem intensiven afrikanischen Licht die Fortsetzung seiner Malerei. Hier erging es ihm nicht anders als früher Paul Klee und Louis Moilliet und drei Jahre vorher Ernst Morgenthaler – die Abkehr von der traditionellen Dunkelmalerei war nun vollzogen.
Das eindrückliche Erlebnis führte bei Hartmann zu Bildern von Landschaften und Figuren, die in einfachen Formen und hellen Farben mit wenig Kontrasten wiedergegeben werden; zarte Farbstimmungen entstehen, wobei aber auch erstmals ein frisches Rot-Orange auftritt, das ihn auch später noch begleiten sollte.
Zurück in Paris wird seine Farbpalette wieder etwas dunkler und intensiver, doch ist der Umgang mit der Farbe freier geworden; bewusst werden komplementäre Farbabgleiche und starke Farbakzente gesetzt und damit neue Stimmungen erzeugt.
Die erzwungene Rückkehr in die Schweiz während der deutschen Besetzung Frankreichs führt zu neuen Motiven. Im Allgemeinen bleiben die Farben dunkel abgemischt, eher dumpf, gelegentlich setzen sie dramatische Akzente in gewittergeladenen Himmeln, aber die Stimmung bleibt eher verhalten.
Nach dem Krieg nimmt Werner Hartmann das frühere Leben in Paris wieder auf; er reist viel, ist monatelang im Süden Frankreichs unterwegs, dazwischen wieder in Emmen. Die Heirat mit der Pianistin Geneviève Hoummel 1951 und die Geburt des Sohnes Daniel bringen neue Motive häuslichen Glücks und frische Farben in lockerer Umsetzung. Sein Umgang mit Formen und Farben ist nun viel freier geworden, dennoch bewahrt er sich seine grosse Sensibilität, die laute und fast grelle Farbtöne, wie sie damals bei seinen Kollegen beliebt waren, von vornherein ausschliesst. Dennoch gibt es einige späte Bilder, in denen südliches Licht und malerischer Schwung sich vereinen und kräftige Kompositionen von oft gewagten, richtig expressiven Farbzusammenstellungen entstehen lassen.
«Farben und Klänge»
Beim Beschreiben von Farben sprechen wir ganz ungezwungen von Farbtönen, von Farbklängen; ebenso reden wir auch von Klangbildern und von Lautmalerei. Es scheint eine enge Beziehung zwischen Farbe und Klang zu geben. Vor allem Kandinsky hat sich dazu ausführlich geäussert in seinem bahnbrechenden Buch «Über das Geistige in der Kunst», das 1912 erschienen ist. Kandinsky sprach der Form, ebenso wie der Farbe, also jedem Bild, einen «inneren Klang» zu. Die gegenseitigen Beziehungen der Farben auf einem Bild führen zu Bewegungen, zu ruhigen Partien, zu Vor- und Rücksprüngen und somit zu einem Rhythmus oder eben zu einem rhythmisierten Klang. Beide Künste – Malerei und Musik – hätten die Gemeinsamkeit, die Seele zu bewegen, und es komme zu analogen Wirkungen bei einem Klang-Instrument und einem Farbton. Kandinsky betonte auch die unmittelbare Wirkung der Farbe auf die andern Sinne.
Werner Hartmann interessierte sich wohl für diese Theorien, beschäftigte sich damit aber eher indirekt, indem er die Farbe-Klang-Ideen in die Praxis, in die Komposition seiner Bilder umsetzte. Sein enger und regelmässiger Kontakt zu seinem Musikerfreundeskreis führte regelmässig zu intensiven Diskussionen um die Wirkung von Malerei und Musik und um deren gegenseitige Befruchtung, was sich in seinen Bildern niederschlägt und hier in der Ausstellung nachvollzogen werden kann.
Steffan Biffiger (www.kunstundbuch.ch)
Geboren 1952 in Wiesbaden.
Während der Gymnasialzeit war er mehrfacher erster Preisträger bei verschiedenen Wettbewerben, konzertierte in der Berliner Philharmonie, in Prag und in Frankreich. Radioaufnahmen entstanden im Südwestfunk.
Lehrdiplom und Konzertreifediplom machte er 1973 am Peter Cornelius Konservatorium in Mainz bei Gottfried Kleinig. Das Solistendiplom mit Auszeichnung erhielt er 1975 am Konservatorium Luzern bei Stanislav Apolin.
Es folgten Konzerte in Australien, als offizieller Vertreter der Schweiz. Peter Leisegang entfaltete eine rege internationale Konzerttätigkeit als Solist und Solocellist der Festival Strings Lucerne.
Peter Leisegang ist seit 1973 Professor an der Musikhochschule Luzern, wo er Cello, Kammermusik und Fachdidaktik doziert. Ausserdem unterrichtet er an der Musikschule Luzern. Von 1993-1999 war er Dozent an der Musikhochschule Zürich.
Von 1990-1996 leitete er die Meisterkurse für Cello an der Franz Liszt Hochschule Weimar und gab zahlreiche Meisterkurse an der Musikakademie Danzig.
Peter Leisegang schrieb 1990 ein Buch über die Methodik des Cellounterrichts, das heute zu den Standardwerken zählt.
Peter Leisegang setzte sich erfolgreich für die Wiederaufführung der Konzerte von Luigi Boccherini in ihrer Originalversion ein. Das belegen zahlreiche Radio- und Fernsehmitschnitte.
Peter Leisegang erhielt 1976 Edwin Fischer Preis, und 1986 den Kunstanerkennungspreis der Stadt Luzern.
Johann Sebastian Bach
aus der Suite Nr. 3 in C-Dur:
Bourrée 1 und 2
Sarabande
Allemande
Hans Werner Henze
Serenade
Adagio rubato
Poco Allegretto
Pastorale
Andante
Vivace
Tango
Allegretto marciale
Menuett
Robert Muczynski
Gallery
Prelude
Regnerische Nacht
Mittagshitze
Shanty (Seemannslied)
Häuser im Winter
Eisglitzern
Schwarzes Eisen
Septemberlicht
Epilog