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John R. Bolton, 1948 geboren, war vom 9. April 2018 bis 10. September 2019 Nationaler Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump. Sein Buch «The Room Where It Happened»[1] ist ein Protokoll seiner Erlebnisse und Tätigkeiten in den Diensten des US-Präsidenten. Er beschreibt die Ereignisse wie auch seine Beurteilung der Fähigkeiten und Entscheidungen von Trump sehr detailliert. Der Leser erhält Einblicke in die Fähigkeiten von Trump als Präsident der USA.
Die Beziehungen von Trump zu Russland waren nach Bolton in seiner Amtszeit durch eine beinahe servile Passivität gekennzeichnet. Dazu gehörte auch der durch Trump befohlene Rückzug der USA aus Syrien, der militärisch nicht notwendig war. Ähnlich verhielt es sich mit den US-Aktionen zum Sturz des venezolanischen Präsidenten Maduro. So blies Trump nach einem Telefon mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin alle Aktionen der USA gegen Maduro ab:[2]
«A unnecesary negative development was Trump’s decision to call Putin on May 23, primarily on other subjects, but including Venezuela at the end. It was a brilliant display of Soviet-style propaganda from Putin, which largely persuaded Trump. Putin said our support for Guaidó had consolidated support for Maduro, … »
Die von Bolton für den Sturz von Maduro geplante Strategie endete in einem Debakel.
Beim Einfrieren der Gelder für den Kauf von Waffen für die Ukraine bezeichnete Trump dieses Land als ein Hindernis zur Verbesserung der Beziehungen zu Russland:[3]
«Ukraine is a wall between us and Russia.»
In den Konflikten mit China über Hongkong, Huawei, das Südchinesische Meer und Taiwan war Trump nicht in der Lage, eine Gesamtstrategie zu verfolgen. Das amerikanische Vorgehen in diesem Konflikt entsprach einem Hit und Hot.[4]
«Xi wanted the ban on Huawei lifted, and he wanted to work jointly with Trump personally on the issue, and Trump seemed amenable. He tweeted his delight at the call shortly after the two leaders hung up. Sensing weakness, Xi kept pushing at the G-20, saying we should resolve Huawei as part of the trade talks. Trump forthwith reversed his earlier position, saying he would now allow US companies to sell Huawei immediately, thereby effectively reversing Ross, as Trump had reversed him on ZTE earlier. Fortunately, after this meeting, we re-reversed all this, and Trump’s loose comment had little real-world impact.»
Betreffend die Verhinderung der nuklearen Aufrüstung des Irans war Trump zu keinen klaren Entscheidungen fähig:[5]
«Trump could initiate policies, but his lack of consistency, steadfastness and resolve invariably undercut them. So it was on Iran sanctions. »
Zwecks Profilierung seines Images bettelte Trump den nordkoreanischen Diktator um Treffen und Gespräche regelrecht an und missachtete dabei grobfahrlässig die geopolitischen Interessen der USA:[6]
«He couldn’t tell the difference between his personal interests and the country’s interests.»
Bei den Verhandlungen mit den Vertretern der Taliban um einen Vertrag war Trump bereit, alle Interessen der USA in Afghanistan aufzugeben und in einen Abzug ohne Gegenleistungen seitens der Taliban einzuwilligen. Dazu gehörte auch, dass er eine Delegation der Taliban in die USA einladen wollte. Für Bolton waren diese Absichten der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Er reichte seinen Rücktritt ein.
Feinde der Taliban in Herat, Afghanistan 2003
In seinem Buch zeichnet Bolton sehr treffend das Bild eines ‘machtbesessenen, feigen Psychopathen’, der wie der römische Tyrann Nero im 1. Jahrhundert sein Land in den geopolitischen Abgrund führt:[7]
«Trump will be responsible for the consequences, politically and militarily.»
Der letzte Akt in diesem Drama ist die Opferung der eigenen Bevölkerung durch seine Unfähigkeit und Untätigkeit in der Bewältigung der Pandemie Covid-19.
[1] Bolton, J., Former National Security Advisor of the United States, The Room Where It Happened, A White House Memoir, Simon & Schuster, New York, London, Toronto, Sydney, New Dehli, 2020.
[2] Bolton, J., P. 283.
[3] Bolton, J., P. 477.
[4] Bolton, J., P. 309.
[5] Bolton, J., P. 368.
[6] Bolton, J., P. 348.
[7] Bolton, J., P. 443.