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Kopf der Woche
Ivan Glasenberg
Seit 2002 führt Ivan Glasenberg (54) den Rohstoffhändler Glencore mit Firmensitz in Baar. Die Hauptgeschäftsbereiche von Glencore sind Metalle, Mineralien und Energieprodukte sowie der Handel mit Agrarprodukten. Glencore geht nun an die Börse. Der Börsengang wird zu einem der grössten der europäischen Wirtschaftsgeschichte.
Der in Südafrika geborene Ivan Glasenberg wohnt seit 1994 in Rüschlikon ZH und ist seit 2002 CEO von Glencore. Unter seiner Führung wurde Glencore zum global agierenden Rohstoffkonzern. Systematisch kauft er Bergwerke, rohstoffverarbeitende Industriebetriebe, Tanker und Handelslager zusammen. Glencore ist mit einem Umsatz von 145 Milliarden Dollar das umsatzstärkste Unternehmen der Schweiz und der grösste Rohstoffhändler der Welt.
Seit 1984 bei Glencore
1984 stieg der studierte Controller Glasenberg bei Glencore ein und verdiente sich seine ersten Sporen ab. Als Manager der Südafrika-Sparte organisierte er Käufer für Kohle, was zu Zeiten des Apartheidregimes und eines Uno-Embargos eine heikle Aufgabe darstellte. Glasenberg erfüllte diese Aufgabe offenbar zur Zufriedenheit. Zur Belohnung nahm ihn Firmengründer Marc Rich in den erlauchten Kreis seiner «Rich-Boys» auf, eine Schar junger Händler, die die Methoden des Lehrmeisters kopierten: Mitte der 90er-Jahre drängten die einstigen Schüler ihren Mentor Rich aus der Firma. Später arbeitete Glasenberg für das Unternehmen in Hongkong und Peking.
«Glasenberg ist intelligent»
«Glasenberg ist sehr geschickt und versteht das Rohstoffgeschäft besser als jeder andere», urteilte der ehemalige Morgan-Stanley-Chef John Mack einmal. Dieses Wissen ist für die geschäftlichen Aktivitäten von Glencore unabdinglich. Von Kollegen wird Glasenberg laut «Bilanz» als intelligenter und disziplinierter, aber hochaggressiver Händler beschrieben. Glasenberg ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.
Glencore geht an die Börse
Der Konzern geht nun an die Börse. Bis zu 12 Milliarden Dollar sollen eingenommen werden. Die Partner dürfen sich nach dem Börsengang vorerst nicht von ihren Beteiligungen am Unternehmen trennen: «Unsere Partner behalten ihre Anteile», sagt Ivan Glasenberg im Gespräch mit der «Finanz und Wirtschaft». Wer in der Schweiz lebe, sei aus Steuergründen an fünfjährige Haltefristen gebunden. «Ich selbst verkaufe keine Aktien, solange ich bei Glencore arbeite», betont er.