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Kryptosporidien stellen eine grosse Gefahr für Reptilien, insbesondere für Leopardengeckos und Kornnattern, dar. Diese Parasitose ist leider kaum behandelbar.
Definition von Kryptosporidien
Kryptosporidien gehören zu den sporenbildenden Einzellern. In der aktuellen Forschung sind viele verschiedene Arten dieses Erregers bekannt. Die weitverbreitetsten Arten sind das cryptosporidium parvum und cryptosporidium hominis, die bei immungeschwächten Menschen zum Tod führen können.
Bei den Reptilien sind vor allem das cryptosporidium serpentis und cryptosporidium saurophilum am weitesten verbreitet. Bereits 1925 beschrieb Triffitt als erster Kryptosporidien bei Reptilien. Es handelt sich also hierbei nicht, wie oft behauptet, um ein neues Phänomen. Die Parasiten befindet sich innerhalb des Zellmembrans und bilden Oozysten (Eier), die zu einer sofortigen Infektion führen. Zudem sind Kryptosporidien resistent gegenüber den herkömmlichen Desinfektionsmitteln und vertragen Temperaturen von -20 Grad bis 65 Grad.
Besonders bei Leopardengeckos und Kornnatter tritt dieser Parasit oft auf. Auffallend ist, dass oft spezielle Farbmorphzuchten betroffen sind. Vermutet wird daher, dass Kryptosporidien am häufigsten durch kommerzielle Grosszüchter verbreitet werden, deren immunsupprimierten Tiere mit dem Einzeller infiziert sind. Gesunde Tiere scheiden diesen Erreger aus. Gestresste und damit immunschwächere Tiere erkranken jedoch daran. Die freche Behauptung von manchen Züchtern, dass jede Kornnatter Kryptosporidien in sich trägt, ist schlichtweg falsch! Gesunde Tiere haben keine Parasiten.
Wie wird meine Kornnatter krank
Die Infektion findet durch eine orale Aufnahme statt, wie beispielsweise durch das Bezüngeln der Terrariumseinrichtung, dem Kot anderer Tiere oder durch kontaminiertes Trinkwasser. In Milwaukee (USA) wurden 1993 bei einer der größten von Kryptosporidien verursachten Epidemie über 300.000 Erkrankte beobachtet.
Eine Übertragung durch die Luft ist theoretisch auch möglich, konnte bisher aber nicht bewiesen werden. Die meisten Infektionen finden dadurch statt, dass ein bereits infiziertes Tier ohne Quarantäne in den Bestand eingeführt wird oder es wird durch eine Urlaubsunterbringung in Tierheimen, die eine sehr schlechte Hygiene haben, infiziert. Einmal eingeschleppt, kann man trotz tadelloser Hygiene die Ausbreitung von Kryptosporidien im eigenen Bestand nur schwer verhindern.
Krankheitsbild
Kryptosporidien vermehren sich in der oberen Schleimhautschicht des Magen-Darm Traktes. Oozyten werden ausgeschiedenen und können so von einem anderen Tier aufgenommen werden. Zudem können diese Eier auch das gleiche Tier selber infizieren. Die Magenschleimhaut wird sehr stark entzündet und führt zu einer Schwellung und in manchen Fällen sogar zu einer Verhärtung des Magens. Im weiteren Krankheitsverlauf wird diese Schwellung sichtbar.
Aus diesem Grund können die Kornnattern ihre Nahrung auch nicht mehr verdauen. Nach spätestens vier Tage wird das Futtertier erbrochen, bei Tieren, deren Infektion sehr weit fortgeschritten ist, wird das Futter bereits unmittelbar nach Fressen wieder erbrochen. Durchfall und starker Körpermasseverlust vervollständigen die Symptomatik.
Natürlich können auch andere Parasiten dieselben Symptome zeigen, aus diesem Grund müssen Kryposporidien durch einen Facharzt diagnostiziert werden.
Diagnose
Kryptosporidien sind sehr klein und können deshalb durch eine einfache Kotuntersuchung nicht entdeckt werden. Aus diesem Grund muss spezifisch nach diesem Einzeller gesucht werden. Auf den entsprechenden Formularen von Laboren, kann ein Kryptosporidien Test angekreuzt werden. Dazu hat man noch die Option, einen indirekten Nachweis durch PCR zu fordern. Durch die PCR (Polymerase Chain Reaction) kann eine DNA-Analyse durchgeführt werden und somit lassen sich sogar die genaue Spezies der Kryptosporidien nachweisen. Der PCR Test kostet rund 70 Franken.
Neben Kotproben (keine Sammelproben) können bei Kryptosporidien auch Erbrochenes oder Material aus einer Magenspülung (nur durch den Tierarzt auszuführen) verwendet werden. Die Zuverlässigkeit der Testergebnisse hängt aber immer von der Menge und Qualität der Testprobe ab. Im Zweifelsfall sollte der Test wiederholt werden.
Therapieformen
Gleich vorweg: Eine komplette Heilung ist ausgeschlossen!
Die aller wichtigste Massnahme bei einem infizierten Tier ist die strikte Quarantäne in einem Terrarium, das täglich komplett desinfiziert wird. Nur so lässt sich eine Seuche im eigenen Bestand verhindern. Manche Tierärzte verschreiben Immunmodulatoren und Proteinlösungen. Über den Erfolg dieser Behandlung existieren unterschiedliche Meinungen in der Wissenschaft. Zufriedenstellende Ergebnisse bei der Bekämpfung dieses Erregers konnten bisher nicht vorgelegt werden. Ein kleiner Erfolg feierte man bei an Kryptosporidien infizierten Kühe, die mit einem Halofuginon behandelt wurden. Bei Reptilen führt diese Therapieform aber zu tödlichen Organschäden. Mehr Erfolg hat eine Therapie, die auch bei Menschen mit Kryptosporidien eingesetzt wird, die mit verschiedenen Antibiotika operiert. Kryptosporidien konnten so bei Reptilien erfolgreich bekämpft werden, doch bereits nach einiger Zeit zeigten die Patienten wieder diesen Erreger im Blut. Eine ganze Genesung ist also nicht möglich, d.h. ein Tier das mit Kryptosporidien infiziert ist, wird diese immer wieder haben und muss deshalb auf Lebenszeit in einer sehr strengen Quarantäne leben.
Der Verlauf der Krankheit kann nicht gestoppt werden, sondern nur herausgezögert werden, auf Kosten der Lebensqualität des Tieres. Letzten Endes verhungert das infizierte Tier, da es keine Nahrung mehr verwerten kann. Aus diesem Grund ist eine Euthanasie des Tieres durch einen Tierarzt leider unausweichlich.