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Im März dieses Jahres lief die «Ever Given» im Suezkanal auf Grund und verursachte einen Stau, der sich über mehrere Tage hinzog. Damit brachte das Containerschiff den Welthandel zum zwischenzeitlichen Erliegen.
Dies verdeutlichte die Havarie der «Ever Given» im Suezkanal. Das Containerschiff blockierte im März 2021 die nordafrikanische Wasserstrasse, deren Geschichte weit zurückreicht.
Bereits im 13. Jahrhundert vor Christus plante Pharao Ramses II., das Rote Meer mit dem Mittelmeer zu verbinden.
Die Bauarbeiten wurden jedoch nie abgeschlossen. Auch nicht unter der Ägide von folgenden Herrschern, die sich am Megaprojekt versuchten – darunter etwa Napoleon, der sich nach der Invasion Ägyptens anno 1798 damit beschäftigte.
Schlussendlich wurde der Kanal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts realisiert. Das Projekt leitete der französische Diplomat und Unternehmer Ferdinand de Lesseps im Auftrag des ägyptischen Vizekönig Said Pascha.
Rund 1,5 Millionen Menschen waren am Bau des Suezkanals beteiligt – 125 000 von ihnen kamen bei den Arbeiten ums Leben.
Im November 1869 passierte das erste Schiff den Kanal – und markierte damit die Nullstunde unserer heutigen globalisierten Welt.
Mit der Eröffnung der Wasserstrasse wurde der interkontinentale Handel um ein Vielfaches beschleunigt, erspart man sich doch die Umschiffung Afrikas – und damit einen Umweg von mehr als 6000 Kilometer.
Seit 2015 ist der Suezkanal teilweise zweispurig – also in beide Richtungen gleichzeitig – befahrbar.
Damit lässt sich gut Geld verdienen: Im Jahr 2018 haben 18 174 Schiffe den Kanal durchfahren, was Ägypten Einnahmen von 5,9 Milliarden US-Dollar bescherte.
Wichtig ist der knapp 200 Kilometer lange Kanal aber nicht nur für den nordafrikanischen Staat, sondern für die ganze Welt. Etwa 12 Prozent aller Waren passieren das Nadelöhr.
Dazu gehören insbesondere Produkte «Made in China», die in Europa über den Ladentisch gehen: In Deutschland etwa durchqueren rund 98 Prozent der chinesischen Waren die Wasserstrasse.
Die Havarie der «Ever Given» im fernen Ägypten hätte auch zu Lieferengpässen in der Schweiz führen können. Die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern war aber laut Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) nicht gefährdet.