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Die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin Nora Gomringer hat am Sonntag den mit 25'000 Euro dotierten Bachmannpreis gewonnen. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Text «Recherche», in dem eine Frau in einem Mietshaus das Rätsel um den Tod eines Jungen zu lösen versucht.
Mit dem dritten, dem 3sat-Preis, an Dana Grigorcea, ging eine weitere Auszeichnung an eine Schweizerin. Sie ist mit 7500 Euro dotiert. Grigorcea war mit einem Auszug aus ihrem demnächst erscheinenden Roman «Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit» angetreten, eine bitterböse Satire über die Geschichte Rumäniens seit Ceausescu.
Die Schweizer Literatur hatte dieses Jahr am Wörthersee wahrhaftig einen Lauf: Mit Monique Schwitter und Jürg Halter schafften es zwei weitere Schweizer Teilnehmer unter die sieben Finalisten. Der Berner Halter profitierte von der uneingeschränkten Unterstützung des Schweizer Jurors Juri Steiner, der als einziger Halter in jeder Abstimmungsrunde neu ins Gespräch brachte.
Bei der Preisverleihung am Sonntag passierte ein Malheur, das die Organisatoren explizit zu verhindern versucht hatten: Die Österreicherin Teresa Präauer, die sich mit der Siegerin Gomringer ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatte, ging am Ende leer aus.
Damit das nicht vorkommt, hatten die Veranstalter die neue Regel eingeführt, dass der/die Zweitplatzierte in einer Runde automatisch für die nächste gesetzt ist. Dass jemand, wie Präauer, in jeder Runde Zweite machen könnte, daran wurde nicht gedacht. (sda)