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Mittels einer Präsentation erfuhren wir von Tobias Angehrn, dass der Durchschnittsgamer in der Schweiz ungefähr 30 Jahre alt ist, Racing- und Strategiespiele liebt und vor allem spielt, um Spass zu haben und sich zu entspannen. Er erklärte uns, dass PEGI (Pan European Games Information) jeweils Altersbegrenzungen und Inhaltsangaben zu Spielen herausgibt. Da kamen wir auch schon auf das Problem zu sprechen, nämlich dass PEGI nicht verstaatlicht ist. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, eine Altersbegrenzung festzulegen, die Händler können nicht bestraft werden, wenn sie Spiele an Minderjährige verkaufen.
Keine einheitlichen Regeln
Nun sind in einigen Kantonen Initiativen gegen Killerspiele eingereicht worden, jedoch sind wir mit der Formulierung „Verbot der Herstellung, des Anpreisens, der Einfuhr, des Verkaufs und der Wiedergabe von Spielprogrammen, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen“ nicht ganz einverstanden. ‚Grausame Gewalttätigkeiten‘ lässt viel Spielraum für Interpretationen. So arbeiteten wir einen Gegenvorschlag aus.
PEGI bei Eltern unbekannt
„Verbot des Anpreisens, des Verkaufs und der Weitergabe an Minderjährige von Spielprogrammen, in denen Gewalttätigkeiten in realistischer Darstellung gegen Lebewesen zum wesentlichen Inhalt gehören“, so lautete unsere Forderung an den Kantonsrat. Ein zweites Problem sahen wir in der mangelnden Bekanntheit von PEGI. Unter Jugendlichen kennt man es sehr wohl, aber bei Eltern, Lehrern und Politikern ist es weniger bedeutend. Eine Verstaatlichung würde bewirken, dass Händler die Altersbegrenzungen konsequent einhalten müssten, Hersteller verpflichtet sind, neue Produkte bei PEGI prüfen zu lassen, dass es höhere Altersgrenzen gäbe und dass PEGI im Allgemeinen mittels Werbung bekannter wird.
Ein Verbot von Killergames sollte bewirken, dass die Gewaltbereitschaft und Drohungen zu Amokläufen in der Schweizer Gesellschaft sinken. Jedoch, so diskutierten wir, haben das persönliche Umfeld, die Psyche und auch die Schiessübungen im Militär einen grossen, wenn nicht grösseren Einfluss als Killerspiele. Die Frage, ob ein totales Verbot sinnvoll und nicht nur eine Symptombekämpfung ist, bleibt offen.