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Das Odinshühnchen ist ein kleiner Vogel, welcher in arktischen Gebieten brütet und im Sommer in den Süden fliegt. Speziell an ihm ist, dass die Geschlechterrollen vertauscht sind. So ist das Weibchen zum Beispiel viel farbiger und balzt die Männchen an, während sich das Männchen um das Ausbrüten der Eier und die Jungenaufzucht kümmert. Doch das ist nicht alles. Das Odinshühnchen ist nämlich offenbar auch ein rekordverdächtiger Langstreckenflieger.
Dies berichtet die britische Organisation Royal Society for the Protection of Birds (RSPB). Bisher wurde angenommen, dass die Populationen aus Shetland im Winter jene aus Skandinavien an das Arabische Meer begleiten. Im Jahr 2012 wurden nun – in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte – mehrere Tiere mit winzigen Geolocatoren versehen, welche weniger als eine Büroklammer wiegen. Dadurch sollte genau bestimmt werden, wo die Vögel den Winter verbringen. Als diese im Frühling zurückkehrten, brachten sie eine Überraschung mit. Die Odinshühnchen aus Shetland waren nicht Richtung Arabien geflogen, sondern in die andere Richtung bis an den Pazifik, was insgesamt eine Flugroute von fast 26’000 Kilometern ergibt! Die Vögel überflogen bei dieser Reise den Atlantik, dann flogen sie an der Ostküste der USA entlang nach Süden, über die Karibik und Mexiko und landeten schliesslich an der Küste Perus. Die gleiche Strecke flogen sie anschliessend wieder zurück.
Odinshühnchen könnten in Zukunft besonders vom Klimawandel betroffen sein. Denn im Winter ernähren sie sich von Plankton, welches an kalten, nährstoffreichen Strömungen aus den Tiefen der Meere blüht. Wärmeres Wasser und auch das häufigere Auftreten des Wetterphänomens „El Niño“, werden zu geringeren Planktonmengen führen. Auch die Bedingungen in den Brutgebieten werden sich ändern, so dass sich das Verbreitungsgebiet der Art sich wahrscheinlich verschieben wird. Ob sich dadurch in Zukunft auch ihre Flugroute ändern wird, bleibt abzuwarten.
Bild: Andreas Trepte [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons