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Psychosomatische und Psychosoziale Medizin
In der psychosomatischen und psychosozialen Medizin werden Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen behandelt.
Zu dem Bereich der psychosomatischen und psychosozialen Medizin zählt unter anderem die Behandlung oder die Begleitung von Krebspatienten. Die Fachärzte betreuen hierbei die Patienten bezüglich ihrer psychischen Belastungen, infolge der Krebserkrankung. Des Weiteren wird in der psychosomatischen und psychosozialen Medizin die Hypochondrie behandelt. Bei Hypochondrie glaubt ein Betroffener beispielsweise er leide an einer oder an mehrere Krankheiten, an denen er aber in der Realität nicht erkrankt ist. Darüber hinaus entwickeln Hypochonder, wie die Patienten genannt werden, ein krankhaftes Interesse an Beschwerden und Gesundheit.
In der psychosomatischen und psychosozialen Medizin werden ausserdem seelische Störungen, wie Angststörungen oder Depressionen behandelt, die mit körperlichen Missempfinden einhergehen. Körperliche Symptome, die bei den psychischen Erkrankungen häufig auftreten sind zum Beispiel Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, des Herz-Kreislaufsystems oder des Skelett- und Muskelsystems.
Bei Angsterkrankungen kommt es beispielsweise dazu, dass im Körper das Hormon Adrenalin ausgeschüttet wird. Dies führt dann dazu, dass die Magen-Darm-Bewegungen gehemmt werden, was dann zu Verdauungsstörungen führen kann.
Eine Sonderform, die in der psychosomatischen und psychosozialen Medizin behandelt wird, sind somatoforme Störungen. Bei somatoformen Störungen treten bei dem Betroffenen körperliche Beschwerden auf, denen aber keine organische Erkrankung zugrunde liegt. Neben allgemeinen Beschwerden, wie Müdigkeit und Erschöpfung kommt es häufig zu Schmerzen, Herz-, Kreislauf-, oder Magen-Darmbeschwerden. Etwa achtzig Prozent der Bevölkerung leiden zumindest einmal im Leben unter somatoformen Störungen. Bei bis zu zwanzig Prozent der Bevölkerung können diese Beschwerden auch chronisch werden, was bedeutet, dass sie immer wieder auftreten. Die chronischen Beschwerden nehmen im Leben der Betroffenen dann eine zentrale Rolle ein.
Viele dieser Patienten suchen Hilfe beim Hausarzt, der aber keine körperlichen Ursachen feststellen kann. Häufig sind die Patienten dann mit der Behandlung unzufrieden, was zu einem häufigen Arztwechsel führen kann. In der Regel überweisen Hausärzte, die keine körperliche Ursache feststellen können, den Patienten an die Spezialisten der psychosomatischen und psychosozialen Medizin weiter.
In der Fachabteilung wird zunächst versucht herauszufinden, aus welchem Grund die Symptome auftreten. Dies kann sich sehr schwierig gestalten, denn die Ursachen können vielfältig sein. Neben genetischen Faktoren, wie beispielsweise einer verstärkten Reaktionsbereitschaft des vegetativen Nervensystems, sind meist psychische oder soziale Faktoren für die Erkrankung verantwortlich. So führt zum Beispiel lange anhaltender Stress zu Anspannungen oder zu Fehlsteuerungen der inneren Organe. Der Zustand wird für die Betroffenen als immer belastender wahrgenommen. Da körperliche Reaktionen verstärkt wahrgenommen werden, ausserdem kommt Angst vor einem neuen Auftreten der Beschwerden hinzu.
Seelische Konflikte wie Angst, Ärger, Wut oder allgemeine Unzufriedenheit können sich ebenfalls in körperlichen Beschwerden äussern, ebenso wie das Erleben von frühkindlichen Traumata.
Um somatoforme Störungen zu behandeln, wird der Mediziner zunächst versuchen ein Vertrauensverhältnis zu dem Patienten aufzubauen. In Gesprächen wird er dem Patienten behutsam über das Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Prozessen informieren. Anschliessend wird er dem Patienten in der Regel zu einer Psychotherapie raten, in denen der Betroffene sich dann mit seinen seelischen Beschwerden auseinandersetzen kann. Je nachdem, welcher Auslöser für die Störung verantwortlich ist, können von dem Facharzt der psychosomatischen und psychosozialen Medizin auch spezielle Medikamente zum Einsatz kommen.
Die Mediziner der psychosomatischen und psychosozialen Medizin sind oft an eigenständigen Kliniken tätig, genauso wie in eigenen Praxen. Die Behandlungen der Patienten erfolgen normalerweise ambulant, es kann jedoch auch zu einem längeren stationären Aufenthalt geraten werden.