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Madagaskar und die Schweiz haben eine lange Tradition der freundschaftlichen bilateralen Beziehungen. Sehr wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Akteuren, insbesondere Nichtregierungsorganisationen. Seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 hat die Schweiz verschiedene Entwicklungsprogramme aufgebaut, unter anderem in ländlichen Gebieten. Nach der politischen Krise von 2009 leistete die Schweiz im Rahmen ihrer Erfahrungen und Möglichkeiten einen finanziellen und politischen Beitrag an den Transitionsprozess und die Rückkehr zur verfassungsrechtlichen Ordnung in Madagaskar: Sie unterstützte den Wahlprozess Ende 2013.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Madagaskar
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Seit März 2009 durchlebt Madagaskar eine politische Krise, die den Staat von der internationalen Gemeinschaft isoliert. Dank der gemeinsamen Bemühungen Madagaskars und der internationalen Gemeinschaft und nach der Unterzeichnung einer Road Map durch die Hauptakteure der madagassischen Politik am 17. September 2011 konnte Madagaskar Ende 2013 freie, transparente und glaubwürdige Wahlen durchführen und kehrte so zur Verfassungsordnung zurück.
Die Schweiz leistete einen finanziellen und politischen Beitrag an den Transitionsprozess und die Rückkehr zur verfassungsrechtlichen Ordnung in Madagaskar. Sie begrüsste die Wahl des neuen Präsidenten der Republik und des neuen Parlaments. Beide nahmen ihre Tätigkeit Anfang 2014 auf.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Wirtschaftsbeziehungen sind bescheiden, haben aber Entwicklungspotenzial. Mehrere Schweizer Grossunternehmen sind im Land tätig. Die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten von Schweizern in Madagaskar konzentrieren sich auf den Tourismusbereich. Der Handelsaustausch betrifft vor allem Produkte wie Gewürze und Rohstoffe, die insbesondere von Biolabel verwendet werden.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Die Eidgenössische Stipendienkommission für ausländische Studierende (ESKAS) gewährt ausländischen Studierenden Universitätsstipendien, die auf Gegenseitigkeit beruhen. Eine Vorselektion der Dossiers wird von der Botschaft in Zusammenarbeit mit der «Commission Nationale des Bourses Extérieures» (CONABEX) vorgenommen. Diese Auswahl wird dann der ESKAS unterbreitet. Diese fördert primär junge Forscherinnen und Forscher, die ein Forschungspraktikum, eine Doktorats- oder eine Postdoc-Arbeit abschliessen wollen.
Viele Madagassinnen und Madagassen haben in der Schweiz studiert. Einige von ihnen haben sich in einem Ehemaligenverein (A2S) und einem Ehemaligennetzwerk zusammengetan.
Forschende und Kulturschaffende aus Madagaskar können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat beschlossen, ihr Engagement in Madagaskar fortzusetzen und ein neues Programm zu lancieren. Mit «MATOY», das aufbauend auf früheren Erfahrungen ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern soll, werden die Errungenschaften der 50-jährigen Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Madagaskar konsolidiert.
Kulturaustausch
Die Botschaft arbeitet mit dem Tanzfestival I’Trôtra, dem Festival Madajazzcar, dem Kurzfilmtreffen von Madagaskar sowie anderen lokalen und internationalen Kulturinstituten und -organisationen zusammen, die in Madagaskar tätig sind.
Schweizerinnen und Schweizer in Madagaskar
Ende 2015 waren 468 Schweizer Bürgerinnen und Bürger bei der Botschaft in Antananarivo registriert. Viele andere Schweizerinnen und Schweizer halten sich als Touristen oder im Auftrag von Schweizer NGO, die auf der «Grande Ile» viele Projekte durchführen, im Land auf.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Im 19. Jahrhundert zeigte die Schweiz zuerst ein wirtschaftliches Interesse an Madagaskar. Katholische und protestantische Missionare bauten die Kontakte weiter aus. 1960 erlangte die Insel die Unabhängigkeit von Frankreich. Der junge Staat wurde von der Schweiz umgehend anerkannt, und 1961 nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf.
In den ersten Jahren der Unabhängigkeit unterhielt die Schweiz in Antananarivo ein Generalkonsulat. Später eröffnete sie eine Botschaft, die lange von einem Geschäftsträger geleitet wurde. Seit 2007 verfügt sie über einen residierenden Botschafter.
Madagaskar war lange ein Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. 1998 schloss die DEZA ihr Kooperationsbüro in Antananarivo. Drei Jahre später startete sie ein Spezialprogramm, das sich auf gute Regierungsführung und die Förderung der lokalen Wirtschaft konzentriert und seit 2013 in neuer Form weitergeführt wird.