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Artikel von Dr. Kellon
Auch Pferde, die sonst überhaupt keine Rehe-Historie mitbringen, können im Winter bei kalten Temperaturen Lahmheiten zeigen, die über das hinausgehen, was Pferde auf buckelig gefrorenem Boden sonst zeigen. Der Grund ist eine Laminitis - aber ohne warme Hufe.
Kälte-induzierte Hufschmerzen treffen Pferde mit Insulinresistenz. IR ist ein bekanntes Risiko für Rehe und auch, wenn das Pferd nicht offensichtlich lahm ist, begünstigt sie Schäden in der Lamina (Lederhaut). Wir haben noch nicht alle Mechanismen erforscht, die sich hinter einem Lederhaut-Schaden aufgrund von hohen Insulinwerten verbergen. Aber ein bekannter Faktor ist ein hoher Wert von Endothelin-1.
Endothelin-1 ist ein Peptid-Hormon, das von den Zellen, die die inneren Blutgefässe umhüllen produziert wird. Es ist der höchst potenteste bekannte gefässverengende Stoff und wird normalerweise durch die Produktion von gefässerweiterndem Stickoxid in Balance gehalten. Eine Verringerung der Blutversorgung durch Kälte während gleichzeitig oder vorangegangen eine hohe Endetholin-1-Aktivität stattfand kann bei IR-Pferden Schmerzen hervorrufen, die gesunde Pferde nicht haben.
Kälte-Stress kann also den Insulinwert steigen lassen. Insulinresistenz ist Teil der metabolischen Anpassung an kaltes Wetter bei verschiedenen Spezies. Forscher haben auch entdeckt, dass Insulinwerte bei Pferden ansteigen bei kälterem Wetter.
Eine Rehe, die durch einen hohen Insulinwert ausgelöst wird ist anders eine Rehe, die andere Gründe hat. Enzymaktivität und entzündliche Prozesse sind hier nicht Teil der Erkrankung. Das erklärt vermutlich warum die üblichen Behandlungsmethoden wie Entzündungshemmer usw. hier nicht oder kaum wirken. Aber es gibt Hilfe. Das Pferd einzudecken, wenn die Temperaturen unter 7 Grad gehen kann helfen, Kältestress zu vermeiden. Die unteren Beinpartien einzuwickeln und evtl. auch die Hufe mit Schuhen zu schützen kann ebenfalls helfen, die normale Zirkulation aufrecht zu erhalten.
Desweiteren können Kräuter helfen, die einen gesunden Widerstand gegen den Stressor bieten. Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum) ist eine besonders gute Wahl weil dieses Kraut auch bekannt ist für die Unterstützung der Produktion von gefässerweiterndem Stickoxid. Es sollte zweimal täglich, vorzugsweise vor den Mahlzeiten gegeben werden. Die meisten Pferde lieben es und fressen es problemlos als Pulver oder Paste. L-Arginin ist eine wegbereitende Aminosäure für Stickoxid und kann parallel gegeben werden. L-Citrullin ist eine weitere Aminosäure, die der Körper in L-Arginin umwandelt zur Produktion von Stickoxid. Kältestress ist wird ebenfalls ausgelöst durch oxidativen Stress und Antioxidantien helfen, diese freien Radikalen zu neutralisieren.
Zusätzlich kann Acetyl-L-Carnitin ebenfalls helfen, die Nervenfunktionen und den Glukosestoffwechsel zu unterstützen. Wenn man versteht, was die Winter-Rehe auslöst, kann man mit simplen Maßnahmen den Kältestress minimieren und den normalen Blutfluss in den Hufen aufrecht erhalten.
Original English text: https://drkhorsesense.wordpress.com/2017/12/17/cold-induced-laminitis