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Von Mitte der 80er bis anfangs 90er Jahre begeisterte mich Danny Elfman als frischer Wind in der Filmmusikszene. Seine kauzigen Scores, damals zum grössten Teil zu Komödien, liessen sogar mich, der ich diesem Genre musikalisch wirklich nicht viel abgewinnen kann, desöfteren einen Elfman mit Lust und Spass hören. Es war auch die Zeit in der Elfman begann mit Tim Burton zu arbeiten, was schliesslich in einer seiner besten Partituren, Edward Scissorhands, gipfelte. Scrooged, eine moderne, witzige und gut gemachte (und zumindest in den USA sehr erfolgreiche) Fassung von Dickens Christmas Carol unter der Regie von Richard Superman Donner und mit einem wunderbaren Bill Murray, kam damals zu meinem Leidwesen nur als Song-CD auf den Markt. Diese enthielt den gelungenen und erfolgreichen Weihnachtssong „Put a Little Love in Your Heart“, interpretiert von Annie Lennox und Al Green.
Einige Jahre später erschienen 9 Minuten von Elfmans Musik auf der Compilation Music for a Darkened Theater Vol. 1. Es dauerte 23 Jahren bis La-la Land den vollständigen Score als limitierte 3000er Fassung herausbrachte.
Scrooged ist von den ersten Takten an unverkennbar als Elfman zu identifizieren: die kindlichen La-la-la (passt ja…) Gesänge, die Tuba, die verspielten Holzbläser und das Glockenspiel. Sein Stil war zu jener Zeit typisch (mit Ausnahmen wie Wisdom oder Midnight Run), anders als es heute der Fall ist. Elfman scheint aus seiner Anfangsphase total – und wohl bewusst – entwachsen.
Doch Scrooged ist nur teilweise einer von Elfmans kurligen comedy Musiken, so wie es in den ersten Tracks erklingt. Ab etwa 1/3 sind düsterere Klänge à la Batman (der ein Jahr später erschien) und Batman Returns zu hören. Mich aber hat die Kürze der Musik überrascht. Knapp 32 Minuten Score sind es abzüglich der alternates und source cues und schon ist’s vorbei. Da hatte ich in der Tat mehr in Erinnerung und dann ist der ein oder andere Track noch nicht Mal in dieser Form im Film zu hören gewesen – so kann man sich manchmal täuschen.
Nun, Scrooged ist nichts überragendes, kein Edward Scissorhandsund auch weniger bissig als ein Beetlejuice. Von einem gothic score, wie Filmmusikagent Robert Kraft in den Liner Notes meint, würde ich nicht sprechen wollen. In den bedrückenderen Tracks geht es zwar ein bisschen in diese Richtung, aber wenn schon gothic als Musikbezeichnung herhalten soll (ein rein amerikanischer Ausdruck), dann eher für Sleepy Hollow oder eben einen Batman. Scrooged ist eine Mischung aus Elfmans unverwechselbarem Anfangsstil, ein bisschen Weihnachtsambiente und den angesprochenen, düsteren Elementen. Unterhaltsam, aber eben auch verflixt kurz (viele Tracks tingeln um die Minuten bis anderthalb Minuten herum).
Dem Elfman Fan dürfte dieses Release dennoch gelegen kommen, ist es doch auf seiner will-haben-Liste seit langer, langer Zeit. Spass machen die 30 Minuten allemal, allzu viel sollte man allerdings nicht erwarten, auch nicht als Elfman’ist der ersten Pee Wee Stunde.