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Lieber Herr Prince: Nowosibirsk spielt nicht in der NHL
Shane Prince löst nach 16 Spielen mit Davos den Vertrag auf: Er wolle in die NHL wechseln. Ein paar Tage später landet er in Sibir Nowosibirsk.
Mittlerweile ist wohl allen klar: Shane Prince und der HC Davos haben nicht zusammengepasst. Oder soll man eher sagen, Shane Prince und Arno Del Curto sind keine Liebesgeschichte.
Gross angekündigt wurde der 26-jährige Amerikaner, als er im August einen Vertrag beim HCD unterschrieben hatte. Doch die Euphorie ist längst verflogen. In 16 Spiele in der National League konnte Prince gerade einmal drei Tore und drei Assists erzielen. Am Samstag folgte der überraschende Abflug. Der Davoser Sportchef Rene Müller erklärte die Situation so: «Shane ist nach dem Dienstagsspiel zu uns gekommen und hat gefragt, ob er den Vertrag auflösen dürfe. Er will die Chance, dieses Jahr noch einmal in der NHL zu spielen, wahrhaben und dies über die AHL versuchen.»
Fünf Tage nach Vertragsauflösung unterschreibt Prince einen Vertrag bei Sibir Nowosibirsk. Nein, Sibir Nowosibirsk ist nicht eine neu dazugekommene und unbekannte 32. Franchise in der NHL. Es ist ein Klub in der KHL, der seine Heimspiele im hintersten Russland austrägt. Im Winter liegen die Durchschnittstemperaturen in Nowosibirsk über Monate bei Minus 16 Grad Celsius. Nichts mit pazifischer Künste, kalifornischer Hitze oder dem Golf von Mexiko.
Prince hat sich ins hinterste Russland verirrt. Es ist unwahrscheinlich, dass er bei Cory Emmerton Rat gesucht hat. Dieser ist nämlich im Sommer nach Nowosibirsk gezogen, hat seinen Vertrag nach elf Spielen und Null Punkten aufgelöst.
Die Lösung ist ganz einfach: Prince’ Ziel war nicht, in die NHL zurückzukehren, sondern weg von Davos. Er hat sich nie richtig im Team integrieren können. Läuft es dem ganzen Team nicht, fällt die Integration umso schwerer. Vielleicht hat er sich auch einfach zu gut gefühlt. Und er hat sich nicht mit Del Curto anfreunden können.
Doch Sibir Nowosibirsk ist kein Stück besser als der HCD. Sie liegen ligaweit auf dem zweitletzten Platz und stecken ebenfalls in einer grösseren Krise. In 31 Spielen konnten gerade einmal acht Siege eingefahren werden. 34 unterschiedliche Spieler wurden in dieser Saison schon eingesetzt, darunter Cory Emmerton, der aufgrund ungenügender Leistungen entlassen wurde. In der Schweiz mag er aber wieder zu überzeugen. Es hängt eben doch vieles vom persönlichen Umfeld eines Spielers ab.
Eine Rückkehr in die NHL hat er sich womöglich mit dem Wechsel nach Russland selbst verbockt. Es ist kaum anzunehmen, dass ein US-Amerikaner, der sich in der Schweiz nicht wohlgefühlt hat, in Nowosibirsk wieder aufblühen kann.
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