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|VOLKMAR KÖNIG "Eine Abart von Logbuch"|

Volkmar König Geb. am 06. November 1920 Gest. am 22. 08. 2008

Dieser Nachlass besteht aus einer außergewöhnlich geschlossenen Lebensdokumentation bestehend aus Dokumenten, Fotos, Film- und Tonmitschnitten, beginnend mit dem schon als Schüler gefassten Entschluss, wie er in seiner Bewerbung formuliert:
„Ich bewerbe mich jetzt um Aufnahme in die deutsche Kriegsmarine, da ich seit früher Jugend in dem Berufe des Seeoffiziers mein Ideal sehe und seit dieser Zeit keinen größeren Wunsch habe als ein tüchtiger Seeoffizier zu werden.“
Um dieses Ziel zu erreichen, hat er bereits als Schüler vorbereitende Bildungsmöglichkeiten genutzt, war aber nie Mitglied der NSDAP. Elternhaus und Schule bildeten seinen kritischen Verstand. Nach Ablegung der Marineoffiziersprüfung 1940 war er an den Vorbereitungen der „Operation Seelöwe“ beteiligt und legte obwohl dies unter Strafe stand, eine Dokumentation (Foto und Text) an.
Diese Dinge sind erhalten, da er seiner Mutter alle Aufzeichnungen usw. übergab. Daher ist das Motto dieses Nachlasses auch:
„Und dann möchte ich Dich bitten, doch meine ganzen Briefe mit den Zeichnungen und Briefen in so einen dicken Hefter zu heften, damit ich später hier eine Abart von Logbuch habe.“ Trotz des frühen Todes seiner Mutter ist dieser Bitte von seinem Vater ebenfalls entsprochen worden und der Nachlass daher erhalten.
Nach einer kurzen Fachausbildung erhielt VK seine erste Kommandierung auf U 99 unter Kapitänleutnant Otto Kretschmer. Dieses war die erste und letzte Feindfahrt, die mit der Selbstversenkung von U 99 und der Gefangennahme durch die „Royal Navy, HMS Walker“ am 17. 03. 1941 endete. Schlussdokument ist die Liste dem Untergang von U 99 verlorenen oder auf der HMS Walker abgenommenen Gegenständen. Unter anderem ist dort unter privaten Gegenständen aufgeführt: „Eine Pistole“!! Fortan war VK wie er es nannte „Gast des englischen Königs“, der ihm wie er scherzhaft hinzufügte „einen Rasierapparat“ schenkte.
Der Briefwechsel in den dann folgenden Jahren (bis 1946) aus verschiedenen Kriegsgefangenlagern in England und Kanada geben tiefe Einblicke in das Lagerleben, die besondere Behandlung dort korrekt nach „Genfer Konvention“. Der Briefwechsel aus dieser Zeit liegt nahezu lückenlos vor.
Hier seien nur genannt ) „Battle of Bowmannville“, der Ausbruchversuch aus dem Lager in Kanada mit dem Ziel 3 U Boot Kapitäne (Kretschmer, Schepke und Heyda) wieder nach Deutschland zu bringen.
Insgesamt ein hochinteressanter Nachlass, der nicht nur einen Einblick in die Ereignisse der Zeit 1938 bis 1946, sondern aus der Sicht eines gebildeten jungen Mannes auch einen Einblick in den „Zeitgeist“ wie es Volkmar König einmal in einem Interview für das Französische Fernsehen formulierte.
Nach dem Krieg besteht die Dokumentation aus Briefen und Aufzeichnungen im wesentlichen zu „Crew X“ und den Verbindungen zu den Mitgefangenen und Bewachern in den kanadischen Kriegsgefangenenlagern. Dies diente der Aussöhnung mit dem ehemaligen Gegner und dem Bestreben in Deutschland als Soldaten und nicht als Kriegsverbrecher behandelt und angesehen zu werden.
Insgesamt ist dieser Nachlass aus meiner Sicht eine gute Basis dafür kommenden Generationen an Hand dieses Beispiels einen authentischen Einblick zu vermitteln, wie das Leben in Deutschland zwischen 1938 und 1946 wirklich war. D. h. auch die Kriegsgefangenen verfügten über aktuelle Informationen und wurden trotz Verbots über den Briefkontakt mit den Angehörigen über die Zustände zu Hause informiert. Gruß Franz