Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03101.jsonl.gz/1201

Dr. Joseph Bättig referierte über die Autorin Johanna Spyri. Der engagierte Vortrag zeigte, dass Spyri viel mehr war als nur «Heidi»-Autorin.
Die «Heidi»-Geschichte zählt nicht nur zu den berühmtesten Schweizer Büchern, sondern ist auch einer Exportschlager der Schweizer Literaturszene. Auch den Zuhörerinnen und Zuhörer des am Donnerstag im Tertianum in Pfäffikon durchgeführten Vortrags waren die «Heidi»-Bücher bekannt. Unbekannter schien hingegen das Leben der «Heidi»-Autorin Johanna Spyri. Trotz des Erfolgs ihres Werks blieb ihre Bekanntheit bescheiden. Joseph Bättig referierte deshalb für einmal nicht über Heidi, sondern über deren Schafferin Johanna Spyri.
Wurzeln am Hirzel
Die Wurzeln der Schriftstellerin liegen nicht weit weg, wurde sie als Johanna Heusser 1827 doch in der Gemeinde Hirzel geboren, wo sie auch aufwuchs. In Spyris Leben gab es zahlreiche Personen, die ihre Persönlichkeit, aber auch ihre Bücher beeinflussten. Die «Heidi»-Figur «Alpöhi» ähnelt beispielsweise stark Spyris Grossvater Diethelm Schweizer.
Revolutionär
Nahezu revolutionär waren die «Heidi»-Bücher bei ihrer Erscheinung, weil Religion kein Thema war, ja in der Literatur richtiggehend tabuisiert war. Dies führte Bättig auf das schlechte Bild von Religion zurück, das Spyri durch ihre fromme Mutter vermittelt bekommen hatte. Spyri verkehrte schon früh in den gehobenen Klassen Zürichs. Eher schicksalshaft war ihr eigenes Familienleben. Die Ehe mit Johann Bernhard Spyri war mehr Vernunftsehe als Liebesheirat. Zu sehen bekam sie ihren Mann kaum, war dieser doch sehr mit seiner Karriere als Chefredaktor der Eidgenössischen Zeitung, dem ehemaligen Konkurrenzblatt der «Neuen Zürcher Zeitung», beschäftigt. Ein engeres Verhältnis hatte Spyri zu ihrem einzigen Sohn,der schon früh an Tuberkulose starb. Erst spät wurde Spyri schliesslich zur Autorin. 1868 erschien ihre erste grosse Erzählung.
Schreiben an der Tagesordnung
Nach dem Tod ihres Mannes wurde das Schreiben zur Tagesordnung. 1880 erschien schliesslich das erste «Heidi»-Buch,das inzwischen 26-millionenfach in über 50 Sprachen aufgelegt wurde. Trotzdem brachte es der Autorin nicht den Ruhm ein, den sie verdient hätte. Dr. Joseph Bättig gab der Autorin mit seinem in einem persönlichen Ton gehaltenen Vortrag jedoch ein Gesicht.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Literatur
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/ji9M2u