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Auch hier auf der Alp werfen wir Lebensmittel „weg“, nämlich die „Chesbändel“. Die etwa spagettidicken Randstreifen der frischen Käselaibe, die am Morgen, bevor der Käse ins Salzbad gebracht wird, mit einem scharfen Messer ringsum abschnitten werden, damit sie beim Wenden im Keller nicht abbrechen.
Wir werfen sie allerdings nicht irgendwohin, wir werfen sie den Hühnern vor, die aus diesen „Käsebändeln“ Eier herstellen und so transformiert wiederum auf unserem Tisch landen.
Die Hühner lieben diese Cheesbändel über alles Es gibt jedes Mal ein „Hühnerrrennen“, wenn gerufen wird und die Bändel ausgeworfen werden.
Die Bändel muss man erst in kleinere Stücke reisen, sonst kommt es vor, dass ein Huhn mit einem langen „Käsewurm“ minutenlang herumrennt, verfolgt von einer Meute neidischer Hühner, die leer ausgegangen sind.
Die Hühner verarbeiten für uns noch andere Eiweissträger, die ich nie essen würde, in leckere frische Eier. Ab Mitte Juli kommt die Invasion der „Pschüttiwürm“ aus der Güllengrube. Das sind die Larven der „Mistbiene“. Das sind etwa zwei Zentimeter lange Würmer mit einem eben so langen Schwänzchen, das eigentlich ein Atemrohr ist.
Diese Würmer kriechen nun zu Hunderten aus der Güllengrube, um sich irgendwo zu verpuppen. Aber die Hühner sind auf der Lauer und transformieren sie zu Eiern. Der Gedanke, ein Ei zu essen, das seinen Ursprung in der Güllengrube hatte, ist befremdlich. Ich esse aber lieber diese Eier, als Mehlwürmer oder Heuschrecken, welche man nun auch in den Lebensmittelabteilungen von Grossverteilern kaufen kann.