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Reisebericht vom Lough Corrib (Peter May)
Wie schon Jahre zuvor, ging es Ende Mai wieder für eine Woche nach Irland zum Fischen. Wir, sechs passionierte Fischer und ambitionierte Köche, wollten wiederum eine Woche dem Schuppenwild im Lough Corrib nachstellen.
Lough Corrib
Der Lough Corrib (irisch: Loch Coirib) ist mit 200 km² der größte See in der Republik Irland (und nach dem Lough Neagh der zweitgrößte auf der irischen Insel). Er liegt im County Galway und ist über den Fluss Corrib, der in Galway in den Atlantik mündet, mit dem Meer verbunden.
Am östlichen Ufer des Sees, in dem eine Vielzahl kleiner Inseln liegen, befinden sich die Annaghdown Churches. Es sind die Ruinen einer Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert, mit Resten einer älteren Kirche gebaut, und einer Klosterkirche von 1195, die auf ein von St. Brendan für seine Schwester Briga gegründetes Nonnenkloster zurückgehen. Hier soll Brendan im Jahre 577 auch verstorben sein. Auf einer Insel im See liegen die Inchagoill Churches, ebenfalls Reste einer frühen Klostergründung, und nahe dem Nordufer liegen mit der ehemaligen Abtei von Cong und dem Aughnanure Castle weitere historische Baudenkmäler.
Der See erfreut sich bei Anglern großer Beliebtheit, da er trotz der Nähe zur Stadt Galway schon wegen seiner Größe viele ruhige und abgeschiedene Angelmöglichkeiten bietet. Geangelt werden können hier Forellen, Hechte, Flussbarsche und Lachse.
Der riesige See im Westen der Grünen Insel zählt mit Sicherheit zu den besten Forellen-Gewässern Europas. Die wunderbar gefärbten Brown Trouts wachsen hier zu Rekordgewichten bis über 20 englischen Pfund heran, und es scheint, dass der Bestand in den letzten Jahren noch einmal zugenommen hat.
Über die gesamte Saison vom 15. Februar bis 30. September werden herrliche Fische gefangen, und zur Maifliegenzeit verlieren selbst kapitalste Brown Trouts ihre Scheu und schlürfen die leichte Beute von der Oberfläche – ein unvergessliches Erlebnis! Doch nicht nur die ausgezeichnete Forellen-Angelei macht den Corrib zu einem Ausnahmegewässer. Auch der Bestand an Großhechten und Barschen ist beeindruckend, und selbst der Lachs zieht auf seiner Wanderung durch den See und sorgt immer wieder für Überraschungen und spannende Drills.
Anreise
Anders als die Jahre davor haben wir uns entschlossen, nicht nach Shannon, sondern nach Dublin zu fliegen (zu dieser Destination gibt es unzählige Angebote im Gegensatz zu Shannon). Trotz längerer Flugstrecke ist diese Variante markant günstiger als Shannon!
In Dublin mieteten wir zwei Autos und machten uns auf den Weg an die Westküste. Nachdem es in Dublin noch so „geschifft“ hatte, dass man sich wie unter der Douche fühlte, wurde das Wetter mit jedem Kilometer westwärts besser. In Galway und bis zu unserem Ziel in Cross herrschte anschliessend bright sunshine! Die Fahrt dauerte etwa drei Stunden.
Derry Quay Lodge
Am Nachmittag sind wir in Cross angekommen und wurden von Jonathan Holian und seiner Frau Arabella herzlichst empfangen. Der Anblick des Hauses war beeindruckend und atemberaubend!
Die Lodge ist ein elegantes Steinhaus auf dem Ufer des Lough Corrib in der Nähe des Dorfes Cong und der weltberühmten Ashford Castle inmitten von 6 Hektar reifen Waldland.
Es besteht aus 6 Schlafzimmern, darunter 3 en-suite und 3 Standard-Zimmer Insgesamt können 12 Personen übernachten oder bei 6 Fischern hat jeder sein eigenes Zimmer..
Der Hauszugang ist behindertengerecht gestaltet.
Alle Zimmer befinden sich im Erdgeschoss – sie sind komfortabel eingerichtet.
Ein offenes Holz- oder Torffeuer am Abend und dazu einen schöner Whiskey sorgen für den gediegenen Tagesausklang.
Das Haus verfügt über Zentralheizung. Es verfügt über 4 Toiletten mit Douchen..
Zum Haus können drei Boote mit Motor zugemietet werden. Der Bootssteg befindet sich direkt beim Haus.
Kontakt: Jonathan Siobhan & Arabella Holian
Fischerei
Ich habe ausschliesslich mit der Fliege auf Forellen gefischt. Meine Kollegen fischten mit Löffel, Wobbler und mir unbekannten Gummiködern. Die Fänge waren wegen dem tiefen Wasserstand nicht sonderlich üppig, aber gefangen wurde trotzdem.
Coaching / Angelführer
Wie überall, setzt erfolgreiches Fischen die Gewässerkenntnis voraus. Als ich das erste Mal in Irland am Fischen war, habe ich auf einen Guide verzichtet. Fazit: in dieser Woche hatte ich praktisch nichts gefangen. Dann lernte ich Burkhard Hobbler kennen. Burkhard ist Deutscher, lebt aber schon seit Jahrzehnten auf der Insel bzw. auf Inishmicatreer. Diese kleine Insel liegt im nördlichen Lough Corrib und ist mit dem Festland durch eine Autobrücke verbunden. Die Lodge von Burkhard liegt direkt am See und ist ein Paradies für eine kleinere Anglergruppe. Die Fischerei auf Brown Trouts rund um Inishmicatreer ist spektakulär, sie gehört zum Feinsten, was Lough Corrib zu bieten hat. Der gute Hecht und Barschbestand und realistische Chancen auf kapitale Lachse, die beim Schleppen im See oder im nahegelegenen Cong River erfolgreich befischt werden, machen dieses Revier so einzigartig. Und mit Burkhard steht Ihnen ein hochkompetenter Ansprechpartner zur Verfügung, der nicht nur die Fischerei am Corrib mit all seinen Facetten kennt, sondern in fast ganz Irland erfolgreich gefischt hat.
Es lohnt sich in jedem Fall, Burkhard für einen Tag als Guide zu buchen! Er berät nicht nur was die Taktik anbelangt, sondern bei ihm kann man auch alle gängigen Köder (Wobbler, Spinner, Fliegen, usw.) kaufen.
Auf Wunsch organisiert er auch Ausfahrten zum Meeresfischen im Atlantik. Eine Option, die wir uns nie entgehen lassen!
Pollak, Dorsch, Makrele und Plattfisch waren unsere Beute. Allerdings muss beachtet werden, dass nicht alle vom Team aktiv gefischt haben…..
Beim Fischen im Lough Corrib gilt es, Folgendes zu beachten:
- Fischereiliche Hot-Spots befinden sich bei den Flusseinmündungen des „Black River“ und des „Cong River“
- Die Bereiche rund um die unzähligen Inseln sind sehr gut (Burkhard gibt Gewässerkarten mit Tiefenangaben gerne ab).
- Bei der Fahrt mit dem Motorboot ist es enorm wichtig, die Gewässerkarte vorher genau
zu studieren. Die Gewässertiefen schwanken im Corrib ganz enorm. Bei rasanter Fahrt
könnte es nur allzu leicht passieren, auf einen der riesigen, knapp unter die Wasseroberfläche reichenden Felsen zu prallen.
- Schwimmweste auf dem Boot ist Pflicht.
- Ich habe auf unsere Trips jeweils 4 Funkgeräte mitgenommen (3 Boote und 1 Homestation). Diese haben sich bestens bewährt, zumal man sich auf dem See (vor allem in der Dämmerung) verirren kann (ohne Scheiss: ist mir passiert!).
- Es lohnt sich nicht, seine gesamte Ködersammlung mitzunehmen. Wende dich an Burkhard und du bist bestens bedient.
Kulinarisches
Wir waren Selbstverpfleger. Nachdem einige vom Team über beachtliche Kochkünste verfügen, war es ein Genuss, einkaufen zu gehen und dann in gemütlicher Runde die kulinarischen Köstlichkeiten zu verspeisen. Das Haus verfügt auch küchenmässig über eine hervorragende Infrastruktur und lässt keine Wünsche offen.