Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03554.jsonl.gz/1107

Solange allgemeiner Getreidebau und Selbstversorgung zu einer längst entschwundenen Wirtschaftsordnung gehörte, hatte das privilegierte Gewerbe der Müllerei an allen triebkräftigen Wasserläufen seine Ableger. Im Mittelalter hielten noch die Grundherren das Mühlen‑ und Wasserrecht in ihrer Hand, bis dieses mit dem Niedergang der feudalen Herrschaften an die erstarkenden Gemeinwesen oder an begüterte Bürger überging. Als dann zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die moderne Industrie die Wasserkräfte in neue Dienste nahm, siedelte sie sich vielfach an den alten Mahlstätten und Mühlebächen an.
Mit den Mühlen waren meist auch andere mechanische Betriebe verbunden, wie sie die Naturalwirtschaft erfordert: Stampfen oder Bleuel, Schleifen, Sägen, Reiben, Fruchtrellen, Walchen, Mangen und Farben. In der Pfisterei wurde das Mehl gerade zu Brot gebacken. Es dient dem genealogisehen und heraldischen Teile zur sachlichen Grundlage, wenn hier vorab in gemeindlicher Folge eine knappe übersieht über alle bekannten Mühlen unseres Gebietes geboten wird.
Den obersten Teil des Ägeritales, den Hauptsee bediente ein jedenfalls kleines Mahlwerk im Eierhals, während sich hinter dem Dürfe Oberägeri selbst seit dem beginnenden 15. Jahrhundert, soweit schriftliche Zeugnisse vorliegen, eine andere Mühle vom Dorfbach treiben ließ. Wichtiger als diese beiden war die österreichische Herrschaftsmühle an der Lorze, wo sich heute im Mühleloch die innere Spinnerei von Unterägeri erhebt. Schon das Hofrecht von 1308 erwähnt sie als Emühle derer von Wilen. Nachweisbar um 1660 stand außer dieser Untermühle noch eine Obermühle unweit des Dorfes. Erst das vorige Jahrhundert sah auf dem Moos die vom Neubächlein gespeiste Kreuzmühle entstehen, aus der seither ein Elektrizitätswerk geworden ist.
Oberägeri.
Seit 1417 sind die Müller des Dorfes, 50 Jahre später jene vom Eierhals bezeugt. Ihre Nachkommen sitzen heute noch teils auf Hasenlo und Oberrüsli, teils auf Schranken, Naas, Unterwart und Fiisteren. Hans fiel 1515 bei Marignano, Nikolaus 1531 auf dem Gubel; Peter kaufte sich dann zu unbestimmter Zeit in Wilägeri ein.
Unterägeri.
Gleich alt wie die vorigen sind die Müller der untern Talgemeinde, wo die österreichische Herrschaftsmühle (Hofrecht von 1308) an der Lorze im Mühleloch stand. Seit wenigstens 1503 ist das Geschlecht im Besitze des Kamersbühl, dann auf Rissenen und Gmein nachgewiesen, andere gleichzeitig auf dem Acher und am Lutisbach, während die jüngern Generationen auf den Sitz im Buchholz zurückgehen.
(Quelle: Wappenbuch des Kantons Zug)