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Emotionen sind in der Theorie effizienter Märkte aber nicht vorgesehen. Die Markteffizienz-Hypothese (MEH) postuliert, dass der Preis eines Wertpapiers sämtliche Informationen widerspiegelt, die im Markt verfügbar sind. Dazu gehöre gemäss Thomas Heller, Leiter Research und CIO der Schwyzer Kantonalbank, auch die Annahme, dass die Marktteilnehmer rational handeln, Informationen für alle frei verfügbar seien und diese sofort und korrekt in den Preisen verarbeitet würden. Das Ergebnis ist der stets rational handelnde "Homo Oeconomicus". Auch dafür gab es schon den Nobelpreis. "Sind die Märkte nun rational und effizient oder irrational und ineffizient?", fragt sich der Experte. Dass 2013 mit Eugene Fama, einem Verfechter rationaler Märkte, und seinem Antipoden Robert Shiller zwei Wirtschaftswissenschafter mit konträren Positionen im gleichen Jahr den Nobelpreis erhielten, zeigt, dass die Wahrheit wohl dazwischenliegt.
Thomas Heller macht ein Gedankenspiel: "Tee oder Kaffee?" "Tee bitte." "Wir haben auch Punsch." "Dann hätte ich gerne einen Kaffee." Ein solches Verhalten ist irrational. Es ergibt keinen Sinn, die Präferenzreihenfolge zwischen Tee und Kaffee zu ändern, nur, weil die Option Punsch hinzukommt. Oder verhalten sich die Finanzmärkte tatsächlich so? Das würde bedeuten, dass Anleger wider besseren Wissens handeln. Und das ist bestimmt nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Anleger agieren im Normalfall durchaus rational. Dabei handeln sie ökonomisch und stecken nur so viele Ressourcen in ihre Anlageentscheide, wie ihnen aus Kosten/Nutzen-Sicht sinnvoll erscheint. "Das kann zu Fehlinterpretationen und (rückblickend) zu offensichtlichen Übertreibungen führen", so Heller. Aber dies sei nicht irrational – in der strengen Auslegung der MEH jedoch ineffizient.
Zu unterstellen, dass die Märkte ineffizient sind, nur weil nicht alle Akteure alle Informationen frei verfügbar haben und sie sofort und richtig verarbeiten, geht Heller hingegen zu weit. Anleger machen aber Fehler bei der Beurteilung und der Umsetzung. "Die Verhaltensökonomie unterstellt deshalb wohl zu Recht, dass die Voraussetzungen der MEH nicht immer gegeben sind und Emotionen unser Verhalten massgeblich beeinflussen", bestätigt der CIO. Das mache die Märkte jedoch noch lange nicht zur Spielwiese eines Haufens Irrationaler und einem Platz tiefsitzender Ineffizienz.