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Wawrinka war beim 7:6 (7:5), 4:6, 6:3, 6:2-Sieg am Ende frischer und fitter als der Argentinier, der erst im Februar nach langer Verletzungspause und drei Handgelenksoperationen zurückgekehrt war und aktuell nur die Nummer 142 der Welt ist. Drei Sätze lang leistete der Olympia-Silbermedaillengewinner aber harten Widerstand. Nachdem Wawrinka mit einem seiner klassischen Rückhand-Longline-Bällen im dritten Satz das Break zum 5:3 geschafft hatte, war die Luft bei Del Potro draussen. Der Romand gewann die ersten vier Games des Schlusssatzes und wirkte am Ende mindestens so frisch wie am Anfang. Da halfen auch die «Delpo»-Sprechchöre der Fans nichts, die bis in die Morgenstunden im Arthur Ashe Stadium ausgeharrt hatten.
Don't cry for me Argentina… Juan Martin del Potro, what a class act. Ole, ole, ole, ole… pic.twitter.com/BI0rzqe8Db
— Nicolas Atkin (@natkinESPN) September 8, 2016
Im Halbfinal trifft Wawrinka, der am US Open noch nie den Final erreichte, auf den Japaner Kei Nishikori. Die Weltnummer 7 setzte sich überraschend in fünf Sätzen gegen Wimbledon- und Olympiasieger Andy Murray durch. Der Schweizer hat drei von fünf Spielen gegen den Asiaten für sich entschieden. Das letzte, vor fünf Wochen im Halbfinal in Toronto, gewann aber Nishikori ebenso wie das bisher einzige am US Open vor zwei Jahren im Viertelfinal.
Der Schotte erreichte damit erstmals in diesem Jahr bei einem Grand-Slam-Turnier nicht den Final. Nishikori, die Nummer 7 der Welt, steht hingegen zum zweiten Mal nach 2014, als er im Final gegen Marin Cilic verlor, im Halbfinal. Er verwertete nach fast vier Stunden seinen ersten Matchball zum 1:6, 6:4, 4:6, 6:1, 7:5-Sieg.
Murray vom Regen gestoppt
Murray startete ähnlich überzeugend wie er im Achtelfinal gegen Grigor Dimitrov die gesamte Partie dominiert hatte. Zweimal wurde er jedoch durch äussere Umstände eingebremst. Nach dem klaren 6:1 im ersten Satz begann es bei 3:3 im zweiten leicht zu regnen, so dass das Dach des Arthur Ashe Stadium geschlossen wurde. Danach kam der Japaner besser ins Spiel.
Nachdem er den dritten Satz gewonnen hatte, erarbeitete sich Murray im dritten Game des vierten Durchgangs einen Breakball zum 2:1 und befand sich im Ballwechsel in einer guten Position, als eine Fehlfunktion der Tonanlage im Stadion einen lauten Gong ertönen liess. Der Punkt wurde unterbrochen, wiederholt und der Schotte regte sich fürchterlich auf. So sehr, dass er nicht nur das Break nicht schaffte, sondern gleich die nächsten sieben Games bis zum 0:2 im fünften Satz verlor.
Murray: “Es war ein guter Sommer”
Diesen Rückstand machte er zum 4:4 zwar nochmals wett, auf einen weiteren Aufschlagverlust zum 5:6 konnte er aber nicht mehr reagieren. Der Brite nahm die Niederlage danach recht gelassen. «Im Prinzip kann ich nicht allzu enttäuscht sein. Ich hätte die Partie natürlich gerne gewonnen, aber es war auch so ein guter Sommer», erklärte er. Für Murray war es erst die zweite Niederlage im 28. Spiel seit dem verlorenen Final des French Open. Die Müdigkeit angesichts des chargierten Programms in den letzten Wochen wollte er nicht als Grund sehen. «Andere haben auch viel gespielt und sind auch müde.»
Nishikori zeigte sich natürlich glücklich über den Sieg. «Der Start war schwierig, aber dann hat es mir geholfen, dass ich während der Regenunterbrechung mit meinen Coaches sprechen konnte», erklärte der Japaner. Und diese, Michael Chang und Dante Bottini, fanden offenbar die richtige Taktik.
(SDA)