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Offshore-Instrumente "dienen keinen legitimen Gründen", sagte Cutajar in einem Interview mit den Westschweizer Zeitungen "La Liberté" und "Le Courrier" vom Freitag. Heute werde viel zu wenig getan, um solche Geschäftspraktiken zu verhindern.
Steueroasen seien "regelrechte Umgehungstools, um jeglicher Form von Regulierung zu entkommen", sagte die GRASCO-Leiterin weiter. Wenn die Strukturen nur zum Zweck aufgebaut würden, Verpflichtungen zu umgehen, "dann kann man nicht mehr von Steueroptimierung sprechen, sondern von Steuerbetrug".
Cutajar mag dann auch nicht von Grauzonen zwischen Legalität und Illegalität sprechen, sondern sagt: "Oft stellen solche Offshore-Konstrukte einen klaren Gesetzesverstoss dar." Um solche undurchsichtigen Strukturen zu neutralisieren, fordert Cutajar innerhalb der EU "Regelungen, welche die Transparenz der Unternehmensstrukturen erhöhen".
Riskante Geschäfte vermeiden
Für die NGO Public Eye, die seit Jahren auf Probleme der Schweizer Rohstoffbranche hinweist, belegen die "Paradise Papers", dass Rohstoffhandel das gefährlichste Geschäft der Schweiz ist. Auch sie fordert "spezifische Regulierungen", wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.
Insbesondere müssten Unternehmen gesetzlich zu Sorgfaltsprüfungen bezüglich ihrer Geschäftspartner verpflichtet werden. Ebenso müssten sie Vorkehrungen gegen riskante Geschäftsbeziehungen treffen und diese dokumentieren.
Die Basis der "Paradise Papers"-Enthüllungen ist ein Datenleck. Die 13,4 Millionen Dokumente wurden der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt und von einem internationalen Journalistennetzwerk ausgewertet. Aus der Schweiz war ein Rechercheteam von Tamedia beteiligt. Die "Paradise Papers" geben Einblicke in die Arbeit hochspezialisierter Berater, die komplizierte Konstrukte zur Steuervermeidung schaffen.
(AWP)