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Sie rannte so schnell sie konnte.
Schneller, immer schneller, doch sie blieb stehen.
Sie drehte sich um. Langsam zog sie den feinen Morgennebel
durch die Nase.
Sie torkelte, fiel, blieb liegen.
Ihr Atem wurde schwerer. Sie drehte sich zur Seite
und kroch näher zur Klippe, an der die Wellen sich
aufbäumten und zerschellten.
Ängstlich blickte sie zurück.
Hämisch lächelte sie und richtete ihren Blick wieder auf den Ho-
rizont.
Sie grinste in sich hinein; sie hatte es geschafft. Es gehörte ihr;
ihr allein.
Sorgfältig wickelte sie das zerknitterte Taschentuch auf.
Eine Böe strich ihr durch die Haare und ihr aschgrau und
braun gewordene weisse Kleid schien dem Wind folgen zu wollen;
Nur weg!
Stolz hielt sie sie in ihren verschrammten Händen, ihre grünen
Augen funkelten.
Die Nadel war dreckig;
Egal; es war ihr egal.
Sie krempelte ihren Ärmel hoch.
Wo? Wie immer.
Die frischen Schnitte leuchteten rot in der aufgehenden
Sonne.
Sie blickte in ihre Armbeuge.
Überlegen? Nein, sie war ein Mensch der Tat.
Es piekste nur kurz und langsam sickerte das Glück
durch ihre Haut, in ihr Blut,
in ihre Seele.
Sie richtete sich auf.
Und während sie die Sonne beobachtete hauchte
sie ein leises "Danke".
Dann liess sie sich fallen und als sie die
eiskalte Oberfläche durchstiess, hatte sie ihren Frieden
endlich gefunden.