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welches in die untergestellten Gefässe fällt. Oder man erhitzt das Stärkemehl in flachen, eisernen Kästen, welche im Oelbade auf 160° C. erhitzt werden, unter beständigem Umrühren so lange, bis eine herausgenommene Probe mittelst Jodwasser kein unzersetztes Stärkemehl mehr zeigt. Dextrin wird durch Jod nicht mehr gebläut, sondern roth gefärbt. Das Pulver hat einen eigenthümlichen, nicht gerade angenehmen, mehr oder minder starken Geruch und löst sich schon in kaltem Wasser zu einer stark klebenden Flüssigkeit auf.
Dextrin in Stücken wird dargestellt, indem man 1000 Th. Stärke mit 300 Th. Wasser und 2 Th. starker Salpetersäure zu einem Teig zusammenknetet, diesen zuerst bei 40° C. austrocknet und dann längere Zeit auf 60-70° erwärmt. Zeigt jetzt eine herausgenommene Probe, mittelst Jodreaktion, die annähernd vollständige Umwandlung in Dextrin, so erhitzt man die Masse kurze Zeit auf 110°, knetet nochmals mit etwas angesäuertem Wasser durch, und trocknet bei 110° völlig aus. Die angewandte Salpetersäure verschwindet bei dieser Operation vollständig, sie ist im fertigen Dextrin nicht nachzuweisen.
Dextrinsirup, der namentlich in der Strohhutfabrikation viel Verwendung findet, wird dargestellt, indem man das Stärkemehl, mit reichlich Wasser gemengt und mit Malzdiastase versetzt, längere Zeit auf 70° erwärmt. Die so erhaltene klare Flüssigkeit wird durch Eindampfen auf die gewünschte Konzentration gebracht.
Dextrin bildet sich ebenfalls beim Bierbrauen und beim Brotbacken.
Verwendung findet es zu den mannigfachsten Zwecken, als Klebmittel, zum Appretiren, dem Verdicken der Farben in der Zeugdruckerei etc.
Aus wässeriger Lösung wird das Dextrin durch starken Alkohol ausgefällt; hierauf beruht die Methode der Darstellung des chemisch reinen Dextrins, wie es hier und da in der Pharmazie gebraucht wird. Die ausgeschiedene Masse wird in dünnen Schichten getrocknet, gepulvert und stellt nun ein weisses, geruch- und geschmackloses, nicht hygroskopisches Pulver dar.
Das käufliche. Dextrin zieht mit Begierde Feuchtigkeit an, ist deshalb an trockenen Orten in gut verschliessbaren Gefässen aufzubewahren.
Verbindungen der aromatischen Reihe.
Benzol (Benzin).
Benzol, Steinkohlenbenzin.
C6H6 (in reinem Zustande).
Der Name Benzin resp. Benzol kommt ursprünglich nur diesem aus dem Steinkohlentheer dargestellten Präparate zu. Später ist er auf das aus dem Rohpetroleum hergestellte ähnliche und zu gleichen Zwecken verwandte Präparat übertragen worden, und heute versteht man, wenn der ¶
Name Benzin im Handel ohne näheren Zusatz gebraucht wird, stets Petroleumbenzin (s. d.) darunter. Das Steinkohlenbenzin des Handels ist nur sehr selten reines Benzol von obiger Formel, sondern meist ein Gemisch von Benzol und Toluol nebst kleinen Mengen noch anderer, höher siedender Kohlenwasserstoffe. Es bildet eine klare, farblose, stark lichtbrechende, leicht flüchtige Flüssigkeit von nicht unangenehmem, ätherischem Geruch und brennend scharfem Geschmack.
Sein spez. Gew. schwankt je nach dem Toluolgehalt zwischen 0, 870-0, 880, sein Siedepunkt zwischen 80-100° (reines, ans Benzoesäure dargestelltes Benzol siedet bei 80°);
bei -5° muss gutes Steinkohlenbenzin zu einer krystallinischen Masse erstarren. In Wasser ist es unlöslich, dagegen mischbar mit absolutem Alkohol, Aether, Chloroform, äther. und fetten Oelen etc.;
es ist ein Lösungsmittel für Schwefel, Phosphor, Kautschuk, Guttapercha, Harze und viele Alkaloide;
es brennt mit leuchtender, russender Flamme.
Dargestellt wird es durch fraktionirte Destillation des Steinkohlentheeröl, indem man die zwischen 80-100° übergehende Flüssigkeit gesondert auffängt. Soll dasselbe möglichst frei von Toluol dargestellt werden, so wird diese Flüssigkeit einer nochmaligen fraktionirten Destillation unterworfen.
Wir geben nebenstehend die Abbildung eines sehr sinnreich konstruirten Apparates zur Rektifikation des Rohbenzols resp. der leichten
Theeröle. Es werden hierbei die einzelnen Kühlvorrichtungen auf bestimmten Temperaturen gehalten, um so nur diejenigen Körper einzeln zu verdichten, welche unter dieser Temperatur flüssig werden.
Um Steinkohlenbenzin von Petroleumbenzin zu unterscheiden, genügen folgende Merkmale. 1. Brennen mit russender Flamme (Petroleumbenzin brennt ohne Russ), 2. Löslichkeit in absolutem Alkohol (Petroleumbenzin löst sich nicht), 3. Steinkohlenbenzin löst sich in rauchender Salpetersäure (Petroleumbenzin nicht) und beim Verdünnen dieser Lösung mit Wasser scheidet sich das nach bittern Mandeln riechende Nitrobenzol aus, 4. Steinkohlenbenzin löst Asphalt (Petroleumbenzin nicht).
Anwendung. Medizinisch so gut wie gar nicht, desto häufiger in
^[Abb: Fig. 205. Rektifikations-Apparat für Benzol.] ¶