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Sydney 2000: Keine weitere Medaille für Schweizer Ruderer
Im Leichtgewichts-Doppelzweier wurden die Titelverteidiger Markus und Michael Gier ebenso Fünfte wie Kim Plugge und Pia Vogel. Auch der schwere Doppelvierer beendete sein Rennen als Fünfter und erreichte damit dieselbe Platzierung wie 1996 in Atlanta.
Der abtretende Schweizer Nationalcoach hatte es schon nach den Halbfinals gesagt: "Alles, was jetzt zu den vier Finalplätzen dazu kommt, ist ein Bonus."
In der Tat vermochte nachher nur sein Schützling Xeno Müller mit dem 2. Rang im Skiff eine Medaille herauszufahren. Die anderen Boote hätten offenbar schon in den Halbfinals zu viel Kraft verbraucht, meinte der 44-jährige Australier nach den beiden Finaltagen.
Bis 1000 Meter dran gewesen
Markus und Michael Gier waren zu ihrem letzten gemeinsamen Rennen mit dem klaren Ziel, eine Medaille zu gewinnen, gestartet. Bis zur Streckenhälfte sah es gar nicht so schlecht aus, obwohl sie nur an 6. Stelle lagen.
"Danach haben wir den Faden verloren", sagte Markus Gier. Wenn alles geklappt hätte, wären Frankreich und Deutschland, welche die Plätze 3 und 4 erreichten, zu schlagen gewesen, war Gier überzeugt.
Gold holte das favorisierte Polen, Silber ging an Italien. Obwohl es keine Medaille gab, zeigte sich der jüngere der Gier-Brüder nicht unzufrieden: "Wir haben noch einmal unsere Leistung gebracht. Wir kamen noch einmal in den Final, obwohl mit dem 5. Platz das schwächste Ergebnis der letzten zehn Jahre herausschaute.
In ihrer Karriere hatten die bislang erfolgreichsten Schweizer Ruderer seit 1991 neben dem Olympia-Gold in Atlanta und dem 5. Olympia-Rang in Sydney an den Weltmeisterschaften nicht weniger als eine Gold- und eine Silber- sowie drei Bronze-Medaillen herausgefahren.
Dazu kommen noch drei 4. Plätze. "Man muss auch sehen, dass das Feld über die Jahre immer näher zusammengerückt ist", sagte Markus Gier, der im leichten Doppelzweier mit einem noch nicht bekannten Partner weiterrudern will. Sein älterer Bruder Michael dagegen tritt zurück.
Nur Kim Plugge war zufrieden
Kim Plugge und Pia Vogel haben Ruder-Geschichte geschrieben: Sie sind das erste Schweizer Frauenteam, das je einen olympischen Final erreicht hat. "Wir sind ein optimales Rennen gefahren, obwohl wir die angestrebte Medaille nicht erreicht haben", sagte die 25-jährige Kim Plugge. "Ich bin deshalb zufrieden, denn ich habe immer alles gegeben."
Anders sah es bei der zweifachen Leichtgewichts-Weltmeisterin Pia Vogel aus. Die 31-Jährige konnte ihre Enttäuschung über das entgangen Edelmetall nicht verbergen. "Ich bin sehr enttäuscht. Aber nach 1000 Metern wurde das Rennen neu gestartet, und wir konnten nicht mithalten."
Michael Erdlen tritt zurück
Simon Stürm, Christian Stofer, Michael Erdlen und André Vonarburg waren sich zusammen mit ihrem Trainer Reto Wyss nach dem 5. Platz einig: "Von der Physis her haben wir unser Optimum herausgeholt." Trotzdem trauerten sie ein wenig einer Medaille nach. "Es tut schon weh, wenn man im Final ist und dann ohne Medaille vom Wasser muss", sagte Schlagmann André Vonarburg, mit 22 Jahren der Jüngste im Boot.
"Der Doppelvierer hat Tradition in der Schweiz", sagte Christian Stofer, der wie Vonarburg und Stürm möglichst in derselben Bootsklasse weiterrudern will. Nur Michael Erdlen, der zum zweiten Mal Olympia-Fünfter wurde, hört auf. Ebenfalls nicht mehr als Trainer tätig sein wird Reto Wyss. Der zweifache Leichtgewichts-Skiff-Weltmeister hatte sein Team die letzten zwei Jahre ehrenamtlich trainiert.
swissinfo und Agenturen
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