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Keuchhusten
Synonym: Pertussis, Stickhusten, Tussis convulsiva
Keuchhusten ist eine Erkrankung, die auf einer Infektion mit dem Bakterium Bordetella pertussis beruht und durch heftige, krampfartige Hustenattacken gekennzeichnet ist. Die Erkrankung kann im Kindes- und Jugendalter vorkommen sowie, meist in abgeschwächter Form, bei Erwachsenen.
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Symptome
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Keuchhusten beginnt schleichend mit einem schnupfenähnlichen Stadium (katarrhalisches Stadium), mit Niesen, tränenden Augen, Abgeschlagenheit, eventuell leichtem Fieber und einem anfangs nächtlichen, stakkatoartigen Husten. Innert zwei Wochen werden die Hustenattacken heftiger und treten häufiger auf. Auf eine Hustensalve von fünf, zehn, fünfzehn oder noch mehr kräftigen Hustenstössen folgt ein keuchendes Luftholen, und oft beginnt bereits nach wenigen Atemzügen die nächste Hustenattacke. Die Hauptphase der Erkrankung (konvulsives Stadium) ist erreicht. Mit den Hustenstössen kommen oft grosse Mengen zunehmend zähflüssigen Schleims hoch. Das kann zum Erbrechen reizen und, besonders bei Säuglingen, zu Erstickungsanfällen führen. Innert etwa vier Wochen beginnt die Genesung (Stadium der Rekonvaleszenz). Hustenanfälle und Erbrechen werden seltener. Noch Monate nach dem Abklingen der Erkrankung können einzelne Hustenattacken auftreten.
So hört sich Keuchhusten bei einem Baby an.
Unter folgenden Umständen sollten Sie unverzüglich einen Arzt kontaktieren oder den Rettungsdienst rufen (in der Schweiz unter der Notrufnummer 144):
- Wenn Ihr Kind so häufig erbricht, dass es nichts bei sich behält
- Bei Zeichen der Austrocknung (Exsikkose):
- Weinen ohne Tränen
- Trockenheit von Mund oder Zunge
- Schläfrigkeit, Benommenheit, Verwirrtheit
- Bei Säuglingen Einziehung der durch die Haut tastbaren weichen Knochenlücke im Schädeldach (grosse Fontanelle)
- Wenn das Kind weniger Wasser lässt als gewohnt
- Runzlige Haut
- Wenn die Hustenattacken schlimmer werden, Atemnot auftritt, Ihr Kind schneller als gewöhnlich oder mit grosser Anstrengung gegen einen Widerstand atmet
- Wenn sich die Haut zwischen den Rippen oder über dem Brustbein bei jedem Atemzug einzieht
- Wenn die Lippen oder Fingernägel Ihres Kindes bläulich oder weiss sind
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Behandlung
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Die Behandlung orientiert sich an der Schwere der Erkrankung. Besonders bei Säuglingen sollte man mit einer Spitaleinweisung nicht zögern. Dort wird regelmässig das atembehindernde Sekret abgesaugt und für eine ausreichende Sauerstoff- und Flüssigkeitszufuhr gesorgt. Antibiotika mildern den Verlauf der Erkrankung, doch auch mit diesen Medikamenten dauern die Hustenanfälle in der Regel noch wochenlang an. Wer in engem Kontakt mit dem Erkrankten steht, etwa die Eltern des betroffenen Kindes, sollte vorbeugend antibiotisch behandelt werden. Das gilt unter Umständen auch für geimpfte Kontaktpersonen, beispielsweise wenn sie beruflich mit ungeimpften oder nicht vollständig geimpften Säuglingen zu tun haben. Geimpfte stecken sich zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an, können aber trotzdem zu vorübergehenden Keimüberträgern werden. Auch in den ersten circa fünf Tagen der Antibiotikatherapie besteht noch die Gefahr, andere anzustecken.Tipp: Wenn Sie Ihr Kind nach Rücksprache mit dem Arzt zu Hause behandeln, dann sorgen Sie für eine ruhige, abgedunkelte Umgebung. Genügend Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff sind wichtig; lüften Sie daher regelmässig und verwenden Sie im Winter einen Raumluftbefeuchter. Inhalieren mit Salzlösung tut gut, am besten mit einem Inhalationsgerät. Beruhigen Sie Ihr Kind bei einer Hustenattacke, nehmen Sie es auf den Arm oder – wenn es schon grösser ist – unterstützen Sie es beim Aufsitzen. Geben Sie ihm nach den Attacken reichlich zu trinken und häufig kleine Mahlzeiten. Schonen Sie das Kind, denn jede kleine Anstrengung kann eine weitere Hustenattacke auslösen.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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In der Regel dauert ein Keuchhusten etwa sieben Wochen. Die Gesamtdauer variiert von Fall zu Fall zwischen drei Wochen und drei Monaten. Bei Säuglingen ist das Komplikationsrisiko höher als in höherem Kindes- oder Jugendalter. Bei Erwachsenen verläuft Keuchhusten oft vergleichsweise mild, sodass er mit einer einfachen Bronchitis verwechselt wird. Das ist trügerisch, denn die Betroffenen können ebenfalls andere Personen anstecken. Bei Senioren ist das Komplikationsrisiko höher als bei jüngeren Erwachsenen.
An Keuchhusten Erkrankte sind anfällig für begleitende Infektionskrankheiten wie Bronchitis, Lungenentzündung und Mittelohrentzündung. Besonders bei Säuglingen können Krampfanfälle (epileptische Anfälle) auftreten. Eine schwere Hustenattacke mit Atemnot kann zu Einblutungen in Gehirn, Augen, Haut oder Schleimhäute führen. Blutungskomplikationen, Sauerstoffmangel und Entzündungen im Nervensystem können bleibende geistige oder körperliche Behinderungen nach sich ziehen. Bei schweren Verläufen kann es im Rahmen der Hustenattacken, durch eine Lungenentzündung und durch die Verengung der Atemwege mit Sekret zum Sauerstoffmangel und im Extremfall zum Erstickungstod kommen. Auch lebensbedrohliche Zustände durch Austrocknung (Exsikkose) oder Störungen des Salzhaushalts (Elektrolytentgleisungen) infolge häufigen Erbrechens sind möglich. Keuchhusten verläuft heute jedoch nur sehr selten tödlich; in der Schweiz wurden in einem Zeitraum von fünfzehn Jahren vier keuchhustenbedingte Todesfälle gemeldet.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Keuchhusten wird über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen sieben Tagen und zwei bis maximal drei Wochen. Der Erkrankte ist in der Regel vom katarrhalischen bis zur dritten Woche des konvulsiven Stadiums für andere ansteckend. In dieser Zeit sollte man den Kontakt zu Nichtgeimpften so gut es geht meiden und daher auch noch nicht zur Arbeit oder Schule gehen. In mehr als einem Drittel der Fälle sind Säuglinge unter sechs Monaten betroffen, sieben von zehn Fällen treten bei Kindern unter fünf Jahren auf. Dennoch sind Jugendliche und Erwachsene die häufigsten Überträger der Krankheit.
Die letzte grössere Epidemie in der Schweiz war in den Jahren 1994 und 1995; in diesen beiden Jahren erkrankten insgesamt etwa 46’000 Personen an Keuchhusten. Danach nahm die Häufigkeit ab, der niedrigste Stand wurde 2006 mit 3000 Fällen erreicht. Seitdem scheint der Keuchhusten in der Schweiz wieder auf dem Vormarsch zu sein, 2013 wurden 13’200 Fälle gemeldet, das entspricht 164 Fällen pro 100’000 Einwohner. Ein Teil der Zunahme ist aber vermutlich in einer geänderten Meldepraxis begründet, sodass heute mehr Fälle statistisch erfasst werden als früher.
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Vorbeugung
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Gegen Keuchhusten gibt es heute eine wirksame und in aller Regel gut verträgliche Aktivimpfung. Wer geimpft ist, hat nur noch ein sehr geringes Risiko, Keuchhusten zu bekommen. Wer trotz Impfung erkrankt, erfährt meist einen deutlich milderen Krankheitsverlauf als Ungeimpfte. Die Keuchhustenimpfung enthält heute nicht mehr abgetötete Bordetella-Zellen, sondern nur bestimmte Bruchstücke davon. Damit ist die Impfung verträglicher geworden als früher. Nebenwirkungen sind in aller Regel mild und nur von kurzer Dauer. Am häufigsten sind dabei Hautirritationen an der Einstichstelle und Fieber. Gelegentlich können unter anderem Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, nervöse Unruhe und Schlafstörungen auftreten.
Impfung – wer und wann?
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt, Kinder mit 2, 4, 6 und zwischen 15 und 24 Monaten gegen Keuchhusten zu impfen; zwei weitere Impfungen sind im Alter von 4 bis 7 und von 11 bis 15 Jahren vorgesehen. Diese sechs Impfungen werden in der Regel mit den notwendigen Impfungen gegen Diphterie oder Tetanus und, je nach Impfschema, auch gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kombiniert. Entsprechende Mehrfachimpfungen stehen zur Verfügung. Wenn die genannten sechs Keuchhustenimpfungen versäumt wurden, empfiehlt das BAG, sie bei unter 15-Jährigen noch nachzuholen. Bei Erwachsenen wird generell eine einmalige Impfung im Alter von 25 bis 29 Jahren empfohlen – als Auffrisch- oder Erstimpfung. Unabhängig vom Alter sollen diese Impfung alle Jugendlichen und Erwachsenen erhalten, die in Familie oder Beruf in dauerndem Kontakt mit Säuglingen unter sechs Monaten stehen und bei denen die letzte Keuchhustenimpfung länger als zehn Jahre her ist.
Impfung in der Schwangerschaft?
Da das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Säuglingen unter sechs Monaten am grössten ist, sollte die Mutter als in der Regel engste Kontaktperson gegen Keuchhusten geschützt sein und zwar ab dem ersten Atemzug des Kindes. Schwangeren, bei denen die letzte Impfung länger als fünf Jahre her ist, wird daher eine Keuchhustenimpfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (zweites Trimenon), das heisst etwa ab der 13. Schwangerschaftswoche empfohlen. Noch besser ist es, spätestens drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuimpfen. Erkrankt eine Schwangere an Keuchhusten, dann wird die Erkrankung zwar nicht auf das Kind übertragen, Hustenattacken können aber vorzeitige Wehen auslösen, und die Erkrankung stellt auch insgesamt eine erhebliche zusätzliche Belastung für den Organismus der Schwangeren dar. Ungeimpfte Schwangere, die befürchten, sich mit Keuchhusten angesteckt zu haben, können vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden.
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TopPharm hilft!
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Wenn Sie ein heftig hustendes Kind zu Hause haben, versorgt Sie Ihr Gesundheits-Coach gern mit einem geeigneten Inhalator und eventuell mit einer kleinen Sauerstoffflasche für den Notfall. Er erklärt Ihnen die Handhabung dieser Gerätschaften und kann Ihnen weitere Tipps geben, wie Sie es Ihrem kranken Kind ein bisschen leichter machen können. Selbstverständlich trifft das auch auf einen erkrankten Jugendlichen oder Erwachsenen zu, den Sie pflegen.
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Wirkstoffe
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