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Hergestellt von R. L. Drake.
Als Nachfolger des bereits volltransistorisierten SPR-4 stellte Drake in der Mitte der siebziger Jahre den SSR-1 vor, einen nach dem Wadley - Prinzip arbeitenden Doppelsuper, der nun endlich den ganzen Bereich von 0,5 - 30 MHz abdeckte. Das Gerät erreicht in seinen Empfangsleistungen nicht ganz die Qualität der R-4, was seine Beliebtheit in der Kurzwellenhörergemeinschaft schmälerte. Später kamen mit dem Century-21 resp. dem Standard C-6500 aus japanischer Quelle stammende dem technischen Design des SSR-1 nachempfundene Kurzwellenempfänger auf den Markt, die als letzte noch nach dem legendären Wadley-Prinzip geschaltet waren.
Der Drake SSR ist ein 33 x 14 x 28 cm (bxhxt) messender Tischempfänger, der mit seinem Metallgehäuse 6,4 kg auf die Waage bringt. Er ist voll transistorisiert, ein Lautsprecher und eine Teleskopantenne sind eingebaut, so dass nach Anschluss des Netzes (der Drake verträgt 117 resp. 240 V) oder Einlegen von 8 UM-1 Batterien ins Batteriefach, welches sich hinter der Klappe unter dem Gehäusedeckel verbirgt, das DX-Vergnügen beginnen kann.
Den Überblick über den Empfänger hat man sich schnell verschafft: hinter dem Gitter der eloxierten Frontplatte verbirgt sich ganz links der Lautsprecher, links daneben die 6,3 mm - Klinkenkopfhörerbuchse.
Oben rechts auf der Frontplatte finden sich die Anzeigefenster des leider nur arbriträr geeichten S-Meters und rechts davon die Frequenzskala. Mit dem MHz- Knopf links in der oberen Reihe der Bedienelemente wird die vordere Skala mit den MHz-Marken bewegt, die kHz-Skala bewegt der grosse mit einer Fingermulde ausgestattete Abstimmknopf. Dazwischen liegt der Preselector-Knopf für die Abstimmung des Vorkreises.
In der unteren Reihe der Bedienelemente findet sich zur Linken der kombinierte Einschalter / Laustärkeregler, daneben der Bandschalter für die Preselektorbereiche, der Betriebsarten- schalter und der Clarifier, eine Feinabstimmung, die vor allem zum SSB-Empfang benötigt wird.
Im Betrieb ist der Drake SSR-1 nicht ganz selbsterklärend. Wie bei allen nach dem Wadley-Prinzip arbeitenden kann man einiges falsch anstellen und wundert sich, dass das Gerät „nichts hereinbringt“.
Nach dem Einschalten wird am Lautstärkeregler auf ein leises Rauschen eingestellt. Mit dem MHz-Abstimmknopf wird nun die Anzeige der unteren Kreisskala auf die 6 MHz-Marke gebracht, das Rauschmaximum findet sich meist etwa in der Mitte des MHz-Segments, eine Kontrollleuchte - wie etwas beim ähnlich zu bedienenden FRG-7 - fehlt. Wenn mit dem Hauptabstimmknopf auf 075 kHz abgestimmt wird, wird die Deutsche Welle im besten Falle schon hörbar. Spätestens in diesem Moment muss nun der Preselector-Bereichsschalter BAND auf den korrekten Bandabschnitt (in unserem Falle 5 - 12 MHz) eingestellt werden, mit vorsichtigem Durchdrehen der Vorkreis- Abstimmung PRE-SELECTOR wird nun auf Signalmaximum abgestimmt, das S-Meter bewegt sich in Mitteleuropa an den rechten Anschlag und die Deutsche Welle wird unüberhörbar laut.
Mit falscher Einstellung von Bereichsschalter BAND oder Preselector kann es vorkommen, das starke Stationen nur leise oder auf falschen Frequenzen hörbar werden, schwächere Stationen sind bei nicht ganz optimaler Preselectorabstimmung unhörbar.
Beim Versuch, beispielsweise den argentinischen Auslandsdienst der RAE mit einem schwachen Signal zu hören, empfiehlt es sich, zunächst eine starke 19m-Bandstation in der Nähe der gesuchten Frequenz aufzusuchen, mit Preselector-Bereichsschalter und Preselector-Abstimmung auf Signalmaximum zu trimmen, manchmal muss auch mit dem MHz-Knopf noch fein auf Signalmaximum nachreguliert werden. Kommt die Nachbarstation einmal kräftig herein, kann der Empfänger auf 15345 verstimmt werden, vorsichtiges Nachziehen der Vorkreisabstimmung PRE-SELECTOR und der Empfang sollte klappen (oder auch nicht, wenn man einen Tag mit schlechten Ausbreitungsbedingungen erwischt hat).
Ähnlich ist auch beim Empfang von Funkamateuren in SSB vorzugehen: anhand einer starken Station Bandschalter und Preselector optimal einstellen, Nachstimmen, das entsprechende Seitenband (USB/LSB) wählen, zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit resp. der Tonhöhe mit dem Clarifier nachstimmen, wenn's zu arg nach Mickey Mouse klingt.
Feinfühlig bedient ist der SSR-1 ein brauchbarer Kurzwellenempfänger, mit dem sich neben den internationalen Diensten auch Funkamateure und Lokalstationen hörbar machen lassen. Für Anfänger ist das Gerät wegen der möglichen Fehlbedienungen weniger geignet, auch nicht für „Komforthörer“, die die Frequenz eintippen, Speicher abrufen und mittels Timer Aufnahmen erstellen möchten - also eher ein Gerät für Drake-Liebhaber. Für's ernsthafte DXen schaut man sich allerdings lieber wieder nach einem Gerät mit digitaler Frequenzanzeige und Möglichkeiten der Signalverarbeitung wie Passbandtuning, Synchrondetektor oder Notchfilter um, auch da bleibt der SSR-1 aussen vor. Aber als Drake-Liebhaber und Wadley-Loop-Fan konnte ich beim SSR-1 nicht „nein“ sagen.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.