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Mit berechtigtem Stolz konnte Pfarrer Johannes Eberhart (1435-1497) auf die Sammlung der «vielen guten Bücher» blicken, die er für seine Pfarrei zusammengetragen hatte. Eberhart hatte an der Universität Erfurt studiert und wurde 1480 zum Pfarrer seiner Heimatstadt Zug in der Schweiz ernannt, wo er die Kirche St. Oswald erbauen liess. Sowohl die Ausgaben für den Neubau als auch jene für den Erwerb von Büchern trug Eberhart in seinen Baurodel ein. Doch nicht nur er, sondern auch seine Vorgänger und Nachfolger pflegten die Zuger «libery», die sowohl Handschriften als auch Drucke umfasst. Die Zuger Pfarrbibliothek gehört europaweit zu den wenigen derartigen Büchersammlungen aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit, die noch am ursprünglichen Ort aufbewahrt werden (wenn auch nicht in dem von Eberhart dafür erbauten Raum). Die Sammlung spiegelt den intellektuellen und kulturellen Horizont ihrer Urheber wider, die keine bibliophilen Interessen hegten, sondern jene Bücher anschafften, die sie für die Ausübung der täglichen Pflichten als Prediger und Seelsorger brauchten. Das reich bebilderte Buch stellt zum ersten Mal die Gesamtsammlung und einzelne Handschriften von besonderem Interesse in Text und Bild vor und gibt einen einzigartigen Einblick in die Vorstellungswelt des gebildeten Klerus um 1500.