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Die Trauben hingen beim Grade-4-Turnier in Luzern für die Schweizer höher als auch schon. Einen Titel gab es aber dennoch.
Im letzten Jahr waren alle vier Titel bei der ITF Luzern U18 Competition von Cracks von Swiss Tennis gewonnen worden. Diesmal gab es an den Gestaden des Vierwaldstättersees nur einen einheimischen Sieg zu verzeichnen, allerdings einen durch ein besonders viel versprechendes Duo. Karolina Kozakova und Céline Naef, die Dauerrivalinnen, Freundinnen und Team-Europameisterinnen U14, setzten sich gegen Mia Liepert/Malwina Rowinska (AUT/POL) durch. Dass die Schweizer Nationalhymne doch noch erklingen würde, war im Halbfinal unwahrscheinlich gewesen: Kozakova/Naef lagen gegen die topgesetzten Sarah Müller/Izabelle Persson (GER/SWE) 1:6, 1:4 zurück, ehe die Wende doch noch gelang.
Die beiden Einzelendspiele fanden ohne Schweizer Beteiligung statt, als Bestresultate wurden drei Halbfinals notiert. U16-Meisterschaftsfinalist Jan Sebesta unterlag dem späteren Sieger Maikel De Boes (BEL) und bei den Girls scheiterte die U18-EM-Teilnehmerin Julie Sappl an Müller. Melody Hefti, in der Vorwoche in Kreuzlingen siegreich, unterlag schliesslich Rowinska. Die Polin war die Entdeckung der Woche. Erst 14-Jährig, bestritt sie ihr erstes ITF-Turnier und spielte aus der Qualifikation heraus gross auf. Ein Sieg in einer engen Partie gegen Paula Cembranos garantierte ihr die ersten ITF-Punkte, danach machte sie der Reihe nach mit der international für Australien startenden Luzernerin Tina Nadine Smith (Turniernummer 1), Persson (7) und Hefti (3) kurzen Prozess. Mit ihrem druckvollen Grundlinienspiel aber auch etlichen Variationen diktierte sie das Geschehen in allen Partien.
Erst im Endspiel unterlag sie der linkshändigen Konterspielerin Müller deutlich. Die ein Jahr ältere und physisch weiter fortgeschrittene Deutsche, 2018 gleichenorts im Halbfinal, hatte in Achtel- und Viertelfinal gegen Naef und Rubina De Ponti alle vier Sätze in Tiebreaks für sich entschieden. Die Prognose sei gewagt: Alle Finalistinnen werden in Zukunft weiter von sich reden machen.
Besondere Motivation durch Martina Hingis
«Es war bisher unsere beste Austragung», bilanzierte Turnierdirektor Philip Horyna nach dem letzten Matchball. Trotz des abrupten Sommerendes konnten alle Partien outdoor ausgetragen werden, und am Samstag Nachmittag kehrte noch einmal die Sonne zurück. Zahlreiche Zuschauer sahen viele hochklassige Begegnungen und sorgten für ein stimmiges Ambiente.
Am Finaltag erhielten die Kids unerwartet die grösst mögliche Motivation. Die langjährige Weltranglisten-Erste und 25-fache Grand-Slam-Siegerin Martina Hingis weilte mit Ehemann Harald Leemann und Töchterchen Lia für mehrere Stunden im Lido. Die Ausnahmespielerin war sehr sympathisch und erfüllte auch zahlreiche Selfie- und Autogrammwünsche von jung und alt. «Das ist natürlich sensationell für die Boys und Girls und auch für uns vom Organisationskomitee eine grosse Ehre», freute sich Horyna.