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Mit dem Beginn der Adventszeit und der Zeit für den Samichlaus eskaliert in den Niederlanden der Streit um den «Schmutzli»: Wie jedes Jahr kommt es in diesen Tagen zu Zusammenstössen zwischen Befürwortern und Gegnern des schwarzen Peters. Die Auftritte der «Zwarten Pieten» finden an vielen Orten nur noch unter Polizeischutz statt.
Den Niederländern ist die Tradition des «Zwarte Piet» als «Schmutzli» wichtig und sehr populär – auch weil er Geschenke verteilt. Er tritt auf mit schwarzer Schminke, roten Lippen und einer Afro-Perücke.
Rassistisch oder nicht?
Antirassistische Gruppen sehen in der Aufmachung des «Zwarte Piet» eine Diskriminierung und wollen ihn abschaffen. «Die Leute spielen jedes Jahr die Sklaverei nach, das ist erniedrigend», sagt Jerry Afriyie. Er ist der Anführer der Anti-Piet-Bewegung in den Niederlanden.
Die Tradition sei rassistisch: «Ein Weisser ist der Chef und die Schwarzen laufen ihm nach», so Afriyie. Deshalb demonstrieren er und seine Mitstreiter jedes Jahr gegen den Piet. Auch die UNO bezeichnete 2013 den «Zwarte Piet» als rassistisch.
Identität und Brauchtum
Die Mehrheit der Niederländer wehrt sich aber gegen diese Rassismus-Vorwürfe. Für sie geht es um Identität und Brauchtum: «Es ist wichtig, Traditionen zu pflegen», sagt Jan-Hein Heijmans. Er verkleidet und schminkt sich selber seit 14 Jahren als schwarzen Peter. Seine Stadt, s’Hertogenbosch, stimmte vor zwei Jahren sogar über den «Schmutzli» ab: 85 Prozent waren dafür, dass der «Zwarte Piet» schwarz bleibt.
Einige Städte haben wegen der heftigen Debatte den Piet angepasst. In Amsterdam tritt er seit diesem Jahr nicht mehr mit tiefschwarzer Schminke, sondern mit einem helleren und weniger stark geschminkten Gesicht auf. Und er trägt gewelltes Haar statt der Afro-Perücke.
Tradition mit Hintergrund aus der Sklaverei
Für den Historiker Markus Balkenhol ist die Debatte mit der Geschichte der Sklaverei verknüpft: «Den ‹Zwarte Piet› gibt es seit 1850, also 13 Jahre bevor die Sklaverei abgeschafft wurde. Also war er Teil einer Weltanschauung mit Sklaverei.» Das sehe man auch daran, dass der Nikolaus auf dem Pferd daher komme und der «Zwarte Piet» zu Fuss folge.
Die Niederlande waren eine der treibenden Nationen im transatlantischen Handel mit Sklaven aus Afrika. Gemäss Schätzungen hat das Land mindestens eine halbe Million Afrikaner in ihre Kolonien in Südamerika und der Karibik transportiert.