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Holzkirchen in der Westukraine
Im Gebirge südlich der westukrainischen Stadt Lemberg befindet sich eine aussergewöhnliche Anzahl Holzkirchen, die von ortsansässigen Baumeistern aus dem Holz der karpatischen Wälder gebaut wurden. Die kleinen Kirchen sind bis zu dreihundertjährig und lassen sich in drei Grundrisstypen einteilen: 1. Zentraler, kreuzförmiger Grundriss mit Armen in gleicher Länge. 2. Drei ungleiche, seitlich verbundene Quadrate oder Rechtecke, die von Osten nach Westen verlaufen. 3. Rechteckiges Mittelschiff mit einem Raum für den Altar östlich davon. Zwischen den drei Grundtypen entstanden über die Jahrhunderte viele Variationen und Übergangsformen. Die teilweise im Verfallen begriffenen Kirchen, die häufig am Dorfrand stehen, werden von den Bewohnern immer noch genutzt und bestmöglich in Stand gehalten. Konstruktiv handelt es sich meist um schindelverkleidete Strickbauten, an welche die Turmbauten mit Stabkonstruktionen angebaut oder aufgesetzt wurden. Wer sich auf die beschwerliche Reise zu den abgelegenen Kirchen macht, trifft auf eine Kulturlandschaft, die scheinbar der Gegenwart entrückt über Jahrhunderte stillgestanden scheint.
Verfasser: Adrian Kast
Pläne und Bilder: Adrian Kast