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Do, 3. Dezember 2020, Ralf Hersel
Das Merge-Fenster von Mainline Kernel 5.10 ist geschlossen und befindet sich derzeit in der Testphase mit RC6. Die Mehrheit der wichtigsten Linux-Distributionen verwendet derzeit die Linux Kernel 5.9.xx-Reihe, einschliesslich Ubuntu, Fedora und Arch. Debian ist jedoch wie immer konservativ und verwendet nach wie vor die Linux-Kernel 4.x-Reihe. Die Liste der Korrekturen und Änderungen im Linux-Kernel 5.10 ist ziemlich gross. Hier sind die wichtigsten Änderungen in Linux Kernel 5.10.
Dateisystem und Speicherung
- Das XFS-Dateisystem wurde für das Jahr 2038-Problem (bei dem die Zeit in Sekunden nicht mehr in die 32-Bit-Ganzzahl passt) korrigiert und wird nun bis zum 24. Juli 2486 unterstützt.
- Eine Änderung bei Inode in der Allokationsgruppe führt zu schnelleren Mount-Zeiten.
- Es wurden Änderungen im XFS-Code hinzugefügt, um das V4-Dateisystemformat im Jahr 2030 zu verwerfen.
- Btrfs erhielt mehr Änderungen als beim vorherigen Kernel. In Kernel 5.10 erfuhr Btrfs neben anderen Änderungen Verbesserungen bei der Synchronisierungsleistung.
- Das EXT4-Dateisystem, das auf Linux-Distributionen am häufigsten verwendet wird, unterstützt jetzt schnelle Commits und eine hohe Leistung beim Überschreiben von Dateien im DIO/DAX-Modus.
Prozessor
- Bessere Unterstützung für Intel Rocket Lake-CPUs. Ausserdem gibt es ersten Support die Architekturen Alder Lake- und Meteor Lake-CPUs von Intel.
- AMD Zen 3 CPUs bekamen einige Leistungsverbesserungen und Korrekturen.
- Unterstützung für RISC-V-Boot durch EFI wurde hinzugefügt.
- Die Abmilderung der Spectre-Schwachstellen wurde für ARM neu geschrieben.
- Einige Korrekturen und Verbesserungen an AMD- und Intel-Prozessoren in Bezug auf Cache, Paging und neue Befehlsunterstützung für Intel.
Grafik
- Intels Grafikkarten-Unterstützung der nächsten Generation ist in dieser Kernel-Version in Arbeit. Mehr Code für die Unterstützung von Tiger Lake für die Akkulaufzeit, Gen12-Unterstützung für Intel Rocket Lake wurde hinzugefügt.
- AMD RDNA 2, Radeon RX 600-Unterstützung, die in Kernel 5.9 hinzugefügt wurde, wird in dieser Version weiter unterstützt.
- Wie andere Kernel-Versionen bringt auch Kernel 5.10 viele Open-Source-DRM-Updates (Direct Rendering Manager) mit sich.
- Unterstützung für Raspberry Pi 4 / BCM2711 mit dem VC4-DRM-Treiber wurde hinzugefügt.
Andere Hardware und Anschlüsse
- Leistungssteigerung und Ergänzungen für USB4-Schnittstellen
- Das Linux-Eingabesubsystem kommt besser mit neueren Synaptics-Laptop-Touchpads zurecht. Dazu gehört auch die Unterstützung für ThinkPad X1-, X1E- und P1-Geräte.
- DeviceTree-Ergänzung für Librem 5 ARM-Geräte.
- Soundkarte - Unterstützung für Creative SoundBlaster Ae-7 hinzugefügt.
- Unterstützung für Nintendo Switch-Controller wurde ebenfalls hinzugefügt.
Der Linux-Kernel 5.10 wird voraussichtlich im Dezember 2020 mit all diesen und vielen anderen Änderungen veröffentlicht. Ubuntu 21.04 und Fedora 34 könnten den neuen LTS Kernel 5.10 enthalten. Anwender von Arch-Linux können mit dem monatlichen Kernel-Refresh am 1. Januar auf 5.10 upgraden.
Quelle: https://www.kernel.org/