Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03526.jsonl.gz/2285

Frauenfeld – Die Mehrheit der Thurgauer Wählerinnen und Wähler legte an den Nationalratswahlen 2015 einen veränderten Wahlzettel ein. Am meisten Panaschierstimmen holten die Kandidierenden der SVP. Von ihren Wahlzetteln flossen auch am wenigsten Panaschierstimmen an andere Parteien ab. «Panaschierkönig» wurde Christian Lohr (CVP). Dies geht aus der soeben publizierten Statistischen Mitteilung zu den Nationalratswahlen 2015 hervor.
Die Thurgauer Wählerinnen und Wähler stellten sich ihre Wahlzettel für die Nationalratswahlen 2015 mehrheitlich individuell zusammen. Nur gerade jeder Dritte legte einen vorgedruckten Wahlzettel unverändert ein. 55 Prozent der Wählerinnen und Wähler benutzten einen Wahlzettel mit Listenbezeichnung und veränderten diesen, indem sie Kandidierende strichen, kumulierten oder panaschierten. Jeder Zehnte verwendete den leeren Wahlzettel ohne Listenbezeichnung.
SVP mit überparteilich attraktivster Liste
Gemäss der Auswertung der Panaschierdaten durch die Dienststelle für Statistik stellte die SVP die überparteilich attraktivste Gruppe von Kandidierenden. Jeder ihrer Kandidaten holte im Mittel 76 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremden Wahlzetteln. Ebenfalls eine überparteilich attraktive Liste präsentierte die CVP. Sie erzielte mit 57 Panaschierstimmen pro kandidierender Person und pro 1000 parteifremden Wahlzetteln diesbezüglich das zweitbeste Resultat. Die überparteilich drittattraktivste Liste legte die FDP vor. Jeder ihrer Kandidierenden holte im Mittel 40 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremden Wahlzetteln.
SVP-Wählerschaft vergab am wenigsten Panaschierstimmen
Die SVP war zudem die Partei, die auf ihren eigenen Wahlzetteln den geringsten Abfluss von Panaschierstimmen zu verkraften hatte. Sie musste auf 1000 eigenen Wahlzetteln und pro parteifremdem Kandidierenden nur gerade 5 Panaschierstimmen abgeben. Auch bei der EDU und der SP hielt sich der Abfluss von Panaschierstimmen in Grenzen. Am meisten Panaschierstimmen musste die BDP an andere Parteien abtreten. Sie «verlor» pro 1000 eigenen Wahlzetteln und pro parteifremdem Kandidaten 18 Stimmen an andere Parteien, mehr als dreimal so viele wie die SVP.
Panaschierstimmenflüsse zwischen Parteien
Die Wählerschaft der SVP panaschiert insgesamt recht wenig. Wenn panaschiert wurde, dann am ehesten in Richtung CVP und FDP. Die Wählerinnen und Wähler der CVP liessen ihre Panaschierstimmen mit Abstand am häufigsten der SVP zukommen, in zweiter Linie auch der SP und der FDP. Aus Sicht der FDP wanderten besonders viele Panaschierstimmen an die SVP ab. Aber auch in Richtung CVP ging ein grösserer Panaschierstimmenstrom. Wenn Wählerinnen und Wähler der SP panaschierten, gingen diese Stimmen am häufigsten zur CVP, am zweithäufigsten zur GP.
Christian Lohr ist Panaschierkönig
Der überparteilich «beliebteste» Kandidat war Christian Lohr (CVP). Er holte 205 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremden Wahlzetteln, deutlich mehr als die nächstplatzierten Hansjörg Walter (SVP, 150 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremden Wahlzetteln) und Edith Graf-Litscher (SP, 104).
Die Statistische Mitteilung Nr. 9/2015 kann auf www.statistik.tg.ch heruntergeladen werden. Dort stehen auch weiterführende Informationen und Datentabellen zur Verfügung.