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Seit Monaten sammelt Donald Trump bei den US-Vorwahlen Delegierte, die ihn im Juli zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei wählen sollen. 1237 Stimmen braucht er. Die Schwelle soll er jetzt erreicht haben. Dies gab er an einer Medienkonferenz bekannt und äusserte sich «geehrt».
Dort war Trump von 15 Delegierten umgeben, die ihm zuletzt seine Unterstützung zugesagt hatten. Es handelte es sich um «ungebundene» Delegierte. Diese Gruppe von Delegierten ist beim Parteitag im Juli nicht an den Ausgang der Vorwahlen in ihrem jeweiligen Staat gebunden, sondern kann frei über den Kandidaten entscheiden.
Ohnehin bald genug Stimmen
Schon zuvor hatte eine inoffizielle Umfrage der Nachrichtenagentur AP bei ungebundenen Delegierten das entsprechende Resultat vorweggenommen. Trump hatte nach der jüngsten Vorwahl im Bundesstaat Washington nur noch einen Abstand von wenigen Delegierten bis zur notwendigen Schwelle.
Er wird sie am 7. Juni ohnehin überschreiten, selbst wenn er einige der noch ausstehenden Vorwahlen in Kalifornien, New Jersey, New Mexico, North Dakota und South Dakota verlieren sollte. Da er keinen Gegenkandidaten mehr hat, ist dies unrealistisch.
Offizielle Angaben zum Wahlverhalten ungebundener Delegierter auf dem Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland gibt es allerdings nicht.
Gerüchte über Revolte verebben
Trump hatte im Juni 2015 seine Kandidatur bekannt geben. Zunächst als chancenlos eingeschätzt, setzte sich der Immobilien-Milliardär im Laufe des Vorwahlkampfes gegen 16 Mitbewerber durch. Nach der von Trump mit deutlichem Vorsprung gewonnenen Vorwahl im Bundesstaat Indiana am 3. Mai gaben die letzten beiden Kontrahenten Ted Cruz und John Kasich auf.
Bis dahin hatten sich Spekulationen gehalten, dass Teile der Partei, die einem Kandidaten skeptisch gegenüberstehen, eine Revolte auf dem Parteitag in Cleveland, Ohio, anzetteln könnten und am Ende doch noch einen anderen Kandidaten auf den Schild heben könnten. Dies gilt inzwischen als höchst unwahrscheinlich.