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Ignazio Pisana
In Ispica (Italien) geboren, schloss er sein Studium am Conservatorio A. Corelli in Messina ab. 1991 wechselte er zu Georg Zeretzke an die Hochschule der Künste nach Berlin, wo er auch Kammermusik bei Bruno Giuranna erhielt. 1997 bestand er sein Konzertexamen mit Auszeichnung, Konzertreisen führten ihn als Solist und Mitglied verschiedener Ensembles in viele Länder Europas, nach Korea und nach Südamerika. CD Produktionen mit dem Ensembles United Berlin sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Seit 1997 lebt er in der Schweiz, wo er Solo-Klarinettist im Sinfonieorchester St.Gallen ist. Er ist Dozent am Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano und an der Musikakademie St. Gallen.
Amar Quartett
Anna Brunner (Violine)
Igor Keller (Violine)
Hannes Bärtschi (Viola)
Péter Somodari (Violoncello)
Anna Brunner, Igor Keller, Hannes Bärtschi und Péter Somodari bilden das in Zürich ansässige Amar Quartett. Seit Paul Hindemiths 100. Geburtstag 1995 hat das Ensemble die Ehre, den Namen Amar Quartett zu tragen. Hindemith gründete 1922 als Bratschist unter diesem Namen ein Quartett, benannt nach dessen erstem Geiger Licco Amar.
Mit besonderer Leidenschaft widmet sich das Amar Quartett seit seiner Gründung den Werken Paul Hindemiths. Dieses Engagement wird mit einer Einspielung aller sieben Streichquartette sowie weiterer wichtiger Kammermusikwerke auf CD dokumentiert. In der Werkauswahl verbindet das Amar Quartett bewährte Tradition mit der bewussten Förderung der zeitgenössischen Musik, nicht zuletzt indem es jedes Jahr einen Kompositionsauftrag vergibt, vorrangig an Schweizer Kulturschaffende.
Dem Amar Quartett ist es wichtig, sich mit innovativen, spartenübergreifenden Projekten einem erweiterten Publikum zu präsentieren, beispielsweise durch qualitativ hochstehende Zusammenarbeit mit Theater, Ballett und Jazzmusikern. Ausserdem hat sich das Amar Quartett mit aussergewöhnlichen Eigenveranstaltungen, beispielsweise dem Kammermusikfestival «Hommage an Hindemith» in der Schweiz einen Namen gemacht.
Stilgerechte Interpretation und technische Perfektion, gepaart mit künstlerischer Ausdruckskraft, stehen beim Amar Quartett an oberster Stelle.
Das Ensemble wurde 1998-2001 während seiner Studien beim Alban Berg Quartett in Köln mit diversen internationalen Preisen ausgezeichnet – u. a. Bubenreuth, Graz, Migros Kulturprozent, Genf, London. Das Amar Quartett debutierte erfolgreich in Londons Wigmore Hall sowie beim Lucerne Festival. Es folgten weitere Debuts in der Tonhalle Zürich, der St. Petersburger Philharmonie, beim Menuhin Festival Gstaad und der Styriarte Graz. 2003 und 2004 spielte und unterrichtete das Quartett an der Musikalischen Sommer-Akademie Lenk, 2007 unterrichtete es beim 1. Internationalen Meisterkurs für Kammermusik in Bubenreuth.
amarquartett.ch

Gefühlvoll und brillant musiziert
Das Amar-Quartett und der Klarinettist Ignazio Pisana boten in der reformierten Kirche Rehetobel ein hochklassiges Programm.
Kammermusiker der Spitzenklasse prägten mit einem exklusiven klassischen Programm am Samstagabend den gelungenen Auftakt der «Konzerte in Rehetobel 2009».
Das neue Organisationsteam der traditionellen Konzertserie konnte unter Michael Kunz, dem Präsidenten der Lesegesellschaft Dorf Rehetobel, einen erfolgreichen Einstand feiern.
Es war tief beeindruckend, mit welch spieltechnischer Souveränität, dezenter Klangkultur und musikalischer Kompetenz das Amar-Streichquartett und auch als Quintett mit dem Klarinettisten Ignazio Pisana die sehr anspruchsvollen kammermusikalischen Kompositionen von Paul Hindemith (1895-1963) und Wolfgang A. Mozart (1756-1791) interpretierten.
Die Violinisten Anna Brunner und Igor Keller - abwechselnd am 1. und 2. Pult - der Bratschist Hannes Bärtschi und der Cellist Peter Somodari demonstrierten ein Ensemblespiel, das durch klangliche Brillanz, Gestaltungskraft und sicheres Rhythmusgefühl bestach. Der Klarinettist, der sich nahtlos in das Streicherensemble einfügte, mischte in das Klangbild des Quintetts neue Farbe und setzte auch respektable solistische Akzente.
Begeisternd das subtile Ausloten der facettenreichen Werke und der lebendige berührende Vortrag. Das homogene Ensemble vermittelte auch in der musikalischen Artikulation, der Formung von Motiven und rhythmischen Elementen unbeschwerte Leichtigkeit und Transparenz.
Frühwerk von Hindemith
Der Konzertabend wurde mit einer musikalischen Delikatesse, dem Streichquartett in C-Dur, op. 2, von Paul Hindemith eröffnet, einem leidenschaftlichen frühen Werk, das wesentlich von der Spätromantik beeinflusst ist und keineswegs an die eigenwillige Tonsprache des «späteren» Hindemith erinnerte.
Dem Amar- Quartett gelang es, das von Einfällen überquellende Opus, die polyphone Gestaltung der Themen und die impressionistischen Klänge zum Leuchten zu bringen. Auf den laut Hindemith noch «altmodischen» - vom Quartett mitreissend musizierten - Kopfsatz («Sehr lebhaft») folgte ein seelenvolles «Adagio» mit klangintensiven elegischen Kantilenen. Faszinierend dann die beiden letzten Sätze, ein duftig- transparentes «Scherzo» und ein dynamisch gestaltetes, leidenschaftliches Finale.
Die musikalische Krönung des Konzertes war die fein ausgewogene Aufführung des Hauptwerkes des Abends, des Mozart-Klarinettenquintetts in A-Dur, KV 581.
Das Künstlerensemble liess die traumhafte Melodik und die reiche Thematik der Meisterkomposition mit Klangsinnlichkeit und Intensität reizvoll erblühen.
Ein Ohrenschmaus
Glanzpunkte waren die weit gespannten Kantilenen der Klarinette und deren innige Dialoge mit den Streichern. Ignazio Pisana steuerte mit hingebungsvollem Spiel und geschmeidigem Ton wunderschöne Farben bei. Vom fein gesponnenen Streichersatz einfühlsam getragen, bewies er Gefühl und Phrasierungskunst.
Den eröffnenden Sonatensatz
dominierte er partiturgemäss im bezaubernden Dialog mit der Primgeigerin solistisch, während die Streicher eine neue Qualität des Begleitsatzes entwickelten und die Kontrapunktik in Mozarts Spätstil zu voller Wirkung brachten. Im seelenvoll zarten «Larghetto» liess der Klarinettist die wunderschönen Melodiebögen schwerelos über den - ausser dem Cello - gedämpften Streichern schweben. Ein beeindruckender Ohrenschmaus!
Nach dem froh beschwingten galanten «Menuetto» mit den zwei Trios überzeugte das Quintett im finalen Variationensatz mit lebendiger Gestaltung und virtuoser Beweglichkeit.
Die tief beeindruckten Zuhörer bedankten sich mit überaus herzlichem Beifall.
(Ferdinand Ortner / Appenzeller Zeitung, 6. April 2009)