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Sie fragen. Unsere Experten antworten. Aktuell zum Thema hohe Belastung am Arbeitsplatz und damit verbundener Vergesslichkeit und Reizbarkeit.
«Ich arbeite seit drei Jahren in einem mittelständischen Unternehmen, das sich im Aufbau befindet. Alle Mitarbeitenden sind sehr engagiert, um unsere Firma am Markt zu platzieren. In den letzten Monaten fühle ich mich häufiger abgeschlagen, müde und vergesse häufig Sachen. Freunde bezeichnen mich als leicht reizbar und vermuten, dass ich ein Burnout habe. Wie kann ich das überprüfen?»
Marco A., 47 J.
Dr. Lars Pracejus, leitender Psychologe, antwortet:
Burnout gilt als Stressfolgeerkrankung, die oft arbeitsbezogene Belastungsfaktoren mit anfälligen Persönlichkeitsmerkmalen sowie leistungsorientierter Arbeitshaltung vereint. Als ungünstige Arbeitsfaktoren gelten hohe Anforderungen bei wenig Zeit, Teamkonflikte sowie geringe Mitbestimmung.
Anfällige Persönlichkeiten haben oft einen geringen Selbstwert und sind wenig konfliktfähig. Die Arbeitshaltung ist oft aufopfernd und perfektionistisch.
Die Symptome betreffen vier Themengebiete und können schleichend sein: 1.) Psychische Symptome wie Reizbarkeit, Unsicherheit oder Motivationsverlust; 2.) Kognitive Symptome wie Konzentrationsstörung, Gedächtnisstörung oder Entscheidungsschwierigkeit; 3.) Körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Verdauungsstörungen oder Schmerzen und 4.) Verhaltensänderungen wie sozialer Rückzug, vermehrter Alkoholkonsum oder Krankheitsausfälle
Idealerweise sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber für das Thema «Burnout» sensibilisiert sein und Prävention betreiben.
Sollten erste Massnamen wie eigene Einflussnahme oder Gespräche mit Freunden nicht mehr helfen, ist es empfehlenswert, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Erstes Mittel der Wahl ist eine ambulante Psychotherapie. Sollte diese nicht mehr ausreichen, kann eine Behandlung in einer psychosomatischen Klinik notwendig sein.