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Dies ist bereits das zweite CSH Science, Philosophy and Religion Forum. Wird die Konferenzreihe fortgesetzt? Wenn ja, wissen Sie schon etwas über das Thema der nächsten Veranstaltung?
Ich hoffe, dass das Center for Space and Habitability CSH das Forum weiterhin sponsert und, dass die Zusammenarbeit zwischen dem CSH, dem Institut für Philosophie und dem Institut für Theologie fortgesetzt wird. Ein interessantes Thema, das für unsere nächste Veranstaltung vorgeschlagen werden könnte, ist das der Methodik. Während allgemein bekannt ist, dass die Wissenschaft ihre Methoden hat, ist es interessant sich zu fragen, ob Philosophie und Religion ihre eigenen Methoden haben und wenn ja, inwieweit sie sich von den naturwissenschaftlichen Methoden unterscheiden. Dieses Thema ist besonders anregend, weil es keine universelle wissenschaftliche Methode gibt, welche für alle wissenschaftlichen Disziplinen gilt.
Haben Sie sich mit dem Thema Unwissenheit in Ihrer eigenen Forschung schon näher beschäftigt?
Ich habe nie konkret zum Thema Unwissenheit geforscht. Ich habe jedoch besondere Fälle wissenschaftlicher Krisen untersucht, die bei der Analyse von Replikationsfehlern auftraten. Es war sehr aufschlussreich für mich zu betrachten, wie die Forschenden diese Situationen bewältigen und ihren Zustand der Unwissenheit überwinden. Dies taten sie, indem sie die richtigen Fragen formulierten und die richtigen Wege fanden, um diese Unwissenheit anzugehen. Besonders fasziniert bin ich auch davon, wie Forschende der Astrophysik, indem sie Modellierungstechniken verwenden, Atmosphärenmodelle für Exoplaneten erstellen, und so unsere Unkenntnis darüber verringern können.
Wie gehen Sie mit Ihrer eigenen Unwissenheit um?
Forschung zu betreiben, bedeutet die Grenzen des Wissens zu erweitern. Dies geschieht auf persönlicher Ebene, da es immer bestimmte Faktoren im Forschungsthema gibt, die ich nicht kenne. Es passiert aber genauso auf Stufe der wissenschaftlichen Gemeinschaft, da es auch da immer wieder Aspekte gibt, die noch nicht untersucht wurden oder über die kein Konsens besteht. Im zweiten Fall versuche ich das Wissen zu erweitern, indem ich die richtigen Fragen und die geeignetsten Wege zu ihrer Beantwortung finde und prüfe, wie andere Forschende eine ähnliche Situation in anderen Zusammenhängen angegangen sind.
Gibt es einen bestimmten Vortrag auf dem CSH-Forum, auf den Sie sich persönlich freuen? Und wenn ja, warum?
Ich freue mich auf alle Vorträge, da sie allesamt spannend sind. Besonders empfehlen möchte ich jedoch den Eröffnungsvortrag des Forums von Stuart Firestein, Professor an der Columbia University, weil er eine zugängliche, aber intellektuell anregende Reflexion über Unwissenheit und deren Beziehung zur Wissenschaft bietet. Seiner Meinung nach ist die menschliche Unwissenheit ein wertvoller Geisteszustand. In seinen Worten: «Forschende streben nach Fakten und Vernunft, aber wenn sie am unsichersten sind, ist ihr Streben oft am fantasievollsten.» Ich bin der Meinung, dass Unwissenheit nur dann ein wertvoller Zustand sein kann, wenn sich der Unwissende seiner Unwissenheit bewusst ist. Wir alle sind in Bezug auf irgendetwas unwissend, aber wie Amos Bronson Alcott sagte, ist das schlimmste Übel der Unwissenden, dass sie sich ihrer Unwissenheit nicht bewusst sind. Dieser Workshop und insbesondere der Vortrag von Prof. Firestein werden sicherlich eine Chance bieten, diesen Zustand zu überwinden.