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Geschichte
Das Casinotheater – ein Haus mit Geschichte
Das Casinotheater Winterthur hat eine über 150-jährige Geschichte als Haus der Unterhaltung und Begegnung. Hier können Sie die gesamte Geschichte des 1860 erbauten Gebäudes nachlesen und erfahren zum Schluss, wann und wie das heutige Theaterhaus von Künstlerinnen und Künstlern gegründet wurde. Sie möchten gleich zum Ende kommen, kein Problem, dann geht es hier lang.
1850
Im 19. Jahrhundert gehörte es zum kulturellen Leben einer Kleinstadt wie Winterthur, Salons für das gesellschaftliche Leben zu betreiben – sogenannte Casinos, die damals noch nichts mit den heutigen Spielbanken zu tun hatten. Deshalb setzten sich Abgeordnete zweier Winterthurer Lesegesellschaften und des Musikkollegiums dafür ein, ein gemeinsames Gesellschaftshaus zu errichten.
1860
Die Casino-Gesellschaft erwirbt das heutige Grundstück des Casinotheaters und baut das klassizistische Gebäude, wie wir es heute noch kennen.
1862
Die Wirtschaft im Casino wird am 20. Dezember eröffnet und erfreut sich grossem Zuspruch aus der Winterthurer Bevölkerung. Die Wirtschaft ist ein beliebter Treffpunkt für das gesellschaftliche Leben in Winterthur und bietet dem Publikum ein breites Spektrum an Darbietungen. Zum Beispiel: Konzerte, Balletinszenierungen oder Theaterabende.
1872
12 Jahre nach ihrer Gründung, geht die Casino-Gesellschaft in Liquidation, da «Mangel an Interesse im Kreise der Aktionäre, Überdruss der bisherigen Vorsteherschaft und Übelstände im Betrieb» eine Weiterführung des Gesellschaftshauses verunmöglichen. So kommt das Casino auf die Gant.
1874
Die Stadt Winterthur kauft das Casino. Im Übernahmevertrag verpflichtet sich die Stadt, den bisherigen Zweck zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens in Winterthur beizubehalten.
1920
In den 1920er-Jahren ist das Casino Schauplatz bedeutender Festlichkeiten. Turnvereine, Fasnachts- und Musikgesellschaften halten ihre jährlichen Unterhaltungsabende hier ab.
1934
Das Casino wird durch einen Brand stark beschädigt. Und erst 1936 wiedereröffnet. Zu diesem Zeitpunkt zieht das Stadttheater Winterthur in die Liegenschaft an der Stadthausstrasse 119 ein und das Haus wird nun Casinotheater genannt.
1936
Bis 1969 werden im Casinotheater hauptsächlich Gastspiele des Schauspielhauses Zürich gespielt.
1979
Das Stadttheater zieht in das neu erbaute Theater am Stadtgarten. In den vergangenen zehn Jahren wurde das Casinotheater nur noch selten für Aufführungen genutzt.
1980
Das Casino ist in einem schlechten Zustand. Der Stadtrat prüft verschiedene Möglichkeiten, das Casino zu sanieren oder gar neu zu bauen.
1999
Das 130-jährige Gebäude befindet sich in traurigem Zustand: bröckelnde Fassaden, veraltete Haustechnik – ein Betrieb ohne Perspektive. 1996 wurde es von der Stadt unter Denkmalschutz gestellt. Eine Initianten-Gruppe aus Schweizer Künstlerinnen und Künstlern entschliesst sich im Casino ein einmaliges Kulturprojekt zu lancieren. Ihre Vision: Ein von öffentlichen Subventionen unabhängiges Theater, dessen Besitzer die Künstler selber sind.
Die Stadt Winterthur hatte bereits verschiedene Varianten geprüft, um das Gebäude besser zu nutzen. Ihre Vorlage beabsichtigte einen Umbau, der Kosten von über 20 Millionen Franken mit sich gebracht hätte. Das Gemeindeparlament lehnt die Vorlage ab und beauftragte den Stadtrat, nach anderen Lösungen zu suchen. Auch ein Verkauf wird nicht ausgeschlossen.
Das ist die Chance für die Initianten-Gruppe, einen Kaufvertrag mit der Stadt abzuschliessen.
21. Mai 2000
Mit einer Volksabstimmung wird der Kauf des Casinotheaters besiegelt. Mit einer überragenden Mehrheit von über 70 Prozent Ja-Stimmen. Der Plan sieht vor, das Theater an 200 bis 250 Tagen im Jahr zu betreiben, eine kreative Gastronomie zu pflegen und in den Sälen Platz zu bieten für Events und öffentliche Veranstaltungen. Eben das, wofür das Casinotheater Winterthur heute steht.
1. Mai 2002
Das Casinotheater Winterthur wird mit einer riesen Sause eröffnet.