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Das zweite Buch unserer Aktion "33 Bücher für ein anderes Belarus" ist erschienen: Ostap Slyvynsky, СЛОЎНІК ВАЙНЫ – WÖRTER IM KRIEG. Auf der Website von fototapeta kann man es frei herunterladen und zum Preis von 10 Euro kaufen.
Es war unser grosser Wunsch, für die Aktion auch ein Buch vorzusehen, das über das Kriegsgeschehen im Nachbarland Ukraine berichtet. Wir haben Ostap Slyvynskys Buch ausgesucht, weil darin so viele verschiedene Stimmen von Geflüchteten versammelt sind, die den Krieg ganz nah, als Geschehen im Alltag und als Geschehen, das auch die Sprache betrifft, erzählen. Andreas Rostek, der das Buch bereits in deutscher Übersetzung publiziert hat, hat die Idee gleich gefallen und er hat die Realisierung in jeder Phase unterstützt. Auch Zmicier Vishniou vom zwangsliquidierten belarusischen Verlag Halijafy fand die Idee überzeugend und hat von belarusischer Seite aus die Arbeit übernommen. Iryna Herasimovich hat das Buch aus dem Ukrainischen ins Belarusische übersetzt. Das Slavische Seminar der Universität Zürich hat die Übersetzung und den Druck unterstützt.
СЛОЎНІК ВАЙНЫ – WÖRTER IM KRIEG
Ostap Slyvynsky – Астап Слівінскі
Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 beschloss der ukrainische Dichter und Übersetzer Ostap Slyvynsky, seine literarische Stimme den Menschen zu leihen, die aus den Kriegsgebieten flüchteten und ihm ihre Erlebnisse schilderten. Er sammelte Stimmen auf dem Bahnhof von Lviv', auf dem huntertausende Flüchtende aus dem Osten der Ukraine ankamen. In Anlehnung an den polnischen Dichter Czesław Miłosz, der 1943 im von den Nazis okkupierten Warschau einen Gedichtzyklus mit dem Titel "Die Welt. Eine naive Dichtung" schrieb, in dem die meisten Gedichte Erklärungen für einfache Wörter sind, spürt auch Slyvynsky den Bedeutungsverschiebungen von Wörtern nach, die durch den Krieg herbeigeführt werden: "Manche Bedeutungen werden stumpf, man muss sie schärfen wie ein Messer mit einem Schleifstein. Andere wiederum werden so scharf, dass man sie unmöglich betrachten kann. Manche Worte sterben und fallen ab. Manche tauchen aus irgendeiner Vergangenheit auf und bekommen wieder eine Bedeutung, werden wichtig".
Астап Слівінскі нарадзіўся ў 1978 годзе ў Львове, там жа атрымаў вышэйшую адукацыю і жыве цяпер. Паэт, эсэіст, літаратурны крытык, перакладчык, дацэнт Львоўскага ўніверсітэта. Пераклаў на ўкраінскую мову кнігі Вольгі Такарчук, Артура Клінава, Георгія Гаспадзінава, Анджэя Стасюка, Чэслава Мілаша, Уладзіміра Арлова і інш.
Ukrainischer Dichter, Essayist, Literaturkritiker und Übersetzer, geboren 1978 in Lwiw. Bisher vier Gedichtbände, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Er übersetzt aus dem Englischen, Belarusischen, Bulgarischen und Polnischen, zuletzt Olga Tokarczuks Jakobsbücher. In der edition.fotoTAPETA erschien 2017 in der Übersetzung von Claudia Dathe die Gedichtsammlung Im fünften Jahrtausend erwachen.
Ірына Герасімовіч нарадзілася ў 1978 годзе ў Мінску і з 2009 года займаецца пісьмовым перакладам як фрылансерка. Сябра Нямецкай акадэміі мовы і літаратуры. З 2021 года працуе над дысертацыяй на кафедры славістыкі Цюрыхскага ўніверсітэта ў рамках праекта «Мастацтва і дэзынфармацыя», які падтрымліваецца Швейцарскім нацыянальным навуковым фондам.
Iryna Herasimovich, 1978 in Minsk geboren, ist seit 2009 freiberufliche Übersetzerin. Seit 2021 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seit 2021 ist sie Doktorandin am Slavischen Seminar der Universität Zürich im Forschungsprojekt "Künste und Desinformation".