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Die Entwicklung basiere auf einem molekularen Abwehrprogramm der Pflanze, das bei Virusinfektionen ausgelöst werde.
Laut der Universität erkennen die Pflanzen in diesem Fall die Erbsubstanz der Erreger und zerschneiden sie mit speziellen Molekülen. Dadurch entstünden kleine Fragmente des Virusgenoms, die sich in der Pflanze verbreiteten und eine zweite Stufe der pflanzlichen Verteidigung einleiten könnten. Damit versuche sich die Pflanze sowohl am Ort der Infektion als auch im gesamten Organismus gegen das Virus zu schützen.
Den Wissenschaftler zufolge ist dieser Prozess aber nicht sehr effizient. Es entstünden sehr viele Genomfragmente, von denen aber nur ganz wenige eine Schutzfunktion hätten. Die neue Methode ermöglicht es nach Angaben der Universität nun, die wenigen wirksamen Fragmente zu identifizieren und gezielt als Impfstoff einzusetzen.
Dafür sei ein Screening-Verfahren auf der Basis von pflanzlichen Zellextrakten entwickelt worden, das anstelle komplexer und langwieriger Züchtungsversuche zum Einsatz komme. Im Labor sei die Wirksamkeit der neuen Methode bereits nachgewiesen worden. Die Effekte waren enorm: Während 90 Prozent der geimpften Pflanzen nach sechs Wochen keine Anzeichen einer Infektion zeigten, waren alle unbehandelten durch das Virus gestorben. Unklar sei aber noch, wie lange die Wirkung bei verschiedenen Arten anhalte und ob sich Wirkstoffdepots anlegen liessen.
Klären wollen die Wissenschaftler zudem noch, wie man die Impfstoffe in grösseren Mengen produzieren und auf oder in die Pflanzen bringen kann. An der Entwicklung des neuen Verfahrens waren neben der Universität Halle-Wittenberg auch das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) und der Nationale Forschungsrat (CNR) Italiens beteiligt.