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1992 kratzte sich Bettina Richards 35'000 Dollar von ihrem Konto und den Konten einiger Familienmitglieder zusammen, um ihr eigenes Recordlabel aufzubauen.
Mit den 35'000 Dollar gründete sie Thrill Jockey, nachdem sie ihren Job bei einem Label und Plattenladen in New York an den Nagel hing. Das Indie Label startete Bettina Richards in ihrem Zimmer in Manhattan. Nach wenigen Jahren zog sie damit aber in die windy City Chicago. Dies aus recht pragmatischen und opportunistischen Gründen: Chicago ist steuergünstiger und die Mieten sind viel zahlbarer als in New York.
Bettina Richards scheint allgemein opportunistisch veranlagt zu sein. Nachdem sie ihren Job bei Warner Bros kündigte, zog sie nach Australien, da sie nicht recht wusste, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen soll. Einige Zeit später zog sie zurück in die USA, arbeitete bei zwei grossen Musiklabels und wusste von da an, was sie nicht möchte: bei einem grossen Recordlabel arbeite. Deswegen startete sie ihr eigenes Label. Eines, bei dem Künstler*innen noch Kunst machen können, ohne in die vorgefertigten Arbeitsprozesse der grossen Musikindustrie eingezwängt zu werden. Opportunistisch war ebenfalls der Schachzug, den Thrill Jockey erst diesen Sommer vollzogen hat. Die zweite Niederlassung des Labels lag bis anhin in London. Doch da der Brexit die musikalische Arbeit im Vereinigten Königreich in Zukunft sehr erschweren wird, zog das Label kurzerhand nach Berlin um.
Bald 29 Jahre nach der Gründung das Labels ist es noch immer ein Geheimtipp für Liebhaber*innen, die auf etwas weirden Sound stehen. Von technischem Folk, über experimentellen Heavy Psyche, bis hin zu noisigem Elektro-Metal findet man auf Thrill Jockey jegliche Perlen.
Philosophie sorgt für Mix
Für die spezielle Mischung auf Thrill Jockey Records ist die Philosophie Bettina Richards' und des Labels verantwortlich: Gesignt werden nur die Bands und Künstler*innen, die Richards mag, oder ihr sympathisch sind.
Eine vollständige List der Artists, die bei Thrill Jockey sind, findest du hier.
Unsere liebsten Künstler*innen sind aber folgende:
Thou & The Body
Sumac
Oozing Wound
Sightless Pit
Und für all diejenigen, die doch eher auf das chillige 3FACH-Tagesprogramm stehen:
Future Islands