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Insgesamt liess die Exekutive elf bahntechnische Grossprojekte prüfen und fasste ihre Erkenntnisse in einer Botschaft an den grossen Rat zusammen, wie Regierungsrat Mario Cavigelli am Donnerstag vor den Medien ausführte. Wichtigste Bewertungskriterien für die Bahnträume waren der volkswirtschaftliche Nutzen für den Bergkanton und das Kosten-Nutzen- Verhältnis.
Fast alle Vorhaben sehen den Bau von neuen bis zu 20 Kilometer langen Tunnels vor. Die Kosten liegen zwischen 200 Millionen Franken und 8,4 Milliarden Franken. Drei Projekte will die Regierung weiterverfolgen. Es handelt sich um eine Verkürzung der Fahrzeit auf der SBB-Strecke von Zürich nach Chur auf weniger als eine Stunde, um eine Beschleunigung der Linie der Rhätischen Bahn (RhB) von Chur über Landquart nach Davos und um eine komplett neue Bahnverbindung Chur- Lenzerheide und allenfalls weiter bis nach Arosa.Engadin, Surselva und Misox gehen leer aus
Vorläufig zurückgestellt werden ein Bahntunnel zwischen Davos und Arosa, eine neue Bahnverbindung aus dem Unterengadin ins Vinschgau im Südtirol und eine Fahrtzeitverkürzung auf der Surselva-Strecke der RhB.
Endgültig vom Tisch sind eine Tunnelverbindung unter dem Oberalppass zwischen Sedrun GR und Andermatt UR, eine neue Bahnverbindung von Scuol im Unterengadin nach Landeck in Österreich sowie eine neue Bahnstrecke von Chiavenna in der Lombardei in Italien ins bündnerische Misox und weiter bis Bellinzona.
Als völlig aussichtslos sieht die Regierung die Realisierung des AlpTrains. Das ist ein Hochgeschwindigkeits-Netz zwischen Zürich, Mailand und München, an das die Bündner Tourismuszentren mit Tunnels angeschlossen würden. Als ähnlich utopisch wurde eine bessere Anbindung an Mailand mit einer neuen Alpentransversalen beurteilt.
Unklar ist, ob überhaupt eines der Projekte, die drei favorisierten eingeschlossen, auch nur einen Schritt weiterentwickelt wird. Eine nächste Projektphase mache nur Sinn, wenn der Bund bereit sei, sich finanziell zu beteiligen. Die Beschleunigung der Strecke Zürich-Chur sei eine Daueraufgabe, erklärte Verkehrsdirektor Cavigelli. Es gebe immer wieder Kontakte und Diskussionen. Der Ausbau der Verbindung nach Davos werde ins Gespräch gebracht, falls sich die Bündner Olympia-Pläne 2022 konkretisieren sollten. Abwarten will die Regierung im Fall der Bahnverbindung in die Lenzerheide. Sie will zuerst die Stimmung in der Region spüren.