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Die
Pflanze des Monats Januar 2002:
Die Kamelie
Bei der Kamelie handelt es sich um eine Gattung mit etwa 80 Arten immergrüner Sträucher oder Bäume, die zur Familie der Teestrauchgewächse gehört und in tropischen und subtropischen Gebieten Ostasiens vorkommt. Zu dieser Gattung gehört auch der eigentliche Teestrauch, aus dessen Blättern der Tee gewonnen wird.
Bekannt und geschätzt sind Kamelien als Zierpflanzen, die ihrer schönen, häufig angenehm duftenden, apart geformten Blüten wegen gepflanzt werden. Durch langjährige Züchtung, die überwiegend auf eine einzige japanische Art zurückgeht, entstand mittlerweile eine unüberschaubar grosse Zahl an Sorten mit den unterschiedlichsten Blütenformen und -farben. Es finden sich sowohl einfache als auch verschieden stark gefüllte Blüten darunter, vorherrschend in Rot-, Rosa- und Weisstönen. Weltweit sind inzwischen über 20 000 Sorten bekannt.
In geschützten Gebieten mit milden Wintern kann man viele dieser Kamelien, die über 100 Jahre alt werden können, im Freiland halten, empfindlichere Sorten zieht man in Kübeln und überwintert sie im Haus. Die Pflanzen bilden meist rundliche Sträucher, manchmal auch kleine Bäume mit bis zu etwa zwölf Meter Höhe und tragen im Allgemeinen ledrige, ovale, glänzend dunkelgrüne Blätter.
Kamelien gelten als heikel. Zugegeben, sie sind nichts für Anfänger, und fehlt der geeignete Standort, wird man wenig Freude an ihnen haben. KameIien blühen ausnahmslos während der Wintermonate, je nach Sorte zwischen Oktober und Mai, eine Eigenschaft, die sie nahezu konkurrenzlos macht und für den Standort Wintergarten prädestiniert.
Von den rund 80 verschiedenen Kameliensorten ist der Teestrauch (Camellia simensis) derjenige mit der längsten Geschichte. In China dient er seit 4000 Jahren als Nutzpflanze. Die Kultur der Zierkamelien ist um einiges jünger. Sie begann Ende des 18. Jahrhunderts mit der Einfuhr von Camellia japonica, von der viele Sorten abstammen.
Pflege und Zucht:
Erde: Gut durchlässig mit hohem Torfanteil. Günstig ist eine Mischung aus einer Hälfte Weisstorf, und je einem Viertel Kompost und lehmigem oder tonigem Boden.
Düngen: Wöchentlich in niedriger Dosierung, denn Kamelien reagieren empfindlich auf hohe Salzkonzentrationen. Im Juli werden die Düngergaben eingestellt.
Umtopfen: Alle paar Jahre in sandige Azaleenerde topfen.
Sorten: Über 10000, die auf C. japonica, C. reticulata und C. sasanqua zurückgehen. AIs besonders blühwillig gelten die Williamsii-Hybriden. Die Hybriden Frost-Prince und Frostprincess, beides Herbstblüher, sind winterhart und können ins Freie gepflanzt werden. Spezialgärtnereien bieten neben reicher Sortenauswahl auch Wildarten an.
Winter: Im kühlen Wintergarten oder Gewächshaus.
Standort: Da die Wurzeln keine Hitze vertragen, stellt man Kamelien im Freien schattig bis halbschattig oder senkt den Kübel ins Erdreich ein. Im Wintergarten beugt häufiges Lüften und Schattieren Überhitzung vor.
Pflege: Bei einem funktionsfähigen Wasserabzugsloch und geeigneter Erde kann man kaum zuviel giessen. Kamelien gehen eher an einem ausgetrockneten Wurzelballen als an einem nassen zugrunde. Eine etwa dreiwöchige trockenere Periode nach Triebabschluss im Juni begünstigt die Knospenbildung. Austrocknen darf der Ballen aber nie: Kalkhaltiges Giesswasser wird nicht vertragen.
Pflege im Sommer: Heller bis halbschattiger und eher kühler Standort wählen. Zur Blütenbildung braucht die Pflanze etwa 15°C. Gleichmässig feucht halten, ab Knospenbildung etwas trockener. Lauwarmes, entkalktes Wasser nehmen. Die Kamelie legt im August/September eine sechswöchige Ruhephase ein, in der sie weniger gegossen wird. Pflanze öfters besprühen. Von Mai bis August wöchentlich mit Azaleendünger in angegebener Dosierung.
Pflege im Winter: Ein etwas kühlerer Standort als im Sommer wählen, nicht über 10°C. In der Winterzeit etwas trockener halten als im Sommer. Von Dezember bis Mai 14-tägig mit Azaleendünger und mit nur 50 Prozent der angegebenen Menge düngen.
Schnitt: Bei Bedarf Formschnitt nach der Blüte.
Vermehrung: Stecklinge im späten Sommer schneiden, in feuchter Azaleenerde unter Folie bei 20 bis 25°C bewurzeln (Bewurzelungsmittel verwenden). Bis zur Wurzelbildung können acht Wochen vergehen. Pflanzen später wiederholt stutzen.
Krankheiten und Schädlinge: Auf Schildläuse, Blattläuse und Thripse achten.
Besonderheiten: Die Kamelie mag keine überheizten Räume, keine direkte Mittagssonne, kein Umstellen während der Knospenbildung.
Systematische Einordnung
Kamelien bilden die Gattung Camellia der Familie Theaceae. Tee stellt man aus den Blättern von Camellia sinensis her. Tee stellt man aus den Blättern von Camellia sinensis her. Die verschiedenen Ziersorten stammen überwiegend von Camellia japonica ab.
Teestrauchgewächse
Die Ordnung, zu der die Teestrauchgewächse gehören, ist in erster Linie in den Tropen mit Zentrum in Südostasien verbreitet; in gemässigten Zonen gibt es jedoch auch einige Vertreter. Die meisten Arten sind immergrüne Bäume oder Sträucher mit breiten, einfachen, harzhaltigen Blättern, allerdings gibt es auch einige Klettersträucher und krautige Pflanzen darunter. Die Blüten haben in der Regel vier oder fünf freie, also nicht verwachsene, Kelchblätter und Kronblätter und sind radiärsymmetrisch. Die zahlreichen Staubblätter sind miteinander verwachsen, und zwar entweder zu einem Ring, wie bei den Kamelien und beim Teestrauch, oder zu Büscheln in der gleichen Anzahl wie die Kelch- und Kronblätter, wie bei den Johanniskrautgewächsen. Sind die Staubgefässe zu einem Ring verwachsen, so sind die Kronblätter häufig auch mit diesem verwachsen, wie beispielsweise auch beim Teestrauch. Der Fruchtknoten (weibliches Blütenorgan) ist oberständig, d. h., Kelchblätter, Kronblätter und Staubgefässe entspringen unterhalb von ihm.
Die wichtigsten Nutzholzlieferanten in dieser Ordnung sind die Pflanzen der Flügelfruchtgewächse, die in südostasiatischen Regenwäldern die überwiegende Zahl der Baumarten stellen; diese Pflanzen liefern ausserdem nützliche Harze. Die über 500 Arten dieser Familie entwickeln eine charakteristische zweiflügelige Frucht, die durch den Wind verbreitet wird. Die Flügel der Früchte werden durch die umgewandelten, bleibenden Kelchblätter gebildet.
Tee wird aus den getrockneten Blättern des Teestrauches zubereitet, der zur gleichen Gattung wie die als Ziersträucher beliebten Kamelien gehört. Möglicherweise wurde diese Pflanze in China schon seit dem 28. vorchristlichen Jahrhundert kultiviert, mit Sicherheit wird Tee in China aber zumindest seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. getrunken, denn aus dieser Zeit gibt es bereits Aufzeichnungen über das Teetrinken. Der Teestrauch stammt vermutlich aus Westchina, doch ist die genaue Heimat wie bei vielen anderen, schon sehr lange kultivierten Nutzpflanzen unklar. Nach Europa kam der Tee zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch die Araber. In England wurde er 1657 eingeführt und während des 17. Jahrhunderts sehr populär. In Mitteleuropa war er erst im 19. Jahrhundert weiter verbreitet. Die ersten Siedler in Nordamerika führten den Tee auch dort ein; dieser wurde jedoch von den Briten sehr hoch besteuert, was schliesslich 1773 zum Boston Tea Party genannten Aufstand führte. Tee wird von etwa der Hälfte der Weltbevölkerung getrunken. China, Indien, Sri Lanka, Russland, Indonesien und Japan sind die Haupterzeugerländer.
Tee ist ein aromatisches, stimulierendes Getränk und enthält u. a. verschiedene Polyphenole, etherische Öle und Alkaloide, darunter Coffein, Theobromin und Theophyllin. Der Coffeingehalt des Tees liegt zwischen zwei und fünf Prozent (Durchschnitt: 3,3 Prozent), der des Kaffees dagegen im Durchschnitt nur bei etwa 1,3 Prozent. Auch die Blätter anderer Pflanzen mit anregenden Inhaltsstoffen, etwa die des coffeinhaltigen Mate-Teestrauches, werden zur Bereitung von Tees verwendet.
Zur Teebereitung werden die Blattknospen und jungen Blätter verwendet. Dabei bestimmt das Alter der Blätter den Geschmack und die jeweilige Handelsbezeichnung des Tees. Für Orange Pekoe etwa werden die jüngsten Blätter verarbeitet, kommen die Knospen hinzu, heisst der entsprechende Tee Flowery Orange Pekoe; für den weniger hochwertigen Souchong verwendet man die vierten (also auch grösseren und derberen) Blätter, wobei hier meist auch Stiele und Stielchen enthalten sind. Neben diesen Blatt-Tees, die die ganzen Blätter enthalten, gibt es auch die so genannten Broken-Tees wie den Broken Orange Pekoe, die aus den durch das Rollen vor der Fermentierung zerbrochenen Blättern bestehen. Daneben bleiben bei der Teeherstellung und -verarbeitung Blatt- und Stielreste übrig, die die Füllung der Teebeutel ergeben. Da man von den Teesträuchern mehrmals pro Jahr Blätter (und Knospen) erntet, unterscheidet man ausserdem (bei den Blatt-Tees) verschiedene Pflückungen, z. B. erste und zweite Pflückung, die sich auch in ihrem unterschiedlichen Aroma bemerkbar machen. Häufig werden jährlich drei bis fünf Pflückungen vorgenommen, teilweise - etwa in den besonders günstigen Tieflagen Indonesiens - bis zu 30.
Für grünen Tee werden die Blätter unmittelbar nach dem Pflücken als Ganzes getrocknet; Handelssorten sind etwa Gunpowder, Sowmee und Hyson. Eine Fermentierung unterbleibt. Nach einem 1997 veröffentlichten Bericht US-amerikanischer Forscher besitzt grüner Tee möglicherweise eine krebshemmende Wirkung. Eine im grünen Tee enthaltene Substanz aus der Gruppe der Catechine blockiere ein Enzym (Urokinase), wodurch ein Tumor an der Metastasenbildung gehindert werde. Zur Erzielung dieser Wirkung reichten wenige Tassen grünen Tees am Tag. Ein chinesischer Forscher berichtete 1998, die im grünen Tee enthaltenen Polyphenole senkten die Blutfettwerte.
Für die verschiedenen Sorten des schwarzen Tees trocknet man die geernteten Blätter auf etwa die Hälfte ihres Gewichts und lässt sie dann fermentieren. Dazu werden die halbtrockenen Blätter maschinell gerollt, wodurch die Zellen zerbrechen und die nun frei werdenden Enzyme eine Aromaveränderung verursachen. Zugleich oxidieren bestimmte Inhaltsstoffe an der Luft und bewirken die schwarze oder auch rötliche Färbung des Tees. Handelsbezeichnungen von Schwarztee sind Darjeeling, Assam, Orange Pekoe, Pekoe, Congou und Souchong. Eine weitere Variante sind die so genannten Rauchtees wie etwa der Oolong, der zum Teil über Feuer getrocknet und gedämpft wird; er liegt also in der Verarbeitung zwischen grünem und schwarzem Tee.
Die Kamelie (Camellia japonica) ist in den Gebirgen im Südwesten Chinas beheimatet und von dort als Zierpflanze nach Japan und Europa gelangt. Heute gibt es zahlreiche Sorten in den verschiedensten Farben und fast alle mit gefüllten Blüten.
Alte Dame erlebt ihren 221. Frühling! Die Kamelie im Pillnitzer Schlosspark ist zwar nicht die erste Pflanze ihrer Art, die nach Dresden kam, aber mit Sicherheit ist sie die Berühmteste. Jetzt blüht das "Kronjuwel der sächsischen Botanik" wieder und zieht zahlreiche Besucher an.
Mit seinen 7 Metern Höhe beeindruckt der Kamelienbaum im Pillnitzer Schlosspark ebenso wie mit seiner enormen Krone. So unerhört ist diese Grösse aber gar nicht, denn die sonst eher strauchig wachsenden Pflanzen erreichen Höhen von bis zu 15 Metern. Trotz der allgemeinen Langlebigkeit der Camellia japonica, wie die Pflanze lateinisch heisst, ist das Alter der Pillnitzer Dame eine Sensation. Damit sie uns auch weiterhin erhalten bleibt und sich nicht "erkältet", schützt sie ihr computerüberwachtes Glashaus vor dem Winterfrost.
Ihren Namen verdankt die Kamelie dem schwedische Arzt Carl von Linné, der sie nach dem Jesuiten Georg Joseph Kamel (1661 1706) taufte. Kamel (latinisiert Camellus) soll die Pflanze von den Philippinen nach Europa mitgebracht haben. Linnés bester Schüler ist es dann auch, der die Pillnitzer Kamelie 1779 aus Japan mitbringt: Carl Peter Thunberg (1743 1828).
Die Pillnitzer Kamelie blüht wieder. Da sie bekannt ist für das farbenfreudige Verwirrspiel ihrer Blüten, ist es immer wieder spannend sie zu besuchen. Das Kamelienhaus im Pillnitzer Schlosspark ist werktags von 10 16 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,00 DM (ermässigt 1,00 DM).
Links:
My Camellie Homepage: www.camellia.de
Deutsche Kameliengesellschaft:
www.kamelien-online.de