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Das Lied «Kiss of Fire» ist ein Tango. Wir haben es als Jugendliche in der Tanzstunde gehört. «Though I see the danger, still the flame grows higher / I know I must surrender to your kiss of fire.» Genau so habe ich das Sehnsuchtsgefühl erlebt.
Nachdem ich meinen Mann geheiratet hatte, war es nicht so rosig. Er war ein sehr schöner Mann, er hatte blonde Haare und ganz blaue Augen. Ich war verliebt in ihn, aber wir waren beide sehr unerfahren. Bald wurde es zur Routine mit ihm.
Ein Italiener hat für uns als Hilfsarbeiter geschafft. Er hiess Nicolas und sah aus wie ein Gorilla: klein und haarig. Ich wusste, dass er auf mich stand. Ich war 26, er 21. Einmal mussten wir zusammen eine grosse Matratze abholen. Es war Sommer. Ich trug ein weisses Kleid, kurz und eng. Weil die Matratze die Beifahrertür versperrte, musste ich über ihn ins Auto steigen. Er kippte mich um und fasste mich an. Meine Beine waren auf dem Steuerrad. Ich war überrascht, aber ich mochte es. Ich wollte es. Er war ganz lieb und sanft. Ich habe Sterne gesehen.
Wir mussten immer wieder Dinge abholen und transportieren. Mit ihm war es wirklich der Kuss des Feuers. Es war pure Sehnsucht und fühlte sich an, als ob ich keine Luft mehr bekäme. Dann hat Nicolas seine Cousine in Süditalien geheiratet. Er war plötzlich weg und unsere Geschichte war vorbei.
Jeannette Senz, 86