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Was ist der Kapitalismus? Wo liegen seine Ursprünge? Was trug zur Entstehung des freien Marktes bei? Eine sechsteilige, auf Arte ausgestrahlte Videoserie des israelischen Regisseurs Ilan Ziv geht diesen Fragen auf den Grund. Sie zeigt die wichtigsten Denker, die massgeblich zur Entwicklung und zum Verständnis der wohl bedeutendsten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung unserer Zeit beitrugen, stellt sie vor und verortet ihre Überlegungen sowohl historisch als auch in der Gegenwart.
Ausgehend von Adam Smith und seinem Werk «Der Wohlstand der Nationen» führt die Reise über Grössen wie David Ricardo und Thomas Robert Malthus bis hin zu Friedrich August von Hayek, John Maynard Keynes und Milton Friedman. Dass der Kapitalismus kein unumstrittenes Konzept ist und zu unerwünschten gesellschaftlichen Folgen führen kann, wird vor allem im dritten Teil der Reihe dargestellt, in dem auf die Überlegungen von Karl Marx und Friedrich Engels eingegangen wird. Abgerundet wird die Reihe mit dem Sozial- und Wirtschaftswissenschafter Karl Polanyi, dessen Standpunkt zum Kapitalismus zwar in wissenschaftlichen und politischen Debatten rezipiert wird, dessen Name hingegen weniger bekannt ist.
Die Doku ist keine Lobeshymne, sondern vielmehr eine differenzierte Darstellung eines Phänomens, das das Leben der Menschen seit Jahrhunderten prägt. Sie gibt Anlass, über den Kapitalismus nachzudenken: Zahlreiche Expertinnen und Experten kommen zu Wort und liefern Einschätzungen zu seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der sozialdemokratische französische Ökonom Thomas Piketty führt an: «Wenn nicht demokratische und friedliche Formen gefunden werden, die Ungleichheiten zu beseitigen, werden sich andere, gewaltsame Formen herausbilden.» Das Nachdenken könnte also durchaus nötig sein. (ms)