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Anleitung (Zusammenzug aus diversen Textstellen und Erzählungen):
1-2 rohe Zwiebeln klein hacken, ohne Oel in einer Pfanne oder über dem Wasserbad auf etwa Körpertemperatur erwärmen (aber nicht erhitzen), dann in ein Baumwolltuch einschlagen, leicht quetschen. Einfacher geht es, wenn man die erwärmten Zwiebeln in ein Baumwoll-/Leinensäckchen gibt.
Den Wickel auf die leidende Stelle legen, mit einem Schal, Mütze oder Verband befestigen und für ca. ½ – 1 Stunde einwirken lassen. Direkten Hautkontakt vermeiden. Danach die Stelle mit Johannisöl einölen.
Anwendung:
Bei Durchfall oder Blasenleiden über Nacht auf den Unterleib legen.
Bei Ohrenschmerzen aufs schmerzende Ohr legen, ev. Wärmekissen darüber legen, mit Wollschal oder Mütze fixieren.
Bei Grippe oder Fieber auf den Nacken legen oder auf Fusssohlen binden (mit Socken fixieren).
Tipp für Familien mit Kindern (aus einem Haushaltbuch von 1901) : Ein sehr praktischer und einfacher Umschlag, der besonders Familien mit Kindern verschiedenen Alters empfohlen werden kann, lässt sich auf folgende Weise sehr schnell herstellen: Aus starkem Flanell, oder feinerem Flanell in doppelter Lage schneidet man einen geraden Streifen in der erforderlichen Länge und Breite, fasst ihn ringsum mit weichem Band ein und näht an einer der beiden Schmalseiten Bänder zum Binden an. Sodann schneidet man zwei Träger, die lang genug sind, dass sie von der Brust über die Schultern bis hinten zum Rücken reichen, fasst sie gleichfalls ein und näht sie vorn in der Mitte an. Soll nun der Umschlag angelegt werden, so breitet man die Flanellbinde aus, legt ein ebenso breites und langes Handtuch darüber und als letztes das feuchte, ausgewundene Leinentuch ((oder eben das Zwiebelpäckli)) und drückt das Ganze schnell gegen Brust und Rücken des Patienten, bindet die Bänder zu, legt die Träger über die Achseln nach hinten und steckt sie hier an der Binde mit Patentnadeln fest. Die Binde gleicht nun einem Jäckchen, in dessen Schutz der Umschlag vollkommen glatt und sicher am Körper anliegt.
Tipp aus einem Kalender von 1941: Die Hände der Hausfrauen bekommen leicht durch das Hantieren mit Zwiebeln und allen möglichen anderen Nahrungsmitteln einen unangenehmen Geruch, der sich nicht mit Wasser und Seife fortbringen lässt. Salz ist hierfür das beste und sicherste Mittel, das sofort den hässlichen Geruch beseitigt.