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Siedlung Eichi
Adresse
8467 Truttikon
ZH
Architektur
Die Siedlung Eichi ist ein kompakt gestalteter Aussiedlerhof, der durch die geschickte Setzung von drei Bauten eine platzartige Situation schafft. Die Anordnung der Gebäude wird der mechanisch-rationellen Arbeitsweise gerecht, zugleich dominiert mit Wellblech ein industriell anmutendes Material. Damit illustriert das Ensemble, bei dem immer noch viel bauzeitliche Substanz vorhanden ist, exemplarisch die Umbrüche in der Landwirtschaft der 1960er-Jahre. Spätere Anpassungen orientierten sich respektvoll am Bestand.
Chronologie
Ein Landwirt, der seine bäuerliche Existenz am Stadtrand in Gefahr sah, erwarb in Truttikon einen zwölf Hektar grossen Hof, der für die Bewirtschaftung aber bald zu klein wurde. Er beauftragte daher die Schweizerische Vereinigung für Innenkolonisation und Landwirtschaft (SVIL) mit der Projektierung und Ausführung eines Neubaus. 1962 geplant, wurde die Siedlung noch im selben Jahr fertiggestellt.
Lage
Die Siedlung Eichi befindet sich im Zürcher Weinland nördlich des landwirtschaftlich geprägten Dorfs Truttikon. Die Erschliessung erfolgt von Süden über die Dickihofstrasse. Das Hofensemble ist überaus idyllisch gelegen und von weiten Ackerflächen umgeben.
Beschreibung
Der kompakt gestaltete Hof gliedert sich in zwei Teile: Im Westen liegt die Stallscheune mit dem einen vertikalen Akzent setzenden Silo, im Osten das Wohnhaus mit angebautem Nebengebäude. Das Ensemble ist so konzipiert, dass die Bauten in ihrer Anordnung der durchmechanisierten Arbeitskette der Aussenwirtschaft als auch der rationellen Arbeitsorganisation gerecht werden. Das eingeschossige Wohnhaus unter flach geneigtem Satteldach, das durch den Terrainunterschied ein Sockelgeschoss respektive zwei gegen den Platz ausgerichtete Garagen aufweist, ist einfach und klar gestaltet: Die Fassade ist mehrheitlich weiss verputzt, nur südseitig ist das rote Backsteinmauerwerk sichtbar. Die Westseite ziert ein grossformatiges Wandgemälde. Die Darstellung dreier Figuren, die zum Teil bäuerliche Arbeit verrichten, entstand jedoch erst nach 1962.
Im quer dazu positionierten Nebengebäude unter Pultdach befinden sich Wirtschaftsräume, eine Werkstatt sowie ursprünglich auch ein kleiner, integrierter Hühner- und Schweinestall. Das langrechteckige Volumen ist weiss verputzt, gegen die Hofseite ist das obere Fassadendrittel durchgehend mit rotbraunem Wellblech verkleidet. Der Stallteil wurde zwischenzeitlich zu Wohnraum umfunktioniert, ebenso wurde nach Osten erweitert. Einen Anbau aus späterer Zeit findet sich auch an der Ostseite des Wohnhauses. Beide Massnahmen nehmen die Sprache des Bestands auf und führen die bereits vorhandene Dachform mit demselben Material – rotbraunem Welleternit – fort.
Die Sockelzone der mit einem Pultdach gedeckten Stallscheune ist in Sichtbeton ausgeführt. Die Südseite weist ein Fensterband auf und umfasste ursprünglich einen Längsstall mit Kurzstand und Halsrahmen für das Grossvieh. Darüber befindet sich ein Raum für die Strohlagerung und darunter das Futtertenn. Nordanliegend ist eine Remise platziert. Der mit rotbraunem Wellblech respektive einer Holzschalung verkleidete Baukörper kann in der Längsachse mit Fahrzeugen durchquert werden. Das neuere Scheunentor im Westen setzt mit dem rot gebeizten Holz einen erfrischenden Akzent. Darüber befindet sich ein heute verkleidetes, trapezförmiges Fenster; auf der gegenüberliegenden Seite ist dieselbe Verglasung noch vorhanden.
Literatur