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Als das revolutionäre Frankreich den Monarchien Österreich und Preussen den Krieg erklärte, waren die Nordwestgrenzen der Eidgenossenschaft durch das Kriegsgeschehen bedroht. Im Mai 1792 beschloss man daher die Entsendung von Truppen aus allen 13 Orten zum Grenzschutz nach Basel. Auch der Fürstabt von St. Gallen entsandte ein Kontingent.
Die Fürstabtei St. Gallen, von der sich schon im Mittelalter die Stadt St. Gallen getrennt hatte, verfügte zwar über ein stattliches Heerschaftsgebiet, aber ihre Truppen waren keineswegs einheitlich uniformiert. Lokale Eigenheiten und sogar zivile Trachten kamen zu militärischen Ehren. Das „multiforme“ Reich von Fürstabt Beda Angehrn sollte wenig später zerfallen, als die Untertanen des Toggenburg und der Alten Landsachaft eigene Wege gingen.
Die Illustration zeigt zwei Jäger des fürstäbtlichen Kontingents in Basel. Sie tragen das den Jägern vorbehaltene bläuliche Grün, welches sowohl beim Frack mit den gelben Aufschlägen als auch an der Weste zu sehen ist. Die gelben Kniehosen stecken in hohen dunklen Tuchgamaschen. Den schwarzen Dreispitz krönt ein grün-gelber Federbusch, den eine hier nicht sichtbare äbtische Kokarde in Gelb und Schwarz an der Kopfbedeckung fixiert.
Kreuzweise an weissen Bandoliers hängen die Patronentasche und das Weidmesser (die Seitenwaffe der Jäger). Die Steinschlossgewehre entsprechen äbtischer Ordonnanz. Im Hintergrund weht die Fahne des Fürstabts, die nach einem kolorierten zeitgenössischen Stich gestaltet ist.
Roger Rebmann, Basel