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Hintergrund: Weltweit werden jährlich über 300 Millionen Operationen durchgeführt. Trotz Fortschritten in vielen Bereichen der Medizin besteht immer noch ein relevantes Todesrisiko im Zusammenhang mit diesen Operationen. Abhängig davon, wie krank der Patient vor der Operation und welche Art der Operation erforderlich ist, sterben zwischen 1% und 10% der Patienten innerhalb von 30 Tagen nach einer Operation. Herzkomplikationen, einschließlich eines Herzinfarkts, die entweder während oder unmittelbar nach diesen Operationen auftreten, scheinen bei vielen dieser Todesfälle eine wichtige Rolle zu spielen.

Die meisten Herzinfarkte, die während oder unmittelbar nach einer Operation auftreten, verursachen keine Beschwerden wie Brustschmerzen, da die Patienten zu diesem Zeitpunkt hohe Dosen an Schmerzmedikamenten erhalten. Dementsprechend werden diese Herzinfarkte im Spital sehr oft gar übersehen. Daher ist es weitgehend unbekannt, wie oft diese Herzinfarkte auftreten und für wie viele der perioperativen Todesfälle diese Herzinfarkte verantwortlich sind. Es ist auch unbekannt, warum diese Herzinfarkte während oder unmittelbar nach einer Operation auftreten und wie diese Patienten behandelt werden sollten.
Ziele: Wir möchten herausfinden, wie häufig kardiale Komplikationen einschließlich Herzinfarkt während oder unmittelbar nach einer Operation sind, für wie viele der perioperativen Todesfälle diese Herzinfarkte verantwortlich sind, warum diese Herzinfarkte auftreten, wie diese Patienten behandelt werden sollten.
Methodik: 3460 konsekutive Patienten, die sich einer größeren Operation unterziehen, werden in diese pragmatische prospektive multizentrische Beobachtungsstudie am Universitätsspital Basel, dem Kantonsspital Aarau und weiteren Krankenhäusern in der Schweiz einbezogen. Die Studie wird von einem interdisziplinären Team aus Kardiologie, Anästhesiologie und Chirurgie durchgeführt. Die Patienten erhalten Messungen eines neuartigen Bluttests, der den schnellen Nachweis sterbender Herzmuskelzellen und damit der Herzinfarkte ermöglicht. vor der Operation, sowie nach der Operation. Die Art und die wahrscheinlichste Ursache dieser Herzinfarkte wird dann von erfahrenen Ärzten untersucht. Wir werden dann alle Patienten nach der Entlassung aus dem Spital kontaktieren und uns vergewissern, ob es ihnen gut geht, oder ob eine Komplikation oder ggf. sogar der Tod eingetreten ist.
Wir werden dann versuchen, Werkzeuge zu entwickeln, die eine genauere Einschätzung des Risikos für den einzelnen Patienten ermöglichen, eine solche kardiale Komplikation und / oder Tod zu entwickeln.
Potenzielle Bedeutung: Unser großes interdisziplinäres multizentrisches Projekt wird neue und einzigartige Erkenntnisse zu Herzinfarkten während oder unmittelbar nach einer Operation liefern. Diese Erkenntnisse sollen es in Zukunft Ärzt(inn)en und Patient(inn)en ermöglichen, das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer geplanten Operation besser zu beurteilen.