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Informatives
Da mögliche Symptome nach Zeckenstichen (ugs. Zeckenbisse) für zahlreiche Krankheiten typisch sind, fällt die eindeutige Diagnose oft schwer. Daher sind entsprechende Bluttests sinnvoll und können eine Erkrankung bestätigen, bzw. ausschliessen. Zudem verlaufen viele Zeckenstiche ohne Symptome. Daher empfehlen wir 3-4 Wochen nach einem Zeckenstich einen Bluttest durchzuführen.
Erste Symptome können nach einigen Tagen, Wochen oder sogar erst nach Monaten auftreten. Die Symptome können sehr vielseitig sein. Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Gelenkschmerzen und -entzündungen, Wanderröte oder allgemeine Abgeschlagenheit können auftreten. Eine Abklärung durch den Arzt und Bluttests sollte dann unbedingt erfolgen.
Hauptsächlich Borrelien, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Virus, Francisella tularensis (Ursache von Tularämie), Rickettsien und Anaplasmen.
Zecken werden mit Borrelien, FSME-Viren und anderen Erregern infiziert, weil sie sich in der Entwicklung von der Larve zur adulten Zecke von Tierblut (z.B. Mäuse) ernähren, die jene Erreger als sogenannte Reservoirwirte in sich tragen.
Mit Ausnahme von Mücken sind Zecken weltweit die grössten Verbreiter von Krankheiten.
Die Wanderröte (Erythema migrans) ist ein typisches Symptom einer Borrelieninfektion (Borreliose). Sie ist gekennzeichnet durch eine kreisförmige oder ovale Hautrötung um die Stichstelle herum, die in den ersten Wochen nach einem Zeckenstich auftreten kann.
Achtung: Bei über 50% aller an Borreliose erkrankten Personen tritt keine Wanderröte (Erythema migrans) auf.
Zecken sind Spinnentiere und keine Insekten, da Nymphen und ausgewachsene Zecken 8 Beine haben. Zecken brauchen für ihre Entwicklung von der Larve bis zur erwachsenen Zecke mehrere Blutmahlzeiten.
Sie leben in der ganzen Schweiz vorwiegend in feuchtwarmen Gebieten bis etwa 2000 m über Meer im Unterholz, Gebüschen und Gras. Beim Vorbeigehen des Wirtes kommt es so zu einem Kontakt und die Zecke wird mitgestreift.
Zecken sind vor allem von März bis Oktober aktiv. Können aber das ganze Jahr bei Temperaturen über 7-10°C auftreten.
Einen gewissen Schutz bieten körperbedeckende Kleidung, hohe Schuhe und hohe Socken. Zeckenabweisende Mittel können zusätzlich schützen, wenn man im natürlichen Lebensraum der Zecken unterwegs ist. Suchen Sie nach einem Aufenthalt im Freien unbedingt den Körper systematisch auf Zecken ab.
Zudem gibt es eine Schutzimpfung gegen FSME, gegen Borreliose und die anderen genannten Infektionen leider nicht.
Der biologische Mechanismus mit dem die Zecke bei Tieren und Menschen Blut entnimmt kommt eher einem „Stechen“ als einem „Beissen“ gleich. „Zeckenstich“ ist in der deutschsprachigen, wissenschaftlichen Literatur somit der bevorzugte Begriff.
Der Saugakt der Zecke (Ixodes ricinus) kann mehrere Tage dauern (Larve: 2-4 Tage, Nymphe: 3-5 Tage, Adulte: 6-8 Tage).
Eine Zecke muss mit einer Zeckenpinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden. Fixieren Sie die Zecke am Kopf, möglichst nahe über der Haut, und entfernen Sie die Zecke mit gleichmässigem, senkrechtem Zug langsam aus der Haut. Behandeln Sie Zecken nie mit Alkohol, Öl oder anderen Flüssigkeiten und drehen oder quetschen Sie sie beim Entfernen nicht. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Borreliose oder anderen Krankheiten zu infizieren, erhöht sich damit massiv.
Eine Zecke muss nach der Entdeckung möglichst rasch entfernt werden, da die Wahrscheinlichkeit einer Erreger-Übertragung mit der Zeit bedeutend zunimmt.
Eine Untersuchung von Zecken auf Infektionserreger wie z.B. Borrelien ist nicht sinnvoll. Ein positiver Nachweis in der Zecke lässt keine Schlüsse zu, ob es tatsächlich auch zu einer Übertragung und somit zu einer möglichen Infektion der betroffenen Person gekommen ist.
Zecken werden vor allem über Haustiere wie z.B. Hunde und Katzen in die Wohnung gebracht. Auch über Kleider, auf denen sich Zecken befinden, gelangen sie in die Wohnung. Zecken können in der Wohnung mehrere Tage überleben.
In Gefrierschränken können Zecken ca. 24 Stunden überleben, im Wasser sogar bis zu 3 Wochen. Selbst den Waschgang in der Waschmaschine bei 40°C überleben Zecken. Im Wäschetrockner hingegen können Zecken nicht überleben.
Durchschnittlich tragen in FSME-Risikogebieten 0,1 bis 5% der Zecken FSME-Viren in sich. Hieraus ein Erkrankungsrisiko nach einem einzelnen Zeckenstich abzuleiten, ist nicht möglich. Viele FSME-Infektionen verlaufen zudem ohne sichtbare bzw. nur mit milden Symptomen.
Gemäss Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen. Dies wurde durch das Auftreten von Antikörpern im Blut (die s.g. Serokonversion) ermittelt. Nur ein geringer Teil der Infizierten erkrankt.
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