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ACS will "Hochtief" übernehmen
Der spanische Mischkonzern ACS gedenkt Deutschlands grösstes Bauunternehmen "Hochtief" zu kaufen – jedoch nicht komplett. ACS wolle die Beteiligung an "Hochtief" längerfristig auf knapp über 50 Prozent ausbauen, damit das deutsche Unternehmen voll konsolidiert werden könne, heisst es in einer Mitteilung des spanischen Konzerns.
Quelle: zvg
ACS macht "Hochtief" ein Angebot.
Über sein Vorhaben informierte der spanische Konzern am Donnerstag. In einer Mitteilung betonte ACS, dass er nicht "unbedingt" davon ausgehe, die Schwelle bereits mit seinem öffentlichen Angebot erreichen zu können. Er wolle "Hochtief" auch nicht an die kurze Leine nehmen: ACS strebe weder einen Beherrschungsvertrag an noch wolle der Konzern die "Hochtief"-Zentrale aus dem deutschen Essen abziehen. Zudem solle "Hochtief" mit einem "erheblichen Streubesitzanteil" an der Börse notiert bleiben. Ausserdem könne "Hochtief" seine Marken-Strategie weiter verfolgen, betonte ACS-Chef Florentino Pérez.
ACS ist seit 2007 mit knapp 30 Prozent bereits grösster Einzelaktionär bei "Hochtief". Der Konzern biete den "Hochtief"-Aktionären acht ACS-Aktien im Austausch für fünf "Hochtief"-Aktien, erklärte Pérez. Damit legt das spanische Unternehmen den Wert der "Hochtief"-Aktie auf rund 56 Euro fest – nach den jüngsten Kurssteigerungen ist das weniger als der aktuelle Wert. Die restlichen 70 Prozent an "Hochtief" würden demnach rund 2,76 Milliarden Euro kosten. Analysten bezeichneten den Preis als enttäuschend. "Hochtief" selber wollte sich nicht äussern; der Konzern habe das Angebot noch nicht vorliegen, sagte ein Sprecher.
Vom spanischen Bauboom profitiert
ACS ist der grösste Baukonzern Spaniens, ist aber auch als Serviceunternehmen in den Bereichen Energie und Telekommunikation aktiv. Konzernchef Florentino Pérez ist auch Präsident des Fussballvereins Real Madrid. Der Konzern hatte jahrelang vom spanischen Bauboom profitiert, leidet nun aber entsprechend stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise.
"Hochtief" ist mit einem Umsatz von mehr als 18 Milliarden Euro der grösste deutsche Baukonzern und beschäftigt weltweit rund 68'000 Mitarbeiter. Fast 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Konzern mittlerweile im Ausland.
Die Spekulationen auf eine Übernahmeofferte für "Hochtief" durch ACS gibt es bereits seit einiger Zeit. Während der Finanzkrise versiegten diese allerdings etwas, da der spanische Konzern selbst in Geldnot war. (sda)