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Vor einiger Zeit konnte ich nicht widerstehen, in der Bucht 3 angebotene NOS Kaliber Durowe 7525/4 zu erstehen.
Was ich leider erst Zuhause nach näherer Untersuchung entdeckte, war eine neben der Kaliberbezeichnung auf der Platine nachträglich eingestanzte Punze mit den Buchstaben FOD.
Nach weiterer Kontrolle und der Revision des 1. Werkes bemerkte ich, dass der Unruhzapfen offensichtlich zu dünn war, bzw. die Lochsteine zu weit.
Denn die Unruhe konnte ich viel zu weit horizontal hin- und herbewegen. Die Höhenluft war soweit o.k. Bei der Kontrolle auf der Zeitwaage bestätigte sich der Verdacht: in hängenden Lagen waren die Amplituden völlig in Ordnung, da ja hier die Zapfen einseitig glatt auflagen. In den Lagen ZB oben und unten jedoch gingen die Amplituden völlig in den Keller.
Beim 2. Werk fielen mir Beschädigungen neben zwei Schraublöchern auf. Einmal am Unruhkloben und eine an der Automatikbrücke.
Technisch jedoch ist dieses Werk nach meiner Überholung völlig in Ordnung und zeigt perfekte Gangwerte.
Gut zu sehen ist die offensichtlich nachträgliche Punzierung FOD neben der Kaliberpunze, sowie die bei diesem Werk vorhandenen kleinen Beschädigungen neben den Schraublöchern am Unruhkloben und unten bei der Automatikbrücke. Da griff wohl der automatische Schraubenzieher bei der Produktion kräftig daneben.
Sollte ich hier vielleicht ehemalige Ausschussware von Durowe ergattert haben?
Vielleicht deshalb die Punze FOD. Könnte Fehler-oder-defekt heissen. Man darf nicht vergessen, dass zu der Zeit das Ende der Mechanik absehbar war und der Kostendruck bei Durowe immens war. Da war es billiger, fehlproduzierte Werke einfach zu markieren und einzulagern, als jedes einzelne manuell nachzuarbeiten. Dann entgingen diese Exemplare wohl der Vernichtung und gelangten zu Händlern, bzw. zu Uhrmachern der Region.
Beim Kaliber Durowe 7525/4 handelt es sich um die letzte Reihe der Automatikwerke der Durowe, wie alle Werke mit dem Suffix /4.
Produziert wurden diese wohl Ende der 70iger Jahre.
Selbst eine vielversprechende Werbung der Durowe von 1979 konnte das Ruder nicht mehr herumreissen, schwappte doch auch durch die Werkhallen der Durowe schon die Quarzwelle.
Das Resultat meiner Arbeit kann sich, galube ich, einigermassen sehen lassen. Passend zum ZB konnte ich nicht widerstehen die Schraubenköpfe zu polieren und zu bläuen. (Besser zu sehen beim Foto oben)
So konnte ich dieses Werk nach geschätzten 40jährigem Lagerschlaf wieder zu neuen Ehren verhelfen.
Und wie schon erwähnt, die Gangwerte sind perfekt.
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