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PsyG-Verordnung mit Optimierungspotenzial
Schutz vor Täuschung, ein zentrales Anliegen
Seit 25 Jahren fordert die FSP den Schutz vor Täuschung und Irreführung der Personen, die psychologische Leistungen in Anspruch nehmen. Im PsyG wird dieses Anliegen endlich berücksichtigt, es muss allerdings in der Verordnung weiter präzisiert werden. So müssen die Konsequenzen des Titelschutzes klar umrissen werden - etwa für Begriffe wie "Paar-" oder "FamilientherapeutIn", die mit Psychotherapie stark verwandt sind. Die FSP ist der Ansicht, dass gerade auf diesem Gebiet die Verwechslungs- und Täuschungsgefahr sehr gross ist und fordert, dass diese Bezeichnungen nur noch von ausgewiesenen Fachpersonen verwendet werden: Wer mit Familien arbeitet, ohne über die spezifischen psychologischen Fachkenntnisse zu verfügen, soll sich "FamilienberaterIn" o.ä. nennen dürfen; der Begriff "TherapeutIn" ist in diesem Zusammenhang aus der Sicht der FSP nicht mehr zulässig. Sie fordert daher eine Klärung in der Verordnung.
Die FSP ist der Ansicht, dass die Verordnung explizit regeln muss, dass die in der Verordnung genannten Berufsbezeichnungen nicht getragen werden dürfen, bis der entsprechende akkreditierte Weiterbildungstitel erlangt wurde (eidgenössisch anerkannte/r Kinder- und Jugendpsychologe/in; eidgenössisch anerkannte/r klinische/r Psychologe/in; eidgenössisch anerkannte/r Neuropsychologe/in; eidgenössisch anerkannte/r Gesundheitspsychologe/in. Fachtitel der Berufsorganisationen sollen hingegen weiterhin verwendet werden dürfen, sofern sie die Anforderungen des Gesetzes erfüllen. Die Bezeichnung "Fachpsychologe für Klinische Psychologie FSP" ist zulässig, der Titel "Klinischer Psychologe" jedoch nicht, bevor der Weiterbildungsgang akkreditiert wurde.
Ungenaue Übergangsbestimmungen
Bezüglich der Übergangsbestimmungen bleiben für die FSP einige zentrale Punkte unklar. Sie fordert daher: Eine eindeutige Aussage darüber, wer in der Übergangszeit als "verantwortliche Organisation" auftreten kann: Die Nennung der entsprechenden Institute in Anhang 2 des Entwurfs kann zu Missverständnissen führen. Aus der Sicht der FSP kommt während der Übergangszeit und gemäss Artikel 13 Absatz 1 des PsyG nur ein gesamtschweizerischer Dachverband oder Berufsverband wie die FSP oder eine Hochschule als "verantwortliche Organisation" in Frage. Bei der Vielfalt an Weiterbildungsanbietern kann nur damit ein gemeinsames Verständnis und eine einheitliche Handhabung der Übergangsregelungen und somit Rechtsgleichheit und -sicherheit ermöglicht werden.Eine Klärung der Situation von Weiterbildungs-AbsolventInnen, die zwar einen provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgang besuchen, der aber schlussendlich keine definitive Akkreditierung erlangt.Eine Präzisierung zur Studienleistung in klinischer Psychologie und Psycho-pathologie (Artikel 7 Absatz 2 PsyG). Geklärt werden muss einerseits, was konkret unter einer "genügenden Studienleistung" verstanden wird. Die FSP schlägt vor, dass jene Weiterbildungs-AbsolventInnen, die nicht über eine Mastervertiefung in klinischer Psychologie verfügen, in geeigneter Form zusätzliche Studienleistungen in Psychopathologie nachzuweisen haben. Andererseits ist eine verbindliche Regelung zur Interpretation des Begriffspaars "klinische Psychologie und Psychopathologie" zu erlassen. Aus der Sicht der FSP sollen Weiter-bildungsanbieter darüber entscheiden können, welche Studieninhalte als Psycho-pathologie/Pathopsychologie angerechnet werden. Um eine möglichst einheitliche Vorgehensweise zu gewährleisten, wird die FSP zusammen mit den Anbietern einen Vorschlag erarbeiten. Die FSP würde es zudem begrüssen, wenn die Liste der provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgänge festhalten würde, welche Berufsverbände die einzelnen Curricula für die provisorische Akkreditierung vorschlagen und letztlich die Verantwortung für diese übernehmen.Weitere Informationen
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