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Die Preise verstehen sich inkl. Anfahrt. Bei weitem Weg (ab 50 km) kleiner Aufpreis, aber gleicher Preis, wenn mehrere Stimmungen vom Anfragenden in der Nähe vermittelt werden (fragen Sie in Ihrer Nachbarschaft und Bekanntenkreis nach!)
Anleitung für einen eifrigen Layenstimmer
Zum Stimmen eines Klaviers ist ein Stimmhammer mit einem Sternloch nötig, der auf dem Wirbel richtig sitzt, ansonsten man den Wirbel (Stimmnagel) beschädigt. Daher empfehle ich den amerikanischen Stimmhammer von Oliag oder Renner (siehe Links unten), der drei verschiedene Aufsätze zum Anschrauben hat.
Zuerst spielt man etwas auf dem Klavier und schaut welche Lagen zu hoch oder zu tief sind, nach Gehör. Dann vergleicht man mit der Stimmgabel. Viel höher als der höchste Ton in irgend einem Bereich sollte man ein Klavier nicht stimmen.
Wenn also das Klavier auf 437 Hz gestimmt ist, ziehst Du es mal auf ca. 440 Hz hoch. Es wird aber wieder auf 439 Hz sinken. Wenn ein Intervall (Tonabstand) 5 x in 5 Sekunden schwebt ist dies z.B. ein Hz. Wenn ein Ton 10 x schwebst sind dies 2 Hz.
Zuerst den Filz-Bändel einflechten (3 mm braun - Druckstoff)
(an einem Ende sollte er leicht zugespitzt werden (also 7 mm schmaler geschnitten werden auf einer Länge von 10 cm konisch breiter werdend auf die gegebene Breite)
Dann stimmst Du 13 Töne von A bis a im Quintenzirkel. Alle Quinten müssen etwas enger sein als rein. Die unterste Quinte schwebt (Fachausdruck, bitte nicht verwechseln mit schwingen der Saite) am langsamsten (weniger als einmal pro Sekunde). Die unterste Quarte schwebt aber leicht schneller als einmal in einer Sekunde. Alle Quarten sind also leicht schneller als die Quinten.
Da man innerhalb einer Oktave nicht mehr als zwei Quinten nacheinander stimmen kann, geht man um eine Oktave tiefer um die nachfolgende Quinte zu stimmen, also eine Quarte abwärts.
Ich stimme gewöhnlich von
a' (eingestrichenes) bis a (kleines) Oktave (rein)
a' bis e' - e' bis a Quinte (unterschwebend) und Quarte (überschwebend)
a bis d' - d' bis a' Quarte (überschwebend) und Quinte (unterschwebend)
a bis cis' Terz (schnell überschwebend wie ein Tremolo)
cis' bis f' Terz (leicht schneller als vorherige Terz)
f' bis a' Terz (leicht schneller als beide vorherigen Terzen)
e' bis h Quarte
h bis fis' Quinte
fis' bis cis' Quarte
cis' bis gis' Quinte
gis' bis dis' Quarte
dis' bis b Quarte
b bis f' Quinte (Kontrolle)
f' bis c' Quarte
c' bis g' Quinte
g' bis d' Quarte
d' bis a' Quinte (Kontrolle)
Jetzt in Oktaven abwärts stimmen, bis dorthin, wo Du den Bändel eingeflochten hast (Bassspreize).
Saiten immer langsam ziehen. Im Bass nur ziehen, wenn Du den Ton nicht anschlägst. Relativ kräftig die Saiten anschlagen beim Stimmen. Der Stimmschlüssel (Stimmhammer) sollte immer möglichst in einer 12.00 Uhr bis 5-nach-12.00 Uhr-Stellung stehen, wenn Du einer Saite den Halt gibst (den Ton setzt - dazu leicht überdrehen und dann zurück setzen, wie einer Gitarre). Zum Ziehen darf aber der Schlüssel auch in anderen Positionen gehalten werden (ein viertel vor 12 oder ein viertel nach 12). Du solltest den Ellenbogen oder die Hand immer irgendwo abstützen.
Jetzt nimmst Du den Bändel von der Bassspreize an, Saitenchor um Saitenchor, langsam raus, indem Du immer die linke und rechte Saite auf die mittlere, schon gestimmte Saiten, stimmst.
Wenn die Mittellage gestimmt ist, ziehst Du den Bass hoch, in Oktaven, auf die Töne der Mitte abgestimmt. Dann ziehst Du den Diskant der Reihe nach hoch, wieder auf die Töne der Mitte abgestimmt (Oktaven).
Nun fängst Du wieder in der Mitte an:
Du kontrollierst alle einzelnen Töne und Oktaven. Kontrolliere nach und nach Bass und Diskant nochmals.
Nun kommt die letzte Kontrolle. Von der Mitte irgendwo an kontrollierst Du die Dezimen (doppelte Dezimen besser noch, Beispiel: a - cis''), ob sie regelmässig schweben, nach unten und auch nach oben. Die letzte Oktave oben hört man jedoch nur noch in Oktaven gut. Dazu zwickt man die Saiten gerne mit dem Fingernagel, wenn man unsicher ist. So hört man wenigstens gut, ob die drei Saiten eines Chores überein stimmen. Dies kann man überhaupt auch mit jedem Ton so machen, wenn man unsicher ist.
Für ein Klavier benütze ich immer nur den Nylon-Keil (im Bass etwas mehr schräg einstecken als sonst). Für einen Flügel benütze ich im Bass einen Gummikeil.
Wenn Du zum Regulieren noch weitere Werkzeuge brauchst, oder Fachbücher, so lass es mich bitte wissen!
Wenn Du mit dem Temperieren Mühe hast, so bedenke, dass alle Intervalle, Quinten, Quarten und Terzen nach oben schneller werden und nach unten langsamer, vor allem die Terzen. Die Quinten können sogar fast rein gestimmt werden, da man eine Stimmung gerne unten etwas tiefer hat und im Diskant etwas höher. Die Oktaven sollten aber immer noch rein klingen! Dies ist oft nur mit einem Stimmgerät feststellbar.
Jeder Ton hat ja Teiltöne, die mit dem Ohr kaum wahrgenommen werden. Diese sind aber nicht ganz rein, was den Klavierklang ausmacht. Die Dickigkeit der Saiten verursachen nämlich an den beiden Saitenenden, dass die Saiten die ersten mm nach dem Steg/nach der Silie nicht ordentlich mitschwingen. So ist der erste Teilton (Oktave) leicht verkürzt.
Eine Saite hat ca. 75 Dekanewton Zug (das sind ungefähr gleich viele kg). Das sind auf ein Klavier umgerechnet 17 bis 18 Tonnen Zug.
Die Tonhöhe der Klaviere ist bei uns im Winter in der Regel tiefer als im Sommer. Das hängt mit der Luftfeuchtigkeit zusammen. So kann man im Winter ein Glas Wasser in's Klavier stellen, um einen Ausgleich zu schaffen.
Man sollte immer schauen, ob wichtige Schrauben angezogen sind, die des Pedals, Mechanik-Stützschrauben und der Mechanikbalken, wo alle Mechanikteile befestigt sind. Sodann muss man kontrollieren, ob die Kapselschrauben gut sitzen. Manchmal sind auch Achsschrauben locker und die Achsen verschieben sich, so dass Hämmer nicht mehr zielgenau anschlagen, daneben schlagen oder sich locker im Zickzack auf die Saite zu bewegen. Mit einem Feuerzeug kann man einen Saitenstil auch etwas erhitzen, so dass der Hammer sich wieder genau auf die Saiten zu bewegt.
Wenn man die Mechanik ausgebaut hat, dann kann man auch die Tasten herausheben, wozu unbedingt beide Hände hinten und vorne an den Tasten leicht ziehen. Darunter muss man dann oft mit dem Staubsauger reinigen oder sogar mit einem Schuhimprägnier-Spray sprayen. Bitte nicht Filze einsaugen.
Werkzeugkataloge sind erhältlich bei
http://oliag.ch und www.louis-renner.de. Bei Renner ist auch eine Beschreibung der Namen der Einzelteile eines Klaviers oder Flügels drin!
Etwas schwieriger ist das Stimmen von Oberdämper-Klavieren, wie dieses wervolle, sehr schöne und gut erhaltene Blüthner-Klavier.