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Das Nidautor wurde 1850 abgebrochen. Es stand auf der Höhe der heutigen Parfümerie Marionnaud und der ehemaligen Bonneterie Tanner an der Nidaugasse und schloss als Torturm in der die Stadt umgebenden Wehrmauer die seit der Mitte des 14.Jh. einsetzende zweite Stadterweiterung über die Schüss, die sogennante äussere Neuenstadt ( seit 1832 Neuenstadtgasse und seit 1864 Nidaugasse geheissen) gegen Süden ab. Es war neben dem Obertor das verkehrsreichste Stadttor Biels, führte die unter dem Torbogen durchgehende Strasse doch nach Bern, Freiburg und Neuenburg. Die zwei Wassergräben, die im Süden die Stadtanlage umgaben, wurden später zu einem einzigen vereinigt. Schon im 16.Jh. wurde das Schüsswasser nicht mehr durch sie geleitet. Die Wassergräben wurden viel mehr eingeebnet und das so gewonnene Land den Bürgern als Pflanzland in Pacht gegeben. Im ostwärts an das Nidautor anstossenden Gebäude war die Zollstube untergebracht. Wie den Stadtrechnungen zu entnehmen ist, die seit 1390 immer wieder grössere Ausgabenposten für Ausbesserungen am Nidautor und an der Zugbrücke, Unterhaltsarbeiten im Estrich der Wächterstube, Kalk-, Sand-, Stein-, und Ziegelfuhren anführen, war das Nidautor ursprünglich mit mit einem Helm versehen, der mit Ziegeln gedeckt und oben durch ein Blechspitze und eine Windfahne abgeschlossen war. Erst 1476, bei der ersten grossen Instandstellung der ganzen Toranlage und der Ausbesserung der angrenzenden Ringmauer durch Meister Hans den Zimmermann vernehmen wir, dass das Nidautor nun einen Zinnenkranz aufwies, wie er beispielsweise auf der Stadtvedute von Hans Heinrich Laubscher von 1647 festgehalten ist: “Bendich Jeger hat gewerkt an den Zinnen”. In einer Nische des Nidautores befand sich seit früher Zeit eine Statue des Stadtheiligen, des heiligen Benedikt. Anstelle der ursprünglich aus Holz erstellten Brükken über die beiden Wassergräben wurden 1600 solche aus Stein gebaut und gewölbt. Wie vor den anderen Stadttoren befand sich seit anfangs des 15.Jh. auch vor dem Nidautor eine Kapelle, möglicherweise eine Stiftung der Zünfte. Der Chronist Bendich Rechberger schreibt darüber: ” 1555. Etwas von der Witterung. diese 1555. Jahr ist ein wunderbarliches Jahr gsin, kalt und nass: doch ist Korns und Obsts genug worden und ziemlich Win bey uns. Nach dem Herbst hin hats viel geschneit und geregnet, dermassen die Wasser allenthalben uff gangen sind und haben einen merklichen Schaden zugefügt. So ist man von der Hub ennet Nydau har mit Schiffen gefahren über alle Strassen und Matten bis zu dem Kapellin vor dem Nydautor…..
Mit dem beginnenden 19.Jh. wurden die alten Stadtbefestigungen immer mehr zu Relikten einer vergangenen Zeit, die nun ausgedient hatten und deren man sich im Hinblick auf die rasche industrielle Entwicklung und der dadurch bedingten grossen Bevölkerungszunahme und vermehrten Bautätigkeit möglist bald zu entledigen suchte. Wurden so bereits 1821 die Türflügel des Nidautores einem Simon Sesslerverkauft und der Platz vor dem Nidautor vergrössert, war es nur reiner Zufall, dass dieses am 19. Juli 1842 bei einem Blitzschlag, der fünf Häuser vor dem Nidautor einäscherte, unbehelligt blieb. Am 17.07.1843 beschloss der Rat die Pachtausschreibung für den aufgefüllten Stadtgraben vor dem Nidautor. Nachdem Alexander Schöni bereits 1843 einen der 1842 abgebrannten Hausplätze gekauft hatte, erwarb er am 14. Juni 1844 im Gasthof zum weissen Kreuz an der öffentlichen Steigerung das Nidautor zum Abbreuch, der am 20. Dezember 1850 erfolgte. auf dem so freigewordenen Areal liess er den Neubau ” Zum hohen Eck” ( heutiges Haus Winkler Nidaugasse/Neuengasse) errichten, den er am 15. Februar 1861 dem Negozianten Hermann Zuber verkaufte. Im Mai 1894 kamen bei Knalisationsarbeiten an der Nidaugasse Mauerreste des ehemaligen Nidautores zum Vorschein, und bei Grabarbeiten für die Trottoirs stiess man anlässlich des Umbaus der Nidaugasse 1928 auf der Ostseite vor dem Geschäft Tanner auf die Fundamente des Nidautores sowie auf die alten Brückenbögen über die ehemaligen Wassergräben. Weitere Funde von steinernen Bögen in der Nähe betrafen die ehemalige Brücke über den Kesselgraben. Beim Bau des Kantonalbankgebäudes 1896 an der Ecke Nidaugasse/Florastrasse kamen sogar die Fundamente der ehemaligen kapelle zum Vorschein. Text: Biel Stadtgeschichtliches Lexikon Werner und Marcus Bourquin
La Porte de Nidau, démolie en 1842. Elle se trouvait à la rue de Nidau, à la hauteur de la rue Neuve.
Das Pasquarttor, 1412 bassgarttor, 1619 Pasgertthor, abgebrochen 1836, stand auf der nördlichen Seite der Stadtschüss und schloss die Mühlebrücke seewärts ab. Es gehörte mit dem Nidautor zur 2. Stadterweiterung über die Schüss, kurz vor 1341, die als “Äussere Neuenstadt” das Gebiet der späteren Nidau-, Markt- und Collègegasse sowie den westlichen Teil der Dufourstrasse ( der früheren Hintergasse) umfasste. Nachdem der neue Stadtteil bereits 1354 von einer Feuersbrunst heimgesucht worden war, wurden die in Mitleidenschaft gezogenen Häuser sofort wieder aufgebaut. Bei der Anlage des Pasquarttores, versehen mit Spitzhelm und Windfahne, das neben einem Vortor, einer Fallbrücke auch eine Zollstube aufwies, wurde die Ringmauer von der Burg bis an die Mühlebrücke herabgeführt und das Areal der Burg so direkt in das städtische Verteidigungskonzept einbezogen. Bis auf die Höhe der Mühlebrücke war die Stadtschüss schiffbar, ihr Bett mit Palisaden verstärkt und mit einem Grendel versehen, d.h. mit einem hölzernen Gitter, das die Stadt gegen den Eintritt von See her sicherte. Zahlreich sind die Nachrichten über Ausgaben betreffs den Unterhalt des Pasquarttores, so 1390 für das Seil beim Grendel und das Schloss vom Türlin, 1399 für Reparaturen am Pasquarttor das neu verputzt wurde. 1400-1402 sind Ausgaben für die Brücke und die Treppen im Tor dokumentiert. 1439 für die Reparatur des Grendels. 1467 erfolgte die Erneuerung der Fallbrücke, 1469 wurde der Turm neu gedeckt, zudem wurden eine neue Helmstange und Steine für das Vortor durch die Zunftleute zum Wald geliefert. Bei der Ausbesserung der Ringmauern, Türme und Tore wurde 1471 auch das Pasquarttor durch den Werkmeister Peter Hugi eimal mehr restauriert, wobei Hugi gleichzeitig als Torwart auf Lebenszeit angestellt wurde. 1615/1619 Verding mit Peter Hans Tütsch wegen dem Zollhaus, 1704 wurde die Glocke des Paquarttor von Bendicht Witzig erstellt, vor 1780 der Helm durch ein Satteldach ersetzt. 1817 ist zu vernehmen, dass dem Rotgerber Bloesch für jährlich 1 Louis d’or, das Pasquarttor verliehen werden soll. 1825 bot die Baumwollspinnerei dem Rat an, das Pasquarttor abzureissen, wenn sie die Steine zum Bauen behalten könne. 15.07.1836 Beginn des Abbruchs wegen der 1835 nach Plänen von J.A. Watt in Angriff genommenen, viel umstrittenen neuen Seestrasse Biel-Neuenstadt, die wegen des bald zunehmenden Durchgangverkehrs, Solothurn-Neuenburg, zudem den Abbruch des Zeitglockenturms, die Zurücksetzung der Plattform der Stadtkirche an der Untergasse, sowie eine tiefgreifende Neugestaltung der Mühlebrücke bedingte. Text: Biel Stadtgeschichtliches Lexikon Werner und Marcus Bourquin
La Porte du Pasquart, démolie en 1836. Elle se trouvait à l’extrêmité du Pont-du-Moulin / rue J. Rosius, près de la Suze
Bild 1: Das Obertor mit Stadtwappen von Michel Wumard. Gebäude links:Ehemaliges Haus der Bischöfe von Basel (Fürstenhaus) Das kleine Haus rechts: Ehemaliges Zollhaus. Bild 2: Das Metall-Bielerwappen von 1937 erinnert an das fehlende Obertor. Ansicht von Osten. Bild 3: Das von 2 Kriegern gehaltene Stadtwappen wird nach 1875 im Museum Schwab zwischengelagert. Bei der Renovation des Kunsthauses(ehemaliges Zunfthaus zu Waldleuten) wurde dieses schöne Relief in die Westfassade eingemauert. Standort: Ring 8. /
1: La Tour du Haut avec les armoiries de Wumard (Voumard). A gauche l’ancienne maison des évêques de Bâle (Maison du Prince). A doute l’ancienne douane. 2: Les armoiries en métal suspendues au de-dessus de larue Haute indiquent l’emplacment de l’ancienne Tour du Haut. Vue de l’Est. 4: Le bas-relief des 2 soldats avec les armoiries de la ville fut déposé au Musée Schwab après 1875. Lors de la rénovation du Ring 8 (ancienne Maison de la coportation des forestiers) le relief a été installé sur la façade ouest.
Das Obertor gehörte wie das Untertor als Torturm zur ersten, in östlicher Richtung vorgenommenen Stadterweiterung um 1295. Der Turm bildete den östlichen Abschluss der Obergasse. Seit 1390 belegen Rechnungen Reparatur- und auch Umbauarbeiten am Turm. 1564/1565 erneuert Steinmetz Michel Wumard den Oberteil des Turmes und brachte das vom Glasmacher Jakob Herold entworfene und bemalte Bieler Wappen an. 1875 wurde der Fuchsturm (benannt nach einem Anstösser) als “Verkehrshindernis” abgebrochen.
Comme celle du Bas, la Porte du Haut appartenait comme premier élément défensif à l’Est de la ville de Bienne après son expension vers 1295, elle fermait la Rue Haute à l’Est. On retrouve des factures relatives aux travaux de rénovation ou transformations de la tour depuis 1390. En 1564/65 le tailleur de pierres Michel Wumard (Voumard) a rénové la partie siupérieure de la tour et y a installé le bas-relief avec les armoiries de la ville. En 1875, la tour fut démolie car constituant un « obstacle à la circulation ».
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