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«Silent Spring»Kassandra, die «Seherin», ist die schillerndste Frauenfigur der griechischen Mythologie. Sie sagte dem übermächtigen Troja den Untergang voraus, wurde jedoch nicht gehört und musste ihre Prophezeiung mit dem Leben bezahlen. In ihrer berühmtesten Novelle «Kassandra» (1982) erzählt die DDR-Dissidentin und Schriftstellerin Christa Wolf den historischen Kassandra-Stoff von Aischylos und dessen Orestie. «Sie sieht die Zukunft, doch niemand glaubt ihr.» Dieses vom Gott Apollo verhängte Orakel wird in Christa Wolfs Adaption folgendermassen umgewandelt: «Sie sieht die Zukunft, weil sie den Mut hat, die wirklichen Verhältnisse der Gegenwart zu sehen.» Für die Umsetzung von «Silent Spring» wurden drei ChoreografInnen engagiert: Juha Marsalo (FI), Tänzer bei Wim Vandekeybus und Choreograf seiner eigenen Kompanie Cie. Juha Marsalo; Mia Haugland Habib (NO), eine junge, politisch engagierte Choreografin und Tänzerin; und Bernd Uwe Marszan (D), langjähriges Ensemblemitglied von Pina Bausch, Choreograf und Tänzer seiner eigenen Kompanie Körpertexte. Zusammen mit der Tänzerin Bea Nichele Wiggli, Mitgründerin von Cîrqu’enflex, Choreografin und Tänzerin ihrer eigenen Compagnie Be Willie, setzten sie jeweils einen Teil von Christa Wolfs «Kassandra» zu einem eigenständigen, von der Handschrift der/des jeweiligen Choreografin/Choreografen geprägten und auf das Wesentlichste reduzierten Part um. Mit deren teilweise verändertem choreografischen Material entstand unter der Regie von Morten Traavik (NO, Schauspieler, Regisseur und Initiator von «Miss Landmine Angola 2008») das Solo-TanzTheater «Silent Spring».«BIRDEROBE»Haben Sie schon einmal Ihren Mantel an der Garderobe zu Hause oder im Theater aufgehängt und sofort ein Gefühl der Freiheit verspürt? Ist ein Mantel wärmender Schutz oder ist er schwer zu tragende Last?Stück in der Garderobewohin? in welchem Tempowann wie ankommeneingepackt, beengt im Mantelwer hinter mir?Garderobe im freien Raum. Grenze – da, wo?wo ist vor mir?Mantel lässt sich tanzenMantellandschaft hängt und bleibtwerden wieder abgeholtDie Garderobe steht im Raum, Kleiderbügel voller Mäntel. Eine kleine Welt, in der die Tänzerin Bewegungsspielraum auslotet.