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2016 nahm Japan 28 Flüchtlinge auf
10’901 Menschen stellten 2016 in Japan einen Antrag auf Asyl. Zum ersten Mal überhaupt ist die Zahl damit auf über 10’000 angestiegen. Als Flüchtlinge anerkannt wurden gerade mal 28 Menschen, wie die Nachrichtenagentur Jiji News berichtet. Das ist genau eine Person mehr als 2015 (Asienspiegel berichtete).
Die meisten Antragssteller kommen hauptsächlich aus dem asiatischen Raum. Indonesien (1829 Asylgesuche), Nepal (1451), die Philippinen (1412), die Türkei (1143) und Vietnam (1072) sind die häufigsten Nationen. Aus kriegsversehrten Syrien kam gerade mal 4 Anträge, wie NHK News berichtet. Den Flüchtlingsstatus erhalten haben schliesslich Menschen aus Afghanistan, Äthiopien, Eritrea und Bangladesch.
Neben den 28 Flüchtlingen wurden noch weitere 97 Personen aus humanitären Gründen ein Bleiberecht zugestanden. Somit bleibt Japan das Land der G-7-Gruppe, das am wenigsten Flüchtlinge aufnimmt. Das hat einerseits mit der geographischen und andererseits mit der Geschichte des Landes zu tun.
Die insulare und abgelegene Lage hat dazu geführt, dass Japan mit der Einführung des Flüchtlingsstatus jahrelang zuwarten konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Land zudem mit dem eigenen Wiederaufbau so viel zu tun, dass eine Aufnahme von Flüchtlingen gar nicht zur Debatte stand.
Die erste Flüchtlingswelle
Mit dem Ende des Krieges in Vietnam war Japan erstmals mit einer Flüchtlingswelle konfrontiert. Aus humanitären Gründen nahm Tokio damals mehrere tausende Menschen aus Vietnam, Kambodscha und Laos auf (exakt 11’319 zwischen 1978 und 2005).
Basierend auf diesen Erfahrungen entschloss sich Japan 1981, der Genfer Flüchtlingskonvention beizutreten. 1982 folgte die Einführung eines Systems für Asylanträge. Letztendlich haben nur wenige davon profitiert. Abgesehen von den Flüchtlingen aus Vietnam, Kambodscha und Laos haben in Japan seit 1982 gerade mal 687 Menschen einen Flüchtlingsstatus erhalten. Weitere 2543 Menschen wurden bis heute aus humanitären Gründen aufgenommen.
Die Überbevölkerung in den urbanen Gebieten, eine stagnierende Wirtschaft und eine komplexe Gesellschaft, die eine Integration erschwert, werden gerne als Gründe für die hohe Ablehnungsquote genannt. Ausserdem gelte es seit 2011 eine eigene grosse Katastrophe zu bewältigen.
Und so lange wird Japan beim Flüchtlingsproblem vor allem finanzielle und logistische Unterstützung leisten. Mit einem aktuellen Jahresbeitrag von 164 Millionen US-Dollar ist Japan nach den USA, der EU und Deutschland einer der grössten Nettozahler bei der finanziellen Unterstützung des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR).