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Kate Tedman
Diese Kunstsammlung kratzt an dieser Oberfläche und enthüllt eine unwahrscheinliche Ansammlung von Charakteren in einer zirkusähnlichen Passage, bevölkert von Originaldarstellern, ihrem persönlichen Hintergrund, ihren Geschichten und ihrer Geschichte. Der Titel ist inspiriert von Margaret Atwoods Buch „Surfacing“, einem Werk, in dem die Protagonistin nach ihren Ursprüngen sucht, indem sie versucht, die Fragmente und Hinweise zusammenzufügen, um das Puzzle ihres Lebens zu vervollständigen. Tedman findet kreative Inspiration durch unerwartete Orte und Objekte, insbesondere wenn sie sich in Situationen und an Orten befinden, die deprimierend oder beklemmend sind. Ausrangierte Gegenstände am Straßenrand, ein Graffiti auf einem Bahnsteig, ein Logo an der Seite eines ein Boot oder auf der Uniform eines Krankenhausteams, die Textur von Fliesen in einem Wartezimmer, staubbedeckte Gegenstände auf der Rückseite eines Flohmarktes. Sie findet und hebt obskure Dinge vom Hässlichen ab und versucht, dem, was andere übersehen und weggeworfen haben, einen Wert zurückzugeben. Sie lässt sich von berühmten historischen Künstlern wie Alexanda Calder inspirieren und teilt Kandinskys Faszination für wissenschaftliche und mystische Kuriositäten. Die Künstlerin beschreibt ihre Arbeit so, dass sie „einem Volk und längst vergessenen Ideen eine Sauerstoffmaske verpasst, eine Quasi-Überlebensroutenkarte erstellt und zerbrechliche Richtungen vorschlägt, damit sie wieder an die Öffentlichkeit gelangen“. Die ausgestellten Werke dienen dazu, die Arroganz der modernen Welt abzulegen und stattdessen unserem Erbe, unserer Geschichte und den vergessenen Menschen zu huldigen und sie mit Stolz und Würde in unserer modernen Welt wieder an die Oberfläche zu bringen.
VERFAHREN UND TECHNIK
Tedman ist eine hochmotivierte Autodidaktin und zieht es vor, ihre eigenen individuellen Techniken zu finden und zu perfektionieren, statt irgendeiner akzeptierten Norm zu folgen. Die Erziehung und die prägenden Jahre der Künstlerin wurden in den Familienwerkstätten verbracht, die hochspezialisierte Geschirre für Kutschpferde herstellten. Dieser frühe Einfluss des handwerklichen Könnens, der Verwendung verschiedener Werkzeuge und der Liebe zum Detail und zur Funktion gab ihr eine Wertschätzung für Konstruktion und Kreativität auf einer weitaus breiteren Ebene, zusammen mit der Notwendigkeit von Geschicklichkeit und einem gesunden Respekt vor hochwertigen Materialien. Ihre Arbeiten auf Leinwand zeugen von einer Besessenheit für feine Details. Die Farben werden mit Spritzen aufgetragen, um die Präzision zu erhöhen, wobei sie durch die Dichte der Farbe starke Texturen erzeugen, oder sie werden mit winzigen, weichen Pinselstrichen gemischt, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Wahlweise ist dieser anspruchsvolle Farbauftrag für die Künstlerin nicht anspruchsvoll genug, und sie geht noch einen Schritt weiter, indem sie feine Fäden aus Wolle und Baumwolle verwendet, um zarte Linien und Muster zu schaffen.
GEMALTE WERKE AUF LEINWAND (ACRYL)
Die vier Gemälde innerhalb der Ausstellung offenbaren absurde Überlebensmechanismen. Viele Elemente haben einen Bezug zur exotischen Welt des exzentrischen europäischen Entdeckers des 19. Jahrhunderts. Eine Bestandsaufnahme von neugierigen und gewinnsüchtigen Objekten wirbeln und funktionieren innerhalb einer surrealen Vorstellungswelt. Diese Geschichten haben eine faszinierende Exzentrizität, wie eine Herausforderung für einen Intellektuellen, der eine Maschine zu schaffen hat, die keinen Zweck. Das Ergebnis ist eine Selbstbedienung für den Erfinder, entbehrt aber jeder praktischen Anwendung und fällt danach in die Annalen der Geschichte, die nur dazu bestimmt sind, Staub zu sammeln. „Vapor System“ stellt einen Wissenschaftler dar, der daran arbeitet, eine Maschine zu schaffen, die Dampf erzeugt, der dann wieder in Wasser umgewandelt wird. „Eine exzentrische Klassifikation“ zeigt einen Professor, der auf einer Insel Schiffbrüchiger ist und sich einer lächerlichen und unpraktischen Methode des Überlebens nähert, bei der er eine Reihe von grafischen Elementen klassifiziert, eine Methode, die es ihm nicht erlaubt zu überleben, sondern nur das, was vor seinen Augen liegt, zu gruppieren und zu klassifizieren. „Chronovisor“ zeigt einen Mann auf der Suche nach Antworten, indem er einen Chronovisor entwirft, der es ihm erlaubt, vergangene Ereignisse zu betrachten und anzuhören und somit die Wahrheit über Religion zu erfahren. Dieses Werk bezieht sich auf Pellegrino Ernetti, einen Benediktinermönch, der in den 70er Jahren behauptete, eine Maschine gebaut zu haben, durch die er vergangene Ereignisse kennen lernen konnte. Er behauptete, die Stimmen von Benito Mussolini und Napoleon Bonaparte gehört zu haben und Zeuge der Kreuzigung Christi gewesen zu sein, ein Ereignis, bei dem er auch ein Foto gemacht hätte. Die Figur in „Nicht explizit quantifiziert“ entwickelt eine farbenfrohe und absurde Methode des Wiegens von Fischen, indem sie versucht, sie aus dem Meer zu entnehmen, am Leben zu erhalten, zu wiegen und wieder ins Wasser zu setzen. Die Figuren in diesen vier Stücken versuchen, Ergebnisse zu erzielen, indem sie sich auf vergebliche Aktionen einlassen. Die Herausforderung ist ihnen zugeworfen worden, aber das Gefühl der Frustration ist spürbar, wenn man erkennt, dass man sich auf etwas einlässt, das zu keinem Ergebnis führt oder sich als nutzlos erweist. Einige der Figuren sind von alten italienischen Zeichentrickfilmen inspiriert. Tedman entdeckte diese Figuren 1950/1960 in Veröffentlichungen der Zeitung „La Domenica del Corriere“. Nachdem sie 50-60 Jahre lang vergessen waren, tauchen ihre leicht absurden Geschichten wieder auf.
GENÄHTE PINSELSTRICHE AUF RADIERUNGEN
Der Künstler hat ein Einfühlungsvermögen für Porträts von Menschen, die einst für ihren Beitrag zu ihrem Land, ihrer Gemeinschaft oder Familie hochgeschätzt, respektiert und gefeiert wurden im digitalen Zeitalter.