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Der Zugang zur Gleichzeitigkeit
Erkenntnis aus der Quantenphysik führt in der Physik zu einem Paradigma-Wechsel. Möglicherweise ist jenes Ganze was als die Welt bezeichnet wird ein informatives Universum, bestehend aus der kleinsten Einheit, dem Bit. Eine der Folgen aus der Quantenunschärfe ist, dass Materie spontan aus dem Nichts auftauchen kann, sofern sie sofort wieder verschwindet. Folglich kann Alles bestehen aus dem Nichts [und umgekehrt], einem wabbernden Meer von virtuellen Teilchen. Ebenso könnte das drei-dimensionale war-nemen [Wahrnehmung] von Realität durch den Menschen eine Einbildung sein, eine Illusion, vergleichbar einer holografischen zwei-dimensionalen Konstruktion. Das heisst, mit anderen Worten, da wäre nur Energie oder Masse, zeitgleich beides gleichzeitig in Form von jenem was IST; da wäre gar keine Welt, kein Universum oder wie die althergebracht üblichen 3-D-Vorstellungen alle benannt werden mögen.
Wie schon beschrieben, setzten die erkennbaren Funktionsprinzipen der Evolution für alles zwingend auch eine physikalische Eigenschaft voraus: Ohne vorbestehende Gedanken, was immer dies auch sein mag, wäre kein Hirn zum Denken entstanden. Man könnte jetzt sagen, die Grosshirnrinde sei gar nicht zum Denken entstanden, sondern lediglich als verbesserte Verarbeitungszentrale der Sinnesorgane; der Gedanke sei eine Erfindung der Menschen. Das macht die Sache aber nicht einfacher, weil eine solche Verarbeitungszentrale beispielsweise in der Lage sein müsste, eine Atombombe zu zünden, ohne je etwas gedacht zu haben.
Während man bei der Evolution aufgrund der riesigen Zeiträume noch von zwingendem Zufall ausgehen könnte, scheint beim Menschen nun doch ein bewusster Umgang mit der Natur voranzuschreiten, der über die blosse Nachahmung hinausreicht. Im Umkehrschluss verstanden heisst das auch, dass die Evolution nicht zufällig abläuft. An sich ist nichts zufällig, aber auch nicht alles relativ, sondern gleichzeitig.
Nun wird aber gleichzeitig in dieser Gesellschaft als zeitgleich verstanden, was einerseits auf die erwähnte religiöse [lineare] Prägung der Zeitvorstellung zurückzuführen ist und andererseits mit der letzten grösseren Diskussion über die Gleichzeitigkeit im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie von Albert Einstein zu tun hat, die aber lediglich zum Schluss kommt, dass der Begriff Gleichzeitigkeit zweier verschiedener Ereignisse streng genommen sinnlos sei, weil ein bestimmtes Ereignis in einem bewegten Bezugsystem zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet wie für einen Beobachter, der sich an diesem System sehr schnell vorbeibewegt.
Damit ist jedoch ebenfalls erst Zeitgleichheit erklärbar und nicht Gleichzeitigkeit. Unter gleichzeitig kann man sich die Tatsache vorstellen, dass in einem positiv in sich gekrümmten Raum-Zeit-Kontinuum beispielsweise ein in die Unendlichkeit ausgestrahlter Lichtstrahl zwangsläufig irgendwann wieder an seinem Ausgangspunkt eintrifft. Diese Stelle ist gleichzeitig, jedoch nicht zeitgleich, sowohl Anfang als auch Ende des Lichtstrahls. Das wäre, übrigens, wieder diese bereits erwähnte Mitte der Dreieinigkeit aus keltischer Kultur. Der Zeitbegriff selbst ist bereits ein Element der gedanklichen Ebene, weil der Mensch keinen Sinn dafür hat.
Daneben gibt es für die Existenz der Gedanken aber noch vielfältige weitere Hinweise. Begriffe in Religionen wie "Heiliger Geist" und "Gott" sind nicht einfach als Platzhalter des Nicht-Erkennbaren erfunden worden, sondern beschreiben etwas anderes, das es tatsächlich gibt: Den als religiöses Gefühl bezeichneten, zwingend notwendigen Ausgleich im Denken, wie aus der Funktionsweise der Hirnteile ersichtlich ist.
An der Denkarbeit führt schliesslich kein Weg vorbei, wenn die Gedankengänge erst einmal die Schnittstelle des Zustandes erreicht haben, aus dem die Menschen früher Gott geschaffen haben. Es gibt verschiedene Methoden, dieses als religiöses Gefühl bezeichnete Erleben der Wahrheit zu erreichen: Vom Beten und Meditieren bis hin zum Musik hören oder Sport treiben ist vieles machbar, allerdings stets verbunden mit einem Verzicht auf die Teilnahme in der gedanklichen Ebene durch Negieren der im Hintergrund präsenten Fragestellungen.
Im Zusammenhang mit der zeitgleichen Teilnahme an mehreren Dimensionen im Hinblick auf die gleichzeitigen Bezugspunkte besteht ein wesentlicher Unterschied, ob ein Mensch weiss was er denkt; versteht was er glaubt oder meint was er ahnt. Die besten Erfahrungen sind durch einen ständigen Ausgleich mittels einer möglichst vollständigen Einordnung der Sachverhalte und Vorstellungen in die drei Ebenen erreichbar.
Dieser Vorgang ist nicht dasselbe wie ein blosses sich zurecht finden und daher nicht zu verwechseln mit einem der populären religiös-politischen Rezepte, die unter Titeln wie ganzheitliches oder positives Denken und ähnlichem angeboten werden. Soweit es lediglich darum geht, ein Unbehagen in der Kultur zu überdecken, ohne die dazu führenden Strukturen zu hinterfragen, kann sehr wohl für den Moment ein verbessertes Funktionieren erreicht werden, auf Dauer kann daraus aber auch eine eigentliche Abhängigkeit von Modeströmungen entstehen.
Pauschale Rezepte sind nicht möglich, denn glauben wird Mensch ausschliesslich jenes, was Mensch von Grund auf zu denken vermag. Evolution und Relativität ergeben zwangsläufig Synkretismus in dem Sinne, dass jeweils das gerade Passende in den Zusammenhang eingeordnet werden kann und ein riesiger Schwulst von im Moment Überflüssigem mitgeführt werden muss. Die Worte scheinbar, vermutlich und vielleicht sind dabei wie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erkennbare Bezugspunkte und nicht etwa bloss theoretische Möglichkeiten. Das methodisch synkretische Denken ist für einen gläubigen Menschen unmöglich und auf keine Art und Weise verständlich.
In den letzten Jahrzehnten schwappte eine Esoterik- und Okkultismuswelle nach der anderen über diese Gesellschaft. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit habe ich in Erinnerung die Stichworte: Handlesen, Pendeln, Wasseradern, Magnetfelder, Reflexzonenmassage, ätherische Öele, Steine, Bachblüten, Farbenspektrum, Meditation, Ufos, Atmungstrainig, Yoga, Handauflegen. All diesen Strömungen gemeinsam ist die teilweise beträchtliche Kostenfolge für Einsichten und Weisheiten, die allgemein zugänglich und nahezu kostenlos zu haben wären. Es geht bei diesen Vorgängen also nicht um die jeweiligen Inhalte, sondern um die Magie als solche und dies wiederum deckt sich mit meiner Äusserung an anderer Stelle, dass die europäischen Völker mit der Überlagerung der keltischen Kultur durch die griechisch-römische Denkweise ihr Gedankengut aus der magischen Zeit und damit auch ihre Seelen teilweise verloren haben:
Der angeborene religiöse Impuls verlangt zwingend eine individuelle Antwort, die mit der Realität (das ist nicht nur die sichtbare Normalität) übereinstimmen muss. Zu dieser Realität gehört die gesamte Entwicklung, also auch die Vorgeschichte aus der magischen Zeit, die noch heute das Fundament bildet für die Ahnung des Menschen, die zur Meinung führt.
Das Interesse für Esoterik und Okkultismus ist also nicht Aberglaube und auch keine Abwendung von der Religion, sondern die persönliche Kontakt-Aufnahme mit der gedanklichen Ebene auf einem Niveau, das noch nicht über Ausdruck-Form wie Sprache und Schrift verfügte in einer Zeit, als noch keine Meta-Physik der Welt eine Identität bescherten.
Heute wird in der hochzivilisierten Umgebung schon fast wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass der Übergang vom Tier zum Menschen in grauer Vorzeit von der Natur vollzogen und abgeschlossen worden sei, der Mensch setzt sich selbst an die Spitze der Nahrungskette in einer Welt ohne natürliche Feinde. Objektiv betrachtet entbehrt eine solche Ansicht jeder Grundlage. Der Mensch gehört nach wie vor zur Tierwelt. In den Nahrungsketten vieler Lebewesen ist der Körper des Menschen eine willkommene Abwechslung, wie etwa im Beispiel der Malaria milliardenfach nachgewiesen werden kann. Jedes Lebewesen hat natürliche Feinde und für alle bedeutet dies auch Symbiose in dem Sinn, dass diejenigen, die unbeteiligt weiterleben, den Feind nicht wahrnehmen, wie beispielsweise die Menschen Krebs oder Viren erst dann erkennen können, wenn sie bereits deren Opfer geworden sind.
Die natürlichen Vorgänge müssen erst bekannt sein, sie sind sonst nicht wahrnehmbar. Aufgrund meiner Beobachtungen gehe ich davon aus, dass in jeder Ebene mehrere ähnliche Entwicklungen nebeneinander verlaufen und zu keinem Zeitpunkt entschieden werden kann, welche davon sich in Zukunft umwandeln wird und welche nicht. Es ist genau genommen noch nicht einmal absehbar, was am Übergang von Pflanzen- und Tierwelt auf der Stufe der Bakterien und Viren weiter passiert.
Noch fast nichts ist vom Übergang von der biologischen zur gedanklichen Ebene bekannt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich jedoch um den gleichen Ausdruck von Gedanken, der zum Beispiel bei einem Insektenstamm in ungezählten Milliarden Mitgliedern der Völker direkt verankert ist, wie er auch in jedem einzelnen Menschen in Form von Nervenzellen im Hirn vorhanden ist.
Wie dem auch sei, die Unberechenbarkeit und Irrationalität der Menschen sind deutliche Hinweise darauf, dass der Mensch sich noch keineswegs von der Tierwelt gelöst hat, wie dies deutlich in der Funktionsweise der unterschiedlich alten Hirnteile zum Ausdruck kommt [siehe dazu: der Geist fiel nicht vom Himmel]. Die Übergangszeiten sind daher auch Schlüsselstellen zum grundlegenden Verständnis der verschiedenen Völkerschaften: Nachgewiesen sind starke schamanische Einflüsse in der keltischen Kultur. Nachdem sich das Druidentum seiner Schulen beraubt zum europäischen Christentum wandelte, wurden aus den Druiden, die sich der neuen Entwicklung zum Priester nicht angeschlossen hatten und keine kirchlichen Funktionen übernahmen, im Laufe der Zeit zunehmend Hexenmeister und Zauberer. Unter diesem Sachverhalt müssten auch die späteren Hexenverfolgungen betrachtet werden. Offensichtlich haben vor allem Frauen die magischen Rituale weiter bewahrt, unabhängig der auf die Glaubensstufe wechselnden Gesellschaftselite. Ob die bei der Frau noch heute zu beobachtende Neigung zur jetzt pragmatischen, willentlichen Magie des imaginären Analogien-Glaubens, wie es sich beispielsweise in Horoskop und Symbolik ausdrückt, bloss zufällig sei, ist darum zumindest zweifelhaft.
Die Schwierigkeit, welche Magie beinhalten kann, besteht darin, dass sie unabhängig davon funktioniert, wie sie dies tut. Magie kann nicht von aussen betrachtet und begutachtet werden zwecks späterer Entscheidung, was davon zu halten ist. Es ist daher absolut nicht gleichgültig, wann und wie Magie entsteht, so als ob es ein Recht darauf gäbe, einfach irgend etwas zu denken. Magie an sich ist ja einfach der Umgang mit scheinbar Unbekanntem auf Gefühlsebene.
Der Mensch weiss zwar durch viele kluge Beiträge zu einem Thema, wie ein Sachverhalt zusammengesetzt ist, aber woher nimmt er denn die Gewissheit, wenn nicht durch eine Rückkopplung an bewährte Überlieferung früherer Zeiten nach dem Prinzip "nützt es nichts, schadet es nichts".
Interessanterweise werden nun aber alle magischen Vorgänge erklärbar und für den denkenden Menschen zu meistens unötigen Umwegen, wenn einmal die gedankliche Ebene als eine auch physikalische Realität erkannt ist. Zum Beispiel Telepathie, Fernheilung, Astralkörper: Ein Phänomen, das die meisten kennen, besteht im unvermittelt auftretenden Gespür, beobachtet zu sein, auch wenn niemand da ist. Erst bei genauem Nachsehen entdeckt man unter Umständen ein Gesicht hinter dem Vorhang eines weit entfernten Fensters oder im Wald das Augenpaar eines im Dickicht versteckten Tieres.
Grundsätzlich scheint nicht bestreitbar, ein höher entwickeltes Lebewesen kann spüren, wenn es von einem anderen fixiert wird. Naturwissenschaftlich sind diese Erscheinungen jedoch nicht einzuordnen, weil es dabei bislang nichts Messbares gibt. Die gedankliche Ebene besteht bis hierher zumindest aus einer Art von Verbindung zwischen Lebewesen, die biologisch gesehen ähnlich entwickelt sind.
Viele telepathische Vorgänge selbst über Erdteile hinweg sind ausführlich dokumentiert. Aus genmorphologischen Untersuchungen bei Vogelarten ist die Schlussfolgerung bekannt, wie isolierte Einzelvorgänge von der Schar wahrgenommen wurden.
Bei der Fernheilung konzentriert sich ein Magier auf die Ausdehnung seines Astralkörper genannten Denkens auf eine Grösse, die den anderen erreicht oder einschliesst. Die Transzendentale Meditation will und wollte mit dem Medium Bhagwan in Poona ein den ganzen Kosmos umspannendes Buddhafeld aufbauen. All diesen Vorgängen gemeinsam ist die Transmission von Informationen auf eine Art und Weise, die scheinbar funktioniert, obschon naturwissenschaftlich nicht einzusehen ist wie.
Bei der gedanklichen Ebene muss neben der Verbindung eine aussergewöhnlich hohe Empfindlichkeit vorhanden sein, so dass ein durch ein Hirn ausgelöster Reiz auch in einem anderen Erdteil registriert werden kann. Der gewichtigste Hinweis auf die gedankliche Ebene ist aber vielleicht in der Physik selber zu finden in der berühmten Formel von Albert Einstein: Energie gleich Masse multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit im Quadrat. Obwohl es in der Welt von Materie und Gravitation keine Geschwindigkeit höher als die Lichtgeschwindigkeit geben kann, rechnet der primus inter pares trotzdem mit dieser Geschwindigkeit im Quadrat, also mit einer Beschleunigung von zirka neunzig Milliarden Kilometern pro Sekunde. Da sich seine Berechnungen als richtig erwiesen haben, existiert hier auch etwas, was sich der Mensch noch gar nicht vorstellen kann. Was ist das denn, was mit dieser riesigen Anzahl von Kilometern pro Sekunde gemessen wird, wenn es nachweisbar nichts Materielles sein kann?
Durch die bestätigte Formel Einsteins ist C-Quadrat für den Laien eine physikalische Konstante aus einem noch nicht berechneten Bereich mit phantastischen Perspektiven. Vorstellbar werden solche Grössen durch ein bekanntes Phänomen: Wenn Mensch durch äussere Einwirkungen aus einem Traum gerissen wird, kann es vorkommen, dass die Störung, beispielsweise ein Geräusch, fester Bestandteil des Traumes war. Das effektive Geräusch, welches über Ohren und Zwischenhirn bereits annähernd mit Lichtgeschwindigkeit verarbeitet wird und aus dem Schlaf reisst, ist beim Aufschrecken Anfang und Ende eines detaillierten Traumes, der unter Umständen eine kleine Ewigkeit gedauert hat.
Mensch hat damit Zugang zu einer Form von Zeit in sich selbst, die noch gar nicht bekannt ist, wie wenn es eine Zeit vor der Zeit gäbe. Geschwindigkeit und Zeit in der gedanklichen Ebene sind ein Vielfaches der Lichtgeschwindigkeit, vielleicht ist es die Beschleunigung selber. Ein rudimentäres Gefühl für die Lichtgeschwindigkeit ist wenigstens in der Vorstellung erkennbar, wenn versucht wird, die Distanz von der Erde aus zu Lichtjahren entfernten Galaxien herzustellen. Wenn man in Gedanken auf Mond oder Sonne will, ist man schon dort, ohne sich das lange vorstellen zu müssen, in eine entfernte Galaxie dauert schon einen winzigen Sekundenbruchteil länger im gleichen Vorstellungsvermögen. Unbestritten ist, Gedanken können problemlos mit Überlichtgeschwindigkeiten auch von Materie umgehen, als ob es sich dabei um das Selbstverständlichste handeln würde.
Ein weiterer Anhaltspunkt für ein Funktionsprinzip der gedanklichen Ebene verbirgt sich vielleicht in der mathematischen Unlogik der Naturtöne in der Obertonreihe im Zusammenhang mit der Tatsache, wie Menschen zunehmend durch das Erleben von dreidimensionaler Musik einen zugleich magischen wie auch religiösen Zustand erreichen können. Mit Musik ist hier allerdings die innerhalb einer Komposition meist auf Sequenzen beschränkte Tonfolge gemeint, die nicht bewusst gehört werden muss, sondern ohne weitere Verarbeitung direkt im Zwischenhirn ein Gefühl auslöst.
Einen vergleichbaren Direktauslöser gibt es auch auch in der Optik, wenn mit einer Spiegelreflexkamera die Tiefenschärfe eingestellt und dabei der verschwommenen spiegelnde Ring im Sucher der Kamera betrachtet wird, was ein seltsam unbekanntes Gefühl auslösen kann. Dieser Effekt ist auch feststellbar, wenn ein 3-D-Bild, ein Stereogramm, falsch betrachtet wird, indem durch Schielen wie in die Schichten eines Hologramms hineingesehen wird. Wenn man sich jetzt dort auf eine eventuell vorhandene verschwommen spiegelnde Fläche konzentriert und mit einem erneuten Schielen an dieser Stelle tiefer hineinsehen will, entsteht dabei eine intensiv reine Spiegelung und erzeugt zudem ein eigenartiges Gefühl und Abbruch des Versuchs, als ob man ungeschützten Auges in die Sonne geblickt hätte.
Alle Hinweise zusammen führen in Verbindung mit der Überlegung, dass Denken ebenfalls eine physikalische Grösse ist, zu einer Schlussfolgerung, wonach das Universum aus einem Zustand der Gleichzeitigkeit in Form einer Spiegelung besteht, wie sich dieser für den Menschen entwickelt hat. Der Mensch hat mit seiner Fähigkeit zum Denken auch einen Zugang zu dem Zustand erhalten, den Menschen als ihre Welt bezeichnen.
Das tönt nach weniger als ich damit ausdrücken will: Gedanken sind auch eine bereits weit geöffnete Türe in die vierte Dimension im Menschen selber. Bei meinen Betrachtungen über den Sinn des Seins bin ich in den vergangenen Jahrzehnten auf verschiedenen Wegen stets zum an sich banalen Ergebnis gekommen, dass Anfang und Ende identisch sind oder dann gibt es die Welt gar nicht in dem Sinne, dass alles eine Form von virtueller Realität wäre.
Je nachdem, in welche Richtung der Blick sich bequemen mag werden im Makro- wie im Mikrokosmos verschiedene Welten gleichen Aufbaus sichtbar. Weil Mensch nun schon seit Menschengedenken in den Makrokosmos hinein, das heisst ins Weltall hinaus schaut, gehen Menschen davon aus, eine Welt zu sehen, die sich mit zunehmender Geschwindigkeit entfernt, je weiter in die Milliarden von Lichtjahren verflossene Vergangenheit zurück geblickt wird [in und aus der Gegenwart].
Analog dazu wäre jetzt in der Gegenrichtung des Mikrokosmos die Zukunft zu vermuten. Nun zeigen aber die Resultate aus dem Vorstoss ins Innere der Atome durch Elementar-, Teilchen-, Quanten- und Wellenphysik, dass dem nicht so ist. Ort und Impuls sowie Zeit und Energie sind in der Quantenmechanik komplementäre Grössen und führen zur berühmten Unschärferelation des Planckschen Wirkungsquantums, die beispielsweise besagt, dass es unmöglich ist, zeitgleich Ort und Geschwindigkeit eines einzigen Teilchens mit beliebiger Genauigkeit zu messen. Je genauer der Ort des Teilchens bestimmt wird, desto weniger weiss man über seine Geschwindigkeit und umgekehrt. Im Extremfall kennt man den Ort mit Unschärfe Null, also exakt genau, und den Impuls mit unendlich, also überhaupt nicht.
Seit Albert Einstein (1905, Spezielle Relativität und 1915, Allgemeine Relativität) ist bekannt, dass Raum und Zeit nicht das sind, was sie für die menschlichen Sinne scheinen. Das Raumzeit-Kontinuum ist vierdimensional. Raum und Zeit bedingen sich gegenseitig. Beides gibt es je für sich allein nicht.
Aber bitte beachten: Zeit ist keine Dimension, sondern eine Koordinate im vierdimensionalen Raumzeit-Kontinuum. Zeit ist Zeit und Raum ist Raum - gehören aber untrennbar zusammen.
Der zweigeteilte Zeitbegriff kann zur Verwirrung und Missverständnis führen.
Es gibt seither eine relative, physikalische Zeit als 4. Koordinate im Raum und andererseits den absoluten, historischen Zeitverlauf (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft).
Wenn diese beiden Zeitvorstellungen in den Gedankengängen nicht unterschieden werden, entstehen Irrtümer und Missverständnisse. Ich habe nachstehend zum besseren Verständnis mal folgendes zusammengetragen:
1. Physikalische Zeit
Diese für den Menschen messbare Zeit entsteht durch eine Bewegung, die sich darin äussert, dass ortsversetzt Ereignisse stattfinden. Die Spanne zwischen diesen Ereignissen wird gemessen. Die Zeit ist folglich eine Funktion des Weges nach der Geschwindigkeit. Einstein hat nachgewiesen, diese Zeit ist relativ, es kann keine einheitliche Zeit geben.
Die Zeitmessung, Uhr-Zeit ist definiert durch: Eine Sekunde ist das 9.192.631.770-fache der Periodendauer, der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids 133Cs entsprechenden Strahlung.
2. Absoluter, historischer Zeitverlauf
Der Ereignishorizont der Menschen liegt bei der Lichtgeschwindigkeit. Daraus ergibt sich ein Zeitverlauf als zweidimensionale Ebene der Gleichzeitigkeit. Es ist die Gegenwart von einem im Moment beobachtbaren bestimmten Punkt, von welchem aus sowohl in die Vergangenheit geschaut als auch in die Zukunft gedacht werden kann. Je nachdem resultiert daraus auch eine prinzipielle individuelle Weltsicht.
Die einzige Möglichkeit eine reale Gleichzeitigkeit zu sehen wäre, alles im Universum anzuhalten.
Schlussfolgerung
Es gibt keine eigenständige Zeit. Nur eine Gegenwart mit ihren beiden gegensätzlichen Seiten Vergangenheit und Zukunft. Ereignisse sind so gesehen, auf die Zeit bezogen, an der Gegenwart mitschwingende Gegensätze.
Interessanterweise sagen Menschen ja auch sowohl in grosser Entfernung wie auch in grosser Nähe, in weiter Vergangenheit wie auch in weiter Zukunft, kurze Momente wie kurze Langeweile und dergleichen mehr. Intuitiv machen Menschen keinen Unterschied zwischen völlig verschiedenen Zeiten, Entfernungen, Energien und Geschwindigkeiten, weil Menschen völlig auf den Ort, nämlich sich selbst und die Umgebung, eingestellt sind.
Die Gleichzeitigkeit, aber nicht jene als physikalisch ausgeschlossene, sondern die gedankliche durch Abwesenheit von Zeitmessung ist so deutlich erkennbar wie die daraus resultierenden Konsequenzen für den herkömmlichen Zeitbegriff. Vergangenheit und Zukunft sind keine linear verlaufenden Räume zwischen Anfang und Ende, sondern eine Art von Spiegelbildern der Gegenwart, die verblassen oder entstehen, je nach Intensität der eigenen Bemühungen und insbesonders abhängig von der Betrachtungsweise in einer Realität der Wechselwirkungen von Ort, Geschwindigkeit, Zeit und Energie.
© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich