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In der NZZ vom 11.1.2011 wird unter dem Titel «Ein Gerücht geht um die Welt» die Legende von der schnellen Verbreitung des Internets kritisch unter die Lupe genommen. Immer wieder wird behauptet, das Internet habe sich schneller als das Radio und das Fernsehen verbreitet:
«Um 50 Millionen Nutzer zu erreichen, benötigte das Radio 38 Jahre, das Fernsehen 13 Jahre und das Internet lediglich 4 Jahre.»
Mirko Marr, der Autor des NZZ-Artikels widerspricht dieser Aussage und bezieht sich dabei v.a. auf die Untersuchungen von Gisle Hannemyr aus dem Jahr 2003, der die Zahlen für die USA untersucht und bei seinen Berechnungen die Grösse der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Einführung des Mediums miteinbezieht:
«Eine erste Kalkulation auf Basis absoluter Zahlen zeigt, dass in den USA 5 Jahre nach dem Verbreitungsstart das Radio über 16 Millionen Hörer, das Fernsehen 17 Millionen Zuschauer und das Internet über 6.1 Millionen User verfügte. Bereits nach 10 Jahren haben alle drei Medien die 50-Millionen-Grenze durchbrochen: das Radio mit 56 Millionen, das Fernsehen mit 80 Milionen und das Internet mit 79 Millionen Nutzern. Die Umlegung dieser absoluten Zahlen auf die Anteile an der jeweiligen Gesamtbevölkerung ergibt nach 10 Jahren eine Verbreitungsrate von 30 Prozent für das Internet, von 45 Prozent für das Radio und von 50 Prozent für das Fernsehen.»
Im NZZ-Artikel werden unter diesem Gesichtspunkt auch die Zahlen im Youtube-Film des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Uni Zürich, auf den ich am 1.11.2010 in diesem Blog hingewiesen habe in Frage gestellt bzw. nach dem Vorbild Hannemyrs korrigiert.