Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/2498

Bei der Suche nach IT-Lösungen bedienen sich Unternehmen verschiedener Instrumente und Methoden, um die Auswahl von Anbietern einzugrenzen. Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. setzt bereits seit vielen Jahren mit dem Magic Quadrant auf eine Forschungsmethode und ein Visualisierungstool zur genaueren Bewertung der Position eines Unternehmens in einem spezifischen Technologie-Markt. Doch was genau hat es damit auf sich?
Was ist der Magic Quadrant und aus welchen Elementen besteht er?
Der Magic Quadrant ist eine zweidimensionale Matrix mit vier Quadranten. Jeder Quadrant steht für einen Unternehmenstypus im Markt. Im Uhrzeigersinn von links unten beginnend sind dies: Niche Players, Challengers, Leader und Visionaries. Die horizontale Achse der Matrix beschreibt die Vollständigkeit der Vision und die vertikale Achse die Umsetzungskompetenz.
Hier die Definitionen der einzelnen Quadranten:
Niche Players: Nischenanbieter besetzen Nischenmärkte. Sie sind stark in einer bestimmten Technologie, haben aber nur unvollständige Visionen und können ihre Stärken noch nicht voll ausspielen, weil sie meistens noch relativ neu am Markt sind.
Challengers: Die Herausforderer sind schnell wachsende Unternehmen mit herausragender Lösungskompetenz. Damit Marktteilnehmer sie als führendes Unternehmen wahrnehmen können, müssen sie allerdings noch an einer starken und überzeugenden Vision arbeiten.
Leaders: Marktführer haben eine führende Stellung im Markt. Sie haben nicht nur eine vollständige Vision entwickelt, sondern können auch auf einen grossen Kundenstamm verweisen. Durch die daraus resultierende hohe Lösungskompetenz beeinflussen sie die Marktentwicklungen entscheidend.
Visionaries: Anders als Niche Players haben Visionäre eine vollständige Vision für ihre Lösungen entwickelt. Um zu den Marktführern aufzusteigen, müssen diese innovativen Unternehmen ihre Visionen auch weitgehend umsetzen können – dies ist bei den Visionären in der Regel noch defizitär.
Die Position eines Anbieters innerhalb des Magic Quadrants resultiert aus den Punktzahlen, die er für zuvor festgelegte Bewertungskriterien erhielt. Die Grafik zeigt sowohl die relative Position zu anderen Konkurrenten als auch die absolute Positionierung in einem bestimmten Markt. Konkret erhält man Informationen über die Vollständigkeit der Vision eines Anbieters und die Fähigkeit zur vollständigen Umsetzung dieser Vision.
Hilfe bei der Beschaffung von Hardware oder Software?
Der Magic Quadrant kann ein nützliches Tool für Investoren sein, die ein Unternehmen suchen, das ihre Bedürfnisse abdeckt. Zudem können sich Unternehmen mit ihren Wettbewerbern vergleichen, um einen möglichen Rückstand aufzuholen.
Wer denkt, man bräuchte sich nur auf die marktführenden Leader zu konzentrieren, hat den Gartner Magic Quadrant aber noch nicht ganz verstanden. Damit ein Unternehmen die richtigen Entscheidungen bei z.B. der Beschaffung von Hardware oder Software treffen kann, muss es sich zunächst einmal über seine strategischen Geschäftsziele im Klaren sein. Der Magic Quadrant dient nur einer ersten Orientierung in einem Marktsegment. Die am besten mit den Geschäftszielen übereinstimmenden Anbieter sollten weiter fokussiert werden. Das müssen aber nicht zwingend Unternehmen aus dem Leader-Quadrant im untersuchten Markt sein. Es lohnt sich, auch einen Blick auf die Herausforderer zu werfen. Vielleicht kann auch ein Nischenunternehmen in einem speziellen Markt die definierten Anforderungen und Bedürfnisse viel besser erfüllen als ein Marktführer.
Dies herauszufinden, ist und bleibt die eigentliche Aufgabe bei der Beschaffung. Zudem kann ein Unternehmen die auf die Bewertungskriterien angewandten Gewichtungen auch individuell anpassen und eigene Magic Quadrant Grafiken für den analysierten Markt generieren.
Wieso sehen auch Hersteller so genau auf den Magic Quadrant?
Der Magic Quadrant bietet nicht nur Entscheidern in Unternehmen eine Orientierung bei der Beschaffung von Hardware und Software, sondern auch Anbietern und Herstellern. Gerade in den schnell wachsenden Märkten hilft die Methode, die Konkurrenz zu analysieren und eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und sich selbst zu verbessern.
Wenn ein Hersteller eine Positionierung im Magic Quadrant erhält, spricht dies für eine gewisse Qualität und es wird aktiv darüber gesprochen. So zum Beispiel kommuniziert unser Partner Sophos, mit dem wir im Bereich Network & Security zusammen arbeiten, auf seiner Website über seine Platzierung im Magic Quadrant: Zum vierten Mal in Folge wurde Sophos als Leader im Markt für Unified Threat Management gelistet.
Nur wenige Schweizer IT-Unternehmen tauchen im Magic Quadrant auf. Drei die es geschafft haben sind Ergon, AdNovum und United Security Providers. Sie wurden als Nischenplayer im Magic Quadrant für Web Application Firewalls (WAF) aufgeführt. Die drei agieren "nur" als Nischenplayer, wegen ihrer fehlenden Präsenz ausserhalb der Schweiz.
Gartner Magic Quadrant für mehr Transparenz in komplexen IT-Märkten
Der Gartner Magic Quadrant soll Unternehmen dabei helfen, sich in komplexen und rasch verändernden IT-Märkten in einem ersten Schritt zu orientieren. Die Methodik dient dazu, Unternehmenstypen zu identifizieren und die Suche nach Anbietern in einem bestimmten Markt einzugrenzen. Keineswegs versteht sich Gartner Magic Quadrant als Empfehlung für identifizierte Leader. Um die Feinarbeit bei der Beschaffung – wie dem Abgleich mit konkreten Geschäftszielen und den individuellen Bedürfnissen eines jeden Unternehmens – kommt auch zukünftig niemand herum.