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Schützenverein Wartau
Es war die 1868 gegründete Feldschützengesellschaft Wartau mit Sitz in Azmoos, die damals die Schützen aus allen Dörfern der Gemeinde Wartau vereinigte. Mit der Verfassungs- und Armeereform von 1874 bildeten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts hier aber mindestens acht Vereine, die sich hauptsächlich dem Militärschiesswesen verpflichteten. Im Lauf der Zeit reduzierte sich deren Zahl durch verschiedene Zusammenschlüsse. Letztmals fusionierten 2003 jene vier Vereine zum Schützenverein Wartau, die ihre Tätigkeit seit 1993 in der neuen gemeinsamen Schiessanlage im Hörnli ausüben: die Feldschützengesellschaft Azmoos, der Militärschützenverein Fontnas, der Schützenverein Trübbach und die Schützengesellschaft Weite.
Vereinsinterne Anlässe auf dem Schiessplatz Hörnli
Nach der Fusion umfasst der Schützenverein Wartau heute rund 100 Mitglieder, wobei die Frauenquote etwa zehn Prozent ausmacht; 40 Prozent aller Mitglieder sind lizenzierte Aktivschützinnen und -schützen, die den Verein auch an auswärtigen Schiessanlässen vertreten. Sämtliche Mitglieder – auch jene ohne Lizenz – können sich an den internen Wettkämpfen und Anlässen beteiligen. An der jährlich abgehaltenen Hauptversammlung im Februar wird das Vereinsgeschehen für das laufende Jahr bestimmt. Auf dem Heimstand im Hörnli werden die verschiedenen vereinsinternen Wettkämpfe bestritten: Vereinscup, Hörnlikaiserschiessen – ein Plauschschiessen mit Sturmgewehr 57, Sturmgewehr 90, Karabiner und Langgewehr – sowie das Grümpel- und das Chlausschiessen. Es besteht hier auch die Möglichkeit, weitere Programme zu absolvieren und Auszeichnungen zu gewinnen, etwa am internationalen Fernmatch mit den Schützenkameraden im kanadischen Vancouver. Daneben gibt es die vom Bezirks- oder vom kantonalen Schützenverband (KSVSG) sowie – auf eidgenössischer Ebene – durch den Schweizer Schiesssportverband (SSV) organisierten Wettkämpfe: Verbandsschiessen, Gruppenmeisterschaft, Feldschiessen und das obligatorische Bundesprogramm.
Auswärtige Aktivitäten
Alljährlich besuchen die lizenzierten Wartauer Schützinnen und Schützen verschiedene Anlässe in den Regionen Werdenberg und Sarganserland, im Rheintal und im Appenzellerland sowie traditionellerweise in der schwyzerischen Region Ybrig. Höhepunkte sind jeweils der jährliche Besuch eines kantonalen und alle fünf Jahre des Eidgenössischen Schützenfests. Auch an der Schweizerischen Sektionsmeisterschaft wird teilgenommen, wo es der Verein in der jüngeren Vergangenheit bereits dreimal bis in den eidgenössischen Endkampf in Thun geschafft hat, und ebenfalls dreimal reichte es ihm an der Ostschweizer Mannschaftsmeisterschaft bis in die Finalrunde. Selber organisiert der Verein das Wartauer Gruppenschiessen mit jeweils über 500 Teilnehmern – wie gesehen im Jahr 2018 bereits zum 25. Mal.
Auf den ersten Blick sehen alle diese Aktivitäten nach recht viel aus. Für «angefressene» Schützen aber ist das ein willkommenes Programm. Den «normalen» Mitgliedern ist es jedoch freigestellt, an welchen Anlässen sie mitmachen wollen; keineswegs herrscht Zwang, denn der Schiesssport soll und will aus purer Freude betrieben werden. Freiwillig kann sich jedes Mitglied zudem entweder an der Grossen oder an der Kleinen Jahresmeisterschaft beteiligen. Damit die Aktiven für die Wettkämpfe gerüstet sind, werden regelmässige Trainings durchgeführt, wobei der vereinsinterne Trainer alle Interessierten zu sicheren und zuverlässigen Schütz/innen auszubilden versucht. Äusserst wichtig sind zudem die Pflege der Kameradschaft und das gemütliche Beisammensein nach dem Training oder bei und nach den verschiedenen internen und auswärtigen Konkurrenzen.
Nachwuchsförderung und weitere Aktionen
Ein wichtiges Anliegen ist und bleibt die Förderung des Nachwuchses. Im Jungschützenkurs werden Jungschütz/innen und Jugendliche durch versierte Jungschützenleiter und Helfer in den Schiesssport eingeführt und an der Waffe ausgebildet. Sie unterrichten in Theorie und Praxis wie man sicher mit dem Sturmgewehr 90 umgeht, denn die Sicherheit ist stets oberstes Gebot. Die Gewehre werden durch den Verein zur Verfügung gestellt, wobei verständlicherweise keine Waffen an die Jungschützen und Jugendlichen abgegeben werden, um sie mit nach Hause zu nehmen.
Damit die Vereinskasse – neben den ordentlichen Mitgliederbeiträgen – in Schwung gehalten werden kann, werden am Trübbächler Fasnachtsumzug an drei Ständen jeweils Grillwürste und Getränke verkauft. Im Februar organisiert der Verein regelmässig einen Lottomatch und auch für die Ortsgemeinde Wartau werden gelegentliche Arbeiten gegen Entgelt gemeinsam übernommen.
Schiessen – ist das tatsächlich ein Sport?
Viele Leute sind der Ansicht, das Schiessen sei gar kein Sport; man lege sich hin, ziele ein bisschen und drücke dann ab. Wenn auf diese Weise die Schüsse ankommen, ist das höchstens Zufall. Schiessen braucht wegen der Sicherheit erstens eiserne Disziplin und zweitens stets vollste Konzentration. Will man gute Resultate erzielen, sind Training und mentale Stärke gefragt. Auch Kenntnisse der Waffe und der Hilfsmittel gehören dazu. Deshalb ist Schiessen tatsächlich ein Sport, und das Schöne an ihm: Von Jung und Alt kann er ausgeübt werden. Und noch ein weiterer Punkt ist wichtig: Der Schiesssport hat rein gar nichts mit Krieg und Kriegsspielen oder Gewalt im weitesten Sinn zu tun! Es wird nicht auf lebende Ziele, sondern auf das Zentrum inmitten von Kreisen einer Zielscheibe geschossen, wobei jede Schützin und jeder Schütze möglichst das Maximum an Punkten zu erreichen versucht. Mit dem Armee- und Militärwesen ist der Schiesssport heute nur noch insofern verbunden, als dass in deren Auftrag das obligatorische Bundesprogramm und das Feldschiessen organisiert werden.
Haben wir ihr Interesse geweckt?
Sie können jederzeit Mitglied im Schützenverein Wartau werden. Der Jahresbeitrag beträgt 35.- Franken. Auf Voranmeldung kann unverbindlich an einem Training teilgenommen und unter Anleitung probehalber geschossen werden. Die Übungen in der Schiessanlage Hörnli finden von Februar bis zum Beginn der Sommerzeit jeweils am Samstagnachmittag statt, über den Sommer dienstags und donnerstags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags von 16 bis 19 Uhr. Ab September bis November wird am Dienstag und am Donnerstag von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr und am Samstag von 13 bis 16 Uhr geschossen. In der Gemeinde Wartau wohnhafte Jugendliche zwischen dem 14. und dem 20. Altersjahr erhalten frühzeitig ein Anmeldeformular zum Jungschützenkurs. Interessierte können sich auch direkt bei nachstehender Adresse melden: Martin Pfiffner, Gamsabetaweg 14, 9478 Azmoos, Tel.: 079 399 02 89 oder über E-Mail: