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Eindrücklich sind sie, die Tessiner Täler und deren Berghänge. Blickt man an ihnen hoch und entdeckt ein Steinhaus, wundert man sich, wie die Menschen früher gelebt haben. Man fragt sich, wie sie das Vieh dort hinaufgebracht haben und wie sie sich versorgten.
Einmalige Wasserversorgung
Das Verzascatal gehört zu den bekannteren Tälern des Südkantons. Seines grünblauen Flusswassers wegen und wegen der Staumauer – und der Steinbrücke Lavertezzos. Von da aus führt der ethnografische Rundgang nach Revöira, einem Maiensäss. Auf dem Weg dorthin erfährt man Wissenswertes über die einstige einmalige Wasserversorgung dieses Tals.
Obwohl das Wasser der Verzasca das Tal hinunterfliesst und man meinen könnte, es gäbe Wasser in Hülle und Fülle, mussten sich die Bewohner von Revöira ein besonderes Wasserversorgungssystem einfallen lassen, um sich und das Vieh zu versorgen. Die Gründe für den Wassermangel sind vielfältig und hängen mit der Morphologie des Berghangs Föpia zusammen. Dieser fällt steil ab und gleicht einem felsigen Dreieck, das keine Mulden aufweist und somit auch kein Regen- oder Schmelzwasser auffangen kann. Dieses sickert dann am Fusse der Felswände in den Boden und sprudelt aus tiefer gelegenen Quellen wieder hervor. Es entstanden hervorragende Bedingungen, um das Untergrundwasser mittels Sammelbecken und Ziehbrunnen zu gewinnen.
Zum Maiensäss Revöira
Der Ausgangspunkt des ethnologischen Rundgangs ist Lavertezzo. Von da aus führt ein Treppenweg nach Sambugaro, das sich auf einer Terrasse befindet. Bis nach Revöira begegnet man neun Bildstöcken, die den fest verankerten Glauben der Bevölkerung widerspiegeln. In Revöira sieht man bereits die ersten ausgehöhlten Granitblöcke, die am ganzen Hang zu finden sind. Die Wannen nehmen das Regenwasser auf, die Zisternen hingegen das spärlich vorhandene Grundwasser. Dieses Beckensystem sicherte die notwendige Wasserversorgung für Haushalt und Vieh. Etwas oberhalb, in Ar Cistèrna, ist die grösste Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 12'000 Litern zu finden. Die Wanderung führt weiter zum zweiten Maiensäss Ca’ di Dént, wo auch Wannen zu sehen sind. Der Rückweg führt hinunter nach Motta, von wo aus man bequem wieder zurück nach Lavertezzo gelangt. Die Wanderung hat den Schwierigkeitsgrad B.
Achtung: Bis Anfang Mai ist der Abschnitt Revöira-Motta wegen Waldarbeiten geschlossen.Publiziert am 22.04.2015 | Aktualisiert am 22.04.2015