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Von Davos nach Leipzig, St. Petersburg, Houston, in die Rocky Mountains oder nach Surinam: Die Kulturzeitschrift «Davoser Revue» widmet Ihre Herbstausgabe dem Thema «Auswandern» – und erzählt faszinierende Lebensgeschichten aus zwei Jahrhunderten.
Der Davoser Georg Kintschy eröffnet 1823 in Leipzig einen Kaffeegarten, in dem bald Berühmtheiten wie Richard Wagner oder Theodor Fontane verkehren. Seine Davoser Berufskollegen Salomon Wolf und Tobias Branger eröffnen um 1835 in St. Petersburg das «Café Chinois»; einen literarischen Treffpunkt, in dem Alexander Puschkin eine letzte Limonade trinkt, bevor er sich zu einem Duell aufmacht und ums Leben kommt.
Von Visionen und Millionen
Der Kaffeegarten in Leipzig und das Literaturcafé in St. Petersburg existieren noch heute. Die Lebensgeschichte der Gründer der beiden Etablissements erzählt nun die «Davoser Revue» in ihrer Herbstausgabe zum Thema «Auswandern» nach. Porträtiert werden in der Kulturzeitschrift auch die beiden Davoser Hans und Verena Hermann, die um 1838 mit fünf Dollar in der Tasche in Houston ankommen und eine Bäckerei eröffnen. Richtig bekannt wird der Name Hermann in Houston durch ihren Sohn, den Multimillionär George Henry Hermann, der der texanischen Grossstadt unter anderem ein Spital und einen Park stiftet.
Nachzulesen ist in der Kulturzeitschrift auch, wie der ehemalige Davoser Landschaftsarzt Carl Rüedi in den Rocky Mountains um 1895 die Idee eines mehrstufigen, mehrere Orte umfassenden Sanatoriumgebildes entwickelt. Zudem erzählt die 89-jährige Davoserin Bigna Widmer aus ihrem bewegten Leben, das sie von Sumatra in die USA, nach Kanada und nach Spanien geführt hat, bevor sie wieder in Davos ansässig wurde.
Einige Auslanderfahrung vorweisen kann auch der aus Davos stammende Fernsehmann Arthur Honegger; der heutige Moderator von «10vor10» war bis vor kurzem USA-Korrespondent des Schweizer Fernsehens. Arthur Honegger wird in der «Davoser Revue ebenfalls porträtiert.
Mit der Herbstausgabe zum Thema «Auswandern» liefert die «Davoser Revue» gewissermassen das Gegenstück zur Frühlingsausgabe, die dem Thema «Einwandern» gewidmet war. In der Winterausgabe wird sich die seit 1925 erscheinende Kulturzeitschrift «Davoser Revue» dann der Davoser Promenade widmen, der eigentlichen Lebensader von Davos.