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September
2006
Mount Rushmore und Crazy Horse Monument in den Black Hills
Nun waren wir in den Black Hills angekommen, welche eine Bergkette im westlichen Gebiet des Bundesstaates South Dakota ist. Diese Kette ist etwa 160 km lang und bis zu 96 km breit.
Auch
hier, wie an vielen anderen Orten der USA, lebten früher die Indianer. Im
Vertrag von Fort Laramie, den die US-Regierung im Jahre 1868 mit den Lakota-,
Cheyenne- und Arapaho-Indianern abschloss, wurden die gesamten Black Hills den
Lakota zugeschrieben.
Unser
Ziel, hier in den Black Hills, war aber natürlich nicht dieser Rechtsstreit,
sondern das Mount Rushmore National Memorial und
das Crazy Horse Monument.
Die
bekannteste Touristenattraktion in den Black Hills, sind die vier Präsidentenköpfe,
die am Mount Rushmore eingemeisselt wurden.
Das
Gleiche gilt übrigens auch für das Crazy Horse
Monument, welches sich etwa 25 km südwestlich von Mount Rushmore
befindet. Crazy Horse war ein Häuptling der Oglala Lakota. Er lebte zwischen
1838 und 1877 und wurde am 6. September 1877 von einem Soldaten mit einem Bajonett,
von hinten erstochen.
In fertiger Form wird die Skulptur Crazy Horse auf einem Pferd sitzend und mit ausgestrecktem Arm in die Ferne weisend zeigen. Alle Präsidentenköpfe am Mount Rushmore zusammen sind in etwa so groß wie der Pferdekopf. Nach Fertigstellung der Skulptur soll diese unheimliche 195 m lang und 172 m hoch sein.
Aus
meiner Sicht ist es echt schwierig, die beiden Monumente zu vergleichen. Da das
Staatliche und hier ein privat Finanziertes. Da mein Herz normalerweise immer
für den Schwächeren schlägt, gilt also auch hier meine Sympathie
dem Indianer Monument, obschon seine Fertigstellung bestimmt noch Jahrzehnte beanspruchen
wird.
Hier noch eine Weisheit (Words of Power) von Crazy Horse:
Deadwood
Meine
Erwartungen an diesen Ort waren nicht gerade gross und wurden auch nicht übertroffen.
Bekanntester Saloon und zugleich Bordell der Stadt war das im April 1877 eröffnete Gem Variety Theater, unter der Führung von Al Swearengen.
Prominenteste Bürger der Stadt waren der Revolverheld Wild Bill Hickok, der Saloonbesitzer Al Swearengen, die Western-Heldin Calamity Jane und Marshal Seth Bullock. Eine Zeit lang hielten sich auch die beiden berüchtigten Revolverhelden Doc Holliday und Wyatt Earp in Deadwood auf.
Nach
einem kurzen Aufenthalt in dieser Kleinstadt mit Goldvergangenheit, sattelten
wir unser MOMObil und gaben ihm die Sporen,
denn unser nächstes Ziel versprach doch etwas mehr, als dies vordergründig
aufgetakelte Deadwood.
Der
Draw Poker war die damals bevorzugte Poker-Variante
im Westen.
Bill Hickok wurde auf dem Mount Moriah Cemetery in Deadwood beerdigt.
Devil's
Tower National Monument
Dass der Devil's Tower ein Monolith ist, der am Rande der Black Hills, ganz im Osten Wyomings liegt, wussten wir bereits vorher. Auch, dass er eine Höhe von ca. 290 Meter über Boden und einen Durchmesser von fast 300 Meter hat, war uns bekannt.
Neu für uns war nun aber die Geschichte der Indianischen Mythen.
Die
Kiowa-Indianer, die in dieser Gegend lebten, nannten den Devil's Tower Mateo Tepee,
"Heim des Grizzlybären".
Für verschiedene Indianerstämme ist der Devil's Tower heute immer noch heilig. Deswegen kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Indianern und den vielen Bergsteigern, die nach Ansicht der Indianer ihren Berg entweihen, indem sie ihn besteigen.
So
konnten wir auf unserer Wanderung um den Devil's Tower herum, verschiedene Zeichen
der Indianer entdecken. Es hingen da z. B. an verschiedenen Bäumen bunte
Tuchstreifen, dessen Sinn ich aber leider nicht verstanden habe.
Wyoming
- Richtung Yellowstone National Park
So
machte das Autofahren richtig Spass. Vor uns die grosse Weite und aus den Lautsprechern
ertönte echte, alte Country- und Bluegrassmusic von Johnny Cash über
Doc Watson bis Willie Nelson.
Nachdem
wir Wyoming, welches auf einer durchschnittlichen Höhe von mehr als 2000
Metern über Meer liegt, von Ost nach West vollständig durchquert hatten,
standen wir in dessen nordwestlichstem Zipfel, vor einem weiteren Highlight unserer
Reise, dem Yellowstone National Park.
Yellowstone
National Park
Nachdem
wir die Eingangskontrolle passiert hatten begann unser Yellowstoneabenteuer unerwartet
mit warten. Da momentan der einzige Parkzugang aus Osten neu ausgebaut
und die Strasse massiv verbreitert wird, war auf einer Strecke von ca. 25 km Einbahnverkehr.
Das hiess, zwischen 30 Minuten und einer Stunde Wartezeit.
Im
Jahre 1988 gab es zuletzt einen großen Waldbrand, der beinahe 4'000 km²
des Parks (knapp die Hälfte) erfasste. 2'300 km² Wald verbrannten dabei
ganz und bei 1'450 km² lediglich das Unterholz.
Obschon
wir also vorgewarnt wurden, war es doch ein grosser Schock für uns, als wir
gleich zum Anfang durch kilometerlange Wälder fahren mussten, welche vor
noch nicht allzu langer Zeit vollständig abgebrannt waren. Es roch noch immer
nach verkohltem Holz und der trostlose Anblick stimmte uns sehr nachdenklich und
auch ein wenig traurig.
Unsere
Begegnung mit einem Grizzly
Bevor
wir unsere Wanderung beginnen konnten, mussten wir uns in einem offiziellen Buch
eintragen. Wie viele Personen, von wo wir kommen und die genaue Abmarschzeit waren
gefragt. Bei der Rückkehr mussten wir uns da auch wieder austragen und berichten,
welche Tiere wir unterwegs gesehen hatten.
Die
Zeit beim Abstieg verkürzten wir uns mit allerlei Spässen über
die angeblich hier anwesenden Bären. War da mal ein Kot am Boden, hiess es
sofort, das war bestimmt ein Bär. Sahen wir einen, im weitesten Sinne "bärenartigen"
Baumstrunk irgendwo liegen, war das natürlich ein Bär.
Yvonne
erinnerte sich an eine Warntafel, worauf es hiess, dass man mit den Bären
reden sollte, denn dieser Grizzly da vorne, musste weg. Er versperrte unseren
einzigen Rückweg zum Talboden.
So
spannend und nervenkitzlig das unerwartete Zusammentreffen mit dem Grizzly war,
so gross war dann aber die Enttäuschung, als wir die Digitalfotos auf das
Notebook übertrugen. Vor lauter Schreck hatte Yvonne leider eine ganz falsche
Einstellung gewählt, so dass jetzt alle Grizzlyfotos, leicht bis stark unscharf
sind. Ich habe trotzdem einige beigelegt und hoffe, du kannst ihr das verzeihen.
Ich jedenfalls habe es gemacht.
Der Amerikanische Bison
Schon als wir die unendliche Prärielandschaft von Wyoming durchquerten, begann Yvonne Ausschau nach diesen Urtieren zu halten. Den ersten Büffel bekamen wir aber erst im Yellowstone National Park zu Gesicht und das erst noch auf eine Distanz von nur ca. 500 Metern.
Die
zweite Begegnung war dann schon mit einem leicht angestiegenen Adrenalinspiegel
verbunden.
Der Bison ist ein tagaktives Tier mit dichtem, dunkelbraunem Fell, das den Buckel des Vorderkörpers überzieht. Der beim Männchen bis zu 380 cm und beim Weibchen bis 240 cm lange Körper trägt einen wuchtigen, dreieckförmigen Kopf. Die durch den mächtigen Brustkorb auffallenden männlichen Tiere erreichen ein Gewicht von bis zu 900 kg, die weiblichen Tiere nur ca. die Hälfte und sind damit die größten nordamerikanischen Säugetiere. Trotz seines hohen Gewichtes erreicht er eine Geschwindigkeit von 50 km/h und ist zudem ein guter Schwimmer. Der Bison ernährt sich allgemein von Pflanzen.
Kühe
und Kälber leben in Herden, die für gewöhnlich um die fünfzig
Tiere umfassen. Wilde Bisons haben eine Lebenserwartung von gegen zwanzig Jahren.
Mit
dem massenhaften Einzug der Weissen in Nordamerikas Mitte begann ein weiteres
dunkles Kapitel unserer Vorfahren und damit auch der Niedergang der Bisonpopulation.
Von 1872 bis 1874 wurden pro Jahr mehr als eine Million Büffelfelle nach Osten verfrachtet. Durch die Eisenbahnlinie war das Vorkommen der Büffel in eine Nord- und eine Südherde geteilt worden. Zuerst wurde die gesamte Südherde ausgerottet, dann auch die Nordherde. Nur der Nordwesten, mit seinen Verteidigern, den Lakota- und Cheyenne-Indianern, konnte zunächst noch größere Bisonherden halten. Um den Stämmen dieser Plains-Indianer die Lebensgrundlage zu nehmen und sie durch Hunger in ihre Reservationen zu zwingen, dezimierten die Weissen auch diese Bisonherden stark. Die letzten 10.000 Tiere erlegten sie, indem sie an Wasserlöchern Scharfschützen aufstellten.
Dank
der Gründung des Yellowstone National Parkes im Jahre 1872, erhielten die
Bisons, in allerletzter Minute, ein Rückzugsgebiet. Seit dem 15. Januar 1883
war die Jagd der meisten Tiere im Park verboten. Die Bisons und andere Wildtiere
des Parkes konnten aber erst vor Wilderern geschützt werden, als 1886 die
US-Armee die Kontrolle über den Park übernahm.
Heute gibt es in Nordamerika wieder ca. 350'000 Bisons. Alleine der Bison-Bestand im Yellowstone National Park umfasst jetzt zwischen 3'500 und 5'000 Tiere.
Zunehmend haben, zum Glück muss man sagen, heute auch andere Parks begonnen, kleinere Herden aufzunehmen. Die Devise, um sie zu schützen, lautet "Eat more Buffalo!", denn was man isst, stirbt nicht aus, hofft man. Deswegen bildeten sich in den Rocky Mountains Ranchs, um die Bisons zu züchten. Manche dieser Ranchs besitzen schon mehrere tausend Tiere. Auch verschiedene Indianerstämme der Plains züchten heute wieder Bisons. Für sie gilt der Bison nach wie vor als heiliges Tier, von sehr starker symbolischer Bedeutung.
Geysire
und sonstige Naturungeheuer
Zu den besonderen Attraktionen des Parks gehören die über 3'000 Geysire. An keinem anderen Ort der Welt gibt es diese Phänomene in einer solchen Konzentration.
Von
den über 3'000 Geysiren im Nationalpark erfreut sich besonders der Geysir
Old Faithfull im oberen Geysir-Becken, bei den Touristen grosser Beliebtheit.
Er spuckt nämlich, in ungewohnter Regelmäßigkeit, sein Wasser
in Abständen von momentan zwischen etwa 37 bis 93 Minuten, immer ungefähr
vier Minuten lang, in die Luft.
Giant, der höchste Geysir, bricht in unregelmässigen Abständen aus und stösst dabei einen mehr als 61 Meter hohen, heissen Wasserstrahl aus. Nachdem zwischen 1960 und 1995 lediglich total 19 Ausbrüche verzeichnet wurden, bietet sich das beeindruckende Wasserschauspiel, seit 1996, mindestens ein- bis zweimal im Monat. Leider stimmte unser Timing, mit ihm, nicht.
Die Ursache für die vulkanogenen Aktivitäten ist die Magmakammer des Vulkans, welche das von den Bergen herabfliessende und im porösen Lavagestein versickernde Wasser erwärmt. In den heissen Quellen, Geysiren oder den blubbernden Schlammlöchern tritt es später wieder an die Erdoberfläche.
Zum
Glück konnten wir uns für den Besuch dieser einmaligen Naturschauspiele
genügend Zeit nehmen, so dass wir auf unseren Rundgängen, doch manchmal
sehr lange, vor solch einem faszinierenden Ungeheuer verweilen konnten. Obschon
die meisten Geysire nur auf Sparflamme vor sich hin sprudelten, war es allemal
ein ganz besonderes Gefühl, die urgewaltige Energie des Erdinnern zu spüren.
Hot Springs in Mammoth
Total anders,
als ein normales Thermalfeld und ein Erlebnis der absolut besonderen Art, fürs
Auge und das Gemüt, waren die Mammoth Hot Springs.
Grand
Canyon of the Yellowstone
Typisch
sind die gelben, manchmal orangen bis roten Färbungen des Gesteins zu beiden
Seiten des Flusses. Von der gelblichen Verfärbung haben er und der National
Park ihren Namen bekommen.
Es
gibt im Ganzen drei grosse Wasserfälle im Canyon. Die Upper und Lower Falls
sowie dazwischen die weniger bekannten Crystal Falls. Die Upper Falls haben eine
Höhe von 33,2 m. Die Lower Falls sind mit 94 m die spektakulärsten und
beinahe doppelt so hoch, wie die, vorher auf unserer Reise von uns besuchten,
Niagarafälle. Die Crystal Falls befinden sich bei der Mündung des Cascade
Creek in den Yellowstone River. Ihre Fallhöhe misst 39 m. Alle drei Wasserfälle
liegen nahe der Ortschaft Canyon Village, am südlichen Ende des Grand Canyon
of the Yellowstone.
Verschiedene
Aussichtspunkte bieten schöne Blicke in den Grand Canyon of Yellowstone.
Mud
Volcano Area
West Thumb Geysire Basin
Hier fehlen
mir wieder einmal ein wenig die Worte, oder ich müsste mich auch gleich wiederholen,
was ich schon vorher bei den Mammoth Hot Springs geschrieben habe.
Grand Teton National Park
Das
Thermometer fiel in der Nacht zeitweise auf null Grad runter und der Wetterbericht
kündigte den ersten Schneefall für die Yellowstoneregion an. Somit war
für uns der Abschied, aus dem Yellowstone National Park, Tatsache geworden.
Das
zerklüftete Profil der Teton Bergkette erhebt sich ohne Vorgebirge zweitausend
Meter aus der Ebene. Die Höchste Erhebung, der Grand Teton liegt 4'197 Meter
über dem Meeresspiegel.
Somit
fuhren wir, gezwungenermassen, weiter bis nach Provo, im Mormonenstaat Utah. Vorher
gab es nur noch einen kurzen Zwischenstopp in der Olympiastadt Salt Lake City,
der Hochburg der Mormonen, um unsere zu Ende gegangenen Lebensmittelvorräte
wieder etwas aufzustocken.
Zion
National Park
Der
593 km² grosse Zion National Park befindet sich im Südwesten Utahs,
an der Grenze zu Arizona.
Um 1850 drangen erste mormonische Farmer und Baumwollpflanzer aus Salt Lake City in die Region rund um den Virgin River ein und begannen sich dort nieder zu lassen. 1851 wurde die Stadt Cedar City gegründet. 1858 drangen die Siedler bis zum 120 Kilometer entfernten Zion Canyon vor, der bis zu diesem Datum von Weissen noch nicht entdeckt worden war. Erst 1918 wurde der Park vom National Park Service in Zion National Park umbenannt.
Unser
Aufenthalt im Park belief sich auf vier Nächte und fünf Tage. In dieser
Zeit marschierten wir etliche Kilometer in den Bergen herum. Meinen Wanderschuhen
tat dies, im Gegensatz zu meinem Bauchumfang, nicht gerade gut. Ich musste ihnen
jedenfalls, notdürftig, mit Sekundenleim die Sohle zusammen schustern.
Bryce
Canyon National Park
Der
Bryce Canyon National Park liegt im Südwesten Utahs. Innerhalb des Nationalparks
befindet sich der eigentliche Bryce Canyon, der trotz seines Namens, aber kein
Canyon im ursprünglichen Sinne, sondern ein übergrosses, natürliches
Amphitheater darstellt.
Häufige Niederschläge und Erosion durch gefrierendes Wasser formten das aktuelle Gesicht der zahlreichen Amphitheater. Pro Jahr gibt es bis zu 200 Frost- und Tauwetterperioden, welche noch immer den Park erodieren.
Der
Bryce Canyon National Park befindet sich auf einer Höhe von 2'400 bis 2'700
Metern und liegt damit wesentlich höher als der nahe gelegene Zion National
Park, oder der sich weiter südlich befindende Grand Canyon National Park.
Das Gestein im Bryce Canyon ist etwa 100 Millionen Jahre jünger als im Zion National Park und dieser zeigt Felsen, welche nochmals 100 Millionen Jahre jünger als im Grand Canyon sind. Trotzdem gehören alle drei Gebiete zu einer The Grand Staircase genannten Formation. Vom Grand Canyon bis zum Bryce Canyon kann man nahezu 200 Millionen Jahre Erdgeschichte studieren.
Das Gestein im Bryce Canyon ist ein Gemisch aus Basalt und Sandstein, in welchem viele Fossilien zu finden sind. Diese freigelegten Schichten sind die jüngsten in dieser Formation. Noch heute lassen sich Sandstrände, Lagunen und eine Sumpflandschaft darin ablesen.
Wie
üblich für uns, erwanderten wir wiederum einen Teil des Parkes. Über
den Peekaboo Loop und den
Glen Canyon Dam und der Lake Powell
Auf
der Fahrt durch die ausgetrocknete Prärie und halbe Wüstenlandschaft,
im Süden von Utah, erblickten wir urplötzlich kitschig blaues Wasser.
Eine Fata Morgana, oder was sollte das denn hier sonst sein. Ein kurzer Blick
auf die Karte zeigte uns, dass wir falsch lagen. Wir hatten den westlichsten Zipfel
des Lake Powell, einen der grössten künstlichen Seen der Erde, erreicht.
Diese Wasserfläche entstand 1964, nach dem Bau der Glen-Canyon-Staumauer.
Sie staut den Colorado River zum, nach dem Stauinhalt gemessen, zweitgrößten
Stausee der USA. Dieser See ist rund 298 Kilometer lang und bedeckt eine Fläche
von 653 Quadratkilometern.
Die Staumauer wurde von 1957 bis 1964 erbaut. Mit 216 Meter Konstruktionshöhe, über dem gewachsenen Fels gemessen, ist sie aber nur die fünfthöchste Talsperre der USA. Die Höhe über dem ehemaligen Flussbett beträgt 178 m. Die Mauer ist am tiefsten Konstruktionspunkt 91 m stark und die grösste Breite wird am rechten Widerlager mit 106 m erreicht. Aufgrund der grossen Dicke, kann man sie nicht mehr als reine Bogenstaumauer bezeichnen, denn einen Teil der Wasserlast trägt sie auch als Gewichtsstaumauer ab. Deshalb die ungewohnte Bezeichnung Bogengewichtsmauer.
Der Bau der Glen-Canyon-Staumauer hatte weit reichende Folgen für die Natur. Durch die Regulierung des Flusses veränderten sich die Mengen der transportierten Sedimente und die jahreszeitlichen Schwankungen der Wassertemperatur. Dadurch hat sich aber die Wasserqualität des Colorado River, unterhalb der Staumauer und im Stausee, erheblich verbessert. Da sich der grösste Teil der Sedimente im Lake Powell absetzt, ist das Wasser nun blau-grün und klar, statt rot und schlammig wie früher. Dadurch wurde es möglich, verschiedene Barscharten im See anzusiedeln. Unterhalb der Staumauer leben im Colorado River nun sogar Regenbogenforellen.
Nach einem kurzen Besuch des Visitor Centers, setzten wir unsere Fahrt, dem Grand Canyon National Park entgegen, fort. Den Colorado River werden wir dort mit Sicherheit wieder antreffen.
Grand
Canyon National Park
Unter
einer gewissen Anspannung und Vorfreude erreichten wir das Eingangskontrollhäuschen
des Grand Canyon National Parks. Unsere Frage war: kann die Natur, die Schönheit
der von uns schon besuchten Parks noch überbieten?
Zuerst wollten wir wieder einen, trotz der schon späten Jahreszeit aber immer noch knappen, Campingplatz belegen. Dazu war aber zuerst eine Fahrtstrecke von 40 km notwendig. Die Streckenführung dieser Strasse erlaubte es uns, zwischendurch einen kurzen Blick in den Canyon zu erhaschen. Von den verschiedenen Farben und Formen des Bryce Canyon verwöhnt, waren wir hier, ehrlich gesagt, zuerst ein wenig enttäuscht. Da an diesem Tage der Himmel nicht ganz so strahlend blau war, erschienen uns die Canyonfelsen alle ein wenig trostlos und grau. Das änderte sich am nächsten Tage dann rapide. Als wir zu äusserst am Canyonrand standen und das Tal, diesmal bei strahlendem Sonnenschein, betrachteten, leuchtete auch diese Felsmasse in verschiedenen Nuancen. Uns war sofort klar, der Reiz hier ist eindeutig die unvorstellbare Grösse, das Panorama und die Wucht der verschiedenen Canyons im Grand Canyon selber. Direkt vor uns, nur ein paar Zentimeter entfernt, ging es ca. 500 Meter senkrecht nach unten. Obschon alles mit starken Eisengeländern gesichert war, musste ich all meinen, wegen der nicht vorhandenen Schwindelfreiheit leider nur kleinen Mut zusammen nehmen, um auch einen Blick direkt in die Tiefe zu werfen.
Der
Grand Canyon (gewaltige Schlucht) ist eine sehr steile, etwa 450 km lange Schlucht
im Nordwesten des US Bundesstaates Arizona, die über Millionen von Jahren,
vom Fluss Colorado, ins Gestein des Colorado Plateaus eingegraben wurde. Der größte
Teil des Grand Canyon, ca. 350 km, liegt im Grand Canyon National Park.
Er ist zwischen unglaublichen 6 bis 30 km breit (das ist mehr als von Bern nach Langnau) und bis zu 1'800 m tief. Durch diesen enormen Höhenunterschied, vom Talboden zum nördlichen Rand des Canyons, können unterschiedliche Vegetationszonen gedeihen. Am kühleren Nordrand wachsen dichte Wälder aus Espen, Kiefern, Tannen und Fichten, während der Südrand nur spärlich mit Pinien und Wacholder bewachsen ist.
Am 11. Januar 1908 wurde das Gebiet um den Grand Canyon durch US-Präsident Theodore Roosevelt, der sich oft in dem Gebiet aufgehalten hatte, zum National Monument erklärt, bevor es am 26. Februar 1919 als US National Park unter Schutz gestellt wurde. 1979 wurde der Grand Canyon in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.
Als
wir am Festlegen unserer Wandertouren waren, hatten wir auch die Idee, bis auf
den Canyonboden vorzustossen. Der Höhenunterschied von 1'800 Meter schien
uns, trotz der weiter unten immer noch vorherrschenden Hitze von über 40
Grad und meiner vorhandenen lästigen "Nicht-Schwindelfreiheit",
machbar. Da wir aber diese Tour nur in Verbindung mit einer Schlafgelegenheit
im Talboden durchführen wollten, erkundigten wir uns in der "Phantom
Ranch", welches das einzige Haus unten im Tal ist, wo man übernachten
kann. Da wurden wir nun, nicht gerade ausgelacht, doch etwas gar schroff darauf
hingewiesen, dass ihr Haus das ganze Jahr über vollbesetzt sei und eine Reservation
nur eine Chance hätte, wenn sie mindestens 360 Tage im voraus erfolgt sei.
Bei einer Canyonbesucherzahl von über 5 Millionen ist das eigentlich nicht
verwunderlich.