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Meghan Markle ist auch ein literarisches Fräuleinwunder. Der Ausdruck „Fräuleinwunder“ wird in verschiedensten Zusammenhängen verwendet, charakteristischerweise aber immer dort, wo junge attraktive Damen für ein Produkt werben. Meghan Markle ist ein Gewinn für das englische Königshaus (Bild), aber auch für die Wirtschaft und besonders auch für die Literatur. Das Fräuleinwunder ist seit Jahren in der Literatur ein fester Begriff. Das literarische Fräuleinwunder hatte seine Hochblüte um die Jahrtausendwende.
Meghan Markle ist die Influencerin des Jahres. Als Influencer (von engl. to influence: beeinflussen) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Alles, was die Tochter einer afroamerikanischen Sozialarbeiterin und eines Regisseurs von Fernsehserien anfasst, wird zu Gold. Bereits sprechen Marketingleute vom „Meghan-Effekt“. Meghan Markle kurbelt die Wirtschaft an. Wer ihre Everlane Handtasche kaufen möchte, der muss auf eine Warteliste, auf der bereits fast 30’000 Frauen stehen. Als Meghan Markle zu Beginn dieses Jahres in einer schwarzen Jeans des Labels Hiut Denim gesichtet wurde, musste die Firma in eine grössere Fabrik umziehen. Meghan Markle ist aber auch ein Gewinn für die Literatur.
Meghan Markle verkörpert den literarischen Zeitgeist. Sie ist eine erfolgreiche Bloggerin und sie versteht es, auf der Klaviatur der sozialen Netzwerke zu spielen und sich in Szene zu setzen. Sie gibt sich engagiert, kosmopolitisch und feministisch. Als Schauspielerin hat sie eine literarische Ausbildung hinter sich. Bereits während ihrer Schulzeit fiel sie auf bei Theateraufführungen und insbesondere durch ihr Talent, Rollen und Figuren aus der Literatur zu spielen. Sie studierte erfolgreich nebeneinander Schauspielerei und Politik. Die Kombination von Schauspielkunst und von Politik erweist sich nun als ideal für ein künftiges Mitglied der Royals. Meghan Markle ist damit nicht nur ein wirtschaftliches und politisches, sondern auch ein literarisches Fräuleinwunder.
Der Begriff „literarisches Fräuleinwunder“ erschien erstmals im März 1999 in einem SPIEGEL-Artikel des Literaturkritikers Volker Hage. Zum Fräuleinwunder in der Literatur zählen Autorinnen wie Julia Franck, Judith Hermann, Zoë Jenny, Juli Zeh, Mariana Leky, Ricarda Junge und Karen Duve. Kritik am Ausdruck „Fräuleinwunder“ übten auch schon feministische Kreise. Es sei kein „Wunder“, dass Frauen Romane schreiben. Die Autorinnen verpassen sich allerdings meist selbst das Etikett „Fräuleinwunder“, um für sich und für ihre Bücher zu werben. Das literarische Fräuleinwunder gilt heute als eine etablierte Gattung. Das „literarische Fräuleinwunder“ bezeichnet eine charakteristische Art zu schreiben, die besonders jungen Frauen eigen ist.
Meghan Markle ist eine erfolgreiche Bloggerin. In ihren literarischen Blogs engagiert sie sich für Halbschwarze und mit ihren Feuilletons und Essays schreibt sie an gegen Rassismus und gegen Sexismus. Ihren Blog musste Meghan Markle als Verlobte von Prinz Harry stilllegen. Das königliche Protokoll hat ihr das Bloggen verboten. Meghan Markle hat nun aber bereits angekündigt, dass sie nach der Hochzeit sich wieder als Bloggerin zu engagieren gedenke. Willkommen, liebe Blogger-Kollegin!
Text und Foto: Kurt Schnidrig