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Bei Sturm liegt manchmal dicker weisser Schaum am Strand. Sind das Abwasser der Zivilisation?
Für einmal nicht, zum Glück, denn dieser Schaum im Meer ist ein natürliches Phänomen der Brandung. Das Meerwasser ist voller Leben, es ist eine regelrechte Suppe aus Planktonorganismen. Die Mehrheit sind einzellige Algen. Die sind mit blossem Auge zwar nicht sichtbar, aber an der grünlichen oder bräunlichen Färbung des Meeres zu erkennen. Sie geben bei ihrem Tod Fette und Eiweisse ins Wasser ab. Brandung und Wind schlagen diese wie Schlagsahne zu einem stabilen Schaum auf.
Befindet sich eine erhöhte Anzahl Mikroorganismen im Wasser, kann sich Gischt am Strand als „Algenschaum“ absetzen. Dieser entsteht, wenn der Schleim, den die Algen produzieren, in der Brandung, ähnlich wie Eischnee, mit Luft versetzt und dadurch aufgeschäumt wird.
Der Schaum am Strand kann sich meterhoch auftürmen. Vor allem im Frühjahr tritt je nach Wetter und Seegang vermehrt Meerschaum auf, weil sich die Algen nach dem Winter mit der nun hohen Sonneneinstrahlung im Meer stark vermehren können. Die Schaumteppiche am Strand sehen zwar unschön aus, sie sind aber nicht schädlich. Sie zeugen lediglich von einer hohen biologischen Produktivität vor der Küste.
Meterdicker Schaum in Schottland (2012) nach einem heftigen Sturm
Etwas unangenehm kann es riechen, wenn die Schaumalge (Phaeocystis) beteiligt ist. Der Schaum verfärbt sich dann gelblich-braun verfärbt und verströmt einen schwefelhaltigen Geruch. Die Schaumalge vermehrt sich meist von April bis Mai und vermiest - vor allem in der Nordsee - immer wieder Strandbesuchern den Badespass.
Meerschaum bei Sturm in der Bretagne