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Die internationale Zusammenarbeit verfolgt das Ziel, die Schweizerische Geothermie-Forschung mit entsprechenden Aktivitäten zu vernetzen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang:
Im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU ist die Förderung von Projekten aus dem EGS-Bereich vorgesehen, mit besonderer Erwähnung der Problematik der induzierten Seismizität.
Die Schweiz beteiligt sich am europäischen Projekt "Geothermal ERA-NET", welches von der EU-Kommission bewilligt wurde und folgende Länder umfasst: Island (Federführung), Niederlande, Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Slowakei, Türkei. Ziel des 4-jährigen Programms ist es, die Zusammenarbeit und Koordination der nationalen Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen zu verbessern und ein kohärentes europäisches Forschungs- und Entwicklungsprogramm anzustreben.
Seit 1987 wird das Verfahren der Gewinnung von Energie aus heissen, trockenen Tiefengesteinen im elsässischen Soultz-sous-Forêts entwickelt. Der 50 Kilometer nördlich von Strassburg gelegene Standort befindet sich im Zentrum einer der grössten Wärmeanomalien Mitteleuropas. Die geologischen Bedingungen in Soultz sind exemplarisch auch für andere Standorte im Oberrheingraben. Ein internationales Team von Forschern, Ingenieuren und Energiefachleuten aus ganz Europa arbeitet seit vielen Jahren an diesem wegweisenden Projekt.
Betrieben wird das Kraftwerk in Soultz durch die Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung "Wärmebergbau" (EWIV). Diese entstand 1996 als gemeinsames Unternehmen der Pfalzwerke in Landau und der Electricité de Strasbourg. Seither haben sich dem Projekt weitere europäische Firmen als aktive Mitglieder angeschlossen. Ziel der EWIV ist es, mit dem Projekt Erfahrungen über Management und Langzeitverhalten eines Wärmetauschers im tiefen Untergrund zu sammeln. Im Juni 2008 konnte in Soultz weltweit erstmals mittels eines EGS-Kraftwerks Strom produziert werden. Die in Soultz installierte Anlage verfügt über eine installierte Leistung von 1,5 MW. Die Energiequelle der Anlage liegt in 4000-4500 m Tiefe in einem künstlich erzeugten Wärmeaustauscher. Das Soultz EGS Projekt befindet sich seit 2010 in einer Produktions- und Testphase. Einerseits wird das Projekt von einem deutsch-französischen Industriekonsortium betrieben, andererseits haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zugang durch ein wissenschaftliches Begleitprogramm. Die Schweiz finanziert über das Bundesamt für Energie eine Forschergruppe. Separat haben 2010 universitäre Forschungseinrichtungen Bestrebungen unternommen, Kooperationsverträge mit dem EGS Projekt abzuschliessen. Seit Dezember 2009 und teilweise im 2010 wurden Zirkulationstests durchgeführt. Das wissenschaftliche Begleitprogramm umfasst das Studium des Reservoirs während einer längerfristigen Zirkulation sowie die Untersuchung des Betriebsverhaltens der Untergrund- und Produktionsanlagen. Wegen Problemen mit den Förderpumpen musste der Betrieb des Kraftwerks verschiedentlich unterbrochen werden.
Mit der Teilnahme im Geothermal Implementing Agreement (GIA) der IEA kann die Schweiz regelmässigen Kontakt mit führenden Geothermie-Ländern pflegen, was den Weg zu sonst schwer zugänglichen Informationen öffnet. Zugleich lassen sich Schweizer F&E-Resultate international positionieren und durch die Kanäle der IEA verbreiten. Die Schweiz wird im Executive Committee durch G. Siddiqi, BFE (ExCo Member) und R. Minder (alternate ExCo Member) vertreten. Derzeit sind folgende Arbeitsbereiche ("Annexes") aktiv:
Die Resultate der Arbeiten sowie Übersichtsberichte sind auf der IEA GIA Homepage abrufbar.
Diese Partnerschaft wurde von den Gründerstaaten Australien, Island und der USA im August 2008 gegründet, im Oktober 2010 trat die Schweiz der Partnerschaft bei. Im Jahr 2011 schloss sich auch Neuseeland der IPGT an. Die IPGT basiert auf einem Staatsvertrag, der zum Ziel hat, gemeinsame spezifische F&E und Pilot- und Demonstrationsprojekte durchzuführen. Die Organisation will die Entwicklung der Tiefengeothermie voranzutreiben - insbesondere im EGS Bereich. Die Schwerpunkte, welche von 7 Working Groups bearbeitet werden, umfassen kostengünstige Bohrtechnologien, zonale Isolation und Packertechnologie, Hochtemperatur-Messinstrumente, Stimulationsmethoden, numerische Simulationen, Explorationstechnologien, induzierte Seismizität. Für die Schweiz stehen im Lichte der Erfahrungen des Basler EGS-Projekts die Stimulationsmethoden und die induzierte Seismizität im Vordergrund.
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