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Andreas Baasch hat sich einen grossen Traum erfüllt. Als Kind verbringt er mit der Familie oft Ferien in Thailand. Heute ist das Königreich in Südostasien sein Arbeitsplatz.
Von etwas träumen, ist eine Sache, sich den Traum erfüllen, etwas anderes. Seinen Traum wahr werden lassen hat Andreas Baasch. Bereits seit drei Jahren lebt und arbeitet er in Thailand. Zuerst in der Hauptstadt Bangkok, jetzt weiter nördlich in der zweitgrössten Stadt des Landes, in Chiangmai. «Als Kind verbrachte ich mit meinen Eltern oft Urlaub in Thailand», erklärt der 25-Jährige. «Dabei konnte ich bereits viel über Land und Leute in Erfahrung bringen.»
Vom Service zum Barman
Nach der Schule in Zermatt absolviert Andreas Baasch im Grandhotel Zermatterhof die Lehre als Servicefachangestellter. «Mein Wunsch war es aber immer, an einer Bar zu arbeiten», sagt er. Nach der Lehre macht er entsprechende Weiterbildungskurse und arbeitet in verschiedenen Hotels der Schweiz im Barbereich. Dann findet er eine Stelle in London. Dort bleibt er ein Jahr und verbessert gleichzeitig seine Englischkenntnisse. Dann verschlägt es ihn nach Thailand. «Da wollte ich immer schon hin. Ich wusste aber, dass es für einen Ausländer schwierig ist, eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.» Er bewirbt sich trotzdem. Das zahlt sich aus. Er erhält eine sechsmonatige Praktikumsstelle an einer Bar in einem Hotel in Bangkok. «Ohne Lohn, aber mit freier Kost und Logis», sagt er. Das habe für ihn so gestimmt. «So habe ich Fuss gefasst.»
Vom Praktikant zum Ausbildner
Während dieser Zeit versucht er über Beziehungen, eine Festanstellung zu bekommen. Wie er erklärt, sei es für einen Ausländer, welcher bereits vor Ort sei, einfacher eine Stelle zu erhalten. Danach nimmt alles seinen Lauf. Er bekommt eine Stelle in einem Hotel einer asiatischen Hotelkette in Hua Hin, einem Badeort im Süden des Landes. Dort ist er Festangestellter und ist als Ausbildner der einheimischen Mitarbeiter im Restaurant und in der Bar eines Hotels tätig. Ein Jahr verbringt er dort, bevor er weiterzieht. Es verschlägt ihn innerhalb der gleichen Hotelkette nordwärts nach Chiangmai. In der Millionenstadt lebt er mittlerweile seit einem Jahr und ist verantwortlich für den Bar- und Restaurantbereich des Hotels «Le Meridien». «Ich fühle mich hier wohl und habe viel Spass bei der Arbeit», sagt er. Einzig die Schweizer Genauigkeit fehle ihm. Damit mache sich der Kulturunterschied am meisten bemerkbar. «Die Thailänder haben definitiv eine andere Lebenseinstellung als wir.» Das Leben dort sei aber toll und spannend und das Essen sei gut. Nebst der Arbeit hat er aber auch noch Zeit für Hobbys. «Nomen est omen. Wenn man schon in Thailand lebt, so gehört das Hobby Thaiboxen fast schon dazu. Da kommt man fast nicht daran vorbei», erklärt er lächelnd. Daneben reist er viel im Land selbst umher. Auf einer seiner Reisen hat er auch schon weitere Walliser getroffen. «Auf einer Insel im Süden Thailands habe ich jemanden aus Steg kennengelernt, welcher dort ein Schweizer Restaurant betreibt.» Er bereist aber auch Nachbarländer wie Laos, Vietnam oder aber Kambodscha.
Nur Zwischenstation
«Die Thailänder sind gastfreundlich und aufgestellt», erklärt Baasch und schmiedet schon Pläne für die Zukunft. Dabei denkt er an weitere Arbeitsorte wie beispielsweise Shanghai oder aber Hongkong. Er sei noch jung, darum sei Thailand voraussichtlich nur eine Zwischenstation. «Die Gastronomie in Asien boomt. Davon möchte ich profitieren und die sich mir bietenden Möglichkeiten, welche ich innerhalb meines Arbeitgebers habe, ausschöpfen.»
Einmal im Jahr zurück ins Wallis
Vorerst lebt und arbeitet er aber weiterhin in Chiangmai, wo sich zahlreiche Schweizer niedergelassen haben. Wie sieht es aus mit dem Kontakt zu seiner alten Heimat? «Einmal pro Jahr, immer im August, fliege ich zurück in die Schweiz und besuche mit ehemaligen Walliser Kollegen das Open Air Gampel. Das gehört einfach dazu.» Auf die Frage ob es denn etwas gebe, was er aus dem Wallis vermisse, meint er: «Meine Familie, Trockenfleisch, eine währschafte Rösti und vor allem wieder einmal ein richtiges Raclette.»Peter Abgottspon