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Den Überlebenden läuft die Zeit davon
Rund 2000 Japaner nehmen an der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York teil. 100 davon sind Überlebende der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki. Als Opfer dieser mörderischen Waffe sind sie wichtige Repräsentanten im Kampf für die Vernichtung aller Nuklearwaffen auf dieser Welt.
«Damit Menschen auch als Menschen leben können, dürfen wir nicht zulassen, dass auch nur eine Atombombe auf dieser Erde verbleibt», sagt Atombombenopfer Sumiteru Taniguchi aus Nagasaki an einer Pressekonferenz im Uno-Hauptquartier in New York. Noch leben schätzungsweise 230’000 Menschen, welche die Abwürfe über Hiroshima und Nagasaki überlebt haben.
Im Einsatz für eine sicherere Welt läuft ihnen jedoch die Zeit davon. Die sogenannten Hibakusha sind im Durchschnitt 76 Jahre alt. Jährlich sterben 8’000 dieser Zeitzeugen. «An der nächsten Überprüfungskonferenz in 5 Jahren können wir vielleicht schon nicht mehr anwesend sein. Deshalb fordern wir jetzt einen konkreten Plan zur weltweiten Abrüstung», sagt Sunao Tsuboi, Vorsitzender einer Gruppe von Atombombenüberlebenden.
Die Zurückhaltung des Aussenministeriums
Die Bürgermeister Tomihisa Taue aus Nagasaki und Tadatoshi Akiba aus Hiroshima haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2020 die Vernichtung aller Nuklearwaffen zu erreichen (Asienspiegel berichtete).
Das japanische Aussenministerium verweist jedoch auf die politischen Realitäten: «Unter den heutigen Umständen, ist eine nukleare Abrüstung bis 2020 unrealistisch.» Die Regierung in Tokio zeigt sich denn auch zurückhaltend bei der Durchsetzung einer solchen Forderung. Kommt dazu, dass Japan selbst vom nuklearen Schutzschirm der USA profitiert.
Ziel 2045
Global Zero, eine Organisation früherer Uno-Botschafter der fünf offiziellen Atommächte, hat sich das Jahr 2030 als Abrüstungsziel gesetzt. Die Federation of American Scientists – eine Gesellschaft, die von Mitgliedern des Manhattan-Projektes gegründet wurde – sieht als realistisches Ziel das Jahr 2045, genau 100 Jahre nach dem Abwurf der ersten Atombombe.
Immerhin haben sich die Atommächte an der diesjährigen Konferenz zum Ziel gesetzt, eine Erklärung zum Abbau der Nuklearwaffen zu verfassen.ja.
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