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Nach dem gestrigen Supertag ist heute schon wieder Flugwetter. Eine Inversion bremst jedoch die Thermikentwicklung, es wird kein Streckenflugtag. Zwar können wir bis auf 3100 m aufdrehen, doch damit kommt man hier ja noch nicht mal an die Gipfel des ersten Höhenzuges. Die Thermik ist mässig, und an der Inversionssperrschicht ruckelt es unangenehm. So fliegen wir meist in der Nähe des Startplatzes, landen zum Teetrinken top und starten zum Nachmittagsflug. Wir nutzen den Landeplatz im Südosten von Bir, der etwas grösser und leichter anzufliegen ist. Allerdings scheinen die Bäume heute magische Anziehungskräfte auszuüben. Während der rot-weisse Schirm rechts im untersten Bild schnell befreit ist, benötigt der Pilot des gelben Schirms links mehr als zwei Stunden, bis das Material befreit ist. Der Baum hat eine Menge Dornen, und die Leinen hängen auf beiden Seiten des Baumes herunter. Bilanz: eine gerissene Leine, kleinste Löcher in der Kalotte und ein stark gestutzter Baum.
Als ich nach Hause komme, empfängt mich Tsering, meine Zimmerwirtin, mit der Frage, ob ich einen tibetischen Tee möchte. Die Neugier überwiegt, und sie bringt mir gesalzenen Tee. Traditionell wird er mit Yak-Milch serviert, hier war’s wohl eher ein Rind. Aus dem oberen Stockwerk höre ich Pudscha-Gesänge. Mönche sind bei Tsering im Haus und sing-beten. Pudscha ist einmal im Jahr und dauert acht Tage. Heute ist der letzte Tag. Am Morgen waren die Mönche bei den Nachbarn. Um kurz nach fünf ist der Gesang vorbei, und fünf Mönche kommen zu uns in die Küche, wo sie von Tsering mit Momos, gefüllten Teigtaschen, bewirtet werden.
Ich zeige Tsering die Fotos, die ich heute aus der Luft von ihrem Haus gemacht habe. Wir machen noch mehr Fotos von ihr und ihrem fast zweijährigen Sohn. Ich verpasse den Aufbruch zur Party bei Debu und esse einmal mehr im Emaho-Cafe zu Abend.