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Wie schon in Der Ruderer (1986) erzählt Manuela B. Stingelin in ihrem neuen Kurzfilm eine einfache Geschichte mit treffender Pointe. Liliane wartet in ihrem Schlafzimmer auf Peter. Der Werbefilmästhetik entsprechend, soll alles möglichst frisch sein: Die Frau pflegt sich für die kommende Nacht; im Hintergrund die Tapete, das riesige Poster einer Margeritenwiese. Nichts von Frische oder gar Lust strahlt Peter aus, der sich gleich ins Bett legt und sich müde von Liliane abwendet.
Demonstrativ beisst Liliane in einen knackigen Apfel. Peter aber reagiert auf den Strassenlärm: Er versinkt in einen endlosen philosophischen Monolog über die vorbeifahrenden Strassenbahnen, über die Charaktere und die Beziehungen der verschiedenen Tram-Nummern. Derweil zeigt eine Grossaufnahme den Apfel in Lilianes Hand: Er verfault allmählich, bis er ganz verschwindet. Nun welkt auch die Hand in einem beschleunigten Alterungsprozess.
Die überscharfen, klaren Bilder, die wir zur Genüge von TV-Spots und sonstiger Werbung her kennen, werden hier gezielt eingesetzt und vom Inhalt her ad absurdum geführt. Unprätenziös und witzig hat die Autorin die alltägliche Enttäuschung einer Frau über einen Mann visualisiert, der leblose Maschinen mit Gefühlen ausstattet und dabei die menschliche Lust vergisst.