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Welche Freude auch immer in der Welt ist, sie entsteht aus dem Wunsch, andere glücklich zu machen. Welches Leiden auch immer in der Welt ist, es entsteht aus dem Wunsch, sich selbst glücklich zu machen. Diese Worte werden dem südindischen Königssohn Shântideva zugeschrieben, der an der Universität Nandala studierte und dort wegen seiner Trägheit von Mönchsbrüdern den Spitznamen „Isst, schläft, scheisst“ bekam. Im 8. Jahrhundert hielt er eine tiefe und alle Zuhörer überraschende Dharma-Rede, das hier vorliegende Bodhicaryâvatâra. Darin erläutert er, wie ein Bodhisattva sein Leben gestalten sollte. Zwei Meditationsmethoden können helfen, sich anderen Menschen zuzuwenden: die Übung der Gleichheit des Anderen und des Selbst (parâtmasamatâ) und die Übung des Austauschens des Anderen und des Selbst (parâtmaparivartana). Diese „Anleitung zum Leben als Bodhisattva“ ist von hohem literarischem Rang, dem die Übersetzung des Indologen Richard Schmidt vollauf gerecht wird. Sie stellt nicht nur einen Lieblingstext des Dalai Lama dar, sondern kann wirklich jedem Buddhisten als Leitfaden für ein altruistisches Leben dienen.