Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03234.jsonl.gz/2851

Von JÁNOS MOSER.
„Herr Staatsanwalt, setzen Sie sich.“ Diesen Satz wird man in Ecks vs Sever (2001) gefühlte tausende Mal lesen. Grund dafür ist ein eigentlich cleverer Schachzug: Das Game erzählt seine Geschichte aus der Retrospektive, und je nachdem, ob man sich für Ecks oder Sever (die beiden Spielfiguren, logisch!) entscheidet, landet man entweder im Verteidigungsministerium oder im NSA-Hauptquartier, wo die Beamtenschaft diverse Fragen über unsere vergangenen Missionen zu stellen hat. Diese reizen den Herrn Staatsanwalt wohl auch zu standing ovations. Schick sehen sie nämlich schon aus: Auf Doom-Grafikstandard (das übrigens auch für den GBA umgesetzt wurde) ballert man sich durch 3D-Levels mit ihren Gegnerscharen, bestehend aus Wachmännern und FBI-Pixelfratzen. Die Wahl der Spielfigur zu Beginn des Spiels beeinflusst zwar nicht die Missionskarte, aber den Startpunkt und das Missionsziel. Muss man mit Sever beispielsweise eine verschlüsselte CD finden und einen Agenten namens Mills ausschalten, arbeitet man als Ecks mit Mills zusammen. Ecks vs Sever überrascht ausserdem gleichzeitig mit zwei Neuheiten. Erstens ist es eines der wenigen Games, die besser sind als der dazugehörige Film (Ecks vs Sever: Ballistic), und zweitens ist es vielleicht das erste Spiel überhaupt – oder doch nicht? – das bereits vor dem Film erschien und somit nicht der eigentlichen Storyline, sondern einer frühen Skriptvorlage folgt. Und drittens: Warum hängt vom Himmel des Stadtlevels diese seltsame Glühbirne?