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Sie war die erste Frau an der Spitze des britischen Versicherungsriesen Lloyd's of London, war CEO beim – inzwischen geschluckten – Schweizer Rückversicherer Converium und Head of Mergers & Acquisitions (M&A) bei Zurich. Nun übernimmt Inga Beale beim internationalen Gesundheitskonzern Mediclinic den Vorsitz des Verwaltungsrates.
Ehemalige Rugby-Spielerin
Die 56-jährige Britin und ehemalige Rugby-Spielerin studierte Wirtschaft und begann ihre Karriere beim Versicherungskonzern Prudential, ehe ein ehemaliger Arbeitskollege sie 1992 zu GE Insurance Solutions holte, drei Jahre später wechselte sie von London nach Kansas City in die Konzernzentrale. Ihre neue Aufgabe brachte sie in engen Kontakt mit dem Senior Management, CEO inklusive. 2002 kehrte Beale zurück nach Europa, an die Kundenfront. Sie wurde Chefin des Property-and-Casualty-Geschäfts von GE Insurance Solutions und war damit verantwortlich für die Märkte Kontinentaleuropa, Mittlerer Osten und Afrika.
Fünfzehn Monate später stieg sie noch eine Stufe höher, wurde CEO von GE Frankona Re und zügelt nach München. Im Februar 2006 nahm sie den nächsten Satz und landete an der Spitze des Rückversicherers Converium in Zürich, der 2007 im Zug einer feindlichen Übernahme vom französischen Konkurrenten Scor geschluckt wurde. Wenig später tauchte Beale im Topmanagement der Zurich auf.
2012 wurde sie CEO des Versicherers Canopius und war von 2013 bis 2018 CEO von Lloyd’s of London. Sie ging als erste weibliche CEO in die bald 330-jährige Firmengeschichte ein und als diejenige, die einen Kulturwandel initiiert hat: Beale – offen bisexuell – hat etwa Pride@Lloyds lanciert, weinselige Gelage zwecks Vertragsabschlüssen verboten und das Geschäft digitalisiert.
Ritterwürde von der Queen
Für ihre Verdienst um die britische Wirtschaft erhielt Beale einst gar die Ritterwürde von der Queen. Heute ist «Dame» Beale in zahlreichen Nonprofitprojekten und Branchenverbänden aktiv, präsidiert die HIV Commission, mit dem Ziel, bis 2030 in England HIV-Ansteckungen auszumerzen.
Mediclinic ist ein international tätiger Betreiber von Privatkrankenhäusern und Teil der Remgro-Holding, die von der Familie des Unternehmers Johann Rupert kontrolliert wird. Im Oktober 2007 hat die Gruppe die deutlich grössere Schweizer Privatklinikgruppe Hirslanden übernommen. Hirslanden ist das Herzstück von Mediclinic: Im Geschäftsjahr 2018/2019 betrug der Anteil der Privatklinikgruppe knapp 50 Prozent am Umsatz und am Ebitda-Ergebnis – Tendenz sinkend. Insgesamt beschäftigt Mediclinic über 32'300 Mitarbeitende.
(ccr)