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Das schwefelhaltige Methylsulfonylmethan oder MSM soll bei Arthrosepatienten vorliegenden Mangel an Schwefel beseitigen und wird als "sanftes alternatives Schmerzmittel" dargestellt. Des Weiteren soll es bei Muskelkrämpfen und –schmerzen, Sportverletzungen, Autoimmunerkrankungen, Karpaltunnelsyndrom und sogar gegen Schnarchen, Heuschnupfen bis hin zu Krebserkrankungen eingesetzt werden können.
Nahrungsergänzungsmittel sind jedoch nicht dafür da, Krankheiten vorzubeugen, zu lindern oder zu heilen. Anbieter dürfen daher grundsätzlich auch nicht mit entsprechenden Aussagen zur Wirkung bei Arthrose und anderen Erkrankungen werben. Aber auch für MSM bei der Europäischen Kommission beantragte gesundheitsbezogene Werbeaussagen (sogenannte "Health Claims") wie zum Beispiel "trägt zur normalen Kollagenbildung bei" wurden abgelehnt und dürfen nicht verwendet werden.
Als Arzneimittel ist MSM nicht zugelassen.
In der Regel wird es im Online-Handel als Nahrungsergänzungsmittel, oft in Kombination mit anderen Mitteln gegen Gelenkbeschwerden wie Glucosamin oder Chondroitin vertrieben. Auch wird gerne Vitamin C zugesetzt – hier dürfen nämlich bestimmte gesundheitsbezogene Aussagen getätigt werden, beispielsweise "Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knochen bei".
"Der Begriff "Gelenk" im Produktnamen, die Werbung mit verbesserten Gelenkfunktionen sowie die Abbildung eines beweglichen Gelenkes sind nach Ansicht des Arbeitskreises Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder (ALS) unzulässig, da dies einen Wirkzusammenhang vermuten lässt, der nach Einschätzung von Experten nicht gegeben ist. Eine solche Abbildung würde eine unzulässige Erweiterung der genehmigten Health Claims bedeuten."
Für einige der behaupteten Wirkungen existieren noch nicht einmal Studien. Tatsächlich wurden nur wenige Humanstudien durchgeführt. Auch über mögliche Nebenwirkungen, die bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum auftreten können, ist nichts bekannt.
Methylsulfonylmethan als organische Schwefelverbindung kommt in vielen Pflanzen und Tieren vor, also auch in Lebensmitteln. Als Bestandteil von Chondroitinsulfat spielt Schwefel im Knorpelgewebe eine Rolle. Eine bestimmte empfohlene tägliche Zufuhrmenge für Schwefel gibt es nicht. Schwefel benötigt der Körper in Form der schwefelhaltigen Aminosäuren (Eiweißbausteine) Methionin und Cystein. Durch die sehr eiweißreiche Ernährung in den westlichen Industrieländern ist eine ausreichende Zufuhr dieser schwefelhaltigen Aminosäuren und damit von Schwefel gewährleistet. Ein isolierter Schwefel-Mangel ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unbekannt.
MSM darf laut Europäischem Novel-Food-Katalog nur Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt werden. Diese Einstufung ist nicht rechtsverbindlich, entspricht aber der europäischen Verkehrsauffassung. Weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene gibt es für diesen Stoff Vorgaben für Höchst- oder Mindestmengen.
Aufgrund einer Produktbewertung in 2013 hält das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Verzehrmenge von 50 mg MSM pro Tag für unbedenklich. Die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel (Food and Drug Administration, FDA) war 2007 ebenfalls um eine Produktbewertung, allerdings für ein Produkt mit 4,8 g Tagesdosis, gebeten worden. Dieses wurde ebenfalls als sicher betrachtet (Generally Recognized As Safe = GRAS). Unbekannt ist, ob eine Langzeiteinnahme von MSM-Produkten gesundheitliche Risiken birgt. Diesbezügliche Hinweise gibt es nicht. Kurzfristige Nebenwirkungen können allergische Reaktionen, Magen-Darm-Probleme und Hautreizungen sein.