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Ozonschicht über der Schweiz
Ozon ist ein Gas, das die besondere Fähigkeit besitzt, einen Teil der von der Sonne ausgehenden Ultraviolettstrahlung zu absorbieren. Es ist hauptsächlich in der Stratosphäre in 10 bis 40 km Höhe vorhanden, wo es die sogenannte Ozonschicht bildet. Die Zerstörung der Ozonmoleküle wird nicht direkt durch die ozonschichtabbauenden Stoffe hervorgerufen, sondern durch ihre Zersetzungsprodukte (Chlor, Brom), die unter Einwirkung der in der Stratosphäre besonders intensiven UV-Strahlung entstehen. Dieser Indikator bildet die Entwicklung des Zustands der Ozonschicht ab und ermöglicht es, die Wirksamkeit der Massnahmen zu deren Schutz zu evaluieren und abzuschätzen, ob allenfalls weitere Massnahmen notwendig sind.
1993 sank die Ozonkonzentration infolge des kurzzeitigen Anstiegs des Chlorgehalts in der Stratosphäre, den der Ausbruch des Pinatubo mit sich brachte, auf ein Minimum. Danach liess sich bei der Ozonkonzentration über Arosa im Jahresdurchschnitt eine leicht steigende Tendenz feststellen. In den letzten Jahren blieb sie dann mehr oder weniger stabil. Eine Rückkehr zum Ausgangswert ist allerdings nicht vor 2060 zu erwarten, weil ozonschichtabbauende Stoffe in der Atmosphäre eine lange Lebensdauer haben und weil aufgrund der vorhandenen Bestände, insbesondere Schaumstoffisolierungen und Kühlsysteme, weiterhin solche Stoffe ausgestossen werden. Die zukünftige Entwicklung hängt auch von anderen Faktoren ab, die beispielsweise mit den Klimaveränderungen in Zusammenhang stehen. Um das Niveau von 1980 zu erreichen, müsste die Ozonkonzentration um 5% steigen. Dies entspricht einem linearen Anstieg von 0,075% pro Jahr zwischen 1995 und 2060. Damit hätte der Anstieg zwischen 1995 und 2010 1,15% betragen müssen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, da die Ozonkonzentration während dieser Zeit mehr oder weniger stabil geblieben ist. Da der erforderliche Anstieg jedoch geringer ist als 2%, wird der Zustand der Ozonschicht über der Schweiz dennoch nicht als vollständig negativ angemessen.
Da es sich um einen Indikator handelt, der einen Globalzustand eines Umweltparameters illustriert, hätte ein internationaler Vergleich keine Aussagekraft. Regionale Variationen sind nämlich eher durch das terrestrische Klimasystem bedingt als durch die Wirkung ozonschichtabbauender Stoffe.
Die Durchlässigkeit der Atmosphäre für die UV-Strahlung der Sonne wird mithilfe von Dobson- und Brewer-Spektrofotometern gemessen. Anhand der Messwerte wird der Gesamtozongehalt in einer senkrechten Luftsäule über der Messstation Arosa errechnet.
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