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Richard Sprüngli, der langjährige Patron der Zürcher Confiserie Sprüngli, ist tot. Er hat das traditionsreiche Zürcher Süssigkeitenunternehmen 50 Jahre lang geprägt und ausgebaut. Mit den "Luxemburgerli" führte er 1958 das berühmteste Produkt der Nobelconfiserie ein.
Sprüngli starb am vergangenen Freitag im Alter von 97 Jahren, wie aus einer Todesanzeige des Unternehmens in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Mittwoch hervorgeht. Die Trauerfeier findet am nächsten Dienstag im Grossmünster in Zürich statt.
Richard Sprüngli hat die Unternehmensführung 1956 in der fünften Generation übernommen. Erst 2003 gab er das Verwaltungsratspräsidium an die sechste Generation der Familie ab. Rund zehn Jahre zuvor hatten seine Neffen Milan und Tomas Prenosil schon die operative Führung übernommen.
In die Ära von Richard Sprüngli fällt unter anderem die Lancierung des bekannten Kleingebäcks Luxemburgerli. Das Rezept dafür stammte von einem Konditor aus dem Grossherzogtum, der es bei einer Weiterbildung am Stammsitz am Zürcher Paradeplatz verwendete. Sprüngli benannte den Verkaufsschlager nach seinem Herkunftsort. Luxemburgerli ist heute ein geschützter Markenname.
1961 verlagerte Sprüngli die Produktion nach Dietikon am westlichen Rand der Stadt Zürich. 1970 begann die Eröffnung weiterer Geschäfte in und um Zürich, in Winterthur, Zug, Bern, Genf und Basel. Den Schritt in Ausland machte Sprüngli aber nicht.
Das reine Familienunternehmen Confiserie Sprüngli war 1836 von David Sprüngli gegründet worden, der die Confiserie Vogel in der Marktgasse übernahm. Ab 1845 stellte Sprüngli Schokolade her. 1859 entstand das berühmte Ladengeschäft am Zürcher Paradeplatz. Der Name des Unternehmens ist seither eng verbunden mit dem weltweiten Ruhm, den Schweizer Schokolade besitzt.
1892 teilte der damalige Chef Rudolf Sprüngli das Unternehmen unter seinen Söhnen auf: Der eine Sohn bekam die Confiserien, der andere die Schokoladenfabrik. Mit der Fabrik in Kirlchberg ZH wurde aus Lindt & Sprüngli weltweit agierender Konzern mit heute über 8000 Mitarbeitern.
Die Confiseriekette Sprüngli zählt über 1000 Mitarbeitende und 19 Verkaufsgeschäfte. Der verstorbene Richard Sprüngli war im Leben der Stadt Zürich ein wichtige Figur: Er war Zunftmeister der Schiffleuten, Präsident der Vereinigung Bahnhofstrasse und Oberst der Schweizer Armee.
SDA-ATS