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Datenanalyse Super League 2020-21
Erfolgreiche Teams verfügen oft über talentierte Mittelfeldspieler, die konstant ausserordentliche Leistungen erbringen können. Dies trifft auch für die Schweizer Super League zu. Ein starkes Mittelfeld ist für jeden Verein defensiv sowie offensiv von entscheidender Bedeutung, egal ob das Team um den Titel oder um den Ligaerhalt spielt. Jede Position erfordert verschiedene Fähigkeiten und Stärken. Keine andere Rolle erfordert aber eine so grosse Anzahl an Fähigkeiten, wie die des zentralen Mittelfeldspielers.
Da für die laufende Saison noch zu wenig belastbare Daten zur Verfügung stehen, analysieren wir die defensiven oder zentralen Mittelfeldspieler der vergangenen Super League Saison 2020-21.
Methodik & Kriterien
Um eine faire und aussagekräftige Analyse zu ermöglichen, wurden spezifische Kriterien festgelegt. Es wurden nur Spieler mit mehr als 800 Spielminuten berücksichtigt. Für die Positionsanforderungen haben wir Spieler genommen, die am meisten als defensiver (DM) oder zentraler Mittelfeldspieler (CM) gespielt haben.
Um die Vielfalt an Anforderungen an die Mittelfeldspieler zu berücksichtigen haben wir die Anforderungen bzw. Analysedimensionen in drei Schlüsselbereiche eingeteilt. Die Defensivarbeit, die Fähigkeiten am Ball und den Offensivbeitrag.
Die Datenquelle für alle Analyse war Wyscout. Defensiv-Arbeit
Im modernen Spiel ist die Defensiv-Arbeit eine Standardanforderung für jede Position. Vor allem aber Mittfeldspieler müssen in der Lage sein, Zweikämpfe zu gewinnen, generische Überzahl zu kompensieren und die Verteidigung zu schützen. Die erste Grafik unten zeigt die durchschnittliche Anzahl erfolgreicher Defensivaktionen pro 90 Minuten, sowie die Erfolgsquote der Defensivduelle. Auf diese Weise können wir sehen, wie jeder Spieler insgesamt zu defensiven Aktionen seines Teams beiträgt.
Bei der Anzahl erfolgreicher Defensivaktionen sticht sofort Cameron Puertas (Lausanne) mit beeindruckenden 13,37 heraus. Danach folgen die Young Boys Spieler Fabian Rieder (12,97) und Christopher Martins Pereira (12,14), die beide noch über zwölf Defensivduelle pro Spiel gewinnen. Betrachtet man die Erfolgsquote der defensiven Duelle, liegen Jordy Wehrmann (Luzern, 69.83%) und Toni Domgjoni (Ex-FCZ) (69.23%) ganz vorne.
Overall ausgezeichnete Werte in beiden Dimensionen erreichten auch Jonathan Sabbatini (Lugano) und Ousmane Doumbia (FCZ).
Die defensiven Zweikämpfe sind bei weitem nicht der einzige wichtige Teil des Defensivspiels eines Mittelfeldspielers. Er muss in der Lage zu sein, das Spiel zu lesen, den Pass eines Gegners vorherzusehen und ihn daran zu hindern, sein Ziel zu erreichen. Werfen wir somit einen Blick auf die Interceptions.
DIe ausgewiesenen Interceptions sind "possession adjusted". Das heisst, dass bei den Werten die Ballbesitzquote des Team mit berücksichtigt wird. Die Werte sind somit belastbarer und aussagekräftiger. Mehrere Spieler in der Auswahl verzeichneten in der vergangenen Saison sehr gute "Abfangzahlen", und wieder einmal glänzte dabei Jordi Quintillà (Basel, Ex-St.Gallen). Mit durchschnittlich sieben Interceptions pro 90 Minuten. Danach folgten das Vaduzer Gespann Sandro Wieser (6.53) und der Routinier Milan Gajic (6.13).
Fähigkeiten am Ball
Die wohl wichtigste Fähigkeit eines zentralen Mittelfeldspielers ist die Fähigkeit, positive und wertvolle Aktionen am Ball zu erzeugen. Vom Passspiel über das Dribbling bis hin zur Verteidigung des Balls. Schauen wir nun auf die Dribbling-Erfolgsrate für die letzte Saison sowie die Erfolgsrate in Offensivduellen.
Bei der Dribbling-Erfolgsquote stechen sofort Miroslav Covilo (Ex-Lugano, 73,33%) und wieder Jordi Quintillà (Basel, Ex-St.Gallen, 67,39%) heraus. Beide erreichen sowohl in den Offensiv Duellen und nen Dribblings herausragende Werte. Blerim Dzemaili (FCZ) gewinnt zwar über alles, noch mehr Offensiv Duelle (58,02) , zeigt aber klare Defizite bei der Dribblings Erfolgsquote (44,44%).
Passgenauigkeit
Unsere nächste Dimension gilt der allgemeinen Passgenauigkeit sowie die Genauigkeit bei Vorwärtspässen, da tendenziell mehr Druck auf einen Spieler ausgeübt wird, der einen Vorwärtspass macht als einen Rückwärts- oder Seitwärtspass.
Es gibt mehrere Spieler mit einer Gesambewertung von je über 75%, was von einem zentralen Mittelfeldspieler zu erwarten ist. In der Passgenauigkeit schwingen Christopher Martins Pereira (Young Boys) Luca Zuffi (Sion, Ex.Basel) und Théo Valls (Servette) oben auf. Sie erreichen sowohl bei der generellen Passquote sowie bei der Vorwärtspass-Erfolgsquote ausgezeichnete Werte. Dies zeigt ihre Qualität und ihr Selbstvertrauen, im Spiel nach Vorne primär den Raumgewinn zu suchen.
Vor allem bei der Quote der Vorwärtspässe, trennt sich die Spreu vom Weizen und es sind grosse Unterschiede erkennbar. Théo Valls, der sich in der letzten Dribble-Grafik schwer getan hat, beeindruckt hier mit einer Gesamtgenauigkeit von 87,65% und zeigt, dass er den Ball wohl viel lieber passt als dribbelt.
Angriffsbeitrag - offense value xOV
Im letzten Abschnitt dieser Analyse werden wir den Angriffsbeitrag bewerten. Dabei untersuchen wir den geleistet Beitrag an Expected Assists (xA) und Expected Goals (xG). Dabei ziehen wir selbstverständlich die xG durch die getretenen Elfmeter ab, sodass wir einen non penalty xG Wert (npXG) erhalten.
Es ist nicht die Hauptaufgabe eines Mittelfeldspielers Tore zu erzielen. Doch die Fähigkeit Tore und Vorlagen zu liefern ist eine wünschenswerte Eigenschaft für einen Mittelfeldspieler auf jedem Niveau.
Die Tabelle zeigt den offensiven Einfluss mit der Summe aus Expected Assists (xA) in blau und non penalty Expected Goals (npxG) in orange pro 90 Minuten. Es summiert die Fähigkeiten, Torchancen für die Mitspieler aufzulegen aber auch selber in erfolgsversprechende Abschlussposition zu kommen.
Víctor Ruiz (St. Gallen) war im Offensivbeitrag mit 0,39 in der vergangenen Saison mit der Beste seines Fachs. Gefolgt wird er von Théo Valls (Servette, 0,36), Vincent Sierro (Young Boys, 0,33) und Lukas Görtler (St. Gallen, 0,33). Der letztgenannte war mit 0,21 der Beste seines Fachs im Bereich Expected Goals pro Spiel.
Fazit - Datenanalyse
Diese Datenanalyse zeigt, dass es für die Beurteilung von Mittelfeldspielern eine Reihe wichtiger und vielfältiger Faktoren zu berücksichtigen gilt. Und so verschieden sind auch die Stärken und Ausprägungen der einzelnen der Spieler.
Zwei Spieler gehörten in der vergangenen Saison in jeder Dimension (Defensivarbeit, Fähigkeiten am Ball, Offensivbeitrag) immer zu den Besten und haben sich Bestnoten verdient.
Es sind dies Jordi Quintillà und Christopher Martins Pereira.
Im Verfolgerfeld, mit Verbesserungs-Potential in einer Dimension, finden wir Cameron Puertas, Fabian Rieder, Théo Valls und Michel Aebischer.
Viele Sportarten bestehen aus zwei Linien. Defense und Offense. Das Mittelfeld gibt dem Fussball eine zusätzliche Tiefe und Vielfalt und generiert unzählige Möglichkeiten und Variationen.
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