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Im einminütigen Film wird der Notbremsassistent von Mercedes-Benz demonstriert. Rennen Kinder vors Auto, wird automatisch auf die Klötze getreten. Die Pointe der Filmstudenten ist gesalzen und verbreitete sich in Windeseile viral um die Welt: In Braunau am Inn, dem Geburtsort Hitlers, rennt gegen Ende des 19. Jahrhunderts der kleine Adolf vor die Edelkarosse. Diesmal bremst das Auto nicht ab, sondern überfährt den Jungen. Claim: «Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen».
Daimler will mit dem brisanten Film nichts zu tun haben und verlangte umgehend, dass deutliche Hinweise im Clip platziert werden. Es sei unangemessen, für einen Werbespot den Tod eines Kindes sowie Inhalte mit einem Bezug zum Nationalsozialismus zu verwenden, so der Autokonzern am Samstag. Einmal abgesehen von der brisanten ethischen Thematik (dürfte man?), ist man beim Stuttgarter Autohaus vermutlich auch deshalb an einer deutlichen Distanzierung interessiert, weil Daimler-Benz eine wichtige Rolle in der NS-Rüstungsindustrie spielte… und Hitler selbst Mercedes fuhr, beziehungsweise fahren liess. Über die globale Aufmerksamkeit des viralen Spots und der technisch einwandfrei inszenierten Karosse beklagt sich – zumindest inoffziell – wohl niemand.
Der Film polarisiert stark, wie beispielsweise die teils hitzige Leser-Diskussion auf Spiegel Online zeigt. Der Spot des Regiestudenten Tobias Haase ist übrigens für den Deutschen Nachwuchspreis «First Steps» nominiert, den Mercedes-Benz unterstützt. (hae)