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Treten innerhalb eines Jahres mehr als zwei Blasenentzündungen auf, so spricht man von häufig wiederkehrenden, "rezidivierenden" Harnwegsinfekten.
Von Blasenentzündungen sind hauptsächlich Frauen betroffen. Als Folge der kürzeren Harnröhre können Bakterien schneller in ihre Blase vordringen. Zusätzlich werden wiederkehrende Infektionen begünstigt durch fortgeschrittenes Alter, Hormonmangel in den Wechseljahren, häufigen Geschlechtsverkehr, den Gebrauch von spermiziden (Spermien abtötenden) Vaginalcremes sowie durch einen fixen Harnkatheter. Aber auch anatomische Ursachen wie Vernarbungen oder Tumore im Harntrakt, angeborene Fehlbildungen können Blasenentzündungen auslösen.
Typische Beschwerden
Typische Beschwerden einer Blasenentzündung sind verstärkter und gehäufter Harndrang, häufiges Wasserlassen nur kleiner Harnmengen sowie ein Brennen oder krampfartige Schmerzen beim Wasserlassen. Bei weiter fortgeschrittenen Harnwegsinfektionen findet sich oft auch Blut im Urin. Ein Aufsteigen der Infektion in Richtung der Nieren mit Nierenbeckenentzündung ist ebenfalls möglich.
Wichtig sind eine sorgfältige Abklärung der Ursachen und der Ausschluss von Tumoren oder Fehlbildungen in der Blase durch eine Blasenspiegelung. Diese kann in der Regel ohne Narkose und ambulant zum Beispiel in der Spezialsprechstunde Urogynäkologie erfolgen.
Behandlungsansätze und Vorbeugung
Die Behandlung einer akuten Blasenentzündung besteht in der Gabe von Antibiotika. Die Wahl des Medikaments richtet sich danach, welcher Keim im Urin nachgewiesen wurde.
Allgemeine Maßnahmen zur Verhinderung häufig wiederkehrender Blasenentzündungen sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1 bis 1,5 Liter pro Tag) sowie eine regelmäßige und vollständige Entleerung der Blase, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr.
Auch pflanzlichen Präparaten, die Moos- bzw. Preiselbeere (Cranberries/Kranbeeren) enthalten, wird ein vorbeugender Effekt zugeschrieben, da sie den Urin ansäuern und so das Wachstum von Bakterien erschweren.
Bei Hormonmangel hilft die Anwendung von östrogenhaltigen Scheidenzäpfchen oder Creme. Sie führt zu einer verbesserten Schleimhautqualität durch Förderung der Durchblutung. Dadurch wird die Menge an Darmkeimen in der Scheide reduziert, die von dort aus in die Blase wandern können.
Bewiesen ist der Nutzen einer vorbeugenden Langzeitgabe von Antibiotika (Antibiotikaprophylaxe). Die Antibiotika-Prophylaxe ist üblicherweise gut verträglich. Sie wirkt allerdings nur, solange das Antibiotikum eingenommen wird und baut keinen dauerhaften Schutz auf.
Ein anderer Ansatz ist die Stimulation des Immunsystems durch spezielle Medikamente, die das Immunsystem gezielt gegen Harnwegsinfekte stärken (Uro-Vaxom®). Sie enthalten inaktive Bestandteile jener Bakterienstämme, die häufig eine Blaseninfektion auslösen. Ihre Einnahme soll - wie eine Impfung auch - die Bildung von sogenannten Antikörpern fördern und damit die Bakterien vor Ausbildung einer Infektion abtöten.
Häufig wiederkehrende Blasenentzündungen