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Die Schweizer Kaffeewelt scheint auf den ersten Blick eher unscheinbar. Dieser Anblick täuscht aber über die starke Position der Schweiz im internationalen Kaffeehandel und der Forschung und Entwicklung hinweg. Wir haben ein paar spannende Fakten für Dich!
Die kleine Schweiz gross im Kaffeegeschäft
Die Schweiz und Kaffee? Dahinter steckt viel mehr als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Mit ¾ des globalen Handels ist die Schweiz der wichtigste Umschlagplatz für weltweit exportierten Rohkaffee. Dieser wird zu einem grossen Teil von multinationalen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz abgewickelt, wobei nur ein geringer Anteil der Bohnen die Schweiz im physischen Sinne passieren. Von den rund 1,8 Millionen importierten Kaffeesäcken wird wiederum ein Drittel als gerösteter Kaffee ins Ausland exportiert. Darunter befinden sich alle weltweit verkauften Nespresso-Kapseln, die in der Westschweiz hergestellt werden. Das führt u.a. dazu, dass die Schweiz mehr Kaffee exportiert als Käse und Schokolade zusammen.
Auch in der Entwicklung von Vollautomaten ist die Schweiz mit Herstellern wie Jura oder Thermoplan global führend. So beziehen bspw. Starbucks und eine Reihe von Gastronomie-Ketten ihre Kaffeeautomaten ausschliesslich aus der Schweiz. Laut Nestlé, dem Schweizer Mutterkonzern der weltweit bekannten Kaffeemarken Nescafé und Nespresso, besitzen rund 80% aller Schweizer Haushalte eine vollautomatische Espressomaschine - weltweit ein Spitzenwert!
Schweizer Rösthandwerk trifft auf Slow Coffee
Der importierte Rohkaffee wird hierzulande von rund 65 kleinen bis grossen Röstern verarbeitet. Rund ¾ des nationalen Rohkaffeeverbrauchs entfallen dabei auf die drei grossen Röster Nespresso, Delica (Migros) und die “Drie Mollen” Gruppe (Coop, Merkur, Giger und Rosca). Landesweit gibt es interessanterweise nur einen Röster (Haco) der Rohkaffee entcoffeiniert. Die meisten der kleinen und mittleren Röstereien sind im nationalen Röstverband organisiert. Daneben gibt es den Schweizerischen Cafetierverband und das seit wenigen Jahren existierende Chapter der Specialty Coffee Association of Europe (SCAE). Die SCAE spezialisiert sich besonders auf die Förderung von hochqualitativen Kaffees, die entsprechend natürlich angebaut und schonend geröstet werden. Sie hat in den letzten Jahren besonderen Zulauf erhalten und baut das Angebot an Schulungen und Events laufend aus (darunter auch die Swiss Coffee Championships). Ein wichtiger Trend, der damit zusammenhängt, ist die sogenannte Third Wave of Coffee. Mit der “dritten Kaffeewelle” erfolgt die Rückbesinnung auf das bewusste Geniessen von hochwertigem Kaffee. Hierbei wird der Fokus nicht nur auf die verschiedenen Zubereitungsarten von Kaffee gelegt, sondern auch auf Transparenz und Fairness innerhalb der gesamten Lieferkette geachtet. In der Schweiz ist diese Bewegung vor allem unter dem Stichwort “Slow Coffee” aktiv.
Mit Rahm, Zucker oder doch schwarz?
Im Konsum von Kaffee gehören die Schweizer/innen mit 9 kg bzw. 1200 Tassen pro Jahr zur europäischen Spitzengruppe. Einzig in Norwegen und Finnland wird mehr Kaffee getrunken. So erstaunt es nicht, dass Starbucks in der Schweiz eines der global dichtesten Filialnetze aufweist und ab Herbst 2013 zusammen mit der staatlichen Bahngesellschaft (SBB) versuchsweise “Starbuckswägen” einsetzen wird - eine weltweite Premiere. Die Schweiz verfügt durch den föderalistischen Aufbau und die sprachliche Vielfalt über diverse Kulturräume. Eine im letzten Jahr veröffentlichte repräsentative Studie zum Kaffeekonsum in der Schweiz hat diesbezüglich ergeben, dass sich die Trinkgewohnheit je nach (Sprach-) Region unterscheidet. So mögen die Deutschschweizer ihren Kaffee mit Rahm, die Tessiner mit Zucker und die Romands schwarz.
Was haben wir gelernt? Europa’s grösste Kaffeenation ist zur Überraschung vieler nicht Italien oder Schweden sondern die Schweiz!
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