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Wie Jérémy Desplanches geht auch Roman Mityukov die Schwimm-WM in Budapest ohne wirkliche Orientierungspunkte an. Seinen Formhöhepunkt plant der Genfer vielmehr für die EM im August in Rom.
«Ich war in den letzten Wochen ziemlich müde und habe erst vor zwei Wochen die Prüfungen für das zweite Jahr meines Jurastudiums abgeschlossen», erklärt Mityukov im Interview mit Keystone-SDA. «Ich habe viel gearbeitet, im und ausserhalb des Wassers, aber ich hatte keine Gelegenheit, mich wirklich zu verbessern. Ich bin noch nicht in Topform.»
Der 21-jährige Genfer absolvierte zudem von November 2021 bis März 2022 in Magglingen die Rekrutenschule für Spitzensportler und musste erkennen: «Die Bedingungen waren nicht ideal.» Zum einen habe er seinen Coach (Clément Bailly – Red.) nicht an seiner Seite gehabt, «zum anderen stand mir nur ein 25-Meter-Becken zur Verfügung, und das auch nur für eine begrenzte Zeit», so der Bronzemedaillengewinner über 200 m Rücken an der EM 2021. Mityukov ist deshalb froh, dass er nicht zehn Monate in einer normalen Rekrutenschule verloren hat.
Zugleich bedauert Mityukov aber auch, dass er sich aufgrund seines Status als Student nicht für eine Stelle als Zeitsoldat bewerben kann. «Ich war überrascht, als ich davon erfuhr. Es gibt einige Dinge, die in diesem Programm, in das nur acht Athleten pro Olympiazyklus aufgenommen werden können, verbessert werden müssen», fordert er.
Die WM in Budapest ist für Mityukov nur eine Etappe auf dem Weg zu den Europameisterschaften in Rom, wo er seine Bestform erreichen möchte. «In Rom werden die Finals und die Medaillen erreichbarer sein, und ich werde in der Lage sein, ein paar Prozent mehr zu investieren», versichert er. «Aber die WM ist immer noch ein grosser Wettkampf», betont Mityukov, der sich wie üblich kein konkretes Ziel in Bezug auf einen Rang setzt: «So bin ich im Nachhinein nicht allzu enttäuscht. Das Grundziel ist jedoch immer dasselbe: Ich will an meine Bestzeiten herankommen oder sie sogar schlagen.»
Obwohl er nicht genau weiss, wo er im Vergleich zur Konkurrenz steht, hat er dennoch Grund, an sich zu glauben. «Trotz der Müdigkeit habe ich im Training bessere Zeiten erzielt als letztes Jahr um diese Zeit», betont der Genfer, der sich vor der WM lediglich eine Woche Auszeit gegönnt hat.
Mityukov bestreitet an diesen Titelkämpfen vergleichsweise wenige Wettkämpfe: «In Budapest gibt es keine Staffel, also konzentriere ich mich auf mich selbst und meine drei Lieblingsdisziplinen: 100 und 200 Meter Rücken plus 100 Meter Crawl». Ohne Druck, aber nicht ohne Ehrgeiz: «Ich habe immer ein Ziel, das ich aber geheim halte.»