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Herzdiagnostik mittels CT
Risiko mit MSCT und EBCT besser abschätzbar
Die Fortentwicklung der Mehrschichtcomputertomographie (MSCT) führte zur Entwicklung neuerer Scores. Sie erlauben jeweils aus den alters- und geschlechtsspezifisch ermittelten Perzentilen das Risiko für das Auftreten eines schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisses besser vorherzusagen, als dies mit den gängigen Risiko-Scores gelingt. Das Ausmass der Koronarverkalkung korreliert auch mit dem Vorhandensein hämodynamisch wirksamer Koronarstenosen. Vom Einsatz der Kalkquantifizierung mittels Computertomographie für den Zweck der Erkennung signifikanter Stenosen wird derzeit jedoch abgeraten.
Der fehlende Nachweis von Koronarkalk hat einen hohen negativen prädiktiven Wert für das Vorhandensein von Koronarstenosen und nachfolgende, schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse. Die Prognose von Patienten ohne Koronarkalk ist daher ab einem Lebensalter von ca. 50 Jahren für Männer als durchweg gut einzustufen. In Studien konnte gezeigt werden, dass unter CSE-Hemmern eine Progression des Kalkscores verhindert, bei entsprechend aggressiver cholesterinsenkender Therapie sogar eine Abnahme des Kalkscores erreicht werden kann.
Mittels der nichtinvasiven CT-Koronarangiographie gelingt es angesichts der in den letzten Jahren dramatischen Verbesserung der Darstellung bei normal gross angelegten Koronararterien in der Regel, die proximalen zwei Drittel zu beurteilen. Besteht die Frage nach Offenheit von Bypässen, ohne dass eine genaue Beurteilung der distalen Anastomose oder der distalen Nativgefässe erforderlich ist, kann die CT-Angiographie ebenfalls gute Angaben machen. Eine Kontrolle einer In-Stent-Restenose gelingt auch mit den neueren Gerätegenerationen nicht zuverlässig.
Diverse amerikanische und europäische Gesellschaften empfehlen die Untersuchung in erster Linie bei asymptomatischen Patienten mit mittlerem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (10-Jahres-Ereignisrisiko 10–20%) sowie atypischer Angina pectoris mit niedrigem und mittlerem Risiko. Insbesondere einer Gruppe von verunsicherten Patienten können bei unauffälligem Kalkscore und nachfolgend unauffälliger CT-Angiographie eine Beruhigung ausgesprochen bzw. andererseits bei erhöhtem Kalkscore ggf. eine Änderung der Lebensweise sowie eine Primärprävention mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Statinen nahe gelegt werden. Atypische thorakale Schmerzen können allerdings auch funktionell, z.B. durch Koronarspasmen, bedingt sein. Eine endotheliale Dysfunktion als Ursache der thorakalen Schmerzen lässt sich jedoch durch die MSCT-Untersuchung nicht ausschliessen.
Strahlenbelastung gesenkt
Die Strahlenbelastung war bei älteren CT-Geräten mit der einer Herzkatheteruntersuchung vergleichbar. Neuere Geräte reduzieren die Strahlung durch Röhrenstrommodulation um etwa 50%. Die Strahlenbelastung einer Kalkmessung entspricht etwa 1/3 derjenigen einer Herzkatheteruntersuchung.
*[Gekürzter Text nach O. Strohm, et al. Aktueller Stand der kardiovaskulären MRT und CT. Herz 2004;29:223-8]