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John Piper vertritt in seinem Buch "Sehnsucht nach Gott – Leben als christlicher Geniesser" (überarbeitete Fassung "Desiring God" in englisch) eine für die meisten Christen sehr erstaunliche These: Wir leben um Gott zu verherrlichen, indem wir uns an Ihm erfreuen.
Gott wird nicht angebetet, wenn Er nicht gleichzeitig wertgeschätzt und genossen wird. (20)
Kein kantisches Pflichtbewusstsein, sondern purer Hedonismus. Denn:
Das negative Ideal der Selbstlosigkeit bedeutet nicht nur vorrangig, für andere Gutes tun zu wollen, sondern auch, selbst auf das Gute zu verzichten, als ob unser Verzicht das wichtigste ist. (19)
Gott bietet uns nicht nur Freude an, sondern er erwartet es von uns, dass wir ihn und seine Gaben geniessen, wie wir nur können. Die Art von "Vergnügen", die der christliche Geniesser anstrebt, ist die Freude, die in Gott selbst zu finden ist. Er ist das Ziel unserer Suche, kein Mittel zum Zweck.
Wie sieht Piper den Zusammenhang zwischen Ratio und Gefühl?
Wahrheit ohne Gefühl bringt eine tote Orthodoxie hervor und eine Gemeinde, die angefüllt (oder halbvoll) ist mit bekünstelten Bewunderern (ähnlich den Leuten, die mit allgemein formulierten Glückwunschkarten ihren Lebensunterhalt verdienen). Andererseits produziert Gefühl ohne Wahrheit eine leere Ekstase und oberflächliche Menschen, die sich weigern, sich einer gedanklichen Disziplin zu unterwerfen. (80)