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Dieses Jahr ist auch des hundertsten Geburtstags des Schweizer Dichters und Denkers Ludwig Hohls zu gedenken. Wenig gelesen, wurde er von Frisch, Dürrenmatt und Adolf Muschg verehrt. Muschg schrieb: «Hohl-Sätze können Kerker spalten; aber wenn der Kerker die liebe Gewohnheit, die mühsam zusammengebaute Person ist, tun sie auch weh.»
Bekannt wurde Hohl vor allem für seine Notizen – oder von der unvoreiligen Versöhnung, einem umfangreichen Werk kürzerer oder längerer Prosafragmente (heute veröffentlicht, wie Hohls meiste Werke, im Suhrkamp Verlag). Daneben hinterließ er verschiedene Erzählungen und den Kurzroman Bergfahrt. Erst nach seinem Tod erschien in vollständiger Form das Werk Von den hereinbrechenden Rändern – Nachnotizen. Hohl war Meister einer von subtiler Beobachtung erfüllten, gedankengeprägten Prosa.