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Tipps vom Profi
Diese Frage stellen wir uns zumeist erst, wenn der Rasen während einer langen Schönwetterperiode die Blätter einrollt und eine bläuliche Grünfärbung bekommt. Dann wird es allerhöchste Zeit die Bewässerung zu installieren und laufen zu lassen. Doch wie lange müssen wir den Regner laufen lassen, bis die Gräser wieder genügend Wasser haben und wie lange reicht dieses?
Ein Boden enthält Unmengen kleiner Poren, die wir wegen ihrer Unscheinbarkeit kaum beachten. In ihrer Vielzahl machen sie in einem normalen Boden die Hälfte des Bodenvolumens aus. D.h. das Porenvolumen eines Kubikmeter gewachsenen Bodens beträgt etwa die Hälfte davon. Rund ein Sechstel des Bodenvolumens enthält Luftporen, welche das Regen- und Beregnungswasser nicht halten können. Dieses Wasser fliesst in tiefere Bodenschichten ab.
Das zweite Sechstel des Bodenvolumens enthält Mittelporen mit einem Durchmesser von 0,0002 mm bis 0,05 mm. In diesen wird das Wasser gespeichert, welches die Pflanzen aufnehmen und nutzen können. In den ganz feinen Poren wird das Wasser so stark vom Boden gehalten, dass die Saugwirkung der Gräser nicht mehr ausreicht, dieses durch die Transpiration herauszusaugen. Die Fachleute nennen dieses Wasser «Totwasser».
Im Gegensatz zu anderen Pflanzen stehen Rasengräser auf einem Sportplatz sehr dicht beieinander. Pro Quadratmeter sind dies 30 000-35 000 Pflanzen. Den Rasengräsern, die in der Regel 15-20 cm tief wurzeln, stehen rund 25-30 Liter Wasser aus den Mittelporen zur Verfügung. Wollen wir das Bodenprofil füllen, müssen wir diese Wassermenge in den Boden bekommen. Dies ist einfacher gesagt als gemacht. Denn ein trockener Boden enthält viele Risse, durch welche das Beregnungswasser in tiefere Bodenschichten abfliesst, und ein ausgetrockneter Boden lässt sich nur schwer wieder benetzen. Während Trockenperioden im Sommer, wenn lange Tage, hohe Sonneneinstrahlung, tiefe relative Luftfeuchtigkeit und Wind zusammenwirken, leert sich der Bodenpool oft sehr schnell. Je nachdem wie die genannten Einflussfaktoren zusammenwirken, liegt die Verdunstungsrate zwischen 2 bis 8 mm pro Tag.
Beim Wassergeben lassen die meisten Leute ihr Bauchgefühl sprechen. Sie drehen den Wasserhahn an und bei Gelegenheit wieder ab. Wie viel Wasser auf und in den Boden gelangt, bleibt meistens unbekannt. Mit mehreren Regenmessern, welche unter die Beregnungsanlage gestellt werden, lässt sich die verabreichte Wassermenge einfach ablesen. Auch mit zylindrischen Gefässen lässt sich die verabreichte Wassermenge pro Quadratmeter ermitteln. Die Höhe in Millimeter entspricht der Wassermenge in Liter pro Quadratmeter. Wer jedoch wirklich wissen will, wie gut die Beregnung funktioniert, sticht mit dem Spaten ein kleines Bodenprofil und schaut, ob nach der Beregnung der Boden bis unten gleichmässig durchfeuchtet ist.
Mit freundlicher Genehmigung der UFA SAMEN / SEMENCES
Erschienen im Matchprogramm vom 24. April 2022 FCB - FC Pieterlen