Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03501.jsonl.gz/1718

Kohle wird Öl nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) binnen zehn Jahren als wichtigsten Energielieferanten überholen. Ein Grund sei das Wachstum in den grossen Schwellenländern China und Indien, erklärte IEA-Chefin Maria van der Hoeven in Paris.
«Dank der üppigen Vorräte und der unersättlichen Nachfrage nach Energie von den Schwellenmärkten hat Kohle in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts fast die Hälfte des Anstiegs der weltweiten Nachfrage gestillt.»
Das wirtschaftliche Wachstum werde den Anteil von Kohle am weltweiten Energiemix Jahr für Jahr weiter hin die Höhe treiben, kündigte die IEA-Chefin an. «Wenn sich an der aktuellen Politik nichts ändert, wird Kohle Öl innerhalb einer Dekade einholen.»
Dem IEA-Bericht zufolge wird der Ölverbrauch im Jahr 2017 bei 4,4 Milliarden Tonnen liegen. Der Kohleverbrauch entspräche dann umgerechnet 4,32 Milliarden Tonnen.
Anstieg auch in Europa
Aber auch Länder, die sich zur Verringerung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstosses verpflichtet haben, haben laut IEA Schwierigkeiten, der Kohle endgültig abzuschwören. So sei der Kohleverbrauch Anfang 2012 in Spanien um 65 Prozent, in Grossbritannien um 35 Prozent und in Deutschland um 8 Prozent gestiegen.
Der Boom von Schiefergas in den USA habe dort und schliesslich auch in Europa zu einem Rückgang des Kohlepreises geführt. Dies sowie die günstigen Verschmutzungsrechte des EU-Emissionshandels hätten zu einer deutlichen Verlagerung von Gas auf Kohle geführt.
(tno/aho/sda)
Sehen Sie hier die grössten Minen-Konzerne der Welt: