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Seit seinem Londoner Debüt-Konzert 1844 wurde Joseph Joachims Interpretation des Violinkonzertes op. 61 von Ludwig van Beethoven (1806) als vorbildlich angesehen; seine Auffassung dominierte für 60 Jahre das Verständnis des Werks. Nach Joachims Tod 1907 war gerade dieses Werk den interpretatorischen Paradigmenwechseln zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt ausgesetzt, die zu einer völligen Umdeutung innerhalb weniger Jahre führte.
Christine Siegert, Leiterin des Beethoven-Archivs und des Verlags Beethoven-Haus Bonn, stellt einige grundsätzliche Überlegungen zur Problematik des Werkbegriffs im Hinblick auf Interpretation und Interpretationsforschung an.
Johannes Gebauer zeigt mit Hilfe von historischen Tondokumenten und unter Beteiligung von Studierenden der Violinklasse von Monika Urbaniak, wie sehr sich Joachims Spielweise des Konzerts von unserem heutigen Verständnis des Werks unterschied.
Basierend auf dem Projekt: Angewandte Interpretationsforschung
Vortragende:
Christine Siegert, Leiterin des Beethoven-Archivs und des Verlags Beethoven-Haus Bonn Johannes Gebauer, Geiger und Musikwissenschaftler und GSA-Absolvent 2017 mit einer Dissertation über Joseph Joachims Interpretationspraxis
Host: Martin Skamletz, Leiter FSP Interpretation
Apéro im Anschluss