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Caritas arbeitet in Bangladesch schon sei vielen Jahren mit armen Dorfgemeinschaften und unterstützt sie darin, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Seit einigen Jahren hat Caritas begonnen, in Regionen, die von Überschwemmungen und Wirbelstürmen besonders heimgesucht werden, mit der Bevölkerung Bereitschaftsstrukturen aufzubauen. Einerseits hat jede Gemeinde ein Katastrophen-Management-Komitee. Zum anderen gibt es in jeder Gemeinde mehrere Freiwilligenteams, die bestimmte Aufgaben übernehmen: Die einen sind für die Frühwarnung der Dorfbevölkerung vor Katastrophen zuständig, die anderen übernehmen die Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung darüber, wie sie sich am besten vorbereiten können, ihre Besitztümer zu verstauen, ihre Fischteiche zu sichern oder das Dach ihrer Häuser gut zu befestigen, um so die Verluste so gering wie möglich zu halten. Eine dritte Gruppe der Freiwilligenteams ist im Katastrophenfall zuständig für die Evakuierung von hilfsbedürftigen Dorfbewohner/innen und organisiert mit der Regierung zusammen Notunterkünfte. Ein weiteres Team ist für Erste Hilfe-Massnahmen zuständig. Je nach Situation und Bedarf gibt es weitere freiwillige Teams.
Eine solche Hilfe-Struktur entsteht nicht von heute auf morgen und muss regelmässig geübt werden. Seit mehreren Jahren unterstützt Caritas die Regierung, in den am meisten betroffenen Gemeinden des Landes in verschiedenen Distrikten die notwendigen Strukturen aufzubauen. Viele von ihnen brauchen heute keine Hilfe mehr. Bei anderen braucht es noch mehr Unterstützung und Begleitung. Es hat sich auch herausgestellt, dass vor allem die ärmsten Familien, die häufig schlecht in die Dorfgemeinschaft integriert sind, im Katastrophenfall den grössten Schaden erleiden und sich danach nur schwer wieder erholen können. Im neuen Projekt unterstützt Caritas 17 675 ausgewählte ärmste Familien in zwei Distrikten von Bangladesch, die von den flutartigen Überschwemmungen (Flash Floods) und Wirbelstürmen (Taifunen) am meisten betroffen sind. Sie unterstützt damit nicht nur die Familien direkt, sondern auch den Staat mit der Umsetzung von gesetzlichen Verfügungen und Einführung von Managementstrukturen auf Dorfebene, die massgeblich zur Verminderung von Schäden im Falle von Katastrophen beitragen.
Damit übernimmt Caritas auch eine sehr wichtige Funktion, das Wissen, das in früheren Projektphasen generiert wurde, in neue Projekte einfliessen zu lassen. Dem Staat Bangladesch wird damit durch Wissens- und praktischen Erfahrungsaustausch geholfen, Gesetze umzusetzen und die Bevölkerung durch gezielte Strategien, Trainings, Aufklärung und Vernetzung mit den aufgebauten Bereitschaftstrukturen und Helferteams zu schützen. Dabei ist es wichtig, die Gemeinden, Dörfer und Haushalte aktiv in die Planung von Katastrophenmanagement einzubeziehen. So können sie sich dann selber besser schützen und sich eigenverantwortlich gezielt auf Katastrophen vorbereiten.
Dieses Projekt ist daher ein herausragendes Beispiel dafür, wie die von Caritas erprobten Strukturen nun auch als Modell von der Regierung übernommen werden und in exemplarischen Gemeinden, die besonders katastrophengefährdet sind, eingeführt und getestet werden. Diese Erfahrungen wiederum können dazu dienen, auf nationaler Ebene genutzt und in allen gefährdeten Gemeinden in der gleichen Art und Weise eingeführt zu werden.