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| Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau
Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

19.
So sollen sie auch das eines bestimmten Zweckes oder der Menschwerdung wegen über ihn Gesagte verstehen, wie zum Beispiel das Wort des Apostels Petrus in seiner Ansprache an die Juden: „Jesum von Nazareth, einen von Gott bei euch beglaubigten Mann."1Wer nämlich die göttlichen Worte liest, muß sowohl die Personen beachten als auch die Zeit und den jedesmaligen Anlaß der Worte; auf diese Weise wird er mit der Gnade des Geistes einem jeden Worte den rechten Sinn abgewinnen können. Da nun jene auch dieses Wort zur Stütze ihrer Gottlosigkeit benützen, so wollen wir sehen, welchen Zweck denn Petrus mit seinem Worte verfolgt hat, oder vielmehr wir wollen ihn selbst um Aufschluß bitten, welcher Anlaß ihn zu solcher Rede bewogen habe. Was sagst du, Seliger? Willst du Christus als einen Menschen verkünden und uns bereden, einem Menschen zu glauben, um uns zu lehren, einem Geschöpfe zu dienen? Ein anderer Apostel tadelt aber doch diejenigen, die dem Geschöpfe dienen wollen.2Und was hast du denn selbst auf seine Frage, für wen du den Menschensohn haltest, geantwortet? „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes,"3Damals konnte die Frage selbst denen, die das Geheimnis der Menschwerdung nicht recht verstanden, vielleicht auch einen solchen Gedanken nahelegen, nämlich ihn für einen Menschen zu halten, Sie lautete ja: „Für wen halten die Menschen den Menschensohn?" Damals also, als du hörtest, er sei ein Menschensohn, hast du ihn für den Sohn Gottes erklärt; und jetzt, nachdem du die Wundermacht vieler anderer Zeichen geschaut, nachdem du seine selige Auferstehung und die Rückkehr in den Himmel erlebt, erklärst du ihn für einen Menschen?
1: Apg. 2, 22.
2: Röm. 1, 25.
3: Matth. 16, 16.