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Nahezu jeder kennt das saure Aufstoßen nach einer fettigen und reichhaltigen Mahlzeit. Hierbei treten Magensäure und Gase aus dem Magen über die Speiseröhre auf. Neben diesen merkbaren Aufsteigen von Magensäure und Gasen gibt es einen häufig unbemerkten Reflux.
So steigen bei dieser stillen, häufig unbemerkten Form des Reflux ebenfalls Magensäure und Gase in den Schlund auf und können durch die Bestandteile der Magensäure zu einer ausgeprägten Schleimhautreizung im Schlund und im Bereich des Kehlkopfes führen. Bemerkbar macht sich dieser unbemerkte Reflux von Magensäure und Gasen aus dem Magen mit einem brennenden Gefühl im Hals. Einige beschreiben ein Fremdkörper- oder Engegefühl.
Mithilfe der deutschen Version des Hull Cough Hypersensitivity-Fragebogens kann eine kurze, strukturierte Anamnese, mit Hinweis auf eine Reflux-Husten-Korrelation benützt werden. Testen Sie hier online Ihr Risiko.
Vollständige Heiserkeit und sogar Luftnot
Häufig können ebenfalls Stimmveränderungen beschrieben werden, wie beispielsweise eine belegte, heisere Stimme oder ein häufiges Räuspern. In der Untersuchung durch den HNO-Arzt zeigt sich eine Rötung und teilweise Schwellung im hinteren Bereich der Stimmlippen. Im Bereich der Stellknorpel zeigt sich häufig ebenfalls eine Rötung und leichte Schwellung der Schleimhaut.
Im hinteren Bereich der Stimmlippen können sich als Besonderheit über die Schleimhautreizung zu Verdickungen der Stimmlippen ausbilden, die sich Granulome nennen. Diese können zu einer vollständigen Heiserkeit führen und bei ausgedehnter Größe zu Luftnot. Häufig müssen die Granulome operativ abgetragen werden.
Weiterführende Diagnostik
Damit es nicht zu einem raschen Wiederauftreten dieser Schleimhautveränderungen kommt, sollte dennoch nach der operativen Therapie eine weiterführende Diagnostik zum Ausschluss oder zur Bestätigung eines stillen Reflux erfolgen. Besteht ein stiller Reflux sollte über verschiedene Behandlungsoptionen (wie z.B. Umstellung der Nahrungsgewohnheiten, weniger Alkohol etc.) die ständige Schleimhautreizung des Kehlkopfes verhindert oder wenigstens deutlich verringert werden.