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Vor einem Jahr fanden im südkoreanischen Pyeongchang die Olympischen Winterspiele statt. Zurück blieben ungenutzte Sportstätten und Proteste gegen die lokale Regierung.
Pyeongchang 2018 bleibt der Schweiz in guter Erinnerung. Fünf goldene, sechs silberne und vier bronzene Medaillen brachte die Delegation von Swiss Olympic nach Hause. Die Skifahrer, Freestyler, Langläufer, Snowboarder und Curler waren erfolgreich.
Weniger erfolgreich waren die Spiele für die Region Pyeongchang. Zwar vermeldeten die Organisatoren im letzten Herbst, dass sie rund 55 Millionen Euro Gewinn machten. Doch ein Jahr nach den heroischen Heldentaten der Sportler stehen viele Wettkampfstätten ungenutzt leer.
Das Olympic Sliding Centre, wo die Bob-, Rodel-, und Skeletonrennen ausgetragen wurden, ist genauso überflüssig wie das Gangneung Oval, wo es vor einem Jahr die Medaillen im Eisschnelllauf zu holen gab. Auch das Eishockeycenter benutzt niemand mehr. Dennoch belaufen sich die Stromkosten dort laut einem Bericht der ARD auf rund 80'000 Euro monatlich.
Das koreanische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus hatte vorgeschlagen, den Gewinn der Spiele für Unterhalt und Betrieb der Anlagen zu nutzen. Doch die Provinz Gangwon-do fordert die Landesregierung auf, sich zu beteiligen. Das ist bislang allerdings nicht geschehen.
Nicht alles steht noch in Pyeongchang. Das Olympiastadion, wo die Eröffnungs- und Schlussfeier stattgefunden hatten, wurde nach den Spielen wie geplant wieder abgerissen. Der Bau des Fünfecks hatte rund 60 Millionen Euro gekostet.
Abgerissen werden sollen auch die Skianlagen im Jeongseon Alpine Center. Dort wurden Abfahrt und Super-G ausgetragen. Das Umweltministerium Südkoreas erlaubte den Bau dieser Anlagen nur unter der Bedingung, dass sie nach den Spielen wieder zurückgebaut und der Berg wieder aufgeforstet würde. Kostenpunkt laut ARD: mehrere 100 Millionen Euro.
Die Anwohner wehren sich aber gegen diese Pläne und organisieren Proteste. Sie befürchten den Niedergang der Region. Einer der Protestteilnehmer sagte gegenüber der ARD: «Wir haben hier fast nur noch die Landwirtschaft. Die Bevölkerungszahl schrumpft. Wenn wir hier existieren wollen, müssen Touristen kommen.»
Das ist bis jetzt vor allem im Alpensia Ski Resort der Fall. Dort, wo neben Skispringen auch Langlauf und Biathlon ausgetragen wurden, ist es gelungen, eine kleine Winterdestination zu etablieren. Allerdings hat die Sache einen Haken: Die Pisten, die die Skitouristen hinunterfahren, waren nicht Teil der olympischen Austragungsstätte. (abu)
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