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Untersuchungen zum Verfall einer Wissenschaft und zum Umgang mit nationalen Mythen
Haben im Ersten Weltkrieg in Belgien und Nordfrankreich Franktireurs gegen die Deutschen gekämpft? Diese Frage wird vor allem seit der 2001 erschienenen Studie der irischen Historiker John Horne und Alan Kramer in der Forschung mehrheitlich verneint. Gunter Spraul überprüft die Argumentation Hornes und Kramers auf der Basis einer eingehenden Untersuchung der von ihnen verwendeten Quellen und deren kritischer Einordnung in den jeweiligen Kontext. Ausserdem analysiert der Autor bislang nicht verwendete militärische Quellen. Er untersucht allgemeine Vorwürfe an die deutschen Truppen und einzelne Zwischenfälle mit Zivilisten, insbesondere die Ereignisse in Leuven/Löwen. Schnell steht fest, dass eine seriöse Bearbeitung dieses Themas ohne ein ausgeprägtes Mass an Skepsis gegenüber „amtlichen“ Bekundungen beider Seiten nicht möglich ist.
Portrait
Gunter Spraul, *1944, Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Slavistik in Heidelberg, Studiendirektor a.D., Oblt. d.R.; Zeitschriftenaufsätze zum Untergang von U 156 im März 1943, zur wissenschaftlichen Arbeitsweise von Fritz Fischer und zum Herero-Aufstand von 1904. Monographien: „Vom Fähnlein zur Fahne in den Tod. Tagebücher und Aufzeichnungen des Leopold Schuhmacher († 1943), Oberleutnant zur See“ (2008); „Der Fischer-Komplex“ (2011).