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| Chrysostomus († 407) - Briefe an Olympias und Papst Innocentius

An Olympias
Neunter Brief.
Text
Aber du sollst auch die Furcht wegen meiner Reise fahren lassen. Denn ich habe sogar, wie schon gemeldet, an Gesundheit und Stärke zugenommen, indem die Witterung auf mich wohlthätig gewirkt hat und meine Begleiter, die mich zu transportiren haben, sich alle Mühe geben — sogar mehr als ich wünsche — mir Ruhe und Erholung zu verschaffen, und es gelingt ihnen. Im Begriffe, Nicäa zu verlassen, schicke ich dir diesen Brief, am dritten des Monats Juli. Schreibe mir denn recht oft, wie es um deine Gesundheit steht. Dabei wird dir mein Herr Perganius, in den ich ein großes Vertrauen setze, seine Dienste leisten. Benachrichtige mich nicht nur über deine Gesundheit, sondern auch, ob du das Gewölk der Traurigkeit zerrissen hast. Denn wenn ich Das durch deinen Brief erfahre, werde ich auch öfter schreiben, weil ich dann sehe, daß ich durch meine Briefe Etwas erreiche. Wünschest du also durch häufige Briefe erfreut zu werden, so theile mir klar und deutlich mit, daß ihre große Zahl dir Nutzen bringt, und du wirst sehen, daß ich dir reichlich willfahre. Es hat mich nämlich auch jetzt wieder sehr schmerzlich berührt, daß ich keinen Brief von dir erhalten habe, da hier viele Leute durchreisen, welche einen solchen überbringen könnten.
[S. 573]