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Bild:Afp
Christophe Guilluy im Gespräch mit Fraser Myers über den kulturellen Nährboden der Gelbwestenbewegung
Spiked: Was genau meinen Sie mit “peripheres Frankreich”?
Christophe Guilluy: Beim “Peripheren Frankreich” geht es um die geografische Verteilung der Arbeiterklasse in ganz Frankreich. Vor fünfzehn Jahren bemerkte ich, dass die Mehrheit der Arbeiterklasse tatsächlich sehr weit weg von den großen globalisierten Städten lebt – weit weg von Paris, Lyon und Toulouse, aber auch sehr weit weg von London und New York.
Technisch gesehen funktioniert unser globalisiertes Wirtschaftsmodell gut. Es bringt viel Reichtum hervor. Aber es braucht nicht die Mehrheit der Bevölkerung, um zu funktionieren. Sie hat keinen wirklichen Bedarf an Handwerkern, Werktätigen und sogar Kleinunternehmern außerhalb der Großstädte. Paris schafft genug Reichtum für ganz Frankreich, und London tut dasselbe in Großbritannien. Aber man kann keine Gesellschaft darauf aufbauen. Die Gilets Jaunes sind eine Revolte der Arbeiterklasse, die an diesen Orten leben.
Es sind in der Regel arbeitende Menschen, die aber nicht viel verdienen, zwischen 1000€ und 2000€ pro Monat. Einige von ihnen sind sehr arm, wenn sie arbeitslos sind. Andere gehörten einst zur Mittelschicht. Allen gemeinsam ist, dass sie in Gebieten leben, in denen es kaum noch Arbeit gibt. Sie wissen, dass sie, selbst wenn sie heute einen Job haben, ihn morgen verlieren könnten und nichts anderes finden werden.
Spiked: Welche Rolle spielt die Kultur in der Gelbwestenbewegung? Mehr hier….