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Wir alle schreiben seit der Primarschule regelmässig Texte. Und trotzdem fällt es uns manchmal schwer, den passenden Schreibstil auszuwählen. Dieser Text zeigt auf, welche Schreibstile man zu welchem Anlass verwendet und wie man sich die verschiedenen Stile aneignet.
Manchmal sitzt man stundenlang vor einem leeren Blatt Papier oder dem Laptop und findet einfach nicht die passenden Worte. Oft hängt dies damit zusammen, dass man nicht weiss, welchen Schreibstil man verwenden soll beziehungsweise wie man in diesem Schreibstil schreibt. Eine E-Mail an meinen Professor enthält nicht den gleichen Tonfall wie eine Rede bei der GV eines Vereins. Glücklicherweise besteht aber die Möglichkeit, sich die verschiedenen Schreibstile anzueignen.
Den akademischen Schreibstil sollte man als Studierender unbedingt beherrschen. In jeder wissenschaftlichen Arbeit gilt der Schreibstil als Bewertungskriterium, das einen Einfluss auf die Gesamtnote hat. Viele Studierende haben das Gefühl, ihre Arbeiten müssten möglichst kompliziert geschrieben werden. Dem ist aber nicht so. Die Kunst des akademischen Schreibens besteht darin, einen komplexen Sachverhalt möglichst einfach und verständlich zu erklären.
Es ist davon abzuraten, mit Fremdwörtern um sich zu werfen, nur um gebildeter zu wirken. Genauso wenig empfehlenswert sind zu lange, verschachtelte Sätze. Ein wichtiges Kriterium des sachlichen Schreibens ist die Objektivität. Versuche in einer wissenschaftlichen Arbeit, sachlich und ohne persönliche Meinung zu schreiben. Aber Achtung, übertreibe es auch nicht mit der Sachlichkeit. Der Professor sollte nicht das Gefühl haben, dass er die Arbeit eines Roboters liest. Du solltest Deinen Schreibstil zwar dem akademischen Umfeld anpassen, aber Dich nicht komplett verstellen. Der Balanceakt zwischen Objektivität und sich Treubleiben ist zugegebenermassen nicht leicht. Wie so oft im Leben gilt hier aber Übung macht den Meister. Mit jeder verfassten Arbeit erhältst Du ein weiteres Feedback bezüglich Deines akademischen Schreibstils. Normalerweise sollten zu Beginn des Studiums Kurse wie etwa Seminare den akademischen Schreibstil thematisieren.
Wer eine geschäftliche E-Mail verfasst, der sollte einen möglichst höflichen, geschäftlichen Tonfall wählen. Die Anrede sollte unbedingt den Titel der angeschriebenen Person enthalten, insbesondere wenn die Person eine höhere Position innehält als man selbst. Beim geschäftlichen Schreiben kann man in so manches Fettnäpfchen treten. Nicht gerne wird etwa gesehen, wenn man E-Mail Passagen unterstreicht oder noch schlimmer farblich hervorhebt. Dies wirkt alles andere als professionell. Ebenso abzuraten ist von Smileys, die im geschäftlichen Alltag nichts verloren haben. Auf keinen Fall darf man vergessen, die Sie-Form zu verwenden.
Eine E-Mail sollte klar strukturiert sein und unbedingt genauestens auf Rechtschreibfehler kontrolliert werden (es empfiehlt sich, den Text zuerst in einem Worddokument zu verfassen und somit die Autokorrektur zu verwenden). Die Nachricht sollte klar und sachlich formuliert sein sowie die Fragestellung beziehungsweise der Anlass der E-Mail klar herauslesbar sein. Man sollte stets kontrollieren, ob man am Ende der E-Mail die passende Grussformel und seinen Namen (sowie im beruflichen Umfeld die Signatur) nicht vergessen hat. Bei geschäftlichen E-Mails sollte man sich weiter stets darum bemühen, positive Formulierungen zu verwenden. Anstatt „fürchten Sie sich nicht vor den möglichen Konsequenzen“ sollte man eine positive Formulierung wie etwa „Vertrauen Sie in unsere Arbeit“ wählen.
Kreatives Schreiben ist nicht jedermanns Sache. Vielen Menschen fällt es schwer, eine lebhafte, bildhafte Sprache zu verwenden. Doch genau mit dieser erreicht man etwas, das in gewissen Situationen im Leben von grossem Vorteil sein kann: Man weckt Emotionen. In gewissen Kontexten sind Emotionen und eine lebhafte Sprache unerlässlich. Wenn ich etwa eine Rede halte und nicht auf kreative Sprachelemente zurückgreife, langweile ich mein Publikum zu Tode. Und nichts ist schlimmer, als das Desinteresse des Publikums zu spüren. Auch eine Werbung ohne jeglichen Hauch von Kreativität funktioniert nur selten. Ab und zu werden Werbungen allerdings bewusst so langweilig geschrieben, dass sie das Publikum anziehen und zum Nachdenken bringen. Da hier das Stilmittel der Langeweile bewusst verwendet wird, kann man aber auch von kreativem Schreiben sprechen. Im Schulalltag hat man sich beispielsweise in Aufsätzen des kreativen Schreibstils zu bedienen.
Obwohl das kreative Schreiben nicht jedem liegt, kann man sich darin verbessern. Wie bereits gesagt, ist das Wecken von Emotionen ein wichtiges Element des kreativen Schreibstils. Dies gelingt etwa, indem man im Text alle fünf Sinne anspricht. Man sollte eine Szene so beschreiben, dass der Leser diese fühlen, riechen und sehen kann. Auch Vergleiche sind ein wichtiges Stilelement. Oft kann man auch Metaphern verwenden. Eine Metapher ist ein sprachlicher Ausdruck mit sehr bildhaftem Inhalt. Einige Metaphern sind fester Bestandteil unseres täglichen Sprachgebrauchs, etwa Schnee von gestern oder die rosarote Brille.
Im kreativen Schreiben verbessert man sich am einfachsten, indem man spannende Texte analysiert. Was macht den Text XY so interessant? Welche Elemente wecken mein Interesse? Eventuell kann es auch Sinn machen, einen Schreibworkshop zu besuchen. Online findet man zudem zahlreiche spannende und hilfreiche Übungen. Die meisten Lehrpersonen sind zudem sicherlich gerne dazu bereit, einen freiwillig verfassten kreativen Text zu verbessern.
In Zeiten von Social Media und Kommunkationsmitteln wie Whats App gewinnt das private Schreiben immer mehr an Bedeutung. Private Nachrichten, etwa über das Handy, werden oft in Dialekt verfasst. Die gängigen Rechtschreibregeln wie etwa die Gross-und Kleinschreibung fallen weg beziehungsweise verlieren an Relevanz. Private Texte sind gekennzeichnet durch eine einfache, prägnante Ausdrucksweise, Abkürzungen, die Vernachlässigung von Satzzeichen und den regen Gebrauch von Emojis. Die vereinfachte Sprachform der privaten Kommunikation hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Sprache. Viele Linguisten, sprich Sprachforscher, forschen in diesem Bereich.
Natürlich zwingt dich niemand dazu, deinen Kollegen in perfektem Deutsch Nachrichten zu schreiben. Versuche aber trotzdem, dich an die wichtigsten Regeln zu halten. Ansonsten läufst du Gefahr, deinen Sinn für die Rechtschreibung mit zunehmender Kommunikation im privaten Bereich immer mehr zu verlieren. Schreibe zudem öfters mal Personen, die auch per digitaler Kommunikation einen gepflegten Schreibstil von dir erwarten, etwa deinen Grosseltern.
Es ist wichtig, die verschiedenen Schreibstile zu kennen. Nicht minder von Bedeutung ist aber die Fähigkeit, flexibel zu bleiben. Ein toll verfasster Text kennzeichnet sich dadurch, dass Elemente verschiedener Schreibstile ineinanderfliessen. Nehmen wir als Beispiel einen Zeitungsartikel. Dieser ist generell eher sachlicher Natur. Damit er den Leser aber interessiert, verwendet der Journalist auch kreative Sprachelemente. Die Stile zu vermischen ist nicht ganz einfach und Bedarf Übung sowie eines gewissen Sprachgefühls. Es empfiehlt sich, Texte, die dir sprachlich hochwertig erscheinen zu sammeln und bei Gelegenheit immer wieder durchzulesen. Durch Imitation kannst du anschliessend deinen eigenen Sprachstil verbessern.
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