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Die malaysischen Behörden haben erstmals Rohdaten veröffentlicht, welche die Kommunikation zwischen Satelliten und Flug MH370 aufzeigen. Anhand dieser Daten hatten Experten darauf geschlossen, dass die Boeing 777 der Malaysia Airlines vor zweieinhalb Monaten im südlichen Indischen Ozean vor der Westküste Australiens abgestürzt ist.
Die Daten wurden von der malaysischen Regierung wochenlang unter Verschluss gehalten. Auch die britische Satellitenfirma Inmarsat wurde nach eigenen Angaben dazu aufgefordert, keine Details an die Öffentlichkeit zu geben. Jetzt wurde der Bericht zunächst den Angehörigen der 239 verschollenen Passagiere und Crewmitglieder übergeben.
In dem 47-seitigen Bericht sind die Logdaten zwischen den Inmarsat-Satelliten und dem Flugzeug aufgelistet. Angehörige, die die malaysischen Ermittlungen kritisch sehen, fordern seit Wochen eine unabhängige Untersuchung der Daten, zumal es von den malaysischen Behörden immer wieder widersprüchliche Informationen gegeben hatte.
Experten hatten Zweifel an der Auswertung und der errechneten Flugroute geäussert. Eine australische Firma behauptete Ende April, Flug MH370 sei im Golf von Bengalen abgestürzt, rund 5000 Kilometer vom angenommenen Absturzort entfernt. Die Ermittler wiesen diese Theorie zurück.
Die Maschine war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen der zivilen Luftüberwachung verschwunden. Eineinhalb Stunden später tauchte sie auf einer völlig anderen Flugroute kurz auf einem militärischen Radar auf. Danach wurden noch während rund sechs Stunden automatische Signale der Triebwerke an einen Inmarsat-Satelliten aufgefangen.
Die Verkehrssicherheitsbehörde von Australien kommt in einer eigenen Untersuchung zum Schluss, dass die Boeing rund 25 Seemeilen (46 Kilometer) vom letzten der sogenannten Ping-Signale entfernt ins Meer gestürzt sein müsse. Dies berichtet das «Wall Street Journal». Das Signal sei vom üblichen Ein-Stunden-Rhythmus abgewichen, so die Behörde. Sie geht davon aus, dass dem Flugzeug zu jenem Zeitpunkt der Sprit ausging und die Elektronik deshalb zurückgesetzt worden sei.
Allerdings fehlt auch nach einer wochenlangen intensiven Suche noch immer jede Spur von dem Flugzeug. Auch ist völlig unklar, warum die Maschine von ihrer ursprünglichen Route abgewichen sein könnte. Die Behörden prüfen laut «Wall Street Journal» einen neuen Ansatz. Sie wollen die Aufzeichnungen von speziellen Unterwasser-Mikrofonen nach möglichen Audiosignalen absuchen. Die Mikrofone wurden von der UNO als Überwachungsinstrumente gegen illegale Atomwaffentests installiert.
Ausserdem will die australische Regierung in der nächsten Woche ein privates Vermessungsschiff in das mutmassliche Absturzgebiet entsenden. Es soll mit einem bereits dort stationierten chinesischen Schiff den bis zu 6000 Meter tiefen Meeresboden kartografieren. Die Verkehrssicherheitsbehörde geht davon aus, dass die Suche bis drei Monate dauern wird. (pbl)