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Im Zuge des ambitionierten israelischen Projekts zum Bau eines Verbindungskanals zwischen dem Roten Meer und dem kleiner werdenden Toten Meer werden 30 Millionen Kubikmeter Wasser an die Palästinensische Autonomiebehörde weitergeleitet. Dies sieht ein Abkommen vor, das am Mittwoch bei einer globalen Wasserkonferenz in Stockholm unterzeichnet wurde.
Die bei der jährlich stattfindenden „World Water Week“ unterzeichnete Vereinbarung wurde von Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien und den anderen Golfstaaten unterstützt, doch sie sorgte für einen Wutausbruch des palästinensischen Vertreters gegenüber der israelischen Wasserpolitik.
Laut dem Likud-Abgeordneten Hiob Kara, der Israel bei der jährlichen Konferenz vertrat, wird die Weiterleitung des Wassers innerhalb des nächsten Monats beginnen.
„Wir hatten die Idee, im Rahmen des Kanalprojekts im nächsten Monat 30 Millionen Kubikmeter Wasser an die Palästinenser weiterzuleiten. Diese Initiative wurde von den Mitgliedern des Rats gelobt“, sagte er am Donnerstag gegenüber Israel Radio.
„Das Lob für die Initiative setzte den palästinensischen Vertreter unter Druck, der daraufhin auf die Bühne ging und lauter schrie, als was Sie je gehört haben – was die Sicherheitskräfte dazu veranlasste, ihn von der Bühne zu holen“, fügte Kara hinzu.
Das ambitionierte Projekt zum Bau eines Kanals zwischen dem Roten Meer und dem Toten Meer wird seit mehr als einem Jahrzehnt geplant und zielt darauf ab, Teile Jordaniens, Israels und der palästinensischen Gebiete mit dringend benötigtem Wasser zu versorgen.
Eine Meerwasserentsalzungsanlage in der jordanischen Stadt Akaba, die sich gegenüber dem israelischen Erholungsort Eilat auf der anderen Seite des Golfs befindet, wird das Trinkwasser bereitstellen. Israel wird ca. 30-50 Millionen Kubikmeter Trinkwasser erhalten, um damit Eilat und Gemeinden in der trockenen Aravasenke zu versorgen, während Jordanien 30 Millionen Kubikmeter für seine eigenen südlichen Gebiete verwenden wird.
100 Millionen Kubikmeter des während des Prozesses entstehenden stark salzhaltigen Nebenprodukts werden durch Rohre in den Norden zum Toten Meer – mit etwa 427 Metern der tiefste Punkt der Erde unter dem Meeresspiegel – geleitet, um den See wieder aufzufüllen, dessen Wasserpegel in den vergangenen Jahrzehnten bedenklich gesunken ist. Experten warnen davor, dass das Tote Meer – das tiefst gelegene und salzigste Gewässer der Welt – auf dem besten Weg ist, bis zum Jahr 2050 auszutrocknen. Umweltschützer warnen jedoch, dass durch das Pumpen von Wasser in das Tote Meer die Ökologie der Region gefährdet wird.
Finanziert und unterstützt wird das Projekt durch die Weltbank, die USA und mehrere europäische Staaten. Im letzten Monat gab Jordanien bekannt, dass 17 internationale Unternehmen Angebote für den Bau des Kanals eingereicht haben.
Palästinensische Wasserbehörde wirft palästinensischer Gemeinde Wasserdiebstahl vor
Laut der Jerusalem Post wirft die Palästinensische Wasserbehörde den Offiziellen der palästinensischen Gemeinde Sa’ir vor, illegal Wasser von den zentralen Leitungen abzuzapfen, was Auswirkungen auf die Wasserversorgung in anderen Gegenden der Region Hebron habe. Dies teilte die Behörde am 12. August in einer veröffentlichten Stellungnahme mit.
Bereits in der Vergangenheit hätten Bewohner von Sa’ir, das rund 25.000 Einwohner hat, illegal die Wasserleitungen angezapft und ohne Wissen der Wasserbehörde umgeleitet. In diesem Fall allerdings wirft die Behörde Gemeindevertretern vor, hinter dem Diebstahl zu stecken und verhaftete in Zusammenarbeit mit der palästinensischen Zollbehörde 13 Gemeindemitarbeiter, unter ihnen auch den Bürgermeister, Kayed Jaradat.
Nach Demonstrationen der Einwohner von Sa’ir mischte sich der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah ein und veranlasste die Freilassung des Bürgermeisters und weiterer Gemeindemitarbeiter.
Der Bürgermeister wies die Anschuldigungen als falsch zurück, räumte allerdings ein, dass einige Einwohner von Sa’ir illegal Wasser umleiteten. Gemäss der Jerusalem Post bleibt die Wasserbehörde allerdings bei ihrer Darstellung.
Quellen: Times of Israel, World Water Week, Jeruslaem Post, Agenturen