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Der Beobachter zeigt Mut:
Gegen Leisetreterei und hohe Tiere
Der Beobachter scheute sich nie, unbequeme Ansichten zu äussern. Während des Zweiten Weltkriegs geisselte er trotz Pressezensur die Massenvernichtung der Juden als «unmenschliche Tat, für die jedes Wort des Abscheus zu gering ist». Die Abweisung der Flüchtlinge an der Schweizer Grenze unter dem Motto «Das Boot ist voll» bezeichnete er als Unmenschlichkeit.
1988 enthüllte der Beobachter, dass der renommierte Rechtsanwalt Hans W. Kopp, Gatte der Bundesrätin Elisabeth Kopp, Millionen am Fiskus vorbeigeschleust hatte. Damit läutete er auch das Ende von Elisabeth Kopps Karriere als Bundesrätin ein.
Über den Beobachter stolperte auch Hans Hess, Justizdirektor im Nebenamt in Obwalden. 1986 machte der Beobachter publik, dass Hess als Anwalt ausländische Steuerflüchtlinge juristisch vertreten hatte gegenüber dem Kanton, dessen Interesse er als Regierungsrat wahren sollte. Seine Tage im Amt waren gezählt.
Der Beobachter bewegt: AHV, Opferhilfe und Gentech
Dreimal hat der Beobachter zum Mittel der Volksinitiative gegriffen, um seine Anliegen zu verwirklichen. Alle Initiativen konnten vor der Abstimmung zurückgezogen werden, weil der Bundesrat mit den Gegenvorschlägen die Forderungen weitgehend erfüllte.
Der Beobachter hilft: SOS Beobachter
Konkrete Hilfe gehört längst zur Tradition des Beobachters. Jeder gespendete Franken kommt vollumfänglich den Bedürftigen zugute; der Beobachter übernimmt alle administrativen Kosten. Dies ist die Maxime der Stiftung SOS Beobachter, früher «Weihnachtsaktion». Der Beobachter gründete sie 1981. Faktisch aber führte er damals bereits seit 50 Jahren Hilfsaktionen vor Weihnachten durch.
«Schweizer Kinder hungern und frieren», titelte der Beobachter 1933. Die Bergler hätten Hilfe verdient, «denn sie leiden, ohne zu klagen». Der Erfolg dieser Aktion übertraf die kühnsten Erwartungen: Mehr als 50000 Franken in bar und 27 Tonnen Kleider, Schuhe und Nahrungsmittel kamen zusammen.
Die Sammlungen gingen nach dem Krieg weiter. Auch in den boomenden siebziger Jahren betonte der Beobachter, dass noch viele Bergbauern in Armut lebten. Die «Weihnachtsaktion» brachte 1973 bereits 250000 Franken ein.
In der Folge stiegen die Spendeneinnahmen kontinuierlich an. 1978 erreichten sie 840000 Franken. Weiterhin unterstützte der Beobachter die Bergbevölkerung, aber auch andere Personen in Notlagen. Ein Kleingewerbler erhielt einen Beitrag für den Wiederaufbau seiner abgebrannten Sägerei, einer Frau wurde die Zahnsanierung bezahlt.
Die hohen Spendeneinnahmen erforderten eine solide Basis für das noch immer informelle Hilfswerk. 1981 erfolgte die Gründung der Stiftung Weihnachtsaktion. Die Verlagsgesellschaft Beobachter dotierte sie mit 450000 Franken.
In neuster Zeit ergeben die Sammlungen pro Jahr rund 2,5 bis drei Millionen Franken. Vor Jahresfrist erfolgte die Umbenennung in «SOS Beobachter».
Der Beobachter hilft: Nothilfe und Wiederaufbau
Ethnische Säuberungen, Massenexekutionen, Vergewaltigungen und Flüchtlingselend mit diesen Schlagzeilen charakterisierten die Medien die Situation im Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawien. Beobachter-Leserinnen und -Leser haben der betroffenen Bevölkerung dreimal Hilfe zukommen lassen: