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Die beiden prominentesten Opfer der diesjährigen Sortimentsstraffung sind die Bolivar Coronas Gigantes sowie die Vegas Robaina Don Alejandro. Von anderen Formaten werden lediglich bestimmte Verpackungsformen eingestellt.
Während die Vegas Robaina Don Alejandro auch bei uns selten nachgefragt wurde, haben wir die Bolivar Coronas Gigantes sehr gut verkauft. Interessanterweise haben wir in den letzten Monaten Kisten mit Boxingdates zwischen 06 (!) und 11 bekommen. Importeur Intertabak hatte bis vor Kurzem noch Kisten mit diesen Boxing-Dates an Lager. Mit Sicherheit wurde die Bolivar Coronas Gigantes 2013 noch produziert. Zufällig habe ich genau dieses Format in der Catadores-Runde geraucht, bei der ich in der Partagás-Manufaktur mitmachen durfte. Inzwischen hat Importeur Intertabak die alten Bestände verkauft und jetzt, wo eine Nachbestellung fällig wäre, gibt es bereits nichts mehr.
Auch bei Intertabak ist man nicht sicher, ob die ausgelisteten Formate im Moment noch produziert werden und erst im Laufe des Jahres aus dem Sortiment fallen, oder ob die Produktin bereits gestoppt wurde.
Wie immer ist auch ein Comeback von eingestellten Formaten nicht ausgeschlossen. Zuletzt haben wir die vorübergehende Rückkehr eines eingestellten Formats im Falle der La Gloria Cubana Medaille D’Or No. 2 im Jahr 2012 erlebt.
Das Wall Street Journal berichtet im Artikel «Cuba’s Cigar Industry Isn’t Ready for Its American Moment» über die Lage der kubanischen Zigarrenindustrie. Die Haupterkenntnis: Kuba ist heute nicht in der Lage, die Produktion drastisch zu steigern, sollte sich der US-Markt öffnen. Die Tabakbauern müssen sich mit organisatorischen Problemen herumschlagen, es fehlen Dünger, Benzin, modernes Equipment. Zusätzlich setzt die Regierung falsche Anreize. Um die berühmte Vega Robaina herum werden Gurken angebaut, weil das mehr einbringt.
At the moment, Cuba’s farmers aren’t especially eager to grow tobacco. Miguel Veloz, who leases farmland near Frank Robaina’s, says he grows cucumbers, not tobacco, because they grow twice as fast and he can make 40% more money. Vegetable growers like him are eligible to increase their income by exceeding cultivation quotas—a bonus designed to boost production on an island that imports more than 60% of its food. Tobacco growers aren’t eligible for any such payments, he says.
In Tat und Wahrheit ist die Situation heute sogar noch schlimmer, als noch vor ein paar Jahren. Die Produktion sinkt von Jahr zu Jahr. Die Ankündigungen des Habanos-Direktoriums, dass man nun einen Ausbau der Produktionskapazitäten an die Hand nehmen würde, sind ebenfalls seit Jahren zu hören.
Auf Investitionen aus dem Ausland kann Kuba nicht hoffen; diese Option hat sich die Regierung offenbar durch einen 100-jährigen Exklusivvertrag mit Habanos-SA-Joint-Venture-Partner Imperial Tobacco selber genommen.
In 2000, Imperial signed a 100-year agreement to be Cuba’s exclusive partner, says Fernando Domínguez, director of Imperial’s premium-cigar business. That deal could hamstring the government’s ability to secure additional foreign help to boost production.
Oettinger Davidoff AG, a Switzerland-based cigar maker and luxury-goods company that once had a cigar-making partnership with the Cuban government, has had discussions with Cuban officials about growing tobacco and making cigars in Cuba, according to Chief Executive Hans-Kristian Hoejsgaard. He says the company has no interest in producing cigars there and being forced to sell them to a rival, Imperial, only to later buy them back for resale to its customers.
An der Spitze des offiziellen Schweizer Habanos-Importeurs Intertabak AG kommt es zu einem Wechsel. Nach fast sieben Jahren verlässt der bisherige Geschäftsführer Silver Gmür das Unternehmen. Seine Nachfolge tritt Martin Weber an, der bisher die Finanzen des Unternehmens geleitet hat.
Heute beginnt die Registrierungsphase für das XIX. Festival del Habano, das vom 27. Februar bis 3. März 2017 in Havanna stattfinden wird.
Der Ausschreibung ist zu entnehmen, dass nächstes Jahr eine H. Upmann Sir Winston Gran Reserva lanciert wird. Ein weiterer Höhepunkt wird ausserdem die Vorstellung der neuen «Montecristo 1935» -Linie im Rahmen der Gala-Nacht sein.
Schweizer Teilnehmer können die verschiedenen Programmpunkte über den Schweizer Habanos-Importeur Intertabak AG buchen. Anmeldungsschluss ist der 7. Dezember. Intertabak übernimmt dieses Jahr nur noch die Registrierung, die Transfers von den Hotels zu den Events erfolgen individuell.
Eine grössere Änderung gibt es für Teilnehmer aus Deutschland. Wer das Festival privat besuchen will, muss sich neu direkt auf der Website von Habanos registrieren (die Registrierung sollte heute starten, ist aber noch nicht freigeschaltet). Habanos-Importeur 5th Avenue übernimmt die Organisation nur noch für Fachhändler.
Maria-Pia Selva ist besser bekannt als Maya Selva. Die Zigarre, die sie herstellt, heißt «Flor de Selva» («flor» bedeutet auf Deutsch «Blüte» und «selva» «Wald»). Kenner mögen sie wegen ihres fruchtig-holzigen Geschmacks, weil sie elegant ist und zu nahezu allem passt. Sie ist die Zigarre der Wahl, wenn eine kubanische ausgeschlossen ist, weil man noch etwas von seinem Drink schmecken will, man es aber gern ein wenig würziger hätte als bei einer Zigarre aus der Dominikanischen Republik. Dann empfiehlt sich eine «Honduranerin».
Heute hat uns Rocky Patel besucht. Der bekannte Zigarrenproduzent engagiert sich seit Jahren für die Zigarrenindustrie und kämpft gegen für die Branche nachteilige Regulationen, unter anderem als Mitglied der Organisation Cigar Rights of America, deren nächster Präsident er voraussichtlich wird. Der Kampf gegen neue Regulationen hat dieses Jahr einen Höhepunkt erreicht: Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat die Option wahrgenommen, neben Zigaretten neu auch Premium-Zigarren zu regulieren. Das Geschäft ist hochkompliziert und Rocky hat uns ein kurzes Update gegeben:
Zigarren, die bis am 8. August 2016 im amerikanischen Markt eingeführt worden sind, können ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Dieses kostet pro Zigarre geschätzt 15’000-60’000 Dollar. Dabei wird der verwendete Tabak chemisch analysiert. Neuzulassungen nach dem 8. August 2016 sind gemäss Rocky Patel gemäss der aktuellen Gesetzeslage nur noch theoretisch möglich. Hierfür müssten Millionen-Beträge eingesetzt werden und die Ablehnungsquote sei fast 100 Prozent (in der Zigarettenindustrie wurde eine von über 3000 Neuanträgen bewilligt). Für Zigarren die nach 2007 lanciert wurden, muss der Nachweis erbracht werden, dass derselbe Blend unter anderem Namen vor 2007 bereits auf dem Markt war. Für Neuheiten wie die Linie Davidoff Nicaragua, die nach 2007 lanciert wurde, bedeutet dies das Aus, weil Davidoff vor 2007 keine Nicaragua-Zigarren produziert hat. Auch Zigarren, die vor 2007 eingeführt wurden, müssen die Zulassung durchlaufen.
Eine weitere überraschende Einsicht: Nach aktuellem Stand der Dinge wird es somit auch im Falle eines Embargo-Endes in den USA keine Zulassung für kubanische Zigarren geben.
Cigar Rights of America hat noch zwei Pfeile im Köcher: Einerseits wird eine juristische Anfechtung der FDA-Regulation geprüft. Andererseits versucht die CRA ein Gesetz zu lancieren, dass Premium-Zigarrren von der FDA-Regulation ausnimmt. Dieses Gesetz wurde vom Kongress bereits angenommen. Im Senat sind die Mehrheitsverhältnisse aber umgekehrt und Rocky Patel schätzt die Chance auf einen Erfolg auf nur 20 Prozent ein. Zuletzt müsste auch der amerikanische Präsident das Gesetz unterzeichnen, Barack Obama würde dies gemäss Rocky eher nicht tun.
Davidoff hat soeben offiziell über die Einführung der neue Linie Davidoff Yamasá informiert:
Nach 20 Jahren Entwicklung enthüllt Davidoff Cigars seine neueste Zigarrenlinie: Davidoff Yamasá – ein hinreissend intensives Geschmackserlebnis.
Basel/ Schweiz, Juni 2016. PIONIER. FORSCHER. ENTDECKER. All das und noch mehr war Zino Davidoff. Davidoffs weltweit gefeierter Zigarrenvisionär Henke Kelner verkörpert heute denselben kühnen Entdeckergeist. Die unermüdliche Suche nach neuen Aromen, Erfahrungen und Genuss für Aficionados führte ihn und sein Team in die Region Yamasá. Die raue, wilde Sumpflandschaft, in der andere Tabakanbauer scheiterten, kultivierten und pflegten sie, sodass sie nun eine einmalige Intensität und Komplexität hervorbringt. Was niemand für möglich hielt, war Henkes Traum, und er verfolgte ihn unbeirrt 20 Jahre lang. Sein Lohn ist ein unnachahmlich intensives, komplexes Geschmackserlebnis. Die Linie Davidoff Yamasá steht nun zur Enthüllung bereit.
«Das Wesen der Davidoff Yamasá lässt sich kaum besser ausdrücken als mit den Worten Bernard Shaws: ‚Manche Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und fragen: warum? Ich träume von Dingen, wie sie sein sollten, und frage: warum nicht?‘ Die Davidoff Yamasá kam zustande, weil Menschen wie Henke Kelner und sein Expertenteam das Unmögliche möglich machten und mit legendärer Erfahrung, kühnen Entscheidungen und unermesslicher Beharrlichkeit ihre Träume verwirklichten. In jeder Yamasá-Zigarre glüht derselbe Pioniergeist, dieselbe Entschlossenheit wie in dem Aficionado, der sie geniesst. Diese Flamme entfacht schlummernde Träume zum Leben. Die Geschmacksknospen erwachen, beschwingt von einem Blend, der die erdige Wildheit des Yamasá-Blattes mit der intensiven Würze und Süsse nicaraguanischer Estelí- und Condega-Tabake vermählt», erklärt Charles Awad, Senior Vice President of Global Marketing & Innovation der Oettinger Davidoff AG.
Am 9. Juli und 16. Juli finden hintereinander zwei Grossereignisse der Schweizer Zigarrenbranche statt. Den Auftakt macht am 9. Juli der Big Smoke. Er findet inzwischen zum fünften Mal in Zürich statt, dieses Jahr wieder auf den Albisgütli. Am bewährten Konzept des Anlasses wurde nichts geändert: Zigarrenhersteller präsentieren ihre Produkte, dazu gibt es ein sommerliches BBQ-Buffet, Livemusik und prominente Gäste aus der Zigarrenwelt, darunter Heinrich Villiger und Rocky Patel. Auch Kuba ist dieses Jahr wieder vertreten.
Eine Woche später feiert der City Smoke Basel seine Premiere. Hinter diesem Anlass steht der umtriebige Zigarrenimporteur The Royal Cigar Company, dem es erfreulicherweise gelungen ist, auch unabhängige Partner und Hersteller zu einer Teilnahme zu motivieren. «Ein Big Smoke wie in Las Vegas? Nicht ganz aber fast» gibt der City Smoke Basel als Motto für sich aus. Zu den Highlights dieses Events gehören neben Zigarren und leiblichen Genüssen eine Zigarrenauktion und eine ganze Armanda von prominenten Persönlichkeiten aus unserer Branche.
Davidoff hat in den letzten Jahren ein hohes Innovationstempo angeschlagen: Nach der Nicaragua-Linie stellte die Marke letztes Jahr die Davidoff Winston Churchill und im zweiten Halbjahr die neue Escurio-Serie vor. Im diesem Takt geht es offenbar auch diesem Jahr weiter. Nach der Davidoff Nicaragua Boxpressed, die im neuen Cigar Journal eine 97 Punkte Fabelwertung erhalten hat und in Kürze auf den Markt kommen sollte, folgt in der zweiten Jahreshäfte eine neue «Discovery»-Serie mit schwarzer Bauchbinde.
Während der Name noch geheim ist, wurde der Blend inzwischen kommuniziert. Kernstück ist der Yamasá-Tabak, der bereits für die Puro d’Oro-Serie verwendet wurde. Ein ausführlicher Artikel über das Yamasá-Projekt von Davidoff ist ebenfalls im neuen Cigar Journal erschienen. Darin erzählen die Davidoff-Spezialisten, wie sie das Yamasá-Gebiet erschlossen haben und wie die Tabake in den letzten Jahren mit neuen Kreuzungen weiterentwickelt wurden.
All dies deutet darauf hin, dass mit der Lancierung der neuen Linie das Ende der Puro-d’Oro-Serie eingeläutet wird. Nach der Einführung der Davidoff-Nicaragua-Serie sind deren Absatzzahlen dem Vernehmen nach deutlich zurück gegangen.