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Unsere Normalzeit ist eigentlich die Winterzeit. Doch bereits im Jahre 1784 hatte Benjamin Franklin die Idee, die Zeit von März bis September umzustellen. Damals ging es noch darum Einsparung beim Kerzenverbrauch zu erreichen. Umgesetzt wurde die Idee aber bis ins frühe 20. Jahrhundert nicht.
Obwohl Deutschland die Uhren das erste Mal am 30. April 1916 umstellte, wurde die Sommerzeit später wieder verbrannt. Erst mit der grossen Ölkrise 1973 und der damit verbundenen steigenden Energiepreisen fand die Idee weit herum anklang. Die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft beschlossen 1975 die Einführung der Sommerzeit und setzten diese 1977 um. Ziel der Einführung der Sommerzeit war es – wie es der englische Begriff "Daylight Saving Time" erahnen lässt – Tageslicht zu sparen; d.h. die Zeit zu verlängern, in der das natürliche Tageslicht genutzt werden konnte. So sollten Energie und somit auch Kosten gespart werden.
Die Schweiz als Zeitinsel
Zwar hatte die Schweiz während des zweiten Weltkrieges über zwei Jahre bereits für einige Monate eine Sommerzeit. Als sie diese aber zusammen mit den Nachbarstaaten 1977 einführen wollte, wurde dagegen ein Referendum ergriffen. In einer Volksabstimmung 1978 sprach sich die Schweizer Bevölkerung deutlich gegen die Sommerzeit aus. So lag die Schweiz nun als Zeitinsel inmitten aller Länder, die die Sommerzeit kannten. Dies führte zu Problemen im Geschäftsalltag, im Transportwesen, Tourismus, in der Kommunikation. 1980 entschied die Regierung, die Sommerzeit doch einzuführen. Dieses Mal kamen die nötigen Unterschriften für ein Referendum nicht zusammen und so wurde per 1. Januar 1981 auch in der Schweiz die Sommerzeit eingeführt.
Was bringt die Sommerzeit wirklich?
Dem Grund der Zeitumstellung haben schon zahlreiche Studien auf den Zahn gefühlt. Die Ergebnisse waren allesamt eher ernüchternd. Eine 1999 von der Europäischen Kommission durchgeführte Untersuchung brachte eine Energieeinsparung von gerade mal 0 bis 0,5% zu Tage. Eine weitere Studie aus Kalifornien aus dem Jahre 2001 konnte auch nur eine marginale Einsparung feststellen. Noch Vernichtenderes brachte eine Studie aus dem Jahre 2008 ans Licht: ebenfalls in den USA, im Bundesstaat Indiana, wurde der Stromverbrauch von mehr als 7 Millionen Privathaushalten über 3 Jahre unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: während der Sommerzeit stieg der Energieverbrauch durchschnittlich um 1% an, in einzelnen Monaten sogar bis 4%!
Die Vergleiche waren hier besonders einfach vorzunehmen weil die Sommerzeit in Indiana erst 2006 flächendeckend eingeführt wurde. Das Fazit aus der Studie besagte, dass zwar beim Licht geringfügig eingespart werden kann, dafür zu Beginn und Ende der Sommerzeit am Morgen vermehrt geheizt werden muss und in den Hochsommermonaten die Klimaanlagen zusätzlich Energie verbrauchen.
Trotzdem plädieren die Forscher dieser Studie nicht zur Abschaffung der Sommerzeit. Es gebe immer noch die Vorteile wie zum Beispiel „mehr Tageslicht nach der Arbeit für Freizeitvergnügen“. Das entspricht dann zwar nicht dem ursprünglichen Gedanken der Zeitumstellung, ist aber sicherlich einer der Vorteile!
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Erstellt: 24.03.2014