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Erklärung zum Jahr der Opfer von Agent Orange 2011
10. August 2011
Am 10. August 1961 führte die US-Luftwaffe die ersten Sprühflüge mit Entlaubungsmitteln über vietnamesischem Territorium durch, unter ihnen das dioxinhaltige Agent Orange. In diesem Jahr erinnert Vietnam mit vielfältigen Veranstaltungen an den 50. Jahrestag dieses Ereignisses.
Der Vietnamkrieg (1961-1975) ist bekannt für die massiven Bombardements auf Nordvietnam. Noch heimtückischer war der von der Öffentlichkeit lange Zeit nicht beachtete chemische Krieg, der von 1961 bis 1971 im Süden dramatische, bis heute andauernde Wirkungen verursachte. Es handelt sich dabei um eine Umweltzerstörung grössten Ausmasses und eine menschliche Katastrophe vielfältiger Art mit Auswirkungen auf Gesundheit, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, jetzt schon in der dritten Generation.
Die Regierung der Vereinigten Staaten und die Firmen, die diese chemischen Produkte hergestellt haben, leugnen jegliche Verantwortung. Aber dabei darf es nicht bleiben.
Am 16. Juni 2010 hat in Hanoi die Dialoggruppe USA-Vietnam[1] ihren vierten Bericht veröffentlicht, der aus zwei Teilen besteht, einer Erklärung und einem Aktionsplan.
Die Erklärung nimmt kein Blatt vor den Mund und bricht mit der bislang üblichen sprachlichen Zurückhaltung. Sie begrüsst die Anstrengungen, welche Vietnam seit 1980 unternommen hat, um selbst gegen die Folgen dieser Versprühungen anzukämpfen und erinnert daran, dass es auch bescheidene humanitäre Hilfe von Nichtregierungsorganisationen gegeben hat, unter ihnen der Ford-Stiftung.
Der Plan, der im zweiten Teil erläutert wird, gibt als Bedarf für die Aktivitäten die Summe von 300 Mio. USD an, die in Jahresraten von 30 Mio. aufgebracht werden müssen. Die Aufzählung der einzelnen Aufgaben, die in dieser Zeit zu lösen sind, ist vier Seiten lang. Das Programm ist ehrgeizig, und man kann Zweifel hegen, dass 300 Mio. ausreichen werden, es durchzuführen.
Allerdings hat die Dialoggruppe keinerlei Entscheidungsbefugnis und verfügt über keine finanziellen Mittel. Das Problem der Folgen der Sprühaktionen ist also weit entfernt davon, gelöst zu werden.
Doch ein Punkt verdient, hervorgehoben zu werden: Die Dialoggruppe wendet sich direkt an die amerikanische Regierung mit der Aufforderung, den grössten Teil der nötigen Mittel bereitzustellen.
Die humanitäre Hilfe steht in keinem Verhältnis zu dem was nötig wäre. Deshalb muss die Unterstützung für Vietnam und die gerechte Entschädigung für die Opfer auf der Ebene der Staaten organisiert werden. Die Firmen, welche die Entlaubungsmittel hergestellt haben, vor allem Monsanto und Dow Chemical, müssen sich an dieser Unterstützung beteiligen und so die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.
In Ivry (Frankreich) haben sich am 21. Mai 2011 anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung der Association d’Amitié Franco-Vietnamienne die VertreterInnen von vier Solidaritätsorganisationen mit Vietnam darauf verständigt, die Öffentlichkeit erneut auf die Tragödie hinzuweisen, die sich in Vietnam abspielt, mehr als 35 Jahre nach Ende des Krieges. Sie wollen ihre Anstrengungen darauf richten, in ihren jeweiligen Ländern Abgeordnete von der Notwendigkeit einer schnellen und massiven Hilfe für die vietnamesischen Opfer von Agent Orange und für das Land Vietnam, dessen Natur durch die Entlaubungsmittel verwüstet worden ist, zu überzeugen.
Association d’Amitié Franco-Vietnamienne
Association Belgique-Vietnam
Freundschaftsgesellschaft Vietnam (Deutschland)
Vereinigung Schweiz-Vietnam
*Britain-Vietnam Friendship Society
*Associazione Italia-Vietnam
(*Diese beiden Organisationen waren an der Konferenz nicht vertreten. Sie haben sich der Erklärung nachträglich angeschlossen.)
Unterstützende Organisationen in der Schweiz:
– Association des Vietnamiens en Suisse
– Dr. h.c. Daniel G. Hueskes (Den Kindern eine Chance geben.)
– Frauenvereinigung für Frieden und Fortschritt
– medico international schweiz
– Schweizerische Friedensbewegung
[1] Gruppe von vietnamesischen und amerikanischen Wissenschaftlern und Politikern, gegründet 2007, um gemeinsam das Problem der Folgen von AO zu diskutieren und im Sinne der Humanitären Hilfe zu lösen. Organisiert wird die Arbeit vom Aspen-Institute, finanziert von der Ford-Stiftung