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Welche Qualitäten braucht eine Führungspersönlichkeit?
Seit einigen Tagen geht mir eine biblische Erzählung durch den Kopf, die auf höchst ironische Weise mit dieser Frage umgeht: Da will einer unbedingt König (heute vielleicht Präsident?) werden, gewinnt die Stimmen der einen, macht unliebsame Gegner (mund-)tot und kann schliesslich eine knappe Mehrheit für sich gewinnen. Eine warnende Stimme verstummt jedoch nicht und erzählt eine kleine Geschichte von den Bäumen, die sich einen König wählen wollten, die sogenannte Jotam-Fabel.
Wer einen Beitrag für die Lebensqualität leistet, für die Gesellschaft etwas zu bieten hat und „Früchte trägt“, lehnt dankend ab: Ehre, Ansehen und Würde erscheinen nicht attraktiv genug, wenn dafür auf genau das verzichtet werden muss, das allen dient.
Zuletzt wird das Amt einem angetragen, der zu nichts nütze ist, ausser mit seinen Stacheln Schaden anzurichten, der nach allen Seiten hin sticht und andere verletzt. Der drängt nach der Macht, die mit dem hohen Amt verbunden ist: scheinbar bescheiden vergewissert er sich, ob man ihn wirklich wolle und verspricht, was er in Wahrheit nicht halten kann und nicht zu bieten hat, droht Andersdenkenden mit drastischen Sanktionen und es wird offensichtlich, dass ein totalitäres Herrschaftsmuster entsteht, in dem kein Beitrag für die Gemeinschaft geleistet wird, vielmehr Forderungen gestellt werden.
Warum nur geht mir diese Geschichte nicht aus dem Sinn?