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Das Wichtigste in Kürze
- Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach am Mittwoch vor dem Genfer Polizeigericht ausführlich über Geschenke und Zuwendungen, die als «Schmiergeld» für spätere Geschäfte dienen sollten.
Für ihn fällt die Reise nach Abu Dhabi, die der Genfer Staatsrat 2015 mit seiner Familie und seinem ehemaligen Stabschef unternahm, zweifellos in diese Kategorie.
Der Aufenthalt in einem Luxuspalast wurde von zwei befreundeten Geschäftsleuten von Pierre Maudet arrangiert. Die Rechnung wurde von der emiratischen Königsfamilie bezahlt.
Für einen öffentlichen Beamten sei es eine Straftat, wenn ihm Geschenke angeboten würden, um seine Arbeit zu erledigen, sagte Grodecki. «Und diese Geschenke stellen auch dann ein Problem dar, wenn keine Gegenleistung verlangt wird.»
Die Kosten für diese Reise an den Golf, die Logenplätze für den Besuch des Formel-1-Grand-Prix in Abu Dhabi beinhalteten, werden auf 50'000 Franken geschätzt. Dieser Betrag übersteige die Grenze dessen, was akzeptabel sei, sagte der Staatsanwalt. Ein Beamter dürfe Geschenke annehmen, deren Wert 150 Franken nicht übersteige, erinnerte Grodecki.
«Pierre Maudet wurde von der königlichen Familie von Abu Dhabi eingeladen, weil er ein Staatsrat ist. Seine Frau wurde eingeladen, nur weil er Staatsrat ist. Sein Stabschef Patrick Baud-Lavigne wurde eingeladen, nur weil er ein Staatsrat ist, führte Grodecki aus.
Für die beiden Geschäftsleute, Antoine Daher und Magid Khoury, sei es darum gegangen, die Beziehungen zu pflegen. Nach diesem Aufenthalt hätten die beiden mit Maudet befreundeten Unternehmer nicht weniger als 16 Gesuche, insbesondere an den damaligen Stabschef des Staatsrats gestellt, führte der Staatsanwalt weiter aus.
Mit der gleichen Idee im Hinterkopf, nämlich durch Zuwendungen einen einfacheren Zugang zur Verwaltung zu erhalten, hätten die beiden Geschäftsleute eine Umfrage bezahlt, die später im Wahlkampf von Maudet 2017 eingesetzt wurde, sagte Grodecki weiter.
Dies habe schliesslich dazu geführt, dass behördliche Prozesse umgangen worden seien. Der Staatsanwalt führte das Beispiel der Eröffnung der Bar L'Escobar an, ein Lokal, in das Daher investiert hatte. Die Genehmigung zum Betrieb der Bar wurde trotz eines unvollständigen Gesuchs erteilt.