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(Dr.) Alexandra Binnenkade
Gegenwärtig untersucht Alexandra Binnenkade am Beispiel des Civil Rights Movements, der Amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, wie in den U.S.A. zwischen 1965 und 2010 Wissen über rassistische Gewalt erzeugt und zirkuliert wurde. Es geht dabei um Wissen, das im Bereich der öffentlichen Geschichte möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden sollte: in Schulbüchern, in einem berühmten Dokumentarfilm (Eyes on the Prize), im Nationalen Geschichtsmuseum. Solches Wissen hat viel Macht und wirkt über lange Zeiträume. Der nationale Diskurs über rassisitische Gewalt hat eine Geschichte, deren Kenntnis möglicherweise dazu beiträgt, soziale und politische Ereignisse des Kalten Kriegs und der Zeit bis heute besser zu verstehen.
Im Zentrum stehen die Veränderungen hegemonialer, in der Regel weisser Diskurse über rassistische Gewalt gegen Aktivistinnen und Aktivisten der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Obwohl Gewalt in den amerikanischen Gegenwarts- und Erinnerungskulturen sehr präsent ist, ist noch wenig erforscht, wie gerade diese Form der Gewalt sichtbar gemacht und vermittelt wurde und welche Bedeutungen damit verbunden waren. Die Untersuchung fokussiert auf drei diskursmächtige Orte öffentlicher Geschichte: Schulbücher, Dokumentarfilme und Museumsausstellungen.
Die Fallstudien geben Einblick in die komplexen Wechselwirkungen zwischen akademischer und öffentlicher Geschichtsdarstellung, zwischen visuellen und sprachlichen Narrativen. Dadurch entsteht eine Geschichte der Erinnerung an weisse Gewalt an der afroamerikanischen Bevölkerung, die sich, so die These, im Kontext von Barack Obamas erster Präsidentschaft signifikant veränderte.