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Mit 30 ist man gewiss kein junger Vater mehr, aber wenn einer mit 30 ein Kind - Jahrgang 1957 - in die Welt hinaustrompetet, das auf den Beinamen Comeback-Album des Jahres hört, dann ist er dafür doch wieder ein erstaunlich junger Erzeuger.
Vater Red Rodney war 1957 nach einigen Jahren in der Versenkung und einem Drogenentzug wiederauferstanden und hat ein paar Freunde aus früheren Jahren zusammengetrommelt, die miteinander einen musikalischen Stammbaum aufweisen, der in seinen Verästelungen sämtliche klingenden Namen des Jazz trägt. Da hat jeder schon mal mit jedem, und zwar nach Noten.
Rodney selber hat etwa das Kunststück fertiggebracht, sich als weisser Trompeter zwischen den Legenden Dizzy Gillespie und Miles Davis zu behaupten, als führender weisser Trompeter des Bebop mit ureigenstem Stil. Als solcher hatte er sogar die Nachfolge von Davis im Charlie Parker-Quintett angetreten (1949-1951), ehe er dann bis zu seinem 1957er Comeback in der Versenkung verschwand.
„1957“ tönt in der Tat nach einem ganz starken Jahrgang. Da finden sich auf der ersten Seiten die Standards mit dieser wundersam verträumten Ballade „You Better Go Now“ und einem wirblig swingenden „Stella By Starlight“, ehe auf der zweiten Seite die Post mit Eigengewächs gewaltig abgeht und nicht nur ein „Red Arrow“ abgefeuert wird, sondern gleich ein ganzer Köcher. Das Kind ist bis heute, mit seinen gut 40 Jahren in den Rillen, unerhört modern, jung und frisch geblieben.