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All die Leute
Ha.Sch
Ich gehe durch die Stadt, eine kleine Stadt, aber doch voller Menschen. Mit den meisten von ihnen werde ich nie sprechen. Nie wissen, wie sie leben, was sie denken, was sie machen.
Zum Beispiel die junge Frau, die jetzt an mir vorbei geht, im weissen Overall und roten Schuhen, der Overall ist voller Farbflecken. Wer ist sie, wie lebt sie? Ich könnte sie ansprechen, sie fragen, aber ich mache es nicht.
Und trotzdem; gut möglich, dass ihr Bild irgendwann wieder auftauchen wird aus meinem Gedächtnis.
So wie jetzt das Bild der gebeugten, alten Frau auftaucht, die mir vor einer Stunde in der Apotheke aufgefallen ist, weil sie mit entschiedenen Bewegungen ihre Medikamente verlangte. Oder wie ich jetzt die Stimme der jungen Frau wieder höre, die sie begleitete, deren raue Stimme nicht zu ihrem Kindergesicht passte.
Und so geht das weiter: Mit dem Mann da vor mir, der einen Mantel trägt, obwohl die meisten jetzt in kurzen Ärmeln unterwegs sind. Oder mit dem Kind, das der Mutter voraus rennt, richtig rennt auf kurzen Beinen, um ihr zuvorzukommen und den Knopf zu drücken am Bus? Was mir das andere Kind in Erinnerung ruft, das im Wühltisch vor dem Schuhgeschäft seine Finken entdeckte, und laut verkündete, die sind wie meine, die habe ich auch, die habe ich auch!
Eindrücke, Beobachtungen, Bilder, die absinken ins Gedächtnis und vielleicht wieder einmal auftauchen werden aus meinem Gedächtnis.
Das Bild der beiden Frauen, die vor dem Absperrgitter des Schuhladens stehen, wie ausgesperrt aus dem Paradies. Oder das Bild der jungen Frau mit der purpurnen Mütze, deren Gesicht kurz sichtbar ist, zwischen zwei Männern in schwarzen Jacken.
Aber Moment mal, das sind jetzt schon andere Bilder, Bilder auf Fotopapier.
Ha.Sch