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Trumps Fitnessgeheimnis
Dauernd wird auf Donald Trump herumgehackt. Nichts kann er seinen Kritikern recht machen. Das Aschenputtel der liberalen Medienmeute ist er. Wenngleich es einiges an dieser Ausnahmeerscheinung zu bewundern gibt. Denn Donald Trump, ein Senior im Alter von 70 Jahren, hat die Kraft eines Bullen. Eine eiserne Konstitution hat er, um die man ihn beneiden möchte.
Obama stemmte Gewichte und spielte Basketball, um sich in Form zu halten. Teddy Roosevelt praktizierte Boxen und Judo. Einmal warf er sogar einen Schweizer Minister, der zum Mittagessen im Weissen Haus weilte, mit einem Judogriff zu Boden. Bill Clinton wiederum joggte durch Washington, belohnte sich allerdings nach dem Ende seiner Leibesübung oft mit einem Hamburger – was womöglich zu seinem vierfachen Bypass beitrug.
Auch Wladimir Putin macht dies und das, um fit und viril daherzukommen: Reiten, Kampfsport, Jagen, Schwimmen. Womöglich spielt der Russe zur Förderung der Feinmotorik sogar mit Murmeln. Trump geht gelegentlich golfen, ansonsten aber betreibt er keinen Sport. Im Grossen und Ganzen ist Trump eine Sofakartoffel. Er sitzt viel vor dem Fernseher.
Leute, die sich blöd anstellen
Über die Fans von Leibesübungen, insgesamt eine eingebildete Schar von Angebern, sagte er: «Alle meine Freunde, die Sport treiben, sie brauchen neue Knie, neue Hüften – sie sind ein Desaster.» Stimmt. Neben seiner Verachtung für Bewegungssportarten hat Trump auch kein Verständnis für die überzogenen Essgewohnheiten von Veganern, Vegetariern, Glutenfreien und überhaupt von Leuten, die sich beim Essen blöd anstellen und deshalb von vernünftigen Menschen nicht mehr zum Dinner eingeladen werden.
Trump verzehrt durchgebratene Steaks, die er reichlich mit Ketchup übergiesst. Er mag Hamburger und Pommes frites und hält sich, soweit das beurteilbar ist, Gemüse weitgehend vom Leib. Er hat Übergewicht.
Schnelle Beschleunigung
Ausserdem schläft er jede Nacht nur wenige Stunden, ehe er aufwacht und in 2,4 Sekunden von null auf hundert beschleunigt – im Gegensatz zu verpennten Freaks, die abends einen Smoothie aus Karotten, Spinat und Rucola verzehren und morgens drei Stunden benötigen, ehe sie die Lider richtig hochziehen können. Trump hingegen springt frühmorgens aus dem Bett und spurtet im Schlafanzug zur Twitter-Maschine.
Er wirft sie an und treibt zur Auflockerung seinen Blutdruck rigoros nach oben. Obama=150. Hillary=170. Illegale Wähler=200. Die «New York Times»=250. Und so weiter. So twittert sich Trump in die erste Rage des noch jungen Tages hinein, ein Mann unter Starkstrom, dessen Befindlichkeit dennoch besser ist als die vieler Millennials.
«Das gesündeste Individuum»
Trump kontrolliert Cholesterol und Blutdruck, seine Leberwerte sind unerheblich, da er Alkohol verschmäht. Sein Labortest sei «erstaunlich exzellent», Trump rundherum «das gesündeste Individuum, das jemals zum Präsidenten gewählt wurde», beruhigte sein langjähriger Hausarzt eine Nation, die eher besorgt auf ihren neuen Anführer schaut.
Gewiss, Trump ist zu dick, auch wirft er zur Abwendung von Haarausfall das Medikament Propecia ein. Aber ansonsten sei er kerngesund, behauptet sein Arzt. Dafür verdient Donald Trump Bewunderung. Viele seiner Kritiker können nicht mithalten, obschon sie jünger sind und sich mit Müsli vollstopfen. Das ist traurig.