Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03515.jsonl.gz/2332

Robert Opron ist verstorben
Mit Robert Opron ist einer der genialsten Designer des letzten Jahrhunderts verstorben, obwohl ihn nur wenige Insider kannten. Aus seiner Feder stammen Schöpfungen wie Citroën GS, CX und SM oder später die Renault-Modelle Fuego oder 25 und schliesslich der Alfa Romeo SZ. Opron wurde 89 Jahre alt.
Von links: Jean-François Venet, Robert Opron, Marcello Gandini and Gaston Juchet im Jahr 1977 (Foto: www.lignesauto.fr)
Der französische Designer Robert Opron ist verstorben. Der Name dürfte nur Insidern ein Begriff sein, dennoch prägte seine Kunst insbesondere die französische Automobilkultur zwischen 1962 und 1984 nachhaltig.
Opron wurde 1962 vom damaligen Citroën-Designchef Flaminio Bertoni eingestellt. Allerdings warf Bertoni Oprons Zeichnungen beim Erstgespräch auf den Boden. Opron wollte nichts mehr mit Bertoni zu tun haben, den er als arrogant und kalt bezeichnete. Doch Opron wurde trotzdem Mitglied der Citroën-Mannschaft und 1964, nach dem überraschenden Tod von Bertoni, deren Chef. Unter anderem vollendete er das Facelift der DS, das allerdings schon unter Bertoni initiiert wurde. Er war danach für die gesamte Modellpalette verantwortlich und schuf so grandiose Autos wie GS, CX oder SM. Unter dem Einfluss von Peugeot verlor Citroën immer mehr an Eigenständigkeit, was Opron zum Anlass nahm, seinen Tisch zu räumen. "Ich habe Citroën niemals verlassen, ich wollte nur von Peugeot weg", war einer seiner vielen markanten Sprüche.
Opron-Skizze von vom 9. 7. 1963 für einen DS-Nachfolger (Foto: www.lignesauto.fr)
Per 1. Januar 1975 wechselte Opron zu Renault, weil er sich von der Persönlichkeit des Generaldirektors Bernard Hanon viel versprach. Opron gründete in Nanterre, einem Vorort von Paris, ein Advanced Studio, das unabhängig von der Serienproduktion kreativ sein durfte. Ganz glücklich war Opron bei Renault allerdings nicht. Das "Marketing-Auto" Renault 9 gefiel ihm nicht, und das Auswahlverfahren für den 21 wurde von Giugiaro gewonnen. Opron-Meilensteine bei Renault waren die Weiterentwicklung der Alpine A310 (gezeichnet von Trevor Fiore), der Fuego, der 25 und die Energiesparstudie Vesta.
Robert Opron (Foto: www.lignesauto.fr)
1984 verliess er Renault und arbeitete unter anderem für den Fiat-Konzern, wo im Centro Stile unter seiner Feder anderem der Alfa Romeo SZ entstand. Später gründete er sein eigenes Designbüro, das er bis ins Jahr 2000 betrieb. Robert Opron wohnte in Verrières-le-Buisson in seinem von ihm selber gestalteten Haus, wo er am 29. März 2021 im Alter von 89 Jahren verstarb.
Robert Opron hörte nie auf zu entwerfen (Foto: Auto & Design)
Text: Stefan Fritschi