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Ein im prähistorischen Dorf Tel Tsaf in Nordisrael entdeckter Siegelabdruck ist der älteste bekannte Nachweis eines Regierungszeichens in Israel. Der Fund zeuge von einer primitiven Verwaltungsform bereits in der Mittleren Kupfersteinzeit, schreiben Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem laut örtlichen Medienberichten (Donnerstag) in der Fachzeitschrift „Levante“.
Der Siegelabdruck sowie rund 150 Siegel aus derselben Zeit wurden demnach bereits bei Ausgrabungen in den Jahren 2004 bis 2007 gefunden und danach wissenschaftlich erforscht. Die ältesten in der Region gefundenen Siegel sind rund 8.500 Jahre alt, Siegelabdrucke aus dieser Zeit wurden jedoch bisher nicht gefunden. Das rund ein Zentimeter breite Tonfragment zeigt den Abdruck von zwei geometrischen Siegeln und stammt aus einer Zeit vor Einführung der Alphabetschrift. Der Ton wurde demnach, möglicherweise unbeabsichtigt, gebrannt.
Bei den Grabungen fanden Forscher Reste eines 7.200 Jahre alten Lehmziegeldorfes sowie zahlreicher Lagerräume, darunter der möglicherweise älteste Nachweis für Lebensmittellagerung in der Region. Die Funde deuteten auf eine unverwechselbare, klar definierte sowie möglicherweise reiche Kultur hin. Die Grösse der Lagerräume deute ferner auf Handelstätigkeiten hin. Unter anderem gebe es Nachweise auf Kontakt zu Völkern in Mesopotamien, Türkei, Ägypten und dem Kaukasus.
Die Forscher vermuten, der in einem der Lagerräume gefundene Siegelabdruck könne mit einer Form kommerzieller Aktivität in Verbindung gebracht werden, an der zwei verschiedene Personen beteiligt waren, vergleichbar mit heute genutzten Siegeln zum Schutz vor Diebstahl oder Fälschung.
KNA/akr/cdt