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Reanimation: Herzmassage allein reicht aus
Forscher wollten wissen, was das Weglassen der Beatmung bei der Reanimation bewirkt. Resultat: Bei Herzstillstand ist es für den Betroffenen am besten, wenn Laien nur die Herzmassage – ohne Beatmung - durchführen.

Herzmassage genügt

Immer wieder wurde der Nutzen der Beatmung bei der Reanimation bei einem Herzstillstand ausserhalb des Spitals durch den Laien in Frage gestellt. Analysten untersuchten dazu 1941 über 18-jährige Patienten nach Kreislaufstillstand.
Instruktoren mussten mit zufällig anwesenden Helfern eine Reanimation mit alleiniger Herzmassage oder mit Herzmassage plus Beatmung durchführen. Forschungsziel: Eine Aussage über die Sterberate bis zur Spitalentlassung sowie den Erhalt der neurologischen Gesundheit.
Resultat: Die Überlebensrate bei Spitalaustritt lag bei den „nur“ Herzmassierten bei 12.5%; bei jenen, die gleichzeitig beatmet wurden, lag diese bei 11.0%. Auch auf die neurologischen Aspekte hatte die Reanimation mit Herzmassage allein einen eher günstigeren Effekt als die Kombination von Herzmassage und Beatmung. Bei Patienten mit einer Herzerkrankung als Grund für den Kreislaufstillstand sowie bei Patienten mit einer Rhythmusstörung, welche sich durch Defibrillation potenziell auflösen lässt, hatte die alleinige Herzmassage ebenfalls eine eher bessere Prognose zur Folge.
Fazit der Autoren: Bei einem Kreislaufstillstand führt die alleinige Herzmassage zwar nicht zu einer deutlich besseren Überlebenschance als die Reanimation durch Herzmassage plus Beatmung; aber bei Patienten, welche auf Grund einer Herzerkrankung einen Herzstillstand erlitten, war die Prognose durch die alleinige Herzmassage eher besser. Das Propagieren der alleinigen Herzmassage durch Laien bei einem akuten Kreislaufversagen ausserhalb des Spitals macht laut den Forschern deshalb Sinn.
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Tellmed, NEJM 2010; 363:423-433
03.08.2010 - dzu