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Das Subduralhämatom ist eine Einblutung zwischen zwei Hirnhäuten. Die akute Form ist immer ein Notfall, bei dem Ärztinnen und Ärzte sofort handeln müssen – sie ist lebensgefährlich. Die Ursache ist meist eine schwere Kopfverletzung durch einen Unfall, etwa im Strassenverkehr oder beim Sport.
Bei einem chronischen subduralen Hämatom sickert das Blut dagegen nur langsam ein. Es kann schon durch kleinere Bagatellverletzungen entstehen. Die Symptome hängen davon ab, ob die Subduralblutung akut oder chronisch ist. Die Behandlung besteht meist in einer Operation, bei der eine Neurochirurgin oder ein Neurochirurg den Bluterguss entfernt. Es kann auch eine Embolisation vorgenommen werden bei der die zuführenden Blutgefässe verschlossen werden.
Ein Subduralhämatom ist eine Blutung zwischen zwei Hirnhäuten – der harten Hirnhaut (Dura mater) und der Spinnengewebshaut (Arachnoidea). Beide bestehen aus Bindegewebe. Sie umgeben und schützen das Gehirn. Der Begriff Subduralhämatom lässt sich so ableiten: „sub“ bedeutet „unter“, „dural“ steht für die Dura mater und ein Hämatom ist ein Bluterguss. Andere medizinische Namen für das Subduralhämatom sind Subduralblutung oder subdurales Hämatom.
Fachleute unterscheiden – je nach zeitlichem Verlauf – das akute, subakute und chronische Subduralhämatom. Die Symptome setzen schnell oder erst innerhalb einiger Tage oder Wochen ein. Die Ursache des akuten Subduralhämatoms ist meist ein schwerer Unfall, etwa im Strassenverkehr. Manchmal genügen auch schon leichtere Verletzungen, sogenannte Bagatelltraumata, um eine chronische Subduralblutung auszulösen. Die Blutung entsteht, wenn Blutgefässe (Venen) im sogenannten Subduralraum verletzt werden. Dieser Spalt entsteht erst dann künstlich, wenn Blut hineinsickert und er sich erweitert. Normalerweise ist er nicht sichtbar, weil beide Hirnhäute eng aneinander liegen.
Bemerkbar macht sich ein akutes Subduralhämatom innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Das chronische Subduralhämatom entwickelt sich dagegen schleichend und die Symptome zeigen sich oft erst nach mehreren Wochen. Druck im Kopf, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Verwirrtheit sind mögliche Anzeichen.
Das akute Subduralhämatom ist immer ein Notfall. Man muss die Blutung so schnell wie möglich stoppen und den Bluterguss entfernen, weil es lebensbedrohlich sein kann. In der Regel operiert man das Hämatom. Bei einer chronischen Subduralblutung warten Ärztinnen und Ärzte manchmal ab und beobachten das Hämatom. Ansonsten ist die Operation auch hier die Therapie der Wahl.
Die Häufigkeit des akuten Subduralhämatoms lässt sich nicht genau beziffern. Aber die Blutung kann prinzipiell bei jedem Menschen auftreten, bei dem massive Gewalt auf den Kopf einwirkt und Verletzungen hervorruft. Beispiele sind schwere Verkehrsunfälle mit dem Auto und Fahrrad sowie Sport- und Freizeitunfälle. Und diese geschehen überall auf der Welt jeden Tag, auch in der Schweiz. Sie können Menschen jeglichen Alters betreffen. Aber in der Regel verhalten sich jüngere Menschen im Verkehr, beim Sport und in der Freizeit riskanter.
Die chronische Subduralblutung kommt in der westlichen Welt mit einer Häufigkeit von 1 bis 5.3 pro 100‘000 Einwohnern pro Jahr vor. Sie betrifft öfters ältere Menschen. Manchmal reicht schon ein Anstossen mit dem Kopf an einen Gegenstand, um die Blutung auszulösen. Auch alkoholkranke Personen haben ein erhöhtes Risiko.
Die Ursachen des akuten Subduralhämatoms sind in der Regel schwere Kopfverletzungen. Sie können zum Beispiel durch folgende Situationen entstehen:
Beim chronischen Subduralhämatom genügen auch schon kleinere Bagatellverletzungen, um die Sickerblutung auszulösen. Oft erinnern sich Betroffene gar nicht an das auslösende Ereignis, wenn es mehrere Wochen zurückliegt.
Ursachen und Risikofaktoren können sein:
Manchmal entsteht die Subduralblutung auch spontan und es lässt sich keine Ursache finden.
Die Dura mater und die Arachnoidea sind von zahlreichen Gefässen durchzogen. Bei einer Kopfverletzung kann die Gefässwand einreissen. Dann dringt Blut, das aus den Venen im Subduralraum stammt, in den Spalt zwischen den beiden Hirnhäuten ein. Er weitet sich auf und erst jetzt wird der Subduralraum auf Bildern des Gehirns erkennbar. Normalerweise ist er optisch nicht sichtbar, weil die beiden Hirnhäute sehr eng aneinander liegen.
Das Hämatom kann schnell oder langsam wachsen (akute oder chronische Form). Der Bluterguss verdrängt das Gehirngewebe und lässt den Druck im Gehirn ansteigen. Dadurch können Gehirnschäden entstehen, die sich nicht wieder rückgängig machen lassen. Ärztinnen und Ärzte müssen die Subduralblutung daher in der Regel schnell behandeln.
Je nach zeitlichem Verlauf und dem Einsetzen der Symptome unterscheidet man verschiedene Formen von Subduralhämatomen.
Die Symptome eines Subduralhämatoms sind bei der akuten und der chronischen Form unterschiedlich. Auch können sie verschieden stark ausgeprägt sein. Wichtig ist immer, dass Sie bei einer Kopfverletzung ärztlichen Rat einholen beziehungsweise sofort einen den notärztlichen Dienst unter 144 verständigen (lassen).
Das akute Subduralhämatom entwickelt sich schnell binnen weniger Minuten, Stunden oder bis zu drei Tagen nach einem Unfall. Die Symptome gehen auf den erhöhten Hirndruck zurück, wenn sich das Hämatom ausbreitet. Das Gehirngewebe wird verdrängt und das Gehirn kann sich aufgrund des knöchernen Schädels nicht ausdehnen. Es wird „zusammengequetscht“.
Diese Anzeichen sind zum Beispiel möglich:
Das chronische Subduralhämatom entwickelt sich dagegen schleichend innerhalb von mehreren Wochen nach der Kopfverletzung. Am Anfang steht nur eine kleine Einblutung. Dann sickert das Blut stetig in den Subduralraum hinein und der Bluterguss vergrössert sich immer weiter. Oft genügt schon eine Bagatellverletzung, etwa ein leichtes Anstossen mit dem Kopf an einen Gegenstand, um das Subduralhämatom zu verursachen. Viele können sich an das auslösende Ereignis nicht mehr erinnern, weil es schon so lange her ist.
Oft verursachen chronische Subduralhämatome lange Zeit keine Symptome. Dann setzen sie nur langsam ein, sind anfangs mild ausgeprägt und viele bringen ihre Beschwerden nicht mit einer länger zurückliegenden Kopfverletzung in Verbindung.
Diese Anzeichen können auf ein chronisches Subduralhämatom hinweisen:
Die Diagnose eines Suburalhämatoms beginnt immer mit dem Gespräch zur Krankengeschichte, der Anamnese. Bei einem akuten Subduralhämatom nach einem schweren Unfall können Betroffene oft nicht selbst Auskunft geben – dann sind Angehörige oder Unfallzeugen gefragt.
Wir stellen zum Beispiel folgende Fragen:
Wir können anhand der beschriebenen Symptome und eines Unfalls mit einer Kopfverletzung oft schon eine Einschätzung treffen, ob es sich um ein Subduralhämatom handeln könnte. Wichtig ist es auch, andere Ursachen für die Symptome auszuschliessen. Beispiele sind eine Demenz oder ein Schlaganfall, die mit ähnlichen Beschwerden wie ein chronisches Subduralhämatom einhergehen.
Meist folgt eine körperliche Untersuchung, bei der wir unter anderem das Herz und die Lunge abhören und den Körper vorsichtig abtasten. Weiteren Aufschluss bei der Diagnose eines Subduralhämatoms liefert die neurologische Untersuchung. Dabei testen wir die Funktion von Gehirn und Nerven. Aussagekräftig sind beispielsweise die Reflexe, Bewegungen, das Gangbild, die Koordination und das Gedächtnis.
Schliesslich kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz, mit denen sich Blutungen im Gehirn gut sichtbar machen lassen. Dabei werden zudem Informationen über die Form, Lage und das Ausmass des Hämatoms gewonnen. Ausserdem sieht man, ob es sich um eine frische oder ältere Blutung handelt und ob es noch an anderen Stellen im Gehirn Hämatome und Verletzungen gibt.
Die wichtigsten bildgebenden, radiologischen Verfahren sind:
Besondere Massnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung eines Subduralhämatoms gibt es nicht. Allerdings sind oft Unfälle im Strassenverkehr, im Sport, in der Freizeit oder im Beruf die Ursache einer schweren Kopfverletzung. Auch Gewalteinwirkung durch andere auf den Kopf kann eine Subduralblutung auslösen. Einige Tipps:
Bei einem Unfall mit einer Kopfverletzung ist grundsätzlich eine rasche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt beziehungsweise Notärztin oder Notarzt nötig. Auch bei vermeintlichen Bagatellverletzungen sollten Sie ärztlichen Rat einholen, etwa wenn Sie sich den Kopf angestossen haben. Das gilt besonders für ältere und alkoholkranke Menschen. Manchmal ist die Verletzung nicht so harmlos wie sie erscheint. Und bei ungewöhnlichen Symptomen ist ohnehin immer ein rascher Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt ratsam.
Der Verlauf und die Prognose hängen von der Art und Grösse des Subduralhämatoms ab. Allgemein gilt: Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser ist die Prognose. Ohne Therapie kann eine grosse Blutung im Gehirn immer lebensbedrohlich werden.
Ein akutes Subduralhämatom ist in der Regel schwerwiegender und man muss es sofort behandeln – sonst ist die Prognose ungünstig. Meist haben Betroffene aber nicht nur eine Subduralblutung, sondern noch weitere Gehirnverletzungen nach einem Unfall. Auch das beeinflusst die Prognose. Je nach Ausmass und Grösse der Blutung liegt die Sterblichkeit zwischen 30 und 80 Prozent.
Günstiger sind der Verlauf und die Prognose bei kleinen, chronischen Subduralhämatomen. Wenn man es rechtzeitig diagnostiziert und ausreichend behandelt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie wieder vollständig gesund werden. Das gilt umso mehr, je jünger ein Mensch ist. Allerdings erleiden oft betagtere Menschen eine subdurale Blutung, die zusätzlich noch unter weiteren Erkrankungen leiden.
Ein akutes Subduralhämatom ist immer ein Notfall – die Behandlung muss daher sofort beginnen, um die Überlebenschancen zu verbessern. Betroffene müssen sich in einem Spital behandeln lassen. Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.