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Bruno Davert (José Garcia) arbeitet als geschätzter Manager in einer Papiermühle. Doch Wertschätzung schützt vor Kündigung nicht, und so verliert er seinen Job, nachdem Teile der Produktion ausgelagert worden sind. Trotz allem ist Davert guter Dinge und vertraut darauf, schnell eine neue Stelle zu finden. Doch seine Zeit als Arbeitsloser zieht sich in die Länge. Seine Bewerbungen bleiben ohne Erfolg. Wird er einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, steht ihm die Konkurrenz gleich 100fach vor dem Glück.
Nach drei Jahren ohne Job muss er erkennen, dass niemand ihn zu brauchen scheint. Sein Selbstwertgefühl ist angeknackst, und der Haussegen hängt schief, versorgt inzwischen doch Ehefrau Marlène (Karin Viard) mit zwei Jobs die Kleinfamilie. Um der Arbeitslosigkeit zu entrinnen, entwickelt Bruno deshalb einen ebenso teuflischen wie genialen Plan: Für seine Traumstelle, den mit Monsieur Hutchinson (Ulrich Tukur) besetzten Job bei der Papierfabrik Arcadia, gibt Davert eine fingierte Stellenausschreibung auf. Gefordert werden dabei genau seine Fähigkeiten und Qualifikationen. Nun wartet er darauf, dass sich Bewerber, die diese Kriterien erfüllen, bei ihm melden. Aus den Zuschriften filtert er jene fünf heraus, die besser sind als er und für ihn die grösste Gefahr darstellen. Bevor er Hutchinson aus dem Weg räumen will, um sich auf seine Stelle bewerben zu können, besucht er mit der alten Dienstwaffe seines Vaters seine fünf schärfsten Konkurrenten.
Über die Produktion
Der griechische Autorenfilmer und Regisseur Constantin Costa-Gavras - er wird am 12. Februar 2013 80 Jahre alt - verband von Beginn seiner Kinokarriere weg Thriller, soziales Engagement und Politanalyse und wurde mit Filmen wie «Z» (1969), «Der unsichtbare Aufstand» (1972) oder «Missing» (1982) zu einem der profiliertesten Vertreter des engagierten Politthrillers. Immer wieder brandmarkte er aus linker Position die Umtriebe rechter, faschistischer und rassistischer Gruppen, sei es die griechische Militärjunta, den Ku-Klux-Klan, alte und neue Nazis sowie den chilenischen Militärdiktator Pinochet.
1997 drehte er zusammen mit Dustin Hoffman und John Travolta «Mad City», in dem die Medien den Amoklauf eines Wohlstandsverlierers genüsslich zum Publikumsspektakel aufblasen. Betrieb Costa-Gavras in diesem Film Systemkritik noch auf herkömmliche Art und Weise, rückt er im französisch produzierten Thriller «Die Axt» (nach einem Roman von Donald E. Westlake) dem Kapitalismus mit schwarzem Humor und absurden Wendungen zu Leibe. Im Zeichen von Massenarbeitslosigkeit, Chancenlosigkeit und Globalisierungsdruck zeigt Costa-Gravras' rabenschwarze Farce, wie die von Wirtschaft und Politik mantramässig geforderte «Eigeninitiative» oder «Flexibilität» konsequent zu Ende gedacht, auch das Ende jeder Ethik und Humanität bedeuten.
Sendeplatz
Montag um 00:40 Uhr auf SRF 1.