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Freitag 30. Mai 2008
Am Vormittag stieg der Pegel des Gletschersees trotz starker Zuflüsse nicht an. Die Lütschine wurde im Laufe des Tages zunehmend gelb gefärbt. Das maximale Seevolumen erreichte an diesem Tag 800‘000m³. Zwischen 17-20 Uhr entleerte sich Wasser im Umfang von 570‘000m³ aus dem See.
Entstandene Schäden
Die Gerinnekapazitäten der Lütschine wurden in der Folge über weite Strecken fast vollständig ausgeschöpft. Grössere Ausuferungen ereigneten sich im Raum Grindelwald, wobei Kulturschäden entstanden. Wäre der Ausbruch des Gletschersees mit einem Gewitter zusammen getroffen, hätte das Ereignis weitaus schadenreicher verlaufen können. Zudem haben sich die nach dem Unwetter 2005 getroffenen Massnahmen bewährt. Dank einer Messsonde im Gletschersee und der Pegelmessung in der Gletscherschlucht konnte in den betroffenen Siedlungsgebieten vorzeitig alarmiert werden.
Stollen
Eine Massnahme nach dem Ereignis 2008 war der Bau eines Stollens (Januar 2009 bis Frühling 2010). Der gut zwei Kilometer lange Tunnel zwischen Gletschersee und Ausgang der Gletscherschlucht funktioniert als Überlauf und entwässert den See, falls dessen Wasservolumen 500‘000m³ überschreitet. Für die Regionen entlang der Lütschine bedeutet dies, dass bei einem Ausbruch des Sees keine Schäden mehr zu erwarten sind.
Beiträge Schweizer Fernsehen:
> Gefahr Gletschersee - Grindelwald und die Angst vor dem grossen Wasser (DOK vom 08.06.2009)