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«Francos Tod war langsam und schmerzhaft», steht auf Wikipedia. Die wochenlange Agonie des spanischen Diktators bildet den Hintergrund des letzten veröffentlichten Romans Stuart Hoods, der nun in der Übersetzung von WOZ-Mitarbeiter Stefan Howald auf Deutsch vorliegt. «Das Buch Judith» spielt Ende 1975, als über Spanien die Ungewissheit hing, wie es nach Franco weitergehen würde. Gerade zu diesem Zeitpunkt bereisen der schottische Dokumentarfilmer Fergus und die Rechercheurin Judith das Land für einen Fernsehfilm. Die beiden sind liiert, doch die schwierige Beziehung gerät nun in die finale Krise: Fergus ist nämlich nicht nur seines Brotjobs wegen unterwegs, sondern auch im Auftrag einer revolutionären Kaderpartei.
Über seine Mission – er soll einen Genossen mit sauberen Papieren versorgen – will er nicht sprechen, Judith dient ihm vor allem als Tarnung. Fergus verstrickt sich immer weiter in die Aktivitäten seiner spanischen GenossInnen, plötzlich geht es auch um Sprengstoff. Und am Ende ist nicht nur Franco tot.
«Das Buch Judith» umkreist Existenzielles: Wie konstruiert sich Identität? Was sind die Triebkräfte politischen Engagements? Und wo endet der Bereich, in dem dieses noch legitim ist? Hoods Roman ist zudem eine Abrechnung mit einem virilen Heroismus, der die Unterordnung von allem und jedem unter die eigenen Ideale verlangt. Oder wie es Judith formuliert: «Macho-Politik. Männer, die alle Antworten kennen. Verfluchte Avantgarde.»
Auf Englisch ist das Buch des 2011 verstorbenen schottischen Schriftstellers, der im Zweiten Weltkrieg an der Seite italienischer PartisanInnen gekämpft hatte, bereits 1995 erschienen, seinen Horizont bilden die grossen Kämpfe des vergangenen Jahrhunderts. Die Geschichte macht das heute jedoch nicht weniger lesenswert.