Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03199.jsonl.gz/625

Das erste Ensemble befindet sich im
zentralen Chorfenster. Es stellt eine Doppelscheibe des Standes Bern
dar, die typischerweise in vorreformatischer Zeit (die Stiftung erfolgte
1520/21) aus einer St. Vinzenzen- und einer Bern-Reich-Scheibe bestanden. Die
beiden Kunstwerke stammen ebenso wie das zweite Ensemble (Stift Schönenwerd)
aus der Berner Werkstatt des Hans Funk (um 1470–1539). Dieser zählte zu den
bedeutendsten Schweizer Glasmalern seiner Zeit.
Scheibe mit einer Darstellung des hl. Vinzenz
Doppelscheibe des Standes Bern mit
dem hl. Vinzenz und dem doppelten Stadtwappen unter dem Reichsadler
Das zweite Ensemble ist im nördlichen
Chorfenster eingebaut und stammt vom Chorherrenstift Schönenwerd, das
bis 1539 die Kollatur (das Recht, die Pfarrstelle zu vergeben) der Kirche
Uerkheim besass. Hier finden wir auf der linken Seite die berühmte
«Mondsichelmadonna», rechtsseitig eine Figurenscheibe des hl. Leodegar. Auch
dieses Scheibenpaar wurde in der Werkstatt von Hans Funk 1520/21 hergestellt.
Doppelscheibe des Chorherrenstiftes
Schönenwerd mit der «Mondsichelmadonna» (grosses Foto) und dem Stiftspatron, dem hl.
Leodegar (Mitte). Figurenscheibe des Zofinger Stadt- und Stiftspatrons, dem hl.
Mauritius (rechts). Da der Heilige hier das Zofinger Stadtwappen trägt, dürfte
die Stadt Zofingen und nicht das Stift die Scheibenstiftung getätigt haben.
Das dritte Ensemble besteht nur noch aus einer Scheibe, die sich heute im südlichen Chorfenster befindet. Der rechte Teil ist in den 1880er-Jahren einem Unwetter zum Opfer gefallen. Auf der verbliebenen Figurenscheibe ist der hl. Mauritius, der Schutzpatron von Stadt und Stift Zofingen, zu sehen. Die Urheberschaft dieser Scheibe ist ungeklärt. Der Berner Glasmaler Hans Funk dürfte sie nicht geschaffen haben.
Fotos © Hans Fischer