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Gedankenverloren und mit der Musik von Suzanne Vega in den Ohren, stand ich am Kochherd. als mich auf einmal das Gefühl beschlich, nicht alleine in der Wohnung zu sein.
Und siehe da: Schräg über mir, auf dem Wok-Stiel, sass ein junger Vogel. Mit schiefgelegtem Köpfchen beobachtete er, was unter ihm vor sich ging.
Wie lange er schon da höckelte, wusste ich nicht. Ich öffnete zwei Fenster sperrangelweit und täppelte vorsichtig wie ein Indianer auf dem Kriegspfad zurück in die Küche. Mein kleiner Gast hob ab zu einem Erkundungsflug. Erst setzte er sich auf den Balken beim Eingang. Dann schwirrte er um den Compi, stieg hoch, warf einen Blick ins Schlafzimmer, liess sich wieder sinken, drehte eine Runde ums Sofa und liess sich schliesslich – etwas ausser Puste geraten, wie mir schien – auf dem Tisch nieder.
In dem Moment, als ich ihm schonend beibringen wollte, dass ich in einer halben Stunde tatsächlich eingeladenen Besuch erwarte und ihn deshalb bitte, sich langsam zu verziehen, stiess er einen Pfiff aus, fräste noch einmal um die Lampe – und schwirrte ins Freie.