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Erfindung und Verbreitung des Schachspiels
Brett, Figuren, Schachuhr
Es ist historisch belegt, dass das Schachspiel bereits im 11. Jahrhundert, noch vor den Kreuzzügen, in einem grossen Teil des europäischen Kontinents gut bekannt gewesen ist. Vom Wesen des Spiels, von seinen Figuren und ihren Eigenschaften übermitteln uns die ältesten Dokumente praktisch nichts. Sie nennen kaum mehr als den Namen. In den folgenden Jahrhunderten mehren sich dann die Zeugnisse. Da findet man das Schachspiel in Romanen, Gedichten, ja gar in wissenschaftlichen Abhandlungen. Und vereinzelte Gedichte (lateinisch geschrieben), handeln sogar vom Schachspiel allein. Durch sie wird man mit den Namen der Figuren und ihren Gangarten vertraut gemacht.
Der Gesamtheit der Figuren hiess durchwegs scacci, das Spiel selbst ludus scaccorum, eine Pluarlbildung, die sich im Italienischen und Französischen bis heute erhalten hat. Das Schachbrett nannte man scaccarium. Sowohl das Wort scacci als auch der Name des Spiels in den verschiedensten Landessprachen (Schach, Scacchi, Chess, Echecs) ist merkwürdigerweise nicht aus dem Wort Schatrandsch entstanden, sondern aus Schach, dem Namen der Hauptfigur im persischen Schach. Spanien und Portugal machen eine Ausnahme. Hier hat sich der arabische Einfluss durchgesetzt. Aus al Schatrandsch (al ist der Artikel) wurde Aljedrez und Xadrez.
Auszüge aus "1889-1989 100 Jahre Schweizerischer Schachverband", geschrieben von Alex Crisovan, erschienen 1989, Zürcher AG (Zug)