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Mit überwältigender Mehrheit haben die Menschen im Südsudan für einen eigenen Staat gestimmt. Vorläufigen Ergebnissen zufolge sprachen sich mehr als 99 Prozent der Wähler in einem Referendum für die Abspaltung vom Norden aus.
Die Verkündung der Zahlen am Sonntag wurde in Juba, der künftigen Hauptstadt des Südens, von grossem Jubel begleitet. Tausende feierten auf den Strassen.
Der Leiter des Wahlbüros in Juba, Chan Reec Madut, erklärte, nur rund 16'000 Einwohner im Südsudan hätten sich für eine Fortsetzung des Verbunds mit dem Norden ausgesprochen. Dagegen hätten 3,7 Millionen für die Abspaltung gestimmt.
Die Beteiligung im Süden habe 99 Prozent betragen. Im Norden des Landes hatten sich nach offiziellen Angaben 60 Prozent der Menschen an dem Referendum beteiligt. 58 Prozent von ihnen hatten für die Unabhängigkeit des Südens gestimmt.
Der südsudanesische Präsident Salva Kiir sagte während der Zeremonie, es gehe vorwärts. Der Kampf sei aber noch nicht beendet. Kiir dankte dem sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir, der den Frieden möglich gemacht habe. Er kündigte an, der Südsudan werde sich am 9. Juli für unabhängig erklären.
"Diese Ergebnisse führen zu einer Veränderung der Lage", sagte der Vorsitzende der Referendumskommission, Mohamed Ibrahim Chalil. "Diese Veränderung bezieht sich nur auf die verfassungsrechtliche Form der Beziehung zwischen dem Norden und dem Süden." Geografisch und historisch seien beiden Landesteile unauflöslich miteinander verbunden.
UNO besorgt über strittige Fragen
Endgültige Ergebnisse des Referendums, das Anfang Januar friedlich ablief, sollten im Februar bekannt gegeben werden. Allerdings ist angesichts der klaren Mehrheit für die Unabhängigkeit allenfalls mit kleineren Veränderungen zu rechnen.
Wenn der Prozess wie geplant fortgesetzt wird, wird der Südsudan im Juli der jüngste Staat der Welt werden. Allerdings müssen zuvor noch strittige Fragen geklärt werden, darunter die Grenzziehung, die Verteilung des Öls und der Status der umstrittenen Region Abjei.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte sich beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba besorgt über die noch ungelösten Fragen. Auch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft sei gefragt.
SDA-ATS