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Gemäss dem gesetzlich definierten Umwandlungssatz von 6,8 Prozent erhält jemand, der bis zur Pensionierung 100 000 Franken in die berufliche Vorsorge eingezahlt hat, eine jährliche Rente von 6800 Franken. Allerdings können Pensionskassen nur eine sichere Rente von etwa 4000 Franken finanzieren. Der Betrag, der fehlt, nimmt man einfach den Erwerbstätigen, vor allem den Jungen, weg. Es handelt sich um einen jährlichen Rentenklau in Milliardenhöhe.
Verschiedene Reformvorschläge stehen im Raum, um diese Situation zu bereinigen. Doch keiner der Vorschläge wird die Umverteilung von Jung zu Alt stoppen. Im Gegenteil: Es wird vorgeschlagen, diese Umverteilung fest ins System der 2. Säule zu integrieren. Obwohl das klar gegen die Idee der beruflichen Vorsorge verstösst.
Will man verhindern, dass die junge Generation für das Politikversagen der letzten 25 Jahre geradestehen muss, gibt es nur einen Ausweg: Das fehlende Kapital muss dem Pensionskassensystem von aussen über einen Sanierungsfonds zugeführt werden. Wie der Sanierungsfonds finanziert würde, ist eine politische Frage. Klar ist, dass für die Finanzierung nicht nur die Jungen, sondern alle Generationen zur Kasse gebeten werden müssten. Um die Idee des BVG-Sanierungsfonds zu realisieren, braucht es zuerst ökonomische Transparenz über das fehlende Kapital. Dann muss die Politik festlegen, in welchem Umfang sich Pensionskassen selber sanieren müssen und in welchem Umfang sie Kapital aus dem BVG-Sanierungsfonds erhalten. Und schliesslich müssen die gesetzlichen Vorgaben so angepasst werden, dass Renten in Zukunft nachhaltig und sicher finanzierbar sind.
Dieses Vorgehen hätte viele Vorteile: Die systemfremde Umverteilung in der zweiten Säule würde gestoppt. Der Bürger würde dank der neu hergestellten Transparenz realisieren, dass im Pensionskassensystem weit über 100 Milliarden Franken fehlen. Und er würde begreifen, dass seine Rente in Gefahr ist und dass es höchste Zeit für eine generationengerechte Reform der zweiten Säule ist.