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Wieso ist der Name des Betreibers niergends aufgeführt?
Wieso ist bei vielen Artikeln der Verfasser nicht aufgeführt?
Der Entscheid dieses Blog anonym zu führen und auch anonyme Beiträge zuzulassen, wird in regelmässigen Abständen kritisch neu beurteilt. Theoretisch ist die Meinungsfreiheit ein Grundrecht (Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte), doch leider nicht immer förderlich bei einer beruflichen Karriere oder für sein Privatleben. Wie schnell jemand (ungewollt) im Rampenlicht stehen kann, zeigen beispielhaft folgende Fälle auf:
- Ein zugegebenerweise dummer Satz über die Einstellung der Zeitschrift “Facts” führte zu einer ungefragten Zitierung in der letzten Ausgabe jener Zeitschrift (neben den Beiträgen von zwei Bundesräten zum Ende der Zeitschrift). “Facts” stellte den zitierten Satz so dar, als ob dieser eine Stellungnahme einer Vereinigung Schweizer Offiziere wäre, was natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Die Begründung für diesen Satz ist übrigens hier aufgeführt.
- Ende 2009 wurde offiziere.ch vom Heeresstab auf einer Liste der “inoffiziellen Internet-Sites Heer” aufgeführt, welche mehrmals gescannt wurden (oder immer noch werden). Wieso offiziere.ch auf diese Liste aufgeführt wurde, bleibt ungewiss. Unter den Bemerkungen steht bloss “Blog und ein Link zu panopti.com (Seite gegen Überwachung)”. Im Schreiben des Kdt Heer steht “die site-owner [sind] auf die bestehenden [militärischen] Vorschriften aufmerksam zu machen, verbunden mit dem klaren Auftrag, die Seiten/Auftritte/Inhalte den geltenden [militärischen] Vorschriften anzupassen oder zu löschen”. Dazu gibt es jedoch keine Rechtsgrundlage.
- Wie es einem Journalisten ergehen kann, zeigt ein Fall von David Axe: er zitierte US Army Brigade General Neil Tolley’s Aussage an der SOFIC Konferenz am 21. Mai 2012 in Florida in einem kurzen Beitrag für den “The Diplomat“, dass südkoreanische und US-amerikanische Spezialeinheiten auf norkoreanischen Gebiet Aufklärung betreiben würden. Nicht nur wurde ihm von den United States Forces Korea unterstellt, das Zitat erfunden zu haben, er musste sich in der Folge auch mit den Reaktionen aus der ganzen Welt herumschlagen. Schlussendlich gab der Medienoffizier des Pentagon, Oberstlt James Gregory zu, dass das Zitat von Axe korrekt wiedergegeben wurde, dass jedoch der Brigadegeneral sich missverständlich ausgedrückt hatte. Trotzdem, ohne sein Verschulden kostete dies Axe’s Job als regelmässiger Mitarbeiter beim “The Diplomat”. Ausserdem verbreitete der ehemalige Navy SEAL, Brandon Webb, in Axe’s Namen ein Selbstmordbrief, der es noch einmal in die Medien schaffte.
- Nachdem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School vom Freitag, 14.12.2012 wurde in einem Bericht von Susan Candiotti auf CNN fälschlicherweise Ryan Lanza als Amokläufer genannt. In den Berichten, die Ryan Lanza als Täter bezichtigten, tauchten Profilbilder seines Facebook-Accounts auf. Tatsächlich ist Ryan Lanza der ältere Bruder des Amokläufers (Adam Lanza), hatte jedoch seit zwei Jahren keinen Kontakt zu seinem Bruder mehr und an der Tat unbeteiligt. Damit aber nicht genug: Ryan Lanza war in der Liste der Facebook-Freunde von Matt Bors, was dazu führte, dass Bors von Journalisten kontaktiert wurde und von einigen Leuten verärgerte Nachrichten erhielt, wie er bloss mit einem solchen Monster befreundet sein könne. Dabei sind Bors’ Facebook-Freunde Leute, die sein künstlerisches Schaffen mitverfolgen möchten. Die meisten seiner Facebook-Freunde kennt er nicht persönlich, so auch nicht Ryan Lanza. In einem interessanten Artikel fasst Bors das Erlebte zusammen.
Ich könnte noch Duzend weitere Beispiele aus meinem Kameradenkreis aufzählen, die eine anonyme Veröffentlichung rechtfertigen. Auch wenn es theoretisch optimal wäre, so kann heutzutage auf anonyme Veröffentlichungen nicht verzichtet werden. Das Internet ist ein hervorragendes Instrument, um seine Meinung zu verbreiten, doch ebenso ein hervoragendes Instrument sein eigenes Leben aus der Bahn zu werfen.
Deshalb bleibt der Betreiber von offiziere.ch im Hintergrund (diejenigen, die es wissen müssen, kennen den Betreiber) und die Entscheidung über eine namentliche oder anonyme Veröffentlichung bleibt beim jeweiligen Autor. Auf offiziere.ch sollen Inhalte im Vordergrund stehen, nicht die Personen hinter diesen Inhalten. Die Autoren achten jedoch darauf, dass Quellen wenn immer möglich verlinkt werden, so dass der Leser sich selber eine Meinung bilden kann.