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Neun Musikliebhaber gründeten im Januar 1900 die heutige Harmonie. Zwei Jahre später verzeichnete der Verein bereits 20 Aktiv- und Freimitglieder. Die Zahl der aktiven Spieler stieg in der Folge regelmässig an. 1937 zählte man 37 Mitglieder, 1955 40 Aktivmitglieder und fünf Mitspieler. Heute spielen 50 Musikerinnen und Musiker in der Harmonie mit.
Ganz so problemlos, wie es die nackten Zahlen vermuten lassen, verlief der Mitgliederzuwachs freilich nicht. Potentielle Neumitglieder warteten mit allerlei Bedingungen auf. Dazu ein Beispiel aus dem Jahr 1904. Nach Meinung des Dirigenten war «die Besetzung der 1. Trompete zu schwach», und man begab sich auf die Suche nach einem neuen Trompeter. Der Verein schaltete ein Inserat in der Musikzeitung und erhielt darauf einige «Offerten». Der geschäftsmässige Ton ist durchaus berechtigt, denn die Bewerber erwarteten, dass man ihnen eine Arbeitsstelle in Pfäffikon vermittelte. Der am besten geeignete Kandidat, ein Färber, kam deshalb nicht zum Zuge, weil man für ihn keine Arbeit fand. Man entschied sich schliesslich für den Trompeten spielenden Packer, da die Firma Huber einen solchen suchte.
Trotz solcher Rekrutierungsprobleme kam es relativ rasch zu einem Ausschlussverfahren, falls sich ein Mitglied ungebührend aufführte. So wie im Jahr 1905, als man ein Mitglied hinausspedierte, weil «kein Fortschritt zu verzeichnen» sei und der Betreffende «mit den Instrumenten nicht gerade schonend umging».
Gut 60 Jahre lang war der Verein überdies ein reiner Männerklub. Erst 1963 wurde mit Margrit Berli die erste Frau aufgenommen. Cornelia Cramer war 1984 das erste weibliche Vorstandsmitglied, Eliane Koch, im Amt seit 1998, die erste Präsidentin. Insgesamt sind heute knapp ein Viertel aller Aktivmitglieder Frauen.
Wer 20 Jahre (vor 1925: 15 Jahre) aktiv im Verein mitwirkt, erhält den Status eines Ehrenmitglieds. Nach 25 Jahren wird man kantonaler Veteran und erhält ein entsprechendes Abzeichen. Elf Pfäffiker Harmonisten brachten es im Laufe der Zeit sogar zum kantonalen Ehrenveteran (50 Jahre Mitgliedschaft). Der bisherige Spitzenreiter ist Edi Trachsler, der von 1914 bis 1975 dem Verein angehörte, also nicht weniger als 61 Jahre. An zweiter Stelle liegt das heutige Mitglied Hermann Raths mit bisher 59 Jahren Mitgliedschaft in der Harmonie.
Eine sehr wichtige Stellung nehmen die heute knapp 800 Passivmitglieder ein. Deren jährliche Beiträge sind eine unverzichtbare Einnahmequelle. Seit 1912 besteht ein Passivvorstand, der die
Interessen der Passivmitglieder vertritt. In den Gründungsjahren zeigte man sich gegenüber den Passivmitgliedern offenbar noch ziemlich reserviert. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das
mehrstufige Aufnahmeprozedere: Der Vorstand suchte sich geeignete Kandidaten aus und stellte einen Antrag an den Gesamtverein. Dieser stimmte über die Aufnahme ab. Falls dies im positiven Sinn
geschah, wurde dem Kandidaten «schriftliche Anzeige unter Beigabe der Statuten» gemacht. Das angehende Passivmitglied hatte dann die Wahl: Entweder verzichtete es und schickte die Statuten wieder
zurück. Oder es schickte die Unterlagen nicht zurück und bezahlte fortan jährlich vier Franken in die Vereinskasse.