Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03490.jsonl.gz/2000

Die Erforschung der Ursachen der Edelsteinfarben stellt eine der reizvollsten Seiten der Gemmologie dar. Sie verbindet Bereiche der Optik und der Chemie mit den neuesten Erkenntnissen über die Struktur und die Kräfte der Atome.
Die farbigen Steine teilt man in drei Kategorien:
Diejenigen Steine, bei denen das farbgebende Element aufbauender Bestandteil ist, nennt man idiochromatisch oder eigengefärbt. Diese Edelsteine kommen deshalb nur in einer Farbe vor. Dazu gehören z.B. der Türkis, der Peridot, der Rhodonit.
Die meisten Edelsteine aber ergäben bei reiner, chemischer Zusammensetzung farblose Kristalle. Sie erhalten ihre Farbe durch eine geringe Beimengung von farbgebenden Elementen; man nennt sie deshalb allochromatisch oder fremdgefärbt.
Woher also kommt hier die Farbe?
Die Farbe stammt oft von der zufälligen Präsenz, farbgebender Spurenelemente, die im Kristallgitter eingebaut sind. Diese Fremdatome von Titan, Chrom, Eisen, Nickel, Vanadium, Mangan, Kobalt und Kupfer bewirken die Farbe. Der Saphir, der Rubin, der Smaragd, der Turmalin und viele andere gehören zu dieser Kategorie. Und noch eine Tatsache mag erstaunen: Das gleiche chemische Element kann verschiedene Farben hervorrufen; je nach Kristallstruktur des Steines verleiht z.B. Chrom dem Rubin sein edles Rot, dem Smaragd aber sein unnachahmliches Grün.
Im Weiteren existieren Steine, bei denen die Farbe durch einen physikalischen Effekt, zB. Lichtstreuung, erzeugt oder beeinflusst wird. Der bestechende Zauber des Opals geht von seinem einzigartigen Farbspiel aufgrund solcher physikalischen Effekte aus.