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Eine sehr nette Familie kam vor Kurzem in meine Praxis, weil sie mit ihrer 14-Jährigen sehr geliebten Tochter nicht mehr zurechtkamen. Als Kind wurde sie immer Prinzessin-Sonnenschein genannt, weil sie viele Facetten einer Prinzessin hatte. Sie war sehr fantasievoll und hatte ein gesundes Selbstbewusstsein, und sie fühlte sich in ihrer Rolle als „Prinzessin“ sehr sicher. Sie war sensibel und reagierte stark auf emotionale Reize, besonders in Bezug auf ihr „Prinzessinnen“- Dasein. Sie hatte vor allem eine grosse Vorliebe für Eleganz und Schönheit und zog sich gerne hübsche Kleider an, am liebsten mit Glitzerperlen. Zu guter Letzt zeigte sich eine starke Entschlossenheit, ihre Wünsche und Vorstellungen als „Prinzessin“ zu verfolgen.
Heute ist aus der Prinzessin-Sonnenschein eine Tyrannin geworden.
Der Wandel von der „kleinen süssen Prinzessin“ zur „tyrannischen Prinzessin“ kann auf folgende mögliche Gründe zurückzuführen sein:
Wenn das Kind übermäßig verwöhnt wird und keine klaren Grenzen gesetzt bekommt, lernt es, seine Wünsche und Bedürfnisse um jeden Preis durch zusetzten. Das Kind erfährt in seiner Entwicklung, dass seine Handlungen keine Konsequenzen nach sich ziehen und das sich alles nach seinen Wünschen und Vorstellungen richtet.
Wenn das Kind keine Konsequenzen für sein negatives Verhalten aufgezeigt bekommt, kann es sich in seinen tyrannischen Tendenzen bestätigt fühlen und sein Verhalten so weiterführen.
Kinder lernen am Vorbild. Wenn sie sehen, dass Erwachsene tyrannisches Verhalten zeigen, sei es durch Dominanz, Manipulation oder Aggression, können sie dazu ermutigt werden, ähnliche Verhaltensweisen zu übernehmen und zu internalisieren.
Auch das Aufzeigen und Entwickeln von Empathie ist ein wichtiger Faktor, welches das Kind erlernen sollte. Wenn das fehlt und das Kind nicht lernt, die Bedürfnisse und Gefühle anderer zu berücksichtigen, kann das Kind dazu tendieren, seine eigenen Interessen über die anderer zu stellen und ein tyrannisches Verhalten zu entwickeln und zu zeigen.
Auch ungesunde Belohnungssysteme können dazu führen, dass man schon bald einen Tyrannen im Haus hat. Zum Beispiel, wenn das Kind für Verhaltensweisen belohnt wird, die auf Dominanz, Macht oder Kontrolle basieren, kann es dazu ermutigt werden, diese Verhaltensweisen zu verstärken und weiterzuentwickeln.
Ein wichtiger Schritt ist sicher, dass die Eltern darauf achten, klare Erwartungen zu setzen, gesunde Verhaltensweisen vorzuleben und die Kommunikation zu fördern. Gut ist, wenn die ganze Familie professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt. Es ist wichtig, dass nicht nur das „problematische Kind“, sondern die ganze Familie mit einbezogen wird.
Virginia Satir, eine bekannte Familientherapeutin, berichtet viel über das „kranke Familiensystem“ und dass es nur gesunden kann, wenn alle miteinbezogen werden. Hypnosetherapie kann zum Beispiel eine wirksame Methode sein, um tyrannisches Verhalten zu bewältigen, indem sie die zugrunde liegenden Ursachen identifiziert, das Selbstwertgefühl stärkt, negative Glaubenssätze umwandelt, gesunde Verhaltensweisen fördert und soziale Fähigkeiten entwickelt. Wichtig nochmals zu erwähnen: Die ganze Familie als System muss dabei sein, denn das „problematische Kind“ ist in diesem System so geworden, und lösen kann man es nur, wenn überall Wandlung stattfindet.
Das Märchen von den Gebrüdern Grimm „König Drosselbart“ passt hier ganz gut. Im Märchen verspottet eine schöne, aber hochmütige Königstochter alle Verehrer.
In der Hypnoseausbildung lernst du unzählige Methoden wie man solche Probleme angehen oder sogar verhindern kann. So das die Prinzessin-Sonnschein, ein Sonnenschein bleibt, die sich konstruktiv durchsetzen kann und verantwortungsvoll handelt… hier geht es zu mehr Informationen
Einen herzlichen Gruss
Barbara Prinzing
#Hilfe, unsere Prinzessin hat sich zu einer Tyrannin entwickelt