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Das Wichtigste in Kürze
- Kalte Winter versorgen die unteren Schichten der Seen der Schweiz mit Sauerstoff.
- Durch den Klimawandel könnte es immer wie wärmere Winter geben.
- Ein Doktorand der ETH Lausanne hat eine spannende Entdeckung gemacht.
Kalte Winter sind für Seen vital, denn sie helfen, tiefe Wasserschichten mit Sauerstoff anzureichern. Was aber, wenn kalte Winter im Zuge des Klimawandels ausbleiben? Ein EPFL-Forscher hat herausgefunden, dass zumindest der Genfersee über eine Art Notsystem verfügt.
Seen müssen einen bestimmten Gehalt an gelöstem Sauerstoff aufweisen, um die Wasserqualität zu erhalten und ihre Ökosysteme zu schützen.
Tiefe Wasserschichten sind sauerstoffarm, werden aber durch sogenannte konvektive Abkühlung in der kalten Jahreszeit mit Sauerstoff angereichert. Denn die Kälte sorgt dafür, dass die sauerstoffreichen Oberflächenschichten sich verdichten und absinken können. Dadurch werden die sonst unbeweglichen Schichten vermischt und die Tiefen belüftet.
Der Genfersee besitzt ein natürliches Notbelüftungssystem
Bei tiefen Seen in gemässigten Klimazonen wie dem Genfer See sind die Winter oft nicht kalt genug. Die sehr tiefen Gewässer werden dadurch nicht belüftet. Die letzte konvektive Abkühlung des Genfer Sees in voller Tiefe fand 2012 während einer Kältewelle statt. Das steht in einer Mitteilung der ETH Lausanne (EPFL) vom Freitag.
Rafael Reiss hat in seiner Doktorarbeit die Mechanismen der Tiefenwassererneuerung am Beispiel des Genfersees untersucht. Er hat herausgefunden, dass der Lac Léman über zwei Notsysteme verfügt. Die belüften den See auch bei ausbleibender Kälte auf natürliche Weise. Der Wind spielt dabei eine tragende Rolle.
Reiss hat gezeigt, dass die starken Winterwinde die Küstengewässer am Nordufer des Grand Lac in Richtung Seemitte treiben. Dort werden sie durch das Aufsteigen tieferer Gewässer ersetzt. Die gleichen Winde treiben das Oberflächenwasser des Petit Lac in Richtung Grand Lac.