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Text
der Inschrift des Benefiziariers aus Martigny
Übersetzung :
"Zum ewigen Gedächtnis an Pantonia
Pervinca, seiner liebsten Gattin, hat Aurelius Maximianus, Soldat
der achten Augustischen Legion, der Benefiziarier gewesen ist, diesen
Grabstein anfertigen lassen, sowie auch für sich, zu seinen Lebzeiten.
Er hat den Grabstein unter der Axt weihen lassen."
Erläuterungen zum Text :
Der sehr verwitterte Grabstein
wurde 1992 bei der Restauration der Pfarrkirche von Martigny gefunden.
Er war in der Nordmauer der frühchristlichen Doppelkirche verbaut.
Die zuerst verstorbene Ehefrau Pantonia Pervinca
trägt
einen seltenen Gentilnamen (Pantonia
), der aber in Norditalien
belegt ist, während Pervinca oder noch eher Pervincius
(Gentilnomen) häufiger ist. Offenbar entstammte sie einer einheimischen
romanisierten Familie. Ihr Ehemann Aurelius Maximianus
trägt
den häufigen Gentilnamen Aurelius
, der seit Mark Aurel
verbreitet war und der nach der Verleihung des Bürgerrechtes
an alle Reichsbewohner mit dem Edikt von Caracalla 212 n.Chr. noch
häufiger wurde. Seit dem Beginn des 3. Jh. wurde der Vorname
immer seltener; hier fehlt er ganz. Die Legio VIII Augusta
war in Strassburg stationiert. Ein Benefiziarier nahm einen wichtigen
Büroposten ein; Aurelius Maximianus
war höchstwahrscheinlich
der Statthalter ritterlichen Ranges der Provinz Alpes Graiae et
Poeninae
(Wallis und Tarentaise). "Unter der Axt weihen"
(sub ascia dedicare
) ist noch nicht ganz befriedigend erklärt;
vermutlich bedeutet die Formel, dass das Grabmal schon vor der endgültigen
Fertigstellung geweiht worden war. Zeit: 1. Hälfte 3. Jh. n.
Chr.
AE 1996 985