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New Agenda heisst der Sieger des Grand Prix am ersten Tag des White Turf in St. Moritz. Die Favoriten taten sich auf dem tiefen Geläuf schwer, sodass es zu einigen Überraschungen kam.
Nach den starken Schneefällen in den letzten Tagen vor dem Eröffnungsrenntag des diesjährigen White Turf in St. Moritz befand sich sehr viel Schnee auf der Bahn, was für die Pferde sehr kräfteraubend war. Dies dürfte der Hauptgrund sein, dass sich die Favoriten nicht durchsetzen konnten, allen voran der letztjährige Sieger des GP von St. Moritz, Nimrod. Aber auch die Dominatorin der Skikjörings der letzten beiden Jahre, Usbekia, und der bislang auf Schnee noch ungeschlagene Spike im grossen Trabrennen wurden ihren Favoritenrollen nicht gerecht. Sowohl die Trab- als auch die Flachrennen mussten mit der Flagge gestartet werden, einzig beim Skikjöring kam das vorgesehene Startprozedere aus den Startboxen zur Anwendung. 7500 Zuschauer setzten am Totalisator 49000 Franken um.
Überraschung im Grand Prix
Nimrod gewann vor Jahresfrist sowohl den Grand Prix am ersten Tag als auch zwei Wochen später den mit 111111 dotierten Grossen Preis von St. Moritz, sodass er auch diesmal als Favorit antrat. Der Engländer New Agenda hatte als einziger der sieben Kandidaten in diesem Jahr bereits ein Rennen bestritten, was vielleicht den entscheidenden Unterschied ausmachte. Er setzte sich unter Dennis Schiergen sogleich an die Spitze vor Berrahri und Fiesta. Im letzten Bogen musste Berrahri seine beiden Kontrahenten ziehen lassen, so kam es zum Zweikampf zwischen New Agenda und Fiesta. Rund 50 Meter vor dem Ziel hatte die Schimmelstute mit Tim Bürgin die Nase vorne, doch New Agenda kämpfte sich zurück und gewann knapp mit einer Halslänge Vorsprung. Berrahri folgte über zehn Längen dahinter als Dritter.
Siegreiches Schweizer Debüt von Hakam
Im Sprintrennen wurde Filou favorisiert, der letztes Jahr am zweiten Tag erfolgreich gewesen war, doch die Bahnverhältnisse waren nicht nach seinem Geschmack. Clément Lhereux teilte mit der Neuerwerbung des Ehepaars Kräuliger, Hakam, das Rennen perfekt ein und schickte diesen im richtigen Moment in die Entscheidung, um das Trio von Trainer Miroslav Weiss, Footprintinthesand, Holidayend und Kontast, auf die Plätze zu verweisen.
Ein Flachrennen war den Amateurreitern aus Europa vorbehalten. Als Lonessa und Acteur de l’Ecu im Einlauf um den Sieg kämpften, kam die Stute von den Beinen und blieb für einen Moment erschöpft liegen, schlussendlich konnte aber Entwarnung gegeben werden, Lonessa hatte sich ebensowenig wie ihre Reiterin verletzt. So gewann Acteur de l’Ecu aus dem Engadiner Stall Forz Agricula von Duri Casty unter der Österreicherin Hanna Jurankova überlegen vor Parthenius und der zweiten Vertreterin des Stalles Forz Agricula, Fleur d’Ipanema, welche von der Schweizerin Claudia Wendel geritten wurde.
Strade Kirk mit Jakob Broger (r.) an den Leinen gewinnt vor Sociopath (Erich Bottlang) das Skikjöring über 2700 Meter.
Strade Kirk gewinnt spannendes Skikjöring
Am Skikjöring nahmen zehn Paare teil und das Rennen verlief äusserst spannend. Zuerst sorgten Get Ready Freddy und Zambeso an der Spitze für ein schnelles Tempo, nach einer Runde wurden sie von der Titelverteidigerin Usbekia und von Sociopath abgelöst. Dann machten auch Strade Kirk und Pinot viel Boden gut und im Einlauf kam es zum Endkampf zwischen Sociopath und Strade Kirk, der sich schliesslich mit Jakob Broger durchsetzte. Jakob Broger dominierte von 1999 bis 2004 die Skikjörings mit der legendären Volta nach Belieben und machte nun den ersten Schritt in Richtung Rückeroberung der Krone. Usbekia musste auch noch Pinot den Vortritt lassen und wurde Vierte.
Super Berry Chenou löst Spike ab
Spike war mit fünf St. Moritzer Siegen auf Schnee noch ungeschlagen und trat als haushoher Favorit zum Traber-GP an. Doch er kam nie richtig in Schwung, musste seine Konkurrenten ziehen lassen und wurde bereits im ersten Bogen an aussichtloser Position angehalten. Terry Gahn, ebenfalls ein ehemaliger Sieger im Engadin, hatte sich die Spitze gesichert und behielt diese bis in den Einlauf, wo er von Super Berry Chenou mit Renaud Pujol angegriffen und passiert wurde. Nachdem er letztes Jahr hinter Spike Zweiter geworden war, kam der im Besitze seines Trainers Jean-François Johner stehende 13-Jährige zum ersten Schneesieg. Johner selber wurde mit Vasco de Graux Dritter.
Auch im zweiten Trabrennen kam mit Anshy die Vorjahreszweite zum Zug. Die Stute von Silvan Krüsi, die letztes Jahr bei allen drei St. Moritzer Starts unter den ersten drei eingekommen war, gewann leicht gegen Aladin Volsin mit Silvans Mutter Barbara.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 5/2019)
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