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«Ein grosser Fehler bei meinem Studieren in der Jugend war, dass ich den Plan zum Gebäude zu gross anlegte. Die Folge war, dass ich die obere Etage nicht ausbauen konnte, ja ich konnte nicht einmal das Dach zubringen. Am Ende sah ich mich genötigt, mich mit ein paar Dachstüb-chen zu begnügen, die ich so ziemlich ausbaute, aber verhindern konnte ich doch nicht, dass es mir bei schlimmem Wetter nicht hineinregnete. So geht es gar manchen!»
Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799), deutscher Physiker
Es ist geschafft! Du hältst dein Bachelor-Diplom in Geschichte der FernUni Schweiz in den Händen, nachdem du dich durch Höhen und Tiefen des Studiums navigiert hast.
Wie oft wolltest du aufgeben oder hast gedacht, dass du die Energie nicht mehr aufwenden kannst, um dranzubleiben?
Wie oft vielleicht auch überlegt, ob dies wirklich das Richtige ist? Vielleicht hast du in diesen Momenten versucht dich auf ein Ziel zu fokussieren: einen anschliessenden Master an einer anderen Universität oder eine Belohnung in Form einer längeren Reise?
Und nun ist es soweit. Aber was nun?
Wie planst du das Gebäude, so dass es auf deinem zukünftigen beruflichen Weg möglichst dichthält und kannst du überhaupt verhindern, dass es auch mit dem besten Bauplan irgendwo und irgendwann einmal durch die Decke tropft?
So viele Häuser…mit so vielen Treppen und Stockwerken
Nach dem Bachelor-Studium gilt es erst einmal die verschiedenen Möglichkeiten, die sich bieten, abzuklären. Wie es weitergeht, hängt auch weitgehend davon ab, aus welchen Gründen du ursprünglich das Bachelor-Studium begonnen hast.
Es kann sein, dass du das Bachelor-Diplom in erster Linie für einen Karriereboost innerhalb des eigenen beruflichen Umfeldes nutzen willst oder du dir die Türen zu neuen beruflichen Möglichkeiten in einem verwandten Bereich offenhalten möchtest.
Der Bachelor ist ein anerkannter Studienabschluss, der dir grundsätzlich ermöglicht dich ohne weiteres Studium auf Stellen in der Privatwirtschaft zu bewerben. Man muss sich allerdings im Klaren sein, dass es sich dabei in den meisten Fällen nicht um studiumsbezogene Tätigkeiten, sondern um Fähigkeiten, in denen die im Studium erworbenen generellen Skills wie Archivieren, Recherchieren und Ähnliches gefragt sind.
In diesem Fall stellt sich die Frage, ob du den zusätzlichen Aufwand eines Master-Studiengangs auf dich nehmen möchtest. Wenn keine akademische Karriere geplant ist und der Bachelor für diese genannten Zwecke bereits gute Dienste leistet, solltest du dir den Energie- und Zeitaufwand für einen Master sehr gut überlegen.
Selbstverständlich kann auch ein Master einfach der Freude am Fach und der Weiterbildung absolviert werden. In diesem Fall ist es allerdings sinnvoll Aufwand und Ertrag bzw. Ziel und Wahl der Universität in einer möglichst optimalen Balance zu halten und sich bewusst zu sein, dass bei Aufbau und Inhalt eines Master-Studiums die zukünftige potenzielle Forschung der Studierenden im Vordergrund steht.
Für eine akademische Karriere ist daher der Master auch der nächste, unumgängliche Schritt.
So oder so: entscheidest du dich jedoch dafür einen Master zu absolvieren, stellen sich neue Fragen und weitere Entscheidungen müssen getroffen werden: An welcher Universität bewerben? Im In- oder Ausland? Wie sieht es mit den Aufnahmebedingungen aus? Und welche Universität passt überhaupt zu mir und meinen Bedürfnissen?
Modalitäten der Baupläne klären
Obwohl du vielleicht nach dem Bachelor voller Tatendrang bist und lieber früher als später deinen Master beginnen möchtest, ist der wichtigste Rat, den ich dir geben kann: Zeit.
Zeit, um wirklich alle Optionen zu prüfen; Zeit, um Abklärungen zu treffen; Zeit, um Feedback aus privatem und akademischem Umfeld einzuholen und vor allem Zeit, um in dich hineinzuhören. Das darf und soll sogar ein längerer Prozess sein, da die Wahl des Masters die Basis für deine zukünftige Karriere sein wird.
Du solltest dir dabei über folgende Fragen klar werden:
Willst du definitiv mit Geschichte weiter machen oder dich doch lieber in einem der vielen Nebenfächer spezialisieren (Soziologie, Politologie, Religionswissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, etc.), die du an der FernUni Schweiz im Bachelor in Geschichte studiert hast?
Im ersten Fall baut der konsekutive Master inhaltlich auf deinem Bachelor-Studium auf und wird im Normalfall mit wenig bis keine zusätzlichen Auflagen verbunden sein. Diese hängen allerdings auch von der Universität oder einem Universitätswechsel zwischen Bachelor und Master ab. Für Fachwechsel werden zusätzliche Auflagen verlangt, die oft vor Antritt des Studiums nachgewiesen werden müssen.
Gut, du willst unbedingt mit einem Master in Geschichte weiter machen, dann solltest du als nächstes überlegen in welchen Fachrichtungen du dich spezialisieren möchtest.
Der Bachelor-Studiengang in Geschichte an der FernUni Schweiz hat es dir ermöglicht Einblicke in verschiedene Fachbereiche wie: Neue Politikgeschichte, Kulturgeschichte, Sozialgeschichte oder Wirtschaftsgeschichte (Studieninhalte) zu erhalten. Nun solltest du in der Tendenz wissen, welche dieser Gebiete dich vor allem ansprechen.
Zudem kannst du dir nun noch einmal Gedanken zu Fachschwerpunkten machen, die oft bestimmten Epochen zugeordnet sind. Diese unterscheiden sich ebenfalls von Universität zu Universität, so bietet die Universität Bern sieben Fachschwerpunkten von Alter Geschichte bis Neuere Schweizergeschichte, während die Universität Fribourg lediglich zwischen vier Epochenschwerpunkten unterscheidet, dafür jedoch die zusätzlichen Programme Europastudien und Geschichtsdidaktik anbietet und die ETH Zürich gar keine Epochenschwerpunkte setzt.
Auch die Wahl des Studienprogramms (Mono oder Major/Minor) ist entscheidend bei der Beurteilung der optimalen Universität für dein Master-Studium, denn nicht jede Universität bietet beide Möglichkeiten an. In einem Monoprogramm kannst du dich voll und ganz auf Geschichte konzentrieren, während dir ein Major/Minor die Gelegenheit gibt die Vorteile eines Nebenfaches zu integrieren. Diese Wahl hängt sowohl von deinen persönlichen Vorlieben wie auch deinen zukünftigen historischen Spezialisierungen oder Fachrichtungswünschen ab. Ebenso wie die Wahl für einen spezialisierten Master, der auf ein spezifisches Thema innerhalb der Forschung fokussiert und interdisziplinär ausgerichtet ist.
In jedem Fall solltest du die wissenschaftliche Marktlage genau abklären: Welche historischen Ausrichtungen werden wirklich gebraucht? Was und zu welchen Epochen wird momentan vornehmlich geforscht? Wofür werden Forschungsgelder zugesprochen?
Es lohnt sich hier genau hinzusehen und sich im optimalen Fall auf eine vielversprechende Forschungsnische, die jedoch noch nicht «überbevölkert» ist, zu konzentrieren.
Gerade wenn du berufstätig bist oder eine Familie hast und deswegen ursprünglich ein Fernstudium an der FernUni Schweiz gewählt hast, welches dir im Gegensatz zu einer Präsenzuniversität Flexibilität in deiner Zeiteinteilung ermöglichte, stellt sich die entscheidende Frage, ob deine Lebensbedingungen nun ein Vollzeitstudium in Präsenz ermöglichen oder ob du doch lieber remote und/oder Teilzeit studieren möchtest?
Letzteres ist grundsätzlich auch an anderen Universitäten möglich, allerdings orientieren sich die Mustercurriculum in den meisten Fällen an einem Vollzeitstudium, weshalb sich die Studienzeit bei Teilzeit entsprechend verlängert.
Auch in diesem Fall stellt sich die Frage, welche Zeitlimiten man sich selber für den Master auferlegen kann oder muss. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Regelstudienzeit vielerorts beschränkt ist.
Uff geschafft, du weisst jetzt was du willst…
Sobald du dir darüber klar bist, solltest du dir einen Überblick über die Master-Angebote der einzelnen Schweizer Universitäten verschaffen. Du erfährst auf den jeweiligen Fakultätsseiten nicht nur die Epochenaufteilung bzw. Fakultäten des Studiums und die Schwerpunkte der momentanen Forschung und Lehre, sondern auch die Anforderungen, die du bei der Bewerbung erfüllen sollst.
Denn nein, leider ist es nicht so, dass jeder Bachelor von jeder Universität ohne Auflagen akzeptiert wird. Die Anforderungen können von sehr restriktiv bis moderat reichen und entweder zum Ausschluss aus dem Bewerbungsprozess führen oder aber eine Zulassung mit Auflagen d.h. mit der Verpflichtung Leistungen in gewissen Fächern nachzuholen.
Um dich weiter zu informieren, empfiehlt es sich die Informationstage der Universitäten zu besuchen, dich direkt mit den Fakultäten in Verbindung zu setzen und dich wenn möglich mit Studierenden und Alumni der gewünschten Universitäten auszutauschen.
Zusätzlich kannst du als Entscheidungsgrundlage das Ranking der Universitäten berücksichtigen, welches dir Aufschluss über das internationale Renommee liefert. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn einerseits unterscheidet sich das Ranking je nach Fachrichtung erheblich und andererseits beziehen sich die Kriterien hauptsächlich auf Forschung und den Erfolg von Studienabgängern.
Meiner Ansicht nach muss man sich in einem universitären Umfeld aber auch wohlfühlen, sich mit dem Programm identifizieren können, die Stadt und die Atmosphäre der gewählten Universität gut mögen und für sich entscheiden, wie akademisch-klassisch die Strukturen sein dürfen, mit denen man leben kann.
So kann eine kleine, aber modern orientierte Universität deutlich fortschrittlichere Studiengänge, pädagogisch interessantere Kurse und engagiertere Studentenbetreuung bieten als gewisse alteingesessene Universitäten, in der die Lehrpersonen im übelsten Fall ihre Forschung vor ihren Lehrauftrag stellen.
Um eine Master-Studium erfolgreich zu absolvieren, genügt es nicht an einer Universität zu studieren, die ein hohes Ranking besitzt, man muss sich auch wohl fühlen, ansonsten wird man die zwei Jahre Master-Studium nur unter Ach und Krach durchziehen können.
Für ein Fernstudium im Teilzeitmodell könnte es sich also auch lohnen noch etwas Geduld zu haben und den Master in Geschichte der FernUni Schweiz abzuwarten ;-)
Finale Bauplanung
So, nun weisst du also welche Universitäten für deine persönliche Zielsetzung in Frage kommt. Ich kann dir für die Bewerbung nur empfehlen, das Dossier rechtzeitig zusammenzustellen, den Bewerbungsessay frühzeitig zu verfassen und die Referenzschreiben von Dozierenden so früh als möglich einzuholen. Das Bachelor-Diplom kann normalerweise nach der Anmeldung nachgereicht werden.
Warum eigentlich dieser ganze Prozess? Ich könnte doch auch einfach einmal schauen und dann spontane Entscheidungen treffen?
Selbstverständlich, und ich bin immer für Spontanität. Solltest du also unter Dreissig sein und noch genug Zeit haben, um je nach Verlauf auch noch die Studienrichtung oder die Uni zu wechseln – go for it.
Bist du allerdings Ü30 und machst dieses Studium als Zweitausbildung, gebe ich dir den Tipp nicht mit voreiligen Entscheidungen später Zeit zu verlieren.
Denn hast du den Master einmal an einer Universität begonnen, kannst du zwar wechseln, jeder Wechsel bringt allerdings einen ECTS-Credit-Verlust mit sich.
Ja, richtig, nicht jede Universität rechnet dir die bisher im Master-Studium erworbenen ECTS vollumfänglich an.
Villa, Bauernhof oder Appartement? Hauptsache das Dach sitzt!
Dein Erfolg hängt ergo nicht nur von deinen bisherigen akademischen Leistungen oder deinen Referenzen ab, sondern vor allem von der Entscheidung der für dich richtigen Universität.
Lass dich dabei nicht von tollen Rankingplätzen, renommierten Namen der Professo-ren/innen oder angeblichen Elitestatus blenden. Natürlich hat der Master einer renommierten Universität, insbesondere im Ausland einen gewissen Stellenwert, letztlich bringt dir das alles aber nichts, wenn die Universität für dich, deine Bedürfnisse und deine Interessen nicht die Richtige ist.