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Antike Waagen und Gewichte bei ricardo.ch
Waagen haben die Menschheit schon mehrere Tausende von Jahren begleitet. Historische Werkzeuge dieser Art sind bis in frühe Entwicklungsgrade verschiedener Kulturen zurückzuverfolgen. Eine der ersten Waagen entdeckte man in einem ägyptischen Grab – man datierte diesen Waagebalken auf das fünfte Jahrtausend vor Christus. Weitere Abbildungen – ebenfalls aus Ägypten – von Waagen stammen aus einer Zeit ungefähr 2000. v. Chr. Hier handelte sich um Seile, an deren Enden die Waagschalen aufgehängt wurden.
Für die Zeit um 880 kann man zusammenklappbare Waagen aus den skandinavischen Bereichen datieren. Die Wikinger hatten dieses Prinzip aus dem damaligen Persien (dem heutigen Iran) übernommen und industrialisierten die Herstellung dieser Art von Waage. 1669 wurde in Frankreich die Tafelwaage erfunden; 1763 die Neigungswaage. Küchen- und Dezimalwaagen kamen dann im 19. Jhd. auf den Markt. Kurz vor der Jahrhundertwende entstand in der USA eine Waage, die auch gleichzeitig den Preis des Wiegegutes anzeigten. 1939 begann – ebenfalls in den Vereinigten Staaten – die Epoche der elektronische Waage und somit des bequemeren Wiegens.
Noch ein Wort zur Neigungswaage: Diese wurde von Philipp Matthäus Hahn (1739 – 1790) in Süddeutschland erfunden. Er baute auch mehrere Exemplare. Auch heute haben Neigungswaagen noch Bekanntheitsgrad: Es handelt sich z. B. um Briefwaagen – hier konnte man auch die Messgrade verändern, um auch grössere Massen abwiegen zu können. Entweder konnte man Waagen dieser Art aufstellen oder hinhängen – auch sind hochwertige Waagen für Tische diesem Prinzip gefolgt (mit Kreiszeigern). Die Tafelwaage entstammt dem Erfindungsgeist des Mathematikers Gilles Personne de Roberval (1602 bis 1675); optimiert wurde diese dann 1847 von Joseph Béranger, einem Mechaniker (1802 – 1870).
Der Benediktiner F. A. Quintenz (1774 – 1822) erfand die Dezimalwaage, die er 1821 in Strassburg, seinem Sterbeort, zum Patent anmeldete. Hierdurch verbesserte er massgeblich die mechanische Möglichkeit, grosse Massen zu wiegen – man musste das Wiegegut nicht hoch anheben, bevor man das Gewicht ermittelte. Eine Dezimalwaage arbeitet nach dem Prinzip, dass der Hebelarm, welcher für das Gewicht verwendet wird, genau zehn Mal so lang ist wie der Hebelarm, den man für das Wiegegut nutzt. So kann man Körper mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm präzise ausmessen.
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