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Die «Samnauner Zwerge» an der Schnittstelle Medizin und Alltag
Umwertung durch Neubetrachtung
Ein kleines, schwarz-weiss-kupfernes Buch mit Hardcover macht ein historisches Stück schweizerischer Exotik einer Neubetrachtung zugänglich. Es rekonstruiert den Fall von acht kleinwüchsigen Frauen und Männern, die in Samnaun vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebten und als «Samnauner Zwerge» zu beliebten Postkarten-Sujets wurden. Das erste, sehr kleine Bild, das rechts neben dem kupferfarbig bedruckten Vorsatzpapier in der Mitte der weissen Seite steht, stimmt auf das Thema ein. Nach einleitenden Texten folgen weitere Fotoporträts, welche die Kleinwüchsigen oft in Paaren und Gruppen zeigen. Sie sind in Schwarz und Kupfer gedruckt, meist zu zweit frei auf einer Doppelseite angeordnet, und teilweise sind die Seitenhintergründe kupferfarbig. Der anschliessende Haupttext, der schlicht, doch sorgfältig einspaltig gestaltet und durch wenige Schwarz-Weiss-Bilder sowie Schemata ergänzt ist, präsentiert u.a. neue molekulargenetische Erklärungen für den Kleinwuchs. So wird der Postkarten-Exotismus überwunden, und entsprechend lädt die respektvolle Gestaltung zu einem neuen Blick auf die acht kleinen Menschen ein.