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Quelle: TeleM1
Die drei sind gleichwertige Festsieger. Samuel Giger, der Saisondominator und hohe Favorit, wird im Rang 1a geführt, weil er im Schlussgang gestanden war und diesen - schon in der 2. Minute - gegen Kilian Wenger, den einzigen Schwingerkönig im erlesenen 60-köpfigen Feld, gewonnen hatte. In der kurzen Zeit war Giger selber zweimal in ernsthafte Bedrängnis geraten.
Festsieg schon abgeschrieben
Nach dem 4. Gang wurde durch die ganze Schweiz vermeldet, Giger sei nach seinem zweiten gestellten Gang (gegen den Berner Nichteidgenossen Lukas Renfer) aus der Entscheidung gefallen. Richtig war jedoch: Aus eigener Kraft konnte der 23-jährige Thurgauer nicht mehr in den Schlussgang kommen. Er musste auf fremde Hilfe hoffen. Und die wurde ihm in den Gängen der vor ihm klassierten Schwinger in genügendem Mass zuteil.
Für die Entscheidung im Schlussgang gegen Kilian Wenger hätte Giger in einem normalen Gang eine 9,75 bekommen. Ott und Staudenmann wären an ihm vorbeigezogen. Aber vor ein paar Jahren ging der Eidgenössische Verband dazu über, dem Schlussgang-Sieger in jedem Fall eine 10,00 zu attestieren. Damit stellte man sicher, dass der Schlussgang-Sieger immer automatisch auch der Festsieger ist.
Fabian Staudenmann und Damian Ott hatten den Festsieg also schon vor dem Schlussgang mit Maximalnoten in ihren letzten Kämpfen sichergestellt. Der zweifache Saisonsieger Staudenmann war vor dem 6. Gang punktgleich mit Wenger und Giger. Den letzten Kampf gegen den Winterthurer Samir Leuppi gewann er mit einem Plattwurf, für den er die Maximalnote bekam. Ott, Aufsteiger der Saison und Gewinner der Bergkranzfeste auf dem Weissenstein und am Schwarzsee, war vor dem 6. Gang in der gleichen Ausgangslage wie Staudenmann. Und auch er siegte - gegen Bernhard Kämpf - platt.
Die drei Sieger reihen sich in Kilchberg in eine Liste überragender Triumphatoren. Die letzten Gewinner waren Jörg Abderhalden 2002, Christian Stucki 2008 und Matthias Sempach 2014.
Pechvogel Samir Leuppi
Samir Leuppi wurde mit grösster Wahrscheinlichkeit um die Teilnahme am Schlussgang geprellt. Der wuchtige Winterthurer Eidgenosse brachte früh in seinem Kampf des 5. Gangs den Berner Bernhard Kämpf auf den Boden. Leuppi drückte erfolgreich nach, liess danach vom Gegner ab und bejubelte seinen vermeintlichen Sieg, dank dem er als Punkthöchster im ganzen Feld in den Schlussgang eingezogen wäre. Aber der Platzkampfrichter gab das Resultat nicht und liess weiterschwingen. Es war riesiges Pech für Leuppi, der seinen Jubel wohl zu Recht verdient gehabt hätte. Er muss sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dass er den Gegner nicht noch eindeutiger im Sägemehl fixierte, was nicht schwierig gewesen wäre. Nämlich so lange, bis er das «Gut» des Kampfrichters gehört hätte.