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Die Osteopathie ist eine rein manuelle Therapie, welche vom Amerikaner Andrew Taylor Still (* 1828 in Virginia, USA) Mitte des 19. Jahrhunderts begründet wurde. A.T. Still war praktizierender Arzt, er diente u.a. als Stabsarzt im amerikanischen Bürgerkrieg, und seine Erfahrungen liessen ihn an der Medizin des 19. Jahrhunderts zweifeln. Die Osteopathie geht von ähnlichen Grundgedanken wie die Chiropraktik aus: Bestehen Probleme am Knochenskelett und hier vor allem an den Wirbeln, kann sich dies gravierend auf die gesamte Gesundheit auswirken.
Als Begründer der Osteopathie wird der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 - 1912) genannt. Er ging von dem Gedanken aus: Eine beschädigte oder verlagerte Wirbelsäule führt zur Reizung von Nerven, deren Auswirkungen auch in allen anderen Körperregionen auftreten können. So entwickelte er verschiedene Techniken, mit denen er manuell auf die Wirbel einwirken konnte. Natürlich wird auch die Osteopathie, ebenso wie andere Heiltechniken, ständig weiter entwickelt.
In Amerika, England und Frankreich ist die Osteopathie ein anerkannter und eigenständiger Bereich in der Gesundheitspflege. Beeinflusst vom französischen Nachbarn ist die Osteopathie daher in der französischen Schweiz viel stärker verbreitet als in der Deutschschweiz. In den letzten Jahren fasste die Osteopathie auch im deutschsprachigen Raum und im übrigen Europa Fuss, denn es ist eine sanfte, wirksame und wissenschaftliche Therapieform.
Die vielen osteopathischen Techniken haben alle das Ziel, in seiner Bewegung eingeschränktes Gewebe zu befreien (z.B. Gelenke, Knochen, Bänder, Muskeln, Faszien, Organe). Der Wechselwirkung zwischen Struktur und Funktion des Gewebes wird Rechnung getragen. So kann eine eingeschränkte Struktur (z.B. verkürztes Band, verspannter Muskel) die Funktion (Bewegungsumfang im Gelenk) beeinträchtigen.
Oder eine Funktionsstörung (Stuhlverstopfung) kann die Strukturen verändern (Blockaden im Kreuzbein-Darmbeingelenk). Das genaue osteopathische Diagnostizieren von so genannten Dysfunktionen im Gewebe ermöglicht das Finden der eigentlichen Ursache einer Störung, welche unter Umständen weit vom akuten Beschwerdebild entfernt sein kann. Dies ist auch in der Osteopathie die "hohe Schule" und erfordert von der Therapeutin eine grosse Berufserfahrung.
Osteopathie kann im chronischen wie im akuten Bereich helfen, da sie mithilft, die gestörten Bereiche wieder ihrer Integrität zuzuführen. Dadurch können die dem Körper innewohnenden Selbstheilungskräfte wieder ihre Wirkung entfalten und der Patient bzw. die Patientin wird so in den Zustand der Gesundheit zurückgeführt. Durch die vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der Ursachen für Krankheiten ist man heute gezwungen, die Denkweise Still's um diese Erkenntnisse zu erweitern.
Nebst den inneren Disharmonien spielen auch viele äussere Faktoren eine wichtige Rolle für die Entstehung von Krankheit. Beispielsweise Strahlenexposition, die Aussetzung gegenüber zahlreichen karzinogenen Stoffen, Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Parasiten, schwächen das Immunsystem zusätzlich, ohne primär die anatomischen Strukturen zu schädigen.
Selbstverständlich können diese äusseren Ursachen sekundär die Gewebe und Strukturen schädigen (Verklebungen im Bindegewebe nach Entzündungen, Verdauungsprobleme durch Überlastung der Leber u.a.m.). Die Osteopathie arbeitet im parietalen Gewebe ( = aktiver und passiver Bewegungsapparat), im visceralen Gewebe ( = Organe), im fascialen Gewebe ( = Körper- und Organfascien), und im kranio-sakralen Bereich ( = Schädel, Hirnhäute, Kreuzbein).