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Eine neue, invasive Ameisenart, Tapinoma magnum, ist in die Schweiz vorgedrungen. Besonders in besiedelten Gebieten fühlt sich die Ameise wohl und stört die Menschen.
Artikel aus Info Fauna, geschrieben von Anne Freitag, Musée cantonal de zoologie, Lausanne
Tapinoma magnum ist eine neue, invasive Ameisenart, welche sich in den letzten Jahren an mehreren Orten im Kanton Waadt angesiedelt hat: Cully, St-Sulpice, Ecublens, Pully. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, wurde sie ziemlich sicher mit Topfpflanzen eingeführt. Sie wurde punktuell auch in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Frankreich beobachtet.
Unterirdische Nester
Diese Ameise kommt in anthropogenen Umgebungen vor, beispielsweise in Friedhöfe, Gärten, Parks oder Parkplätze. Sie nistet gerne in der Nähe von Mauern, unter Platten und Pflastersteinen, in und unter Blumenkästen, aber auch im offenen Boden in gut exponierten Bereichen. Die Nester sind unterirdisch und durch feines, ausgegrabenes Material, wie Kies, Sand und Erde erkennbar, welches um die Eingänge abgelagert wird. Im Erdreich bildet sie auch Hügel aus feiner Erde. Manchmal gelangt sie auch in Häuser. Die Art ist äusserst polygyn, das heisst sie hat zahlreiche Königinnen, und bildet sogenannte Superkolonien.
Beisst Menschen
Wo sie sich einmal angesiedelt hat, zeigt sie sich invasiv und entsprechend störend für den Menschen: sie sticht zwar nicht, aber beisst rasch. Die Auswirkung von Tapinoma magnum auf die lokale Ameisenfauna ist noch nicht bekannt, aber ihre Omnipräsenz in besiedelten Gebieten ist eine offensichtliche Konkurrenz. Sie könnte sich auch negativ auf Kulturpflanzen auswirken, wie andernorts beobachtet wurde.
Riecht nach ranzigem Butter
Diese Ameise ist von den beiden anderen in der Schweiz vorkommenden Tapinoma-Arten nicht leicht zu unterscheiden: sie alle sind mit 2 bis 3.5 Millimeter eher klein, schwarz, mit einer charakteristischen Kerbe an der Vorderseite des Kopfschildes. Sie riechen nach ranziger Butter, wenn man sie zerdrückt. Die Besonderheit von Tapinoma magnum liegt in der grossen Grössenvariabilität der Arbeiterinnen. Eine zuverlässige Identifizierung kann jedoch nur von einem Spezialisten vorgenommen werden.