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Unsere Bibliothek
Die Bibliothek Neftenbach befindet sich im sogenannten Herrenhaus. Dieses steht unter Denkmalschutz. Seine Geschichte, und die seiner Bewohner, reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Die Herren vom Herrenhaus|
1518
Wolf (Wolfgang Daniel) von Breitenlandenberg – der erste Bauherr
Wolfgang Daniel (genannt Wolf) von Breitenlandenberg erbte 1518 die halbe Herrschaft von Neftenbach (die andere Hälfte war im Besitz des Klarissenklosters Paradies), nahm Wohnsitz in Neftenbach und baute ein neues, von einem schlanken, spitzhelmigen Türmchen flankiertes Haus. Damit liess sich erstmals in der Geschichte ein Gerichtsherr in Neftenbach nieder.
1600
Leonhard Holzhalb – der erste Zürcher Patrizier in Neftenbach
Um 1600 war Leonhard Holzhalb der Besitzer des Herrenhauses. Er war ein Vertreter der aufstrebenden Handelsherren und wurde dann 1609 Bürgermeister der Stadt Zürich. Leonhard Holzhalb starb 1617 im Alter von 64 Jahren. Das Herrenhaus blieb weiter im Besitz der Familie.
18. Jahrhundert
Jacob Christoph Ziegler zum Pelikan, genannt Jägerhauptmann
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zog Jacob Christoph Ziegler mit seiner Familie in das Herrenhaus ein. Da er Hauptmann im zürcherischen Jägerkorps (eine militärischen Eliteeinheit) war, wurde er „Jägerhauptmann“ genannt. Angeregt von den Gedanken der Ökonomischen Gesellschaft führte er einen fortschrittlichen Landwirtschaftsbetrieb. Der Jägerhauptmann blieb in Neftenbach bis zu seinem Tode im Jahr 1797.
Jacob Christoph Ziegler, genannt „General Ziegler“
1768 in Zürich geboren, verlebte Jacob Christoph Ziegler zu Neftenbach den grössten Teil seiner Jugendjahre. 1785 begab er sich in französische Dienste. Ab 1791 folgten verschiedene Einsätze für das kaiserlich-österreichischen Heer und für die Stadt Zürich. 1799 war er in Neftenbach und führte die Einheimischen an, als es im Dorf zu blutigen Kämpfen gegen die Franzosen kam. Die napoleonischen Truppen setzten zur Rache sein Haus in Brand. Übrig blieb nur noch der Keller.
1804
errichtete Ziegler am selben Ort, auf den noch erhaltenen Keller, ein neues Haus in klassizistischem Stil, das noch heute bestehende Herrenhaus. 1813 trat er in den holländischen Dienst ein, wo er schliesslich den Rang eines Generals erwarb. Bis zum Verkauf des Hauses an den Dorfarzt Dr. Tobler verwaltete sein Onkel Salomon Landolt, bekannt als der „Landvogt von Greifensee“ das Gut.
1814
Dr. Johann Konrad Tobler
Johann Konrad Tobler hatte in Deutschland Medizin studiert und eröffnete 1814 im Herrenhaus eine Arztpraxis. Im Garten zog er die erforderlichen Heilpflanzen.
1818 wurde er Gemeindepräsident von Neftenbach.
1867 zog Tobler zu seinem Schwiegersohn Dr. Kleiner nach Herrliberg und verkaufte das Herrenhaus in Neftenbach an den Arzt Zeno Fassbind aus Schwyz. Er starb 1868.
1872
geht das Herrenhaus an die Schulgemeinde
Ob Zeno Fassbind jemals in Neftenbach wohnte, ist nicht sicher. Jedenfalls verkaufte er das Haus 1872 an die Schulgemeinde weiter. Diese richtete im Parterre 2 Schulzimmer und im ersten Stock eine Lehrerwohnung ein.
1959
wurde im ehemaligen Hobelraum die Volksbibliothek eingerichtet; dieses Zimmer wurde auch als Sitzungszimmer der Schulpflege verwendet (bereits 1900 gab es in Neftenbach eine Volksbibliothek, bestehend aus einem Kasten mit Büchern, welcher sich im Pfarrhaus befand; sie wurde später in den ersten Stock des Dreilinden-Schulhauses verlegt). Die Wohnung im Obergeschoss wurde dem Schulabwart zur Verfügung gestellt.
1980
wurde die Volksbibliothek mit der Oberstufenbibliothek vereinigt, auf Druck der kantonalen Bibliothekskommission und gegen den Willen der Oberstufenlehrer. Die Gemeinde- und Schulbibliothek wurde im Herrenhaus eingerichtet.
2005
wurden die Räumlichkeiten der Bibliothek renoviert. Der Grundriss wurde zugunsten besserer Bewirtschaftung bei Veranstaltungen geändert. Die neuen Gestelle haben Rollen um nach Bedarf verschoben zu werden. Mit der neuen Beleuchtung und dem freigelegten Parkettboden präsentiert sich die 130m2 grosse Bibliothek hell und freundlich. Ein Treppenlift und ein Rollstuhlgängiges WC ermöglichen auch Behinderten den Zugang zur Bibliothek.
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