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Sonnenuhr,
[* 3] eine Uhr, [* 4] bei welcher der durch die Sonnenstrahlen erzeugte Schatten [* 5] eines auf einer entsprechend orientierten und eingeteilten Tafel befestigten Stabes (Gnomon) die Zeit anzeigt. Da die Sonne [* 6] sich im Laufe eines Tages mit gleichmäßiger Geschwindigkeit in einem zum Äquator parallelen Kreis [* 7] bewegt, so muß auch der Schatten, den ein zum Äquator senkrechter Stab [* 8] auf eine dem Äquator parallele Ebene wirft, sich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit bewegen.
Auf dieser Idee beruht die Äquinoktialuhr, von allen S. die einfachste. Sie besteht aus einer dem Äquator parallel aufgestellten Scheibe, in deren Mittelpunkte senkrecht zu ihr, also der Erdachse parallel, ein Stab errichtet ist. Von dem dem Meridian des Ortes entsprechenden Mittagspunkte aus ist der Umfang der Scheibe in 24 gleiche Teile geteilt, den einzelnen Stunden entsprechend. Nach diesen Teilpunkten sind von dem Stab aus gerade Linien gezogen. Das Zusammenfallen des vom Stab geworfenen Schattens mit einer dieser Linien bestimmt dann die Zeit. Natürlich kann es sich hierbei nur um wahre Zeit (s. Sonnenzeit) handeln, deren Verwandlung in mittlere Zeit mit Hilfe der Zeitgleichung aber leicht auszuführen ist. Die gebräuchlichsten und bequemsten S. sind die Horizontaluhren. Bei diesen ist der Gnomon ebenfalls der Erdachse parallel, die den Schatten aufnehmende Ebene liegt aber dem Horizont [* 9] parallel. Die vom Zeiger ausgehenden und die einzelnen Stunden bezeichnenden Strahlen sind aber nur bei ¶
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der Äquinoktialuhr alle gleich weit voneinander entfernt, bei allen andern S. hängt ihre Lage gegen die Mittagslinie von der geogr. Breite [* 11] des Ortes ab und muß daher durch Rechnung oder Konstruktion gefunden werden. Eine Vertikaluhr ist eine solche S., deren Ebene auf dem Horizont vertikal steht; sie heißt eine Mittags- oder Mitternachtsuhr, wenn ihre Ebene genau von Osten nach Westen geht, und eine Morgen- oder Abenduhr, wenn ihre Ebene von Süden nach Norden [* 12] gerichtet ist, während der Zeiger stets der Erdachse parallel sein muß.
Die zuletzt erwähnten vier S. sind gewöhnlich auf den senkrechten vier Seiten eines Würfels verzeichnet, dessen horizontale obere Seite dann eine Horizontaluhr enthalten kann. Die Horizontaluhren sind die einzigen, die das ganze Jahr hindurch alle Stunden, solange die Sonne überhaupt scheint, zeigen. Eine Mittagsuhr kann nur im Winterhalbjahr alle Stunden des Tages, solange die Sonne scheint, zeigen, im Sommerhalbjahr zeigt sie höchstens die Stunden von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends; eine Mitternachtsuhr zeigt im Sommerhalbjahr die ersten Morgen- und letzten Abendstunden, im Winterhalbjahr gar keine Stunden; eine Morgenuhr zeigt nur die Vormittags-, eine Abenduhr nur die Nachmittagsstunden. -
Vgl. Sonndorfer, Theorie und Konstruktion der S. (Wien [* 13] 1864).