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Olivier Andrey ist Schweizer Meister
Badminton – Der Spieler des BC Tafers gewinnt in Aarau überlegen
Der für den BC Tafers spielende Wünnewiler Olivier Andrey schlug im Schweizer Meisterschaftsfinal Christian Bösiger (Basel) diskussionslos in zwei Sätzen. Im Vorjahr hatte Olivier Andrey seine Fähigkeiten bereits als Vize-Meister unter Beweis gestellt.
Von GUIDO BIELMANN
Badminton ist dem Wünnewiler Olivier Andrey quasi in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Dominik war vor bald dreissig Jahren einer der nationalen Spitzenspieler, ebenso Onkel Edy. Die beiden gehörten in den vergangenen Jahren bei den Senioren mit mehreren Schweizer Meistertiteln immer noch zu den besten des Landes. Nun ist Olivier Andrey, dessen jüngerer Bruder Michael auch schon auf nationales Niveau vorstösst, Schweizer Meister.
Für den 23-jährigen Olivier Andrey war insbesondere der Sieg im Halbfinal gegen Christian Unternährer ein grosser Erfolg, denn gegen den Adligenswiler hatte Andrey vergangenes Jahr im Final verloren: «Ich habe gegen Unternährer bisher meistens verloren, auch schon in einem Final einer Junioren-SM. Deshalb hatte ich vor ihm ziemlich Respekt.» Im ersten Satz hatte Andrey Mühe das hohe Tempo von Unternährer mitzuhalten. Andrey verlor 4:15. Im zweiten Satz bekam dann Unternährer Mühe: «Er spielte nicht mehr so schnell. Am Ende des Satzes konnte ich die wichtigen Punkte machen.» Andrey setzte sich klar in der Verlängerung 17:15 durch. Der dritte Satz fiel dann eindeutig mit 15:2 zu Gunsten des Freiburgers aus: «Unternährer geriet völlig aus dem Konzept. Ich brachte die meisten Bälle zurück. Er wusste nicht mehr, wie zu reagieren.»
Jeden Tag Training
Im Final hatte Olivier Andrey gegen Bösiger keine Mühe. Im ersten Satz wurde der Luzerner in der Verlängerung nervös. Im zweiten Satz spielte Bösiger am Anfang zu langsam, wodurch Andrey punktete und davonzog. Olivier Andrey war übrigens bereits Schweizer Meister der U16 gewesen. An den Freiburger Meisterschaften anfangs Januar in Kerzers war er im Viertelfinal an Stephan Schneider (Kerzers) gescheitert; allerdings hatte er damals voll im Training für die SM gestanden.
Apropos Training: Schweizer Meister Olivier Andrey trainiert jeden Tag, am Montag und Freitag meist sogar je zweimal. Er kommt so auf fünfzehn reine Trainingsstunden – abgesehen von der Regenerationszeit. Seit einem Jahr arbeitet Andrey besonders an der Schnelligkeit, die ihm nun an der SM zum Vorteil geworden ist.
Je zwei Medaillen für die Baumeyers
Im Halbfinal war Stephan Baeriswyl (BC Tafers), Vize-Meister vor zwei Jahren, gegen Finalist Bösiger ausgeschieden. Baeriswyl konnte den ersten Satz bei einer 13:6-Führung nicht heimbringen, was ihm den Sieg kostete.
Im Einzel der Frauen sorgte Andrea Sommer (BC Freiburg) für das beste Freiburger Resultat; sie erreichte die Viertelfinals.
Im Mixed-Doppel standen sich die Geschwister Baumeyer (BC Tafers) gegenüber. Es gewann Fabienne mit Thomas Bircher gegen Judith mit Simon Enkerli. Eine weitere Wünnewiler Angelegenheit, denn sowohl die Baumeyers wie Enkerli sind aus Wünnewil.
Judith und Fabienne Baumeyer traten im Doppel als Titelverteidigerinnen an und verloren gegen Jörg/Cicognini. Es war die 17-jährige Walliserin Cicognini, eine Klasse für sich, die das Spiel prägte: «Ausserdem waren wir nicht so auf der Höhe. Es fehlte die Konzentration», meinte Fabienne Baumeyer.
Die beiden Schwester reisten noch gestern Nachmittag zu einem internationalen Turnier nach Teheran (Iran) ab. Bronze gewann im übrigen Andrea Sommer (BC Freiburg) mit Silvia Albrecht (Uzwil).
Cicognini, Meisterin von «Tafers»
Die 17-jährige Jeannine Cicognini gewann den Einzel-Titel. In jedem Satz bis in den Final gab sie nie mehr als zwei Punkte ab. Cicognini stammt aus Brig, spielte im Vorjahr für La Chaux-de-Fonds und nun in Dänemark. Dass sie seit September beim BC Tafers lizenziert und für die Interclub-Meisterschaft vorgesehen ist, aber wegen ihres Dänemark-Aufenthaltes noch nie zum Einsatz kam, teilte der BC Tafers bisher nie offiziell mit. Warum, das steht in den Sternen der als Randsport darbenden Badmintonwelt geschrieben. bi
Neun Medaillen
Die Union BC Tafers/Freiburg war der erfolgreichste Club dieser Schweizer Meisterschaften. Der ehemalige Spitzenspieler Stephan Dietrich, der bei Tafers noch im Hintergrund fungiert, erklärt: «Wir haben neun von zwanzig Medaillen gewonnen.» Frauen-Einzel 1 Medaille, Frauen-Doppel 3, Männer-Einzel 2, Männer-Doppel 1 und Mixed-Doppel 2. bi