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Neuengland im Juni 1976: Der Kombi von Paulette McKotch, 35, ist rappelvoll mit ihren Kindern Billy, 14, Gwen, 12, Scotty, 9, und den Siebensachen. Am Steuer sitzt ihre Schwester Martine, 38. Wie jedes Jahr treffen sich alle Geschwister auf Cape Cod. Paulettes Ehemann Frank kommt später nach – der Wissenschafter kann sich wie üblich nur schwer von seinem Labor trennen. «Es war dieses Immergleiche, das Paulette so schätzte, das allsommerliche Ritual, die Illusion von Beständigkeit.»
Doch dieser Sommer hebelt ihre Scheinwelt aus den Fugen. Gwen wirkt neben ihrer gleichaltrigen Cousine wie ein Puppe. «Ihre Brust war vollkommen flach, ihr Bauch rund wie bei einem kleinen Mädchen.» Als bei ihr das Turner-Syndrom festgestellt wird, schweisst der Schicksalsschlag die Eltern nicht zusammen, sondern treibt sie auseinander. Das Ferienhaus am Meer wird verkauft, die McKotchs lassen sich scheiden.
21 Jahre später: Mit 34 ist Gwen gerade mal 146 Zentimeter gross. Die studierte Anthropologin arbeitet im Keller eines Museums, und «ihre Interessen, Ideen und ihr Alltag glichen eher dem einer sechzigjährigen Nonne». Scott, inzwischen Lehrer an einer Privatschule, kämpft sich derweil mit zwei Kindern durch eine schwierige Ehe. Und Billy, der erfolgreiche Arzt, liebt Männer - was ausser Gwen niemand in der Familie weiss. Paulette hadert mit dem Älterwerden, und Frank sucht noch immer beruflichen Ruhm.
Feinsinnig entwirrt Jennifer Haigh, 42, das komplizierte und emotional aufgeladene Familienkonstrukt und führt die Handlungsstränge zum Schluss subtil wieder zusammen. Dabei offenbart sie Ängste, Träume und Geheimnisse, wie sie jeder von uns kennt. Starke Unterhaltung!