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Dieses schöne Frontbild ist der Cappella degli Scrovegni in Padua - gemalt von Giotto 1301ff. Vielleicht hat hier Michaelangelo abgeschaut für die sixtinische Kapelle, die ein paar Jahrhunderte später gemalt wurde.
Schauen Sie das Bild genau an und dann werden Sie feststellen, dass zwar rechts das Leid sehr intensiv und fantasievoll dargestellt ist.
Doch wie es im Himmel sein wird, wird nicht in der Phanatasie umgesetzt. Oben sind links und rechts nur die Himmelspforten erahnbar.
Ist dies nicht auch ein Beispiel für unsere Lebenseinstellungen in der Gesellschaft. Sehen wir nicht zu oft - und ergänzt mit viel Phantasie - das Negative und malen es aus auf der einen Seite? Auf der anderen Seite übersehen wir das wirkliche Schöne nicht - jenes, das Vorhanden ist und nur beachtet werden muss (wahrgenommen mit den Sinnen und nicht mit Phantasie).
Ohne Kommentar hier die Geschichte, die an der Fasnachtsmesse vom 11.2.2024 vorgetragen wurde.
EIN NACHMITTAG IM PARK
Es war einmal ein kleiner Junge, der Gott kennen lernen wollte. Er wusste, dass es ein weiter Weg sein würde, und so packte er Schokoriegel und Limonade in einen Rucksack und brach auf.
Als er drei Häuserblöcke weit gegangen war, traf er auf eine alte Frau.
Sie sass auf einer Parkbank und sah den Tauben zu. Der Junge setzte sich neben sie und öffnete seinen Rucksack.
Gerade wollte er einen Schluck Limonade trinken, als ihm auffiel, wie hungrig die alte Frau aussah, und so bot er ihr einen Schokoriegel an.
Sie nahm ihn dankbar entgegen und lächelte den Jungen an. Ihr Lächeln war so entzückend, dass der Junge es noch einmal sehen wollte, und so bot er ihr auch eine Limonade an. Wieder lächelte die alte Frau dem Jungen zu. Wie sehr er sich freute! Sie sassen den ganzen Nachmittag nebeneinander und assen und lächelten, aber keiner von beiden sprach auch nur ein Wort.
Als es dunkel wurde, merkte der Junge, wie müde er war, er stand auf, um zu gehen, doch schon nach ein paar Schritten, kehrte er um, rannte zu der alten Frau zurück und umarmte sie. Da schenkte sie dem Jungen ihr allerschönstes Lächeln!
Als der Junge wenig später nach Hause kam, wunderte sich die Mutter, warum er so glücklich aussah. Sie fragte ihn: „Was hast du heute gemacht, dass du so strahlst?“
Er antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen.“
Und noch bevor die Mutter etwas erwidern konnte, fuhr er fort: „Weisst Du was? Sie hat das schönste Lächeln, das ich je gesehen habe.“
Mittlerweile war auch die alte Frau zu Hause angelangt. Auch sie war überglücklich. Ihr Sohn wunderte sich über ihren zufriedenen Gesichtsausdruck und wollte wissen: „Mutter, was hast du heute gemacht, dass du Dich so freust?“
Sie antwortete: „Ich habe im Park gesessen und mit Gott Schokoriegel gegessen.“
Und noch bevor ihr Sohn etwas erwidern konnte, fuhr sie fort: „Weißt du was? Er ist viel junger als ich dachte!“
Mein Grossvater hat gerne Karten gespielt. So war es es immer sein grosser Wunsch einmal im Leben alle Karten der gleichen Farbe zu haben um so das Spiel bestimmen zu können. - Im hohen Alter war ihm dies geschenkt worden. Fast 90jährig und zum ersten Male im Leben alle Karten der gleichen Farbe: 9 Karten Rose.
Wie hatte er sich gefreut dies einmal erleben zu dürfen. Doch dann kam die Ernüchterung:
a. Er ist nicht ErsterHand
b. Er musste warten, dass seine Mitspielerin zu ihm schiebt
c. Und weil er ZweiterHand ist, was soll er dann machen?
A war Realität, B ist eingetroffen und es wurde ihm gegen zu entscheiden, was gespielt wird.
Und nun die Zwickmühle für ihn: Was soll ich machen?
- Rose wurde einfach gezählt
- Obenherab und Untenherauf ging nicht, denn die Partnerin musste ausspielen und konnte ihn nicht ins Spiel bringen
- Weisen: ja das konnte er - 9 Karten der gleichen Farbe.
Die riesige Freude über das einmalige und sensationelle Blatt wandelte sich in Nachdenklichkeit und in den Entscheid: Rose wird Trumpf und es wird gewiesen - Zwar alles nur einfach gezählt, doch immerhin.
Sicher, mein Grossvater hätte auch volles Risiko spielen können und etwas anderes entscheiden, so dass zumindest der Weis mehrfach gezählt wird. - Doch hat er nicht spekuliert, er hat mit den Fakten gearbeitet und sich so entschieden.
Situationsbedingtes Handeln auf Grund der Fakten - das ist auch heute eingefordert. Und nicht ein Handeln auf Grund von Ausgangslagen, die vielleicht irgendwann eintreffen. Dies gilt für die Gesellschaft, die Politik, die Kirche.
Doch dies bedeutet auch, dass die Fakten zuerst erkannt und ausgelegt werden. Es heisst sich zu informieren und nicht ins Blaue hinaus zu entscheiden. Es bedeutet jedoch auch, dass nicht einfach zugewartet werden kann, dass die gewünschte Situation/Ausgangslage irgendwann eintrifft.
Realitätssinn, Ehrlichkeit und Verantwortung sind gefragt!

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March 2024
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