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Darum geht es: Die niederländische Polizei-Akademie hat eine neue Studie zur Produktion von synthetischen Drogen in den Niederlanden veröffentlicht. Die Erkenntnis daraus ist, dass in den Niederlanden im Jahr 2017 für rund 19 Milliarden Euro synthetische Drogen produziert wurden. Es gibt sowohl grosse als auch kleine Labors. Die Grösse der Labors könne aus der Menge der illegal entsorgten Abfälle in Naturschutzgebieten erahnt werden, sagt Elsbeth Gugger, SRF-Korrespondentin in den Niederlanden.
Die Menge: Für rund 19 Milliarden Euro gibt es 1 Milliarde Extasy-Pillen und 600 Millionen Gramm Amphetamine (Speed).
Der Vergleich: Die weltweit viertgrösste Airline, die Airfrance KLM, erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 24 Milliarden. Der Elektromulti Philipps stellte 2017 Geräte im Wert von 18 Milliarden Euro her. Die illegale Produktion von synthetischen Drogen in den Niederlanden entspricht in der Grössenordnung einem multinationalen Konzern.
Die Verlässlichkeit der Zahlen: Die Studienautoren nehmen die Zahlen von den beschlagnahmten Pillen und den beschlagnahmten Grundstoffen im Jahr 2017 als Basis. «In den Niederlanden wird durchschnittlich jeden Tag ein illegales Drogenlabor ausgehoben», sagt Gugger. Die Zahlen seien vorsichtig hochgerechnet. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. Die UNO gehen davon aus, dass von den Behörden nur gerade sieben Prozent der gesamten Produktion beschlagnahmt wird.
Der Produktionsstandort: In den Niederlanden sei die Chance, erwischt zu werden, relativ gering, da es an Fahndern mangle. Und das Land sei mit den Häfen in Rotter- und Amsterdam geradezu prädestiniert für internationalen Handel. Und die Niederländer seien logistisch sehr gut und sehr geschäftstüchtig, sagt Gugger. «Sie sind auch sehr anpassungsfähig, pressen Pillen in verschiedenen Farben oder Pillen mit dem Antlitz von Donald Duck», sagt Gugger. In den Niederlanden sind die Strafen für diese Art von Gesetzesverstössen viel geringer als in den USA oder in Australien.
Tradition der Herstellung illegaler Substanzen: Im Süden der Niederlande werden seit den 1970er-Jahren synthetische Drogen produziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort illegal Jenever gebrannt. Jenever ist Wachholderschnaps niederländischer oder belgischer Herkunft.
Der Binnenkonsum: Die Experten gehen von Bandbreiten des inländischen Konsums von zehn bis zwanzig Prozent aus. «In der Dance-Szene ist Extasy hochangesehen. In Rotterdam und in Amsterdam steigen jedes Wochenende riesige Partys», sagt Gugger. Es gehöre unter den jungen Menschen heute dazu, an einer Party eine Pille einzunehmen.