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(hierzu die Tafeln »Verbreitung der Tiere V-VIII«, mit 12 Kärtchen). Beifolgende Tafeln, deren Erklärung
hier folgt, bilden die Fortsetzung der im 17. Bande veröffentlichten tiergeographyschen Karten zur Verbreitung der Säugetiere.
Die artenarmen Baumläufer sind nahezu kosmopolitisch; von den Zuckervögeln sind neotropisch die Pitpits und Honigmeisen,
altweltlich die Blütenpicker (orientalisch-australisch), die Panthervögel (australisch), die Finkenpitpits, Kleidervögel
und Papageipitpits (sämtlich den Sandwichinseln eigen). Die Blumensauger bewohnen die Tropen der östlichen Halbkugel. Die Honigfresser
gehören der australischen Region bis zu den Sandwichinseln an mit Ausnahme der abweichenden Gattungen der
Brillenvogel (auch orientalisch-äthiopisch) und der Blattvögel (rein orientalisch).
Die Weber mit den Prachtfinken sind afrikanische Charaktervögel, doch auch Australien und den TropenAsiens angehörend. Die
Stärlinge und Stare vertreten einander gegenseitig; erstere sind ausschließlich neu-, letztere ausschließlich altweltlich,
nur auf dem australischen Festland fehlend; ebenfalls altweltlich sind die Kurzfußstare, die in erster
Linie der äthiopischen und orientalischen Region angehören. Die Familie der Raben ist kosmopolitisch, doch keine der Gattungen.
Von den Papageien sind auf Neuseeland beschränkt die Eulenpapageien. Fast sämtlich
der australischen Region angehörend und nur in wenigen Ausnahmen in die orientalische übergehend, sind die Kakadu, Plattschweifsittiche,
Zwergpapageien und Lori; letztere gehen von der australischen Region bis Hinter- und Vorderindien. Die Familie
der Edelpapageien gehört der nordaustralischen, orientalischen und äthiopischen Region an, von den Salomoninseln bis zur
Westküste Afrikas.
Rein äthiopisch sind die Graupapageien. Im Gegensatz zu allen andern Papageien sind die Keilschwanzsittiche mit den Aras, Sittichen
und Sperlingspapageien sowie die Stumpfschwanzpapageien mit sehr wenigen Ausnahmen neuweltlich, sie bewohnen
besonders Süd- und Mittelamerika. Von den Taubenvögeln sind die Zahntauben, repräsentiert durch die einzige, dem Aussterben
entgegengehende Art Didunculus, auf die Samoainseln beschränkt. Die Fruchttauben haben ihre Heimat im S. der Alten Welt und
auf den Südsee-Inseln.
Die Baumtauben verbreiten sich über fast alle Subregionen, fast kosmopolitisch ist die Hauptgattung
Holztaube; altweltlich sind die Ringeltaube und Felsentaube. Die Turteltaube findet sich außer in der Alten Welt, wo sie weit
verbreitet ist, auch noch in der nearktischen Region; daselbst ist auch die durch ihre Wanderungen bekannte Wandertaube heimisch.
Die Heimat der Lauftauben ist Neuguinea, der Malaiische Archipel, die Philippinen und für eine kleine Anzahl
auch Südamerika. Die Flughühner, die zu den Hühnern hinüberführen, sind ausgesprochene Wüstentiere der Alten Welt. Der
außergewöhnlichen Wanderung des hierher gehörigen Steppenhuhns ist auf der Karte nicht Rechnung getragen.
[Tafel VII, Karte 1, Rallenvögel, Kranichvögel, Suchvögel, Pinguine, Sturmvögel.] Von den Rallenvögeln ist die Gruppe der
rallenartigen Vögel mit den überall verbreiteten Teichhühnern, Wasserhühnern, echten Rallen und den
neotropischen Binsenhühnern kosmopolitisch, die Laufhühner sind dagegen auf die östliche Halbkugel, die Stelzenrallen auf
Madagaskar beschränkt. Die Familien der Ordnung Kranichvögel haben eine sehr verschiedene Verbreitung.
ebenfalls
antarktisch, aber auch dem gemäßigten SüdenAmerikas und den hohen Andes angehörig, sind die Sand lau fer.
Echt kosmopolitisch
sind die Möwen, die die Meeresufer und Inseln aller Zonen bewohnen und sich auch auf Binnenseen finden.
Die Schnepfenvögel kommen sämtlichen Erdteilen zu; kosmopolitisch sind von ihnen unter andern die Strandreiter, Wasserläufer,
Sumpfschnepfen (Bekassine), auf die östliche Halbkugel beschränkt die Waldschnepfen. Die Familie der Blätterrallen findet
sich in den Tropen aller Weltteile. Die letzte Familie der Suchvögel, die Flügeltaucher, hat ihre Heimat
in den Nördlichen Eismeeren; auf der Karte ist die südliche Verbreitungsgrenze angegeben. Im Gegensatz hierzu ist die Ordnung
der Pinguine auf die südlichen Teile der Weltmeere beschränkt. Die Sturmvögel haben ihre Heimat in den großen Weltmeeren
und finden sich in allen Breiten von Pol zu Pol in verschiedenen Gattungen und Arten.
[Tafel VIII, Karte 3, tiergeographische Meeresregionen und marine Nutztiere.] Den auf der Karte eingetragenen Meeresregionen
ist die Verbreitung der Küstentiere zu Grunde gelegt, die von andern Faktoren abhängig ist als die der
frei schwimmenden Scharen (s. Meeresfauna, Bd. 17).
1) Nordpolarregion.
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Die Tiergeographie ist gleich wichtig für die Geographie wie für die Zoologie. Ersterer ist sie ein hervorragendes
Hilfsmittel für die Erkenntnis der Veränderungen, welche Gestalt und Zusammenhang der Erdteile im Laufe der Zeit erlitten
haben. Die Bedeutung für die Zoologie beruht hauptsächlich darauf, daß durch dies Studium viel Licht
[* 48] in die Verhältnisse der geschichtlichen Entwicklung der Tierstämme kommt. Man mag über die Entstehung der Arten denken,
wie man will, jedenfalls wird man zugeben müssen, daß das, was wir eine Art nennen, an irgend einer Stelle einmal zuerst
in wenigen Exemplaren aufgetreten sein muß, und diese Stelle kann man, nur der Bequemlichkeit halber
und ohne dem Worte eine dualistische Bedeutung beilegen zu wollen, das Schöpfungscentrum der Art nennen. Jedes für tierische
Wesen bewohnbare Gebiet der Erde hat seine charakteristische Tierwelt, seine lokale Fauna.
Je mehr Arten eine Gattung, und je mehr Gattungen eine Familie hat, desto weiter sind in der Regel beide
verbreitet, es ist aber die Möglichkeit der Verbreitung für jede Art eine beschränkte, es giebt Hindernisse, die keine
zu bewältigen vermag. Diese können in den Arten selbst liegen; manche sind spröde und gehen zu Grunde, ehe sie ihrer Umgebung
durch Anpassung eine Konzession machen, solche Arten nennt man monotrop und sie haben ein sehr lokalisiertes
Vorkommen, andere sind schmiegsam, sie sind polytrop und haben um so mehr die Fähigkeit, sich auszubreiten, je mehr sie
das sind.
Von wirklich kosmopolitischen Formen kann man nicht reden, denn es giebt kein Tier, das auf dem Lande, im salzigen und
süßen Wasser gleich gut leben und sich vermehren könnte, es giebt aber sehr weit verbreitete Land- und Wasserbewohner.
Je gleichmäßiger die Verhältnisse sind, um so weiter werden sich die unter ihnen lebenden Geschöpfe, ohne daß sie es
nötig haben, gerade polytrop zu sein, ausbreiten können, solche Verhältnisse bietet gegenwärtig nur
die Tiefsee (s. Tiefseeleben).
Der erste große Schritt zur Differenzierung und Lokalisierung der Tierwelt geschah durch das Entstehen des Festlandes und
die Anpassung an das Landleben. Festland wird an mehrern Punkten zugleich und selbständig entstanden sein, und wenn auch
sonst die klimatischen Verhältnisse der Erde allenthalben noch dieselben gewesen sein mögen, so werden
die Tiere, welche die getrennten Inseln und Inselchen zu bevölkern anfingen, obgleich ihre Ahnen Individuen derselben Arten
waren, sich doch in ihrer Organisation nach und nach voneinander entfernt haben.
Eine gewisse Ähnlichkeit
[* 49] der Faunen der verschiedensten Länder nach den Breitegraden, oder besser nach den Isothermen, läßt
sich allerdings nicht verkennen, und während diese Ähnlichkeit im Norden infolge der stärker entwickelten
und einander näher gerückten Landmassen sehr in die Augen fallend ist, verblaßt sie nach Süden zu in dem Maße, wie durch
überwiegende Wasserflächen die Erdteile voneinander getrennt werden, immer mehr. Die unmittelbar um den Nordpol gelagerten
Teile von drei (oder, wenn man Grönland als selbständig auffaßt, von vier) Weltteilen haben eine
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mehr
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same, im wesentlichen aus denselben Gestalten zusammengesetzte cirkumpolare Fauna (weiß auf Karte I); die Tierwelt der gemäßigten
Alten und Neuen Welt besteht, wenn auch aus andern, so doch oft sehr ähnlichen und einander vertretenden (sog.
vikariierenden) Arten und zeigt eine große Übereinstimmung in der Physiognomie.
Es ist nun leicht begreiflich, daß der Bestand der Fauna eines Landes im Laufe der Zeit sich ändern muß;
mit den örtlichen Verhältnissen ändern sich die Tierarten, manche sterben aus und neue wandern ein, so daß es oft sehr
schwer, ja unmöglich ist, zu sagen, welche Geschöpfe an einer Lokalität wirklich autochthon sind. Das
Einwandern neuer Arten wird um so leichter vor sich gehen, je besser dieselben aktiv oder passiv dazu befähigt sind oder
je bequemer ein Land zu erreichen ist.
Fledermäuse, Insekten,
[* 51] Vögel, obwohl diese letztern die modernste Wirbeltierordnung bilden, haben eine weitere Verbreitung,
als andere langsame und an der Scholle haftende Tiere. Auch die Gegenwart passender Straßen erleichtert
das Einwandern: solche Straßen sind Inselketten, wie die Alëuten und die Kurilen, die Thäler großer Ströme (z. B. für Einwanderungen
nach Westeuropa die Donau, nach Norden der Rhein), bisweilen auch hohe Gebirge, namentlich Längsgebirge, welche es durch
ihre Temperaturverhältnisse Tierarten des kalten und gemäßigten Tieflandes ermöglichen, weit gegen
den Äquator hin vorzudringen - es reichten sich z. B. in den hohen Gebirgen Mexikos und der Landenge von Panama,
[* 52] ja selbst
Chiles eine arktische und antarktische Fauna die Hand.
[* 53] So finden sich in allen Erdteilen zwei Faunen nebeneinander: eine altursprüngliche
und eine (bisweilen auch mehrere hintereinander) sekundär eingewanderte. Es giebt aber Barrieren, welche
die Tierarten bei ihrer Ausbreitung nur schwer oder gar nicht zu durchbrechen vermögen: solche Barrieren sind große, namentlich
aber auch tiefe Meeresteile, Steppen und Wüsten, sehr hohe Gebirge, besonders wenn sie (wie die Alpen
[* 54] und Himalajakette) mehr
in der Richtung der Breitengrade verlaufen, und gewaltige Ströme, abgesehen von kleinern, mehr lokalisierten
Hindernissen, wie wenn etwa schon an der betreffenden Stelle eine in gleicher Weise lebende, aber stärkere und daher im Kampfe
ums Dasein siegreichere Art vorhanden wäre.
Wir können uns wohl vorstellen, wie in ungeheuer langen Zeiträumen Länder einmal innig miteinander vereinigt waren, dann
sich mehr und mehr trennten und auf lange Zeit durch für Tiere unüberwindliche Schranken geschieden wurden, sich wieder,
aber in anderer Kombination, hoben und vereinigten, und durch dieses abwechselnde Spiel von langdauernder Verbindung und Isolierung
mußten die verschiedenen Faunen in ihrer oft so merkwürdigen Zusammenstellung und Mischung entstehen.
Meistens passen sich die Arten den veränderten Verhältnissen an; seltener aber bleiben sie, wenigstens
in ihren Hauptmerkmalen, unverändert und von der neu hinzutretenden Fauna auffallend verschieden, sie bilden sog.
Reliktenfaunen (so z. B. Glacialrelikte seit der Eiszeit,
[* 55] Meerrelikte von noch frühern Epochen u. s. w.). Nach den jetzigen
Verbreitungsverhältnissen teilt man die Erde in zoogeographische Regionen. Deren stellte Wallace folgende
auf: Die australische Region (auf Karte 1 blau) besteht aus allem Lande östlich von einer durch die Bali-, Lombok- und Makassarstraße
im
Osten der Philippinen und Bonininseln bis zum 30.° nördl. Br. verlaufende Linie und umfaßt auch die Sandwich- und Marquesasinseln
sowie im Südosten Neuseeland.
Diese Region befindet sich seit lange in der Isolierung, sie ist reich an altertümlichen Tiergestalten: hier allein werden
Kloaktiere gefunden, hier hausen von den 36 bekannten Gattungen der Beuteltiere
[* 56] 33, und von den 322 hier vorkommenden Vogelgattungen
haben 204 in keinem andern Teile der Erde Vertreter, und es finden sich unter ihnen so merkwürdige Tiere
wie die Paradiesvögel, die Kasuare, die Erdpapageien, die Kiwis, der Leierschwanz u. s. w.
Hochcharakteristisch für die Region ist weiter der Reichtum an Papageien (44 Proz. der Arten) und Tauben.
[* 57]
Die Einwanderung von Nordwesten her ist unbedeutend, und die eingewanderten Formen nehmen von Celebes nach Neuseeland stufenweise
ab. Östlich und südöstlich von Neuguinea finden sich von Säugetieren außer Beuteltieren, die aber nicht weiter gehen
als auf das kontinentale Australien und Tasmanien, nur Fledermäuse (fliegende Hunde
[* 58] und in Neuseeland eine eigene echte Fledermaus
als einzig autochthones Säugetier) und einige wenige Mäuse, also fliegende und hochgradig polytrope Formen und
daneben noch ein, jedenfalls vom Menschen eingeführter und verwilderter Hund (der Dingo).
Ganz oben im Nordosten auf den Sandwichinseln mischen sich einige amerik. Elemente von Insekten und Reptilien bei, und manche
Beziehungen der Fauna der Region zur südamerikanischen sind unverkennbar, es wäre aber übereilt, hieraus auf einen Zusammenhang
der austral. Region mit Südamerika zu schließen. Solche Beziehungen finden sich öfter, so zwischen Südamerika
und Westafrika, Afrika und Indien, Ostnordamerika und Europa, Westnordamerika und Ostasien, aber sie sind noch nicht beweisend
für ein früheres Vorhandensein einer Atlantis oder einer Lemuria; derartige faunistische Anklänge können doch auch sonst
verschiedene Ursachen haben, sie können auf ein durch Zufälligkeiten, Wind, Meeresströmungen
[* 59] u. s. w.
veranlaßtes langsames Einwandern deuten, manche sind aber gewiß nur sozusagen scheinbar specialer, in Wahrheit aber allgemeiner
Natur. Es kann eine Gesellschaft von nahe verwandten Tierformen in der Vorwelt einst weit verbreitet gewesen sein, aber ihre
große Masse starb aus, und nur hier und dort auf der Erde hielten sich unter ihnen besonders zusagenden
Lebensbedingungen einige derselben, so daß man gegenwärtig einer wunderbar versprengten Verbreitung gegenübersteht, für
die aber häufig durch das Studium der fossilen Formen ein Verständnis zu erlangen ist. Es ist wahr, in der Jetztwelt leben
bloß in Südamerika und auf Malaka, Sumatra und BorneoTapire, aber es ist, geologisch gesprochen, noch gar
nicht so lange her, daß sie auch Bestandteile der westeurop. Fauna ausmachten. Makis bewohnen zur Zeit nur das tropische
Afrika, Madagaskar und Ostindien
[* 60] mit seinen Inseln, aber wir kennen Verwandte von ihnen aus dem Eocän Nordamerikas und Frankreichs.
Nach der Eiszeit rückten eine Anzahl von Norden mit der Vergletscherung eingewanderte Formen in der nördl.
Erdhälfte in die hohen Gebirge hinanf und bildeten hier eine Reliktenfauna.
Weniger isoliert als die australische ist die neotropische Region (auf der Karte grün), bestehend aus dem ganzen kontinentalen
Südamerika nebst Westindien, den Galapagos, Falklandinseln,
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Ganz ähnlich wie die Verhältnisse Südamerikas zu Nordamerika als zoolog. Region liegen die der äthiopischen
zu Europa-Asien. Die äthiopische Region (Karte orange) besteht aus ganz Afrika und Arabien südlich vom Wendekreis des Krebses,
nebst Madagaskar, den Comoren, Seychellen und Maskarenen. Das tropische Afrika nebst Madagaskar ist vermutlich einmal ein Archipel
gewesen mit einer charakteristischen Fauna, aber der jetzige kontinentale Teil hob sich, es verband sich
ein Teil der einzelnen Inseln und im Norden wurden große Landstriche dem Meere entrückt; in dies neu gebildete Land fand eine
starke Einwanderung aus Nordosten statt, es erschienen Affen, Katzen, Hyänen, Hunde, Marder, Pferde,
[* 70] Rhinocerosse, Wiederkäuer,
[* 71] zahlreiche Nagetiere, Springmäuse, Hasen, Eichhörnchen, Zaunkönige, Meisen, Spechte, Nashornvögel, Geier,
Kraniche, Strauße u. s. w. und bevölkerten Afrika, aber keine einzige dieser Formen konnte bis jetzt das isoliert gebliebene
Archipelstück Madagaskar erreichen, so daß sich auf dieser, von größern Raubtieren freien, an kleinern armen Insel ein originelles
Tierleben erhalten und weiter entwickeln konnte, während vielfache Beziehungen zwischen den Faunen des
kontinentalen Afrika, Europa und Asien sich herausbilden mußten.
Auch die indische oder orientalische Region (auf der Karte rosa) hat, nach Norden durch die große Landbarriere des Himalaja
und im Osten und Westen durch breite oder tiefe Meere von den benachbarten Regionen getrennt und zum Teil
in Inseln zerfallen, sehr viel Eigenartiges. Zu dieser Region gehört ganz Asien südlich vom Himalaja und Jang-tse-kiang mit
den Inseln südlich von Japan und westlich der Grenzlinie der austral. Region (vgl. oben). Sie hat 118 Gattungen Säugetiere
und davon finden sich 56 nur hier, während von den 342 Geschlechtern der Landvögel 62 ihr ausschließliches
Eigentum sind.
Sie hat in Celebes manche Berührungspunkte mit der australischen, in Ostafrika mit der äthiop.
Region, während sie mit der paläoarktischen (Europa, Nordafrika und Asien nördlich vom Himalaja und Jang-tse-kiang nebst
dem japan. Archipel; auf der Karte gelb) hauptsächlich an zwei Stellen, im Westen in Südpersien und
Afghanistan,
[* 72] im Osten in Japan, sich mischt. Charakteristisch für die
orient. Region sind unter anderm die Gibbons, die Koboldmakis,
die Flattermakis, die Binturongs und andere Viverren, Sonnenbäre, von Vögeln die Drosselmeisen (Liotrichidae), die Pfauen, Argusfasane
u. s. w.
Die paläoarktische Region bei ihrer ungeheuern Ausdehnung
[* 73] hat nur 100 Gattungen von Säugetieren und 177 von
Landvögeln, und von den erstern sind nur 29 und von den letztern 59 ihr speciell eigen. Besonders gut entwickelt in dieser
Region sind Insektenfresser
[* 74] und einige Steppenformen von Nagetieren, und unter den Vögeln die echten Sänger (Sylviidae), Meisen
und namentlich in den südöstl. Gebirgen die Hühnervögel, von Insekten herrschen ganz besonders die
Laufkäfer vor. Tropische Formen dringen in der südwestl. Hälfte ein (z. B. Honigsauger in Palästina,
[* 75] Viverren, Stachelschweine
bis Südeuropa u. s. w.) und dann wieder ganz im Osten nach Japan und der Küste entlang bis zum Amur.
Sehr nahe der paläoarktischen Region steht die neoarktische (auf der Karte violett), ganz Amerika nördlich
vom Wendekreis des Krebses, arm an Säugetieren (74 Gattungen, 23 speciell eigentümliche), etwas reicher an Landvögeln (168
Gattungen, 41 ausschließlich hier vorhandene). Was die neoarktische Fauna von der paläoarktischen unterscheidet, sind im
wesentlichen eingewanderte südamerik. Formen. Charakteristisch für Nordamerika sind Eichhörnchen, Hirsche, überhaupt
Tiere der gemäßigten Waldgegenden, aber infolge der ausgedehnten Flußsysteme und Seen auch Süßwassertiere: Flußschildkröten,
Lachse, Glanzschupper, geschwänzte Amphibien, Malermuscheln u. s. w.