Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03139.jsonl.gz/3091

Wenn die weltweite wirtschaftliche Ungleichheit unverändert bleibt und das Pro-Kopf-Bruttoinlandprodukt den Prognosen entsprechend wächst, wird es 2030 immer noch 550 Millionen Menschen geben, die in extremer Armut überleben müssen – also mit weniger als 1.90 US-Dollar pro Tag. Gemäss den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) der UNO sollte dieser Wert bis 2030 jedoch auf Null sinken.
Weniger Ungleichheit, weniger Arme
Die Weltbank stellt in der Studie die Auswirkungen einer Reduktion der Ungleichheit zwischen 2018 und 2030 dar: Würde die Ungleichheit jährlich um ein Prozent verringert, müssten bis 2030 über 100 Millionen Menschen weniger in extremer Armut leben. Bei einer jährlichen Verkleinerung der Ungleichheit um zwei Prozent könnten 160 Millionen zusätzliche Menschen aus extremer Armut befreit werden.
Grösserer Effekt als Wirtschaftswachstum
Umgekehrt würden bei einer jährlichen Zunahme der Ungleichheit um zwei Prozent 392 Millionen mehr Menschen in extremer Armut verharren. Die Studie hält auch fest, dass die Verringerung der Ungleichheit um jährlich ein Prozent einen grösseren Effekt auf die Reduktion globaler Armut hat, als ein jährliches Wirtschaftswachstum von einem Prozent.
Schweiz tut zu wenig für die Agenda 2030
Die neuste Studie der Weltbank stützt eine der zentralen Wirkungshypothesen von Solidar Suisse: Um extreme Armut bis 2030 zum Verschwinden zu bringen, braucht es eine Politik, die für mehr Gleichheit sorgt. Mit der Unterzeichnung der Agenda 2030 hat sich auch die Schweiz dazu verpflichtet: Zur Erreichung dieser Ziele sind genügend finanzielle Mittel für die Internationale Zusammenarbeit nötig. Bundesrat Cassis hat jedoch statt 0,7 Prozent lediglich einen Anteil von 0,45 Prozent des Gesamtbudgets für die internationale Zusammenarbeit vorgesehen. Dies wird nicht reichen, um Ungleichheit und damit extreme Armut wirkungsvoll zu reduzieren.
Felix Gnehm, Direktor Solidar Suisse