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Das kulturell reiche Äthiopien gehört zu den wirtschaftlich ärmsten Ländern der Welt. Vor allem auf dem Land sind die Lebensbedingungen prekär. Wenn der Regen ausbleibt, kommt es zu Dürre- und Hungerkrisen.
Seit 2010 engagiert sich das SRK zusammen mit dem Äthiopischen Roten Kreuz und der Regierung bei der Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung. Es konzentriert sich auf zwei klimatisch sehr unterschiedliche Regionen. Die Herausforderungen aber sind sich ähnlich: Zunahme der Naturgefahren aufgrund des Klimawandels, knappe Ressourcen sowie umstrittene Landnutzungsrechte.
Der trockene Süden – Moyale
In der trockenen Region um Moyale im Grenzgebiet zu Kenia unterstützt das SRK die Bevölkerung bei der Wasserspeicherung und -gewinnung. Es baut grosse Wasserauffangbecken, Wasserstellen und Zisternen. Ebenso wurde ein Damm errichtet und ein weiterer saniert. Vielerorts ist dies die einzige Möglichkeit der Wasserversorgung. Lokale Wasserkomitees tragen die Verantwortung für deren Unterhalt. Dabei wird darauf geachtet, dass sich auch Frauen daran beteiligen, da sie traditionell für die Wasserversorgung zuständig sind.
Um Konflikten um die knappen Ressourcen vorzubeugen, stärkt das SRK die Resilienz von Gemeinschaften. Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und diese Erfahrung für die Entwicklung zu nutzen. Dazu gehört die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme. Längere Dürreperioden kommen nicht über Nacht, sie kündigen sich lange vorher an. Im südlichen Äthiopien wird die Bevölkerung dafür sensibilisiert, Zeichen rechtzeitig zu erkennen und sich besser gegen Katastrophen zu wappnen.
Der feucht-heisse Westen – Gambella
Gambella, die Grenzregion zum Südsudan, leidet im Gegensatz zu Moyale eher an zu viel Wasser. Regelmässig kommt es zu Überschwemmungen, welche die Lebensgrundlage der Menschen zerstören. Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Südsudan nimmt zudem die Anzahl von Flüchtlingen in Gambella laufend zu, was die allgemeine Situation für die einheimische Bevölkerung weiter verschlechtert.
Das SRK stärkt auch hier die Resilienz von Gemeinschaften durch Katastrophenvorsorge und die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Das Rote Kreuz fördert den landwirtschaftlichen Erfahrungsaustausch unter den Bauern. Sie lernen, Felder gewinnbringender zu bewirtschaften.
Bessere Wasser- und Gesundheitsversorgung
Die Wasserquellen sind teils sehr weit entfernt und es liegt meist an den Kindern und Frauen, Wasser über weite Distanzen zu tragen. Der Mangel an sauberem Trinkwasser gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung. Vor allem Kinder leiden oft an Durchfallkrankheiten. Die Kleinkindersterblichkeit ist hoch, die Gesundheitsversorgung fehlt auf Dorfebene oft gänzlich. Das Rote Kreuz bildet deshalb Gesundheitspromotoren in den Dörfern beider Regionen aus und initiiert Frauengruppen, die sich für bessere Hygiene und die Vorbeugung von Krankheiten einsetzen. Sie klären die Bevölkerung zu Hygienethemen auf und motivieren die Menschen, Latrinen zu bauen.