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Marius fing klein an, verkaufte Diebesgut auf dem Schwarzmarkt. Er war ein talentierter Kleinkrimineller, doch sein wahres Talent lag woanders: Prostitution. Er begann als gewöhnlicher Zuhälter, entwickelte schnell die nötige Rücksichtslosigkeit und als die Sowjetunion zerfiel, war der damals Neunzehnjährige bereits zu einem ansehnlichen Vermögen gekommen.
Er nutzte die Gunst der Stunde und schaffte sein Geld nach Berlin, von wo aus er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Dahlia tausende osteuropäische Frauen in den Westen brachte - Dahlia kannte sich in Berlin aus und Loukauskis schaffte die Mädchen ran. Der enorme Zulauf armer und arbeitsloser Menschen ins reiche Nordwest-Europa eröffneten Loukauskis unvorstellbare Möglichkeiten. Heute ist er einer der führenden Köpfe im organisierten Menschhandel, ein moderner Sklavenhändler.
Loukauskis weiss, dass Leute wie er selten alt werden. Er sehnt sich nach Sicherheit und Legalität. Er will gesellschaftlich akzeptiert werden. Und bald wird er es geschafft haben, denn der arme Junge aus Vilnius steht kurz davor, eine Banklizenz in Berlin zu erhalten und somit nahezu unantastbar werden.
Schauspieler Nicholas Ofczarek
Nicholas Ofczarek, 1971 in Wien geboren, erhielt seine Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt. Sein erstes Engagement führte ihn von 1991 bis 1994 an das dortige Theater in der Drachengasse sowie an das Theater der Jugend; anschliessend wurde er von Claus Peymann ans Wiener Burgtheater verpflichtet, dessen Ensemble er bis heute angehört. Dort arbeitete er mit Regisseuren wie Andrea Breth, Claus Peymann, Karin Beier, Sven-Eric Bechtolf, Jan Bosse und Stefan Bachmann, Barbara Frey, uva.