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Von JÁNOS MOSER.
Ein Abenteuer- Bildungs- und Schauerroman: Das alles und mehr ist das Buch Die Handschriften von Saragossa. Das Vorwort erzählt von einem Manuskript, gefunden in einem verfallenen Gebäude in der Nähe der gleichnamigen Stadt während der napoleonischen Kriege. im Stil eines Decamerone und 1001 Nacht besteht der Text aus unzähligen Binnen- und Rahmenerzählungen, welche ineinander übergreifen, sich in bis zu sechs Ebenen gegenseitig stören und auflösen. Alles ist in 66 Tage aufgeteilt, die Erzählungen sind witzig und ironisch zu lesen. Held der Hauptgeschichte ist Alphonse van Worden, der das Hochland von Spanien durchquert und dabei in zahlreiche Abenteuer mit Spukgestalten und Frauen gerät. Bald ahnt er, dass eine geheime Prüfung dahintersteckt, die er zu bestehen hat. Nicht minder abenteuerlich ist die Publikationsgeschichte. Autor Jan Graf Potocki (1761 – 1815), polnischer Forschungsreisender, Ethnograf und Historiker, schrieb das Werk von ca. 1796 bis zu seinem Tod auf Französisch. Zu Lebzeiten erschienen nur Fragmente, und das vollständige Manuskript ging angeblich einst auf dem Weg nach Paris verloren. Zudem gab es mehrere Raubdrucke, die die Urheberschaft Potockis verschleierten, welche erst nach einem Gerichtsprozess bekannt wurde. Eine vollständige polnische Übersetzung des Romans lag erst 1847 vor, und bis heute gestaltet sich die komplette Wiederherstellung des Originaltexts als problematisch. 1964 wurde der Roman Schwarzweiss verfilmt. Herausgeber der französischen Ausgabe von 1958 war übrigens niemand anderer als unser altbekannte Spieltheoretiker Roger Caillois.