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Dominikus wurde um 1172 in Caleruega in Spanien geboren. Mit sieben Jahren übergaben ihn seine Eltern einem Onkel, der Priester war. Von diesem erhielt er seine Grundausbildung. Mit 14 Jahren begann er an der Universität Palencia das Studium der Freien Künste, um sich nachher ganz der Theologie zu widmen. 1196 empfing er dort die Priesterweihe. Diego de Acebes, der spätere Bischof von Osma, nahm ihn als Augustiner-Chorherr, d. h. als Kanoniker in das Kathedralkapitel auf, wo er 1201 Subprior wurde.
Als Reisebegleiter von Bischof Diego wurde Dominikus in Südfrankreich mit den Irrlehren der Katharer und Waldenser konfrontiert. Diese führten ein sehr strenges geistliches Leben, losgelöst von allem Materiellen und verbreiteten ihre Lehre. Um diese Häretiker zur Kirche zurückzugewinnen, entschloss sich Dominikus, zusammen mit seinem Bischof um 1206, als Wanderprediger das wahre Evangelium Jesu Christi zu verkünden. In Demut predigten sie durch ihr Wort und ihr Beispiel. Ein Jahr später schon gründete Dominikus ein kontemplatives Kloster für Frauen in Prouille. Sie sollten für Gott allein leben und durch Gebet und Busse die Arbeit der Predigerbrüder unterstützen. Es handelte sich dabei vorwiegend um bekehrte Sektenangehörige. Heute gibt es weltweit in 210 Klöstern ca. 4.000 Nonnen, sogenannte «Moniales».
Nach dem Tod Diegos im Jahr 1207 blieb Dominikus weiter in Südfrankreich. Einige Gefährten schlossen sich ihm an, die sich wie er der apostolischen Wanderpredigt widmen wollten. Sie verkündeten den Glauben und suchten möglichst viele Häretiker zur Kirche zurückzuführen.
In der Diözese Toulouse, unterstützt von deren Bischof, konnte Dominikus die erste Gemeinschaft von Predigerbrüdern gründen. Sie sollte eine Antwort sein auf die tiefgreifende religiöse Krise des damaligen Klerus im 13. Jahrhundert. Dominikus griff die vorbildliche Lebensweise der Häretiker in Armut und Predigttätigkeit auf, verkündete aber den katholischen Glauben und versuchte so, sie zur Kirche zurückzuführen. So eröffnete er ihnen von neuem einen Platz in der Kirche. Seine Brüder sollten frei sein für die Arbeit als Prediger und Lehrer. Das Ziel seines Ordens war das Studium, die Kontemplation und daraus die Verkündigung des Wortes Gottes. Thomas von Aquin hat dies treffend formuliert: «Contemplari et contemplata aliis tradere» – in der Kontemplation leben und andern die Früchte der Kontemplation weitergeben.
Dominikus selbst liebte es, seine Lebensform mit den Worten zu umschreiben: «Mit Gott oder von Gott sprechen – mit Gott in Gebet, Betrachtung und Studium, von Gott in Predigt, Lehre und Apostolat.»
Schon ein Jahr später nahm Papst Honorius III. die Gemeinschaft des Dominikus unter seinen Schutz. Er bestätigte ihre Lebensform nach der Regel des hl. Augustinus.
1217 hat er in einer Bulle den universalen Charakter des Ordens anerkannt. Er bestätigte Namen und Auftrag der Predigerbrüder und empfahl sie allen Bischöfen.
Am 15. August des gleichen Jahres sandte Dominikus seine Brüder von Toulouse aus in die grossen Universitätsstädte der damaligen Zeit: nach Paris, Rom, Bologna und nach Spanien. Dank dem rastlosen Einsatz von Dominikus und seinen Brüdern verbreitete sich der Orden innerhalb von fünf Jahren in ganz Europa.
Auf dem Generalkapitel 1220 und 1221 entstand die Grundlage zur Verfassung des Ordens, die ersten Konstitutionen, verfasst vom seligen Jordan von Sachsen, dem Nachfolger unseres Gründers. Die kluge und ausgewogen Regel des heiligen Dominikus hat sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt und gilt in ihren Grundzügen bis auf den heutigen Tag.
Dominikus starb am 6. August 1221 im Konvent von Bologna. Am 3. Juli 1234 wurde er in Rieti von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
DOMINIKUS lebte mit und aus dem Wort Gottes. Er hörte nie auf, sich im Schweigen des Herzens, in Gebet und Meditation Gott zu öffnen und seinen Anruf zu vernehmen. Den Tag schenkte er den Menschen, die Nacht widmete er Gott.
DOMINIKUS wandte sich mit Eifer und Leidenschaft dem Studium und der Wissenschaft zu. Sie wurden Grundpfeiler seines Lebens und seiner Verkündigung. Doch mehr noch prägte ihn die Liebe zu den Menschen. Bei einer Hungersnot verkaufte er, was er am liebsten hatte: seine Bücher, um die Not der Menschen zu lindern.
DOMINIKUS liebte die Kirche und stellte sich ganz in ihren Dienst. Er machte sich auf den Weg zu den Menschen, um sie zu Gott zu führen; aber nicht mit äußerer Macht, sondern allein durch die Kraft des Wortes Gottes gewann er die Herzen der Menschen.
DOMINIKUS gab seinen Brüdern und Schwestern die eigene Lebenserfahrung weiter: vom Evangelium geprägt, durch Studium vorbereitet und von der Kirche gesandt, den Dienst der Verkündigung zu übernehmen.
Aus dem Dominikanerorden sind hohe Persönlichkeiten hervorgegangen, so z. B. vier Päpste: Innozenz V., Benedikt XI, Pius V. und Benedikt XIII, sowie über 60 Kardinäle. Auch bedeutende Künstler, wie Fra Angelico und Fra Bartolomeo gehörten dem Orden an. Im Bereich religiöser und philosophischer Wissenschaften leisteten Dominikaner Bedeutendes. Zu erwähnen sind besonders Thomas von Aquin und Albertus Magnus. Vincent de Beauvais verfasste eine berühmte mittelalterliche Enzyklopädie. Bekannte deutsche Mystiker wie Meister Eckhart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse waren Dominikaner, wie auch der italienische Prediger und Reformer Savonarola.
Das Ordensgewand der Dominikaner (Habit) besteht aus einer weissen Tunika mit Skapulier und Kapuze sowie einem schwarzen Mantel mit Kapuzenkragen. Die Dominikanerinnen tragen das gleiche Kleid, jedoch einen schwarzen Schleier anstelle der Kapuze.