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Interieur / Charaktereigenschaften
Bei der Zucht des PSL wurde (und wird heute noch) die Eignung für den Stierkampf als wichtiges Kriterium verwendet. Dies führte zu den ganz typischen, einzigartigen Eigenschaften des PSL: Mut, Sensibilität, Schnelligkeit, Agilität, Athletik, unbedingter Gehorsam und Kooperativität. PSL sind temperamentvolle, sensible Pferde, die auf kleinste Hilfen des Reiters sofort reagieren. Dies bedeutet, dass diese Pferde einen relativ guten Reiter mit entsprechendem Sitz verlangen.
Exterieur
Der Lusitano ist ein Quadratpferd mit Stockmass um die 160 cm, wobei seit einiger Zeit (ab ca. 2003) teilweise der Trend besteht, grössere Pferde (bis 170 cm) zu züchten, um die Eignung des PSL zur Verwendung im internationalen Dressursport zu verbessern. Diese Pferde können dann u. U. leicht zum Rechteckpferd tendieren. Der Kopf des PSL ist edel, mit grossen, ausdrucksstarken Augen und mit deutlichem Ramsprofil. Der Hals ist relativ hoch angesetzt, kräftig, schön gewölbt und mit guter Ganaschenfreiheit. Die Schulter (Schulterblatt) ist lang und schräg (nicht steil, und mit guter Bewegungsmöglichkeit nach vorne). Der Widerrist ist gut ausgebildet und ermöglicht so eine gute Sattellage. Der Rücken ist gerade (praktisch horizontal) und somit tragkräftig. Der Brustkorb weist eine gute Brusttiefe auf (keine Tonnenform) und ermöglicht so einen bequemen und funktionellen Sitz des Reiters. Die Kruppe ist gut bemuskelt und „abgedreht“, mit eher tiefem Schweifansatz (also mit für die „Kraftübertragung“ und Funktionalität geeigneten Winkelungen). Die Gliedmassen sind kräftig aber nicht klobig. Die Hufe weisen keinerlei Tendenz zu Zwang- oder Bockhuf auf.
Zweimal das selbe Pferd, rechts mit eingeflochtener Mähne und Schweif. Gemäss Rassestandard (Zuchtziel) der APSL, siehe auch www.cavalo-lusitano.com, Zeichnungen: Matthias Haab, Feldbach
Gangarten / Bewegungen
Der PSL soll drei gute taktreine Grundgangarten haben, die ihn für den Einsatz in der Hohen Schule und auch im Dressursport prädestinieren. Insbesondere soll das Pferd im Trab erhabene, elastische, gut aus der Schulter kommende Bewegungen mit Raumgriff zeigen (d. h. ohne ausgeprägte „Knieaktion“). Er soll einen kadenzierten, versammlungsfähigen (Bergauf -) Galopp aufweisen. Der Schritt soll gleichmässig und „schreitend“ sein und kaum „Knieaktion“ haben. Beim PSL ist beim Vorführen der Vordergliedmassen ab und zu ein „Bügeln“ (in den Carpalgelenken) zu beobachten („Glockenspielergang“). Diese „Spezialität“ darf jedoch höchstens in leichtgradigem Ausmass vorhanden sein.
Verwendung
Heutzutage wird der PSL neben seiner Verwendung als Freizeitpferd vorwiegend als Dressurpferd eingesetzt (Klassische Dressur, Hofreitschule, Equitação a Portuguesa, moderner Dressursport). Zudem wird er auch immer noch als Stierkampfpferd und zum Fahren verwendet. Für letzteres werden meist spezielle Zuchtlinien eingesetzt. Auch seine ursprüngliche Verwendung als Rinderarbeitspferd wird in Form der Arbeitsreitweise (Equitação de Trabalho) seit längerem wieder stärker genutzt.
Farben
Es gibt nur wenige Pferderassen, die eine so grosse Farbenvielfalt aufweisen wie der PSL. Am häufigsten sind Schimmel, gefolgt von Braunen. Das Alter Real Gestüt, das frühere königliche Gestüt im Südosten Portugals züchtet fast ausschliesslich braune PSL. Die Portugiesische Hofreitschule verwendet seit jeher ausschliesslich PSL vom Gestüt Alter Real. Rappen (insbesondere aus dem Gestüt Ortigão Costa), Falben (in allen Facetten) und Buckskins sind ebenfalls recht häufig. Daneben gibt es viele weitere Farbvarianten (Füchse, Cremellos, Palominos, Perlinos, sogar Pferde, die leichte Anzeichen von Scheckung aufweisen).