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Kalktuff – Abgrenzung
In Europa (z. B. in Italien) gibt es noch „thermogene Travertine“[1], deren Kohlendioxyd (CO2) die jedoch aus thermalen Prozessen in oder unter der Erdkruste stammen. Das Quellwasser sprudelt unter hohem CO2-Druck den im Wasser gelösten Kalk in die Atmosphäre, wo der Kalk auf die bekannte chemische Art wieder ausfällt.
Der ähnliche, „invasiv“[1] chemische Prozess, bildet zwar auch das Kalksediment – allerdings im Oberflächenwasser und nicht an der Atmosphäre – wird aber in Europa nicht angetroffen. Vgl. dazu weiter unten den Abschnitt „Abgrenzung der vielfältigen Bezeichnungen für ausgefällten Kalk“.
Als Kalktuffe werden „stark poröse bis kavernöse und wechselnd verfestigte, nicht marine Karbonatgesteine“[2] bezeichnet. Begriffsverwirrung entsteht, wenn der Begriff Kalksinter und seine Unterbegriffe Kalktuff und Travertin synonym verwendet werden.
Kalktuffe haben keine deutliche Schichtung, zeigen teilweise gleichförmige Oberflächen, weisen partiell auch große Hohlräume auf und enthalten teilweise versteinerte Pflanzen und Kleintiere, wie Schnecken. Kalktuffe bilden mitunter blumenkohlartige Oberflächenstrukturen aus und sind nicht gebändert. Sie liegen häufig in gelockerter und nur teilweise verfestigter Form vor, so können sie nicht poliert werden. In bruchfeuchtem Zustand können sie mit Handsägen oder Messern geformt werden und härten danach aus.[2]
Im Gegensatz dazu sind Travertine deutlich geschichtet, fest und polierfähig. Werden sie gegen ihre Lagerrichtung gesägt, zeigt ihr Schnitt eine deutliche Bänderung. Im natursteinverarbeitenden Gewerk in Deutschland wird ein Kalktuff als Travertin bezeichnet, sofern er fest und polierfähig ist. Er kann nicht mit einem Messer geformt werden. Ein solcher Naturstein ist etwa der Gauinger Travertin.
Zu Missverständnissen gibt oft Anlass, dass es auch vulkanische Tuffe gibt. Diese sind im Gegensatz zu den Kalktuffen schwach verfestigte vulkanische Aschen. Alle oben genannten Gesteine zählen zu den Weichgesteinen.