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Im Folgenden eine auf IAEO-Informationen basierte Zusammenfassung der Ereignisse, die nukleare Einrichtungen in der Ukraine betreffen.
Update 7: Technische Probleme beim Strahlungsüberwachungsmessnetz in der Ukraine
Die SNRIU teilte der IAEO in ihrem regelmässigen Bericht mit, dass sie mit der Kernanlage Tschernobyl in Verbindung stehe. Das Personal dort nehme seine Aufgaben unter «Aufsicht» wahr und es seien seit dem 24. Februar keine Arbeiten mit Kernmaterial mehr durchgeführt worden.
Das Kernkraftwerk Tschernobyl liegt in einer Sperrzone und wird seit dem Reaktorunfall von 1986 stillgelegt. In verschiedenen Anlagen am Standort lagern erhebliche Mengen an Kernmaterial in Form von ausgedienten Brennelementen und anderen radioaktiven Abfällen.
Gemäss SNRIU stehen alle Kernkraftwerke der Ukraine wie bisher in Betrieb. Die Strahlungswerte seien an allen Standorten normal, und es habe keine Berichte über nukleare oder radiologische Zwischenfälle gegeben.
Die IAEO-Mitgliedstaaten speisen die Informationen der automatischen Strahlungsüberwachungsstationen direkt in das International Radiation Monitoring Information System (IRMIS) der IAEO ein. Nach eigenen Angaben hat die IAEO am 1. März den Kontakt zu den Stationen im Kernkraftwerk Saporoschje verloren und hat auch am darauffolgenden Tag keine Daten mehr vom Kernkraftwerk Süd-Ukraine mit drei Blöcken erhalten.
Die SNRIU teilte der IAEO jedoch später mit, dass man den Kontakt zu den Überwachungsstationen im Kernkraftwerk Süd-Ukraine wiederherstellen konnte. Der vorübergehende Ausfall der Übermittlung an die IAEO sei auf technische Gründe zurückzuführen und habe nichts mit militärischen Operationen zu tun. Ukrainische Spezialisten bemühten sich, die Ursache für die unterbrochene Datenübertragung aus dem Kernkraftwerk Saporoschje zu ermitteln und sie wiederherzustellen, fügte das SNRIU hinzu.
Sitzung des Gouverneursrat der IAEO und Pressekonferenz
Am 2. März kam der Gouverneursrat der IAEO zusammen, um die Auswirkungen der Situation in der Ukraine auf die nukleare Sicherheit und die Sicherungsmassnahmen zu erörtern (YouTube-Video). IAEO-Generaldirektor Grossi, betonte seine anhaltende Besorgnis über den Konflikt in der Ukraine und jede militärische oder sonstige Aktion, die die Sicherheit der 15 in Betrieb befindlichen ukrainischen Kernkraftwerkseinheiten und anderer kerntechnischer Anlagen, einschliesslich jener in Tschernobyl gefährden könnte. «Ich habe zur Zurückhaltung bei allen Massnahmen oder Aktionen aufgerufen, die die Sicherheit von nuklearem und anderem radioaktivem Material und den sicheren Betrieb aller nuklearen Anlagen in der Ukraine gefährden könnten», so Grossi.
Zudem merkte er in seiner Rede an: «Auch wenn wir in einem technischen Kontext Ausdrücke wie ‹Normalbetrieb› verwenden, möchte ich betonen, dass die Umstände, unter denen die Fachleute in den vier ukrainischen Kernkraftwerken die Reaktoren, die die Hälfte des ukrainischen Stroms produzieren, am Laufen halten, keineswegs normal sind.» Auch hob er hervor, dass die Hauptfunktion der Sicherheitssysteme in Kernanlagen der Einschluss, die Kontrolle und die Kühlung seien und liess verlauten, welche Massnahmen getroffen und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die nukleare Sicherheit gewährleistet werden könne.
Grossi teilte dem Ausschuss mit, dass er ein 1. März eingegangenes Gesuch des SNRIU an die IAEO bearbeite. Darin werde die IAEO darum gebeten, die Sicherheit des Kernkraftwerks Tschernobyl und anderer kerntechnischer Anlagen zu gewährleisten. Gemäss IAEO liegt die Hauptverantwortung für die nukleare Sicherheit zwar bei den nationalen Behörden, die IAEO unterstützt aber ihre Mitgliedstaaten auf Anfrage im Rahmen ihres Mandats – auch im Bereich der nuklearen Sicherheit und der Sicherung von Kernanlagen.
Ebenfalls am 2. März stellte sich Generaldirektor Grossi den Fragen der Medienschaffenden zum Ukraine-Krieg (YouTube-Video).
Update 6: Gebiet um Kernkraftwerk Saporoschje in russischer Hand
Russland hat die IAEO in Kenntnis gesetzt, dass seine Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet um das ukrainische Kernkraftwerk Saporoschje übernommen haben, erklärte IEAO-Generaldirektor Grossi am 2. März.
In einem offiziellen Schreiben an den Generaldirektor vom 1. März teilte die Ständige Vertretung der Russischen Föderation bei den Internationalen Organisationen in Wien ausserdem mit, dass das Personal des Kraftwerks seine «Arbeit zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit und zur Überwachung der Strahlung im normalen Betriebsmodus fortsetzt. Die Strahlungswerte verbleiben normal».
Noch am 1. März hatte die Ukraine der IAEO mitgeteilt, dass alle ihre in Betrieb stehenden Kernkraftwerkseinheiten weiterhin unter der Kontrolle des nationalen Betreibers stünden. In einer Aktualisierung von heute Morgen teilte die staatliche Nuklearaufsichtsbehörde der Ukraine (SNRIU) mit, dass sie die Kommunikation mit den ukrainischen Kernanlagen aufrechterhalte und dass die Kernkraftwerke weiterhin normal arbeiteten. Saporoschje ist mit sechs der 15 Einheiten der grösste Kernkraftwerksstandort der Ukraine.
In einem Schreiben an den Generaldirektor, das am 1. März einging, bat der amtierende Chefinspektor der SNRIU die IAEO um sofortige Unterstützung bei der Koordinierung der Aktivitäten im Zusammenhang mit der Sicherheit des Kernkraftwerks Tschernobyl und anderer kerntechnischer Anlagen. Der Generaldirektor werde Konsultationen durchführen und Kontakte aufrechterhalten, um dieser Bitte nachzukommen, so die IEAO.
Grossi hat wiederholt betont, dass jede militärische oder andere Aktion, welche die Sicherheit der ukrainischen Kernkraftwerke gefährden könnte, vermieden werden müsse. Er sagte auch, dass das Betriebspersonal in der Lage sein müsse, seine Aufgaben in den Bereichen Sicherheit und Sicherung zu erfüllen und Entscheide frei von unnötigem Druck zu treffen.
Laut IAEO verfolgt die Organisation die Entwicklungen in der Ukraine weiterhin aufmerksam, wobei sie sich besonders auf die Sicherheit und Sicherung der ukrainischen Kernkraftwerke konzentriert.
Quelle
M.A. und B.G. nach IAEO, Medienmitteilungen 1. und 2. März 2022, sowie Bericht zur IAEO-Gouverneursrat-Sitzung, 2. März 2022
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