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Vorläufer der Fastnacht, auch Karneval oder fünfte Jahreszeit genannt, gehen auf die bereits vor 5000 Jahren gefeierten Feste in Mesopotamien zurück. Die Bezeichnung Mesopotamien geht mutmasslich auf Alexander den Grossen, einen griechischen König, zurück und betitelt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris in Vorderasien.
Dieses traditionelle Fest in Mesopotamien dauerte sieben Tage. In diesem Zeitraum waren alle gleichgestellt, Sklaven und Herren assen Seite an Seite. Des Weiteren durfte in dieser Zeit kein Getreide gemahlen werden. Unter dem Priesterkönig Gudea wurde dieses Fest als symbolische Hochzeit eines Gottes gefeiert.
Alte, katholische Traditionen besagen, dass man an der Fastnacht keinen Alkohol konsumieren darf, jedoch zeigte eine forsa (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen)-Umfrage aus dem Jahre 2015, dass in Deutschland gerade mal elf% aller Fastnacht-Besucher überhaupt keinen Alkohol konsumieren. Wann wurde diese Tradition des Alkoholverzichts also abgelöst?
In der Schweiz kam eine grosse Veränderung mit der Reformation. Viele katholische Gesetze galten als veraltet und wurden von neuen, reformierten Gesetzen ersetzt. 1529 erklärte sich Basel als reformiert. Damit wurde auch die Fastenzeit und die dazugehörige Fastnacht verboten. Diese Verbote liessen sich meist schlecht durchsetzen, da die Fastnachtstradition fest in der Gesellschaft verankert war. Ein Beispiel dafür ist Basel, wo 1798 die Fastnacht von der Helvetik verboten wurde. Die Fastnacht kehrte daraufhin wieder zurück und wurde auf Drängen der Geistlichkeit 1807 erneut verboten. Auch dieses Verbot war nicht von langer Dauer, und so wurde auch diesmal die Fastnacht wiedereingeführt. Wann jedoch Alkohol ein Bestandteil der Fastnacht wurde, bleibt offen.
Umfrage zu Alkohol in Verbindung mit Fastnacht
Die Schwarze, ein Schnitzelbankduo aus Bern, besucht seit gut 25 Jahren die Fastnacht in Bern. Ihrer Meinung nach wird das Thema Alkohol «prominent hingeschrieben», der Alkohol war schon immer ein Problem. Durch die Tatsache, dass immer mehr Partys lanciert werden, hat sich der Alkoholkonsum definitiv verändert, nicht nur während der Fastnachtszeit.
Die Schnapslochgeischter, ein Narrenverein aus Welschenrohr (SO), ist mit der Fastnacht aufgewachsen. Für sie spielt neben dem Alkohol auch das kollegiale Zusammensein eine zentrale Rolle. «Die Jungen trinken immer mehr Alkohol», das habe sich definitiv geändert.
Madame de Meuron, Nachfahren des Berner Stadtoriginals, kennen die Fastnacht durch das Quartier, in welchem sie aufgewachsen sind. Spielt bei ihnen Alkohol eine zentrale Rolle? «Nein», tönt es mit einer ächzenden Stimme! Auf die Frage, ob sich der Alkoholkonsum in den letzten Jahren verändert hat, kommt nur ein leises: «Ja, leider Gottes».
Eglichutzler, Guggenmusiker aus Weggis (LU), stellen sich gegen die Meinungen von anderen Befragten: «Der Alkohol ist für sie marginal, für andere sei das jedoch seit jeher wichtig».
Stefan, 49, stellt sich auf die Seite der meisten Befragten: «Wie viel manchmal getrunken wird, im Besonderen von jungen Menschen, ist nicht mehr schön, das gehört nicht zur Fastnacht.»
Fazit
Um was geht es bei der Fastnacht wirklich? Steht die Tradition oder der Alkohol im Vordergrund? Die Meinungen gehen auseinander. Durch die Aussagen dieser kleinen, nicht repräsentativen Umfrage lässt sich festhalten, dass tendenziell jüngere Personen dem Alkohol einen höheren Wert beimessen. Ist der Alkohol ein fester Bestandteil der Fastnacht, oder gar schon fast Tradition? Eine Frage, die jede und jeder für sich beantworten muss.