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Bolivien will von Frankreich, Spanien, Italien und Portugal wissen, warum sie in der vergangenen Woche den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Bord der Maschine von Präsident Evo Morales vermutet hatten. Die vier Botschafter wurde einbestellt.
Die Diplomaten der vier EU-Länder müssten im Aussenministerium in La Paz vorsprechen, sagte Kommunikationsministerin Amanda Davila am Montag.
Nach Angaben der bolivianischen Regierung musste Morales am Mittwoch auf seinem Heimflug von Moskau in Wien zwischenlanden, weil die vier Länder Überfluggenehmigungen verweigerten. Hintergrund soll ein Gerücht gewesen sein, wonach sich Snowden in Morales' Maschine befand.
"Wir verlangen von der Regierung Spaniens und von denen der anderen Länder schlicht und einfach eine Erklärung, woher die Version stammt, Herr Snowden halte sich an Bord der Präsidentenmaschine auf", sagte die Ministerin. "Wer hat diese Lüge verbreitet?"
Ihre Regierung sei davon überzeugt, dass die USA gewusst hätten, dass Snowden nicht an Bord von Morales' Flugzeug gewesen sei. Die USA hätten Morales vielmehr einschüchtern wollen, da er Snowden Asyl angeboten habe. "Das ist Staatsterrorismus gegen einen Präsidenten, gegen einen Staat, gegen ein Volk."
Snowden hält sich vermutlich noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Er hatte in den vergangenen Wochen Spionageprogramme der britischen und amerikanischen Geheimdienste enthüllt.
Die USA werfen dem IT-Spezialisten Landesverrat vor und fordern seine Auslieferung. Die sozialistischen Präsidenten von Venezuela, Nicaragua und Bolivien haben Snowden mittlerweile Asyl angeboten.
SDA-ATS