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Dieser Speiseplan soll die Welt retten
Ein Forscherteam hat einen täglichen Speiseplan zusammengestellt, der die Weltbevölkerung gesund ernähren und dabei die Umwelt schützen soll. Fazit: unsere Ernährung muss sich drastisch ändern.
Bis zum Jahr 2050 soll es rund zehn Milliarden Menschen auf der Erde geben. Um die Weltbevölkerung künftig ernähren zu können und trotzdem die Umwelt zu schützen, müsse sich die Ernährungsweise der Weltbevölkerung, laut Walter Willett, Professor für Ernährung an der Harvard Universität, drastisch ändern.
Umweltzerstörung und Fehlernährung
Die heutige Nahrungsmittelproduktion ist zu einem grossen Teil für die weltweite Umweltzerstörung verantwortlich. So macht sie etwa 40 Prozent aller Landflächen weltweit aus, benötigt 70 Prozent des gebrauchten Wassers und verursacht 30 Prozent der vom Menschen erzeugten Treibhausgase.
Jede Menge gesunde Rezepte für Gerichte, Snacks und Smoothies finden Sie in unserem Dossier.
Gleichzeitig sind ungefähr 3 Milliarden Menschen fehlernährt, also rund 40 Prozent der Weltbevölkerung. Dabei haben mehr als 800 Millionen Menschen zu wenig zu Essen, während ein viel grösserer Teil, nämlich mehr als 2 Milliarden Menschen, übergewichtig sind.
Diese Zahlen stammen von einem Bericht der Eat-Lancet-Kommission, einem Forscherteam bestehend aus 37 Experten aus 16 Ländern aus den Fachgebieten Ernährung, Ökologie, Landwirtschaft und Wirtschaft. Und genau dafür hat das Team eine mögliche Lösung erarbeitet: Einen vorgegebenen Speiseplan.
Dieser Speiseplan soll die Welt retten
Die Forscher haben einen täglichen Speiseplan entwickelt, der sowohl dem Menschen als auch der Umwelt gut tun soll. Demnach sollte jeder die Menge an eher ungesunden Lebensmitteln wie Rindfleisch oder Zucker halbieren, während gesunde Nahrungsmittel, hauptsächlich Obst und Gemüse, verdoppelt werden. Und so sieht der Speiseplan aus:
Grafik: mk / Quelle: The Lancet
ach diesem Speiseplan dürfen Sie pro Tag noch je 7 Gramm Schweinefleisch und 7 Gramm Rindfleisch essen, was ungefähr die Menge eines Hackbällchens ausmacht. Milchprodukte sollten auf 250 Gramm, also zum Beispiel ein Glas Milch, reduziert werden. Dafür steht einerseits viel mehr Gemüse und Obst, aber auch mehr Reis, Weizen und Mais auf dem Speiseplan. Allerdings wird beim Gemüse vorgegeben, dass stärkehaltige Sorten, wie etwa Kartoffeln, nur 50 Gramm davon ausmachen dürfen.
Ein Schnipo liegt bei diesem Speiseplan nur noch selten drin. Foto: PeteerS / iStock / Getty Images Plus
Natürlich kann niemand exakt 7 Gramm Schweinefleisch pro Tag essen. Der Speiseplan soll vielmehr klarmachen, dass ein Schnitzel mit Pommes oder ein Wurstsalat zum Zmittag, ein Fondue oder Raclette zum Znacht oder mehrere Milchkaffees pro Tag einfach zu viel sind. Solche Gerichte gibt's dann eher einmal pro Woche, wobei der Rest der Woche kein Fleisch mehr gegessen werden darf. Ein Zmittag besteht eher öfter mal etwa aus einem Gemüse-Curry mit Reis und das Znacht aus mit Käse- und Fleischscheiben belegte Vollkornbrötchen.
Speiseplan an Lebensstil anpassen
Die im Speiseplan vorgegebenen 2400 Kilokalorien reichen für einen mittelgrossen, mittelmässig aktiven Erwachsenen. In gewissen Ländern wäre dies eine extrem grosse Zufuhr an Nährstoffen, während Menschen mit sehr aktiven Lebensstilen zu wenig zu sich nehmen würden.
Der Speiseplan kann daher höchstens als Orientierung gelten. Auch ob eine solche Ernährungsweise für jede Bevölkerungsgruppe gleich gesund wäre, lässt der Bericht offen. Für etwas mehr Flexibilität und um Ernährungsweisen und verschiedene Kulturen zu berücksichtigen, gibt die Kommission für die meisten Lebensmittel auf dem Speiseplan eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Spanne an, zum Beispiel eine Wahl zwischen 100 und 300 Gramm Obst.
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Fünf Strategien zur Umsetzung des Plans
Damit ein Speiseplan überhaupt umgesetzt werden kann, schlägt das Forscherteam fünf Strategien vor:
- Werbungen für ungesunde Nahrungsmittel sollen erheblich eingeschränkt, die Preise von Lebensmitteln an die anfallenden Umweltkosten angepasst werden.
- Der Lebensmittelabfall, der bei der Produktion entsteht, soll halbiert werden.
- Ernteerträge sollen durch resistentere Pflanzenarten und eine bessere Bewässerung erhöht werden.
- Keine Natur soll künftig mehr in Landwirtschaftsflächen umgewandelt werden und in 10 Prozent der weltweiten Meere soll Fischfang verboten werden.
- Als Letztes verlangt das Forscherteam, dass kleine und mittelgrosse Unternehmen besser unterstützt werden.
Quelle: The Lancet