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Wir motorten auf dem Intracoastal Waterway (ICW) von Daytona Beach in Florida nach St. Simons Island, Georgia bei Brunswick.
Da es fast windstill war, beschlossen wir, die gesamte Reise von Daytona Beach nach St. Simons Island den Intracoastal Waterway (ICW) zu unternehmen und nicht aufs Meer raus zufahren.
Da vela dare einen Tiefgang von 1,20m hat, schaffen wir es, zumindest bei Flut, alle ICW-Kanäle zu passieren. Wir landeten zweimal im Schlamm: einmal in einem Hafen, wo sie uns einen Platz gaben, ohne auf unseren Tiefgang zu achten, und einmal im Kanal vor der Insel Jeckyll. Wir waren bei fast Ebbe unterwegt und wir wurden von einem grossen Motorboot in einer engen Passage überholt. Durch seine hohe Geschwindigkeit gab es einige Wellen wir wurden zu Seite aus dem Kanal geschoben und sassen mit Steuerbordkiel fest. Glücklicherweise ging die Strömung in die richtige Richtung und schob uns schnell wieder aus dem Schlamm….
Der andere zu beachtende Parameter, um durch den ICW fahren zu können, ist die Höhe des Bootes über Wasser. Unser Mast misst 14 Meter und mit der Höhe des Rumpfes sind wir etwa 54 Fuß hoch und so kommen wir leicht unter den Brücken durch. Es gibt zwei Arten von Brücken entlang der ICW: solche, die fest und 64 Fuß hoch sind und solche, die beweglich sind auf Anfrage öffnen. Kurz nach Daytona Beach mussten wir unter der ersten Brücke durch welche anrufen muss um sie sich öffnen zu lassen. Da aren wir schon etwas nervös. Also fragte ich per UKW (Kanal 9), ob sie uns die Brücke öffnen. Sofort bekamen wir Antwort, dass sie Brücke für uns öffnen werden. Der Autoverkehr wurde blockierte und die Brücke öffnete sich. Es ist schon lustig wenn sie die Brücke nur für dein Segelboot öffnen und alle müssen warten bis du langsam durchgetuckert bist!
In der Gegend von Daytona gibt es am ICW entlang viele Häuser, einige hohe Gebäude und viele luxuriöse Villen. Die grossen Villen haben normalerweise einen Ponton für eine oder mehreren Boote. Wenn es einen Ponton gibt, bedeutet das aber nicht immer nicht, dass es genug Wasser gibt, um dort anzulegen vor allem nicht bei Ebbe….
Wir haben die ersten Meilen bei schönem Sonnenschein zurückgelegt. Leider hat sich das dann aber schnell verschlechtert und wir hatten ab 14:00 einen riesigen Sturm von über zwei Stunden, mit viel Blitz und Donner. Wir waren etwas nervös und angespannt wegen den Blitzen die rund um uns herum einschlugen… Leider konnten wir nirgends festmachen in dem Kanals. Der Regen war so heftig dass wir die Bojen und Marker welche die den Kanal markierten fast nicht zu sehen waren…. Bei solchem Wetter zu Ankern wollten wir lieber nicht riskieren. Also beschlossen wir, nicht zum Ankerplatz zu gehen, sondern zum Yachthafen von Palm Coast Marina. Die sanitären Einrichtungen des Hafens sin in gutem Zustand und warmes Wasser zum Duschen gab es auch. Vor allem gab’s in der Nähe eines Quartier mit Restaurants und Geschäften. Wir nutzten die Gelegenheit, um wiedermal sehr gut indisch essen zu gehen.
Wir sind immer wieder überrascht über den Preis der Häfen in Florida. Wenn sie „günstig“ sind, kosten sie weniger als 2 Dollar pro Fuß (oder fast 80 Franken pro Nacht für vela dare), aber im Allgemeinen kosten sie mehr als das und haben keine besondere Infrastruktur und sind auch weit weg von jedem Lebensmittelgeschäft.
Am nächsten Tag ging es weiter nach St. Augustine. Dort nahmen wir eine Mooring. Dieser kostet 25 Dollar und wir haben Zugang zu den Sanitäranlagen des Yachthafens und können unser Beiboot auch ohne zusätzliche Kosten am Ponton lassen. Wir verbrachten 3 Nächte in St. Augustine, der ältesten Stadt der USA. Ich werde noch zusätzlich einen Artikel über unseren Aufenthalt in dieser schönen Stadt schreiben.
Wir verließen St. Augustus mit der Flut, um weiter zu der Palm Cove Marina in der Nähe von Jacksonville zu fahren. Wir wurden für unsere frühmorgendliche Abfahrt belohnt, als wir die Delphine im St. Augustine Inlet um unser Segelboot herum schwimmen sahen. Dieses Gebiet ist weniger besiedelt und die Kanäle sind von Sümpfen umgeben. Es gibt einige Teile, die bewaldeter sind und dort haben wir viele Reiher und sogar Seeadler gesehen. Es ist sehr schwierig, die Reisezeit entlang des ICW abzuschätzen. Abhängig von den Biegungen der Kanäle, Mündungen und verschiedenen Flussarmen haben wir manchmal die Gezeitenströmung mit uns (wir schaffen dann 6-7 Knoten) oder gegen uns (wir machen nur 2-4 Knoten). Das ändert sich manchmal mehrmals pro Stunde….
Wir motorten an diesem Tag nur wenige Stunden. Der Motor lärmt die ganze unter uns, Sonne brennt und kein Hauch von Wind. Es ist anstrengend, den ICW entlang zu fahren, da es meistens nur eine schmale Passage gibt, wo das Wasser tief genug ist, um uns passieren zu lassen. Also nix Autopilot und an Deck liegen, alles muss von Hand gesteuert werden und das sollte man sorgfältig machen. Die Beschilderung muss gesucht werden und diesen sollte man dann folgen. Ansonsten hörst du bald mal im Funk „ Hey buddy you running aground…“ Falls es mal etwas mehr Platz gibt hat unser Autopilot auch mit der Strömungen zu kämpfen um den angegeben Kurs zu halten.
Laut unserem Waterway Guide ist der Ankerplatz bei Jacksonville schlecht, deshalb sind wir zur Palm Cove Marina gefahren. Aber offen gesagt, 60 Dollar sind eine Menge Geld, um bei niedrig Wasser im Schlamm festzustecken und am Abend von Moskitos geplagt zu werden….
Der nächste Ort war Fernandina Beach. Dort haben wir auch eine Boje genommen, weil viele Boote während der letzten Hurrikane im Mooringfeld gesunken sind und noch nicht entfernt wurden. Wir nicht wollten, dass unser Anker irgendwo im schlammigen ICW-Wasser an einem gesunkenen Boot hängen bleibt (schlechte Erinnerungen an Charlotte Amalie….) und in dieser Brühe zu tauchen, um ihn wieder frei zukriegen. Und das war eine sehr gute Entscheidung, weil wir im Hafen von Fernandina Beach einen Alligator von ca. 1m50 gesehen haben. Es scheint üblich zu sein und es kommen auch Haie in den Hafen, also definitiv kein guter Tauchspot auch nicht nach hängengeblieben Ankern…. An der Boje neben uns war Gary, der auf seinem Segelboot lebt und uns zum nächsten Supermarkt gefahren hat. Da er zu den Bermudas segeln will haben wir ihm dafür unsere Atlantikkarte zum Kopieren gegeben. Die Amerikaner sind im Allgemeinen sehr freundlich und kommen oft zum Reden und diskutieren, weil wir den Atlantik mit unserem Segelboot überquert haben.
Fernandina Beach hat einige historische Straßen und alte Gebäude, ist aber nicht so malerisch und touristisch wie St. Augustine. Da die Luft wie immer sehr feucht und heiß war, gingen wir in den ältesten Salon Floridas auf einen Drink und zu einer Klimaanlage… Doch dort war die Temperatur der Klimaanlage eiskalt eingestellt, also ziemlich schnell wieder raus an die Hitze…
Normalerweise ist in den sanitären Anlagen der Häfen zu duschen sehr angenehm. Aber in Fernandina Beach machte die eisige Klimaanlage in der Dusche dies zu einer kurzen Sache… Trotz des warmen Wassers der Dusche.
Die letzte Etappe unserer Reise war etwas länger (36 Meilen, ca. 65 km) und hauptsächlich entlang von Marsch- und Sumpfgebieten. Der Fluss windet sich schier endlos durch die Landschaft und endete in dem riesigen Flussdelta des St. Simons Sound. Dort muss man bei der Durchquerung der Mündung wirklich nach dem richtigen Weg zwischen den verschiedenen Bojen suchen. Und wieder gab’s viele Pelikane und Delfine zu sehen.
Wir kamen am 28. Juni, also ein paar Tage früher als geplant, in unserem Sommercamp in der Golden Isle Marina vor St. Simon Island an. Den Platz in diesem Hafen haben wir nun für die nächsten 4 Monate, während der Hurrikansaison, reserviert. Ich bleibe auf dem Segelboot und Willi geht in die Schweiz zurück. Hier geht auch der erste Teil unserer Reise zu Ende geht. Mal sehen wohin es uns im November zieht… Ganz sicher wieder Richtung Süden…