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Den Verlauf einer Migräne zu verstehen, kann Ihnen dabei helfen, Ihre Symptome besser zu antizipieren und zu bewältigen
Ein Migräneanfall verläuft in verschiedenen Phasen und diese zu kennen, kann den Betroffenen dabei helfen, mit Ihrer Krankheit umzugehen. Symptome, die mit den frühesten Phasen eines Migräneanfalls in Verbindung gebracht werden, wie beispielsweise ein ausgeprägtes Müdigkeitsgefühl und eine verschwommene Sicht, können während der Prodromal- und Auraphase auftreten. Sie können Warnsignale sein und darauf hinweisen, dass abortive Medikamente eingenommen werden sollten. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Migräne kann bei einigen Menschen das Auftreten von Symptomen verhindern. Zusätzlich kann die Identifizierung von Risikofaktoren für einen «Migräne-Hangover» in der Postdromalphase dabei helfen, die Dauer der Anfälle und ihre Nachwirkungen im Voraus einzuschätzen.
Die Phasen der Migräne
Prodromalphase
Auch als «Vorphase» oder Warnphase bekannt, kann die Prodromalphase einen Migräneanfall im Vorfeld ankündigen. Sie kann mehrere Stunden oder sogar mehrere Tage lang andauern.
Bei den meisten Menschen mit Migräne tritt die Prodromalphase auf, allerdings nicht zwangsläufig vor jedem Migräneanfall. Bei den Menschen, bei denen sie auftritt, können der Arzt und sein Team ihre Symptome und Muster untersuchen, um einen Behandlungsplan zu entwickeln, mit dem die Intensität der nahenden Kopfschmerzen verringert werden kann. In dieser Phase können die Einnahme von Medikamenten, die Minimierung/Vermeidung von anderen Auslösefaktoren (z. B. Nahrungsmittel, Alkohol) und die Anwendung von Methoden wie Achtsamkeitsmeditation, Entspannungstherapie oder andere verhaltensmedizinische Techniken in einigen Fällen sogar das Auftreten der Kopfschmerzen vermeiden. Die Prodromalsymptome sind von Patient zu Patient verschieden, können sich unter anderem aber auch durch Stimmungsschwankungen bemerkbar machen, die von einem Gefühl der Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit bis hin zu Konzentrationsschwierigkeiten reichen. Andere Symptome können unter anderem Müdigkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall und Muskelsteifheit, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich, sein. Symptome, die speziell in der Prodromalphase auftreten, sind Gähnen, Heisshunger auf bestimmte Nahrungsmittel und häufiger Harndrang.
Auraphase
Bis zu einem Drittel der Menschen mit Migräne entwickeln eine Aura als eigene Phase im Verlauf ihres Migräneanfalls. Wie die anderen Phasen muss auch die Aura nicht zwangsläufig bei jedem Migräneanfall auftreten. Eine Aura äussert sich durch Symptome bzw. Sehstörungen wie verschwommene Sicht, Verlust der Sehkraft, visuelle geometrische Muster, Lichtblitze oder schimmernde Lichtreflexe oder blinde Flecken auf einem oder beiden Augen. Diese Symptome entwickeln sich allmählich über einen Zeitraum von mindestens 5 Minuten und können bis zu 60 Minuten anhalten. Nicht auf alle Auraphasen folgen Kopfschmerzen, aber da sie typischerweise vor der Kopfschmerzphase auftreten, können sie als weiteres Warnsignal dienen. Bei etwa 20 % der Betroffenen kann die Aura länger als 60 Minuten dauern und manchmal auch nicht vor der Kopfschmerzphase, sondern nach Beginn der Kopfschmerzphase auftreten.
Kopfschmerzphase
Die Kopfschmerzphase eines Migräneanfalls ist gekennzeichnet durch einseitige oder beidseitige Kopfschmerzen. Diese Phase dauert typischerweise einige Stunden bis zu drei Tagen. Die Kopfschmerzen in dieser Phase können bei jedem Anfall und bei jedem Patienten verschieden sein: manchmal sind die Kopfschmerzen weniger stark und manchmal so stark, dass sie den Patienten stark beeinträchtigen. Die Kopfschmerzen können im Verlauf dieser Phase auch die Seite wechseln oder, was noch häufiger der Fall ist, an einer Seite beginnen und sich dann allmählich auf die andere Seite ausdehnen. Die Kopfschmerzen in dieser Phase können auch von Symptomen wie Übelkeit, Schlaflosigkeit, Angstgefühlen und Geräusch-, Licht- und Geruchsempfindlichkeit begleitet werden. Selbst Alltagsaktivitäten, wie das Licht einschalten oder an sportlichen Aktivitäten teilnehmen, können die Migräne in dieser Phase noch verstärken.
Postdromalphase
Die Postdromalphase, auch «Migräne-Hangover» genannt, tritt am Ende der Kopfschmerzphase auf. Wie die Prodromal- und Auraphase tritt diese Phase nicht bei allen, aber bei der Mehrheit der Migräne-Patienten auf (bei ungefähr 80 %). Und auch bei diesen Patienten tritt sie nicht bei jedem Migräneanfall auf und ihre Dauer kann variieren. Nach Aussage von einigen Menschen mit Migräne kann die Postdromalphase genauso belastend sein wie die Kopfschmerzphase. Zu den postdromalen Symptomen gehören Müdigkeit, Gliederschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel und Lichtempfindlichkeit. Auch wenn die Kopfschmerzen abgeklungen sind, ist der Migräneanfall noch nicht vorüber, und es kann für die Betroffenen von Vorteil sein, Auslöser wie helles Licht und intensive Gerüche, die den Kopfschmerz verstärken, zu vermeiden. Einige Betroffene berichteten, dass sie in dieser Phase eine Linderung durch Entspannungsmethoden wie Meditation oder Yoga oder durch das Trinken von Wasser und die Vermeidung von Stress erreichen.
Ihre verschiedenen Migränephasen zu verstehen kann ein wesentlicher Grundstein sein, um die richtige Behandlung für Sie zu finden. Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann Menschen mit Migräne helfen, ihre Symptome und die Phasen, die sie vor und nach den Kopfschmerzen durchleben, zu erkennen. Diese Symptome zu identifizieren und sie zu nutzen, um einen Migräneanfall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist entscheidend, um die Intensität der Kopfschmerzen zu verringern oder um ihr Auftreten in einigen Fällen sogar ganz zu verhindern.