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Wenn der Diebstahl von Fahrrädern zur sozialen Kritik wird
“Fahrraddiebe” von Vittorio de Sica
Dem arbeitlosen jungen Vater wird im Nachkriegsitalien sein Fahrrad gestohlen, das er für seinen neuen Job braucht. Auf der Suche nach den Dieben, durchstreift Antonio Gassen und Hinterhöfe von Rom. Doch sein Fahrrad findet er nicht, stattdessen nur das Unglück und Leid der Bewohner der Stadt.
Von Harry Witzthum.
Antonio, dem jungen arbeitslosen Vater im Nachkriegs-Italien wird das Fahrrad gestohlen, das er für den neuen Job als Plakatankleber braucht. Auf der Suche nach seinem Fahrrad durchstreift er mit seinem kleinen Sohn Bruno Roms Hinterhöfe und dunklen Gassen, um den Dieb zu stellen und seinen Lebensunterhalt zurückzuerobern. Doch alles Suchen ist vergeblich. Verzweifelt und hoffnungslos sitzt Antonio mit seinem Sohn an der Bushaltestelle und sieht ein Fahrrad einsam an einer Hauswand gelehnt. Stehlen wäre so einfach! Schliesslich hat man ihm auch sein Eigentum gestohlen, warum sollte er sich nicht ein neues Fahrrad nehmen?
Der Film “Fahrraddiebe” gehört zu den Meisterwerken des italienischen Neorealismus, der sich in der Nachkriegszeit durchzusetzen begann. Mit Laiendarstellern auf der Strasse gedreht und voller sozialer Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Bedingungen, ist er eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte und besticht durch seinen scharfen Realismus, seinen kraftvollen Humanismus, sein gesellschaftliches Engagement und seine Einfachheit. Mit diesem Film läutete De Sica eine Ära der italienischen Filmgeschichte ein, die Regisseure aus den Filmstudios in die Realität trieb, wo sie die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Landsleute einzufangen versuchten und damit eine substanzielle Kritik an dieser Gesellschaft formulierten.
Die Extras beinhalten unter anderem reichhaltiges Dokumentar-Material zum italienischen Regisseur Vittorio de Sica, das seinen Werdegang illustriert und dokumentiert und ein Booklet, das eine Kritik des Films von bekannten Filmtheoretiker enthält.
Seit dem 13. Juni 2008 als DVD im Handel.
Originaltitel: Ladri di biciclette (Italien 1948)
Regie: Vittorio de Sica
Darsteller: Lamberto Maggiorani, Enzo Staiola, Lianella Carell, Gino Saltamerenda, Vittorio Antonucci, Giulio Chiari, Elena Altieri, Carlo Jachino, Michele Sakara, Emma Druetti, Fausto Guerzoni, Giulio Battiferri
Genre: Drama
Dauer: 87 Minuten
Bildformat: 4:3 (Originalformat)
Sprachen: Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Audio: DD 2.0 mono
Bonusmaterial: Timeless Cinema – eine Dokumentation über Vittorio de Sica; Cesare Zavattini – Eine Dokumentation über den Drehbuchautor des Films; Gespräche über de Sica – Bildgalerie, Original Kinotrailer
Vertrieb: Max Vision