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Gewerkschaften arbeiten für Arbeiter/innen
Die Geschichte der Gewerkschaften ist lang. Die Rechte der Arbeitenden haben sich ohne Zweifel allmählich verbessert und Gewerkschaften haben in diesem Prozess eine entscheidende Rolle gespielt.
Tag der Arbeit: 1. Mai
Der 1. Mai, internationaler Tag der Arbeit, erinnert an den historischen Kampf der arbeitenden Menschen in der ganzen Welt.
Der Tag der Arbeit entstand aus dem Kampf für den Achtstundentag. Unter den Arbeitenden, die gezwungen wurden, zehn, zwölf und vierzehn Stunden pro Tag zu arbeiten, wuchs die Unterstützung für den Achtstundentag sehr schnell. Anfang Mai 1886 kam es in den Vereinigten Staaten zu Streiks und Demonstrationen. Nicht weniger als eine halbe Million Arbeiter/innen nahmen an den Demonstrationen zum 1. Mai im ganzen Land teil. In Chicago beteiligten sich rund 90000 Menschen an einem Demonstrationszug.
Schon bald wurde der 1. Mai zu einem jährlich wiederkehrenden Ereignis. In immer mehr Ländern auf der ganzen Welt erkoren die Arbeitenden den 1. Mai zum Tag der Arbeit. Zum ersten Mal wurde der 1. Mai 1891 in Russland, Brasilien und Irland gefeiert.
Gewerkschaften sind Vereinigungen von Arbeitnehmer/innen, deren Hauptziel die Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer/innen gegenüber den Arbeitgeber/innen darstellt. Das Recht, Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten, ist ein Grundrecht. Eine gut funktionierende und respektierte Gewerkschaftsbewegung ist oft ein guter Indikator für Demokratie und Menschenrechtsstandards.
Neben ihrer Rolle im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen hatten (und haben) Gewerkschaften eine Schlüsselfunktion bei der Herausbildung sozialer Bewegungen und der Herbeiführung sozialer Veränderungen.
Die Rolle der Gewerkschaften in Europa war in der Vergangenheit sehr unterschiedlich. In einigen Ländern, in denen faschistische und kommunistische Regime an der Macht waren, wurden Gewerkschaften von staatlichen Behörden und der politischen Elite übernommen oder geschaffen und in ein Werkzeug der Unterdrückung verwandelt. Aufgrund dieser historischen Tatsache gibt es viel Skepsis gegenüber der Rolle, die Gewerkschaften spielen können, und erst seit kurzer Zeit beginnen die Arbeitnehmer/innen in diesen Ländern, die positive Funktion von Gewerkschaften im Kampf für den Schutz ihrer Rechte zu erkennen. Es gibt noch weitere Unterschiede in Europa, vor allem hinsichtlich der Rolle und Organisation von Gewerkschaften. In den meisten Ländern sind Gewerkschaften in Dachverbänden organisiert.
Solidarnosc
(Solidarität) war eine neue landesweite Gewerkschaftsbewegung, die in den 1980er-Jahren in Polen sehr aktiv war. Der offizielle Ausgangspunkt der Bewegung war die Unterzeichnung des Danziger Abkommens am 31. August 1980, in dem u.a. das Recht auf Bildung unabhängiger Gewerkschaften und das Streikrecht gefordert wurden. Eigentlich hatte sie sich jedoch bereits formiert, als sich die Werftarbeiter/innen am 14. Dezember 1970 zu einem Protestzug von den Werften in die Danziger Innenstadt aufmachten, der von der Polizei brutal niedergeschlagen wurde. Im Sommer 1980 machten viele Streiks deutlich, dass die Solidaritätsbewegung als Triebkraft des sozialen und demokratischen Wandels Fuß gefasst hatte. Solidarnosc wuchs auf über neun Millionen Mitglieder an. Die repressive Politik der kommunistischen Regierung offenbarte sich mit dem Verbot von Solidarnosc, die dadurch gezwungen war, mehrere Jahre lang im Untergrund zu arbeiten.
Jugend in der Gewerkschaft
In den letzten Jahren wurde der Anteil Jugendlicher unter den Gewerkschaftsmitgliedern immer geringer. Viele Gewerkschaften haben nur langsam auf die Veränderungen im Leben junger Menschen reagiert und manche haben es versäumt, ein Programm zu formulieren, das für ausreichend viele Jugendliche attraktiv genug ist, um die frühere, verloren gegangene Form der Mitgliedschaft zu ersetzen. Daher entwickeln viele Gewerkschaften heute ein Arbeitsprogramm, das auf die Bedürfnisse und Lebenswirklichkeit junger Arbeitnehmer/innen eingeht, sowie angemessene Strukturen für den Umgang mit diesem Sektor. Einige wie z.B. der EGB (Europäischer Gewerkschaftsbund) und der IBFG (Internationaler Bund freier Gewerkschaften) haben Jugendausschüsse gegründet.
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Gewerkschaftsinformationen
- Zwischen 1988 und 1997 verloren die Gewerkschaften, die im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossen sind, nicht weniger als 609407 junge Mitglieder oder 55,2% der jugendlichen Mitgliederschaft.
- Zwischen 1987 und 1999 verringerte sich der Anteil der jungen Gewerkschaftsmitglieder zwischen 16 und 24 Jahren von 62,7% auf 46,7%.
- In Griechenland gaben 70,1% der Jugendlichen an, kein Vertrauen in die Gewerkschaften zu haben. Dagegen hatten nur 22,9% kein Vertrauen in die Armee und 40,6% kein Vertrauen in die Justiz.[1]
- Auszug aus: Young people: the labour market and trade unions. Report for the Youth Committee of the European Trade Union Confederation, Mai 2000.