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Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti zieht die Glückskette Bilanz über die bisher abgeschlossenen Nothilfe- und laufenden Wiederaufbauarbeiten. Von den insgesamt knapp 66 Millionen Franken Spendengeldern, die bei der Glückskette eingegangen sind, konnten bisher mehr als 48 Millionen Franken in 61 Projekten eingesetzt werden. 16 Partnerhilfswerke engagieren sich weiterhin in 20 Hilfsprojekten. Daneben wurde Haiti 2012 innerhalb von drei Monaten erneut von zwei Wirbelstürmen betroffen.
Nachdem die Partnerhilfswerke der Glückskette kurz nach der Katastrophe fast 7’000 Notunterkünfte aufgestellt und über 2’300 Häuser repariert haben wurden, wurden in den letzten drei Jahren 1’900 Häuser, 2’000 Latrinen und 1’500 Wasserreservoirs gebaut. Die geleistete Unterstützung beinhaltet aber auch: Nahrungsmittelhilfe, medizinische Versorgung (Prävention und Behandlung von Cholera eingeschlossen), präventive und hygienische Massnahmen, Betreuung von Behinderten, Schutz von Kindern, psycho-soziale Hilfe, Reparaturen von Schulen und Unterstützung von Schülern mit ihren Familien und für Familien, welche Flüchtlinge aufnehmen, Wiederaufbau von Häusern, Ausbildung und Wiedereingliederung. Mit dem Ausbruch der Cholera 2011, engagierten sich einige der spezialisierten Partnerhilfswerke ausserdem in der Bekämpfung dieser tödlichen Krankheit. Nachdem der Wirbelsturm «Sandy» im letzten Oktober über Haiti hinweggefegt ist und einige Zerstörung angerichtet hat, unterstützt die Glückskette drei weitere Nothilfeprojekte für die Betroffenen. 2013 wollen die Glückskette und ihre Partnerhilfswerke die Phase der Konsolidierung der Hilfsprojekte abschliessen.
Fragiler Kontext
Haiti ist und bleibt auch drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 ein äusserst fragiles Land und wurde erst im vergangenen August und im Oktober wieder von Wirbelstürmen («Isaac» und «Sandy») getroffen. Auch wenn in der Hauptstadt und auf dem Lande die Spuren des Bebens nicht mehr so augenfällig sind, bleiben Armut und Not immens, gehörte der Karibikstaat doch bereits vor dem Erdbeben zu den ärmsten Ländern der Welt. Auch dank der Spenden aus der Schweiz leisten die Partnerhilfswerke der Glückskette im Rahmen von 61 Hilfsprojekten einen Beitrag zur Linderung dieser Not. Die meisten dieser von der Glückskette mitfinanzierten Projekte sind in der Abschlussphase. Es geht jetzt darum das Wissen und die Kompetenzen an die lokale Bevölkerung weiterzugeben, damit der positive Einfluss des Wiederaufbaus und der Rehabilitation nicht verpufft, sobald die Hilfswerke das Land verlassen.
Ausbildung für nachhaltige Hilfe
«Neben dem Wiederaufbau ist die Ausbildung der Menschen in Haiti die wichtigste Massnahme damit die Hilfe auch nachhaltig ist», fasst Tony Burgener, Direktor der Glückskette, die Bedeutung der laufenden Hilfsarbeiten in Haiti zusammen. Bei den Bauprojekten hilft dabei die Schulung von Maurern, Schreinern und Vorarbeitern, welche auch in Zukunft den Unterhalt der neuerstellten Häuser und Latrinen gewährleisten. Die Fischer, welche wirtschaftlich unterstützt werden, um ihr Einkommen zu verbessern, können auf ausgebildete und damit qualifizierte Arbeiter zählen. Diese müssen in der Lage sein, die Boote wie auch Motoren zu reparieren. Im medizinischen Bereich setzen die darauf spezialisierten Hilfswerke auf Prävention und den Einbezug der Bevölkerung, um die Aktivitäten rund um die Grundversorgung so breit wie möglich abzustützen.
Eine bessere Zukunft für Haiti liegt aber auch in der Ausbildung der Jugendlichen. Ein anderes Projekt fördert Jungen und Mädchen aus den Armenviertel von Port-au-Prince, welche die Berufsschule als diplomierte Köche, Elektriker oder Plattenleger verlassen; mit der konkreten Aussicht auf eine Anstellung. Für diese Jugendlichen ist dies die Chance ihres Lebens.
Direktor Tony Burgener hat die Hilfsprojekte in Haiti besucht und kehrte mit der Gewissheit zurück: «Die Spendengelder werden sinnvoll, und soweit in einem solch fragilen Kontext möglich, auch nachhaltig eingesetzt. Dies dank der sehr professionellen Arbeit der Mitarbeiter unserer Partner vor Ort.»
Die aktiven Partnerhilfswerke der Glückskette in Haiti sind:
ADRA, Ärzte ohne Grenzen Schweiz (MSF), Caritas Schweiz, Enfants du monde, Fastenopfer, Handicap International, Helvetas, Heilsarmee, HEKS, Iamaneh, Schweizerisches Rotes Kreuz, Medair, Médecins du Monde, Nouvelle Planète, , Terre des Hommes Suisse, Terre des hommes – Kinderhilfe.