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Chinesisches Roulette: Wer will Saab?
Nachdem der Konzern Hawtai vor wenigen Tagen von der Vereinbarung zur Hilfe von Saab zurücktrat, interessiert sich nun der chinesische Autobauer Pang Da für eine Beteiligung an Spyker Cars zur finanziellen Sicherung der schwedischen Marke.
Victor Muller, Saab-Eigner und -Konzernchef, führte in den letzten Tagen zahlreiche Verhandlungen mit möglichen chinesischen Partnern.
Die Hiobsbotschaften für Saab nahmen in den letzten Wochen kein Ende: Nur wenige Tage nach Zusicherung der Hilfe für Saab von 150 Millionen Euro trat der chinesische Konzern Hawtai von der Vereinbarung zurück. Laut Stockholmer Medienangaben konnte Hawtai nicht alle Eigner von seinem Vorhaben überzeugen und musste Saab deshalb eine Absage erteilen.
Derzeit bildet eine umstrittene Investition des russischen Bankiers Wladimir Antonow die einzige Hoffnung auf eine sehr leichte Erholung des Autobauers, was das Schicksal der schwedischen Marke allerdings nicht sichert. Durch das verstärkte Engagement in China während der letzten Tage seitens Victor Muller, dem niederländische Saab-Eigner und -Konzernchef, im Zuge dessen er Verhandlungen mit weiteren möglichen Partnern aus China führte, wurde nun ein weiterer Interessent gefunden: Der Autohandelskonzern Pang Da hat sein Vorhaben geäussert, sich mit 24 Prozent an der niederländischen Saab-Mutter Spyker Cars zu beteiligen, um die mittelfristige Finanzierung der schwedischen Marke zu sichern.
Nun hängt es von der Genehmigung der chinesischen Regierung, der Europäischen Investitionsbank (EIB), des schwedischen Finanzministeriums sowie der einstigen Saab-Mutter General Motors ab, ob Pang Da Teileigner von Spyker Cars werden kann. Laut Muller sollte es jedoch einfacher sein, diese zu erhalten, da Pang Da kein herkömmlicher Autohersteller sei.
Vielleicht hat Saab mit diesem chinesischen Konzern mehr Glück hat als mit Hawtai. Die Hilfe muss bald kommen, um die Zukunft der Marke zu sichern. Bereits seit 6. April stehen im schwedischen Stammwerk Trollhättan die Bänder still, aktuell beschäftigt das Unternehmen noch 3500 Mitarbeiter. Sollte der Deal mit Pang Da zustande kommen, möchte Muller die Produktion so schnell wie möglich wieder aufnehmen. Laut dem Konzernchef sei ein Absatz von 80'000 Fahrzeugen im laufenden Jahr für das längerfristige Überleben von Saab nötig. Von dieser Zahl ist das schwedische Unternehmen jedoch momentan noch weit entfernt - im letzten Jahr baute es lediglich 32.000 Einheiten.
Immerhin wurde die Nachricht über die mögliche Beteiligung von Pang Da an Spyker an der holländischen Börse in Amsterdam positiv angenommen: Die Spyker-Aktien stiegen temporär um mehr als 15 Prozent. (as)
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