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Die lückenhafte Beweiswürdigung im tatgerichtlichen Urteil
Die Beweiswürdigung gilt traditionell als „Domäne des Tatrichters“.
Inzwischen untersuchen die Revisionsgerichte tatgerichtliche Urteile
allerdings verstärkt auf sogenannte Beweiswürdigungsfehler. Besonders
häufig wird hierbei „Lückenhaftigkeit“ moniert. Die Konturen dieses
Fehlertyps sind jedoch schwach; ebenso wenig wurde bislang das
strukturelle Verhältnis zu den übrigen Fehlertypen herausgearbeitet. Der
Verfasser nähert sich dem Problemkreis deduktiv, ausgehend vom
verräumlichten Verständnis der Beweiswürdigung als dem Versuch, die
Lücke zwischen Prozess- und Tatgeschehen zu schließen.
Die
Untersuchung führt an die erkenntnistheoretischen wie auch normativen
Grenzen dieses Schließverfahrens und verdeutlicht, dass die Lücke auch
unter Idealbedingungen rational nur verkleinert, nicht aber geschlossen
werden kann. Anschließend tritt der Verfasser der herrschenden
Auffassung entgegen, die für die Überzeugungsbildung eine
subjektiv-irrationale Überwindung objektiv-rationaler Ungewissheit
fordert. Aus alldem entwickelt er schließlich ein Konzept der
lückenhaften Beweiswürdigung.
Die Arbeit wurde mit dem Wolf-Rüdiger-Bub-Preis ausgezeichnet.