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Schule und Arbeit
Eine der Herausforderungen für Einwanderungsländer besteht darin, die ausländische Bevölkerung erfolgreich in den Arbeitsmarkt und Kinder mit Migrationshintergrund ins Schulsystem zu integrieren. Wenn sie diese Herausforderung gut bewältigen, trägt dies dazu bei, dass der soziale Zusammenhalt gestärkt wird und keine benachteiligten Minderheiten entstehen.
Integration in der Schule
Wie gut die Integration gelingt, lässt sich mit Umfragen messen. Die LABB-Längsschnittanalysen des Bundesamts für Statistik im Bildungsbereich dokumentieren den Übergang von Jugendlichen von der obligatorischen Schule in die Sekundarstufe II. Laut dieser Quelle haben Jugendliche ausländischer Herkunft mehr Schwierigkeiten, einen Berufsabschluss oder einen höheren Schulabschluss zu erlangen.
Von den im Ausland geborenen Jugendlichen erwerben nach der obligatorischen Schule nur drei Viertel (76,5%) einen Abschluss der Sekundarstufe II (53% einen Berufsabschluss und 24% einen allgemeinbildenden Abschluss). Diese Anteile sind deutlich tiefer als bei den in der Schweiz geborenen Jugendlichen mit Schweizer Pass (Abschluss: 94%; davon 66% Berufsbildung und 28% Allgemeinbildung).
Integration im Arbeitsmarkt
Die ausländische Bevölkerung nimmt in der Arbeitswelt eine wichtige Rolle ein: 2020 waren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt 1,6 Millionen Ausländerinnen und Ausländer erwerbstätig (und 3 Millionen Schweizer Staatsangehörige). Die Bedingungen für den Eintritt in die Berufswelt, die berufliche Zufriedenheit und die Nutzung vorhandener Fähigkeiten sind daher wichtige Themen.
Aus den Befragungen geht hervor, dass die Integration der ausländischen Bevölkerung in letzter Zeit relativ gut gelingt. Die Migrantinnen und Migranten sind mehrheitlich hoch qualifiziert, bringen die von den Schweizer Unternehmen benötigten Kompetenzen mit und haben häufig eine ähnliche Kultur und Sprache wie die Schweizer Bevölkerung. Ausserdem verfügt ein beträchtlicher Teil der Ausländerinnen und Ausländer, die in die Schweiz ziehen, bereits über einen Arbeitsvertrag. Diese Vorteile vereinfachen die Integration der Eingewanderten.
Doch obwohl die Migration häufig aus beruflichen Beweggründen erfolgt, kommt es nicht selten vor, dass der begleitende Ehepartner (in der Regel die Ehefrau) die eigene Karriere opfert oder bei den beruflichen Zielen Abstriche machen muss. Konkret sind die berufliche Integration, die Arbeitszufriedenheit und die Nutzung der eigenen Kompetenzen unterschiedlich, je nachdem, ob eine Person bereits mit einem Arbeitsvertrag in die Schweiz gekommen ist oder die Familie begleitet.
Die Migration-Mobility-Umfrage zu 2018 verdeutlicht diese Situation. Auf die Frage nach der Nutzung der Berufskompetenzen an der aktuellen Stelle antworteten 82% der Befragten, dass sie diese vollkommen oder eher angemessen einsetzen können. Dieser Anteil liegt bei den Eingewanderten, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz gekommen sind, bei 89%, gegenüber lediglich 67% bei den Personen, die aus familiären Gründen eingewandert sind. Signifikante Unterschied bestehen auch zwischen Männern und Frauen.
Mit einer solchen Befragung lassen sich nicht alle Schwierigkeiten der Migrationsbevölkerung auf dem Arbeitsmarkt in Erfahrung bringen. Diskriminierungen bei der Arbeitssuche oder am Arbeitsplatz zum Beispiel mögen im Vergleich zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen selten scheinen, werden aber doch regelmässig gemeldet. Auch die Arbeitsbedingungen und der fehlende Schutz für bestimmte Gruppen von Arbeitnehmenden, insbesondere für Migrantinnen und Migranten ohne Aufenthaltsbewilligung, lassen das eher positive Bild der offiziellen Erhebungen in einem etwas weniger günstigen Licht erscheinen.
Philippe Wanner – Universität Genf und nccr on the move
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