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Befragung von Unternehmen im Kanton Zürich zur Bedeutung der Steuerbelastung für ihre Finanzierungsaktivitäten im Kanton
PwC Schweiz hat im Auftrag der Zürcher Handelskammer («ZHK») eine Umfrage bei Zürcher Unternehmen über die Effekte einer möglichen Einführung bzw. Nichteinführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer ermittelt.
Drei Kernelemente der Umfrage
- Kann durch die Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer neues Steuersubstrat für den Kanton Zürich gewonnen werden (Zuzug von Finanzierungsaktivitäten)?
- Führt die Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer zu einer Reduktion von Steuersubstrat im Kanton Zürich (ordentlich besteuerte Gesellschaften, die neu von einer zinsbereinigten Gewinnsteuer profitieren könnten)?
- Führt die Nicht-Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer zu einem Abfluss von Steuersubstrat aus dem Kanton Zürich (Wegzug von bisher privilegiert besteuerten Gesellschaften)?
Umfrageergebnisse
- Die Zürcher Unternehmen befürworten und unterstützen die Steuervorlage 17 («SV17»). Zürich muss aber als Wirtschaftsstandort für die Industrie und als Finanzplatz attraktiv bleiben, d.h. die Steuerbelastung von Konzernfinanzierungstätigkeiten muss auch nach Abschaffung der bestehenden Regime auf einem national und interkantonal konkurrenzfähigen Niveau verbleiben.
- Ein solches konkurrenzfähiges Niveau liegt heute spezifisch für Finanzierungsaktivitäten bei knapp unter 10% (Bundes, Kantons- und Gemeindesteuern zusammengerechnet).
- Eine Lösung mit einer spezifischen Steuerbelastung von total rund 10% (in der Umfrageauswertung mit 9.5% gerechnet) minimiert die möglichen Abwanderungen, generiert zusätzliches Steuersubstrat auf bisher privilegiert besteuerten Gewinnen und kann zur Zuwanderung von Finanzierungsvolumen führen. Dies würde zu einem positiven Steuerertragssaldo von total rund CHF 40 Mio. alleine von den an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen führen.
- Falls ein solches Niveau nicht erreicht wird, dürfte, basierend auf den Antworten auf die Umfrage, bei einem ordentlich anwendbaren Steuersatz von total rund 21% (Status Quo) ein Konzernfinanzierungsvolumen von rund CHF 54 Mrd. (66%) aus dem Kanton Zürich abgezogen werden (dies allein bei 17 Unternehmen). Dies entspricht dem Verlust des daraus sich ergebenden heutigen Steuerertrags (Bund und Kanton zusammen) von total rund CHF 80 Mio.
- Dieser Ausfall würde durch höhere Einnahmen auf dem bisher privilegiert besteuerten Anteil, welcher nicht wegverlagert würde, nicht kompensiert. Es bliebe ein Negativsaldo von rund CHF 24 Mio., wenn keine Ersatzmassnahmen eingeführt werden).
- Die Hochrechnung der Umfrageergebnisse auf den gesamten Bestand an Finanzierungsgesellschaften bzw. Finanzierungsbetriebsstätten im Kanton Zürich, welche heute mit rund 2% bis 3% besteuert werden, würde bei einem Zielsteuersatz von knapp 10% voraussichtlich im Saldo Mehrsteuereinnahmen von den betreffenden Gesellschaften von rund CHF 250 Mio. ergeben.
Schlussfolgerungen
- Genauso wie im Kanton Basel-Stadt, die in der Steuervorlage 17 enthaltene Patentbox die Pharmaunternehmen im Kanton halten soll, braucht der Kanton Zürich Ersatzmassnahmen zum Erhalt der typischerweise eigenkapitalstarken Konzernfinanzierungsaktivitäten. Die dazu notwendigen Ersatzmassnahmen sind (1.) die Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer bei der Gewinnsteuer sowie (2.) Anpassung bzw. Reduktion bei der Kapitalsteuer.
- Eine zinsbereinigte Gewinnsteuer fördert bei steigendem Zinsniveau generell die Eigenfinanzierung von unternehmerischen Aktivitäten unabhängig von der Unternehmensgrösse und beseitigt den bisherigen steuerlichen Anreiz zur übermässigen Verschuldung mit Fremdkapital. Denn das bisherige Steuerrecht verteuert das Eigenkapital und verbilligt das Fremdkapital.
- Ohne attraktive Lösung ist im Kanton Zürich nicht nur substantielles Steuersubstrat aus Finanzierungsaktivitäten gefährdet. Es besteht zudem die reale Gefahr, dass eine Wegverlagerung von Finanzierungsaktivitäten auch die Wegverlagerung weiterer HQ-Funktionen verbundenen mit entsprechenden Arbeitsplätzen und Wertschöpfung mit sich ziehen würde (insbesondere von Schweizer HQ-Gesellschaften ausländischer Konzerne).
- Beibehaltung Status Quo (total 21% ordentliche Belastung ohne Ersatzmassnahmen) ist keine Alternative!
Schauen Sie sich nachfolgend die vollständige Umfrage der ZHK und PwC Schweiz an:
Ihre Ansprechpartner
Armin Marti
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Dieter Wirth
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