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Korruption im Tropenholzgeschäft
Das Geschäft mit Tropenholz ist in Sarawak seit über 30 Jahren ein sehr lukratives und für die Korruption anfälliges Geschäft. Wenige Schlüsselpersonen kontrollieren die Vergabe von Holzkonzessionen und den Tropenholzexport. In Sarawak bündelt sich diese Macht in den Händen eines Mannes: Taib Mahmud, über 30 Jahre Regierungschef sowie Finanzminister und Minister für natürliche Ressourcen und heutiger Gouverneur von Sarawak. Während der Primärregenwald in Sarawak auf ein Zehntel seines ursprünglichen Bestandes schrumpfte, wuchs sein Vermögen und das seines Familienclans über die letzten drei Jahrzehnte auf mehrere Milliarden Dollar an. Allein Taibs Vermögen wird auf rund 15 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die grossen Verlierer sind die Indigenen von Sarawak, denn ihr Regenwald und Land wird ihnen genommen, während andere von den Erträgen profitieren.
Sarawaks Tropenholzgeschäfte
Im Jahre 2007 wurde aufgrund eines Steuerstreits mit japanischen Behörden bekannt, dass enorme Geldsummen aus Sarawaks Tropenholzexport über Japan nach Hong Kong gelangten. Der unter dem Namen „Timber Kickbacks Scandal“ („Holz-Schmiergelder-Skandal“) bekannte Korruptionsfall, war Beweis dafür, dass Gelder aus dem Tropenholzgeschäft über Hong Kong gewaschen wurden. Dass es sich dabei nur um die Spitze des Eisberges handelte, steht ausser Frage.
Lancierung der Kampagne
Darauf beschloss der BMF, die Korruption bei Tropenholzgeschäften zu untersuchen und dem Vermögen der Familie Taib weltweit zu folgen. Im Frühjahr 2011 wurde die „Stop Timber Corruption“- Kampagne lanciert. Der BMF- Bericht „The Taib Timber Mafia“ (2012) zeigte erstmals auf, dass der Taib-Familienclan weltweit an mindestens 400 Firmen Anteile hält. Immobilienvermögen der Taibs befindet sich in Ländern wie Kanada, der USA, Australien, Grossbritannien und natürlich Malaysia. Über 300 Firmen mit Beteiligung des Taib-Familienclans haben ihren Sitz in Malaysia und profitieren von ihren Beziehungen zu Taib. So ist die Firma CMS (Cahya Mata Sarawak), die mehrheitlich im Besitz des Taib-Familienclans ist, dank ihres Quasi-Monopols auf Zement und Stahl ein Hauptpartner für staatliche Infrastrukturprojekte.
Korruptionsbekämpfung auf rechtlichem Weg
Der Kampf gegen die Korruption funktioniert in Ländern wie Malaysia nur schlecht, die Antikorruptionsbehörde ist schwach. Der BMF setzt deshalb auf eine internationale Kampagne und eine weltweite Suche nach den aus der Korruption in Sarawak stammenden Geldern. Ein Beispiel ist die Strafanzeige des BMF gegen die UBS im Fall Musa Aman, dem Regierungschef des malaysischen Bundestaats Sabah (siehe Karte). Über 90 Millionen US-Dollar an Schmiergeldern aus dem Tropenholzgeschäft wurden für Musa Aman über UBS-Konten in Hong Kong, Singapur und Zürich gewaschen. Im August 2012 eröffnete die schweizerische Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die UBS wegen des Verdachts auf Geldwäscherei.
Wenige führende Politiker und ihre Klientel bereichern sich im Tropenholzgeschäft illegal auf Kosten des Regenwaldes und der Bevölkerung.