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Die Schweiz gibt viel auf ihre «Schoggi», doch Kakao, deren wichtigster Bestandteil, wird häufig unter Bedingungen produziert, die vom Schweizer Bekenntnis zu den Menschenrechten und von der humanitären Tradition weit entfernt sind.
Der Kakaobaum ist eine wichtige Einkommensquelle für Millionen von Bäuerinnen und Bauern. Der Handel mit Kakaobohnen ist ein knallhartes Business mit einflussreichen Akteuren. Weltweit bauen rund 5,5 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern Kakao an. Etwa ein Drittel des weltweit verwerteten Kakaos stammt aus der Elfenbeinküste. Ghana ist mit über 20 Prozent die Nummer zwei im Wettbewerb um den Kakaohandel. Indonesien, Nigeria, Kamerun, Brasilien und Ecuador produzieren den Grossteil des Rests.
Die Kleinbauernfamilien verkaufen den Kakao an kakaoverarbeitende Unternehmen, die Vorprodukte für die Schokoladehersteller produzieren. Der Weltmarkt für die Kakaoverarbeitung und die Schokoladeproduktion wird von einigen wenigen Unternehmen beherrscht. Der Löwenanteil der Wertschöpfung in der Produktionskette von Schokolade findet, wie bei vielen anderen Produkten auch, im Norden statt. So entfallen nicht einmal sechs Prozent der Produktionskosten einer Tafel Schokolade (Kakao-Anteil) auf den Süden.
Die Verantwortung der Kakao- und der Schokoladenindustrie für die menschenunwürdigen Zustände in ihrer Zulieferkette rückt aufgrund ihrer Marktmacht gezwungenermassen in den Mittelpunkt der Debatte. Statt die eigene Lieferkette zu kontrollieren und gegen Missstände vorzugehen, nutzen die Kakao- und Schokoladekonzerne die oft schwachen staatlichen Strukturen der Anbauländer zu ihrem eigenen Vorteil und machen sich zu Mitverursachern von Menschenrechtsverletzungen.