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Basel, 3. Viertel 18. Jh.
Goldschmied: Abel Handmann (1715-1788)
Silber, innen neu vergoldet und aussen neu
versilbert; Kanne getrieben, Ausguss und Stotzen
des Griffs gegossen; Griff aus geschwärztem Holz
H. 13,2 cm; B. 19,5 cm (mit Henkel und Ausguss);
Dm. 11,2 cm
Inv. 2006.84.
Vom Format wie auch vom Dekor her ist das kleine silberne Teekännchen aussergewöhnlich. Die nach unten gebauchte Form steht auf der nur wenig eingezogenen Bodenfläche. Symmetrisch ausladend sind zur einen Seite der gegossene Ausguss und zur andern der geschwärzte, tordiert geschnitzte Holzhenkel. Die diagonal geschwungenen Zierformen auf Bauch und Deckel der Kanne enden jeweils in herzförmigen Motiven. Dieser für Basler Goldschmiede und auch in Abel Handmanns Werk ungewöhnliche Formenschatz hat seine Vorbilder in den Niederlanden, Frankreich und in Grossbritannien; zum Beispiel in Werken der Utrechter Goldschmiedefamilie van Vianen.
Die 1652-654 von Christian van Vianen (1627 übernimmt er die Werkstatt des Vaters, gestorben nach 1660) publizierten «Ornamentstiche nach ausgeführten Arbeiten und Entwürfen» seines Vaters Adam van Vianen (um 1569-1627) wurden im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts zum beliebten Vorbild für Londoner Goldschmiede. Der knetbare Plastizität suggerierende Dekor der kleinen Teekanne hat aber auch Ähnlichkeit mit Entwurfstichen von Juste Aurèle Meissonnier (geboren 1693/5? in Turin wohl von französischen Eltern - gestorben 1750 Paris), der 1724 zum «orfèvre du roi» und 1726 «dessinateur de la chambre et du cabinet du roi» ernannt wurde. Abel Handmann, der durchaus konventionell arbeitete, hat in diesem Werk wohl auf Wunsch des Auftraggebers den dynamischen Rocaillestil der erwähnten Vorbilder in gemässigter Art übernommen.