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Im Gesundheitsbereich könnte FGM/C durch die Anwendung des ICD-Klassifikationssystems nachhaltiger als bisher erfasst werden, so das Fazit eines Forschungsteams rund um Dr. Jasmine Abdulcadir (Genf).
Gängige Erhebungsmethoden zum Vorkommen von FGM/C sind in ihrer Aussagekraft aus verschiedenen Gründen limitiert.
"An improved monitoring of the prevalence and incidence of FGM/C and its complications is important for both epidemiological reasons and for assessing prevention campaigns, laws, and care."
Das Forschungsteam hat deshalb das Diagnosemanual ICD-9 und ICD-10 nach den darin enthaltenen Codes durchsucht, die mit FGM/C in Verbindung stehen. (ICD = internationales Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen, Anm. d. Redaktion).
Durch die kontinuierliche Erfassung von FGM/C anhand des ICD-Tools wären standardisierte Vergleiche (auch international) möglich. Zudem würde durch diese Methode eine nachhaltige Datenquelle entstehen, welche traditionelle, ressourcen- und kostenintensive Erhebungen ersetzen würde. Auch könnten zuverlässige Aussagen zu den Kosten gemacht werden, welche durch die Behandlung von FGM/C-bedingten Komplikationen in Spitälern und Gesundheitseinrichtungen entstehen.
Eine hilfreiche Liste der ICD-Codes, die mit FGM/C in Zusammenhang stehen, wurde vom Forschungsteam zusammengestellt. Die Liste steht im Anhang des Online-Beitrags kostenlos zum Download zur Verfügung.
Der Kommentar wurde im British Journal of Obstetrics and Gynaecology (BJOG) im Januar 2020 veröffentlicht:
Cottler-Casanova S, Horowicz M, Gieszl S, Johnson-Agbakwu C, Abdulcadir J. Coding Female Genital Mutilation/Cutting and its complications using the International Classiﬁcation of Diseases: a commentary. BJOG 2020; https://doi.org/10.1111/1471-0528.16086