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Nachdem Lyndsay Faye schon mit Der Teufel von New York, ihrem ersten historischen Krimi mit dem sympathischen Polizisten Tim Wilde, überzeugen konnte, präsentiert sie uns in Die Entführung der Delia Wright erneut eine spannende Story mit historisch gut fundierten Fakten. Dieses Mal beschäftigt sie sich mit einem Phänomen, das der breiten Öffentlichkeit wohl erst durch den preisgekrönten Film 12 years a slave nähergebracht wurde: dem inneramerikanischen Sklavenhandel in den Jahrzehnten nach dem Unabhängigkeitskrieg. Denn nachdem die Schwarzen in vielen Nordstaaten seit den 1780er Jahren ihre Freiheit erlangt hatten, entdeckten viele Sklavenhändler ein neues Geschäftsfeld: sie entführten einzelne Schwarze oder auch ganze Familien, um sie im Süden der USA, wo die Sklaverei erst nach dem Bürgerkrieg 1865 endete, gewinnbringend zu verkaufen. Lyndsay Faye siedelt ihren historisch gut recherchierten Roman in der Mitte des 19. Jahrhunderts an, als New York von immer neuen Wellen europäischer Einwanderer überschwemmt wurde. Im Mittelpunkt ihrer Story stehen wieder der Ich-Erzähler Timothy Wilde, der sich durch einen scharfen analytischen Verstand und ein kühl-überlegtes Handeln auszeichnet, und sein Bruder Valentine, der als Star der jungen demokratischen Partei gilt. Er setzt sich besonders für die vielen und oftmals wenig beliebten Iren ein, die nach der Hungerkatastrophe im eigenem Land zu 100.000den in die USA einwanderten und somit potenzielle Wähler darstellten. Faye gelingt es, das Leben im damaligen New York sehr authentisch darzustellen, mit einer gut inszenierten Story zu überzeugen und zugleich die damaligen Missstände, wie ethnische Vorurteile, staatliche Ungerechtigkeiten und Sklaverei deutlich aufzuzeigen. Erschreckend, wie aktuell manche dieser Themen heute noch sind
Sehr lesenswert!
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