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Nenad
Velickovic
schreibt auf bosnisch
lebt in Sarajevo (BA)
*1962 in Sarajevo (BA)
Nenad Velickovic schreibt neben Romanen und Erzählungen auch Drehbücher, Theaterstücke und Liedtexte. Literarisch innovativ und mit spitzem Humor, der oft Absurdes oder Tragisches offen legt, setzt er sich in seinem Werk mit den chaotischen Verhältnissen in Bosnien auseinander. So problematisiert er im Roman «Sahib» die Rolle der Internationalen Gemeinschaft. Ein homosexueller englischer Beamter beschreibt in E-Mails an den Geliebten in London unverblümt und in kolonialistischem Gestus die ihm fremde Welt, wodurch ein absurdes Lexikon der bosnischen Eigenheiten entsteht. Gleichzeitig ist «Sahib» eine tieftraurige Geschichte, die von Einsamkeit und schwierigen Liebesbeziehungen handelt. Dies gilt auch für den Roman «Otac moje kceri» (dt. «Der Vater meiner Tochter»), in dem der Zerfall einer Familie kurz nach der gemeinsam überstandenen Belagerung Sarajevos erzählt wird, die Velickovic selbst als Soldat durchlebte.