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Portrait
Als Ausgleich zur verdichteten Bauweise im neuen Stadtteil Glattpark (Opfikon) wurde im Quartierplan eine rund 12.8 Hektaren grosse Fläche für einen Park mit See ausgeschieden. Für die Gestaltung dieses Freiraums wurde ein internationaler Projektwettbewerb durchgeführt. Als Sieger ging das Projekt des Berliner Landschaftsarchitekturbüros Kiefer hervor. Spatenstich für den Opfikerpark war im Juni 2005, und bereits im Dezember 2006 konnte der Opfikerpark offiziell eröffnet werden.
Der Opfikerpark mit seinen grosszügigen Freiflächen, dem attraktiven See - dessen Wasser Badequalität erreicht - und den Promenaden zum Flanieren und Spazieren ist ein Kernstück des grössten Entwicklungsgebietes der Schweiz. Angesichts der verdichteten Bauweise leistet der Opfikerpark einen entscheidenden Beitrag zur Naherholung und Freizeitgestaltung. Die Baukosten für den gesamten Opfikerpark beliefen sich auf rund 16.5 Millionen Franken. Die Grundeigentümer in Glattpark (Opfikon) und die Stadt Opfikon teilen sich diese Kosten. Die Grundeigentümer übernahmen 10 Millionen, die Stadt 6.5 Millionen Franken. Die entsprechende Vorlage wurde von der Opfiker Bevölkerung im September 2004 an der Urne bewilligt.
Eckdaten zum Opfikerpark
|Gesamtfläche:
||128'000m²

|See:
||Länge: 550 Meter

Breite: 41 Meter
Tiefe: 3 Meter
Seewasser: Der See wird primär durch Dachwasser aus dem Baugebiet
gespiesen. Auf eine Einleitung von Flusswasser wird gänzlich
verzichtet. Es besteht die Möglichkeit, Grundwasser in den See zu
pumpen, um Wasserspiegelschwankungen bei längeren Trockenperioden
auszugleichen. Das Seewasser hat Badequalität.
|Hamilton-Promenade:
||Die Hamilton-Promenade ist insgesamt 7.7 Meter breit.
Sitzstufen und Treppen sowie eine Rampe erschliessen den Zugang
zum See.

|Kanzeln:
||Die Plätze im Schnittpunkt der Promenade mit den Alleen der
angrenzenden Bebauung sind als Kanzeln gestaltet, die in den See
hinausragen. Die Kanzeln mit Platanendach sind Orte der Einkehr
und des Ausblicks.

|Stege:
||Von den Kanzeln führen Stege über den See. Diese sind aus
Stahl gefertigt und sind 2 Meter breit und rund 30 Meter lang.

|Wege:
||Als Fortsetzung der Stege führen Wege über die Rasenflächen
zum angrenzenden Waldbereich, von wo aus man zum Ufer der Glatt
gelangt.

|Technik-Wald-Archipel:
||Der Bereich des ehemaligen Klärwerks und Waldflächen wird in
seiner Grundstruktur belassen. Einige Waldflächen werden
aufgeforstet, andere ausgedünnt. Das Klärwerk kann für kulturelle
Zwecke und für Events umgenutzt werden.

|Wiese:
||Der Raum zwischen See und Wald ist als offene Wiesenfläche
gestaltet, die vielfältige Nutzungen erlaubt.

|Lärmschutzwall:
||Im Norden des Parks wurde gegen die Autobahn ein natürlicher
Lärmschutzwall erstellt: Der Park steigt an hier in einer sanften
Schräglage bis auf 9.5 Meter an.

Weitere Kennzahlen in PDF-Format: Factsheet_Opfikerpark.pdf (PDF, 29.8 kB)
Projektwettbewerb Opfikerpark, Oktober 2002
Ein Park entsteht...
Der Projektwettbewerb Glattpark (Opfikon) ist entschieden. Das Gebiet, bisher als Oberhauserriet bekannt, heisst heute Glattpark (Opfikon). Laut Vertrag müssen die Grundeigentümer im Oberhauserriet einen Park mit zugehörigem See bezahlen, denn das Puzzle entlang der Glattbahn soll sich aus Bebauung und Freiraum zusammenfügen. Der komplexen Herausforderung begegneten die Landschaftsarchitekten im Wettbewerb mit hervorragenden Entwürfen.
Für die einen ist es Zürich Nord, für die anderen Opfikon Süd. Am Himmel fliegt die Swiss, sonst gibt es noch nichts zu sehen. Die Wiese muss sich zum Freiraum mit Anziehungskraft wandeln, so der Wunsch der Veranstalterinnen des Wettbewerbes: die Stadt Opfikon, die Stadt Zürich, der Kanton Zürich und die Grundeigentümer im Oberhauserriet. Der Projektperimeter erstreckt sich vom geplanten Quartier im Westen bis über die Glatt im Osten, im Norden bis zur Autobahn, im Süden entlang dem Leutschenbach bis zum Fernsehstudio. Ein Park mit See war die Aufgabe. Dazu sind die Glatt und einmündende Bäche zu revitalisieren. Sportanlagen müssen erweitert werden, und vor der Haustür des Fernseh-Hochhauses soll ein Platz entstehen. Neue Wege und Brücken für Fussgänger und Velos in angrenzende Quartiere werden gebraucht, und selbstverständlich die Anbindung an die Glatttalbahn. Neben dem Perimeter waren Ideen für das stillgelegte Klärwerk Glatt gewünscht. Nach einem öffentlichen Präqualifikationsverfahren wurden zwölf interdisziplinäre Planungsteams eingeladen. Die Jury tagte vor Ort in der ehemaligen Gebläsehalle der Kläranlage, um das riesige Feld von 210000 m2 im Blick zu haben. Allerdings lässt sich die grosse Dichte der angrenzenden Bauten, wo in Zukunft 6000 Leute wohnen und 7300 arbeiten werden, nur schwer vor Augen führen.
Das Siegerprojekt ‹Agglos Traum›
Das Büro Kiefer aus Berlin überzeugt mit einem einfachen Grundkonzept. Drei Elemente strukturieren den gesamten Parkbereich: Element 1, die ‹Stadtkante›, ist eine Wasserfläche mit Promenade, sie fasst die neue Bebauung ein und akzentuiert das Städtische. Element 2 ist der als ‹Technik-Wald-Archipel› bezeichnete Bereich des Klärwerkes, der in seiner Grundstruktur belassen wird. Element 3 sind die ‹Brückenschläge›, die als Stege weit durch den Park führen. Diese Elemente sind das Gerüst, dazwischen wächst ein offener, freier Raum. Die Weite ermöglicht den Wandel, sie bietet grosse Gestaltungsmöglichkeiten für temporäre Aktionen. Die Jury lobt den ‹Mut zur Leere›. «Weite hat für mich Qualität in der Stadt, die muss man inszenieren», so die Landschaftsarchitektin Gabriele Kiefer. Die Gestaltungsidee ruht auf Klarheit, Reduktion und Bezug zur Umgebung. See, Promenade und Platz fügen sich zu einer grosszügigen Anlage von 800 m Länge und 60 m Breite. Ein dynamisches Element aus sanftem Schilf, hartem Beton, Steinkörben und wechselndem Wasserstand setzt das Zusammentreffen von Stadt und Natur in Szene. Richtung Norden zur Autobahn hin hebt sich die Promenadenfläche zusammen mit dem Freiraum in leichter Schräge bis zu fünf Meter an, eine einfache Art von Lärmschutz und gleichzeitig ein Südhang zum Liegen. Promenade und Park werden optisch ins Unendliche fortgesetzt. Die neu gepflanzten Bauminseln akzentuieren den Übergang zur bestehenden Industriearchitektur des alten Klärwerks, deren Charme trotz Ausbau spürbar bleiben soll. Die vier Klärbecken haben je einen Durchmesser von 60 m; wenn sie als Rundarena für Veranstaltungen genutzt würden, könnten auf den Rängen 2500 Zuschauer Platz finden. Skaten, Volleyball, Theater, Kino, Kleinkunst, Kinderspiel - ist der Stadtteil Glattpark (Opfikon) als ‹Gegenwelt zur kompakten Stadt› erst einmal geschaffen, können sich dort viele Ideen entfalten. Warum hat man sich für eine architektonische Lösung entschieden? Die Überlagerung von See und Promenade, die das Wasser zum Objekt formt, kann auch zum Stadtgraben versumpfen. Passt das entworfene Stück Natur überhaupt in die Glattstadt? Ja, denn ein Nebeneinander von kompaktem Stadtquartier und wildem Wald würde nicht den Nutzungen entsprechen. Kleinteilige Verspieltheit, welche einen idyllischen Garten imitieren will, würde nicht der Dimension der Überbauung entsprechen. Den Machern im Oberhauserriet ist die Identität des Ortes wichtig. Urbanität ist das Ziel. Entsprechend wurde das Bild einer Parklandschaft gewählt. Das zweitplatzierte Projekt ‹ZwischenRaum› von Zulauf Seippel Schweingruber aus Baden ist ein detailliert ausformulierter Entwurf, der eine grosse Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten aufzeigt. In einer stark modulierten Landschaft wird der Besucher auf vielen Wegen durch den Park geführt, bis hin zur Sitzbank mit Blick auf die Flugzeuge.
Die Zürcher André Schmid und Jens Studer gewinnen den dritten Preis. Ihr Projekt ‹seesee› überrascht mit einer Wasser- und Insellandschaft, zum Teil als Waldsee, zum Teil als Badesee. Leider fehlt das Angebot grosszügiger Freiflächen. Die Jury erwartete für dieses Projekt zu hohe Kosten.
Der ehemalige Stadtpräsident von Opfikon, Jürg Leuenberger, ist zuversichtlich, 2006 mit der Glattbahn bis zum Fernsehstudio WTC fahren zu können und von dort aus durch den neuen Stadtteil Glattpark zu spazieren. Der Park soll Bühne für die ‹Terra 2006› werden. Diese Grünausstellung - von der noch zu gründenden Trägerorganisation möglichst international angestrebt - soll ihren Besuchern zeigen, wie privater und öffentlicher Freiraum gestaltet werden kann.
Das Projekt ‹Agglos Traum› würde Glattpark (Opfikon) zusammen mit seinen zugänglichen Klärbecken für Kultur und Sport hohe Qualität verleihen. Die Stadt Zürich muss intern noch die Finanzierung und Verfügbarkeit diskutieren. Stadträtin Kathrin Martelli will sich dafür einsetzen, dass die Ideen des Wettbewerbs als Paket realisiert werden können. Das gewünschte prägnante Bild kann zustande kommen, denn der Vorschlag für den Schritt vom urbanen zum grünen Teppich ist beeindruckend. Wird ‹Agglos Traum› Wirklichkeit, werden selbst Skeptiker der Glattstadt (HP 10/2001) eine Fahrt ins städtische Grüne wagen.
Die Preisträger
- Büro Kiefer, Berlin (1. Rang, 1. Preis)
- Zulauf Seippel Schweingruber, Baden (2. Rang, 2. Preis)
- André Schmid und Jens Studer, Zürich (3. Rang, 3. Preis)
- Vetsch, Nipkow Partner, Zürich (4. Rang, 1. Ankauf)
- Stöckli, Kienast & Koeppel, Wettingen (5. Rang, 4. Preis)
- Atelier Dreiseitl, Ueberlingen (Ankauf)
- cet-o, Berlin (Ankauf)
- Juurlink & Geluk, Rotterdam (Ankauf)
Die Jury
- Andres Nydegger, Architekt (Vorsitz)
- Walter Epli, Stadtrat Opfikon
- Kathrin Martelli, Stadträtin Zürich
- Christian Gabathuler, Kantonsplaner Kanton Zürich
- Konstantin Reiher, Vertreter Grundeigentümer Oberhauserriet
- Paul Bauer, Grün Stadt Zürich
- Bruno Doedens, Landschaftsarchitekt
- Stefan Rotzler, Landschaftsarchitekt
- Rudolf Schilling, Publizist
- Udo Weilacher, Landschaftsarchitekt
- Iris Reuther, Architektin für Stadtplanung
- Thomas Sieverts, Architekt

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