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Es gibt kaum eine Schweizer Gemeinde, die nicht ein eigenes Geschichtsbuch hat. Ausser Oberegg. Nun ist es soweit: Das 1990 von der Innerrhoder Regierung lancierte Projekt ist abgeschlossen, der 18. Band der Innerrhoder Schriften ist dem Äusseren Landesteil gewidmet (Vertrieb: Appenzeller Volksfreund, 54 Franken). Drei Jahre lang hat der Historiker David Hänggi-Aragai dafür recherchiert.
Oberegg ist eine Exklave, von Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen umschlossen. Vor allem in der Vergangenheit war Oberegg katholisch geprägt. «Wenn ein Hof von einem katholischen Pächter an einen protestantischen überging, wurde sogar die Kantonsgrenze verschoben», sagt David Hänggi-Aragai. Auch beim Bürgerrecht ist Oberegg eine Ausnahme. Während die Bürger im Inneren Land automatisch Appenzeller sind, sind Oberegger Oberegger.
Anders als in Appenzell sei das Brauchtum wenig ausgeprägt. «Das hängt damit zusammen, dass Oberegg keinen direkten Anschluss an den Alpstein hat», sagt Hänggi-Aragai. In Oberegg habe sich deshalb eine eigene Identität entwickelt.