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Jemand bemerkte mir gegenüber: „Heute kannst du über alles predigen, es kommt einfach darauf an, wie du es sagst.“ Über diese Aussage zerbreche ich mir den Kopf. Ich kann heute das eine verkündigen, am nächsten Sonntag predigt von der gleichen Kanzel der nächste das Gegenteil. Und die Leute klatschen bei beiden!
Os Guinness schrieb in seinem Buch „Asche des Abendlandes“ (Hänssler: Neuhausen-Stuttgart, 1972, S. 59):
In den nächsten Jahren werden wir mit sehr viel billiger Religion und religiöser Verwirrung zu tun haben. Es wird zwar für den Christen wesentlich einfacher sein, in dieser Situation zu sprechen, aber es wird für ihn doppelt so schwierig sein, so zu sprechen, dass man ihn auch versteht. Verwaschener Glaube kann genauso schlimm sein wie falscher Glaube.
Könnte es sein, dass wir versuchen klar zu sein, aber trotzdem nicht verstanden werden können bzw. wollen? Oder anders herum gefragt: Die Zuhörer blicken mit einer zunehmend relativistischen Brille auf das ihnen Dargebotene und pflücken das heraus, was sie hören wollen. So weit die Analyse. Ich frage mich: Wie können Verkündiger durch den relativistischen „Filter“ dringen?