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Mein letzter Eintrag hier stammt vom 16. Oktober, was unterdessen mehr als 3 Monate her ist. Der einfache Grund dafür ist, dass in der Zwischenzeit absolut nichts Nennenswertes passiert ist. In Spätherbst verschlimmerten sich meine Asthmaprobleme von Woche zu Woche und meine härtesten Trainings waren 30’ leichtes Jogging. Ich lief während dieser Zeit noch 2 Cross Rennen, Conference und Regionals, da mein Team 5 zählende Läufer brauchte, den Erfolg vom letzten Jahr konnte ich aber logischerweise nicht annähernd wiederholen. Nach einer mehrwöchigen Pause und einigen Arztterminen begann in im Dezember wieder mit dem Aufbautraining, was bisher gut verlief und ich hoffe Mitte Januar einen schnellen 3000m laufen zu können. Leider machte eine leichte Grippe einen fetten Strich durch diese Rechnung und das erste Rennen im 2016 musste warten.
Gestern war es dann so weit und ich startete in Birmingham über 3000m. Dieses Meeting war nicht geplant, da es in der Regel sehr schwach besetzt ist, doch weil ich vor 2 Wochen nicht laufen konnte, brauchte ich immer noch die Limite für die Conference Championships und musste wenn nötig alleine laufen. Wie erwartet wurden es 15 sehr einsame Runden, denn der zweitplatzierte in meiner Serie lief 8’47’’. Ich lief ein sehr regelmässiges Rennen an der Spitze, den ersten Km in 2’46’’, den zweiten Km in 2’48’’, den letzten in mässigen 2’47’’ und beendete das Rennen in 8’22’’94. Diese Zeit ist natürlich weit weg von dem was ich laufen kann, doch unter diesen Umstanden war ich ganz zufrieden. Das Ziel war es unter die besten 15 der Conference zu laufen (Quali für den schnellen Heat) und nach der Grippe wieder langsam den Rhythmus zu finden. Beides ist gelungen und nun habe ich weitere 2 Wochen Zeit bis zum nächsten ernsten Meeting. Bereit in einer Woche werde ich erneut nach Birmingham gehen, um trainingsmässig einen 800m zu laufen.
Go Jags, 01.02.2016
Nachdem es von Louisville Classic vor 2 Wochen noch wenig Erfreuliches zu berichten gab, bin ich nach dem Crimson Classic in
Alabama am Freitag wieder voll auf Kurs Richtung Nationals im Cross. Ich hatte noch nie qualitativ und vor allem quantitativ so viel trainiert wie diesen Herbst und war in Louisville extrem müde,
weshalb wir die letzten zwei Wochen das Trainingspensum etwas reduziert haben.
Am Freitag in Alabama startete ich atypisch für mich sehr schnell und aggressiv, da der Kurs bald nach dem Start extrem eng wird und von vielen engen Kurven geprägt ist. Die erste Meile wurde von der Spitzengruppe mit mir in 4‘41‘‘ gelaufen, was auf dem harten, hügeligen Kurs schnell ist. Ich hielt mich für die nächsten Meilen weiterhin weit vorne im Feld auf, musste aber die Spitze ziehen lassen, da Oklahoma State, eines der besten Teams in der NCAA, mächtig aufs Tempo drückte. Der schnelle Start hinterliess Spuren und die sowieso schon genug harten Hügel wurden noch länger und steiler. Läufer, die versuchten mit der Spitze mitzugehen hatten aber noch mehr Probleme als ich und ich arbeitete mich von den Top 15 in die Top 10 auf den letzten 2km und beendete das Rennen auf Rang 7 in 24‘41‘‘. Auf den ersten Blick sieht diese Zeit nicht allzu gut aus, doch auf diesem Kurs bin ich sehr zufrieden mit einer Sub-25 Zeit. Wichtig war vor allem das Selbstvertrauen aufzubauen und dem Rest der Conference zu zeigen, dass ich bereit bin für die Post-Season. Weil ich dieses Meet letztes Jahr verletzungsbedingt noch verpasst hatte, wollte ich auch ein Feeling für den Kurs bekommen, da in 4 Wochen mit den Regionals das wichtigste Meet der Saison dort stattfindet.
Als Team hatten wir leider erneut kein optimales Rennen und verloren viele Punkte gegen eigentlich schlechtere Teams. Trainingsmässig sieht es aber weiterhin gut aus und wenn wir in 2 Wochen an den Conference Championships unsere Leistung abrufen können steht der Titelverteidigung nichts im Weg.
Go Jags, 18.10.2015
Nach einem langen Sommer mit vielen qualitativ guten Meilen hinter mir startete ich am Freitag am Azalea Classic, unserem Home Meet in die Cross Country Saison. Wir waren erneut das dominante Team im Feld und unsere Top 4 Läufer blieben zusammen für die ersten 2 der 5 Meilen auf einer 5’00‘‘ Pace. Ich fühlte mich sehr gut, endlich wieder erholt von der Erkältung, die ich mir vor einer Woche eingefangen habe, und sorgte dafür, dass die Pace etwas schneller wurde. Mit dieser Tempoverschärfung löste ich mich langsam aber sicher vom Rest des Feldes, war alleine unterwegs für die verbleibenden 3 Meilen und beendete das Rennen in 23.56‘‘ auf dem 8km Kurs. Es war ein guter Tag für mich und für das ganze Team, wir hatten 8 von den Top 11 Läufer. Diese Resultate waren speziell erfreulich, da wir in einer vollen Trainingswoche von 75 Meilen sind und uns nicht spezifisch auf das Rennen vorbereitet haben.
Nun haben wir weitere 3 Wochen Zeit um uns für den richtigen Teil der Cross Saison vorzubereiten. Weiter geht es am 3. Oktober mit dem Greater Louisville Classic in Louisville, Kentucky.
Go Jags, 11.09.2015
Wie schon letzes Jahr durfte ich dieses Wochenende die Schweiz an der Team EM über 3000m vertreten. Ziel war es natürlich möglichst viele Punkte für das Team zu sammeln, aber für mich ging es zusätzlich noch darum die Saison mit einem guten Resultat abzuschliessen, nach dem Streichresultat an den Regionals Ende Mai.
Am Sonntagabend stand ich erstaunlich wenig nervös an der Startline und wusste, dass ich ein bisschen etwas riskieren konnte, da der Abstieg zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr mehr war. Wie üblich an der Team EM waren die ersten zwei Runden extrem langsam (74'' und 72''), die Ellenbogen wurden ausgefahren und die ideale Position gesucht. Ich hielt mich hinten im Feld auf um dem ständigen Stop and Go so gut wie möglich auszuweichen. Auf den letzten 1000m wurde dann mehr und mehr beschleunigt, wirkliche Angriffe gab es aber immer noch nicht. Als noch gut 600m zu laufen waren, drückte ich auf der Gegengreade aufs Tempo und übernahm ganz kurz die Führung, damit ich optimal positioniert bin für die letzte Runde. Auf der letzten Gegengerade attackierte ich nochmals und hoffte schon auf überraschend viele Punkte, als mich der Hammermann rund 30m vor dem Ziel so richtig besuchte und mich zurück in die Realität beförderte.
Trotzdem bin ich extrem zufrieden mit meinem Rennen. Es hat erstens richtig Spass gemacht so zu laufen, zweites habe ich den Exploit aktiv gesucht und bin mutig gelaufen und drittens gab es eine 5'' PB von 8'14''53. Jetzt mache ich 14 Tage Pause, bevor ich mit der Vorbereitung auf die Cross Saison starte.
Hopp Schwiiz, 22.06.2015
Einmal mehr waren the Sun Belt Championships äusserst spanned und cool. Ich lief 41 ¼ Runden oder 16’500m auf der Bahn in 3 Tagen und holte 20 Punkte für mein Team. Wir wurden a Ende als Team 4., was natürlich nicht das Ziel war, aber wir werden in den nächsten Jahren besser sein.
10‘000m: Viel über den 10k gibt es nicht zu erzählen. Unsere Taktik war in erster Linie Energie zu sparen und deshalb haben wir schon nach 2 Runden entschieden nicht um den Sieg zu laufen, da der führende Läufer 70‘‘ Runden lief. Ich positionierte mich innen auf Bahn 1 und blieb dort Runde für Runde. Nach etwa Rennhälfte löste ich mich mit 2 anderen Läufern von den restlichen Verfolgern. 2 Runden vor Schluss übernahm ich die Führung in dieser 3er Gruppe und lief wenig später dem sicheren 2. Platz entgegen. Nach 30‘48‘‘ Minuten nahm ich dankend 8 Punkte und ging ins Eisbad.
1500m: Im 1500m traf ich erneut auf meinen Erzrivalen der Indoor-Saison, UTA’s Emil Blomberg. Immer noch leicht sauer über die Niederlage in der Indoor Meile wollte ich dieses Rennen unbedingt gewinnen und war deshalb den ganzen Tag so nervös wie schon sehr, sehr lange nicht mehr. Unser Plan war ein Überraschungsangriff 600m vor dem Ziel, da ich nicht nochmals ein Rennen 150m vor dem Ziel verlieren wollte. Wir starteten zügig mit Blomberg an der Spitze, doch nach nur 300m wurde es wie erwartet langsamer und nach einer Runde trat er vehement auf die Tempobremse, was in einer 66‘‘ Runde resultierte. 2 Runden vor Schluss übernahm ein anderer Läufer die Führung und beschleunigte ein bisschen, doch mit 600m zu laufen war ich an der Reihe. Den erhofften Überraschungsmoment gab es leider nicht, da beide meiner härtesten Konkurrenten optional positioniert waren und somit gab es keine andere Möglichkeit als für 600m sie Schritt für Schritt müde zu machen. Meine Taktik funktionierte und ich hielt eine komfortable Führung bis ins Ziel und gewann in 3‘49‘’50 mit den letzten 600m in 1‘25‘‘.
5000m: Extrem erleichtert und happy nach dem Sieg über 1500m was es nicht einfach mich 2h später auf den 5k zu fokussieren. Ich lief ein ähnliches Rennen wie Indoors, versteckte mich in einer Verfolgergruppe und hoffte, dass ein paar Läufer der Spitzengruppe am Schluss zurückfallen werden. Leider war die Pace an der Spitze nicht allzu hoch, aber immer noch zu schnell für mich. Somit konnte ich am Ende nur noch einen Läufer einholen und holte als 7. 2 Punkte. Es war sicher kein optimal gelaufenes Rennen meinerseits, aber irgendwo muss ja noch Verbesserungspotential für das Meeting in nächsten Jahr vorhanden sein.
Alles in allem war ich zufrieden mit dem Wochenende, vor allem natürlich mit dem 1500m. Irgendwie ist es cool zu wissen, dass ich immer noch extrem nervös werden kann vor einem Rennen und mich danach umso mehr freuen kann, wenn es gut geht und es ist auch gut zu wissen, dass ich dem Druck standhalten kann und die Leistung erbringe wenn es zählt. Ein Grossteil der Saison verlief nicht nach Wunsch, aber wie letzten Mal geschrieben, jedes Rennen geht besser als das vorherige und dieser Trend geht weiter. Auch wenn es noch nicht offiziell ist bis am Sonntag bin ich höchstwahrscheinlich für Regionals qualifiziert mit der 14‘06‘‘ Zeit und bereite mich nun auf dieses Rennen vor.
GO JAGS, 11.05.2015
Diese Woche hatte ich das Glück mit einer kleinen Gruppe Jaguars dem momentan miserablen Alabama-Wetter entkommen zu können und nach California zu fliegen für die Mt. SAC Relays, ein Weltklasse Meeting in Walnut, etwas ausserhalb von Los Angeles. Wir hatten eine grossartige Zeit als Touristen am Venice Beach, Santa Monica Pier und auf dem Hollywood Boulevard, aber wir waren dort um unseren Job zu erledigen und wir alle erledigten ihn gut!
Ich rannte einen 5000m am späten Freitagabend. Es gibt keine perfekten Wettkampfbedingungen, doch das Wetter an diesem Abend war so perfekt wie es geht. Ich fühlte mich während dem Warmup sehr gut und startete zuversichtlich mit 67‘‘ und schnelleren Runden ins Rennen. Innen auf Bahn 1 mitten im Feld hielt ich die Position Runde für Runde und war auf Sub-14-pace für die ersten gut 7 Runden. Mein 3000 Split war 8‘27‘‘ und ich war damit immer noch genau dort wo ich sein wollte. Dies änderte sich aber rasch als ich auf 69‘‘ Runden zurück fiel und sogar damit Mühe hatten. Die letzte Meile kann sehr lang sein, wenn der Tank leer ist. Ich versuchte auf den letzten 2 Runden nochmals alles, doch mehr als eine äusserst bescheidene Schlussrunde von 63‘‘ resultierte daraus nicht und ich lief eine Endzeit von 14‘06‘’43.
Ich weiss immer noch nicht so recht was ich von dieser Zeit halten soll. Ja, es ist eine PB, also ein Schritt in die richtige Richtung. Doch wenn diese Schritte nicht sehr bald grösser werden bin ich im Oktober dort wo ich im Juni sein will. Man sollte sich über eine 5 Sekunden PB nicht beklagen, die Junioren Jahren wo die PB automatisch kamen sind lang vorbei. Trotzdem, nach der guten Cross Saison im Herbst hätte ich nie gedacht, dass ich solche Probleme haben würden unter 14‘ zu laufen.
Das einzige was ich jetzt tun kann ist weiter hart zu arbeiten und hoffen, dass es das nächste Mal der Exploit kommt. Das nächste Meeting ist bereits in einer Woche in Mississippi, wo ich entweder über 1500m oder im Steeple antreten werde.
GO JAGS, 19.04.2015
Die letzten Wochen verliefen alles andere als optimal und deshalb waren die Ziele gestern in Auburn (a) das Selbstvertrauen wieder zu finden und (b) die Rennen als gute Vorbereitung für die Mt. SAC Relays zu nutzen. Wenn dabei eine oder zwei PBs fallen, umso besser.
1500m: Anfangs Nachmittag, als wir uns für den 1500m aufstellten, windete es stark, doch wir hatten zwei Hasen im Rennen als Windschutz. Leider passierte, was so oft passiert und irgendein 3‘55‘‘-Läufer versuchte auf den ersten 100 gutzumachen was er auf den letzten 1400 verlieren wird und einige Läufer konnten in dieser ruppigen Phase einem Sturz nur knapp entkommen. Ich hatte trotzdem gute erste 500m in 76‘‘ und hielt meine Position bis die Pacemaker ausstiegen und ich mich langsam durch die Führungsgruppe arbeitete. Nach 1200 übernahm ich die Spitze, wurde aber nach 1499.5m auf der Linie noch abgefangen. Die Zeit, 3‘48‘’48, eine gute Sekunde über meiner PB ist gut für diese windigen Verhältnisse.
800m: Das neu gewonnene Vertrauen nutze ich gleich für einen 800m und startete in zügigen 53.1 für die erste Runde. Wenig später machten sich das hohe Anfangstempo und der 1500 m in den Beinen bemerkbar und ich verlor Zeit im Gegenwind auf der Zielgerade. Die Zeit von 1‘52‘’38 ist wie die 3‘48‘‘ zufriedenstellend.
Grosse Exploits blieben heute aus, doch ohne den Wind wären das sicher 2 PBs im ersten richtigen Wettkampf dieses Jahr, es war also ein guter Tag und wir haben immer noch knapp 2 Woche um uns für Mt. SAC vorzubereiten.
Go Jags, 5.4.15
Eines vorne weg: Es waren definitiv die zwei ereignisreichsten Wettkampftage, die ich je erlebt habe, aber leider nicht wegen den vielen guten Rennen, sondern den endlosen Protesten und Gegenprotesten, falsch gezählten Runden, Hürden am falschen Ort etc. Alles in allem kann ich aber auf gute Meisterschaften zurückblicken, der Formstand für Ende Februar stimmt.
3000m: Am späten Montagabend begann alles wie erwünscht und nach Plan. In einem spannenden Meisterschaftsrennen lief ich lange ein kontrolliertes Rennen zwischen Position 3 und 5, bevor ich 600m vor Schluss das Zepter in die Hand nahm. Auf den letzten 2 Runden konnte ich mich dann von Rest vom Feld lösen und gewann in einer PB von 8‘19‘’43 (2‘50‘‘, 2‘50‘‘, 2‘39‘‘). Noch cooler war, dass mein Teamkollege und Mitbewohner, Patrick Rohr, ebenfalls eine neue PB (8‘19‘’98) lief und 2. wurde.
Meile: Dies war das Rennen, das ich unbedingt gewinnen wollte, aber auch auf die stärkste Konkurrenz traf. Nicht optimal erholt vom Vortag reihte ich mit mitten im Feld ein um Kräfte zu sparen auf den ersten 800m. Danach ging es besser und besser, ehe ich etwa 550 vor Schluss attackierte. Das Tempo war hoch, doch ich sparte noch einen Gang, da ich einen starken Gegenangriff von Arlington’s Emil Blomberg erwartete. Dieser kam auch, doch nicht ganz wie erwartet, sondern in Form eines Schulterchecks von schräg hinten eingangs letzte Kurve. Ich konnte zwar einen Sturz verhindern, doch das Rennen war damit natürlich gelaufen. Nach endlosen Protesten, die bis zur Siegerehrung 4 Stunden später dauerten, musste ich mit den 2. Rang abfinden, was unter diesen Umstanden schade ist!
5000m: Nach zwei Rennen in den Beinen war die Taktik für den 5000m einfach, ich musste einfach so lange wie möglich dran bleiben. Dies gelang auch tiptop für die
ersten 50m, dann hatte ich aber die Geduld, mein Rhythmus zu laufen während die Spitze die ersten 800m in 2‘10‘‘ lief. Nach 3000m war ich immer noch zuversichtlich, auf Podest laufen zu können,
denn vorne fiel wie erwartet ein Läufer nach dem anderen zurück. Der Tempoverschärfung der 4 frischen Läufer im Rennen hatte ich aber absolut nichts entgegenzusetzen, der Tank war schlicht leer.
Ich beendete das Rennen als 6. In 14‘42‘‘ und mein Gesicht war für eine Weile mindestens so weiss wie das Wettkampfdress.
Am Donnerstag reisten wir zum zweiten Mal in dieser Saison in die Halle nach Birmingham, wo ich gestern erneut die Meile lief. Nach 3 guten Trainingswochen im schon fast sommerlichen Mobile waren meine Erwartungen um einiges höher als noch vor 3 Wochen beim letzen Meeting. Das Feld war gut besetzt, mit 4 Läufern, die Outdoor schon 1500m um die 3'45'' gelaufen sind. Die ersten gut 800m übernahm Teamkollege Patrick die Führungsarbeit und sorgte für eine anständige Pace. Danach erhöhte ich zusammen mit zwei anderen Läufern das Tempo fortlaufend, ohne dabei die Führung übernehmen zu müssen. Mit 3 Runden zu laufen beschleunigte ich nochmals, wurde aber nur gut eine Runde später wieder überholt. 250m vor dem Ziel versuchte ich nochmals einen Angriff auf die Spitze, konnte aber am anderen Läufer vorerst nicht vorbeiziehen, doch auf der letzten Gegengerade 100m vor dem Ziel überholte ich ihn und gewann in 4'06''14 und war damit fast 10'' schneller als beim letzten Mal auf derselben Bahn. Diese Zeit ist die 4. schnellste Zeit in der All-Time Liste von South Alabama und neuer U23-Schweizerrekord.
Mit dieser Leistung bin ich zufrieden, sie zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin für die Outdoor-Saison und ich konnte die Gegener für die Conference-Championships von nächster Woche etwas nervös machen. Das Maximum war es sicher noch nicht, mit einem regelmässigeren Rennen ist noch mehr möglich, aber für die Sub-4 Meile habe ich ja noch etwas Zeit.
GO JAGS, 14.02.2015
Nach dem 3000m am letzen Wochenende war es gestern an der Zeit etwas schneller zu laufen. Auf dem Programm war eine Meile am Mittag und um 15.30 noch ein 800m. Uns war bewusst, dass gute Zeiten ausbleiben würden, denn wir haben dieses Jahr erst ein etwas schnelleres Training absolviert.
Ich versuchte die Meile dennoch zügig anzugehen und musste dazu die Führng von Anfang an übernehmen. Nach den ersten 2 Runden in 61'' konnte ich die Pace aber nur noch mit Mühe halten und wir wurden langsamer. Nachdem ein anderer Läufer kurzzeitig die Spitze übernommen hatte führte ich die letzen 3 Runden wieder und lief eine Zeit von 4'15''46. Als Team lieferten wir eine solide Leistung ab, meine Teamkollegen Patrick und Justin liefen als 2. bzw. 4. ein. Die 4'15'' ist sicher kein Highlight, doch zu diesem Zetpunkt im erwarteten Bereich. In 3 Wochen laufe ich erneut die Meile in Birmingham, Luft gegen oben ist ja noch genug vorhanden.
3 Stunden später stand ich erneut an der Startlinie, dieses Mal für einen 800m. Das Feld war mit 9 Läufern sicher nicht zu klein und somit wurde es eng in den sowieso schon engen Kurven. Nach 400m in 56'' war ich genau dort wo ich nicht sein wollte, eingeklemmt im hinteren Teil des Feldes und hatte Mühe mich nach vorne zu arbeiten. Erst auf der letzten Gegengerade konnte ich ein paar Läufer überholen, musste aber die ganze letzte Kurve wieder auf Bahn 2 laufe. Die Endzeit von 1'54''80 war für dieses Rennen ganz ok, Luft gegen oben ist natürlich auch hier noch genug vorhanden.
Alles in allem war es ein guter Trainingstag, das Feeling für die schnelleren Distanzen kommt langsam aber sicher und ich schaffte es im Gegensatz zu letzer Woche ohne tiefe Spikewunde am Schienbein wieder nach Hause zu fahren. Nach den zwei aufeinander folgenden Meetings haben wir jetzt wieder einen Trainingsblock vor uns bevor es Mitte und Ende Februar wieder zwei mal in die Halle nach Birmingham geht für die letzen zwei Indoor Meets.
GO JAGS, 24.01.2015
Nach der Cross Saison im Herbst legte ich eine kurze Trainingspause ein, die von einer starken Grippe unfreiwillig auf 3 Wochen verlängert wurde. Danach bereitete ich mich über die Weihnachtsferien in der Schweiz auf die Bahnsaison vor, der Schwerpunkt lag aber immer noch vor allem auf der Basisausdauer und dem Stehvermögen.
Gestern startete ich in Nashville, TN am Commodore Invitational mit einem 3000m in die Indoor-Saison. Ich lief eine Zeit von 8'20''87, was meine Erwartungen gestern übertroffen hat. Ich habe nur ein einziges Bahntraining als Vorbereitung gemacht und lief das erste mal seit Juli überhaupt in Spikes, was meine Waden später deutlich spürten. Das Training in der Schweiz im Winter war erneut alles andere als optimal und deshalb ist es sehr erleichternd zu wissen, dass ich nicht allzu viel von meiner Form vom Herbst verloren habe. Eine 8'20''-Zeit hätte ich vor dem Rennen so als Einstieg sofort unterschrieben, denn wir haben noch mehr als genug Zeit für gute Trainings und viele Meilen bevor es richtig Ernst wird auf der Bahn.
Weiter geht es für mich schon am Freitag in Birmingham, AL, wo ich einen Doppeleinsatz über die Meile und 800m haben werde, was ich wieder als super Trainingsmöglichkeit nutzen werde. Was jetzt zählt sind gute Trainings und Geduld, wenn die Top-Zeiten noch nicht möglich sind, der Weg nach Eugene im Juni ist noch weit...
GO JAGS, 18.01.2015
Seit meinem Rennen in Indiana sind nun gut 24 Stunden vergangen und ich habe mich genug beruhigt um ein paar Zeilen dazu zu schreiben. Zuerst zu den harten Fakten, ich beendete das Rennen auf dem schlammigen und hügeligen Kurs als 185. in 32‘24‘‘. Das ist natürlich nicht was ich mir erhofft habe und sieht auf den ersten Blick brutal schlecht aus, doch es gibt einige Gründe für dieses Abschneiden. Erstens was es schlicht und einfach nicht mein Tag gestern, ich hatte von Anfang an gewisse Probleme mit Atmen. Ich hatte schlechte Rennen zuvor und ich werde auch in Zukunft schlechte Rennen laufen, das gehört leider zum Sport dazu, es ist nur schade wenn gerade die NCAAs an einem dieser Tage ist. Zweitens waren die Läufer am Start gestern nicht irgendwelche Laien sondern die absolut besten Crossläufer der Welt in dieser Alterskategorie und ich als Mittelstreckler wusste, dass ich die Top 100 nur schaffen kann, wenn ich die gute Leistung von den Regionals vor einer Woche wiederholen kann. Dazu kam, dass die Führungsgruppe nach einem extrem schnellen Start extrem langsam lief, was die Aufgabe für mich im grossen Feld erschwerte, denn als Läufer, der einen gewissen Rhythmus braucht um Top Resultate zu erreichen, kam mir das ständige Stop-and-go definitiv nicht entgegen. Ich kann nicht mehr ändern, was gestern passierte, doch ich kann die Erfahrungen nutzen und davon lernen und es beim nächsten Mal besser machen. In 52 Wochen erhalte ich in Louisville eventuell nochmals die Chance an NCAA Cross Championships zu laufen, jetzt freue ich mich aber vor allem einmal auf die kommende Bahnsaison und die kürzeren Strecken dort!
Alles in allem war es eine sehr gute Cross Saison und ich habe eine grossen Schritt vorwärte gemach in den gut 3 Monaten in Mobile. Weiter geht es am 17. Januar in Nashville mit der Indoor Saison.
GO JAGS, 23.11.2014
Rund 2 Wochen nach dem Sieg bei den Conference Championships reiste unser Team am Donnerstag nach Tallahassee, Florida für die South Region Championships. Die 2 besten Teams plus die 4 schnellsten individuellen Läufer qualifizieren sich dort für die National Championships vom nächsten Samstag in Indiana. Die Jaguar mussten leider ohne unseren 3. schnellsten Läufer, Patrick, der krankheitshalber fehlte, antreten, was unser ursprüngliches Ziel, in die Top Tenzu laufen, deutlich schwieriger machte.
Gestern morgen um 10am startete das Männerfeld für das 10k lange Rennen unter idealen Cross Bedingungen, fast windstill bei 14°. Weil die erste Meile mehrheitlich bergab ging, war das ganze Feld lange eng beisammen und die Ellenbogen wurden nicht zu knapp gebraucht. Ich entscheid schon vor den Rennen wie bei den Conference Championships eher langsam anzugehen um dann gegen Ende die vorderen Positionen anzugreifen. Nach der ersten grossen Runde war ich irgendwo um den 40. Platz herum und passierte die 3k Markierung in 9'10''. Auf der zweiten 3k Runde war ich in einer 2. Verfolgergruppe, rund 10'' hinter der ersten Gruppe. Als noch 4k zu laufen waren startete ich mit zwei anderen Läufern die Aufholjagd zur Gruppe vor uns, die wir 2k vor Schluss einholten. Ich passierte die 8k Marke nach 24'51'' und startete den finalen Angriff auf die Top Ten. Auf der Gegengerade im Wald holte ich etwa 5 Läufer ein, war aber noch weit entfernt von einem Qualiplatz für Nationals. Mit 1000m zu laufen informierte mein Coach mich über meine Position und von da an gabs nur noch All-Out oder nichts. Am Ende des grossen Hügels, rund 500m zum Ziel holte ich die Gruppe ein, die noch zwischen mir und Nationals stand und ich startete schon früh den Schlussspurt, da die letze 150m steil bergab gingen. Was folgte was der definitiv coolste Finish, den ich je erlebt hatte mit 4 Läufern, die um ein Ticket für Nationals kämpften (um das 4. und somit letzte, was wir aber zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wussten). Ich gewann diesen Vierkampf und beendete das Rennen als 9., was für die Qualifikation reichte, denn 5 Läufer vor mir qualifizierten sich via Teamwertung.
Ich bin schon extrem aufgeregt, die Jaguars nächsten Samstag in Terre Haute vertreten zu dürfen! An den Nationals im Cross zu laufen war noch fast unvorstellbar, als ich im August nach Mobile kam, aber die Kombination aus harter Arbeit, super Coaching, bester Infrastruktur, coolen Teamkollegen und viel Selbstvertrauen und Freude am Laufen machte es möglich! Anscheinend braucht es nur gerade 30'40'' um die drei miserablen letzten Jahre komplett zu vergessen...
Don't stop believing, GO JAGS, 15.11.2014
Die South Alabama Jaguars haben lange auf die Chance auf den Cross Country Conference Sieg gewartet, doch jeder von uns wusste, dass es dieses Jahr möglich ist.
Um 11 gestern Morgen nahmen wir den Kampf gegen die Conference-Gegner und den Wind im Battleship Memorial Park in Downdown Mobile auf. Mein Teamkollege Michael und die Läufer von Texas-Arlington sorgten für eine sehr schnelle Anfangspace und ich reihte ich am Ende der noch sehr grossen Spitzengruppe ein und passierte den ersten Km knapp unter 3 Minuten. Nach zwei gelaufenen Kilometern drehte der Kurs erstmals gegen den Wind und die Führungsgruppe wurde wie erwartet kleiner, doch es waren immer noch genug andere Läufer da um mich so gut wie möglich vor dem Wind zu verstecken. In diesem Stiel ging das Rennen weiter bis 3km vor Schluss der führenden Texas-Arlington Läufer das Tempo verschärfte und Micheal folgte ihm unmittelbar. Weil die Attacke nur 100m bevor der Kurs wieder in den Wind drehte passierte entschied ich mich mit der grösseren Verfolgergruppe zu laufen, damit ich Energie für die letzten 1000m sparend konnte. Gegen Ende der langen und windigen Gerade übernahm ich die Führung in der Verfolgergruppe und löste mich überraschend schnell von dieser und mit etwas weniger als 1000m zu laufen schloss ich zu den zwei führenden Läufern auf. Ich übernahm auch dort sofort die Führungsarbeit und beschleunigte nochmals ein bisschen. Nur noch Michael konnte mir folgen und als die 1-2 für die Jaguars so gut wie sicher war, wurde die Stimmung an der Strecke noch besser als sie sowieso schon war. Doch das war immer noch nicht im Vergleich zu einigen Momenten später als alle unsere Läufer im Ziel waren und wir als 2014 SUN BELT CONFERENCE XC CHAMPIONS bestätigt wurden.
Wir gewannen mit 2 Punkten Vorsprung auf Appalachian State und 8 Punkte Auf Texas-Arlington und somit den ersten Cross Country Titel für unsere Uni seit 2006. Ausserdem gewannen die Jaguars auch die Auszeichnungen Freshman of the Year (Michael), Coach oft he Year (Coach Barnett), Runner of the Year/Most Outstanding Performance (ich) und drei All-Conference Ehren (Michael, Patrick und ich).
Ein grosses Dankeschön geht an unsere Coaches Barnett und Brueske, an den Athletic Trainier Josh und natürlich an alle, die uns im Battleship Park lautstark unterstützten!
GO JAGS, 3.11.14
Nach vielen Wochen Training und einem Vorbereitungsrennen startete die Cross Saison heute so richtig in Fayetteville. Ein kleine Gruppe, bestehend aus 5 Männern und 3 Frauen der Jaguars plus Coach und Athletic Trainer, flog gestern via Atlanta nach Northwest Arkansas und dies bedeutete, dass wir den Sommer der Golfküste hinter uns liessen und direkt in den Herbst mit starkem Wind und Temperaturen um die 12° flogen. Früh heute Morgen bei meinem Vorwettkampf Footing war es sogar noch kälter als gestern Abend. Glücklicherweise wärmte die Sonne dann das Wettkampfgeländer gleich neben der University of Arkansas stark auf und beim Start um 9.45am herrschten perfekte Cross-Bedingungen. 430 Läufer reihten sich für das 8k College Rennen der Männer auf und deshalb startete ich zügiger als üblich, um nicht im grossen Feld eingeklemmt zu werden. Ich lief die erste Meile in 4‘48‘‘ und fand eine ideale Gruppe um mich herum. Die zweite Meile war immer noch recht schnell, ich überholte trotzdem einige Läufer und passierte Rennhälfte an rund 25. Position. Als noch 2 Meilen zu laufen waren verlor ich den Kontakt zu der Verfolgergruppe und kämpfte eine Zeit lang alleine gegen den Wind und fühlte mich ziemlich schlecht. Auf der letzten Meile holte ich einige Läufer, die von der Gruppe vor mir abfielen wieder ein, aber rund 500m vor Schluss kam der Hammermann zu Besuch und ich machte nur noch 2 Positionen gut und beendete das Rennen in 24‘23‘‘ als 9. (13. Overall, inklusive unattached runners). Das ganze Team zusammen lief ein ordentliches Rennen und wir beendeten die Teamwertung auf Rang 7.
Alles in allem bin ich nicht allzu happy über das Resultat heute, denn ich vermisste das ‘‘gewisse Extra‘‘ während dem ganzen Rennen, vor allem gegen Schluss, wo ich oftmals noch Reserven freischalten kann, ging absolut nichts mehr. Ich lief 12‘‘ schneller auf einem langsameren Kurs als am Home Meet vor 3 Wochen, aber ich nutze die Chance, einige Topläufer zu schlagen, leider nicht, obwohl es durch aus möglich gewesen wäre an einen besseren Tag. Doch schon bald kommen die nächsten Rennen und die nächsten Möglichkeiten schneller und schlauer zu laufen! Die allgemeine Erfahrung in Arkansas war trotzdem schlicht und einfach überwältigend, Startfelder und Meetings dieser Grösse gibt es nur in den USA!
04.10.2014
Nachdem ich das erste Meeting unserer Cross-Saison noch vom Streckenrand aus verfolgt habe, schnürte ich gestern zum ersten Mal die Wettkampfschuhe für mein Team. Nur wenige Auto-Minuten vom Campus entfernt fand unser traditionelles Heimmeeting, das Azalea City Classic, statt. Einige Stunden von unserem Rennen hatte es stark geregnet und dementsprechend feucht war die Luft beim Start um 6 Uhr. Weil wir, wie fast alle Teams am Start, noch mitten in der Vorbereitungsphase für die wichtigeren Cross später in der Saison befinden, gab uns der Coach die Anweisung die ersten 4km der 8km Strecke zwar zügig, aber nicht allzu schnell zu laufen. ''Meine'' Jaguars waren aber mit Abstand das stärkste Team im Feld und deshalb übernahmen Justin, Patrick und ich ab dem zweiten Kilometer die Führungsarbeit, damit das Tempo nicht zusammenfiel. Nach etwa Rennhälfte fühlte ich mich immer noch sehr gut in meinem Rhytmus und versuchte das Tempo weiter unter einem 3'10''-km-Schnitt zu halten. Damit setzte ich mich immer weiter von der Spitzengruppe ab und etwas später, als es wieder regente und windete, ging ich solo auf den letzten Kilometer. Am Ende lief ich die nicht ganz 8k in 24'34'', was zu diesem Zeitpunkt in der Saison ok ist. Unser Team hatte 5 Läufer in den Top 10 und somit gewannen wir wie erwartet die Teamwertung. Obwohl das Rennen gestern nicht allzu wichtig war, konnten wir die Gelegenheit zu einem guten Tempolauf nutzen und wissen nun wie viel wir noch arbeiten müssen bis zu den Conference Championships in 7 Wochen.
Nach einem lockeren Tag gestern mit nur einem 6mile-Run ging es heute wider mit dem üblichen Training weiter. Ein 14-Meilen Longrun stand auf dem Programm, was mein bisher längster Dauerlauf überhaupt war.
Nicht nur das Cross Country Team war dieses Wochenende im Einsatz, auch die Footballer hatten ihr erstes Heimspiel. Mit Mississippi State war ein Top-Team zu Gast und dementsprechend cool war das Tailgating vor dem Spiel. Das Spiel selber war dann nicht mehr ganz so toll, ein früher und hoher Rückstand machte alle unsere Hoffungen auf eine eventuelle Überraschung zunichte und die Nerven bei den Fans lagen bald einmal blank. Trotzdem war mein erstes Live Football Spiel eine tolle Erfahrung!
GO JAGS!, 13.09.2014