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Die s/s «CALANDA», ein Schiff mit einer höchst bewegten Geschichte, wurde 1913 in der Werft William Pickersgill & Sons Ltd., Sunderland, erbaut und im September als «HELMSLOCH» an die in Cardiff ansässige Firma Strath Steamship Co. Ltd. abgeliefert. Das Management des Schiffs übernahm die ebenfalls in Cardiff domizilierte Reederei E. L. Downing & Sutherland, welche 1917 in E. C. Downing, Cardiff, umbenannt wurde. Als Dampfer mit einer Gesamtlänge (loa) von 115,81 m, einer Breite (beam) von 15,30 und einem Tiefgang (summer draft) von 7,62 m wies er eine Tragfähigkeit von 7‘400 DWT und eine Tonnage von 4‘163 BRT beziehungsweise 2'572 NRT auf. Mit einer Dreifachexpansionsmaschine von 1‘850 PS erreichte sie eine Geschwindigkeit von 11 Knoten. Für das laden und löschen der Ladung dienten 10 Ladebäume.
Im August 1929 verkaufte die bisherige Eignerin die «HELMSLOCH» an die Firma Livanos Brothers, welche das Schiffsmanagement an die J. G. Livanos in Chios, übertrug. Fortan fuhr das Schiff unter griechischer Flagge und hiess «MICHAEL L.». Sein Heimathafen war nunmehr Chios. 1930 fand erneut ein Eignerwechsel statt: Neuer Eigentümer wurde nun J. G. Livanos, Chios, der das Schiff unter dem gleichen Namen weiterbetrieb.
Nach einer Kollision im Januar 1934 lief das Schiff auf Grund und wurde vorerst aufgegeben. Noch im September des gleichen Jahres verkaufte aber die Versicherungsgesellschaft das Wrack an die Italian General Shipping Co., welche es einen Monat später an die G.W. Grace & Co. London weiterverkaufte. Diese betrieb das Schiff nach einer Überholung unter dem Namen «ROEHAMPTON». 1938 verkaufte sie es an die G. W. Grace in Riga, welche es als «LETTONIA» unter lettischer Flagge registrierte. Das Management übernahmen die Vertreter J. Zalcmanis, K. Jansons & J. Freyman in Riga. Das Rufzeichen war nunmehr: YLGF.
Bereits 1939 wurde das Schiff aber an die Compañia de Transportes Maritimos Ltda. (Agents: A. Lusi Ltd., London), Panama, weiterverkauft und 1940 in «ANITA» umbenannt, das Rufzeichen war: HPOD.
Am1940 erwarb die Schweizerische Reederei A.G., Basel (Swiss Shipping Company Ltd.) zusammen mit dem Syndikat des Verbandes Schweizerischer Gaswerke, Zürich, für 124'000 £ dieses Schiff, welches in Dunkerque lag. Gleichzeitig übte sie das Management aus. Mangels eines eigenen schweizerischen Registers wurde das Schiff in Panama unter dem Namen «CALANDA» eingetragen. Das Rufzeichen war HPOD.
Nachdem die Schweizer Regierung am 9. April 1941 nach dem Einmarsch deutscher und italienischer Truppen in Griechenland zur Sicherung der Versorgung des Landes mit Gütern aus Übersee mittels Not-Verordnung ein eigenes Seeschiffregister gegründet hatte, stellte die Eignerin das Schiff unter die neutrale Flagge der Schweiz. Im Hafen von Savona wurde am Samstag, dem 19. April 1941, mittags um 12 Uhr an Stelle der Flagge Panamas die Schweizer Flagge gehisst. Allerdings fand der offizielle Eintrag erst am 24. April 1941 statt. Neuer Heimat- und Registerhafen wurde Basel. Die «CALANDA» war damit das erste Schiff, das im Register der Schweizer Seeschiffe eingetragen wurde. Kapitän war der Holländer Pieter Kommer Kwak. Das schweizerische Rufzeichen war HBDA.
Nach dem Krieg wurde das Schiff am 12. Dezember 1946 an die dänische Dampskibsselskab Hetland A/S für 55'000 £ verkauft und in «STORAA» umbenannt. Das Management übernahm T. Basse, København. Das Rufzeichen war jetzt: OXEJ.
Im August 1949 wurde die John Manners & Co. Ltd., Hongkong, neue Eignerin. Sie gab dem Schiff den Namen «SAN ROBERTO» und registrierte es wieder unter der Flagge Panamas. Rufzeichen: HORF.
1950 ist der Dampfer unter demselben Namen an die Wallem & Co. Ltd., Panama, verkauft und in das Management der Reederei John Manners & Co. Ltd., Hongkong gegeben worden. Am 15. Mai 1951 hat das Schiff auf Grund einer Begegnung mit einem unbekannten Unterwasserobjekt leckgeschlagen und ist auf Grund gesetzt worden um ein Sinken zu verhindern, konnte aber bereits am folgenden Tag wieder freigeschleppt und abgedichtet werden.
1952 erfolgte ein weiterer Verkauf an die San Roberto Steamship Co. S.A., Panama, welche das Management an die John Manners & Co. Ltd., Hongkong, übertrug.
Ende 1952 lief das Schiff mit einer Leckage in Keelung (Formosa) ein und wurde dort provisorisch abgedichtet, so dass es zur Löschung der Erzladung nach Yawata (Japan) auslaufen konnte. Am 4. Januar 1953 traf es in Hongkong ein. Am 17. Januar 1953 wurde schliesslich mit seiner Verschrottung begonnen.