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"Big Blue" gibt bekannt, dass Jim Whitehurst, langjähriger Red-Hat-CEO und später IBM-Top-Manager, von seiner Rolle als IBM President zurücktreten wird. Er hatte dieses Amt erst vergangenes Jahr übernommen.
In der Ankündigung gibt IBM keine Gründe für Whitehursts Rücktritt bekannt, schreibt aber, er habe eine Schlüsselrolle beim 34-Milliarden-Dollar-Deal und der späteren Integration von Red Hat und IBM innegehabt. "Jim hat massgeblich dazu beigetragen, die Strategie von IBM zu formulieren, aber auch sicherzustellen, dass IBM und Red Hat gut zusammenarbeiten und dass unsere Technologieplattformen und Innovationen unseren Kunden Mehrwert bieten", so IBM-CEO Arvind Krishna.
Whitehurst werde dem Unternehmen als Senior-Berater erhalten bleiben. US-Medien stellen die Frage, warum er nach so kurzer Zeit in seinem Amt geht und was er als Nächstes zu tun gedenkt. Es könnte sein, schreibt 'Tech Crunch', dass sich Whitehurst bei der Übernahme von Red Hat für eine gewisse Zeit verpflichten lassen habe, und dass diese Frist nun abgelaufen sei.
Aber der Schritt sei überraschend, sagt ein Analyst zu 'Tech Crunch'
, da Whitehurst von vielen als Nachfolger von Krishna als IBM-CEO gehandelt wurde. Krishna folgte im April 2020 als IMB-CEO auf Ginni Rometty
. Gleichzeitig gab es für Whitehurst die neue Rolle des IBM President. Seine Erfahrung in den Bereichen Cloud und kognitive Software wurde als Ergänzung zu Krishna, einer langjährigen IBM-Führungskraft, gesehen.
Einen Nachfolger für Whitehurst gibt "Big Blue" nicht bekannt.
Ein zu grosser kultureller Graben?
Der Abgang von Whitehurst lasse aufhorchen, schreibt 'CRN' mit Berufung auf amerikanische IBM- und Red-Hat-Partner. Der Entscheid sei ein Zeichen des kulturellen Konflikts
zwischen der "schnellen und agilen Open-Source-Kultur von Red Hat" und der "langsameren, bürokratischeren IBM-Kultur", so ein Partner gegenüber dem US-Magazin. Offen sei auch, wie es um die Integration von Red Hat steht. Die entscheidende Frage sei, wer diese nun weiter vorantreiben soll.
Whitehursts Abgang sei "enttäuschend", so ein weiterer US-Partner zu 'CRN'. Denn IBM würde mehr Leute von "ausserhalb der IBM-Blase" brauchen. "Das ist ein grosser Verlust für IBM", wird ein anderer Partner zitiert
. "Jim Whitehurst hat Red Hat aufgebaut. Warum ist er gegangen? Haben sie wirklich im Griff, was sie mit Red Hat zu tun versuchen? Das hinterlässt eine Menge Ungewissheit über die IBM-Red-Hat-Strategie."
Die Aktien von IBM fielen um mehr als 4,6%, nachdem bekannt wurde, dass Jim Whitehurst 14 Monate nach seinem Amtsantritt als Präsident zurückgetreten ist.
Weitere Management-Änderungen bei IBM
IBM gibt Whitehursts Abgang im Rahmen einer ganzen Reihe von personellen Änderungen bekannt. Dazu gehören:
- Roger Premo, der ein neu gebildetes Business-Development-Team leiten wird. Das Team werde in die Unternehmensstrategie integriert und an Senior Vice President Jim Kavanaugh berichten wird
- Bridget van Kralingen tritt von ihrer derzeitigen Rolle als Senior Vice President Global Markets zurück. Sie werde noch ein Jahr für Special Projects beim Unternehmen bleiben und sich dann von IBM zurückziehen.
- Rob Thomas wird zum Senior Vice President Global Markets ernannt. Er ist seit Ende der 1990er-Jahre bei IBM tätig, unter anderem im Engineerings- und Analytics-Bereich.
- Tom Rosamilia, seit fast vier Jahrzehnten bei IBM, wird neuer Senior Vice President Cloud and Cognitive Software.