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Schimmel in der Cortisonflasche
Pilzinfektionen sind seltene Komplikationen von Kortison-Injektionen welche zur Behandlung von chronischen Schmerzen erfolgen.
Im NEJM von dieser Woche sind zwei Studien bezüglich der kontaminierten Methylprednisolonpräparate in den USA in 2012 publiziert. Initial erkrankte ein 56-jähriger, nicht immunsupprimierter Patient an einer Aspergillen-Meningitis, der 46 Tage zuvor eine epidurale Kortison-Injektion wegen Rückenschmerzen erhalten hatte. Im Verlauf derselben Woche identifizierte das CDC weitere sieben Patienten mit einer Meningitis, vier davon erlitten im Verlauf noch einen cerebrovaskulären Insult. Alle sieben Patienten hatten im selben Ambulatorium eine Kortison-Injektion erhalten. Alle Kortisonpräparate stammten aus demselben "Compounding center", welches, wie der Name sagt, die Medikamente auf die Patienten zugeschnitten selber zusammenmischt. Im Verlauf zeigte sich, dass noch ungeöffnete Flaschen derselben Lotnummer mit einem Pilz kontaminiert waren.
Gefunden wurde Exserohilum rostratum, ein wunderschöner. dunkelfarbiger Pilz, der hauptsächlich im Boden und auf Pflanzen in warmen Gefilden vorkommt. Bei Immunkompetenten sind die meisten Infektion lokalisiert (Haut, Sinus, Cornea), bei Immunsupprimierten kann es zu invasiven Infektionen führen. Während dieses Ausbruchs erkrankten insgesamt 749 Patienten wobei 61 Patienten (8%) verstarben (attack-rate 5.5/100 exponierten Personen). Ca 1/3 der Patienten präsentierten sich mit einer Meningitis, gut 1/3 mit einer spinalen- oder paraspinalen Infektion, 20% mit einer Kombination von beiden, 4% mit einer periphere Arthritis. Wie der Pilz in das ZNS gelang, bleibt unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Infektion per continuitatem, wobei die Injektion mit Kortison die Intensität der Symptome vermindert und auch für die lange Inkubationszeit verantwortlich war. Der klinische Verlauf war sehr unterschiedlich: von subklinisch bis fulminant, wobei kein klarer Hinweis auf eine hämatogene Streuung gefunden werden konnte.
Zusammenfassend zeigt der Ausbruch die Wichtigkeit der sauberen Präparatherstellung und die Konsequenzen, die ein solcher Ausbruch logistisch, finanziell und in Bezug auf das Patientenleidens haben kann.