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Rätisches Museum
Museum retic
Museo retico
Objekt des Monats Mai 2021
Datierung: 18. Jh.
Herkunft: Chur
Inventarnummer: H1981.550
Dutzende Leintücher, Bettanzüge, Tischdecken, Servietten, Handtücher, Schürzen, dazu Geschirr und Silberbesteck: Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war es üblich, dass die Braut eine Grundausstattung für den zukünftigen Haushalt in die Ehe einbrachte. Junge Mädchen arbeiteten meist jahrelang an der Herstellung ihrer «Aussteuer», die ergänzt wurde mit gekauften oder von der Verwandtschaft geschenkten Gegenständen. Vor dem Aufkommen der Waschmaschinen war es wichtig, eine genügend grosse Anzahl Leintücher und andere sogenannte «Weisswäsche» zu besitzen, denn sie wurden nur zweimal im Jahr gewaschen.
Die Wäsche war mit kunstvollen Bordüren, Spitzen und Stickereien verziert und mit dem Monogramm der Braut versehen. So sollte die Aussteuer auch die Geschicklichkeit und den Fleiss der zukünftigen Ehefrau unter Beweis stellen. Wohlhabende Familien verpflichteten dafür allerdings gerne auch Näherinnen und Stickerinnen im Taglohn. Vor der Hochzeit wurde das Brautgut, zu dem auch Truhen, Schränke und ein Spinnrad gehörten, zum Haus des Bräutigams gefahren.
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