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Das Schlösschen der von Werra in Galdinen in Leuk bat eine bewegte Geschichte hintersich. Bis ins 11. Jahrhundert zurück reichen die ältesten Mauern. Aus dem Kernbau prägten nachfolgende Generationen und Besitzer durch bauliche Erweiterungen die heutige Architektur dieses prachtvollen Herrensitzes, eines schlossartigen Baukomplexes mit unmauertem Hof.
Die archäologischen Untersuchungen haben mehr als ein Dutzend An- und Umbauphasen ergeben. Bei jeder Erweiterung wurde die Bausubstanz verändert: Durchgänge und Fenster geöffnet oder geschlossen, äussere Aspekte dem jeweiligen Zeitgeist oder der Zeitströmung geopfert.
Wohnturm (Meierturm) des 11./13.. Jahrhunderts.
Der Kernbau aus der Zeit der Romanik mit den Ausmassen 10,5 x 8.75 m diente als Wohnturm und ist von seiner Bauart her mit übergeordneten weltlichen und kirchlichen Funktionen in Verbindung zu bringen. Er soll mehrmals aufgestockt worden sein
Kantholzbau des Franz Habundanc, 1505.
In Form eines Kantholzblockbaus erhielt der Wohnthurm eine Erweiterung. Eine Inschrift in gotischen Buchstaben auf einem Deckenbalken in der Stube des Erdgeschosses weist Franz Habundanc als Burger und gewesener Meier von Leuk als Auftraggeber im Jahre 1505 aus. Erschlossen wurde dieser Kantholzbau durch eine neue Treppenhauslösung, die möglicherweise anstelle des heutigen sechseckigen Turmes gestanden hatte.
Mayorshof von Junker von Werra 1517-1532
Junker Johannes von Werra, der Prächtige oder Grosse genannt, erwarb von den Töchtern des Franz Habundanc den Besitz in Leuk. Unter ihm erhielt der Gebäudekomplex seinen repréisentativen Charakter. Mit seiner Gattin Aegidia Majoris (in erster Ehe) und Juliana Patrici (einer reichen Witwe in zweiter Ehe) baute er von 1517 bis 1532 einen seinern Status angemessenen Adelssitz der in zeitgenössischen Dokumenten als"magna aula ... in prato majoris" erscheint und im Volksmund der Mayorshof genannt wurde.
Der prachtliebende Junker war eine hervorragende, ausserordentlich gebildete Persönlichkeit, weitsichtig als Politiker, verehrt als Truppenführer, angesehen über die Landesgrenzen hinaus wegen seines Reichtums und der Fülle seiner Macht, Alle hohen Ämter, die seine Heimat zu vergeben hatte, bekleidete er im Verlauf seines bewegten Lebens: Junker und Mitherr von Zermatt, Meier von Leuk, Landtagsabgeordneter, fùr das Unterwallis und Landeshauptmann.
Sechseckiger Turm und Rittersaal.
Junker Johannes liess den sechseckigen Turm mit seinen eleganten Kielbogenfenstern erbauen, der die neuen Räumlichkeiten des Keller-, Erd- und Obergeschosses erschloss. Der Gebäudekomplex erhielt auch einen nordseitigen Anbau: den grossen Empfangssaal (Rittersaal) mit einem prachtvollen gotischen Cheminée mit dem Allianzwappen Werra-Patrici. Empfangssaal und die diagonal gegenüberliegende Stube mit dem gotischen Täfer und eine grosse Stube im Norden waren eindrucksvolle Repräsentationsraume des aufblühenden Herrensitzes. Auch der Riegelbau dürfte aus dieser Zeit stammen. Johannes von Werra versah seinen Stammsitz zudem mit einer zinnengeschmückten Ringmauer und einem malerischen Pfefferturmchen, das heute noch durch seine Eleganz besticht.
Landsitz Matthäus von Werra,1626.
Unter Matthäus von Werra, Landvogt von Monthey und Hauptmann ni franzözischen Diensten, und seiner Gemahlin Catherina, Tochter des Landeshauptmaniis Niklaus, erhielt der Landsitz 1626 sein burgartiges Aussehen durch den nordseitigen Ausbau: den grossen Viereckturm rnit dem Walmdach und de anliegenden Treppenturm, den hohen Stucksaal, die Kreuzgewölbe, die wertvolle Holzgalerie sowie den Abtritterker. Zudem erhielt die bestehende grosse Stube ein kostbares Renaissancetäfer. Besonders erwähnenswert sind auch die reichgestalteten Eingangstüren mit den barocken Tuffsteinumrandungen, die kunstvollen Schmiedeeisen- arbeiten, die reich ornamentierten Wappen Werra-Kalbermatten (Steinkartuschen) und nicht zuletzt die Kreuzstockfenster, die gotischen Fenstergruppen und die verträumten Innenhöfe.
1986-1992 Restaurierung des Landsitzes unter Aufsicht der eidgenössischen und kantonalen Denkmalpflege.
Cet ensemble, hors des murs du bourg, comprend deux bâtiments contigus; on y pénètre par une large porte cochère flanquée d'une tour qui ouvre sur la cour enclose de hautes murailles. La partie la plus ancienne, au sud-est, est constituée par une forte tour quadrangulaire à laquelle est accolée une tour hexagonale qui renferme la cage d'escalier (1532). Au premier étage, une salle abritait autrefois une cheminée monumentale dont la hotte, ornée d'une élégante dentelle gothique porte les armes Werra et Patrici avec la date 1532. La seconde partie a été construite au XVIIe siècle.
Pour l'histoire de la famille, voir sous le château de Susten
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Bibliographie