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Nach 2008, wo Schneisingen das Zeitfahren sowie die letzte Etappe organisierte, kommt der GP Rüebliland wiederum in das radsportbegeisterte Schneisingen, dem Heimatort von Silvan Dillier (Alpecin-Fenix). Stian Saugstad aus Norwegen siegte im Einzelzeitfahren und der Schweizer Cyrille Thiery gewann die Schlussetappe sowie den GP Rüebliland 2008. In diesem Jahr wird der GP Rüebliland in Schneisingen eröffnet.
Schneisingen ist eine Gemeinde im Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Zurzach und liegt an der Grenze zum Kanton Zürich sowie rund fünf Kilometer südlich der Grenze zu Deutschland. Die Gemeinde liegt in einem zwei Kilometer langen Seitental der Surb, das von eiszeitlichen Schotterterrassen umgeben ist.
Schneisingen besteht aus mehreren Ortsteilen, die locker zusammengewachsen sind und der Gemeinde eher den Charakter einer Streusiedlung verleihen. Von der südöstlichen Ecke des Gemeindegebiets in Richtung Nordwesten sind dies Hüniken (445m), Unterschneisingen (460m), Mittelschneisingen (493m) und Oberschneisingen (531m). Nicht mit diesen Ortsteilen verbunden ist der Weiler Widen (475m), der rund einen Kilometer von Oberschneisingen entfernt unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Lengnau liegt. Das Gelände westlich des Seitentals besteht aus dem sanften Abhang der Egg (600m) zwischen Oberschneisingen und Widen. Daran schliesst sich die weitläufige Hochebene des Bowalds an, die eine Höhe von 607 Metern erreicht. Ganz im Norden besitzt Schneisingen einen kleinen Anteil am Tal des Chrüzlibachs, der bei Rekingen in den Hochrhein mündet. Das Gelände östlich des Seitentals ist wesentlich steiler und steigt zum 596 Meter hohen Schüliberg an, der ebenfalls eine Hochebene aufweist.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 826 Hektaren, davon sind 348 Hektaren bewaldet und 85 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 611 Metern beim Schüliberg im Gebiet Platten, der tiefste auf 440 Metern an der Surb. Nachbargemeinden sind Wislikofen und Siglistorf im Norden, Niederweningen im Osten, Ehrendingen im Süden, Lengnau im Westen sowie Böbikon im Nordwesten.
Fundgegenstände deuten darauf hin, dass die Gegend schon während der Römerzeit besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung von Sneisanch erfolgte im Jahr 1113. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Sneisunwang und bedeutet «Abhang bei der Schneise». Die Edlen von Waldhausen stifteten damals die Propstei Wislikofen und schenkten dem Kloster St. Blasien zu diesem Zweck umfangreichen Grundbesitz in der Region. Nachdem die Freiherren von Regensberg und später das Bistum Konstanz für einige Jahrzehnte die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt hatten, kam diese schliesslich ebenfalls zum Kloster. Die Blutgerichtsbarkeit und die Landeshoheit lagen zunächst bei den Grafen von Kyburg, ab 1273 bei den Habsburgern. Die Eidgenossen eroberten 1415 den Aargau und Schneisingen gehörte fortan zum Amt Ehrendingen der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft. 1681 verpfändete das Kloster die niedere Gerichtsbarkeit an die Familie Schnorf aus Baden, die ein repräsentatives Wohnhaus errichten liess und bis 1798 sämtliche Untervögte stellte. Vier grosse Brände in den Jahren 1771, 1773, 1780 und 1785 richteten erheblichen Sachschaden an. Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Schneisingen war zunächst eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden, seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.
Seit der Zeit der Helvetik befindet sich im Bowald nördlich von Oberschneisingen ein Alpenrosengarten, was im Tafeljura einmalig ist. Der Sage nach sollen die Samen von Flüchtlingen aus Nidwalden hierher gebracht worden sein, als sie vor Napoleons Truppen flohen. Seit 1874 steht der Alpenrosengarten unter Naturschutz. Noch heute wird Schneisingen oft auch als «Alpenrosendorf» bezeichnet. 1891 erhielt Schneisingen einen Anschluss ans Eisenbahnnetz, als die Wehntalbahn von Dielsdorf nach Niederweningen eröffnet wurde; der Bahnhof steht exakt an der Gemeindegrenze. Der Weiterbau als Surbtalbahn durch das Surbtal nach Döttingen kam nie zustande und musste 1937 endgültig zu den Akten gelegt werden. Die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts stoppte den Bevölkerungsrückgang. Neben dem Bahnhof entstand ein Teil der Niederweninger Maschinenfabrik Bucher. Allein seit 1970 hat die Bevölkerungszahl um mehr als zwei Drittel zugenommen.