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Die Story stammt von einem renommierten, glaubwürdigen Finanz-Journalisten. David Rothnie heisst der Autor in London, der Brisantes im Branchenmedium GlobalCapital publiziert.
Nämlich, dass Robert „Bob“ Diamond, legendärer Barclays-CEO, Retter der Lehman Brothers-Reste in der Grossen Finanzkrise vor 14 Jahren, in die CS First Boston investieren könnte.
Diese umfasst die übrig gebliebenden Teile der CS Investmentbank. Diamond soll gemäss dem Artikel mit seiner eigenen Atlas Merchant Capital überlegen, sich an der CS First Boston zu beteiligen.
Laut einem Insider wäre das „ein erster Schritt Richtung Hoffnung“. Diamond gelte in der Welt des Geldes als Schwergewicht, ihm würde Grosses zugetraut.
Der 71jährige Amerikaner kennt die CS Investmentbank aus eigener Erfahrung. Nach langen Jahren bei der Morgan Stanley ab Anfang der 1970er Jahre gehörte er von 1992 bis 1996 zur Credit Suisse First Boston.
Die Investmentbank der Schweizer Grossbank trug schon damals diesen Namen, erst später wurde sie dann umbenannt. Nun hat die Spitze am Paradeplatz den alten Namen wieder hervorgekramt.
Diamonds Gesellenstück war die Integration der „Trümmerteile“ der zusammengekrachten US-Investmentbank Lehman Brothers.
Im historischen Oktober 2008 wollte der Barclays-CEO zuerst die ganze Wallstreet-Bank übernehmen, doch die UK-Aufsicht erachtete das Vorhaben als zu riskant.
In der Folge schnappten sich Diamond und seine „Lieutnants“ jene Bereiche, auf die sie ein Auge geworfen hatten.
Innert weniger Wochen kamen gegen 15’000 Ex-Lehman-Investmentbanker zur Barclays, hauptsächlich am Standort New York.
Die militärisch durchführte Operation machte aus der Barclays eine grosse Investmentbank. Zu den führenden Goldman Sachs und JP Morgan konnte sie allerdings nicht aufschliessen.
Laut dem Gesprächspartner verfügten Diamond und weitere langjährige Weggefährten über die nötigen Beziehungen, um in „no time“ Kapital in Milliardenhöhe aufzutreiben.
Käme es zu einer grösseren Beteiliung von Diamonds Atlas Merchant Capital, würde die CS möglicherweise aus der operationellen Verantwortung gelangen; dies, falls sie nur noch eine Minderheit an der First Boston hätte.
Die Risiken für die schlingernde Nummer 2 der Schweiz würden auf einen Schlag massiv abnehmen.
Die Rolle eines anderen Ex-CSFB-Manns wäre abzuwarten: jene von Josef „Joe“ Ackermann. Der brach kürzlich in der NZZ eine Lanze für die viel gescholtene Investmentbank „seiner“ alten Credit Suisse.
„Man kann den Schritt ins Investment-Banking aus Sicht der Tradition zwar bedauern“, führte Ackermann aus, der die CS bis Mitte der 1990er Jahre prägte und danach die Deutsche Bank nach Wall Street führte.
„Aber er war absolut richtig. Wenn die SKA hauptsächlich Vermögensverwalterin geblieben wäre, dann gäbe es heute wohl keine Credit Suisse mehr.“
Kritiker sehen in Ackermann eher das Problem als die Lösung. Nach seinem Abgang vor 10 Jahren erlitt die Deutsche Bank massive Verluste, die auch aus dem Investment Banking stammten.
Ackermann, Diamond und weitere Ex-CS-Grössen könnten einen Plan mit der CS First Boston verfolgen. Der neue Finanzchef Dixit Joshi, der von der Deutschen Bank zu den Schweizern gestossen ist, war von 1995 bis 2003 bei der CSFB.
Und von 2003 bis 2010 bei der Barclays Capital; zur Zeit also, als Bob Diamond das Zepter an der Themse schwang.