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Mit diesem Kapitel beginnen wir die Dokumentation der Anlagen in der Zentralschweiz, welche mit Bezug des Reduits erstellt wurden. Die Anlagen in diesem Raum entstanden während des Zweiten Weltkriegs,
als die Armee ins Reduit befohlen wurde.

Der Marsch ins Reduit
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs befahl General Guisan die Armee in die so genannte "Linthstellung". Die Armee sollte einen Angriff von Norden entlang der Linie Sargans - Walensee - Linth - Zürichsee
- Limmat - Hauenstein Gempenplateu "sans esprit de retour" halten und verteidigen. So begann zwischen 1939 und 1940 ein Festungsbau primär entlang dieser Linie. Nach der Schlacht um Frankreich und dem
Kriegseintritt Italiens änderte sich die Situation Grundlegend. Die Schweiz war nu nicht nur von Norden bedroht, sondern von allen Seiten. General Guisan musste reagieren und tat dies. Mit dem
Operationsbefehl Nummer 12 vom 17. Juli 1940 befahl der Oberbefehlshaber das Gros der Armee in das "Reduit National". Er nahm die Armee mit Ausnahme der Grenzbrigaden - welche weiterhin die Grenzen zu
schützen hatten, damit die Armee ungestört mobilisieren konnte - und Leichten Brigaden - welche den Verzögerungskampf im Gelände zwischen Grenze und Reduit zu führen hatten - in den Alpenraum zurück,
um dort als geballte Kraft in alle Richtungen einsetzten zu können.
Mit diesem Entschluss wurden zahlreiche Festungsbauprojekte, welche ausserhalb des Reduits lagen und zum Teil schon ausgeführt wurden, gestoppt. Es galt die Prioritäten neu zu setzten. Mit Bezug des
Reduit sollte im Raum Zentralschweiz in erster Priorität der Übergang vom Zürichseegebiet über die Shil in die Innerschweiz verhindert werden. Ein Durchbruch von mechanisierten Mitteln und Infanterie
sollte durch Sperranlagen und Bunker im Raum Schindellegi, Etzel und Raum Wägithal verhindert werden. Durch Anlagen im Raum Biberbrugg, Altmatt, Shilsee und Oberarth sollte die nötige Tiefe geschaffen
werden. Erstellt wurden diese Anlagen unter der Leitung der 6. und 7. Division, welche in diesem Gebiet eingesetzt waren.
Die Sperre Schindellegi und Biberbrugg
Im Raum Schindellegi (1. Linie) und Biberbrugg (2. Linie) entstand auf relativ kleinem Raum zwischen 1941 und 1942 eine grosse Anzahl von unterschidlichsten Anlagen. Eine Besonderheit waren die vier
Panzerabwehrbunker, welche mit jeweils einer 7.5 cm Kanone 03 auf Hebelafette bewaffnet waren. Diese Bewaffnung war nur während das Aktivdiensts in den Bunkern eingebaut. Nach dem Krieg wurden die Bunker
umgebaut auf 4.7 cm Pak 41 auf Pivotlafetten. Diese wurden dann in den 1960er Jahren wie überall durch 9 cm Pak 50/57 ersetzt.
Neben der Sperre Schindellegi und Biberbrugg entstand noch bei Schwantenauwald der Stützpunkt Schwantenau. Dieser bestand aus sieben Kleiunterständen und einem MG Bunker beim Altberg. Aufgabe der Truppen
in diesen Anlagen war es, einen Durchbruch von Infanterie aus dem Raum Büel über den Shilgraben zu verhindern.
Kartenausschnitt Sperre Schindellegi und Biberbrugg (1:25'000)
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Übernahme der Bunker durch die Stiftung Schwyzer Festungswerke
Nach dem Krieg wurden die Anlagen dieser Sperren durch die neu gegründete Reduit Brigade 24 übernommen und durch deren Truppen bis zu ihrer Entklassifizierung 1995 weiter betrieben. Die Stiftung Schwyzer
Festungswerke erkannte die Bedeutung dieser Anlagen und sicherte sich zwei Bunker. Es sollte jeweils ein MG und ein Panzerabwehr-Bunker wieder hergestellt und erhalten werden. Damit jedoch nicht genug.
Die Mitglieder der Werkgruppe Etzel - welche die Anlagen bei der Schindellegi betreuen - haben in monatelanger harter Arbeit die Pivotlafette herausgesprengt und wieder eine 7.5 cm Kanone 03 auf Hebelafette
eingebaut. Die Kanone wurde aus einem anderen Werk ausgebaut und mit dem Helikopter eingeflogen. So konnte dieser Bunker wieder in den Zustand versetzte werden, wie er während dem Aktivdienst ausgerüstet war.
Wir hatten das grosse Vergnügen, auf Einladung der Werkgruppe Etzel, diesen speziellen und einmaligen Bunker A7147 von Innen zu fotografieren. Zusammen mit dem MG Bunker A7149 stellt diese Anlage einen
ganz besonderen Zeitzeugen des Schweizerischen Festungsbaus dar. Jeder der sich für diese Thematik interessiert und einen seltenen Bunker wieder voll ausgerüstet sehen möchte, sollte sich mit der Werkgruppe
Etzel (Email: <email-pii>) für einen Besichtigungstermin in Verbindung setzten.
An dieser Stelle danken wir der Stiftung Schwyzer Festungswerke und unserem Führer Didi herzlichst für die Möglichkeit, dieses wunderschön restaurierte Werk besuchen und fotografieren zu dürfen.

Kapitel Hauptseite
Sperrestelle
Schindellegi Ost
Sperrestelle
Schindellegi West
Sperrestelle Schindellegi
A7149 Innen
Sperrestelle Schindellegi
A7147 Innen
Sperrestellen
Biberbrugg und Altberg