Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/200419

<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) wäre bei einer Ausrüstung aller Fahrzeuge mit lärmarmen Reifen eine wesentliche Verbesserung der Lärmsituation möglich (würde einer Halbierung des Verkehrs entsprechen).</p><p>Dazu stellen sich die folgenden Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass lärmarme Reifen wesentlich zur Verbesserung der Lärmsituation auf den Strassen beitragen können?</p><p>2. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, über die bereits bestehenden Instrumente der Kommunikation hinaus lärmarme Reifen zu fördern? </p><p>3. Könnte er sich vorstellen, dafür auch Mittel zu verwenden, die der Bund für die Lärmsanierung von Strassen vorgesehen hat?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz ist am Tag jede siebte und in der Nacht jede achte Person übermässigem Strassenlärm ausgesetzt. Das entspricht einem Anteil von rund 14 Prozent der Bevölkerung. Mit Massnahmen an der Quelle - etwa durch den Einbau lärmarmer Strassenbeläge, die Verwendung leiser Reifen und Geschwindigkeitsbegrenzungen - kann der Strassenlärm deutlich vermindert werden.</p><p>Das nationale Modell für die Strassenlärmberechnung (vgl. sonbase: Potential verschiedener Strassenlärmmassnahmen - Abschlussbericht vom 23. November 2018) erlaubt es, das Potenzial verschiedener Massnahmen an der Quelle zur Verminderung des Strassenlärms abzuschätzen. Daraus geht hervor, dass der Grossteil der Bevölkerung vor schädlichem und lästigem Strassenlärm geschützt werden könnte, wenn diese Massnahmen an der Quelle miteinander kombiniert und flächendeckend umgesetzt würden. Die Berechnungen anhand des Modells können als Grundlage für die Priorisierung der Massnahmen dienen. Allerdings muss die praktische Umsetzung der Massnahmen auf die jeweilige Situation abgestimmt werden.</p><p>1. Gemäss dem obenerwähnten Berechnungsmodell könnte durch den flächendeckenden Einsatz leiser Reifen das Rollgeräusch um mindestens 2 Dezibel gesenkt werden. Diese potenzielle Lärmreduktion würde eine spürbare Verbesserung bewirken und die Lärmbelastung für alle Anwohnerinnen und Anwohner verringern.</p><p>Zum Vergleich: Mit lärmarmen Strassenbelägen und einer Temporeduktion (welche heute und in der Regel die kostengünstigste Lösung darstellt) kann der Lärm um durchschnittlich 3 Dezibel reduziert werden. Dies entspricht einer Halbierung des Verkehrs.</p><p>2. Im Zuge der Einführung der Reifenetikette hat der Bund (Bundesämter für Umwelt, für Strassen und für Energie) zusammen mit Branchenverbänden (Touring Club Schweiz, Auto Gewerbe Verband Schweiz und Reifen-Verband der Schweiz) von 2012 bis 2015 eine Informationskampagne durchgeführt, um die Konsumentinnen und Konsumenten auf dieses neue Informationsangebot und namentlich auf den durch Reifen verursachten Lärm aufmerksam zu machen.</p><p>Der Nationale Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung, der am 28. Juni 2017 vom Bundesrat verabschiedet wurde, sieht ebenfalls Sensibilisierungsmassnahmen sowie eine Beurteilung der Förderung von leisen Reifen aus wirtschaftlicher Sicht (Kosten-Nutzen-Verhältnis) vor. Die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Massnahmen zur Förderung leiser Reifen in der Schweiz - wie beispielsweise Branchenvereinbarungen oder gezielte Informationskampagnen - werden im Rahmen einer derzeit laufenden Studie des Bundesamtes für Umwelt untersucht.</p><p>3. Die Beiträge, die der Bund derzeit den Kantonen für die Verringerung des Strassenlärms gewährt, sind für die Lärmsanierung von Strassen bestimmt, also für bauliche Massnahmen. Die geltende Rechtsgrundlage (Art. 50 des Umweltschutzgesetzes; SR 814.01) schliesst eine Beteiligung des Bundes an den Kosten für leise Reifen im Rahmen der Strassenlärmsanierung aus.</p>  Antwort des Bundesrates.