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Genferseeregion
La Grange
Parc La Grange
Genf/ GE
Viel Rosen, viel Himmel, viel See
Vor den Toren der Stadt Genf liegt ein ganzer Gürtel von grosszügigen Parkanlagen. Die wohl eindrücklichste ist die von La Grange. Sie liegt auf altem Kulturboden, denn archäologische Ausgrabungen belegen, dass es hier schon um 4500 v. Chr. menschliche Besiedlungen gab. Und im ersten Jahrhundert soll auf dem Gelände ein römisches Gut gestanden haben.
Das heutige Anwesen La Grange wurde in den 1660er Jahren von Jacques Franconis geschaffen. 1706 wechselte der Besitz zur Bankiers-Familie Lullin, welche dann in den 1770er Jahren ein französisches Herrenhaus mit Nebengebäuden errichtete. Zudem wurde ein französischer Park mit gerader Zufahrt vom See her angelegt.
Im Jahr 1800 erwarb der Genfer Reeder François Favre, der sein Vermögen mit dem Orienthandel gemacht hatte, La Grange. Seine Nachkommen liessen Mitte des 19. Jahrhunderts die ursprünglich barocke Anlage in einen englischen Landschaftspark umwandeln. Auch das monumentale Eingangsportal sowie die gemauerte Pergola mit der kleinen Bacchus-Statue stammen aus dieser Zeit.
William Favre legte dann im oberen Teil einen Alpengarten und einen See an, womit eine Landschaft des Genfer Hausbergs Salève rekonstruiert wurde. 1918 vermachte er den Park der Stadt Genf, welche ihn der Öffentlichkeit zugänglich machte. 1945/46 schuf die Stadt im unteren, nördlichen Teil des Parks einen beeindruckenden Rosengarten. Den Anlass dafür bot ein internationaler Wettbewerb für neue Rosensorten im Jahr 1947.
Effektvoll inszeniert
Von der Anhöhe aus bietet sich ein betörender Blick über die Weite des Parks hinunter zum Genfersee. Und es breitet sich ein Füllhorn von Eindrücken aus: imposante alte Bäume, die wohl platziert wurden, Wege und Sichtachsen, die zu wahren Augen-Schmeicheleien werden. Alles sehr weitläufig und mondän zelebriert. Das auf einer Rasenfläche angelegte Théâtre de Verdure veranstaltet im Sommer Gratiskonzerte. Und über die Kronen der exotischen Bäume schaut man auf den immer bewegten Scheitelpunkt der Genfer Fontaine.
Im oberen Teil wird La Grange von einem Herrenhaus dominiert, umgeben von Blumenarrangements und einem Springbrunnen. Von dort fällt eine Rasenfläche sanft gegen den See ab. An beiden Seiten wird sie durch mächtige Bäume eingerahmt und scheint unten direkt in den See überzugehen.
Das Zentrum hingegen bildet heute der Rosengarten, der 1945/46 nach Plänen von Armand Auberson angelegt wurde. Bemerkenswert ist, dass damit in den Landschaftspark die geometrische Linie zurückkehrte. In einem gross dimensionierten Achteck entfalten sich etwa 200 unterschiedliche Arten. Und am jährlichen „Concours international de roses nouvelles“ präsentieren Rosenzüchter aus aller Welt hier ihre neuen Sorten. Die rund 12’000 Rosenstöcke gedeihen in einer gegliederten Harmonie von Terrassen mit Wasserbecken, Trockensteinmauern, Pergolen und Natursteintreppen.
Immer wieder gewinnt man den Eindruck, dass hier meisterlich inszeniert wurde und über allem eine Grandezza mit vielen sinnlichen Reizen liegt. Selbst die Tür, die den Park unten am See mit dem benachbarten Parc des Eaux-Vives verbindet, kann als charmante Fussnote gelesen werden.
Adresse
1207 Genf/ GE, Quai Gustave-Ador
Öffnungszeiten: Sonnenaufgang bis -untergang
Eintritt frei