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Ein Bericht aus Kenya
Ein Ofen ist nicht nur zum Kochen gut
Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenya
Rebecca Wambui ist eine der ersten Begünstigten, die sich über einen verbesserten Ofen freuen kann. Das Ofen-Projekt wurde von der Caritas Kitui subventioniert und von Fastenaktion finanziert. Die verbesserten Öfen verbrauchen beim Kochen im Vergleich zu den traditionellen Drei-Steine-Feuerstellen nur die Hälfte Holz. Dadurch sparen die Familien Zeit (etwa drei Stunden pro Woche) und Geld (etwa 1,20 Franken pro Woche). Das kommt vor allem den Frauen und Mädchen zu Gute, die traditionell für das Holzholen zuständig sind. Im Gespräch erzählte mir Rebecca, dass sie den Ofen nicht nur zum Kochen nutzt: Am Abend stellt sich nach dem Kochen einen Eimer mit Wasser auf den Ofen. Da der Ofen die Wärme optimal speichert, hat sie am Morgen warmes Wasser, um sich zu waschen.
Hunger wird zunehmen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Partnerorganisationen sind trotz der erfreulichen Projektfortschritte besorgt. Grund dafür sind die Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Der Preis für Mais ist aufgrund von pandemiebedingten Lieferengpässen und langanhaltenden Dürren am Horn von Afrika zwischen Januar 2021 und Januar 2022 um 8 Prozent gestiegen. Der Preis für Weizen ist im gleichen Zeitraum gar um 15 Prozent angestiegen. In Kenya werden 4 von 5 Weizenkörnern importiert. «Chapati» (Fladenbrot aus Weizenmehl) und «Ugali» (eine Art Maispüree) sind die Hauptkalorienlieferanten in Kenya. Der plötzliche Stopp der Getreideexporte aus der Ukraine und die Exportbeschränkungen in Russland werden die Lebensmittel verteuern. Gleichzeitig verschlechtert der Anstieg der Treibstoffpreise die Versorgung im Land. Die Menschen in Kenya befürchten, dass die Preise weiter in die Höhe schnellen und die Zahl der Hungernden steigt.
Hilfe zur Selbsthilfe
Die Partnerorganisationen von Fastenaktion unterstützen die Selbstversorgung kenyanischer Familien mit Ausbildungen in agroökologischen, diversifizierten und klimaresistenten Anbaumethoden. Dadurch wird den Familien geholfen, besser mit gesundheitlichen, politischen oder ökologischen Krisen umzugehen.