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Manche Menschen schreiben mit der rechten Hand, andere (zum Beispiel Buchplanet-Chefin Sara Grob und meine Wenigkeit) mit der linken. Linkshänder wurden jahrhundertelang unterdrückt und diffamiert (man denke nur an Ausdrücke wie „linkisch“, „zwei linke Hände“, „Ehe zur linken Hand“). Die linke Hand gilt als unrein und tabuisiert, ein Linkshänder als ungeschickt oder sogar unehrlich… Darüber schreibt Rik Smits in seinem Buch Linkshänder – Geschichte, Geschick, Begabung.
Die Menschen neigen dazu, die Welt in zwei Kategorien einzuteilen (gut und böse, männlich und weiblich, wahr und falsch, Wir und die Anderen, die Rechtgläubigen und die Ungläubigen etc.). Gerade in der Politik hat man mit dieser Schwarzweiss-Malerei erfahrungsgemäss oft grossen Erfolg. Warum sollte man da nicht auch „links“ und „rechts“ einteilen? Und da seit jeher in allen uns heute bekannten Völkern die Rechtshänder bei Weitem in der Mehrheit waren, lag es nahe, „rechts“ (nicht nur sprachlich) mit „richtig“ gleichzusetzen. Diese Ansicht setzte sich in der Sprache, in der Religion und im Aberglauben durch; rechts ist gut, sauber, ehrlich, göttlich – links ist schlecht, schmutzig, verbrecherisch, teuflisch. Sogar in der Kunst kann man dieses Prinzip beobachten. Andererseits symbolisiert die linke Hand aber auch Leben und Gesundheit (auf Michelangelos berühmtem Schöpfungsgemälde empfängt Adam das Leben nicht zufällig mit der Linken).
Robert Baden-Powell schrieb abwechselnd mit beiden Händen, manchmal sogar gleichzeitig; weitere prominente Linkshänder sind Napoleon Bonaparte (daher seine charakteristische Haltung mit der rechten Hand in der Weste), Leonardo da Vinci, Charlie Chaplin, Albert Einstein, Friedrich Nietzsche, Ludwig van Beethoven, Hans Christian Andersen, Julius Cäsar und Paul Klee.