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Das Jahr 2018 war ein Jahr der Extreme und zeichnet sich durch Hitze und Trockenheit während des Sommers aus, sowie durch eine frühe Vegetationsentwicklung. Verschiedene Beobachtungen zeigen, dass 2018 für die Buchen vermutlich ein Mastjahr war, das sich aber wegen der Sommertrockenheit nicht vollständig ausprägen konnte. Die Auswirkungen der Samenproduktion auf die Biomasse sind bis heute nicht geklärt. Ziel dieses Projektes ist, Antworten auf folgende Fragen zu finden:
- Welchen Einfluss hat der Trockensommer 2018 auf die quantitative Blattentwicklung der Buchen auf den Flächen der Langfristigen Waldökosystemforschung (LWF)?
- Wie wirkt sich die Trockenheit auf die Produktion und die Qualität der Bucheckern aus?
Die während des Vegetationsjahres 2018/19 auf den LWF-Flächen Bettlachstock, Lägern, Lausanne und Schänis gesammelten Streuproben wurden bis April 2019 sortiert und die Daten aufbereitet. Anfang Mai 2019 wurde mit ersten Analysen der Streufall-Datenreihe begonnen. Für die Auswertungen werden vergleichbare Messjahre mit hoher Pollenrate im Frühling ohne darauffolgende vollständige Fruchtentwicklung bezeichnet und mit Jahren mit hoher Pollenrate und nachfolgend hoher Fruktifikationsrate verglichen.
Auf der LWF-Fläche Bettlachstock wurden 2018 sehr wenige Früchte gesammelt, was darauf hinweist, dass eine Bestäubung trotz hoher Pollenkonzentration nicht stattgefunden hat. Auch auf der LWF-Fläche Schänis wurden im Herbst 2018 verhältnismässig wenige Früchte und Bucheckernbecher gesammelt, wobei die Becher mengenmässig stärker überwogen als in den Mastjahren 2011 und 2016. Dies deutet darauf hin, dass auf dieser Fläche die Fruchtentwicklung nicht vollständig ablaufen konnte. Die LWF-Flächen Lausanne und Lägern zeigen keine Auffälligkeiten in der Fruchtentwicklung, in Lausanne war die gesammelte Blattmasse jedoch so klein wie noch nie in der zwanzigjährigen Messreihe.
Jahre mit hoher Pollenrate, aber nachfolgender geringer Fruktifikationsrate, weisen trockenere Bodenverhältnisse von Mitte Juli bis Ende August auf als normale Mastjahre. Dies könnte dazu führen, dass Bäume auf drohenden Wassermangel reagieren, indem sie die Fruchtproduktion abbrechen. Ähnliches kann beim Stammwachstum beobachtet werden, das stark verlangsamt wird, wenn Wassermangel herrscht.