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Faiza Skandrani will, dass die 50-Prozent-Quote auch für die Erstplatzierten der Wahllisten gilt.
Frauen-Rekord im Parlament
In Tunesien sind nach den Wahlen so viele Frauen im Parlament wie nie zuvor: 68 der 217 Abgeordneten sind Frauen.
Der Frauenanteil von 31 Prozent ist höher als beispielsweise in den Abgeordnetenkammern der USA (18 Prozent) und Frankreichs (26 Prozent). Von den Parteien hat die säkulare Wahlsiegerin Nida Tounes den höchsten Frauenanteil mit 42 Prozent (36 von 86 Sitzen) vor der islamischen Ennahda mit 38 Prozent (26 von 69 Sitzen).
Frauenquote für Wahllisten
Für die Wahllisten galt eine Frauenquote von 50 Prozent. Frauen und Männer mussten sich auf den Wahllisten abwechseln. Parteien, welche diese Vorgaben nicht erfüllten, konnten nicht an der Wahl teilnehmen. Doch die Quote galt nicht für die Spitze der Wahllisten. Nur 148 von landesweit über 1300 Wahllisten führten Frauen an (12 Prozent). Für die Kandidatinnen war dies ein entscheidender Nachteil, da in den meisten Wahlkreisen nur ein Abgeordneter pro Partei ins Parlament einzog. Die Untervertretung der Frauen an den Spitzen der Wahllisten sei der Grund dafür, dass der Frauenanteil bei den Gewählten nicht noch höher ist, schrieb die US-Plattform «Al-Monitor». Nächstes Ziel von Faiza Skandrani, Präsidentin der «Association pour l’Egalité et la Parité», ist deshalb, die 50-Prozent-Quote auch für die Erstplatzierten der Wahllisten durchzusetzen.
Höhere Frauenanteile dank Quoten
In den arabischen Ländern liegt der Frauenanteil in den Parlamenten durchschnittlich bei nur 16 Prozent. Dies geht aus der Statistik der Interparlamentarischen Union für das Jahr 2013 hervor. Vergleichsweise gut vertreten sind Frauen in denjenigen Ländern, die – wie Tunesien – Quoten und andere Fördermassnahmen haben. So galt beispielsweise im vergangenen Frühjahr für die Neuwahl des Parlamentes im Irak eine 25-Prozent-Zielquote: Laut dem Wahlgesetz musste auf drei Sitzgewinne für Männer eine Frau den nächsten gewonnenen Sitz erhalten. Der Anteil der gewählten Frauen ist mit gut 25 Prozent nur wenig höher. Auch in Marokko ist eine Zielquote in Kraft: 60 der 395 Sitze im Parlament sind für Frauen reserviert.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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