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Geboren wurde Jules Henri Poincare am 29. April 1854 in Nancy, Loraine
in Frankreich. Seine mathematische Ausbildung genoß er wie viele andere
große französische Mathematiker an der Ecole Polytechnique und setzte seine
Studien dann an der Ecole des Mines unter Charles Hermite.
Sein Doktorat erlangt er im Jahre 1879 woraufhin er 2 Jahre später zum
Ordinarius für mathematische Physik an die Sorbonne in Paris berufen wurde
und diese Stelle bis zu seinem Tod auch behielt.
Sein Werk zeichnet sich durch hohe Originalität aus. Er gilt als der
Begründer der algebraischen Topologie, der Funktionentheorie in mehreren
komplexen Variablen. Er entwickelte außerdem die Theorie der automorphen
Funktionen, die er gewinnbringend bei der Lösung von linearen
Differnentialgleichungen 2. Ordnung mit algebraischen Koeffizienten
einsetzte. Weitere Beschäftigungsfelder der reinen Mathematik waren die
algebraische Geometrie und die Zahlentheorie, wo er zahlreiche
Publikationen zum Themenbereich der diophantischen Gleichungen verfaßte.
Auch in der angewandten Mathematik profitierte man von Poincare´s
Ideenreichtum. Seine Beiträge reichen von Optik bis Elekrizität, von
Qunatentheorie bis Potentialtheorie, von Thermodynamik bis spezieller
Relativitätstheorie, in der er mit Albert Einstein und Hendrik Lorentz als
einer der Mitbegründer gilt.
Viel Aufmerksamkeit schenkte er in der Mechanik dem 3-Körper-Problem, er
brachte viele neue Ergebnisse ein und stellte auch schon erbrachte Beweise
von Lagrange und Laplace in Frage.
Poincare war übrigens auch der Erste der das Prinzip von Chaos in
deterministischen Systemen in Betracht zog, seiner Arbeit wurde aber wenig
Aufmerksamkeit gezollt, erst als es im Jahre 1963 zu einer systematischen
Behandlung von chaotisch-dynamischen Verhalten kam, wurden seine Arbeiten
wiederentdeckt und bewundert.
Ganz nebenbei verfaßte er auch mehrere populärwissenschaftliche Bücher und
Arbeiten, z. B. "Science and Method", "The Value of Science".
Anhand dieses Querschnitts durch das Schaffen von Poincare versteht man
vielleicht, warum er oft als der "letzte Universalist in der Mathematik"
bezeichnet wird.
Henri Poincare starb am 17. Juli 1912 in Paris.