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In der Schweiz bilden über 100'000 Vereine, Organisationen, Pfarreien, Genossenschaften, Bewegungen und Gruppen die Zivilgesellschaft. In dieser Sphäre zwischen Staat, Wirtschaft und Privatbereich wirken Menschen selbstorganisiert für das Gemeinwohl und nehmen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Da in der Schweiz das Volk den Souverän darstellt und gleichzeitig viele Politikerinnen und Wirtschaftsvertreter in Vereinen der Zivilgesellschaft wirken, wird die Rolle der Zivilgesellschaft in der Schweiz weniger stark diskutiert als in anderen Ländern. Fachpersonen aus Frankreich und Deutschland berichten über das bürgerschaftliche Engagement und die Verankerung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Politik und Wirtschaft unserer Nachbarländer. Die Perspektiven aus Frankreich und Deutschland lassen uns auch besser verstehen, warum die Zivilgesellschaft in der deutschsprachigen und in der lateinischen Schweiz so unterschiedlich funktioniert.
Prof. em. Edith Archambault lehrte fast 40 Jahre lang an der Universität Sorbonne in Paris und berät die UNO in Fragen des Dritten Sektors.
Dr. Konstantin Kehl lehrt Sozialmanagement an der ZHAW. Zuvor wirkte er am Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg. Er forschte zu Fragen des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland und war im Rahmen des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation der deutschen Bundesregierung in die Engagementpolitik involviert.