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Adherence. That’s it!
Seit Jahren dreht sich die Frage bei der HIV-Therapie um den richtigen Zeitpunkt für den Therapiebeginn. Eine Studie aus Vancouver bringt es auf den Punkt: Nur die Tablettentreue (Adherence) entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.
Schon länger hat man darüber spekuliert, dass die Medikamententreue (Adherence) der wichtigste Faktor einer erfolgreichen Therapie darstellt. Über einen Vergleich von Adherence und Resistenztestung haben wir auch schon berichtet. Aus diesem Grunde verwenden wir bei uns auch viel Energie zur Förderung einer optimalen Adherence (vgl. unseren Beitrag dazu).
Nun hat die Gruppe von Julio Montaner in den Annals die Resultate ihrer Kohorte untersucht. In ihrer früheren Arbeit haben sie die Resultate der ganzen Kohorte publiziert. Nun haben sie nur noch diejenigen Patienten in die Analyse eingeschlossen, welche ihre Behandlung mit einer Dreierkombination eingeleitet hatten.
Dabei haben die Autoren die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt, solche, mit einer Adherence über 75% und solche mit weniger als 75% Adherence. Diese Grenze ist recht tief. Normalerweise geht man davon aus, dass die Adherence bei der HIV-Therapie mindestens 95% betragen muss. Die Adherence wurde mit der Abgabe von Medikamenten (Apotheke) überprüft. In der hier dargestellten Kaplan-Meyer-Analyse wird deutlich, dass das Überleben nur bei denjenigen Patienten vom Ausgangs-CD4 Wert abhängt, welche eine Adherence von weniger als 75% aufweisen.
Auch wenn die Daten eindrücklich sind, etwas überraschend ist schon der schlechte Adherence-Grad dieser Patienten. In unserem Kollektiv (mit MEMS gemessen) sinkt die Adherence bei den wenigsten Patienten unter 95%.