Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03146.jsonl.gz/50

Unsere Kirchen
Geschichte der Kirche Thierachern
Das Gotteshaus von Thierachern erscheint im Jahr 1228 zum ersten Mal in einer Urkunde des Bistums Lausanne. Der Sage von Elogius Kiburger gemäss (1450), wurde die Kirche im Jahr 933 n. Chr. vom Herzog Rudolf II. von Hochburgund gestiftet. Zur damaligen Kirchgemeinde gehörten bis zum Jahr 1576 die Gemeinden Thierachern, Uebeschi und Pohlern. 1576 wurde auch Uetendorf, das vorher in Amsoldingen kirchengenössig war, Thierachern überstellt.
Die Kirche wurde im Laufe der Zeit radikal verändert. Eine grosse Renovation fand 1962/63 statt. Ausgrabungen haben eine romanische Kapelle und einen (später) verlängerten Chor freigelegt. Der Überlieferung nach war die Kirche mit prächtigen Glasfenstern verziert.
Geweiht ist die Kirche dem Heiligen Martin von Tours. Über dem Portal steht die Jahrzahl 1707. In diesen Jahren (1706-1708) wurde die Kirche vom berühmten Kirchenarchitekten Abraham Dünz II. praktisch neu erbaut. An der Nordwand befindet sich heute ein Fresko aus der Gotik, das wohl durch oben erwähnten Umbau von Abraham Dünz überdeckt und teilweise zerstört wurde. Das Wandbild wurde 1962 im letzten Umbau mühsam und leider nur fragmentarisch wieder hergestellt.
2008 wurde die Kirche erneut renoviert und konserviert. Zusammen mit Pfarrhaus, Pfruendschüür und Wöschhüsli bildet sie eine idyllische und in die Landschaft harmonisch eingebettete, geschützte Gruppe.
Die Kirche Thierachern ist eine beliebte Hochzeitskirche im Berner Oberland. Die wohlklingende Orgel der Kirche Thierachern ist ebenfalls weit über die Region hinaus bekannt.
Geschichte der Kirche Uetendorf
In der „Strättliger Chronik“ aus dem 10. Jh. n. Chr. wird erzählt, dass Küng Rudolf von Habsburg begann, 12 Kirchen zu bauen in einem ganz bestimmten Kreis. Neben Thun, Scherzligen, Amsoldingen und Uttigen war auch Thierachern dabei.
Uetendorf gehörte Jahrhunderte lang zur Kirche Amsoldingen, die als Stiftskirche eine wichtige Bedeutung in der Region hatte. Auf ein Gesuch der Uetendorfer an die gnädigen Herren in Bern erlaubten diese im Jahr 1576/78, dass die Uetendorfer in Thierachern „z’Predig“ durften und ihre Toten dort bestattet werden durften. Der „alte Kirchweg“ weist noch darauf hin.
Erst im Jahr 1947 erhielt Uetendorf einen eigenen Friedhof durch die grosszügige Landspende von Otto Lädrach. Dieser Otto Lädrach war als Sekretär im Dienst eines reichen Amerikaners William M. Measey, welchem auch das Schloss Oberhofen gehörte. Measey’s Spende von 100‘000 Dollar ermöglichte den Bau der Kirche Uetendorf, die der neu gegründeten Evangelisch-Reformierten Kirchengesellschaft gehörte.
Mr. Measey, ein Gönner des Urwaldspitals in Lambarene, bat Dr. Albert Schweitzer, die Orgel von Uetendorf zu entwerfen. Diese wurde nach Schweitzers Plänen gebaut und von ihm selber im September 1957 gespielt. Zu Albert Schweitzers Ehren nannte man den Saal im Untergeschoss der Kirche nach ihm.
Die fünf Glocken gab Mr. Measey in Colmar in Auftrag. Sie sind gestimmt in Des, Es, F, As und B und ergeben einen schönen Fünfklang.
Die Urne des edlen Spenders William Maul Measey wurde auf dem Friedhof Uetendorf neben dem Familiengrab der Lädrachs beigesetzt.
Erst im Jahr 2006, im Rahmen des 50Jahr-Jubiläums, wurde die Kirche am Bettag feierlich der Kirchgemeinde geschenkt und die Kirchengesellschaft löste sich auf.
Eine genaue Beschreibung der Kirche Uetendorf finden sie hier, den Flyer zu den Kirchenfenstern hier.
Die Andacht vom 7. Juni 2020 widmet sich den Kirchenfenstern von Uetendorf und kann hier abgerufen werden.