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Der neue Chef von Irlands konservativer Fine-Gael-Partei, Leo Varadkar, ist gleich in zweierlei Hinsicht ein Pionier. Zum einen wird er mit seinen 38 Jahren der bisher jüngste Premierminister seines Landes. Zum anderen wird er auch der erste offen schwule Taoiseach, wie der Regierungschef auf Irisch heisst.
Noch bis 1993 waren im katholisch geprägten Irland homosexuelle Beziehungen strafbar. Als Sohn eines indischen Einwanderers und einer irischen Mutter gilt Varadkar als Mann des Wandels, der die Interessen der progressiven Stadtbevölkerung vertritt. Dies hat er schon in seinem bisherigen Amt als Sozialminister deutlich gemacht.
Varadkar interessierte sich schon früh für Politik. Noch während seiner Schulzeit an einer Privatschule in der Nähe von Dublin wurde er Mitglied der konservativen Partei Fine Gael und blieb auch als Student am Trinity College Dublin politisch engagiert.
Varadkar wurde 2004 in West Dublin in den Rat gewählt und wurde drei Jahre später, im Alter von nur 28 Jahren, Parlamentsabgeordneter für den Wahlkreis. Mit seinem Ehrgeiz und seinem furchtlosen Auftreten machte der wortgewandte Politiker bald die Parteigrössen auf sich aufmerksam.
2011 wurde Varadkar zum Verkehrsminister ernannt. Von 2014 bis 2016 war er Gesundheitsminister. Seit Mai 2016 hat er das Sozialressort inne. Seine politische Ausrichtung bezeichnet er selbst als «sozial- und wirtschaftsliberal» - links in sozialen Fragen, rechts, wenn es um die Wirtschaft geht.
Als Aktivist unterstützte Varadkar 2015 die erfolgreiche Kampagne für die Homo-Ehe in Irland. Seine Anhänger hoffen, dass er sich auch für eine Lockerung des strengen Abtreibungsrechts einsetzen wird. (sda/dpa)