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Präparation, Passung und Befestigungsart beeinflussen Erfolg von CAD/CAM-Kronen
Intraorale Scanner und CAD/CAM-Systeme ermöglichen eine effiziente Herstellung von Restaurationen. Die ver– arbeiteten Materialien sind in Blöcken aus Kunststoffen, polymerinfiltrierten Keramiken und verschiedenen Vollkeramiken (Feldspat, Lithiumdisilikat, zirkonverstärktes Lithiumsilikat [ZLS], Zirkon) verfügbar. In den meisten Fällen ist die Chairside-Verarbeitung für die Herstellung von einzelnen Kronen, Veneers, Onlays oder kleineren adhäsiven Brücken geeignet. Komposite, die nach dem Schleifen keiner zusätzlichen Verarbeitung wie Sintern, Kristallisation oder Glasieren bedürfen, bieten ein grosses Potenzial für die Chairside-Versorgung. Die aktuell verfügbaren Materialien unterscheiden sich in Bezug auf Zusammensetzung, mechanische Eigenschaften, Zähigkeit, Festigkeit und Verarbeitung im Schleifprozess. Komposite und Keramiken haben sehr unterschiedliche Elastizitätsmodule und Wärmeausdehnungskoeffizienten.
2015 wurde überraschend die Indikation für ein Kompositmaterial (Lava Ultimate, Fa. 3M Espe) auf Veneers, Inlays und Onlays eingeschränkt, weil es bei Kronen in über 10 % der Fälle zu einem Debonding gekommen war. Da es an klinischer Erfahrung und prospektiven Studien zum Einsatz von Kunststoffen in dieser klinischen Situation fehlt, könnten bei vergleichbaren Materialien ähnliche Probleme auftreten. Während die Ursache für die hohe Verlustrate bei den erwähnten Kompositkronen noch ungeklärt ist, scheint die adhäsive Befestigung nicht die einzige Ursache zu sein, denn das Material befindet sich immer noch auf dem Markt und wird in anderen Indikationen eingesetzt. Mögliche Gründe für die beobachteten klinischen Misserfolge könnten Wasseraufnahme, ungenügende Aushärtung des Befestigungsmaterials, falsche Vorbehandlung oder Zementierung, ungenügende Präparation und Passung oder Kombinationen hiervon sein.
In der vorliegenden Studie sollten an extrahierten Zähnen das Debonding und die Stabilität von CAD/ CAM-Kronen aus Komposit in Abhängigkeit vom Präparationsdesign, von den Parametern für die Passung während des Schleifvorgangs und von der Art der Befestigung untersucht werden. Extrahierte Molaren (n = 8 pro Gruppe) wurden retentiv (zirkuläre und ok– klusale anatomische Reduktion von ca. 1,5 mm, Höhe ~ 8 mm, Winkel ~ 8°) oder nicht retentiv (Höhe ~ 4 mm, Winkel ~ 15°) präpariert. Die präparierten Zähne wurden digitalisiert (Cerec Omnicam, Fa. Sirona) und Kronen formgeschliffen (Cerec MC XL, Fa. Sirona). Die zirkuläre Wandstärke betrug 1,5 mm, und die okklusale Dimension lag in Abhängigkeit von der Präparation zwischen 1,5 und 5,5 mm. Die Parameter für die Passung wurden für eine optimale (100 μm) und eine reduzierte Passung (250 μm) entsprechend abgestimmt.
Es erfolgte die Herstellung von insgesamt 112 Kronen aus den Kompositmaterialien Lava Ultimate und Grandio Blocs (Fa. Voco) sowie einem keramischen Referenzmaterial (IPS e.max, Fa. Ivoclar Vivadent). Die Innenflächen der Kronen wurden nach den Vorgaben der Hersteller vorbehandelt. Die Befestigung erfolgte entweder mit einem selbstadhäsiven (RelyX Unicem 2 Automix, Fa. 3M Espe) oder einem adhäsiven Zement (Futurabond U, Fa. Voco, Total-Etch-Verfahren für 10 Sekunden, Bifix QM, Fa. Voco, Elipar TriLight, Fa. 3M Espe, 5 x 40 Sekunden). Nach der Lagerung in Wasser mit Temperaturwechseln wurden die Kronen mechanisch belastet. Bei Kronen, die während der Lagerung in Wasser und der Temperaturwechsel versagten, erfolgte eine Untersuchung unter dem Elektronenmikroskop. Die übrigen Kronen wurden mechanisch belastet.
Die Lava-Kronen überlebten nur mit retentiver Präparation, optimaler Passung und adhäsiver Befestigung. Die Grandio-Kronen zeigten bei optimaler Passung und adhäsiver Befestigung ebenso wenig ein Debonding wie bei retentiver Präparation, optimaler Passung und Befestigung mit einem selbstadhäsiven Zement. Bei den überlebenden Lava-Kronen wurde eine geringere Bruchlast als bei den Grandio-Kronen ermittelt.
Schlussfolgerungen: Retentive Präparationen und/ oder eine gute Passung sind Voraussetzung, um ein Debonding von Kronen aus Komposit zu vermeiden. Kronen sollten immer adhäsiv befestigt werden. Die Wasseraufnahme der Kronen aus Komposit scheint der Hauptgrund für deren Debonding zu sein.
Rosentritt M, Preis V, Behr M, Hahnel S. Influence of preparation, fitting, and cementation on the vitro per– formance and fracture resistance of CAD/CAM crowns. J Dent 2017 Jul 19 [Epub ahead of print].
Kurzes Anhärten mit Licht hat keinen negativen Einfluss auf Kompositzement
Die Entfernung von überschüssigem Zement ist für klinisch erfolgreiche und entzündungsfreie Versorgungen entscheidend. Im Vergleich zu traditionellen Zinkphosphatzementen gestaltet sich die Entfernung von Zementresten bei Glasionomer– oder Kompositzementen schwieriger und zeitaufwendiger. Es wird oft ein kurzes Anhärten mit Licht empfohlen, um den Zement in einen gelartigen Zustand zu überführen, der die Entfernung von Überschüssen erleichtert und die Versorgung in Position hält.
Die vorliegende In-vitro-Studie sollte den Einfluss eines kurzen initialen Anhärtens mit Licht auf die Endhärte unterschiedlicher Befestigungsmaterialien untersuchen. Überprüft wurden drei Arten von Befestigungsmaterialien: zwei dualhärtende Zemente (RelyX Unicem 2, Maxcem Elite), drei lichthärtende Veneerzemente (Choice 2, Variolink Esthetic LC, RelyX Veneer) und zwei selbsthärtende modifizierte Glasionomerzemente (RelyX Luting Plus, Nexus RMGI). Die Materialien wurden in 1,5 × 2 × 8 mm grosse Behältnisse aus Gips eingefüllt, welche auf einer Seite mit einem orangefarbenen Glas abgedeckt waren und von der anderen Seite lichtgehärtet wurden. Das kurze Anhärten erfolgte für 2 bis 5 Sekunden mit einer LED- Aushärtungslampe (2.127 mW/cm 2 ), woran sich 2 Minuten später eine 10 bis 40 Sekunden dauernde finale Licht- oder Selbsthärtung gemäß den Angaben der Hersteller anschloss. Die Kontrollgruppen wurden final licht- oder selbstgehärtet. Nach 24-stündiger feuchter Lagerung (37 °C, 100 % Feuchtigkeit) erfolgte eine Bestimmung der Vickers-Härte in 0,5-mm-Schritten der Tiefe, und die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet.
Die Härte der licht- und dualhärtenden Zemente sank mit steigender Tiefe signifikant. Das kurze Anhärten der licht- und dualhärtenden Zemente zeigte eine erhöhte Härte in allen Tiefen außer im Bereich der Oberfläche der lichthärtenden Veneerzemente. Wie zu erwarten hatte das kurze Anhärten keinen Einfluss auf die selbsthärtenden Zemente.
Schlussfolgerungen: Das kurze Anhärten von licht– oder dualhärtenden Zementen zur besseren Entfernung von Überschüssen hat keinen signifikanten Einfluss auf die Endhärte des Befestigungsmaterials.
Stegall D, Tantbirojn D, Perdigão J, Versluis A. Does tack curing luting cements affect the final cure? J Adhes Dent 2017;19:239-243.