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Die Buche hat dem geschriebenen und gedruckten Buch den Namen gegeben. Der ursprüngliche Sinn dieser Bezeichnung gilt einem Schriftstück aus mehreren zusammengehefteten Buchenbrettchen mit eingeritzten oder geschriebenen Worten.
Die Buche ist ein schöner, meist gerade gewachsener, heiterer Baum, der bestandesbildend gerne gesellig lebt, doch andere Baumarten und das Unterholz hart bedrängt. Das stets bewegte, lichte Grün des hohen Blätterdaches, getragen von den astlosen Säulen der silbergrauen Stämme, gibt dem Buchenhochwald die Feierlichkeit eines Domes. Die Aeste kreuzen sich mit den benachbarten Bäumen zu feinem Masswerk und zu Spitzbogen. Im heissen Sommer wird so erquickender Schatten und angenehme Kühle gespendet. Der Boden des Buchenwaldes bleibt arm; die Sonne wird vom Laub der Kronen aufgefangen.
Trotz der weiten Verbreitung spielt die Buche im Volksglauben eine unbe¬deutende Rolle. Um das zu erwartende Winterwetter zu ergründen, hackt man mit der Axt anfangs November in den Stamm einer Buche. Bleibt die Wunde trocken, so ist mit einem strengen Winter zu rechnen. Die Buche soll nie, oder nur höchst selten, vom Blitz getroffen werden. Der Volksmund sagt davon: «Vor Eichen sollst du weichen, vor Fichten sollst du flüchten, auch Weiden sollst du meiden, doch Buchen sollst du suchen.»
Ehedem wurde das Holz der Buche in der Köhlerei zur Herstellung von Holzkohle verwendet. Der riesenhafte Bedarf an Buchenholz im Bergbau und im Hüttenbetrieb führte zum Raubbau und zur Vernichtung vieler schöner Buchenwälder. Selbst die Asche des Buchenholzes fand wegen des hohen Gehaltes an Kaliverbindungen Verwendung im Haushalt als Waschmittel. Die Glashütten benutzten Buchenasche an Stelle des heutigen Sodas zur Mischung mit Quarzsand, Kalk und weiteren Zutaten der Glasmasse.
Quelle:
Unsere einheimischen Nutzhölzer von Paul Guggenbühl, Verlag Stocker-Schmid, Zürich 1980