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In den verschiedenen Medien erschien in den letzten Tagen die Schlagzeile, dass die Lufthansa im Winter 2021/22 18’000 Leerflüge durchführen müsse, um ihre Slots zu behalten. Der Grund sei der Beschluss der EU-Kommission vom 15.12.2021, dass ab März 64% der Slots genutzt werden müssen, um diese zu behalten. Unter normalen Umständen liegt die vorgeschriebene Nutzungsquote der Slots bei 80%.
Während der Pandemie wurde die vorgeschriebene Nutzungsquote zwischenzeitlich auf 25% reduziert, aktuell liegt diese bei 50%. Trotz der Omikron-Variante und dem Widerstand der Luftfahrtbranche im allgemeinen sowie von Lufthansa im besonderen, blieb die EU-Kommission bei ihrer Entscheidung. Man werde die Entwicklung der Situation beobachten, aber wolle plötzliche Änderungen auch im Interesse der Konsumenten vermeiden, hiess es in Brüssel.
Eine Ausnahmeregelung besteht jedoch. Sollte sich die Situation aufgrund der Omikron-Variante auf einzelnen Strecken plötzlich verschlechtern, beispielsweise wegen Quarantäne-Auflagen, vollständigen Reiseverboten, Lockdowns etc. kann diese Ausnahmeregelung angewandt werden.
Auf dem Social-Media-Portal Linkedin entstand zu diesem Thema eine Kontroverse zwischen dem Legacy Carrier Austrian Airlines und der Low-cost-Airline Wizzair. Anette Mann, die designierte Austrian Airlines CEO, beklagte sich über diese Slot-Regelung der EU. Darauf konterte Wizz Air COO Heiko Holm mit der Frage, warum denn die Lufthansa die mangels Nachfrage nicht benötigten Slots nicht einfach zurück gebe. Er unterstellte, dass die Lufthansa mit der Forderung nach einer Verlängerung der Ausnahmeregelung den Wettbewerb verhindere.
Eine andere, durchaus berechtigte Frage ist allerdings auch, ob diese Flüge tatsächlich leer oder einfach mit einer nicht Kosten deckenden Auslastung durchgeführt werden.
(Hans-Peter Brasser)