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Während Kuhn seine Trauer für sich verarbeitet, findet Christian Maurer die Kraft, um über den schweren Verlust zu reden. Der Zürcher lernte Vivi Kuhn kennen, als sie 17 Jahre alt war. In den letzten Jahren war er ihr bester Freund, schreibt die «Glückspost» in ihrer neusten Ausgabe.
Viviane Kuhn litt in ihren letzten Wochen
Er sei in der Woche, bevor Kuhn starb, bei ihr gewesen. Um Vivis Gesundheitszustand sei es sehr schlecht gestanden, erzählt Maurer. «Sie hatte eine Wunde, die ganz schlimm aussah, und ich zwang sie, ins Spital zu gehen deswegen.»
Vivi Kuhn hatte ein Alkoholproblem und habe ihre tägliche Ration gebraucht. Deshalb habe sie sich gefürchtet, ins Spital zu gehen, wo sie nichts mehr zu trinken bekommen würde. Doch Maurer konnte sie überzeugen, sich doch in die Hände der Ärzte zu begeben.
«Ihre Leberwerte waren beängstigend»
Die geschwächte Viviane hielt es aber nicht lange aus. Sie verliess das Spital frühzeitig, um sich zu Hause von der Spitex behandeln zu lassen. «Am ersten Tag, als sie wieder zu Hause war - es war der 11. Mai - kam die Spitex frühmorgens, doch Vivi öffnete ihnen die Tür nicht», erzählt Christian Maurer. «Vor 14 Uhr musste man nichts von ihr wollen. Sie war ein Nachtmensch und schlief entsprechend lang.»
Kuhn vertraute sich Maurer an, erzählte ihm von ihren Leiden. «Ihre Leberwerte waren beängstigend. Jeder weitere Schluck Alkohol hätte den Tod bedeuten können», sagt er der «Glückspost». Maurer versuchte, seine «kleine Schwester» in den folgenden drei Tagen immer wieder zu erreichen. Vergeblich. Nachdem er ihren Vater über Vivis Zustand informiert hatte, fand man sie tot in ihrer Wohnung auf.
Viviane trank wohl weiter
«So, wie ich Vivi kannte, hat sie trotz der Warnung der Ärzte nicht aufgehört zu trinken», erzählt Maurer. «Ich erwartete seit Jahren, dass man mir die Botschaft überbringt, Vivi sei von uns gegangen. Es war einfach ganz klar. Sie lief sehenden Auges auf den Abgrund zu.»
Der Zürcher erzählt von Vivianes Drogen-Vergangenheit, von der sie sich in der Zwischenzeit aber loslösen konnte. Er beschreibt sie weiter als liebenswerte, herzensgute Frau. Doch innerlich war sie ein trauriger Mensch. Kuhn litt laut Maurer an Depressionen, weshalb sie sich jederzeit bei ihm melden konnte. Er war für sie da.
Das Begräbnis soll am 23. Mai im engsten Familienkreis stattgefunden haben. Viviane sei im Familiengrab der Kuhns in Zürich beigesetzt worden. Nach einer Trauerfeier für die Familie gab es noch eine zusätzliche für Freunde. An Letzterer seien aber lediglich sechs Personen erschienen, die Hälfte davon «zugedröhnt», wie Maurer sagt. «Grauenvoll. Und beschämend.»
Christian Maurer werde sich um das Grab von Viviane Kuhn kümmern, verspricht er. So wie er es schon für ihre verstorbene Mutter Alice getan habe.