Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03484.jsonl.gz/3029

Die Relativität des Unterhaltsrechts
Eine Mutter leidet unter finanziellem Druck und wiederkehrenden Kopfschmerzen.
Der Arzt behandelt sie wegen der Schmerzen (äussere Ebene),
der Psychologe diagnostiziert seelische Überlastung (innere Ebene),
der Fitnesstrainer rät zu mehr Dehnübungen (äussere Ebene),
der theosophische Freund redet von vorgeburtlichen Umständen und
der Schamane sieht die Stagnation im Lebensfluss und rät zu einer unabhängigen sozialen Integration (Weisheit).
Nach der schweizerischen Statistik können in einer intakten Familie beide Elternteile arbeiten (Realität),
laut einem Urteil des Bundesgerichts müssen dazu im Gegensatz aber getrennt lebende / geschiedene Mütter bis zum zehnten Lebensjahr ihres Kindes nicht mehr arbeiten (und der Vater bezahlt),
das Arbeitslosenamt ist ratlos angesichts des längeren Fernbleibens der Mütter vom Arbeitsmarkt,
der Steuerzahler sieht sich als zahlender Knecht und muss die endlosen Verfahren zerstrittener Eltern finanzieren.
Nach dem Willen der Justiz sollen Väter im Interesse des Kindes mehr bezahlen (Aspekt Kindswohl),
der Schamane lässt die Runen fallen – er spricht von Selbstentfremdung des Volkes – und
der sich geschröpft fühlende Vater bezeichnet die Mutter schliesslich als eine Sozialausbeuterin und verlangt von ihr die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit.
So fällt jeder ein Urteil aus seiner Perspektive. Jeder hat das Recht auf seine Perspektive und hält sie für die Wahrheit. Jeder will die Wahrheit so sehen, wie er sie sieht und sehen will, und er projiziert seine Vorstellung auf den anderen. Somit hat jedoch keiner Recht, da sich die Wahrheit jedem Einzelnen anders präsentiert.
Eine Veränderung tritt erst dann ein, wenn man / frau sich dessen bewusst wird, dass die eigene Wahrheit nicht der des Anderen entspricht. Erst dann finden wir eine Lösung beim Unterhaltsrecht. Und zwar eine Lösung für unsere Kinder, damit sie mit Liebe aufwachsen können.