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Acinetobacter
Aus Symptome, Ursachen von Krankheiten
Einleitung
Die Bakterienspezies der Gattung Acinetobacter sind häufig anzutreffende Boden- und Wasserbewohner, die zur Gruppe der Gamma-Proteobakterien gehören. Sie sind gramnegativ, reagieren oxidasenegativ, ernähren sich chemoorganotroph und gehören zu den aeroben (ohne Sauerstoff lebenden) Bakterien. Viele der Arten können Alkane abbauen. Ein Teil der Acinetobacter-Arten gehört zu normalen Haut- und Schleimhautflora des Menschen und ist dort in der Regel nicht pathogen (krank machend). Ihr Aussehen ist kokkoid, meist in kurzen, plumpen und unbeweglichen Ketten. Weitere Krankehauskeime finden Sie hier.
Acinetobacter-Infektionen traten vermehrt nach Naturkatastrophen und in Kriegen auf. Auch heute sind A. Infektionen bei schwer verwundeten Soldaten häufig. Der Erreger bevorzugte heißes und feuchtes Klima der Tropen und ist deshalb auch öfters bei Patienten mit Migrationshintergrund oder Reisende nachweisbar Seit zwei Jahrzehnten jedoch besiedelt er auch kältere Regionen der gemäßigten Breiten besonders als nosokomialer (im Krankenhaus vorkommender) Keim. Dabei löst er meist Infektionen aus, die mit Gesundheitspflege assoziiert sind. Acinetobacter ist sehr widerstandsfähig, überlebt wochenlange Trockenzeiten und verfügt über eine Reihe von Resistenzmechanismen, wie etwa Efflux-Pumpen (Proteine, welche Moleküle aus den Zellen heraus drängen), die zugeführte Antibiotika sehr rasch wieder aus der Zelle entfernen können. Zudem ist der Erreger resistent gegen fast alle Antibiotika, meist einzig wirksam ist Colistin und Carbapeneme.
der nosokomiale, antibiotika-resistente Acinetobacter
Als besonders widerstandsfähig und mit einer Sterblichkeitsrate von ca. 30 Prozent auch besonders gefährlich gilt der Krankenhauskeim Acinetobacter. Gefährlich ist Acinetobacter vor allem für schwer kranke Patienten, die beatmet und katheterisiert im Krankenhaus auf Intensivpflege sind. Die hauptsächlich verursachten schweren nosokomialen Infektionen sind Atemwegsinfekte, Bakteriämien sowie sekundäre Meningitiden. Um die Etablierung von Acetinobacter als „Stationskeim“ zu verhindern, ist ein frühzeitiges Erkennen der Infektionsquelle erforderlich. Eine Isolierung der betroffenen Station hat sich dagegen als wenig wirksam erwiesen. So zeigten sich in Studien bei isolierten Patienten mehr vermeidbare Komplikationen. Die Eliminierung von Acinetobacter bedarf einer aktiven Überwachung und Kontaktisolierung und vor allem wie bei anderen Krankenhauskeimen auch einer guten Händedesinfektion. Obwohl es sich meist um einen Hygienefehler in der Einrichtung handelt, ist die Durchsetzung von Ansprüchen für betroffene Patienten schwierig.
Häufigkeit
Insgesamt gibt es etwa 20 Acinetobacter-Arten. Die häufigsten sind
Symptome
Am häufigsten wird A. baumanii im klinischen Alltag beobachtet, der oftmals Wundinfektionen, Lungenentzündungen und Meningitis verursachen kann. Bei A. baumannii ist mit Mehrfachresistenzen zu rechnen.
Für Meningitis ist aber meistens A. lwoffi ursächlich.
Es sind in Kliniken auch Infektionen mit A. junii, A. haemolyticus und A. johnsnii möglich.
A. calcoaceticus löst als nosokomialer Keim Bronchitis/Pneumonien, Urethritis, Cystitis, Wundinfekte und auch Meningitis aus.
Meist handelt es sich um eine endogene Infektion, also eine Erregerübertragung bei geschwächtem Immunsystem durch die körpereigene, normalerweise völlig harmlose Flora in Form eines Erregereinbruchs z.B. auf der Haut oder aus Magen, Darm und Lunge in den eigenen Körper. Betroffen sind demnach besonders abwehrgeschwächte Patienten (z.B. Frühgeborene, immunsuppressiv und intensiv-Behandelte). Häufig sind folgende Infektionen:
Ursachen
Die Keime werden besonders über den Hautkontakt von Mensch zu Mensch (auch durch den Patienten auf sich selbst) übertragen. Aus diesem Grunde ist besonders auf die Desinfektion der Hände zu achten. Auch über häufig berührte Flächen wie Türklinken, Schalter Armaturen können die Keime übertragen werden. Eine Meldepflicht besteht nicht, außer wenn der Keim gehäuft in einer Einrichtung auftritt.
Diagnostik
Wie bei anderen bakteriellen Infektionen auch wird per Abstrich eine Kultur angelegt, die dann ausgewertet werden kann. Ein Antibiogramm zeigt Empfindlichkeiten und Resistenzen des Erregers.
Therapie
A. baumannii ist resistenter auf Antibiotika als die anderen A. Spezies. Carbapeneme – also Imipenem oder Meropenem sind jedoch noch fast immer wirksam. Häufig können auch Ampicillin, Piperacillin, Ceftazidim, Aminoglykoside, Doxycyclin und Fluorchinolone eingesetzt werden. Vaskuläre oder urethale Infektionen, die katheter-bedingt sind, erfordern eine Entfernung des Katheters verbunden mit antibiotischer Behandlung.
Quellen
in Arbeit
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