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Das Wichtigste in Kürze
- Bis 2050 werden laut Schätzungen des IPCC bis zu 280 Mio. Menschen zu Klimaflüchtlingen.
- Der Klimawandel hat in Ländern des globalen Südens besonders gravierende Auswirkungen.
- Dürren und Überschwemmungen verstärken die Armut und Perspektivenlosigkeit.
Dieses Jahr waren die Wetterextreme, die der Klimawandel zukünftig mit sich bringen könnte, auch in Europa spürbar. Die Schweiz wurde im Sommer von heftigem Niederschlag heimgesucht. Überschwemmungen und Erdrutsche haben ganze Dörfer in Deutschland verwüstet. Währenddessen kämpfte der Mittelmeerraum mit extremer Hitze und Waldbränden.
Im globalen Süden sind die Auswirkungen des Klimawandels schon länger Realität. Überflutung und langanhaltende Dürren verschlechtern die Lebensbedingungen für Hunderte Millionen Menschen bereits jetzt.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) warnt, dass die Lage in den ärmsten Ländern der Welt zukünftig so dramatisch sein wird, dass die Bewohner gezwungen sein werden, ihre Heimat zu verlassen, um zu überleben.
Die UN-Organisation schätzt, dass bereits jetzt jedes Jahr durchschnittlich 23 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Auswirkungen des Klimawandels sind. Besonders betroffen seien unter anderem die Sahel Zone in Afrika, Bangladesch und viele Inseln im Südpazifik.
Der Weltklimarat (IPCC) geht im Sonderbericht 2019 davon aus, dass in den nächsten 30 Jahren 280 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden könnten, wenn sich die Erde wie projiziert um zwei Grad Celsius erwärmt.
Arme Menschen besonders vom Klimawandel betroffen
Fast 90 Prozent der Klimaflüchtlinge stammen aus armen, krisengeschüttelten Ländern, die kaum Ressourcen haben, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern oder abzumildern.
Die überwiegende Anzahl von Menschen, die ihr Zuhause aufgrund der Folgen des Klimawandels verlassen, bleibt in ihrem Herkunftsland und siedelt sich in anderen Regionen an. Werden auch dort die Lebensbedingungen schlechter, ziehen sie in ein Nachbarland.
Diese Menschen sind oft bitterarm. Wer kein Geld für einen Bus oder ein Zugticket hat, kann sich auch die kostspielige Flucht nach Europa oder in andere Staaten, die besser mit den Klimafolgen umgehen können, nicht leisten.
Umso wichtiger ist es, den Menschen vor Ort zu helfen und Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels und dessen Folgen zu entwickeln.
FMNR – eine einfache Methode, um die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen
Ein möglicher Lösungsansatz bietet die Natur selbst. Das internationale Kinderhilfswerk World Vision wendet eine simple Methode zur Wiederbegrünung scheinbar ausgetrockneter Landfläche an und schafft somit neue Lebensgrundlagen.
Mithilfe der Methode FMNR (Farmer Managed Natural Regeneration) werden vorhandene Pflanzen mit intaktem Wurzelsystem zum Wachsen angeregt. Aus verkümmerten Sträuchern und Stümpfen werden so wieder gesunde Bäume.
Der wiederbelebte Wald bringt Nährstoffe und Feuchtigkeit zurück und macht Böden wieder fruchtbar. Die Bäume binden das Kohlendioxid und entnehmen es so der Atmosphäre.
Zudem hilft FMNR auch den Kleinbauern, ihren Familien und den Menschen in der Region: Zwischen den Bäumen wird Platz ausgespart, den die Bauern nutzen, um Getreide und Gemüse anzupflanzen. Die so bewirtschafteten Flächen bringen bis zu 300 Prozent höhere Erträge, womit sie ihre Familien und ihr Vieh ernähren.
Die vom World Vision-Mitarbeiter Tony Rinaudo entwickelte Methode hilft, langfristig die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen. «Durch FMNR können riesige Teile der Erde wiederbegrünt werden. Die Menschen müssen nur die Augen öffnen. Überall wachsen Bäume unter der Erde. Wälder bedeuten Leben,» sagt Rinaudo, der auch Träger des Alternativen Nobelpreises ist.
Die Methode ist deshalb ein wichtiger Beitrag, um zu verhindern, dass Menschen aufgrund des Klimawandels noch tiefer in die Armut getrieben werden – und als Folge Flucht als einzigen Ausweg sehen.