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„Mit ‚und‘ beginnt man keinen Satz!“ Das hatte ich in der Schule gelernt. Als ich mir vor kurzem wieder einmal „The Queen and the Soldier“ der amerikanischen Liedermacherin Suzanne Vega anhörte, fiel mir auf, wie grosszügig Frau Vega ihre kurzen Hauptsätze mit dem angeblich unwerten weil unpräzisen Wort verbindet. Mir fiel auch auf, welchen Effekt das bei mir hatte. Zum Beispiel in der fünften Strophe:
Well the young Queen she fixed him with an arrogant eye.
She said: „You won’t understand and you may as well not try.“
But her face was a child’s and he thought she would cry.
And she closed herself up like a fan.
Und meine etwas holprige Übersetzung:
Die junge Königin sah ihn arrogant an.
Sie sagte: „Das verstehst du nicht, musst es gar nicht erst versuchen.“
Doch ihr Gesicht war das eines Kindes und er dachte, sie würde weinen.
Und sie verschloss sich wie ein Fächer.
Das „Und“ in der letzten Zeile wirkt überhaupt nicht schwach. Schon gar nicht weckt es den Eindruck, Frau Vega habe halt nichts Treffenderes gefunden. Vielmehr verstärkt diese neutrale Verknüpfung die Spannung zwischen den letzten beiden Sätzen, ja, ich möchte sagen, es verhilft ihnen erst zur vollen Schönheit, lässt sie ihre Kraft ganz entfalten – viel mehr, als es mit „aber“ oder „jedoch“ möglich gewesen wäre. Das schwache „Und“ stellt sich ganz in den Dienst der Sätze, die es zueinander in Beziehung bringt. Schön.
Und hier noch die musikalische Inspiration zu diesem Artikel:
Und jetzt beginnt dieser Blog.