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Im Kampf gegen das schwerste Hochwasser seit 50 Jahren drängt Thailand seine Bevölkerung, sich vor den Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Die Regierung verhängte am Dienstag einen fünftägigen Zwangsurlaub, um den Bewohnern in Bangkok und zwanzig betroffenen Provinzen die Möglichkeit zur Flucht zu geben.
Angesichts der zunehmend dramatischen Lage verschärften die Behörden auch ihre Warnungen. Für Mittwoch sei mit neuen "schweren Überschwemmungen" zu rechnen, verkündete das Krisenzentrum der Regierung.
Im Norden der thailändischen Hauptstadt musste bereits eine Wohnsiedlung nach dem Bruch eines Damms evakuiert werden, was die Gefahr schwerer Überschwemmungen im Stadtzentrum erhöhte. Bewohner bereiteten sich mit der Verbarrikadierung ihrer Häuser und dem Horten von Lebensmitteln auf die Fluten vor.
Die Behörden in Bangkok rechnen damit, dass der Fluss Chao Phraya in den kommenden Tagen eine Höhe von 2,60 Metern erreicht - die Flutschutz-Dämme sind im Durchschnitt aber nur 2,50 Meter hoch. Schon jetzt sind mindestens sechs Quartiere der Hauptstadt überschwemmt, andere waren akut bedroht.
Flughafen überschwemmt
Allen verzweifelten Schutzmassnahmen zum Trotz wurde auch Bangkoks zweitgrösster Flughafen Don Mueang überschwemmt, der zurzeit das Krisenzentrum der Regierung sowie ein Notaufnahmelager für Flutopfer beherbergt.
Der Flugbetrieb wurde bis Anfang November eingestellt, die Flutopfer sollen an einen sichereren Ort gebracht werden. Ihr Krisenzentrum will die Regierung jedoch vorläufig weiter von Don Mueang aus betreiben.
Die Zahl der Toten durch das Hochwasser in Thailand stieg derweil auf 366, wie die thailändische Regierung am Dienstag mitteilte.
Wirtschaft hart getroffen
Die Wirtschaft des Landes ist von den Fluten massiv betroffen: Wegen Werksschliessungen in den Überschwemmungsgebieten schraubte mit Canon der erste japanische High-Tech-Konzern seinen Ausblick herunter.
Rund um Bangkok mussten bereits sieben Industriegebiete zwangsweise geschlossen werden. Dies hatte Produktionsausfälle von umgerechnet 2,8 Milliarden Franken zur Folge und machte rund 650'000 Menschen vorübergehend arbeitslos. Auch der Tourismussektor, der sechs Prozent der Wirtschaftsleistung einbringt, dürfte Einbussen erleiden.
Für den Wiederaufbau der zerstörten Regionen stellte die thailändische Regierung 325 Milliarden Baht (9 Milliarden Franken) zur Verfügung.