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Viele wichtige chemische, physikalische und biologische Prozesse laufen an der Phasengrenze zwischen einem festen Stoff und einer Flüssigkeit ab. Diese Art von Grenzflächen sind sehr schwierig zugänglich für die Charakterisierung ihrer chemisches Eigenschaften und Reaktionen, da die entsprechenden Signale von den Volumensignalen überdeckt werden. In den letzten Jahren wurde die Methode APXPS eingeführt (ambient pressure XPS), womit chemische Analytik mit Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS) bei Drücken von mehreren zehn Millibar möglich wird. Insbesondere sind solche Messungen möglich an wenigen Nanometer dünnen Wasserfilmen auf einer festen Oberfläche, welche im Gleichgewicht mit dem entsprechenden Wasserdampfdruck sind. In diesem Projekt wird ein Vakuumsystem aufgebaut, in dem solche Experimente mit Hilfe von Synchrotronstrahlung am Paul-Scherrer-Institut gemacht werden können. In der selben Anlage können wohldefinierte Oberflächen präpariert und mit Standardmethoden im Ultrahochvakuum charakterisiert werden, bevor sie in Kontakt mit dem Wasserfilm gebracht werden. Gleichzeitig kann die Grenzschicht zusammen mit dem Wasserfilm ein Teil einer elektrochemischen Zelle sein und/oder mit Licht beschienen werden, was das direkte Verfolgen von (photo)elektrochemischen Reaktionen erlaubt. Mit diesem Instrument sollen unter anderem die elektrochemische Delamination von Graphen und Bornitrid-Monolagen von Metaloberflächen studiert werden, die photokatalytische Wasserspaltung und weitere katalytische Reaktionen auf Oxidoberflächen, sowie Reaktionen zwischen Oxidoberflächen und Wasser welche in der Atmosphärenchemie von Bedeutung sind.