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Man könne die von Aryzta vorgeschlagene Kapitalerhöhung im Volumen von 800 Millionen Euro nicht unterstützen, teilte Cobas Asset Management mit. Denn eine Massnahme in dieser Höhe würde Unternehmenswerte vernichten. Stattdessen will Cobas, die nach eigenen Angaben 14,5 Prozent an Aryzta hält, nur halb so viel Geld an den Kapitalmärkten aufnehmen.
Cobas schlägt ferner den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft zählenden Unternehmensteilen im Wert von rund 250 Millionen Euro vor. In dieser Rechnung nicht eingeschlossen ist die 49-Prozent-Beteiligung von Aryzta am französischen Tiefkühlproduktehersteller Picard. Diese Beteiligung steht ohnehin zum Verkauf.
Zudem wird der Aryzta-Verwaltungsrat aufgefordert, ein Kreditrating anzustreben und Fremdkapital aufzunehmen.
Ausserordentliche GV gefordert
Weil der Aryzta-Verwaltungsrat die Cobas-Vorschläge nicht auf die Traktandenliste für die nächste Generalversammlung setzen wollte, gehen die Spanier in die Offensive. Sollten die Aktionäre am 1. November gegen die Kapitalerhöhung stimmen, soll eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen werden.
Der Aryzta-Verwaltungsrat hat das Gesuch inzwischen erhalten und will es prüfen. Man werde "zeitnah" zu den Forderungen des Grossaktionärs Stellung nehmen und einen Termin für eine ausserordentlichen Generalversammlung nennen, teilte Aryzta mit.
Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung seien aber einstimmig der Ansicht, dass eine Kapitalerhöhung in Höhe von 800 Millionen Euro im besten Interesse des Unternehmens ist.
Cobas zeigt sich derweil konziliant: Sollte am 1. November, anders als erwartet, die "grosse" Kapitalerhöhung angenommen werden, will man in vollen Umfang mitziehen.
Hoher Schuldenberg
Aryzta hatte jahrelang einen scharfen Wachstumskurs gesteuert. Mit einer Reihe von Zukäufen wollte die Firma das angestammte Geschäft der Herstellung von tiefgekühlten Backwaren für Firmen wie McDonald's erweitern und ins Einzelhandelsgeschäft einsteigen. Doch die Strategie schlug fehl, Aryzta hinkte den Wachstumsraten des Marktes zunehmend hinterher und häufte Schulden an, die sich inzwischen auf netto 1,5 Milliarden Euro belaufen.
An der Börse grenzten Aryzta die frühen Verluste nach der Ankündigung etwas ein und notierten eine Stunde vor Handelsende noch 3,1 Prozent im Minus bei 9,42 Franken.
ra/yr
(AWP)