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Die Rolle der Gewürze und die Prinzipien der menschlichen Dummheit
Eine höchst amüsante Satire auf bedeutungsschweres wissenschaftliches Schreiben Im ersten Teil weist in einem ausgefeilten Argumentationssystem nach, dass der Pfeffer die treibende Kraft in der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters gewesen sei, also das, was Marx den Motor der Geschichte nennt. Angesichts dieser unglaublichen Entwicklung, in die erstaunlicherweise Gott der Herr, goldene Münzen, Eremiten, Feudalherren und sarazenische Frauen verwickelt waren, verloren als einzige die Italiener nicht ihren Kopf: Deshalb beendeten sie das Mittelalter durch die Erfindung der Renaissance. Im zweiten Traktat erläutert er die fünf Prinzipien der menschlichen Dummheit.
Portrait
Carlo M. Cipolla, 1922 in Pavia geboren, war Wirtschaftshistoriker. Nach seinem Studium an der Universität von Pavia führten ihn Stipendien an die Sorbonne nach Paris und die London School of Economics. Mit siebenundzwanzig Jahren erhielt er eine Gastprofessur der University of California, Berkeley. Später lehrte er unter anderem an Hochschulen in Deutschland, England, Spanien und Kanada. Er war Vorsitzender und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereine und kultureller Einrichtungen in Turin, Boston und Rom, sowie Fellow der British Academy und der Royal History Society Grossbritanniens. 1980 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Zürich verliehen, 1992 die der medizinischen Fakultät der Universität Pavia. Cipolla schrieb über 20 Bücher, die in etwa 15 Sprachen übersetzt wurden. Er starb 2000 in Pavia. Moshe Kahn, 1942 geboren, übertrug u. a. Bücher von Roberto Calasso, Andrea Camillieri, Primo Levi und Pier Paolo Pasolini. Seine erste Übersetzung war eine Auswahl von Paul Celan-Gedichten, die er ins Italienische übertrug, was ihm den Ruf einbrachte, ein Übersetzer "unübersetzbarer" Bücher zu sein. Für sein Gesamtwerk wurde er 2015 mit dem Paul-Celan-Preis für herausragende Übersetzungen ins Deutsche ausgezeichnet. Moshe Kahn lebt in Berlin.