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Monica Seles ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen der Geschichte. Doch trotz den 53 Turniertiteln (darunter 9 Grand Slams) der früheren Nummer 1 kommt vielen Sportfans beim Namen Seles zunächst ein schlimmes Ereignis in den Sinn - das Attentat von Hamburg.
Ohne die Messerattacke würden wir von Monica als der Spielerin mit den meisten Grand-Slam-Titeln sprechen.
Am 30. April 1993 trat Seles beim WTA-Turnier in der Hansestadt im Viertelfinal gegen Magdalena Maleewa an. Bei einem Seitenwechsel geschah dann das Unfassbare: Günter Parche, ein psychisch gestörter Fan von Seles' ärgster Rivalin Steffi Graf, stach der damals 19-Jährigen mit einem Messer in den Rücken und sorgte damit für einen der grössten Skandale der Tennishistorie.
Mein Ziel war es, sie für eine gewisse Zeit spielunfähig zu machen, damit Steffi Graf wieder die Nummer 1 der Weltrangliste wird.
Der Täter sagte später vor Gericht aus, er habe Seles nur verletzen, keinesfalls töten wollen: «Mein Ziel war es, sie für eine gewisse Zeit spielunfähig zu machen, damit Steffi Graf wieder die Nummer 1 der Weltrangliste wird.» Sein Wunsch sollte schon fünf Wochen später Realität werden.
Der schwere Weg zurück auf die Tour
Seles bestritt nach dem Attentat zwei Jahre lang keine Profispiele mehr. Die physischen Verletzungen der Messerattacke waren zwar schon bald verheilt, aber das einstige Supertalent hatte in der Folge jahrelang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und depressiven Verstimmungen zu kämpfen. Die gebürtige Jugoslawin haderte inbesonders damit, dass Attentäter Parche nie ins Gefängnis musste.
Vor dem 30. April 1993 war Seles in der Form ihres Lebens. Von den vorangegangenen 9 Grand Slams gewann sie 7. Ihr Comeback nach dem Attentat gab sie schliesslich erst 1995. Obwohl Seles im Folgejahr die Australian Open gewann, konnte sie nie mehr an die Erfolge ihrer Anfangszeiten anknüpfen.
Hätte Seles Court übertrumpft?
Viele Experten sind der Meinung, dass Seles ohne das auf sie verübte Attentat noch weitaus mehr Turniere in ihrer Karriere gewonnen hätte. Beispielhaft sind dafür die Aussagen von Martina Navratilova, die 2013 in einem Interview meinte: «Ohne die Messerattacke würden wir von Monica als der Spielerin mit den meisten Grand-Slam-Titeln sprechen, vor Margaret Court und Steffi Graf.» Mittlerweile liegt in dieser Rangliste Serena Williams mit 23 Grand Slams auf Platz 2 und damit einen Titel vor Graf und einen Titel hinter Court.