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Dubai: Beklagte Schweizer Privatbank verstösst gegen Gerichtsentscheid
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Es ist der bislang grösste Fall irreführender Verkäufe von Finanzprodukten in der GCC-Region. Beteiligt waren die Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin sowie deren Korrespondenzbank für den Mittleren Osten, die Bank Sarasin-Alpen (ME) Limited.
Beide Banken wurden zu einer Schadenersatzzahlung von insgesamt 70 Millionen US-Dollar verurteilt. Ihren Anteil von etwas über 35 Millionen US-Dollar hat die Sarasin-Alpen jedoch laut Dubai International Financial Centre (DIFC) nicht fristgerecht bezahlt.
Im November 2015 hatte das DIFC-Gericht entschieden, dass die zwei Banken der Familie Al Khorafi mehr als US$ 70 Mio. als Ausgleich finanzieller Verluste in Folge des Verkaufs strukturierter Anlageprodukte im Gegenwert von US$ 200 Mio. zwischen Ende 2007 und Anfang 2008 zahlen sollten. Die Bank J. Safra Sarasin zahlte ihren Anteil am Schadensersatz unverzüglich bei der Gerichtskasse ein, wobei die Anhörung zu ihrem Einspruch gegen den verhängten Schadensersatz noch anhängig war. Die Bank Sarasin-Alpen (ME) Limited zahlte jedoch nicht, sondern beantragte eine Aussetzung des Entscheids zur Zahlung des Schadensersatzes, was jedoch am 18. Januar 2016 abgelehnt wurde. Die Bank Sarasin-Alpen (ME) Limited wurde aufgefordert, bis zum 1. Februar 2016 eine ebensolche Zahlung an die Gerichtskasse vorzunehmen, was jedoch nicht geschah.
Diese jüngste Entwicklung in einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung zwischen einem wohlhabenden Geschäftsmann aus Kuwait und der bekanntermassen verschwiegenen Branche privater Investmentbanken setzt die Bank Sarasin-Alpen (ME) Limited, jedenfalls theoretisch, der Möglichkeit weiterer Gerichtsverfahren aus und stellt den Einspruch gegen Schadensersatzforderungen in Frage, dessen Anhörung im März 2016 vor dem DIFC-Berufungsgericht erfolgen soll.
Der Kläger wird nun versuchen, den nächsten Schritt zur Sicherung des Betrags durch das DIFC-Gericht rechtlich durchzusetzen.
Laut Hamdan Al Shamsi Lawyers & Legal Consultants, der Kanzlei, die für die Familie Al Khorafi tätig ist, steht der Fall unter genauer Beobachtung der internationalen Bankenwelt, da hier ein Präzedenzfall in einer Region geschaffen werden könnte, in der Investoren aus dem Mittleren Osten auf Finanzinstitute aus dem Westen treffen, die für die Verwaltung ihrer Anlagen in Überseemärkten verantwortlich zeichnen.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Befugnisse von Bankaufsichtsbehörden und die Führungsstrukturen von Anlagebanken auf internationaler Ebene hinterfragt werden. Im April 2015 verhängte die DFSA eine Rekordstrafe von US$ 8,4 Mio. gegen die Niederlassung der Deutschen Bank in Dubai (DBDIFC) wegen unzureichender Kontrollen bezüglich Geldwäsche, wobei die Höhe der Strafe den „gravierenden Verstössen […] u. a. der Irreführung der DFSA“ entsprachen, die im Zuge der Ermittlungen zutage traten, die durch die mangelnde Kooperation der DBDIFC mit den Aufsichtsbehörden verschleppt wurden.
Artikel von: Commfirm
Artikelbild: © pichetw – shutterstock.com