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Als im Jahr 1979 zahlreiche Nicaraguaner vor dem Terrorregime Anastasio Somozas fliehen mussten, entschloss sich die Kooperative Longo Mai zum Kauf von Land in Costa Rica. Den Flüchtlingen wurde das Land zur Verfügung gestellt, um ihnen dadurch ein selbständiges Leben zu ermöglichen. Das Projekt "Hilfe zur Selbsthilfe" nahm seinen Anfang.
Nach dem Sieg der Sandinisten in Nicaragua kehrten die meisten der Nicaraguaner zurück in ihr Heimatland. Flüchtlingsfamilien aus El Salvador und Guatemala kamen nach den Nicaraguanern auf die Finca Sonador, später siedelten sich landlose costaricanische Bauernfamilien an, indigene und nicht indigene. Heute ist die Dorfbevölkerung mehrheitlich salvadorianischen Ursprungs. Roland Spendlingwimmer, Gründungsmitglied von Longo Mai, betreute das Projekt vom ersten Tag an. Er lebt heute mit seiner Familie in San Isidro und gründete weitere Initiativen im Umfeld der Finca, wie z.B. das Strassenkinderprojekt Circus Fantastico .
Während es in den 80ern darum ging, Flüchtlingen aus dem zentralamerikanischen Raum eine Zufluchtsstätte zu bieten, entwickelt sich die Dorfgemeinschaft heute mehr und mehr zu einem Ökozentrum. Inmitten der Ananas-Plantagen des Multinationalen Konzerns Del Monte gelegen, nimmt das Dorf Longo Mai (Longo Mai wird synonym mit Finca Sonador gebraucht) die Position einer „grünen Lunge“ ein. Während die Ananas-Pflanzungen des Konzerns eine soziale und ökologische Katastrophe darstellen, wird die Landwirtschaft in Longo Mai mit Umweltschutz und Ökotourismus verknüpft. Für die Selbstversorgung des Dorfes werden Mais, Bohnen, Reis, Yucca, Bananen, Platanos, Fleisch, Milch, Eier, Früchte etc. produziert, für den Markt vor allem Kaffee und Zuckerrohr. Heute kann durch die Errichtung einer Kaffeeaufbereitungs- und Trocknungsanlage der eigene Kaffee selbstständig weiterverarbeitet und direkt an die Röstereien verkauft werden.
Das Gebiet von Longo Mai umfasst heute 950 ha, davon ist etwa die Hälfte geschützter Regenwald. Für die rund 400 Einwohner gibt es zwei pulperías (Gemischtwarenläden), eine Schule, einen Kindergarten, eine Sprach- und Tanzschule, ein Verein für sanften Tourismus und zwei Kirchen. Außerdem befindet sich auf dem Gelände der Sitz einer regionalen Umweltorganisation (UNAPROA). Die Infrastruktur und die verschiedenen Aktivitäten der Finca werden von zahlreichen Komitees organisiert.
Im Jahr 2004 wurde das Konzept des sozialverträglichen Tourismus auf Basis von interkulturellem Austausch mit dem To-Do-Award des deutschen „Studienkreises für Tourismus und Entwicklung“ ausgezeichnet. Im Folgenden ein kurzgefasster Auszug aus der „Begründung für die Preisverleihung“ von Dr. Christian Adler ... mehr
"Longo mai au Costa Rica - pur vida", Radio suisse romande, Eine Reportage von Cécile Raimbeau (franz.), realisiert durch Christian Morerod, 10. September 2014 mehr ...
Der Film "Longo maï Costa Rica" auf YouTube zeigt Hintergründe der Entstehungsgeschichte von Finca Sonador in Costa Rica und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen ...mehr