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Susanne Kunz, welches Gemüse sollte verboten werden, und welche Frucht wären Sie?
Ich mag jedes Gemüse ausser verkochten Rosenkohl. Man sollte noch mehr Gemüse erfinden. Als Frucht wäre ich gerne ein Apfel, aus Bioanbau, schön rund, knackig, mit roten Füdli.
Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Das ist mir wirklich völlig egal. Ich brauche so wenig Benzin, fahre kaum Auto. Ein wirkliches Problem wäre, wenn der Preis für Velopneus extrem ansteigen würde. Ich fahre Velo. Oder nutze den ÖV.
Wie hätte Ihr Vorname als Bub gelautet?
(Lacht.) Urs! Schrecklich! Offenbar wünschte man sich einen kurzen Namen für den dritten Buben. Ich wäre also ein einsilbiger Urs Kunz geworden.
Als Sie Kind waren, was haben Ihnen Ihre Eltern da immer gesagt?
«Könntest du nicht ein kleines bisschen mehr Ordnung in deinem Zimmer haben. Das wäre doch für dich auch schöner.» Ich habe immer gefunden, dass Ordnung mir recht egal ist. Den Satz sage ich heute natürlich auch zu meinen Kindern, und mir scheint, es ist ihnen auch egal.
Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Aus ein wenig Emmental mit seinen kleinen Hügeln mit Bäumen drauf, für die Aussicht. Wohnen würde ich in einem alten Loft aus dem Meatpacking District in New York. Dazu ein 50-Meter-Pool, um Bahnen zu schwimmen, daneben das Meer und das Klima von Bali. Es müsste einen Schalter fürs Wetter geben: einmal stürmisch, dramatisch wie im Emmental, dann wieder balinesisches Badewetter.
Haben Sie einen Organspendeausweis?
Nein. Ich habe noch keine klare Meinung dazu. Man sollte Organe spenden, ja. Aber ich weiss auch, dass es für Angehörige von Organspendern oft gar nicht so einfach ist, weil die verstorbene Person noch eine Weile künstlich am Leben erhalten wird. Ich weiss nicht, ob ich mir eines Tages einen Ausweis ausstellen lasse.
Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
«The Ballad of Lucy Jordan» von Marianne Faithful. Ein Lied aus dem Film «Thelma und Louise». Es zeigt diese wilde Entschlossenheit der beiden, für ihre Freiheit einzustehen, am Ende gar ihr Leben zu lassen. Und so stelle ich mir Sterben vor. Ich springe über die Klippe und lass mich fallen.
Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Unbedingt. Ich hoffe, dass ich selbst noch die Kraft habe, das Medikament zu nehmen, sollte ich Schmerzen haben. Es ist wichtig, dass jeder selbstbestimmt sterben kann.
Haben Sie ein Tattoo?
Nein! Ich will auch keins. Tätowierer sind echte Künstler! Aber es gibt auch viele schlechte Tätowierungen. Im Sommer in der Badi sieht man die alle. Ich finde diese Strumpfbänder am Oberschenkel als Sujet total schlimm. Da zeigt sich spätestens ab 23 Jahren die böse Cellulite.
Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Mich, ohne gross zu überlegen, auf eine Familie einzulassen.
Welche Ihrer Eigenschaften möchten Sie Ihren Kindern vererben? Welche keinesfalls?
Ich möchte ihnen gerne mitgeben, dass man das Leben mit Humor leichter nehmen kann. Und meinen Mut und das Selbstvertrauen, auf sich selbst zu hören. Nicht vererben möchte ich ihnen mein schlechtes Langzeitgedächtnis, meine Unsportlichkeit in Sachen Felgaufzug und meine Ungeduld.
Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu designen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Einmal so sein wie Charlize Theron. Sie ist wirklich sehr schön. Wahrscheinlich hat sie aber einen ganz schlechten Charakter (lacht). Eine ähnliche Frisur haben wir ja schon, aber ich hätte gerne diese langen Beine. Sie hat grosse Klasse, ist intelligent, stolz und eine tolle Schauspielerin.
Welche Pille sollte man erfinden?
Eine Anti-Griesgram-Pille für alle ÖV-Benutzer. Unsere Verkehrsmittel sind modern, pünktlich und sauber. Trotzdem machen alle einen Stein und schauen verärgert, wenn jemand mal laut lacht.
Wie sah Ihr Zimmer mit 16 aus?
Da hing ein Poster von Axl Rose in engen Shorts. Ich hatte immer ein Puff mit den Kleidern und ganz viele, ebenfalls unordentliche Schubladen. Ich hatte ein Dachfenster, habe immer darunter auf meinem Teppich gelegen und die Wolken angeschaut.
Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Dass es nicht schadet, wenn man lernen muss, mit Arschlöchern zu arbeiten. Der kam von meiner Produzentin damals bei «Oops».
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ja, natürlich. Ich wollte ihn andauernd küssen, auch im Handarbeitsunterricht beim Stricken. Da hat er sich bei der Lehrerin beklagt. Ich war eben leidenschaftlich verliebt. Der Arme, ich kann ihn verstehen. Damals waren wir erst sieben Jahre alt.