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EINGESCHRÄNKTE REVISION. Das Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren und die dazugehörende Verordnung über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren sind am 1. September 2007 in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen zur Revisionspflicht und zur Revisionsstelle im Gesellschaftsrecht (OR, ZGB) sollten auf den 1. Januar 2008 in Kraft treten. Damit wird die Prüfung der Jahresrechnung 2008 (bzw. 2008/09) zu Beginn des Jahres 2009 erstmals nach den neuen Bestimmungen durchzuführen sein.
Kernpunkt der Neuerungen ist die Unterscheidung der Abschlussrevision in eine ordentliche Revision für Publikums- und volkswirtschaftlich bedeutende Gesellschaften sowie eine eingeschränkte Revision für kleinere Organisationen.
Der neue Standard
Die ordentliche Revision wird sich nach den Schweizer Prüfungsstandards richten. Die eingeschränkte Revision ist ein neues Revisionsprodukt; eine entsprechende Definition und Anwenderrichtlinie bestanden bisher nicht. Im Hinblick auf die Einführung der neuen Bestimmungen haben der Schweizerische Treuhänderverband und die Treuhand-Kammer im Rahmen der Interessengemein-schaft Wirtschaftsprüfung (IG WP) beschlossen, einen gemeinsamen Standard zur eingeschränkten Revision zu erarbeiten und zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Der erarbeitete Standard befindet sich gegenwärtig in der Übersetzung in die französische und italienische Sprache. Die Publikation aller drei Ausgaben wird in Kürze erfolgen. Der neue Standard wird damit breit abgestützt und frühzeitig in den meistverbreiteten Sprachen gleichzeitig zur Verfügung stehen.Mit der In-Kraft-Setzung der Gesetzesbestimmungen und dem Standard zur eingeschränkten Revision sind die technischen Belange der eingeschränkten Revision weitgehend klar. Dem Standard liegt eine einleuchtende, klare Konzeption zugrunde:
Die Prüfung erfolgt nach einem risikoorientierten Prüfungsansatz.Die Prüfung beschränkt sich auf Befragungen, analytische Prüfungshandlungen und angemessene Detailprüfungen.Geprüft wird aufgrund von Unterlagen, die beim geprüften Unternehmen vorhanden sind. Dies bedeutet, dass keine Drittbestätigungen (von Banken, Debitoren, Kreditoren, über pendente Rechtsfälle usw.) eingeholt werden.Das interne Kontrollsystem wird nicht geprüft.Es werden keine Prüfungen zur Entdeckung deliktischer Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse vorgenommen.Eine Teilnahme an der Inventur ist nicht erforderlich.
Prüfungsgegenstand bildet einzig die Gesetzes- und Statutenkonformität der Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) sowie des Antrags des Verwaltungsrats über die Verwendung des Bilanzgewinns.
Eingeschränkte Revision
Der Ablauf der Prüfung wird durch vier Phasen bestimmt:
Phase 1
Der Revisor erarbeitet sich zunächst ein Verständnis des Unternehmens. Gestützt auf diese Erkenntnisse und ersten analytischen Prüfungshandlungen beurteilt er das vorhandene Risiko auf der Ebene der Jahresrechnung als Ganzes sowie den einzelnen Positionen der Bilanz, der Erfolgsrechnung sowie des Anhangs. Phase 2
Die Erkenntnisse aus Phase 1 fliessen in einen Prüfungsplan ein, in welchem der Revisor grund-sätzlich über das Prüfvorgehen entscheidet sowie konkrete Prüfschritte, die eigentlichen Prüfungshandlungen, festlegt. Für seinen Prüfungsplan legt er eine Wesentlichkeitsgrenze fest. Phase 3
Dieser Teil umfasst die eigentliche Detailprüfungsarbeit: Befragungen, analytischen Prüfungshandlungen und angemessene Detailprüfungen. Phase 4
Nach Abschluss der Prüfungshandlungen beurteilt der Prüfer die Jahresrechnung als Ganzes sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung. Bei allfällig festgestellten Fehlaussagen empfiehlt er dem zuständigen Organ deren Korrektur. Schliesslich erstattet er den Revisionsbericht.
Prüfungshandlungen
Das Gesetz nennt drei Arten von Prüfungshandlungen: Befragungen, analytische Prüfungshandlungen und angemessene Detailprüfungen. Befragungen sind während der Risikoanalyse und der Prüfungsdurchführung ein effizientes Mittel zur Informationsbeschaffung. Bei der Prüfung wesentlicher Ab-schlussposten sind analytische Prüfungshandlungen und/oder Detailprüfungen sinnvoll, um eine angemessene Sicherheit zu erlangen. Bei den analytischen Prüfungshandlungen kann es sich um Vergleiche oder Relationen zum Vorjahr, zum Budget oder innerhalb der Branche handeln.Die angemessenen Detailprüfungen bestehen hauptsächlich aus Bestandes- und Bewertungsprüfungen. Der Standard enthält eine Auswahl an möglichen Prüfungshandlungen zu den üblichen Positionen einer Jahresrechnung. Die Prüfungshandlungen sind unterteilt in solche, die in der Regel das Basisprogramm darstellen (empfohlene Prüfungshandlungen) und solche, die zur Anwendung gelangen, wenn in einer Position besondere Risiken vermutet werden und somit eine erhöhte Gefahr wesentlicher Fehlaussagen besteht (weitergehende Prüfungshandlungen). Am Beispiel der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (siehe Kasten) wird dies illustriert.
Höhere Qualität
Wird die eingeschränkte Revision gemäss dem Standard zur eingeschränkten Revision abgewickelt, wird der geprüften Unternehmung bzw. Organisation ein guter Service geboten, den diese schätzen wird. Abschlussprüfer wissen, dass die meisten Jahresrechnungen von KMU nach der Revision eine wesentlich höhere Qualität aufweisen als zuvor. Diese Vorteile kommen nicht nur der geprüften Unternehmung zugute, sondern auch den übrigen Empfängern der Jahresrechnung. Diese Tatsache allein rechtfertigt es, dass die eingeschränkte Revi-sion eine breite Anerkennung findet.