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Im Oktober 2022 hat Dr. Ekaterina Filep vom Departement für Geowissenschaften der Universität Freiburg die Arbeit an einem internationalen, kollaborativen Projekt mit dem Titel RESIST Fostering Queer Feminist Intersectional Resistances against Transnational Anti-Gender Politics aufgenommen. Die RESIST-Studie hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird mit mehr als 4 Millionen Euro gefördert. Die Finanzierung stammt aus den Kassen der Europäischen Union, der britischen und der Schweizer Regierung.
Das Projekt wird die politischen Programme untersuchen, die darauf abzielen, geschlechtsspezifische Freiheiten, Trans*Inklusion, Multikulturalismus sowie die Gleichstellung von Geschlechtern und sexuellen Orientierungen in Irland, Spanien, Belarus, Frankreich, Schweiz, Polen, Deutschland, Ungarn und Griechenland einzuschränken. In einer ersten Phase wird das Projekt das Auftreten solcher Politik kartografieren und dann untersuchen, wie sie sich auf das tägliche Leben von betroffenen Menschen und Formen des Widerstands auswirkt. In einem dritten Schritt wird das Projekt Workshops für queer-feministische Grassroots-Organisationen durchführen, um auf kollaborative Art und Weise Forschungserkenntnisse über bestehende Strategien zur Bekämpfung von Anti-Gender-Politik zu generieren und einen Raum für die Koordination von Widerstandspraktiken zu schaffen. Die im Rahmen dieses Projekts gewonnenen Erkenntnisse werden einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht und an politische Entscheidungsträger weitergegeben werden, um so zur Schaffung von demokratischeren europäischen Gesellschaften beizutragen.
Dr. Filep, die an den Fallstudien über die Schweiz, Belarus und Ungarn arbeiten wird, wurde in Tadschikistan geboren. Sie studierte dort sowie an der Central European University in Budapest und am European College of Liberal Arts in Berlin. 2008 erhielt sie ein Exzellenzstipendium der Schweizer Regierung und zog in die Schweiz. Ab 2009 arbeitete sie an der Universität Bern an einer Dissertation zur politischen Partizipation von Frauen in Tadschikistan. Ihre Arbeit ist zutiefst interdisziplinär, wie man es von einer Wissenschaftlerin erwarten kann, deren Gender-Fachwissen sowohl auf akademischer Forschung an so renommierten Institutionen wie der Columbia University of New York als auch auf der praktischen Erfahrung der Arbeit in einem Frauenhaus in den USA vor Beginn ihrer akademischen Karriere beruht. Als russische Muttersprachlerin hat sie an innovativen Themen gearbeitet, die für Schweizer Forscher oft unzugänglich sind, darunter ein vom SNF finanziertes Projekt mit Prof. Christine Bichsel am Departement für Geowissenschaften der Universität Freiburg mit dem Titel Imaginaries of the Russian Steppe between 1890 and 1960.
Das RESIST-Projekt vereint Forschende aus Irland, Spanien, Griechenland, Frankreich, Schottland und der Schweiz in einem Konsortium, welches hauptsächlich durch das Rahmenprogramm Horizon Europe finanziert wird. Da die Schweiz derzeit nicht an diesem Programm beteiligt ist, werden die Schweizer Partner direkt vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert. Dr. Filep wurde durch ihre frühere Kollegin Dr. Stefanie C. Boulila (Hochschule Luzern) auf die Vorbereitungen für dieses europäische Projektaufmerksam gemacht. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Dr. Filep bei Swisspeace, einem Institut für angewandte Forschung. Sie schloss sich mit Begeisterung dem Projektteam an, um eine Einreichung für die Ausschreibung Feminisms for a new age of democracy vorzubereiten, der 2021 im Rahmen von Cluster 2 (Culture, creativity and inclusive society) von Horizon Europe, lanciert wurde.
Zwischen der ersten Idee für das Projekt und der Einreichung des Antrags lagen zwölf Monate Arbeit und Dr. Filep beschreibt den ganzen Prozess als sehr herausfordernd. Prof. Kath Browne vom University College Dublin koordinierte das Verfassen des Antrags. Sie und die übrigen Teammitglieder verbrachten viele Stunden damit, Richtlinien, Verordnungen und Anhänge zu studieren, in denen Aspekte der Gesuchsformulare und -prozesse beschrieben wurden. Dr. Filep erinnert sich, dass eine intensive Lektüre dieser Dokumente unerlässlich war, um einen Forschungs- und Arbeitsplan zu erstellen, der den Bestimmungen von Horizon Europe entsprach. Ihrer Meinung nach haben die positive Atmosphäre innerhalb des Forschungsteams und der freundliche Umgangston ihre Erfahrungen während dieser Schreibphase erheblich verbessert.
Ihre harte Arbeit trug im Frühjahr 2022 Früchte, als sie und das RESIST-Team erfuhren, dass ihre Projektidee finanziert werden würde. Es ist sehr erfreulich und aufregend, dass ein so wichtiges internationales Projekt nach Freiburg kommt. Das SPR-Team kann es kaum erwarten, mehr über die Ergebnisse zu erfahren und die grossen Auswirkungen, die es zweifellos haben wird, mitzuverfolgen.
Interessieren Sie sich auch für eine Projekt- oder Karrierefinanzierung durch den SNF, Horizon Europe oder aus einer anderen Quelle? Zögern Sie nicht, sich an das SPR-Team zu wenden, das Forschenden bei der Beantragung von Fördermitteln zur Seite steht, unabhängig davon, ob sie bereits mit UniFr verbunden sind oder ein Projekt vorschlagen, welches sie an die Universität bringen wollen. Wir können Ihnen bei der Entschlüsselung von Richtlinien und Vorschriften für Förderprogramme, der Struktur von Proposals, Budgetfragen, Finanzhilfevereinbarungen und vielen anderen Fragen helfen. Kontaktieren Sie uns auf <email-pii>
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Lesen Sie hier einen Artikel von Dr. Ekaterina Filep über Gender und Autoritarismus, das von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit veröffentlicht wurde.