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Pro Jahr erleiden in der Schweiz rund 8500 Personen einen plötzlichen Kreislaufstillstand. Das ist ungefähr jeder tausendste Einwohner. Rund zwei Drittel dieser Notfallsituationen ereignen sich im häuslichen Umfeld. Weltweit überlebt nur jeder zehnte Betroffene ein solches Ereignis.
Da sich diese Überlebenschancen deutlich steigern lassen, haben nun unter dem Dach des Schweizer Wiederbelebungsrates SRC verschiedene Expertenorganisationen erstmals eine nationale Überlebensstrategie bei Kreislaufstillstand verabschiedet.
In der Schweiz erhält jeder Betroffene im Falle eines Kreislaufstillstandes die optimale Versorgung, um mit bestmöglicher Qualität zu überleben.
Die «Nationale Überlebensstrategie bei Kreislaufstillstand» ist ein wissenschaftsorientiertes, und gleichzeitig praxistaugliches Instrument, das bezweckt, die Aktivitäten der verschiedenen beteiligten Umsetzungspartner in geeigneter Art und Weise zu lenken und zum bestmöglichen Resultat zu führen. Ziel ist die Steigerung der Überlebenschancen mit gutem neurologischem Outcome bei plötzlichem und vorzeitigem Kreislaufstillstand.
Die Strategie adressiert nicht solche Kreislaufstillstände, die am Ende des Lebens, bzw. in Folge einer vorbestehenden, schweren Krankheit zum Tode führen.
Die nationale Überlebensstrategie orientiert sich an einem ähnlichen Konzept der schottischen Regierung, in dem die strategischen Ziele anhand der Überlebenskette dargestellt werden. Im Unterschied zur schottischen Vorgehensweise zielt das vorliegende Dokument nicht nur auf ausser- sondern zusätzlich auch auf innerklinische Kreislaufstillstände und erweitern die Überlebenskette um die Ereignisprävention. Zentral ist die Einbindung der beteiligten Umsetzungspartner.
Der Aufbau erfolgt in sieben Ordnungskategorien:
Unter „Ausserklinischer Kreislaufstillstand“ werden die strategischen Ziele für Reanimationen ausserhalb des Spitals benannt. Die strategischen Ziele für Reanimationen innerhalb des Spitals folgen in der Rubrik „Innerklinischer Kreislaufstillstand“.
Der „Angestrebte Erreichungsgrad“ quantifiziert, welcher Zielerreichungsgrad aus einer systemischen Perspektive wünschenswert und möglich erscheint.
Zur Erreichung der Ziele werden „Mögliche Massnahmen“ skizziert und „Messkriterien“ sowie Messinstrumente bzw. Datenquellen vorgeschlagen. Mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten ist es heute vielfach noch nicht möglich, alle diese Erreichungsgrade zu messen, was als Ansporn verstanden werden kann, die geeigneten Messkriterien und Messinstrumente zu entwickeln.
Diese sollen von den „Möglichen Beteiligten“, die sich aufgrund von Interesse, Zuständigkeit und/oder Expertise differenziert mit den jeweiligen Zielen beschäftigen bearbeitet und in die Weiterentwicklung der Strategie eingebracht werden.
A. Vermeiden
B. Erkennen
C. Cardio Pulmunale Reanimation
D. Defibrillation*
E. Erweiterte Reanimationsmassnahmen
F. Post-Reanimations-Versorgung
G. Nachsorge
H. Kultur und Kontext
*Strategie Defibrillation:
- Im Falle eines Kreislaufstillstands kommt innerhalb von 5 Minuten ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) zur Anwendung
- Angestrebter Erreichungsgrad: 90%
- Defibrillatoren/AED sind taktisch positioniert und signalisiert
- Die Standorte der Defibrillatoren/AED sind für die SNZ 144 zugänglich dokumentiert und in der Bevölkerung bekannt gemacht