Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03568.jsonl.gz/49

Endlich habe ich Kim Stanley Robinsons monumentales Werk zur Klimakrise fertiggelesen. Leicht ist es mir nicht gefallen, denn Robinson folgt zwar durch den ganzen Roman zwei Personen - Mary Murphy, der Ministerin für die Zukunft, und Frank May, einem ehemaligen Entwicklungshelfer, der als Einziger die brutale Hitzewelle überlebt, die gleich im ersten Kapitel des Buches in Indien Millionen von Menschen das Leben kostet, aber es fehlt ein Identifikationsfigur, mit der man in die Geschichte eintauchen könnte, wie dies bei Unterhaltungsliteratur der Fall sein würde.
I am a god and I am not a god. Either way, you are my creatures. I keep you alive. Inside I am hot beyond all telling, and yet my outside is even hotter. At my touch you burn, though I spin outside the sky. As I breathe my big slow breaths, you freeze and burn, freeze and burn. Someday I will eat you. For now, I feed you. Beware my regard. Never look at me.
Das Buch ist ein Patchwork aus kurzen bis sehr kurzen Kapiteln, die aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln verfasst sind, aus der Sicht eines Gletscherforschers, eines Piloten, einer Bäuerin, eines Flüchtlingsmädchens in der Schweiz, ja selbst die Sonne und ein Kohlenstoffatom kommen zu Wort. Häufig sprechen diese Erzählenden die Leserin direkt an, sind die Kurzkapitel in der ersten Person Singular oder Plural verfasst. Überaus präsent ist die eigentliche Hauptperson des Buches: die Klimakrise, und die enorme Aufgabe, vor der das Ministerium steht, um Klimaeffekte abzumildern, ja die Klimaerwärmung zu stoppen. Mary Murphy und ihr Ministerium sollen mit beschränkten Mitteln die Herkulesarbeit schaffen, damit diese Erde auch für zukünftige Generationen bewohnbar bleibt.
To be clear, concluding in brief: there is enough for all. So there should be no more people living in poverty. And there should be no more billionaires. Enough should be a human right, a floor below which no one can fall; also a ceiling above which no one can rise. Enough is as good as a feast—or better.
Das Ministerium ist keine Gutenachtlektüre, keine blosse Unterhaltung, sondern ein Versuch, die ganze Komplexität der Klimakrise und verschiedenste Lösungsansätze in eine realitätsnahe Fiktion zu giessen. Das positive Ende - die CO2-Werte in der Atmosphäre sinken, rund um die Erde erhalten Pflanzen und Tiere im "Half Earth"-Projekt ihren Lebensraum zurück, die Landwirtschaft wird nachhaltiger, die Menschheit geht in Richtung gerechterer Ressourcenverteilung - macht Hoffnung, dass wir Menschen vielleicht doch noch einen Weg aus der Klimakrise schaffen werden, bevor es zu spät ist. Nur bräuchten wir erst einmal ein Ministerium für die Zukunft, hier in Zürich!