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Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an Roger Federer denken? Ist es Tennis, eine spezielle Kaffeemaschine, ein Telekommunikations-Unternehmen, eine Teigwarenmarke, eine teure Uhr, eine Luxusautomarke, Schweizer Schockolade oder eine Bank? Früher oder später denken Sie bestimmt auch an das viele Geld, das der Tennis-Star schon bekommen hat. Roger Federer ist zum ersten Mal der Krösus aller Sportler auf der ganzen Welt. Kein anderer Athlet hat in den letzten 12 Monaten so viel Geld erhalten wie er: 106,3 Millionen US-Dollar. 6,3 Millionen davon hat er sich auf dem Tennisplatz erspielt. Der Rest kommt aus der Werbung. Das hat er sich verdient, werden Sie sagen, er ist ja ein so guter Mensch. Roger Federer und seine Frau Mirka spendeten ja zu Beginn der Corona-Zeit eine Million Franken an ein Schweizer Hilfswerk. Das ist rund 1 Prozent ihres Jahreseinkommens. Dazu unterstützt das Paar mit ihrer Founda-tion Kinder im Süden Afrikas.
Der erste Sportler in unserem Land, der mit Werbung mehr Geld verdiente, als mit seinen sportlichen Erfolgen, war die Radsportlegende «Ferdy National» Kübler (97†). Beiden Sportlern bin ich mehrfach begegnet. Roger Federer bestellte nach den Olympischen Spielen in Athen 2004 bei mir ein Bild für seinen Kalender. Das damals übliche Bildhonorar von 200 Franken wollte er nicht bezahlen, 150 Franken müssen reichen, war er der Ansicht. Ich willigte ungern aber trotzdem ein. Schliesslich hat man ja nicht alle Tage diese Ehre, vom Tennis-Champ für Bilder angefragt zu werden. Das Geld kam drei Monate nach der Lieferung des Bildes. Der Kalender wusste zu gefallen, nicht nur meines Bildes wegen.
Als ich Ferdy Kübler zu dessen Lebzeiten das Buch «Ferdy Kübler und die goldenen Jahre des Schweizer Radsports» zum Signieren per Post zukommen liess, legte ich 10 Franken für das Rückporto bei. Wenige Tage später lag das Buch, signiert und mit einer lieben Widmung versehen, wieder in meinem Briefkasten. Im Buch selbst waren eine weitere signierte Autogrammkarte und ein handgeschriebener Zettel. Darauf aufgeklebt, zwei Zweifränkler. Es war der Rest des nicht gebrauchten Rückportos.
Ferdy Kübler ist nach seinem Tod Ende 2016 etwas in Vergessenheit geraten. Doch nicht bei mir. Seine Geste ist mir allgegenwärtig. Übrigens, den Kalender von Roger Federer habe ich in der Zwischenzeit entsorgt. Das Buch von Ferdy Kübler mit der Autogrammkarte und den zwei aufgeklebten Zweifränklern steht noch immer griffbereit in meinem Bücherregal.