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Das Schottische Hochlandrind (Scottish Highland Cattle, kurz HC) stammt ursprünglich aus den nordwestlichen schottischen Inseln und den windgeprüften Hochlandmooren. Das anspruchslose Robustrind stellte früher die Lebensgrundlage der Kleinbauern dar. Ein grosser Vorteil war, dass die Rinder auch im Winter keinen Stall benötigten und so auf der offenen Wiese gefüttert werden konnten.
In erster Linie galten die Schottischen Hochlandrinder als Fleisch-, Milch-, und Fellproduzenten. Sie waren aber auch als Zugtiere für Wagen und Pflug nicht ungeeignet.
Ursprünglich waren sie unter der Bezeichnung das schwarze Vieh oder Kyloes bekannt; schwarz, da dies ihre damals vorherrschende Farbe war. Kyloes nannte man sie nach den gleichnamigen Meerengen, auf denen das Vieh von den Inseln auf kleinen Fährbooten hinüber zum Festland zu den zahlreichen Viehmärkten gebracht wurde (MEIER, 2003: 1).
Abb. 3: Loch Scavaig und die Cullin Hills auf der Isle of Skye
Der Norden Schottlands ist geprägt von kargen Böden, die wenig Futter für das Schottische Hochlandrind hergaben. Deshalb wurden die Tiere vermehrt in den Süden Schottlands und in den Norden Englands getrieben, wo sie auf fetten Wiesen grasen konnten. Doch die Reise dorthin war hart und kaum eine andere Rasse hätte sie überstanden. Die eher kleinen, dafür umso kräftigeren und ausdauernden Rinder mit ihren kurzen kräftigen Beinen waren wie geschaffen für die aussergewöhnlich kargen, gerölligen und stürmischen, langen Distanzen über steile Berghänge. Geführt wurden sie von den wortkargen und abgehärteten Männern, den Drovers, die selbst auch vom Schottischen Hochland stammten.
Wie es in allen Bereichen eine gewisse Modeströmung gibt, so gibt es diese auch bei den Schottischen Hochlandrindern. Im Jahre 1884 wurde erstmals eine Hochlandrinder-Vereinigung gegründet. Die vorherrschende Farbe der damals im Herdebuch aufgenommenen Zuchtbullen war schwarz. Dunkle Tiere galten als besonders stark und robust.
Doch um 1919 änderte sich diese Einstellung und es wurden vermehrt hellere, wie rot-braune Tiere bevorzugt. Demzufolge wollte niemand mehr die schwarzen Bullen kaufen. Diese damalige Modeströmung hat bis heute ihre Spuren hinterlassen. Sieht man heute nämlich eine Highland Cattle-Herde, so sind die meisten Tiere red (rot). Daneben findet man häufig auch Tiere mit den Farben black (schwarz), yellow (blond), dun (grau), white (weiss) und brindle (gestreift) (http:// www.tsvzug.ch/ infos/highlander.html 17.03.2004).
Auch heute ist eine gewisse Modeströmung erkennbar. Tiere mit dem seltenen, weissen Fell gelten als Besonderheit und werden demzufolge vermehrt gezüchtet.
Dennoch hat dieses besondere Rind seine Urzüge behalten können, denn es wird schon seit über 200 Jahren rein gezüchtet ? etwas, was bei anderen heute üblichen Rinderzuchten vollständig abhanden gekommen ist (MEIER, 2003: 1).
Abb. 4: Schottische Hochlandrinder beim Fressen, (Farben: yellow, black und red)
(Quelle: eigene Aufnahme)
Mitte des 19. Jahrhunderts folgte dann die Zeit der Landenteignungen, den so genannten ?Highland Clearances?. Diese brachte eine soziale und wirtschaftliche Zerrüttung ins Schottische Hochland. Die Folge war die Ersetzung der mystischen Urrinder durch die profitableren Schafherden. So entstanden um das geheimnisvolle Tier viele Sagen und Geschichten.
Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wurde ihr praktischer Nutzen jedoch wieder entdeckt. Die Fähigkeit der Robustrinder, auf den kargen Böden der Highlands zu weiden, das besonders schmackhafte und würzige Qualitätsfleisch und die Tatsache, dass das Rind eine Touristenattraktion darstellt, kommt vielen Züchtern wieder zugute. Dies besonders heute, da Qualitätsprodukte aus artgerechter und biologischer Haltung vermehrt gefragt sind (http://www.tsvzug.ch/infos/highlander.html 17.03.2004). In den vergangenen Jahrhunderten entwickelte sich ein Robustrind, welches allgemeingültig folgende Rassenmerkmale aufweist (http://www.highlandcattle.ch 09.08.2004):
? Widerristhöhe und Gewicht Kühe: 110 bis 120 cm, 400 bis 550 kg Stiere: 120 bis 130 cm, 500 bis 700 kg
? Kurze stämmige Gliedmassen, harmonischer Körperbau mit mittlerer Bemuskelung, gesundes Fundament
? Kopf mit weitausladenden Hörnern und Dreiecksform, dichtes und langes Haarkleid in allen Fellfarben.
Bevorzugt sind jedoch einheitliche Färbungen.
? Durch Jahrhunderte lange Selektion und karges Futter ist das Hochlandrind spätreif.
Erste Abkalbung mit ca. 36 Monaten. Leichte Kalbung mit guten Muttereigenschaften
(Geburtsgewicht der Kälber ca. 22 bis 25 kg), Zwischenkalbzeit von einem Jahr.
? Genügsame Tiere, bevorzugen karges Futter, dadurch langsam wüchsig, langlebig und lange Nutzungsdauer
Das folgende Foto zeigt eine Zuchtkuh mit idealen Werten und Massen. Sie ist bereits seit 14 Jahren bei uns zu Hause und hat uns grossartigen Nachwuchs gebracht.
Abb. 5: Zuchtkuh und unsere Oma des Betriebes, die 18-jährige Heather