Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/118337

<h2>SubmittedText<h2><p>Ausgehend von der Feststellung, dass die Versuche, die Gletscherzungen mit Blachen abzudecken, nur beschränkte Erfolge zeitigen und nicht das bewirken, was angesichts der heutigen Situation nötig wäre, beauftrage ich den Bundesrat, ab 2011 die folgenden Tests durchzuführen, die ich hier in der Reihenfolge zunehmender Komplexität aufliste:</p><p>1. "Kalkung der Moränen" durch Helikopter zwischen Mai und Juli (je nach Höhe und Exposition) = Lichtbrechung, um die Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung zu mindern, etwa auf dem Sanetsch, als erster, "begrenzter" Versuch und "ohne Beeinträchtigung" des pH-Werts der Gewässer;</p><p>2. "eisproduzierende Gräben" (uraltes iranisches Know-how), angelegt mit Baumaschinen im Sommer, an jedem geeigneten Ort in den Alpen, etwa auf den kleinen Gletschervorfeldern, die gegenwärtig als Klärflächen dienen;</p><p>3. Valley Curtains (grosse mobile Vorhänge aus thermischem Material, die die kalte Luft im oberen Teil des Tals zurückhalten und verhindern, dass sie talwärts fliesst) an jedem geeigneten Ort;</p><p>4. Belüftungstunnels (mit vertikalen Grubenschächten) mit der einen Öffnung in der Höhe und der zweiten unten, mit Windrad innen drin und einer Speicherung und Verteilung der Kaltluft in horizontalen Stollen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Motionärs, dass das Auftauen des Permafrostes als Folge der Klimaerwärmung zusätzliche Probleme mit Hanginstabilitäten verursachen kann. In der Folge ist an entsprechend exponierten Orten vermehrt mit Rutschungen, Bergstürzen und Murgängen (schlammartiges, oft schnell fliessendes Gemenge aus Wasser und Feststoffen wie etwa Sand oder Kies) zu rechnen. Der Bundesrat hat deshalb bereits eine ganze Reihe von Massnahmen eingeleitet:</p><p>- Abklärungen zur Permafrostverbreitung und Publikation der entsprechenden Hinweiskarte, 2005;</p><p>- Auswertung von Satellitendaten (Radarinterferometrie) zur Erfassung von Hanginstabilitäten und der Veränderung schweizweit, laufend;</p><p>- Entwicklung von Technologien für Überwachung und Monitoring in Permafrostgebieten in Zusammenarbeit mit fünf Hochschulen und dem SLF Davos (siehe <a href="http://www.permos.ch/">www.permos.ch</a>), laufend;</p><p>- Ausarbeitung der Gefahrenkarten für das Siedlungsgebiet durch die Kantone bis Ende 2011.</p><p>Auftauender Permafrost ist aber nicht die einzige mögliche Folge der Klimaerwärmung. Deshalb hat der Bundesrat bei der Verwaltung auch eine Strategie zur Anpassung an die Klimaänderung in Auftrag gegeben, welche die Grundlage für das koordinierte Vorgehen der Bundesämter bilden soll. Der Bundesrat wird voraussichtlich Ende 2011 darüber befinden und anschliessend informieren. In einem nächsten Schritt sollen die zuständigen Departemente für die wichtigsten betroffenen Sektoren Aktionspläne erarbeiten. Diese sowie die notwendigen sektorenübergreifenden Massnahmen werden in einem gemeinsamen Aktionsplan zur Anpassung an die Klimaänderung dargestellt und aufeinander abgestimmt. So will der Bundesrat gewährleisten, dass die Massnahmen miteinander koordiniert und nachhaltig sind. Im Rahmen der Erarbeitung dieses Massnahmenkataloges ist der Bundesrat bereit, die in der Motion vorgeschlagenen Massnahmen zu prüfen. Eine vorgezogene, isolierte Durchführung von aufwendigen und energieintensiven Tests ohne Abstimmung mit den übrigen Anpassungsmassnahmen hält er jedoch nicht für zielführend.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.