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Zur Erinnerung an Harry Dean Stanton zeigen wir Sophie Hubers intimes Porträt des ewigen Nebendarstellers und grossen Schweigers Harry Dean Stanton.
Harry Dean Stanton, 1926 in West Irvine (Kentucky) geboren, hat seit den 1950er-Jahren in rund 200 Filmen und TV-Serien gespielt. In Hollywood wurde der Mann mit dem markanten Gesicht zum Nebendarsteller par excellence, der auch in kleinen Rollen deutliche Spuren hinterliess – «kein Film mit Harry Dean Stanton kann wirklich schlecht sein», meinte einmal der amerikanische Kritiker Roger Ebert. Es war Wim Wenders vorbehalten, Harry Dean Stanton als Hauptdarsteller zu inszenieren – auch deshalb ist PARIS, TEXAS (1984) ein ziemlich singuläres Ereignis. Zu den Regisseuren, die ihn immer wieder engagierten, zählte David Lynch, für den Harry Dean Stanton u. a. bei WILD AT HEARD (1990), TWIN PEAKS (1992), THE STRAIGHT STORY (1999) oder INLAND EMPIRE (2006) vor der Kamera stand. Weiter arbeitete er u.a. für Sam Peckinpah (PAT GARRETT & BILLY THE KID), Martin Scorsese (THE LAST TEMPTATION OF CHRIST), Francis Ford Coppola (THE GODFATHER: PART II, ONE FROM THE HEART), John Carpenter (ESCAPE FROM NEW YORK, CHRISTINE), John Huston (WISE BLOOD), Ridley Scott (ALIEN).
Weniger bekannt ist, dass Harry Dean Stanton auch ein begnadeter Musiker ist. Es ist dieser Aspekt, den Sophie Huber in ihrem Film ins Zentrum rückt. Die seit langem in Los Angeles lebende Bernerin verwebt intime Gespräche, Ausschnitte aus den wichtigsten Filmen mit Harry Dean Stanton und dessen herzzerreissende Darbietungen amerikanischer Folksongs zu einer betörenden filmischen Begegnung und zu einer Collage, aus der die zerbrechliche Seele des Schauspielers und Musikes zutage tritt. In Farbe und Schwarz-Weiss erkundet der Film die hintergründigen Gedanken des Schauspielers über sein Leben sowie sein ungenutztes Talent als Musiker und zeigt spontan aufgenommene Szenen mit David Lynch, Wim Wenders, Sam Shepard, Kris Kristofferson und Debbie Harry.
Sophie Huber gewann mit ihrem betörenden Nachtfilm nicht nur den Berner Filmpreis 2013, sondern auch den Zürcher Filmpreis 2013.
«Widerspenstig, empfindsam und erstaunlich gut bei Stimme: In ihrem Dokumentarfilm entlockt Sophie Huber dem verschwiegenen Hollywood-Kauz Harry Dean Stanton aussergewöhnliche musikalische Töne.» (Hans Jürg Zinsli, «Berner Zeitung BZ»)