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Die erste Erwähnung von Fliegerischer Tätigkeit auf der Thuner Allmend, geht auf einen Zeitungsartikel aus dem Tagblatt der Stadt Thun vom 29. Juni 1910 zurück in welchem gemeldet wurde das:
…der Monoplan der société jurassienne d’aviation bei Flugversuchen auf der Allmend abgestürzt
und beschädigt worden sei. Der Pilot sei jedoch unverletzt geblieben.
Bereits im darauffolgenden Jahr, fanden Flugversuche mit einem Blériot-Eindecker und einer Eigenkonstruktion von E. Schmalz statt.
Während mit dem Blériot kurze Geradeausflüge stattfanden, kam die Druckpropellerkonstruktion von Schmalz nicht so richtig vom Boden weg.
Auch der Berner Erwin Schwarz versuchte sein Glück mit einer Eigenkonstruktion auf der Thuner Allmend wie die folgenden beiden Zeitungsberichte aufzeigen:
Geschäftsblatt vom 15.5.1912: Die Flugversuche von Herrn Schwarz auf der Allmend haben bis jetzt keinen
grossen Erfolg. Dem Flieger-Aspiranten gelangen zwar kleine Hüpfer, aber mit rührender Anhänglichkeit kehrte
die Flugmaschine immer wieder schleunigst auf den sicheren Boden zurück. Zu bewundern waren die nicht gerade
zahlreichen Zuschauer, die bei brütender Hitze stundenlang warteten.
Geschäftsblatt vom 11.9.1912: Als der bernische Flieger Erwin Schwarz am Abend um 20 Uhr erneut mit seinem Flieger
in die Luft stieg und eine Kurve zu eng flog, stürzte er mit lautem Krachen aus 15 bis 20 Metern Hohe zu Boden.
Die Flugmaschine wurde vollständig zerstört, Schwarz blieb jedoch unverletzt. Während dem Sturz konnte er noch
die Zündung ausschalten und die Benzinzufuhr unterbrechen.
Im Jahre 1913 stellte Erwin Schwarz nach einem Absturz im März und Motorenproblemen im Oktober seine Versuche ein. Im gleichen Jahr landete der Flugpionier Oskar Bider auf einem seiner Trainings- und Erkundungsflüge auf der Thuner Allmend. Am 13. Juli des selben Jahres gelang Ihm die Alpentraversierung Nord-Süd über das Jungfraujoch mit anschliessender Landung in Mailand.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der Entstehung der Schweizer Luftwaffe, stieg auch der Bedarf an Fluggeräten. Die in Thun ansässige Konstruktionswerkstätte (K+W) wurde mit dem Bau von Militärflugzeugen beauftragt. Zu diesem Zweck wurden auf der Allmend Hallen für den Bau der Flugzeuge und zwei Pisten (23/05 und 33/15) für deren Erprobung gebaut.
Während rund 30 Jahren wurden nun in Thun für das Militär Flugzeuge gebaut und erprobt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion jedoch langsam aber sicher nach Emmen verlegt. Am 12. Dezember 1955 verliess das letzte Flugzeug der Schweizer Luftwaffe die Thuner Allmend und die Panzer hielten Einzug.
In dieser Zeit wurde die Thuner Allmend jedoch nicht nur durch das Militär benutzt, auch die Zivile Fliegerei wurde gepflegt. Am 22. September 1933 wurde der Aeroclub Berner Oberland als Regionalverband im Aeroclub der Schweiz gegründet. Zu dieser Zeit bestanden schon eine Ballongruppe, ein Gleitflugverein und eine Modellbaugruppe in der Gegend.
Nach Verhandlungen mit der Militärdirektion, konnte am 16. September 1935 ein Vertrag unterzeichnet werden welcher die Nutzung an Sonntagen gestattete. Nach und nach wurde die Benützung auch an Samstagnachmittagen möglich sofern das Militär die Allmend frei gab.
Ein Tiefpunkt fand im Jahre 1960 statt als einige Mitglieder die Auflösung des Flugplatzes in die Wege leiteten. Dies konnte jedoch mittels grosser Anstrengungen verhindert bzw. rückgängig gemacht werden.
In den Jahren 1967/68 musste die Piste zweimal verlegt werden, dies auf Grund des Baus des Autobahntunnels welcher unter der Allmend verläuft. Nach Abschluss des Autobahnbaus wurde im Jahre 1986 die Motorflugpiste saniert und 1999 die Segelflugpiste.
Der Bau einer Hartbelagspiste welcher von vielen Mitgliedern gewünscht wurde, konnte auf Grund der vielen Auflagen und der Tatsache das die gesamte Allmend heute ein Naturreservat ist nicht verwirklicht werden.
Dies ist ein kleiner Einblick in die Geschichte unseres schönen Flugplatzes. Weiter Informationen erhalten Sie unter folgenden Links: