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«Danke, dass ihr alle heute gekommen seid», ruft Jeb Bush in die Aula einer Primarschule in der Gemeinde Bedford. Mit über 150 Millionen Dollar hat er mehr Geld gesammelt als alle anderen Republikaner im Rennen um die Präsidentschaft. Nur die Wahlkampfkasse der Demokratin Hillary Clinton ist noch praller gefüllt als seine.
«Ich würde mit ruhiger Hand regieren»
Bush ist der Kandidat des Establishments, doch dieses ist zunehmend beunruhigt. Denn Bush konnte in den TV-Debatten nicht überzeugen. In Iowa erhielt er nur mickrige 2,8 Prozent der Stimmen. In New Hampshire sind die Wähler jedoch moderater und weniger religiös. Deshalb hofft Jeb Bush, dass er mit seiner zurückhaltenden Art und seiner Erfahrung als ehemaliger Gouverneur von Florida hier besser ankommt.
«Wir leben in gefährlichen Zeiten. Ich hoffe, dass ihr jemanden wollt, der mit ruhiger Hand regiert und der weiss, was es bedeutet, Commander in Chief zu sein.» Damit zielt Bush indirekt auf den populistischen Choleriker Donald Trump, der in den Umfragen deutlich führt. Das gefällt Matthew Cairns, der im Publikum steht und Bush unterstützt: «Er ist authentisch, verhält sich wie ein Erwachsener und hat differenzierte Positionen. Und er kann auch sagen, wie er seine Ziele erreichen wird.» Andere Kandidaten könnten das nicht, sagt Cairns.
Wähler sind stolz auf ihren Eigensinn
Ob Bushs Botschaft bei der Wählerschaft in New Hampshire ankommt, ist noch ungewiss. Draussen steht ein Mann und hält ein Plakat mit der Aufschrift «Jeb!». Aber er weiss noch nicht, ob er Bush wählen wird. Er hat sich noch nicht entschieden: «Wir warten hier in New Hampshire bis zur letzten Minute», sagt er.
Das ist typisch: die Wählerschaft in New Hampshire besteht zu einem grossen Teil aus unabhängigen Wählerinnen und Wählern. Sie sind stolz darauf, eigenwillig zu sein und keiner Partei treu zu bleiben.
New Hampshire ist mit seiner Bevölkerung von nur 1,2 Millionen, die fast ausschliesslich weiss ist, zwar nicht repräsentativ für die ganzen USA. Für die republikanische Nomination ist der Staat aber ein guter Gradmesser: fünf der letzten sieben Republikaner, die hier gewählt wurden, wurden später im Jahr zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei gekürt.