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Seit im Dezember 2013 bewaffnete Kämpfe zwischen Anhängern des Präsidenten und des zuvor abgesetzten Vize-Präsidenten ausgebrochen sind, ist der Südsudan von grossen politischen und sozialen Unruhen betroffen. Auch wenn im September 2018 ein neuer Friedensvertrag unterzeichnet wurde, ist die Situation im Lande noch lange nicht stabil und friedlich. Die Zivilbevölkerung war von der generellen Unsicherheit und den Kampfhandlungen stark betroffen, was sich in rasant anwachsenden Zahlen intern Vertriebener niedergeschlagen hat.
Aufgrund des Konfliktes hatten viele Bauern Angst davor, ihre Felder zu beackern; auch die lokalen Märkte werden wegen ausbleibender Ernten und der politischen Unsicherheit nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt. Im Projektgebiet sind viele Marktstände leer; die Geschäfte sind geschlossen. Die wirtschaftliche Krise und der Wertverlust des südsudanesischen Pfund haben dazu beigetragen, dass die Bevölkerung sich keine Lebensmittel leisten kann, um die ausfallende Ernte zu kompensieren und damit ihre Grundbedürfnisse zu sichern. Gemäss Analysen vom März 2018 ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung in der Lage, genügend Lebensmittel zu produzieren oder zu erwerben, um die eigenen Bedürfnisse abzudecken. Mehr als sechs Millionen Menschen sind von einer akuten Lebensmittelknappheit betroffen, und über eine Million Kinder unter fünf Jahren leidet an Unterernährung.
Im Projektgebiet stellt zusätzlich zur Lebensmittelknappheit auch der mangelnde Zugang zu Wasser ein grosses Problem dar. Frauen in den ländlichen Gebieten müssen täglich 3-5 Stunden zu Fuss gehen, um schmutziges Wasser zu holen. Viele der bestehenden Bohrlöcher und Wasserversorgungssysteme sind veraltet und funktionieren nicht mehr. Gemäss offiziellen Statistiken hat mehr als die Hälfte der südsudanesischen Bevölkerung (mehr als sechs Millionen Menschen) keinen genügenden Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen. Es wird davon ausgegangen, dass im Projektgebiet mehr als 90'000 Menschen nicht ausreichend Zugang zu Wasser haben. Mit der wirtschaftlichen Krise sind die Behörden auch nicht in der Lage, die bestehende Infrastruktur in Stand zu halten, vor allem in ländlichen Gebieten. Besonders Kinder sind dadurch vermehrt Krankheiten wie Cholera ausgesetzt, die durch den Mangel an Wasser und Hygiene verursacht werden.