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Arbeitslosigkeit
Was heisst überhaupt arbeitslos?
Was bedeutet eigentlich Arbeitslosigkeit? Natürlich, dass man keine Arbeit hat. Aber heisst, das auch, das man nichts arbeitet, keine nützlichen Tätigkeiten verrichtet? Natürlich nicht. Ein Koch der keine Arbeit hat, kocht ja genauso für sich selbst oder für seine Familie, verrichtet also Arbeit. Genauso ein arbeitsloser Maler, der seine Wohnung neu streicht. Trotzdem gelten beide als arbeitslos. Das bedeutet also, dass arbeitslos zu sein nicht bedeutet, keine Arbeit mehr zu verrichten, sondern nur eine ganz bestimmte Arbeit nicht mehr zu verrichten. Natürlich ist damit die Arbeit gegen Lohn gemeint, die man für ein Unternehmen verrichtet. Schliesslich ist das auch das Hauptproblem an der Arbeitslosigkeit - Man erhält keinen Lohn und somit kein Geld mehr.
Die entscheidende Arbeit ist also die, welche man gegen Bezahlung verrichtet. Obwohl sich die eigentliche Arbeit des Kochs, ob er jetzt in einem grossen Restaurant kocht oder für seine Familie, nicht gross unterscheidet, ist doch nur die Arbeit im Restaurant von wirtschaftlicher Bedeutung. Fällt sie weg, ist der Koch arbeitslos.
Das ist kein Zufall: In unserer Gesellschaft, dem Kapitalismus, zählt eben nur die Arbeit, bei der ein Gewinn herausschaut, die also das investierte Kapital vergrössert. Alle andere Arbeit zählt nicht nur nichts für die Wirtschaft, sondern man erhält auch keinen Lohn. Eine Hausfrau, die für eine Familie kocht, putzt, wäscht und Erziehungsaufgaben übernimmt, leistet ohne Zweifel Arbeit, bekommt dafür aber keinen Rappen Lohn, da sie keinem Unternehmen Profit bringt. Wäre sie jedoch beispielsweise in einer Wäscherei angestellt, erhielte sie für die selbe Arbeit nämlich waschen, einen Lohn, da die Wäscherei durch ihre Arbeit Profit machen kann.
Warum werden Arbeiter plötzlich nutzlos?
Wenn aber nur die Arbeit etwas zählt, durch die Profit für ein Unternehmen entsteht, gilt natürlich auch das Umgekehrte: Entsteht durch eine Arbeit für ein Unternehmen plötzlich kein Profit mehr, dann wird die Arbeit und damit die Arbeiter die sie verrichten, nicht mehr gebraucht. Sprich, die Arbeit wird eingestellt und die Leute entlassen. Dass es bei ihrer Arbeit bloss auf den Profit des Unternehmens ankommt müssen die Arbeiter oft auf schmerzliche Weise feststellen. Beispielsweise wenn sie beinahe ihr ganzes Leben bei einem Unternehmen gute Arbeit geleistet haben und plötzlich vom einen auf den anderen Tag entlassen werden, weil ihre Arbeit zu wenig Profit abwirft.
Die Menschen bekommen also nur dann Arbeit, wenn sie gerade nützlich sind um Profit zu erwirtschaften und werden demenstprechend arbeitslos, wenn sie dazu nicht mehr nützlich sind. Auf diese Weise ist in jedem Land eine kleinere oder grössere Masse von Arbeitslosen entstanden, die von der Wirtschaft nicht gebraucht werden und deren Fähigkeiten deshalb nutzlos sind.
Warum sind die Arbeiter Kostenfaktoren?
Dabei geht es nicht darum, ob die Arbeit, welche die Arbeiter vorher geleistet haben, nützlich war oder nicht ist. Sondern es geht nur darum, ob sie genügend Gewinn einbringt. So werden beispielsweise in privat geführten Spitälern Leute entlassen, die vorher eine sehr wichtige Aufgabe hatten wie beispielsweise Leute zu behandeln und zu pflegen. Dadurch haben die verbleibenden Arbeiter in den Spitälern viel mehr zu tun, sind einer viel höheren Belastung ausgesetzt. Das hat natürlich zur Folge, dass die Qualität der Behandlungen in dem Spital sinkt. Ein Vorgang, der einem ziemlich blödsinnig vorkommen kann aber im Schweizer Gesundheitswesen Alltag ist.
Obwohl die Arbeiter den Profit des Unternehmens schaffen, ist ihr Lohn nur ein Kostenfaktor für das Unternehmen. Dieser zieht sich nämlich direkt vom Profit eines Unternehmens ab. Deshalb müssen die Unternehmen einerseits die Löhne möglichst tief halten, andererseits stets darauf achten, ob man nicht irgendwo überflüssige Leute entlassen könnte. Denn diese kosten schliesslich.
Mittlerweile gibt es ganze Beratungsfirmen, die nur darauf spezialisiert sind, anderen Unternehmen zu sagen, wo sie Arbeitsplätze einsparen, also Leute entlassen können. (Beispielsweise KPMG mit einem grossen Sitz in Zürich). Diese Situation verschärft sich natürlich durch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Unternehmen. Ist ein Unternehmen in der Lage, durch Entlassungen Kosten einzusparen, kann es seine Produkte günstiger verkaufen als die Konkurrenten. Diese sind dann ihrerseits dazu gezwungen sich umzuschauen, wo sie nach Möglichkeit Leute entlassen können.
Dass diese Entlassungen für die entlassenen Arbeiter zwar oftmals eine Katastrophe sind, für die Unternehmen jedoch zusätzlichen Gewinn bedeuten, sieht man an einem besonders üblen Schauspiel: Jedesmal wenn Unternehmen Entlassungen bekannt geben, steigen die Aktienkurse dieser Unternehmen. Die Börse weiss, dass sie von diesen Unternehmen in Zukunft höhere Gewinne erwarten kann und belohnt die Unternehmen mit steigenden Kursen.
Wie führt technischer Fortschritt zu Arbeitslosigkeit?
Technischer Fortschritt wie die Erfindung neuer Haushaltsgeräte hat uns zu Hause eine Menge Arbeit erspart. Beispielsweise musste früher die Wäsche noch mühsam von Hand mit einem Waschbrett gewaschen werden. Das war nicht nur anstrengend, sondern brauchte auch eine Menge Zeit. Nach der Erfindung der automatischen Waschmaschine, ging das Wäsche waschen plötzlich viel schneller und einfacher. Auf diese Art und Weise haben viele technische Neuerungen die Zeit, die man mit Hausarbeit zubringen muss, massiv verkürzt und es bleibt heute mehr Zeit für angenehmere Dinge.
In der Arbeitswelt sieht es jedoch ganz anders aus. Auch dort werden ständig neue, bessere Maschinen eingeführt. Mit diesen Maschinen kann die selbe Anzahl Produkte viel schneller produziert werden als vorher. Aber können dadurch die Arbeiter, welche diese Maschine bedienen früher nach Hause? Natürlich nicht, der Arbeitstag bleibt genau gleich lang. Die eingesparte Arbeit wird nicht so auf die einzelnen Arbeiter aufgeteilt, dass jeder etwas früher Feierabend hat, sondern es werden ganz einfach so viele Arbeiter entlassen. Es ist auch möglich, dass die Firma alle Arbeiter behält und versucht mehr Produkte herzustellen als zuvor um dann möglichst viele absetzen zu können. Dass die Menschheit jedoch nicht plötzlich mehr Produkte braucht ist auch klar. Darum führt technische Fortschritt absurderweise auch immer zu mehr Arbeitslosigkeit. Sei dies, dass die Firma, welche neue Maschinen einsetzt Leute entlässt oder dass die Konkurrenzfirma ihre Arbeiter entlassen muss. Dass heute aber nicht alle Menschen arbeitslos sind, liegt daran, dass es natürlich auch immer wieder Investitionen gibt, die wiederum neue Arbeitsplätze schaffen.
Wie beseitigt man die Arbeitslosigkeit?
Wir haben zu Beginn gesehen, dass Arbeitslosigkeit in einer Gesellschaft entsteht in der nur gearbeitet wird, um einen Profit zu erzielen und alle andere Arbeit wirtschaftlich nutzlos ist. Ausserdem haben wir gesehen, dass die Arbeiter in unserer Gesellschaft ein Kostenfaktor sind. Das führt dazu, dass ständig Leute entlassen werden.
Dieses Übel kann nur behoben werden, indem man eine Gesellschaft schafft, in der Arbeit nicht bloss aus Profit erledigt wird. Sondern in der Arbeit geleistet wird, um nützliche Produkte, Sachgüter wie Dienstleistungen herzustellen. In dieser Gesellschaft werden die Bedürfnisse aller Gesellschaftsmitglieder abgeklärt und geschaut, wie viel Arbeit für die Erfüllung dieser Bedürfnisse notwendig ist. Diese Arbeit kann dann sorgfältig geplant und auf jeden einzelnen verteilt werden. Einerseits hat so jeder Arbeit und es gibt keine Menschen mehr, die von der Gesellschaft überflüssig gemacht werden. Anderseits muss der Einzelne aber auch weniger lange arbeiten. Denn wenn jetzt neue Maschinen eingeführt werden, sinkt die Arbeitszeit jedes einzelnen. Schliesslich ist man nicht mehr gezwungen, aus Profitgründen Leute zu entlassen, sondern kann die Entlastung von der Arbeit gleichmässig auf Arbeiter verteilen
Eine solche Gesellschaft nennt man Sozialismus oder Kommunismus. Sie ist die Antwort auf die kapitalistische Gesellschaft, wie wir sie zu Beginn beschrieben haben. Natürlich haben wir weder die kapitalistische Gesellschaft in diesem kurzen Text fertig analysiert, noch eine genauer ihre Alternative, den Sozialismus aufgezeigt. Schliesslich haben wir auch nur den einzelnen Aspekt Arbeitslosigkeit etwas beleuchtet. Wir werden aber in den nächsten Monaten eine umfassendere einführende Broschüre herausgeben, die sich mit den Themen Kapitalismus und Sozialismus/Kommunismus befassen wird.