Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/2445

Varanus acanthurus - Stachelschwanzwaran
Varanus acanthurus gilt als ein Vertreter der Untergattung Odatria.
Er unterliegt dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen Anhang 2 WA II
Nach dem heutigen Stand der Taxonomie werden drei Unterarten unterschieden:
Varanus acanthurus acanthurus (BOULENGER, 1885),
Varanus acanthurus brachyurus (STERNFELD, 1919) und
Varanus acanthurus insulanicus
(MERTENS, 1958).
Sein Natürliches Verbreitungsgebiet umfasst den Nordwesten und zentral Australien.
Es können Grössen von 45-70cm gesamt und 20-25cm Kopfrumpflänge erreicht werden.
Er ist in der Natur nicht nur in der Grösse, sondern auch in der Farbe sehr variabel.
Ich möchte mich hier deshalb auf die von mir gehaltenen sogenannten Canadian Red Ackie’s beschränken. Meine Tiere haben Längen von ca. 50-55cm gesamt und 20-23cm Kopfrumpf.
Auf einer schönen rotbraunen Körperfärbung befinden sich gelblichweisse Ozellen mit dunklem Zentralfleck. Hals und Beine sind dunkel mit stark gelben Punkten und Streifen.
Sie haben ein recht umgängliches Wesen, Ausser sie haben Hunger, und können sehr zahm werden.
Zur Haltung eignen sich Geräumige Trockenterrarien. Ich halte dabei 150x60x60 (Länge, Breite, Höhe) als das absolute Mindestmass für ein Einzeltier/Pärchen.
Ackies lassen sich in der Regel recht gut als Pärchen, oder ein Männchen mit 2-3 Weibchen halten, es kommt hierbei aber auch stark auf den jeweiligen Charakter der Tiere an. Bei der Haltung von mehr als einem Tier sollte eine Trennungsmöglichkeit jederzeit bestehen.
Will man nicht züchten, kann man Stachelschwanzwarane auch gut einzeln Halten, da sie von Natur aus eigentlich Einzelgänger sind. So entstehen keine Innerartlichen Konflikte. Dazu eignen sich vor allem Männchen da sie oft zutraulicher werden als Weibchen, aber auch ein Weibchen fühlt sich alleine nicht einsam, es kann aber passieren das sie ohne Männchen unbefruchtete Eier ausbildet, die bei der Ablage zu Problemen führen können.
Ein grabfähiges Sandlehmgemisch eignet sich
bestens als Bodengrund, und wird meistens auch rege zum Budeln und Gänge bauen
genutzt. Um zusätzliche Aktionsfläche für die Tiere zu schaffen, bietet es sich an, die Rück- und Seitenwände des Beckens mit modellierten “Felswänden” aus Styropor, Fliesenkleber und Epoxidharz zu gestalten. Als weitere Einrichtungsgegenstände eignen sich sichere Steinaufbauten mit Bruchsteinplatten, Wurzeln, Korkröhren und diverse Kletteräste.
Auch die Schaffung von verschiedenen Versteckplätzen ist wichtig, sie sollten aber jederzeit ohne eine Kompletzerlegung der Terrarieneinrichtung kontrollierbar sein. Um Häutungsproblemen vorzubeugen, sollte mindestens eines dieser verstecke als Wetbox, gefüllt mit feuchtem Substrat, konzipiert sein. Echte Pflanzen, gegen ausgraben gesichert, tragen auch zu einem guten Klima (Luftfeuchte) bei. Von Zeit zu Zeit sollte auch gesprüht werden. Ein Wassernapf rundet die Einrichtung ab.
Die Temperaturen sollten im Sommer, am Tag, bei 12-14Stunden Beleuchtungszeit 25-35°C,
und ca. 50°C am Sonnenplatz betragen. Nachts darf die Temperatur auf Zimmertemperatur sinken. Im Winter wird die die Beleuchtung schrittweise auf 6Stunden gesenkt, und nach ca. 8 Wochen wieder langsam verlängert. In der Winterzeit sollte die Temperatur am Tag 20-24°C,
und nachts 16-20°C betragen. Ein Sonnenplatz sollte während dieser Zeit für ca. 2Stunden ungefähr 30°C erreichen.
Das Futter sollte zu ca. 90% aus Insekten bestehen, es eignen sich alle gängigen verfügbaren Arten. Am besten geeignet sind Heuschrecken, Grillen und Schaben. Alle Insekten
sollten 1-2 Tage vor dem Verfüttern hochwertig ernährt, und ca. einmal
Wöchentlich mit einem hochwertigen Calciumvitaminpräparat bestäubt werden.
Fette Larven von Wachsmotten, Zophobas und Rosenkäfer sollten selten als
Leckerli verfüttert werden. Den Speisezettel abrunden kann man durch gelegentliche Gaben von Babymäusen, Fisch, Geflügel, Herz, Ei… man sollte es aber hiermit nicht übertreiben da die Tiere schnell verfetten.
Jungtiere in den ersten Monaten sollten täglich, Subadulte jeden zweiten Tag, und Adulte 2 bis max. 3 mal pro Woche Futter bekommen.
Auf das Thema Beleuchtung möchte ich hier nicht weiter eingehen, da ich es separat behandle.