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Neurodermitis wirkt sich auf Stoffwechsel und Blutdruck aus
Eine atopische Dermatitis in der Kindheit beeinflusst kardiovaskuläre Risikofaktoren im jungen Erwachsenenleben. Das konnten schwedische Forscher nun im Zuge einer Populationsstudie bestätigen. Insbesondere bei Männern zeigt sich ein Zusammenhang zwischen der Hauterkrankung in der Kindheit und kardiovaskulären Risikofaktoren im Erwachsenenalter. Dabei spielen sowohl der Beginn als auch die Schwere der Neurodermitis eine Rolle.
Die atopische Dermatitis ist die häufigste rezidivierende chronische Entzündung der Haut in der Kindheit und im Erwachsenenalter. In schweren Fällen geht die Erkrankung mit starkem Juckreiz einher und beeinträchtigt auch den Schlaf.
Schlafstörungen und die anhaltende systemische Entzündung sind mit verschiedenen Gesundheitsrisiken verbunden, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen können, wie beispielsweise Gewichtszunahme und das metabolische Syndrom. Studien der letzten Jahre legen nahe, dass eine atopische Dermatitis bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko im späteren Leben verbunden sein könnte.
Beeinflusst eine Neurodermitis das Herz-Kreislauf-Risiko schon früh?
Eine aktuelle Forschungsarbeit untersuchte nun, ob die Schwere und Dauer der Neurodermitis Auswirkungen auf frühe Anzeichen eines erhöhten kardiovaskulären Risikos haben, wie beispielsweise einen erhöhten BMI, Bluthochdruck und abnormale Blutfettwerte (1).
Dafür wurden Langzeitdaten einer bevölkerungsbasierten Geburtskohorte ausgewertet. Die Daten von 2.270 in verschiedenen Stockholmer Stadtteilen zwischen 1994 und 1996 geborenen Schweden wurden analysiert. Sowohl die Kinder als auch ihre Eltern füllten bei der Geburt und mehrfach bis zum Alter von 24 Jahren Fragebögen aus, die auf das Vorliegen einer atopischen Dermatitis abzielten.
Die Fragebögen beinhalteten Fragen zu trockender Haut, juckendem Ausschlag an Armen, Beinen, Hand- und Sprunggelenken, sowie am Hals, bekannten atopischen Erkrankungen ab dem vierten Lebensjahr und einer eventuellen Neurodermitis-Diagnose. Klinische Untersuchungen wurden im Alter von vier, acht, 16 und 24 Jahren angeboten.
Mehr Körperfett, höheres LDL-Cholesterin
Bei der Abschlussuntersuchung im Alter von 24 Jahren hatte knapp ein Fünftel der Teilnehmer eine atopische Dermatitis. Von Neurodermitis betroffene Männer zeigten dabei Erhöhungen bei BMI, Körperfettanteil, systolischem Blutdruck und LDL-Cholesterin im Vergleich zu gleichaltrigen Männern ohne die Hautkrankheit. Bei Frauen konnte kein solcher Zusammenhang festgestellt werden.
Eine atopische Dermatitis, die bereits vor der Pubertät bestand, war bei beiden Geschlechtern mit einem höheren BMI verbunden. Eine schwere Neurodermitis mit Juckreiz und Schlafstörungen ging ebenfalls bei beiden Geschlechtern mit einem höheren Körpergewicht einher.
Für stark betroffene Frauen wurde eine Verbindung zu höherem BMI, grösserem Taillenumfang und höherem Körperfettanteil festgestellt, während bei Männern nur ein Zusammenhang mit letzterem festgestellt wurde.