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Snoop Doggs musikalischen Leistungen wurden von der Grammy Academy zumindest mit einigen Nominierungen gewürdigt. Doch trotz unzähligen Mega-Hits wie «The Next Episode», «Still D.R.E.» und «Drop It Like It’s Hot» wurde die Westcoast-Legende niemals mit einem Award für sein Schaffen ausgezeichnet. Dieser Sachverhalt verleitete Snoop am Wochenende zu einem kurzen Rant über die Grammy’s.
Kendrick Lamars «good kid, m.A.A.d city» gilt mittlerweile als Rap-Klassiker. Doch gegen das Album «The Heist» des einzigen weissen Rappers in der Kategorie, Macklemore, verlor er schlussendlich. Während Macklemore in der Albumkategorie auch Kanye Wests «Yeezus» und Drakes «Nothing Was The Same» schlug, gewann der Künstler insgesamt ganze 3 der 4 Grammys in der Rap-Kategorie. Dies sorgte verständlicherweise für Unmut bei vielen Fans. Auch wenn «The Heist» ein ziemlich gutes Album war, erkannte selbst Macklemore die Unverhältnismässigkeit in der Entscheidung der Recording Academy und entschuldigte sich sogar bei Lamar, der in seinen Augen den Album-Award verdient hätte.
In seiner Jahrzehnte überdauernden Karriere gewann Nas nur einen einzigen Grammy: Und das erst 2021 in der Rap-Kategorie für sein Album «King’s Disease». Zum ersten Mal nominiert wurde er schon 1997 mit «Beste Rap Performance» für «If I Ruled The World (Imagine That)». In den folgenden 23 Jahren blieben dem Künstler trotz einiger Nominierungen jegliche der goldenen Grammophone verwehrt. Diese Umstände machten ihn gewissermassen zum Leonardo DiCaprio der Grammy-Verleihung.
Die Crew bestehend aus Lauryn Hill, Wyclef Jean und Pras Michael hat mit ihrem Album «The Score» bis heute über 22 Millionen Exemplare verkauft und einen Meilenstein für HipHop gesetzt. Noch immer ist «The Score» das erfolgreichste Album aller Zeiten einer HipHop-Gruppe. Schlussendlich entschieden sich die Grammys aber dafür, den Preis «Album des Jahres» 1997 stattdessen Céline Dions «Falling Into You» zu geben, einem Album, dass nicht ansatzweise den gleichen kulturellen Impact haben sollte.
2004 hatte Kanye West, mittlerweile nur noch Ye, sein Debut «The College Dropout» veröffentlicht und bereits massive Erfolge feiern können. Das visionäre Album des Künstlers wurde zwar zu recht mit dem «Bestes Rap-Album»-Preis ausgezeichnet, scheiterte aber, einen der Hauptpreise zu erhalten. Der «Song des Jahres» ging statt an den HipHop-Classic «Jesus Walks» an John Mayers «Daughters», während die Popgruppe Maroon 5 als beste Newcomer gekürt wurden. Das Album des Jahres ging an Ray Charles, der damals kürzlich verstorben war. In Retroperspektive wurde auch diese Entscheidung immer wieder kritisiert und als emotionale, posthume Würdigung von Ray Charles betrachtet, dessen früheren Werke sein Letztes weit übertrafen.
«To Pimp A Butterfly» gilt als eines der besten (HipHop-)Alben aller Zeiten. Das experimentelle, mit Jazz- und Funk-Einflüssen gespickte Projekt überzeugte mit fantastischer Produktion und nach wie vor hochrelevanten Inhalten. Die Single «Alright» wurde zu einer Hymne für die Black Lives Matter-Bewegung, während Songs wie «Institutionalized» Themen wie systematischen Rassismus erforschen. Das politisch geladene Werk schaffte es in den Hauptkategorien trotz seines bemerkenswerten, auch kommerziellen Erfolges nicht, sich gegen die Pop-Hits des Jahres durchzusetzen. Während Kendrick zwar in der Rap-Kategorie abräumen konnte, verlor er das «Album des Jahres» an Taylor Swift mit «1989», während der Song des Jahres statt an «Alright» an das softe «Thinking Out Loud» von Ed Sheeran ging.
Die Rapperin kann auf eine beeindruckende Diskographie und zahlreiche Hitsongs wie «Starships», «Anaconda» oder «Super Bass» zurückblicken. Wie wir bereits wissen, lieben es die Grammys, allgegenwärtige Hit-Songs und Alben mit massiven Verkaufszahlen und Pop-Appeal auszuzeichnen. Dennoch erhielt Nicki Minaj zwar 10 Nominierungen, aber bis heute noch nie eines der goldenen Grammophone. Ihren Unmut darüber äusserte Nicki bereits auf Twitter.
Auch wenn die Rockgruppe Evanescence mit ihrem Debut grosse Erfolge feiern konnte und Hit-Singles wie «Bring Me To Life» heute in keiner 2000er-Throwback-Playlist fehlen dürfen, hätte zumindest die Kategorie «Bester neuer Artist» an 50 Cent gehen müssen. Die anderen 5 Nominierungen für Evanescence hätten bei weitem ausgereicht, und 50 Cent hatte mit dem Hype um das Rekorde brechende «Get Rich, Die Tryin'»-Album unbestreitbar das Jahr 2003 dominiert. Noch im Release-Jahr verkaufte 50 Cent 6 Millionen Kopien in der USA und konnte mit dem Album auch einen Grossteil der Kritiker zu überzeugen. Mit der Entscheidung der Recording Academy, diesen Preis Evanescence zu übergeben, schien auch 50 Cent nicht ganz einverstanden zu schein. Ungebeten und zur sichtlichen Verwirrung der Gruppe betrat er die Bühne, während die Frontsängerin Amy Lee ihre Dankesrede hielt. Sie nahm es aber mit Humor und bedankte sich auch gleich bei 50.
Für eine der wohl grössten Grammy-Kontroversen sorgte 2020 der Ausblieb jeglicher Nominierungen für The Weeknds Album «After Hours». Nach allen Regeln der Grammys hätte das Werk eigentlich zumindest nominiert werden müssen: Nicht nur wurde es von Kritikern gefeiert, es ging auch wie schon zuvor drei seiner vier Singles auf die Nummer 1 der Billboard Charts und kann jetzt schon zwei Platinplatten vorweisen. Theorien zufolge wurde das Album nicht nominiert, weil der Künstler es bevorzugte, am Super Bowl aufzutreten, anstatt eine exklusive Performance an den Grammys zu spielen. Der Künstler war mit der Entscheidung der Recording Academy ebenfalls überhaupt nicht glücklich, wie er auf Twitter bekannt gab. Später kündigte er an, von nun an den Musikpreis ganz zu boykottieren.