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| Cyprian von Karthago († 258) - Briefe

74. Brief
5. Kapitel
Oder wenn sie die Wirksamkeit der Taufe der Majestät des Namens zuschreiben und ihnen die irgendwo und irgendwie im Namen Jesu Christi Getauften als erneuert und geheiligt gelten, warum legt man dann dort nicht auch im Namen des gleichen Christus dem Getauften die Hand auf zum Empfang des Heiligen Geistes? Warum ist dann die nämliche Majestät desselben Namens, die nach ihrer Behauptung bei der Heiligung der Taufe wirksam ist, nicht auch bei der Handauflegung wirksam? Denn wenn der außerhalb der Kirche Geborene ein Tempel Gottes [1.Kor. 3,16 u.ö.] werden kann, warum sollte dann über den Tempel nicht auch der Heilige Geist ausgegossen werden können? Denn wer seine Sünden bei der Taufe abgelegt hat und geheiligt und in einen neuen Menschen in gleichem Sinne umgeschaffen ist, der ist doch zum Empfang des Heiligen Geistes fähig geworden; denn der Apostel sagt: “Ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen [Gal. 3, 27]." Wer durch seine Taufe bei den Ketzern Christus anziehen kann, der vermag noch viel eher den Heiligen Geist zu empfangen, den Christus gesandt hat. Sonst müßte der Gesandte größer sein als der Sender, wenn der außerhalb der Kirche Getaufte zwar Christus hätte anziehen, nicht aber den Heiligen Geist hätte empfangen können, gleich als ob es möglich wäre, Christus ohne den [Heiligen] Geist anzuziehen oder den [Heiligen] Geist von Christus zu trennen. Da die zweite Geburt, durch die wir in Christus durch das Bad der Wiedergeburt zu neuem Leben erwachen, eine geistliche ist, so ist auch das eine alberne Behauptung von ihnen, es könne jemand bei den Ketzern in geistlichem Sinne geboren werden, obwohl doch nach ihrer Versicherung dort der [Heilige] Geist gar nicht ist. Denn von den Sünden zu reinigen und den Menschen zu heiligen, vermag das Wasser allein nicht, wenn es nicht auch den Heiligen Geist hat. Daher müssen sie entweder zugeben, daß dort, wo nach ihrer Behauptung die Taufe ist, auch der [Heilige] Geist ist, oder es ist dort, wo der [Heilige] Geist nicht ist, auch die Taufe nicht, weil es eine Taufe ohne den [Heiligen] Geist nicht geben kann.