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Arena des Wohnens
Bejan Misaghi
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Auseinandersetzung mit dem Gurzelen-Areal in Biel und einer kritischen Haltung gegenüber der zukünftigen Entwicklung dieses Quartiers. Ausgehend vom Vorgefundenen, dem ehemaligen Stadion des FC Biel, das sich dort seit 1906 befindet und identitätsstiftend ist, soll das Fussballfeld entgegen dem Masterplan der Gemeinde Biel der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Eine freie Fläche dieser Grösse im Zentrum der Stadt Biel zu haben ist eine einmalige Gelegenheit und muss daher zugunsten der Bevölkerung erhalten bleiben. Die Wiese als leere Fläche, aber auch als potenzieller Ort für unterschiedliche Spektakel, wie einst das Fussballstadion. Um die Wiese als eigenständigen Ort zu stärken, wird ein im Ansatz geschlossenes Volumen rund um die Wiese geplant. Die Tribüne wird belassen und in die städtebauliche Haltung integriert, da meiner Meinung nach sowohl die Tribüne wie auch die Wiese zueinander gehören und sich gegenseitig bedingen. Die Abstufung der Volumen soll dabei eine Anlehnung an eine Arena sein und an das Stadion erinnern. Eine weitere Analogie ist, die Wohnungen als einzelne Sitze einer Tribüne zu betrachten. Ein Stadion wird immer von aussen nach innen betreten und erst dann geht man auf die Suche nach seinem Sitz, der mit einer Nummer versehen ist. Eine ähnliche Herangehensweise wird im Entwurf verfolgt. Somit wird man in meinem Fall aussen vom Quartier über die Wiese in seine Wohnung geführt. Um diese Bewegungsflüsse um das Feld zu verstärken, soll der Weg zu den einzelnen Wohnungen sichtbar sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Treppenhäusern im Innern moderner Gebäude, welche eher zu einer Anonymisierung führen, wird mit Treppengängen und Lifttürmen ausserhalb gearbeitet, welche rund um die Wiese angeordnet werden. Fast wie Scheinwerfermasten sehen die Lifttürme aus. Die Wohnungsgrundrisse sind einfach gestaltet. Jedes Raster verfügt sowohl über eine Wohn- wie auch über eine Zimmerschicht. In einem solchen System kann von einer 2.5- Zimmer Wohnung bis hin zu einer 5.5-Zimmer Wohnung variiert werden. Die Wände sind bewusst entgegen dem statischen Raster platziert worden. Die Schicht aus der Wand folgenden Stützen gliedert die Zonierung von Wohnzimmer zu Esszimmer und bildet Vorzonen für die Türen zu den Zimmern und Nasszellen. Die hier entworfene Überbauung wird durch eine Tragstruktur aus Beton erstellt. Um dieser Schwere ein Gleichgewicht im Ausdruck zu geben, wird die Fassade aus grösseren Glasöffnungen bestehen. Die Restflächen werden durch eine Leichtbaukonstruktion aus Metall-Wellbelchen verkleidet und lassen erkennen, dass die Wände nichttragend sind. Gegen die Strasse ist der Öffnungsgrad höher als gegen die Wiese. Entstanden ist eine unkonventionelle Wohnstruktur, die an das Stadion erinnert und die Bewegung zelebriert und so die Gemeinschaft fördert. Trotz eines «Neuanfangs» kann so nun ein Ort und sein geschichtlicher Hintergrund bewahrt werden. Es ist erst das Ende des Anfangs!
Studienbetreuer: Johannes Käferstein
Preisträger: Preis des BSA (Bund Schweizer Architekten) Zentralschweiz für eine hervorragende Master-Thesis