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Bei den psychodynamischen Therapien beschäftigt sich der/die Betroffene mit seinen/ihren Problemen, z.B. mit seinen/ihren familiären Problemen. Die psychodynamischen Therapien gehen davon aus, dass ungelöste Konflikte und die Beziehungen zu anderen Menschen für die Essstörung verantwortlich sind. Wenn der/die Betroffene die Konflikte lösen kann, macht er/sie einen wichtigen Schritt in Richtung Heilung. Die psychodynamische Therapie hilft, die Hintergründe einer Essstörung besser zu verstehen. Alleine reicht sie jedoch nicht aus, sondern sollte kombiniert werden mit einer Therapie, bei der sich der/die Betroffene direkt mit seinen/ihren Essgewohnheiten auseinandersetzt (Verhaltenstherapie).
In der Verhaltenstherapie sucht der/die Betroffene nach den Gedanken, Gefühlen und Verhaltensmustern, welche die Essstörung verursachen (z.B. "Wenn ich esse, werde ich dick und dann finden mich alle hässlich."). Der/die Betroffene versucht unter anderem, sich diese negativen Gedanken bewusst zu machen und sie dann durch positive Gedanken zu ersetzen ("Wenn ich esse, sehe ich besser aus. Jetzt bin ich zu dünn."), häufig gestützt durch seine/ihre persönlichen Erfahrungen (auch „Konfrontation“ genannt), um so wieder gesund zu werden.
Die Familientherapie (= systemische Therapie) hat zum Ziel, die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern des/der Betroffenen zu stärken, damit diese wieder offener miteinander reden. Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, welche die Essstörung begünstigt haben, werden ausdiskutiert. Die Familie wird zu einem wichtigen Verbündeten gegen die Essstörung des/der Betroffenen, indem besprochen wird, welches Familienmitglied was beitragen kann, damit der/die Betroffene seine/ihre Essstörung überwinden kann.