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Als sich Ende der 1950er-Jahre die goldene Ära der grossen Hollywood-Studios ihrem Ende entgegen neigte, begann die Laufbahn des Sohnes eines Bauingenieurs, der zu einem der einflussreichsten Männer der modernen Filmgeschichte werden sollte. Alex Stapletons aufschlussreiche Dokumentation «Ufos, Sex und Monster – das wilde Kino des Roger Corman» schildert den Aufstieg von Roger Corman, 87, der seine Autobiographie 1990, nach 40 Jahren im Filmgeschäft, stolz mit dem Titel versehen konnte: «Wie ich hundert Filme machte, ohne dabei je einen Cent zu verlieren».
2014 umfasst die Spanne, seit Corman unermüdlich Hunderte von gewinnträchtigen Low-Budget-Filmen ins Kino gebracht und später über Kabel- und DVD-Kanäle vertrieben hat, bereits sechs Jahrzehnte. Ursprünglich bestand seine Methode in der Verpflichtung junger Talente, die bereit waren, mit null Budget maximale Schauwerte herzustellen. Kreativität verlangte Corman, der bisweilen auch selbst inszenierte, vor allem auf der Ausgabenseite. In künstlerische Belange mischte er sich nur selten ein. Solange es nichts kostete und der Terminplan eingehalten wurde, liess Corman seinen Leuten die Freiheit, zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln. Damit brachte er zu seinen Hochzeiten die Karriere vieler grosser Talente Hollywoods auf den Weg, darunter jene von Jack Nicholson, Peter Fonda, Dennis Hopper, Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, James Cameron und Ron Howard («Rush»).
Studios schlagen Corman mit seinen eigenen Waffen
In den späten 1970er-Jahren verlor Corman sein Publikum an die grossen Studios. Diese waren dazu übergegangen, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Der gigantische Erfolg von Spielbergs «Der weisse Hai» und George Lucas' «Star Wars» hatte nämlich zur Folge, dass Hollywood dazu überging, trashige B-Movies mit Multimillionen-Budgets herzustellen. Das Blockbuster-Kino, das heute Hollywoods Filmgeschäft dominiert, hat seine Wurzeln demnach zu einem nicht unwesentlichen Teil in Roger Cormans «Grindhouse»-Produktionsstätte. Es ist eine bittere Pointe der Filmgeschichte, dass ausgerechnet Cormans Billigfilme, die einst als Katalysatoren für die amerikanische Jugendbewegung galten, am Anfang einer Entwicklung standen, die zu einem geist- und seelenlosen Kino der Superlative führen sollte.
Am Freitag, 31. Januar 2014, zeigt SRF 1 um 00.05 Uhr Roger Cormans Gangster-Ballade «Bloody Mama», in der die zukünftigen Hollywood-Stars Robert De Niro und Bruce Dern («Nebraska») erste filmische Gehversuche machten.
Sendeplatz
Donnerstagnacht um 00:10 Uhr auf SRF 1.