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Frauen befinden sich im unter Ressourcennutzungskonflikten leidenden Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Kenia in einer gesellschaftlich vulnerablen Position. Weibliche Mitsprache in lokalen und traditionellen Institutionen ist kaum oder gar nicht existent. Grenzüberschreitende Wanderungen führen häufig zu einem Wettbewerb um die Kontrolle und den Zugang zu Weideland, Land und Wasser. Diese Ressourcen werden infolge von Bevölkerungswachstum, Vergrösserung der Herden und Klimawandel immer knapper. HEKS will deshalb zusammen mit seinen Partnerorganisationen das Gewicht von Frauen in der Konfliktprävention und -lösung, der Friedensförderung, Nothilfe und dem Wiederaufbau stärken. Das Projekt leistet einen Beitrag zu den politischen Prioritäten der Regierungen Äthiopiens und Kenias, welche eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an Führungs- und Entscheidungspositionen vorsehen sowie eine geschlechtersensible Sichtweise auf Friedens- und Sicherheitsprozesse einnehmen.
Begünstigte:
15’000 Vertreter:innen von vulnerablen, Viehzucht betreibenden Haushalten nehmen in den vier Arbeitsgebieten im äthiopischen Borana (Moyale, Miyo, Dire, Dillo) und den drei Distrikten des kenianischen Marsabit County (Moyale, Sololo, Nord-Horr) am Projekt teil. Ein Viertel der ausgewählten Haushalte werden von Frauen geführt. Es wird erwartet, dass rund 90’000 Personen direkt vom Projekt profitieren.
Ziele:
Es werden drei miteinander verbundene Ergebnisse angestrebt: Erstens sollen Frauen in der Bewältigung von Krisen ein Mitspracherecht erhalten und ihre Prioritäten in humanitäre Hilfsaktionen einbringen können. Ein zweites Ziel ist, dass sie innerhalb der lokalen und traditionellen Autoritäten in Entscheidungsprozesse über die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen miteinbezogen werden. Schliesslich strebt das Projekt an, Frauen in die friedliche Konfliktlösung einzubinden.
Aktivitäten:
Das Projekt umfasst zahlreiche Aktivitäten, welche die Inklusion von Frauen in Entscheidungsprozesse und Ressourcennutzungsfragen im äthiopisch-kenianischen Grenzgebiet vorantreiben. In Schulungen wird Frauen und Viehzüchter:innen beispielsweise Wissen über partizipative Szenarienplanung vermittelt, um ihre Resilienz gegenüber klimabedingten Krisen und Konflikten zu erhöhen. Begleitet wird dies von der Erarbeitung gendersensibler Ressourcenmanagementpläne, in welcher die Bedürfnisse von Frauen spezifisch berücksichtig werden. Gemeindemitglieder und Führungspersönlichkeiten beider Geschlechter werden des Weiteren dabei unterstützt, Geschlechterrollen und -wahrnehmungen zu hinterfragen, um letztlich Einstellungs- und Verhaltensänderungen in Bezug auf die Beteiligung von Frauen in Entscheidungsprozesse zu erleichtern. Die Kapazitäten zur Konfliktlösung von bestehenden traditionellen und formellen Institutionen sowie grenzüberschreitender Friedenskomitees werden dank geschulter weiblicher Beteiligung gestärkt.