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Bei der Behandlung von Hirntumoren bildet sich Narbengewebe, das den Therapieerfolg beeinträchtigt. Prof. Johanna Joyce von der Universität Lausanne will das verhindern.
Prof. Joyce, worum geht es bei Ihrem Forschungsprojekt?
In meiner Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit dem Glioblastom, dem bösartigsten Hirntumor bei Erwachsenen. Leider sind Glioblastome unheilbar, denn nach der Standardtherapie kommt es praktisch immer zu einem Rückfall. Vor kurzem haben wir festgestellt, dass sich als Folge der Therapien – zum Beispiel Operationen und Bestrahlungen – Narben im Gehirn bilden. Wir untersuchen, ob diese Narben dazu beitragen, dass der Tumor wieder zu wachsen beginnt. Wir möchten die Narbenbildung mit verschiedenen Medikamenten blockieren und herausfinden, ob dies das Überleben der Betroffenen verlängert.
Gibt es bereits Ergebnisse?
Ja. Wir haben herausgefunden, dass ein Medikament, das die Funktion von Immunzellen im Gehirn ankurbelt, in Laborversuchen die Glioblastom-Zellen zurückdrängen kann. Mit der Zeit wirkt das Medikament aber nicht mehr, und die Tumorzellen beginnen wieder zu wachsen – und zwar immer in einer Region mit Narbenbildung. Wir analysieren diese Gehirnregionen mit verschiedenen Techniken, um mehr darüber zu erfahren, warum das Medikament nicht mehr wirkt.
Welche Ziele möchten Sie erreichen?
Wir hoffen, dass wir mit der Kombination von Medikamenten verhindern können, dass sich bei der Behandlung eines Glioblastoms Narben bilden. Das langfristige Ziel wäre natürlich, damit Rückfällen vorzubeugen. Dies wäre für die betroffenen Patientinnen und Patienten ein grosser Fortschritt.
Was motiviert Sie?
In den letzten Jahren sind viele Mitglieder meiner Familie an Krebs gestorben. Ich möchte dazu beitragen, das Leiden von Menschen, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, und ihren Familien zu lindern. Dazu gehört, wirksamere Behandlungen zu entwickeln, damit Krebsbetroffene länger und mit guter Lebensqualität leben können.