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Motion Capture: Eine digitale Kunst
Mit Motion Capture werden digitale Figuren zum Leben erweckt. Sie zaubert reale und echte Bewegungen in Filmen und Videogames. Erfahre hier, wie die Technik sich entwickelt hat und wie sie funktioniert!
Definition
Motion Capture, auch bekannt als Mocap, ist ein Trackingverfahren, das Bewegungen von Objekten, Tieren oder Personen aufnimmt. Die aufgezeichneten Daten werden an ein Computerprogramm übertragen, um realistische und lebensechte Bewegungen in virtuellen Umgebungen zu erzeugen. Heutzutage ist die Bewegungserfassung ein wichtiger Bestandteil der Film- und Animationsindustrie.
So fing alles an
Die Geschichte der Motion-Capture-Technologie lässt sich bis 1915 zurückverfolgen. Um überzeugende Bewegungen der Zeichentrickfiguren zu erreichen und sie realistischer aussehen zu lassen, bediente man sich der Technik des «Rotoscoping», einem Vorläufer des Motion Capture. Diese Technik erfand 1915 der Animator Max Fleischer, welcher für seine Zeichentrickfiguren Betty Boop und Popeye bekannt war. Bei diesem Verfahren wurden die Szenen in Echtzeit gefilmt. Anschliessend projizierte man den Film auf Glasscheiben. So konnte ein Animator die Handlung Bild für Bild nachzeichnen, die Bewegungen der Schauspieler einfangen und auf die Figuren applizieren.
In den 1930er Jahren übernahm Disney diese Technik und viele ihrer berühmten frühen Filme wie Schneewittchen und die 7 Zwerge erstellten sie mit Hilfe des Rotoscopings.
Der erste Motion-Capture-Anzug
In den 1950er Jahren entwickelte der Animator Lee Harrison III den ersten Mocap-Anzug. Er baute einen Körperanzug mit Potentiometern und entwickelte die erste funktionierende Motion-Capture-Anlage, mit der er 3D-Figuren in Echtzeit auf seinem Bildschirm animierte.
Weiterentwicklung von Motion Capture
Die frühen 2000er Jahre brachten weitere Entwicklungen mit sich und inspirierten Regisseur Robert Zemeckis dazu, die neu entwickelte Technik für den Polarexpress zu nutzen, einen der ersten Filme, der vollständig mit
Motion-Capture-Technologie gedreht wurde.
Der Filmemacher James Cameron brachte die Mocap-Technologie auf ein nächstes Level: Er platzierte den Schauspielern eine am Kopf montierte Kamera in 15 cm Entfernung direkt vor das Gesicht. Diese nimmt die Mimik des Gesichts besonders detailreich wahr, das sogenannte «Performance Capture». Zudem drehten sie einen Grossteil des Films in einem virtuellen Studio. So konnte der Regisseur die CGI-Versionen der Schauspieler in Echtzeit auf einem Monitor sehen, während diese die komplett digitale Welt von Pandora bevölkerten.
Mittlerweile gibt es Programme, die es ermöglichen, die Performance eines Schauspielers mit einem Smartphone zu erfassen und als originalgetreue Gesichtsanimation auf eine beliebige Figur anzuwenden.
Motion Capture hat seit 1915 einen sehr weiten Weg zurückgelegt und wird sich auch in Zukunft weiter entwickeln. Dank AI-Technologien öffnen sich immer mehr neue Möglichkeiten.
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