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MASTZELLTUMOR BEIM HUND
Ursache und Verhalten
Mastzellen sind an entzündlichen und allergischen Reaktionen im Körper beteiligt und kommen in
allen Geweben vor. Mastzelltumore sind daher überall möglich, treten aber meist in der Haut auf.
Mit 16 bis 25% sind Mastzelltumore die häufigsten Hauttumore beim Hund.
Die Tumore treten in jedem Alter auf, also auch beim jungen Hund.
Typisches klinisches Bild ist eine einzelne weiche, schmerzlose Masse in der Haut. Die Neoplasie
kann in der Grösse variieren, sie wird oft auch grösser und dann wieder kleiner.
Mastzellen enthalten Granula mit Histamin und Heparin. Diese werden bei Manipulationen am Tumor freigesetzt und verursachen eine Rötung und Schwellung des umliegenden Gewebes. Die Masse erscheint dann grösser.
Selten kommt es zu mehreren Tumoren gleichzeitig, in diesen Fällen ist es wichtig, dass man zwischen Metastasen eines Tumors und mehreren unabhängigen Tumoren unterscheidet, da die Prognose doch entscheidend unterschiedlich ist.
DIAGNOSE
Die Diagnose wird mit einer Gewebeprobe gestellt. Mit der Biopsie kann gleichzeitig auch die Aggressivität des Tumors beurteilt werden, was mit der Feinnadelaspiration nur bedingt möglich ist.
Es werden drei Aggressivitätsgrade unterschieden, wobei Grad 1 nicht aggressiv und somit gut
therapierbar ist. Grad 3 ist sehr aggressiv und hat eine vorsichtige Prognose.
Weitere Abklärungen, vor allem bezüglich systemischer Ausbreitung des Tumors, werden mit Blutuntersuchung, Feinnadelaspiration der regionalen Lymphknoten, Abdomenultraschall, Röntgen und/oder Computertomographie vorgenommen.
Mastzelltumoren an gewissen Lokalisationen wie Kopf, Schleimhaut-Übergängen oder im After- oder Penisbereich verhalten sich aggressiver als an anderen Orten und bedürfen häufiger zusätzlicher Therapie.
Gewisse Spezialfärbungen können zusätzliche Hinweise auf den Verlauf des Tumors zulassen.
Aber alle Abklärungen und Test können die Beurteilung eines erfahrenen Onkologen nicht ersetzen.
THERAPIE-ARTEN UND NEBENWIRKUNGEN
Chirurgie
Beim chirurgischen Eingriff wird der Tumor durch grosszügiges Herausschneiden entfernt. Sind keine
ausreichenden Sicherheitsränder möglich wie beispielsweise am Bein, muss ev eine zusätzliche Bestrahlung in Betracht gezogen werden.
Bestrahlung
Bestrahlung als alleinige Therapie wird kontrovers diskutiert, und kann meist keine Heilung erzielen. Sie ist gut geeignet als Kombination mit einer Chirurgie. Der Tumor kann zB vorgängig bestrahlt werden, um ihn etwas zu verkleinern, oder nach der Entfernung können unsaubere Ränder behandelt werden.
Chemotherapie
Chemotherapie wird bei sehr aggressiven Tumorformen verabreicht, die metastasiert haben oder ein hohes Risiko für Metastasierung tragen. Oder die aufgrund ihres Verlaufs nicht operabel sind. Diese Therapieform kann auch mit Chirurgie und/oder Bestrahlung kombiniert werden.
Die Tumorbehandlung wird medikamentös unterstützt, um weitere, vom Tumor ausgelöste Symptome,
zu therapieren.
Stelfonta
Dies ist ein Medikament aus einem Pflanzenextrakt. Es wird direkt in den Tumor gespritzt und führt zu einer Zerstörung der Tumorzellen. Es kann dort angewendet werden, so eine operative Entfernung nicht möglich ist. Das Medikament hinterlässt eine gross Wunde, welche aber komplikationslos abheilt. Die Wahrscheinlichkeit einen Tumor so zu kontrollieren, liegt bei ca 75% (nach der ersten) und fast 90% nach einer ev nötigen 2. Therapie.
PROGNOSE
Die Prognose der Mastzelltumore hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig sind vor allem Aggressivitätsgrad, Ausbreitung, Lokalisation, Wachstumsrate, Rezidive und systemische Symptome.
Je höher der Aggressivitätsgrad, desto schlechter die Prognose. Bei Grad 1 und 2 können 85 bis 95%
mit Chirurgie geheilt werden. Tumore mit Grad 3 metastasieren in 50 bis 95% der Fälle. Bei weit ausgebreiteten Tumoren ist die Prognose schlechter als bei lokalisierten Formen.