Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03629.jsonl.gz/1455

Am 30. April 1931 kam Fritz im zürcherischen Leimbach auf die Welt. Seine Jugend verbrachte er mit seinen 5 Geschwistern in Niederneunforn (zwischen Schaffhausen und Winterthur). Geprägt wurden seine Jugendjahre auf dem elterlichen Bauernhof wo es galt mitanzupacken, sobald die Schule fertig war. Die Familie lebte unter eher ärmlichen Verhältnissen, jeder Batzen wurde von seinen Eltern umgedreht bevor er ausgegeben wurde. Gepaart mit der Mitarbeit auf dem Bauernhof ergab sich ein Familiengefüge wo man zueinander schaut, füreinander da ist, selbständig ohne irgendwelche Unterstützung von aussen. So konnte er viel lernen und sich weiterbringen. Eine Lehre als Zimmermann brachte ihm einen interessanten Beruf. Auf Geheiss seines ebenfalls schwingerisch sehr begabten und engagierten Bruder Jules zog er dann wie dieser nach Basel ins Neubad wo es für ihn schöne berufliche Aussichten gab. Er trat in den Polizeidienst ein und machte seine Laufbahn bei der Kriminalpolizei.
So kam er dann zum Schwingen und nebenbei auch zum Nationalturnen und Ringen. Sein sportliches Vorbild war Paul Dätwyler, auch weil dieser, da es in dieser Zeit etliche Diskussionen zwischen den Ringern und Schwingern gab, immer wieder als Schlichter auftrat. Nicht jedem passte die etwas weltoffenere Meinung der Ringer, welche ja internationale Wettkämpfe bestreiten konnten und so nach der Meinung der Schwinger Kampfstile zuliessen, die sich eines Schwingers nicht gebührten.
Als Polizei-Ringer nahm Fritz sogar an einer Europäischen Polizei Europameisterschaft im Jahre 1955 in Helsinki, Finnland teil und wurde Europameister. Er meinte im Ringen in der Schweiz hätte es stärkere Gegner als dort.
Sein schwingerischer Höhepunkt am ESAF 1958 in Fribourg den Eidg. Kranz zu erschwingen, war für ihn doch eher eine tolle Überraschung. Im 9. Rang kam er zu diesem höchsten Eichenlaub. Schwingerisch geprägt wurde er vom eher kleinen aber kräftig gebauten Eugen Holzherr, der Pionier in der Sache Konditionstraining wurde, welches früher unter den Schwingern noch nicht bekannt war.
Schon während seiner Laufbahn als Schwinger nahm er im Vorstand des SVBS Einsitz, von 1958 bis 1960 als Technischer Leiter der Aktiven, 1960 bis 1969 als Vizepräsident später dann 1975 bis 1979 als Aktuar. In der NWSV Jubiläumskommission im Jahre 1971 stand er als Sekretär zur Verfügung. Am ESAF 1977 in Basel durfte er auch nicht fehlen, als Sekretär des OKs nahm er viel Arbeit auf sich, etliche Stunden mit Schreibarbeiten für die verschiedenen Ressorts wurden erledigt. Dabei gab es Differenzen mit dem ESV, es ging um das Radio und die ersten TV-Aufnahmen im Schwingen. Im Jahre 1983 nahm Fritz als Beisitzer seine Arbeit in der Verwaltungskommission der Eidg. Schwingerhilfskasse auf. 1969 wurde er zum Ehrenmitglied des SVBS ernannt, 1980 wurde er in die Gilde der NWSV Ehrenmitglieder aufgenommen.
Seine berufliche Laufbahn hat ebenfalls Schwung aufgenommen, die Kriminal-Technik wurde immer neuer und brachte bessere Ergebnisse um mehr Täter zu überführen, es war eine sehr spannende Zeit. Er wurde erst Kriminal-Kommissär und dann Abteilungsleiter. Mit 60 Jahren nahm er die Pension, die verlangten Dienstjahre waren getätigt. Somit hatte er mehr Zeit seinem grossen Hobby Fischen nachzugehen. Aber auch der Gartenarbeit wie dem Gemüseanbau war – und ist er immer noch – angetan.
In Basel lernte er seine erste Frau kennen, mit welcher er einen Sohn und eine Tochter aufzog. Doch dann kam da ein erster Rückschlag: Fritz zog sich für seine Familie vom Schwingen zurück und pflegte seine Frau, welche nach längerer Krankheit verstarb als die Kinder noch kleiner waren. Da aber seine Schwiegermutter damals auch ins 2 Generationenhaus gezogen ist konnte man alles organisieren. Ein zweiter Rückschlag war der Tod seiner Tochter. Auch 2 seiner Brüder kamen um, doch Fritz verkraftete durch den starken Familienbann diese schwierigen Zeiten.
Sein Sohn lebt bereits seit über 20 Jahren in Amerika, ist verheiratet, hat 2 Kinder, arbeitet bei einer japanischen Bank und hat wöchentlich telefonischen Kontakt mit Fritz. Seinem Bruder Jules galt es immer mal wieder zu helfen, etwa um die Gartenhäuser in Riehen zu stellen – als gelernter Zimmermann kein Problem. So blieb er immer im Schwung und macht auch heute noch einen guten, gesunden Eindruck.
Im höheren Alter fand Fritz nochmals eine liebe Partnerin, leider verstarb sie im Jahre 2018. Mittlerweile ist Fritz 7-facher Urgrossvater. Seine Enkel wohnen alle in einem Umkreis von 2 km von Bätterkinden, wo er jahrelang wohnte. Bei einer Enkelin in Krailigen hat er aktuell einen guten Unterschlupf gefunden und darf im hohen Alter bei guter Gesundheit seinen 90-igsten feiern, mit seiner Familie die ihn unterstützt. Das ist doch prima.
Wir gratulieren ihm von ganzem Herzen!
Schwingerverband Baselstadt
Veteranenvereinigung des SVBS
Nordwestschweizer Schwingerverband