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Malvasia
Malvasier, Malvasia oder Malvoisie, es gibt viele Namen für diese weissen Weintrauben, die jedoch klar einer Rebsortenfamilie angehören und nicht zwingend genetisch identisch sind.
Auf der gut 950 Kilometer von Portugal und 650 Kilometer von Marokko entfernten Inselgruppe im Atlantik herrscht dank dem Golfstrom ein mildes Klima. 1418 wurde sie als komplett bewaldete, fruchtbare Vulkaninsel entdeckt und Ilha de Madeira, Holzinsel, genannt. Anfänglich wurde hier Zuckerrohr angebaut, ab Ende des 16. Jahrhundert Wein. Der Hafen Funchal wurde ab dem 17. Jahrhundert zur Zwischenstation der Seereisen nach Indien und Amerika. James Cook kaufte hier auf Kurs nach Australien Wein und liess ihn mit Brandy haltbarer machen.
Als die Winzer erkannten, dass die Erwärmung während der Schiffsreise durch tropische Breiten den Wein verbesserte, erhitzten sie ab Ende des 18. Jahrhunderts in riesigen Öfen Wasser und liessen die Wärme nach dem Prinzip der Zentralheizung in Räumen zirkulieren.
Heute kennt man dafür sowohl einfache, schnelle wie auch langsame, raffinierte Verfahren, die sich je nach Traubensorte unterschiedlich auf die Weine auswirken. Für Madeira mit kräftiger Restsüsse wird ein bis zwei Tage nach der Maische à la Cook Weinbrand zugegeben, für trockenen erst nach abgeschlossener Gärung. Es gibt Dry, Medium Dry, Medium Sweet und Sweet. Spitzenmadeiras lassen sich 100 Jahre und länger lagern.
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Land: Portugal
Rebfläche: 2’000 Hektaren
Produktionsmenge: 24’000 Hektoliter