Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/1004

Um 1130, bei der Gründung des Klosters Trub, gehörte Trubschachen zusammen mit Marbach, Schangnau und Escholzmatt zum Klosterbezirk der Benediktinerabtei Trub. Vermutlich durch Kauf, Schenkung oder Erbschaft kam Trubschachen mit dem Schärlig zur Kilchhöri Lauperswil. Der Schärlig wurde 1470 wieder von Lauperswil getrennt.
Wahrscheinlich hatten die Freiherren von Wartenstein das Gebiet des Schachens schon im Mittelalter durch Heirat erworben (Es soll schon damals bei solchen Verknüpfungen nicht immer nur Liebe im Spiel gewesen sein!). In Lauperswil besuchten unsere Vorfahren auch lange Zeit den Gottesdienst. Das muss eine mühselige Wanderung gewesen sein, denn weder über die Emme, noch über die Ilfis führten damals rechte Brücken. Schmale notdürftige Stege, die bei jedem Hochwasser weggerissen wurden, waren die einzigen Übergänge. Erst 1531 erhielten die Bewohner des Lauperswylviertels die Erlaubnis, die näher gelegenen Kirchen von Trub und Langnau zu besuchen, mussten sich aber dies Recht "mit einer Mass gesottenen Ankens von jedem Haus erkaufen".
Im Jahre 1666 wurden die zwölf Höfe des "Lauperswil-Viertels" (davon stammen die zwei sechszackigen Sterne auf unserem Gemeindewappen) provisorisch von Lauperswil abgelöst. Die Gebiete Wingei, Ortbach, Blapbach, Hegen (der äussere Lauperswil-Viertel) waren von nun an nach Langnau kirchhörig; Steinbach, Grauenstein, Schwand und Schachenhaus (der innere Lauperswil-Viertel) nach Trub.
1727 wurde für das obere Emmental in Trubschachen eine Helferei errichtet. Diesem neuen Seelsorgerkreis wurden auch Teile der Pfarreien Langnau und Trub angegliedert. Nun umfassten in dieser Gegend die rechtlichen, kirchörigen und seelsorgerischen Bezirke vollständig verschiedene Gebiete.
Der Landvogt von Trachselwald brachte es 1777 fertig, dass der Lauperswylviertel von seiner Muttergemeinde gelöst, der äussere Viertel bei Langnau, der innere bei Trub kirchengenössig wurde. Er förderte den Gemeinschaftsgedanken bei der dreigeteilten Einwohnerschaft des Weilers an der Trubbrücke dadurch, dass er sie wie eine Gemeinde anregte, "Eine Feuer-Ordnung für die kleine Dorfschaft in dem Trubschachen" zu schaffen und sich durch diese Hilfsorganisation näher zu rücken. Ähnliches bewirkte das Begründen der gemeinsamen Käserei 1827 über alle Grenzen hinweg. Die Französische Revolution schuf die Einwohnergemeinde, und so bekam Trubschachen 1809 sein erstes Tell(Steuer)-Reglement.
Am 07. März 1838 wurde das erste Reglement der Einwohnergemeinde genehmigt und am 08. Dezember 1840 die Gemeinde Lauperswilviertel völlig von den politischen Gemeinden Langnau und Trub gelöst. Trubschachen wurde als Einwohnergemeinde durch das bernische Gemeindegesetz von 1852 in seiner Autonomie bestätigt. Nach Regierungsratsbeschluss vom 23. Dezember 1867 wurde auf 01. Januar 1868 der Name Lauperswilviertel in Trubschachen umgewandelt. Die heutige Ausdehnung hat Trubschachen erst seit 1923, nachdem durch entsprechende Eingemeindung weitere Gebiete von Langnau und Trub abgetrennt worden sind.
1777 wurde Trubschachen von Lauperswil gelöst. fortan waren 6 Bauernhöfe (innerer Viertel) in Trub und 6 Höfe (äusserer Viertel) in Langnau kirchengenössig. Daran erinnern die beiden seckszackigen Sterne.
Der untere Teil des Wappens, das Antoniuskreuz, ist dem heiligen Antonius gewidmet.