Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03216.jsonl.gz/102

29. Juli 2009, Aktualisiert: 14.02.2019
Das ist zwar eine sehr grundlegende Frage, aber es ist völlig verständlich, wenn Du sie Dir gerade zu Beginn des Studiums stellst. Die Antwort ist klar: Ja, es gibt Vorgaben, an die Du Dich halten musst. Du kannst nicht machen, was Du willst!
Ein erfolgreicher BA-Abschluss hat zur Voraussetzung, dass Du sowohl in Deinem Major- als auch in Deinem Minor-Fach eine bestimmte Anzahl von sog. ECTS-Punkten erreichst: Studierst Du Philosophie im Major wirst Du 120 ECTS-Punkte brauchen; im Minor sind es in der Regel 60 ECTS-Punkte. Je nach Veranstaltungstyp gibt es mal mehr, mal weniger ECTS-Punkte für einen erfolgreichen Besuch der entsprechenden Veranstaltung. So gibt es beispielsweise für eine Vorlesung 3 ECTS-Punkte, während ein Proseminar Dir gleich 6 ECTS-Punkte einbringt. Wichtig ist nun, dass Du nicht einfach nach Belieben Veranstaltungen belegen kannst. Für jeden der Philosophie-Studienprogramme gibt es ganz spezifische Vorgaben, die in dem „Studienplananhang Philosophie“ formuliert sind.
Am Anfang wirst Du den Studienplan vielleicht etwas verwirrend finden. Das wird sich mit der Zeit ändern, lass Dich also nicht davon verunsichern, dass Du mit einigen der dort formulierten Bestimmungen im Moment noch nichts anfangen kannst! Zur ersten Orientierung empfiehlt es sich, einen Blick in die sog. Studienplan-Modelle zu werfen, die sich im Anhang des Studienplans finden. Ganz oben wirst Du eine Auflistung der Veranstaltungen finden, die Du im Rahmen Deines Studiums besuchen musst. Darunter findest Du eine Tabelle, die Dir andeutet, wie Du Dein Studium über die Regelstudienzeit hinweg organisieren könntest. Ganz wichtig: Diese Tabelle ist lediglich ein Vorschlag! Du musst die geforderten Veranstaltungen keinesfalls in dieser Reihenfolge absolvieren.
Im Studienplananhang sind inhaltliche Vorgaben festgehalten, z.B. dass man eine bestimmte Anzahl Kurse in theoretischer Philosophie oder zur Philosophie des Geistes besuchen muss. Diese Vorgaben beziehen sich auf die Kürzel „th“, „wp“, „pg“, „pr“ und „pp“, welche meistens in den Kurstiteln stehen (mit th = theoretische Philosophie, wp = Wissenschaftsphilosophie, pg = Philosophie des Geistes, pr = praktische Philosophie und pp = Political, Legal and Economic Philosophy PLEP).
Zum Schluss ein aufmunternder Tipp: Wie Du siehst, gibt es zwar ziemlich viele Vorgaben, die Du beim Studieren beachten solltest, aber über all den Auflagen, Programmen und Modellen solltest Du nicht vergessen, dass es im Philosophiestudium eigentlich um Philosophie geht. Gerade am Anfang des Studiums kannst Du bei der Wahl Deiner Veranstaltungen kaum etwas falsch machen und solltest eher versuchen, Dich für die Themen dieses spannenden Fachs zu begeistern!
6. Juli 2009, Aktualisiert: 14.02.2019
Im Prinzip kannst Du jede Veranstaltung aus dem Angebot des BA-Studiums besuchen. Es gibt keine fest vorgegebene Reihenfolge, in der einzelne Kurse besucht werden müssten. Dennoch gibt es gerade im ersten Studiensemester Veranstaltungen, deren Besuch sich eher anbietet als der Besuch anderer Veranstaltungen. Dazu gehören zum einen Vorlesungen und zum anderen Einführungskurse.
Vorlesungen sind der Veranstaltungstyp, bei dem Du am wenigsten gefordert sein wirst. Deine Aufgabe wird sich hier in der Regel darauf beschränken, regelmässig hinzugehen, aufmerksam zuzuhören und Dir Notizen zu machen, mit denen Du im besten Fall auch Jahre später noch etwas anfangen kannst. Besonders empfehlenswert im ersten Semester ist der Besuch der Vorlesungen „Grundprobleme der praktischen Philosophie“ oder „Grundprobleme der theoretischen Philosophie“. Diese Vorlesungen sind auch in den meisten der Philosophie-Studienpläne gefordert.
Warum sich der Besuch von Einführungskursen anbietet, verrät eigentlich schon der Name dieser Veranstaltungsform – es geht darum, in ein bestimmtes Thema einzuführen, und das ist genau, was Du am Anfang des Studiums brauchst! Es gibt keinen Einführungskurs, der in die Philosophie insgesamt einführt – das wäre dann doch zu viel auf einmal. Die meisten Einführungskurse führen in philosophische Teildisziplinen ein und heissen demenstprechend „Erkenntnistheorie“, „Ethik“, „Handlungstheorie“, „Wissenschaftsphilosophie“, „Metaphysik“ oder „Philosophie des Geistes“. Jeder Einführungskurs ist so konzipiert, dass er auch von Studienanfängerinnen und -anfängern erfolgreich besucht werden kann, und es gibt bei den Einführungskursen keine Themen, die weniger interessant oder wichtig wären als andere. Im Gegensatz zu einer Vorlesung wirst Du im Rahmen von Einführungskursen wöchentlich Texte lesen und mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren müssen; ausserdem fallen die Bedingungen für einen Leistungsnachweis teilweise umfangreicher aus. So kann es z.B. sein, dass Du in einem Einführungskurs eine schriftliche Arbeit am Ende des Semesters wirst verfassen müssen.
Eine Besonderheit ist der Einführungskurs: Logik. Er ist im Rahmen der meisten Philosophie-Studienpläne obligatorisch und sollte möglichst zu Beginn des Studiums besucht werden. Der Kurs wird jeweils im Frühjahrssemester angeboten.
Das alles sollte nicht den Eindruck erwecken, dass Du in Deinem ersten Semester nicht auch einen anderen Veranstaltungstyp wie z.B. ein Proseminar belegen kannst. Proseminare beschäftigen sich mit spezifischen Fragestellungen oder mit bestimmten philosophischen Werken und setzen insofern schon etwas mehr philosophisches Vorwissen als Einführungskurse voraus. Es ist dennoch möglich, gleich am Anfang des Studiums ein Proseminar zu belegen, wenn einem beispielsweise das Thema dieses Proseminars ganz besonders interessant vorkommt. Manchmal kann es auch ganz gut sein, sich etwas zu überfordern, und ausserdem gilt auch für die Proseminare, dass sie im Prinzip auch von Studienanfängerinnen und -anfängern erfolgreich bewältigt werden können.
Falls Du nach einem oder zwei Semestern immer noch nicht sicher bist, ob Du die Auflagen Deines Studienplans erfüllst, kannst Du immer noch in die Studienberatung gehen.
24. August 2010, Aktualisiert: 14.02.2019
Sowohl im Ba-Minor als auch im Ba-Major findet sich in den entsprechenden Studienplänen die von vielen Studierenden als rätselhaft empfundene Auflage, eine „schriftliche Arbeit“ zu schreiben. Der Sinn hinter dieser Auflage besteht darin, dass Ba-Studierende durch das Verfassen einer solchen schriftlichen Arbeit zeigen, dass sie eigenständig mit einem philosophischen Thema umgehen können. Mit „eigenständig“ ist hier gemeint, dass die schriftliche Arbeit nicht aus einer besuchten Veranstaltung, etwa einem Proseminar oder einem Einführungskurs hervorgegangen ist. Das Ziel besteht also darin, eine schriftliche Arbeit zu schreiben, deren Thema unabhängig von den Themen der bereits besuchten Veranstaltungen ist. Die Themenwahl liegt hierbei zunächst völlig in Eurer eigenen Hand. Auch steht es Euch völlig frei, welche Dozierende/welchen Dozierenden Ihr Euch als BetreuerIn der Arbeit aussucht, wobei Ihr die Auswahl aus allen Institutsmitgliedern habt.
Der erste Schritt zu Erfüllung der „schriftliche Arbeit“-Auflage besteht also darin, dass Ihr Euch ein gutes Thema überlegt, mit dem Ihr Euch gerne schriftlich auseinandersetzen würdet. Dieses Thema sollte dem Umfang der Arbeit angemessen sein, der wiederum dem Umfang einer gewöhnlichen Proseminar-Arbeit entspricht (10-15 Seiten). Ein schlechtes Thema wäre in dieser Hinsicht z.B. „Kants praktische Philosophie“ oder „Der Begriff des Wissens“ – solche Themen lassen sich einfach nicht sinnvoll auf 10 bis 15 Seiten bearbeiten. Dem Umfang angemessen könnten dagegen etwa Themen wie „Die zweite Formulierung des kategorischen Imperativs bei Kant“ oder „Die Gettier-Fälle und ihre Relevanz für die klassische Wissensdefinition“ sein. Sobald Ihr Euch ein Thema zurechtgelegt und die einschlägige Literatur recherchiert habt, solltet Ihr Euch auf den Weg zu einer/einem Lehrenden im Philosophieinstitut machen. Die Qualität der Betreuung, die Ihr bekommen werdet, hängt auch direkt damit zusammen, wie konkret Ihr Euer Vorhaben werdet beschreiben können. Die betreuende Person wird Euch weniger gut helfen können, wenn Ihr in ihre Sprechstunde geht und Sätze wie „Ich möchte etwas zur praktischen Philosophie machen… Da gibt es so ein Buch von einem US-Philosophen, der irgendwie John mit Vornamen heisst…“ äussert. Im besten Fall solltet Ihr ein kleines Exposé anfertigen (manchmal reicht schon ein Absatz), in dem Ihr Eure Grundidee und die Fragestellung, die Euch interessiert, skizziert und die relevante Literatur mit vollständigen Angaben anführt. Für die Abgabe der schriftlichen Arbeit gibt es keine offiziellen Termine. Sie kann jederzeit verfasst werden, und der Abgabetermin wird individuell mit der betreuenden Person verabredet, die dann auch alleine für die Benotung der Arbeit zuständig ist.
Die Arbeit kann in jeder Phase des Studiums geschrieben werden, wobei es sich empfiehlt, sie eher in der zweiten Hälfte des Studiums zu schreiben (im Major möglicherweise sogar kurz vor dem Beginn der Vorbereitungen der Ba-Arbeit).
Die Auflage, dass das Thema der Arbeit sich nicht mit den Themen der bereits besuchten Veranstaltungen überschneiden darf, muss mit Vorsicht interpretiert werden. Hat man z.B. einen Einführungskurs zur Erkenntnistheorie besucht, heisst das noch nicht, dass man die schriftliche Arbeit nicht zu einem Thema aus der Erkenntnistheorie schreiben kann; nur sollte man sich eins aussuchen, dass im Rahmen des besuchten Einführungskurses nicht ausführlich zur Sprache gekommen ist, Texte zugrunde legen, die man noch nicht gelesen hat, etc. Auch in diesem Zusammenhang hat die betreuende Person das letzte Wort.
29. Juni 2009, Aktualisiert: 14.02.2019
Nein, weder für den BA-Studiengang, noch für den MA-Studiengang oder das Doktorat ist ein Nachweis über Latein- oder Griechisch-Kenntnisse erforderlich. In Ausnahmefällen kann es sein, dass ein/e Dozierende/r Latein- oder Griechisch-Kenntnisse zur Teilnahmevoraussetzung für eine bestimmte Lehrveranstaltung macht – diese Veranstaltung könntest Du dann nicht besuchen. Aber das ist, wie gesagt, eher der Ausnahmefall. Neben Deutsch und Englisch gehören Latein und Griechisch dennoch zu den Sprachen, in denen wichtige philosophische Werke verfasst worden sind. Falls Du Zeit und Lust hast, kann es insofern nicht schaden, einen entsprechenden Kurs an einem der anderen Institute zu belegen. Wenn Du Philosophie im BA-Major studierst, könntest Du Dir solche Sprachkurse sogar im Rahmen des ‚Wahlbereichs‘ anrechnen lassen! Aber nochmals: Das alles ist keinesfalls obligatorisch.
25. Juni 2009, Aktualisiert: 14.02.2019
Das hängt davon ab, was Du mit ‚besuchen‘ meinst. Es lassen sich hier drei Optionen denken.
(1) Dich interessiert das Thema einer Veranstaltung aus dem MA-Angebot, und Du möchtest an den Sitzungen dieser Veranstaltung passiv teilnehmen. In diesem Fall solltest Du Dir zunächst noch einmal vor Augen führen, dass MA-Veranstaltungen auf einem höheren Niveau stattfinden als BA-Veranstaltungen, so dass Du gerade zu Beginn Deines Studiums besser beraten bist, Dich an die BA-Veranstaltungen zu halten. Eine passive Teilnahme ist bei tatsächlich vorhandenem Interesse nicht völlig ausgeschlossen, aber sie sollte dennoch die Ausnahme bleiben. In einem solchen Ausnahmefall müsstest Du Dich unbedingt rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung mit der/dem jeweiligen Dozierenden in Verbindung setzen (per Email oder in der Sprechstunde) und sie/ihn um Teilnahmeerlaubnis bitten (ggf. auch unter Anführung Deiner besonderen Gründe für die Teilnahme).
(2) Du bist ein/e fortgeschrittene/r Studierende/r und beabsichtigst, nach dem BA-Abschluss einen MA-Studiengang aufzunehmen. Weil Du gerade z.B. mit dem Verfassen der BA-Arbeit beschäftigt bist und nebenbei noch etwas Zeit hättest, möchtest Du schon einmal eine oder mehrere Veranstaltungen aus dem MA-Angebot besuchen, um sie Dir später in Deinem MA-Studium anzurechnen. Ein solches Vorgehen ist möglich. Dazu solltest Du Dich über KSL für die entsprechende Lehrveranstaltung anmelden. Die ECTS-Punkte für diese Lehrveranstaltung werden dann zusammen mit der dazugehörigen Note unter der Rubrik „Vorgezogene Masterleistungen“ verbucht und könnten von Dir später, d.h. nach dem BA-Abschluss und der Anmeldung für den MA-Studiengang, in die Liste Deiner MA-Leistungen übertragen werden. Auch in diesem Fall ist es allerdings ratsam, im Vorfeld kurz mit dem/der jeweiligen Dozierenden Rücksprache zu halten.
(3) Dich interessiert das Thema einer Veranstaltung aus dem MA-Angebot, und Du möchtest diese Veranstaltung besuchen, um sie Dir im Rahmen Deines BA-Studiums anzurechnen. Das geht gar nicht! Die ECTS-Punkte für Lehrveranstaltungen aus dem MA-Angebot heissen zwar genauso wie die ECTS-Punkte der Lehrveranstaltungen aus dem BA-Angebot, aber sie lassen sich nicht addieren und im Rahmen des BA-Abschlusses verwenden. Das ist wie wenn Du in New York mit Franken bezahlen wolltest.