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abfließt, die Grenze gegen den nördlichen Teil des Böhmerwaldes, den sogen. OberpfälzerWald. Um das Fichtelgebirge herum liegen im Flußniveau
die OrteBaireuth
[* 14] 341, Neuenmarkt 350, Münchberg 537, Rehau 520, Eger 412, Mitterteich 520 und Kemnath 473 m ü. M. Des Ölsnitzthal,
streckenweise auch das Saalthal verlaufen längs einer merkwürdigen Naturgrenze, welche das eigentliche
Fichtelgebirge von dem nordwestlichen niedrigen Gneisplateau von Münchberg trennt. Dieses, oft noch zum Fichtelgebirge gerechnet, aber äußerlich
mehr mit dem Frankenwald zusammenhängend, ist ein wellenförmiges Hochland von nur 550 m mittlerer Höhe und mit wenigen Kuppen
über 700 m (Weißenstein über Stambach 712 m). Wie einst die Leipzig-NürnbergerStraße über diese kalte
Hochebene führte, so nimmt gegenwärtig die Eisenbahn ihren Weg hinüber, indem sie aus dem Saalthal von Hof nach Neuenmarkt
im Maingebiet führt.
Nach außen aber, vom Ochsenkopfgipfel westwärts, stufen sich die Waldhöhen rasch zum Fuß ab. An der Ostseite der Schlucht,
durch welche die Fichtelnab aus dem Gebirge tritt, erhebt sich als südlicher Eckpfeiler der Steinwald,
der noch bis zu 969 m ansteigt. In weiterer Fortsetzung nach NO. bilden die niedern Höhenzüge des Reichsforstes und Kohlwaldes
(nur noch 700 m hoch) den Südostrand. Mit dem LiebensteinerWald zum Egerland abfallend, folgt nördlich von dem
felsigen Egerdurchbruch bei Hohenberg der Hengstberg (668 m), das Südostende des SelberWaldes, der nach NO. hin den Schluß
des innern Kessellandes vollendet, dessen höchste Höhen beinahe 700 m erreichen, während sein mittleres Niveau fast 600 m
beträgt (Weißenstadt liegt 630 m, Wunsiedel 531 m hoch).
Die hohe Lage des Fichtelgebirges bringt ein rauhes Gebirgsklima mit sich; in den höhern Teilen stellen sich schon Ende August
die ersten Reife ein, und oft fällt schon Ende SeptemberSchnee.
[* 20] Selten schmilzt dieser vor Anfang Mai von den Feldern
weg, und im Wald und zwischen den Felsklippen halten sich wohl bis Ende Juni noch Schneewehen. Noch um Johannis stellen sich
zuweilen Nachtfröste ein; nur August und September bringen schöne, warme Tage. Bei dem
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Der gegenwärtigen politischen Einteilung nach gehört der größte Teil zum bayrischen Regierungsbezirk Oberfranken, ein kleinerer
zum Regierungsbezirk Oberpfalz, der äußerste Osten zu Böhmen.
[* 27] Die Bevölkerung ist dicht; man rechnet über 80 Menschen auf 1 qkm.
Wenn auch vielfach eine rege industrielle Thätigkeit herrscht, Spinnerei und Weberei,
[* 28] Verarbeitung des Eisens, auch Glasfabrikation,
[* 29] Glasbäserei ^[richtig: Glasbläserei], Spiegelglasschleiferei und Knopffabrikation, so ist das Fichtelgebirge doch
nicht in dem Maß Fabrikland wie das benachbarte Erzgebirge.
Viele Menschen ernährt die Arbeit im Wald (Holzhauen, Kohlenbrennen), die Ausbeutung der Marmor- und Kalklager,
im Granitgebiet der Kaolingruben und die Bearbeitung des Serpentins (Markt Leugast). Am meisten trittBerg- und Hüttenbau gegen
früher zurück und beschränkt sich fast nur auf Eisen.
[* 30] Rings um das Gebirge herum führen Eisenbahnen; doch führt auch eine
Linie (Nürnberg-Eger) durch dasselbe, die sich bei Redwitz nach Hof verzweigt. Dieser Umstand trägt wesentlich
dazu bei, daß das Fichtelgebirge seit neuerer Zeit einem regen Touristenverkehr geöffnet worden ist.