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Wer sind die Dreamer? «Dreamer» (Deutsch: Träumer) sind die Söhne und Töchter von illegalen Einwanderern. Sie sind als Kinder illegal in die USA eingewandert und heute zwischen 15 und 36 Jahre alt.
Woher kommt der Name? Er leitet sich vom sogenannten DREAM-Act (Development, Relief, and Education for Alien Minors Act) ab – dem Kürzel einer Gesetzesinitiative für junge illegale Immigranten, die allerdings nie verabschiedet wurde. Verschiedene Anläufe scheiterten immer wieder in einer der beiden Kongresskammern.
Zugleich spiegelt der Begriff auch wider, dass es der Traum dieser Menschen ist, in den USA leben und ihren «American Dream» verwirklichen zu können.
Wieso genossen die Dreamer bisher Schutz? 2012 erliess der damalige US-Präsident Barack Obama eine Präsidenten-Verfügung. Das Programm namens DACA (Deferred Action for Childhood Arrivals) sollte junge Erwachsene, die als Kinder mit ihren Eltern illegal in die USA eingewandert waren, vor Abschiebung schützen.
Die Altersgrenze liegt bei 16 Jahren. Ab diesem Alter konnten die Jugendlichen, die eigentlich nichts anderes kannten als die USA, eine DACA-Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Diese hat ihnen einen legalen Status in den USA verschafft, inklusive einer Arbeitserlaubnis. Die Genehmigung musste alle zwei Jahre erneuert werden.
Wieso müssen die Dreamer die USA verlassen? US-Präsident Donald Trump hält das Vorgehen seines Vorgängers Obama für verfassungswidrig und hat das Ende des Programms verkündet. Der Kongress muss nun eine Neuregelung des Migrationsrechts ausarbeiten. Das Programm läuft am 5. März aus, dann droht den Dreamern die Abschiebung. Findet der Kongress nämlich keine Lösung, werden von diesem Stichtag an täglich rund 1000 Personen ihren Schutz verlieren.
Anfang Januar hat allerdings ein Richter in San Francisco entschieden, dass die Regierung das Schutzprogramm nicht beenden darf. Zehn Bundesstaaten hatten die geplante Aufhebung des Programms angefochten. Durch die Entscheidung muss das Programm vorläufig landesweit in Kraft bleiben.
Wie viele Dreamer leben in den USA? Vom DACA-Programm profitierten rund 750'000 bis 800'000 junge Menschen, die in den USA aufgewachsen sind und dort die Schule besucht haben. Allerdings rechnet das Migration Policy Institute, dass viel mehr illegale Einwanderer – nämlich 1,9 Millionen – für das Programm berechtigt waren.
Woher kommen die Dreamer? Die meisten Dreamer stammen aus Lateinamerika, 600'000 sollen mexikanische Wurzeln haben.
Wie leben sie? Gemäss dem Migration Policy Institute hat ein Drittel der DACA-Teilnehmer ein College besucht. Meist sind sie gut integriert, rund 76 Prozent arbeiten und bezahlen auch ihre Steuern – rund 2 Milliarden Dollar pro Jahr, sagen Experten.
Gibt es keinen Widerstand gegen Trumps Entscheid? Die «Dreamer» haben immer wieder gegen das Ende des DACA-Programms protestiert.
Der Entscheid stösst zudem über die Parteigrenzen hinweg auf Kritik. Die Wirtschaft – darunter auch Apple-Chef Tim Cook – warnt vor gravierenden ökonomischen Folgen, wenn all diese Mitarbeiter ersetzt werden müssten.
Warum will Trump die Dreamer dennoch ausschaffen? Der US-Präsident stellt mit dem Entscheid auch seine Anhänger zufrieden, denn das harte Durchgreifen gegen illegale Einwanderung war ein zentrales Wahlversprechen.