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Datteln sind sehr nahrhaft. Das kam schon manchem gelegen auf seinem Weg durch die Wüste.
In der Wüste im Morgenland stand einst eine Dattelpalme. Diese Palme hatte die Königin von Saba gepflanzt, bevor sie und König Salomon sich verabschiedeten: Nach ihrem Besuch in Jerusalem kehrte die Königin zurück in ihr Land. «Zur Erinnerung an unsere Liebe pflanze ich diesen Dattelkern in die Erde», sprach die Königin. «Die Palme, die daraus wachsen wird, soll so lange leben, bis einmal ein grösserer König geboren wird als du, mein lieber Salomon.» Dann trennten sich die beiden Verliebten.
Die Palme wuchs und wuchs. Über die Jahre hatte sie manche Karawane vorbeiziehen sehen und kannte so das Wüstenvolk gut. Doch die Palme war einsam und es passierte selten etwas. Eines Tages jedoch sah sie, wie sich aus der Ferne zwei Menschen näherten. Die Dattelpalme erkannte sofort, dass es sich um Menschen handelte, denen die Wüste fremd war. Es waren ein Mann und eine Frau, die zu Fuss unterwegs waren. Sie hatten weder ein Lasttier noch ein Zelt bei sich. Auch keine Wasserbeutel oder sonstigen Proviant. «Sie werden in dieser Wüste sterben», dachte die Palme. «Es lauern hier draussen so viele Gefahren, denen die beiden schutzlos ausgesetzt sind.» Diese Aussichten machten die Palme traurig. Umso mehr, als sie sah, was die Frau in ihren Armen trug: In ein Tuch war ein kleines Kind gehüllt. Allmählich begriff die Palme, dass diese Menschen überstürzt aufgebrochen waren, sich auf der Flucht vor etwas oder jemandem befanden. Die Palme sah, wie müde und verzweifelt diese Menschen waren, und hatte Mitleid. Doch ausser etwas Schatten zu spenden, konnte sie nichts tun.
Der Mann und die Frau sprachen über König Herodes. Dieser wollte alle Knaben im Alter bis zwei Jahre töten lassen, aus Furcht, dass der grosse König der Juden geboren sein könnte. Doch nun hatten der Mann und die Frau statt der Feinde eine lange und schwierige Reise vor sich, vor der sie sich offenbar fürchteten. Die Frau lehnte ihren Kopf an den Stamm der Palme und blickte nach oben. In der Krone hingen ganz viele Datteln, doch sie waren unmöglich zu erreichen. Die Frau seufzte.
Dann geschah etwas Wunderbares: Das Kind streckte seine kleine Hand aus, als wollte es die Palme zu sich winken. Und die Palme spürte eine grosse Kraft. Sie konnte nicht anders und beugte sich immer tiefer hinab, als würde sie sich vor einem König verneigen. Schliesslich berührte ihre Krone den Boden und nun konnten der Mann und die Frau ihre Datteln ernten, bis sie genug hatten. Dann berührte das Kind die Palme ganz leicht mit der Hand, als wollte es sich bei ihr bedanken, und die Palme richtete sich wieder auf. Die Palme verspürte eine unbeschreibliche, nie gekannte Freude von den äussersten Blattspitzen bis tief in die Wurzeln hinunter.
Noch viele, viele Jahre später erzählten sich die Wüstenmenschen nachts, wenn sie ums Lagerfeuer sassen, die Geschichte von der Dattelpalme, die einst in dieser Oase stand. Sie erzählten sich, wie die Königin von Saba der Palme einst prophezeite, dass sie so lange leben solle, bis sie einen König getroffen hatte, der noch grösser sei als einst König Salomon.
Angelehnt an das Neue Testament und eine alte Legende.
Gefüllte Datteln
Zutaten
- ca. 250 g Datteln (die Grossen)
- 50 g Marzipan
- etw. Puderzucker und einen Schuss Rosenwasser (in der Apotheke erhältlich)
- 100 g dunkle Schokolade
- ein paar Pistazien- und Baumnusskerne
Zubereitung
Datteln bis zur Hälfte aufschneiden und Kern entfernen. Marzipan, Puderzucker und Rosenwasser verkneten und in jede Dattel etwas davon einfüllen. Schokolade im Wasserbad schmelzen und die Datteln bis zur Hälfte darin eintauchen. Mit den Baumnuss- und Pistazienkernen verzieren.
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