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In einem von grossen Umwälzungen geprägten Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts wagte eine junge Künstlergeneration den visionären Aufbruch in eine neue Zeitepoche. Technische Errungenschaften und philosophisch emanzipatorische Ideen bereiteten den Boden für eine Avantgarde vor, die sich radikal von allen akademischen Bindungen löste.
Die 1911 gegründete Künstlergruppe «Karo-Bube» vereinte Aristarch Lentulow, Michail Larinow, Kasimir Malewitsch und Natalija Gotscharowa zu engagierten Mitstreitern. Das «Schwarze Quadrat auf weissem Grund» 1915, die suprematistische Komposition «Weiss auf Weiss» von Malewitsch oder die Serie der »Schwarzen Bilder» (1917/18) von Rodtschenko setzten Massstäbe für die gegenstandslose Kunst, die ihren Einfluss auch in der westlichen Kunst geltend machte.
Die russischen Avantgardisten, zu denen auch Kandinsky, Tatlin, Chagall, El Lissitzky und Ljubow Sergejewna Popowna gehörten, beschlossen sogar, einen Arbeitsplan zur revolutionären Neufassung der Kunstgeschichte zu erstellen. 1924 wurde das Petrograder Museum nach heftigen internen Auseinandersetzungen in das Institut für Künstlerische Kultur integriert, das seinerseits ein Jahr später den Status eines «staatlichen» Instituts erlangte.
Kristina Piwecki, lic. phil., Germanistin, Kunsthistorikerin und Redaktorin BR sowie Dozentin für Kunstgeschichte und Studienreiseleiterin.
95 CHF für Vereinsmitglieder
Die Teilnahme bedingt eine Mitgliedschaft beim Verein der Seniorenuniversität Luzern