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Hör-/ Sprachstörungen bei Kindern
Ab der 20. Schwangerschaftswoche sammelt das Ungeborene Höreindrücke. Das Hören der erste Sinneseindruck des Menschen vor seiner Geburt. Säuglinge bevorzugen die Stimme der Mutter sowie vor Geburt gehörte Klänge und Melodien. Auch reagieren Kinder unmittelbar nach der Geburt zwar auf die Muttersprache, weniger oder gar nicht hingegen auf Fremdsprachen.
Unser Gehör ist in der Lage, kürzere Geräusche (akustische Zeitstrukturen) zu erkennen, als sie in der Sprache vorkommen. Dies ermöglicht die Unterscheidung der Sprache von Geräuschen. Die Zeitauflösung des Gehörs ist im Vergleich zum Sehsinn um ein Vielfaches höher. Die Entwicklung des Hörsinns ist nicht mit der Geburt abgeschlossen und begleitet die Sprachentwicklung, die Jahre in Anspruch nimmt. Schon im Mutterleib, bei der Geburt oder unmittelbar nach der Geburt können bleibende Hörschädigungen auftreten, zum Beispiel:
- Virusinfektionen der Mutter z.B. Röteln, Masern, Grippe
- schädigende Medikamente, Sauerstoffmangel bei Geburt, Röntgenstrahlen, Diabetes mellitus der Mutter, Gelbsucht
Um diese Schädigung rechtzeitig zu erkennen, wurde das Neugeborenenhörscreening – üblicherweise mittels der Ableitung sog. transitorischer otoakustischer Emissionen / TEOAE (vgl. Bild) etabliert. Dieses wird üblicherweise in den Geburtsspitälern durchgeführt. Falls dort kein unauffälliges Ergebnis zu erzielen ist, kann in der Hals-, Nasen-, Ohrenpraxis über eine Hirnstammaudiometrie / aabr eine Kontrollmessung mit einer alternativen Methodik erfolgen, womit zu annähernd 100% ein Hörschaden be- oder widerlegt werden kann.