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In der Kosmetik und der kosmetischen Dermatologie ist „Hyaluronsäure“ ein geläufiger Begriff. Doch nicht allen ist seine Bedeutung vollends klar. Die einen mögen den Terminus mit einer sauren Substanz assoziieren, andere wiederum werden meinen, es sei ein künstlich entwickelter Wirkstoff oder ein Präparat der Kosmetik- oder Pharmaindustrie. Die wenigsten wissen, dass es ein natürlicher Baustoff des Bindegewebes ist, der in identischer Bauweise in jedem menschlichen Körper sowie bei vielen Tierarten anzutreffen ist. Hyaluronsäure, im fachlichen Sprachgebrauch auch Hyaluronan genannt, ist ein lineares Polysaccharid. Es ist ein Polymer, ein Kettenmolekül mit linksdrehender Doppelhelix, das sich vor allem durch seine enorme Länge von bis zu 25 µm auszeichnet, wobei es dann bis zu 50.000 Disaccharideinheiten umfassen kann. Die Bezeichnung „-säure“ in seinem Namen ist etwas irreführend, denn das Molekül hat einen leicht alkalischen PH-Wert von etwa 7,2.
Funktionen der Hyaluronsäure
Die gelartige Substanz als Bestandteil des Körpers wurde 1934 erstmals beschrieben und Hyaluronsäure genannt. Ihr Aufbau und ihre Struktur sind mittlerweile bekannt, doch ihre biologischen Funktionen konnten noch nicht restlos aufgeklärt werden. Die wesentliche Wirkungsweise von Hyaluronsäure liegt darin, dass sie den extrazellulären Raum durch Bindung von Wasser und Salzen vergrößert und, zusammen mit anderen Molekülen, mit denen sie in Interaktion tritt, zur Entstehung einer extrazellulären Matrix beiträgt. Hyaluronsäure ist somit die wichtigste Matrixkomponente des Bindegewebes. Sie dient gleichfalls auch als Schmier- und Gleitmittel in Gelenken und ist auch im Glaskörper des Auges anzutreffen. Ihre Funktionen und Wirkungen im Körper sind vielfältig und komplex.
Herstellung von Hyaluronsäure-Produkten
Hyaluronsäure wird heutzutage biotechnologisch aus Bakterienkulturen gewonnen und ist dann nahezu ohne Spuren von Verunreinigungen. Ein anderes Verfahren greift auf tierisches Ausgangsmaterial zurück (z.B. Hahnenkämme), wobei die auf solche Art synthetisierte Hyaluronsäure allerdings zu allergischen Reaktionen führen kann. Die meisten Hersteller unterwerfen die gewonnene Substanz einer speziellen Modifikation, um ihre Eigenschaften in eine bestimmte Richtung zu lenken, wobei die sogenannten stabilisierten Hyaluronsäuren entstehen. Durch spezielle Verfahren werden die Kettenmoleküle miteinander verbunden oder vernetzt. Eine solche Stabilisierung erhöht die Haltbarkeit des Produktes.
Einsatz der Hyaluronsäure in der Medizin
Hyaluronsäure findet in der Medizin vielfache Anwendung. Sie wird z.B. als Schmiermittel in arthrosegeschädigte Gelenke gespritzt. Wegen ihrer wasserbindenden Wirkung wird sie in Bereichen angewendet, wo eine Austrocknung der Schleimhäute verhindert werden soll. Auch in der Augenheilkunde wird sie eingesetzt, z.B. bei trockenem Auge zum Herbeiführen eines stabilen, langanhaltenden Tränenfilms. Auch die Bekämpfung der Harninkontinenz ist mittels Hyaluronsäure inzwischen möglich. In vielen weiteren Bereichen wird eine Behandlung mit Hyaluronsäure-Präparaten untersucht, z.B. zur Wundversorgung oder bei chronischen Lungenerkrankungen.
Einsatz in der kosmetischen Dermatologie
In der ästhetischen Medizin ist eine Anwendung von Hyaluronsäure längst etabliert. Zu nennen wäre da vor allem die Behandlung von Körperdeformationen, Unebenheiten der Hautoberfläche wie eingesunkene Narben, wobei fehlendes Volumen ersetzt wird. Auch zur Brustvergrößerung können Hyaluronsäure-Präparate genutzt werden. Vorrangig Anwendung finden sie jedoch zur Faltenunterspritzung, zum Aufbau der Lippen, zur Gesichtsmodellierung (Aufbau der Gesichtskonturen) sowie zur Hautauffrischung. Sofern die Präparate nicht tierischen Ursprungs sind, ist eine allergische Reaktion ausgeschlossen. Hyaluronsäure ist gut verträglich, wird vom Körper im Verlauf der Zeit aber nach und nach wieder abgebaut. Je nach Stabilisierungsverfahren des Präparats hält das erzielte Resultat zwischen etwa 6 Monaten bis zu einem Jahr an.