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Wirkung der Pneumokokken-Impfung (PPV) beim Erwachsenen fraglich
Eine Metaanalyse Schweizer Sozialmediziner, die im aktuellen Canadian Medical Association Journal CMAJ publiziert wurde, stellt die Wirksamkeit des Polysaccharid-Impfstoffs gegen Pneukokken beim Erwachsenen in Frage.
Die Metaanalyse beruht auf 22 Studien mit insgesamt 101'507 Teilnehmern. 11 Studien berichteten zur Inzidenz mutmasslicher Pneumokokken-Pneumonien, 19 Studien zu Pneumonien jeglicher Ursache und 12 Studien zur Gesamtmortalität. Der aktuell eingesetzte 23-valente Impfstoff wurde in 8 Studien verwendet.
Das relative Risiko (RR) bei mutmasslicher Pneumokken-Pneumonie betrug 0.64 und bei Pneumonien jeglicher Ursachen 0.73. Es bestand allerdings eine beträchtliche Heterogenität bei den Studien. Bei der Gesamtmortalität zeigte sich eine geringere Heterogenität zwischen den Studien (RR 0.97, I2-Wert 44%, p = 0.053). Meist konnte die Heterogenität auf Studienmängel (speziell die Doppelverblindung betreffend) zurückgeführt werden. In den qualitativ guten, doppelblinden Studien zeigte sich nur eine geringe Schutzwirkung der Pneumokokken-Impfung (RR 1.20 für die mutmassliche Pneumokokken-Pneumonie, RR 1.19 für Pneumonien jeglicher Ursache; p für Heterogenität > 0.05). Die Gesamtmortalität in den doppelblinden Studien war vergleichbar mit jener, wenn alle Studien kombiniert wurden. Bei älteren Patienten und Personen mit chronischen Erkrankungen zeigte sich ebenfalls nur eine geringe Schutzwirkung (RR 1.04 für die mutmassliche Pneumokokken-Pneumonie, RR 0.89 für Pneumonien jeglicher Ursache und RR 1.00 für Gesamtmortalität).
Konklusion der Autoren: Die Pneumokokken-Impfung scheint Erwachsene nicht vor einer Pneumonie zu schützen; auch nicht bei älteren und chronisch kranken Personen, bei denen die Impfung empfohlen wird.
Link zur Studie
CMAJ 2009;180:48-58 - Huss A et al
07.01.2009 - gem