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Munzinger Hans, * 1.9.1877 Olten, † 6.7.1953 Olten
Hans Munzinger entstammte einer alteingesessenen Oltnerfamilie, die viele bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht hatte; so war beispielsweise sein Urgrossvater Josef Munzinger Mitglied des ersten Bundesrates. Sein Vater war Bauingenieur und seine Mutter stammte aus einer wohlhabenden Bierbrauerfamilie bei Heilbronn. Nach mehrjährigen Aufenthalten im Ausland kehrte die Familie mit ihren inzwischen vier Kindern in die Schweiz zurück. In Olten erwarb sie sich 1891 ein Haus an der Frohheimstrasse. Ein Jahr später starb der Vater kurz nach der Anstellung und noch bevor eine Pensionsberechtigung da war. Von diesem schweren Schlag konnte sich die Familie nicht mehr erholen; sie stürzte in tiefe Not ab.
Die Umstände, unter denen der junge Hans Munzinger seinen Weg als Künstler machte, sind nicht zu beschreiben. Seine Ausbildungsstationen waren Paris, Karlsruhe und München. Oft fehlte ihm das Geld für eine Briefmarke, um einen Bericht nach Hause zu senden. Zudem wurde er während langer Zeit von Selbstzweifeln geplagt, das ihm eigene bescheidene und selbstkritische Wesen stellte immer wieder sein künstlerisches Talent in Frage.
Die Situation wurde auch durch seine Rückkehr nach Olten 1910 kaum verbessert.
Er war es aber gewohnt in äusserster Bescheidenheit zu leben und hatte hier
wenigstens die Unterstützung seiner Verwandten und einiger Freunde, die ihm
im Lauf der Jahre verschiedenen Ausstellungen ermöglichten.
So wurden seine Lebensumstände schliesslich doch einigermassen erträglich. Er starb am 6. Juli 1953.
Es war nur eine Handvoll Menschen, die ihn auf seinem letzten Gang begleitete, und ausser dem Geistlichen sprach niemand.

Der Künstler in seinem Atelier

Ansicht von Olten (Öl auf Leinwand)
Literatur: Wälchli G., Der Maler Hans Munzinger. Urs Graf – Verlag Olten, 1954