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«Schöne Auto-Mietfahrten» wie sie auf diesem Bild aus Morschach in den 1930er-Jahren angeboten wurden, boten auch Reisenden, die kein Auto besassen, die Möglichkeit, der neuen Form von Aussichtstourismus der Zwischenkriegszeit zu frönen und die Gegend rund um den Vierwaldstättersee mit dem Auto zu erkunden.
1932 reiste bereits die Hälfte aller Erstklass-Hotelgäste am Vierwaldstättersee mit dem Automobil an. Die Kurorte waren gefordert und mussten für das neue Verkehrsmittel breitere Strassen und mehr Parkraum schaffen. Trotz attraktiver Aussichtsstrassen wie der Seestrasse
oder der Axenstrasse verlor die Zentralschweiz zunehmend Gäste an neue Reisedestinationen in den Alpen und am Mittelmeer. Denn das Auto hatte das Reise- und Urlaubsverhalten nachhaltig verändert. Statt der mehrwöchigen Sommerfrische bevorzugte man nun kürzere
Aufenthalte, häufige Ortswechsel und individuelle Entdeckungsreisen.
Mit grossen Nauen, die bis zu 25 Tiere aufnehmen konnten, transportierten Viehhändler bis ins 20. Jahrhundert Milchkühe und Jungvieh über den Vierwaldstättersee und von dort über den Gotthard nach Norditalien, wo das Innerschweizer Vieh als Fleischlieferant und zur Milchviehzucht hoch begehrt war.
Seit der Zunahme des Gotthardtransits im Spätmittelalter kontrollierten professionelle Schiffleute den Waren- und Viehtransport über den Vierwaldstättersee. Die seit 1837 zirkulierenden Dampfschiffe, welche die Strecke Luzern-Flüelen in drei Stunden und damit viermal schneller als die Nauen meisterten, durften zwar auch Vieh transportieren, konkurrenzierten die Nauen aber vor allem im Personen- und Posttransport. Erst die Eröffnung der Gotthardbahn 1882 brachte eine grundlegende Veränderung des Viehtransports und –handels vom herbstlichen Herdentrieb des Viehs über die Alpen zum ganzjährigen Geschäft.