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Sind Protein-Shakes sinnvoll? Wie viel Protein sollte man aufnehmen? Wie effektiv sind Protein-Shakes? Helfen sie beim Abnehmen? Diesen und weiteren Fragen geht iMpuls auf die Spur.
Protein-Shakes gibt es fertig im Kühlregal oder als Pulver zum Anrühren. Enthalten sind unter anderem proteinreiche Zutaten wie Milch, Proteinpulver, bestimmte Aminosäuren, also Proteinbestandteile, und Zusatzstoffe. Teilweise können Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt sein. Häufig werden Süssungsmittel verwendet, da ein hoher Proteingehalt bei geringem Anteil an Kohlenhydraten und einer geringen Kalorienmenge erreicht werden soll.
Die Proteinkomponente kann im Pulver als Protein-Konzentrat, -Isolat oder -Hydrolysat vorliegen (mehr dazu siehe unten).
Proteine bestehen aus einzelnen Aminosäuren. Einige dieser Aminosäuren sind essentiell – der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Aminosäuren wie Leucin, Isoleucin, Valin oder Arginin werden günstige Eigenschaften nachgesagt. Das führt dazu, dass sie vermehrt in Protein-Shakes eingesetzt und beworben werden.
Auf vielen Verpackungen von Protein-Shakes findet man die Worte Whey- und Casein-Protein. Doch was bedeutet das? Wo liegen die Unterschiede?
Whey-Protein bedeutet auch Molkenprotein. Bei der Käseherstellung aus Milch bleibt die Molke übrig. Sie enthält viel Eiweiss. Aus der Molke wird das Whey-Protein gewonnen. Das Whey-Protein enthält alle Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und eine grosse Menge der wichtigen Aminosäure Leucin. Es wird empfohlen das Whey-Protein nach dem Training einzunehmen.
Casein-Protein ist das Protein, das nicht die Molke ist. Es ist der Anteil der Milch, der zu Käse verarbeitet wird. In der Fitnessbranche wird empfohlen, Shakes mit Casein besonders vor dem Schlafengehen zu trinken.
(Fortsetzung weiter unten…)
Die Begriffe Protein-Konzentrat, -Isolat und -Hydrolysat sind häufig auf den Verpackungen der Protein-Pulver zu finden. Es handelt sich um stark verarbeitete Produkte. Sie weisen einen unterschiedlichen Proteingehalt auf.
Protein-Konzentrat: Das Protein, beispielsweise aus der Milch, wird konzentriert. Es liegt als Pulver vor. Das Konzentrat besteht zu 60–80% aus Protein. Die restlichen Bestandteile sind vor allem Fette und Kohlenhydrate.
Protein-Isolat: Für das Isolat werden die verbliebenen Fette und Kohlenhydrate entfernt. Somit weisst das Isolat einen höheren Anteil an Proteinen auf als das Konzentrat.
Protein-Hydrolysat: Beim Hydrolysat werden die Aminosäuren bearbeitet, um vom Körper noch schneller verarbeitet werden zu können.
Viele Proteinshakes weisen einen Proteingehalt von 25–30 Gramm pro Portion auf. Den Proteingehalt der einzelnen Shakes kann man in der Nährwerttabelle nachlesen. Bei vielen Produkten ist der Proteingehalt auch auf der Vorderseite der Verpackung aufgedruckt.
Bei jüngeren Personen reichen 20–30 Gramm Protein pro Mahlzeit aus. Mehr Protein hat keinen zusätzlichen Effekt. Die tägliche Proteinmenge sollte daher über den Tag verteilt werden. Bei älteren Menschen könnte es sein, dass sie von bis zu 40 Gramm Protein pro Mahlzeit profitieren.
Als gesunder Erwachsener mit höchstens 5 Stunden sportlicher Aktivität pro Woche gilt eine empfohlene Proteinzufuhr von 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.
Rechenbeispiel: Wenn man also 75 Kilogramm wiegt, so sollte man etwa 0,8 Gramm Protein x 75 Kilogramm Körpergewicht = 60 Gramm Protein pro Tag aufnehmen.
Bei älteren Personen ab 65 Jahren liegt der Schätzwert bei 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.
Personen, die mehr als 5 Stunden pro Woche trainieren, kann eine tägliche Zufuhr von 1,2–2,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag empfohlen werden. Die Menge ist abhängig vom Zustand, der Intensität, des Umfangs und des Ziels des Trainings. Eine angepasste Proteinzufuhr kann den Trainingsprozess unterstützen und die Leistungsbereitschaft fördern.
Nach dem Hobbysport braucht es vor oder nach dem Training keine spezielle Ernährung. Wer den Körper aber trotzdem unterstützen möchte, kann nach dem Kraftsport/Training eine eiweissreiche Mahlzeit oder einen Shake zu sich nehmen. «Der Körper kann dann das Eiweiss sehr gut aufnehmen», so Michael Schwarz, medbase.
Nein, es gibt keinen physiologischen Grund, die Proteine mit Hilfe von Supplementen zu sich zu nehmen. Den Proteinbedarf mit einer natürlichen, ausgewogenen Ernährung zu decken, ist ohne Probleme möglich.
Das kommt ganz auf das Ziel, den eigenen Körper, die Proteinqualität und die sportliche Aktivität an. Eine ausreichende Proteinversorgung ist neben einer etwas erhöhten Kalorienzufuhr und Krafttraining wichtig für den Muskelaufbau. Der Körper wird durch eine ausgewogene, bedarfsdeckende Ernährung nach der Lebensmittelpyramide genügend mit Proteinen versorgt.
Protein-Shakes sind schnell verfügbar, ideal für unterwegs und für eine direkte Proteinversorgung nach dem Training. Ausserdem sind die genauen Nährwertangaben, vor allem Kalorien, Kohlenhydrate und Proteine ersichtlich.
Ein Zuviel an Protein könnte schädlich sein. Proteine enthalten Stickstoff. Dieses muss vom Körper – genauer gesagt von der Leber – in Harnstoff gebunden und dann von der Niere über den Urin ausgeschieden werden. Zu viel Protein kann die Nieren belasten. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Bei Nierenproblemen sollte vor einer Ernährungsumstellung der Arzt kontaktiert werden.
Es gab jedoch auch Beobachtungen, wonach eine stark erhöhte Zufuhr von Protein über einen längeren Zeitraum zu keinen unerwünschten Nebenwirkungen führte. Hierzu sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.
Zum Abnehmen müssen dem Körper weniger Kalorien zugefügt werden, als er eigentlich braucht. So kann man an Gewicht verlieren.
Werden Protein-Shakes getrunken und liegt man trotzdem unter dem täglichen Kalorienbedarf, so kann man abnehmen. Nimmt man aber Protein-Shakes zu sich und isst man mehr Kalorien, als man eigentlich bräuchte, so nimmt man zu.
Prinzipiell spricht nichts dagegen, Protein-Shakes auch ohne Sport zu trinken. Der Muskelaufbau ist jedoch vor allem abhängig vom Bewegungsreiz, sprich von der Nutzung der Muskeln. Es ist also kein Muskelzuwachs zu erwarten, wenn man Protein-Shakes trinkt und keinen Sport macht. Eine ausgewogene, bedarfsdeckende Ernährung nach der Lebensmittelpyramide ist aber immer noch die beste Ernährungsweise.
In veganen Protein-Shakes oder veganem Protein-Pulver können Erbsen, Soja, Hanf oder Reis verarbeitet sein. Pflanzliche Proteinquellen sind im Vergleich zu tierischen generell weniger gut dazu geeignet, den Muskel aufzubauen. Selbst Soja hat diesbezüglich schlechtere Eigenschaften als beispielsweise Kuhmilch.
Na klar. Die Vorteile eines selbstgemachten Protein-Shakes sind, dass man genau weiss, welche Zutaten enthalten sind. Ausserdem können Sie je nach Geschmack, Lust und Laune die natürlichen Zutaten miteinander kombinieren. Als Eiweisskomponente können dabei zum Beispiel Quark oder Joghurt dienen. Für Kohlenhydrate sorgen zum Beispiel Bananen oder Haferflocken. Auch Fette aus Avocado, Leinöl oder Nüssen können ergänzt werden.
Hier finden Sie feine Sommer-Shakes. Für eine proteinreichere Variante Magerquark oder Skyr zufügen beziehungsweise bestehende Milchprodukte damit ersetzen.