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Drei Viertel der Bevölkerung der Schweiz wohnen im urbanen Raum. Und von ihnen mehr als zwei Drittel in 3- oder 4-Zimmer-Wohnungen. In den Städten leben deutlich mehr ausländische Staatsangehörige und leicht mehr Unverheiratete als anderswo.
Grosso Modo entspricht die Zusammensetzung der Bevölkerung in Städten dem Durchschnitt: 19 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner der 171 untersuchten Städte sind 19 Jahre oder jünger, 63 Prozent sind zwischen 20 und 64 Jahre alt und 18 Prozent gehören der Gruppe der über 64-Jährigen an.
Unterschiede zeigen sich bei der Staatsangehörigkeit und dem Zivilstand: 31 Prozent der Städterinnen und Städter haben eine ausländische Staatsangehörigkeit gegenüber 20 Prozent in ausserstädtischen Gebieten. Zudem beträgt der Anteil an Unverheirateten in Städten mit 47 Prozent 5 Prozentpunkte mehr als in der übrigen Schweiz.
Das hat die Städtestatistik 2021 des Schweizerischen Städteverbandes in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS) ergeben, die am Dienstag publiziert wurde. Die Statistik basiert auf Zählungen der Jahre 2017/2018. Grundlage bilden die 162 statistischen Städte (gemäss Definition des BFS) sowie neun weitere Mitglieder des Schweizerischen Städteverbandes, welche infolge ihrer Tradition oder Entwicklung städtischen Charakter aufweisen, beispielsweise Arosa und Murten.
Die neueste Ausgabe der Städtestatistik legt den Fokus aufs Wohnen. Ein grundsätzlicher Befund: je grösser die Stadt, desto höher der Anteil an Mietern und der Anteil an Mehrfamilienhäusern. Der Anstieg ist in Städten von 10'000 bis über 100'000 Einwohnern linear, während bei kleinen Städten unter 10'000 Einwohnern der Anteil an Mehrfamilienhäusern wieder leicht steigt und im Gegenzug jener der Einfamilienhäuser sinkt.
2018 standen in den 171 untersuchten Schweizer Städten insgesamt 2.2 Millionen Wohnungen in 539'767 städtischen Gebäuden mit Wohnnutzung bereit. Davon waren 46.8 Prozent Ein- und 35.6 Prozent Mehrfamilienhäuser. Während die zehn grössten Städte einen durchschnittlichen Anteil von mehr als 43 Prozent an Mehrfamilienhäusern aufweisen, liegt dieser bei den restlichen 161 Städten unter 33 Prozent.
In den meisten Gemeindegrössenklassen dominieren Drei-Zimmer-Wohnungen. In Städten mit weniger als 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind hingegen Vier-Zimmer-Wohnungen leicht in der Überzahl. 69 Prozent der städtischen Mieterinnen und Mieter wohnen in einer Drei- oder Vierzimmerwohnung. Grosse Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern sind in den Grossstädten mit 9.8 Prozent am seltensten, wohingegen deren Anteil in den restlichen Grössenklassen bei 19 Prozent liegt.
Beim Mietzins ist es nicht per se so, dass man umso mehr zahlt, je grösser die Stadt ist, in der man wohnt. Zwar sind grosse Städte im Schnitt punkto Wohnen am teuersten und kleine am günstigsten, dazwischen korrelieren Mieten und Stadtgrössen aber nicht mehr: Die zweitgünstigsten Durchschnittsmieten bieten grosse Städte mit 50'000 bis 99'000 Bewohnern, am zweitteuersten schlägt Wohnen in den kleinen Städten mit 10'000 bis 14'999 Einwohnern zu Buche.
Wichtiger ist bezüglich Mietkosten die Gegend. Vereinfacht ausgedrückt: Die Zürcher Goldküste ist am teuersten, der Jura am günstigsten. Bei einem schweizerischen Durchschnitt von 1319 Franken - ungeachtet der Grösse - bezahlt man in Zollikon 2195, in Küsnacht 2114 und in Meilen 1963 Franken pro Wohnung. In Le Locle im Neuenburger Jura kommt man dagegen schon mit 715 Franken weg, in La Chaux-de-Fonds mit 804 und in Moutier mit 827 Franken.
Mit 1536 Franken Wohnungsmiete durchschnittlich erscheint Zürich erstaunlich preisgünstig. Das dürfte am hohen Bestand gemeinnütziger Wohnungen liegen: 22.4 Prozent aller Drei-Zimmer- und 24.4 Prozent aller Vier-Zimmer-Wohnungen sind in der Limmatstadt gemeinnützig gebaut.
Gesamtschweizerisch machen Gebäudes des gemeinnützigen Wohnungsbaus hingegen nur 1.3 Prozent des Gebäudebestands aus. Grossstädte mit einem Anteil von 11.4 Prozent sind da um ein Vielfaches sozialer. Neben dem Spitzenreiter Zürich gibt es auch kleinere Städte mit einem hohen Anteil an gemeinnützig gebauten Wohnungen, wie das BFS schreibt: In Urdorf und Birsfelden etwa ist fast jede sechste Mietwohnung gemeinnützig. (sda)