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Windows hat ausgedient
Seit Ende der 90er-Jahre nutze ich schon privat Apple-Produkte, darunter vor allem Macs. Aber auch die Windows-Welt war mir nicht unbekannt. Vor 20 Jahren wurde man noch schief angeguckt, wenn man Mac-User war, weil es damals noch ein Nischenprodukt darstellte. Windows war weit verbreitet und wurde daher auch von vielen Entwicklern fleissig unterstützt. Darüber hinaus waren die PCs vergleichbar günstig gegenüber Macs.
Noch heute sehen das viele Leute so, aber die Zeiten haben sich geändert. Es mag sein, dass Windows noch immer weit verbreitet ist, aber die Zahlen sind rückläufig, zumal der mobile Markt mit Smartphones zugenommen hat. Was die unterschiedlichen Kosten betrifft, mag es auf den ersten Blick so sein, dass die Windows-PC-Welt immer noch vergleichbar günstiger ist als die Apple-Welt, aber das scheint nur auf den ersten Blick so zu sein.
Preise
Kommen wir zuerst zu dem Punkt was die Preise betrifft. IBM und einige andere Unternehmen haben untersucht wie sich die Kosten über eine längere Zeit im Betrieb entwickelt. Dabei kamen einige interessante Fakten ans Tageslicht:
Macs sind langfristig mehr als 500 Dollar günstiger als PCs
Ein Grund dafür ist, dass Windows-Rechner die dreifache Anzahl an Anrufen beim Support produzieren. Je nach Modell spart IBM gegenüber einem PC mit einer Lebensspanne von vier Jahren zwischen 273 und 543 US-Dollar, wenngleich die Mac-Rechner zwischen 117 und 454 US-Dollar teurer in der Anschaffung sind. Multipliziert man die Summe mit den mehr als 100 000 Macs die IBM besitzt, dann ergeben das massive Einsparungen. In Zahlen: Der Betrieb von 100 000 Windows-Rechnern kostet IBM zufolge 57,3 Millionen US-Dollar mehr als der Betrieb der gleichen Anzahl an Macs.
Dazu kommt, dass Macs nach 3 Jahren einen höheren Restwert haben, was bedeutet, dass man einen 3 Jahre alten Mac für mehr als einen 3 Jahre alten PC weiterverkaufen kann. Langfristig gesehen ist das eine bessere Investition: man zahlt anfangs mehr, erhält später aber auch mehr zurück.
Mac-Benutzer sind produktiver und zufriedener
Vanson Bourne, ein globales externes Marktforschungsunternehmen, hat eine Umfrage unter Mac-Benutzern durchgeführt, die für Unternehmen arbeiten, die Mac als Wahlmöglichkeit anbieten. Zu den Gründen, warum sie sich für Mac bei der Arbeit entschieden haben sehen die Antworten folgendermassen aus:
- 94 % stimmen zu, dass sie sich eher für ein Unternehmen entscheiden oder dort bleiben, das ihnen die Wahl zwischen einem Arbeitscomputer oder einem mobilen Gerät bietet.
- 79% stimmen zu, dass sie ihre Arbeit nicht so effektiv erledigen könnten, ohne einen Mac verwenden zu können.
- 74 % derjenigen, die zuvor einen PC für die Arbeit verwendet haben, hatten jetzt weniger Probleme, da sie einen Mac verwenden.
Die Konklusion hier ist, dass es sich positiv auf das Unternehmen auswirken kann, wenn die Mitarbeiter mit der von ihnen gewünschten Technologie ausgestattet werden.
Zusammengefasst bedeutet das, dass Macs für ein Unternehmen langfristig günstiger sind als Windows-PCs. Nun mag man aber einwenden, dass die Datenerhebungen nicht für jedes Unternehmen zutreffen würden und die Wahl der Technik auch andere Gründe hat ausser dem Preis.
Damit kommen wir zum technischen Teil, warum sich Windows in naher Zukunft ausgedient hat.
Technik
Folgend ein paar Statements, die ich als IT-Techniker selbst beobachten kann:
- Apple Hardware ist intuitiver und schnell konfiguriert
- Macs sind performant und stabil, was zu weniger Supportanfragen und zu weniger Ausfällen führt
- Die Synchronisierung mit iPhones und iPads ist spielend leicht
- Höhere Sicherheit und mehr Datenschutz
- Die höhere Verarbeitungs-Qualität der Geräte führt zu längerer Lebensdauer der Geräte
Weiter hat Apple Ende 2020 ihre neue Chip-Technologie vorgestellt: Apple Silicon. Dabei handelt es sich um eine System-on-a-Chip (SoC). Ein SoC vereint alles zusammen was bisherige PCs getrennt verarbeiten: Prozessor, Grafikkarte, Arbeitsspeicher und so weiter. Das führt insgesamt zu einer höheren Effizienz was Leistung und Verbrauch betrifft.
We recently found that the new 2021 M1 MacBooks cut our Android build times in half.
So for a team of 9, $32k of laptops will actually save $100k in productivity over 2022. The break-even point happens at 3 months.
TL;DR Engineering hours are much more expensive than laptops!
— Jameson (@softwarejameson) November 3, 2021
Hier fangen die Probleme mit Windows an:
Das Windows-System (MS-DOS) wurde für die Intel-Chip-Architektur x86 entwickelt. Die neuen SoCs laufen mit einer ARM-Architektur. Dadurch das Apple ihre Hard- und Software selbst entwickelt, haben sie die Möglichkeit neue Technologien zu pushen und alte Zöpfe abzuschneiden, während Microsoft mit Windows diese Möglichkeit nicht hat, da sie mit Windows möglichst ein breites unterschiedliches Hardware-Spektrum diverser Hersteller abdecken möchten.
Dazu kommt noch, dass das Windows-System nicht auf einer UNIX-ähnlichen Architektur entwickelt wurde. Wir kennen UNIX-ähnliche Systeme bereits durch andere Betriebssysteme wie Linux, Android oder eben auch macOS. Hier sieht man den Vorteil und die Effizienz der UNIX-Welt gegenüber Windows: UNIX-ähnliche Systeme können viel schneller und effizienter auf Hardwareänderungen reagieren. Gerade das ist eines der Kernstärken dieses Unterbaus.
Die ewige halbgare Kompatibilitätsschiene die Microsoft versucht zu fahren mit Windows, macht träge. Sicher gäbe es auch einige Firmen aus der ARM-Welt die ähnliche Architekturen wie Apple auf die Beine stellen könnten, aber keine davon kann dafür sorgen das eine Nutzerplattform wie Windows diese auch entsprechend unterstützt und auch konsequent durchzieht.
Nimmt man die aktuellen Benchmarkzahlen, kann man davon ausgehen, dass Apple mit der aktuellen Chiptechnologie um den Faktor 5 der anderen PC-Soft- und Hardwarehersteller voraus ist.
Wenn Microsoft seine eigenen Chips entwickeln wollte, mussten sie vor Jahren damit begonnen haben. Jetzt ist es zu spät. Apple hat mehr als ein Jahrzehnt Vorsprung mit der A-Serie (und jetzt M). Sie sind Qualcomm so weit voraus, dass es jetzt schon an Peinlichkeit grenzt. Microsoft steckt jetzt in der Sackgasse und hofft, dass Intel oder AMD die Effizienz noch verbessern, um mit ARM konkurrieren zu können. Das scheint aber kaum noch realistisch zu sein.
Was also spricht noch für eine weitere Verwendung von Windows-PCs im Unternehmen? Das Blatt hat sich bereits gewendet!
Quellen:
Global Survey: Mac in the Enterprise
https://www.jamf.com/resources/e-books/global-survey-mac-in-the-enterprise/
Forrester Research and IBM Studies Show Macs Are Cheaper than PCs
https://mbsdirect.com/mbs-blog/article-forrester-research-and-ibm-studies-show-macs-are-cheaper-than-pcs
Why Macs Have a Lower TCO Than PCs
https://www.endpointprotector.com/blog/why-macs-have-a-lower-tco-than-pcs/
Dieses Apple Silicon ist gigantisch
https://www.golem.de/news/m1-pro-max-dieses-apple-silicon-ist-gigantisch-2110-160415.html
Ehemalige Mac- und Windows-Chefs betonen den grossen Vorsprung von Apple Silicon gegenüber Intel
https://www.macerkopf.de/2021/10/27/ehemaliger-mac-windows-chef-vorsprung/
First Geekbench Score Surfaces for MacBook Pro M1 Max With 2x Faster Multi-Core Performance Compared to M1
https://www.macrumors.com/2021/10/18/first-m1-max-geekbench-score-surfaces/