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In Schachturnieren wurde die KI verboten, um den Spass der Menschen an diesem kunstvollen Spiel zu bewahren. In der Wissenschaft wird jedoch immer von uns erwartet, dass wir die leistungsfähigsten verfügbaren Werkzeuge verwenden, um die Grenzen des Wissens zu erweitern. Es kann in der Hochschulbildung daher nicht darum gehen, über ein komplettes Verbot eines Werkzeugs zu diskutieren, sondern eher um die Konsequenzen dieser Disruption dafür, was und wie wir lehren – und wahrscheinlich nur um ein paar wenige harte Grenzen gegen den Missbrauch des Werkzeugs.
Nicht einfach «nur» ein Plagiat
Um der KI Grenzen zu setzen, sind unsere Regeln, um Plagiate zu verhindern, leider nicht sehr hilfreich. Sie wurden erstellt, bevor KI alltagstauglich wurde, und sie konzentrieren sich meistens darauf, dass das geistige Eigentum eines anderen nicht als eigenes ausgegeben wird. Für die KI gilt dies streng genommen nicht, es sei denn, wir gestehen der KI eine eigene Persönlichkeit zu. Anstatt dass wir uns auf die Arbeit «von jemand anderem» konzentrieren, sollten wir uns darauf fokussieren, was «eigene Arbeit» bedeutet: Den Text eines KI-Tools zu verwenden, ist zwar kein Plagiat, aber die Aussage «Ich habe das geschrieben» wäre eindeutig eine Lüge.
Auf der anderen Seite können KI-Tools legitim verwendet werden, um Schreibblockaden zu überwinden und einen schnellen Überblick über «the good, the bad, and the ugly» dessen zu erhalten, was in seinem riesigen Textkorpus zu einem bestimmten Thema zu finden ist. Dann allerdings müssen die menschlichen Autorinnen und Autoren es zu ihrer eigenen Arbeit machen, indem sie die Spreu vom Weizen trennen und Informationen aus tatsächlichen wissenschaftlichen Quellen verifizieren und validieren. Wo genau in dem Prozess «die eigene Arbeit» im Sinne einer wissenschaftlichen Leistung ansetzt, muss diskutiert werden. Ich denke aber, eine Regel, dass keine KI-generierten Wörter oder Formulierungen verwendet werden dürfen, greift zu weit. Nehmen wir uns Zeit, sinnvolle Regeln zu entwickeln. Oder haben wir es eilig, weil wir uns schämen, wenn wir ChatGPT gute Noten geben?
Lieber gegen Fake News impfen
Wie auch immer, Diskussionen über Betrug mit KI sind wahrscheinlich wenig konstruktiv. Die Studierenden kommen zu uns, weil sie lernen wollen und weil sie kritisches, unabhängiges Denken und letztlich Kreativität schätzen. Es liegt in unserer Verantwortung, die Fähigkeiten, Konzepte, Methoden und Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, in einer Welt, in der KI allgegenwärtig sein wird, zu bestehen und sich zu behaupten. Während wir in Mathematik und Naturwissenschaften immer noch ein solides Fundament legen, müssen wir einige Lehrpläne überdenken. Zum Beispiel könnten einfache Programmierübungen veraltet sein. Wir müssen uns möglicherweise auf Berechenbarkeit, Algorithmen und Informationstheorie konzentrieren. Vielleicht kommen wir zum Schluss, dass zum Beispiel das händische Zusammenfassen von Texten und andere Lehrinhalte obsolet sein mögen. Stattdessen müssen wir unsere Studierenden möglicherweise gegen die Pandemie viraler Fake News, Fake Science und Deepfakes impfen.