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Geschichtliches
Die Metrohm Stiftung wurde 1982 von Dr. Bertold Suhner, Hans Winzeler und Lorenz Kuhn gegründet. Mit der Gründung der Stiftung wurde einerseits geregelt, dass das Unternehmen künftig durch ein Management von ausserhalb der Eigentümerfamilie geführt werden sollte. Andererseits wollten Dr. Suhner und seine Mitstifter unbedingt verhindern, dass die Metrohm AG eines Tages an einen Grosskonzern veräussert werden könnte. Sie befürchteten, dass die Firma in diesem Fall ihre Innovationskraft und der Kantone Appenzell Ausserrhoden wertvolle Arbeitsplätze verlieren könnten. In der Stiftungsurkunde wurde daher festgehalten, dass die Aktien der Metrohm AG nur in einer existenzbedrohenden Situation der Firma und nur mit Zustimmung von drei Vierteln aller Stiftungsräte verkauft werden dürfen. Darüber hinaus sorgten die Stifter dafür, dass ausnahmslos alle Aktien der Metrohm AG in die Stiftung eingebracht wurden, ohne dass die Stifter dafür eine Entschädigung verlangten. Höchste Priorität hatte für die Stifter, dass alle Aktien in einer Hand bleiben würden, um eventuelle Interessenskonflikte von vornherein auszuschliessen.
Eine Nachfolgeregelung innerhalb der Eigentümerfamilien kam nicht in Frage.
Zwischen dem Stiftungsrat der Metrohm Stiftung und dem Verwaltungsrat der Metrohm AG besteht eine klare Trennung. Der Stiftungsrat fungiert als Aktionär und nimmt keinerlei Einfluss auf das operative Geschäft der Firma.
Mit dieser Struktur wurde der Rahmen für ein langfristiges, kontinuierliches Wachstum der Metrohm Gruppe geschaffen. Davon profitiert auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden, insbesondere durch die Erträge der Metrohm Stiftung. Der Stiftungszweck sieht vor, dass ein Grossteil dieser Erträge für Projekte im Kanton AR verwendet wird.
Dr. Suhner selbst war ein visionärer Unternehmer. Aufgewachsen in Herisau, studierte er anschliessend an der ETH Maschineningenieur. Nach einigen Jahren im Familienbetrieb, der Suhner AG Herisau, gründete er 1943 zusammen mit Willi Studer die Metrohm AG. Heute ist die Metrohm AG ein Unternehmen, zu dem weltweit über 50 Tochtergesellschaften gehören und das weltweit rund 2900 Mitarbeitende beschäftigt. Auch Hans Winzeler und Lorenz Kuhn wirkten über viele Jahre im Unternehmen. Hans Winzeler war verantwortlich für die Finanzen und Bereiche des Verkaufs. Lorenz Kuhn zeichnete verantwortlich für Technik und Verkauf; auf ihn gehen die ersten internationalen Kontakte, beispielsweise in die USA, zurück.
Als vielseitig begabter Generalist frönte Suhner vielen Hobbies, die er mit grosser Leidenschaft jeweils so lange ausübte, bis er sich nicht mehr weiter darin verbessern konnte. Neben der Fliegerei mit einem eigenen Flugzeug, mit dem die ersten Firmenausflüge rund um den Alpstein unternommen wurden, betätigte Suhner sich auch als Kunstmaler und Organist. Beide Hobbies pflegte er mit grosser Hingabe. Seine private Hausorgel stand in seinem Ferienhaus in Sils Maria. Aber auch den Skisport, das Bergsteigen und die Fotografie betrieb er leidenschaftlich gerne.
Nachdem er sich in vielen seiner Hobbies den Grenzen seines Talentes bewusst wurde, wandte er sich wieder davon ab. Eine letzte grosse Leidenschaft war für ihn die Mineralogie. Dr. Suhner war so fasziniert von den Edelsteinen und deren Einschlüssen, dass er als Naturwissenschaftler unbedingt die Zusammensetzung dieser Steine analysieren wollte. Zu diesem Zweck beschaffte er sich ein eigenes Labor, welches kaum Wünsche offen liess. 1984 promovierte er im Alter von 74 Jahren an der Universität Basel mit einer Dissertation “zur Anwendung der Infrarot-Spektroskopie in der Mineralogie” zum Dr. phil., Wissen, welches er sich ausschliesslich im Selbststudium angeeignet hatte.