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Dabei ist es wichtig, den kulturellen Kontext, die individuellen Ausprägungen der vor Ort vorgefundenen Männlichkeitsbilder genau zu analysieren. Es geht darum, soziale Normen und Werte, welche Geschlechterbeziehungen definieren und auf verschiedene Weise sowohl Frauen als auch Männern schaden, zu hinterfragen. Männer und Jungen werden angeregt, ihre eigene Verletzlichkeit in Bezug auf Geschlechterungleichheit zu reflektieren und darin bestärkt, ihre eigenen Haltungen gegen dominante Formen von Männlichkeit zu entwickeln. Diese Auseinandersetzung soll ihnen ihre Verantwortlichkeit bewusst machen und sie dazu befähigen, positive Vorbilder als Väter, Ehemänner oder Brüder zu sein. Indem sie gemeinsame Interessen und Ziele mit Frauen und Mädchen definieren, können sie den sozialen Normen und der strukturellen Macht, welche zu Geschlechterungleichheit führen, etwas entgegensetzen.
Obwohl in internationalen Abkommen und Resolutionen das Engagement von Männern und Jungen in Gleichstellungsprojekten gefordert wird, wurden Genderprogramme bisher vielfach als reine Frauenförderprogramme verstanden. Im Rahmen der Bemühungen um mehr Geschlechtergerechtigkeit bleibt es weiterhin wichtig, Frauen zu befähigen, ihre Interessen eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten (Empowerment). Gleichzeitig bildet für IAMANEH Schweiz der Einbezug von Männern und Jungen als Verbündete, Change-Maker, aber auch als Zielgruppe, die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Gleichstellungsarbeit.