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Unsere Kontaktpersonen: Pastor Najeeb und Elizabeth Atteih
Liebe Freunde von Rea Israel
Von Herz zu Herz: Christliche Flüchtlinge in Jordanien
Seit der Corona-Krise konnten wir nicht mehr nach Jordanien reisen. Allerdings können uns die meisten Flüchtlinge, die wir kennen, im Notfall über Facebook und WhatsApp erreichen. Zudem halten wir fünfmal wöchentlich ein Zoom-Treffen ab, an dem viele teilnehmen. Vor allem das Zoom-Treffen für Frauen läuft sehr gut. Wir nehmen aneinander Anteil, was wir auf dem Herzen tragen. Diese tiefe Offenheit ist eine Frucht der stabilen Vertrauensbeziehung, die wir bei den Frauen durch unseren Dienst in Jordanien während der letzten sechs Jahre aufgebaut hatten.
Die von uns betreuten Familien haben Verfolgung, Instabilität, Misshandlung, Schuldgefühle, Anpassungsschwierigkeiten, Zukunftsangst, schwierige Lebensbedingungen und ständige Sorgen erlebt. Jetzt schwächt die Corona-Epidemie ihre Hoffnung und Geduld mehr als je zuvor. Sie erleben, dass ihr Traum, sich aufzumachen in ein besseres Leben, sich immer mehr als unmöglich erweist.
Einer der Verluste – auch schon vor der Corona-Krise – bezieht sich auf die Schulbildung der Kinder. Viele der Eltern unter den Flüchtlingen fühlen sich schwer schuldig, weil sie denken, dass ihre Entscheidung, in einem arabischen Land Asyl zu suchen, die Zukunft ihrer Kinder zerstört habe. Je länger eine Familie in Jordanien auf die Erlaubnis zur Auswanderung wartet, umso länger fehlt es ihren Kindern an Schulbildung.
Die meisten Familien sind darum bemüht, Quellen zu finden, mit deren Hilfe sie die monatlichen Ausgaben für die Schulbildung ihrer Kinder decken können, vor allem für die Kinder in weiterführenden Schulen. Im Nahen Osten muss jeder Oberstufenschüler eine Prüfung nach den Richtlinien des jeweiligen Bildungsministeriums absolvieren. Das ist ein Test, der belegt, dass der Schüler die Oberstufe abgeschlossen hat und nun genügend qualifiziert ist für eine weiterführende Ausbildung. Viele Flüchtlingsfamilien in Jordanien bemühen sich darum, dass ihre Kinder in weiterführenden Schulen diese Prüfung ablegen können, bevor sie das Land verlassen. Andernfalls kann es sein, dass diese jungen Leute weitere Jahre an einer Schule in einem anderen Land verbringen müssen. Hinzu kommt, dass sie nach dem Wechsel in ein anderes Land Zeit brauchen, um die neue Sprache zu lernen und sich an ein anderes gesellschaftliches Umfeld anzupassen – sehr anders als dasjenige, in dem sie aufgewachsen sind.
Wir brauchen Gläubige, die ihre Hände erheben und für diese Familien beten. Sie müssen viele Herausforderungen und Schwierigkeiten meistern – das Bezahlen von Mieten, ohne arbeiten zu können, die Kosten für das tägliche Leben, das Bemühen, gesund zu bleiben, die Schwierigkeit, ihren Kindern in einer überwältigend muslimisch geprägten Umgebung eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Weiterhin halten sie unter schmerzhaften, schwierigen Umständen an Christus fest, der ihr Fels und ihre Hoffnung ist.
Das Schulgeld für ein Kind beträgt in Jordanien pro Schuljahr (zehn Monate) 2’000 Dinar (= CHF 2560.-).
Wenn der Herr es Ihnen aufs Herz legt, einen Schüler oder eine Schülerin unter den Flüchtlingen zu unterstützen, würde einem solchen Kind eine gute Grundlage für die Zukunft bzw. eine weiterführende Ausbildung gegeben. Viele dieser Kinder haben die Fähigkeiten und den Willen zu lernen, doch fehlt ihnen die Möglichkeit, sich bei einer passenden Schule anzumelden. Als Flüchtlinge finden sie den ganzen Tag über nichts zu tun und würden doch gerne ihre Zeit und Mühe zum Lernen einsetzen.
Nazeeh und das Christliche Soldatenheim
Najeeb Atteih, Nazeeh und dessen Grossmutter.
Nazeeh ist der arabisch-christliche Soldat, der im letzten Jahr unter Hausarrest im Soldatenheim lebte. Danach musste er noch eine neunmonatige Haft verbüssen. Am 25. August wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Zwei Tage danach kam er uns besuchen. Er äusserte seine Dankbarkeit für die Zeit, welche er im Soldatenheim zubringen durfte, für den Einsatz und die Liebe, die er erlebt hatte. Er werde nie vergessen, was er dort gelernt und wie er angefangen habe, seinen Weg mit dem Herrn Jesus zu gehen. Nazeeh erwähnte, dass das Gericht ihm trotz seiner Entlassung Beschränkungen auferlegt habe. Eine davon bestehe darin, dass er sein Heimatdorf nicht betreten darf. Darum lebt er jetzt bei seinen Grosseltern – nicht weit entfernt von seinem Heimatdorf. Bei seiner Entlassung hatte er bereits eine Anstellung in Aussicht. So arbeitet er jetzt in einer Fabrik und ist glücklich über sein neues Leben. Er meinte, sein Aufenthalt im Gefängnis sei eine Zeit des Nachdenkens, der Disziplin und des Lernens gewesen. Er dachte über seine bisherigen Entscheidungen und deren Folgen nach, aber auch über seine Zukunft. Vor allem traf er die Entscheidung, von nun an als Nachfolger Jesu zu leben. Wir sind glücklich über ihn und dankbar für seinen Besuch. Bitte beten Sie für ihn, dass er beim Herrn bleibt.
Osta und Zuher
Nazeeh und das Christliche Soldatenheim
Der krebskranke Zuher.
Zuhers Zustand ist schlecht, er leidet. Der Krebs ist auch nach der zweiten Operation und weiteren Chemotherapie-Behandlungen nicht gewichen. Im Gegenteil, der Krebs breitet sich nun auch auf die andere Seite seines Kiefers und bis zur Brust hinunter aus. Die Ärzte sind an dem Punkt angelangt, dass sie die Hände erheben und erklären, nichts mehr tun zu können für den Jungen. Osta, der Vater, ist völlig verzweifelt und verbringt Tag und Nacht an seiner Seite im Krankenhaus. Er ist voller Kummer und Enttäuschung. Er weint vor Gott und sagt: „Ich bin doch gläubig und dein Kind. Warum muss mein Sohn so leiden?“ Osta hat viele Fragen und möchte Gott anklagen. Wir tun, was wir können, um über Telefon und Zoom mit ihm im Gespräch zu bleiben, ihn zu ermutigen, mit ihm zu trauern und mit ihm zu beten. Wir wissen nicht, was geschehen wird, aber wir beten weiterhin darum, dass Gottes Wille geschieht. Bitte beten Sie mit uns für Zuher, Osta und die ganze Familie.
Gaben für das christliche Soldatenheim oder (an) das Schulgeld für ein Flüchtlingskind leiten wir sehr gern an Atteihs weiter.
Bitte helfen Sie uns helfen!
Postkonto 60-730528-4