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Joe Hart gilt in England als erster guter Stammkeeper seit langem. Der Franzose Adil Rami indes spielte vor wenigen Jahren noch im Amateurbereich Fussball und soll nun die französische Defensive organisieren.
Der Hoffnungsträger
England bringt grosse Fussballer wie am Fliessband heraus. Nur auf einer Position herrscht seit Jahren Mangel. Joe Hart gilt als Spieler, der dieses Problem als Keeper der „Three Lions“ lösen könnte. Der letzte englische Torhüter, der Weltklasse-Format hatte, war wohl Peter Shilton. Ausserdem erinnert man sich noch an David Seaman, den letzten langjährigen Stammtorhüter Englands, der zwar vor allem auch durch seine groben Patzer Berühmtheit erlangte, aber immerhin vier Jahre lang im Tor für etwas Konstanz sorgte. Seit Seaman haben sich viele Akteure als England-Keeper versucht, doch keiner wusste recht zu überzeugen. An der EM 2004 hütete David James das Tor, an der WM 2006 stand Paul Robinson zwischen den Pfosten, und an der WM vor zwei Jahren versuchte sich zunächst Robert Green unglücklich und dann wieder David James als Nummer eins.
Seit Beginn der EM-Qualifikation ist nun Joe Hart als Keeper gesetzt. Der 25-jährige gehört zwar noch nicht zu den ganz Grossen der europäischen Fussballbühne, ist aber immerhin Stammtorhüter bei Manchester City. Er spielt somit regelmässig international und wird in den kommenden Jahren weitere Fortschritte machen. In Manchester spielt Hart, mit Unterbrüchen, seit dem Sommer 2006. Zunächst wurde der junge Keeper zweimal für kurze Zeit an Klubs der unteren Spielklasse verliehen, ehe er zur Saison 2007/08 zur Nummer eins im Tor der «Citizens» befördert wurde. In der Folge wurde Hart Opfer der grossen Einkaufstour seines Vereins. Der irische Nationalkeeper Shay Given wurde nur ein halbes Jahr nach Harts Antritt als Nummer eins verpflichtet und schnappte ihm den Stammplatz wieder weg. Darum entschieden sich die Verantwortlichen bei City dann auch für eine weitere Leihe im Sommer 2009. Bei Birmingham City erwischte Hart zwar einen holprigen Start und musste zunächst Kritik einstecken, blieb dann aber glücklicherweise der Stammtorwart und zeigte starke Leistungen, weswegen er nach einem Jahr nach Manchester zurückkehrte und seither dort Stammspieler ist.
In der Nationalelf hat Hart noch nicht viele Spiele bestritten. An der WM 2010 war er noch der dritte Torwart, jetzt ruhen aber alle Hoffnungen auf ihm. Der Engländer zeichnet sich durch aussergewöhnliche Reflexe aus, und ist vor allem im Eins gegen Eins stark, da er ohne Furcht in diese Zweikämpfe geht und auch keine gefährlichen Rettungstaten scheut. Vor allem aber ist Hart erst 25 Jahre alt, für einen Torhüter also noch ganz schön jung. Zeigt er an dieser EM gute Leistungen, könnte er im Mutterland des Fussballs eine neue Torhüter-Ära einläuten.
Der Durchstarter
Während die meisten Nationalspieler Frankreichs bereits die Junioren-Auswahlen des Landes durchlaufen haben oder zumindest in einer renommierten Jugendakademie eines grossen Vereins ausgebildet wurden, ging Adil Rami einen etwas anderen Weg. Als Rami 20 Jahre alt war, spielte er immer noch beim Amateurverein ES Frèjus, wo er seine fussballerische Karriere begann. Nebenbei jobbte er in Fréjus und kümmerte sich um die Instandhaltung und Säuberung der Stadt und ihrer Umgebung. In der Jugend hatte der gebürtige Marokkaner keine feste Position, sondern versuchte sich in seinen jungen Jahren auf allen Positionen, einschliesslich der des Torwarts, ehe er in der ersten Mannschaft die Position des Sechsers bekleidete - und dass auch nur, weil sich ein Teamkollege verletzt hatte und Rami so vom Angriff in die Defensive beordert wurde.
Trotzdem schaffte es der Allrounder irgendwie, die Verantwortlichen des OSC Lille als defensiver Mittelfeldspieler eines Amateurvereins zu überzeugen, und Lille verpflichtete Rami für umgerechnet 12‘000 Franken im Sommer 2006. Schon Ende Saison rutschte Rami in die erste Mannschaft und kam zu Einsätzen, wobei er sich enorm gut anstellte. In der Folge entwickelte sich Rami im Eiltempo vom Amateurfussballer über den Profi zum Leistungsträger seines Klubs. Vor der WM 2010 gehörte der Defensiv-Spezialist bereits zum erweiterten WM-Kader, im Januar 2011 gab Rami seinen Wechsel zum spanischen Klub Valencia bekannt. Valencia zahlte für den Nationalspieler acht Millionen Franken, also ein Vielfaches dessen, was Lille hingeblättert hatte. Auch in Spanien schlug der Franzose sofort ein und ist unumstrittener Stammspieler.
Rami ist 1‘90 m gross und 82 kg schwer, zeigt sich somit physisch stark und räumt in der Defensive so ziemlich alles weg, was ihm in den Weg kommt, weshalb er von Fans auch liebevoll «Shrek» genannt wird. Ausserdem hat Rami auch seine Offensiv-Qualitäten nicht verlernt, er macht mit gefährlichen Freistössen und Kopfbällen auch in der anderen Platzhälfte auf sich aufmerksam. In der Nationalmannschaft ist der 26-Jährige seit dem Amtsantritt von Laurent Blanc gesetzt und liess auch bei den «Bleus» keinerlei Anzeichen erkennen, dass er vor wenigen Jahren noch auf Amateurebene spielte. Valencia indes scheint noch nicht das Ende seiner Traum-Karriere zu sein. Bereits klopfen grössere Klubs beim spanischen Verein an, nachdem Rami sich in Spanien mit guten Leistungen profilierte. Spielt «Shrek» an der EM genauso gut, wird sein Traum weitergehen.
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Hermann Burgermeister ist die Seele des FC Zürich. kurzpass.ch erzählt er, warum er seinen Club lieber im Hardturm spielen sähe, weshalb er Waschmittel im Denner kauft und wie er die Gunst der Fans gewonnen hat.
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