Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03148.jsonl.gz/1794

|NEWS - Meldungen|
12.12.2001 USA
ergänzt: 24.01.2002 / 16.02.2001
Durchbruch in der Forschung mit adulten Stammzellen: Stammzellen aus Knochenmark beliebig vermehrt ohne Pluripotenz zu verlieren
Forschern in den USA ist es gelungen adulte Stammzellen aus Knochenmark über ein Jahr lang in Kultur zu halten, ohne dass sie sich differenzierten. Es wurden über 80 Zellteilungen erreicht ohne dass sich die Pluripotenz der Zellen verminderte. Die Forscher zeigten zudem, dass sich die kultivierten Stammzellen zu verschiedenen Zelltypen entwickeln liessen. Neu an der Studie ist die Erkenntnis, dass sich abhängig von den Kultivierungsbedingungen aus nicht-blutbildenden Zellen des Knochenmarks sogenannte mesodermale Progenitor Zellen (MPC's) bilden. Diese Zellen können sowohl die Blutbildung unterstützen als auch verschiedene Typen von Bindegewebe wie Knorpel- und Knochengewebe bilden.
Sollten sich die Resultate von anderen Forschern reproduzieren lassen, wäre ein Argument für die Forschung mit embryonalen Stammzellen hinfällig. Bisher wurde behauptet nur embryonale Stammzellen hätten die Fähigkeit sich beliebig in-vitro vermehren zu lassen ohne die Plastizität hin zu verschiedenen Zelltypen zu verlieren. Nun wird es aufgrund dieser neuen Forschungsergebnisse möglich, dass dem Patienten Knochenmark entnommen, in-vitro die enthaltenen Stammzellen vermehrt und schliesslich zu therapeutischen Zwecken dem Patienten in Form von Gewebe wieder zugeführt werden. Zudem können die MPC's möglicherweise zur allogenen Transplantation (für andere Patienten) verwendet werden ohne eine Immunabwehrreaktion auszulösen. Denkbar ist zudem der Einsatz von MPC's für die Gentherapie.
Kommentar: Diese Publikation müsste eigentlich die Forscher dazu bewegen nicht mehr den komplizierten und ethisch äusserst problematischen Weg via embryonale Stammzellen zu verfolgen, sondern sich auf die Forschung mit adulten Stammzellen zu konzentrieren. Das sture Festhalten an der Vernichtung von Embryonen zwecks Gewinnung von embryonalen Stammzellen (inkl. "therapeutisches" Klonen) ist selbst aus medizinischer Sicht rational nicht mehr nachvollziehbar geworden. Diese Verfahren sind im Vergleich zur Verwendung von adulten Stammzellen mit zu vielen Unsicherheiten (z.B. Immunabwehr, Tumorbildung, genetisches Imprinting beim Klonen) behaftet. Wenn Forscher trotzdem an der Forschung mit Embryonen festhalten, dann kann es nur noch aus purem Interesse am menschlichen Embryo als Forschungsobjekt sein, aber nicht mehr aus Interesse an der Heilung von Patienten!
PS. Falls Sie mit dieser Einschätzung nicht einverstanden sein sollten, bitte ich um Rückmeldung unter Angabe der Gründe! E-Mail: <email-pii>
Hinweis von der Webseite DO NO HARM, The Coalation of Americans for Research Ethics: Stem Cell Report: Adult Stem Cell Advances From Fall 2001
Reyes M., Lund T., Lenvik T., Aguiar D., Koodie L., Verfaillie C.M., Purification and Ex Vivo Expansion of Postnatal Human Marrow Mesodermal Progenitor Cells: Blood 98 (2001) 2615-2625.
Sylvia Pagán Westphal, Ultimate stem cell discovered. New Scientist 23. Jan. (2002).
Reyes M., Dudek A., Jahagirdar B., Koodie L., Marker P.H., Verfaillie C.M., Origin of Endothelial Progenitors in Human Postnatal Bone Marrow: J Clin Invest 109 (2002) 337-346.
Moore Malcolm A.S., Putting the neo into neoangiogenesis Commentary: J Clin Invest 109 (2002) 313-315.