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Deutschlands grösster Baustoffkonzern hat laut einer Mitteilung des Unternehmens vom Sonntag somit alle kartellrechtlichen Bewilligungen für die Akquisition erhalten. HeidelbergCement hatte im vergangenen Sommer den Kauf von Italiens Nummer eins für 3,7 Milliarden Euro angekündigt.
Die Übernahme soll in zwei Schritten erfolgen. Zunächst übernehmen die Deutschen den 45-Prozent-Anteil der Familie Pesenti. Ihre Familien-Holding Italmobiliare soll knapp die Hälfte des Preises für ihre Beteiligung in Aktien bekommen und dadurch einer der grössten Aktionäre von HeidelbergCement werden. "Wir sind jetzt auf einem guten Weg, um den Erwerb des 45-Prozent-Anteils an Italcementi abzuschliessen", sagte HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele. "Diesen Schritt planen wir gemeinsam mit Italmobiliare für Anfang Juli."
In einem zweiten Schritt soll den übrigen Italcementi-Aktionären ein Pflichtangebot unterbreitet werden. Für die Deutschen ist es die grösste Übernahme seit dem milliardenschweren Kauf des britischen Baustoffproduzenten Hanson im Jahr 2007.
Die Italiener sind in ihrem Heimmarkt, in Frankreich und in Spanien stark. Die Heidelberger sind dagegen in diesen Ländern eher schwach vertreten. Nach der Übernahme will HeidelbergCement das Familienunternehmen aus Bergamo, das seit 2012 unter dem Strich Verluste schreibt, auf schwarze Zahlen trimmen. Anfang April hatte der Dax-Konzern bereits angekündigt, durch eine Neuorganisation bis 2020 rund 400 der zurzeit 2500 Stellen in Italien abbauen zu wollen.
Um die Genehmigung der Wettbewerbshüter zu erhalten, musste HeidelbergCement Zugeständnisse machen. In den USA sollen ein Zementwerk im Bundesstaat West Virginia von Italcementi sowie bis zu elf Zementterminals verkauft werden.
Die EU-Kommission hatte den Zusammenschluss bereits Ende Mai unter der Bedingung genehmigt, dass HeidelbergCement das Belgien-Geschäft von Italcementi abstösst.
(AWP)