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""… es wird eine prächtige Anlage geben" - der Bau des Felseneggwegs 1911/12
Im März/April 2008 zeigt der Geschichtsverein Adliswil im Haus Brugg eine Ausstellung zum Thema Felsenegg mit den drei Teilaspekten "Berg", "Beiz" und "Bahn". Zur Einstimmung sind einige "Adliswiler Geschichten" der kommenden Monate bereits diesem Thema gewidmet.
Am Anfang war der Berg – die Felsenegg. Dann kam die Beiz – 1881 das erste Wirtepatent für Jakob Huber von Stallikon. Von Adliswil aus aber war die Felsenegg nur schlecht erreichbar – "zu steil und schwierig", klagte die "Zürcher Wochen-Chronik" 1908 über den Weg, der wohl mehr ein Trampelpfad war
Im Dezember 1910 ergriff Hans Frick, Direktor der MSA, die Initiative, gelangte an den "Verschönerungsverein von Zürich und Umgebung" und stellte eine Kostenbeteiligung von 3000.– an die Gesamtkosten von geschätzten 4000.– bis 5000.– für den Bau eines richtigen Wanderwegs in Aussicht. Zuvor hatte Frick den bürgerlichen Gemeindeverein in Adliswil für sein Anliegen eingespannt, das meiste Geld stammte aber von ihm selber. Im Juni 1911 führte der "Verschönerungsverein" eine Begehungstour durch, die nach einem abenteuerlichen Abstieg von der Felsenegg im Restaurant Weber in Adliswil endete, wo Hans Frick und sein Bruder (und Ingenieur) Alfred ihr Projekt vorstellten. In vermutlich feuchtfröhlicher Stimmung, jedenfalls mit grosser Begeisterung, fassten die Vertreter des "Verschönerungsvereins" den Beschluss, den Bau in Angriff zu nehmen. Allerdings hatten einzelne Landbesitzer bereits ihren Widerstand angekündigt, weil sie "schweren Schaden für ihre Grundstücke und die Nachtruhe" befürchteten.
Die Bauleitung übernahm Hans Frick, der auch Arbeiter zur Verfügung stellte und als Rechnungsführer wirkte. Ende 1911 war der Weg zu zwei Dritteln fertiggestellt, allerdings hatten Sprengarbeiten am Fels die Kosten in die Höhe getrieben. Auch den Landbesitzern musste für Wegrechte mehr als eingeplant bezahlt werden. Als die ganze Weganlage im Mai 1912 fertiggestellt war, lautete die Rechnung auf stolze 9612.–. Trotzdem fand die Begehungstour des "Verschönerungsvereins" im Juni, genau ein Jahr nach der Beschlussfassung, in grosser Freude über die "wohlgelungene Anlage" statt. Sie endete wiederum in einem Adliswiler Wirtshaus, im Hotel Bahnhof, wo die Vertreter des "Verschönerungsvereins" Hans Frick für seinen grossen Einsatz dankten und ihm eine Anerkennungsurkunde überreichten. Abschliessend richteten Gemeindepräsident Heinrich Günthardt und Kantonsrat Hans Heinrich Günthard einige Worte an die Versammlung.
1915 wurde die Weganlage mit 165 Markierungen definitiv ausgemessen und zehn Jahre später im ersten Übersichtsplan der Gemeinde Adliswil des Grundbuch-Geometers Jakob Meyer als "neuer Felseneggweg" eingetragen. Seither führt der Weg, so wie wir ihn heute kennen, auf die Felsenegg. An einigen Stellen ist das originale Eisengeländer aus der Bauzeit noch vorhanden, an anderen Stellen (vor allem im obersten Bereich) mussten im Laufe der Zeit nach Rutschungen Neubauten errichtet werden. Vor allem aber ist der Wald heute viel dichter als in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Aussichtspunkte "Känzeli" und "Stadtblick", wie sie 1912 getauft und auch auf Ansichtskarten verewigt wurden, gewähren heute nur noch eine sehr eingeschränkte Aussicht. Umso lohnender bleibt der Fernblick von der Felsenegg aus.!Christian Sieber