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Clara Zetkin oder die Zürcher Frauenzentrale: Zu beiden finden sich Materialien im bücherraum f und damit zum 8. März.
Der Internationale Frauentag, der 8. März, hat ja zwei Ursprünge (zwei Mütter?). Erstens Frauen wie Clara Zetkin in der sozialistischen Arbeiterbewegung, die einen Frauen-Feier- und -Kampftag in Europa 1911 ausriefen, wobei die Bewegung im Namen selbst noch ohne Frauen blieb; durch die kommunistische Bewegung wurde der Tag dann 1921 auf den 8. März festgelegt. Und zweitens die Uno, die 1975 das Jahr der Frau ausrief und sich für den neuen «Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden» ebenfalls für den alten 8. März entschied.
Zu letzterem findet sich im bücherraum etwa eine Broschüre der Frauenzentrale. «Frauen in der Schweiz : Ausstellung zum Jahr der Frau, Stadthaus Zürich, 16.9-24.10.1975». Historisch weiter zurück liesse sich in verschiedenen Schriften von und Biografien über Clara Zetkin verweilen. Dabei änderte der Tag seinen Schwerpunkt und sein Gesicht, etwa vom allmählich erstrittenen Frauenstimmrecht – mit dem schmählichen Sonderfall Schweiz – zu anderen dringlichen Gleichstellungsforderungen oder auch zu Friedensaktivitäten. Allerdings, es war nie einfach. «Frauen riefen, aber man hörte sie nicht: die Rolle der deutschen Frauen in der Internationalen Frauenfriedensbewegung zwischen 1892 und 1933» kündigt etwa ein Buch an, und das lässt sich vielleicht in zweifacher Hinsicht lesen, denn auch unter den Genossen war es zuweilen schwierig, sich Gehör zu verschaffen. Obwohl: «der deutschen Frauen»? Erst bei der Konsultation liesse sich erschliessen, ob hier mit «der deutschen Frau» eine Ontologisierung hinterrücks Einzug gehalten hat.
Greifen wir weiter aus: Unter dem Schlagwort «Frauenbewegung» werden in unserem neuen Katalog 308 Treffer angezeigt, wobei das nur diejenigen Bücher sind, in denen die Frauenbewegung im Titel oder im explizit zugewiesenen Schlagwort auftaucht – dabei gehört letztlich ja fast alles zur Frauen-Bewegung.
Einige Konfliktlinien lassen sich erneut aufsuchen, etwa die um 1980 engagiert geführte Debatte um «Feminismus und Sozialismus», mit Büchern von Anja Meulenbelt, Frigga Haug, Sheila Rowbotham und andern, die sich gelegentlich im bücherraum f in den Regalen aneinander reiben. Übrigens wurde da auch auch schon ein sozusagen intersektionaler ökosozialistischer Feminismus vorgeschlagen.
Auf der andern Seite stehen eine ganze Reihe von Büchern und Broschüren zum «spirituellen Feminismus», samt Tarotkarten. Natürlich, seither sind die langen Wellen der Geschichte weiter gerollt, mit Frauenstreik und nicht mehr genderisierten Kämpfen gegen weiter bestehende Diskriminierungen. Aber manche historischen Unterlagen dafür finden sich im bücherraum f. (sh)