Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/1538

Jubiläumsfeier
... ein Höhepunkt
Zur Jubiläumsfeier schrieb Walter Boesch als Casper Kelt im selben Bericht (Kreis-Heft vom November 1957) weiter:
"Noch eindrucksvoller als während der frohen Festnacht war das schöne - und für wie viele auch tröstliche! - Gefühl der Zusammengehörigkeit, das uns alle verbindet, an der Jubiläumsfeier am Sonntagnachmittag zu spüren. Etwas wie Weihestimmung erfüllte die Hunderte, welche den grossen Saal bis aufs letzte Plätzchen besetzt hielten. [...]
Rolfs festliche Worte der Begrüssung, des Dankes und der Mahnung eröffneten die Feier. [...] Was der 'älteste Abonnent' zu sagen hatte, [...] wirkte in seiner Schlichtheit und menschlichen Güte tief auf alle Anwesenden.
Nach einem Cello-Solo, besinnlich gespielt von Päuli [Paul Walter], kamen zwei Szenen aus der Dichtung 'David' des im Berlin der Zwischenkriegszeit als Bestsellerautor bekannten Otto Zarek zur Darstellung, deren überraschend symboltiefer Gehalt dank der ernsten Hingabe der beiden Interpreten des Freundespaares David und Jonathan zu eindrücklicher Wirkung kam.
Unserm heutigen Empfinden näher sind die Szenen aus 'Felix Krull', welche Rolf äusserst geschickt nach Thomas Manns Roman zusammengestellt hat. Deren szenische Wiedergabe weckte helle Begeisterung. [...]"
In diesen Szenen nach Thomas Mann wirkten der Schauspieler Bodo als Kellner Felix Krull, Richard Frick als reicher Hotelgast und René Weber verkörperte ein hübsches, etwas dümmliches Mädchen, das zum Rendez-vous bestellt war und dann sitzen gelassen wird, weil der Gast sich für den Kellner entschliesst.
Vermutlich wurde Karl Meier / Rolf durch die erste Verfilmung dieses Stoffes inspiriert. Denn Ende April 1957 kam "Felix Krull" mit dem jungen Horst Buchholz in der Titelrolle in die Kinos.
Die Darsteller von David und Jonathan waren wiederum, wie am Jubiläumsfest von 1952, Carl Zibung und Röbi Rapp.
Ernst Ostertag, Juni 2005