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Dass Geheimzeichen der Gegner ausspioniert werden, gehört seit eh und je zum Baseball. Wie es die Boston Red Sox gemacht haben, ist jedoch neu – und verboten.
Die Major League Baseball hat eine Untersuchung gegen die Boston Red Sox eingeleitet. Der happige Vorwurf: Das Traditionsteam soll mittels einer Apple Watch betrogen haben. Wie das?
Im Baseball stehen sich ein Werfer und ein Schläger gegenüber. Hinter dem Schläger steht der Fänger, welcher im gleichen Team wie der Werfer ist. Im Rücken des Schlägers zeigt der Fänger seinem Kollegen an, wie dieser den Ball werfen soll. Damit der Schläger ihn verfehlt und der Fänger ihn halten kann.
Die Geheimsprache ist variantenreich und komplex: Es wird am Ohr gezupft oder an die Nase gestupst, es werden vor dem Schritt ein, zwei oder drei Finger in eine bestimmte Richtung gezeigt, der Helm wird mit der linken oder rechten Hand berührt, vorne oder auf der Seite.
Weil sich all dies im Rücken des Schlägers abspielt, weiss dieser nicht, wie der Werfer den Ball nach vorne spedieren wird. Es sei denn, jemand sagt es ihm – zum Beispiel ein Mitspieler auf der zweiten Base, der die Zeichen sieht, interpretiert und weiterleitet. Das Ausspionieren gehört zum Baseball und ist auch erlaubt, solange keine technischen Hilfsmittel eingesetzt werden. Aber genau das haben die Boston Red Sox gemäss einem Bericht der New York Times getan.
Der Spitzenreiter der Eastern Division in der American League soll in Spielen gegen die New York Yankees und in weiteren Partien mit einer Apple Watch betrogen haben. Die Yankees hätten ein Video bei der Liga eingereicht, das den Verstoss belege. Es zeige ein Mitglied des Bostoner Trainerstabs, welcher im Dugout jeweils auf seine Uhr geschaut und anschliessend Informationen an die Spieler weitergegeben habe.
Laut der Zeitung haben die Red Sox gegenüber der Liga zugegeben, dass ihre Coaches TV-Bilder empfangen und die Spieler über den zu erwartenden Wurf des Gegners ins Bild gesetzt hatten. Ob und welche Strafe das Team erwartet, ist unklar. Möglicherweise weitet die MLB ihre Untersuchungen zuvor auch noch aus, um das Ausmass des Betrugs zu ermitteln.
Bostons Manager John Farrell sagte, er habe nicht gewusst, dass seine Spieler versucht hätten, Zeichen des Gegners auf diesem Weg zu stehlen. «Ich weiss, dass elektronische Gegenstände im Dugout nicht erlaubt sind. Mehr kann ich dazu nicht sagen, die Liga entscheidet, wie es nun weitergeht.»