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Marcel Niederer sagt, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass er in Kloten Führungsverantwortung übernehmen wird. Aber er sagt auch, er brauche für die Entscheidungsfindung noch Zeit.
Der ehemalige U20-Nationalstürmer Marcel Niederer (55) spielte einst in der NLA für Lausanne, den ZSC und Biel und beendete seine Hockey-Karriere Ende der 1980er Jahre in der NLB bei Uzwil. Heute ist er ein erfolgreicher, international tätiger Geschäftsmann. Er verdiente sein Geld unter anderem mit erfolgreichem Kaffee-Geschäft in Russland, managt und fördert das Tennis-Jahrhunderttalent Belinda Bencic und prüft nun einen Einstieg bei den Kloten Flyers.
Marcel Niederer, steigen Sie bei Kloten ein?
Marcel Niederer: Diese Frage kann ich noch nicht beantworten. Ich bin seit einer Woche daran, die Buchhaltung zu studieren und dafür brauche ich noch etwas Zeit. Ich bin soeben aus dem Ausland zurückgekehrt und habe einen ganzen Stapel weiterer Pendenzen zu erledigen. Ich bin noch nicht soweit.
Wie lange brauchen Sie für die Entscheidungsfindung?
Ich hoffe, dass ich Ende Woche mehr weiss. Ich mache kein Geheimnis aus meinem Engagement und werde offen darüber informieren, wenn ich mich entschieden habe. Aber wer weiss, vielleicht haben die Verantwortlichen bis dahin ja schon jemand anders gefunden …
… diese Gefahr dürfte eher gering sein. Sie können sich schon noch ein paar Tage Zeit lassen.
Die Zahlen müssen jedenfalls sorgfältig geprüft werden. Das Problem in Kloten sind ja die Finanzen …
Was ist Ihre Absicht? Ein Einstieg nur als Berater? Oder als Investor? Oder wollen Sie gar die Führung übernehmen?
Das sind drei gute Fragen, die Sie da stellen. Darauf kann ich Ihnen noch keine Antwort geben. Erst muss ich die Zahlen und die Umstände kennen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass ich im Falle eines Falles auch in der Führung mitmache, mit einem Sitz im Verwaltungsrat beispielsweise.
Sie spielten einst zu Beginn der 1980er Jahre in Biel unter Trainer Jürg Ochsner. Hat er Sie dazu gebracht, einen Einstieg in Kloten zu prüfen?
Ich habe tatsächlich damals in Biel gespielt und wenn ich mich richtig erinnere, ist Jürg Ochsner nach fünf Spielen entlassen worden. Ich kenne ihn seit gut 30 Jahren. Aber wir haben seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr gehabt. Jemand aus der Führung von Kloten ist an mich herangetreten.
Wenn ich mich richtig erinnere, waren Sie damals als Flügelstürmer ein «Gitterlibueb». So nannte man in den 1980er Jahren Spieler, die mit einem Gitterschutz spielten.
Ja, das stimmt. Nachdem mir fünf Zähne ausgeschlagen worden sind, habe ich mit einem Gitterschutz gespielt. Damals waren ausgeschlagene Zähne eine mühsame Sache. Inzwischen habe ich Implantate einsetzen lassen.
Wenn Sie in Kloten einsteigen, dann werden Sie zwei grosse Herausforderungen haben: Mit Belinda Bencic Wimbledon gewinnen und mit Kloten Schweizer Meister werden.
Das sind in der Tat grosse Herausforderungen. Aber nicht vergleichbare. Bei Belinda Bencic ist alles aufgegleist, sportlich und finanziell. Ein Hockeyunternehmen wie Kloten zu führen wäre hingegen eine viel komplexere Angelegenheit.