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Der Bundesrat beantragt dem Parlament einen Nachtragskredit von 19 Millionen Franken, um das Institut St. Joseph Guglera in Giffers zu kaufen. Dies hat er gestern an seiner Sitzung in Freiburg beschlossen (siehe auch Seite 2). In der Guglera soll ab 2017 ein Bundeszentrum für Asylsuchende mit bis zu 300 Plätzen eingerichtet werden.
Auslagen hochgerechnet
Laut Beat Fasnacht, dem Besitzer der Guglera, gehören zur Liegenschaft im Verkaufvertrag alle Gebäude sowie das Grundstück, das sich in der Zone von allgemeinem Interesse befindet. Das Gelände umfasst rund 16 000 Quadratmeter. Nicht Gegenstand des Vertrags ist der landwirtschaftliche Betrieb, für welchen Fasnacht Ausbaupläne hat. Er habe den Betrag, den er 2007 den Ingenbohler Schwestern für die Guglera bezahlt hatte, sowie das Darlehen, das er den Schwestern noch schulde, und die Investitionen, die er seither in die Anlage getätigt habe, zusammengerechnet und sei auf den Betrag von 19 Millionen Franken gekommen.
Die Vertreter des Bundes seien mit diesem Preis einverstanden gewesen und hätten gar angemerkt, der Betrag liege unter dem Schätzwert. «Wie hoch der Schätzwert ist, weiss ich nicht. Diesen zu errechnen, haben die Bundesbehörden in Auftrag gegeben», sagt Fasnacht. Doch betrage der Versicherungswert des Gebäudes rund 30 Millionen Franken. Er sei jedoch nicht in seinem Interesse gewesen, mehr herauszuschlagen als den Gegenwert seiner Investitionen.
Der Entscheid des Bundesrates war einer der letzten offenen Punkte vor der Vertragsunterzeichnung. «Es ist noch nichts unterschrieben, aber alles vorbereitet», so Fasnacht. Er widerspricht Anschuldigungen von Zentrumsgegnern, wonach er all diese Schritte spekulativ geplant habe. Vor dem 20. Oktober, an dem das erste Treffen mit Staatsrätin Anne-Claude Demierre und dem Staatssekretariat für Migration stattfand, habe er nichts von den Plänen des Bundes gewusst.
Vonlanthen prüft Schritte
Das überzeugt den FDP-Grossrat und Giffersner Ruedi Vonlanthen nicht. Fasnacht habe die Guglera für zehn Millionen Franken gekauft, nun verkaufe er «nur einen Teil» für 19 Millionen Franken. «Das ist für mich Spekulation.» Er werde prüfen, ob er den Verkaufsvertrag anfechten wolle, sagt Vonlanthen. «Aber nicht, um ein Asylzentrum zu verhindern», beteuert er. «Ziel ist es, mit diesem Druckmittel gute Bedingungen für die Standortgemeinde des Asylzentrums fordern zu können.»
Sommaruga zuversichtlich
Giffers ist der erste bekannte Standort für eines der neuen Bundesasylzentren im Rahmen der Neustrukturierung im Asylwesen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga zeigte sich beim Besuch in Freiburg zuversichtlich, dass es mit der Asylunterkunft klappen werde. Wichtig sei die enge Zusammenarbeit mit den kantonalen und lokalen Behörden, sagte sie der Nachrichtenagentur SDA.