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BMX
Ende der 1960er Jahre in Kalifornien entstanden, gehört BMX zu den jungen Radsportarten. BMX – der Begriff wurde als Abkürzung der englischen Bezeichnung Bicycle Motocross kreiert – avancierte für junge Leute zu einer Alternative zum damals beliebten Motocross.
Die Popularität der Sportart BMX erhöhte sich Anfang der 1980er Jahre, 1982 fanden die ersten Weltmeisterschaften statt. BMX hat mit Radfahren mehr gemein als mit Motocross. Trotzdem wurde die Sportart erst 1993 vollständig in den Radsport-Weltverband UCI integriert.
BMX umfasst zwei Disziplinen: Beim BMX Racing wird der Sieger in Rennen ermittelt, beim BMX Freestyle beurteilen Wertungsrichter die dargebotenen technischen Elemente (siehe unten). Die Sportart wird mit kleinen Fahrrädern ausgeübt. Gefahren wird mit 20-Zoll-Rädern, der Durchmesser beträgt 50 Zentimeter. Die Velos haben lediglich einen Gang.
BMX zieht vor allem jüngere Leute an. Der Spassfaktor fällt ins Gewicht, das Adrenalin fliesst. Nicht zuletzt deshalb nahm das Internationale Olympische Komitee BMX Racing in das Programm der Sommerspiele 2008 in Peking auf. Die olympische Premiere von BMX Freestyle erfolgt 2020 an den Sommerspielen in Tokio.
Disziplinen
BMX Racing wird auf einer 350 Meter bis 400 Meter langen Strecke bestritten. Acht Athleten starten gleichzeitig von einer acht Meter langen Rampe, der Kurs führt durch Steilwandkurven und über wellenartige Erhebungen. Ein Wettkampf besteht aus Qualifikations- und Finalläufen. Letztere beginnen je nach Anzahl der Teilnehmer mit den Sechzehntel- oder Achtelfinals. Kraft, Explosivität, Trittfrequenz und Technik sind jene Faktoren, die über Sieg und Niederlage entscheiden.
Bei den Freestylern stehen Tricks und Sprünge im Zentrum. Je nach Gelände gibt es verschiedene Formen des Wettkampfes. An den Olympischen Spielen 2020 in Tokio werden die Gewinner im BMX Freestyle in der sogenannten Park-Form ermittelt; der Wettkampf wird in einem Skatepark mit Rampen und Sprüngen durchgeführt. Die Teilnehmer präsentieren sich individuell vor einer Jury, welche die Darbietungen nach verschiedenen Kriterien (Schwierigkeit, Originalität, Stil) bewertet.
BMX in der Schweiz
Franz Hattan brachte die Sportart in den frühen 1980er-Jahren aus Grossbritannien in die Schweiz. Der Pionier baute in Malters eine Bahn, organisierte erste Wettkämpfe. Worauf sich Vereine bildeten, deren stärkste Athleten sich im internationalen Vergleich zu behaupten wussten. Roger Rinderknecht avancierte zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum Aushängeschild. Der Winterthurer gewann 2003 EM-Gold, wurde als erster Schweizer BMX-Profi, nahm 2008 an der Olympia-Premiere teil und erreichte in Peking wie vier Jahre später in London die Top 16. In der Folge wechselte er die Seite, übernahm den Posten des Nationaltrainers und führte seinen Nachfolger David Graf an der WM 2015 in Belgien zum Gewinn der Bronzemedaille.
BMX Freestyle wird in der Schweiz (noch) auf bescheidenem Level betrieben. Trotzdem verfügt Swiss Cycling mit der in den USA lebenden Doppelbürgerin Nikita Ducarroz über eine Weltklasseathletin.