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Befinden wir uns immer noch in einer kritischen Situation in Bezug auf den Energieverbrauch und die Energieversorgung?
Wir befinden uns derzeit im Vergleich zu den Vorjahren wieder in einer normalen Situation ohne Anstieg oder Rückgang des Energieverbrauchs. Das Risiko einer Mangellage ist daher ähnlich hoch wie im letzten Winter. Ab diesem Herbst werden bestimmt Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs erforderlich sein, da wir keine neuen Lösungen für die Versorgung im Winter haben. Diese Situation wird sich auch in den nächsten Jahren wiederholen.
Haben wir denn nichts gelernt?
Die Krisenresilienz wurde verbessert. Es wurden einige Vorbereitungsmassnahmen getroffen, damit wir reagieren können, wenn es zu einem Engpass kommen sollte. So hat der Bund unter anderem Gaskraftwerke gekauft, die im Fall der Fälle zugeschaltet werden könnten. Es wurden aber keine konkreten dauerhaften Massnahmen ergriffen, um eine Mangellage zu verhindern.
Der letzte Winter war also kein gutes Beispiel?
Nein, wirklich nicht. Im Winter 2022/2023 passte alles gut zusammen, um eine Mangellage zu vermeiden. Es regnete, was die Staudämme füllte, und es war nicht zu kalt. Ausserdem hat Frankreich einen grossen Teil seiner Kernkraftwerke wieder in Betrieb genommen und wir haben von den deutschen Kapazitäten, insbesondere der Windenergie, profitiert. In diesem Jahr ist es nicht sicher, ob es mit den Nachbarländern seine letzten drei Kernkraftwerke endgültig abgeschaltet und die Franzosen haben einen Grossteil ihrer Kraftwerke wieder für Wartungsarbeiten stillgelegt. Parallel dazu hat die Schweiz keine neuen inländischen Kapazitäten zur Energieerzeugung geschaffen. Sich auf die Nachbarländer und den milden Winter zu verlassen, ist eine äusserst riskante Wette.
Warum hat der Kanton beschlossen, die PEIK-Beratung, welche seit mehreren Jahren von EnergieSchweiz durchgeführt wird, um das Modul «Mangellage» zu erweitern?
Wir haben die PEIK-Beratung mit dem Modul «Mangellage» ergänzt, weil wir feststellen, dass die KMU noch Mühe haben, die Energiefragen zu antizipieren. Die
PEIK-Beratungen bieten eine grobe Analyse des Energieverbrauchs der Unternehmen und zeigen kurz-, mittel- und langfristige Einsparungsmöglichkeiten auf. Ergänzend dazu bietet das Modul «Mangellage » den Unternehmen eine Grundlage für die Erstellung eines Kontinuitätsplans. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Planung, um sich auf eine plötzliche Verringerung der Energieverfügbarkeit vorzubereiten.
Was haben Unternehmen davon, wenn sie eine PEIK-Beratung mit dem Modul «Mangellage» durchführen?
Es ermöglicht ihnen, ihre Verbrauchsstellen zu identifizieren und ihre Bedeutung für den Betrieb des Unternehmens zu bewerten. Auf diese Weise wissen die Manager, wie sie reagieren und sich anpassen müssen, wenn in der Schweiz eine Energiekontingentierung von 10 Prozent, 20 Prozent oder sogar 50 Prozent angeordnet wird. Diese Situation wäre im Allgemeinen für die Wirtschaft wie auch für die Gesellschaft bereits katastrophal, und wenn die Unternehmen erst einmal mit dem Rücken zur Wand stehen, wird es zu spät sein, um Überlegungen anzustellen.
Was bietet der Staat an, um Unternehmen zur Durchführung von Beratungen zu motivieren?
PEIK-Beratungen gibt es seit fast fünf Jahren, aber die Nachfrage war nicht sehr gross, da der Zugang zu Energie nicht wirklich ein Thema war und auch der Preis
keine Rolle spielte. Mit dem Krieg in der Ukraine verzeichneten wir einen Anstieg der Anfragen von Unternehmen, die ihren Energieverbrauch analysieren lassen wollten. Dies war eine Gelegenheit, diese Beratungen in den Vordergrund zu stellen und sie um das Modul «Mangellage» zu ergänzen. EnergieSchweiz unterstützt diese Beratungen mit bis zu 2500 Franken und der Kanton Freiburg subventioniert, sofern das Modul «Mangellage» durchgeführt wird, vorübergehend mit bis zu 1000 Franken zusätzlich.
Möchten Sie eine PEIK-Beratung mit dem Modul «Mangellage» durchführen? Besuchen Sie die Website www.peik.ch und/ oder kontaktieren Sie das Amt für Energie: 026 305 28 41 oder <email-pii>