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In vielen Gebieten Ostafrikas hat es seit zwei Jahren kaum geregnet. Nachdem die Regenzeit im Frühling 2016 als Folge des Klimaphänomens «El Niño» ausgeblieben war und der Regen auch im Oktober und November praktisch komplett ausblieb, wurde die Situation immer dramatischer. Die Hoffnung auf baldige Besserung schwindet allmählich. Denn auch die Regenzeiten im Jahr 2017 brachten sehr ungleich verteilte, geringe Niederschlagsmengen und konnten bisher nur einigen wenigen Regionen eine Verschnaufpause bringen. Grosse Teile der Landbevölkerung in Ostafrika haben ihre Lebensgrundlagen verloren. Ihre Tiere sind verendet, die Speicher sind leer. Die Getreidepreise sind in der Dürrezeit stark angestiegen, das Saatgut ist aufgebraucht.
Mit Unterstützung der Glückskette leistet Caritas Schweiz am Horn von Afrika Nothilfe, die bisher insgesamt über 170'000 Menschen erreicht:
Südsudan
Im Südsudan sind die Menschen nicht nur Opfer der Dürren. Die wehrlose Zivilbevölkerung leidet auch unter dem brutalen Krieg, den Präsident Kiir und sein ehemaliger Stellvertreter Machar gegeneinander führen. Auch wegen der verheerenden Sicherheitslage konnten die Bauern ihre Felder nicht mehr bestellen, die lokalen Märkte werden vielorts nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt. In einzelnen Landesteilen rief die Regierung gar die Hungersnot aus, und mittlerweile breitet sich auch die Cholera aus. Die ausweglose Situation zwingt die Menschen zur Flucht nach Uganda und Äthiopien, oder in die Demokratische Republik Kongo.
Im Rahmen eines Nothilfeprojekts repariert Caritas Schweiz im Südosten des Landes Bohrlöcher und baut in zwei Dörfern Wasserreservoirs, um den Zugang zu sicherem Wasser zu erleichtern. Zudem verteilt sie Saatgut und landwirtschaftliche Geräte an die Bauernfamilien. Um zu verhindern, dass die Begünstigten aus der Not heraus das Saatgut direkt essen, erhalten die Familien auch direkt Lebensmittel.
Somaliland
In Somalia, wo bereits während der Hungerkrise vor fünf Jahren eine Viertelmillion Menschen gestorben sind, gestaltet sich die Hilfe aufgrund der Präsenz der al-Shabab-Milizen äusserst schwierig. Zahlreiche Regionen sind unzugänglich.
In der autonomen Region Somaliland im Nordwesten des Landes hilft Caritas mangel- und unterernährten Familien im ländlichen Gebiet. Sie unterstützt die Familien finanziell, damit sie auf dem lokalen Markt Lebensmittel kaufen können, und verteilt Nothilfegüter wie Decken oder Kochutensilien. Zudem rehabilitiert sie Wasserspeicher und schult schwangere und stillende Mütter in Hygiene und Ernährungssicherheit.
Äthiopien und Kenia
In Äthiopien und in Kenia leistet Caritas Schweiz seit Beginn der Dürrekrise Nothilfe. Mangelernährte Kinder bekommen in der Schule ergänzende Mahlzeiten. Bauern und Viehhirten erhalten dringend benötigtes Saatgut und Tierfutter. Zudem wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet, zum einen durch Wasseraufbereitungsmittel, zum anderen durch die Instandstellung von beschädigten Wassersystemen. Dazu gehört auch die Aufklärung der Bevölkerung über den richtigen Umgang mit Wasser und Hygiene.