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Überraschende Bilanz der WM in Finnland: Die Schweizer Schützen kehren mit vier Gold-, zwei Silber- und zwei Bronze-Medaillen aus Lahti zurück.
Besonders hervorzuheben ist der sensationell anmutende WM-Titel und der Gewinn des Olympia-Startplatzes von Marcel Bürge im Kleinkaliber-Dreistellungsmatch. Auch wenn man vom ihm einen Finalplatz erwartete, so hat wohl kaum jemand mit einer Goldmedaille gerechnet. Der 30-jährige Ostschweizer schrieb Schweizer Schützengeschichte, mit seinem Sieg wurde er erster Kleinkaliber-Dreistellungs-Weltmeister.
Dazu stechen die drei WM-Titel und die Silbermedaille von Estelle Preti im 300-m-Schiessen, und vor allem auch der dritte Platz des Pistolen-Schnellfeuerschützen Niki Marty heraus. Damit haben einmal mehr die Grosskaliber-Matcheure auf die lange Distanz eine Schweizer Leistungsbilanz an Titelwettkämpfen deutlich aufgewertet.
In der Schlussabrechnung hingegen, berücksichtigt man die Resultate in den Olympischen Disziplinen, wurden zahlreiche Erwartungen nicht erfüllt. Neben dem ausnehmend guten Auftritt der Pistolen-Schnellfeuerschützen, den Freipistolen-Junioren (Silber und Bronzemedaillen) und einigen weiteren ansprechenden Leistungen und Klassierungen gab es auch unzufriedene Gesichter. Selbst in den Wettbewerben mit nur kleinsten Teilnehmerfeldern ist es nicht gelungen, wenigstens in den Teamklassierungen in die Medaillenränge vorzustossen.
Organisation nicht optimal
Die Weltmeisterschaften dauerten insgesamt 15 Tage und fanden in zwei verschiedenen Zentren statt. Für die 25- und 50-m-Wettbewerbe wurde, wie schon an den Europameisterschaften 1987, im Leichtathletik- und Skistadion eine provisorische Anlage installiert.
Die Einrichtungen haben sich nicht bewährt, zumal die Scheiben mit elektronischen Trefferanzeigen ausgerüstet waren. In den Wettkampfabläufen, wie auch in anderen technischen und vor allem administrativen Bereichen hatten die WM-Organisatoren hingegen vielfach keine glückliche Hand.
Es war der Internationalen Jury zu verdanken, dass die Wettkämpfe in der provisorischen Anlage im Sportstadion ordnungsgemäss und vor allem einigermassen zeitgerecht durchgeführt werden konnten.
Zwei Olympia-Startplätze dank Bürge und Marty
Im sportlichen Bereich zeigt die Medaillenbilanz zeigt kein neues Bild. Erfolgreichste Nationen waren einmal mehr Russland und China, die zusammen fast ein Drittel der insgesamt 325 abgegebenen Medaillen gewannen. Die Schweiz nimmt im inoffiziellen Medaillenspiegel dank starker Mithilfe der 300-m-Schützen den glänzenden 7 Platz ein.
Der Gewinn zweier Olympia-Startplätze sind Marcel Bürge im Kleinkaliber-Gewehrschiessen und Niki Marty im Pistolen-Schnellfeuerschiessen zu verdanken.
swissinfo und Agenturen