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Sind Protonenpumpen-Blocker ein Risiko für eine Pneumonie?
Dieser Frage sind Forshcer der University of Pennsylvania nachgegangen.
Die Theorie ist einfach: Durch Protonenpumpen-Blocker (PPI) wird die Magensäure geblockt, dadurch werden Bakterien im sauren Magenmilieu nicht mehr abgetötet, was zu einer Überwucherung des oberen Gastrointestinal-Traktes fürhen könnte und dann allenfalls durch eine Aspiration zu einer Pneumonie führen. 2 kürzlich publizierte Studien suggerieren einen ZUsammenhang mit PPI Einnahme und erhöhtem Risiko für eine Community acquired Pneumonia (CAP).
Die Autoren haben nun eine Case-Control Study durchgeführt, mit 80’066 Fällen, welche kürzlich eine Pneumonie diagnostiziert bekommen hatten, und 799’881 Kontrollen. Untersucht wurde der Gebrauch von PPI innerhalb der 30 Tage vor der Diagnosestellung der Pneumonie. Ausgeschlossen wurden Patineten , welche eine Helicobacter Eradikation bekamen, da dies den Effekt der PPI auf eine Entwicklung einer Pneumonie, hätte negativ beeinflussen können.
Die Autoren haben natürlich auch Confounding Factors untersucht, wie z.b. Alter, Comorbidität und fanden zunächst ebenfalls ein erhöhtes Risiko einer CAP bei Gebrauch von PPI. Wenn sie aber zusätzlich die Hospitalisationen oder auch die Anzahl der Hausarztbesuche in die Untersuchung miteinschlossen, als Zeichen einer höheren Comorbidität, verflüchtigte sich das höhere Risiko unter PPI. Was ja auch verständlich ist, da kränkere Leute ja eher ein Risiko für eine Pneumonie haben, und kränkere Leute ja auch häufiger ein PPI bekommen.
Interessanterweise fanden die Autoren, dass eine neue Verschreibung eines PPI das Risiko einer CAP in den ersten paar Tagen deutlich erhöht. Diese Erkenntnis ist ein bisschen schwierig zu verstehen, und hat vermutlich keinen kausalen ZUsammenhang, denn der Effekt der Säureblockierung braucht mindestens 7 Tage um den maximalen Effekt zu erreichen. Unklar ist ob es sich hier um einen protopathischen Bias handelt.( Das heisst, Medikamente werden wegen frühen Symptomen eines Leidens gegeben, welches falsch interpretiert wurde, und sich später als was anderes rausstellt) Z.b. könnte die frühe Manifestation einer Pneumonie mit nächtlichem Husten, könnte als REflux gewertet werden, und deshalb fälschlicherweise ein PPI verschrieben werden. Oder ein anderes mögliches Szenario wäre, dass man wegen der frühen Symptome der Pneumonie nicht steroidale Antirheumatica eingesetzt hat, und es dann zu NW dieser NSAR kommt, was zu einer PPI Verschreibung führt.
Auf jeden Fall zeigen die Autoren anhand ihrere Erhebungen, dass eine PPI Medikation über längere Zeit kein erhöhtes Risiko für eine CAP aufweist.
Warum in den ersten Tagen nach Verschreibung eines PPI das Risiko einer CAP erhöht ist, lässt sich nicht sauber erklären, und die Faktoren ,welche dazu führen könnten sind v.a. spekulativer Natur. Diese Frage müsste mit einer doppel-blind randomisiert kontrollierten Studie überprüft werden, ob dem wirklich so ist, oder ob da Bias mit im Spiel sind.