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WASHINGTON - Der «Apollo 11»-Pilot starb im Alter von 82 Jahren.
Der erste Mensch auf dem Mond, Neil Armstrong, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der frühere Astronaut erlag nach Angaben seiner Familie in Cincinnati im US-Staat Ohio am Samstag den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Armstrong hatte sich Anfang des Monats einer Bypass-Operation unterzogen. «Wir sind untröstlich, mitteilen zu müssen, dass Neil Armstrong an den Folgen eines Herzeingriffs gestorben ist», heisst es in der Erklärung seiner Familie.
US-Präsident Barack Obama zeigte sich in einer Erklärung «tief betrübt» über den Tod Armstrongs. «Neil war unter den grössten amerikanischen Helden - nicht nur seiner Zeit, sondern aller Zeiten», erklärte Obama. «Als er und seine Kollegen an Bord von Apollo 11 1969 abhoben, haben sie die Hoffnungen einer ganzen Nation mit sich genommen.»
«Ein grosser Sprung für die Menschheit»
Armstrong, der «amerikanische Held wider Willen», war zusammen mit Buzz Aldrin und Michael Collins in der Mondfähre «Eagle» zum Mond gereist und hatte am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betreten.
Den historischen Vorgang kommentierte er mit den berühmt gewordenen Worten: «Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Sprung für die Menschheit.»
Rund 500 Millionen Menschen in allen Erdteilen sassen vor ihren Fernsehapparaten und verfolgten, wie der 38 Jahre alte Weltraumpionier nahezu 400'000 Kilometer von der Erde entfernt seinen linken Fuss in die wüstenähnliche Landschaft des Mondes setzte.
Armstrong war der «Eagle»-Kommandant, nach ihm betrat Aldrin den Mond, Collins war der Pilot der Mondfähre. Die Mondlandung der Raumkapsel «Apollo 11» galt mit 24 Milliarden Dollar als das teuerste und gleichzeitig risikoreichste Unternehmen, das ein Land in Friedenszeiten je gewagt hat.
Die USA gewannen damit den Weltall-Wettlauf gegen Moskau. Bis 1972 starteten noch mehrere Apollo-Missionen zum Mond.
Armstrong und Aldrin sammelten während mehr als zwei Stunden Mondgestein, machten historische Aufnahmen und hissten die US-Flagge. Am 24. Juli 1969 kehrte die Raumkapsel zur Erde zurück. Eine Fülle von Ehrungen wartete dort auf die Mondfahrer.
Pilotenschein mit 16 Jahren
Bereits als Jugendlicher arbeitete der von der Luftfahrt faszinierte Armstrong in einem Flughafen in der Nähe seines Geburtsortes Wapakoneta im Bundesstaat Ohio. Geboren wurde er dort am 5. August 1930. Mit 15 Jahren nahm er Flugunterricht, seinen Pilotenschein machte er bereits mit 16 Jahren.
Auch im Studium beschäftigte sich Armstrong mit der Luftfahrt. Er studierte Luftfahrttechnik an der Universität Purdue in Indiana und erhielt in dem Fach einen Master of Science von der University of Southern California.
Im Korea-Krieg flog Armstrong als Navy-Pilot 78 Einsätze. 1955 wurde er Testpilot auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien, wo er rund 50 verschiedene Flugzeugtypen flog.
Erst beim dritten Anlauf wurde Armstrong im September 1962 der Öffentlichkeit als künftiger Raumfahrer der US-Weltraumbehörde NASA vorgestellt. Seinen ersten Raumflug absolvierte Armstrong am 12. März 1966 als Kommandant der US-Raumfähre «Gemini 9».
Drei Jahre später ging ein Traum in Erfüllung. Er landete auf dem Mond. Nach dem Ausscheiden aus der NASA lehrte Armstrong von 1971 bis 1979 als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati (Ohio). Ausserdem gehörte er den Vorständen mehrerer Konzerne an, darunter die Luftfahrtunternehmen Lear Jet und United Airlines sowie dem Konzern Marathon Oil. (sda)