Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/1447

Kathrin Halter
16. August 2019
Rob Gnant, Italienischer Fremdarbeiter bei der Heimreise, 1961 © Rob Gnant / Fotostiftung Schweiz
Rob Gnant (*1932) wuchs in Luzern auf. Mit 15 begann er eine Lehre als Fotograf, 1951 absolvierte er eine Stage als Kameramann bei Kern Film in Basel. Während 20 Jahren, von 1953 bis 1973, war Gnant freier Mitarbeiter der Illustrierten Die Woche, für die zahlreiche Fotoreportagen entstanden. Er arbeitete auch für DU, Epoca, Corriere della Domenica und die Wochenendbeilage der NZZ. Die Stadt Zürich schreibt: «Seine häufig in Schwarz-Weiss gehaltenen Bilder sind durchdrungen von hoher ästhetischer und dokumentarischer Qualität und stehen in der Tradition des wirklichkeitsnahen und gesellschaftskritischen Bildjournalismus.» Seit 1962 war Gnant zudem als Kameramann, Regisseur und Produzent tätig.
1962 entstand die erste Kameraarbeit mit Alexander J. Seiler: Der 12-minütige Dokumentarfilm «In wechselndem Gefälle» wurde 1963 am Filmfestival von Cannes mit der Palme d'Or du court-métrage ausgezeichnet. Gnant war auch Teilhaber der Firma Seiler+Gnant, die in erster Linie Dokumentarfilme produzierte.
Als Kameramann hat Gnant 26 Dokumentar- und 4 Spielfilmen realisiert, er arbeitete ausser mit Alexander J. Seiler mit vielen weiteren Regisseuren des Neuen Schweizer Films zusammen, so mit Richard Dindo, Urs Graf/Marlies Graf, Walter Marti/Reni Mertens oder Mathias Knauer. Von 1976-2001 war er Mitglied des Filmkollektivs.
Dabei hat Rob Gnant die Fotografie nie aufgegeben. Sein fotografisches Œuvre umfasst mehr als 200.000 Negative und wurde an die Fotostiftung Schweiz in Winterthur übergeben. In den 1980er und 1990er Jahren führte Gnant zahlreiche fotografische Auftragsarbeiten für verschiedene Schweizer Unternehmen aus.
Gnant war auch Dozent an der Kunstgewerbeschule Zürich (1985-1988). 1989 erhielt er den Filmpreis der Stadt Zürich.
Die Beisetzung der Urne findet im Friedhof Sihlfeld D am 22. August um 14.45 statt.
Mitteilung / kah
10 August 2019