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Vor wenigen Wochen wurden die aktuellsten Zahlen über den Schweizer Weinmarkt veröffentlicht. Die Publikationen des Schweizerischen Observatoriums des Weinmarktes (OSMV) wie auch des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) zeigen auf, wie es um die Schweizer Weinbranche und die Weinverkäufe steht. Zwar beziehen sich die beiden Institutionen nicht exakt auf die gleichen Daten: Der OSMV konzentriert sich auf die Weinverkäufe bei den Grossverteilern Coop, Denner, Manor, Globus, Migros, Spar, Volg und Landi und das BLW berechnet den Konsum anhand der Erntezahlen und der Differenz der Lagerbestände. Von beiden wird das Jahr 2021 unabhängig der unterschiedlichen Datenlage publikationsübergreifend als gutes Schweizer Weinjahr bezeichnet.
OSMV: Schweizer Weinverkauf stabil
Im Jahr 2021 sind die Verkäufe von Schweizer Weinen bei den Grossverteilern im Vergleich zu 2020 sowohl mengenmässig (+0.7 %) als auch preislich (+0.9 %) stabil geblieben. Dieser Trend spiegelt sich in den Verkäufen von Weisswein (+0.9 %) und Rotwein (+1.3 %) wider. Im Gegensatz dazu sind die Verkäufe von Schweizer Roséweinen rückläufig (–1.3 %), was hauptsächlich mit dem verregneten Sommer 2021 zusammenhängt. Nach dem starken Anstieg der Weinverkäufe bei den Grossverteilern im Jahr 2020 scheinen sich die Verkäufe im Jahr 2021 stabilisiert zu haben.
Im Detail stellte das OSMV fest, dass die Verkäufe von Schweizer AOC-Weinen (Appellation d’Origine Contrôlée – Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung) (+1.0 %) einen gegenläufigen Trend im Vergleich zu den Schweizer Landweinen (–1.7 %) aufweisen.
Im Vergleich dazu stiegen die Verkäufe ausländischer Weine bei den Grossverteilern um +1.4 % und ihre Preise um +1.1 %. Dies zeigt, wie stark der Druck der ausländischen Konkurrenz ist, die mit grossen, von ihren jeweiligen Staaten unterstützten Angeboten und niedrigeren Produktionskosten punkten kann.
BLW: Konsum von Schweizer Weinen nimmt zu
In seinem Bericht berechnete das BLW einen Anstieg des globalen Weinkonsums. Er geht mit einem leichten Anstieg der Verkäufe bei den Grossverteilern einher, was darauf hindeutet, dass der Weinverkauf in anderen Kanälen (HoReCa, Direktverkauf usw.) etwas stärker zugenommen hat. Der Fokus auf den lokalen Konsum und die Aufwertung der Schweizer Produktion wird bestätigt, und die Bemühungen werden verstärkt, die Bevölkerung für den Weinbau in der Schweiz zu sensibilisieren.
Gemäss BLW ist der Konsum von Schweizer Weinen im Jahr 2021 um 2.8 % höher als im Jahr 2020, korrigiert um die Auswirkungen der Deklassierung von Schweizer Weinen mit AOC in Tafel- und Industriewein. Er beläuft sich auf 90 Millionen Liter.
Trotz der Solidarität der Verbraucher mit Schweizer Weinen sank ihr Marktanteil für das Jahr 2021 auf 35.4 % (–0.7 %).
Starke Konkurrenz für Schweizer Weine
Der Branchenverband der Schweizer Reben und Weine (BSRW) nimmt diese Entwicklung mit Interesse zur Kenntnis und betont die absolute Notwendigkeit, mithilfe der Aktionen von Swiss Wine Promotion (SWP) Marktanteile zurückzuerobern und die Positionierung der Schweizer Weine zu festigen. Diese Ergebnisse dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation für die Akteure des Schweizer Weinsektors angesichts der erheblichen Marketingmittel der internationalen Konkurrenz auf dem Binnenmarkt nach wie vor sehr besorgniserregend ist.
Die Auswirkungen auf die Gewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten können nur durch eine verstärkte Sensibilisierung für den Wert (qualitativ, ökologisch und wirtschaftlich) der einheimischen Produktion, eine Segmentierung der Produktion entsprechend den Konsumgewohnheiten und eine starke Erhöhung der Mittel für die Promotion von Schweizer Weinen geändert werden.
Titelbild
Die Grossverteiler haben mehr Schweizer Wein verkauft. (© SZOW)