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Vorsorge in drei Säulen
Das erklärte politische Ziel der Schweizerischen Vorsorge ist es, dass steuerpflichtige Personen die finanziellen Risiken von Alter, Tod und Invalidität durch Versicherungen oder auf andere Weise absichern können. Das Schweizerische Vorsorgesystem basiert auf dem so genannten "Dreisäulenprinzip":
Die erste Säule umfasst die staatliche Vorsorge (AHV/ IV/ EO),
die zweite Säule die berufliche Vorsorge und
die dritte Säule die Selbstvorsorge, mit der gebundenen (so genannte Säule 3a) und der freien Vorsorge (so genannte Säule 3 b).
Anmerkung: Unter den Bereich der Säule 3b fällt an sich auch das freie Banksparen sowie die (ungebundenen) Lebensversicherungen.
Vorsorge ausserhalb der drei Säulen
Ausserhalb des Dreisäulenprinzips stehen verschiedene weitere Sozialversicherungen zur Abdeckung anderer Risiken zur Verfügung:
- die Kranken- und Unfallversicherung (Art. 117 BV),
- die Militärversicherung (Art. 59 Abs. 5 BV),
- die Familienzulagenregelung (Art. 116 Abs. 2 BV) und
- die Mutterschaftsversicherung (Art. 116 Abs. 3BV).
Steuerliche Bedeutung der Einkünfte aus Vorsorge
Um die steuerliche Behandlung der Vorsorgeeinkünfte verstehen zu können, ist weit stärker als in anderen Bereichen die steuerliche Behandlung der zugehörigen Abzüge (Grundsatz: Steuerbarkeit der Leistungen gegeben, falls die finanzierenden Beiträge ganz oder teilweise als Abzüge geltend gemacht werden konnten) heranzuziehen.
Wichtiger Grundsatz: Grundsätzlich gilt dabei das so genannte "Waadtländer-System", wonach die Beiträge vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können, währenddem als Gegenstück die ausgerichteten Leistungen grundsätzlich in vollem Umfang zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet und dementsprechend erfasst werden.
Die Steuergesetze enthalten für die erste und die zweite Säule den Grundsatz der vollen Abziehbarkeit der Beiträge - wogegen die dannzumaligen Leistungen der vollen Einkommenssteuer unterstehen. Der Grundsatz der vollen Abzugsfähigkeit der Beiträge wird jedoch im Bereich des Einkaufs von Beitragsjahren teilweise durchbrochen.
Bei der Säule 3a sind die Beiträge in begrenztem Umfang abzugsfähig und die Leistungen voll steuerpflichtig (wobei Kapitalleistungen zum tieferen Vorsorgetarif erfasst werden). Die Formen der freien Selbstvorsorge (Säule 3b) sind sehr vielfältig - dementsprechend unterschiedlich ausgestaltet ist auch deren steuerliche Behandlung. Teilweise wird die Säule 3b steuerlich gefördert (beispielsweise bei den Lebensversicherungen), teilweise gelangen die ordentlichen Besteuerungsregeln zur Anwendung.
Folgende Gesetzliche Grundlagen bestehen:
|Ebene||Rechtsnorm|
|Bund||Art. 22 DBG|
|Kantone||Art. 7 Abs. 1 und 2 StHG|
|Bern||Art. 22 StG BE|
|Zürich||§ 22 StG ZH|
|Aargau||§ 31 StG AG|
|St. Gallen||Art. 35 StG SG|
Die in der obigen Tabelle angeführten Gesetzesbestimmungen umfassen nicht die gesamte steuerliche Behandlung von Einkünften aus Vorsorge. In diesen Gesetzesbestimmungen wird nur die Besteuerung der Einkünfte aus
- AHV/IV (1. Säule),
- BVG (2. Säule) und
- der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a)
geregelt.
Der weite Bereich der freien Selbstvorsorge (Säule 3b) wird dagegen nur teilweise, nämlich nur für die Einkünfte aus Leibrenten und Versicherungen erfasst. Für die übrigen Einkünfte aus Selbstvorsorge müssen dagegen unterschiedliche Gesetzesbestimmungen herangezogen werden (so etwa Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG; Art. 23 lit. a und b DBG und Art. 24 lit. a-d DBG).
Über die steuerlichen Konditionen der Einkünfte aus der beruflichen Vorsorge informiert Sie der Beitrag «Vorsorgeplanung: Einkünfte aus beruflicher Vorsorge» ausführlich.