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Alter bezeichnete in der Frühen Neuzeit eine späte Lebensphase, die über äusserliche physische Merkmale, aber auch veränderte soziale Rollen markiert wurde. Die Wahrnehmung von Alter war kontextabhängig und Alter somit relativ. Es diente als individuelles Attribut. Dies galt auch im Kontext frühneuzeitlicher Diplomatie. Am Beispiel des Westfälischen Friedenskongresses (1648) untersucht der Beitrag, Alter im diplomatischen Kontext. Dabei konnten zwei zentrale Funktionen des Sprechens über Alter identifiziert werden: 1. die Selbst- und Fremdverortung von Gesandten vermittels ihres Alters; 2. Alter als politisches Argument, das auf diese Weise Verhandlungspositionen, aber auch den Verlauf der Beratungen beeinflusste.
Erschienen in: traverse 2017/2, S. 25