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Strophanthus kombé Oliv
Botanische Familie
Apocynaceae, Hundsgiftgewächse
Heimat
Strophanthus ist in den tropischen Wäldern Südost-Afrikas beheimatet.
Beschreibung
Strophanthus kombé ist ein Lianengewächs und zählt zur Familie der Hundsgiftgewächse. Er windet sich vom schattigen, dichten Urwaldboden an den Baumriesen entlang bis in deren Kronen um sich dort im Licht zu entfalten. Dem holzigen Stängel entspringen gegenständige, ganzrandige Blätter, die spitz zulaufen. Die spiralige Windung der Liane öffnet sich in der weißen Blüte und läuft in die langgezogenen, grünlichen Kronzipfel aus (strophos, griech. = gedrehtes Band, anthos, griech. = Blüte). Die Blüte hat ein ringförmiges, rötliches Zentrum. In den bis zu 30 cm langen Fruchtkapseln reifen ca. 100 bis 200 ölhaltige Samen heran, die von einem Haarkranz umgeben sind. Die reifen Samen werden durch das Aufplatzen der Kapsel durch die Luft geschleudert und verbreitet.
Verwendete Pflanzenteile
Samen (Semen)
Inhaltsstoffe
herzwirksame Glykoside (= k-Stophanthin), k-Strophanthosid, Strophosid, Cymarin, weitere Cardenolidglykoside.
Wirkung
Die Behandlung mit Strophanthus Präparaten gehört auf jeden Fall in die Hand eines Arztes. Richtig angewendet wirkt es bei leichten bis mittelschweren Formen der Herzinsuffizienz, bei Herzrhythmusstörungen und Angst- und Erschöpfungszuständen.
Historisches
Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich David Livingstone auf, um Afrika zu erforschen. Diese Expedition wurde von einem Arzt begleitet um das Expeditionsteam bei Verwundung und Krankheit zu behandeln. Im Laufe der Expedition holte sich der Arzt eine Erkältung mit leichtem Fieber und erhöhtem Puls. Eines Morgens direkt nach dem Zähne putzen fiel ihm auf, dass sein starkes Herzklopfen nachgelassen und sich sein Befinden deutlich gesteigert hatte. Er wollte diesem Rätsel auf den Grund gehen und untersuchte seinen Waschbeutel und entdeckte, dass er seine Zahnbürste achtlos neben der Probe eines Pfeilgiftes aufbewahrte, das er am Vortag gesammelt hatte. Die Zahnbürste war mit dem Gift in Berührung und so in seinen Körper gekommen. Das Pfeilgift war eine Zubereitung aus den Strophanthus-Samen, die die Ureinwohner zur Jagd und Verteidigung anwenden. Das Gift in hoher Dosis löst Herzkrämpfe bis zum Herzstillstand aus.
Volksmedizinische Verwendung
In der richtigen Dosis eingesetzt wirkt es ausgleichend und tonisierend. Es stärkt das Herz und daher wurde Strophanthus ähnlich wie andere Pflanzen, z. B. der Fingerhut mit seinen wirksamen Herzglykosiden, jahrzehntelang für Herzbeschwerden eingesetzt.
Strophanthus in der anthroposophischen Medizin
Laut Rudolf Steiner (1861-1925) gleicht Strophanthus die schädlichen, kulturellen Einflüsse auf das rhythmische System des Menschen aus. Zusätzlich erwähnt er die positiven Heilkräfte der ölhaltigen Samen auf das Herz.
Die Signatur der Liane deutet stark auf die krampflösenden Eigenschaften der Samen hin. Beginnend als Keim am Urwaldboden windet sie sich um den Baum. In dieser gespannten Spirale verhärtet die Liane. Die Spannung baut sich zur Baumkrone hin auf, bis sie sich in der lichten Krone in der Blüte öffnet und die starre Form überwindet. In der offenen, lockeren Blüte entwickeln sich die haarigen Samen und mit ihrem Auswurf fällt die letzte Spannung. In den Samen ist der verhärtete Prozess der windenden Liane gelöst und wird frei, wenn sie mit ihrem Haarkranz in der Luft davon schweben. Das Öl, das aus den Strophanthus-Samen gewonnen wird, wirkt speziell bei erschöpftem Herz und gleicht Spannungen und Rhythmusstörungen in der Herzgegend aus.
Strophanthus bei Weleda
Die Beschaffung von Strophanthus kombé erwies sich über Jahre als problematisch, da die Abholzung und Lebensraumzerstörung in den Afrikanischen Ländern der lianenartigen Pflanze, die sich an Bäumen hochrankt, zunehmend die Wachstumsgrundlage entzieht – ohne Bäume kein Strophanthus.
2007 entschied Weleda sich für eine Kooperation mit „Tree Crops“, einem Unternehmen in Malawi, das nach strengen Nachhaltigkeitskriterien arbeitet. Durch Schulungen konnte der Landbevölkerung gezeigt werden, dass das jährliche wiederholte Sammeln von Strophanthus sinnvoller und einträglicher ist als das einmalige Abholzen von Bäumen zur Holzkohleherstellung.