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Forderungen
Unsere Recherchen beleuchten das zynische Geschäft der weltgrössten Agrochemiekonzerne mit Sitz in der Schweiz, Deutschland und den USA mit Pestiziden, welche das Pesticide Action Network (PAN) als «hochgefährlich» einstuft.
Die Hersteller profitieren von schwachen Regulierungen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, um dort weiterhin Produkte zu verkaufen, die wegen ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt in der Schweiz oder der EU verboten sind. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die sichere Anwendung dieser Produkte dort meist nicht gewährleistet ist und es weltweit jedes Jahr zu Millionen Vergiftungen kommt. Eine zentrale Rolle in diesem Geschäft spielt der Pestizidweltmarktführer Syngenta mit Sitz in Basel.
Wir fordern von Syngenta, sich endlich zu verpflichten, die Produktion und den Verkauf hochgefährlicher Pestizide weltweit einzustellen – mit einem klaren Plan und verbindlichen Fristen.
Die Schweiz darf nicht mehr wegschauen
Als Sitz des weltweit grössten Pestizidkonzerns und als Produktionsland hat die Schweiz eine besondere Verantwortung. Wir fordern von den Schweizer Behörden verbindliche Massnahmen gegen den unverantwortlichen Handel mit hochgefährlichen Pestiziden:
- Ein Exportverbot für alle Pestizide, deren Verwendung in der Schweiz wegen ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen oder auf die Umwelt verboten ist.
Nachdem wir wiederholt auf den Export solcher Pestizide aus der Schweiz aufmerksam gemacht hatten, beschloss der Bundesrat 2020, die Ausfuhr von fünf hochgefährlichen Pestiziden (darunter Paraquat) ab 2021 zu verbieten, und die Ausfuhrbedingungen für 100 weitere Stoffe zu verschärfen. Das ist ein wichtiger erster Schritt, der jedoch bei Weitem nicht ausreicht. Zahlreiche gefährliche Substanzen werden von der Regel nicht erfasst. Wir fordern, dass die Schweiz den Export aller aus Gesundheits- oder Umweltschutzgründen verbotener Pestizide untersagt. Die EU will ein solches Exportverbot einführen, und Länder wie Belgien oder Frankreich haben dies bereits getan.
- Nulltoleranz bei Rückständen verbotener Pestizide in Lebensmittelimporten.
Unsere Recherchen zeigen, dass in die Schweiz importierte Lebensmittel oft Spuren von Pestiziden enthalten, die bei uns verboten sind. Diese gefährden die Umwelt sowie Landwirt*innen und Arbeiter*innen in Drittstaaten, welche den giftigen Substanzen bei der Herstellung der Importlebensmittel ausgesetzt sind. Erfreulicherweise hat nach dem Nationalrat auch der Ständerat im Juni 2023 eine Motion der Nationalrätin Christine Badertscher angenommen, wonach solche Rückstände künftig nicht mehr toleriert werden sollen. Der Bundesrat muss nun eine entsprechende Regelung erarbeiten.
- Unterstützung des internationalen Ausstiegs aus hochgefährlichen Pestiziden.
Das Problem kann letztlich nur durch ein globales Vorgehen gelöst werden, zu dem die Schweiz ihren Beitrag leisten muss. Sie sollte sich für die Schaffung eines verbindlichen Abkommens mit dem Ziel eines weltweiten Phase-Outs von hochgefährlichen Pestiziden aus der Landwirtschaft einsetzen.
- Die Einführung verpflichtender menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten für Unternehmen.
Nicht zuletzt muss die Schweiz dafür sorgen, dass Konzerne für im Ausland verursachte Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen geradestehen, wie es die Konzernverantwortungsinitiative vorgeschlagen hat. Die EU will solche verbindlichen Sorgfaltspflichten einführen.