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New York (dpa) – Die ersten dauerhaften englischen Siedler in Amerika sind aus der Not heraus zu Kannibalen geworden. Das berichtet das renommierte US-Forschungsinstitut Smithsonian nach der kriminaltechnischen Untersuchung von Knochen aus dem 17. Jahrhundert.
Die genaue Todesursache des „Jane“ genannten Mädchens habe nicht mehr festgestellt werden können, weil nur ein Zehntel ihrer Knochen gefunden wurde, heißt es im Bericht. Mord komme jedoch nicht infrage. Vielleicht sei das Mädchen eines natürlichen Todes gestorben.
Jamestown war 1607 von 104 englischen Siedlern gegründet worden – 13 Jahre bevor die Pilgerväter im heutigen Massachusetts landeten. Doch nur 38 der frühen Kolonisten in Virginia überlebten die ersten neun Monate in der neuen Welt. Die übrigen starben an Krankheiten und vergifteten sich möglicherweise auch durch ihr Trinkwasser. Vor allem aber hungerten sie, weil sie mitten in einer der schwersten Dürren seit Jahrhunderten ankamen. Ohne die Hilfe der Indianer wäre die Kolonie wohl sofort untergegangen.
Der harte Winter 1609/1610 raffte dann noch einmal fast alle übrigen Kolonisten dahin. Die Siedler hatten kaum Vorräte durch die Dürre, dazu kamen Feindseligkeiten mit den Indianern. Einer der Anführer der Kolonie, George Percy, überlebte. Neue Siedler aus England kamen an und füllten die Lücken.
16 Jahre später erinnerte sich Percy, dass die verzweifelten Menschen im Hungerwinter 1609/1610 erst die Pferde, dann Hunde, Ratten und Mäuse und letztlich selbst ihre Stiefel gegessen hätten. Ob es auch Kannibalismus gab, wird seit Jahrzehnten unter Wissenschaftlern diskutiert. Nach Ansicht des Smithsonians ist die Frage durch die Untersuchung der Funde nun eindeutig beantwortet.
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