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Das brasilianische Amazonasgebiet – besonders der Süden des Bundesstaates Pará – wird sehr oft mit sozialen Konflikten in Verbindung gebracht, einerseits wegen seines Reichtums an Bodenschätzen, andererseits wegen seiner hohen Abholzungsrate und den Waldbränden. Was die Wenigsten wissen, ist, dass diese Region auch eine pulsierende Artenvielfalt beherbergt. Und die Hauptfiguren der vielfältigen Vogelfauna sind die cobalt-blauen Hyazinth-Aras oder Arara-azul-grande, die eindrucksvollsten und grössten Vertreter der Papageien-Familie (Psitacidea) auf unserem Planeten.
Einst stand diese Art auf der brasilianischen Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere, und die Tatsache, dass sie dieser Situation entkommen konnten, ist auf Schutzprojekte verschiedener Organisationen zurückzuführen, deren Einsatz inzwischen das Blatt gewendet hat – seit kurzem gilt der Arara-azul-grande nicht mehr als vom Aussterben bedroht, sondern “nur noch als gefährdet“.
Eine Partnerschaft zwischen UNESP, ICMBio und VALE S.A. (Bergbauunternehmen) machte diese Initiative möglich, die durch die Entdeckung von Hyazinth-Aras in der Amazonasregion gekennzeichnet war, einer Population, die der Wissenschaft noch unbekannt war. Dazu muss man erklären, dass es bis vor kurzem keine genauen Daten über die Größe und ursprüngliche Verbreitung der Hyazinth-Ara-Population gab, aber es war bekannt, dass sie bereits vor der Ankunft der Portugiesen im Jahr 1500 in Brasilien lebten.
In den späten 1980er Jahren durchgeführte Erhebungen ergaben einen Rückgang der brasilianischen Gesamtpopulation auf schätzungsweise 2.500 Individuen, der auf drei Hauptfaktoren zurückzuführen ist: Wildtierhandel, Zerstörung des Lebensraums und das Sammeln von Federn für die Herstellung von einheimischen Kopfbedeckungen und Halsketten, die als Souvenirs verkauft werden. Die Art wurde in die Rote Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) und in das Rote Buch der vom Aussterben bedrohten brasilianischen Fauna aufgenommen.
Im Jahr 2008 wurden bei einer neuen Untersuchung erfreuliche 6.500 Individuen gezählt, die sich auf drei Hauptpopulationen verteilen: Amazonasgebiet (die kleinste Gruppe) in Pará – die Zentralregion Brasiliens (Zusammenfluss der Bundesstaaten Goiás, Tocantins, Piauí, Maranhão und Bahia) und die größte Gruppe im Pantanal (Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, einschließlich eines Teils des bolivianischen und paraguayischen Pantanals).
Kürzlich haben Studien mit verschiedenen Techniken zur genetischen Variabilität vier verschiedene Populationen aufgedeckt: Nördliches Pantanal, Südliches Pantanal, Pará und die zentrale Region Brasiliens.
Volksnamen
In Brasilien bekannt als “Arara-azul, Arara-azul-grande, Arara-preta, Araraúna” und “Arara hiacinta”. Im Englischen: “Hyacinth Macaw” oder “Hyacithine Macaw”. Deutsch: “Hyazinth-Ara”. Französisch: “Ara Bleu, Ara Hyacinthe, Ara Jacinthe”. Spanisch: “Guacamayo Azul, Guacamayo jacinto, Paraba Azul”. Schwedisch: “Hyacintara, Större Hyacintara”.
Wissenschaftlicher Name
“Anodorhynchus hyacinthinus”. Beschrieben von Latham im Jahr 1790. Die Etymologie des Wortes “anodorhynchus” bezieht sich auf den Schnabel ohne Zähne, des Kiefers ohne Kerbe und der Name “hyacinthinus” ist durch die Farbe, vorwiegend Blau, bestimmt worden.
Merkmale
Die großen Aras erinnern uns in der Regel an die neotropischen Regionen und, wenn wir etwas tiefer gehen, können wir sagen, dass die Hyazinth-Aras ein Symbol für Brasilien sind. Die Art (Anodorhynchus hyacinthinus) gilt wegen ihrer Intelligenz, Größe und Farben als die Königin der Aras und besticht mit einem kräftigen, gebogenen Schnabel der in der Lage ist, harte Nüsse in ein paar Sekunden zu öffnen.
Dieser größte aller Aras wiegt etwa 1,3 kg, kommt auf ein Maß von 1,20 m Umfang und 1,0 m Länge vom Kopf bis zum Schwanz. Seine vorherrschende Farbe ist kobaltblau, was mit dem Goldgelb um die Augen und dem Unterkiefer kontrastiert. Es sind sehr langlebige Vögel. Es gibt Berichte über Aras, die mehr als 50 Jahre alt geworden sind. Sie zeigen ein einzigartiges Verhalten in der Natur, und als soziale Vögel leben sie in Familien, Gruppen oder Schwärmen.
Es ist selten, dass man sie allein in freier Wildbahn findet. Es sind auffällige Vögel, die eine gewisse Treue zu Futter- und Brutplätzen zeigen. Junge und nicht brütende Paare versammeln sich an Schlafplätzen, die neben dem Schutz auch als “Zentren des Informationsaustausches” fungieren. Hyazinth-Aras gehören zu den intelligentesten der Vogelgruppe.
Geographische Verbreitung
Einst im größten Teil Brasiliens verbreitet, findet man sie heute noch im Pantanal, einem riesigen Feuchtgebiet, welches sich auf die Länder Brasilien, Bolivien und Paraguay erstreckt – der brasilianische Teil liegt in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul – außerdem existieren sie in Nordbrasilien, in den Bundesstaaten Amazonas und Pará.
Leider gibt es nicht genügend Informationen darüber, ob die Hyazinth-Aras eine einzige Population bilden, die miteinander verbunden sind und sich untereinander fortpflanzen, oder ob sie durch die geografische Trennung drei verschiedene Populationen bilden: im Pantanal, in Amazonien und anderen Regionen.
In jüngsten Studien, die von der Abteilung für Genetik und Evolutionsbiologie des “Instituts für Biowissenschaften” (USP) in Zusammenarbeit mit dem “Projekt Arara Azul” und anderen durchgeführt wurden, hat man verschiedene Merkmale gefunden, die auf eine Variation in der genetischen Zusammensetzung der Populationen hindeuten. Jetzt werden diese Studien erweitert, um diese Informationen zu bestätigen oder nicht.
In der Pantanal-Region findet man die Hyazinth-Aras in offenen Gebieten, in Palmenwäldern, während sich ihre Nester am Rand oder im Inneren von Gebirgsketten befinden, sowie in offenen Weidegebieten. Im Bundesstaat Pará nutzen sie feuchte Wälder und bevorzugte Standorte in palmenreichen Überschwemmungsgebieten.
In anderen Regionen findet man sie häufig in saisonal trockenen Landesteilen, wobei sie die Plateaus und Täler mit steilen Felswänden bevorzugen. In solchen Gebieten nisten sie in Palmenhöhlen (Bundesstaat Tocantins), aufstrebenden Bäumen (Bundesstaat Pará) oder in Lücken von Felswänden (Bundesstaat Piauí).
Im südlichen Pantanal begann die Population der Hyazinth-Aras nicht nur zuzunehmen, sondern auch zu expandieren und ihr Verbreitungsgebiet zu erweitern. Im September 2015 wurde das erste aktive Nest der Art aufgezeichnet, 13 km vom Zentrum der Stadt Campo Grande, der Hauptstadt von Mato Grosso do Sul, entfernt. Im Jahr 2011 begann man neue Projekte im RPPN SESC Pantanal und in der Fazenda “São Francisco do Perigara” durchzuführen.
In den Jahren 2007-2009 begannen die ersten Studien in der nördlichen Region, im “Carajás-Mosaik”, mit finanzieller Unterstützung Bergbaugesellschaft “Vale”, die in den Jahren 2011-2014 fortgesetzt wurden. Und in den Jahren 2012-2014 begann das Monitoring der verbliebenen Populationen an den Staudämmen von Tocantins durch “Biota”.
Zusammen mit der Forschung auf dem Gebiet der Genetik, die seit den 1990er Jahren von Forschern der USP durchgeführt wird, hat sich das Wissen über die Art vergrößert, aber damit sind auch die Bedenken über die Gefährdung dieser Art gewachsen.
Immerhin wurde Ende 2014 der Hyazinth-Ara aus der Roten Liste gestrichen und von der “International Union for Conservation of Nature” (IUCN) auf “gefährdet” geändert. Obwohl es einen Trend der Bevölkerungszunahme in der Pantanal-Region gibt, ist es notwendig, die Forschung fortzusetzen und die Studien in den nördlichen und zentralen Regionen Brasiliens zu erweitern.
Die im Lauf der Jahre gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass Anodorhynchus hyacinthinus eine sehr empfindliche Art ist, die schnell der Veränderung und dem Verlust des Lebensraums, dem Einsatz von Schwermetallen, Pestiziden, der Verlegung von Großbetrieben und dem Bau von Wasserkraftwerken, sowie dem illegalen Tierhandel, erliegen kann. Daher müssen alle Anstrengungen fortgesetzt werden, um diese wunderbare Spezies zu erhalten.
Ernährung
Instrumentiert und angepasst, um harte Samenkerne und Nüsse zu öffnen, ist der Hyazinth-Ara eine extrem spezialisierte Art in seiner Ernährung, die im Grunde an jedem Ort ihres Vorkommens nur einige wenige Palmenarten bevorzugt. Aus diesem Grund können die Vögel, je nach Jahreszeit, kurze oder lange Wanderungen unternehmen, die von der Verfügbarkeit dieser Nüsse als Nahrung abhängen. Die Langzeitüberwachung im südlichen Pantanal beweist, dass einige Nester seit über 20 Jahren aktiv genutzt werden.
Hyazinth-Aras gehören zu den am meisten spezialisierten Papageien – in der Pantanal-Region ernähren sie sich von Acurí (Scheelea phalerata) und Bocaiúva (Acrocomia aculeata). In der Region von Pará ernähren sie sich von Inajá (Maximiliana regia), Babaçu (Orbiguya martiana) und Tucumã (Astrocaryum sp). In trockenen Regionen ernähren sie sich von Licuri oder Catolé (Syagrus coronata), Piassava (Attalea funifera), Buriti (Mauritia vinifera) und (Orbiguya eicherii).
Der häufigste Futterplatz ist der Boden, entweder auf einem Feld oder in der Nähe des Hauptsitzes von Bauernhöfen. In diesen Fällen ernähren sie sich von den Acuri-Nüssen, deren Fruchtfleisch bereits von anderen Tieren, insbesondere Rindern und anderen Wildtieren, entfernt wurde. In der Reifezeit der Bocaiúvas entdeckt man sie, wie sie direkt an den Fruchtständen der Palmen entlangklettern, um deren Nüsse zu knacken.
Die Futtersuche und der Verzehr erfolgen in der Regel in Gruppen, um den Schutz der einzelnen Individuen zu gewährleisten. Es gibt immer einen einzelnen Wachposten, der bei jedem Geräusch oder jeder seltsamen Bewegung einen Warnschrei ausstößt, woraufhin die ganze Gruppe wegfliegt. Die Futtersuche findet häufiger am frühen Morgen, zwischen 06:00 und 10:00 Uhr, und am späten Nachmittag, zwischen 14:30 und 17:00 Uhr, statt.
Soziales Verhalten
In freier Wildbahn kann man die Hyazinth-Aras im Flug oder auch am Boden laufend, an Palmfruchtbüscheln hängend, auf trockenen Baumästen turnend oder auf Zaunpfählen und Mangobäumen sitzend, beobachten.
Man findet sie stets in Schwärmen von 10 bis 30 Exemplaren, vor allem an den Futterstellen und an den sogenannten Schlafplätzen (Plätze zum Ruhen und Schlafen), sowie als fortpflanzungsfähige Paare. Wenn man solche Schwärme länger beobachtet, kann man in den typischen Interaktionen der einzelnen Individuen ein ausgeprägtes Sozialverhalten feststellen.
Zum Beispiel ihre Vokalisation untereinander (es scheint, als ob sie miteinander reden), sie führen ihr “Preening” durch (ein Individuum kratzt oder putzt die Federn des anderen), sie spielen miteinander und mit Zweigen, Blumen oder Blättern der Bäume, auf denen sie nisten. Während der Brutzeit kann man Paare beim Füttern der Jungen und gemeinsamen Ausflügen zur Futtersuche beobachten.
Die einmal festgelegte Paarbildung wird von großer Treue geleitet und nur nach dem Tod eines der Individuen geändert. Als aufmerksame Eltern teilen sie sich alle Pflegeaufgaben mit ihrem Nachwuchs. Sie geben keine Eier auf und akzeptieren sogar die Adoption von Küken. Im Laufe der Jahre sind Fälle von flugunfähigen Jungtieren bekannt geworden, die von ihren Eltern über mehrere Monate und sogar Jahre hinweg beschützt und gefüttert wurden.
Durch die gezielte Kommunikation zwischen Eltern und Küken können die Vokalisationen der Aras über eine Entfernung von mehr als einem Kilometer hörbar und identifizierbar sein. Sie sind neugierige, charismatische Vögel mit der biologischen Rolle von “Umweltingenieuren”, da sie zur Fortpflanzung große Höhlen ausbauen, die später auch von anderen Tieren besetzt werden.
Außerdem gelten sie als Samenverbreiter, weil sie Früchte im Flug weit weg von der Mutterpflanze in ihrem Schnabel tragen. Der Hyazinth-Ara ist vor allem eine der bedeutendsten Arten für die Erhaltung der brasilianischen Artenvielfalt.
Nistplätze
Im Amazonasgebiet sind die Aras in offeneren Gebieten, entlang der Flüsse, in feuchten tropischen Waldrändern, Trockenwäldern und Galeriewäldern zu finden. In der Zentralregion findet man sie im Cerrado (Buschsteppe), in Veredas (Feuchtgebiete in Verbindung mit Buritizais (Ansammlungen von Burití-Palmen) und auf offenen Weideflächen.
Im Pantanal bewohnen sie die Ränder von Gebirgsketten und Graslandschaften, Acurizais (Bestände von Acurí-Palmen) und Gebiete, die durch Viehzucht anthropisiert sind, wo sie eine gute Koexistenz mit Menschen und Vieh pflegen, so dass die Futter- und Schlafplätze der Hyazinth-Aras ganz in der Nähe der Hauptsitze von Farmen zu finden sind.
Hyazinth-Aras scheinen ihre Nester nicht nach standardisierten Merkmalen auszuwählen, wie z. B. Form und Größe der Höhlen, Ausrichtung der Öffnungen usw., sondern zeigen eine Vorliebe für Bäume, die sich von der übrigen Vegetation abheben, an den Rändern von Gebirgsketten oder Graslandschaften liegen, von denen sie eine gute Übersicht auf ihre Umwelt haben.
In der Pantanal-Region befinden sich 90 % der Nester (eigentlich Bruthöhlen) in Manduvi-Bäumen. Diese Bäume mit dicken Stämmen und weichem Kernholz erleichtern den Nestbau. Die Hyazinth-Aras nutzen kleine Hohlräume, die von Spechten, Termiten oder Pilzen geschaffen wurden, sowie Stellen, an denen ein Ast abgebrochen ist, um diesen Hohlraum mit ihren starken Schnäbeln zu vergrößern und dann mit Sägemehl auszukleiden.
Diese Nisthöhlen sind dann später auch anderen Arten wie Tukanen, Falken und Eulen willkommen, wenn die Aras ausgezogen sind. In der Umgebung des Pantanals, in der Region von Aquidauana und Rio Negro und im Bundesstaat Piauí, in der Chapada das Mangabeiras, wurden Nester der Hyazinth-Aras in den Verwerfungen von Felswänden gefunden. Im Pantanal haben sie künstliche Nester in Holzkisten, des “Projekts Arara Azul” akzeptiert und vermehren sich darin.
Die meisten Nester können von Jahr zu Jahr wiederverwendet werden. Die Aras kleiden die Basis des Nestes immer mit Sägemehl aus, das sie innerhalb der Nisthöhle vom Weichholz ihres Manduvi-Baumes selbst abzwicken. Dadurch sinkt die Basis des Nestes immer tiefer. Die Mitarbeiter des “Projekts Arara Azul” haben zum Beispiel ein Nest gefunden, dessen Basis vier Meter von der Öffnung entfernt war.
In diesem Fall schaffte es der Nestling nicht, herauszukommen, und blieb ein Jahr lang im Nest gefangen, wobei er von den Eltern stetig gefüttert wurde, bis man durch die Öffnung eines Fensters, welches näher an der Basis des Nestes lag, dem Nesthäkchen endlich den Blick in seine Umwelt ermöglichte – allerdings fliegen konnte es nicht, da seine Schwanz- und Flügelfedern unterentwickelt waren – es wurde ins “CRAS – Rehabilitationszentrum” in Campo Grande gebracht, um sich zu erholen.
Fortpflanzung
Im Monat Juli beginnen die Hyazinth-Aras mit der Inspektion und dem Ausbessern der Hohlräume für die beginnende Brutsaison. Die Brutzeit kann variieren, aber im Allgemeinen findet sie von September bis Oktober statt, und die Aufzucht des Nachwuchses kann sich bis Januar oder Februar des folgenden Jahres hinziehen. Zu dieser Zeit kann man den Streit um Nisthöhlen unter Hyazinth-Aras und auch bei anderen Arten beobachten.
Etwa 17 weitere Vogelarten pflegen künstliche Nester zu besetzen, die vom “Blue Macaw Project” entwickelt wurden. Die Reproduktionsrate ist allerdings gering und einige Paare pflanzen sich nur alle zwei Jahre fort.
Das Weibchen legt in der Regel 1 bis 3 Eier an verschiedenen Tagen, der Durchschnitt liegt bei 2 Eiern. Sie ist es, die im Nest bleibt, die Eier ausbrütet und in dieser Zeit vom Männchen gefüttert wird. Die Inkubationszeit der Eier beträgt 28 bis 30 Tage. Studien zeigen, dass die Schlupfrate (Geburt des Nestlings) bei 90 % liegt. Die Eier können von Karakara, Nasenbären, Tukanen, Krähen und Opossums ausgebeutet werden, die Prädationsrate liegt zwischen 20 und 40 %.
Die Jungvögel werden mit einem Durchschnittsgewicht von 31,6 Gramm und 82,7 mm Durchschnittsgrösse geboren. In dieser Phase begeben sich beide Eltern auf Nahrungssuche, damit die Nestlinge schnell wachsen und an Gewicht zunehmen. Bis zum 45. Lebenstag sind die Nestlinge den Attacken durch Ameisen, Tukane und Falken ausgesetzt. Die höchste Sterblichkeitsrate tritt jedoch bis zum fünften Lebenstag des zweiten Nestlings auf. Wenn der Altersunterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Nestling größer als fünf Tage beträgt, überlebt der zweite Nestling normalerweise nicht.
Nach etwa 107 Lebenstagen (3 Monaten) fliegen die Küken aus. Sie kehren nicht mehr zu ihren Nestern zurück, sondern können in der Nähe bleiben oder in Begleitung ihrer Eltern wegfliegen. In dieser Phase werden sie noch von ihren Eltern gefüttert, aber es ist auch die Zeit, in der ihr Lernprozess beginnt. Sie lernen, wo und was sie fressen, wo sie schlafen und wie sie sich gegen Raubtiere verteidigen können. Ab einem Alter von 9-10 Monaten sind die Jungtiere bereits in der Lage, sich selbst zu ernähren, aber einige begleiten ihre Eltern noch über 12 oder 18 Monate hinaus, bis sie sich dann anderen Jungvögeln anschließen, und ihre Eltern wieder frei sind, um erneut zu brüten.
Erst im Alter von 7-9 Jahren beginnen die Jungtiere mit der Fortpflanzung, bilden Paare und ziehen ihre Familien auf. Um die geringe Reproduktionsrate der Hyazinth-Aras zu verdeutlichen, waren von den 106 natürlichen Nestern, die man überwachte, 70% aktiv. 50 Paare legten Eier, von denen 9 erbeutet wurden. Der Rest brachte 57 Junge hervor, von denen 44 erfolgreich flügge wurden.