Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03231.jsonl.gz/1290

Datum/Zeit:
Datum - 23/01/2020
19:30 - 21:00
Kategorien:
Genaugenommen werden wir zwei Fragen diskutieren:
- Was meinen wir damit, wenn wir davon sprechen, dass jemand oberflächlich ist?
- Kann man ein (ethisches) Urteil damit verknüpfen, wenn wir von jemandem sagen, dass er oder sie oberflächlich ist? Falls ja, welches?
Die erste Frage ist klärungsbedürftig, weil es sich bei der Rede von der Oberflächlichkeit und ihrem Gegenteil, der Tiefe, um eine Metapher handelt. Das heisst, möglicherweise meinen wir alle genau zu verstehen, was damit gemeint ist, meinen aber in Wirklichkeit alle etwas leicht anderes.
Die zweite Frage ist jedoch noch kniffliger. Denn in der Regel geht mit der Zuschreibung von Oberflächlichkeit ein Urteil – genauer eine Verurteilung – einher. Aber mit welchem Recht kann man sich dieses Urteil herausnehmen? Eigentlich erlauben wir uns ja moralische Urteile über andere Menschen nur, wenn ihr Handeln ihre Mitmenschen tangiert (ihnen Gutes oder Schaden zufügen kann). Aber können wir das im Fall von Oberflächlichkeit auch behaupten? Falls nicht, warum sollte uns überhaupt ein Urteil zustehen?
Moderation: Imre Hofmann
Kosten: 20.-/15.-