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Architektur
Architekturtheorie als diskursive Ästhetik
"Was heisst es, ein Haus zu entwerfen? Die Suche nach einer Antwort auf diese scheinbar einfache, doch grundlegende Frage bildet den Ausgangspunkt für die hier niedergeschriebenen Gespräche zur Architektur." (Tom Schoper)
Tom Schoper geht im vorliegenden Band der Frage nach, was ein Werk in der Architektur ist und wie es sich vom alltäglichen Bauen unterscheidet. Die Publikation umfasst fünf persönliche Gespräche mit erfolgreichen Architekten - Gion A. Caminada, Hermann Czech, Tom Emerson, Hans Kollhoff und Valerio Olgiati - aus Europa. In den umfangreichen und pointierten Dialogen untersucht Tom Schoper, was das architektonische Werk heute sein kann, was seine tiefere Bedeutung ausmacht und weshalb Architekten nach dem Werk streben.
Die Thesen des Philosophen Martin Heidegger zum "Ursprung des Kunstwerkes" und seiner Differenzierung in "Ding" und "Werk" bilden das thematische Fundament des in der vorliegenden Publikation geführten Diskurses. Heidegger versucht, das Wesen des Kunstwerkes über die Abgrenzung von den Dingen des Alltags herauszukristallisieren. Tom Schoper versucht, in den niedergeschriebenen Gesprächen herauszufinden, ob sich die von Heidegger aufgeführten Begriffe und Thesen auch auf die zeitgenössische Architektur übertragen lassen. Dabei liegt der Fokus auf dem Entstehen und Erdachtwerden der Architektur und wird durch den Blick über die Schultern der Architekten auf eine eigene und frische Weise erlebbar und nachvollziehbar.
Die Dialoge werden alle mit der identischen Frage eröffnet. Dabei wird nicht gefragt "wie entwerfen die unterschiedlichen Architekten?", sondern "was ist ein Werk für Sie?". Dieser Auftakt leitet die geführten Gespräche ein und versucht die Frage, wie sich Architektur vom reinen Bauen unterscheidet, in fünf persönlichen Haltungen zu reflektieren.
"Der Diskurs zielt nicht auf eine 'ästhetische Hausapotheke' im Sinne der Formulierung allgemeingültiger Grundsätze der architektonischen Gestaltung" (Tom Schoper), sondern fragt, wie sich die Architektur als "Werk" von den "Dingen" des Alltags unterscheidet. Dabei werden die Positionierungen der einzelnen Architekten anhand von Begriffen wie "Idee", "Geschichte", "Erfahrung" und "Ästhetik" ergründet und die Grundhaltung in den Diskurs der Disziplin der Architektur eingefügt.
Die Gedankenketten der fünf persönlichen Gespräche werden durch Plandarstellungen, Fotografien von gebauter Architektur und Referenzen anschaulich bereichert und versuchen, der eigenständigen Charakteristik des architektonischen Werkes so weit wie möglich nahezukommen. In den unterschiedlichen Dialogen ergründet die Publikation die persönliche Herangehensweise und gestalterische Vorgehensweise der Architekten und veranschaulicht so bewusst auch die Heterogenität des architektonischen Diskurses und der einzelnen Autoren in der Architekturszene.