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Sufis sind sunnitische Muslime, welche einen spirituellen Weg gehen. Einen Weg der sich auf das Innere des Menschen fokussiert. Gleichzeitig befolgen Sufis die religiösen Gebote und Verbote möglichst gewissenhaft. Was einen Sufi ausmacht, ist seine innere Haltung. Sufis sind nicht per se als solche erkennbar. Es sind Menschen, die die islamischen Gebote mit einem geschärften Bewusstsein befolgen.
Was den Sufismus besonders macht, ist der Shaykh, der spirituelle Meister. Dieser hilft seinen Schülern den Weg zu Allah zu finden. Er ist der Repräsentant des Propheten Muhammed (Allahs Friede sei mit ihm).
Auch haben die Sufis Praktiken, welche sie im Besonderen pflegen. Dies ist zum einen der Dhikr, die Rezitation von Mantras und Allahs Namen. Zum anderen die Sohbat, dies ist das inspirative Sprechen, bei welcher jemand spricht und alle (inklusive der Sprecher) zuhören und etwas mitnehmen.
Wenn man in die Vergangenheit schaut, so erkennt man, dass die Sufis über Jahrhunderte die islamische Theologie, das Wissen und die Philosophie stark beeinflusst haben. Sowohl im muslimischen Andalusien oder im Persien des Mittelalters bestimmten grosse Mystiker wie Muhyddin Ibn Arabi, Jalaluddin Rumi und Imam al-Ghazâlî den kulturellen Fluss des Islam. Sufismus war einfach Islam. Auch gehörten die Sufis von den grossen mystischen Orden zu den wichtigsten islamischen Gelehrten. Es wurde auch nie zwischen orthodoxem und mystischem Islam unterschieden. Dieser Vergleich, den man in der modernen Zeit öfters sieht, ist eine neue Erfindung, welche dem Wesen des Islams widerspricht. Auch sieht man den grossen Einfluss der sufistischen Kultur auf die Entwicklung der islamischen Zivilisation. Bis vor 200 Jahren folgten die Mehrheit der Muslime in der Welt einem Sufi-Verständnis. Auch definierte man sich in dieser Zeit nicht als Sufis, sondern nennte sich schlichtweg einen Muslim.