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Das Schloß Vinzel diente früher dem Berner Landvogt als Wohnsitz, wenn er die Ernte überwachen und den Zehnten einkassieren kam. Darüber hinaus ist über die Geschichte des Bauwerks vor dem 19. Jahrhundert kaum etwas bekannt. Im 18. Jahrhundert bildeten die beiden Schlösser des Dorfes, Vinzel und La Bâtie, ein einziges Gut. Im 19. Jahrhundert wurde Schloß Vinzel von einem Lombarden aus Genf erworben, der es an den Genfer Architekten und Genieoffizier Oberst Fendt verkaufte. 1840 ließ Fendt auf dem Gut umfangreiche Arbeiten vornehmen. 1901 verkaufte sein Enkel Frédéric Binet den Besitz an Franz de Reding, dessen Familie bereits La Bâtie besaß. Bei der Erbteilung nach dem Tod von Franz de Reding 1908 ging das untere Schloß (Château de Vinzel) an seinen Sohn Henri über. Als in den 1930er Jahren umfangreiche Arbeiten im Rebberg und an den Gebäuden anstanden, beschloß Henri de Reding, eine Aktiengesellschaft zu gründen und Partner zu beteiligen. Einer davon, Arnold Schenk, wurde 1936 alleiniger Besitzer des Guts.
Das Château de Vinzel diente um die Jahrhundertwende als Pensionat für junge Mädchen aus reichen Familien, die in der Region auch die „Täubchen“ genannt wurden. Das Pensionat besass eigene Stallungen und Kutschen, um die Mädchen auszufahren. Später wurde ein grosser Saal des Châteaus zum Gymnastikraum für die Schüler von Vinzel umgewandelt.
Die südlich ausgerichtete Fassade des Schlosses ziert eine dekorative Rankenpflanze, eine amerikanische Rebsorte, welche man hier „Grosse Himbeerige“ oder auch „Isabelle“ nennt. Ursprünglich zierten zwei dieser heute bald 200-jährigen Pflanzen die Fassade des Châteaus. Die eine überstand jedoch die Kälte des Extremwinters von 1956 nicht. Im Jahr der Französischen Revolution (1798) wurden auf Château de Vinzel 5 Tannen angepflanzt, die sogenannten „Tannen der Freiheit“. Diese jedoch wurden 1956 abgesägt.
Das Weingut von Château de Vinzel erstreckt sich über 8.4 ha Rebbergen an sanften Hanglagen südlich, westlich und nördlich des Schlosses. Aus diesen malerischen Rebbergen werden heute einerseits der Château de Vinzel Grand Cru, La Côte AOC, zu 100 % aus Chasselas-Trauben gekeltert und seit kurzem auch der spektakuläre, im Eichenfass ausgebaute, Merlot du Château de Vinzel, Grand Cru, La Côte AOC.
Heute, in zweiter und dritter Familiengeneration, werden die Rebberge von Jean-Daniel Monachon und seinem Sohn mit grösster Sorgfalt betreut. Hauptsächlich mit Chasselas bestockt, wurde 2003 eine Parzelle mit Merlot bepflanzt. Diese Parzelle wird ganz speziell gehegt und gepflegt. Das Resultat ist ein hervorragender, bereits mehrfach ausgezeichneter Merlot, eher atypisch für die Genferseeregion.