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Boxen,
eine Art Faustkampf, der zu den nationalen Eigentümlichkeiten Englands gehört und in der Fertigkeit besteht,
dem Gegner
Stöße mit der
Faust von der
Stirn ab bis zum
Unterleib herunter beizubringen. Der eine gebeugte
Arm (gewöhnlich der linke) führt die
Stöße aus, während der andere, vorgehaltene die
Deckung übernimmt. Das
Boxen wird kunstgerecht
geübt und hat bestimmte, allgemein beobachtete Regeln.
In den größern
Städten giebt es sog. Boxing Saloons, in denen Räume
für den Unterricht im B. eingerichtet sind.
Geübte Boxer, die aus ihrer Fertigkeit ein Gewerbe machen, treten nicht selten in öffentlichen Wettkämpfen auf, wobei Preise ausgeworfen und Wetten abgeschlossen werden. Diese Wettkämpfe zerfallen in zwei Klassen. Bei der einen, an der sich Leute aus den besten Ständen beteiligen, handelt es sich nur darum, wer dem Gegner während einer bestimmten Zeit die meisten Stöße beibringt; bei der andern (Knock out genannt) hört der Kampf erst auf, wenn der Gegner während einer bestimmten Zeit unfähig ist, sich zu bewegen. Letztere Art ist ihrer Natur nach roh und führt häufig zu ernsthaften Verwundungen, weshalb jetzt auch die Personen, welche solche Kämpfe veranstalten oder sich an ihnen beteiligen, strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt sind. Neuerdings hat man die nach Regeln betriebene Boxkunst auf deutsche Turnplätze zu verpflanzen versucht, aber ohne große Erfolge. -
Vgl. Pierce Egan, Boxiana, or Sketches of ancient and modern Pugilism (4 Bde., mit Kupfern, Lond. 1824);
Attanson-Win, Boxing (ebd. 1889);
Donnelly, Selfdefence or the art of boxing (ebd. 1889);
Happel, Die Boxkunst.
Anleitung zur selbständigen Erlernung des
Hand- und Fuß
boxens (Lpz. 1863).