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Verantwortlich für das Dissertationsprojekt: Nina Rageth, M.A.
Finanzierung: UFSP Asien und Europa / Humer-Stiftung für akademische Nachwuchskräfte
Projektdauer: seit September 2014
Promotionskommission: Prof. Dr. Dorothea Lüddeckens, Religionswissenschaftliches Seminar/UFSP Asien und Europa; Prof. Dr. Johannes Quack, Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft/UFSP Asien und Europa; Prof. Dr. Rafael Walthert, Religionswissenschaftliches Seminar/UFSP Asien und Europa
Forschungsfeld: Normen und Ordnungen
Abstract
In der Konstitution der traditionellen Medizin und damit auch der traditionellen tamilischen Medizin (Siddha Medizin) spielen im gegenwärtigen Südindien religiöse Einrichtungen eine zentrale Rolle. Ihre Relevanz für die (re)invention der Siddha Medizin ist im Hinblick auf verschiedene diskursive und nicht-diskursive Praktiken erkennbar: Religiöse Einrichtungen führen Spitäler, medizinische Kliniken und Bildungsinstitutionen, sind wichtige Hersteller und Vertreiber von medizinischen Mitteln und machen den Körper im Zusammenhang mit Gesundheit, Heilung und Heilen zu einem Schlüsselthema ihrer Programme. Die Praktiken vollziehen dabei einen Transfer von einem religiösen Gesellschaftsbereich, in dem sie hervorgebracht werden, in einen nicht-religiösen, nämlich medizinischen Gesellschaftsbereich, in dem sie weitergegeben, erworben und angewandt werden. Das Dissertationsprojekt setzt bei dieser Beobachtung an und fragt nach der konstitutiven Rolle dieser Leistungen für den religiösen wie auch den medizinischen Zusammenhang im Kontext Südindien und der Form der Beziehungen, die sich aus dieser Verflechtung ergeben. Von besonderem Interesse sind Prozesse der Produktion und Distribution sowie der Konsum der Leistungen, womit auch Fragen nach der Ökonomie, die den untersuchten Praxisformen zugrunde liegt, ins Zentrum gerückt werden.