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Wenn ich an meine Heimat denke, fallen mir als erstes die Stromleitungen ein. Es ist ein Land der Strommasten und Oberleitungen gewesen. Zahlreicher als Bäume, spannten sie sich durch alle Blicke, summte in ihnen der Wind, hing der Horizont an ihnen fest wie an einer Drachenschnur. Riesen aus Stahl hielten ihre Arme den Staren hin und knisterten bei Nebel überm Feld. Nach Westen verglühten abends die Schnüre und brannten sich in Netzhaut und Schlaf. Der Himmel hing voll schwingenden Drahts. Gegliedert in Rauten und Bahnen,ließ er sich halten von zirpendem Stahl. Morgens zogen Drähte die blaue Welle der Berge aus dem Rand der Ebene hinauf, ordneten Kabelläufe die Grenzen und Furchen der Äcker und richteten die Straßen und Feldwege nach ihnen aus, hielten die Güterzüge auf der Spur, striegelten und zwangen selbst noch die Schwärme der Krähen zur Formation. Von einem Ende der Felder zum anderen warfen sie Anker, hielten die Äcker zusammen, glätteten und hinderten die Ebenen am Auseinanderbrechen. Wasser störte sie nicht, gelassen widerstanden sie dem Strom von Kanälen und Bächen. Selbst in den Pfützen ließen sie Bruchstücke ihrer Ordnungen sehen. Im Sommer brannten ihre Schatten Striemen auf den Weg. Im Herbst kämmten sie Regen aus den Wolken. Dem Auge buchstabierten sie die Räume vor und die Weiten.