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Nueva Vida
1990 begann eine Gruppe von Stadtbewohnern in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador in Zentralamerika,
gegen den täglichen, leidvollen Anblick ihrer Strassenkinder aktiv zu werden. Später wurde daraus die Stiftung Nueva Vida.
Interventionen vor Ort und Prävention bei der Risikogruppe waren und sind ihre Ziele. Je nach finanziellen Möglichkeiten
schwanken Einsatzvolumen und Einsatzarten. Die konstante Minimalbasis bildet ein eigenes Haus und drei MitarbeiterInnen aus San Salvador.
GRÜNDUNGSGESCHICHTE
1990 begann eine kleine Gruppe von SalvadorianerInnen in San Salvador mit Strassenkindern zu arbeiten.
1992 ging daraus die salvadorianische Stiftung Nueva Vida
hervor. Ihr Ziel war die Wiedereingliederung von Strassenkindern
in die Gesellschaft bzw. in ihr individuelles Umfeld von Eltern und Bekannten sowie die Prävention stark gefährdeter Kinder und
Jugendlicher mit dem Ziel, eine Flucht in ein Leben auf der Strasse zu verhindern.
Unter Strassenkinder versteht man Jugendliche und Kinder, die ohne jegliche Unterstützung ihrer Familie ihr Leben
auf öffentlichen Plätzen fristen. Sie schlafen und verbringen ihren Alltag auf der Strasse. 1995 wurde in San Salvador im
Quartier «Ciudad Delgado» für Nueva Vida ein Haus gekauft und renoviert. Das Haus war
ursprünglich eine Autowerkstatt und besteht aus mehreren Zimmern, einer Küche, einer Veranda und einem Basketballfeld.
ENTWICKLUNG DER ARBEIT VON NUEVA VIDA
Die Arbeit von Nueva Vida hat verschiedene Phasen durchlaufen. In den Anfängen war sie ganz auf die Arbeit
mit Strassenkindern konzentriert und das Haus diente als Kinderheim für Strassenkinder mit 15 Schlafplätzen. Das Ziel war es, diese Kinder zurück
in ihre Familien integrieren zu können. Ab 2001 wurde der Schwerpunkt vermehrt auf präventive Arbeit gelegt. Die Gründe für
diese Umstrukturierung waren vielfältig. Zum Zeitpunkt dieser Veränderung engagierte sich insbesondere auch die Organisation Olof Palme,
finanziert aus Schweden, sehr stark für die Strassenkinder in San Salvador. Da heute diese Arbeit und auch nichts Vergleichbares
mehr existiert, möchte Nueva Vida ihre reduzierte Strassenkinderarbeit auf der Strasse wieder ausbauen.
AKTUELLE ARBEIT VON NUEVA VIDA
Aktuell ist das Haus Hort, Quartierzentrum und Ausgangspunkt für die Arbeit mit Strassenkindern vor Ort. Es ist umgeben von
verschiedenen Hüttensiedlungen, wo Kinder oft nur mit einem Elternteil aufwachsen. Da dieser für den Gelderwerb arbeiten
muss, sind die Kinder tagsüber völlig auf sich selbst gestellt und dabei überfordert. Es besteht die akute Gefahr,
dass sie in ein Leben auf der Strasse und in die Kriminalität abgleiten oder ausgenutzt werden. Nueva Vida bietet mit drei
MitarbeiterInnen eine Ganztagsbetreuung an. Neben der Möglichkeit sich im Haus aufzuhalten, werden verschiedene Programme
für Lernen und Handarbeiten angeboten. Um mit wenig Mitteln effizient arbeiten zu können, wird Jugendlichen, die mit
Hilfe von Nueva Vida aufgewachsen sind, eine Unterstützung bei der Ausbildung angeboten, wenn sie als Gegenleistung einen
Teil ihrer Zeit als MitbetreuerInnen arbeiten. Kennzeichnend ist auch die spezielle Bedeutung, die der Förderung in Musik
und Malerei zukommt. Nueva Vida unterhält aus den Reihen der ihr betreuten Jugendlichen eine Musikgruppe mit traditionellen
Instrumenten, diese tritt auch an Anlässen auf. Aus diesem Grunde wurde Nueva Vida 2008 durch den Autohersteller Ford für
die Bewahrung der salvadorianischen Kultur mit einem Preis von US$ 2000 ausgezeichnet. Dank der nationalen Anerkennung der Arbeit
werden im Quartier auch zahlreiche Kontakte für unentgeltliche medizinische, zahnärztliche und psychologische Hilfe vermittelt.
UNTERSTÜTZUNG
Durch Beziehungen zur Universität von Barcelona in Spanien ist es seit vielen Jahren Tradition, dass jedes Jahr mehrer
StudentInnen einen Sommereinsatz in San Salvador bei Nueva Vida absolvieren. Durch einige ehemalige PraktikantInnen werden
verschiedentlich auch Ausbildungsstipendien finanziert.
Die Unterstützung aus der Schweiz bildet seit 1990 eine kontinuierliche Geldquelle. In der Geschichte von Nueva Vida
sind verschiedentlich aus- und inländische GönnerInnen aufgetreten und haben teilweise beachtliche Summen zur
Verfügung gestellt. Da solche Engagements immer zeitlich begrenzt waren (und vermutlich auch in Zukunft sein werden)
ist die konstante finanzielle Basis aus der Schweiz für Nueva Vida von zentraler Bedeutung.