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Auf La Réunion lebt eine buntgemischte Bevölkerung. Die ethnische Vielfalt entstand durch verschiedene Einwanderungswellen aus Afrika, Indien, China und Europa. Der Name Réunion (Zusammentreffen) ist heute durch die bunte Mischung an Menschen und Kulturen treffender denn je. Die verschiedenen Religionen, Traditionen, Bräuche, Lebensweisen haben dazu geführt, dass auf der Insel Toleranz und Respekt gross geschrieben werden. La Réunion ist eine harmonische Welt unterschiedlicher Einflüsse mit einer einheitlichen Identität: Das Kreolische. "Créole" sein bedeutet auf der Insel geboren sein, kreolisch sprechen, kreolisch essen, kreolisch wohnen
Französisch ist die Landessprache und wird allgemein gesprochen und verstanden. Daneben wird von den Einheimischen Kreolisch gesprochen, eine lokale, aus dem Französischen entstandene Sprache.
La Réunion liegt im Indischen Ozean, etwa 200km von Mauritius und 800km östlich von Madagaskar entfernt und zählt geografisch zu Afrika. Obwohl 9200km La Réunion von Paris trennen, gehört die Insel zu Frankreich und hat den Status eines Übersee-Departements. Die Hauptstadt St. Denis bildet den nördlichsten Punkt. La Réunion hat eine Fläche von 2512km². Die tropische Insel ist in ihrem Umriss fast oval und hat einen Durchmesser von 50 bis 70km.
Entstanden ist die Insel vor ca. 2 Millionen Jahren, als der Vulkan Piton des Neiges aus dem Indischen Ozean aufstieg. Eine Vulkankette, deren höchste Gipfel der Piton des Neiges (3069 MüM.) und der noch aktive Piton de la Fournaise (2631 MüM.) sind, verläuft quer über die ganze Insel. Im Inneren von La Réunion befinden sich ausserdem drei Talkessel, die Cirques von Salazie, Cilaos und Mafate. Letzterer ist sehr abgelegen und nur zu Fuss oder per Hubschrauber zu erreichen.
Die zu diesem Zeitpunkt noch unbewohnte Insel wurde erstmals von arabischen Seefahrern gesichtet, die ihr den Namen Dina Maghrabin (West-Insel) gaben. Der portugiesische Seefahrer Pedro Mascarenhas landete dort am 9. Februar 1507, dem Namenstag der heiligen Apollonia. Darauf erschien die Insel unter dem Namen Santa Apolonia auf den Karten der Portugiesen. Um 1520 begann man eingedenk ihres Entdeckers, Réunion mit den benachbarten Inseln Mauritius und Rodrigues begrifflich zum Archipel der Maskarenen zusammenzufassen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die spätere Île de La Réunion zur Zwischenstation englischer und niederländischer Schiffe, die nach Indien unterwegs waren. Schließlich landeten Franzosen auf der Insel, die sie 1640 im Namen des Königs Ludwig XIII. zu einer französischen Besitzung erklärten: Der König stammte aus dem Adelsgeschlecht Bourbon und folglich wurde die Insel Île Bourbon (Bourbon-Insel) getauft. Die ersten dauerhaften Siedler ließen sich um 1665 nieder. Der Gouverneur der Insel von 1735 bis 1745, Bertrand François Mahé de La Bourdonnais, trug entscheidend zur weiteren Entwicklung der Île Bourbon bei. Am 19. März 1793 wurde die Insel im Zuge der Französischen Revolution in La Réunion umbenannt. Der neue Name bezieht sich auf die Vereinigung von Revolutionären aus Marseille mit der Nationalgarde in Paris am 10. August 1792 und den nachfolgenden Sturm auf die Tuilerien. 1946 wurde Réunion ein französisches Überseedépartement (département doutre-mer) und 1982 auch eine französische Überseeregion (région doutre-mer).
Auf La Réunion leben derzeit etwa 800.000 Menschen, was bei der Grösse der Insel einer Bevölkerungsdichte von ungefähr 319 Einwohnern pro km² gleichkommt. Die Kreolen machen etwa 45% der Bevölkerung aus. Die Menschen, die aus Madagaskar und Ostafrika stammen, nennt man Cafres. Weiterhin leben etwa 25% Inder auf der Insel. Zudem gibt es auf La Réunion aus China stammende Sinoi (3%). Die aus Frankreich eingewanderten Franzosen nennt man Z'oreil. Sie machen etwa 25% aus.