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Dissertationspreis für Anne Beutter
Die Dissertationsschrift von Frau Beutter im Fachgebiet Religionswissenschaft untersucht die Wirkungsweisen von Rechtspraktiken in religiösen Organisationen. Frau Beutter wählte das Beispiel der presbyterianischen Kirche im britischen Kolonialgebiet Ghana der 1950er-Jahre. Diese Zeit ist durch eine Vielfalt religiöser und auch rechtlicher Ordnungen gekennzeichnet. Empirische Basis der Untersuchung sind bisher unerforschte Protokollbücher von Sitzungen der untersten kirchlichen Hierarchiestufe, aufgezeichnet von lokalen christlichen Mitarbeitern. In den Sitzungen ging es um Zuweisungen von Rechten wie dem Erwerb von Land und um Bestrafungen etwa bei Verstössen gegen christliche Vorgaben. In der Analyse der Protokolle und der Abstraktion vom konkreten Geschehen gelingt es Frau Beutter hervorragend darzustellen, dass rechtliche Praktiken für eine religiöse Organisation die Funktion haben zu definieren, was für die eigene normative Ordnung steht. Diese stabilisiert Deutungen und entwirft das Verhältnis zu anderen normativen Ordnungen. Diese Befunde verallgemeinert die Verfasserin überzeugend, indem sie das analytische Verhältnis von Recht und Religion weiterentwickelt und der Forschung neue Impulse gibt.