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Waffen
Waffen und Waffentechniken
Im Aikido werden hauptsächlich drei hölzerne Nachbildungen alter japanischer Waffen als Uebungsinstrumente verwendet. Für Neueinsteiger ist in der Anfangsphase die Anschaffung eigener Instrumente noch nicht zwingend notwendig, später jedoch unerlässlich, da sie zur vollständigen persönlichen Ausrüstung jedes ernsthaft trainierenden Aikidoka gehören.
Die heute weiterhin verwendeten Waffen, insbesondere Jo und Bokken, können als Schlag- oder Stichwaffe eingesetzt werden. Sie dienen im Aikido dem Studium der Techniken als Lerninstrumente; etwa vergleichbar einem Lineal beim Erlernen des Schreibens.
Im Unterricht werden die Rollen des Angreifers (Uke) und Verteidigers (Tori) gewechselt. Beide Trainingspartner können sich somit eingehend mit der Bedeutung und Wichtigkeit eines korrekt und mit entsprechender Wucht ausgeführten Angriffs, sowie mit der korrekten, präzisen und damit wirkungsvollen Anwendung der Aikido-Techniken auseinandersetzen.
Kata - festgelegte Bewegungsabläufe
Das Lernsystem im Aikido ist im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten sog. heuristisch aufgebaut: Es ist erforderlich, ein breites Bewegungs- und Technikrepertoire zu beherrschen, bevor die eigentlichen strategischen Vorzüge erkennbar werden.
Grundsätzlich wäre das wiederholte Üben von Katas, das sind festgelegte Bewegungsabläufe, einfacher, weil einprägsamer. Da es zur korrekten Umsetzung einer Aikido-Technik allerdings speziell darauf ankommt, die Technik situativ und auf die Angriffsenergie adaptiert anzubringen, wäre der strategische Vorteil festgelegter Bewegungsabläufe und Techniken kontraproduktiv.
Nichtsdestotrotz weisen Katas einen grossen Wert auf, denn im Detail betrachtet und korrekt beherrscht lassen sie strategische und auch moralisch-ethische Qualitäten des Aikido deutlich werden.
Im Aikido existieren je nach Lehrsystem verschiedene Katas. Im Lehrsystem Sanshinkai, welches im Aikido-Club Aarau angewandt wird, sind dies
- zwei Katas mit Jo - die Katas Nr. 1 und 2 von Tada Sensei
- fünf Katas mit Bokken - die Katas Ichi-no-dachi, Nin-no-dachi, San-no-dachi, Yon-no-dachi, Go-no-dachi (übersetzt ungefähr "Kata Nr. 1 bis 5 mit dem Schwert") und Ki-musubi-no-dach (übersetzt etwa "Kata mit dem Schwert zur Verschmelzung mit dem Ki des Angreifers")
- darüber hinaus lassen sich alle Techniken im Aikido zu Bewegungsabläufen mit Jo oder Bokken zusammenfassen.
Eine öfters angewandte Form ist beispielsweise der Ablauf Maeotoshi - Hikiotoshi - Kiriotoshi - Kaitenotoshi.
Sehr oft wiederholt werden diese Aikido-Techniken auf diese Art gewiss einprägsamer gelernt. Aus didaktischen Gründen ist die motorisch wiederholte Übung allerdings fraglich, weil ohne Bezug zu einem Übungspartner mit dessen eigenem Kraft- und Bewegungseinsatz ist die Kata "leer".
So ist der Lehrwert der oben erwähnten Katas je nach Kenntnisstand des Übenden unterschiedlich.
Er beginnt bei der korrekten Handhabung der Waffen mittels Grifffertigkeit und Anwendung (Schneide-, Schlag- und Stossbewegungen), Ausführung der Bewegung körpersynchron unter Einbezug des ganzen Körpers, natürlich der korrekten Abläufe aller einzelnen Schritte bis zur optimalen strategischen und taktischen Anwendung in beiden Rollen der beteiligten Partner in der Kata.
Zur meditativen Wirkung von Bokken-Katas siehe auch Kapitel Hojo.
Bokken
Bôken, Bôkken oder Bokken, ein aus schwerem Holz nachgebildetes Samurai-Schwert. Es wird im Aikido als Lerninstrument zu Uebungszwecken verwendet um die Bewegungsabläufe der Techniken präziser einzustudieren. Das Bokken war zu früheren Zeiten durchaus als eine tödliche Waffe im Gebrauch.
Jo
Jo oder Jô, ein 1,27 m (50 Zoll) langer und etwa 2,2 cm dicker Stock, welcher aus dem wesentlich längeren Bô abgeleitet wurde. Das Jo wird im Aikido als Lerninstrument zu Uebungszwecken eingesetzt. Es existieren von verschiedenen Aikido-Meistern vorgegebene Katas, Uebrungssequenzen, mit welchen der Aikidoka seine technischen Fertigkeiten im Umgang mit dem Jo, und damit auch in den waffenlosen Aikido-Techniken, verbessern kann.
Tanto
Tantô, oder Tanto, ein weniger als 30 cm langer Dolch oder Messer mit leicht gebogener Klinge. Es wurde von den Samurai im Gürtel getragen. Im Aikido wird meist eine Nachbildung aus Holz oder Gummi verwendet und dient zum Einstudieren von Abwehrtechniken gegen Messer.
althergebrachte Waffen
Es ist überliefert, dass vor über 700 Jahren in Japan nördlich des Berges Fuji eine Schule des ‘Bujutusu’, der alten Kampfkünste, existierte. Diese Schule war spezialisiert auf die Technik des sog. Aiki-Jutsu.
Die Techniken dieser Schule waren vom Ken-Jutsu, vom Schwertkampf mit dem Katana, abgeleitet worden und hatte sich nach und nach soweit entwickelt, dass sie sämtlichen damals bekannten Ju-Jutsu-Techniken überlegen waren (Harrison, 79)
Der Begriff ‘aiki’ bezeichnet ein Prinzip, den ganzen Körper als Instrument zur Ausführung der Techniken einzusetzen (Ratti + Westbrook, 1973/95; vergl. auch Daito Ryu Aiki-Jutsu).