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Faszientherapie
Muskel- & Faszientherapie (Myofascial Release)
ist eine ausserordentlich effektive Behandlung der Muskulatur und der Faszien. Sie dient in dem Lösen von Verklebungen, Verdickungen und Verhärtungen in der Muskulatur und den Faszien. Sie regt die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Sauerstoffversorgung im myofascialen System an, fördert die Beweglichkeit, Verschieblichkeit und Elastizität, reguliert den Spannungszustand und wirkt regenerierend im Gewebe.
Sie bildet damit häufig die Vorraussetzung für weiter physiotherapeutische Erfolge, wie:
- • die Entwicklung einer physiologischen, aufrechten und ausbalancierten Körperhaltung
- • die Entwicklung ökonomisch sinnvoller Bewegungsabläufe
- • die Entwicklung der Fähigkeit die Muskulatur gezielt anzusteuern und harmonisch zu koordinieren
- • die Verbesserung der Körperwahrnehmung
- • Entspannung
Was sind Faszien und ein Fasziennetzwerk?
Faszien bilden in unserem Körper ein dreidimensionales formgebendes Netzwerk aus Bindegewebe, das Knochen, Muskeln, Nerven und Organe umhüllt und voneinander abgrenzt. Um Reibung zu vermindern, trennen sie auch einzelne Muskelfasern untereinander. Faszien sind mit Nerven versorgt und stehen so im Kontakt mit dem Nervensystem. Sie erzeugen Kräfte durch Dehnspannung und leiten diese im Körper weiter. Muskeln verstärken diese Kräfte noch um ein Vielfaches. Dabei gilt: Je elastischer die Faszie ist, umso mehr Kraft kann erzeugt und übertragen werden. Zu den Faszien gehören Sehnenplatten, Bänder, Sehnen, Gelenkkapseln und viscerale Faszien, die für die Aufhängung und Einbettung innerer Organe verantwortlich sind. Jedes einzelne dieser Organe ist zum Schutz mit einer doppelten Faszienschicht ausgestattet. Zu den visceralen Faszien gehören zum Beispiel die Hirnhaut des Gehirns, der Herzbeutel des Herzens, das Brustfell der Lunge und das Bauchfell.
Was geschieht mit den Faszien bei hoher Faszienspannung?
Da die Faszien mit dem vegetativen Nervensystem in Verbindung stehen, hat Stress grossen Einfluss auf den Spannungszustand der Faszien. Stress erhöht ihre Grundspannung und damit die Körperspannung. Innere Gelassenheit hingegen senkt die Grundspannung der Faszien und damit sinkt auch die Körperspannung. Auf dem umgekehrten Weg führt eine hohe Faszienspannung dazu, dass wir uns gestresst fühlen und und keine innere Ruhe finden. Nerven, die durch einen Gewebebereich verlaufen, in dem die fasziale Grundspannung erhöht ist, werden gequetscht. Das führt zu Schmerzen. Auf einem Röntgenbild lässt sich das nicht erkennen. Bei undefinierbaren Schmerzen sollte man also immer auch an die Faszien denken. Der Faszienforscher Dr. Robert Schleip, Humanbiologe und Leiter des Fascia Research Project der Universität Ulm geht davon aus, dass Rückenschmerzen in nur 20 Prozent der Fälle durch Bandscheiben verursacht werden. Die übrigen 80 Prozent haben andere Ursachen, darunter nicht selten verklebte Faszien.
Ist die Faszienspannung aus unterschiedlichen Gründen anhaltend erhöht, werden wir zunehmend unbeweglich. Die Faszien verkleben, verdicken, verhärten und verkürzen. Die gut dehnbaren Elastinanteile nehmen ab und werden innerhalb der Faszie durch das zähe, kaum dehnbare Kollagen ersetzt. Der Bewegungsspielraum unserer Muskulatur und unserer Gelenke verringert sich mehr und mehr. Dann kommen auch Schmerzen dazu und das Verletzungsrisiko steigt. Faszien verändern sich über Wochen, Monate und Jahre in Abhängigkeit davon, wie wir uns bewegen, wieviel innere Anspannung und Entspannung wir haben und wie wir uns ernähren. Ist das Fasziennetzwerk gesund, elastisch und verschieblich, weist unser Körper ein ausgewogenes Spannungsmuster, eine mühelos aufrechte Körperhaltung und eine gute Beweglichkeit auf. Es ist also wichtig regelmässig ein Faszientraining oder Yoga durchzuführen.