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1868 - 1873
Die römisch-katholische Kirchgemeinde Birsfelden
Das erste Protokoll beginnt mit der Übereinkunft vom 14. November 1868 zwischen den katholischen und reformierten Einwohnern Birsfeldens über die Benützung der evangelisch reformierten Kirche.
Protestanten und Katholiken hatten 1865 die jetzige protestantische Kirche gemeinsam gebaut.
Auf Betreiben des damaligen kath. Pfarrers Bussinger von Arlesheim, (Birsfelden gehörte damals kirchlich zu Arlesheim), versuchten nun die Katholiken von Birsfelden, Ruchfeld, Muttenz, Rothhaus und Neuewelt (Münchenstein) sich zu einer Kirchgenossenschaft zu sammeln.
Am 21. März 1869 fanden sich 14 Männer zusammen, welche die neu zu gründende Missionsstation ins Auge fassten, bestellten einen provisorischen Vorstand und besprachen als wichtigstes Traktandum den Bau einer Missionskapelle.
Mit Schwung wurde nun die Bauaufgabe an die Hand genommen. Als Architekten bestellte man Herrn Bay in Basel; Maurer-, Zimmer- und Gipserarbeiten hatte die Firma Treier und Härle in Basel übernommen.
Aus dem Protokoll konnte entnommen werden, dass Herr Jakob Kilcher-Dannmeier den Kirchenbauplatz gegenüber seinem Hause am Fusse des Hardhügels gratis zur Verfügung stellte, und zwar so viel als zum Bau nötig war. Hergerichtet wurde der Platz in freiwilligem Arbeitsdienst von den Katholiken der Gemeinde, unterstützt von einer namhaften Anzahl Protestanten. Das Fest der Grundsteinlegung fand am 27. September 1869 statt. Pfarrer Hegglin von Arlesheim, der spätere erste Pfarrer von Birsfelden, hielt die Festpredigt. Unter dem Abbruchhaufen der früheren Elisabethenkappelle in Basel hatte Zimmermann Baumgartner noch die alte Kanzel entdeckt. Auf Gesuch der Baukommission hin wurde sie von der protestantischen Kirchgemeinde Basel gratis überlassen.
Am Pfingstsonntag den 5. Juni 1870 wurde die Kappelle dem heiligen Pantalus, und Bruder Klaus geweiht.
Nach dem Feste kamen aber die Sorgen gehäuft über die arme Baukommission und die kleine Gemeinde. Der Kirchenbau war auf Fr. 18’456.15 zu stehen gekommen, wovon nicht ganz die Hälfte bezahlt und von nirgends her Hilfe zu erwarten war. Aus der Not heraus wurde am 19. Juni 1870 eine zivilrechtliche Körperschaft gegründet. Unter dem Namen: «Katholischer Verein der Missionsstation Birsfelden-Neuwelt» wurde auch ein definitiver Kirchenvorstand gewählt. Zum ersten Kirchenpräsidenten wurde der verdienstvolle Jakob Kilcher einstimmig erkoren. Wie hoch die Wellen der Begeisterung immer noch gingen, geht daraus hervor, dass schon in dieser ersten Versammlung sich 9 Männer als Bürgen für die Schuldenlast zur Verfügung stellten. Man wollte damit die drängende und ängstliche Kantonalbank beruhigen.