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Das Gericht in London bezeichnet Andy Coulson als «den Hauptverantwortlichen für den Skandal». Im Laufe des Verfahrens kam ans Licht, dass «News of the World» über Jahre mehr als 600 Voice-Mailboxen von Mobiltelefonen teils sehr prominenter Opfer abgehört hatte. Eine Jury hatte ihn für schuldig befunden, die illegalen Abhörmethoden nicht nur gekannt, sondern auch geduldet zu haben.
Unter den Abhöropfern waren neben Politikern auch Mitglieder des Hofs und andere Prominente. Für Empörung sorgte vor allem, dass auch Angehörige getöteter Soldaten und Verbrechensopfer abgehört wurden. Unter diesen war auch eine vermisste britische Schülerin, die im Jahr 2002 schliesslich ermordet aufgefunden wurde.
Der Abhörskandal hatte in Grossbritannien hohe Wellen geschlagen, im Sommer 2011 wurde «News of the World» eingestellt. Coulson seinerseits musste als Kommunikationschef Camerons zurücktreten, den Posten hatte er nach seiner Chefredaktorszeit angetreten. Die Nähe zur Regierung gab der Affäre besondere politische Brisanz. Cameron entschuldigte sich inzwischen öffentlich dafür, Coulson eingestellt zu haben.
Coulsons ebenfalls angeklagte Vorgängerin auf dem Chefredaktorsposten, Rebekah Brooks, wurde im Prozess von den Richtern von allen Vorwürfen freigesprochen. Auch sie gilt als enge Bekannte von Cameron. (whr/sda/afp/dpa)
In der mit Spannung erwarteten Aufklärung der sogenannten Partygate-Affäre um Feiern während des Lockdowns in der Downing Street soll es auch um Versammlungen in Boris Johnsons eigener Wohnung gehen. Der Bericht der Beamtin Sue Gray werde auch angebliche Partys in der Wohnung des Premiers in der Downing Street Nummer 11 neben dessen Amtssitz umfassen, berichtete die «Times» am Sonntag unter Berufung auf Insider-Quellen. So sollen enge Freunde von Johnsons Frau Carrie häufiger in Lockdown-Zeiten zu Gast gewesen sein – offiziell aus Arbeitsgründen.