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Hochgefährliche Pestizide
Mehr als die Hälfte aller Pestizide wird in Ländern des globalen Südens ausgebracht. An der Spitze dieses tristen Rankings stehen Brasilien, China und Argentinien, die zusammen ungefähr 40% des Weltvolumens einsetzen. Baskut Tuncak, UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und gefährliche Substanzen, bezeichnet den massiven Einsatz hochgiftiger Pestizide in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen als einen
«tragischen Fall von Ausbeutung» und als «eine Entwicklungsmär, die meilenweit von Nachhaltigkeit entfernt ist».
Pestizide sind Giftstoffe, die dafür gemacht sind, Parasiten oder Unkraut zu vernichten. Doch tatsächlich bleibt niemand gänzlich verschont von diesen «Pflanzenschutzmitteln», wie sie ihre Hersteller nennen. Am direktesten betroffen sind Bäuerinnen oder Landarbeiter, die diese Chemikalien wiederholt und oft ungenügend geschützt ausbringen. Aber auch die Menschen in landwirtschaftlichen Gebieten, in denen Pestizide in der Nähe von Häusern oder Schulen versprüht werden, sind ihnen ausgesetzt. Und Pestizidrückstände in Lebensmitteln, Trinkwasser, Luft, Staub und dem Regen schliesslich betreffen die ganze Bevölkerung.
Welche Auswirkungen hat dieser massive Pestizideinsatz auf die Bevölkerung? Public Eye hat mehrere Monate zu diesem giftigen aber höchst lukrativen Geschäft recherchiert.