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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Ist der Bundesrat der Auffassung, dass die berufsbefähigende Qualität der gegenwärtigen FH-Ausbildung, die den Bedürfnissen der Wirtschaft anerkanntermassen entspricht, nach der Umsetzung von Bologna im zukünftigen Bachelorabschluss erhalten bleiben muss?</p><p>2. Stellt er auch fest, dass die zwölf Fachbereiche an den Fachhochschulen unterschiedliche Bedürfnisse zum Erreichen der Berufsbefähigung der Bachelor- bzw. Master-Abschlüsse aufweisen?</p><p>3. Wie stellt er sich zu der Tatsache, dass viele Länder, wie z. B. Deutschland, Finnland, England, Irland, Ungarn, Polen, Tschechien, Island usw., nach der gängigen Bologna-Praxis Studienzeiten für den Bachelorabschluss von drei bis vier Jahren (nicht weniger als 180, nicht mehr als 240 Kreditpunkte) realisiert und mehrheitlich auch gesetzlich verankert haben?</p><p>4. Ist er bereit, entsprechend dem Rahmen von Salamanca und Prag (Bachelor drei bis vier Jahre) auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in Fachbereichen einzugehen, die einem hohen Anteil an praktischen oder experimentellen Kompetenzen bedürfen?</p><p>5. Welche Möglichkeiten sieht er im Rahmen des Fachhochschulgesetzes oder der entsprechenden Verordnung, die für die Wirtschaft und den internationalen Arbeitsmarkt notwendige Qualität der Ausbildung sicherzustellen?</p><p>6. Ist er auch der Auffassung, dass die Qualität der Bachelor-Abschlüsse und deren Akzeptanz in der Wirtschaft entscheidend dazu beiträgt, das Verhältnis von Bachelor- zu Master-Abschlüssen - wie international üblich - bei 3/4 zu 1/4 zu halten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Einführung der zweistufigen Ausbildung (Bachelor/Master) stellt für die Fachhochschulen in den nächsten Jahren - vorbehältlich der Revision des Fachhochschulgesetzes - auch im Hinblick auf die Integration in die Hochschullandschaft Schweiz und die nationale und internationale Anerkennung der Diplome die grosse Herausforderung dar.</p><p>Gerne nimmt der Bundesrat zu den aufgeworfenen Fragen wie folgt Stellung:</p><p>1. Die Berufsqualifikation ist das Ziel des Bachelorabschlusses. Die Bedeutung des Erwerbes einer arbeitsmarktbezogenen Qualifizierung ist eine Vorgabe der von der Schweiz mitunterschriebenen Bologna-Erklärung vom 19. Juni 1999. Sie ist auch in Artikel 4 Absatz 2 des Gesetzentwurfes und in der vom Bundesrat verabschiedeten Botschaft vom 5. Dezember 2003 explizit festgeschrieben.</p><p>Gleichermassen stellt auch die Konferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH) in ihrer am 30. September 2003 verabschiedeten Konzeption gestufter Studiengänge Bachelor/Master die Berufsbefähigung ins Zentrum und erläutert in einem umfassenden Leitfaden, wie dieses Ziel erreicht werden kann.</p><p>2. Der Bundesrat teilt diese Auffassung. Die Fachkonferenzen der KFH haben hierzu in den einzelnen Fachbereichen Kompetenzprofile erarbeitet. Diese sollen in den nächsten Monaten in der KFH verabschiedet werden und eine wichtige Leitplanke für die Sicherung der Berufsbefähigung darstellen.</p><p>3. Der vom Bundesrat verabschiedete Gesetzentwurf sieht in Artikel 6 Absatz 2 vor, dass der Umfang der zu erbringenden Studienleistung auf der Bachelor-Stufe einem Vollzeitstudium von mindestens drei Jahren entspricht. Diese Formulierung lässt den vom Interpellanten angesprochenen Spielraum nach oben offen.</p><p>4. Der Bundesgesetzgeber gibt den Rahmen vor. In Artikel 4 Absatz 2 ist das Anforderungsprofil des Studienganges umschrieben. Adressat sind die Fachhochschulen. Aufgabe des Bundes ist nicht die Konzeption von Studiengängen, sondern zu prüfen, ob die Studiengänge den Anforderungen der Arbeitswelt entsprechen und auf deren Bedürfnisse ausgerichtet sind.</p><p>5. Mit der Einführung von Grundlagen für ein Akkreditierungs- und Qualitätssicherungssystem soll nach dem Willen des Bundesrates im Gesetzentwurf die Überprüfung der Qualität der Studiengänge professionalisiert werden. Dies stellt einen wichtigen Beitrag für die Sicherung der Qualität der Ausbildung auch mit Blick auf die Anforderungen des internationalen Arbeitsmarktes dar.</p><p>6. Die Akzeptanz der Bachelor-Abschlüsse in der Wirtschaft ist von erstrangiger Bedeutung. Die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten auf allen Ebenen (Träger, Direktionen, Fachkonferenzen, Dozentenschaft) zeigen, dass die Fachhochschulen diese Aufgabe sehr ernst nehmen. Die relevante Zielgrösse ist nicht ein im Voraus definiertes Verhältnis zwischen Bachelor- und Master-Abschlüssen, sondern ein auf dem Arbeitsmarkt nachgefragter Hochschulabschluss.</p><p>Der Bundesrat teilt deshalb die Auffassung des Interpellanten, dass nur über eine echte und nachhaltige Berufsqualifikation für den Arbeitsmarkt die Studierenden nach Erwerb des Bachelor eine berufliche Herausforderung suchen bzw. finden werden.</p>  Antwort des Bundesrates.