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Der Telefonieausrüstungshersteller Avaya hat sich mit Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) über den Kauf von Tenovis geeinigt. Unter dem Strich kostet der Deal Avaya etwa 520 Millionen Dollar. Avaya zahlt für Tenovis 370 Millionen Dollar in Bar. Als "Zugabe" übernimmt Avaya die Schulden von Tenovis, in der Höhe von 265 Millionen Dollar, darf dafür aber auch den Barbestand von etwa 115 Millionen Dollar einstreichen.
Die CEOs von Avaya und Tenovis äusserten sich angemessen enthusiastisch zu diesem Deal. Don Peterson, Avaya: "Tenovis bringt eine integrierte Vertriebs- und Serviceorganisation und eine umfangreiche europäische Kundenbasis mit zu Avaya." David Winn, Tenovis: "Wir werden Zugang zu einem Kommunikationstechnologie-Portfolio haben, das anerkanntermassen zu den besten der Welt gehört."
Tenovis bietet Hardware, Software und Services im Kommunikationsbereich an. Das Unternehmen ist der ehemalige Telefoniearm von Bosch, der im Jahr 2000, mit damals noch 9000 Beschäftigten, an KKR verkauft wurde. Die Investoren von KKR wollten Tenovis eigentlich an die Börse bringen – der Markteinbruch verhinderte dies aber. Seither hat das Unternehmen einiges Personal abgebaut. Heute arbeiten bei Tenovis noch 5400 Leute in Niederlassungen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Holland. Der Jahresumsatz 2003 lag bei rund einer Milliarde Dollar.
Avaya selbst wäre beinahe ein Opfer des Markteinbruchs, der im Herbst 2000 begann, geworden. Avaya war kurz vorher aus Lucent ausgegliedert worden und wurde in der Folge von seiner Schuldenlast fast erdrückt. Eine Weile lang hatten Beobachter Avaya deshalb wenig Überlebenschancen zugebilligt.
Inzwischen hat Avaya aber ein starkes Comeback hinter sich und ist gemäss Zahlen des Martktforschungsinstituts Dell'Oro gegenwärtig Marktführer im Bereich der Internet-Telefonie, noch vor Cisco.
Durch den Kauf von Tenovis erhöht sich der Umsatzanteil, den Avaya ausserhalb der USA erzielt, auf etwa 40%. In Europa verdreifacht sich der Umsatz ungefähr. Im Markt für Telefonieausrüstung dürfte Avaya inklusive Tenovis in Europa marktanteilsmässig nahe an die Marktleader Alcatel und Siemens heranrücken. (Hans Jörg Maron)