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<h2>SubmittedText<h2><p>In der Medienmitteilung vom 9. März 2018 verkündete der Bundesrat, Agroscope in Bezug auf Leistungen und auf die Infrastruktur wesentlich umstrukturieren zu wollen, mit dem Ziel, etwa 20 Prozent des Budgets einzusparen. Vor diesem Hintergrund stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Sind die aktuellen und zukünftigen Leistungen von Agroscope von dieser Umstrukturierung betroffen, namentlich jene in Verbindung mit dem Klimawandel, mit der Reduktion von Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie mit der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Landwirtschaftsbetrieben?</p><p>2. Welche derzeitigen Standorte von Agroscope müssten letztlich geschlossen werden, nach welchen Kriterien und mit welchem Einsparungspotenzial?</p><p>3. Beeinflusst diese neue Umstrukturierung die Baupläne des Standortes Posieux? Wenn ja, inwiefern und in welchem Masse?</p><p>4. Wie viele Personen sind von dieser Umstrukturierung betroffen, und wird es Kündigungen geben? Wenn ja, in welchen Bereichen und mit welchen Begleitmassnahmen?</p><p>5. Agroscope erlebt seine dritte Umstrukturierung innert weniger Jahre. Warum wurden die jetzt vorgesehenen Änderungen nicht bei den früheren Reformen in Betracht gezogen?</p><p>6. Die Mitarbeitenden sind in einer solchen Situation verunsichert. Ist dem Bundesrat bewusst, dass diese Sachlage die Motivation und somit die Leistungen beeinträchtigen kann?</p><p>7. Werden die betroffenen Kreise konsultiert, bevor der Bundesrat seinen für Juni 2018 geplanten Entscheid trifft?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Zukunftsprojekt "Strukturreform Agroscope" bringt eine noch stärkere Ausrichtung des Aufgabenportfolios von Agroscope auf die künftigen Herausforderungen der Landwirtschaft. Durch die Nähe einer Vielzahl von Forschenden auf einem Campus wird es zudem viel einfacher sein als heute, inhaltliche Synergien zu nutzen und neue, bereichsübergreifende, zukunftsgerichtete Projekte zu initialisieren. Die Herausforderung der landwirtschaftlichen Produktion wird in Zukunft noch mehr als heute im Systemansatz liegen. Hierfür ist Know-how aus unterschiedlichen Disziplinen unerlässlich. Auch muss auf eine kritische Grösse und Anzahl von Forschenden zugegriffen werden können, die heute in den vielen dezentralen Standorten kaum mehr gegeben ist.</p><p>2. Mit dem Projekt sollen in erster Linie die hohen Betriebskosten - sie beanspruchen 40 Prozent des Budgets von Agroscope - reduziert werden. Erste Kosten-Nutzen-Analysen haben gezeigt, dass das am besten über eine Konzentration der Standorte erreicht wird. Konkret: Standortunabhängige Forschung und Dienstleistungen von Agroscope sollen an einem Standort konzentriert werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, weiterhin dezentrale Versuchsstationen in Form von Satelliten zu betreiben.</p><p>3. Das bereits beschlossene Bauvorhaben in Posieux ist nicht betroffen. Das Projekt wird wie geplant umgesetzt.</p><p>4. Aufgrund der Zentralisierung der heute über die ganze Schweiz verteilten zwölf Agroscope-Standorte in Posieux/FR müssen voraussichtlich rund 400 bis 500 Mitarbeitende umziehen oder an den neuen Standort pendeln. Der Stellenabbau hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderen vom künftigen Aufgabenportfolio von Agroscope oder von der verstärkten Nutzung von komplementären, strategischen Forschungszusammenarbeiten. Da die Reform über einen Zeitraum von 10 Jahren umgesetzt werden soll, sollte es gelingen, den Stellenabbau weitgehend über natürliche Fluktuation umzusetzen und Entlassungen möglichst gering zu halten. Nach dem Entscheid des Bundesrates wird die weitere Umsetzung des Projektes sorgfältig geplant werden.</p><p>5. Die Vorgaben im Rahmen der strukturellen Reform des Bundesrates vom November 2017 sind unabhängig von früheren Sparmassnahmen und Reorganisationen. Die bisherigen Reformen setzten insbesondere bei einer Optimierung der Aufgabenteilung und Zusammenarbeit innerhalb von Agroscope unter Beibehaltung der heutigen Infrastrukturen an. Damit konnten aber die aufgrund der vielen Standorte relativ hohen Betriebskosten nur unwesentlich gesenkt werden. Mit den Anfang März angekündigten Massnahmen soll ein bereits vor über 10 Jahren begonnener Transformationsprozess zur Stärkung der landwirtschaftlichen Forschung abgeschlossen werden.</p><p>6. Der Bundesrat hat Verständnis dafür, dass Reformen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ängste und Unsicherheit auslösen. Nicht zuletzt deshalb hat man sich entschieden, jetzt einen grossen Schritt nach vorne zu machen. Die Mitarbeitenden werden dabei laufend über den Stand der Projektarbeiten informiert. Der bisherige bewährte Austausch und Einbezug der Sozialpartner wird weitergeführt. Gerade der Bereich der Forschung ist aber auf eine kontinuierliche Verbesserung und auf stete Bewegung und Flexibilität angewiesen, wenn die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Institution langfristig gesichert werden soll.</p><p>Hierfür sind die Schweizer Hochschulen mit ihrem international hervorragenden Renommee beste Beispiele.</p><p>7. Die von der Zukunft von Agroscope betroffenen Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, der Wissenschaft und der Landwirtschaft haben sich am 13. April 2018 zu einer konstituierenden Sitzung des externen Projektausschusses in der Projektorganisation "Zukunft von Agroscope" getroffen. Diese Delegation wird bei der Begleitung der verschiedenen Reorganisationsetappen eine wesentliche Beratungsfunktion übernehmen. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung wird die direkt betroffenen Parteien regelmässig informieren und einbeziehen. Mit diesem Austausch soll sichergestellt werden, dass beim Übergang allen Aspekten dieses ambitionierten Projekts Rechnung getragen wird.</p>  Antwort des Bundesrates.