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Gründungsdatum: April 1989
Fläche: 33.000 Hektar
Ökosystem: Cerrado
Relief: Gewellt, mit Tiefebenen
Aktivitäten: Wanderungen, Rappel, Canyon-Begehungen, Klettern, Höhlenbegehung, fotografisches Trekking und Umwelterziehung.
Ort: Bundesstaat Mato Grosso – Chapada dos Guimarães (Mittelgebirge)
Eine antike tektonische Depression, die vor Millionen Jahren stattfand, bildete eine gigantische Treppenstufe, welche die Pantanal-Ebene vom Zentralplateau trennte, in einer Region, die ehemals Meeresboden gewesen ist. In diesem Gebiet befindet sich der “Parque Nacional da Chapada dos Guimarães“, in dem sich auch das Geodesische Zentrum von Südamerika befindet. Das Szenarium wartet mit einer kontinuierlichen Felsenbarriere aus rot-orangenem Arenit auf, mit Höhenunterschieden von bis zu 350 Metern, übersät mit Canyons und Höhlen. Ausserdem überrascht die grandiose Landschaft mit archäologischen Fundstätten, in denen man Felszeichnungen und Knochen von Dinosauriern bewundern kann.
Der Park befindet sich auf einem Teil der Hochebenen, welche die Becken der Flüsse Rio Prata und Rio Amazonas trennen. Nur 67 km von der Hauptstadt Cuiabá entfernt und im direkten Umfeld des Städtchens Chapada dos Guimarães, liegt das Gelände 800 Meter über dem Meeresspiegel und präsentiert deshalb gemässigtere Temperaturen als die erwähnte Hauptstadt von Mato Grosso, in der das Thermometer im Sommer auf 40 Grad und mehr klettert!
Die Schaffung des Parks – im April 1989 – hatte mit der Anstrengung von Wissenschaftlern, Forschern und Umweltschützern zutun, die wegen der Brandrodungen und dem ausbeuterischen Tourismus in Sorge waren. Innerhalb der 33.000 Hektar des Nationalparks gibt es wahre Naturschätze. Neben dem Schutz bedeutender Exemplare aus Fauna und Flora des Cerrado, schützt der Park auch verschiedene Quellen von Flüssen, wie zum Beispiel des Aricazinho, des Coxipó und des Mutuca, die den Rio Cuiabá und die Pantanal-Ebene speisen. Sämtliche Charakteristika dieser Landschaft mit vielen verkrüppelten Bäumen und unzähligen Wasserfällen machen sie zu einem Erlebnis von seltener Schönheit.
Eine Wanderung durch diesen Nationalpark ist wie die Begegnung mit einer Kino-Landschaft. Nach allen Seiten hin bemerkt man geografische Einbrüche bestückt mit steilen Felsen, welche unglaubliche Abgründe und Pässe komponieren, dazwischen Felsformationen, die von Wind und Regen zu grotesken Steinfiguren geformt worden sind. Die orangerote Färbung der Felswände stammt von den “Latos-Böden“, welche sich zwischen Tertiär und Quartär gebildet haben, als die Natur auch die Höhlen und Canyons formte.
Beherrschend ist die Vegetation des “Cerrado“ in dieser Landschaft, mit Galeriewäldern entlang der Flüsse und, in geringerem Ausmass, submontaner Wald, der die Felsspalten und Höhenrücken bedeckt. Unter den häufigeren Baumarten finden wir Perobas, Ipês (Roseodendron Miranda), Muricis (Byrsonima crassifolia) und Pequis (Caryocar brasilense). Auf den Savannen des Cerrado sind die Grasarten Capim-mumbeca (Panicum virgatum), grama-forquilha (Paspalum notatum) und häufig. Auf den “Campos-rupestres“ findet man Orchideen und Bromelien.
Der vegetative Bestand des Cerrado erleichtert die Beobachtung der verschiedenen Tierarten. In den Bächen mit Kiesbett kann man den Cágado (Sub-Familie Pleurodira) und den Jacaré-coroa (Paleosuchus trigonatus) beobachten. Unter den Säugetieren findet man die bedrohten Tamanduá-bandeira (Myrmecophaga tridactyla), Lobo-guará (Chrysocyon brachyurus), Tatu-canastra (Priodontes maximus) und den Cachorro-do-mato-vinagre (Speothos venaticus). Einige Raubvögel leben ebenfalls in diesem Park, wie der Águia-real (Aquila chrysaetos), der Gavião-de-penacho (Spizaetus ornatus) und auch der äusserst seltene Socó-boi (Tigrisoma lineatum). Das Gebiet wird überflogen von Aras, Tukanen und Königsgeiern.
Ist tropisch und halbfeucht, heiss, mit deutlich definierten Jahreszeiten. Die Regenperiode liegt zwischen Oktober und April, und die Trockenzeit zwischen Mai und September. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 22 – 26°C, die registrierten Extreme lagen zwischen –1°C und +42°C. Der Niederschlagsindex liegt bei 1.400 und 1.600mm pro Jahr.
Sehenswürdigkeiten
Um die interessantesten Stellen dieses Parks kennenzulernen, empfiehlt sich die Begleitung eines ortskundigen Führers.
Cachoeira Véu da Noiva
Dieser herrliche Wasserfall wird von Flüsschen Rio Coxipó gebildet – er stürzt 86 Meter in freiem Fall über eine Felsterrasse hinab und verzaubert jeden Besucher. Gegen Ende der Regenzeit wächst der kleine Fluss gewaltig an Volumen und das Donnern des Wasserfalls ist als Echo im gesamten Tal davor zu hören. Er ist das bedeutendste Postkartenmotiv des Parks.
Morro de São Jeronimo
Der höchste Berg im Park, mit 836 Metern Höhe – er vermittelt dem Besucher die schönste Aussicht über die Ebene des Pantanal und auf die Felswände der Chapada dos Guimarães. Um zu diesem Aussichtspunkt zu gelangen, überquert man verschiedene Arenit-Formationen, wie zum Beispiel den Jacaré de Pedra, den Altar de Pedra und den Cogumelo de Pedra aus fast weissem Arenit. Vom “Cogumelo“ (Pilz) bis zur “Mesa de Sacrifício“ (Opfertisch) sind es mehr als 2 Kilometer. Der “Tisch“ ist eine flache Formation von 15km Breite und 12m Höhe, auf der man Muschel-Fossilien findet. Auf dem Weg zu diesem Ort entdeckt man eine enorme Felswand, bekannt unter dem Namen “Pedra Furada“ (durchbohrter Stein), dort ist eine archäologische Fundstätte mit Felszeichnungen. Um diesen Weg abzukürzen, kann man einen Trail von 8km per Jeep mit Vierradantrieb benutzen.
Casa de Pedra
Hierbei handelt es sich um eine helle und gut belüftete Höhle oder Grotte, auch bekannt unter dem Namen “Esconderijo do Riacho