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Der Sohn eines Drechslermeisters aus Glattfelden kam am 19. Juli 1819 in Zürich zur Welt. Er war nicht von Beginn weg der erfolgreiche Schriftsteller, denn eigentlich wollte er Landschaftsmaler werden. Es klappte nicht, er scheiterte kläglich.
Das väterliche Erbe verprasste er in München und kehrte 1842 nach Zürich zurück. Immer noch unwissend, was er mit seinem beruflichen Leben machen soll. 1843 sitzt er am Platzspitz und spürt den Drang zum Schreiben. Er lernt Exildeutsche kennen, politische Lyrik und Naturgedichte faszinieren ihn und schliesslich geht er in den Krieg der Freischarenzüge.
1848 erhält er ein Stipendium der Zürcher Regierung und verbringt 7 Jahre in Heidelberg und Berlin. Er studierte Geschichte und Staatswissenschaften, wollte Dramatiker werden, schrieb stattdessen aber den ursprünglich in vier Bänden erschienenen Roman «Der grüne Heinrich», den er als 36-Jähriger in äusserster existenzieller Not vollendete, und die Novellen «Die Leute von Seldwyla». Man erinnerte sich an den kleinen, untersetzten Mann aus Zürich, der auch seiner Meinung kundtat und auch schon die Faust einsetzte. 1855 kehrte er, inzwischen bekannt und anerkannt als Schriftsteller, nach Zürich zurück.
1861 wurde er zum ersten Staatsschreiber berufen. Ein Amt, das er 15 Jahre ausführte und in dieser Zeit wenig zum Schreiben kam («Sieben Legenden», den zweiten Teil «Leute von Seldwyla»).
Im Alter von 57 Jahren legte er sein Amt nieder, um sich wieder ganz dem Schreiben zu widmen. In den folgenden Jahren verfasste er die «Züricher Novellen», die zweite, grundlegend überarbeitete Fassung des «Grünen Heinrich», den Novellenzyklus «Das Sinngedicht» sowie den Roman «Martin Salander».
Keller war oft unglücklich verliebt und so verwundert es nicht, dass in seinem schriftstellerischen Schaffen oft Autobiographisches enthalten ist. Er wünschte sich Frau und Familie und alles endete immer im Unglück. So blieb er allein mit der sparsamen und griesgrämigen Schwester als Haushälterin.
Gottfried Keller war er ein geselliger, wenn auch schweigsamer Mensch: ein verlässlicher Beizengänger und Stammgast der Zürcher Öpfelchammere am Rindermarkt, wo er auch wohnte.