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Das Nadelhorn ist ein 4327 Meter hoher Berg in den Walliser Alpen auf dem Kamm zwischen Saas Fee im Saastal und Randa im Mattertal. Das Nadelhorn liegt nordwestlich der Lenzspitze und südöstlich des Stecknadelhorns und gehört zur Mischabelgruppe. Das Nadelhorn ist die höchste Erhebung im Kamm nördlich vom Dom. Als Ausgangspunkte für die Besteigung des Nadelhorns dienen die Bordierhütte oberhalb Grächen im Mattertal und die Mischabelhütte oberhalb von Saas Fee. Die Normalroute aufs Nadelhorn ist eine klassische kombinierte Hochtour, welche in der Regel im Sommer unternommen wird. Weitere lohnende Routen sind die Überschreitung von der Lenzspitze zum Nadelhorn und die Traversierung des Nadelgrates über drei Viertausender zum Nadelhorn.
Wo befindet sich das Nadelhorn und wie sieht der Berg aus?
Das Nadelhorn (4327m) befindet sich in den Walliser Alpen in der Schweiz. Der Berg erhebt sich oberhalb von Saas Fee auf dem Kamm zwischen Saastal und Mattertal. Der Gipfel liegt im Kanton Wallis auf dem Grenzpunkt der Gemeinden Saas Fee im Osten, Randa im Westen und St. Niklaus im Norden. Es gehört zur Mischabelgruppe, nach dem Monte Rosa das zweithöchste Gebirgsmassiv der Schweiz.
Das Nadelhorn besteht aus drei Wänden und drei Graten. Die Nordseite wird vom mächtigen Riedgletscher bedeckt, der sich in Richtung Grächen ergiesst. Die Südwest- und die Ostseite bestehen aus Fels. Unter der Südwestwand fliesst der Hobärggletscher Richtung Mattertal, unter der Ostwand der Hohbalmgletscher Richtung Saastal.
Die drei Grate des Nadelhorns enden in einem kleinen und spitzen Gipfel, der nur für wenige Bergsteiger gleichzeitig Platz bietet. Dort oben steht ein Gipfelkreuz. Der längste Grat ist der Nordostgrat, welcher zum Windjoch (3847m) hinunter zieht. Der Nordwestgrat ist kurz und führt zum Stecknadeljoch (4212m). Der Südostgrat ist felsig und leitet zum Nadeljoch (4207m).
Welche sind die Nachbargipfel des Nadelhorns?
Im Nordosten befindet sich das Ulrichshorn (3924m), im Nordwesten das Stecknadelhorn (4240m) und das Hohberghorn (4218m), im Westen die Hohgwächte (3739m), im Süden der Dom (4545m) und im Südosten die Lenzspitze (4293m) auch Südlenz genannt.
Wann und durch wen wurde das Nadelhorn zum ersten Mal bestiegen?
Die Erstbesteigung des Nadelhorns erfolgte am 16. September 1858. Dieser Berg wurde als einer der wenigen Viertausender des Wallis von Einheimischen erstbestiegen. Franz Andenmatten, Baptiste Epiney, Aloys Supersaxo und Joseph Zimmermann wählten den Nordostgrat, über den auch heute noch der Normalweg führt. Diese Gruppe von Bergführern und Arbeitern hatte den Auftrag, auf dem Gipfel ein trigonometrisches Signal aufzurichten.
Woher hat das Nadelhorn seinen Namen?
Der Name wurde abgeleitet von einer grossen Felsspalte, die sich rund 10 Meter nordwestlich des höchsten Punktes befindet und ein ovales Loch im Berg bildet, das Nadelloch, eine Art Nadelöhr, das vom Festijoch und auch vom Südwestgrat des Ulrichshorns aus zu sehen ist.
Welche ist die Normalroute auf das Nadelhorn und wie schwierig ist diese Hochtour?
Die Normalroute aufs Nadelhorn führt vom Windjoch über den zuerst aus Schnee und Firn bestehenden, über einen Kilometer langen Nordostgrat zum felsigen Gipfel (WS auf der SAC Hochtourenskala). Die Kletterschwierigkeiten am Gipfel sind 2a, wobei in der Regel mit Steigeisen geklettert werden muss.
Das Windjoch kann sowohl von der Mischabelhütte AACZ (3336m) über den Hohbalmgletscher (kürzester Zustieg), als auch von der Bordierhütte SAC (2886m) über den Riedgletscher und das Ulrichshorn erreicht werden. Die Mischabelhütte wird von Saas Fee (1803m) oder etwas kürzer von der Hannigalp (2339m) über einen im oberen Teil exponierten Weg mit klettersteigähnlichen Passagen erreicht (T4 aus der SAC Wanderskala). Der Aufstieg zur Bordierhütte startet in Gasenried (1660m) oberhalb Grächen. Der abwechslungsreiche Weg führt zuletzt über den Riedgletscher und klettersteigähnliche Passagen zur Hütte (T4+ aus der SAC Wanderskala).
Wird das Nadelhorn auch als Skitour begangen?
Das Nadelhorn ist kein klassischer Skiberg. Das vorgelagerte Ulrichshorn jedoch wird von der Bordierhütte als Skitour unternommen. Die Fortsetzung der Tour bis aufs Nadelhorn ist möglich, doch müssen die Skier in der Regel auf dem Ulrichshorn deponiert werden.
Welche weiteren Routen führen auf das Nadelhorn?
Die Überschreitung von der Lenzspitze zum Nadelhorn bietet schöne, mittelschwere Kletterei in einer grossartigen Umgebung. Diese Route gilt als der schnellste und sicherste Rückweg von der Lenzspitze. Vom Gipfel der Lenzspitze folgt man dem Nordwestgrat ins Nadeljoch. Von hier führt der attraktive Südostgrat des Nadelhorns über zahlreiche Türme (Kletterschwierigkeit 3a) zum Gipfel (ZS auf der SAC Hochtourenskala).
Eine weitere lohnende, aber lange kombinierte Hochtour führt von der Bordierhütte über den fast 2km langen Nadelgrat aufs Nadelhorn. Als «Nadelgrat» bezeichnet man den Gratabschnitt vom Nadeljoch bis zum Galenjoch. Dort finden sich vier attraktive Fels- und Eisberge, alles Viertausender: Nadelhorn, Stecknadelhorn, Hobärghorn und Dirruhorn. Diese Gipfel stehen nahe beieinander und werden von wenig markanten Passeinschnitten voneinander getrennt, so dass alle Gipfel an einem Tag überschritten werden können. Diese Überschreitung ist in beide Richtungen möglich, wobei die Variante von der Bordierhütte zur Mischabelhütte technisch einfacher ist (ZS, 3a), weil die heiklen Passagen zum Dirrujoch und zum Hobärghorn im Aufstieg bewältigt werden. Der Zugang von der Bordierhütte zum Nadelgrat erfolgt entweder via Galenjoch oder durch das steile Selle-Couoir.