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Notte fantasma
Regie: Fulvio Risuleo
Darst.: Edoardo Pesce, Yothin Clavenzani, Elena Gigliotti, Stefano Cipani, Elena Ferrantini, Davide Iachini, Ivano Negri, Valentina Leoni, Elisa Pierdominici u.a.
Rom an einem Samstagabend. Der 17-jährige Tarek, Sohn eines ägyptischen Vaters und einer indonesischen Mutter, ist auf dem Weg zu einer Party. Vorher soll er im Park etwas Gras besorgen, so der telefonische Auftrag seiner munteren Clique. Auf einer menschenleeren Strasse wird Tarek plötzlich von einer Zivilstreife angehalten, anscheinend wurde er beim Kauf beobachtet. Statt es bei einer Verwarnung zu belassen, nötigt der dubiose Polizist Tarek zum Einsteigen, fährt aber nicht zur Polizeiwache. Das diffuse Unbehagen verstärkt sich im Lauf der abenteuerlichen Nacht und Tarek wird klar, dass dieser Mann Probleme hat. Beängstigend ist, dass er ihm ausgeliefert zu sein scheint. Doch als der Morgen graut, haben sich die Rollen vertauscht … In «Notte fantasma», dem dritten Spielfilm des 1991 in Rom geborenen Regisseurs und Comiczeichners Fulvio Risuleo, gerät eine unfreiwillige nächtliche Spritztour ausser Kontrolle. Das Resultat ist ein atemloser Roadtrip mit zwei Protagonisten, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Der Film, der seine Premiere 2022 am Filmfestival von Venedig in der Sektion Orizzonti Extra feierte, wird von zwei grossartigen Darstellern getragen. Mit Edoardo Pesce, der für seine Nebenrolle in Matteo Garrones «Dogman» mehrfach ausgezeichnet wurde, arbeitete Risuelo schon in «Il colpo del cane» zusammen, der 2020 in der Reihe Cinema Italiano zu sehen war. Yothin Clavenzani, der hier seine erste Filmrolle spielt, wurde dafür am Les Arcs Film Festival mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet. Fulvio Risuelo erzählt in einem Interview, dass ihm die Idee zu «Notte fantasma» kam, weil er sich schon lange mit dem Thema Machtmissbrauch beschäftige. Luigi Abiusi schreibt in Il manifesto: «‹Notte fantasma› ist ein ungewöhnlicher italienischer Film. Er hat etwas von Scorseses ‹After Hours›, etwas von Tarantino – kurz gesagt, eine Vorliebe für das Geschichtenerzählen und für das Abenteuer (…). Sind die Figuren in ‹Notte fantasma› wirklich real? Die Geisternacht entführt in die Nebenstrassen eines fast unbekannt wirkenden Rom, durch verlassene Ecken, durch die Schatten in Nischen und Tunneln, die plötzlich in die Morgendämmerung führen. Ein Erlebnis.»