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William White, ehemaliger Chefökonom bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bezeichnet die bisherigen Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank gegen die Frankenstärke als «das Bestmögliche».
«Die Nationalbank tut in dieser heiklen Situation, in der die Probleme von aussen kommen, das Bestmögliche», sagte White im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Der Franken sei klar überbewertet, deswegen sei die Ausweitung der Geldmenge sinnvoll.
«Ich bin erleichtert über den Meinungsumschwung in der Schweizer Bevölkerung, die den Kurs jetzt mehrheitlich unterstützt», so White, heute Chairman beim «Economic and Development Review Committee» der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). «Die Kritik, die bis vor kurzem zu hören war, hat mich an das mittelalterliche Prinzip erinnert, den Boten für das Überbringen schlechter Nachrichten zu bestrafen.»
Auf die Frage, ob die SNB vorübergehend einen bestimmten Wechselkurs des Euro zum Franken verteidigen soll, sagte White: «Das ist wegen der Grösse des Marktes problematisch.» Nichts sei schwieriger vorherzusagen als kurzfristige Entwicklungen auf den Devisenmärkten.
Eine mögliche Hilfe, um die Schuldenkrise in Europa zu lösen, sieht er in Eurobonds. Schulden-Länder wie etwa Italien und Spanien setzten sich für die Einführung ein, Deutschland und Frankreich sind dagegen. «Aber wenn ein grosser, liquider Markt entsteht, vergleichbar mit dem für US-Staatsanleichen, könnten Eurobonds sogar zu tieferen Renditen gehandelt werden als deutsche Staatsanleihen», sagte White.
(laf/sda)