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In einem Aufsatz unter dem Titel "Coal or Nuclear in New Power Stations: the Political Economy of an Undesirable but Necessary Choice" in der Januar-Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift Energy Journal analysiert Radetzki die verschiedenen Argumente. Davon ausgehend, dass weltweit bis 2010 die Kraftwerkskapazität gegenüber 1995 um 60% steigen werde und Gas, wo verfügbar, die erste Wahl darstelle, sei doch in wichtigen Fällen am Schluss zwischen Kohle und Kernenergie zu entscheiden. Die Internationale Energie-Agentur gehe davon aus, dass bis 2010 trotz aller Klimabedenken in neun von zehn Fällen auf Kohle gesetzt werde. Dies sei aber nur eine Abschätzung. Eine andere Gewichtung der drei entscheidenden Elemente - interne Erzeugungskosten, externe Erzeugungskosten und die öffentliche Meinung über die externen Kosten - könnte die Entwicklung umkehren.
Laut der Analyse durch Radetzki schneidet die Kernenergie bei den internen Erzeugungskosten je nach eingesetztem Zinssatz für investiertes Kapital leicht günstiger oder etwas weniger günstig als die Kohle ab. Anders bei den externen Kosten: Während diese bei der Kohle fast gleich hoch seien wie die internen Kosten, fielen sie bei der Kernenergie kaum ins Gewicht, so dass die Gesamtkosten des Stroms aus Kernenergie immer 20-25% tiefer seien als bei Strom aus Kohle. Unbeeindruckt von diesen Tatsachen hätten die energiewirtschaftlichen Laien eine eigene Meinung über die externen Kosten. Sowohl bei der Kohle mit einem Faktor 25 wie besonders auch bei der Kernenergie mit einem Faktor 100 würden diese Kosten weit überschätzt. Sie erhielten so ein übergrosses Gewicht bei der Entscheidungsfindung. Die in den Meinungen oder besser den Vorurteilen verankerte Kostendifferenz erscheine so gross, dass in mehreren europäischen Ländern der politische Entscheid zum Ausstieg aus der Kernenergie getroffen worden sei oder ernsthaft erwogen würde.
Quelle
P.B. nach NucNet vom 26. Januar 2000