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In Frankreichs Überseegebieten hat am Samstag die französische Präsidentschaftswahl begonnen. Die Bürger der Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der Ostküste Kanadas waren die ersten der 44,5 Millionen wahlberechtigten Franzosen, die ihre Stimmen abgeben konnten.
In den Stunden danach begann die Abstimmung zur ersten Wahlrunde auch in Guyana in Südamerika und auf den Karibikinseln Guadelope, Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin sowie den Inseln in Französisch-Polynesien. Auch auf dem amerikanischen Festland von Québec bis Argentinien konnten dort lebende Franzosen ihre Stimme abgeben.
In Frankreich selbst öffnen die 85'000 Wahllokale am Sonntagmorgen. Zur Wahl treten neben dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy neun weitere Kandidaten an. Als Favorit in der ersten Runde gilt in den Umfragen der Sozialist François Hollande gefolgt von Sarkozy sowie der Rechtsradikalen Marine Le Pen, dem Linkspolitiker Jean-Luc Mélanchon und dem Zentrumspolitiker François Bayrou.
Sieg Hollandes im zweiten Wahlgang
In den jüngsten Umfragen zur ersten Abstimmungsrunde kam Hollande im Durchschnitt auf 28 Prozent. Sarkozy lag mit rund 26 Prozent auf Platz zwei vor Marine Le Pen (16 Prozent) und Mélenchon (14 Prozent). Für die Stichwahl am 6. Mai wird Hollande ein klarer Sieg gegen Sarkozy vorausgesagt.
Für die zweite Wahlrunde liegt Hollande in den Umfragen im Durchschnitt bei 55,7 Prozent, Sarkozy bei 44,3 Prozent. Meinungsforscher weisen allerdings darauf hin, dass viele Franzosen bis zuletzt unentschlossen waren. Entscheidend wird sein, ob die Anhänger der unterlegenen Kandidaten im zweiten Wahlgang zur Wahl gehen und für wen sie sich dann entscheiden.
Sarkozy vor peinlichem Rekord
Sollte Sarkozy in der ersten Wahlrunde hinter Hollande landen, wäre dies das schlechteste Ergebnis eines Präsidenten der fünften Republik. Bislang profitierten alle seine Vorgänger zumindest in der ersten Abstimmungsrunde von einem Amtsbonus und entschieden sie für sich.
Für die Sozialisten gilt ein Sieg in der ersten Runde als Vorentscheidung. Sie hoffen darauf, erstmals seit 1995 wieder an die Macht zu kommen. Damals war François Mitterrand aus dem Amt geschieden, Sarkozys Parteifreund Jacques Chirac gewann die Wahl.
Mit dem frühen Beginn der Abstimmung in den Überseegebieten soll verhindert werden, dass die 882'000 dort lebenden Wähler erst ihre Stimme angeben, wenn die Ergebnisse in Frankreich bereits feststehen. Ihre Ergebnisse werden aber genauso wie die Ergebnisse in Frankreich erst am Sonntag um 20.00 Uhr nach der Schliessung der letzten Wahllokale bekannt gegeben.
SDA-ATS