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William Shakespeare
Meine Mittel will ich so verwalten, dass wenig weit soll reichen.
William Shakespeare
Wie entstand der Grosse, Allmächtige und Unüberwindliche Rat von Zug (GAUR)? Wer sind seine Getreuen und wie wird man Mitglied in dieser eingeschworenen Vereinigung? Der Zuger Chronist Hans Kolin führt den Ursprung sowie die Privilegien des «GAUR» Zug» auf Kaiser Otto I. (936 - 973) zurück. Protokolle und Aufzeichnungen findet man allerdings erst im 15.-18. Jahrhundert.
Die wüsten Gesellen
Daselbst wird berichtet, dass 1477 ein sogenannter Saubannerzug ins Welschland zog, um den zugesprochenen Anteil an der Burgunderbeute nach Zug zu bringen. Dieser Saubannerzug nahm aber ein unrühmliches Ende und die «wüsten Gesellen» mussten unverrichteter Dinge nach Zug zurückkehren.
Würdige Herren
Im Laufe der Zeit wurde aus dem übermütigen Rat eine abgeschlossene Gesellschaft würdiger Herren, die sich zur Pflege des gesellschaftlichen Lebens, der Erhaltung guter Sitten, zur Entwicklung des demokratischen Lebens sowie karitativer Zwecke zusammentaten. Sie hatten eine eigene Gerichtsbarkeit, die vom Rat der Stadt Zug voll anerkannt wurde. Das älteste Mitgliederverzeichnis datiert aus dem Jahre 1586. Das vorläufige Ende des GAUR von Zug war der Brand vom 18. Februar 1795 in der «Geissweid», wo die Gründungsstätte der Gesellschaft, die alte Trinkstube mit der Darstellung des Saubannerzuges, ein Raub der Flammen wurde.
Vorläufiges Ende
Die Französische Revolution und die damit verbundenen revolutionären Umwälzungen 1798 verhinderten leider eine Weiterführung der Gesellschaft. Am 6. August 1977, in Erinnerung an den Saubannerzug nach Genf, wurde der «GAUR» von Zug» durch junge Zuger aus einer fast 200-jährigen Verbannung wieder in die «uralten Rechte» eingesetzt, folglich auch «zeitgemäss» gewandet und bewaffnet.
Kameradschaft & Geselligkeit
Sinn und Zweck der heutigen Gesellschaft ist die Hebung und Pflege des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens und gemäss Satzungen werden allen Reichsfrauen, Reichsrittern, Edelfrauen, Rittern und Junkern die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten zuerkannt. Daneben wird bei der Beurteilung von «Menschlichem, Allzumenschlichem» durch das eigene Gericht mild geurteilt. Echte Kameradschaft und witzige Geselligkeit stehen bei den Zusammenkünften und Veranstaltungen stets im Mittelpunkt.
Alljährlich Anlässe
Alljährlich wiederkehrende Anlässe des GAUR sind der Reichsrat im Januar, der Reichskongress im Februar, der Ritterschlag respektive die Reichsfrauenerhebung (Aufnahme neuer Mitglieder) im April, der Frauentag am St.-Urbans-Tag am 25. Mai, bei dem die edlen Reichsfrauen die Ritter zu einem kulturellen und kulinarischen Anlass einladen. Der Geburtstag des «neuen» GAUR am 6. August, die Übergabe des «Zehnten» ans Kloster Maria Opferung an Martini (11.11.), das traditionelle Rötelimahl Ende November und der Bacchusstamm als Abschluss des Gesellschaftsjahres im Dezember. Zudem wird der GAUR zu historischen Treffen oder zum Schutz und zur Begleitung amtlicher Würdenträger eingeladen. So begleitet und beschützt der GAUR seit vielen Jahren die Gesellschaft zu Fraumünster von Zürich am Sächsilüüte auf dem Weg zum Böög.
Wie wird man Mitglied?
Um in den Grossen, Allmächtigen und Unüberwindlichen Rat von Zug aufgenommen zu werden, muss man sich erst für den sogenannten Novizenstamm anmelden und sein Interesse an der Gesellschaft kundtun. Vorteilhaft ist auch ein Götti oder eine Gotte, die der Ritterschaft die Kandidatin, respektive den Kandidaten für ein Noviziat vorschlägt. Dieses Noviziat von einem Jahr dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der Anwärter / die Anwärterin sollte einen Grossteil der jährlichen Veranstaltungen besucht haben. Am Reichsrat wird über eine Aufnahme diskutiert und am Reichskongress erfolgt dann die definitive Aufnahme in den Rat. Der Höhepunkt ist dann die Reichsfrauenerhebung, respektive der Ritterschlag im April. Weiterführende Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.gaur-zug.ch
15.9.2019