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In seinem Wasserkreislauf ist das Wasser dauernd in Bewegung. Am auffälligsten wird dies, wenn das Wasser als Regen oder Schnee auf den Boden fällt. Auf dem Boden oder der Vegetation angekommen, geht die Reise gleich weiter. Manche Wasserteilchen tun dies mit grosser Geschwindigkeit und verdunsten kurz nachdem sie als Regen auf den Boden oder auf die Vegetation niedergefallen sind. Andere Wasserteilchen können zu Eis gefrieren oder in die tief gelegenen Wasservorräte des Grundwassers versickern. In diesen Fällen kann das Wasser Hunderte oder Tausende von Jahren verweilen, bevor die Reise auf dem Wasserkreislauf eine Etappe weitergeht. Am leichtesten sichtbar ist das Wasser, das als Quellrinnsal, Bach oder Fluss durch die Landschaft fliesst.
Seit der Auffaltung der Gebirge vor Millionen von Jahren hat das Wasser sie nach und nach wieder abgetragen. An diesem bis heute anhaltenden Vorgang sind verschiedene Prozesse beteiligt. Wenn Wasser in Felsspalten gelangt, kann es beispielsweise den Fels sprengen, indem sich das im Winter zu Eis erstarrende Wasser ausdehnt. Im Kalkgestein des Juras löst das versickernde Wasser den Fels durch chemische Vorgänge auf und hinterlässt unterirdische Hohlräume, den Karst. Wenn Wasser oberirdisch vom Gebirge ins Tiefland und schliesslich ins Meer fliesst, werden als Folge des Höhenunterschieds grosse Kräfte freigesetzt. Wasser, das unter normalen Verhältnissen nur Sand oder feinen Kies bewegen kann, setzt bei Hochwasser immense Kräfte frei und kann die Ablagerungen auf der Flusssohle und im Uferbereich abtragen. Dieser Schotter wird vom Wasser in die weiter unten liegenden Gewässerstrecken transportiert und dort wieder abgelagert. Boden- Erosion und Erdrutsche werden ebenfalls vom Wasser angetrieben. Sie treten in der Regel bei lange anhaltenden und starken Regenereignissen auf.
Wasser ist das Grundelement für die Lebensprozesse sowohl im Wasser als auch an Land. Alle Lebewesen – ob Mikroorganismus, Pflanze, Tier oder Mensch – könnten ohne Wasser nur kurze Zeit überleben. Die Lebensprozesse im Inneren benötigen das Wasser als Lösungsmittel für die komplexen biochemischen Vorgänge oder bei den Landpflanzen zur Aufnahme der Nährsalze aber auch als Stützgerüst.
Die ersten Lebewesen haben sich im Wasser entwickelt. Heute lebt in den Gewässern eine besonders artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Wasserpflanzen, karpfenartige Fische, Amphibien sowie die kleinen Wasserschnecken, Muscheln, Wasserkäfer und Wasserwanzen leben mehrheitlich in stehenden Gewässern. Fliessgewässer sind dagegen die Heimat der lachsartigen Fische sowie besonders vieler Arten der kleinen Eintagsfliegen, Steinfliegen und Köcherfliegen. Als Folge von Nutzungen und Verbauungen ist die Lebensgemeinschaft vieler Gewässer heute jedoch stark beeinträchtigt.
Der Mensch nutzt das Wasser auf vielseitige Art und Weise. Er leitet Trinkwasser aus Quellen zu Brunnen und in Wasserreservoire oder pumpt es aus dem Grundwasser hoch. Das Wasser dient auch als Transportweg. Auf Flüssen oder in Kanälen hat der Mensch früher Baumstämme und Waren geflösst. Heute transportieren die Rheinschiffe Waren vom Meereshafen in Rotterdam innerhalb von wenigen Tagen in die Häfen im Landesinneren. Ab dem 12. Jh. haben die Bewohner der Region Basel mit aufwendig errichteten Kanälen Wasser ins St. Alban-Tal geleitet, wo es die Wasserräder von Mühlen angetrieben hat. Später wurden an allen Flüssen im Kanton Basel-Landschaft Kanäle gebaut und mit dem abgeleiteten Wasser Wasserräder von Mühlen, Webstühlen oder anderen Maschinen angetrieben. Seit der Einführung der Elektrizität treibt das Wasser der Flüsse Turbinen in Wasserkraftwerken an, diese wandeln Wasserkraft in elektrische Energie um. Im Stromnetz wird die vielseitig verwendbare Energie zu den Nutzern transportiert.
Der Mensch muss das Wasser mit den anderen Lebewesen teilen. Wenn er beispielsweise zur Erzeugung von Elektrizität einen Fluss aufstaut, verlieren die strömungsliebenden Fische einen wichtigen Bereich ihres Lebensraums. Fischarten wie die Bachforelle, die Äsche oder die Nase benötigen zur Laichablage eine lockere Flusssohle. Die Zwischenräume im Kies werden von sauerstoffreichem Wasser durchströmt und ermöglichen die Entwicklung der Fischeier und Jungfische. In aufgestauten Flussabschnitten sammelt sich Feinmaterial auf der Sohle an und die Kinderstuben der Flussfische verschwinden.
Oft teilen sich jedoch Menschen mit verschiedenen Interessen ein Gewässer. In den Rhein wird in der Region Basel gereinigtes Abwasser eingeleitet. Einige Kilometer weiter unten entnehmen die Anwohner Wasser, um daraus Trinkwasser für die Bevölkerung zu gewinnen. Dies geht nur gut, solange das Abwasser ausreichend gereinigt wird und somit keine Gefahr für das Trinkwasser flussabwärts besteht. Wenn das Wasser stärker verschmutzt wird, müssen die Anwohner flussabwärts ihr Trinkwasser mit hohem Aufwand aufbereiten. Wasser, das mit geringem Aufwand als Trinkwasser genutzt werden kann, wird knapp und es entstehen Konflikte.
Wasser ist Allgemeingut, es gehört allen Bewohnerinnen und Bewohnern. Wer es nutzt muss Rücksicht nehmen auf die Interessen anderer Nutzer. Nur dann kann die Menschheit noch lange vom immer gleichen Wasser leben, das durch den Wasserkreislauf dauernd erneuert wird.
DK
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