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Basel, um 1582
Hans Michel
Alabaster
H. 17,2 cm
Inv. 1906.28.
Amerbach-Kabinett
Der Basler Sammler Basilius Amerbach berichtet 1585/87 selbst darüber, dass ihm der Bildhauer Hans Michel den Jupiter-Torso nach dem Vorbild einer Bronzestatuette nachgemacht habe. Erhalten sind in der Sammlung sowohl dieses Vorbild des stehenden bekränzten Jupiter mit dem Blitzbündel in der Rechten, das damals als antik galt, tatsächlich aber eine Renaissancebronze ist, wie auch das Wachsmodell, das die Umbildung des Vorbilds zum Torso dokumentiert. Der Vergleich gibt ein Beispiel des Antikenverständnisses der Spätrenaissance und lässt die Handschrift des Bildhauers erkennen, von dem sonst nur grossplastische Werke überliefert sind: Hans Michel, der aus Strassburg stammte und 1574 in Basel als Bürger aufgenommen wurde, schuf 1580 die monumentale Steinfigur des Munatius Plancus im Hof des Basler Rathauses. Von ihm sind Bau-, Brunnen- und Grabmalsplastiken in Säckingen, Delémont und Ribeauvillé bekannt. Er war neben Daniel Heintz der bedeutendste Bildhauer in Basel am Ende des 16. Jahrhunderts.