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Technische Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI)
Innerhalb der Europäischen Union wurde die rechtliche Basis der TSI mit der Richtlinie 2008/57/EG vom 17.6.2008 als Ersatz für die Richtlinien 96/46/EC (Interoperabilität Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnsystem) und 2001/16/EG (Interoperabilität konventionelles Eisenbahnsystem) geschaffen. Seit 2006 wurden bereits verschiedene TSI in Kraft gesetzt. In den EU-Mitgliedstaaten sind die TSI den nationalen Vorschriften übergeordnet. In der Schweiz gelten die TSI als Regeln der Technik und als Sorgfaltsregeln (AB-EBV).
Ziel ist die Definition einheitlicher Vorgaben für das System Eisenbahn zur Sicherstellung des grenzüberschreitenden interoperablen und sicheren Verkehrs innerhalb der EU. Nebst den bisher betrachteten Strecken des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (Trans European Network for Transport, TEN-T) sollen die Vorgaben auf das ganze Normalspurnetz der EU ausgedehnt und eine Zusammenführung der Bereiche „Hochgeschwindigkeit" und „konventionelles Eisenbahnsystem" erreicht werden.
Die EU-Kommission erteilt der Europäischen Eisenbahnagentur (European Railway Agency, ERA) mit Sitz in Valenciennes konkrete und terminierte Mandate zur projektmässigen Erarbeitung und Weiterentwicklung der TSI.
Die TSI decken allerdings nur einen Teil des gesamten Vorschriftenfeldes ab. Die nationalen Prüfungen bilden nach wie vor einen bedeutenden Anteil des erforderlichen Sicherheitsnachweises. Aus diesem Grund wird der Ansatz über die Cross Acceptance solange von Bedeutung bleiben, bis der Zulassungsprozess über die europäischen Spezifikationen weitgehend harmonisiert sein wird. Wegen der Langlebigkeit der Bahnsysteme wird dieser Vorgang voraussichtlich mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.