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Auweia! Das Eis war wohl zu dünn! Monsieur und Madame Santé gingen auf dem gefrorenen See Schlittschuhlaufen. Doch es dauerte nicht lange, da brachen beide im dünnen Eis ein. Ihre Hilferufe wurden zum Glück rasch von Spaziergängern gehört. Diese alarmierten sofort die Feuerwehr und die Ambulanz. Wie geht es nun weiter? Im Spital wurde bei …weiterlesen »
Auweia! Das Eis war wohl zu dünn! Monsieur und Madame Santé gingen auf dem gefrorenen See Schlittschuhlaufen. Doch es dauerte nicht lange, da brachen beide im dünnen Eis ein. Ihre Hilferufe wurden zum Glück rasch von Spaziergängern gehört. Diese alarmierten sofort die Feuerwehr und die Ambulanz. Wie geht es nun weiter?
Im Spital wurde bei beiden Erfrierungen und Prellungen festgestellt. Monsieur Santé erlitt zusätzlich einen Beinbruch.
Unfallmeldung beim Unfallversicherer
Monsieur und Madame Santé sind beide berufstätig und nun für eine gewisse Zeit arbeitsunfähig. Die Eheleute informieren ihre jeweiligen Arbeitgeber über den Unfall und dass sie nicht zur Arbeit erscheinen können.
Der Arbeitgeber von Monsieur Santé meldet den Unfall seiner Unfallversicherung, die er für seine Angestellten abgeschlossen hat.
Die Unfallversicherung prüft die eingegangene Schadenmeldung auf folgende Punkte:
- Ist die Firma zum Zeitpunkt des Unfalles versichert?
- Betriebe die bei der Suva versichert sein müssen, sind gesetzlich bestimmt
- Alle anderen Betriebe können sich bei einer Versicherung nach Wahl versichern
- Ist die verunfallte Person nach UVG (Bundesgesetz über die Unfallversicherung) versichert?
- Gilt er als Arbeitnehmer? oder als Selbstständigerwerbender?
- Besteht eine Abredeversicherung?
- Hat sich der Unfall während der Arbeitszeit oder in der Freizeit ereignet?
- Besteht Versicherungsschutz für Berufsunfall und Nichtberufsunfall?
- Arbeitet die verunfallte Person mindestens 8 Std./Woche bei einem Arbeitgeber?
- Wie ist der genaue Hergang des Unfalles auf der Schadenmeldung geschildert?
- Ist der Unfallbegriff erfüllt? Liegt eine Unfallähnliche Körperschädigung vor? Oder eine Berufskrankheit?
- Wurde der Unfall grobfahrlässig verursacht oder ein Wagnis eingegangen?
- Werden von anderen Versicherungen Leistungen bezogen?
- Falls die verunfallte Person Taggelder der Invaliden- oder Arbeitslosenversicherung bezieht, müssen diese mit den Taggelder der Unfallversicherung koordiniert werden
Nach erfolgter Prüfung, verschickt die Unfallversicherung der Firma der verunfallten Person eine Bestätigung, dass die gesetzlichen Leistungen für den erlittenen Unfall übernommen werden. Monsieur Santé erhält nach kurzer Zeit das Übernahmeschreiben der Versicherung. Madame Santé erfährt von Ihrem Arbeitgeber telefonisch, dass sie den Unfall ihrer Krankenversicherung melden müsse, da sie beim Arbeitgeber für Freizeitunfälle nicht versichert sei. Madame Santé ist verunsichert. Sie ruft ihre Krankenversicherung an und schildert den Sachverhalt.
Unfallmeldung beim Krankenversicherer
Die Sachbearbeiterin erkundigt sich bei Madame Santé wie viele Stunden pro Woche sie arbeite? Es stellt sich heraus, dass es nur 4 Stunden sind. Nun ist klar: Da Madame Santé weniger als 8 Std./Woche arbeitet, ist sie nur während der Arbeitszeit und auf dem Arbeitsweg über die Unfallversicherung ihres Arbeitgebers versichert. Da sich der Unfall aber in der Freizeit ereignet hat, ist die Krankenversicherung zuständig. Die Sachbearbeiterin wird Madame Santé eine Unfallanzeige zustellen, damit sie den Unfall melden kann.
Sobald die ausgefüllte Unfallanzeige bei der Krankenversicherung eintrifft, werden folgende Punkte geprüft:
- Ist die verunfallte Person gegen Unfall versichert?
- Besteht eventuell eine andere Unfallversicherung aufgrund eines Angestellten-Verhältnisses? Wenn ja, wer ist zuständig?
- Wie hat sich der Unfall ereignet? Falls eine Drittperson am Unfall mitbeteiligt war, werden allfällige Haftpflichtansprüche geprüft
Die Leistungen der Versicherung
Die Unfallversicherung von Monsieur Santé übernimmt laufend die Kosten der Heilbehandlung und bezahlt die Taggelder an den Arbeitgeber (solange dieser den Lohn weiterbezahlt, ansonsten geht das Taggeld direkt an die verunfallte Person). Die Krankenversicherung von Madame Santé übernimmt die anfallenden Kosten für die Heilbehandlungen. Taggelder werden keine bezahlt.
Kürzung von Leistungen
Die Wunden heilen, die Behandlungen sind bald abgeschlossen. Doch oh Schreck! Monsieur Santé erhält ein Schreiben der Unfallversicherung. «Die Abklärungsberichte würden vorliegen. Der zugefrorene See hätte nicht betreten werden dürfen, da dieser nicht freigegeben war. Der Unfall wurde somit grobfahrlässig verursacht! Daher werden bei den Taggeldzahlungen Kürzungen vorgenommen.» Wenn Monsieur Santé Pech hat, wird ihm sein Arbeitgeber die Kürzung beim Lohn abziehen. Autsch, das tut nochmals weh!
Rückfall
Hoffen wir es nicht, aber falls Monsieur oder Madame Santé einen Rückfall erleiden (Wiederauftreten der Beschwerden), gilt folgendes:
- Madame Santé meldet ihren erneuten Leistungsanspruch ihrer aktuellen Krankenversicherung. Die Leistungen werden von der Versicherung übernommen, bei der sie während der Behandlungszeit versichert ist (das Unfalldatum ist nicht massgebend).
- Monsieur Santé meldet seinen Rückfall seinem Arbeitgeber, bei dem er zur Zeit des Unfalles angestellt und versichert war. Die Leistungen für die Rückfallbehandlungen werden von der Versicherung übernommen die zum Zeitpunkt des Unfalles leistungspflichtig war.
Soweit zum fiktiven Fall von Monsieur und Madame Santé. Weitere Informationen zum Thema «Unfall – wie geht es nun weiter?» erhalten Sie sowohl im Grundkurs 2, wie auch im Spezialkurs Unfallerkennung.