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Wie schön wir waren
Imbolo Mbue
Kiepenheuer & Witsch
2021
Was wir in den Zeitungen über die Ölkatastrophe im Nigerdelta nachlesen konnten, wurde in diesem Roman in schöne Worte gefasst. Und ich meine nicht, dass die Sache als solche beschönigt wurde, sondern dass es ein Genuss ist, diesen Roman zu lesen! Öllecks haben das Ackerland unfruchtbar gemacht, Kinder sterben, weil das Trinkwasser vergiftet ist. Die Dorfbewohner von Kosawa werden vom Ölkonzern immer wieder vertröstet. Es bedarf nach jahrelanger Passivität den Anstoss des Dorfirren, der den Wiederstand und den Kampf gegen den Konzern ins Rollen brachte. Den Irren, den niemand berühren darf, da man sich sonst den schlimmsten aller Flüche auf sich zog. Der Kampf sollte Jahrzehnte dauern, angeführt von einer jungen Frau, die bereit ist, für die Gemeinschaft alles zu opfern. Die Autorin Imbolo Mbue, in Kamerun aufgewachsen, wurde schon für ihren Debütroman „Das geträumte Land“ mit dem renommierten PEN/Faulkner Award ausgezeichnet (der Preis geht auf eine Spende des Literaturnobelpreisträgers William Faulkner zurück). Und auch mit diesem Roman über die Profitgier der westlichen Konzerne, über die Korruption der Regierung und über das Gespenst des Kolonialismus, gepaart mit dem afrikanischen Gemeinschaftssinn, ist Imbolo Mbue in einer musikalischen Sprache der afrikanischen Erzähltradition ein meisterhaftes Werk gelungen.