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Angefangen hat die Firmengeschichte bereits im Juli 1948, als Willy Streil mit seinem Freund Theo Furler, die Handelsfirma Streil & Furler ins Leben rief. Ihr damals angegebener Firmenzweck lautete: “Import von Produkten in den Schweizer Markt“. Importiert haben sie Modellbausätze aus Balsaholz, Balsabrettchen und Modellmotoren, hauptsächlich aus England, wo dieses Hobby bereits viele Freunde hatte. Anfangs ging das Geschäft jedoch schleppend, was zum Austritt von Theo Furler aus der Firma führte. Nun war es in der alleinigen Verantwortung von Willy Streil, der den Namen 1949 auf „W. Streil Modellbauartikel“ änderte.
Den damaligen Modellbauern war Balsaholz nicht geheuer, bauten sie doch ihre Modelle bisher vorwiegend aus Kiefern- und Sperrholz. In dieser Zeit missionierte Willy Streil immer wieder für seine Bausätze und den Einsatz von Balsa, was aber noch nicht ausreichte, um als Firma zu überleben. Deshalb nahm er wieder eine Stelle an. In dieser Zeit heiratete Willy Streil seine Christl, die ebenfalls arbeitete und nun mit ihm gemeinsam die Firma von ihrer Wohnung in Zürich-Altstetten führte. Da Willy Streil als Staatsangestellter keinen Nebenverdienst haben durfte, musste nun seine Frau ihren Namen geben und so hiess die Firma ab 1950 „C. Streil“.
Mit der Belieferung der Modellbaukurse der Stadt Zürich von Ernst Klauser, mit selbst produzierten Bausätzen begann sich das Geschäft positiv zu entwickeln. Insgesamt entstanden im Laufe der Geschichte 8 Modelle aus Eigenproduktion wie Cesi, Piccolo oder Bye-Bye, welche innert 30 Jahren über 150'000 mal an die Schulen der ganzen Schweiz geliefert wurden.
Langsam trug auch die Missionarsarbeit Früchte und immer mehr Modellbauer erkannten die Vorteile der neuen Materialien, was das Geschäft ebenfalls belebte. Im Februar 1955 bezog die Firma C. Streil ihr erstes Ladenlokal an der Nordstrasse 145 in Zürich und Christl Streil machte aus der Freizeitbeschäftigung einen fulltime Job. Von da an entwickelte sich die Firma so gut, dass Willy Streil nach einem halben Jahr seinen Beruf ebenfalls aufgeben konnte, zum „& Co“ wurde und sich nun voll und ganz dem Modellbaufachgeschäft widmen konnte.
Als Modellbaubegeisterter Jugendlicher ging man damals „zu Christine posten“ um Nachschub an Balsabrettchen und anderem Zubehör zu erstehen.
In den folgenden Jahren entwickelte sich eine ganze Modellbauindustrie und die Firma „C. Streil & Co“ etablierte sich als Generalvertretung verschiedener Hersteller für die Schweiz. Auch für den Architekturmodellbau wurden neue, interessante Materialien vertrieben und damit eine weitere Pionierleistung für die Schweiz erbracht.
Die Herausgabe, des alle 2 Jahre erscheinenden CES-Kataloges ab 1956 bis zur 18. und letzten Ausgabe 1988 und die periodisch erscheinende Hauszeitung „CES Kurier“, machten die Firma auch zu einem wichtigen Versandhändler der damaligen Zeit.
Die Technik und Flugbegeisterung jener Jahre widerspiegelte sich auch im Modellbau. Im November 1957 zog die „C. Streil & Co“ an die Rötelstrasse 24, um den wachsenden Bedürfnissen der Kundschaft besser gerecht zu werden.
Mit einem umfassenden Sortiment, dem zweijährlich erscheinenden Katalog und der periodisch erscheinenden Hauszeitung war die Firma während Jahren Marktführer.
1988, nach 40 Jahren im Modellbaugeschäft, beschlossen Christl und Willy Streil das Geschäft zu verkaufen um die Früchte von 40 Jahren harter Arbeit noch geniessen zu können.
Mit Lisbeth und Markus Wieser, einem Modellbauer und –flieger, fanden Streils richtig engagierte und motivierte Nachfolger, die die Firma per 1. April 1989 übernahmen. Sie führten das Geschäft mit viel Einsatz, kompetenter Beratung und Herz, vorerst in der gleichen Lokalität erfolgreich weiter.
Wem die Platzverhältnisse und dem Stöbern im riesigen Sortiment auf kleinem Raum noch gegenwärtig sind, weis sicher zu schätzen, dass Lisbeth und Markus elf Jahre später in eine neue grosszügige Lokalität gezogen sind, denn was viele nicht wussten, war die Tatsache, dass hinter dem Laden noch eine 4-Zimmer-Wohnung war, die als Lager diente und sehr viele Produkte im Laden gar nicht präsentiert werden konnten.
Es war im Jahr 2000, als dieser Schritt angegangen wurde und diese Situation sich grundsätzlich änderte. Gleichzeitig haben Lisbeth und Markus Wieser auch den Namen „C. Streil & Co.“ auf „Wieser Modellbau-Artikel“ geändert. Nun konnten die schönen Modelle und das ganze Zubehör auf 140m² wirklich präsentiert werden. Auch die Parkplatzsituation hat davon profitiert. War es an der Rötelgasse noch schwierig, einen Parkplatz zu ergattern, stehen beim neuen Geschäft gleich 7 Kundenparkplätze zur Verfügung.
Das weit gefächerte Angebot wurde in der folgenden Zeit weiterentwickelt und „Wieser Modellbau-Artikel“ hat sich bei vielen Modellbauern als Anbieter eines einzigartigen Sortiments einen bekannten Namen geschaffen. Besonders hervorzuheben ist sicher der ganze Bereich für die Modellschiffe von den seetauglichen RC-Modellen bis zu den historischen Leckerbissen mit unzähligen Zubehörartikeln, aber auch die ganze Literatur für alle ModellBAUER, die nicht einfach Modelle von der Stange kaufen wollen und das Hobby noch mit allen Facetten der Planung, Materialvorbereitung bis hin zum Bau des Modells betreiben. „Wieser hat immer eine Lösung“ ist deshalb eine viel zitierte Aussage unter Modellbauern. Nach 22 Jahren erfolgreicher Geschäftsführung haben sich Lisbeth und Markus Wieser dazu entschieden, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen und zwei neue Betreiber für die Firma gefunden.
Am 1.Juni 2011 haben Robert Hildbrand und Pierre Perdrizat das Ruder in die Hand genommen, um diese geschichtsträchtige Firma weiterzuführen.