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Charakteristisch sind plötzliche, unerwartete und unprovozierte, heftige, fast unerträgliche Panikanfälle. Die Attacken stehen in keinem Zusammenhang mit besonderen Situationen, Anstrengungen, gefährlichen oder lebensbedrohlichen Ereignissen und werden nicht von einer körperlichen oder anderen psychischen Krankheit ausgelöst. Sie können überall und jederzeit, sogar in der vertrauten Umgebung zu Hause auftreten. Die Krankheit trifft junge Frauen doppelt so oft, wie Männer.
Die Anfälle, die auch nachts aus dem Schlaf heraus auftreten können, werden von starken und sehr unangenehmen körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Brustschmerzen, Erstickungsanfällen, Schwindel, Zittern, Hitze- und Kältegefühlen begleitet. Betroffene haben Angst zu sterben, einen Herzinfarkt zu erleiden, «verrückt» zu werden oder die Kontrolle zu verlieren.
In der Regel dauern Panikattacken 10–30 Minuten. Sie können aber auch Stunden andauern. Was den Betroffenen bleibt, ist Angst vor neuen Anfällen und die Sorge, dass «mit ihnen etwas nicht stimmt» (vgl. Fallbeispiel). Da die Panikattacken von starken körperlichen Symptomen begleitet sind, glauben Betroffene, an einer körperlichen Krankheit zu leiden. Die Möglichkeit einer psychischen Ursache wird meist nicht in Betracht gezogen.
Typisch für die Panikstörung ist ein zwischen den Attacken liegender Zeitraum, in dem keine Angstattacke auftritt. Es besteht jedoch häufig eine grosse Erwartungsangst (Angst vor der Angst). Der Ort, wo die erste Panikattacke auftrat, wird typischerweise gemieden. Viele Menschen mit einer Panikstörung entwickeln mit der Zeit eine Agoraphobie (siehe unten). Panikattacken können die Betroffenen so massiv einschränken, dass der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann und völliger sozialer Rückzug die Folge ist.