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Ein sehr bekannter Stoff in einer neu entdeckten Theaterfassung und einem ungewöhnlichen Theaterformat: Auf der Vorbühne des Luzerner Theaters inszeniert der künstlerische Leiter des Schauspiels, Andreas Herrmann, «Hamlet. Der Tag der Morde».
Das Stück stammt aus dem Nachlass des französischen Dramatikers Bernard-Marie Koltès, der sich schon früh intensiv mit den Dramen Shakespeares beschäftigte. 1974 widmete er sich der Tragödie des Prinzen von Dänemark und schuf mit seiner Adaption einen dichten, poetischen Text – das Psychogramm einer in Auflösung begriffenen Gesellschaft, die nur noch sich selbst kennt. Die Handlung konzentriert Koltès dabei ganz auf die vier Hauptfiguren Hamlet, Ophelia, Claudius und Gertrud, die in den Fängen ihrer aus den Fugen geratenen Welt verstrickt sind. Es herrscht Krieg im Staate Dänemark, doch niemand weiss, gegen wen und warum. Ein Aussen gibt es hier nicht mehr und somit auch keinen Ausweg aus der familiären Tragödie: Prinz Hamlet verdächtigt seinen Stiefvater Claudius des Mordes an seinem Vater, doch kann er sich nicht zur Rache durchringen. Stattdessen wütet er gegen die, die ihm das Liebste ist und wird so mitschuldig am Wahnsinn und Tod Ophelias. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.
«Hamlet. Der Tag der Morde» ist eine virtuos verdichtete, moderne Klassiker adaption, die mit der Shakespeare’schen Vorlage spielt, deren Themen, Motive und Sätze variiert und sie zu einem neuen Ganzen zusammenfügt: zu einem magisch leuchtenden Totentanz einer unausweichlich dem Untergang zu treibenden Welt.