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Sogenannte Ehrenmorde können in Pakistan künftig deutlich schärfer geahndet werden. Das Parlament in Islamabad beschloss am Donnerstag einstimmig eine Gesetzesänderung, wonach die Täter auch dann verurteilt werden können, wenn ihnen die Angehörigen des Opfers vergeben haben.
Jedes Jahr gebe es durch so genannte Ehrenmorde «hunderte Opfer«, hiess es in der Begründung der Gesetzesinitiative. Die Änderung sei nötig, damit sich diese Verbrechen nicht wiederholten.
Täter gingen häufig straflos aus
Vor allem Frauen werden in der konservativen patriarchalischen Gesellschaft Pakistans Opfer von Morden durch Angehörige, weil sie sich über traditionelle Regeln oder schlicht über den Willen der Familie hinweggesetzt haben.
Bislang gingen die Täter oft straflos aus, weil die Rechtslage die Möglichkeit bot, dass Verwandte des Opfers dem Täter oder der Täterin vergeben. Aktivisten und viele Politiker kämpfen seit langem für schärfere Gesetze und mehr Rechte für Frauen in dem Land.
Nun sind mit der neuen Gesetzeslage lebenslange Haftstrafen auch dann möglich, wenn dem Täter vergeben wurde, wie der oppositionelle Abgeordnete Farhatullah Babar sagte. Das Parlament verabschiedete am Donnerstag auch ein Gesetz für höhere Strafen bei einigen Vergewaltigungsdelikten.
Die Frauenrechtsaktivistin Aisha Sarwari begrüsste die Entscheidungen des Parlaments als «Schritt in die richtige Richtung». Die Aktivistin Farzana Bari mahnte allerdings zur Vorsicht. Noch immer obliege es einem Richter zu entscheiden, ob es sich bei der Tat um einen «Ehrenmord» handle oder nicht. (SDA)Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 28.10.2016