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Ausleihe
Lisandro ist 14 Jahre alt und lebt in einem Armenviertel von Lima. Wie viele Kinder in Peru und überhaupt in Lateinamerika muss Lisandro seit seinem fünften Lebensjahr arbeiten gehen. Dreimal die Woche hilft er in einer Bäckerei, trennt und verpackt Brötchen oder Schnecken frisch vom Blech. Das zerbrochene Gebäck darf er dabei essen. Die restlichen Tage zieht er mit Freunden durch die Strassen, wäscht Autos oder verkauft Süssigkeiten. So verdient er nicht nur sein Schulgeld selbst, gemeinsam mit der Mutter ernährt er seit dem Verschwinden des Vaters die ganze Familie und sichert durch sein Einkommen die Unterkunft, Kleidung und Schuhe für sich und seine Geschwister. Er gilt nicht nur als guter Schüler, der später einmal Jura studieren will. Er kann auch jetzt schon geschliffen reden und beherrscht bereits das Metier eines Funktionärs: Denn Lisandro ist aktives Mitglied der Jugendorganisation «Niños y adolescentes trabajadores» (MNNATSOP), die sich gegen Ausbeutung und für legale Kinderarbeit einsetzt, deren Rechtmässigkeit sich in berechenbarem Lohn niederschlägt. Dafür gehen Lisandro und seine Freunde auch auf die Strasse.
Für Lisandro und die anderen Kinder und Jugendlichen ist Arbeit sehr wichtig. Durch sie gewinnen sie Selbstbewusstsein und Anerkennung, können ihr Schulgeld aufbringen und so ihre Bildungschancen sichern.