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Die Klimaerwärmung macht sich bei der Temperatur der Reuss bemerkbar. Wie Messungen ergaben, erwärmte sie sich im Verlauf der letzten 45 Jahre um 1 bis 1,5 Grad. Das wirkt sich auch auf die tierischen Bewohner des Flusses aus.
Wie geht es der Reuss? Wie sauber ist ihr Wasser? Diese Fragen stellen sich die Kantone Zug, Luzern und Aargau gemeinsam. Alle fünf Jahre stellen sie ihre Ergebnisse in einem gemeinsamen Bericht vor. Die Erhebungen der Zeitspanne zwischen 2014 und 2018 liegen nun vor. Vorab stellt der Bericht fest, dass sich die Wasserqualität der Reuss und der wichtigsten Seitengewässer (beispielsweise der Kleinen Emme und der Lorze) stark verbessert haben. Die Nährstoffbelastungen haben abgenommen. Kopfzerbrechen bereiten aber die kleineren Zuflüsse, in den Kantonen Luzern und Zürich, die als Vorfluter für Abwasserreinigungsanlagen dienen und ein ungünstiges Verdünnungsverhältnis für die gereinigten Abwässer aufweisen. Das trockene Jahr 2018 verstärkte diese Problematik noch zusätzlich.
Massnahmen wirken sich positiv aus
«Dass die Wasserqualität der Reuss und ihrer wichtigsten Seitengewässer mehrheitlich gut ist, war nicht immer so», hält der Bericht fest. Es sei den grossen finanziellen Anstrengungen im Bereich der Siedlungsentwässerung, der Abwasserreinigung und den Massnahmen zur Vermeidung von Hofdüngerabschwemmungen sowie dem Verbot, Phosphat auszubringen, zu verdanken, dass sich die Reuss so gut erholen konnte. Seit 45 Jahren werden diese systematischen Langzeituntersuchungen gemacht, sie erweisen sich als wertvoll, um die langfristige Wirkung der ergriffenen Massnahmen nachzuweisen.
Monatlich werden an immer den selben Stellen Wasserproben entnommen und analysiert. An der Messstelle in Gebenstorf hat sich nun gezeigt, dass insbesondere die Phosphorproben sehr gute Werte zeigen. «Nur noch vereinzelt wird die Zielvorgabe für den Phosphor in der Reuss nicht erreicht», hält der Bericht fest. Das Reusstal wächst: Die Siedlungs- und Verkehrsflächen haben von 2007 bis 2017 zulasten der Landwirtschaftsflächen um 6 Prozent zugenommen. Das Bevölkerungswachstum bringt es mit sich, dass neue Stoffe in die Abwasserreinigung gelangen und damit die Verantwortlichen vor neue Herausforderungen stellen. «Die Langzeituntersuchung zeigt aber auch, dass sich die Wasserqualität bezüglich der Nährstoffe kontinuierlich verbessert, weil das Abwasser effizienter gereinigt wird», so der Bericht.
Ein Abbild der Klimaerwärmung
In den vergangenen 45 Jahren hat die durchschnittliche Wassertemperatur in den Mittellandflüssen um 1 bis 1,5 Grad zugenommen. Dieser verstärkte Temperaturanstieg führt der Bericht auf die heissen und trockenen Sommer der vergangenen Jahre zurück. «Die Aufzeichnungen in der Reuss bei Mellingen zeigt den Temperaturtrend deutlich», so der Bericht. Was für die Schwimmer eine angenehme Sache ist, hat aber auf die Wasserlebewesen negative Auswirkungen. So beispielsweise für die Äsche, die eher an kühlere Gewässer angepasst ist. Die steigenden Temperaturen wirken sich negativ auf die Brut, das Wachstum und die Gesundheit dieser Fische aus.
Nathalie Wolgensinger
Ausführlicher Bericht unter ag.ch/umwelt-aargau