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Mailand | Mixed Generation Housing
Das Raumprogramm sieht vor, unter dem Begriff Mixed-Generation Housing – ausgehend von den traditionellen, grossbürgerlichen, Mailänder Wohnungsbau – neue Wohnformen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, insbesondere für Studierende und ältere Menschen auf einem ehemaligen Kasernen Areal in Mailand zu entwerfen.
Master Architektur | Masterthesis | Dozent: Prof. Dieter Geissbühler & Prof. Dr. Oliver Dufner
Konzept
«Das Wohnhaus galt den Architekten des ‹Novecento Milanese› als ein einzelner, variantenreicher, in Stilistik und Materialwahl jedoch an kollektive und in der Tradition der Mailänder Architektur verwurzelte Regeln gebundener Baustein für die Strasse, den Platz, die Stadt»
Annegret Burg, 1992
Mailand, die Stadt der Strassenfassaden, der Nachkriegsarchitektur und der grossbürgerlichen Wohnkultur. Obwohl sich Mailand aus Bauten unterschiedlichster Architekturepochen zusammensetzt, lassen sich überall wiederkehrende Motive und Elemente finden, die als typisch mailänderisch angesehen werden können und die in der Summe ein harmonisches Ganzes ergeben. Doch was erzeugt das harmonische Zusammenspiel? Hierzu deutet das Zitat von Annegret Burg aus dem Buch «Stadtarchitektur Mailand 1920 –
1940» eine mögliche Antwort an. Sie spricht von verwurzelten Regeln in der Tradition der Mailänder Architektur sowie von kollektiven Regeln innerhalb der Architekturbewegung «Novecento Milanese». Zu Beginn der 1920er Jahre läutete die Bewegung eine Reihe von Veränderungen in der Mailänder Architektur ein, die unter anderem den grossbürgerlichen Wohnungsbau Mailands nachhaltig prägten.
Die grossbürgerliche Wohnkultur Mailands steht in vielerlei Hinsicht in Kontrast zu der Aufgabenstellung des Thesisprojekts: Ein innovatives Wohnen, das die Minimierung des Eigenraums als eine konkrete Zielsetzung definiert und dem Prinzip des Teilens und der gemeinschaftlichen Nutzung einen hohen Stellenwert zukommen lässt. Die grossbürgerliche mit der gemeinschaftlichen Wohnform zu kombinieren und zu verbinden, war daher ein frühes gedankliches Bild im Entwurfsprozess. Durch eine Synthese der beiden
unterschiedlichen Wohnformen kann eine Grundlage für eine neue städtische Wohntypologie erzeugt werden. Die gedankliche Verschmelzung der beiden Wohnformen – in Verbindung mit der Frage, wie in einem städtischen Wohnhaus in Mailand, trotz Minimierung des Eigenraums, grossbürgerlich gewohnt werden kann – führten zur konzeptionellen Grundidee des Projekts und somit zur Entwurfsthese:
Grossbürgerliche Raumstrukturen in einer gemeinschaftlichen Wohnform werden nur möglich, wenn das Wohnhaus selbst zur Wohnung wird. Es muss eine Transformation und Neuinterpretation der Raumeinheiten innerhalb eines Wohnhauses stattfinden.
Wie kann diesem konzeptionellen Bild ein konkreter architektonischer Ausdruck gegeben werden, der die Grundidee mit dem Ort Mailand verbindet? Diese Frage führt zurück zu den Regeln in der Tradition der Mailänder
Architektur. Anhand der Regeln lassen sich nämlich auf verschiedenen Massstabsebenen architektonische «Bausteine» herauslesen. In diesen «Bausteinen» liegt das Potenzial, der konzeptionellen Grundidee einen ortsspezifischen Ausdruck zu geben. Da die Grundidee eng mit der Suche nach einer neuen städtischen Wohntypologie verbunden ist und somit im Grundsatz einen unkonventionellen architektonischen Lösungsansatz voranstellt, lassen sich die «Bausteine» nicht direkt ins Projekt übersetzen. Sie müssen im Hinblick auf die Grundidee gezielt reflektiert und auf einer subjektiven Ebene neu interpretiert werden.
Die Auseinandersetzung mit Regeln konzentriert sich auf bestimmte Themenbereiche und konkrete Beispiele in der Mailänder Architektur.