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Inzidenz von Diabetes, Komplikationen, Fußgeschwüre
Jüngsten Schätzungen zufolge leiden weltweit rund 285 Millionen Menschen an Diabetes und bis 20301 wird diese Zahl auf gewaltige 439 Millionen ansteigen.
Menschen mit Diabetes neigen zu zahlreichen, mit ihrer Krankheit verbundenen Komplikationen. Diese beinhalten ein erhöhtes Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle, und mikrovaskulären Komplikationen, wie Retinopathie, die zu Blindheit führen kann, und Nephropathie, die zu Nierenversagen führen kann. Eine der tragischsten Folgen der Komplikationen bei Diabetes ist wohl die Amputation. Es wird geschätzt, dass alle dreißig Sekunden irgendwo auf der Welt infolge von Diabetes eine Amputation der unteren Gliedmaßen vorgenommen wird und dass 85 % dieser Amputationen ein Fußgeschwür vorausgeht (International Diabetes Federation (IDF) 2005). Rund 15 % aller Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihres Lebens ein Fußgeschwür2 und je mehr Diabetes-Patienten es gibt, desto mehr Fußgeschwüre müssen auch behandelt werden.
Ein diabetisches Fußgeschwür wird folgendermaßen definiert: „Eine Wunde unterhalb des Fußgelenks eines Diabetes-Patienten, von der alle Hautschichten betroffen sind; unabhängig vom Alter der Wunde“ (IDF 2005). Fußgeschwüre entstehen entweder auf Grund von Neuropathie oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder aus einer Kombination dieser beiden Erkrankungen und werden als neuropathischer Fuß, ischämischer Fuß oder neuroischämischer Fuß eingestuft. Der neuropathische Fuß ist meist warm, gut durchblutet und weist tastbare Fußpulse auf. Anhand von nicht invasiven Tests mit dem 10 g-Monofilament oder einer 128 Hz-Stimmgabel kann ein Sensibilitätsverlust festgestellt werden. Eine Geschwürbildung wird häufig an der Fußsohle festgestellt, unter einer vernachlässigten Kallusbildung und dort, wo ein hoher Druck auf die Fußsohlen einwirkt. Der ischämische Fuß/das ischämische Geschwür ist kalt und es lassen sich keine Fußpulse ertasten. Der Fuß bereitet häufig Schmerzen. Geschwüre sind häufig am Rand des Fußes, an den Zehenspitzen oder am hinteren Bereich der Ferse zu finden. Der neuroischämische Fuß zeichnet sich durch eine Kombination der oben genannten Faktoren aus.
Laut IDF beinhaltet die Vorbeugung und Behandlung von diabetischen Fußproblemen Folgendes:
- Jährliche Untersuchung des Fußes
- Feststellung, ob ein Fuß gefährdet ist
- Unterweisung von Patienten mit Diabetes und medizinischem Fachpersonal
- Geeignetes Schuhwerk
- Schnelle Behandlung aller Fußprobleme