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Die Deutsche Sprache
in Ostmittel- und Osteuropa zwischen Globalisierung, Anglo-Amerikanisierung und Verdrängung
„Ein Gang durch die deutschen und österreichischen Städte macht es jedem klar: Hier stimmt etwas nicht. Überall im öffentlichen Raum, im Straßenbild, in den Geschäften wimmelt es von anglo-amerikanischen In- und Aufschriften. Gehen wir in den Bahnhof, so finden wir keine Auskunft, keinen Fahrkartenschalter, keinen Warteraum mehr: Heute muss man „Service Point“, „Ticket Counter“, „Lounge“ suchen.
Ganze Teile der Bevölkerung verstehen das alles nicht so richtig und fühlen
sich sprachlich ausgegrenzt. Die Unzufriedenheit wächst, aber auch die
Resignation. „Offensichtlich verliert die deutsche Sprache immer mehr an
Bedeutung, obwohl die Zahl der Deutsch-Muttersprachler in der EU die größte
Gruppe stellt und Deutsch als Fremdsprache nach Englisch und Französisch die meistgesprochene ist. Ein Prozess der Verdrängung ist auch im östlichen
Mitteleuropa zu beobachten, wo bis zur Wende von 1989/90 die deutsche Sprache- nicht nur in den historischen Ost- und Siedlungsgebieten – einen wesentlich größeren Stellenwert innehatte.
Manfred Schroeder, Auslandsbeauftragter des Vereins Deutsche Sprache VDS, Dortmund.
Vortrag und Präsentation von Filmauszügen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Minderheiten in Deutschland und Europa“.
Martin Opitz Stifung. 26.Nov.2008