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Ohr und Ohrenschmalz
Ohrenschmalz als Schutzschicht
Der gesamte äussere Gehörgang ist von einem feinen, leicht fetthaltigen Film (Ohrenschmalz) überzogen, welcher desinfizierend und wasserabweisend wirkt. Die Ohrenschmalz produzierenden Drüsen befinden sich im äussersten Teil des Gehörgangs und geben laufend Sekrete ab, welche unter anderem das keimtötende Lysozym enthalten. Der äussere Gehörgang ist anatomisch so gebaut, dass eindringende Sekrete und Wasser automatisch nach aussen befördert werden. Dieses Prinzip der Selbstreinigung des äusseren Gehörgangs muss stets berücksichtigt werden. Jeder Eingriff am äusseren Gehörgang kann das natürliche Gleichgewicht im Ohr stören. Eine zu häufige Reinigung des Gehörgangs mit Wattestäbchen oder das Tragen von Ohrenstöpseln jeder Art (iPod, Oropax, Hörgeräte usw.) kann die Selbstreinigung des äusseren Gehörgangs stören. Die Folgen davon sind eine Anhäufung von Ohrenschmalz im äusseren Gehörgang und die Bildung von Ohrenpfropfen, die die Hörleistung vermindern.
Hörgeräteträger
Das Hörvermögen des Menschen nimmt mit dem Alter stetig ab. Bis zu 20 % der Bevölkerung in den Industrieländern leiden an einer Hörschädigung, insbesondere mit zunehmendem Alter. Kein Wunder also, dass 85 % der Hörgeräteträger über 60 Jahre alt sind. Trotz allem besitzt aber nur ein Fünftel der Gehörgeschädigten ein Hörgerät. In der Schweiz kann man davon ausgehen, dass etwas mehr als 300‘000 Personen regelmässig ein Hörgerät benützen. Hörgeräte müssen regelmässig gewartet werden. Aber auch der äussere Gehörkanal muss gepflegt werden, da durch das regelmässige Tragen der Hörgeräte Feuchtigkeit, Schmutz und Ohrenschmalz im äusseren Gehörgang liegen bleiben. Wird der äussere Gehörkanal nicht regelmässig gereinigt, kommt es zu einer Ansammlung von Ohrenschmalz und einer Reizung des Gehörkanals.
Taucher und Schwimmer
Taucher und Schwimmer setzen Ohren und Nase regelmässig dem Wasser aus. Seewasser oder Chlorwasser, welche beim Ausüben der sportlichen Tätigkeit in Nase und Ohr eindringen, reizen den Gehörgang und die Nase besonders stark. Durch die Einwirkung des Wassers geht die Schutzschicht im Gehörgang (Ohrenschmalz) und auf der Nasenschleimhaut (Nasenschleim) temporär verloren. Die Schleimhaut in der Nase und der Gehörgang sind demnach oft gereizt und entzündet. Nach allen Aktivitäten im Wasser ist es deshalb sinnvoll, eine pflegende Lösung in der Nase und im Ohr anzuwenden.
Die regelmässige Pflege des Gehörgangs ist wichtig
Da beim Tragen jeglicher Ohrstöpsel der natürliche Abfluss des Ohrenschmalzes behindert wird, ist eine regelmässige Reinigung des äusseren Gehörgangs mit einer Ohrenspüllösung angezeigt. Das hat ein Team von Experten herausgefunden, die mehrere Studien zu diesem Thema analysiert haben (Burton MJ and Doree, Cochrane Database, 2009). Sie kommen zu dem Schluss, dass bei übermässiger Ohrenschmalzbildung in jedem Fall die Anwendung einer Spüllösung sinnvoll ist.
Für Schwimmer und Taucher ist die Anwendung einer pflegenden Lösung (zum Beispiel mit Hyaluronsäure) vorteilhaft, da bei diesen Sportarten die schützende Schicht des Ohrschmalzes im Gehörgang durch das Eindringen von Wasser entfernt wird. Mit einer Hyaluronsäure-Lösung wie derjenigen in Aliamare wird nach dem Schwimmen und Tauchen die Schutzschicht im Gehörgang schneller wiederhergestellt.