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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich im Kampf gegen die Ausbreitung der Schweinegrippe 2009 nicht von der Pharmaindustrie beeinflussen lassen. Zu diesem Schluss kommen Experten, die die Entscheide der WHO während der Pandemie analysiert haben.
Der Exekutivrat der WHO hatte im Januar 2010 eine unabhängige Untersuchung zur Bewältigung der Schweinegrippe in der UNO-Organisation angeordnet. Kritiker hatten unter anderem die Unabhängigkeit der WHO von der Pharmaindustrie bezweifelt.
Anstoss der Kritik war vor allem, dass sich WHO-Direktorin Margaret Chan während der Pandemie von einem Expertenkomitee beraten liess. Wer genau in diesen Komitees sass, gab die WHO nicht bekannt.
Die Untersuchung habe nun ergeben, dass keiner der Kritiker die Vorwürfe der Beeinflussung mit Beweisen habe belegen können, heisst es in dem Bericht der Expertengruppe unter der Leitung der US-Amerikanerin Harvey Fineberg.
"Das Untersuchungskomitee hat kein Element gefunden, das zeigte, dass kommerzielle Interessen tatsächlichen oder versuchten Einfluss auf die Ratschläge an die WHO oder die Entscheide der WHO genommen haben", heisst es. Kritisiert wurde aber, dass die Mitglieder des Expertenkomitees nicht offen genannt wurden. Dies habe zu Spekulationen geführt.
Höchste Pandemiestufe umstritten
Die WHO war zudem Vorwürfen ausgesetzt, sie habe bezüglich Ausmass der Pandemie übertrieben. Die WHO hatte im Juni 2009 wegen der Schweinegrippe die höchste Pandemiestufe 6 (weltweite Seuche) ausgerufen, obwohl die Grippe relativ mild verlief.
Die Experten stärkten die Position der WHO in ihrem Bericht dahingehend, dass ihrer Ansicht nach der Schweregrad der Pandemie während des gesamten Sommers unklar geblieben sei.
Der Grippeerreger H1N1 war im Frühling 2009 erstmals in Mexiko aufgetreten und hatte sich dann schnell in der ganzen Welt ausgebreitet. Offizielle Stellen verzeichneten weltweit mindestens 17'500 Tote, die Zahl lag aber weit unter ersten Befürchtungen. Millionen für den Ernstfall produzierte Impfdosen blieben ungenutzt.