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SALT LAKE CITY - Wenn Ihr Arzt Sie fragt, wie oft Sie trainieren, geben Sie dann eine offene Antwort? Was ist, wenn er fragt, was Sie in letzter Zeit gegessen haben? Wenn Sie zu denjenigen gehören, die nicht immer die ganze Wahrheit sagen, erschrecken Sie nicht, Sie sind nicht allein. Laut einer neuen Studie, die am 30. November 2018 in der Zeitschrift JAMA Network Open (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5293) online veröffentlicht wurde, haben 60 bis 80% der Befragten ihrem Arzt keine medizinisch relevanten Angaben gemacht.
Daten aus einer nationalen Umfrage
Wissenschaftler der University of Utah Health und des Middlesex Community College haben die Forschungsstudie in Zusammenarbeit mit Kollegen der University of Michigan und der University of Iowa durchgeführt. Eine nationale Online-Umfrage unter zwei Bevölkerungsgruppen lieferte Informationen über das Arzt-Patienten-Verhältnis. Eine erste Umfrage erlaubte, die Antworten von durchschnittlich 2’011 Teilnehmern im Alter von 36 Jahren zu sammeln. Eine zweite Umfrage wurde unter 2’499 Teilnehmern durchgeführt, die im Durchschnitt 61 Jahre alt waren.
Die Teilnehmer der Umfrage wurden mit sieben häufigen Szenarien konfrontiert, in denen ein Patient geneigt sein könnte, gesundheitsbezogene Verhaltensweisen vor seinem Arzt zu verbergen. Sie wurden gebeten, diejenigen Situationen auszuwählen, die sie bereits erlebt haben. Sie wurden dann gebeten, sich zu erinnern, warum sie diese Entscheidung getroffen hatten. Die Umfrage wurde unter Beteiligung von Ärzten, Psychologen, Forschern und Patienten entwickelt. Sie wurde anschliessend durch Pilotversuche bei einem grossen Publikum weiterentwickelt.
Die Angst, beurteilt zu warden
Neben der Unwahrheiten in Sachen Ernährung und körperliche Aktivität verschwiegen mehr als ein Drittel der Befragten ihre Vorbehalte/Einwände gegenüber den Empfehlungen ihres Arztes. Ein weiteres häufiges Szenario war auch, nicht zuzugeben, dass sie die Anweisungen ihrer praktizierenden Ärztin/ihres praktizierenden Arztes nicht verstanden.
Als die Befragten erklärten, warum sie nicht offen waren, sagten die meisten, dass sie es vermeiden wollten, verurteilt zu werden. Ausserdem wollten sie nicht für die Schwere bestimmter Verhaltensweisen getadelt werden wollten. Mehr als die Hälfte schämten sich ganz einfach zu sehr, um die Wahrheit zu sagen.
Das Bedürfnis nach Wertschätzung
«Die meisten Menschen suchen die Wertschätzung ihrer Ärzte», erklärt Frau Dr. Angela Fagerlin, Hauptautorin der Studie und Inhaber eines Lehrstuhls für Populationsgesundheitswissenschaften an der University of Utah Health. Sie fügt hinzu: «Diese Patienten fürchten, als unvernünftige Menschen angesehen zu werden, die nicht die richtigen Entscheidungen treffen».
Unterlassung in bestimmten Fällen
Bei diesen beiden Umfragen neigten Personen, die sich als junge Frauen identifizierten, aber von einem schlechten Gesundheitszustand berichteten, eher zur Offenheit und räumten ein, dass sie es unterlassen hatten, medizinisch relevante Angaben an ihren Arzt weiterzugeben.
"Ich bin überrascht, dass so viele Menschen beschlossen haben, relativ harmlose Informationen für sich zu behalten und dies nicht einzugestehen", so der Erstautor der Studie, Dr. Andrea Gurmankin Levy, ausserordentlicher Professor für Sozialwissenschaften am Middlesex Community College in Middletown, Connecticut.
Nicht zu vernachlässigende gesundheitliche Folgen
Das Problem mit der «Unehrlichkeit» eines Patienten ist, dass Ärzte keine präzise medizinische Beratung anbieten können, wenn sie nicht über alle Fakten verfügen.
«Wenn Patienten Informationen über das, was sie essen oder ob sie Medikamente einnehmen, verschweigen, kann dies wichtige Folgen für ihre Gesundheit haben, insbesondere wenn sie eine chronische Krankheit haben», erklärt Prof. Levy.
Ein tieferes Verständnis des Problems könnte Wege zur Lösung des Problems aufzeigen. Die Forscher hoffen, die Studie zu wiederholen und mit den Patienten unmittelbar nach klinischen Terminen zu sprechen, während die Erfahrung noch frisch in ihren Köpfen ist. Einzelinterviews können helfen, andere Faktoren zu identifizieren, die die Interaktion zwischen dem Patienten und seinem Arzt beeinflussen. Sind Patienten zum Beispiel offener gegenüber Ärzten, die sie seit Jahren kennen?
Ein Teil der Verantwortung liegt beim Arzt
Es ist möglich, dass Patienten nicht die einzigen Verantwortlichen sind, meint Fagerlin. «Die Art und Weise, wie Leistungserbringer in bestimmten Situationen kommunizieren, kann dazu führen, dass sich Patienten nur ungern öffnen», sagt sie. «Das wirft die Frage auf: Gibt es ein Mittel, Mediziner auszubilden, damit sich Patienten wohler fühlen?» Schliesslich kann ein gesundes Gespräch nur auf Gegenseitigkeit beruhen.
4. Dezember 2018. Hrsg. Redaktion Creapharma.ch (wissenschaftliche Leitung Xavier Gruffat, Apotheker). Quellen: Pressemitteilung der Studie. Referenz: JAMA Network Open (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5293). Bildnachweis: Adobe Stock / Fotolia, Bradley Knickerbocker