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Mündig ist der Mensch,
wenn er die Lebensgläubigkeit
ohne Glaubenslüge
lebendig zu erhalten weiss.
Er soll lernen,
ohne sogenannte Wahrheit zu leben,
damit er in Wahrhaftigkeit leben kann.
“Für ein besseres Geistesklima möchte ich gelebt haben”
Robert Mächler (1909-1996) war nach bewegten Jugendjahren als Lokalberichterstatter bei den Tageszeitungen “Der Bund” und “Badener Tagblatt” tätig (Biographie); seit 1961 publizierte er als Religions-, Kultur- und Gesellschaftskritiker sowohl in Zeitungen und Zeitschriften wie in Buchform. Für ein grösseres Publikum wurde er als Biograph von Robert Walser (Suhrkamp-Verlag) bekannt. – Er entlarvte die “Antworten” der Religionsgemeinschaften auf nicht beantwortbare letzte Fragen als Verrat an der intellektuellen Redlichkeit und Mittel zur Gängelung der Massen. Er wollte “für ein besseres Geistesklima gelebt haben”: “Das zu schaffende Geistesklima ist das eines sinnfreundlichen Agnostizismus.”
Nach dem Tode Robert Mächlers wurde gemäss seiner letztwilligen Verfügung die Robert-Mächler-Stiftung errichtet. Sie betreute und publizierte seinen schriftstellerischen Nachlass und verlieh alle zwei bis drei Jahre einen Robert-Mächler-Preis, mit dem Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet werden, deren Arbeit der Ethik und dem sinnfreundlichen Agnostizismus Robert Mächlers sowie der zeitgemässen Fortführung der historischen Aufklärung verpflichtet sind. – Die Robert-Mächler Stiftung wurde im Herbst 2013 aufgehoben. Sie hatte im Rahmen der Zweckbestimmung des Donators die vorhandenen finanziellen Mittel eingesetzt und ihren Auftrag erfüllt.