Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03347.jsonl.gz/1251

Der Mittwoch ist in der Regel der freie Tag. Da bieten wir keine geführten Touren an. So habe ich Zeit, mich zum Beispiel um die Lösung der monatlichen Aufgaben bei Munzee zu kümmern, oder auch beim einen oder anderen örtlichen Eindruck nach etwas tieferem Hintergrund zu forschen.
So fallen mir zum Beispiel bei diversen Ortschaften veränderte “BegrĂĽssungs-Tafeln” auf. Wie hier fĂĽr Mojacar. FrĂĽher stand an dieser Stelle ein Plakat mit einem Rosenstrauch.
Ebenfalls eine Frau mit Krug findet man vor der Kirche in Mojacar Pueblo. Lange glaubte ich, es könnte sich um die heilige Verena handeln. Die allerdings wird in der Regel mit einem zerbrochenen Krug (Stadtheilige von Bad Zurzach, zum Beispiel) dargestellt. Auf der Suche nach dem Stadtheiligen von Mojacar bin ich zwar nicht auf seinen, oder ihren Namen gestossen, sondern darauf, dass die Eltern von Walt Disney um 1900 von Mojacar nach Chicago ausgewandert seien. Klar ist, dass Walt Disney im Dezember 1901 in Amerika geboren wurde. Man weiss auch, dass Disney und Salvador Dali befreundet waren. Am nördlichen Dorfeingang steht ebenfalls eine Frau als bronzene Figur, die sich gerade den Schuh auszieht. Könnte ja Aschenbrödel sein (Film Cinderella, Aschenputtel von Disney). Eine Würding von Disney? Womit sich der Kreis schliesst.
Wenige Kilometer weiter vorne gibt es eine Garage oder Reparaturwerkstatt. FrĂĽher nannte sie sich “American Cars”, heute findet man bei Google-Maps den Eintrag “ACT Auto-Center”. Auffällig sind diverse Autos darin. Eines erinnert an ein Fahrzeug aus dem Film von “Mad Max”, andere sind zugedeckt, lassen aber dennoch erkennen, dass es nicht ganz normale Autos sind.
Andalusien, speziell unsere Gegend hier Almeria, war der Drehort von vielen Filmen. Nicht nur Spaghetti-Western mit Bud Spencer und Terence Hill auch grosse Filme, wie Spiel mir das Lied vom Tod, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Lawrence von Arabien, Sag niemals nie, Cleopatra, Exodus: Götter und Könige, um nur einige zu nennen. Schon möglich dass, man nach den Dreharbeiten zum Beispiel für dieses Polizeiauto keine Verwendung mehr hatte.
In der Nähe von Los Gallardos finde ich meine gewünschten Figuren aus Munzee, kann fast die ganze monatliche Aufgabenstellung lösen und fahre anschliessend wieder ans Meer zurück. Dort gibt es im Dorf Vera Playa noch eine zweite Gruppe von Munzee, von denen ich ebenfalls heute die Punkte abhole.
Dabei gelange ich an den Strand. Wie man an den Traktor-Spuren auf dem Sand erkennen kann, wird zur Zeit mit Hochdruck der Strand wieder hergerichtet. Massenhaft Sand wird hergekarrt, Wegplatten werden wieder ausgelegt, die Strandbeizen bereiten sich auf die nächste Saison vor.
Auf dem RĂĽckweg zum Hotel fällt mir ein neuer Radweg auf. FrĂĽher lief nach Regenfällen das Wasser aus dem Sumpfgebiet einfach ĂĽber die Strasse in Richtung Meer. Heute ist das ein geregelter Ablauf mit kleinem Stauwehr. Entstanden ist ein “kontrolliertes” Sumpfgebiet mit Wanderweg darum herum, ein paar Bauten zur Wasservogelbeobachtung stehen auch da und ein paar Tafeln, worin ĂĽber die rastenden Zugvögel an diesen Teichen berichtet wird.
Ich klettere auf einen dieser kleinen Türme hinauf. Zwei Vogelbeobachter gucken sich die Szene mit dem Fernrohr an und glauben im Schilf irgendwas erkennen zu können. Ich begnüge mich mit einem Foto in die hintere Landschaft hinaus.
Eigentlich sollte es etwa ab Mittag zu regnen beginnen. Während der Rückfahrt fallen ein paar wenige Tropfen. Allerdings ist der Himmel hinter der Sierra Cabrera und dem Dorf Mojacar rabenschwarz, doch bei uns am Meer bleibt es vorerst bei ein paar wenigen Tropfen.
Weblog am 13.04.
345 HM

16 Grad