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Der Leitungsausschuss hat die fokus AG Zürich mit der Aufarbeitung der Geschichte des Bürgerlichen Waisenhauses beauftragt. Als Basis dafür sollen die vielfältigen Archivbestände ausgewertet und Interviews mit Ehemaligen geführt werden. Der Schwerpunkt der Arbeit soll auf der jüngeren Entwicklung liegen. Die im Rahmen dieser Arbeit geplante Publikation richtet sich an ein bereites Publikum und versteht sich gleichzeitig als Beitrag in der aktuellen Forschungsdiskussion im Bereich der Geschichte der Fremdbetreuung, der Heimerziehung und der staatlichen Fürsorge. Das Projekt wird begleitet durch einen wissenschaftlichen Beirat. Das Erscheinungsdatum wird voraussichtlich 2019 sein – zum 350-jährigen Jubiläum vom Bürgerlichen Waisenhaus.
Das Waisenhaus, seit 1669 in den Gemäuern der ehemaligen Kartause (letzte Klostergründung Basels im Jahre 1401) untergebracht, ist eine Institution der Bürgergemeinde der Stadt Basel. Von einem Zöglingsheim für herumstreunende Waisenkinder hat es sich in der langen Zeit seiner Geschichte zu einem nach modernen sozialpädagogischen Grundsätzen geleiteten Kinder- und Jugendheim entwickelt. Seit der Helvetik wurden die neuen Erkenntnisse der Pädagogik und später der Psychologie Schritt für Schritt umgesetzt.
Die Anstaltsschule wurde 1887 aufgehoben, um den Kindern die Integration in der öffentlichen Schule zu erleichtern. Schon 1928 wurde das Wohngruppensystem eingeführt. Vielfältige soziale und familiäre Erschwernisse, aber kaum mehr Tod eines Elternteiles begründen heute den stationären Aufenthalt eines Kindes oder Jugendlichen.