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Die meisten von Ugandas Schimpansen leben in den Waldreservaten von Budongo, Bugoma, Ruwenzori Nationalpark, Kasyoha-Kitomi, Kalinzu, Maramagambo und im Kibale Nationalpark. Aber etwa 25% der Schimpansen findet man in isolierten Waldfragmenten zwischen den grossen Reservaten. Diese Restwälder werden oft für den kommerziellen Holzhandel gebraucht oder fallen der Landgewinnung für die Agrarwirtschaft zum Opfer. So werden die Schimpansen in immer kleinere Waldfragmente zurückgedrängt.
Im nationalen Aktionsplan für den Erhalt der Schimpansen in Uganda wurde von der Wildlife Conservation Society (WCS) und dem Jane Goodall Institut vorgeschlagen, die grösseren Wälder durch Korridore miteinander zu verbinden. Ein solcher Korridor entsteht zwischen dem Bugoma-Waldreservat und dem Budongo-Waldreservat, dazwischen liegen die kleineren Waldreservate Wambabya, Bujawe und Mukihani. Auf diese Weise könnte das Überleben der Schimpansen für die Zukunft gesichert werden.
Was wir tun:
Das Schimpansen-Korridorprojekt wurde im Jahr 2009 in Angriff genommen. Dank seinem ganzheitlichen Ansatz hat es drei Standbeine: Forschung, Bildung und Umweltschutz.
- Forschung: Wir führen regelmässige Populationszählungen der Schimpansen in den Wäldern Budongo, Bugoma und Wambabya durch, um zu untersuchen, wie sich die Populationsgrössen verändern und um zu sehen, welche Gefahren für die Schimpansen und Waldtiere in den einzelnen Wäldern oder Waldsegmenten festzustellen sind. Aufgrund dieser Daten können auch gezielt Massnahmen angegangen und umgesetzt werden.
- Bildung: Wir führen in sieben verschiedenen Dörfern entlang des Schimpansen-Korridors Umweltbildung für die Schüler durch. Dabei geht es um das Bewusstsein, wie wichtig die Tiere und der Wald sind und wie man dieses wertvolle Habitat schützen kann. Aber auch Trainings für die Lehrer werden durchgeführt, so dass diese eigenständig das Thema Umwelt in den Unterrichtsstoff integrieren können. Zudem wird auch praktisch vermittelt, wie man zum Beispiel aus Samen Bäume zieht und die Setzlinge anschliessend auspflanzt. Auch das Thema Hygiene und Gesundheit wird vermittelt, so unter anderem das Wissen, wie man sich gegen Infektionskrankheiten schützen kann.
- Umweltschutz und Sustainable Livelihoods sind das dritte Standbein des Korridorprojektes. Hier wurden in den letzten Jahren einige neue Brunnen gebaut und Quellen geschützt, sowie den Bauern gezeigt, wie bessere Anbaumethoden zu einem höheren Ernteertrag führen. Rund 700 Bauernfamilien sind im Projekt integriert, und 80% von ihnen haben sich zu CFM-Gruppen (Community Forest Management) zusammengeschlossen. Sie renaturieren den Flusslauf für den bewaldeten Korridor, geben Nachwuchs ihrer Nutztiere an andere Familien weiter und legen eigene kleine Baumschulen auf ihren Grundstücken an. Wir geben ihnen die Baumsamen und haben eine eigene Demonstrationsbaumschule errichtet, in der Bauern und Schüler lernen können, wie man aus Baumsamen Setzlinge heranzieht und diese später anpflanzt.
Umar Tumwine, der Education Programs Manager, erklärt den Schülern der St. John Baptist Kihangi Primary School die Wichtigkeit des Waldes (links). Schüler der zehn verschiedenen Schulen versammeln sich im Ausbildungszentrum in Kigaaga, bevor sie auf den Forest Walk gehen (rechts).