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Andreas Ulrich (Eidg, Dipl. Finanzplanungs-Experte) gibt in diesem Gastbeitrag einige zentrale Vorsorgetipps.
Tipp 1: Machen Sie eine Standortbestimmung
Zählen Sie die voraussichtlichen Renten der AHV (1. Säule) und der Pensionskasse (2. Säule) zusammen.
Tipp 2: Berechnen Sie ein kurzes Budget
Addieren Sie die Einkommen in Ihrem Haushalt von Mann und Frau zusammen. Ziehen Sie davon etwa 20% Sozialversicherungsprämien und Ihre Sparquote ab. Nach der Pensionierung benötigen Sie ungefähr 70% Ihres heutigen Einkommens.
(Hier finden Sie ein einfaches, kostenfreies Berechnungstool)
Tipp 3: Manko oder Überschuss feststellen
Bestimmen Sie die Differenz von Tipp 1 und Tipp 2. Sind die Renten höher, als Ihr Einkommensbedarf, sind Sie auf gutem Wege. Sie werden Ihren Lebensstandard nach der Pension halten können.
Falls Sie ein Manko feststellen, liegt Ihre Wünsche höher als die Renten, welche Sie erhalten werden.
Dieses Manko multiplizieren Sie mit 20 Jahren (Restlebenserwartung nach Pensionierung) und Sie erhalten den Kapitalbedarf, welchen Sie selber ansparen sollten.
Tipp 4: Verteilen Sie die Sparquote in 3 Töpfe
Verteilen Sie Ihre monatlichen Sparteile in drei unterschiedliche Zeithorizonte. Je nach Bedürfnis legen Sie einen Betrag ein:
- kurzfristig (Sparkonto)
- mittelfristig (Fonds)
- langfristig (Altersvorsorge, Lebensversicherung)
Beispiel: Markus und Nathalie brauchen monatlich CHF 2‘500 nicht für den Unterhalt des Lebens. Sie verteilen CHF 1‘000 auf das Sparkonto für eine Reise im nächsten Jahr, CHF 500 für die Anschaffung eines neuen Autos in 5 Jahren und CHF 1‘000 für die Altersvorsorge. Auf diese Weise verfügen Markus und Nathalie immer über Geld und sind versorgt.
Tipp 5: Schliessen Sie eine Vorsorge Säule 3a ab
Mit der Dritten Säule können Sie ungefähr CHF 6800 pro Person einzahlen und diesen Betrag von den Steuern abziehen. Sie sparen je nach Einkommen und Ort etwa CHF 1‘800 pro Jahr Steuern. Doppelverdiener zahlen CHF 3600 weniger Steuern pro Jahr.
Tipp 6: Kaufen Sie sich in die Pensionskasse ein
Prüfen Sie, ob Sie Einkäufe in die Pensionskasse machen können. Solche zusätzlichen Einlagen sind steuerlich abzugsberechtigt. Der Effekt ist wie bei der Dritten Säule. Verteilen Sie grössere Einlagen auf mehrere Jahre. Damit brechen Sie gleich mehrmals die hohe Steuerprogression.
Tipp 7: Sicherheit vor Rendite
Auch wenn es noch so verlockend ist: Kurzfristige Börsen- oder Casinogewinne funktionieren meist nicht und enden mit Verlusten. Sie gehen das Risiko ein, dass Ihr Sparbetrag verloren geht. Wichtig ist, dass Sie überhaupt sparen und nicht, ob Sie eine Rendite von sicheren 1% oder risikobehafteten 5% erhalten. Seien Sie genügsam mit der Rendite. Und wenn Sie in spekulative Anlagen investieren, bitte nur mit dem Geld, welches Sie bereit sind zu verlieren.
Tipp 8: Konsumieren Sie nicht das ganze Einkommen
Wenn Sie im Arbeitsleben nicht sparen, so sind Sie spätestens nach der Pensionierung gezwungen sich einzuschränken. Die Rentenleistungen decken je nach Einkommen 50% – 60% des heutigen Einkommens ab. Können Sie wirklich auf so viel verzichten?
Tipp 9: Geben Sie nicht gleich wieder auf
Bleiben Sie bei Ihren Entscheidungen und ziehen Sie die Vorsorge durch.
Mit Vorsorgeformen wo Sie eine feste Vereinbarung treffen, gelangen Sie sicherer an Ihr Ziel. Auch wenn solche Verträge heute verändert werden können, dienen Sie einer höheren Disziplin, als ‚vermeintlich flexible‘ Vorsorgeformen. Vorsorgeverträge bei Versicherungen führen Sie sicherer ans Ziel.
Tipp 10: Suchen Sie sich einen guten Vorsorge-Coach
Die Vorsorge ist ein komplexes Thema. Suchen Sie sich einen ausgewiesenen Experten. Suchen Sie Ihren Vorsorge-Coach im Dreijahresrhythmus auf und erstellen Sie ein Update. Prüfen Sie weitere Optimierungsmöglichkeiten. Ausgewiesene Fachleute haben nebst einer fundierten Ausbildung auch langjährige Erfahrung und kennen die Konzepte, welche wirklich funktionieren. Nutzen Sie diese Vorsorge-Coachs.
Bei Fragen dazu richten Sie sich an: