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Autor: Frederic Auderset
«Es ist noch keine 40 Jahre her, da hatten die Wegkreuze noch einen liturgischen Zweck», sagt Franz Boschung, Präsident des Vereins Brunnenfreunde Villarepos. «Heute haben sie ihre ursprüngliche Bestimmung verloren und diese droht in Vergessenheit zu geraten.»
Wozu die Wegkreuze in Villarepos früher dienten, kann in einer 28 Seiten umfassenden Broschüre nachgelesen werden. Der Verein Brunnenfreunde hat die Broschüre finanziert und in diesem Herbst veröffentlicht. Michel Genilloud, Bürger von Villarepos, beschreibt darin, wie die kirchlichen Prozessionen abliefen, an denen die versammelte Kirchgemeinde jeweils vor Auffahrt die Felder und Äcker segnete und für eine reiche Ernte betete. An jedem Wegkreuz wurde eine Pause eingelegt und ein Segen gesprochen.
Drei verschiedene Wege
Solche Prozessionen fanden immer am Montag, Dienstag und Mittwoch vor Auffahrt statt. Die Wege, die dabei zurückgelegt wurden, unterschieden sich von Tag zu Tag: Am Montag gab es die «grosse Tour» bis nach Chandossel und Plan, am Dienstag die wesentlich kürzere «Dorftour» und am Mittwoch die «Pachi-Tour». In der Broschüre hat es auch Angaben über die acht Wegkreuze, die in der Gemeinde Villarepos noch erhalten sind. Beim ältesten dieser Kreuze ist die Jahreszahl 1901 eingraviert. Es steht mitten in Villarepos.
Ein anderes Kreuz, das sich nahe Chandossel befindet und dessen Jahrgang unbekannt ist, hat der Verein Brunnenfreunde vor einigen Wochen restaurieren lassen. Franz Boschung beschreibt die Arbeiten, die nötig waren: «Der untere Teil des Steinsockels musste ersetzt werden, weil er zerbrochen war. Den oberen Teil konnte der Steinmetz reparieren, indem er die Risse und Spalten auffüllte, damit kein Wasser mehr eindringen kann.» Das metallene Kreuz, das auf dem Sockel steht, sei mittels Sandstrahlung gereinigt und anschliessend behandelt worden, damit es nicht weiter roste, führt er weiter aus. «Es handelte sich um die Instandstellung für die Dauer einiger Jahre. Später dürfte eine gründliche Restaurierung folgen.» Auch zwei, drei andere Wegkreuze hätten zumindest so ein «Lifting» nötig, sagt Franz Boschung.
Kulturelles Erbe schützen
Die Restaurationsarbeiten hätten rund 2000 Franken gekostet, die der Verein Brunnenfreunde dank Spenden selber aufbringen konnte, so der 73-jährige Boschung. Den Verein hat er mit anderen Personen, die den vom Abriss bedrohten Dorfbrunnen aus dem Jahr 1794 retten wollten, vor anderthalb Jahren gegründet. Nebst dem Erhalt des Brunnens hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, allgemein das kulturelle und historische Erbe von Villarepos zu schützen.
Dazu zählen auch die Wegkreuze. Die Broschüre soll dazu dienen, den Einwohnerinnen und Einwohnern von Villarepos die Geschichte ihres Dorfs ins Bewusstsein zu rufen. «Die Leute stellen nun mit Freude fest, was für schöne Wegkreuze sie haben.» Und das sei schön, freut sich Franz Boschung.
Infos: www.amis-fontaine.ch
Will das kulturelle Erbe erhalten: Franz Boschung vor einem über 100-jährigen Wegkreuz in Villarepos.Bild Charles Ellena
«Es ist noch keine 40 Jahre her, da hatten die Wegkreuze noch einen liturgischen Zweck.»
Autor: Franz Boschung
Autor: Präsident Brunnenfreunde
«Heute haben die Kreuze ihre ursprüngliche Bestimmung verloren.»
Autor: Franz Boschung
Autor: Präsident Brunnenfreunde
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