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Konzeptionen, Inszenierungen, Wahrnehmungen
In ihrem Schwerpunkt 2015 widmet sich die Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte dem Thema «Konzil und Konziliarismus». Räumlich sollen gerade auch Bezüge zum Gebiet der heutigen Schweiz geschaffen werden. Zeitlich sind Tiefenschnitte auf einzelne Konzilien ebenso erwünscht wie Vergleiche und Rezeptionsverhältnisse in den Mittelpunkt rückende Langzeitperspektiven. Zum einen interessiert die Rezeption von mittelalterlichen Konzilien wie des IV. Laterankonzils. Zum anderen soll ein Fokus auf den schon breiter bearbeiteten Konzilien von Konstanz und Basel sowie dem weniger bekannten Konzil von Lausanne liegen. Dabei sollen drei thematische Felder den Rahmen bilden.
Ein erstes liegt in einem eher strukturell vergleichenden Blick auf den spätmittelalterlichen Konziliarismus, auf ekklesiologische Konzeptionen und deren Vordenker ebenso wie auf deren Konsequenzen für die spätmittelalterliche Kirche. Wie wurden die konziliaristischen Zielsetzungen zu einem Damoklesschwert für ein monarchisch konzipiertes Papsttum? Welche Dynamiken entstanden, und wie lähmte der Konziliarismus die vorreformatorische Kirche, wovon das V. Laterankonzil am Vorabend der Reformation ebenso Ausdruck ist wie die «verspätete» Einberufung und Durchführung des Konzils von Trient?
Der Aspekt der Inszenierung der Konzilien und einzelner Akteure und damit der Konzils- politik ebenso wie der Politik mit dem Konzil / Konzilien soll ein zweites Themenfeld darstellen. Wie wurden die Konzilien als «Ereignisse» inszeniert? Wie positionierten sich Kaiser, Könige, Fürsten gegenüber den Konzilien? Wie brachten die Konzilien lokale und translokale Machtträger zusammen, wobei gerade das Gebiet der heutigen Schweiz zu einem Raum wurde, wo sich Wege kreuzten und konzentrierten? Wie verhielten sich Reformatoren und katholische Theologen (z.B. die Schule von Salamanca) im 16. Jahrhundert gegenüber dem Konziliarismus?
In einem dritten Themenfeld interessieren die Wahrnehmung und Rezeption einzelner Konzilien, von deren Idearium ebenso wie von deren Inszenierung, so gerade auch ausserhalb des im engeren Sinne «kirchlichen» Raumes. Wie berichteten Chronisten – gerade im schweizerischen Raum – über die Konzilien? Welche Rolle spielten in der Wahrnehmung die Aspekte der Inszenierung der Konzilien als «Ereignisse» und die durch sie geschaffene Öffentlichkeit?
Im Themenschwerpunkt «Konzil und Konziliarismus: Konzeptionen, Inszenierungen, Wahrnehmungen» werden Beiträge in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache aufgenommen. Die Länge der Aufsätze soll zwischen 25‘000-40‘000 Zeichen (inklusive Leerschläge) liegen. Die eingereichten Beiträge werden in einem doppelt anonymen Begutachtungsverfahren evaluiert. Die Zeitschrift erscheint im Spätherbst 2015.
Eine Ankündigungmit Titel und Abstract (maximal 1‘000 Zeichen) ist bis Anfang September 2014 zu richten an:
Dr. Franziska Metzger, Chefredakteurin SZRKG, <email-pii>. Die Aufsätze sind darauf bis Ende April 2015 bei der Chefredakteurin einzureichen.