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Lagebericht
1991, als die Schweiz Ende Jahr den Familiennachzug aus dem ehemaligen Jugoslawien beendete, war ich acht Jahre alt. Mein Vater arbeitete in der Schweiz mit seinem Vater zusammen. Er entschied sich, seine Familie in die Schweiz nachzuziehen. Seitdem bin ich hier. Als ich hier ankam, war alles gleich aber doch ganz anders. Eine andere Sprache, die für dasselbe genützt wird wie dort. Die Menschen machten dasselbe aber irgendwie anders. Im Kosovo hatte ich zu Hause Unterricht, weil die Schulen geschlossen waren. In der Schweiz ging ich in die Schule. Alles war irgendwie gleich aber anders. Mit alldem konnte ich sehr gut umgehen. Das lag wohl an meiner natürlichen Neugierde. Was mir aber das Herz bis heute zerbrach, war die Tatsache, dass ich nicht zurück konnte. Ich konnte nicht in das Haus gehen, wo ich aufgewachsen war. Ich konnte nicht im Hof sein, Velo fahren oder meinen Cousin besuchen. Im Nachhinein weiss ich, dass er sehr enttäuscht war von mir und er verstand es nicht, wieso ich ihn nicht besuchte. Er dachte, die Schweiz sei ein Nachbardorf. Damals gab es kein Skype und so. Erst nach etwa fünf oder mehr Jahren, als wir die Aufenthaltsbewilligung erhalten hatten – mit der wir ausreisen und wieder einreisen durften –, konnte ich meinen Cousin besuchen. Er war zum Glück noch derselbe. Das Haus und der Hof waren aber viel kleiner geworden. Irgendwie war alles wie ein Traum. Was jetzt gerade passiert erinnert mich an den Moment als ich zum ersten mal in ein Flugzeug stieg um in die Schweiz zu kommen.