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Sicher sind Ihnen schon einmal in Film und Fernsehen, oder vielleicht auch auf einer Katzenausstellung, die grossen Katzen mit längerem Fell aufgefallen. Heute kennt diese Rasse fast jeder Katzenliebhaber und der ein oder andere ist dem Look und dem Charakter der Rasse völlig erlegen und nennt eine (oder auch schon mal mehrere) Maine Coon sein eigen.
Die Maine Coon stammt aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten. Ihr Name geht aus der Bezeichnung "raccoon" (Waschbär) und dem Bundesstaat Maine hervor. Seit 1985 ist sie „Staatskatze“ der vereinigten Staaten von Amerika.
Maine Coon sind (meist) große Katzen mit rechteckiger Proportion, die deshalb auch oft "Gentle Giant" (sanfter Riese) genannt werden. Sie wiegen Ø 6 und 9 Kg. Der Look der Maine Coon wird durch die kantigen Konturen des Kopfes und durch die abgesetzte Schnauze geprägt. Sie haben mittellanges Fell mit dichter Unterwolle und festem Deckhaar. Zwischen den Zehen haben sie kleine Fellbüschel. Der lange Schwanz ist wehend behaart. Die traditionellen Fellfärbungen sind Tabby-Kombinationen. Kräftige Farbringe am Schwanz der Tabbykatzen sollten ursprünglich für die Assoziation mit dem Waschbären verantwortlich sein.
Es gibt sie heute in vielen Farbvarianten. Mit Siamzeichnung, Chocolate und Cinnamon, sowie deren Verdünnung (Lilac und Fawn) werden sie Maine Coons jedoch nicht erhalten, denn diese Farben sind nicht anerkannt.
Übrigens, nicht jede Maine Coon wird riesig! Weibchen bleiben ohnehin kleiner und auch sonst gibt es keine gewissen Spanne der Größe.
Die Maine Coon entspricht in etwa den Hauskatzen, die in der Region der Neuengland-Staaten auf Farmen gehalten wurden. Diese wurden als "Maine Cats" bereits im neunzehnten Jahrhundert (1870) wohl auf Landwirtschaftsausstellungen gezeigt. In der genannten geographischen Region, mit durchaus kräftigen Wintern, haben Langhaarkatzen mit entwickelter Unterwolle einen gewissen Vorteil. Sicher wurden sie auch wegen ihres Aussehens von den Farmern bevorzugt.
Die Rasse selbst wurde maßgeblich von drei Zuchten entwickelt - Heidy Ho, Tati Tan und Whittemore seien genannt. Von den 5 wichtigsten Gründungstieren der Rasse Maine Coon stammte jedoch nur eine - Smokie Joe of Whittemore- wirklich aus Maine. Weitere kamen aus New York, Maryland und Florida.
1969 kann als Beginn der Anerkennungen der Rasse durch die Dachverbände genannt werden. Heute ist die Maine Coon in allen Organisationen anerkannt und in vielen relevanten Ländern ist sie die häufigste Rassekatze. Jede vierte Rassekatze welche in Frankreich 2014 geboren wurde, ist eine Maine Coon!
Fast jede Rasse hat Ihre Legenden der Entstehung, weil die profane Zucht nun nicht wirklich sexy daherkommt. Es gibt daher viele Geschichten und Legenden über die Herkunft, so auch über die Maine-Coon-Katzen. Immer vorangestellt, dass die Rasse Meine Coon nochmal eine andere Geschichte ist.
Dass sie eine Kreuzung zwischen Hauskatze und Waschbär (engl. racoon) ist, kann gleich vergessen werden.
Das ist biologisch nicht möglich. Wie gesagt, kommt die Namensgebung eher durch eine optische Assoziation.
Die Geschichte, dass ein Kapitän namens Samuel Clough gegen Ende der Französischen Revolution versucht haben soll, die französische Königsfamilie mitsamt Mobiliar und Haushalt in Sicherheit in die Vereinigten Staaten zu bringen, ist historisch nicht belegt und bei nähren Hinsehen auch etwas abwegig. Es gab zwar einen Fluchtversuch von Marie Antoinette und Ludwig XVI, der jedoch das Ziel Österreich hatte. Bekanntlich erreicht man dieses aus Frankreich über Land. Außerdem war die Lage so brenzlig, dass man wohl kaum Möbel, Hausrat und dann auch noch Katzen mitgenommen hätte.
Allerdings hat die Maine Coon einen kleinen Bezug zu Frankreich. Maine ist auch eine Region in Frankreich, ehemals eine Grafschaft, später Herzogtum. Wahrscheinlich ist das amerikanische Maine danach benannt, zudem dieses nahe an Kanada liegt.
Eine weitere Legende spricht von „Kapitän Coon“ aus Maine, der ein grosser Katzenliebhaber gewesen sein soll.
Überall wo er an Land ging sollen ihm seine Katzen gefolgt und dann wohl auch hängen geblieben sein. Aber vergisst ein Katzenliebhaber überall seine Katzen?
Die Wikinger haben nachweislich Katzen auf ihren Schiffen zur Mäusebekämpfung mitgeführt und sie waren "besuchsweise" in Amerika. Sie sollen so für das Einschleppen von Katzen verantwortlich sein. Katzen sind aber bei ihrer Verbreitung auf sesshafte Menschen angewiesen, die Landwirtschaft betreiben. Die nomadische Lebensform der Indianer entspricht dem ja nun gar nicht, so dass ein Fußfassen zu der Zeit wohl nicht möglich war. Ohne menschlichen Schutz, wäre es Katzen angesichts der großen Raubtiere Nordamerikas kaum möglich gewesen sich dort zu behaupten.
Leider gibt es "eine Wahrheit" nicht. Wahrscheinlich ist, dass sich die Urform der Maine Coon ganz profan aus Hauskatzen der Einwanderer und ggf. Schiffskatzen entwickelt hat. Langhaarig, weil vorteilhaft in der Region und weil bevorzugt durch die Farmer. Langhaarkatzen waren in der Zeit der großen Einwanderungsströme nach Amerika ja in Europa längst bekannt. Sicher haben nicht viele Einwanderer Katzen mitgebracht, so dass das Gen für Langhaar unter diesen wenigen Tieren einen großen Einfluss hatte. Etwa so wie in Boston die stummelschwänzigen Katzen.
Die perfekte Basis, um daraus eine Rasse zu machen!
Der Charakter der Maine Coon ist eher ruhig und ausgeglichen, aggressives Verhalten ist für diese Rasse untypisch. Sie ist anpassungsfähig, oft auch gut mit anderen Haustieren zu halten - soweit es keine Beutetiere sind - und auch gegenüber Artgenossen gelten sie als sehr sozial. Wie alle Katzen, wählt sie sich ihren „Lieblingsmenschen“ selbst aus.
Maine Coon's sind oft sehr kommunikativ. Sie miauen nicht nur, sondern geben auch zirpende Laute von sich. In sicherer Freilaufhaltung beweisen sie bei Gelegenheit, dass sie noch immer begabte Jäger sein können.
Maine Coons brauchen natürlich die Grundpflege und Ansprache wie jede andere Katze auch. Die Fellpflege ist mit überschaubarem Aufwand realisierbar. Im Sommer genügt es in der Regel die Katzen einmal in der Woche zu bürsten und zu kämmen und dabei entstandene Haarknoten zu entwirren. Dickes Winterfell muss gegebenenfalls täglich gebürstet und gekämmt werden, damit es nicht verfilzt. Ausstellungskatzen sollten regelmässig gebadet werden, damit sie es gewohnt bleiben und weil damit eine „Finish“ für die Ausstellung wesentlich leichter zu erreichen ist.
Empfindlich sind Maine Coon’s nicht. Es gibt jedoch einige Erbkrankheiten bzw. genetische Dispositionen, welche noch nicht gänzlich aus den Zuchtlinien eliminiert werden konnten, z.B. Hüftgelenk- und Ellenbogendysplasie, Zahnfleischprobleme und die Hypertrophe Kardiomyopathie.
Besonders die die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) hatte in den vergangenen Jahren bei dieser Rasse für grosse Aufregung gesorgt. Man kann vermuten - belegt ist es nicht,weil es keine verlässlichen Zahlen dazu gibt - dass diese Rasse häufiger als andere Rassen davon betroffen war. In der Zwischenzeit wurde viel geforscht. Gentests stehen zur Verfügung und der Ultraschall des Herzens der Zuchtkatzen ist Standard. Trotzdem gibt es keine 100% Sicherheit. Gerade HCM kann auch durch eine spontane Mutation entstehen. Beim Kauf sollten Sie jedoch die entsprechenden Nachweise der Vorsorgeuntersuchungen unbedingt verlangten.
Mit ihrem speziellen Look spricht sie eher Leute an, welche nicht das lieblich dreinschauende Kätzchen suchen sondern die imposante Erscheinung schätzen. Maine Coon’s sind ansonsten jedoch – ausgenommen die Größe – ein gesundes Mittelmaß. Durch die jahrzehntelange Zucht, können sie auch bei dieser Rasse einen menschenbezogenen tierischen Hausgenossen erwarten.
Ihr Wesen ist eher ruhig, aber nicht phlegmatisch. Der Pflegeaufwand ist überschaubar. Im Umgang mit Menschen sind sie freundlich und anhänglich und sie schätzen es, wenn man sich intensiv mit ihnen beschäftigt. Die Rasse eignet sich auch sehr gut für den Mehrkatzenhaushalt. Kinder mögen die meisten Maine Coon's auch. Ob man ihnen Intelligenz nachsagen kann? Na ja, mit einer Hauskatze können sie da nicht mithalten. Es sind eben doch Rassekatzen, die nicht besonders intelligent sein müssen, um zu überleben.
Da Rassekatzenzucht an einem Standard orientierte Linienzucht ist (und nicht Erhaltungszucht wie im Zoo) unterliegen Rassen und deren Teilpopulationen (Linien) permanenter Veränderung. Die heutige Maine Coon unterscheidet sich nach Jahrzehnte langer Zucht doch etwas von den Ausgangstieren.
Neben der Gesundheit, welche als Zuchtziel immer gesetzt ist, muss speziell auch darauf geachtet werden, dass die Grösse mit der Körpermasse korrespondiert, die Katzen also nicht zu leicht und schlank werden. Der Trend zu pflegeleichten Tieren, darf nicht auf zu kurzes Fall ohne Volumen hinauslaufen. Zu achten ist zudem auch auf schöne, kontrastreiche Tabbyzeichnung, welche ein Markenzeichen dieser Rasse war.
Mit diesen essenziellen Tipps zum Kauf - falls Sie das in Betracht ziehen - beende ich mein "kleines" Rasseportrait. Gelegneheit ein lebendiges Exemplar zu sehen haben Sie auf unseren Ausstellungen!
Autor: T.Eckhardt