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Als potentielles Wirtgestein eines geplanten Endlagers für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) hat die NAGRA den Palfris-Mergel am Wellenberg (Gemeinde Wolfenschiessen, NW) ausgewählt. Entscheidend für Sicherheitsanalysen sind Sorptionsdaten für sicherheitsrelevante Radionuklide im Fernfeld. In diesem Bericht werden die Verfahren beschrieben, mit denen Sorptionsdaten für die in situ Bedingungen entlang verschiedener potentieller Fliesswege in einer intakten Mergelformation erstellt werden. Wichtig dabei ist die Dokumentation der Quellen von relevanten Sorptionsdaten und insbesondere der Überlegungen, die zur Datenauswahl geführt haben. In diesem Zusammenhang waren die Leitkriterien Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Datenauswahl sowie die Vertretbarkeit dieses Vorgehen.
Viele der Sorptionsdaten, die zur Erstellung von Datenbasen für Mergel berücksichtigt wurden, sind der offenen Literatur entnommen. Der vorliegende Bericht beschreibt, wie die ursprünglichen Literaturwerte an die tatsächliche Mergelmineralogie und die Grundwasserchemie angepasst werden. Die resultierenden «Referenz-Rd-Werte» werden dann mit sogenannten «Labor -> Feld» -Transferfaktoren weiter modifiziert, um Sorptionswerte zu berechnen, die für die in situ Bedingungen im Gestein relevant sind. Mit den «Labor -> Feld»-Transferfaktoren wird versucht, die unterschiedliche Verfügbarkeit von Sorptionsstellen an gemahlenem Gestein (Batch-Tests) und intaktem Gestein (in situ) zu korrigieren.
Die drei möglichen Fliesswege, die im Palfris-Mergel identifiziert wurden, können mit fünf charakteristischen Mineralzusammensetzungen sowie zwei Hauptgrundwassertypen beschrieben werden. Für jede Grundwasser/ Mineralogie-Kombination wird eine Sorptions-Datenbasis erstellt, die die in situ Bedingungen beschreibt. Die in diesem Bericht beschriebene Methode der Erstellung einer «Mergel-Sorptions-Datenbasis» kann grundsätzlich auch für andere Gesteinstypen eingesetzt werden.