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Die Publikation des letzten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed am Vorabend hat die US-Börsen am Mittwoch stark korrigieren lassen. Dies könnte jedoch nur der Beginn einer deutlicheren Korrektur sein, verbleiben die US-Indizes immer noch auf einem Rekordniveau. Der S&P 500 hat in den letzten zwölf Monaten 25 Prozent hinzugewonnen. Das gleiche gilt für den Technologieindex Nasdaq 100.
Grund zur Sorge liefert das von der Investorenlegende Warren Buffett bevorzugte Markt-Signal: Die in Investorenkreisen als "Buffett-Indikator" allgemein bekannte Kennzahl kletterte diese Woche auf 218 Prozent, ein neues Rekordhoch. Investoren verwenden diese, um die Bewertung des Aktienmarktes mit der Grösse der Wirtschaft zu vergleichen.
So setzt die Kennzahl die Gesamtmarktkapitalisierung aller US-Aktien - dazu wird der Wilshire 5000 Total Market Index verwendet - ins Verhältnis zur Gesamtwirtschaftsleistung (Bruttoinlandprodukt, oder kurz: BIP) des Landes. Wenn die Zahl im Bereich von 70 bis 80 Prozent liegt, ist es Zeit, Bargeld in den Markt zu werfen und zu investieren. Wenn sie sich über 100 Prozent bewegt, ist es Zeit, sich dem "Risk-Off" zuzuwenden.
Buffett pires den Indikator in einem Fortune-Artikel im Jahr 2001 an und beschrieb ihn als "wahrscheinlich das beste Einzelmass dafür, wo die Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen". Als dieses Barometer während der Dotcom-Blase in die Höhe schoss, hätte dies ein "sehr starkes Warnsignal" für einen bevorstehenden Absturz sein sollen, bemerkte er. Darüber hinaus spielten Anleger, die Aktien kaufen, wenn sich die Kennzahl 200 Prozent nähert, "mit dem Feuer", fügte er hinzu. Dies ist jetzt der Fall.
Messgrösse nicht fehlerfrei
Doch die von Buffett bevorzugte Messgrösse ist alles andere als fehlerfrei. Es vergleicht beispielsweise den aktuellen Wert des Aktienmarktes mit einer BIP-Messung vor einigen Monaten. Das verwendete BIP schliesst auch ausländische Einnahmen aus, während die Marktkapitalisierung von US-Unternehmen den Wert sowohl ihrer inländischen als auch ihrer internationalen Geschäftstätigkeit widerspiegelt.
Darüber hinaus hat die Corona-Pandemie seit Anfang 2020 Lieferketten unterbrochen, die Wirtschaftstätigkeit gedämpft und das BIP gedrückt. Die Regierung und die Notenbank Fed haben beispiellose Schritte unternommen, um die Wirtschaft anzukurbeln und die betroffenen Menschen und Unternehmen zu unterstützen. Wegen der Geldschwemme sind Vermögenspreise stark angestiegen und haben den "Buffett-Indikator" künstlich aufgebläht.
Der Anstieg sollte trotzdem als Warnsignal dienen. Auch andere Marktstimmen sind schon seit einer Weile der Meinung, dass Aktien überteuert und einem hohen Risiko eines Abschwungs ausgesetzt sind. Michael Burry, der Investor von "The Big Short", warnte letztes Jahr, dass die Börse "auf Messers Schneide tanzt" und die "Mutter aller Crashs" bevorstehe. In ähnlicher Weise hat GMO-Mitbegründer Jeremy Grantham eine "ausgewachsene, epische Blase" diagnostiziert, von der er erwartet, dass sie spektakulär platzt.
Und was macht Warren Buffett? Dieser sitzt mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway auf einem Cash-Bestand von fast 150 Milliarden Dollar. Der berühmte Investor verkauft - Stand November 2021 - weiterhin mehr Aktien, als er dazukauft. Ein wichtiger Bestandteil der Anlagestrategie von Warren Buffett ist es, erst dann zu kaufen, wenn alle anderen verkaufen.