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Wagnisse
Was sind Wagnisse?
Für Risikosportarten ist in den wenigsten Fällen eine Deckung gegeben
Unter Wagnissen versteht man gefährliche Sportarten oder Tätigkeiten bei welchen sich der Versicherte einer erhöhten Verletzungsgefahr aussetzt. Der Versicherte hat bei Verletzungen mit einer Kürzung der Leistung um 50% und in besonders schweren Fällen mit einer kompletten Verweigerung der Leistung zu rechnen.
Betroffen sind unteranderem die Leistungen von Krankenkassen oder Unfallversicherern. Die meisten Versicherungen richten dafür nach der Wagnis-Liste der SUVA. Demnach gelten unter anderem folgende gefährliche Sportarten und Tätigkeiten als Wagnisse:
- Autocross-, Berg-, Rundstrecken-, Stockcarrennen inkl. Training; Auto-Rally, Geschwindigkeitsprüfungen; Autofahren auf Rennstrecken, ausgenommen Fahrsicherheitskurse
- Base-Jumping
- Fullcontact-Wettkämpfe (bspw. Boxwettkämpfe)
- bewusstes Zertrümmern von Glas
- Karate-extrem (Zertrümmern von Back- oder Ziegelsteinen oder dicken Brettern mit Handkante, Kopf oder Fuss)
- Motocrossrennen inkl. Training auf der Rennstrecke
- Motorbootrennen inkl. Training
- Motorradrennen inkl. Training und Motorradfahren auf einer Rennstrecke (ausgenommen Fahrsicherheitskurse)
- Abfahrtsrennen mit Mountain-Bikes inkl. Training auf der Rennstrecke (sogenanntes Downhill-Biking)
- Quadrennen inkl. Training
- Rollbrettabfahrten, sofern wettkampfmässig oder auf Geschwindigkeit betrieben
- Schneemotorrad-Rennen (Snow-Cross) inkl. Training
- Ski-Geschwindigkeits-Rekordfahrten
- Speedflying
- Tauchen in einer Tiefe von mehr als 40 Metern
- Hydrospeed / Riverboogie (Wildwasserfahrt bäuchlings auf Schwimmbob liegend
Schadenbeispiele
- Sie gehen ins Boxtraining und nehmen auch an Wettkämpfen teil. Mit einem Joch- oder Nasenbeinbruch muss gerechnet werden.
- Sie fahren Kartrennen und sind in eine Kollision verwickelt, anschliessend haben Sie Kopfschmerzen und es wird ein Schleudertrauma diagnostiziert.
Handhabung in der Praxis
Stellt sich heraus, dass die versicherte Person eine unfall- oder krankheitsbedinge Behandlung aufgrund eines als Wagnis deklarierten Sportes hatte, so kürzen oder verweigern die Versicherungen die Leistung dafür. Festgestellt wird dies aufgrund dem Unfallformular welches der Versicherte jeweils ausfüllen muss. Dort wird unteranderem nach dem Hergang gefragt welcher zum Unfallereignis geführt hat.
Bei Krankheiten welche eine Operation bedürfen bestehen in den meisten Fällen Arztzeugnisse welche beispielsweise Kniebeschwerden auf die jahrelange Belastung durch Downhill fahren zurückführen etc. Die Krankenversicherung müsste dies dann aber belegen können, dass dies der ausschlaggebende Faktor gewesen sein muss. Daher wird eine Verweigerung für krankheitsbedingte Behandlungen aufgrund der Beweispflicht wohl eher selten vorkommen.
Tipps zu Wagnissen
- Sollten Sie eine dieser Sportarten ausüben, so kümmern Sie sich um eine Versicherungsdeckung welche keine Kürzungen oder Leistungsverweigerungen in folge Wagnissen vornimmt.
- Gerade halbprivat oder privatversicherte Personen wiegen sich oft in falscher Sicherheit. Nur in wenigen Produkten besteht auch für die Ausübung von Wagnissen eine entsprechende Deckung.