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Stickstoff(N)-Verluste entstehen in der Landwirtschaft, wenn Stickstoff entweder als Ammoniak, Lachgas oder Luftstickstoff in die Atmosphäre oder als Nitrat ins Wasser gelangt. Ammoniak trägt zur Überdüngung und Versauerung von sensiblen Ökosystemen und zu schlechter Luftqualität bei. Lachgas und Luftstickstoff werden während der Hofdüngerlagerung und im Boden bei der Denitrifikation und der Nitrifikation gebildet. Lachgas trägt zum Ozonabbau in der Stratosphäre bei und ist ein sehr starkes Treibhausgas. Nitrat kann aus dem Boden ins Grundwasser oder in Oberflächengewässer ausgewaschen werden. Über den Rhein kann es in die Nordsee gelangen, wo es in den Küstengewässern zum Algenwachstum (Eutrophierung) beiträgt. Über das Trinkwasser aufgenommenes Nitrat kann im menschlichen Körper in krebserregende Stoffe umgewandelt werden.
Berechnung der N-Verluste
Für die N-Verluste in die Atmosphäre werden die Ammoniak- und die Lachgasemissionen aus der Berechnung anderer AUI übernommen. Um die Luftstickstoffemissionen in die Atmosphäre abzuschätzen, werden die Lachgasemissionen mit einem konstanten Faktor multipliziert.
Die Nitratauswaschung wird mit dem Modell MODIFFUS auf Parzellenebene berechnet. Um die ausgewaschene Nitratmenge abzuschätzen, wird ein Basiswert für die Nitratauswaschung mit Korrekturfaktoren (z.B. für unterschiedliche Sickerwassermengen, Höhelagen, Böden) verrechnet. Dieser Basiswert hängt von der Kulturkombination (Hauptkultur des Vorjahres – fakultative Zwischenkultur – Hauptkultur des aktuellen Jahres) ab und wird einer Datenbank entnommen. Die Datenbank wurde mit Hilfe von Daten aus Lysimeterversuchen erstellt. Wenn für bestimmte Basiswerte keine Daten vorhanden waren, wurden sinnvolle Annahmen aus den verfügbaren Daten abgeleitet.
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weitere Informationen
Agrarbericht 2012 (PDF, 14 MB, 23.03.2021)Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)