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In einem überraschend engen Kopf-an-Kopf-Rennen steuert Luiz Inácio Lula da Silva auf einen Sieg in der ersten Runde der Präsidentenwahl in Brasilien zu. Der linke Ex-Staatschef kam auf 47,46 Prozent, wie das Wahlamt am Sonntag nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen mitteilte.
Der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro erhielt demnach 44,03 Prozent. In den Umfragen lag Lula zuletzt deutlich vorn. Nach Einschätzung von Experten bekannten sich viele Befragte nicht zu ihren tatsächlichen Favoriten oder entschieden sich erst am Wahltag.
Die Wahl hat die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas extrem gespalten. Lula bezeichnete Bolsonaro wegen dessen zögerlicher Corona-Politik als Völkermörder, Bolsonaro nannte seinen Kontrahenten nach dessen Verurteilung wegen Korruption einen Dieb. Die Unterstützer des Amtsinhabers fordern immer wieder unverhohlen einen Militärputsch. Bolsonaro hatte zuletzt Zweifel am Wahlsystem gestreut und angedeutet, das Ergebnis möglicherweise nicht anzuerkennen.