Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03444.jsonl.gz/1334

Cabezón
Jairo Boisier
Chile, 25 min
Weltpremiere
Ein chilenischer Maler erhält den Auftrag, das Porträt eines dicken Mastiffs mit Namen «Cabezón» (Dickkopf) zu malen. Er ist alleine mit ihm in seinem Büro und muss einen Kompromiss zwischen seinen Gewohnheiten und denen des Tiers finden. Keine einfache Situation, denn im Prinzip entwickelt sich der Akt des Malens gemeinsam mit dem Subjekt, das Modell steht und seine Position normalerweise nicht ständig wechselt. In dieser ungewöhnlichen Konfiguration verfolgen Maler und Modell nicht die gleichen Absichten. Wenn der eine bereit ist und an seiner Staffelei steht, sitzt der andere nicht bequem genug und sucht eine andere Position. Der Maler muss oft Tricks finden, um ihn ruhig zu halten. Tage und Nächte vergehen... Ganz langsam entsteht etwas. Der schöpferische Prozess kann beginnen. Das Verhältnis zwischen dem Bild, das der Künstler im Auge hat, und der sich ständig bewegenden Realität macht diesen Film zu einer grossartigen Doku-Komödie über die Eitelkeit der Kunst, gleichzeitig aber auch zu einem schönen Essai über die Solidarität und Verbundenheit zweier Lebewesen.
Luciano Barisone