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2016: 175 Jahre "Schweizerpsalm"
NEIN zur ABSCHAFFUNG DES SCHWEIZERPSALMS
durch die sog. Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG)
Am 5. Juli 1835, dem 4. Sonntag nach Pfingsten erklingt zum Amtsantritt von P. Plazidus Bumbacher als Pfarrer der alten Wettinger Dorfkirche eine Festmesse. Zum Graduale, dem Stufengesang nach der Epistellesung, hat P. Alberik Zwyssig für seinen priesterlichen Freund im Rahmen der Festmesse ein "Diligam te Domine" komponiert.
Nach vortridentinischer Liturgieordnung war für das Graduale des 4. Sonntags nach Pfingsten der Psalmtext „Jacta cogitatum” vorgesehen, gefolgt vom Alleluia und dem Alleluiavers „Diligam te Domine”. Zwyssig hat die für diesen Tag vorgesehenen Verse 2 und einen Teil von Vers 3 des Psalms 18(17) vertont und als „Graduale” bezeichnet.
Während die Urfassung der Festmesse als verschollen gilt, lebt das Graduale "Diligam te Domine" bis heute weiter.
(Hubert Spörri)
Nach der Aufhebung des Klosters Wettingen und der brutalen Vertreibung der Mönche findet Zwyssig vorerst Asyl bei seinem Bruder Peter im Hof St. Karl, einem stattlichen Patrizierhaus südlich der Stadt Zug. Freunde des Zürcher "Unterhaltungszirkels zur Biene" lassen ihm eines Tages das Gedicht "Schweizerpsalm" ihres Mitgliedes Leonhard Widmer zukommen: "Trittst im lichten Morgenrot daher..."
Zwyssig vermag sich der Kraft des von Religiosität und Patriotismus inspirierten Gedichts seines Freundes Leonhard Widmer nicht zu entziehen. In Absprache mit Leonhard Widmer unterlegt er die Worte, umgeformt und angepasst, seinem sechs Jahre zuvor in Wettingen komponierten "Diligam te Domine". Am Abend des Cäcilientages - am 22. November 1841 - erklingt die Komposition in St. Karl bei Zug, gesungen von vier jungen Stadtbürgern. Eine Bronzetafel an der Kapellmauer erinnert daran, dass hier der Schweizerpsalm komponiert wurde. Die eigentliche Uraufführung darf aber Zürich in Anspruch nehmen, wo der Schweizerpsalm bereits am 14. November, im Freundeskreis von Leonhard Widmer, dessen "Bienenquartett" er als 2. Tenor angehörte, aufgeführt wurde. (Hubert Spörri, nach Joseph Rennhard u.a.)
Mit dem Schweizerpsalm wurde ein überkonfessionelles Gemeinschaftswerk geschaffen, zu dem der radikale Politiker, Verleger und Kunstfreund Leonhard Widmer den Text und der katholische Mönch P. Alberik Zwyssig die Melodie schuf. 1961 wurde der Schweizerpsalm zur Nationalhymne erhoben, zunächst provisorisch, seit 1981 definitiv. Die bekannte Melodie liegt der Messe mit dem Schweizerpsalm
zu Grunde.
Hören Sie das Diligam te Domine
, in der Fassung für gemischten Chor! Es singt der Kirchenchor Wegenstetten-Hellikon unter der Leitung von Marcel Bamert.
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