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Vorrede
Moses, von seinem Geburtsorte .Chorene in der armenischen Provinz Duroperan der Chorenenser genannt, ist um das Jahr 370 geboren und nach dem Chronisten Samuel von Ani 489 n. Chr. gestorben.1 Er war von früher Jugend an mit dem grossen Isaak, von 390 bis 430 Patriarch von Armenien, und Mesrop, dem Erfinder der armenischen Schriftzeichen und Uebersetzer des neuen Testamentes, verbunden, half beiden Gelehrten in ihren litterärischen Unternehmungen und war bis an's Ende seines Lebens mit der Uebersetzung syrischer und griechischer Werke in’s Armenische beschäftigt.2 Das Syrische und Griechische hatte er während eines achtjährigen wissenschaftlichen Aufenthaltes in Mesopotamien Alexandrien, Rom, Athen und Constantinopel erlernt Neben seinen Uebersetzungen hat er auch folgende Werke in armenischer Sprache verfasst: eine Geschichte Gross Armeniens, einen Geschichtskenntniss bekundenden Brief an Isaak den Ardsrunier, eine an historischen Notizen reiche Lobrede auf die Jungfrau und Märtyrin Ripsime, eine Homilie auf die Verklärung Christi, eine Rhetorik und eine Geographie, welche Werke nebst der Antwort des Ardsruniers Isaak auf genannten Brief in einer correkten Ausgabe der Mechitaristen von S. Lazzaro vom Jahre 1865 uns vorliegen. Feinheit und Würde des
Vorliegende deutsche Uebersetzung der Geschichte Gross-Armeniens von Moses von Chorene aus dem armenischen Texte hat den Zweck, genanntes Geschichtswerk den deutschen Historikern und Freunden der orientalischen Litteratur bekannt und zugänglich zu machen und den Anfängern in der armenischen Sprache 4) eine gewiss willkommene Stütze bei der ersten Lektüre armenischer Texte zu bieten. Die Uebersetzung schliesst sich, so weit der deutsche Sprachgeist und die nöthige Klarheit besonders in den rein geschichtlichen Theilen es erlauben, möglichst genau an den Text an, so dass sie hoffentlich ihren beiden Zwecken entsprechen wird. Eine deutsche Uebersetzung der ebenfalls sehr wichtigen Geographie des Moses von Chorene wird in Kurzem nachfolgen.
Trier im Mai 1869.
Dr. Lauer.
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Vergl. Quadro della storia letteraria di Armenia estesa da Mons. Sukias Somal. Venezia 1829 S. 24 fgd. und Neumann ,Geschichte der armenischen Litteratur‘ Leipzig 1836 S. 45 fgd. ↩
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Vergl. Vorliegendes Werk, S. 233. ↩
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Der Armenier Sukias Somal sagt in genanntem Quadro S. 24 «Compose molte opere, in coi l’eleganza e la dignità dello stile, la scella e la purezza delle espressioni lo qualificano per un autore veramente ammirabile que merita il primo posto fra tutti i classici armeni.» ↩
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Bei Braumüller in Wien ist von mir so eben erschienen: «Grammatik der classichen armenischen Sprache.» ↩