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Botanische Gärten
Orotava - Garten im ewigen Frühling
Der Botanische Garten wurde 1788 vom spanischen König Karl III. angeregt. Erster Direktor des rechteckigen und von einer Mauer umgebenen Gartens war Alonso de Nava y Grimón (Marqués de Villanueva del Prado).
Ein Schwerpunkt: Würgerfeige
Würgerfeigen (Gattung Ficus) beginnen ihr Leben als Epiphyten: Fruchtesser (Vögel, Affen) lassen ihre Reste der Mahlzeit (Samen) auf den Aesten liegen, wo alsbald die Keimung beginnen kann. Von den Aesten des Wirtes hängen Wurzeln der wachsenden Feige weit nach unten bis in den Waldboden. Ueberall bildet die Feige nun Wurzeln, die den Wirtsbaum wie einen Korb umhüllen. Schliesslich stirbt der umgarnte Wirtsbaum. Allerdings haben nicht alle Würgerfeigen-Arten die Kraft, den Wirtsbaum zu erdrosseln.
Berühmtheiten
Alexander von Humboldt besuchte diesen Garten auf Teneriffa. Das Orotava-Tal begeisterte ihn besonders. Zu seiner Ehre wurde eine Stelle als "Humboldtblick" auf der Insel des "ewigen Frühlings" bezeichnet.
Der Bonner Botaniker Nees von Esenbeck begründete zu Ehren von Johann Wolfgang Goethe die Pflanzengattung Goethea. Die hier abgebildete Art heisst Goethea strictiflora und wurde benannt von Hooker (Synonym Pavonia strictiflora).
Bromelien
Bromelien -fast ausschliesslich in Amerika beheimatet- bestehen vorwiegend aus grossen Rosetten mit oft fleischigen und stacheligen Blättern; viele haben aber auch Trockenanpassungen (xeromorph). Einfache bis verzweigte Aehren, Trauben oder Rispen mit leuchtenden Farben der Tragblätter locken Fledermäuse und Kolibris an. Nicht wenige Arten leben als Epiphyten.
Dieser Epiphyt wird recht häufig -fälschlicherweise- als Moos oder Flechte betrachtet. Er hängt oft meterlang von den Bäumen. Die Pflanzen sind völlig wurzellos und nehmen Feuchtigkeit aus der Luft mit Hilfe von Schuppenhaaren auf.
Die Blätter der Bromelien bilden auch richtige "Zisternen". In diesen leben Tiere (Kleintiere, Frösche etc.). So verwundert nicht, dass bereits solche Trichter-Bromelien als fleischfressend erkannt wurden (Brocchinia spec.).
Cycadales (Palmfarne)
Orotava besitzt einige Arten der "Cycadales". Der Name "Palmfarne" ist völlig irreführend: Weder "Palme" noch "Farn" ist zutreffend, tatsächlich sind es aber Samenpflanzen. Die "Cycadales" sind zweihäusig und bilden grosse Zapfen mit männlichen (Mikrosporophyll = Staubblatt, bildet Pollen) und weiblichen Teilen (Megasporophyll = Fruchtblatt, bildet Samenanlage). Die Samenanlagen entwickeln sich zu grossen Samen.