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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie soll eine Fachhochschule aus der Sicht des Bundesrates bezüglich Grösse, Anzahl Studierende, Anzahl Abteilungen und Lehrgänge idealerweise strukturiert sein, um eine möglichst hohe Bildungsqualität bei finanziell effizientem Betrieb zu gewährleisten?</p><p>2. Ist er auch der Meinung, dass die Bildung von grossen Mehrsparten-Fachhochschulen derjenigen von Teilschulen, die sich auf einen isolierten Fachbereich beschränken, vorzuziehen ist, dies, wenn man berücksichtigt, dass die Probleme der Zukunft zunehmend nur mit einem interdisziplinären Ansatz gelöst werden können?</p><p>3. Ist er auch der Meinung, dass ein Transfer der grössten Schweizer Fachhochschul-Chemieabteilung von Winterthur nach Wädenswil in Anbetracht des Mangels an Fachhochschulchemikern, der unvermeidlichen Wanderungsverluste (Gefahr, dass Studiengang unterkritisch wird) und Synergieverluste (zum grossen Departement Technik der Zürcher Hochschule Winterthur, ZHW) den Interessen des Wirtschaftsplatzes Schweiz zuwiderläuft?</p><p>4. Ist er auch der Meinung, dass in einer Zeit der knappen Finanzen die grossen chemiespezifischen Investitionen am Standort Winterthur geschützt werden müssen, vor allem, da aus Kostengründen durch den Transfer eine empfindliche Qualitätseinbusse in Lehre und F&amp;E der ZFH zu erwarten ist? Ist der Bundesrat bereit, an solche Transferkosten Investitionsbeiträge zu leisten?</p><p>5. Ist er auch der Meinung, dass seine Auflage zur Konzentration im Bereich Chemie und Life Sciences durch den Beschluss des Zürcher Fachhochschulrates zum Transfer des Chemiestudiengangs von der ZHW an die Hochschule Wädenswil unzweckmässig interpretiert wurde?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Grösse der Fachhochschule richtet sich nach den Bedürfnissen der Region. Sie fällt in der Schweiz sehr unterschiedlich aus. Bildungsqualität und Effizienz lassen sich am besten auf der Stufe des einzelnen Bildungsangebotes messen. Bund und Kantone haben sich bei der Erarbeitung des Masterplans "Fachhochschulen" darauf verständigt, dass künftig auf der geplanten Bachelorstufe Grössenordnungen von mindestens 60 Studierenden pro Jahrgang und Studiengang und auf der Masterstufe mindestens 30 Studierende pro Jahrgang und Studiengang die Regel bilden sollen. Diese Vorgaben stehen in engem Zusammenhang mit finanziellen, aber auch qualitativen Überlegungen. Bei der Schaffung von neuen Ausbildungsorten sind zudem im Interesse der Sicherung von Kontinuität und Breite des Studienangebotes, eines gezielten und auch qualitativ nachhaltigen Kompetenzaufbaus sowie einer effizienten Bewirtschaftung der Infrastruktur Standorte mit mindestens 500 Studierenden anzustreben.</p><p>2. Die Vielfalt des Studien- und des Weiterbildungsangebotes an einer Mehrsparten-Fachhochschule stellt für die Studierenden und den gesamten Hochschulbetrieb, namentlich auch für interdisziplinäre Angebote, eine Bereicherung dar. Die Prioritäten des Bundesrates liegen indessen, namentlich auch in Berücksichtigung der regionalen Verankerung der Ausbildungsorte und der bestehenden Infrastruktur, auf der Fachbereichsebene. Diese Zielsetzung steht nicht im Widerspruch zu einer Mehrsparten-Fachhochschule, welche bei Vorliegen der entsprechenden räumlichen Verhältnisse durchaus interessante Perspektiven aufweist. Es ist für die weitere Entwicklung der Fachhochschulen aber vorrangig, dass die Studienangebote in den einzelnen Fachhochschulen auf der Fachbereichsebene koordiniert und zusammengeführt werden. Der Bundesrat hat denn auch in den Genehmigungsentscheiden Ende 2003 die Träger aufgefordert, die gesamtschweizerische Koordination namentlich in den Bereichen Bau, Life Sciences und Design zu verstärken, und die Eidgenössische Fachhochschulkommission beauftragt, diese Anstrengungen zu unterstützen. Im Rahmen des Projektes Bau, Life Sciences und Design werden die wissenschaftlich-fachlichen Zusammenhänge erstellt und wird versucht, Entscheidungsgrundlagen im Einvernehmen mit den Trägern zu gewinnen.</p><p>3. Der Bundesrat hat Kenntnis von den Standortentscheiden der Zürcher Fachhochschule. Er hält vorab fest, dass die Zuordnung der Studienangebote grundsätzlich in der Organisationsautonomie der Zürcher Fachhochschule liegt.</p><p>Die Entscheide der Zürcher Fachhochschule beruhen auf einem längeren und fundierten Entscheidfindungsprozess. Die Prüfung umfasste inhaltliche, strukturelle und auch finanzielle Aspekte. Auf dieser Basis hat der Fachhochschulrat der Zürcher Fachhochschule am 24. Februar 2004 den Grundsatzentscheid getroffen, den Fachbereich Life Sciences in Wädenswil zu konzentrieren und den Bereich Chemie von Winterthur nach Wädenswil zu verlegen. 15 Trägerkantone des Konkordates der interkantonalen Hochschule Wädenswil haben in der Folge am 4. Juni 2004 einstimmig und ohne Enthaltungen dem Antrag zugestimmt, den Fachbereich Life Sciences und Chemie am Standort Wädenswil einzurichten. Aufgrund dieser Sachlage sind gegenwärtig keine Gründe ersichtlich, die den Interessen des Wirtschaftsplatzes Schweiz zuwiderlaufen.</p><p>4. Die Zürcher Fachhochschule hat sich bei der Verlagerung des Standortes des Studiengangs Chemie nach Wädenswil intensiv mit den finanziellen Konsequenzen auseinander gesetzt. Sie kommt zum Schluss, dass dieser Schritt neben organisatorischen und inhaltlichen auch finanziellen Überlegungen standhält und bereits mittelfristig zu Kosteneinsparungen führen soll. Diese Beurteilung wird den Bund nicht davon abhalten, bei Eingang entsprechender Subventionsgesuche der Zürcher Fachhochschule die Zweckmässigkeit der Verlagerung und dazugehöriger Transferkosten aus finanzieller Sicht zu prüfen. In diesem Zusammenhang ist indessen nicht unbedeutend, dass die Verlagerung des Studiengangs Chemie nach Wädenswil keinen Neubau verlangt.</p><p>5. Aus heutiger Sicht besteht für den Bundesrat kein Anlass, die Verlagerung des Studiengangs Chemie von Winterthur nach Wädenswil und den Aufbau eines Kompetenzzentrums Life Sciences mit den Studienangeboten in Biotechnologie, Hortikultur, Lebensmitteltechnologie und neu Chemie zu beanstanden.</p>  Antwort des Bundesrates.