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im griech.
Mythus der Wagenlenker des elischen Königs Oinomaos, des
Vaters der
Hippodameia. Von
Pelops bestochen
oder aus Liebe zu
Hippodameia setzte er, als
Pelops die
Braut durch eine Wettfahrt mit dem Könige erringen
sollte, wächserne Pflöcke in die
Achsen der
Räder des letztern, oder ließ die Nägel
[* 3] ganz weg, wurde aber hernach, als
er verlangte, daß
Hippodameia sich zum Lohn für seinen Verrat ihm hingebe, von
Pelops in das
Meer gestürzt. Die Scene
vor der
Wettfahrt ist im östl. Giebelfeld des vollständig wiederausgegrabenen Zeustempels
von Olympia (s. d.) dargestellt.
(grch. und lat. Mysia), im
Altertum die ganze Landschaft im nordwestl.
Kleinasien, welche im N. von der
Propontis
und dem
Hellespont, im W. durch das
Ägäische Meer begrenzt wird, im
S. an
Lydien, im O. an
Phrygien und
Bithynien stößt, im
engern
Sinn jedoch nur der nordöstl. und mittlere
Teil dieses Landstrichs, wobei dann der nordwestliche
als
Troas, der südwestliche als
Äolis, der südlichste als Teuthrania davon unterschieden wird. Die Landschaft ist größtenteils
von
Gebirgen durchzogen, unter denen der troische
Ida im W., der Temnos im S., der mysische Olympos im
NO. die bedeutendsten
sind.
Unter den zahlreichen
Flüssen sind der Rhyndakos, der Äsepos, der Granikos im N., der
Skamander in der
Troas und der Kaikos im südlichsten
Teile der Landschaft zu nennen. Unter den
Städten waren
Kios, Prusa,
Apollonia, Kyzikos,
Parion und Lampsakos im N., Alexandreia
Troas im W., Skepsis und Adramyttion in der Mitte und Pergamon
[* 5] im S. von Bedeutung. Die Bewohner gehörten ursprünglich wahrscheinlich zu der großen indogerman. Gruppe der Westkleinasiaten,
zu der auch Phryger, Lyder, Karer zählten, ein kräftiges kriegerisches Bauernvolk. Eine polit. Rolle spielte Mysien erst
in der Diadochenzeit infolge der Gründung des Pergamenischen
Reichs durch Philetärus (283
v. Chr.). - Mysien war
auch der griech.
Name von
Mösien (s. d.).
Joseph, Bildhauer, geb. in
Prag,
[* 6] war daselbst
Schüler des BildhauersThomasSeidan, arbeitete dann
bei W. Lewy bis zu dessen
Tode 1868 und erhielt darauf ein eigenes
Atelier an der
PragerAkademie, welches
er bis 1872 behielt. Seitdem selbständig, hat eine Reihe größerer
Arbeiten vollendet, z. B. die vier Pylonengruppen für
die Palackybrücke, den Marmorsarkophag im städtischen Museum, die Marmorfiguren der Gesinnungstreue und der Ergebenheit
für das Parlamentsgebäude zu
Wien.
[* 7] Für die im
Auftrage des Unterrichtsministeriums ausgeführte bronzene Reiterstatue des
heil. Wenzel erhielt er auf der
Internationalen Kunstausstellung zu
Wien 1894 die große
Medaille. Myslbeck ist
seit 1885 Professor,
seit 1893 Direktor der Kunstgewerbeschule in
Prag.
1) Bezirkshauptmannschaft in Galizien, hat 1063,74 qkm und (1890) 85820 (41217 männl., 44603 weibl.)
poln. E. in 67 Gemeinden mit 141 Ortschaften und 65 Gutsgebieten und umfaßt
die Gerichtsbezirke Jordanów,
Maków und Myslenice. - 2) Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirksgerichts (421,20
qkm, 39128 poln. E.), im
Thale des Rabaflusses, hat (1890) 2600 poln. E.,
Pfarrkirche mit besuchtem Marienbild.
(grch.,
d. i.Geheimnisse), bei den Griechen gewisse Kultgebräuche, an denen nur
solche
Personen teilnehmen durften, die nach gewissen Vorbereitungen, ja bei einzelnen erst nach Bestehung gewisser Prüfungen
und nach Ablegung des Gelübdes der Verschwiegenheit in den
Kreis der Eingeweihten aufgenommen waren. Der besondere
Inhalt
dieser Mysterien war, soweit die nur mangelhafte
Kunde davon reicht, ein doppelter: teils eigentümliche Legenden
über die Thaten und
Schicksale der Gottheiten, denen die Mysterien geweiht waren, teils symbolische Gebräuche, indem an den Festversammlungen
der Teilnehmer unter Leitung des priesterlichen
Personals der
Inhalt jener Legenden durch sinnbildliche Aufführungen dargestellt
wurde.
Von einer religiösen Belehrung in unserm
Sinne, d. h. lehrhafter Mitteilung von reinern
Vorstellungen
über die Gottheit, Ausdeutung der
Mythen des Volksglaubens im philos.
Sinne, findet sich in den alten Mysterien keine
Spur. Vielmehr
beruhte ihre Bedeutung wesentlich auf den ohne Zweifel zum
Teil sehr mächtigen Eindrücken, welche jene Schaustellungen,
deren Wirkung besonders durch Beleuchtungseffekte noch gesteigert wurde, auf die
Phantasie und das Gemüt
der «Schauenden» (Epopten) ausübten, indem sie in denselben das Gefühl
der
Reinigung und Heiligung und die tröstliche Hoffnung auf ein Fortleben nach dem
Tode in einem seligen Jenseits erweckten.
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Den ersten Rang unter allen griechischen Mysterien nahmen die attischen Eleusinien ein (s.
Eleusis). Ihnen stehen an Alter und Heiligkeit zunächst die samothrakischen Mysterien, deren Mittelpunkt der ursprünglich vielleicht
phöniz. Kultus der Kabiren bildete, mit welchem phryg. und griech. Religionselemente verschmolzen waren. Andere Mysterien, wie namentlich
die orphischen, waren nur an die Personen der Teilnehmer geknüpft, also durchaus Privatsache und dadurch
leicht Mißbräuchen ausgesetzt.
Vorzüglich gilt dies von den religiösen Weihen fremdländischen Ursprungs, die besonders seit der Zeit des PeloponnesischenKrieges sich in Griechenland
[* 22] und hernach in Rom und
[* 23] Italien
[* 24] verbreiteten. Schon die orphischen Mysterien, welche vorzugsweise dem mit
thraz., phryg. und vorderasiat. Gottheiten verschmolzenen Dionysos
[* 25] (s. d.)
galten, enthielten solche Elemente. Dazu kamen dann insbesondere die Weihen der kleinasiat. Kybele
[* 26] (s. d.),
der ägypt. Isis
[* 27] und in spätererZeit des pers. Mitra
[* 28] (s. d.).
In Frankreich nannte man Mysterien (mystères) etwa seit 1400 die Weihnachts- und Osterspiele, in denen die geistliche Geschichte
des Alten und des NeuenTestaments dramatisch behandelt wurde. Die Bezeichnung, die von neuern Literarhistorikern
auch auf die gleichartigen deutschen und engl. Spiele (mysteries) übertragen wird, entstand aus dem lat. ministerium (in der
Bedeutung «geistliche Verrichtung», «Funktion»,
daher auch vielfach Misterium genannt) und entspricht dem ital. funzione, dem span.
auto.
Eine halbgelehrte Anlehnung an das griech. μυςτήριον («Geheimnis») rief die gebräuchliche Form
mysterium hervor, denn es handelte sich in diesen Spielen hauptsächlich um die Darstellung der geheimnisvollen Geburt und Auferstehung
des Erlösers. Die älteste Benennung der Stücke ist lat. ludus repraesentatio (deutsch: Spiel; frz. jeu; engl. play). Diese
Spiele gingen hervor aus den gottesdienstlichen Handlungen des Weihnachts- und Osterfestes.
Wechselgesänge, die als Keim eines dramat. Dialogs zu betrachten sind, fanden sich in dem Ritual fast aller Feste.
So entstand ein Cyklus von Weihnachtsspielen aus dem Vortrag einer mit Unrecht Augustinus beigelegten Weihnachtspredigt, in
welcher nacheinander die Weissagungen von der Ankunft des Messias vorgeführt werden; frühzeitig ließ man Kleriker, welche
die einzelnen Propheten darstellten, während der Lesung der Predigt vorüberziehen; bald auch legte man den einzelnen Personen
lat.
Verse in den Mund.
Wenn die Worte der Weissagung sich mit einer Handlung verbanden, stellte man diese Handlung im Chor der Kirche durch junge Kleriker
als wirkliche Scenen dar: es erschien Bileam mit seinem Esel, Daniel in der Löwengrube u. a. m. Seit dem 11. Jahrh.
wurden einzelne Propheten, wie z. B. Daniel, besonders behandelt («Historia de Daniel repraesentanda»). Bald nahmen diese liturgischen
Dramen in lat. Sprache
[* 31] auch Verse in der Volkssprache auf, eine Neuerung, die schließlich zu Stücken führte, die vollständig
in der Volkssprache geschrieben waren.
Die Aufführung von Heiligenleben und Wundern nannte man Mirakel (s. d.), im
spätern Mittelalter hießen auch die Dramatisierungen weltlicher Geschichten (Mystère du siège d'Orléans, 15. Jahrh.)
Mysterien. Die Blütezeit des geistlichen Schauspiels fällt in das 15. Jahrh.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. wird es durch die Vorstellungen der berufsmäßigen Schauspieler verdrängt. Das älteste
durchaus deutsche Mysterium, ein Osterspiel, rührt von einem höfisch gebildeten Dichter her und gehört dem 13. Jahrh.
an. Mehr ist aus dem 14. Jahrh. erhalten, darunter das berühmte Spiel von den klugen und thörichten
Jungfrauen (1322 aufgeführt). Unter den zahlreichen deutschen Mysterien des 15. Jahrh.
treten das Alsfelder und HeidelbergerPassionsspiel hervor. Nachahmungen der in Deutschland
[* 32] waren die Bauernspiele (s. o.), deren
Pflege besonders von den Jesuiten begünstigt wurde.
Die Mysterien wurden unter freiem Himmel
[* 34] gegeben, die Spieler waren Personen aus allen Ständen, Geistliche und Schüler, Handwerker
und andere Bürger. Die Bühne bestand nicht, wie man früher annahm, aus drei Stockwerken, sondern war
eben. Im Vordergrund (champ) spielte sich der größte Teil der Handlung ab. Hier befand sich hinter einem Vorhang (coulisse),
auf dem ein Drachenschlund abgebildet war, eine Fallthür, der Eingang zur Hölle. Im Hintergrund der Bühne waren die mansiones
(maisons), etwa der Palast des Herodes, das Haus der Maria, der Tempel
[* 35] zu Jerusalem
[* 36] u. a., deren Örtlichkeit
auf das einfachste angedeutet wurde.
Hinter den mansiones erhob sich als Abschluß der Bühne, die bisweilen 30 m in der Länge und ebenso viel in der Tiefe maß,
das Paradies; von diesem aus schaute Gott mit den Engelscharen auf die Handlung herab. Es fand also kein
Scenenwechsel statt,sondern die ganze Scenerie des Stückes war von Anfang an auf der Bühne. Auch die Schauspieler waren von
Beginn an auf der Bühne und blieben dort bis zum Ende des Stückes. Der Zuschauerraum, von der Bühne durch Schranken getrennt,
zerfiel in Parterre und Galerien (Logen). Diese scenische Einrichtung, die auch für Deutschland ähnlich bezeugt
¶