Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/169683

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Folgen der Ausbreitung von Grossraubtieren in der Schweiz auf die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen von Heim- und Sömmerungsbetrieben zu dokumentieren. Dazu ist Artikel 14 des Jagdgesetztes (JSG) so zu ergänzen, dass die Aufgabe der Bewirtschaftung von Heimbetriebs- und Sömmerungsflächen als Folge der Rückkehr von Grossraubtieren erfasst wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Beweidung mit Nutztieren unterhalb der natürlichen Waldgrenze leistet einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft. Zur Abgeltung dieser gemeinwirtschaftlichen Leistung richtet der Bund Kulturlandschaftsbeiträge aus (Art. 70 LwG, SR 910.1). </p><p>Um die Anpassung der Landwirtschaft an die Präsenz von Grossraubtieren zu unterstützen, richtet der Bund zusätzlich Beiträge für das Ergreifen wirksamer Herdenschutzmassnahmen aus (Art. 12 Abs. 5 JSG, SR 922.0, und Art. 10ter und 10quater JSV, SR 922.01). Allfällige Nutztierverluste werden den Landwirten entschädigt (Art. 13 Abs. 4 JSG, Art. 10 JSV). Dem Bundesrat ist bekannt, dass in gewissen Gebieten mit Wolfspräsenz einige Schafalpen, die bisher allesamt als Standweide bewirtschaftet wurden, heute nicht mehr bestossen werden. Die Schafe dieser aufgegebenen Alpen weiden heute auf anderen Alpen mit Umtriebsweide oder ständiger Behirtung, oft auch mit eingerichtetem Herdenschutz. Der Bundesrat geht davon aus, dass die auf Nutztieren basierende Landwirtschaft und die damit einhergehende Pflege der Kulturlandschaft trotz der Präsenz von Grossraubtieren weiterbestehen können. Voraussetzung dafür ist, dass die Landwirte die vom Bund finanzierten Massnahmen im Sinne einer Anpassung an die Grossraubtierpräsenz umsetzen.</p><p>Überdies sind in Gebieten mit Grossraubtieren nebst technischen Massnahmen zum direkten Schutz der Nutztiere oftmals auch Anpassungen der betrieblichen Abläufe sinnvoll. Zum Beispiel ermöglichen die Zusammenlegung der Nutztiere verschiedener Halter zu einer grossen Nutztierherde und damit die Anpassung der Weidenutzung einen effizienteren Schutz mittels Herdenschutzmassnahmen.</p><p>Das von der Motion verlangte statistische Erfassen der Aufgabe der Weidenutzung aufgrund der Grossraubtierpräsenz und dessen Festlegung im Jagdgesetz gehen über die allgemeine Erfassung landwirtschaftlicher Strukturdaten durch die Kantone hinaus und sind nach Ansicht des Bundesrates aus folgenden Gründen nicht sinnvoll:</p><p>- Die Aufgabe der Nutzung bestimmter Weideflächen kann verschiedene Ursachen haben, und es wäre meist unmöglich, dies einem einzelnen Faktor - wie der Grossraubtierpräsenz - zuzuordnen.</p><p>- Das zusätzliche Erfassen der Gründe für eine Nutzung respektive Aufgabe der Nutzung einer Fläche würde einem administrativen Mehraufwand entsprechen.</p><p>- Das Verankern der Pflicht zur Erfassung von Praxisänderungen in der Landwirtschaft im JSG (Anpassung von Art. 14) wäre zudem sachfremd.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.