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Obwohl der Einbruch der US-Aktien in diesem Jahr dazu geführt hat, dass sie fairer bewertet sind, muss der US-Leitindex S&P 500 um weitere 15 Prozent bis 20 Prozent auf etwa 3000 Punkte fallen, damit der Markt das Ausmass der wirtschaftlichen Kontraktion vollständig widerspiegelt, schreiben die Strategen von Morgan Stanley unter der Leitung von Michael Wilson in einer Analyse.
"Der Bärenmarkt ist erst dann vorbei, wenn eine Rezession eintritt oder die Gefahr einer Rezession gebannt ist", schreiben die Strategen, nachdem der Index in der vergangenen Woche mehr als 20 Prozent unter seinem Rekordstand vom Januar geschlossen hatte.
Ähnlich äusserten sich die Kollegen bei Goldman Sachs. Ihrer Meinung nach preisen die Aktien nur eine leichte Rezession ein und sind damit anfällig für eine weitere Verschlechterung der Erwartungen. Auch die Strategen von Berenberg erklärten am Dienstag, es sei noch zu früh, um einen Tiefpunkt für Aktien auszurufen, da die Gewinnrückgänge in Erwartung einer Rezession gerade erst begonnen hätten.
Die Stimmung an den Börsen hat sich in den letzten Wochen verschlechtert, weil die galoppierende Inflation und die aggressivere Haltung der US-Notenbank das Gespenst einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Flaute aufkommen liessen.
Wilson ist einer der prominentesten Bären an der Wall Street und hat den jüngsten Marktausverkauf richtig vorausgesagt. Seiner Meinung nach könnte der S&P 500 im Fall einer ausgewachsenen Rezession seinen Tiefpunkt in der Nähe von 2900 Indexpunkten erreichen - mehr als 21 Prozent unter dem letzten Schlussstand.
(Bloomberg)