Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03407.jsonl.gz/771

Bittet man Menschen, sich selbst einzuschätzen, liegen sie meistens weit daneben. Unter Psychologen hat sich die Erkenntnis bereits durchgesetzt. Das ist auch Simine Vazire zu verdanken: In einer Studie von 2010 betrieb die Psychologin von der University of California in Davis einen immensen Aufwand, um die Fähigkeit zur Selbsteinsicht zu prüfen.
Sie bat 165 Probanden, ihre eigene Persönlichkeit einzuschätzen; auch deren Freunde und sogar Fremde bewerteten den Charakter der Teilnehmer. Um die Persönlichkeit der Teilnehmer nach objektiven Kriterien messen und mit den Aussagen vergleichen zu können, absolvierten die Probanden zudem eine Reihe an psychologischen Tests.
Das Ergebnis: Bei Charakterzügen wie Ängstlichkeit waren die Teilnehmer selbst am besten darin, sich einzuschätzen. Bei intellektuellen Merkmalen erwiesen sich dagegen ihre Freunde als die besseren Experten.