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Eine Möglichkeit Karies zu meiden besteht in der vermehrten Aufnahme von antikariogenen Nahrungsbestandteilen wie bestimmten Fettsäuren, Vitamin C oder grünem Tee. Darüber berichten deutsche Zahmediziner (Staudte, H. et al.) in einer rezenten Studie.
Die gleichzeitige Anwesenheit bestimmter Nahrungsstoffe kann die Wirkung an sich kariogener Substanzen deutlich reduzieren. Zu diesen antikariogen wirkenden Bestandteilen zählen bestimmte Proteine, Fette, Phosphor und Kalzium. Bei den Fettsäuren ist für Pyridoxin ein kariostatischer Effekt nachgewiesen worden, vermutlich weil die Dekarboxylierung in der dentalen Plaque beeinflusst wird. Auch die Plasmakonzentration von Ascorbinsäure steht in negativer Korrelation mit dem Plaque-Index. So gehen hohe Vitamin-C-Werte im Blut bei Probanden mit gleichem oralen Hygieneverhalten mit einer niedrigeren Plaqueretention einher.
Aber auch phosphathaltige Nahrungsmittel haben ein kariostatisches Potenzial, wie beispielsweise bestimmte Käsesorten. Natürlich gereifter Käse zeigte in Studien neben kariostatischen auch protektive Eigenschaften. Nach Verzehr des Käses wurden durch das Trinken einer Zuckerlösung provozierte pH-Entgleisungen rascher neutralisiert als wenn zuvor kein Käse konsumiert wurde. Dies wird auf die Zusammensetzung des Produkts aus Proteinen, Kalzium und Phosphat zurückgeführt. Diese Bestandteile können Plaquesäuren neutralisieren und die Remineralisation fördern. Neben den genannten Substanzen haben weitere Nahrungsmittel kariostatische Eigenschaften, so auch grüner Tee. Dieser besitzt eine bakterizide Wirkung gegenüber Streptococcus mutans.
Verantwortlich ist hierfür wohl der hohe Anteil an Katechinen (Polyphenolen), die die Adhärenz der Bakterien an Hydroxlapatit hemmen. Auch können sie die endogene sowie die bakterielle Amylaseaktivität reduzieren. Dabei scheinen die Katechine mit einem Teil der bakteriellen Zellmembran zu interagieren und so deren Funktion zu beeinflussen. Derzeit wird die Wirkung von Zahnpasten, denen Extrakte aus grünem Tee beigemischt wurden, getestet. Das regelmäßige Trinken von grünem Tee oder dessen Einsatz als Mundspüllösung sollte nach Ansicht der Autoren bei Patienten mit hohem Karies-Risiko empfohlen werden.