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Ziel des regiosuisse-Monitorings
Das Monitoring von regiosuisse hat zum Ziel, die regionalwirtschaftliche Entwicklung der Schweiz darzustellen und zu beschreiben. Zentrale Grundlage dafür ist ein Set von ausgewählten Indikatoren (quantitative Analyse), ergänzt um ein Screening resp. die Auswertung von Publikationen zum Thema Regionalentwicklung Schweiz (qualitative Analyse).
Konkret geht es darum, die wichtigsten Entwicklungen aufzuzeigen und diese auf verständliche Kernaussagen zu reduzieren. Die regionalwirtschaftliche Entwicklung steht dabei im Vordergrund. Daneben wird aber auch auf Indikatoren ausserhalb des Wirtschaftsbereichs eingegangen. Dadurch bietet das Monitoring eine vertiefte Übersicht über die Regionalentwicklung in der Schweiz und stellt eine mögliche Grundlage für weitergehende Analysen dar.
Es ist kein Ziel des Monitorings, Aussagen über die Kausalität zwischen regionalpolitischen Massnahmen und regionalwirtschaftlicher Entwicklung zu machen. Über eine Ausdifferenzierung von Indikatoren und eine verknüpfte Analyse über verschiedene Themenbereiche hinweg kann der Erklärungsgehalt des Regionenmonitorings jedoch erhöht werden.
Vorgehen und Methodik
Für die Analysen wird auf zwei Formen des Monitorings zurückgegriffen:
- Beim quantitativen Monitoring wird ein Set von Indikatoren quantitativ ausgewertet. Die Daten für diese Auswertungen basieren hauptsächlich auf offiziellen Daten der zuständigen Stellen der öffentlichen Hand, wobei die Mehrheit der Daten vom Bundesamt für Statistik (BFS) stammt.
- Neben der quantitativen Auswertung von Indikatoren beinhaltet der Monitoringbericht auch eine qualitative Analyse. Hierbei handelt es sich um das Screening, die Aufbereitung und die Zusammenfassung von Informationen aus vielfältigen Quellen zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz. Die relevanten Erkenntnisse aus der Literatur finden direkt Eingang in die Erläuterungen zu den quantitativen Auswertungen.
Das regiosuisse-Indikatorenset
regiosuisse unterhält ein Indikatorenset, mit welchem die regionalwirtschaftliche Entwicklung quantitativ im Zeitverlauf analysiert werden kann. Für die meisten Indikatoren stehen Daten auf Gemeindeebene zur Verfügung. Diese lassen sich aggregieren, so dass auch Auswertungen für grössere Gebietseinheiten und für spezifische Raumtypen möglich sind. Das Indikatorenset setzt sich aus gut 20 Indikatoren in den folgenden fünf Themenbereichen zusammen:
- Arbeitsmarkt und Beschäftigung
- Wirtschaftsstruktur und -leistung (inkl. Fokus Tourismus & Industrie)
- Bevölkerung und Wohlstand
- Standort und Infrastruktur
- Digitalisierung
Hier finden Sie das detaillierte Indikatorenset.
Räumlicher Bezug des Monitorings
Der räumliche Bezugsrahmen des Monitorings ist zu Vergleichszwecken die ganze Schweiz und nicht nur der örtliche Wirkungsbereich der NRP: Dieser umfasst primär das Berggebiet und die weiteren ländlichen Räume der Schweiz. Nicht darunter fallen die Gemeinden der fünf grössten Agglomerationen: Basel, Bern, Genf, Lausanne, Zürich sowie die urbanen Kantone Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Genf, Solothurn, Zug und Zürich.
Eine Erweiterung des Wirkungsbereiches können die Kantone im Rahmen der kantonalen Umsetzungsprogramme beantragen. Wollen die sieben urbanen Kantone dem Bund ebenfalls ein regionalpolitisches Umsetzungsprogramm unterbreiten, müssen sie den Nachweis erbringen, dass die zu fördernden Gebiete dieselben strukturellen Herausforderungen aufweisen, wie die Gebiete, die bereits im Wirkungsbereich liegen.
Um internationale und nationale Quervergleiche zu ermöglichen, werden im Monitoring zum Teil auch die Regionen im grenznahen Ausland sowie die Agglomerationen mitberücksichtigt.
Raumgliederung und Raumtypen des Regionenmonitorings
Die institutionelle Raumgliederung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden eignet sich nur bedingt für die Analyse der regionalwirtschaftlichen Entwicklung. Dies weil beispielsweise Arbeitsort-Wohnort-Prozesse zu einer höheren Pro-Kopf-Wertschöpfung in Arbeitsortregionen führen, da in diesen mehr Personen arbeiten als wohnen (und umgekehrt). Für das Monitoring stehen daher andere Raumgliederungen im Vordergrund.
Konkret wird im Rahmen des regiosuisse-Regionenmonitorings meist eine der drei folgenden Raumgliederungen verwendet:
- regiosuisse Raumtypen
- Arbeitsmarktregionen
- Kantone
Im Rahmen von Spezialauswertungen zu spezifischen Themen werden auch Analysen anhand der folgenden Raumeinheiten vorgenommen:
- NRP-Perimeter (Unterscheidung, ob eine Gemeinde innerhalb oder ausserhalb des NRP-Perimeters liegt)
- Perimeter der sechs «Regionalen Innovationssysteme» (RIS) bzw. Grossregionen als Approximation für die RIS
Die regiosuisse-Raumtypologie basiert auf der 9er-Gemeindetypologie des BFS, wobei die BFS-Gemeindetypen auf 5 Kategorien aggregiert werden (vgl. rechte Spalte in untenstehender Tabelle). Anhand der regiosuisse Raumtypologie kann die regionalwirtschaftliche Entwicklung in vergleichbaren Raumtypen auf der Ebene der Schweiz resp. der Kantone analysiert werden.
Exkurs: Gemeindetypologie des BFS
Im Jahr 2018 hat das BFS eine neue Gemeindetypologie (2012) veröffentlicht:
- Die revidierte Gemeindetypologie umfasst 9 bzw. 25 Kategorien. Während die Unterscheidung der 9 Kategorien auf Dichte-, Grösse- und Erreichbarkeitskriterien beruht, wurden für die Aufteilung in 25 Kategorien sozioökonomische Kriterien verwendet.
- Die Stadt/Land-Typologie ist von der Gemeindetypologie abgeleitet und setzt sich neu aus drei Kategorien zusammen: Neben «städtisch» und «ländlich» wurde auch ein intermediärer Typ definiert, der sowohl städtische wie auch ländliche Merkmale aufweist.
Die untenstehende Schweizerkarte zeigt die Verteilung der Gemeinden auf die 5 Kategorien der regiosuisse Raumtypologie. Die Farben der Raumtypen widerspiegeln einerseits ländliche Gebiete (grün) und urbane Gebiete (blau), andererseits wird durch die Helligkeit & Sättigung der Farben die Bevölkerungsdichte im jeweiligen Raumtyp abgebildet (je dunkler der Farbton, desto höher die Bevölkerungsdichte).
Grösse und Bedeutung der fünf regiosuisse-Raumtypen für die Schweizer Volkswirtschaft sind sehr unterschiedlich (vgl. Tabelle):
- Die Grossstädte verfügen über die meisten Arbeitsplätze. Der Arbeitsplatzanteil ist hierbei deutlich höher als der Bevölkerungsanteil. Bei den übrigen Städten ergibt sich ein ausgeglichenes Bild: In ihnen wohnt und arbeitet rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung.
- Die Anteile der übrigen drei untersuchten Raumtypen sind vergleichsweise gering: In den ländlichen Gemeinden und in den periurbanen Gemeinden sind je rund 10% der Arbeitsplätze angesiedelt, und jeweils gut 15% der Bevölkerung sind in ihnen beheimatet. Den kleinsten Raumtyp stellen die ländlichen Zentren dar – sie verfügen im gesamtschweizerischen Kontext über rund 4% der Bevölkerung und der Arbeitsplätze.
Innerhalb von funktionalen Wirtschaftsregionen bestehen enge Verflechtungen von Arbeit, Kapital und Wissen. Die 101 Arbeitsmarktregionen der Schweiz bilden hierbei die mikroregionale Zwischenebene ab, welche Analysen auf einer Zwischenstufe zwischen Kantonen und Gemeinden erlaubt. Die einzelnen Gemeinden einer Arbeitsmarktregionen weisen eine gewisse räumliche Homogenität auf und sind als Kleinarbeitsmarktgebiete zu verstehen. Mithilfe der Arbeitsmarktregionen können somit die regionalwirtschaftlichen Entwicklungen innerhalb funktionaler Wirtschaftsregionen differenziert abgebildet werden. Die untenstehende Karte zeigt die 101 Arbeitsmarktregionen der Schweiz.