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Es handelt sich dabei um eine bakterielle Erkrankung. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi oder durch verwandte Borrelien aus der Gruppe der Spirochäten übertragen. In unseren Breiten wird sie meistens durch den Biss einer infizierten Zecke ausgelöst, die menschliches Blut saugt. Laut BAG sind rund 5 bis 30% (stellenweise bis zu 50%) der Zecken mit dem Bakterium infiziert. Daraus «errechnet» das BAG die Zahl der jährlich Erkrankten (ca. 10`000 Personen).
(Es gibt auch Anzeichen, dass fliegende Insekten wie Pferdebremen oder Steckmücken die Erkrankung auslösen könnten.)
Der Name der Erkrankung kommt von dem Ort, an dem erstmalig ein gehäuftes Auftreten von Krankheitssymptomen in Verbindung mit Zeckenbissen beschrieben wurde: 1975 in Amerika im Ort Lyme. Und aus der Bezeichnung der Erregerfamilie, die nach dem französischen Bakteriologen Amédée Borrel benannt ist. Der Name des Bakteriums stammt vom amerikanischen Bakteriologen Willy Burgdorfer. (Ihm gelang der Nachweis dieser Borrelien-art aus der Zecke.)
Infektion:
Eine Borrelien-Infektion ist erst nach einer Verweildauer der erwachsenen Zecke am Körper nach ca. 16 Stunden wahrscheinlich. Zeckenlarven übertragen in der Regel die Krankheit nicht. Laut BAG tragen weniger als 1 % Borrelien in sich. Und ganz wichtig: in der Regel verläuft ein Zeckenbiss völlig symptomlos und nur in 5% aller Zeckenbisse resultiert eine Borreliose!
Erscheinungsbild:
Es ist leider recht vielseitig. (Wir haben sie im vorhergehenden Ratgeber bereits beschrieben: Wanderröte, «Grippe-artige Beschwerden etc.)
Die Krankheit verläuft in 3 Stadien:
- Stadium: Frühstadium:
Nach einer Inkubationszeit (die Zeit zwischen dem Biss und dem Auftreten von ersten Symptomen) von 5-29 Tagen kommt es meist zu einer Lokallinfektion der Haut. Es können aber auch Allgemeinsymptome wir Fieber, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl mit Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit auftreten. Der Arzt kann in diesem Stadium mit einer Antibiotikagabe (wichtig ist eine genügend hohe und genügend lange Dosis) behandeln.
BAG: Dauer 1 bis 30 Tage, bei Symptomen (s.o.) zum Arzt!
- Stadium: (Streuung) des Erregers
Je nach Quelle liest man in der Literatur, dass sich die Erreger nach 4-16 Wochen oder 20-59 Tagen im ganzen Körper ausbreiten. Es werden auch längere Inkubations- und Latenz-Zeiten beschrieben. Die Patienten berichten von grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, mit typischerweise starken Schweissausbrüchen. Durch die Ausbreitung im Körper kann es zu einem Befall der Organe, der Gelenke und Muskeln sowie des peripheren und zentralen Nervensystems kommen. Auch in diesem Stadium kann noch mit hochdosierten Antibiotika geholfen werden. (Betonung es kann, es wirkt je nach dem aber nicht wie gewünscht.) Die Symptomatik ist schwierig einem Zeckenbiss zu zuordnen!
BAG: Dauer: einige Wochen bis mehrere Monate, Symptome: Rücken- und Nacken-Schmerzen sowie Missempfindungen und Lähmungen im Gesicht. Auch Gelenkschmerzen können während dieser Phase auftreten, seltener Herz- oder Augen-Beschwerden.
- Stadium: Spätstadium oder Spätmanifestation / post-treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS)
Nach mehreren Monaten oder nach Zeiten ohne Symptome (= Latenzzeit die Monate oder Jahre dauern kann) ist ein Wiederaufflackern der Erkrankung möglich. Es wird ein durch die Infektion ausgelöster Autoimmunprozess in diesem Stadium vermutet.
BAG: Dauer: einige Jahre nach dem Zeckenbiss: Symptome: Hautveränderungen, Gelenkbeschwerden sowie Störungen des Gangs und der Blasenfunktion.
Therapie:
Wie bereits mehrfach angesprochen ist die Antibiotika-Therapie im Frühstadium sehr erfolgreich und damit so wichtig. Während der Streuung des Erregers ist die Antibiotikagabe möglich aber nicht mehr so erfolgreich. Im Spätstadium verlangt eine Therapie die Zusammenarbeit von verschiedenen Fachdisziplinen. Hier helfen Antibiotika alleine mehrheitlich unzureichend.
Impfstoff.
Leider gibt es keinen Impfstoff gegen diese Krankheit. Wegen der Unterschiedlichkeit der Stämme ist eine Entwicklung schwierig. Ein in den USA zugelassener Impfstoff wurde wegen unerwünschter Wirkungen 2002 wieder vom Markt genommen. Für Tiere (Hunde und Pferde) gibt es in Deutschland einen Impfstoff
Es gilt daher nach wie vor
VORBEUGEN:
- Schützen mit Kleidung und Anti-Zecken-Sprays
- Nach jedem Aufenthalt im Freien, besonders in Waldnähe, Kontrolle des Körpers auf Zecken!
Bleiben Sie Gesund
Ihr Team der Vinzenz Apotheke