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Valangien charakteristische Arten aufgefunden, die zeigen, dass dieses hier in littoraler oder subjurassischer Fazies entwickelt ist. Diese letztere erhält weiter gegen Osten, d. h. im Valangien der Glarner und St. Galler Alpen mit dem Säntisgebirge, die Oberhand. Sehr deutlich sind im Säntisgebirge die Arkosen enthaltenden rostroten Kalke mit Pygurus rostratus entwickelt; sie umschliessen Linsen von weissen Kalkmassen, die den Bänken mit Valletia aus der Umgebung von Chambéry gleichen und auch anderswo wieder auftreten.
Das den Mergeln von Arzier entsprechende untere Valangien ist hier im Osten mächtig entwickelt und enthält eine ganze littorale oder subpelagische Fauna, die aber noch nicht ausreichend bekannt ist. Die Sedimente sind mergelig und gehen nach unten ohne Unterbrechung in die Mergelkalke und Mergel der Berrias über. Im Säntisgebirge haben Albert Heim und seine Mitarbeiter in diesen Sedimenten folgende Fossilien gefunden: Duvalia lata, Ostrea (Alectryonia) rectangularis, Ostrea (Exogyra) cfr. Couloni, Mytilus (Arcomytilus) Couloni, Gervillia anceps, Terebratula Moutoniana, Glossothyris hippopus etc.
Die Faunen des Neokom im engern Sinn, dessen Basis die Hauterivemergel (das sog. Hauterivien) und dessen höchste Stufe der gelbe Neuenburgerstein bilden, sind sehr gut bekannt und sowohl im ganzen westlichen und zentralen Jura vom Salève bis ins St. Immerthal, als auch in den zentralen und östlichen Schweizeralpen vom Pilatus bis zum Säntis und in den Waadtländer Kalkalpen gleichförmig entwickelt und verbreitet. Nach Baumberger sind in der littoralen Fazies folgende Kephalopoden am meisten bekannt oder am allgemeinsten verbreitet: Nautilus Neocomiensis und N. pseudoelegans, Oxynoticeras clypeiforme;
Hoplites Castellanensis, H. Lorioli (und verwandte Formen), H. Biassalensis, H. syncostatus, H. Karakaschi, H. Leopoldinus, H. asper oder H. radiatus (und verwandte Formen) und H. Dubisiensis;
Holcostephanus Carteroni, H. bidichotomus, H. psilostomus, H. (Astieria) Atherstoni (= H. multiplicatus), H. (A.) latissimus, H. (A.) stephanophorus und H. (A.) Sayni, Schloenbachia cultrata (selten), Belemnopsis (Hastites oder Hibolites) pistilliformis (selten).
Vertreter der Gattung Astieria finden sich besonders reichlich an der Basis der Hauterivemergel, die stellenweise (Censeau, Colas etc.) den Charakter einer über den Limonit des obern Valangien transgredierenden Bryozoen- und Spongitenfazies (mit Pharetronen) zeigt. Dagegen charakterisieren Hoplites radiatus und H. Leopoldinus die Neokommergel im engeren Sinn und können als schwere küstennahe Formen betrachtet werden (ähnlich dem Ceratites nodosus der Trias); sie finden sich auch in den Neokommergeln Hannover's wieder.
Sehr verschieden von den Faunen des littoralen erscheinen diejenigen des pelagischen Neokom (romanische Präalpen, Umgebungen von Thun und Merligen), d. h. die Zonen des Crioceras Duvali und die des Hoplites angulicostatus, die aus den französischen Alpen gut bekannt sind. Nach Sarasin und Schöndelmayr bildet das untere Neokom in der Umgebung von Châtel Saint Denis eine 20-30 m mächtige Folge von Kalk- und Mergelbänken mit Hoplites Thurmanni, H. Neocomiensis, H. regalis, H. Leenhardti, H. Rütimeyeri, H. Mortilleti und H. oxygonius.
Das obere Neokom hat in der gleichen Gegend eine senkrechte Mächtigkeit von 80-100 m und besteht aus schwarzen Kalken, die in den Tobeln des Dat und der Veveyse von Châtel, sowie bei Riondanaire über Fruence durchforscht worden sind und hier folgende charakteristische Ammonoiden enthalten: Phylloceras infundibulum, und Ph. Winkleri, Schloenbachia cultrata, Holcostephanus Sayni und H. psilostomus, Holcodiscus intermedius, Desmoceras ligatum, Hoplites angulicostatus; Crioceras Duvali, C. Munieri, C. Villiersianum, C. Quenstedti, C. Panescorsi und C. Mulsanti. Im Gegensatz dazu enthält das alpine Neokom des Justisthales nach K. Mayer-Eymar eine Mischfauna aus Formen des pelagischen Neokom sowohl als auch aus solchen (Kephalopoden) des Neokom (Hauterivien) im Juragebirge.
Auf dem Bachersboden ist aus diesem Horizont eine interessante Fauna gesammelt worden, die als besonders bemerkenswerte Arten folgende aufweist: 3 Duvalia (D. dilatata, D. Emerici und D. binervia), 3 Belemnopsis der Gruppe Hastites oder Hibolites (B. pistilliformis, B. Orbignyi und B. minaret), Nautilus Neocomiensis und N. pseudoelegans;
Crioceras Duvali, C. Sablieri, C. Quenstedti und C. Panescorsi;
Hoplites angulicostatus, H. Rütimeyeri, B. Neocomiensis, H. cryptoceras, H. Castellanensis, H. radiatus und H. Leopoldinus;
Holcostephanus Astierianus (und verwandte Formen), H. bidichotomus, H. Hugii;
Haploceras Grasianum und H. ligatum, Phylloceras Rouyanum und Ph. Moussoni, Lytoceras subfimbriatum und L. Honnoratianum, Schloenbachia cultrata etc. Wenig zahlreich sind die dem Benthos angehörigen übrigen Fossilien, wie Acephalen, Echinoiden etc. (Pecten Astierianus, Collyrites ovulum, Rhabdocidaris Thunensis).
Diese Schichten von pelagischem und subpelagischem Neokom gehen in den schweizerischen Ostalpen und in den Hohen Kalkalpen in eine littorale Fazies über. Vom Justisthal an gesellen sich im Pilatus, in den Unterwaldner und Schwyzer Alpen bis zum Säntisgebirge hin, in welchem die Faunen des Juragebirges vorherrschen, der Benthosfauna die pelagischen Ammonoiden bei. Die Sedimente erscheinen oft glaukonitisch (Altmannschichten) und sind besonders reich an Gastropoden, Acephalen, Brachiopoden und Echinoiden, sowie an Belemnopsis pistilliformis und andern pelagischen Kephalopoden, während andererseits die für das Juragebirge charakteristischen grossen Hoplitesarten fast völlig fehlen.
Die Benthosfauna des Neokom ist im Jura und in den Alpen in kleinen Faunen, die unter sich eng verbunden erscheinen, durch die ganze Stufe verbreitet. In gewissen tonig-sandigen Schichten des gelben Neuenburgersteins (Landeron) herrschen Bryozoen und Schwämme (Pharetronen) mit unzähligen Brachiopoden und einschaligen Acephalen vor, welch' letztere sich von der Fauna von Arzier ableiten und deren Fazies wiederholen. Schon in den Hauterivemergeln finden sich einige für das obere Neokom leitende Arten, doch haben hier die schweren Typen der schlammigen Gründe noch die Oberhand. M. de Tribolet hat aus den Hauterivemergeln des untern Neokom 320 Fossilien katalogisiert, die von P. de Loriol (aus dem Neokom des Salève), F. J. Pictet und G. Campiche (aus dem Neokom von Sainte Croix), Ale. d'Orbigny, L. Agassiz u. A. beschrieben worden waren.
Diese Arten verteilen sich wie folgt: 1 Schwamm, 1 Koralle, 1 Asteroide, 1 Crinoide, 35 Echinoiden, 6 Bryozoen, 21 Brachiopoden, 10 Anneliden, 169 Acephalen, 43 Gastropoden, 21 Kephalopoden, Trümmer von 6 Ganoiden, von Squaliden und Sauropterygiern (Polyptychodon). Am häufigsten und am meisten charakteristisch sind aus dieser Fauna: Pseudodiadema rotulare, Toxaster complanatus (= Spatangus retusus = Echinospatangus cordiformis), Holaster Lardyi, Serpula heliciformis (= S. quinquecostata), Rhynchonella multiformis (= R. depressa d'Orb.).
Terebratula acuta (= T. praelonga d'Orb.), Zeilleria pseudojurensis, Myopsis Neocomiensis, Venus Dupiniana, Sphaera corrugata (= Corbis cordiformis), Cyprina Deshayesiana, Arca Gabrielis, Trigonia caudata, Pecten (Neithea) Neocomiensis, Ostrea (Exogyra) Couloni, Pleurotomaria Bourgueti und die schon genannten Kephalopoden. Die Mehrzahl dieser Fossilien geht auch bis in das obere Neokom oder den gelben Neuenburgerstein hinauf, wird aber hier bedeutend seltener oder schärfer nach räumlichen Gebieten und einzelnen Schichten gesondert. Die Mehrzahl verschwindet dann vor der nächstobern Stufe allmählig und unmerklich, während gewisse Typen des Neokom im engeren Sinn (Ostrea [Exogyra] Couloni, Sphaera corrugata, Myopsis Neocomiensis, Toxaster complanatus u. a.) durch eine gewisse Anzahl von littoralen Horizonten aushalten und bis in die Stufen des Rhodanien und des Aptien hinauf vorkommen, wobei sie allerdings mehr oder weniger tiefgreifende Umwandlungen erleiden.
Für das obere Neokom besonders bezeichnend sind gewisse mergelig-kalkige Schichten mit Monomyariern, Echinoiden, Bryozoen und Pharetronen, so z. B. die von Hisely und Gilliéron durchforschte Schicht von Le Landeron, deren Ergebnisse unter Mitarbeit von V. Gilliéron von P. de Loriol 1869 veröffentlicht worden sind. Wir stehen hier vor einer Benthosfauna, die stark mit eigentlichen und die Fazies der Mergel von Arzier wiederholenden Neokomarten durchsetzt und vermischt erscheint. Charakteristisch ist ¶
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namentlich eine den Gattungen Antedon oder Contatula verwandte Crinoide, der sog. Ophiocrinus Hiselyi, der in Gemeinschaft mit Cidaris Lardyi, Peltastes stellulatus und P. Lardyi, Goniopygus peltatus, Cyphosoma Loryi, Pseudocidaris clunifera und Pseudodiadema Raulini, sowie mit Typen von Phyllobrissus, Echinobrissus etc. auftritt. Die Brachiopoden unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der tiefern Horizonte der gleichen Stufe und sogar von denen des obern Valangien; immerhin tritt Terebratula sella an Stelle von T. acuta, Rhynchonella Orbignyana an Stelle von Rh. multiformis etc. An andern Stellen werden die Kalkbänke spätig und glaukonitisch und enthalten immer vorzugsweise Trümmer von Echinodermen. In diesem Horizont, den er nicht überschreitet, tritt namentlich Botryopygus obovatus auf und erscheint zum erstenmal Heteraster Couloni. Im ganzen umfasst das obere Neokom die Ueberreste von 215 fossilen Tierarten, wodurch zusammen mit den 320 Arten der Neokom- oder Hauterivemergel und nach Abzug der den beiden Abteilungen der Stufe gemeinsamen Arten, die heute bekannte Gesamtfauna des Neokom des Juragebirges auf 390 Arten ansteigt. Diese 215 Arten des obern Neokom, denen man noch etwa 60 Korallen beifügen muss, verteilen sich wie folgt: 3 Fische, 4 Kephalopoden, 11 Gastropoden, 195 Acephalen, 15 Brachiopoden, mindestens 3 Crustaceen, 2 Anneliden, mindestens 8 Bryozoen, 26 Echinoiden, 3 Asteroiden, 3 Crinoiden, etwa 60 Korallen und 31 Pharetronen.
Ein grosser Teil dieser Arten und derjenigen des untern Neokom findet sich auch im Neokom der ostschweizerischen Alpen vom Pilatus bis zum Säntis, sowie in den Berner und Waadtländer Hochalpen. Doch sind hier die Tiergesellschaften weniger zahlreich und stellenweise auch ziemlich verschieden, indem sich den Benthosfossilien auch Kephalopoden der pelagischen Fazies beigesellen, wie z. B. in den in verschiedenen Horizonten des Neokom sich wiederholenden glaukonitischen Altmannschichten. So treten je nach den einzelnen Lokalitäten die Kolonien von Toxaster complanatus, Exogyra Couloni etc. in verschiedenen Horizonten mehrfach auf, wobei sie allerdings den Gesetzen der Fortbildung entsprechenden Abänderungen unterworfen sind. Es ist immer eine schwierige Sache, die durch die ganze Schichtenreihe des alpinen Neokom in grosser Zahl aufeinander folgenden Typen von Exogyra passend auseinander zu halten. So gehen die Formen vom Neokom bis zum Rhodanien unmerklich von Exogyra Couloni in E. Leymeriei, in E. sinuata und in E. aquila über. Das nämliche gilt für die häufigsten Brachiopodenarten, wie Terebratula Valdensis, T. acuta, T. sella, T. Pilati etc., Rhynchonella Valangiensis, Rh. multiformis, Rh. Orbignyana, Rh. irregularis, Rh. lata etc., wobei aber doch die einzelnen Typen für ihre habituellen Horizonte charakteristisch bleiben.
Aus dem Neokom der Waadtländer Hochalpen hat E. Renevier unter dem Namen «Hauterivien» graue Kalke mit Lytoceras sp. Terebratula Moutoniana und T. Saleviana, Ostrea (Alectryonia) rectangularis, Pecten Cottaldinus etc. beschrieben, die von den darüber liegenden braunen Kalken oft nur schwer getrennt werden können, aber wohl das obere Valangien vertreten dürften. Der braune Kalk mit Toxaster complanatus, der ohne Zweifel dem untern Neokom zugerechnet werden muss, enthält eine Fauna mit eher pelagischem Charakter, welch' letzterer sich nördlich einer Linie von Cheville bis Javernaz noch verschärft.
Aus diesen braunen Kalken nennt Renevier: 18 Kephalopoden (Belemnopsis pistilliformis, Duvalia dilatata, Nautilus Neocomiensis und N. pseudoelegans, Hoplites angulicostatus, Holcostephanus Astierianus, Lytoceras, Phylloceras), 2 Gastropoden, 10 Acephalen, 11 Brachiopoden, 2 Anneliden, 4 Echinodermen und 1 Koralle, im ganzen also 50 Arten, die für die Hauterivemergel charakteristisch sind. Nördlich der genannten Linie werden die Kephalopoden noch zahlreicher (45 Arten: Hoplites cryptoceras, H. angulicostatus und H. Castellanensis, Holcostephanus Astierianus, Desmoceras, Lytoceras, Phylloceras Rouyanum und Ph. Thetys, Crioceras Duvali und C. Villiersianum, Ptychoceras Meyrati, Hamulina hamus), während die Acephalen stark zurücktreten (4 Arten) und dafür einige Brachiopoden der Berriasschichten, sowie Pygope diphyoides, Rhynchonella Boissieri und Abdrücke von marinen Algen sich zeigen.
Die folgende Stufe des Barrémien, die man in den Basses Alpes (Barrême) für die durch Crioceras Emerici und Macroscaphites Yvani charakterisierten Kalke mit pelagischen Kephalopoden ausgeschieden hat, ist bei uns blos in der homotaxen Fazies der schweizerischen Voralpen näher untersucht worden. Von der Umgebung von Châtel Saint Denis haben Sarasin und Schöndelmayr aus den in dieser Gegend der Präalpen transgressiv vom Flysch überlagerten, 100 m mächtigen grauen Kalken mit Mergelbänken eine sehr reichhaltige Fauna beschrieben.
Dazu gehören im ganzen 67 Arten von Ammonoiden, von denen wir als die am meisten charakteristischen folgende speziell namhaft machen: Phylloceras Thetys, Lytoceras subfimbriatun mit 3 weitern Arten, Costidiscus Rakusi, Hamulina Astieriana, H. Meyrati und H. hamus, Ptychoceras Meyrati, P. Morloti, P. Emericianum und P. Puzosianum, Bochianites Renevieri, Pulchellia Favrei, Silesites vulpes, Holcodiscus Van-den-Heckei, H. Heeri, H. Seunesi, H. Hugii und H. Oosteri, Desmoceras difficile, D. cassida, D. cassidoides, D. psilotatum, D. ligatum etc., Aspidoceras Guerinianum und A. Percevali, Crioceras Villiersianum, C. Lardyi, C. Emerici und 14 weitere Arten; Leptoceras pumilum, L. Escheri, L. Heeri und L. Sabaudianum.
Ferner hat C. Burckhardt in den über den Altmannschichten gelegenen glaukonitischen Kalken der äussern Schwyzer und Glarner Alpen (Fluhbrighütte Zindlenalp etc.) ebenfalls dem Barrémien eigene Ammonoiden aufgefunden, und zwar Holcodiscus Caillaudianus, Desmoceras cassidoides und Crioceras hammatoptychum. Die Fossilien sind für das untere Barrémien sowohl der Schweiz als auch der französischen Alpen leitend. Ueber diesen Schichten mit Kephalopoden liegen Bänke mit Toxaster (T. Collegnoi) und Exogyra (E. Leymeriei), die den Drusbergschichten angehören und nicht mit dem obern Neokom verwechselt werden dürfen. In den südlicheren Ketten (Deyenkette) erscheint das untere Barrémien weit mergeliger und mit eingelagerten Bänken von Echinodermenbreccien.
Mit dem obern Barrémien breitet sich die korallogene oder Rifffazies mit Requienien oder Caprotinen, mit Toucasien und mit Sphaeruliten über einen grossen Teil der Schweizer Alpen und des Juragebirges aus. Die pelagische Kephalopodenfazies hat sich in diesem Zeitalter blos in einigen zentralen Teilen der Präalpen der Längsaxe des helvetischen Mittelmeeres entlang erhalten, so dass also der Fortsetzung dieses letzteren nach Baiern in den schweizerischen Ostalpen eine aus Riffsedimenten bestehende Schwelle vorgelagert erscheint.
Dem obern Barrémien gehört die Fauna der weissen Kalke an, die man früher der von A. d'Orbigny aufgestellten Urgonstufe zugerechnet hat, welche nach den korallogenen Sedimenten von Orgon (Bouches du Rhône) benannt ist und zum grossen Teil dem Rhodanien, d. h. der folgenden Stufe, angegliedert werden muss. Die Rifffazies mit Nerineen, Requienia ammonea, Toucasia Lonsdalei, Sphaerulites Blumenbachi und mit Korallen spielt hier die gleiche Rolle wie die Nerineen- oder Dicerasfazies des Malm und wiederholt sich in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Stufen, die lange Zeit unter der Bezeichnung Urgon zu einer einzigen Stufe zusammengefasst worden sind.
Die eben genannten Fossilien wiederholen sich gleich den Arten von Diceras und Pterocardium des Malm in einem analogen periodischen stratigraphischen Zyklus durch mehrere Stufen. Aus seinem Urgon oder Barrémien nennt E. Renevier 58 fossile Arten: 14 Gastropoden, 37 Acephalen (wovon 8 Rudisten), 3 Brachiopoden, 1 Echinoiden (Pygaulus Desmoulinsi) und 3 Korallen. In den Waadtländer und Berner Hochalpen, sowie in den Schweizer Ostalpen neigt das obere Barrémien dazu, mit dem Rhodanien zu einer mächtigen Masse von hellfarbigen zoogenen Kalken zu verschmelzen, die stratigraphisch und paläontologisch von grosser Einförmigkeit sind. Immerhin finden sich auch noch Stellen (so z. B. die Umgebungen von Merligen und Leerau am Ufer des Thunersees), wo die Fauna des korallogenen Barrémien ausschliesslich auftritt. Hier sieht man u. a. die grossen Formen der Nerinea Renauxiana und verwandter anderer Arten, die auch im Barrémien des Säntisgebirges wieder auftreten. An Reichhaltigkeit kommt aber diese korallogene Fauna derjenigen der homotaxen Sedimente des ¶