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Schokolade - Wie könnte man sich eine Welt ohne den Genuss dieser zartschmelzenden Köstlichkeit vorstellen? Die Geschichte der Schokolade reicht weit zurück und prägt das Leben der Menschen auf vielen Teilen der Erde.
Woher stammt die Kakaobohne?
Genetische Studien von Kakaopflanzen weisen darauf hin, dass die höchste Biodiversität in Kakao in Ecuador und Peru gefunden wird. Hier wurden auch die ältesten Töpfe mit Rückständen von Theobromin gefunden. Ein Hinweis, dass schon vor mehr als 3600 Jahren die Urheinwohner Kakao schon als Getränk konsumierten. Dies war wahrscheinlich mehr ein alkoholisches Getränk als wirklche Schokolade, aber es ist ein Nachweis, dass es schon damals begehrt war. Es wird angenommen, dass die aromatischten Sorten domestiziert wurden. Unter ihnen der berühmte Criollo.
Über Handelswege gelangten die Kakaopflanzen nach Mittelamerika. Die dort ansässigen Mayas und Azteken kultivierten den Kakao, der sich schon damals einer grossen Beliebtheit erfreute. Die Menschen nutzten die Kakaobohnen in Form eines Getränks, das als Medikament sowie für religiöse Rituale verwendet wurde. Kakaobohnen wurden sogar als Zahlungsmittel eingesetzt.
Wie kam die Schokolade nach Europa?
Nach der Entdeckung Amerikas gelangte der Kakao 1528 durch die Spanier nach Europa. Der Geschmack des Kakaos war für viele Europäer gewöhnungsbedürftig, doch schon bald wurde das Getränk mit Zucker versüsst und fand grossen Anklang in der adligen Gesellschaft.
Die Europäer brauchten immer mehr von den Kostbaren Kakaobohnen um den heimischen Markt abzudecken. Zuerst pflanzten sie Kakao in Brasilien und Venezuela an, doch auf der Suche nach billigeren und kürzeren Handelswegen brachten sie Kakao nach Westafrika.
Wie entstand die Schokoladentafel?
Bis im 18. Jahrhundert wurde schokolade nur getrunken. Fry erfand in England die erste feste Schokoladentafel. Dies löste einen regelrechten Boom in den Schokoladenmanufakturen aus. In der Schweiz entstanden alle grossen Manufakturen die wir heute kennen innerhalb von 50 Jahren: Cailler, Favager, Sprüngli, Maestrani, Nestlé und Lindt sind alles Nachnamen von schweizer Erfindern die den Schokoladenmarkt zwischen 1819 und 1880 aufmischten. Die Erfindung von Milchschokolade und die Erfindung der Conche verhalfen den Schweizer zu Ruhm.
Die Vielfalt der Kakaobohnen
Grundsätzlich kann man die Kakaobohnen in drei Hauptsorten einteilen:
- Criollo, eine rare Delikatesse aus Süd- und Mittelamerika. Criollo-Kakao stellt nur ca. 1% der weltweiten Kakaoernte dar, da der Anbau dieser Sorte besonders anspruchsvoll ist. Die edle Kakaobohne hat einen feinen Geschmack mit Nuancen von Nüssen, Karamell, Waldbeeren oder Tabak.
- Forastero, die weitverbreitetste Kakaosorte der Welt. Er ist eher bitter und weniger aromatisch. Dafür Krankheitsresistenter und ertragreicher.
- Trinitario, eine Kreuzung aus Criollo und Forastero, die ursprünglich aus Trinidad y Tobago kommt. Sie kombiniert die Eigenschaften beider Sorten, weshalb sie sich durch eine widerstandsfähigere Pflanze und einen doch feinen Geschmack des Kakaos auszeichnet.
Neben diesen Hauptsorten gibt es eine Vielzahl an weiteren Kakaosorten. In Ecuador beispielsweise, die Sorte «Nacional», welche eine enge Verwandtschaft zur Criollo-Bohne aufweist.
Schokolade – die Geschichte geht weiter
Die Erfindung der Schokolade, wie wir sie heute kennen, fand also über längere Zeit statt und involvierte Erfinder und Entdecker verschiedenster Nationen. Aus den Kakaobohnen wurde ein Getränk, später wurden Kakaopulver sowie Kakaobutter in eine feste Form gebracht und geschmacklich immer weiter verfeinert. Die allerersten Ursprünge des Kakaoanbaus führen jedoch nach Südamerika, und auch heute noch hat der Anbau von Kakao dort eine grosse Bedeutung. Die Kultivierung des Kakaos stellt in weiten Teilen von Ecuador, Peru und Kolumbien einen essenziellen Wirtschaftszweig dar. Wo die Erfolgsgeschichte der Schokolade begann, geht sie noch heute weiter und verspricht eine genussvolle Zukunft.