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Die Schweizer Eishockey-Mannschaft zeigt an den Weltmeisterschaften, die am Freitag in Riga beginnen, ein neues Gesicht. Einige ihrer Schlüsselspieler fehlen.
Sieben Internationale, die an den letzten Olympischen Spielen in Turin kämpften, haben auf einen Einsatz in Lettland verzichtet. Platz für den Nachwuchs.
In Riga bekommt jeder Spieler 25'000 Franken für einen Weltmeistertitel, 17'000 Franken für einen 4. Rang und 12'000 Franken für eine Teilnahme an den Viertelsfinalen.
Die Schweizer dürften zumindest die Viertelsfinals erreichen. Allerdings haben sie diese Grenze in den vier letzten WM-Spielen nie übertroffen. Sie haben sich an Mannschaften wie Schweden, Finnland, Tschechien, Slowakei, Russland und Kanada immer wieder die Zähne ausgebissen.
"Um die Halbfinals zu erreichen, muss man eine der berühmten 'grossen sechs' schlagen, erklärt der Ex-Nationalspieler Marc Leuenberger. "Ich glaube, dass die junge Mannschaft von Ralph Krueger dies schaffen kann. Aber alles hängt von den Gegnern ab. Gewisse Mannschaften liegen den Schweizer mehr als andere."
Die Schweizer wissen, dass sie eine Medaille gewinnen können
Leuenberger, der auch Trainer war, ist der Welt des Eishockey noch immer verbunden. Seit den Olympischen Spielen von Turin hat er ausserdem die Leistungen der Schweizer Nationalmannschaft für das Westschweizer Fernsehen analysiert und kommentiert.
"Die Erfolge von Turin, die Siege gegen Tschechien und Kanada, dienen nun als Referenz", betont Leuenberger. "Die Schweizer Spieler sind inzwischen bewusst, dass sie bei einem grossen Spiel eine Medaille gewinnen können."
Bei der WM in Lettland muss Nationaltrainer Ralph Krueger eine Mannschaft zusammenstellen, bei der mehrere der Schlüsselspieler fehlen. Sieben Spieler, die in Turin dabei waren, haben wegen Erschöpfung oder Verletzung auf einen Einsatz in Riga verzichtet.
Die verbliebenen und die neuen Spieler sind hochmotiviert
"Eishockey ist ein Sport, der viel Einsatz verlangt, sowohl physisch wie psychisch", erklärt der Arzt Carlo Bagutti. "Das Ausdauertraining beginnt schon im Sommer und die Saison ist lang."
Die Motivation der verbleibenden und der neuen Spieler ist jedoch ungebrochen. "Seit mehreren Jahren", erklärt Leuenberger, "beruft der Nationaltrainer regelmässig eine gewisse Anzahl junger Spieler zur Vorbereitung und lässt sie bei Freundschaftsspielen antreten."
Aber diese neu Rekrutierten müssen sich erst noch bewähren im Rahmen der Weltmeisterschaften. Ralph Krueger zählt auf sie, um der Schweizer Nationalmannschaft Ehre zu machen, und zwar in Matches, die diesmal nichts mit Freundschaft zu tun haben.
swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Susanne Schanda)
In Kürze
Die Eishockey-WM in Riga findet vom 5. – 21. Mai statt.
Die Schweiz tritt in der ersten Phase gegen Italien, die Ukraine und Schweden an.
In den Vorbereitungs-Spielen hat die Schweiz fünf Spiele gewonnen: je zweimal gegen Deutschland und Norwegen, einmal gegen die Slowakei. Die zweite Partie gegen die Slowakei beendete sie unentschieden.
Verloren hat sie dagegen den Match gegen WM-Gastgeber Lettland.
Fakten
Folgende Spieler gehen nicht nach Riga: Patrick Fischer, Paul Di Pietro und Marcel Jenni fühlen sich ausgelaugt.
Olivier Keller ist aus der Nationalmannschaft ausgetreten.
Flavien Conne, Thomas Ziegler und Patrick Bärtschi sind verletzt.
Trainer Ralph Krueger hat sie mit folgenden Spielern ersetzt: Timo Helbling, Thomas Déruns, Raffaele Sannitz und Torhüter Jonas Hiller