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Die Josefsgeschichte im Buch Genesis/1.Mose war seit jeher eine Fundgrube für tiefergehende Vergleiche mit Jesu Leben und Wirken. Ebenso eine Schatzkiste der Allegorien mit den Gläubigen der neutestamentlichen Zeit, besonders für jene mit israelitischem Hintergrund.
Ein Beispiel ist der geheimnisvolle Hinweis, dass Josef seinem Bruder Benjamin fünf Feierkleider gab und allen anderen nur je eines - siehe Kapitel 45, Vers 22.
Deuten wir Feierkleider als Herrlichkeitskleider in der zukünftigen, noch zu offenbarenden Herrlichkeit, dann lasst uns in der Offenbarung nachsehen.
Wer trägt welche Bekleidung?
Fangen wir bei unserem Herrn an. Er offenbart sich Johannes im 1,13 in einer androgynen (männlich-weiblich) menschlichen Form. Das erkennt man daran, dass er den goldenen Gürtel der Majestät um die MASTOI trägt. Dies sind eindeutig weibliche Brüste, die nähren können. Lukas 11,27 und 23,29 beweisen es, hier wird das Wort MASTOI gebraucht! Die majestätischen Engel dagegen in Offenbarung 15,6, die auch golden gegürtet sind um die Brust, sind es um ihre STÄTHÄ, ihre männlich geprägte Brust, ihren Brustkorb.
1. Bekleidung: PODÄRÄ, das Richtergewand, das die Glut des Gerichts an den Füssen freilässt.
Des Menschen Sohn zeigt sich im gleichen Vers Offenbarung 1,13 in einem fusslangen Gewand, einem PODÄRÄ, das nur die glühenden, feurigen Füsse frei lässt. Dieses Gewand verdeckt seinen ganzen Körper, vielleicht ein mystischer Hinweis, dass er mit seinem Leib, der Gemeinde, noch nicht vereinigt ist? Als der erhöhte Herr sich hier Johannes offenbart, bereitet er ihn zum Empfang der 'Offenbarung' vor, der APOKALYPSE, seiner 'Enthüllung', genauer übersetzt. Die Gemeinde, so wie wir sie aus den paulinischen Briefen des Neuen Testaments kennen, ist nicht das Thema des Buches der Offenbarung. Wenn Jesus Christus wiederkommt, wenn er sich Israel und der gerichtsreifen Welt offenbart, ist er schon mit seiner Gemeinde vereint. Also ist sie nicht mehr 'der Hauptempfänger' der Buchrolle, die Johannes schreiben soll, nach all dem, was er sieht (1,19).
(Spätestens ab Kapitel 4,1 dürfte das zukünftige Element der Offenbarung allen Lesern klar sein.)
2. HIMATION, das wesenoffenbarende Obergewand.
Am Ende der Buchrolle der 'Enthüllung' zeigt sich der Herr wiederum in einer anderen Bekleidung, dem HIMATION. Es ist mit Blut besprengt. Er tritt als Feldherr auf, unter dem Namen 'Das Wort Gottes'. Sein Heer folgt ihm nach auf weissen Pferden (auferstandene Streitrösser? siehe Hinweise im Buch 'Thema Tier' von Andrea Xandry). Dieses HIMATION offenbart nach aussen hin, was der Herr schon immer war: der LOGOS TOU THEOU, das WORT GOTTES. Auf Hüfthöhe seines Gewandes steht eine weitere Wesensoffenbarung geschrieben: BASILEUS BASILEOON KAI KYRIOS KYRIOON - KÖNIG DER KÖNIGE UND HERR DER HERREN.
Das Wort HIMATION kommt in 16,15 als normales Kleid vor, das - auch - geistliche Nacktheit und Schande bedeckt.
In 3,4+5 wird dieses HIMATION weiss und im Vers 18 rät das 'Amen' (Jesus) den Laodizäern sogar, dieses weisse HIMATION zu 'kaufen'. (Ich fragte mich schon immer einmal - wo kauft man das? Nun, vielleicht ist's bei den gleichen Verkaufsstellen im Matthäus 25,9, bei denen die törichten Jungfrauen das fehlende Öl einkaufen?).
Die 24 Presbyter (Älteste) in 4,4 tragen auch weisse Kleider, das HYMATION.
3. BYSSINOS KATHAROS LAMPROS, die lichtreflektierenden Gewänder.
In 18,16 lesen wir von einer Bekleidung Babylons, dem BYSSINOS. Es wird von Luther mit 'köstlicher Leinwand' übersetzt. Aber zum Herrlichkeitsglanz reicht es dort nicht!
Denn der BYSSINOS des himmlischen Heeres ist 'rein und glänzend', eben KATHAROS LAMPROS wie es in 19,14 steht. Diese Gewänder zeigen 'die Gerechtigkeit der Heiligen' an, die auch als Brautkleider der Ehefrau des Lämmleins beschrieben werden in 19,8.
4. LINON KATHARON LAMPRON, die Bekleidung der Richter-Engel.
In 15,6 lesen wir von den golden-gegürteten Engeln, die die letzten sieben Plagen über die gerichtsreife Welt bringen. Sie tragen LINON Gewänder, die einige Geheimnisse in sich bergen.
Aus LINON-Fäden (Leinen) wurden auch Dochte gefertigt im Altertum. Das Wort LINON kommt nur zweimal im Neuen Testament vor - Offenbarung 15,6 und im Matthäus-Evangelium 12,16-21 als Zitat des Propheten Jesaja (42,1-4): '...das zerstossene Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht (griechisch LINON TYPHOMENON) wird er nicht auslöschen...' So übersetzen die meisten Ausleger das hier gebrauchte Wort LINON für 'Docht', mit dem Zusatz 'glimmend' für TYPHOMENON. Nun kommt dieses Wort vom Stammwort TYPHOS her, heisst 'Rauch, Qualm, Dampf, Nebel ' und wird im übertragenden Sinn mit 'Stolz, Einbildung, Dünkel' im alten Griechentum verwendet. Die Griechen merkten: Dünkel und Stolz 'benebeln' den Menschen derart, dass er weder sich selbst noch die anderen Menschen erkennen kann.
Zurück zu unserer Matthäusstelle: Das 'zerstossene Rohr' könnte den Verzagten meinen und 'der glimmende Docht' könnte den sich durch Stolz Verzehrenden darstellen.
Dieses sich ergänzende Hilfeangebot des Knechtes Gottes scheint mir logischer zu sein als zweimal die gleiche Aussage zu machen, die beide auf verzagende Menschen hinweist. Jeremia sagt vom Herzen des Menschen, es sei 'ein trotzig und verzagt Ding' (Luther, Jeremia 17,9). In der Bibel finden wir oft solche Gegenüberstellungen. Warum also nicht LINON als das Leinengewand des Stolzen übersetzen? Dann verstehen wir besser, dass LINON KATHARON LAMPRON das herrliche Gewand derer ist, die den Stolz der von Gott abgefallenen, babylonisch geprägten Welt richten.
Die Gemeinde wird die Engel richten, siehe 1.Korinther 6,3.
Die Engel richten die Welt, unter der Herrschaft des Christus, unter der Herrschaft von Haupt UND Gliedern.
5. STOLÄ LEUKÄ, das Festgewand als Umwurf.
Ein Umwurf ist eine vorübergehende Bekleidung, sei es um nicht-festliche Kleider zu überdecken oder um Entblössten eine den Lebensumständen passende Kleidung zu geben.
STOLÄ kommt viermal in den Evangelien vor (Markus 12,38 / 16,5 / Lukas 15,22 / 20,46) und fünfmal in der Offenbarung (6,11 / 7,9+13+14 / 22,14).
Einige Schriftgelehrte wollten sich in ihrer STOLÄ wichtig machen (Markus 12,38). Der 'verlorene Sohn' erhielt vom Vater eine STOLÄ PROTÄ, ein Festgewand über seine Lumpen (Lukas 15,24). Aber eine STOLÄ LEUKÄ war es noch nicht - eine solche, wie es die erwürgten Seelen unter dem Opferaltar in Offenbarung 6,11 erhalten!
Diese Sicht, die Johannes nach der Eröffnung des 5.Siegels erhielt, zeigt Gläubige, die nicht im Geiste Jesu gestorben sind - sie rufen nach Rache. Dies ist der Geist des Gesetzes, das gerechte Vergeltung fordert. Nach der Gnadenzeit kommt wieder die Gesetzeszeit. Auch sie hat ihre Herrlichkeitsabstufungen, denn auch das Gesetz ist ja heilig und das Gebot heilig, gerecht und gut - siehe Römer 7,12.
Die 'grosse Schar' in Offenbarung 7,9 trägt STOLAS LEUKAS. Sie kommen aus grosser Trübsal (7,13+14) und das Lämmlein WIRD sie zu lebendigen Wasserbrunnen führen (7,17). Sie sind in einer Übergangsphase der Herrlichkeit und ihre Kleider zeigen es. Sie leben wahrscheinlich auf der neuen Erde, denn 22,14 spricht von Menschen, die glückselig werden, indem sie ihre STOLAS waschen (im Blut des Lämmleins wie in 7,14 - zur Vergebung der Sünden, vergleiche Epheser 1,7).
Viele Herrlichkeiten bei Gott.
Ich weise noch einmal darauf hin, dass meiner Meinung nach die Herrlichkeit der Gemeinde in der Leibesherrlichkeit Jesu zu finden ist. Natürlich auch in unterschiedlicher Herrlichkeits-Helligkeit und Abstufungen, die ja heute schon bei den Gläubigen im Verhalten und im Dienst gut zu erkennen ist. Das Auferstehungskapitel 1.Korinther 15, besonders die Verse 40-42 und 48-49 geben eine gute Verständnishilfe dazu!
Die beschriebenen Bekleidungen im Buche der Offenbarung lassen uns auch einige weitere Herrlichkeiten erkennen. Doch wer weiss wie viele unzählbare Herrlichkeiten uns noch verborgen sind?