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Pferde sind eine besonders heikle Spezies, was die Futterumstellung betrifft. Der Dünndarm des Pferdes hat eine Länge von etwa 20 m und der Dickdarm rund acht bis zehn Meter. Der gross angelegte Blinddarm fasst 50 l und dient als Gärkammer. Wird die Darmflora nicht langsam auf eine neue Nahrungszusammensetzung umgestellt, kann dies zu einem unkontrollierten Ungleichgewicht im Verdauungstrakt führen. Daraus kann sich beispielsweise eine Kolik oder eine Hufrehe entwickeln.
Fütterungsbedingte Hufrehe
Zu schnelle Veränderungen des Darmklimas verursachen Bakteriensterben. Dadurch gelangen Gifte ins Blut, welche wichtige Zellen zerstören können, unter anderem im Bereich der Lederhaut des Hufes. Die daraus entstehenden Entzündungen können zu einer Störung der Verbindungsstruktur zwischen Hornkapsel und Huflederhaut führen. In schlimmen Fällen kann das Hufbein im Inneren der Hufkapseln sogar zu rotieren oder absinken beginnen. Diese Entzündung und Gewebezerstörung ist sehr schmerzhaft für das Pferd und man spricht von einer Hufrehe. Eine fütterungsbedingte Rehe kann beispielsweise durch junges Gras, zu viel Gras ohne langsame Umstellung oder auch durch zu viel Kraftfutter ausgelöst werden.
Welchen Einfluss hat das Gras auf Hufrehe?
Es ist nicht der Eiweissgehalt des Grases, wie man früher oft glaubte, der eine Hufrehe verursacht. Der Fruktangehalt des Grases ist deutlich massgebender. Fruktane sind langkettige «Pflanzenzucker», die der Pflanze zur Energiespeicherung dienen und hauptsächlich im Stängel der Pflanze eingelagert werden. Befindet sich eine Pflanze in vollem Wachstum und sind die Witterungsverhältnisse günstig, wird der Zucker nicht als Fruktan eingelagert, sondern direkt für das Wachstum genutzt. Ist das Wachstum der Pflanze aufgrund von kaltem Wetter reduziert, wird die Energie in Form von Fruktan zwischengespeichert und später genutzt.
Fruktane passieren den Dünndarm des Pferdes praktisch unverdaut und werden dann im Dickdarm mikrobiell fermentiert, was zu den oben genannten Verdauungsstörungen und deren Folgen führen kann. Aus diesem Grund sollte das Weiden zu einem Zeitpunkt stattfinden, während dem die Pflanzen möglichst wenig Fruktan eingelagert haben.