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Der Stadtkern der historischen Altstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, liegt – wie Nin – auf einer künstlichen Insel. Um 380 v. Chr. hatten hier die Griechen die Siedlung Tragourion gegründet, die Römer nannten den Ort dann Tragurium, woraus schliesslich Trogir wurde. Während der Völkerwanderung versuchten die Awaren vergeblich, Trogir zu erobern, die Nachbarstadt Salona hingegen machten sie dem Erdboden gleich. Viele Bewohner von Salona flohen nach Trogir. Ab dem 9. Jahrhundert stand Trogir unter kroatischer Herrschaft. Die Christianisierung des Gebietes begann im 7. Jahrhundert, und es hatte sich hier schnell eine christliche Gemeinde etabliert. Ab dem 11. Jahrhundert war die Stadt Bischofssitz. 1123 wurde Trogir von den Osmanen zerstört. Die Stadt wurde wieder aufgebaut und erlebte in den beiden folgenden Jahrhunderten einen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit der Eroberung von ganz Dalmatien durch die Venezianer (1420) war auch Trogir unter venezianische Herrschaft geraten.
Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die Laurentius-Kathedrale, eine dreischiffige Basilika. Die relativ lange Bauzeit vom 13. bis 15. Jahrhundert bedingte, dass mehrere Baustile prägend für das Monument sind: die Basilika ist in romanischem Stil erbaut, das Gewölbe des Mittelschiffs in gotischem Stil. Der Glockenturm wurde erst im Jahre 1589 fertig gestellt, und auch in dessen Erscheinungsbild sind mehrere Stilrichtungen erkennbar. In der Nordwand der Kathedrale befindet sich die Kapelle des Hl. Johannes, ein prachtvolles Beispiel der Renaissance-Kunst. Das Hauptportal von St. Laurentius, ein Meisterwerk romanischer Steinmetzkunst, wurde vom kroatischen Bilderhauer Radovan geschaffen – er hat seinen Namen in eine Inschrift am Portal eingemeisselt.
Das Benediktinerinnen-Kloster St. Nicholas wurde 1094 gegründet und ist eines der ältesten Klöster an der adriatischen Küste. Durch den malerischen Klosterhof betritt man das im Kloster untergebrachte Museum, das ein Kunstwerk von grösstem Wert beherbergt und nach dem das Museum auch benannt wurde: Museum Kairos. Kairos war in der griechischen Antike der Gott der Zeit, eigentlich des günstigen Augenblicks, des günstigen Zeitpunktes für eine Entscheidung. Der griechische Bildhauer Lysippos aus Olympia (4. Jh. v. Chr.) hatte diesen abstrakten Begriff, der mit Kairos assoziiert wurde, auf einer Bronzetafel bildlich dargestellt: ein fliehender nackter Jüngling, dessen Haarschopf nach vorne zeigt – symbolischer Ausdruck dafür, dass der Mensch den günstigen – flüchtigen – Augenblick am Schopfe packen soll, denn sonst ist er unwiederbringlich dahin. Die Bronzetafel mit dem Original ist verschollen, im Klostermuseum befindet sich das Fragment einer Marmorkopie des Werkes aus dem 3., vorchristlichen Jahrhundert.