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Im Umkreis der havarierten Atomkraftwerke von Fukushima wurde Plutonium gefunden. Auf dem Gelände der AKW selbst wurde es bereits vergangene Woche nachgewiesen. Das Plutonium stammt aus den beschädigten Reaktorblöcken 1 – 3 und ist extrem gesundheitsgefährdend. Schon ein Millionstel Gramm kann Lungenkrebs auslösen. Plutonium ist ein sogenannter Alpha-Strahler, das heisst, seine Gefährlichkeit besteht in der Aufnahme über die Nahrung oder die Atemwege.
Die Freisetzung von Plutonium kann verheerende Folgen haben. Stark kontaminierte Gebiete müssen für Jahrtausende gesperrt bleiben. Weil es sich im Gegensatz zum sehr mobilen Jod um ein Schwermetall handelt, wurde bislang vermutet, dass Plutonium nicht über weite Strecken transportiert wird. Dass es sich in Fukushima offenbar über einen weiteren Radius verbreitet hat, belegt dass in einem oder mehreren Reaktoren eine Kernschmelze stattgefunden hat. Ausserdem weisen die Plutonium-Funde auf eine stärkere Freisetzung von radioaktiven Stoffen hin, als dies bisher in Japan kommuniziert wurde. Es ist davon auszugehen, dass der freigesetzte Strahlencocktail weitere Isotope wie etwa das gefährliche Strontium-90 enthält.
Plutonium entsteht bei der Kernspaltung von Urankernen in allen Leichtwasserreaktoren. Dabei handelt es sich um verschiedene Plutonium-Isotope, wobei das häufigste das Plutonium-238 Isotop mit einer Halbwertszeit von rund 24.000 Jahren ist.
Weil Plutonium spaltbar ist, wird es sowohl als Ausgangsmaterial für Atombomben künstlich hergestellt, wie auch als Brennstoffkomponente in Reaktoren verwendet. Plutoniumhaltige Brennelemente, sogenannte Mischoxid-Brennelemente (MOX), wurden in Block 3 von Fukushima verwendet, dort ist deshalb die Plutoniumkonzentration im Reaktor am höchsten. Als Spaltprodukt fällt Plutonium aber auch in den andern Reaktoren an.
Die japanische Börse hat auf die Plutonium-Funde heftig reagiert. Die TEPCO-Aktien sanken so stark, dass der Handel mit ihnen ausgesetzt wurde. Die japanische Wirtschaft fürchtet schwere wirtschaftliche Folgen des Reaktordesasters.
In Schweizer AKW werden ebenfalls plutoniumhaltige MOX-Brennelemente eingesetzt. In der Notallschutzverordnung fehlen Hinweise auf eine Freisetzung von Plutonium. In den Störfallszenarien kommt dieser Stoff nicht vor, eine vorübergehende Evakuierung der Bevölkerung beschränkt sich auf die Zone 1 im Umkreis von 5 Kilometer der Atommeiler.