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1496: Die Schweizer Militär-Fahnen in Französischen Diensten
Die erste Kompagnie der Hundertschweizer in Französischen Diensten enthielt im Kreuzbalken folgenden Inhalt: „EA EST FUDICIA GENTIUS“ („SO IST DIE TREUE DIESES VOLKES“). Siehe dazu weiter unter dem Jahre 1764.
Hundertschweizer 1786 in Hofdienstuniform
21. Juni 1505
Papst Julius II., mehr Kriegsherr als Stellvertreter Christi
Papst Julius II. della Rovere schreibt an die Tagsatzung der Eidgenossen: (…) „Auf Gottes Eingebung hin haben Wir die Absicht, ihren Dienst für die Bewachung Unseres Palastes einzusetzen. Wir vertrauen darauf, dass ihre Treue und Waffenerfahrung Unserem Bedürfnis entsprechen.“ (…)
(Robert Walpen, Die Päpstliche Schweizergarde, S. 6)
Das Konklave schloss am 9. Januar 1522 mit der Wahl von Hadrian VI., Floriszoon Adriaan, Niederländer, Sohn des kleinen Gewerbetreibenden Florent in Utrecht. Kardinal Giulio Medici war also unterlegen. Am nächsten Tag entliessen die Kardinäle die 300 Schweizer im Trastevere (Stadtteil Roms), weil die Kasse des Heiligen Stuhles leer sei. Der rückständige Sold wurde der Mannschaft nicht korrekt ausbezahlt, und ihr blieb nur übrig, entweder in die Heimat zu ziehen oder einen neuen Dienst zu suchen. Nach der Demütigung, die das Kardinalskolleg der Garde auferlegte, kam ihr eine grosse Genugtuung: die gleichen Kardinäle hatten dem Neugewählten empfohlen, die schweizerische Leibgarde beizubehalten, wegen ihrer „oft bewährten Treue, Tapferkeit, … ihrem unerschütterlichen Glauben, ihrer Verbundenheit mit der Römischen Kirche.“
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 37)
6. Januar 1560
Papst Pius‘ IV. Leidenschaft: Errichten von Bauwerken im Kirchenstaat
Pius IV., Medici Giovanni Angelo (1559-1565), schreibt im Anschluss an seine Wahl an die katholischen Orte der Schweiz: „Niemand hätte den Stuhl Petri besteigen können, der eure Nation mehr schätzt… Den Hauptmann Unserer Leibgarde, dessen hervorragende Treue und Tapferkeit Wir schon früher schätzten, haben Wir gerne in seinem Amte bestätigt, auf eure Empfehlung hin wird er aber wie die Garde Uns noch mehr am Herzen liegen.“
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 88)
Hauptmann Kaspar Leo von Silenen (Kommandant von 1559 – 1565)
Papst Paul IV., strenggläubig und streng im Leben
In dem Schreiben, mit dem Kardinal Trani dem Bischof diese Weisungen erteilte, hob er das grosse Vertrauen hervor, das Paul IV., Gina Pietro Carafa, in Silenen setzte wegen dessen Rechtschaffenheit, Treue und langen Erfahrungen sowie wegen seiner vielen Verdienste um den Heiligen Stuhl.
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 86)
24. Juni 1696: Dekret erfüllt
Am 24. Juni 1696 traf der neue Kommandant Johann Kaspar Meyer von Baldegg in Rom ein und ward schon am folgenden Tag zum Fusskuss zugelassen. Nachdem er „recte et fideliter“ („Geradlinigkeit und Treue“), wie das Erkennungsdekret es forderte, in die Hände des Kämmerers der Heiligen Römischen Kirche den Treueid ablegte, wurde er aller Rechte und Privilegien, aller Ehren und Auszeichnungen teilhaftig.
(Leonard von Matt/Paul Krieg, 1948, Die Päpstliche Schweizergarde, S. 24)
1764: Die Fahnen der Schweizer Regimenter in Frankreich
Reisläufern in französischen Diensten gewidmet:
HELVETIORUM FIDEI AC VIRTUTI
Der Treue und Tapferkeit der Schweizer
DIE X AUGUSTI II ET III SEPTEMBRIS MDCCXCII
10. August, 2. und 3. September 1792
HAEC SUNT NOMINA EORUM QUI NE SACRAMENTI FIDEM FALLERENT
Dies sind die Namen derjenigen, welche, um den Treueid nicht zu brechen
FORTISSIME PUGNANTES CECIDERUNT
mit grösster Tapferkeit kämpfend fielen (…)
Um 1922
Sandro Dieter (Rumäne) und Hermann Raãsch komponierten den Bravourmarsch op 117 „Tapfer und treu“ ohne sprachlichen Inhalt für Unterhaltungsorchester.
https://www.youtube.com/watch?v=F9hcVR9f_Gw
6. Mai 1927
Oberst Alois Hirschbühl mit Oberstleutnant Georg von Sury d’Aspremont
Oberst Hirschbühl (Kommandant von 1921 – 1935) erlebte die 400. Jahresfeier des Heldentodes der Schweizergarde im Sacco di Roma. In der Morgenfrühe des 6. Mai 1927 zelebrierte Pius XI. im Konsistoriumssaal des Vatikans in Gegenwart der Garde und der Offiziersfamilien die heilige Messe, wobei der Gardechor religiöse Lieder sang. Anschliessend empfing der Papst in der Sala Clementina die zur Feier erschienenen Gäste in besonderer Audienz und überreichte den gleichfalls anwesenden Gardisten die medaglia benemerenti. Im Begriff, den Saal zu verlassen, drehte sich der Papst zu Hirschbühl um und sagte, die Gardisten sollten nochmals „das Lied von der Schweizertreue“ singen. So tönte ein zweites Mal der Gardehymnus durch den Saal: „Sei Heil und Leben, du grosser Volkshirt… Es lebe die Schweizertreue, es lebe hoch der Papst.“
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 408)
1933: Der Wahlspruch des katholischen Jungwachtbundes
Emblem der Jungwacht, das zum Teil noch geführt wird
Der katholische Jungwachtbund, gegründet im Jahre 1932, erhält im darauffolgenden Jahr, erst im Jahr 1940 schriftlich festgelegt im grünen Handbüchlein, ein Gesetz, das das Versprechen und den Wahlspruch „Tapfer und treu“. Er wird vom Schweizerischen katholischen Jungmannschaftsverband vorgegeben und verherrlicht die Treue und Tapferkeit der Schweizer in Französischen Diensten, die am 10. August 1792 den Königspalast in Paris gegen den Pöbel mit dem Tod oder der Gefangenschaft verteidigt haben (Dokumentationen von alt Bundespräses Peter Rüegger).
Im Handbüchlein, hier von 1957, erfährt die Begründung des Wahlspruchs eine Erweiterung. Man bezieht sich auch auf den Wahlspruch der Päpstlichen Schweizergarde:
Ab 1972 ging der Wahlspruch bei den Jungwächtern langsam verloren. Er gilt heute nicht mehr. Neu wurden Jahresparolen geschaffen, meist für zwei Jahre. Für das Jahr 2020 gilt „Feier und Flamme (alt Bundesleiter Markus Kappeler). Es gibt noch wenige Gruppen und Ehemalige, die den Wahlspruch „Tapfer und Treu“ weiterführen (Valentin Beck, Bundespräses).
1939: Tapfer und treu
1939, Beginn des 2. Weltkrieges: Eid/Gelübde der Soldaten
Zu Beginn des Aktivdienstes hat jeder Angehörige der Schweizer Armee den Eid/das Gelübde mit den Schwurfingern (normalerweise nur beim Eid) abzulegen:
„Ich schwöre/gelobe, der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit ganzer Kraft zu dienen, Recht und Freiheit des Schweizer Volkes zu verteidigen, meine Pflichten auch unter Einsatz meines Lebens zu erfüllen, der eigenen Truppe treu zu bleiben und in Kameradschaft zusammen zu halten; die Regeln des Kriegsvölkerrechts einzuhalten.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Vereidigung_(Schweiz)
1939: 79. Infanterie-Division
Ihre Devise lautete „Tapfer und treu“, als Verbandszeichen führte sie das Lothringer Kreuz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothringerkreuz
1948: 400-jähriges Jubiläum der Wiederherstellung der Garde
Nach dem Sacco die Roma (Plünderung Roms) 1527 musste Papst Klemens VII. Medici (1527-1534) unter dem Zwang der Verhältnisse die Schweizergarde auflösen.
Papst Paul III., ganz Renaissance-Mensch
Mit dem Papst Paul III. Farnese (1534-1549) kamen auch neue Zeiten und die Garde wurde wiederhergestellt (Kommandant Jost von Meggen, 1548-1559).
Zu diesem Anlass erschien das Buch „Die Päpstliche Schweizergarde“ von Leonhard von Matt und Paul Krieg im Jahre 1948 mit zwei Vorwörtern:
19. März 1948,Vorwort von Papst Pius XII. Pacelli:
Unsere erprobte Schweizergarde, dem Kommandanten, den Offizieren, dem Kaplan, den Unteroffizieren und Hellebardieren, die am Tage des vierhundertjährigen Bestehens ihrer Wiederherstellung dem Statthalter Christi erneut unerschütterliche Treue und freudigen Hingabe geloben, erteilen wir in väterlichem Wohlwollen von ganzem Herzen den apostolischen Segen.
8. April 1948: Vorwort von General Henri Guisan
General Henri Guisan, populärer Militärführer
„… Darum werde die Schweiz unter allen Umständen kämpfen, auch gegen eine Übermacht. Diese Antwort war die Schweiz den Vorfahren schuldig, von deren Treue und Tapferkeit so manches Denkmal zeugt.“
1956: 450 Jahre Päpstliche Schweizergarde
Zu diesem Jubiläum malte der Gardist Robert Schiess, Gardezeit 1923 bis 1927, 1933 bis 1951, ein Abbild des Löwendenkmals in Luzern mit folgendem Text: „1506 Tapfer und treu 1956.“
Bugmann Döttingen AG
-Eidesformel mit Zeichnung auf Pergament mit Gardistennamen, Lire 3’000, Kdt-Unterschrift
1960: Buch von alt Kaplan Paul Krieg: „Die Schweizergarde in Rom“
Umfassendes Buch mit 564 Seiten über die Päpstliche Schweizergarde, verfasst von Dr. Paul M. Krieg, der 36 Jahre lang das Amt des Gardekaplans ausführte.
In den Buchseiten 274 – 315 erscheint „Treue“ und „Tapferkeit“ mehrmals. In den Buchseiten 356 – 362 und 406 – 537 liest man mehrmals „Treue“. Krieg schreibt aber nie den Gesamtausdruck „Tapfer und treu“ noch schreibt er einen Abschnitt mit dem Titel „Der Wahlspruch der Schweizergarde“ noch erscheint in seinen Worten „acriter et fideliter“.
7., November 1961: alt Bundesrat Etter
Aus dem Jahresbericht von 1961 der Päpstlichen Schweizergarde:
7. November 1961: Die schweizerische Sondermission zur Krönungs- und Geburtstagsfeier für Johannes XXIII., bestehend aus Herrn alt Bundesrat Dr. Ph. Etter und Frau Gemahlin sowie alt Botschafter Dr. Rezzonico statten der Päpstlichen Schweizergarde einen Besuch ab. Mit markigen Worten begrüsst Herr Dr. Etter die angetretene Freimannschaft und mahnt sie, nach der alten Devise „Tapfer und treu“ dem Heiligen Vater, der Kirche und der Heimat zu dienen.
15. September 1970: Kommandant Dr. Robert Nünlist in einem Tagesbefehl
Papst Paul VI. Montini schreibt am 14. September 1970: „Daher teilen wir Ihnen, Herr Kardinal, mit, dass nach reiflicher Überlegung, wenngleich zu unserem lebhaften Bedauern, der Entschluss in uns gereift ist, die päpstlichen Formationen aufzulösen. Ausgenommen ist die jahrhundertealte Schweizergarde (ad eccezione dell’antichissima Guardia Svizzera) …“.
Am 15. September 1970, tags darauf, erlässt der Gardekommandant „Weisungen für das Verhalten in der Angelegenheit der Corpi Armati“ und teilt mit: „Die Erhaltung der Guardia Svizzera Pontificia als einziges Corps und Leibwache des Hl.Vaters darf uns mit Stolz und Genugtuung erfüllen. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass für die anderen aufgelösten Corps eine schwere Lage entstanden ist, der wir in brüderlicher Liebe begegnen müssen“. Er will „auf keinen Fall die Entscheidung des Hl. Vaters mit ihnen in negativem oder kritischem Geist diskutieren; für uns gilt unsere Devise Fortiter et fideliter.
(Robert Walpen, Die Päpstliche Schweizergarde, 2005, Seite 86)
1904 – 1973: Emil Rames
Emil Rames, Komponist für Blasorchester, Dirigent, Pädagoge und Flötist hat dem oberösterreichischen Landesgendarmerie-Kommando den Marsch „Tapfer und treu“ gewidmet. Dieser Wahlspruch des österreichischen Gendarmeriekorps (heute Bundespolizei) war auch ein Bekenntnis zum freien Österreich.
https://gendarmeriemuseum.at/fgeschichte/gendarmeriemusik/tapfer-und-treu-emil-rameis/
Februar 1975: ein Essay von alt Kommandant Robert Nünlist
Im Februar 1975 erscheint ein 8-seitiger Aufsatz von Dr. Robert Nünlist mit dem Titelblatt:
Seite 3: Seit 469 Jahren legt die Garde Zeugnis ab von Schweizertreue und Zuverlässigkeit und bemüht sich auch, Ehre einzulegen für unsere Heimat und unsere Armee.
Seite 6: Dank der Treue, Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit geniesst der Schweizergardist eine einzigartige Stellung. (…) Wir geniessen aber auch die Treue des Hl. Vaters zu uns und zu den abgeschlossenen Verträgen.
(Aus „Der Schweizergardist Nr. 18, Februar 1975)
Die Devise „Tapfer und treu“ steht bei Nünlist nur im Titelblatt. Er geht nicht auf ihre Geschichte ein.
Seite 17: „Die von den Schweizerregimentern in französischen, niederländischen, sardinischen und neapoletanischen Diensten geführten Ordonnanzfahnen mit durchgehenden weissem Kreuz waren auf allen Schlachtfeldern bekannt – so bekannt wie die Uniformen, insbesondere die berühmten ‚roten Röcke‘ der Schweizer im Dienst der französischen Könige. Das weisse Kreuz erinnerte die auf fremder Erde für eine fremde Sache kämpfenden Schweizer an ihre Heimat. Ja, die Fahne, die dieses Zeichen trug, bedeutete für viele tapfere Soldaten ein Stück Schweiz und stärkte zugleich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl in ihrem Willen, die schweizerischen Militärtugenden hochzuhalten: Treue und Ehre.“
6. Mai 1984: Vereidigung der Schweizergardisten, Tagesbefehl
Oberst Roland Buchs-Binz, Kommandant von 1982 – 1997/98
6. Mai – Tag der Tapferkeit. – Sie war der Grund, warum Papst Julius II. sich eine Leibgarde aus Schweizern schuf. Sie bewog Papst Paul VI. bei seiner Kurienreform, die Schweizergarde aufrechtzuerhalten. Sie ist es, was Papst Johannes Paul II. von seinen Schweizern erwartet. Tapferkeit: ein stets begehrtes Gut! Tapfer sein in allen Bereichen des Lebens: auf körperlich-/dinglicher, auf geistig-ideeller, auf religiös-gläubiger Ebene: das ist die Eigenschaft der Schweizergardisten. Unserer Ahnenehrentitel war die Tapferkeit bis in den Tod. Hochherziger Verzicht und tadelloser Einsatz waren die Formen unserer Vorgänger. Tapferkeit: Tapfer in der Pflichterfüllung, tapfer als Kamerad und Freund, tapfer im alltäglichen Leben eines beispielhaften Katholiken: unerschrocken-mutig zu diesen Werten stehen, das ist unsere Aufgabe. Diese erfüllen wir. Das haben wir geschworen, alle.
Aus dem Tagesbefehl des Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde, Oberst Roland Buchs-Binz
(Der Exgardist Nr. 37, August 1984, S. 50)
1991: „Acriter et fideliter“ erscheint zum ersten Mal offiziell
Zum Ereignis „700 Jahre Eidgenossenschaft“ suchte sich der damalige Kommandant Roland Buchs-Binz zu diesem besonderen Jahr nach eigener Aussage einen Wahlspruch für die Garde. Er hätte nicht gewusst, dass sie eigentlich mit dem Bild von G. Tomasetti schon bestehe. Die Schweizer in Fremden Diensten hätten tapfer und treu gedient. Dieser Tatsache wollte er Rechnung tragen und mit Dankbarkeit an die Vorfahren erinnern. Da unser Land vier Sprachen spreche, sei es nahe gewesen, die Devise in Latein zu veröffentlichen. – Sie erscheint zum ersten Mal im Jahresbericht 1991 im 485. Jahr seit der Gründung der Garde. „Acriter et fidliter“ ist auf der Titelseite zu sehen, fälschlicherweise mit dem Staatswappen des Vatikanstaates statt mit dem Emblem des Heiligen Stuhles. Bis zum Jahresbericht 2005 ist dieser Wahlspruch mit dem Staatswappen auf der Umschlagseite zu sehen; die Jahresberichte 1982 bis und mit 1989 mit dem Emblem des Hl. Stuhles. Beim Jahresbericht 1988 fehlen Wahlspruch und Emblem.
1994: Dienstreglement der Schweizer Armee
Im Dienstreglement der Schweizer Armee (DR 04,1994) ist unter dem 2. Kapitel folgender Text festzuhalten:
8. Eid/Gelübde
Ich schwöre/ich gelobe:
- der schweizerischen Eidgenossenschaft mit ganzer Kraft zu dienen;
- Recht und Freiheit des Schweizervolkes tapfer zu verteidigen;
- meine Pflichten auch unter Einsatz des Lebens zu erfüllen;
- der eigenen Truppe treu zu bleiben und in Kameradschaft zusammenzuhalten:
- die Regeln des Kriegsvölkerrechts einzuhalten
1999: Soldaten des Papstes
Im August 1998 trat Pius Segmüller, ein Generalstabsoffizier der eidgenössischen Armee mit Erfahrungen bei den UN-Friedenstruppen, die Stelle des Obersten der Päpstlichen Schweizergarde an. Aufgabe des neuen Kommandanten wird es sein, die Leibwache des Papstes so in das nächste Jahrtausend zu führen, dass sie ihren bewährten und anerkannten Dienst – getreu ihrem Wahlspruch „Fortiter et Fideliter“ („Tapfer und treu“) – noch hofffentlich lange ausüben kann.
(aus Ulrich Nersinger, Soldaten des Papstes, 1999, Seite 35)
2005: Bundesrat Christoph Blocher als Festredner
Sein Jubiläums-Grusswort anlässlich der Feier „500 Jahre Päpstlwiche Schweizer Garde“ vom Samstag, 24 September 2005 in Luzern betitelt er mit den Worten „Von Treue und Tapferkeit“. Am Schlusse seiner gelungenen Festrede spricht er folgendes: „Ich habe grossen Respekt vor Ihrer Geschichte, Ihrer Aufgabe und ihrem ganz persönlichen Einsatz. Die 500-Jahr-Feier der päpstlichen Schweizer Garde ist der Ausdruck von 500 Jahren Dienen, Treue und Auftragserfüllung.“
2000: „Der Wahlspruch der Schweizergarde“ von Max Imfeld (Ein Essay)
Ein Auszug
Unklare Herkunft der Devise
Woher stammt nun die Devise der Garde? Dazu wäre erst zu klären, seit wann sie geführt wird. Und hier beginnt das Problem: Wir wissen es nämlich nicht. Zwar setzen Walpen/Krieg/Stampfli, Royal, Richard, um die neueren Autoren zu nennen, das Gardemotto „acriter et fideliter“ als gegeben und altüberliefert diskussionslos voraus. Im 2007 publizierten Bildband von Meier/Kiermeier heisst es aber lapidar: „Gemäss dem Motto der Schweizergarde „Treu, redlich und ehrenhaft“. Dies aber ist ein Zitat aus der Eidesformel, genauer der Beginn der verlesenen Eidesformel, während der eidleistende Gardist auf Deutsch verkürzt schwört, „gewissenhaft und treu zu halten, was ihm soeben vorgelesen wurde“. Also „redlich und ehrenhaft“ oder „gewissenhaft und treu“? Auch schön. Nur: Nachdem am 14. September 1970 die „Corpi Armati Ponfitici“ mit Ausnahme der Garde aufgehoben worden waren, wandte sich Oberst Robert Nünlist (1957 – 1972) am 15. September 1970 mit einer Weisung an die Garde und betonte, er wolle diesen Entscheid nicht diskutieren bzw. diskutiert haben, denn „Für uns gilt unsere Devise Fortiter et fideliter“. Fortiter nun heisst auch mutig, aber mehr im Sinne von stark, kräftig, „nicht unterzukriegen“ – der Mut des Soldaten in (fast) auswegloser Lage, desjenigen, der den Mut nicht verliert, und sich tapfer durchbeisst, also eher der passive Mut des Standhaften. Acriter hingegen ist der energische, aktive Mut des Vorwärtsstürmenden, des „furchtlosen Kämpfers für Recht und Gerechtigkeit“. Diese aktive Form des „furchtlosen“ Mutes hat sich gegenüber dem passiv-leidenden „tapferstandhaften“ Mut meines Erachtens nicht zu Unrecht durchgesetzt: acriter et fideliter.“
Und was sagt das Reglement? Das Regolamento hilft nicht weiter – weder in der Fassung von 1976 noch in jener von 2006. Fahne und Uniformen, Pensionen und vieles andere mehr werden gehandelt und geregelt. Zur Devise hingegen steht nichts. Immerhin ist aber die Fassung „acriter et fideliter“ nun seit gut 30 Jahren fest etabliert, und wird in Reden, Ehrungen, auch Schriftsätzen und Publikationen munter gebraucht und selbstverständlich verwendet, um den Gardisten und die ganze Garde auf die übernommene aufgber im Schutze des Stelsdlvertreters Christi zu verpflichten und zu ermutigen. richtig etabliert wäre der Wahlspruch aber erst, wenn hierüber ein Beschluss erginge: Ein Tagesbefehl des Kommandanten, besser noch aber die Verankerung im Regolamento. (Der Schweizergardist 3/2010, Max Imfeld)
Ab Seite 215 erinnert sich ein ehemaliger Gardist (ohne Namensangabe) an seinen Gardedienst und seine Rückkehr in die Schweiz. Am Schlusse seines Berichtes schreibt er: „Acriter et fideliter! Tapfer und treu!“
Zum Eid meint Walpen Seite 235: „Dabei wird unterschieden zwischen dem Bekräftigungseid, zu dem der Zeugeneid gehört, und dem Versprechungseid, zu dem der Treueid zählt, mit der der Schwörende verspricht, bestimmte Pflichten zu erfüllen. Zum Treueid gehören auch der politische und militärische Eid, der auch Fahneneid genannt wird.“
Das Buch kennt erstaunlicherweise keinen Titel „Der Wahlspruch der Schweizergarde“ noch gibt es Nach- oder Hinweise zum Wahlspruch.
2006 bis 2015: Die Zeitschrift der Aktiven und der Exgardisten
In der Zeitschrift „Der Exgardist“ bzw. „Der Schweizergardist“ schreibt der Redaktor Horst Oertle in seinem Vorwort zum Schluss jedesmal „Pax et bonum“ („Frieden und das Gute“), letzteres die Stimme des heiligen Franziskus von Assisi. Der nachfolgende Redaktor Andreas Wicky verzichtet auf eine deutsche oder lateinische Devise.
Januar 2006: Kontroverse um „acriter“
Mail-Korrespondenz vom 21., 22. und 24. Januar 2006 zwischen Prof. Dr. Valentin Groebner, Historisches Seminar der Universität Luzern, und Dr. Marco Reichmuth, Exgardist, wegen eines Artikels in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung):
Söldner-Kriegsrat auf dem Pavierzug 1512 von Urs Graf
Prof. Dr. Valentin Groebner bespricht das neu erschienene Buch von Robert Walpen „Die Päpstliche Schweizergarde“ in der NZZ vom 21./22. Januar 2006, Seite 51. Daraus ergeben sich anschliessend Meinungsverschiedenheiten:
Reichmuth: (…) Dass „acriter“ nicht (nur) „tapfer“, sondern (auch) „scharf“, „schneidend“, „wild“ oder auch „grausam“ heisse, mag man dem Autor zustimmen. (…) Nun: „Acriter“ ist bekanntlich das Adverb zum Adjektiv „acer“. Zu diesem Wort findet man schon durch blossen Bezug von „Langenscheidts Grossem Schulwörterbuch Lateinisch – Deutsch (Ausgabe 2001, Seite 31) ein Dutzend Übersetzungen, darunter eben auch „tapfer“, mehr noch, bei den Beispielen wird der „miles acer“ mit „tapferer Soldat“ übersetzt.
Prof. Dr. V. Groebner, mit verschiedenen Lehraufträgen in der Schweiz und den USA
Groebner: (…) Ich bedaure, dass wir bei der Übersetzung des Wortes „acriter“ nicht einer Meinung sind. Ich lehre Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern und habe eine gewisse Vertrautheit mit den Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts, vor allem mit denen zur Geschichte der Eidgenossenschaft. Wenn Sie „acriter“ in den beiden grossen Wörterbüchern des Mittelalterlichen Lateins, im Du Cange und im Georges nachschlagen. dann werden Sie unter den Bedeutungen auch „mutig“ finden – aber erst an fünfter bzw. sechster Stelle. Vorher, in erster, zweiter und dritter also dominanter und meist gebrauchter Bedeutung, steht eben „scharf“, „wild“, „“schneidend“, „grausam“. Acriter war im 16.Jahrhundert kein positiver Ausdruck wie das deutsche Wort „tapfer“. Sondern ein drohender Hinweis auf die Fähigkeiten der Schweizergardisten zum rücksichtslosen Töten. Denn dafür waren die Schweizersöldner seit dem 15. Jahrhundert in Europa bekannt, und – verzeihen Sie Direktheit – deswegen wurden sie auch von Julius II. 1505 angeworben. Robert Walpens Buch zum Jubiläum macht diesen Sachverhalt in seinen historischen Abschnitten sehr deutlich, wenn Sie das entsprechende Kapitel nachlesen. Ich habe in meiner Besprechung auf die Qualitäten der Publikation deutlich hingewiesen. Der historischen Bedeutung der Schweizergarde ist das nicht abträglich, im Gegenteil: abträglicher wäre es, ein einseitig geschöntes Bild der historischen Fakten zu zeichnen. Das kann aber nicht im Interesse der gegenwärtigen Schweizergarde sein.
Reichmuth: (…) Ich habe mich zwischenzeitlich mit Prof. Dr. Klaus Bartels besprochen, der auch dem NZZ nicht unbekannt ist, und mit welchem ich seit Jahren in Kontakt stehe. Er ist Altphilologe und daher mit dem Mittelalter gewiss weniger vertraut als Sie. Dennoch werde ich als Jurist nun nicht den Beweiswert der Aussage eines Mediävisten (Erforscher und Kenner des Mittelalters) gegen jene eines Altphilologen abwägen. Jedenfalls will ich ihm – zumal durch dn Eintrag im besagten Wörterbuch bestätigt – gerne glauben, dass „acriter“ zwar gewiss nicht die Tapferkeit im Sinne der Kardinaltugend wiedergibt, wohl aber – und dies scheint mir im Kontext der Päpstlichen Schweizergarde relevant – im Sinne einer soldatischen Tugend.
Ich habe – mit gütiger Mithilfe von Prof. Bartels – die lateinische Gedenktafel entworfen, welche im Mai in der Schweizergarde enthüllte werden soll, und für dieses Motto „acriter et fideliter“ übernommen. Der Text ist derzeit in der Pr¨üfung im Staatssekretariat des Heiligen Stuhles. Ich bin gespannt, ob es seitens der fpäpstlichen Latinisten Einwände geben wird. „Tapfer und treu“ ist ¨übrigens das Motto der Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Jungwachtorganisation (WA: nicht mehr). Ich vermute, dass es mit Oberst Dr. Robert Nünlist (Gardekommandant 1957 – 72) den Weg nach Rom gefunden hat. Ob er es gewesen ist, der dies mit „acriter et fideliter“ übersetzt hat (WA: seine erste Übersetzung 1970 lautete: „Fortiter et fideliter“, 1975 dann „Acriter et fideliter“, trotzdem er das Bild von G. Tomasetti jeden Tag im Korridor des Kommandos gesehen haben muss) übersetzt hat. entzieht sich meiner Kenntis, aber vielleivht wissen sie ja mehr darüber und könnten es mir freundlicherweise mitteilen. (…) (WA. Nünlists erste Übersetzung 1970, also in seinem 13. Kommandantenjahr, lautete „Fortiter et fideliter“, erst 1975 als Altkommandant erscheint sein Aufsatz „Acriter et fideliter“. Er muss jeden Tag das 1959er-Bild von G. Tomasetti im Korridor des Kommandotraktes gesehen haben mit „Acriter et „Fideliter“.)
Groebner: (…) Vielen Dank für ihre Nachricht! Klaus Bartels ist ein hervorragender Spezialist, dessen Beiträge in der NZZ ich sehr schätze, und er hat sicher recht mit dem Hinweis auf „acriter“ als Adjektiv für soldatische Tugend. Noch interessanter für mich ist Ihr Hinweis auf das Jungwacht-Motto. Das war mir unbekannt. Damit ist natürlich ein interessantes Problem aufgeworfen. Was geschieht, wenn man im Zusammenhang mit dem Jubiläum eines historischen Ereignisses ein am Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals geprägtes Motto auf eine sehr viel ältere Institution bezieht und es – durch die Übertragung ins Lateinische – sozusagen in die fünf Jahrhunderte zurückliegende Vergangenheit zurücktransferiert? Kurze einzeilige Motti, sogenannte Devisen, kamen als Wappenzusatz im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert an westeuropäischen Adelshäusern auf und wurden im Zusammenhang mit den verschiedenen höfischen Ritterorden popularisiert, die Humanisten des 15. Jahrhunderts haben dann für sich die ersten lateinischen Devisen entworfen, gewöhnlich zusammen mit einem grafischen Emblem: Berühmt ist Leon Battistas Alberti’s Auge mit seiner lateinischen Devise. Im 16. Jahrhundert hatten viele italienische Fürsten eine solche Devise plus Motto, aber ein Gebrauch für ganze Truppenteile ist mir unbekannt. Ihr Hinweis ist für mich deshalb sehr wertvoll; ich hatte bislang angenommen, „acriter et fideliter“ sei eine lateinische Prägung der Renaissance. Wenn die Geschichte des Motto aber nicht vom Lateinischen, sondern vom Deutschen der katholischen Jugendbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts her abgeleitet ist, sieht einiges natürlich anders aus.
Reichmuth an Bartels: Ich denke, meine These, dass die Devise „acriter et fideliter“ von der Jungweacht-Devise „Tapfer und treu“ herkommt und den Weg mit Oberst Nünlist (1957 – 1972) in die Garde gefunden hat, nur die zweitbeste ist. Viel eher erscheint mir nunmehr richtig, die Devise stamme von der Studentenverbindung A.K.V. Alemannia Fribourg (gegründet 1895), deren Devise „furchtlos und treu“ lautet. Mitglieder dieser Verbindung waren unter anderem die Gardekommandanten Heinrich Pfyffer von Altishofen (1942 – 1957), Franz Pfyffer von Altishofen (1972 – 1982) und Roland Buchs (1982 – 1998), wie auch der aktuelle Kommandant Elmar Mäder. Passt „furchtlos“ nicht vie besser zu „acer“ als „tapfer“?
Bartels an Reichmuth: …, ich denke, sie haben da einen sehr guten Fund gemacht und sicher ist. dass „furchtlos“ die Sache besser trifft als „tapfer“. Aber bei solchen Sprüchen spielen ja immer auch die Alliterationen ein wenig mit … (Die Alliteration ist ein Stilmittel, häufig in der Werbung bekannt.Sie besteht aus einer Wortfolge, bei der alle Wörter mit dem gleichen Anfangslaut beginnen: „Milch macht müde Männer munter“.)
6. Mai 2013: Begrüssung im Morgengottesdienst am Vereidigungstag
Der damalige Gardekaplan Alain de Raemy spricht in seiner Begrüssung des Gottesdienstes im Petersdom am Schluss: „Si, cari amici, con gioia, con gratitudine, con emozione, affidiamo dunque i nostri 35 giovani alla grazia rinnovatrice, di Dio in questa Santa Eucaristia che presiede per noi Sua Eminenza, il Cardinale Tarcisio Bertone. Acriter et fideliter semper!“
2017: Buch von Joseph Spillmann
Im Jahre 2017 erschien das überarbeitete Taschenbuch von Joseph Spillmann, ein Schweizer Schriftsteller und Jesuit (1842 – 1905), mit dem Titel „Tapfer und treu“. Eine Geschichte über einen Schweizer Offizier der Schweizergarde während der französischen Revolution. Das Original von 1896 wurde geringfügig gekürzt. Petra Verlag.
Aus der Eidesformel, die der Gardekaplan vorliest, und dem anschliessenden eigentlichen Schwur auf die Fahne ergeben sich Adjektive, die aussagen, wie sich der Gardeangehörige im Dienst und ausserhalb desselben zu verhalten hat:
Kaplan: treu, redlich, ehrenhaft
Schwörender Gardist: gewissenhaft, treu
Es fällt auf, dass der Wahlspruch der Garde nur zur Hälfte vertreten ist; es fehlt das Wort „tapfer“.
22. April 2020: Mail des Garde-Kommandos
Der Wahlspruch der Garde wird in der Korrespondenz und internen Dokumenten (wie Tagesbefehl) wie folgt verwendet:
– In der deutschen Korrespondenz wird „Tapfer und treu“ verwendet; als Grussformel
oder als Abschluss des Dokumentes
– Die Korrespondenz in anderen Sprachen enthält „Acriter et fideliter“. Ein Tagesbefehl
enthält den deutschen und lateinischen Wahlspruch
– Die Devise „Acriter et fideliter semper“ gehöre den Exgardisten
Der Wahlspruch wird in der Rekrutenschule thematisiert, aber nicht während der Vorbereitung auf die Vereidigung. Er ist allen bekannt, aber im Alltag wird er kaum verwendet. (Z. St.)
Bei der Suche nach dem geschriebenen Wahlspruch in den Jahresberichten ab 1982 und der Zeitschrift „Der Exgardist“ bzw. „Der Schweizergardist“ ab 1984 konzentrierte ich mich vor allem auf die Kommandodokumente, die Sektionsberichte, Ansprachen und Artikel von Kommandanten, Gardisten und Exgardisten. Sie finden eine Liste, wann der Wahlspruch und die verschiedenen Motti zum ersten Mal erschienen sind:
Tapfer und treu immer
Er erscheint zum ersten Mal im Jahresbericht 1982. In sämtlichen Ansprachen zur Kranzniederlegung am 6. Mai erscheinen diese vier Wörter bei Oberst Buchs.
Acriter et fideliter
Dem lateinischen Wahlspruch begegnet man zum ersten Mal im „Der Schweizergardist“ Nr. 68/März 2000 im Sektionsbericht ZH von Stephan Vogler. Das sind 41 Jahre nach dem Erstellen des Bildes von Gérard Tomasetti im Jahre 1959 und neun Jahre nach der offiziellen Bekanntgabe der Devise 1991 durch Oberst Buchs.
Tapfer und treu
Der deutsche Wahlspruch erscheint in Nr. 51 des Jahres 2005 zum ersten Mal allein, nicht etwa durch den Kommandanten, durch Gardisten oder Exgardisten, sondern von Abt Martin Wehrlen und Bundesrat Joseph Deiss in Anbetracht des kommenden Jubiläumsjahres 2006.
Tapfer und treu – Acriter et fideliter
Der deutsche und lateinische Wahlspruch erscheinen zum ersten Mal miteinander in der Jubiläumsschrift 2006 durch Oberst Mäder.
Einmal Gardist – immer Gardist
Der auf geistiger Ebene zu verstehende und von Oberst Mäder erstmals abgegebene Wunsch erscheint zum ersten Mal schriftlich in der Nr. 82/2006 vom Zürcher Sektionspräsidenten Stephan Vogler. Das Motto erscheint in der Zukunft wenig.
Acriter et fideliter semper
Das für ehemalige Gardisten gedachte Motto erscheint zum ersten Mal in Nr. 2/2013, obwohl dieser Wunsch an die Gottesdienstgemeinschaft anlässlich der Vereidigung von 2013 gedacht war. Die Begrüssung wurde damals durch Gardekaplan Alain de Raemy im Morgen-Gottesdienst in der Peterskirche gesprochen. Er erscheint erst in Nr. 2/2018 wieder durch Exgardisten.
Ab 2014 in Deutsch und Latein zusammen
Die Tagesbefehle (z. B. Beförderungen) erscheinen erstmals durch Oberst Anrig gleichzeitig in Deutsch und Latein. Diese Kombination oder der Wahlspruch in Deutsch oder Latein allein fasst seit dem Kommando von Oberst Mäder beim Kommando langsam Fuss, zum ersten Mal in der Nr. 74 vom März 2003. Oberst Segmüller bedient sich, nach den eingesehenen Unterlagen, mit dem Wahlspruch einmal.
Ab 2015 konsequente Verwendung durch das Kommando
In sämtlichen Kommandookumenten (Korrespondenz, Befehle, Anweisungen usf.) unter dem Kommando von Oberst Graf erscheint der Wahlspruch in Deutsch an deutsche Leser. Sind die Dokumente in einer anderen Sprache verfasst, wird der Wahlspruch in Latein erwähnt. Der Wahlspruch erscheint normalerweise am Schlusse des Dokumentes.
Es erscheinen in den Zeitschriften nach wie vor Mottis wie
– Viva la Chiesa, Viva il Papa, Viva la Guardia Svizzera Pontificia (1/2015)
– Evviva il Papa, evviva la GSP (Prisca Vassalli TI)
– Viva il Papa, viva la Chiesa, viva la GSP (Frowin Bachmann)
– Lunga vita alla Guardia Svizzera (Hlb Thierry Roth GSP)
– Par Saint Martin, vive la Garde! (Hlb Loris Follonier GSP)
Interessant wäre zu wissen, wie die Kommandanten Heinrich Pfyffer von Altishofen (1942 – 1957), Robert Nünlist (1957 – 1972) und Franz Pfyffer von Altishofen (1972 – 1982) mit dem Wahlspruch umgegangen sind. Hier wäre das Gardearchiv nützlich.