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Sir (2018)
Sir (2018)
Oder: Crazy Rich Mumbaikars
Der Architekt Ashwin (Vivek Gomber) wird kurz vor der Hochzeit von seiner Braut verlassen. Jung und erfolglos versucht er in seiner Luxusbleibe im Mumbai wieder Boden unter den Füssen zu kriegen. Sein Selbstmitleid wird genährt durch Vorwürfe der Verwandtschaft. Nur Ratna (Tillotama Shome), seine Hausangestellte, hält still und leise zu ihm.
Doch auch Ratna wird geächtet. Mit 19 Witwe geworden, zog sie für einen Neustart vom Land nach Mumbai und träumt den Traum, Schneiderin zu werden. Machismo verhindert ihren beruflichen Aufstieg. Ihr Einkommen als Aswhins Dienerin soll Ratnas Schwester ein besseres Leben ermöglichen. Aus der Zweckgemeinschaft wird aber bald mehr. Die Liebe keimt zwischen den zwei Verstossenen.
Film-Rating
Die westlich geschulte Drehbuchautorin Rohena Gera schildert in ihrem Spielfilmdebüt, wie gesellschaftliche Schranken den Weg in beide Richtungen behindern. Abseits vom Bollywood-Mainstream übt Gera leise Kritik am indischen Klassensystem. Die charakterfokussierte Geschichte um eine selbstbestimmte Frau und einen Mann, der mit sich selber hadert, spielt fast ausschliesslich in einer Wohnung. Nur das Ganesh Chaturthi, ein Fest zu Ehren des Elefantengottes, bringt etwas Exotik in den Film. Sir zeigt Missstände, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Zum Schiessen ist mal wieder der deutsche Verleih-Titel: "Die Schneiderin der Träume".
OutNow.CH:
06.11.2018 / rm
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