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"Die evangelische Freikirche Chrischona"( mit Bildern) ist publiziert worden im 29. Jahrheft von Schlieren 2007
1840 gründete Christian Friedrich Spitteler die Pilgermission St. Chrischona in der ehemaligen Wallfahrtskirche «St. Chrischona» auf dem gleichnamigen Hausberg von Basel bei Bettingen. Der Leitgedanke Spittelers hiess: «Wenn wir dafür sorgen, dass Heiden Christen werden, dann müssen wir auch darauf bedacht sein, dass Christen keine Heiden werden.» Darum schulte er junge Männer, um sie als «Pilgermissionare» in die Welt zu schicken, damit sie als Handwerker in ihrer beruflichen Tätigkeit und auch auf der Walz Zeugnis ihres Glaubens ablegten.
Seit 1997 sind die Chrischona-Gemeinden in der Schweiz als Verein organisiert. Ein Prediger der Chrischona absolviert in der Regel eine 5-jährige theologische Ausbildung in der missionseigenen Schule in Bettingen bei Basel. Die Aufnahme in die Gemeinde erfolgt durch die Erwachsenen- oder Glaubenstaufe und hat dadurch verbindlichen Charakter. Heutzutage finden diese Taufen in der Chrischona-Gemeinde Schlieren einmal jährlich statt, nämlich am ersten Sonntag im Juli. Dann findet am Egelsee oberhalb Kindhausen ein Openair-Gottesdienst mit anschliessendem Picknick statt. Im heutigen Versammlungsraum sucht man vergeblich ein Taufbecken.
Im April 1929 wurde in Schlieren das «Rote Schulhaus» an der Schulstrasse eingeweiht. Im gleichen Jahr fand am 21. April an der Urdorferstr. 48 (ehemals Gärtnerei Bucher vis-ä-vis vom Friedhof, heute Liegenschaft Dörnliackerstrasse 13) der erste Gottesdienst der Chrischona-Gemeinde in Schlieren statt. Am Bettag 1930 wurde von Mitgliedern die Chrischona-Gemeinde Schlieren gegründet.
Vom Chrischona-Werk wurden Schlieren andere Versammlungsorte angeschlossen: Oberengstringen Altstetten, Höngg und Urdorf. Im Januar 1930 wurde der Saal im Haus der Schreinerei Reutimann an der Uitikonerstrasse 29 (heute Schreinerei Möbel-Müller) frei, nachdem er von der Schule Schlieren nicht mehr als Unterrichtsraum genutzt wurde. Die Chrischona-Gemeinde Schlieren mietete den Raum. Weil kein Geld für Mobiliar vorhanden war, mussten die Besucher der Gottesdienste im Winter mit den geliehenen Stühlen von der Gartenwirtschaft des Restaurants Krone vorlieb nehmen, und im Sommer behalf man sich mit geliehenem Mobiliar aller Art. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Versammlungsraum zeitweise auch wieder als Unterrichtsraum für die Schule und temporär sogar als Militär-Unterkunft genutzt.
Anfänglich hatte die Chrischona-Gemeinde keinen leichten Stand in Schlieren. Die Besucher der Gottesdienste wurden anfänglich als «Stündeler» bezeichnet und belächelt, weil sie die Bibel konsequent in die Mitte ihres täglichen Lebens und ihres Glaubens stellen.
1948 entschloss sich die Chrischona-Gemeinde zum Bau eines eigenen Gebäudes. Von Baumeister Jakob Lemp sen. konnte an der Urdorferstr. 38 (Ecke Urdorfer-/Nassackerstrasse) ein Bauplatz gekauft werden und nach achtmonatiger Bauzeit entstand eine Kapelle für den Gottesdienst. Etwa 100 Gläubige finden Platz darin. Im Untergeschoss wurden Nebenräume für verschiedene Zwecke gebaut und in einem Nebenbau entstand ein Wohnteil für den Prediger. Im Juni 1949 wurde der Neubau feierlich eingeweiht und bezogen. Die Baukosten beliefen sich auf 153 000 Fr.
Damals wie heute erhalten die Freikirchen keinerlei finanzielle Mittel seitens der öffentlichen Hand. Alles wird mit Spenden und Kollekten der Mitglieder finanziert. Es werden keine Steuern erhoben. Abgaben beruhen auf Freiwilligkeit. Der Jahresaufwand der Chrischona-Gemeinde beträgt für Gehälter und Unterhalt der Liegenschaften ungefähr 200 000 Fr. 1982 wurde der Versammlungsraum umfassend renoviert.
Die Gemeinde wird in kirchlichen Belangen durch den Prediger geleitet. Er steht der Gemeinde vor und vertritt sie nach aussen. Die eingetragenen Gemeinde-Glieder (in Schlieren zur Zeit ca. 65) halten dreimal jährlich eine Gemeindeversammlung ab. 3 - 5 Mitglieder bilden den <Rat der Ältesten>. Ihnen zur Seite stehen bis zu 8 <Bereichsleiter> für verschiedene Belange wie Senioren-Arbeit usw. Der Jugendarbeit wird grosse Bedeutung beigemessen. Die Jugendlichen sind in der Jungschar organisiert (entspricht der Jungwacht der katholischen Kirche). Neben den eingetragenen Mitgliedern besuchen auch zahlreiche Nicht-MitQlieder regelmässig den Gottesdienst. Sie sind immer willkommen, haben jedoch den Status von Passiv-Mitgliedern und damit kein Stimm- und Wahlrecht.
In Schlieren ist zur Zeit Herr Stephan Grossenbacher Prediger. Seine Aufgaben umfassen Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Abdankungen und Bibelstunden. Früher war der Prediger auch für die Pflege des Gotteshauses zuständig.
Lange Zeit umfasste die Gemeinde das gesamte zürcherische Limmattal von Altstetten bis zum Mutschellen. In der Neuzeit wurden die Aussenstationen aufgehoben und durch Hauskreise und Kleingruppen ersetzt.