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Viele Naturschutzziele können nur durch landwirtschaftliche Massnahmen erreicht werden. Daher wurden in den letzten Jahrzehnten Fragen der Bewirtschaftung von Flächen immer häufiger durch Verträge mit Landwirten geregelt, z.B. zur Bewirtschaftung von Trockenwiesen. Es sind jedoch nicht alle Landwirte zum Abschluss solcher Verträge bereit, obwohl sie damit ihr Einkommen steigern könnten. Im Projekt wird daher untersucht, aus welchen Gründen Landwirte solche Verträge nicht abschliessen.
Die Argumente für und gegen Bewirtschaftsverträge sind abhängig von der bewirtschafteten Region und der Art der Bewirtschaftung. Zu den wichtigsten Argumente aus Sicht der Landwirte gehören:
- In den Bewirtschaftungsverträgen für Trockenwiesen ist festgelegt, zu welchem Termin die Wiesen frühestens gemäht werden können. Diese Regelung ist für einige Farmer schwierig umzusetzen, weil sie in Abhängigkeit vom Sommerwetter mitunter zur gleichen Zeit andere Aufgaben erledigen müssen, z.B. Kirschenflücken.
- Die Pflege von Trockenwiesen ist sehr zeitaufwendig. Zudem bleibt während der Heuernte in der Regel keine Zeit für andere Aufgaben, die verträglich geregelt wären, so dass der Zeitdruck für die Landwirte immens ist.
- In den Bewirtschaftungsverträgen ist auch geregelt, inwiefern Trockenwiesen gedüngt oder als Weide genutzt werden können. Daher könnten Bewirtschaftsverträge die Landwirte in ihrer Entscheidungsfreiheit bei Landnutzungsfragen einschränken.
- Trockenwiesen haben das Problem, dass ihr Heu in der Regel keine gute Qualität hat, weil die Wiesen nicht gedüngt und erst spät im Jahr gemäht werden dürfen. Daher kann das Heu meist nicht als Futter genutzt werden, v.a. nicht für Milchvieh.
- Die Bewirtschaftung der Trockenwiesen ist abhängig davon, wie gross der Anreiz auf zusätzliches Einkommen für die Landwirte ist. Werden zukünftig weniger Subventionen gezahlt, ist davon auszugehen, dass auch weniger Landwirte Bewirtschaftungsverträge abschliessen.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Vielzahl unterscheidlicher Faktoren die Entscheidung der Landwirte für oder gegen einen Bewirtschaftungsvertrag beeinflusst. Zudem werden diese Faktoren von jedem Landwirt anders gewichtet. Die Höhe der Subventionen und Arbeitskosten sind dabei Argumente von zentraler Bedeutung.
Projektteam
Publikation
- Schenk A. 2000: Der spinnt doch da oben zu heuen - Pro und contra Bewirtschaftungsverträge - Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung im Rahmen des Trockenwiesen und -weideninventars. Schlussbericht des TWW-Projektes Bewirtschafterbefragung.