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Cincinnati beendet am Ende Pittsburghs Titel-Träume. Roethlisberger ist der Buhmann. Mannings Meister hat kaum noch Chancen.
Ben Roethlisberger gewann mit den Pittsburgh Steelers bereits zwei Super Bowls
Von Eric Böhm
München - Die Cincinnati Bengals haben nach vielen vergeblichen Anläufen den Bock umgestossen.
Am 16. Spieltag gewannen sie das faktische Endspiel um einen Playoff-Platz bei dem grossen Divisisionskonkurrenten Pittsburgh Steelers mit 13:10 (7:0, 3:7, 0:3, 3:0), der damit die K.o.-Runde verpasste.
Nach einer Interception von Pittsburghs Quarterback Ben Roethlisberger versenkte ihr Kicker Josh Brown vier Sekunden vor Schluss das entscheidende Field Goal.
"Das war unser Ziel vor der Saison. Das Team hat es in 30 Jahren nicht geschafft, zweimal hintereinander in die Playoffs zu kommen. Jetzt haben wir es allen gezeigt", sagte Receiver A.J. Green.
Dalton und Green im Duett
Dem Jungstar (10 Fänge für 116 Yards) gelang eine der wichtigsten Aktionen. Sein akrobatischer Catch brachte die Bengals überhaupt erst in Field-Goal-Reichweite.
"A.J. ist phänomenal. Wenn du den Ball irgendwie in seine Richtung bringst, schnappt er ihn. Josh hat dann die Nerven behalten", bilanzierte Quarterback Andy Dalton (24 von 41 für 278 Yards).
Im entscheidenden Moment blieb aber auch "Red Rifle" cool. Trotz einer verspielten 10:0-Führung und zwei Interceptions gelang ihm der wichtige Wurf zu Green.
Roethlisberger nimmt Schuld auf sich
Stattdessen patzte der Super-Bowl-gestählte Roethlisberger nach der Pleite in Dallas auch in der Endphase des Alles-oder-Nichts-Spiels.
Beide Mannschaften hatten sich schon auf eine Verlängerung eingestellt, als "Big Ben" einen schwachen Pass zur Seitenlinie warf, den Reggie Nelson abfing.
Im ersten Viertel hatte sich Bengals-Cornerback Leon Hall einen Pass des 30-Jährigen geschnappt und zum einzigen Touchdown seiner Farben in die Endzone zurückgetragen.
"Es liegt an mir, dass wir nicht in den Playoffs sind. Letzte Woche und heute habe ich schlechte Entscheidungen getroffen", übte Roethlisberger Selbstkritik.
"Das ist kein Pech"
Bei den Cowboys hatte er in der Verlängerung eine Interception geworfen. Während die Titelträume der Steelers (8 Siege - 7 Niederlagen) platzten, geht es für Cincy (9:6) in die Wildcard-Playoffs.
In Pittsburgh gelang erstmals nach neun Niederlagen in Folge ein Sieg gegen einen der beiden grossen Kontrahenten in der AFC North.
"Es war nicht unser Tag und nicht unser Jahr. Es waren viele knappe Niederlagen, aber das ist kein Pech. Ich klinge wie eine kaputte Schallplatte. Die Realität ist, wir waren in den entscheidenden Momenten nicht da", sagte Steelers-Cheftrainer Mike Tomlin.
SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 16. Spieltages der NFL:
* Baltimore Ravens - New York Giants 33:14
Der Titelverteidiger hat im Playoff-Rennen so gut wie ausgespielt.
Die New York Giants unterlagen bei den Baltimore Ravens mit 14:33 (7:14, 0:10, 0:3, 7:6) und benötigen nun gewaltige Schützenhilfe.
Bereits zur Pause lagen Quarterback Eli Manning und sein Team 7:24 hinten. Der MVP des vergangenen Super Bowls brachte nur 14 Pässe für 150 Yards Raumgewinn an.
"Die Verteidigung schwächelt, der Angriff hält den Ball nicht. Das ist keine Erfolgsformel", haderte Head Coach Tom Coughlin.
Nur noch theoretische Chancen
Die Abwehr der Ravens dominierte seine hochgelobten Receiver Victor Cruz und Hakeem Nicks nach Belieben, auch das Laufspiel kam nicht in Gang.
New York (8 Siege - 7 Niederlagen) braucht am letzten Spieltag einen Erfolg über Philadelphia und Niederlagen der Kontrahenten aus Dallas, Minnesota und Chicago.
Die Ravens holten sich dagegen ihren zweiten Titel in der AFC North hintereinander. Spielmacher Joe Flacco ragte mit 309 Yards und zwei Touchdowns heraus.
"Das war für uns wie ein Championship Game. Wir haben endlich wieder unser Ding durchgezogen", jubelte Running Back Ray Rice (107 Yards, ein Touchdown-Catch).
* Seattle Seahawks - San Francisco 49ers 42:13
Die Seattle Seahawks sicherten sich mit dem 42:13 (14:0, 14:6, 7:0, 7:7)-Kantersieg über die San Francisco 49ers ein Playoff-Ticket.
Rookie-Quarterback Russell Wilson warf vier Touchdown-Pässe, aber vor allem die Defense lieferte erneut eine dominante Vorstellung.
"Du merkst es von Woche zu Woche: Hier wächst ein grosses Team zusammen. Das war eine fantastische Leistung", lobte Coach Pete Carroll. In en vergangenen drei Partien markierte sein Team 150 Punkte.
Sorgen bei den Niners
Die im Saisonverlauf immer stärker werdende Defense wies San Francisco neuen Spielmacher Colin Kaepernick (244 Yards, eine Interception) in die Schranken.
Die Seahawks (10:5) sind nicht mehr von einem Wildcard-Rang zu verdrängen und könnten sogar noch die 49ers (10:4:1) in der NFC West abfangen.
"Wir können es viel besser, aber es ist schon sehr bitter", meinte der zerknirschte Niners-Trainer Jim Harbaugh.
Er verlor auch noch Tight End Vernon Davis (Gehirnerschütterung) und Receiver Mario Manningham, der sich bei seinem Fumble am Knie verletzte.
SPORT1