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Das Haus an der Malzgasse 5, umrahmt von dem malerischen Bau "zur köstlichen Jungfrau" und der reizvollen "Trotte", präsentiert sich als nüchterner Zweckbau mit verputztem Fachwerk aus dem Jahr 1842, aber die Geschichte der Liegenschaft lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen.
Von der Liegenschaft hören wir erstmals 1487; damals bildete sie einen Rebgarten, den Joss Schlegel und seine Gattin gemeinsam erworben hatten. Nach ihrem Tod veräusserte ihre Tochter das Grundstück mit einem "zur Rose" genannten Häuschen an Heinrich Lochmann, der es 1511 wiederum an Hans Kien verkaufte. So ist es auch in jenem Jahr als "zur Rose ussenthalb Brydenthor" lokalisiert. Kien war als "Frowenwirt an der Malzgasse" bekannt. In seinem Haus ("zer Lus") vergnügten sich Bürger und Gäste der Stadt bei "hübschen Töchtern", und auch er selber schien die "dolce vita" an der Malzgasse genossen zu haben. Schon 1516 gingen allerdings das kleine Häuschen und der damit verbundene Rebgarten über an den Rebmann Jacob Besserer, der 1521 zum Meister und 1525 zum Ratsherren der Zunft zu Rebleuten aufsteigen sollte. Den Kauf ermöglichte ihm ein Darlehen von 105 Gulden, das ihm Andres Kien, der Sohn des Frauenwirts, gewährte, welchem der Vater offenbar ein beachtliches Erbe hatte hinterlassen können.
Durch einen Blitzschlag in den nahen Pulverturm vom 19. September 1526 wurde nicht nur das Frauenhaus an der Malzgasse zerstört, sondern wohl auch das Häuschen im Rebgarten. Die Akten schweigen jedenfalls bis zum Jahr 1669, als es noch im Besitz des zwei Jahre zuvor in die Safranzunft aufgenommenen Nestlers Heinrich Meyer war. Nach einigen weiteren Handwechseln gelangte die Liegenschaft 1794 an den mit einer Tochter des Ratsschreibers Isaak Iselin verehelichten Handelsherrn Niklaus Preiswerk, den Inhaber der im Kommissions- und Speditionsgeschäft tätigen väterlichen Firma Luc Preiswerk beim Kaufhaus, der seit 1779 als Kommisär die neu eingerichtete Post-Diligence nach Paris betrieb. Preiswerk benützte die nunmehr mit einer Mauer umgebene Besitzung wohl hauptsächlich als Magazin, Remise und Stallung.
1842 erwarb der damals 27jährige Seidenbandfabrikant und spätere Ratsherr Karl Sarasin, der sein fünf Jahre zuvor gegründetes Unternehmen zunächst in den gemieteten Räumlichkeiten des Gartenflügels des Wildensteinerhofs an der St. Alban-Vorstadt betrieb, die Liegenschaft und liess hier durch den Zimmermeister Johann Jacob Stehlin-Hagenbach ein dreistöckiges Gebäude für die Zettlerei erstellen. Es war das erste eigene Bauobjekt des nachmaligen Basler Baudirektors. Ein gewisser Aufwand und grössere Umstände während dieser letzten Handänderung haben übrigens den Quellen zufolge zu dem neuen, originellen Namen "Schnäggedanz" geführt. Bereits 1846 wurde das Zettlerei-Gebäude auch zu Wohnzwecken eingerichtet; dort fanden fortan die Zettlermeister und andere Mitarbeiter der Bandfabrik Sarasin & Cie. Unterkunft.