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Was frisst der Storch?
Dass ein Storch Frösche frisst, weiss jedes Kind. Es ist jedoch lange her, dass dies seine Hauptnahrung war. Seit die Feuchtgebiete seltener geworden sind, wurden Frösche, Kröten, Kaulquappen und andere Lurche immer mehr durch andere Beute ersetzt. Der Storch ist ein "Nahrungsopportunist", er passt sich an das vorhandene Angebot an. Er frisst fast alle Tiere, die nicht zu klein, nicht zu gross und leicht zu erbeuten sind. Auf manchen Strecken seiner Reise nach Afrika und in trockenen Gebieten ernährt er sich manchmal hauptsächlich von Heuschrecken.
Ein erwachsener Storch braucht täglich etwa 500g Futter, Jungvögel sogar bis zu 1200g. In den ersten Wochen werden die Jungen mit Regenwürmern, Insektenlarven, Amphibien, Krebstieren, Käfern oder Heuschrecken gefüttert. Später fressen sie dann größere Beutetiere: Eidechsen, Schlangen, Maulwürfe, Mäuse, auch Schnecken, Muscheln und Fische. (Quelle: Schulz, 1993, S. 20f.)
Bei uns bilden Regenwürmer eine wichtige Nahrungsquelle. "Sobald jedoch Trockenheit einsetzt, kann diese Nahrungsquelle rasch versiegen, weil sich dann die Regenwürmer in tiefere Erdschichten zurückziehen. Auch andere Kleintiere wie Schnecken werden jetzt rar. Die Störche machen sich dann kilometerweit auf die Nahrungssuche, während unter günstigen Bedingungen über 80% der Nahrungsflüge nicht weiter als 1 km vom Nest wegführen. (Text-Quelle: Storch flieg, S. 12, Foto: Holger Schulz)
Heutzutage kommt es oft vor, dass die Störche ihre Nahrung auf offenen Mülldeponien suchen. Hier ist die Gefahr, sich zu verletzen oder zu vergiften für die Störche gross.
Nahrungssuche
Das Mähen einer Wiese oder das Abbrennen oder Umbrechen eines Ackers bedeutet für die Störche ein Festmahl: die Gelegenheit wird sofort und ausgiebig genutzt.
Insekten und Würmer werden vom Boden oder von Halmen aufgelesen. Mäuse, eine sehr energiereiche Nahrungsquelle, werden auf verschiedene Weise gejagt. Entweder packt der Storch die wegspringenden Tiere oder nimmt eine Lauerstellung ein und stösst bei Wiedererscheinen des Nagers blitzschnell zu. Mäuse und Fische wandern immer mit dem Kopf voran in den Schlund. Kleine und grössere Insekten, Regenwürmer, Mäuse, Frösche, Eidechsen, kleine Beute wie Raupen, Käfer und Würmer, nimmt der Storch auf, indem er eine Wiese oder einen Acker abschreitet (Sammeljagd). Mäuse erbeutet er in der Art der Katzen (Lauerjagd).
(Quelle: Storch flieg)
Gewölle
Bei der Aufnahme der Nahrung gelangen unverdauliche Begleitstoffe wie Pflanzenteile mit in den Magen. Diese werden als Nahrungsreste, die sogenannten Gewölle, nachts wieder ausgewürgt. Sie haben die Form und Größe von Hühnereiern. Untersucht man sie, so findet man auch unverdauliche Nahrungsteile wie Chitinreste, Haare und Knochen. Sie enthalten auch Schneckenschalenreste und Sand. Das erdige Material stammt von den Regenwürmern. Fremdstoffe wie Gummiteile sind mitunter in den ausgewürgten Speiballen zu finden.
(Quelle: Storch flieg)
Literatur
(verwendete Literatur: Holger Schulz, "Der Weißstorch. Lebensweise und Schutz", Augsburg 1993; F. u. R. Beer, F. Beran, K. Roth, R. Zingg (Hrsg.): Storch flieg - Eine Anleitung zum Beobachten und schützen, Markdorf 2002 )