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Der Mindestzins in der 2. Säule sollte garantieren, dass die Erwerbstätigen auf ihren Pensionskassenguthaben eine minimale Verzinsung erhalten. Momentan beträgt er 1.5 Prozent. Vor allem Versicherungskreise wollen ihn auf dem heutigen Wert belassen, obwohl die Pensionskassen hohe Renditen erwirtschaftet haben. Gemäss den Indices der Bank Pictet im Bereich von 8 bis 11 Prozent (gegenüber Vorjahr).
Die BVG-Kommission des Bundes, die dem Bundesrat eine Empfehlung abgibt, hat vor Jahren über Formeln diskutiert, mit der der Mindestzins bestimmt werden kann (Link, S. 112ff). Dabei hat sich eine sehr konservative Formel durchgesetzt. Parallel dazu wird aber immer auch eine Formel gerechnet, die damals von einer Minderheit (Gewerkschaften) vertreten wurde und etwas weniger konservativ ist. Mit beiden Formeln wir effektiv ein absolutes Minimum angestrebt. Bei diesen Formel ergibt sich der Mindestzins aus einem Durchschnitt der Zinsen auf Bundesobligationen (7-Jahresdurchschnitt auf 7-jährige Bundesoblis) und der Berücksichtigung von anderen, riskanteren Anlagen.
Die sehr konservative Formel ergibt gegenwärtig einen Mindestzins von etwas über 2 Prozent. Die etwas weniger konservative Formel einen von etwas mehr als 2.5 Prozent. Wenn sich die BVG-Kommission an ihre bisherigen Beschlüsse halten soll, müsste sie somit mindestens auf 2 Prozent gehen.
Die Formel ist jedoch Augenwischerei. Denn statt «riskantere Anlagen» zu berücksichtigen, werden vor allem die Obligationen zwei Mal gezählt. Denn als Indikator für "riskantere Anlagen" figuriert im Wesentlichen der BVG-93-Index der Bank Pictet, der rund 75 Prozent Obligationen enthält. Die Kommissionsformel ist eine Potemkische Formel.
Würde die Kommission anstelle dieses Pictet-Indices einen Aktienindex nehmen - beispielsweise den Swiss Performance Index - so ergäben sich weit höhere Renditen, nämlich gegen 3 Prozent (Mehrheitsformel) bzw. sogar gegen 3.5 Prozent (Minderheitsformel).
Über den Mindestzins entscheidet der Bundesrat. Es ist zu hoffen, dass wenigstens dieser die Interessen der Versicherten wahrnimmt.