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Im Streit um das Präsidenten-Amt in Madagaskar spielt die Schweiz eine zentrale Vermittlerrolle. Praktisch täglich kommen in der Schweizer Botschaft in der Hauptstadt Antananarivo Diplomaten zusammen.Dieser Inhalt wurde am 08. Februar 2002 - 18:02 publiziert
Acht Länder und Organisationen hätten unter der Führung der Schweiz eine Plattform eingerichtet, um den Dialog mit den Kontrahenten zu suchen, sagte Dominik Langenbacher, Geschäftsträger der Schweizer Botschaft in Madagaskar, am Freitag. "Regelmässig" fänden Treffen in der Schweizer Vertretung statt.
So sei Freitag vor einer Woche der Oppositionelle Marc Ravalomanana empfangen worden. "Wir haben ihm unsere Vorschläge für eine Lösung der Krise unterbreitet", sagte Langenbacher. Ravalomanana nimmt für sich den Sieg bei den Präsidentschaftswahlen vom 16. Dezember über Amtsinhaber Didier Ratsiraka in Anspruch. Das Verfassungsgericht setzte dennoch einen neuen Wahlgang an.
Neben der Schweiz wollen auch Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, die USA, Japan, die EU-Kommission und das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) vermitteln. Sie unterstützen Madagaskar auch finanziell.
Gipfel möglich
"Die politische Lösung dieser Krise erfordert einen Dialog zwischen den beiden Parteien", sagte Langenbacher. Dazu wolle die Schweiz beitragen. Die Bemühungen zeigten bereits erste Erfolge. Präsident Ratsiraka erklärte am Donnerstag, er schliesse ein Treffen mit Ravalomanana nicht mehr aus.
Und der Premierminister von Madagaskar empfing Vertreter der acht geldgebenden Länder und Organisationen. Diese wollen nach eigenen Angaben im Moment nicht mit wirtschaftlichen Sanktionen drohen und etwa die Entwicklungshilfe stoppen, sagte Langenbacher.
Pro Jahr zahlt die Schweiz über die Nichtregierungsorganisation Intercoopération 7 Mio. Franken für Entwicklungs-Programme in Madagaskar. Nach der immer noch ungeklärten Ermordung des schweizerischen Entwicklungshelfers Walter Arnold im Jahr 1996 waren die Zahlungen aber mehr als halbiert worden.
Generalstreik bröckelt
Der seit fast zwei Wochen anhaltende Streik kostet Madagaskar laut Weltbank und Internationalem Währungsfonds 10 bis 14 Mio. Dollar pro Tag. Auch am Freitag kamen Anhänger von Oppositionsführer Ravalomanana auf dem Platz des 13. Mai im Zentrum von Antananarivo zusammen.
Die Verwaltung und die öffentlichen Dienste sind weiterhin weitgehend lahmgelegt. Bei Privatunternehmen nahmen die Angestellten hingegen ihre Arbeit teilweise wieder auf. "Auch hier haben dank Dialog - zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern - Übereinkünfte getroffen werden können", sagte Langenbacher.
swissinfo und Agenturen
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