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1990 begann eine Gruppe von StadtbewohnerInnen in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador (Zentralamerika), gegen den täglichen, leidvollen Anblick ihrer Strassenkinder etwas zu tun und aktiv zu werden. Später wurde daraus die Stiftung Nueva Vida Pro-Niñez y Juventud, heute im alltäglichen Umgang La Funda genannt.
Mitarbeiter von La Funda 2019
El Salvador hat immer wieder den traurigen Weltrekord in der Mordrate pro Einwohner erlangt. Mafiagangs (Maras), mit Drogengeld gross geworden, fordern Kopf- und Schutzgeld und verunmöglichen durch einen gegenseitigen, erbitterten Kampf die Bewegungsfreiheit und die Entwicklung der Bevölkerung in den Armenquartieren. Bei 6 Millionen Einwohnern werden in El Salvador pro Tag im Schnitt 10 bis 20 Personen ermordet.
Aktuelle Arbeit von La Funda La Funda betreibt ein Quartierzentrum in einem Armenquartier San Salvadors mit den Schwerpunkten Kinder-, Jugend- und Quartierarbeit. Mit vier Mitarbeitenden und vielen Freiwilligen bietet das Haus einen geschützten Aufenthaltsort und Treffunkt mit einem breiten Angebot an Freizeitbeschäftigungen, Weiterbildungen und praktischer Lebenshilfe (Handarbeiten, Musikunterricht, schulische Unterstützung, Sport, Ausflüge, Quartieranlässe, medizinische, pädagogische und psychologische Betreuung, Vermittlung von Unterstützung und Vergünstigungen jeglicher Art, etc.). Die lokale Bevölkerung wird stark in den Betrieb des Quartierzentrums miteinbezogen und viele Privatpersonen engagieren sich im Quartierzentrum für ihr Quartier.
Geschichte 1990 begann in San Salvador eine kleine Gruppe von lokalen Personen mit Strassenkindern zu arbeiten. 1992 ging daraus die salvadorianische Stiftung La Funda hervor. Ihr Ziel war die Wiedereingliederung von Strassenkindern in die Gesellschaft bzw. in ihr individuelles Umfeld von Eltern und Bekannten sowie die Prävention bei stark gefährdeten Kindern und Jugendlichen, um eine Flucht in ein Leben auf der Strasse zu verhindern.
Unter Strassenkinder versteht man Jugendliche und Kinder, die ohne jegliche Unterstützung ihrer Familie ihr Leben auf öffentlichen Plätzen fristen. Sie schlafen und verbringen ihren Alltag auf der Strasse. 1995 wurde in San Salvador im Quartier «Ciudad Delgado» für La Funda ein Haus gekauft und renoviert. Das Haus war ursprünglich eine Autowerkstatt und besteht heute aus mehreren Zimmern, einer Küche, einer Veranda, einem Schulgarten und einem Basketballfeld.
Die Arbeit von La Funda hat verschiedene Phasen durchlaufen. In den Anfängen war sie ganz auf die Arbeit mit Strassenkindern konzentriert und das Haus diente als temporäre Unterkunft für Strassenkinder mit 15 Schlafplätzen. Das Ziel war, diese Kinder wieder in ihre Familien zu integrieren. Ab 2001 wurde der Schwerpunkt vermehrt auf präventive Arbeit und Quartierarbeit gelegt, denn durch den Einbezug der Jugendlichen in die kriminellen Strukturen der Mafia verschwand das Phänomen der Strassenkinder vollkommen aus dem Stadtbild. Im Zuge dieser Entwicklung wurde das Haus in das heutige Quartierzentrum umgestaltet.