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Das Projekt wurde 2019 erfolgreich abgeschlossen
Dank Ihrer Hilfe konnten über 1’700 Reisbäuerinnen unterstützt und langfristig aus der Armut geholfen werden.
Die Upper East Region, die weitestgehend vom wirtschaftlichen Wachstum des Landes ausgeschlossen ist, ist die zweitärmste Region Ghanas. Die Menschen in den ländlichen Gebieten, die als Kleinbäuerinnen -und bauern in Subsistenzwirtschaft leben, bekommen dies besonders zu spüren.
Vor allem die Frauen, die den Grossteil der landwirtschaftlichen Aktivitäten verrichten und häufig von den profitablen Bereichen der Landwirtschaft ausgeschlossen sind, sind besonders von Armut betroffen. Ungleiche Behandlungen in Kleinbauernnetzwerken sowie erschwerte Zugangsbedingungen zu Finanzdienstleistungen erschweren ihnen das Leben zusätzlich.
Aus diesem Grund legte unser Hilfsprojekt „Frauen stärken – Reis säen“ seinen Fokus auf die Förderung von Frauen in der Landwirtschaft. Ab Mai 2018 wurden deshalb Reisbäuerinnen, vornehmlich Witwen und alleinerziehende Mütter, der Gemeinde Giah in der Upper East Region, mit landwirtschaftlichen Krediten und Schulungen dabei unterstützt, ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten auszuweiten und somit sowohl ihre Ernteerträge als auch ihr Einkommen zu erhöhen. Neben der Armutsreduzierung und der Ernährungssicherung wurde die soziale Position der Frauen innerhalb ihrer Familien verbessert. Das gesteigerte Einkommen und der geschäftliche Erfolg stärkte zudem die Akzeptanz der Frauen in ihren Dorfgemeinden. Da die Frauen ihr erhöhtes Einkommen für die Versorgung und die Ausbildung ihrer Kinder nutzten, verbesserten sich gleichzeitig auch die Lebensbedingungen ihrer Familien.
Projektziele
1. Leicht zugängliche und nachhaltige finanzielle Unterstützung für insgesamt 1700 Reisbäuerinnen
2. Verdoppelung der Ernteerträge durch Zugang zu hochwertigem Saatgut und Dünger sowie durch landwirtschaftliche Schulungen
3. Sicherung eines langfristigen Absatzmarktes durch regionale Abnehmer
4. Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Frauen und ihrer Familien in den ländlichen Gemeinden der Upper East Region
Aktivitäten
Während der Projektvorbereitung besuchten die Mitarbeiter/innen unseres lokalen Projektpartner Sinapi Aba Trust die Gemeinde Giah, um dem Gemeinderat die positiven Auswirkungen der Frauenförderung durch das Reisprojekt vorzustellen. Sie wiesen den Gemeinderat darauf hin, dass die Zugangsvoraussetzungen für finanzielle Dienstleistungen für Kleinbauern deutlich einfacher zu erfüllen sind, als für Kleinbäuerinnen. Ausserdem sind die Kleinbauern bereits gut miteinander vernetzt, während die Kleinbäuerinnen nur selten in netzwerkartigen Strukturen organisiert sind. Das Projekt wurde wohlwollend vom Gemeinderat angenommen.
1. Vorbereitung der Reisbäuerinnen
Im Mai 2018 begann das Projekt mit der Auswahl und Vorbereitung der Reisbäuerinnen. In einem dreitägigen Orientierungsworkshop erhielten die Frauen detaillierte Informationen über den Projektablauf, das Prinzip der bargeldlosen Kreditvergabe sowie über die Rückzahlungsmodalitäten der Landwirtschaftskredite. Darüber hinaus wurde für alle Frauen ein persönliches Bankkonto bei Sinapi eröffnet, auf welches der Verkaufspreis für die Reisernte nach Abzug der Kreditrückzahlung direkt überwiesen wurde.
2. Kreditvergabe
Um eine langfristige Verbesserung ihrer Lebensumstände sicherzustellen, ist es wichtig, die Reisbäuerinnen mit ihrem ersten landwirtschaftlichen Kredit nicht zu überfordern. Daher wurde jede Reisbäuerin von einem Kreditbetreuer unserer Partnerorganisation Sinapi individuell betreut und beraten. Auch die jeweilige Kredithöhe wurde von dem Kreditbetreuer für jede Frau einzeln berechnet, basierend auf Feldgröße, Anzahl der Familienmitglieder und anderen Einkommensquellen. So kann eine möglichst hohe Wirkung des Kredits erzielt werden.
Die Ausgabe der ersten landwirtschaftlichen Kredite erfolgte Ende Juni 2018. Ein Teil des Darlehens wurde in Form von Reis-Saatgut, Düngemitteln und Arbeitsgeräten wie Hacken, Sicheln und Planen bereitgestellt. Ein weiterer Darlehensanteil wurde für landwirtschaftliche Dienstleistungen, wie die Vorbereitung der Felder verwendet.
3. Schulungen
Damit die Reisbäuerinnen einen maximalen Profit erwirtschaften konnten, erhielten sie noch vor Beginn der Aussaat eine landwirtschaftliche Schulung. In dieser wurde ihnen Wissen über „Good Agronomic Practices“ (GAP) – die effektiven und nachhaltigen Anbau- und Düngemethoden – vermittelt. Der Fokus der Schulung lag hierbei auf dem Erlernen der SRI (System of Rice Intensification)-Methode für einen ertragreichen Reisanbau. Die Frauen wurden über die Vorteile des diversifizierten Anbaus aufgeklärt, der Ernteausfälle vorbeugen soll.
Eine zweite landwirtschaftliche Schulung, kurz vor Beginn der Ernte, sollte die Reisbäuerinnen über die verschiedenen Ernteabläufe und -methoden sowie über das richtige Nachernte- und Finanzmanagement in Kenntnis setzen. Dabei lernten die Frauen, wie sie Ernteverluste minimieren können. Die Schulung in Finanzmanagement bereitete sie darauf vor, das Einkommen aus den Ernteerträgen zu sparen und sinnvoll zu reinvestieren. Für die landwirtschaftlichen Schulungen kooperiert Sinapi mit dem Ministerium für Ernährung und Agrarkultur (MOFA).
Der Kreditbetreuer von Sinapi stand den Frauen während der gesamten Projektlaufzeit beratend zur Seite. Regelmässig besuchte er die Treffen der einzelnen Gruppen und brachte den Frauen dabei die betriebswirtschaftlichen Grundlagen und die Notwendigkeit des Sparens sowie Themen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene nahe.
4. Aussaat und Ernte
Die Hauptanbausaison von Reis liegt in der Regenzeit von Juli bis November. Während dieser Zeit benötigen die meisten Felder keine zusätzliche Bewässerung. Mit Einsetzen der ersten Regenfälle im Juli wurde das Reissaatgut ausgebracht. Drei Wochen später wurde die Reistransplantation der Setzlinge vorgenommen. Die Ernte begann Ende November. Die Nachernteaktivitäten beinhalteten das Dreschen, die Trocknung und das Verpacken des Reises. Diese nahmen zusätzlich einige Wochen in Anspruch, sodass die Organisation der Ernteabnahme im Januar und Februar 2019 stattfinden konnte.
5. Aufbau eines Absatzmarktes
Ziel von Sinapi war es, den Kleinbäuerinnen den Zugang zu sicheren Märkten zu erleichtern. Während der ersten Projekthälfte identifizierte Sinapi qualifizierte lokale und regionale Abnehmer und handelte mit ihnen Verträge aus, die die Abnahme der gesamten Ernte der Reisbäuerinnen garantierten. Nach Erhalt des Reises zahlte der Abnehmer die Kaufsumme an Sinapi, die nach Abzug der Kreditrückzahlungen das Geld direkt auf die Bankkonten der Reisbäuerinnen überwies.