Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03591.jsonl.gz/2345

Bereits im 9. Jahrhundert ist die Herstellung von Glockenspielen durch abendländische Mönche nachweisbar. Es waren ursprünglich halbkugelige oder auch birnenförmige Glöckchen aus einer Kupfer-Zinn Legierung, die mit kleinen Hämmerchen angeschlagen wurden. Im 14. Jahrhundert teilte sich das Glockenspiel in zwei Arten: die grössere Form wurde auf Kirch- und Rathaustürme untergebracht, die kleinere fand Eingang in die Hausmusik und wurde bereits Anfang des 17. Jahrhunderts, mit einer Klaviatur versehen, zu einem beliebten Instrument bei Hofe, und in dieser Form schon bald in das Orchester aufgenommen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die unhandlichen und auch kostspieligen Glöckchen durch Stahlstäbe bzw. -platten ersetzt. Dieses Klaviaturglockenspiel war nötig, um die Akkordsätze realisieren zu können. Zur gleichen Zeit aber wurde auch ein entsprechendes, manuell mit Schlägeln zu spielendes Stahlplattenspiel entwickelt, das wegen seiner klanglichen und dynamischen Vorteile schon bald von den Komponisten bevorzugt wurde.
Quelle: Handbuch der Musikinstrumentenkunde von Erich Valentin