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Es ist ein aussergewöhnliches Projekt, das in den nächsten Jahren auf den Freiburger Bahnhof zukommt. Mit 17 000 m2 Fläche, auf der Fussgänger Vorrang haben, stehen beim Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes und seiner Umgebung Begegnungen und die sanfte Mobilität im Mittelpunkt. Der erste Perimeter umfasst die Kreuzung Pérolles-Arsenaux, den Bahnhofsvorplatz, die Avenue de la Gare sowie den Pavillon des Salon-vert. Das Projekt wird am 29. April 2022 öffentlich aufgelegt.
Ursprünglich war das Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes Gegenstand eines Architekturwettbewerbs, der im Oktober 2015 ausgeschrieben wurde. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens wurde der Gewinner, das Zürcher Landschaftsarchitekturbüro Hager Partner AG, mit der Entwicklung des Projekts beauftragt. Von da an erarbeiteten die Stadt Freiburg und ein Team von Auftragnehmern (Landschaftsarchitekten der Hager Partner AG begleitet von Bauingenieuren von Buchs & Plumey, Architekten von Boegli Kramp, Mobilitätsingenieuren von Emch+Berger und Lichtplanern von Radiance 35) das Projekt.
Die Neugestaltung des Bahnhofsektors umfasst ein grosses Gebiet: 22 000 m2 von der Kreuzung Pérolles-Arsenaux bis zum Platz Jean-Tinguely. Der Bereich wird von verschiedenen Elementen wie z. B. dem Bahnhofvordach, dem Kiosk oder auch überflüssigem Mobiliar befreit, welche die Lesbarkeit des Raums beeinträchtigen. Das geplante Ergebnis: ein beruhigtes Zentrum mit grosszügigen Flächen, die über eine autofreie, baumgesäumte Allee bis zum Theater Equilibre führen. Das seit 2016 entwickelte Projekt ist in drei Perimeter aufgeteilt: Der erste (Kreuzung Pérolles-Arsenaux, Vorplatz, Avenue de la Gare und Pavillon), wird am Freitag, 29. April 2022, öffentlich aufgelegt.
Der zukünftige Bahnhofsplatz in Zahlen
Beim Verlassen des Bahnhofs Freiburg betreten Sie einen weitläufigen, luftigen Platz. Sie lassen sich im Schatten des Blätterdaches des Salon-vert nieder oder flanieren auf den breiten, mit neuen Bäumen bepflanzten und mit Bänken ausgestatteten Trottoirs der Avenue de la Gare in Richtung Equilibre: So wird der Bahnhofssektor in Zukunft aussehen. 75 Prozent der Gesamtfläche mit Vorrang für Fussgänger, Schliessung für den Individualverkehr, Bevorzugung der gesunden, sanften Mobilität – das ist eine echte Transformation. Im Kampf gegen die Hitze können sich die Bewohnerinnen und Bewohner auf schattige Alleen und durchlässige Kiesflächen verlassen. Insgesamt werden 28 Bäume Platz für 56 neu gepflanzte Bäume machen, deren Wachstum an die städtische Umgebung angepasst ist. Die Bushaltestellen werden neu angeordnet, das Vordach und seine Ädikula entfernt. Mit 1500 neu geschaffenen Veloparkplätzen und fünf Parkhäusern, die weniger als 300 Meter zu Fuss vom Bahnhof entfernt sind, wird das Eingangstor zu Freiburg völlig neu gestaltet. Mit dieser Aufwertung werden der Bahnhof und seine Umgebung den Freiburgerinnen und Freiburgern zurückgegeben, damit sie sich diesen strategisch wichtigen öffentlichen Raum wieder aneignen können.
Perimeter 1
Der Perimeter 1 betrifft die Kreuzung Pérolles-Arsenaux, den Bahnhofplatz und die Avenue de la Gare. Er wird am Freitag, 29. April 2022 zusammen mit dem Pavillon im zukünftigen Salon-vert (auf dem derzeitigen Kurzzeitparkplatz) öffentlich ausgelegt. Der Pavillon aus Beton und Metall wird den Kiosk und den Blumenladen beherbergen, die derzeit auf dem Bahnhofsplatz untergebracht sind. Im Untergeschoss sind ein Brunnen-Technikraum und zwei Lagerflächen vorgesehen. Durch die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und den Bau des Pavillons müssen 13 der 37 bisherigen Parkplätze aufgehoben werden. Es werden grosszügige Überdachungen gebaut, grosswüchsige Bäume gepflanzt und die Busperrons an die Bestimmungen des BehiG angepasst.
Als zentrales Element des Projekts wird sich der Jo-Siffert-Brunnen durch ein Stufensystem in das Gefälle des Platzes einfügen. Nur Busse, Taxis und Lieferfahrzeuge werden die Avenue de la Gare befahren können, was die Einrichtung von breiten Trottoirs, Sitzgelegenheiten und Velobügel sowie die Pflanzung von grosswüchsigen Linden ermöglicht. Die betroffenen Abschnitte der Route des Arsenaux und des Boulevard de Pérolles werden von der gleichen Art der Gestaltung profitieren.
Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes wird von der Stadt finanziert. Eine Kofinanzierung wird im Rahmen der Agglomerationsprogramme erhofft, zu denen das vorgestellte Projekt gehört. Die Entwicklung des Projekts erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Agglomeration Freiburg, den TPF, der SBB sowie Vereinigungen von Personen mit eingeschränkter Mobilität. Am Mittwoch, 6. April 2022, findet ein öffentlicher Informationsabend zum Projekt mit Runden Tischen zu verschiedenen Themen im Festsaal St. Leonhard statt.
Bild: Der künftige Bahnhofplatz (C) Stratus