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Persönlichkeiten in Zusammenhang mit dem Dialog
Federico Cesi (1585–1630)
Federico Cesi war ein Fürst aus vornehmer römischer Familie. Er gründete zusammen mit Francesco Stelluti, Anastasio de Filiis und Johannes Eck im Jahr 1603 die Accademia dei Lincei, die ab 1610 akademische Studiengänge unterstützte und für die Veröffentlichung daraus resultierender Werke aufkam. Galilei war seit 1611 Mitglied der Akademie und veröffentlichte dort sowohl seine Lettere solari (1613) als auch den Saggiatore (1623). Eigentlich hätten auch die Kosten für den Druck des Dialogs von Fürst Cesi übernommen werden sollen, aber dieser verstarb unerwartet am 1. August 1630.
Giovanni Ciampoli (1589–1643)
Geboren in Florenz, kannte Giovanni Ciampoli Galilei seit frühester Jugend und war diesem immer ein enger und treuer Freund. Nachdem Ciampoli in den Dienst der Kirche eingetreten war, ernannte ihn Papst Gregor XV. zum Sekretär, verantwortlich für die Herausgabe päpstlicher Anweisungen in lateinischer Sprache ("segretario dei brevi"). Er wurde von Fürst Cesi in die Accademia dei Lincei aufgenommen, genoss auch das Vertrauen von Papst Urban VIII. und hatte sicher Einfluss auf die Erteilung des Imprimatur für den Dialog.
Im Jahr 1632 fiel er in Ungnade, weil er verdächtigt wurde, die von Kardinal Borgia angeführte spanische Fraktion unterstützt zu haben. Zusätzlich mag ihm auch sein Wohlwollen gegenüber dem Dialog geschadet haben. Am 24. November desselben Jahres wurde Giovanni Ciampoli aus Rom verbannt. Dies bedeutete für Galilei den Verlust seines wichtigsten Fürsprechers am päpstlichen Hof.
Virginia Galilei, Schwester Maria Celeste (1600–1634)
Virginia war das älteste der drei Kinder von Galilei und Marina Gamba aus Padua, mit der Galilei lange Jahre unverheiratet zusammenlebte. Galilei brachte Virginia mit 13 Jahren zusammen mit der ein Jahr jüngeren Tochter Livia im Clarissenkloster in Arcetri nahe bei Florenz unter, während er den Sohn später legitimierte und finanziell unterstützte. Mit 16 Jahren wurde Virginia Nonne unter dem Namen Schwester Maria Celeste.
124 erhaltene Briefe aus den Jahren 1623–1633 von Virginia an ihren Vater belegen eine enge Verbindung zwischen beiden. Aus ihnen geht hervor, dass Galilei dem armen Kloster gelegentlich materiell und finanziell beistand, anderseits Virginia ihn mit Arzneien aus der Klosterapotheke versorgte und sich um häusliche, familiäre sowie finanzielle Angelegenheiten Galileis kümmerte während des Prozesses gegen den Dialog.
Ferdinando II de' Medici (1610–1670)
Grossherzog der Toskana. Ihm, dem damals kaum Zwanzigjährigen, widmete Galilei seinen Dialog. Der Vater des Grossherzogs hatte Galileo 1610 zum "ersten Mathematiker und Philosophen" an seinem Hof ernannt. Der wissenschaftlich interessierte Ferdinando II bestätigte bei seinem Regierungsantritt Galileis Stellung und erteilte die Erlaubnis zum Druck des Dialogs in Florenz. Möglicherweise verdankte Galilei dem Einfluss seines Schirmherrn auch den glimpflichen Verlauf und das milde Urteil im Prozess gegen den Dialog.
Niccolò Riccardi (1585–1639)
Niccolò Riccardi wurde als junger Mann nach Spanien gesandt und trat dort dem Dominikanerorden bei. Als König Philipp II. ihn predigen hörte, nannte er ihn "Monstrum" – es ist nicht klar, ob wegen seiner enormen Fettleibigkeit oder seiner Beredsamkeit – jedenfalls blieb ihm dieser Name ("Padre Mostro") lebenslänglich.
Riccardi anerkannte und lobte Galileis Saggiatore und erteilte nach langem Hin und Her auch endlich für den Dialog das Gut zum Druck, verlangte allerdings, dass dem Text noch die Einführung 'An den geneigten Leser' beigefügt werde.