Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03127.jsonl.gz/1293

Dezember 1914, irgendwo im deutsch-französischen Grenzgebiet: Französische, schottische und deutsche Soldaten liegen in ihren Schützengräben, nur wenige Meter voneinander entfernt. Nichts geht mehr, weder die eine noch die andere Partei kann vorrücken und Land gewinnen - totale Blockade. Der Stellungskrieg und das kaltnasse Wetter haben die Soldaten zermürbt und ausgelaugt. Von der Euphorie der jungen Männer bei Kriegsausbruch ist nichts geblieben.
In dieser grauen Tristesse bereitet man sich auf Weihnachten vor, versucht, in seinen Gräben ein bisschen Gemütlichkeit zu schaffen, um für einen Abend Krieg und Kälte vergessen zu können. Im deutschen Territorium werden fertig geschmückte Tannenbäume angeliefert und aufgestellt. Die Schotten nehmen ihre Dudelsäcke hervor und stimmen, angeführt von Priester Palmer (Gary Lewis), ein sehnsüchtiges Lied an: "I'm dreaming of home" - Ich träume von zu Hause. Zuerst leise, dann immer kräftiger.
Während man in den benachbarten Gräben der Musik der Schotten lauscht, erhält die deutsche Kompanie Besuch: Soldat Nikolaus Sprink (Benno Fürmann), in seinem zivilen Leben Startenor, kommt mit seiner Freundin, der dänischen Opernsängerin Anna Sörensen (Diane Krüger), frühzeitig aus dem Kurzurlaub zurück, um für seine Kameraden zu singen. So schallt den Schotten schliesslich als Antwort auf ihre Darbietung ein "Stille Nacht" aus dem deutschen Graben entgegen. Die Dudelsäcke stimmen in den Gesang mit ein, es wird applaudiert und nach und nach schauen die Soldaten aus ihren Gräben heraus, nehmen scheu ersten Kontakt auf.
Die zuständigen Offiziere, Audebert (Guillaume Canet), Gordon (Alex Ferns) und Horstmayer (Daniel Brühl), arrangieren schliesslich einen Waffenstillstand für den Weihnachtstag. Die kriegsmüden Soldaten sind darüber noch so froh und bald findet eine vorsichtige Annäherung zwischen den verfeindeten Lagern statt. Die gemeinsame Messe, das Austauschen von Geschenken und das Singen von Liedern führen dazu, dass der Waffenstillstand am nächsten Tag verlängert wird.
Zwischen den Soldaten entsteht ein kleiner Friede auf Zeit. Nur zu gerne würde man den Krieg ganz und für immer vergessen... [rs/OutNow]