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Zwischenwassernbrücke
In der Talsohle beim Dorf Entlebuch fliesst die Entlen in die Kleine Emme, «über die das so geheissene Stege eine Art langer, schmaler, zitternder Brückelchen gehen, die im Lande auch sonst sehr gewöhnlich sind», wie Pfarrer Schnider 1782 berichtete. Mit dem Bau der Obflüebrücke über die Kleine Emme 1854 bis 1856 durch die Gemeinde Hasle war das Strassennetz so weit ergänzt, dass nur noch eine befahrbare Brücke über die Entlen als Anschluss nach Entlebuch fehlte. Diese Brücke erstellte Josef Kneubühler 1888, wie die Inschriften der Dachkonstruktion und die Akten belegen.
Das Tragsystem der Zwischenwassernbrücke ist eine Holzfachwerkkonstruktion nach dem aus den USA eingeführten Howeschen-System. Die Träger unterteilen sich in acht volle Joche und je ein halbes Eingangsjoch, welches eine andere statische Funktion zu übernehmen hat. In den Details der Knotenausbildung zeigen die europäischen Exemplare einen interessanten Unterschied im Vergleich zum Orginalsystem. Hölzerne Verbindungsstücke wurden stählernen vorgezogen, was auf die grosse Holzbautradition hierzulande zurückzuführen ist. Die Zugkraft der Eisenstangen und der Druck der abwechselnd einzeln oder paarweise angeordneten Diagonalstreben der Wand wird somit über einen Hartholzkeil geleitet. Im Widerspruch dazu stehen die Knoten der horizontalen Verstrebungen auf Pfettenhöhe, welche originalgetreu in Stahl ausgeführt sind.
Die alte Holzbrücke war aber seit längerer Zeit den Verkehrsanforderungen nicht mehr gewachsen. Die Gemeinde Entlebuch erstellte dann im Jahr 1993 parallel zur bestehenden Brücke eine Notbrücke. Die Holzbrücke musste der neuen Betonbrücke im Jahr 2003 definitiv weichen. Sie wurde im Auftrag der Anstössergemeinden von der Holzbaufirma Walter Küng restauriert und dient nun neben der Betonbrücke neu den Fussgängern und den Radfahrern.