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Schauen wir uns die «Palazzina» bezüglich seiner Integration im Quartier genauer an: Die parallel zueinander verlaufenden Via Lisbona und Viale di Villa Grazioli nehmen einen langen Quartierpark in ihre Mitte. Die Via Fratelli Ruspoli windet sich rechtwinklig dazu in eine Kurve. Das ist der Bauplatz der Palazzina, die schon im letzten Posting vorgekommen ist. Heute können wir nur staunen, mit welchem Talent in die Ecke «gefahren» wurde. Die geknickte Natursteinfassade folgt der «Ruspoli», die weissen Balkone richten sich auf den Park. Der Zusammenstoss in der Ecke ist dramatisiert und erhält in der Attikazone eine Aussentreppe mit Flugdach.
Ginge es um Sprache, würde man dem Werk die Auszeichnung «eloquent» verleihen. Den Architekten Luccichenti & Monaco ist hier ein ganz grosser Wurf gelungen. Das alles erinnert uns wieder einmal an Andrea Palladio (1508-80), der sagte, ein Gebäude müsse «ornamento alla città» sein. Dabei wird bewusst, dass wir vom Städtebau zum kleineren Massstab der Architektur gewechselt haben. Eine gute europäische Stadt hält beide Massstäbe nebeneinander hoch. Zürich widmet sich mit der «Auszeichnung für gute Bauten» der Architektur. Der grosse Massstab des Städtebaus hingegen scheint seit längerem eingeschlafen zu sein.