Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/137574

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Jahr 2013 eine Wirkungsanalyse veröffentlicht, welche den Mutterschaftsurlaub und die Mutterschaftsentschädigung, welche seit 2005 im Gesetz verankert ist, unter die Lupe genommen hat.</p><p>Die Analyse zeigt, dass die Mehrheit der Frauen, welche in den letzten Jahren ein Kind bekommen haben, einen längeren Mutterschaftsurlaub macht als die 14 Wochen, welche gesetzlich festgehalten sind. Die Befragung, welche in der ganzen Schweiz erhoben wurde, zeigt, dass 63 Prozent aller Mütter (zwischen 20 und 40 Jahren) eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs in Anspruch nehmen, dies sowohl teilweise bezahlt, aber oftmals auch unbezahlt.</p><p>Die Analyse zeigt jedoch nicht, wie sich die Männer verhalten, wenn sie Vater werden. Einige Väter nehmen auch unbezahlte Urlaube von mehreren Wochen, direkt nach der Geburt ihres Kindes. Andere bleiben nur zwei Tage zu Hause.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Hat er eine ähnliche Umfrage wie die obenerwähnte Wirkungsanalyse bei den Vätern durchgeführt?</p><p>a. Wenn ja, wie sehen die Ergebnisse aus? Wie viel "Vaterschaftsurlaub" beziehen die Männer nach den Geburten ihrer Kinder? Bezahlt oder unbezahlt?</p><p>b. Wenn nein, warum nicht? Wird der Bundesrat eine entsprechende Umfrage in Auftrag geben?</p><p>2. Hat er sonstige Kenntnisse oder Einschätzungen über das Verhalten der Männer, wenn sie Vater werden, bezüglich Vaterschaftsurlaub? Wenn ja, welche?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 30. Oktober 2013 den Bericht "Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub. Auslegeordnung und Präsentation unterschiedlicher Modelle" in Erfüllung des Postulates Fetz 11.3492, "Freiwillige Elternzeit und Familienvorsorge", verabschiedet. Der Bericht beleuchtet unter anderem das geltende Recht in der Schweiz, d. h. die Regelungen zum Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub, die im öffentlichen und im privaten Sektor anwendbar sind, sowie die Erfahrungen, die in verschiedenen europäischen Ländern gemacht wurden.</p><p>1. Im Unterschied zum Vaterschaftsurlaub haben alle Arbeitnehmerinnen Anspruch auf mindestens 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Die Wirkungsanalyse zeigt, in welchem Umfang Mütter in der Schweiz darüber hinaus bezahlten oder unbezahlten Urlaub beziehen. Eine ähnliche Analyse für den Vaterschaftsurlaub würde vor allem die Vielfalt der Regelungen in diesem Bereich spiegeln und folglich keine allgemeingültigen Aussagen zu dessen Wirkung ermöglichen. Der Bundesrat erachtet es aus diesem Grund nicht als sinnvoll, eine Umfrage zum Vaterschaftsurlaub in Auftrag zu geben.</p><p>2. In der Schweiz existiert keine repräsentative Untersuchung zum Bezug des Vaterschaftsurlaubs. Aufgrund der Erfahrungen in anderen europäischen Ländern gilt allgemein: Umso höher das Einkommen während des Urlaubs vergütet wird, desto häufiger wird der Urlaub durch Väter in Anspruch genommen. Beim Elternurlaub wirken sich Urlaubsanteile, die ausschliesslich für Väter reserviert und nicht auf den anderen Elternteil übertragbar sind, generell ebenfalls förderlich auf die Rate der Inanspruchnahme durch die Väter aus.</p>  Antwort des Bundesrates.