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Eine der zahlreichen übermenschlichen Fähigkeiten die der Comic-Held «Superman» beherrscht, ist der sogenannte Röntgenblick. Er sorgt dafür, dass dem «Stählernen» auch verborgene kriminelle Machenschaften nicht entgehen. Auch die Polizei in New York verfügt über Möglichkeiten, durch Wände zu schauen – allerdings benötigt sie dafür im Gegensatz zu Superman technische Hilfsmittel.
Die Instrumente, die solche physikalische Transparenz schaffen können, sind selber verborgen: Es handelt sich um Röntgenstrahler, die in unscheinbaren weissen Kleintransportern des Modells Mercedes-Benz Sprinter versteckt sind. Sie ermöglichen es der zweiköpfigen Mannschaft, während der Fahrt verdächtige Objekte zu scannen und die gesammelten Daten sogleich im Lieferwagen auszuwerten.
Ursprünglich wurden die Transporter, die pro Stück zwischen 729'000 und 825'000 Dollar kosten, von den US-Truppen im Irak eingesetzt, wo sie dabei halfen, versteckte Waffendepots und Bombenlager zu finden. Mittlerweile nutzt sie auch die US-Zollbehörde, um Schmuggelware aufzuspüren.
Für welche Zwecke aber die New Yorker Polizei die Röntgenmobile benötigt, weiss niemand so genau. Die Bürgerrechtsorganisation New York Civil Liberties Union (NYCLU) hätte es gern in Erfahrung gebracht und verlangte Auskunft über den Einsatz der mobilen Röntgenapparate.
«Die Leute müssen darüber informiert werden, wenn militär-ähnliche Röntgen-Lieferwagen ihre Gesundheit mit Strahlung schädigen oder ihre Häuser oder Autos ausspionieren», sagte NYCLU-Präsidentin Donna Lieberman.
Die Nervosität, mit der Polizeichef William Bratton auf diese Anfrage reagierte, habe die New Yorker allerdings aufhorchen lassen, berichtet sueddeutsche.de in einer längeren Reportage. Bratton habe geschimpft, jeder, der behaupte, die Polizei verwende ihre Röntgenmobile nicht gesetzestreu, könne ja vor Gericht ziehen – und werde dann verlieren.
Die Strahlenbelastung durch die Geräte – die Herstellerfirma AS&E vergleicht sie in einem Werbe-Clip mit jener, der man während eines kurzen Fluges ausgesetzt sei – lässt sich nicht überprüfen, so lange die New Yorker Polizei sich nicht in die Karten schauen lässt.
Die Röntgen-Fahrzeuge sind nicht nur in den USA im Einsatz: AS&E erwähnt auf der Firmen-Website nicht ohne Stolz, man exportiere diese «ZBV» in 65 Länder. Möglicherweise werden die Röntgenmobile auch in Deutschland eingesetzt. Eine entsprechende Anfrage an das Bundeskriminalamt (BKA) wurde laut sueddeutsche.de verdächtig ausweichend beantwortet: «Die Beantwortung dieser Frage würde mehrere Tage dauern und wäre am Ende vielleicht nicht befriedigend», hiess es. Die Kantonspolizei Zürich teilte auf Anfrage mit, sie verfüge «über kein solches Fahrzeug».
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