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Starker und böiger Wind prägte die Finalrunde der VP Bank Ladies Open 2017 im GC Gams-Werdenberg. Keine der 52 Spielerinnen, die sich für die Schlussrunde qualifiziert hatten, absolvierten diese unter dem Platzstandard – einzig Linda Henriksson (Finnland) und Nina Pegova (Russland) gelangen Par-Runden. Diese beiden Spielerinnen mussten schliesslich in ein Play-Off um den Sieg. Die Finnin spielte das erste Extra-Loch, ein kurzes Par 5 (18), defensiv, hielt den Ball mit dem Drive auf dem Fairway und spielte den zweiten Schlag kurz aufs Grün. Ihre russische Kontrahentin nahm mehr Risiko, slicete den Ball mit dem zweiten Schlag in den rechten Grünbunker und liess in der Folge sowohl den Bunkerschlag wie auch den Putt deutlich zu kurz. Henriksson konnte mit dem zweiten Putt aus gut 3 Metern zum Birdie und damit zu ihrem ersten Sieg auf der LET Access Series einlochen.
Der erste Sieg auf einer Tour ist für jeden Sportler unvergesslich, doch die Art und Weise, wie Linda Henriksson ihren ersten Sieg auf der LET Access Series (LETAS) geholt hat, wird in die Geschichtsbücher der Tour eingehen. Bei extrem schwierigen Verhältnissen war die Finnin mit zwei Schlägen Rückstand auf die während zwei Tagen führende Meghan MacLaren (England) in die Schlussrunde gestartet und hatte ihren Score trotz böigem Wind beisammen halten können. Da MacLaren mit einem Triple-Bogey auf der 13 an Boden verlor, sah sich die Finnin nach einem Birdie am Schlussloch mit einer Par-Runde für den Tag und «vier unter» fürs Turnier als «leader in the clubhouse». Am Rand des 18. Grüns wartete sie auf die Rückkehr des letzten Flights und sah, wie MacLarens Birdie-Putt auslippte. Strahlend liess sich Henriksson von ihren Kolleginnen eine prikelnde Mineralwasser-Dusche verpassen und schrieb unzählige Autogramme für eine Gruppe junger Mädchen, die über die ASG-Aktion «Golf4Girls» zum Turnier gekommen waren. Auf dem Weg ins Clubhaus konnte Henriksson ihren Triumph noch nicht akzeptieren. «Es ist noch unwirklich. Richtig glauben kann ich es erst, wenn das Resultat offiziell ist», sagte sie, wohl mit einer kleinen Vorahnung im Unterbewusstsein. Tatsächlich, statt direkt zur Siegerehrung ging’s für die 27-Jährige zurück auf Abschlag 18. Warum? Beim Übermitteln der Scores war ein Fehler passiert, nicht nur Henriksson sondern auch die Russin Nina Pegova hatte am Finaltag eine Par-Runde gespielt und wies damit einen Gesamtscore von 212 Schlägen auf. Im Stechen aber behielt die Finnin die Nerven und sicherte sich mit einer defensiven Strategie ihren ersten Siegercheck auf der LETAS. «Ich war in diesem Play-Off extrem nervös, meine Knie haben gezittert und der letzte Putt dauerte eine gefühlte Stunde», erklärte eine sichtlich erleichterte Premierensiegerin auf dem Weg zur Preisverteilung.
Der Sieg bringt Henriksson nicht nur 6400 Euro Preisgeld aufs Konto, sondern erleichtert ihre Saisonplanung massgeblich: «Nach einer schlechten Saison 2016 sah es bis jetzt danach aus, dass ich heuer öfters auf Wild Cards würde hoffen müssen, um überhaupt ins Turnier zu kommen. Als Saisonsiegerin 2017 bin ich jetzt für die LETAS-Events gesetzt.»
Erleichterung machte sich am Finaltag auch bei zwei Schweizer Proetten breit. Caroline Rominger bestätigte bei der VP Bank Ladies Open ihre gute Form und gewann zusätzlich Sicherheit und Selbstvertrauen. Bei schwierigen Verhältnissen spielte sie am Samstag eine 74er-Runde und schob sich als beste Schweizerin auf den elften Schlussrang vor. «Ich bin zufrieden mit meinem Spiel, das sehr konstant und gut ist. Vor allem in den Runden zwei und drei schlug ich auch den Driver sehr sicher und gerade», sagte die Bündnerin. In der zweiten Runde war sie von ihrem Coach Bruno Griss am Fairwayrand begleitet worden und hatte im Anschluss mit ihm an einzelnen Schlägen gefeilt.
Zufrieden und glücklich war am Samstag auch Turnierbotschafterin Melanie Mätzler, die sich nach einer 76er-Runde zum Auftakt deutlich gesteigert und auf Platz 14 vorgekämpft hat. «Durch meinen Trainingsrückstand ist mein Spiel im Moment nicht so, dass ich weiss, woran es liegt, wenn es nicht läuft. Das war am Donnerstag der Fall, da sind die Putts nicht reingegangen. Zum Glück war mein Coach Andrea Mantoan da, hat mich auf der Runde beobachtet und im Anschluss mit mir gearbeitet», erklärte Mätzler. In Runde zwei war ihr Spiel dann deutlich stabiler, in der Schlussrunde war sie mental so gut drauf, dass sie die extrem schwierigen Windbedingungen mit Humor nehmen konnte: «Die Bälle haben auf den Greens gezittert, so hat’s geblasen. Problematisch war es, wenn der Wind plötzlich inne hielt – mein dritter Schlag an Loch vier geriet in so einem Moment 20 Meter zu lang.»
Bei den Schweizer Amateurinnen, die sich am Vortag noch mit tollen Ergebnissen hervorgetan hatten, schienen am Abschlusstag aber auch die Nerven zu flattern: Elena Moosmann schrieb nach 75 und 69 eine 79 (Rang 22), Chiara Tamburlini nach 75 und 70 eine 80 (Rang 37) und Victoria Monod nach zweimal 73 ebenfalls eine 80 (Rang 42).
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