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5.1 Organprotektive Effekte von Hexafluoroisopropanol (HFIP) im Myokardinfarkt Modell
Schwerwiegende Erkrankungen der Koronargefässe und daraus resultierende Herzinfarkte sind in den industrialisierten Ländern zu einer der häufigsten Todesursachen geworden und belasten das Gesundheitssystem zunehmend. Um beim akuten Koronarsyndrom die erneute Durchblutung – also die Reperfusion von Myokard zu gewährleisten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies therapeutisch zu erreichen. Mit der Reperfusion des betroffenen Areals kommt es in diesem Zusammenhang jedoch immer zu einem Entzündungsprozess mit myokardialem Schaden.
In den letzten Jahren konnten verschiedene Studien zeigen, dass der Gebrauch von volatilen Anästhetika protektive Effekte aufweist, insbesondere bei grossen Eingriffen in der Herzchirurgie. Im Rahmen dieser Studie beschäftigen wir uns mit dem myokardialen Ischämie-Reperfusions-Schaden und den möglichen kardioprotektiven Eigenschaften von Hexafluoroisopropanol (HFIP), einem Metaboliten von Sevofluran. Im in vivo Modell induzieren wir eine Stenose einer Koronararterie, welche nach einer definierten Zeit wieder reperfundiert wird. Ziel ist es zu evaluieren, ob es durch die Gabe von HFIP zu einem geringeren Gewebeschaden kommt.
5.2 Organprotektive Effekte von Hexafluoroisopropanol (HFIP) in der Sepsis
Unitectra, Technologie Transfer, Universität Zürich
Seit einigen Jahren beschäftigen wir uns damit zu evaluieren, ob nicht nur volatile Anästhetika protektiv sind, deren Anwendung ausschliesslich auf ein entsprechendes Umfeld wie Operationseinheit oder Intensivstation beschränkt ist, oder ob deren wasserlösliche Metaboliten wie Hexafluoroisopropanol (HFIP) ohne anästhetischen Effekt gleichsam wirksam sind. Die Anwendung von HFIP hätte somit den Vorteil, dass die anästhetische Wirkung wegfällt und zudem die Substanz intravenös appliziert würde.
In mehreren Arbeiten konnten wir zeigen, dass HFIP schwere systemische Entzündungszustände positiv beeinflusst. Im akuten sowie chronischen Sepsis Modell beispielsweise wurden Entzündungsprozesse – systemisch und in den einzelnen Organen - über HFIP gedämmt. Zudem steigert HFIP die Überlebensrate im in vivo Sepsis Modell von 20% auf 80%. In weiteren Versuchen wird nun evaluiert, welche Bedingungen für den Einsatz von HFIP beim Sepsis Patienten und Patientinnen erfüllt sein müssten, bzw wie eine erste Phase I Studie gestaltet werden könnte.
Publikationen:
Urner M, Schläpfer M, Herrmann IK, Hasler M, Schimmer RR, Booy C, Roth Z'graggen B, Rehrauer H, Aigner F, Minshall RD, Stark WJ, Beck-Schimmer B
Insight into the beneficial immunomodulatory mechanism of the sevoflurane metabolite hexafluoro-2-propanol in a rat model of endotoxaemia
Clin Exp Immunol, 2015; 181(3):468-79c
Herrmann IK, Castellon M, Schwartz DE, Hasler M, Urner M, Hu G, Minshall RD, Beck-Schimmer B
Intravenous application of a primary sevoflurane metabolite improves outcome in murine septic peritonitis: first results
PLoS One, 2013; 8(8):e72057