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|Abt Heinrich von Ramstein (1301-1318)

Abt Heinrich von Ramstein
Heinrich von Ramstein, 1301-1318. Heinrich von Ramstein soll vor 1230 geboren worden sein, die Verwandtschaft mit seinem Amtsvorgänger Rumo von Ramstein (1274-1281) und mit dem Abt von Reichenau, Albrecht von Ramstein, ist nicht festzustellen, er wird einer der vier Heinriche sein, die sich 1270 unter den St. Galler Konventualen befanden. Mit vollem Namen wird er 1 275 genannt als einer der vier zu Abt Rumo haltenden Mönche. Seit 1278 erscheint er als Pförtner. 1287 ist er einer der drei Mönche, die bei König Rudolf gegen Abt Wilhelm klagten. Er wurde am 11. 10.1301 in einer zwiespältigen Abtwahl gewählt, doch nach längerem Zwist konnte er seinen Gegner, den Kämmerer Ulrich von Trauchburg, mit Einkünften abfinden. Heinrich gewann den Bischof von Konstanz für sich, dem er dafür allerdings Wurmlingen übergeben mußte; in St. Georg in Stein am Rhein wurde er geweiht. Abt Heinrich bemühte sich, die ererbten Schulden zu tilgen, einerseits durch Veräußerung von Klostergut und anderseits durch rigorose Steuererhebungen, was ihn bei den Gotteshausleuten derart verhaßt machte, daß er auf Drängen der Konventualen seinen Bruder Diethelm auf drei Jahre zum Pfleger der Abtei ernannte. Am 7.1 2.1301 verlieh ihm König Albrecht in Heilbronn die Regalien, verweigerte ihm aber die neuerliche Verpfändung der Reichsvogtei, nicht zuletzt, weil sich die Bürger von St. Gallen dem widersetzten. Die im Vergleich vom 16.10.1301 zwischen den Herzögen von Österreich und der Abtei ausgehandelten Vereinbarungen über den Abbruch von Schwarzenbach und den Wiederaufbau von Wil harrten jahrelang der Verwirklichung. Dazu kam, daß König Albrecht die Vogtei über Wil beanspruchte. Diese Streitfragen wurden zu dessen Lebzeiten nicht erledigt. Doch auch König Heinrich VII. zeigte sich Abt Heinrichs Wünschen wenig geneigt, er erhielt am 17.4.1309 vorerst die Bestätigung der älteren Freiheiten. Schließlich erreichte er am 1.5.1310 die Rückgabe der Vogtei über Wil und am 22.4.1311, daß die Rückzahlung der Pfandsumme von 1300 Mark, die mit Adolf von Nassau vereinbart worden war, geregelt wurde. Am 23.10.1 314 wurden die Stadt und das Kloster von einem verheerenden Brand heimgesucht, worauf Abt Heinrich Propst Heinrich von Lupfen und den Stadtbürger Konrad Kuchimeister mit dem Wiederaufbau des Klosters beauftragte. Um die Mitte des Jahres 1 316 erkrankte er in einem Alter von 90 Jahren, er starb am 22.7.1318.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)