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Zwischen 25 und 30 Prozent der Kinder kommen in der Schweiz per Kaiserschnitt zur Welt. Unterschieden werden zwei Arten:
- Der primäre Kaiserschnitt – auch geplanter Kaiserschnitt genannt – wird im Voraus mit der Patientin festgelegt. Er ist angezeigt, wenn von vornherein bekannte medizinische Gründe die Fortführung der Schwangerschaft und eine vaginale Geburt zu gefährlich erscheinen lassen oder die Schwangere aus persönlichen, nicht-medizinischen Gründen einen Kaiserschnitt wünscht (sog. Wunsch-Sectio). Noch bevor die Fruchtblase platzt und die Wehen einsetzen, wird die Schnittentbindung vom Arzt durchgeführt. Der optimale Termin für einen geplanten Kaiserschnitt ist nach Beendigung der 38. Schwangerschaftswoche, falls es dem Kind so lange gut geht.
- Der sekundäre Kaiserschnitt wird bei Komplikationen während der Entbindung durchgeführt. Erst wenn während der Wehen oder in der Austreibungsphase das Baby weder mit Saugglocke noch mit Zange geholt werden kann, wird dieser Schritt eingeleitet. Diese Schnittentbindung entspricht einer Notoperation, die in einer Situation veranlasst wird, in der die Gesundheit der Mutter oder des Kindes gefährdet ist.
Der Kaiserschnitt als Alternative
Längst ist die Gefahr, bei einem Kaiserschnitt zu sterben, nicht mehr so hoch wie noch vor 100 Jahren. Dennoch sollte das Risiko nicht unterschätzt werden. Es sterben immer noch dreimal so viele Frauen bei einem Notfall-Kaiserschnitt wie bei einer vaginalen Entbindung. Die Schnittentbindung bleibt ein grösserer operativer Eingriff, der entweder unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie durchgeführt wird. Während der bis zu 60-minütigen Operation können möglicherweise Komplikationen auftreten. Ausserdem kommt es gerade bei Frauen, die einen Notfallkaiserschnitt erleben, häufig zur Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit.
Befürworter des Wunsch-Kaiserschnitts dagegen argumentieren, dass das Risiko für die werdende Mutter und das Baby nach einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf nicht grösser ist als bei einer vaginalen Entbindung. Mehrere grössere Studien würden das belegen.
Der geplante Kaiserschnitt – die ungefährlichere Entbindung fürs Kind?
Ein Wunsch-Kaiserschnitt, auch «elektive Sectio» genannt, stellt nicht unbedingt ein höheres Risiko für das Kind da. Zieht man Statistiken zurate, sind die Gefahren sogar geringer als bei einer natürlichen Geburt. Einige Geburtshelfer kommen deshalb zu dem Schluss: Der Kaiserschnitt ist für die Mutter die gefährlichste Geburtsmethode, aber für das Kind die sicherste.
Allerdings bekommen Kaiserschnittbabys häufig Atemwegsprobleme nach der Entbindung – eine milde Form des Atemnotsyndroms. Die Atemwege der Neugeborenen werden aus diesem Grund nach der Geburt sorgfältig abgesaugt. Die späte Abnabelung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Damit Mutter und Kind gesundheitlich so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, achten die Anästhesisten (Narkoseärzte) darauf, dass ausreichend Betäubungsmittel gegeben werden, aber das Neugeborene nicht beeinträchtigt wird.
Die Rückbildung nach dem Kaiserschnitt
Vier bis sieben Tage muss jede Frau nach einem Kaiserschnitt im Krankenhaus bleiben – je nachdem, wie fit sie sich fühlt. Die Fäden des Schnitts werden in der Regel am selben Tag mit dem Verlassen der Klinik gezogen. Im Gegensatz zu früher wird heute nur noch ein verhältnismässig kleiner, horizontaler Schnitt in der Bikinizone durchgeführt. Die später kaum noch sichtbare Operationsnarbe wird auch beim Tragen eines Bikinis für andere nicht mehr sichtbar sein. In den ersten Tagen daheim kann es noch bei jeder Bewegung oder beim Aufstehen zu Schmerzen kommen, da die Region sehr empfindlich ist. Der Wochenfluss tritt genauso auf, ist aber geringer und kürzer.
Für alle Frauen, die aus medizinischen Gründen einen Kaiserschnitt hatten, bedeutet das nicht, dass sich die Situation wiederholen muss. Eine weitere Entbindung kann durchaus als normale vaginale Geburt stattfinden.