Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03559.jsonl.gz/2196

Der Sommer 2020 gehört mit 1 °C über der Norm 1981−2010 zu den zehn wärmsten Sommern in der über 155-jährigen Messreihe. Nach einem Sommerbeginn mit durchschnittlicher Temperatur entwickelte sich die grösste Hitze in der ersten Augusthälfte. Durchschnittliche oder überdurchschnittliche Regenmengen erhielten vor allem der zentrale und östliche Alpennordhang sowie Teile des Wallis. Die meisten Gebiete der Schweiz registrierten eine überdurchschnittliche sommerliche Sonnenscheindauer.
Für den Sommer 2020 ist im landesweiten Mittel eine Temperatur zwischen 14 und 14,5 °C zu erwarten. Das liegt rund 1 °C über der Norm 1981‒2010. Obwohl der Sommer 2020 damit nicht zu den extrem heissen zählt, setzt er die Serie der sehr warmen Sommer der letzten drei Jahrzehnte fort. Vor der kräftigen Sommererwärmung ab den 1990-er Jahren gab es nur sehr selten Schweizer Sommer mit über 14 °C im landesweiten Mittel.
Vom Durchschnitt zur Hitze
Der Juni 2020 erreichte ein landesweites Mittel von 11,8 °C und lag damit genau bei der Norm 1981−2010. Von Genf über das Wallis bis zur Alpensüdseite wurden im Juni an den MeteoSchweiz-Messstandorten 1 bis 3 Hitzetage aufgezeichnet, was etwa der Norm 1981−2010 entspricht. In der übrigen Schweiz registrierte im Juni einzig Fribourg einen Hitzetag.
Im Juli blieb die Sommerwärme bei anhaltend wechselhafter Witterung vorerst mässig. Hitzetage gab es bis gegen Monatsende nur wenige. Eine längere Periode mit ausgeprägter Sommerhitze stellte sich erst in den letzten Julitagen ein, und auf der Alpensüdseite begann am 28. Juli die erste Hitzewelle des Sommers. Sie dauerte bis am 2. August. Im landesweiten Mittel erreichte der Juli 15,4 °C. Er lag damit 1,2 °C über der Norm 1981−2010.
Hitzewelle im August
Der August startete mit einem sehr heissen Bundesfeiertag. Die Tageshöchstwerte stiegen im Norden über 34 °C, im Süden blieben sie knapp unter 34 °C. Heiss blieb es im Süden auch am 2. August. Anschliessend folgten beidseits der Alpen einige ausgesprochen kühle Tage.
Auf der Alpensüdseite setzte ab dem 6. August die zweite, auf der Alpennordseite ab dem 7. August die erste längere Hitzewelle ein. Die Periode mit täglichen Höchstwerten von 30 °C und mehr dauerte je nach Region sechs bis sieben Tage.
Zwei weitere landesweite Hitzetage folgten am 20. und 21. August. Auf der Alpensüdseite hielt sich die Hitze bis am 23. August.
Mit einem landesweiten Mittel von 15,5 °C oder 1,7 °C über der Norm 1981−2010 ist einer der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn 1864 zu erwarten. Massiv wärmer mit knapp 18 °C zeigte sich nur der Rekordaugust 2003.
Nasser Juni, trockener Juli
Die sommerlichen Niederschlagssummen blieben verbreitet unter der Norm 1981‒2010. Durchschnittliche oder überdurchschnittliche Regenmengen erhielten insbesondere der zentrale und östliche Alpennordhang sowie Teile des Wallis.
Der Juni brachte verbreitet überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Im Juli blieben die Regenmengen hingegen in den meisten Gebieten deutlich unter der Norm 1981−2010.
Für den August sind vielerorts Niederschlagsmengen im Bereich der Norm oder etwas darüber zu erwarten. Gebietsweise werden die Werte auch deutlich über der Norm liegen, wie in der Region Schaffhausen oder am zentralen Alpennordhang. Auf der Alpensüdseite und im Wallis hingegen könnten die Augustsummen regional deutlich unterdurchschnittlich ausfallen (Stand 23.08.2020).
Trüber Juni, recht sonniger Juli und August
Der Sommer 2020 bescherte den meisten Gebieten der Schweiz eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer. Nördlich der Alpen und im Jura sind Werte zwischen 110 und 120 % der Norm 1981‒2010 zu erwarten. Für die Alpensüdseite ergeben die Berechnungen eine Sonnenscheindauer zwischen 105 und 110 % der Norm (Stand 23.08.2020).
Im Juni blieb die Sonnenscheindauer verbreitet unterdurchschnittlich. Der Juli lieferte ausgiebig Sonnenschein mit meist über 115 % der Norm 1981‒2010. Ähnlich sonnig verlief vielerorts der August mit 110 bis 120 % der Norm.