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Ich weiss gar nicht mehr, durch wen ich Franz Hohlers und Jürg Schubigers Hin- und Hergeschichten kennengelernt habe. Aber die spielerische Art, sich selbst und sein Gegenüber zum Schreiben zu animieren, ist mir im Gedächtnis geblieben. Susanne Karrer und ich haben allerdings die Regeln erweitert. Sie zeichnet, ich schreibe:
Rachel holte die Tupperdose aus dem Schrank und füllte den Rest Lauchgemüse darin ab. Sie wusch die Pfanne ab, trocknete sie sorgfältig und verräumte sie. Der Lauch wanderte in den Kühlschrank. Rachel sah sich in der Küche um. Wie viele Jahre hatte sie hier verbracht. Früchte eingemacht, Gemüse geschnitten, die Landarbeiter bekocht. Sie hatten viel gelacht. Geweint hatte sie nur, wenn sie allein war. Doch nun war der Hof verkauft worden. Rachel mochte den neuen Besitzer nicht. Aber als der Mann am Bankschalter sie vergangenen Monat, als sie ihren Lohn einzahlte, fragte ob sie nicht einen Teil ihres Geldes anlegen wollte, warf sie diesmal mehr als einen Blick auf ihren Kontostand. Das Geld würde reichen, stellte sie verblüfft fest. Das Geld würde reichen für die Reise nach Rom. Rachel hatte viele Jahre vom Kolosseum, der Spanischen Treppe und dem Trevi Brunnen geträumt. Heute begann die Reise. Rachel hatte ihre Koffer gepackt, die wenigen Habseligkeiten aus ihrem Zimmer hatte sie verkauft. In ein paar Minuten würde das Taxi vor der Tür stehen, dass sie zum Flughafen brachte. Rachel war noch nie geflogen - doch sie verspürte keine Angst. Noch einmal betrachtete sie ihre Küche, die Landarbeiter waren schon wieder draussen. Rachel griff nach ihrer Handtasche, löschte das Licht und schloss die Tür.