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Im Lehrgespräch wird zwischen Lehrenden und Lernenden (Kommunikationspartner) ein Problem erörtert, ein Problem gelöst, ein Sachverhalt geklärt. Die Lehrperson gibt den Gesprächsgegenstand vor und lenkt das Gespräch. Die Schülerinnen und Schüler leisten aufgrund ihrer Vorkenntnisse Beiträge, die von der Lehrperson aufgenommen und für den weiteren Verlauf verwendet werden (oder nicht verwendet werden). In der Regel steuert die Lehrperson durch Sachinformation das Gespräch so, dass das Gesprächsziel in der vorgegebenen Zeit erreicht wird.
Es besteht die grosse Gefahr, dass das Gespräch in ein Frage-Antwort-Verfahren (Pingpong-Effekt) übergeht. In Verbindung mit dem Aufstrecken der Lernenden entsteht so die klassische, ermüdend monotone Form des Frontalunterrichts.
Ein Lehrgespräch führen ist Teil der methodischen Grundkompetenz von Lehrpersonen und wird im Unterricht immer seinen Platz haben. Problematisch wird es dann, wenn das Lehrgespräch zur überwiegenden Methode wird. Es kann oft durch andere Gesprächsformen oder durch Eigentätigkeit der Lernenden ersetzt werden.
Ein Lehrgespräch ist dann sinnvoll, wenn
- nach dem Einstieg durch die Lehrperson der Gesprächsgegenstand allen bekannt ist
- die Lernenden durch Vorwissen in der Lage sind, sinnvolle Beiträge zu leisten oder
- die Meinungen der Lernenden auch wirklich gefragt sind und auf ihre Beiträge eingegangen wird
- innert nützlicher Frist ein Gesprächsziel erreicht werden kann (im Rahmen einer Lektion, kaum mehr als 15 Minuten).
Man sieht sehr schnell, wenn ein Lehrgespräch zu scheitern beginnt. Meistens hilft nur eines: Das Gespräch möglichst bald beenden und durch einen aktivierenden Auftrag an alle ersetzen.