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Ahed’s Knee
FR/DE/IL 2021, 109', DCP, DCP, Hebräisch/d. Ab 16 J., Regie Nadav Lapid. Drehbuch Nadav Lapid. Mit Avshalom Pollak, Nur Fibak, Yoram Honig, Lidor Ederi, Yonathan Kugler, Amit Shoshani, Yehonathan Vilozni.
Autofiktionale Verzweiflungstat: Der israelische Regisseur Nadav Lapid (Synonymes) kämpft in seinem neuen Film leidenschaftlich für die Meinungsfreiheit in seinem Land. Dafür erhielt er in Cannes 2021 den Preis der Jury.
Der israelische Filmemacher Y. reist in ein abgelegenes Dorf inmitten der Wüste von Arava, um in der dortigen Bibliothek seinen letzten Film vorzustellen. Seine Gedanken sind längst bei einem neuen Projekt, einem Film über die palästinensische Aktivistin Ahed Tamimi, die einige Jahre zuvor vor laufenden Kameras einen Soldaten geohrfeigt hatte. Bei seiner Ankunft in dem Wüstenort wird Y. von Yahalom, der jungen stellvertretenden Leiterin der israelischen Bibliotheken, herzlichst empfangen. Vor der Veranstaltung wäre aber noch eine kleine Formalie zu erledigen: Y. soll ein neues Formular unterzeichnen, mit dem er bestätigt, über bestimmte Themen nicht zu sprechen. Anstatt zu unterschreiben, beginnt Y. einen leidenschaftlichen Kampf für die Meinungsfreiheit in seinem Land. Während seine Auseinandersetzung mit Yahalom immer verbissener wird und sich ein Showdown inmitten der Wüste anbahnt, versucht Y. zugleich Kontakt zu seiner Mutter aufzunehmen, die gegen eine tödliche Krebserkrankung ankämpft.
«Vor Wut schäumend, rechnet Nadav Lapid mit der Doppelmoral der israelischen Kulturindustrie ab. (...) Zunehmend beschwören Protagonist und Film einen eruptiven Weltekel, der von der Krankheit der Mutter (Lapids Mutter, die langjährige Editorin seiner Filme, verstarb 2018) und den tiefen Narben des Krieges geprägt ist. Freiheit bleibt eine Illusion, die nur dann aufflackert, wenn Musik in der Wüste ertönt.» Patrick Holzapfel, Viennale