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Kapelle Obersteinach
Es handelt sich um eine Wegkapelle am Kreuzungspunkt der Verbindungen Untersteinach-Obersteinach-Berg-Wittenbach-St.Gallen resp. Roggwil-Tübach-Rorschach. Das Gotteshaus wurde 1674 als Privatkapelle gestiftet von Hauptmann Andreas Gälli. Die am Portalbogen angebrachten Initialen IL (Johannes Lanter [?]) sind hinsichtlich ihrer Bedeutung unklar. Ab 1682 war Franz Gälli für den Unterhalt des Gotteshauses zuständig, spätestens ab zirka 1697 die Pfrundpflegschaft Steinach. Bereits damals bestand ein Uhrwerk, das 1698 vom “Uhrenmacher zue Muohlen” repariert wurde (das aktuelle Uhrwerk von 1921). Im Jahr 1974 erfolgte eine integrale Restaurierung unter Leitung von Architekt Hans Morant. – Der Rechteckbau mit dreiseitigem Abschluss trägt ein abgewalmtes Satteldach mit Dachreiter. Der Innenraum weist eine flache kassettierte Decke auf. In das schlichte Holzretabel ist ein Marienbild eingefügt; es ist eine zugekaufte spanische Arbeit des 18. Jahrhunderts. Die Kreuzwegstationen wurden 1767 gestiftet und wahrscheinlich von Maler Franz Josef Walser geschaffen. Vor der Kapelle steht das 1804 von Glockengiesser Johann Leonhard Rosenlacher gegossene Glöcklein, das 1969 ersetzt wurde.
(Quelle: Entlang der Fürstenlandstrasse, Johannes Huber)
Sakristanin und Glöcknerin
In der Kapelle, gelegentlich auch der „Dom von Obersteinach” genannt, findet jeden Mittwochnachmittag der Rosenkranz statt. Täglich ertönt die kleine Glocke vormittags um elf Uhr geläutet von Nelly Treichler.
Ihr Amt als Glöcknerin in der Obersteinacher Kapelle sei ein Zeichen für ihre Verbundenheit mit der Ortschaft, sagt Nelly Treichler. Seit 16 Jahren versieht sie den Dienst in der Kapelle und setzt mit jedem Läuten ein Zeichen, dass es das kleine Gotteshaus noch gibt und dass dort auch gebetet wird. Doch gehört das Läuten um elf Uhr und abends um achtzehn Uhr zu ihrem Leben. Aber ausserdem ist sie davon überzeugt, dass die Kapelle und das Geläut zur Ortschaft gehören und die Bewohner auch darauf achten.