Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/1941

Bei einer Fusion schliessen sich zwei oder mehrere Unternehmen zu einem (neuen) Unternehmen zusammen. Die jeweiligen Unternehmen gehen in der Regel in dem neuen Unternehmen auf und verlieren ihre wirtschaftliche bzw. rechtliche Selbstständigkeit.
Bei der Verschmelzung zweier Unternehmen gibt es immer einen Käufer und Verkäufer. Grosse Banken und ihre Fachabteilungen „Mergers and Akquisition“ (abgekürzt M&A) bieten Dienstleistungen an, die solche Fusionen zuverlässig begleiten. Im Fusionsgesetz (FusG) werden in der Schweiz seit dem 1. Juli 2004 Verschmelzungen von Kapitalgesellschaften, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften, Genossenschaften, Vereinen, Stiftungen und Einzelunternehmen geregelt. Laut Art. 3 Abs. 1 FusG dürfen Unternehmen durch Übernahme (Absorptionsfusion) oder Zusammenschluss (Kombinationsfusion) fusionieren.
Bei einer Fusion erwirbt der Käufer eines Unternehmens die Guthaben und Verbindlichkeiten des jeweiligen Unternehmens. Eine Fusion kann auch zur Gründung einer vollkommen neuen Gesellschaft führen, die aus den alten Unternehmen hervorgeht. Es sind jedoch noch weitere Varianten für Fusionen möglich:
Fusion eines Tochterunternehmens mit der Konzernmutter. Das Tochterunternehmen geht dabei im Konzern auf.
Die Muttergesellschaft wird vom Tochterunternehmen übernommen. Wobei das Mutterunternehmen in dem Tochterunternehmen aufgeht. Ein eher seltener Fall.
Die Verschmelzung zweier Schwesterfirmen unter dem Dach eines Konzerns.
Verschmelzungen von zweien oder mehreren Unternehmen können aus den verschiedensten Motiven entstehen. Meist sind es strategische, finanzielle oder auch persönliche Gründe, die zu Fusionen führen. Aus strategischen Gründen kann ein Lieferant oder ein Unternehmen mit wichtigen Technologien bzw. Patenten übernommen werden. Unternehmen können auch horizontal fusionieren, indem sie ein Unternehmen aus der gleichen Branche kaufen. Dies erhöht das Volumen der Kundenadressen, der Marktanteile und der finanziellen Mittel, gleichzeitig werden die Fixkosten gesenkt und obendrein ein Wettbewerber vom Markt genommen. Eine Hinzunahme von Produkten und Dienstleistungen durch eine Fusion aus bislang fremden Branchen kann das Unternehmen breiter am Markt aufstellen. Darüber hinaus tragen Diversifikationsstrategien dazu bei, das unternehmerische Risiko zu reduzieren. Auch steuerliche Gründe können bei einer Verschmelzung mehrerer Firmen eine gewisse Rolle spielen. Denn durch die entstehenden Kosten einer Fusion kann unter Umständen ein Verlustvortrag errechnet werden, der in den folgenden Jahren die Steuerlast mindert.