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Das Geheimnis des Goldes
Es gibt keine Schuldenmasse, die Gold nicht löschen könnte, vorausgesetzt, die Umlaufgeschwindigkeit des Goldes ist hoch genug. Eine schnellere Umlaufgeschwindigkeit des Goldes könnte auch die Finanzierung der immer grösser werdenden Handelsströme durch dieselbe Menge an Gold ermöglichen. Der berühmte Goldmangel ist in Wirklichkeit gar keiner: Offensichtlich wird Gold immer dann knapp, wenn das Vertrauen ins Papiergeldsystem schwindet.
Die gegenwärtigen Bemühungen, die Schuldenkrise zu lösen, sind zum vornherein zum Scheitern verurteilt, aller Rettungsaktionen und Rekapitalisierung der Banken zum Trotz, da die uneinbringlichen Schulden im System verbleiben und weiterhin den monetären „Blutkreislauf“ vergiften. Die uneinbringlichen Schulden den Staaten aufzubürden wie das heute geschieht, erschwert oder verunmöglicht sogar die Einziehung von Steuern und führt schussendlich zum Staatsbankrott. Um die uneinbringlichen Schulden zu löschen, brauchen wir die „goldenen Blutkörperchen“ im monetären „Blutkreislauf“, welche dieses „Gift“ gnadenlos verschlingen.
Was macht Gold zum ultimativen Schuldenlöscher? Laut Carl Menger (1840-1921), dem Begründer der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, besteht das Geheimnis des Goldes in seinem Grenznutzen. Tatsache ist, dass der Grenznutzen des Goldes langsamer sinkt als der aller anderen Anlageklassen. Verschiedene Arten von Vermögenswerten haben verschiedene Grenznutzen (was deren Wert darstellt). Alle nehmen ab, wenn auch mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Mit anderen Worten, je näher der Sättigungspunkt rückt (der früher oder später erreicht wird), desto widerwilliger erwerben die Wirtschaftsakteure die respektiven Vermögenswerte. Beim Gold jedoch liegt dieser so weit entfernt, dass sein Sättigungspunkt praktisch nicht erreicht werden kann.
Warum Silber?
Das andere Geldmetall, dessen Grenznutzen langsamer als der jedes anderen Vermögenswertes sinkt (mit Ausnahme des Goldes), und auch die Vorzüge einer Währung und eines Schuldenlöschers besitzt, ist das Silber. Die bewusste Zerschlagung des Silberumlaufs von 1871 bis 73, zuerst durch Deutschland und dann durch die USA, war ein schwerer Fehler. Sie zerstörte in kurzer Zeit weltweit eine beispiellose Menge an Liquidität und leitete das Zeitalter der Deflation ein. Im Jahr 1935, als das letzte Silber-Bollwerk in China fiel, verlor das Silber am Gold gemessen 80 Prozent seines Wertes. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Goldstandard, der nach der Schliessung der Münzstätten für Silber entstand, einen deflationären Einfluss besass. Die Zerschlagung des Silberumlaufs lenkte die Nachfrage auf Gold und die Weltwirtschaft folgte dadurch einem deflationären Trend, welchen die Feinde des gesunden Geldes mit vollendeter Geschicklichkeit zu nutzen wussten. Sie argumentierten, dass Gold an sich deflationär sei, ungeachtet der Tatsache, dass in Wirklichkeit das Problem in der erhöhten Nachfrage nach Gold bestand, die durch die Beseitigung des monetären Silbers durch zwei Emporkömmlinge erzeugt worden war: Deutschland und die Vereinigten Staaten. Was die Sache noch frevlerischer machte: im Fall der Vereinigten Staaten war die Zerschlagung des Silberumlaufs dazu noch verfassungswidrig.