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Anfangs Mai 2021 trafen wir uns am Bahnhof, um zur Lateinexkursion nach Vindonissa (Brugg/Windisch AG) zu starten.
Dort angekommen, beabsichtigten wir, das Vindonissamuseum zu besuchen. Als unser Lateinlehrer, Herr Schmuki, die Tickets lösen wollte, stellte sich heraus, dass die Eintrittsgebühren für die ersten 45 Schulklassen im Jahr 2021 von einer Stiftung gesponsert werden. Herzlichen Dank an die uns unbekannte Aargauer Stiftung. Das Museum erkundeten wir erst etwa 20 Minuten selbständig, anschliessend hielten die Schüler Kurzvorträge über Themen der Ausstellung, wie z.B. Götterverehrung. Dabei erfuhren wir viel Wissenswertes über die Verhältnisse im Legionärslager im 1. Jahrhundert n.Chr. Hier ein paar Beispiele:
In der römischen Armee diente man 25 Jahre, bis man zum Veteranen wurde.
Die römische Armee hatte einen Bedarf von 20000 Rekruten pro Jahr. Das zu militärischen Zwecken gut ausgebaute Transportsystem machte es möglich, dass Vindonissa rasch mit Gütern und Luxuswaren aller Art beliefert werden konnte.
Die römische Armee prägte den Alltag der Bevölkerung. Ausserhalb der Lagermauern entstand eine Siedlung, die das Lager mit Gütern und Dienstleistungen versorgte. Handwerker, Händler und Wirte liessen sich hier nieder. Die Menschen damals starben jung. Nur wenige wurden über 50 Jahre alt. Nicht selten litten sie an Arthrose und Mangelernährung. Die Kindersterblichkeit war sehr hoch.
Am Abhang zur Aare hinunter entwickelte sich mit der Zeit eine riesige Abfallhalde. Dieser Schutthügel beim Nordtor entpuppte sich als wahre Fundgrube. Es wurden tausende von Objekten, besonders auch solche aus Holz und Leder, gefunden. Diese sind von grossem Wert für die Forscher.
Nach der Mittagspause besichtigten wir das eindrückliche Amphitheater Vindonissas aus dem Jahr 50. Dieses fasste etwa 11000 Zuschauer.
Darauf gingen wir zum Startpunkt des Legionärspfads. Nachdem unsere Gruppe die Ausrüstung erhalten hatte, machten wir uns auf den Weg. Dabei trugen wir Kopfhörer, über die uns Informationen über die jeweilige Station vermittelt wurden. Auf der Thementour versuchten wir, verschiedene Rätsel zu lösen. Eine Station beinhaltete eine blau ausgeleuchtete Therme und an einer anderen Stelle gingen wir durch einen Gang, entlang von Überresten eines römischen Hauses. Hier konnte man durch ein Rohr in eine Küche/Esszimmer der damaligen Zeit schauen.
Wir fanden den Legionärspfad sehr interessant und so abwechslungsreich, dass wir das schlechte Wetter kaum mehr bemerkten.
Gegen 18 Uhr erreichten wir wieder Nesslau. Den lehrreichen Tag verdanken wir Hermann Zwingli, unserem Chauffeur, und Heinz Schmuki, unserem Lateinlehrer. Den Legionärspfad würden die meisten von uns gerne bei schönem Wetter nochmals besuchen….
eingesandt von: Julia Ahrendt (Schülerin) und Heinz Schmuki (Lateinlehrer) von der Oberstufe Nesslau