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Das Kreuzfahrtschiff RCGS Resolute, die früher unter dem Namen Hanseatic Expeditionsreisen in die Arktis und Antarktis durchgeführt hatte, war seit dem Zusammenbruch der kanadischen Chartergesellschaft in Buenos Aires angeleint gewesen. Zwischenzeitlich wurde das Schiff von einer portugiesischen Firma gemanagt und in Richtung Curaçao für Wartungs- und Reparaturarbeiten geschickt. Doch bevor das Schiff den Hafen anlaufen konnte, wurde es in internationalen Gewässern von einem venezolanischen Patrouillenboot entdeckt und nach einem Funkkontakt und der Aufforderung, das Schiff in venezolanische Gewässer zu bringen, gerammt. Dabei fielen nach Angaben der Schiffsbetreiber auch Schüsse.
Der Rammvorgang des kleineren Marineschiffes wurde laut den Angaben der portugiesischen Firma, die die Resolute betreibt, mehrfach wiederholt, unter anderem auch am Bug. Das Ziel sollte wohl gewesen sein, das Kreuzfahrtschiff in die nahen venezolanischen Hoheitsgewässer zu treiben. Die Resolute war zum Zeitpunkt des Vorfalles knapp 13 Seemeilen (24 Kilometer) vor der Küste der zu Venezuela gehörenden Insel La Tortuga in internationalen Gewässern. Aufgrund einer Wartung eines Motors war das Schiff im Stillstand. Den Rammvorgängen des venezolanischen Schiffes waren nach Angaben Schüsse vorhergegangen. Da aber die Resolute über einen eisverstärkten Rumpf verfügt und auch rund viermal mehr Tonnage aufweist, waren nur geringfügige Schäden später auszumachen. Im Gegensatz dazu wurde das Patrouillenboot derart stark beschädigt, dass Wasser eindrang und es danach sank. Menschen kamen wohl dabei keine zu Schaden.
Die portugiesische Betreiberfirma Columbia Cruise Services liess in einem Statement auf ihrer Webseite verlauten, dass ihr Schiff nach dem Vorfall die Rettungsbehörden auf Curaçao benachrichtigt hatten und vor Ort blieben, um Hilfe leisten zu wollen. Doch alle Versuche, das sinkende Patrouillenboot zu kontaktieren, blieben unbeantwortet. Nachdem die Behörden auf Curaçao der Resolute gemeldet hatten, dass sie nicht weiter bleiben soll, verliess das Schiff die Szene und liegt jetzt im Hafen von Willemstad, der Hauptstadt des Inselstaates. Dort wird das Schiff jetzt bleiben und weitere Untersuchungen abwarten, während Wartungsarbeiten durchgeführt werden sollen. Die Betreiberfirma betont, dass der Angriff ein «Akt der Aggression der venezolanischen Marine» gewesen war und in internationalen Gewässern stattfand. Das Schiff habe eine routinemässige Wartungsarbeit an einem der Motoren durchgeführt und habe den Sicherheitsabstand zur Insel La Tortuga eingehalten. Venezuela dementiert diese Schilderung und Präsident Nicolas Maduro spricht von Piraterie und dass das Schiff versucht habe, feindliche Kräfte und Söldner ins Land zu schleusen.
Die RCGS Resolute war bis vor kurzem von einer kanadischen Expeditionsreisefirma gechartert worden und hatte Reisen in die Antarktis durchgeführt. Nachdem die Firma in finanzielle Schieflage geraten war, wurde das Schiff ab November in Buenos Aires festgemacht und nicht weiter benutzt. Gespräche über einen Verkauf hatten danach mehrfach die Runde gemacht. Ursprünglich war das Schiff unter dem Namen Hanseatic einst bei einer grossen deutschen Reederei unter Vertrag, die jahrelang die Eisqualitäten des Schiffes für Expeditionsreisen in die Polarregionen, aber auch in andere Gebiete, verwendet hatte.
Quelle: Columbia Cruise Services / Conflict News Worldwide