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Wir ärgern uns über Lichtsignale, speziell bei Rot. Irgendwie zu Recht: Ungefähr zwei Wochen unseres Lebens verbringen wir damit zu warten, bis es Grün wird. Andererseits auch zu Unrecht: Seit 100 Jahren rettet die Verkehrsampel Menschenleben. Die erste elektrische Ampel stand 1914 in Cleveland, Ohio. Acht Jahre später regelten Ampeln dann auch in Europa, in Paris und Hamburg den Verkehr. In der Schweiz testete man die Ampel erstmals 1926 im Raum Genf.
Der Prototyp forderte ein Todesopfer
Das Grundprinzip der Ampel ist allerdings schon älter als 100. Anno 1868, noch vor der Erfindung des Automobils, regelte ein Polizist in London mit einer Gaslampe den Verkehr – mit tragischen Folgen. Die Gaslampe explodierte; der Polizist kam ums Leben.
Heutzutage ist die Technologie nicht nur ausgereift, sondern auch dauerhaft: Eine Ampel tut gewöhnlich 20 bis 25 Jahre zuverlässig ihren Dienst. Das hat seinen Preis: Eine gewöhnliche Fussgängerampel kostet 120'000 Franken, komplexere Anlagen ungefähr das Dreifache. In Zürich beispielsweise stehen an die 6000 Ampeln, die in einem komplexen System den Strassenverkehr steuern. So ein Ampelsystem stellt einen Kostenfaktor dar, obwohl der Energieverbrauch jeder einzelnen Lampe dank moderner LED-Technik heute weit geringer ist als vor 100 Jahren.
Die Heuer-Ampel:
In den Niederlanden, Deutschland und Österreich wurden ab den 1930er-Jahren spezielle Heuer-Ampeln eingesetzt, um den Verkehr an Kreuzungen zu regeln. Im Uhrzeigersinn wechselten die Zeiger der Ampel aufeinander abgestimmt zwischen grünem und rotem Hintergrund. Schritt für Schritt mussten die Heuer-Ampeln dann den Lichtsignalen weichen.