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Der Autor erzählt die Geschichte eines aufgeweckten Knaben, seiner jungen und fragilen Mutter und seines Vaters, der wegen seinen Ideen im Libyen des Jahres 1979 in Schwierigkeiten mit der autoritären Staatsmacht gelangt.
Eines Tages im Sommer 1979 wartet Suleiman auf die Mutter, die Einkäufe macht. Er ist überrascht, seinen Vater, der vermeintlich im Ausland weilt, auf dem Marktplatz in Tripolis zu sehen und versteht nicht, weshalb ihn sein Vater nicht grüsst. Diesem Ereignis folgen viele Vorkommnisse, die Suleiman unverständlich sind. Auf der Heimfahrt im Auto werden Mutter und Sohn von einem Auto mit vier Männern verfolgt. Es sind dieselben Männer, erinnert sich Suleiman, die er gesehen hat, als sie Raschid, einen Freund seines Vaters, abgeholt haben. Kurz danach verbrennen seine Mutter und ein Freund der Familie im Garten alle Bücher seines Vaters. Im Fernsehen sieht Suleiman wie Raschid im Sportstadion erhängt wird, umringt von vielen applaudierenden Zuschauern. Suleimans Vater kehrt nach Hause zurück, will aber von seinem Sohn nicht gesehen werden, da sein Körper und sein Gesicht arg verunstaltet sind. Nach geraumer Zeit hat sich der Vater erholt und Suleiman ist glücklich seine Eltern lachen und seine Mutter singen zu hören.
Die Eltern entscheiden sich, Suleiman Freunden in Kairo anzuvertrauen, da sie annehmen, dass Suleimans Vater weiterhin gefährdet ist. Suleiman kann dank seinen Pflegeeltern studieren. Mit seinen leiblichen Eltern hat er immer weniger Kontakt, er vernimmt, dass sein Vater 1994 verhaftet worden ist, weil er seine Arbeitskollegen in seine Ideen eingeweiht hatte. Kurz nach seiner Freilassung stirbt der Vater. Darauf besucht die Mutter ihren jetzt 24 jährigen Sohn in Kairo. Das Wiedersehen ist herzlich, Mutter und Sohn fühlen sich ebenso eng verbunden wie damals als Suleiman ein kleiner Junge war.
Hisham Matar beschreibt die Menschen in seinem Roman mit viel Feingefühl, so dass ich oft meinte, Suleiman und alle andern würden mir beim Lesen zuschauen. Jenny HeebKlappentext:
An einem heissen Sommertag im Jahre 1979 geht der neunjährige Suleiman mit seiner Mutter auf dem Markt in Tripolis, der Hauptstadt Libyens, einkaufen. Das machen die beiden oft, wenn der Vater auf Geschäftsreise ist und die Mutter nachts "krank" war. In diesen Nächten trinkt sie viel von ihrer klaren "Medizin" und erzählt Suleiman, wie sie als 14-jähriges Mädchen auf Beschluss des "Hohen Rates", des erlauchten Kreises ihrer männlichen Verwandten, an den wesentlich älteren Mann, der sein Vater wurde, verheiratet worden ist. Auf dem Marktplatz sieht Suleiman plötzlich seinen Vater, obwohl der angeblich im Ausland weilt. Ein Nachbar, der Vater seines besten Freundes, wird von fremden Männern abgeholt. Es heisst, er sei ein Verräter. Suleimans Mutter verbrennt im Garten die geliebten Bücher ihres Mannes ... Suleimans Welt gerät zusehends aus den Fugen, während sich das Netz des Sicherheitsapparates von Revolutionsführer Gaddafi immer enger um seine Familie zusammenzieht.
Ein eindringlicher und ergreifender Roman, der aus der Sicht eines Kindes davon erzählt, wie Libyen unter Gaddafis Gewaltherrschaft seine Unschlud verlor – und ein Liebesbrief eines seither im Exil lebenden Schriftstellers an seine verlorene Heimat.Über die Autorin / über den Autor:
Hisham Matar wurde 1970 in New York City geboren; seine Eltern stammen aus Libyen. Er wuchs in Tripolis und, nach der Emigration der Familie, in Kairo auf. Seit 1986 lebt Hisham Matar in London. Sein Debüt Im Land der Männer wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und für die Shortlist des Man Booker Prize 2006 sowie des Guardian First Book Award nominiert. 2007 wurde Hisham Matar ausgezeichnet mit dem Royal Society of Literature Ondaatje Prize, dem Premio Vallombrosa Gregor von Rezzori und dem Premio Internazionale Flaiano.Preis: CHF 12.90