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Schon seit Jahren werden in Norwegen immer mehr Personenwagen (PKW) mit Verbrennungsmotoren durch teil- und vollelektrisch angetriebene Fahrzeuge ersetzt. Mehr als die Hälfte der 2021 neu in den Verkehr gesetzten Strassenfahrzeuge waren bereits batterieelektrische Fahrzeuge (BEV). Da der für den Fahrbetrieb benötigte Strom in Norwegen praktisch CO₂-frei erzeugt wird, verursacht lediglich die Produktion der Fahrzeuge (inklusive Antriebsbatterien) im Ausland noch CO₂-Emissionen.
Norwegen gilt oft als Vorbild auf dem Weg zur Reduktion der vom Strassenverkehr verursachten CO₂-Emissionen. Der Markterfolg elektrisch angetriebener PKW in diesem Land geht jedoch in erster Linie auf eine Reihe von finanziellen Vergünstigungen beim Kauf und im Betrieb dieser Fahrzeuge zurück. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind von der Mehrwertsteuer in Höhe von 25 Prozent des Kaufpreises und einer von Fahrzeuggewicht sowie von den CO₂-Emissionen eines Fahrzeugs abhängigen Sondersteuer befreit. Für BEV müssen auch wesentlich geringere Strassen- sowie Parkgebühren entrichtet werden und die Versicherungsprämien sind deutlich niedriger. Dank der Einnahmen aus dem Export von Öl und Gas kann sich das Land diese Subventionen leisten. Die Öl- und Gasexporte verursachen aber im Ausland erheblich mehr CO₂-Emissionen als in Norwegen durch eine Forcierung der Elektromobilität eingespart werden können. Mit einer Verminderung dieser Exporte könnte das Land deshalb wesentlich mehr zur Reduktion der globalen CO₂-Emissionen beitragen (vgl. den Beitrag von Schalk Cloete, Norway an EV role model? Their pathway is expensive an paid for with & gas exports, energypost.eu June 4, 2021).
Vergleichbare Zielkonflikte stellen sich auch in anderen Ländern, in denen Elektromobilität subventioniert wird ohne die Opportunitätskosten zu beachten.