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Alle betonen Sie, dass die Nationalbank (NB) unabhängig sein müsse. Trotzdem ist es heute "sexy" zu betonen, dass man(n) (und frau) Druck auf die NB aufbauen müsse, um die eigenen Ziele durchzusetzen. Die SVP will der NB weitere Goldverkäufe verbieten, Levrat will für die SP und die Gewerkschaften einen EUR Wechselkurs von CHF 1.40, da supporten die Arbeitgeberverbände und Economiesuisse gleich mit, der Bund und die Kantone wollen grosse Ausschüttungen zulasten der Reserven usw. usw. Wir sind auf dem besten Weg, die Geldpolitik der NB zu verpolitiseren und die Unabhängigkeit der NB ist ja schon in mehreren Bereichen angekratzt (z.B. bei der Ausschüttungspolitik; da diktieren schon lange Bund und Kantone Ausschüttungen von CHF 2,5 Mia. pro Jahr und ich bin ja gespannt, ob die NB überhaupt den Mut hat, nächstes Jahr auf diese Ausschüttungen zu verzichten, was sie angesichts ihrer Bilanz und dem Primat der Risikovorsorge eigentlich tun müsste ...). Fällt einmal die Unabhängigkeit der NB definitiv, werden wir langfristig "griechische Folgen" tragen müssen. Setzt sich z.B. Levrat mit seiner unsinnigen Forderung von einem EUR-Wechselkurs von CHF 1.40 durch (Vontobel sprach kürzlich von einer "fair value" von ca. CHF 1.26), wird die NB in ihren Bilanzen noch gewaltigere Devisenreserven in EUR zu unrealistischen Kursen bunkern, so dass wir später entweder den Bilanzfehlbetrag mit Steuergeldern abbezahlen müssen oder mit der Notenpresse Inflation generieren. Darum: Finger weg von der Unabhängigkeit der NB.