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Merkmale
Der Maulwurf ist ein kleines Grabtier, welches im Erdboden sein Gangsystem baut. Mit seinen nach aussen gedrehten Händen kann er mühelos graben und schaufelt die Erde an die Erdoberfläche. Dadurch entstehen diese unschönen Erdhügel oder die so genannten Maulwurfshügel.
Leider wird er oft als Garten- oder Gemüsegartenschädling betrachtet, obwohl er eigentlich dabei hilft, den Boden zu belüften und Insektenlarven, Schnecken und andere Schädlinge zu entfernen. Seine Lieblingsspeise ist jedoch der Regenwurm.
Der Maulwurf ist ungefähr 15 bis 20 cm lang und wiegt zwischen 60 und 140 Gramm. Sein Rumpf ist röhrenförmig und sein Hals sehr kurz. Das Fell, respektive die Haare sind flexibel und sehr dicht. Dank seiner kurzen Haare kann sich der Maulwurf schnell vorwärts bewegen und legt pro Sekunde bis zu einem Meter zurück.
Die Augen sind sehr klein und dienen dem Maulwurf nur zur Unterscheidung von Tag und Nacht. Daher ist der Ausdruck « Blind wie ein Maulwurf » nicht ganz korrekt, da dieses kleine Grabtier nicht blind ist. Obwohl die kleinen Ohren kaum sichtbar sind, hat es ein sehr ausgeprägtes Gehör.
Die Vorderbeine sind schaufelförmig und haben sechs bekrallte Finger, die perfekt zum Graben in der Erde sind. Dank diesem Grabwerkzeug gräbt der Maulwurf an einem Tag bis zu 20 Meter Tunnel (auch Gangsystem bezeichnet).
Die beiden Hinterbeine haben spitzere Krallen, sind jedoch zum Graben nur gering geeignet.
Sein sehr ausgeprägter und starker Geruchssinn ermöglicht es ihm, seine Beute durch mehrere Zentimeter Boden zu riechen. Die Haare an der Schnauze, den Hinterbeinen und am Schwanz werden als so genannte Tasthaare bezeichnet, dienen als Tastsinnorgan und nehmen jede noch so kleine Vibration wahr.
Der Maulwurf besitzt rote Blutkörperchen, die auf seine unterirdische Umgebung abgestimmt sind. In seinem Blut wird im Vergleich zu anderen Tieren wesentlich mehr Kohlendioxid als normal transportiert. Das ermöglicht ihm, in erster Linie in einer beengten Umgebung zu leben, die sauerstoffarm und CO2-reich ist. Dadurch ist er imstande, seine ausgeatmete Luft wieder einzuatmen. Dieses durchdachte System verleiht ihm in einer geschlossenen Umgebung eine gute Atmungsaktivität. Zudem sind seine Lungen im Verhältnis zu seiner kleinen Körpergrösse sehr groß.
Der Maulwurf lebt meistens allein, und nur zur Paarungszeit verbringen ein Männchen und ein Weibchen Zeit zusammen.
Meistens lebt er in seinem unterirdischen Tunnelsystem und sucht mehrere Stunden nach Nahrung, hauptsächlich nach Würmern, aber auch nach Larven und Schnecken.
An einem Tag nimmt er fast die Hälfte seines Gewichts an Nahrung zu sich, ansonsten verhungert er. Ein zwölfstündiges Fasten würde er nicht überleben. Bei sehr trockenem Wetter legen die Maulwürfe instinktiv Regenwurm-Reserven an und lagern diese in einem dafür vorgesehenen Raum im Tunnelsystem. Der Vorrat kann bis zu 100 Regenwürmer beinhalten und hält mehrere Wochen an.
Das gegrabene Tunnelsystem ist perfekt durchdacht und ist mit einem Straßennetz vergleichbar. Es gibt Autobahnen, Hauptstrassen und sogar Nebenstrassen. Das Nest oder der grösste Raum, in dem der Maulwurf zirka 6-8 Stunden schläft, befindet sich in der Regel in der Mitte des Tunnelsystems, vergleichbar mit einer Raststätte.
Die Männchen suchen im Dezember nach den Weibchen, und die Paarung findet von Februar bis März statt. Normalerweise gibt es pro Jahr nur einen Wurf gelegentlich auch zwei. Nach etwa 4 Wochen bringt das Weibchen zwischen 4 und 6 Maulwurfbabys zur Welt. Die Jungtiere müssen nach zwei Monaten das Nest verlassen und an die Erdoberfläche. Dort sind sie leider leichte Beute für Raubtiere.