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|Abbott, David P.

1863-1934 (USA)
Als vielseitig interessierter Liebhaber der Zauberkunst und wissenschaftlicher Prinzipien publizierte Abbott dutzende von Artikeln über Wissenschaft, Technologie, Zauberkunst und Philosophie. In seinem ersten Buch "Behind the Scenes with the Mediums" enthüllte er die Tricks der Medien und die in Séancen angewandten Methoden.
Als erfolgreicher Geschäftsmann hatte Abbott mit 51 Jahren genug Geld beiseite gelegt, um seinen Traum zu verwirklichen, in Omaha, Nebraska, ein eigenes "Haus der Mysterien" zu bauen, dessen Geheimnisse nur er allein kannte. Im ganzen Haus waren Mikrofone, Lautsprecher, Elektromagnete, elektrische Kontaktplatten versteckt. Möbliert war das Haus mit exotischen Ägyptischen und japanischen Möbelstücken.
|Abbott gab keine öffentlichen Vorstellungen sondern bis vier Stunden dauernde Vorstellungen in seinem Haus. Viele seiner Kunststücke hatte er selber erfunden und er täuschte damit grosse Zauberkünstler wie Houdini, Okito, Kellar, Ching Ling Foo und Han Ping Chien, die ihre grössten Geheimnisse gegen einige seiner Geheimnisse eintauschten. Abbott baute seine Effekte sowohl auf moralisch-philosophischen wie wissenschaftlichen Prinzipien auf. Seine Apparate baute er alle selber. Mit seinem Totenkopf, der mit den Zähnen klapperte, um Fragen zu beantworten, seinem sprechenden Teekessel, aber auch mit seiner meisterhaften Präsentation von klassischen Effekten wie dem Ringspiel oder Okitos schwebender Kugel, vermittelte er seinen Gästen unvergessliche Erlebnisse.

Abbott starb 1934 an Diabetes, bevor er sein 1922 angekündigtes Buch fertigstellen konnte, in dem er alle von ihm erfunden Kunststücke sowie diejenigen, die er von anderen Zauberkünstlern gelernt hatte, in allen Details beschreiben wollte. Nach dem Tod seiner Frau 1936 wurde sein Haus mit allen Einrichtungsgegenständen verkauft und das lang erwartete Buch schien endgültig verloren. 1961 erhielt der Zauberkünstler Walter Graham von John Keenan, der beim Verkauf von Abbotts Haus dabei gewesen war, unter anderem das mit unzähligen Korrekturen und Randnotizen versehene Manuskript zu Abbotts Buch, die dazugehörigen Fotos fehlten jedoch. 1969 tauchten die Fotos bei einem jungen Zauberkünstler auf, der sie von einem Freund erhalten hatte, dessen Grossvater Auktionator war und die Fotos seinem Enkel gab, statt sie wegzuwerfen. Graham gab den Versuch auf, das Buch zu publizieren, da des unmöglich schien, die unzähligen Fotos den entsprechenden Kunststückbeschreibungen zuzuordnen. 1974 nahm er Kontakt auf mit den neuen Besitzern von Abbotts Haus und anlässlich eines Besuches fand er dort eine Loseblattsammlung von "Abbotts Book of Mysteries" mit dem kompletten Text und Duplikaten aller Fotos. Die Besitzerin weigerte sich jedoch, die Unterlagen für den Druck des Buches zur Verfügung zu stellen. Erst ein Jahr später war sie bereit, das Buch zu verkaufen. 1977 publizierte Graham 700 Exemplare von "David P. Abbott's Book of Mystery". 2005 gaben Teller und Todd Karr ein zweibändiges Werk mit Beschreibungen aller Kunststücke von Abbott, illustriert mit Fotos und Zeichnungen sowie Kommentaren von zeitgenössischen Zauberkünstlern und einer CD-ROM mit Filmausschnitten von Abbott heraus.
Biografie: TELLER and KARR, T. House of Mystery. The Magic Science of David P. Abbott. Volume One: Behind the Scenes, Volume 2: The Book of Mysteries. Miracle Factory, n. pl., 2005

Abbott, Percy
1886-1960 (AUS)
Percy Abbott wurde in Australien geboren. Bereits mit acht Jahren hatte er beide Eltern verloren und wurde mit seinen vier Brüdern von einer Tante aufgezogen. Schon früh musste er die Schule verlassen um zu arbeiten. Mit 14 Jahren verlies er seine Tante. Die Zauberkunst half ihm, seine schwere Kindheit zu bewältigen.
In Sydney führte er in jungen Jahren ein kleines Zaubergeschäft, die Abbott Magic Novelty Company in Sydney. Als Zauberkünstler reiste er zunächst er durch Australien, danach führten ihn seine Reisen zwischen 1914 und 1925 nach Java, Ceylon, Hong Kong, Manila, Shanghai, Japan, Korea, Vietnam, China, die Mandschurei, Sibirien.
1926 ging er nach Amerika. In Colon, Michigan, gründete er zusammen mit Harry Blackstone Sr. Abbott's Magic Co. Die Partnerschaft dauerte von 1929 bis 1931.
1933 eröffnete er zusammen mit Recil Bordner Abbott's Magic Manufacturing Company. 1935 hielten sie das erste Abbott's Get-Together, einen Zauberkongress, ab. Abbotts wurde bald der grösste Hersteller von Zauberartikeln in den US und von anfänglich 100 Teilnehmern steig die Teilnehmerzahl mit jeder Durchführung des Kongresses auf über 1000 an und wurde so zu einem der wichtigsten Kongresse der USA.
Ab 1936 gab Abbott die monatliche erscheinende Zeitschrift Tops heraus. Mit Ausnahme von vier Jahren (1957-1960) erschien sie bis 1994, ab 1961 unter dem Namen The New Tops. Mit einer Auflage von zuletzt mehr als 4'000 Exemplaren wurde sie in alle Welt verschickt.
Nach einem 1938 durch einen Brand verursachten Rückschlag und schlechtem Geschäftsgang Anfang der Vierzigerjahre blühte die Firma nach den Kriegsjahren durch das neuerwachte Interesse an der Zauberkunst erneut auf. Die Firma expandierte und eröffnete Filialen in New York, Detroit, Indianapolis, Chicago und Los Angeles.
1952 zerstöret ein Brand erneut einen Teil der Fabrikationsgebäude. Die Geschäfte gingen schlecht, die Auftrittsangebote für Zauberkünstler gingen zurück, das Fernsehen verdrängte viele Zauberkünstler vom Markt. Abbott musste den grössten Teil seiner rund 30 Angestellten entlassen. Das Abbott Get-Together wurde weiterhin periodisch abgehalten, nicht mehr in Colon sondern in benachbarten Orten.
1959 zog sich Percy Abbott aus der Firma zurück. Sein Partner kaufte Percy Abbotts Teil der Firma und wurde alleiniger Besitzer.
Biografie: ABBOTT, P. A Lifetime in Magic. The Abbott Magic Manufacturing Co, Colon, Michigan, 1960
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Absolon, Karel ( Karel Ocelík )
1940-2015 (Tschechoslowakei)
Karel Ocelik begann sich mit 16 mit der Zauberkunst zu beschäftigen. Von Beruf war er Elektroingenieur, bevor er mit 33 Jahren Profizauberkünstler wurde. Er trat zusammen mit seiner Frau Blanka als „Duo Absolon“ und „The Absolons“ mit einer dramatischen mittelalterlichen Illusionsshow in ganz Europa und an zahlreichen internationalen Zauberkongressen auf.
1988 waren die Absolons die ersten europäischen Zauberkünstler, denen der DRAGON Award verliehen wurde. Die Auszeichnung wird seit den 1980er-Jahren jährlich anlässlich des Kongresses der International Brotherhood of Magicians von der J. Marberger Stuart Foundation für aussergewönliches Teamwork in der Zauberkunst verliehen. Kriterium für eine Nominierung ist aussergewöhnliches Talent in den Kategorien Drama, Romance, Artistry, Glamour, Originality, Necromancy.
Die Kinder der Absolons traten in die Fussstapfen der Eltern. Sohn Petr tritt mit seiner Frau Monika als “New Absolon” in Varietés und auf Kreuzfahrtschiffen auf, Tochter Lucie tritt ebenfalls in Zaubershows auf.

Adelphia, Del (Adelphia Brown)
1868-1917 (USA)
Adelphia wurde als jüngerer von zwei Söhnen eines Zimmermanns in Fostoria, Ohio, geboren. Mit 15 Jahren arbeitete er als Zuckerbäcker und trat nebenher als Zauberkünstler auf. Nach seiner Heirat mit Mabel Hardy verdiente er seinen Lebensunterhalt als umherziehender Zauberkünstler.
Zwischen 1891 und 1899 gebar ihm seine Frau zwei Söhne und eine Tochter. Als "The Cow Boy Magician" war er vor allem bekannt durch seine Vorführung des verschwindenden Vogelkäfigs mit einem lebenden Kanarienvogel (als einer der Ersten verwendete Adelphia einen rechteckigen Käfig und nicht wie der Erfinder, Buatier de Kolta, einen zylinderförmigen Käfig mit abgerundeten Enden) und des Eierbeutels, eines grossen Beutels, aus dem er zum Schluss nach der Produktion einer Anzahl Eier eine Platte mit zwei Hühnern erscheinen liess.
1912 wurde zu einem Jahr der Wende in Adelphias Karriere: In Seattle beschuldigte ihn Raymond, einen Teil seiner Apparate gestohlen zu haben. Obwohl die Geräte wieder auftauchten, war der Ruf Adelphias zerstört. Er schnitt sich darauf die langen Haare ab, nannte sich nicht mehr Cow Boy Magician und verliess die Westküste. er schloss sich mit drei Partnern zusammen, um eine Tournee durch Vaudeville zu organisieren. Zu dieser Zeit nahm er zwei neue Illusionen in sein Programm auf: Servais Leroys Asrah Levitation und Harry Roucleres Twin Box Illusion.
1914 erkrankte Adelphias Frau schwer, schliesslich musste er um Geld zu verdienen seine Tourneen ohne sie fortsetzen. Drei Wochen vor ihrem Tod hatte Adelphia einen Auftritt in Daly's Theater am Broadway in New York. Infolge seines grossen Erfolges folgten weitere Auftritte in New York, so auch während zwei Wochen im Thelia Theatre. Im gleichen Jahr wurde er für das jährliche Bankett der SAM in New York City verpflichtet und wurde dadurch auf einen Schlag in der Fachwelt als grossartiger Zauberkünstler bekannt.
1916 rief er mit drei anderen Zauberkünstlern die Fantasama Company ins Leben: The Great Everett, trat als Entfesselungskünstler auf, Jack Adelphia als "The Whistling Marvel" und J. J. Mikulsky mit Manipulationen.
1917 verschlechterte sich der Gesundheitszustand Adlephias und er musste schliesslich ins Spital eingeliefert werden, wo er im Februar 1917 infolge eines Schlaganfalls starb.

Adrion, Alexander (Gerhard Engelsleben)
1923 - 2013 (D)
Alexander Adrion wurde in Berlin geboren. Bereits mit zwölf Jahren wurde sein Interesse für die Zauberkunst geweckt, als ihm ein Klassenkamerad einen Verschwindegriff zeigte, den er von einem Onkel gelernt hatte. Mit 14 Jahren entdeckte er Conradi Horsters Zaubergeschäft in der Friedrichstrasse. Mit der Unterstützung Horsters studierte er in der Folge verschiedene Kunststücke ein. Als 16-Jähriger sah er Fredo Marvellis abendfüllendes Programm, worauf er sich intensiv mit Billardballmanipulationen auseinandersetzte.
1942 wurde er zum Wehrdienst einberufen. Nach Kriegsende und kurzer amerikanischer Gefangenschaft nahm er das Studium der Philosophie und Psychologie an der Universität Tübingen auf. Um seine prekäre finanzielle Lage etwas aufzubessern, zauberte er für Trinkgelder in Restaurants und Bars.
Nachdem er vom Kabarettisten Werner Finck ermutigt worden war, einen eigenen Präsentationsstil und ein Programm für ein gehobenes Publikum zu entwickeln, machte er Ende 1949 sein Hobby zum Beruf. Beim Debüt seines abendfüllenden Programms gehörte das Spiel mit den Billardbällen zu den Höhepunkten. Seine „Abende magischer Kammerkunst“ zeigte er - zunächst von einem Pianisten begleitet - in überschaubarem Rahmen in Kleintheatern, bei Kulturanlässen, Empfängen, Tagungen und Kongressen. Als Psychologe und Philosoph bevorzugte er als Publikum gebildete Zuschauer, die bereit waren, mitzuspielen und sich auf die Täuschung einzulassen. Sein Ziel war es stets, ohne Apparate im persönlichen Kontakt und Dialog mit dem Publikum eine magische Atmosphäre zu erzeugen und die Zuschauer zum Mitdenken und zum Staunen zu bringen. Als "philosophierender Zauberer“ verliess er sich auf die Kunst seiner Hände und die geistreiche Improvisation des Wortes und betrachtet Zauberei als ernst zu nehmende Kunstform.
1950 zog Alexander Adrion nach Köln und begann zahlreiche Reisen zu unternehmen. So besuchte er England, Algerien, Marokko, Frankreich, die Schweiz und Irland.
Anfang der Sechzigerjahre trat er als Deutscher Kulturbotschafter in Botschaften, Konsulaten und Kulturzentren in Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Belgien, Luxembourg, Holland und Frankreich auf.
Durch Bücher, Presseartikel, Interviews im Radio und Fernsehen, Vorträge zur Geschichte der Zauberkunst und öffentliche Ausstellungen brachte Alexander Adrion die Geschichte der Zauberkunst ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
1985 zog er sich von der Bühne zurück und widmet sich seinen Interessen zur Geschichte der Magie und seinen Publikationen. Alexander Adrion veröffentlichte eine Reihe von Büchern, die teilweise auch in andere Sprachen übersetzt wurden: "Zauberei Zauberei" (1968), "Die Memoiren des Robert Houdin. König der Zauberer" (Herausgeber; 1969), "Mein altes Zauberbuch" (1979), "Adrions Zauberkabinett zum Verwundern und Vorführen für jedermann" (1980), "Die Kunst zu Zaubern: mit einer Sammlung der interessantesten Kunststücke zum Nutzen und Vergnügen für jedermann" (1981), "Taschendiebe: der heimlichen Zunft auf die Finger geschaut" (1992), "Zaubereien oder das Spiel mit dem Schein" (1994).
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Aenigma (Robert [Bob] Alfred Marie Driebeck)
1922-2002 (NL)
Aenigma war ein leicht exzentrischer Amateur-Zauberkünstler aus der Aera von Henk Vermeyden, Marconick, Phoa Yan Tiong, Edddy Taytelbaum, Tonny van Dommelen, Niberco, Anverdi und Fred Kaps.
Er lernte in jungen Jahren Okito kennen und war mit Kaps befreundet, für den er - wie auch für mehrere holländische Komiker - Texte schrieb.
Er verbrachte einige Jahre in Wuppertal, wo er zum Ehrenmitglied des Magischen Zirkels von Deutschland ernannt wurde.
Aenigma verfasste zahlreiche Artikel für Zeitschriften sowie das Buch "Aenigmas Rätsel" (1996).

Agosto-Meynier (Auguste Meynier)
1861-1942 (F)
Agosta-Meynier wurde mit 13 Jahren professioneller Zauberkünstler. Er war 1903 Gründer und Präsident der Association Syndicale des Artistes Prestidigitateurs und 1928 des Syndicat International des Artistes Prestidigitateurs. 1905-1914 gab er die Zeitschrift Le Journal de la Prestidigitation heraus, 1919-1925 war er Herausgeber der Zeitschrift Le Prestidigitateur.
Zusammen mit seiner Frau trat er auch als Puppenspieler auf. Er erfand zahlreiche Kartenkunststücke und gab mehrere Bücher heraus. Er besass eine umfangreiche Büchersammlung magischer Literatur.

Agoston, Chevalier Gustav (August Böhm)
1826-1897 (D)
Deutscher Budenzauberer des 19. Jahrhunderts. Erfand den "Fliegenden Vogelkäfig", einen langen runden Vogelkäfig, der in einer Hand gehalten verschwand. Auf einem Rheindampfer richtete er ein Zaubertheater ein, hatte damit aber keinen Erfolg und verlor dabei viel Geld. Er verstarb im Armenhaus.

Akopjan, Arutjun Amajakowitsch
1918 – 2005 (RUS)
Ende der 30er Jahre begann Akopjan in Moskau zu zaubern. Er wurde Illusionist. 1939 errang er den 1. Preis auf dem internationalen Wettbewerb der Illusionisten in Colombo, Ceylon, und 1939 erhielt er in Paris für seine Darstellung des Zauberkünstlers Robert-Houdin den Grand Prix und die Goldmedaille der französischen Zaubervereinigung. In den Jahren des 2. Weltkrieges trat er über 1600-mal in Fronttheatern auf. Danach wollte er keine "Apparatetricks" mehr zeigen und entwickelte seinen eigenen Stil als Manipulator.
Seine Tourneen führten ihn in zahlreiche Länder, 1974 trat er im Berliner Friedrichstadtpalast auf.
Er wurde mit sowjetischen Künstlerehrungen überhäuft. In den 60er und 70er Jahren war Akopjan der populärste Bühnen- und Varietékünstler der UdSSR. Er spielte auch in Kinofilmen mit und übernahm Regiearbeiten für Film und Theater. Er war in Russland neben den Kios der Inbegriff des Zauberkünstlers. Man rühmte die hohe artistische Leistung, Eleganz und verblüffende Technik seiner Manipulationen. Zumeist erschien er mit leeren Händen auf der Bühne und beherrschte sie während anderthalb Stunden mit seiner umfassenden Präsenz.
Akopjan schrieb viele Bücher. So u. a. "Alles über Zauberkunst" (1975), "Bühnenzauberei" (1961), "In der Welt der Wunder", "50 tolle Zaubertricks" (1964).
Akopjans Ideen führt sein Sohn Amajak als Zauberkünstler weiter.
Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg.

Alan Alan (Alan Rabinowitz)
1926-2014 (GB)
Alan Alan wurde im selben Jahr geboren, in dem Houdini starb. Ab den Vierzigerjahren trat er als Entfesslungskünstler in Theatern, Cabarets und Zirkusshows auf. 1949 liess er sich lebendig begraben, konnte sich jedoch nicht selber aus dem Grab befreien und musste von seinen Helfern ausgegraben werden.
Einen von Houdinis bekanntesten Stunts - sich an einem Seil hängend aus einer Zwangsjacke zu befreien - führte er häufig vor, dies z. B. auch über einem Löwenkäfig oder über einer Reihe von senkrecht mit denSpizten nach oben stehenden Schwertern. Als Erster führte er die Befreiung aus der Zwangsjacke an einem brennenden Seil vor. Die Stunts gingen nicht ohne Pannen und Stürze vor sich, Alan Alan wurde jedoch nie schwer verletzt.
Er trat in diversen Fernsehshows auf. In den Achtzigerjarhen trat er vom Showgeschäft zurück und eröffente in London sein Zaubergeschäft "Alan Alan's Magic Spot", das er bis Mitte der Neunzigerjahre führte.
2006 wurde ihm vom Magic Circle für seine Verdienste um die Zauberkunst in England der Maskelyne Award verliehen.

Alan, Don (Donald Alan McWeathy)
1926-1999 (USA)
Don Alan lernte in der Chavez School of Magic. Er arbeitete als Stand-up- und Close-up-Zauberkünstler. Zunächst tart er mit einem Partner in Clubs auf, wandte sich dann der Restaurant- und Barzauberei zu. 1952-1962 tart er in zahlreichen Fernsehshows auf, so 1952 während 26 Wochen mit der halbstündigen Show "Magic". Zudem war er Gast in zahlreichen Talkshows. Seine wichtigsten Kunststücke, Präsentationen und Gedanken zur Zauberkunst wurden 2001 im von Jon Racherbaumer verfassten Buch "In a Class by Himself: The Legacy of Don Alan" beschrieben.
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Alban, Jack (Alain Ducret)
1934-2007
Jack Alban begann seine Karriere Ende der 1940er-Jahre als Teenager mit einer Hypnosenummer und trat in den 1950er-Jahren nach seinem Militärdienst mit einer Nummer auf, in der er leuchtende Glühbirnen produzierte und mit diesen manipulierte.
1948 wurde er Mitglied der AFAP. 1996 wurde ihm die Robert-Houdin-Medaille der AFAP verliehen.
Nach einer erfolgreichen Karriere, die ihn durch die grossen Cabarets auf der ganzen Welt führte, wurde er 1982 Präsident des Syndicat National des Illusionistes et Visuel du Spectacle, welches sich um rechtliche Belange der Engagements von Künstlern kümmerte. Das Amt, dem er sich mit Leidenschaft widmete, hatte er bis zu seinem Tod inne. Dabei war ihm kein Aufwand zu gross, die Rechte der Künstler gegenüber skrupellosen Arbeitgebern durchzusetzen.

Albini, Herbert A. (Abraham Laski)
1869-1913 (PL)
Herbert Albini spezialisierte sich auf Kartenkunststücke, die er mit grosser Frechheit vorführte. Sein Umgang mit dem Publikum war recht ungehobelt und seine Erfolge waren bescheiden. Nach jedem Kunststück warf er die Karten weg, so dass die ganze Bühne mit Karten übersäht war, und liess sich von einem Assistenten dauernd neue Kartenspiele geben. Laski nannte sich Albini, und wurde damit zum Rivalen von Frederick Baxter Ewing, der schon 9 Jahre vor ihm unter dem Namen Lieut. Fred Albini in England mit grossem Erfolg auftrat. 1891 wanderte er nach Amerika aus, wo er eine gewisse Bekanntheit erreichte.

Albo, Robert
1932-2011 (USA)
Robert Albo wurde in Oakland in Kalifornien geboren. An der Universität von San Francisco
studierte er Medizin. Er war ein hevorragender Athlet, der sowohl erfolgreich Basketball als auch Baseball spielte. Während 40 Jahren arbeitete er als erfolgreicher Chirurg.
Sein Interesse für die Zauberkunst wurde mit 9 Jahren geweckt, als er einen Zauberkasten zu Weihnachten erhielt. Während 70 Jahren trat er als Zauberkünstler auf, gab Seminare, sammelte Zauberapparate und Bücher und verfasste über ein Dutzend Bücher über die Zauberkunst.
1973 erschien das erste von 11 Büchern der "Classic Magic Series" mit dem Titel "The Oriental Magic of the Bambergs". Es folgten "Classic Magic with Apparatus", "More Classic Magic with Apparatus" (1976), "Further Classic Magic with Apparatus" (1982), "Srtill Further Classic Magic with Apparatus" (1985), "Final Classic Magic with Apparatus" (1986), "Classic Magic Index" (1986), "Classic Magic Supplement" (1986-1989), "Additional Classic Magic with Apparatus" (1998), "History and Mystery of Magic" (2001), "Laboratories of Legerdemain" (2005).
Ausserdem erschienen "The Ultimate Okito" (2007),"The Ultimate Okito Addendum" (2008). Albos letztes Buch "The Ultimate Thayer" erschien 2009.
Die Sammlung von Robert Albo, der im 79. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit in Oakland verstarb, wurde von David Copperfield übernommen und wird in dessen im Museum in Las Vegas ausgestellt.
Ein Sonderheft unter Mitarbeit von Rüdiger Deutsch, Werner Johannsen und Korrekturen von Hannes Höller war den deutschen Zauberapparatehändlern gewidmet: "The Magic of Germany" (1994). "The Magic of America" erschien 1995. " Die Veröffentlichungen von Robert Albo sind nicht nur eine Freude für Sammler und Historiker der Zauberkunst, sondern auch eine Fundgrube für jeden Zauberkünstler auf der Suche nach Anregungen für originelle Kunststücke.
Die Sammlung von Robert Albo, der im 79. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit in Oakland verstarb, wurde von David Copperfield übernommen und wird in dessen im Museum in Las Vegas ausgestellt.

Alexander (Claude Alexander Conlin)
1880-1954 (USA)
Claude Alexander Conlin wurde als Sohn eines nach Amerika ausgewanderten irischen Arztes in Hanson County, Dakota als erstes von drei Geschwistern geboren.
Neben seiner Lieblingsbeschäftigung, Jagen und Fischen, interessierte sich Conlin bereits als Teenager für die Zauberkunst, unter anderem studierte er Hoffmann's "Modern Magic". Nachdem er kurz vor seinem Schulabschluss von einer katholischen Schule geflogen war, machte er sich auf, die Welt ausserhalb seins Wohnortes zu entdecken. In Lily Dale kam er zum ersten Mal in Berührung mit spiritistischen Séancen, Geisterschriften, Entfesselungen und anderen Tricks der spiritistischen Bewegung. In Seattle hörte er vom Goldrausch in Alaska und machte sich auf, um dort sein Glück zu suchen.
1897 kam er in Skagway an, wo er sich dem kriminellen Jefferson Randolph Smith anschloss, der den Goldgräbern als Zuhälter, mit Falschspielen und Einschüchterungen ihr Gold abnahm, wobei seine Bandenmitglieder auch vor Mord nicht zurückschreckten. 1898 starb Smith bei einem Duell mit einem Mann namens Frank Reid, bei dem beide Schützen starben. Wie die Untersuchung durch Ärzte zeigte, war Smith jedoch nicht von Reid sondern von einem anderen Schützen erschossen worden, mutmasslich von Conlin. Nach dem Tod von Smith ging Conlin nach Dawson, wo er erstmals als "Medium" zu arbeiten begann.
1902 kehrte er nach Seattle zurück, entschlossen, eine Karriere als Zauberkünstler zu machen. Dazu nahm er den Namen "Alexander der Grosse" an und begann, eine Nummer auszuarbeiten. Im gleichen Jahr heiratete er Jessie M. Cullen, von der er sich jedoch bereits 1903 wieder scheiden liess. Vom Erfolg Houdinis inspiriert, stellte Conlin eine Entfesselungsnummer zusammen und trat damit in kleinen Theatern auf. Da die Konkurrenz gross war, brauchte er etwas Neues, um Erfolg zu haben. Mit der erst 14-jährigen Ethel Lyman, die davon träumte, Schauspielerin zu werden, reiste er nach Oakland, wo die beiden Ethel als achtzehnjährig ausgaben und heirateten. Zusammen traten sie mit einer Entfesselungsnummer auf, 1906 gebar Ethel in Los Angeles Claude Conlin Junior. Conlin ging mit Frau und Kind wieder auf Reisen, erweitere seine Show mit mehreren Assistenten und führte unter anderem auch Illusionen wie die Asrah-Schwebe vor.
Ein Ereignis in El Paso sollte sein Leben verändern: infolge eines Blizzards traf sein Gepäck nicht rechtzeitig am Auftrittsort ein. Conlin besorgte sich kurz entschlossen ein paar Hilfsmittel und führte eine ganze Abendvorstellung nur mit mentalen Effekten, Hellsehen und Gedankenlesen durch. Nach einem grandiosen Erfolg sagte er sich, dass er all seine bisherigen Requisiten gar nicht brauche, und liess das meiste davon nach Los Angeles zurückbringen. Conlin reiste von da an allein und traf in San Francisco die 17-jährige Della Martell, die er 1907 heiratete, obwohl er immer noch mit Ethel verheiratet war. Um sich einer allfälligen Klage wegen Bigamie zu entziehen, reiste er nach Osten. Ihre Gedankenlesenummer ergänzten die beiden mit privaten Séancen und "Beratungen". Conlin nahm den Namen "Astro" an.
1908 kehrten sie nach San Francisco zurück, wo sie private Sitzungen abhielten und Bühnenvorstellungen gaben. 1909 eröffnete er als "Astro, the White Mahatma of India" "Astro's Parlor", wo er private Beratungen abhielt. Durch einen Schwindel brachte er einen Ratsuchenden um $ 5'000, wofür er wegen schwerem Diebstahl und Trickbetrug verhaftet, jedoch nach Bezahlung einer Kaution von $ 3'000 und Rückerstattung des Geldes wieder auf freien Fuss gesetzt wurde. Ethel Conlin sah die diesbezüglichen Schlagzeilen in der Zeitung und meldete der Polizei in San Francisco, dass Conlin ihren Sohn hatte entführen lassen. Der Sohn wurde zurückgebracht, durch die Geschichte hatte jedoch Ethel erfahren, dass Conlin schon mit einer anderen Frau verheiratet war, vonder er behauptet hatte, sie sei bei der Geburt seines Sohne gestorben. Della Martell liess sich daraufhin von Conlin scheiden. Wegen weiterer Schwindeleien wurde Conlin wiederholt verhaftet und nur gegen Kaution wieder freigelassen. Da er befürchtete, wegen mehrerer Vergehen verurteilt zu werden, verliess er San Francisco und erschien nicht zur Gerichtsverhandlung, worauf er zur Verhaftung ausgeschrieben wurde.
1910 bis 1914 war Conlin auf der Flucht, reiste durch das Land, zeigte sporadisch seine Gedankenlesenummer und führte private Sitzungen durch. Im Februar 1914 wurde er in San Francisco verhaftet, jedoch wieder freigelassen, nachdem er eine Kaution von $7'500 bezahlt hatte. Nach der Gerichtsverhandlung wurde Conlin nach Bezahlung einer ungenannten Summe freigelassen.
Im Herbst 1914 wurde aus "Alexander dem Grossen" "Alexander the Man who Knows". 1915 heiratete er die 22-jährige Lillian Bartlett, die Musik und Gesang studiert hatte und als "Lillian Marion" in seiner Show auftrat. Ausserdem engagierte er die 19-jährigen Zwillinge Marguerite und Marie Johnson, die in klassischem Tanz und Ballett ausgebildet waren. Zwischen 1915 und 1921 reiste Conlin mit seiner abendfüllenden Show durchs Land. Seine Vorstellungen wurden durch Farbplakate mit Schriftzügen wie "Alexander. Crystal Seer. Knows All, Sees All, Tells All" und Alexander. The Man who Knows" angekündigt. Die Vorstellung umfasste im ersten Teil viele klassische Kunststücke wie den verschwindenden Spazierstock, den Fischfang aus der Luft, den Ring im Siebenfachen Kästchen, die Verschwindenden Enten, die Asrah Levitation usw., im zweiten Teil zeigte er in "indischem" Kostüm seine Hellseh- und Gedankenlesenummern, bei der er von Zuschauern notierte Fragen "hellsah" und beantwortete.
Ab 1920, als viele Künstler ihn zu imitieren versuchten, bot Conlin einige seiner Effekte zum Verkauf an, 1921 gab er das Buch "The Life and Mysteries of the Celebrated Dr. Q" heraus, in dem er die von ihm angewandten Methoden beschrieb. In Davenport, Iowa verlor er bei einem von einem Brandstifter gelegten Feuer fast sämtliche Requisiten. Er liess darauf in Los Angeles alles nachbauen und ging im Herbst des gleichen Jahres mit einer auf die Bedürfnisse von Vaudeville Theatern angepassten Show auf Tournee und trat bis 1924 in ausverkauften Häusern auf. In der zweiten Hälfte des Jahres 1924 erholte sich Conlin in los Angeles und stellte seinen fünfbändigen Psychologie-Kurs "The Inner Secrets of Psychology" ("Creative Thought Power", Personal Magnetism", "Psychology of Sex", "Psychology of Health", "Astral Plane Phenomena") fertig. Der grösste Teil der 900 Seiten stammte nicht von Conlin, sondern bestand aus Auszügen aus vielen verschiedenen Büchern. 1924 verdiente Conlin mit seinen Auftritten und dem Verkauf seiner Bücher rund $ 240'000.
1925 reiste er in den Mittleren Osten und publizierte das Buch "Oriental Wisdom".
1926 wurde Conlin verhaftet, weil er dem Ölmillionär G. Allan Hancock Drohbriefe geschrieben hatte, in denen er ihm androhte, eine unmoralische Liaison mit einer Dame publik zu machen, wenn ihm Hancock nicht $ 50'000 bezahle. Nach Bezahlung einer Kaution von $ 50'000 wurde Conlin freigelassen. Bei der Gerichtsverhandlung wurde die Anklage plötzlich fallengelassen, mutmasslich weil Conlin den Anwalt bestochen hatte. Conlin trat als freier Mann erneut auf bis Mitte 1927, als er sich als mehrfacher Millionär zur Ruhe setzte.
1928 wurde er verhaftet, weil er 1924 seine Steuern - über $ 30'000 - nicht bezahlt hatte. Auf Kaution freigelassen bekannte sich Conlin schuldig und bezahlte die ausstehenden Steuern und eine zusätzliche Busse.
1929 liess sich Lillian, die 14 Jahre mit ihm verheiratet gewesen war, von ihm scheiden. Conlin verbrachte seine Zeit mit Jagen und Fischen und schmuggelte in der Prohibitionszeit mit einem extra dafür gebauten Schnellboot Whisky nach Kanada, wobei er eines Tages von der Kanadischen Küstenwache erwischt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Kurz nach seiner Einlieferung klagte er über Magenschmerzen und wurde in die Pflegeabteilung verlegt, wo der Arzt Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium diagnostizierte. Kurz Zeit später wurde Conlin entlassen, um seine letzte Tage in Freiheit zu verbringen. Conlin hatte jedoch einen Wärter und möglicherweise auch den Arzt bestochen, damit er dank der Fehldiagnose freikam. Er kaufte ein grosses Haus in Seattle, wo er jedoch nie wohnte, sondern den Wärter als Verwalter anstellte. Conlin kehrte in sein Haus in Los Angeles zurück.
1930 heiratete er Grace Coughlin, 1934 wurde er wieder von ihr geschieden. 1934 brannte sein Anwesen an der Nordwestküste Washingtons nieder. 1944 verkaufte er all seine Requisiten, Bücher und Plakate, insgesamt mehrere Tonnen Material, an Robert Nelson in Columbus, Ohio. Nelson bot in den darauf folgenden Jahren die Plakate und Bücher sowie eine Neuauflage des Dr. Q-Buches zum Verkauf an.
1951 kaufte Leon Mandrake die Alexander Show und die Rechte, unter dem Namen C. Alexander aufzutreten. Ab 1956 trat Mandrake mit grossem Erfolg unter dem Namen Alexander auf, merkte jedoch bald, das es äusserst anstrengend war, eine Show mit dem Beantworten von Fragen zu präsentieren und es nicht leicht war, in Conlins Fussstapfen zu treten. Er nahem daher für den Rest seiner Karriere erneut den Namen Mandrake an.
Conlin ging seiner Lieblingsbeschäftigung des Jagens und Fischens nach und absolvierte einen Kurs für Fotografen. Das neu erlernte Handwerk setzte er für die Herstellung und den lukrativen Verkauf von "Kunst"-Kalendern mit Aufnahmen von nackten Frauen ein.
1954 wurde er wegen starker Magenschmerzen ins Spital eingeliefert, wo ein Magengeschwür operiert wurde. Drei Tage später verstarb er an einer schweren Magenblutung.
Biografie: CHARVET, D., POMEROY, J. Alexander The Man Who Knows

Alexander (Alexander Heimbürger)
1819-1909 (D)
Der bedeutendste deutsche Zauberkünstler des Neunzehnten Jahrhunderts, der in Westfalen geborene Alexander Heimbürger, interessierte sich schon als Kind für Zauberei. Als er eine Vorstellung von Döbler sah, träumt er davon, selbst als Zauberkünstler auf der Bühne zu stehen. Nach einer Lehre in einem lithografischen Institut, die er wegen einer Erkrankung bald aufgeben musste, arbeite er kurze Zeit beim Landratsamt und danach als Sekretär eines Rechtsanwaltes. In dieser Zeit erwarb er einige Zauberbücher und verbrachte seine ganze Freizeit mit dem Studium der Zauberkunst. 1838 nachdem er eine Vorstellung des Budenzauberers Friedrich Becker gesehen hatte, bewarb er sich bei diesem als Sekretär. Becker liess ihn nach Leipzig kommen, reiste aber vor dem Eintreffen von Alexander nach Rostock weiter. Dieser schaffte es, ihm praktisch mittellos nachzureisen, nur um festzustellen, dass Becker bereits nach Kopenhagen abgereist war. Aber auch dorthin folgte ihm Alexander und Becker nahm ihn auf. 1840 Trennte sich Alexander von Becker und versuchte sich mit einem Partner zusammen erfolglos als Zauberkünstler. Darauf schloss er sich einer Schaustellerfamilie an, mit der er in Hamburg endlich Erfolg hatte und von da an bekannt und schliesslich berühmt wurde.
Ab 1842 bereiste er während 10 Jahren Amerika, wo er sich zunächst durchsetzen musste, danach aber grösste Erfolge feierte. So trat er mehrere Male im Weissen Haus vor dem Präsidenten auf und wurde auf dessen Empfehlung auch nach Westindien eingeladen. Als er von New York abreiste wurde ihm eine von der staatlichen Münze geprägte Medaille mit der Inschrift "Herrn Alexander als ein Zeichen der Wertschätzung von seinen Freunden verehrt" überreicht. Mit 35 Jahren nach Deutschland zurückgekehrt konnte er es sich leisten, eine Villa zu kaufen und sich bis zu seinem Lebensende seinen Liebhabereien zu widmen. Nur zu Wohltätigkeitszwecken trat er gelegentlich noch auf und verstarb im hohen Alter von 90 Jahren.

Allan (Albin Neumann)
1909-1990 (A)
Von Beruf ursprünglich Radiotechniker lernte Allan von Larette und Arcano zaubern und wurde 1925 professioneller Zauberkünstler, der vor allem für private Gesellschaften in Europa und im Orient arbeitete.
Nach dem 2. Weltkrieg lebte er in Wien, wo er die Polizei über Falschspielmethoden beriet. 1990 verstarb er in Wien.
Allan verfasste "Die 4. Dimension" (o.J.); "Simsalabim" (1953); "Korrigiertes Glück" (1954), "Falsche Geister; echte Schwindler" (1969), "Mögliche Unmöglichkeiten" (1982). "Bibliographisches Lexicon der Magie" (1984, Mit Lang & Zerzawy).

Allerton, Bert (Albert Allan Gustafson)
1889-1958 (USA)
Bert Allerton war Angestellter einer Ölfirma. 1934 begann er sich für die Zauberkunst zu interessieren, nachdem er eine Kopie von Tarbells Kursunterlagen erhalten hatte.
1935, nach dem Tod seiner Frau, begann er sich intensiver mit der Zauberei zu beschäftigen und begann sie schliesslich 1939 professionell auszuüben. Er trat als distinguierter Gentleman ausschliesslich als Close-up-Künstler in Hotels auf, während 15 Jahren im Ambassador East Hotel in Chicago.
Erst nach seinem Tod 1958 erschien das von ihm zwei Jahre zuvor begonnene Buch "The Close-up Magician", in dem einige seiner Lieblingskunststücke beschrieben wurden.

Allias (Camille Moysan)
1957-2017 (F)
Allias wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und konnte sich schon als keines Kind für die Zauberkunst begeistern. Sein Interesse nahm noch zu, als sein Vater kleine Zauberkunststücke kaufte, die Allias seinen Schulkameraden vorführen konnte. Die Zauberkunst bot Allias, der keine Chance auf eine höhere Schulbildung hatte, die Möglichkeit aus der Armut auszubrechen. Als Autodidakt eignete er sich die Fähigkeiten eines Allroundmagiers an und trat während mehr als dreissig Jahren in Frankreich und allen europäischen Grossstädten sowie in Japan mit grossem Erfolg auf. Close-up, im Salon und auf der Bühne zeigte er allgemeine Magie, Manipulationen, Mentalmagie und Grossillusionen. Seine Würfelnummer (Dice Stacking) wurde sowohl in Frankreich als auch in Italien mit einem Grand Prix ausgezeichnet. Er hatte eine Tochter und zwei Söhne. Mit seiner Tochter studierte er eine Gedankenübertragungsnummer ein.
Ausserdem wurde er zu einem der führendem Entfesselungskünstler Frankreichs und gab in dieser Eigenschaft auch Seminare für Polizisten. 1991 wurde er als « Le roi de l’évasion » als Attraktion für den FISM Kongress in Lausanne verpflichtet.
Allias trat in zahlreichen Shows im Fernsehen auf, Anfang der Neunzigerjahre u. a. in der Reality Show "La nuit des héros" (France 2), Mitte der Neunzigerjahre in "Fort Boyard" (France 2; das Sendeformat wurde in 33 Ländernexportiert), in "Coucou c’est nous" (TF1), in "Ciel mon mardi "(TF1). Ausserdem wurde er regelmässig für Anlässe im Dineyland Resort Paris engagiert.
Allias verfasste "Le grand cirque des dés à jouer" (1986), "Les clés de l’évasion" und das Kinderzauberbuch "Magicien en herbe".
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Alli-Wad (Alexander Alexejewitsch Wadimow-Markelow)
1895-1967 (RUS)
Ursprünglich war Wadimow Schauspieler. Während des russischen Bürgerkriegs organisierte er ein Wandertheater und trat mit einem Zirkus für die Soldaten der Roten Armee auf. 1927 lernte er bei Conradi-Horster in Deutschland. [1]
Die Besonderheit der Zirkusarena erfordert grosse Gegenstände, welche irgendwoher erscheinen und irgendwohin verschwinden. Dafür entwickelte Alli-Wad eigene Lösungen. Er trat anfangs - wie seinerzeit üblich - mit Turban auf und wurde als „Inder, der kein Wort Russisch spricht“, angekündigt. „Völlig richtig“ bekräftigte der Illusionist im reinsten Russisch und nahm lächelnd seinen Turban ab. Er zeigte klassische Zirkusillusionen, darunter die Schwebe eines vergoldeten Sarkophages, der auf einem Gestell lagerte. Die Assistentin im weissen Kleid legte sich in den Sarkophag, der Deckel wurde geschlossen. Dabei ragte ein Zipfel des Kleides hervor. Der Sarkophag schwebte zur Zirkuskuppel. Der Sarkophag öffnete sich in der Luft und war leer. Die Assistentin erschien im Publikum.
1932 zeigte Alli-Wad in der Moskauer Music Hall unter der Regie von W. N. Kawerin das Stück von Demjan Bednyj „Wie die 14. Division in das Paradies kam". In der Show lud der Teufel den lieben Gott in die Music Hall der Hölle mit dem Wundertäter Alli-Wad ein. Dieser zeigte dabei einen Trick, bei dem Gott aus einer Truhe verschwindet und unter den Erzengeln Panik ausbricht, Gott existiert nicht…!
Alli-Wad zeigte auch klassische Manipulationsdarbietungen mit Spielkarten, Bällen und Tüchern sowie komische Spielszenen. So z.B. sass er auf einer Bank und wurde von der Assistentin gebeten, auf einen Kinderwagen aufzupassen. Das Kind weinte und er nahm es heraus. Das Weinen im Kinderwagen begann erneut... insgesamt erschienen ein halbes Dutzend Kinder aus dem Kinderwagen, die der hilflose Zauberkünstler zu beruhigen versuchte.
Einige seiner Nummern waren politisch geprägt und thematisch dem „Kampf um den Weltfrieden und der Unterdrückung im Kapitalismus“ gewidmet. [2]
Wadimov war Autor mehrerer Bücher, darunter "Die Kunst des Zauberns“ (1959) und "Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage" (1966).
Aus: [1] G. Winkler, D. Winkler. Das grosse Hokuspokus, aus dem Leben berühmter Magier.
[2] A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg

Alma, The Mysterious (Oswald Henry Bishop)
1880-1956 (AUS)
Alma war von Beruf Spengler und Zauberkünstler, der das Umherreisen als Zauberkünstler in Australien und Neuseeland liebte. Er trat unter anderem unter den Namen "The Mysterious Alma", "The Australian Mystifier", "Pang Sue Foon" (als Orientale) und "Pharos" (als Ägypter) auf.
Seine Frau Rose kam mit diesem Leben nicht zurecht. 1913 verliess Oswald seine Frau und seinen Sohn (Oswald George Bishop, > Will Alma), reiste nach Samoa, dann nach den USA und liess sich schliesslich auf Hawaii nieder, wo er bis zu seinem Tod blieb.
1916 gab er das Zaubern auf und wurde Manager einer Kette von sechs Theatern, bis er 1918 zum Manager der Versicherungsabteilung der Bank von Hawaii ernannt wurde. Diese Stelle hatte er bis 1946 inne. 1920 erhielt er die Amerikanische Staatsbürgerschaft.

Alma, Will (Oswald George William Bishop)
1904 (05?)-1993, (AUS)
Der in Australien geborene Will Alma war der Sohn von The Mysterious Alma. Er war vom Talent seines Vater als Zauberkünstler beeindruckt und beobachtete seine Vorstellungen oft von hinter der Bühne aus. Nachdem sein Vater ihn und seine Mutter 1913 verlassen hatte, heiratete Wills Mutter Thomas Smith. Will liess 1949 seinen Namen offiziell in Will Alma ändern.
Als 14-Jähriger lernte Will Alma als Aushilfe bei einem Drechsler die Holzbearbeitung, was ihm später bei der Herstellung von Zauberapparaten zugute kam. Anfang der 1920er-Jahre zog er nach Sydney, 1927 heiratete er seine Tanzpartnerin Florence Stemming. In den Dreissigerjahren trat er im First State Theatre in Melbourne, den Tivoli Theatres in Sydney, Adelaide und Melbourne, sowie im Theatre Royal in Hobart auf. Ausserdem gab er zahlreiche Vorstellungen in Cabarets und Hotels.
Ein Glanzlicht in seiner Karriere als Zauberkünstler war Anfang der Vierzigerjahre eine Tournee als Assistent von Les Levante durch Neuseeland.
Nach einer Fehlgeburt infolge Tuberkulose wurde Will Almas Frau in ein Kurheim eingewiesen. 1947 wurden die beiden geschieden. 1953 heiratete er seine zweite Frau, Eileen Margaret Hastings, mit der er bis zu ihrem Tod 1988 zusammenlebte.
Seine Kenntnisse über die Konstruktion von Geräten, die er in frühen Jahren bei verschiedenen beruflichen Tätigkeiten in mechanischen Werkstätten und bei einem Hersteller von Kameras erworben hatte, machte er sich für die Herstellung von Apparaten für Zauberkünstler zunutze. Zunächst stellte er Geräte für die Will Andrade Shops in Melbourne und Sydney her und eröffnete schliesslich sein eigenes Geschäft, die Will Alma Magical Company in Melbourne. Zunächst war es lediglich ein kleiner Versandhandel, dann wurde daraus ein Ladengeschäft, in dem er seine selbst hergestellten Geräte und Neuheiten aus dem Ausland verkaufte. 1947 verkaufte er das Geschäft.
1956 trat er in Korea für Armeeangehörige auf und reiste dann weiter nach Borneo, Tokio, Manila und Hong Kong. 1958 organisierte er den IBM-Kongress in Melbourne und trat in dessen Rahmen als Stargast auf. im gleichen Jahr wurde ihm in London der Status eines "Member of the Inner Circle with Gold Star" verliehen.
Will Alma war der Herausgeber von Will Andrade's Magical Review (1928-29), Will Alma's (Magical) Magazine (1934-38), Here's Tricks (1939-41) und The Magic Circle Mirror (1971-77) und verfasste Artikel für Shpinx. Ausserdem gab er "A Victorian Chronology 1854–1914 und "Magicians Recorded in the Victorian Press" heraus.
Nach einem Herzanfall musste sich Will Alma 1965 von der Bühne zurückziehen.
Aus einer in den Sechzigerjahren begonnenen Sammlung von Büchern und Zeitschriften wurde über die Jahre die W. G. Alma Conjuring Collection mit über 4000 Büchern, über 8'000 Zeitschriften, Postkarten, Briefwechseln mit berühmten Zauberkünstlern, Fotos, Notizbüchern, Aufzeichnungen von Radiosendungen, Zeitungsausschnitte, Programme, massstabgetreue Modelle von Illusionen, von der Alma Magical Company und anderen hergestellte Zauberapparate, usw. 1976 übergab Will Alma die Sammlung der State Library of Victoria, baute sie jedoch in den folgenden Jahren kontinuierlich weiter aus. Die Sammlung wird immer wieder für Ausstellungen beigezogen, so z. B. 1990 für eine Ausstellung in der Queens Hall unter dem Titel "Masters of Magic" und 1992 für eine Ausstellung zum Thema "Conjurers, Spirit-Mediums and Mind-Readers".

Amac (Robert William MacFarlane)
1890-1961 (GB)
Amac begann um 1916 in englischen Theatern mit Standardkunststücken aufzutreten. 1921 präsentierte er eine von ihm erfundene Illusion "Elusive Lady" (auch als "Find the Lady" oder "Cherchez la Femme" bezeichnet), die auf dem Kümmelblättchen basierte. Anstelle von normal grossen Spielkarten wurden 3 grosse Karten aufgehängt, hinter denen sich eine Assistentin auf einem Stuhl stehend verstecken konnte. Die Karten wurden durcheinander bewegt und die Zuschauer mussten raten, wo sich die Assistentin befand. Am Schluss verschwand sie vollständig. Mit dieser Illusion wurde Amac nach Amerika verpflichtet und trat dort während über fünf Jahren in Vaudeville-Theatern nur damit auf. 1929 machte Amac eine Europatournee, während der er unter anderem in Berlin auftrat. 1930 ging er zurück nach Amerika, doch die Illusion hatte als eigenständige Nummer bald ausgedient. Sie wurde jedoch weiterhin in grossen Illusionsshows von verschiedenen Künstlern gezeigt. Amac ging nach England zurück, wo er bei The Great Lyle Bühnenmeister wurde und mit dessen "Cavalcade of Magic" auf Tournee ging.

Amedeo (Amedeo Vacca)
1890-1974 (I)
Amedeo wanderte als Jugendlicher nach Amerika aus. Dort wurde sein bereits bestehendes Interesse für die Zauberkunst durch den Besuch von Vorstellungen von Künstlern wie Jarrow, Harry Blackstone, Hardeen und vielen anderen bestärkt.
Bereits mit 18 Jahren wurde er professioneller Zauberkünstler und trat in Chicago und New York auf.
1921 lernte er Houdini kennen und wurde dessen Berater. Nach dem Tod Houdinis 1926 nahm er definitiv den Künstlernamen Amedeo an und unternahm bis zum Ende seiner Karriere rund fünfzig Tourneen.
Er trat in Theatern und Nachtclubs in Europa, der Türkei, Ägypten, China, Japan und Südafrika auf.
Amedeo war ab 1938 einer der ersten Zauberkünstler, die auf Kreuzfahrtschiffen arbeiteten.
1969 wurde ihm in New York die Auszeichnung "Star of Magic" verliehen.

Anderson, Harry
1952-2018 (USA)
Harry Anderson wurde in Rhode Island geboren. Er hatte eine schwere Kindheit. Mit 12 trat er einem Zauberclub bei. Mit 16 zog er mit seinem Vater nach Kalifornien. Dort wurde er professioneller Zauberkünstler und arbeitete in den 1970er-Jahren als Strassenzauberer unter anderem in Austin und New Orelans.
1977 heiratete er die Mentalistin und Okkultistin Leslie Pollack, mit der er eine Entfesselungsnummer zeigte. Anfang der 1980er-Jahre trat er im Magic Castle, in Casinos, Talk Shows und Comedy Clubs auf. 1981 erhielt er von der Acadmy of magical Srts die Auszeichung "Best Stage Magician".
1982 agierte er als Schauspieler im Film "The Escape Artist", 1984 -1992 als Sit-Com-Darsteller in der Fernsehserie "Nightcourt", in der er gelegentlich auch Zaubertricks zeigte. Ausserdem wirkte er 1993-97 in "Dave's World" und in zahlreichen weiteren Fernsehserien. mit. Er trat auch 12 mal in der The Tonight Show von Johnny Carson auf, anschliessend in" Cheers" als "Harry the Hat".
1988 wurde ihm von der Academy of Magical Arts die Auszeichnung "Magician of the Year" verliehen.
In den 1990er-Jahren eröffnete er in New Orleans zusammen mit seiner zweiten Frau ein kleines Geschäft, Oswald's Speakeasy, in dem er Zaubertricks, Scherzartikel und Apokryphen verkaufte.
2005 eröffnete er einen Nachtclub, in dem er mit seiner One-Man Show "Wise Guy" auftrat.
2006 verkaufte er sein Geschäft, trat aber weiterhin mit seiner One-Man Show auf.
In seinen letzten Jahren war Harry Anderson in diversen Comedysendungen im Fernsehen zu sehne, 2014 trat er m Film "A Matter of Faith" letztmals als Schauspieler auf.
Harry Anderson veröffentlichte "The Shadow and Other Card Mysteries" (1982), "Games You Can't Lose: A Guide for Suckers" (1989, mit Turk Pipin).
Biografie: CAVENEY, M. Harry Anderson: Wise Guy. Pasadena, Magical Publication, 1993.
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Anderson, John Henry, The Wizard of the North
1814-1874 (GB)
Begann schon mit 17 als selbständiger Zauberkünstler mit einem Pferdewagen in Schottland und England herumzureisen. Mit 24 trat er bereits mit grösstem Erfolg in grossen Städten auf, 1939 besuchten in einer Stadt 75'000 Zuschauer seine Vorstellung. Das Kunststück, das ihn in diesen frühen Jahren am meisten bekannt machte, war der Kugelfang. 1840 Trat Anderson als "Wizard of the North" zum ersten Mal in London auf, wo er während mehreren Monaten grösstes Lob für seine Vorstellungen einheimste. Im Sommer bereiste er die Provinzen und kehrte während vier Jahren in der Theatersaison immer wieder nach London zurück. Im Sommer 1944 gab er Vorstellungen an hundert aufeinanderfolgenden Abenden. Danach begann er in Glasgow den Bau eines eigenen Theaters, das im Juli 1845 eröffnet wurde, im November des gleichen Jahres jedoch durch ein Feuer völlig zerstört wurde. Anderson ging wieder auf Reisen und kehrte 1946 nach London zurück, wo er eine Mischung aus Oper, Musik, Tanz und Zauberei präsentierte. Dank grossem finanziellem Erfolg entschloss er sich danach, nach Europa zu gehen, wo er bis1849 viele Länder besuchte und vor manchen gekrönten Häuptern auftrat. 1851 reiste er nach Amerika, wo er als Schauspieler und Zauberkünstler sehr populär wurde. 1853 kehrte er nach Schottland zurück um sich dort der Schauspielerei zu widmen. 1854 unternahm er als Zauberkünstler eine "Abschiedstournee" durch Schottland und England. Der Erfolg war so gross, dass er sich entschloss, weiter zu machen. 1856 führte Anderson das Covent Garden Theater, das anlässlich eines grossen Maskenballs abbrannte, wodurch Anderson ruiniert wurde. Er trat jedoch weiter als Zauberkünstler und in Theaterstücken als Schauspieler auf. 1858 wurde er nach Australien verpflichtet, im Jahr darauf reiste er nach Amerika, wo er wiederum verschiedene Theaterstücke inszenierte und als Zauberkünstler auftrat. Der Sezessionskrieg (1861-65) führte dazu, dass seine Ausgaben die Einnahmen überstiegen, so dass er 1862 Amerika völlig verschuldet verlassen musste. Er bemühte sich, sich in Schottland und England wieder emporzuarbeiten und gab bis 1970 unzählige Vorstellungen. 1874 starb Anderson mit 60 Jahren. Als er in Aberdeen beigesetzt wurde, gaben ihm Tausende das letzte Geleit.
Biografie: BAYER, C. P., The Great Wizard of the North. Ray Goulet’s Magic Art Book Co., Watertown, MA, 1990

Andra, Rolf (Joseph Fuchs)
1907-1998 (D)
Rolf Andra wurde in Hegne bei Konstanz am Bodensee geboren. Mit zwölf Jahren kam er zum ersten Mal in Kontakt mit der Zauberkunst. Von seinem Grossvater lernte er seinen ersten Kartentrick.
Weitere Kunststücke lernte er auf dem Jahrmarkt kennen. Rolf Andra trat als Kind nie vor Publikum auf, nur seiner Mutter führte er ab und zu einen Trick vor. Sein Vater hatte kein Verständnis für seine künstlerischen Bemühungen. Deshalb konnte Rolf sein Taschengeld auch nur heimlich für die Beschaffung von Büchern und Zaubergeräten bei Bartl ausgeben.
Im Varieté in Konstanz trat Rolf Andra zum ersten Mal als Zauberkünstler auf und kam von da an nicht mehr von der Zauberkunst los. Während des zweiten Weltkrieges schrieb er sein erstes Manuskript "Karten-Kombinationen", das er nach Kriegsende im Selbstverlag veröffentlichte.
1955 brachte er die "Symphonie der Asse" heraus, ein Jahr später im Verlag Joe Wildon sein Buch "Kartenmagie".
1957 reiste er mit dem Zirkus Olympia durch die Schweiz. 1960 machte er unter dem Namen "Rolf Andra, der lachende Magier - Magie ohne Aufwand" sein Hobby schliesslich zum Beruf und trat erfolgreich in Varietés und Kabaretts, Hotels usw. auf.
Er zeigte drei verschiedene zweistündige Vorstellungen, die jedes Jahr wechselten.
Jahrzehnte lang erschienen in der Magie Beschreibungen von Kartenkunststücken aus seiner Feder, und auch im Hokus-Pokus, der Magischen Welt, Herz Dame, Aladin, Innovator und Zauberkunst wurden Artikel von ihm veröffentlicht.
Der MZvD und der MRS ernannten Rolf Andra zum Ehrenmitglied, 1988 wurde er vom MZvD als Schriftsteller des Jahres ausgezeichnet.

Andrews, Val
1926-2006 (GB)
Val Andrews, Sohn eines Architekten, lernte bereits als Kind seine ersten Tricks von seinem Vater. Nachdem seine Familie 1934 nach Kamptown in Brighton gezogen war, sah er dort Vorstellungen von Dante und The Great Carmo. Ab 1943 arbeitete er als professioneller Bauchredner und Zauberkünstler.
Von 1938 to 1948 trat er unter dem Namen "Val Vox" auf, Anfang der 40er-Jahre auch als "Valcarte", von 1948 bis 1951 als "Vanson".
1957 heiratete er, 1968 wurde seine 8-jährige Tochter von einem Auto überfahren und starb. Zwei Jahre später verliess ihn seine Frau.
Ab 1952 begann er zu schreiben. Er war als Autor für viele Britische Komiker wie Tommy Cooper tätig, ausserdem verfasste er 18 Sherlock Holmes-Romane.
Neben zahlreichen Artikeln für Abracadabra, Epoptica, Genii, Hugard's Magic Monthly und The Jinx verfasste er mehr als 30 Bücher über verschiedene Gebiete der Zauberkunst, u. a. "The Big Show", sowie hervorragende Biografien von Zauberkünstlern, "Murray" (1974), "Goodnight, Mr. Dante" (1978), "How to Give a Magic Lecture" (1979), "The Card and Coin Magic of Bobby Bernard (1982)", "Life ... Dull it ain't!: Horace Goldin, The Triumphs and Tragedies" (1983), "A Gift from the Gods - the Storsy of Chung Ling Soo (1981), "Illusions (mit Fergus Roy, 1985)", "Once Hung a Guilded Lamp: The Life and Times of Will Goldston" (1986), "Gentleman George Sanger" (1989), "The Dante Scrapbook" (1990), "Fred Culpitt. A Brief Biography", (2001)
1999 erhielt er den Literary Fellowship der Academy of Magical Arts.
2006 starb Val Andrews nach zwei Herzanfällen.
Biografien:
Andrews, V. Dedicated Magic (1971)
Andrews, V. Four Seasons in the Life of Val Andrews (1984)

Andrus, Jerry
1920-2007 (USA)
Jerry Andrus war einer der originellsten Denker in der Zauberkunst. Als eines von vier Geschwistern in Springfield geboren und in Albany, Oregon, aufgewachsen, trat er mit 16 Jahren der International Society of Junior Magicians bei.
Jerry Andrus war ein Zauberkünstler, Denker, Poet, Illusionist, Agnostiker und Skeptiker, der nichts als gegeben hinnahm und ausserhalb der ausgetretenen Pfade dachte. Schon früh entwickelte er alle Kunststücke, die er vorführte, selber, und besass eine einzigartige Handfertigkeit.
Er arbeitete für eine Elektrizitätsgesellschaft, bis er sich mit 53 Jahren frühzeitig pensionieren liess, um sich ganz seinen Erfindungen und dem Schreiben zu widmen.
Jerry Andrus kannte und beriet als hervorragender Close-up-Künstler viele grosse Zauberkünstler, trat im Magic Castle, in zahlreichen Fernsehsendungen und in unzähligen Shows in England , Spanien, Chile, Deutschland, Japan, Finnland, Belgien, Frankreich, Holland und Dänemark auf, in denen er die von ihm erfundenen optischen 3D-Illusionen zeigte, unter anderen "Nuts Impossible Illusion", "Paradox Box Illusion", "Tri-Zonal Space Warper", "Spook Blocks", "Paper Dragon" (1998), "Hyper House", "Auto Dimension".
Seine Ideen entwickelte er in seinem kleinen viktorianischen Haus, dem "Castle of Chaos", das vollgepackt war mit Büchern, Werkzeugen, elektronischen Geräten, Materialien und Dingen aller Art.
An verschiedenen Universitäten wie Harvard und Stanford gab er Gastvorlesungen darüber, wie die Wahrnehmung den menschlichen Verstand täuscht und wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet und interpretiert.
Seine Kunststücke und Techniken wurden in einer Vielzahl von Schriften veröffentlicht, so u. a. in "Safety Pin-Trix. An Array of Truly Bewildering Effects with the Lowly Safety Pin" (1955), "Andrus deals you in" (1956), "Up Close with Andrus " (1957), "Andrus deals again", "The Miser's Miracle" (1961), "Five Dollar Trix", "Steals and Palms" (1961), "Sleeving From the Deck" (1961), Andrus Notes, "Special Magic", "Kurious Kards" (1973), "More Sleightly Slanted" (1977), "Andrus Card Control Volume 1 and Volume 2", (2000).
Auf den drei Videobändern "A Lifetime of Magic" wurden viele seiner Kunststücke und optischen Illusionen erklärt.
Jerry Andrus starb 2007 im Alter von 87 Jahren an Krebs.
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Andruzzi, Tony (Antonio C. Andruzzi)
1925-1991 (USA)
Antonio Andruzzi wurde in Cheyenne, Wyoming geboren. Er lernte mit acht Jahren anhand eines Zauberkastens zaubern. Von Beginn der 50er-Jahre an bis in die 1970er-Jahre trat er als professioneller Illusionist & komischer Magier auf, nahm den Namen "Tom Palmer" an und legalisierte seine Namensänderung zu "Thomas S. Palmer".
Von 1947 bis 1964 war er mit Gloria Jacobson verheiratet (spätere Ehefrau von Marcom). Er erfand die "Satan's Seat" Illusion (1959) und gewann zwischen 1959 und 1963 7 Auszeichnungen der TAOM.
Als Tom Palmer verfasste er "Modern Illusions" (1959), "The Tie Pitch" (1960),"The Vampira Act" (1960), "The Famous Flea Act" (1962), "Cagy Doves" (1962), "The Comedy Act of and by Tom Palmer" (1969).
1970 nahm er den Namen Antonio C. Andruzzi als alternativen legalen Namen an. Als "Tony Andruzzi", "Masklyn ye Mage" und "Daemon Ecks" wandte er sich der Bizarren Magie zu und trug viel zur weltweiten Popularisierung der bizarren Magie bei. Er gab von 1981 bis 1991 The New Invocation heraus, eine Zeitschrift über bizarre Magie. Er gründet das "Invocational," ein jährliches Treffen der Bizarristen, das von 1984 bis 1990 abgehalten wurde.
Als Masklyn ye Mage, verfasste er "The Negromicon of Masklyn ye Mage" (1977),"Grimoire of the Mages" (1980), "The Legendary Scroll of Masklyn ye Mage" (1983), "Daemon's Diary" (1984).
Unter beiden Name publizierte er auch Artikel in Sphinx, Genii, Tops, Magick, Dope Sheet, Invocation and New Invocation. 1988 erschien ein Videoband über Tony Andruzzis bizarre Magie "Bizarre".

Annemann (Theodeore John Squires)
1907-1942 (USA)
In East Waverly, N. Y. geboren, von Stanley Annemann adoptiert, sah Theodore Annemann mit 10 den ersten Zaubertrick, die Seilvase. Mit 15 kaufte er einen Zauberkasten und wandte sich mit etwa 18 ganz der Zauberkunst zu. 1924 erschien in der Zeitschrift "Sphinx" das erste Inserat, in dem ein von ihm erfundenes Kunststück angeboten wurde.
1927 heiratete er Greta Abrams, die Ehe hielt 10 Jahre. Von 1928 an arbeitete Annemann mit Mental- und Kartenkunststücken in Clubs in und um New York. Während dieser Zeit publizierte er eine Reihe neuer Mentalkunststücke. 1931 publizierte er sein erste Buch "The Book without a Name", weitere Bücher folgten, so u. a. "101 Methods of Forcing" (1932), "202 Methods of Forcing" (1933), "S-h-h-h- - It's a Secret" (1934). Annemann's Complete One Man Mental and Psychic Routine (1935). Eine Sammlung seiner Effekte wurde unter dem Titel "Practical Mental Effects" publiziert (1944).
Ab Oktober 1938 gab er die Zeitschrift The Jinx heraus, ebenfalls 1938 wurde er als einer der 10 "Card Stars" gewählt, 1940 wurde er in den New Yorker "Inner Circle" aufgenommen.
Nach 1940 verfiel seine Gesundheit zunehmend, da er infolge ständigen Lampenfiebers und familiärer Sorgen dem Alkohol zu stark zusprach. Vor der Eröffnung eines grossen abendfüllenden Programms in New York nahm er sich das Leben.
Annemann wird als "Vater der Mentalmagie" bezeichnet. Er entwickelte die Mentalmagie zu einer Kunstform und kreierte unzählige geniale Kartenkunststücke mit mentalem Einschlag.
Biografie: Abrams, M. Anneman The Life and Times of a Legend. L and L Publishing, Tahoma, CA, 1992
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Anverdi, Tony (Antonius Albertus "Tony" de Vries)
1925-1995 (NL)
Tony Anverdi interessierte sich bereits mit 10 Jahren für die Zauberkunst. Bis 1950 arbeitete er als Bäcker und Amateurclown, dann wurde er professioneller Zauberkünstler.
Zunächst spezialisierte er sich auf Kunststücke mit Flüssigkeiten, danach auf elektronische Kunststücke. Die von ihm erfundenen Apparate brachte er selber in den Handel.
Anverdi verfasste "Anverdi's Miracles with Liquids" (1965) und "50 Years of Magical Creations" (1992).

Arbre, Charles (Edward Baum)
1846-1907 (Österreich-Ungarn)
In Olmütz, Moravien, geboren, promovierte Arbre 1867 am Konservatorium in Prag und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit dem Erteilen von Klavierstunden. Danach begann er Vorlesungen über Physik und Elektrizität zu geben. 1880 debütierte er in Wien als Zauberkünstler, ab 1882 trat er in einem für ihn verfassten Schauspiel "Abracadabra" auf. 1891 trat er von der Bühne ab und übernahm die Leitung eines Hotels in Olmütz.

Arkhan, Serge
1959-2009 (F)
Serge Arkhan wurde als Mentalist insbesondere im französischen Fernsehen bekannt. In zahlreichen Sendungen verblüffte er das Publikum mit unerklärlichen Demonstrationen und trat auf grossen Bühnen und vor vielen Prominenten auf. Durch die Veröffentlichung der DVDs "Purmental" 1 und 2 sowie "Techni Métal Torsion" machte er viele seiner Kunststücke für andere Zauberkünstler zugänglich.
2009 starb er bei einem Unfall mit einem Ultraleichtflugzeug.
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Arland, Paul (Poul Erik Birkholm Arland)
1921-2007 (DK)
Paul Arland wurde als Sohn von Knud Arland in Skibbinge geboren. Er machte eine Lehre als Bürokaufmann und Lagerist in Århus.
Direkt nach der Ausbildung reiste er mit seiner Frau rund um die Welt und lebte von der Zauberei. Seine grössten Erfolge hatte er mit seiner Fischnummer „The Merry Angler“. Diese zeigte er in 46 Ländern und in fast allen dänischen Varietés.
1953 und 1954 tourte er mit Gøg og Gokke (dänischer Name für Laurel und Hardy) durch ganz Grossbritannien.
Seine Kunst fand auch den Weg in die Zirkusmanege und er trat im Zirkus Moreno und im Zirkus Louis auf.
Nach seiner definitiven Rückkehr nach Dänemark im Jahre 1962 arbeitete Paul Arland während einigen Jahren als Unternehmer für die „Glaesner Show” und als Conferencier im Zirkus Schumann. Gleichzeitig arbeitete er auch als Berater, Produzent und Übersetzer für das dänische Fernsehen (Danmarks Radio).
Von 1980 bis 1991 war er beim dänischen Fernsehen fest angestellt und machte auch im TV-Programm ”Tryllebaren” mit. Gleichzeitig lieferte er Ideen und Texte für verschiedene Theater in ganz Dänemark. Seine berühmteste Nummer war ”Kulmulen” (Seehecht), welche er zusammen mit Preben Kaas für Dirch Passer schrieb.
Paul Arland wurde zum Ehrenmitglied des Dänischen Magischen Zirkels, der ”Dänischen Zirkusfreunde” und der Vereinigung ”Berühmte Dänische Autoren” ernannt.

Armida (Armanda Lilge-Oeser)
1854-1934 (A)
Armida entstammte der renommierten österreichischen Zauberfamilie Oeser, die im 20. Jahrhundert keine Nachfolger mehr hatte. Sie besass ein eigenes fahrbares Zaubertheater, mit dem Sie auf Jahrmärkten und Messen und auch im Kratky-Baschik-Theater in Wien auftrat. Sie war eine der ersten Zauberkünstlerinnen, welche ein abendfüllendes Programm bestritt. Zu ihren Darbietungen gehörten u. a. Nebelbilder, Geistervorstellungen, die Frau ohne Unterleib, Talerfang, Eierbeutel, Goldfischfang, wandernde Flasche, Kartendegen und Würfelkasten.

Arnardo (Arne Otto Lorang Andersen)
1912-1995 (N)
Arne Otto Lorang wurde als Sohn von Einar und Elna Andersen in Sarpsborg, an der südöstlichen Spitze von Norwegen, geboren. Sein Vater war Holzfäller. Bereits als Kind zeigte Arne Interesse am Show-Business. Mit sechs Jahren trat er im Haus seiner Grosseltern mit einem Puppenspiel auf. Mit 14 lief er von zu Hause weg und arbeitete als Stalljunge in einem Zirkus. Er liess sich zum Schlangenmenschen und Seiltänzer ausbilden und trat unter dem Namen Armido 1929 erstmals auf. Bald änderte er jedoch seinen Namen in Arnardo.
1939 wurde er Geschäftsführer des norwegischen Zirkus Berny. Diese Anstellung endete jedoch bald, als Norwegen 1940 von den Deutschen besetzt wurde und der Zirkus bis zum Ende des zweiten Weltkrieges geschlossen blieb.
Arnardo arbeitete weiterhin als Akrobat und entwickelte eine Zauberdarbietung, die schliesslich zu seinem Markenzeichen wurde.
1941 heiratete er Gerd Gløgård, mit der er die zwei Kinder Arild und Wenche hatte.
Nach dem Krieg kaufte Arnardo ein Second-Hand-Zirkuszelt für 1500 Norwegische Kronen, und fing an, einen Wanderzirkus aufzubauen. Im Frühjahr 1949 gab der Zirkus Arnardo seine Uraufführung mit traditionellen Zirkusnummern. Der Star der Show war jedoch Arnardo mit seiner Zaubernummer, die den Grundstein für seinen Erfolg legte und eine jahrzehntelange Tradition begründete.
Arnardo wurde in ganz Norwegen als „Zirkus-König“ bekannt. Als idealisiertes Bild eines Zirkusdirektors wurde er zum norwegischer Medienstar. 1954 spielte er als Hauptdarsteller im Film „Cirkus Fandango“ die Rolle eines Zirkusdirektors. 1970-1971 spielte er im Nye Theater in Oslo einen Clown. Arnardo war auch Mitglied des Magischen Zirkels von Norwegen.
Am norwegischen Nationalfeiertag organisierte Anrnardo jeweils eine Zirkusparade in Ålesund, eine Tradition, die er auch noch aufrecht erhielt, als er nach mehreren Schlaganfällen nur noch im Rollstuhl daran teilnehmen konnte.
1962 veröffentlichte Arnardo seine Memoiren „Sirkusliv“ (Zirkusleben). Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1970 Eva Sørensen.
1973 wurde ihm eine königliche Verdienstmedaille verliehen, 1985 wurde auf Utsiktsveien in Alvim, Sarpsborg eine Büste von ihm enthüllt, 1988 wurde er zum Ritter des Königlichen Norwegischen Ordens des heiligen Olaf erster Klasse ernannt.
Arnardos Sohn Arnild, ein Seiltänzer, übernahm nach und nach die Leitung des Zikrus Arnardo. Mit seiner Tochter, einer talentierten Reiterin und seinem Sohn, der in die Fussstapfen seines Grossvaters trat und Zauberkünstler wurde, führte er die Tradition des Zirkus Arnardo weiter.
Trotz seiner angegriffenen Gesundheit lebte Arnardo weiterhin in seinem Wohnwagen und reiste mit seinem Zirkus umher. Er starb während einer Aufführung in Tøyen in Oslo auf dem Zirkusplatz in seinem Wohnwagen.
Biografie: Arne Arnardo und Bjørn Bjørnsen, Sirkusliv (Oslo, Cappelen, 1962)

Arsenio (Vittorio Arsenio)
1911-1986 (I)
Arsenio wurde in Brindisi geboren und wanderte mit 9 Jahren mit seiner Familie nach Ägypten aus. Er erlernte den Beruf eines Bankbeamten.
Mit 18 Jahren las er ein Zauberbuch und begann sich mit Manipulation zu befassen und führte bald vor Freunden und bei Wohltätigkeitsveranstaltungen seine Künste vor. Der Erfolg spornte ihn an, sein Repertoire auszubauen und er begann in Clubs und Kabaretts aufzutreten und entschloss sich schliesslich, die Zauberkunst zu seinem Beruf zu machen.
Zwischen 1938 und 1956 trat er als angesehenster Zauberkünstler in den renommiertesten Lokalen im Mittleren Orient auf, insbesondere im Lybanon, in Jordanien, Syrien und Lybien. Er bereiste ebenfalls Italien, Spanien und Griechenland.
1953 und 1954 trat er auf Kreuzfahrtschiffen auf. Arsenio zeigte seine Künste in Ägypten unter anderem auch vor General Patton, Montgomery und Eisenhower, Aga Khan und Viktor Emanuel III.
1956 kehrte er nach Italien zurück und liess ich in Rom nieder. Er trat dem Circolo Magico Italiano bei und trat anlässlich dessen Kongress 1956 in Ancona auf.
Arsenio war als letzter Vertreter der alten Schule ein Meister des gesamten klassischen Repertoires der Zauberkunst: der Kartenkunst, des Ringspieles, der Seilmagie, der Zigarettenmanipulation. Er verfügte über eine einnehmende Persönlichkeit, die Herzlichkeit, Autorität, Witz, Distinguiertheit und Galanterie zugleich ausstrahlte.

Ascanio y Navaz, Arturo de
1929-1997 (E)
Neben seinem Beruf als Anwalt widmete Ascanio den grössten Teil seines Lebens dem Studium und der Vorführung von Kartenkunststücken. Verfasste viele bedeutende Texte über die Theorie der Zauberkunst, über die Bedeutung von Details, Natürlichkeit, Psychologie usw., und wurde der geistige Vater der "Madrider Schule".
Seine wichtigsten Theorien und Kunststücke wurden von Jesús Etcheverri in "La Magia de Ascanio"/"The Magic of Ascanio" veröffentlicht.
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Astor, V.J. (Victor Andreas Nicolaus Robert Jamnitzky)
1922-2011 (H)
In Ungvár in Ungarn geboren, begann sich Astor bereits mit 8 Jahren für die Zauberkunst zu interessieren. Da er kein Geld hatte, um sich Requisiten zu kaufen, bastelte er sich diese selber. Seine Mutter, eine Kunstmalerin, unterstützte den Jungen dabei, sein Vater dagegen bestand darauf, dass Victor Arzt werden sollte. So begann er 1941 in Budapest Medizin zu studieren. Mit Arbeiten am Theater verdiente er sich seinen Lebensunterhalt. Bald brach er das Studium ab und versuchte sich als Zauberkünstler, was ihm jedoch wegen der fehlenden Zulassung als Artist untersagt wurde. Erst nach Bestehen der Artistenprüfung konnte er öffentlich auftreten. Bereits Ende 1941 wurde Astor, der sich damals „Nicoletti“ nannte, für den Berliner Wintergarten und die Scala engagiert.
1944 wurde er in die Armee einberufen und geriet 1945 in russische Gefangenschaft, von wo ihm jedoch die Flucht gelang. Erneut begann er als Zauberkünstler zu arbeiten und trat bald mit einer grossen Illusionsschau mit 30 Mitarbeitenden auf. Nach der Beschlagnahme seiner Requisiten und der Verstaatlichung seiner Bühnenshow durch das kommunistische Regime beschränkten sich seine Auftritte auf Ungarn und die sozialistischen Staaten Osteuropas.
In Budapest gründete Astor seine eigene Zauberschule, begann seine Tätigkeit als Fachschriftsteller und besuchte die Schauspielschule. 1956, nach der Niederschlagung des Freiheitskampfes in Ungarn, konnte Astor erneut in Varietés und Zirkussen auftreten. Nach einem Auftritt in Deutschland kehrte er 1965 nicht mehr nach Ungarn zurück. 1969 liess er sich in Wuppertal nieder und eröffnete ein Zaubergeschäft. 1971 bis 1993 verschickte er an Kunden seine Händlerzeitschrift Laterna Magica, welche die Serie „Die Technik der Magie“, eine Systematisierung magischer Techniken, enthielt. Bei Astor konnten die Kunden sämtliche Kunststückbeschreibungen – wenn gewünscht im Abonnement – beziehen, ohne die Requisiten kaufen zu müssen. Nach 22 Jahren stellte Astor den Zaubergerätehandel ein und bot er nur noch Manuskripte (Astor-Tutors) an. 2000 veröffentlichte er als Erster einen Zauberkatalog auf einer interaktiven CD. Neben vielen Manuskripten verfasste er zahlreiche Beiträge für die MAGIE und die Magische Welt. Für seine Serien über Schauspielkunst und Regie für Zauberkünstler, die 1982 als Buch „Die magische Präsentation“ erschienen, wurde er 2000 als Fachschriftsteller des Jahres geehrt. Am 1. Januar 2011 verstarb er nach kurzem Krankenhausaufenthalt in Wuppertal.

Aubrey (James Aubrey Crabe)
1931-1989 (USA)
Aubreys wuchs als Sohn eines Zeichentrickanimators auf. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch Vorstellungen von Will Rock und Blackstone geweckt. Er trat bereits mit zwölf Jahren als Mitglied eines Jugendclubs der P.C.A.M. auf. Während des zweiten Weltkrieges trat er in der U.S.O. für die amerikanischen Truppen auf. 1946 gewann er am P.C.A.M.-Kongress den Preis für die beste Vorstellung eines unter 21-Jährigen. Mit 17 wurde er als jüngstes Mitglied in die Southern California SAM Assembly No. 22 aufgenommen.
1949 trat er in einer Serie von Werbesendungen für eine Benzinfirma auf, im gleichen Jahr trat er mit George Boston an der Abendgala des Abbott's Get-together auf.
In den 1950er Jahren trat er ein dutzendmal in der Fernsehsendung "You Asked For It" auf. Mit seiner Präsentation der Asrah-Schwebe gewann er dabei 1952 den Skippy Award.
Aubrey verbesserte zahlreiche Illusionen. In Paul Osbornes Buch "Illusion Systems the First Collection" sind einige davon beschrieben.
1960 begann Aubrey eine Karriere als Kameramann. Zunächst arbeitete er bei verschiedenen Fernsehproduktionen und kleineren Filmprojekten mit, 1970 erstmals an einem Spielfilm mit Starbesetzung. 1976 führte er die Kamera in Rocky. Im gleichen Jahr erhielt Aubrey die Nominierung für den Emmy als bester Kameramann. Eine weitere Nominierung folgte im darauf folgenden Jahr, 1981 wurde er für den Oscar nominiert. 1982 und 1984 erhielt er jeweils den Emmy für seine Fernseharbeit.
Aubrey verstarb im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer AIDS-Erkrankung.
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Auburn, Tom (Thomas Rochford Auburn)
1917-1990 (CAN)
Tom Auburn war eines von drei Kindern englischer Einwanderer. Sein Vater starb noch in Toms Geburtsjahr bei einer Grippeepidemie. Ab dem Alter von 3 Jahren wuchs Tom bei einer Tante auf und zog mit dieser im Alter von zehn Jahren nach Quebec. Er wurde durch Vorstellungen von Cardini, Thurston und Blackstone inspiriert und begann mit 12 Jahren zu zaubern. Er erlernte Kunststücke aus "Thurston 's Card Tricks" und Dunninger's "Popular Magic". Während einer langen Rekonvaleszenz nach einem Anfall von Scharlachfieber studierte er einige Manipulationskunststücke ein, mit denen er mit 15 Jahren erstmals öffentlich auftrat. Der Erfolg ermutigte ihn, jedes Engagement anzunehmen, das er kriegen konnte.
Nach Abschluss der Schule arbeitete er bis 1936 als Korrespondent, danach kehrte er nach dem Tod seiner Tante zu seiner Mutter zurück und trat weiterhin bei allen sich bietenden Gelegenheiten auf. Ab 18 wurde er ein bekannter Close-up-Zauberer in Montreal. 1941 trat er in die kanadische Armee ein und heiratete Dolores Edward. In seinem letzten Dienstjahr organisierte er sich eine eigene Show, mit der er bis zu seiner Entlassung 1945 rund 1'500 Mal für die Armee auftrat.
Nach seiner Entlassung aus der Armee ging er nach New York und arbeitete als zweisprachiger Zauberkünstler in Theatern, Nachtclubs, Hotels, Clubs, bei Banketten und im Fernsehen in den USA und in Kanada.
1960 bis 1975 trat er 4'000 mal im Lokalfernsehen in Montreal auf. Zu Beginn der Achzigerjahre trat er in der Wintersaison jeweils in Hawaii auf, Ende der Achzigerjahre gab er immer noch 75 bis 100 Vorstellungen pro Jahr.

Avis, Jack Arthur
1921-2004 (GB)
Jack Avis begann sich mit 10 Jahren für die Zauberkunst zu interessieren.
Während des Militärdienstes im zweiten Weltkrieg entwickelte er eine grosse Geschicklichkeit im Umgang mit Spielkarten. Nach dem Krieg traf er mit Kartenkünstlern wie Roy Walton, Alex Elmsley, Al Koran und Hugh Scott zusammen.
Ausser bei seltenen Auftritten an Kongressen war er kaum in der Öffentlichkeit zu sehen. Dagegen korrespondierte er Jahrzehnte lang mit Stewart James, Ed Marlo, Milt Kort, Harvey Rosenthal und Karl Fulves.
Er publizierte während sechzig Jahren Hunderte von Kunststücken in Zeitschriften und Büchern. Bekannt wurde Avis unter anderem auch durch den Siva (Avis rückwärts gelesen) Count. 1998 erschien sein Buch "Vis à Vis" und 2002 publizierte er zusammen mit Lewis Jones "Ahead of the Pack".

Ayling, Will
1914-1992 (GB)
Will Ayling führte seinen Erfolg vor allem auf seine Bekanntschaft mit Will Goldston, Horace Goldin, Robert Harbin und Lewis Ganson zurück, die ihn stark beeinflussten. Als Allround-Magier führte er Close-up-Kunststücke, allgemeine Magie und Illusionen mit grossem Erfolg vor. Unter anderem präsentierte er die zweistündige "The Genie Show" mit farbenprächtigen Apparaten und Bühnenhintergründen, bei der seine Tochter und sein Sohn assistierten und seine Frau für musikalische Begleitung sorgte.
Mitgründer des Portsmouth and District Magic Circle, Mitglied des Inner Magic Circle, der IBM und der Indian Society of Magicians. Fernsehauftritte in England. Während des Krieges trat er als Künstler für die englischen Truppen in Indien auftrat
Will Ayling verfasste "The Art of Illusion" (1968; Die Kunst der Illusion, 1990), "Genii Presentations" (1972), Soldier's Prayer Book (...), "Oriental Conjuring and Magic" (1981), "The Endless Chain" (1983, mit Lewis Ganson, Fred Lowe und Rex Taylor), "Knowing the Egg Bag" (1988), "Knowing the Rising Cards" (1991) und veröffentlichte Kunststücke in Abra , Genii und Magigram.
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