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Sattel
Das Wappen zeigt in Rot einen schwarzen Pferdesattel mit gelber Decke, weissem Steigbügel und Gurt.
- Einwohner: 1 911 (Stand: Ende 2015)
- Fläche: 17,4 km2
- Geografische Lage
- Homepage Sattel
- Bezirk Schwyz
- Verband Schwyzer Gemeinden und Bezirke
Geografie, Geschichte, Wirtschaft
Die Gemeinde Sattel (Gemeindeteile: Sattel, Ecce Homo, Schornen, Mostel) liegt im Taleinschnitt der Steineraa, am Fusse von Morgarten, Chaiserstock und Hochstuckli und reicht bis auf die Höhen dieser Voralpengipfel hinauf. Das Dorf selber liegt auf knapp 800 m. Die waldreiche Landschaft zeigt deutliche Spuren der Eiszeiten (Moränen, Felsriegel, Schwemmebenen). Auf einem Ausläufer des Morgartenberges gruppiert sich um die dominante Pfarrkirche das hübsche Dorf. Neuere Ortsteile findet man um die Bahnstation der Südostbahn (SOB) und an der Ägeristrasse. Auf einer schmalen Hangterrasse des Rossbergs liegt der Weiler Ecce Homo mit der gleichnamigen Kapelle. Hier soll sich im 17. Jh. ein Grenzstreit abgespielt haben, der Meinrad Inglin zu seiner Novelle "Tod des Schirmflickers" angeregt hat und als "Gefrorenes Herz" verfilmt wurde. Richtung Ägeri, in den durch fingerartige Ausläufer des Morgartenberges gebildeten Geländekammern befindet sich beim Weiler Schornen der Schauplatz der Schlacht am Morgarten (also nicht beim Schlachtdenkmal am Ägerisee). Ein Letziturm und die Schlachtkapelle liegen inmitten des Kampfgeländes. Sattel ist Ausgangspunkt für das Ski- und Naherholungsgebiet Mostelberg-Hochstuckli (1200 m), das von weitem durch die Ferienhaussiedlung auffällt. Als Wohn- und Ferienort erfreut sich Sattel dank seiner guten Lage häufig auch der wärmenden Sonne, wenn weiter unten dichter Nebel liegt.
Die Alemannen sollen im 8. Jh. von Steinen her in das Hochtal von Sattel gekommen sein. Ab 843 gehörte die Gegend zum Zürichgau und unterstand den Grafen Rätien. 1079 erbten die Lenzburger den Gau. Noch vor der Bundesgründung gelang es den Hörigen des Hofes Steinen, zu dem auch Sattel gehörte, sich von den Habsburgern freizukaufen (1269). Sattel verdankt seine Bedeutung der Verkehrslage am Kreuzungspunkt der Achsen Schwyz-Zürichsee bzw. Ägerisee. Der Name "Sattel", der die topografische Lage treffend kennzeichnet, taucht erstmals 1269 auf. Die heutige Pfarrkirche erhielt ihre Form 1776/79. Es sind im heutigen Bau noch wesentliche Teile der ursprünglich romanischen Kirche aus dem 12./13. Jh. und aus der gotischen Zeit erhalten geblieben. Im Jahre 1598 wurde die Loslösung von der Pfarrei Steinen bestätigt. Nach der Schlacht am Morgarten vom 15. November 1315 war die strategisch bedeutsame Pforte am Sattel nochmals im Mai 1798 Kampfplatz, als es rund 10 000 Franzosen erst im dritten Anlauf gelang, die Eidgenossen zu schlagen.
Auch heute noch wird das Bild der Gemeinde stark von der Landwirtschaft geprägt. In diesem Wirtschaftssektor sind deutlich mehr Personen beschäftigt als in den Bereichen Industrie und Gewerbe. Fast jeder Zweite muss auswärts der Arbeit nachgehen, namentlich in Schwyz oder Zug. Glücklicherweise wächst der Tourismus nach einer Stagnation wieder und bietet mehrere Dutzend Arbeitsplätze an. Dasselbe gilt für das Gewerbe. Zahlreiche neue Wohnbauten in den Gebieten Dorf, Eumatt und Feldmoos zeugen von einem starken Wachstum und einer steigenden Beliebtheit von Sattel als Wohnort. Diese Attraktivitätssteigerung ist nicht zuletzt auf die Nähe zum Kanton Zug zurückzuführen.
Freizeitangebot, Sehenswürdigkeiten
Mit dem Naherholungs- und Skigebiet Hochstuckli und dem nahen Ägerisee steht Sattel das ganze Jahr hindurch ein attraktives Freizeitangebot zur Verfügung: Wandern, Schwimmen, kulturgeographischer Rundgang, Roller Park (7000m2 grosse Skate-Anlage), Gondelbahn Stuckli Rondo (erste Luftseilbahn der Welt mit drehbaren Gondeln), Sommer-Rodelbahn, Skifahren (Skilifte), Langlauf. Mehrere Hotels und Gaststätten, um die 220 Ferienwohnungen sowie zwei Campingplätze runden das Angebot ab.
Schlachtgelände (1315) und Schlachtkapelle (1501) Morgarten mit Fresken von Hans Schilter, Letziturm mit Überresten der Schornenletzi (1322), Morgartenhaus (mit Ausstellung und Tonbildschau), alte Wagnerei mit Wasserrad, Weiler Ecce Homo mit der barocken Kapelle (1667) als Beispiel eines intakten Kapellweilers (im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz), Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Pfarrhaus (1717) im alten Dorfteil von Sattel (schützenswertes Ortsbild von regionaler Bedeutung), zahlreiche original erhaltene Bauernhäuser.
Gemeindeverwaltung
Dorfstrasse 22a, 6417 Sattel
Tel. 041 835 12 01, Fax 041 835 18 52, E-Mail <email-pii>
Gemeindepräsident: Lüönd-Diener Adolf
Gemeindeschreiber: Moser-Craviotto Pirmin