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Forderungen im Konkurs
Ihre Forderung müssen Sie im Konkursverfahren auch dann beim Konkursamt anmelden, wenn Ihre Betreibung bzw. Ihr Konkursbegehren zur Konkurseröffnung geführt hat.
Konkurseröffnung
Wird der Konkurs durch das Gericht aufgrund Ihres Begehrens eröffnet, haften Sie für die Kosten des Konkursverfahrens bis zum Zeitpunkt des Entscheids des Konkursamtes über die Durchführung oder die Einstellung des Verfahrens mangels Aktiven. Das Kostenrisiko in letzterem Fall beträgt in der Regel zwischen CHF 1‘200.00 bis 1‘500.00, kann aber in seltenen Fällen auch ein Mehrfaches davon betragen.
Das Gericht teilt dem Konkursamt die Konkurseröffnung sofort mit und dieses erstellt in der Folge ein Inventar über die vorhandenen Vermögenswerte des Schuldners und befragt ihn. Kann aufgrund dieser Abklärungen mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass noch genügend Aktiven, d.h. in der Regel mindestens CHF 5‘000.00, vorhanden sind, um die Verfahrenskosten zu decken, wird das Konkursamt dem Gericht die Bewilligung des summarischen Verfahrens beantragen. Übersteigen die mutmasslichen Verfahrenskosten hingegen die vorhandenen Vermögenswerte, beantragt das Konkursamt dem Gericht die Einstellung mangels Aktiven.
Schuldenruf
Bewilligt das Gericht das summarische Verfahren, macht das Konkursamt dies im Kantonsblatt und im Schweizerischen Handelsamtsblatt bekannt und setzt den Gläubigern eine Frist von 30 Tagen zur Anmeldung ihrer Forderungen.
Einstellung des Verfahrens mangels Aktiven
Übersteigen die mutmasslichen Verfahrenskosten die vorhandenen Vermögenswerte, beantragt das Konkursamt dem Gericht die Einstellung mangels Aktiven. In diesem Fall wird den Gläubigern eine Frist von 10 Tagen zur Leistung eines in der Publikation genannten Kostenvorschusses gesetzt. Diesen müssen Sie rechtzeitig bezahlen, wenn sie die Durchführung des Verfahrens wünschen. Die Leistung eines Kostenvorschusses ist vor allem dann sinnvoll, wenn irgendwelche nicht liquiden Ansprüche des Schuldners bestehen, welche Sie sich zur selbständigen Weiterverfolgung abtreten lassen möchten.
Forderungsanmeldung
Ist Ihnen bekannt, dass das Gericht über einen Ihrer Gläubiger den Konkurs eröffnet hat, so können Sie Ihre Forderung im Konkursverfahren anmelden. Bitte füllen Sie dafür das nachstehende Formular aus, unterzeichnen sie dieses, und senden Sie es zusammen mit allen Belegen für Ihre Forderung (z.B. Vertrag, Rechnung, Lohnabrechnung usw.) dem Konkursamt zu.
Zuständiges Konkursamt
Bezüglich Schuldnern, welche im Kanton Basel-Stadt ihren Wohnsitz oder Sitz haben, wenden Sie sich an uns.
In allen anderen Fällen gehen Sie wie folgt vor:
Hat das Konkursamt bereits eine Bekanntmachung im Schweizerischen Handelsamtsblatt publiziert, geben Sie in der Suchmaske die im Handelsregister eingetragene Firmenbezeichnung ein und wählen Sie für Ihre Suche den korrekten Zeitraum. Mit einem Klick auf den Knopf „Recherchieren“ wird die Suche gestartet. Sie finden dann allfällige bereits erfolgte Publikationen und am Schluss derselben ist auch das zuständige Konkursamt angegeben. Ist noch keine Bekanntmachung erfolgt, müssen Sie im Falle von natürlichen Personen das für deren Wohnsitzgemeinde und im Falle von im Handelsregister eingetragenen juristischen Personen oder Personengesellschaften das für deren Sitzgemeinde zuständige Konkursamt finden. Dabei hilft Ihnen die Homepage der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz.
Zeitpunkt der Forderungsanmeldung
Grundsätzlich ist die Forderung innert 30 Tagen seit Publikation des Schuldenrufs durch das Konkursamt bei diesem anzumelden. Sie finden diese Bekanntmachung im Schweizerischen Handelsamtsblatt, wenn Sie in der Suchmaske die im Handelsregister eingetragene Firmenbezeichnung eingeben, den für Ihre Suche korrekten Zeitraum wählen und auf den Knopf „Recherchieren“ klicken.
Sie können Ihre Forderung aber auch sofort nach Konkurseröffnung anmelden oder längstens bis zum Schluss des Verfahrens. In letzterem Fall müssen Sie allerdings damit rechnen, dass durch Ihre verspätete Eingabe Kosten entstehen, welche Sie vorgängig zu bezahlen hätten. Zudem kann es sein, dass der Verwertungserlös der Konkursmasse bereits verteilt ist, und Sie nur noch einen Verlustschein erhalten.
Kollokation
Nach Ablauf der Frist zur Anmeldung der Forderungen prüft der oder die zuständige Konkursverwalter/in die Berechtigung der Forderungen. Allenfalls werden von den anmeldenden Gläubigern noch zusätzliche Belege einverlangt und der Schuldner muss zur Frage der Berechtigung der Forderungen ebenfalls Stellung nehmen. Aufgrund der Belege der Gläubiger und der Stellungnahme des Schuldners entscheidet der bzw. die Konkursverwalter/in über die vollständige oder teilweise Zulassung der Forderung und die Einreihung in eine der drei Konkursklassen. Im Wesentlichen werden dabei Alimenten- und Lohnforderungen der letzten 6 Monate sowie Forderungen der Pensionskasse in die erste Klasse, Forderungen der Ausgleichs- und Krankenkassen in der zweiten Klasse und die übrigen in der dritten Klasse kolloziert. Die Auflage des daraus entstandenen Kollokationsplan wird publiziert. Ist ein Gläubiger mit der Kollokationsverfügung über seine Forderung oder derjenigen eines anderen Gläubigers nicht einverstanden, muss er während der 20 Tage dauernden Auflagefrist im ersten Fall gegen die Konkursverwaltung und im zweiten gegen den betreffenden Gläubiger Kollokationsklage beim Gericht einreichen. Andernfalls werden die entsprechenden Kollokationen rechtskräftig.
Verlustschein
Ist der Kollokationsplan rechtskräftig und sind alle Vermögenswerte liquidiert, d.h. zu Geld gemacht worden, wird der Fall abgerechnet. Der nach Abzug der Verfahrenskosten verbleibende Erlös wird sodann gemäss einer gestützt auf den Kollokationsplan erstellten Verteilungsliste den einzelnen Gläubigern zugeteilt. Ist auch die Verteilungsliste rechtskräftig, werden die entsprechenden Dividenden den einzelnen Gläubigern ausbezahlt. Für ungedeckt gebliebene Forderungen erhalten die Gläubiger einen Verlustschein, in welchem die Forderung sowie der Umstand vermerkt ist, ob der Schuldner die Forderung anerkannt hat. Enthält der Verlustschein eine Anerkennung der Forderung, kann dieser in einer späteren Betreibung als Rechtsöffnungstitel dienen.
Ist das Konkursverfahren abgeschlossen und betreiben Sie für eine vor Konkurseröffnung entstandene Forderung, so kann der Schuldner dagegen Rechtsvorschlag mangels neuem Vermögen erheben. In diesem Fall prüft das Gericht zuerst ob und gegebenenfalls in welchem Umfang der Schuldner seit der Konkurseröffnung zu neuem Vermögen gekommen ist. Nur soweit neues Vermögen festgestellt wird, kann die Betreibung allenfalls fortgesetzt werden.