Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03225.jsonl.gz/2116

Kann man Schüssler Salze zusammen mit Blutgerinnungshemmern einnehmen? Diese Frage stellte vor kurzem eine Zuhörerin an einem Vortrag.
Solche Fragen sind nicht selten und sie offenbaren eine weit verbreitete Unkenntnis über die Zusammensetzung von Schüssler-Salzen.
Die Beurteilung von allfälligen Wechselwirkungen (Interaktionen) zwischen Naturheilmitteln und Medikamenten ist oft alles andere als einfach. Bei Schüssler-Salzen ist die Antwort aber einfach und eindeutig. Es gibt keine Wechselwirkungen zwischen Schüssler-Salzen und Medikamenten jedweder Art.
Alle Schüssler-Salze bestehen aus Lactose oder aus einem Ersatzstoff wie zum Beispiel Mannitol.
Laktose und Mannitol können in grösseren Mengen eine abführende Wirkung entfalten.
Laktose wird im Verdauungstrakt gespalten und die dabei entstehenden Monosaccharide Galactose und Glukose (Traubenzucker) aufgenommen.
Patienten mit Laktose-Intoleranz können mit Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen reagieren.
Mannitol kann vom menschlichen Organismus nicht verwertet werden.
Wechselwirkungen mit Medikamenten sind daher bei Schüssler-Salzen auf der Basis von Mannitol oder Laktose nicht zu befürchten.
Darüber hinaus enthalten Schüssler-Salze noch Mineralsalze wie Kochsalz (Natrium chloratum) Gips (Calcium sulfuricum) oder Kreide (Calcium carbonicum) in Verdünnungen von 1 : 000 000 (D6) oder 1 000 000 000 000 (D12).
Mit anderen Worten: Die Mineralsalze sind in minimalsten Spuren enthalten, so dass Wechselwirkungen genauso wie physiologische Wirkungen ausgeschlossen sind. Ein Glas Trinkwasser enthält mehr Mineralstoffe als eine ganze Packung Schüssler-Salze.
Die Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen, hat in der Österreichischen Apotheker-Zeitung (Nr. 24 / 2010) dazu folgende Rechnung präsentiert:
„Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre: Wenn in einer Mineralwasserflasche 115 mg/l Kalzium (beispielsweise Vöslauer mild) angegeben sind, dann müsste man, wenn man die in Calcium phosphoricum D6 enthaltenen reinen Kalziumionen auf das im Mineralswasser enthaltene Kalzium umrechnet, 388 kg an Schüßler Salz Nr. 2 in D6 (1.552.000 Tabletten!) täglich einnehmen, um auf die gleiche Menge wie in 1 Liter Mineralwasser zu kommen. Bei einem Gehalt von 39,4 mg Magnesium pro Liter Mineralwasser (beispielsweise Vöslauer mild) fällt der Vergleich auch interessant aus: Berechnet auf die Menge Mg im Mg HPO4 geht es hier um 772.550 Tabletten oder 193 kg Mineralstofftabletten Nr. 7 nach Dr. Schüßler in der D6. Ich frage mich, als wie gefährlich aus diesem Gesichtspunkt heraus Mineralwässer eingestuft werden müssten?“ Details
Wenn also Schüssler-Salze Wechselwirkungen zeigen würden, dann müssten Trinkwasser und Mineralwasser viel stärkere Wechselwirkungen auslösen.
Vergleichbar ist im übrigen die Antwort auf die Frage nach Wechselwirkungen von Bach-Blüten.
Vor kurzem wurde ich von einer Klinik angefragt, ob es Wechselwirkungen gebe zwischen Bach-Blüten und HIV-Medikamenten. Auch hier ist die Antwort eindeutig: Bachblüten enthalten keine Wirkstoffe und abgesehen von Alkohol und Wasser auch keine relevanten Inhaltsstoffe. Und wo keine Wirkstoffe / Inhaltsstoffe sind, können auch keine Interaktionen auftreten.
P.S. Bei Phytopharmaka, die definitionsgemäss Wirkstoffe enthalten, ist auch mit Wechselwirkungen zu rechen. Beispielsweise:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch