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Vor zehn Jahren schien es, als hätte sich ihr grösster Traum erfüllt: Sara Nuru, 29, gewann die vierte Staffel von «Germany's next Topmodel». Es folgten Aufträge von renommierten Designern, Sara lief über die Catwalks von New York, London und Mailand.
Bald merkte das Model aber: Das Mode-Business, das ist nicht ihre Welt. «Meine Karriere kam mir belanglos vor», sagt Sara Nuru in einem Podcast von «Focus».
Ein Engagement in Äthiopien - ihrer Heimat - legte das Fundament für ihren Karrierewechsel. Noch während der Dreharbeiten zu «GNTM» wurde Sara Botschafterin von «Menschen für Menschen». Die Stiftung unterstützt Projekte in Äthiopien und leistet damit Entwicklungshilfe.
Das Model reiste fortan regelmässig in ihre Heimat. Gleichzeitig schwelgte sie bei ihren Model-Jobs im Luxus, residierte in teuren Hotels. «Der Kontrast zum Leben in Äthiopien hätte krasser nicht sein können», sagt die heute 29-Jährige.
«Was zum Teufel machst du hier?»
Und sie erinnert sich an einen Schlüsselmoment: Für einen TV-Sender sollte sie ein 1'000 Euro teures Glace, das mit Blattgold verziert war, testen. «Da habe ich mich so geschämt und mir gedacht: Was zum Teufel machst du hier, Sara?» Nach diesem Erlebnis habe sie sich dazu entschlossen, ihre Model-Verträge zu kündigen und sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.
Bildergalerie: Das wurde aus den GNTM-Gewinnerinnen
2006 gewann die damals 17-jährige Lena Gercke die erste Staffel von Heidi Klums neuer Castingshow «Germany’s Next Topmodel.»Getty Images
Heute ist Sara Nuru Unternehmerin. Gemeinsam mit ihrer Schwester Sali gründete sie «nurucoffee». Sie importieren fair-trade Kaffee aus ihrem Heimatland. Mit dem Erlös finanzieren sie Mikrokredite, Trainings und Schulungen für Frauen in Äthiopien.
Auch anderen Models war das Business zu oberflächlich
Nicht nur Sara wurde in der Model-Branche nicht glücklich. Auch ihre Vorgängerin Jennifer Hof, 28, hat den Job aufgegeben. Sie liess sich zur Steuerfachangestellten ausbilden und ist inzwischen Mutter von zwei Töchtern. Jana Beller, 28, - die Siegerin aus dem Jahr 2011 - ist ebenfalls Unternehmerin. Sie führt mehrere Backshops. Genau wie Jennifer Hof empfand sie die Model-Welt als «zu oberflächlich».