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Ich gehöre zu der Generation, die mit der Biene Maja aufgewachsen ist. Ob dies eine Rolle gespielt hat weiß ich natürlich nicht, aber ich wollte mich mit der Imkerei beschäftigen bevor ich von Athen nach Ikaria gezogen bin. Sobald wir auf der Insel waren und eine Wohnung gefunden haben, hatte ich bald auch das Glück einen Lehrer zu finden. Er war damals 76 Jahre alt und hatte seinen ersten Bienenstock erworben, als er 18 war. Also jemand mit ausreichender Erfahrung in dem Bereich. Er ist ein ruhiger, geduldiger und positiver Mensch, der sein Wissen gerne mit anderen Menschen teilt, ganz gleich ob es neue Schüler oder andere Imker sind.Also brachte er mir seine Kunst bei und ich half ihm dafür bei seiner Arbeit mit den Bienen. Nach etwa einem Jahr schenkte er mir dann meine 3 ersten Bienenstöcke. Nach weiteren 4 Jahren habe ich jetzt mehrere Bienenstöcke, die ich nun allein betreuen kann. Doch immer noch kann ich mir, wenn dies nötig ist, seinen guten Rat holen, denn er hat nun 62 Jahre als Imker gearbeitet und ich erst fünf. Aber sogar er sagt, dass er nach all diesen Jahren immer noch etwas neues antrifft, wenn er diesen oder jenen Bienenstock öffnet. Und das ist wohl das faszinierende an der Imkerei; man kann ein Leben lang, immer etwas neues dazulernen.
Jeder Bienenstock ist eine selbstständige Gesellschaft, die bei der selben Situation auf verschiedene Weise reagieren kann, im Vergleich zu anderen Bienenstöcken. Was die meisten Leute wissen ist, dass ein Bienenvolk eine Königin, Drohnen und Arbeiterinnen hat. Der Königin einzige Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass es Nachwuchs gibt. Am Anfang ihres Lebens, wird sie während ihrem einmaligen Ausflug von den Drohnen befruchtet und ihr übriges Leben, das im Durchschnitt 4-5 Jahre dauert, legt sie dann nur “Eier”. Auch um ihr Essen braucht sie sich nicht kümmern. Sie wird von den Arbeiterinnen gefüttert. Die Drohnen wiederum befruchten die Königin und sind sonst innerhalb des Bienenstocks von keinem Nutzen. Deshalb warden sie, sobald sie ihre Aufgabe erfüllt haben, vom Bienenstock weggejagt, damit sie nicht umsonst die wertvollen Vorräte aufessen.
Die Arbeiterinnen werden in mehrere Arbeitsgruppen aufgeteilt. Die neuen Arbeiterinnen haben erst eine zeitlang Aufgaben innerhalb des Bienenstocks. Sie füttern die Königin, sie pflegen die Nymphen und kümmern sich um die Sauberkeit des Bienenstocks, indem sie z.B. tote Kolleginnen entfernen. Ein weiterer Teil kümmert sich um den Honig, der anfangs dünnflüssig in den Bienenstock gebracht wird und aus dem nach und nach Flüssigkeit entfernt wird, bis er dann dickflüssig genug ist um haltbar zu sein. Wenn diese Zeit vorüber ist, können sie aus dem Bienenstock um Blütenstaub und Nektar zu sammeln. Und schließlich gibt es einen Teil der Bevölkerung, die den Eingang des Bienenstocks bewacht.
Die Hauptsaison in der Imkerei ist der Frühling, da sich in dieser Jahreszeit die neuen Bienenvölker entwickeln, indem viele Bienenstöcke neue Königinnen aufziehen, die dann jeweils einen Teil des Volkes und des Honigs mitnehmen und den Bienenstock verlassen, auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Aufgabe des Imkers ist es dann diese Bienenschwärme einzufangen und sie in einen neuen Bienenstock zu geben.
Eine der häufigsten Fragen, die mir, vor allem in Griechenland, gestellt wird, ist ob die Bienen denn nicht stechen würden. Die Antwort lautet, dass sie natürlich manchmal stechen, aber einerseits gewöhnt man sich dran, andererseits ist das Gift der Bienen sogar gesund und Imker bekommen deshalb keine Rheumatismen.
Die Imkerei ist deshalb auch eine Herausforderung und eine Lehre um ruhiger und vorsichtiger zu werden, denn wenn man hektisch und gestresst mit den Bienen umgeht, lassen sie es einen sofort wissen, indem sie zuerst lauter zu summen anfangen und wenn man es dann immer noch nicht begriffen hat, beginnen sie auch zu stechen. Also ist es wichtig, dass man nicht nur bei dem richtigen Wetter, sondern auch in der richtigen Stimmung Kontrollen oder Eingriffe unternimmt. Und wenn man nicht schon vorher ein ruhiger Mensch war, wird man das mit der Zeit, wenn man sich korrekt und respektvoll mit den Bienen beschäftigen möchte.
Und mit weniger Stress lebt man auch länger!