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Wann ist China am besten zu bereisen? Wie ist das Klima? Welche Reisezeit ist die Beste? Wie viele Regentage gibt es? Immer wieder werde ich von Lesern gefragt, wann die beste Reisezeit für eine Reise nach China ist. Hier nun die Antwort für alle.
Die kurze Antwort lautet: Generell eignen sich Frühling und Herbst am besten für eine Reise nach China. Persönlich bin ich am liebsten im April und Mai im Reich der Mitte unterwegs. Dann sind die Temperaturen an den meisten Orten angenehm und die Luftverschmutzung ist vergleichsweise tief.
Aber ein Land mit kontinentalen Ausmassen verdient eine etwas ausführlichere Antwort. Da das Klima in China stark variiert, habe ich die beste Reisezeit für die wichtigsten Regionen aufgeschrieben. Anschliessend findest du einige Vorschläge für Reiseziele, die sich in einer bestimmten Jahreszeit besonders gut eignen.
Wenn Du nur einen einzigen Ort besuchen willst, solltest du nach spezifischen Klima-Diagrammen suchen, wie du sie zum Beispiel auf dieser Seite zum Klima in China findest.
Das Wetter im Norden Chinas
Der Norden Chinas zeichnet sich durch kalte Winter und warme Sommer aus. Allerdings bildet die Region keine einheitliche Klimazone und lässt sich grob in zwei Teile gliedern:
Die nordöstlichen Provinzen befinden sich einer kontinentalen Klimazone. Die Winter sind lang, sehr kalt und trocken, oft jedoch sonnig. Der Sommer hingegen wird durch den Sommermonsun beeinflusst, was die Region warm und feucht werden lässt. Regen ist keine Seltenheit.
Ein Gürtel mit trockenem Wüstenklima zieht sich von der Taklamakan in Xinjiang über die Innere Mongolei bis nach Peking. Die schneearmen Winter sind sehr kalt, bieten aber viel Sonnenschein. Die Sommer sind trocken und je nach Höhenlage warm oder heiss.
Das Wetter im Süden und Osten Chinas
Die Region südlich von Peking bis zum Jangtse wird vom Monsun geprägt. Die Winter sind kalt, aber häufig sonnig und in der Regel schneearm. Der Sommermonsun bringt feuchte Luft in die Region mit regelmässigen Regenfällen und einer oft drückenden Schwüle.
Südlich des Jangtse ist das Klima subtropisch. Die Winter sind mild, fühlen sich aber wegen der hohen Luftfeuchtigkeit trotzdem unangenehm kalt an. Dazu kommt, dass die Wohnungen, Restaurants und einfachen Hotels in dieser Region nicht beheizt werden. Die Sommer werden durch hohe Temperaturen und heftige Niederschläge gekennzeichnet. Auch abends kühlt es kaum ab.
Exkurs: Luftverschmutzung
China ist kein Luftkurort. Auch wenn die Regierung in den letzten Jahren zahlreiche Massnahmen umsetzte, um die Umweltverschmutzung zu reduzieren, hat das Land noch immer einen weiten Weg vor sich. Für Besucher gibt es einige Punkte zu beachten.
Die Schadstoffbelastung in der Luft ist unregelmässig verteilt. Besonders schlimm leidet Nordchina, wo ein grosser Teil der Schwerindustrie angesiedelt ist. Der Grossraum um Peking hat die am stärksten belastete Luft. Hainan hingegen entspricht meistens europäischen Standards.
Im Norden wird noch immer vielerorts mit Kohle geheizt. Das führt nicht nur dazu, dass du dort immer wieder auf Kohlehaufen stösst, sondern auch, dass du den beissenden Duft der Heizungen wahrnimmst. Aus diesem Grund ist die Luftverschmutzung im nordchinesischen Winter generell höher ist als in der warmen Jahreszeit.
Wichtig zu wissen: Die Luftverschmutzung ist sehr grossflächig. Du kannst also nicht einfach aus dem Stadtzentrum fahren und glauben, dass dort die Situation besser ist. Mehr zu meinen Erfahrungen mit dem Smog in Peking gibt es hier.
Exkurs: Frühlingsfest und Nationalwoche
Bevor du mit der Planung deiner Chinareise beginnst, empfehle ich dir, auf deinem Kalender zwei Daten fett durchzustreichen: Das Frühlingsfest und (in etwas geringerem Ausmasse) die Nationalwoche. Das Frühlingsfest findet jeweils im Januar oder Februar statt, der einwöchige Urlaub zum Nationalfeiertag fällt auf die Woche rund um den 1. Oktober. Wieso solltest du diese Zeit meiden?
Ganz einfach: Dann hat fast jeder Chinese Urlaub und nutzt ihn entweder zum Verreisen oder um Familienangehörige zu besuchen. Du findest kaum Zugtickets, und Inlandsflüge sind deutlich teurer. Auch Hotels und Sehenswürdigkeiten sind mit inländischen Touristen vollgestopft. Während des Frühlingsfests bleiben zudem viele Läden und Restaurants zu und du musst dich daran gewöhnen, dass rund um die Uhr Böller abgeschossen werden.
Vielleicht reizt dich, das neue Jahr gemeinsam mit Einheimischen zu feiern? Das klingt toll, aber wenn du keine engen Kontakte hast, solltest du diese Idee besser vergessen. Das Frühlingsfest gehört nämlich der Familie. Aussenstehende werden nur selten eingeladen. Das ist verständlich. Du würdest ja auch niemanden von der Strasse einladen, um mit deinen Eltern den Heiligabend zu verbringen.
China im Frühling
Nordchina wird ab März/April allmählich wärmer. Bring trotzdem warme Kleidung mit, da die Temperaturen nachts stark sinken. Beachte: Im Frühling wird Nordchina regelmässig von Sandstürmen heimgesucht. Zentral- und Südchina erleben häufig starke Regenfälle, die Landschaften tagelang in dichten Nebel hüllen. Ab Mai kann es bereits richtig heiss werden.
Der Frühling lohnt sich vor allem wegen der Natur. März und April blühen beispielsweise in Wuyan die Rapsfelder und verwandeln die Region in eine leuchtend gelbe Landschaft. Auch Qinghai ist für seine Rapsfelder bekannt. In vielen städtischen Parks ziehen die blühenden Pfirsichbäume viele Besucher an.
Spannend ist im Frühling auch ein Besuch der chinesischen Minderheiten im Südwesten. Die Dai feiern zum Beispiel Mitte April in Xishuangbanna (Yunnan) das Wasserfest, bei dem sie sich gegenseitig mit Wasser bewerfen.
Meine Empfehlungen im Frühling:
- Umrundung des Qinghaisees mit seinen blühenden Rapsfeldern
- Die Tulou-Erdbauten in der Provinz Fujian
- Die Minderheitendörfer bei Guilin
- Hängende Klöster und Buddhahöhlen bei Datong
China im Sommer
Spätestens ab Juni wird es in weiten Teilen des Landes so heiss, dass du ohne Klimaanlage kaum noch schlafen kannst. Dabei ist es im südlicheren Teil des Landes einschliesslich Shanghai drückend feucht. Peking und weitere nordchinesische Städte brüten in einer eher trockenen Hitze.
Der Hochsommer eignet sich hervorragend, um den hohen Norden und die Innere Mongolei zu erkunden. Letztere liegt zu einem grossen Teil auf über 1000 Höhenmetern und ist entsprechend kühler. Ebenfalls eignet sich das Tibet-Plateau für sommerliche Reisen. Denk daran: Für Qinghai brauchst du anders als für Tibet kein Permit.
Wenn du dich nur kurzzeitig in die Kühle begeben willst, kannst du dich auch an den zahlreichen heiligen Bergen versuchen. Es gibt fünf heilige Berge der Daoisten und vier weitere heilige Berge für Buddhisten. Beachte: Chinesische Berge sind nicht wie die Alpen, sondern eher wie ein Freizeitpark, der im Sommer ziemlich voll werden kann.
Meine Empfehlungen im Sommer:
- Der heilige Berg (Daoismus) Taishan und sein Sonnenaufgang
- Der heilige Berg (Buddhismus) Wutaishan und seine Klöster
- Der Guoliang-Tunnel und die gefährlichste Strasse der Welt
- Die vergessenen Burgen im Süden von Shanxi
China im Herbst
Ab September beginnt der Norden wieder abzukühlen, die Blätter der Bäume werden nach und nach gelb. Der September ist eine der besten Jahreszeiten um die Hauptstadt Peking zu besuchen und die Abende in den gemütlichen Hutongbars zu verbringen.
Der Herbst gilt auch als beste Jahreszeit für die vielen Naturschönheiten des Landes wie beispielsweise dem Kanassee in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang oder dem Jiuzhaigou-Tal mit seinen tibetischen Dörfern und den leuchtenden Seen.
Im Spätherbst sind die südchinesischen Provinzen Fujian oder Guangdong ideal zu besuchen.
Meine Empfehlungen in Herbst
- Die 114 leuchtend blauen Seen von Jiuzhaigou
- Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Peking
- Im Touristenbus zum Kanas-See
- Der Huangshan, Chinas schönstes Gebirge
China im Winter
Egal, wohin du gehst: Im Winter wirst du in China frieren. Das liegt daran, dass es im nördlichen Teil sehr kalt wird und die milderen Gebiete im Süden nicht beheizt werden. Das heisst: Im Winter solltest du dich entweder für den hohen Norden oder ganz für den Süden entscheiden.
Wirklich warm ist es allerdings nur an der Südspitze der Ferieninsel Hainan, wo du auch in den Weihnachtsferien genüsslich im lauen Wasser baden kannst. Als schönster Strand gilt die Yalong-Bucht, gefolgt vom Ferienort Boao. Beachte: Mit den klassischen Badeorten auf den Malediven oder den Philippinen kann China nicht mithalten. Dafür sind die Strände relativ leer.
Ein einzigartiges Highlight ist das Schnee- und Eisfest in der Stadt Harbin mit seinen wundervoll kitschig beleuchteten Eispalästen. Dies lässt sich ideal mit dem Besuch eines Ski-Resorts wie Yabuli verbinden. Und wenn dir das noch nicht reicht, ist auch ein Zwischenstopp in den Thermalquellen von Changbaishan keine schlechte Idee.
Meine Empfehlungen für den Winter
- Das Schnee- und Eisfestival in Harbin
- Ausflug zur unbekannten Insel Wailingding vor Hongkong
- Reisebericht zu Hainan
Weitere Tipps zur Reisevorbereitung
Wenn du mitten in der Routenplanung stehst, werden dich vielleicht noch weitere Artikel hier auf Sinograph interessieren:
- FAQ für Backpacking in China
- Checkliste: Woran du bei den Reisevorbereitungen für China denken solltest
- Packliste: Was du mitnehmen solltest und was du zuhause lassen kannst