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Die physischen und psychischen Wirkungen der Internetnutzung und ihre Risiken
In neurobiologischen Studien wurden bei Personen mit einer problematischen Internetnutzung (Risiken und Folgen der Internetnutzung) Veränderungen der Struktur und des Funktionierens in Gehirnregionen, die für die Belohnung, Motivation, Gedächtnis und die kognitive Kontrolle zuständig sind, beobachtet.
So kann eine intensive Nutzung des Internets im Allgemeinen sowie bestimmte im Internet ausgeführte Aktivitäten, vergleichbar dem Konsum psychoaktiver Substanzen, das Belohnungssystem im Gehirn verändern. Dies kann dazu führen, dass die Nutzenden mehr und mehr Zeit im Internet verbringen, sodass andere Bereiche des Lebens darunter leiden.
Neurobiologische Studien zu den Störungen im Zusammenhang mit dem Internetgebrauch, die erst seit etwa 12 Jahren durchgeführt werden, betonen die Ähnlichkeiten des Kontrollverlustes beim Internetgebrauch und beim Substanzkonsum. Vor Kurzem wurden aber auch Unterschiede dokumentiert. Weitere Studien dazu sind nötig.
Erläuterndes Video. Heutzutage ist fast jeder ständig online. Das Angebot ist endlos, der Zugang ist schnell und oft kostenlos. Etwa die Hälfte der 6-13-Jährigen hat ein eigenes Smartphone.
Das Vorhandensein folgender Merkmale erhöht die Wahrscheinlichkeit einer problematischen Internetnutzung im Allgmeinen oder einer problematischen Nutzung spezifischer Internetangebote.
Manche Personen verlieren die Kontrolle über ihre Internetnutzung im Allgmeinen oder über die Nutzung spezifischer Internetangebote. Sie können nicht mehr darauf verzichten. Die Symptome, die diese Personen beschreiben, sind den Symptomen einer Sucht ähnlich.
Der Ausdruck „Abhängigkeit“ sollte jedoch mit Vorsicht verwendet werden, da bisher weder die Terminologie oder die Definition abschliessend geklärt ist, noch universell geltende diagnostische Kriterien festgelegt wurden. Die Ausdrücke problematischer Gebrauch des Internets oder Internetgebrauchsstörung werden immer häufiger benutzt.
Angesichts des fehlenden Konsenses unter Expertinnen und Experten zu den diagnostischen Kriterien einer problematischen Internetnutzung, werden oft die diagnostischen Kriterien der Substanzabhängigkeit, der Geldspielsucht oder der Impulskontrollstörung herangezogen, um eine Internetnutzung zu beschreiben, die mit einem Kontrollverlust einhergeht.
Die Zeit, die jemand online verbringt, ist kein ausreichendes Kriterium, um eine problematische Nutzung zu definieren.
Kriterien, die oft herangezogen werden
Der wissenschaftliche Erkenntnisstand ist (noch) nicht ausreichend, um die vielen Fragen zu beantworten, die sich stellen.
Eine wichtige Debatte ist zum Beispiel die Frage, ob die problematische Internetnutzung ein Problem an sich ist oder ob sie ein Symptom eines bereits bestehenden psychologischen Problems wie Depression, Sozialphobie oder Angst ist.
Eine weitere offene Frage: Sind bestimmte Störungen im Zusammenhang mit der Internet-Nutzung im Allgemeinen oder eher mit spezifischen Aktivitäten im Internet verbunden? Einige Fachleute sprechen von einer problematischen Nutzung des Internets im Allgemeinen, unabhängig von der ausgeübten Tätigkeit. Für andere ermöglicht oder erleichtert das Internet verschiedene spezifische Aktivitäten, die der Entwicklung eines unkontrollierten Konsums oder einer Sucht förderlich sind. So ermöglichen gewisse Aktivitäten online ohne grossen Aufwand Anerkennung, Erfolg, Kontrolle und ein Zugehörigkeitsgefühl, die im realen Leben nicht immer einfach zugänglich sind. Folgende Online-Aktivitäten sind mit einem Risiko für die Entwicklung eines problematischen Gebrauchs verbunden:
Eine loot box ist ein virtueller Gegenstand, der den Spielenden Verbesserungen oder ein schnelleres Fortkommen im Spiel ermöglichen. Sie sind entweder gratis oder in der Regel mit geringen Kosten verbunden.
Begriffe wie problematische Internetnutzung und Internetgebrauchsstörung erscheinen weder in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (ICD-11) noch im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association (DSM 5).
Dagegen umfasst der ICD-11 seit seiner Überarbeitung im Mai 2019 sowohl Online- als auch Offline-Spielsucht (Gaming disorder). Sie ist definiert als ein Verhalten, das mit der Ausübung von Video- oder digitalen Spielen zusammenhängt und gekennzeichnet ist durch:
Im DSM-5 von 2013 wird festgestellt, dass das Internet gaming disorder weitere Untersuchungen erfordert, bevor es als neue Diagnose anerkannt werden kann.
Gegenwärtig gibt es keine international anerkannte Diagnostik für andere spezifische Aktivitäten, die im Internet ausgeführt werden. Es wird jedoch viel geforscht, um die mit anderen Aktivitäten verbundenen Risiken zu ermitteln. Dies sollte es ermöglichen, über die Vorteile der Schaffung neuer Diagnosen zu entscheiden.
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