Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/3983

Etwa 20 Männer, Frauen und Kinder hören aufmerksam den Anweisungen von José Mulenço, einem ehemaligen Patenkind von World Vision Schweiz, zu. Der junge Mann ist spezialisiert auf gemischte Landwirtschaft und teilt sein Wissen über verbesserte Anbaumethoden mit der Bevölkerung Mulharias, einem kleinen Dorf im Norden Mosambiks.
In Anbetracht seiner Ausgangslage wirkt Josés Patenschafts-Geschichte schon fast märchenhaft. Zusammen mit zwei Brüdern wuchs er in einer Lehmhütte mit Gras-Dach auf. Wie die Meisten im Dorf waren auch seine Eltern Selbstversorger. Malaria und Mangelernährung erschwerten und raubten das Leben der Kinder. Es gab nicht genügend Essen, Wasser und Infrastruktur wie Schulen und Kliniken. «Wir haben viel Cassava- Brei und Blätter gegessen. Nur zu speziellen Anlässen gab es Poulet», erinnert sich José. Wenn schon nicht genug Geld vorhanden war, um sich Nahrung zu kaufen, wie viel weniger blieb dann für Bildung übrig. José erzählt: «Ich kann mich daran erinnern, dass ich einmal eine ganze Woche nicht zur Schule ging, weil ich kein Übungsheft hatte.»
Briefkontakt spornt zu höheren Zielen an
In 2002 hat World Vision das Entwicklungsprojekt Muecate gestartet und José war eines der ersten Patenkinder, das registriert wurde. Das Kinderhilfswerk erschien zu einem Zeitpunkt, als er sich bildungstechnisch in einer Sackgasse befand. Weil es in seinem Dorf keine Sekundarschule gab, hätte er in ein weit entferntes Internat umziehen müssen. Aber seine Eltern hatten das Geld nicht, um ihn dort einzuschreiben. Ein Albtraum für José, der immer der Beste in seiner Klasse war. «World Vision hat meinen Eltern geholfen, die Schulgebühren und Unterlagen zu bezahlen,» erzählt er mit grosser Dankbarkeit. Was er am meisten am Patenschaftsprojekt mochte, waren die Briefe, die er von seinem Paten aus der Schweiz bekam. «Mein Pate war wie ein Vater für mich. Was ich heute bin, wurde dank ihm möglich. Ohne seine Unterstützung wäre ich wahrscheinlich ein armer Kleinbauer, wie schon meine Eltern und Grosseltern», erzählt José und fügt hinzu: «Jedes Mal, als ich einen Brief von ihm bekam, fühlte ich mich ihm näher. Wir haben uns über meine schulischen Leistungen, meine Familie und meine Träume ausgetauscht. Ich spürte, dass ihm wirklich etwas an mir lag.»
Ein nachhaltiges Vermächtnis
Es war ein schlimmer Tag für José, als ihm die traurige Nachricht überbracht wurde, dass sein Schweizer Pate verstorben sei, denn «mein Traum war es, ihm mein Abschlussdiplom zu zeigen, damit er sehen kann, was für ein grosser Unterschied seine Patenschaft in meinem Leben bewirkt hat.» Der junge Mann ist heute mit Rosa verheiratet und hat eine kleine Tochter. José unterstützt in seiner Tätigkeit als Landwirtschaftsspezialist rund 500 Kleinbauern. Doch seine Träume gehen weiter: «Ich möchte ein Agraringenieur werden!» Wenn er auf die Entwicklung zurückschaut, die sein Dorf seit seiner Kindheit gemacht hat, kommt er ins Staunen: «Wir haben Trinkwasser, Schulen, Bauern und Lehrkräfte, die fortgebildet werden. Dank World Vision hat Bildung heute einen ganz anderen Stellenwert.»
Verändern auch Sie das Leben eines Kindes, seiner Familie und seines ganzen Umfeldes, indem Sie noch heute eine Patenschaft übernehmen.