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Der Prozess um ausstehende Tantiemen von Quincy Jones geht in die zweite Woche. Der legendäre Produzent war für rund zwei Wochen in Montreux am Jazz Festival zu Gast und überliess die Gerichtsverhandlungen bisher seinen Anwälten. Es wird erwartet, dass Jones im Verlauf des Prozesses selbst aussagt.
Derweil zeigte sich ein Experte schockiert über den Afrojack-Remix von „Bad“.
Im Jahr 2013 hat Quincy Jones die Nachlassverwaltung von Michael Jackson verklagt, da diese ihm 10 Millionen US Dollar schulden, die ihm durch die Realisierung posthumer Projekte zustehen würden. Darunter der This Is It Film und Soundtrack, Bad 25 und die Cirque du Soleil Produktionen.
Quincy Jones machte unter anderem geltend, dass Songs wie Billie Jean, Thriller und Don’t Stop ‚Til You Get Enough in neuer Form herausgegeben wurden, damit ihm vermeintlich keine Tantiemen und Produzenten-Gebühren mehr zustehen würden.
Fast vier Jahre später wird der Fall vor dem Superior Court in Los Angeles verhandelt. Jones fordert jetzt 30 Millionen. Sein Anwalt Mike McKool argumentierte, dass der Produzent von Off The Wall, Thriller und Bad weder für die posthumen Veröffentlichungen ausreichend Lizenzgebühren erhalte, noch angemessene Tantiemen an Michael Jacksons hinterlassenem Katalog. Im Fall von This Is It hat Quincy Jones angeblich 455 000 Dollar erhalten und die Nachlassverwaltung 90 Millionen. Der Film spielte weltweit 500 Millionen ein.
Anwalt Zia Modabber, der das MJ Estate vertritt, argumentierte im Eröffnungsplädoyer vergangene Woche, dass Quincy Jones korrekt bezahlt worden sei. Dies obwohl Zeugenaussagen offenbarten, dass die Nachlassverwaltung Quincy Jones zuvor zwischen 2 und 3 Millionen US-Dollar angeboten hatte, um den Fall aussergerichtlich zu regeln. Die Beweise würden zeigen, dass Quincy Jones nur ein Teil der geforderten Summe zustehen würde, so Modaber. Seit Michael Jacksons Tod am 25. Juni 2009 „wurde Mr. Jones über 18 Millionen ausbezahlt, und er wird weitere Millionen verdienen.“
Quincy Jones gerechte Anteil der Tantiemen ist auch davon abhängig, wir die Geschworenenjury den Begriff „videoshow“ definiert, der im Vertrag zwischen dem Produzent und Michael Jackson festgehalten wurde, ebenso, ob Konzertfilme und die Cirque du Soleil Shows dazu geordnet werden können oder nicht.
Experte kritisiert den Afrojack feat. Pitbull-Remix von „Bad“
Am vierten Tag hatte die Anklage Michael Fremer aufgeboten, ein Redakteur von AnalogPlanet.com. Gemäss der Klage von Quincy Jones gegen die Nachlassverwaltung, steht dem Produzenten gemäss den ursprünglichen Vertragen die erste Gelegenheit zu, um Songs neu herauszugeben oder neu zu bearbeiten. Teilweise deshalb, um den Ruf der Songs zu wahren.
Die posthum veröffentlichten Remixes seien jedoch ohne Zustimmung von Quincy Jones veröffentlicht worden. „Ich mag Clubmixe“, sagte Fremer im Gerichtsaal, aber der 2012 erschienene Afrojack-Remix von „Bad“ featuring Pitbull, sei inkonsistent mit dessen Spirit und habe nichts mehr mit dem originalen Song zu tun.
Im Anschluss an den Gerichtstag sagte Fremer gegenüber Billboard: „Wer auch immer [die Pitbull Version] produziert hat, hätte ‚Nein‘ sagen müssen. Vor dem Prozess habe ich nachgeforscht und die online-Kommentare über den Song waren wirklich negativ. Die Leute waren schockiert. Es war nur eine Schlamperei und er hätte nie erscheinen dürfen.“
Während der Verhandlung am Freitag wurde den Geschworenen ein Clip vom Film This Is It gezeigt, in dem Michael Jackson „The Way You Make Me Feel“ probte. Einige hätten Emotionen gezeigt, so habe ein Mann die ganze Vorführung über gelächelt, während ein weibliches Jurymitglied ihre Augen schloss um die Musik und Michaels Gesang intensiv erfassen zu können. Sogar der MJ Estate Anwahlt Howard Weitzmann, der in diesem Fall MJJ Productions vertritt, habe seinen Kopf leicht zum Takt des Songs bewegt, schreibt der Korrespondent von „Billboard“.
Der Prozess dauert voraussichtlich zwei bis drei Wochen.
Quelle: jackson.ch, billboard.com, rollingstone.com