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Die Immobilienpreise steigen in jenen Ländern am stärksten, in denen auch die Konjunktur boomt, wie eine Studie von Lloyds TSB zeigt.
Vier der sechs Immobilienregionen mit den besten Ergebnissen seit 2001 sind Märkte in Schwellenländern, einschliesslich der drei Länder mit den stärksten Zuwächsen, wie aus der Studie von Lloyds TSB hervorgeht.
In Indien war mit 284 Prozent der stärkste Anstieg seit 2001 zu verzeichnen – das sind 14 Prozent pro Jahr. Den zweithöchsten Anstieg mit 209 Prozent meldete Russland, gefolgt von Südafrika mit 161 Prozent, wie der neuen Immobilienstudie des britischen Finanzkonzerns zu entnehmen ist.
In Indien stiegen die Preise neunmal mehr
Insgesamt sind die Immobilienpreise in den rund 30 beobachteten Ländern in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 56 Prozent gestiegen und haben damit die Schweiz bei weitem überholt, heisst es. In der Schweiz stiegen dieser Erhebung zufolge die Immobilienpreise in dieser Periode um lediglich 30 Prozent.
«Die Entwicklung der Immobilienpreise in Schwellenmärkten spiegelt zum Teil ihre stärkere gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zu Ländern wie der Schweiz», erklärt Suren Thiru, Ökonom bei Lloyds TSB.
Zeichen der relativen Stabilität der Schweiz
Immobilienpreise und Wirtschaftswachstum seien häufig eng miteinander verknüpft, heisst es weiter. Die Schweizer Zahlen könnten trotz dem bescheidenen Niveau als Zeichen der relativen Stabilität des Landes auf dem Wohnimmobilienmarkt interpretiert werden.
«In der Schweiz sind die Preise in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen, im Gegensatz zum Immobilienboom und dem anschliessenden Einbruch, der in vielen anderen Ländern zu verzeichnen war», fügt Thiru hinzu.
Schlechte Entwicklung in Deutschland, Irland und Japan
Der erhebliche Anstieg in Indien reflektiere den Anstieg des indischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 280 Prozent im gleichen Zeitraum. Insgesamt sei das BIP in den zehn Ländern mit dem grössten Anstieg der Immopreise seit 2001 durchschnittlich um 155 Prozent gewachsen.
Dies sei fast das Vierfache des durchschnittlichen BIP-Wachstums von 43 Prozent, welches die zehn Länder mit der schlechtesten Immobilienpreisentwicklung (darunter Deutschland, Irland und Japan) verzeichneten.
Grösste Wirtschaftsnationen zählen zu den grössten Verlierern
Die Hälfte der sechs Länder, die seit 2001 ein Sinken der Immobilienpreise zu verzeichnen hatten, gehören zu den G8 und damit zu den acht grössten Wirtschaftsnationen der Welt. So musste Japan der Studie zufolge den grössten Rückgang der Immobilienpreise zu verzeichnen (-30 Prozent), gefolgt von Irland (-23 Prozent) und Deutschland (-17 Prozent).
Zwischen 2001 und 2007 verzeichneten Litauen (330 Prozent) und Russland (298 Prozent) den grössten Anstieg der Immobilienpreisen. Vier der sechs Top-Performer im Immobilienmarkt zwischen 2001 und 2007 zählten zudem zu den schlechtesten Performern von 2007 bis 2011. Dies veranschauliche das Ausmass des globalen Immobilienbooms und des darauffolgenden Einbruchs, das die letzten zehn Jahre kennzeichnete, heisst es weiter.
Ausnahme Indien
Indien stellt eine Ausnahme dar. So konnte Indien sowohl den grössten Zuwachs bei den Immobilienpreisen zwischen 2001 und 2007 (152 Prozent) als auch den drittgrössten Anstieg bei den Immobilienwerten von 2007 bis 2011 (21 Prozent) verzeichnen. Hongkong verbuchte den grössten Anstieg bei den Immobilienpreisen seit 2007 (66 Prozent), gefolgt von Israel (43 Prozent) und Indien (21 Prozent).
«Mit Blick auf die Zukunft wird die Perspektive für Immobilienpreise weltweit teilweise durch die Geschwindigkeit, in der sich die Erholung der Weltwirtschaft fortsetzt, durch die Ereignisse in der Eurozone sowie die wirtschaftlichen Aussichten der einzelnen Länder bestimmt», prophezeit Thiru.
Die Übersicht von Lloyds TSB International über den weltweiten Immobilienmarkt zeigt die Entwicklung der Immobilienpreise in 32 Ländern. Die Übersicht beruht auf Daten aus unterschiedlichen Quellen, einschliesslich der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und Thomson Datastream. Alle Immobilienpreise sind preisbereinigt (das heisst, sie berücksichtigen die Verbraucherpreisinflation).