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seine Abhandlung
»De asse et partibus ejus« (das. 1514) wegen darin gegebener
wichtiger
Aufklärungen über die alte
Münzkunde sowie seine stupend gelehrten, aber etwas unmethodischen und diffusen »Commentarii
linguae graecae« (das. 1529),
die Religionsform, welche, vom nördlichen
Indien ausgehend, sich dem
Brahmanismus (s. d.)
entgegensetzte. Der
Name in den heiligen
Schriften Buddhamârga (»Weg des
Buddha«) genannt, kommt her von
dem Sanskritwort
Buddha (»der Erweckte«),
werden, ist nach dem Dogma der Buddhisten unendlich. Der historische, der einzig wirkliche Lehrer und Begründer des Buddhismus ist
der Königssohn Siddhârtha aus dem Geschlecht der Sâkja, welchem im 7. Jahrh. v. Chr. die Ebenen des Ganges und die Gegenden
nördlich davon bis an den Himalaja unterthan waren; die Hauptstadt war Kapilavastu. Nach der Legende wurde
er auf unbefleckte Weise empfangen, indem er sich als weißer Elefant
[* 29] aus der Götterregion herabsenkte und als fünffarbiger
Lichtstrahl in den Leib seiner Mutter einging; durch die rechte Seite oder die Achselhöhle erfolgte seine Geburt.
Schon in frühster Jugend gab er Proben seiner außerordentlichen Begabung; Hang zur Einsamkeit zeichnete
ihn von jeher aus, daher auch sein am häufigsten wiederkehrender Name Sâkjamuni (»Einsiedler der Sâkja«),
mit dem auch wir
ihn hier nennen wollen. Nachdenken über die Hinfälligkeit des menschlichen Körpers soll ihn dazu bestimmt haben, dem Thron
[* 30] zu entsagen, Weib und hohe Umgebung zu verlassen; Unglück im Krieg und Vertreibung seiner Familie dürften
jedoch den wirklichen Anlaß zur Wahl eines andern Lebenswegs gegeben haben. Er ist Zeitgenosse der sieben WeisenGriechenlands.
Schriftliches hat er nicht hinterlassen; der Gebrauch der Schrift war zu seiner Zeit in Indien jedenfalls ein sehr beschränkter.
Die Kritik hat nachgewiesen, daß dem Buddha vieles zugeschrieben wird, was von den Führern der verschiedenen
Schulen später gelehrt wurde; wir tragen hier seine und seiner Anhänger spätere Lehre
[* 31] in der durch die neuere Forschung
festgestellten Reihenfolge vor.
Die Lehre, welche Sâkjamuni selbst verkündete, spricht sich am deutlichsten in den »vier
Wahrheiten« aus. Diese sind:
er fordert kein positives Thun, sondern ein negatives Verhalten (ähnlich
wie die zehn Gebote richtiger Verbote sind).
In dem Verlangen, man solle auch die gewöhnlichsten menschlichen
Regungen unterdrücken, in nichts dem Körper nachgeben und suchen, sich unabhängig von demselben zu machen, lehnte sich
BuddhasLehre an die bisherigen Anschauungen an. Der ursprüngliche Buddhismus zeigt nahe Verwandtschaft zu dem Sânkhjasystem (s. d.)
des Philosophen Kapila und konnte zu dem komplizierten System erweitert werden, als welches wir
ihn in
den heiligen Schriften der Buddhisten vorfinden.
Sâkjamuni starb wahrscheinlich 543 v. Chr., angeblich 80 Jahre alt. Das Auftreten verschiedener Meinungen und Spaltungen wird
schon aus dem 1. Jahrh. nach seinem Tod berichtet; auf dem zweiten Konzil (100 Jahre nach seinem Nirwâna)
wurde verlangt (aber nicht angenommen): »es solle alles, was der Vernunft nicht entgegen sei, als seine wahre Lehre angesehen
werden«. Später wurde behauptet, Sâkjamuni habe seine Vorträge den geistigen Fähigkeiten seiner Zuhörer angepaßt und
dieselbe Lehre oft in verschiedener Weise vorgetragen, wodurch ihr »wahrer Sinn« zweifelhaft geworden sei.
Das Suchen nach dem wahren Sinn bildet nun die Aufgabe aller Schulen, die auf der von Sâkjamuni geschaffenen Grundlage, alle
in seinem Sinn, weiterbauen wollen, und der Erklärung und Deutung war um so größerer Spielraum geboten, als Sâkjamunis
Worte erst im 3. Jahrh. v. Chr. aufgezeichnet wurden. Die Buddhisten selbst gruppieren alle Schulen folgendermaßen:
1) Diejenigen Schulen, welche Moralität sowie die Beachtung eines tugendhaften Lebens und das Nachdenken über die Gründe des
Seins für genügend hielten und sich darauf beschränkten, das von Sâkjamuni Gelehrte weiter auszuführen, sind die Schulen
des »kleinen Fahrzeugs«, die Hinâjanisten.
2) Der Ausdruck »des großen Fahrzeugs (Mahâjana) sich bedienen«
wird für diejenigen gebraucht, welche behaupten, Tugend allein reiche nicht aus zur Erkenntnis, Meditation sei unumgänglich
notwendig; diese Schulen nehmen auch an, die Meditation erzeuge besondere übernatürliche Kräfte. Erst im 2. Jahrh. v. Chr.
soll diese Doktrin durch Nâgârdschuna als besonderes System formuliert worden sein. Die Lehren dieser
beiden Schulen wurden in Süd- und Nordindien entwickelt.
Jede neue Lehre ist bei ihrem ersten Auftreten reiner und sorgfältiger in ihren Glaubenssätzen als später; beim Buddhismus fand
die Anerkennung übernatürlicher Kräfte als Götter und die Behauptung von der Notwendigkeit ihrer Mitwirkung zu den Zwecken
der Menschen um so leichter Eingang, als indische Priester dem Volksaberglauben zu jeder Zeit Rechnung
trugen. Solange der in Indien, seinem Ursprungsland, Anhänger zählte, bestanden die drei Systeme nebeneinander; die verschiedenen
Schulen suchten einander in öffentlichen Disputationen zu widerlegen und gerieten auch in wirklichen Streit. Im 7. Jahrh.
n. Chr. zählte das Mahâjana die meisten Anhänger, und die Prasangaschule war darin die einflußreichste.
Der Mystizismus erhielt jedoch die Oberhand und weitere Ausbildung, als die Lehre über Indien hinaus sich verbreitete.
Besonders beachtenswert ist die Entwickelung, welche BuddhasLehre in Tibet fand; neun Zehntel aller Buddhisten der Gegenwart
dürften dem in der
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