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Was ist eine Doppelballon-Enteroskopie
Mit der Enteroskopie wird der Dünndarm endoskopisch untersucht. Wegen der vielen Darmschlingen kann ein normales Endoskop nicht einfach durch den Dünndarm gestossen werden. Durch alternierendes Aufblasen von Ballons, die an der Spitze des Endoskops und an einem Overtub befestigt sind, kann das Endoskop mit einer raupenartigen Bewegung durch den Dünndarm geführt werden. Wenn der zu erwartende Befund eher in der ersten Hälfte des Dünndarms liegt, wird die Untersuchung von oben, d.h. via den Magen durchgeführt. Liegt der Befund hingegen eher in der unteren Hälfte des Dünndarms, wird die Untersuchung vom Dickdarm her gemacht. Da der Dünndarm sehr lang ist, dauert eine solche Untersuchung lang. Durch das Enteroskop können Gewebsproben entnommen werden oder therapeutische Eingriffe durchgeführt werden.
Wann wird eine Doppelballon-Enteroskopie gemacht
Der häufigste Grund ist die Suche einer Blutungsquelle. Bei Blutarmut oder Eisenmangel wird entsprechend der Häufigkeit die Ursache zuerst mit einer Gastroskopie in der Speiseröhre, im Magen und Zwölffingerdarm gesucht. Wenn der Grund nicht gefunden wird, wird der Dickdarm mit einer Koloskopie abgeklärt. Bei negativem Ergebnis wird der ganze Dünndarm zunächst mit der Kamerakapsel abgeklärt. Die Doppelballon-Enteroskopie wird dann von oben oder unten durchgeführt, je nachdem wo in der Kamerakapsel-Endoskopie ein verdächtiger Befund erhoben wurde. Bei der Doppelballon-Enteroskopie wird die Blutungsquelle gleich ausgeschaltet, meist mit Argonplasmakoagulation. Wenn im Dünndarm ein unklarer Tumor vorliegt, werden zunächst Biopsien entnommen. Die Doppelballon-Enteroskopie wird auch beim M. Crohn eingesetzt, zur Ballondilatation von Einengungen (Stenosen) im Dünndarm.
Was der untersuchende Arzt unbedingt wissen muss
Wenn sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, müssen sie dies dem Arzt mindestens eine Woche zuvor mitteilen. Bringen sie zur Untersuchung eine Liste aller Medikamente mit, die sie regelmässig einnehmen. Wenn sie Insulin spritzen, sollten sie die Dosis vor der Untersuchung weglassen und den Wert eines Fingerblutzuckers mitbringen.
Untersuchungsvorbereitung für den Patienten
Falls die Untersuchung via Magen erfolgt, darf der Patient 6 Stunden vor der Untersuchung nichts essen und 4 Stunden vorher nichts trinken. Falls die Untersuchung über den Dickdarm erfolgt, entspricht die Vorbereitung denen der Koloskopie: Der Patient darf vor der Untersuchung 6 Stunden nichts mehr essen und 4 Stunden vorher nichts mehr trinken. Je nach Intervention ist die Bestimmung von Quick und Thrombozyten vorgängig beim Hausarzt nötig. Bei geplanter Polypektomie oder andersweitigen Interventionen sollten die Gerinnungsparameter optimiert werden. Eine Rücksprache mit dem Untersucher ist empfehlenswert.
Während der Untersuchung
Die Untersuchung dauert 60 bis 120 Minuten. Während der ganzen Zeit wird ein Schlafmittel verabreicht. Sie schlafen somit während der ganzen Untersuchung und spüren nichts. Atmung und Herzkreislauffunktion werden kontinuierlich überwacht.
Nach der Untersuchung
Die Untersuchung wird in der Regel ambulant durchgeführt, ausser bei komplizierten Eingriffen. Sie sind nach der Untersuchung gleich wieder wach. Sie müssen sich jedoch im Ruheraum noch 1 bis 2 Stunden ausruhen. Gelegentlich stört restliche Luft im Darm noch kurzfristig. Sie dürfen während 24 Stunden nach der Untersuchung kein Fahrzeug lenken.