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Die Schweizer Bevölkerung ist sich in Sachen Impfen alles andere als einig. Hierzulande ist das Thema Impfen sehr umstritten. Wir klären auf. Sie entscheiden selbst, ob und welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Masern, Mumps und Röteln sind hoch ansteckende virale Infektionskrankheiten. Alle drei Erkrankungen bergen ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Eine Ansteckung mit Röteln kann bei schwangeren Frauen zu Missbildungen beim ungeborenen Kind führen. Kinder und Erwachsene, die an Masern oder Mumps erkranken, haben ein höheres Risiko für schwerwiegende Entzündungen, wie beispielsweise eine Entzündung der Hirnhaut, der Lunge oder der Ohrspeicheldrüsen. Eine Ansteckung mit Masern kann sogar tödlich enden.
Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln − auch MMR-Impfung genannt − wird heute als Kombinationsimpfung angeboten. Der Impfschutz ist erst mit zwei Impfdosen erreicht. Ganz ausschliessen lässt sich eine Ansteckung trotz Impfung nicht. Im Allgemeinen gilt: Je mehr Personen sich impfen lassen, desto kleiner die Ansteckungsgefahr für Geimpfte und Ungeimpfte.
Wie bei jeder Impfung sind Rötungen, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle möglich. Fieberkrämpfe durch die Impfung sind bei 2 bis 16 von 10 000 geimpften Kindern zu verzeichnen. Befürchtungen, dass die MMR-Impfung Autismus oder weitere schwerwiegende Krankheiten auslösen kann, wurden durch wissenschaftliche Studien nicht bestätigt.
Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat potenzielle Nutzen und Schäden der MMR-Impfung anhand wissenschaftlicher Studien zusammengefasst und Modellrechnungen angestellt.
Kämen 10 000 ungeimpfte Menschen mit dem Masernvirus in Kontakt, würden rund 9310 von ihnen an Masern leiden. Von 10 000 geimpften Menschen würden lediglich 93 bis 745 an Masern erkranken. Eine vollständige MMR-Impfung kann die Zahl von Masern-bedingten Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen senken. Auch Masern-bedingte Todesfälle liessen sich durch eine MMR-Impfung vermeiden.
Kämen 10 000 ungeimpfte Menschen mit dem Mumpsvirus in Kontakt, würden 2400 bis 4800 von ihnen an Mumps erkranken. Demgegenüber würden etwa 72 bis 912 von 10 000 geimpften Menschen an Mumps erkranken. Eine Entzündung des Hörnervs mit Taubheit als möglicher Folge würde bei Geimpften weniger häufig auftreten. Die vollständige Impfung kann vor weiteren Mumps-bedingten Entzündungen schützen, wie beispielsweise der Entzündung der Ohrspeicheldrüse, des Herzmuskels und der Hirnhaut.
Kämen 10 000 ungeimpfte Menschen mit dem Rötelnvirus in Kontakt, würden sich 4000 bis 9000 von ihnen mit Röteln infizieren. Von 10 000 geimpften Menschen würden sich hingegen 40 bis 270 mit Röteln infizieren. Bei schwangeren Frauen mit Impfung würden wesentlich weniger Schädigungen durch Röteln am ungeborenen Kind auftreten als bei ungeimpften Schwangeren.