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Auf Jahrmärkten früher konnte man zuweilen diesen Musikant*innen zuschauen, die die Leute als ein One-Wo*-Man-Orchester unterhielten: Auf dem Rücken die Pauke, die mittels Schnurzug mit dem einen Bein geschlagen wird, am andern Bein ein Schellenkranz, mit der linken Hand spielten sie eine Handorgel und mit der rechten bedienten sie die Ventile einer Trompete; dazu konnten sie singen und mit Witzen ihr Publikum unterhalten – eine veritable menschliche Unterhaltungsmaschine!
Nate Wood ist genau so einer. Wobei manches bei ihm zu relativieren wäre: Er spielt nicht auf Jahrmärkten, sondern in angesagten Clubs wie dem Pflegidach in Muri, er hat nicht eine einzelne Pauke, sondern ein ganzes Schlagzeugset, statt der Handorgel bedient er zwei kleine Synthesizer und die andere Hand schlägt die Saiten eines Elektrobasses. Komponieren muss er seine Musik auch noch selbst, das kann niemand für ihn übernehmen.
Der Amerikaner Nate Wood ist ein Phänomen. Als Schlagzeuger spielt er in der allerersten Reihe, natürlich bei "Kneebody", der Band, die das Zentrum seiner Aktivitäten ist, aber auch im Trio des armenischen Wunderpianisten Tigran Hamasyan. Beim Saxophonisten Donny McCaslin war er an der Gitarre zu hören, manchmal auch am Bass, in eigenen Projekten sitzt Nate Wood an den Keyboards und singen kann er auch. Auf seinen vielen Instrumenten bietet er mehr als nur Beachtliches, dazu ist er ein gefragter Toningenieur, er ist als Produzent aktiv und schreibt Songs.
Was stellt man nur an, wenn man mit so vielen Talenten gesegnet ist? Nate Wood hat für sich die Lösung gefunden: Er macht alles, was er kann, simultan: Er sitzt am Schlagzeug, den Bass umgehängt, zwei kleine Keyboards und ein Mikrophon vor sich. Und ja eben: Was aussehen und klingen könnte wie ein Jahrmarktmusikant, ist alles andere als das: Es ist eine ziemlich schräge Popband, zuweilen jazzig und folkig, immer aber so, dass nichts fehlte, würde man die Augen schliessen. "Four" nennt Nate Wood sein Projekt, vier eben, nämlich Stimme, Tasten, Bass und Schlagzeug. Längst nicht jedes Quartett klingt so gut wie Nate Wood's One-Man-Band.
MURI Pflegidach, So, 14. August, 20.30 Uhr