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Angiessen der Engobe (Grundengobe) auf den Gefässkörper einer lederhart getrockneten Keramik, Töpferei in Berneck, Kanton St. Gallen.
Deutlich erkennt man die angegossene rote Grundengobe, die weisse Malengobe und die nur
partiell überlagernde Glasur.
Anguss/Beguss (Grundengobe): Mehr oder weniger dick aufgetragener weiss oder rot brennender Tonbrei oder Tonschlicker mit welchem der ungebrannte Gefässkörper (Grünling) ganz oder teilweise überzogen werden kann. Dabei kann der Tonschlicker mit Hilfe einer Kelle oder eines Löffels auf das Gefäss gegossen oder das Gefäss kann in den Tonschlicker getaucht werden (Engobierung, auch Anguss, Beguss). Der Anguss kann mit Metalloxyden schwarz, blau oder grün gefärbt werden oder mit Farbkörpern, d.h. Eisenmangan-Partikeln versetzt werden (siehe Farbkörper in der Grundengobe). Weiss oder mit Metalloxyden gefärbt, dienen Engoben auch zum Dekorieren von Irdenwaren mit Pinsel oder Malhorn (Malengobe). Über der Engobe liegt normalerweise eine Glasur. Engobe kann aber auch ohne Glasurüberzug vorkommen.
Weisse Grundengobe unter grüner Glasur
In der Irdenwareproduktion der Schweiz finden sich zunächst einseitig aufgetragene weisse Grundengoben (ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts), dann auch rote Grundengoben (vor 1500).
Zweiseitige Aufträge von Grundengoben (innen und aussen) sind ein Phänomen ab dem späten 17. Jahrhundert. Schwarze Grundengobe kommt erst ab ca. 1780 auf (Keramik Heimberger Art). Orangebeige Grundengobe, farblich schwer vom eigentlichen Scherben unterscheidbare Grundengobe ist ein zunehmendes Phänomen ab etwa 1800/1820. Ultramarin blaue Grundengoben begegnen ab dem späten 19. Jahrhundert und leuchtend gelbgrüne Grundengoben erst nach 1880/1900.
Synonyme: Anguss, Beguss, Grundengobe
Frz.: engobe, engobe de fond
Engl.: slip