Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03575.jsonl.gz/915

Autor: Marc Kipfer
Freiburg Gewerbsmässiger Betrug, Vergehen gegen das Bankengesetz, betrügerischer Konkurs, Steuerhinterziehung, Urkundenfälschung: Die Liste der Delikte, deren das Wirtschaftsstrafgericht Freiburg am Montag einen 46-jährigen Mann für schuldig befunden hat, nimmt fast kein Ende. Das Gericht unter Präsident André Waeber verurteilte den Mann, der schon öfters mit der Freiburger Justiz in Konflikt geraten ist, zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten. Zudem trägt der Mann die Prozesskosten und muss den Geschädigten einen sechsstelligen Betrag zurückbezahlen.
Zum Prozess war es gekommen, weil 30 Kläger ihr Geld zurück wollten. Sie hatten dem Mann grosse Teile ihres Ersparten anvertraut. Statt das Geld wie vereinbart anzulegen, investierte er es nur teilweise und bediente sich immer wieder selber heimlich an den Konten (die FN berichteten).
Ein halbes Jahr absitzen
Von der ihm aufgebrummten Strafe muss der verheiratete, kinderlose Mann sechs Monate absitzen. Das Gericht bewegte sich damit nahe an der Forderung von Alessia Chocomeli-Lisibach, Substitutin der Staatsanwältin. Sie hatte 28 Monate gefordert, davon zwölf Monate unbedingt.
Eine Strafe dieser Dauer bedeutet für den Verurteilten, dass er lediglich die Nächte hinter Gittern verbringen muss. Und knapp die Hälfte der sechs Monate hat der Mann bereits im Herbst 2004 verbüsst, als er im Laufe der Ermittlungen in Untersuchungshaft sass.
Unmittelbar nach der Urteilsverkündung wollte der Verteidiger des Verurteilten, Pierre-Henri Gapany, nicht sagen, ob er gegen das Urteil rekurriert. «Wir werden sehen», so Gapany. Er will die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.