Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03095.jsonl.gz/2039

Bau der dritten Etappe
Die Bauarbeiten an der dritten Etappe der Glattalbahn von Auzelg zum Bahnhof Stettbach dauerten von Juli 2008 bis Dezember 2010.
Neue Erschliessung für das Hertiquartier
Die Bauarbeiten am Tiefbauobjekt Herti erstreckten sich über den Abschnitt zwischen der Wendeschlaufe Auzelg (Zürich) und der SBB-Unterführung Weststrasse in Wallisellen. Ab der Haltestelle Auzelg führt das Bahntrassee zuerst durch ein Familiengartenareal, unterquert die Autobahn A1 und erreicht dann die Weststrasse in Wallisellen. Hier entstand die Haltestelle Herti, welche das Wohnquartier Melchrüti im Norden und das Industrie- und Dienstleistungsquartier im Süden erschliesst. Weiter Richtung Wallisellen verläuft das Trassee entlang dem südlichen Strassenrand der Weststrasse. Nach der Liegenschaft Coop/Panofina führt die Strecke über die neu geregelten Verkehrsflächen der Birgi- und der Hertistrasse und schmiegt sich schliesslich nach einer Linkskurve an die SBB-Gleise Richtung Wallisellen an. Um entlang der Weststrasse den benötigten Raum für das Bahntrassee zu gewinnen, wurden der gesamte Strassenraum und die Vorplätze der angrenzenden Liegenschaften neu gestaltet.
Die Erschliessung des Industrie- und Dienstleistungsquartiers Herti wurde ebenfalls angepasst. Die Zu- und die Wegfahrt erfolgen nun über den neu gestalteten Knoten West-/Hertistrasse.
Trassee auf ehemaligem SBB-Industriegleis
Zwischen der Unterführung Weststrasse und dem Bahnhof Wallisellen verläuft die Glattalbahn entlang der SBB-Gleise. Teilweise stand dazu das Trassee eines ehemaligen SBB-Industriegleises zur Verfügung, welches zurückgebaut wurde. Die neue Haltestelle Belair entstand zwischen der Hertistrasse und den SBB-Anlagen. Gleichzeitig wurden die Personenunterführungen unter den SBB-Gleisen hindurch erneuert und baulich angepasst.
Die Glattalbahn als integraler Bestandteil der Zentrumsüberbauung Wallisellen
Beim Bahnhof Wallisellen entstand die Glattalbahn zeitlich und räumlich koordiniert mit der privaten Überbauung Mittim. Der Bahnhof Wallisellen wurde dabei vollständig neu gestaltet und zu einem attraktiven Umsteigezentrum des öffentlichen Verkehrs ausgebaut. Dabei sind die Bahnhof- und Haltestellen-Infrastrukturen heute teilweise in die Überbauung mit Ladenlokalen, Büroräumen und Wohnungen integriert. Im Auftrag der Gemeinde Wallisellen wurde auch die zentrale Personenunterführung neu gebaut. Eine sieben Meter breite Unterführung schafft behindertengerechte Verbindungen zwischen den Gemeindehälften nördlich und südlich des Bahnhofs sowie zu den S-Bahn- und Glattalbahn-Gleisen.
Aufwändige Linienführung beim Viadukt Glattzentrum
Mit 1209 Metern Länge ist der Viadukt Glattzentrum eines der Kernstücke der dritten Glattalbahn-Etappe. Der Viadukt beginnt beim Bahnhof Wallisellen und endet kurz vor der Gemeindegrenze zu Dübendorf bei der Haltestelle Neugut. Dazwischen überbrückt er die Bahnanlagen der SBB-Linie Zürich–Winterthur und Zürich–Wetzikon, diverse Kantons- und Gemeindestrassen sowie die siebenspurige Autobahn A1 Zürich–Winterthur samt dem Autobahnknoten Wallisellen/Dübendorf.
Teil des Viadukts ist die Haltestelle Glatt in Hochlage mit direktem Zugang zum gleichnamigen Einkaufszentrum. Aufgrund der erwarteten grösseren Zahl von Fahrgästen und Passanten zwischen Richti-Areal und Einkaufszentrum wurde die Haltestellenplattform auf Seite des Glattzentrums verbreitert, auf Bestellung der Gemeinde. Die Haltestelle schafft optimale ÖV-Anbindungen, sowohl für das grösste Einkaufszentrum der Schweiz wie auch das bedeutende Walliseller Siedlungsentwicklungsgebiet Richti-Areal.
Die städtische Umgebung des Viadukts mit vielen über- und unterirdischen Hindernissen erforderte eine ausgesprochen aufwändige Linienführung und detaillierte Abklärungen bei der Planung der Stützenplatzierungen.
Die Bauarbeiten am Rohbau des Viadukts dauerten nur gerade 16 Monate. Erstellt wurde der Viadukt Glattzentrum als Hohlkastenbrücke in Spannbetonweise, analog zum Viadukt Balsberg. Die mittleren Abstände zwischen den Stützen betragen 35 Meter. Die maximale Spannweite liegt bei knapp 47 Metern.
(Bild dsp Ingenieure & Planer AG). Bauarbeiten Viadukt Glattzentrum: Überquerung A1 mit Pfahlarbeiten im Trennstreifen zwischen den Autobahnfahrstreifen
(Bild dsp Ingenieure & Partner AG). Bauarbeiten Viadukt Glattzentrum: Überquerung A1 mit Pfahlarbeiten im Trennstreifen zwischen der Autobahnfahrstreifen
Einblicke, Ausblicke und ein Brückenschlag
Am 24. Oktober 2009 war die Bevölkerung von Wallisellen und Dübendorf zum Anlass «Einblicke, Ausblicke und ein Brückenschlag» eingeladen. Höhepunkt der Veranstaltung bildete die exklusive Gelegenheit, den Glattalbahn-Viadukt das erste und letzte Mal zu Fuss zu überqueren. Auf einem Info-Parcours zwischen dem Bahnhofplatz in Wallisellen und dem Zwicky-Areal erhielten die rund 4000 Besucherinnen und Besucher zudem einen Überblick über den Stand der Bauprojekte an den Brückenköpfen und entlang des Glattalbahn-Viadukts. An verschiedenen Infoposten vermittelten Fachleute aus der Projektorganisation Informationen über den Stand der Bauarbeiten sowie die entstehenden Werke. Vorgestellt wurden u.a. das künftige ÖV-Angebot mit Glattalbahn und Glattalbus, die Erneuerungsarbeiten am Bahnhof Wallisellen, die zentrale Personenunterführung Wallisellen, die neue Veloparkierungsanlage am Bahnhof Wallisellen, die Zentrumsüberbauung Mittim, die neu gestalteten Strassen und Plätze im Bereich des Bahnhofs Wallisellen, Details zu den Tiefbau- und Bahntechnikarbeiten am Glattalbahn-Viadukt, die neue Verbindung zwischen der Glattalbahn-Haltestelle auf dem Viadukt und dem Glattzentrum wie auch über die Überbauung des Zwicky-Areals.
Im Vorfeld des Publikumsanlasses trafen sich auf dem Viadukt Glattzentrum auch rund 80 Behördenmitglieder aus Dübendorf und Wallisellen zu einem kleinen offiziellen Brückenschlag-Akt.
(Bild Photopress). Feierlicher Brückenschlag auf dem Viadukt Glattzentrum; es treffen sich der Gemeindepräsident Wallisellen, Otto Halter, mit seinen Enkelkindern und der Stadtpräsident von Dübendorf, Lothar Ziörjen
Neuorganisation für Dübendorfer Stadtentwicklungsgebiete
Ab der Haltestelle Neugut verläuft die Glattalbahn via die Dübendorfer Stadtquartiere Giessen und Hochbord zum Bahnhof Stettbach. Kernstück dieses Abschnitts bildete die Ringstrasse. Auf engem Raum galt es hier, die notwendigen Räume für Glattalbahn, Strassen, Velo- und Fussgängerwege zu schaffen. Mit dem Umbau wurde die ehemals industriell geprägte Verkehrsachse zu einem städtischen Boulevard aufgewertet. Mit Blick auf künftige Überbauungen und Erschliessungen – geplant sind Hochbauten mit Einstellhallen beidseits des Trassees mit unterirdischen Verbindungen auf setzungsempfindlichem Untergrund – wurde das Stadtentwicklungsgebiet Giessen mit einem Viadukt von 230 Metern Länge überbrückt. Auf diesem Viadukt befindet sich auch die Haltestelle Giessen. Im Rahmen der Bauarbeiten an der Glattalbahn wurde das angrenzende Kantonsstrassennetz umfassend saniert, und die Knoten und Quartiererschliessungen wurden neu gestaltet.
(Bild VBG). Brücke über die Glatt als Fortsetzung des Viadukts Giessen – Für Grossansicht aufs Bild klicken
Neu gestaltete Verkehrsdrehscheibe
Mit der dritten Etappe der Glattalbahn entstand am Bahnhof Stettbach eine moderne und attraktive Verkehrsdrehscheibe. Alle Verkehrsfunktionen wurden dabei auf einer architektonisch sichtbar gemachten Plattform verknüpft. Die frühere Überdachung des Bahnhofs wurde durch eine «Landschaft» aus unregelmässig geformten und geneigten Dächern ersetzt. Tram und Glattalbahn nutzen die neu gestaltete Wendeschlaufe nun gemeinsam. Die Anlagen für den Strassenverkehr wurden entlang der Hauptstrasse Zürich–Dübendorf angeordnet. Es entstanden neue Haltestellen für die Linienbusse, Taxistände sowie Kurzzeit- und Behindertenparkplätze für den Zubringer- und Abholverkehr. Auch für Fussgänger und Velofahrer ist die Plattform von allen Seiten sicher und bequem erreichbar. Velofahrern stehen zudem neue Veloparkierungsanlagen zur Verfügung. Anstelle des bisherigen Kiosks ist neu ein kleiner Verkaufsladen mit Artikeln des täglichen Bedarfs Teil der Anlage. Im gleichen Gebäude sind auch die WC-Anlagen sowie Technikräume untergebracht.