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m rötlichen Abendlicht ragt der bis zu 13-stöckige Gebäudekomplex gen stahlblauen Himmel. Davor steht für einen kurzen Moment der Verkehr still, der sonst über die mehrspurige Strassenkreuzung rauscht. Die gelbe Strassenbahn wartet noch an der Haltestelle. Auch das Gebäude befindet sich in einer Art Stillstand. Es ist ein 67 Meter hoher Rohbau an der Landsberger Allee im Osten Berlins, den Christian Helmle im April 2005 ablichtet. Das 1997 begonnene Projekt eines Büro- und Einkaufszentrums nach den Entwürfen des Mailänder Architekten Aldo Rossi wurde aufgrund eines Konkurses 1999 stillgelegt. Der 150 Millionen Euro teure Rohbau blieb während fast eines Jahrzehnts leer. Nach mehrmaligem Wechsel der Eigentümer und einer Zwangsversteigerung wurde der Bau mit einigen Änderungen des ursprünglichen Entwurfs 2009 vollendet. Heute befindet sich das Luxushotel Vienna House Andel‘s darin. Die Fotografie gehört zu einer rund 50-teiligen Serie mit dem Titel «Weisse Elefanten». Der Fotograf Christian Helmle porträtiert darin Bauten, die nicht funktionieren wie geplant: in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz. In der Sammlung des Kunstmuseums befinden sich fünf Fotografien der Serie.
Anja Seiler
Der Fotograf nennt seine Foto-Serie „Weisse Elefanten“.
Weisse Elefanten sind teuer und heilig.
Sie dürfen nicht arbeiten.
Also nützen sie nichts.
Der Begriff ist auch ein Symbol.
Weisse Elefanten sind grosse Projekte.
Sie sind teuer,
aber nützen wenig.
Hier ist es ein Gebäude in Berlin.
10 Jahre bleibt es im Roh-bau.
Unfertig.
Heute ist es ein Hotel.
Sara Smidt