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Montag, 29.11.2010, 13:00 Uhr
Diese von der Graduate School of the Humanities | Walter Benjamin Kolleg organisierten Kurse stehen allen Doktorierenden der Phil.-hist. Fakultät offen. Freie Plätze können an MA-Studierende, Postdocs und externe Interessierte vergeben werden.
Dr. Franziska Struzek, Universität Luzern
Wie sehr Derridas Denken durch Heideggers Darstellung der Metaphysikkritik inspiriert worden ist, zeigt sich etwa daran, dass er den Begriff „Dekonstruktion“ in Anlehnung an Heideggers Begriff „Destruktion“ entwickelt und damit eine radikale Auseinandersetzung mit Heideggers Denken eröffnet.
Die Metaphysikkritik Martin Heideggers kristallisiert sich im Aufsatz „Der Spruch des Anaximander“ an der Frage, wie die Wahrheit des Spruchs angesichts der Seinsvergessenheit der Philosophie der Metaphysik in unsere Sprache und somit unser Denken übersetzt werden könne. In seinem Aufsatz „La différance“ nimmt Derrida Heideggers Auseinandersetzung mit dem Vorsokratiker auf und kritisiert Heideggers Versuch, die Philosophie der Metaphysik durch einen Rückgriff auf den Anfang der Philosophie, d.h. auf Anaximander, zu überwinden. Derridas Kritik an Heideggers Denken des Ursprungs und des Zentrums mündet in die Konzeption der différance. Die ontologische Differenz, so Derrida, sei nichts anderes als ein Effekt des Spiels der différance.
Im Kurs soll anhand der Lektüre zweier zentraler Texte von Heidegger und von Derrida ein tieferes Verständnis des Seins- und Differenzdenkens entwickelt werden.
Datum: Montag, 29. November 2010
Datum: Montag, 06. Dezember 2010
Zeit: 13:00-17:00 Uhr
Ort: Universität Bern, Hauptgebäude, Hochschulstrasse 4, Raum 212
Franziska Struzek-Krähenbühl hat an der Universität Zürich Germanistik, Philosophie sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) studiert und zur Philosophie der Sprache bei Novalis promoviert. Sie unterrichtete am Deutschen Seminar und am Seminar für AVL in Zürich sowie als Gastdozentin am Peter Szondi-Institut für AVL an der Freien Universität Berlin. Zudem arbeitete sie als Redaktorin bei den Literaturzeitschriften „figurationen“ und „variations“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind insbesondere die Philosophie der Sprache und der Erkenntnis, die Literaturtheorie sowie das Verhältnis der Künste. Zurzeit koordiniert sie die Graduate School of Humanities and Social Sciences an der Universität Luzern und verfasst eine Habilitationsschrift mit dem Arbeitstitel „Bildereignis. Bilddynamik. Bilderfahrung. Van Gogh im Spiegel der Philosophie und Literatur“.