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Biologie Die Eibe hat sich ein riesiges Verbreitungsgebiet erobert. Sie fühlt sich in den heissen Breitengraden gerade so gut zurecht, wie auch im kühlen Norden. Etwa 20 Eibenarten haben sich geographisch gut voneinander getrennt. Die eine Art findet sich auf der indonesischen Südhalbkugel. Eine andere Art steht vorwiegend im Atlasgebirge. So auch in ganz Europa und in Höhenlagen bis zu 1600 m ü.M.
Die Eibe bildet niemals reine Eibenbestände, sie vermischt sich genau so gerne in Tannenwäldern wie in den typischen Mischwäldern. Es ist erwiesen, dass die Eibe bereits im Tertiär in Europa verbreitet war, noch vor den Buchen. Doch die Buche setzte sich besser durch uns so begann sie sich allmählich zurückzuziehen. Noch im 17. Jahr-hundert war sie weitaus häufiger als heute anzutreffen.
Die wohl älteste Eibe, in Deutschland bei Bärgündele im Allgäu, die Hintersteiner-Eibe, hat einen Stammdurchmesser von über 1 m und wird auf 2`000 Jahre geschätzt. In der Regel werden Eiben nicht viel grösser als 15 m, dafür werden sie durchschnittlich etwa 1`000 Jahre alt.
Erst nach etwa 15 Jahren erlangen die Eiben die Blühreife, dann gelten sie als “Erwachsen“. Ihre Verbreitung erfolgt vorwiegend durch die Amsel, die Drossel und den Marder, welche die fleischig-saftigen Samenmäntel verzehren, die giftigen Kerne jedoch unverdaut wieder ausscheiden. Die Nadelartigen Blätter enthalten Gifte wie Taxin, Myricylalkohol oder Taxicatin und einen Giftgehalt von bis zu 2%. Für Pferde kann Eibenlaub zu einem ernsthaften Problem werden. Die tödliche Dosis für Menschen liegt bei etwa 100 gr. Blattmasse. Von Kern befreiten Früchten können jedoch gefahrlos gegessen werden, allerdings erscheint angesichts der kleinen Frucht der Aufwand gross.
Mythologie
Die Kelten verehrten die Eibe als heiligen Baum. Der charakterstarke Baum galt in seiner Symbolik als Schwelle zur Wiedergeburt und war dem Gott des Todes geweiht. Die Druiden betonten stets, dass jeder Kelte vom Gott des Todes abstamme. Nachdem jedoch die Römer die Druiden systematisch ausgerottet hatten, versank mit ihrer Kultur auch der Glaube an die Wiedergeburt.
Für die Germanen galt die Eibe als Sinnbild der Ewigkeit. Das pflanzen von Eiben auf Friedhöfen geht wohl auf heidnische Bräuche zurück.
Die Eibe galt im Mittelalter als Totenbaum, aber auch als Baum zum Schutz vor Hexen und Geister. Viele Zaubergegenstände, vor allem Zauberstäbe und Räucherungen wurden aus Eibenholz gefertigt.
In der römischen Kultur war die Eibe sehr wohl bekannt. Aus ihren Zweigen und Rinden wurden nicht selten wirksame Giftgetränke gebraut. Der Sud von bestimmten Abkochungen mit Hauptanteilen der Eibe wurde als Abtreibungsmittel verwendet. So wundert es niemanden, dass die Eibe zeitweilig als Mordbaum verrufen war.
Ursprünglich hatte die Eibe im Baumkreis den Platz inne den heute die Tanne einnimmt. Weshalb sie verdrängt wurde fand bis heute keine plausible Erklärung. Und doch ist der Eibe ein unausgesprochen geheimer Platz im Baumkreis geblieben, sozusagen im Winter hinter dem Nussbaum. Jedenfalls scheint es Zeiten gegeben zu haben in denen massive Ausrottungsaktionen stattfanden. Die düsteren Eibenwälder, welche die Römer kaum zu betreten wagten, wurden gerodet und ausgetilgt. Eine weitere Vernichtungswelle fand zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert statt. Nachdem viele neue Gebiete erschlossen wurden und die Bauern zum Teil die Wälder für die Beweidung ihrer Kühe und Pferde mit einbezogen, starb oder erkrankte überdurchschnittlich viel Vieh. Die Eiben wurden als Schuldige deklariert und in der Folge entsprechend bekämpft. Die heutige moderne Forstwirtschaft ist für die Eibe wie eine dritte Welle der Angriffe auf ihre Population. So ist es nicht verwunderlich, dass dieser wundervolle Baum heute zu den geschützten Arten gehört.
Baumspiegel
Die Altersbestimmung von Eiben bereitet meist grosse Schwierigkeiten da die Stämme nur selten homogen sind, sondern oft als sogenannte Komplexstämme aus der Verwachsung mehrerer Stämme hevorgehen Eibenholz ist ausserordentlich hart, dicht und dennoch elastisch.
Wer schon einmal unter einer Eibe gesessen ist, der weiss wie dunkel und kühl ihre Umgebung wirkt. Diese Dunkelheit kann beängstigend aber auch faszinierend wirken.
Die Eibe ist als diözische (Zweihäuslichkeit) Pflanze auf einen Nachbarn des anderen Geschlechts angewiesen um sich fortpflanzen zu können. Die Vermehrung ist zudem durch das sehr langsame Wachstum sehr erschwert.
Bis ins hohe Alter bewahrt die Eibe ihre gedrungene Gestalt. Doch ihre beuligen Aeste und den knorrigen Stamm sieht man kaum, denn sie hüllt sich meisterlich vom Boden weg in ihr dichtes, dunkelgrünes Gewand. Ihre Aeste mag man stutzen wie man will, sie wachsen nach.
Der 03. – 11. November scheint im Baumkreis eine ausserordentlich zwiespältige Zeitphase zu manifestieren. Dass Nussbaum und Eibe für einige Tage zugleich auftreten, ist für viele Menschen mit einem Hauch von mystischen Ahnungen behaftet. Insbesondere im Zusammenhang mit der offenen Frage über die Verdrängung der Eibe und der Einzig-artigkeit dieses Zwiespaltes, der sonst nirgens im Baukreis vorkommt.
Eiben-Geborene
Eibe-Menschen scheinen für ihr Umfeld beinahe schon sichtbar eine mystische Aura auszustrahlen. Vielleicht ist dies dem Umstand zuzuschreiben, dass sie intuitiv die grossen Geheimnisse des Lebens zu kennen scheinen, oder zumindest erahnen. Sie erkennen oft sehr rasch den Sinn hinter dem Schein.
Eibe-Geborene mögen sich in wirklich wichtigen Dingen des Lebens nicht auf dogmatisches Denken festlegen. Durch ihre Fähigkeit zur abstrakten, absoluten Denkweise stellen sie ständig alles in Frage. Oft scheinen Eibe-Menschen, vom ständigen “daran herum Studieren“, etwas schwermütig, verwirrt oder zerstreut zu sein. Zum einen mag diese Tatsache an ihrer bereits erwähnten, mytischen Ausstrahlung beteiligt sein, - andererseits kann es auch als ein Zeichen interpretiert werden, dass sie nun dringend jemanden brauchen der/ die sie auf den „Boden des Alltags und der Tatsachen“ zurüchholt. Erwähnte Denkweise kann für Eibe-Geborene im gesellschaftlichen Alttag zum echten Problem werden, denn sie akzeptieren meist keinen weltlichen Kritiker. Sie gehen davon aus, dass kein Mensch wissen kann, was falsch oder richtig ist. Auf Autoritäten reagieren sie beinahe schon allergisch und im schlimmsten Fall gar mit Verweigerung. Es ist wie in der Natur, Eiben kommen nie im Verbund vor wie etwa Buchen-wälder.
Optimal entwickeln sich Eibe-Menschen im Zusammenhang mit der Kunst. Hier können sie ungehemmt Hinterfragen, Traditionen sprengen und Tabus “auf der Seite lassen“. In diesem Bereich bereichern sie die Gesellschaft mit ihrer erstaunlichen Progressivität und Klarheit auf eine immer wieder erstaunliche Weise.
Worauf Eibe-Geborene unbedingt achten sollten, ist die Verbundenheit mit der Natur. Sie sind deshalb gut beraten, Ihr Umfeld vermehrt in den ländlichen Gebieten zu realisieren. Ziehen sie sich in grosse Städte zurück, neigen sie dazu, sich in gefährlichen intellektuellen Situationen zu verstricken. Am Ende verlieren sie möglicherweise den Sinn zur Realtiät.
Stärken
Eibe-Geborene sind für ihre Mitmenschen eine grosse Bereicherung. Sie sind immer auf der Suche nach dem absoluten Standort, nah der endgültigen Weisheit. Eine Gemeinschaft die nichts mehr in Frage stellt, ist eine versteinerte Gesellschaft, der Degeneration verfallen. Das kann mit einem Eibe-Menschen in ihrer Mitte nicht passieren. Ihre ausgeprägte Fantasie eröffnet eine grosse Kreativität. Das schönste dabei ist, dass sie ein ausgesprochen feinfühliger, liebevoller und sinnlicher Menschentyp sind. Dadurch sind sie optimal in der Lage, ihren Mitmenschen Verständnis entgegen zu bringen, jederzeit auf sie einzugehen, ihnen Wärme, Halt und Geborgenheit zu vermitteln.
Können Eibe-Menschen sich in ihrem Handeln und in ihrer Lebens-situation mit sich selbst identifizieren, kommen ungeahnte Talente zu Tage.
Schwächen
Durch ihre Schwermütigkeit oder gar Todessehnsucht können Eibe-Geborene relativ leicht in grössere emotionale Schwierigkeiten geraten. Ihr enormer seelischer “Tiefgang“ verführt sie oft vorschnell zu grossem Enthusiasmus der sich am Ende auch als enttäuschend heraustellen kann. Das ist verständlicher Weise schwer zu verkraften. Aus Trauer kann sich bei Eibe-Menschen leicht eine depressive Verhaltensweise entwickeln, sie sind auch zu extremem Leid fähig.
Ihre grosse Verletzlichkeit führt bei Eiben-Menschen zu einem, nach aussen hin, nicht gerade vorteishaften Abwehrmechanismus: Sie über-tünchen ihre Empfindlichkeit mit Aggression, gepaart mit Arroganz.
Sie bieten ihren Mitmenschen ein breites Feld für bittere Konfrontation und sparen nicht mit düsteren, makaberen, schwarzhumorigen Launen Es liegt auf der Hand, dass ihnen solche Verhaltensweisen keine besonderen Sympatien einbringt und sie sogar auf eine gewisse Weise isoliert.
Gesundheit
Wie obig schon erwähnt wurde, ist der Kern der Eibenfrucht sehr giftig, nur der rote Samenmantel ist geniessbar. Er kann roh gegessen werden oder nach dem Entfernen des Kerns als Zusatz zu Kompott sowie als Beimischung verwendet werden. Besonders als Kombination zu sauren Früchten wie Berberitze, Sanddorn, Himbeere, Preiselbeere oder Erdbeere eignet sich die Eibenfrucht vorzüglich.
Die Anwendung von Teilen der Eibe im volksheilkundlichen Sinne ist ernsthaft abzuraten. Eigenartigerweise scheinen Pferde das Laub der Eibe mit Genuss zu fressen, es ender jedoch fast immer tödlich.
Lediglich in der Homöopathie werden frische Nadeln zur Unterstützung der menschlichen Gesundheit verwendet. Mit den Eibennadeln werden Essenzen zubereitet, welche bei rheumatischen Erkrankungen, Nieren und Blasenleiden verordnet werden.