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Medikamente
5-ASA-Präparate (5-Aminosalicylsäure), dienen der Entzündungshemmung vor Ort im Darm und werden demnach bei Schüben mit geringer bis mässiger Aktivität verwendet. 5-ASA-Präparate gibt es in Form von Tabletten, Zäpfchen (Suppositorien) oder als Einläufe (Klysmen), die je nach Lokalisation der Entzündung angewendet werden.
Glukokortikoid-Präparate werden auch als Steroid- oder Cortison-Präparate bezeichnet. Aufgrund ihrer vielfältigen Wirkungen auf die Abwehr- und Entzündungsreaktion vermitteln sie eine starke Entzündungshemmung und stellen einen wesentlichen Bestandteil für die Therapie des Morbus Crohn in akuten Situationen (Schub) dar. Steroide werden bei Schüben mit geringer bis schwerer Aktivität eingesetzt.
Wichtig bei der Therapie mit Steroiden ist, dass man die Therapie nicht von heute auf morgen absetzen darf. Zum einen soll die erzielte Remission durch ein schnelles Absetzen der Medikation nicht gefährdet werden. Zum anderen kann die körpereigene Produktion des lebensnotwendigen Hormons (Cortisol) durch die Einnahme von «zusätzlichen» Steroiden möglicherweise heruntergefahren werden. Tritt nun eine Stresssituation auf, können grössere Mengen an Steroiden kurzfristig benötigt werden. Diese Lieferung steht nicht zur Verfügung beim sofortigen Absetzen von Steroiden, da die körpereigene Produktionsanlage erst wieder «hochfahren» muss. Steroide werden deswegen in ihrer Dosis zunächst verringert bevor sie ganz abgesetzt werden können - man nennt diesen Prozess auch Ausschleichen.
Die möglichen Nebenwirkungen variieren von Patient zu Patient und sind abhängig von der Dosis und der Behandlungsdauer. Die wirksame Unterdrückung des lmmunsystems kann die Infektanfälligkeit erhöhen. Eine Dauerbehandlung mit Cortison ist heute unbedingt zu vermeiden (Therapie länger als 3 Monate). In dieser Situation finden andere Therapiemöglichkeiten ihre Anwendung.
lmmunsuppressiva unterdrücken das körpereigene Abwehrsystem, das bei der Erkrankung Morbus Crohn fehlgeleitet ist und eigenes Gewebe angreift. Sie kommen zum Einsatz, wenn die bisher beschriebenen Medikamente nicht ausreichend wirken und es in kurzen Zeitabständen zu erneuten Krankheitsschüben kommt.
Wie bei jeder wirksamen Therapie kann es auch unter lmmunsuppressiva zu Nebenwirkungen kommen. Die meisten Patienten profitieren von der immunsuppressiven Therapie, jedoch ist es für die Erwartungshaltung wichtig zu wissen, dass die Wirkung und der Erfolg der Therapie erst verzögert eintreten, d. h. nach mehreren Wochen bis Monaten.
TNF-alpha-Blocker
Die tieferen Einblicke in die Vorgänge dieser Erkrankungen ermöglichten die Entwicklung der Biologika. Biotechnisch hergestellte Arzneimittel (daher der Name "Biologika") blockieren bestimmte Botenstoffe oder Zellen des lmmunsystems.
Zu dieser Gruppe zählen auch die sog. TNF-alpha-Blocker. Das sind Antikörper, die spezifisch einen der entzündungsfördernden Botenstoffe, den Tumornekrosefaktor alpha (TNFα), blockieren. Diese Blockade kann den entzündlichen Prozess und die daraus resultierende Zerstörung der Darmschleimhaut reduzieren.
TNF-alpha-Blocker werden angewendet, wenn die Therapie mit einem Steroid und einem lmmunsuppressivum nicht ausreichend wirkt. Aufgrund der mittlerweile grossen Erfahrung mit TNF-alpha-Blockern und ihrer guten Wirksamkeit, kommen diese Medikamente heute vor allem bei sehr aggressivem Krankheitsverlauf oft schon früher zum Einsatz.
TNF-alpha-Blocker werden entweder als lnjektion unter die Haut (subkutan), oder in eine Vene (intravenös) als Infusion verabreicht. Die Wirkung tritt oft schon innerhalb einiger Tage ein. Studien konnten belegen, dass die Darmschleimhaut abheilt und die Notwendigkeit für Operationen und Krankenhausaufenthalte dadurch vermutlich reduziert werden kann.
Auch unter der Therapie mit TNF-alpha-Blockern kann es zu unerwünschten Wirkungen kommen. Dazu zählen unter anderem allergische Reaktionen sowie lnjektions- und lnfusionsreaktionen. Da die lmmunabwehr effektiv unterdrückt wird, kann es auch hier zu einer erhöhten lnfektanfälligkeit kommen. Vor Anwendung von TNF-alpha-Blockern ist eine Untersuchung auf Tuberkulose und Hepatitis erforderlich.
Darmspezifische lntegrin-Hemmer
Für Patienten, die auf eine konventionelle Therapie oder auf TNF-alpha-Blocker nicht ausreichend ansprechen oder die diese Medikamente nicht vertragen, kommt die Behandlung mit einem lntegrin-Hemmer in Frage. Dieser verhindert, dass aktivierte Entzündungszellen, so genannte Lymphozyten, aus dem Blut in das Darmgewebe einwandern. So wird der Entzündungsprozess in der Darmwand gehemmt.
Antibiotika dienen der Bekämpfung von lnfektionserregern und werden bei der Behandlung von Fisteln angewendet. Produkte mit den lnhaltsstoffen Metronidazol und Ciprofloxacin kommen hier zum Einsatz und führen zu einer Verbesserung der Symptomatik.
Die Kehrseite der Medaille ist die Tatsache, dass bei vielen Patienten die Symptomatik erneut auftreten kann. Daher werden Antibiotika in der Regel nicht als Dauermedikation eingesetzt. Da beide Stoffe auf unterschiedliche Bakterienarten wirken, werden sie häufig gemeinsam eingesetzt.