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Die Rennjury sprach sich gut 90 Minuten nach dem Ende der Skandal-Etappe von Vittel für die Disqualifikation von Peter Sagan aus. «Der Entscheid erfolgte, weil er mehrere Fahrer gefährdet hat», sagte Jury-Präsident Philippe Marien mit ernster Miene.
Vorausgegangen war ein Wild-West-Sprint bei Tempo 60. Sagan hatte Mark Cavendish in die Abschrankungen abgedrängt, der Deutsche John Degenkolb flog in hohem Bogen über Cavendish hinweg.
«Nur weil er das Weltmeister-Trikot anhat, kann er sich nicht alles erlauben», schimpfte der deutsche Sprintstar André Greipel über Sagan. Nach Ansicht der Bilder revidierte er seine Meinung allerdings.
Ich konnte ihm nicht mehr ausweichen.
Cavendish wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo ein Schultertrauma diagnostiziert wurde. «Ich habe mich bereits zweimal an der Schulter verletzt. Die Schmerzen, die ich jetzt verspüre, sind stärker als damals», meinte der 32-Jährige am Abend.
Übeltäter Sagan hatte offenbar gleich ein schlechtes Gewissen und fuhr umgehend zum Teambus von Cavendish. «Ich wollte mich entschuldigen. Ich konnte ihm nicht mehr ausweichen», schilderte Sagan seine Sicht der Dinge. Die Jury sah dies freilich anders.
Ein klares Statement pro Sagan gab die Schweizer Mountainbikerin Jolanda Neff zum Vorfall ab: «Ihr disqualifiziert euren grössten Star, nachdem er sich ausbalancierte, weil er am Hinterrad getroffen wurde? Ihr habt euer Rennen soeben begraben!» Versehen wurde der Tweet mit dem Hashtag «lächerlich».
Sendebezug: SRF info, sportlive, 04.07.2017, 14:20 Uhr.