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«Dieser El Niño ist der stärkste seit mehr als 15 Jahren», sagte Michel Jarraud, Generaldirektor der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). «Die tropischen und suptropischen Zonen erleben bereits schwere Dürreperioden und zerstörerische Überschwemmungen, die den Stempel El Niños tragen.»
Ein Grund dafür, dass das Phänomen immer stärker wird, ist laut Jarraud die Erderwärmung, die massgeblich durch den Ausstoss von Treibhausgasen verursacht wird. «Die globalen Durchschnittstemperaturen haben neue Rekordwerte erreicht und El Niño facht diese noch weiter an.»
Massnahmen zur Begrenzung des Anstiegs der Erderwärmung sollen beim Klimagipfel in Paris vom 30. November bis 11. Dezember vereinbart werden. Das Ziel: Die Erwärmung soll nicht mehr als zwei Grad betragen.
Dramatische Veränderungen
Der Planet Erde habe sich durch den Klimawandel bereits dramatisch verändert, mahnte der WMO-Generaldirektor. Zu den Folgen gehöre «der Trend zu einem wärmeren globalen Ozean und der Verlust von arktischem Eis sowie von mehr als einer Million Quadratkilometer sommerlicher Schneedecke in der nördlichen Hemisphäre».
Humanitäre Hilfsorganisationen haben bereits mehrfach vor der Gefahr von Missernten, Hunger und Seuchen als Folge des Klimaphänomens mit dem harmlos klingenden Namen gewarnt. Der spanische Begriff steht hier für «Niño Jesús», das Christkind. Das Phänomen wurde so genannt, weil Auswirkungen davon oft in der Weihnachtszeit vor der südamerikanischen Pazifikküste auftreten.
Veränderte Wasser-Luft-Strömungen
Hervorgerufen wird das El-Niño-Phänomen durch die Veränderung von Wasser- und Luft-Strömungen in der Nähe des Äquators im und über dem Pazifik. Winde treiben feuchte Luft nicht wie sonst nach Australien und Südostasien, sondern vermehrt nach Osten in Richtung der amerikanische Westküste.
Gleichzeitig wird kaltes Wasser aus der Südpolarregion verdrängt. So kommt es zu einer Erhöhung der Temperatur des Oberflächenwassers.
Dem WMO-Bericht zufolge hat der Anstieg inzwischen die Normalmarke um mehr als zwei Grad Celsius überschritten, was als gefährlich gelte. Dies habe unter anderem zur deutlichen Verstärkung der jahreszeitlich üblichen Wirbelstürme im Westen und Osten des Pazifiks beigetragen.
In Südostasien wiederum gehört eine Trockenperiode zu den Folgen, durch die es in Indonesien zu schweren Waldbränden kam. In Südasien sowie in weiten Teilen Afrikas werden wegen ausbleibender Regenfälle erhebliche Ernteeinbussen befürchtet.