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Am 21. Juni 1756 fuhr der Blitz in den spitzen Turm der Oberägerer Pfarrkirche
, spaltete den Helm und erschlug die Schwester des Sigristen, Katharina Hotz, welche gerade die Wetterglocke läutete.
Die Bürger wollten den Turmhelm in der bisherigen Form reparieren. Der in der Nachbarschaft der Kirche wohnende Ammann Josef Anton Heinrich
beharrte aber auf einem neuen Aufbau, da er befürchtete, der hohe Turmhelm könnte ein nächstes Mal auf sein Haus fallen. Heinrich war bereit, viel Geld in den Neubau zu investieren, und konnte sich deshalb durchsetzen. Das Ergebnis war ein ohne Kunstsinn erstelltes Turmdach, das gemäss einer zeitgenössischen Aussage einem plumpen, mit Kupfer bedeckten Kachelofen glich, der den Oberägerern viel Spott einbrachte. Zudem war der Turmabschluss undicht, dilettantisch konstruiert und brüchig.
Deshalb musste er schon 1765 durch eine neue Kuppel ersetzt werden. Nun übergab die Gemeinde den Auftrag einem wirklichen Meister seines Faches, dem Appenzeller Bau- und Zimmermeister Johann Grubenmann. Dessen Werk hat bis heute Bestand. Ammann Heinrich sollte die Hälfte der erheblichen Kosten übernehmen, zeigte sich nun aber viel weniger zahlungswillig als beim ersten Turmbau. Bild:
Blitzschlag in den Oberägerer Kirchturm 1756, wobei die Schwester des Sigristen (links unten im Bild) erschlagen wurde. Die Heilige Familie (links oben) und der Heilige Alois (mitte links) verhinderten gemäss dieser Votivtafel weiteres Unglück.