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Le cercle des noyés
Pierre-Yves Vandeweerd
Frankreich, Belgien, 71 min
In den leeren Räumen eines Hauses streift die Kamera über die Wände, hin zu einer offenen Tür, zum Tageslicht. Im Abseits erzählt eine Stimme Bruchstücke aus einem zerbrochenen Leben, von schrecklichen Ereignissen, die in Mauretanien zwischen 1986 und 1994 vorgefallen sind. Die Bilder zeigen Körper und Orte von heute. Auf der einen Seite Dissidenten im Widerstreit mit der politischen Macht, Verurteilungen ohne Prozess, die Erniedrigung und die Gewalt einer Inhaftierung, Krankheit, Tod. Auf der anderen die Strassen von Nuakschott, die Wege nach Osten, die Wüste, die Berge von Oualata, ein zum Gefängnis umfunktioniertes Fort. Seien es vergessene Materialien, Personen am Rande der Welt, Peiniger, Opfer oder alte Filmspulen, die in das Zentrum der Erzählungen rücken oder Bäume, die es nur in der Erinnerung gibt – in den Filmen Pierre-Yves Vandeweerds braucht das Anderswo immer ein Hier. Die gefilmte Gegenwart ist nur in der Abwesenheit, dem nicht Filmbaren, lebendig. Das Sichtbare und das Unsichtbare, so könnte man meinen, sind es sich schuldig, andere Wege einzuschlagen. Damit öffnen sie im Realen einen dritten Weg, den der Filmemacher wählt, um die Wahrheitsfragmente besser einzufangen.
Luciano Barisone