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Geht der SC Langenthal dem dritten Titel entgegen?
In den Swiss League Finals trifft der Dauer-Sieger auf den Dauer-Verlierer – etwa so könnte man das Duell zwischen Langenthal und La Chaux-de-Fonds benennen. Hat der SCL deshalb leichtes Spiel und tänzelt sich zum Titel?
Seit 2009 hat der HC La Chaux-de-Fonds keinen Final mehr gespielt. Damals verloren sie das Romands-Derby gegen den Lausanne HC. Es ist nicht der einzige Final, welcher der HCC in den letzten Jahren verlor. Gegen Chur (1999 und 2000), Servette (2002) und Biel (2006) zogen sie ebenfalls den kürzeren. Der letzte Erfolg datiert auf 1996, also vor 23 Jahren, als der Final nicht ausgespielt wurde, La Chaux-de-Fonds in den Aufstiegsspielen gegen A-Gegner Lausanne und B-Gegner GC Zürich aufgestiegen ist. Ganz anders der SC Langenthal: In den Jahren 2012 und 2017 haben sie die beiden Aufstiegsaspiranten Lausanne und Rapperswil geschlagen, beide Mannschaften stiegen in der nächsten Saison auf. Für La Chaux-de-Fonds dürfte dies deshalb heissen: Im Duell zwischen Dauer-Sieger und Dauer-Verlierer heisst es in diesem Jahr Keine Chance! Immerhin steigen sie dann im nächsten Jahr gleich auf.
Der HCC ist schwer einzuschätzen
Doch ist es tatsächlich so einfach den Sieger des Finals hervorzusehen? Kaum. Denn gerade der HC La Chaux-de-Fonds ist sehr schwierig einzuschätzen. Obwohl die EVZ Academy mit Jason O’Leary im Viertelfinale gute Arbeit geleistet hat, sind es dennoch Jungspieler ohne Playoff-Erfahrung. Und Thurgau im Halbfinale, überzeugte während etwas mehr als zwei Spielen, ehe sie nach ihrem grossen Viertelfinal-Triumpf über Ajoie offensichtlich müde waren. Die Leistung der Neuenburger kann man deshalb wahrlich nicht einschätzen. Beim SCL hingegen ist klar, dass dieser in Form ist. Auch wenn Kloten und Olten taktisch kaum so gut organisiert waren wie es der HCC sein dürfte, hatten sie doch starke Einzelspieler und galten als wahrhaftig starke Gegner. Dass der SCL sie in fünf, respektive sechs Spielen bezwungen hat, darf deshalb durchaus als grosse Leistung und Zeichen einer starken Form gewertet werden.
Der Vorteil ist und bleibt der Torhüter
Ganz sicher kann deshalb in dieser Serie nur eines gesagt haben: Auf der Torhüterposition hat der SC Langenthal ganz klare Vorteile. Philip Wüthrich spielt weiterhin überragend, das geht sogar so weit, dass sich eigentlich gar keine Kritiker zu seiner Leistung finden. Beim HCC ist aber nicht klar, ob Christophe Bays nach seiner nicht kommunizierten Verletzung noch einmal spielen wird. Tim Wolf hingegen ist zweifellos bei weitem nicht so stark, wie es Wüthrich ist – das wäre wohl selbst Bays nicht, auch wenn dieser das offensiv dominierte Spiel der Qualisieger besser stützen könnte.
Unruhe wegen dem Trainer?
Daneben gibt es ausserdem zahlreiche Gerüchte, dass die Chaux-de-Fonniers neben dem Eis gegen zahlreiche Probleme ankämpfen. Gemäss mehreren zuverlässigen Quellen sind die Verantwortlichen nicht zufrieden mit dem Trainer, im Team herrscht Unruhe weil auch die Spieler von Serge Pelletier nicht begeistert sind. Natürlich will das niemand bestätigen. Und in der aktuellen Situation nimmt sowieso schon gar niemand weiter Stellung dazu. Und ausserdem ist klar, dass sich eine Mannschaft in einem Finale zweifellos «zäme näh» kann. Ein Grund auf den HCC zu wetten ist aber auch das zweifellos nicht, da sind die Meldungen über Per Hånberg weit besser. Dessen sozialen Fähigkeiten werden allgemein geschätzt, Yves Müller beispielsweise sprach schon mehrmals in Zeitungsinterviews von einem der besten Trainern, unter denen er in seiner Karriere spielen konnte.
Kehrt Christen zurück?
Aufpassen muss der SC Langenthal dennoch. La Chaux-de-Fonds spielt offensiv entfesselt und kann kaum vollständig kontrolliert werden. Mit Timothy Coffman haben sie ausserdem einen für diese Liga aussergewöhnlich begabten Skorer in ihren Reihen. Mit Adam Hasani, Brett Cameron, Daniel Carbis, Alain Mieville und Dominic Hobi verteilt sich der Druck fürs Toreschiessen auf mehrere Schultern. Zweifellos würde den Langenthalern gegen die geballte Angriffskraft des HCC eine Rückkehr von Luca Christen helfen. Der 20-jährige Verteidiger brachte stets viel Ruhe ins Abwehrspiel der Langenthaler, zudem agierte er meist fehlerlos. Mittlerweile trainiert Christen wieder, weshalb dies nicht unwahrscheinlich erscheint.
Dritter Titel ist möglich
Doch wer gewinnt diesen Final nun? Fast überall werden dem SC Langenthal Vorteile zugeschrieben. Ist dem so? Oder gibt es Vorteile für den HCC, weil dieser in der Qualifikation drei der vier Spiele gegen den SCL gewann? Ich beende diese Finalvorschau mit ähnlichen Worten wie im Jahr 2017. Das ist ein Playoff-Final, ein Tipp wäre unangemessen und reine Selbstüberschätzung. Beide Mannschaften können siegen. Oder anders gesagt: Auch ich kenne den Sieger nicht. Ich selbst lasse mich überraschen und hoffe, dass am Schluss der SC Langenthal feiern wird. Möglich ist es zweifellos.
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