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Die vereinten Nationen (UNO) haben 2014 zum internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe ausgerufen. Damit soll 2014 die Rolle der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Bezug auf Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung zum weltweiten Thema gemacht werden.
Bäuerliche Familienbetriebe produzieren weltweit rund 70% aller Lebensmittel und ernähren damit den Grossteil der Weltbevölkerung. Überdies sind sie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Rückgrat der ländlichen Räume, insbesondere in Ländern, in denen der grösste Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist. Auch die Schweizer Landwirtschaft besteht mehrheitlich aus Familienbetrieben.
Und hier eine kleine Zusammenfassung der Leistungen von bäuerlichen Familienbetrieben:
- Bäuerliche Familienbetriebe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der einheimischen Bevölkerung mit Lebensmitteln.
- Sie nutzen die natürlichen Ressourcen nachhaltig.
- Die bäuerlichen Familienbetriebe verfügen über ein grosses Wissen über lokale Ökosysteme, ihre Veränderungen und den Umgang mit ihnen.
- Sie produzieren divers und bauen keine riesigen Flächen von Monokulturen an.
- Die bäuerlichen Familienbetriebe wirtschaften nachhaltig, so dass auch ihre Nachkommen noch davon leben können.
- Bäuerliche Familienbetriebe tragen die Verantwortung für ihre Produktion und ihre Produkte. Sie sind damit Garanten für hochwertige Qualität.
- Sie gehen verantwortungsvoll mit ihren Tieren um und achten das Tierwohl.
- Die Wertschöpfung aus der Lebensmittelproduktion sowie die Entscheidungskompetenz in der Landwirtschaft bleiben dank den bäuerlichen Familienbetrieben bei der ländlichen Bevölkerung.
- Bäuerliche Familienbetriebe tragen zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsstellen in ländlichen Regionen bei, da vor- und nachgelagerte Bereiche von ihren Tätigkeiten abhängen. In Entwicklungsländern ist diese Leistung besonders zentral für die Reduktion von Armut.
- Die bäuerlichen Familienbetriebe zeichnen sich durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aus, auch unter schwierigen Umständen wie beispielsweise bei einer kritischen Lage der Weltwirtschaft oder unter schwierigen klimatischen Bedingungen.
- Sie fördern die dezentrale Besiedlung und verlangsamen die Abwanderung vom Land in die Städte.
- Die bäuerlichen Familienbetriebe gestalten die Landschaft ihrer Region.
- Sie tragen zur Pflege von Traditionen bei.
- Innerhalb der bäuerlichen Familien findet ein Wissenstransfer zwischen den Generationen statt.
Aus all diesen Aspekten lässt sich herauslesen, dass bäuerliche Familienbetriebe für Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen stehen:
- Ökologisch: Sie bewirtschaften ihren Boden und die natürlichen Ressourcen so, dass auch ihre Nachkommen auf dem Betrieb noch produzieren können.
- Ökonomisch: Sie wirtschaften so, dass ihre Kinder und Enkel einen Betrieb auf gesunden finanziellen Beinen übernehmen können.
- Sozial: In bäuerlichen Familien ist die soziale Sicherheit durch das Zusammenleben der Generationen gegeben. Ausserhalb der Familie bilden sie starke Gemeinschaften, da ihre Tätigkeiten weiteren Sektoren das Überleben in den ländlichen Gebieten ermöglichten und da sie regionale Traditionen und Bräuche pflegen.
Quellle: http://www.familyfarming.ch/images/dossier/IYFF_Dossier_D_2013-08-23.pdf ab Seite 12f
Aktivitäten zum UNO-Jahr in der Schweiz
• „Mein Bauer. Meine Bäuerin“: 27 Schweizer Bauernfamilien und drei aus Entwicklungsländern berichten seit dem 1. Januar während zwölf Monaten mit Bildern und Texten auf facebook über ihre Arbeit und ihr Leben: www.meinbauer.ch.
• Bäuerinnendialog: SWISSAID und der Schweiz. Bäuerinnen- und Landfrauenverband planen anlässlich des UNO-Jahrs einen internationalen Bäuerinnen-Dialog. Bäuerinnen aus Entwicklungsländern (Asien, Lateinamerika, Afrika) sowie einem Schwellen- oder Industrieland (z.B. Norwegen, USA oder Argentinien) besuchen Schweizer Bäuerinnen auf ihren Höfen. Dort werden jeweils öffentliche Veranstaltungen mit Themen und Fragen organisiert, die für Bäuerinnen aus Nord und Süd relevant sind. Als Abschluss ist ein Anlass zum Tag der Bäuerin an der OLMA geplant. >>>
• Nationale Tagung: Unter dem Patronat von CNS-FAO diskutieren Fachleute und Bauernfamilien am 27. Juni in Grangeneuve FR das Modell „Familienbetrieb“ und erarbeiten Vorschläge, wie dieses für die Zukunft weiterentwickelt werden kann. >>>