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Etwa 600 Personen erkranken in der Schweiz jedes Jahr an einem Hirntumor oder an einem Tumor des Rückenmarks. Knapp 60 Prozent davon sind Männer. Meningeome treten praktisch nur im Erwachsenenalter auf.
Das Hirn bildet zusammen mit dem Rückenmark das Zentralnervensystem und somit Sitz der zentralen Reizverarbeitung, der Auslösung der willkürlichen Motorik und des bewussten und unbewussten Denkens. Hirntumore sind Tumore, die innerhalb der Schädeldecke wachsen und von Nervengewebe oder den Hirnhäuten ausgehen. Je nachdem, von welchem Gewebe der Tumor ausgeht, unterscheidet man unter anderem zwischen Meningeomen (Hirnhäute), Neurinomen (Zellen, welche die Nervenfasern umhüllen) und Gliomen (Stützgewebe im Gehirn).
Gliome und Neurinome können in jedem Alter auftreten. Dabei liegt der Altersgipfel bei Meningeomen sowie Neurinomen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.
Im Unterschied zu anderen Organen kann man beim Gehirn nicht scharf zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren trennen. Auch gutartige Tumore, die keine Ableger bilden, können durch ihr Wachstum das Hirn lebensbedrohlich schädigen.
Die Beschwerden bei Hirntumoren können ganz unterschiedlich sein, je nachdem, wo der Hirntumor lokalisiert ist. Ein Akustikusneurinom zum Beispiel macht sich vorwiegend mit Hörstörungen und Gleichgewichtsstörungen bemerkbar. Bei den anderen Hirntumoren sind die Beschwerden weniger spezifisch. Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können auf einen Hirntumor hinweisen. Allerdings haben solche Beschwerden viel häufiger harmlose Ursachen. Manchmal macht sich ein Hirntumor auch mit neurologischen Ausfällen wie Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Muskelschwäche oder Krampanfällen bemerkbar. Plötzlich auftretende, nicht erklärbare Beschwerden oder länger andauernde Beschwerden sollten in jedem Fall immer abgeklärt werden. Auch psychische Veränderungen wie Persönlichkeitsveränderung, Depressionen oder Desorientierung können Symptome eines Hirntumors sein.
Die Ursache der verschiedenen Hirntumoren ist weitgehend unbekannt. Ob elektromagnetische Strahlung einen Einfluss hat, konnte bisher nicht bewiesen werden.
Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Hirntumor kommen folgende Untersuchungsmethoden in Frage:
- Anamnese
- Körperliche Untersuchung
Bildgebende Verfahren:
- Magnetresonanztomografie (MRT
- Computertomographie
- Positronen-Emissions-Tomografie (PET)
- Magnetresonanzspektroskopie (MRS)
- Biopsie und feingewebliche Untersuchung
Wenn die Diagnose Hirntumor feststeht, stimmt der Arzt mit dem Patienten ab, welche Möglichkeiten der Behandlung genutzt werden. Die Wahl der Therapiemethode hängt wesentlich von der Art des Hirntumors und insbesondere dem Grad ihrer Bösartigkeit ab. Bei einem Hirntumor werden meist verschiedene Therapieformen miteinander kombiniert.
Um einen Hirntumor zu behandeln, kommen folgende Möglichkeiten in Frage:
- Operation
- Strahlentherapie
- Chemotherapie
- Immuntherapie
- zielgerichtete Therapie
- Hormontherapie
Ziel der Nachsorgeuntersuchungen ist es den Patienten in regelmässigen Abständen zu untersuchen und eine Bildgebung in Form einer Magnetresonanztomographi oder einer Computertomographie durchzuführen.