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Schweiz(?), 17. Jh.
GIS (rückseitig eingeschnitzt)
Birnbaumholz
H. 16, B. 8 cm
Inv. 1892.110.
Im 17. Jahrhundert häufen sich Darstellungen von steif vor flachem Grund nebeneinanderstehenden, sich an Taille und Schulter umfangenden Liebespaaren in reicher Kleidung.
Es liegt auf der Hand, dass solchermassen bebilderte Süssigkeiten bevorzugt als Liebes- oder Hochzeitsgaben dienten. Es eigneten sich dafür die glatten, "lackierten" Honiglebkuchen, deren Figuren mit weissem Zuckerguss gehöht wurden, oder Marzipangebäck mit bunter Staffierung. Seltener sind Darstellungen von Einzelpersonen in festlicher Tracht. Dieses Beispiel zeigt ein Kostümbild in Abwandlung eines Stiches aus der Serie "Noblesse" von Jacques Callot (Nancy 1592-1635 Nancy). Das geschnürte Oberteil mit tief herabreichender Schneppe ist weit ausgeschnitten und wird von einem steifen Spitzenkragen gerahmt. Die langen Ärmel zeigen geschlitzte Puffen und zurückgeschlagene Spitzenmanschetten. Der Unterrock ist reich bestickt, der Oberrock nach hinten hochgeschürzt, wie es die Mode der 1630er Jahre erlaubte. Als Accessoires trägt die Dame Federhut, Halskette, ein Paar Handschuhe und einen Feder-Wedel. Das auf wenige Formen beschränkte, aber raffiniert gesetzte Schnitzvokabular verleiht dem Bild plakative Kraft.