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Flughafenpolitik
Akteure & Zuständigkeiten
Der Flughafen Zürich ist ein Verkehrsknotenpunkt mit einer grossen Infrastruktur, vielen beteiligten Unternehmen und einem umfassenden Regelwerk.
Hintergrund
Reisebüro, Check-in, Dutyfree-Shop, Sicherheitskontrolle und Fluggesellschaft – das sind klassischerweise die «Fixpunkte», die Flugreisende wahrnehmen, wenn sie den Flughafen benutzen. Dahinter steckt aber viel mehr. Ein Flughafen ist ein Verkehrsknotenpunkt mit einer grossen Infrastruktur, vielen beteiligten Unternehmen und einem umfassenden Regelwerk, dessen Einhaltung von Behörden kontrolliert wird.
Flughafen Zürich AG
Der internationale Flughafen Zürich-Kloten wird seit 2001 von der Flughafen Zürich AG (FZAG) betrieben. Sie ist verantwortlich für den Bau und den Betrieb der gesamten Flughafeninfrastruktur und die ordnungsgemässe, sichere Abwicklung des Flugbetriebs. Die Flughafen Zürich AG wurde anlässlich der Privatisierung des Flughafens im Jahr 2000 gegründet. Davor war der Kanton selbst Flughafenhalter. Mit einem Anteil von einem Drittel der Aktien ist der Kanton der grösste Eigentümer des Flughafens, jedoch nicht mehr selbst für den Betrieb zuständig.
Swiss International Air Lines (Swiss)
Die Swiss wurde nach dem Zusammenbruch der Swissair 2001 als neue Fluggesellschaft gegründet. Sie wurde 2005 an die deutsche Lufthansa verkauft und in den Lufthansa-Konzern integriert, behielt aber ihre rechtliche Selbständigkeit und ist eine eigenständige Marke. Die Swiss operiert als sogenannter «Homecarrier» am Flughafen Zürich und betreibt dort ein Netz an internationalen Flügen, das dem Flughafen die Drehkreuzfunktion («Hub») sichert.
Die Gesellschaft zeichnet für rund 60% der Flugbewegungen und Passagiere im Linien- und Charterverkehr verantwortlich. Der Swiss kommt bei der Entwicklung des Flughafens Zürich und der damit verbundenen volkswirtschaftlichen Beiträge eine entscheidende Rolle zu. Neben der Swiss ist auch eine Vielzahl weiterer Fluggesellschaften am Flughafen Zürich tätig.
Bund / Bundesamt für Zivilluftfahrt
Der Bund ist für die Gesetzgebung und die Aufsicht im Luftfahrtbereich zuständig. Er setzt den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) fest, erteilt Betriebskonzessionen und Betriebsbewilligungen für Flughäfen und Flugplätze, registriert und prüft Luftfahrzeuge, erteilt die erforderlichen Genehmigungen für das Flugpersonal usw. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erarbeitet zuhanden des Bundesrates
das SIL-Objektblatt Flughafen Zürich, genehmigt das Betriebsreglement, erteilt Bewilligungen und beaufsichtigt den Flugbetrieb.
Für Plangenehmigungen (Baubewilligungen) ist das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zuständig.Das Regelwerk der Schweizer Luftfahrt steht im internationalen Kontext und richtet sich nach internationalen Vorgaben, z.B. der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), der Europäischen Union (kraft der bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU) oder der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Für den Vollzug ist das (BAZL) zuständig..
Skyguide
Skyguide ist eine sich zu 100% im Besitz des Bundes befindliche Aktiengesellschaft für zivile und militärische Flugsicherung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Genf ist auf verschiedenen Flughäfen und Flugplätzen in der Schweiz tätig und überwacht auch Lufträume im grenznahen Ausland, z.B. in Deutschland und Frankreich. Skyguide sorgt im Auftrag des Bundes für die sichere und wirtschaftliche Abwicklung des Flugverkehrs im schweizerischen und im delegierten angrenzenden Luftraum.
Kanton Zürich
Der Kanton Zürich spielt als Hauptaktionär der Flughafen Zürich AG nach wie vor eine wichtige Rolle für den Flughafen. Er stellt drei Vertreter im Verwaltungsrat und hat bei bestimmten Geschäften (fluglärmrelevante Änderungen des Betriebsreglements und Änderung von Länge und Lage der Pisten) eine Sperrminorität (Vetorecht). Darüber hinaus obliegt ihm die Aufsicht über die Einhaltung der An- und Abflugrouten und der Nachtsperrordnung des Flughafens Zürich.
Als Standortkanton kommen dem Kanton auch in raumordnungspolitischen Fragen zentrale Aufgaben zu, etwa durch Festlegungen im kantonalen Richtplan. (siehe zum Verhältnis Kanton – Flughafen)