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Das Wichtigste in Kürze
- 2003 wurde die auf E-Fahrzeuge spezialisierte Firma Tesla gegründet.
- Inzwischen handelt es sich um den weltweit erfolgreichsten Anbieter von E-Autos.
- Für Tesla wird die Luft nun aber enger, da Audi, VW und Mercedes nachziehen.
2003 wurde Tesla von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. Der Name des Unternehmens ist ein Tribut an den Physiker Nikola Tesla.
Zunächst finanzierten die beiden das Unternehmen selbst. Im Februar 2004 nahmen sie dann aber ein Risikokapital von 7,5 Milliarden Dollar auf.
Zum Zeitpunkt der ersten Finanzierungsrunde stieg Elon Musk als Präsident des Unternehmens ein. Er wurde durch den Verkauf des Bezahldienstes PayPal reich. Eberhard blieb bis 2007 CEO. Er wurde dann jedoch vom Verwaltungsrat zum Technologie-Chef heruntergestuft, ehe er und Mitgründer Tarpenning 2008 das Unternehmen verliessen.
Tesla wollte das E-Auto Mainstream-tauglich machen
Das Ziel des Autobauers war von Anfang an klar: Das US-Unternehmen will das Elektroauto kommerzialisieren. Als Initialzündung nannten die Gründer den Entschluss von General Motors, das E-Auto EV1 zurückzurufen und zu zerstören. Gegen den Willen der Besitzer.
Den Chefposten des Autobauers übernahm Ende 2007 Ze'ev Drori. Er stellte mehrere Schlüsselfiguren vor die Tür, weil das Unternehmen zu viel Geld verbrannte. Die bekannte US-Auto-Webseite «The Truth About Cars» lancierte darauf eine Tesla-Todesuhr, in der Annahme, der Autobauer ginge bald pleite.
Im Februar 2008 lieferte der Konzern dann das erste Auto aus: den Roadster. Bis Sommer 2009 stellte der Autobauer 500 Stück des E-Cabrios her. Die Entwicklung begann vier Jahre vor der Erstauslieferung. Der Autobauer verlangt für das Basismodell rund 109'000 Dollar.
Teile des Fahrzeuges entstanden gemeinsam mit Lotus. Der Roadster hat trotz optischer Ähnlichkeit nur rund sechs Prozent gleiche Teile mit dem Lotus Elise. Der erste Tesla war nicht als Volumenmodell gedacht. Nur 2450 Modelle verkaufte der Autobauer in vier Jahren Produktionszeit.
Top Gear: Autotest gefälscht
Nachdem die ersten Fahrzeuge vom Band gelaufen waren, testet das einflussreiche britische TV-Format «Top Gear» den Roadster. Und stellte ihm ein schlechtes Zeugnis aus. In Autokreisen sorgte das Bild, wie die Top-Gear-Crew den Roadster von der Teststrecke schob für Lacher. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Szene inszeniert war und das sich das Auto im Test nie ausschaltete.
Auch mit dem Geld kämpfte Tesla nach dem Marktstart des Roadsters. Im Oktober 2008 übernahm Elon Musk den Posten als CEO und stellte ein Viertel des Personals auf die Strasse.
Um dem Bankrott zu entgehen, nahm das Unternehmen erneut Geld auf. 40 Millionen Dollar, die fünfte Finanzierungsgrunde. Musk hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 70 Millionen seines Privatvermögens in die Firma gepumpt.
Tesla kriegte Kredit vom Staat
Einen kräftigen Zustupf kriegte Tesla 2009 vom US-Energiedepartement. Dieses vergab dem Autobauer einen Kredit von 465 Millionen Dollar.
Vier Jahre später hatte Tesla das Geld zurückgezahlt. Gleichzeitig wurde der Prototyp des Model S präsentiert. Es sollte aber noch drei Jahre dauern, bis das Fahrzeug in Serie produziert würde.
Zwei Jahre später lancierten die Amerikaner ihre erste Limousine. Mit einer Reichweite von über 500 Kilometer überflügelte das Model S jedes andere Elektroauto. In der Fachpresse kriegte das Auto viele Lorbeeren. Von den Dimensionen her ist die Limousine vergleichbar mit Fahrzeugen wie der S-Klasse von Mercedes oder dem A8 von Audi.
Puncto Verarbeitung und Materialauswahl kann die E-Limousine nicht mit den Luxus-Schlitten gestandener Hersteller mithalten. Dafür ist auch der Preis tiefer.
Auch, wenn das Model S nicht wie ein Sportwagen aussieht. Die technischen Daten lassen die Herzen von Sportwagenfans höher klopfen. Das aktuelle Topmodell rennt von 0 auf Tempo 100 in 2,7 Sekunden. Da kriegen selbst Fahrer von Supersportwagen weiche Knie.
Veganes E-Auto
2015 führten die Kalifornier das Model X ein. Tesla bezeichnet das Auto als SUV, doch geländegängig ist das Dickschiff kaum. Auffällig sind die Flügeltüren und die Coupé-ähnliche Bauform. Das Model X war der erste Tesla, der in einer veganen Variante erhältlich war.
Trotz seiner Dimensionen ist der grosse Tesla sportlich. In der Top-Variante schafft das Model X den Prestigesprint auf Tempo 100 in 3,1 Sekunden. Die Reichweite liegt bei bis zu 565 Kilometern.
Finanziell gab es im dritten Quartal 2016 einen Lichtblick. Nach dreizehn Quartalsverlusten in Folge wies der Konzern einen Gewinn von 22 Millionen Dollar aus. Aufwärts ging es auch an der Börse: Immer mehr Aktionäre glaubten an den E-Autobauer, der Kurs zog an. Im September 2017 überholte Tesla den US-Giganten GM beim Börsenwert.
2017 macht das US-Unternehmen über 11 Milliarden Umsatz, allerdings schrieb der Konzern weiterhin rote Zahlen. Im Jahr darauf verdoppelte sich der Umsatz fast, während sich der Verlust halbierte. Tesla schrieb im dritten und vierten Quartal gar Gewinn.
Tausende Vorbestellungen
Als der Autobauer seinen Hoffnungsträger, das Model 3, im Frühjahr 2016 präsentierte, war das Interesse immens. Innert einer Woche hatte das Auto 325'000 Vorbestellungen, was einem Auftragswert von 14 Milliarden Dollar entsprach.
Die Produktion begann 2017, konnte aber erst Mitte 2018 voll anlaufen. Von den Dimensionen her ist das Model 3 mit einer C-Klasse von Mercedes vergleichbar.
Den versprochenen Einstiegspreis von 35'000 Dollar konnte Tesla fast zwei Jahre nach Produktionsstart erreichen. Um die Produktion zu vergünstigen, hat Tesla 2019 sieben Prozent der Belegschaft gekündigt.
Das schien sich auszuzahlen: 2020 verkaufte Tesla eine halbe Million Elektro-Autos.
Der Tesla Cybertruck
Im Oktober 2020 wurde jedoch klar, dass der Pickup ausschliesslich im nordamerikanischen Markt verfügbar sein wird. Grund: Die spezielle Form des Wagens wird dem in Europa vorausgesetzten Insassen- und Fussgängerschutz nicht gerecht.
Der Gesamtpreis beläuft sich je nach Ausführung und Ausstattung auf zwischen 40'000 und 70'000 Dollar. Das Fahrzeugdesign sticht besonders ins Auge. Die Produktion soll im weiteren Verlauf des Jahres 2021 an den Start gehen.
Das E-Auto wiederbelebt
Vor dem Aufkommen von Tesla galt das Elektroauto als faktisch tot. Gestandene Autobauer zeigten wenig Interesse, Stromer herzustellen und die Technologie weiterzuentwickeln. Das hat sich grundlegend geändert.
Mittlerweile haben viele Autohersteller ein Elektroauto am Start oder zumindest in Planung. Dominiert wird der Markt noch von Tesla, doch gerade chinesische Firmen wachsen extrem schnell. Primär aber auf dem Heimmarkt.