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Lieven de Boeck
m.u.s.e.u.m., Installation 2004
Bei ArchitektInnen evoziert das Wort Museum einen Typus nicht eine fest definierte Form, sondern eine Reihe von Vorschriften für eine Form lange bevor wir überhaupt über die Fragen des Inhalts und der Arbeit des Museums nachgedacht haben. Als ArchitektInnen nehmen wir unsere Handbücher, insbesondere unsere Version des Handbuchs Bauentwurfslehre von Ernst Neuferts. Indem er die Frage „Was ist ein Museum?“ beantwortet, scheint Neufert eine Kritik der Disziplin und der Rolle von Architektur zu beinhalten, oder zumindest zu suggerieren.
Funktionen und Beziehungssysteme des Museums werden hier definiert, aber das Museum findet keine Form, sie sind nur durch eine Reihe von unvollständigen und unzusammenhängenden Beispielen angedeutet (Pläne und Ausschnitte, aber eben keine zusammen gehörenden). Während das Museum viele Funktionen hat und verschiedene Formen annehmen kann, muss selbst Neufert zugeben, dass das Museum als Typus nicht existiert. Und nicht nur das. Das Museum kann bestehende ungenutzte Strukturen besetzen und ausnutzen. Daher ist und bleibt es definiert durch seine Funktionen und Inhalte dadurch, wie es Räume besetzt, nicht aber herstellt. An dieser Stelle setzt Lieven De Boecks Arbeit zur Museumstypologie an.
De Boecks architektonische Untersuchungen verwenden immer exakte Mengen, Zahlen, präzise Definitionen von Begriffen, Dimensionen und Zeiten. Mit der Schärfe dieser Werkzeuge durchschneiden seine Zeichnungen architektonische Typologien und Konventionen. In diesem Fall ist das Werkzeug ein Tipp-Ex-Stift, ein subtiles Instrument des genauen und partiellen Wegnehmens, das auf den Seiten des Handbuchs geisterhafte Spuren der Zeilen und Wörter hinterlässt, die nicht entfernt werden, sondern denen etwas hinzugefügt wird. Indem getipp-ext wird und nicht ausgeschnitten, fügt der Prozess den Sicherheiten und Zweifeln des Bestehenden etwas hinzu, verwischt Funktionen und bewahrt Räume, aber nur, um sie neu zu besetzen und zu verändern.
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