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| Chrysostomus († 407) - Vom jungfräulichen Stande (De virginitate)

61. Der Besitz des Goldes gewährt mehr Furcht als Vergügen.
Nehmen wir an, um abermals darüber zu reden, diese Ergötzungen seien erlaubt, und weder der Prophet noch Paulus eifern gegen die schwelgerischen unter den Frauen. Wozu aber vieles Geld? Es bringt ihnen nicht nur keinen Gewinn, sondern Neid, Sorgen und eine ungewöhnliche Furcht. Denn sie werden nicht nur von Sorqen gequält, wenn sie es in die Schatulle gelegt haben, und die Nacht hereinbricht, sondern sie erleiden diese Angst auch, wenn sie es an sich tragen, und wenn es Tag ist; ja dann noch weit mehr. Denn sowohl in den Bädern als auch in den Tempeln sind Frauen anwesend, die dasselbe entwenden; und ausserhalb derselben fühlen die Goldträgerinnen nicht, wenn [S. 251] sie von der Menge gedrängt und gestoßen werden, daß ihnen etwas vom Golde abhanden gekommen. Auf diese Weise haben viele Frauen nicht blos dieses, sondern noch weit kostbarere und mit werthvollen Edelsteinen gezierte Halsbänder, welche ihnen abgerissen wurden oder herabfielen, verloren.