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gold- und silberhaltige Legierungen einem oxydierenden Schmelzen unterwerfen, wobei die unedlen Metalle in
Oxyde verwandelt werden, die edlen Metalle aber unverändert bleiben. Hauptsächlich wird diese Operation
auf silberhaltiges Blei angewendet, um das Blei nebst andern oxydierbaren Metallen vom Silber zu scheiden. In der Hitze und unter
dem Zutritt der atmosphärischen Luft ist Blei leicht zu oxydieren. Das Oxyd (Bleiglätte, Silberglätte) schmilzt und fließt
ab oder wird von dem porösen Herd, auf welchem man das Abtreiben vornimmt, aufgesogen. - Im Seewesen heißt
von Wind und See in Lee (s. d.) getrieben werden; das Ergebnis des Abtreibens nennt man Abtrift, d. h. der Winkel, welchen der
wahre Lauf des Schiffs mit der Richtung des Kiels macht. - Im Forstwesen ist Abtreiben s. v. w. Abholzen.
die Abtreibung (s. d.) der Leibesfrucht. Im Hüttenwesen heißt Abtreiben oder Kupellieren ein Prozeß, der die
Abscheidung des Silbers aus dem Werkblei bezweckt. Wird letzteres auf dem Herde (Test) eines Flammofens
(Treibofens) bei Zuleitung von Gebläseluft eingeschmolzen, so entsteht zunächst unreines Bleioxyd (Abzug und Abstrich), dann
reineres (Bleiglätte), das abfließt, während das Silber (Blicksilber) oder eine Legierung von Silber und Gold u. s. w. bis zu
Ende unverändert auf dem Herde zurückbleibt. Zur Ermittelung des Silbergehalts in Erzen und hüttenmännischen
Produkten wird das im Probiergut enthaltene Silber an Blei gebunden (ansieden) und durch Abtreiben im Probierofen von dem silberhaltigen
Blei wieder abgeschieden.
Im Seewesen bedeutet Abtreiben: durch Wind und See seitwärts vom Kurse vertrieben werden (s. Abtrift).