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Die sogenannten Bauernregeln basieren auf langjährig gesammelten Beobachtungen von Bauern über das Wetter. Da gerade sie auf das Wetter angewiesen waren und sind, ist es nicht verwunderlich, daß sie Jahrhunderte lang ihre Beobachtungen in Form von Reimen, den "Bauernregeln" festhielten.
In den letzten 100 bis 200 Jahren sind nur wenige neue Bauernregeln entstanden, da die meisten aus dem Mittelalter stammen.
Der geistige Vater vom 100-jährigen Kalender war der Abt Moritz Knauer. Er machte zwischen 1652 und 1658 tagebuchartige Wetteraufzeichnungen bei Bamberg.
- Regnet es am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.
- Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen.
Fliegen die Schwalben in den Höh'n, kommt ein Wetter, das ist schön.
- Hat der Säntis ein' Hut, wird das Wetter gut. Trägt er einen Degen, gibt es einen Regen.
Die Bedeutung der Bauernregeln ist umstritten. Einige von ihnen sind purer Aberglaube, andere stellen sehr präzise naturwissenschaftliche Beobachtungen dar. Die Siebenschläfer-Regel ist in sofern richtig, weil sich Ende Juni/Anfang Juli der Verlauf des sogenannten Jetstreams festgelegt hat. Hierbei handelt es sich um einen starken Wind, der von Westen nach Osten verläuft. Er bewegt sich in 5-10 km Höhe über einer Frontlinie von Warm- und Kaltluft. Diese Frontlinie erzeugt die von uns gefürchteten Tiefausläufer, die um so stärker sind, je höher die aufeinanderprallenden Temperaturunterschiede sind. Der Jetstream ist dafür verantwortlich, das diese Tiefausläufer vom Nordatlantik bis Europa geschoben werden ("Islandtiefs"). Verläuft er im Norden, so können sich Azorenhochs in Mitteleuropa durchsetzen, die sich in südöstliche Richtung verlagern. Verläuft der Jetstream jedoch weiter südlich, so gelangt Mitteleuropa unter den Einfluß von Tiefs, die über die Nord- und Ostsee zu uns herüberziehen. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Siebenschläfer-Regel zutrifft, ist jedoch von Region zu Region verschieden.
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