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Gotthard-Tunnel: Sicherheit hat Vorrang
Bern (ots) - Der Bericht des Bundesrates über die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels offenbart das Fehlen einer Vision unserer Behörden bezüglich des Strassenverkehrs. Obwohl die Notwendigkeit der Sanierung des Strassentunnel seit über 10 Jahren bekannt ist, schlagen die Behörden vor den Tunnel während rund 900 Tagen komplett zu schliessen, und dies ohne eine wirkliche Alternative anzubieten. Der TCS verlangt, dass die Sicherheit der in- und ausländischen Strassenbenutzer als massgebendes Kriterium für die Beschlussfassung herangezogen wird und die regionalen, nationalen und internationalen Interessen berücksichtigt werden.
Der Bundesrat präsentiert mit seinem Sanierungsbericht eine gesalzene Rechnung, die primär vom Tessin, der Zentralschweiz, Graubünden und dem Wallis zu begleichen sein wird. Es ist in erster Linie der Leichtfertigkeit der Behörden bei der Infrastrukturplanung zu verdanken, dass heute vom Bundesrat dieses Chaos präsentiert wird: an rund 900 Tagen soll zwischen 2020 und 2025 der einzige Strassentunnel zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz komplett geschlossen werden. Ausserdem sind die vorgeschlagenen Begleitmassnahmen, wie der Autoverlad auf der Schiene, ungenügend. Sie erlauben es nicht, das erhöhte Verkehrsaufkommen namentlich während den Ferienzeiten und den verlängerten Wochenenden zu bewältigen. In der Tat wird die geltend gemachte Kapazität von 600 Fahrzeugen pro Stunde und Richtung (8 Minutentakt) an fast 100 Tagen nicht ausreichen, um die erwarteten Frequenzen von 900 Fahrzeugen pro Stunde zu bewältigen (gemäss Erhebung aus dem Jahr 2007). Staus, Zunahme der Luftverschmutzung und Unfälle sind auf dieser internationalen Achse schon jetzt vorprogrammiert!
Die Sicherheit muss daher das massgebende Kriterium für einen Entscheid betreffend Gotthard sein. Der TCS erinnert daran, dass nur eine zweite Tunnelröhre eine optimale Sicherheit garantieren kann, um in Zukunft Katastrophen, wie die im Mont-Blanc-Tunnel (1999) und im Gotthard (2001) zu verhindern. Im Übrigen werden heute bei den NEAT-Tunnels höhere Sicherheitsstandards angewandt als bei den Strassentunnels. Dies obwohl die Strassenbenutzer einem vergleichsweise höheren Risiko ausgesetzt sind. Die Benützung zweier richtungsgetrennter, einspuriger befahrener Röhren führt im Vergleich zu heute zudem zu keiner zusätzlichen Transitkapazität und respektiert somit die Bundesverfassung.
Der TCS hat im Rahmen von Investitionsvorhaben des Bundes immer den Bau einer solchen Infrastruktur am Gotthard unterstützt, und zwar hauptsächlich aus Sicherheitsgründen. Wie die Resultate von zwei Volksabstimmungen zu diesen Themen zeigen, hat der Bau einer zweiten Gotthardröhre vor der Sanierung des existierenden Tunnels durchaus eine Chance auf Erfolg, insbesondere wenn die direktbetroffenen Regionen, namentlich das Tessin und der Kanton Uri, dieses Bauwerk vorbehaltlos unterstützen.
Kontakt:
Stephan Müller, Mediensprecher TCS, 031 380 11 44, 079 302 16 36,
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