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Tausend Fischer ohne Lizenz
Ab Ende Oktober ist der Greifensee für fast 1000 Kormorane ein willkommener Zwischenstopp auf der Reise in den Süden. Dieses Naturspektakel dauert in der Regel bis Anfang Dezember. Eine weitere Gruppe trifft etwas später von Norden ein und überwintert hier. Nur rund 60 Brutpaare leben dauerhaft am Greifensee.
Kormorane nisten in der Regel in grösseren Kolonien und gehen oft gemeinsam auf die Jagd. Mit ihrem hakenförmig gebogenen Schnabel ergreifen sie Fische im Tauchen. Anders als beispielsweise bei Enten wird das Gefieder des Kormorans beim Tauchen nass. Nach dem Aufenthalt im Wasser sitzt der Kormoran mit den zum Trocknen ausgebreiteten Flügeln auf dem Ast. Gut beobachten lässt sich das beim Aaspitz, beim Aussichtsturm und am Inselisteg.
Bei den ersten Vogelzählungen am Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Kormoran kaum vor. Er wurde vom Menschen gejagt und galt bis in die 1970er Jahre als nahezu ausgerottet. Seither haben sich die Bestände langsam erholt.
Dies erfreut jedoch nicht alle: Heute gilt der Kormoran unter manchen Fischern als nimmersatter Fischfresser, der ihnen die Beute streitig macht. 200 bis 300 Gramm Fische kann ein Kormoran täglich verspeisen. Im Winter und während der Brutzeit von März bis Ende Juli sogar bis zu 200 Gramm zusätzlich. Abgesehen von punktuellen Ausnahmesituationen an kleinen Fliessgewässern und Teichen, gibt es aber keine Nachweise darüber, wie und in welchem Umfang Kormorane das Vorkommen von Fischen oder gar seltenen Fischarten beeinflussen. Der Kormoran kann also nicht allein verantwortlich gemacht werden für den oft beklagten Fischmangel in Schweizer und deutschen Gewässern. Die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen beispielsweise oder die Intensivierung der Landwirtschaft sind Faktoren, die sich ebenfalls negativ auf den Fischbestand auswirken.
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