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Was ist die Ursache?
Die follikuläre Dysplasie des Hundes ist eine teilweise genetisch bedingte Hauterkrankung, die zu haarlosen Hautstellen führt. Grund für die Haarlosigkeit ist eine Fehlfunktion der Haarwurzeln, welche keine oder strukturell schwache Haare produzieren, die schnell abbrechen. Sonst sind diese Hunde gesund. Einige Hunderassen zeigen spezielle Formen der follikulären Dysplasie, die im Folgenden aufgeführt sind.
Wie sieht das klinische Bild aus?
- Irish Water Spaniel, portugiesischer Wasserhund, Curly Coated Retriever: die Haarlosigkeit zeigt sich hier vor allem über den Rücken und zum Teil inkl. der Rute.
- Schablonenkahlheit (engl. pattern baldness): Dackel, Zwergpinscher, Chihuahua, Whippet und Greyhound. Hier entwickeln die Hunde nach bestimmten Mustern haarlose Stellen. Die betroffenen Lokalisationen sind dabei rassetypisch.
- Zyklische Flankenalopezie: Bulldogge, Staffordshire Terrier, Boxer, Airedale Terrier, Rauhhaar- Griffon, Affenpinscher u.a.. Die haarlosen Stellen bilden sich saisonal im Flankenbereich, entweder von Frühjahr bis Herbst oder umgekehrt. Den Rest des Jahres ist der Hund normal behaart.
- ‚Black hair follicular dysplasia’ kommt bei schwarz-weiss gefleckten und schwarzen Tieren vor, wobei nur schwarze Hautareale betroffen sind.
- Farbmutantenalopezie (engl. color dilution alopecia): Dobermann, Dackel, deutsche Dogge, Whippet, italienisches Windspiel, Yorkshire Terrier, Chow Chow, Zwergpinscher etc. Bei dieser Erkrankung verlieren die Hunde die Haare in den Bereichen, die eine „verdünnte“ Färbung zeigen (blau, falbe), also unter Umständen am ganzen Körper.
Das Institut für Genetik der Vetsuisse-Fakultät an der Universität Bern (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Tosso Leeb) führt eine Studie zur Aufklärung der genetischen Risikofaktoren und zur Entwicklung eines Gentests für diese Erkrankung durch und benötigt dafür EDTA-Blutproben von erkrankten und gesunden Hunden.
- http://www.genetics.unibe.ch/forschung/dokumente_hund/color_dilution_alopecia_cda_farbmutantenalopezie_bei_verschiedenen_rassen/index_ger.html
Durch die Fehlfunktion der Haarwurzeln ist auch die optimale Abwehrfunktion der Haut gestört und es kommt bei den betroffenen Hunden gerne zu einer sekundären bakteriellen Hautentzündung (Pyodermie), die zu Juckreiz und Unwohlsein führen kann.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die genaue Diagnose wird durch die Untersuchung von Hautbiopsien gestellt.
Wie kann die follikuläre Dysplasie behandelt werden?
Die follikuläre Dysplasie muss nicht zwingend behandelt werden, da diese Erkrankung die Lebensqualität des Hundes meist nicht beeinträchtigt. Durch den Haarverlust sollte aber die verminderte Wärmeisolation des Fells beachtet werden.
Falls aber eine bakterielle Hautinfektion dazukommt, muss diese behandelt werden und vorbeugende Massnahmen ergriffen werden.
Die Therapie der follikulären Dysplasie an und für sich ist schwierig. Es kann mit Tabletten (Melatonin) versucht werden, einige Hunde sprechen gut darauf an. Oft braucht es mehrere Monate, bis eine Verbesserung der Fellqualität festgestellt werden kann und einige Hunde brauchen diese Therapie lebenslang.