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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Einundzwanzigste Unterredung, welche die erste des Abtes Theonas ist, über die Nachsicht in der Quinquagesima.
21. Frage, ob der Nachlaß im Fasten nicht der Keuschheit des Leibes schade.
Germanus: Könnte aber dieser Leib, durch die ungewohnte zärtliche Pflege einer so langen Festzeit gereizt, nicht irgend einen Stachel jenes, wenn auch ausgemerzten Triebes der Laster erzeugen; oder könnte nicht der Geist, beschwert durch die gegen Gewohnheit erlaubten Mahlzeiten die Strenge der Herrschaft gegen seinen Diener, den Körper, erschlaffen lassen, besonders da in uns das noch frischere Alter die unterworfenen Glieder schnell zum Aufruhr treiben könnte, wenn wir entweder die gewohnten Speisen reichlicher oder ungewohnte mit mehr Freiheit nehmen?
[S. 305]