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Die Neuauflage des Olympia-Finals von 2012 enttäuschte nur neutrale Beobachter, weil sie eine überraschend einseitige Angelegenheit war. Die über 10’000 heissblütigen Fans in der Maracanãzinho-Halle in Rio de Janeiro zelebrierten euphorisch die Revanche für London. Unter der überragenden Regie von Captain und Trainersohn Bruno Rezende zogen die schlecht ins Turnier gestarteten Brasilianer mit einem kaum gefährdeten 3:0 in den Final vom Sonntagabend ein.
Nach einem ausgeglichenen Start in alle drei Sätze gelang den Brasilianern jedes Mal ein Zwischenspurt mit mehreren Punkten hintereinander. Im dritten Durchgang verspielten sie mit dem Sieg vor Augen zunächst noch eine 5:1-Führung. Nach einer Serie von fünf Punkten vom 9:10 zum 14:10 war aber eine Vorentscheidung gefallen. Am Ende gingen die Titelverteidiger aus Russland mit 17:25 in der euphorisierten Atmosphäre richtiggehend unter.
Dabei hatte sich Brasilien erst im letzten Gruppenspiel mit einem Sieg gegen Frankreich das Viertelfinal-Ticket gesichert, sich dann aber gegen Argentinien und vor allem gegen Russland deutlich gesteigert. Damit liegen die drei wichtigsten Goldmedaillen aus brasilianischer Sicht nach wie vor im Bereich des Möglichen: im Beachvolleyball (bereits geschafft dank Alison/Bruno Schmidt), im Fussball (Final gegen Deutschland in der Nacht auf Sonntag) und eben im Volleyball.
Der erste Olympia-Titel bei den Volleyballern seit 2004 scheint überfällig. 2008 und 2012 verlor die Weltnummer 1 im Final, ebenso an der WM 2014. Gegner Italien dürfte allerdings nicht unterschätzt werden. In der Vorrunde verlor Brasilien 1:3, und im Halbfinal zeigten die Azzurri beim 3:2 gegen die USA eine bärenstarke Leistung.
(SDA)