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Das Kernkraftwerk Mühleberg liegt an der Aare etwa 14 Kilometer westlich der Stadt Bern. 1967 wurde mit Bauarbeiten begonnen.
Kurz vor der Inbetriebnahme des Kraftwerkes wurde der Reaktor getestet. Eigentlich sollte das AKW ab 1971 Strom produzieren, doch im Maschinenhaus brach ein Grossbrand aus.
Das Feuer konnte gelöscht werden, bevor es das Reaktorgebäude erreichte. Doch die Schäden verzögerten den offiziellen Start des Kraftwerks um ein Jahr.
Der offizielle Start
Am 6. November 1972 wurde Mühleberg offiziell in Betrieb genommen. Kurz darauf folgten die Kraftwerke in Gösgen und Leibstadt. Strahlenmessgeräte massen die Dosis nach einem Arbeitseinsatz im Atomkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern. Seit Anfang der 1970er Jahre produzierte das Kraftwerk insgesamt über 120 Milliarden Kilowattstunden Strom, was den heutigen Konsum einer Stadt wie Bern für mehr als hundert Jahre decken würde.
Doch bereits im Verlauf der 1960er-Jahre formierte sich Widerstand gegen die Atomenergie. 1979 stimmte das Schweizer Volk ein erstes Mal über eine Atom-Initiative ab. Sie wurde knapp verworfen – mit 51.2 Prozent.
Der Widerstand bleibt laut
Die Gegnerinnen und Gegner gaben nicht auf. 1984 gab es eine zweite Atom-Initiative (gegen den Bau von weiteren AKW). Sie wurde ebenfalls verworfen. Im April 1986 folgte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Sie löste auch in der Schweiz Proteste aus.
Zu Beginn der 90er-Jahre wurden bei einer Jahresrevision Risse im Kernmantel festgestellt. Eine Bedrohung bestehe allerdings nicht, der Kernmantel halte dem Druck Stand, hiess es.
Der Kampf um die Bewilligung
Eine Umfrage im Kanton Bern ergab, dass über 51 Prozent gegen eine unbefristete Betriebsbewilligung und Leistungserhöhung waren. Die unbefristete Betriebsbewilligung wurde nicht erteilt, aber um weitere zehn Jahre verlängert. Eine Initiative im Kanton Bern für die Stilllegung des AKWs wurde 2000 mit rund 64 Prozent abgelehnt.
2005 stellte die Betreiberin BKW beim Bund einen Antrag auf eine unbefristete Bewilligung. Nach langem Hin und Her genehmigte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK die unbefristete Betriebsbewilligung für das Kernkraftwerk Mühleberg im Jahr 2009.
Internationale Ereignisse durchkreuzten mehrmals die Pläne der Kernkraft-Befürworterinnen und -Befürworter.
Fukushima schockiert
Nach den Ereignissen in Tschernobyl 1986 passierte 2011 die Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima. Und hatte wiederum Demonstrationen in der Schweiz – auch gegen Mühleberg – zur Folge.
2011 beschliesst der Bundesrat, dass Schluss ist mit Atomkraft in der Schweiz. Nach dem nuklearen Unfall von Fukushima soll es keine neuen AKWs mehr geben, und die alten müssen irgendwann in den nächsten Jahrzehnten vom Netz.
Der Anfang vom Ende
2013 verkündete die BKW, dass sie das Kernkraftwerk Mühleberg im Jahr 2019 endgültig vom Netz nehmen werde. Die jährliche Produktion entspricht rund 5 Prozent des gesamten Schweizer Strombedarfs. Basis für diese Entscheidung waren allerdings nicht Proteste. Mehrmals hat sich das Volk für Kernkraft ausgesprochen. Aber: Der Betrieb lohne sich nicht mehr, so die BKW.
Am 20. Dezember um Punkt 12.30 Uhr wird dem KKW der Stecker gezogen.
Mühleberg ist das erste Schweizer AKW, das seinen Betrieb einstellt. Für den Energiekonzern sei die Stilllegung das grösste Projekt seit dem Bau des Werks vor rund 50 Jahren.
SRF-Sondersendung zum Shutdown
Kernstück der Berichterstattung ist die Sondersendung: «Schweiz aktuell extra» begleitet den Shutdown live. Am Freitag, 20.12.2020, um 12.00 Uhr auf SRF 1 und im Stream online auf srf.ch.