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Das Zürcher Start-up Vatorex hat sich zum Ziel gesetzt, Bienen weltweit zu retten. Die beiden Gründer, die aus einer Imkerfamilie stammen, haben eine nachhaltige Technik entwickelt, um die parasitäre Varroamilbe zu bekämpfen, die weltweit eine der Hauptursachen für das Verschwinden der Bienen ist. Das Start-up, das am Coaching-Programm von Innosuisse teilnimmt, produziert und vertreibt seine Technologie in vielen Ländern.
Die Bienenpopulationen gehen weltweit aufgrund verschiedener Bedrohungen zurück. In der Schweiz haben 13% der Bienenvölker oder jeder achte Bienenstock den Winter 2019/2020 nicht überlebt. Eine Situation, die laut apisuisse, Dachverband der Schweizerischen Bienenzüchtervereine, schon seit mehreren Jahren anhält. Die grösste Gefahr für die Bienengesundheit und die Hauptursache für die Winterverluste ist nach Angaben des Schweizer Bienengesundheitsdienstes (BGD) der weit verbreitete Befall der Bienenstöcke durch die räuberische Varroamilbe, die sich seit den 1980ern in der Schweiz stetig ausbreitet. Um sich zu ernähren, klammert sich das Weibchen dieser Milbe an den Rücken der Biene und durchsticht ihre Haut, um Blut zu saugen. Diese Stiche schwächen die Biene nicht nur, sondern können auch für die Eintragung verschiedener Viren, Bakterien oder Pilze in die Kolonie sorgen.
Um gegen dieses Phänomen anzukämpfen, verwenden Imkerinnen und Imker verschiedene Methoden, die nicht unumstritten sind. «In den letzten 40 Jahren haben Imkerinnen und Imker Akarizide verwendet, um gegen die verheerenden Auswirkungen der Varroamilbe anzukämpfen. Der hohe physische Tribut, den Pestizide von den Bienenpopulationen und der Umwelt fordern, hat jedoch viele dazu veranlasst, sich zu fragen, ob das wirklich die richtige Lösung ist», sagt Pascal Brunner, Mitgründer und Co-CEO von Vatorex. Vor diesem Hintergrund beschloss er 2016 gemeinsam mit seinem Vater Willi Brunner, seit über 50 Jahren Biologe und Imker, eine alternative Lösung zur Chemie zu entwickeln.
Eine Lösung, die der Umwelt und der Artenvielfalt zugutekommt
Vatorex hat ein System entwickelt, das ausschliesslich auf Wärmeenergie beruht. «Wir verwenden eine Hyperthermie-Behandlung, da eine vorübergehende Erhöhung der Temperatur im Bienenstock die Milben abtötet», erklärt Grant Morgan, Senior Marketing Manager bei Vatorex. Solarbetriebene Heizspiralen werden um die Brutzellen gelegt, in denen die Milben ihre Eier ablegen. Anschliessend werden sie drei Stunden lang auf 42° erhitzt. Diese Zeit und diese Temperatur sind ausreichend, um die Milben zu vernichten, ohne die Bienen und deren Brut zu schädigen. Dieser vollautomatische Zyklus wird alle 16 Tage wiederholt, um einen anhaltenden Schutz gegen die Varroamilbe zu gewährleisten.
Die Reduzierung der verheerenden Auswirkungen des Schädlings wirkt sich positiv auf die Umwelt aus, so Pascal Brunner. «Da bis zu 70 % der Nutzpflanzen von der Bestäubung durch Bienen abhängen, bedeuten stärkere Bienenvölker eine grössere Artenvielfalt und eine bessere Bestäubung der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen.»
Das von Innosuisse geförderte Start-up ist auf Erfolgskurs
In der Anfangsphase hat Vatorex rasch das Start-up Coaching von Innosuisse absolviert. «Innosuisse ist die beste Förderungsplattform in der Schweiz für ein Start-up. Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung bietet eine breite Palette von Dienstleistungen an, die für Jungunternehmer sehr nützlich sind», meint Pascal Brunner. In diesem Jahr erhielt das Start-up das Innosuisse-Zertifikat, das garantiert, dass das Unternehmen bereit für nachhaltiges Wachstum ist. Gleichzeitig führt das Start-up ein Innovationsprojekt durch, mit dem es laut seinem CEO seine Entwicklung beschleunigen und seine Forschungstätigkeit ausweiten will.
Das Unternehmen zählt bereits Freizeit- und Profi-Imkerinnen und -Imker in 14 europäischen Ländern zu seinen Kunden und expandiert nun nach Neuseeland. 2022 will Vatorex eine neue Technologie auf der Basis der jüngsten Forschungsergebnisse auf den Markt bringen. «Die neue Produktgeneration betrachtet die Varroabekämpfung und die Bienenhaltung ganzheitlicher, da sie auch Sensoren und Überwachungsinstrumente in den Bienenstöcken selbst beinhaltet», erklärt Grant Morgan.
Letzte Änderung 06.08.2021