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fsr. Die Syrerin, die nach ihrer Rückschaffung nach Italien eine Totgeburt erlitten hatte, soll von der Schweiz weder Schadenersatz noch eine Genugtuung erhalten. Dies obwohl der verantwortliche Grenzwächter später wegen Körperverletzung verurteilt wurde. Das hat das Eidgenössische Finanzdepartement verfügt, wie Radio SRF am Dienstag berichtete.
Dina Raewel, die Anwältin der syrischen Familie, zeigte im Bericht wenig Verständnis für den Entscheid. Dass auch keine Genugtuung ausgerichtet werde, habe sie total überrascht, und sie finde das bedauerlich, sagte sie. Raewel wird den Fall nun vor dem Bundesverwaltungsgericht anfechten.
Das Finanzdepartement wollte deshalb keine Stellung nehmen. Laut dem Radiobericht argumentiert es in der Verfügung damit, dass der verurteilte Grenzwächter nicht für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht werden könne. Das Militärappellationsgericht war bei seinem Urteil im November 2018 davon ausgegangen, dass der Fötus beim Zwischenhalt in Brig bereits nicht mehr lebte.
Der Vorfall liegt mittlerweile sechseinhalb Jahre zurück. Im Juli 2014 wurde die syrische Frau zusammen mit anderen Migranten von Brig (Wallis) nach Domodossola (Italien) zurückgeschafft. Die damals 23-Jährige war im siebten Monat schwanger und klagte über starke Schmerzen. Die Grenzwächter unterliessen es aber, ärztliche Hilfe zu organisieren.