Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03624.jsonl.gz/222

Der französische Naturforscher und Intendant des königlichen Gartens in Paris Georges-Louis Leclerc de Buffon (1707-1788) publizierte ab 1749 die seinerzeit populärste und umfassendste Enzyklopädie der Naturgeschichte. Er tat dies nicht in erster Linie für die wissenschaftliche Gemeinschaft, sondern für ein breites Publikum. Nicht zuletzt deshalb gilt Buffons Histoire Naturelle als das am weitesten verbreitete Werk des 18. Jahrhunderts.
Le Jocko ou Orang-Outang de la petite espèce, Histoire Naturelle Tome 13, Pl. 1
Für die Beschreibung und Klassifizierung der wilden und exotischen Tierarten hatte Buffon oftmals keine lebenden Tiere zu Hand und war auf die Berichte von Reisenden angewiesen. Dies mag teilweise erklären, weshalb sich manche Darstellungen nicht mit der Vorstellung decken, die wir heute von diesen Tieren haben. Sehr deutlich zeigt sich dies etwa beim obigen „Jocko“, auch „kleiner Orang-Utan“ genannt. Das Äffchen sieht sehr menschlich aus, fast so, als hätte sich Buffon nicht getraut, es gänzlich dem Tierreich zuzuordnen.
Buffon differenzierte zwischen dem kleinen Orang Utan (Jocko) und dem grossen Orang Utan (Pongo). Erst der spätere Prozess der Entdeckungen zeigte, dass es insgesamt vier Gattungen von Menschenaffen (Anthropoiden) gibt. Zum einen sind das die zwei in Ostasien heimischen Arten des Gibbon (von Buffon als „Jocko“ bezeichnet) und des Orang Utan. Zum anderen gibt es die zwei westafrikanischen Arten Schimpanse und Gorilla. Auch der Mensch gehört bereits seit Linné zur Familie der Menschenaffen.
Links:
Buffons Histoire Naturelle ist online bei Gallica (Ausgabe Paris 1749-1789, leider kein permanenter Link vorhanden).
Die Histoire Naturelle ist im Wissensportal bestellbar und kann im Lesesaal Sammlungen und Archive konsultiert werden.