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Kotodama
bezeichnet im Japanischen die spirituelle Kraft, welche in einem Wort enthalten ist (Quelle: Enzyklopädie des Shintō). Oft wird als deutsche Übersetzung „Wortseele“ gewählt. Theologisch könnte man „Kotodama“ in die animistische Schublade versorgen oder besser eben mit den modernen Konzepten der Energie verbinden.
Diese einem Wort, Ausdruck oder Satz innewohnende Energie materialisiert sich, vom Bewusstsein gesteuert, wahrgenommen oder nicht. Dieses Konzept ist natürlich nicht auf Japan beschränkt, sondern wird seit Menschengedenken (und schon länger) in allen Kulturen und Seinsebenen angewandt. Im Shintō wurde und wird es kontinuierlich gepflegt und in den Norito-Gebeten eingesetzt, so dass vielleicht das Bewusstsein dafür in der Bevölkerung besser verankert ist als in materialistischen Kulturen, wo der Bezug zum Spirituellen verloren gegangen ist.
Im Deutschen spricht man auch von „Gedanken sind Energie“ oder von der „Kraft der Gedanken“. Die magische Kraft eines Wortes manifestiert sich, ob es ein Gedanke ist, ein ausgesprochenes Wort (Gebet, Segen oder Fluch) oder aufgeschrieben wird. Die Manifestation wird ermöglicht, vereinfacht gesagt, indem Resonanz mit der Schwingung (Energie) des im Geistigen schon existierenden Objekts oder Ereignisses erzeugt wird. Was von der geistigen Welt zugelassen, kann manifestieren, ob von uns (unnötigerweise) als gut oder schlecht bewertet.
Zurzeit gibt es einen wahren Boom in diesem Bereich, der durch Buchtitel und Kurse wie „Wünsche ans Universum“ und Ähnliches ausgedrückt wird. Es handelt sich um eine grossartige Rückbesinnung (mit allen kommerziellen Ausläufern) auf die spirituelle Kraft eines Wortes oder Gedankens.
Obwohl mir der Gedanke des „Kotodama“ bekannt war, verstehe ich nach dem „Entdecken“ des Begriff „Kotodama“ jetzt besser, weshalb in den Projekten der japanischen Friedenbeswegung Byakko Shinko Kai das Denken, Rezitieren und tausendfache Schreiben bestimmter Sätze als zentral betrachtet wird, um die Schwingungsenergie der Erde bzw. ihres morphischen Feldes zu erhöhen. Auch die Friedens-Zeremonien auf dem Feld vor dem Fuji (Fuji sanctuary) haben etwas von Shintō –Zermonien.
4. January 2011 at 22:02