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Das Reizdarm-Syndrom - RDS (auch irritables Darmsyndrom - IDS) gilt als eine der häufigsten Darmerkrankungen.
Dabei handelt es sich gemäß gängiger schulmedizinischer Definition um eine "funktionelle Störung", bei der keine Organerkrankung (z.B. Tumor) als Ursache feststellbar ist.
Auch liegt keine Entzündung im eigentlichen Sinn vor. Vielmehr kommt es durch bis heute nicht geklärte Umstände zu einer Fehlfunktion des Darms bei gleichzeitig gestörter Darmflora(innerer, von Mikroorganismen ausgekleideter Bereich der Darmwand, der im gesunden Zustand v.a. der Immunabwehr dient).
Von einem Reizdarm-Syndrom kann dann gesprochen werden, wenn es innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens drei Mal über einen Zeitraum von jeweils mindestens drei Tagen zu mehreren der nachfolgend aufgezählten Anzeichen und Symptome kommt (= Rom III Kriterien):
Neben diffusen, kolikartigen oder stechenden Bauchschmerzen kommt es zu einer veränderten Stuhlkonsistenz (hart, breiig oder wässrig), die sich in Rein- oder Mischform zeigen kann. Die Defäkationsvorgänge sind gehäuft (mehrmals am Tag), gekennzeichnet durch Schmerzen während des Prozesses sowie einer Linderung im direkten Anschluss. Der Stuhl weist Schleimauflagen auf. Zusätzlich kommt es zu einer vermehrten Gasansammlung im Darmbereich (Meteorismus) sowie zu Blähungen (Flatulenzen). Die Symptomatik zeigt sich hauptsächlich tagsüber, während die Nachtstunden beschwerdefrei bleiben.
Die auslösenden Faktoren sind bisher nicht identifiziert, Untersuchungen zeigen aber eine vermehrte genetische Prädisposition. Daneben werden auch das den Darm kontrollierende Nervensystem (Enterisches Nervensystem - ENS, auch "Bauchhirn" genannt), eine (durch Neurotransmitter vermittelte) erniedrigte Schmerzschwelle im Darm sowie psychosoziale Störungen (z.B. Stress, Depression) in Erwägung gezogen. Überaktive Mastzellen scheinen ebenso eine Rolle zu spielen.
Das klinische Bild (Symptome) ergibt sich aus den Rom III Kriterien:
Neben Durchfall(Diarrhöe) und Verstopfung(Obstipation) zeigen sich auch Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Rückenschmerzen (z.T. vermittelt durch die ausstrahlenden Bauchschmerzen).
Betroffene sind häufig müde, fühlen sich körperlich geschwächt und leiden unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
Auch die normale Miktion (Wasserlassen), der Menstruationszyklus sowie der physiologische Rhythmus des Herzens können beeinträchtigt sein.
Die andauernden Symptome führen zu einer psychischen Beeinträchtigung, bei der es zu Depressionen, Angstzuständen und allgemeinen Verstimmungen kommen kann. Längerfristige Durchfälle können zudem den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen, es drohen Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen.
Schulmedizinische Therapie
Die Therapie stützt sich vornehmlich auf allgemeine Maßnahmen. Neben einer Gesprächstherapie werden Umstellungen von Lebens- und Essgewohnheiten aufgezeigt (Verzicht auf Noxen wie z.B. Alkohol und Nikotin, verstärkte sportliche Aktivität, Pflegen von sozialen Kontakten, Reduzierung von darmreizenden und blähenden Lebensmitteln, Erstellung eines ausgewogenen Ernährungsplans).
Da die Erkrankung nicht systemisch ist, kann die Therapie nur Hilfestellung geben, die Erkrankung nur lindern, nicht aber heilen. So zeigen sich sehr unterschiedliche Resultate bei den verschiedenen Maßnahmen. Um schwere Symptome zu behandeln oder bei ausbleibendem Therapieerfolg werden medikamentöse Strategien gewählt, die ebenfalls nur der Linderung dienen.
Eine grundsätzliche Auffassung in der Schulmedizin ist, dass das Reizdarm-Syndrom im Normalfall zu keinen ernsthaften Schädigungen des Organismus führt und auch die Lebenserwartung nicht beeinträchtigt.
Bedingt durch die andauernden Beschwerden ist der normale Lebensrhythmus aber kaum möglich (tägliche Aktivitäten sind stark eingeschränkt, eine Erwerbstätigkeit ist u.U. nicht mehr durchführbar). Nur selten kommt es im Verlauf zu einer völligen Beschwerdefreiheit.
Eine neuere Studie zeigt, dass bestimmte Antibiotika beim Reizdarmsyndrom helfen können. Die Antibiotikagabe beim Reizdarmsyndrom ist bedenklich, nicht nur vor dem Hintergrund der ständig zunehmenden Antibiotika-Resistenzen. Es gibt auch nebenwirkungsärmere und ganzheitlichere Ansätze.
Die Entwicklung neuerer Präparate wird versucht, denn unter Reizdarm leiden zahlreiche Patienten. Seit 2013 ist zum Beispiel Linaclotid (Handelsname Constella) auf dem Markt: zugelassen für bei mittelschwerem bis starkem Reizdarmsyndrom mit Verstopfung. Mal abgesehen davon, dass zu den "wirklichen" Nebenwirkungen noch nicht viel bekannt ist, scheint das Mittel auch stärkste Bauchschmerzen (im Verhältnis zu Placebo), nicht zu mildern. Bei über 30% der Patienten treten Durchfälle auf - zum Teil anhaltend.
Die Naturheilkunde und Alternativmedizin hat besser wirkende Konzepte zu bieten. Klar ist: diese Maßnahmen verlangen mehr als Nummer eine Tablette zu nehmen...
Ursachen die ausgeschlossenen werden sollten
Auch Fruchtzucker(Fructose) und Sorbitol (Zucker-Alkohol, der in kalorienreduzierten Kaugummis und Süßigkeiten verwendet wird) können die Beschwerden verschlimmern. Fettige Lebensmittel können ebenfalls Krämpfe auslösen.
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Allergien), sind eine weitere Ursache. Insbesondere Milch, Getreide (Zöliakie), Zitrusfrüchte, Kaffee, Nahrungsmittel-Zusätze (Farb- und Geschmacksstoffe) können Darmkrämpfe auslösen oder begünstigen.
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die in kommen.
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Akupunktur:
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig: Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.