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Dies ist das südliche Grenzgebiet des Süd-Pantanal – gelegen zwischen dem Rio Negro, dem Rio Miranda und dem Rio Inhumas, ausserdem dem Rio Aquidauana, in seinem Zentrum, der die Stadt gleichen Namens durchquert. Umgeben von den Gebirgen Serra Piraputanga und Serra de Maracaju kann man für diesen Teil des Pantanals verschiedene Orte als Anfahrtsziele wählen, wie Aquidauana, Miranda, Anastácio, Barra Mansa, Rio Negro, Cipolândia, Rochedo, Corguinho, Baianópolis, Tupaceretã, São Gabriel do Oeste, Guaicurus, Colônia Nova und Jacobina. Allerdings sind nur die beiden ersten wegen ihrer bescheidenen Infrastruktur zu empfehlen.
Aquidauana
Die kleine Stadt „Aquidauana“ liegt 147 m hoch, am südlichen Rand des Süd-Pantanal – 4 km von der Bundesstrasse BR-262, die Campo Grande mit Corumbá verbindet – die Entfernung zur Hauptstadt beträgt 136 km. Auch die Eisenbahnlinie zwischen São Paulo und Corumbá führt hier durch. Die Stadt war einmal, in der historischen Vergangenheit, die wirtschaftlich bedeutendste Stadt des Südens von Mato Grosso (1914-17), war die erste Stadt mit elektrischem Licht (1928) und hatte das erste Breitwand-Kino – dann verlagerte man die wichtigsten Industrien nach „Três Lagoas“ und die Stadt verlor zunehmend an Bedeutung. Heute lebt sie von der extensiven Viehzucht auf den Naturweiden des Pantanal.
Sie liegt in der Region der Serra Piraputanga, in einer Entfernung von 50 km zum Pantanal. Durch ihre privilegierte Lage kann man sogar auf dem Kirchplatz, im Zentrum der Stadt, Tuiuiú-Störche, Aras und Reiher beobachten – deshalb wird sie auch „Cidade Natureza“ genannt – Stadt der Natur. Ihre touristischen Attraktionen sind fischreiche Flüsse, ihre Indianer-Dörfer, die historische Architektur und die Distrikte „Camisão“ und „Piraputanga“, welche innerhalb einer bergigen Region gelegen, stets angenehm frische Temperaturen präsentieren.
Das Klima in Aquidauana ist subtropisch, Regenzeit zwischen Oktober und April, dann steigen die Temperaturen auf über 40º C. Zwischen Juli und Ende September herrscht Trockenzeit, manchmal mit Raureif über Nacht – die Tagestemperatur geht auf 15º C herunter. Mittlerer Jahreswert ist 27º C.
Camisão
Der Distrikt liegt 18 km von Aquidauana entfernt – man erreicht ihn über die so genannte „Estrada Ecológica“. Früher eine Siedlung von Fischern und Goldsuchern, die sich auf dem Territorium der ehemaligen „Fazenda do Paxixi“ niedergelassen haben, als deren Besitzer das Land aufgaben. Der Name der Fazenda stammt vom höchsten Berg der Gegend, dem „Morro do Paxixi“ innerhalb der Serra de Maracaju. Dieser Gipfel wird von Praktikanten des Freiflugs mit ihren Delta-Drachen und Para-Glidern aufgesucht. Im selben Distrikt liegen viele interessante Wasserfälle zum Baden, Flüsse zum Kajakfahren und wunderbare Wege zum Wandern. Ganz in der Nähe, der „Morro do Chapéu“, ein anderer Berg mit interessantem Umfeld.
Wandern
Ist eine exzellente Alternative in diesem Gebiet. Die besten und interessantesten Wege dafür befinden sich im Gebiet der Serra de Maracaju, die zu Wasserfällen, Flüssen zum Baden und Arenit-Felsen mit Inschriften führen. Von den fünf Wasserfällen, die sich im Distrikt „Camisão“ befinden, haben nur drei einen Namen:
Der „Cachoeira do Morcego“ (Fledermaus-Fall) mit 35 m, der „Cachoeira do Chuveiro“ (Dusche) mit 20 m und der „Cachoeira do Segredo“ (Geheimnis-Fall) mit 18 m. Die anderen zwei haben Fallhöhen von jeweils zirka 12 m. Die Wege dorthin sind leicht zu bewältigen und erlauben längere oder kürzere Routen zusammenzustellen – je nach Kondition.
Per Boot kann man die Gegend natürlich bequemer und unter anderem Aspekt erleben – man sieht viele Tiere an den Flussufern und den Bäumen des angrenzenden Galeriewaldes. Entsprechende Ausflüge können über Ihre Unterkunft oder direkt mit den Bootspiloten vereinbart werden. Für längere Flussfahrten sind die so genannten „Chalanas“ die beste Alternative – grosse Hausboote, auf denen der Tourist bequem und gut verpflegt die Kreuzfahrt durch die herrliche Natur geniessen kann.
Zu Pferd geht es in dieser Gegend des brasilianischen Wilden Westens natürlich auch – wenn Sie entsprechend sattelfest sind. Besonders die Fazendas und Lodges etwas ausserhalb der Stadt bieten Ausritte mit erfahrenen Guides an, die entweder im Aufenthalt schon inbegriffen sind oder auch extra gebucht werden können. Aber auch von Hotels oder Pousadas in der Stadt können Sie sich entsprechende Ausritte arrangieren lassen.
Taunay
Der Distrikt wurde 1914 durch die Eröffnung der Eisenbahnstrecke gegründet, er liegt 53 km weiter westlich von Aquidauana – auch über die BR-262 erreichbar. Er ist deshalb interessant, weil er in seinem Umfeld verschiedene Naturschönheiten birgt. Und verschiedene Indianer-Siedlungen – die nächstgelegene ist die der Terena-Indianer. Darüber hinaus befinden sich im Distrikt die Dörfer „Bananal“, „Ipegue“, „Lagoinha“, „Água Branca“, „Embiruçu“ und „Morrinhos“. Das am einfachsten zu besuchende Dorf ist „Limão Verde“, 24 km vom Ort, wo man auch einen Wasserfall, Höhlen mit Felszeichnungen und eine steinerne Kirch aus den 30er Jahren findet. Der Besuch kann nur mit der Erlaubnis der FUNAI erfolgen, die man aber am Posten in Taunay bekommen kann – oder, im Fall von grösseren Gruppen, bei der FUNAI in Campo Grande.
Piraputanga
Der Distrikt liegt in einer Region, die man „Serra de Santa Bárbara“ nennt, einem Ausläufer der Serra de Maracaju. Hier waren es Diamanten-Schürfer, welche die erste Siedlung gleichen Namens gründeten. Sie liegt 30 km von Aquidauana, in östlicher Richtung – also in Richtung Campo Grande – ebenfalls eine Haltestelle der Eisenbahn, die heutzutage keine Passagiere mehr transportiert, sondern ausschliesslich für den Vieh- und Gütertransport benutzt wird. In dieser Gegend findet man eine der schönsten Landschaften überhaupt – mit Arenit-Felswänden rund um den Ort, Flüsse und Wasserfälle, in denen man herrlich baden kann, dem Angelsport nachgehen oder per Schlauchboot die Stromschnellen befahren. Ein Ort mit grossem touristischen Abenteuer-Potential.
Schlauchboot
Von Piraputanga aus geht es den Rio Aquidauana hinunter – während einer Fahrt von zirka 2 Stunden passiert man die Stromschnellen von „Serrano“ und „Ilha“ bis zum Ort „Camisão“. Danach schliessen sich weitere 20 km an, die unter anderen, über die Stromschnellen von „Campo“ und „Antena“ führen. Das Abenteuer endet am Strand von „Prainha“ im winzigen Ort „Anastácio“, der Aquidauana gegenüberliegt.
81 km weiter von Aquidauana auf der BR-262, in Richtung Corumbá, liegt das Nest „Miranda“ (22.993 Einwohner) auf 125 m Höhe, mit tropischem Klima. Die mittleren Temperaturen liegen hier zwischen 20º C und 24º C – und können im Winter, zwischen Juli und August auf +10º C fallen. Das Maximum liegt bei 35º C während der Regenzeit, die eine Niederschlagsmenge zwischen 1.200 und 1.700 pro Jahr bringt.
Miranda hat sich wirtschaftlich schon immer mit der Zucht von Schlachtrindern, Mastvieh und Milchvieh beschäftigt, darüber hinaus spielen die Landwirtschaft und die Herstellung von Ziegeln und Backsteinen eine gewisse Rolle – und seit neuestem auch der Tourismus von Angelsportlern und Naturliebhabern. Miranda hat keine Distrikte – in seinem Gebiet gibt es lediglich vier grosse Fazendas und drei Indianer-Territorien – letztere mit verschiedenen Dörfern, die ihre Traditionen pflegen und manchmal in den Städten erscheinen, um ihre Produkte und ihr Kunsthandwerk zu verkaufen.
Im Bereich von Miranda finden sich einige der besten Fazendas und Lodges für einen Aufenthalt im Pantanal und seinen Randgebieten – aber auch einige der teuersten!
Sie bieten in der Regel eine Voll-Pension inklusive aller möglichen Aktivitäten, wie Foto-Safaris, Ausritte zu Pferd, Ausflüge im Kanu oder im Motorboot, Tierbeobachtungen, Angelsport, geführte Wanderungen, und vieles.