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Takanawa Gateway: Tokios neuester Bahnhof
Die von JR-East betriebene Yamanote-Linie ist das Herzstück der 110 Bahnlinien von Tokio. 1885 eröffnet, verbindet sie ringförmig die wichtigsten Zentren der Hauptstadt. 29 Stationen auf einer Gesamtstrecke von 34,5 Kilometern bedient sie. Mit täglich 3,5 Millionen Fahrgästen ist die Yamanote-Linie gar eine der meist frequentierten Bahnlinien der Welt. Zuletzt erhielt die Yamanote-Linie 1971 mit dem Anschluss an den Bahnhof Nishi-Nippori eine Erweiterung. Fast 50 Jahre später wird nun eine weitere Aufwertung vorgenommen. Es ist der neue Bahnhof Takanawa-Gateway, der zu einem Bestandteil der JR-Bahnlinien Yamanote und Keihin-Tohoku wird. Entworfen hat diese dreistöckige lichtdurchflutete Station mit dem «Origami»-Dach der japanische Stararchitekt Kengo Kuma (Asienspiegel berichtete).
Dieses imposante Bauwerk entsteht auf dem Areal im Viertel Takanawa, das bislang als Zugdepot diente und sich zwischen den Stationen Shinagawa und Tamachi befindet. Es soll zum Zentrum eines neuen Stadtviertels werden. Die Arbeiten sind inzwischen zu 90 Prozent abgeschlossen, wie die Mainichi Shimbun berichtet (siehe Foto oben). Zuletzt wurden am 16. November die Yamanote- und Keihin-Tohoku-Linien für mehrere Stunden gesperrt, um wichtige Gleisarbeiten beim neuen Bahnhof vorzunehmen. Schon im Frühling 2020 soll der Takanawa-Gateway eröffnet werden, rechtzeitig vor dem Beginn der Olympischen Spiele. Während Tokyo 2020 will man den Platz vor dem neuen Bahnhof für Public-Screenings und weitere Veranstaltungen nutzen.
Der kontroverse Bahnhofsname
Auf den Namen Takanawa-Gateway hatte man sich schon im Dezember 2018 festgelegt. Damit hatten die wenigsten gerechnet. Denn eigentlich war dieser Name bei der öffentlichen Online-Abstimmung abgeschlagen auf dem 130. Platz gelandet. Vielmehr wollten die Tokioter den Bahnhof ganz einfach Takanawa nennen. Die Spitze von JR East entschied sich jedoch für den Zusatz Gateway, weil in diesem Gebiet in der Edo-Zeit (1603 bis 1868) ein wichtiger Eingang zur Stadt war und in der Meiji-Zeit (1868 bis 1912) die Bahngeschichte hier ihren Ursprung hatte. So soll mit dem neuen Bahnhof ein Knotenpunkt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie zwischen Japan und der Welt (mit dem Flughafen Haneda) entstehen (Asienspiegel berichtete).
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