Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03596.jsonl.gz/580

Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) ist die grösste multilaterale Finanzierungsquelle für Entwicklungsprojekte in Lateinamerika und in der Karibik. Ihr Ziel ist die Reduktion von Armut, die Bekämpfung von sozialen Ungleichheiten und die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Die Schweiz ist aktives Mitglied der Führungsgremien der IDB und realisiert mit ihr zusammen Entwicklungsprojekte.
Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) ist die grösste multilaterale Finanzierungsquelle für Entwicklungsprojekte in Lateinamerika und in der Karibik. Ihr Ziel ist die Reduktion von Armut, die Bekämpfung von sozialen Ungleichheiten und die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Ziele und Tätigkeiten der IDB
Die IDB ist die wichtigste multilaterale Finanzierungsquelle in der Region, besonders für kleine und verletzliche Länder in Lateinamerika und der Karibik (LAK). Die IDB bietet Unterstützung an durch Kredite und Zuschüsse sowie mittels Fachwissen und technischer Unterstützung. Die IDB verfolgt folgende Ziele:
- Armut und soziale Ungleichheit reduzieren,
- Bedürfnisse von kleinen und verletzlichen Ländern erfüllen,
- Förderung der Entwicklung durch den privaten Sektor,
- Bewältigung des Klimawandels durch Förderung erneuerbarer Energien und ökologischer Nachhaltigkeit und
- Regionale Zusammenarbeit und Integration fördern.
Die IDB-Gruppe (IDBG) umfasst zudem die folgenden Institutionen, die sich auf die Entwicklung im Privatsektor konzentrieren:
- IDB Invest (frühere «Interamerikanische Investitionsgesellschaft - IIC»): Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen.
- Multilateraler Investitionsfond (MIF): Das Innovationslabor der IDB-Gruppe testet neue, risikoreiche Modelle, um den privaten Sektor (Mikro- und Kleinunternehmen) zu inspirieren und damit wirtschaftliche Entwicklungsprobleme in LAK zu lösen.
- Gegründet: 1959
- Hauptsitz: Washington D.C., USA
- Präsident: Luis Alberto Moreno (Kolumbien)
- Mitgliedsländer: 48, in 14 Stimmrechtsgruppen eingeteilt
- Empfängerländer: 26 (LAK Länder)
- Kapital: US$ 178 Milliarden (2017)
- Jährliche Kreditvergabe: US$ 13 Milliarden (2017)
- Schweizer Beitritt: 1975
- Schweizer Vertretung: Mit sechs anderen Ländern Mitglied einer Stimmrechtsgruppe; die einen Sitz im Verwaltungsrat hat
Die Verstädterung schreitet in LAK sehr schnell voran. Dadurch sind zwar für Millionen von Menschen Möglichkeiten eröffnet worden, aber gleichzeitig sind die Regierungen mit grossen Herausforderungen in den Bereichen Grundversorgung, angemessenem Lebensstandard, Schaffung von Arbeitsplätzen und Umweltschutz konfrontiert (SDG 11). Die «Emerging Sustainable Cities Initiative» ist die Antwort der IDB auf diese Herausforderung. Aufstrebende Städte der Region werden bei der Identifizierung, Prioritätensetzung und der Umsetzung von Projekten unterstützt, die zu einer nachhaltigen und integrativen Stadtentwicklung führen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) unterstützen diese Initiative.
Die Schweiz ist mit über US$ 18 Millionen die grösste Geldgeberin des AquaFund. Dieser ist das wichtigste Instrument der IDB zur Ermöglichung von Investitionen, um den nachhaltigen Zugang zu Wasser- und Sanitärinfrastruktur zu verbessern. Der Fonds hilft seinen Schwerpunktländern auch die neuen Herausforderungen durch Klimawandel, raschen Abbau von Frischwasser-Ökosystemen und zunehmender Wasserunsicherheit anzugehen (SDG 6). Aktuelle Investitionen des AquaFund stellen den Zugang von mehr als einer Million Haushalte sicher zu neuer oder verbesserter Wasserversorgung, Abwassersystemen, Kläranlagen und Mülldeponien (Feststoffabfall). Die langjährigen finanziellen und technischen Beiträge der Schweiz haben dazu beigetragen, dass sich der AquaFund innerhalb der IDB als Modell in den Bereichen Aufsicht, Berichterstattung und Verwaltung etablieren konnte. Das Projekt ermöglichte auch die Beteiligung von Schweizer Beratern und Unternehmen.
Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der IDB trägt dazu bei, die Infrastruktur für Trink- und Abwasser sowie Abfall für über 1 Mio. Haushalte zu verbessern.
Die Schweiz und die IDB
Die IDB ist ein Schlüsselpartner für die Schweiz bei ihren Bemühungen zur Armutsbekämpfung und zur Förderung eines umweltverträglichen, nachhaltigen Wirtschaftswachstums in LAK. Die Schweiz ist mit Belgien, China, Deutschland, Israel, Italien und der Niederlande in einer Stimmrechtsgruppe, welche einen Sitz im Verwaltungsrat hat. Die Schweiz beteiligt sich aktiv an den Diskussionen und Entscheidungen des Verwaltungsrats und kommt dadurch ihrer Aufsichtsfunktion als Aktionärin nach.
Ziele der Schweiz für die Zusammenarbeit mit der IDB
Zusätzlich zur institutionellen Zusammenarbeit im Verwaltungsrat arbeiten die Schweiz und die IDB auch operationell zusammen. Die Schweiz konzentriert sich insbesondere auf folgende Ziele:
- Stärkung der Kapazitäten der IDB im Bereich Wasser und Urbanisierung (SDG 6, 11).
- Unterstützung der Kapazitäten der IDB im Bereich der Armutsreduktion, mit besonderem Augenmerk auf Ungleichheit, Fragilität und Geschlechterfragen (SDG 1, 5, 10).
- Unterstützung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung durch Stärkung des Privatsektors (SDG 8, 9).
Mittelfristig wird die Schweiz ihre Bemühungen fortsetzen, die Bank zu einer ergebnisorientierteren und effektiveren Institution mit folgenden Zielen zu machen:
- Stärkung von Qualität und Nachhaltigkeit der Tätigkeiten der IDB.
- Aufrechterhaltung einer soliden Finanzverwaltung, um das AAA-Kreditrating zu halten.
- Verbesserung der Operationalisierung und Messung des integrativen Wachstums.
- Unterstützung klimaresistenter Entwicklung (SDG 13).
- Förderung des Privatsektors in den Geschäftsbereichen der IDB.
Letzte Änderung 25.07.2019