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Das rechtsmedizinische Institut (IRM) ist gleichzeitig Teil des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel und der medizinischen Fakultät der Universität. Gerichtsmedizinische Praxis, Forschung und Lehre gehen hier Hand in Hand.
Die Stadtärzte Basels im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit begutachteten in der "Wundschau" unter anderem die Körper von Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben waren. Diese Aufgabe ist auch heute zentraler Bestandteil rechtsmedizinischer Praxis. Meist auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft gelangen Körper in das rechtsmedizinische Institut zur Obduktion. Die Aufgaben haben sich jedoch im Laufe der Zeit weiter ausdifferenziert. Neben den Legalinspektionen (Leichenschau), Sektionen und rechtsmedizinischen Begutachtungen Lebender befassen sich die Forensiker in drei weiteren Bereichen auch mit Verkehrsmedizin, forensischer Chemie und Toxikologie, um beispielsweise Drogenkonsum nachzuweisen. Ausserdem beschäftigt sich die forensische Genetik beispielsweise mit Vaterschaftsabklärungen.
Geschichte des Instituts
Das Institut in seiner heutigen Form geht zurück auf die Reorganisation der Rechtspflege in Basel Ende des 19. Jahrhunderts. Prof. Adolf Streckeisen wurde zum ersten Gerichtsarzt, dessen Tätigkeiten in der Amtsordnung des Polizeidepartements von 1895 geregelt wurden. Neben Obduktionen und Untersuchungsberichten, etwa bei Selbstmorden oder Unfällen, begutachtete und bewertete er Versorgungsbedürftigkeit und Geistesstörungen und war für die Gefangenen im Lohnhof zuständig. In Prozessen amtete er als gesetzlicher Sachverständiger in gerichtlichen Fragen. 1919 wurde das - bis dahin noch nebenamtliche - Amt des Gerichtsarztes mit einem Lehrauftrag an der Universität verknüpft und als Hauptamt eingerichtet.
Neue Räumlichkeiten - Neue Strukturen
Nachdem lange Zeit sowohl Räume der physikalischen Anstalt und des Lohnhofs verwendet wurden, zog das Institut 1960 gleichzeitig mit dem 500-Jahr Jubiläum der Universität in die Räumlichkeiten in der Pestalozzistrasse in direkter Nachbarschaft zur Anatomie. Seither wuchs das Institut weiter an und differenzierte sich - etwa mit der Einrichtung des gerichtschemischen Laboratoriums 1970 als eigene Abteilung - weiter aus.
1997 erfolgte der Wechsel vom Polizei- und Militärdepartement ins Sanitätsdepartement (heute Gesundheitsdepartement). In diesem Jahr wurde auch das gerichtschemische Labor in die Abteilung Forensische Chemie und Toxikologie umstrukturiert und wenig später die Abteilung Forensische Genetik eingerichtet. 2004 wurde die Abteilung Forensische Genetik, 2006 die Abteilung Forensische Chemie und Toxikologie akkreditiert. Mit der Akkreditierung der Forensischen Medizin 2010 und deren Ausbau zur Abteilung Forensische Medizin und Verkehrsmedizin erhielt das Institut seine gegenwärtige Struktur mit drei gleichberechtigten Abteilungen.