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Die Pluralisierung der Religionslandschaft stellt die Schweiz vor neue Herausforderungen. Waren bis in die siebziger und achtziger Jahre hinein vor allem die Annäherung und der Dialog zwischen den beiden grossen christlichen Konfessionen der Katholiken und der Reformierten Thema der Ökumene und zwischen Christen und der jüdischen Gemeinschaft Gegenstand des christlich-jüdischen Dialogs, stehen heute Diskussionen über weitere Religionsgrenzen hinweg im Vordergrund.
Ein Grossteil der Menschen in der Schweiz ist tendenziell säkular bzw. «privatreligiös» ausgerichtet. Religion spielt für viele lediglich im Rahmen von grossen Feiertagen und anlässlich von wichtigen Ereignissen wie Geburt, Heirat oder Tod eine Rolle. Dies mag mit dazu beitragen, dass Begebenheiten und Fragestellungen, die «neue» religiöse Gemeinschaften betreffen, umso mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Dies zeigen etwa Kontroversen um den Bau einer serbisch-orthodoxen Kirche, um die Baubewilligung für ein Minarett oder um die Verweigerung einer Arbeitserlaubnis für einen Imam. In der Tat können religiös motivierte Anliegen in einer säkular orientierten Gesellschaft Irritationen auslösen. Es ist daher angezeigt, sich den diversen damit verbundenen Fragen mit der notwendigen Gelassenheit und Sachkenntnis anzunehmen und sie auf der Grundlage demokratischer Prinzipien zu beurteilen.
Mit rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Errichtung von Kultusbauten befasst sich ein juristisches Gutachten, das u.a. die Vereinbarkeit von baurechtlichen Vorschriften mit der Glaubens- und Gewissensfreiheit untersucht.
Letzte Änderung 31.05.2020