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Wir eilten ins Restaurant und sicherten uns eine Tasse Kaffee und ein etwa sieben Wochen altes Ei.
Miss Jemimas Tagebuch: Dienstag, 7. Juli 1863
Um fünf Uhr morgens weckten uns die Sonnenstrahlen in unserem hölzernen Gehäuse, sodass wir «die dumpfe Faulheit abschüttelten» und uns bald schon draussen wiederfanden.
Wir entdeckten, dass das Boot schon um sechs statt um sieben landen würde. Daher eilten wir ins Restaurant und sicherten uns eine Tasse Kaffee und ein etwa sieben Wochen altes Ei, bevor wir wenig würdevoll zur Plattform strebten und es bereuten, diesen wunderschönen Ort so früh verlassen zu müssen.
Aber an diesem Tag standen der Brünigpass und eine Übernachtung bei der Rigi auf dem Programm und ausserdem waren wir nun auf den öffentlichen Verkehr, d. h. die Postkutsche zum Vierwaldstättersee angewiesen.
Einmal mehr dampften wir rund eine halbe Stunde lang über den Brienzersee und landeten am Kai des Städtchens Brienz. Dort stand eine behäbige Postkutsche, ein Brougham-Clarence Phaeton mit Verdeck, der zugleich als Postwagen diente.
Es war kein Fall von «multum in parvo», sondern eher ein Fall von «viel hilft viel». Es waren nicht genügend Sitze für unsere ganze Gruppe vorhanden, sodass für den Rest eine Kutsche mit buntem Verdeck beschafft wurde.
Anderthalb Stunden lang hatten wir Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel des Wetterhorns, Eigers und der übrigen Berner Alpen; im Vordergrund ragte das Faulhorn vor uns auf. Als wir in die Höhe gelangten, hatten wir eine beeindruckende Aussicht auf das Haslital. Es war eingefasst von hohen und steilen Bergen, die sich eher wie Wände als wie Abhänge aus der Talsohle erhoben.
Wir sahen zahlreiche Wasserfälle, unter anderem den berühmten Reichenbachfall, der 600 Metern in drei Stufen überwinden und sich dann in die Aare ergiesst. Diese mäandert durch das Tal und fliesst schliesslich in den Brienzersee.
Wir erreichten eine Höhe von 1026 Meter und nahmen dann den Abstieg vom Kanton Bern in den Kanton Obwalden vor. Diese Strasse ist mit der Strasse über die Dala einer der Gründe, weshalb die Schweizer als beste Strassenbauer in Europa gelten. Sie ist breit und wird von Stützpfeilern aus Granit getragen, an einer Stelle führt sie unter einem grossen Felsvorsprung hindurch, welcher über die ganze Strasse hinausragt.
Keiner der beiden Seen kann sich eines besonderen Alpenpanoramas rühmen. Sie sind friedlich und ansprechend, aber nicht grossartig.
Dann führte unser Weg dem Lungerer- und Sarnersee entlang. Keiner der beiden Seen kann sich eines besonderen Alpenpanoramas rühmen. Sie sind friedlich und ansprechend, aber nicht grossartig.
Murrays Reiseführer klärt uns darüber auf, dass der Lungerersee früher eine wundervolle Wasserfläche war, bevor die habgierigen Bewohner der Gegend im Jahr 1836 in einem Experiment die Glanzleistung vollbrachten, sein Wasser durch einen Tunnel abzuleiten und im Tal versickern zu lassen.