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Elemente
China,
[* 2]
Staat im östl.
Asien
[* 3] (hierzu zwei Karten:
China,
Korea und
Japan und Östliches
China mit
Korea). Der
Name ist chinesisch
Tschung-kwo,
Land der Mitte, dichterisch Tschung-hwa,
Blume der Mitte. Ta-tsing-kwo, das
Reich der «großen
Hellen», d. h. des Herrscherhauses der Mandschu, bezeichnet das ganze
Chinesische
Reich. Auch Thien-hia, «Himmels-Unterlage»,
Welt, wurde namentlich, ehe die
Begriffe des
Volks vom
Auslande sich erweiterten, für das
Reich gebraucht.
Wenn auch Tschung-kwo-jên, «Mittelländer», die gewöhnliche Bezeichnung für «Chinese» ist, so wird doch im N. der Ausdruck Han-shön viel gebraucht, in Kanton [* 4] Tang-schan, jener in Beziehung auf das Herrscherhaus der Han (206 v. Chr. bis 221 n. Chr.), dieser auf das der Tang (618-907 n. Chr.). Der Name Serer, welchen Griechen und Römer, [* 5] namentlich seit dem 1. Jahrh. vor unserer Zeitrechnung, dem Volke gaben, von welchem die Seide [* 6] und das serische Eisen [* 7] zu ihnen kam, mag ursprünglich ein Volk des mittlern Asiens bezeichnet haben, doch wurde er auf die eigentlichen Chinesen jedenfalls übertragen; ja man hat vor nicht langer Zeit röm. Münzen [* 8] von dreizehn Kaisern von Tiberius an in Schan-si gefunden, wo Gewinnung und Verarbeitung des Eisens sehr alt sind.
Dieses dürfte etwa auf die Zeit der Antonine führen, unter denen 166 die sog. röm.
Gesandtschaft nach
China stattfand. Daneben finden sich schon im «Periplus»
des Erythräischen
Meers und bei
Ptolemäus die
Namen Thin, Thinai. Während die erstere
Quelle
[* 9] auf das Land Tsin im nachmaligen
Schen-si hinzuweisen scheint, hat das von
Ptolemäus an die
Küste des südöstl.
Asiens versetzte Thinai
zu den verschiedensten Vermutungen
Anlaß gegeben. Der
Name
Tschina findet sich in
Indien schon im Gesetzbuch des Manu und im
Mahâbhârata vor und wird von vielen auf die
Chinesen, von Richthofen wegen seiner Verbindung mit den
Tulhára und Darada auf S
china in
Dardistan gedeutet.
Die
Araber, denen das Land im 9. Jahrh. auf dem Seewege bekannt geworden war, nannten es
Ssin (vermutlich nach dem
Tschina der
Inder und Malaien); aber erst durch die Entdeckungsfahrten der Portugiesen wurde der
Name
China auch in Europa
[* 10] verbreitet. Noch
Marco
Polo hatte wenigstens den nördl.
Teil des
Landes
Kathai benannt nach dem
Namen Khatai, welchen es bei
den
Türken führte. Noch jetzt heißt es bei den Mongolen Kítat (eigentlich Mehrzahl von Kitan) und bei den
Russen Kitai,
eigentlich nach dem tungusischen
Stamme der Kitan, welcher vom 10. bis zum 12. Jahrh. im Norden
[* 11]
C.s herrschte.
Bei den Mandschu hießen die
Chinesen
Nikan, bei den Birmanen
Tarok; das
Bogdo der mongol. und tungusischen
Völker (eigentlich
«heilig» vom sanskritischen bhagavat) bezeichnet den
Kaiser von China.
Lage und Grenzen. [* 12] Das Chinesische Reich in seinem ganzen Umfange liegt zwischen 18 und 53° nördl. Br. und 74 und 135° östl. L. von Greenwich und ist nach dem Russischen und Britischen das größte der Erde, da dasselbe etwa einen Flächeninhalt von 11115650 qkm besitzt, von denen 4004650 auf das eigentliche China kommen. Zum Reiche gehören die Mandschurei (s. d.), die Mongolei (s. d.), Tibet (s. d.), die Dsungarei (s. d.) und Ost-Turkestan (s. d.), das frühere Kaschgarien.
Korea (s. d.) war früher Vasallenstaat, dagegen gehören Cochinchina (s. d.) und die Liu-kiu-Inseln (s. d.) nicht mit zu dem Chinesischen Reiche, obgleich ihre Beherrscher zu dem Kaiser von China früher in einem losen Verhältnisse der Vasallenschaft standen. Das Chinesische Reich wird gegenwärtig nördlich von Sibirien sowie von dem Flusse Amur, nordöstlich von dem Flusse Ussuri und dem Seedistrikt des russs. Amurlandes (s. d.), östlich vom Japanischen Meere, dem Meerbusen von Pe-tschi-li, dem Gelben Meere und der chines. Ostsee, südöstlich vom Südchinesischen Meer, südlich von Tongking, [* 13] Birma, dem Gebiete der Katschin, der brit.-ind. Provinz Assam, von Bhotan und Nepal, westlich von einem Teile der brit.-ind. Provinz Pandschab, von Ladak, Westturkestan und Russisch-Centralasien begrenzt.
Das eigentliche China (mit Liau-tung, Hai-nan und Formosa, aber mit Ausschluß der früher getrennt gewesenen Gebiete von Ost-Turkestan) liegt etwa zwischen 18 und 45° (Ajar-nor), im NO. 43° nördl. Br., sowie zwischen 98° in der Mitte, 85° im NW. und 127' östl. L. von Greenwich. Im N. haben die Grenzen der Provinzen Pe-tschi-li und Schan-si längst die große Mauer überschritten; dagegen trennt die Mauer noch Schen-si und den östl. Teil von Kan-su
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forlaufend
von den Gebieten der Mongolen. Der westl. Teil dieser Provinz erstreckt sich nach NW. bis über Su-tschou hinaus. An der schmälsten Stelle der Provinz (westlich von Liang-tschou) wendet sich die Grenze nach S., überschreitet den Hoang-ho südwestlich von Si-ning und erreicht die Provinz Sze-tschwan. Von hier aus wird die Grenze zwischen China und Tibet verschieden angegeben, je nachdem man das Gebiet der Minjak und von Batang zu China oder Tibet rechnet. Der letzte Teil der Westgrenze zwischen China und Oberbirma verläuft südlich, zuerst zwischen Lu-tse-kiang (Saluën) und Lan-tsan-kiang (Mekong), dann zwischen Saluën und Irawadi.
Die Südweststrecke liegt wenig südöstlich von Bhamo. Die Südgrenze erstreckt sich durch die Gebiete der Schan nördlich von Birma, zum Teil an unbedeutenden Flüssen und Höhenzügen entlang, während ihr südöstl. Teil, der Kwang-si und Kwang-tung von Tongking trennt, durch bedeutende, noch wenig bekannte Gebirge gebildet wird. Die am Südmeer (Nan-hai) gelegene Südküste und die am Ostmeer (Tung-hai) nach N. laufende Ostküste (letztere bis auf die Halbinsel Lai-tschou) sind bis etwa 30° nördl. Br. gebirgig, von da an am Gelben Meere (Hoang-hai) entlang flach bis zur Halbinsel Schan-tung.
Letztere ist im S., O. und an dem östl. Teile ihrer Nordküste gebirgig; dann zieht sich das flache Meeresufer westlich und nördlich bis etwa 40° nördl. Br., bis 41° folgt eine bergige Küste, dann umschließt flaches Ufer die Nordseite des Golfes von Liau-tung, um an dessen Ostseite Bergen [* 16] Platz zu machen, welche auf der von den Engländern Regent’s Sword genannten Halbinsel hoch und steil in das Meer abfallen. Von da läuft eine gebirgige Küste bis zur Mündung des Ja-lu-kiang,des Grenzflusses zwischen Korea und China. Indes wird die Provinz Sching-king oft vom eigentlichen China abgetrennt und zur Mandschurei gerechnet, sodaß die Grenze unter 40° nördl. Br. von der Westseite des Golfes von Liau-tung aus nach NW. bis zum Sira-muren-Fluß ziehen würde. Von der großen Anzahl Inseln vor den Küsten sind nur Hai-nan und Formosa bedeutend. Die chines. Küste bat viele mehr oder weniger geschützte Häfen, von denen namentlich einige in Flußmündungen und oberhalb derselben gelegene auch den Zugang tiefer gehender europ. Schiffe [* 17] gestatten.
Oberflächengestaltung. Mindestens fünf Sechstel des Landes werden von Gebirgen und Hochland eingenommen. Von jenen ist vor allen der eine Fortsetzung des Kuën-lun bildende Tsin-ling zu erwähnen. Derselbe läuft in beinahe westl. Richtung durch Schen-si und fällt etwa 113° östl. L. von Greenwich steil ab, erreicht eine Höhe von etwa 3300 m und bildet eine scharfe Grenze zwischen dem nördl. und mittlern China sowie die Wasserscheide zwischen dem Hoang-ho und dem Jang-tse-kiang.
Durch die nördl. Provinzen Kan-su, Schen-si, Schan-si und einen Teil von Pe-tschi-li und Ho-nan erstrecken sich große Hochebenen, unterbrochen durch von SW. nach NO. gerichtete Gebirge und abwechselnd mit großen Senkungen, von denen das Thal [* 18] des Wei-ho die wichtigste ist. Das Hochland hat wegen seines steilen Abfalles nach der Ebene des untern Hoang-Ho von dort aus das Ansehen eines hohen Gebirges, und sein Rand wird mit dem Namen Tai-hang-schan auf der Grenze von Pe-tschi-li bezeichnet.
Jenseit der Ebene erhebt sich das Land mehrmals zu hohen Gebirgen in Schan-tung, unter denen der Tai-schan, einer der heiligen Berge, bis über 1500 m ansteigt, während der Hwai-ho durch niedrigere Gebirge von der Niederung des Jang-tse-kiang geschieden ist. Südlich von ihm herrschen teils Bergketten mit der auch in Hinterindien [* 19] auftretenden Richtung N. zu W. nach S. zu O. vor (in Jün-nan), teils, und zwar vorzugsweise, mit der Richtung von SW. nach NO., welcher Richthofen deshalb den Namen des «sinischen Systems» gegeben hat.
Diese Gebirge schließen Becken von teilweise sehr beträchtlicher Meereshöhe (bis über 1800 m) ein. Die Wasserscheide zwischen dem Jang-tse-kiang und dem Si-kiang, welche einer andern Richtung folgt, hat früher zu der irrigen Annahme eines Nan-ling genannten quer laufenden Gebirges geführt, obwohl dieses Wort nichts als den «Südpaß», oder die «Südpässe» bezeichnet. Auch der auf chines. Karten öfter wiederkehrende Ausdruck «Schneeberg» (Süe-schan) hat zu Mißverständnissen Anlaß gegeben. Im NW. erreichen jedoch einige Gebirge die Schneegrenze, oder überragen sie sogar bedeutend (Kiu-ting-schan im nördl., Ta-liang-schan im südl. Sze-tschwan), und auch der Tsin-ling erhebt sich mit dem Pai-schan noch über 3300 m. Zuverlässigere Angaben über bedeutendere Erhebungen liegen durch Richthofens Forschungen aus dem nördlichen China noch folgende vor: Kulu-schan an der Nordwestgrenze von Schan-si über 2350 m, Wu-tai-schan im östl. Schan-si über 3490 m, Tai-jo-schan in Schan-si 2100-2400 m, Sung-schan in Ho-nan, 113° östl. L. von Greenwich, an 2400 m, Pai-jün-schan in Ho-nan über 2400 m, ferner im N. der Fung-hwang-schan an der Grenze von Korea und der I-wu-lu-schan an der von Liau-si und Sching-king. Im S. finden sich auf chines. Karten unzählige Namen, wie: der Thien-tai-schan, welcher von SW. nach NO. Tsche-kiang durchzieht, der den Bohea-Thee erzeugende Wu-i-schan im NO. von Fu-kien, der berühmte zu mehr als 1200 m geschätzte Lo-fou-schan im nordöstl.
Kwang-tung, der Kiu-lien-schan an der Grenze von Kwang-tung und Kiang-si, der große und der kleine Mei-ling, weniger hohe als wichtige Pässe, welche aus Kwang-tung nach Kiang-si und Hu-nan führen, der Jün-nan-Paß (etwa 1000 m) zwischen Phu-an-ting in Kwei-tschou und Phing-i-bien in Jün-nan, der Jü-lung oder Süe-schan im nördl. Jün-nan, der Pa-schan in Sze-tschwan. Zu den fünf heiligen Bergen (wu jo) gehören: der Tai-schan in Schan-tung, der Höng-schan in Hu-nan, der Hwa-schan in Schen-si, der Höng-schan in Pe-tschi-li und der Sung-schan in Honan. - Auf Formosa ist der Morrison-Berg (3917 m), auf Hai-nan der Wutschi-schan oder «Fünf-Finger-Berg» im Innern zu erwähnen. Thätige Vulkane [* 20] dürften in dem eigentlichen China nicht bestehen.
Bewässerung. Das an der ausgedehnten Küste zahlreiche Buchten bildende Meer, die vielen großen Flüsse, [* 21] künstliche Wasserwege zwischen denselben und bedeutende Seen sind von jeher der Schiffahrt sehr günstig gewesen. Das Meer nimmt an der Jang-tse-kiang-Mündung und weiter nördlich eine gelbliche Farbe an und wird deshalb das «Gelbe Meer» (Hoang-hai) genannt. Der Unterschied von Ebbe und Flut ist teilweise sehr bedeutend, wechselt aber mit der Jahreszeit und den Winden. [* 22] Im Meerbusen von Hang-tschou steigt das Wasser zuzeiten plötzlich 6 m (nach ältern Nachrichten sogar 12 m) und bildet eine für die Schiffahrt äußerst gefährliche beinahe senkrechte Wand (Wu-sung an der Mündung des Schang-hai-Flusses 4,5 m, Hongkong 2,3 m, Kanton 1,5 bis 3 m, Scha-tou bei Springflut 2,1 m, Amoy
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forlaufend
4,4 bis 4,8 m, Ning-po 2,7 m, an der Mündung 3,8 m Springflut, Nan-king 3,0 bis 4,5 m im Sommer, Ta-ku [Mündung des Pei-bo] 3,6 m Springflut). Von den Strömen gehören der Jang-tse-kiang (s. d.) und der Hoang-ho (s. d.) zu den größten der Welt; der dritte an Größe, der Si-kiang (Tschu-kiang), steht ihnen bedeutend nach. Der Liau-ho (s. d.), der Pei-Ho (s. d.), der Jang-tse-kiang, der sich in seine Mündung ergießende Shang-hai-Fluß (Hwang-phu oder Wu-sung-kiang), der Jung-kiang bei Ning-po, der Min-kiang bei Fu-tschou, die Mündung des Han-kiang bei Scha-tou und der Tschu-kiang werden auch von europ. Schiffen befahren. Ferner der Hwai-ho, welcher sich früher mittels des Hung-tse-Sees in den ehemaligen Unterlauf des Hoang-ho ergoß, der Tsien-tang bei Hang-tschou, der Ou-kiang bei Wen-tschou und der Kiu-lung-kiang bei Amoy.
An Landseen ist China reich, namentlich in einigen der nördlichen und mittlern am Meere oder am Jang-tse-kiang gelegenen Provinzen. Zu den umfangreichsten gehören der Tung-ting-hu (s. d.) bei Hochwasser, der Po-jang-hu (s. d.) und der Tai-Hu (s. d.), reckts vom Jang-tse-kiang, und die mit diesem durch den Großen Kanal [* 24] in Verbindung stehenden Kau-ju-hu und Hung-tse-hu. Daneben bestehen schon seit ältester Zeit zahllose, längere und kürzere, die niedrig gelegenen Gegenden nach allen Richtungen hin durchschneidende Kanäle, wie der sich längs der Küste durch 10 Breitengrade, von Peking [* 25] bis Hang-tschou erstreckende, den Pei-ho mit dem Hoang-ho und Jang-tse-kiang in Verbindung setzende Große oder Kaiserkanal (s. d.). Von Heilquellen sind namentlich die vielbenutzten heißen Schwefelquellen (z. B. bei Ning-hai in Schan-tung und Tang-schan bei Peking) zu erwähnen.
Klima. [* 26] Durch die Ausbreitung des Landes wie durch die große Verschiedenheit der Bodenerhebung wird eine große Ungleichheit der klimatischen Verhältnisse bedingt. Im allgemeinen ist das Klima ein durch die östl. Lage dieses Landes stark beeinflußtes kontinentales mit heißen Sommern und kalten Wintern. Diese Erscheinung zeigt sich besonders im N., wo die Niederschläge im Sommer leicht zu das waldarme Land verwüstenden Wolkenbrüchen ausarten, während im Winter große Trockenheit herrscht und im Frühjahr der von der Mongolei herabwehende Wind Himmel [* 27] und Erde häufig in eine ungeheure Staubwolke hüllt. In Peking beträgt, bei einer mittlern Jahrestemperatur von 11,6° C., die mittlere Temperatur des Winters -4,2, die des Sommers +25,4°; in Kanton steigt das Thermometer, [* 28] bei einer mittlern Jahrestemperatur von 21,2° C., während der heißesten Monate auf 34,3°, sinkt aber während der kältesten auf -15°. Der Unterschied zwischen der größten Hitze und größten Kälte in Peking beträgt über 51°, in Schang-hai über 47°, in Kanton über 33°. In Peking friert der Kaiserkanal bis auf den Grund, und bei Ta-ku das Meer vor der Mündung des Pei-ho so fest zu, daß man sich weit auf dasselbe hinauswagen kann.
Die Temperatur von Peking kann als die des nördlichsten, die von Kanton als die des südlichsten Teils betrachtet werden. In den südlichsten, innerhalb der Tropen gelegenen Landesteilen bestehen nur zwei Jahreszeiten, [* 29] die trockne, von Oktober bis April während des Nordostmonsuns, und die nasse oder Regenzeit unter vorherrschenden Südwestwinden von April bis Oktober. Der zwischen dem Wendekreise und dem 30. Parallelkreise gelegene subtropische Strich bildet den Übergang zu den nördlichern Gegenden. Auch in diesen fällt häufig Regen, der im Sommer zur Abkühlung der Temperatur beiträgt. Die Nord- und Nordostwinde zeichnen sich durch Trockenheit und Kälte aus. Zu erwähnen sind auch die besonders von August bis Oktober auf dem Chinesischen und Gelben Meere vorkommenden Drehstürme oder Cyklone, chines. Siü-fung oder Tai-fung (s. Taifune), deren verderbenbringende Gewalt sich oft weit in das Land hinein erstreckt.
Mineralreich. An Gesteinen bietet sich die größte Mannigfaltigkeit dar; doch sind es großenteils die ältesten und ältern Schichten, namentlich Gneis (in Schan-tung und am Tsin-ling) und die dem cambrischen Zeitalter angehörigen, von Richthofen, da sie vorzugsweise in China auftreten, «sinische» genannten Schichten. Der Reichtum an Steinkohlen wird wohl kaum von irgend einem andern Land erreicht; wegen mangelnder Verkehrswege sind dieselben jedoch an der Küste erst in geringem Maße wettbewerbsfähig geworden.
Ausnahmen bilden die Gruben von Kai-ping im nordöstl. Pe-tschi-li und die von Ki-lung im N. von Formosa, welche durch Eisenbahnen mit der Küste verbunden sind. Leicht von der See aus zugänglich sind die Kohlenwerke vou Wu-hu-schwei am Golf von Liau-tung. Weiter im Innern liegen die von Sai-ma-ki an der Grenze von Korea und Pön-si-hu. In Liau-si befinden sich solche im NW. von Kin-tschou-fu, in Pe-tschi-li bei Schi-mön-tsaï und Kai-ping im NO., Tschai-tang, Jang-kia-fang, Fang-schan, Si-wan, Hu-tai, Mön-tou-kou westlich und südwestlich von Peking, bei Ta-tung-fu im nördl. Schan-si.
Namentlich aber sind die Kohlenfelder des südöstl. Schan-si zu erwähnen, deren Ausdehnung [* 30] bei einer Mächtigkeit von 6 bis 9 m auf über 33000 qkm geschätzt wird. Hier finden sich Eisenerze und Anthracit dicht nebeneinander (bei Lo-phing). Auch der Bezirk von Tai-jüën-fu enthält Kohlengruben. In Ho-nan finden sich solche bei Hwai-king und Schu-tschou, in Schan-tung bei Po-schan-hien, Tschang-kiu-hien und Wei-hien, in Kiang-su nordöstlich von Nan-king, in Hu-pe nordöstlich von Hwang-tschou-fu, in Kiang-si bei Lo-phing-hien, in Hu-nan im Thale des Lui-ho (7 Grubenorte), ferner bei Kwei-jang-hien und Siang-hiang-hien, in Kwang-tung bei Schao-tschou-fu. Der Name der Steinkohle bei findet sich schon in einem Werke des 3. Jahrh. v. Chr. Der Gebrauch derselben zum Heizen hatte schon Marco Polos Verwunderung erregt. - Auch Eisen findet sich in großer Menge.
Die Werke von Lo-phing, Tai-jang und Nan-tsun, schon hervorragend durch die Vorzüglichkeit der Erze, gewinnen an Bedeutung durch die dort leicht zu beschaffende Kohle. Das Schmelzen geschieht ohne Hochöfen nach einem uralten Verfahren. Gold [* 31] wird immer noch bei niedrigem Wasserstande am Jang-tse-kiang gewaschen, dessen oberer Lauf danach den Namen Kin-scha-kiang (Gold-Sand-Strom) erhalten hat. Gold und Silber, welche bis vor kurzem nicht gemünzt wurden, und Kupfer, [* 32] welches in ziemlicher Menge in Jün-nan gewonnen wird, werden eingeführt, Zinn aus Jün-nan wird in Pak-hoi ausgeführt; anderseits wieder führt man Banka-Zinn ein. Gold und Silber kommen aus Sze-tschwan, Jün-nan, Kwang-tung und Kwang-si. Quecksilber giebt es in Sze-tschwan, Kwang-tung, Kwei-tschou und Kan-su; Blei [* 33] (mit Silber) in Ho-nan, Bleiglanz in Tsche-kiang, Fu-kien und Sze-tschwan. Ferner kommen zahlreiche Arten von Granit, Por-
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