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Citizen Science: Die Bevölkerung forscht mit
Unter dem Begriff Citizen Science (manchmal als „Bürgerwissenschaften“ übersetzt) versteht man die aktive Beteiligung der Bevölkerung an der wissenschaftlichen Forschung. Die interessierte (Laien-)Öffentlichkeit wird dabei z.B. dazu aufgefordert, Daten zur Verfügung zu stellen, Informationen zu sammeln, Beobachtungen zu dokumentieren, Beispiele zu kommentieren oder Texte zu korrigieren – und vieles andere mehr.
Schon der Beginn der Dialektologie im deutschsprachigen Raum baute übrigens auf Citizen Science, als Georg Wenker in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts per Fragebogen-Erhebungen seine 40 Sätze übersetzen liess.
Einsatz digitaler Technologien
In den vergangenen Jahren hat diese Form der öffentlichen Wissenschaft einen bedeutenden Aufschwung erfahren, sie erfreut sich derzeit grosser Beliebtheit. Das liegt unter anderem auch daran, dass die digitalen Technologien die Teilnahme von Bürgerinnen und Bürgern an der Forschung wesentlich erleichtern: Zum einen, weil die breite Bevölkerung durch das Internet umstandlos erreicht und mobilisiert werden kann. Zum anderen können Daten heutzutage zum Beispiel über Smartphone-Apps erhoben oder über Webseiten gesichtet und ausgewertet werden.
Citizen Science als Chance
Für die Wissenschaft bedeutet die mitforschende Bevölkerung viele Vorteile, denn Ciziten Science erlaubt nicht nur eine breit angelegte Möglichkeit zur Datenerhebung, die das Potential für grosse Datenmengen birgt; sie ist darüber hinaus kostengünstig und praxisnah. Letzteres ist insbesondere in einem Feld wie der Sprachwissenschaft bedeutsam, denn aus authentischen Beispielen, Einschätzungen und Bewertungen lassen sich Schlüsse über den aktuellen Sprachzustand und allfällige Sprachwandelprozesse ziehen.