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Jemand fragt mich im Gespräch: Woher kommt das Böse? Warum gibt es Menschen, die Böses tun? Gott liebt uns Menschen doch, und er will, dass wir einander lieben.
Ich weiss darauf keine Antwort. Aber mir fällt auf, dass in den Gleichnissen, die Jesus erzählt hat, das Böse zwar vorkommt aber nicht erklärt wird. Jesus ist durchdrungen von der Gegenwart Gottes. Diese möchte er den Menschen näherbringen. So auch im Gleichnis vom Unkraut im Weizen:
Ein Gutsbesitzer sät guten Weizensamen auf sein Land. In der Nacht kommt sein Feind und sät Unkraut dazwischen.
Die Arbeiter fragen: Sollen wir hingehen und das Unkraut ausreissen? Doch der Gutsherr bremst ihren Eifer, denn so würden sie mit dem Unkraut auch den Weizen ausreissen.
Das Böse mischt sich wie Unkraut unter den Weizen, oder mit einem modernen Bild wie Spam unter die Mails, die ich lesen will. Es gibt keinen Filter, der allen Müll aussortiert, ohne dass wichtige Nachrichten verloren gehen würden.
Das Gleichnis von Jesus legt das Augenmerk auf das Gute, das neben dem Bösen gedeiht. Das bedeutet nicht, dass man das Böse nicht entlarven und ihm Einhalt gebieten soll. Jesus hat das auch getan, vor allem dort, wo das Böse unter einem frommen Deckmantel daherkam. Aber wenn ich nur vom Gedanken getrieben bin, das Unkraut auszurotten, geht vom essbaren Weizen zu viel verloren. Es ist gut, wenn ich mich auf das konzentriere, was geniessbar ist, und was mir guttut.