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EIN KOMPLETTER FÜHRER FÜR TRADITIONELLE UKRAINISCHE KLEIDUNG
Die traditionelle ukrainische Kleidung hat die Herzen der modischsten Menschen der Welt erobert und ist damit über das traditionelle Konzept hinaus populär geworden. Die Gründe für diesen Hype liegen in der Einfachheit der Form, der schlanken Silhouette, der Vielfalt an Symbolen und Ornamenten und den reichen Farben.
Gemeinsame Merkmale der traditionellen ukrainischen Kleidung
Die traditionelle ukrainische Kleidung, deren Wurzeln bis in die Zeit der Kiewer Rus zurückreichen, hat viele stilistische Varianten. Ihr Aussehen hängt von der ethnografischen Region ab, auch wenn ein selbstgenähtes Hemd aus selbstgesponnenem Stoff schon immer die Grundlage für die Garderobe von Männern und Frauen gebildet hat. Das Hauptmerkmal dieses Hemdes (vyshyvanka) sind die Stickereien am Hals, an den Manschetten und am Saum.
Ein Mädchen soll ein Hemd ohne Oberbekleidung tragen, während eine verheiratete Frau ihren Kopf mit einem Schal bedecken und das Outfit mit ihrer Weste und ihrem Maxirock ergänzen muss. Der Höhepunkt der Kleidung sind Accessoires wie Gürtel, Schmuck und Kopfbedeckungen (ein Schal oder ein Blumenkranz), die mit Bändern und frischen oder künstlichen Blumen geschmückt sind, ganz zu schweigen von der Fülle an Perlen und Dukaten (Münzen), die den Status der Frauen bestimmen. Die traditionelle Kleidung der Männer ist einfacher: Sie ähnelt der Kleidung anderer slawischer Völker, unterscheidet sich aber in der Art, wie sie getragen wird. So gibt es zwei Hauptelemente: ein Leinenhemd und eine Stoffhose, die sich durch die Art der Stickerei unterscheiden.
Die Kleidung der Nord-Ukraine zeichnete sich durch die Bescheidenheit der traditionellen dekorativen Elemente aus. Viel Aufmerksamkeit wurde dem Weben und Sticken in ein- oder zweifarbigen Kombinationen gewidmet. Schwarze und rote Fäden symbolisierten die Weisheit und den Mut der Generationen, während rote und weiße Stickereien Reinheit und Glück bedeuteten.
So war das Bekleidungsdesign in Polisia (einer historischen Region in der Nord-Ukraine und Mitteleuropa) recht zurückhaltend und wies klare geometrische Ornamente auf.
SÜD-UKRAINE
Die Mode der südlichen Regionen unterschied sich in bestimmten Details; so wurde beispielsweise der offene Hals des Hemdes mit leuchtenden Stickereien in den Farben Rot, Gelb und Grün versehen.
Darüber hinaus wurde die Kleidung mit einer großen Anzahl von Schmuck und Gürteln geschmückt.
Die Muster waren häufig mit Pflanzen- und Blumenornamenten verziert: Traubenzweige und Malvenblüten waren sehr beliebt.
In der Süd-Ukraine kann man also die Besonderheiten der traditionellen Kleidung an der unterschiedlichen Lebensweise und der ethnokulturellen Interaktion zwischen Ukrainer und Moldauer erkennen.
WEST-UKRAINE
Die westukrainische Kleidung spiegelte ihre polnische und ungarische Vergangenheit wider und zeichnete sich durch komplexe geometrische Muster aus.
Der Reichtum der dekorativen Elemente wie Stickerei, Weberei und Applikationen war in der Karpatenregion vorherrschend.
Die geometrischen Ornamente aus Rauten, Dreiecken und Kreuzen wurden jedoch in der mehrfarbigen Stickerei mit einer Dominanz von Rot und Schwarz umgesetzt.
Die Kleidung wurde auch mit farbigen Perlen, Silber- oder Goldfäden und Metallelementen geschmückt.
Die Huzulen (eine ethnische Gruppe von Ukrainer, die in den Karpaten lebte) verzierten den unteren Rand der Hosen mit Stickereien von innen — gelbe und grüne Wollfäden — und falteten ihn nach oben.
OST-UKRAINE
Die traditionelle Kleidung der Ost-Ukraine ist eine Kombination aus den lokalen Merkmalen der alten slawischen Kleidung und dem russischen kulturellen Einfluss.
So wurde bei den Hemden der einfache Schnitt mit schmalen Ärmeln und einer hübschen Verzierung am Ärmelaufschlag beibehalten.
Mehrfarbige Stickereien wurden durch Elemente wie helle Bänder, Spitzen und graue Fransen ergänzt.
Auch Zierelemente und Taillenaccessoires spielten eine wichtige Rolle und wurden aus Brokat oder Baumwollsamt appliziert.
ZENTRAL-UKRAINE
Die zentralen Gebiete wie Poltawa waren durch Weiß-auf-Weiß-Stickereien und auch durch eine große Anzahl schwarzer und roter Muster gekennzeichnet.
Die Ornamente waren geometrisch oder vegetativ und deutlich weniger zoomorphisch.
Im 20. Jahrhundert begannen die Frauen, Hemden mit mehrfarbigen Fäden zu schmücken, während im 17. und 19.
Jahrhundert die Stickerei minimalistisch war — nur rot und blau auf weiß.
Ein weiteres wichtiges Merkmal war die Verzierung der ärmellosen und der Oberbekleidung mit einer Baumwollapplikation.