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Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff „Barock“ erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts fest etabliert und wird seitdem für alle Kunstgattungen, also für Literatur, Musik, Malerei und Bildhauerei verwendet. Doch woher kommt der Begriff des Barocks?
Obwohl sich die Experten nicht ganz sicher und einig sind, ist bisher folgende Theorie vorherrschend: Der Ausdruck „Barock“ geht auf das portugiesische Wort „barucca“ zurück, was so viel bedeutet wie „seltsam geformte Perle“. Als Ausdruck der Juweliersprache soll dieser Begriff seit 1581 belegt sein. „Barucca“ wurde zunächst auch für Beschreibungen von etwas benutzt das „sonderbar“, „regelwidrig“, „wider den guten Geschmack“ sowie übertrieben „lächerlich“ war. Ähnlichkeiten gibt es auch mit dem Wort „verruga“, was in der portugiesischen Sprache Warze bedeutet. In die gleiche Richtung geht der italienische Begriff des „barocco“, das zusätzlich auch für betrügerische Transaktionen, Fälschung und Wucher angewandt wurde.
Woher kommt also dieser Name?
Im Barock liebte man alles was voller Verzierungen war. Man schätzte den Glanz, die Schnörkel und das Prächtige. Insbesondere nach der Renaissance, die nach Giorgio Vasari den Höhepunkt der Kunst definiert, wurde versucht die Kunst der Zeit danach durch übertriebene Überspitzung zu legitimieren. Vielen war das zu kitschig, übertrieben, schwülstig, albern oder eben „schief“. Darum wurde der Begriff „barocco“ im kulturhistorischen Kontext vorerst abfällig für die Beschreibung von solcher Kunst bezeichnet.
Zuerst wurde der Begriff des „barocco“ als Kategorie der Beschreibung von Werke italienischer Architektur des 17. Jahrhunderts verwendet. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff „baroque“ in Frankreich auf alles angewandt, was mit dem klassischen Begriff von Architektur nicht konform war. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff „Barock“ erst seit ca. Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert, um den schmuckreichen Kunststil des 17. und 18. Jahrhunderts in allen Kunstgattungen zu beschreiben.
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