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Die auf dem Factsheet (oder Basisinformationsblatt) aufgeführten Kennzahlen ermöglichen es der Anlegerin oder dem Anleger, ein möglichst umfassendes Bild über den Fonds zu erhalten und unterstützen beim Investitionsentscheid. Obwohl die Factsheets jedes Fondsanbieters unterschiedlich aussehen, enthalten sie meist ähnliche Informationen zum Investitionsziel, dem Risiko, der historischen Rendite und den Kosten.
Welches sind wichtige Fondskennzahlen? Und was sagen sie aus? Wir geben einen Überblick.
Performancekennzahlen
Das Alpha (auch Jensen’s Alpha) wird verwendet, um die risikobereinigte Performance eines Fonds im Verhältnis zur erwarteten Markt-Rendite oder derjenigen des Benchmarks zu messen. Je höher das Alpha, umso besser hat ein Fonds im Vergleich zur Vorhersage oder zur Benchmark abgeschnitten. Ein Indexfonds hat ein Alpha von ≤ Null.
Die Kennzahl wird zur Beurteilung des Überschusses (= die den risikofreien Geldmarktsatz übersteigende Rendite) pro Risikoeinheit (bezüglich Standardabweichung) angewendet. Je höher die Sharpe Ratio, desto besser ist das Rendite-/Risiko-Verhältnis des Fonds.
Die Information Ratio beurteilt die Fähigkeit des Fondsmanagers, die Benchmark des Fonds unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos zu übertreffen. Je höher die Information Ratio, desto besser ist die Managerleistung.
Die Rendite auf Verfall ist die durchschnittliche annualisierte Rendite, die eine Anlegerin oder ein Anleger erzielt, wenn sie oder er eine Obligation bis zur vertraglich vorgesehenen Fälligkeit behält.
Risikokennzahlen
Die Volatilität ist das Mass für die historische Schwankungsbreite des Preises eines Wertpapiers bzw. Indexes. Bewegt sich der Kurs eines Wertpapiers stark auf und ab, spricht man von einer hohen Volatilität. Für den Anleger resultiert daraus die Chance auf schnelle und hohe Kursgewinne aber auch die Gefahr für ebenso schnelle Verluste.
Das Beta als Risikomass gibt an, wie sensitiv eine Anlage (z. B. ein Fonds) auf Marktbewegungen (z. B. Benchmark) reagiert. Ein Beta von 1.2 besagt, dass man beim Fonds eine Wertveränderung von 1.2% erwarten kann, wenn man für den Markt eine Veränderung von 1.0% prognostiziert. Ein Beta unter 1.0 bedeutet, dass eine schwächere Wertveränderung des Fonds gegenüber der Benchmark erwartet wird. Falls das Beta kleiner Null ist, verhält sich der Kurs der Fondsanlage gegenläufig zum Markt. Der Zusammenhang beruht auf historischen Beobachtungen und gilt nur approximativ.
Beim Maximalen Verlust (auch «Maximum Drawdown») handelt es sich um ein Mass für das Risiko eines Anlagefonds. Die Kennzahl stellt den maximalen kumulierten Verlust vom höchsten Kurs innerhalb einer betrachteten Periode dar und wird in der Regel als Prozentwert dargestellt. Die Kennzahl gibt somit den Maximalverlust an, den ein Anleger innerhalb eines Betrachtungszeitraums hätte erleiden können. Je höher der Prozentwert, desto höher die Verluste.
Der Tracking Error ist ein Mass für die Abweichung der Fondsrendite zur Rendite der Benchmark über einen bestimmten Beobachtungszeitraum, ausgedrückt in Prozent. Der Tracking Error sagt etwas über die Aktivität des Fondsmanagers aus und ist umso kleiner, je passiver ein Fonds gemanagt wird. Ein Tracking Error < 1% ist typisch für passive Fonds. Ein Tracking Error > 1% steht für aktive Fonds.
Die Modified Duration drückt das Zinsänderungsrisiko von Anleihen aus. Sie misst die Preissensitivität einer Anleihe gegenüber Veränderungen der Zinsen. Steigt das Zinsniveau um 1%, erfährt die Anleihe mit einer Modified Duration von 5 einen Kursverlust von 5%.
Weitere Kennzahlen
Die Total Expense Ratio (TER) gibt die jährlichen Kosten eines Fonds an, die zusätzlich zum Ausgabeaufschlag anfallen. Die TER wird jeweils für das vergangene Geschäftsjahr ermittelt. In der auf das durchschnittliche Fondsvermögen bezogenen Gesamtkostenquote sind Management-, Verwaltungs- und andere Kosten enthalten. Sie schliesst jedoch nicht die beim Fondskauf/-verkauf zu bezahlenden Spesen ein, da diese Kosten auf der Ebene des Anlegers liegen.
Die Korrelation ist ein statistisches Mass, das den linearen Zusammenhang (oder Parallelitätsgrad) zwischen zwei Zahlenreihen, z. B. zwischen der Performance eines Anlagefonds und derjenigen des Marktes, misst.
ESG steht für «Environment», «Social» und «Governance». Übersetzt also für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Das ESG-Rating gibt Auskunft darüber, wie nachhaltig ein Emittent (beispielsweise ein Unternehmen) oder Finanzprodukt (zum Beispiel eine Anleihe) ist, beziehungsweise inwiefern die ESG-Kriterien innerhalb eines Unternehmens umgesetzt werden. Basierend auf dem ESG-Rating können Investoren somit feststellen, ob ein potenzielles Investment die eigenen Anforderungen an ein nachhaltiges Anlagemanagement erfüllt.
In weiteren Artikeln rund um Anlagefonds gehen wir in der Rubrik «Anlagewissen» auf vertiefende Themen wie Vorteile von Anlagefonds, Indexfonds und ETFs, Nachhaltigkeitsfonds sowie weitere interessante Entwicklungen innerhalb der Fondsindustrie ein.
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