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Eine französische Strophe von «Arabesque» steuerte das belgische Multitalent Stromae bei. «Stromae ist vielleicht einer der besten Künstler der Welt», sagte Martin im BBC-Interview. «Sein letztes Album 'Racine carrée' ist brillant, es hat mich weggehauen. Ich glaube, das hat unser Album stark beeinflusst. Wir haben uns angefreundet, ich habe ihn gefragt, ob er mitsingen würde, und er sagte: ok.» «Arabesque» ist der Knaller auf dem Album. Der treibende Beat stammt aus Zeiten, als Produzent Brian Eno Leadsänger Chris Martin für zwei Wochen von der Band suspendierte. Die anderen Coldplay-Musiker sollten sich ohne ihren Frontmann finden. Übrig blieben jede Menge Jams, darunter der Grundbeat für «Arabesque». «Ich habe das über Jahre geliebt», erzählt Martin im Video zur Produktion. Die Bläser-Arrangements übernahmen die Kutis. Damit schaffte es auch erstmals ein Saxofon auf ein Coldplay-Album. Schnipsel aus aller Welt
Das Doppelalbum teilt sich in «Sunrise» und «Sunset». Doppelalbum? Nun ja, es sind 16 Stücke. Allerdings kommen mehrere Teile über ein Zwischenspiel nicht hinaus. «Everyday Life» ist insgesamt kürzer als manches der sieben einzelnen Vorgängeralben, die seit dem internationalen Durchbruch mit «Parachutes» vor 19 Jahren den weltweiten Erfolg von Coldplay markieren.
Vier Jahre sind seit dem letzten Album vergangen, zwei Jahre liegt die gefeierte Tour zurück. Nun glich die Veröffentlichung von «Everyday Life» einer versteckten Inszenierung: Noch bevor die PR-Maschine sich drehte, verschickte die Band Briefe an völlig überraschte Fans, in denen sie das Album ankündigte. In Zeitungen wurden Kleinanzeigen platziert.
Ähnlich ungewohnt ist der Stilmix der Musiker auf dem Album. Natürlich gibt es feinsten Coldplay-Pop wie in «Church» oder «Champions Of The World», ruhigere Passagen hat das Album mit «Trouble in Town» oder «Daddy», gar chorale Klänge bei «When I Need A Friend». An Gospel mit der Pop-Stimme von Martin wie auf «Broken» müssen sich eingefleischte Fans beider Stile wohl erst gewöhnen. Coldplay dürfen endlich fluchen
Das politische Engagement der Musiker zeigt sich eindrücklich etwa bei «Orphans». «Wir haben viel nachgedacht über all die Kinder in den Flüchtlingscamps», sagte Martin dem US-Sender «Radio.com» zu dem Song. «Menschen, die nur als Migranten, Flüchtlinge, Immigranten bezeichnet werden. Das sind Menschen wie alle anderen auch, die an andere Orte gebracht wurden und einfach nur nach Hause wollen und normal sein wie jeder andere auch.» Chris Martin spricht inzwischen von einer Befreiung der Band. «Ich bin einfach glücklich und dankbar, ein Mensch zu sein. Es ist mir egal, wenn jemand nicht mag, was wir machen. Aber ich liebe, was wir tun.» Etwas drastischer formulierte Martin das im US-Sender «KYSR»: «Unsere Haltung ist jetzt: Fuck it, mach' einfach, was du tun willst und mach' dir keine Gedanken darüber.» Apropos «Fuck it»: auch auf Coldplay-Alben sind jetzt Kraftausdrücke zu hören. «Fluchen hilft manchmal», weiss Martin aus dem täglichen Leben. Bisher seien ihm solche Stellen von der Band immer rausgestrichen worden, «so funktionieren wir.» Bei «Everyday Life» ist es anders: «Es ist das erste Album, auf dem unser Drummer Will Champion mir das erlaubt hat.»
Quelle: Warner Music
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