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Von Februar bis Juli 2017 forschte und unterrichtete der erste URIS-Fellow, Prof. Dr. Georgiy Kasianov, an der Universität Basel.
Prof. Dr. Georgiy Kasianov ist 1961 in Tscheljabinsk im Südural geboren. An der Nationalen Pädagogischen Universität von Kiew hat er 1983 einen Abschluss in Geschichte und Sozialwissenschaften gemacht, bevor er an der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Geschichte doktorierte. Seit über zehn Jahren ist Prof. Kasianov Vorsteher der Abteilung für Zeitgeschichte und Politik am Institut für die Geschichte der Ukraine an der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kiew. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Sozial-, Politik- und Kulturgeschichte der Ukraine im 19. und 20. Jahrhundert.
Aktuelles Forschungsprojekt
Gegenwärtig arbeitet Prof. Kasianov an einer Monografie über den politischen Gebrauch und Missbrauch von Geschichte und kollektivem Gedächtnis in der Ukraine seit den 1980er Jahren. Zu den zentralen Aspekten seiner Untersuchungen gehören die Nationalisierung von Geschichte, die Konstruktion eines nationalen Narrativs, die Repräsentation der Vergangenheit im öffentlichen Raum, in den Medien und in Schulbüchern, die Kontroverse zwischen sowjetnostalgischen und nationalistischen Metanarrativen, die „Dekommunisierung“ und die Verwendung von Geschichte in intra- und internationalen Konflikten. Prof. Kasianov arbeitete während seines Aufenthalts in Basel an diesem Projekt weiter.
Lehrveranstaltung
In Basel bot Prof. Kasianov einen Kurs zu „History, Cultural Memory and Politics: Ukraine and the Post-Communist Space“ an. Zusammen mit den Studierenden wurde die Geschichte der Ukraine durch die verschiedenen Arten ihrer Repräsentation in der professionellen Geschichtsschreibung, in politischen und öffentlichen Diskussionen sowie in Medien und Kunst untersucht. Hier finden Sie den Link zur Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel.
Öffentliche Vorträge
An der öffentlichen Auftaktveranstaltung von URIS am 29. März 2017 in Basel hielt Prof. Kasianov einen Vortrag zum Thema „Past Continuous: Politics of History in Ukraine and the ‚New Europe‘ (End of 1990s – 2000s)“. In seinem Vortrag sprach Prof. Kasianov über die Geschichtspolitik in der Ukraine in den 1990er und 2000er Jahren. Er ging den Fragen nach, wie die Vergangenheit für die Gegenwart gebraucht und missbraucht wird, wie Geschichte und kollektives Gedächtnis von verschiedenen Akteuren, Interessensgruppen und Regierungen instrumentalisiert werden kann, und was die Konsequenzen einer solchen utilitaristischen und politisch motivierten Verwendung von Geschichte und Erinnerung sind.
Kontakt
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Publikationsliste (PDF)
Medien
„Fragen der Vergangenheit werden stark instrumentalisiert“, Interview mit Georgiy Kasianov auf der Webseite der Universität Basel (22.3.2017).
„Dem Homo sovieticus entkommen“, Gastbeitrag von Georgiy Kasianov in der ZEIT (2.12.2016).