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Das Wichtigste in Kürze
- Nach Olympia in Tokio zieht Simone Biles Bilanz.
- Sie hätte lange vor den Spielen aufhören müssen, meint die Ausnahmekönnerin.
- An den Olympischen Spielen machte sie ihre mentalen Probleme öffentlich.
Turn-Superstar Simone Biles hat ihren Start bei den Olympischen Spielen in Tokio im Nachhinein als Fehler bezeichnet. «Wenn man schaut, was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe, hätte ich nie wieder zum Olympia-Team gehören dürfen.». Dies sagte Rekordweltmeisterin Biles dem «New York Magazine» und ergänzte: «Ich hätte schon lange vor Tokio aufhören sollen.»
Die 25-malige WM-Medaillengewinnerin gehörte zu hunderten Turnerinnen und deren Eltern, die gegen den früheren Teamarzt Larry Nassar geklagt hatten. Dies habe einen «hohen emotionalen Tribut» gefordert.
«Es war zu viel. Aber ich wollte nicht zulassen, dass er mir etwas wegnimmt, wofür ich hart gearbeitet habe. Daher habe sie das so lange verdrängt, «wie mein Geist und mein Körper es mir erlaubten.»
Bronze als Triumph für Simone Biles
Die 24 Jahre alte Ausnahmeathletin aus Ohio galt vor Tokio als Kandidatin auf mehrere olympische Goldmedaillen. Doch nach ihrem Ausstieg beim Team-Finale hatte sie mentale Probleme öffentlich gemacht und danach auf mehrere Finalstarts verzichtet. Die Bronzemedaille am Schwebebalken war für sie wie ein kleiner Triumph.
Erst vor wenigen Tagen hatte Biles mit anderen Turn-Olympiasiegerinnen vor dem US-Senat schwere Vorwürfe gegen das FBI und andere erhoben. Bei einer Anhörung im Justizausschuss der Kongresskammer schilderte sie auf eindringliche Weise ihre schrecklichen Erlebnisse.
Biles beklagte, die US-Bundespolizei und Verantwortliche der zuständigen Sportverbände hätten ihre Hinweise auf den Missbrauch lange Zeit nicht verfolgt. Und so mitverschuldet, dass Nassar viele weitere Mädchen habe missbrauchen können.
Nassar zu lebenslanger Haft verurteilt
Nassar war in insgesamt drei Urteilen für seine kriminellen Übergriffe zu Gefängnisstrafen von bis zu 175 Jahren verurteilt worden. Er hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Mädchen sexuell misshandelt zu haben.
«Meine Perspektive hat sich noch nie so schnell geändert. Vom Wunsch, auf einem Podium zu stehen, zu dem Wunsch, allein und ohne Krücken nach Hause zu gehen». Dies berichtete Simone Biles mit einigem Abstand über ihre Zeit in Tokio. Sie hofft nun, dazu beitragen zu können, das Stigma rund um die psychische Erkrankung bekämpfen zu können.