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Wing Tzun
Wing Tzun (chiesisch, 詠春 / 咏春 – „Frühlingslied“) ist eine, vermutlich im frühen 19. Jahrhundert entstandene chinesische Kampfkunst. Es ist einer der jüngsten Kung-Fu-Stile.
Das traditionelle Wing Tsun geht nach der mündlichen Überlieferung von Großmeister Ip Man und anderen Quellen zurück auf das untergegangene Süd-Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Fujian. Die letzten buddhistischen Vertreter des traditionellen Wing Tsuns waren der Süd-Shaolin-Abt Chi Sim und die Äbtissin Ng Mui, welche flüchteten und dann das Wing-Tsun-System weitergaben. Ng Mui war auch diejenige, die die neue Kampfkunst Wing Tsun erfand. Inspiriert wurde sie nach der Legende dabei von dem Kampf zwischen einem Kranich und einen Fuchs. Ziel ihrer Kampfkunst war es, dass eine schwächere Person einen deutlich stärkeren Gegner besiegen kann. Die neu entwickelte Kampfkunst erhielt ihren Namen von der ersten Schülerin von Ng Mui. Ihre erste Schülerin hieß Wing Tsun.
Die heute weltweit bekanntesten Stilrichtungen des Wing Tsuns gehen auf den Kampfkünstler Ip Man (1893–1972) zurück. Zu dieser Zeit fand in Hongkong die erste öffentliche Demonstration des Wing Tsun-Kampfsystems nach Ip Man in einem offiziellen Schaukampf im Winter 1969 im Hong Kong Baptiste College statt.
Wing Chun war ursprünglich eine Kampfkunst ohne Waffen. Später kamen als Waffen der Langstock und das Doppelmesser hinzu. Die Übungen und Formen wurden den Prinzipien des Wing Chuns angepasst.
In der Vergangenheit im alten China wurde das Wing Chun, wie alle anderen Kampfkünste oder auch Handwerkszünfte, traditionell in einem familiären Charakter, jeweils von Sifu («Meister») zu Toudai («Schüler») weitergegeben. Der Meister hat die persönliche Verantwortung für die gesamte Ausbildung des Schülers inne. Der Unterricht fand gegen Bezahlung oft im Wohnhaus des Sifu statt, eine persönliche Bindung zwischen dem Meister und dem Schüler, mit gegenseitigen Verpflichtungen, war die Regel. In Hongkong wurden die ersten öffentlichen Kampfkunstschulen gegründet. Seitdem nahm der Unterricht im Wing Chun stärker einen modernen schulischen mit kommerziell geschäftlichem Charakter an. Im einigen Schulen wurde jedoch das familiäre System weiterhin gewahrt. Geeignete auserwählte langjährige Schüler werden dort heute noch durch den Sifu in der traditionellen Weise durch eine „Meister-Schüler-Teezeremonie“ in den inneren Kreis der Wing Chun-Familie aufgenommen. Diese Zeremonie unterstreicht die tiefe persönliche Bindung, die durch das lange Training zwischen Meister und Schüler entstanden ist.
Es gibt in Europa zahlreiche, zum Teil miteinander konkurrierende und zerstrittene Verbände, Schulen und Einzellehrer. Die meisten Verbände treten dabei nicht in der Rechtsform der Vereine auf, sondern als kommerzielle Organisationen.
Wing Chun wurde bis in die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ohne ein Graduierungssystem gelehrt. Über Sinn und Zweck der Graduierungen bestehen unterschiedliche Ansichten, ein einheitliches Graduierungssystem existiert nicht. Einige Schulen lehnen bis heute ein Graduierungssystem ab. Das bekannteste Graduierungssystem in Europa ist das zu Beginn der 1970er Jahre ersonnene System. Es umfasste ursprünglich vier Techniker-, vier Praktiker- und vier Großmeistergrade. Später kamen noch zwölf Schülergrade hinzu. Die International Wushu Federation, hat ihr 1998 eingeführtes Graduierungssystem im Jahr 2010 völlig überarbeitet. Nun ist es auch möglich, in bisher etwas benachteiligten Stilen, wie dem Wing Chun, höhere «Duan-Grade» zu erreichen.
Textquelle: Wikipedia