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Feng Shui
Feng Shui ist übersetzt Feng 风/風, der Wind und Shui 水, das Wasser. Das Grundkonzept bedeutet, dass jede Bewegung im Leben mit einer Bewegung in der Natur übereinstimmt. Es ist eine Lebenseinstellung und wird im Westen hauptsächlich in der Architektur und Inneneinrichtung sowie den Garten verwendet. In China wird sie zudem für die Suche nach dem geeigneten Grab, sowie die Stadtplanung benutzt. Das Ziel ist es, so viel positive Energie wie möglich herzustellen um Glück, Freude und inneres Gleichgewicht ins Leben zu rufen. Der Mensch soll der kosmischen Ordnung folgen und diese verinnerlichen. Diese Ordnung ist klar definiert und geometrisch nachvollziehbar.
Das Prinzip des Feng Shui basiert auf der Harmonielehre, die jeder Praktizierende zumindest kennen muss. Der Glaube dahinter ist, dass nicht der Mensch sondern das Universum für Erfolg verantwortlich ist und man dieses durch die Harmonie beeinflussen kann. Diese wird im kleinen Raum wie z.B. ein Schlafzimmer sowie auch im grossen Raum des Universums umgesetzt. Der Dialog zwischen Natur und Mensch steht im Vordergrund. Die Kraft des Qi muss ungehindert fliessen können. Feng Shui Meister werden für ihre analysierenden Dienste in Anspruch genommen um das Glück zu garantieren.
In der Han-Zeit des chinesischen Reiches (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) wurde zum ersten Mal eine Lehre der 5 Elemente beschrieben. Doch dauerte es eine Weile, bis sich aus Teilen des Buddhismus, des Konfuzianismus sowie des Taoismus eine Lehre bildete, die die Harmonie des Bauens verinnerlichte. Die „Meister“ des Feng Shui waren Architekten sowie diejenigen, die sich um die Suche nach dem passenden Grabesort kümmerten.
Am Ende der Tang-Dynastie (618 – 906 n. Chr.) wurde die erste kleine Feng Shui Schule gebildet. In dieser wurde das Wissen von Meister zu Schüler weitergegeben. Deren Erster Meister war Yang Yün-Sung. Der Ursprung war die Beobachtungen der Natur und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Natur sowie die Methoden, durch Folgen der Ordnung den Menschen das Leben zu erleichtern. Als Schutz vor Naturkatastrophen wurden Regeln erfasst, die das Überleben von Hab und Gut sichern sollten. Diese verbreiteten sich mehr und mehr und wurden so zu einer Lebenslehre, deren Grundgedanke stets „Harmonie ohne Störungen“ war.
Astrologie war ebenfalls ein grosser Teil des frühen Feng Shui. Die Gestirne spielten eine grosse Rolle beim Städtebau und die Position der Sterne sind wichtig beim Entscheiden von Aktionen. Stehen sie besonders gut, ist z.B. ein Kriegszug oder das Datum für eine Beerdigung begünstigt.
Qi 气 oder氣 ist die Kraft des Universums und wird auch Ch’i, Ki oder Gi genannt. Es ist die Luft, der Atem, die Atmosphäre und die Quelle der Energie. Diese Kraft ist immer fliessend und in der Feng Shui Lehre ist es das Wichtigste, dass das Qi ungehindert fliessen kann, denn es ist die Lebensenergie. Im Alltagsgebrauch wird von „schlechtem Qi“ gesprochen, doch es ist der Einfluss auf das Qi der schlecht ist. Schlechtes Qi muss in Harmonie mit gutem Qi stehen (wobei aber die Ansammlung von viel gutem Qi erwünscht ist).
Durch Feng Shui wird das Qi gesammelt und dadurch Gesundheit und Erfolg begünstigt. Qi kann in die Yin und Yang-Energien aufgeteilt werden, wobei das Yin-Qi besonders positiv dargestellt wird und das Yang-Qi negativ.
Qi verändert sich immer und diese Wandlung ist im Feng Shui besonders wichtig. Veränderungen im Qi müssen stets beachtet werden. Auch der Mensch hat Qi, es verbindet das Unkörperliche wie Gedanken mit dem Körperlichen. Das Qi der Natur kann durch den Menschen beeinflusst werden und grosse Ansammlungen von negativem Qi an einem Ort ist nicht gut.
Qi hat findet vielen Bereichen Verwendung, hierbei werden nur die Aspekte in Verbindung mit Feng Shui beschrieben.
Yin 阴 und Yang 阳 (alternative: 陰陽) bezeichnet die Gegensätzlichkeit von dunkel und hell, aktiv und passiv, männlich und weiblich, warm und kalt. Die bekannteste Darstellung von Ying und Yang ist das Taijitu, ein Kreis in der das individuelle Yin und Yang in gegensätzlicher Verbindung stehen. Die Lehre besagt, dass es zwei Basiskräfte gibt, aus der das Universum zusammengestellt ist und nur in ihrer Harmonie kann das Universum funktionieren. Ohne Hell gibt es kein Dunkel, ohne Kalt kein Warm etc. Yin ist dabei eine negative Kraft, Yang eine positive.
Yin und Yang kann auf alles angewendet werden, sei es Lebewesen, Dinge oder Räume. Auch Landschaften haben Yin und Yang-Energien.
Das I-Ging 易经 (oder Yijing / I-Ching) ist das „Buch der Wandlungen“. Es ist ein Orakelbuch für die Feng Shui Meister und beinhaltet eine Sammlung von Symbolen aus durchgehenden oder unterbrochenen Linien. Das Buch selbst wurde von einem Nachfolger des Konfuzius kommentiert.
Die Symbole waren ursprünglich Orakelzeichen, heute wird es als ein „Weisheitsbuch“ angesehen. Es bildet die Grundlage für das Prinzip der Elemente und des Yin Yang. Durch die Anordnung durchgehender oder unterbrochener Linien entstehen die vier Bilder (Luft, Feuer, Wasser, Erde), die sich wiederum zu den acht Trigramme zusammenfügen lassen. Diese stehen wiederum in Wechselwirkung zueinander und lassen sich zu 64 Hexagrammen zusammenfügen. Diese Hexagramme bestehen aus einem unteren Aspekt und einem oberen Aspekt und haben jeweils eine individuelle Bedeutung. Im Feng Shui werden diese Hexagramme zur Bewertung des Qi-Flusses gebraucht.
Die fünf Elemente sind Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. In den vier Bildern gehört das Metall und das Wasser zum Yin-Aspekt, Feuer und Holz hingegen zum Yang-Aspekt und die Erde ist neutral. Die Elemente stehen in einem Kreis miteinander in Verbindung, jedes Element hat auf die anderen Einflüsse, die beachtet werden müssen. Dabei werden sie mit Zahlen, Himmelsrichtungen, Monaten, Farben, Charakter etc. assoziiert.
Der Luopan 罗盘 wird zur Himmelsmessung benutzt. Er stellt die Verbindung zwischen Erde und Himmel dar und mit ihm kann der Einfluss der Sterne auf die Erde bestimmt werden. Der Kompass besteht aus einer quadratischen Basis und einem Kreis aus drehbaren Ringen in dessen Mitte. Der grundlegende Aufbau ist immer gleich, u.A. der „Himmelsteich“ als die Mitte mit einem Kompass, einem Achsenkreuz und der äusseren „Erd“-Platte mit der inneren „Himmels“-Platte. Je nach Feng Shui Schule variiert er im Detail jedoch stark.
Feng Shui kann vielerorts angewendet werden wobei das traditionelle Feng Shui mit der Neuerbauung und der Planung in Verbindung tritt, das Neo-Feng Shui oder neues Feng Shui sich mit bereits erbauten Räumen befasst und diese so gut wie möglich dem Qi öffnen. Neo-Feng Shui wird vor allem im Westen angewendet.
Feng Shui Meister werden in der Planung von Städten, Häusern oder zur Inneneinrichtung, der Gartenpflege und auch zum Grabbau konsultiert. Diese Meister verlangen meist ein Honorar nach Grösse des inspizierten Geländes. Dabei spielt die Ausrichtung, die Lage und das Material eine grosse Rolle, Farbe und Einrichtung ist meist beim Neo-Feng Shui wichtiger.
Im Westen ist vor allem die von Lin Yun eingeführte Neo-Feng Shui Richtung verbreitet. Da sich die Westliche Bauweise nicht immer mit dem Östlichen Feng Shui Prinzip vereinbaren lässt, konzentriert sich das Neo-Feng Shui (im Alltagsgebrauch ebenfalls Feng Shui genannt) auf die Inneneinrichtung und die Farben/Materialien sowie der Meditation um den guten Qi-Fluss zu erreichen. Es verbindet Feng Shui Grundeinstellungen mit New Age- und Esoterik-Praktiken. Im Unterscheid zum Klassischen Feng Shui werden im Neo-Feng Shui auch Kristalle, Brunnen, Steine, Stoffe und andere Materialien verwendet um ein möglichst gutes Qi-Gleichgewicht zu erstellen. Die Himmelsrichtungen spielen weniger eine Rolle. Dies wird als eine Ansammlung von „Gutem Qi“ beschrieben und ist zentral im Neo-Feng Shui System.
Auch werden im Neo-Feng Shui vermehrt Diagramme und Darstellungen von Qi verwendet, die im Klassischen Feng Shui verpönt sind.
Durch die Verbreitung im Westen wurde das Prinzip des Feng Shui Meisters von einem spezifischen Beruf zu einer Lebensweise degradiert. Jeder, der sich lange genug mit Feng Shui befasst, nennt sich Feng Shui Meister.
Durch den Nachteil der westlichen Bauweise, in der Himmelsrichtungen und Lage nicht mit Feng Shui in Verbindung gebracht werden, ist im Neo-Feng Shui die Farbe umso wichtiger. Die Farben müssen gut abgestimmt auf die einzelnen Räume sein, insbesondere deren Gebrauch und Benutzung in Betracht ziehen.
Auch sind die Wirkungen der Farben auf Heilung von Krankheiten, mentale Gesundheit und Lebenserfolg ein Aspekt.
Die Meditation spielt im Neo-Feng Shui eine grössere Rolle, wird sie im Klassischen Feng Shui kaum verwendet. Durch Meditation soll das innere (körperliche) wie auch das äussere (räumliche) Qi fliessen.