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Sie gilt als die Grande Dame des Wiener Opernballs, den sie 1981 bis 1996 organisierte. Geboren 1926 in Wien, erlebte sie dort die Jahre der NS-Diktatur, für den Widerstand gegen Hitler gefährdete Lotte Tobisch-von Labotýn, deren Stiefvater jüdisch war, ihre adlige Familie. Sie wurde Schauspielerin, gab ihr Debüt 1945 am Burgtheater, übernahm zahlreiche Rollen auch an anderen Bühnen, im Fernsehen und in der Schweiz, spielte die Eva Braun in Georg Wilhelm Pabsts Anti-Hitler-Film «Der letzte Akt» (1955). Mit 19 hatte sie sich in ihren späteren Mann, den Burgtheater-Chefdramaturgen Erhard Buschbeck, verliebt, mit 34 war sie Witwe. In zweiter Ehe heiratete sie Michael Simon, den ehemaligen israelischen Botschafter in Wien. Elias Canetti, Carl Zuckmayer, Richard Neutra, Carl Djerassi, Bruno Kreisky und Gershom Scholem gehörten zu ihren Freunden. 1962 begann sie einen Briefwechsel mit Theodor W. Adorno, der bis zu dessen Tod anhielt. Heute engagiert sie sich für ein Künstlerseniorenheim und hat mit 90 Jahren eine neue Aufgabe als Kolumnistin übernommen. Nun ist ihr neues Buch erschienen, «Auf den Punkt gebracht – Ansichten einer Lady».
Lotte Tobisch 15. Mär 2019
Frau von Welt
Katja Behling