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Forschen im ewigen Eis: Gletscher und polare Eisschilde
Alpengletscher prägen unsere Landschaft und spielen eine wichtige Rolle für die Wasserkraft und die lokale Trinkwasserversorgung. Sie sind, wie die Polarregionen, besonders stark von der Erderwärmung betroffen. Wir erforschen diese Regionen, um zukünftige Entwicklungen vorauszusehen.
Ändern sich die klimatischen Bedingungen in den Polarregionen, beeinflusst dies das weltweite Klima. Denn ozeanische Strömungen, welche das Klima regulieren, hängen vom Wärmeaustausch zwischen den Polar- und Tropenregionen ab. Auch die polaren Schneedecken spielen eine wichtige Rolle im globalen Klima, da sie rund neunzig Prozent des Sonnenlichts reflektieren. Zum Vergleich: Meerwasser strahlt nur etwa dreissig Prozent zurück ins Weltall.
In Expeditionen zum südlichsten Kontinent und nach Grönland nehmen wir die antarktische und arktische Schneedecke unter die Lupe. Denn wenn wir verstehen, wie sich Schnee in Eis umwandelt, können wir die vergangene Klimageschichte verlässlicher als bisher rekonstruieren.
Mithilfe von automatischen Messstationen erfassen wir in der Ostantarktis Wetter- und Winddaten. So können wir bestimmen, wo wieviel Schnee abgelagert wurde. Alle diese Daten speisen unser Schneedecken- und Strahlungsbilanzmodell „Snowpack“ und verbessern bestehende Klimamodelle.
Um die Kräfte in der Polarforschung zu bündeln, gründeten wir im Jahr 2016 gemeinsam mit vier weiteren Institutionen das Swiss Polar Institute. Ziel dieses Konsortiums ist es, die Erforschung der Pole und extremer Regionen zu fördern.
Wir untersuchen und beobachten aber auch Alpengletscher. Forschende haben berechnet, dass sie bis Ende dieses Jahrhunderts weitgehend abschmelzen werden. Wir erforschen, welche Auswirkungen dies auf die Wasserverfügbarkeit (Trinkwasser, Wasserkraft, Bewässerung) haben wird. Auch simulieren wir mithilfe von Computermodellen die Gefahr von Gletscherausbrüchen und Eislawinen.