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Eine Unterführung mit 600 Tonnen verschoben
Im Rahmen der Aushubarbeiten der neuen Unterführung im Besso-Quartier am Bahnhof Lugano kam es zu einem aussergewöhnlichen Einsatz: Die Verschiebung eines historischen Gebäudes, 600 Tonnen schwer, 25 Meter breit, 10 Meter lang und 9 Meter hoch. Ein spektakuläres Ereignis mit Seltenheitswert.
Eine Hausverschiebung ist zweifelsohne ein seltenes und eindrückliches Ereignis. So geschehen am 17. August des letzten Jahres beim Bahnhof Lugano. Die eigentliche Verschiebung des Hauses, in dem früher die Post und später die Zollbehörden einquartiert waren, dauerte von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr. Das am Anfang des vergangenen Jahrhunderts errichtete Haus ist aufgrund seiner architektonischen Bedeutung schon seit Langem geschützt. Seine Lage hätte vor allem bei den Aushubarbeiten für die neue Unterführung zu grossen Problemen geführt und stellte daher alle Beteiligten vor grosse Herausforderungen. Man entschied sich für eine Verschiebung von etwa 40 Metern gegen Norden, um es nach ungefähr einem Jahr mehr oder weniger an seine ursprüngliche Position zu verschieben.
Die Technik, mit der ein 600 Tonnen schweres, 25 Meter breites, 10 Meter langes und 9 Meter hohes Gebäude verschoben wird, kann nicht einfach so eingesetzt werden. Monatelange Vorbereitungen waren nötig, bevor man das Haus verschieben konnte. Zuerst wurde das Gebäude komplett ausgehöhlt und eine Verstärkung aus Holz und Stahl gebaut, um zu verhindern, dass die Aussenmauern während der Verschiebung beschädigt werden. Danach wurde sowohl um das Gebäude herum als auch im Gebäudeinnern der Boden abgetragen, um das ursprüngliche Fundament freizulegen, es komplett abzufräsen und schrittweise durch Stahlträger zu ersetzen. Gleichzeitig wurden nördlich des Gebäudes die Vorschubbahnen vorbereitet, auf denen das Haus rund 40 Meter verschoben wurde.
Ende dieses Jahres, sobald die Arbeiten an der Unterführung abgeschlossen sind, wird das Haus wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen, wo es auf einem frischen Fundament für viele weitere Jahre stehen wird.