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Fabian Cancellara hatte sein immenses Potenzial natürlich schon vor dem 9. April 2006 angedeutet. Vor allem im Zeitfahren war der Berner bereits eine feste Grösse und hatte im Jahr zuvor Bronze an der WM in Madrid gewonnen.
Doch so richtig ging Cancellaras Stern an jenem Sonntag im Frühling 2006 auf. Mit Paris-Roubaix gewann er sein erstes Monument, und das ausgerechnet in der «Hölle des Nordens» mit den legendären tückischen Kopfsteinpflaster-Abschnitten.
Der Sieg schlug Riesenwellen.
«Es war ein Meisterstück», blickt Cancellara zurück. Keineswegs sei der Rennverlauf mit seinem Angriff beim «Carrefour de l’Arbre» geplant gewesen, meint der Weltmeister und Olympiasieger rückblickend. «Die Rennsituation ergab sich so, der Angriff geschah aus dem Bauch heraus.»
Der Rest ist Geschichte: Cancellara fuhr solo in Roubaix ein und triumphierte als erster Schweizer seit Heiri Suter 1923 in der «Hölle des Nordens».
«Der Sieg schlug Riesenwellen», erinnert sich Cancellara. Paris-Roubaix sei bekannter als beispielsweise ein Strassen-WM-Rennen. Nach der Tour de France komme schnell einmal dieser Klassiker, wenn es nach der Gunst der Radsport-Fans gehe.
Es sollte nicht Cancellaras einziger Sieg bei einem Klassiker bleiben. Paris-Roubaix gewann der Schweizer noch 2010 und 2013, Mailand-Sanremo 2008 und die Flandern-Rundfahrt 2010, 2013 und 2014. Gleichzeitig feierte er auch in den Wettkämpfen gegen die Uhr weiterhin grosse Erfolge.
Dennoch ist sich Cancellara sicher: «Diesen Sieg 2006 zu verarbeiten war ein Prozess, der mir für die weiteren Jahre stark geholfen hat.»