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Allgemeines
Hauptsehenswürdigkeiten
Die Innenstadt
Altstadt und Hafen
Der neue Stadtteil im Osten
Die Neustadt und Staglieno
Die Vororte im Osten und Westen, Ausflüge
Als Hafen und Handelsplatz tritt Genua bereits früh durch seine Handelsbeziehungen mit den Etruskern, Phöniziern, Griechen, Kelten usw. in Erscheinung, doch ist über die Geschichte der Siedlung sehr wenig bekannt.
Das früheste bezeugte Ereignis ist die Erstürmung Genuas durch Hannibals Bruder Mago im Jahre 205 v. Chr. Bereits zwei Jahre später war es wiederaufgebaut, erwarb römisches Bürgerrecht und wurde Municipium. Mit Rom war es durch die Via Aurelia verbunden und als Hafen der Gallia Cisalpina wichtig. Nach dem Ende des Weströmischen Reiches wurde die Stadt ostgotisch, dann langobardisch, entzog sich aber der Herrschaft der Franken und entwickelte schon früh, seit der Karolingerzeit, eine freistädtische Verfassung. Wie alle Küstenstädte dieses Gebietes hatte es schwer unter den Raubzügen der Sarazenen zu leiden, die im Jahre 936 die Stadt plünderten, erholte sich aber jedesmal schnell.
Der Handel machte die Stadt reich, überall wurden Faktoreien angelegt, in Sardinien und Korsika Kolonien gegründet. Genua beteiligte sich auch an den Kreuzzügen, die den Grund zu seiner eigentlichen See- und Kolonialmachtstellung legten; es wurde die "Erste Seestadt Europas". Allerdings führten diese Bestrebungen bald zu Rivalitäten und Auseinandersetzungen mit Pisa und mit Venedig, ein wechselvoller Kampf, der durch die Eifersüchteleien der großen Adelsgeschlechter und der beiden Parteien der Guelfen und Ghibellinen noch verschärft wurde. Daher konnten auch fremde Mächte wiederholt entscheidend in die Geschicke Genuas eingreifen. Den Gipfel seiner Macht erklomm Genua im 12. und 13. Jh.; 1284 gelang es, Pisa endgültig niederzuwerfen (Seeschlacht bei Meloria), 1381 wurde auch mit Venedig ein modus vivendi gefunden.
Die eigentliche Macht in Genua, die weit nach Europa hinein ausstrahlte, war die Bank San Giorgio, während die Dogen gegenüber der führenden Aristokratie meist schwach blieben. Die Kolonialgebiete Genuas erstreckten sich über Konstantinopel ins Gebiet des Schwarzen Meeres, bis Kleinasien, Armenien, Nordafrika und Spanien. Die bekanntesten Familien waren die Doria, Fieschi, Grimaldi, Spinola, die sich wechselseitig auf die Herrscher von Frankreich, Neapel, Mailand und Spanien stützten. 1435 schlug die Genueser Flotte bei Ponza die Aragonesen und machte den König Alfons selbst zum Gefangenen. Vor der Hegemonie einer der beiden Großmächte, Frankreich und Spanien, gelang es Andrea Doria (1466-1560) die Republik zu sichern, 1528 setzte er eine neue Verfassung durch, ohne damit alle inneren Streitigkeiten zu beseitigen (1547 die Verschwörung des Gian Luigi Fieschi, die Schillers Drama "Fiesco" zugrunde liegt). Immerhin wurde durch Andrea Doria der Niedergang Genuas um fast ein Jahrhundert hinausgeschoben (Verlust der orientalischen Besitzungen im 16. Jh. an die Türken).
Als nur noch Korsika als Rest des einstigen Kolonialreichs geblieben war, begann die Republik sich kontinentalen Interessen zuzuwenden, geriet dabei in die Kämpfe der Großmächte, wurde 1684 durch die Flotte Ludwigs XIV. beschossen, 1743 durch österreichische Truppen besetzt (hier spielt die bekannte patriotische Episode des Knaben Balilla, dessen Steinwurf auf einen Soldaten zum Aufstand und zur Vertreibung der Besatzung führte).
1768 wurde das aufständische Korsika an Frankreich abgetreten, dessen Truppen unter Napoleon Bonaparte 1796 Genua besetzten, die Ligurische Republik gründeten, bis 1805 die Stadt ganz an Frankreich kam. Der Wiener Kongreß überließ Genua dem Königreich Piemont-Sardinien, mit dem es dann 1860 im neuen Königreich Italien aufging. In der Einigungszeit, dem Risorgimento, spielte Genua eine wichtige Rolle als Mittelpunkt der Partei Mazzinis, auch Garibaldi hatte lange in Genua gewirkt und begann von hier aus (Quarto) seinen berühmten Zug der Tausend zur Eroberung Siziliens und Neapels.
Seither nahm Genua einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, der es an die Seite der oberitalienischen lndustriestädte Mailand und Turin stellt. Die Schäden während des Krieges 1940-45 (Luft- und Schiffsbombardements) waren erheblich, sind aber schnell beseitigt worden.
Genua zählt zu seinen berühmten Söhnen Kolumbus (1446-1506), Paganini (1782-1840) und Mazzini (1805-72).
Das Wesentliche in der kunstgeschichtlichen Physiognomie Genuas ist die Zahl und die Großartigkeit seiner Renaissance-Paläste. Der Meister, der für die Architektur tonangebend war, ist Galeazzo Alessi (1512-72), ein Schüler Michelangelos. Der genuesische Palaststil ist durch die Enge der Straßen und die Beschränktheit des Bauplatzes bedingt. Die Fassaden mit ihren prächtigen Portalen wirken meist imposant; das Hauptgewicht ist indessen auf die glanzvolle Gestaltung des Innern, namentlich des Hofes, gelegt. Die Vestibül- und Treppenanlage ist von einer bis dahin nicht gekannten Großartigkeit. - Rubens und Von Dyck haben sich länger in Genua aufgehalten und der Stadt einen Schatz von Bildnissen und religiösen Kompositionen hinterlassen.
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