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Es waren schöne Wochen, morgens aufzuwachen und noch im Bett mit dem Handy die Olympia-Highlights der Nacht anzusehen. Chapeau an die SRF für den ausgezeichneten Service. Und Chapeau an alle Athletinnen und Athleten, die das Beste vom Besten aus der Welt des Wintersports zeigten – wenn man mal vom Eishockey-Turnier auf OK-Level absieht. Obwohl es vor allem zu Beginn nervte, dass sozusagen alles mitten in der Nacht oder vormittags während der Arbeitszeit stattfand. Aber gut, irgendwann reichen auch die morgendlichen Zusammenfassungen und für eine Olympia-Abfahrt der Männer schlägt man sich auch gerne mal die Nacht um die Ohren.
Aus Bündner Sicht haben wir natürlich vor allem die Goldmedaillen des Langlauf-Übermenschen Dario Cologna und des Snowboard-Racers Nevin Galmarini bejubelt. Graubünden ist sich Olympische Erfolge gewöhnt:
- 2002 in Salt Lake City war das letzte Mal, dass kein Bündner zuoberst auf dem Treppchen stand. Andrea Huber holte damals in der 4×5 km Langlauf-Staffel mit der Bronzemedaille das einzige Edelmetall nach Graubünden.
- 2006, in Turin, begann die jüngste Bündner Erfolgsgeschichte an Olympischen Spielen: Die Davoserin Andrea Meuli wurde Olympiasiegerin im Snowboard-Parallel-Riesenslalom, dazu gab es eine Bronzemedaille von Ambrosi Hoffmann im Super-G.
- 2010 waren Bündner Athleten gleich zweimal erfolgreich: Carlo Janka im Riesenslalom und Dario Cologna über 15 km Freistil gewannen in Vancouver olympische Goldmedaillen.
- Auch 2014 in Sotschi schlugen die Bündner zu: Dario Cologna holte gleich zweimal Gold, im Skiathlon und über 15 Kilometer klassisch. Die dritte Bündner Goldmedaille der Spiele gewann Sandro Viletta in der Super-Kombination. Dazu kamen Silbermedaillen von Nevin Galmarini und der Biathletin Selina Gasparin und die Bronzemedaille der Eishockey-Nati der Frauen mit den Bündnerinnen Evelina Raselli, Nina Waidacher und Livia Altmann.
- 2018 verliefen die Spiele in Pyeongchang nicht ganz so erfolgreich: Mit den Goldmedaillen von Cologna und Galmarini haben wir aber erneut Grund zum Jubeln. Schade, haben einige Bündner Trümpfe nicht gestochen: Zum Beispiel jene der Skifahrer Mauro Caviezel und Jasmine Flury, des Skicrossers Alex Fiva, der Snowboarderin Sina Candrian oder des Freeskiers Andri Ragettli. Sie dürften in vier Jahren alle eine neue Olympia-Chance erhalten.
So oder so wäre es zu kurz gedacht, die Spiele nur auf Medaillen zu reduzieren. Trotz der medialen Konzentration auf die Stars, trotz der olympischen Kommerz-Maschinerie, trotz des permanenten Doping-Schattens über dem Profisport, trotz der grossen Lücken in den Zuschauerrängen: Olympische Spiele bleiben faszinierend, einzigartig und sind in Echtzeit sporthistorisch relevant. Sport-Kost auf höchstem internationalen Niveau, gemacht für das weltweite TV. Die Besten der Welt messen sich an Olympischen Spielen (mit der erwähnten Ausnahme), Geschichten des Willens, des Versagens und des Triumphes werden zu ikonischen Bildern – bei der einen Chance, die sich den Athletinnen und Athleten nur alle vier Jahre bietet. Pyeongchang hat geliefert.
(Bild: Twitter)