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zur Mitte und weiter
Aus der «Zone» heraus katapultierte sich eine Hand voll junger Menschen durch die Neunzigerjahre hindurch. Dabei stellten sie die Prioritätenfrage nicht nur sich selbst, sondern provozierten diese immer wieder im Stadt-Raum-Basel mit konstruktiven Aktivitäten.
Die daraus entwickelte Raum-Kultur der Zwischennutzung prägte die Stadt-Kultur elementar.
Zuerst stand ein gemieteter Laden in der Jungstrasse für die Zone zur Verfügung. Bald darauf diente, für eine kurze Zeit, ein Haus in der Immengasse und kurz darauf entwickelte sich die legendäre «Gedankenbank» in einer ehemaligen Drogerie an der Feldbergstrasse. In riesen Schritten kam es zum grossartigen Zwischennutzungsprojekt des obersten Stockwerkes der ehemaligen Schlotterbeckgarage, nicht weit vom Bahnhof SBB. Hier wurde der erste grosse Markstein gesetzt, von dem aus gleich mehrere Zwischennutzungsprojekte starteten: das «Frobenius-Areal» an der Missionsstrasse, das «Bell-Areal» an der Elsässer-Grenze und ein erstes permanentes Projekt, das «Werkraum Warteck pp», an der Burgstrasse, in der ehemaligen gleichnamigen Brauerei.
Hier stellte sich nun die Gretchenfrage: überdauert die lebensfreudige Dynamik, welche sich in den verschiedenen Zwischennutzungssituation automatisch ergibt, in einem lang andauernden Projekt wie das «Werkraum Warteck pp»? Oder nimmt in der starren, dauerhaften architektonischen Substanz die soziale Lebendigkeit ab? Kann dieser befürchteten, behäbigen Langeweile entgegen gewirkt werden? Das Kürzel für ein permanentes Provisorium, das «pp» wurde kreiert.
Mittlerweile musste man von einer Hundertschaft sprechen, welche diese Kultur-Raum-Frage aufgriffen: das «Zick-Zack Areal» nicht weit vom «Bell-Areal», das «NT-Areal» beim Badischen Bahnhof, das «Home» an der Güterstrasse, das «Epoque» an der Gartenstrasse, das «Bolag-Areal» im heutigen «Novartis-Camp» und dann plötzlich mitten in der Stadt, die alte Volksbank, das «unternehmen mitte»!
Unaufhörlich, von verschiedensten Menschen mit unterschiedlichsten Ansätzen und Herkünften, werden Orte mit dem offenen, forschenden und begegnenden Inhalt geprägt. In der Breite gab es Ansätze, im Gundeldingen entstand ein grossartiges «-Feld» und Münchenstein wurde mit dem Industrieareal «Walzwerk» auch tangiert.
Ich behaupte sogar, dass das «Schaulager» von diesem ursprünglichen Impuls etwas abbekommen hat. So mag ich mich sehr gut erinnern als damals, die jetzige Leiterin dieses imposanten Kunst-Forschung-Projektes, an der Immengasse hinein schaute und wie die Begründer, des bekanntesten Architekturbüros vom Ort, im «Werkraum Schlotterbeck» mit wachem Interessen Einsicht nahmen.
Das «Dreispitz-Areal», ein ganzes Industrie-Quartier, erbt nun diesen Impuls und wird zu einem Stadt-Quartier.
Die Sache wird gross, für mich fast zu gross, so, dass ich mich nach der kleinen und kompetenten «Zone» sehne.
Mal schauen was sich jetzt in der Mitte so tut.
mc 29. 12. 2007