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Das Thema «Lebensort Stadt/Dorf» eignet sich im Prinzip auf allen Schulstufen. Je nach Schulort auf dem Land oder in der Stadt macht es Sinn, den Schwerpunkt eher bei der Stadt oder eher beim Dorf zu setzen. Im ersten oder zweiten Zyklus wäre in der Stadt eine Begrenzung auf das direkte Wohnumfeld oder Quartier angebracht. Hier wie dort gibt es Verkehr, hat es oder mangelt es an Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen, Freiräumen oder Grünflächen. Das Thema eignet sich für verschiedene Fächer und für den fächerübergreifenden Unterricht: Zum Beispiel kann die räumliche und zeitliche Entwicklung der Stadt/des Dorfes im Geographie und Geschichtsunterricht untersucht und Visionen zur Zukunft im Zeichenunterricht visualisiert werden. Beim Stadt/Dorf-OL im Sportunterricht wird der Raum nochmals anders erlebt.
Fast alle Schüler/-innen, Lernenden leben in der Stadt, in der Agglomeration oder im Dorf. Der Bezug zum Thema ergibt sich wie von selbst. Aus eigener Erfahrung wissen sie um die Probleme, welche sich in Städten/Dörfern manifestieren. Die Verkehrsprobleme sind vielerorts offensichtlich, fehlendes Grün und mangelnde Freiräume bei den Städten und fehlende Versorgungseinrichtungen in Dörfern oft ebenso.
Als Einstieg in den BNE-Unterricht eignet sich eine übergeordnete oder komplexe Fragestellung. Mit komplex ist gemeint, dass die Frage nicht eindeutig beantwortet werden kann, man sich diskursiv austauschen können sollte. Nicht die korrekte Antwort steht demnach im Vordergrund, sondern die gemeinsame Suche nach möglichen Lösungen. Solche Fragestellungen gehen von der Lebenswelt der Schüler/-innen, Lernenden aus, tangieren möglichst viele Aspekte und Interessenslagen und regen zum Nachdenken und Handeln an. Am Ende der Unterrichtseinheit empfiehlt es sich, die Frage erneut aufzugreifen, um zu sehen, inwiefern sich die Vorstellungen der Schüler/-innen verändert haben.
Beispielfragen
- Wie sieht deine Stadt, dein Dorf, dein Quartier in 30 Jahren aus?
- Was hat mein Wohnort mit z.B. New York oder einer anderen Grossstadt gemeinsam?
- Was macht die Stadt, das Dorf, das Quartier lebenswert?
- Was passiert mit den Dörfern, wenn die Menschen in die Städte ziehen und welche wirtschaftlichen Folgen resultieren daraus?
- Was braucht es, damit eine Stadt ein Dorf, ein Quartier «nachhaltig funktioniert»?
- Was müsste in eurer Stadt, eurem Dorf, Quartier geändert werden, damit dies zutrifft? Welche Ansätze gibt es dazu bereits?
- Warum wachsen v.a. die Städte des Südens überdurchschnittlich?
- Welchen Einfluss haben Wirtschaft und Gesellschaft auf das Wachstum der Dörfer und Städte?
Unterrichtsideen
- Die Stadt, das Dorf, das Quartier bei einem OL erkunden.
- Den eigenen Lieblingsort beschreiben, zeichnen. Was ist das Besondere an ihm.
- Was hat sich in den vergangenen 30 Jahren räumlich verändert: Bild- und Kartenmaterial suchen und auswerten. Interviews mit älteren Personen führen.
- Zukunftsszenarien entwerfen in Form von Geschichten, Zeichnungen, Kunstwerken,...
- Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen auf Stadt-, Dorf-, Quartierplan kartieren. Einrichtung, die fehlen oder nur in ungenügender Anzahl oder Distanz vorhanden sind, eruieren.
- In einer Befragung die maximale Gehdistanz und/oder Velodistanz ermitteln, die Leute bereit sind, auf sich zu nehmen.
- Interessant wäre auch wäre auch der Austausch zwischen einer Klasse aus der Stadt und vom Land bezüglich nachhaltikeitsrelevanter Themen
- Die grössten Mega-Cities und die Gründe für deren Wachstum recherchieren.
Die Kopiervorlage Wörterwolke (inkl. Ideen für den Unterricht) eignet sich als Arbeitsinstrument für die Schüler/-innen ab 3. Zyklus
- für den Einstieg ins Thema: Vorwissen abholen, Nachhaltigkeitsbezüge diskutieren;
- für die Vertiefung und Weiterarbeit: Zusammenhänge sichtbar machen, Unterthemen definieren, Einzelaspekte vertiefen.
Für jüngere Schüler/-innen kann mit vereinfachten Begriffen oder mit Bildern gearbeitet werden.