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Nicht weit von Baden liegt an der Mellingerstraße eine Sägmühle; zwischen ihr und dem nächsten Berghange ist die Wiese mit den zwei sonderbaren Grasringen, die ineinander liegen und zwischen denen das Gras immer größer und grüner steht, als innerhalb und außerhalb. Ein mürrischer Knecht pflügte hier einst und warf nach dem heimatlosen Knaben mit einer Erdscholle, der ihm vorne die Stiere nicht gut genug lenken konnte. Gegen Vermuten sank der Knabe augenblicklich auf den Wurf zusammen und blieb tot. Der Knecht vergrub ihn da und konnte daheim das Ausbleiben des Jungen glaubhaft genug darstellen. Letzterer galt als entlaufen und wurde vergessen. Manches Jahr hernach schnitt der Knecht auf demselben Felde Garben. Die Rede der Arbeiter war auf das Sprichwort geraten, nichts sei so fein gesponnen, was nicht endlich an die Sonne komme. Der Knecht wollte von dessen Zutreffen nichts glauben und meinte, es möge wohl auch auf dieser Wiese schon manches geschehen sein, was die Sonne noch nicht an den Tag gebracht habe. In solchen Reden schnitt er mit der Sichel tiefer in den Boden und traf einen daliegenden mürben Knochen. Augenblicklich fing dieser zu bluten an. Vergebens wischte er die Sichel ab, deckte den Knochen mit Erde und gab vor, sich selbst geschnitten zu haben. Aus dem morschen Knöchlein hervor brach vor aller Augen so vieles Blut, dass der Bursche endlich selbst seine Mordtat bekannte, die er hier vor langem verübt hatte, und dem Richter übergeben wurde. Man ließ ihn enthaupten und auf diesem Ackerfelde verscharren. — Das Gleiche erzählt man im Fricktale als eine im Dorfe Wölfliswil vorgekommene Begebenheit.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.