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Proglicem enthält den Wirkstoff Diazoxid, welcher den Blutzucker erhöht und den Blutdruck senkt. Diazoxid bewirkt auch eine Verminderung der Ausscheidung von Wasser und Salzen durch die Niere. Proglicem wird zur Behebung von Zuständen mit zu niedrigem Blutzucker (Hypoglykämie) im Zusammenhang mit Tumoren in- und ausserhalb der Bauchspeicheldrüse oder mit einer sogenannten Leucin-Sensibilität und bei Patienten mit schwerem Bluthochdruck im Zusammenhang mit einer Nierenfunktionsstörung, der nicht auf die üblichen Behandlungen anspricht, angewendet.
Proglicem darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.
Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem in Proglicem enthaltenen Wirkstoff Diazoxid, gegenüber anderen Wirkstoffen der gleichen Klasse (sogenannte Thiazide, harntreibende Mittel) oder einem der Hilfsstoffe, bei Zuckerkrankheit und beim sogenannten Phäochromocytom (Tumor des Nebennierenmarks) darf das Arzneimittel nicht angewendet werden.
Der Arzt bzw. die Ärztin wird regelmässig Ihren Blutzucker kontrollieren und den Urin auf Zucker untersuchen, damit eine zu starke Erhöhung des Blutzuckers durch Proglicem korrigiert werden kann.
Da Proglicem die Ausscheidung von Harnsäure mit dem Urin senkt, wird der Arzt bzw. die Ärztin regelmässig die Harnsäure im Blut bestimmen, insbesondere wenn Sie an Gicht leiden.
Die wasserzurückhaltende Wirkung von Proglicem kann bei Patienten mit verminderter Herzleistung eine akute Herzschwäche zur Folge haben. Dieser Zustand kann mit harntreibenden Arzneimitteln behoben werden.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln: Die gleichzeitige Einnahme von harntreibenden Arzneimitteln kann die Erhöhung des Blutzuckers und der Harnsäure im Blut sowie die Senkung des Blutdrucks durch Proglicem verstärken. Die blutzuckersteigernde Wirkung von Proglicem kann ferner durch die gleichzeitige Einnahme von Phenytoin (Arzneimittel gegen Epilepsie), Kortikosteroiden (entzündungshemmende Arzneimittel wie Cortison) und von hormonalen Empfängnisverhütungsmitteln («Pille») verstärkt und durch sogenannte Alfa-Rezeptorenblocker (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und gutartiger Prostatavergrösserung) vermindert werden. Proglicem kann die Wirkung blutdrucksenkender Arzneimittel und eventuell diejenige von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln verstärken sowie die antiepileptische Wirkung von Phenytoin abschwächen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, welche Arzneimittel Sie gleichzeitig mit Proglicem einnehmen dürfen, respektive eine Anpassung der Proglicem-Dosis vornehmen.
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen, da es zu Übelkeit und Schwindel führen kann.
Verwenden Sie Proglicem nur für Ihr jetziges Leiden, für das der Arzt bzw. die Ärztin es Ihnen verschrieben hat, nicht aber für andere spätere Leiden.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an
Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, dürfen Sie Proglicem nicht einnehmen, es sei denn, Ihr Arzt bzw. Ärztin hält es für unbedingt erforderlich.
Wenn Sie in der Stillzeit mit Proglicem behandelt werden, sollten Sie abstillen.
Die Kapseln sollten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin legt die Dosis aufgrund der Schwere der Krankheit fest.
Zur Behandlung des zu niedrigen Blutzuckers beträgt die Anfangsdosis für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 2 Jahren 3 mg/kg/Tag, verabreicht in drei gleichen Dosen etwa alle 8 Stunden. Je nach Ansprechbarkeit kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis erhöhen oder herabsetzen, sie sollte aber 8 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
Bei schwerem Bluthochdruck beträgt die Anfangsdosis 100 mg 2-3 mal täglich. Die Dosis wird individuell nach dem Ansprechen und Verträglichkeit angepasst.
Im Fall einer Einschränkung der Nierenfunktion muss die Dosis reduziert werden.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Proglicem auftreten: Flüssigkeitszurückhaltung (mit Anschwellen der Gliedmassen und Gewichtszunahme), übermässiger Haarwuchs, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Appetit- und Geschmacksverlust, Anzeichen von Überzuckerung (starkes Durstgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschwäche, krampfartige Bauchschmerzen, stark vertiefte Atmung), beschleunigter Herzschlag, Blutdruckabfall, Hautausschlag, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schwäche und Schwindel, Verminderung der weissen Blutzellen und der Blutplättchen, Anstieg der Harnsäure im Blut, Sehstörungen, Darmverschluss, Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
Bei einer Langzeitbehandlung können Störungen des Ablaufs der Körperbewegungen und des Gleichgewichts auftreten.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Das Arzneimittel nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren!
Proglicem sollte bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Kapsel enthält als Wirkstoff 25 mg Diazoxid sowie Hilfsstoffe.
39081 (Swissmedic).
Proglicem erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.
Packungen zu 100 Kapseln.
MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.
Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2011 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.