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Das Langenthaler Wappen
Das heute bekannte Langenthaler Wappen wird im Wappenbuch des Kantons Bern (1981) wie folgt beschrieben: "In Gold drei blaue Rechtschrägewellenbalken (Bäche)". Bis es so weit war, machte das Wappen jedoch eine lange Entwicklungsgeschichte durch.
17./18. Jahrhundert: Das alte Wappen
Ein älteres Wappen mit silbernem Rechtsschrägebalken in Rot mit einer silbernen Rose ist in Vergessenheit geraten. Nach dem Bernischen Regionen- und Regimentsbuch von Sinner geht das alte Wappen mit einem silbernen Rechtschrägebalken und einer silbernen Rose auf rotem Hintergrund, das auch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch verwendet wurde, auf die Edlen von Langenthal zurück. Das Geschlecht der Edlen von Langenthal finden wir auch im Auszügerrodel des aargauischen Adels. Dort nehmen ein Peter und ein Hans von Langenthal an der Schlacht bei Murten teil. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts finden wir in Wappendarstellungen des Gemeinderates Anspielungen auf das alte Wappen. In Siegel und Stempel führte der Gemeinderat ein von Rot und Silber gespaltenes Schild mit drei waagrechten Wellen, die gegen unten verlaufen.
Altes Fahnenlied
Bereits in einem Fahnenlied aus dem Jahr 1700 werden die drei Bäche erwähnt, die Langenthal durchfliessen:
"Langenthal im Ergäw leyt Gott wöll sie erhalten vor Krieg und Streit Kein lustigers Orth ist zu finden Sie führen einen Fahnen ist gälb und blaw In dreyfachen Bach darinnen"
Konkret dürften mit dem "dreyfachen Bach" die Langete, der Sagibach und das Schulbächlein gemeint sein, welche unterhalb von Langenthal wieder zusammenfliessen.
Kirche Herzogenbuchsee
In der Nachbarkirche Herzogenbuchsee zeigt eine Wappenscheibe von 1728 (Geschenk zum Bau der neuen Kirche) das Langenthaler Wappen folgendermaßen: Drei blaue Bäche in einem roten Schild, sechsmal gewellt. Hier handelt es sich um eine Kombination des ganz alten mit dem neu aufkommenden Wappen.
Das heutige Wappen
Die älteste Darstellung des heutigen Wappens befindet sich auf der Titelseite des Güterrodels von 1770. Ab 1870 und 1895 erscheint das Wappen in der heutigen Form auf Gemeindeplänen. Nach Eugen Kohler "Alt Langenthal in Wort und Bild" (1932) ist das Langenthaler Wappen ein so genanntes "sprechendes Wappen". Es spricht für die seit Jahrhunderten den Flecken durchziehenden Wasserläufe, die vom Hauptbach der Langete zu gewerblichen Zwecken abgeleitet und kanalisiert wurden. Gottlieb Kurz (Staatsarchivar von 1914–1936) sieht im gelben Hintergrund eine Anspielung auf die kornreiche Gegend um Langenthal.
Amtliche Festlegung des Wappens
Ab dem 20. Jahrhundert wird nur noch das heutige Wappen erwähnt. Etwa im Historisch-biographischen Lexikon der Schweiz (HBLS, Band 4, S.602 ff) oder im dritten Band des geographischen Lexikons (GLS, Band 3, S.41). Die kantonale Wappenkommission schlug 1945 vor, in der Blasonierung drei Rechtschrägewellenbalken aufzunehmen. Der Gemeinderat aber wollte von Bächen sprechen. Die heraldische Fachsprache kennt aber nur Balken und Wellenbalken. Deshalb wurde bei der amtlichen Beschreibung (siehe oben) das "Bäche" auf Antrag des Gemeinderates in Klammern gesetzt. Und so wird das Wappen im Wappenbuch des Kantons Bern (1981) folgendermassen beschrieben: "In Gold drei blaue Rechtschrägewellenbalken (Bäche)".