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|Mormonen|

Mein Leben hat sich von Grund auf verändert
Ich habe Gott gesucht, solange ich denken kann. Ich habe nie nur daran geglaubt, daß es einen Gott gehen könnte, sondern ich wußte, daß es einen Gott gibt. Ich wußte auch, daß er ein eigenständiges Wesen und nicht ein unfaßbarer, undefinierbarer Geist sein mußte. Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie er aussah. Für mich war er ein alter Mann mit lockigen weißen Haaren, einem Bart, einem freundlichen Gesicht und leuchtenden blauen Augen. Er wohnte oben bei den Sternen, die ich als Kind für die Lampen in seinem Wohnzimmer hielt.
Anhand der Einladungen zum Gottesdienst, die von meiner Kirche kamen, hatte ich eine Vorstellung davon, wie sein Sohn, Jesus Christus, aussah. Der Erretter wurde als gut aussehender Mann mit welligen braunen Haaren und großen, hellen Augen dargestellt, dessen schlanke, von Nägeln durchbohrte Hand auf die schreckliche Wunde in seiner Seite wies, die ihm ein feiger römischer Soldat beigebracht hatte.
Wie aber sollte ich eine Verbindung zu Gott und zum Erretter schaffen? Mir wurde klar, daß meine Lebensführung keine Empfehlung für mich war. Ich tat nämlich so ungefähr alles, was der Herr ausdrücklich verboten hatte.
Die Jahre vergingen, und ich heiratete ein wundervolle Frau. Unsere Kinder waren aufgeschlossen und liebevoll. Wir waren mit materiellen Gütern reich gesegnet und erfreuten uns bester Gesundheit.
Aber mehr und mehr quälte mich das sündige Leben, das ich geführt hatte, und der Gedanke, daß ich dem Herrn so wenig dankbar war.
Eines Nachts konnte ich es nicht mehr aushalten. Ich schloß mich ein und schüttete dem Herrn mein Herz aus. Ich flehte um Vergebung und darum, er möge mir zeigen, welchen Weg ich gehen solle. Die Schwierigkeit bestand allerdings darin, daß ich wohl wußte, welchen Weg ich gehen sollte, daß ich aber nicht die Kraft hatte, immer auf diesem Weg zu bleiben.
Ich hatte immer wieder einmal versucht, diesen Weg zu gehen. Ich hatte beispielsweise in der Bibel gelesen, auf meine eigene Weise gebetet, mehrere Kirchen untersucht und Predigern zugehört, die auf der Straße das Evangelium verkündeten.
Der Führer dieser Straßenprediger - ein aufrichtiger Mensch - hatte mich aufgefordert, zu Jesus zu kommen und an ihn zu glauben. „Mehr müssen Sie nicht tun”, hatte er gesagt. „Jesu Blut wird Sie erretten und von allen Sünden reinwaschen.”
Das erschien mir aber zu einfach. Ich spürte, daß ich nicht vor den Herrn kommen konnte, wenn ich von Sünden befleckt war. Zuerst mußte ich vollständig rein werden und durfte nicht mehr sündigen. Und das war schwer, denn ich wußte ja nicht, was ich dafür tun mußte.
Nach jenem Gebet allerdings gab ich mir alle Mühe, Gottes „Freund” zu werden. Als ich beispielsweise in Maleachi 3:8-10 vom Zehntenzahlen las, begann ich, ein Zehntel meines Einkommens für wohltätige Vereine zu spenden.
Ich versuchte, mein Verhalten zu verändern. Ich versuchte, ehrlich zu sein, nicht zu lügen. Ich versuchte, nicht mehr zu fluchen und keine schlechten Ausdrücke mehr zu verwenden. Ungewöhnliche Vorfälle trugen dazu bei, daß ich anfing, gesünder zu leben. Wenn ich Alkohol trank, schmeckte er mir plötzlich schal. Wenn ich Kaffee trank, fühlte ich mich elend. Von Tee bekam ich Verstopfung. Ich rauchte Pfeife, aber meine Abhängigkeit war auf einen Schlag zu Ende, als ich einmal in lebhaften Bildern von einer schmutzigen braunen Masse träumte, die aus der Pfeife in meinen Mund und meinen Rachen strömte.
Nach diesen Ereignissen stöberte ich einmal zufällig in einer privaten Bibliothek und stieß auf das Buch Mormon. Neugierig begann ich, darin zu lesen, und war gefesselt. Leider war ich kein Mitglied der Bibliothek und konnte mir das Buch Mormon deshalb nicht ausleihen.
Aber das sollte nicht mein einziger Kontakt mit dem Buch Mormon bleiben. Vierzehn Tage später lernte ich zwei junge Männer mit amerikanischem Akzent kennen. Einer der beiden fragte mich, ob ich an Jesus Christus glaube. Ich verneinte das, denn ich wußte ja, daß es ihn gab. Der junge Mann nahm ein Buch aus seiner Tasche und fragte mich, oh ich es lesen wolle. Zu meiner Überraschung handelte es sich um das Buch Mormon Ich nahm das Buch mit. Zu Hause bekam ich plötzlich eine Grippe und mußte das Bett hüten. Ich nutzte die Zeit und las im Buch Mormon. Als ich im 2. Buch Nephi, Kapitel 31 und 32 las, wußte ich, daß ich gefunden hatte, wonach ich so lange gesucht hatte. Dort stand, daß Umkehr und Taufe das Tor sind, durch das man auf den engen und schmalen Pfad gelangt, daß man die Gebote halten muß und daß der Heilige Geist bei einem sein und einem helfen kann. Als ich die genannten Kapitel las, wußte ich, daß das Buch Mormon wahr ist. Ich wußte, daß ich mich taufen lassen mußte, und wenn es das letzte war, was ich im Leben tat. Aber dann fragte ich mich, was geschehen würde, wenn ich an der Grippe sterben würde, ehe ich mich taufen lassen konnte. Ich nahm mir vor, daß ich, wenn es sein müßte, die jungen Männer bitten würde, mich in meiner Badewanne zu taufen.
Mit fliegenden Fingern suchte ich die Anschrift der Missionare, aber ich konnte sie nicht finden. Ich wußte nur, daß es irgendwo in der Nähe ein kleines Gemeindehaus gab.
Ich wurde schnell wieder gesund und überraschte an einem wunderschönen Frühlingsmorgen - das Buch Mormon in der Hand - zwei Missionare mit dem dringenden Wunsch, mich sobald wie möglich taufen zu lassen. Sie sprachen mit mir und stellten bald fest, daß ich bereits alle Voraussetzungen erfüllt hatte - ich besaß Glauben, war umgekehrt, zahlte den Zehnten und befolgte das Wort der Weisheit.
So wurde ich am 18. Mai 1977 getauft und Mitglied der wahren Kirche Christi. Im August desselben Jahres ließ sich auch meine Frau taufen, obwohl sie anfangs Zweifel gehabt hatte.
Meine Bekehrung und meine Taufe sind nicht auf einen Zufall zurückzuführen. Ich weiß genau, daß der Herr mich zu seiner Kirche geführt hat. Und ich weiß, daß das Buch Mormon der Schlußstein bei meiner Bekehrung war, denn dadurch, daß ich darin gelesen habe, habe ich den engen und schmalen Pfad gefunden, den ich jetzt so voller Freude beschreite.
T. G. Baalmann, Okt 1988
07:24 - 6 April 2008

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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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