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Dubai – beeindruckende Reise ins Land der Extreme
Dubai gehört mit knapp 4’000 Quadratkilometern Fläche und etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern zu den kleinsten Ländern der Erde. Die gleichnamige Hauptstadt ist allerdings eine Metropole der Superlative – und die Verantwortlichen arbeiten weiterhin hart daran, diesen Ruf aufrecht zu erhalten.
Salopp gesagt: In Dubai-Stadt wird nicht gekleckert, es wird geklotzt. Den Reichtum verdanken Stadt und Land, wie viele Staaten des Nahen Ostens, den seit den 1940er Jahren kräftig sprudelnden Ölquellen. In Dubai hat man allerdings schon vor Jahren in weiser Voraussicht erkannt, dass irgendwann in näherer Zukunft unweigerlich Schluss ist mit den natürlichen Ressourcen.
Für den Zwergstaat gibt es zu einer Förderung des Tourismus und dem Ausbau zu einem Dienstleistungs- und Finanzzentrum keine nachhaltige Alternative, denn Industrie oder Landwirtschaft sind nicht vorhanden – Dubai besteht zum grössten Teil aus Wüste.
Das Scheichtum ist ein Teil der aus sieben Staaten bestehenden Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die Hauptstadt liegt im Norden des Emirats am Persischen Golf und grenzt im Osten an das Emirat Scharjah. 85 Prozent der gesamten Landesbewohner leben und arbeiten hier, dazu kommen mehrere Hundertausend Gastarbeiter, vorwiegend aus Südostasien. Das bestimmende geografische Merkmal der Stadt ist der Dubai Creek, ein Meeresarm des Persischen Golfs, der sich 14 Kilometer weit ins Landesinnere erstreckt und zwischen 115 und 1400 Meter breit ist. Er teilt die Stadt in die Viertel Bur Dubai und Deira. Entlang des Creeks hat sich Dubai im Lauf der Zeit zu dem entwickelt, was es heute ist.
Trotz allen Reichtums gibt es erstaunlicherweise zur Zeit nur drei Brücken über den Creek, jedoch sind weitere geplant. Ansonsten sorgt die Vielzahl der „Abra“ genannten Wassertaxis für einen reibungslosen Verkehr zwischen den beiden Stadtteilen. Ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gelangte Dubai schlagartig im Jahr 1999 mit der Eröffnung des 321 Meter hohen Luxushotels Burj al Arab, einem spektakulären Bau auf einer künstlich angelegten Insel in Form eines überdimensionalen Segels. Seitdem rückt es immer wieder mit einzigartigen Plänen in den Focus der Nachrichten, so z.B. auch mit der komplett ohne Fahrer betriebenen Metro, die seit 2005 kontinuierlich ausgebaut wird.
Aber da wir gerade beim Thema sind: Die Anlage künstlicher Inseln könnte man mit etwas Humor als Dubais neuesten Nationalsport bezeichnen. Insgesamt waren drei Projekte geplant, die alle die Form einer Palme haben sollten. Die mittlere Palm Jumeirah ist seit einigen Jahren komplett erschlossen und bebaut. Zu ihrer Eröffnung gab es das bis dahin grösste Feuerwerk der Welt mit rund 100’000 Böllern und Raketen. Bei der südwestlich gelegenen Palm Jebel Ali wurde bisher nur die Landgewinnung abgeschlossen. Palm Deira, etwas nordöstlich von Jumeirah, wurde während der Weltwirtschaftskrise zwischenzeitlich eingestellt. Was daraus wird, ist noch unklar. Darüber hinaus gibt es die „Waterfront“, die „Jumeirah Islands“ im Landesinneren, etwa 30 Kilomter von Dubai-Stadt entfernt, sowie „The World“, ein Archipel, das in Form einer Weltkarte gestaltet ist.
Damit sind wir mit unserer Liste spektakulärer Architektur aber noch längst nicht am Ende. In 2010 wurde in Dubai das bislang höchste Gebäude der Welt eingeweiht, der Burj Chalifa. Neben dem 828 Meter hohen Turm nimmt sich die restliche Skyline aus wie eine Versammlung von Zwergen, obwohl sie aus sehr imposanten Wolkenkratzern besteht. In Arbeit bzw. in Planung sind ausserdem das grösste Einkaufszentrum der Welt, eine Stadt, die bekannte Sehenswürdigkeiten aus aller Herren Länder kopiert wie den Eiffelturm in Paris oder das indische Taj Mahal, ein neues Opernhaus für rund 2’000 Zuschauer sowie der Dubai Water Canal. Dieser soll, bei einer durchschnittlichen Breite von 100 Metern, drei Kilometer lang werden und eine Verbindung zwischen der Business Bay und dem Persischem Golf herstellen. Die beiden Ufer werden zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Hotels, Appartmenthäuser, Yachthäfen und diverse Parks säumen.
Es gibt aber, vor allem am Dubai Creek, auch Historisches zu bewundern. Dazu gehören die alten Daus auf dem Wasserlauf, der Gewürz- und der Goldmarkt mit ihren Holzfassaden und typisch orientalischer Atmosphäre oder der „Old Souk“ in der schön restaurierten Altstadt von Bur Dubai.
Dubai ist sicherlich ein Reiseziel der Extreme, eine Insel der „modernsten Moderne“ zwischen Wüste und Meer. Wer das Emirat besuchen möchte, sollte sich zuerst auf das Klima einstellen. Im Sommer liegt die Höchsttemperatur bei durchnittlich 40° C, im Winter – für Mitteleuropäer wohl die angenehmste Reisezeit – immerhin noch bei 23° C. Man kann natürlich auch einen Strandurlaub buchen und ausgedehnte Touren in die Wüste unternehmen, um dem Trubel in der Hauptstadt zu entkommen. Die wesentliche Attraktion des Emirats ist jedoch Dubai-Stadt mit ihren zahllosen Einkaufs- und Vergnügungsmöglichkeiten, z.B. der „Mall of the Emirates“ und der „Dubai Mall“. Allerdings gehört ein Aufenthalt im Emirat nicht gerade zu den preiswertesten Urlaubszielen, weshalb man das nötige Kleingeld mitbringen sollte.
Wie in allen arabischen bzw. muslimisch geprägten Staaten sollten Reisende die im Vergleich zu Europa so ganz anders gearteten Landessitten respektieren und beachten. Eine allzu freizügige Bekleidung ist in Dubai weder in der Stadt noch am Strand erlaubt. An Letzterem, der nicht nur von Touristen, sondern auch von Einheimischen besucht wird, sind übrigens auch Kameras verboten.
Oberstes Bild: Blick über Dubai von der Aussichtsplattform Burj Khalifa. (Urheber: M. Hermsdorf / pixelio.de)