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Publizieren in Open Access
Welche Publikationswege gibt es?
- Der "grüne Weg" (green road to Open Access) bezeichnet die Selbstarchivierung bzw. Zweitveröffentlichung von bereits (in traditionellen Zeitschriften) publizierten Artikeln auf einem öffentlich zugänglichen Dokumentenserver (Repository). Das kann ein institutioneller Server sein oder aber ein fachspezifisches Repository. Gegenüber der Selbstablage von Artikeln auf eigenen Webseiten haben Repositorien den Vorteil, dass sie die Inhalte langfristig und stabil erreichbar aufbewahren, besser durchsuchbar sind und die Forschung einer Institution bündeln.
- Der "goldene Weg" (golden road to Open Access) steht für die Erstpublikation in Zeitschriften, die dem Open Access-Modell folgen. Bei Büchern ist auch eine Kombination von Open Access und book on demand möglich. Eine 'goldene' Publikation ist für die LeserInnen kostenlos und sofort über das Internet zugänglich.
Was muss ich beachten? Die 4 wichtigsten Schritte:
1. Eine geeignete Publikationsform finden
- Wollen Sie in einer Open Access-Zeitschrift publizieren? Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) der Universität Lund führt eine Liste mit mittlerweile über 6500 Open Access-Zeitschriften aus allen Fachbereichen -> weiter bei Punkt 3.
- Wollen Sie Ihre Dissertation elektronisch veröffentlichen? Als E-Dissertation der Universität Bern wird Ihre Dissertation weltweit sofort und im Volltext zugänglich.
- Wenn Sie keine passende Open Access-Zeitschrift finden, beachten Sie Punkt 2 (Urheberrechte sichern), um Ihre Publikation zweitveröffentlichen zu können.
2. Urheberrechte sichern
- Behalten Sie sich unbedingt das Recht vor, den Artikel auf einem Repository oder auf Ihrer Homepage zu hinterlegen, indem Sie dem Verlag nur einfache, nicht uneingeschränkte und nicht exklusive Nutzungsrechte übertragen.
- Sie können Formulierungen wie "exklusive" oder "alle Rechte" streichen - oder einen vorgefertigten Vertragszusatz wie das SPARC-Addendum ausfüllen und Ihrem Verlagsvertrag anheften, damit Ihre Rechte gesichert bleiben. Mit dem Scholar's Copyright Addendum können Sie ebenfalls online einen - auf Ihre Publikation abgestimmten - Vertragszusatz generieren. Letzteres ist eine Creative Commons-Lizenz, mit welcher Sie die Rechte an Ihren Publikationen auf einfache Weise differenziert regeln können.
- Weitere Hinweise zu Ihren Autorenrechten und zu Verlagsverträgen finden Sie auf den Seiten zum Urheberrecht der Universität Zürich (siehe besonders Punkt 13) oder bei SPARC, einem Projekt der amerikanischen Forschungsbibliotheken zum wissenschaftlichen Publizieren.
3. Finanzierung abklären
- Manche – bei weitem nicht alle – Open Access-Zeitschriften finanzieren sich über Autorengebühren, sogenannte Article Processing Charges (APC). Die Universität Bern hat eine Supporter Membership bei BioMedCentral und SpringerOpen, durch welche die Gebühren für unsere Forschenden um 15% gesenkt werden. Gerne nehmen wir Ihre Anregungen zu weiteren Mitgliedschaften entgegen.
- Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten
4. Ihre Veröffentlichungen zugänglich machen
- Hinterlegen Sie Ihre Publikationen in einem fachspezifischen oder einem institutionellen Repository oder, falls Sie keinen Zugriff auf einen solchen Dokumentenserver haben, auf Ihrer Homepage. (Bedenken Sie aber, dass Dokumente auf Homepages nur schlecht von Suchmaschinen erfasst werden, während die Inhalte von Dokumentenservern systematisch indexiert werden - das erhöht die Sichtbarkeit einer Publikation).
- Fachspezifische Repositorien finden Sie auf der Seite OpenDOAR.
- Für Angehörige von Institutionen, die kein eigenes Repository haben, existieren sogenannte "Orphan Repositories". Für EU-Projekte ist dies OpenAIRE, das gleichzeitig auch Daten anderer Repositorien sammelt, für alle anderen bspw. OpenDepot.
- Welche Version Ihrer Publikation Sie dafür verwenden dürfen, erfahren Sie in der Copyright-Datenbank der Universität Zürich oder auf den Seiten von SHERPA/ROMEO, wo sie nach Verlagen und Zeitschriften suchen können.
- 'Goldene' Open Access-Publikationen können Sie beliebig oft in der Originalversion weiter verbreiten. Bei subskskriptionspflichtigen Zeitschriften dagegen darf das Verlags-PDF meist nicht für die Selbstarchivierung verwendet werden - zumindest nicht in der Originalformatierung.
- In der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) findet sich ebenfalls ein Link auf SHERPA/ROMEO direkt bei der entsprechenden Zeitschrift.
Bei allen Fragen steht Ihnen die Koordination Open Access der Universitätsbibliothek Bern gerne zur Verfügung.