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Heute planten wir Port Arthur zu besuchen und waren gespannt, was uns da erwartete. Wir erhielten bei der Kasse zwei Spielkarten und eine Fahrt auf einem Boot, das um 11.00 Uhr ablegte. Wir entschlossen uns die Spielkarten erst später einzulösen und steuert so zuerst zum Bootssteg. Die Strasse zum Steg ging vorbei an einem grossen Park bei dem wir einen ersten Blick auf die Grösse der Siedlung werfen konnten.
Pünktlich um 11.00 Uhr legten wir ab und fuhren durch die Bucht an der Port Arthur gelegen war. Während das Boot so in der Bucht umher schipperte sprach eine Stimme wahrscheinlich über die Geschichte von Port Arthur. Doch die war leider etwas leise und so verstanden wir leider nichts vom gesprochenen. Auf der Fahrt gab es zwei Anlegestationen, bei den man aussteigen konnte wenn man dafür bezahlt hatte. Wir hatten nicht bezahlt und konnten somit die zwei Punkte nur vom Schiff aus betrachten. Zum einen konnten wir die Insel der Toten betrachten. Hier wurden alle begraben die in der Siedlung gestorben waren. Natürlich ganz streng nach der sozialen Ordnung. Der andere Punkt war der „Point Puer“ das Jungengefängnis. Das war das erste Jungengefängnis im britischen Weltreich. Hier wollte man die Jungen vor der Korruption durch die älteren Männer bewahren.
Wieder zurück am Hafen ging es zu Fuss durch die Siedlung. Wir sahen viele gut erhaltene Häuser, wie auch viele verfallene Häuser. Das erste Haus unserer Tour war der Sträflingsbereich. In der Baracke der Sträflinge hatte es 138 Einzelzellen für die Männer mit schlechtem Charakter und einen Schlafsaal für 416 Männer mit guter Führung. Es gab eine Bäckerei, eine Küche, eine Kapelle, eine Bücherei und einen Speisesaal. Im angrenzenden Nebengebäude gab es Werkstätte für Schreiner, Schuhmacher, Schmiede, Schneider, Maler und Gieser. Wir konnten das Gebäude, das heute nur noch eine Ruine ist erkunden und die Einzelzellen sehen. Also ich hätte da nicht wohnen wollen. Die war sehr klein und hatten nur ein kleines Fenster zum Innenhof hin. Weiter ging unser spaziergang durch die Siedlung vorbei an Offiziersquartieren zum Krankenhaus und der Wäscherei. Das Krankenhaus befand sich auf einem Hügel. In unserer Infobroschüre stand, dass das Haus etwas erhöht gebaut wurde um die gesundheitsfördernde Brise einzufangen. Die meisten Patienten die im Krankenhaus lagen waren Arbeitunfälle. Dazu kamen noch Atem- und/oder Rheumabeschwerden. Hier nahm man allgemein an das bis das Gegenteil bewiesen wurde, die Krankheiten grundsätzlich vorgetäuscht wurden.
Wir nahmen in der Irrenanstalt unser Mittagessen ein. Ein sehr eindrückliches Haus besuchten wir nach dem Mittagessen, das Einzelgefängnis. Dieses Gebäude wurde infolge eines Buschbrandes 1895 fast vollsständig zerstört und wird heute wieder aufgebaut. So konnten wir Einblick nehmen in die Zellen in der jeder Neuankömmling vier bis zwölf Monate in Isolation und und Stille verbrachte. Also gross sind diese Zellen nicht, aber schon grösser wie die in der Strafanstalt. 23 Stunden pro Tag verbrachte der Insanse in seiner Zelle, wo er Kleidung, Schuhe, Matten oder Besen herstellen konnte. Er hatte einen kleinen Tisch, ein Schemel, eine Bettrolle, einen Nachttopf sowie ein Eckgestell für Essgeschirr, persönliche Gegenstände, Waschsachen und die Bibel. Wenn der Insasse nach draussen durfte, dann nur mit einer Maske über dem Gesicht die ihn daran hinderte mit anderen Kontakt aufzunehmen. Was ich sehr schrecklich fand, war die Kapelle. Hier hatte jeder Insasse eine abgeschirmte Einzelkabine. Hier sah man nur den Pfarrer und sonst nichts.
Dieser Besuch des Gefängnisses war sehr eindrücklich aber auch erschreckend.
Wir hatten nun doch schon sehr viel gesehen und waren sehr viel gelaufen und waren müde. Als nächstes sahen wir uns noch die Kirche an. Hier musste jeder am Sonntag in die Kirche gehen und so gingen bis zu 1100 Menschen jeden Sonntag zum Gottesdienst.
Von der Kirche zum Ausgang spazierten wir durch den schön angelegten Regierungsgarten, der im Frühling sicher wunderschön blüht. Wieder im Besucherzentrum wollten wir noch schauen was es mit den Spielkarten auf sich hatte. Hier zeigte jede Karte ein Leben eines Sträflings, wie er lebte und was er arbeitete. Wir hatten aber langsam genug gesehen und entschlossen den Rundgang durch das Museum abzukürzen.
Wieder beim Auto entschlossen wir uns, heute etwas abseits zu übernachten. So fuhren wir los und suchten die Strasse, die uns zu dem entfernten Campingplatz führen sollte. Die hatten wir dann auch gefunden, doch war sie leider gesperrt. So fuhren wir zum Campingplatz in Port Arthur der auch im Grünen lag.
Da es aber noch nicht so spät war fuhren wir noch zu zwei Aussichtspunkten. Beim Palmers Lookout hatten wir einen schönen Ausblick auf die Bucht von Port Arthur. Etwas weiter sahen wir noch Remarkable Cave. Hier gab es Loch im Felsen wo man hindurch schauen und die Wellen vom Meer beobachten konnte. Das türkisfarbene Meer war wunderschön und die hohen Wellen machten das Bild komplett.
Beim Campingplatz gab es schon bald das Nachtessen, was heute etwas einfacher ausfiel. Beim abendtlichen Spaziergang sahen wir unser erstes tasmanisches Padmelon. Das ist eine Mischung aus einer Maus und einem Känguru. Auch gab es hier viele Kleinere und grössere Vögel.
Am nächsten Tag sahen wir sogar einen wunderschönen Papagei auf einem Ast sitzen, den Patrik natürlich gleich fotografieren musste.
Heute planten wir Port Arthur zu besuchen und waren gespannt, was uns da erwartete. Wir erhielten bei der Kasse zwei Spielkarten und eine Fahrt auf einem Boot, das um 11.00 Uhr ablegte. Wir entschlossen uns die Spielkarten erst später einzulösen und steuert so zuerst zum Bootssteg. Die Strasse zum Steg ging vorbei an einem grossen Park bei dem wir einen ersten Blick auf die Grösse der Siedlung werfen konnten.