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Absinth, auch als «die grüne Fee» bekannt, hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf viele Künstler, Schriftsteller und Denker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Substanz wurde oft mit Kreativität und Inspiration in Verbindung gebracht, aber auch mit Kontroversen und manchmal tragischen Lebensgeschichten.
Eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die mit Absinth in Verbindung gebracht wurde, ist der Dichter und Dramatiker Oscar Wilde. Wilde war ein berühmter Absinth-Trinker, und es wird gesagt, dass er viele seiner Werke unter dem Einfluss des Getränks verfasste. Er beschrieb die Erfahrung des Absinth-Trinkens oft als eine Eröffnung von verborgenen Realitäten, eine Erweiterung der Wahrnehmung, die den Trinker in eine andere Welt versetzte.
Ein weiterer Künstler, der für seine Affinität zu Absinth bekannt ist, war Vincent van Gogh. Van Goghs Beziehung zu Absinth ist legendär, und einige glauben, dass der Alkohol und die darin enthaltenen Chemikalien einen Einfluss auf seine geistige Gesundheit und die lebhaften Farben in seinen Gemälden hatten. Es gibt Spekulationen, dass die psychotropen Effekte des Absinths zu seiner berühmten Entscheidung beigetragen haben könnten, sich ein Ohr abzuschneiden.
Die Schriftstellerin und Philosophin Gertrude Stein war ebenfalls eine bekannte Absinth-Trinkerin. Stein hielt Salons in Paris ab, wo Absinth oft konsumiert wurde. Diese Zusammenkünfte waren Treffpunkte für viele Künstler und Denker der Avantgarde, und Absinth war Teil des kulturellen Rituals, das Kreativität und Diskussion anregte.
Der Dichter Arthur Rimbaud und sein zeitweiliger Liebhaber, der Dichter Paul Verlaine, waren ebenfalls berüchtigt für ihren Absinth-Konsum. Ihre stürmische Beziehung und der gemeinsame Konsum des Getränks führten zu einer Reihe von Exzessen und schliesslich zum Bruch ihrer Beziehung.
Absinth war nicht nur auf die Bohème beschränkt. Es hatte auch Anhänger in der höheren Gesellschaft, wie etwa Pablo Picasso, einen Künstler, der mit seinen avantgardistischen Werken berühmt wurde. Picasso und seine Zeitgenossen sahen in Absinth ein Mittel zur Lockerung sozialer Konventionen und zur Förderung kreativer Freiheit.
Der berühmte amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway war ein Verehrer von Absinth und es spielte eine Rolle in seinem abenteuerlichen Lebensstil. Hemingway, bekannt für seine spartanische Schreibweise und seine lebenslustige Persönlichkeit, trank Absinth während seiner Zeit in Paris in den 1920er Jahren, einem kulturellen Schmelztiegel für Expatriates. Er erfand sogar einen Cocktail namens «Death in the Afternoon», eine Mischung aus Absinth und Champagner, der die euphorische und betäubende Wirkung des Getränks widerspiegelte.
Der französische Maler Henri de Toulouse-Lautrec war ein weiterer berühmter Liebhaber des Absinths. In der Pariser Bohème-Szene des Montmartre war er bekannt für seine Darstellungen des nächtlichen Lebens, einschliesslich der Bars und Cafés, in denen Absinth eine gängige Wahl war. Toulouse-Lautrec war sogar bekannt dafür, seinen eigenen Absinth-Cocktail zu mischen, den er «Tremblement de Terre» (Erdbeben) nannte, was auf die starke Wirkung hindeutet.
Edgar Degas, ein französischer Impressionist, fängt in seinem Gemälde «L’Absinthe», die soziale Realität eines Pariser Cafés in den 1870ern ein, in dem eine entfremdete Frau vor einem Glas Absinth sitzt. Dieses Bild verewigt die Rolle des Absinths im sozialen Gefüge und die oft zugeschriebene melancholische Wirkung des Getränks.
Der französische Dichter Charles Baudelaire war Teil des berüchtigten «Club des Hashischins» in Paris, einer Gruppe von Schriftstellern und Künstlern, die sich regelmäßig trafen, um Drogen wie Haschisch und Absinth zu konsumieren. Baudelaire schrieb über die Effekte dieser Substanzen und schloss Absinth in seine Betrachtungen mit ein, besonders in seinem Werk “Die künstlichen Paradiese”, in dem er die Erfahrungen und Philosophien des Drogenkonsums erforscht.
Alfred Jarry, ein Schriftsteller und Dramatiker, bekannt für sein provokatives Werk «Ubu Roi», war ebenfalls ein enthusiastischer Absinth-Trinker. Seine exzessive Lebensweise und sein Hang zum Absinth wurden zu einem Teil seines exzentrischen Images. Er soll oft mit seinem Fahrrad durch Paris geradelt sein, eine Flasche Absinth in der Hand.
Diese Persönlichkeiten zeigen, wie Absinth über verschiedene Künste und Gesellschaftsschichten hinweg Einfluss ausübte. Ihre Geschichten spiegeln die Faszination und auch die Gefahren einer Substanz wider, die die Fantasie beflügelte, aber auch zum Untergang beitragen konnte. Absinth war nicht nur ein Getränk; es war ein Symbol für die Exzesse und die Suche nach neuen Erfahrungen, die das Ende des 19. Jahrhunderts und den Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichneten.
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