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Kurzköpfigkeit oder Brachycephalie ("brachis" = kurz und "cephalus" = Kopf)
Bei den meisten Rassen besteht denn auch kein Zweifel, ob sie nun als brachycephal (kurzer Kopf - Boston Terrier, Mops, Peginese, Shi-Tsu, Chihuahua), mesocephal (normal langer Kopf - Retriver, Schäferhunde, Dalmatiner, Beagle) oder dolichocephal (überlanger Kopf - Barsoi, Collie, Whippet, Irish Wolfhound) einzuteilen sind.
Gezielte Zucht auf eine Verkürzung des Schädels hat zur Bildung der sogenannten brachyzephalen Rassen geführt. Dies erfolgte aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen: Mops und Französische Bulldogge sollten ganz besonders niedlich aussehen und ihre kindliche Stubsnase lebenslang behalten. So sehen auch erwachsene Tiere aus wie ein Welpe und sprechen über das Kindchenschema fürsorgliche Instinkte in uns an. Ganz anders die Englischen Bulldoggen, sie sollten im Mittelalter beim Kampf mit Bullen besser kämpfen können.
Die gezielte Umformung des Hundeschädels hat zu Deformationen an allen oberen Atemwegen, dem Gebiss, dem Mittelohr, den Augen und des Gehirns geführt. Die Veränderungen werden unter dem Begriff Brachyzephales Syndrom zusammengefasst. Als charakteristische Befunde gelten verengte Nasenlöcher und Nasenhöhlen, ein verlängertes und verdicktes Gaumensegel sowie Veränderungen an Kehlkopf und Luftröhre.
Es ist empfehlenswert, beim Kauf eines Boston Terrier unter anderem darauf zu achten, dass die Elterntiere (und der Welpe) eine (sichtbare) Nase haben und die Nasenlöcher möglichst runde Löcher sind und nicht nur schmale Schlitze, damit der Hund frei atmen kann.
Ausführliche Informationen zur Brachyzephalie finden Sie auf der Informationsseite von Prof. Dr. Gerhard Oechtering der Universität Leipzig
Informationen und Vorgehen eines betroffenen Rasseclubs (französische und englische Bulldoggen) finden Sie hier.