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In vielen Fällen habe ich als Business Coach in den Beratungsgesprächen mit Klienten festgestellt, dass die Kommunikation oft die Ursache von Problemen ist. Oft äussert sich das in Konflikten, die verbal oder schriftlich ausgetragen werden. Negative Kommunikation entmutigt und demütigt, was die psychische Belastbarkeit (Resilienz) beeinträchtigen kann. Umgekehrt kann eine bewusst konstruktive Kommunikation (ob mit sich selbst oder mit anderen) die Resilienz stärken (Sheffi, 2005: S. 255ff).
Resilienz ist für uns persönlich und das Unternehmen wichtig
Mitarbeitende sind besser in der Lage, auf Herausforderungen oder Krisen in einem Unternehmen zu reagieren. Resilient zu sein, bedeutet, widrige Situationen zu akzeptieren und konstruktiv mit ihnen umgehen zu können. Studien belegen, dass resiliente Mitarbeitende weniger krank werden und ihrem Unternehmen eher verbunden sind (Mourlane et. al., 2013). Resilienz basiert nach Ansicht verschiedener Wissenschaftler auf mehreren Faktoren, die zum Beispiel als die sieben Säulen der Resilienz bekannt geworden sind (Reivich & Shatté, 2002):
Abb.: Sieben Säulen der Resilienz (eigene Darstellung nach Reivich & Shatté, 2002)
Diese sieben Säulen wirken wie stabile Träger für ein Dach. Jede dieser Säulen hat ihre eigene Wirkung, sie beeinflussen und stützen sich gegenseitig. Resiliente Menschen sorgen dafür, dass sie ihre persönlichen Säulen stärken. Dies tun sie, indem sie lernen, optimistisch zu sein und Situationen zu akzeptieren. Sie verlassen schnell ihre Opferrolle, suchen nach Lösungen und übernehmen Verantwortung. Dabei nutzen sie ein Netzwerk und planen für die Zukunft.
Wie Sie mit der richtigen Wortwahl die Resilienz stärken
Kommunikation spielt bei der Entwicklung von Resilienz eine tragende Rolle. Die Wortwahl beeinflusst die Wirkung positiv oder negativ. Denken Sie einmal darüber nach, wie oft Sie sich schon zu sich selbst gesagt haben: "Das kann ich nie" oder „Ich muss...“ oder zu anderen Mitmenschen haben Sie gesagt: „Hast du es noch immer nicht kapiert.“, „Wir müssen...“. Wie wirkt das auf Sie?
Ein „Wir müssen etwas tun.“ hält uns in der Opferrolle. Ein „Wir können etwas tun.“ lässt die Wahl offen, etwas zu tun oder nicht zu tun. Durch die geeignete Wortwahl bewegen wir uns von der Opferrolle weg hin zum Handelnden.
Ein Beispiel in einer Unternehmenskommunikation zu einem Umsatzeinbruch könnte negativ formuliert so sein: „Die Umsätze sind eingebrochen und das drückt auf unsere finanzielle Situation. Wenn sich das nicht ändert, müssen wir Konsequenzen ziehen.“ Die bewusst konstruktiv gewählte Formulierung, die sich an den sieben Säulen orientiert, wirkt dagegen viel ermutigender:
- Akzeptanz: „Die Umsätze sind eingebrochen und es ist, wie es ist.“
- Optimismus: „Wir haben schon mehrere Krisen überstanden und wir werden bald wieder positive Zahlen sehen.“
- Verlassen der Opferrolle: „Wir lernen daraus.“
- Lösungsorientierung: „Wir suchen gemeinsam nach Wegen, um neue Umsätze zu generieren oder Prozesse zu optimieren.“
- Verantwortung: „Wir reden nicht nur, wir tun es auch.“
- Netzwerk: „Wir binden Mitarbeitende ein, um Lösungen zu erarbeiten.“
- Zukunftsorientierung: „Das Unternehmen wird sich erholen und die Massnahmen werden in den nächsten zwei Jahren umgesetzt.“
Es geht darum, eine Denkweise einzunehmen, die unsere Widerstandsfähigkeit stärkt.
Fazit
Es lohnt sich, die eigene Kommunikation durch bewusste Wortwahl zu verbessern. Unsere Resilienz wird gestärkt und wir sind in Zukunft besser auf alle möglichen Situationen vorbereitet.
Quellen und weiterführende Informationen
Sheffi, Y. (2005). The Resilient Enterprise. Overcoming vulnerability for competetiveadvantage. Cambridge: MIT Press.
Reivich, K., & Shatté, A. (2002). The resilience factor: 7 essential skills for overcoming life's inevitable obstacles: Broadway Books.