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Samstag, 29.10.
18.00–20.00 Uhr
Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1
Panel 4
Verlernen
Die Denkfigur Verlernen sowie die Versuche ihrer Realisierung ist in aktuellen Künsten ebenso anwesend wie in anderen Diskursen. Während der Gedanke des Delinking von Walter D. Mignolo darauf abzielt, dass die Subjekte an den Rändern (border) eurozentristischen Denkens ihre eigenen Perspektiven entwickeln sollen, zielt der Begriff des Verlernens darauf, hegemoniales Wissen im Zentrum seiner Produktion zu hinterfragen. Anders gesagt, diejenigen, die versuchen, zu verlernen, beschäftigen sich mit sich selbst. Wie liessen sich beide Konzeptionen, die des Delinking und die des Verlernens, überhaupt zusammendenken und welche Gefahren und Selbstverständnisse bringen sie mit sich? Kann ein »unordentliches Denken« (Castro Varela) tatsächlich die Pfade westlichen Denkens verlassen oder ist »unordentliches Denken«, das als Erwartung an die Künste herangetragen worden ist, nicht eher Teil des westlichen Denkens selbst.
María do Mar Castro Varela (Berlin): Belohnte Ignoranz verlernen. Ethische Betrachtungen
Michaela Ott (Hamburg): Um-Lernen als epistemologisches Dividuationsverfahren
Marita Tatari (Stuttgart/Berlin): Über die Entscheidung, das westliche Denken zu verlassen
Moderation: Ines Kleesattel
María do Mar Castro Varela ist Professorin für Soziale Arbeit und Allgemeine Pädagogik an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Sie forscht zu postkolonialer Theorie, Rassismus, Antisemitismus, Migration und Kritischer Theorie. In diesem Jahr erschien ihr Buch Double Bind postkolonial.
Michaela Ott ist Professorin für Ästhetische Theorien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind poststrukturalistische Philosophie, Ästhetik und Politik, Ästhetik des Films, Affekttheorie, Theorien des Raums, Kunst-Wissen, (In)Dividuation, postkoloniale Theorie, afrikanische Philosophie und Kunst.
Marita Tatari vertritt die Professur Gegenwartsästhetik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Ihre Schwerpunkte sind Kontinentalphilosophie, Ästhetik und Kunsttheorie, sowie u. a. räumliche und performative Aspekte der Künste, Epistemologie der Performance, Realität der Kunst und Kunstwerk als Handlung.
Ines Kleesattel ist Dozentin im Master Art Education der ZHdK und forscht am Forschungsschwerpunkt Kulturanalyse in den Künsten zu situierter Ästhetik, künstlerischer Forschung und experimentellen Theoriepraktiken. 2021/2022 vertrat sie die Professur für Kunstvermittlung und Ästhetik in der Fachgruppe Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.