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Ein Hin und Her mit glücklichem Ende
Carl Fürchtegott Grob, der Erbauer der Villa Patumbah, verstarb 1893. Danach lebte die Witwe Anna Dorothea Grob-Zundel mit ihren beiden Töchtern noch gegen 20 Jahre im Haus. Der Unterhalt wurde ihnen zu aufwendig. Sie verliessen die Villa und übertrugen Haus und Park der Stiftung Diakoniewerk Neumünster, die daraufhin im Haus ein Altersheim einrichtete.
Teilung des Parks
1929 verkaufte das Diakoniewerk den nördlichen Parkteil an Private. Seitdem war der Park des Gartenkünstlers Evariste Mertens in zwei Hälften geteilt. Die nördliche Parzelle blieb ungenutzt und verfiel in einen Dornröschenschlaf. Anders entwickelte sich die südliche Parkhälfte rund um die Villa. Das Diakoniewerk verwandelte die kunstvolle Anlage in einen Nutzgarten. Die Villa vermochte schon bald den betrieblichen Anforderungen des Heims nicht mehr zu genügen. 1976 beabsichtigte die Stiftung, die Villa durch einen Neubau zu ersetzen. Der Stadt Zürich gelang es, den Abbruch der Villa durch Kauf zu verhindern. Das restliche Grundstück hingegen sollte genutzt und im Baurecht abgegeben werden. Geplant waren 25 Alterswohnungen im untersten Drittel des Parks. Als im Frühling 1981 das Baugespann stand, formierte sich der «Verein Pro Patumbah-Park». Er lancierte innerhalb eines Monats eine Volksinitiative mit dem Ziel, den südlichen Parkteil der Freihaltezone zuzuführen. Die Vorlage wurde deutlich angenommen. Bei der Stadt fand ein Umdenken statt. Als Pilotprojekt der Zürcher Gartendenkmalpflege wurde in den Jahren 1986 bis 1992 die städtische, südliche Parkhälfte originalgetreu rekonstruiert und öffentlich zugänglich. Die Räume der Villa wurden als Büros vermietet.
Tauziehen um den nördlichen Parkteil
Die private, nördliche Parkhälfte blieb rechtskräftiges Bauland. Eine Unterschutzstellung wurde durch die Besitzer erfolgreich angefochten. Um den nördlichen Parkteil vor einer Überbauung zu bewahren und seine Zusammenführung mit der Südhälfte doch noch zu erreichen, wurde Ende 1995 die «Stiftung zur Erhaltung des Patumbah-Parkes» gegründet. Ihr ist es zu verdanken, dass 2001 die Zusammenarbeit mit einer Investorin besiegelt werden konnte. Diese liess vom Architekturbüro Miller & Maranta ein Bauprojekt mit Wohnungen und einem Hammam ausarbeiten, welches sich auf die Bebauung des Parkrandes beschränkt. Damit verzichtete sie auf einen beträchtlichen Teil der möglichen Ausnutzung. So konnte der mittlere Teil des Gartens und das alte Wegnetz rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Die «Stiftung zur Erhaltung des Patumbah-Parkes» sah ihr ursprüngliches Ziel weitgehend erreicht und richtete sich neu aus. Fortan heisst sie «Stiftung Patumbah» und konzentriert sich auf die Restaurierung der Villa. Mit dem Schweizer Heimatschutz fand sie einen Partner, der die Villa einer geeigneten und würdigen Nutzung zuführen wird: als öffentliches Heimatschutzzentrum und Geschäftssitz. In der Folge passte der Stadtrat die Rahmenbedingungen für einen Verkauf an. Dank Subventionen und Darlehen der Stadt konnte die Villa 2006 in das Eigentum der Stiftung Patumbah übergehen.
Nutzung durch den Schweizer Heimatschutz
Von Juni 2010 bis Mai 2013 wurden die prächtigen Fassaden und die Innenräume der Villa im Auftrag der Stiftung Patumbah und in enger Begleitung durch die kantonale Denkmalpflege renoviert. Für die Restaurierung und die baulichen Anpassungen war das Architekturbüro Pfister Schiess Tropeano & Partner zuständig. Seit dem 1. Juni 2013 ist der Schweizer Heimatschutz Mieter der Villa Patumbah und belebt sie mit dem öffentlichen Heimatschutzzentrum und den Büros der Geschäftsstelle.