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Die Rekonstruktion des Schultergelenkes im Rahmen einer chronisch-degenerativen, entzündlichen oder posttraumatisch bedingten Arthrose erfordert vom Operateur eine grosse klinische Erfahrung. Die besten Resultate konnten hierbei mit der Implantation von künstlichen Schultergelenken erzielt werden, wenn der prothetische Ersatz die Anatomie möglichst genau reproduziert. Für den Patienten ist der unerträgliche Schulterschmerz bei Bewegung, Belastung und vor allem in Ruhe ausschlaggebend, den Arzt aufzusuchen. Dieser Leidensdruck und weniger das Alter des Patienten ist im Entscheidungsprozess zur Implantation eines künstlichen Schultergelenkes massgebend. Eine wichtige Voraussetzung ist natürlich, dass alle zur Verfügung stehenden konservativen Massnahmen ausgeschöpft wurden.
Die Operation wird üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel 1,5–2 Stunden. Die abgenützten Gelenkoberflächen werden nach einem speziellen Schnittplan bearbeitet, sodass das künstliche Schultergelenk exakt dem Knochen angepasst werden kann. Intraoperativ wird entschieden, ob sowohl der Oberarmkopf als auch die Gelenkpfanne ersetzt werden müssen.
Nach Verschluss des Zuganges wird die Schulter unmittelbar postoperativ zunächst in einer Gilchrist-Bandage gelagert. Bereits am ersten postoperativen Tage wird mit einer physiotherapeutischen Übungsbehandlung begonnen, welche zunächst passive Bewegungsmuster und später auch aktiv-assistive und aktive Übungen einschliesst. Bei guter präoperativer Mobilität der Schulter (leider selten der Fall) ist die Beweglichkeit nach ca. 45 Tagen wieder erlernt, und der aktive Kraftaufbau kann erfolgen. Bei präoperativer Einsteifung des Schultergelenkes muss der Patient hingegen im ersten postoperativen Jahr mehrmals tägliche Dehn- und Streckübungen durchführen, um seine Mobilität zu verbessern und das erreichte Bewegungsausmass erhalten zu können.
Standardmodell eines künstlichen Schultergelenkes