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Einsatz VXE-6
OPERATION ’DEEP FREEZE »VXE-6«
Es gehörte zu den Verantwortlichkeiten der US Marine, Vorhaben der USA in der Antarktis zu unterstützen. Diese Nachschubaktion mit dem Namen Operation Deep Freeze umfasst die alljährliche Verschiffung tausender Tonnen Fracht, die Errichtung von Stationen in entlegenen Gebieten, das Einfliegen Hunderter von Wissenschaftlern und Bedienungspersonal in von der Umwelt abgeschnittene Forschungsstützpunkte und die Versorgung mit allem Lebensnotwendigen in einer lebensfeindlichen Umwelt. Es handelt sich hier um ein überaus kompliziertes Unternehmen, das hohe Anforderungen an alle stellt. Um diesen gesamten Nachschub zu organisieren, wurde am 1. Februar 1955 die US Naval Support Force, Antarctica (Versorgungseinheit der US Navy, Antarktis), als Teil der atlantischen US-Flotte gegründet, und dies kurz nachdem die Vereinigten Staaten den Beschluss gefasst hatten, sich an der Erforschung der Antarktis im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres (1. Juli 1957 – 31. Dezember 1958) zu beteiligen. Das Internationale Geophysikalische Jahr erwies sich als dermassen erfolgreicb, dass ein langfristiges US-Forschungsprogramm für die Antarktis unter Schirmherrschaft der National Science Foundation erstellt wurde, und auch in der Folgezeit leistete die US Navy den US-Wissenschaftlern in der Antarktis volle Unterstützung. Der Konteradmiral, der den Oberbefehl über die Naval Support Force innehat, ist zugleich der oberste Vertreter der Vereinigten Staaten in der Antarktis. Er leitet sowohl Jie Unternehmen eines Teams aus erfahrenen Spezialisten von Navy, Army und der US Air Force, als auch den Einsatz von Eisbrechern der US-Küstenwache, die bei ihren Aufgaben als Teil der Task Force 43 eng zusammenarbeiten. Die Antarctic Development Squadron Six (VXE-6) ist die einzige Luftversorgungseinheit der US-Marine, die sich an der alljährlichen Erschliessung und Erforschung des vereisten antarktischen Kontinents beteiligt. Das Verteidigungsministerium hat die Marine mit der Aufgabe betraut, die wichtigen wissenschaftlichen Forschungsvorhaben zu unterstützen, die 1955 in der Antarktis aufgenommen worden sind.
Ohne VXE-6 hätte es in der Antarktis auf wissenschaftlichem Gebiet kaum nennenswerte Erfolge gegeben. Der Antarctic Development quadron Six (ursprüngliche Bezeichnung VX-6) wurde am 17. Januar 1955 als Basis der Luftstützpunkt Patuxent River, Maryland zugewiesen, doch dieser wurde kurz darauf, im Jahre 1956, nach dem N.A.S Quonset Point, -H.I., verlegt.
Zum Aufgabengebiet der VXE-6 gehören Luftbild-Kartographie, Such- und Rettungsaktionen, Luftaufklärung zur Unterstützung von wissenschaftlicher Feldforschungs-Unternehmungen und der Nachschub mit Versorgungsgütern für diejenigen Wissenschaftler, die an den laufenden Forschungsprojekten teilnehmen. Um der Vielfalt ihrer Aufgaben gerecht werden zu können, ist vxe-6 mit Flugzeugtypen ausgerüstet, die im Vergleich zu anderen Marine-Lufteinheiten über die grössten Einsatzmöglichkeiten verfügt. Flugzeuge, die hierbei Verwendung finden, sind die mit Kufen ausgerüstete LC-13o “Hercules” (mit gewaltigem Frachtraum) und UH-1N “Huey” Hubschrauber. Alljährlich während der Sommermonate der südlichen Erdhälfte, also von Oktober bis März, fliegt die Schwadron die Antarktis an und kehrt im März zur Überholung ihrer Flugzeuge und zur Ausbildung neuer Mannschaften für den nächsten Deep Freeze-Einsatz nach Rhode Island zurück. Aber selbst Winter flüge in die Antarktis sind für die Piloten von VXE-6 beinahe zu einer Routine-Angelegenheit geworden. Der erste Einflug während eines Wintermonats ereignete sich im April 1961, als ein erkrankter sowjetischer Wissenschaftler von der Byrd Station ausgeflogen werden musste. Die erste, planmässigen sogenannten WINFLYS wurden 1967 aufgenommen.
Die McMurdo Station, die Hauptbase Amerikas in der Antarktis, ist eine der sieben ersten Stationen des Internationalen Geophysikalischen Jahres. Sie wurde zuerst als eine Nachschubstation eingerichtet, ist aber jetzt fast als eine kleine Stadt zu bezeichnen, mit vielen Einrichtungen, die auch in amerikanischen Städten zu finden sind. Der Landestreifen Williams Field befindet sich ca. sieben Meilen ausserhalb von McMurdo. Die Mehrzahl des VXE-6-Personals arbeitet und lebt in Williams Field. Auch in Christchurch, N.Z., befindet sich eine kleine Nachschubbasis. Sie verbindet die Mutterstation über 12000 Meilen mit den Versorgungsquellen. Der Transport von Menschen und Material zwischen den USA, Neuseeland und der Antarktis ist nicht einfach. Die VXE-6 Flieger können überall auf der Antarktis landen, was die Grundvoraussetzung für die Erforschung ist. Überall wurden Lager eingerichtet. Ein typischer Flug von Quonset nach Christchurch dauert ca. 36 Stunden und geht über ca. 10 000 Meilen. Die Reise von Christchurch nach Williams Field geht über 2 100 Meilen. Die Mannschaft und ihr Flugzeug müssen auf dem Flug zur South Pole Station und zurück 1 454 Meilen von gefahrdrohendem Gebirge, Gletscher und Eis überfliegen. Der Flug zur Byrd Station und zurück ist nicht weniger anstrengend: es müssen 1 200 Meilen überflogen werden. Ein Hin- und Rückflug zur Lassiter-Küste umfasst eine Strecke von 3 000 Meilen. Bei der Reise zur Siple Station sind 1 700 Meilen zu fliegen.
Unter Berücksichtigung der vorangegangenen Statistik wird man einsehen, dass zahlreiche Probleme, z.B. bei der Versorgung, auftreten können. Kleinere Diskrepanzen können in Williams Field korrigiert werden, aber die 2 100 Meilen von McMurdo nach Christchurch können den Flugzeugen grosse Schwierigkeiten bereiten, die sich dann sehr schwerwiegend bei, der Erforschung bemerkbar machen. Viele Forschungsaufträge konnten nur durch den Einsatz der LH-34er zu einem guten Ende geführt werden; so z.B. die Forschungsaufträge bei Cape Byrd, Cape Crozier, Cape Evans, Cape Royds und Vanda Station.
VXE-6
Die US-Marineflugstaffel VXE-6 Antarctic Development Squadron Six war vom 17. Jan. 1955 bis zum 17. Feb. 1999 – also während über 44 Jahren im Einsatz. Der Name lautete bis Ende 1968 VX-6 und ab 1.1.1969 VXE-6
Ihre Aufgabe war insbesondere die Versorgung der US-Stationen in der Antarktis : Mc Murdo, South Pole und früher Byrd Station. und unterstand der US-Marine. Die VX-6 war zuerst bei der Naval Air Station, Patuxent River, Md als fliegerischer Arm der Task Force 43 untergebracht, wechselte im Juni 1956 zur Naval Air Station , Quonset Point, R.I. und ein weiteres Mal im Okt. 1973 nach Point Mugu in Kalifornien.
Das Maskottchen der VXE-6 war ein angesäuselter Pinguin (Puckered Pete) und die Besatzungen nannten sich Eispiraten (Ice Pirates). Dieser Pinguin wurde auf vielen Briefen aus der Antarktis abgeschlagen.
Im Laufe der Jahre wurden die Flugzeuge immer grösser, die Anzahl und die Typen immer weniger. Beim letzten Flug 1999 war eine Hercules C-130 im Einsatz.
Nebst den Routineflügen gab es bei der VXE-6 auch recht aussergewöhnliche Flüge – eigentliche fliegerische Höchstleistungen:
- 31. Okt. 1956 : Erste Landung einer VXE-6 Maschine auf dem Südpol
- 9. Apr. 1961 : Erster Nachtflug und Landung bei Nacht in der Antarktis – der Flug wurde wegen einer medizinischen Behandlung von Leonid Kuperov von der Byrd Station notwendig.
- 1. Okt. 1963 Langstreckenflug von Kapstadt Südafrika über den Südpol nach Mc Murdo 7400km in 14h30′ – Einsatzflug
- 29. Sep. bis 1. Okt. 1964 : Langstreckenflug von Melbourne zur Byrd Station.
- 1. bis 2. Okt.. 1964 : Flug mit LC-130F von Punta Arenas nach Mc Murdo
- ab 1964 die Flüge nach den Stationen der ehemaligen Sowjetunion : Vostok und Mirniy
- die Midwinterflüge nach Mc Murdo ab 1967
- 24.Jan. 1979 : von Mc Murdo nach der australischen Station Casey
Der Einsatz der VXE-6 der US-Marine stand im Einklang mit dem Antarktisvertrag, dort steht nämlich im Artikel I : Die Antarktis wird nur für friedliche Zwecke genutzt. Alle Massnahmen militärischer Art sind verboten. Der Einsatz militärischen Personals sowie Materials für die wissenschaftliche Forschung hingegen ist möglich.
VXE-6 Flugrouten
Christchurch – Mc Murdo
Mc Murdo – South Pole
Mc Murdo – Byyrd Station
Mc Murdo – Siple
Mc Murdo – Vostok
Mc Murdo – Lake Vanda
Die VXE-6-Statistik von 1969
VXE-6 Heliflüge
VXE-6 Falschirmabsprünge
DAS VXE-6 PARA-RESCUE TEAM Am 19. Dezember 1955 landeten die Skymasters und Neptunes der Squadron in McMurdo und damit begann DEEP FREEZE I. Nach einer Bruchlandung während des ersten Einsatzes wurde ein Fallschirm-Rettungstrupp aufgestellt, der jetzt aus 12 Männern besteht, die im ständigen Training Übungssprünge durchführen, um stets einsatzbereit zu sein. Sie sind die einzige Fallschirmeinheit in der Antarktis. VXE-6-Belege vom 10. November und 7. Dezember 1971 tragen Vermerke über solche Übungssprünge. Bekannt wurde der Höhenrekord in der Antarktis vom 11. Januar 1969, den Dick Spaulding mit einem Sprung aus 12,500 feet.