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Die wahre «Königin der Nacht», Florence Foster Jenkins, erlangte hauptsächlich wegen ihrer Liebe zur Musik Bekanntheit: Was zunächst nur vor kleinem und ausgewähltem Publikum geschah, sprach sich schnell herum und mauserte sich zu einem Geheimtipp. Es gilt zu sagen, Jenkins war, was den Gesang anbelangt, praktisch talentfrei. Trotz allem oder wohl eher deswegen schaffte sie es 76-jährig, die Carnegie Hall in New York restlos auszuverkaufen.
In der Geschichte der Carnegie Hall sei kein Konzert schneller ausverkauft gewesen. Nachdem die 2’800 verfügbaren Plätze weg waren, mussten um die 2’000 Menschen vor den Türen abgewiesen werden. Für ein Ticket, welches 1944 zwei US-Dollar kostete, wurde das bis zu zehnfache geboten. Das wären heute umgerechnet bis zu 275 Franken.
Abgesehen von ihrem Traum, den sie sich vorbildhaft und unermüdlich erfüllte, setzte sie sich erfolgreich für zahlreiche wohltätige und kulturelle Zwecke ein. Lady Florence, wie sie gerne genannt wurde, ist ein Vorbild in Sachen Hartnäckigkeit und hat sich ihre Unsterblichkeit im kulturellen Gedächtnis hart erarbeitet. Sie starb gut einen Monat nach ihrem Auftritt in der Carnegie-Hall an den Folgen eines Herzinfarkts. Ihr Leben wurde 2016 mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt.