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Mittwoch, 18. Juli 2012
Das IOC schützt offizielle Kooperationspartner in London mit für Konsumenten unsympathischen Methoden. Prinzipiell kann man sich die Frage stellen ob McDonald's, der Schokoladehersteller Cadburys, Biergigant Heineken und der Softdrink-Riese Coca Cola tatsächlich diejenigen Firmen sind, die am ehesten mit den sportlichen Höchstleistungen und dem olympischen Gedanken assoziierbar scheinen. Aber unabhängig davon schreiten mit den Sponsorendeals Rechte einher, die über das übliche Mass bei sportlichen Grossereignissen hinausgehen.
Das Pommes-Monopol von McDonald's, das es dem US-Fast-Food-Riesen ermöglicht, exklusiv an allen 40 Olympiastandorten frittierte Kartoffeln zu verkaufen, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Aber auch Bierhersteller Heineken, Coca Cola oder Schokoladehersteller Cadburys haben ganz ähnliche Garantien zur Exklusivität für ihre jeweiligen Produkte. Damit kann man leben.
Aber noch einen Schritt weiter geht Visa. Dort muss die olympische Exklusivität erst auf besonders bizarre Weise hergestellt werden. An den offiziellen Spielstätten in London werden Bankomaten positioniert, die ausschliesslich mit Visa-Karte bedienbar sind. Eine wirklich "sympathische" Einladung, Visa-Kunde zu werden.
Um ihre Sponsoren zu schützen, wird das Olympische Komitee zusätzlich gut 300 Personen ausschicken, die keine andere Funktion haben, als zu überprüfen, ob sich auch wirklich alle Firmen in Grossbritannien an das Verbot, bestimmte Worte zu Werbezwecken zu verwenden, halten. "Gold", "Silber", "Bronze", aber groteskerweise auch das Wort "Sponsoren" oder selbst "London" dürfen in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden, meint jedenfalls das IOC. Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Geldstrafen.
Wie der "Independet" berichtet, verteidigt sich das Olympische Komitee damit, dass die Sponsoren, die sehr viel Geld investiert hätten, nur so zu ihrem Engagement bereit wären und es ungerecht sei, wenn andere Firmen den selben Werbewert lukrieren wollen, ohne dafür zu bezahlen. Das mag stimmen, aber ob man damit wie speziell im Fall von Visa auch die Herzen der Konsumenten gewinnen kann, scheint doch ziemlich fraglich. Aber hier geht es ja schliesslich nicht nachhaltig um Herzen, sondern primär um die kurzfristig lockere Geldbörse der Konsumenten.
Nicht minder grotesk erscheinen zudem die Auflagen für Webseiten, die zur offiziellen Olympiaseite verlinken. Diese mögen auf abfällige, falsche oder irreführende Berichterstattung verzichten. Eine Anmassung des IOC sondergleichen. Allerdings ist hier kaum davon auszugehen, dass das IOC Chancen hätte, zehntausende Seiten mit "abfälliger" Berichterstattung, was auch immer man genau darunter versteht, sperren zu lassen.