Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/1864

Die rumänische Zivilgesellschaft setzt sich für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr ein. Vor über fünf Jahren verabschiedete das rumänische Parlament ein Gesetz, laut dem jede Gemeinde im Land über eine Freiwillige Feuerwehr verfügen muss. Leider fehlte den Gemeinden das Geld für eine Gründung, weshalb das Gesetz vielerorts ein Stück Papier blieb. Also wurde die Zivilgesellschaft mit Hilfe des Vereins Opération Villages Roumains - Suisse und dem Schweizer Erweiterungsbeitrag aktiv.
Der Schweizer Pascal Praz, Vorsitzender des Vereins Opération Villages Roumains - Suisse, setzt sich dafür ein, dass ausgedientes Material der Schweizer Feuerwehr nach Rumänien gelangt. Er erklärt: «20 Jahre alte Feuerwehrautos werden in der Schweiz ausser Betrieb genommen. Sie haben aber lediglich fünfzehntausend Kilometer zurückgelegt und funktionieren tadellos. Wir übernehmen die Feuerwehrautos und unterziehen sie einer Wartung, bevor sie nach Rumänien gehen.»
Der Verein richtete gemeinsam mit rumänischen Vertreterinnen und Vertretern Zentren für Freiwilligeneinsätze bei Notfällen ein und schulte die Freiwilligen. Das rumänische Militär und Schweizer Feuerwehrleute, welche während ihrer Ferien nach Rumänien reisten, bildeten die Freiwillige Feuerwehr gemeinsam aus. Aufgrund des Erfolgs des Projekts entschied sich die Schweiz, den Verein Opération Villages Roumains - Suisse mit 250‘000 CHF des Erweiterungsbeitrags zu unterstützen. Ziel ist, dass die Freiwillige Feuerwehr in Rumänien weiter wächst.
Der Verein Opération Villages Roumains - Suisse wurde 1988 in Brüssel als Protestbewegung gegen das Dorfsystematisierungsprogramm des damaligen Präsidenten Nicolae Ceaușescu gegründet. Das Programm sah Zwangsumsiedlung der Bevölkerung kleinerer Ortschaften in agro-industrielle Zentren vor, um Ackerland zu gewinnen. Aus Protest gegen die Zerstörung des traditionell ländlichen Lebensraums in Rumänien, setzte sich der Verein Opération Villages Roumains, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Schweiz, Belgien, Niederlande und Frankreich, ein und unterstützte die rumänischen Dörfer.
Warum die Freiwillige Feuerwehr wichtig ist
Die Freiwillige Feuerwehr in Rumänien besteht in Form von regionalen Einsatzstellen für Ausnahmezustände. Jede Einsatzstelle deckt jeweils vier bis fünf Gemeinden ab. 40 bis 50 Feuerwehrleute wurden bisher für Notfallsituationen ausgebildet. Die Freiwillige Feuerwehr entlastet die Berufsfeuerwehr, indem sie kleinere Einsätze selber übernimmt oder die Zeit bis zum Eintreffen der Berufsfeuerwehr am Einsatzort überbrückt. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind darüber hinaus für andere Notfallsituationen wie Überschwemmungen geschult.
Dank der Zivilgesellschaft wurde dem rumänischen Gesetz über die Freiwillige Feuerwehr Rechnung getragen. Eine rumänisch-schweizerische Partnerschaft schuf die Basis für die Freiwillige Feuerwehr und hat damit zur Umsetzung des Gesetzes beigetragen. Seit Beginn des durch den Schweizer Erweiterungsbeitrag finanzierten Projekts entstanden weitere vier Einsatzstellen der Freiwilligen Feuerwehr. Bis Ende des Jahres 2016 sollen noch mehr Einheiten eingerichtet werden.