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Demenzwissen
Delir und Demenz – eine negative Wechselwirkung
Menschen mit Demenz sind besonders gefährdet, in körperlich oder psychisch belastenden Situationen ein Delir zu entwickeln. Umgekehrt verschlechtert ein Delir den Zustand bei Demenzbetroffenen respektive es erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken. Delirien sollten nach Möglichkeit unbedingt vermieden werden.
Eine 80-jährige Frau lebt in den eigenen vier Wänden, kann selbständig einkaufen und den Haushalt führen. Sie wurde aber deutlich vergesslicher in den vergangenen Jahren. Bei einem Sturz bricht sie sich den Hüftknochen und muss im Spital operiert werden. Am Tag nach der Operation ist sie apathisch und tritt mit anderen Personen kaum in Kontakt. Es wird eine schmerzhafte Infektion der Harnwege festgestellt, die mit Antibiotika behandelt werden kann. Zwei Tage später ist diese Infektion kein Problem mehr, aber die Patientin ist sehr unruhig, wirkt verängstigt, will aus dem Bett klettern, sagt, es sei ihr übel, und das Bett würde sich ständig rauf- und runterbewegen. Sie bekommt ein Medikament gegen die Übelkeit. Die Wechseldruckmatratze, deren Luftkammern sich automatisch füllen oder entleeren, wird mit einer Standardmatratze ersetzt. In der Folge beruhigt sich die Frau, die Angst geht zurück, ihre Wahrnehmung wird klarer.
Hyper- und hypoaktives Delir
Meistens ist ein Delir mit körperlichen Symptomen verbunden wie Schmerzen, Infektionen, Fieber, Flüssigkeits- oder Sauerstoffmangel. Diese Symptome sind aber vor allem auch als mögliche Ursachen zu sehen. Wie entsteht eigentlich ein Delir?
Viele mögliche Auslöser
Wenn eine Person, die von Demenz betroffen ist, ins Spital eintritt, dann ist die Gefahr besonders gross, dass zum Beispiel Stress ein Delir auslöst. Entsprechend wichtig ist es, dass die Angehörigen das Personal im Spital über die Demenz informieren. Viele der aufgezählten Auslöser können reduziert oder vermieden werden. In guten Spitälern wird darauf geachtet, dass das Delirrisiko gesenkt respektive ein bestehendes Delir erkannt wird. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht, denn gerade die vielen Möglichkeiten, was ein Delir auslösen und wie es sich äussern kann, führt immer wieder dazu, dass es unnötig entsteht oder nicht als solches erkannt wird. Fachleute schätzen, dass etwa ein Drittel der Delirien in Spitälern verhindert werden könnte.
Vorbeugung ist sehr wichtig
Wolfgang Werder, Alzheimer-Bulletin Nov./2018
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