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Trockene Kühe?
Das Trockenstellen dient der Kuh als Vorbereitung auf die folgende Laktation. Als Laktation (Milchleistung) wird die Menge Milch bezeichnet, die eine Milchkuh in der Zeit zwischen der Geburt eines Jungtiers und dem Trockenstellen vor der nächsten Geburt produziert – die Laktationsperiode.
Nähert sich eine Kuh der Kalbung wird die sogenannte Trockenstehphase eingeleitet. Während dieser Zeit im jährlichen Produktionszyklus produziert die Kuh keine Milch. Während der rund sechs bis acht Woche andauernden Trockenstehphase können allfällige Euterentzündungen ausheilen und das Eutergewebe kann regenerieren. Die Trockenstehzeit hat auch für das Kalb Vorteile: Wenn die Kuh nicht gemolken wird, stehen die Nährstoffe dem Wachstum des Kalbes zur Verfügung und die Kolostrumqualität der Biestmilch wird durch die Konzentrationen an Immunglobulinen aufrechterhalten.
In der Trockenstehzeit, insbesondere während des ersten und des letzten Drittels, besteht aber auch ein hohes Risiko von Neuinfektionen mit Umwelterregern. Während der ersten Phase unmittelbar nach Beginn der Trockenperiode kann es unter anderem aufgrund von hohem Euterinnendruck zu Infektionen kommen und während des geburtsnahen Zeitraums können Krankheitserreger beispielsweise durch bereits offene Zitzenkanäle ins Euter gelangen, was dann zu ernsthaften Entzündungen wie Mastitis (Entzündung der Milchdrüsen) führen kann. Die Tiere haben dann häufig Fieber und teilweise Schmerzen – bei einer hochgradigen Mastitis kann das Euter dauerhaft geschädigt werden und der Verlust beispielsweise eines Euterviertels ist möglich. Gewisse Mastitisformen können für Rinder sogar lebensbedrohend sein.
Um der Gefahr von Neuinfektionen zu begegnen, wurden interne Zitzenversiegler entwickelt. Das Präparat wird in die Zitze injiziert, wo es einen Pfropfen bildet und als mechanische Barriere ein Eindringen von Erreger ins Euter verhindern soll. Der Zitzenversiegler wird vom Eutergewebe weder aufgenommen noch im Euter abgebaut. Bei korrekter Applikation wird der Zitzenversiegler zu Beginn der neuen Laktation gemeinsam mit den ersten Milchstrahlen herausgemolken.
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