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Wie wird die Alimentenbevorschussung berechnet?
Für die Abklärung des Anspruchs wird der wirtschaftliche Haushalt bestimmt und die Einkommens- und Vermögenssituation abgeklärt.
Wirtschaftlicher Haushalt
Zur massgeblichen wirtschaftlichen Haushaltseinheit zählen
- Antragsteller/in
- minderjährige Kinder
- volljährige Kinder bis 25 Jahre in Erstausbildung – unabhängig davon, ob sie im gleichen Haushalt leben.
Falls in neuer Partnerschaft lebend:
- der/die neue Ehepartner/in
- der/die neue Partner/in einer registrierten Partnerschaft
- der/die neue und im gemeinsamen Haushalt lebende Konkubinatspartner/in mit gemeinsamen Kindern
- der/die neue Konkubinatspartner/in nach fünfjähriger Lebensgemeinschaft.
Ist die antragstellende Person minderjährig oder volljährig, in Erstausbildung und unter 25 Jahren, bestimmt sich deren Haushaltseinheit gemäss der Haushaltseinheit der Eltern, sofern die antragstellende Person:
- weder verheiratet, getrennt, geschieden oder verwitwet ist, noch in einer registrierten Partnerschaft oder einer gefestigten faktischen Lebensgemeinschaft lebt,
- keine Kinder hat.
Detaillierte Angaben zur Zurechnung zur Haushaltseinheit finden Sie in der Verordnung über die Harmonisierung und Koordination von bedarfabhängigen Sozialleistungen (SoHaV) (PDF, 121 KB)
Einkommenssituation
Alimentenbevorschussung wird nur bis zu einem maximalen Einkommen und Vermögen gewährt. Das massgebende Einkommen setzt sich aus den Einkünften sämtlicher zum wirtschaftlichen Haushalt gehörenden Personen zusammen – gemäss dem Gesetz über die Harmonisierung und Koordination von bedarfsabhängigen Sozialleistungen (SoHaG) (PDF, 81 KB).
- Bei unselbständiger Erwerbstätigkeit:
- Erwerbseinkünfte abzüglich Sozialversicherungsbeiträge
- Erwerbsersatzleistungen bei Arbeitslosigkeit, Militärdienst und Mutterschaft
- Kranken-, Unfall- und Invalidentaggelder
- Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit:
- Gewinn gemäss Steuerverfügung
Auf Erwerbseinkünfte von Kindern in Erstausbildung gibt es einen Freibetrag in Höhe von CHF 12'000.00 pro erwerbstätigem Kind. Auf das Erwerbseinkommen der erwachsenen Personen wird ein Freibetrag von 30% gewährt.
Bei freiwilligem Verzicht auf Erwerbseinkommen kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden. Informationen dazu entnehmen Sie bitte dem Merkblatt:
Relevant für die Berechnung sind zudem:
- die Summe aller Vermögenserträge aus beweglichem und unbeweglichem Privatvermögen; bei Liegenschaften der Eigenmietwert (selbstbewohnt) bzw. der Mietertrag (fremdvermietet).
- Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliesslich Renten der AHV/IV/UV.
- Familienzulagen (wie Kinder-, Ausbildungs-, Unterhaltszulagen usw.).
- Familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (gerichtlich festgelegt oder privat vereinbart) es sei denn, die anspruchsberechtigte Person kann nachweisen, dass eine Eintreibung der familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge trotz erheblichen Inkassobemühungen erfolglos blieb.
- Vermögensanteil: Das Vermögen über dem Freibetrag wird zu 10% als Einkommen angerechnet. Die Freibeträge liegen bei CHF 37'500.00 für eine Einzelperson und bei CHF 60'000.00 für Paare. Pro Kind der wirtschaftlichen Haushaltseinheit erhöht sich der Betrag um jeweils CHF 15'000.00.
Die vollständigen und detaillierten Angaben zur Einkommenssituation finden Sie in der Verordnung über die Harmonisierung und Koordination von bedarfabhängigen Sozialleistungen (SoHaV) (PDF, 121 KB)
Beitragsberechnung
Für die Beitragsberechnung ist die aktuellste Steuerveranlagung massgebend. Weicht die Einkommens- und Vermögenssituation zum Zeitpunkt der Antragsstellung um über 20% von der letzten Steuerveranlagung ab, basiert die Berechung auf der aktuellen Einkommens- und Vermögenssituation. Die Beiträge werden erstmals für den Monat nach Einreichung des Antrags ausgerichtet.
Vorschüsse sind möglich, wenn folgende Leistungsgrenzen nicht überschritten werden:
|2 Personenhaushalt||CHF 45'000.00|
|3 Personenhaushalt||CHF 55'000.00|
|4 Personenhaushalt||CHF 63'000.00|
|5 Personenhaushalt||CHF 69'000.00|
|6 Personenhaushalt||CHF 73'000.00|
|Jede weitere Person||+ CHF 4'000.00|
Die Unterhaltsforderung wird höchstens im Betrag der einfachen maximalen Waisenrente der AHV bevorschusst.