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Rodion Romanowitsch Raskolnikow –––––
im Heumarktviertel
…… so könnte Rodion Raskolnikow in der Sommerhitze des Jahres 1860 in St. Petersburg entlang dem Katharinenkanal gegeistert sein:
Lebhaft malt er sich sein Vorhaben aus, mit höhnischen Monologen über seine eigene Unschlüssigkeit, überall lauern Assoziationen, die Häuserzeilen geben ihr Licht ans Wasser des Kanals zurück, oft nur angetönt und hingehaucht, dann wieder kräftig leuchten sie auf der Oberfläche, zittern, schwanken sanft, werden still und unbeweglich, verwandeln sich fortlaufend mit den Launen des Windes, und mit ihnen verwandeln sich die Stimmungen und Phantasiegemälde Raskolnikows. In den Spiegelungen wuchernde Bedeutungen.
Sein Hut, einst bei Zimmermann gekauft, ist hoch und rund, er ist schon ganz abgetragen, ganz rotbraun und voller Löcher und Flecken, ohne Krempe und auf die hässlichste Weise geknickt, irgend eine alberne Kleinigkeit kann den ganzen Plan verderben! Ja, ein zu auffallender Hut. Ein komischer und darum auffallender.
Die Häuser schauen ihn an, mal verzweifelt mit leeren Augen, mal besorgt, mal wütend.
Wohl so nähert sich Raskolnikow dem kolossalen Gebäude, das mit der einen Seite dem Kanal, mit der andern der Podjatscheskaja Uliza zu liegt und worin Aljona Iwanowna wohnt, die alte Pfandleiherin, die umzubringen er sich vorgenommen hat …
St. Petersburg und das Heumarktviertel sind Schauplatz von Dostojewskis Roman Verbrechen und Strafe.