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Was ist zu tun, wenn Sie nicht oder nur wenig arbeiten? Sind Sie weiterhin in der AHV versichert und müssen Sie ebenfalls Beiträge bezahlen? Wo müssen Sie sich melden? Haben Sie Anspruch auf Familienzulagen?
Nichterwerbstätige müssen ab 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres Beiträge an die AHV, IV und EO entrichten. Die Beitragspflicht endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht ist (Frauen 64 Jahre und Männer 65 Jahre). Fehlende Beitragsjahre können zu einer Kürzung der Rente führen.
Inhaltsverzeichnis
- Wer gilt als nichterwerbstätig?
- Muss ich Beiträge bezahlen, wenn mein Ehepartner oder meine Ehepartnerin erwerbstätig ist?
- Anmeldung als Nichterwerbstätiger bei der Eidgenössischen Ausgleichskasse
- Höhe der Beiträge
- Anrechnung von Beiträgen aus Erwerbstätigkeit an die Beiträge von Nichterwerbstätigen
- Haben Sie Anspruch auf Familienzulagen?
Wer gilt als nichterwerbstätig?
Die AHV unterscheidet zwischen Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen.
Als Nichterwerbstätige gelten Personen, die kein oder nur ein geringes Erwerbseinkommen erzielen, namentlich:
- vorzeitig Pensionierte
- Teilzeitbeschäftigte
- Bezügerinnen und Bezüger von IV-Renten
- Ehefrauen und Ehemänner von Pensionierten (sowie Partner bei eingetragenen Partnerschaften)
- Verwitwete
- Studierende
- Weltreisende
- Geschiedene
- Ausgesteuerte Arbeitslose
Als Nichterwerbstätige beitragspflichtig gelten auch Versicherte,
- die zwar erwerbstätig sind, deren jährliche Beiträge aus der Erwerbstätigkeit inklusive Arbeitgeberbeiträge jedoch weniger als den gesetzlichen Mindestbeitrag betragen.
- die nicht dauernd voll erwerbstätig sind und deren Beiträge aus der Erwerbstätigkeit inklusive Arbeitgeberbeiträge weniger als die Hälfte der Beiträge ausmachen, die sie als Nichterwerbstätige entrichten müssten. Als nicht dauernd voll erwerbstätig gilt, wer weniger als 9 Monate im Jahr oder weniger als 50% der üblichen Arbeitszeit erwerbstätig ist.
Muss ich Beiträge bezahlen, wenn mein Ehepartner oder meine Ehepartnerin erwerbstätig ist?
Sie müssen keine eigenen Beiträge bezahlen, wenn Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann im Sinne der AHV erwerbstätig ist und mindestens Beiträge in der Höhe des doppelten Mindestbeitrags entrichtet. Dies gilt auch für das Jahr, in welchem die Ehe geschlossen oder geschieden wird.
Anmeldung als Nichterwerbstätiger bei der Eidgenössischen Ausgleichskasse
Grundsätzlich muss sich der Versicherte selbst um seine Anmeldung als Nichterwerbstätiger kümmern. Für eine Erfassung bei der Eidgenössischen Ausgleichskasse bedarf es der folgenden Voraussetzungen:
- Sie haben das 58. Altersjahr überschritten bzw. werden es im Kalenderjahr der Pensionierung vollenden
- Ihr letzter Arbeitgeber war bei der Eidgenössischen Ausgleichskasse angeschlossen
Vorzeitig pensionierte Versicherte, die diese zwei Bedingungen nicht erfüllen, haben sich bei der kantonalen AHV-Ausgleichskasse, bei der AHV-Zweigstelle ihres Wohnortes oder bei der Verbandsausgleichskasse, an welcher ihr letzter Arbeitgeber angeschlossen war, zu melden.
Höhe der Beiträge
Die Berechnung der Beiträge an die AHV, die IV und die EO basiert auf dem Vermögen und dem 20-fachen jährlichen Renteneinkommen. Im Minimum ist der Mindestbeitrag zu entrichten (ab 1.1.2019 CHF 482 pro Jahr). Der Höchstbeitrag entspricht dem 50-fachen Mindestbeitrag.
Bei Verheirateten bemessen sich die Beiträge für jeden Ehegatten, ungeachtet des Güterstands, auf der Hälfte des ehelichen Vermögens und Renteneinkommens.
Die Ausgleichskasse erhebt zusätzlich Verwaltungskostenbeiträge von maximal 5 Prozent der AHV/IV/EO-Beiträge.
Anrechnung von Beiträgen aus Erwerbstätigkeit an die Beiträge von Nichterwerbstätigen
Falls Nichterwerbstätige gleichzeitig AHV/IV/EO-Beiträge aus einer Erwerbstätigkeit bezahlt haben, können diese Beiträge an jene angerechnet werden, die als Nichterwerbstätige geschuldet sind. Hierfür ist ein schriftlicher Antrag bei der Ausgleichskasse einzureichen.
Haben Sie Anspruch auf Familienzulagen?
Die Familienzulagen für Nichterwerbstätige sind an gewisse Voraussetzungen geknüpft. Damit geprüft werden kann, ob Sie als nichterwerbstätige Person Anspruch auf Familienzulagen haben, können Sie sich bei der AHV-Zweigstelle an Ihrem Wohnort melden.
Falls eine andere Person (z. B. der andere Elternteil) für das gleiche Kind einen Anspruch auf Familienzulagen als erwerbstätige Person geltend machen kann, so geht dieser Anspruch vor.
Merkblätter
Letzte Änderung 28.12.2018