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Freunden mit einer Essstörung helfen
Du denkst oder weisst, dass eine Freundin oder ein Freund unter einer Essstörung leidet, und du möchtest helfen. Druck ist selten hilfreich, doch es gibt Dinge, die du tun kannst.
Es ist nicht einfach, Freunden zu helfen, die an einer Essstörung erkrankt sind. Betroffene haben oft grosse Scham- und Schuldgefühle und versuchen, die Krankheit zu verstecken. Dies kann so weit gehen, dass sie sich immer stärker zurückziehen, damit ihre Probleme nicht entdeckt werden.
Ansprechen und zuhören
Wenn du den Verdacht hast, dass eine Freundin oder ein Freund unter einer Essstörung leidet, dann spreche sie oder ihn darauf an. Mehr zu den Anzeichen findest du unter Anzeichen einer Essstörung. Beschreibe, was dir aufgefallen ist, und sag, dass du dir Sorgen machst. Höre gut zu, wie es der betroffenen Person geht, und nimm dir Zeit, wenn sie dich zum Reden braucht.
Unterstützen, nicht verurteilen
Sag der betroffenen Person, dass du für sie da bist und sie unterstützen möchtest. Es ist nicht hilfreich, sie für ihr Verhalten zu verurteilen, denn eine Essstörung ist eine Krankheit, und sie kann das nicht einfach ändern. Unterstütze sie, indem du ihr zeigst, dass du sie magst und gerne Zeit mit ihr verbringst.
Aussagen zur Person, nicht zum Aussehen
Betroffene finden sich oft überhaupt nicht schön und fühlen sich minderwertig. Versuche, deine Freundin oder deinen Freund zu ermutigen, indem du sagst, was du an ihrem Charakter / seiner Persönlichkeit gerne magst. Vermeide Lob oder korrigierend-aufmunternde Äusserungen zum Aussehen oder der Figur.
Wenn er/sie es wissen will?
Wenn das Über- oder Untergewicht offensichtlich ist und die Person wissen will, ob du findest, sie sei zu dick oder zu dünn, dann gib ihr eine gesundheitlich begründete, ehrliche Antwort wie zum Beispiel: «Ich sehe, dass du schwerer / leichter bist, als gesund wäre / dass du ein ungutes Essverhalten hast. Weil ich dich gut mag, mache ich mir deswegen manchmal Sorgen und wünschte, du würdest dir Hilfe holen.»
Kein Stress beim Essen
Gemeinsame Essen sind für Personen mit einer Essstörung oft schwer auszuhalten. Vielleicht möchte deine Freundin nicht mit euch essen oder sie zieht sich nach dem Essen zurück. Fordere sie nicht dazu auf, mehr oder weniger zu essen, denn dies schafft zusätzlichen Druck, und es kann sein, dass sie sich noch weiter zurückzieht.
Unterstützung durch Fachstellen
Du kannst deiner Freundin / deinem Freund erzählen, dass es Jugendberatungsstellen und die Beratung und Hilfe 147 gibt, wo sie Unterstützung bekommen.
Du darfst es sagen, wenn du findest, sie sollte sich Hilfe holen, doch dränge sie nicht. Sie entscheidet selbst.
Du kannst der betroffenen Person anbieten, sie zu begleiten oder gemeinsam anzurufen, wenn sie dies möchte. Setze sie nicht unter Druck, sondern akzeptiere, wenn sie Zeit braucht.
Du kannst auch dir selbst Hilfe holen, wenn du nicht mehr weiter weisst oder dich die Situation überfordert. Gemeinsam mit einer Fachperson kannst du überlegen, wie du deine Freundin oder deinen Freund weiter unterstützen kannst.
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