Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/243055

<h2>SubmittedText<h2><p>Im akademischen Bereich, insbesondere in der Wissenschaft, nimmt die italienische Sprache nur wenig Raum ein, da sie vom Englischen erdrückt wird. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, dass in den Bereichen, in denen die Landessprachen noch eine Rolle spielen, etwa bei Ausschreibungen im Hinblick auf die Gewährung von Fördermitteln und Beiträgen, die Landessprachen gleich behandelt werden.</p><p>Beispielsweise wurde kürzlich die von ETH und Swissuniversities geförderte Ausschreibung zu Track B des Programms "Swiss Open Research Data Grants" (siehe dessen Website) veröffentlicht, dessen Ziel eine nationale Strategie zur Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit und zur besseren Nutzung der öffentlichen Gelder ist. In dieser Ausschreibung, wie auch in den ähnlichen, demnächst folgenden Tracks A und C, wird die Gleichbehandlung der Landessprachen missachtet, da keine Übersetzung der auf Italienisch eingereichten Bewerbungen angeboten wird. Auf diese Weise wird den italienischsprachigen Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit genommen, Bewerbungen in ihrer Muttersprache zu verfassen. </p><p>Daher stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen: </p><p>- Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass bei Ausschreibungen nationalen Charakters und von nationaler Bedeutung allen Landessprachen der gleiche Wert zuerkannt werden sollte, indem auch für auf Italienisch verfasste und eingereichte Bewerbungen oder Finanzierungsgesuche angeboten wird, diese zu übersetzen? </p><p>- Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass angesichts der angestrebten Ziele des Programms und der Tatsache, dass dieses von einer der beiden ETH und Swissuniversities gefördert wird, ein solches Übersetzungsangebot garantiert werden sollte? </p><p>- Wie beurteilt der Bundesrat generell die Aufmerksamkeit, die der Achtung der Mehrsprachigkeit in diesem Bereich geschenkt wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Mehrsprachigkeit ist ein wichtiges Identitätsmerkmal der Schweiz und wird vom Bund aktiv gefördert. Dies gilt auch für die von der Interpellantin adressierten Ausschreibungen für die "Swiss Open Research Data Grants", welche entsprechend angepasst wurden. Es ist demnach möglich, Gesuche wahlweise in Englisch oder in einer der drei Schweizer Amtssprachen einzureichen. Im Falle einer Amtssprache besorgt swissuniversities eine Übersetzung auf Englisch.</p><p>Dies ist notwendig, weil die Evaluatorengruppen international zusammengesetzt sind, um sicherzustellen, dass nur Projekte gefördert werden, die internationale Qualitätsmassstäbe erfüllen. Im Hochschul- und Wissenschaftsbereich ist die internationale Ausrichtung eine Voraussetzung für Spitzenqualität und Wettbewerbsfähigkeit, was den häufigen Gebrauch des Englischen erforderlich macht. Insbesondere in den naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen ist das Englische zur hauptsächlichen Sprache geworden. Dies erleichtert beispielsweise den Austausch zwischen Forschenden, die internationale Mobilität und Forschungskooperationen.</p><p>Generell legt der Bundesrat grossen Wert auf die Förderung der Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften. In diesem Kontext verweist er auch auf seine Antwort auf die Interpellation Giacometti 22.3584.</p>  Antwort des Bundesrates.