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1841, mit 22 Jahren, verlässt der Bauernsohn Alexander Seiler sein Dorf Blitzingen in der Goms-Region und versucht sein Glück in Süddeutschland, wo er das Seifensieden und Kerzenmachen erlernt. Ein Jahr später kehrt er in die Schweiz zurück, wo er zunächst als Handelsmann von Dorf zu Dorf zieht und Ware gegen Ware tauscht und schliesslich eine kleine Seifen- und Kerzenfabrik in Sion gründet, die sich mit Müh und Not über Wasser halten kann.
Sein Bruder Joseph, der 1847 zum Kaplan von Zermatt ernannt wird, ermutigt ihn, zu ihm ins 400-Seelen-Dorf zu kommen und dort eine Herberge zu gründen. Nachdem die ersten Fremden an der Wende zum 19. Jahrhundert misstrauisch, ja feindlich von den Einheimischen empfangen wurden und zunächst beim Pfarrer, ab 1839 beim Dorfarzt Lauber bescheiden Unterkunft fanden, verbesserte sich das Klima gegenüber Zermatt-Besuchern allmählich und die Gäste wurden zahlreicher. Alexander zögert drei ganze Jahre, bis er seinen Rucksack packt. Der Erste Anblick des Matterhorns jagt ihm kalte Schauer über den Rücken – ein Gefühl, das ihn nicht mehr loslässt und dazu veranlasst, sich in Zermatt niederzulassen und den Traum des Kaplans zu verwirklichen. Mit Hilfe von Joseph und dem zweite Bruder Franz, mietet er 1853 das Holzchalet des Doktor Lauber und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, als ein paar Schritte die Dorfgasse abwärts ein stolzer Hotelneubau mit dem Namen „Mont Cervin“ aus dem Boden schiesst. Die Konkurrenz heisst Josef Anton Clemenz, der sein Salär als Staatsrat ein wenig aufrunden möchte. Die beiden ersten Zermatter Sommer gehen für Alexander jedenfalls erfolgreich vorüber – schon am Ende des zweiten Betriebsjahres, am 22. November 1854, erwirbt er das Chalet, baut es von 6 auf 35 Betten aus und eröffnet es neu unter dem Namen „Monte Rosa“:
Von nun an gilt sein ganzes Sinnen und Trachten dem Gastgewerbe, präziser, dem Wohlbehagen des Gastes. Was an ihn herangetragen wird, sieht er aus der Perspektive des Hotels. Inzwischen glaubt er felsenfest an seine Mission, Zermatt zu verwandeln und der Welt bekanntzumachen. Natürlich bemerkt er gleich, dass die Hauptklippe psychologischer Natur ist: Wie Johannes Badrutt für St. Moritz, so ist Alexander ein Fremdling für Zermatt. Die mehrheitlich mausarmen Einheimischen, deren Lebensbedingungen er verbessern will, verhalten sich abweisend, um nicht zu sagen feindlich. Der Clan-Geist ist hoch entwickelt, jedes Tal betrachtet das Nachbartal als fremdes Land. Alexander fühlt dennoch seine Kräfte wachsen und ist fest entschlossen, zu expandieren. Im dritten Sommer mietet er die kleine, von drei Geistlichen erbaute Bergpension „Riffelberg“ – damals das höchstgelegene Gasthaus Europas (2582 m.ü.M.), zwei Stunden vom Dorf entfernt und mit einem der spektakulärsten Ausblicke der Welt gesegnet.
Der junge Gastwirt hat Glück, das Geschäft floriert. Sozusagen von Tag zu Tag festigt sich Alexanders Wille zum Durchhalten, Weiterkommen, Reüssieren. 1857 beschert ihm eine ganz besondere Genugtuung: Er kann das konkurrierende Hotel „Mont Cervin“ in Pacht nehmen sowie den Gasthof in Gletsch, am Fuss des Rhonegletschers, übernehmen. Letzteres baut er wenig später zum Grandhotel „Glacier du Rhône“ um. Im selben Jahr heiratet er Catherina Cathrein aus Brig, die in der Folge nicht nur 16 Kinder das Leben schenkt, sondern eine tragende Rolle im Schnell wachsenden Familienunternehmen einnimmt. Ihre warme, liebenswerte Natur ist die perfekte Ergänzung zum rastlosen Pioniergeist ihres Ehemannes.
1867 kauft Alexander das „Mont Cervin“ und vergrössert es von 68 auf 180 Betten. Auch sein geliebtes Stammhaus „Monte Rosa“ erfährt einen weiteren Ausbau auf 110 Gästebetten. 1871 kommt das Hotel „Jungfrau“ auf dem Eggishorn hinzu; 1879 pachtet er den „Zermatterhof“, den die Burgergemeinde errichtet hat. Ein Jahr später erwirbt er das „Hôtel des Alpes“. Mit minimaler Unterstützung vom Kanton lässt er die Strasse durchs Tal verbessern sowie Wege zum Schwarzsee und zum Mettelhorn anlegen. Er kauft Land in Zermatt, betreibt Bauernhöfe, hält Rinder und Pferde – alles im Dienset seiner wachsenden Hotelbetriebe. Obwohl die Gäste noch immer auf Maultieren oder in wackligen Kutschen aus dem Tal hinauf nach Zermatt gebracht werden, wächst die Besucherzahl Zermatts von Jahr zu Jahr. Von Abenteuerlust und den stürmischen Ereignissen der Zeit beflügelt, wollen immer mehr Menschen – allen voran die Gipfelstürmenden Lords und Gentlemen aus England – diese unbekannte, wilde Bergwelt entdecken und ihre Kräfte an den Stein gewordenen Provokationen messen.
1884, also mehr as ein Jahrzehnt vor dem Bau der Gornergratbahn, wird das monumentale Luxushotel „Riffelalp“ eingeweiht, das Alexander unter grosser persönlicher Aufopferung und in minutiöser Planung erstellt hat; sämtliches Baumaterialien mussten per Maultier Transport in zehnstündiger Expedition von Visp auf 2222 Meter Höhe hinaufgefugt werden, da die Visp-Zermatt-Bahn zu dieser Zeit noch nicht existiert. Seine Erwartungen werden nicht enttäuscht, Das Hotel muss, kaum erstellt, um einen Anbau vergrössert werden, die Bettenzahl wächst von 150 auf 200. Mit der Unterzeichnung der Pachtverträge zu den Hotels „Schwarzsee“ und „Gornergrat“ im Jahr 1890 stehen – mit Ausnahme des „Hotel de la Poste“ – alle Zermatter Gasthöfe und Hotels unter der Leitung von Alexander Seiler. Rund 1000 Gästebetten stehen zur Verfügung, 600 Menschen sind beschäftigt; die vielen Bergführer nicht mitgezählt. Eine regionale Zeitung schreibt: „Es gibt zwei Grossgrundbesitzer im Oberwallis: die Klosterfrauen und Seiler.“
Auch wenn die Freunde Alexander Seilers sowie zahlreiche Zermatter Gäste ihm ein Denkmal für seine Pioniertaten des Fremdenverkehrs zugestehen, in der Burgerschaft wollen sie ihn trotzdem nicht haben, 17 Jahre lang muss er kämpfen, bis ihm nach hartem Ringen und einer Reihe von Prozessen bis vor Bundesgericht das Burgerrecht zuerkannt wird. Für den wackeren Neuburger ist die „Green Card“ eine Frage der Selbsterhaltung, er ist aber auch auf die Einbürgerung angewiesen – zum weiteren Ausbau seines Geschäfts, vor allem für die Nutzungsrechte der Wälder, Steinbrüche und Weiden zu gleichen Bedingungen wie die Neuburger. Als er den lang ersehnten Burgerbrief 1889 endlich erhält, ist er bereits ein gesundheitlich angeschlagener Mann.
Mittlerweile entwickelt sich der Tourismus an allen Fronten; elektrisches Licht ersetzt die Petroleumlampen, und die Eisbahn Visp-Zermatt wird gebaut. Durch eine seltsame Fügung des Schicksals trägt im Jahr 1891 der erste fahrplanmässige Zug den Sarg mit den sterblichen Überresten Alexander Seiler hinunter ins Tal.
Innert 38 Jahren hat die Voraussicht, die Kraft und die Ausdauer dieses visionären Bauernsohns die Erfolgsgeschichte von Zermatt begründet. Allen Widerständen und Rückschlägen zum Trotz hat er auf touristischem Brachland das Wallis auf die internationale Landkarte gesetzt und die schweizerische Hotellerie entscheidend geprägt. Inspiriert von seinem Bruder Joseph, dem Kaplan, wurde ihm früh bewusst, dass nicht nur in Waren und Rohstoffen, sondern “auch in einer Landschaft Kapital liegen“ könne. Er war einer der Ersten, der das touristische Potential der Alpen und das Bedürfnis der Ausländer nach Luftveränderung“ erkannte. Die Zeit zwischen 1854 und 1865, in denen die Walliser Viertausender der Reihe nach bezwungen wurden, ging als „Goldene Jahre des Alpinismus“ in die Geschichte ein. Der legendäre Gipfelsturm des Matterhorn, der dem Engländer Edward Whymper nach sieben vergeblichen Versuchen am 14. Juli 1865 gelang und mit dem tragischen Absturz von vier seiner Gefährten endete, trug den Namen Zermatt – und auch denjenigen des klugen Gastwirtes Seiler – in alle Welt hinaus. Nach Alexanders Tod übernimmt seine Witwe Catharina die Führung des Unternehmens. 1895 stirbt auch sie. Ihr drittältester Sohn, Alexander II, tritt die Nachfolge an.
Nach seinem Rechtsstudium in München, seiner Tätigkeit als Anwalt in Brig und der Heirat mit der Luzernerin Emeline Willimann übernimmt der 31-jährige 1895 die Leitung des Familienunternehmens. Talentiert, initiativ und mitreissend wie sein Vater, macht er Zermatt auch für „Nichtbergsteiger“ interessant, gründet mit seinem Bruder Hermann die Gesellschaft „Gebrüder Seiler“ und zahlt seine Schwestern aus. Er trägt massgeblich dazu bei, im Dorf elektrisches Licht einzuführen, Wasserversorgung und Kanalisation zu verwirklichen, den Verkehrsverein zu gründen, Spazier- und Wanderwege sowie Parkanlagen anzulegen. Als Sohn des Kerzenhändlers zählt er zu den ersten Besitzern eines Autos im Kanton und übt nicht nur einen beträchtlichen Einfluss auf die Geschichte des Tourismus im Wallis aus, sondern auch auf die Mentalität der Walliser; er rüttelt und schüttelt seine Mitbürger, er zwingt sie, zwischen der herkömmlichen Verschlossenheit und der Öffnung dach aussen zu wählen.
Die Fremdenindustrie ist auf dem besten Weg, die Hauptaktivität des Kantons zu werden – und die „Plagegeister“, wie er die Ewiggestrigen nennt, die sich gegen Strassen und Bahnen sowie gegen eine Selbstversorgung stemmen, machen ihm das Leben sauer. Er trickst sie mit juristischer List aus, um hier und dort ein paar unbebaute Landstücke für eine Eisenbahnkonzession zu erhalten, beispielsweise für die Gornergratbahn. Nach deren Bau im Jahr 1898 kreiert er mit dem „roten Trämli“ die höchstgelegene Tram-Verbindung der Welt (als Alternative zum geplanten Strässchen, für welches das Durchgangsrecht durch Burgerwald abgelehnt worden war), welche die „Riffelalp“-Gäste und deren Gepäck von der Gornergrat-Station zum Hotel bringt. Auch sonst wird den Gästen auf der nochmals massiv erweiterten Riffelalp einiges geboten: Ein Tennisplatz (der höchstgelegene Europas) steht zur Verfügung, Picknicks mit Badevergnügen im Riffel – oder Grünsee werden organisiert, und das auf der Hotelterrasse aufgestellte Teleskop findet grossen Zuspruch bei Gästen, welche die Kletterabenteuer an den umliegenden Gipfeln aus bequemer Entfernung verfolgen möchten. Auf dem „Invalid Path“ oder „Chemin des Philisophes“ – wie der Weg zum Gornergletscher genannt wird – können auch mondäne Damen mit Hut und Schleier gemütlich spazieren. Kultivierte Geselligkeit, tischebiegende Buffets, Five o’clock Tea und glitzernde Tanzabende kommen auf.
1908, vier Jahre nach dem Bau des neuen Hotels „Victoria“, wandelt Alexander II das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Im Jahre 1909, dem wirtschaftlichen Höhepunkt der Gruppe, gebietet er einschliesslich der Pachtbetriebe über 1200 Gästebetten. Kurz darauf muss er eine bittere Pulle schlucken, als die Burgergemeinde Zermatt den Pachtvertrag für die drei Häuser „Zermatterhof“, „Riffelberg“ und „Gornergrat“ nicht mehr erneuert und das verlockend hohe Angebot der Gebrüder Gindraux aus Biel annimmt; der erste Weltkrieg treibt die Gindraux-Brüder jedoch in den Konkurs und das frühere Nachsehen für Seiler verwandelt sich in eine gütige Vorsehung. Ausserdem kann das Hotel „Beausite“ aus der Gindraux-Konkursmasse vorteilhaft ersteigert und den Seiler Hotels einverleibt werde. Jedenfalls führt Alexander II die Seiler Hotels sicher durch die schwierigen Krisen- und Kriegsjahre 1914 bis 1918, agiert als unermüdliches „Perpetuum mobile“ und behält souverän den Gesamtüberblick. Im Jahr des grossen Fiebers, 1918, funktioniert er das „Victoria“ zum Notfall-Krankenhaus um. Er versucht, erstmals eine Wintersaison zu lancieren – es gibt damals nur eine Sommersaison -, was aber erst acht Jahre nach seinem Tod in die Realität umgesetzt werden kann, weil die Besitzer der Visp-Zermatt-Bahn nicht vorher davon überzeugt werden können, ihre Zugverbindung in den Wintermonaten aufrecht zu erhalten.
Alexander Seiler II ist nicht nur Hotelier, Unternehmer, Bauernführer und passionierter Bergsteiger, sonder auch engagierter Politiker – als Mitglied des Walliser Grossen Rates und von 1905 bis 1920 als Nationalrat. Er gründet die „Pro Sempione“ zur Förderung des Simplonverkehrs, initiiert den Bau der Grimselstrasse sowie der Lötschberglinie und ist Mitbegründer der Schweizerischen Verkehrszentral. „Der König von Zermatt“, wie in seine Gäste nennen, stirbt am 4. März 1920 im Alter von nur 56 Jahren.
Der jüngste Sohn des Hotelgründers widmet die erste Hälfte seines beruflichen Lebens vorwiegend der Politik. 1904 wird er Stadtpräsident von Brig, 1910 Mitglied des Walliser Grossen Rates, 1910 Ständerat, 1925 Nationalrat. Als er nach dem Tod von Alexander II mit der Frage konfrontiert wird, weiter dem Staat zu dienen oder die Familiengeschäfte zu übernehmen, entscheidet er sich für die Hotellerie. Seine Heirat mit Elsabeth Cattani,, die aus deiner bekannten Hotelfamilie in Engelberg stammt, bringt ihm 13 Kinder. Die Vision seines Bruders, das eingeschneite Zermatt für den Wintersport zu öffnen und damit neue Märkte zu erschliessen, lässt Hermann nicht los. 1928, ein Jahr nachdem 180 sportbegeisterte Engländer den Silvesterabend im Seilerschen Hotel „Victoria“ verbracht hatten, ist es soweit: Die Eisenbahn Visp-Zermatt wird erstmals den ganzen Winter betrieben, und auch die Gornergratbahn setzt endlich Züge durch den Schnee ein. Ende der Zwanzigerjahre wird die Kundschaft internationaler, anspruchsvoller; zahlreiche prominente Gäste aus Kultur, Industrie und Politik kommen nach Zermatt. Immer mehr Zimmer werden mit fliessendem Wasser ausgestattet (bis anhin hatten nur die luxuriösesten Suiten ein eigenes Bad), und das Skifahren kommt in Mode. Die „Riffelalp“ wird ein schicker Treffpunkt der feinen Gesellschaft, die Preise scheinen keine Rolle zu spielen. Das Stammhaus der Seiler, das „Monte Rosa“, kann unter Hermanns Ägide seinen Ruf als eines der geschmackvollsten Berghotels der Alpen bewahren.
Die Pfundabwertung 1931 führt zu einigen Krisenjahren, die es zu durchstehen gilt. Neue Schweizer Gäste können gewonnen werden und helfen mit, dass die Seiler Hotels auch während des Zweiten Weltkrieges offen gehalten werden können. Von seinem ältesten Bruder Joseph übernimmt Hermann das Hotel „Glacier du Rhône“ in Gletsch, und damit auch die Besitzerschaft des Rhonegletschers, die ihm streitig gemacht und später – trotz kurioser Umstände beim Kauf – vom Bundesgericht bestätig wird. 1943 übergibt er im Alter von 67 Jahren die Leitung der Zermatter Hotels an die dritte Generation: seine Neffen Franz und Joseph II, die Söhne von Alexander II. Hermann Seiler, der das Unternehmen während Jahrzehnten entscheiden geprägt hat, stirbt 1961 im Alter von 85 Jahren.
Die dritte Generation der Seilers tritt 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg und der grossen Wirtschaftskrise, ins Familienunternehmen ein. Joseph II und Franz, Söhne von Alexander II, überwinden zunächst enorme finanzielle Schwierigkeiten, sichern die Unabhängigkeit der Gruppe und sorgen schliesslich für eine zeitgemässe Bequemlichkeit in den Hotels.
Joseph II durchläuft vor seinem Engagement in Zermatt die klassische Hotellaufbahn mit Stationen in berühmten Häusern von London über Jerusalem bis New York, wird später Pächter vom Bahnhofbuffet Basel – und stirbt im Alter von 52 Jahren an einem Herzfehler.
Sein Bruder Franz ist Doktor der Rechte und setzt sich als Präsident des Schweizerischen Hoteliervereins mit grosser Durchschlagskraft für die Ankurbelung des helvetischen Tourismus ein. Ab seinem 46. Lebensjahr läuft er zu Hochform auf und bemüht sich mit herzerwärmender Kompetenz um die Bewahrung des familiären Charakters der Seiler Hotels, ohne jedoch die internationale Wettbewerbsfähigkeit aus den Augen zu verlieren. Daneben vertritt Franz einen kultivierten Lebensstil und bringt sein Netzwerk kultureller Kontakte souverän in die von ihm mitbegründeten Zermatter Musikwochen ein. Eine Tragödie überschattet seinen „unverwüstlichen Optimismus“, den ihm seine Schwester Emeline Zschokke-Seiler – während 40 Jahren Directrice des Hotels „Riffelalp“ – attestiert: Am 15. Februar 1961, als die noch menschenleere „Riffelalp“ für die Wintersaison hergerichtet werden soll, geht das stolze Hauptgebäude inner t120 Minuten in Flammen auf. Jede Hilfe von der aus Zermatt herbeieilenden Feuerwehr kommt zu spät. Im März 1963 kam neues Ungemach über das Dorf: Eine Typhus-Epidemie brach aus und verursachte trotz wenigen Todesopfern grossen Image-Schaden sowohl bi der einheimischen Hotellerie als auch beim gesamten Schweizer Ferientourismus. Aber man tat, was zu tun war: Die Epidemie führte zum sofortigen Umdenken, zu vermehrter Hygiene, zu einwandfreier Wasserversorgung und Verpflegung.
1981 übernahmen Roberto Seiler und sein Cousin Christian Seiler als VR-Delegierter die Leitung der Seiler Hotels. Das Mont Cervin Palace und das Hotel Monte Rosa wurden völlig renoviert und erweitert. Auch der Wiederaufbau des Hotels auf der Riffelalp wurde von ihnen initiiert.Vor ein paar Jahren wurde die Liegenschaften an die Credit Suisse verkauft. Jedoch hat die Familie Seiler mit Partnern 2012 die Operation-Company zurück erworben und damit wieder die Führung übernommen. André und Simone Seiler, in der 5. Generation, mit ihrer jungen Familie (6. Generation), führen das Flaggschiff Mont Cervin Palace und sind in Zermatt zuhause.