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Der zehnminütige Kurzeinstieg in den Unterricht ermöglicht den SuS als auch der Lehrperson im BG Unterricht anzukommen und sich zu sammeln. Sie können auch als Vorbereitung auf die bevorstehende Lektion und Thematik dienen. Folgende Vorgaben können von der Lehrperson gesetzt und beliebig variiert werden:
Technik: mit links resp. rechts, blind zeichnen, aus der Vorstellung, ein Auge geschlossen, Ausschnitte wählen, …
Werkzeuge: Gouache, Bleistift, Kugelschreiber, Farbstift, Fineliner, Kreiden, …
Inhalte: einen Titel (Esel, der auf deinem Lieblingstier reitet), Vorlesen einer Kurzgeschichte oder Fabel, diverse Begriffe/Figuren und Tätigkeiten. Die SuS erfinden Situationen, illustrieren Geschichten und entscheiden, welches Element in welcher Form handelt und wie vorgegebene Figuren zu einander in Beziehung treten. Bei dieser kurzen Übung kann auch der narrative Aspekt der Zeichnung hervorgehoben werden. Ein Beispiel: Drei Begriffe (Hexe, Meerschweinchen, Fisch) und drei Verben (fliegen, rauchen, küssen).
Da wenig Zeit zur Verfügung steht, müssen Entscheidungen, u.a. zu Komposition oder Grössenverhältnissen schnell gefällt werden; man kann sich nicht in Details verlieren oder lange an etwas herum studieren. Die Resultate fallen direkt und spontan aus und es entstehen sehr individuelle und vielfältige Zeichnungen.
Die Skizzen werden hin und wieder ausgelegt und besprochen. Ein/e SchülerIn wird als Kunstexperte/in aufgefordert, die besten Zeichnungen auszusuchen und die Auswahl zu argumentieren, u.a. das Schöne/Gute an einer Zeichnung zu benennen und begründen. Die Lehrperson begleitet die Argumentation und bringt Fachbegriffe ein (linear, grafisch, flächig, Struktur, Textur, räumliche Wirkung, etc.). Die SuS üben sich verbal auszudrücken und lernen und wenden Begriffe an, um Zeichnungen, Linien, Spuren zu beschreiben.
Die SchülerInnen lernen Wahrgenommenes zu verbalisieren, eine differenzierte Sprache zu finden und eine bewusste, präzise Wortwahl zu kultivieren. Die SuS sind motiviert eine möglichst tolle Zeichnung zu machen und fühlen sich ernst genommen, wenn sie Experte sein können. Durch das Zeigen, Auslegen und Besprechen entsteht eine Wertschätzung der entstandenen Skizzen.
Jonathan Ruf arbeitet als stellvertretende Lehrperson BG Sek II und als Künstler im Bereich audiovisuelle Kunst.
Kontakt: <email-pii>