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TCS MyMed
Autore: Mediscope
Beim Hoden hochstand ist ein oder beide Hoden nicht vollständig in den Hodensack gewandert.
Im Normalfall entstehen bei der kindlichen Entwicklung im Mutterleib die Hoden im Bauchraum und wandern bis zur Geburt über den Leistenkanal, der Bauchhöhle und Hodensack verbindet, in den Hodensack. Bei etwa 4 von 100 reif geborenen Kindern tritt ein Hodenhochstand auf, bei Frühgeborenen häufiger. Während des ersten Lebensjahres kann es spontan noch zu einem Abstieg kommen und der Hoden kommt richtig im Hodensack zu liegen.
Anatomische Hindernisse, Fehlbildungen oder ein Mangel des Hormons Gonadotropin, dass die Hodenwanderung steuert.
Zwar macht ein Hodenhochstand keine Beschwerden, bleibt er aber länger unbemerkt oder unbehandelt, kann es zur Unfruchtbarkeit kommen. Zudem ist das Risiko für die Enstehung von Hodenkrebs im Erwachsenenalter erhöht.
Bereits bei der ersten Untersuchung des Neugeborenen tastet der Arzt, ob beide Hoden sich im Hodensack befinden.
Einen Leisten-, Gleit- oder Pendelhoden ertastet der Arzt mit einer speziellen Technik, bei der er sanft mit der Zeigefingerkante der einen Hand vom Leistenkanal her nach unten Richtung Hodensack streicht und mit der anderen Hand den Hoden ertastet.
Bei nicht tastbaren Hoden kann mittels Ultraschall oder anderen bildgebenden Verfahren die Lage der Hoden harausgefunden werden. Es kann auch eine endoskopische Bauchhöhlenuntersuchung (Laparoskopie) notwendig werden, bei der eine Inspektion des Bauchraumes in Vollnarkose erfolgt.
Mit einem Hormonstimulationstest kann zwischen beidseitigem Hodenhochstand und völligem Fehlen der Hoden (Anorchie) unterschieden werden.
Bleibt der Hodenhochstand nach dem ersten Lebensjahr bestehen, ist die Chance für einen spontanen Abstieg nur noch sehr gering. Daher sollte spätestens zu Beginn des 2. Lebensjahres mit der Behandlung begonnen werden.
Die gängige Behandlung ist eine Hormontherapie, die den Testosteronspiegel ansteigen lässt und den Hoden zum Herabgleiten stimuliert. Die Hormongabe erfolgt zuerst für etwa 4 Wochen als Nasenspray und wird danach bei ungenügendem Erfolg einmal wöchentlich gespritzt. Die Hormontherapie ist umso erfolgversprechender, je weiter der Hoden auf seinem Weg in den Hodensack schon gewandert ist und beträgt beim Pendelhoden bis zu 90%.
Bringt die Hormontherapie nicht den gewünschten Erfolg, muss, möglichst vor Vollendung des 2. Lebensjahres, operiert werden. Dabei wird der Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack geführt. Um zu verhindern, dass der Hoden wieder nach oben gleitet, wird er dort mit einer kleinen Naht fixiert.
Nach der Operation sollte in regelmässigen Abständen nachkontrolliert werden, ob der Hoden noch richtig liegt. Denn während dem Wachstum kann es vorkommen, dass ein zu kurzer Samenstrang den Hoden erneut in den Leistenkanal zieht.
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