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Die EFBS gibt themenspezifisch externe Studien und Gutachten in Auftrag. Diese leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Biosicherheit.
Biosicherheit von Nützlingen: Potentielle alternative Nahrungsquellen für den asiatischen Marienkäfer (Zusammenfassung, 2015): Der invasive asiatische Marienkäfer Harmonia axyridis verbreitet sich auf Kosten einheimischer Marienkäfer. Ein möglicher Grund dafür ist, dass er bei mangelnder tierischer Nahrung auch pflanzliche Nahrungsquellen nutzen kann. Dies wurde von Agroscope in einer von der EFBS unterstützten Studie untersucht. Kenntnisse über Konkurrenzvorteile eingeführter Nützlinge sind für die Biosicherheit in der biologische Schädlingsbekämpfung wichtig. Die Studie wurde auch publiziert:
- Utilization of plant-derived food sources from annual flower strips by the invasive harlequin ladybird Harmonia axyridis, S. Wolf et al., Biological Control 122 (2018), 118-126
Antibiotikaresistente Bakterien bei Schweinen (2015, Schlussbericht): Die Zunahme von Antibiotikaresistenzen stellt aus Sicht der EFBS eine grosse Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar. Handlungsbedarf besteht unter anderem in der Tierhaltung und Veterinärmedizin. Problematisch ist beispielsweise die hohe Prävalenz an Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) bei Schweinen, die sich in den letzten vier Jahren vervielfacht hat. In der Studie wurde die Häufigkeit von MRSA in verschiedenen Proben untersucht.
Antibiotikaresistenzen im Abwasser (2015, Zusammenfassung auf Englisch): Antibiotikaresistente Bakterien machen auch vor dem Abwasser nicht Halt. Es ist bekannt, dass ihr Anteil nach der Reinigung in Abwasserreinigungsanlagen (ARA) sogar grösser ist als vorher. Die Reinigung des Abwassers soll ohnehin verbessert werden: ab 2025 muss deshalb in verschiedenen ARAs ein zusätzlicher Reinigungsschritt eingeführt werden. Beispielsweise mit Aktivkohle-Pulver. Die Studie geht der Frage nach, ob Aktivkohle-Pulver einen Einfluss auf die Verteilung und Konkurrenzfähigkeit resistenter Bakterien hat.
Vergleichsstudie: Strategien zur Feuerbrandbekämpfung bei Äpfeln (2015; Publikation auf Englisch): Feuerbrand stellt für die Apfelproduktion ein grosses Problem dar. Eine neue Studie der EFBS vergleicht verschiedene Möglichkeiten zur Feuerbrandbekämpfung. Sie untersucht, welche Auswirkungen die einzelnen Bekämpfungsstrategien (Antibiotika, Pestizide, gentechnisch veränderte Äpfel) auf die berücksichtigten Schutzziele haben.
Biologischer Zyklus und Persistenz von zoonotischen Erregern (2018, Schlussbericht Teil II, auf Englisch): Tularämie ist eine übertragbare Krankheit, die in den letzten Jahren europaweit zugenommen hat. Verursacht wird sie durch das Bakterium Francisella tularensis. In der Schweiz ist F. tularensis fast flächendeckend verbreitet. Hauptsächlich betroffen sind Tiere, aber auch der Mensch kann sich anstecken. Zurzeit fehlen wichtige Informationen zu Ökologie, Übertragungsweg, Infektionsroute und Wirtsspektrum von F. tularensis und anderen zoonotischen Erregern. Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt eine zweiteilige Studie in Auftrag gegeben, die diesen Fragen nachgeht.
Biosicherheit und Ökologie von Francisella tularensis (2014, Schlussbericht Teil I, auf Englisch)
Verschiedene Resultate sind bereits publiziert worden:
- Phylogenetic Lineages of Francisella tularensis in Animals, Pilo P, Front. Cell. Infect. Microbiol. 8:258., 31 July 2018, doi: 10.3389/fcimb.2018.00258
- Francisella tularensis clades B.FTN002-00 and B.13 are associated with distinct pathology in the European brown hare (Lepus europaeus), F. C. Origgi & P. Pilo, Vet. Path. 2016 Mar 1. pii: 0300985816629718.
- Tularemia emong Free-Ranging Mice without Infection of Exposed Humans, Switzerland, 2012, F. C. Origgi et al., Emerging Infectious Diseases Vol. 21, No. 1, January 2015
- Dynamics of a Tularemia Outbreak in a Closely Monitored Free-Roaming Population of Wild House Mice, A. Dobay et al., PLOS ONE DOI:10.1371/journal.pone.0141103, November 4, 2015
- Characerisation of a new group of Francisells tularensis subsp. holarctica in Switzerland with altered antimicrobial susceptibilities, 1996 to 2013, F. C. Origgi et al., Euro Surveill. 2014;19(29):pii=20858
- Francisella tularensis infection in a stone marten (Martes foina) without classic pathological lesions consistent with tularemia, F. C. Origgi et al., Journal of Veterinary Diagnostic Investigation 25(4) 519-521, 2013
Invasive gebietsfremde Pflanzen - Früh erkennen, sofort handeln (2014, 3. Auflage April 2015): Diese Informationsbroschüre macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, invasive gebietsfremde Pflanzen früh zu erkennen und sofort zu handeln, damit keine zusätzlichen invasiven gebietsfremden Arten eingebracht werden und sich die vorhandenen nicht weiter ausbreiten.
Virale Kontaminationen an Arbeitsplätzen innerhalb und ausserhalb des BSL2-Bereiches (2013): Im Rahmen dieser Studie wurden sowohl in Laboratorien der Sicherheitsstufe 2, die mit viralen Vektoren arbeiten, als auch in umgebenden Räumlichkeiten inklusive Büros Wischproben genommen. Untersucht wurden mögliche Austrittspfade aus dem geschlossenen System und der Zusammenhang zu Hygieneregeln sowie personellen, organisatorischen und baulichen Gegebenheiten. Nun liegen die Resultate dieser vom Kantonalen Laboratorium Basel-Stadt im Auftrag der EFBS durchgeführten Probenerhebungskampagne vor.
Umgang mit Schadorganismen von Pflanzen in geschlossenen Systemen - ein internationaler Vergleich (2013): Die Studie gibt einen Überblick über relevante Regelwerke und Sicherheitsmassnahmen für den Umgang mit pflanzenpathogenen Organismen und Pflanzenschädlingen in geschlossenen Systemen. Berücksichtigt werden die Schweiz, die umliegenden europäischen Länder sowie Kanada, die USA und Australien. Anhand von ausgewählten Schadorganismen werden Gruppierungen, Klassierungen und Sicherheitsmassnahmen der verschiedenen Länder einander gegenübergestellt.
Streptomycin-Monitoring-Programm 2008-2012 zur Überwachung von Auswirkungen des Streptomycin-Einsatzes zur Bekämpfung von Feuerbrand (2013, Zusammenfassung des Schlussberichts): Im Januar 2008 wurde in der Schweiz zum ersten Mal das Antibiotikum Streptomycin zur Behandlung von Feuerbrand in Obstplantagen zugelassen. Ähnliche Ausnahmebewilligungen werden seither jährlich erteilt, bis eine effiziente Alternativlösung gefunden wird. Die Verwendung von Streptomycin ist zeitlich beschränkt und an verschiedene Bedingungen geknüpft. So wird beispielsweise ein Monitoring durchgeführt. Aus Sicht der Eidgenössischen Fachkommission für biologische Sicherheit EFBS war es wichtig, dass neben Untersuchungen zur Resistenzentwicklung von Erwinia amylovora, dem Erreger von Feuerbrand, weitere Fragestellungen berücksichtigt wurden. Deshalb initiierte sie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundesämtern und Forschungsanstalten sowie weiteren Experten ein multidisziplinäres Monitoringprojekt. Das Hauptziel dieses Projektes war die Gewinnung von Daten, die eine objektive Beurteilung der Risiken erlauben, die der Einsatz von Streptomycin mit sich bringen könnte. Im Februar 2013 wurde der Schlussbericht verabschiedet. Er kann auf Anfrage bei der Geschäftsstelle bezogen werden.
Tenazität von Viren (2012; Publikation nur englisch verfügbar): In Laboratorien wird häufig mit hohen Virenkonzentrationen gearbeitet. Für die biologische Sicherheit von grosser Bedeutung ist dabei die Frage nach der Überlebensfähigkeit von Viren ausserhalb ihrer Wirtszelle. Dazu muss deren Tenazität, d.h. die Fähigkeit, auch unter nicht optimalen Bedingungen zu überleben, ermittelt werden. Die EFBS hat eine Studie des Instituts für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe mitfinaziert, die die Überlebensfähigkeit des vesikulären Stomatitisvirus (VSV) in Lösungen und in getrockneter Form auf Oberflächen untersucht. Zudem wurde die Sensitivität des VSV auf Desinfektionsmittel getestet. Die Ergebnisse der Studie dienen dazu, die Sicherheit im Umgang mit Viren in Laboratorien zu erhöhen.
Methode zur Unterscheidung zwischen lebender und toter DNA von Mikroorganismen (2010) (pdf, nur englisch verfügbar): In Laboratorien, die mit Mikroorganismen arbeiten, werden regelmässig Untersuchungen zur Überprüfung der getroffenen Sicherheitsmassnahmen durchgeführt. Mikrobielle Kontamination von Arbeitsgeräten und -oberflächen werden durch das Erheben von Wischproben und deren Untersuchung auf spezifische DNA nachgewiesen. Dabei ist es wichtig, zwischen DNA von lebenden und toten Zellen und Organismen unterscheiden zu können. Die bisher angewandten Methoden verwendeten dazu meistens einen Kultivierungsschritt. In der Literatur wird eine Methode mit Propidium-Monoazid (PMA) beschrieben, das nur in tote Zellen eindringt. Das kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat mit finanzieller Unterstützung der EFBS diese Methode auf Staphylococcus aureus als Modellorganismus angepasst.
Nachweismethode für Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) im Boden (2009) (pdf, nur englisch verfügbar): Die Bolle di Magadino (TI) wird in regelmässigen Abständen überflutet. Dies hat ein erhöhtes Auftreten von Stechmücken (Aedes vexans und Aedes sticticus) zur Folge. Deshalb wird das Gebiet regelmässig mit Vectobac behandelt. Vectobac besteht aus Bacillus thuringiensis israelensis (Bti), das Toxine bildet, die für Stechmücken tödlich sind. Die EFBS hat ihre Zustimmung zur Verwendung von Vectobac an ein Langzeitmonitoring geknüpft. Das Istituto cantonale di microbiologia in Bellinzona hat mit finanzieller Unterstützung der EFBS eine schnelle und spezifische Nachweismethode für Bti entwickelt, mit der die Konzentration von Bti im Boden nachgewiesen werden kann.
Ecological impacts of genetically modified crops (2006) (pdf, nur englisch verfügbar): Mittlerweile blickt man weltweit auf eine 10-jährige Erfahrung mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen zurück. Die EFBS hat die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon beauftragt, die wissenschaftlichen Daten zu möglichen ökologischen Auswirkungen von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen zusammenzustellen. Die Studie konzentriert sich auf Insekten-resistenten Mais und auf Herbizid-tolerante Soja- und Rapssorten. Sie spiegelt in erster Linie die Meinung der Autorenschaft wider.
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Letztes Update: 20.09.2018
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Tel.: +41 (0)58 463 23 12
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