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Tokios Geisterbahnhof
Der Bahnhof Manseibashi war einst der Stolz Tokios bis er 1943 endgültig geschlossen und bis auf wenige Reste abgebaut wurde. Geht es nach den Plänen der Besitzerin East Japan Railway soll die Station jedoch schon bald wieder zu neuem Leben erweckt werden, wie die Yomiuri Shimbun berichtet.
1912 entwarf hier Kingo Tatsuno, der Architekt der Bank of Japan, nach dem Vorbild des Amsterdamer Zentralbahnhof ein ansehnliches Stationsgebäude aus Backstein. Zwei Jahre später wiederholte er diesen Stil mit dem Bau der noch viel grösseren, ganz in der Nähe gelegenen Tokyo Station.
Das Erdbeben
Im Bahnhof Manseibashi hatte die heute noch existierende Chuo-Linie ihr Zuhause. Beim Grossen Erdbeben von Tokio 1923 wurde der Prachtbau komplett zerstört. An seiner Stelle wurde ein kleineres Bahnhofsgebäude wieder errichtet. Doch die goldenen Zeiten waren damals schon vorbei.
Die nahe gelegenen Stationen von Akihabara und Kanda sorgten dafür, dass der Manseibashi immer weniger von Passagieren frequentiert wurde. Einzig das 1936 nebenan erbaute Eisenbahnmuseum sorgte noch für einen Glanzpunkt.
Die Ruine
1942 wurde die Station Manseibashi endgültig geschlossen. Das Bahnhofsgebäude wurde dem Erdboden gleichgemacht. Einzig die Treppen von damals und das erhöhte Backsteinviadukt für die Geleise, die bis heute Teil der Chuo-Linie sind, blieben erhalten. Unter den Bögen sind heute Fahrrad- und Autoparkplätze zu finden.
Die Zugliebhaber, für die der Bahnhof Manseibashi eine Sehenswürdigkeit ist, nennen ihn den Geisterbahnhof. Nachdem 2007 auch noch das Eisenbahnmuseum in die Präfektur Saitama zog, stellte sich die Frage nach der Zukunft des heruntergekommenen Areals.
Die Zukunftspläne
Besitzerin East Japan Railway hat sich für die Denkmalpflege entschieden. Das Backsteinviadukt mit den Geleisen soll im selben Zustand erhalten bleiben. Unter den Bögen sollen sich künftig kleine Läden einmieten. Und auf dem ehemaligen Bahnsteig von Manseibashi will das Bahnunternehmen ein Café bauen. Ziel sei es, die Atmosphäre von damals wieder aufleben zu lassen.
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