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Whistleblower Birkenfeld mit 104 Millionen belohnt
Der ehemalige UBS-Banker Bradley Birkenfeld erhält von der US-Steuerbehörde 104 Millionen Dollar. (Keystone Archiv)
Der ehemalige UBS-Banker Bradley Birkenfeld erhält von der US-Steuerbehörde IRS 104 Millionen Dollar. Damit sollen die wertvollen Insiderinformationen Birkenfelds über die illegalen Geschäfte der Schweizer Grossbank mit US-Steuerpflichtigen belohnt werden.
Birkenfeld habe entscheidend mitgeholfen, ein System zur Umgehung von Steuern im Umfang von 20 Milliarden Dollar zu sprengen. Mit der Zahlung soll zudem dazu angestiftet werden, Missstände zu melden, wie die Organisation National Whistleblower Center an einer Medienkonferenz in Washington bekannt gab. Es sei wohl der grösste Preis, der jemals an einen Whistleblower gegangen sei.
Eine Sprecherin der US-Steuerbehörde IRS bestätigte die Zahlung. Whistleblower seien wertvoll im Kampf gegen Steuerbetrüger, dies solle mit der Anerkennung an Birkenfeld untermauert werden.
In den vergangenen Jahren habe die IRS durch deren Tipps hunderte von Millionen Dollar an Steuereinnahmen erzielt. 2011 waren es allerdings nur noch 48 Millionen Dollar nach 464 Millionen Dollar im Vorjahr, wie die Behörde im Juni dem Kongress berichtete.
Dank für Unterstützung
Birkenfeld war an der Medienkonferenz nicht anwesend. Sein Bruder Douglas zeigte aber Genugtuung über die Honorierung. Bradley danke insbesondere seiner Familie und seinen Freunden für die Unterstützung in der schwierigen Zeit. Whistleblower sollten gefördert und nicht verfolgt werden.
Birkenfeld hatte die UBS-Steueraffäre ins Rollen gebracht. Er hatte die Machenschaften der Bank der US-Steuerbehörde offengelegt, gleichzeitig aber versucht, seine Rolle in der Affäre zu verschweigen.
Der Kronzeuge wurde im August 2009 zu einer Haftstrafe von 40 Monaten verurteilt, weil er dem Milliardär und Immobilienhändler Igor Olenicoff half, rund 200 Millionen Dollar an der US-Steuerbehörde vorbei auf Konten in der Schweiz und in Liechtenstein zu verstecken.
Er musste zudem Gerichtskosten von 100'000 Dollar tragen und eine Busse von 30'000 Dollar zahlen. Birkenfeld kam aber vorzeitig nach 31 Monaten Haft am 1. August 2012 frei.
Der Fall war Auslöser des Steuerstreits zwischen den USA und der UBS, der 2009 in der Zahlung einer Busse von 780 Mio. Dollar der Grossbank an das US-Justizdepartement endete. Zudem vereinbarten die Regierungen beider Länder, dass die UBS rund 4450 Kundendossiers herausrückt. (wedj, sda)
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