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Die Direktinvestitionen von Schweizer Unternehmen im Ausland sind 2003 um acht auf 20,4 Mrd. Franken gestiegen. Der Bestand liegt nun bei 424 Mrd. Franken.Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 2004 - 16:40 publiziert
Schweizer Unternehmen sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark im Ausland präsent.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt im Rahmen der Zahlungsbilanz-Statistiken auch Buch über die direkten Investitionen von Schweizer Unternehmen im Ausland.
Damit sind die Direktinvestitionen in Unternehmen, Besitz und ähnliches gemeint. Indirekte Investitionen in Form von Wertpapieren wie Aktien und Obligationen (sog. Portfolio) sind davon ausgenommen.
2003 betrug der Bestand dieser Direktinvestitionen im Ausland satte 424 Mrd. Franken. Der 2003-er Wert liegt damit nur eine Milliarde unter dem bisherigen Höchstwert im Jahr 2001.
Ausbau im Jahr 2003
2003 haben die Schweizer Unternehmen ihre Kapital-Verflechtungen mit dem Ausland ausgebaut. Laut SNB-Angaben erhöhten sich die Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um acht auf 20 Mrd. Franken.
Sie lagen damit jedoch unter den in den Jahren 1997 bis 2001 erreichten Werten. Mit 16 Mrd. Franken stammte der Grossteil der Investitionen aus reinvestierten Erträgen.
Die Akquisitionen (Unternehmens-Käufe) hingegen nahmen auf 5 Mrd. Franken ab, von rund 25 Mrd. 2002.
Service-und Finanz-Sektor investierte am meisten
Der grösste Teil der Direktinvestitionen wurde durch den Dienstleistungssektor getätigt, wobei die Finanz- und Holdinggesellschaften mit 7 Mrd. und die Banken mit 6 Mrd. Franken am meisten investierten.
Die Transport- und Kommunikationsbranche verkaufte dagegen erneut Beteiligungen im Ausland. Der Industriesektor halbierte die Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr auf 6 Mrd. Franken.
Nahrungsmittel, Bau und Chemie
Die Branchengruppe "übrige Industrie", vor allem die Bereiche Nahrungsmittel und Bau, tätigte Direkt-Investitionen für 4 Milliarden.
Die chemische Industrie kam auf 3 Milliarden. Die Branchen "Metalle und Maschinen" sowie "Textilien und Bekleidung" investierten je eine Milliarde.
Ziele: USA, EU, Offshore-Zentren
Am stärksten investiert wurde in den USA, wohin laut SNB mit 7 Mrd. Franken ein Drittel der gesamten Direkt-Investitionen flossen. Besonders Banken, Versicherungen und die Chemiefirmen investierten in den Vereinigten Staaten.
Die Direktinvestitionen in den EU-Ländern gingen um eine auf 6 Milliarden zurück. Neben den Kapitalexporten in die USA und die EU waren laut SNB auch jene in die Offshore-Finanzzentren von Bedeutung.
In die Offshore-Finanzzentren Mittel- und Südamerikas wurden vier und in die Europas - Guernsey, Jersey, die Insel Man sowie Gibraltar – 3 Milliarden investiert.
Der Direktinvestitions-Bestand erhöhte sich 2003 um 4,2 Prozent auf 424 Milliarden. Laut SNB sind Schweizer Unternehmen überdurchschnittlich stark im Ausland präsent.
Hohe Investitions/BIP-Quote von 98%
Der Direktinvestitions-Bestand gemessen am nominellen Bruttoinlandsprodukt (BIP), das übliche Mass für die internationale Verflechtung, stieg 2003 auf 98%, von 94% im Jahr davor.
In den Mitgliedländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), so die SNB, lag dieses Verhältnis im Jahr 2002 durchschnittlich viel tiefer, nämlich bei 23%.
Das Nettovermögen der Schweiz im Ausland war mit 587 Milliarden praktisch gleich hoch wie im Jahr 2002, als es 586 Mrd. Franken betragen hatte. Diese Zahl umfasst Direkt- und Wertpapierinvestitionen. Der Anteil des Nettovermögens am BIP blieb mit 136% stabil.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Das gesamte Auslandvermögen der Schweiz hat 2003 mit netto 587 Mrd. Franken einen internationalen Spitzenwert erreicht.
Die Auslandaktiven betrugen 2183 Mrd. (oder 2,18 Billionen) Franken.
Auslandaktiven umfassen Direktinvestitionen, Portfolio, Währungsreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und Auslandguthaben der Banken.
Die Auslandpassiven betragen 1,595 Billionen Franken.
Kapitalexporte tragen zum Wachstum der Auslandaktiven bei.
Bewertungsverluste entstehen aufgrund des schwachen Dollars.
Bewertungsgewinne entstehen durch Kursgewinne auf ausländischen Aktien und stärker werdenden Währungen wie dem Euro.
Fakten
Die ausländischen Direktinvestitionen in die Schweiz haben sich 2003 von 10 auf 22 Mrd. Franken mehr als verdoppelt.
Dieser Zuwachs geht auf die Zunahmen von Unternehmenskäufen und Kapitalerhöhungen zurück.
Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in der Schweiz nahm 2003 um 27 auf insgesamt 200 Mrd. Franken zu.
Von diesen 200 entfallen 105,6 Mrd. Franken, also mehr als die Hälfte des Bestandes, auf ausländisch beherrschte Finanz- und Holdinggesellschaften in der Schweiz.
Diese beschäftigen in der Schweiz 13'000 Personen.
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