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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

9. Buch
11. Was ist von der Ansicht der Platoniker zu halten, daß die Seelen der Menschen nach dem Tode Dämonen seien?
Apuleius sagt allerdings, daß auch die Seelen der Menschen Dämonen seien, und aus den Menschen würden Schutzgeister, wenn sie sich wohl verdient gemacht hätten, wenn schlecht, Gespenster oder Larven; und als Manengötter bezeichne man sie, wenn es ungewiß sei, ob sie sich gut oder schlecht verdient gemacht hätten. Aber man braucht nicht eben viel Scharfsinn aufzuwenden um zu erkennen, welchem Abgrund von Sittenverderbnis diese Anschauung Tür und Tor öffne. Denn wenn die Menschen wähnen, sie würden einmal, wären sie auch noch so schlecht gewesen, Larven oder Manengötter, so werden sie um so schlechter, je mehr sie zu schaden begierig sind, da sie ja vermeinen, sie würden nach dem Tode sogar durch Opfer, also durch eine Art göttlicher Verehrung, dazu aufgefordert, Schaden anzurichten. Sind doch nach Apuleius die Larven schädigende Dämonen, die vorher Menschen waren. Doch darüber erhebt sich eine eigene Frage. Dagegen werden nach Apuleius die Seligen von den Griechen deshalb εὐδαίμονες genannt, weil sie gute Geister seien d. h. gute Dämonen, womit er aufrecht erhält, daß auch Menschenseelen Dämonen seien.