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Moritz Suter geht. Er hat in der Schweiz mit der Gründung der Crossair Luftfahrt-Geschichte geschrieben.Dieser Inhalt wurde am 06. Dezember 2001 - 15:47 publiziert
Der am 3. September 1943 in Basel geborene Suter hob mit der von ihm vor 22 Jahren offiziell gegründeten Regionalflug-Gesellschaft Crossair zu einem Senkrechtstart ab. In den letzten beiden Jahren musste Suter aber mit dem Absturz einer Crossair-Maschine am 10. Januar 2000 bei Nassenwil (ZH) und einer weiteren Crossair-Maschine beim Bassersdorf (ZH) am 24. November 2001 zwei schwere Schläge hinnehmen.
Hassliebe zu Swissair
Seine Karriere im Dienste der Schweizerischen Luftfahrt begann Suter 1974 mit der Ernennung zum Flugkapitän der Swissair. Den Grundstein zur Crossair setzte er ein Jahr später mit der Gründung des Lufttaxibetriebs "Business Flyers Basel AG". 1979 wurde die AG in Crossair umbenannt und entwickelte sich über Jahre zur führenden Regionalflug-Gesellschaft Europas.
Mit der Swissair verband Suter eine Hassliebe. In den 80-er Jahren schloss er einen Zusammenarbeits-Vertrag ab. 1988 folgte eine namhafte Minderheits-Beteiligung der Swissair, die 1991 in eine Mehrheits-Beteiligung ausgebaut wurde.
Zu offenen Spannungen kam es Anfang der 90-er Jahre, als Suter das Fusionsprojekt Alcazar von Swissair, KLM, SAS und AUA öffentlich kritisierte. Nach dem Scheitern von Alcazar und dem Abgang des damaligen Swissair-Chefs Otto Loepfe normalisierten sich Suters Beziehungen zur Swissair. Er galt aber als dezidierter Gegner des Belgien-Abenteuers.
Dennoch war die Überraschung gross, als Suter am 23. Januar 2001 nach der Entlassung von SAirGroup-Konzernchef Philippe Bruggisser zum obersten Verantwortlichen des SAir-Fluggeschäfts ernannt wurde. Suter hatte damals mit dem Lohnkonflikt mit seinen Piloten und dem ersten Absturz einer Crossair-Maschine die schwierigsten zwölf Monate seiner Karriere hinter sich.
Im März 2001 kam nach nur 44 Tagen bereits das Aus für Suter als Chef der SAirLines: Suter hatte sich nicht gegen die Widerstände der Swissair-Leute durchsetzen können und beschränkte sich fortan auf die Rolle des Crossair-Verwaltungsrats-Präsidenten.
Als die in einer schweren finanziellen Krise steckende Swissair durch die Folgen der Terroranschläge vom 11. September endgültig in die Knie gezwungen wurde, schalteten sich die Grossbanken ein für eine Lösung in Richtung Teilübernahme der Swissair durch die Crossair.
Basler Protestwelle
Die Nicht-Nomination von Suter in den Verwaltungsrat der neuen Airline löste vor allem in der Region Basel und in einigen Medien eine Welle des Protests aus. Suter liess sich offiziell nie darüber verlauten, zeigte in Medieninterviews aber immer wieder seine Bereitschaft, im neuen Verwaltungsrat eine Rolle zu spielen.
Das Geheimnis, ob der bisherige Crossair-Verwaltungsrat an der Generalversammlung zurücktritt und damit den Weg freimacht für eine einvernehmliche Lösung, lüftete Suter erst zu Beginn der ausserordentlichen Generalversammlung.
Bittere Bemerkungen
Die Art und Weise, wie der erfolgreiche Crossair-Verwaltungsrat ausgebootet wurde, befremde, sagte Moritz Suter an der ausserordentlichen GV. Die Ausbootung sei "unnötig verletzend und masslos ungerecht", sagte Suter. Sehr nachdenklich stimme, dass der Bundesrat zu einem solchen Vorgehen Hand biete. "Etwas ist nicht in Ordnung in diesem Land und in der obersten Führung von Politik und Wirtschaft", sagte Suter.
Ratschläge für Bouw
Seinem Nachfolger Pieter Bouw gab Suter Ratschläge auf den Weg: "Es geht um die Schweiz, nicht um Zürich und um den kleinen Zirkel, der glaubt, die schweizerische Wirtschaft bestimmen zu können." Die Schweiz sei auch Genf, Basel, Bern, Lugano oder Sitten. Die Schweiz sei kompliziert, sagte er dem Holländer: "Sie arbeiten für ganz unterschiedliche Schweizer."
swissinfo und Agenturen
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