Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03183.jsonl.gz/241

Zwar würden bereits seit einigen Jahren Entwicklungsprojekte in der nigerianischen Milchbranche unterstützt, schreibt Arla in einer Medienmitteilung. Mit der Unterzeichnung einer neuen Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit dem Bundesstaat Kaduna und der nigerianischen Regierung weite das Molkereiunternehmen nun sein bisheriges Engagement aus. Dabei werde der Bundesstaat und die Regierung dazu verpflichtet, 1000 nomadischen Milchbauern dauerhaft Weidegründe und Zugang zu Wasser zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug werde Arla die lokal erzeugte Milch kaufen, sammeln, verarbeiten und auf den Markt bringen.
Nachfrage nach Milchprodukten nicht gedeckt
Arla sieht in Nigeria mit der schnell wachsenden Bevölkerung − die bis 2050 fast 400 Millionen Menschen erreichen soll − ein grosses Marktpotential. Im Land steige die Nachfrage nach bezahlbaren Lebensmitteln. Die nigerianische Milchindustrie kann gemäss Mitteilung weniger als 10 Prozent der Nachfrage nach Milchprodukten in Nigeria bedienen. Diese Versorgungslücke werde sich mit dem Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahrzehnten exponentiell vergrössern.So gehöre die neue öffentlich-private Partnerschaft zur Geschäftsstrategie, um die Verbrauchernachfrage in Nigeria gleichermassen durch die Weiterentwicklung des Milchsektors vor Ort wie auch durch den Import von Milch und Molkereiprodukten zu bedienen, so Arla in der Mitteilung.
Nomaden sollen sesshaft werden
Zudem werde die Partnerschaft wirklich etwas verändern – sowohl im Geschäft als auch im Leben der Milchbauern, wie Tim Ørting Jørgensen, Executive Vice President und Leiter des internationalen Geschäftsbereichs von Arla Foods zitiert wird. Anstatt immer wieder weiterzuziehen, auf der Suche nach Weidegründen und Wasser, werde den Milchbauern Land zur Verfügung gestellt, auf dem sie sich dauerhaft niederlassen und ihre Betriebe erweitern können. Der Ausbau der Infrastruktur – wie Strassen sowie Strom- und Wasserversorgung –, die erforderlich ist, um die Milch zu verarbeiten und auf den Markt zu bringen, sei ebenfalls Teil der Vereinbarung.
Finanziert wird das Projekt hauptsächlich durch Kredite, die von der nigerianischen Zentralbank gewährt und vom Bundesstaat garantiert werden. Als Geschäftspartner wird Arla in die Errichtung von Zentren für die Milchsammlung investieren.