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Das Rhoneufer ist auch eine Folge von Gemeindeterritorien. Viele von ihnen sind durch Hochwasser bedroht und das hemmt zum Beispiel die bauliche Entwicklung. Diese Gemeinden verlangen, dass ihr Gebiet rasch gesichert wird, was verständlich ist. Oft besteht die Lösung in einer vorgezogenen teilweisen Realisierung eines Abschnitts des gesamten generellen Projekts. Das gestattet uns, rasch dem Sicherheitsbedürfnis zu entsprechen zum Beispiel durch die Sicherung eines Damms am Rand einer Wohnsiedlung und gleichzeitig die Kontinuität der Gesamtsicht, d.h. unter Einbeziehung der noch oberhalb und unterhalb durchzuführenden Arbeiten, zu wahren.
(2010)
Aus drei Hauptgründen. Erstens weil diese Lösung vom Standpunkt der Sicherheit nicht nachhaltig ist: Sie gestattet keine Anpassung im Falle einer grösseren Abflussmenge, die berücksichtigt werden müsste. Zweitens weil sie, wie von den Experten bestätigt wurde, eine sehr starke Auswirkung auf das Grundwasser hätte. Das kann nicht nur für unsere Trinkwasserversorgung ein Problem darstellen, sondern auch die Setzung von Häusern oder sogar die Austrocknung von landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Folge haben. Und drittens weil die Absenkung den natürlichen Zustand des Flusses in keiner Weise verbessert. Heute ist das aber bei Gewässerkorrektionen eine gesetzliche Vorschrift. Schliesslich würde ich sagen, dass diese Option, wenn sie nicht mit dem Bundesgesetz im Einklang steht, wahrscheinlich auch nicht dem kantonalen Gesetz entspricht, da dieses direkt an das Bundesgesetz angelehnt ist. Und dieses kantonale Gesetz wurde vor zwei Jahren
(2009)
Tony Arborino: «Ich denke, wahrscheinlich schon. Diskussionen die in diese Richtung führen, sind mit den zuständigen Bundesämtern und staatlichen Dienststellen im Gang. Man könnte sich vorstellen , dass bei gewissen grossen punktuellen Aufweitungen des Flusses ein Teil der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Dabei hätte man beispielsweise die Möglichkeit, in den für die Freizeit und Erholung interessanten Bereichen entlang von Fuss- und Radwegen für lokale Produkte zu werben und sie dort auch zu verkaufen. Das sind allerdings nur punktuelle Möglichkeiten den Verlust an landwirtschaftlichen Nutzflächen infolge der 3. Korrektion zu kompensieren, aber es ist ein Element mehr bei der Suche nach begleitenden Massnahmen.»
(2009)
Eine Verstärkung der Dämme verhindert, dass diese brechen, nicht aber Überflutungen. Damit kann nicht mehr Wasser abgeführt werden. Ebenso wenig genügt es, das Flussbett der Rhone um einige Dutzend Zentimeter auszubaggern. Oft muss das Flussbett um mehrere Meter abgesenkt werden, um einen signifikanten Sicherheitsgewinn zu erzielen, was ganz erhebliche negative Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel haben kann. Diese beiden Lösungen sind zwar interessant, aber leider unzureichend. Nur in Kombination mit den Aufweitungen des Flusses kann das Schutzniveau erzielt werden, das für die weitere Entwicklung der Ebene notwendig ist.
(2007)
Während der Periode der beschleunigten Schmelze, zwischen Juni und August, würde der Fluss mehr Wasser führen. Sollte das Phänomen so lange anhalten, bis es keine Gletscher mehr gibt, würde es noch immer Wasser in der Rhone und Hochwasser geben. Das Verschwinden der Gletscher bedeutet nicht, dass die Regenfälle ausbleiben, die für einen Grossteil der Hochwasser verantwortlich sind. Bei den Überschwemmungen vom Oktober 2000 lag der Anteil des Gletscherschmelzwassers am Rhoneabfluss bei maximal 10% .
2007
Im Gegenteil, die Rhone wird ständig ausgebaggert: Man hebt den Kies und den Sand aus, die dann für den Bau verwendet werden. In den sechziger Jahren hat man diese Materialien in grossem Umfang verwendet und das geschieht auch heute noch, auch wenn die eine oder andere Kiesgrube aufgegeben wurde. In den letzten zehn Jahren hat man im Durchschnitt 230 000m3 pro Jahr ausgehoben. Man schätzt, dass davon 180 000 m3 von den Nebenflüssen stammen, so dass die restlichen 50 000 m3 eine Absenkung des Flussbetts auf einem Grossteil des Laufs der Rhone zur Folge haben. Im Zuge der 3. Korrektion wird man die Aushubmengen neu definieren, um einen ausgewogenen Zustand herzustellen und unerwünschte starke Ablagerungen oder eine starke Erosion zu verhindern.
(2006)
Ja. Wir haben Kontakte und einen Erfahrungsaustausch mit den wichtigsten Flussbauprojekten, die der Rhone ähnlich sind, wie die Gestaltung des Alpenrheins, der Lindt, der Thur und der französischen Rhone. Die Schweizer Fachleute, die das Projekt der 3. Korrektion betreuen, verfolgen auch diese Dossiers. Wir lernen von den anderen, aber dank den spezifischen Entwicklungen an der Rhone, eignen wir uns jedoch auch neue Kenntnisse an, die allen zugute kommen.
(2006)
Im Oktober 2000 haben sie vor allem dazu beigetragen, die Wassermenge der Rhone erheblich zu begrenzen. Ohne Dämme wäre das Wasser stellenweise 50 bis 90 cm höher gestiegen. Man kann diese positive Wirkung aber noch verbessern. Zur Zeit wird an einem Projekt über die Vorhersage von Hochwassern gearbeitet, das es vor allem gestatten soll, das Hochwasser dank der Stauwerke zu regeln. Federführend für dieses Projekt ist der Kanton Wallis. Das in Zusammenarbeit mit den Kraftwerkbetreibern ausgearbeitete Projekt wird die Sicherheit verbessern, die 3. Korrektion ist aber trotzdem notwendig.
(2003)