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Seit wann gibt es Akupunktur? Wie hat sich Akupunktur über die Zeit entwickelt? Was steckt hinter der Akupunktur?
Antworten auf diese Fragen werden Ihnen in diesem Beitrag kurz vorgestellt.
Die Beschreibung der ersten Anwendungen der Akupunktur wurde bereits vor mehr als 3’000 Jahren überliefert. Archäologische Funde deuten jedoch darauf hin, dass solche Behandlungen bereits vor 2’000 Jahre davor durchgeführt wurden. Damals wurden Bambus-, Stein- oder sogar Knochennadeln als Instrumente der alt-chinesischen Heilkunde verwendet. Während der Zeit vor dem Aufschwung der heutigen chinesischen «Philosophie», welche stark durch den Konfuzianismus und auch den Daoismus geprägt war, wurden auch im fernen Osten Rituale und Schamanismus praktiziert.
Eines der ältesten und wichtigsten Niederschreibungen für die Akupunktur ist das «Huang Di Neijing», welches vor ca. 2’000 Jahren verfasst wurde. In diesem Werk werden in einem Dialogformat die Theorie und Praxis der damaligen Gesundheitslehre in China beschrieben: die Diagnostik, die Akupunktur, die Moxibustion und das Schröpfen. Es gilt als die erste systematische Abhandlung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), insbesondere auch der Meridiane und der Akupunkturpunkte.
Die Entwicklung der TCM wird seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. stark durch den Konfuzianismus und den Daoismus beeinflusst. Nicht nur auf die chinesische Medizin, sondern auf die ganze Kultur des Landes wirkten die zwei wichtigsten philosophischen Schulen Chinas. Viele Grundsätze der TCM sind der chinesischen philosophischen Lehre zu verdanken. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Deutung der klinischen Befunde und Erkenntnisse zu einem umfangreicheren Komplex.
Wie bekannt, werden Behandlungen auf Grund von Diagnosen veranlasst, allerdings unterscheiden sich diese in der TCM stark von schulmedizinischen Diagnosen. Die traditionelle chinesische Diagnose beschreibt einen Menschen weniger in einer quantitativen, sondern mehr in einer qualitativen Dimension. Diese stellt den momentanen Zustand eines Patienten auf verschiedenen Ebenen dar. Die Umschreibung bezieht sich immer auf die Person als Ganzes (Körper, Geist und Seele), wonach sich auch die klassische Akupunkturtherapie richtet.
Diese damals sehr ausgereifte, systematische Heilkunde wurde auch in andere Regionen überliefert. So begann im 6. Jahrhundert die Ausbreitung der Akupunktur nach Japan und Korea. Über die Zeit entwickelten sich, auch innerhalb von China, in den verschiedenen Schulen weitere Techniken und Behandlungsansätze für die Behandlung mit Akupunkturnadeln, welche nebst Moxibustion die wichtigste Behandlungsmethode der TCM darstellt.
Im 16. Jahrhundert gelangte die Akupunktur durch Schiffsfahrten der Europäer in den Westen und gewann auch hier an Interesse. Währendem sich die TCM im Westen im Bereich der Alternativmedizin bewegte, entwickelte sie sich im fernen Osten parallel zur Schulmedizin und ist ein grundlegendes Fach, sowohl in der Ausbildung von Ärzten als auch in der medizinischen Versorgung.
Ab den 1970ern blühte die TCM und die Akupunktur in Amerika und Europa auf und der Bedarf an klassischer ganzheitlicher Heilkunde steigt bis zum heutigen Tag. Die Anerkennung von Akupunktur als eine wichtige und vorteilhafte Therapiemethode zeigte sich auch im Jahr 1979, als die WHO eine Auflistung von 43 durch Akupunktur behandelbare Krankheiten und Gesundheitszustände veröffentlichte.
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