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Nach dem stark verspäteten Ende der Saison 2019/20 konnte die neue Saison erst in der zweiten September-Hälfte beginnen. Sie begann mit zwei Runden à 1000 Zuschauer pro Match. Es folgten drei Runden mit einer gestatteten Auslastung von zwei Dritteln pro Stadion. Von Anfang November bis Mitte April wurden 25 Geisterrunden ausgetragen, bis für die letzten sechs Runden je hundert Kiebitze pro Match Einlass bekamen.
Im Spätherbst und nach der kurzen Winterpause häuften sich Coronavirus-Fälle und flächendeckende Quarantänen derart, dass die reguläre Durchführung der Meisterschaft in Frage stand. Die Swiss Football League und die Klubs einigten sich darauf, dass die Saison gewertet wird, sobald die Hälfte (18 Runden mit Hin- und Rückspielen) absolviert sein würde. Aber die vielen verschobenen Partien konnten in englischen Wochen nachgeholt werden. Die Lage entspannte sich endgültig, als die Kantonsärzte-Vereinigung in die in Österreich praktizierte Lösung einwilligte: Nach positiven Fällen werden nur die betreffenden Spieler abgeschottet, nicht aber die ganze Mannschaft. Seither musste kein Spiel mehr verschoben werden. Nach der vorherigen Regelung hätte beispielsweise das Spiel Lausanne-Sports - Young Boys aus der 36. Runde vom Freitagabend nicht stattfinden können, nachdem zwei Spieler aus dem Kader der Berner infiziert worden waren.
Dank den Fortschritten im Impfen und den zunehmenden allgemeinen Lockerungen darf der ganze Schweizer Fussball hoffen, dass ich eine solche Saison nicht wiederholen wird.
Der sportliche Ausgang der Saison dürfte sich auch nicht so rasch auf ähnliche Weise wiederholen. Nach ihrer dritten Meistersaison am Stück (2019/20) konnten die Young Boys mit nahezu unverändertem Kader weiterfahren. Es führte zu einer beispiellosen Dominanz. Ohne ihren eigenen Rekord von 91 Punkten egalisieren oder übertreffen zu müssen, liessen die Berner der Konkurrenz nie eine Chance. Der Vorsprung von 31 Punkten auf den Zweiten mutet unglaublich an. Den Rekordvorsprung in der Ära der Super League hatten vorher Basel (2011/12) und YB (2018/19) mit je 20 Punkten innegehabt. Diesmal war YBs Reserve auf den ersten «Verfolger» Basel mehr als doppelt so gross wie Basels Reserve auf den Barrage-Teilnehmer Sion.
Dass die Young Boys einen solchen Sololauf - wie 2018/19 standen sie sieben Runden vor Schluss als Meister fest - zelebrieren konnten, lag auch an der Schwäche der Gegner, die sich laufend gegenseitig Punkte abnahmen. Der FC Basel, der im Herbst die Rückeroberung des Titel als sein Ziel deklariert hatte, fand sich erst gegen Schluss der Saison besser zurecht, als Patrick Rahmen den gescheiterten Ciriaco Sforza an der Seitenlinie abgelöst hatte. Trotzdem sind die Basler mit dem Total von 53 Punkten nunmehr der «Vizemeister» mit der niedrigsten Punktzahl. Luzern hatte es 2011/12 (sogar noch in einer auf 34 Runden reduzierten Saison) auf 54 Punkte gebracht.
Da das Peloton hinter dem erfolgreichen Ausreisser YB lange Zeit geschlossen blieb, hatten am Schluss auch die Hintersten in der Rangliste ungewöhnliche viele Punkte gesammelt. Absteiger Vaduz (36) und der Barragist Sion (38) bringen es auf 74 Punkte. In der 2003/04 begonnenen Zeit der Super League ist dies der höchste Wert, ex aequo mit der Saison 2017/18, als Lausanne-Sport mit 35 Punkten abstieg und die Grasshoppers mit 39 Punkten aufatmen konnten, weil keine Barrage ausgetragen wurde.
Die meisten weiteren Rekorde spielten jedoch die Young Boys in der letzten Saison unter Cheftrainer Gerardo Seoane ein. Sie sind nunmehr die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren (29; bisher Basel 31 in der Saison 2012/13) und mit den wenigsten Niederlagen (2; wie Basel 2013/14 und 2016/17). Eine weitere Bestleistung ist noch beeindruckender: Die Berner sind die erste Mannschaft, die eine Saison lang in keinem Spiel mehr als zwei Gegentore kassiert. An einer weiteren, noch laufenden Serie arbeiten die Young Boys seit April 2017. Seither haben sie nie zwei Meisterschaftsspiele nacheinander verloren - dies 151 Runden lang, mehr als vier volle Saisons.