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Definition Boden
Als Boden bezeichnet man den von lebenden Organismen gebildeten Teil der obersten Erdkruste, wo Wasser, Luft und lebendige Organismen zusammen das Gestein verwittern und verwittert haben.
Junge Böden, z.B. auf Felsen, die nur von Flechten bewachsen sind, besitzen eine Mächtigkeit von wenigen Millimetern. Ältere Böden, z.B. in tropischen Regionen, wo Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen das Gestein seit Jahrhunderten verwittern, erreichen Mächtigkeiten von mehreren Metern.
Im Vergleich zur Erdkruste sind Böden jedoch hauchdünne Bereiche und reagieren empfindlich auf Veränderungen des Klimas oder der Pflanzen- und Tierwelt.
Denn je nach Niederschlag, Temperatur, Gestein, Zeit und Störung z.B. durch Flüsse, Windschliff oder menschliche Eingriffe verläuft die Bodenbildung völlig unterschiedlich und bringt andere Böden hervor.
Bedeutung des Bodens
Der Boden ist fester und wichtiger Bestandteil aller Ökosysteme. Er bietet Pflanzen und Tieren Verankerung, Wasser, Nährstoffe, Mineralien und Sauerstoff im Wurzelraum. Pflanzen brauchen zum Wachsen etwa 13 lebensnotwendige Nährstoffe aus dem Boden.
Doch wie alle Bestandteile von Ökoystemen sind Böden offene Systeme. Durch Zufuhr und Abfuhr von Nährstoffen, etwa durch Wind, Regen, Versickerung oder Verdunstung sind Böden einem ständigen Austausch mit angrenzenden Ökosystemen unterworfen.
Nährstoffe und Wasser zirkulieren jedoch auch innerhalb eines Ökosystems zwischen dem Boden und den auf und in ihm lebenden Organismen. So nehmen z.B. Laubabwerfende Bäume Nährstoffe aus dem Boden auf und geben durch den Abwurf der Blätter einen Großteil der Nährstoffe wieder zurück, wenn die Blätter durch lebende Organismen auf und im Boden zersetzt werden.
Neue Nährstoffe gelangen in den Boden und das Ökosystem, wenn Grundgestein über lange Zeiträume verwittert und z.B. Mineralien freigesetzt werden.
Besonderheiten tropischer Böden
Böden in den Tropen sind meist sehr alt. Das Gestein ist bis in große Tiefen verwittert und es stehen keine neuen Mineralien und Nährstoffe zur Verfügung. Die dort lebenden Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen geben durch Abwurf, Exkrement oder Verwesung Nährstoffe an den Boden zurück, was sofort von anderen Organismen verwendet wird. Das Wasser, das aus tropischen Wäldern heraus fließt ist Nährstoffärmer als der Niederschlag. Das deutet darauf hin, dass fast alle verfügbaren Nährstoffe Umgesetzt werden. Tropische Böden sind also nicht nur deutlich feuchter und wärmer als Böden in gemäßigten Breiten, sondern auch sehr Nährstoffarm.
Eine weitere Besonderheit ist die sehr dünne Humusschicht in den Tropen. Während das abgeworfene Blattmaterial in Mitteleuropa im Winter nur sehr langsam verrottet und deshalb liegen bleibt, sind die Kleinlebewesen und Mikroorganismen in den Tropen das ganze Jahr über aktiv und zersetzen die herabgefallenen Pflanzenreste.
Bedrohung tropischer Böden
Durch menschliche Aktivitäten sind tropische Böden stark bedroht.
Brandrodungen und Holzeinschlag haben in den letzten Jahrzehnten große Flächen in Ackerland und Weideland umgewandelt. Durch das fehlen der Vegetation kommt der Nährstoffkreislauf zum erliegen. In der Folge ist auch die darauf betriebene Landwirtschaft nach wenigen Jahren unmöglich und es werden neue Flächen gerodet.
Erst ca. 50 Jahre nach einer auf diese Weise betriebenen landwirtschaftlichen Nutzung, beginnt der Boden sich zu erholen und verschiedene Pionierbaumarten siedeln sich an.
Quellen:
Scheffer & Schachtschabel 1992
Josef H. Reichholf „Der Tropische Regenwald“