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Die Gründe für die Anwendung des Submissionsverfahrens seien: 1) Bewahrung der Beamten vor Versuchung und Verleumdung;
2) Ermittlung des richtigen Preises des nach Menge, Beschaffenheit, Lieferzeit usw. genau bestimmten Gegenstandes der Lieferung durch die sachverständigen Lieferanten.
Diese letztere Ermittlung zwinge die Unternehmer zu eingehender Ausarbeitung und Berechnung, auch wenn sie später die Ausführung nicht bekämen; denn in seltensten Fällen unterzögen sich die Beamten der ausschreibenden Behörde solcher Ausarbeitung.
Das Wort Submission bedeute Unterwerfung; aber diese solle nicht einseitig geschehen, auch die Behörde solle sich den ausgeschriebenen oder vereinbarten Bedingungen streng_unterwerfen; sie dürfe nicht ohne Schadloshaltung der Bieter einen Termin aufheben, den Umfang der Lieferung nach dem Zuschlage ändern usw.
Die Schwierigkeit, die Lieferungsbedingungen richtig festzustellen, wachse mit der Gröfse des Gegenstandes derselben; deshalb solle man ihn lieber in mehrere kleine Aufträge zerlegen.
Viele Schwierigkeiten seien zu vermeiden, wenn man in stärkerem Mafse das Concurrenzverfahren in Anwendung brächte, welches, entgegen der Submission auf materielle Lieferung, darauf abziele, die zur Ausführung eines Unternehmens erforderliche geistige Arbeit zu gewinnen. Es habe den Nachteil, dass nur einer oder einige der Bewerber durch den bezw. die ausgesetzten Preise belohnt würden, während die übrigen eine fertige Arbeit umsonst lieferten. Dieser Grund hindere viele, und zwar gerade die tüchtigsten Kräfte des betr. Faches, sich an solchen Concurrenzen zu beteiligen. Man solle deshalb darauf bedacht sein, möglichst auch die nicht belohnten Arbeiten als schätzbares Material zu mäfsigem Preise zu erwerben.
Jedenfalls sei es geboten, für beide Verfahren genaue Vorschriften und Regeln aufzustellen, damit die gegenseitigen Rechte und Pflichten unzweifelhaft festständen.
Versammlung vom 11. November 1884. Vorsitzender: Hr. Bosse. Schriftführer: Hr. Bock. Anwesend 14 Mitglieder und mehrere Gäste.
Hr. E. Plümer nimmt das Wort zu einem Vortrag über die Ausstellung für Handwerkstechnik in Dresden 1), mit Vorzeigung verschiedener Werkzeuge und Apparate.
Hierauf macht Hr. Ledebur die nachstehenden Mitteilungen über seine Erfahrungen betr. die elektrische Beleuchtung der Jutespinnerei in Cassel. Seit den letzten Jahren, bis zu welchen die Beleuchtung mit elektrischem Lichte noch in den Kinderschuhen steckte, seien bereits einige bemerkenswerte Fortschritte zu verzeichnen, und werde diese Beleuchtung um so mehr vervollkommnet werden, je gröfser der Bedarf von Maschinen und Lampen und je stärker der Wettkampf werde; in dieser Beziehung sei es erfreulich, dass die Swanlampe ihren Platz neben der Edisonlampe behauptet habe. Was die dynamo-elektrischen Maschinen betreffe, so wende man jetzt geteilte Bürsten an; sei man während des Betriebes gezwungen, die Bürsten gegen frische umzuwechseln, so tausche man erst die eine Hälfte und dann die andere um, ohne dass in der Beleuchtung eine Störung entstehe. Gröfsere Fortschritte scheinen in der Anfertigung der Glühlampen gemacht zu sein. Der Preis einer Lampe von 18 bis 20 Kerzen sei von 6 bereits auf 5 M mit 10 pCt. Rabatt herabgegangen, und ersetze die Swan-Comp. alle auf dem Transport zerbrochenen Lampen. Die Anfertigung sei so vervollkommnet, dass die Brenndauer die früher garantirte von 800 Stunden bedeutend übersteige. Im allgemeinen seien die Swanlampen den Edisonlampen vorzuziehen; sie geben bei gleicher Stromstärke ein helleres Licht und sollen weniger Kraft gebrauchen. Die Befestigung der Edisonlampen mittels Schrauben habe den Nachteil, dass die herabhängende Lampe sich oft durch Erschütterungen losrüttele und beim Herabfallen zerbreche, ferner, dass die Arbeiter sich leicht daran vergreifen und die Schraube durch zu heftiges Anziehen abdrehen. Endlich stelle sich die Swanlampe durch den Ersatz der auf dem Transporte zerbrochenen Lampen billiger, während die Edison-Gesellschaft diese Zugeständnisse versage. Besondere Beachtung verdienten die von der elektrotechnischen Fabrik in Cannstatt in den Handel gebrachten Bernsteinlampen; dieselben haben hohle Kohlenbügel, welche aus einem aus Seide gefertigten Schlauche hergestellt werden. Hier sei also die leuchtende Oberfläche bedeutend gröfser, und werden die Lampen daher mit einer Leuchtkraft von 50, 100 und mehr Kerzen hergestellt. Leider müssten bislang immer zwei Lampen hinter einander geschaltet werden, um sie bei älteren Anlagen anzuwenden, da sie nur für die halbe Spannung construirt seien, und habe dieser Umstand ihrer. Verbreitung im Wege gestanden.
Der Redner hat jetzt eine Anzahl Bernsteinlampen für Normalstrom (100 Volt) bestellt und behält sich vor, dem Vereine seine Erfahrungen inbetreff derselben mitzuteilen.
1) Z. 1885, S. 28 u. ff.
Die frühere, besonders für Fundamentirungszwecke angewandte Methode, den Cement in einem mehr flüssigen, dem Mörtel ähnlichen Zustande zu verwenden, ist weit kostspieliger als die Anwendung des Stampfbetons, welcher bei trocknerem Verfahren, durch das Verdichten mit weniger Cementzusatz, bei geringerem Volumen bedeutend widerstandsfähiger wird. Eine allgemeine Verbreitung hat bis heute dieses Verfahren in Deutschland noch nicht gefunden, immerhin aber ist es hier mehr angewandt worden, als in England und Frankreich, ungeachtet es in diesen Ländern früher bekannt und trotzdem dieselben in der Cementfabrikation Deutschland vor einem Jahrzehnt noch voraus waren.
Man unterscheidet folgende Arten von Beton-Mischungen:
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1) für Unterlage zu allerlei Böden auf festem Untergrunde, bestehend aus einer Mischung von 10 bis 12 Teilen Kies zu 1 Teil Cement.
2) für Gewölbe und Fundamente, mit einer Mischung von 3 Teilen Sand und 6 Teilen Kies zu 1 Teil Cement.
3) für wasserdichte Arbeiten sowie zum Ersatze für Quader-Steine: 3 Teile Sand und 5 Teile Kies zu 1 Teil Cement.
4) für Fufsböden, bei stark in Anspruch genommenem Belage: 1 Teil scharfer Sand zu 1 Teil Cement; bei Lagerund Kellerräumen u. dergl.: 111⁄2 Teile Sand zu 1 Teil Cement. Diese Mischungen sind jedoch nur dann ausreichend, wenn aufser bestem Portland-Cement ein reines Kies- und Sandmaterial verwendet wird, dabei ein gehöriges Vermengen und flottes Verarbeiten durch schichtenweises Einstampfen stattfindet, weil sonst die erforderliche Festigkeit, selbst bei mehr Cementzusatz, nicht erreicht wird. Besonders bei Constructions-Arbeiten ist ein rasches Verarbeiten geboten.
14. Februar 1885.
1) Stampf-Beton als Bodenbelag.
Es ist festgestellt, dass kein anderes Material, bei wirklich guter Ausführung, geringere Abnutzung zeigt, als der Stampfbeton, und verweise ich u. a. auf eine Notiz im Frankfurter Stadt-Anzeiger vom 30 September 1883, worin es heisst: >> Angestellte Untersuchungen haben ergeben, dass der Cementbeton in der Markthalle trotz des auf demselben herrschenden immensen Verkehres viel weniger angegriffen worden ist, als der daselbst ebenfalls angewandte Granit«.
2) Stampf-Beton für Gewölbe u. dergl.
Solche Gewölbe, zwischen Eisenträgern oder gemauerten Widerlagern angebracht, haben den Vorteil, dass sie selbst bei sehr starken Belastungen mit verhältnismässig flachen Bögen und geringer Scheitelstärke ausgeführt werden können, so dass gegenüber den Gewölben aus Ziegelsteinen Raum gewonnen wird. Für Herstellung ebener bezw. profilirter Decken ist der Cementbeton sehr gut anwendbar, und wurde u. a. von mir im Opernhause zu Frankfurt a/M. die Cassetten-Einteilung der Decken vorbetonirt und der Putz bezw. die StuccaturArbeiten unmittelbar ohne weiteres Hilfsmittel mit dem Beton verbunden, was sich sehr gut bewährte.
Ueber die Belastungsproben dieser Gewölbe aus Beton erlaube mir folgendes amtliche Protokoll mitzuteilen:
»Zwei nebeneinanderliegende Kappen, die grössere von etwa 1,20m Spannweite, sind auf gewölbter Sandunterlage am 6. August 1fd. J. mit 51/2cm Stich aus gewaschenen runden Bachkieseln und reinem Cement derartig hergestellt, dass der Kieselbeton verhältnismälsig wenig Cement enthielt und folglich eine löcherige Masse bildete. Nachdem die Masse, welche mit der Schaufel fertig eingebracht und etwas gestampft wurde, einigermafsen abgebunden war, ward nach zwei bis drei Stunden noch ein sogenannter Guss, d. h. etwa 1 Ctr. Cement dünn in Wasser aufgelöst, mit der Giefskanne über die etwa 64m grofse Fläche gegossen, welcher aber nur stellenweise hier und da die Löcher des Betons bis zur Unterkante ausfüllte.
Die beiden Kappen sind am Morgen des 8. August ausgeschalt und am Freitag den 10. d. Mts. vormittags 11 Uhr mit 10 Stück Sand- und Kiessäcken von je 1 Ctr. belastet worden. Am heutigen Tage wurden diese gegen 11 Uhr um 10 Stück vermehrt, und um 111/2 Uhr trug die gröfsere Kappe alle 20 Sandsäcke im Gewicht von 20 Ctr. sowie aufserdem noch 12 Personen, also insgesammt etwa 35 Ctr., d. h. auf 14m: 35 etwa 12 Ctr. 600kg. 212.15 Es wurden sodann 10 Säcke 10 Ctr. als ruhende Last auf der Kappe gelassen und 4 Stück in einer Reihe zu gleicher Zeit von Brusthöhe auf dieselbe geworfen, darauf dieselben 4 Stück von Höhe des nächsten darüberliegenden Podestes in gleicher Weise auf dasselbe fallen gelassen, ohne dass am Gussgewölbe irgend welche Veränderungen bemerkt wurden. Nach Abräumung der sämmtlichen Sandsäcke wurde dasselbe ferner durch 4 senkrecht wie Steinjungfern von 4 Leuten geführte Kanthölzer von 1 bis 11/2m Länge und 15cm Seite von oben herab gleichzeitig gestofsen. Beim 7. Stofs schälte sich eine Fläche von etwa 20 bis 259cm unten ab, und fielen bei den weiteren Stöfsen immer mehr Brocken flacher Art und einzelne Kiesel unten ab, so dass beim 14. Stofs an einer Stelle der Guss durchstofsen war. Beim Auflegen des Richtscheites zeigten die stehengebliebenen Stücke aber immer noch ihre wagrechte Oberfläche, wie auch das, was unten nicht direct unter dem Bereich des Stöfsels abgeblättert war, noch vollständig die gewölbte Form wie früher hatte. Unmittelbar an dem Loch trugen die vorspringenden Stücke noch die Last eines Mannes, ohne abzubrechen.
Die Dicke des Gewölbes zwischen den 141/2cm hohen Trägern betrug nach Abrechnung der in Wirklichkeit durch Zusammenpressung des Sandes nur 5cm ausmachenden Wölbung 141/2 bis 5 91/2, also rd. 10cm im Scheitel.<<
Frankfurt a. M., 11. August 1877.
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3,
gez. Becker, Baumeister.
Ferner erwähne ich einige Höchstbelastungen, welche an den von meiner Firma Diss & Dücker ausgeführten Gewölben vor deren Benutzung vorgenommen wurden.
Es sei hier noch eine Mitteilung des Geh. Regierungsrat Reuleaux erwähnt, welche derselbe gelegentlich eines Vortrages über die Ausstellung in Sidney im Centralverein für Handelsgeographie zu Berlin am 22. April 1880 gemacht hat; derselbe sagte: »der deutsche Cement war unbestritten der weitaus beste; namentlich hat der sogenannte Sterncement der Stettiner Firma Toepffer, Grawitz & Co. alle Concurrenten aus dem Felde geschlagen; die angestellten Untersuchungen ergaben das Resultat, dass derselbe 16 bis 20 pCt. besser ist, als der beste englische Cement, der bisher allgemein als der vorzüglichste bezeichnet wurde.<
Ein ganz besonders concurrenzfähiges Baumaterial ist der Beton in Gegenden, wo Kies und Sand billig zu beschaffen sind und teils aus den angrenzenden Flüssen, teils aus Baugruben gewonnen werden.
In hiesiger Gegend, woselbst Kies und Sand billig zu haben sind, haben die Betonarbeiten in den letzten Jahren einen grofsen Aufschwung genommen, und dürfte dies schon daraus zu entnehmen sein, dass meine Firma in diesem Jahre über 18 000t Cement in Rheinland und Westfalen und etwa 2500t aufserhalb verarbeitet hat. <<
Bei der Verhandlung fragt Hr. Dr. Stammer den Vortragenden nach dem chemischen Vorgange beim Erhärten des Cementes und bemerkt, dass es interessant sein würde, die Ansicht eines Fachmannes der Praxis zu hören, weil die Meinungen der Chemiker darüber verschiedene seien. Da Hr. Diss keine Auskunft zu geben vermag, teilt Hr. Dr. Stammer folgendes als seine Ansicht mit:
» Als Grund des Erhärtens des Cementes werden nach den bisherigen Untersuchungen folgende chemische Vorgänge angegeben: Durch das Erhitzen von Silikaten mit Kalk bei einer Temperatur, welche unterhalb des Schmelzpunktes liegt, werden die Silikate aufgeschlossen, d. h. so verändert, dass sie später bei Gegenwart von Wasser der Einwirkung von Säuren und Basen zugänglich sind. Diese Einwirkung
Am 22. November unternahm der Bezirksverein einen Ausflug zur Besichtigung einiger Fabriken in der nächsten Umgebung von Düsseldorf, an welchem sich 26 Mitglieder beteiligten.
Der nächste Besuch galt dem Oberbilker Stahlwerk und gab Gelegenheit, über die Herstellung des Flussstahles in den SiemensMartin-Herdschmelzöfen sowie über die Verarbeitung desselben zu Bandagen, Achsen und Schmiedestücken einen Ueberblick zu gewinnen. Die mechanische Werkstatt dient vornehmlich zur Fabrikation fertiger Radsätze für Eisenbahnwagen.
Das Werk wurde vor etwa 20 Jahren von der Firma C. Pönsgen, Giesbers & Co. begründet und war eines der ersten, in welchem in Deutschland 'der Bessemer-Process praktisch betrieben wurde. Der Uebergang zu dem Herdschmelzverfahren erfolgte vor etwa 3 Jahren, weil dieses für die genannten Specialitäten besser geeignet erscheint.
In der daratif besichtigten Maschinenfabrik von Malmedie & Hiby in Oberbilk werden Maschinen zur Verarbeitung von Draht zu Stiften, Nieten, Holzschrauben, Drahtgeweben, Ketten usw. hergestellt, welche durch ihre höchst sinnreichen Constructionen und genaue Ausführung für den Mechaniker ein besonderes Interesse bieten. Um das in Aussicht genommene Programm ganz durchzuführen, konnte leider auf die Besichtigung nicht so viel Zeit verwendet werden, wie dem Wunsche der Beteiligten entsprach.
Da in der Werkzeugmaschinenfabrik von Ernst Schiefs die in ausgedehnter Weise angebrachte elektrische Beleuchtung trotz eingetretener Dunkelheit eine eingehende Besichtigung gestattete, so bildete deren Besuch den Schluss des Ausfluges. Diese Anlage hat in den letzten Jahren eine bedeutende Ausdehnung erfahren und besitzt jetzt Räumlichkeiten, Werkzeuge und sonstige Einrichtungen, wie solche zur Herstellung aller Arten und Gröfsen von Werkzeugmaschinen bis zu den schwersten Modellen nach den heutigen Erfahrungen erforderlich sind. Die dazu gehörige Eisengiefserei ist in entsprechender Weise eingerichtet und soll trotz ihrer bereits bedeutenden Ausdehnung eine baldige Erweiterung erfahren.
Es würde den Rahmen eines kurzen Berichtes überschreiten, in eine sachliche Beschreibung der Einzelheiten einzugehen, welche bei
1) Z. 1884, S. 947.
deutscher Ingenieure.
diesem Ausfluge das Interesse der Teilnehmer erregt haben; dieselbe hat jedenfalls ihren Zweck, einen Einblick in einen Teil unserer heimischen Industrie zu gewinnen, in vollem Mafse erfüllt, und den Besitzern und Leitern der Werke gebührt der Dank des Vereines für ihr Entgegenkommen.
Versammlung vom 2. December 1884. Vorsitzender: Hr. R. M. Daelen. Schriftführer: Hr. Rademacher. Anwesend 35 Mitglieder und 1 Gast.
Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten zeigt Hr. Rademacher ein Stück von einem gusseisernen Handrade vor. Das Handrad, von einer unterirdischen Wasserhaltungsmaschine der Zeche Erin bei Castrop herrührend, hat 7 Jahre in der Grube bei einer Teufe von 270m unter Wasser gelegen. Das Material ist gar nicht mehr als Gusseisen zu erkennen, lässt sich vielmehr mit dem Messer leicht beschneiden, ist sehr leicht und gleicht eher einem Stücke Graphit als Gusseisen, obgleich die Form des Handrades noch deutlich erkennbar und die Oberfläche stellenweise noch ganz glatt ist.
Hr. Guntermann übernimmt es, das Material zu analysiren und über den Befund demnächst zu berichten.
Hr. Geisler macht, anknüpfend an seinen Vortrag in der letzten Versammlung, Mitteilungen über Versuchsresultate mit dem von ihm construirten Grubenventilator, welche mit seinem früheren Vortrage zusammen Aufnahme in der Zeitschrift finden werden.
Hr. Dellmann knüpft an die Frage der Schweifsbarkeit von Flusseisen an, welche die Versammlung schon mehrfach beschäftigt hat, und zeigt eine Probe vor, welche eine gute Schweifsung nachweisen sollte. Die Bruchfläche zeigt indes, dass das Material nicht vollständig geschweifst hatte. In der sich hieran schliefsenden Verhandlung bemerkt Hr. Rademacher, dass, wenn man eine Schweifsung durch Zerreifsversuche prüfen wolle, die Stücke nicht aufeinander, sondern voreinander geschweifst werden müssten. Lege man die Stücke aufeinander, so entstehe eine lange Schweifsfuge; es trete das seiner Zeit von Hrn. Balcke so treffend bezeichnete Verfilzen der Berührungsflächen ein, und brauche der Probestab nicht in der Schweifsstelle zu reifsen.
A
Von der Versammlung wird eine Commission, bestehend aus den Herren Balcke, Daelen, Dellmann, Eckardt, Rademacher und Riemer, gewählt, welche die zur Klarstellung der Frage geeigneten Schritte veranlassen und demnächst hierüber berichten soll.
Hr. Oeking erläutert eine von dem Maschinenmeister Frantz in Sulzbach construirte Stopfbüchsenliderung (Z. 1884, S. 271).
Hr. Büttgenbach legt zum Schluss eine Reihe bildlicher Darstellungen über den Bergbau in Japan und die Verhüttung der dort gewonnenen Erze vor, welche interessanten Bilder ihm durch einen für fiscalische Zwecke dort beschäftigten deutschen Ingenieur zugesandt worden sind. Die verschiedenen Photographien von Gebirgslandschaften zeigen, dass dieser Bezirk, welcher hoch im Norden Japans liegt, sehr gebirgig ist und sich wohl zur Gewinnung der Erze mittels Stollenbetriebes eignet, indem durch Anlagen geeigneter Stollen bedeutende Bauhöhen gewonnen werden. Das Land trägt einen üppigen Pflanzenwuchs und soll Holz von vorzüglicher Beschaffenheit hervorbringen; dasselbe wird bei der Gewinnung und Bearbeitung der Erze in sehr verschwenderischer Weise angewendet. Der Bergwerksbezirk hat eine grofse Ausdehnung und ein sehr reiches Vorkommen von Silber, Kupfer, Blei und sonstigen Erzen. Die Gewinnung und Verhüttung wird noch in der alt herkömmlichen Weise getrieben wie vor Jahrhunderten. Ueber die Art der Aufbereitung, Verhüttung, der Ablieferung und des Transportes legt der Vortragende ein interessantes Bild vor. Dasselbe ist durch einen japanischen Ingenieur und, man könnte sagen, Künstler in origineller und sehr anschaulicher Weise dargestellt, so dass man ohne Erklärung oder Beschreibung die dargestellten Verrichtungen sofort begreift. Selbe unterscheiden sich wenig von den vor Jahrhunderten in den westlichen Culturländern gebräuchlichen Methoden. Man bemerkt dabei, dass verhältnismäfsig viele Frauen zur Verrichtung der Arbeiten in Anspruch genommen werden, welche dann z. B. bei Scheide- und Klaubarbeiten die Kinder auf den Rücken tragen. Auch sind einige sehr interessante praktische Handgriffe beobachtet, wie z. B. Anwendung von Bambusmatten zu vielen Zwecken, auch als Schutz gegen strahlende Wärme.
Đào
Die eigentümliche Art der Darstellung dieser Bilder, welche mit grofser Gewandtheit, ohne Federstrich, blos mit dem Pinsel ausgeführt sind, die lebhaften Farben, in welchen die Gewänder colorirt, die grofse Mannigfaltigkeit der Stoff behandlung, die richtige, wenn auch für unsere Anschauungen sonderbare Auffassung der Stellungen, Bewegungen und Verkörperungen sowie der Ausdruck der Gesichter bekunden die geniale und künstlerische Hand des Ausführenden, so dass die Darstellung, vom japanesischen Standpunkt aus beurteilt, ein wirkliches Kunstwerk ist.
Interessant erscheint noch die Mitteilung, dass vom Staate aus jetzt grofse Anstrengungen gemacht werden, um die althergebrachten unwirtschaftlichen Zustände zu ändern.