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In der Diskussion um die Weiterentwicklung der Armee WEA fordert die Schweizerische Offiziersgesellschaft SOG mehr strategisches Denken und höhere Glaubwürdigkeit im Bereich der Sicherheitspolitik. Als Leitlinie präsentiert sie fünf Eckpfeiler für den Vernehmlassungsprozess zur WEA.
1. Das Milizsystem beibehalten und stärken
Die allgemeine Wehrpflicht ist beizubehalten und konsequent durchzusetzen. Die Armee ist entsprechend den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Miliz zu organisieren und auszubilden. Alle Funktionen müssen der Miliz zugänglich sein. Die Armee ist zu dezentralisieren und in allen Regionen des Landes zu verankern. Das Stationierungskonzept ist mit dieser Prämisse zu erstellen.
2. Die Armee muss die verfassungsmässigen Aufträge erfüllen
Die Fähigkeit der Armee das Profil «Verteidigen» sicherzustellen ist ihre Raison d’être und ihre Hauptkompetenz. Darauf ist die Armee organisatorisch, materiell und personell auszurichten und auszubilden. Die Armee soll – basierend auf einer Doktrin, die auf die momentanen und künftigen Bedrohungen antwortet – den Schutz des Landes sicherstellen. Das Hauptaugenmerk bleibt dabei auf der Wahrung der physischen Integrität der Schweiz – sowohl am Boden als auch in der Luft. Sollte in der Weiterentwicklung der Armee eine Verringerung des Könnens (pouvoir faire) in gewissen Bereichen angestrebt werden, müssen zwingend das Wissen (savoir faire) sowie die Mittel dafür erhalten bleiben.
Der Sollbestand der Armee darf nicht weniger als 100‘000 Angehörige umfassen, damit die Aufträge wirkungsvoll erfüllt werden können und die Durchhaltefähigkeit und Ablösung auch bei länger dauernden Einsätzen gewährleistet ist. Der Bereitschaftsgrad der Armee und die Mobilisierung müssen angepasst werden und prioritär die Profile «Helfen» und «Schützen» zu Gunsten der Zivilbevölkerung wirksam sicherstellen.
3. Die Ausrüstung verbessern
Die Verbände der Armee sind vollständig auszurüsten. Die Armee ist durch die Einführung und den Ausbau geeigneter Führungsinformationssysteme zur netzwerkzentrierten Operationsführung zu befähigen. Das Heer muss mit modernen schweren Mitteln ausgerüstet sein und in allen Lagen als Gesamtsystem funktionieren können. Die Infanterie ist mit splittergeschützten Fahrzeugen, panzerbrechenden Mitteln und weitreichenden Bogenwaffen auszurüsten. Die Luftwaffe braucht die Befähigung zu Luftpolizeidienst, Luftverteidigung, Erdkampf und Aufklärung.
4. Die Ausbildung optimieren
Einsatz-, Führungs- und Ausbildungsverantwortung der Chefs aller Stufen dürfen nicht getrennt werden. Im Zentrum der militärischen Ausbildung hat die Kaderausbildung zu stehen. Die Ausbildungsdauer muss sicherstellen, dass Rekruten- und Kaderschulen mit den zivilen Ausbildungs- und Studiengängen koordiniert sind und der WK-Rhythmus jährlich ist.
5. Die Zukunft ermöglichen
Für die Weiterentwicklung der Armee ist, basierend auf einer umfassenden Doktrin, ein neues Armeeleitbild zu erarbeiten. Die sicherheitspolitischen Grundlagen sind pro Legislatur einer Überprüfung durch das Parlament zu unterziehen und mindestens alle zehn Jahre vollständig neu zu erarbeiten. Mittelfristig ist im Durchschnitt ist für die Finanzierung der Landesverteidigung ein Anteil von mindestens 1.0 – 1.5% des Bruttoinlandprodukts vorzusehen.