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Donnerstagabend:
In der Westschweiz wüten derzeit teils heftige Gewitter mit verbreiteten Sturmböen über 75 Km/h, lokal bis 100 Km/h, Starkregen und wahrscheinlich auch Hagel. (Fribourg z.B. um 18:00 97.2 Km/h)
In der Ostschweiz „kämpft“ sich derzeit ein Wolkenturm um Degersheim nach oben, vom Aussehen her scheint das aber eher nach einem gescheiterten Gewitterversuch. Zudem sind die Bedingungen für Gewitter viel schlechter, als in der Westschweiz. Starke Gewitter im Warngebiet sind nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Der Deckel ist schlichtweg zu stark (CIN >100 J/Kg), das heisst, es müsste eine warme Schicht durchbrochen werden, damit Konvektion möglich wird. Bei solchen CIN-Werten wäre ein Tog oder etwas anderes nötig, dass die Luftmassen durch diese Schicht nach oben bringt. Ein Kaltlufttropfen über Frankreich brachte Hebung in der Westschweiz, im Osten ist aber sein Einfluss so gering, dass es wahrscheinlich nicht ausreicht, um die Schicht zu durchbrechen.
Freitag:
Ein Trog bringt im Tagesverlauf Hebung, sodass sich bereits am frühen Nachmittag Gewitter bilden, zuerst über den Bergen. Bei ML-CAPE-Werten von 600 bis 1300 J/Kg ist recht viel Energie vorhanden, was sich auch in der äquipotentiellen Temperatur von rund 60°C widerspiegelt. PWAT-Werte von 30 bis 35 mm zeigen zudem einen hohen Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre. Bei rund 10 m/s DLS (Windscherung) können sich die Zellen mässig organisieren, lokal sind auch 15 m/s DLS zu erwarten, was besser organisierte Gewitter mit Hagel und Sturm ermöglicht. Zudem ist Starkregen zu erwarten. Die Gefahr ist erhöht, aber es ist keine ungewöhnliche Gewitterlage.