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YOGA SUTRA PATANJALY - EIN ÜBERBLICK
Die Yoga Sutras wurden von Patanjaly rund 400 v. Chr. verfasst. Es sind 195 Verse aufgeteilt in 4 Kapiteln. Wörtlich übersetzt bedeutet Sutra „Faden“. Die Yoga Sutras sind verborgene Formeln die eine tiefe Bedeutung haben. Wenn du sie verstehst, kannst du sie in allen Lebensbereichen anwenden. Yoga ist auch als Wissenschaft des Lebens bekannt.
Photo: Marc D. Angereggen
Patanjaly beschreibt Yoga als Übungsweg. Durch Meditation, in die Stille kommen, Nicht-Anhaften und einem kontrollierten und klaren Geist können wir den Zustand vollkommener Freiheit erlangen.
atha yoga anusasanam
Sutra 1.1 bedeuted; hier beginnt die Autorität über Yoga
Yogash chitta vrtti nirodhah
Sutra 1.2 bedeuted; die Tendenzen vom Geist (Mind) zu überwinden ist Yoga
Der achtgliederige Pfad
Patanjaly erwähnt in den Yoga Sutras den achtgliederigen Pfad (Ashtanga Yoga) als Weg zur Befreiung (Samadhi). Ein Bewusstseinszustand der auch als Erleuchtung beschrieben wird. Hier ein kleiner Überblick:
1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt Ahimsa „Gewaltlosigkeit“; Satya „Wahrhaftigkeit“; Asteya „Nicht-Stehlen“; Brahmacarya „Keuschheit“; Aparigraha „Nicht-Ergreifen“ (Zügelung der Begierde).
2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst
Sauca „Reinheit“; Santosha „Zufriedenheit“; Tapas „Hitze, Anstrengung, Disziplin“; Svadhyaya „Selbststudium“ (Selbsterforschung, Studium der Schriften); Ishvarapranidhana „Hingabe an das Göttliche“.
3. Asanas – der Umgang mit dem Körper, körperliche Disziplin
4. Pranayama – Kontrolle des Atems
5. Pratyahara – Rückziehen und Beherrschung der Sinne
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit, Versenkung, All-Einheit, Verwirklichung des höheren Selbst
Meine Erfahrung
Wenn immer möglich gehe ich einmal pro Jahr nach Mysore um mich vor Ort weiterzubilden und Yoga zu praktizieren. Mysore liegt in Indien und ist der Geburtsort des Ashtanga Yogas nach Sri K. Pattabhi Jois. Regelmässig durfte ich bei Arvind und Acharya Hema in den Philosophie Unterricht. Uns im Westen ist vor allem der achtgliederige Pfad bekannt. Er ist einfach und verständlich und für jeden zugänglich. Die Sutren sind aber weitaus komplexer und tiefer als der oben dargestellte Überblick des achtgliederigen Pfades. Meine persönliche Erfahrung ist, dass mir das Leben nach dem Theorie Unterricht immer die Möglichkeit gab, das ganze in der Praxis umzusetzen. Obwohl dies für mich eher schwierige Zeiten waren und ich begriffen habe, dass vieles in der Theorie einfacher zu verstehen ist als es im alltäglichen Leben anzuwenden. Ich kann mich erinnern, dass wir uns viele Unterrichtsstunden mit dem Thema Schmerz und Leid auseinandergesetzt haben. Was danach in meinem Leben passierte waren mehrere leidvolle Ereignisse wobei ich mich üben durfte all meine erlernten Werkzeuge zu erproben. Oder ein anderes Beispiel. Mit 21 Jahren machte ich mein erstes Vipassana Retreat (introspektive Meditation aus dem Buddhismus) in Thailand. Damals habe ich gelernt, dass der Schlüssel zum Glück im Moment und im bewussten Leben liegt. Ich erinnere mich wie ich jeweils ein Zettel mit dem Vorsatz "Bewusst Leben" in meiner kleinen Schatzkiste versteckte. Ganze 14 Jahre hat es gebraucht bis ich nun sagen kann, dass ich ein bewusstes Leben führe. Es dauert eben sehr lange, bis die Kleshas (Geist trübende Leiden) überwunden werden. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich würde mich über deinen Kommentar freuen.
Mehr oder weniger lebe ich nach dem achtgliederigen Pfad der Yoga Sutras oder besser gesagt ich richte mich danach aus. Natürlich gelingt es mir auch nicht immer. Der einfachste Weg damit zu beginnen ist Yoga, Pranayama und Meditation zu praktizieren - don't worry; die Yamas und Niyamas werden folgen.
xxx Meli