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Poseidon, der Sohn des Kronos und Bruder des Zeus, war der Gott der Meere. Er beherrschte die Wasser, wie Zeus im Himmel und Hades in der Unterwelt herrschten. Der Dreizack war sein Wahrzeichen und symbolisierte seine Macht über die See und die zwiespältige Natur des Wassers; wohlwollend, wenn es Fisch als Nahrung spendete, bedrohlich, wenn es sich gegen die Menschen erhob.
Schon in der Antike wusste man um die Gefahr, die vom Wasser ausgehen konnte. Zwar waren die griechischen Götter unsterblich, sie hatten aber dennoch viele menschliche Eigenschaften.
Poseidon galt als besonders launisch, und wie bei allen Tätigkeiten, die die See betrafen, musste man bei allem, was mit dem Meeresgott zu tun hatte, Vorsicht walten lassen. Ein einziger Ausrutscher oder Fehler, und das Meer wurde zum Grab. So liessen die Griechen nichts unversucht, ihn gnädig zu stimmen. Die Bewohner von Küstenstädten liessen ihm regelmässig auserwählte Opfergaben zubereiten, damit er keine Zerstörung anrichtete. Auch vor grösseren Schifffahrten gedachte man Poseidons. Ausserdem pilgerte man zum Orakel von Delphi, wo Apollon, der Gott der Schifffahrt, durch die Priesterin Pythia seine Weissagungen verlauten liess. Oft waren diese jedoch derart verschlüsselt, dass der Ratsuchende unschlüssig nach Hause zurückkehrte. Die Entscheidung, ob er seine Reise antreten sollte oder nicht, blieb schliesslich bei ihm.