Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03581.jsonl.gz/78

Die Adliswiler Kirche Hl. Dreifaltigkeit ist ein neogotischer Bau von August Hardegger. Weitgehend im Originalzustand erhalten, liegt sie auf einem malerischen Hügel über dem Ortskern und bildet das Gegenüber zur reformierten Kirche auf der anderen Seite der Sihl.
|Titularfest||Hl. Dreifaltigkeit|
|Baujahr||1904|
|Architekten||August Hardegger, Walter Moser (Kapelle)|
|Pfarreigrösse||5'600|
|Politische Gemeinde
||Adliswil|
Geschichte
Wegen des grossen Angebots an Arbeitsplätzen in den Textilfabriken liessen sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche katholische Arbeiterfamilien in Adliswil nieder. Für sie war ab 1877 die damals in Langnau neu errichtete Seelsorgestation zuständig. 1894 ernannte der Bischof Adliswil zur selbständigen Pfarrei. Am 7. Juni 1894 erwarben die Katholiken das Grundstück auf dem Rellsten, um hier ihre Dreifaltigkeitskirche zu erbauen. In den folgenden Jahren sparte man das Geld für die Kirche an und beauftrage1902 August Hardegger mit deren Planung.
1903 erfolgte die Grundsteinlegung, und nach einer Bauzeit von nicht ganz zwei Jahren wurde das Gotteshaus am 25. September 1904 durch Prinz Max von Sachsen eingesegnet. Dieser, aus protestantischem Adelshaus stammend, war zum Katholizismus konvertiert, hatte sich zum Priester weihen lassen. Die Innenausstattung musste aus finanziellen Gründen schrittweise geschehen. Den Hochaltar mit der Darstellung der Dreifaltigkeit konnte man 1911 anschaffen, die beiden Seitenaltäre, einen Marien- und einen Josefsaltar, 1913–1915.
1956–1962 führten Joseph Steiner und Fritz Müller eine Sanierung der Kirche durch. 1976/1977 ersetzte man das alte Pfarrhaus durch das heutige Pfarreizentrum. Bei der Renovation von 1980 durch Walter Moser wurde die Kirche durch den Anbau einer Werktagskapelle erweitert. 2016 erfolgte die bisher letzte Sanierung.
Architektur & Kunst
Die Kirche Hl. Dreifaltigkeit ist eine dreischiffige neogotische Basilika, welche aufgrund der topografischen Lage nicht geostet ist, sondern nach Nordwest zeigt. Eine grosse Fensterrosette und drei Arkadenbogen prägen die Hauptfassade, die vom Kirchturm sowie einem Treppentürmchen flankiert wird.
Das Innere der Kirche wird von den weiten neogotischen Arkaden zwischen den Schiffen, den hellen Fenstern im Obergaden und den dunklen Holzdecken mit den blau-rot ornamentierten Trägerbalken geprägt. Der Chor, ein halbes Sechseck, ist leicht eingezogen und weist als einziger Raumteil die für die Gotik typischen Gewölberippen auf.
Zur ursprünglichen Innenausstattung der Kirche gehörten der heute noch erhaltene Hochaltar sowie eine Kanzel. Der eindrückliche Hochaltar zeigt im oberen Mittelfeld einen Gnadenstuhl mit Gott Vater, Sohn und Hl. Geist. Links steht der Erzengel Michael, rechts der Erzengel Gabriel. 1913–1915 wurde die Ausstattung durch zwei Seitenaltäre ergänzt, welche der Muttergottes und dem Hl. Josef geweiht waren. 1918 folgten der auf Metall gemalte Kreuzweg.
Im Zuge der Sanierung der Kirche ab 1956 wurde der Innenraum umgestaltet, wobei die Kanzel von ihrem ursprünglichen Standort entfernt und im Chor aufgestellt wurde. 1972 baute man den Josefsaltar ab. 1976 wurde der ursprüngliche Kreuzweg durch einen Kreuzweg von G. Schroff ersetzt, der sich seit 1905 in St. Anton Bauma befunden hatte.
Die heutige Gestalt der Kirche geht auf den Umbau von 1979/1980 zurück. Durchgeführt wurde er von Walter Moser. Beim Bau der Werktagskapelle entschied sich Walter Moser, diese im neogotischen Stil zu errichten, um dadurch den ursprünglichen Charakter der Kirche möglichst weitgehend zu erhalten.