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«Romeo und Julia»-Darsteller verklagen Filmstudio
55 Jahre ist es her, seit die erste Kino-Version von «Romeo und Julia» auf die Leinwand kam. Die Verfilmung brachte damals viele Einnahmen, doch Jahrzehnte später könnte das Filmstudio mit einer teuren Busse bestraft werden.
Am vergangenen Freitag reichten die Hauptdarsteller Olivia Hussey (71) und Leonard Whiting (72) vor dem Santa Monica Superior Court in Kalifornien eine Klage ein, in der sie Paramount Pictures der sexuellen Belästigung, des sexuellen Missbrauchs und der vorsätzlichen Zufügung von seelischem Leid beschuldigen, wie «People» berichtet.
Ohne Nacktheit floppe der Film
In der Klage soll es heissen, der verstorbene Regisseur Franco Zeffirelli habe den Schauspielern versprochen, der Film würde keine Nacktszenen enthalten. Am letzten Drehtag soll er dann plötzlich gesagt haben, der Film würde scheitern, wenn die Stars die Szene nicht nackt aufführten. Hussey und Whiting waren damals 15 und 16 Jahre alt.
Die beiden Schauspieler sollen jetzt eine Entschädigung von mehr als 500 Millionen Dollar fordern. Hussey und Whiting reichten die Klage erst nach über 50 Jahren ein, weil Kalifornien 2021 während eines Jahres die Verjährungsfrist für sexuelle Übergriffe auf Minderjährige aufgehoben hatte.
«Es gab kein MeToo»
«Sie vertrauten Franco. Mit 16 Jahren haben sie sich als Schauspieler darauf verlassen, dass er dieses Vertrauen nicht missbrauchen würde», sagte Tony Marinozzi, ein Manager der Schauspieler gegenüber «Variety». Der Regisseur sei ihr Freund gewesen. «Was machen sie mit 16 Jahren? Es gab keine Optionen. Damals gab es kein #MeToo», so Marinozzi weiter.
Sowohl Hussey als auch Whiting sollen in den Jahrzehnten seit der Veröffentlichung des Films «körperliche und seelische Schmerzen sowie extreme und schwere geistige Qualen und seelisches Leid» erlitten haben, heisst es in der Klage.