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Zwischen 1980 und 1992 waren weibliche Schweizer Fahnenträger an Olympischen Spielen fast “en vogue”. Der Reihe nach durften Marie-Theres Nadig (Winter 1980), Erika Hess (Winter 1984), Christine Stückelberger (Sommer 1984), Michela Figini (Winter 1988), Vreni Schneider (Winter 1992) und dazwischen als letzte Frau an Sommerspielen die Leichtathletin Cornelia Bürki (1988 in Seoul) dem helvetischen Team an der traditionellen “Opening Ceremony” vorausgehen.
“Authentisch und sympathisch”
Mit Steingruber bestimmte Swiss Olympic eines der bekanntesten Gesichter des nationalen Sports zur Person, die in der Nacht auf Samstag (1.00 Schweizer Zeit) die Olympia-Delegation ins Maracanã führen wird. “Sie ist eine grosse Sportlerin mit viel Charisma, die den Schweizer Leistungssport und seine Werte hervorragend vertritt. Giulia geht ihrer Wege mit eindrücklicher Konsequenz und ist trotz ihrer grossen Erfolge authentisch und höchst sympathisch geblieben”, sagte Ralph Stöckli, der Schweizer Chef de Mission, zur Wahl. Für Steingruber ist es eine grosse Ehre. “Die Schweizer Flagge ins Olympiastadion tragen zu dürfen, wird mir für die bevorstehenden Wettkämpfe zusätzliche Energie geben.”
Hohe Ziele
In Rio de Janeiro steht Steingruber erstmals am Sonntag Nachmittag Schweizer Zeit in der Qualifikation in den Disziplinen Boden, Sprung, Stufenbarren und Schwebebalken im Einsatz. 2012 beim persönlichen Olympia-Debüt in London war sie im Mehrkampf 14. geworden, im Sprung verpasste sie mit einem Sturz im zweiten Versuch als Neunte die Final-Teilnahme knapp. Deshalb will sie diesmal – wenig überraschend – besser abschneiden. “Es gibt immer noch eine leere Seite, die ich mit guten Olympia-Erfahrungen zu füllen habe”, so Steingruber.
Mit acht Medaillen war Steingruber im zu Ende gegangenen Olympia-Zyklus die erfolgreichste EM-Athletin überhaupt. Nicht weniger als fünf Mal (2013, 2014 und 2016 im Sprung, 2015 im Mehrkampf und 2016 am Boden) stand sie dabei zuoberst auf dem Podest, hinzu kamen eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Am Boden ist der 22-jährigen Ostschweizerin durchaus zuzutrauen, auch an Olympischen Spielen im Kampf um Edelmetall eingreifen zu können.
(SDA)