Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/117422

<h2>SubmittedText<h2><p>Gegenwärtig ist eine Diskussion um die Neuregelung der Finanzierung der Vorbereitungskurse für Diplome und eidgenössische Fähigkeitsausweise der höheren Berufsbildung im Gang. Der Arbeitnehmerdachverband Travail Suisse hat in den letzten Tagen ein Diskussionspapier vorgestellt, und die Arbeitgeber denken laut über eine stärkere Subventionierung der Ausbildung auf Stufe Tertiär B nach.</p><p>Die heutigen Finanzierungsregelungen sind sehr unterschiedlich und wenig transparent. Die finanzielle Unterstützung ist in den Kantonen sehr verschieden geregelt. Auch die Finanzflüsse beim Bund sind zu wenig transparent.</p><p>Bevor sinnvoll über die Neuregelung der Finanzierung dieser Vorbereitungskurse diskutiert werden kann, sollten die heutigen Finanzflüsse bei Bund, Kantonen, eventuell auch bei Gemeinden und bei den Branchenverbänden transparent gemacht werden.</p><p>Der Bundesrat wird daher beauftragt, uns diese Finanzflüsse und die Finanzierungssummen in einem Bericht vorzulegen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesanteil an den Berufsbildungskosten der öffentlichen Hand belief sich 2009 auf 18,5 Prozent. Die gesetzlich festgelegte Richtgrösse von 25 Prozent soll voraussichtlich in der Kreditperiode 2013-2016 erreicht werden.</p><p>2009 wandten Bund und Kantone für die vorbereitenden Kurse und die damit verbundene berufsorientierte Weiterbildung 145 Millionen Franken auf. Die Finanzierung der höheren Berufsbildung durch die öffentliche Hand ist historisch gewachsen. Entsprechend entwickelten sich grosse Unterschiede bezüglich Engagement unter den Kantonen und für die einzelnen Bildungsangebote.</p><p>Ebenfalls sehr unterschiedlich fällt die Finanzierung seitens der Kursteilnehmenden aus. Das Spektrum reicht von einer ganzen oder teilweisen Beteiligung der Arbeitgeber über Beiträge im Rahmen von Verbandsfonds oder Gesamtarbeitsverträgen bis zur Eigenfinanzierung. Dazu kommen Steuerabzüge seitens der Betriebe und die in parlamentarischer Beratung befindlichen Abzüge für individuelle Weiterbildungen.</p><p>In der Diskussion um eine mögliche Neuregelung der Finanzierung der höheren Berufsbildung gibt es verschiedene Aspekte zu beachten: Das System der Vorbereitungskurse ist flexibel und ermöglicht es, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und schnell auf neue Qualifikationsanforderungen zu reagieren. Zudem profitieren Teilnehmende und Betriebe von der starken Arbeitsmarktbezogenheit der Kurse. Ein höheres staatliches Engagement würde eine Regulierung der Angebote unausweichlich machen. Überdies erschwert die Vielzahl an Anbietern und Kursen zusätzlich die Ausgestaltung eines rechtsgleichen und wettbewerbsneutralen Beitragssystems.</p><p>Der Bundesrat geht daher mit der Postulantin einig, dass die Subventionierung der Vorbereitungskurse auf eidgenössische Prüfungen vertieft zu analysieren ist. Der Bund und die Verbundpartner der Berufsbildung sind bestrebt, im Bereich der höheren Berufsbildung allgemein für mehr Kostentransparenz zu sorgen. Sie haben entsprechende Studienaufträge erteilt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.