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Klostergründung 1584
Der Ratsherr Kaspar Pfyffer (1524-1616) schenkte den Kapuzinern sein Grundsstück auf dem Wesemlin (kleiner Wasen, Wiese) zur Errichtung des Klosters. Zudem übernahm er die Kosten für den 1584 begonnenen Bau der Klosterkirche. Aus dieser Zeit stammen noch die Kirche, die Pforte und der Kreuzgang. Das Kloster selber war ein niedriges, einstöckiges Gebäude, im Grundriss ungefähr so, wie es sich heute noch um den Kreuzgang herum darbietet. Zuvor hatten die Kapuziner in einem ehemaligen Kloster im Bruch (Luzern) gewohnt. Da das Gebäude baufällig war (ein Kapuziner verunglückte), gelangten sie an die Stadtregierung mit der Bitte, ihnen zu einer neuen Niederlassung zu verhelfen.
Erweiterung 1674/75
Im Jahre 1674/75, also schon 90 Jahre danach, wurde das Klostergebäude im Osten und Süden erweitert und umgestaltet.
Bibliothek 1730
Als dann im Jahre 1730 auch das Bibliotheksgebäude gebaut war, mit dem Büchersaal im ersten Stock und einer Schule im unteren Raum, hatte das Kloster den Grundriss, wie er uns bis zum Umbau 1954 bekannt war.
Bis 1888 behielt das Kloster seine äussere Gestalt. In diesem Jahr wurde dann das Dach des Ostflügels erhöht und darin das Noviziat untergebracht.
1914 wurde wegen Platzmangel im Noviziat auch der Südflügel aufgestockt.
Umbau 1953-1957
In den Jahren 1953 bis 57 wurde das Kloster umfangreich umgebaut und der heutige Südflügel angebaut. Das äussere Erscheinungsbild von Süden her betrachtet, veränderte sich durch diesen Eingriff stark und blieb bis heute unverändert.
Im Innern wurden im Jahre 1990 wärmetechnische Massnahmen getätigt und die sanitären Nassräume erneuert.
Umbau 2013-2015
Grundkonzept
Die Räumlichkeiten des Klosters werden grundsätzlich in drei Hauptbereiche gegliedert.
1. Klosterbereich. Die Klostergemeinschaft zieht sich in den ältesten Teil des Klosters zurück, das sind die Räume rund um den ursprünglichen Innenhof. Das Provinzialat, die Verwaltung der Schweizerischen Kapuzinerprovinz wird ebenfalls in diesem Bereich untergebracht.
2. Begegnungszone. Eine Anzahl Räume im Süden und Osten haben Begegnungscharakter: die Kirche, der Pfortenbereich mit den Sprechzimmern, die Bibliothek, das Provinzarchiv sowie die ehemalige Novizenkapelle, die jetzt als Meditationsraum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, und der daruntergelegene Mehrzweckraum. Zur Begegnungszone werden auch die Studios für das „Klosternahe Wohnen“ gezählt.
3. Vermietung. In den übrige Räumen – auf insgesamt knapp 1000 m2 Grundfläche – entsteht das Gesundheitszentrum Medicum Luzern.
Gebäudehülle
Die verputzten Gebäudefassaden und die verschiedenen Steildächer mit Ziegeleindeckung haben grundsätzlich keine Veränderung erfahren. Nur dringend notwendige örtliche Ausbesserungen oder Sanierungen an den äusseren Bauteilen wurden ausgeführt. Wegen der Unterschutzstellung konnten mit Ausnahme der Fenster an den Aussenfassaden keine sichtbaren wärmedämmenden Massnahmen getätigt werden.
Kirche
Im Kircheninneren (Kirchenschiff, äusserer Chor) erhielten die Raumoberflächen eine gründliche Reinigung. Bei den Hochaltaren und der übrigen Ausstattung wurden örtliche Ausbesserungen ausgeführt. Die Kirchenorgel mit den Pfeifenorgeln und dem Orgelprospekt wurde einer Totalreinigung unterzogen.
Die Kirchenbänke unter der Empore wurden demontiert, um genügend Platz für einen gläsernen Windfangbereich zu erhalten. Die bestehende Raumluftheizung wurde optimiert, damit die starken Zugerscheinungen beim Luftauslass vermindert werden konnten. Die Beleuchtung und die Audioanlage wurden erneuert und den heutigen Bedürfnissen angepasst.
Eingangsbereiche
Die engen und dunkeln Verhältnissen beim Klostereingang (Pforte) wurden durch verschiedene baulichen Massnahmen verbessert und der Eingangsbereich im Innern optisch und funktional aufgewertet.
Die südliche Erschliessung mit dem neuen Zugang über den grossen Innenhof wurde mittels Erstellung eines neuen, verglasten Treppenhauses mit Personenaufzug bewerkstelligt. Neben diesem Zugang ist ein Empfangsraum mit kleiner Cafeteria (Mehrzweckraum) und vorgelagertem, gedecktem Aussensitzplatz geplant.
Bibliothek
Der historisch wertvolle Raum der alten Bibliothek wurde restauriert und bautechnisch hinsichtlich Sicherheit und Raumklima den heutigen Normen und Anforderungen angepasst. Im Untergeschoss wurde ein Kulturgüter-schutzraum für die wertvolle Büchersammlung eingebaut.
Innenräume
In den beiden obersten Geschossen des Südtraktes wurden Wohnstudios für Klosternahes Wohnen eingebaut. Einzelne Wandausbrüche ermöglichten Verbesserungen hinsichtlich der Raumnutzung. Bei den Räumen in den Obergeschossen wurden bauliche Massnahmen an Boden, Decke und Türen zur Verbesserung des Schallschutzes zwischen den Nutzungseinheiten ausgeführt. Im Süd‐ und Osttrakt wurden die Aussenwände auf der Wandinnenseite mit verputzten Wärmedämmplatten verkleidet.
Haustechnik
Da über die letzten 60 Jahre bei den Elektroanlagen nur kleine Anpassungen und Ergänzungen vorgenommen wurden, war vor allem im Bereich der Elektroverteilungen ein grosser Erneuerungsbedarf vorhanden. Sowohl die Starkstrom‐ wie auch die Schwachstrominstallationen mussten den neuen Vorschriften hinsichtlich des Personen- und Sachenschutzes angepasst werden. Die alte Brandmeldeanlage wurde durch eine neue Anlage mit Vollbdeckung ersetzt.
Die bestehende Wärmeerzeugung wurde durch eine Erdsonden‐Wärmepumpe ersetzt, die während kalten Perioden von einem Gasheizkessel unterstützt wird. Wo möglich wurden die alten Heizleitungen und Heizkörper ausgewechselt. In der alten Bibliothek wurde eine minimale Lüftung und Entfeuchtung eingebaut. Die Sanitärleitungen zu den neuen WCs und Duschräumen im Südtrakt wurden total erneuert.