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Im weitgehend bäuerlich geprägten Frühmittelalter spielten die sich später spezialisierenden Handwerkstätigkeiten wie die Verarbeitung von Nahrungsmittel, die Herstellung von Textilien oder das Fertigen von Geräten und Bauten aus Holz noch eine verschwindend geringe Rolle gegenüber der häuslichen Eigenproduktion. Somit war dieser Beruf nicht sehr lukrativ.
Aus dieser Zeit stammt das deutsche Sprichwort Handwerk hat goldenen Boden, sprach der Weber, da schien ihm die Sonne in den leeren Brotbeutel. Der Spruch war sarkastisch auf die Armut vieler, kleiner Handwerksmeister gemünzt.
KMU (kleine und mittlere Unternehmen), also Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten , zu denen auch Handwerksbetriebe gehören, bilden 99% der marktwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz und stellen zwei Drittel der Arbeitsplätze. Gemäss letzter verfügbarer Statistik gibt es ca. 525‘000 Firmen, die zwischen 1 und 9 Personen beschäftigen.
In Hofstetten – Flüh gab es bereits im 19. Jahrhundert einen breiten Handwerkerstand. In Flüh baute z.B. ein Küfer seine Fässer und Bottiche. Maurer und Zimmerleute beschäftigten sich in Hofstetten mit der Wasserversorgung und den Gebäuden der Bürgerschaft. Manchmal nahm die Gemeinde sogar Zuzüger auf, damit Handwerksbetriebe im Dorf erhalten blieben oder sich neue bildeten. Es gab in der Gemeinde sogar Posamenter, welche für die Exportfirmen in der Stadt Seidenbänder woben.
In unserer Ausstellung zeigen wir Objekte aus folgenden Berufen:
Bäcker, Zimmermann/Schreiner, Drechsler, Wagner,
Schlosser/Schmied, Schuhmacher/Sattler
Viele seltene und aufwendig restaurierte Objekte, wie die Aufreibe- resp. Wegglimaschine sind ausgestellt. Diese stand ursprünglich in der Bäckerei Portmann in Basel, bevor sie von der Bäckerei Stalder in Hofstetten erworben wurde. Diese bestand bis in die 1970er Jahre. Die Restauration der komplizierten Mechanik beschäftigte unsere Werkgruppe über ein halbes Jahr.