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Vom Rolodex zum Datawarehouse
Die äusserst beliebte freie Datenbank MySQL wurde vor allem von vermeintlichen Profis als «Textdatei auf Drogen» und «elektronischer Rolodex» verspottet, da ihr bis und mit Version 4.1 etliche Funktionen fehlten, die ein ausgewachsenes RDBMS (Relational Database Management System) ausmachen – unter anderem die Unterstützung von Stored Procedures, Triggers und Views. Mit der Version 5.0 wurden die meisten dieser Limitierungen auf einen Schlag behoben, womit sich die schwedische Datenbank für noch mehr Einsatzzwecke als bisher in Unternehmen eignet.
Alles im Griff
Das neue Data Dictionary von
MySQL 5 mag zwar nicht die aufregendste Neuerung sein, allerdings vereinfacht es die Abfrage von Metadaten über Tabellen, Datenbanken und andere Objekte, die vom Server verwaltet werden. Bis MySQL 5.0 mussten Metadaten mit dem Kommando SHOW ausgelesen werden. Wer beispielsweise die in einer Datenbank vorhandenen Tabellen auslesen wollte, bediente sich mit SHOW tables FROM database. Das neu implementierte Data Dictionary ermöglicht es dagegen, auf die Metadaten wie auf eine Tabelle zuzugreifen, womit das Design nun auch Edgar F. Codds 12 Regeln für relationale Datenbanken entspricht, deren Regel 1 besagt, dass Daten immer aus Tabellen bezogen werden.
MySQLs Data Dictionary heisst information_schema und entspricht dem ANSI/ISO-Standard SQL:2003. Es enthält unter anderem Informationen über unterstützte Zeichensätze, Zugriffsrechte, Stored Procedures, Views und Indices. Da es sich um Tabellen handelt, erfolgt die Abfrage wie bei allen anderen Tabellen mit SELECT-Statements.