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In einem Brief vom 14. Januar 2019 an das Gremium wirft die Beteiligungsgesellschaft Sentis Capital des russischen Investors Pyotr Kondrashev diesem erneut vor, nicht genug für seine eigene Erneuerung zu unternehmen.
Wie bereits die "SonntagsZeitung" berichtet hatte, fordert Sentis Capital nicht mehr nur den Rücktritt des Präsidenten Alexander Vogel, sondern des grössten Teils des Verwaltungsrates. Einzig Hans-Michael Hauser und Eric Meurice seien unbelastet, alle andern sollten gehen.
Konkret heisst es in dem neuen Brief nun, dass der Verwaltungsrat bereits im Oktober 2018 Änderungen auf Stufe Geschäftsleitung und Verwaltungsrat angekündigt habe. Doch sei seither nichts weiter passiert. Es sei zu befürchten, dass der Verwaltungsrat "abermals Kandidaten aus den bisherigen Bahnen und Seilschaften rekrutiert und diese erst wenige Wochen vor Durchführung der Generalversammlung den Aktionären präsentiert".
Meyer Burger habe schon im Jahr 2017 beim sanierungsbedingen Abgang des langjährigen CEO und Verwaltungsratsmitgliedes, Peter Pauli, und dem langjährigen Verwaltungsratspräsidenten Peter Wagner, "die Chance zur Erneuerung und einem echten Bruch mit der desaströsen Vergangenheit verpasst".
Kritisiert wird in dem Brief erneut, dass Vogel zum Nachfolger Wagners gewählt wurde, obwohl er vorher schon 10 Jahre Vizepräsident und Mitglied aller relevanten Ausschüsse gewesen sei und mit "den Herren Pauli und Wagner die Verantwortung an der negativen Entwicklung der Gesellschaft teilte".
Belastete Verwaltungsräte
Eine Wiederholung derartiger Fehlentwicklungen müsse nun vermieden werden. Im Rahmen eines mitgeschickten Fragenkatalogs fordert Sentis Capital daher Auskunft darüber, ob Vogel sowie "die ebenfalls durch die Vergangenheit belasteten" Verwaltungsräte Wanda Eriksen-Grundbacher und Franz Richter sich zur Wiederwahl stellten.
Ausserdem möchte Sentis Capital vom Verwaltungsrat wissen, wie dieser den Prozess zur Auswahl neuer Verwaltungsräte durchzuführen gedenke und ob er die Dienstleistungen einer "ausgewiesenen" Executive Search Firma in Anspruch nehmen werde. Indirekt wird in dem Fragekatalog auch die Schrumpfung des Verwaltungsrates sowie eine Reduktion des Budgets für das Gremium gefordert.
Wiederholt werden ausserdem von der "SonntagsZeitung" bereits zitierte Vorwürfe, dass die Erhöhung von VR-Bezügen verschleiert worden sei. So habe man den Amerikaner Michael R. Splinter zum Delegierten gemacht und 90 Prozent seines Lohnes dem Management zugerechnet. "Erklären Sie den Aktionären gegenüber, welche operative Tätigkeit Herr Splinter im Jahr 2017 ausgeübt hat, um dies zu rechtfertigen", heisst es im neuen Brief nun.
2017 waren sowohl die Bezüge der Geschäftsleitung wie auch jene des Verwaltungsrates gestiegen, obwohl das Thuner Unternehmen 2016 fast Konkurs gegangen wäre. Nur eine Kapitalerhöhung konnte den Solarausrüster damals retten.
Sentis Capital hält nach eigenen Angaben 6,14 Prozent an Meyer Burger. Die Gesellschaft gehört Pyotr Kondrashev, einem russischen Investor mit Wohnsitz in Österreich.
(AWP)