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Spiegel, Bernt: (1999): Die obere Hälfte des Motorrades. Stuttgart: Motorbuch Verlag.
enthält auch den Artikel: Motorradfahren ist kompliziert mit dem Verfremdungsvorschlag ein Zweirad zu bauen.
"Ist das Pferd ein Teil des Reiters oder der Reiter ein Teil des Pferdes" (106).
Der Motorradfahrer wird als System betrachtet, das mit dem Motorrad zusammen ein übergeordnetes System bildet. Motorrad und Fahrer funktionieren dann "gut", wenn das Gesamtsystem gut funktioniert, was sich etwa an einer schnellen Rundenzeit ablesen lässt.
"Werkzeug" wird mit transitiven Verben verwendet, Gerät mit intransitiven. Wir sagen: Die Lanze trifft den Feind, Das Messer schneidet das Brot. Dagegen ordnen wir Geräten wie dem Stuhl, dem Haus usw keine Ziele zu. Sie dienen quasi direkt, nicht als Mittel. Man kann mit Werkzeugen als Mittel den Sthuhl herstellen und der Stuhl befriedigt das Bedürfnis bequem zu sitzen. Werkzeuge repräsentieren zielgerichtete Aktivität."
Werkzeuge seien künstliche Organe. Werkzeug dienten als Kriterium fürs Menschsein, wobei kaum eine saubere Abgrenzungen zu Tieren möglich sei, nur die aesthetische Verschönerung der Werkzeuge würden nur Menschen machen (FN 38: 230)
Kritik
Für den Zweck des Buches - nämlich über die Nutzung des Motorrades nachzudenken - macht B. Spiegel einen verschrobenen Hintergrund, in welchem von evolutionstheoretischer Anpassung die Rede ist, wobei die Menschen eben nicht mehr ihre Organe anpassen, sondern künstliche Organe herstellen, aufbewahren und im Krieg verteidigen. Das ist alles ziemlich schräg und skuril, es dient aber dazu, die Intergration des Mensch-Motorrad-System darstellen zu können. Integration ist für B. Spiegel ein entscheidender Begriff (wiewohl er im Buch nur negativ entwickelt wird). Er entspricht etwa der Interpenetration bei N. Luhmann: Es geht darum, dass zunächst verschiedene Systeme "irgendwie zusammenwachsen".
Projekt Motorrad
Lexikon: Gerät