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5. Februar 1972: Wenig begeistert Fussballfans so sehr wie riesige Cup-Überraschungen. Der Erfolg des bescheidenen Hereford United über Newcastle United wird später zum besten Spiel der englischen Cup-Historie gewählt.
Der FA Cup in England ist der älteste Fussball-Wettbewerb der Welt. Die Idee des 1871 erstmals ausgetragenen Pokals ist bestechend: Jeder Verein im Land hat die Chance, ihn zu gewinnen, ganz egal wie klein der Verein ist.
Ein Jahrhundert nach der Premiere kommt es am 5. Februar 1972 zu einem Spiel, das 2007 im «Observer» zur besten Partie in der Geschichte des FA Cups gewählt wird: Hereford United gegen Newcastle United.
Hereford United, im Westen Englands an der Grenze zu Wales zuhause, mischte nie im Konzert der Grossen mit. Umso erstaunlicher ist es, dass der Aussenseiter in der dritten Cup-Runde in Newcastle ein 2:2 erreicht. Denn während Newcastle in der höchsten Liga spielt, gehört Hereford der fünftklassigen Southern League an.
Da es in England bei unentschiedenem Spielausgang keine Verlängerung, sondern ein Wiederholungsspiel gibt, treffen sich die beiden Mannschaften noch einmal. Dieses Mal findet das Spiel in Hereford statt, an der aus allen Nähten platzenden Edgar Street.
Es dauert lange, bis die 14'313 Zuschauer endlich ein Tor sehen – und dann fällt es erst noch auf der falschen Seite. Malcolm Macdonald bringt Newcastle in der 82. Minute in Führung. «Wir dachten, damit seien wir durch», gibt der Nationalspieler Jahre später zu.
Doch Hereford gibt sich nicht geschlagen. Nur drei Minuten später gleicht der Schreiner Ronnie Radford aus, mit einem Tor, das noch heute immer wieder im englischen Fernsehen gezeigt wird. «Ich wünschte, ich hätte jedes Mal Geld dafür erhalten, wenn es im TV kam», scherzt Newcastle-Goalie Willie McFaul rückblickend.
Auf dem matschigen Untergrund erobert sich Radford den Ball. Er spielt einen Doppelpass mit Brian Owen und zieht dann aus 30 Metern ab – unhaltbar für den Goalie, eine absolute Traumkiste!
Radfords Treffer wird Ende Saison zum «Tor des Jahres» gekürt. Doch vorbei ist das Spiel noch nicht. Es kommt zur Verlängerung und in dieser gelingt dem eingewechselten Ricky George der Treffer zu Herefords 2:1-Sieg.
«Wir trafen die Latte, wir schossen an den Pfosten und ihr Keeper zeigte einige aussergewöhnliche Paraden», erinnert sich Newcastles Macdonald. Ein Tor gelingt den «Magpies» nicht mehr und so ist die Sensation perfekt: Hereford United schmeisst als erster Non-League-Klub seit 23 Jahren einen Verein aus der höchsten Liga aus dem Cup.
In der nächsten Runde ist dann Endstation. Hereford gelingt zwar mit dem 0:0 zuhause gegen West Ham United ein weiterer Erfolg, doch das Wiederholungsspiel bei den Hammers endet mit 1:3. Ein gewisser Geoff Hurst bucht dabei einen Hattrick – sieben Jahre nachdem er schon den WM-Final 1966 mit drei Toren entschieden hat.