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Bei einem Unfall an den Dittinger Flugtagen ist am Sonntag ein 50-jähriger Pilot ums Leben gekommen. Ein zweiter konnte sich per Fallschirm retten. Zwei Ultraleichtflugzeuge stürzten ab, eines von ihnen mitten auf eine Scheune im Dorf Dittingen.
Der Flugunfall trug sich gegen 11.15 Uhr zu. Die Polizei Baselland machte mit Verweis auf die eingeleitete Untersuchung keine genaueren Angaben über den Hergang. Beobachter sagten jedoch, eines der Flugzeuge sei mit dem anderen kollidiert. Auch Mitglieder des Organisationskomitees sprachen von einem Zusammenstoss.
In der Folge stürzten die zwei Maschinen ausserhalb des Veranstaltungsgeländes ab. Eine stürzte in eine Scheune im Dorf und setzte diese in Brand. Der Pilot kam ums Leben. Das andere Flugzeug stürzte rund 170 Meter entfernt am Dorfrand in einem Garten ab. Dessen Pilot konnte sich mit einem Rettungssystem retten, das ihn per Fallschirm zu Boden brachte. Er blieb laut Polizei unverletzt.
Das dritte Flugzeug, das an der Darbietung der Fliegerstaffel, aber nicht am Unfall beteiligt war, konnte auf dem Flugfeld von Dittingen landen. Bei der Staffel handelt es sich um ein Team aus dem deutschen Baden-Württemberg. Die im August 2011 gegründete Staffel war mit Leichtflugzeugen des Typs Ikarus C42b an den Start gegangen.
Flugteam von BAZL geprüft
Der Unfall löste einen Grosseinsatz von Rettungsdiensten aus, an dem unter anderem Feuerwehr, Polizei, Sanität und Rega beteiligt waren, wie der Einsatzleiter der Polizei an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz sagte; im Einsatz gestanden hätten 65 Personen. Die zweitägige Flugveranstaltung in Dittingen, die am Samstag begonnen hatte, wurde nach dem Unfall abgebrochen.
Die Fliegerstaffel «Grasshoppers» hatte laut einem Vertreter des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) zum ersten Mal an einer Flug-Show in der Schweiz teilgenommen. Es sei allerdings schon in Deutschland, so etwa in Berlin, aufgetreten.
Das BAZL hat für solche Flugveranstaltungen die Aufsicht inne und erteilt die nötigen Bewilligungen im Zuge eines Auflageverfahrens während der Monate vor der Show. Im Fall der deutschen Piloten habe es keinen Anlass gegeben, an deren Können zu zweifeln. Sie seien zudem einem speziellen Briefing unterzogen worden, sagte der BAZL-Vertreter.
An noch grösserem Unglück vorbei
Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro, die als Gast an den Flugtagen zugegen war und die Anteilnahme der Kantonsregierung ausdrückte, sprach angesichts des Absturzes im Dorf davon, dass es noch weit schlimmer hätte kommen können. An den Dittinger Flugtagen hatte es zudem bereits 2005 einen Flugunfall gegeben, bei dem ein Pilot ums Leben kam.
Regina Weibel, Präsidentin des Organisationskomitees (OK) und Dittinger Gemeindepräsidentin, wollte indes nicht von einem riskanten Anlass sprechen. Was zum Unfall geführt hatte, sei noch nicht bekannt. Die Frage der Weiterführung der Veranstaltung werde im Kreis der Veranstalter und in der Gemeinde aber besprochen.
Ein weiterer OK-Vertreter wies darauf hin, dass beim Unfall von 2005 ein Problem beim Zusammenspiel von Pilot und Flugzeug bestanden habe. Es habe aber nichts gegeben, weswegen es nicht mehr möglich erschienen wäre, den Anlass erneut durchzuführen. Der Unfall vom Sonntag wird nun von der Sicherheits-Untersuchungsstelle SUST des Bundes und der Staatsanwaltschaft Baselland untersucht.
Populäre Flugtage
Die internationalen Dittinger Flugtage haben eine über 60-jährige Geschichte. Durchgeführt werden sie von der Segelfluggruppe Dittingen. Laut den Organisatoren ziehen sie inzwischen Hunderte Flugfans aus dem In- und Ausland an, die beim Flugfeld auf dem Jurarücken im Laufental die Darbietungen in der Luft verfolgen. (sda)