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- Am 26. und 27. Januar 1968 donnerten in Davos 41 Lawinen ins Tal.
- Dreizehn Menschen starben.
- Die Schneemassen zerstörten oder beschädigten 51 Wohnhäuser, 14 Ställe und mehrere Hektaren Wald.
- Besonders verheerend war die Dorfbachlawine.
- Heute schützen Davos 21 Kilometer Lawinenverbauungen und vier Autogalerien.
In einer Veranstaltung, Link öffnet in einem neuen Fenster blickt das SLF am Dienstagabend zusammen mit der Gemeinde Davos zurück auf die Lawinenkatastrophe. Stefan Margreth ist Experte für Schutzbauten beim WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos.
SRF News: Wieso richteten die Lawinen 1968 einen so grossen Schaden an, war Davos nicht geschützt?
Stefan Margreth: Es war eine aussergewöhnliche Situation damals, mit grossen Neuschneemengen und starkem Wind. Davos hatte damals bereits rund fünf Kilometer Lawinenverbauungen am Schiahorn und dem Dorfberg – was damals wohl eine weitere Katastrophenlawine verhinderte. Aber es gab verschiedene Hänge, die im Gegensatz zu heute nicht gesichert waren.
Wie sahen Lawinenverbauungen damals aus?
Davos hat eine lange Tradition punkto Lawinenverbauungen. Die ersten Verbauungen entstanden 1919 nach drei schweren Lawinen. Das waren Steinmauern, die im Anrissgebiet der Lawinen gebaut wurden. Das Problem dieser Mauern war jedoch, dass sie relativ schnell vom Schnee überdeckt wurden und dadurch ihre Wirkung verloren. Später wurden auch moderne Stahlschneebrücken aufgestellt, die deutlich effektiver waren und wahrscheinlich 1968 eine noch grössere Katastrophe verhindert haben.
1961 erstellte Davos eine der ersten Gefahrenkarten schweizweit für das Gebiet unterhalb des Dorfbergs. Was war der Auslöser?
Damals war geplant, das Gebiet «Böden» mit Ferienhäusern zu überbauen. Die Gemeinde Davos hatte Angst im Ausläufer von Lawinen bauen zu lassen und liess deshalb vom SLF eine Gefahrenkarte erstellen. Damals wie heute zeigt die Gefahrenkarte, wo ein Haus bei einer Lawine zerstört wird (rote Zone) und wo ein Gebäude mit zusätzlichen Schutzmassnahmen möglich ist (blaue Zone).
Heute berücksichtigt man in solchen Karten auch Lawinen, die nur alle 300 Jahre abstürzen. Die früheren Lawinenkatastrophen haben gezeigt, dass es notwendig ist, Gefahrenkarten auf Extremereignisse abzustützen.
Lässt sich der Schutz vor Lawinen heute noch verbessern?
Eine der grössten Herausforderungen für die Zukunft ist es, die Bausubstanz der Schutzmassnahmen langfristig zu erhalten. In Davos gibt es rund 21 Kilometer permanente Lawinenverbauungen und vier Galerien für die Strassen – darunter auch die Galerie für die Strasse – mit einem Wert von rund 80 Millionen Franken. Langfristig müssen wir Strategien entwickeln, wie wir diese Bausubstanz möglichst kostengünstig erhalten können: Das ist eine grosse Herausforderung.
Das Gespräch führte Stefanie Hablützel.