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Hanfpolitik
Noch in diesem Jahr wird das Schweizervolk über die Volksinitiative „für eine vernünftige Hanf-Politik“ zu entscheiden haben. Die Initiative verlangt eine Entkriminalisierung des Cannabiskonsums und seiner Vorbereitungshandlungen, Verstärkung des Jugendschutzes und ein Werbeverbot für Cannabis usw. Der Inhalt der Initiative ist widersprüchlich.
Einerseits fordert die Initiative eine Teilfreigabe des Cannabiskonsums und andererseits braucht es Jugendschutz und ein Werbeverbot. Ist das eine vernünftige Drogenpolitik?
Cannabis ist der Oberbegriff für verschiedene aus der Hanfpflanze gewonnene Drogen. Von „Haschisch-Freunden“ hört man immer wieder, Haschisch sei harmlos. Diese Aussage ist falsch und unverantwortlich. Die Gefährlichkeit liegt darin, dass der frühere Drogenhanf Werte von 0,5 bis 1 % THC-Gehalt aufwies. Heute erreicht Marihuana Werte von 11 bis 20 % THC-Anteil. Beim Kauf des Stoffes kann der Konsument nicht feststellen, welche THC-Werte das gekaufte Marihuana enthält. Die Wissenschaft hält fest, dass Cannabis die Wahrnehmung der realen Welt beeinträchtigt und die Reaktionsfähigkeit verlangsamt.
Das Führen von Motorfahrzeugen unter Drogeneinfluss hat zugenommen. Die unter Drogen stehenden Verkehrsteilnehmer stellen für jeden Strassenbenützer eine latente Gefahr dar. Im Sinne der Verkehrssicherheit und Unfallverhütung sind diese Fahrzeuglenker mittels gezielten Kontrollen aus dem Verkehr zu ziehen.
Welche Symptome deuten auf einen Cannabiskonsum hin?
Gleichgültigkeit, Motivations- und Interesselosigkeit, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, Probleme mit Lebensbewältigung usw.
Dr. Carlton E. Turner, Universität of Mississippi sagt: „Keine andere Droge wird vom Menschen gebraucht oder missbraucht, die so lange im Körper verbleibt wie Cannabis und jedes wichtige Organ des Körpers angreift.“ Ich bin der Meinung, dass die Hanfinitiative der Schweizerischen Gesundheitsförderung widerspricht. Was es nach wie vor braucht ist die Drogenprävention, denn es wird insbesondere für Jugendliche sehr schwierig sein, eine Lehrstelle oder Arbeitplatz zu finden, wenn sie wegen Cannabiskonsums vor Motivation- und Interesselosigkeit strotzen. Aus erwähnten Überlegungen empfehle ich die Ablehnung der Hanfinitiative.
Anton Stöckli, Zug
Kantonsrat
21. Mai 2008