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General Henri Guisan, im Bild eines unbekannten Fotografen im Jahr 1949. (Keystone)
Guisan ist Sinnbild des wehrhaften Schweizers
Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs wählt das Parlament im August 1939 Henri Guisan zum Oberbefehlshaber der Schweizer Armee. Während den kommenden sechs Jahren schafft er es, Militär und Bevölkerung mit einem starken Widerstandsgeist zu beseelen.
Die Wirkung bleibt nicht aus: Als Guisan im August 1945 als General verabschiedet wird, ist er eine nationale Kultfigur. Er hat die Idee des Réduits, der militärischen Alpenfestung, wiederbelebt und zum nationalen Symbol des Widerstands gemacht. Kein Wunder, wird Guisan in der Nachkriegszeit zum Sinnbild des wehrhaften Schweizers stilisiert.
Unumstrittener Mutmacher
Während des Kriegs versteht Guisan es immer wieder, die Schweizer Soldaten aufzubauen und der Bevölkerung Mut zu machen. Beim berühmten Rapport auf dem Rütli am 25. Juli 1940 kündigt er die Réduit-Strategie an: Er ruft alle Truppenkommandanten vom Grad des Major aufwärts zusammen, um sie über die allfällige Zurücknahme der Armee in die Alpen zu informieren.
Im Gegensatz zu Ulrich Wille, dem General während des 1. Weltkriegs, war Guisan in der Schweiz unumstritten. Nach seinem Tod am 7. April 1960 säumten rund 300 000 Personen, darunter viele Veteranen des Aktivdiensts, den Weg seines Begräbniszugs.
Plädoyer für Rehabilitierung
Danach wurde es still um Guisan. Und nachdem in den 1990er-Jahren die Bergier-Kommission ein kritisches Licht auf die Schweiz im 2. Weltkrieg warf, schien der «Mythos Guisan» begraben. Zum 50. Todestag ist nun eine Gegentendenz zu beobachten: Ein Dokumentarfilm beleuchtet sein Leben mit Pathos. Und die Biografie des Journalisten Markus Somm plädiert gar für eine Rehabilitierung des ehemaligen Generals.
Christian Gebhard
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