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»Meine Mutter hat ihr ganzes Leben mit Armut und männlicher Gewalt gekämpft«, schreibt der Shootingstar Édouard Louis in seinem Buch »Die Freiheit einer Frau.« Mit 16 verließ Édouard Louis' Mutter die Schule, weil sie schwanger war, mit 19 hatte sie bereits zwei Kinder und keine Zukunft. Alkohol und Gewalt bestimmten ihr junges Leben. Aber dann stand sie auf und ging. Weg aus der Gegend, weg von ihrem zweiten Mann, der wie der erste soff und sie schlug. Édouard Louis erzählt eindringlich und schonungslos vom Wunsch, als Kind eine andere Mutter zu haben, von der Scham für sie und vom großen Glück, sie heute als befreite und glückliche Frau mehr zu lieben als je zuvor.
Édouard Louis wurde 1991 geboren. Sein autobiographischer Debütroman »Das Ende von Eddy«, in dem er von seiner Kindheit und Flucht aus prekärsten Verhältnissen in einem nordfranzösischen Dorf erzählt, sorgte 2015 für großes Aufsehen. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller und machte Louis zum literarischen Shootingstar. Sein zweiter Roman »Im Herzen der Gewalt« erschien 2016 und wird verfilmt. Édouard Louis' Bücher erscheinen in 30 Ländern. Im Sommer 2018 war er Samuel Fischer-Gastprofessor an der Freie Universität Berlin, wo er den Begriff der »konfrontativen Literatur« prägte. Zur selben Zeit adaptierte Thomas Ostermeier den Roman »Im Herzen der Gewalt« für die Schaubühne Berlin. Édouard Louis lebt in Paris.
Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt seit 1987 Belletristik und Theaterstücke aus dem Französischen, Italienischen und Norwegischen, darunter Werke von Jon Fosse, Henrik Ibsen, Jean Echenoz, Louis-Ferdinand Céline, Stefano Benni und Massimo Carlotto. Er ist u.a. Träger des Jane-Scatcherd-Preises der Ledig-Rowohlt-Stiftung, des Paul-Celan-Preises und des Deutschen Jugendliteraturpreises.