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Im Finanzwesen heißt Konsolidation die Vereinigung mehrerer älterer Anleihen in eine
einzige, sei es, daß damit bloß eine Vereinfachung des Rechnungswesens und eine Vereinheitlichung der
Schuldtitel oder auch eine Hinausschiebung oder gänzliche Abschaffung der Tilgung (Umwandlung der Schuld in eine ewige Rente)
oder eine Herabsetzung des Zinsfußes (s. Konversion) verbunden wird. Dann bezeichnet man auch mit Konsolidation die Umwandlung von schwebenden
Schulden, d. h. solchen, welche in der nächsten Zeit getilgt werden sollten, in bleibende,
welche nach einem festen Plan verzinst, allenfalls auch getilgt werden sollen (das englische consolidate
bedeutet auch s. v. w. festmachen).
Einschreibungen in den Büchern der Staatsschuld bestanden. Seit der 1869 eingetretenen Konsolidierung preußischer Staatsschulden
(Konvertierung in 4½proz. Papiere) spricht man auch von preußischen Konsols. Oft versteht man unter Konsols auch Rentenschuldverschreibungen
schlechthin ohne bestimmte Tilgungsfrist im Gegensatz zu planmäßig amortisierbaren Obligationen. Bei der Umwandlung von schwebenden
in stehende Schulden kommt es wohl vor, daß letztere eine Zeitlang nicht verzinst werden.
Die Verzinsung läßt man erst beginnen, wenn durch Tilgung andrer AnlehenMittel verfügbar werden. Die Schuldscheine, welche
begeben wurden, um aus dem Erlös die schwebende Schuld zu bezahlen, heißen dann aufgeschobene Obligationen (engl. Deferred,
franz. Différées, span. Deferados). Ein solches
Verfahren kommt jedoch bei gesunder Finanzwirtschaft nicht vor. Auch ist es bei einer solchen nicht nötig, die Konsols zu
fundieren, d. h. Verzinsung und Tilgung auf ganz bestimmte Einnahmequellen des Staats zu verweisen. Vgl. Staatsschulden.