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Pauline Manford ist die "Chefin" ihrer Familie, die zur absoluten High Society gehört. Ihr Tagesplan ist bis auf die letzte Minute ausgefüllt mit so unglaublich "wichtigen" Dingen wie Verjüngungstraining, Meditieren, Besprechungen mit der Köchin, Modellsitzungen etc. Für keines dieser Dinge hat sie mehr als eine halbe Stunde Zeit, was im Endeffekt auch bedeutet, dass sie nichts davon wirklich richtig oder gar mit Freude macht. Sie macht es halt, weil es in ihren Kreisen dazugehört. Das sind die Sachen, über die bei den Partys geredet wird, und nichts ist scheinbar wichtiger als diese Partys, bei dem jeder über jeden und mit jedem redet; wer da nicht mit irgendetwas Außergewöhnlichen oder Interessanten aufwarten kann, hat verloren. Manford ist also im Prinzip den ganzen Tag damit beschäftigt, Kontakte zu den "richtigen" Leuten zu pflegen, neuartige Fitness- und Geistesübungen auszuprobieren oder anderen modischen Trends zu folgen. Sie ist die Vorzeigedame der wilden 20iger, und ... nennen wir das Kind beim Namen. Sie ist absolut bemitleidenswert. Nicht im Sinne von "armes Hascherl, sie hat's so schwer im Leben, weil sie arm ist oder behindert" oder sonstwas, sondern einfach, weil sie in der Hinsicht echt dumm ist, das, was ihr zur Verfügung steht, nicht zu nutzen. Sie hat - wenn man es genau betrachtet - keinen Sinn im Leben und bewegt sich wie ein Hamster in seinem Laufrad immer vorwärts, vorwärts, ohne Sinn und Verstand, Hauptsache die Zeit vergeht und wird ausgefüllt. Darüber vernachlässigt sie alles andere. Ihre Tochter Nona, die auf gewisse Art naiv und verloren ist, ihren Sohn, der mit einer unzufriedenen Frau verheiratet ist (mein Gott, das wäre ich auch, wenn meine Tage so sinnentleert wären) und ihren eigenen Mann, der früher mal ihr Scheidungsanwalt war. Nun ja, zumindest der findet ja andere Dinge, um sich abzulenken.
Ehrlich gesagt, so sinnlos die Leben all der Hauptpersonen dieses Buches waren, so wenig wurde mir der Sinn dieses Buches bewusst. Es war für mich eine Aneinanderreihung von Begebenheiten von Leuten, die so außerhalb meiner eigenen Denkschemen leben, dass mir alles, was sie sagten oder taten, völlig absurd vorkam. Ich verstehe ihr Bedürfnis dazugehören zu wollen überhaupt nicht - wenn ich so viel Kohle hätte, wäre mir doch so was von schnurz, was andere von mir denken. Dazu hieß es im Klappentext, das sei ein satirisches Epochenporträt. Epochenporträt kann ich bestätigen, satirisch überhaupt nicht. Natürlich kann (konnte) die Autorin schreiben, zweifellos auch gut. Aber so wie das Buch heißt "Dämmerschlaf", so hatte ich tatsächlich auch die ganze Zeit das Gefühl, von der zwar guten, aber völlig eintönigen Schreibe immer wieder in den Schlaf gegaukelt zu werden. Es hat mich ziemliche Anstrengung gekostet, durchzuhalten, aber zumindest für mich kam nicht einmal das Gefühl von "Ha! Hier ist es, das hochgelobte klarsichtige, komische (?!) Meisterwerk".
Ich kann mich also der allgemeinen Euphorie über dieses Buch nicht anschließen und vergebe 2/5 Punkten.
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