Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03396.jsonl.gz/617

Vincenzo Küng wird für dieses „Vergehen“ gesperrt
Der SC Langenthal muss heute Abend wahrscheinlich auf Vincenzo Küng verzichten. Der Langenthaler wurde nach Regel 116 (Schlag/Stoss gegen einen Schiedsrichter) für ein Spiel gesperrt und mit 1510 Franken gebüsst.
Vincenzo Küng wurde im ordentlichen Verfahren für ein Spiel gebüsst. Das hier ist der Grund:
Gemäss der Medienmitteilung des Schweizerischen Eishockeyverbandes liegt hiermit ein Verstoss gegen die Regel 116 (Schlag/Stoss gegen einen Schiedsrichter) vor. Laut dieser können folgende Umstände zu einer Sperre führen:
- Jeder vermeidbare Kontakt führt zu einem ordentlichen Verfahren und einer Sperre
- Ein vermeidbarer Kontakt mit erhöhter Intensität, welcher fahrlässig erscheint oder möglicherweise vorsätzlich geschieht führt zu einer Sperre ab fünf Spielen
- Jeder vermeidbare Kontakt der als grob fahrlässig beurteilt werden muss, führt zu einer Sperre ab 10 Spielen.
Bei der Beurteilung wurde entschieden ob der Kontakt vermeidbar, fahrlässig oder vorsätzlich war. Dem Strafmass entsprechend dürfte der Kontakt nach der Meinung der Richter vermeidbar gewesen sein, zugleich passierte er aber weder fahrlässig noch vorsätzlich. Eine unnötige oder übertriebene Härte liegt offensichtlich ebenfalls nicht vor, weil das Strafmass sonst härter ausgefallen wäre.
War der Kontakt vermeidbar?
Nun, ein Kontakt liegt durchaus vor. Auf dem Video ist aber ebenso ersichtlich, dass Vincenzo Küng – siehe Körperhaltung – eindeutig versuchte dem Referee aus dem Weg zu gehen. Dieser beschleunigte aber rückwärts und in einer Schlinge. Für Vincenzo Küng wäre es kaum möglich gewesen, das vorauszusehen und entsprechend auszuweichen. Die Sperre sowie die Busse sind daher durchaus fraglich. Hier darf sich aber jeder seine Meinung selber bilden.
Ob der SC Langenthal gegen diesen Entscheid vorgehen wird, ist nicht bekannt. Gian Kämpf wollte die Aktualität mit keinem Wort kommentieren und auch Brent Reiber, Referee in Chief der SIHF, wollte zum „laufenden Verfahren“ keine Aussage tätigen. Da Vincenzo Küng am Freitagabend verletzt war, würde er morgen womöglich sowieso ausfallen, sodass ein Rekurs vielleicht erst während der Nationalmannschaftspause eingereicht würde. Dann hätte Küng die Strafe abgesessen – ob verletzt oder nicht ist hierbei wahrscheinlich egal – der SCL könnte aber noch gegen die Geldstrafe von 1510 Franken vorgehen. Die Sperre würde – wenn Küng sowieso nicht einsatzfähig ist – höchstens bedingt schmerzen. Ganz im Gegenteil zur Geldstrafe.
Kein Versehen aber keine Strafe
Im Vergleich mit einer anderen Situation entsteht bei diesem Entscheid aber erst recht Stirnrunzeln. Im Spiel zwischen der EV Zug Academy und dem SC Langenthal wurde ein Linesmen regelrecht umgehauen (er steht zwischen dem Spieler vom SCL und jenem von der EVZ Academy). Ein Kontakt der eindeutig vermeidbar gewesen wäre (durch Beherrschung bei den Emotionen), ein Kontakt der vorsätzlich geschah und ein Kontakt der wesentlich intensiver und härter erfolgte. Überraschenderweise wurde gegen den Täter nicht einmal ein Verfahren eingeleitet. Das dazu passende Video gibt es hier:
Jetzt sind Sie gefragt, liebe Leserinnen und Leser. Was denken Sie über die Ein-Spiel-Sperre gegen Vincenzo Küng? Kommentieren sie unten mit Ihrer Meinung!