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Auf der ganzen Welt gibt es noch rund 245’000 Holocaust-Überlebende. Das ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie der Jewish Claims Conference anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags am 27. Januar 2024.
Heute sind die Holocaust-Überlebenden der Erhebung zufolge in über 90 Ländern der Welt ansässig. Knapp 119’300, also fast die Hälfte (48,8 Prozent), leben in Israel, etwa 25 Prozent davon unter der Armutsgrenze. In den USA gibt es mit 38’400 die grösste Community ausserhalb Israels. Gut 40 Prozent von ihnen haben sich im US-Bundesstaat New York angesiedelt. In Europa sind in Frankreich mit gut 21’900 die meisten Überlebenden zu finden. In Deutschland leben den Zahlen zufolge rund 14’200 Überlebende der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime. Zwischen 1933 und 1945 ermordeten die Nationalsozialisten fast sechs Millionen Juden in ganz Europa und Nordafrika.
Fast die Hälfte aller Holocaust-Überlebenden (rund 47 Prozent) wurden auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion geboren, rund 22 Prozent in Osteuropa, rund zehn Prozent in Westeuropa und gut 21 Prozent in Nordafrika, etwa in Libyen, Tunesien oder Marokko. Die Mehrheit der Überlebenden war zum Zeitpunkt der Erhebung im August 2023 zwischen 81 und 85 Jahre alt (41,2 Prozent). 1946 waren sie demnach zwischen vier und acht Jahren alt. 5,3 Prozent sind heute älter als 96 Jahre. Im Jahr 1946 waren sie zwischen 19 und 36 Jahre alt. Rose Girone, eine polnische Jüdin, die derzeit in New York lebt, gilt mit 112 Jahren als die älteste Überlebende.
Die Jewish Claims Conference
Im Jahr 2023 waren rund 60 Prozent der Überlebenden Frauen, was auf die weltweit höhere Lebenserwartung von Frauen im Vergleich zu Männern zurückzuführen ist. Mit einem Durchschnittsalter von 86 Jahren stammen die Überlebenden aus den Geburtsjahren 1912 bis Anfang 1946. Gideon Taylor, Präsident der Jewish Claims Conference, unterstreicht die steigenden Pflege- und Unterstützungsbedürfnisse der meisten Überlebenden, von denen etwa ein Fünftel älter als 91 Jahre ist.
Die Jewish Claims Conference ist ein Zusammenschluss jüdischer Organisationen, die seit 1951 die Entschädigungsansprüche jüdischer Opfer des Nationalsozialismus und Holocaust-Überlebender vertritt. Fast 40 Prozent der Überlebenden erhielten im vergangenen Jahr soziale Unterstützung durch die Claims Conference.
Zum Wort „Holocaust“
Das Wort „Holocaust“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich „alles ist verbrannt“. „Shoah“ bedeutet auf Hebräisch „die Katastrophe“ und wird als weiterer Begriff für den Mord an den Juden verwendet. Jährlich wird am 27. Januar weltweit der Opfer des Holocausts gedacht. Dieses Datum erinnert an die Befreiung der überlebenden Häftlinge des grössten NS-Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Seit 1996 begehen die Deutschen an diesem Tag das Gedenken an die Millionen Opfer des Völkermords. Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum internationalen Gedenktag für den Holocaust erklärt.