Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/2336

Das Berner Oberland bildete von 1798-1803 einen eigenen Kanton. Das Monopol der Zunftherren und der Patrizier sollte in dieser Zeit gebrochen werden, so dass die Städte und das Land gleiche Rechte hatten. 1803 besetzte Napoleon die Schweiz und drängte mit der Meditationsakte dem Land eine neue Verfassung auf.
Das Berner Oberland wurde wieder mit den alten Kantonsteilen vereinigt und die politischen Rechte von 1798 wieder aufgehoben. Besonders die ländlichen Bewohner wurden dadurch benachteiligt, so dass sich einige Stadtberner zusammenschlossen und die Traditionen der Landbewohner wieder aufleben lassen wollten.
Am 17. August 1805 luden sie zu den helvetischen Alphirtfesten ein, die Besucher mit traditionellen Sportveranstaltungen unterhalten sollten. Auf diesem Fest wurden die Traditionen mit Gesangswettbewerben, Schiesswettbewerben, Steinstossen, Alphornblasen und auch Schwingwettbewerben gefeiert. Das Fest war sehr erfolgreich und erzielte imposante Besucherzahlen.
Die Veranstalter erreichten zwar ihre politischen Ziele, konnten die Feste aber nicht wie geplant jedes Jahr austragen. Erst 1808 wurde das zweite Fest ausgetragen. Obwohl sie als friedfertige Veranstaltungen mit traditionellen Ursprung geplant waren, brachen auf dem zweiten Fest in Bodeli Unruhen aus.
Das verhinderte weitere Veranstaltungen dieser Art, so dass das Unspunnenfest erst wieder 1905 stattfinden konnte. bei den ersten beiden Veranstaltung standen in erster Linie die Touristen im Vordergrund, die der Region eine neue Einnahmequelle boten. Der Zweite Weltkrieg verhinderte aber die jährliche Austragung des Volksfestes.
Erst 1946 wurde das Volksfest wieder ausgetragen, noch unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs. Das Fest schaffte es aber nicht sich als jährliches Ereignis zu etablieren, so dass in den folgenden Jahren das Unspunnenfest unregelmäßig veranstaltet wurde. Seit 1993 etablierte sich aber immer mehr als mediales Großereignis und zog seitdem immer mehr Medienschaffende an.
Interessant ist noch, dass der erste Gewinner des Schießwettbewerbs von 1805 auf einem Auge blind war und 1946 der Beginn der Spiele nicht mit einem Böllerschuss gestartet werden konnte, weil eine Maus die Zündschnur durchgebissen hatte. 1968 mussten alle Besucher der Festspiele gegen eine schreckliche Wespenplage ankämpfen.