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|Unsere Grundüberlegungen:

Der Vorstand der SP Bottmingen hat sich, an seiner Sitzung vom 13. Januar 2005, mit der Zentrumsplanung in Bottmingen auseinander gesetzt. Am Donnerstag 27. Januar 2005 hat die SP-Sektion sich dazu geäussert. Hier nun die wichtigsten Gedanken der Sozialdemokratischen Partei Bottmingen.
Vorgeschichte:
• Wirft man einen Blick in die Vergangenheit, stellt man fest: Bottmingen war in den 50er Jahren noch ein kleines Bauerndorf, in den 60er Jahren kam eine euphorische Planungsphase (Idee 20'000 Einwohner) und ein erster Bauboom. Aus dieser Zeit stammen Coop-Block, Metzergei Gfeller Block, Block Chemische Reinigung rund um den Kreisel. Die Gemeinde verkaufte sogar Landparzellen im Dorfkern (Schulstrasse), verpasste den Kauf der Busbahnhoffläche, erklärte den gesamten Gemeindebann zu Bauland. Die „Zukunft“ hatte begonnen.
• Trotz Widerstand wurde 1977 die Querverbindungsstrasse mitten durch den alten Dorfteil eröffnet. Das Dorf war dem Verkehr ausgeliefert. Langsam entstand ein Bewusstsein, dass der Lebensraum ‚menschlicher’ gestaltet werden muss. Mit verschiedenen Massnahmen wurde versucht zu retten, was es noch zu retten gab. Die alten Häuser im Dorf wurden unter Schutz gestellt, das Bauland auf dem Bruderholz wurde vorerst gesperrt und später dann zurückgezont.
• 1981 erstellte der Gemeinderat ein kleines Konzept: Nutzung der gemeindeeigenen Häuser im Dorfkern.
• In den 80er und 90er Jahre kaufte die Gemeinde etliche Liegenschaften und Landparzellen im Dorfzentrum (rund um die Gemeindeverwaltung, Stöckli-Liegenschaften, Gebäude an der Talholzstrasse, Restaurant Station, MiBo-Parzelle...).
• Jetzt im neuen Jahrtausend hat die Gemeinde, dank den verschiedenen Landparzellenkäufe, gestalterische Möglichkeiten. Aus dieser Erkenntnis und der Tatsache, dass verschiedene Gebäude saniert werden müssen, hat der Gemeinderat eine Projektgruppe eingesetzt, in der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedensten Organisationen und Vereine vertreten waren. Daraus entstand ein Bericht. Der Gemeinderat schlägt, auf Grund dieses Berichtes, eine mögliche ‚Marschrichtung’ vor. Dieses vorgeschlagene Vorgehen wurde in einer kleinen Broschüre allen Bewohnerinnen und Bewohnern zugestellt. Hier können wir nun Stellung beziehen.
Unsere Stellungnahme:
• Die SP Bottmingen begrüsst das Vorgehen des Gemeinderates und ist erfreut, dass die Vorarbeiten durch eine breit abgestützte Arbeitsgruppe entstanden sind.
• Der Gemeinderat hat die Ergebnisse gesichtet, gewichtet und hat daraus einen Vorgehensvorschlag entwickelt. Er hat damit seine Führungsaufgabe wahrgenommen.
• Dass Visionen, wie auch konkrete Vorschläge, zu Diskussionen und Widersprüchen auffordern, liegt im Wesen der Sache. Die Vorschläge des Gemeinderates sind eine gute Grundlage. Sie brauchen nun den politischen Diskurs.
• Die zentrale Hypothek ist die Verkehrslage rund um den Kreisel und auf der Therwilerstrasse. Hier stellt uns die Broschüre des Gemeinderates die Vision einer fussgängergerechten Zone vor. Die Zeichnungen auf der Titelseite und auf der Seite 5 zeigen uns ein wunderbares Bild (keine Autos, Plattenbelag...). Wir sind über diese Visionen erfreut und erwarten nun von den verantwortlichen Stellen, dass konkrete Wege aufgezeigt werden, wie man dieser Vision näher kommen kann. Zurzeit fehlen Planungsunterlagen.
• Es muss jedoch klar festgehalten werden, dass die Verkehrssituation in unserem Dorf ein grosses Problem darstellt. Dieser Verkehr ist nicht selbstgemacht. Um dieses zentrale Problem in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, dass die Gemeinde mit grossem Nachdruck beim Kanton interveniert, denn nur dort können entsprechende Lösungen angegangen werden.
• Ebenso möchten wir darauf hinweisen, dass das 'Bahnhöfli'-Areal das eine wichtige Verkehrsdrehscheibe für das Leymental darstellt, in seiner heutigen Form in keinerlei Weise den Anforderungen gerecht wird. Das Zusammentreffen von Fussgänger, Tram, Auto und Bus auf engstem Raum, dies in unmittelbarer Nähe des historischen Schlosses, ist äusserst unbefriedigend. Auch dieser Problembereich liegt nicht in der Zuständigkeit der Gemeinde, doch möchten wir unsere Behörden auffordern hier beim Kanton und bei der BLT entsprechende Forderungen zu stellen.
• Die Grundanalyse der Arbeitsgruppe (und des Gemeinderates), dass der Bereich vom ‚Bahnhöfli’ bis zum Talholzschulhaus als Achse betrachtet werden kann und dass dieser Bereich der Gemeinde für den Menschen aufgewertet werden soll, können wir unterstützen.
• Zu den Gemeindeliegenschaften und den Landparzellen:
? Die erste Priorität: Werkhof aus dem Dorfzentrum auslagern und im Gebäude Therwilerstrasse 15 ein Zentrum für Familien und Vereine vorzusehen, erachten wir als vernünftig. Wir möchten noch beliebt machen, dass die Dorf-Bibliothek ebenfalls miteinbezogen werden sollte. Ob dabei sogar die Möglichkeit eines kleinen Cafés vorhanden wäre? Dies hätte den grossen Vorteil, dass hier eine Art Drehscheibe entstehen könnte. Es könnten Synergien entstehen. Der aktuelle Standort der Bibliothek im Schulhaus Burggarten erachten wir nicht als günstig.
? Liegenschaften Therwilstrasse 9, 11 und 13 können aus unserer Sicht durchaus privatisiert werden, dies jedoch unter gewissen Voraussetzungen:
Die Wegrechte müssen beachtet werden, so dass das übergeordnete Ziel (eine attraktive Verbindungsachse zwischen dem Bahnhöfli und dem Schulzentrum) kompromisslos durchgesetzt werden kann. Der Gemeinderat muss bei der Gestaltung der Liegenschaften soweit mitsprechen können, dass zentrumskonforme Betriebe entstehen.
? MiBo-Bereich: Wir sind ebenfalls der Auffassung, dass der Bereich rund um die MiBo attraktiver gestaltet werden sollte. Wir meinen jedoch, dass es wenig Sinn macht den Platz nach dem Dienstagmarkt auszurichten. Der Markt könnte durchaus auch im Bereich Therwilstrasse 15 (heutiger Werkhof) seinen Platz haben. Wir finden es wichtig, dass die Ladengeschäfte in Bereich MiBo gute Geschäftsbedingungen haben, dazu gehören (leider) auch Parkplätze.
? Alterswohnungen, Pflegewohnungen und gemischtes Wohnen: Die Parzelle an der Talholzstrasse, nahe beim Gemeindezentrum eignet sich vorzüglich für den Bau von Alterswohnungen. Wir unterstützen aber auch die Absicht im Bereich Felixhägli gemischtes Wohnen zu fördern. Wir sind klar der Auffassung, dass unsere Gemeinde auch jüngeren Leuten attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen muss.
? Schulzentrum Talholz/Hämisgarten: Auch hier haben wir einen Fragekomplex, der von kantonalen Entscheidungen abhängig ist: Die Zukunft des Burggartenschulhauses im Zusammenhang mit der Entwicklung der Sekundarstufe I ist hier die zentrale Frage. Wie der Gemeinderat richtig festgestellt hat, macht es zur Zeit noch wenig Sinn konkrete Planungen in diesem Bereich anzugehen. Wenn in Zukunft tatsächlich das Burggartenschulhaus als Sekundarstufe I-Schulhauses an den Kanton übergehen soll, dann ist die SP-Bottmingen auch der Meinung, dass das Schulzentrum Talholz/Hämisgarten entsprechend ausgebaut werden sollte.
Zusammenfassung:
Dank der Weitsicht der Gemeinde in den letzten 10 bis 20 Jahren sind wir in der glücklichen Lage als Gemeinwesen wichtige Bereiche unseres Dorfzentrums zu besitzen. Wenn es uns gelingen würde den „Verkehrsdrachen“ zu bändigen, könnten wir, trotz grossen Wunden, unser Dorfzentrum attraktiver für den Menschen gestalten. Dies geht nicht von heute auf morgen. Setzen wir uns damit auseinander und nutzen wir die Gelegenheit auch im Zentrum mehr Lebensqualität zu schaffen, dies unter der klaren Führung der Gemeinde, jedoch zusammen mit den privaten Leuten, die in diesem Bereich Liegenschaften besitzen und Gewerbebetriebe betreiben.
Die Sozialdemokratische Partei Bottmingen ist bereit an der Zukunft mitzubauen.
Hier können Sie die wörtliche Stellungnahme als -File lesen: