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Die Entdeckung eines unscheinbaren Bronzeklumpens in den Überresten eines Wracks aus der Antike zeigt: Die alten Griechen waren in der Lage, analoge Computer zu bauen. Der 2100 Jahre alte Mechanismus von Antikythera war ein leistungsfähiger astronomischer Rechner. Dieser Rechner, so haben jahrzehntelange Forschungen ergeben, war ein handgetriebenes Planetarium mit einem Differenzialgetriebe aus Dutzenden von Zahnrädern, das den Lauf von Sonne und Mond vorausberechnen konnte, dazu die Sonnenfinsternisse, die Mondphasen, die Positionen der Planeten Venus und Mars sowie einen Kalender mit den zwölf Monaten einschliesslich des Vierjahreszyklus der olympischen Spiele.
Der Mechanismus von Antikythera baut auf einem Planetensystem auf, das später der Mathematiker und Geograph Claudius Ptolemäus (100-160 n. Chr.) zum sogenannten ptolemäischen Weltbild verdichten sollte. Das Theorem stellt die Erde ins Zentrum des Alls und erklärt die sichtbaren Bewegungen der Himmelskörper mit der sogenannten Epizykeltheorie. Nach dieser Theorie bewegen sich die Planeten – zusätzlich zu ihrem Umlauf um die Erde – entlang eines kleinen Kreises, des Epizykels, der sich seinerseits entlang eines grösseren Kreises bewegt, der Deferent genannt wird. Nur die Epizykeltheorie vermochte schlüssig zu erklären, weshalb die Planeten auf ihrer ostwärts verlaufenden Bahn zuweilen stillzustehen und sich gar rückläufig zu bewegen scheinen.
Das ptolemäische Weltbild ist mit den Erkenntnissen der modernen Physik nicht zu vereinbaren. Als mathematisches Modell aber, das die Himmelsbeobachtungen zu berechnen vermag, ist es erstaunlich konsistent und präzise. Grund genug, das Planetensystem des Ptolemäus in Virtual Reality und mithilfe des Frameworks A-Frame sowie hochauflösender Bilder der Nasa nachzubauen. Ein Klick bewegt das virtuelle Raumschiff in die gewünschte Richtung; ein Klick ganz nach oben ermöglicht einen Überblick über das gesamte Modell. Eines ist sicher: Die Kosmographen der Antike hätten A-Frame geliebt.