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Der Lehrpersonenmangel ist und bleibt aktuell. Auch nach den Sommerferien 2023 betonten Schweizer Schulen die Knappheit an Personal. Um den Beruf attraktiver zu machen, wird unter anderem versucht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Hier gibt es auch heute noch zu tun, aber nicht mehr so viel wie vor 100 Jahren. Vermuten lässt dies ein kurzer Artikel aus der Schweizerischen Lehrerzeitung (SLZ), der Vorgängerin von BILDUNG SCHWEIZ.
Am 18. August 1923 thematisierte ein Autor den Rücktritt des damals zweitältesten Lehrers der Schweiz. Dieser wohnte im Kanton Schwyz und legte seine Arbeit nach 65 Dienstjahren nieder. Wie alt er zu dem Zeitpunkt war, ist nicht überliefert. Der Lehrer unterrichtete 11 Jahre in der Primarschule, 42 Jahre in der Sekundarschule und 12 Jahre in einer gewerblichen Fortbildungsschule.
«Die Lehrerkasse ist ein kümmerlicher Ersatz.»
Keine Pensionierung für Lehrer
Der Autor des Artikels überlegt, wie eine Lehrperson so lange zu arbeiten vermag. «Das ist das Geheimnis der weisen und einfachen Lebensführung», schreibt er zuerst. Doch liefert er gleich einen möglicherweise gewichtigeren Grund nach: «Der Kanton Schwyz kennt die Pensionierung der Lehrer nicht.» Eine Rente hatte der altgediente Lehrer also nicht in Aussicht. «Die Lehrerkasse, die ihren Mitgliedern nach dem Rücktritt vom Schuldienst kleine Beiträge auszahlt, ist ein kümmerlicher Ersatz dafür», heisst es im Artikel.
Zumindest gibt es heute eine offizielle Altersvorsorge – auch wenn gerade Frauen davon zu oft zu wenig erhalten. Zudem gibt es ein festgelegtes Pensionsalter, das verhindert, dass man wieder 65 Dienstjahre ansammeln kann. Nicht alles ist heute gut, aber es ist besser als vor 100 Jahren.