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Variation ist eine der charakteristischen Eigenschaften der menschlichen Sprache. Während verschiedene Aspekte der Sprachvariation bereits relativ gut erforscht sind, ist dies für inter- und intraindividuelle Variation im Bereich der Syntax noch nicht der Fall. Für diese Arten von Variation ist das Schweizerdeutsche eine reichhaltige Quelle, die in diesem Projekt genauer erforscht werden soll. Zuerst wird eine solide empirische Basis für die Untersuchung von Variation geschaffen, indem ein elektronisches Korpus von etwa einer Million Wörtern eines schweizerdeutschen Dialekts erstellt wird. Zu diesem Zweck werden Gespräche von etwa 60 Sprechern aus Wil (SG) aufgezeichnet, die anschliessend transkribiert und mit morphologischen und syntaktischen Informationen annotiert werden. Diese Annotierungen ermöglichen es Forschern, gezielt nach Daten zu verschiedenen syntaktischen Phänomenen zu suchen. In der Schlussphase soll aufgrund des Korpus eine Fallstudie durchgeführt werden, welche die variable Stellung von Verben untersucht (wie zum Beispiel in ‘…dass de Peter sändele tuet’ vs. ‘…dass de Peter tuet sändele’).
Obwohl das in diesem Projekt erstellte Korpus speziell für die Analyse von syntaktischen Phänomenen konzipiert ist, soll es auch für Forscher in anderen Bereichen der Sprachwissenschaft von Nutzen sein. Langfristig ermöglicht es zudem detaillierte Untersuchungen zum Sprachwandel im Schweizerdeutschen. Zusätzlich leistet dieses Projekt auch einen Beitrag zur Dokumentierung des Schweizerdeutschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ein Aspekt, der von besonderer Bedeutung ist für eine Sprache, die ein wichtiger Bestandteil des schweizerischen Kulturerbes darstellt, aber nicht systematisch in schriftlicher Form aufgezeichnet wird.