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Schweiz – Italien: Eine mehr als 100-jährige Geschichte
Das von allen Seiten erwartete und sportlich wichtige Spiel zwischen Italien und der Schweiz am Mittwoch um 21 Uhr im Stadio Olimpico in Rom wird die 58. Begegnung dieser beiden Nationen sein (8 Siege Schweiz, 22 Remis, 28 Siege Italien).
Diese lange Serie von leidenschaftlichen Duellen begann am 7. Mai 1911 in der Civica Arena in Mailand (Endstand 2:2). Bloss zwei Wochen später konnte die Schweiz Italien erstmals besiegen, dank eines 3:0 im Parc des Sports in La Chaux-de-Fonds (Torschützen Wyss, Henri Sydler und Edouard Sydler).
Das erste Pflichtspiel: Historischer Schweizer Sieg auf dem Weg zu Olympiasilber
Das erste Pflichtspiel fand jedoch erst am 2. Juni 1924 statt. Die beiden Länder begegneten sich im Stade Bergeyre in Paris im Rahmen des Olympia-Viertelfinals. Dank der Treffer von Sturzenegger und Abegglen setzte sich die Schweiz 2:1 durch. Die SFV-Auswahl musste sich erst im Final gegen den späteren Weltmeister Uruguay (1930) 0:3 geschlagen geben. Die olympische Silbermedaille stellt bis heute einen der grössten Erfolge des Schweizer Nationalteams dar.
Doppeltriumph an der Heim-WM 1954
Die grösste Leistung in den Direktduellen dürfte jedoch im Juni 1954 an der Heim-WM stattgefunden haben. Am 17. Juni konnte die Equipe von Karl Rappan in ihrem Auftaktspiel in Lausanne den südlichen Nachbarn mit 2:1 in die Knie zwingen (Tore durch Ballaman und Hügi). Die Meisterleistung folgte jedoch sechs Tage später: in der Barrage zur KO-Phase triumphierte die Schweiz mit einem unvergessenen 4:1-Sieg im St.-Jakob-Stadion von Basel und zog in den Viertelfinal ein, wo jedoch gegen Österreich Endstation war.
Der erste Auswärtserfolg
Ein weiterer Meilenstein wurde am 27. Oktober 1982 eben im Olympiastadion von Rom erreicht, wenn auch “nur” in einem Testspiel. Die von Paul Wolfisberg trainierte Schweizer Auswahl kam zu einem 1:0-Sieg gegen den damaligen Weltmeister, wobei ausserdem auch dessen unfassbare Serie von 11 Jahren ohne Heimpleite durchbrochen wurde. Den Siegtreffer erzielte Rudi “Turbo” Elsener nach einem feinen Zusammenspiel mit Torjäger Claudio Sulser.
1992: die Schweiz verpasst die Überraschung nur um Haaresbreite…
Zehn Jahre darauf, diesmal jedoch im Rahmen der Qualifikation zur WM 1994, schrammten die von Roy Hodgson trainierten Eidgenossen nur knapp an der Überraschung vorbei. In Cagliari schockten Christophe Ohrel (17’) und Stéphane Chapuisat (20’) die Hausherren früh, ehe diese in der Schlussphase doch noch zum 2:2-Ausgleich gelangten.
…und holt sie im Rückspiel nach
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Vollerfolg gelingt doch noch am 1. Mai 1993 im Rückspiel in Bern. Verteidiger Marc Hottiger zeichnet sich für den 1:0-Prestigeerfolg verantwortlich. Unter anderem dank dieses Erfolges konnte die Schweiz die Qualigruppe 1 direkt hinter dem späteren WM-Finalisten Italien abschliessen und sich dadurch für die WM-Endrunde in den USA qualifizieren.
Jenes 0:0, das die Teilnahme an der EM 2000 kostete
Danach sollten noch acht weitere Duelle folgen, das bislang letzte am 5. Juni 2010, ein 1:1 in Genf (Schweizer Torschütze Gökhan Inler). Ein bitterer Moment stellt das Remis in Lausanne am 9. Juni 1999 dar. Aufgrund des torlosen Unentschiedens wurde die Equipe von Gilbert Gress Dritter der Qualigruppe A, einen Zähler hinter den «Azzurri» und punktgleich mit Dänemark, wodurch die EURO 2000 verpasst wurde.
(Text: Roberto Quadri / Foto: Keystone)