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Titel
Weiß,
1) Hermann, geb. 1822 zu Berlin, der Verfasser des klassischen Werks «Kostümkunde», war anfangs Handwerker, bevor er sich der Kunst widmen konnte. Er arbeitete vier Jahre im Atelier des Kupferstechers und Porträtmalers Joh. Samuel Otto (gest. 1878) und begab sich dann nach Düsseldorf, wo er sich der Schule Schadows anschloß. Aber schon bald nach 1850 kehrte er nach Berlin zurück, verwertete die Resultate einer längern Kunstreise durch Süddeutschland, Österreich und Frankreich im «Deutschen Kunstblatt» und begann auf Kuglers Rat 1855 ein «Handbuch der Kostümkunde», das, in seiner ersten Abteilung 1860 vollendet, sich so mächtig ausdehnte, daß der Schluß erst 1872 (Stuttgart, Ebner u. Seubert) erfolgte und das Ganze sich zu einem großartigen Musterwerk von epochemachender Bedeutung gestaltete. 1856 wurde er Professor an der Akademie in Berlin.
2) Joseph Andreas, Architekturmaler, geb. 1814 zu Freising, wurde anfangs von seinem Vater, einem Dilettanten, unterrichtet und bildete sich nachher in München unter Domenico Quaglio aus. Er malte sowohl in Aquarell wie in Öl Ansichten von München und andern Städten, lebte eine Zeitlang als Hofmaler des Herzogs von Leuchtenberg in Petersburg, machte Studienreisen in Rußland, malte z. B. die Isaakskirche in Petersburg und den Kreml in Moskau. Jetzt lebt er wieder in München.