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«Dune»-Drehbuch wurde auf MS-DOS geschrieben
Der Oscar-prämierte Drehbuchautor von «Dune» hat dieses mit einem Uralt-MS-DOS-Programm geschrieben.
Denis Villeneuves Neuverfilmung des Science-Fiction-Klassikers «Dune» ist einer der ersten grössten Filmhits, seitdem die Kinobranche wieder aus der Corona-Starre erwacht ist. Die Geschichte des Weltraum-Aristokraten Paul Atreides (Timothée Chalamet) überzeugte auch die meisten Kritiker*innen und das Studio Warner Bros. hat bereits einen zweiten Teil geordert.
«Dune» basiert auf dem gleichnamigen Roman von Frank Herbert. Adaptiert für die Leinwand wurde es vom erfahrenen Drehbuchautor Eric Roth. Er wurde in seiner langen Karriere fünfmal für den Oscar nominiert und gewann ihn einmal, für das Drehbuch zu «Forrest Gump». Und zum Arbeiten nutzt er seit Jahrzehnten das gleiche Computerprogramm, das nur für MS-DOS verfügbare «Movie Maker».
30 Jahre alte App zum Schreiben
Roth beschrieb seine Arbeitsweise bereits 2014, in einem für die Oscars produzierten Video, wie «Vice» entdeckt hat. Zum Schreiben nutzt er eine klassische IBM-Tastatur und einen Rechner mit Windows XP, der letzten Windows-Version, die noch alte MS-DOS-Programme ausführen kann. Der Computer ist nicht mit dem Internet verbunden. Wenn Roth mit einem Drehbuch fertig ist, druckt er es aus und schickt es per Post an das Filmstudio.
Diese scheinbare Einschränkung sieht Roth als Vorteil. So gäbe es wenigstens keine Gefahr, dass die Drehbücher übers Internet geklaut werden. Das 30 Jahre alte «Movie Maker» hat allerdings noch andere Limitationen. So kann der Speicher des Programms maximal 40 Seiten fassen. Aber auch dies kommt Roth nach eigenen Angaben gelegen. So werde er zu einem dichten Schreiben motiviert und könne seine Drehbücher leichter in Akte aufteilen.
Ablenkungen sollen vermieden werden
Roths Arbeitsansatz unterscheidet sich freilich nicht gross von vielen anderen Autor*innen über die Jahrhunderte hinweg. Früher ging man zur besseren Konzentration ins Kloster oder den Leuchtturm, heute hilft es schon, die vielen Ablenkungen der digitalen Welt einfach auszublenden.
Auch viele zeitgenössische Kolleg*innen von Roth schwören auf seine Methode, wie etwa George R.R. Martin, Autor der «Das Lied von Eis und Feuer»-Romanserie — besser bekannt unter dem englischen Titel des ersten Buches und der TV-Adaption, «Game of Thrones». Martin verwendet das MS-DOS-Programm WordStar 4.0, das 1987 veröffentlicht wurde. Bei ihm scheint dieser Arbeitsansatz aber inzwischen nicht mehr zu fruchten. Seine Fans warten nun schon seit über zehn Jahren auf den nächsten Teil der Romanserie.