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Cluster-Kopfschmerzen
Was ist Cluster-Kopfschmerz?
Was ist der Unterschied von Cluster-Kopfschmerz zu Migräne?
Manche Cluster-Kopfschmerz-Symptome (wie einseitige und anfallsartige Schmerzen) sind auch für Migräne typisch. Dennoch unterscheiden sich die beiden Formen von Kopfschmerzen deutlich: Anders als bei einem Migräneanfall, in dessen Verlauf sich die Betroffenen zurückziehen, sind Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen während einer Schmerzattacke ruhelos (unruhig) und zeigen einen regelrechten Bewegungsdrang, laufen umher; sie schlagen schmerzgeplagt mit der Faust auf den Tisch oder mit dem Kopf gegen die Wand. Bettruhe wird selten eingehalten. Selten kommen Auren mit neurologischen Symptomen vor, die manchmal während der Attacke andauern. Sie sind allerdings am ehesten ein Grund die Diagnose zu überprüfen. Ausserdem ist Erbrechen, das ein häufiges Begleitsymptom von Migräne ist, beim Cluster-Kopfschmerz nicht üblich. Und/oder treten auf der vom Schmerz betroffenen Kopfseite mindestens eins der folgenden Begleitenden Symptome auf:
Je nach Verlauf kann man zwei Formen von Cluster-Kopfschmerz unterscheiden – episodische (80 Prozent aller Fälle) und chronische (20 Prozent) Cluster-Kopfschmerzen:
Weitere Bezeichnungen für den Cluster-Kopfschmerz sind u.a.:
Wie häufig tritt Cluster-Kopfschmerz auf?
Der Cluster-Kopfschmerz ist eher selten (etwa 69 pro 100.000 Menschen, die Prävalenz- Angaben schwanken zwischen 0,04 bis 0,09). Dies mag mit daran Schuld sein, dass die Diagnose oft nicht gestellt wird. Meist wird jahrelang mit unwirksamen Methoden (wie Spritzen in den Nacken, einfache und starke Schmerzmittel) behandelt. Weil die Attacken auch ohne Behandlung kurz sind, oft mit dem fälschlichen Eindruck einer Wirksamkeit. Die auch bei Gesunden häufigen Abnutzungserscheinungen der HWS müssen besonders oft als vermeintliche Ursache herhalten. Hauptsächlich sind junge Männer (insgesamt kommen auf 1 betroffene Frau etwa 3 betroffene Männer). Überwiegend treten Cluster-Kopfschmerzen um das 30. Lebensjahr herum auf, können sich aber auch schon im Kindesalter entwickeln.
Welche Diagnose gibt es für Cluster-Kopfschmerz?
Beim Cluster-Kopfschmerz ergibt sich die Diagnose anhand der oben beschriebenen Symptome. Mit dem sogenannten Nitroglycerintest ist es möglich, die Cluster-Kopfschmerz-Diagnose zu sichern: Bei diesem Test verabreicht der Arzt eine Nitroglycerinkapsel, die auch zur Behandlung von Angina pectoris zum Einsatz kommt. Wenn das Nitroglycerin Kopfschmerzen auslöst, ist der Nitroglyzerintest positiv – das heisst, es liegen Cluster-Kopfschmerzen vor.
Die Schmerzattacken und die Begleitsymptome auf der von den Cluster-Kopfschmerzen betroffenen Kopfseite kommen auch bei verwandten Kopfschmerzarten vor. Daher kann es in Einzelfällen schwierig sein, den Cluster-Kopfschmerz bei der Diagnose von diesen Kopfschmerzarten abzugrenzen – vor allem von der Trigeminusneuralgie und der Migräne:
Auch ein akuter Glaukomanfall kann ähnliche Beschwerden wie ein Cluster-Kopfschmerz auslösen, was bei der Diagnose zu berücksichtigen ist. Es ist also wichtig, neu auftretende oder bisher unbekannte Kopfschmerzen beziehungsweise einen Kopfschmerz mit nicht eindeutigen Symptomen immer genau abzuklären.
Was für Ursachen gibt es für Cluster-Kopfschmerz?
Die Ursachen für den Cluster-Kopfschmerz sind nicht genau bekannt. Vermutlich steckt eine Fehlregulation biologischer Rhythmen (d.h. der inneren Uhr) hinter den Cluster-Kopfschmerzen; auch erbliche Faktoren kommen als Gründe infrage. Die Modalitäten des Cluster-Kopfschmerzes und dessen Lokalisation weisen nach Ansichten der miasmatischen Homöopathie stark auf das syphilitische Miasma hin (H. P. Exer). Am häufigsten sind junge Männer betroffen. Als Auslöser für die einzelnen Cluster-Kopfschmerz-Attacken können verschiedene Faktoren wirken, zum Beispiel:
Alkohol triggert bei empfindlichen Patienten eine Attacke innerhalb von 5 bis 45 Minuten nach Konsum bereits einer kleinen Menge. Da dies nicht jedes Mal, sondern nur in 70 bis 80 Prozent der Fälle auftritt, wenn ein dafür sensibler Patient Alkohol trinkt, wird dieser Mechanismus oft nicht erkannt. Im Hinblick auf die mögliche Provokation von Attacken durch Alkohol und vasodilatorische Substanzen wie Nitrate oder Histamin sollte der Patient angehalten werden, solche Stoffe zu vermeiden. Dazu ist auch eine genaue Medikamentenanamnese erforderlich.
Die Kopfschmerzen treten im Gegensatz zur Migräne nicht gehäuft im Rahmen der Menses auf und verschwinden meist während der Schwangerschaft.
Dass – wie früher vermutet – der Cluster-Kopfschmerz durch eine Entzündung erweiterter Blutgefässe im Gehirn entsteht, ist heute ausgeschlossen. Stattdessen gilt inzwischen eine Fehlregulation biologischer Rhythmen – also der inneren Uhr – als wahrscheinliche Ursache für den Cluster-Kopfschmerz. Gegen rein gefässbedingte Kopfschmerzen spricht, dass der Cluster-Kopfschmerz oft zur gleichen Stunde im Tagesverlauf auftritt, vor allem ein bis zwei Stunden vor dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden. Wahrscheinlicher ist daher, dass ein Hirnbereich, der für die Tages- und Schlaf-Wach-Rhythmen verantwortlich ist, beim Cluster-Kopfschmerz aus bisher unbekannten Ursachen verändert ist: Moderne bildgebende Verfahren weisen auf eine Aktivierung solcher Bereiche im Zwischenhirn (genauer: im Hypothalamus) hin. Warum jedoch deutlich mehr Männer als Frauen Cluster-Kopfschmerzen haben, ist noch nicht geklärt.
Möglicherweise hat der Cluster-Kopfschmerz auch erbliche Ursachen: Ein Hinweis hierfür ist die Tatsache, dass sich das eigene Risiko für Cluster-Kopfschmerzen um das 18-Fache erhöht, wenn man einen betroffenen Verwandten ersten Grads hat. Ein Verwandter zweiten Grads mit Cluster-Kopfschmerz hingegen erhöht das eigene Risiko nur um das 3-Fache.
Welche Therapie gibt es gegen Cluster-Kopfschmerz?
Leiden Sie unter Cluster-Kopfschmerzen? Und jetzt?