Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/2098

Kurz vor der UNO-Klimakonferenz hat Kanada angekündigt, seine Hilfen für Klimaschutzprojekte in armen Ländern zu verdoppeln. Das Land will in einem Zeitraum von fünf Jahren fast zwei Milliarden US-Dollar für solche Projekte bereitstellen.
Kanada fühle sich zu «ehrgeizigem Handeln» im Kampf gegen die Erderwärmung verpflichtet und richte dabei sein Augenmerk auf die wirtschaftlichen Chancen von Investitionen in den Umweltschutz, liess der neue kanadische Premierminister Justin Trudeau am Freitag in Ottawa erklären.
«Kanada ist zurück und bereit, seinen Anteil im Kampf gegen den Klimawandel zu spielen und das schliesst Hilfe für die ärmsten und anfälligsten Staaten bei der Anpassung ein», hob Trudeau hervor.
Umweltministerin Catherine McKenna sprach in einer Telefonkonferenz von einer «substantiellen Erhöhung» der kanadischen Klimaschutzhilfen. Das Geld werde in konkrete Projekte fliessen, die noch ausgewählt werden müssten.
Bereits bei der UNO-Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen hatten die Industriestaaten grundsätzlich zugesagt, den Entwicklungsländern bis spätestens 2020 jährlich hundert Milliarden Dollar bereitzustellen, um Klimaschutzprojekte und die Bewältigung der Folgen der Erderwärmung zu finanzieren. Das Geld soll aus Staatsetats und der Privatwirtschaft kommen.
Trudeau war vor gut einem Monat gewählt worden. Die Zusage der Vorgängerregierung, Kanadas klimaschädliche Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2005 zurückzufahren, liess er bislang unangetastet.
McKenna erklärte dazu, sie wolle mit den kanadischen Provinzen binnen 90 Tagen ein neues Klimaschutzziel vereinbaren. Sie wolle «harte Arbeit» leisten, um ehrgeizigere Vorgaben zu erzielen. (wst/sda/afp)