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Ob man es mit der Grossmutter oder dem kleinen Cousin, alleine oder im Team spielt – das Spiel «Brändi Dog» ist in vielen Schweizer Haushalten im Schrank mit den Brettspielen zu finden. Was viele aber nicht wissen: Nur dank der St.Gallerin Christine Meyer-Trösch kennen wir das Spiel hierzulande überhaupt. Im Jahr 1982 hat sie das Spiel von einer Reise aus Kanada nach St.Gallen gebracht.
«Ich habe das Spiel in einer Jugendherberge in der Region Québec kennengelernt. Wir waren ganz verrückt danach und haben nächtelang durchgespielt. Bevor ich nachhause ging, kaufte ich mir ein Brett und die Karten.» In der Provinz Québec war das Spiel mit dem Namen «Tock» sehr beliebt. Ausserhalb der Region war das Spiel jedoch unbekannt.
Ein Selbstläufer aus St.Gallen
In der Schweiz hat Christine Meyer-Trösch das Spiel unter dem Namen «Dog» ihren Freunden beigebracht. Die Regeln für das abgewandelte «Eile-mit-Weile»-Spiel hatte sie alle im Kopf. Ab dann wurde das Spiel ein Selbstläufer. «Mein Freundeskreis liebte das Spiel. Einer dieser Freunde lebte damals in einer WG mit Sozialpädagogen und Sozialarbeitern. Für die WG-Mitbewohner schrieb er die Spielregeln auf, so wie ich sie ihm diktierte.»
So kam den Sozialarbeitern in der WG die Idee, das Spiel in einer Behindertenwerkstatt herzustellen und zu verkaufen. «Irgendwie gelangte das Spiel so zur Stiftung Brändi in Kriens. Da wurde es dann gross vermarktet unter dem Namen ‹Brändi Dog›.»
«Hätte ein Vermögen machen können»
Vom Weg von ihrem Stubentisch bis zum Ladenregal hat Christine nichts mitgekriegt. «Plötzlich rief mich eine Kollegin an und sagte, ‹weisst du, dass du in Wikipedia stehst?› Da war ich natürlich sehr überrascht! Ich habe das Spiel ‹Brändi Dog› mehrmals in Läden angetroffen, aber mir war nicht bewusst, dass ich diejenige war, die das Spiel in der Schweiz bekannt gemacht hat. Rückblickend hätte ich wohl ein Vermögen damit machen können.»
Nicht nur in der Schweiz wurde «Brändi Dog» beliebt, das Spiel hat sich auch in Deutschland und in den Niederlanden durchgesetzt. Mit dem Wikipedia-Eintrag erhielt Christine Meyer-Trösch bereits einige Anfragen. «Das Beste war, als mich ein Mann aus Basel anrief. Er erzählte, dass er und seine Frau mit einem befreundeten Paar Krach hatten, weil sie sich über die Regeln nicht einig wurden. Ich solle ihm doch bitte die richtige Regel sagen. Er war nach meiner Erklärung sehr froh, dass sie nun nicht mehr streiten müssen.»
Ihr Spezialwissen behält sie beim Spielen aber auch mal für sich. «Wenn jemand beim Spiel eine Regel behauptet, die zwar nicht stimmt, sage ich manchmal auch nichts. Das Spiel hat sich ja schliesslich auch weiterentwickelt.» Für sie bleibt «ihr» Dog aber stets das wahre Spiel, welches sie auch heute, nach 38 Jahren, immer noch gerne spielt.