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So sichert beispielsweise Art. 12 BV das menschenwürdige Dasein in ökonomischer Sicht, während die Menschenwürde bereits durch Art. 7 BV (Schutz der Menschenwürde) grundrechtlichen Schutz geniesst. Der Grundrechtsgehalt des Rechts auf digitale Unversehrtheit dürfte zudem über die blosse Abwehr von Eingriffen gegen die körperliche und geistige Unversehrtheit hinausgehen, wie das Beispiel des Rechts, offline zu leben zeigt. Das Recht, offline zu leben, wie es neu in die Genfer Kantonsverfassung aufgenommen wurde, steht Menschen per se und unabhängig von einer potenziell drohenden Verletzung der körperlichen oder geistigen Unversehrtheit zu.
Verfechter der digitalen Unversehrtheit sehen diese übrigens nicht zwangsläufig als gleichberechtigt mit der körperlichen und geistigen Unversehrtheit. Gemäss Johan Rochel, Doktor der Rechtswissenschaften und Philosoph an der Hochschule EPFL, schützen die körperliche und die geistige Unversehrtheit die Mittel und Funktionen des Menschen, um mit seiner Umwelt in Beziehung zu treten, und autonom als Mensch Erfahrungen zu sammeln. Die digitale Unversehrtheit hat demgegenüber nicht denselben elementaren Stellenwert. Sie dient vielmehr als Bindeglied oder «Vektor», um diesen Grundrechten bei der Nutzung digitaler Technologien Geltung zu verschaffen, indem Sie auf spezifische Gefahren hinweist, indem sie hilft, Schutzmassnahmen festzulegen und zu etablieren, und indem Sie als Hintergrund der Diskussion dient, um Ziele zu formulieren und die bestehenden Normen auszulegen.