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Implementierungsnetzwerke: erste vier Projekte ausgewählt
Dank Implementierungsnetzwerken sollen Forschungsergebnisse für die Gesellschaft besser nutzbar werden. Der SNF hat im August 2022 ein entsprechendes neues Förderinstrument lanciert und nun vier Projekte ausgewählt.
Auf der Grundlage des in SNF-Projekten gewonnenen Wissens gewährleisten Implementierungsnetzwerke, dass bestehende Gemeinschaften und Netzwerke erhalten bleiben und weitere entstehen. «Die Netzwerke sollen die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen vielfältigen Akteuren und Gemeinschaften fördern», erklärt Pierre Willa, Leiter der Abteilung Thematische Forschung beim SNF. «Ziel ist es, dass Forschungsergebnisse in der Gesellschaft, durch die öffentliche Hand, in der Politik und in der Wirtschaft schneller und häufiger angewandt werden.» Sie sollen zudem dazu beitragen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen: Dafür ist eine solche Zusammenarbeit zentral.
36 Gesuche evaluiert
Der SNF lancierte im August 2022 die Pilotausschreibung für ein neues Förderinstrument, das solche Netzwerke unterstützt. Die Ausschreibung stand ausschliesslich für laufende und frühere Projekte offen, die im Rahmen des r4d-Programms oder eines Nationalen Forschungsprogramms (NFP) Förderbeiträge erhalten hatten. Denn das neue Instrument sollte mit Forschenden getestet werden, deren frühere Projekte und Programme bereits eine Anwendung oder Weiterentwicklung von Ergebnissen gemeinsam mit anderen Akteuren beinhalteten. Begutachtet wurden die Gesuche von einem unabhängigen Evaluationsgremium mit Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis, entsprechend dem transdisziplinären Charakter des Instruments.
Insgesamt wurden 36 Gesuche aus vielfältigen Disziplinen eingereicht. Der SNF hat vier Projekte ausgewählt, die Beiträge erhalten. Das Budget beläuft sich auf 450'000 Franken pro Projekt über eine Dauer von drei Jahren. Zwei Projekte sind international ausgerichtet: Das erste soll ein sich im Aufbau befindendes internationales Netzwerk konsolidieren, das die Umstellung auf eine umweltverträglichere Landwirtschaft in Westafrika anstrebt. Das zweite Projekt soll einem international gesteuerten Handelssystem zum Durchbruch verhelfen, das für nachhaltige Lebensmittelsysteme und eine faire Verteilung des Nutzens sorgt. Mit den beiden weiteren Projekten werden nationale Netzwerke aufgebaut. Eines davon betrifft den zurückhaltenderen Einsatz von Antibiotika und die Förderung des Tierwohls auf Schweizer Bauernhöfen mit Kälbern. Das andere Projekt untersucht Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von bestimmten biologischen Wirkstoffen, sogenannten Biologika, beim Wachstum von Pflanzen und bei einer nachhaltigen Landwirtschaft.
Der Rahmen muss klarer sein
Insgesamt ist die Pilotausschreibung für Implementierungsnetzwerke als Erfolg zu werten. Sie ist bei den kontaktierten und teilnahmeberechtigten Forschenden auf grosses Interesse gestossen. «Mit der Pilotausschreibung wollten wir dieses neue Instrument testen, damit es weiterentwickelt und optimiert werden kann», erklärt Pierre Willa. «Die wichtigste Erkenntnis ist für uns, dass die Netzwerke zu Beginn genauer definiert und die Besonderheiten des Instruments klarer sein müssen.» Die Vielfalt der eingereichten Gesuche zeige, dass es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was ein Implementierungsnetzwerk ist und welchen Nutzen es für die Gesellschaft bringen soll.
Diese Netzwerke können tatsächlich die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und nicht-wissenschaftlichen Akteuren intensivieren. So helfen sie, Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen. Laut dem Mehrjahresprogramm 2025–2028 des SNF soll das neue Förderinstrument weitergeführt werden, wenn die Pilotphase zu einem Erfolg wird. «Mit Blick auf künftige Ausschreibungen werden wir es nun weiterentwickeln», so Pierre Willa.