Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/1715

Le Pas Suspendu De La Cigogne war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Juni 2003.

Le Pas Suspendu De La Cigogne
Theo Angelopolus, Griechenland, 1992
125 Min.
Begegnen heisst: Grenzen überwinden.
Jeanne Moreau und Marcello
Mastroianni verkörpern im Film von
Theo Angelopoulos zwei verlorene
Figuren in einer Grenzregion und
ein schönes Stück europäische Filmgeschichte.
Ein Journalist glaubt, in
einer Flüchtlingsstadt einen Politiker
ausgemacht zu haben, der
spurlos verschwunden war. Er hatte
sich mit einer persönlichen Erklärung
verabschiedet und gesagt: «Es
gab Zeiten, da herrschte Ruhe und
man konnte die Musik hören im
Regen.» Jeanne Moreau sucht den
Fremden auf, um zu sehen, ob er
der Mann ist, mit dem sie verheiratet
war.
Der Fremde im Norden ist eine jener
Figuren aus der Welt von Angelopoulos,
die weniger eine individuelle
Biographie verkörpern als
eine Idee. Es schwingt etwas Romantisches
mit in dem filmischen
Gedicht über äussere und innere
Grenzen. Grenzen sind für Angelopoulos
Absurditäten wie jene Linie,
die auf der Mitte einer Brücke angebracht
ist und ein Land vom anderen
trennen soll. Es sind aber
auch Grenzen, die einzelne Menschen
zwischen einander schaffen.
Es genügt nicht, die Grenzlinien und
die mit ihnen verbundene Willkür
aufzuheben. Es müssen die inneren
Grenzen überwunden werden, die zu
Rassimus, Selbstjustiz und Nationalismus
führen.
Druckerfreundliche Version