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Ursprünglich liegt die Heimat des Benediktinerklosters Mariastein in Beinwil am Passwang, wo um das Jahr 1100 Abt Esso mit Mönchen aus dem Schwarzwälder Reformkloster Hirsau eine klösterliche Niederlassung begründete. 1648 verlegte Abt Fintan Kieffer das Kloster dann nach Mariastein. Doch die Baselbieter Revolution bedeutete 1798 für Kloster, wie Wallfahrt den Untergang. Alle Mönche mussten fliehen, die Klostergüter wurden verschleudert oder verpachtet. Erst 1802 konnte Abt Hieronymus Brunner das Kloster zurückkaufen, das von seinem Nachfolger, Abt Placidus Ackermann schrittweise renoviert und erneuert wurde. Doch damit herrschte noch längst nicht Frieden. In Folge des Schweizer Kulturkampfes zwischen Staat und der katholischen Kirche wurde das Kloster 1874 erneut aufgehoben. Der Staat verpflichtete sich lediglich die Wallfahrt aufrecht zu erhalten, zur Betreuung der Pilger durften zwei Patres im Kloster verbleiben. Abt und Konvent hingegen wurden aus dem Kloster verwiesen. Durch eine kantonale Abstimmung wurde die Abtei 1971 jedoch rechtlich endlich wiederhergestellt und mit der Totalsanierung des Klosters begonnen. 2000 konnten die Bauarbeiten vollendet werden. Das Ziel der Auferstehung von Mariastein zu einer prächtigen Anlage war dem Kloster perfekt gelungen.
Klosterkirche Mariastein
Die Klosterkirche von Baumeister Urs Altermann konnte 1655 vom Fürstbischof von Basel, Johann Franz von Schönau eingeweiht werden. Zwischen 1900 und 1934 wurde die Basilika in zwei Phasen neubarock umgestaltet und ausgemalt, erfuhr 1999/2000 eine Restaurierung und erfüllt fortan den frohen Charakter, der einer Wallfahrtskirche entspricht. Das Mittelschiff malte Lothar Albert aus Basel in den Jahren 1932 – 1934 aus. Das mittlere und vordere Deckengemälde zeigen das legendäre Fallwunder und die Auffindung des Kindes durch die Mutter, das Bild über der Orgel die Krönung von Maria. Die Bilder an den Wänden stellen Szenen aus dem Leben des heiligen Benedikt dar. Die grosse, mit 39 klingenden Registern erstellte Orgel stammt aus dem Jahr 1978. Fürstabt Gerold Haimb von Muri stiftete die prächtige hölzerne Kanzel.
Im rechten Seitenschiff steht der Pantalus-Altar. Darüber eine Darstellung der Übergabe des Rosenkranzes an den heiligen Dominikus und Katharina von Siena. Im linken Seitenschiff befindet sich der Ursula-Altar, darüber ein Relief mit der Übergabe des Skapuliers an den heiligen Simon Stock und die heilige Theresia von Avila. Das Chorgitter trennt den Chorraum vom Kirchenschiff. Das Mittelstück wurde 1695 von Meister Stöcklin aus Ettingen geschaffen und vom Basler Fürstbischof Wilhelm Jakob Rink von Baldenstein gestiftet. Die Schlosserei Karl Thomann und Söhne von Witterswil ergänzte die Arbeit auf beiden Seiten. Der Hochaltar aus 1680 im Chor ist ein Geschenk des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. Der Tabernakelaufbau stammt aus dem Jahr 1913. Die 14 Kreuzwegstationen Christi stammen gemäss Auskunft von Pater Lukas aus der Zeit um 1900.
Wallfahrtsort Gnadenkapelle
Das Ziel der Mariasteiner Wallfahrer ist die Gnadenkapelle, die im Jahr 1434 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Man erreicht sie über eine in den Felsen gehauene Treppe mit 59 Stufen. Seit 1442 ist bekannt, weshalb sich an diesem Ort eine Marienkapelle befindet. Die Legende sagt, dass ein Knabe an dieser Stelle ins Tal gefallen sein soll und auf die Fürbitte der Muttergottes auf wunderbare Weise unverletzt geblieben ist. Das Gnadenbild zeigt eine sitzende, bemalte Madonna aus Stein, die das Jesuskind auf dem rechten Arm hält. Sein inoffizieller Titel ist „Mutter vom Trost“, wird von den Pilgern aber auch lächelnde Madonna genannt. Die etlichen Dankestafeln in allen Sprachen zum Abgang in die Gnadenkapelle zeugen davon, dass bis heute viele Menschen Hilfe und Trost bei Maria suchen und bezeugen viele Gebetserhörungen. Maria und Jesus sind stets in prächtige Textilien gewandet. Für sie gibt es über zwanzig verschiedene Kleider, die alle von Pilgern gestiftet wurden. Diese werden mehrmals jährlich und je nach Festzeit gewechselt. Das berühmte, von brennenden Kerzen gesäumte Gnadenbild krönte 1926 der päpstliche Nuntius im Auftrag von Papst Pius IX in einer grossen Feier, für sie alleine lohnt sich bereits der steile Treppen-Abstieg in die Grotte. Übrigens nicht nur an Ostern und schon gar nicht nur für Katholiken.