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25. April: Internationaler PAS-Tag
Am 25 April gedenkt die Welt denjenigen Kindern und ihren Elternteilen, die von PAS (Parental Alienation Syndrome) betroffen sind. Wenn Kinder in einem Loyalitätskonflikt zwischen Ihren Eltern stehen, neigen sie dazu, denjenigen Elternteil aus ihrem Leben auszugrenzen, von dem sie weniger abhängig sind. In der Schweiz leben die meisten Kinder getrennt lebender Eltern bei ihrer Mutter und können mit ihrem Vater nur einen eingeschränkten Kontakt pflegen. Es ist in solchen Fällen ihr Vater, den sie ablehnen und die Ablehnung ist dort auf den Einfluss der Mutter zurückzuführen. Tausende von Kindern sind betroffen. Und ebenso Tausende von erwachsenen "Kindern", welchen es nicht mehr gelingt, über ihren Schatten zu springen und darunter leiden, ihre Väter weiterhin ablehnen zu "müssen".
PAS - Emotionaler Kindsmissbrauch
Richard. A. Gardner hat den Begriff PAS (in: Recent Trends in Divorce and Custody Litigation, 1985) geprägt, um damit auf ein von ihm in seiner Arbeit als psychiatrischer Sachverständiger bei Sorge- und Besuchsrechtsproblemen immer häufiger beobachtetes Verhaltensmuster hinzuweisen. Kinder, die von einer so genannten elterlich induzierten Entfremdung betroffen sind, zeigen typischerweise folgendes Verhalten:
- Das Kind lehnt den anderen Elternteil ab oder verunglimpft ihn in einem Mass, das eine Kampagne erreicht. Die Ausgrenzung ist dauerhaft und beschränkt sich nicht auf gelegentliche Episoden.
- Es kann oder will die Ablehnung nicht begründen. Oder seine Begründung ist nicht kindesgemäss, d.h. ist nicht eine Reaktion des Kindes auf das Verhalten des ausgegrenzten Elternteils.
- Die Ablehnung ist wesentlich auf den Einfluss des anderen Elternteils zurückzuführen (sog. Programmierung). Alienation bedeutet, das Kind dem anderen Elternteil abspenstig machen.
Schweizer Behörden ist das Phänomen indessen mehrheitlich nicht bekannt oder sie nehmen dazu eine skeptische Haltung ein. Gemäss ihrer üblicherweise anzutreffenden Einstellung, wonach ein Kind als das Eigentum seiner Mutter zu betrachten ist, sehen sie auch keinen Handlungsbedarf bei Besuchsrechtsproblemen.
Besuchsrechtsprobleme als erste Anzeichen
Als Folge kommt es zu einer Entfremdung zwischen Vater und Kind, die - oft zur Genugtuung verletzter früherer Ehefrauen- in einem vollständigen Kontaktabbruch mündet. Dieser wird von den Behörden vielfach hilf- und tatenlos hingenommen. "Wenn das Kind nicht will, können wir nichts tun" - so der Tenor bei den Behörden. Es gibt aber kein PAS, das nicht mit Besuchsrechtsproblemen eingeläutet worden wäre. Solche Kinder und solche Väter werden von den Behörden im Regen stehen gelassen. Wenn man Mütter gewähren lässt, wird der Entfremdungsprozess damit beschleunigt.
Behörden fördern oft eine Entfremdung, wenn sie in solchen Fällen empfehlen oder anordnen, den Kontakt aufzuschieben, bis sich via allenfalls angeordnete Psychotherapie (notabene des Kindes nicht seiner Mutter) wieder "positive Gefühle" gegenüber dem ausgegrenzten Elternteil einstellen würden (Dr. Liselotte Staub).
mannschafft fordert:
- Der emotionale Kindsmissbrauch durch Elternentfremdung darf nicht länger toleriert werden
- bei Besuchsrechtsproblemen muss durch Behörden sofort eingegriffen werden
- Kompetente Behörden müssen die PAS-Problematik erkennen. Sie sollen rechtzeitig Gespräche veranlassen und Vereinbarungen einleiten
- Interventionen und Sanktionen gegenüber besuchsrecht-erschwerenden und programmierenden Müttern sollen nicht nur angedroht sondern auch ergriffen werden. Gesetzliche Grundlagen sind vorhanden.
Zur Vertiefung:
Dr. Liselotte Staub, Psychologin und Psychotherapeutin, Kind und Scheidung, Okt 2005.