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Das Archiv des Schweizer Kurators Harald Szeemann (1933-2005) ist vom Getty Research Institute in Los Angeles erworben worden. Es sei seine bislang umfassendste Sammlung einer Einzelperson, wie das Institut auf seiner Homepage mitteilt.
Szeemanns Archiv und die Bibliothek mit Tausenden Dokumenten sei eine bedeutende Quelle zur Erforschung der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, heisst es unter der Adresse www.getty.edu.
Seinen Urheber, den "vielleicht" berühmtesten und einflussreichsten Kurator der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, bezeichnet das Institut als "Advokaten der modernen und zeitgenössischen Kunst", vom Dadaismus bis hin zur Videokunst.
36'000 Fotografien
Das Archiv umfasst Szeemanns in rund 1000 Schachteln abgelegten Briefwechsel mit Künstlern und Kuratoren seit den späten 1950er Jahren. 36'000 Fotografien dokumentieren Szeemanns insgesamt 300 Ausstellungsprojekte und seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Joseph Beuys, Bruce Nauman, Richard Serra oder Cy Twombly.
Zum Archiv gehören aber auch 28'000 Bücher sowie umfassende Materialien von Künstlern und Kunstwerke seit dem frühen 20. Jahrhundert: Briefe, Drucke, Zeichnungen, Fotografien und Filme.
Neben dem Getty Research Institute hatten sich auch das deutsche Bundesland Hessen und die Stadt Kassel für das Archiv Harald Szeemanns interessiert.
Legendäre documenta V
Mit Kassel war der 1933 in Bern geborene Harald Szeeman seit der documenta V von 1972 eng verbunden. Er kuratierte die legendäre Ausstellung "Befragung der Realität - Bildwelten" nach ungewohnten Massstäben, indem er die künstlerische Freiheit gross schrieb und neuen Medien wie Performances und Happenings, aber auch "ausserkünstlerischen Bildwelten" wie der Art Brut Raum gab.
Ausstellungsgeschichte schrieb Szeemann aber auch mit den Ausstellungen "When Attitudes Become Form" (Kunsthalle Bern, 1969), "Junggesellenmaschinen" (1975) oder mit seinen internationalen Ausstellungen an den Biennalen von Venedig (1999, 2001). Seit 1981 war Szeemann auch Kurator am Kunsthaus Zürich, wo er unter anderem eine Retrospektive Joseph Beuys in Szene setzte.