Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2678

4.3
Offenes und gedacktes Rohr
Wird beim Blasen eines Aerophones (z. B. einer Flöte) der Luftdruck erhöht, ‹springt› der Ton der Flöte in einen Oberton (Teilton). Die Reihe der Obertöne wird vom tiefsten Ton aus (Grundton) gezählt.
Wenn der Grundton mitgezählt wird, sprechen wir von Teiltönen oder Partialtönen (Grundton = 1. Teilton, Oktave = 2. Teilton etc.). Wenn der Grundton nicht mitgezählt wird, sprechen wir von Obertönen (Grundton, Oktave = 1. Oberton etc.).
Notation der ersten 16 Töne der Teiltonreihe über dem Grundton C. Die Zahlen und Pfeile unten kennzeichnen die Abweichung der Teiltöne von der notierten Tonhöhe in Cent:
Vibration und Welle einer Saite mit den ersten sechs Obertönen:
Das Obertonverhalten bei einseitig geschlossenen Flöten unterscheidet sich von dem der beidseitig offenen Flöte (beidseitig offen sind z.B. Blockflöten, ‹klassische› Querflöten etc.) Werden bei der Längsflöte von Ambrym sämtliche Grifflöcher geschlossen, entspricht das Instrument einem gedackten Rohr (einseitig geschlossen). Es kann nur in die ungeraden Teiltöne überblasen werden. Werden ein oder beide Grifflöcher geöffnet, entspricht das Instrument einem offenen Rohr und es kann in sämtliche Teiltöne überblasen werden.
Offenes Rohr: beidseitig offen, alle Teiltöne – gerade und ungerade
Gedacktes Rohr: einseitig geschlossen, nur ungerade Teiltöne
Copyright
Universität Basel