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Bönzli, Theodor
Bönzli stammt aus ärmlichen Verhältnissen und begann bereits in seiner Jugend zu fotografieren. Eine Fotografenlehre musste er abbrechen, weil sein Vater arbeitslos geworden war. Fotografischer Autodidakt, der seine Weiterbildung primär dadurch vorantrieb, dass er renommierte Fotografen wie Hermann König in Solothurn, Franz Eicher in Thun oder den Berner Theaterfotografen Erismann in Bern bei der Arbeit beobachtete. Arbeiter bei Schaubuden in Bern. Um 1938 konnte er in Thun eine Werkstatt erwerben, die er zu einem Fotoatelier umbaute. Im Aktivdienst stellte Bönzli Soldatenporträts her. Einfallsreicher technischer Tüftler, der die fotografischen Geräte immer wieder selbst bastelte. Hervorragender Porträtist, der mit sorgfältiger Lichtführung eine ausserordentliche Plastizität erreichte und sich dafür an Altmeistern aus der Malerei orientierte. Negative und Vergrösserungen wurden aufwendigen Retouchen unterzogen. Die Porträts des exilierten italienischen Kronprinzen Vittorio Emanuele samt Anhang wurden zu Propagandazwecken zehntausendfach gedruckt, was Bönzli weitere Aufträge aus adligen Kreisen bescherte. Als das Geschäft 1964 einem Neubau weichen musste, gab Bönzli die Fotografie auf und übernahm mit seiner Frau das Kino Apollo, das bis 1982 bestand.
SAMMELPUBLIKATIONEN
Paul Hugger, «Das Berner Oberland und seine Photographen», Krebser, Thun 1995.