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Pater Placidus a Spescha - «il curios pader»
Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 1995. Fr. 27. War Pater Placidus a Spescha ( 1752-1833 ) ein Bergsteiger? Hat er sich selbst gefragt, ob er ein Bergsteiger sei?
Pater Placidus war Aufklärer in Disentis. Dorthin kamen die Soldaten Frankreichs und brannten das Kloster nieder, wo viele seiner wissenschaftlichen Handschriften aufbewahrt waren. Damit ging ein grosser Teil seiner Erkenntnisse verloren, die er als Sprachforscher, als Volkskundler, als Rätoromanist und Geograf gesammelt hatte. Aufklärer blieb er weiterhin.
Disentis liegt am Fuss des Tödi. Der Pater nahm den Weg zu seinem Gipfel sechsmal unter die Füsse, immer wieder, letztmals mit 72 Jahren; hinauf kam er nicht. Dennoch blieb er Bergsteiger: Er wies den Jüngeren den Weg, verfolgte Piaci Curschellas und Augustin Bisquolm durch das Fernrohr, wie sie 1824 den Gipfel erreichten.
Pater Placidus stand als erster Mensch auf dem Rheinwaldhorn, auf dem Oberalpstock und dem Piz Terri -zu einer Zeit, als Balmat und Paccard den Montblanc bestiegen. Pater Placidus reihte sich mit diesen Besteigungen in der Pionierzeit des Bergsteigens unter die Grossen ein.