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Embolie bezeichnet den plötzlichen Verschluss einer Arterie durch ein Partikel, das mit dem Blutstrom heran geschwemmt wurde. Ein solches Partikel besteht meistens aus einem anderswo entstandenen Blutgerinnsel (Thrombus), das sich ganz oder stückweise von seinem Entstehungsort ablöst und im Blutstrom davon schwimmt. Schliesslich bleibt es in einem engeren Blutgefäss (oft in einer Gefässverzweigung) stecken und unterbricht dort unvermittelt die Zirkulation – die Embolie hat stattgefunden. Da im dargestellten Ablauf die Ursache auf einer Thrombose beruht, spricht man auch von „thrombotischer Embolie“.
Tumorstückchen, Fetttropfen oder Luftblasen lösen analoge Geschehen aus, die dann als Tumor-, Fett- oder Luftembolie bezeichnet werden.
Da ein Embolus meistens aus einem abgelösten Stück Thrombus besteht, ist die Thrombose die häufigste Quelle der Embolie.
Je nach Organ, dem durch den Embolus die Blutzirkulation abgeschnitten wird, entstehen charakteristische Krankheitsbilder, denen allen das akute Auftreten von einer Minute zur anderen gemeinsam ist.
Sie hängen vom Ort der Embolie ab. Möglich sind bleibende Funktionseinschränkung von Organen, Extremitätenverlust (Bein oder Arm; bei rechtzeitiger Behandlung selten), Absterben eines Darmstücks, neurologische Ausfälle wie Lähmungen und Sprachstörungen.
Erstmassnahmen bis zum Eintreffen des Arztes bei Verdacht auf Verschluss einer Extremitätenarterie:
Mit einem gerinnungshemmenden Medikament, das in eine Vene gespritzt wird, versucht man zunächst, die Entstehung weiterer Blutgerinnsel zu verhindern. In manchen Fällen ist das operative Entfernen eines Embolus (Embolektomie) oder dessen medikamentöse Auflösung möglich.
Nach der akuten Phase der Erkrankung müssen das Blut während Monaten oder auf Lebenszeit medikamentös „verdünnt“ und die Grundkrankheit behandelt werden.
Einer Embolie vorbeugen heisst, es nicht zu einer Thrombose kommen lassen.
Nicht rauchen ist generell empfehlenswert. Besonders gilt dies bei Einnahme der Antibaby-Pille, denn die Kombination von Nikotin und Östrogenen erhöht das Thromboserisiko.
Körperliche Aktivität fördert die Blutzirkulation in den Beinen. Wer lange sitzen muss (im Büro, bei Reisen im Flugzeug oder Auto), sollte sich regelmässig die Beine vertreten oder zwischendurch Gymnastik machen. Wer lange Sitzungen absolvieren muss, kann die Beine unter dem Tisch leicht anheben und die Füsse kreisend bewegen.
Enges, unbewegliches Sitzen auf Langstreckenflügen kann bei Menschen mit entsprechender Veranlagung Thrombosen in den Bein- und Beckenvenen bewirken. Im schlimmsten Fall kann eine solche sogar zu einer Lungenembolie führen – auch nach dem Ende des Fluges. Das Entstehen von Thrombosen unter dieser Bedingung ist so typisch, dass dafür der Begriff „Economy-class-Syndrom“ geprägt wurde. Bei zuvor einschätzbarem Risiko ist mit dem Arzt die vorbeugende Antikoagulation zu besprechen.
Für Personen mit stehender Tätigkeit und zusätzlichen Thromboserisiken wie Übergewicht, Rauchen und Krampfadern, kann das Tragen leichter Kompressionsstrümpfe prophylaktisch wirken. Diese Stümpfe sollten auch im Sommer getragen werden.
Thrombosen im Herz (bei Vorhofflimmern und nach Herzinfarkt) oder in Aneurysmen der Aorta (grosse Körperschlagader) sind Risikofaktoren für Embolien in Extremitäten, den Bauchraum und das Gehirn. Solchen Thrombosen vorzubeugen erfordert eine ärztlich überwachte Langzeit Antikoagulation. Die Tabletten zuverlässig einzunehmen, liegt in der Hand des gefährdeten Menschen.