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1898-1900 GB Borchgrevink
Die offizielle Bezeichnung dieser Expedition war “ Britische Antarktis-Expedition 1898–1900″, aber bekannt unter dem Namen „Southern-Cross-Expedition „.
Es war die erste Forschungsreise des sogenannten Goldenen Zeitalters der Antarktisforschung unter britischer Federführung, einer Epoche, welche ja mit der Quest-Expedition 1922 und dem tragischen Tode von Ernest Shackleton endete.
Die Expedition wurde geleitet vom Norweger Carsten Egeberg Borchgrevink. Es war die erste Expedition, bei der Teilnehmer auf dem antarktischen Festland überwinterten. Weitere Pionierleistungen waren das erstmalige Betreten der Grossen Eisbarriere (heute als Ross-Schelfeis bekannt) sowie der Gebrauch von Hunden und Schlitten als Transportmittel in der Antarktis. Die Southern-Cross-Expedition gilt gemeinhin als Wegbereiter der weitaus bekannteren britischen Antarktis-Expeditionen unter der Leitung von Robert Falcon Scott und Ernest Shackleton. Finanziert wurde die Expedition im Wesentlichen aus dem Privatvermögen des britischen Verlegers George Newnes (1851–1910) .
Nach der Abreise aus England im August 1898 auf dem dampfgetriebenen Segelschiff Southern Cross, das der Expedition ihren Namen gab, schlug die zehnköpfige Landungsmannschaft um Borchgrevink ihr Winterquartier 1899 am Kap Adare an der nordöstlichen Spitze von Viktorialand auf. Ein umfangreiches wissenschaftliches Beobachtungsprogramm wurde von dort aus absolviert. Die schwierigen Geländeverhältnisse im Untersuchungsgebiet verhinderten jedoch ausgedehnte Erkundungsmärsche in das antarktische Hinterland. Im Januar 1900 verliess die Mannschaft Kap Adare, um der Route von James Clark Ross sechzig Jahre zuvor folgend zur Grossen Eisbarriere zu gelangen. Nach Anlandung auf der Schelfeistafel unternahm Borchgrevink zusammen mit William Colbeck (1871–1930) und Per Savio (1877–1905) am 16. Februar 1900 eine Schlittenexkursion, Diese drei Männer stellten bei dieser Schlittenfahrt bei 78° 50’ S einen neuen Südrekord auf.
Der Empfang der Expeditionsteilnehmer nach ihrer Rückkehr in England durch die Royal Geographical Society war äusserst verhalten angesichts der Vorbereitungen, welche die Gelehrtengesellschaft für die anstehende Discovery-Expedition unter der Leitung von Robert Falcon Scott traf. Zudem wurden Borchgrevinks Führungsqualitäten angezweifelt und der vermeintlich geringe Erkenntnisgewinn, den die Expedition erbrachte, kritisiert. Ungeachtet seiner bahnbrechenden Leistungen bei der Entwicklung von Überlebensstrategien und Transportmöglichkeiten in der Antarktis erreichte Borchgrevink als Expeditionsleiter nie das Ansehen und die Bewunderung, die seinen Nachfolgern Scott und Shackleton entgegengebracht wurden. Einzig sein Landsmann und Südpoleroberer Roald Amundsen erkannte an, dass die Southern-Cross-Expedition bei der Überwindung von Hindernissen in Antarktisreisen entscheidende Beiträge geleistet und den Weg für alle nachfolgenden Expeditionen geebnet hat.