Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03646.jsonl.gz/756

Am Dienstag, den 4. Oktober, kurz nach 9 Uhr blockierten vier Sympathisanten von Renovate Switzerland die Autobahn auf der Höhe der Maladière in Lausanne. Unter ihnen war auch Guillermo Fernandez, ein Familienvater, der im Dezember letzten Jahres für das Klima in den Hungerstreik getreten war.
- Die Sympathisanten blieben 15 Minuten lang auf der Autobahn stehen, bevor die Polizei eintraf. Bein Eintreffen der Polizei klebten sich zwei Personen ihre Hand auf der Strasse. Die Aktion läuft noch.
- Die Sympathisantinnen und Sympathisanten beteiligen sich an dieser neuen Welle gewaltfreier Aktionen, um den Bundesrat aufzufordern, Maßnahmen zu ergreifen, die der Klimakrise angemessen sind, welche die Stabilität des Landes und das Wohlergehen der Schweizer Bevölkerung bedroht.
- Sie fordern den Bundesrat auf, eine Mobilisierung der Gesellschaft für die thermische Gebäudesanierung auszurufen und 100.000 neue Personen für diese Arbeit auszubilden – ein offensichtlicher erster Schritt, um die CO2-Emissionen und die Heizungsrechnung drastisch zu senken.
- In den kommenden Wochen werden auf den Hauptverkehrsachsen des Landes friedliche Blockaden stattfinden. Und zwar so lange, bis die Sympathisanten eine substanzielle Antwort des Bundesrates erhalten.
Zitate
“Heute klebe ich mich an eine Autobahn,weil es die Pflicht eines Bürgers ist, von unserer Regierung gehört zu werden. Und weil es die Pflicht eines Elternteils ist, von seiner Regierung zu verlangen, dass sie alles tut, was sie kann, um die Zukunft unserer Kinder zu schützen.”Guillermo Fernandez, Vater, der letzten Dezember in Hungerstreik fürs Klima getreten war.
“Es macht mich verrückt, dass der Bundesrat hauptsächlich auf kleine Gesten setzt oder sogar die Inbetriebnahme von Gaskraftwerken in Erwägung zieht. Die IPCC-Berichte sind klar: Was wir in den nächsten zwei bis drei Jahren tun, entscheidet über meine Zukunft und die einer ganzen Generation. Wir befinden uns in einer extremen Notlage und müssen jetzt dementsprechend handeln.”Chloé Magnan, Ingenieurin, die ihre Arbeit aufgegeben hat, um sich dem zivilen Widerstand anzuschliessen
“Die thermische Sanierung von Gebäuden ist eine der wichtigsten Massnahmen, die von der wissenschaftlichen Gemeinschaft hervorgehoben werden. Und doch geht in der Schweiz alles bestenfalls im Schneckentempo, schlimmstenfalls rückwärts voran. Die Bereitstellung eines Stipendiums in Höhe von 40.000 Franken zur Förderung der Umschulung in die Berufe der thermischen Renovierung ist eine konkrete Antwort auf den aktuellen Arbeitskräftemangel, eine wirksame Antwort auf die Klimakrise und eine Antwort voller Vernunft angesichts der Energiekrise.”Arthur Guion, Agronomiestudent
Angesichts der Krise: Untätigkeit
Ein dramatisches Abschmelzen der Schweizer Gletscher, mörderische Überschwemmungen in Pakistan, ein Wirbelsturm in Florida: Die Welt befindet sich in einem Klimanotstand. Milliarden von Menschenleben sind bedroht, eine ganze Generation ist dem Untergang geweiht, und niemand, auch nicht in der Schweiz, wird verschont bleiben. Doch angesichts des schwarzen Lochs, das die Zukunft in der Klimahölle darstellt, hat der Bundesrat keinen Plan, der das Land mobilisieren kann.
Eine konkrete, wirksame und sinnvolle Forderung
Die thermische Sanierung von Gebäuden ist eine wirksame und naheliegende Massnahme, um von fossilen Brennstoffen wegzukommen und den ökologischen Wandel einzuleiten. Beim derzeitigen Tempo würde die thermische Renovation des Gebäudebestands jedoch 100 Jahre dauern. Dies hängt grösstenteils mit dem Mangel an Arbeitskräften im Bausektor zusammen. Deshalb fordern die Sympathisanten von Renovate Switzerland, dass der Bund sofort 4 Milliarden Franken bereitstellt, damit 100000 Menschen ein Stipendium erhalten und sich in den Berufen der thermischen Renovierung umschulen lassen können.
Eine Methode: ziviler Widerstand
Angesichts der Untätigkeit des Bundesrates erscheint der zivile Widerstand als ein notwendiger und zutiefst demokratischer Schritt, um das Gemeinwohl zu sichern. Indem der Bundesrat und die Parlamentarier ihrer Pflicht zum Schutz der Bevölkerung nicht nachkommen, treten sie das Gesetz, wie es in der Bundesverfassung verankert ist, mit Füssen. Die Sympathisanten von Renovate Switzerland haben beschlossen, diese Ungerechtigkeit nicht länger zu unterstützen. Ihre Bürgerpflicht besteht darin, für die Erhaltung des Gemeinwohls zu handeln.
Mehr und länger
Nach vier Blockadeaktionen im April dieses Jahres sind die Sympathisanten der Kampagne Renovate Switzerland wieder auf die Autobahnen des Landes zurückgekehrt. Sie sind zahlreicher und die Phase der Blockaden wird länger dauern. Geplant sind Aktionen in der ganzen Schweiz. Sie werden nach Erhalt einer substanziellen Antwort des Bundesrates eingestellt.
Kontakt:
François Jakob, +41 79 727 99 29, [email protected]