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Perdre rien - Claude Le Jeune
Die katholische Kirche hatte die Aufführung des liturgischen Gesangs allein dem kirchlichen Dienst vorbehalten; die Reformation hingegen versuchte, ihn der Gemeinde "zurückzugeben". Diese musikalische Praxis hörte jedoch nicht beim Weggang aus dem Tempel oder den Schulen auf. Das Singen von Psalmen hallte durch die Straßen und Geschäfte und sogar in den Häusern derjenigen, die zu Hause mehrstimmig sangen. Psalmen und geistliche Lieder verdrängten (manchmal durch einfaches Ersetzen der Texte) schnell die weltlichen Lieder der Renaissance, die als "töricht, eitel und schäbig" - kurz gesagt, als unmoralisch - galten.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Repertoire an chansons spirituelles immer umfangreicher und komplexer. Die vertonten Texte stecken voller verborgener Bedeutungen, die Polyphonie wird immer ziselierter und die Virtuosität entspricht der der italienischen Madrigale. Dieses Repertoire, das bei jedem Hören neue Schätze offenbart, präsentiert thélème in dem Programm Perdre rien.
Besetzung