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Wohlbefinden (Wellbeing) - Definitionen
Wohlbefinden ist ein ganzheitliches bio-psychosoziales Konstrukt, das nicht einfach zu definieren und zu messen ist. Im Jahr 2011 hat Seligman sein Buch Flourish» publiziert, in dem er sein neues dynamisches Konzept von Wohlbefinden vorstellt und die Theorie, die Wohlbefinden ausschliesslich als «Glück»
konzeptualisiert, weiterentwickelt. Seiner Ansicht nach ist Wohlbefinden multidimensional und sollte aus hedonistischen und eudaimonischen Aspekten bestehen.
Den Begriff Well-being (Wohlbefinden) hört man immer öfter, wobei es sich dabei um das selbst wahrgenommene Gefühl des Glücks im Leben oder der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben handelt. Es geht also um das subjektive Wohlbefinden. Hierbei gilt, dass verschiedenen Menschen nicht mit den gleichen Dingen glücklich und zufrieden sind. Während eventuell eine Person einfach nur stressfrei in natürlicher Umgebung mit bescheidenen Mitteln leben möchte und damit höchst zufrieden ist, kann eine andere Person eventuell nur glücklich sein, wenn sie sich beruflich verwirklichen kann, eine andere Person legt eventuell mehr Augenmerk auf finanzielle Sicherheit, während ein anderer Mensch einfach nur gesund sein möchte.
Psychologische Grundlagen für das empfundene Wohlbefinden (Wellbeing)
Das subjektive Konzept Well-being stellt somit das Individuum, seine persönliche Wahrnehmungen, die Definition von Situationen, die kognitive Bewertung und individuellen Gefühlszustände in den Mittelpunkt der Bewertung. Die Psychologie als Wissenschaft unterscheidet hierbei prinzipiell zwischen zwei verschiedenen Konzepten des Wohlbefindens:
- Hedonistisches Wohlbefinden. Wenn wir von Glück sprechen, meinen wir oft Folgendes: sich gut fühlen, möglichst viele positive Emotionen erleben und möglichst wenige negative und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Das entspricht der Definition eines hedonistischen Wohlbefindens. Wir können es erleben, indem wir uns etwas gönnen, z.B. ein gutes Essen geniessen. Das ist ein Konzept aus mehreren Dimensionen, welches sowohl die kognitiven Bewertungen des eigenen Lebens im Allgemeinen (z.B. Lebenszufriedenheit), als auch auf dessen positive und negative Gefühle mit einbezieht. Die meisten ökonomischen Theorien beziehen sich bei der Messung von Wohlbefinden auf das hedonische Wohlbefinden.
- Eudämonistisches Wohlbefinden – Well-being. Da Freude und Vergnügen zu erleben, aber noch nicht heisst, dass es einem Menschen auch psychisch gut geht, beschäftigt sich die Forschung zunehmend auch noch mit der Eudämonie. Es wird auch als «psychisches» Wohlbefinden bezeichnet und setzt sich nach Ryff (1989) aus Selbstakzeptanz, Persönlichkeitsentwicklung, Beziehungen zu anderen, Autonomie, Alltagsbewältigung und Lebenszielen zusammen. Eudämonistische Tätigkeiten sind zum Beispiel: sich engagieren. Wir vergessen sehr oft, dass anderen Menschen zu helfen, glücklich macht. Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen.
Für die Generation Y ist Wellbeing essentiell
Insbesondere die sogenannte Generation Y – also Menschen, die zwischen 1980 und 1989 geboren wurden – legen grossen Wert auf „Work-life Balance“. Deshalb sollte man als Arbeitgeber oder leitende Führungskraft mit dem Konzept vertraut sein und alles dafür tun, dass diese Balance erreicht wird. Und zwar nicht, weil man die Generation Y bei Laune halten möchte, sondern weil dies tatsächlich zu besseren Leistungen, zufriedeneren Mitarbeitern – und somit weniger Mitarbeiter-Fluktuation-, besserer Produktivität und vor allem optimaler Kreativität führt.
Die Generation Y zeichnet sich unter anderem durch ihre starke Verbundenheit mit der Technik aus. Sie ist damit gross geworden und kann sich ein Leben und Arbeiten ohne Smartphone, Laptop, Email, WhatsApp und Facebook schlicht und einfach nicht vorstellen. Egal, wie man als älterer Generation dazu stehen mag, diese Tatsache ist unverrückbar und nicht zu ändern.
Die Generation Y ist also praktisch rund um die Uhr erreichbar, und zwar sowohl für private Belange, als auch für berufliche. Ein Mitarbeiter der Generation Y wird sich aller Wahrscheinlichkeit nicht darüber ärgern, dass der Chef noch nach Büroschluss, ausserhalb der Öffnungszeiten, am Wochenende, ja sogar im Urlaub über Email, WhatsApp oder am Telefon Fragen stellt, Probleme lösen möchte, um Hilfe bittet, etc. Allerdings erwartet der Mitarbeiter dann auch umgekehrt, dass der Job das eigene Wohlbefinden ebenfalls berücksichtigt bzw. fördert.
Die fünf Elemente von Wellbeing
Im Wesentlichen umfasst das Konzept Well-being fünf wichtige Aspekte, die erfüllt sein sollten:
- Zweck
Sinn und Zweck in der Arbeit erkennen, wertschätzen.
- Sozial & Emotional
Das Erleben von unterstützenden Beziehungen.
- Finanziell
Eine klare und gute wirtschaftliche Lage, die Stressreduktion und das Empfinden von Sicherheit begünstigt.
- Community
Teil einer Gruppe zu sein und von dieser anerkannt zu werden.
- Körperlich
Gesundheit und Energie einer Person.
Fühlen sich Menschen durch ihre Arbeit erfüllt, haben sie starke soziale Bindungen, finanzielle Sicherheit und körperliche Gesundheit, so empfinden sie ein subjektives Wohlbefinden, welches sich erwiesenermassen direkt auf die Arbeitsleistung, die Motivation, die Loyalität und die Kreativität auswirkt. Deshalb sollte das Well-being in jedem Unternehmen zu einem Teil der Unternehmenskultur und der HR-Strategie werden.