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Wenn ich über die Schule 3×3 schreibe, kann leicht der Eindruck entstehen, dass hier stets alles in Harmonie abläuft. Auch Besucher der Schule 3×3 erhalten diesen Eindruck. Für mich als Lehrerin und Schulleiterin ist das anders. Ich sehe die Kinder nicht nur in ihren besten Versionen sondern auch in ihren schlechten Versionen. Doch unabhängig vom Wissen um diese beiden Versionen habe ich die Kinder einfach gern. Ich kann sie verstehen und trotzdem von ihnen verlangen, dass sie in der Schule 3×3 hauptsächlich ihre gute Version zeigen. Das bedingt, dass ich die Kinder konfrontiere, das ist oft hart für die Kinder. Sie spüren aber, dass sie stark werden.
David ist ein Knabe, der seine ganz eigene Vorstellung davon hat, wie eine Sache sein muss. Er kann richtig stur sein und andere Kinder fast zur Verzweiflung bringen, weil er nie zufrieden ist mit einem Produkt. Es muss immer noch besser werden. Für das Lernen kann ein solches Verhalten eine hohe Hürde sein, weil viele Lerninhalte vorgegebenen Normen zu folgen haben und nicht immer neu erfunden werden müssen. Man muss David genau auf die Finger schauen, damit er nicht abdriftet.
Es gibt eine Kehrseite.
David ist ein äusserst nützlicher Tutor. Er ist zum Beispiel verantwortlich dafür, dass Maximilian kontinuierlich die Resultate des kleinen Einmaleins automatisiert. David bringt sogleich Ordnung in die Aufgabe, indem er das System „Lernkartei“ einbaut. Gleichzeitig führt er eine Kontrollliste mit unterschiedlichen Kriterien, wie „nicht gewusst“, „länger als 5s studiert“ sowie „falsch gesagt“.
Für mich ist das eine meiner wichtigsten Kompetenzen, dass ich bei den Kindern hinter einer schlechten Version eine gute Version entdecke und sie dem Kind mit Beharrlichkeit zugänglich mache.