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Diskursive Verortung
Beispielhaft vergleicht dieser Beitrag zwei Darstellungen, bei denen Zeit- und Räumlichkeit unterschiedlichen Vorstellungen folgen; eine chronotopographische Ansicht (Raum und Zeit übergreifend) und einen Zeitstrahl.
Die Reisen des Universalgelehrten Ramon Llull durch den Mittelmeerraum des 13. Jahrhunderts zeigen, wie durch den Raum eine überzeitliche Verbindung konstruiert wird. Die Analyse von Forensic Architecture zur Aufklärung des NSU Mordes an Halit Yozgat verwendet hingegen eine lineare Zeitlichkeit zur Rekonstruktion von Ereignissen und Verantwortlichkeiten. Beide Projekte entwerfen diagrammatische Darstellungen von Räumen und Diskursen, um ihre jeweils spezifischen Anliegen durch die Konzeptionen von Raum und Zeit sichtbar und nachvollziehbar zu machen.
Bild: Robert Preusse, „The Murder of Halit Yozgat”, in: Counter Investigation: Forensic Architecture (London: The Institute of Contemporary Arts, 2018)
Biografische Notiz
Robert Preusse studierte zunächst Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin und erlangte 2016 seinen Masterabschluss am Center for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Gemeinsam mit Marius Förster und Stefanie Rau arbeitet er seit 2017 unter dem Namen operative.space als Grafikdesigner und Researcher an konzeptuellen Designprojekten.
Veröffentlichungen
Robert Preusse, in: Counter Investigations: Forensic Architectur (London: The Institute of Contemporary Arts, 2018)
Robert Preusse, in: DIA-LOGOS. Ramon Llull und die Kunst des Kombinierens (Karlsruhe: ZKM, 2018)
Robert Preusse, in: Weil Ich Nun Mal Hier Lebe (Frankfurt, Museum für Moderne Kunst, 2018)
Robert Preusse, in: Centre for Contemporary Nature (Warschau, U-jazdowski,2019)