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Die Titelseite des Amtsblatts von 1806 zeigt das Wappen des 1803 neu gegründeten Kantons St.Gallen. Vorher hatte der Kanton in seiner heutigen Form nicht existiert. Auf seinem Gebiet bestanden stattdessen verschiedene Staatsgebilde wie die Fürstabtei St.Gallen mit dem dazu gehörenden Toggenburg, die freie (Reichs-)Stadt St.Gallen, die Landvogteien Rheintal, Sax-Forstegg, Werdenberg, Sargans, Gaster und Uznach oder die Stadt Rapperswil. Der unter französischem Einfluss gegründete Kanton verfügte noch über kein Wappen, und die Verwendung eines Hoheitszeichens seiner früheren Teilgebiete kam nicht in Frage. Im Auftrag von Landammann Karl Müller-Friedberg schlug der St.Galler Distriktstatthalter David Gonzenbach deshalb gebundene Stäbe («Fasces») als Symbol für die Einheit, Souveränität und Staatsgewalt vor. Die «Fasces» sollten gemäss dem Vorbild der römischen Republik ein (Richt-)Beil umfassen. Das Bündel war im Stil der Zeit nicht flächig, sondern perspektivisch dargestellt und zeigte acht Stäbe, wobei einer durch das Beil verdeckt wurde. Die Stäbe symbolisierten die damalige Gliederung des Kantons in acht Distrikte bzw. Bezirke. Die Regierung hatte übrigens bereits im März 1803 Grün (als Farbe der Revolution) und Weiss (bzw. Silbern) als Standesfarben vorgeschlagen, weshalb auf dem neuen Wappen das silberne Stabbündel und das Beil durch grüne Bänder zusammengehalten wurden, dies alles auf grünem Grund.
Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, ZA 001
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