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Die homöopathische Behandlung von Kindern bei ADHS
Es geht auch ohne Ritalin.
Ritalin ist nicht das einzige Mittel zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndroms ADHS. Verschiedene alternativ- und naturmedizinische Methoden können sanft und umfassend helfen.
Die Homöopathie stellt hier eine Alternative zur Schulmedizin dar. ADHS wird seit längerer Zeit schon homöopathisch behandelt, sodass mittlerweile einige Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild gewonnen werden konnten. In vielen Fällen ist es möglich, eine Besserung der Verhaltens- und Konzentrationsprobleme zu erreichen. Auch bei anderen Verhaltensstörungen wurden schon gute Erfolge beobachtet. Es ist fast immer möglich, eine Besserung des Gesamtzustandes zu erreichen. Homöopathische Medikamente sind in der Regel gut verträglich, Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten und sie können, im Gegensatz zur Behandlung mit Psychostimulanzien auch bei Kindern unter sechs Jahren angewandt werden. Bei Krankheitsbild ADHS ist es nicht empfehlenswert, die homöopathischen Mittel im Rahmen einer Selbstbehandlung einzusetzen. Hier sollte ein homöopathischer Arzt oder Heilpraktiker zurate gezogen werden, der im Rahmen einer Konstitutionsbehandlung das spezifische Mittel bestimmt. Mittel, die durch die Ähnlichkeit der Symptome oft vorkommen, werden hier kurz dargestellt. Je nach Persönlichkeit des jungen Patienten können noch verschiedene andere Mittel in Betracht kommen.
Nach dem Verständnis der Schulmedizin liegen die Ursachen des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS) und des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms ohne Hyperaktivität (ADS) in einem genetischen Schaden und einer Stoffwechselstörung des Vorderhirns. Da das Dopamin freisetzende Molekül Methylphenidat die Aufmerksamkeitsstörung oft lindert, geht man davon aus, dass unkonzentrierte Jugendliche und hyperaktive Kinder zu wenig von diesem Botenstoff selber produzieren können. Als Haupttherapie propagiert und verabreicht man daher meist Methylphenidat. Das Medikament wird unter den Handelsbezeichnungen Ritalin oder Concerta in Tablettenform abgegeben.
Das den Lifestyle-Medikamenten Amphetamin, Prozac und Ecstasy ähnliche Methylphenidat soll bei Kindern Nervosität und Zappeligkeit bändigen und bei Jugendlichen die Konzentration auf Arbeits- und Lernprozesse fördern. Experten schätzen, dass heute weltweit über 20 Millionen Kinder und Jugendliche dieses Medikament einnehmen. In der Schweiz sollen Schätzungen zufolge rund sechs Prozent aller Kinder Methylphenidate schlucken. Zwischen 1996 und 2000 soll sich der Konsum hierzulande versiebenfacht haben. Statistische Zahlen werden laut dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic jedoch nicht erhoben.
Ganzheitliche Behandlung gefordert
Kritiker fordern ein Wegkommen von der einseitigen neurologischen Sichtweise und der bloßen Symptomunterdrückung. Sie plädieren für ganzheitliche Behandlungskonzepte, Alternativen zur schädlichen Dauermedikation, den Einbezug von Ernährung, Lebens- und Arbeitsumständen sowie der Familiensituation und Bezugspersonen in die Therapie. Psychische und soziale Probleme könnten nicht alleine mit einem chemischen Wundermittel gelöst werden, so der Tenor. Viele Kinder brauchten in der heutigen Konkurrenz- und Konsumgesellschaft eine bessere Begleitung und Förderung sowie Eltern, die vernünftige Grenzen setzen könnten – und keine forcierte Integration in Schul- und Arbeitsstress mit Hilfe eines Medikaments.
Körperliche und / oder geistige Unruhe können zu persönlichen und gesellschaftlichen Problemen führen. Das Phänomen begegnet uns in Praxis und Alltag immer häufiger, wobei die Bezeichnung variiert von „Verhaltensauffälligkeit“ über „Verhaltensoriginalität“ bis zu „besonderer Fähigkeit“. Wenn dieses Verhalten gesteigert oder gehäuft auftritt, spricht man von
• ADS: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
• ADHS: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität
• ADHD: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom
• HKS: Hyperkinetisches Syndrom
Die beschriebene Verhaltensauffälligkeit wird im Moment zur Modediagnose, wobei vergessen wird, dass klare Diagnosekriterien notwendig sind und die Diagnose bei Kindern nur von Kinder- und Jugendpsychiatern gestellt werden darf. Die WHO stellt folgende Kriterien auf:
• Aufmerksamkeitsstörung (obligat)
• Impulsivität (obligat)
• Hyperaktivität (nicht obligat)
Die Symptome dürfen nicht nur in einer bestimmten Situation oder einem definierten Bereich (Elternhaus, Schule…) auftreten und müssen vor dem 6. Lebensjahr für mindestens 6 Monate beobachtbar sein.
ADS / ADHS bei Kindern erkennen
Die Diagnose erfolgt anhand folgender Merkmale, die gehäuft und gesteigert auftreten und damit zu erkennbaren Verschlechterungen der sozialen Beziehungen und des Lernerfolgs führen:
• Unfähigkeit zuzuhören
• Unfähigkeit Details zu beachten
• Unfähigkeit Regeln einzuhalten
• Vermeidung lästiger Aufgaben
• mangelndes Durchhaltevermögen
• körperliche Unruhe (Fuchteln, Zappeln, nur Herumrennen etc.)
• Schwierigkeiten beim Organisieren
• häufiges Vergessen / Verlieren von Dingen
• leichte Ablenkbarkeit
• zum Teil unkontrollierte Impulsivität
• exzessives Reden
• aufdringliches, grenzenloses Verhalten
• starke Stimmungsschwankungen
(Jedes Kind zeigt entwicklungsphysiologisch bedingt zu gewissen Zeiten Kombinationen aus einzelnen dieser Symptome.) Das Krankheitsbild zeigt verschiedene Schweregrade, die unter anderem Wahrnehmungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Bewegungsstörungen, Lernstörungen und emotionale Störungen einschließen.
Warnzeichen schon in den ersten Lebensjahren
Was sich in Verhaltensauffälligkeiten des Klein- und Schulkindes zeigt, wird oft eingeleitet durch die sogenannten Brückenerscheinungen des Säuglings- und frühen Kleinkindalters:
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die in kommen.
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Akupunktur:
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig: Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.