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Toess.ch konnte den Tössemer Schriftsteller J.C. Heer für eine Reihe von Blog-Beiträgen "gewinnen"!
Die Aufzeichnungen stammen aus dem Büchlein "Aus dem Dorfe Töss zu meiner Jugendzeit" von J.C. Heer. Dieses wurde als Separatdruck aus dem Winterthurer Landboten im Jahre 1952 vom Quartierverein Töss-Dorf herausgegeben. Verleger war Hch. Weber in Töss.
Wir erlauben uns, Auszüge daraus für eine Serie von "Blog"-Artikeln zu verwenden und auf Toess.ch zu publizieren.
J.C. Heer wurde 1859 in Töss geboren. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das bäuerliche Leben im Weinbaudorf Töss zunehmend von der beginnenden Industrialisierung bestimmt. Zwei Auszüge aus J.C. Heers Jugenderinnerungen:
"... In Töss gab es kein grösseres Stichwort als Weinberg - Weinbau - Wein! - Der Verbrauch des Getränks war dementsprechend, im Hausgebrauch wie im Wirtshaus. Die Behörden tagten nie ohne den Schoppen vor jedem oder für alle die Mass; sie waren aber so gut geeicht, dass er ihnen nichts anzuhaben vermochte, und geschah es doch einmal, galt es lange nicht als Schande, sondern - namentlich bei den Aeltern - eines behaglichen, gemütlichen Mannes. ..."
"... Das alte Töss war gegen die Zerbröckelung durch die Zuwanderung neuer Bevölkerungselemente recht wenig widerstandsfähig. Die Bauern spotteten zwar viel über die 'Schellenleute', d.h. die Fabrikarbeiter, die auf das Zeichen eines Glöckchens oder einen Dampfpfiff in die Werkstätte hasten mussten und sassen noch gemütlich eine Viertelstunde am Tisch. Sie konnten es aber nicht verhindern, dass ihre Töchter bei der Werbung einem Bureauangestellten oder geschickten Mechaniker den Vorzug vor einem Bauernsohn gaben und die jungen Landwirte sich ihre jungen Frauen von auswärts holen mussten. ..."
Jakob Christoph Heer, Schriftsteller (Geb. 17. Juli 1859 in Winterthur-Töss; Gest. 20. August 1925 in Zürich)

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. September 2012 um 12:44 Uhr