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Geschichte der Sektion Ostschweiz
Der Zentralkassier des Schweizerischen Fourierverbands (SFV) wurde im Frühjahr 1921 beauftragt, in St. Gallen eine Sektion der ausserdienstlichen Organisation des SFV zu gründen. Die Erfüllung dieser Aufgabe bereitete viel Mühe und erforderte Geduld, bemühten sich doch von 170 eingeladenen Fourieren nur deren 19 an die Gründugsversammlung vom 17. August 1921.
Mit einem Mitgliederbestand von 31 Fourieren nahm die damalige Sektion St. Gallen ihre Verbandsgeschäfte auf. Diese drehten sich neben der ausserdienstlichen Weiterbildung und dem Erfahrungsaustausch um die militärische Stellung, die Laufbahn und die Ausbildung des Fouriers. Die geplante Durchführung eines Kochkurses löste 1922 an der Hauptversammlung heftige Diskussionen aus. Man kam zum Schluss, dass ein solcher für Artillerie- und Kavallerie-Fouriere nicht im gleichen Stil wie für Infanterie-Fouriere durchgeführt werden könne.
Weiterer Streitpunkt war die Dauer des Kochkurses: drei Wochen, zwei Wochen oder fünf Tage; beschlossen wurde schliesslich ein Kurs von vier Tagen (Freitag bis Montag). Dies waren die Traktanden des ersten Halbtages der Hauptversammlung. Am Nachmittag folgte ein mehrstündiges Referat von Verpflegungs-Major Schupp zu den Themen "Besserstellung des Fouriers" sowie "Landes- und Armeeverpflegung".
Bei der Gestaltung des neuen Verwaltungsreglements wirkte der erste Präsident, Four Paul Bornhauser, bestimmend mit, indem er im Auftrag des Zentralvorstands eine Broschüre verfasste mit dem Titel "Der Fourier im neuen schweizerischen Verwaltungsreglement, ein Vergleich der Fouriere respektive ähnlicher Funktionäre in Frankreich, Deutschland und Oesterreich". Die Broschüre hatte in Bern Erfolg, so dass den Abänderungsvorschlägen des Zentralvorstandes von "Gehülfe" in Fourier und als selbständiger Rechnungsführer entsprochen wurde.
Die junge Sektion St. Gallen wurde bereits 1924 mit der Durchführung der Delegiertenversammlung des SFV betraut. 1928 wurde mit der Sektion Thurgau fusioniert und die Bezeichnung in Sektion Ostschweiz geändert, umfassend das Sektionsgebiet der damaligen 6. Division: St. Gallen, Thurgau, beide Appenzell, Glarus und Graubünden. 1930 wurde das Fachorgan "Der Fourier" obligatorisch, das heisst, die Mitgliedschaft schloss die Abonnierung ein, womit das eigene Blatt der Sektion eingestellt werden musste.
Die 6. Schweizerischen Fouriertage fanden im August 1932 in Rorschach statt, gleichzeitig mit der Weihe der ersten Sektionsfahne der Ostschweizer. Zwei Jahre später hatte die Sektion Ostschweiz den Vorort des SFV zu übernehmen. Die durch die neue Truppenordnung 1936 verfügte neue Beförderungsverordnung löste bei den Fourieren nicht eitel Freude aus. Wurden bisher die Absolventen der Fourierschule bereits zum Fourier befördert, musste der Grad fortan neu in einer Rekrutenschule, in der ersten Hälfte als Korporal, in der zweiten Hälfte als Wachtmeister abverdient werden.
Die neuen Zentralstatuten von 1937 schufen eine weitere Mitgliederkategorie "Aktive-B". Danach konnten auch die unmittelbaren Mitarbeiter des Fouriers, die Küchenchefs, dem Verband beitreten. Vitalität und Aktivität des Verbands litten nach dem Krieg an der Kriegsmüdigkeit, die jedoch nicht lange andauerte. Das neue VR von 1950 brachte wieder Stoff genug, um den Sinn der ausserdienstlichen Tätigkeit zu honorieren. Im grossen Einzugsgebiet der Sektion Ostschweiz wurde 1951 die ausserdienstliche Tätigkeit ausschliesslich auf die Ortsgruppen verlagert. Solche bestanden in Wattwil, Wil, Frauenfeld, Oberthurgau, Herisau, St. Gallen und Rorschach.
1960 bis 1964 stellte die Sektion Ostschweiz wiederum den Zentralvorstand, in dessen Amtszeit die Durchführung der 14. Fouriertage in St. Gallen, im Mai 1963 fiel. Delegiertenversammlung und eine "hellgrüne Wehrschau" bildeten den Rahmen zu einer einfachen Gedenkfeier zum 50- jährigen Bestehen des Zentralverbands.
Junge Ortsgruppen versuchten, in ihrem Einzugsgebiet, die Qm, Four Geh und Küchen Chefs für die ausserdienstliche Tätigkeit zu interessieren, was der Sektion Ostschweiz zu jährlich steigenden Mitgliederzahlen und zu grosser Blüte verhalf.
An der Delegiertenversammlung 1988 in Winterthur wurde mit der Wahl von ZV und Zentraltechn. Kommission der Vorort erneut an die Sektion Ostschweiz übergeben. Die denkwürdige Delegiertenversammlung 1989 in Ascona/Bellinzona öffnete den Fourieren und Quartiermeistern mit der Software FOURPACK den Weg ins Computerzeitalter in unserer Armee. Diese Software wurde durch die Zentraltechnische Kommission unter der Leitung des Präsidenten, Four Rupert Hermann, Ortsgruppe Frauenfeld, initiiert. Der Höhepunkt dieser Vorortszeit war die Durchführung der Hellgrünen Wettkampftage in Frauenfeld unter der Leitung von Maj Werner Schöni, Wettkampf Kdt und Four Ernst Huber, OK-Präsident, wo etliche unserer Sektionsmitglieder in den vordersten Rängen anzutreffen waren.In die sehr abwechslungsreichen Jahresprogramme von Ortsgruppen und Sektion passte 1991 die Durchführung der Hellgrünen Wettkampftage in Frauenfeld. Bis in die heutige Zeit bestehen die Ortsgruppen Frauenfeld, Oberland, Rorschach, See-Gaster, St. Gallen und Wil. Wie andere Sektionen und weitere ausserdienstliche Verbände, kämpfen auch die Ostschweizer Fouriere mit rückläufigen Mitgliederzahlen. Früher mit grossem Erfolg organisierte, regionale Fachanlässe werden heute vermehrt wieder für das ganze Sektionsgebiet angeboten - wenn immer möglich zusammen mit befreundeten militärischen Vebänden, zum Beispiel dem Verband Schweizerischer Militärküchenchefs (VSMK), Sektion Ostschweiz. Regional erfolgen Zusammenarbeiten mit zivilen und militärischen Organisationen (Mitarbeit bei der Verpflegung am Open-air-Festival "Out in the Green", am "Frauenfelder" Marathon/Militärwettmarsch oder am St. Galler Waffenlauf). Gesamthaft gilt es, für die Mitglieder durch interessante Anlässe einen "Mehrwert" zu schaffen.
2001 hat der SFV das Vororts-Prinzip aufgegeben, d.h. die Gesamtverbandsleitung liegt nicht mehr in den Händen einer Sektion, sondern setzt sich zusammen aus Funktionären aller Sektionen. Unser Sektionskassier Four Christian Rohrer amtet derzeit auch als Kassier im Zentralvorstand.
Wegweisend für die Zukunft haben VSMK und SFV Ostschweiz in den Jahren 2001 und 2002 ihre Generalversammlung gemeinsam durchgeführt. Auf Initiative der beiden Ostschweizer Sektionen erfolgte am 1. Juni 2002 auch die gesamtschweizerische Delegiertenversammlung von SFV und VSMK in Wil SG gemeinsam. Unter Leitung von OK-Präsident Werner Mattmann, Ortsgruppe Wil, hat ein OK aus SFV und VSMK die Tagung vorbereitet. Höhepunkt der Tagung war das Bankett für die Delegierten und Gäste im Wiler Stadtsaal. Für die Zubereitung der Verpflegung sorgte der VSMK Ostschweiz.
Seit Ende 2001 diskutieren die verschiedenen Verbände (SFV, VSMK, SFwV und UOV über den Zusammenschluss zu einer "Schweizerischen Unteroffiziersgesellschaft" (SUG). An der DV vom 1. Juni 02 stimmten die Delegierten der beiden Verbände zu, das Projekt weiter zu verfolgen.
Die Sektion Ostschweiz des SFV zählt heute rund 1000 Mitglieder.September 2000 / Juni 2002; Four Ernst Huber, Pressechef Sektion Ostschweiz SFV