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Vier Banken haben schwerwiegende Fehler bei der Führung eines Kreditproblems für den gefallenen Zahlungsabwickler Wirecard gemacht. Dies wird von den Investmentverbänden VEB und European Investors angegeben. Sie beabsichtigen, unter anderem bei ING und ABN AMRO Schadensersatz für betrogene Anleihegläubiger zu verlangen.
Im September 2019 fungierten ING, Crédit Agricole und die Deutsche Bank als Hauptbefürworter einer 500-Millionen-Euro-Emission von Wirecard. Daran war auch ABN AMRO als sogenannter Joint Bookrunner beteiligt. Aber diese Kredite sind nichts mehr wert, nachdem Wirecard nach einem Buchhaltungsskandal Insolvenz angemeldet hat. Anleger, die die Anleihen noch besitzen, befürchten daher, nichts von ihrem Geld zurück zu sehen.
Wirecard gab in diesem Jahr zu, dass 1,9 Milliarden US-Dollar nicht in der Bilanz enthalten waren und möglicherweise nie existiert haben. Zuvor veröffentlichte die Wirtschaftszeitung Financial Times Angaben zum Rechnungslegungsbetrug bei dem deutschen Unternehmen. Der Vorarbeiter des VEB und der europäischen Investoren, Paul Koster, ist besorgt darüber, dass die Banken bei der Emission von Wirecard-Anleihen offenbar nie eine eingehende Buchuntersuchung der Gruppe durchgeführt haben.
„Diese Banken sollten durch gründliche Due Diligence als Gatekeeper für Investoren fungieren“, sagte Koster. „Aber sie haben es ernsthaft versäumt, Investoren zu schützen.“
Die Interessengruppen für Privatanleger haben letzte Woche an die Banken geschrieben. Darin bitten sie ING, Crédit Agricole, Deutsche Bank und ABN AMRO um detaillierte Informationen zu ihrer Buchuntersuchung bei Wirecard. Wenn sie dann keinen angemessenen Entschädigungsvorschlag machen, verklagen die Investorenverbände die Banken in den Niederlanden vor Gericht.