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Durch fachgerechte, sichere Beerdigungen haben Rotkreuz-Freiwillige beim Ebola-Ausbruch 2014 in Westafrika rund 10 500 Ansteckungen verhindert und die Epidemie um über ein Drittel eingedämmt. Dies zeigt eine kürzlich publizierte Studie.
Beim Ebola-Ausbruch 2014 übernahmen lokale Rotkreuz-Teams in Liberia, Sierra Leone und Guinea die gefährliche Aufgabe, Menschen, die an Ebola gestorben waren, zu beerdigen. Diese «sicheren und würdevollen Beerdigungen» waren entscheidend, um die Epidemie in den Griff zu bekommen, denn die Leichen waren hoch ansteckend.
Umgang mit Toten radikal ändern
«Um die Epidemie einzudämmen, musste sich der Umgang der Familien mit ihren verstorbenen Angehörigen radikal ändern», erklärt Elhadj As Sy, Generalsekretär der Internationalen Rotkreuz-Föderation (IFRC). Denn traditionelle Bestattungspraktiken beinhalten das Waschen und Berühren der Toten – ein wichtiger Grund, weshalb sich die Epidemie in der Anfangsphase so rasant ausbreitete. Insgesamt 11 500 Menschen verloren bei dem Ausbruch 2014-2016 ihr Leben, die weitaus meisten von ihnen 2014.
Lokaler Bezug entscheidend
Wichtig war, dass die Beerdigungsteams mit der lokalen Sprache und Kultur vertraut waren und die Sorgen der Bevölkerung verstanden. «So gelang es schliesslich, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, das war entscheidend für den Erfolg», so Elhadj As Sy. Dennoch wurden manche der 1500 Rotkreuz-Freiwilligen, die insgesamt 47 000 Beerdigungen durchführten, für ihr mutiges Engagement verachtet und stigmatisiert.
Studie würdigt Freiwillige
Die in der Zeitschrift PLOS Neglected Tropical Diseases publizierten Studie würdigt das Engagement der Freiwilligen und fasst ihre Leistung in Zahlen. Demnach konnten durch die Beerdigungsteams 10 470 Ansteckungen verhindert werden. Anhand von statistischen Modellen kommt die Studie zum Schluss, dass die Ausbreitung von Ebola dadurch um 36.5 Prozent verringert wurde.
Engagement des SRK
Auch das SRK engagierte sich bei der Bekämpfung von Ebola. Im Rahmen der von der Rotkreuz-Föderation koordinierten Hilfsoperation entsandte es insgesamt 24 Gesundheits- und Nothilfespezialisten nach Sierra Leone und Guinea. Sie unterstützten die lokalen Teams in Behandlungszentren, leisteten Aufklärung und psychosozialen Unterstützung. Im Anschluss an die Nothilfe während der Ebola-Epidemie hat das SRK mit der langfristigen Unterstützung des Roten Kreuzes in Guinea begonnen, um die Gesundheitsversorgung zu stärken. Auch dabei spielt die Schulung von lokalen Freiwilligen eine wichtige Rolle.