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3XN, Materialkonstrast
Neben polygonalen Flächenverformungen und dem grafischen Einsatz von Fugen ist am Bürogebäude von 3XN eine drittes gestalterisches Mittel zu beobachten: Der Einsatz des Materialkontrastes.
(… vorher) Am Hauptquartier der Firma Horten in Kopenhagen besteht die Fassade aus Glas und Travertinstein. Da Fassaden in vielen Fällen aus Fenstern und Wandteilen bestehen, bedeutet das noch nicht, dass es sich dabei um einen bewussten Materialkontrast handelt. Es ist die Art, wie die beiden Materialien aufeinander treffen, die einen bewussten Kontrast erst hervorrufen. Am Bau von 3XN geschieht das mittels einer scharfkantigen Grenze zwischen Glas- und Steinfläche genau auf der Faltkante der geknickten Oberfläche. Die Differenz zwischen dem dunklen Glas und dem hellen Stein ist durch den rahmenlosen Übergang äusserst prägnant.
In dem sich nun einzelne Teilstücke der polygonal verformten Oberfläche farblich unterscheiden, stechen sie aus der Fassaden heraus. Durch den Fokus auf diese Flächen wird deutlich sichtbar, wie diese räumlich in der Fassade liegt. Dadurch wiederum wird die Lesbarkeit der ganzen Verformung möglich gemacht. Der Materialkontrast wirkt sich zudem auf die Gewichtung der Fassadenverformung aus. Die Glasflächen weisen zur Sonne hin und führen so zu einer gerichteten Struktur.
Über die plastischen Effekte hinaus bewirken die dunklen Flächen zudem eine Strukturierung der Fläche. Die vertikalen Fensterstreifen bringen, unabhängig von der Dreidimensionalität, eine zusätzliche Gliederung in die Fassade.
Materialkontraste haben das Potenzial die Wirkung der Flächenunterteilung zu intensivieren. In Kombination mit anderen gestalterischen Strategien können sie zu einer erfolgreichen Verdichtung des Ausdruckes führen. (Weiter bei…)