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Umgangssprachlich ist ein Bahnhof eine Anlage, an der Reisende die Züge besteigen oder verlassen. Oft ist auch das
Bahnhofsgebäude selbst gemeint, das in der Fachsprache als Aufnahmegebäude (in Deutschland: Empfangsgebäude) bezeichnet wird.
In
der Schweiz wurde früher nach Grössenordnung zwischen Bahnhof und Station unterschieden. Heute werden die beiden Begriffe synonym
verwendet. Die Definition in der Fahrdienstsprache schliesst auch Güterbahnhöfe, Rangierbahnhöfe und Dienststationen mit ein:
"Ein
Bahnhof ist eine Anlage innerhalb der Einfahrsignale, wo solche fehlen innerhalb der Einfahrweichen, zur Regelung des Zugverkehrs
und der Rangierbewegungen, meistens mit Publikumsverkehr.“
In Deutschland gehört der Bahnhof als Betriebsstelle zur Gruppe der Zugmeldestellen
und ist wie folgt definiert: "Bahnhöfe sind Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden
dürfen.“
In Österreich muss ein Bahnhof Signale, jedoch nicht zwingend eine Weiche aufweisen: "Bahnhöfe sind Betriebsstellen,
in denen Züge beginnen, enden, oder einander ausweichen können. Bahnhöfe werden von Einfahrsignalen oder Trapeztafeln begrenzt."
Die verzweigten Gleisanlagen, die zur Zugbildung und zur Zugauflösung, also dem Rangieren dienen, können beim Vorbild, insbesondere bei grossen Güterbahnhöfen, durchaus mehrere Kilometer (!) lang sein. Wenn wir in Betracht ziehen, dass 1000 Meter für die Spur N umgerechnet 6.25 Meter entsprechen, sehen wir schon, dass die Vorstellung einer massstäblichen Nachbildung solcher Gleisanlagen, zumindest für den "gemeinen" Modellbahner ins Reich der Utopie gehört.
Es gilt also vielmehr, eine Bahnhofsanlage in zwar vereinfachter, aber glaubwürdiger Form so zu gestalten, dass die erforderlichen Verschubbewegungen durchgeführt werden können.
Der Rangierdienst im Güterverkehr wird meist auf eigenen Verschub- und Abstellbahnhöfen abgewickelt. Hier wird jeder einlaufende Zug - oft mit Hilfe eines Ablaufbergs - zerlegt und die einzelnen Wagen nach ihrem Betimmungsort sortiert, zu neuen Zügen zusammengestellt oder den Verladegleisen oder Abstellgleisen zugeführt.
Die Zugbildung im Personenverkehr ist wohl weniger aufwendig, benötigt jedoch ebenfalls ausreichend grosse Gleisanlagen zum Verschub und zum Abstellen ganzer Zuggarnituren.
Der Rangierdienst in einem Endbahnhof umfasst hauptsächlich den Lokwechsel,das Ein- und Ausziehen der Garnituren von und zu den Perrons, das Abstellen der Wagen auf Abstellgleisen zur Reinigung und Wartung, sowie den Verschub zum Einsetzen weiterer Wagen.
In einem Zwischenbahnhof zählen das An- und Abhängen von Kurswagen oder das verschieben von Güterwagen von oder zum Ladegleis zu den Hauptaufgaben des Rangierdienstes.
Ihrer Funktion nach können wir Bahnhöfe grundsätzlich in Personenbahnhöfe und in Güterbahnhöfe unterscheiden. Eine Bahnhofsanlage kann nun aus mehreren Teilen verschiedener Funktion bestehen. Gerade bei kleineren und mittleren Bahnhöfen liegen die Gleise zur Güterabfertigung meist unmittelbar beim Personenbahnhof. Bei vielen grossen und manchmal auch bei mittleren Bahnhöfen ist ein Lokdepot angeschlossen.
Durchgangsbahnhof - Der Durchgagsbahnhof (Unterwegsbahnhof, Zwischenbahnhof) ist die am häufigsten anzutreffende Bahnhofsbauart.
Hier laufen eine oder mehrere Strecken in gleicher Richtung durch das Bahnhofsgelände.
Kopfbahnhof - Der Kopfbahnhof oder Sackbahnhof ist die älteste Bauart. Hier enden eine oder mehrere Strecken in Stumpfgleisen.
Eine Durchfahrt ist also nicht möglich.
Endbahnhof - Der Endbahnhof ist eine dem Kopfbahnhof ähnliche Bauart. Der Endbahnhof bietet jedoch die Möglichkeit zur Durchfahrt
und zum Gleiswechsel am Kopfende.
Abzweigbahnhof - In einem Abzweig- oder Trennungsbahnhof zweigt, wie es der Name schon sagt, mindestens eine Strecke
ab. Im Unterschied zum Anschlussbahnhof ist der Übergang eines Zuges von einer zur anderen Strecke möglich.
Anschlussbahnhof - Bei einem Anschlussbahnhof handelt es sich um einen Durchgangsbahnhof an einer Hauptstrecke, an den
ein Kopf- oder Endbahnhof einer Nebenbahn (oft auch anderer Spurweite) angeschlossen ist. Eine betriebliche Verknüpfung besteht
dabei nicht. Fahrgäste müssen daher umsteigen und Güter müssen umgeladen werden.
Berührungsbahnhof - Ähnlich dem Anschlussbahnhof ist der Berührungsbahnhof, eine seltene Bauweise. Beim Berührungsbahnhof
besteht im Grunde aus zwei Durchgangsbahnhöfen verschiedener Bahngesellschaften, die betrieblich nicht miteinander verbunden sind.
Kreuzungsbahnhof - Als Kreuzungsbahnhof wird ein Bahnhof bezeichnet, in dem sich mindestens zwei Strecken kreuzen. Treffen
mehrere Strecken aufeinander, spricht man auch von einem Knotenbahnhof.
Gemeinschaftsbahnhof - Im Gegensatz zum Anschluss- oder Berührungsbahnhof wird der Gemeinschaftsbahnhof von mehreren
Bahngesellschaften gleichzeitig benützt. So sind beispielsweise Grenzbahnhöfe oft Gemeinschaftsbahnhöfe.
Systemwechselbahnhof - Im Systemwechselbahnhof wechselt die Stromversorgung der Fahrleitung. Sofern nicht mehrsystemfähige
Triebfahrzeuge eingesetzt sind, müssen die Züge hier neu bespannt werden.
Spurwechselbahnhof - In einem Spurwechselbahnhof treffen Strecken mit verschiedenen Spurweiten aufeinander. Die Passagiere
müssen hier umsteigen und die Fracht umgeladen werden, wenn nicht die Möglichkeit zum umspuren der Fahrzeuge besteht.