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Einzige am Meer gelegene Mayastätte (ehemaliger Maya-Hafen). Die massigen Gebäude innerhalb der imposanten Stadtmauern sind mit Reliefs einer herabstürzenden Gottheit und Fresken geschmückt. An den jüngeren Bauteilen ist auch hier toltekischer Einfluss (Rundsäulen) erkennbar. Badegelegenheit in einer kleinen Bucht.
Die herniedersteigenden Götter wurden in Stuck reliefiert.
Im Mai 1518 segelte der spanische Admiral Juan de Grijalva auf südlichem Kurs die mexikanische Küste entlang. Vom Schiff aus bestaunten Grijalva und seine Leute eine Stadt mit weissen Tempeln und Türmen, die ihnen gross und mächtig wie das heimatliche Sevilla dünkte. Die Spanier wagten nicht, Tulum anzugreifen, die mächtigen Befestigungsanlagen schienen ihnen uneinnehmbar.
Tatsächlich ist Tulum eine der wenigen Maya-Städte, die nach drei Seiten von einer Stadtmauer umgeben sind. Innerhalb der Mauern erhoben sich Tempel - zum Teil mehrstöckig - wie weissgelbe Leuchttürme über der grünblauen Karibischen See. Hauptheiligtum war der Tempel des geflügelten, niederfahrenden Gottes, den die moderne Archäologie zum Bienengott Ah muzem cab deklassierte. Kunstvolle Stuckdarstellungen des angeblichen Bienengottes zeigen an vielen Gebäuden alles andere als einen emsigen Honigsammler - nämlich ein vom Himmel herabfliegendes Wesen mit durchaus menschlichem Gesicht. Es rast bäuchlings abwärts, die gespreizten Arme sind angewinkelt, in seine Fäuste passen Steuerknüppel. Beschuhte Füsse liegen auf gefederten Stelzenbeinen mit grossen Auflagetellern. Dass der göttliche Honigsammler Overall und Sturzhelm trägt, macht die Bienen nicht wahrscheinlicher.
Tulum, das Admiral Grijalva kampflos zurückliess, soll zu Maya-Zeiten Tzama, Stadt der Morgenröte, geheissen haben. Von Tulum aus führen kilometerlange, gepflasterte Strasse zu Maya-Zantren wie, Coba, Yuxuna, Chichén-Itzá oder Uxmal. Eine vertrakte Situation. Die klassische Archäologie gesteht den Maya das Rad nicht zu. Weshalb dann die gepflasterten Strassen? Die Strassenbauer scheinen nach einer einheitlichen Auftragsvergabe gearbeitet zu haben. Alle Strassen sind mit gestückeltem Fels gepflastert und mit hellem, wetterfestem Belag überzogen. Die Strecke Cobá-Yaxuna ist zehn Meter breit, etwas pompös für einen Prozessionsweg.
Auf dem Teilabschnitt Cobá-Yaxuna wurde eine fünf Tonnen schwere Walze gefunden. Die wuchtige Rolle ist vier Meter lang und muss zum Walzen des Strassenbelags gedient haben. Ähnliche Rollen tauchten in Uxmal auf. Da hat ein Steinzeitvolk klobige Brocken aus dem Fels gebrochen und zu langen Rollen verarbeitet, aber das Rad - das ihm bekannt war - nicht verwendet. In den anthropologischen Museen von Mexico-City und Jalapa stehen in Vitrinen Kinderspielzeuge mit Rädern. In der Maya-Stadt Copán in Honduras wurden Zahnräder und Steinräder mit Radnaben gefunden. Die Begründung, dass die Maya das Rad zwar gekannt, aber nicht benutzt haben, weil es heilig war, wäre durchaus überzeugend, wenn es keine Strassen gäbe...
Letzte Aktualisierung: Dienstag, 27. August 2013 11:51