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Bitnepp"Für Immer wurde der Betrieb des Relays an der Cornell Universität In New York eingestellt"; so berichtete die dpa-Meldung vom ....
Wir wissen nicht, wer Ihnen diese freundliche Mitteilung überreicht hat, wir empfehlen 'SEND/REM CORNELLC RLY'(ehemals CORNELLC MAS).
Angeblich haben es die Hacker doch geschafft, über BITNET ganze Rechnernetze herunterzufahren und wichtige Dateien "unwissentlich vernichtet'. Wilde Spekulationen über Planungen elektronischer Bombeneinschläge" wurden in den Pressemeldungen verlautbart. Die "Hackergefahr" kann nach Ansicht der Cornell Uni nicht so groß gewesen sein, da das System bereits nach etwa drei Monaten unter geringfügig geändertem Namen wieder am Netz hing.
Zu EARN/BITNET, um das es in diesem Zusammenhang geht einige sachliche Anmerkungen:
Tatsache ist, daß Dialoge auf EARN/BITNET (von IBM gesponsort) mittels Konferenzprotokollen ständig überwacht werden können und auch wurden.
BITNET verbindet nahezu sämtliche Universitäten und Forschungszentren in den USA und Europa (Über EARN = European Academic Research Network) und bietet JEDEM Benutzer der Rechner die Möglichkeit, Dateien mit JEDEM Benutzer desselben oder eines anderen Rechners übers Netz auszutauschen. Zur Förderung der Kommunikation wurde ein sog. "Interchat Relay Network" eingeführt, das online Konferenzschaltungen erlaubt. So haben sich zum Beispiel die Wissenschaftler, die die Giotto-Sonde zur Erforschung des Kometen Halley überwachten in der Zeit, in der sie nur darauf warteten, daß irgend etwas schiefgeht die Langeweile bei einem lockeren Chat vertrieben.
Eben auf diesen "Relays" haben sich auch deutsche und schweizer Hacker etabliert, um an den Gesprächen konstruktiv teilzunehmen. Es ist also wie gesagt nicht möglich, auf fremden Rechnern Dateien zu löschen oder gar Betriebssystemkommandos auszuführen, d.h. die dpa-Pressemeldung lieferte einfach irreführende Informationen.
Doch zurück zu BITNET/EARN: Der Schweizer Zentralknoten CEARN (Genf) ist mit Darmstadt, Paris, Rutherford, Rom und Stockholm direkt verbunden und führt via diese Knoten theoretisch direkt in die USA, z.B. an die George Washington University in New York, praktisch klappt die Verbindung nicht immer reibungslos (Murphy schlug bereits diverse Male zu). An EARN hängen z.B. (fast) alle deutschen Unis, das DESY in Hamburg, das DFVLR in München, Cern in der Schweiz und einige NASA Rechner. Für Ottonormalforscher sind derartige interessante Perspektiven völlig verschlossen, Heinz Hacker wird von Netzbetreibern immer noch ungern gesehen ("Fritz is online").
EARN/BITN.ET ist für jeden eine sehr interessante Sache, denn neben lockeren Chats findet speziell in den Konferenzen ein reger Know-How-Austausch statt, über letzteres verfügen Hacker unbestritten !
Nebenbei: EARN wird von der 3-BuchstabenFirma bis Ende 1987 finanziert, so daß es natürlich für diverse Forschungsinstitute in Deutschland kein Problem ist, sich (via Datex-L) daran zu beteiligen, zumindest solange es sich um SNA-(un)fähige Systeme handelt. Nicht erst ab 1988 gilt also für IBM: "Let's EARN some money!", von der parasitären KnowHow-Beschaffung ganz abgesehen.
Warum eigentlich den Hackern, den wahren Verfechtern der freien Kommunikation der Zugriff verweigert werden soll, ist nicht einzusehen, denn unbestritten bleibt doch der Forschungsauftrag der Hacker, der eine Teilnahme an diesem Netz geradezu zwingend vorschreibt!
Zum Schluß noch ein paar Tips für jene Datenreisenden, die über einen EARN oder BITNET Zugang verfügen:
Auf VAXen: SEND/REM CEARN RELAY 'in Europa oder SEND/REM BITNIC RELAY in USA, um an den Konferenzen teilzunehmen, dann /h für Help.
Auf IBM/VM Kisten: TELL RELAY AT CEARN /h usw.! Empfehlenswert: das Relay an der Cornell-Uni sollte bevorzugt behandelt worden (CORNELLC RLY), ist aber nur zwischen 9:00 pm und 6:00 am lokaler Zeit erreichbar.
Aber keine elektronischen Bombeneinschläge planen oder gar Giotto auf dem Mars landen lassen, sonst wird die Cornell-Uni keine weiteren Studienbewerbungen mehr annehmen.
FRIMP & VIC, (the Networker Crew)
[HaBi 2]
Bitnepp