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Die Central Processing Unit (CPU) ist das Kernstück aller moderner Computer, vom PC, von mobilen Geräten und Handys bis zu Servern und Mainframes. Sie entscheidet über Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit der IT-Systeme. Lange Jahre verfūgte Intel mit seinen x86-CPUs über ein Quasi-Monopol auf diesem Markt, AMD und andere Ansätze hatten nur noch ein Schattendasein. Sogar Apple hatte seine eigene CPU-Entwicklung eingestellt und war zu Intel gewechselt.
Im Herbst 2020 stellte Apple seinen M1-Prozessor auf der Basis einer ARM-Architektur – ausgestattet mit acht Prozessorkernen – vor, der schneller als Intel- und AMD-CPUs sein sollte. Die Kooperation mit Intel wurde eingestellt, was Intel nach Schätzungen eine vergleichsweise geringe Umsatzeinbusse von fünf Prozent bescheren soll. Die Betriebssysteme von Microsoft Windows und von Linux laufen auch auf ARM-Prozessoren, einer weiteren Markteroberung stand also nichts im Wege. Doch nur wenige Hersteller sind dem Beispiel von Apple gefolgt. Hersteller wie Qualcomm, Samsung oder Nvidia haben sich auf diesem Sektor etwas versucht, sind dann aber von grösseren Entwicklungen wieder zurückgeschreckt. Nvidia hatte im September 2020 sogar ARM für 40 Millionen Dollar von der japanischen Firma Softbank ūbernommen – doch noch immer ist diese Transaktion wegen konkurrenzbedingter, rechtlicher Eingaben von Google, Microsoft, Qualcomm und anderer Hersteller nicht offiziell abgeschlossen. ARM-Chips sollen zwar leistungsfähiger und letztlich sogar billiger als die traditionellen Intel-Produkte sein, aber die Entwicklungskosten gelten als besonders hoch, und auf diesem Sektor wollen viele mitspielen.
So betrachtet könnten die Zeiten nicht besser sein, als sich auf diesem derzeit etwas verunsicherten Sektor zu versuchen. Zum Beispiel für Bamboo. Das 2016 in Cambridge, UK, gegrūndete Startup verspricht auf seiner Webseite: "Bamboo Systems bietet den ersten ARM-basierten Server für Rechenzentren der nächsten Generation, der die Skalierbarkeit und den hohen Datendurchsatz ermöglicht, die für Cloud-Anwendungen und moderne hochparallele Workloads erforderlich sind. Bamboo-Server verbrauchen nur ein Viertel der Energie heutiger Server und benötigen nur ein Zehntel des Platzes im Rack - und das zu einem Bruchteil der Kosten."
Bamboo, "The Enterprise ARM Computer Company", peilt den Server-Markt für Unternehmen an und (bisher) nicht den ARM-Einsatz im Consumer-Segment, wie es andere Hersteller wie Apple oder Samsung beabsichtigen. Zu den Investoren von Bamboo gehören Seraphim Capital, Opea Holding und AB Analitica, wobei man die Summe der Funding-Gelder mit insgesamt 11,5 Millionen Dollar angibt, von denen allein im letzten Jahr 7 Millionen aufgebracht wurden. Der Vertrieb ist weltweit zu 100 Prozent indirekt organisiert, man sei „committed to the channel“. Mit anderen Herstellern, so CEO Tony Craythorne, laufen noch Verhandlungen über OEM-Vereinbarungen.
Die Marktchancen des Startups sind laut Craythorne positiv, da sich nach Expertisen von IDC und anderen Analysten die Umsätze von x86-Servern von Legacy-Anbietern in einem Abwärtstrend befinden, während die ARM-Technologie weitere Anhänger finde. Entscheidend werde es sein, wie sich dieser Trend in der Ausrüstung von grossen Rechenzentren widerspiegeln werde, zumal die Entwicklung weltweit zu klimaneutralen Servern gehe – bei Bamboo spricht man von einer der ersten "Net-Zero Computing-Plattformen, die Artificial Intelligence (AI) und Hardware miteinander verbinden". ARM-Server hätten einen bis dreimal geringeren Umfang als bisherige x86-Server, verbrauchten weniger Energie und seien insgesamt viel billiger.
Bamboo sieht sich im Einklang mit der Zukunft: 14.000 Unternehmen hätten sich laut United Nations bereits zu einer Net-Zero-Strategie bis zum Jahr 2030 bekannt. Ein wesentlicher Faktor sei dabei der Markt für Server in den Rechenzentren, der etwa 80 Milliarden Dollar pro Jahr umfasst. Laut Prognosen soll der Markt für ARM-Server laut IDC jenen für x86-Server bereits bis zum Jahr 2030 überholen und sich dann auf 100 Milliarden Dollar belaufen.
Bamboo hat zur Umsetzung seiner ehrgeizigen Ziele unter anderem das Modul B1000 entwickelt, das nur eine Höheneinheit (1U) umfasst und das acht Linux-Server enthält. Diese befinden sich auf kleinen Steckkarten, die kaum grösser als ein Rasberry Pi sind. Jede Karte enthält einen ARM-Prozessor Layerscape LX2160A. Weitere Module sind gegenwärtig die B1004 und B1008, die höhere Leistungsraten bieten (siehe die Übersicht „Bamboo Portfolio vs x86-64“). Laut Bamboo entsprechen acht Module B1000 ungefähr der Leistung von acht Servern R740xd von Dell EMC.
Craythorne verweist darauf, dass sich jedoch die reale Effektivität je nach durchgeführter Parallelisierung der Rechenoperationen und nach Art der Anwendungen unterscheide. Bamboo habe seine Systeme vor allem fūr den Einsatz bei Containern entwickelt. Ausserdem habe die ARM-Technologie bereits bei mobilen Systemen bewiesen, wie leistungsfähig sie sei.
Es dürfte spannend bleiben, wie sich der Kampf um die Nutzanwendung der ARM-Technologie weiter entwickelt.
Ein revolutionärer Ansatz für das Server-Design
Die patentierte Parallel Arm Node Designed Architecture (PANDA) von Bamboo Systems wurde entwickelt, um eine skalierbare und durchsatzstarke Computing-Plattform zu schaffen, die für Cloud-Anwendungen und moderne, hochparallele Workloads erforderlich ist, und gleichzeitig den Energieverbrauch und die Kosten der Server deutlich zu senken. Angetrieben von einem leistungsstarken Multi-Core-Prozessor mit geringem Stromverbrauch maximiert die Bamboo-Systemarchitektur den Systemdurchsatz bei geringerem Stromverbrauch und damit geringerer Wärmeentwicklung. Dies wiederum ermöglicht eine branchenweit führende Rechen- und Wärmedichte, die mehr Leistung bei geringerem Platzbedarf im Rack bietet als bei herkömmlichen Servern. Bamboo Arm Server eignen sich perfekt für die immer beliebter werdenden Scale-Out- und Micro-Services-basierten Anwendungen und sind für den Einsatz in allen Bereichen, vom Edge- bis zum Hyperscale-Rechenzentrum, zertifiziert.“ (Bamboo-Webseite)