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Bosshart, Goldschmied
Bosshart Goldschmied
Marktgasse 39
8400 Winterthur
Tel. +41 (0)52 212 16 85
Bosshart Goldschmied besteht als Schmuckatelier seit 1867. Dabei handelt es sich um den ältesten noch produzierenden Familienbetrieb, in der Markgasse. Das Geschäft befindet sich im Hause "zu den drei Blumen" an der Ecke untere Kirchgasse/Marktgasse. Das Haus gilt als einer der letzten Zeugen eines bürgerlichen Kaufmannshauses von 1817.
Die Anfänge: Hartmann und Seline Bosshart
Die lange Ära der Goldschmiedefamilie Bosshart begann im 19. Jahrhundert mit Hartmann Bosshart aus Hittnau. Im Alter von 26 Jahren liess sich der gelernte Gold- und Silberschmied in der Stadt Winterthur nieder. Am 20. März 1866 erhielt er ein zehnjähriges Bleiberecht für sich und seine Frau Seline. Dies war die für die Etablierung einer eigenen Goldschmiede-Werkstätte im "Haus zum Feigenbaum".
Am 18. Dezember 1867 schaltete der junge Goldschmied vermutlich sein erstes Inserat im Landboten. Das Geschäft florierte. Um 1876 zügelte die Werkstatt vom "Haus zum Feigenbaum" in den heutigen Standort im Haus "zu den drei Blumen" an der Marktgasse 39. Zwanzig Jahre nach seiner Ankunft in Winterthur erhielt Hartmann Bosshart von der Stadt auf Antrag das Bürgerrecht verliehen.
Die zweite Generation: Ernst Emmanuel und Emmy Bosshart-Wild
Im "Haus zu den drei Blumen" kam 1879 Ernst Emmanuel Bosshart zur Welt, der schon bald in die Fussstapfen seines Vaters treten sollte. Mit 32 Jahren übernahm er den Betrieb von seinem Vater und zog in das Haus an der Martgasse 39 ein. 1914 heiratete er Emmy Wild aus Hombrechtikon. Zwei Jahre später kam ihr Sohn Ernst zur Welt. Mitten in den schwierigen Kriegsjahren erwarben die Eheleute das benachbarte Haus an der Kirchgasse 1 und vergrösserten so ihren Betrieb, den sie erfolgreich durch die ökonomisch anspruchsvolle Krisenzeit während des Krieges brachten. Dies gelang nicht zuletzt auch deshalb, weil Emmy Bosshart die Geschicke der Firma während der Aktivdiensteinsätzen ihres Mannes souverän in die Hand nahm und führte.
Die dritte Generation: Ernst und Margrit Bosshart-Notz
Ernst Bosshart stand ganz im Zeichen der Erneuerung und weitete seinen Blick in die grosse weite Welt. Er verstand es berufliche und kulturelle Erfahrungen zu kombinieren. 1934 unternahm er im Alter von zwanzig Jahren eine ausgedehnte Reise nach Deutschland, wo er sich in der Goldschmiedeschule in Hanau in der Gravur und dem Moddellieren weiterbildete. Kurz darauf folgte eine Studienreise nach Frankreich und schliesslich nach Argentinien, wo er von 1936 - kurz vor Kriegsbeginn 1939 in Buenos Aires lebte.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm Ernst Bosshart gemeinsam mit seiner Mutter Emmy den Familienbetrieb, wo er sein Wissen aus seinen Lehr- und Wanderjahren einbringen konnte. Gleichzeitig konnte er sich aber auch auf die langjährige Erfahrung seiner Mutter verlassen, die ihn aktiv im Betrieb unterstützte.
1963 heiratete er Margrit Notz.
Die vierte Generation: Peter Bosshart
Auch Peter Bosshart wuchs im Stammhaus an der Marktgasse 39 auf. Er folgte den Pfaden seiner Vorfahren und wurde ebenfalls Goldschmied. Seit 1987 arbeitete er im Familienbetrieb mit und übernahm 1994 nach dem Tod seines Vaters das Geschäft. Dabei war ihm seine Mutter Margrit eine wichtige Stütze, denn sie war in Winterthur bereits bestens vernetzt und verfügte über einen grossen Kundenstamm in ihrer Funktion als Schmuck- und Edelsteinberaterin.
Der Tradition folgend, engagiert sich auch Sandra Bosshart-Bollmann aktiv im Familienbetrieb und übernimmt Aufgaben im Verkauf, der Schaufentergestaltung und in der Geschäftsführung.
Ausbildungsbetrieb
Die Goldschmiedekunst wird nicht nur innerhalb der Familie weitergegeben. Seit 50 Jahren bildet die Familie in ihrem Betrieb regelmässig Lernende aus und beschäftigt zusätzlich fünf ausgelernte Goldschmied*innen.
Renovation Geschäftslokal 2004
2004 wurde das renommierte Geschäftslokal renoviert, die Verkaufsfläche verdoppelt und mit modernen gediegenen Gestaltungselementen in ein helles und modernes Geschäftslokal umgestaltet (Architekt Urs Huggenberger). Peter Bosshart, in vierter Generation der jetzige Besitzer des Unternehmens, legte aber Wert darauf, die Tradition auch im neuen Ladenlokal aufzuzeigen.
So wurde im Bereich der Sitzloge ein alter Ladeneinbau restauriert und eine charmante Ecke mit persönlicher, traditioneller Note gestaltet. Im Bollensteinkeller schliesslich zeugt das älteste Element auf die Tradition dieses Hauses hin, ein Eichenbalken aus dem Jahre 1281. Dieser Raum wurde deshalb aufwändig und heimatschutzgerecht renoviert. Dieser stilvolle Raum soll fortan für gediegene Ausstellungen und ähnliches genutzt werden.
Quelle
Dieser Artikel stützt sich massgeblich auf die Festschrift "150 Jahre Bosshart Goldschmied", die auf der Unternehmenswebsite publiziert ist.