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Auf die Frage, warum der Minister nicht an einem geplanten Treffen der Brics-Staaten teilnehmen wird, sagte eine Sprecherin des Pekinger Aussenministeriums am Donnerstag bei einer täglichen Pressekonferenz lediglich, man habe «keine Informationen» dazu.
Aus einem später veröffentlichten Protokoll wurde die Frage gestrichen. Ähnlich war das Ministerium bereits in den vergangenen Tagen bei Anfragen zu Qin Gang verfahren.
Der 57-Jährige hatte am 25. Juni seinen letzten öffentlichen Termin in Peking. Seitdem ist er nicht mehr gesehen worden. Am Mittwoch hatte sein Ministerium mitgeteilt, dass der chinesische Top-Diplomat Wang Yi, der in der Hierarchie noch über Qin Gang steht, kommende Woche am Brics-Treffen von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in Johannesburg teilnehmen werde. Wang Yi hatte den Aussenminister seit dessen Verschwinden bereits mehrfach vertreten.
Vergangene Woche hatte ein Sprecher des Aussenministeriums auf Anfrage zu einem anderen Treffen erklärt, Qin Gang sei aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Allerdings kamen auch Spekulationen über eine mögliche aussereheliche Affäre auf. Darauf angesprochen sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums am Montag ebenfalls nur knapp, dass sie «keine Informationen» dazu habe. Dass der Minister krank sei, wiederholte sie nicht.
Das Verschwinden von hohen Beamten, Prominenten und Geschäftsleuten kommt in China immer wieder vor. Oft stellt sich später heraus, dass sie in Ermittlungen oder andere Kontroversen verwickelt waren.
Zu den bekanntesten Fällen der vergangenen Jahre gehört der ehemalige chinesische Interpol-Chef Meng Hongwei, der 2018 auf einer Reise in China verschwand. Zwei Jahre später verurteilte ihn ein chinesisches Gericht wegen der Annahme von Bestechungsgeldern zu einer langen Haftstrafe.