Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/2400

Australien hat die Pläne zum Bau einer 2’700 m langen Start- und Landebahn aus Beton in der Nähe seiner Forschungsstation Davis an der Küste der Antarktis aufgegeben. Die Regierung von Premierminister Scott Morrison habe die Entscheidung auf Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umwelt des Projekts zurückgeführt, sagt Umweltministerin Sussan Ley.
Die Bundesregierung kündigte am 25. November 2021 an, die Landebahn, die in der Nähe der Forschungsstation Davis gebaut werden sollte, nach einer detaillierten Umwelt- und Wirtschaftsprüfung nicht zu genehmigen.
Umweltministerin Sussan Ley sagte: „In den letzten fünf Jahren hat die Regierung die Start- und Landebahn-Option gründlich untersucht, um unser Verständnis dieser einzigartigen terrestrischen und marinen Umwelt erheblich zu verbessern, was dazu beitragen wird, unsere zukünftigen Investitionen zu beeinflussen“.
Das ursprünglich im Mai 2018 angekündigte Projekt hätte den Bau der ersten befestigten Start- und Landebahn auf dem südlichen Kontinent gesehen. Die Start- und Landebahn hätte ganzjährig Großraumflugzeuge und strategische Transporte abfertigen können.
Derzeit ist die Davis Research Station nur im australischen Sommer per Eisbrecher oder per Kleinflugzeug auf internen Routen erreichbar.
„Es ist jetzt klar, dass wir uns aufgrund höherer prognostizierter Kosten, potenzieller Umweltauswirkungen und der Komplexität eines 20-jährigen Bauprozesses in einer extremen und sensiblen Umgebung jetzt auf alternative Optionen zur Erweiterung unserer umfassenderen Antarktis-Programmkapazitäten konzentrieren werden.“
Der Bau hätte bis zu 10 Jahre lang jedes Jahr zwei Frachtschiffe für Materiallieferungen in die Antarktis geschickt. Als Fertigstellungstermin war 2040 angesetzt worden.
Umweltschützer sind zufrieden über diesen Entscheid
Die ‘Bob Brown Foundation’ hatte sich gegen die Landebahn gewehrt und behauptet, sie würde der einzigartigen Ökologie irreversiblen Schaden zufügen und einen gefährlichen Präzedenzfall für die zukünftige Entwicklung schaffen.
„Die australische Regierung hat das Richtige getan, indem sie die antarktische Umwelt an die erste Stelle gesetzt hat“, sagte Stiftungsaktivist Alistair Allan.
„Dieser Vorschlag sollte dauerhaft in die Geschichtsbücher verbannt werden und die Idee, Hunderttausende Tonnen Beton in einem so unglaublichen Ökosystem zu verlegen, als schlechte Idee gelten, um eine Katastrophe zu vermeiden.“
Der grüne Senator von Tasmanien, Peter Whish-Wilson, sagte: „Die Entscheidung der Regierung sei ein Gewinn für den gesunden Menschenverstand“.
Heiner Kubny, PolarJournal