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Nein, das ist nicht das Motto der Schweizerischen Bankiervereinigung! Es ist ein Zitat aus Friedrich von Schillers Ode an die Freude. Dieses Gedicht wäre heute nur eines unter vielen Werken des schwäbischen Dichterfürsten, wäre es nicht durch Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie zu Weltruhm gelangt.
Die 9. Sinfonie d-Moll Opus 125 wurde 1824 uraufgeführt, drei Jahre vor Beethovens Tod und fast zwanzig Jahre nach Schillers Dahinscheiden. Obwohl der Komponist bereits stocktaub war, dirigierte er persönlich. Die Sinfonie hatte eine Besonderheit: im 4. Satz kam erstmals ein Chor vor (bis heute ist, wenn man von Beethovens Neunter spricht, meistens der 4. Satz mit dem Chor gemeint). Die Uraufführung war ein grosser Erfolg und die Ode wurde bald eines der populärsten Werke Beethovens. Im späten 19. Jahrhundert stürzten sich ironischerweise deutsche Nationalisten auf das doch eigentlich völkerverbindende Werk (Alle Menschen werden Brüder – Diesen Kuss der ganzen Welt) und machten es quasi zu ihrer Hymne. Auch die Nazis usurpierten das gemeinsame Produkt der beiden „urdeutschen“ Genies (wobei Schiller und Beethoven sich vermutlich alle beide in ihren Gräbern umgedreht haben). Nach dem Zweiten Weltkrieg schliesslich begann trotz dieser Vorgeschichte der Aufstieg der Ode zur „Hymne Europas“ und zum Welthit. Einen Höhepunkt erreichte dieser Aufstieg, als Leonard Bernstein sie am 23. Dezember 1989 in Berlin dirigierte, umbenannt in Ode an die Freiheit. Was auch immer man davon halten mag – vermutlich hat das Finale der Neunten noch niemanden unberührt gelassen.
Heute gibt es unzählige Bearbeitungen, Variationen und Übersetzungen. Esteban Buch (welch schöner Name!) verfolgt in seinem Buch Beethovens Neunte die Karriere dieses weltbekannten Musikstücks.