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None but the Brave ist die erste und einzige Regie-Arbeit von Frank Sinatra. In diesem Kriegsdrama geht es um eine Gruppe japanischer und amerikanischer Soldaten, die während des zweiten Weltkrieges auf irgendeiner bedeutungslosen Pazifik-Insel gestrandet sind und versuchen, im eigenen Interesse miteinander zurecht zu kommen.
Für Williams bot sich hier die Gelegenheit, 1965 einen seiner frühesten Filmscores abzuliefern und sich so stärker von der TV-Arbeit auf den Film zu verlegen.
Im Gesamt-Oeuvre des Meisters spielt dieser Score allerdings rein musikalisch eine eher untergeordnete Rolle. Mit nur wenigen ostasiatischen Anklängen für die Japaner hat Williams einen klassischen Orchester-Score geschrieben, bei dem am ehesten das Hauptthema im Gedächtnis bleibt: eine an sich eher getragene Streichermelodie, die aufgrund des Arrangements aber deutlich vernehmbar macht, dass es sich um ein Drama handelt. Williams hat also keinen Marsch komponiert, wie er es bei militärisch gefärbten Filmen sonst gerne tut. Und auch während des gesamten Scores gibt es nichts, was man als Marsch bezeichnen könnten auch wenn er auf die Snaredrum als spannungsaufbauendes, militaristisches Stilmittel nicht verzichtet.
Für die Japaner hat Williams zwar ein weiteres Thema geschrieben, das aber nur selten zum Einsatz kommt. Das einzige Mal deutlich vernehmbar erklingt es als Flötensolo im Track Okuda Whistles. Der restliche Score ist eher ein an Höhepunkten armes Underscoring. Das Thema wird hier und da zitiert, kommt aber nur im Main Title und End Cast voll zur Geltung.
Die insgesamt sieben Bonus-Tracks beinhalten neben Alternativaufnahmen auch die Musik zum Film-Trailer sowie zwei Songs, die man eigentlich nur als Tribut an die damalige Zeit bezeichnen kann. Der erste ist None But The Brave. Hier wird das Hauptthema zur typischen Sixties-Schnulze umgebaut und mit einem Text von Donald Wolf versehen. Wie angebracht es ist, eine solch schummrige Nummer als Single-Auskopplung (und bis dato einzige Veröffentlichung von Musik zu diesem Film) zu einem Kriegsdrama zu lancieren, muss man sich schon fragen. Der zweite Song Sylvia war die B-Seite (!) der damaligen Single None But The Brave und ist die Single-Auskopplung zum gleichnamigen 1965er Film. Die B-Seite dürfte wohl der einzige Grund sein, dass sich dieser Song von David Raksin und Paul Francis Webster, der ansonsten nichts mit None but the Brave zu tun hat, auf dieser CD wiederfindet.
Das Bemerkenswerteste an None but the Brave ist, dass man hier zum ersten Mal das bereits vorhandene Potenzial des noch jungen Williams erahnen kann, was dramatisches Actionscoring angeht. Viele Ansätze und Stilmittel findet man in seinen späteren, berühmten Arbeiten wieder, auch wenn sie da dann deutlich ausgereifter, konsequenter ausgebaut und wirkungsvoller zu hören sind, als in dieser dennoch sehr soliden Arbeit. Schon aus diesem Grund ist das Album für Williams-Komplettisten eine lohnende Anschaffung. Für alle anderen eher nicht.
Anzumerken ist schließlich noch, dass die hier verwendeten Originalaufnahmen dank sorgfältigen Remasterings eine erstaunlich gute Stereo-Klangqualität haben.
NONE BUT THE BRAVE John Williams Film Score Monthly FSM Silver Age Classics Vol. 12, No. 12 65:49 Min. / 25 Tracks