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Die gute Börsenstimmung wurde im Januar wegen dem Ausbruch des Corona-Virus und Spannungen im Nahen Osten unterbrochen. Total wurden bisher über 17’000 Infizierte und 360 Tote gemeldet. Insgesamt wurden ausserhalb China über 100 Infizierte gemeldet, jedoch noch keine in der Schweiz. Die bislang gemeldeten Zahlen sind im Kontrast zu früheren viralen Infektionen noch relativ tief. Die Schweinegrippe, welche im Jahr 2009 ausgebrochen ist hat beispielsweise über 575 Tausend Tote gefordert und die jüngst im Jahr 2014 ausgebrochene Ebola Infektion in Afrika forderte über 11 Tausend Tote. Weitere Infektionen wie MERS, SARS oder die Vogelgrippe wurden mit weniger als Tausend offiziellen Opfern eingedämmt. Das Risiko einer Ausbreitung in Europa wird derzeit als gering eingeschätzt auch weil China im Vergleich zur SARS Pandemie sehr schnell und effektiv zu reagieren scheint. Der Einfluss auf die Märkte war in allen historischen Fällen minimal oder wurde durch weitere Ereignisse (Irak Krieg 2003 im Falle von SARS, FED Politik 2009 im Falle der Schweinegrippe) überschattet. Bei einer Eindämmung des Corona-Virus dürfte das Wachstum nur temporär beeinträchtigt werden. Für das chinesische Wachstum rechnen wir aber mit einer stärkeren Beeinträchtigung der Realwirtschaft in den kommenden Monaten, wodurch auch die Investorenstimmung entsprechend leiden dürfte. Die weltweit expansive Fiskal- und Geldpolitik sowie die bislang rapportierten Gewinnberichte unterstützen Risikoanlagen nach wie vor.
Unter dem Einfluss des Corona-Virus verloren vor allem die chinesischen Märkte und der Hang-Seng Index in Hong Kong stark. Seit dem 24. Januar sind die chinesischen Börsen aufgrund des chinesischen Neujahrs – und einer Verlängerung um zwei Tag aufgrund des Virus-Ausbruchs – geschlossen. Die übrigen Weltmärkte beendeten den Monat meist ebenso tiefer. Der Schweizer Aktienmarkt (SMI) nähert sich der 11’000er Marke und der S&P500 Index überschritt erstmals, auch wenn nur temporär, die 3’300er Marke. Die grosse Mehrheit der Unternehmungen in den USA und auch Europa übertrafen bisher die Gewinn- und Umsatzerwartungen. Die Berichtssaison ist jedoch noch in jungen Schuhen, aber der Trend der positiven Überraschungen dürfte anhalten. Die Bewertungen an den Aktienmärkten erreichen damit neue Mehrjahreshöchststände. Auf Basis der geschätzten Gewinne ist der S&P500 so teuer wie letztmals im Jahr 2002, jedoch sind auch die Zinsen am langen Ende (10-Jahre) mehr als 2% tiefer als im Jahr 2002 (siehe FOKUS).
Seit Januar 2020 sind die Renditen weltweit wieder deutlich gefallen. Die Verunsicherung wegen dem Corona-Virus hat Investoren zusätzlich in sichere Anlagen getrieben. Der US 10-Jahres Treasury rentiert noch 1.5% auf Verfall - nur noch rund 5 Basispunkte über dem Vorjahrestiefststand. Auch die Schweizer Eidgenossen (10J) zogen deutlich an. Die Verfallsrendite sank wieder deutlicher ins Negative (-0.7%). Auch die Zinskurven verflachten sich damit wieder seit Jahresstart. Der Zinsentscheid der EZB bot keine Überraschung. Der Leitzins bleibt bei 0% und die EZB kauft monatlich Anleihen im Wert von 20 Mia. EUR. Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat zudem eine Überarbeitung der geldpolitischen Strategie veranlasst. Die Resultate daraus dürften aber erst gegen Ende Jahr veröffentlicht werden. Von einer Inversion der Zinskurven, welche Ende August 2019 zu beobachten waren, sind wir aber noch etwas entfernt und wir gehen davon aus, dass bei anhaltend positivem Konjunkturausblick eine Normalisierung eintreten wird. Die US Notenbank zeigt sich zunehmend unzufrieden mit der tiefen Inflation. Dies wurde von den Märkten erneut «dovish» interpretiert und mindestens eine Zinssenkung wird von der FED in diesem Jahr erwartet.
Das Öl konnte die geopolitisch bedingten Zwischengewinne nicht halten und verlor aufgrund von Nachfrageängsten im Zusammenhang mit dem Virus-Ausbruch mehr als 15% im Januar. Gold war in dieser Hinsicht stabiler und schloss trotz der Verflüchtigung der Spannungen und einem starken USD (Handelsgewichteter USD Index +1%) um 4.7% höher. Wegen dem schwachen Ölpreis und dem stärkeren USD, welcher die Rohstoffpreise insgesamt beeinträchtigte, litten vor allem Währungen rohstoffabhängiger Nationen wie der Norwegischen Krone oder dem Australischen Dollar.Ausblick
Die Berichtssaison wird bis in den Februar im Zentrum des Anlegerinteresses stehen, aber auch der weitere Verlauf des Virus. Der globale Aktienmarkt zeigt noch keine Divergenzen, welche auf eine Trendumkehr hindeuten würden und damit bleiben die Aussichten für Aktien positiv. Die stark gefallenen Zinsen passen derzeit am wenigsten in unser Szenario der Wachstumserholung aber relativieren gleichzeitig die hohen absoluten Bewertungen, was unter anderem auf die expansive Geldpolitik der Zentralbanken zurückzuführen ist. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die geld- und fiskalpolitischen Massnahmen zu einer weiteren Verbesserung der Konjunkturdaten führen dürften. Der Virus-Ausbruch dürfte bei einer Eindämmung nur temporär für eine Wachstumsdelle sorgen.