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Ruth Bader Ginsburg (RBG) wurde in der Nacht auf Dienstag an den MTV-Awards in Los Angeles mit dem Award als «Beste Heldin im wahren Leben» ausgezeichnet. Die 86-jährige Richterin am Supreme Court der USA ist nicht die typische Beamtin. Hier sind sechs Dinge, die du über die 1.55m grosse Frau wissen musst.
Ruth Bader Ginsburg setzt sich seit Beginn ihrer Karriere gegen jede Form der Diskriminierung – aufgrund von Rasse, Klasse, Behinderung und vor allem Geschlecht – ein. Ihr Engagement machte sie bei den Linken äusserst populär und umso unbeliebter bei den Rechten.
Bereits in einem ihrer ersten Fälle als frischgebackene Anwältin liess sie durchblicken, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Ein Mann, dessen Frau bei der Geburt des Kindes verstorben war, beanspruchte für die Ermöglichung der Pflege des Sohnes eine Witwerrente. Diese wurde ihm jedoch nicht zugesprochen. RBG vertrat den Mann und argumentierte, dass einer Frau in einer solchen Situation finanzielle Unterstützung zusteht – wieso nicht einem Mann? Ginsburg erhielt Recht und widmete sich, angetrieben durch den Erfolg, fortan den Gesetzen, die Männer und Frauen ungleich behandelten.
Ihrem unermüdlichen Einsatz für die Gleichberechtigung, ihrer beispiellosen Karriere, ihrer Bescheidenheit und Coolness hat sie es zu verdanken, dass sie in den USA Rock-Star-Status geniesst. Fans nennen sie liebevoll Notorious R.B.G. – in Anlehnung an den Rapper Notorious B.I.G.
Neben Notorious R.B.G. T-Shirts, ziert das Gesicht von Ginsburg mittlerweile Handyhüllen, Taschen, Bettwäsche und vieles mehr. Es gibt sogar eine RBG-Actionfigur zu kaufen.
Ihr Bekanntheitsgrad ist mittlerweile so hoch, dass die bekannte Sendung «Saturday Night Live» ihr ein eigenes Hommage-Lied gewidmet hat:
Drei Mal wurde bei ihr Krebs diagnostiziert: Im Jahr 1999 Darmkrebs, circa zehn Jahre später Bauchspeicheldrüsenkrebs und im letzten November entdeckten Ärzte Knoten in ihrer Lunge. Alle drei Krebsarten konnte Ginsburg besiegen – und fehlte dabei kaum einen Tag bei der Arbeit. Im Dokumentarfilm «RBG» vom 2018 über ihr Leben wird klar, dass die zierliche Frau nicht nur eine Kämpferin, sondern auch ein Workaholic ist.
In einem Interview mit der New York Times, das während dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 stattgefunden hat, kritisierte RBG Donald Trump: «Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieser Ort sein würde – ich kann mir nicht vorstellen, wie das Land sein würde – mit Donald Trump als Präsidenten. Für das Land wären es vier Jahre. Für das Gericht wären es – das will ich nicht einmal in Betracht ziehen.» Sie spielte dabei nicht nur auf Trump persönlich ab, sondern auch auf seine Befugnis, die Richter des Supreme Court auf Lebenszeit zu nominieren.
Die Kritik gefiel dem heuten US-Präsidenten natürlich nicht und er schoss in Trumpscher Manier via Twitter zurück:
Ginsburg zeigte darauf grosse Stärke und entschuldigte sich in einem öffentlichen Statement bei Donald Trump: «Richter sollten es vermeiden, einen Kandidaten für ein öffentliches Amt zu kommentieren.» Sie räumte ein, einen Fehler gemacht zu haben.
Im Januar diesen Jahres meldete Fox News, dass Ruth Bader Ginsburg verstorben sei. Da es sich um einen grossen Fehler handelte, war der konservative Nachrichtensender zu einer Entschuldigung gezwungen.
Das ironische dabei ist, dass bei einem Ableben von RBG ein Richterposten im Supreme Court frei wird. Diesen Posten könnte ein republikanischer Präsident mit einem konservativen Richter besetzen.
Bei der Rede von Obama im Jahr 2015 schlief RBG ein. Das entging den anwesenden Kamerateams natürlich nicht und das Foto wurde heftig geteilt und kommentiert. Auch Ginsburg selbst nahm später Stellung dazu – mit einer ordentlichen Portion Charme und der Beichte, nicht ganz nüchtern gewesen zu sein.