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|Abt Rumo von Ramstein (1274-1281)

Abt Rumo von Ramstein
Rumo von Ramstein, 1274-1281. Rumo entstammte dem freiherrlichen Geschlecht Ramstein aus dem Schwarzwald, er war verwandt mit dem Abt der Reichenau, Albrecht von Ramstein (1259-1294), und mit seinem Vorgänger Berchtold von Falkenstein (1244-1272). Urkundlich erscheint er 1257 als Camerarius, ab 1263 als Custos, in einer zeitlich nicht genau bestimmbaren Urkunde als decanus et prepositus per Argoviam, 1272 ist er Dekan. Nach dem Tode Heinrichs von Wartenberg wählte seine Partei Rumo von Ramstein am 26.4.1274 zu ihrem Abt. Die Kämpfe zwischen den Parteien dauerten an. Nachdem Ulrich von Güttingen am 14.2.1277 gestorben war, wurde Rumo nun auch von der gegnerischen Partei als Abt anerkannt. Doch die Lage des Klosters besserte sich kaum. Rumo veräußerte und verlieh weiterhin Klosterbesitz, verkaufte den Kirchenschatz und auch Bücher, um zu Geld zu kommen. Nachteilig waren auch die Eingriffe des Vogtes, Ulrich von Ramschwag. 1277 gelang es Abt Rumo, die Burg Clanx, den Mittelpunkt der äbtischen Herrschaft in Appenzell, von Ulrich zurückzugewinnen, wofür er ihm aber Burg Blatten im Rheintal und den Hof Waldkirch abtreten mußte. Neben dem Streit mit dem Vogt überwarf er sich mit den Appenzellern, die bewaffnet vor Burg Clanx zogen und die Freilassung ihres Ammanns, Hermann von Schönenbühl, den der Abt gefangenhielt, verlangten. Trotz eines päpstlichen Verbots gegen willkürliche Besitzergreifung von Klostergütern durch Gläubiger und eines Privilegs, Schulden, die von seinem Vorgänger nachweisbar im Interesse des Klosters gemacht worden waren, nicht bezahlen zu müssen, vom 7. und 15.3.1277, war Abt Rumo der Lage keineswegs gewachsen, worauf er am 4.12.1281 auf die Abtei verzichtete. Im Vertrag vom 15.1.1282 sicherte ihm sein Nachfolger eine jährliche Pension von Zoo Mark zu. Gestorben ist Rumo an einem 20.8. zwischen 1297 und 1303.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)