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Bürgergemeinde Winistorf
Die Dorfgeschichte in Kürze:
Der Ortsname wurde früher auch Wingistorf, Windistorf und Zwindisdorf geschrieben und dürfte wie Wynigen den Personennamen Wino oder Wini = Freund enthalten und als "Dorf der Leute des Wino" gedeutet werden.
Die Gründung geht, wie bei den meisten
Dörfern der Umgebung, auf die Zeit der alemannischen Besiedlung
unseres Gebietes zurück.
Winistorf ist die Heimat der Familie Winistörfer, früher auch bloss "Winistorf" genannt, von denen zur Reformationszeit einige ins Bernbiet auswanderten. Bekannt wurde P. Urban Winistörfer (1789-1859), Zisterzienser von St. Urban, welcher sich nach der Aufhebung seines Klosters in Solothurn als Historiker niederliess.
Im ausgehenden Mittelalter gehörten Zwing und
Bann des Dorfes der Stadt Bern. 1438 gelangten sie durch Tausch
an den Edelknecht Schultheiss Herrmann von Spiegelberg und 1466
durch den Verkauf der Herrschaft Halten an Solothurn.
Wahrscheinlich waren die Winistörfer vor der Reformation zu
Seeberg kirchgenössig. Nach einer Urkunde im Staatsarchiv vom
22. Mai 1649 mussten sie der Pfrund Seeberg von 8 Mädern im
"Schoren" den Heuzehnten und von allen
"Gewächsen" ebenfalls den Zehnten entrichten.
1684 wurde Winistorf der Pfarrei Aeschi zugeteilt. Das Dorf zählte damals 10 Häuser, ausgenommen dasjenige, welches auf Berner Boden stand, aber der Pfarrei angeschlossen war, 2 Rechtsamen und 70 Seelen. An das Pfrundeinkommen des Pfarrers von Aeschi entrichtete es alljährlich 2 Kronen, 6 Batzen, 1 Kreuzer und ½ Klafter Holz.
Im Jahre 1908 zählte Winistorf zusammen mit mit den "Mösli" 16 Häuser sowie 160 Einwohner. Nach dem Einfall der Franzosen bis zzum Jahre 1854 bildetet Winistorf zusammen mit Hersiwil und Heinrichswil eine politische Gemeinde, im Volksmund "Höfe" genannt. Mit Genehmigung des Regierungs- und Kantonsrates wurde beschlossen, dass die damaligen Hauptgeschlechter, die Familien Frei, Furrer, Kummer, Niggli, Späti, Stampfli, Steiner und Winistörfer, fortan ihr Bürgerrecht in allen drei Gemeinden geltend machen dürfen.
1799 besuchten die Winistörfer Kinder noch die Pfarreischule von Aeschi. Ab 1810 konnten die Kinder der "Höfe" in Heinrichswil die Schule besuchen. 1892 bekam Winistorf sein erstes Schulhaus. Seit 1943 bilden die drei "Höfe" einen Schulkreis. In den Jahren 1941 bis 1943 wurde im Rahmen der Melioration des "Wahlenplans" das Gelände um den Aeschisee und den Krümmelbach, welcher die Grenze zwischen Winistorf und dem bernischen Hellsau bildet, tiefer gelegt und kanalisiert. Dadurch wurde das "Mösli" entwässert und eine bedeutende Anbaufläche gewonnen.
Durch die nahe Zürich-Bernstrasse, aber auch durch die Autobahnverbindung in Kriegstetten stehen dem stillen Dörflein an der Kantonsgrenze die Tore zur weiten Welt offen.
Ab 2013 wurden die Einwohnergemeinden Winistorf, Heinrichswil und Hersiwil wiederum zur Gemeinde "3 Höfe" zusammengeschlossen.
Als einzige der drei Bürgergemeinden bleibt die Bürgergemeinde Winistorf weiterhin selbstständig.