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Der Grundriss der Kirche Rein ist dreiteilig. Im Nordosten ist ein Vorbereich, aus dem mittig der grosse Turm herauswächst. Die Ostseite ist gegliedert durch die beiden grossen rundbogigen Fenster zur Linken und zur Rechten der grossen rundbogigen Glastür. Darüber hängt ein weiteres Rundbogenfenster, das von einem Rundlicht und schliesslich dem Turm überhöht wird. An den Vorbereich schliesst das rechteckige Kirchenschiff an. Die Seitenwände des Kirchenschiffs sind weiss und werden durch sechs natursteinerne Stützen, die an den Ecken der Kirche beginnen, in fünf Kompartimente geteilt, in deren Zentrum jeweils ein grosses, rundbogiges Fenster steht. Alle Rundbogen werden durch einen weiteren steinernen Bogen abgeschlossen. Zudem verläuft am Boden ein steinerner Sockel um die ganze Kirche. Der Vorbereich und das Kirchenschiff werden durch dasselbe Dach bedeckt. Dieses wird zu beiden Seiten durch einen erhöhten, steinernen Giebel begrenzt, der jeweils in kleinen Eckzinnen endet.
Im Westen schliesst ein fünfseitiger Chor an. Er ist zu beiden Seiten eingezogen und hat einen gegenüber dem Kirchenschiff niedereren Dachfirst. Mit dem Kirchenschiff verbinden ihn die weisse Farbe der Wände und der steinerne Sockel am Boden. Im Zentrum der fünf Seitenwände steht jeweils ein grosses Rundbogenfenster. In diesen Fenstern befinden sich Glasmalereien des Künstlers Werner Sommer.
Der markante Kirchturm mit Spitzhelm und den vier gotischen Türmchen
Der Turm aus dem 19. Jahrhundert ist ein weitherum sichtbares Wahrzeichen der Region und ein bedeutender Zeuge des neugotischen Stils. Er wächst mittig aus der östlichen Seite der Kirche (respektive dem Eingangsbereich). Er hat eine quadratische Grundfläche und vier identisch gestaltete Seiten. Vom Eingangsbereich trennt ihn baulich ein kleiner, steinerner Sims. Darüber steht auf allen Seiten ein rundbogiges Lamellenfenster, das den Glockenstuhl verdeckt. Darüber thront jeweils ein grosses Zifferblatt mit goldenen Zeigern und Ziffern auf zwei konzentrischen Kreisen, wobei der äussere schwarz und der innere weiss ist. Darauf folgt ein Ziersims, der den Turm mit seinem Dach verbindet. Das Dach ist ein zuerst flach beginnender, dann aber steil nach oben steigender Spitzhelm aus Kupfer, der in einer Windrose endet. An den vier Ecken des Helmes stehen kleine gotische Türmchen. Sie geben diesem Turm sein charakteristisches Aussehen und stellen ihn in die grosse Tradition der mittelalterlichen Kirchenbaukunst, selbst wenn er selbst aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Der Turm kann durch den Aufzug im Vorraum betreten werden. Dabei steigt man im Dachstock aus. Dieser befindet sich über dem Kirchenschiff und dient als Lagerraum. Hier können die Holzkonstruktionen besichtigt werden, die das Dach zusammenhalten. Zwischen dem Holzboden des Dachstocks und der Decke des Kirchenschiffs befindet sich eine niedrige Zwischenetage, wo die alte neugotische Dekoration von 1864 noch sichtbar ist. Dieser Teil ist jedoch nicht zugänglich. Durch eine Tür im Dachstock kann der Turm betreten werden. Auf dem untersten Turmgeschoss befindet sich das alte Pendel. Es betrieb einst das mechanische Uhrwerk. Dieses ist auf dem zweiten Geschoss noch sichtbar ausgestellt. Es lief von 1869 bis 1981, als das elektrische Uhrwerk eingebaut wurde. Auf der dritten Etage befindet sich der Glockenstuhl. Er enthält vier Glocken und wird durch vier rundbogige Lamellenfenster begrenzt. Wenn man die Lamellen öffnet, zeigt sich ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Man sieht im Osten das Wasserschloss (der Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat) und hat im Norden eine Aussicht über das ganze Untere Aaretal bis in den Schwarzwald hinein. Der Turm, der in dieser Region alle Blicke auf sich zieht, hat selber alles im Blick.