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pw. Zu den liberalen (im klassischen Sinn) Postulaten in der Schweiz gehört auch die “freie Pensionskassenwahl”. Sie wurde an dieser Stelle schon x-fach abgehandelt. Sie verdient aber erneute Erwähnung, wenn die Forderung von gutinformierter und prominenter Seite in der NZZ geäussert wird. In diesem Falle von Gerhard Schwarz, früher Chef des NZZ-Wirtschaftsteils und von Avenir Suisse.
Er vergleicht die Stellung eines Aktionärs mit jener eines Destinatärs in der Pensionskasse. Was schon von der Ausgangslage her zumindest fragwürdig ist, genauer besehen aber als irreführend bezeichnet werden muss. Natürlich geniesst der Aktionär denkbar grosse Freiheiten bei seinen Anlagen, zudem ist auch niemand gezwungen, überhaupt Aktionär zu werden.
Die Versicherten bezeichnet Schwarz hyperbolisch als zu den “rechtlosesten Subjekten” im Kapitalismus gehörend. Immerhin sind sie im Stiftungsrat vertreten. Rechtlosigkeit ist wohl eher in der AHV anzutreffen und auf Unternehmensentscheide hat der durchschnittliche Arbeitnehmer in der Regel ebenfalls keinerlei Einfluss.
Aus der für Schwarz unbefriedigenden Situation für den Destinatär folgert für ihn die Forderung nach der freien PK-Wahl, was aber nur in allergröbsten Strichen skizziert wird und wobei ausser acht bleibt, dass eine 2. Säule mit freier Wahl eine ganz andere wäre als die heutige. Und ob sie für die Versicherten trotz grösserer Einflussnahme auf die Anlagen letztlich die “bessere Wahl” wäre, müsste erst noch geklärt werden. Schwarz schreibt:
Von solcher Einflussnahme können Pensionskassen-Versicherte nur träumen. Sie gehören zu den rechtlosesten Subjekten im Kapitalismus. Widerspruch mit Aussicht auf Erfolg ist nicht vorgesehen. Vor allem können sie ihre Unzufriedenheit nicht durch einen Wechsel der Pensionskasse kundtun. Wenn die Leitung einer Pensionskasse die Anlagen politisch korrekter ausrichten will, ist der Versicherte, der das anders sieht oder schlicht eine möglichst hohe und sichere Rente anstrebt, gefangen.
Die Möglichkeit einer freien Wahl der Pensionskasse und eine deutliche Verbesserung der Governance, damit sich Widerspruch stärker manifestieren kann, wären daher wichtige und dringend nötige Schritte zur Ermächtigung jener, denen die riesigen Pensionskassenvermögen eigentlich gehören.