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Ein zu langes Zögern könnte negative Folgen für die weltgrösste Volkswirtschaft haben und zu einer Überhitzung beitragen, sagte John Williams vom Fed-Ableger aus San Francisco am Donnerstag. Angesichts der Stärke der amerikanischen Wirtschaft sei es sinnvoll, die Zinsen weiter graduell anzuheben. Dies solle "lieber früher als später" geschehen. Grundsätzlich gehöre die Möglichkeit bei jeder Fed-Sitzung auf den Tisch, auch jetzt im September. "Ich denke, das würde Sinn machen, wenn man bedenkt, wie die Wirtschaft läuft."
Williams ist dieses Jahr zwar nicht im Offenmarktausschuss (FOMC) stimmberechtigt, der über die Zinspolitik der Fed entscheidet. Dennoch gilt der Präsident der Federal Reserve von San Francisco als einflussreich.
Der Chef des New Yorker Fed-Ablegers, William Dudley, betonte am Donnerstag die starke Erholung am US-Arbeitsmarkt. So deute ein Lohnzuwachs von rund 2,5 Prozent darauf hin, dass die Wirtschaft auf dem Weg zur Vollbeschäftigung sei. Zuletzt seien zahlreiche neue Stellen geschaffen worden. Zudem habe zum ersten Mal seit längerer Zeit landesweit die Zahl der Jobs in der mittleren Gehaltskategorie - etwa bei Lehrern oder Mechanikern - stärker zugenommen als unter Spitzenverdienern und im Niedriglohnsektor. Dudley hatte zuletzt bereits eine Zinserhöhung im September ins Gespräch gebracht.
Die nächsten Sitzungen des FOMC finden im September, November und Dezember statt. Im Dezember 2015 hatte die Fed den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld erstmals seit fast zehn Jahren angehoben. Seitdem liegt er in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Viele Fed-Beobachter rechnen zum Jahresende mit einem weiteren Schritt nach oben - wenn das Rennen um das Weisse Haus gelaufen ist. Zu Beginn des Jahres machten Börsenturbulenzen die Fed vorsichtig, zuletzt dann das britische Votum für einen EU-Austritt.
(Reuters)