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«Wir hatten gestern abgemacht, dass wir heut um neun nach Sepe fahren, also ich bin hier, um acht . Habe ich dich aufgeweckt?» Konuko nickte.
«Komm rein.»
Sie gingen einen langen, schmalen Gang entlang zur Küche. Diese war hell und geräumig,
jedoch spärlich bestückt. Ein grosser Gasherd mit Ofen, gespeist durch eine Gasflasche die rechts in der Ecke stand, einen mittelgrossen Eisschrank links an der Wand, links davor der galvanisierte Metallkasten einer Kühltruhe, für
Fische wahrscheinlich, dachte sich Sami, ein Waschbecken von gesprenkeltem Stein, Regale an der Wand hinten mit Geschirr, einem weissen Küchentisch und vier weisse Stühle. das Licht schien durch ein milchiges Wellblech an der Decke.
«Setz
dich, ich komme gleich wieder» Konuko verschwand im Flur.
Aus einem der Zimmer kommend hörte er Stimmen. Hatte er nicht gerade Konuko beim offenen Türrahmen vorbeieilen gesehen? Die Einganstür fiel ins Schloss. Was sollte er machen,
in diesem fremden Haus, soll er sich vorsichtig rausstehlen? Aber sie hatten doch abgemacht. Hatte das Konuko vollkommen vergessen? Wie peinlich!
Zwei Minuten später erschien Konukos Tochter. Sie begrüsste Sami erfreut. Sie entschuldigte ihren
Vater, er habe noch etwas erledigen müssen. Er käme gleich. Sie verschwand kichernd in die hinteren Gemächer. Etwas später tauchte Konukos Frau auf. Sie war an die 1,70 m gross. Sie sah spanisch aus, sie trug gewelltes, langes, schwarzes
Haar. Ihre Haut war helle Haut, sowie feinen Gesichtszügen. Sie glich einer dieser Madonnas in den Prozessionen. Sie entschuldigte sich, aber sie hätte noch etwas vorbereiten müssen. In einer halben Stunde müsse sie mit dem Unterricht
in der Dorfschule beginnen.
« Möchten Sie vielleicht einen Kaffee ?“ Sami bejahte dankend. Sie stellte den Wassertopf auf den Herd und zündete die Gasflamme an. Dann wollte sie unbedingt wissen, wie es komme, dass er hier in Choroni
sei. Als er ihr alles berichtet hatte, lobte sie ihn, seines guten Spanisch wegen. Konuko kam zurück. Er hielt ein Zuckerpaket in der Hand. Sie goss den Kaffee in die Tassen und fügte den Zucker direkt aus dem Papierumschlag des Zuckers in die Tassen.
Konuko nahm gleich vier Löffel. Beim servieren entschuldigte sich sich, «aber die Schule» und verschwand in den hinteren Teil des Hauses.
„ Wie viele Passagiere hast Du denn?,“ fragte Konuko.
Sie seien zu viert, aber
er würde sich noch im Dorf umschauen.
„ Gut, dann treffen wir uns um zehn beim Boot, Okay?“
„ Okay“ antwortete Sami.„ Gut dann bis nachher, um 10 Uhr, aber um 10 Uhr zehn Uhr und nicht 10 Uhr - elf Uhr.“.
Am Strand, kaufte er sich bei einem kleinen Laden, zwei weitere fischgefüllte «Empanadas». Dazu bestellte er einen eisdurchmischten, „Chirimoiasaft“, Chirimoia war eine starkparfümierte tropische Frucht. Ein langer,
hagerer, blasser, fischimportierter Nordeuropäer stand verloren auf der Strasse und beobachtete die Umgebung. Sami wandte sich ihm zu. Er sprach ihn auf Englisch an.
“Probieren sie doch einmal diesen Saft, er schmeckt köstlich!“
Der wird gleich hier, auf der Stelle präpariert.
Der junge Mann wollte sich abwenden. Er wollte sich n seinem unsichtbaren Geäuse verstecken. Seine Neugierde liess ihn doch ein Fensterchen offenhalten. Er näherte sich nur zögernd
der Theke. Sami bestellte kurzerhand einen Saft für. Beide standen jetzt neben einander, der Engländer schien leicht verstimmt. Sami fühlte sich plötzlich neben seinen Schuhen, zuerst beim Konuko und jetzt noch der verklemmte Nordeuropäer.
Der Tag fängt ja gut an. Aber er ist ja selber Schuld, die Leute einfach so anzusprechen. Die Früchte lagen vor ihnen, hinter einer Glasscheibe.
Der Verkäufer füllte ein langes Glas mit dem Getränk und reichte es dem neuen
Fremden. Des Europäers Hand näherte sich dem eisgekühlten Saft, nahm den Plastikstrohhalm und saugte daran. Wirklich, es mundete vorzüglich. Er hiesse Alan und käme aus Leeds, einer Stadt im Norden Englands. Er sei eben erst angekommen,
er habe sein Gepäck im kleinen Hotel dort deponiert.
Sami hatte gar nicht gewusst, dass es hier Hotels gibt. Dann fragte er ihn, ob er nicht mit ihm und ein paar Freunden aus Venezuela, nach Sepe, einer wunderschönen Bucht, mitkommen möchte.
Sie müssten dazu ein kleines Fischerboot anheuern, der Fahrpreis sei sehr günstig. Alan willigte glücklich „delighted“ ein. Das träfe sich gut, er warte hier auf seine Freunde die erst am Abend eintreffen würden.
Also,
in 15 Minuten am Hafen, vereinbarten sie. Sami eilte zurück zur Unterkunft. Auf dem Weg beim Fluss, traf er Amalia mit Nilda und Mutter an. Sie kämpften sich plaudernd, auf rohen Holzbänken, im Schatten der hohen Bäume beim Fluss,
durch ein üppiges Frühstück.
Als vor ihnen stand war der Redefluss versiegt, ein peinliches Schweigen machte sich breit. «Mein Gott, das ist ja wirklich mein Tag heute» dachte sich Sami.
Er fragte sie, ob sie
wirklich mitkommen möchten. Natürlich, warum denn nicht? Sie sollten sich dann aber beeilen! In 20 Minuten fahren wir los. Ein neues Schweigen machte sich breit.
Ob er denn nichts essen wolle, fragte ihn Amalia.
Nein, nein er
habe schon gegessen, antwortete er.
Renata bot ihm eine Tasse Kaffee, als er ablehnte und sie insistierte, nahm er sie endlich an. Nun wollte sie wissen, woher er denn sei, als ob sie dies nicht schon von Amalia erfahren hatte und was er denn
in Venezuela so mache. Auch sie, war sehr erstaunt seiner guten Spanischkenntnisse wegen. Er wand sich aber aus weiterer Befragung, und bat um Eile. Er sagte, er müsse noch etwas erledigen. Also in 10 Minuten beim Hafen.