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Immer mehr Frauen kombinieren Beruf und Familie. Für drei von fünf Frauen ist die Geburt des ersten Kindes kein Grund mehr, aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Auf die Erwerbstätigkeit der Männer haben familiäre Veränderungen kaum einen Einfluss.Dieser Inhalt wurde am 11. Februar 2000 - 16:26 publiziert
Immer mehr Frauen kombinieren gemäss einer am Freitag (11.02.) veröffentlichten Studie des BFS Beruf und Familie. Für drei von fünf Frauen ist die Geburt des ersten Kindes kein Grund mehr, aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Auf die Erwerbstätigkeit der Männer scheinen familiäre Veränderungen keinen Einfluss zu haben.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) in Neuenburg wertete für die Studie die Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 1990 bis 1999 aus. In den 90-er Jahren waren 88 Prozent aller Frauen unmittelbar vor der Geburt ihres Erstlings erwerbstätig, fünf Prozent waren erwerbslos und nur sieben Prozent nicht erwerbstätig.
Nach der Geburt waren immer noch 54 Prozent erwerbstätig, fünf Prozent erwerbslos und 41 Prozent nicht erwerbstätig. Ein Vergleich mit den Ergebnissen der Volkszählung 1970 und 1980 zeigt, dass damals rund ein Viertel der Frauen nach der Geburt des ersten Kindes noch einer Erwerbstätigkeit nachging, während drei Viertel nicht erwerbstätig waren.
Diese Ergebnisse lassen laut BFS den Schluss zu, dass in den 70-er und 80-er Jahren Frauen nach der Geburt des ersten Kindes den Arbeitsmarkt sehr oft verlassen haben, um später wieder einzusteigen.
Noch grösser sei allerdings der Unterschied zwischen den 90-er Jahren und den 50-er und 60-er Jahren: Damals hätten sich sehr viele Frauen bereits nach der Heirat für immer aus dem Erwerbsleben zurückgezogen.
Nach der Heirat und vor der ersten Geburt geben die meisten Frauen ihre Erwerbstätigkeit nicht mehr auf. Bei den Männern lassen sich laut BFS keine signifikanten Einflüsse von familiären Veränderungen auf die Erwerbstätigkeit ermitteln. Im Gegensatz zu Frauen hat bei den Männern weder die Geburt eines Kindes noch die Heirat oder die Scheidung eine Auswirkung auf die Beschäftigungssituation.
Arbeitsreduktion vor Arbeitsaufgabe
Von den Frauen, die vollzeitlich berufstätig waren, behielt ein Drittel das Arbeitspensum bei. Ein Drittel reduzierte den Beschäftigungsgrad und ein Drittel stieg aus dem Erwerbsleben aus. Von denen, die Teilzeit beschäftigt waren, blieb rund die Hälfte auch nach der Geburt des ersten Kindes erwerbstätig, die andere Hälfte gab die Berufstätigkeit auf.
Die Geburt des zweiten Kindes beeinflusste die Erwerbstätigkeit ebenfalls, aber in geringerem Ausmass. Die Zahlen deuten laut BFS darauf hin, dass Frauen wegen den Familienpflichten heute oft lediglich eine Reduktion des Beschäftigungsgrades ins Auge fassen, statt ganz aus dem Berufsleben auszuscheiden.
Sie wollten offensichtlich den Kontakt mit der Arbeitswelt nicht verlieren, denn der Wiedereinstieg sei oftmals viel schwieriger zu realisieren als die Erhöhung des Beschäftigungsgrades. Gerade Familien mit kleinen Kindern seien heute vielfach auf ein zweites Erwerbseinkommen angewiesen, um über die Runden zu kommen.
SRI und Agenturen
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