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Der Bund veröffentlicht eine jährliche Statistik zu Tierversuchen in der Schweiz. Obgleich im Vergleich zum Vorjahr ein minimaler Rückgang von 2,5 Prozent zu verzeichnen ist, sind die Zahlen der mittel- und schwerbelastenden Tierversuche gestiegen.
Vorwiegend weniger Mäuse und Fische missbraucht
Im Jahr 2019 wurden offiziell 572.069 Tiere für Tierversuche in der Schweiz missbraucht. Dies entspricht knapp 70 Lebewesen pro Einwohner – und das, obwohl Tierversuche in vielen Forschungsbereichen erwiesenermassen keinen Erkenntnisgewinn bringen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fast doppelt so viele Kaninchen, Schafe und Ziegen für Tierversuche missbraucht. Zudem wurden deutlich mehr Amphibien, Reptilien, Schweine, Pferde, Esel und Rinder verwendet. Auch wenn es auf den ersten Blick erfreulich scheint, dass die Gesamtzahl der für Tierversuche verwendeten Tiere gesunken ist, sind wir immer noch auf dem gleichen Stand wie vor 20 Jahren. [1]
Zunahme von mittel- und schwerbelastenden Tierversuchen
Tierversuche werden in vier Belastungskategorien bzw. in die Schweregrade 0 bis 3 eingeordnet [2]. Nicht belastende (SG 0) und leicht belastende (SG 1) Versuche, bei denen Tiere kurzfristig leichten Schmerzen oder Schäden ausgesetzt sind, nahmen im Vergleich zu 2018 ab. In den mittleren und schweren Belastungskategorien SG 2 und SG 3 ist seit 2013 jedoch eine kontinuierliche Zunahme zu verzeichnen. Dazu zählen beispielsweise die Verpflanzung von aggressiven Tumoren, bei denen die Tiere langfristig stark leiden. In der schwerbelastenden Kategorie ist eine Erhöhung von 14 Prozent im Vergleich zu 2018 zu beobachten. [1]
Zunehmende Verwendung von gentechnisch veränderten Mäusen
Seit 2012 ist zusätzlich eine Zunahme der Verwendung von gentechnisch veränderten Mäusen in den obersten beiden Schweregraden zu verzeichnen. [1] Dabei werden bei den Tieren einzelne Gene ein- bzw. ausgeschaltet. Oft sind diese Gene jedoch überlebenswichtig, sodass die Tiere aufgrund der Manipulation qualvoll sterben bzw. mit grossen Schmerzen und Missbildungen überleben. In der Schweiz werden mehr als eine halbe Million gentechnisch veränderte Mäuse gezüchtet und getötet, ohne überhaupt in einem Tierversuch verwendet zu werden. [3]
Tierversuchsfreie Methoden werden zu wenig gefördert
Leider werden immer noch zahlreiche Tierversuche in Forschungsbereichen durchgeführt, die erwiesenermassen keinen Nutzen bringen (beispielsweise Medikamente gegen Krebs oder Alzheimer, die im Tierversuch wirksam waren, beim Menschen jedoch in 96,6 % respektive 99,6 % der Fälle scheitern) [4] oder in denen bereits tierleidfreie Methoden zur Verfügung stehen. Obwohl diese Methoden erfolgversprechend sind, werden sie kaum gefördert. Während der Staat Tierversuche jährlich mit 100 bis 200 Millionen Franken unterstützt, werden tierleidfreie Methoden mit gerade einmal 3 Millionen Franken gefördert. [5]
WAS SIE TUN KÖNNEN
Tierversuche werden nicht nur für Medikamente und Haushaltsmittel durchgeführt, sondern sind auch mit Produkten verbunden, von denen Sie es gar nicht vermuten würden, wie beispielsweise Hundenahrung, Reinigungsmittel oder Lebensmittel.
- Kaufen Sie keine Produkte, für die Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben wurden.
- Besuchen Sie wissenschaft-statt-tierversuche.de und erfahren Sie mehr darüber, warum die Forschung am Tier nicht funktioniert.
- Informieren Sie Freunde und Bekannte über das Leid der Tiere in Versuchslaboren und bitten Sie sie, ebenfalls nur noch tierversuchsfreie Produkte zu kaufen.
- Wenn Sie an einer Universität studieren, an der Tiere zu Lehrzwecken seziert werden, lassen Sie sich vom Kurs befreien und setzen Sie sich für eine tierfreie Lehre ein.
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Quellen
[1] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Tierversuche 2019 in der Schweiz, https://www.tv-statistik.ch/de/statistik/ (eingesehen am 07.08.2020)
[2] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Abwägung von Nutzen und Belastung, https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierversuche/schweregrad-gueterabwaegung.html
[3] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Versuchstierhaltungen 2019, https://www.tv-statistik.ch/de/versuchstierhaltungen/ (eingesehen am 07.08.2020)
[4] PETA Deutschland e.V. Research Modernisation Deal – Eine Strategie zur Modernisierung der Forschung und zum Ausstieg aus Tierversuchen. https://www.peta.de/?module=admin.media&Do=AjaxFileDownloadMediaDB&MediaId=32058 (eingesehen am 10.08.2020)
[5] Tagesanzeiger: Initiative gegen Tierversuche stösst auf Kritik, https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/initiative-gegen-tierversuche-stoesst-auf-kritik/story/20204568 (eingesehen am 07.08.2020)