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Weg-Wort vom 15. Januar 2021
Am Montag dieser Woche habe ich bereits Martin Luther zitiert. Es ging darum, wie zermürbend es sein kann, wenn ich nicht weiss, wie lange die Coronakrise noch anhält.
Heute kommt er nochmals zu Wort und er gibt mir zu verstehen, dass ich nicht erst warten muss, bis die Krise vorbei ist. Bereits jetzt kann ich etwas zu deren Bewältigung beitragen.
«Ein kurzes Wort ist es, schön und kräftig gesagt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Keiner kann ein besseres, sichereres und näher liegendes Beispiel geben als sich selbst. Und es gibt keine vornehmere und hingebungsvollere Verhaltensweise als die Liebe, und es gibt kein ausgezeichneteres Gegenüber als den Nächsten. Das Beispiel also, die Verhaltensweise und das Gegenüber sind von gleicher höchster Auszeichnung. Wenn du daher wissen willst, wie der Nächste zu lieben sei, und wenn du ein ausgezeichnetes Beispiel dafür haben willst, dann überlege sorgfältig, auf welche Weise du dich selbst liebst.
Gewiss würdest du in der Not oder Gefahr ängstlich wünschen, dass dir Liebe und Hilfe zuteil werden durch alle nur möglichen Ratschläge, durch Mittel und Kräfte nicht nur von allen Menschen, sondern auch allen Kreaturen.
Daher hast du kein Buch nötig, das dich darüber belehrt und dich erzieht, wie du den Nächsten zu lieben hast; du hast das schönste und beste aller Gesetzbücher in deinem Herzen.
In dieser Sache brauchst du keinen Lehrer, befrage nur dein eigenes Herz, das wird dich im Überfluss lehren, dein Nächster sei zu lieben wie du selbst.»