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Als 1998 der Hit «Baby One More Time» erschien, war Britney Spears gerade einmal 16 Jahre alt. Mit dem gleichnamigen Debütalbum schuf sie innerhalb weniger Jahre Musikgeschichte. Mit 14 Millionen verkauften Einheiten wurde es das meistverkaufte Album, welches je in den USA erschienen ist.
Der Popstar mit den leuchtend hellblonden Strähnen wurde zur erfolgreichsten Sängerin der Nullerjahre. Doch auf den steilen Aufstieg folgt der tiefe Fall:
Die Bilder ihres ersten Zusammenbruchs gingen um die Welt: Das Pop-Sternchen rasierte sich nach dem Scheitern ihrer Ehe mit Kevin Federline ihre langen blonden Haare ab. Darauf liess sie sich freiwillig in eine Suchtklinik einweisen. Dort blieb sie jedoch nicht lange. Nach nur eine Nacht hatte sie die Entzugsklinik wieder verlassen.
Was folgte waren weitere Schlagzeilen aufgrund ihrer psychischen Probleme. Wegen Trunkenheit am Steuer und Drogenmissbrauch verlor sie noch im selben Jahr das Sorgerecht für ihre beiden Söhne. Ihr Ex-Mann Federline erhielt das alleinige Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder.
Ihr psychischer Zustand verschlechterte sich weiter. Im Januar 2008 wurde Spears in einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert, da sie sich zuvor mit ihren beiden Kindern in ihrer Villa verbarrikadiert hatte. Das Besuchsrecht für ihre Kinder wurde ihr kurz darauf entzogen.
Der nächste Zusammenbruch war quasi vorprogrammiert. Gleich nach den Verhandlungen des Besuchsrechts ihrer Kinder im Januar wurde sie noch im selben Monat zwangseingewiesen, da sie eine «Gefahr für sich und andere» darstelle. Der Popstar litt unter starken Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen.
Und es kam noch härter: Ihre Eltern stellten daraufhin einen Eilantrag, um den Popstar zu entmündigen. Spears sei nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Ihr Vater erhielt die Vormundschaft – welche 13 Jahre lang anhielt. Über zehn Jahre verwaltete er das Vermögen der Multimillionärin und war für das körperliche Wohl des Popstars verantwortlich.
Unter der Vormundschaft ihres Vaters kehrte Spears auf die Bühne zurück. Mehr als 10 Jahre danach sagte sie plötzlich all ihre Aufritte ab und der Streit um die Vormundschaft nahm seinen Lauf.
Im August 2020 beantragte die Popsängerin, die Vormundschaft ihres Vaters zu beenden. Ihr Vater lasse ihr keinerlei Entscheidungsfreiheit, kritisierte sie. Ausserdem wollte die Sängerin, dass ihr Vater keinen Zugriff mehr auf ihr Vermögen hat.
Noch im selben Monat entschied sich das Gericht entgegen Spears' Wunsch und verlängerte die Vormundschaft bis mindestens Februar 2021.
Einen Teilerfolg hatte die Sängerin jedoch erreicht, das Verwalten ihres Vermögens wird künftig zwischen ihrem Vater und einer Treuhandfirma aufgeteilt. Das war Spears aber nicht genug. Sie kündigte an, nicht mehr als Sängerin aufzutreten, bis die Vormundschaft aufgehoben werde.
Im Februar dieses Jahres veröffentlichte die «New York Times» eine Dokumentation über Spears' Leben unter der Vormundschaft ihres Vaters. Vor allem in den sozialen Medien entfachten sich heftige Diskussionen. Prominente wie Mariah Carey, Christina Aguilera oder Miley Cyrus solidarisierten mit der Sängerin und ergriffen den Hashtag #FreeBritney, um ein Ende der Vormundschaft ihres Vaters zu erreichen.
Im Juni appellierte Spears erneut vor einem Gericht. Sie habe bei den ersten Gerichtsverhandlungen über ihren Gemütszustand gelogen. In Wirklichkeit sei sie traumatisiert, könne nicht schlafen und werde von ihrer Familie ausgenutzt. Die Vormundschaft gestatte ihr zudem nicht, zu heiraten oder gar einen Frauenarzttermin zur Beendigung ihrer Empfängnisverhütung wahrzunehmen.
Nun soll Spears' Vater laut US-Medien eine Rücktrittserklärung eingereicht haben. Er wolle die Vormundschaft seiner Tochter beenden. Als Grund für die Entscheidung gab der Anwalt von Jamie Spears den «öffentlichen Streit» mit seiner Tochter an.
Damit nicht genug. Die Anwälte des Popstars kündeten an, weiter zu prüfen, ob sich ihr Vater unrechtmässig am Vermögen seiner Tochter bereichert habe. Jamie Spears Anwalt betont jedoch, dass Jamie Spears im besten Interesse der Tochter agiert habe. Die nächste Anhörung in dem Gerichtsstreit ist für Ende September angesetzt.