Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/3620

Die Piktogramme des Schweizer Grafikers Jacques Plancherel (1926–2011) prägen seit Jahrzehnten die visuelle Identität des Zürcher Zoos. Auf der Basis eines überzeugenden formalen Konzepts entwarf er ab 1959 eine Welt aus bildhaften Zeichen, die trotz ihrer universellen Verständlichkeit seine persönliche Herangehensweise verraten.
Piktogramme müssen schnell erfasst und verstanden werden. Es sind Bildzeichen aus abstrahierten und schemenhaft reduzierten Gegenständen. Sie stehen für ein visuelles Informationssystem auf kleinstem Raum und bilden eine Brücke zwischen der Sprache und der realen Welt. In diesem Fall ist es die Welt des Zürcher Zoos, die Jacques Plancherel (1926–2011) zu bildhaften Zeichen abstrahiert hatte. Der Schweizer Grafiker, Buchgestalter, Bildredaktor und langjährige Lehrer und Leiter der Grafikklasse der Schule für Gestaltung in Luzern (heute Hochschule Luzern HSLU) entwarf 1959 im Zusammenhang mit dem Bau des Menschenaffenhauses die ersten Piktogramme. Er entwickelte diese nach einem einheitlichen formalen Konzept: klare, präzise Linien, satte, schwarze Flächen, weisse Aussparungen und der Kreis als Grundelement. Plancherel betonte die spezifischen körperlichen Merkmale der Tiere und liess diese zu Akteuren werden: Mit ihrer Körperhaltung und ihren aus dem Ring herausragenden Körperteilen geben die Tiere den Besuchern die Richtung an; der Tukan weist mit seinem prächtigen Schnabel nach rechts, der Arm des Lemurs schräg nach unten. Die Piktogramme besitzen trotz ihrer universellen Verständlichkeit eine eigenständige visuelle Sprache, die das Erscheinungsbild des Zürcher Zoos seit Jahrzehnten prägt. Noch heute ziert das Tukan-Piktogramm das Briefpapier der Tiergartengesellschaft, und im Menschenaffenhaus sowie in der Seehundeanlage sind Plancherels Piktogramme unverändert in Gebrauch. (Vanessa Gendre)