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Wer in der Schweiz eine Schusswaffe erwerben will, muss bei der Kantonspolizei ein Gesuch stellen. Eine Umfrage von swissinfo.ch zeigt, dass die Anzahl der Anträge im letzten Jahr in fast allen Kantonen gestiegen ist.
Am deutlichsten war die Zunahme bewilligter Gesuche im kleinen Kanton Obwalden, eine alpine Touristenregion mit rund 36'000 Bewohnern. 2015 wurden dort 149 Bewilligungen mehr erteilt als im Vorjahr. 2014 hatte die Zunahme nur 100 betragen. Der Kanton Aargau – eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Schweiz – hat im letzten Jahr 478 Bewilligungen mehr erteilt als 2014.
Einzig im Kanton Jura, der von der Uhrenindustrie und der Landwirtschaft geprägt wird, nahm die Anzahl Bewilligungen 2015 ab, nämlich von 230 auf 221.
Die Obwaldner Polizei teilte mit, dass sich die Zunahme weitgehend mit der Verwendung einer grösseren Vielfalt von Waffentypen in den Schiessständen erklären lässt. Für diese seien mehr Genehmigungen erforderlich.
Laut der Aargauer Polizei bedeutet eine höhere Anzahl Bewilligungen nicht zwingend, dass mehr Leute eine Waffe besitzen. Einige Gesuchsteller würden zum Beispiel eine Bewilligung für Waffen beantragen, die schon verkauft seien oder sich im Umlauf befänden.
Die Schweiz hat wegen ihrer Milizarmee eine der weltweit höchsten Waffenbesitz-Quoten. Das Verteidigungsministerium schätzt, dass bei einer Bevölkerung von 8,3 Millionen Personen rund zwei Millionen private Schusswaffen zirkulierten.
(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler)