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Auf einfachere Art, als er es ich vorgestellt hat, erreicht Roger Federer am US Open in New York die 2. Runde. Er fertigt den Argentinier Leonardo Mayer in 77 Minuten 6:1, 6:2, 6:2 ab. Auch Wawrinka erreicht die zweite Runde – mit etwas mehr Mühe.
Nach Roger Federer erreichte auch Stan Wawrinka am US Open in New York ohne Satzverlust die 2. Runde. Der Waadtländer schlug den Spanier Albert Viñolas-Ramos (ATP 58) in 2:15 Stunden 7:5, 6:4, 7:6 (8:6). Nächster Gegner ist der 19-jährige Südkoreaner Chung Hyeon (ATP 69), der den Australier James Duckworth in drei Sätzen schlug.
Wawrinka reichte auf der zweitgrössten Anlage der Arena im Stadtteil Queens eine durchzogene Leistung, um auch im fünften Duell mit dem 27-jährigen Linkshänder aus Barcelona den Platz als Sieger zu verlassen. In allen drei Sätzen hatte der French-Open-Sieger mit einem Break im Rückstand gelegen, im dritten Durchgang schlug der Spanier beim Stand von 6:5 sogar zum Satzgewinn auf. Dass Wawrinka aber dennoch ohne Satzverlust über die Runden kam, spricht für die Klasse der Weltnummer 5.
Symptomatisch für die Leistung Wawrinkas war das Tiebreak, in dem sich Höhen und Tiefen im Spiel des Romands von Ballwechsel zu Ballwechsel abwechselten. Nach einem Doppelfehler zum 5:4 - sein zweiter Aufschlag flog weit ins Aus – konnte sich selbst der Romand ein Schmunzeln nicht verkneifen. Wawrinka führte 4:1 und 6:4, benötigte aber bei seinem dritten Matchball ein Fehler des Gegners, um das Spiel nach 2:15 Stunden zu beenden. 45 unerzwungene Fehler wies die Statistik am Ende für den zweifachen Major-Champion aus.
«Natürlich hatte ich einige ‹Ups and Downs› während der Partie», hält auch auch Stan Wawrinka nach der Partie an der Pressekonferenz fest. «Doch generell bin ich einfach zufrieden, dass ich in drei Sätzen durchgekommen bin.» Er fühle sich physisch bereit, das Level stimme und er freue sich nun auf den Rest des Turniers, sagt Wawrinka weiter.
Zuvor hatte Roger Federer mit Leonardo Mayer, dem als Nummer 33 der Welt auf dem Papier besten ungesetzten Spieler des Turniers, kurzen Prozess gemacht. Ganz anders als vergangenen Herbst am Masters-1000-Turnier in Schanghai, wo der Schweizer mit 9:7 im Tiebreak des dritten und entscheidenden Satzes gewonnen hatte und dabei fünf Matchbälle abwehren musste.
Schon der erste Satz war für Mayer frustrierend. Er ging bei seinen Aufschlägen recht grosse Risiken ein und fabrizierte dadurch eine Reihe von Doppelfehlern, die ihn in Bedrängnis brachten. Beim ersten Break Federers zum 2:0 unterliefen ihm gleich zwei davon. Aus Angst vor der neuen Geheimwaffe des «Maestros»?
Federer zeigte auch gegen den Argentinier seinen neuen Halbvolley-Return, den sogenannten «Sabr». Was gemäss dem Schweizer so viel wie «Sneaky Attack By Roger» heissen soll. «Ich bin froh, konnte ich den Schlag auch heute wieder zeigen», erklärt Federer nach der Partie im Platzinterview bei Brad Gilbert. «Mir gefällt das. Wenn ich den Punkt nicht gewinne, sieht es lächerlich aus. Wenn ich ihn gewinne, ist es ein sehr gutes Gefühl. Mal schauen, gegen welche Gegner das später auch noch funktioniert und gegen welche nicht.»
Die Sätze zwei und drei verliefen dann nicht ganz so einseitig. Im zweiten Umgang hielt der Deutsch-Argentinier bis zum 2:2 mit, ehe er wegen zweier weiterer Doppelfehler abermals den Faden verlor. Im dritten Satz schliesslich glückte Federer der insgesamt sechste Service-Durchbruch zum 2:1, womit der ohnehin nur noch schwache Widerstand von Mayer endgültig gebrochen war. Nach nur 77 Minuten verwandelte der Schweizer seinen ersten Matchball.
«Ich hatte eine guten Start», sagte Federer nach der Partie. «Ich bin sehr glücklich. Nachdem mir zu Beginn des zweiten Satzes das Break gelang, sank sein Niveau ein wenig. Ich hingegen schlug mit Fortdauer der Partie immer besser auf.» Die Bedingungen seien schnell und er habe perfektes Hardcourt-Tennis gespielt.
Von Mayer kam aber auch nur wenig Gegenwehr, doch Federer nahm den Argentinier in Schutz: «Wenn er mehr Zeit hat, ist er ein unglaublich guter Spieler. Aber heute habe ich ihn wohl zu stark unter Druck gesetzt.»
Nach der Auslosung hatte sich Federer gewundert, dass er zum Auftakt gegen Leonardo Mayer würde antreten müssen. Er hatte geglaubt, der 28-jährige Argentinier müsse gesetzt sein. Federer zeigte dann auch grossen Respekt vor seinem ersten Einsatz in Flushing Meadows.
In der nächsten Runde wird Federer gegen den Sieger der Partie zwischen dem Belgier Steve Darcis und dem Zyprioten Marcos Baghdatis antreten müssen.
Gegen Baghdatis hat er sieben von acht Partien gewonnen. Die letzte Direktbegegnung geht auf den Frühling 2010 in Indian Wells zurück. Just damals siegte Baghdatis, allerdings in einem hart umkämpften Match (7:5, 5:7, 6:7 aus Federers Sicht). Federer und Darcis sind sich bislang noch nie gegenübergestanden. (pre/si/cma)