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Als Blinddarmentzündung wird umgangssprachlich eine sogenannte Appendizitis genannt – eine Entzündung des Wurmfortsatzes. Sie äussert sich meist durch Schmerzen im linken Unterbauch. Auch Übelkeit oder Erbrechen können auftreten. Bei einem Verdacht auf eine Entzündung des Wurmfortsatzes lohnt sich der frühe Gang zum Arzt.
Der Blinddarm ist das sackförmige Anfangsstück des Dickdarms. Kommt es zu einer Blinddarmentzündung, entzündet sich aber nicht der Blinddarm selbst, sondern sein Anhängsel, der Wurmfortsatz. Obwohl man umgangssprachlich von einer Blinddarmentzündung spricht, ist dies so also nicht ganz korrekt. Die Blinddarmentzündung ist eine sehr häufige Erkrankung – oft sind jüngere Menschen davon betroffen.
Eine Blinddarmentzündung kann vielfältige Ursachen haben, so zum Beispiel eine Verstopfung des Wurmfortsatzes durch Fremdkörper. Aber auch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können die Ursache für eine solche Entzündung sein.
Symptome, die bei einer Appendizitis auftreten, sind besonders Schmerzen im Unterbauch und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit weiteren Anzeichen wie Übelkeit und Erbrechen.
Anhand charakteristischer Druck- und Schmerzpunkte kann der Arzt in der körperlichen Untersuchung häufig schon vermuten, ob es sich um eine Blinddarmentzündung handelt. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann bei der Diagnose helfen, im Zweifelsfall erfolgt bei einer Blinddarmentzündung aber eine Bauchspiegelung. Sie kann die Entzündung eindeutig bestätigen und der Arzt kann sofort operieren.
Eine Blinddarmentzündung kann verschiedene Stadien durchlaufen, die zeitlich aufeinander folgen. Der Übergang in ein nächstfolgendes Stadium bedeutet, dass der Schweregrad der Erkrankung zunimmt. Prinzipiell kann man zwischen einer einfachen Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex) und einer zerstörerischen Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) unterscheiden.
Besteht eine Blinddarmentzündung, ist meist eine rasche Therapie erforderlich, um Komplikationen und das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Die Therapie besteht in erster Linie in der operativen Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes.
Die Prognose ist in der Regel gut, aber auch davon abhängig, wie schnell die Erkrankung erkannt wird und wie weit sie bei Beginn der Therapie fortgeschritten ist. Der Grossteil der Erkrankten erholt sich vollständig.
Einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) kann man nicht generell vorbeugen. Bei Verdacht auf diese Entzündung sollte man rasch handeln und den Arzt aufsuchen.
Unter einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) versteht man die bakterielle Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms. Dieses Anhängsel wird im Lateinischen auch als Appendix vermiformis bezeichnet. Die volkstümliche Bezeichnung Blinddarmentzündung ist daher nicht korrekt, hat sich aber eingebürgert.
Der Blinddarm ist der blind endende, sackartige, etwa daumenlange Anfangsteil des aufsteigenden Dickdarms, der unterhalb der Einmündung des Dünndarms liegt. An seinem unteren Ende befindet sich ein zwischen 2 und 20 Zentimeter langer Wurmfortsatz. Dieser ist bei einer Appendizitis entzündet.
Die Lage des Wurmfortsatzes ist sehr variabel. Er kann gemeinsam mit dem Blinddarm verlagert sein, wie es bei Schwangeren oft der Fall ist. Er kann ebenso über, vor oder hinter dem Blinddarm liegen oder sogar am Dünndarm fixiert sein.
Der Wurmfortsatz enthält sehr viele kleine Lymphknoten und wird deshalb häufig, in Anlehnung an die Rachenmandeln, als Darmmandel bezeichnet. Ähnlich wie das lymphatische Gewebe der Rachenmandeln bei Erkältungskrankheiten anschwillt, kann auch der Wurmfortsatz bei entzündlichen Darmerkrankungen vergrössert sein.
Die Blinddarmentzündung tritt mit einer Häufigkeit von etwa sieben Prozent in der Bevölkerung auf und ist damit die häufigste Erkrankung im Bauchraum. Besonders ältere Kinder und Jugendliche sowie Schwangere sind besonders häufig von einer Appendizitis betroffen, gehäuft zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr. Kleinkinder und alte Menschen erkranken hingegen selten.
Etwa die Hälfte aller plötzlich auftretenden, ernsten Erkrankungen der Bauchhöhle (sogenannt akutes Abdomen) werden durch eine Blinddarmentzündung verursacht.
Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) kann verschiedene Ursachen haben. Meist ergibt erst die genaue Untersuchung des operativ entfernten entzündeten Wurmfortsatzes, was die Erkrankung ausgelöst hat.
Ist der Wurmfortsatzes (Appendix) verstopft, begünstigt das eine Blinddarmentzündung. Zu einem solchen Verschluss kann es beispielsweise durch Kotsteine kommen. Zudem kann der Wurmfortsatz abknicken. Seltener sind Parasiten wie Würmer oder Verwachsungen der Darmwand Ursache einer Blinddarmentzündung.
Fremdkörper wie Krischkerne können die Entleerung des Wurmfortsatzes stören und so Auslöser für eine Appendizitis sein. In der Folge stauen sich im Wurmfortsatz Sekrete an, so dass die Schleimhaut gereizt wird, bis eine Entzündung entsteht. So entsteht allerdings leichter eine bakterielle Infektion.
Blinddarmentzündungen bei denen der Wurmfortsatz nicht verstopft ist, kommen selten vor. Sie entstehen zum Beispiel durch Bakterien. Bei einer Infektion mit Enterokokken, Proteus- oder Kolibakterien kann sich der Wurmfortsatz entzünden. Auch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können eine Appendizitis auslösen.
Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) zeigen sich meist Symptome wie:
Weitere Anzeichen für eine Blinddarmentzündung sind:
Die Schmerzen treten zunächst in der Umgebung des Bauchnabels sowie in der Magengegend auf. Diese verlagern sich jedoch innerhalb von acht bis zwölf Stunden in den rechten Unterbauch. Beim Laufen oder Hüpfen entstehen Erschütterungsschmerzen. Daher kommt es zu einem typischen Schonhinken und Beugen des rechten Beins.
Besonders bei Schwangeren sowie alten Menschen kann eine Blinddarmentzündung weniger typische Symptome auslösen. In der Schwangerschaft ist der Wurmfortsatz des Blinddarms oft verlagert, so dass die Schmerzen eher im rechten Ober- beziehungsweise Mittelbauch auftreten. Bei alten Menschen sind die Symptome häufig insgesamt weniger deutlich ausgeprägt und die Temperatur ist nur selten erhöht.
Eine Appendizitis kann verschiedene Stadien durchlaufen, die zeitlich aufeinander folgen. Der Übergang in ein nächstfolgendes Stadium bedeutet, dass der Schweregrad der Erkrankung zunimmt. Prinzipiell kann man zwischen einer einfachen Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex) und einer zerstörerischen Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) unterscheiden.
Bei der einfachen Blinddarmentzündung (Appendiztis simplex) wird das entzündete Gewebe nicht zerstört. Die einfache Blinddarmentzündung verläuft in zwei Stadien:
Bei der zerstörerischen Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) zerfällt das entzündete Gewebe nach und nach. Eine Operation ist unbedingt notwendig, da der entzündete Wurmfortsatz andernfalls aufplatzen und Bakterien sowie Darminhalt in die Bauchhöhle gelangen könnten (sogenannte Perforation). Die zerstörerische Blinddarmentzündung nimmt ohne Behandlung einen Verlauf, der in zwei Stadien eingeteilt wird:
Um bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) die Diagnose zu sichern, befragt der Arzt den Erkrankten zunächst zu seinen Beschwerden (Anamnese).
In der anschliessenden körperlichen Untersuchung zeigt sich eine Blinddarmentzündung oft durch charakteristische Druck- und Schmerzpunkte, die in Einzelfällen aber auch fehlen können. Je jünger der Betroffene ist, desto untypischer sind die Symptome.
Personen mit einer Appendizitis weisen meist einen Temperaturunterschied von mehr als 0,8 Grad zwischen der Achselhöhle und dem Enddarm auf, wobei die Temperatur im Enddarm höher ist. Zudem ist die Anzahl der weissen Blutkörperchen im Blut leicht vermehrt (Leukozytose). Darüber hinaus ist hier die Konzentration eines bestimmten Eiweisses (sog. C-reaktives Protein), welches Entzündungen im Körper anzeigt, erhöht.
In den letzten Jahren hat die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) bei der Blinddarmentzündung-Diagnose an Bedeutung gewonnen. Ein gesunder, nicht entzündeter Wurmfortsatz (Appendix) ist im Ultraschall nicht erkennbar, während der entzündete Appendix im Querschnitt als schiessscheibenartig gestreifte Struktur sichtbar sein kann. Auch eine Computertomographie (CT) kann Hinweise auf eine Entzündung geben. Sie ist in der Regel aber nicht aussagekräftiger als der Ultraschall und wird eher selten durchgeführt.
Im Zweifelsfall erfolgt bei einer Blinddarmentzündung eine eindeutige Diagnose nur durch eine Bauchspiegelung. Bestätigt sie die Entzündung, kann der Arzt sofort operieren.
Übt man vorsichtig mit der Hand Druck auf die Bauchdecke über dem rechten Unterbauch aus, entsteht eine sogenannte Abwehrspannung, das heisst der Patient spannt die Bauchwandmuskeln reflexartig an, um dem Druck entgegenzuwirken. Besteht für die gesamte Bauchwand eine Abwehrspannung, ist dies ein Hinweis auf eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) und somit auf eine fortgeschrittene Erkrankung.
Zersetzt die Entzündung die gesamte Wand des Wurmfortsatzes, kann er aufplatzen und Bakterien und Darminhalt gelangen in die Bauchhöhle.
Erste Hinweise auf eine Blinddarmentzündung erhält der Arzt oft durch eine bewusste Schmerzprovokation. Die Lage des Blinddarms sowie des Wurmfortsatzes lässt sich anhand von Verbindungslinien zwischen Bauchnabel und den Darmbeinvorsprüngen des Beckenknochens (Spina iliaca anterior superior) abschätzen. Der Blinddarm liegt über der Mitte dieser Linien – dem so genannten McBurney-Punkt – und ist bei einer Blinddarmentzündung druckschmerzhaft. Der Lanz-Punkt zeigt die direkte Lage des Wurmfortsatzes an und liegt zwischen äusserem und mittlerem Drittel der Verbindungslinie zwischen dem rechten und linken Darmbeinvorsprung. Auch hier führt eine Schmerzprovokation durch Klopfen oder Drücken bei einer Blinddarmentzündung zu Schmerzen.
Darüber hinaus können weitere Tests bei einer Blinddarmentzündung die Diagnose sicher
Bei Frauen müssen stets gynäkologische Erkrankungen und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist meist eine rasche Therapie erforderlich, um Komplikationen und zu verhindern, dass die Erkrankung weiter fortschreitet. Besteht der Verdacht auf eine Appendizitis, bleibt der Betroffene zunächst zur Beobachtung im Spital. Er darf in dieser Zeit nichts essen, da dies bei einer Vollnarkose zu Komplikationen führen kann und der Darm möglichst wenig arbeiten soll. Erhärtet sich die Vermutung einer Blinddarmentzündung ist die Therapie der Wahl die operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes. Je früher der Arzt die Operation (Appendektomie) durchführt, umso wahrscheinlicher kann er Komplikationen vermeiden.
Die sogenannte offene Operation mit Bauchschnitt (Laparatomie) wird immer häufiger von der minimal invasiven Operationsmethode abgelöst. Minimal invasiv bedeutet, dass der Arzt den Bauch mithilfe eines speziellen Geräts, dem Endoskop, einsieht. Dieser Eingriff wird auch Laparoskopie genannt. Dabei führt der Chirurg die Operationsinstrumente durch drei winzige Schnitte in der Bauchdecke ein, man spricht deshalb auch von Schlüssellochchirurgie.
Der Eingriff bleibt räumlich begrenzt und der Betroffene kann häufig schneller und mit weniger Komplikationen das Spital verlassen. Die Laparoskopie bietet weiterhin den Vorteil, dass sie bei einer Blinddarmentzündung nicht nur zur Therapie, sondern auch zur Diagnose eingesetzt werden kann. Bei unklaren Fällen hilft sie den Verdacht zu bestätigen. Anschliessend kann der Arzt den entzündeten Wurmfortsatz direkt entfernen.
Die Schlüssellochchirurgie ist jedoch nur im Frühstadium einer Appendizitis sinnvoll und geeignet. Bei einer fortgeschrittenen Entzündung ist das Infektionsrisiko zu hoch, so dass der Arzt in diesen Fällen direkt offen operiert.
Eine konservative Behandlung der akuten Appendizitis, bei der der Wurmfortsatz nicht entfernt wird, wird heutzutage nicht mehr durchgeführt.
Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) nimmt in den meisten Fällen einen positiven Verlauf: Wenn die Erkrankten rechtzeitig eine geeignete Behandlung bekommen, erholen sie sich in der Regel wieder vollständig.
Eine Blinddarmentzündung kann verschiedene Stadien durchlaufen, die zeitlich aufeinander folgen. Der Übergang in ein nächstfolgendes Stadium bedeutet, dass der Schweregrad der Erkrankung zunimmt.
Bei einer Blinddarmentzündung ist die Prognose davon abhängig, wie schnell die Erkrankung erkannt wird und wie weit sie bei Beginn der Therapie fortgeschritten ist. Zusätzlich verändern auftretende Komplikationen die Prognose. Der Grossteil der Erkrankten erholt sich vollständig von einer Appendizitis.
Bei einer Blinddarmentzündung können Komplikationen auftreten, wenn sich die Entzündung auf das umgebende Gewebe oder auf benachbarte Organe ausdehnt. Mögliche Komplikationen können sei
Nur sehr selten verläuft eine Blinddarmentzündung tödlich. Statistisch stirbt daran weniger als einer von tausend Erkrankten. Ist der Wurmfortsatz durchgebrochen und hat sich das Bauchfell entzündet, steigt das Risiko von 0,1 Prozent auf 6 bis 15 Prozent, wobei überwiegend ältere Menschen gefährdet sind. Um bei einer Blinddarmentzündung Komplikationen zu verhindern, ist es wichtig, bei ersten Symptomen frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.
Einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) können Sie nicht generell vorbeugen. Bei Verdacht auf diese Entzündung sollten Sie rasch handeln und den Arzt aufsuchen.