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Frankfurter Schule: Das Werk eines roten Millionärssohns
Zu Unrecht vergessen: Hans-Peter Gruber erinnert in einer überfälligen Biografie an Felix Weil, einen der Gründer des berühmten Instituts für Sozialforschung.
Vor hundert Jahren wurde das Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt am Main gegründet, und ebenfalls vor hundert Jahren fand die «Marxistische Arbeitswoche» statt, bei der sich einige der für das Institut wichtigsten Personen trafen. Noch immer ist die Wahrnehmung der später so genannten «Frankfurter Schule» (oder der «Kritischen Theorie») dadurch verzerrt, dass die Anfänge und die Frühzeit des Instituts kaum zur Kenntnis genommen werden, weil sich alle auf die Jahre nach 1931 konzentrieren. Aber Max Horkheimer, Theodor W. Adorno oder Herbert Marcuse spielten in den Anfangsjahren so gut wie keine Rolle.
Das IfS, das als Einrichtung für marxistische Forschung gedacht war, kam nur zustande, weil Felix Weil seinen vermögenden Vater überzeugt hatte, ein solches Institut zu finanzieren. Diesem Felix Weil hat nun Hans-Peter Gruber, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, eine lange überfällige Biografie gewidmet. Den Titel hat er Weils bis heute unveröffentlichter Autobiografie entlehnt: «Aus der Art geschlagen. Erinnerungen eines roten Millionärssohnes».