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In seiner aktuellen Ausgabe erzählt das VPOD-Magazin (pdf) die Geschichte verschiedener, bekannter Lieder der Arbeiterbewegung. Die meisten kannte ich ja, neu für mich war das Lied „Le Temps des cerises“, hier in der Version von Noir Désir.
(Text)
„Das Lied von der Kirschenzeit hat vordergründig nichts Politisches an sich. «Quand nous chanterons le temps des cerises / et gai rossignol, et merle moqueur / seront tous en fête», heisst es da. Es geht im Weiteren nicht nur um die Kirschenzeit, um Nachtigall und Amsel, sondern auch um menschliches Frühsommer- und Liebesfest. Der Text wurde 1867 in Belgien publiziert, wo ein junger Journalist und Kupferdreher aus politischen Gründen vorübergehend Zuflucht gesucht hatte. 1871 gehörte Jean-Baptiste Clément zu den Kommunarden, er war in jenen zehn Wochen Bürgermeister von Montmartre. Nach den Barrikadenkämpfen im Mai 1871 musste er erneut fliehen – sein Kirschenlied wurde nun zu einem politischen Statement. Wie die Commune ist auch die Kirschenzeit ja endlich, lässt nach kurzem Rausch Schmerz und Sehnsucht zurück. 1885 erhielt das Chanson eine nachträgliche Widmung – «der tapferen Bürgerin Louise», «à la vaillante citoyenne Louise». Gemeint ist Louise Michel, welche die im Barrikadenkampf stehenden Kommunarden als Krankenpflegerin versorgte und so zu einer Galionsfigur der Arbeiterbewegung wurde (zu ihrer Beerdigung 1905 in Marseille kamen 120 000). Die beste deutsche Übersetzung stammt von Wolf Biermann, dessen krächzende Interpretation aber einem Vergleich mit der bezaubernden jungen Nana Mouskouri in keiner Weise standhält.“ (Quelle: VPOD-Magazin März 2011)
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Das lässt mich natürlich auch an den politschen Frühling in verschiedenen arabischen Ländern denken. Hoffen wir, dass der arabischen Revolution mehr Erfolg beschieden ist, als der Pariser Kommune.