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US-Wirtschaftspresse weiss schon den Kaufpreis.
Die Anzeichen, dass die Übernahme von Sun Microsystems durch IBM
tatsächlich zustande kommen wird, verdichten sich. So berichten die beiden oft gut informierten Zeitungen 'The Wall Street Journal' und die 'New York Times' übereinstimmend, die Gespräche zwischen IBM und Sun hätten sich konkretisiert. Das 'Journal' glaubt, IBM biete 9.55 Dollar pro Sun-Aktie, die 'Times' geht von 9.50 Dollar aus. Dies würde einem Preis von ungefähr sieben Milliarden Dollar für Sun entsprechen.
Ungefähr 100 Anwälte von IBM hätten die letzte Woche damit verbracht, Suns Patente und Lizenzabkommen durchzuackern, um den wahren Wert der Firma zu bestimmen, weiss die New York Times.
Sollten sich IBM und Sun tatsächlich einigen, was immer wahrscheinlicher scheint, würden erst recht Heerscharen von Anwälten in Aktion treten, denn es gäbe noch einige kartellrechtliche Fragen zu klären. So besetzen Sun und IBM zusammen praktisch den ganzen Markt für automatisierte Band-basierende Speichersysteme und würden den Unix-Markt zu zwei Dritteln dominieren.
Sun in gefährlicher Lage
Die New York Times glaubt, dass der Deal wenn nicht schon heute Abend, dann nächste Woche bekannt gegeben wird. Der Verwaltungsrat von IBM habe sein Placet schon gegeben.
Platzt er allerdings in letzter Minute, so hat Sun ein Problem, denn enttäuschte Aktionäre könnten sich abwenden und den Kurs der Aktie ins Bodenlose stürzen lassen. Dies wiederum würde Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des kalifornischen Herstellers aufkommen lassen, was wiederum die zur Zeit eh schon harzigen Geschäfte beeinträchtigen würde.
So sollen sich die Diskussionen zwischen IBM und Sun zur Zeit vor allem noch um eine Prämie drehen, die IBM an Sun bezahlen müsste, wenn die Übernahme doch nicht zustande kommen würde. (Christoph Hugenschmidt)