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Knapp einen Monat nach seiner überraschenden Schliessung ist das staatliche griechische Fernsehen mit neuem Namen wieder auf Sendung gegangen. Genau um 21 Uhr begann das Programm mit einer alten griechischen schwarz-weiss-Filmkomödie aus den 1960er Jahren.
Am Morgen war zunächst ein Testbild mit dem Titel «Hellenisches Öffentliches Fernsehen» (Hellenikí Dimósia Tileórasi - EDT) erschienen. Zunächst gab es auf allen Frequenzen nur ein Programm. Vor der Schliessung gab es drei TV-Kanäle und ein Satellitenprogramm.
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Wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr, wird aus dem Studio einer Privatfirma im Osten Athens bei der Ortschaft Paiania gesendet. «Das ist eine Übergangslösung», sagte Staatssekretär Pantelis Kapsis dem Nachrichtensender Skai.
Es werde zunächst nur ein Notprogramm mit Filmen, Dokumentationen und Musiksendungen geben. «Nachrichten wird es zunächst in der Form von Einblendung von Texten als Laufband geben», sagte der Staatssekretär weiter. Diese Übergangsphase werde dauern, bis ein neues, verschlanktes Staatsfernsehen aufgebaut sei.
Wann auch ein neues staatliches Radio auf Sendung gehen wird, blieb zunächst unklar. Es wird damit gerechnet, dass es erst in zwei bis drei Monaten ein normales TV-Programm geben wird.
Regierungskrise nach Schliessungsentscheid
Die Regierung in Athen hatte das staatliche Fernsehen (ERT) Mitte Juni im Zuge ihrer Sparmassnahmen überraschend per Dekret des konservative Ministerpräsidenten Antonis Samaras geschlossen. Der Schritt führte zu landesweiten Protesten und zu Turbulenzen in der Koalition.
Die kleinere Partei Demokratische Linke verliess aus diesem Grund die Athener Regierung. Seitdem haben die Konservativen und ihr kleinerer Koalitionspartner, die Sozialisten, nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Abgeordneten im 300-Sitze-Parlament.
Die rund 2700 Angestellten des geschlossen Staatsrundfunks halten das Gebäude des Rundfunks im Athener Vorort Agia Paraskevi besetzt und senden ein Protestprogramm via Internet.
Ihre Gewerkschaft charakterisierte die Sendung des neuen Staatsfernsehens als eine «Piratensendung». Auch die Oppositionsparteien kritisierten den Vorgang. Staatsekretär Kapsis rief die ehemaligen Angestellten auf, die Besetzung aufzugeben, sich neu zu bewerben und damit an der Bildung des neuen Rundfunks teilzunehmen.
(chb/sda)