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Dem beigelegten Nachruf seines Schauspielkollegen und Mannes Christoph «Ursli Pfister» Marti zufolge, hat sich Ines Torelli ausdrücklich keine Trauerfeier gewünscht. Genauso bestimmt sei auch ihre Entscheidung gewesen, nach dem Tod ihres Mannes, dem Fotografen und Theaterproduzenten Edi Baur, im Jahr 2009 nicht in die Schweiz zurückzukehren. «Ich bleibe, wo ich bin», habe sie seinerzeit gesagt. «Jetzt, wo ich endlich alleine bestimmen kann.»
Ines Stierli alias Torelli wurde am 14. Juni 1931 in St. Gallen geboren. Eine Tante, die in einem der grossen Stickereibetriebe arbeitete, animierte sie zur Schneiderlehre. Der von Kindsbeinen an gehegte Wunsch, auf der Bühne aufzutreten, fand vorerst nur bescheidene Befriedigung anlässlich einer Talentschau im Rahmen eines Stadtfests.
Zufällig sassen im Publikum der Theater-Komponist Hans Moeckel, ebenfalls gebürtiger St. Galler, und der Leiter des «Cabaret Rüeblisaft», Oskar Hobi. Als 1955 im Rüeblisaft eine Rolle vakant wurde, erinnerte man sich an das begabte «Maitli».
Bereits bei ihrem ersten Engagement lernte Ines Torelli ihren späteren Ehemann Edi Baur kennen, der damals noch Theaterfotograf war. 1958 wechselte sie zum Cabaret Fédéral, später zum «Äxgüsi».
1960 startete Edi Baur seine zweite Karriere als Theaterproduzent. Zusammen mit Hans Gmür, Karl Suter und zeitweise auch Hans Moeckel produzierte er in den 60er Jahren in schneller Folge zahlreiche Musical-Hits, viele davon mit Torelli als Star: «Bibi Balu» erlebte über 200, «Golden Girl» sogar über 600 Aufführungen.
Es folgten immer häufiger auch Auftritte im Fernsehen, 1977 die selber produzierte One-Woman-Show «Torelli Total» und etwa um dieselbe Zeit der Gassenhauer «Gigi vo Arosa».
In den 80er Jahren übernahm Torelli die 1961 von Baur gegründete Zürcher Märchenbühne. Sie übersetzte und bearbeitete zahlreiche Kindergeschichten zu Dialektstücken. Das wohl erfolgreichste wurde 1990 «Di chli Häx» im Zürcher Opernhaus, in der Torelli 59-jährig noch problemlos die kindliche Hauptrolle spielte.
Nach 37 Jahren Partnerschaft heirateten Baur und Torelli am 60. Geburtstag der Schauspielerin, am 14. Juni 1991. In den 90er Jahren wanderten sie in die kanadische Provinz Nova Scotia aus. Ihre Beziehung zur Schweiz habe sie verloren, sagte die Künstlerin 2011 anlässlich ihres 80. Geburtstags zum «SonntagsBlick».
Wie Christoph Marti, der mit Ines Torelli nach eigenen Angaben eine fast zehnjährige Brieffreundschaft pflegte und sie in den letzten Jahren mehrmals persönlich traf, schrieb, werde ihre Asche bei jener ihrer grossen Liebe Edi Baur und ihrer Katzen Lucie, Picasso und Tina Turner auf ihrem Grundstück beigesetzt.