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Drei Fragen an…
Christoph Allenspach, Präsident SP Stadt Freiburg
Herr Allenspach, müsste Pierre-Alain Clément aus Sicht der Parteileitung seine Gemeinderatskandidatur zurückziehen, falls er verurteilt würde?
Nein, warum sollte er das tun? Er hat nichts gestohlen und niemanden betrogen. Pierre-Alain Clément war der erste und einzige Finanzverantwortliche der Stadt Freiburg, welcher versucht hat, Transparenz in die Situation der städtischen Pensionskasse zu bringen. Für die Berechnung der Unterdeckung hat er eine Methode angewandt, die bis 2005 bei vielen Pensionskassen üblich war. Später hat die Gemeinde die Methode des Bundes übernommen, was eine grössere Unterdeckung hervorbrachte. Dominique de Buman, der damals Präsident der städtischen Pensionskasse war, wurde nun erstaunlicherweise nicht einmal vor Gericht zitiert.
Wenn nun Pierre-Alain Clément nur mangels Beweisen freigesprochen würde – wäre das ein Grund für einen Verzicht auf eine Kandidatur?
Nein, bestimmt nicht. Noch einmal: Der Stadtammann hat nicht von den damaligen Berechnungen profitiert, und niemand ist dadurch zu Schaden gekommen. Das jetzige Gerichtsverfahren ist eine aufgebauschte Sache. Wesentlich sind nur die Lösungen zur schrittweisen Sanierung der Pensionskasse.
Dann geht Ihre Partei auch nicht davon aus, dass dieser Prozess die Glaubwürdigkeit Ihres Kronfavoriten für die Gemeinderatswahlen beeinträchtigen könnte?
Wenn jemand im schlimmsten Fall unwissentlich einen Irrtum begangen hat, dann beeinträchtigt dies seine Glaubwürdigkeit keineswegs. Übrigens wurde Pierre-Alain Clément 2006 mit einem glänzenden Resultat gewählt, obwohl ihm die damalige Untersuchungskommission, die Finanzkommission des Stadtfreiburger Generalrates, die gleichen Verfehlungen im Zusammenhang mit der Pensionskasse vorgeworfen hatte. Die Untersuchung hatte damals jedoch keinen Straftatbestand zutage gefördert.
befragt von njb/Bild ce/a