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Rasenpflege
Rasenpflege
Die Mode, den Rasen sehr kurz und uniform zu halten, begann in den USA in den 1950er-Jahren, und zur gleichen Zeit verbreitete sich der Einsatz von motorisierten Kleinrasenmähern und Pflanzenschutzmitteln. So ein Rasen ist eine Monokultur, denn er besteht aus ganz wenigen Grasarten. Er ist äusserst arm an Artenvielfalt und benötigt viel Bewässerung, Kunstdünger, Herbizide, Moosvertilgungsmittel sowie Benzin (oder Strom) für die mechanischen Geräte.
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Je kürzer gemäht, desto weniger Wurzeln
Je kürzer der Rasen gemäht wird, desto weniger entwickeln die Gräser Wurzeln, die tiefer ins Erdreich wachsen und desto spärlicher ist die Humusschicht – was den Rasen gegenüber allen Störungen anfälliger macht: Trockenheit, starke Regenfälle, Kälte, Parasitenbefall, Krankheiten. Eine Schnitthöhe von 6-8 cm ermöglicht eine gute Wurzelbildung, was das Graswachstum im Frühling oder nach einer längeren Hitzeperiode begünstigt.
Je kürzer gemäht, desto mehr muss man giessen
Grashalme, die kürzer als 3 cm sind, können den Boden fast nicht beschatten – dadurch trocknet das Erdreich eher aus. Ein solcher Kurzschnitt verlangt folglich viel Bewässerung. Je mehr man aber giesst, desto weniger produziert das Gras Wurzeln, die in der Tiefe des Bodens nach Wasser suchen... Eine Schnitthöhe zwischen 6 und 8 cm ergibt einen Rasen, der dichter und trockenheitsresistenter ist; der Boden ist beschattet und kann seine Kühle bewahren, was das Terrain während der sommerlichen Hitze angenehmer zum Verweilen macht.
Je kürzer gemäht, desto schutzloser der Hitze ausgesetzt
Ein Rasen, der kürzer als 3 cm ist, entwickelt nur spärliches Wurzelwerk und beschattet den Boden kaum. Deshalb wird er stark unter der Hitze leiden. Will man seinen Rasen bewässern, dann am besten nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Weniger oft, dafür reichlich giessen ist besser als häufige und geringe Wassergaben. Bewässern Sie nur zu bestimmten Zeiten: Lieber am frühen Morgen als am Abend giessen, so bleibt das Gras nicht allzu lang nass. Tagsüber nicht bewässern, denn die Wasserverdunstung ist viel zu gross. Grundsätzlich ist es normal, dass ein Rasen während der Hitzezeit gelb wird: Er legt nämlich eine Ruhephase ein. Sobald die Temperaturen wieder etwas sinken, ergrünt er von neuem.
Je kürzer gemäht, desto mehr "Unkraut"
Moos, Löwenzahn, Wegerich, Disteln und andere Blattpflanzen, die bodennah wachsen, können sich in einem kurz gemähten Rasen sehr gut verbreiten. Das beste Mittel, sie zurückzudämmen, ist eine Schnitthöhe zwischen 6 und 8 cm. Studien haben gezeigt, dass ohne Herbizidbehandlungen auf einem 6,5 cm hohen Rasen fünfzigmal weniger Löwenzahn wächst als auf einem Rasen, der 3,5 cm kurz ist.
Je stärker behandelt, desto ungesünder
Kunstdünger und Pestizide (Herbizide, Moosvertilgungsmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel) und jedes andere chemische Produkt, das auf dem Rasen ausgebracht wird, dringen in den Boden ein und werden früher oder später oberirdische Gewässer sowie das Grund- und Trinkwasser verschmutzen. Ausserdem werden Pestizide mit Schuhen oder Kleidern ins Hausinnere getragen. Ein natürlicher Rasen braucht keine Chemie zum Überleben: Ein bisschen organischer Dünger im Herbst (idealerweise Kompost) genügt vollständig. Am besten wird der Grasschnitt beim Mähen nicht aufgefangen, sondern kleingehäckselt gleich wieder verteilt und liegen gelassen.
Je stärker behandelt, desto mehr Filz
Artenarmut und Pflanzenschutzmittel führen dazu, dass der Boden eines homogenen Teppichrasens seine natürlichen Vorkommen an Mikroorganismen, winzigen Insekten und Würmern verliert. Daher verrottet der Grasschnitt nicht gut: Schnittgut und Moos ballen sich zusammen und bilden schliesslich eine Art Filz, was den Austausch von Wasser, Luft und Nährstoffen erschwert. Damit der Rasen wieder atmen kann, muss dieser Filz mit einer Vertikutiermaschine herausgehackt werden. Am besten macht man diese Arbeit im Herbst und versorgt den Boden anschliessend mit Kompost.
In einem gesunden Rasen verbessert Grasschnitt den Boden
Ein gesunder Rasen benötigt wenig Wasser und wenig Arbeit. Hierfür genügen einige wenige, einfache Regeln: Die Vielfalt der Pflanzen und kleine Blumen akzeptieren – Klee zum Beispiel versorgt den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff; eine Schnitthöhe von 6 bis 8 cm fördert das Graswachstum und bewahrt die Bodenfeuchtigkeit; beim Mähen liegen gelassener Grasschnitt führt dem Rasen Humus und Dünger zu (ein Rasenmäher mit Mulch-Funktion häckselt den Grasschnitt klein und erleichtert die Arbeit in hohem Masse); bewässern nur wenn absolut nötig und vorzugsweise früh morgens.
Ein Streifen höheres Gras als Geschenk für die Natur
Es ist selten, dass man die gesamte Fläche seines Rasens begeht. Warum also nicht einige Stellen vom Mähen aussparen und höher wachsen lassen? Ist der Rasen einigermassen natürlich, werden hier rasch Blumen blühen. Handelt es sich um einen Teppichrasen, so muss man sich einige Sommer lang gedulden, bis die Blumen sich einfinden. Am besten wird an den vorgesehenen Stellen kein Grasschnitt nach dem Mähen liegen gelassen. So wird der Boden mit der Zeit "magerer", was Wiesenblumen mögen. Sind Blumen da, mit dem Mähen zuwarten, bis die Blütezeit wirklich beendet ist. Eine einheimisch Wildorchidee kann nämlich an Orten wachsen, an denen man sie niemals erwartet hätte!