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Wörterbuch
der Sozialpolitik
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Altersrenten

Das schweizerische System der sozialen Sicherheit kennt zwei Arten von Altersrenten: jene der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und jene der beruflichen Vorsorge (BV). Diese beiden Vorsorgeeinrichtungen werden Erste und Zweite Säule genannt. Während sich die Finanzierung der AHV auf das Umlageverfahren stützt, beruht die BV auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Dieser Unterschied hat sehr wichtige Auswirkungen, sowohl auf die finanzielle Struktur der beiden Systeme als auch auf die Höhe der Renten.
Da die AHV ein universelles Regime ist, hat grundsätzlich jede Person, der für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können, ab Erreichung des Rentenalters Anspruch auf eine ordentliche Altersrente. Personen ohne schweizerisches Bürgerrecht, die weder ein Abkommen der sozialen Sicherheit mit ihrem Herkunftsland noch den Status von Flüchtlingen oder Staatenlosen geltend machen können, müssen außerdem ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben.
Je nachdem, ob der Bezugsberechtigte eine vollständige oder unvollständige Beitragsdauer für seinen Jahrgang aufweist, erhält er eine Vollrente oder eine Teilrente. Die Höhe der Vollrenten setzt sich aus einem Bruchteil des Mindestbetrages der Altersrente (fester Rententeil) und einem Bruchteil des maßgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens (variabler Rententeil) zusammen. Der Höchstbetrag der Rente entspricht dem doppelten Mindestbetrag.
Es ist möglich, die Auszahlung der Altersrente um 1 oder 2 Jahre vorzuziehen oder sie um mindestens 1 Jahr oder höchstens 5 Jahre aufzuschieben. Im ersten Fall wird die vorgezogene Rente gekürzt, im zweiten Fall wird die aufgeschobene Rente erhöht. Diese Regelung befindet sich im Zentrum der gegenwärtigen Diskussionen über das flexible Rentenalter (11. AHV-Revision).
Die Gesetzgebung über die obligatorische berufliche Vorsorge bestimmt einige Mindestregeln, welche die Vorsorgeeinrichtungen durch ihre Reglemente ergänzen können. Grundsätzlich entspricht das Rentenalter dem AHV-Alter, und es fällt in der Regel mit dem altersbedingten Ausscheiden aus dem Erwerbsleben (Pensionierung) zusammen. Die Höhe der Rente entspricht einem bestimmten Prozentsatz des Altersguthabens, das der Versicherte bis zu jenem Zeitpunkt erworben hat, in dem sein Rentenanspruch beginnt (Umwandlungssatz).
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