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Der Versicherungskonzern Rentenanstalt/Swiss Life bricht die Zelte in China ab. Man wolle sich auf Europa konzentrieren, wird der Entscheid begründet.
Die Rentenanstalt hatte 1995 in Peking eine Niederlassung eröffnet, später folgte eine weitere Niederlassung in Guangzhou. Das Problem während der ganzen Zeit war, dass Rentenanstalt/Swiss Life nicht operativ tätig werden konnte. Das kommunistische China erteile dem Unternehmen keine Lizenz.
Die Büros dienten deshalb vor allem PR-Zwecken. Der Markteintritt in China sei sehr schwierig, hiess es bei der Rentenanstalt. Die fehlende Lizenz aber sei nicht der Grund für den Rückzug.
Zobels Fehleinschätzung
Nach China herrsche seit wenigen Jahren ein regelrechter "Run", führte Manfred Zobl, Chef der Konzernleitung der Rentenanstalt und Co- Präsident der Wirtschaftskammer Schweiz - China, noch im Jahr 2000 aus.
Das Land mit seinen 1,3 Mrd. Einwohnern biete einen riesigen Konsummarkt, der für die Weltwirtschaft einen immer grösseren Stellenwert erhalte.
Nach einem scharfen Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hatte die Rentenanstalt Ende Januar 2002 ein Kostensenkungs-Programm und einen Strategiewechsel angekündigt.
Ende Februar wurde der langjährige Konzernchef Manfred Zobel durch Roland Chlapowski ersetzt. Dieser gab im April den Abbau von 800 Stellen bekannt.
Kein Rückzug der Schweizer Versicherungen
Von den grossen Schweizer Versicherungsgruppen bleiben weiterhin die Winterthur Life und die Zurich Financial Services (ZFS) in China tätig.
Die Zurich hatte sich im Januar 2001 mit drei weiteren ausländischen Investoren am viertgrössten chinesischen Lebensversicherer New China Life beteiligt.
Neben der ZFS will auch die zur Credit Suisse Group gehörende Winterthur Life vom sich öffnenden Versicherungsmarkt in China profitieren. Winterthur Life hatte im November 2000 eine nicht näher definierte Beteiligung an der Tai Kang Life Insurance, dem fünftgrössten Lebensversicherer in China, bekannt gegeben.
Der Rückversicherungs-Konzern Swiss Re erwartet in nächster Zeit die Bewilligung für eine volle Lizenz in China, wie Konzernsprecher Beat Werder sagte. Damit könne sie unter eigenem Namen auftreten und ihre bisherige Tätigkeit ausweiten.
China gilt mit einem Gesamtprämien-Volumen von rund 19,5 Mrd. Dollar für das Nichtleben- und Lebensversicherungs-Geschäft als einer der grössten Zukunftsmärkte für die Versicherungsbranche. Im Vorjahr sei der Markt um über 40 Prozent gewachsen, sagte ein Experte.
swissinfo und Agenturen