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Disney-CEO verlässt Apple-Vorstand
Veröffentlicht am Samstag, 14. September 2019, um 10:18 Uhr von Stefan Rechsteiner
Wie aus einer Mitteilung von Apple an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat sich der CEO von Disney, Robert A. Iger, dazu entschlossen, aus dem Apple-Vorstand auszutreten.
Die beiden befreundeten Unternehmen werden sich demnächst direkt konkurrenzieren. Am 1. November lanciert Apple in über 100 Ländern den Video-Streamingdienst «Apple TV+» mit eigenen Serien und Filmen. Nur wenige Tage später, am 12. November, wird mit «Disney+» der Video-Streamingdienst des Unterhaltungs-Giganten in den USA lanciert.
Iger hat seinen Rücktritt am Dienstag, 10. September, eingereicht – am selben Tag kommunizierte Apple das genaue Startdatum und Preis-Details zu Apple TV+.
Der 68-jährige Disney-Chef war persönlich mit dem 2011 verstorbenen Apple-Mitbegründer und -Visionär Steve Jobs befreundet. Kurz nachdem Iger 2005 CEO bei Disney wurde, hatte er einen Auftritt an einem Special Event von Apple und kündigte dort an, dass Serien des Disney-Senders ABC in iTunes verfügbar werden.
Disney kaufte 2006 das Animations-Studio «Pixar», welches Jobs 1986 gegründet und seither als CEO geleitet hatte, wodurch Jobs fortan einen Sitz im Disney-Vorstand inne hatte und zum grössten Disney-Aktionär wurde.
Angeblich soll Jobs den Disney-Chef 2011 gefragt haben, ob er seinen Platz in Apples «Board of Directors» übernehmen werde, wenn er sterbe. Nachdem Jobs dann im Herbst denselben Jahres seinem Krebsleiden erlag, wurde Iger Mitglied im Apple-Vorstand. Iger hatte dem SEC-Filling zufolge ausserdem einen Sitz in Apples «Corporate Governance Committee» und in Apples «Compensation Board» inne.
Wie aus Stellungnahmen sowohl von Iger wie auch von Apple hervorgeht, dürften die beiden trotz künftiger Konkurrenz-Situationen weiterhin befreundet bleiben.
Bob Iger wird zitiert, er habe den «höchsten Respekt für Tim Cook, sein Team bei Apple und die anderen Vorstandsmitglieder». Apple sei eines der weltweit beliebtesten Unternehmen, «bekannt für die Qualität und Integrität seiner Produkte und Angestellten». Er werde «für immer dafür dankbar sein, dass ich als Mitglied des Vorstands des Unternehmens tätig sein durfte».
Apple wiederum lässt verlauten, dass Bob über fast acht Jahre hinweg ein «vorbildliches Vorstandsmitglied» gewesen sei. Weiter sei er seit er Disney leite «einer der vertrauenswürdigsten Geschäftspartner von Apple». Apple nennt Bob einen «engagierten, visionären CEO» und ein «Vorbild für eine ganze Generation von Geschäftsführern». «Mehr als alles andere» sei Bob aber «unser Freund». Er «führe mit seinem Herzen» und sei immer grosszügig mit seiner Zeit uns einem Rat gewesen. Bei Apple werde man seine Beiträge als Vorstandsmitglied «sehr vermissen», man respektiere aber seine Entscheidung. Weiter hofft Apple darauf, dass man weiterhin eine sehr gute Beziehung zu Bob und Disney haben werde.
Die beiden Unternehmen dürften auch trotz der künftigen direkten Konkurrenz-Situation grosses Interesse daran haben, weiterhin eng miteinander verbunden zu sein. Apple beispielsweise wird auch in Zukunft Disney-Filme und -Serien über den iTunes Store verkaufen und verleihen wollen. Disney wiederum dürfte sehr daran interessiert sein, seinen Streaming-Dienst auch auf Apples verbreiteten Plattformen anbieten zu können. Der Unterhaltungs-Gigant hat bereits angekündigt, dass Disney+ als integrierter Kanal in Apples neuer TV-App angeboten werden wird.
Eine ähnliche Situation wie heute gab es bereits vor zehn Jahren – jedoch unter etwas anderen Vorzeichen. Damals distanzierte sich Google-CEO Eric Schmidt von Apple. Er trat aus dem Apple-Vorstand zurück, nachdem es offensichtlich wurde, dass Googles Ambitionen mit «Android» das Unternehmen zu einem grossen Konkurrenten zu Apple und dem iPhone machen wird. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.
Apples Verwaltungsrat besteht aus James A. Bell, dem ehemaligen Corporate- und Finanzchef von Boeing, Apples CEO Tim Cook, dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, der Chefin von «Grameen America» Andrea Jung, dem ehemaligen CEO von «Northrop Grumman» Roland D. Sugar, der Mitbegründerin des Investors «BlackRock», Susan L. Wagner und dem Biotech-Unternehmer Arthur D. Levinson, welcher auch als Verwaltungsratspräsident von Apple amtet.
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