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Bis Mitte der siebziger Jahre fand Asbest in der Schweiz eine weite Anwendung, z.B. als Asbestzement und Spritzasbest im Baubereich, in Fußbodenbelägen auf Kunststoffbasis, in elektrischen Nachtspeicheröfen, in Haartrocknern, zur Wärmedämmung von Rohrleitungen in Schiffen und Gebäuden, bei Reibbelägen von Bremsen und Kupplungen, als Zuschlagstoff zur Verringerung des Abriebs von Straßendecken und als textile Asbestprodukte. Der höchste jährliche Verbrauch von Asbest in der Schweiz lag bei 30'000 Tonnen/Jahr. Vor allem in der asbestverarbeitenden Industrie traten erhebliche Staubkonzentrationen auf. Obwohl die Staublunge infolge Asbest (Asbestose) bereits seit 1939 in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen wurde, klärte sich erst 1972, dass die langgestreckte Form von Asbestpartikeln krebserzeugend sind. Ebenfalls in den sechziger und siebziger Jahren wurde die tumorerzeugende Wirkung von Asbest in einer Vielzahl von epidemiologischen und tierexperimentellen Studien belegt.