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Roger Federer gewann an den ATP-Finals in London auch sein drittes und letztes Gruppenspiel gegen Kei Nishikori. Der 30-jährige Basler bezwang den Japaner in 2:10 Stunden 7:5, 4:6, 6:4.
Damit steht Roger Federer als Sieger der Gruppe Stan Smith fest, die Halbfinals hatte er bereits am Dienstag erreicht. In der Runde der letzten vier trifft er am Samstag auf Stan Wawrinka oder Andy Murray.
Im ersten Satz zeigte Federer seine bisher schwächste Leistung am diesjährigen Masters. Er ging zwar schnell 3:1 in Führung, machte aber in einem Spiel, in dem es für ihn nicht mehr um allzu viel ging, einen etwas unkonzentrierten Eindruck. Der Japaner, der immerhin zwei von zuvor fünf Begegnungen mit dem Schweizer gewonnen hatte, kämpfte sich zurück, holte sich gleich zwei Breaks hintereinander und ging 4:3 in Führung. Damit hatte Federer aber genug. Im folgenden Game weckte er sich mit zwei lauten «Chum jetzt»-Rufen gleich selber auf und steigerte sich gewaltig. Mit drei guten Games in Folge gewann der sechsfache Masters-Sieger den ersten Satz 7:5.
Der Aufschlag funktionierte allerdings auch in der Folge nicht wie gewünscht. Auch im zweiten Satz konnte er eine 4:1-Führung nicht ins Trockene bringen. Diesmal verlor Federer sogar nach vielen sehr leichten Fehlern (im gesamten Spiel 35) sogar fünf Games in Folge und damit den Satz. Federer analysierte seine Schwächephase im Interview mit SRF selbstkritisch: «Ich habe nie richtig den Rhythmus gefunden. Das hatte damit zu tun, dass Nishikori konstant Druck gemacht hat.»
Die erneute Wende gelang Federer nicht sofort. Auch im Entscheidungsdurchgang verschaffte sich Nishikori im dritten Game drei Breakbälle, die der Schweizer aber alle abwehrte.
Mit einem Rückhandfehler verhalf Nishikori stattdessen Federer zur 3:1-Führung. Zum dritten Mal liess dieser den Vorteil aber wieder entgleiten. Erst als Federer zum 6:4 mit einem Smash beim ersten Matchball ein weiteres Break gelang, gab es für den Japaner kein Zurück mehr.
Die Bilanz Federers an den ATP-Finals ist damit weiterhin äusserst eindrücklich. Bei seiner 14. Teilnahme erreichte der Rekordchampion zum 13. Mal die Halbfinals, zum neunten Mal blieb in der Vorrunde ungeschlagen. Nur einmal hat er danach den Halbfinal verloren, bei seinem ersten Masters 2002 gegen Lleyton Hewitt.
Seine makellose Vorrunden-Bilanz schätzt Federer selbst als psychologisch wichtig ein: «Ich bin froh, dass ich mich diese Woche in punkto Selbstvertrauen wieder hochhieven konnte.» Zumal er sich in der Gruppe mit Dominator Novak Djokovic eigentlich nur Hoffnungen auf Platz 2 machen konnte: «Es war harte Arbeit und ich bin sehr zufrieden. Ich habe nicht gedacht, dass ich gleich den Gruppensieg hole. Ich konnte nicht unbedingt erwarten, Djokovic zu schlagen. Mit seiner Serie war er super drauf. Ob es mir etwas bringt, das werden wir sehen.»
Roger Federers Aufmerksamkeit gilt nun Stan Wawrinka. Dieser könnte morgen mit einem Sieg gegen Lokalmatador Andy Murray die Neuauflage des letztjährigen Halbfinal-Duells der beiden Schweizer klar machen.
Federer drückt seinem Landsmann die Daumen: «Ich hoffe, dass es Stan schafft. Ich denke er kann gegen Murray leichter Favorit sein. Das wäre super für uns beide und für das Schweizer Tennis. Letztes Jahr war es natürlich auf vielen Ebenen dramatisch – auch mit den ganzen Nebengeräuschen.»
Der letztjährige Halbfinalist Nishikori schied mit seiner zweiten Niederlage hingegen aus. Den zweiten Platz hinter Federer sicherte sich Novak Djokovic. Die Weltnummer 1 setzte sich ohne völlig zu überzeugen 6:3, 7:5 gegen den Tschechen Tomas Berdych durch, der auch seine dritte Partie verlor.(dux/si)