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Menschenfassung Container. Zur Architekturgeschichte und Architekturpolitik eines Neuen Mediums
Informationen
Obwohl der Container gar nicht aus der Architektur sondern aus dem Transportwesen stammt, hat er sich im Bauwesen des 20. und 21. Jahrhunderts nicht nur einen sondern mindestens zwei feste Plätze erobert. Zum einen als mehr oder weniger provisorisches Ersatzgebäude: Baustellen werden durch Container-Bauten markiert, die tatsächlich zu verschwinden haben, wenn das geplante und errichtete Gebäude seiner Bestimmung übergeben wird. Zum anderen gibt es viele Bauten, sogar Siedlungen, die aus recht dauerhaft aufgestellten Containern bestehen. Dazu kommt, dass einige Architekten Gefallen daran finden, den Container bewusst als ästhetisches Motiv einzusetzen und zu variieren. Viel radikaler ist die Rolle, die dem Container in der Architektur des 20. Jahrhunderts zugefallen ist, bevor es ihn eigentlich gab. In ihm treffen sich nämlich zwei archetypische und teilweise gegensätzliche Modelle fürs moderne Bauen: der Zellenbau und die Kapsel. Deren Vorgeschichte lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Versuchsweise können auch ältere Vorstufen genannt werden, die ins Mittelalter und noch weiter zurückreichen.
Walter Seitter, geboren 1941, hat nach Studien in Salzburg, München und Paris in Aachen und Wien gelehrt. Er übersetzte zahlreiche Schriften aus dem Französischen ins Deutsche, vor allem von Michel Foucault und Pierre Klossowski. Seit 1978 ist er Mitherausgeber von «Tumult Schriften zur Verkehrswissenschaft». Mitgründer und Stellvertretender Obmann der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule.
Jüngste Veröffentlichungen: Physik des Daseins. Bausteine zu einer Philosophie der Erscheinungen (Wien 1997); Geschichte der Nacht (Berlin 1999); Kunst der Wacht. Träumen und andere Wachen (BerlinWien 2001); Physik der Medien. Materialien, Apparate, Präsentierungen (Weimar 2002); mit Horst Ebner Herausgeber von: Pierre Klossowski: Unter dem Diktat des Bildes ... Ein Gespräch mit Rémy Zaugg (Wien 2008); Poetik lesen 1 (Berlin 2010).