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Ölembargo der EU kommt erst nach den Wahlen in Frankreich
Gemäss Reuters soll es nun doch zu einem Embargo der EU für russisches Öl kommen, allerdings erst nach den Wahlen in Frankreich vom kommenden Wochenende.
Die EU-Bürokraten fürchten wohl zurecht, dass der auf das Embargo folgende Ölpreisanstieg Marine Le Pen bevorteilen würde. Deshalb bleibt die Ankündigung gemäss Reuters noch etwas vage – «in den kommenden Wochen».
Die EU-Staaten sind sich noch uneins, wie diese Zusammenstellung von euro-News zeigt: «Vergleich: Welche EU-Länder wollen russisches Gas und Öl abdrehen?»
Einige Länder wie Österreich und Ungarn lehnen ein Embargo ab, andere sind zurückhaltend – Deutschland und Zypern, wieder andere äussern sich unbestimmt, Finnland hat Schlupflöcher vorbereitet. Frankreich, das am wenigsten von russischen Importen abhängig ist, befürwortet ein Embargo, Italien – mit grösserer Abhängigkeit – wird kein Veto einlegen.
Trotz eindeutiger Absichten westlicher Regierungen, die russische Energieproduktion lahmzulegen, haben sich die russischen Öllieferungen bisher erstaunlich gut gehalten, so dass die russische Leistungsbilanz einen neuen Höchststand erreicht hat.
Nach Angaben von JPMorgan lagen die Lieferungen in den sieben Tagen bis zum 16. April bei 7,3 Mio. Barrel pro Tag (mbd) und damit nur 0,330 mbd unter dem Durchschnittswert von 7,58 mbd im Februar vor Ausbruch des Krieges. Die Rohölexporte lagen leicht über dem Niveau vor Kriegsbeginn, während raffinierte Produkte etwas zurückgingen.
JPMorgan schätzt, dass China, Indien und die Türkei ihre Importe von russischem Öl um ein Mio. Barrel pro Tag erhöht haben.
Was passiert mit dem Preis, wenn die EU ihre Warnung wahr macht und die Sanktionen auf das gesamte russische Öl ausweitet? Natasha Kaneva, Rohstoffstrategin bei JPMorgan, hat sie verschiedene Szenarien untersucht und warnt, dass «jede sofortige Embargomaßnahme der Europäischen Kommission schwerwiegende Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt haben wird, mit dem Risiko, dass der Preis kurzfristig völlig nach oben geht».
Die Bank hat drei mögliche Instrumente untersucht, die die EU einsetzen könnte, um russisches Öl zu sanktionieren, von der aggressivsten Variante, einem vollständigen Embargo für Importe aus Russland, bis zur konservativeren Variante, Steuern oder Preisobergrenzen für russische Ölimporte. Um extreme Preisspitzen zu vermeiden, braucht der Markt in jedem Szenario Zeit, um sich anzupassen.
Ein vollständiges, sofortiges Embargo würde den Rohölpreis heute 106 Dollar pro Barrel auf 185 Dollar treiben.
Deutschland leistet schon unter dem bisherigen Regime Rekordzahlungen an Russland. Dies hat die Umweltorganisation Greenpeace berechnet. « Die Ausgaben Deutschlands für russisches Öl drohen 2022 im Vergleich zum Vorjahr von 11,4 Milliarden Euro auf 14,3 Milliarden Euro anzusteigen», schreibt Greenpeace. «Gleichzeitig könnte sich die Importrechnung für Gas im Jahr 2022 sogar verdoppeln und die Ausgaben für Öl noch übertreffen.»
Greenpeace schlägt eine «Friedensabgabe» in Form einer Steuer vor, um die Einnahmen Russlands zu senken und eine Verbilligung für die Konsumenten zu finanzieren.
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Quelle: ZeroHedge: EU To Impose Full Embargo On Russian Oil Next Week, Will Send Price Above $185 According To JPMorgan
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