Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/2331

APAC: 25 Jahre Reduktion der Rückfallquote
(PFI World Report May-June 2000)
Als sich vor 25 Jahren Dr. Mario Ottoboni Vorstandsmitglied von PFI) und eine Gruppe von Christen zum Gebet versammelten, dachten sie nicht an die weltweite Kriminalität. Sie waren lediglich besorgt wegen der steigenden Verbrechensrate in ihrer Stadt San Jose dos Campos in Brasilien. Sie beschlossen, ihre Hoffnung auf eine revolutionäre Idee zu setzen. Ein Viertel-Jahrhundert später hat sich dieses Programm nicht nur als erfolgreich erwiesen, es hat sich sogar bis nach Ecuador, Peru, bis in die Vereinigten Staaten und bis nach Argentinien ausgebreitet. In Neuseeland wird es bald starten. In Bolivien beginnt das erste solche Programm für Jugendliche. Der Name des Programms 'APAC' ist die Abkürzung für die portugiesischen Worte "Amando al Preso, Amando al Christo" (den Häftling lieben, Christus lieben). Es fing mit brasilianischen Christen an, die regelmässig Besuche bei einer Gruppe von Häftlingen im berüchtigten Humaita Gefängnis machten. Humaita sollte eigentlich geschlossen werden. Die Christen baten um die Erlaubnis, dieses Gefängnis übernehmen zu dürfen und so ihre Arbeit mit der Gruppe fortzusetzen zu können.
Die Programm-Details von APAC variieren in jedem Land. Die Teilnahme ist immer freiwillig und unterscheidet sich vom allgemeinen Gefängnis-Programm in mehreren Punkten. Den Teilnehmern wird ein hohes Mass an Verantwortung übertragen. Alle arbeiten. Das Programm wird gemeinsam vom APAC-Vorstand und einem gewählten Insassen-Rat geleitet. Ein anderer Unterschied liegt im moralischen und geistlichen Fundament. Zusätzlich zu Gesundheit, Ausbildung und beruflichen Fähigkeiten betont APAC die entscheidende Bedeutung einer gesunden Beziehung zu Gott. Reue, Vergebung und die Annahme von Jesus Christus als persönlicher Retter bilden den Schwerpunkt des Programms.
Odair, Insasse im Humaita: "Ich habe bereits eine Arbeitsstelle, wenn ich aus dem Gefängnis entlassen werde. Der Besitzer vertraut mir, er hat gesehen, wie ich mich verhalte. Wenn ich in einem regulären Gefängnis wäre, wäre ich ausgebrochen. Aber hier im APAC-Gefängnis habe ich Frieden. Meine Familie ist hier in meiner Nähe und ermutigt mich. Heute bin ich dank Gottes Hilfe sauber. Ich bin vielleicht in den Augen der Gesellschaft schmutzig, aber in meinem Inneren bin ich gereinigt."
Odair beschreibt die familiäre Atmosphäre im APAC-Gefängnis. Ein Grundgedanke der APAC-Philosophie lautetDinge fehlen praktisch allen Häftlingen: Die Erfahrung, Teil einer Gemeinschaft zu sein und die Erfahrung bedingungsloser Liebe; beide sind wesentliche Elemente des APAC-Modells", sagt Dr. Ottoboni. Jeder Insasse ohne familiäre Beziehungen erhält eine Bezugsperson ausserhalb des Gefängnisses, die als geistiger Pate gilt und den Insassen quasi adoptiert. Es ist das Ziel, dass die Beziehungen zur eigenen Familie wiederhergestellt werden. Messias, ein 44 Jahre alter Absolvent des APAC-Programms im Humaita Gefängnis sagt: "Während der letzten drei Jahre habe ich in meinem Haus bei meiner Familie gewohnt, und bin einer ehrlichen Arbeit nachgegangen. Viele Freunde besuchen mich – sogar die Kinder aus meiner ersten Ehe gehen bei mir ein und aus. Einige sind schon verheiratet. Sie haben mir fünf wunderbare Enkelkinder geschenkt."
Es gibt viele Geschichten, die den Erfolg des APAC-Programms bezeugen, nun ist eine unabhängige Studie publiziert worden, die das ebenfalls belegt. Diese Studie vergleicht die Rückfall-Quote von APAC-Teilnehmern im Humaita Gefängnis mit derjenigen von Teilnehmern eines weltlichen, berufsbezogenen Programms im Braganca-Gefängnis in Brasilien. Die Rückfallquote dieser beiden Programme ist wesentlich tiefer als diejenige anderer Gefängnisse, welche bei ca. 86% liegt. Das christliche APAC-Programm hat eine höhere Erfolgsrate als jedes weltliche Gegenstück. Zwischen 1996-1999 lag die Rückfallquote bei den Häftlingen im APAC-Gefängnis Humaita bei 16%. Im Braganca Programm lag sie bei 36%. Hinter diesen überzeugenden Ergebnissen beim APAC-Programm liegen viele Jahre harter Arbeit. Anlässlich der Eröffnung des ersten APAC Programms in den USA (Houston, Texas) erteilte Dr. Ottoboni einen weisen Rat an die Länder, die in einem ihrer Gefängnisse ein solches Programm starten wollen. "Wir brauchten zu Beginn des Projektes einige Zeit bis wir erkannten, dass die Herausforderungen und die Schwierigkeiten, denen wir gegenüberstanden, nicht von uns, sondern von Gott selbst beseitigt werden mussten. Unser eigentlicher Plan reichte nie weiter als bis zu unserer Heimat San Jose dos Campos. Daraus ergibt sich, dass Gottes Wirklichkeit die Träume der Menschen bei weitem übersteigt."
Weitere Infos siehe: www.pfi.org