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Longyearbyen ist eine kleine und verletzliche Gesellschaft. Wir haben nur ein kleines Krankenhaus mit begrenzten öffentlichen Gesundheitsdiensten, so die örtlichen Behörden. Die norwegischen Regierungsstellen haben am Sonntag beschlossen, dass alle Besucher von Spitzbergen, die nach dem 27. Februar 2020 ankamen, nach Oslo ausreisen sollen.
Icepeople, eine lokale englischsprachige Nachrichtenseite berichtete über den Entscheid der lokalen Behörden. Ein Flugzeug flog am Sonntag 15.03.2020 um Mitternacht von Longyearbyen nach Oslo. Dies teilten die örtlichen Behörden auf ihrer Facebook-Seite mit.
Bis heute gibt es in Longyearbyen keine bestätigten Fälle des Coronavirus. Die Gesellschaft ist klein und isoliert und ein Ausbruch könnte große Herausforderungen verursachen. Die meisten Touristen in Longyearbyen waren in Hotels und Pensionen unter Quarantäne gestellt und wurden direkt zum Flughafen gebracht, um den Kontakt mit Einheimischen zu vermeiden.
Wie bereits vom Barents Observer berichtet, hat der Gouverneur von Spitzbergen beschlossen, dass jede Person, die aus dem Ausland nach Spitzbergen fährt, für zwei Wochen auf dem norwegischen Festland unter Quarantäne gestellt wird, bevor sie weiter nach Longyearbyen fliegen darf. Zudem müssen alle Touristen, die nach Spitzbergen reisen, über das norwegische Festland fliegen.
Der März und die darauffolgenden Monate sind in Longyearbyen normalerweise eine ausgebuchte Winter-Touristensaison. Der Schaden für die örtlichen Betriebe dürfte dementsprechend schwerwiegend ausfallen. Spitzbergen erlebt nun eine Situation, die bis jetzt das übrige Europa auf den Kopf gestellt hat.
Es ist auch unklar, was jetzt mit dem russischen Barneo Ice-Camp am Nordpol passieren wird.
Die Organisatoren des Barneo-Camps planten auch in dieser Saison, den Flughafen Longyearbyen als Drehscheibe für den Transport von Touristen und Polarforschern weiter nördlich nach Barneo zu nutzen, welches bei 89 Grad Nord errichtet werden soll.
Heiner Kubny, PolarJournal