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Spaghetti al Limone mit Barba di Frate
Unsere Liebe zu Zitronen ist noch ziemlich neu. Erst seit wenigen Jahren beginnen wir vermehrt mit den gelben Zitrusfrüchten zu kochen und noch immer gibt es viel zu entdecken zum Thema Zitronen in der Küche. Spaghetti al Limone sind nicht so bekannt wie andere Spaghettirezepte, für mich gehören sie aber zu den allerbesten Pastarezepten. Bevor wir aber zum Rezept kommen, geht es hier erst einmal um die Hauptzutat, die Zitronen:
Zitronen stammen ursprünglich aus Indien, sie kamen jedoch mit den Gewürzen auf dem Landweg früh in den Mittelmeerraum, wo sie bereits von den Römern angebaut und später weiter gezüchtet wurden. Im Mittelmeerraum blieben die Früchte seither beliebt und haben auch die lokalen Küchen stark geprägt. Nördlich der Alpen dauerte es deutlich länger bis sich die sauren gelben Früchte verbreiteten. Da die Zitronenbäume sehr frostempfindlich sind, gedeihen sie nördlich der Alpen nur in Glashäusern, deren Name "Orangerie" darauf verweist, dass sie besonders für die Kultivierung von Zitrusfrüchten gebaut wurden.
Nördlich der Alpen verbreiteten sich die Zitrusfrüchte nicht im Volk und sie hinterliessen deshalb auch keine Spuren in der Volksküche.
Meine Grossmutter hat nach dem Zweiten Weltkrieg hin und wieder eine Zitrone gekauft. Diese wurde jedoch nicht gegessen, sie zierte bloss den Früchtekorb. Auch in meiner Kindheit hatten Zitronen noch eine Randexistenz in der Küche. Meine Mutter kaufte jeweils eine Zitrone wenn sie Gäste erwartete und ihnen einen Gin and Tonic servieren wollte und meist gab es etwas Zitrone zum Fisch, aber Fisch gab es sehr selten.
Auch in meiner Küche verdarben lange viele Zitronen, weil ich einfach keine richtige Verwendung für sie fand. Im Sommer presste ich etwas Zitrone ins Wasser, weil es besser schmeckte im Winter trockneten sie oft unbenutzt im Kühlschrank vor sich hin oder sie ergrauten still im Gemüsefach.
In den letzten Jahren hat sich dies stark geändert. Das Angebot an Zitronen wuchs in den Grossverteilern. Man kaufte die sauren gelben Früchte nicht mehr nur einzeln, sondern immer mehr im Netzchen. Die Grossverteiler begannen auch verschiedene Qualitäten anzubieten. Heute findet man selbstverständlich auch Bio-Zitronen im Angebot, neben den schön reifen Prima Gusto Zitronen und den günstigen kleineren Zitrönchen.
Spätestens seit Yotam Ottolenghis Kochbücher hier populär geworden sind, werden auch in der Schweiz die Zitronenzesten zum Kochen benutzt, und die Menschen beginnen auch hier zu entdecken, welches kulinarische Potential in der Zitrone steckt.
Spaghetti al Limone con Barba di Frate
Da die Italiener schon seit Jahrhunderten mit Zitronen kochen, wundert es nicht, dass sie eine wunderbare Zitronenpasta erfunden haben.
Spaghetti al Limone. Ich variiere diese Spaghetti gerne mit einem speziellen Gemüse. Im Frühjahr liebe ich dazu Barba di Frate oder Mönchsbart, der etwas erdig und salzig schmeckt. Auch die Barba di Frate wird erst seit einigen Jahren kulinarisch wiederentdeckt und darum vermehrt angebaut, zum Teil auch in der Schweiz.
Zutaten:
(für 2-3 Personen)
300 g Spaghetti
1 dl Olivenöl
2 Bio oder Demeter Zitronen
130 gr. geriebener Parmesan
1 Bund Barba di Frate (Mönchsbart)
Schwarzer Pfeffer
Spaghettiwasser aufkochen in einer grossen Pfanne und gut salzen. Dann Spaghetti dazugeben. (Nach Kochanleitung kochen)
Nach dem Aufsetzen der Spaghetti, Barba di Frate gut waschen und die grünen Teile in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Beiseite stellen.
Olivenöl in eine kleine Schüssel geben. Die gelbe Schale (nur das Gelbe, nicht das Weisse!) von 1.5 Zitronen abreiben mit einer feinen Reibe und ins Olivenöl geben. Der Saft einer Zitrone ins Olivenöl geben. 1/2 Päckli (60gr) Parmesan dazu geben. Umrühren und mit schwarzem Pfeffer abschmecken.
Gegen Ende der Kochzeit die Barba di Frate zu den Spaghetti ins Spaghettiwasser geben.
Vor dem Abgiessen ca. 1 Dl Spaghettiwasser in die Schüssel zu den anderen Zutaten geben und umrühren
Spaghetti und Barba di Frate zusammen abgiessen und in die Pfanne zurückgeben, die Schüssel mit den anderen Zutaten dazugeben, gut umrühren, zwei Minuten ziehen lassen und servieren.
Den restlichen Parmesan dazu servieren.
Mönchsbart oder Barba di Frate ist im Frühjahr erhältlich. Die grünen Teile des Gemüses können roh als Salat gegessen werden, sie schmecken aber auch kurz gedünstet oder blanchiert. Sie schmecken herb und etwas erdig-salzig.