Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03136.jsonl.gz/2935

Der eingebildete Kranke
Da sich der reiche Pariser Argan einbildet, schwer krank zu sein und an immer neuen Krankheiten zu leiden, ist es ein Leichtes für seine Ärzte und Apotheker, ihm teure Medikamente zu verkaufen und bei ihm viel Geld für nutzlose Behandlungen zu kassieren. Sein blindes Vertrauen in Ärzte führt schliesslich so weit, dass der Haustyrann seine Tochter Angélique mit einem Arzt verheiraten möchte, obwohl sie sich bereits in einen anderen verliebt hat. Durch verschiedene Tricks seines Dienstmädchens und seines Bruders gelingt es schliesslich, Argan von der Ignoranz und Gewinnsucht seiner Ärzte zu überzeugen, sodass Angélique nun statt des Arztes ihren Geliebten heiraten kann. Da er nicht auf einen Arzt in seinem Haus verzichten möchte, beschliesst er schliesslich, selbst zu promovieren. Moliéres humoristische Kritik an der Pharmazeutik und Ärzten ist auch für heutige Leser noch unterhaltsam und amüsant, und die bereits 1673 uraufgeführte Komödie begeistert über 330 Jahre später noch ein internationales Publikum. Trotz aller Heiterkeit hat die zeitlose Komödie auch einen tragischen Hintergrund, denn gegen Ende der vierten Aufführung erlitt Moliére, der persönlich die Rolle des Argan übernommen hatte, einen Blutsturz und starb nur wenige Stunden nach der Aufführung.