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Wie die japanische Zeitung Sankei mitteilt, hat das japanische Unternehmen Mitsui beschlossen, seine Mitarbeiter aus dem russischen Arctic LNG-2 Flüssigerdgas-Projekt abzuziehen. Mitsui begründet seinen Schritt als Folge auf die Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen das Arctic LNG-2 Projekts als Teil eines Pakets von weitreichenden neuen Massnahmen gegen Moskau aufgrund des Krieges in der Ukraine. Dies bedeutet einen weiteren Rückschlag für das Arctic LNG-2 Projekt.
Arctic LNG-2, auf der Halbinsel Gydan nördlich des Polarkreises gelegen, ist ein Schlüsselelement in Russlands Bestreben, seinen Anteil am globalen Flüssigerdgasmarkt von derzeit 8 % auf 20 % bis 2030 zu steigern. Das Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der russischen Ambitionen und die ersten Auslieferungen hätten im ersten Quartal 2024 beginnen sollen. Von der Lage her ist der Förderort für den Export von LNG-Lieferungen nach Europa und Asien gut positioniert.
Das Projekt umfasst drei LNG-Terminals mit einer Kapazität von jeweils 6,6 Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr. Die gesamte LNG-Kapazität der drei Terminals beträgt 19,8 Mio. Tonnen pro Jahr und etwa 1,6 Mio. Tonnen stabiles Gaskondensat pro Jahr.
Einige westliche Unternehmen haben jedoch ihre Beteiligung am russischen LNG-2-Projekt in der Arktis aufgrund der Sanktionen ausgesetzt. Dies berichtete die in Moskau ansässige Zeitung Kommersant am 25. Dezember unter Berufung auf ungenannte russische Regierungsquellen. Die Entscheidung aus Japan sei insbesondere getroffen worden, um die Mitsui-Mitarbeiter vor restriktiven Massnahmen der USA zu schützen, hiess es in der Zeitung.
Die gemeinsamen Bedenken Chinas und Japans, als wichtige Abnehmer von russischem LNG haben zu aktiven diplomatischen Bemühungen geführt, Ausnahmen von den US-Sanktionen zu erwirken. Die US-Regierung hat jedoch eine feste Haltung eingenommen und ausdrücklich ihr Ziel zum Ausdruck gebracht, das Arctic LNG-2 Projekt zu stoppen.
Das Fehlen langfristiger Verträge könnte zudem dazu führen, dass Novatek mit der externen Finanzierung in Höhe von 9,5 Milliarden Euro (10,5 Milliarden US-Dollar) in Verzug gerät, erklären Quellen von Kommersant.
Träger des Arctic LNG-2 Projekts ist das Privatunternehmen Novatek, Russlands grösster LNG-Produzent, der einen Anteil von 60 % hält. Die chinesischen, französischen und japanischen Unternehmen, welche die restlichen 40 % der Anteile hielten, machten höhere Gewalt für ihren Ausstieg aus dem Projekt verantwortlich.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete letzte Woche, dass selbst Novatek gegenüber mehreren Kunden Erklärungen über höhere Gewalt für Lieferengpässe abgegeben habe, nachdem die USA im November 2023 Sanktionen gegen russisches Flüssigerdgas verhängt hatten.
Fehlende Transportmittel
Eine weitere grosse Herausforderung für Novatek besteht beim Aufbau einer Flotte von LNG-Tankern, die zwischen der Verladestation Utrenneye auf der Halbinsel Gydan und den Märkten pendeln sollen. Das südkoreanische Unternehmen Samsung Heavy Industries hat erst kürzlich mitgeteilt, dass es noch nicht mit der Herstellung von Blöcken und Ausrüstung für 10 von 15 arktischen LNG-Tankern begonnen habe.
Laut Novatek sollten die ersten LNG-Tanker im ersten Quartal nächsten Jahres in See stechen. Branchenquellen sagen jedoch, dass kommerzielle LNG-Lieferungen aus dem Projekt nun frühestens im zweiten Quartal 2024 erwartet werden dürften.
Heiner Kubny, PolarJournal