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Regional
Die Bevölkerung im unteren Misox ist seit Jahrzehnten während der Wintermonate hohen Feinstaubbelastungen ausgesetzt, wie die Staatskanzlei des Kantons Graubünden mitteilt.
Schuld seien hauptsächlich veraltete Holzfeuerungen. Die von der Regierung beschlossenen Massnahmen zeigen nun Wirkung: Die Luftbelastung im unteren Misox habe in den letzten Jahren deutlich abgenommen.
Die neueren, schadstoffärmeren Feuerungen stossen zudem auch weniger klimaschädliche Gase aus, was im Sinne des Aktionsplans «Green Deal» ist.Immer wieder wurden in der Vergangenheit im unteren Misox, hauptsächlich in den Gemeinden Grono, Roveredo und San Vittore Feinstaubwerte gemessen, welche die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung überschritten. Vor zehn Jahren gelangte deshalb die Regione Moesa mit der Bitte an das Amt für Natur und Umwelt (ANU), die Wintersmogsituation im Misox zu erklären und Massnahmen zur Reduktion des Feinstaubs aufzuzeigen.
In einer vom ANU finanzierten Studie konnte aufgezeigt werden, dass die Hauptquellen dieser Luftbelastung die veralteten Holzfeuerungen sind.Massnahmenplan zur Verbesserung der lufthygienischen Situation Der Verkehr auf der Nationalstrasse A13 sei im Winter nur von untergeordneter Bedeutung. Das ANU erarbeitete auf dieser Grundlage einen Massnahmenplan «Lufthygiene» zur Reduktion der Feinstaubbelastung für die betroffenen Gemeinden Grono, Roveredo und San Vittore.
Wichtige Elemente dieses Massnahmenplans waren neben Aufklärungs- und Überwachungskampagnen, die Information der Bevölkerung über eine Webseite, die kostenlose Erstberatung von Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer durch den Beratungsschalter «Sportello aria e energia della Mesolcina» sowie die finanzielle Unterstützung beim Ersetzen von alten Holzfeuerungen durch moderne Anlagen. Die Förderung orientierte sich dabei an der erzielten Wirkung des Ersatzes (2 Franken pro reduziertes Gramm Feinstaub), wobei Beiträge erst ab 1000 Franken und bis maximal 15 000 Franken gesprochen wurden.
Zwingende Voraussetzung für das Einreichen eines Fördergesuchs war die Erstberatung durch den «Sportello aria e energia della Mesolcina».«Sportello aria e energia della Mesolcina» als zentrale Anlaufstelle Der Sportello führte in den letzten vier Jahren 429 Beratungen durch. Diese beschränkten sich nicht nur auf lufthygienische Fragestellungen, sondern befassten sich auch mit den Möglichkeiten der energetischen Sanierung der Gebäude.
Massnahmen wie die Dämmung von Dach und Aussenhülle, der Ersatz der Fenster oder des Heizsystems, reduzieren nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch den Ausstoss von Schadstoffen und tragen dadurch wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität bei. Zudem werden derartige Massnahmen übers Gebäudeprogramm von Bund und Kanton gefördert.
Neben der Erstberatung unterstützte der Sportello die Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer aber auch beim Ausfüllen und Einreichen der Fördergesuche. So konnten bis heute 64 alte Holzfeuerungen durch Wärmepumpen oder Pelletsfeuerungen ersetzt werden.
Zusätzlich seien 31 Feuerungen, welche dem Stand der Technik entsprechen, mit einem Feinstaubabscheider ausgerüstet worden, um den Schadstoffausstoss zusätzlich zu reduzieren. Es wurden grösstenteils Förderungen aus lufthygienischer Sicht beansprucht.
Das Ziel die Hausbesitzenden zu motivieren, gleichzeitig eine energetische Sanierung und den Ersatz einer alten Holzfeuerung zu realisieren, wurde nicht erreicht. Dies zeigt sich auch daran, dass die jährlich zur Verfügung stehenden Mittel zu Beginn der Förderkampagne kaum beansprucht worden sind.
Die Investitionen in ältere Gebäude für eine umfassende Sanierung scheinen trotz Fördergelder zu hoch zu sein.Grenzwertüberschreitungen um das Vierfache reduziert Dank der finanziellen Förderung des Ersatzes von alten Holzfeuerungen und weiteren Massnahmen, wie dem Verbot der Verbrennung von Grünabfällen im Freien und der Öffentlichkeitsarbeit durch Kaminfegerinnen und Kaminfeger, Gemeinden und dem Kanton sei die Luftbelastung heute deutlich geringer als noch vor zehn Jahren. So haben sich die Tage mit Grenzwertüberschreitungen seit 2012 bis heute um das Vierfache reduziert.
Seit 2018 werden die Feinstaubgrenzwerte nur noch in San Vittore überschritten. Da die meteorologischen Verhältnisse (Tage mit Inversion) in den letzten Jahren unverändert blieben, darf dieser Erfolg mit grosser Wahrscheinlichkeit den umgesetzten Massnahmen zugeschrieben werden.
Vor allem die Öffentlichkeitsarbeit habe dazu geführt, dass die Besitzerinnen und Besitzer von Holzfeuerungen heute sensibilisierter sind, was das richtige Anfeuern und das richtige Lagern des Holzbrennstoffes betrifft. Dies seien Schlüsselelemente beim Betrieb einer Holzfeuerung.Förderprogramm läuft noch bis September 2022 Veraltete Holzfeuerungen seien ineffizient.
Dies zeigt sich einerseits am hohen Schadstoffausstoss und andererseits am erhöhten Brennstoffverbrauch verbunden mit einem unnötigen Kohlenstoffdioxid- und Russausstoss. Damit seien solche Anlagen ungeeignet um dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Hausbesitzende tragen daher mit der Modernisierung und dem korrekten Betrieb ihrer Holzfeuerungen sowohl zur verbesserten Luftqualität als auch zum Klimaschutz bei. Beim ANU können weiterhin bis zum 30. September 2022 Fördergesuche für den Ersatz von alten Holzfeuerungen eingereicht werden.
Zudem habe das Amt für Energie und Verkehr alle Förderbeitäge der bestehenden Programme um einen «Green Deal Bonus» erhöht.Der «Aktionsplan Green Deal für Graubünden (AGD)» sei ein Impulsprogramm zur Förderung von Klimaschutz und Klimaanpassung im Kanton Graubünden. Er solle gewährleisten, dass die Treibhausgasemissionen rasch gedrosselt und die Anpassung an den Klimawandel wirksam angegangen werden.
Mehr Informationen zum AGD finden Sie auf der Webseite www.klimawandel.gr.ch..
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