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Die hohe Kriminalität kommt Brasilien teuer zu stehen. Über 75 Milliarden Dollar sind in dem südamerikanischen Land allein im Jahr 2014 für die Sicherheit ausgegeben worden. Tief in die Tasche greift dabei vor allem der private Sektor. Der ist für 47,9 Prozent der Aufwendungen verantwortlich.
Der hohe Einsatz des privaten Sektors, um sich vor Raub, Gewalt und Kriminalität zu schützen, kann als Ausdruck eines geringen Vertrauens in die Leistungen des Staates zur öffentlichen Sicherheit verstanden werden. Der ist für 36,1 der Gesamtausgaben verantwortlich.
Etwa 80 Prozent dieser Kosten entstehen dabei durch den Polizeiapparat. Die Justiz steht an zweiter Stelle, während das prekäre Haftsystem den geringsten Anteil an den Ausgaben für die öffentliche Sicherheit einnimmt.
Im Vergleich mit den anderen von der Interamerikanischen Entwicklungsbank BID untersuchten Ländern Amerikas liegen die Investitionen Brasiliens für die Sicherheit, gemessen am Bruttosozialprodukt, unter dem Durchschnitt. Werden alle Ausgaben, auch die des privaten Sektors verglichen, ist es hingegen absoluter Spitzenreiter.
Doch Geld ist aber nicht alles, wie Beispiele innerhalb des Landes zeigen. In São Paulo ist die Zahl der Morde zwischen 2000 und 2014 um 67 Prozent zurück gegangen. São Paulo gehört gleichzeitig aber auch zu den fünf Bundesstaaten mit den geringsten Ausgaben. Von der BID wird deshalb auch auf die Wichtigkeit von Kosten-Nutzen-Analysen der Aktionen zur Kontrolle der Kriminalität verwiesen.
Eingeflossen sind in die BID-Studie ebenso die sozialen Kosten, wie der Verlust von Einnahmen durch Morde und durch die in Gefängnissen sitzenden Häftlinge sowie der Verlust an Lebensqualität. In Brasilien nehmen sie 16 Prozent der durch die Gewalt verursachten Kosten ein.