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Wissen Sie woher der Halloween-Kürbis kommt?
Dieser Brauch beruht auf einer alten irischen Geschichte. Eines Tages beschloss der Teufel, den lasterhaften Hufschmid Jack zu holen. Doch Jack trickste ihn aus und der Teufel musste ihm schwören, ihn in Ruhe zu lassen. Eines Tages starb Jack. Doch wegen seiner Sünden wurde er nicht in den Himmel aufgenommen und auch der Teufel schickte ihn wegen seinem Versprechen weg. Da jammerte Jack sehr und der Teufel schenkte ihm aus Mitleid ein immerzu glühendes Kohlenstück. Dieses legte Jack in eine ausgehölte Rübe und wandert seither mit seiner Rübenlaterne durch die Finsternis.
Im 19. Jahrhundert verursachten Kartoffel-Missernten eine grosse Hungersnot in Irland. Daher wanderten viele Iren nach Nordamerika aus. In der neuen Heimat feierten sie ebenfalls Halloween. Doch statt Rüben verwendeten sie die dort wachsenden Kürbisse und der Halloween-Kürbis war geboren.
Der Flaschenkürbis
In Europa war lange Zeit nur der Flaschenkürbis (Cucurbita lagenaria), auch Kalebasse genannt, bekannt. Aus ihm wurden in erster Linie Gebrauchsgegenstände hergestellt. Aufgrund seiner flaschenähnlichen Form war er ein geeignetes Behältnis für die Aufbewahrung und den Transport von Wasser und anderen Vorräten. Des Weiteren diente er als Klangkörper für Musikinstrumente wie einfache Rasseln oder Trommeln. In alten Aufzeichnungen wird berichtet, dass selbst Karl der Grosse um 800 n. Chr. den Anbau des Flaschenkürbisses in seinem Reich förderte.
Der zur gleichen Zeit lebende Abt und Dichter Walahfrid Strabo (ca. 808 bis 849 n. Chr.) berichtet in seinem Gartengedicht „Hortulus“ über den Flaschenkürbis:
„Siehe, da wächst auch der Kürbis. Aus winzigem Samen zur Höhe reckt er sich, streut mit den Schilden der Blätter riesige Schatten und entsendet mit üppigen Zweigen haltende Ranken.“
Der Flaschenkürbis wurde im Mittelalter als sanft kühlend und feuchtigkeitsspendend eingestuft und diente als Mittel gegen die „Hitze“ innerer Organe, vor allem bei Leber-, Nieren- und Blasenproblemen.
Einwanderer aus der Neuen Welt
Erst durch die Entdeckung des amerikanischen Kontinents kamen die Kürbisse unserer Zeit nach Europa. Dazu gehört der Gartenkürbis (Cucurbita pepo), der heute in der Heilkunde verwendet wird und zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) gehört. Daneben gibt es noch den Riesenkürbis (Cucurbita maxima), den Moschuskürbis (Cucurbita moschata) und den Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia). Die drei zuletzt genannten Arten haben allerdings keine grosse Bedeutung im medizinischen Bereich.
Der Gartenkürbis wurde schon im 16. Jahrhundert an sonnigen Standorten in Europa angepflanzt. Es handelt sich um eine schnell wachsende, einjährige Pflanze. Sie bildet einen bis zu zehn Meter langen, am Boden entlangkriechenden Stängel, der auch über Klettereigenschaften verfügt. Daran befinden sich grosse, zumeist fünflappige Blätter. Ab Juni bis August erstrahlen dann die goldgelben, trichterförmigen Blüten. Sie produzieren leckeren Nektar, um Bienen und Hummeln anzulocken.
Eine grosse Beere!
Hätten Sie gedacht, dass die Kürbisfrucht aus botanischer Sicht eine Beere ist?
Genaugenommen handelt es sich um eine sogenannte Panzerbeere, da die Aussenschicht sehr hart ist. Die Erntezeit findet im September und Oktober statt. Dann finden in vielen Gegenden Wettbewerbe statt, um den schwersten Kürbis zu küren. In der Schweiz wurde 2011 die Grenze von 700 Kilogramm mit einem 702 Kilogramm schweren Kürbis überschritten. Der bisher schwerste Kürbis der Welt ist von einem US-Amerikaner und brachte stolze 821 Kilogramm auf die Waage.
Im Kürbisinneren befinden sich zahlreiche, abgeflachte Samen. Sie enthalten 30-50% fettes Öl, Vitamin E und sind reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Des Weiteren befinden sich in den Samen Pflanzenhormone, die sogenannten Phytosterole.
In der Heilkunde wird vor allem der steirische Ölkürbis (Cucurbita pepo var. styriaca), eine Variante des Gartenkürbisses, verwendet. Im Vergleich zu den anderen Kürbissen haben seine Samen eine dünne Haut und können daher auch gut für die Gewinnung des Kürbiskernöls ausgepresst werden. Es hat einen nussigen Geschmack und wird gern zum Kochen verwendet.
Wo ist bitte die nächste Toilette?
Kürbissamen schmecken nicht nur gut im Salat oder Brot, sondern sie können auch bei einer Reizblase helfen. Dabei hat man oft plötzlich das dringende Bedürfnis, die Blase zu entleeren, obwohl sie noch nicht voll ist. Natürlich passiert dies meistens im unpassendsten Augenblick. Häufige Toilettenbesuche gehören zur Tagesordnung und sind besonders unterwegs oder nachts störend.
Hier kann die regelmässige Einnahme von Kürbissamen helfen, um die Blase zu stärken. Zu den unterstützenden Massnahmen gehören ein Trink- und Verhaltenstraining. Speziell bei Männern können Kürbissamen die Beschwerden aufgrund einer beginnenden, gutartigen Prostatavergrösserung lindern. Die Prostata hat normalerweise die Grösse einer Walnuss und ist an der Bildung von Samenflüssigkeit beteiligt. Doch mit zunehmendem Alter gibt es oftmals Veränderungen im Hormonhaushalt und die Prostata beginnt zu wachsen. Da sie die Harnröhre ringförmig umschliesst, kann sie diese mit zunehmender Grösse einengen. Dies kann Probleme wie häufiger Harndrang, schwacher Wasserstrahl und Nachtröpfeln bei der Blasenentleerung verursachen.
Falls Ihnen in der Halloween-Nacht ein Kürbisgeist begegnet, können Sie ihn fragen, ob Kürbisgeister eigentlich jemals Probleme mit der Blase oder Prostata haben.
Kürbissamen-Kur
Zerkauen Sie morgens und abends drei bis sechs Teelöffel mit Kürbissamen.
Achten Sie dabei auf eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern. Da die Wirkung nicht sofort einsetzt, ist eine langfristige Anwendung von mindestens drei Monaten vorteilhaft.
Diese Kürbissamen-Kur wird bei einer Reizblase oder einer beginnenden, gutartigen Prostatavergrösserung empfohlen.
Buchtipp
Kürbis: Delikat – gesund – dekorativ
Claudia Daiber & Manfred Hailer
Ulmer Verlag, Juni 2007, 64 Seiten
ISBN: 3800149826
Fr. 11.60
(((Buch-Cover-Adresse: http://www.books.ch/annot/4B56696D677C7C31393130353535317C7C434F50.jpg?sq=1)))