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Das Bankgebäude der Raiffeisenbank ist ein Geschäftshaus im klassischen Sinn und wird auf den ersten drei Geschossen volumetrisch klar als Sockel ausformuliert. Die darauffolgenden zwei Bürogeschosse setzen sich ein wenig von der Fassade zurück. Vertikale Kunststeinlisenen gliedern den Baukörper und erzeugen ein stehendes Fassadenbild. Allein die Eingangsfassade, bestehend aus zwei rechtwinkligen zueinander stehenden Wänden, wird mit einem dem Kunststein farblich angeglichenen Marmor materialisiert, um den Ort zu akzentuieren.
Die Kundenhalle ist der zentrale Ort des Hauses. Vier schwere Pfeiler mit kreuzförmig auskragenden Trägern vermitteln der dreigeschossigen Halle Identität und einen unverwechselbaren Charakter und öffnen mit ihrer Vertikalität den Raum stark nach oben. Im ersten Obergeschoss wechselt die kreuzförmige Trägerstruktur hallenseitig zu vier filigranen Doppelstützen, welche jeweils übereck zum Atrium stehen. Messingstäbe schliessen die Laterne bis ins zweite Obergeschoss. Tageslicht dringt durch zwei Oblichtschächte in den gediegenen Raum und wird an den Metallstäben reflektiert.
Das Innere des Gebäudes erhält durch die massiven Strukturelemente sowohl eine Gliederung als auch eine Gerichtetheit. Das unterste Geschoss öffnet sich maximal nach aussen, indem die Stützen nach innen rücken; darüber kehrt sich die Richtung mit einer Deckenöffnung und filigranen inneren Stützen sowie aussen liegenden massiven Traggliedern zur inneren Kundenhalle. Nach oben vereinfacht sich die Struktur und wird homogen und zurückhaltend. Anhand dieser räumlichen Verschränkung greifen die Raumteile ineinander und schaffen charaktervolle, nutzungsspezifische Raumsituationen.
Die Tragstruktur des Gebäudes weist ein massives Stützen-Platten-System auf, das teils aus präfabrizierten, teils aus vor Ort gefertigten Betonelementen besteht. Im untersten Geschoss weist das System vier massive Stützen auf, an deren oberen Ende baumartig Träger auskragen; im mittleren Bereich werden über langen auskragenden Balken T-förmige Stützelemente angeordnet, während im inneren Bereich über den kurzen Kragträgern um die Deckenöffnung herum schlanke Stützpaare positioniert sind, welche darüber zwei massive Lichtschächte tragen. Im obersten Bereich springt die Fassade um die ganze Tiefe der T-Stützen zurück, wodurch schlanke Stützen als tragende Elemente verbleiben. Alle vertikalen Tragteile werden vorgefertigt auf die Baustelle geliefert und dort mit den vor Ort gegossenen Decken verbunden.
OBJEKT
Wettbewerbsprojekt
STANDORT
Kloten ZH
MATERIALISIERUNG
Fassadenstützen, Brüstungselemente und Wandflächen in vorfabrizierten Kunststeinelementen, Fenster in Bronze. Innere Betonstützen teilweise in Marmor verkleidet, Böden in Terrazzo und Holz.
BAUHERRSCHAFT
Raiffeisen Schweiz
FACHPLANER
Bauingenieur: Mario Rinke, Zürich
Haustechnikg und Bauphysik: Team GMI, Schaan
MITARBEIT
Johannes Käferstein, Urs Meister, Simon Staudacher, Urban Blaas, Tomas Ferreira