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Das Rennen der Männer wurde zunächst geprägt von spannenden Positionskämpfen einer starken Gruppe, zu der unter anderen die Franzosen Jordan Sarrou (Team BMC), Joshua Dubau (Decathlon Ford Racing Team), der Däne Simon Andreassen, der Brite Charlie Aldridge (beide Cannondale Factory Racing), der Italiener Juri Zanotti (Team BMC) oder der Lokalmatador Filippo Colombo (SCOTT-SRAM MTB Racing Team) gehörten.
In der fünften von sieben Runden lag Colombo knapp vor Andreassen in Führung - und wurde von einem Platten buchstäblich ausgebremst. Die wunderbare Geschichte eines Sieges bei seinem Heimrennen, den er sich so sehr gewünscht hatte, konnte er nicht mehr schreiben. Colombo kam dennoch als bester Schweizer auf dem 8. Rang ins Ziel. Die Mit-Favoriten Lars Forster (Thömus maxon) und Marcel Guerrini (BIXS Performance Race Team) mussten den Start absagen.
Peu à peu konnten sich dann Jordan Sarrou, XCO-Weltmeister 2020, und Joshua Dubau, die Weltnummer 5, absetzen, wobei der Routinier Sarrou dieses Duell clever und erst kurz vor dem Ziel für sich entschied. Den Dreifach-Triumph der Franzosen komplettierte der erst 21-jährige Adrien Boichis (Trinity Racing MTB). Das Fazit des Rennens am Monte Tamaro: Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris 2024 läuft bei den Franzosen.
Pauline Ferrand-Prévot mit guten Beinen
Der Sieg bei den Frauen ging ebenfalls nach Frankreich. Die 32-jährige Pauline Ferrand-Prévot (INEOS Grenadiers) überstrahlte das Rennen mit einer eindrücklichen Demonstration ihrer Super-Form schon zu Beginn der Saison. Ferrand-Prévot, die in allen Radsportdisziplinen Weltspitze ist, zündete zu Beginn der dritten Runde den Turbo, baute ihre Führung innerhalb einer Runde auf über eine Minute aus und kontrollierte von da an das Rennen. «Ich bin zunächst nur vorne mitgefahren, habe aber schnell gemerkt, dass ich Super-Beine habe. Dann bin ich meine eigene Pace gegangen», so die souveräne Siegerin.
Die Olympischen Spielen sind selbstverständlich auch in ihrem Fokus, zumal die Überbikerin hier noch eine Rechnung offen hat: Ferrand-Prévot belegte 2012 in London im Strassenrennen den 8. Rang – sie weiss, da geht noch mehr.
Jolanda Neff mit ansteigender Formkurve
Hinter Ferrand-Prévots One-Woman-Show gab die Zweitplatzierte Jolanda Neff (Trek Factory Racing XC) eine eindrückliche Vorstellung, bei der ihre alte Klasse wieder aufblitzte. Neff hatte zwar einen guten Start erwischt, verlor dann aber den Anschluss an die Spitzengruppe, was sie nicht aus dem Konzept brachte. Die Olympiasiegerin von 2020 in Tokio überzeugte mit viel Moral, Kampfgeist und einer starken zweiten Rennhälfte mit fulminanter Aufholjagd.
Sie sei, so sagte sie mit einer gewissen Erleichterung im Ziel, «mega froh» über ihre Leistung an der Tamaro Trophy. Neff gab zur richtigen Zeit eine wichtige Bestätigung für ihre ansteigende Formkurve. Für die Ostschweizerin scheint es – nach einer durchwachsenden Saison im vergangenen Jahr – endlich wieder bergauf zu gehen.
Mit fast einer Minute Rückstand auf Neff kam Alessandra Keller (Thömus maxon), die die Gesamtwertung des Swiss Bike Cups nach zwei Rennen anführt, abgekämpft ins Ziel. Die Nidwaldnerin hatte alles gegeben, konnte aber den zwischenzeitlich zweiten Platz hinter Ferrand-Prévot auf der herausfordernden Strecke nicht halten. Die zweite Weltklasse-Französin im Rennen, Loana Lecomte, konnte Keller dennoch klar auf den vierten Platz verweisen.
UCI-Juniors-Siege für Alder und Liehner
Das Rennen der UCI-Junior-Series, die den Stellenwert eines Junioren-Weltcups geniessen, gewann Micha Alder vom BIXS Performance Race Team vor dem Franzosen Nicolas Kalanquin (AMSL VTT Levens) und Noel Toth (RC & Bikecenter Steffisburg). Bei den Juniorinnen siegte souverän die Zürcherin Lara Liehner (Thömus Akros – Youngstars) vor Giada Martinoli und ihrer Teamkollegin Sirin Städler.
Grosse Spannung auch im U-23-Rennen, wo Björn Riley aus den USA bis zur Schlussrunde klar führte, dann mit einem Platten auf den zweiten Platz zurückfiel. Die Situation ausnutzen konnte der Schweizer Finn Treudler (CUBE Factory Racing), Dritter wurde Maxime L'Homme vom Team BMC. Bei den U23 Frauen gewann die Italienerin Valentina Corvi (Santa Cruz Rockshox Pro Team) vor der Bündnerin Ginia Caluori (Wilier – Vittoria Factory Team XCO) und Sara Cortinovis (Italien).
Der CIC Swiss Bike Cup bleibt auch mit seiner nächsten Station im Tessin. Am 6./7. April sind die Rennen eingebettet in das Bikefestival Lugano Bike Emotions. Die 2023 neu konzipierte XCO-Strecke bietet technische Höchstschwierigkeiten und zusätzliche Schlüsselstellen.