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Schinznach-Bad (ots) -
Am kommenden Montag kann Walter Haefner, Gründer und Besitzer der
AMAG-Gruppe, seinen 100sten Geburtstag feiern und auf eine
aussergewöhnliche Lebensgeschichte zurückblicken. Als einer der
erfolgreichsten Unternehmer, den die Schweiz bisher hatte, der
bescheiden blieb und viel in seinem Leben bewegt hat.
Im Jahre 1910, am 13. September in die kinderreiche Familie eines
Missionars geboren, war Walter Haefner das Leben eines nicht bloss
für schweizerische Verhältnisse herausragenden Wirtschaftspioniers
beschieden. In der Schweiz ist sein Name untrennbar mit jenem des
Automobil Untemehmens AMAG verbunden, die er 1945 gegründet hat und
deren alleiniger Besitzer Haefner noch immer ist.
Früh zeigte sich sein unternehmerisches Talent. Nach der
Handelsmatura 1929 arbeitete Haefner in der Mineralölbranche,
zunächst als Verkaufsleiter bei Shell, anschliessend führte er die
Motul in Wädenswil, welche sich unter seiner Leitung zur harten
Konkurrenz grosser Mineraloelmarken entwickelte.
General Motors in Biel wurde auf den strebsamen jungen Mann
aufmerksam: noch nicht dreissigjährig wurde er Gebietsleiter für die
Nordostschweiz fortan sollte Haefner dem Automobil eng verbunden
bleiben.
Bei Kriegsausbruch im Herbst 1939 verliess Haefner General Motors:
Er sah voraus, dass das Autogewerbe harten Zeiten entgegen ging.
Seine Ersparnisse steckte er in die Lizenz für Holzkohlegeneratoren,
welche er auf eigene Rechnung in den Werkstätten der damaligen AMAG
an der Kreuzstrasse/Utoquai in Zürich im Auftragsverhältnis
herstellen liess. Die Aggregate wurden unter dem Namen Autark durch
eine Selbsthilfeorganisation von über 30 Garagebetrieben, welche die
Autark-Gemeinschaft bildeten, auf den Markt gebracht. Und mitten im
Krieg gelang es Haefner, diese Aggregate nach Ungarn, in die
Tschechoslowakei und nach Portugal zu exportieren. In Argentinien
wurde eine Lizenzproduktion aufgezogen.
Die "Neue AMAG Automobil- und Motoren AG" wird gegründet
1944 ging die AMAG unter ihrem Vorbesitzer in Konkurs und Haefner
konnte die Gesellschaft zunächst treuhänderisch übernehmen. Am 3.
Januar 1945 gründete er die "Neue AMAG Automobil- und Motoren AG".
Kaum läuteten Anfang Mai jenes Jahres die Friedensglocken,
importierte Haefner die ersten Jeeps. Am 13. August unterschrieb er
den Importvertrag für englische Standard-Automobile und knüpfte
Verbindungen zu Chrysler nach Amerika. Im Jahr 1946 erreichten die
ersten Standard die Schweiz, im April 1947 wurde bereits der 1000.
Wagen dieses Fabrikats abgeliefert. Inzwischen war Haefner auch
Importeur für Chrysler, Dodge und Plymouth geworden, errichtete in
Schinznach-Bad die Montage Suisse, ein Montagewerk für Automobile.
Walter Haefner war längst ein etablierter Unternehmer, als er
seinen grössten Erfolg erzielte: Es gelang ihm, im April 1948 einen
Vertrag mit Volkswagen abzuschliessen. Im Mai kamen die ersten 50 VW
Käfer in die Schweiz, bis Ende Jahr waren es deren 1380 eine
sagenhafte schweizerische Erfolgsstory hatte begonnen. Rasch wurde
der Volkswagen zum beliebtesten Auto der Schweizer die Marken der
Volkswagen AG sind es bis heute geblieben.
Haefner entwickelte moderne Serviceleistungen, baute ein
effizientes Händlernetz auf und ging in der Werbung neue Wege. Der
Erfolg war durchschlagend und auch heute noch ist die AMAG mit den
Marken Volkswagen, Skoda, Audi, SEAT, VW Nutzfahrzeuge und Porsche
das grösste Automobilunternehmen unseres Landes.
Grosses unternehmerisches Gespür
Walter Haefner war auch Gründer zahlreicher Firmen, die nur wenig
oder nichts mit dem Automobilgewerbe zu tun hatten. Dazu gehörten die
Novelectric, Novelair, Mobag, Aufina, Automation Center, um nur
einige bekannte Namen zu nennen. Zu Beginn der 70er Jahre engagierte
er sich in den USA in die immer bedeutungsvoller werdende Informatik
und Computerbranche. Heute ist seine Holding, die Careal Holding in
Zürich, zu der auch die AMAG gehört, als Aktionärin mit über 20%
Anteil am einem der weltweit grössten Software-Anbieter, der CA
Technologies Inc., Islandia, NY., beteiligt.
Der Privatmann Haefner, der sich trotz aller Erfolge stets im
Hintergrund zu halten wusste und weiss, ist ein Freund der Malerei
und der Musik. Zeugnis seiner Sammlertätigkeit lieferte seine
Schenkung wichtiger Werke von Künstlern wie Monet, Degas, Van Gogh,
Chagall u.a.m., die er im Jubiläumsjahr der AMAG 1995 dem Kunsthaus
Zürich vermachte. Haefner bedankte sich so für die Unterstützung,
welche ihm Stadt und Kanton in seiner Jugend gewährten und die es ihm
als Sohn wenig begüterter Eltern erlaubte, das Handelsgymnasium zu
besuchen.
Mit besonderer Hingabe widmet er sich in der Freizeit auch den
Pferden, resp. dem Reitsport. Viele Jahre war er aktiv und sehr
erfolgreich an Pferderennen anzutreffen. In Irland wurde Walter
Haefner für seinen grossen Beitrag im wichtigen Wirtschaftszweig
Vollblutzucht mit dem Ehrendoktor ausgezeichnet. Seit 1962 werden in
seiner Moyglare Stud Farm mit grossem Erfolg edle Rennpferde
gezüchtet, die auf den bekannten Rennplätzen in Europa und USA
anzutreffen sind.
Ein grosser Gönner und Spender
Wenig bekannt ist sein langjähriges Engagement für die Jugend und
die Betagten, die Kunst und die Forschung. So organisierte er bereits
in den frühen Fünfzigerjahren Ausfahrten für Betagte - unter dem
Motto «Die Jungen für die Alten». Dabei chauffieren bis zu 400
AMAG-Kunden in einer langen Autokolonne ältere Mitmenschen aus Heimen
und Spitälern durch die Frühlingslandschaft. In den 60er Jahren
gründete er die Alberto Giacometti-Stiftung mit, spendete wiederholt
für den Ankaufsfond des Kunsthauses, amtete bei der Zürcher
Kunstgesellschaft als Vorstandsmitglied und versorgte das Opernhaus
sowie das Zürcher Kammerorchester mit entsprechenden Mitteln. Sein
Vertrauen in junge Talente zeigt sich auch bei der Unterstützung der
Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Über seine Zuwendungen
unterstützt er Forschende, Lehrer und Studierende der ETH.
Seit vielen Jahren stellt er auch Mittel für den "Smile Train", eine
internationale Organisation, die in Entwicklungsländern Kinder mit
Hasenscharte oder Wolfsrachen kostenfrei operiert. Seit Gründung
konnten über 500'000 Kinder operiert werden.
Walter Haefners soziales Engagement ist beeindruckend und
umfangreich. Die von ihm gegründete, gleichnamige Stiftung
unterstützt jährlich verschiedene gemeinnützige Einrichtungen.
2005 hat Walter Haefner die Führung der Careal Holding, zu der
auch die AMAG gehört, an seinen Sohn, Martin Haefner, übergeben. Die
Leitung der Moyglare Stud Farm hat heute seine Tochter Eva-Maria
Bucher-Haefner inne.
Eine andere Eigenschaft machte und macht ihn für seine
Mitarbeitenden und sein Umfeld einzigartig. Walter Haefner blieb
immer bescheiden und musste sich nie in den Mittelpunkt stellen.
Bildlegenden:
WH-1.jpg: Walter Haefner - Schweizer Wirtschaftspionier wird
100jährig
WH-2.jpg: In den 50er Jahren war Walter Haefner (links) Mitglied
des Aufsichtsrates der Volkswagen AG, hier bei einem Meeting mit
Prof. Nordhoff, Generaldirektor der Volkswagen AG
WH-3.jpg: Anlässlich des 50sten Jahrestages der
Porsche-Import-Vertragsunterzeichnung trafen sich die Herren F.A.
Porsche, Ferry Porsche und Walter Haefner (v.l.n.r.)
WH-4.jpg: Walter Haefner war nicht nur ein Entrepreneur sondern
auch ein erfolgreicher Pferdezüchter und Jockey.
Hinweis:
Das Bildmaterial finden Sie digitalisiert in unserer
Pressedatenbank: www.amagpress.ch
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ots Originaltext: AMAG Automobil- und Motoren AG
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Dino Graf
Leiter Group Communication
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