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Adrian Meier Redaktor für Gesundheit
Werden Geräusche knapp oberhalb normaler Sprechlautstärke (70-80 dB) als unangenehm laut empfunden, so wird dies als Hyperakusis bezeichnet. Dieses Symptom stellt eine subjektive Überhörempfindlichkeit gegenüber Lärm dar. Bei höheren Schallpegeln (z.B. Klatschen) reagieren Betroffene schreckhaft und berichten von Schmerzempfindungen im Ohr und im Kopf.
Unter Hyperakusis (vom griechischen: hyper ‘über’ und akuo ‘ich höre’) versteht man eine krankhafte Geräuschüberempfindlichkeit um die 70-80 dB (Einheit Dezibel) , die normalerweise noch nicht als unangenehm laut empfunden wird. Ist diese Geräuschüberempfindlichkeit sogar schmerzhaft, wird als Hyperakusis dolorosa bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
Hyperakusis nicht gleich Recruitment
Patienten mit Hyperakusis haben eine ganz normale Hörschwelle, es sei denn sie haben einen Hörverlust, welcher nichts mit dieser zu tun hat. Dies im Gegensatz zu Patienten mit einem Recruitment (Lautheitsausgleich) welche ebenfalls empfindlich gegenüber lauten Tönen und Geräuschen sind. Bei diesen ist nachweislich ein Funktionsverlust der äusseren Haarzellen im Innenohr, welche zu einem veränderten Laustärkeempfinden führt. Diese Lärmempfindlichkeit kann z.B. durch eine Lärmschädigung entstehen.
Unter Hyperakusis versteht man eine krankhafte Geräuschüberempfindlichkeit.
Eine bestimmte Form von Hyperakusis stellt die Phonophobie dar, auf welche wir hier nicht weiter eingehen, da dies bereits eine Aufteilung einer Hyperakusis-Form darstellt in welcher Patienten nur bestimmte Töne oder Geräusche in einer bestimmten Lautstärke als unerträglich empfinden.
Hyperakusis Ursache
Hyperakusis kann auch ohne Hörschädigung beobachtet werden. Jedoch tritt Hyperakusis häufig mit Tinnitus auf. Hyperakusis kann auch im Zusammenhang mit einer Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) und bei neurologischen Erkrankungen wie z.B. der Multiple Sklerose auftreten. Ist z.B. der Stapediusnerv (Nervus stapedius) oder der Stapediusmuskel (Musculus stapedius) im Mittelohr unterbrochen, welcher zur Dämpfung von lautem Schall dient, so kann dies eine Ursache für die krankhafte Empfindlichkeit gegenüber lautem Schall sein. Der Stapedius-Muskel kann anhand einer Stapediusreflex-Messung vom Hals-Nasen Ohrenarzt (HNO/ORL) gemessen werden.
Hyperakusis bei Kindern
Hyperakusis kann auch bei Kindern nicht einfach so nachgewiesen werden. Hier bedarf er der Abklärung ob es sich um eine eigenständige Erkrankung oder einer Erkrankung in Kombination mit anderen Krankheiten handelt. Bei Kindern sowie Erwachsenen ist bei Hyperakusis der Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO/ORL) zuständig. Als Vorabklärung kann bei einem Hörakustiker ein Hörtest durchgeführt werden, um einen allfälligen Hörverlust auszuschliessen.
Hyperakusis Therapie und Behandlung
Im Mittelpunkt bei Hyperakusis steht die Beratung des Patienten. Anhand einer Befragung (Anamnese) werden der Leidensdruck erfragt, mögliche Ursachen abgeklärt und geeignete therapeutische Ansätze angeboten. Ziel dieser therapeutischen Angebote ist es, den Leidensdruck zu lindern und die Schwelle, ab welcher die Geräusche als unangenehm empfunden werden anzuheben. Hier kommen als Therapie und Behandlung sogenannte Retrainingtherapie, Hörtherapie und ganzheitliche Therapieansätze zur Körperwahrnehmung in Frage.