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Für ihre Dissertation «On the genetic architecture of an adaptive radiation» hat Anna Feller den Fakultätspreis 2021 der Universität Bern in Biologie gewonnen. Die Fakultätspreise werden einmal jährlich für jeden Fachbereich verliehen. Wir gratulieren herzlich!
Anna Feller, die seit Kurzem als Postdoktorandin an der Harvard University in den USA arbeitet, forschte zuvor an der Eawag in der Abteilung Fischökologie & Evolution. In ihrer Dissertation hat sie sich mit den Buntbarschen im ostafrikanischen Viktoriasee beschäftigt. Nachdem der See bis vor ca. 15'000 Jahren ausgetrocknet war, füllte er sich wieder mit Wasser und wurde von Buntbarschen und anderen Fischen besiedelt. Abstammend von den ersten Buntbarschen, die den See besiedelten, entwickelten sich in verhältnismässig kurzer Zeit rund 500 neue Buntbarsch-Arten. Diese Arten unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen: Von Form und Farbe zu Nahrungsquelle und Verhalten. In Ihrer Dissertation setzte sich Anna mit der Frage auseinander, wie es möglich sei, dass in so kurzer Zeit und auf relativ begrenztem geographischen Raum so viele neue Arten entstehen konnten. Dabei lag ihr Fokus besonders auf dem genetischen Aspekt verschiedener Merkmale. Sie untersuchte, ob beispielsweise ein bestimmtes Merkmal von einem einzigen Gen oder von vielen Genen kodiert wird. Oder ob es zwischen den Arten genetische Inkompatibilitäten gibt, die verhindern, dass sich verschiedene Buntbarsch-Arten miteinander fortpflanzen können.
Anna hat den Preis im Rahmen der Promotionsfeier erhalten und sieht ihre Erkenntnisse als Grundlage für weitere Forschung: «Ich denke, dass meine Arbeit ein gutes Beispiel für solide Grundlagenforschung ist, die ein paar wichtige Puzzleteile liefert, die uns in der Gesamtheit helfen, grosse biologische Fragen immer besser zu verstehen – wie zum Beispiel die Frage nach der Entstehung neuer Arten». Vier Jahre hat sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Sie sagt: «Die Auszeichnung war eine schöne Rückmeldung dafür, dass sich der Aufwand der letzten Jahre gelohnt hat und auch dafür, dass meine Forschung Anklang findet – das motiviert!».
Die Stelle als Postdoktorandin bei Robin Hopkins an der Harvard University in den USA wird Anna nun zwei Jahre antreten. Ermöglicht hat dies ein Mobilitäts-Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Danach möchte sie in die Schweiz zurückkehren, wo sie weiterhin in der akademischen Forschung tätig sein will.