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„Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Cyrenius Statthalter von Syrien war. Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine Stadt. Es ging aber auch Josef von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa, in Davids Stadt, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war.“ (Lk. 2,1-5)
Die von Kaiser Augustus angeordnete Volkszählung ist ja gewissermassen der Startpunkt für die Weihnachtsgeschichte. Und so wie wir jedes Jahr Weihnachten feiern wird nun auch in der Schweiz die Volkszählung, welche bisher nur alle 10 Jahre durchgeführt wurde, jährlich per 31. Dezember durchgeführt. Ich erinnere mich noch gut wie ich zwecks Aufbesserung des Sackgeldes aktive an der Volkszählung 1980 beteiligt war, mit den Fragebogen von Haushalt zu Haushalt ging und unter anderem gelernt habe, wie man Zahlen scannergerecht schreiben soll.
In Zukunft wird nur noch ein kleiner Teil der Schweizer Bevölkerung (ca. 5%) schriftlich oder telefonisch befragt. Um die Bevölkerung zu entlasten, werden die Informationen primär aus den Einwohnerregistern entnommen und mit Stichprobenerhebungen ergänzt. Das neue System erlaubt, die Strukturen und die Entwicklung der Bevölkerung, der Haushalte wie auch der Gebäude und Wohnungen kontinuierlich zu beobachten. Mit der neuen Volkszählung kann der heute stark beschleunigte wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel wesentlich besser analysiert werden.
Die vier Kernelemente der Volkszählung
Die neue Volkszählung beruht als Erstes auf einer Registererhebung, die vorhandene Verwaltungsdaten auswertet. Das BFS nutzt hierzu ab 2010 die kantonalen und kommunalen Einwohnerregister, die Bundespersonenregister sowie das eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister. Nur noch die notwendigen Informationen, die nicht in einem Register geführt werden, müssen mit ergänzenden Stichprobenerhebungen erfragt werden. Zu diesen Stichproben gehört die jährliche Strukturerhebung bei 200’000 Personen. Kantone und Städte können diese Stichprobe für ihr Gebiet vergrössern. Das dritte Element bilden die thematischen Erhebungen bei 10’000 bzw. 40’000 Personen (fünf Themen, abwechselnd eines pro Jahr). Und das letzte Element ist eine jährliche Omnibus-Erhebung zu aktuellen Themen bei 3’000 Personen. Die neue Volkszählung deckt damit ein breites Themenspektrum ab, das von Bevölkerung und Haushalten, Familien und Wohnen über Ausbildung, Arbeit und Mobilität, Sprache und Religion bis zur Gesundheit reicht.
Wozu Volkszählungen?
Die Statistiken der Volkszählung – zur Altersstruktur, zum Anteil der Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, zum Arbeitsmarkt, zum Pendlerverhalten und zu vielen weiteren Themen – bilden eine bedeutende Informationsgrundlage für zahlreiche aktuelle Fragestellungen. Sie dienen der Planung, der Entwicklung von Strategien und der Beschlussfassung in verschiedensten Politik- und Wirtschaftsbereichen. Aufgrund der Bevölkerungszahlen werden z.B. die Nationalratssitze den Kantonen zugeteilt. Die Informationen werden auch für die Festlegung des neuen Finanzausgleichs genutzt, der die Ungleichheiten zwischen den Kantonen verringern soll. Die Wirtschaft nutzt die Bevölkerungsstatistiken zur Erstellung von Marktstudien, zur Planung ihres Personalbedarfs oder zur Auswahl von Standorten für neue Niederlassungen. In den Kantonen und Gemeinden werden die Zahlen unter anderem für die Planung von Schulklassen, Schulhäusern oder Altersheimen herangezogen. EUROSTAT, das statistische Amt der EU, und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nutzen die Resultate der Volkszählung für internationale Vergleiche.
Weiterführende Informationen und Publikationen in elektronischer Form finden Sie auf der Homepage des BFS http://www.statistique.admin.ch > Aktuell > Die neue Volkszählung