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Am Samstagabend ist im westfranzösischen Angoulème die fünfzigste Ausgabe des «Festival international de la bande dessinée» zu Ende gegangen. Dieses gilt als das wichtigste europäische Comicfestival.
Unter den Preisträgern des Wettbewerbs sind auch zwei Schweizer. Martin Panchaud erhielt den Preis für das beste Album des Jahres mit «La Couleur des choses» (Die Farbe der Dinge). Der Band arbeitet mit Google Maps und zeigt die Figuren als Kreise von oben.
Zusätzlich durfte sich Panchaud auch über den Grand Prix der Association des critiques et journalistes de bande dessinée freuen.
Bereits 2021 hatte Panchaud für «Die Farbe der Dinge» in Solothurn den Schweizer Jugendbuchpreis bekommen. Von der Berliner Tageszeitung «Der Tagesspiegel» wurde das Buch zum Comic des Jahres ernannt. Das Werk ist auch für den Max-und-Moritz-Preis nominiert, die höchste Comic-Auszeichnung in Deutschland.
«Die Farbe der Dinge» ist eine Tragikomödie und ein Krimi. Es ist Panchauds erste Graphic Novel, welche beim Comics- und Graphic-Novel-Verlag Edition Moderne veröffentlicht wurde. Das Raffinierte an der Story ist, dass sie mit den Mitteln der Infografik erzählt wird.
Auf 224 Seiten wird die Geschichte des 14-jährigen Simon visualisiert, der in einem schwierigen Elternhaus aufwächst, von seinen Freunden, aufgrund seines Übergewichts, gehänselt und für ihre Geschäfte benutzt wird. Durch den Tipp einer Wahrsagerin soll er beim anstehenden Pferderennen auf ein spezifisches Pferd setzen, um den Hauptgewinn zu ergattern. Er gewinnt 16 Millionen Pfund, kann das Geld aber nicht abholen, da er noch minderjährig ist, was zu verschiedenen Komplikationen führt.
Der Grafik-Designer Panchaud stammt aus Genf und arbeitet heute in Zürich.
Als weitere Ehre für die Schweiz erhielt Léonie Bischoff den Jugendpreis für «La longue marche des dindes» (Der lange Marsch der Truthähne). Dieser Comic will jungen Lesenden die Themen Rassismus und Sklaverei nahebringen.
Der Grand Prix ging an Riad Sattouf mit «Der Araber von morgen». Die Geschichte handelt von Sattoufs Kindheit in Libyen und Syrien. Der Zeichner und Filmregisseur arbeitete früher für «Charlie Hebdo».
Rund um das Festival gab es auch einen Skandal. Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt, wurde eine Ausstellung von Bastien Vivès abgesagt. Der Zeichner wurde der Frauenfeindlichkeit beschuldigt und der Kinderpornographie angeklagt, womit dieses leidige Thema auch in der Comicszene angekommen ist.