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Cologna und Co. legen in Kuusamo los
Die Langlauf-Equipe, angeführt von Dario Cologna und Nadine Fähndrich, startet in Ruka in die WM-Saison mit den Titelkämpfen in Oberstdorf als Highlight.
Die dreitägige Minitour in Finnland lanciert am Wochenende den Weltcup.
Der Sieger des Triples von Ruka, die Destination ist nach dem Wintersportzentrum im Gebiet von Kuusamo benannt, steht am Sonntag nach einem Sprint (klassische Technik/Freitag), einem Einzelstartrennen (klassisch) und einer Verfolgung (Skating) fest. Die Chancen der Schweizer lassen sich auch ohne länderübergreifende Vorbereitungswettkämpfe abschätzen. Laurien van der Graaff, Nadine Fähndrich, Dario Cologna, Jonas Baumann, Beda Klee, Jovian Hediger und Jason Rüesch müssen ausserordentlich starke Leistungen bieten, um gegen die Top-Nationen Norwegen und Russland einigermassen zu bestehen.
Für Cologna, der mit 34 Jahren in seinen bereits 15. Weltcup-Winter steigt, hatte Kuusamo in den vergangenen Jahren nicht einen all zu hohen Stellenwert. Im Sprint wird er nicht schneller, Rennen in klassischer Technik reizten immer wieder seine Wade und einen fünften Triumph im Gesamtweltcup hat er abgeschrieben. Gleichwohl erhofft sich Cologna die Bestätigung, dass er mit Blick auf die Tour de Ski und speziell die Weltmeisterschaften im Allgäu auf dem richtigen Weg ist.
Der Champion will einen Fehlstart wie im Vorjahr vermeiden. Damals zwickte ihn nach der Qualifikation im Sprint die Wade. Der Bündner zog sich deshalb als Vorsichtsmassnahme bis zu den Heimrennen in Davos zurück. Die medizinischen Betreuer sind immer wieder gefordert, um Colognas zwei Schwachstellen in den Griff zu kriegen. Beim vierfachen Olympiasieger treten die Krämpfe in der Wade und der Reizhusten schon seit Jahren auf. Das Kälteasthma bricht oft bei tiefen Temperaturen und trockener Luft aus, die Wade blockiert vorwiegend bei Rennen in der klassischen Technik. Auf den Skating-Latten wird diese Muskulatur nicht im gleichen Mass beansprucht.
Er sei gut durch den Sommer gekommen, sagt Cologna. Trainingseinschränken musste er wegen der Coronavirus-Krise kaum hinnehmen. Er fühlt sich fit genug, um auch gegen Ende seiner Karriere Glanzlichter zu setzen. Christian Flury, Chef Langlauf von Swiss-Ski, bestätigt: "Dario fehlt es an nichts. Er hat alle Voraussetzungen, die Trainingserfahrung, er ist hungrig. Gegen ihn spricht einzig das Alter, wie bei jedem Athleten seiner Generation."
Mit Nadine Fähndrich dürfte am Polarkreis eine knapp zehn Jahre jüngere Athletin die besten Resultate für das Schweizer Team liefern. "Die Leistungstests fielen besser aus als in den letzten Jahren. Ich bin optimistisch, dass es gut kommt", betont die 25-Jährige. Die Luzernerin hat im Weltcup über den Sprint Bekanntheit erlangt. Sie selber sieht sich als Allrounderin und hat entsprechend auch viel in ihre schwächeren Disziplinen investiert - beispielsweise lange Distanzen im Skating-Schritt oder im Sprint mit den Klassisch-Skis. Fähndrich stand - den Teamsprint nicht eingerechnet - bereits dreimal auf dem Weltcup-Podest.
Die Team-Leader sind also dieselben geblieben, hingegen steht sowohl das Frauen- als auch das Männerteam unter neuer Leitung. Der bisherige Männertrainer Ivan Hudac übernahm die Frauen, der Este Kein Einaste - seit 2018 für Swiss-Ski tätig und nur ein Jahr älter als Cologna - coacht die Männer.