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Wenn ihr eure Figur beschreiben müsstet, was würdet ihr sagen? Vermutlich würde man Worte benutzen wie kurvig oder schlank – oder man würde bildlicher sprechen und sagen: Apfel, Birne, Sanduhr. Cello? Was man mit ziemlicher Sicherheit nicht sagen würde, ist: eher Yin als Yang – und mit scharfen Konturen. Ausser, ihr habt die Körpertypologisierung «Kibbe» schon komplett internalisiert. Dann würdet ihr genau das sagen.
Was ist Kibbe
Das System – erstmals behandelt 1987 mit dem Buch «Metamorphosis» von David Kibbe – unterteilt den weiblichen Körper in 13 verschiedene Typen:
Dramatic, Soft Dramatic, Romantic, Theatrical Romantic, Classic, Dramatic Classics, Soft Classics, Natural, Flamboyant Natural, Soft Natural, Gamine, Soft Gamine, Flamboyant Gamine
Diese Typen verlaufen auf einem Spektrum zwischen: Yin (weiche Konturen und romantisch) und Yang (scharfen Konturen und dramatisch). Der Body-Typ «Klassiker» befindet sich da übrigens direkt in der Mitte. Dessen scharfe und weiche Konturen liegen also in einer perfekten Balance.
Was soll Kibbe?
Helfen, seine Rundungen einschätzen zu können und modisch richtig zu umspielen. Wie man die Eigenheiten seines Körpers (breite Hüfte, schmale Hüfte, lange Oberarme, kurze Oberarme, etc.) richtig betonen würde. Der ultimative Unterschied zur Früchte-Zuordnungs-Methode ist, dass sich Kibbe komplexer ruft. Es geht dabei um Symmetrie, Harmonie – um das Verständnis natürlicher Formen. Und zwar aller Formen (auch die des Gesichts).
Marilyn Monroe beispielsweise, ihr Typ ist näher am Yin als am Yang. Denn je mehr Yin, desto kurviger, weichere Kanten und mehr Rundungen. Je mehr Yang, desto kantiger und desto augenfälliger sind die vertikalen Linien.
Warum nur Kibbe, warum nicht?
Warum brauchen wir Kibbe? Oder: Warum eigentlich nicht? Eins nach dem anderen. Erstens: Warum nur? Denn, diese intensive Beschäftigung mit dem Körper ist in den wenigsten Fällen gesund. Dass ich euch da auf eine weitere Möglichkeit bringe, wie man ihn analysieren kann, das tut mir, der Autorin, leid.
Zweitens: Warum nicht? Denn die Methode ist: nicht wertend. Oder halt noch zu wenig bekannt, als dass sie es sein könnte. Konfektionsgrössen, all diese Zahlen und Buchstaben – XS, XL, M oder 34, 44, etc. –, die sind so mit einer Wertung behaftet. Models hatten bisher häufig XXS. Also sollte man meinen: Je näher mein Buchstabe da dran ist, desto besser. Das ändert sich endlich langsam. Ganz, ganz langsam. Und vielleicht passiert das eben auch nicht in der gewünschten Geschwindigkeit, weil die Grössenangaben ihre Wertungen nicht mehr losbekommen. Vielleicht sollte man ab sofort in Kibbe denken, Kleidung so anschreiben. Denn, ob man jetzt ein «Flamboyant Natural» ist oder ein «Theatrical Romantic» – klingt beides nett, nicht wahr? Aber vermutlich würde es auch hier nicht lange dauern und wir hätten einen idealen Typen erkoren.
Wer den Test gerne machen möchte, holt sich Stift und Papier und nimmt sich etwas Zeit (mehr oder weniger eine Stunde, je nachdem wie lange ihr Stift und Papier suche müsst) und klickt hier > drauf.
Wie findet ihr dieses System? Unnötig? Dumm? Klasse?