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Zysten sind meist gutartige Geschwülste, die sich in nahezu allen Geweben und Organen des Körpers bilden können. Es sind Hohlräume mit flüssigem Inhalt, der aus Gewebeflüssigkeit, Blut und schleimigen Sekreten besteht.
Eierstockzysten entstehen meist in der Geschlechtsreife der Frau und sind hormongesteuert. Eine lokale Schwellung oder Gewebsneubildung nennt man Tumor (lateinisch: tumor = Schwellung, Geschwulst). Dies besagt aber noch nichts über Bös- oder Gutartigkeit der Geschwülste. Eine Vergrösserung der Eierstöcke kann durch eine Vermehrung von Zellen zustande kommen oder aber auch durch eine reine Flüssigkeitsansammlung (Zyste).
Die Eierstöcke (Ovarien) haben zwei Funktionen:
- Sie produzieren die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene und Progesterone).
- Bei der geschlechtsreifen Frau enthalten sie unreife Eizellen, die sich in den Eierstöcken entwickeln. In der Mitte des Zyklus kommt es zum Eisprung. Erfolgt zu dieser Zeit ein Geschlechtsverkehr, kann es im Eileiter zur Befruchtung und normalerweise in der Gebärmutter zu einer Schwangerschaft kommen. (Ausnahmen siehe Bauchhöhlenschwangerschaft, Eileiterschwangerschaft)
Funktionelle Zysten: In den Eierstöcken können sich gutartige, flüssigkeitsgefüllte, zyklusabhängige Zysten bilden (Follikel). Diese entstehen, wenn ein grosses Eibläschen nicht platzt (es findet kein Eisprung statt). Sie sollten spontan wieder verschwinden (innerhalb von zwei Monaten).
Frauen, die die Antibabypille nehmen, haben seltener Eierstockzysten. Die Pille verhindert einen Eisprung und führt so zu einer Ruhigstellung des Eierstocks.
Es kann sich aber auch um einen zystischen Tumor (eine Neubildung) handeln, auch diese sind meistens gutartig. Bösartige Tumoren werden als Eierstockkrebs bezeichnet (dieses Krankheitsbild wird separat behandelt).
Polyzystische Ovarien (PCO): Hier sind die Eierstöcke mit mehreren (poly) Zysten besetzt und nicht mehr funktionsfähig. Meist liegen bei der Patientin Hormonstörungen vor.
Schokoladen- oder Teerzysten: Diese können sich bei der Endometriose bilden. Versprengtes Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut bleibt an den Eierstöcken kleben und blutet so wie die normale Gebärmutterschleimhaut bei der Monatsblutung. Das Blut kann nicht aus den Eierstöcken abfliessen und so bilden sich Zysten.
Geschwülste oder Tumoren in den Eierstöcken, egal ob sie gut- oder bösartig sind, verursachen im Frühstadium meist keine Beschwerden.
Später können folgende Symptome auftreten:
- Unregelmässige Zyklen
- Starke Schmerzen bei der Regelblutung
- Unterbauchschmerzen
- Auftreten von Regelblutungen nach den Wechseljahren"
- Starke Unterleibsbeschwerden, eventuell auch Rückenschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang
- Zunahme des Bauchumfanges
- Unwohlsein, Fremdkörpergefühl
- Verstopfung
Es muss sich aber nicht immer um Eierstockzysten handeln, denn alle genannten Beschwerden können bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen vorkommen (z.B. auch bei Gebärmuttermyomen).
Bei Komplikationen durch Einreissen oder Platzen der Zysten:
- Massive Unterleibsschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen bis zum Kollaps
- Starkes Druckempfinden des Bauches
Zur Diagnose von Eierstockzysten werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
- Krankengeschichte unter Einbezug der Symptome
- Gynäkologische Untersuchung
- Ultraschall von der Scheide her
- Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit anschliessender Gewebsuntersuchung (Biopsie)
- Bei Verdacht auf Krebs wird meist ein CT (Computertomogramm) oder ein MRT (Kernspintomogramm) gemacht
Kleine Zysten, die keine Beschwerden bereiten, verschwinden meistens ohne Behandlung spontan. Es muss aber eine Nachkontrolle (Ultraschall) stattfinden.
Allgemeine Massnahmen
- Nachkontrollen (Ultraschall)
Medikamente
- Bei einigen kleineren Zysten und bei Frauen, die nahe den Wechseljahren sind, kann eine Hormontherapie helfen.
Operative Massnahmen
Eine Operation wird notwendig:
- wenn Beschwerden bestehen
- Bei grösseren Zysten, die sich kaum mehr spontan zurückbilden
- Bei Krebsverdacht
- Bei Zysten, die sich nach ein paar Wochen nicht vollständig zurückgebildet haben
- Bei neu aufgetretenen Zysten bei Frauen nach den Wechseljahren (Verdacht auf bösartige Neubildung)
Operationsverfahren
Ist der Tumor gutartig, kann die Zyste, meist ohne Schaden am Eierstock zu hinterlassen, laparoskopisch (via Bauchspiegelung) entfernt werden.
Ist der Tumor bösartig, kann ein grosser operativer Eingriff mit Entfernung beider Eierstöcke, der Gebärmutter und der befallenen Organe der Bauchhöhle notwendig sein.
Eierstockzysten müssen immer unter Beobachtung stehen; d.h., regelmässige ärztliche Kontrolluntersuchungen sind unerlässlich. Bei länger bestehenden Zysten muss eine Gewebeprobe entnommen werden. Dies geschieht ebenfalls durch einen operativen Eingriff, dessen Ausmass von der Grösse der Zysten abhängt.
Die meisten Eierstockzysten, die bei jüngeren Frauen vorkommen, sind funktionell (durch einen nicht erfolgten Eisprung) bedingt und verschwinden innerhalb der nächsten Zyklen wieder.
Komplikationen können sein:
- Stieldrehungen (der Tumor dreht sich um seinen eigenen Stiel und klemmt die Blutversorgung ab); das kann zu einem Schockzustand mit akuten Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Pulsbeschleunigung und Schweissausbrüchen führen. Dies verlangt eine notfallmässige Operation.
- Infektionen
- Zerplatzen (Ruptur) der Geschwulst. Wenn dabei ein Blutgefäss beschädigt wird, was eher selten der Fall ist, kann es zu einer lebensbedrohlichen Blutung in die Bauchhöhle kommen (Notfall).
- Hormonelle Störungen: Zysten können Hormone bilden und dadurch den Menstruationszyklus beeinflussen. Im Extremfall kann dies zu mehrwöchigen Dauerblutungen führen.
- Eierstockzysten können bösartig werden (Eierstockkrebs), was aber eher selten vorkommt.