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Nach der TV-Debatte mit Hillary Clinton am vergangenen Montag witterte Donald Trump eine Verschwörung: «Habt ihr gesehen? Die haben mir ein defektes Mikrofon gegeben. Ich frage mich, ob das Absicht war.»
So wirklich ernst nahm den populistischen Milliardär niemand. Zu oft hatte er in den vergangenen Monaten reflexartig geheult und gejault, wenn ihm etwas nicht nicht in den Kram passte: Die Medien, die Demokraten, das Ausland – bei Trump bekamen alle ihr Fett weg.
Nun zeigt sich: Ganz aus der Luft gegriffen ist der von Trump geäusserte Vorwurf nicht. Die Organisatoren des TV-Duells räumten ein, dass es eine Panne beim Mikrofon des republikanischen Kandidaten gegeben habe: «In der ersten Debatte gab es Probleme mit der Anlage, die sich auf die Lautstärke von Donald Trumps Stimme im Saal ausgewirkt haben», teilte die zuständige Kommission laut CNN am Freitag mit.
Ob die Tonprobleme auch für das Fernsehpublikum Auswirkungen hatte, ist nicht bekannt. (wst)
US-Präsident Donald Trump hat dem Magazin «Time» ein Interview über seinen Umgang mit Fakten gegeben. Die zugehörige Titelseite sagt alles aus über den Inhalt: «Ist die Wahrheit tot?»
Richard Nixon musste 1974 als bis heute einziger US-Präsident zurücktreten. Er war über den Watergate-Skandal gestolpert. In der legendären Interviewserie mit dem britischen TV-Moderator David Frost konnte er sich drei Jahre später zu einer Entschuldigung an das amerikanische Volk durchringen. Doch Nixon äusserte auch einen Satz, der sein fehlendes Schuldbewusstsein schonungslos entlarvte: «Wenn der Präsident etwas tut, ist es nicht illegal.»
Donald Trump ist nicht Nixon, oder noch nicht. Obwohl …