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Sie kochen, passen auf Haus und Kinder auf und tun alles andere, was von Ihnen in ihrem Alltag als berufstätige Frauen erwartet wird. Aussergewöhnlich speziell an den Frauender “Haenyeo” Kultur, die auf der südkoreanischen Insel Jeju leben ist jedoch, dass sie den Mut aufbringen in das kalte Meer zu tauchen, um die Hauptverdiener der Familie zu sein.
Diese Frauen hinabtauchen zu sehen, ist ein Anblick der ehrfürchtig macht. Völlig frei tauchen sie mehr als zehn Meter tief hinab und halten dabei ihre Luft für mehrere Minuten an -ohne dabei einen Sauerstofftank oder andere Ausrüstung zu benutzen. Ihre Absicht ist es, so viel wie möglich Pfahlmuscheln, Seeigel und Seegurken ausder Tiefe an die Oberfläche zu bringen.
Die meisten dieser Frauen sind inzwischen über 60 Jahre alt, manche tauchen sogar noch in ihren 70-er oder 80-er Jahren. Ihr Training für diesen Beruf, der lokal als “Muljil” bezeichnet wird, beginnt bereits in einem sehr jungen Alter. Traditionellerweise bewahren die Mütter diese Fähigkeiten und geben ihre Kenntnisse an die Töchter weiter, damit diese den Beruf fortführen können.
Ursprünglich war diese Art zu tauchen etwas exklusiv Männliches. Über eine längere Zeitperiode hindurch begannen die Frauen jedoch allmählich, die Männer in diesem Beruf zahlenmässig zu übertreffen. Sie machten das Tauchen schliesslich zu einer von Frauen dominierten Industrie in Jeju, mit deren Hilfe die Wirtschaft der Insel einen neuen Aufschwung erlebte. Die ersten Aufzeichnungen der Haenyeo stammen aus dem 17. Jahrhundert. Viele von diesen Frauen haben über die Zeit ihren Ehemann in der Position als Haupternährer der Familie abgelöst.
Haenyeo Frauen trotzen dem konventionellen patriarchialen System und repräsentieren eine semi-matriarchiale Familienstruktur auf der Jeju Halbinsel. Sie werden zudem als eine tragende Säule der Wirtschaft dieser Insel betrachtet. Trotz viel internationalem Zuspruch nimmt die Anzahl der Taucherinnen jedoch signifikant ab. Ungeachtet ihrer aussergewöhnlichen Bemühungen ist die Ernte von Meeresfrüchten nicht die treibende ökonomische Kraft in Jeju. Es ist der Tourismus, der zum maximalen ökonomischen Wachstum der Insel beiträgt. Die schöne Landschaft und die idyllischen Strände machen Jeju besonders für Hochzeitsreisende zu einem beliebten Touristenziel.
Diese Tatsache, im Zusammenspiel mit dem Mangel an Interesse der jungen Generation von Frauen, das freie Tauchen als Beruf weiter fortzuführen, könnte diese langegepflegte Tradition zum Verschwinden bringen. Bis dahin jedoch werden die Geschichten dieser Frauen weiter fortbestehen, um uns alle zu inspirieren.
Bilder: Unsere Autorin Nicole Grycweig reiste kürzlich nach Südkorea und hatte die Gelegenheit, diese Superfrauen näher kennenzulernen. Nicole teilt mit uns einige ihrer Bilder von dieser unvergesslichen Erfahrung.