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Der ChAd3-EBO-Z genannte Impfstoff könnte erneuten Ebola-Epidemien Einhalt gebieten, hielt das CHUV am Mittwoch in einer Medienmitteilung fest. Die Resultate der Studie wurden am gleichen Tag in der Wissenschaftspublikation “The Lancet Infectious Diseases” veröffentlicht.
Mit der Studie an 120 Freiwilligen wurde Ende Oktober 2014 begonnen, während in Guinea, Sierra Leone und Liberia eine Ebola-Epidemie tobte. Der Impfstoff aus den Laboren des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline galt damals als experimentell. Er basiert auf einem gentechnisch veränderten Schimpansen-Adenovirus.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Die Daten aus sechs Monaten nach der Verabreichung des Impfstoffes zeigten, dass die Impfung sicher sei, wie CHUV-Professor Blaise Genton in der Medienmitteilung zitiert wurde. Die Probanden hätten ähnliche Symptome wie nach anderen Impfungen gezeigt.
Einige Symptome wie Fieber seien etwas häufiger vorgekommen, bilanzierte Genton. Die Studienresultate zeigen zudem, dass der Impfstoff den Menschen immun machen, aber eventuell nicht mit dem maximal möglichen Schutz.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entschied deshalb, bei den Impfungen in Westafrika eine höhere Dosis zu verwenden. Vergleichsstudien mit der höheren Dosis des Impfstoffs ChAd3-EBO-Z in Mali und den USA zeigten gleichwertige Sicherheit wie beim anderen Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV, der ab November 2014 in Genf getestet wurde.
Auch bei diesem zweiten Impfstoff waren die im April 2015 präsentierten Resultate ermutigend. Auch dieser Impfstoff wurde bereits in Westafrika eingesetzt. Während der Epidemie gab es in Liberia, Guinea und Sierra Leona nach Angaben der WHO über 11’000 Todesfälle.
Man dürfe hoffen, dass mit den beiden Impfstoffen ein genügender Schutz bestehe, um künftige Epidemien einzudämmen, hielt Professor Blaise Genton vom CHUV fest. Der Beweis dafür stehe allerdings noch aus.
Die Studie in Lausanne wurde wegen der Dringlichkeit der Ebola-Epidemie in einem Rekord-Tempo vorgenommen, auch dank einer Finanzierung von 1,7 Millionen Franken durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation.
“Dieses Abenteuer zeigt, dass in der Schweiz sämtliche Akteure fähig sind, bei einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit rasch zu reagieren”, hielt Genton fest. Das sei für die Zukunft ziemlich ermutigend.
(SDA)