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Das Zürcher Obergericht hat in einem kürzlich publizierten Urteil entschieden, dass ein Mann, der ein Kind mehrfach sexuell missbraucht hat, nicht mit Hilfe eines Rayonverbots aus seinem eigenen Wohnort weggewiesen werden darf.
Der 50-jährige Österreicher, der schon längere Zeit in der Schweiz lebt, wurde im August 2019 vom Bezirksgericht Winterthur wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern schuldig gesprochen. Er erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten.
Er hatte ein Mädchen, zu dessen Familie er eine freundschaftliche Beziehung pflegte, über einen Zeitraum von mehreren Jahren mehrfach missbraucht. Er griff ihm unter die Kleider, berührte es im Intimbereich und soll es mindestens einmal oral missbraucht haben.
In dem Urteil des Obergerichts, welches kürzlich publiziert wurde, ging es noch um die Frage eines Kontakt- und Rayonverbots. Den Schuldspruch und das Strafmass akzeptierte der Verurteilte.
Der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft und die Anwältin des Opfers einigten sich darauf, für das Verfahren vor Obergericht weitgehend identische Anträge einzureichen. Konkret einigten sie sich auf ein fünf Jahre dauerndes Kontakt- sowie ein Rayonverbot für bestimmte Gebiete im gemeinsamen Wohnort.
Die Anwältin des Opfers stellte dann aber trotzdem darüber hinaus noch den Antrag, dem Täter ein Rayonverbot für das gesamte Gebiet der Zürcher Gemeinde zu erteilen, nicht nur für einzelne Quartiere. Nur so könne sichergestellt werden, dass das Opfer nicht in der ständigen Angst leben müsse, dem Mann plötzlich zu begegnen.
Der Verurteilte wehrte sich gegen diese Forderung. Er wohne und arbeite in dieser Gemeinde und habe sein soziales Umfeld dort. Die Gemeinde sei seit Jahrzehnten sein Lebensmittelpunkt. Eine Ausgrenzung wäre seiner Ansicht nach nicht verhältnismässig.
Das Obergericht fand eine solche Massnahme ebenfalls nicht verhältnismässig. Stattdessen verhängte das Gericht nun ein fünf Jahre dauerndes Kontaktverbot, sowie ein auf bestimmte Bereiche des gemeinsamen Wohnorts beschränktes Rayonverbot.
Auch auf dem Campingplatz Flaach, den die Familie des Opfers regelmässig nutzt, darf sich der Täter nicht mehr aufhalten.
(sda)