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Gelungene Summer School als vielversprechender Auftakt zum neuen Online-Master
Als Auftakt zum Studium luden Giovanni Ventimiglia und sein Team 15 Studierende und zahlreiche Dozierende zur fünftägigen Summer School in Palermo. Voller Musse diskutierten die Teilnehmenden aller abrahamitischen Religionen zur grossen Frage: «Was ist Gott?».
Betrachtungen aus philosophischer und religiös-theologischer Warte
Die Professorenschaft untersuchte und lehrte verschiedene Aspekte und Lexika zu «Gott» sowohl aus religiös-theologischer als auch philosophischer Warte. Warren Zev Harvey machte den Auftakt mit einer hebräischen Sicht auf die Frage nach dem Gottesnamen und diskutierte mit Olga Lizzini über das Wesen Gottes als «Sein selbst». Gyula Klima präsentierte eine überzeugende Darstellung von Anselms ontologischem, und damit «a priori», Gottesbeweis, während Ulrich Rudolph eine Einführung gab in Argumente islamischer Philosophie für die Existenz Gottes. Gary Carl (Muhammad) Legenhausen stritt mit seinem guten Freund Winfried Löffler in einer öffentlichen Debatte über die Frage, wie weit Gottes Verantwortlichkeit geht für das Leid in der Welt.
Die parlermitanische Gelehrte Patrizia Laspia präsentierte eine neue Lesart von Aristoteles’ Unbewegtem Beweger, und David Anzalone und Mostafa Najafi von der Universität Luzern bestritten je eine öffentliche Debatte, über die Frage ob Gott leidet (mit Ryan Mullins), respektive was es bedeutet, dass Gott weise ist (mit Ulrich Rudolph). Ryan Mullins gab eine Einführung in verschiedene «Modelle» Gottes, bevor die Woche abgeschlossen wurde durch Vorträge von Maria Evelina Malgieri und Ferenc Rusza über die Übersetzungsproblematik, sowie einer «ausverkauften» öffentlichen Debatte zwischen Pasquale Porro und Giovanni Ventimiglia. Nach einer intensiven Woche des Debattierens und Nachsinnens führte Prof. Ventimiglia die Teilnehmenden zurück in eine gesunde Demut mit der Feststellung, dass wir schlussendlich über Gott schweigen müssen, da Er alle unsere Ideen und Aussagen unendlich übersteigt.
Palermo als geschichtsträchtiger Ort der Religionen
Palermo als Austragungsort war keinesfalls zufällig gewählt, vielmehr beherbergt die süditalienische Grossstadt eine reichhaltige Geschichte der Philosophie und war Kulisse vieler Episoden interreligiöser Berührungspunkte. So wurde im 13. Jhr. die arabische Aristoteles-Ausgabe der Metaphysik in Palermo auf Lateinisch übersetzt, von Michael Scotus im Auftrag von Friedrich II. Dieser Text wurde grundlegend für die Theologie von Thomas von Aquin und damit essentiell für die Geschichte des abendländischen Christentums. Palermo, Kreuzung zwischen Afrika, Europa und Arabien, zwischen christlichem, jüdischem und muslimischem Glauben, war damit der perfekte Standort für Diskussionen über Gott mit Professoren und Studierenden aus Italien, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Finnland, USA, Ungarn, Israel, Iran, Kanada, Weissrussland, Afghanistan, Nigeria und Ägypten.
Positive Reaktionen der Teilnehmenden
Es war eine wahrhaft internationale und interreligiöse Woche, angetrieben vom gemeinsamen Wunsch nach tieferem Sinnen über Gott und gezeichnet von gegenseitigem Respekt und der Freude an der Philosophie. Die Studierenden zeigten sich durchwegs motiviert und begeistert – die Lehrenden waren bereit, viel Zeit zu investieren und die Studierenden konnte so aussergewöhnlich persönlich und extensiv aus den riesigen Lebens- und Wissensquellen schöpfen.
Ryan Mullins resumiert: «Das neue Masterprogramm der Universität Luzern bringt ein hochkarätiges Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen und bietet eine hervorragende Kombination von Präsenzanlässen und Online-Unterricht. Die Summer School vor Ort war der perfekte Auftakt des neuen Masterprogramms, wo Studierende und Professorinnen und Professoren die Möglichkeit hatten, eine Woche lang gemeinsam theologische Fragen zu debattieren und zu erforschen.»
Dieser Beitrag wurde von Josua Schöchli verfasst, MA Weltgesellschaft und Weltpolitik und Mitarbeiter des Online-Masters.