Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/253803

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Lebensmittelverordnung soll dahingehend angepasst werden, dass in Lebensmittel beigemengte Insekten, wie Heuschrecken, Mehlwürmer, Proteine und/oder Eiweissträger explizit ausgewiesen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ziel der Lebensmittelsicherheit ist es, dass nur sichere Lebensmittel, die kein Gesundheitsrisiko darstellen, in Verkehr gebracht werden. In der Schweiz gelten Insekten ebenso wie in der Europäischen Union als neuartige Lebensmittel (Novel Food). Diese dürfen in Verkehr gebracht werden, wenn sie als solche in der Schweiz oder in der Europäischen Union zugelassen sind (vgl. Anhang der Verordnung des EDI über neuartige Lebensmittel [nachfolgend: V des EDI]; SR 817.022.2).</p><p>Nach der Schweizer Gesetzgebung (vgl. oben genannte Verordnung des EDI) dürfen seit dem 1. Mai 2017 drei Arten von Insekten in Verkehr gebracht werden: der Mehlwurm (Tenebrio molitor), die Hausgrille (Acheta domesticus) und die Wanderheuschrecke (Locusta migratoria). Wie die Europäische Union erlaubt auch die Schweiz seit dem 3. Januar 2023 die Verwendung von teilweise entfettetem Pulver aus Acheta domesticus (Hausgrille) als Lebensmittel.</p><p>Wie bei jedem Lebensmittel müssen auch beim Inverkehrbringen von Lebensmitteln, die Insekten enthalten, die Informations- und Kennzeichnungsanforderungen eingehalten werden (vgl. Art. 11 der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel [LIV]; SR 817.022.16). Entsprechend muss die Sachbezeichnung die ausdrückliche Nennung der Tierart unter Angabe der gemeinen und der wissenschaftlichen Bezeichnung enthalten, auch wenn das Insekt nur als Zutat verwendet wird. Auf der Etikette muss klar vermerkt sein, dass diese Zutat bei Personen, die gegen Krebs- und Weichtiere und Erzeugnisse daraus sowie gegen Hausstaubmilben allergisch sind, allergische Reaktionen auslösen kann. Da Insekten als Lebensmittel tierischer Herkunft gelten, darf ein Lebensmittel, das Insektenpulver enthält, weder als "vegan" noch als "vegetabil" oder "vegetarisch" gekennzeichnet werden.</p><p>Eine zusätzliche Kennzeichnung würde den Eindruck erwecken, dass zugelassene Insekten nicht so sicher sind wie andere Zutaten.</p><p>Die Produktion von Insekten als Lebensmittel ist zudem bisher noch sehr teuer, weshalb es wahrscheinlicher ist, dass der Mehrwert in Bezug auf Nachhaltigkeit und/oder Proteingehalt eher hervorgehoben als versteckt würde.</p><p>Schliesslich ist zu beachten, dass die Einführung zusätzlicher unilateraler Kennzeichnungsvorschriften zu Handelshemmnissen führen würde.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.