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Als Blutung in der Spätschwangerschaft bezeichnet man eine vaginale Blutung nach der 20. Schwangerschaftswoche.
Was verursacht Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte?
Die Blutungen können die Stärke einer normalen Regelblutung erreichen und in seltenen Fällen auch stärker ausfallen. Sie verlaufen meistens schmerzlos. Ursache ist oft ein harmloser, lokaler Defekt am Gebärmutterhals (Polypen) oder eine Venenverletzung in der Scheide.
Blutungen in der Spätschwangerschaft oder kurz vor der Geburt können aber auch durch eine Plazentakomplikation verursacht werden, wie z.B. eine tiefliegende Plazenta (Placenta praevia) oder vorzeitige Plazentalösung. Dann kann eine solche Blutung eventuell sowohl Ihre Gesundheit als auch die Ihres Kindes gefährden, wenn die Sauerstoffversorgung über den Mutterkuchen für längere Zeit unterbrochen ist. Es kann sein, dass Sie einen eindeutig identifizierbaren Schmerz im Unterleib verspüren, wenn sich Ihre Plazenta teilweise von der Gebärmutter ablöst. Dies muss sofort ärztlich behandelt werden.
Wenn durch die Blutung Wehen ausgelöst werden, ist eine Frühgeburt oft nicht mehr zu vermeiden.
Welche Schwangeren sind besonders gefährdet?
Ausser bei einer bereits durch die Ultraschalluntersuchungen bekannten Plazenta praevia kommen Blutungen in der Spätschwangerschaft häufiger bei Präeklampsie oder Bluthochdruck vor.
Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin wird Sie auf jeden Fall untersuchen müssen, auch wenn in fast 50 % aller Fälle wahrscheinlich keine genaue Ursache diagnostiziert werden kann.
Blutung beim Abgang des Schleimpfropfs
Eine Blutung in der Spätschwangerschaft kann durchaus mit dem blutdurchsetzten Zeichnen kurz vor der Geburt verwechselt werden. So nennt man es, wenn sich der Gebärmutterhals erweitert und der Schleimpfropf abgeht, der bisher die Zervix verschlossen hat. Normalerweise geschieht dies ein paar Tage oder seltener Wochen vor dem Einsetzen der Wehen. Trifft die Beschreibung nicht auf Ihre Blutung vor der 36. Schwangerschaftswoche zu, sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme verständigen, denn dann sollten sofort geeignete Massnahmen getroffen werden.