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Wir haben im letzten Posting vom Talent der Weltstadt Paris gesprochen, Jahrhunderte zu verbinden, indem am bisher Erreichten weitergesponnen wird. Das ist nur mit hohem Bewusstsein der eigenen Geschichte möglich. Es lohnt sich deshalb, die Sache noch etwas zu vertiefen: Im Bild sind die zwei Achsen und ihr Schnittpunkt in der Défense (ausserhalb der Stadt) herausgehoben. Die untere Achse «Louvre» begann im späten Mittelalter mit einem Schloss ausserhalb der damaligen Stadtmauern. Für die Achse «Champ de Mars» ist es erst das späte 19. Jahrhundert. Die Achse des Louvre ist baulich durchlaufend und berührt heute die Glaspyramide des Louvre-Museums, die Tuileriengärten, Place de la Concorde, Arc de Triomphe und reicht bis ins Zentrum der «Défense» mit der bekannten «Ache de la Défense» als vorläufigem Schlussakzent.
Die neuere Achse nimmt im Champ de Mars und dem Eiffelturm Anlauf, überquert die Seine, wird dort von den offenen Armen des Palais de Chaillot (1937) mit Rundplatz du Trocadéro empfangen. Dann verschwindet sie völlig, wird imaginär bis sie bereits in der Défense angekommen ihre Kraft im Schnittpunkt der Achsen wieder entfaltet.
Ob man von diesem intellektuellen Städtebau begeistert ist, oder nicht, er zeugt jedenfalls von hohem Selbstbewusstsein, grosser Sorgfalt und der Fähigkeit, die konstant wirkenden Entwicklungskräfte immer wieder zum Vorteil der Stadt zu steuern. Während dessen wurstelt Zürich mit formlosen Neubauquartieren und aus der Zeit gefallenen Hochhausleitbildern vor sich hin.