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Kann Schnarchen die Ursache für schlechten Schlaf sein?
Viele Betroffene merken selbst kaum oder gar nicht, dass sie schnarchen. Oftmals werden sie erst vom Lebenspartner darauf aufmerksam gemacht. Zudem schnarchen Frauen und Männer anders. Frauen schnarchen häufig leiser und machen nur gelegentliche Geräusche, wie schnalzen oder schlucken. Leider können auch sie von einer behandlungsbedürftigen Schlafapnoe betroffen sein.
Ist Schnarchen schlecht für meine Gesundheit?
Schnarchen tritt erstaunlich häufig auf: 45% der Erwachsenen leiden mehr oder weniger darunter.
Schnarchen wird jedoch nicht immer wirklich ernst genommen und als zu tolerierende Belanglosigkeit abgetan. Die Betroffenen sollten die Hinweise aber nicht nur um des sozialen Friedens willen ernst nehmen. Allein die Gefahr einen Schlaganfall zu erleiden, ist mehr als doppelt so hoch bei Schnarchern. Zudem sind Menschen mit Schlafapnoe gefährdet an Herzkreislaufstörungen zu erkranken.
Sollten Sie die Gewissheit haben oder vermuten, dass Sie schnarchen, kann dies unterschiedliche Ursachen haben, wie eine eingeschränkte Nasenatmung, üppige Mahlzeiten oder Alkohol am Abend oder ein hohes Körpergewicht. Selbst Bodybuilding kann durch die Stärkung der Nackenmuskulatur die oberen Atemwege verengen.
Wie entsteht Schnarchen und was sind die Hintergründe?
Schnarchen entsteht durch Luftverwirbelungen an Engstellen der Nase und des Rachens während des Schlafs. Oftmals sind es aber mehrere Ursachen, welche zusammenspielen.
Nasale Schnarcher haben auf Grund von Engstellen in der Nase meist durch anatomische Verengungen (Verkrümmung der Nasenscheidewand, Polypen oder vergrößerte Nasenmuscheln) eine behinderte Nasenatmung. Die Nasenatmung kann auch durch allergische oder Infekt bedingte Anschwellungen beeinträchtigt sein. Eine behinderte Nasenatmung spielt bei erwachsenen Schnarchern in etwa 25 % der Fälle eine entscheidende Rolle.
Im Rachen entstehen Engstellen meist “funktionell” durch ein Nachlassen der Gewebespannung der normalerweise dauerangespannter (tonischer) Muskeln. Erschlafft das Gewebe im Schlaf, können 1 bis 2 mm kleine Verengungen entstehen, die Turbulenzen in der Luftverwirbelung verursachen. Als Folge flattert das Gewebe und ist auch häufig Ursache für obstruktive Schlafapnoen.
Der häufigste Auslöser für Schnarchen sind Gewebevibrationen an der Schlundenge, dem Übergangsbereich von der Mundhöhle in den Rachen. Gewebestrukturen, wie vergrösserte Gaumenmandeln (Tonsillen), ein langer, tief stehender und schlaffer Weichgaumen, ein langes und breites, erschlafftes oder vergrößertes Gaumensegel (Uvula) oder Fetteinlagerungen können den Schlund zusätzlich verengen und Schnarchen auslösen.
Zungenschnarcher
Ein weiterer wichtiger Auslöser ist der dicke Zungenmuskel, der durch die Schwerkraft im Liegen – ganz besonders in Rückenlage – und durch die Entspannung im Schlaf zu weit herunterfällt. Als Folge kann der obere Luftweg einengt oder sogar ganz verschlossen werden. Bei Tag sind unsere Rachenmuskeln fast immer genügend angespannt und ausreichend Luft kann beim Atmen durch den Rachen in die Lunge strömen. Im Schlaf allerdings entspannen sich fast alle unsere Muskeln mehr oder weniger stark, so dass es dann im Rachen zu einem sogenannten „funktionellen Kollaps“ der Muskulatur kommen kann. Kommt noch Luft hindurch, muss sie sich durch die Engstelle quetschen. Es entstehen Luftwirbel, welche Gaumensegel und Zäpfchen zum Flattern bringen. Das entstehende Geräusch nennt man Schnarchen.
Vollständige Abklärung
Schnarchen kann nicht nur die Ursache für schlechten Schlaf, sondern auch ein Hinweis für andere Erkrankungen sein. Zur vollständigen Abklärung empfehlen wir einen Arzt oder ein Schlafcenter aufsuchen. Diese können die möglichen Ursachen und die Form des Schnarchens feststellen und mögliche Erkrankungen erkennen.Was kann man gegen Schnarchen tun?