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Die anlässlich des Forums in Bern anwesenden Präsidentinnen und Präsidenten von impressum sehen die Pressevielfalt für gefährdet an und fordern in einer Resolution, dass der Abbau gestoppt werde. Sie verlangen, dass die Erträge aus dem online-Anzeigemarkt, der einen substantiellen Teil der Gewinne der grossen Medienunternehmen Tamedia, Ringier Axel Springer und Ringier ausmacht, in den Journalismus reinvestiert werden. Sie fordern die politischen Behörden der grossen Städte, der Kantone und des Bundes auf, diese Unternehmen an ihre gesellschaftliche Verantwortung zu erinnern und selbst Projekte zu lancieren, um den unabhängigen Journalismus direkt zu unterstützen und zu fördern.
Nach dem massiven Abbau bei Tamedia Suisse Romande im vergangenen Herbst, der die „Tribune de Genève“ und „24 Heures“ betraf, hat nun Ringier Axel Springer das Magazin „L‘Hebdo“ eingestellt und entlässt Journalistinnen und Journalisten bei „Le Temps“. Die Präsidentinnen und Präsidenten von impressum drücken ihre grosse Besorgnis über die Zukunft der Informationsvielfalt in der Schweiz und insbesondere in der Suisse Romande aus.
impressum verlangt das sofortige Aussetzen dieser Abbaumassnahmen. Sollten die Unternehmen am Abbau festhalten, wird impressum die Betroffenen mit allen Mitteln unterstützen. Die massiven Stellenstreichungen betreffen nicht nur die Angestellten, sondern auch die freien Journalistinnen und Journalisten sowie Fotografinnen und Fotografen.
Das Signal, das die beiden Unternehmen mit ihren Entscheiden aussenden, ist auch darum desaströs, weil sie andere Mitglieder der Branche veranlassen könnten, nachzuziehen. Indem sich Tamedia und Ringier Axel Springer weigern, den Journalismus mit ihren Gewinnen aus den Kleinanzeigeplattformen zu stützen, zeigen sie klar ihre Gleichgültigkeit gegenüber der Zukunft der Presse. Historisch finanzierten Anzeigen den Journalismus, und dieser verstärkte im Gegenzug die Aufmerksamkeit sowie die Glaubwürdigkeit der Marke. Diese Symbiose beruhte auf unternehmerischem Willen und nicht auf wirtschaftlicher Notwendigkeit. Es gibt auch im online-Zeitalter keinen ökonomischen Zwang, dieses Zusammenspiel aufzugeben. Vielmehr hätten die Medienunternehmen ohne Journalismus die online-Plattformen gar nie erwerben können. Hingegen ist Qualitätsjournalismus ohne Anzeigengewinne im Markt nicht refinanzierbar. Darum verlangt impressum von den Medienunternehmen, die unnötige Trennung der „Profit Centers“ der online-Anzeigen von jenen des online-Journalismus aufzugeben.
impressum hat schon anlässlich der Delegiertenversammlung 2015 in Brissago (TI) verlangt, dass die Gewinne aus Anzeigen wieder in den Journalismus fliessen müssen. Die Präsidentinnen und Präsidenten der impressum–Sektionen und –Arbeitsgemeinschaften stützen diese Forderung immer noch uneingeschränkt. Darüber hinaus fordern sie die gesetzgebenden und die vollziehenden Behörden der grossen Städte und der Kantone auf, gegenüber der Geschäftsleitung von Ringier Axel Springer gegen die geplanten Abbaumassnahmen zu intervenieren.
Die Präsidentinnen und Präsidenten der Sektionen und Arbeitsgemeinschaften von impressum haben ausserdem über die Förderungsmöglichkeiten für Journalismus und die Journalisten beraten. Inspiriert von Modellen, die ausserhalb der Schweiz funktionieren, begrüssen sie die Förderung von Informationsmedien, um den verfassungsmässig garantierten Rechten der Medien- und Informationsfreiheit Wirkung zu verleihen. Dabei müssen die Ressourcen dem unabhängigen, berufsethischen Journalismus zugutekommen, und weder die Themenauswahl noch der Inhalt darf den Einflussversuchen von Politik oder Staat ausgesetzt sein. Auf der Basis dieser Voraussetzungen soll die Finanzierung wenn möglich auch von Privaten mitgetragen werden.