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Die Basler Fasnacht hat eine jahrelange Tradition, die bis ins Mittelalter reicht. Dazu gehören auch die traditionellen Fasnachtsfiguren, wie der Waggis oder der Ueli. Doch wie sind die «klassischen– Kostüme entstanden?
In Europa haben sich die beliebten Figuren stetig verändert und herausgebildet. Je grösser der Wohlstand, desto edler die Kostüme. So wurden sie zu denen, wie wir sie heute kennen.
Hier finden Sie die traditionellsten Basler Fasnachtsfiguren:
Altfrank
Eine vornehme Gestalt mit leicht dümmlichem Ausdruck.
Wie entstand der Altfrank?
Die Figur verkörpert einen vornehmen Mann in der Zeit des Spätbarocks, in dem sie auch ihre Ursprünge hat. Das Kostüm geht auf die Militäruniformen des frühen 17. Jahrhunderts zurück.
In dieser Zeit war es der französische Hof, der die Mode vorgab. Man verlangte nach einheitlicher Kleidung. So entstand aus dem Soldatenrock der Uniformrock, welcher zu Beginn nur von gemeinen Soldaten getragen wurde. Danach trugen aber auch Offiziere und Könige diesen.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wechselte der Uniformrock zum «Justaucorps», was so viel wie «dem Körper eng anliegender» Rock bedeutet. Der Rock bekam eine Taille und darunter wurde eine Weste getragen.
Ende des 17. Jahrhunderts wurden die weiten Hosen durch Kniehosen ersetzt. Fortan stand der Schuh im Mittelpunkt. Dieser hatte höhere Absätze sowie längere Spitzen und ab den 1670er Jahren Schnallen. Dazu kam die Allonge-Perücke. Diese wurde aber nach dem Tod von Ludwig XIV. wieder flacher, so dass sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Dreispitzhut duchsetzen konnte.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der «Justeaucorps» schliesslich zum Frack.
Wie sieht er heute aus?
Das Kostüm besteht aus einem Frack aus Samt oder Tuch mit Messingknöpfen. Darunter wird ein Gilet getragen. Die Kniebundhose reicht bis unterhalb des Knies, so dass sie die weissen Kniestrümpfe bedeckt. Die Schuhe haben sich nicht verändert, genauso wie die Larve. Diese hat eine weisse Perücke mit Haarrollen und Zopf. Der Dreispitzhut ist auch immer noch ein wichtiges Merkmal.
Alti Dante
Wiederspiegelt eine Dame der Oberschicht.
Wie entstand die Alti Dante?
Die Alti Dante kann als eine Nachahmung oder Karikatur einer vornehmen, älteren Dame der Oberschicht Basels gesehen werden. Sie entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts und war vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr beliebt.
Das Kostüm konnte aus alten Kleidern, welche nicht mehr getragen wurden, zusammengestellt werden. Zusammenpassen mussten weder die Farben noch das Material. Die Alti Dante bot sich gut für ärmere Leute an, welche sich kein teures Kostüm leisten konnten.
Wie sieht sie heute aus?
Das Kostüm besteht entweder aus einem eleganten Kleid oder aus einem Zweiteiler. Darunter trägt die Alti Dante meistens eine Bluse. Die Larve erkennt man daran, dass sie oft eine spitze Nase hat und manchmal eine Brille trägt. Zudem hat sie ein sehr spitzes Kinn.
Die Kopfbedeckung besteht aus einem Capote-Hütchen, das oft mit Blumen, Federn und anderen Dingen geschmückt ist. Weitere Accessoires sind Handschuhe, ein Schirm, Knopfstiefel, ein Indienne-Schal, ein Faux-cul und ein Ridicule.
Blätzlibajass
Eine erfahrungsgemäss fröhliche Natur, die ursprünglich eine Dienerfigur war.
Wie entstand der Blätzlibajass?
Auf Baseldeutsch wird er «Bajass» genannt. Er ist mit Hunderten von Stückchen aus Stoff versehen. Den Ursprung hat die Figur in der Commedia dell’arte und war dort eine Dienerfigur, der «Zani».
Das bevorzugte Material Filz wurde möglicherweise erst nach dem 2. Weltkrieg verwendet. Warum, kann nur spekuliert werden. Zum Beispiel weil er günstig zu erwerben war. Vielleicht wurde das Kostüm auch aus alten Stoffresten hergestellt.
Wie sieht er heute aus?
Das Kostüm gibt es als Einteiler sowie als Zweiteiler. Dazu gehören eine Halskrause, ein kegelförmiger Spitzhut, sowie eine eher spitzige Nase. Die Stoffstücke sind meistens aus Filz gefertigt, gleich gross und farblich aufeinander abgestimmt.
Ueli
Verkörpert einen Narren.
Wie entstand der Ueli?
Den mittelalterlichen Hofnarr hat der Ueli als Vorbild. Dessen Attribute prägen auch sein Kostüm, wie zum Beispiel die Narrenkappe. Sie ist auf eine sogenannte «Gugel», eine Art Kapuze, zurückzuführen. Die Gugel hatte noch einen Kamm, der vom Hahnenkamm stammt. Der Hahn galt nämlich unter anderem im Mittelalter als Verkörperung der sexuellen Begierde.
Ein weiteres Merkmal des Narren waren die seitlichen Stoffhöhrner, welche Eselsohren darstellten. Der Esel verkörperte damals das Laster der Trägheit, galt als dumm und unwissend.
Der Ueli hält meist einen Spiegel und einen Trinkbecher in der Hand. Durch die vielen Schellen, die er trägt, ist er kaum zu überhören.
Wie sieht er heute aus?
Oft ist das Kostüm im sogenannten Mi-Parti geschnitten: Vertikal ist es bis zur Hälfte geteilt und beide Teile bestehen aus unterschiedlichen Farben. Die einzelnen Elemente wie Kappe, Stoffhörner, Kragen, Oberteil, Hose und Schuhe sind farblich versetzt. Das Kostüm ist wahlweise mit Schellen ausgestattet.
Waggis
Eine Karikatur des elsässischen Bauern.
Wie entstand der Waggis?
Den Waggis sieht man als Karikatur eines elsässischen Bauern des 19. Jahrhunderts , der selbst für Elsässer eher Tagelöhner oder Landstreicher war.
Waggis ist wahrscheinlich eine Abwandlung des Wortes «Vagabund». Das grobe Auftreten, wie das «Stopfen» mit Räppli, ist auch auf seine Herkunft als Bauer zurückzuführen.
Mit der Zeit wurde die Waggis-Nase immer grösser. Hinzu kam ausserdem die übergrosse Perücke.
Wie sieht er heute aus?
Das Kostüm entspricht der damaligen Tracht eines Bauern, der seine Ware auf dem Basler Markt anbot. Klassisch zur Figur gehören eine blaue Bluse, weisse Hosen, Holzschuhe, weisser Kragen, rotes Halstuch und handgestrickte Socken. Jedoch variieren die Farbkombinationen in der heutigen Zeit. Es gibt nun Waggisse von schwarz bis gelb in jeder Art und Form.
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