Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03097.jsonl.gz/1454

Konzert vom 16. April 2005
in der Martinskirche Basel
Spielfreude und Engagement
Das Philharmonische Orchester spielte Werke von Cherubini, Haydn und Mozart
VON PAUL SCHORNO
BASEL. Es ist lobenswert, dass Laienorchester, die nicht auf die Vorlieben und Wünsche eines Abonnementspublikums Rücksicht zu nehmen brauchen, dem Publikum Werke präsentieren, die andernorts kaum in den Programmen Eingang finden. Der Orchesterverein, der seit dem Jubiläumsjahr 2004 unter dem Namen «Philharmonisches Orchester Basel» auftritt, spielte in der Martinskirche gleich zu Anfang des Konzertes ein Werk von Luigi Cherubini: die Ouvertüre zur Oper «II Giulio Sabino»!
Cherubini gehört zu den nahezu vergessenen Komponisten der Musikgeschichte. 1760 in Florenz geboren und musikalisch ausgebildet, liess er sich im Alter von 28 Jahren endgültig in Paris nieder, wo er 1842 starb.
Einigen Erfolg erntete Cherubini auf dem Gebiet der Oper. Der keinem Stil und keiner Schule verpflichtete Komponist wurde von Haydn und Beethoven sehr geschätzt, und in einer viel späteren Zeit setzte sich der berühmte Dirigent Toscanini mit Blick auf Schallplattenaufnahmen für ihn ein.
In der sehr gut besetzten Martinskirche war, wie erwähnt, eine Opern-Ouvertüre zu hören. Keine allzu bedeutende Komposition, ein gefälliges, leichtfüssiges Stück Musik, das vom Orchester nicht durchwegs mit gut ausgeebnetem Klang wiedergegeben wurde. Und dies bei spürbarer Spielfreude und Einsatzbereitschaft.
Haydns einziges Konzert für Trompete und Orchester
Joseph Haydn ist ein Komponist für alle Fälle. Hier entschloss man sich für das Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur Hob. Vlle: 1. Es ist Haydns einziges bedeutendes Konzert für Blechblasinstrumente und zugleich das letzte Solokonzert. Das dreisätzige Opus erfreut mit wohlgefällig schöner Melodik. Der Solotrompeter im Sinfonieorchester Basel, Guillaume Jehl, gefiel solistisch mit klangsattem, gelassen souveränem Vortrag, integriert und eingebettet in das Orchester, mit ihm auch muntere Dialoge führend. Starker Applaus für den Solisten.
Als fast metronomhaft unerbittlich klarer Taktgeber führte Dirigent Jonathan Brett Harrison das Orchester mit der viel gedeuteten und analysierten Sinfonie Nr. 40 g-Moll (Mozarts Tonart für Abgründiges) KV 550 zu einer starken, beseelten und klanglich wie dynamisch homogenen Leistung. Das hörte sich als musikantisch entschlossene Auflehnung wider negative düstere Strömungen an, endend mit einem druckvoll gespielten Allegro-Finale voll Tempo und Feuer. Das Publikum spendete viel Beifall.