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Gustav Renker (* 12. Oktober 1889 in Wien; † 23. Juli 1967 in Langnau im Emmental, Kanton Bern, Schweiz) war ein deutschsprachiger Journalist und Schriftsteller.
Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).
Als Kind eines Zürchers und einer Wienerin wuchs er in Bodensdorf am Ossiacher See in Kärnten auf. In Wien studierte er Musik und Musikgeschichte, erwarb das Kapellmeisterdiplom und promovierte in Musikgeschichte. In der Folge war er in Wien, Graz und Nürnberg als Kapellmeister und Komponist tätig, ehe er sich in den Zwanziger Jahren dem Journalismus zuwandte.
Gustav Renker wurde Redakteur in Wien, Hamburg und Bern. Nach einer kurzen Phase als freier Schriftsteller liess er sich definitiv in der Schweiz nieder und übernahm die Chefredaktion des Emmenthaler Blatts in Langnau. Diese Stelle hatte er bis 1945 inne. Literarisch hatte Renker bereits 1918 mit dem Roman „Als Bergsteiger gegen Italien“ debütiert, in welchem er seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg schilderte. Diesem Erstling folgten über fünfzig Berg- und Heimatromane.
"Renker war einer der meistgelesenen Heimatautoren im deutschsprachigen Raum. Seine Werke sind der antimodernen Provinzliteratur der Zwischenkriegszeit zuzuordnen. Obwohl in der Thematik monoton bleibend, verfügte Renker über einen sicheren und soliden Schreibstil der zwar etwas romantisierend wirkt, jedoch durch seinen Instinkt für spannende Handlungsabläufe aufgewertet wird." (Christian Bieri, Bruno Tresch, Carmen Suter). Seine Stoffe wurden wiederholt verfilmt.
Neben seinen Heimat- und Bergromanen hat Gustav Renker eine Reihe phantastischer Romane und Kurzgeschichten verfasst, die teilweise in der alpinen Bergwelt, teilweise in für die damalige Zeit exotischen Gefilden (Afrika, Asien) spielen. Dabei behandelt er das Atlantis-Motiv ("Das geheimnisvolle Schiff") ebenso wie die seinerzeit in Mode befindliche Hohlwelttheorie ("Das Geheimnis des Simon Hard") und das in der Romantik beliebte Motiv des auf magische Kräfte vertrauenden Künstlers ("Die wandelnde Flamme").
Auffallend bei Renker ist der - für deutschsprachige phantastische "Populär"-Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eher ungewöhnliche - Pazifismus: Krieg wird als "irrsinniger Taumel von Patriotismus und Hass" verteufelt ("Der Herold des Todes").