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Der Bilderbuchkünstler Jens Thiele setzt mit seinen expressiven Collagen Conrad Ferdinand Meyers berühmte Ballade "Die Füsse im Feuer" in Szene. Aus gerissenen Fotos und farbigen Papierfetzen kreiert er suggestive Bilder, deren Licht- Schatten-Wechsel und Zerrissenheit dem schweren Thema gerecht werden und ganz neue Wege der Interpretation des klassischen Stoffs eröffnen. Die Füsse im Feuer erschien 1882. Ein Kurier des Königs von Frankreich sucht bei einem Unwetter Schutz und Unterkunft in einem Schloss. Nach einer Weile erkennt er, dass er bei einer Hugenottenfamilie zu Gast ist und dass er selbst einst in eben diesem Schloss während eines hugenottenfeindlichen Pogroms die Frau seines Gastgebers zu Tode gefoltert hat. Und er weiss, dass der Edelmann und seine Kinder ihn erkannt haben. Nach einer unruhig verbrachten Nacht weckt ihn der Edelmann und lässt ihn dann seiner Wege ziehen...
Portrait
Jens Thiele, geb. 1944 in Potsdam, studierte Freie Graphik und Kunstpädagogik an der Kunstakademie Braunschweig und Kunstwissenschaft in Göttingen, wo er promovierte. Er arbeitete u.a. an der Bergischen Universität in Wuppertal, bevor er Professor für Visuelle Medien an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg und Direktor der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur dort wurde. In zahlreichen Rezensionen setzte er sich für künstlerisch bedeutende Bilderbücher ein. Seit 2009 arbeitet er als freier Künstler in seinem Atelier in Münster. Conrad Ferdinand Meyer, 1825–1898, gilt neben Gottfried Keller und Jeremias Gotthelf als der bedeutendste deutschsprachige Schweizer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts.
Zitat
Thiele gelingt eine herausfordernde Literatur-Interpretation, die das Bilderbuch einmal mehr als Kunstform ausweist. Die Furche Booklet