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Vom 8. bis 25. Februar fanden im südkoreanischen Pyeongchang zum 23. Mal die Olympischen Winterspiele statt. Für Wintersportler kamen die Wettkämpfe in Asien dem wichtigsten Sportanlass der vergangenen vier Jahre gleich. Ein Rückblick. Kein Sportevent im Winterhalbjahr generiert mehr Aufmerksamkeit, kein anderer Podiumsrang erhält eine ähnliche Wertschätzung wie ein Platz auf dem Olympia-Podest. Mit viel Spannung wurden die Wettkämpfe auch an der UNITED verfolgt und eifrig diskutiert. Denn: Mit Kalle Koblet (Snowboardcross), Shannon Siegrist und Andrea Brändli (Eishockey Frauen) und Pius Suter und Vincent Praplan (Eishockey Männer) war die grösste Schweizer Sportschule mit einem Quintett an aktuellen oder ehemaligen Lernenden vertreten.
Kalle Koblet – Snowboardcross
Der Junioren-Weltmeister von 2017 startete erstmals an Olympia. Mit dem schwierigen und stellenweise grenzwertig spektakulären Boardercross-Kurs kam der UNITED-Absolvent (Abschluss 2017) von Beginn weg gut zurecht. In der Qualifikation überraschte der 20-jährige Winterthurer mit der neuntbesten Zeit. Damit schuf er sich für die Achtelfinals nicht nur einen guten Startplatz, sondern auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. In der ersten Eliminierungsrunde blieb Kalle ungefährdet und qualifizierte sich hinter einem österreichischen und einem kanadischen Athleten souverän für die Viertelfinals der besten 24. In jenem Viertelfinal-Heat wurde Kalle dann in einen fürchterlichen Sturz verwickelt. Ein Fahrer vor ihm verlor vor einem Sprung das Gleichgewicht, flog daher fast unkontrolliert in hohem Bogen über die Piste und prallte auf den Rücken. Kalle, gleich dahinter, musste abbremsen und leistete dem verunfallten Konkurrenten umgehend erste Hilfe bis die Sanitäter am Unfallort eintrafen. In der Folge fuhr Kalle seinen Heat zu Ende und rangierte in der Schlussrangliste auf Rang 18 (bei 40 Teilnehmern). Kalle im Nachgang: „Die Platzierung war in etwa das, was ich aufgrund der Weltcup-Resultate erwarten konnte. Mindestens so wichtig war, dass ich das ganze Drumherum eines Grossanlasses aufsaugen konnte. Das wird für kommende Titelkämpfe helfen.“ Vorab stehen für Kalle aber ganz andere Grosseinsätze auf dem Programm. Der Snowboarder rückt demnächst in die Spitzensport-RS ein.
Shannon Siegrist & Andrea Brändli – Eishockey Frauen
Es war schon eine dicke Überraschung, als die UNITED-Lernende Shannon Siegrist (Klasse 16a, ZH) Mitte Januar von Head Coach Daniela Diaz ein Aufgebot erhielt. Die Verteidigerin rückte erst in den letzten Monaten in den Fokus, verdiente sich die Selektion aber mit tadellosen Auftritten in den Herbst- und Wintermonaten im Nationalteam oder im Klub mit den Junioren von Rapperswil-Jona. Andrea Brändli, UNITED-Absolventin von 2017 agierte hinter Starkeeperin Florence Schelling als Back-Up im Tor.
Die Frauen-Nationalmannschaft blieb in den drei Vorrundenspielen makellos, feierte gegen das vereinigte Korea einen Kantersieg (8:0) und qualifizierte sich nach Siegen über Japan (3:1) und Schweden (2:1) als Gruppenerste für die Viertelfinals. Noch vor der ersten Medaillen-Partie bedeutete dann aber das Kräftemessen mit Russland (2:6) Endstation. Die 17-jährige Shannon kam vorab in der 4. Linie zum Einsatz und entlastete als Olympia-Debütantin die arrivierteren Teammitglieder auf und neben dem Eis. „Über meine Rolle im Team wurde ich bereits vor dem Abflug instruiert. So konnte ich mich nicht nur auf dem Eis voll in den Dienst des Teams stellen und einen Beitrag zu unserem Auftritt leisten.“, blickt Shannon zurück. Und nebst der sportlichen Eindrücke blieben ja auch die Impressionen des Olympia-Grooves. So strahlt Shannon auch mit einigem zeitlichen Abstand noch: „Die Eröffnungsshow war grossartig. Ich lief quasi neben Linday Vonn ins Olympia-Stadion. Fantastisch und einmalig!“
Pius Suter & Vincent Praplan (Eishockey Männer)
Die grösste mediale Aufmerksamkeit des UNITED-Quintetts wurde erwartungsgemäss den beiden Eishockey-Professionals Pius Suter (Klasse 14c, ZH) und Vincent Praplan (UNITED-Absolvent 2013) zuteil. Die Leistungsträger der ZSC Lions (Suter) und Kloten Flyers (Praplan) massen sich in den Gruppenspielen mit Kanada (1:5), dem vereinigten Korea (8:0; Hattrick von Pius Suter!) und der Tschechischen Republik (1:4). Unerwartet früh bedeutete dann der Achtelfinal gegen den nördlichen Nachbarn das Out im Olympia-Turnier. Pius Suter gibt sich hinterher selbstkritisch: „Wir schossen über das ganze Turnier hinweg schlicht zu wenig Tore.“ Abgesehen vom Kantersieg gegen Korea blieb die Offensiv-Abteilung unter den Erwartungen. Davon ausnehmen darf sich der 21-jährige Stürmer der Lions. Pius Suter (3 Tore, 2 Assists) war zusammen mit Andres Ambühl Topskorer der Olympia-Mannschaft und hat sich seine Position im Nationalteam gefestigt. Wie gering die Unterschiede der Mannschaften im Olympia-Turnier waren, verdeutlicht der Lauf der Deutschen, die sich nach dem Sieg über die Eisgenossen bis ins Finale spielten und dort den Russen nur knapp geschlagen geben mussten. Trotz des enttäuschenden Abschneidens fand Pius Suter schon wenige Tage nach der Rückkehr nach Zürich viel Positives: „Ich hielt Olympia vor der Abreise für mein sportliches Highlight und Olympia ist auch jetzt der Höhepunkt meiner Sportkarriere. Das Erlebnis des ‚olympic spirit‘, das Zusammenkommen sämtlicher Wintersport-Cracks, die Ambiance an den Wettkämpfen bleiben mir in einmaliger Erinnerung!“
Und auch sportlich bietet sich Pius Suter und Vincent Praplan in Kürze Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Ende Saison steht mit der Weltmeisterschaft in Dänemark der nächste Höhepunkt an.
Wir gratulieren den UNITED-Olympioniken herzlich zu ihrem Abschneiden und wünschen weiterhin viel Erfolg!