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Orgelmusik aus England und Komponisten, die hauptsächlich in England gewirkt haben
Caleb Simper (1856–1942) war ein englischer Komponist und Organist. Er wurde in Barford St. Martin in Wiltshire als Sohn eines Schuhmachers geboren. Nach einer Zeit in Worcester, wo er in einem Musikgeschäft arbeitete, das der Familie Elgar gehörte, zog er nach Barnstaple, wo er den Rest seines aktiven Lebens als Komponist sowie als Chorleiter und Organist an der St. Mary Magdalene’s Church tätig war.
Simper schuf eine grosse Anzahl an anglikanischer Kirchenmusik und Orgelstücken, die in einem einfachen, populären Stil geschrieben wurden und sich an kleine Kirchenchöre und Laien-Organisten richteten. Einige wenige Werke sind heute noch im Druck, obwohl Simpers Musikstil etwas aus der Mode gekommen ist.
Zu Simpers grösseren Werken gehören die Kantaten The Rolling Seasons (1897) und The Nativity of Christ (1898). Darüber hinaus schrieb er etwa 200 Orgelstücke und verschiedene andere Werke wie The Silver Clarion, einen Marsch, der in einer Fassung für Orgel und einer Fassung für Klavier existiert.
Orgelmusik von Caleb Simper
Am bekanntesten ist die Sammlung von Voluntaries, veröffentlicht in zwölf Heften. Jedes Heft enthält 17 Stücke, die meisten für die liturgische Verwendung (Prelude, Open Voluntary, Solemn Voluntary, Interlude, Offertoire, Communion, Postlude). Es gibt aber auch freie Formen (Larghetto, Meditation, Melody, Pastorale, Chorus) und in jedem Band einen längeren Marsch. Die Orgelvoluntaries waren als praktische Musik für Laien-Organisten geschrieben, relativ leicht zu spielen und auf zwei Notensystemen ausgeschrieben, Pedal ad libitum. Die vollständige Ausgabe ist bei B-Note erhältlich.
Elizabeth Stirling (1819-1895) war eine englische Organistin. Sie wurde in Greenwich geboren und starb in London. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie an der Royal Academy of Music in London in den Fächern Klavier, Orgel und Musiktheorie. Trotz ihrer herausragenden Leistungen erhielt sie aner keinen Abschluss in Oxford, da zu dieser Zeit keine Abschlüsse an Frauen verliehen wurden. Bereits im Alter von zwanzig Jahren wurde sie zur Organistin an der Al Saints’ Poplar ernannt. Von 1858 bis 1880 war sie Organistin von St. Andrew Undershaft in London. 1863 heiratete sie Frederick Albert Bridge, Fotograf, Chorleiter von St Martin-in-the-Fields und Organist und Chorleiter von St Martin, Ludgate.
Stirling verfügte über eine aussergewöhnliche Pedaltechnik, sie war auch eine der ersten Organistinnen, die die Werke von Johann Sebastian Bach spielte. Ein Konzert, das sie im Alter von 18 Jahren gab, wurde wie folgt rezensiert: “Diese junge Dame … spielte fast drei Stunden lang die schwierigsten Pedalfugen und Präludien von Bach, mit einem Grad an Präzision und Meisterschaft, von dem man fast sagen kann, dass er konkurrenzlos ist. Wir hoffen, dass Miss Stirling Gerechtigkeit widerfährt. Das Vorurteil gegen Organistinnen kann nicht bestehen bleiben, wenn ein solches Beispiel dagegen spricht.”
Stirlings Kompositionen konzentrierten sich auf Klavier, Orgel und Vokalmusik, ihr größtes Werk war der Psalm 130. Von ihren etwa 50 Vokalwerken wurde das Chorlied All Among the Barley sehr bekannt.
Orgelwerke von Elizabeth Stirling
- Two Grand Organ Voluntaries (1851)
- Six Pedal Fugues (5 davon auf englische Psalmmelodien, 1857) *
- Eight Slow Movements for The Organ (1857) *
- Arrangements: Comfort ye my people und Ev’ry valley shall be exalted (1866, aus Händels Messias). Wir setzen uns mit Tränen nieder (1866, aus Bachs Matthäuspassion)
- All Among the Barley (als Walzer für Orgel arrangiert)
* Neuausgabe im Verlag J. W. Pepper www.jwpepper.com, herausgegeben von Barbara Harbach. erhältlich als gedruckt uns als ePrint. Auszug aus dem Begleittext dieser Ausgaben:
Elizabeth Stirling ist eine der wenigen Frauen der Romantik, die für die Orgel geschrieben haben und barocke Techniken des Kontrapunkts verwendeten (wie Clara Schumanns Präludien und Fugen op. 16). Sie ist eine der wenigen Komponistinnen der Romantik, die die Formen des Barocks aufgriffen und sie mit ihrem eigenen Stil und Geist erfüllten.
Ihre Sechs Fugen für Orgel umfassen sechs Pedalfugen (von denen fünf auf englische Psalmtöne zurückgehen) und ein Präludium und eine Fuge in B-Dur. In Sir Fugues for Organ wird allen Fugen eine einfache Vertonung des Chorals vorangestellt.
Elizabeth Stirlings “Romantische Stücke für Orgel” bestehen aus acht Sätzen in ABA-Form, oft mit einer Coda. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist das sechste Stück, ein Maestoso in d-Moll. Das letzte Werk ist das einzige in der Form von Thema und Variation. Diese Kompositionen von Elizabeth Stirling sind typische Beispiele für langsame Sätze der Romantik. Sie eignen sich als Vortragsstücke, insbesondere das Maestoso, als Gottesdienst- oder Unterrichtsstücke.
Joyce Alldred ist eine englische Organistin. Sie begann ihre musikalische Laufbahn in ihrer Heimatstadt Hyde in Cheshire, wo sie ab ihrem siebten Lebensjahr Klavier- und Orgelunterricht erhielt. Bereits als Teenager entdeckte sie ihr Interesse an der Theaterorgel. Weiterlesen
Nigel Ogden (*1954) ist ein englischer Organist und Komponist, der von 1980 bis 2018 die BBC-Radio-Sendung The Organist Entertains moderierte und dort auftrat. Er spielt sowohl Theater- als auch Kirchenorgeln.
Ogden wurde in Manchester als Sohn eines Kirchenorganisten geboren und erhielt mehrere Jahre Klavierunterricht, bevor er im Alter von zwölf Jahren mit dem Orgelspiel begann. Als Kind besuchte er oft Konzerte von Reginald Dixon auf der Wurlitzer-Orgel.
Ogden studierte das Lehramt und arbeitete danach als Vorführer für ein Orgelgeschäft, später eröffnete er ein eigenes Geschäft für den Verkauf von Orgeln. Ab 1972 trat er bei The Organist Entertains auf und übernahm im März 1980 den Posten des Moderators von Robin Richmond.
Kompositionen für Orgel von Nigel Ogden
Nebst vielen Veröffentlichungen für die Theaterorgel hat Nigel Ogden eine Sammlung ansprechender Stücke für den Gottesdienst veröffentlicht:
- At your Service, Fifteen Practical Voluntaries for Church Organists
Christopher Noel Rawsthorne (1929–2019) war ein britischer Organist und Komponist von Orgel- und Chormusik. Er wirkte hauptsächlich in Liverpool.
Rawsthorne wurde im nordenglischen Birkenhead geboren. Im Alter von acht Jahren wurde er Chorsänger an der Liverpool Parish Church und später an der Kathedrale von Liverpool, wo sein Interesse an der Pfeifenorgel geweckt wurde. Er nahm Orgelunterricht bei Caleb Jarvis in der nahe gelegenen St. George’s Hall. Sechs Jahre später setzte er sein Orgelstudium am Royal Manchester College of Music fort. Im Jahr 1958 erhielt er ein Stipendium, um in Italien bei Fernando Germani und später in Paris bei Marcel Dupré zu studieren.
1955 wurde er als Nachfolger von Harry Goss-Custard Organist der Kathedrale von Liverpool und war in dieser Funktion bis 1980 tätig. In dieser Zeit komponierte er viele Chorwerke, die noch immer regelmässig in Kirchen der anglikanischen Diözese Liverpool gesungen werden. Bis 1993 unterrichtete Rawsthorne am St Katharine’s College, Liverpool. Rawsthorne erhielt die Ehrendoktorwürde in Musik von der Universität Liverpool. Im Rahmen seiner Arbeit mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra beaufsichtigte er die Renovierung der Rushworth- und Dreaper-Orgel in der Philharmonic Hall. Er starb 2019 im Alter von 89 Jahren in Liverpool.
Orgelmusik von Noel Rawsthorne
Rawsthorne veröffentlichte zahlreiche Sammlungen von Orgelstücken im Verlag Kevin Mayhew, z. B.
- 36 Miniatures for Organ
- Ten Trumpet Tunes for Organ
- 12 Miniatures for Quiet Occasions (Manualiter)
- Dance Suite for Organ
- Hornpipe Humoresque – A Nautical Extravaganza for Organ
- The Noel Rawsthorne Organ Arrangements (2 Bände Bearbeitungen)
Sarah Watts ist eine britische Komponistin. Sie studierte Fagott und Klavier am Royal College of Music und spielt auch Flöte und Saxophon. Sie leitet oft Lehrworkshops und Fortbildungstage in England und in Amerika und hat sich im In- und Ausland einen Namen als produktive Komponistin gemacht.
Zu ihren veröffentlichten Werken gehören hauptsächlich Kompositionen und Bücher für den Unterricht sowie mehrere Musicals und Chorwerke. Im Verlag Kevin Mayhew erschien eine Sammlung von 28 kurzen Orgelstücken im Jazz-Stil: Cool Meditations for Organ
Sir Edward Elgar (1857–1934) ist einer der bedeutendsten Komponisten der englischen Romantik. Er spielte schon in jungen Jahren mehrere Instrumente, z. B. Violine und Fagott. Zeitweise war er als Organist tätig, u. a. als Nachfolger seines Vaters in der St. Georgs Church in Worcester.
Elgar komponierte Sinfonien, Solokonzerte, Kantaten und Kammermusik. Für die Orgel schuf er eine Anzahl Vesper Voluntaries opus 14. Ein Zyklus von kurzen Orgelstücken zur Verwendung in den Evensongs, den Abendfeiern der anglikanischen Kirche. Zudem sind eine Sonate G-Dur op. 28 und ein Cantique op. 3 in Bearbeitung für Orgel erschienen. Beides ursprünglich Werke für Bläserensemble. Die Vesper Voluntaries erschienen 1890 in ihrer endgültigen Form.
William Russell (1777–1813) wurde in London als Sohn des Orgelbauers William Russell geboren. Vom achten Lebensjahr an erhielt er Orgelunterricht. Bereits mit zwölf Jahren vertrat er seinen Vater als Organisten. 1793 bekam er seine erste Stelle an der Great Queen Street Chapel. 1798 wurde er Organist an St Anne’s, Limehouse und 1801 am Foundling Hospital in London. Dieses Waisenheim wurde 1747 gegründet, zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch Georg Friedrich Händel. Händel spendete eine Orgel für die Foundling Hospital Chapel. Im Gegenzug wurde hier jedes Jahr der Messias aufgeführt. Weiterlesen
Robert Jones (* 1945) ist ein walisischer Komponist. Er studierte an der Universität von Wales und Royal Collage of Organists. Er war über 30 Jahre Gymnasiallehrer, seit seiner Pensionierung ist er hauptsächlich als Komponist und Organist tätig. Er lebt in der kleinen Stadt Monmouth an der englisch-walisischen Grenze. Weiterlesen
Christopher Tambling (1964–2015) war ein britischer Organist und Kirchenmusiker. Er studierte an der St. John’s College in Oxford bei Geoffrey Webber und David Sanger. Später unterrichtete er selber in Oxford und Perthshire Schottland. Er war auch Stadtorganist und Dirigent des Sinfonieorchesters in Perth. Von 1997 bis 2015 war er Musikdirektor an der Downside School in der Nähe von Bath, im Westen Englands sowie Organist und Leiter der Schola Cantorum an der Downside Abbey in Radstock Bath. Weiterlesen