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Beobachtungstipp: Gelbbauchunke
Bei dem sehr heissen Wetter lassen sich im Naturlehrgebiet gut Gelbbauchunken entdecken. Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) wird kaum 5 cm gross, hat einen ovalförmigen Körper und eine stark warzige Haut. Mit ihrer lehmbraunen Rückenfärbung ist sie in ihrer typischen Umgebung hervorragend getarnt. Sie hat herzförmige Pupillen. Unverwechselbar ist der gelb und schwarz bis bläulich gemusterte Bauch, der eine individuelle Erkennung erlaubt.
Nur während der Paarungszeit sind Männchen mit ihren schwarzen Schwielen an Unterarm und Daumen von Weibchen zu unterscheiden. Der Paarungsruf der Männchen ist ein leises, regelmässiges «uh - uh – uh», das sie oft frei auf der Wasseroberfläche schwimmend ausstossen
Die Paarungszeit dauert von Ende April bis Anfang August mit einem Höhepunkt im Mai und Juni. Die Männchen halten sich oft längere Zeit im Laichgewässer auf. Weibchen kommen meistens nur nach Regen zur Laichablage ans Wasser. Ein Weibchen legt pro Sommer bis zu 200 Eier, oft aber weniger als 50. Es kann mehrmals im Sommer Eier ablegen. So wird das Risiko verteilt, das die wenigen Nachkommen gefressen werden oder vertrocknen. Die Entwicklung der Kaulquappen dauert ein bis zwei Monate.
Die Eier werden einzeln oder als kleine Klumpen im flachen Wasser an Pflanzen, Zweige oder direkt auf den Gewässerboden geklebt. Meistens sind die Eier oberflächlich getrübt.
Die Kaulquappen sind graubraun gefärbt, eiförmig und haben einen gewölbten Schwanz, dessen Ansatz bis zur Rückenmitte reicht. Auffallend ist besonders bei jungen Kaulquappen eine durchsichtige Aussenhaut. Der Flossensaum ist ausserdem mit netzartigen Linien versehen. Zu verwechseln sind ausgewachsene Tiere und Kaulquappen mit der verwandte Geburshelferkröte.
Gelbbauchunken können im Freiland mindestens 15 Jahre alt werden. Eine Population kann demnach mehrere Jahre ohne Fortpflanzung überdauern. Die Geschlechtsreife erreichen die Unken in der Regel nach zwei Überwinterungen. Hier ist ein vorjähriges Jungtier zu sehen.
In der Schweiz wird die Gelbbauchunke als stark gefährdet eingestuft. Der Umstand, dass die Gelbbauchunke hier noch relativ weit verbreitet ist, täuscht über die zahlreich erlittenen Bestandeseinbrüche hinweg: über 50 % der bekannten Vorkommen sind in den letzten Jahrzehnten erloschen. Die verbleibenden Bestände sind oftmals nur noch klein. Dieser Rückgang geschah jahrelang schleichend und relativ unbemerkt. Hauptgrund ist der Verlust geeigneter Laichgewässer.
Quelle: Karch.ch