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Wenn am «Super Sunday» um den Super Bowl gekämpft wird, schauen 800 Millionen Menschen zu. Zwei davon sehen die Partie aus dem Gefängnis: Die Mutter und die Grossmutter von Denver-Bronocs-Wide-Receiver Demaryius Thomas.
Die NFL hat unbestritten ein Gewaltproblem. Schätzungen zufolge sind etwa ein Viertel der Spieler schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Und dabei sind kleinere Vergehen wie zu schnelles Fahren oder Parkbussen nicht mit einberechnet. Auf der Datenbank der San Diego Union Tribune sind alle offiziell bekannten Verhaftungen und Strafanzeigen aufgeführt.
Demaryius Thomas vom Super-Bowl-Finalist Denver Broncos gehört nicht zu den Gesetzesbrechern. Aber seine Mutter, die eine 20-jährige Haftstrafe wegen Kokainhandels absitzt, sowie seine Grossmutter, die wegen demselben Vergehen zweimal lebenslänglich bekommen hat.
Aus der Federal Correctional Institution in Florida werden sie ihren Sohn spielen sehen. Und wie jedes Mal vor einem Spiel wird die Mutter auch am «Super Sunday» ihren Sohn anrufen und ihm Glück wünschen.
Thomas war nur gerade neun Jahre alt, als seine Mutter und Grossmutter verhaftet wurden. «Die Polizei stürmte ins Haus, als wir gerade in die Schule gehen wollten». Das Haus war im Viertel ein bekannter Umschlagplatz für Drogenabhängige. Dies wurde offensichtlich auch der örtlichen Polizei bewusst. «Das einzige, woran ich mich erinnere, ist, dass meine Mutter die Polizisten fragte, ob sie uns noch einmal zum Bus begleiten könne», erzählt der Football-Star in einem Exklusiv-Interview.
Die Zeiten wurden nicht viel besser für den jungen Thomas. Oft musste er umziehen, sein Umfeld wechselte häufig. Bis er schliesslich bei seinem Onkel, dem Priester einer baptischen Kirche, in Obhut kam. Dieser brachte den Jungen auf die rechte Bahn zurück, und Thomas wurde Platzanweiser in dem Gotteshaus. Wie seine Mutter telefoniert auch sein Onkel vor einem Spiel mit Demaryius und sie beten gemeinsam.
Thomas wartet auf den Moment, in dem seine Mutter endlich entlassen wird. Er meint, dies könnte schon in zwei Jahren der Fall sein. «Ich freue mich, wenn sie mich mal live bei einem Spiel sieht. Sie hat mich weder in der High School noch im College oder bei den Profis je vor Ort spielen sehen».