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<h2>SubmittedText<h2><p>Angesichts der Klimaerwärmung, des frappanten Rückgangs der Biodiversität, der Verknappung der Ressourcen und der Zunahme der Ungleichheiten besteht sowohl im Bereich der Grundbildung als auch der Weiterbildung dringender Handlungsbedarf. Die Weiterbildung muss ausserdem auf die rasche Veränderung des Arbeitsmarkts aufgrund der Digitalisierung, der Energiewende und des ökologischen Wandels reagieren. Die Bürgerinnen und Bürger müssen über das Wissen und die Kompetenzen verfügen, um so handeln und entscheiden zu können, dass die Lebensfähigkeit unseres Planeten mittel- und langfristig erhalten bleibt. Die Anwendung des Konzepts des lebenslangen Lernens kann ebenfalls dazu beitragen, dass wir diese Ziele erreichen.</p><p>Die Ziele der nachhaltigen Entwicklung sollten bis 2030 von allen Mitgliedstaaten der UNO erreicht werden. Während die Rolle der Weiterbildung klar Teil unserer Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 (SNE 2030) ist, ist die Weiterbildung im Aktionsplan 2021-2023 nicht enthalten. Auf diesen Mangel haben auch einige Kantone, die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe, Public Health Schweiz und die Allianz Bewegung, Sport, Gesundheit hingewiesen. </p><p>Vor diesem Hintergrund stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Im Bereich der Weiterbildung:</p><p>- Welchen Stellenwert hat das Thema Nachhaltigkeit im Unterricht (Bekämpfung von Ungleichheiten, Integration, ökologische Krise, Energiewende, Ernährungsgewohnheiten, demokratische Prozesse, Kreislaufwirtschaft usw.)?</p><p>- Wie werden die Ziele der nachhaltigen Entwicklung und das Prinzip des lebenslangen Lernens integriert, gewährleistet und gefördert?</p><p>- Welche Hindernisse gibt es?</p><p>2. Wie will der Bundesrat die Weiterbildung fördern, um das Ziel "Bewusstsein und Sensibilisierung verbessern und Kompetenzen fördern", das Teil der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 ist, zu realisieren?</p><p>3. Wie teilen sich Bund und Kantone die Förderung der Bildung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und die Einführung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung in den Weiterbildungsprogrammen auf? Wie kann diese Förderung verbessert und wie können die Kantone in ihren Bemühungen unterstützt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Weiterbildung, verstanden als lebenslanges Lernen über formale und nicht-formale Ausbildungen sowie über informelles Lernen, bietet eine breite Auswahl an Möglichkeiten und Ansätzen, um die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu fördern. Entsprechend ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf jeder Stufe des Schweizer Bildungssystems vorgesehen.</p><p>Die Stiftung éducation21 unterstützt als nationales Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung die Umsetzung der BNE bei Kindern und Jugendlichen auf Ebene der obligatorischen Schule und auf Sekundarstufe II. Ausserdem arbeitet éducation21 im Hinblick auf die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen mit Pädagogischen Hochschulen zusammen.</p><p>Im Berufsbildungsbereich werden die Anliegen der nachhaltigen Entwicklung im Rahmen des Prozesses der Berufsentwicklung sowie bei der Gestaltung der berufsorientierten Weiterbildungen durch die für den Inhalt verantwortlichen Trägerschaften berücksichtigt. Die betroffenen Akteure können sich auf die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation 2021 veröffentlichte Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung stützen.</p><p>Im Hochschulbereich hat swissuniversities, die Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen, 2020 das "Netzwerk Nachhaltigkeit" geschaffen. Dies mit dem Ziel, einen koordinierten und hochschulübergreifenden Ansatz für das Thema nachhaltige Entwicklung zu definieren. Die meisten Hochschulen bieten verschiedene Studiengänge (Bachelor, Master und Weiterbildung) an, die sich spezifisch mit Aspekten der nachhaltigen Entwicklung befassen.</p><p>Abgesehen von den Bildungsgesetzen wird die Weiterbildung im Bereich nachhaltige Entwicklung auf Bundesebene hauptsächlich durch das Bundesamt für Energie (BFE) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) geregelt oder gefördert. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen sowie den Kantonen und in Ergänzung zur individuellen Verantwortung und zum Angebot Privater. Überdies werden im Rahmen verschiedener Sektoralpolitiken zahlreiche Aus- und Weiterbildungen zum Thema nachhaltige Entwicklung in Form von Beratungen/Coachings vermittelt oder geplant. So sind beispielsweise im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitskonzept der Neuen Regionalpolitik des Bundes (in Vorbereitung) ein Wissenstransfer und Beratung für Trägerschaften regionaler Wirtschaftsprojekte vorgesehen.</p><p>2. Im Unterschied zu früheren Aktionsplänen zur Strategie Nachhaltige Entwicklung (SNE) wurde aktuell darauf verzichtet, auf Bundesebene einen breiten Überblick über bestehende Massnahmen zur Umsetzung der Agenda 2030 zu geben, zu welcher 2022 der nächste nationale Bericht vorgelegt werden soll. Entsprechend enthält der Aktionsplan 2021-2023 nur gewisse neue Massnahmen auf Bundesebene. Um die Anforderungen des Aktionsplans 2021-2023 zur SNE zu erfüllen, hat beispielsweise das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung swissuniversities und den ETH-Rat beauftragt, die Förderung der Nachhaltigkeit in ihren strategischen Plänen für 2025-2028 prioritär zu behandeln.</p><p>3. Die nachhaltige Entwicklung und deren Förderung durch den Bund sind in der Bundesverfassung verankert (Art. 2, 54 und 73 BV). Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in den Erklärungen 2015 und 2019 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen von Bund und Kantonen für den Bildungsraum Schweiz als wichtiger Bereich verankert, in dem Bund und Kantone ihre Tätigkeiten koordinieren. Zudem finanzieren Bund und Kantone den BFI-Bereich entlang der jeweiligen Zuständigkeiten und Trägerverantwortungen. In der BFI-Botschaft für die Jahre 2021-2024 hat der Bundesrat die nachhaltige Entwicklung als eines von drei zentralen transversalen Themen hervorgehoben, denen über alle Förderbereiche hinweg besondere Beachtung zu schenken ist. Dies gilt auch für den Bereich der Weiterbildung.</p>  Antwort des Bundesrates.