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Patenschaften und Spenden für Kinder in Ecuador
In Ecuador lebt die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung in Armut. Wir von Plan International setzen uns dafür ein, dass sich die Lebensbedingungen für Kinder, Familien und Gemeinden in den ländlichen Gebieten langfristig verbessern und tragen zu einer beruflichen Perspektive in unseren Projektregionen bei. Helfen auch Sie die Einkommenssicherung in Ecuador voranzubringen und unterstützen Sie unsere Programme mit Ihrer Spende.
Ein Überblick
Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas und ist eines der zehn Länder, die direkt am Äquator liegen. Es teilt sich in drei Regionen: das Küsten-Tiefland im Westen, das tropische Amazonasbecken im Osten und das zentrale Anden-Hochland. Während die durchschnittliche Temperatur im Hochland bei zwölf Grad Celsius liegt, sind die nordöstlichen Regenwaldgebiete des Amazonas sehr heiß und feucht.
In Ecuador lebt eine Vielzahl ethnischer Gruppen, darunter viele indigene Volksgruppen, Mestizen sowie Afro-Ecuadorianer. Es existieren zahlreiche regionale Sprachen. Am weitesten verbreitet ist Quechua, einst Verwaltungssprache des Inkareichs. Offizielle Landessprache ist jedoch Spanisch.
Vor der spanischen Kolonialisierung herrschten die Inka über die Gebiete des heutigen Ecuador. 1821 wurden die Spanier im Zuge der südamerikanischen Unabhängigkeitskriege besiegt und das Land zunächst Großkolumbien zugeschlagen, das 1830 aber zerfiel. Die Zeit nach Gründung der Republik Ecuador war von großer politischer Instabilität, einer Vielzahl von Putschen sowie kürzeren Bürgerkriegen geprägt. Die vielfältigen gesellschaftlichen Konfliktlinien und Gegensätze bestimmen die politische Auseinandersetzung bis in die heutige Zeit.
Zur Situation heute
In den vergangenen Jahren führten die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Entscheidungen der Regierung immer wieder zu Protesten bei der Bevölkerung, insbesondere bei den indigenen Volksgruppen. 2008 trat eine neue Verfassung in Kraft. Seit 2017 ist Lenín Voltaire Moreno Garcés Staatspräsident. Die Mehrheit der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten ist arm und lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Vor allem Männer zieht es in die Städte, in der Hoffnung, Arbeit zu finden. Dort leben die Menschen jedoch oft beengt in provisorischen Unterkünften in den Slums der Großstädte.
Plan International in Ecuador
Plan International ist seit 1963 in Ecuador tätig. Ende 2017 erreichten wir mit unserer Arbeit das Umfeld von 40.000 Patenkindern und ihren Familien. Plan International konzentriert seine Arbeit auf die Unterstützung indigener Bevölkerungsgruppen in ländlichen Gebieten sowie auf arme Familien in den Slums der Großstädte. Gerade Mädchen und Frauen sind dort besonders benachteiligt.
Arbeitsansatz von Plan International
Unser Arbeitsansatz, die kindorientierte Gemeindeentwicklung, beruht auf den Grundrechten von Kindern: das Recht auf Leben, Entwicklung, Mitwirkung und Schutz. Kindorientierte Gemeindeentwicklung bedeutet mit und für Kinder zu arbeiten. Mädchen und Jungen, Jugendliche, ihre Familien und Gemeinden sind an der Planung und Durchführung von Programmen und Projekten beteiligt, um ihre eigene Entwicklung voranzubringen. Die Gemeinde trägt Verantwortung für die Programme, damit deren Nachhaltigkeit gesichert wird, auch nachdem wir unsere Arbeit in diesem Gebiet beendet haben. Von zentraler Bedeutung ist es, Kompetenzen von Gemeindemitgliedern zu stärken, damit sie sich mit den Herausforderungen ihrer Gemeinden aktiv auseinandersetzen können. Dies trägt dazu bei, strukturelle Kinderarmut zu beseitigen.
Da der Staat eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Einhaltung der Kinderrechte spielt, arbeiten wir mit Regierungsstellen zusammen und unterstützen sie darin, ihre Verpflichtungen gegenüber den Gemeindemitgliedern wahrzunehmen und vorhandene Gesetze und Vorgaben umzusetzen. Gleichzeitig informieren wir die Menschen in den Gemeinden über ihre Rechte und bestärken sie darin, diese einzufordern. Wir setzen uns besonders für ausgegrenzte und benachteiligte Kinder ein, damit sie ihre Rechte wahrnehmen und den Kreislauf von Diskriminierung, gesellschaftlicher Nichtteilhabe und Kinderarmut durchbrechen können.
Herausforderung: Bildungsmöglichkeiten sind eingeschränkt
Das Bildungssystem in Ecuador erreicht nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen. Nur 20 Prozent aller Kinder bis drei Jahren haben die Möglichkeit, eine Einrichtung zur frühkindlichen Förderung zu besuchen. Während die Einschulungsraten für die Grundschule landesweit über 90 Prozent liegt, besuchen nur etwas mehr als zwei Drittel der Kinder eine weiterführende Schule.
Für Kinder aus indigenen und afro-ecuadorianischen Bevölkerungsgruppen ist die Situation allerdings deutlich schlechter. Von ihnen gehen etwa doppelt so viele nicht in die Grundschule und weniger als 40 Prozent besuchen eine weiterführende Schule. Häufig zwingt die Armut Jugendliche dazu, ihre Schulausbildung abzubrechen, da sie genötigt sind eine Arbeit anzutreten. Etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler erreicht nur mittelmäßige bis geringe Leistungen in den Kernfächern.
Dies hängt auch mit der geringen Unterrichtsqualität zusammen. Nur wenige Lehrkräfte sind gut ausgebildet und es stehen nicht genügend qualitative Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung. Ein weiteres Problem ist, dass bestehende Geschlechterstereotypen im Unterricht reproduziert werden, was zu einer Diskriminierung der Mädchen führt. Generell ist die Teilhabe der Elternschaft an Schulangelegenheiten gering. Viele Eltern sehen die Verantwortung für Bildung ausschließlich bei der Schule und sind kaum in der Lage, ihre Kinder zu unterstützen oder zu fördern.
Plan-Programm: „Für das Leben lernen“
Im Rahmen unseres Programmes wollen wir erreichen, dass alle Kinder Zugang zu qualitativer Bildung erhalten. Dazu arbeiten wir auf verschiedenen Ebenen. Wir klären die Familien darüber auf, wie wichtig es ist, dass sie sich für die Bildung ihrer Kinder einsetzen und dass auch Mädchen ihren Schulabschluss machen. In Elterngruppen lernen Väter und Mütter, wie sie die Entwicklung ihrer Kinder bereits in jungen Jahren fördern können und wie kindgerechte Erziehungsmethoden dazu beitragen, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Gleichzeitig unterstützen wir wirtschaftlich besonders benachteiligte Familien, so dass sie überhaupt in der Lage sind, ihre Kinder zur Schule anzumelden.
Im Rahmen von Stipendienprogrammen unterstützen wir Schülerinnen und Schüler dabei, ihren Schulbesuch fortzusetzen und mit Erfolg abzuschließen. Darüber hinaus vermitteln wir über gemeindebasierte Lernzentren Kindern und Jugendlichen grundlegende Kompetenzen, die zur Persönlichkeitsbildung beitragen und ihre schulischen und beruflichen Perspektiven verbessern. Auf Gemeindeebene setzen wir uns in Abstimmung mit öffentlichen Maßnahmen dafür ein, dass weitere Einrichtungen zur frühkindlichen Förderung gebaut werden. Wir stärken die Teilhabe der Eltern, die sich dafür engagieren, dass der Zugang zu Bildungseinrichtungen erweitert wird, mehr Kinder eingeschult werden und Mädchen in Bezug auf ihre Bildungschancen nicht benachteiligt werden.
Auch an den Schulen steigern wir die Elternpartizipation über die Gründung und Einbindung von Schulkomitees, die daran arbeiten, dass Kinder in einer förderlichen Umgebung gleichberechtigt lernen können. Zudem unterstützen wir Schulen dabei, die Schulentwicklungspläne umzusetzen, die wichtige Aspekte wie Gesundheit und Hygiene an Schulen oder Schulspeisungen zum Inhalt haben. Wir wollen, dass Kinder in der Schule sicher sind. Daher setzen wir mit unserer globalen Kampagne „Lernen ohne Angst“ ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Schulen.
Es ist uns auch ein besonderes Anliegen, dass Katastrophenvorsorgemaßnahmen fester Bestandteil des Schulalltags werden und dazu beitragen, dass Schulen den Kindern Schutz bieten. Schließlich engagieren wir uns auf nationaler Ebene im Schulterschluss mit anderen gesellschaftlichen Akteuren dafür, dass die Regierung weitere Anstrengung unternimmt, um die Bildungssituation zu verbessern. Frühkindliche Förderung, Geleichberechtigung und bessere Finanzierung sind dabei wichtige Kernthemen.
Herausforderung: Sexuelle und reproduktive Gesundheit ist nicht gewährleistet
In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Rate der Teenager-Schwangerschaften stark gestiegen. Mittlerweile sind etwa 20 Prozent der Schwangeren zwischen fünfzehn und neunzehn Jahre alt. Obwohl gesetzliche Grundlagen zur Stärkung der Rechte von Schwangeren und Müttern existieren, sehen sich viele junge Frauen aufgrund ihrer Schwangerschaft dennoch genötigt ihren Schulbesuch abzubrechen.
Bei frühen Schwangerschaften besteht ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind. Einrichtungen, die Informationen zur Aufklärung und Dienste zur reproduktiven und sexuellen Gesundheit anbieten, sind aber vor allem in ländlichen Regionen so gut wie nicht vorhanden. Viele Schwangere haben daher trotz der allgemein verbesserten medizinischen Versorgung nicht die Möglichkeit, Vorsorge- oder Nachsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und unter medizinischer Aufsicht zu entbinden.
Plan-Programm: „Gesundheitssituation verbessern“
Wir klären Jugendliche über sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie über Verhütung von ungewollten Schwangerschaften auf. Jugendliche lernen dabei, verantwortungsvolle Partnerschaften einzugehen und ihre Sexualität selbstbestimmt zu leben. Indem wir gemeinsam bestehende Normen und Geschlechterrollen kritisch reflektieren, leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter. Für junge Mütter bieten wir gezielte Qualifizierungsmaßnahmen an, um sie wirtschaftlich zu stärken. Des Weiteren arbeiten wir auch mit Eltern zusammen und machen deutlich, dass es wichtig ist, dass sie ihre Kinder aufklären und rechtzeitig für gesundheitliche Risiken sensibilisieren.
Es ist uns ein dringendes Anliegen, dass sich Eltern der Gefahren von sexueller Gewalt und Missbrauch bewusst werden und ihre Kinder entsprechend schützen. Gemeinsam mit den lokalen Behörden wollen wir erreichen, dass mehr öffentliche Maßnahmen zur Verringerung der Anzahl von frühen Schwangerschaften durchgeführt werden. Außerdem engagieren wir uns dafür, das lokale Gesundheitswesen zu stärken, so dass Dienste zur reproduktiven und sexuellen Gesundheit zur Verfügung stehen.
Herausforderung: Kindesschutz ist nicht gewährleistet
Häusliche Gewalt ist in Ecuador weit verbreitet und stellt ein allgegenwärtiges Problem dar. Sieben von zehn Kindern und Jugendlichen geben an, zu Hause eine Form von Gewalt erlebt zu haben. Körperliche Züchtigung und psychische Gewalt sind als Erziehungsmethoden gesellschaftlich akzeptiert. Statistiken belegen, dass Fälle von schweren Misshandlungen im familiären Kontext in den letzten Jahren zugenommen haben.
Auch an Schulen werden Kinder von den Lehrkräften geschlagen. Solche Vorfälle werden in der Regel nicht verfolgt. Für Eltern gibt es wenig Angebote, die Alternativen aufzeigen und kindgerechte Erziehungsmethoden vermitteln. Es fehlt an Anlaufstellen für betroffene Kinder und Jugendliche.
Behörden und Polizei verfügen nicht über die nötigen Kapazitäten, um Fälle von Gewalt und Missbrauch gegen Kinder zu verfolgen. Hinzu kommt, dass große Vorbehalte bestehen, Anzeige zu erstatten, da die Betroffenen fürchten, weitere Nachteile wie Diskriminierung und gesellschaftliche Ächtung zu erfahren.
Plan-Programm: „Ein sicheres Umfeld für Kinder und Jugendliche“
Uns ist es wichtig, Kinder und Jugendliche zu stärken und sie dabei zu unterstützen, selbstbewusster zu werden. Wir wollen sie ermutigen, Situationen von Missbrauch und Gewalt nicht schweigend hinzunehmen. Daher vermitteln wir Selbstschutzstrategien und informieren darüber, wo Betroffene Hilfe erhalten können. Fälle von Gewalt und Missbrauch sollen gemeldet werden. Gleichzeitig wenden wir uns auch an die Eltern und andere Erziehende und klären über Kindesschutz sowie kindgerechte und liebevolle Umgangs- und Erziehungsformen auf.
In den Gemeinden helfen wir Kindesschutzmechanismen aufzubauen oder bestehende Einrichtungen zu stärken. Wichtige Aufgaben sind Gewaltprävention, Angebote zur Konfliktmediation sowie Anzeige und Verfolgung von Gewaltdelikten. Wir setzen uns dafür ein, dass die lokalen Behörden Kindesschutzrichtlinien entwickeln und bestehende Regelungen auch angemessen umsetzen. Landesweit arbeiten wir in Kooperation mit dem Bildungsministerium an einem Aktionsplan mit dem Ziel, Fälle von Gewalt an Schulen besser zu verfolgen.
Des Weiteren unterstützen wir die Gemeinden darin, Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, um die Risiken von Katastrophen in den Gemeinden zu minimieren und bestmöglich auf drohende Gefahren vorbereitet zu sein. Im akuten Katastrophenfall leistet Plan Soforthilfe und fokussiert dabei besonders auf den Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch.