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Die Ukraine hat einen weiteren Schritt zur kirchlichen Loslösung von Moskau gemacht. Präsident Petro Poroschenko und der Patriarch von Konstantinopel, Bartolomaios, vereinbarten am Samstag in Istanbul eine Zusammenarbeit bei der Einrichtung der neuen Kirche.
Das Dokument bringt noch keine Gewährung der kirchlichen Selbstständigkeit (Autokephalie) durch Bartolomaios. Poroschenko sprach trotzdem von einem «historischen Tag», wie die Agentur Interfax meldete.
Nach Ende der Sowjetunion hatten sich in der Ukraine nationale Kirchen neben der Russisch-Orthodoxen Kirche gebildet. Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat die Beziehungen zum ranghöchsten Kirchenführer Bartolomaios abgebrochen, weil dieser eine ukrainische Kirche anerkennen will.
Die Ukraine bejubelt dies. Doch damit geht ein tiefer Riss durch die orthodoxe Christenheit. Ausserdem droht eine Eskalation im politischen Konflikt zwischen Moskau und Kiew.
Hauptproblem bei der Neugründung ist, dass in der Ex-Sowjetrepublik Ukraine drei orthodoxe Kirchen nebeneinander bestehen. Die moskautreue Kirche ist die grösste von ihnen, die beiden anderen sehen sich bereits als Nationalkirchen. Eine Vereinigung dürfte noch sehr lange dauern. Poroschenko treibt die Kirchenfrage voran, weil er auf Wählerstimmen bei der Präsidentenwahl im März 2019 hofft. (sda/dpa)