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Im Februar 1947 begann mit der Auslieferung der ersten Volvo PV444 eine neue Ära: Der Aufstieg von Volvo zur globalen Automarke. Der «Buckel Volvo» avancierte in nur einem Jahrzehnt nicht nur zum schwedischen Volkswagen, sondern auch in den USA «zum wichtigsten Importfahrzeug aller Zeiten».
Europa befand sich noch mitten im 2. Weltkrieg, als Volvo die stromlinienförmige Limousine PV444 entwickelte. Das von den Volvo Gründern Assar Gabrielsson und Gustaf Larson initiierte Modell wurde im September 1944 in Stockholm als Friedensfahrzeug vorgestellt und hat damit die Zeit der Nachkriegsfahrzeuge eingeläutet.
Der PV444 war in vielerlei Hinsicht revolutionär: selbsttragende Karosserie mit aerodynamischem Design, innovative Verbundglas-Frontscheibe und Einzelradaufhängung vorne – und das zu einem günstigen Preis! Obwohl nach der Präsentation viele Bestellungen vorlagen, musste die Serienfertigung mangels Rohstoffen noch warten.
Ein ehrgeiziges Ziel
Ausgeliefert wurden die ersten PV444 im Februar 1947. Man rechnete mit einer Produktion von etwa 8000 Autos. Ein ehrgeiziges Ziel: Bis dahin verkaufte Volvo von einer Modellreihe maximal 2000 Stück.
Doch der als «Buckel Volvo» bezeichnete PV444 sollte alle Erwartungen übertreffen. Vom kompakten, aber technisch fortschrittlichen schwedischen Volkswagen wurden bis zum Jahr 1958 insgesamt 195 959 Fahrzeuge verkauft.
Elegant und sicher
Mit seinem avantgardistischen Design gewann der Volvo PV444 sogar den Concours d’Elegance, was ausschlaggebend war für den Export-Erfolg dieses Modells. Es gab aber noch ein weiteres, unschlagbares Verkaufsargument: die Sicherheit. Der PV444 galt damals als das sicherste Auto der Welt. So nahm die Entwicklung des Dreipunkt-Sicherheitsgurts im Volvo PV444 ihren Anfang. Ab 1956 konnten Hosenträger-Sicherheitsgurten, die an den Vordersitzen befestigt wurden, als Zubehör bestellt werden, bevor dann im weiterentwickelten Modell PV544 die Dreipunkt-Sicherheitsgurten Einzug hielten. In den USA wurde der Volvo PV444 in den 1950er-Jahren gar als «wichtigstes Importfahrzeug aller Zeiten» gefeiert.
Familien-Sportwagen
Der Erfolg des Volvo PV444 war vor allem seine Vielseitigkeit. Zum einen war der «Buckel Volvo» natürlich als Familienfahrzeug sehr beliebt, aber mit dem auf 85 PS (ab 1955) erstarkten Motor auch als Sportwagen. Die späteren Volvo Rennlegenden Gunnar Andersson sowie Tom Trana starteten ihre Rallye-Karrieren im PV444. Der «Buckel Volvo» war nicht nur schnell, sondern auch effizient: Der Verbrauch lag bei 6,7 Litern Benzin auf 100 Kilometer.
Volvo Pickup
Der Volvo PV444 wurde ab 1953 auch als Kombi (PV445 Duett) angeboten. Anfangs der 1950er-Jahre gab es auch mehrere Pick-up-Versionen des Volvo PV444. Der Grund: Ab 1949 lieferte Volvo PV444-Fahrgestelle an unabhängige Karosseriebauer in Schweden und USA als Basis für Cabriolets, Lieferwagen, Transporter und Pick-ups.
Das Produktionsende des Volvo PV444 war der Anfang des PV544, einer modifizierten Version des «Buckel Volvo», der noch erfolgreicher war als sein Vorgänger. Aber dazu ein anderes Mal mehr.