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Der Winter hielt einen gemässigten Einzug, aber immerhin meldete er sich auch einmal zu Wort. Die kommenden Tage werden eher nasskalt mit ein wenig Schnee in höheren Lagen.
Das Azorenhoch ist derzeit recht kräftig und weiter nördlich als üblich positioniert. Wiederholte Kaltlufteinbrüche um Neufundland aufs Meer hinaus dienen als „Brennstoff“ für die Entwicklung von Tiefs, die dann nach Osten nach Europa ziehen. Durch das Azorenhoch ist ihnen allerdings der direkte Zugang nach Mitteleuropa verwehrt. Deshalb ziehen sie an dessen Nordflanke über Grönland und Island bevor sie an der Ostflanke nach Mitteleuropa vorstossen können. Dies bewirkt eine nordwestliche Höhenströmung mit der eher kalte Luftmassen in die Schweiz gebracht werden. Sie sind allerdings nicht polaren Ursprungs und bringen uns deshalb keine richtige Winterkälte.
Den Tiefdruckgebieten gelingt es in den kommenden Tagen zunehmend, das Azorenhoch zu verdrängen. Da dessen Atlantikblokade dann nicht mehr vorhanden ist, kommt die Schweiz wieder unter den Einfluss der typischen Westwinde. Die herangeführte Luft ist dabei relativ mild und unwinterlich. Solange dieser Zustand anhält, ergeben sich kaum Chancen für einen Wintereinbruch bis in tiefe Lagen. Stattdessen gibt es eher Wind und Regen und erst auf über 1000 Metern häufiger Schnee. Falls aus Süden Hochdruckgebiete nach Norden vorstossen, wird der Charakter eher neblig.
Auch nach der ersten Dezemberwoche wird die Tiefdruckaktivität voraussichtlich laufend durch Kaltuftvorstösse um Neufundland befeuert. Meine Einschätzung, die auf Wettermodellen und meinem Wissen basiert: Die erste Dezemberhälfte wird relativ mild, teils nasskalt und windig ohne einen richtigen Wintereinbruch in tieferen Lagen.
Hier noch die aktuelle Langfristprognose basierend auf den Temperaturen von Oktober und November:
Der Dezember wird voraussichtlich mild. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 71% liegt die Temperatur über dem Mittel der letzten 15 Jahre. Dies wird durch weitere Anzeichen und vorherige Prognosen gestützt, was die Trefferquote auf etwa 80% erhöht.
Im Januar gibt es Anzeichen für ein Einsetztendes Ausgleichverhalten. Mit 66% Wahrscheinlichkeit hat sich ein unterdurchschnittlich temperierter Monat abgezeichnet.
Die Prognose für den Februar ist sehr unsicher. Derzeit sind unterdurchschnittliche Temperaturen ein weniger wahrscheinlicher als überdurchschnittliche Temperaturen.
Auch für den März hat sich eine Tendenz zu kühleren Temperaturen ergeben (59%).
Insgesamt ist tendenziell ein eher milder Winter zu erwarten. Zu diesem Ergebnis bin ich schon in der vorhergehenden Winterprognose gekommen.
Fazit: Im Dezember wird es meist mild mit nur kurzen winterlichen Phasen. Im neuen Jahr könnte die Grosswetterlage umstellen, sodass häufigere kalte Phasen mit Schnee zu erwarten wären. Insgesamt rechne ich derzeit aber mit einem insgesamt milden Winter 2015/2016.