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Qualitätsziele bestimmen die Software-Architektur einer Software-Komponente. Daher dient die Erarbeitung der Qualitätsziele bzw. die nichtfunktionalen Anforderungen (i.d.R. drei bis fünf Qualitätsziele, geordnet nach einer vorgegebenen Priorität) als Voraussetzung für den Start der Realisierung einer Komponente. Die Blog-Post beschreibt die hergeleiteten Qualitätsziele von Angular 2. Einen guten Einstieg zum Thema Qualitätsziele gibt der Blog-Eintrag der Apptiva AG zum Thema Qualität.
Die Eruierung der Qualitätsziele von Angular 2 ist schwierig. Sämtliche Design-Dokumente von Angular 2 findet man im entsprechenden Ordner vom Google Drive des Teams (hier). Klare Qualitätsziele findet man in keinem der Dokumente bzw. auch nicht auf der Webseite von Angular 2. Jedoch können aus den einzelnen Aussagen bzw. Informationen entsprechende Qualitätsziele für Angular 2 abgeleitet werden.
Qualitätsziele von Angular 2
Folgende Qualitätsziele haben wir versucht herzuleiten und entsprechend zu priorisieren.
1. Effizienz
Effizienz umfasst das Zeitverhalten sowie das Verbrauchsverhalten einer Software. Das Zeitverhalten definiert Antwort- und Verarbeitungszeiten sowie Durchsatz bei der Funktionsausführung einer Software und das Verbrauchsverhalten umfasst die Anzahl und die Dauer der benötigten Betriebsmittel für die Erfüllung der Funktionen.
Auf Angular 2 basierende Anwendungen bzw. dessen Inhalte sollen für den Benutzer schnell geladen werden können. D.h. das Framework selbst darf nicht der Verursacher von Performance-Problemen sein.
Performance-Probleme bei AngularJS
Bei AngularJS kam es bei grösseren (Enterprise-) Anwendungen immer wieder zu solchen Herausforderungen, wo man sehr genau prüfen musste, welche Konstrukte man wie und in welchem Kontext einsetzte (siehe Lösungen z.B. hier). Symptome für die Performance-Probleme von AngularJS entdeckt man auch bei einem Konstrukt vom Mobile-Framework Ionic. Sie implementierten ein performanteres ng-repeat, das sogn. collection-repeat. Dies aus der Not heraus, dass auch Listen mit vielen Einträgen auf einem Mobile-Gerät performant angezeigt werden sollen. Das collection-repeat rendert nur die aktuell auf dem Gerät sichtbaren Items in den DOM. Das Konstrukt überwacht dann die Stelle in der Liste, auf welcher Benutzer steht. Ändert diese, werden die neuen Elemente der Liste in den DOM gerendert.
Angular 2 mit effizienz-steigernden Massnahmen
Angular 2 adressiert diese Thematik mit unterschiedlichen Konzeptanpassungen.
So ändert Angular 2 z.B. den gesamten Change-Detection- bzw. Databinding- Mechanismus. Angular 2 fungiert beim Change-Detection Mechanismus als reaktives System, in dem der Komponenten-Baum bei jedem Browser-Event traversiert wird und somit keine periodischen „Überprüfungszykeln“ mehr gibt. Ein anderer Schritt Richtung Performance kommt mit dem sogn. ‚Angular Universal‚, dem sogn. Angular 2 Server Rendering (die Design-Dokumentation findet man hier). Angular-Universal will dabei folgende Ziele erreichen:
Durch das neuartige Konzept verspricht man sich verbesserte initiale Ladezeit sowie eine verbesserte clientseitige Performance (z.B. Rendern einer Seite, welche einen nicht oft ändernden Inhalt enthält oder Seiten mit Visualisierungen).
2. Übertragbarkeit
Für das Qualitätsziel Übertragbarkeit wird vorallem die Konformität untersucht.
Konformität dank Orientierung an Web Standards
Definiert den Grad, in dem die Software Normen oder Vereinbarungen zur Übertragbarkeit erfüllt.
Angular 2 versucht an Web Standards zu orientieren bzw. sich entsprechend diesen Konzepten auszurichten. So z.B. wird die Spezifikation der Web Components unterstützt. Die Spezifikation der Web Componens besteht aus den Teilen Custom Elements (Implementieren von eigenen HTML-Elementen), Shadow DOM (Auslagern des DOMs eines Custom Elements), Templates (Unterstützung eines <template> Elemente ohne dies zu rendern) und HTML Imports (Laden von HTML-Dokumenten in ein entsprechendes Ziel-Dokument). Diese standardisierten Konzepte findet man in Angular 2 wieder.
Konformität durch nachhaltige Unterstützung von Javascript
Nebst der Unterstützung von Web Standards orientiert sich das Framework durch den Einsatz von Typescript auch an den modernen Javascript Spezifikationen (ES6 / ES7 / …) aus. So richtet sich das Framework einerseits nachhaltig gegenüber Javascript aus und andererseits ist das Framework konform gegenüber Brower- und Umgebungsspezifikationen. Aus Sicht Framework-Anwender ist dank dem Einsatz von Typescript auch möglich, Software-Komponenten auf Basis von Angular 2 mit ES5, ES6, Dart und / oder Typescript zu verwenden.
Ein weiteres Ziel von Angular 2 ist es, konform zu unterschiedlichen Sprachen zu sein – d.h. es ist möglich Angular 2 in einem ES5, ES6, Dart und / oder Typescript-Kontext zu verwenden.
3. Benutzbarkeit
Die Benutzbarkeit besteht aus den Merkmalen Verständlichkeit und Erlernbarkeit.
Verbesserte Verständlichkeit dank Typescript
Verständlichkeit definiert sich über den Aufwand der den Benutzer (in unserem Kontext der Entwickler) zum Lernen des Konzeptes bzw. Schaffung über dessen Verständnis. Angular 2 setzt sehr stark auf ein einfaches Verständnis bzw. ein minimaler Aufwand die entsprechenden Kernkonzepte kennenzulernen. Die Ausrichtung nach Typescript fördert das Verständnis bzw. minimiert den Aufwand um den Umgang mit Angular 2 kennenzulernen.
Bessere Verständlichkeit durch überarbeitete Konzepte
Das total überarbeitete Modul- und Komponentenkonstrukt mit dem neuen Dependency Injection Mechanismus ermöglicht es die Anwendung, nach dem Single Responsibility Principle zu strukturieren und so ein einfaches Verständnis in der Software-Architektur der Anwendung zu erreichen. Jedoch sind Module im Angular-Kontext nicht zwingend. Dies gilt auch für andere Konzepte. Mit Angular 2 entsteht eine losere Kopplung an das Framework selbst – man kann sich die Konzepte verwenden die man auch wirklich benötigt. Die Anzahl Angular 2 spezifischen Elemente sind merklich weniger geworden als in AngularJS, was wiederum die Verständlichkeit aber auch die Erlernbarkeit effizienter gestaltet.
Schnellere Erlernbarkeit dank zielgerichteter Dokumentation
Erlernbarkeit definiert den Aufwand, welcher der Benutzer hat um die Anwendung (bzw. in unserem Kontext das Framework) anwenden zu können. Hier setzt Angular 2 auch sehr stark auf eine einfach verständliche Dokumentation, um das Framework effizient kennenzulernen. Beispielsweise einen guten Einblick in das Metamodell von Angular 2 gibt der Architekturüberblick.
Links
Angular 2 Architecture Overview:
https://angular.io/docs/ts/latest/guide/architecture.html
Angular 2 Design Docs:
https://drive.google.com/drive/u/1/folders/0B7Ovm8bUYiUDR29iSkEyMk5pVUk
Ionic Angular 2 Blog-Post Serie:
http://blog.ionic.io/angular-2-series-introduction/
Blog-Post Change-Detection in Angular 2:
http://victorsavkin.com/post/110170125256/change-detection-in-angular-2
Angular Universal Design Doc: https://docs.google.com/document/d/1q6g9UlmEZDXgrkY88AJZ6MUrUxcnwhBGS0EXbVlYicY/edit
Telerik Angular 2 Überblick:
http://developer.telerik.com/featured/will-angular-2-be-a-success-you-bet/
Angular 2 Presentation:
http://tryangular2.github.io/
Web-Components:
http://www.2ality.com/2015/08/web-component-status.html
Blog-Post „What happended to Web Components?“ von Dr. Alex Rauschmayer
http://www.2ality.com/2015/08/web-component-status.html
ISO/IEC 9126 (Qualitätsmerkmale) auf Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/ISO/IEC_9126
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