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Rückenmarkstumore
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- St.Gallen
Spinale Tumore machen ca. 10-20% der Tumore des Zentralnervensystems aus. Grundsätzlich kann man nach primären und sekundären Tumoren unterscheiden. Für die therapeutische Entscheidung ist die Lage der Raumforderung wichtig. Hier unterteilen wir, ob die Lage innerhalb oder ausserhalb der Rückenmarkshäute ist.
Für das weitere Procedere ist der Gewebstypus bzw. Wachstums- und Infiltrationspotenz nach der WHO-Graduierung entscheidend. Die Verteilungshäufigkeit bei Kindern und Erwachsenen ist unterschiedlich.
Histologie (Gewebetypisierung)
Von den primären neurogenen Tumoren sind am häufigsten die Meningiome, die von den Rückenmarkshäuten ausgehen. Sie machen ca. 42% aus und treten am häufigsten bei Frauen in der 5. – 6. Lebensdekade auf.
Ein anderer häufiger (22%), gutartiger Tumor ist das Neurinom, das aus den Nervenscheidenzellen entsteht und meist im 25.-40. Lebensjahr symptomatisch wird.
Seltener sind Ependymome (15%) und Astrocytome (11%), die von Nervenzellreihen innerhalb des Rückenmarks ausgehen.
Daneben gibt es noch seltenere Tumoren wie z.B. Hämangioblastome (Gefässtumoren), Lipome (Fettgewebstumoren), Missbildungstumoren.
Ganz selten kommen bösartige Tumoren wie Glioblastome im Wirbelkanal vor. Diese sind dann meist als sogenannte "Abtropfmetastasen" zu bezeichnen. Diese sind auch beim Medulloblastom, malignen Ependymom oder bei Keimzelltumoren möglich.
30-55% der spinalen Tumoren sind Metastasen. Sie betreffen meist den knöchernen Wirbelkörper und wachsen von dort aus in den Spinalkanal ein, liegen also innerhalb des Kanals) aber ausserhalb der Rückenmarkshaut und komprimieren die Nervenstrukturen von aussen. Ganz selten siedeln sich Metastasen auch im Rückenmark selber an.
Grunderkrankungen, die häufig in den Wirbelkanal metastasieren, sind Brust- und Prostatakrebs, maligne Lymphome, maligne Melanome, Nierenzellkarzinome, Plasmocytome, Brochialkarzinome. In ca. 10% ist die Grunderkrankung zum Zeitpunkt des Auftretens der spinalen Metastase noch nicht bekannt.
Symptome
Symptome bei Rückenmarkstumoren bestehen aus Schmerzen, Taubheitsgefühlen an den Beinen, unsicherem Gangbild, Blasenentleerungsstörung, Lähmungen der Beine bis hin zur Querschnittslähmung. Die Symptome können sich auch schleichend entwickeln, so dass sie zunächst kaum bemerkt werden. So können Rückenmarkstumoren z.T. auch lange unerkannt bleiben.