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Die Geschichte der Hotellerie im Schoren beginnt 1897 mit der Inbetriebnahme des neu erstellten Hotels du Lac. Gewiss wurde mit der Planung des Hotelneubaus schon in den Jahren 1894 und 1895 begonnen. 1896 wurden wohl die Bauarbeiten in Angriff genommen und im Mai/Juni 1 897 beendet. Da keine Pläne und Bauabrechnungen mehr vorhanden sind, kennen wir den Architekten nicht. Hingegen ist der Baumeister bekannt. Karl Bühler, Baumeister und Grossrat in Matten, liess sich am 12. November 1897 von Ulrich Abegglen-Seiler für einen Teil seiner Arbeiten. Am Hotelneubau eine Pfandobligation28 über Fr. 25`000.- ausstellen. Der vom 22. Mai 1 897 datierte Kaufvertrag für die Hoteleinrichtung und die am / 5. August 1897 begonnene Kontrolle der Logiernächte lassen den Schluss zu, dass der Hotelbetrieb im August 1 897 aufgenommen wurde.
Was Ulrich Abegglen ( 1852-1903) und seine Frau Margaritha Abegglen-Seiler ( 1856-1944) dazu bewog, einen für lseltwald so gross dimensionierten Hotelneubau erstellen zu lassen, entzieht sich unserer Kenntnis.
Aus den vorhandenen Unterlagen lassen sich die finanziellen Verhältnisse nach der Fertigstellung des Hotels nur ansatzweise aufzeigen. Die Liegenschaften im Schoren, mit einem Grundsteuerwert 30 von Fr. 71 730.-, waren nach dem Hotelneubau mit insgesamt Fr. 67000.- 31 grundpfandlich belastet.
Der Bau und die Einrichtung des Hotels scheinen bedeutend mehr Mittel erfordert zu haben als ursprünglich angenommen wurde. Nur so lässt es sich erklären, dass Ulrich Abegglen bereits im November 1898 eine Anzahl Grundstücke auf eine öffentliche Versteigerung brachte, um die Schuldenlast zu verringern. Von den fünf angebotenen Grundstücken wurden jedoch nur der Blattacher und der Senggboden verkauft.
Vom eigentlichen Hotelbetrieb selber sind nur noch die Kontrolle der Logiernächte, zwei Hotelprospekte, die Akten der Sanierung von 1937 bis 1945 und die Gästebücher vorhanden.
Betriebszahlen, Speise- und Getränkekarten und andere aufschlussreiche Dokumente zum Hotel- und Restaurantbetrieb fehlen bis 1936 gänzlich.
Mit dem frühen Tod von Ulrich Abegglen im Jahre 1903 stand seine Witwe Margaritha plötzlich vor einer überaus schwierigen Situation. Mit vier unmündigen Kindern und drei erwachsenen Söhnen ohne besondere Ausbildung im Hotelfach, stand sie einem Hotelbetrieb mit 22 Zimmern vor. Daneben waren der Landwirtschaftsbetrieb und die beiden anderen Häuser im Schoren zu führen. Durch die noch vorhandenen Erbschaftsinventare erhalten wir erstmals genaueren Einblick in den Hotelbetrieb. Die wirtschaftliche Situation des Betriebes hatte sich in den folgenden Jahren nur geringfügig verändert.
Ernsthaft gefährdet wurde das Hotel 1914 mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die ausländischen Gäste blieben kriegsbedingt aus, die Schweizer hatten nur wenig
Geld zur Verfügung. 1917 und 1918 waren im Hotel internierte Soldaten und Offiziere der französischen Armee untergebracht. Die Betriebskosten konnten so einigermassen gedeckt werden. Mit persönlichen Verzichten, dem Einsatz der ganzen Familie und dem Ertrag aus der Landwirtschaft konnte das Haus auch die Zeit der Wirtschaftskrise nach Ende des Krieges überstehen. 1926 trat Margaritha Abegglen-Seiler ( 1856-1944) die Liegenschaften je zur Hälfte an ihre beiden Töchter Anna Margaritha ( 1884-1974) und Johanna Zimmermann-Abegglen ( 1895-1979) ab. Von 1930 bis 1932 war der Hotelbetrieb an die dritte Schwester Frau Magdalena Gilbert-Abegglen ( 1890-1935), verpachtet.
Die Schuldenlast stieg nun stetig an, und 1935/36 wurde eine Sanierung des Betriebes notwendig, um den drohenden Konkurs abzuwenden. Unter Führung der Schweizerischen Hoteltreuhandgesellschaft in Zürich und unter aktiver Mithilfe der Oberländischen Hilfskasse in Bern wurde die erste Sanierung (Nachlassvertrag) eingeleitet.
Damit einher ging die Bereinigung der Besitzesverhältnisse. Peter Abegglen ( 1882-1943), der bisherige Pächter des Hotels, übernahm von seiner Schwester Johanna Zimmermann- Abegglen ( 1 895-1979) zum Preis der Grundpfandschulden deren Anteil. Gleichzeitig verzichteten zahlreiche Gläubiger darunter auch Familienangehörigen auf Guthaben von insgesamt Fr. 68047.4034.
Peter führte den Betrieb bis zu seinem Tod im Jahre 1943, wobei auch sein Sohn Fritz ( 1912-1986) ab 1938 mithalf auf eigene Rechnung. An seine Schwester Anna Margaritha bezahlte er einen wöchentlichen Pachtzins von Fr. 20.-. Nach kriegsbedingt schlechten Betriebsjahren musste 1941 erneut eine Sanierung vorgenommen werden. Aufgrund der am 22. Oktober 1940 vom Bundesrat erlassenen Verordnung über vorübergehende rechtliche Schutzmassnahmen für die Hotelindustrie, stellten die beiden Besitzer erneut das Gesuch um gerichtlichen Schuldenerlass.
Als 1944 auch Margaritha Abegglen-Seiler starb, war die Zeit für eine neuerliche Bereinigung der Betriebs- und Besitzessverhältnisse gekommen. Fritz Abegglen führte nach dem Tod seines Vaters den Betrieb weiter. 1946 erwarb er das mittlere Haus, musste aber gleichzeitig das Hotel wegen fehlender Wirtschaftlichkeit abbrechen lassen.
Bis 1974 führte er im mittleren Haus den Restaurations und einen eingeschränkten Hotelbetrieb weiter.
Im alten Chalet führte seine Tante Anna Margaritha den Pensionsbetrieb mit 14 Betten mit wechselndem Erfolg bis zum Verkauf der Liegenschaft im Jahr 1964 an ihre Nichte Elise Bohren-Abegglen. Mit Fritz und Elsbeth Abegglen-Hohler begann 1974 ein neuer Abschnitt im Schoren. Durch zahlreiche Um- und Neubauten, die grosse lnvestitionen nötig machten, ist am Ende unseres Jahrhunderts ein Hotel- und Restaurantbetrieb entstanden, der bedeutend grösser ist als derjenige vor hundert Jahren. Als ein überaus wichtiges Ereignis darf die Eröffnung der Nationalstrasse im Jahre 1988 bezeichnet werden. Sie hat lseltwald einen neuen Aufschwung gebracht, welcher die Investitionen im Schoren sicherlich begünstigte.
Das Hotelangebot umfasst heute 38 Betten der ***SHV-Kategorie in 21 Zimmern. Die Restauration verfügt über 260 Plätze. Seit 1974 hat sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von fünf auf fünfunddreissig erhöht.