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«Wieder etwas mit meinen Händen machen können.» Das sagte Berthe Waeber-Schöpfer dem Arzt der Palliativabteilung des Spitals, als er sie nach ihren Wünschen fragte. Es sollte ihr letzter Wunsch sein. Drei Tage später war sie tot.
Zupacken gelernt hat Berthe Waeber-Schöpfer schon sehr früh als Kind im kleinbäuerlichen Betrieb in Pfaffenholz in Wünnewil. Dort kam sie am 26. September 1926 als zweites von sechs Kindern von Pius und Marie Schöpfer-Boschung zur Welt. In der schwierigen Kriegszeit musste man die Hände gebrauchen können. Gerne wäre sie Handarbeitslehrerin geworden. Ein Traum, der sich nicht erfüllte.
Später arbeitete sie als Hausangestellte in der Stadt. Im Zug von Wünnewil nach Freiburg lernte sie ihren künftigen Ehemann Wilhelm Waeber kennen. Die beiden heirateten und fanden im Perolles eine Wohnung und eine neue Heimat.
Berthi, wie sie genannt wurde, schaute zu ihrem Mann und zu ihren fünf Kindern. Sie kochte, nähte, strickte, putzte–fast pausenlos. Den Kindern sollte es gut gehen, und sie sollten die ihren Fähigkeiten entsprechenden Schulen besuchen können, auch die Töchter. Obwohl die Familie in bescheidenen Verhältnissen lebte, hatte es am Mittagstisch in der engen Küche immer einen Platz für einen Gast, den die Kinder von der Schule mitbrachten–falls nötig, ass die ausgezeichnete Köchin stehend am Kochherd.
Berthe Waeber-Schöpfer war gesellig, tanzte und sang gern, spielte leidenschaftlich Lotto und Karten, machte gern Ausflüge. Zum Tanzen und Singen war sie als Jugendliche von ihrem Vater ermuntert worden. Als ihre eigenen Kinder auszogen und ihr Ehegatte starb, wurde der Ökumenische Chor zu ihrer zweiten Familie. Grosse Freude hatte sie an ihren Enkelkindern. Eine wichtige Rolle spielte die Mutter Gottes. Und wenn eines ihrer Kinder für längere Zeit verreiste, segnete sie es jeweils auf der Stirn mit Weihwasser.
Berthe Waeber-Schöpfer hatte einen starken Lebenswillen. Verschiedene jahrelange Krankheiten zehr- ten an ihrem Körper, sie hatte oft Schmerzen. Als im letzten Herbst Krebs diagnostiziert wurde und sie nicht mehr in ihrer Wohnung bleiben konnte, war ihr Lebenswille gebrochen. Die letzten Monate verbrachte sie in der Palliativabteilung des Spitals von Châtel-St-Denis, wo sie liebevoll gepflegt wurde und wo sie sich gut aufgehoben fühlte. Im Krankenbett bewegte sie gelegentlich ihre Hände, als ob sie strickte oder nähte. Dann blieben auch diese ruhig, für immer. Am 1. Februar 2014 starb Berthe Waeber-Schöpfer. Eing.