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Die Rotatorenmanschette, bestehend aus vier unterschiedlichen Muskeln und ihren Sehnen, ist entscheidend für die korrekte Funktion des Schultergelenks und oft massgeblich an Schulterproblemen beteiligt. In diesem weekly Massagen St. Gallen Blogartikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Rotatorenmanschette und ihre Bestandteile, ihre Funktion, häufige Probleme sowie Behandlungsmöglichkeiten zur Linderung von Beschwerden.
Funktion der Rotatorenmanschette
Die Hauptfunktion der Rotatorenmanschette ist die Stabilisierung des Schultergelenks. Ihre Muskeln arbeiten zusammen, um den Kopf des Oberarmknochens fest in der flachen Gelenkpfanne des Schulterblatts zu halten. Darüber hinaus ermöglichen die Muskeln der Rotatorenmanschette eine präzise Bewegung und Rotation des Armes, was für feinmotorische Tätigkeiten unerlässlich ist. In einer funktionierenden und gesunden Rotatorenmanschette spielen sie auch eine wichtige Rolle bei der Prävention von Verletzungen, indem sie den Arm bei schnellen oder schweren Bewegungen stabilisieren. Eine Besonderheit des Schultergelenks ist das Verhältnis zwischen dem grossen Gelenkkopf des Oberarmknochens und der kleinen Gelenkpfanne, welche seitlich am Schulterblatt angebracht ist. Das Missverhältnis der Grösse von Gelenkkopf und Gelenkpfanne führt im Wesentlichen zu zwei Eigenschaften: Grosser Bewegungsfreiheit und gesteigerter Verletzungsgefahr. Und lediglich die vergleichsweise kleinen Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette sind dafür verantwortlich, die maximale Beweglichkeit zu gewährleisten und gleichzeitig zu verhindern, dass Verletzungen aufgrund einer Dislokation des Oberarmknochens entstehen. Die an die Rotatorenmanschette gestellten Anforderungen sind also immens, wenn man sich etwas die Kräfte vorstellt, die beim Wurf eines Baseballs oder dem Aufschlag beim Tennis auf das Schultergelenk einwirken.
Bestandteile der Rotatorenmanschette
Supraspinatus
Der Supraspinatus verläuft entlang der Oberkante des Schulterblatts bis zur Oberseite des Oberarmknochens. Die Lage des Muskels ist auch bereits seinem Namen zu entnehmen - "supra" steht für "über" und "spina" für die Schulterblattgräte (lat. "spina scapula") - entsprechend verläuft der Supraspinatus oberhalb der Schulterblattgräte. Er ist zusammen mit dem mittleren Teil des Deltoideus für die Abduktion des Arms verantwortlich. Ausserdem unterstützt er den hinteren Teil des Deltoideus bei der Aussenrotation des Arms. Da der Supraspinatus zusammen mit dem, deutlich stärkeren, Deltoideus oder Deltamuskel für die Abduktion, d.h. das Abspreizen des Arms, verantwortlich ist, kann eine starke Beanspruchung zu einer Überbelastung des Supraspinatus führen, wobei in der Regel nicht das Muskelgewebe sondern die Sehne, also die anatomische Struktur, welche den Muskel am Knochen befestigt, betroffen ist.
Zu den verbreiteten Problemen gehören entsprechend Verletzungen (teilweise oder vollständige Risse) oder Entzündungen der Sehne, welche oft dadurch entstehen, dass die Sehne zwischen Oberarmknochen und dem korakoakromialen Bogen des Schulterblatts eingeklemmt wird. Häufige Symptome sind Schmerzen beim Abspreizen des Arms über 90 Grad oder bei der Aussenrotation des Arms.
Infraspinatus
Der Infraspinatus liegt unterhalb der Schulterblattgräte (daher sein Name) flächig auf der Rückseite des Schulterblatts und bedeckt dieses fast vollständig. Er setzt über die Infraspinatussehne von hinten an der Aussenseite des Oberarmknochens an. Seine Hauptfunktion ist neben der Stabilisierung des Schultergelenks die Aussenrotation des Oberarms, bei der er den hinteren Anteil des Deltamuskels unterstützt. In geringerem Ausmass unterstützt er ausserdem die Abduktion des Arms im unteren Bereich.
Aufgrund seiner wichtigen Rolle bei der Aussenrotation entstehen Beschwerden im Infraspinatus insbesondere bei Sportarten oder anderen Aktivitäten, bei denen hohe Belastungen im aussenrotierten Zustand auf den Oberarm einwirken, wie z.B. die Vorhand beim Tennis Spielen. Solche Überbelastungen führen oft zu Beschwerden wie Muskelverspannungen oder Triggerpunkten, können aber auch zu Sehnenverletzungen oder -entzündungen (ähnlich des Supraspinatus) führen. Entsprechend der Funktion des Infraspinatus ist sind die Leitsymptome von Verletzungen des Infraspinatus Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen bei der Aussenrotation des Oberarms.
Subscapularis
Der Subscapularis liegt flach auf der Vorderseite des Schulterblatts und zieht über eine Sehne an die Vorderseite des Oberarmknochens. Der Subscapularis unterstützt entsprechend die Innenrotation des Oberarms und stabilisiert zusammen mit den anderen Muskeln der Rotatorenmanschette das Schultergelenk.
Beschwerden im Subscapularis können entsprechend vor allem dann auftreten, wenn die Innenrotation des Oberarms unter hoher Belastung ausgeführt wird - ein Extrembeispiel dafür ist Armdrücken, bei dem nicht selten Verletzungen des Subscapularis bzw. der Subscapularissehne auftreten. Charakteristisch für Verletzungen oder Entzündungen des Subscapularis sind Schmerzen bei der Eindrehung des Arms, welche sowohl im Schultergelenk selbst als auch am Rücken im Bereich des Schulterblatts wahrgenommen werden können.
Teres minor
Der Teres minor ist ein kleiner Muskel der Rotatorenmanschette, der von der Aussenkante des Schulterblatts an die Rückseite des Oberarmknochens zieht (im Gegensatz zum Teres major, welcher an der Vorderseite des Oberarmknochens ansetzt). Der Teres minor ist zusammen mit dem Infraspinatus für die Aussenrotation des Oberarms verantwortlich und unterstützt ebenfalls die Stabilisation des Schultergelenks.
Beschwerden des Teres minor entstehen entsprechend insbesondere bei starker Belastung auf den abgespreizten, aussenrotierten Arm, etwa beim Tennisspielen. Da der Teres minor als kleiner Muskel oft hohen Belastungen ausgesetzt ist, neigt er dazu, zu verspannen und trägt oft Triggerpunkte in sich, welche bei Druck schmerzhaft in das Schultergelenk ausstrahlen können.
Vorbeugung von Beschwerden in der Rotatorenmanschette
Für die Vorbeugung von Beschwerden in der Rotatorenmanschette empfehlen sich drei Dinge.
Vermeidung übermässiger Belastung
Die Muskeln der Rotatorenmanschette sind im Gegensatz zu ihren Antagonisten, also den Muskeln, welche mit ihnen zusammen Bewegungen ausführen, dazu gehören der Deltoideus, der Pectoralis oder der Latissimus dorsi, relativ klein und entsprechend schwächer. Bei starker Belastung beim Sport oder repetitiven Bewegungen bei der Arbeit neigen sie daher dazu, Verletzungen oder Entzündungen davonzutragen. Es ist daher besonders wichtig, diese Muskeln vor erhöhter Belastung ausreichend aufzuwärmen, um ihre Flexibilität sicherzustellen und während der Belastung auf eine korrekte Ausführung der Bewegungen zu achten und auf den Körper zu hören und Pausen einzubauen.
Kräftigung der Rotatorenmanschette
Eine starke Rotatorenmanschette kann massgeblich dazu beitragen, die Funktion des Schultergelenks zu gewährleisten und Verletzungen auch unter erhöhter Belastung zu vermeiden. Für die Stärkung der einzelnen Muskeln der Rotatorenmanschette empfiehlt es sich, die Bewegungsabläufe (Innenrotation, Aussenrotation, Abduktion) unter moderatem Gewicht kontrolliert auszuführen und dabei insbesondere darauf zu achten, dass die grösseren antagonistisch arbeitenden Muskeln nicht den Hauptteil der Arbeit übernehmen. Diese Übungen eignen sich zur Stärkung der Rotatorenmanschette.
Dehnung der Rotatorenmanschette
Neben dem Training zur Kräftigung der Muskulatur können auch Dehnübungen zur Erhöhung bzw. Erhaltung der Beweglichkeit und Flexibilität der Muskulatur durchgeführt werden. Eine hohe Beweglichkeit senkt das Verletzungsrisiko, da die Muskelfasern dehnbarer sind und dadurch Risse seltener auftreten. Einige gute Übungen zum Dehnen der Muskeln der Rotatorenmanschette findest du in diesem Artikel.
Klassische Massage und Triggerpunkttherapie zur Behandlung von Beschwerden mit der Rotatorenmanschette
Beschwerden mit den Muskeln der Rotatorenmanschette können mithilfe der Klassischen Massage oder der Triggerpunkttherapie in vielen Fällen gut behandelt werden. Da die kleinen Muskeln der Rotatorenmanschette oft zu Verspannungen neigen, eignen sich die Klassische Massage und die Triggerpunkttherapie optimal dafür, Verspannungen (und Triggerpunkte) zu lösen und dadurch die Beweglichkeit und Funktion der Muskeln sicherzustellen. Es ist jedoch unbedingt zu empfehlen, bei starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Beschwerden abzuklären.
Fazit
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Diese hohe Beweglichkeit kommt jedoch zum Preis einer erhöhten Verletzungsanfälligkeit. Zur Vorbeugung von Verletzungen ist es wichtig, übermässige Belastungen zu vermeiden, die Muskeln zu kräftigen und zu dehnen. Massage und Triggerpunkttherapie können bei Beschwerden ausserdem oft für Linderung sorgen, indem die häufigen Verspannungen in diesen kleinen Muskeln gelöst werden, was die Beweglichkeit des Schultergelenks unterstützt und die Verletzungsgefahr senkt. Bei starken Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk sollte jedoch in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, der die Ursache diagnostizieren kann.
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