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Plan Situation in der Stadt
Der Marienhof ist Teil einer spannungsvollen Abfolge öffentlicher Räume. Der Hof für die Stadt vermittelt und vereint kollektive Nutzungen und mit der neuen U- und S-Bahnstation entsteht sowohl ein Ort des Auftritts wie der Erholung. Seine leere Mitte steht für temporäre Veranstaltungen zur Verfügung und seine Weite ist einer der grossen Werte für die kostbare innerstädtische Lage in München.
Historischer Bezug
Auffällige Struktur im Stadtgrundriss von München ist die doppelte Nord-Süd-Verbindung der mittelalterlichen Stadt. Ursprünglich verlief die Nord-Süd-Achse im Verlauf der heutigen Sendlingerstrasse - Rindermarkt - Dienerstrasse - Residenzstrasse mit einem Stadttor in der Dienerstrasse. Auf dem Stridbeckplan von 1697 ist der Turm noch ersichtlich. Der parallele Verkehrsweg (heute Weinstrasse - Theatinerstrasse) wurde im 13. Jahrhundert angelegt, um die Durchfahrten für Fuhrwerke zu erleichtern. Mit der Stadterweiterung Ende des 13. Jahrhunderts (1336 fertig gestellt) wurden die Stadttore nach aussen verschoben und die beiden parallelen Nord-Süd-Achsen zu einem Stadttor am heutigen Odeonsplatz (ehem. Schwabinger Tor) zusammengeführt. Beide Strassen waren wichtige Verkehrswege, die Theatinerstrasse hatte bald die grössere Bedeutung, was sich auch in der Einteilung der Stadtviertel entlang dieser Achse widerspiegelt. Die spätere Anlage der Strassenbahn in der Theatinerstrasse und der Durchgangsverkehr der Autos unterstreichen die Bedeutung dieses Strassenzugs als Hauptverkehrsader. Mit der Einrichtung der Fussgängerzone 1972 wird diese Verbindung vom Marienplatz zum Odeonsplatz zur Hauptfussgängerachse entlang nobler Adressen.
Stadträumlich ist diese Entwicklung auch heute noch eindeutig ablesbar. Während die Dienerstrasse in einem gekrümmten Verlauf, vorbei am Alten Hof und der Residenz, den Marienplatz mit dem Odeonsplatz verbindet, bildet die Theatinerstrasse eine klare Sichtachse zur Ludwigstrasse. Die Lage der Stadtbefestigung vor der Stadterweiterung 1336 ist vom Marienhof in Richtung Westen im Verlauf der heutigen Schäfflerstrasse und in östlicher Richtung entlang des Hofgrabens nach wie vor wahrzunehmen.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Münchner Innenstadt zu einem grossen Teil zerstört. Die Lücke des Marienhofes wurde nicht wieder aufgebaut und soll nun auch zukünftig frei gehalten werden.
Diese historisch gewachsene Struktur einerseits und die Absicht einer "Leere" im dichten Stadtgefüge bilden den Ausgangspunkt für die Formulierung des Marienhofes als einen mit einem asymmetrischen Baumkörper bepflanzten grosszügigen Platz. Entlang der Dienerstrasse wird die Nord-Süd-Verbindung als Abfolge von Strassen und Plätzen von unterschiedlichem Charakter interpretiert. Man durchschreitet den Marienhof unter Bäumen. In der Fussgängerzone der Weinstrasse - Theatinerstrasse geht man seitlich entlang dem Baumkörper und die Sichtachse bleibt frei.
Der ursprüngliche Verlauf der Stadtmauer wird mit einer feinen Intarsie im Plattenbelag für den interessierten Besucher erkennbar gemacht.
Nutzung
Die freie Mitte des Platzes bietet den Raum für eine grosszügige Leere und bildet den Rahmen für verschiedene temporäre Nutzungen und Events.
Alltag
Freier Platz als Ort der Ruhe. Sitzstufen und Sitzgelegenheiten für den Aufenthalt an der Sonne und unter Bäumen, Trinkbrunnen Bäume als Schattenspender und als Vordergrund der Aussicht
Sommernacht Kino
Freiluftkino mit Bars und Gastronomieständen. Dunkler Hintergrund der belaubten Bäume für das Lichtspektakel
Eiszauber
Eisfläche 35 x 30m, Tribüne für Vorführungen, Eisbar Temporäre Illumination der Bäume als Hintergrund für den Event
Erweiterung Christkindlmarkt
Verkaufsbuden, Glühwein- und Verpflegungsstände „weihnachtlich glänzt der Baum“
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