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Für viele gleicht eine Stadt der Algarve der anderen. In Tavira genügt ein Blick vom Garten des Burgbergs, der zwischen den Burgruinen maurischen Ursprungs liegt, um nicht nur einen beeindruckenden Blick über das „Venedig der Algarve“ zu erspähen, sondern um auch die Feinheiten dieser Stadt am Gilão zu erkennen.
Es ist nicht nur der Fluss, der Tavira in zwei Stadtteile trennt, incl. der siebenbogigen Brücke, der so markant für diese Kleinstadt ist. Es sind auch die vielen Kuppeln, sprich Kirchen, die Tavira besitzt, ebenso wie die orientalische Bedachung.
Taviras Walmdächer als Markenzeichen
Mehr noch als in der Algarve-Hauptstadt Faro kann man in Tavira vom Burgberg einen Blick auf die Walmdächer werfen. Die orientalische Bedachung dient einer guten Luftzirkulation in den Häusern. Im Sommer bleiben die Räume kühler, während sie im Winter vor Kälte schützen.
Die Walmdächer ähneln einer viereckigen Pyramide, da sie an allen vier Hausseiten Schrägen haben und oft dadurch keinen Giebel besitzen. Die Dächer in Tavira haben eine relativ starke Neigung. Jede Dachpyramide entspricht einem Raum, so dass man von aussen feststellen kann, wie viele Räume ein Haus hat.
Zerstörung und Aufbau an der Algarve
Bereits die Karthager und Phönizier siedelten an diesem Ort wie auch die Römer. Die Geschichte von Tavira erzählt von der Eroberung durch die Mauren, die Tavira zu einer hochentwickelten Stadt machten. Am 11. Juni 1242 wurde die Stadt von Dom Paio Peres Correia und dem Ritterorden von Santiago erobert, die Stadt dabei jedoch fast völlig zerstört.
Bei Wiederaufbau wurden an Stelle vieler Moscheen oftmals eine Kirche gebaut. So steht auch die Kirche Santa Maria do Castelo auf dem Burgberg auf den Resten einer Moschee.
Tavira erlebte wieder eine Blütezeit und war für die portugiesischen Garnisonen ein wichtiger Heimathafen, wie auch ein bedeutendes Handelszentrum für Waren aus den portugiesischen Kolonien. Die Fischer Taviras hatten das Privileg Korallen zu ernten und auf Walfang zu gehen.
Im 17. Jahrhundert wütete ein Jahr lang die Pest in der Stadt und forderte viele Todesopfer. Als auch der Fluss Gilão begann zu versanden, sank die politische und wirtschaftliche Bedeutung.
Tavira wurde ebenfalls von den Wellen des verheerenden Erdbebens im Jahr 1755 erfasst und grösstenteils zerstört. Trotz dem Wiederaufbau erholte sich die Stadt nicht von diesem wirtschaftlichen Schaden. Hinzu kam, dass sich die Thunfischschwärme verlagerten, wodurch Tavira eine weitere Einnahmequelle verlor.
Erstaunlich, dass Tavira heute dennoch 15 alte Kirchen und 6 Kloster besitzt, die von der Stadtgeschichte erzählen. Hinzukommen alte Stadtpaläste ehemaliger Thunfischbarone.
Damit lohnt ein Besuch allemal, den man bei einem guten Kaffee im Jardim de Coreto am Fluss ausklingen lassen kann.
Was bietet die Umgebung von Tavira?
Der Verwaltungskreis Tavira, mit seinen Gemeinden Cabanas de Tavira, Cachopo, Conceição, Luz, Santa Catarina da Fonte do Bispo, Santa Luzia und Santo Estévão liegt im Osten der Algarve, dem Sotavento und ist umgeben von den Nachbarkreisen Alcoutim, Castro Marim, Vila Real de Santo António, Olhão, São Brás de Alportel und Loule und dem Atlantik.
Tavira Strände – Wassersport an der Algarve-Küste
Der Verwaltungskreis Tavira liegt an der sogenannten Sand-Algarve. Hier finden Besucher eine völlig andere Küstenform als an der felsigen Westalgarve. Zwischen den vorgelagerten breiten Sandbänken bzw. Inseln und dem Festland befindet sich die Wattlandschaft Ria Formosa, die in Richtung spanische Grenze immer kleiner wird.
In Tavira selbst kommt man mittels Fähre oder Wassertaxi auf die vorgelagerte Insel “Ilha de Tavira, die viele Wassersportangebote und einen Campingplatz bietet.
Beim Ferienclub Pedras d‘ El Rei kann man den Strand von Barril wiederum über eine Schwimmbrücke und eine kleine Eisenbahn erreichen. Dort befindet sich auch der älteste Olivenbaum Portugals und vielleicht auch Europas, was allerdings auch die Griechen behaupten.
In anderen Gemeinden bieten die Fischer oftmals eine Fahrt zur Sandbank bzw. Insel an, um einen schönen Strandtag zu verbringen.
Die Gemeinden am Meer, wie Santa Luzia sind kleine Fischerdörfer, die zu einem gemütlichen Tagesausklang am Abend einladen. Hier kann die Spezialität der Region die Tintenfische, wie Polvo oder Lula ausprobiert werden, die in Tongefässen vor Ort gefangen werden.
In Luz de Tavira, einem kleinen Strassenort zwischen Tavira und Olhão an der EN125 sollte am Kirchplatz ein kurzer Stopp eingelegt werden, um das herrliche manuelinische Portal zu bewundern, dass zu einen der schönsten Portugals zählt.
Wandern im Hinterland von Tavira – Algarve
Aufgrund der anziehenden Küstenlandschaft von Tavira wird das Hinterland, das sich bis in die Serra der Algarve hochzieht, oft vernachlässigt.
Dennoch gibt es kleine Wanderziele wie den Pego do Inferno, ein kleiner Wasserfall, dessen Wasser 12 m in einen kleinen Kessel abfällt.
Vom Tal des Flusses Rio Sequa kann auf einem zweieinhalbstündigen Rundwanderweg zum Wasserfall Moinho da Rocha gewandert werden.
Wer höher hinaus will, kann auf den Asseiceira-Gipfel wandern.
In der Gemeinde Cachopo starten die Wanderwege Masmorra, Don Quixote und „Reserva“. Zudem führt auch die Via Algarvia durch den Gemeindekreis Tavira, wo auch der Via Lusitana, ein wenig begangener Jakobsweg, beginnt.