Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/2692

im weitern
Sinn jeder
Verzicht auf irgend ein dem Verzichtenden zustehendes
Recht; im engern oder eigentlichen
Sinn aber der
Verzicht auf ein Forderungsrecht, welcher durch den
Abschluß eines auf Aufhebung jenes
Rechts
gerichteten
Vertrags (Erlaßvertrags) bewirkt wird. Während ein solcher Erlaß im römischen
Recht an bestimmte
Formen gebunden
und namentlich zur Aufhebung einer durch
Stipulation begründeten
Forderung der
Abschluß einer Gegenstipulation, einer sogen.
Acceptilation (s. d.), nötig war, wird der heutige Erlaßvertrag
einfach durch
Ausstellung und Empfang einer
Quittung abgeschlossen, indem der
Gläubiger mit dem
Bewußtsein, die schuldige Leistung
nicht erhalten zu haben, und ohne dieselbe für die Folgezeit zu erwarten, dem
Schuldner über den Empfang derselben quittiert.
Über den Erlaß einer
Strafe im Gnadenweg s.
Begnadigung. - Erlaß heißt auch eine obrigkeitliche
Verfügung oder
Bekanntmachung, namentlich einer höhern Behörde.
Außerdem verdienen Erwähnung: die erzbischöfliche
Residenz, der großartige Akademiepalast
(Lyceum), das Cistercienserkloster
samt
Gymnasium, das Komitatshaus, Seminargebäude etc. Erlau zählt (1881)
20,669 ungar. Einwohner, welche außer reger Gewerbthätigkeit (eine Dampfmühle) hauptsächlich
Weinbau betreiben (der Erlauer
Wein gilt für einen der vorzüglichsten ungarischen Rotweine), ist Sitz
eines Erzbistums mit Metropolitankapitel, des
Komitats, eines
Gerichtshofs und Steuerinspektorats und hat eine
Sternwarte,
[* 11] 3
Spitäler
und 2 alaunhaltige warme
Bäder, neben welchen der erzbischöfliche
Park liegt. An Lehranstalten befinden sich daselbst ein
erzbischöfliches
Seminar, eine erzbischöfliche
Akademie, ein Obergymnasium, eine Lehrerpräparandie und das
Institut derEnglischen Fräulein.
Die
Akademie besitzt eine ausgezeichnete
Bibliothek mit 49,769
Bänden und 397
Manuskripten in 38
Sprachen. Erlau hat 3 Geldinstitute.
Daselbst erscheinen 8
Zeitschriften. - In alter Zeit wohnten hier die Agriani.
in der
Sprache
[* 13] des
Sports vorkommender
Ausdruck. Erlaubt hat ein Rennpferd so und soviel
Kilo, welche es nach in der
Proposition vorhergesehenen
Gründen »weniger zu tragen hat«, als es nach der Gewichtsskala oder
sonst eigentlich zu tragen hätte. Vgl.
Extra.
ist daher eine treue Begleiterin der Bäche und Flüsse
[* 22] und bildet namentlich im nordöstlichen Deutschland
[* 23] die Erlenbrücher,
in welchen die gewöhnlich weitläufig stehenden Bäume aus sumpfigem Boden hervorwachsen. Ihre Kronenabwölbung beginnt mit
dem 20.-30. Jahr; später zeigt sie nur langsamen Zuwachs, erreicht aber auf gutem Standort in 80-100 Jahren einen
runden, vollholzigen Stamm von 25 m Höhe bei 60-90 cmDurchmesser. Sie besitzt eine lang anhaltende, große Ausschlagsfähigkeit,
namentlich am Wurzelstock; während ihr der Wurzelausschlag fast gänzlich abgeht.
Der Same ernährt im Winter eine große Menge samenfressender Vögel,
[* 26] als Erlen- und Bergzeisige, Stieglitze etc. Die graue Erle (weiße,
weißgraue oder rote Erle, A. incanaL.) hat stets behaarte, nie klebrige Zweige, breit elliptische, doppelt gezahnte,
anfangs durchaus, später nur auf dem Mittelnerv und seinen Hauptästen der grau- oder etwas blaugrünen Unterfläche behaarte
Blätter und eine glatte, silbergraue Rinde, ist durch fast ganz Europa und Nordasien verbreitet, geht weiter nach Norden,
[* 27] steigt
im Gebirge höher als die vorige und findet sich auch in den nördlichen StaatenNordamerikas.
Sie wächst meistens strauchartig, erreicht aber als Baum eine Höhe von 10 m. Sie liebt weniger nassen Böden und treibt zahlreiche
Wurzelbrut. Das Holz ist heller als bei der vorigen, etwas feiner und dichter, feinzelliger; frisch gefällt, riecht es nach
Möhren. Man benutzt es wie das der Roterle. Die Weißerle spielt in der nordischen Mythologie eine große
Rolle: aus ihr ging die Frau hervor, aus der Esche der Mann. Die Alpenerle (Birkenerle, Drossel, A. AlnobetulaEhrh., Betulaalpina
Borkh., A. viridisDec.), in den mitteleuropäischen und italienischen Gebirgen, ein hübscherStrauch der Alpen
[* 28] von 2-4 m Höhe,
in der Kultur bisweilen ein kleiner Baum, hat in der Jugend behaarte Zweige und eirundliche, rautenförmige,
unregelmäßig gesägte, auf beiden Flächen gleichfarbige Blätter und steht in eigentümlicher Weise zwischen den GattungenBirke und Erle. Im Habitus gleicht sie der letztern, während die Einzelheiten der Blüten mehr zu den Birken hinneigen. Sie bildet
auf den höchsten Gebirgskämmen gewissermaßen ein Laubholzseitenstück zur Krummholzkiefer. Das Holz ist weiß, zäh, mittelmäßig
hart und dient als Brennholz.
Eine forstwirtschaftliche Bedeutung besitzen für das mittlere Europa nur A. glutinosa und A. incana, erstere als der Waldbaum
der feuchten Senken und des Bruchbodens im norddeutschen Flachland, letztere als der lebenszähe forstliche
Dienstmann, der überall am Platz ist, wo man schnell bedeutende Massen geringen Brennholzes erziehen will, in den feuchten
Seifen (Schlanken, Schluchten) der Bergländer sowohl als auch auf den trocknern Böden des Vorgebirges u. Flachlandes.
Beide Erlenarten sind ausgezeichnet durch ihr Ausschlagvermögen und ihren sehr raschen Wuchs; die beste
Bewirtschaftungsart für Erlenbestände ist der Niederwaldbetrieb, der auch als der
im allgemeinen herrschende zur Zeit angesehen
werden kann. Dem Schwarzerlen-Niederwaldbetrieb wird eine Schlageinteilung und ein meist 20-30jähriger Umtrieb zu Grunde gelegt.
Erstere muß so gelegt werden, daß jeder Schlag zugänglich ist, was in den Moorböden Norddeutschlands nicht immer ganz
leicht ist.
Die Abfuhr des geschlagenen Holzes durch vorliegende junge Schläge bei Frostwetter verursacht großen Schaden, da das Erlenholz
überaus brüchig ist. Einzelne im Hochwald zerstreut liegende Erlenniederungen werden gewöhnlich in Verbindung mit den sie
umgebenden Hochwaldbeständen in der Art bewirtschaftet, daß sie bei Gelegenheit der periodischen Durchforstungen mit abgetrieben
werden. Der Hieb
[* 29] in den Erlenniederwaldungen erfolgt meist bei Frost, da die Brücher sonst nicht zugänglich
sind.
AllesHolz wird gerückt, d. h. an festen Wegen, auf höhern Rücken, auf Dämmen etc. zusammengebracht, wo es bis zum Verkauf
stehen bleibt. Die Kultur der Schwarzerle erfolgt am besten durch Pflanzung. Man erzieht die Pflanzen in
besondern Saatkämpen. Fast jedes Jahr bringt Samen,
[* 30] der jedoch nur ein Jahr lang keimfähig bleibt. Man sammelt ihn Ende November. 1 hlSamen wiegt etwa 30 kg. Den Boden im Saatkamp stark zu lockern, ist zumeist nicht ratsam, da der feuchte und gelockerte Boden
stark auffriert.
Der Same wird meist breitwürfig gesäet und schwach mit Erde bedeckt. Man säet pro Ar 1,5-1 kg Samen. Die
Pflänzchen müssen gegen das überwuchernde Gras geschützt werden. Sie sind ein- bis zweijährig direkt aus der Saatschule
verpflanzbar, doch hat man in neuester Zeit starke ein- oder zweijährige Erlenpflänzlinge noch einmal im Pflanzkamp
verschult und verspricht sich von dieser Züchtung große Erfolge. Die Weißerlen-Niederwaldungen werden gewöhnlich in kürzerm,
12-24jährigem Umtrieb bewirtschaftet.