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Unter einer medizinischen Zweitmeinung versteht man die Diagnose eines zweiten Arztes. In folgenden Fällen macht es Sinn, eine medizinische Zweitmeinung im Rahmen der Diagnostik einzuholen:
- Ein Patient hat Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose des ersten Arztes.
- Der erste Arzt empfiehlt eine Behandlung, wie beispielsweise eine Operation, und der Patient möchte wissen, ob es eine schonendere Alternative gibt.
- Die vom ersten Arzt diagnostizierte Krankheit ist so gravierend, dass der Patient die Diagnose überprüfen lassen möchte.
Das Ergebnis der medizinischen Zweitmeinung erleichtert es dem Patienten, eine Entscheidung bezüglich der Behandlung zu treffen.
Ist es sinnvoll eine Zweitmeinung einzuholen?
Laut einer amerikanischen Studie der Mayo Clinic in Minnesota stellten Ärzte in jedem fünften Fall eine Fehldiagnose des überweisenden Arztes fest. In etlichen Fällen lag laut der Zweitmeinung eine komplett andere Erkrankung vor, als die vom Einweiser diagnostizierte.
Hat ein Patient einen Anspruch auf eine Zweitmeinung?
Grundsätzlich ist das Einholen einer medizinischen Zweitmeinung keine Kassenleistung. Allerdings übernimmt die Krankenversicherung die Kosten oftmals, wenn dies sachlich gerechtfertigt ist. Dies dürfte vor allem dann der Fall sein, wenn es sich um einen schwerwiegenden, risikobelasteten Eingriff oder eine stark belastende, teure Therapie handelt. In jedem Fall ist es ratsam, vor Einholung der Zweitmeinung Kontakt zur Krankenversicherung aufzunehmen.
Wie ist beim Einholen einer Zweitmeinung vorzugehen?
Grundsätzlich sollten Patienten ihren behandelnden Arzt darüber informieren, wenn sie Zweifel an der Diagnose haben. Ein guter Arzt wird dies nicht als Kritik ansehen, sondern diese Entscheidung nachvollziehen können. Und zwar umso mehr, wenn es sich um eine schwerwiegende Erkrankung oder eine belastende Therapie handelt.
Zu dem Termin bei dem zweiten Arzt sollten alle vorhandenen Unterlagen mitgebracht werden. Dabei handelt es sich insbesondere um:
- Befunde (z.B. Röntgenaufnahmen)
- Laborwerte
Wichtig: Zweitmeinungen sind in der Regel nicht in Akutfällen einholbar. Vielmehr geht es um Eingriffe, die planbar sind.