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Auf einer kroatischen Webseite erzählt H.K., 33, wie er vielfacher Millionär wurde. Dank Masken, die in Bern bei der Armee und in Deutschland im Gesundheitsministerium landeten. (Gegendarstellung Emix, siehe ganz unten.)
K. steht in der Story in Shorts, T-Shirt und Sneakers vor einem roten Ferrari, parkiert in einem Fussballstadion in dessen Heimat Kroatien.
Von dort war K. im Alter von acht in die Schweiz gekommen. Die Verhältnisse waren bescheiden. Vater auf dem Bau, Mutter Kellnerin.
In der Schule sei er ausgelacht worden, so K. Er habe kein Deutsch gekonnt. Irgendwann geriet er auf die falsche Bahn. Er wurde kriminell, landete im Gefängnis.
Dort sei er zur Besinnung gekommen. Nun wollte er Geld machen. Viel Geld.
2019 heuerte er bei der Emix Consulting an. Gründer waren Jascha Rudolphi, einer der inzwischen bekannten Masken-Kids, und Dean Teuber.
K. sollte seine Beziehungen im Balkan nutzen. Dort hatte er ein Handelsgeschäft für Ferrero, den italienischen Hersteller von Nutella, aufgebaut.
K. erhielt von Teuber und Rudolphi für seine Balkan-Beziehungen 10 Prozent an der Emix Consulting.
Im Artikel im kroatischen Onlinemedium spricht K. rund um Rudolphi von „einer der reichsten Familien der Schweiz“.
Diese habe seine frühere Firma im Versicherungsgeschäft teilweise übernommen, so sei er in ihr „Netzwerk“ gekommen.
Bereits 2019, lange vor Wuhan und Corona in China, suchten die Emix-Macher Masken und Hygienematerial für eine Pandemie.
Warum sie das damals schon taten, ist nicht klar. Ins Spiel kommt hier eine weitere Figur.
Kyril Louis-Dreyfus, Sohn der Milliardärin Margarita Louis-Dreyfus, die mit Ex-SNB-Chef Philipp Hildebrand zusammen ist.
Kyril Louis-Dreyfus ist frischer Besitzer des Sunderland A.F.C. Er und Emix-Gründer Dean Teuber sind seit Jugendzeit enge Vertraute vom Zürichberg.
„Es ist richtig, dass Kyril Dreyfus und ich gut befreundet sind“, sagt Dean Teuber in einer SMS-Antwort von gestern.
„Kyril Dreyfus war jedoch zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise in das Maskengeschäft der EMIX involviert.“
„Er war daher auch nie an Gewinnen von Maskengeschäften beteiligt. Weder hat er Türen in China zu Produzenten geöffnet noch war er an der Finanzierung der EMIX Trading AG, welche seit 2016 besteht, beteiligt.“
Teuber, Rudolphi und ein weiterer Freund aus gemeinsamer Jugendzeit, Luca Steffen, hatten ein glückliches Händchen. (Über deren Anfangszeit mehr hier.)
Als Ende 2019 China ein neues Corona-Virus entdeckte und im Januar 2020 zehn Millionen Menschen in Wuhan einsperrte, standen sie bereit.
In China, Indien, Marokko und Ägypten hatten sie Masken-Produzenten frühzeitig geprüft. Dank gut gefüllter Kasse aus früheren Deals waren sie die Ersten, die dem Westen Masken im grossen Stil liefern konnten.
Von Bern erhielten sie dafür 22 Millionen. Laut Tages-Anzeiger war ein Teil der Masken unbrauchbar. Trotzdem hat die Armee die Emix-Leute bisher nicht verklagt. Offenbar hat Bern nichts in der Hand.
In Deutschland erzielte die Emix ein Vielfaches. Mehr als die Hälfte aller von Deutschland bestellten Masken stammten in jener Zeit von den Zürchern.
Diese entpuppten sich als geschickte Händler. Als die Nachfrage explodierte, warteten sie zu. Erst als der Preis das gewünschte Niveau erreicht hatte, schlossen sie ab.
Das wurde zum Geschäft ihres Lebens. Wie stark die Masken-Deals den Wert der Emix befeuerte, zeigt das Ausscheiden von K.
Die Emix-Hauptpartner waren mit dessen Erfolg nicht zufrieden. Sie hatten sich mehr erhofft von K.’s Beziehungen auf dem Balkan.
Also gaben sie ihm für dessen 10 Prozent 20 Millionen Franken. Sprich, die Emix war im Frühling 2020, als K. von Bord ging, 200 Millionen wert. Inzwischen dürfte es das Dreifache sein.
Laut Teuber basiere die Auszahlung an K. nicht auf den Masken-Gewinnen. Die Bewertung von K.’s Anteil habe sich „einzig auf das Versicherungsgeschäft und die Firma EMIX CONSULTING GmbH bezogen“.
Gegendarstellung von EMIX Trading AG
EMIX Trading nimmt zum Beitrag von Inside Paradeplatz wie folgt Stellung:
- EMXI Trading AG ist nach Ausbruch von Corona in China in das Maskengeschäft eingestiegen. Dies weil vorbestehende Kontakte in China von anderen Geschäftsaktivitäten bestanden haben.
- EMIX Trading AG hatte zu keinem Zeitpunkt Masken erst bei Preisanstieg gehandelt. EMIX Trading AG war vielmehr selbst von erhöhten Marktpreisen betroffen. EMIX Trading AG ist ein Händler, kein Maskenhersteller.
- Die Gründer der EMIX Trading AG kommen aus Familien aus dem unteren und mittleren Mittelstand.
- Kyril Dreyfuss und dessen Familie war in keine Geschäfte der EMIX Trading AG und anderen den Aktionären von EMIX Trading nahestehenden Gesellschaften involviert.
- Der im Beitrag erwähnte H.K. war in das Masken-Geschäft nicht involviert. Heute bestehen keine geschäftlichen Beziehungen mehr zu H.K.