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upg. Von Dohnanyi ist ein politisches Urgestein. Im Januar 2022 veröffentlichte er sein jüngstes Buch «Nationale Interessen. Orientierung für deutsche und europäische Politik in Zeiten globaler Umbrüche». Darin warnte er vor einem Krieg in der Ukraine. Über sein neustes Interview mit der Deutschen Presse-Agentur informierten etwa die «Süddeutsche Zeitung», nicht aber die NZZ oder die Tamedia-Zeitungen. Ergänzend zu den Informationen in diesen Zeitungen informieren wir über die Meinung von Dohnanyi.
«Der Krieg war verhinderbar«
«Ich halte die gegenwärtigen Prioritäten der Bundesregierung und des Westens für falsch», sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview zu seinem 95. Geburtstag am kommenden Freitag. «Die Priorität müsste sein, uns vor den Folgen des Klimawandels zu schützen […] Stattdessen kaufen wir Panzer für die Ukraine, weil wir nicht geholfen haben, einen Krieg zu verhindern, der verhinderbar war.»
Weiter erklärte Klaus von Dohnanyi, der als Staats- und Bundesminister in den späten 1960er und 70er Jahren unter den Kanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt gedient hatte, Russlands Präsident Wladimir Putin habe nie die Absicht gehabt, Europa anzugreifen. «Er wollte nur die Ukraine nicht in der Nato und diese nicht an seiner Grenze haben. Darüber wollte er verhandeln, aber der Westen war dazu nicht bereit.» Deshalb trage der Westen eine Mitverantwortung.
[upg. «Mitverantwortung» bedeutet keine Entschuldigung für Putins Angriffskrieg. Es geht nur um die Vermeidbarkeit.]
«Wie soll der Westen mit einem «Kriegsverbrecher» verhandeln?»
Den Haftbefehl gegen Putin hält Dohnanyi für «unbedacht und unklug» und fragt: «Soll denn Moskau zukünftig der einzige Ort sein, wo man mit Putin verhandeln kann?» Er hätte Putin deshalb nicht als Kriegsverbrecher bezeichnet: «Ich würde Präsident Bush ja auch nicht zum Kriegsverbrecher erklären und vor Gericht stellen, obwohl er ohne Zweifel einen noch folgenreicheren Krieg im Irak geführt hat, mit sehr viel mehr Toten und ohne jeden Grund, wie wir alle heute wissen.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.