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Fredi Büchler
Ein Vortrag von:
Ramona Mayr und Chantal Sieber
Ablauf
- Begrüssung
- Lebenslauf von Fredi Büchler
- Fredi Büchlers Zukunft
- Fragen
- Abschluss
Begrüssung
Lieber Herr Ramel, liebe Klasse
Wir begrüssen euch herzlich zum Vortrag über „Fredi Büchler".
Wir freuen uns sehr, euch etwas über ihn zu erzählen und wünschen euch viel Spass.
Lebenslauf
Fredi Büchler ist am 04.10.1962 in Brugg geboren. Als er 16 war, machte er eine 4-jährige Mechanikerlehre.
Sein letzter Arbeitsplatz war die ABB in Birr, bei der er von 1986-1990 als Vorarbeiter und Meister arbeitete. Er gab seinen Job am 30. Nov.1990 auf, weil er mit seinem Kollegen eine sogenannte „Siebdruckerei Tempo Print" in Dottikon gründen wollte.
Er trieb schon damals sehr viel Sport.
Er trainierte Kampfsport Boxen/Kickboxen, war aber nie im Ring. Als Ausgleich lief er 10 km Läufe, aber keine Marathons. Zu dieser Zeit war er der Meinung, dass Marathonläufer Verrückte seien, denen etwas fehlt.
Am 4. Januar 1991 hat sich Fredi Büchlers Leben grundlegend verändert. Es war Freitagabend um 22.00 Uhr, als er bei den Bananenblöcken in Brugg um die Kurve raste. Dabei wurde das Auto aus der Kurve geschleudert und ist gegen eine Baubaracke geknallt. Nach seinen Worten war er wie ein Gestörter gefahren. Er besass eine Sportwagen und dachte, er wäre „Nicki Lauda". So fuhr er innerorts 30-40 km/h zu schnell. Das einzig Gute an der Sache war, dass seinem Kollegen, welcher auf dem Beifahrersitz sass, nichts passiert war und dass er kein Alkohol im Blut hatte. Bewusstlos wurde Fredi Büchler ins Krankenhaus eingeliefert. Nach 30 Tagen im Koma, wachteer dann auf und war sehr aggressiv. Er erlitt ein schweres
Hirntrauma und war auf der rechten Körperseite gelähmt. Fredi Büchler war auf den Rollstuhl angewiesen, konnte nicht mehr sprechen, lesen und gehen. Sogar seinen Namen wusste er anfangs nicht mehr. Wie ein kleines Kind musste er alles von Grund auf wieder lernen. Während dieser Zeit hatte er sich ein Ziel gesetzt: Sollte er je wieder laufen können, werde er einen Marathon beenden.
Im Rollstuhl verliess er das Spital nach 4-monatigem Aufenthalt und kam für 2 Monate in die Rehabilitation in die Solbadklinik nach Rheinfelden. Danach zog er wieder zu seinen Eltern.
Er hatte dazu noch sehr viele Schulden, weil der Unfall in die Zeit nach der Kündigung bei der ABB und die Gründung der sogenannten „Siebdruckerei Tempo Print" in Dottikon fiel und er
deshalb nicht versichert war, als der Unfall passierte.
1993 - 1995 machte er bei der Limania in Baden eine Ausbildung als Technischer Kaufmann mit einem KV Jahrespraktikum.
Während dieser Zeit erfuhr er in seiner Verzweiflung von einem Kollegen, dass es eine Organisation namens "Pro Infirmis" gibt, die Behinderten hilft. Fredi Büchler meldete sich bei "Pro Infirmis" und konnte durch sie einen 5-monatigen Sprachaufenthalt in Bournemouth England machen. Die Zeit in England war eine Zeit, in der er nicht über das Schicksal nachdachte und er kam über den Unfall hinweg. Fredi Büchler war sehr froh, dass er diesen Sprachaufenthalt in Bournemouth gemacht hatte und fügt hinzu: "Das war meine Wiedergeburt."
Wieder in der Schweiz zurück lernte er Ursula kennen. Sie kamen miteinander ins Gespräch, daraus entwickelte sich eine Freundschaft und 1995 heiratete er sie. Im selben Jahr kam ihr Sohn Steve zur Welt, welcher heute auch sehr gerne rennt. (Folie Steve)
Im Frühjahr 1999 war es dann soweit, dass er wieder laufen konnte. Bereits 8 Monate nach seinen ersten Laufversuchen, im Oktober im selben Jahr, lief er seinen ersten, ein Jahr später, im Jahr 2000 den zweiten Marathon. Das regelmässige Training (derzeit waren es mehr als 100 Kilometer wöchentlich) hat die Lebensqualität des IV-Rentners verbessert. Nach wie vor ist er am rechten Bein immer noch zum Teil gelähmt und er hinkt beim Laufen. Trotzdem fühlte sich Fredi Büchler gesund genug, um sich weitere grosse Ziele zu setzen. Der Ironman-Triathlon von Zürich war die nächste Vorgabe. Das hiess 3.8 km Schwimmen, 180.2 km Velofahren und 42.2 km Laufen. Am meisten Mühe bereitete ihm dabei das Schwimmen, da die Koordination zwischen Armen und Beinen im Wasser sehr wichtig sei und dies für ihn sehr schwierig war. Er sei am Ironman dann mehr gepaddelt als geschwommen und trotzdem konnte er die 3,8 km lange Strecke bewältigen und konnte so am 5. August 2001 das Ziel des Ironman als Finisher mit seinem Sohn auf dem Arm beenden.
Im Jahre 2003 kam sein 2. Sohn IRON auf die Welt. Fredi Büchler wollte ihn so nennen, weil er auch im Jahr 2003 einen Ironman absolvierte. (Folie Iron)
Im Oktober 2006 wurde er von einem Kollegen angefragt, ob er mit ihm am 24 h-Lauf in Basel teilnehmen möchte. Er sagte: „Hallo?! Das ist doch übertrieben!" Doch nach längerem Nachdenken sagte er trotzdem zu. Am 23.01.2007 ein paar Wochen vor diesem Lauf hatte er nochmals einen grossen Unfall. Er wollte sich vor dem dienstäglichen trainieren mit seinem Kollegen noch aufwärmen gehen und fuhr mit dem Velo einen Berg in Brugg hinauf. Oben auf der Kuppe beabsichtigte er eine Pause zu machen. Er wollte seinen Fuss auf der Talseitedes Velos abstellen, aber er verfehlte den Boden und tritt ins Leere. Er kippte zur Seite und fiel 40 Meter die Felswandhinunter. Glücklicherweise landete er in einem grossen Asthaufen. Leider konnte er sich jedoch nicht selbst befreien. Zu seinem Glück gingen gerade zwei Walkerinnen vorbei, sahen ihn und riefen die Rega. Er landete wieder im Krankenhaus. Es stellte sich heraus, dass er einenBandscheibenbruch, einen Milzriss und acht Rippen gebrochen hatte, von denen zwei in der Lunge steckten.
Mehrere Wochen konnte er sich kaum bewegen. Aber auch nach diesem Unfall gab er nicht auf und trainierte weiter. Sein Kollege absolvierte den 24 h Lauf im Mai 2007 ohne ihn. Fredi Büchler fuhr jedoch mit dem Velo nach Basel und verfolgte den Lauf. Als er in seinen Velokleidern so dort stand, sprach ihn plötzlich eine Frau an, da sie dachte er hätte am 24 h-Lauf mitgemacht und sie hatte Mitleid mit ihm, da er nicht so gut auf den Beinen war. Sie wusste natürlich nicht, dass er erst seit kurzem aus dem Spital kam. Diese Frau, Dorothea Vögeli, war damals Schweizermeisterin im 24 h-Lauf.Sie kamen miteinander ins Gespräch, wurden Freunde und daraus entwickelte sich Liebe. So haben sie im Jahr 2008 gemeinsam den 24 h-Lauf in Brugg ins Leben gerufen und absolvieren noch heute gemeinsam viele Läufe. (Folie Dorothea)
Im Jahr 2009 liess er sich von Ursula scheiden und lebt seither mit Dorothea zusammen.
Fredi Büchlers Zukunft
Unglaublich, was Fredi Büchler mit seiner nach wie vor vorhandenen Teilspastizität (Lähmung am rechten Bein) alles erkämpft und erreicht hat. Seit 1999 hat er an unzähligen Läufen, Marathons, Bergmarathons, 12 h und 24 h-Läufen, 6, 8 und 10 Tagesläufen im In- und Ausland teilgenommen. Gibt es überhaupt noch ein Ziel, das er anpeilt? Fredi Büchlers Augen leuchten: Oh, ja! Ich möchte 2016 bei den Paralympics in Rio de Janeiro teilnehmen. Der Triathlon wird dann nämlich eine paralympische Disziplin. Er weiss, dass er bis dorthin einen langen, steinigen Weg zurücklegen muss. Fredi Büchler muss ein ganz anderes Training angehen, da lange Distanzen wie er sie bis anhin trainierte eine andere Kondition erfordern als die kurzen Distanzen, welche der Triathlon in Rio de Janeiro fordert. Bis anhin trainierte er selber, doch nun ist er auf Impulse eines Trainers angewiesen sein. Er trainiert mehr als 20 Stunden pro Woche profimässig. Der nächste Meilenstein wird nun die Klassifizierung für die Paralympics sein, welche er bis 2014 erreicht haben muss. Fredi Büchler träumt täglich während 24 Stunden von der Teilnahme in Rio de Janeiro.
Wir danken Fredi Büchler für die Bereitschaft für das Interview, seine Offenheit, den guten und schnellen Informationsfluss, wünsche ihm für die Zukunft alles Gute unddrücken ihm die Daumen, dass sein Traum wahr wird und er sein nächstes Ziel erreichen wird.
Fragen
Somit sind wir am Ende unseres Vortrages. Hat jemand nochFragen dazu?
Falls ihr später noch mehr über ihn wissen wollt, könnt ihr dies auf seiner Homepage www.fredibuechler.ch nachlesen!
Abschluss
Es hat uns sehr gefreut euch etwas über „Fredi Büchler" zu erzählen.
Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit.