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Die GST wurde am 6. Oktober 1813 im „Zollhaus“ in Hünenberg durch den Arzt Stadlin (Zug) und die Tierärzte Meyer und Suter gegründet. Es waren 22 Personen anwesend. Unter der energischen Leitung von Dr. Stadlin blühte die Gesellschaft rasch auf. Sie war den schweizerischen patentierten Tierärzten, den Ärzten mit nachgewiesenen veterinärmedizinischen Kenntnissen und den landwirtschaftlichen „Ökonomen“ offen. Die Aufgenommenen wiesen sehr unterschiedliche Kenntnisse auf. Nach 1o Jahren standen den 86 Aufnahmen sechs Todesfälle und 35 freiwillige oder unfreiwillige Austritte gegenüber.
Elf kantonale Sektionen wurden gegründet. 1814 gab es Sektionen in den Kantonen Aargau, Sankt Gallen, Luzern, Zug, Zürich, Bern, Freiburg, Glarus, Schwyz, Uri und Thurgau. Verschiedene Regionalsektionen weisen Besonderheiten auf: Aargau hatte ein Berufsreglement und einen Tarif, Waadt eine Schlichtungsstelle für die Mitglieder.
Seit 1871 ruhte die Tätigkeit der Gesellschaft. Erst 1881 nahm sie in Luzern ihre Tätigkeit wieder auf, seither findet jährlich eine Versammlung statt.
Die Gesellschaft setzt sich seit ihrer Gründung für die Berufsethik, die Wissenschaft und die Ressourcen ein. Ihre Versammlungen finden jedes Jahr in einer anderen Stadt statt und werden zusammen mit der Lokalsektion organisiert. Sie hat sich intensiv mit der Tierseuchengesetzgebung beschäftigt und zum Gesetz von 1872 und dessen Revisionen wertvolle Impulse gegeben. Sie hat sich auch für ein höheres Niveau der Ausbildung der Studenten eingesetzt und die obligatorische Maturitätsprüfung durchgesetzt. Generell nimmt sie zu den sie interessierenden Gesetzesvorhaben und allgemeinen Fragen Stellung.
1900 hatte die Gesellschaft 241 Mitglieder (45% aller Tierärzte) und 1934 638 Mitglieder (87%). Sie betreibt eine Sterbe- und Hilfskasse mit 554 Mitgliedern im Jahr 1933.
Stadlin gründete bereits 1816 das Schweizer Archiv für Tierheilkunde und übertrug dessen Besitz der GST. Das Erscheinen war zeitweilig unregelmässig, von 1862-1873 erschienen keine Nummern. Im Ganzen erschienen von 1816-1874 25 Bände. In der Zwischenzeit erschien kurzzeitig ab 1821 die Monatsschrift für Rindviehkunde von Michel und Ithen und 1844-1846 die Zeitschrift für Rindviehkunde von Rychner.
1879 gründeten von Niederhäusern und Strebel das Schweizer Archiv für Thierheilkunde und Thierzucht, welche das alte „Archiv“ der GST ersetzen sollte. Nach dem frühen Tod von Niederhäuserns im Jahr 1882 ging die Redaktion an Zschokke (Zürich) und Guillebeau (Bern) unter dem Alten Namen „Schweizer Archiv für Tierheilkunde“.
Leuthold, A.
Denkschrift zur 150 - Jahrfeier der Gesellschaft Schweiz. Tierärzte 1963.
Art. Institut Orell Füssli AG, Zürich 1963.
Leclainche E.: Histoire de la Médecine Vétérinaire.
Toulouse 1936.