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Für die Wasserwirtschaft heisst die wichtigste Gleichung: Niederschlag minus Verdunstung ergibt den Abfluss. Diese Berechnung hat aber eine Tücke. Niederschlag der im Spätherbst in Form von Schnee fällt, fliesst meist erst im Folgejahr ab. Theoretisch könnte man nun den Wassergehalt in der Schneedecke berechnen und dann buchhalterisch ein transitorisches Konto bilden. Das wäre aber sehr kompliziert, denn auch im Satellitenzeitalter ist es sehr schwierig, den Wassergehalt der Schneedecke genau zu bestimmen.
Neuschnee ist viel leichter als Altschnee
Für Neuschnee kann man in erster Näherung davon ausgehen, dass ein Kubikmeter Schnee ein Gewicht von 100 Kilogramm hat, also 10 Zentimeter Neuschnee einem Wasseräquivalent von 10 Millimetern Regen entsprechen. Schon am zweiten Tag wandelt sich der Schnee meist um. Die gleiche Schneemenge ist dann nur noch 5 Zentimeter hoch, wiegt aber immer noch 100 Kilogramm, solange kein Wasser in den Boden versickert. Altschnee weist im Frühling ein Gewicht von etwa 600 Kilogramm pro Kubikmeter auf. Weil das alles so kompliziert ist, haben die Hydrologen kurzerhand den Jahreswechsel auf den Herbst verschoben.
Glaziologen zogen mit
Auch bei den Gletscherkundlern endet das Jahr am 30. September. Zu diesem Zeitpunkt erreichen die Gletscher in der Regel ihren jährlichen Minimumstand. Dieser wurde früher mit dem Theodoliten vermessen und die Ergebnisse ins Jahrbuch eingetragen. Man versuchte also immer die jährlichen Minimum-Stände miteinander zu vergleichen. Auch heute wird an diesem Referenztermin festgehalten, auch wenn nun mittels Satelliten-Technik die Gletscher auch zu anderen Zeitpunkten unter dem Jahr eingemessen werden können.