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Einfluss der Gewaltfreien Kommunikation auf die Konfliktkompetenz von Gesundheitsfachpersonen auf der Abteilung für Pädiatrische Intensivbehandlung, Medizinbereich Kinder & Jugendliche, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital Bern
Hintergrund: Wir beobachten zunehmend Konflikte mit Eltern schwer kranker Kinder. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben einerseits mit der Komplexität der Erkrankungen und Therapien, den unsicheren Prognosen, der Beteiligung diverser Disziplinen und Professionen, und andererseits mit den hohen Erwartungen und den teilweise negativen Erfahrungen der Eltern zu tun. Konflikte sind nicht nur potenziell schädlich für die Patientinnen und Patienten, sondern sie sind auch zeitaufwendig und führen zu hohen Raten an Burnout und Personalfluktuation, was mit einer Zunahme der Gesundheitskosten assoziiert ist. Auch für die Familien wirken sich Konflikte negativ aus. Viele Studien weisen darauf hin, dass diese Konflikte vor allem auf Kommunikationsprobleme mit Gesundheitsfachpersonen zurückzuführen sind.
Fragestellung: Ziel dieser Mixed-Methods-Studie war es, den Einfluss von Trainings in Gewaltfreier Kommunikation (GfK) auf die Konfliktkompetenz von Gesundheitsfachpersonen sowie auf die berufliche Lebensqualität und Engagement zu untersuchen.
Methode: Umfragen wurden zu Beginn sowie 4 bis 6 Monate nach dem Training durchgeführt. Diese erfassten Rückmeldungen zur Fähigkeit, Konflikte zu erkennen, zu bewältigen und zu deeskalieren, eigene und fremde Bedürfnisse zu erkennen sowie Veränderungen im Konfliktverhalten wahrzunehmen. Zudem wurden die Auswirkungen auf die berufliche Lebensqualität und Engagement erhoben.
Intervention und Setting: In vierstündigen Workshops wurden 82 Pflegende, Ärztinnen und Ärzte aller Hierarchie- und Ausbildungsebenen in das Modell und die Grundsätze der GfK eingeführt. Das Training wurde in einer pädiatrischen Intensivstation eines tertiären Kinderspitals in der Schweiz über einen Zeitraum von 3 Monaten durchgeführt, beginnend im November 2022.
Ergebnisse: Die quantitativen Ergebnisse zeigten einen statistisch signifikanten Anstieg der Fähigkeit, Konflikte zu erkennen und zu bewältigen (61% vs. 91%, p<0,0001, n=78 vs. n=57). Keine statistisch signifikanten Verbesserungen zeigten sich beim Erkennen von Bedürfnissen und der beruflichen Lebensqualität und Engagement. Die qualitativen Analysen zeigten einen positiven Einfluss der GfK auf die Empathie und das Erkennen von Bedürfnissen. Da das Erkennen von Konflikten und ihren Auslösern sowie von Bedürfnissen und Empathie Kernelemente der Konfliktkompetenz sind, führte das GfKTraining zu einer Steigerung der Konfliktkompetenz.
Schlussfolgerung: Das Training in GfK hat durch die Erhöhung der Konfliktkompetenz das Potential, die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten von Konflikten für Gesundheitsorganisationen, Gesundheitsfachpersonen und Eltern zu reduzieren.