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Bellinzona–Mesocco
|Kürzel||BM|
|Bahntyp||Schmalspurbahn|
|Betriebseröffnung||1907-05-06|
|Mutiert||Ab 1942-01-01 Rhätische Bahn|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1907 in Betrieb gesetzte und von Anfang an elektrifizierte (Gleichstrom) BM war eine Aktiengesellschaft. Am Anlagekapital beteiligte sich unter anderem der Kanton Graubünden mit Darlehen von insgesamt 450'000 Franken. Die BM war Teil einer geplanten Ostalpentransversale, die via San Bernardino bis nach Thusis, also an das Netz der Rhätischen Bahn (RhB), hätte weiterführen sollen, doch kamen diese Pläne nie zur Ausführung. Einen wichtigen Posten sowohl in der Bilanz als auch in der Baurechnung der BM bildete das ihr gehörende Elektrizitätswerk in Cebbia, dessen Buchwert die Statistik mit 535'000 Franken bezifferte. Gewisse Aufwendungen für die elektrischen Einrichtungen, die im Zusammenhang mit dem Kraftwerk stehen dürften, verbuchte die BM ab 1909 bis 1914 in der Baurechnung neu beim Hochbau. 1915 verschwand dieser Betrag von rund 315'000 Franken vom Baukonto.
1912 musste die BM gemäss der Statistik zur Bereinigung der Bilanz eine massive Reduktion des Aktienkapitalwerts um 1.65 Mio. Franken oder 90 Prozent vornehmen. Wie das freigesetzte Kapital verwendet wurde, erläuterte die Statistik nicht näher, angesichts der Finanzzahlen 1912 jedoch offensichtlich hauptsächlich zur Bildung von Rückstellungen sowie für den Schuldenabbau. Allerdings wies die Statistik für die BM ab 1913 immer noch ein Aktienkapital von 924'500 Franken aus, was gegenüber 1912 ‹nur› einer Reduktion von rund 50 Prozent entsprechen würde. Vermutlich wurden somit (feste) Schulden durch die Ausgabe neuer Aktien abgegolten. Die tieferen Beweggründe für diesen massiven Abschreiber erschliessen sich aus den verfügbaren Angaben nicht, denn die Finanzlage der BM war zwar zu diesem Zeitpunkt gewiss nicht komfortabel, aber mit Blick auf den Passivsaldo und die schwebenden Schulden auch nicht dramatisch.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs spielte der Gütertransport bei der BM vorübergehend eine zunehmend wichtige Rolle. Die beförderten Tonnagen konnten sich zwischen 1913 und 1918 mehr als verdoppeln. Dies hing primär mit der Verknappung der Kohleeinfuhr zusammen. Drei Holzverarbeitungsbetriebe (Sägereien) waren ab 1911 mit privaten Verbindungsgleisen an die BM angeschlossen. Der Bezirk Moesa, durch welchen sich die Linie der BM zog, gehörte zu den waldreichsten der Schweiz.
1942 wurde die BM, deren Finanzlage stets prekär blieb, in die RhB integriert. Mit der Eröffnung der Nationalstrasse über den San Bernardino 1972 wurde der Personenverkehr auf der BM aufgehoben (Busersatz) und die Gleisanlage teilweise abgebrochen. 1979 stellte die BM den Betrieb ganz ein.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: