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LERNEN UND GESUNDHEIT - BESSERE AKUSTIK IN SCHULEN
Unter Lärm versteht man im Allgemeinen eine Schalleinwirkung mit zu hoher Lautstärke. Neben der schädigenden Wirkung auf das Gehör kann Lärm auch bei geringeren Lautstärken eine störende Wirkung entfalten - beispielsweise das Geräusch eines tropfenden Wasserhahns. Dauerhaft störender Lärm hat gesundheitsschädliche Folgen und kann Bluthochdruck, Angstzustände, Depression, Ermüdung oder Appetitlosigkeit auslösen oder die Motivation beeinträchtigen.
Wie laut ist es in Klassenzimmern? In einer empirischen Studie hat die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen während der vergangenen Jahre Schallpegel in mehr als 500 Stunden mit überwiegendem Frontalunterricht an unterschiedlichen Schulformen ermittelt. Demnach beträgt die durchschnittliche Schallbelastung 64 Dezibel dB(A), wobei es in Grundschulen etwas lauter als in den anderen Schulformen ist. Die niedrigsten Pegel wurden während Prüfungen/Klausuren, die höchsten bei Unterrichtssituationen mit Musik ermittelt.
Insgesamt sind die Werte nicht auffällig, sie liegen im Mittel zwischen dem Pegel eines normalen Gesprächs in Höhe von 60 dB(A) und 70 dB(A) eines lauten Gespräches. Das Risiko einer Gehörschädigung ist daher nicht zu befürchten. Doch die im Zuge der Studie gemessenen Werte sind kein Maß für das Störungspotential des Lärms. Dazu sind die Schallanteile herauszufiltern, die nicht Bestandteil sind und störend wirken. Dies können Verkehrslärm, Geräusche technischer Einrichtungen wie Klimaanlagen, Beamer oder auch das "Geschwätz" von Störenfrieden im Klassenzimmer sein. Im differenzierten Unterricht zählt auch das Kommunikationsgeräusch der benachbarten Gruppen dazu.
So spricht man vom Lombard-Effekt, wenn Kinder und Jugendliche wegen der "Störgeräusche" immer lauter miteinander kommunizieren und sich der Lautstärkepegel im Raum hochschaukelt.
Ein weiterer Aspekt ist die Schallqualität schulischer Räume. Erwiesenermaßen stört ein zu hoher Nachhall erheblich, weil die Sprachverständlichkeit verschlechtert und damit der Lernerfolg gefährdet wird. Kriterium für die Halligkeit ist die sogenannte Nachhallzeit. Reduzierte Nachhallzeiten und bessere raumakustische Verhältnisse lassen sich zum Beispiel dadurch realisieren, dass man schallabsorbierende Deckensegel mit mindestens 10 Zentimetern Abstand zur Decke montiert.
Ebenso an der von Lehrkräften abgewandten Rückwand eines Unterrichtsraums können schallabsorbierende Platten befestigt werden. Bei derartigen baulichen Vorhaben sollten Schulen jedoch in jedem Fall Fachleute hinzuziehen und sachkundigen Rat einholen.
Weitere Maßnahmen für eine verbesserte Raumakustik sind eine ausreichende Schalldämmung der Fenster sowie die Verwendung von Stuhl- und Tischgleitern. Einfache Maßnahmen wie etwa textile Wandbespannungen, leichte Vorhänge, Segeltücher oder Pinnwände aus Kork haben in der Regel nur eine geringe Wirkung.
DEZIBEL, GEHÖR UND FREQUENZBEREICHE
Dezibel ist die Maßeinheit für den Schalldruckpegel. Da das menschliche Gehör Töne unterschiedlicher Frequenz als verschieden laut empfindet, werden die Schallsignale im Messgerät so gefiltert, dass die Eigenschaften des menschlichen Gehörs nachgeahmt werden. Man spricht dann von einer sogenannten A-Bewertung, kurz dB(A).
Der hörbare Frequenzbereich liegt zwischen 16 Hz und 16.000 Hz, wobei das Gehör bei tiefen und hohen Frequenzen unempfindlicher ist als im mittleren Bereich. Am empfindlichsten ist das Gehör bei mittleren Frequenzen im Bereich von 1.000 bis 5.000 Hz. Diesem Frequenzbereich sind u.a. Kinderstimmen zuzuordnen, wenn sie Spaß, Freude oder Missfallen ausdrücken.
Quelle: DGUV pluspunkt.