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Die USA setzen die lebenslange Haftstrafe des früheren Mossad-Spions Jonathan Pollard zur Bewährung aus. Pollard soll am 21. November aus dem Gefängnis entlassen werden, teilten seine Anwälte mit. «Wir sind dankbar und erfreut, dass unser Mandant bald freikommt.»
«Kein aussenpolitischer Zusammenhang»
Pollards Anwälte widersprachen zugleich Spekulationen, die Freilassung könne ein politisches Zugeständnis der USA an Israel sein. Das Verhältnis beider Länder ist derzeit wegen des Atomabkommens mit dem Iran angespannt – Israel ist strikt dagegen. Die Entscheidung der Bewährungskommission sei «unabhängig von anderen US-Regierungsstellen» gefallen, erklärten die Anwälte. Sie sei nicht an die «jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten» geknüpft.
Auch US-Aussenminister John Kerry beteuerte vor Journalisten, dass kein aussenpolitischer Zusammenhang bestehe. «Ehrlich», sagte Kerry. Darüber habe es nicht einmal Gespräche mit Israel gegeben.
Volksheld in Israel
Der in den USA geborene Pollard hatte in den achtziger Jahren beim Geheimdienst der US-Kriegsmarine gearbeitet. Als zivil angestellter Analyst besass er damals Zugang zu hoch brisanten Unterlagen, die er an den israelischen Geheimdienst Mossad weitergab.
Von Mai 1984 bis zu seiner Verhaftung im November 1985 soll er tausende Dokumente mit US-Spionagematerial aus dem arabischen Raum weitergereicht haben. Im Jahr 1987 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.
In Israel, dessen Staatsbürgerschaft Pollard 1996 erhielt, geniesst er den Status eines Nationalhelden. Am Sonntag hatte die israelische Justizministerin Ajelet Schaked sich bereits für eine Begnadigung Pollards eingesetzt, weil dieser sich während der Haft nichts habe zuschulden kommen lassen und keine Gefahr darstelle.
Entlassungsgesuch vor einem Jahr abgelehnt
Pollard sitzt derzeit noch in der Haftanstalt von Butner im Bundesstaat North Carolina. Bereits im Juli 2014 hatte er sich um seine vorzeitige Entlassung bemüht, damals lehnte die Kommission sein Gesuch aber noch ab.
Pollard soll unter Auflagen freikommen. Dazu gehört, dass er die USA fünf Jahre lang nicht verlassen darf. Die Anwälte riefen US-Präsident Barack Obama auf, ihrem Mandanten mit einer Begnadigung die sofortige Ausreise nach Israel zu ermöglichen.