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Gravierende Brandschutzmängel
Im Juni 2017 kamen bei dem verheerenden Brand im Londoner Grenfell Tower 72 Menschen ums Leben. Jetzt liegen erste Ergebnisse der Untersuchung in Bezug auf das Brandverhalten der verwendeten Materialien und Elemente vor. Es kamen zum Teil gravierende Mängel zum Vorschein.
So haben zum Beispiel Wohnungstüren dem Feuer nur halb so lang standgehalten wie vorgeschrieben: Mit einem Brandversuch testeten Experten der Londoner Polizei eine bei dem Brand unbeschädigte Wohnungstür. Diese habe dem Feuer nicht wie von der Herstellerfirma angegeben 30 Minuten standgehalten, sondern nur 15 Minuten.
Kurz nach dem Brand war die Rede davon, dass sich das Feuer wegen der Fassadendämmung so schnell ausbreitete. Dies erwies sich in den Untersuchungen als falsch. Vielmehr war die Wetterschutzverkleidung in Verbindung mit ihrer Hinterlüftung dafür verantwortlich. Es brannte nicht nur das Polyethylen, sondern auch das Aluminium der Wetterschutzplatten. Die dahinter liegende Wanddämmung blieb im Wesentlichen erhalten.
Gemäss den Abklärungen hat der Grenfell Tower weitere erhebliche Brandschutzmängel aufgewiesen, welche das Inferno zusätzlich begünstigten. So hätten zum Beispiel Hohlräume geschottet werden müssen, um die Ausbreitung des Feuers zu verlangsamen oder zu verhindern. Auch wurden verschiedene Komponenten nicht sachgerecht verbaut.
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.