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Die wenigen zugelassenen Zuschauer, die sich Tickets für die Sonntagabend-Session ergattert hatten, waren im Pech. Im Optimalfall hätten sie 10 Frames des WM-Finals zwischen Ronnie O'Sullivan und Kyren Wilson zu sehen bekommen. Die Realität sah anders aus: Nach bloss einem Frame – respektive nach rund 10 Minuten – war Schluss.
O'Sullivan, der mit einem 17:8-Vorsprung in die letzte Session gestiegen war, liess im legendären Crucible Theatre in Sheffield keine Spannung mehr aufkommen. Der 44-Jährige überliess Wilson (Weltnummer 8) im 26. Frame nur einen Punkt. Sein englischer Landsmann konnte «The Rocket» nur noch zum 6. Weltmeistertitel gratulieren.
Mit diesem 18:8-Triumph schliesst O'Sullivan (Weltnummer 6) zur Snooker-Legende Steve Davis und zu Ray Reardon auf. Stephen Hendry, eine weitere Ikone des Sports, liegt nur noch einen WM-Titel entfernt.
Die letzten 8 Frames gewonnen
O'Sullivan, der sich im Halbfinal-Knüller gegen den dreifachen Weltmeister Mark Selby hauchdünn mit 17:16 durchgesetzt hatte, war im Endspiel dominant. Zwar liess er Final-Debütant Wilson nach einer zwischenzeitlichen 8:2-Führung zu Beginn der 3. Session auf 10:8 herankommen.
Doch dann folgte die vorentscheidende Phase in diesem Endspiel: O'Sullivan holte sich 7 Frames in Serie und konnte die letzte Session mit einem 17:8-Polster in Angriff nehmen. Dort machte er den Titel gleich bei der 1. Gelegenheit klar.
Der Schweizer mit der positiven O'Sullivan-Bilanz
Bei der diesjährigen WM schaffte es auch erstmals überhaupt ein Spieler aus dem deutschsprachigen Raum an die Endrunde. Der 24-jährige Schweizer Alexander Ursenbacher hatte sich erfolgreich durch die Quali gespielt, scheiterte dann aber in der 1. Runde mit 2:10 an Barry Hawkins.
Den Final wird Ursenbacher mit Interesse verfolgt haben. Schliesslich hat er gegen beide Finalisten schon gespielt. Gegen Wilson steht seine Bilanz bei 1:1. Und gegen O'Sullivan hat Ursenbacher gar das einzige Duell für sich entscheiden können (2019 an den Welsh Open).