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In ungeahntem Mass ist die Entwicklung der Medizin heute an ihre Grenzen gestossen. Der Gesundheitszustand der Menschen hat sich trotz eines kaum mehr tragbaren Aufwandes im Gesundheitswesen zwar verändert, aber nicht wirklich gebessert. Unsere moderne Medizin war fähig, lebensbedrohliche Situationen aufzufangen. Sie war fähig, grosse epidemische Krankheiten einzudämmen. Aber an ihre Stelle sind andere, chronische Leiden getreten.
Früher denn je erkranken unsere Patienten an degenerativen und chronischen Leiden, denen wir Ärzte trotz unseres grossen Arsenals an Medikamenten mehr oder weniger machtlos gegenüber stehen. Es gelingt uns, deren Symptome teilweise zu lindern, Komplikationen zu verzögern, aber nicht wirklich, sie zu verhüten oder gar zu heilen.
WHO-Bericht: Starke Zunahme der chronischen und infektiösen Krankheiten erwartet
Im Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO vom 5. Mai 1997 hiess es bereits: „Die chronischen Krankheiten haben weltweit zugenommen und die infektiösen Krankheiten breiten sich weltweit aus: Hunderte von Millionen Menschen werden in den kommenden Jahren Opfer von Krebs, Herz- und Kreislaufkrankheiten sein, sowie von Erkrankungen der Atemwege.“
Allein in den EU-Ländern berechnete man damals für die folgenden 25 Jahre eine Zunahme des Brustkrebses um 30% und des Prostatakrebses um 40%. Ähnlich sah man die Prognose für die Herz-Kreislaufkrankheiten, die Adipositas, den Diabetes und für andere degenerative Krankheiten, etwa des rheumatischen Formenkreises, der Leberzirrhose, den Autoimmunkrankheiten, der Neurodermitis und den Allergien. (i)
11 Jahre später, in den WHO-Statistiken von 2008 sieht es nicht anders aus: „80% der vorzeitigen Todesfälle gehen zu Lasten chronischer Krankheiten (inklusive Herz-Kreislaufkrankheiten, Hirnschlag und Krebs)..… Die statistischen Prognosen zeigen, dass die Anzahl Todesfälle an chronischen Krankheiten in ständiger Zunahme begriffen sind und zwar für Männer und Frauen in gleicher Weise….2015 sollen auch in den Entwicklungsländern die nicht übertragbaren chronischen Krankheiten (NCDs) die führende Todesursache sein.“ (ii)
Hat die moderne Medizin versagt?
Bei aller Bewunderung für die Meisterschaft und das Genie der medizinischen Technik und Pharmakologie, können wir Ärzte nicht mehr übersehen, dass unsere moderne Medizin in ihrer Aufgabe, die häufigsten Krankheiten unserer Patienten zu verhüten und sie zu heilen, versagt hat.
In unangenehmer Weise führt uns das multiple Leiden unserer Patienten in Spital und ambulanter Sprechstunde den Mangel unserer Methode vor Augen. Wir kommen nicht mehr lange darum herum, unser wissenschaftliches Paradigma, die Richtigkeit unseres sorgsam gelernten Verständnisses der Biologie des Menschen und seiner Krankheiten, mindestens teilweise, in Frage zu stellen.
Die massive Zunahme der chronischen Krankheiten unserer Zivilisation trotz immer grösseren, kaum mehr tragbaren Aufwandes zeigt, dass ein grundlegendes Missverständnis zwischen unserer medizinischen Wissenschaft und der biologischen Natur des Menschen bestehen muss.
Vom Mangel der rein materiellen Betrachtung
Noch weitgehend ist das wissenschaftliche Paradigma unserer Zeit vom Maschinenmodell René Descartes geprägt. Wohl hat die rein materielle Betrachtung und Zerlegung des Menschen in einzelne, den Organen zugeordnete Funktionsbereiche und Fachgebiete ihre Berechtigung. Doch verführt sie uns manchmal zu fragmentarischem Denken, mit der Gefahr, die Auswirkungen einer spezialärztlichen Massnahme auf andere Organbereiche und auf das biologische System des Menschen, das auf jeden Reiz als Ganzes reagiert, zu übersehen.
Mit energetischen Betrachtungen hatte Descartes gründlich aufgeräumt. Die Existenz einer Seele wurde nach ihm ernsthaft in Frage gestellt. Psychische Zustände waren Nervenkrankheiten, seelische Zusammenbrüche „Nervenzusammenbrüche“. Sie wurden dem Nervenarzt zugewiesen. Erst zweihundert Jahre später gab es dann den Seelenarzt, den Psychiater und erst dreihundert Jahre später die Psychosomatik. Noch leidet unser ärztliches Denken manchmal unter dieser künstlichen Trennung. Finden wir über oft längere Zeit nichts Somatisches, so sprechen wir von „supranasal“ und weisen den Patienten dem Psychiater zu.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse widersprechen dem aktuellen Paradigma
Inzwischen haben Molekularbiologie und Biophysik bei der Erforschung energetischer Phänomene im biologischen System grosse Erkenntnisse erzielt, welche unserem klinischwissenschaftlichen Paradigma zum Teil diametral entgegenstehen: Der Nachweis der intrazellulären Lichtspeicherung und der intrazellulärer Photonenamplifikation nach dem Laserprinzip (iiiiv) und die Molekularbiologische Erforschung des Extrazellularraumes, der Grundsubstanz des zarten Bindegewebes, mit ihrer dichten Netzstruktur aus Proteoglykanen und Glucosaminen als Molekularsieb und als Leitungssystem komplexer Informationen im biologischen System, welche die Funktionsweise der biochemischen Abläufe steuert (vviviiviiiix), sind wissenschaftlich anerkannt.
Die Erkenntnisse des Nobelpreisträgers Jlya Prigogine über den Umschlag biochemischer Systeme aus dem Chaosprinzip in ein ordnendes Kohärenzprinzip unter dem Einfluss hochgeordneter Energie (Lichtenergie) sind mit dem derzeitigen medizinischen Paradigma nur teilweise vereinbar. So ist es nicht erstaunlich, dass sie von den medizinisch forschenden Ärzten kaum beachtet worden sind.
Führen energetische Kenntnisse zum Paradigmenwechsel?
Der Einbezug energetischer Kenntnisse wird das Paradigma unserer medizinischen Wissenschaft verändern. Kalorien als Mass chaotischer Verbrennungsenergie werden als Mass für die Nahrungsenergie ausgedient haben. Der zweite Hauptsatz der Energetik, das Entropiegesetz wird in die Ernährungslehre und Diätetik Einzug halten. Nahrungsmittel werden neu nach ihrem Gehalt an hochgeordneter Energie, nach ihrer Nähe zur Photosynthese beurteilt werden, nach ihrem Gehalt an biologisch ordnender Information.
Wissenschaftliche Naturheilkunde
Der eigentliche Gegensatz zwischen unserer universitären medizinischen Wissenschaft und derjenigen einer wissenschaftlich forschenden Naturheilkunde und Komplementärmedizin liegt in der Frage der Energie.
Die heilende Wirkung vitaler pflanzlicher Frischkost (Rohkost) ist klinisch vielfach belegt. (xixiixiii)
Ohne grundlegendes Verständnis der immateriellen Informationsübermittlung im biologischen System kann es nicht gelingen, die immaterielle, rein informative Wirkung homöopathischer Arzneien zu verstehen. Man wird damit fortfahren, die Homöopathie als blosse Plazebowirkung oder Scharlatanerie lächerlich zu machen.
Die energetische Grundregulation in der Grundsubstanz des mesenchymalen Bindegewebes und deren direkte Auswirkung auf das Neurovegetativum und die hormonale und interzelluläre Regulation bildet die wissenschaftliche Grundlage der regulativen Naturheilkunde und Komplementärmedizin.
Die neue medizinische Schule
Die Ausbreitung der regulativen Wirkung erfolgt kybernetisch. Damit können die meist einfachen, linearen Denkansätzen der aktuellen Forschungsmethodik nicht mithalten. Es braucht neue Ideen, neue Modelle, ein grundlegend neues wissenschaftliches Verständnis, neue Ansätze und Definitionen für unsere „Evidence based Medicine“. Dies ist die Bedeutung der Naturheilkunde und Komplementärmedizin für das neue Paradigma, die neue medizinische Schule.
Quellenverzeichnis
i World Health Organisation Geneva. The World Health Report, 6. Mai 1997, The World Health Report 2, 2001.
ii WHO Lounch of Chronic Disease Report 2008
iii gurwitsch A.G.: Das Problem der Zellteilung, J. Springer-Verlag, Berlin, 1926, Die mitogenetische Zellstrahlung. J.
Springer-Verlag, Berlin, 1932, ferner: Arch,f,mikr. Anat.und Entwicklungsmech, Bde 51m 52, 100,101,104.
iv Kazneceev V.P. in Jekowska-Tzebiatowska B. et al.: Photon emission from biological systems, proceedings oft he first
international symposium, Wroclaw, Poland, Jan. 1986
v Pischinger A.: Das System der Grundregulation. Grundlagen für eine ganzheitsbiologische Theorie der Medizin
(1990), Haut-Verlag, Heidelberg.
vi Popp F.A.: Biologie des Lichtes. Grundlagen der ultraschwachen Zellstrahlung,Paul Percy-Verlag, Berlin und
Hamburg, 1984.
vii Heine H. und Schaeg: Der Extrazellulärraum, eine vernachlässgte Dimension der Tumorforschung,. Krebsgeschehen
17 (1985), 124.
viii Heine H.und Schaeg. G.: Informationssteuerung in der vegetativen Peripherie. Z.f. Hautkr.54 (1979), 590.
ix Heine H.: Weitreichende Wechselwirkung als Grundlage der Homoeostase – funktionelle Aspekte der Neuraltherapie.
Aeztg f. Naturheilverfahren 28 (1987), 915.
xx Prigogine J. und Glansdorf: „Thermodynamic Theory of Structure, Stability and Fluctuations“ 1971.
xi Kields-Kragh J. et al.: Deit therapy in rheumatoid arthritis. Lancet 1992 jan 4, vol: 339 (8784), 68, ISSN 0023-7507.
xii Kieldsen-Kragh.J. et al.: The influence of fast and vegetarian diet on parameters of nutritional status in patients witz
rheumatoid arthritis. Clin-Rheumatol 1993 Mar, vol: 12 (1), ISSN: 0770-3198.
xiii Ornish D. et al: Can lifestyle changes reverse coronary heart disease? The Lifestyle Heart Trial (see comments)
Lancet 1990 Jul 21 vol. 336 (8708), P 129-33, ISSN 0023-7597
Zweierlei Wissenschaft – Bedeutung der Naturheilkunde für die Universität
Beitrag für die schweizerische Zeitung der Assistenz- und Oberärzte
22.11.09 – Dr. med. Andres Bircher