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Ein Komitee um die Zürcher SVP-Gemeinderätin Susanne Brunner hat eine Initiative lanciert, welche in Texten der städtischen Behörden «Sonderzeichen innerhalb einzelner Wörter» verbieten würde. Das umfasst sowohl den Genderstern als auch den Glottisschlag-Doppelpunkt. Das Binnen-I (wie in «PolitikerInnen») würde nicht explizit verboten. Die Initiative verlangt aber, dass die Stadt eine «klare, verständliche und lesbare Sprache» verwendet.
Sonderzeichen sind definiert als jene Zeichen, welche weder Buchstaben noch Ziffern sind. Wenn man von einem Alphabet mit 26 Buchstaben ausgeht, folgt daraus, dass Umlaute mit der Initiative künftig auch verboten wären. Ungünstig. Auch der Accent circonflexe in Entrecôte und der Accent aigu in Apéro sind Sonderzeichen.
Dass Sprachregelungen sich schnell in Widersprüchen verfangen, zeigt sich aber auch im neuen «Reglement über die sprachliche Gleichstellung» der Stadt Zürich. Seit Juni muss entweder der Genderstern oder geschlechtsneutrale Sprache verwendet werden. Ohne grosszügige Ausnahmen ging es jedoch nicht: Diese gibt es unter anderem für Verständlichkeit – was den Interpretationsraum sehr weit aufmacht – oder für Rechtssicherheit, in Anträgen an die Stimmberechtigten oder den Gemeinderat, sowie für Eingaben an Gerichte.
Das Reglement gilt übrigens nicht für die Legislative. Stadtparlamentarierin Brunner hat selbst trotzdem schon negative Erfahrungen mit Sprachvorschriften gemacht. Im Sommer 2019 wurde einer ihrer Vorstösse vom Büro des Gemeinderats abgelehnt, weil er nicht gendergerecht formuliert war. Sie wehrte sich juristisch dagegen und hatte damit Erfolg. Damit das Stadtzürcher Stimmvolk über die Initiative «Tschüss Genderstern!» entscheiden kann, müssen zuerst 3000 Unterschriften gesammelt werden. Unterstützung bekommt Brunner aus verschiedenen Parteien. Das Initiativkomitee umfasst neben Mitgliedern aus der SVP auch solche von der Mitte-Partei, der GLP und der SP. Abwesend sind solche aus der FDP. (mg)