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und Bern-Schaffhausen von jeher von Bedeutung gewesen. Ebenso blühende industrielle Tätigkeit: grosse Fabrik elektrischer Maschinen mit mehreren Hunderten von Arbeitern, eine Baumwollspinnerei, Schuh- und Metallwaarenfabriken;
Bürsten-, Maschinen- und Parketteriefabriken;
Ziegeleien. Die Bäder von Baden haben Weltruf.
Die Thermen von Baden mit constanter Temperatur von 46-48° C. sprudeln an beiden Ufern der Limmat und mitten im Flussbette aus einer Tiefe von mehr als 1000 m empor, d. h. aus Schichten, die zum mindesten den untern Stufen der Trias angehören müssen. Die 18 gefassten Quellen liefern im Mittel 700 Minutenliter, oder mehr als eine Million Liter Wasser pro Tag. Das Wasser ist vollkommen klar und hält sich in Flaschen verzapft durch Jahre vollkommen unverändert. Sein Geschmack ist leicht salzig, sein Geruch in frisch geschöpftem Zustande der des Schwefelwasserstoffs. 1000 Teile Wasser enthalten 4,1 feste Mineralteile, nämlich: Schwefelsaures Kali 0,1273;
schwefelsaures Natron 1,8427;
Chlornatrium (Kochsalz) 0,3204;
Chlorlithium 0,0238;
Chlorcalcium 1,3458;
Magnesiumbicarbonat 0,3541 etc. Der Gebrauch der Thermen ist empfohlen für Rheumatismen aller Art, Gicht, Krankheiten der Atmungs- und Verdauungsorgane, chronische Nieren- und Blasenleiden, Folgen von Lungen- und Brustfellentzündungen.
An die zwischen Hügel und Fluss eingeengte alte Stadt haben sich im N. beträchtliche neue Quartiere angeschlossen. Hier auch die neuen Badeetablissemente. Mehrere bemerkenswerte alte Bauten: Stadthaus, wo von 1426 bis 1712 die Tagsatzungen der Eidgenossenschaft stattfanden und zwischen dem Prinzen Eugen von Savoyen, dem Bevollmächtigten des deutschen Kaisers, und dem französischen Gesandten Herzog v. Villars 1714 der den Erbfolgekrieg abschliessende Friede von Baden unterzeichnet wurde;
die katholische Stadtkirche, in der 1526 der katholische Vorkämpfer Dr. Eck von Ingolstadt und die Reformatoren Oecolampadius und Haller ihre berühmten Religionsgespräche führten;
das an der alten Brücke gelegene Schloss, bis 1798 Sitz der von Bern, Glarus und Zürich abwechselnd ernannten Landvögte von Baden;
Ruinen der Burg «Stein zu Baden», einer einst wichtigen Festung, von der aus vor Morgarten und Sempach die Erzherzoge Leopold II. und Leopold III. ihre Kriegsrüstungen leiteten. Im Mai 1415 bemächtigten sich die Eidgenossen dieser starken Burg und liessen sie in Flammen aufgehen;
sie wurde aber von den Bürgern von Baden auf Anstiften der katholischen Orte im 17. Jahrhundert neuerdings auf gebaut und 1712 von den Bernern und Zürchern endgültig zerstört.
Einzig die St. Niklaus-Kapelle hat allen Stürmen der Zeit widerstanden. Baden weist aber auch eine Reihe von schönen modernen Bauten auf, so das prächtige Verwaltungsgebäude der Bank in Baden und das in gemischtem Stile erbaute, an die Antike anklingende, sehr elegante und mitten in bewunderungswürdigem Parke gelegene Kurhaus.
In historischer Beziehung ist Baden eine der ältesten Siedelungen der Schweiz, wie dies Ueberreste aus keltischer Zeit bezeugen. Auf jeden Fall aber war es der erste bekannte Badeort n. der Alpen und wird als solcher (Aquae Helvetiae) von Tacitus aus Anlasss einer Beschreibung der Schlacht am Bötzberg (69 n. Ch.) erwähnt. Zahlreiche Altertumsfunde in der Nähe der Bäder geben der Vermutung Raum, dass Baden eine blühende römische Kolonie gewesen sein muss. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass der steile Hügel des «Steins» ein römisches Castell getragen hat.
Zur Zeit des Niederganges des Römerreiches überfluteten die germanischen Horden den Ort und zerstörten ihn. Erst nach Jahrhunderten gelangte Baden wieder zu einiger Bedeutung und ging im 11. und 12. Jahrhundert nacheinander in den Besitz der Eigentümer der Burg auf dem Stein, der mächtigen Grafen von Lenzburg, Kiburg und Habsburg, über. Nach hartnäckiger Gegenwehr wurde der Ort 1415 von den Eidgenossen genommen. Während das umliegende Land einem alle zwei Jahre wechselnden Landvogt unterstand, verwaltete sich die Stadt unter der direkten Aufsicht der eidgenössischen Orte selbst. 1798-1803 Hauptstadt des Kantons Baden.
Hier vereinbarten auch 1834 die Abgeordneten von sieben Kantonen (Aargau, Baselland, Bern, Luzern, St. Gallen, Solothurn und Thurgau) die die gegenseitigen Beziehungen von Kirche und Staat regelnden sogen. Badener Artikel. 1847 Eröffnung der Linie Zürich-Baden («Spanischbrötlibahn»),
der ersten schweizerischen Eisenbahn. Baden ist die Heimat des Landammanns und Dichters Eduard Dorer-Egloff (1807-64) und seiner beiden Söhne, des Dichters Edmund und des Bildhauers Robert, des Schöpfers des Winkelrieddenkmals und des Nationaldenkmals in Genf. Ebenfalls Bürger von Baden war der Arzt Albert Minnich, der durch seine Badeschriften den Ort weit herum bekannt machte und viel zu seiner Hebung beitrug.