Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03169.jsonl.gz/124

Paul Sansonnens übernimmt von Nicole Zimmermann die Leitung der Kantonalpartei
Grossrat Paul Sansonnens war gestern Abend der einzige Kandidat, welcher den CVP-Delegierten in Neyruz als neuer Kantonalpräsident vorgeschlagen wurde. Seine Kandidatur war auch völlig unbestritten. Nach der Vorstellung durch die noch amtierende Präsidentin Nicole Zimmermann ertönte ein grosser Beifall, so dass sich eine Abstimmung erübrigte (siehe auch Frontseite).
Nachdem Präsidentin Nicole Zimmermann anfangs März nicht unerwartet ankündigte, sie trete nach sechs Jahren von ihrem Amt zurück, hatte die Parteileitung eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um Vorschläge für das Präsidium vorzubereiten. Dies ist letzte Woche geschehen, so dass die Wahl bereits gestern Abend erfolgte.
Politische Erfahrung ohne Ambitionen
Wie Fraktionschef Charles-Antoine Hartmann gestern Abend an einer Medienorientierung vor der Delegiertenversammlung sagte, hatte die Arbeitsgruppe folgendes Profil formuliert: Die vorzuschlagende Person sollte in der Lage sein, die Partei unabhängig zu führen, ohne sich einem Bezirk, einer Region oder einer CVP-Bewegung speziell verpflichtet zu fühlen. Es sollte sich um eine im politischen Leben bekannte Person mit praktischer Erfahrung handeln. Schliesslich hatte diese Person zu bestätigen, dass sie keine Ambitionen hegt, kurz- oder mittelfristig ein politisches Amt von kantonaler Bedeutung anzustreben, was bei Wahlvorbereitungen zu Interessenkollisionen führen würde.
Neuer Präsident wird entlastet
Wie Grossrat Hartmann weiter sagte, hatte die Arbeitsgruppe Gespräche mit den Präsidenten der Bezirksparteien und Bewegungen geführt, aus denen sich dann eine Liste von möglichen Kandidaten ergab. In den darauf folgenden Aussprachen sei Vize-Präsident Paul Sansonnens, der im Jahre 2002 den Grossen Rat präsidieren wird, auf seinen ursprünglichen Entscheid zurückgekommen und stellte sich für eine Kandidatur zur Verfügung.
Vorher und sozusagen als Bedingung hatte die Arbeitsgruppe der Parteileitung strukturelle Massnahmen vorgeschlagen. So ist nach dem familienbedingten Rücktritt der amtierenden Sekretärin möglichst schnell eine vollamtlich tätige Person anzustellen, welche alle administrativen Arbeiten erledigen kann. Die Vize-Präsidenten haben künftig in der politischen Aktion aktivere Unterstützung zu leisten und die in den Statuten vorgesehene politische Kommission ist einzusetzen.
Für eigenständiges Aktionsprogramm
Nach der Vertrauenskundgebung durch die Delegierten zeigte sich der neue Präsident, der 1996 in den Grossen Rat gewählt wurde, befriedigt darüber, dass er auf eine effiziente Organisation zählen kann. In einer ersten Programmskizze versprach er, aus Respekt vor der kulturellen Vielfalt ein offenes Ohr für die Minderheiten zu haben. Die Auseinandersetzung über die Partnersprache sei nicht dazu da, uns voneinander zu entfernen, sondern eine Gelegenheit, einander näher zu kommen.
Paul Sansonnens sprach sich für konkrete und eigenständige Aktionsziele der Partei aus, nannte dabei unter anderem die Entlastung der KMUs und gab dem Ultra-Liberalismus eine Absage. Er erwähnte zudem die Beanspruchung der Sozialversicherungen und verlangte eine bessere Interessenvertretung der Familien.
In ihrem Abschiedswort von den Delegierten ging Nicole Zimmermann auf verschiedene Wahlen während ihrer Amtszeit – nicht zuletzt die Bundesratswahl – ein. Sie bedankte sich für die Unterstützung auch in schwierigen Momenten und die vielen bereichernden Begegnungen.