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DAS SCHWIMMBAD MOTTA
DAS ERSTE ÖFFENTLICHE BAD DER SCHWEIZ
Geschichte
Das Motta-Bad war das erste Bad der Schweiz, das weder Fluss- noch Seebad war. 1923 entnahm man das Wasser der Saane um zwei Becken zu füllen. Diese Becken dienten der Körperhygiene der Arbeiter und Arbeiterinnen, waren hinter hohen Mauern versteckt und permanent überwacht. Der Hauptgrund war anscheinend, dass man vermeiden wollte, dass die zahlreichen Badenden in der Saane unter den nahe gelegenen Fenstern der Schwestern der Mageren Au herumspazierten.
In den Bädern waren die Männer und die Frauen bis in die 1940-Jahre durch verschiedene Öffnungszeiten getrennt. Danach wurde die Geschlechtertrennung per Bundesgerichtsentscheid aufgehoben. Während dieser Zeit wollten die Arbeiter durch die Bäder einen Komfort, der in ihren Unterkünften nicht erhältlich war, doch sie wurden enttäuscht. Die Bäder waren zu teuer für die Arbeiterfamilien, welche noch lange in der nahe gelegenen Saane badeten.
Heute sind die Bäder ein Schwimmbad, aber die Anlage, die roten Dächer und die nummerierten blauen Umkleidekabinen verströmen ein Flair von damals. Die Motta ist ein besonderes Schwimmbad: viele Freiburger kommen gerne hierher um zu baden oder das Nichtstun zu geniessen, oft aus Nostalgie, da sie hier das Schwimmen erlernt haben. Sie ist ein Spiegelbild des sozialen und kulturellen Lebens in der Hauptstadt aus Vaters und Grossvaters Zeiten, oder sogar von noch früher.
Heute
1923 war die Technik des Bads relativ einfach: damals wurde das Wasser der Saane teilweise umgeleitet. Es füllte die Becken und floss wieder ins Flussbett zurück. In diesem geschlossenen System, in dem das Wasser ständig abfloss und sich erneuerte, hatte das Wasser die gleiche Temperatur wie der Fluss. Mit dem Ansteigen der Besucherzahlen, den höheren Anforderungen an den Komfort und den verschärften Hygienevorschriften veränderte und verbesserte sich die Wasseraufbereitung regelmässig.
2003 fand die grösste Renovation des Motta-Schwimmbads statt. Tatsächlich wurde die ganze technische Installation neu durchdacht und modifiziert, 2580 m³ Becken wurden neu beschichtet. Die Motta ist fortan das erste Freibad aus Inox der Schweiz – ein Beweis, dass der Pioniergeist von 1923 in den Herzen der Verantwortlichen der Motta auch heute noch lebt.
Das typische Aussehen des Motta-Schwimmbads mit den Umkleidekabinen, die das Becken umgeben, wurde beibehalten. Die Kabinen wurden neu bestrichen und das Mobiliar ersetzt. Die Sanierung des Motta-Schwimmbads erlaubte es, den typischen Charakter dieser Infrastruktur zu erhalten, neue Elemente zu integrieren und gleichzeitig die aktuellen Normen zur Hygiene und Wasseraufbereitung einzuhalten.
2012 wurde die Heizung durch einen neuen Heizkessel und Solarpanels (für das Brauchwasser) ersetzt.
Bei der Saisoneröffnung 2013 wurde ein neues Planschbecken eingeweiht, dies zur Freude der Familien mit Kleinkindern und als Ergänzung des bestehenden Angebots.
Diese Investitionen zeigen den Willen der Schwimmbadleitung und der Stadt Freiburg, die den Freiburgern am Herzen liegende Motta weiterzuentwickeln und zu modernisieren.
Frage 1
Wofür war das Mottabad zu seinen Anfängen bestimmt?
Die Becken waren für die Körperhygiene der Arbeiter und Arbeiterinnen bestimmt, damit diese sich nicht mehr in der Saane waschen mussten.
Frage 2
War das Wasser der Motta immer schön warm?
Nein! Anfänglich kam das Beckenwasser aus der Saane. Es füllte die Becken und floss wieder ins Flussbett. In diesem geschlossenen System, in dem das Wasser ständig abfloss und sich erneuerte, hatte das Wasser die gleiche Temperatur wie der Fluss!
Texte: Prescillia Leibzig
Illustrationen: rmgdesign
Fotos: © Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg
Übersetzung: Pascal Coudret