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Jochen Hörisch
Das Gejammer über die Universitäten nimmt kein Ende – aber warum passiert nichts? Vermutlich mag niemand die Universitäten: die Politiker nicht, weil sie Geld kosten, die Professoren nicht, weil sie nicht dem Ideal freier Forschung und Lehre entsprechen, und die Studenten erst recht nicht, weil sie die angeblich schönsten Jahre ihres Lebens in einer anonymen Wissensfabrik verbringen.
Jochen Hörisch schlägt deshalb eine ganz unkonventionelle Universitätsreform vor: Die Alma mater soll wieder ein Ort werden, zu dem sich Studenten und Professoren hingezogen fühlen, weil sie sich dort mit Gegenständen beschäftigen können, die jeder Leidenschaft wert sind. Weg mit Rahmenplänen und Modulen, zurück zur Neugier und Experimentierfreude. Macht aus Hochschulen wieder echte Universitäten – es kostet keinen Cent.
Aus dem Klappentext
Hörisch kritisiert in diesem Zusammenhang auch die “akroamatische” Lernmethode:
“Modularisierte und verschulte Lehrveranstaltungen, die dann als zeitgemäss gelten, wenn Studierende bei PowerPoint-Präsentationen lesen können, was sie soeben gehört haben, werden mit multiple-choice-Klausuren abgeschlossen.”
“Ein redender Mund und sehr viele Ohren, mit halb soviel schreibenden Händen – das ist der äusserliche akademische Apparat, das ist die in Tätigkeit gesetzte Bildungsmaschine der Universität.”
Ist das wirklich alles, was die Bologna-Hochschule zu bieten hat? Ein provokatives und sehr amüsant geschriebenes Büchlein, das im Zusammenhang mit der Bologna-Reform zum Nachdenken anregt.
Eine weitere Buchbesprechung kann hier als Podcast angehört werden.