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Tanklager zu Wirkstoff-Produktion
Das Tanklager (unterirdisch) ist für die Lagerung von Lösemitteln
(6 Lagertanks à 20 m3 aus rostfreiem Stahl) und flüssigen Abfällen
(2 Lagertanks à 20 m3 aus emailliertem Stahl) konzipiert.
Die Lösemittel werden für die Herstellung von Wirkstoffen und für die Reinigung der Prozessapparaturen im Produktionsgebäude verwendet. Die Lösemittel werden mit einer Pumpe über eine Verteilleitung mit eingebautem Massendurchflussmessgerät vom Tankkeller in die Produktionsfelder (je 1 Entnahmestelle für jeweils 4 Reaktoren) gefördert. An den Entnahmestellen kann eine vorgewählte Menge (5 bis 3'000 kg) mit einer Genauigkeit von +/- 1% bezogen werden.
Die flüssigen Abfälle (Lösemittelabfälle und wässerige Abfälle) fallen bei der Herstellung von Wirkstoffen und bei der Reinigung der Prozessapparaturen im Produktionsgebäude an. Die flüssigen Abfälle werden gravimetrisch, über fest installierte teflonausgekleidete Leitungen, von der Produktion in die Lagertanks im Tankkeller abgeführt. Die Lagertanks sind an die bestehenden Infrastrukturanlagen und Energiesysteme des Produktionsgebäudes angebunden. Für das Füllen (von LKW) und Entleeren (nach LKW) der Lagertanks ist ein Umschlagplatz für Lastkraftwagen (LKW) mit Abfüllstelle (mit Wetterschutzdach) erstellt worden.
Der Tankkeller ist wie folgt ausgerüstet: Sprinkleranlage mit Schaumbeimischung (Trockenanlage) sowie Alarmübermittlung auf die Einsatzzentrale und Gasmelder, die bei Erreichen der unteren Explosionsgrenzen die Einsatzkräfte alarmieren.
Die Raumentlüftung erfolgt über eine Lüftungsanlage (normaler Luftwechsel und Sturmlüftung). Die Wanne (1 m hoch → 230 m3) des Tankkellers ist beschichtet (Beständigkeit mindestens 72 Stunden).
Die Abfüllstation ist ebenfalls mit einer Sprinkleranlage mit Schaumbeimischung ausgerüstet. Unter der Abfüllstation ist ein Rückhalteraum von 55 m3, welcher vollständig beschichtet ist.
Die Lagertanks werden mit Stickstoff beatmet. Die Abluft der Lagertanks wird in der bestehenden Abluftreinigungsanlage im Produktionsgebäude gereinigt. Aus Sicherheits- (Inertisierung) und GMP-Gründen (Verunreinigung) wurden keine Gaspendelleitungen installiert.
Sämtliche Installationen im Tankkeller (inkl. Lüftung) und in der Abfüllstation sind ex-geschützt (Ex-Zone II, T3) ausgeführt. Die Steuerung und Regelung erfolgt über eine SPS (Simatic S7) im Produktionsgebäude. Für die Bedienung sind zwei Bedienpanel in der Abfüllstation und im Produktionsgebäude eingebaut. Die Lagertanks werden nach dem gleichen Konzept wie die bestehenden Produktionsapparaturen im Produktionsgebäude bedient und gesteuert.
Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von ca. CHF 4,0 Mio. Der Kostenanteil Bau und Infrastruktur (inkl. Sicherheitseinrichtungen) beträgt ca. CHF 1,6 Mio.
Franz Kamber war als Projektleiter von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme zuständig.