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Bäumlin AG, Zwirnerei Tobelmüli, 9425 Thal
Ein "normaler" Zwirn (Popelinezwirn) besteht aus 2 Einfachgarnen, welche in Z-Richtung gedreht sind. Der Zwirn wird in S-Richtung gedreht. Die Zwirndrehung entspricht ungefähr der Einfachgarndrehung, sodass die Fasern schlussendlich wieder parallel zur Zwirnachse liegen.
Variationsmöglichkeiten bestehen in der Anzahl Gespinst- wie auch der Anzahl Zwirndrehungen. Damit können die meisten Eigenschaften der Ware erreicht werden. Für Webereien werden härtere, für Strickereien weichere Drehungen bevorzugt. Ein Nähfaden besteht normalerweise aus 3 S-gedrehten Einfachgarnen, welche in Z-Richtung zusammengedreht werden.
Dadurch entsteht ein reissfester Faden mit einem runden Querschnitt. Der Voile wird aus einem Gespinst mit Z-Drehung hergestellt. Das Spezielle ist aber, dass auch der Zwirn in gleicher Richtung, also Z gedreht wird. Dadurch ergibt sich ein harter Zwirn, der zum Krängeln neigt. Das Gewebe daraus wird transparent und kernig im Griff und wurde früher für Vorhänge verwendet. Um die Transparenz zu erhöhen und um leuchtendere Farben zu erzeugen, wird der fertige Zwirn gasiert, d.h. die abstehenden Fasern werden abgebrannt.
Als Crêpezwirne werden sehr hoch gedrehte Zwirne bezeichnet. Effektzwirne oder Fantasiezwirne sind auf Spezialmaschinen aus verschiedensten Komponenten hergestellte Zwirne mit Raupen- Schlingen- und andern Effekten.
Spezialkonstruktionen sind Mehrfach- und Mehrstufenzwirne, welche aber in der Praxis nicht zuletzt aus preislichen Gründen wenig Bedeutung haben.