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Weshalb Japan ein Eiland über Wasser halten will
China verurteilt Japans Pläne, auf dem Pazifikatoll Okinotorishima einen Hafen zu errichten. China wirft Japan vor, gegen internationales Seerecht zu verstossen. Japans Territorialanspruch auf das 1740 km südlich von Tokio gelegene Atoll selbst ist unbestritten, doch seit 2004 herrscht Uneinigkeit über den Status des Atolls. Bei dem Streit geht es um unterseeische Bodenschätze und Chinas militärische Ambitionen.
Felsen oder Insel?
Laut dem Seerecht von 1982 rechtfertigen Felsen, welche keine menschliche Behausung oder ein eigenes Wirtschaftsleben tragen können, keine ausschliessliche Wirtschaftszone. China nennt das Atoll denn auch einen Felsen, denn ein Status als Insel würde Japan eine ausschliessliche Wirtschaftszone von 400’000 Quadratkilometern gewähren. In der Gegend um das Atoll werden unterseeische Gas- und Ölvorkommen vermutet.
Doch offenbar geht es China auch um strategische Interessen. China will Zugang zur Gegend um Okinotorishima, damit seine Unterseeboote den Meeresgrund kartografieren können, als Vorbereitung für einen möglichen Konflikt um Taiwan. Okinotorishima liegt auf der Route, welche amerikanische Kriegsschiffe passieren müssten, um Taiwan zu Hilfe zu eilen.
Japan versucht das Eiland über Wasser zu halten
Japan hat in den letzten 20 Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um Okinotorishima über Wasser zu halten. Weil Okinotorishima wegen des Ansteigens des Meeresspiegels ganz unterzugehen droht, wurden um das Riff Wellenbrecher aus Beton gelegt und mehrere kleine künstliche Inselchen auf das Atoll aufgesetzt. 2006 begann Japan damit, Zuchtkorallen auf dem Atoll anzupflanzen.
Der geplante Hafen, für welchen das japanische Transportministerium 7 Millionen Dollar beantragt haben soll, würde Okinotorishima zu der menschlichen Behausung und dem Wirtschaftsleben verhelfen, welche das Seerecht für den Status als Insel voraussetzt. Damit würde Japans Anspruch auf eine ausschliessliche Wirtschaftszone gestärkt.
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