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Nach dem wundervollen Besuch der Galapagosinseln flogen wir wieder zurück nach Quito, wo wir nochmals einige Tage bei Arie verbrachten. Wir nutzten den Aufenthalt in Quito auch gleich, um noch einige Auto-Aufkleber mit unserer Website-Adresse herstellen zu lassen.
Von der südlich des Äquators gelegenen Stadt Quito aus fuhren wir weiter in Richtung der Stadt Ibarra, die schon nördlich des Äquators liegt. Da man nicht jeden Tag die Chance hat, den Äquator zu Fuss zu überschreiten, hielten wir südlich der Stadt Cayamba beim Äquatordenkmal (im Gegensatz zu dem in der Stadt Quito gelegenen Denkmal, liegt dieses Denkmal wirklich AUF dem Äquator), um einige Erinnerungsfotos zu schiessen.
Danach fuhren wir weiter bis zur Finca Sommerwind, welche unweit des Stausees bei Ibarra gelegen ist. Der Campingplatz gilt als DER Treffpunkt für Overlander vor der kolumbianischen Grenze. So war es auch nicht verwunderlich, dass wir dort auf ca. 10 andere Overlander trafen.
Von Ibarra aus fuhren wir weiter nach Ipiales, wo wir nach Kolumbien einreisten. Der Grenzübertritt dauerte insgesamt ca. 3 Stunden. Dies lag aber nicht an den Beamten am kolumbianischen Zoll, sondern an der unendlich langen Schlange an der ecuadorianischen „Migracion“, die erst vor kurzem digitalisiert worden war. Aber wir hatten ja Zeit 😉
Nach dem Grenzübergang fuhren wir wenige Kilometer bis nach Las Lajas. Dort übernachteten wir gratis bei der Bergstation der Seilbahn, welche einem zum „Santuario de las Lajas“ bringt.
Am nächsten morgen verwickelten uns die herzlichen Seilbahntechniker in ein Gespräch. Sie waren sichtlich stolz darauf, für die Seilbahn zuständig zu sein.
Das Santuario de las Lajas ist eine Kirche, welche über einem kleinen Fluss auf Stelzen an die Felswand gebaut wurde. „Das Santuario befindet sich in der Schlucht des Río Guáitara, im Gemeindebezirk (corregimiento) von Las Lajas in der Gemeinde Ipiales. Es gehört zum Departamento de Nariño und liegt 7 km vom Verwaltungssitz und 10 km von der Grenze zu Ecuador entfernt. Das heutige Gebäude wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Es ersetzte eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche wurde aus grauem und weißem Stein in neogotischem Stil errichtet. Sie verfügt über drei Schiffe, die auf einer zweibogigen Brücke über den Fluss gebaut sind. Die Brücke verbindet auch den Vorplatz der Kirche mit der gegenüberliegenden Talseite. Die Höhe der Kirche, vom Fundament bis zum Turm, umfasst 100 m. Die Brücke hat eine Höhe von 50 m bei einer Breite von 17 m und einer Länge von 20 m.Das Hauptgebäude misst 27,50 m in der Länge und 15 m in der Breite. Im Innern sind die drei Schiffe mit Kreuzgewölben überdacht. Das Innere wird beherrscht durch ein Mosaik aus Glasfaser. Tagsüber spielt das Licht mit den Glasbildern des deutschen Künstlers Walter Wolf Wasserhoven. Die Abschlussmauer der Apsiden ist die natürliche Felswand des Canons und in der mittleren zeichnet sich das Bild der Virgen del Rosario ab, die von einem unbekannten Maler auf eine Schiefertafel gemalt wurde. Das Untergeschoss der Kirche, oder korrekt bezeichnet der Unterbau der Brücke, also die beiden Pfeiler von der Mitte aus, sind als Krypta im romanischen Stil ausgeführt. Das dreischiffige Tonnengewölbe aus Quadersteinen ist dem Sagrado Corazón de Jesús geweiht. Die Fassade beherrschen drei Türmchen, die mit Kreuzblumen, Akanthen, Fenstern, Fensterrose, Strebebogen, Strebewerk und Fialen geschmückt sind. Die Mauern, die den Zugang zum Heiligtum flankieren, sind in charakteristischer Weise abgestuft und dem Gelände angepasst. Sie sind voll mit Votivgaben, die an erfüllte Gebete erinnern. Darunter befinden sich orthopädische Hilfsmittel, die an Heilungswunder erinnern.“.
Nach der Besichtung von Las Lajas fuhren wir durch die Kordilleren weiter an einen der schönsten Seen in Kolumbien: Die Laguna de la Cocha. Dort übernachteten wir auf dem Parkplatz eines kleinen Restaurants direkt am See. Im Gegenzug dafür, dass uns Strom, Wasser, Duschen und Wlan zur Verfügung gestellt wurden, assen wir im Restaurant eine wunderbare Lachsforelle zu Abend.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter bis nach Popayan. Nördlich der Stadt übernachteten wir bei Maria im Ecoparque Rayos del Sol. Maria war eine wunderbare Gastgeberin. Zudem war der Platz war sehr schön gelegen, so dass es uns nicht schwerfiel, zwei Tage Pause einzulegen, um kleinere Instandsetzungen am Iveco durchzuführen und um die Stadt Popayan anzuschauen.
Besonders freute uns die Tatsache, dass wir aufgrund unserer Aufkleber von einem Einheimischen via Email angeschrieben wurden. Generell empfanden wir die Leute in Kolumbien als sehr freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Mit „Bienvenidos a Colombia“ begrüsste uns fast jeder Einheimische, den wir unterwegs trafen. Ob an der Tankstelle, im Restaurant oder einfach so auf der Strasse. Wir können gar nicht sagen, wie sehr wir uns geehrt fühlten, so liebevolle Menschen zu treffen!
Von Popayan ging es weiter nach Santa Rosa de Cabal, wo wir auf einem kleinen Campingplatz übernachteten. Dieser bot für die Touristen (welche scheinbar zu über 90% am Wochenende kommen) Aktivitäten wie Reiten, Wandern und Angeln an.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Medellin. Die Stadt ist, ähnlich wie la Paz in Bolivien, an einen steilen Hang gebaut. Die vom Navigationsgerät vorgeschlagene Route ähnelte in der Steilheit daher eher der Fahrstrecke einer Zahnradbahn als einer Hauptstrasse. Nachdem wir die Medellin durchquert hatten und auf dem Hochplateau oberhalb der Stadt angekommen waren, mussten wir noch 10 km auf einer 1 spurigen, kleinen Strasse durch einen Wald zurücklegen, ehe wir unseren Stellplatz für die Nacht erreichten. Die ehemals durch Drogenkriege dominierte Stadt Medellin zeigte sich entgegen unseren Erwartungen während unseres Besuchs als ruhige, angenehme Grossstadt. So machte der Stadtbesuch auch wirklich Spass. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Seilbahnen, welche die an den steilen Hängen gelegenen Stadtteile mit der Talsohle und damit mit der dort verkehrenden Hochbahn verbinden.
In Medellin buchten wir via Internet dann auch den Transport für unsere Wohnmobile von Cartagena nach Veracruz Mexiko. Die Strecke zwischen Medellin und Cartagena bietet für Overlander keine speziellen oder schönen Übernachtungsplätze an, weshalb die meisten Overlander diese Strecke in zwei Tagen fahren. So entschlossen auch wir, die Strecke in der gleichen Zeit zu befahren.
Nach zwei Tagen Fahrt, mit einem Zwischenstopp auf einem Hotelparkplatz, erreichten wir an einem Samstagnachmittag die Karibikstadt Cartagena. Bei der Einfahrt nach Cartagena folgte Nicolas dem Navigationsgerät und missachtete dabei das Schild „rechts abbiegen verboten“, was darin resultierte, dass wir uns alleine auf der Busspur wiederfanden und den gesamten Stau überholten. 😀
Um die Verschiffung vorzubereiten hatten wir am Montag um 09.00 Uhr mit einem Agenten abgemacht. So blieb uns also noch der Sonntag, um das karibische Meer zu geniessen. So dachten wir zumindest…
Montagmorgen, pünktlich um 09.00 Uhr trafen wir uns mit dem Agenten der Rederei, um die notwendigen Dokumente für die Verschiffung vorzubereiten und zur Bezahlung der Frachtgebühren. Nach rund drei Stunden hatten wir alles erledigt. Der nächste Schritt wäre die Vorlegung der Dokumente beim Zoll gewesen. Dieser hatte aber bis um 14 Uhr geschlossen. Somit entschlossen wir, die Zeit zum Mittagessen zu nutzen. Als wir kurz vor 14 Uhr wieder im Büro des Rederei Agenten ankamen, erklärte uns dieser zu unserem Entsetzen, dass der geplante Halt des Frachtschiffes in Veracruz gestrichen worden sei und unsere Wohnmobile aus diesem Grund nicht befördert werden können. Das nächste Schiff in Richtung Veracruz würde Cartagena erst in drei Wochen verlassen. Wir fielen aus allen Wolken. Der Agent versprach uns allerdings, dass er schauen würde, ob nicht noch andere Redereien die Strecke bedienen würden. Noch während des Gesprächs googelte auch Nicolas auf seinem Smartphone nach einer anderen Verbindung. Als der Agent dann mitteilte, dass er nichts gefunden hatte, präsentierte Nicolas dem Agenten dann doch noch ein anderes Schiff. Leider sah sich unser Agent dann trotz mehrmaligem hin-und-her nicht in der Lage uns bei der Buchung des neuen Schiffs behilflich zu sein.
Zum Glück fanden wir dann doch noch einen guten Agenten, der für uns das neue Schiff buchen konnte. So verliessen unsere Wohnmobile mit einigen Tagen – statt Wochen – Verspätung dann doch noch Cartagena.
Da das Schiff bis nach Mexico fünf Tage braucht, buchten wir unsere Flugreise mit Zwischenstopp in Panama. Von unserem Aufenthalt waren wir allerdings enttäuscht. Obwohl die Schleusen des neuen Panamakanals seit 2016 in Betrieb sind, war es uns nicht möglich diese zu besichtigen, da das Besucherzentrum nicht rechtzeitig fertig gestellt wurde… So werden dem Besucher noch immer die alten Schleusen gezeigt. Auch die Stadtrundfahrt mit dem Tourbus war ihr Geld nicht wirklich wert. Am schönsten ist noch die koloniale Altstadt von Panama, welche man zu Fuss allerdings in zwei Stunden besichtigt hat.
Im krassen Gegensatz zu den Kolumbianern sind die Panamesen eher zurückhaltend und in erster Linie auf das Geld der Touristen aus. Des Weiteren ist das Leben als auch das Reisen in Panama im Vergleich mit Südamerika sehr teuer!
Nach zwei Tagen Panama flogen wir weiter nach Veracruz, wo wir seit mehreren Tagen auf die Ankunft unseres Schiffs warten, welches wegen starken Winden vor der Stadt vor Anker liegt…