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Aegidius Tschudi: Der Schweizer Historiker und Chronist Aegidius Tschudi (1505-1572) war Angehöriger einer schon sehr lang ansässigen Landamannsfamilie und daher äusserst wohlhabend. So blieb ihm genügend Zeit für seine historischen Forschungen zur Erstellung einer Schweizerchronik, die er in seinem unvollendeten Werk «Chronicon Helveticum» niederschrieb, das aber erst 1734 veröffentlicht wurde. Was steckt wirklich hinter dieser Geschichte und dem ominösen Datum?
Die Schweizerchronik: Tschudi verfasste im Zeitraum von 1532 bis 1533 die „Chronicon Helveticum“ - seine Schweizerchronik. Inhaltlich ging es in dieser Chronik um die Landesgeschichte vom Jahr 1001 bis 1470. In der «Chronicon Helveticum» bediente sich Tschudi unter anderem auch dem „Weissen Buch von Sarnen“, einem ab 1470 handschriftlich verfassten Buch des Obwaldner Landschreibers Hans Schriber. Darin kommen unter anderem auch Sagen und Legenden aus der Gegend von Uri, Schwyz und Unterwalden zur Sprache.
Alles abgekupfert? Auffallend dabei ist, das darin geheime Zusammenkünfte auf dem Rütli beschrieben werden - genauso wie die Geschichte von Thall und Gijssler, aus der Friedrich Schiller in späteren Jahrhunderten den „Wilhelm Tell und Gessler" formte.
Die Rückdatierung: Folglich ist anzunehmen, dass die bestehende Geschichte zum Rütlischwur, der damals aber noch nicht datiert war, einem handschriftlich verfassten Notizbuch aus dem Jahr 1470 entnommen und von einem Historiker des 16. Jahrhunderts übernommen wurde. Dieser hat das Datum für den Rütlischwur dann auf den 8. November 1307 festgelegt.
Ist das Datum entscheidend? Noch heute streiten die Historiker, welches nun das tatsächliche Gründungsdatum der Schweiz darstellt. Oftmals wird aber gerne vergessen, dass die Entstehung der Schweiz vielmehr ein langwieriger und von Bürgerkriegen geprägter Prozess war (siehe: Schweizer Kriegsgeschichte von 1291-2016), der sich wohl kaum an ein bestimmtes Gründungsdatum festnageln lässt.
die historische Figur Werner Stauffacher, ein Landammann von Schwyz,
die legendäre Obwaldner Figur Arnold von Mechtal, Abgesandter des Urkantons Unterwalden,
und der Bauernführer Walter Fürst von Uri, von dem es für den Zeitraum 1303-1317 historische Spuren gibt.
Foto: Tellspiele Altdorf, Werner Stauffacher, I.Besetzung.
Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Photoglob AG (Zürich).
Belege fehlen: Aber wie gesagt, das sind Inhalte, die auf durchaus zweifelhaften Quellen beruhen, wenn sie denn überhaupt in irgendeiner Weise belegt sind.
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Autor: Schweiz - Redaktion
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(Last updated: 09.05.2016, 17:08 Uhr)