Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/1664

Protonenpumpenhemmer sind Säureblocker, die im Magen die Produktion der Magensäure hemmen. Säureblocker werden bei Sodbrennen und Reflux verordnet oder auch als Magenschutz eingesetzt, wenn magenreizende Medikamente genommen werden.
Sodbrennen ist ein Problem der modernen Ernährungs- und Lebensweise, für das es keine heilende und keine nebenwirkungsfreie schulmedizinische Lösung gibt. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung leidet an Sodbrennen, so dass Säureblocker zu den am meisten verordneten Medikamenten weltweit gehören.
Die Wirkstoffe der Säureblocker heissen Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Rabeprazol und Lansoprazol. Sie wirken nicht sofort, sie werden im Darm resorbiert und gelangen mit dem Blutstrom in die Magenschleimhaut. Dort hemmen sie ein Enzym welches die Magensäure produziert. Antazida hingegen (z. B. Rennie) sind basische Salze und neutralisieren die Magensäure im Magen, direkt nach dem Schlucken.
Wer an Sodbrennen leidet, denkt sein Magen produziere zu viel Säure. Das ist oft der Fall, aber nicht immer! Man empfindet die Säure als unangenehm, weil sie anstatt im Magen zu bleiben, die Speiseröhre nach oben wandert. Das aber hat nichts mit der MagensäureMENGE zu tun, sondern mit einer anderen Problematik. Dazu können eine gestörte Speiseröhrenperistaltik gehören, eine Störung im Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, ein Zwerchfellbruch oder auch das übermässige Vorhandensein des Magenbakteriums Helicobacter pylori.
Säureblocker haben eine lange Liste an Nebenwirkungen, die nicht unterschätzt werden darf:
- Magen-Darm-Beschwerden
- Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel
- Schlafstörungen
- Belastung der Leber
- Gefahr für chronische Nierenerkrankungen steigt
- können die Entstehung von Nahrungsmittelallergien fördern. Wenn zu wenig Magensäure gebildet wird, wird die Nahrung weniger intensiv zerkleinert. Das erhöht das Risiko, dass unverdaute Eiweisspartikel durch die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Da sie dort nicht hingehören, bildet der Organismus gegen sie Antikörper.
- Eisen-, Magnesium- , Calcium-Aufnahme wird gehemmt
- mangelhaften Vitamin-B12-Aufnahme (fehlender Intrinsic Factor)
- Anfälligkeit für bakterielle Darminfektionen
Säureblocker machen abhängig!
Die Belegzellen der Magenschleimhaut, die für die Magensäureproduktion zuständig sind, werden in ihrer natürlichen Aktivität blockiert. Setzt man die Säureblocker wieder ab, dann produzieren die Belegzellen mehr Magensäure als je zuvor.
Wer als Gesunder der Empfehlung folgt, kann nach wenigen Wochen nicht mehr ohne das Mittel auskommen. Und Menschen mit Sodbrennen haben nach dem Absetzen der Säureblocker schlimmere Symptome als zuvor.
Säureblocker sollten aber keinesfalls von heute auf morgen abgesetzt werden! Der "Entzug" kann mehrere Monate lang dauern. Es gilt die Ursache der Beschwerden zu finden. Meistens ist dafür eine Veränderung der Lebens- und Essgewohnheit nötig.
Mehr Infos zum Thema Sodbrennen, auslösende Faktoren und alternative Hilfe findest Du in meinem Blogartikel „Sodbrennen, einfach erklärt“