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Stichwort: Pygmalion-Effekt
Ein insider schrieb: Hallo Frau Birkenbihl, ich habe eine Frage zum Pygmalion-Effekt den sie in dem Buch "Best of Birkenbihl" im Anhang anführen. Mich würde interessieren ob es eine Technik gibt die mir hilft möglichst offen auf alle Menschen zugehen. Denn leider kann ich diesen Effekt voll bestätigen. Es kommt oft vor (und seit ich mich damit beschäftige, bemerke ich es wenigstens) daß ich Menschen von vorn herein auf Grund von Äußerlichkeiten und Gesten in eine bestimmte Schublade schiebe. Das ist wohl eine Art Schutzfunktion um mich von unangenehmen Menschen fern zu halten. Allerdings ist diese Sache bei mir stark ausgeprägt und behindert mich öfter mal Kontakt zu Menschen aufzunehmen, die sich als sehr nett und interessant herausstellen. Was sich immer wieder zeigt wenn ich um den Kontakt mit Leuten die ich sonst meiden würde nicht herumkomme.
S.
Vera F. Birkenbihl antwortete: Fehlendes Vertrauen in andere Menschen basiert in der Regel auf Angst vor Verlust. Könnte dieser Mensch Sie bestehlen, betrügen, austricksen... ? Solche Ängste führen dazu, daß man ihm von Anfang an keine Chance dazu gibt. Dies aber spürt er und reagiert darauf und bald scheinen sich Ihre ersten bösen Ahnungen zu bestätigen. Der Pygmalion-Effekt ist eine Variante des in den 50-iger Jahren letztes Jahrhunderts von Prof. MERTON (Harvard) nachgewiesenen Effektes der erfüllten Prophezeiung, nur bezieht sich der Pygmalion-Effekt spezifisch auf Menschen.
Mein Vorschlag: Versuchen Sie sich auszurechnen, was Sie im schlimmstenFall verlieren könnten, wenn Sie dieser Person (die Sie gerade kennenlernen) trauen würden. Fragen Sie sich, ob Sie mit diesem Verlust "leben" könnten. Wenn ja, dann können Sie dem Menschen jede Chance bieten, weil Sie mit dem etwaigen Verlust leben könnten und diesen theoretischen Verlust von vorneherein akzeptiert haben. Sie werden feststellen, wie be-FREI-end es sein kann, in kleinen Schritten Vertrauen zu üben. Zwar gehört Vertrauen zu den Aspekten, die ERWORBEN werden müssen, aber in einem Klima vom Mißtrauen kann das zarte Pflänzchen Mißtrauen ja nicht wachsen, oder?
Sehr hilfreich könnte übrigens unsere Taschenbuch-Empfehlung sein: Moritz Boerner Byron Katies:The Work. Wenn Sie die FRAGEN ehrlich durchgehen, könnte es sein, daß Sie herausfinden, welchem Teil in sich Sie möglicherweise so sehr mißtrauen, daß Sie Ihr Mißtrauen häufig in die Welt hinein projizieren...
Ihre vfb