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Theoretisch sind Sie gesetzlich absolut nicht verpflichtet, Ihren Arbeitgeber zu informieren, dass Sie schwanger sind. Aber praktisch gesehen sollten Sie es ihm mitteilen! Warten Sie nicht zu lange, denn ab der offiziellen Ankündigung geniessen schwangere Frauen besonderen Schutz am Arbeitsplatz.
Den richtigen Zeitpunkt wählen!
Es gibt keine gesetzlich festgeschriebene Frist. Sie allein wählen den idealen Zeitpunkt, um Ihren Arbeitgeber zu informieren. Am besten ist es, Ihren Arbeitgeber Ende des dritten Schwangerschaftsmonats in Kenntnis zu setzen. Ab diesem Datum geniessen Sie besondere Rechte (siehe weiter unten), die logischerweise nicht zur Anwendung kommen, solange Ihre Firma nichts von Ihrer Schwangerschaft weiss.
Bei einem Bewerbungsgespräch sind Sie nicht verpflichtet zu erwähnen, dass Sie schwanger sind. Falls Sie eine neue Arbeitsstelle antreten und schwanger sind, warten Sie bis zum Ende Ihrer Probezeit, bevor Sie Ihre Schwangerschaft mitteilen, denn erst dann tritt der Kündigungsschutz für Schwangere in Kraft.
Schutz von Schwangeren am Arbeitsplatz
Das Arbeitsgesetz regelt den Schutz für Schwangere ab dem ersten Tage der Schwangerschaft. Sobald Ihr Arbeitgeber informiert ist, können Sie folgende Rechte und Schutzmassnahmen in Anspruch nehmen:
• Ihr Arbeitgeber darf Sie nicht entlassen: Ab der Ankündigung der Schwangerschaft bis zum Ende des Mutterschaftsurlaubs, 16 Wochen nach der Geburt, geniessen Sie einen Kündigungsschutz. Es sei denn, Sie haben einen schwerwiegenden Fehler begangen und die Kündigung steht nicht im Zusammenhang mit Ihrer Situation, oder es besteht eine absolute Notwendigkeit (Konkurs …).
• Eine schwangere Frau ist im Allgemeinen berechtigt, nur mit ihrem Einverständniszu arbeiten.
• Eine schwangere Frau darf nicht länger als 9 Stunden am Tag arbeiten.
• Eine schwangere Frau ist berechtigt, nicht am Arbeitsplatz zu erscheinen bzw. die Arbeit jederzeit zu verlassen. Kann sie ihre Tätigkeit aus medizinischen Gründen nicht mehr ausüben, hat sie bei Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung Anspruch auf volle Fortzahlung ihres Lohnes.
• Eine schwangere Frau darf ab dem 8. Schwangerschaftsmonat nicht mehr zu Nachtarbeit herangezogen werden. Wenn der Arbeitgeber ihr keine gleichwertige Tätigkeit bei Tag anbieten kann, darf sie zu Hause bleiben und erhält 80% ihres Lohnes..
Darüber hinaus stehen der schwangeren Frau gesetzlich verankerte Arbeitsbedingungen zu, die weder ihre Gesundheit noch die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes gefährden. Falls Sie unter körperlich anstrengenden Bedingungen arbeiten müssen, können Sie eine vergleichbare Ersatztätigkeit fordern. Anderenfalls dürfen Sie zu Hause bleiben und haben Anspruch auf 80% Ihres Lohnes. Folgende Tätigkeiten gelten als körperlich anstrengend:
• Das Bewegen schwerer Lasten von Hand,
• Schnell ermüdende Bewegungen oder Positionen,
• Tätigkeiten, die mit Stössen, Vibrationen oder Erschütterungen verbunden sind,
• Tätigkeiten bei Hitze (über +28°C) oder Kälte (unter -5°C),
• Tätigkeiten unter Einwirkung schädlicher Stoffe oder Mikroorganismen,
• Tätigkeiten unter Einwirkung schädlicher Strahlen oder von Lärm ≥ 85 dB (A).