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Sie liegen um 20,5 Prozent unter dem vor einem Jahr infolge des russischen Einmarschs in die Ukraine erreichten Rekordhochs, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Freitag zu ihrem Weltpreisindex mitteilte. Dieser erfasst die global am meisten gehandelten Nahrungsmittel. Eine Kombination aus einem reichlichen Angebot, gedämpfter Importnachfrage und der Verlängerung eines Abkommens, das den sicheren Export von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer ermöglicht, trugen den Angaben zufolge zur Entspannung bei.
Die in Rom ansässige Behörde betonte, dass der Rückgang die niedrigeren Preise für Getreide, Pflanzenöle und Milchprodukte widerspiegele. Das habe den Anstieg der Zucker- und Fleischpreise wettgemacht. "Während die Preise auf globaler Ebene gesunken sind, sind sie auf den Binnenmärkten immer noch sehr hoch und steigen weiter an, was eine zusätzliche Herausforderung für die Ernährungssicherheit darstellt", sagte FAO-Chefökonom Maximo Torero. "Dies gilt insbesondere für Entwicklungsländer, die Nettoimporteure von Nahrungsmitteln sind." Deren Situation habe sich durch die Abwertung ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar oder dem Euro und einer wachsenden Schuldenlast noch verschärft. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) haben ihre Zinsen im Kampf gegen die Inflation deutlich angehoben, weshalb Dollar und Euro gegenüber vielen anderen Währungen aufgewertet haben.
In einem separaten Bericht über Angebot und Nachfrage bei Getreide hob die FAO ihre Prognose für die weltweite Weizenproduktion im laufenden Jahr an. Sie soll nun bei 786 Millionen Tonnen liegen und damit 1,3 Prozent unter dem Niveau von 2022. Es wäre aber dennoch das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte. "In Asien werden fast rekordverdächtige Anbauflächen erwartet, während Nordafrika und Südeuropa von Trockenheit betroffen sind", so die FAO.
(Reuters)