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Reihenhaus Flamatt II
Adresse
3175 Wünnewil-Flamatt
FR
Architektur
Das Reihenhaus Flamatt II widerspiegelt den ausdrucksstarken Stil des Brutalismus. Es ist eine Weiterentwicklung der Siedlung Halen (1955–1962) und des Wohnhauses Flamatt I (1957), beide erbaut von Atelier 5. Vorbild für das aufgeständerte Wohnen und die architektonisch ausformulierte Dachterrasse sind die Projekte von Le Corbusier aus der Zeit des Neuen Bauens. Die Übersetzung durch Atelier 5 erzielt eine radikalere Materialisierung, welche der Architektengemeinschaft international Aufmerksamkeit beschert hat. Das Reihenhaus Flamatt II ist im Freiburger Kulturgüterverzeichnis als «von Bäumen umgebene echte Wohnskulptur» verzeichnet.
Chronologie
Das Reihenhaus Flamatt II wurde von der Architektengemeinschaft Atelier 5 in den Jahren 1960 bis 1961 konzipiert und realisiert. Es umfasst drei Wohneinheiten mit vier Zimmern sowie eine Wohneinheit mit zwei Zimmern, angeschlossenem Atelier und Dachgarten. Das Reihenhaus hat sich zu weiten Teilen in seinem ursprünglichen Zustand erhalten.
Lage
Das Gebäude steht zusammen mit zwei anderen Gebäuden von Atelier 5 auf einem Grundstück im Norden der Gemeinde Wünnewil-Flamatt. Das Areal wird im Norden vom Fluss Sense und im Westen vom Taversbach (Taverna) begrenzt. Im Osten führen die Bahngleise vorbei. Die drei Gebäude werden von Süden über eine Stichstrasse erschlossen und sind mit Fusswegen miteinander verbunden.
Beschreibung
Das Reihenhaus Flamatt II steht auf geschosshohen Stützen. Die Erschliessung erfolgt über drei filigrane, einläufige Stahl-Freitreppen mit Holztritten im Nordwesten. Eine weitere Treppe führt direkt ins zweite Obergeschoss und erschliesst das dort befindliche Atelier. Die vierte Wohneinheit ist intern über eine Wendeltreppe in einem geschlossenen Sichtbetonzylinder zu erreichen. Sichtbeton bestimmt den gesamten Baukörper. Die weitgehend geschlossene Nordostfassade wird vom Abdruck der Brettschalung akzentuiert. Dabei wurden die Latten abwechselnd horizontal und vertikal angeordnet. Die so entstandenen Felder zeichnen die Dreigeschossigkeit nach. Drei Wohneinheiten öffnen sich nach Südosten. Das erste Obergeschoss endet in einer vorkragenden Loggia, das zweite Obergeschoss ist raumhoch verglast und von einem nach oben schwingenden Vordach überragt. Das Vordach liegt auf gliedernden Wandschotten auf. Der Freibereich der vierten Wohneinheit ist nach Westen orientiert. Dem Bau ist hier ein Stahlgerüst-Balkon vorgelagert, der über einen schmalen Steg erreicht werden kann. Das Wohngeschoss ist weitestgehend verglast. Eine weitere, grossflächige Scheibe ist in das Dachgeschoss eingeschnitten. Der schmale Riegel ist mit einem auskragenden Flachdach gedeckt und mit einem freistehenden Schmetterlingsdach bekrönt.
Im offenen Sockelgeschoss kontrastieren das orthogonale, massive Stützenraster und die schräg positionierten, filigranen Treppenläufe. Die Innenräume der oberen Geschosse sind geprägt vom rauen Sichtbeton. Die Böden unterscheiden sich von den Decken und Wänden durch den Glanz, der durch das Abschleifen der Betonoberfläche erzielt wurde. Die Wohnbereiche der drei grösseren Einheiten umfassen das gesamte erste Obergeschoss. Die steile Stahltreppe steht frei im Raum und ist quer platziert. Ein Oberlicht setzt Lichtakzente. In den drei grösseren Wohneinheiten sind jeweils drei Schlafzimmer organisiert.
Literatur