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Was haben Windenergie, Biomasse, Wasserkraft und Photovoltaik gemeinsam. Alle zählen zu den «Erneuerbaren Energien». Was haben Braunkohle und Steinkohle gemeinsam. Beide sind Kohlen und zählen zu den «konventionellen Energien». Falsch. Sie sind zwei vollkommen verschiedene Energieträger, die nichts gemeinsam haben. Dies ist zu berücksichtigen, wenn man eine Reihenfolge der grössten Energieträger aufstellt. Die richtige Reihenfolge ist: Erneuerbare, Braunkohle, Steinkohle.
Energiewende-Szenarios gehen immer davon aus, dass wir viel mehr Windturbinen installieren müssen. Eine typische Zahl ist 400 GW. Wenn die Turbinen jetzt wirklich 400 GW Strom liefern, könnten wir diese Menge natürlich nicht verbrauchen. Die Leistung der Turbinen wird einfach begrenzt. Aber diese Situation kommt ja nicht sehr häufig vor. Nach der jetzigen Rechtslage wird den Windmüllern der nicht erzeugte Strom trotzdem bezahlt. Ein typischer Stromverbrauch ist 70 GW. Die Frage wäre dann, wieviel Strom aus 400 GW Windturbinen könnte nicht verbraucht werden. Eine Analyse der Windeinspeisung im Jahr 2016 zeigt, dass ca. 45% der Stromerzeugung nicht verbraucht werden kann. 45% des Stroms wird erzeugt, wenn die Leistung der Windturbinen größer als (70/400=) 17.5% ist. Dies würde bedeuten, dass wir fast doppelt so viel Strom erzeugen könnten, als wir verbrauchen können. Die Stromgestehungskosten stiegen also auf das Doppelte. Die folgende Kurve zeigt den Effekt der Leistungsbegrenzung auf die nutzbare Strommenge.
Ich habe mal die Stromproduktion von 2000 bis 2016 in einer Grafik dargestellt:
Der Strom aus Wasserkraft ist fast konstant und Änderungen sind nicht zu erwarten. Bei der Solarenergie deutet sich eine Sättigung an. Der Strom aus Biomasse hat eine Sättigung erreicht und wird in der Zukunft wohl eher zurückgehen. Der Strom aus Kernenergie ist fast auf die Hälfte zurückgegangen und wir in den nächsten Jahren noch dramatischer zurückgehen. Er liegt aber immer noch vor der Produktion aus Windenergie. Die grossen Stromerzeuger, die das meiste CO2 produzieren, Braunkohle und Steinkohle sind ziemlich stabil. Braunkohle hat sich kaum geändert und Steinkohle hat etwa 20% verloren. Erdgas ist sehr uneinheitlich, weil es als letztes genutzt wird und die Schwankungen der anderen ausgleicht.
Was darf man für die Zukunft erwarten? Zwei Punkte sind ziemlich sicher: die Kernenergie wird zurückgehen und der Strom aus Biomasse nicht zunehmen. Es ist zweifelhaft, dass die Windenergie in den nächsten 5 Jahren so stark ausgebaut werden kann, dass sich die Stromproduktion verdoppelt. Der Strom aus Kernenergie wird wohl durch Strom aus Erdgas ersetzt werden. Für den Strom aus Braun- und Steinkohle ist wohl kaum eine Änderung zu erwarten. Dies bedeutet auch, dass der CO2-Ausstoss aus der Stromproduktion in den nächsten Jahren wohl eher zunehmen wird. Aber vielleicht kommt es auch ganz anders.
Die folgenden Grafik zeigt die Neuinstallationen von Biomasse-Stromerzeugern:
Man sieht, dass es mit dem EEG-Gesetz des Jahres 2000 begann. Danach ging es steil bergan, da mit Biogas mehr Geld als mit Brotgetreide zu verdienen war. Während der Finanzkrise gab es einen kleinen Einbruch. Als sich abzeichnete, dass die Förderung reduziert werden würde, gab es noch einmal einen grossen Schub. In den letzten beiden Jahren ist zu Zubau praktisch eingestellt worden. Mit dem neuen EEG-Gesetz sind Biomasse-Stromerzeuger nicht mehr richtig erwünscht. Die installierten Anlagen erhalten ihre Förderung für 20 Jahre. Man kann daher vermuten, dass die Anlagen nach 20 Jahren ausser Betrieb genommen werden, da sie nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Ab 2024 sollte es also einen signifikanten Abfall der installierten Leistung geben. Oder die Förderung der Anlagen wird doch verlängert. Zur Zeit scheint sich aber nur die CSU dafür einzusetzen.
Ich musste mich in meinem Leben nie für oder gegen Kernenergie entscheiden, da ich weder beruflich noch privat etwas mit Kernenergie zu tun hatte.
Nachdem Unglück in Fukushima gab es die schnelle Entscheidung in Deutschland zum Ausstieg und viele Diskussionen. Ich dachte, dass es vielleicht doch mal Zeit wäre, sich einen Standpunkt zuzulegen.
Also habe ich mein altes Atomphysikbuch herausgeholt, einen Bericht der UNO und was ich sonst noch an Literatur finden konnte. Ich habe mich aber auf technische Fachliteratur beschränkt.
Die Technik liefert einem aber keinen Standpunkt. Es gibt keine Technik ohne Nachteile. Alles hat ein Risiko. Am Ende muss man eine Güterabwägung treffen. Was gewichte ich schwerer die Vorteile oder die Nachteile? Unter Berücksichtigung der Risiken, die ich in meinem Leben einzugehen bereit bin, halte ich das Risiko der Kernenergie für tragbar. Ich schliesse nicht aus, dass ich das irgendwann mal anders sehe. Andere mögen das anders sehen und dagegen sage ich auch nichts.
Immerhin basiert meine Abwägung auf Faktenwissen über die Technik. Was mich wundert, ist, wie sicher sich manche Menschen in ihrer Entscheidung sind, obwohl sie gar kein Wissen haben oder sogar noch falsche Vorstellungen haben.
Da ich nicht davon ausgehe, dass sich irgendetwas in meinem Leben ändert, wenn Deutschland Kernkraftwerke hat oder nicht, berührt mich das Thema anderseits auch nicht besonders.
Kaum jemand wird diesen Ort kennen. Hier betreibt Deutschland die grösste Untertagedeponie der Welt für Giftmüll. 2.7 Millionen Tonnen wurden bereits in dem Salzstock eingelagert und die Kapazität pro Jahr beträgt 200’000 Tonnen. Der Giftmüll wird üblicherweise mit LKWs gebracht. Er zersetzt sich im Gegensatz zu radioaktivem Müll nicht und muss für immer von der Umwelt abgetrennt werden. Niemand hält das für ein Problem zu halten. Der Müll stammt z. B. aus der Chemieindustrie.
Wo bleiben die Chemie-Nein danke-Aufkleber, die Blockaden der Giftmülltransporte, Aktionen von Greenpeace und den Grünen?
Wieso ist Giftmüll in Salzstöcken unproblematisch im Gegensatz zu radioaktivem Müll?
Dass die Deponie vom damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer genehmigt wurde, wird es wohl nicht sein.
Weil Deutschland ein Rechtsstaat ist, muss man Entscheidungen des Gesetzgebers nicht einfach nur (er)dulden, wenn man sich in seinen Grundrechten verletzt fühlt. Man darf dagegen klagen und das ist ein Recht und keine Respektlosigkeit.
Die GRÜNEN sehen das nicht so, zu mindestens nicht in allen Fällen. Die Klage der Energiekonzerne gegen den Atomausstieg zeuge nicht von Respekt gegenüber dem Gesetzgeber, so die atompolitische Sprecherin der GRÜNEN, Frau Sylvia Kotting-Uhl.
Jetzt das Bundesverfassungsgericht den Energiekonzernen einen Anspruch auf Schadensersatz zu gesprochen. Das BVG ist also der Meinung, dass der Gesetzgeber die Grundrechte der Energiekonzerne verletzt hat. Ob Frau Kotting-Uhl jetzt dem BVG mangelndem Respekt vorwerfen wird?
Zur Person:
Frau Kotting-Uhl studierte sie Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Heidelberg, Edinburgh und Saragossa entschied sich aber für ein „alternatives Leben im Kraichgau mit Selbstversorger-Tendenzen“ (Wikipedia).
Ich habe zwar immer noch grosse Bedenken bezüglich der Elektroautos, aber einen schönen Nebeneffekt die Elektroautos doch.
Der Speicher wird wohl immer ein Problem bleiben und damit ist die Reichweite eingeschränkt.
Ein Auto, dass bei 80 km/h eine Reichweite von 240 km hat, kommt bei 130 km/h nur noch 100 km weit.
Damit hat das Rasen auf der Autobahn wohl ein Ende.
Dabei kommt mir der Ausspruch eines CDU-Politkers in den Sinn, den ich Anfang der 90er Jahre zufällig im Radio hörte:
„Mit 100 km/h auf der Landstrasse schaffen wir den Aufschwung im Osten nie.“
Es will keiner Elektroautos kaufen, aber die Industrie glaubt noch daran, einen Markt kreieren zu können. E-Autos werden wohl noch lange teurer sein und eine geringere Reichweit haben. Man muss also einen anderen Weg finden, dass die Leute E-Autos kaufen. Die neueste Idee ist, dass E-Auto Prestigeobjekte werden. Bei Prestigeobjekten spielt das Geld bekanntlich nur für den Verkäufer eine Rolle.
Aus der Zeitschrift für Kommunalwirtschaft:
Thomas Ketzler, Energieexperte beim Beratungsunternehmen PWC, hält es für realistisch, dass 2030 mindestens sechs Millionen „Stromer“ in Deutschland fahren und an den privaten Steckdosen sowie Hunderttausenden Ladesäulen betankt werden. Die dafür benötigten Anschlusswerte sind – rein rechnerisch – gigantisch: bei einer Million PKW kommen 37 GW zusammen, 2030 könnten im Extremfall sogar 429 GW in der letzten Meile anfallen, darunter allein in Berlin 21,5 GW, rechnet Ketzler vor. Zugleich betrage die Speicherkapazität dann bis zu 143 GWh. Zum Vergleich: gegenwärtig ist das Berliner Niederspannungsnetz für 1,5 GW ausgelegt… (https://www.zfk.de/mobilitaet/artikel/e-mobilitaet-als-neues-kommunales-geschaeftsfeld.html)
Die Investitionen sind natürlich auch gigantisch und hier wittern Stadtwerke, regionale Versorger und ihre Zulieferer ein gigantisches Geschäft.
Nach Ansicht von Dr. Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, ergeben sich daraus neue und attraktive Geschäftsfelder für kommunale Versorgungsunternehmen,…
Wer und womit die geforderten 429 GW jeden Tag zuverlässig erzeugt werden sollen, dazu findet man keine Meldung.
Dubai hat den Baubeginn für ein 2400 MW steinkohlegefeuertes Kraftwerk bestätigt. Dubai besitzt selber keine Kohle. Die Kohle wird mit Schiffen aus Australien oder Südafrika herangeschafft.
Im Rahmen seines Klimaschutzplanes für 2050 hat Dubai folgende Anteile an der Stromerzeugung geplant:
25% Fotovoltaik
7% Kernenergie
7% Kohle
61% Gas.
Das sieht realistischer aus als der deutsche Plan, aber ist natürlich nicht ohne CO2-Ausstoss.