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Gruppengrösse: Rote Neon leben gerne in grossen Gruppen. Daher sollte die Gruppe ca. 30 Tiere umfassen.
Aquariengrösse: Das Aquarium sollte ein Volumen von mind. 100 Litern (80L x 35B x 40H) umfassen. Will man sie vergesellschaften, ist ein grösseres Volumen von Vorteil.
Einrichtung: Das Aquarium sollte mit vielen Pflanzen und Holzstrukturen eingerichtet sein, damit dunklere und hellere Bereiche entstehen. Dennoch sollten die Fische genügend Schwimmraum haben.
Bodensubstrat: Der Bodengrund sollte dunkel sein. Zum Abdunkeln kann man zusätzlich z.B. Buchenblätter verwenden.
Beleuchtung: Die Roten Neon mögen es eher schummrig. Daher sollte die Beleuchtung nicht zu grell sein. Mit auf der Oberfläche schwimmenden Pflanzen kann das Licht zusätzlich abgeschirmt werden.
Futter: Als Futter gibt man Trockenfutter und Mückenlarven oder Wasserflöhe (als Lebend- oder Frostfutter).
Wasserqualität: Der Rote Neon reagiert empfindlich auf eine Verschlechterung der Wasserqualität.
Wasserwerte: Leicht saures, weiches Wasser, pH 5–6,5, Gesamthärte 3–12 °dGH, Temperatur 23–27°C.
Vergesellschaftung: Die Art sollte nur mit friedlichen, etwa gleich grossen Arten vergesellschaftet werden. Sie dürfen nicht mit Arten zusammengehalten werden, die kleinere Fische fressen (z. B. Skalare). Auch mit nachtaktiven Arten (z. B. Welse) verträgt sich die Art schlecht, weil die Roten Neon nachts am Boden ruhen und gestört werden können.
Taxonomie
Der Rote Neon gehört zu den Echten Salmlern (Characidae).
Merkmale
Der rote Bauch und das fluoreszierende blaue Band machen den Roten Neon zu einem sehr prächtigen Salmler. In der Wildnis werden sie ca. 2,5 cm bis 3 cm, in Gefangenschaft maximal 4 bis 5 cm gross. Die Weibchen sind etwas fülliger.
Eine ähnliche Art ist der Neonsalmler (Paracheirodon innesi), dessen Bauch nur in der hinteren Hälfte rot gefärbt ist.
Verbreitung
Rote Neon kommen im Waldsystem des mittleren bis oberen Rio Negro im brasilianischen Bundesstaat Amazonas und im Oberlauf des Rio Orinoco im Südosten Kolumbiens und im Südwesten Venezuelas vor.
Rote Neon leben in ihrem Ursprungsgebiet in Bächen im Einzugsgebiet des oberen Rio Negro und des oberen Orinoco. Diese Gewässer weisen eine dunkelbrauen Farbe aus. Sie rührt von den aus dem Boden gelösten Huminstoffen her, die das Wasser sehr sauer machen. Das Wasser ist mineralarm und weich.
Die Primärproduktion ist gering und daher sind die Gewässer nährstoffarm. Trotz dieser eher harschen Lebensbedingungen findet man eine hohe Vielfalt an Fischarten, weil das Flusssystem sehr unterschiedliche Mikrohabitate mit unterschiedlichen Bedingungen aufweist.
Meist sind Rote Neon in den kühleren, schattigen und seichten (20 bis 40 cm) Bereichen der Gewässer zu finden, die keine oder nur wenig Strömung. Überhängende Ufervegetation säumt das Ufer, im Wasser wachsen Wasserpflanzen. Der Bodengrund ist oft mit Ästen, Wurzeln und absterbendem Pflanzenmaterial bedeckt.
Diese Art unternimmt saisonale Wanderungen zwischen den Fliessgewässern und Palmensümpfen an den Oberläufen der Flüsse, wobei es Populationen gibt, die das ganze Jahr in den Sümpfen leben. Hier dominieren Palmen, kleine Bäume, Büsche und krautige Wasserpflanzen.
Rote Neon haben ein breites Nahrungsspektrum. Sie ernähren sich von kleinen wirbellosen Tieren wie Kleinstkrebse und Mückenlarven und pflanzlichem Material. Eine saisonale wichtige Nahrungsquelle sind Fadenalgen, die vor allem in den Sumpfgebieten gut wachsen.
Rote Neon sind meist gemeinsam in kleineren Gruppen unterwegs. Je nach Habitat kann es auch zu grösseren Ansammlungen kommen.
Die Lebensdauer von Roten Neon ist abhängig von den ökologischen Bedingungen. In ihrem natürlichen Lebensraum sind die Gewässer sehr nährstoffarm, was ihre Lebensdauer wahrscheinlich auf ca. 1 Jahr begrenzt und sie vermutlich nach der Laichzeit sterben. Unter nährstoffreicheren Bedingungen und in Gefangenschaft sollen sie ein Alter von 5 oder gar 8 Jahren erreichen.
Die wechselnden Wasserstände der Gewässer bestimmen ihren Lebensrhythmus.
Während der Regenzeit zwischen April und Juni steigt das Wasserniveau um mehrere Meter und flutet den umliegenden Regenwald. Dann wandern die Roten Neon in die gefluteten Bereiche des Waldes oder in die Sümpfe an den Oberläufen der Flüsse auf der Suche nach Futter und um sich fortzupflanzen. Hier finden sie Algen, Wasserpflanzen, Samen, Früchte und wirbellose Tiere und somit auch gute Bedingungen für den Nachwuchs. Die Jungfische verstecken sich bevorzugt unter den Wasserpflanzen und der Laubschicht des Bodens.
Nach der Regenzeit, wenn das Wasserniveau wieder sinkt, müssen die Fische flussabwärts wandern, wo Raum und Nahrung wieder knapper sind. Einige Populationen scheinen jedoch während des ganzen Jahres in den Sümpfen zu leben.
Die Zucht der Roten Neon gilt als anspruchsvoll. Daher kommt er häufig als Wildfang in den Handel. Wie häufig bei Fischen ist auch beim Roten Neon wenig über sein Verhalten bekannt.
In einer Studie (Anjos & Anjos 2006) hatten sich von 20 Gruppen nur 9 fortgepflanzt, obwohl sie die natürlichen Bedingungen imitiert hatten, inklusive Anhebung des Wasserstands. Die Weibchen haben jeweils in der Dämmerung wiederholt Tage klebrige Eipakete abgelaicht. Die Embryonalentwicklung ist schnell, das Larvenstadium gilt als lang, und ab dem 22. Tag ähneln die Jungtiere den Erwachsenen. Bei den Larven ab dem 5. Tag verzeichneten sie eine hohe Sterblichkeit (50%). Ihre maximale Grösse erreichen die Fische mit ca. 8 Monaten.
In Brasilien exportiert der Bundesstaat Amazonas am meisten wildgefangene Fische für die weltweite Aquarienhaltung. Pro Jahr sind es mehrere Dutzend Millionen Individuen. Die meisten Fische stammen aus der Region des Rio Negro, darunter auch der Rote Neon. Er ist mit einem Anteil von über 60 Prozent mit Abstand die Nummer Eins unter den exportierten Fischarten.
Rote Neon mögen dicht bepflanzte Aquarien, die aber auch Schwimmraum bieten. Rote Neon sollten in grossen Gruppen gehalten werden.
In den beiden folgenden Videos erhält man einen Eindruck vom natürlichen Lebensraum der Roten Neon.