Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/1977

Die Gäste der 15. Ausgabe
Gäste
-
Mélanie Auffret
Regisseurin von Roxane
Die aus Vannes stammende französische Filmemacherin Mélanie Auffret studierte Wirtschaft und verliess danach ihre Heimat, die Bretagne, um sich in Paris zur Schauspielerin ausbilden zu lassen. 2013 drehte sie einen ersten Kurzfilm. Dieser wurde am «Festival Génération Court» in Aubervilliers ausgezeichnet und brachte ihr ein Stipendium für eine Ausbildung zur Regisseurin ein. 2016 drehte sie als Diplomfilm den Kurzfilm Sois heureuse ma poule über einen sensiblen Bauern, der seinen geliebten Hühnern erklären muss, dass das Gesetz ihn zwingt, auf industrielle Haltung umzustellen. Gleichzeitig begann sie als Bühnenmeisterin und Regieassistentin bei mehreren Spielfilmen mitzuarbeiten, etwa bei Ma Loute (2016) von Bruno Dumont, Un sac de billes (2017) von Christian Duguays, Dalida (2017) von Lisa Azuelos und Le Flic de Belleville (2018) von Rachid Bouchareb. Ihr Kurzfilm lief derweil an mehreren Festivals (u. a. am «Festival International du Film de Comédie de l’Alpe d’Huez», am «Festival de Clermont-Ferrand» im Rahmen der «Carte blanche» und am «Festival international de courts métrages d’étudiants Chalon Tout Court») und fiel dabei den Produzenten von Samba und Le Sens de la fête auf. Diese fragten Mélanie Auffret, ob sie nicht eine Idee für einen Spielfilm hätte … Die Antwort lautete Roxane, wiederum spielen Hühner die Hauptrolle. Mélanie Auffret präsentiert ihren neuen Film dieses Jahr am FFFH.
-
Fabienne Berthaud
Regisseurin von Un monde plus grand
Die in Gap geborene französische Schriftstellerin und Filmemacherin Fabienne Berthaud folgte ihrer Leidenschaft fürs Theater und den Film und wurde Schauspielerin. 1994 veröffentlichte sie im Verlag Albin Michel ihren ersten Roman, Cafards, und wurde dafür von den Kritikern gefeiert. Neben ihren Engagements als Schauspielerin schrieb sie einen ersten Kurzfilm, den sie zusammen mit Aruna Villiers drehte, Noël en famille (1998) mit Mathilde Seignier und der verstorbenen Jocelyn Quivrin. 1999 erschien ihr zweiter Roman Mal partout. Aus ihrem Interesse für die Modewelt entstand ihr erster Spielfilm Frankie (2006). Dieser erzählt die Geschichte eines gealterten Models, gespielt von Diane Kruger, die vor ihrer Karriere als Schauspielerin selbst ein Supermodel war. 2010 brachte Fabienne Berthaud ihr eigenes Buch Pieds nus sur les limaces auf die Kinoleinwand, darin spielen Diane Kruger und Ludivine Sagnier zwei sehr unterschiedliche Schwestern. Der Film lief an zahlreichen Festivals und wurde in Cannes im Rahmen der «Quinzaine des réalisateurs» ausgezeichnet. Im darauffolgenden Jahr erhielt Fabienne Berthaud für ihren Roman Un jardin sur le ventre den «Prix Françoise Sagan». 2015 erschien ihr dritter Spielfilm Sky, den sie in den USA gedreht hatte – wiederum mit Diane Kruger, diesmal in der Rolle einer Frau im Urlaub mit ihrem Mann, mit dem sie sich nicht mehr versteht. Fabienne Berthaud präsentiert am FFFH Un monde plus grand, zusammen mit Cécile de France, der Hauptdarstellerin ihres neuen Spielfilms.
-
Céleste Brunnquell
Céleste Brunnquell, Schauspielerin in Les éblouis
Die in Paris geborene Céleste Brunnquell begann mit elf Jahren Theater zu spielen, dabei wurde sie von ihrer Französischlehrerin Marie Joliot und von Jacinthe Cappello, einer Schauspielerin des Ensembles von Jean-Michel Rabeux, unterrichtet. Im Gymnasium nahm sie weiterhin Schauspielunterricht am «Théâtre de l'Atelier», nun unter der Leitung von Candice Pailleux, wo sie von der Casting-Leiterin Elsa Pharaon entdeckt wurde. So kam sie auch zu ihrer Rolle in Sarah Sucos erstem Langspielfilm Les éblouis, den Céleste Brunnquell nun am FFFH zusammen mit der Regisseurin und dem Schauspieler Éric Caravaca präsentiert.
-
Éric Caravaca
Schauspieler in Les éblouis
Éric Caravaca wurde in Rennes geboren und liess sich an der «École Supérieure des Arts et Techniques du Théâtre», der sogenannten «École de la Rue Blanche», sowie am «Conservatoire National Supérieur d'Art dramatique» in Paris zum Schauspieler ausbilden. 1992 startete er im Stück Grand-peur et misère du IIIe Reich von Bertold Brecht (im Original Furcht und Elend des Dritten Reiches) seine Theaterkarriere, die er bis heute unter der Regie namhafter Persönlichkeiten wie Philippe Adrien, Alain Françon und Thomas Ostermeier fortführt. Seit 1996 spielt er auch in Kinofilmen mit. Bis heute trat er in 45 Langspielfilmen auf, unter anderem in Werken von François Dupeyron (C’est quoi la vie, für den er im Jahr 2000 den César als bester Nachwuchsdarsteller erhielt, La Chambre des officiers, Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran, Inguélézi), Patrice Chéreau (Son frère), Lucas Belvaux (La Raison du plus faible), Josiane Balasko (Cliente), Werner Schroeter (Nuit de chien), Véronique Reymond & Stéphanie Chuat (La Petite Chambre) sowie von Marjane Satrapi & Vincent Paronnaud (Poulet aux prunes). 2005 wechselte Éric Caravaca hinter die Kamera und drehte Le Passager, in dem er auch eine der Hauptrollen spielte und der an vielen Festivals gezeigt und ausgezeichnet wurde. Er drehte zudem einen beeindruckenden Dokumentarfilm, Carré 35 (2017), über den frühen Tod seiner älteren Schwester. In den letzten Jahren war er in Blood Ties (2013) von Guillaume Canet, Ce qui nous lie von Cédric Klapisch (2015), L’Amant d’un jour (2017) von Philippe Garrel sowie in Grâce à Dieu (2019) von François Ozon zu sehen. Éric Caravaca präsentiert am FFFH Les éblouis zusammen mit Sarah Suco, der Regisseurin des Films, und der Schauspielerin Céleste Brunnquell.
-
Cécile de France
Schauspielerin in Un monde plus grand
Die in der belgischen Provinz Namur geborene Cécile de France ging mit 17 Jahren nach Paris, um sich zur Schauspielerin ausbilden zu lassen. Im Jahr 2000 erhielt sie die weibliche Hauptrolle in L'Art (délicat) de la séduction, dem ersten Langspielfilm von Richard Berry. Bekanntheit erlangte sie durch ihren Auftritt in L’Auberge espagnole von Cédric Klapisch, der ihr 2003 den César für die beste Nachwuchsdarstellerin einbrachte. Ein Jahr später gab sie in Le Tour du monde en quatre-vingts jours von Frank Coraci ihr Hollywood-Debüt. Für ihren Auftritt in Les Poupées russes, einem weiteren Film von Cédric Klapisch, gewann sie 2006 den César als beste Nebendarstellerin. Es folgten viele weitere Rollen in anspruchsvollen Filmen aller Genres unter der Regie renommierter Filmemacherinnen und Filmemacher wie Étienne Chatiliez (La Confiance règne), Claude Miller (Un secret), Jean-François Richet (Mesrine : l’instinct de mort), Stijn Coninx (Sœur Sourire), Clint Eastwood (Au-delà), Jean-Pierre & Luc Dardenne (Le gamin au vélo), Xavier Giannoli (Superstar), Catherine Corsini (La Belle Saison) und Carine Tardieu (Ôtez-moi d’un doute). Cécile de France spielte in beiden Staffeln der Fernsehserie The Young Pope (2015 und 2018) von Paolo Sorrentino mit. Für ihre Darstellung der Hauptfigur in Mademoiselle de Joncquières von Emmanuel Mouret war sie für den César in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nominiert. Zurzeit ist sie in The French Dispatch, dem neuen Film von Wes Anderson, zu sehen. Am FFFH präsentiert Cécile de France zusammen mit der Regisseurin Fabienne Berthaud den Film Un monde plus grand.
-
Cécile Denjean
Regisseurin von Le cercle des petits philosophes
Die französische Filmemacherin Cécile Denjean studierte Internationale Beziehungen, befasste sich mit dem Thema Menschenrechte im Film und drehte dann ihren esten Film Yémen, le voile et l’interdit (2012), in dem sie sich mit den Stereotypen des Orientalismus auseinandersetzte. Ihre darauf folgende Filmographie macht sie zu einer der bedeutendsten Dokumentarfilmerinnen ihrer Generation. Zu den Dutzend Mittel- und Langspielfilmen, die sie meistens mit der Unterstützung von Arte gedreht hat, gehören Un homme presque parfait, in dem die wissenschaftliche «Optimierung» des Menschen in Frage gestellt wird; Le Mystère de la matière noire, eine humorvolle Reflexion über das Universum und die 95 % unbekannte («dunkle») Materie, aus der es besteht; Le ventre, notre deuxième cerveau über unser Verdauungsorgan und die 200 Millionen Neuronen, die damit verbunden sind. Mit Princesses, pop stars & girl power (2014), in dem es um die Entfremdungsmechanismen der «Girly»-Kultur geht, wurde Cécile Denjean einem breiteren Publikum bekannt. In Virilité, ihrem nächsten Dokumentarfilm, behandelt sie das Thema Männlichkeit und die Schwierigkeiten im Umgang mit Gewalt, Macht und Herrschaft. Der Film lief im März 2018 am «Festival du film et forum international sur les droits humains» (FIFDH) in Genf. Cécile Denjean präsentiert am FFFH Le cercle des petits philosophes (2017), der Kinder zwischen sieben und elf Jahren als «denkende Schilfrohre» (Blaise Pascal) porträtiert.
-
Arnaud Desplechin
Regisseur von Roubaix, une lumière
Der in Roubaix geborene Arnaud Desplechin gilt zu Recht als einer der grössten französischen Regisseure der Gegenwart. Er entschied sich schon früh für die Filmkunst und studierte am «Institut Des Hautes Études Cinématographiques» (heute «La Fémis») Filmregie und Fotografie. 1991 konnte er bei den Filmfestspielen in Cannes seinen Mittellangfilm La Vie des morts präsentieren, einige Monate später gewann er den Jean-Vigo-Preis. Im selben Jahr drehte er La Sentinelle mit Mathieu Amalric, der seither zu seinen Lieblingsschauspielern zählt. Dieser Spielfilm nahm am Wettbewerb von Cannes teil und war für den César in der Kategorie Bestes Erstlingswerk nominiert. Nach Comment je me suis disputé… (Ma vie sexuelle) im Jahr 1996 und dem Kostümfilm Esther Kahn (2000), die beide ebenfalls in Cannes liefen, führte Arnaud Desplechin 2004 Regie bei Rois et reine. Der Film gewann den Louis-Delluc-Preis und brachte Mathieu Amalric einen César in der Kategorie Bester Hauptdarsteller ein. Für L'Aimée (2007) erhielt Arnaud Desplechin in Venedig von der Autonomen Provinz Trient einen Preis für den besten Dokumentarfilm. 2012 nahm er mit Jimmy P. (Psychothérapie d’un Indien des plaines) zum fünften Mal am Wettbewerb von Cannes teil. Nachdem vier seiner Filme in verschiedenen Kategorien bei den César nominiert gewesen waren, gewann Arnaud Desplechin für Trois souvenirs de ma jeunesse (2015) den Preis für die beste Regie, für das beste Drehbuch sowie den «Prix Lumières» in der Kategorie Bester Film. Arnaud Desplechin präsentiert am FFFH Roubaix, une lumière, auch dieser Film konkurrierte um die Goldene Palme von Cannes.
-
Éléa Gobbé-Mévellec
Co-Regisseurin von Les hirondelles de Kaboul
Nach ihrem Bachelor in Angewandter Kunst wurde Éléa Gobbé-Mévellec an der GOBELINS, der renommierten «École de l'image» in Paris aufgenommen und studierte dort Animationsfilm. Während ihres Studiums drehte sie ihren ersten Kurzfilm, Madame (2006). Zwei Jahre später entstand Escale. Dieser Kurzfilm lief am «Festival international du film d’animation d’Annecy», einem der weltweit bedeutendsten Festivals für Animationsfilme. Éléa Gobbé-Mévellec gestaltete als Grafikerin die Designs von Fernsehsendungen und Werbespots und arbeitete als Figurenzeichnerin bei mehreren Kurz- und Langspielfilmen mit, etwa bei Le Chat du rabbin (2011) von Joann Sfar, Le Jour des corneilles von Jean Christophe Dessaint (2012), Ernest et Célestine (2012) von Benjamin Renner, Vincent Patar und Stéphane Aubier sowie bei Avril et le monde truqué (2015) von Christian Desmares und Franck Ekinci, ausgehend von Zeichnungen von Jacques Tardi. 2016 zeichnete sie an Lastman mit, einer Serie von Animationsfilmen nach einem Comic von Bastien Vivès, Balak und Michaël Sanlaville. Auf Bitte von Zabou Breitman drehte sie gemeinsam mit ihr Les hirondelles de Kaboul, ihren ersten Spielfilm, für den sie die gesamte Grafik und Animation entwarf und den sie dieses Jahr am FFFH präsentiert.
-
Cédric Kahn
Regisseur und Drehbuchautor von Fête de famille und Schauspieler
Der französische Filmemacher, Drehbuchautor und Schauspieler Cédric Kahn verliess nach dem Abitur die Region Drôme, um in Paris in der Filmwelt Fuss zu fassen. 1987 assistierte er Yann Dedet beim Schneiden des Films Sous le soleil de Satan von Maurice Pialat und drehte 1990 seinen ersten Kurzfilm Les Dernières Heures du millénaire. Ein Jahr später folgte der beeindruckende Langspielfilm Bar des rails, der an den Filmfestspielen von Venedig lief. Für seinen zweiten Spielfilm, Trop de bonheur (1994), erhielt er den «Prix Jean Vigo» und wurde in Cannes mit dem «Prix de la jeunesse» ausgezeichnet. Cédric Kahn trat in N’oublie pas que tu vas mourir (1995) von Xavier Beauvois auf und drehte danach L'Ennui (1998), der auf einem Roman von Alberto Moravia beruht und ihm den «Prix Louis Delluc» einbrachte. Roberto Succo (2001), die (wahre) Geschichte eines Serienmörders, gespielt von Stefano Cassetti, lief im Wettbewerb von Cannes, sein nächster Spielfilm Feux rouges (2004) nach einem Kriminalroman von Georges Simenon schaffte es in den Wettbewerb der Berlinale. Nach L'Avion (2005), einer poetischen Reise in die Kindheit, folgten das Liebesdrama Les Regrets (2009) sowie Une vie meilleure (2012), ein Film über das «Wunder des Erfolgs». Für Vie sauvage (2014) über einen Vater, der seine Kinder jahrelang versteckt hielt, gewann Cédric Kahn am «Festival Internacional de Cine de San Sebastián» den Spezialpreis der Jury. La Prière brachte dem jungen Schauspieler Anthony Bajon an der Berlinale 2018 den Silbernen Bären in der Kategorie Bester Darsteller ein. Cédric Kahn präsentiert am FFFH seinen elften Spielfilm Fête de famille.
-
Lyna Khoudri
Schauspielerin in Papicha
Lyna Khoudri, die Tochter eines Journalisten beim algerischen Fernsehen und einer Geigenlehrerin, kam in Algier zur Welt. Während des Bürgerkriegs verliess die Familie die Heimat und liess sich in Aubervilliers, einem Vorort von Paris, nieder. Nach ihrem Abitur mit Schwerpunkt Theater machte Lyna Khoudri einen Bachelor in Darstellender Kunst. 2014 gab sie in einer Episode der Fernsehserie Joséphine, ange gardien ihr Schauspieldebüt. 2015 besuchte sie die Theater- und Film-Workshops «1er Acte» und wurde dann an der renommierten «École supérieure d’art dramatique» des «Théâtre National de Strasbourg» aufgenommen. Im darauffolgenden Jahr wurde sie in Venedig für ihren Auftritt in Les Bienheureux von Sofia Djama als beste Darstellerin mit dem «Premio Orizzonti» ausgezeichnet und war bei den César-Verleihungen in der Kategorie «Révélations» nominiert. Sie trat in Luna (2016) auf, dem ersten Spielfilm von Elsa Diringer, und wurde am «Festival de Clermont-Ferrand» für ihre Rolle im Kurzfilm Fatiya (2018) von Marion Desseigne-Ravel ausgezeichnet. Ende 2019 wird sie in Hors normes von Éric Toledano und Olivier Nakache, in Qu'un Sang impur… von Abdel Raouf Dafri sowie in dem mit Spannung erwarteten Film The French Dispatch von Wes Anderson zu sehen sein. In Papicha, den sie am FFFH präsentiert, spielt Lyna Khoudri die Hauptrolle.
-
Jalil Lespert
Regisseur von Le dindon
Jalil Lespert, 1976 in Paris geboren, unterbrach sein Jurastudium, um als Schauspieler im Kurzfilm Jeux de plage (1995) von Laurent Cantet zu debütieren. Vier Jahre später war er Hauptdarsteller in Nos vies heureux von Jacques Maillot und Un dérangement considérable von Bernard Stora. Er spielte im Jahr 2000 in Ressources humaines, einem Spielfilm von Laurent Cantet mit und erhielt dafür den Cesar als bester Nachwuchsdarsteller. Von da an übernahm er die unterschiedlichsten Rollen in Werken renommierter Filmemacher wie Benoit Jacquot (Sade), Alain Resnais (Pas sur la bouche), Guillaume Canet (Ne le dis à personne), Robert Guédiguian (Le Promeneur du Champs de Mars, Le Voyage en Arménie) und Xavier Beauvois (Le Petit Lieutenant). Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler begann Jalil Lespert auch eine Karriere als Regisseur. Nach den beiden Kurzfilmen Coffee N’Dreams (2000) und De retour (2004) folgte sein erster Langspielfilm, der Mosaikfilm 24 mesures (2007), der an den Filmfestspielen von Venedig lief. 2011 drehte er seinen zweiten Langspielfilm, das spannungsvolle Drama Des vents contraires. Mit Yves Saint Laurent (2014) wechselte er ins Genre der Filmbiografie und drehte dann Iris (2016), einen Thriller, in dem er auch als einer der Hauptdarsteller zu sehen war. Jalil Lespert präsentiert am FFFH seinen neuen Film zusammen mit der Schauspielerin Alice Pol, die in Le dindon die Rolle der Victoire spielt.
-
Vincent Macaigne
Vincent Macaigne, Schauspieler in Fête de famille
Der französische Theaterregisseur, Schauspieler und Filmemacher Vincent Macaigne gehört zweifellos zu den originellsten Künstlern der aktuellen Film- und Theaterszene. Nach seiner Ausbildung am «Conservatoire National Supérieure d'Art dramatique» in Paris sorgte er 2011 im Theater mit einer sehr eigenwilligen Interpretation von Hamlet für Aufsehen (er nannte das Stück «Au moins j'aurai laissé un beau cadavre»). Drei Jahre später brachte er im «Théâtre de Vidy» in Lausanne Der Idiot von Dostojewski auf die Bühne. Am selben Theater inszenierte er im September 2017 auch das Stück Je suis un pays, ein breites Fresko über die tiefgreifende Krise unserer Demokratien. Als Schauspieler war Vincent Macaigne in anspruchsvollen Kinofilmen von Bertrand Bonello, Philippe Garrel und Mia Hansen-Løve zu sehen. Er wurde auch zur Ikone einer neuen Generation französischer Filmemacher wie Justine Triet (La Bataille de Solférino) und Antonin Peretjatko (La Fille du 14 Juillet und La Loi de la jungle). Der breiten Öffentlichkeit wurde er mit seiner Rolle eines sentimentalen Depressiven im Film Le Sens de la Fête (2017) von Éric Toledano & Olivier Nakache bekannt. 2019 war er in Doubles vies von Olivier Assayas, Blanche comme neige von Anne Fontaine und The French Dispatch von Wes Anderson zu sehen. Als Regisseur drehte er den Mittellangfilm Ce qu'il restera de nous (2011), gefolgt von Pour le réconfort (2017), seinem ersten Langspielfilm. Vincent Macaigne präsentiert am FFFH zusammen mit dem Regisseur Cédric Kahn den Film Fête de famille.
-
François-Christophe Marzal
Regisseur von Tambour battant
Der in Nizza geborene François-Christophe Marzal studierte an der Universität Grenoble Literatur und absolvierte dann an der Genfer Hochschule für Kunst (ESAV, heute HEAD) eine Filmausbildung. Sein Diplomfilm, ein Mittellangfilm mit dem Titel Reproduction interdite, erhielt viel Anerkennung. Er wurde aktives Mitglied des Kollektivs rund um das berühmte unabhängige Eventlokal Spoutnik in Genf und begann an der Seite der verstorbenen Patricia Plattner für die Produktionsfirma Light Night zu arbeiten. In diesem Rahmen drehte er auch seinen ersten Spielfilm Attention aux chiens (1999), ein wildes Hin und Her zwischen einem drogenabhängigen Detektiv und einem Gangster auf der Flucht. Im selben Jahr produzierte er ebenfalls mit Light Night den Dokumentarfilm Made in India von Patricia Plattner. 2004 drehte François-Christophe Marzal seinen zweiten Spielfilm, Au large de Bad Ragaz, in dem er Mathieu Amalric auf eine gefährliche Schatzsuche schickte. 2009 produzierte er Bazar, den letzten Film von Patricia Plattner. Er schrieb für RTS die Serie 10 und war auch deren Produktionsleiter. Sie wurde von Jean-Laurent Chautems gedreht und 2010 in La Rochelle am «Festival de la Fiction», das besonders dem Fernsehfilm gewidmet ist, zur «Besten Serie» gewählt. Am FFFH präsentiert François-Christophe Marzal zusammen mit Pierre Mifsud, einem der Hauptdarsteller seines neuen Films, die Komödie Tambour Battant.
-
Pierre Mifsud
Schauspieler in Tambour battant
Pierre Mifsud wurde in Marseille geboren, bildete sich an der Theaterschule Serge Martin in Genf aus und arbeitete danach als Schauspieler, Tänzer und Regieassistent bei der Theatergruppe «Compagnie 100% Acrylic» in Stücken wie Maman, encore un tour (1990), La Basket de Cendrillon (1992) und Allegro Fortissimo (1994) mit. Später trat er der Truppe «L’Alakran» bei und trat unter der Leitung von Oscar Gómez Mata unter anderem in Tombola Lear (1998) und ¡Ubú! (2000) auf. Während seiner weiteren Theaterlaufbahn arbeitete er mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Claude-Inga Barbey, Nicolas Rossier, Anne Bisang, Denis Maillefer und Jean-Michel Ribes zusammen. Ab 2009 beteiligte er sich an verschiedenen Projekten der Theatergruppe «2b company» unter der Leitung von François Gremaud. Mit diesem schrieb er auch das Stück Conférence de choses (2015), in dem er alleine auf der Bühne steht und das in Frankreich und der Schweiz zur kultigen One-Man-Show geworden ist. Einige Jahre davor stand er als Louis de Funès im Stück Louis Germain David de Funès de Galarza, das 2011 am «Théâtre de Vidy» in Lausanne uraufgeführt wurde, auf der Bühne. Pierre Mifsud war auch selbst als Regisseur tätig und inszenierte unter anderem mehrere Stücke von Claude-Inga Barbey. Als Filmschauspieler war er in Voltaire et l'affaire Calas (2007) von Francis Reusser sowie in Du bruit dans la tête (2008) von Vincent Pluss zu sehen. Am FFFH präsentiert Pierre Mifsud zusammen mit dem Regisseur Jean-Christophe den Film Tambour Battant, in dem er eine der Hauptrollen spielt.
-
Kacey Mottet Klein
Schauspieler in L’adieu à la nuit
Sein Leinwanddebüt hatte der in Lausanne geborene Kacey Mottet Klein im Alter von sieben Jahren in Ursula Meiers Film Home an der Seite von Olivier Gourmet und Isabelle Huppert. Zwei Jahre später stellte er in Gainsbourg (Vie heroïque) von Joann Sfarr den jungen Serge Gainsbourg dar. In L’Enfant d’en haut (2011) von Ursula Meier trat er neben Léa Seydoux in der Hauptrolle auf. Seine Leistung brachte ihm eine César-Nomination in der Kategorie Bester Nachwuchsdarsteller ein, und 2013 wurde er mit dem Schweizer Filmpreis als bester Darsteller ausgezeichnet. Es folgten Rollen in Gemma Bovery (2013) von Anne Fontaine, Une mère (2014) von Christine Carrière und Keeper (2015) von Guillaume Senez. 2015 war Kacey Mottet Klein ausserdem neben Sandrine Kiberlain in Quand on a 17 ans von André Téchine zu sehen. 2018 spielte er nacheinander in Vent du Nord von Walid Mattar, in Comme des rois von Xabi Molia an der Seite von Kad Merad, in Continuer von Joachim Lafosse, in dem er neben Virginie Efira auftrat, sowie in Journal de ma tête von Ursula Meier, einem Film aus der von RTS produzierten Reihe «Ondes de choc». Als treuer Gast des FFFH kehrt Kacey Mottet Klein mit L'adieu à la nuit von André Téchiné nach Biel zurück. Er spielt darin die männliche Hauptrolle an der Seite von Catherine Deneuve.
-
Géraldine Nakache
Regisseurin von J'irai où tu iras und Schauspielerin
Géraldine Nakache begann ihre berufliche Laufbahn bei Canal+ als Castingleiterin für die Sendung Groland und wurde danach Regieassistentin bei den Minifilmen der Satiresendung «Les Guignols de l'Info». Im Jahr 2000 wechselte sie zum Kanal Comédie! und wurde dort Produktionsleiterin. Zwischen 2003 und 2005 inszenierte sie sich in parodistischen TV-Sendungen auch selbst. Ihre Karriere als Filmschauspielerin begann 2006 in der Komödie Comme t’y es belle von Lisa Azuelos. Auf eine Rolle in der Fernsehserie Kaamelott folgte mit Tu peux garder un secret ? (2008) von Alexandre Arcady erneut ein Auftritt in einem Kinofilm. Im darauffolgenden Jahr hatte sie Nebenrollen in mehreren Komödien, unter anderem in Jusqu'à toi von Jennifer Devoldère und Tellement proches (2009) von Éric Toledano und ihrem Bruder Olivier Nakache. 2010 stand sie für Tout ce qui brille sowohl hinter als auch vor der Kamera. Sie führte zusammen mit Hervé Mimran Regie, was ihr eine César-Nomination in der Kategorie Bestes Erstlingswerk einbrachte, und trat an der Seite von Leïla Bekhti und Audrey Lamy auf. Während sie 2012 ihre Schauspielkarriere fortsetzte, etwa im Episodenfilm Les Infidèles und Sur la piste du Marsupilami von Alain Chabat, drehte sie mit Hervé Mimran eine zweite Komödie, Nous York, in der sie – wiederum mit Leïla Bekhti – auch selbst mitspielte. Géraldine Nakache präsentiert am FFFH die Dramödie J'irai où tu iras, in der sie an der Seite von Leïla Bekhti und Patrick Timsit auf der Kinoleinwand zu sehen ist.
-
Alice Pol
Schauspielerin in Le dindon
Alice Pol kam auf der Insel La Réunion zur Welt und wuchs in Marseille auf. Mit 15 Jahren nahm sie erstmals Schauspielunterricht. Während sie zunächst Jura und dann Kunstgeschichte studierte, ging sie regelmässig nach Paris und nahm dort an Castings teil. Sie zog in die französische Hauptstadt, bekam 2003 eine kleine Rolle im Fernsehfilm Fragile von Jean-Louis Milesi und trat dann in den Serien Ma terminale, Plus belle la vie und Julie Lescaut auf. Um mehr Bekanntheit zu erlangen, inszenierte sie 2006 das Stück C’est tout droit… ou l’inverse, das sie selbst geschrieben hatte. Das Stück kam gut an und brachte ihr eine Rolle in Vilaine (2008) von Jean-Patrick Benes & Allan Mauduit ein. Nach diesem Karrierestart stellte Alice Pol 2010 in Les Émotifs anonymes von Jean-Pierre Améris sehr überzeugend eine Hochsensible dar. Ein Jahr später trat sie an der Seite von Diane Kruger und Dany Boon in Un plan parfait von Pascal Chaumeil auf. Den endgültigen Durchbruch schaffte sie 2014 mit der weiblichen Hauptrolle in Supercondriac von und mit Dany Boon. Es folgten bedeutende Rollen in Filmen von Claude Lelouch (Un + une), Danièle Thompson (Cézanne et moi), Dany Boon (RAID dingue) und Guillaume Gallienne (Maryline). 2018 begeisterte sie mit ihrer Doppelrolle in Les Vieux fourneaux von Christophe Duthuron. Am FFFH präsentiert Alice Pol zusammen mit dem Regisseur Jalil Lespert den Film Le dindon.
-
Stéphane Riethauser
Regisseur von Madame
Der in Genf geborene Stéphane Riethauser studierte Jus und war unter anderem als Lehrer, Homosexuellenaktivist, Fotograf, Journalist, Übersetzer und Filmemacher tätig. Im Jahr 2000 veröffentlichte er im Verlag Éditions Slatkine den Fotoband À visage découvert mit Porträts zum Thema Coming-out. 2003 schrieb er für den Dictionnaire des cultures gays et lesbiennes, der unter der Leitung von Didier Eribon erschien, einen Beitrag über die Homosexuellenszene in der Schweiz. Im selben Jahr wurde er Regisseur bei RTS. Er gründete daraufhin seine eigene Produktionsfirma Lambda und drehte zusammen mit Marie-Catherine Theiler Le Temps suspendu (2007), einen abendfüllenden Dokumentarfilm über den Schweizer Maler Marius Borgeaud. 2009 liess sich Stéphane Riethauser als unabhängiger Regisseur und Produzent in Berlin nieder. Er drehte 2012 den Kurzfilm Prora, der an mehr als 120 Festivals lief und mit fünf Preisen ausgezeichnet wurde. Zusammen mit Pasquale Plastino schrieb er Garten der Sterne (2016), einen eindrücklichen Dokumentarfilm über einen alten Berliner Friedhof, auf dem viele AIDS-Tote begraben sind. Stéphane Riethauser präsentiert am FFFH den Dokumentarfilm Madame, in dem er seiner Grossmutter in einem vertrauensvollen und innigen Gespräch von sich erzählt.
-
Samir
Regisseur von Baghdad in my Shadow
Der in Bagdad geborene Samir, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Deutschschweizer Filmszene, kam 1961 mit seinen Eltern nach Zürich. Nach einer Lehre als Typograf liess er sich zum Kameramann ausbilden. Seit 1983 ist er als freier Kameramann und Regisseur tätig. Sein erster abendfüllender Spielfilm, Morlove – Eine Ode an Heisenberg (1986), lief am «International Film Festival Rotterdam». Sein nächstes Werk, Filou (1988), wurde in Locarno gezeigt. Es folgte Babylon 2 (1993), ein Dokumentarfilm über Einwanderer der zweiten Generation, in dem er den Begriff «Secondos» prägte. Zusammen mit dem Dokumentarfilmer Werner Schweizer übernahm Samir 1994 Dschoint Ventschr, eine Produktionsfirma für Spiel- und Dokumentarfilme. Forget Baghdad (2002) über die in Kinofilmen transportierten Klischees über «den Juden» und «den Araber» lief an etlichen Festivals rund um den Globus. Snow White (2005), eine an der Zürcher Goldküste spielende moderne Fassung des Märchens Schneewittchen, lief im Wettbewerb von Locarno. Iraqi Odyssey, ein grosses dokumentarisches Fresko über seine Familie, die über die ganze Welt verstreut im Exil lebt, vertrat die Schweiz 2016 bei den Oscars und wurde in Berlin ausgezeichnet. Am FFFH präsentiert Samir seinen neuesten Spielfilm Baghdad in my Shadow, der gerade in Locarno (ausser Konkurrenz) zu sehen war.
-
Sarah Suco
Regisseurin von Les éblouis
Sarah Suco wurde in Montpellier geboren und bildete sich an Konservatorien in Toulouse und Paris zur Schauspielerin aus. 2011 trat sie einer von Pierre Palmade gegründeten Theatergruppe bei. Sie trat mit dieser in mehreren Stücken auf, an denen sie auch selbst mitschrieb. Zugleich begann sie kleinere Filmrollen zu spielen und war etwa in Werken von Josiane Balasko (Demi-sœur), Éric Guirado (Possessions) und Éric Besnard (Mes héros) zu sehen. 2013 erhielt Sarah Suco eine der Hauptrollen in Discount (2014) von Louis-Julien Petit. Für ihre Darstellung der von der Entlassung bedrohten Supermarktkassiererin Emma kam sie in die Vornomination eines César in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin. 2015 war Sarah Suco zuerst in La Belle Saison von Catherine Corsini zu sehen, dann in Joséphine s’arrondit von und mit Marilou Berry. 2017 trat sie selbst hinter die Kamera und drehte den Kurzfilm Nos enfants. Es folgte eine Rolle in Aurore von Blandine Lenoir als Tochter von Agnès Jaoui sowie 2018 in Guy von Alex Lutz, in Place Publique von Agnès Jaoui und in Comme des garçons von Julien Hallard, in dem sie eine Fussballspielerin darstellte. Ebenfalls 2018 war sie in Les Invisibles von Louis-Julien Petit in der Rolle einer obdachlosen Punkerin zu sehen. Sarah Suco präsentiert am FFFH zusammen mit dem Schauspieler Éric Caravaca und der Schauspielerin Céleste Brunnquell ihren Film Les Éblouis.