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Gründung
1869 soll in der Schweiz erstmals Fussball gespielt worden sein. Dies durch britische Schüler des Institutes «Châtelaine» in der Rhonestadt Genf. Die weltweite Expansion des Fussballsportes, wie wir ihn kennen, hatte ihren Ursprung im Mutterland England und so wurde Fussball in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Schweiz hauptsächlich durch Schüler britischer Herkunft in den Instituten betrieben. Recht bald konnte das runde Leder den zuvor dominierenden ovalen Ball (Rugby) verdrängen.
So wurde auch die Gründung des Grasshopper Club Zürich durch einen englischen Studenten initiiert. Der junge Tom E. Griffith weilte zur Ausbildung in Zürich und brachte den Fussballfunken aus seiner Heimat in die Limmatstadt.
Was daraus entstand, ist heute der traditionsreichste und erfolgreichste Sportverein der Nation und eine Institution, welche sich über Jahre weiterentwickelte: Der Grasshopper Club Zürich.
Tom Griffith bewohnte ein Haus in der Gerechtigkeitsgasse, das sich neben dem Kolonialwarenladen eines gewissen Herrn Pfister erhob und dessen guter Kunde er gewesen zu sein schien. An einem Samstagabend im August 1886 blickte «Young Griffith» aus seinem Fenster in die Gerechtigkeitsgasse hinunter und sann über allerlei Sachen nach.
Vielleicht meditierte er über den Lauf des Lebens, über den vergangenen Sommertag, wahrscheinlich aber dachte er an England. Welcher Engländer brächte es schon fertig, 24 Stunden im Ausland zu leben, ohne an seine Heimat zu denken, ohne Vergleiche mit seinem «home country» anzustellen? Auch «Young Griffith» musste an seine Heimat gedacht haben, an alles, was seine Heimat ihm geboten hatte und er in Zürich vermissen musste. Und da fiel ihm unter anderem auch das Fussballspielen ein und wie sehr er darunter litt, in der Schweiz nicht sein geliebtes «Soccer» spielen zu können.
«Too bad, really too bad!» Und wie er so auf seine Fensterbank gestützt, bei geöffnetem Fenster in den Abend hinein meditierte, wurde er sich plötzlich gewahr, dass im Pfisterschen Kolonialwarenladen ein Fenster geöffnet wurde und Herr Pfister junior sich ebenfalls anschickte, seine abendlichen Betrachtungen bei geöffnetem Fenster abzuhalten. Kein Wunder, dass die beiden jungen Leute einige Sekunden später miteinander ins Gespräch kamen.
Es war ein recht lautes Gespräch, von Fenster zu Fenster und über den Lärm der Gerechtigkeitsgasse hinweg. Aber das Thema dieser Unterhaltung berechtigte die Sprecher, auch zu so abendlicher Stunde einen etwas lauten Ton anzuschlagen, wurde doch über nichts Geringeres als über Fussball geredet. «Young Griffith» bemühte sich, dem jungen Pfister die Reize des Fussballspieles auszumalen, der auch sofort Feuer fing und die Durchführbarkeit des Projektes für seht gut möglich hielt.
Da die Unterredung immer eifriger und enthusiastischer wurde und beide Sprecher sich einig wurden, dass es weniger beschwerlich wäre, auf der Strasse zu konversieren, als sich von Fenster zu Fenster über den Lärm der Gerechtigkeitsgasse hinweg den Hals heiser zu schreien, zumal ihnen vom Herauslehnen die Halsmuskeln erheblich schmerzten, beschlossen sie, die «pourparlers» in der Gasse fortzusetzen. Gesagt, getan.
Sie schritten heftig diskutierend die Gerechtigkeitsgasse hinunter, schwenkten in die Selnaustrasse ein und fühlten in sich ein derartig starkes Bedürfnis, ihre Ideen einem Dritten mitzuteilen, dass sie den Entschluss fassten, schnurstracks ihren Freund Hermann Nabholz aufzusuchen. Herman Nabholz war auch sofort bei der Sache, und so machten sich alle drei noch um selben Abend auf, weitere Freunde für den Fussballsport zu gewinnen; es waren dies: G. Hubacher, H. Geyelin, Hasler, Severin und Goldschmid.
In den darauffolgenden Tagen wurden weitere junge Leute für die Suche gewonnen, nämlich: Hans Wunderly, Max Hirzel, R. Vogel, S. Hirzel und Robinson. Und dann kam der grosse, mit Ungeduld herbeigewünschte Tag, da die erste Sitzung abgehalten und dem Club ein Name gegeben werden sollte.
An einem Abend in den letzten Tagen des August 1886 fand diese erste Gründungssitzung im Cafe Stäubli in der Flössergasse statt. Diese kleine Wirtschaft lag zwei Häuser vom Pfisterschen Kolonialwarenladen entfernt und blickte auf die Rückseite des alten Gerichtshofes. Nicht in einem feudalen Lokal, sondern zwischen bescheidenen vier Wänden kam es dank des jugendlichen Optimismus und unaufhaltsamen Elans Sportbegeisterter Leute in den Studentenjahren zur Gründung unseres Clubs.
Bei einer Eintrittsgebühr von drei Franken fand diese Gründungssitzung statt, an der gleich auch das erste GC-Ehrenmitglied ernannt wurde. Den erstaunten Gründern kam Oberst Nabholz wie ein verfrüht erscheinender Weihnachtsmann vor. Denn seine Spende von 20 Franken (in jener Zeit ein ansehnlicher Betrag) ermöglichte den GC-Pionieren den Import eines ledernen Fussballs sowie von Jerseys und Mützen in den Farben Blauweiss aus England. Das zur Gründung verfasste Basisprotokoll (Statuten) der Hoppers wurde schlussendlich mit dem Gründungsdatum vom 1. September 1886 versehen.
Der Enthusiasmus der jungen Sportfreunde ist daraus ersichtlich, dass die ersten Mitglieder-Ausweise schon anfangs August 1886 (etwa vier Wochen vor der offiziellen Klubgründung) datiert und unterschrieben bereitlagen.
Auszüge aus den Jubiläumsschriften «50 Jahre Grasshopper-Club Zürich (1886-1936)» und «100 Jahre Grasshopper-Club Zürich».
Der Begeisterungs-Aufwind nach der Gründung des Grasshopper Club Zürich verursachte nur wenige Wochen später auf der Wiese des alten «Sihlhölzli» einen regelmässigen GC-Spielbetrieb. Zum ersten Wettkampf kam es schon im Oktober 1886. Die torlos unentschieden verlaufene «Schlacht» gegen ein international bunt zusammengewürfeltes Polytechnikum-Team gelangte auf einem klebrigen Lehmboden zur Austragung. Dieser ruppig geführte Fight hinterliess drei Verletzte (einer gar mit Knöchelbruch), sowie einen arg ramponierten Torpfosten.
Das kotige «Terrain» machte die Akteure rasch unkenntlich. Der beissende Spott vieler Zaungäste blieb nicht aus. Eine Zeitungsnotiz tadelte gar «das sinnlose Unterfangen, einem schmutzigen Lederball nachzurennen, anstatt die Freizeit nutzbringender zu verwenden».
Auszug aus der Jubiläumsschrift «100 Jahre Grasshopper-Club Zürich»
Der Grasshopper Club Zürich wurde von folgenden acht Kameraden gegründet:
Thomas Edward Griffith (Captain)
Max Goldschmid (Aktuar)
Hermann Nabholz (Quästor)
Gust Hubacher
Pfister
Huldreich Geyelin
Hans Hasler
Karl Severin
Sie alle waren zwischen 15 - 20 Jahre alt und absolvierten eine Lehre oder besuchten das Gymnasium.
Wenige Tage später konnten fünf weitere Personen dazugewonnnen werden:
- Hans Wunderly-Volkart
- Max Hirzel
- Salomon Hirzel
- Richard Vogel
- Robinson