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Judentum: Fälschung und Wahrheit im Alten Testament (AT) gemäss Aktenlage und Grabungen
Die neue Identität durch die neue jüdische Geschichte mit Hilfe chronologischer und archäologischer Forschung
24. Die Archäologie über das Nordreich Israel unter der Dynastie der Omriden 884-842 v.Chr.
Samaria: Elfenbeinreliefs im Palast des Nordreichs Israel, ägyptischer Stil.
von Michael Palomino (2006 / 2010)
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aus: Israel Finkelstein / Neil A. Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel; Deutscher Taschenbuchverlag DTV GmbH & Co. KG, München 2004, zweite Auflage 2005; englische Originalausgabe: "The Bible Unearthed. Archaeology's New Vision of Ancient Israel and the Origin of Its Sacred Texts; The Free Press, a division of Simon & Schuster, Inc., 2001; Deutsche Ausgabe: Verlag C.H.Beck oHG, München 2002
Das israelische Omriden-Reich mit Armee, prachtvollen Städten und einer hochentwickelten Verwaltung - und das Alte Testament verschweigt fast alles
-- König Omri baut eine der mächtigsten Armeen auf (S.188), ein Berufsheer (S.189)
-- König Ahab bringt das omridische Königreich zu internationalem Ansehen
-- die Heirat mit der phönikischen Tochter des phönikischen Königs Ethbaal [heute Libanon] ist gemäss Finkelstein / Silberman ein diplomatischer Schachzug (S.188)
-- die Omriden-Dynastie lässt prachtvolle Städte als Verwaltungszentren errichten
-- König Ahab lässt die Armee weiter ausbauen
-- insgesamt werden Gebiete hoch im Norden und im Ostjordanland besetzt
-- Omri und König Ahab sind nicht "fromm", sondern manchmal sogar launisch und brutal, so wie eigentlich alle Monarchen im Nahen Osten (S.188).
Insgesamt ist das Omridenreich (biblisch "Königreich Israel" genannt) das erste richtige jüdische "Königreich" mit allen möglichen Errungenschaften. Das AT verschweigt dieses Omriedenreich (S.189). Die Herrscher im nördlichen Bergland verwirklichen nach der Zerstörung der kanaanäischen Küstenstädte ein Grossreich, ein vielfältiges Imperium, mit Herrschaft über reiche landwirtschaftliche Regionen und mit internationalen Handelsstrassen (S.211). Militär, Architektur und Verwaltung sind im Omridenreich hochentwickelt (S.214) [jedoch ohne Funde von Inschriften].
Die Folge der grossen Ausdehnung des Omridenreichs ist andererseits eine multi-ethnische Gesellschaft
-- mit israelitischen Dörfern im Kernland um Samaria
-- mit aramäisch-syrischer Kultur im weiten Norden
-- mit phönikischer Kultur an der Küste (S.211)
-- die israelische Bevölkerung bleibt im Bergland
-- die kanaanäische Bevölkerung bleibt in der Jesreel-Ebene
-- die Anordnungen der Dörfer bleiben konstant und von den Omriden unverändert (S.212).
Parallel zum Aufstieg der Omriden-Dynastie streben Damaskus, Phönikien und Moab nach Ausdehnung und Macht. Grenzfestungen sind absolut notwendig. Die heterogene Bevölkerung ist für die Landwirtschaft, für Bauvorhaben und für Kriege einsetzbar und unersetzlich (S.212).
Archäologie zum Omridenreich: Wirtschaftswachstum durch Handel mit phönikischen Küstenstädten - Vielfalt im Omridenreich
Die Funde an Bauten bestätigen für die Omridenzeit ein erstes "Goldenes Zeitalter" der israelitischen Könige. Die Bibel erwähnt den Wohlstand des Nordreichs aber nicht, ausser mit der Erwähnung von Palästen in Samaria und Jesreel (S.198).
Samaria: Palastruinen des Nordreichs Israel.
Samaria: Elfenbeinreliefs im Palast des Nordreichs Israel, ägyptischer Stil.
Die Handelsbeziehungen zu den Küstenstädten der Phönikier [heute Libanon] entwickeln sich sehr intensiv. Die Heirat von König Ahab mit einer phönikischen Prinzessin kommt sicher nicht von ungefähr. Das Auftauchen einer grossen Menge Gefässe im zyprisch-phönikischen Stil lässt sich nur durch intensive Handelsbeziehungen zu den Phönikiern erklären lässt (S.213).
Die Omriden-Bauten ähneln sehr den kanaanäischen Hauptstädten der Spätbronzezeit (S.213).
Die Ausgrabung der Ruinen von Samaria findet 1908-1910 und in den 1930er Jahren statt. Das Samaria der Omridenzeit liegt in einer landwirtschaftlich reichen Region auf einer kleinen Anhöhe. Gemäss Archäologie existiert es vor der Omridenzeit als Dorf oder Kleinstadt (S.198).
Insgesamt ist das Omridenreich nicht besonders "israelitisch", sondern ein absolut multikulturelles Reich (S.213). Der Historiker des gelogenen AT taxiert diese Politik als "sündhaftes Verhalten" und die Strafe des Untergangs der Dynastie sei gerecht (S.214). Mit den Lügengeschichten um die Omri-Dynastie im AT wird gleichzeitig planmässig die wahre, durch die Archäologie schon lange bewiesene, Geschichte Israels vertuscht (S.215).
Die Archäologie erkannte lange die Omriden-Zeit nicht - grosse Bewässerungssysteme
Lange brachten die Archäologen alle Paläste in Palästina mit dem erfundenen König Salomo in Verbindung (S.202). Die Archäologen erkannten die Omridenzeit lang nicht als entscheidende Phase Israels. Über König Ahab und Königin Isebel wurde einfach nicht weiter geforscht, weil im veralteten AT bereits eine moralisch "eindeutige" Geschichte über sie geschrieben steht. Erst die neuen präzisen Methoden der Zeitbestimmung und die neue Archäologie [der Flächenforschung und der vergleichenden Forschung] findet den Widerspruch zwischen Salomos Zeit und der Omridenzeit (S.205), z.B. bei den grossen Stadttoren (S.206), und durch das Erkennen der falschen Datierung können alle Widersprüche aufgelöst werden (S.205).
Die Omriden sollen dabei auch gigantische Wassersysteme angelegt haben, um die Städte gegen Feinde belagerungsfest zu machen. Die Wassersysteme sind regelmässig durch künstlich angelegte lange Schächte zu erreichen. König Mescha von Moab liess später ebenfalls grosse Wassersysteme einrichten und setzte dazu israelitische Kriegsgefangene ein (S.204). Eventuell sind die Wassersysteme später zu datieren (S.209).

Bildernachweis
-- Samaria: Palastruinen des Nordreichs Israel: http://joseph_berrigan.tripod.com/id21.html
-- Samaria: Elfenbeinreliefs im Palast des Nordreichs Israel, ägyptischer Stil: http://joseph_berrigan.tripod.com/id21.html
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