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Die USA haben den mutmasslichen Spionageballon aus China über dem Atlantik abgeschossen. Das bestätigte das US-Verteidigungsministerium am Samstag unter anderem dem US-Sender CNN, der «Washington Post», der «New York Times» und weiteren Medien. Auf Fernsehbildern und Augenzeugenvideos war zu sehen, wie ein weisser Ballon abgeschossen wurde.
Zuvor hatte die US-Flugaufsichtsbehörde FAA «wegen nationaler Sicherheitsmassnahmen» den Flugverkehr in den US-Bundesstaaten North und South Carolina teilweise eingeschränkt.
«Heute Nachmittag haben US-Kampfflugzeuge [...] auf Anweisung von Präsident Biden den von der Volksrepublik China gestarteten und ihr gehörenden Überwachungsballon in grosser Höhe über den Gewässern vor der Küste von South Carolina im amerikanischen Luftraum erfolgreich zum Absturz gebracht», teilte Lloyd am Samstag mit.
Biden habe bereits am Mittwoch die Erlaubnis zum Abschuss erteilt, sobald die Mission ohne unangemessenes Risiko für Menschenleben erfüllt werden könnte, teilte Austin weiter mit.
Als er über den Ballon informiert worden sei, habe er angeordnet, das Flugobjekt «so schnell wie möglich» abzuschiessen. Ein Risiko für die Menschen am Boden sollte aber ausgeschlossen werden, daher sei entschieden worden, das Flugobjekt erst über dem Wasser innerhalb des US-Hoheitsgebiets abzuschiessen.
Wenige Stunden vor dem Abschuss äusserte sich US-Präsident Joe Biden noch uneindeutig zu den Spionagevorwürfen um den chinesischen Beobachtungsballon über den USA. «Wir kümmern uns darum», sagte Biden am Rande eines privaten Termins in Syracuse im US-Bundesstaat New York laut Reportern.
Ihm waren mehrere Fragen zugerufen worden. Er war unter anderem nach einem Kommentar zu China gefragt worden und danach, ob man den Ballon abschiessen solle.
Der US-Aussenminister sagte seinen für Sonntag erwarteten Besuch in Peking ab. Es wäre der erste Besuch eines US-Aussenministers in China seit 2018 gewesen. Auch hatte Blinken nach Medienberichten von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping empfangen werden sollen. Zwar waren die Erwartungen an den Besuch nicht gross, doch gab es Hoffnungen, dass er zu einer Beruhigung in den turbulenten und schwierigen Beziehungen führt.
Das US-Verteidigungsministerium hatte am Donnerstagabend die Sichtung des chinesischen Ballons publik gemacht. Der Ballon wurde über dem US-Bundesstaat Montana, über Mittelamerika und auch Missouri gesichtet. Für Aufregung in den USA sorgte auch, dass der Ballon nahe der US-Luftwaffenbasis in Montana flog, wo mit Atomsprengköpfen bestückte Interkontinentalraketen lagern.
Die USA warfen China Spionage vor. US-Aussenminister Antony Blinken nannte das Eindringen des «Überwachungsballons» in den Luftraum der USA «inakzeptabel» und «unverantwortlich».
China wies die Spionagevorwürfe am Samstag entschieden zurück, sprach von einem Forschungsballon, der durch «höhere Gewalt» vom Kurs abgekommen sei. «Wir akzeptieren keine grundlosen Spekulationen und Stimmungsmache», zitierte das Pekinger Aussenamt am Samstag den obersten Aussenpolitiker Wang Yi.
Ballons gelten als wichtige Beobachtungsplattformen. Anders als Satelliten können sie an einer Stelle bleiben, müssen nicht eine neue Runde um die Erde drehen, um weitere Bilder zu machen, wie Experten schilderten.
Sie könnten aus grösserer Nähe beobachten, seien für Radar schwer zu entdecken. Auch könnten sie Kommunikation abfangen. Die Navigationsmöglichkeiten seien heute deutlich verbessert, sodass sie nicht mehr allein vom Wind abhingen. (sda/dpa)