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«Als wäre man unter Wasser» oder «Wie ein dunkler, schwerer Vorhang, welcher sich über alles legt.» So beschreiben Betroffene ihre Depression. Etwas nüchterner wird die Krankheit in der definiert. Dort heisst es: Hauptsymptome depressiver Episoden sind eine gedrückte Stimmung; Interessenverlust, Freudlosigkeit und eine Verminderung des Antriebs mit erhöhter Ermüdbarkeit. Was nach gewöhnlicher schlechter Laune klingt, ist ernst zu nehmen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
Symptome
Wer depressiv ist, leidet unter anhaltenden Verstimmungen, aus denen er sich in aller Regel nicht mehr selbst befreien kann. Bei Depressionen wird zwischen Haupt- und Zusatzsymptomen unterschieden. Zu ersteren gehören:
- Gedrückte Stimmung (Trauer, innere Leere)
- Interessen- oder Freudlosigkeit (Aktivitäten, die früher Spass gemacht haben, tun dies nicht mehr, Gleichgültigkeit)
Als Zusatzsymptome gelten:
- Antriebslosigkeit (Müdigkeit, das Gefühl, keine Energie zu haben)
- Konzentrationsschwierigkeiten (gedanklich von einem Thema zum anderen springen, sich schnell ablenken lassen)
- Schuldgefühle (ein schlechtes Gewissen haben, denken, man sei eine Last)
- Hoffnungslosigkeit (keine Zukunft sehen, keine Pläne mehr schmieden)
- Schlafstörungen (frühmorgendliches Erwachen, Einschlafprobleme)
- Veränderung des Appetits (kein oder ein grösseres Hungergefühl als normalerweise)
- Innere Unruhe, Verlangsamung (nicht entspannen können, träge Bewegungen)
- Suizidgedanken (darüber nachdenken, das eigene Leben zu beenden, damit der Schmerz aufhört)
Weiter berichten Betroffene von Ängsten, Grübeln, körperlichen Schmerzen, Verspannungen und Magen- oder Darmproblemen. Fachpersonen stellen die Diagnose Depression, wenn Patient:innen seit über zwei Wochen unter einem Haupt- und mindestens vier weiteren Zusatzsymptomen leiden. Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Depression erkrankt zu sein, kann der folgende Selbsttest oder die untenstehende Grafik erste Anhaltspunkte geben.
Ursachen
Depressionen haben oft mehrere Ursachen. Körperliche und genetische Einflüsse treten mit psychischen Auslösern in Wechselwirkung, verstärken sich also gegenseitig. Zu den biologischen Ursachen zählen zum Beispiel erbliche Faktoren: litt oder leidet ein Elternteil an einer Depression, ist das Risiko höher, im Laufe des Lebens ebenfalls zu erkranken. Auch der hat Auswirkungen auf die mentale Gesundheit. Gerät dieser aus dem Lot, zum Beispiel durch mangelnde Bewegung oder Stress, können Impulse zwischen den Hirnzellen nicht mehr richtig übertragen werden und die Gefühle sowie Gedanken der Betroffenen verändern sich.
Gewisse Krankheiten wie Tumore, Gehirnverletzungen, Schlaganfälle, Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Parkinson oder Demenzen gehen oft mit ausgeprägten Stimmungstiefs einher. Ebenfalls stehen Infektions- und Herzerkrankungen im Verdacht, einen negativen Einfluss auf die Psyche zu haben. Meistens lässt sich nicht klar abgrenzen, ob eine depressive Episode als Reaktion auf Erkrankungen entsteht oder umgekehrt – sie also viel mehr auslösende Ursache ist.
Forschungen haben ergeben, dass bei chronischem Stress oder einem akuten psychischen Trauma mehr Stresshormone ausgeschüttet werden. Das führt zu Verhaltensänderungen, Schlafstörungen und Ängsten. Kein Wunder also, haben einschneidende Ereignisse, wie der Verlust enger Bezugspersonen, Missbrauch, Gewalt, sowie plötzlich veränderte Lebensumstände, zum Beispiel die Geburt eines Kindes, einen Einfluss auf den psychischen Zustand. Wie wir mit solchen Situationen umgehen, ist wiederum eine Frage der eigenen Persönlichkeit. Ferner sind Menschen mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein sowie einer stark selbstkritischen, perfektionistischen Haltung anfälliger für Depressionen. Ebenso ältere Menschen. Bei ihnen tragen neben den oben genannten Faktoren oft Medikamente Mitschuld an seelischen Tiefs. Nicht zuletzt entwickeln alkohol- oder drogenabhängige Menschen teilweise anhaltende depressive Symptome.
Verlauf und Behandlung einer Depression
Eine Depression wird in aller Regel mit Psychotherapie, Medikamenten oder einer Kombination aus beidem behandelt. Antidepressiva steigern den Antrieb, stabilisieren die Stimmung und wirken angstlösend. Im Rahmen der Gesprächstherapie lernen Betroffene, ihre Erkrankung zu akzeptieren und entwickeln Strategien für den Umgang mit Krisen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel «Depression: Behandlung». Länge und Intensität einer depressiven Episode unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Klar ist: je früher die Therapie beginnt, desto besser die Prognose. Personen mit psychischen Krankheiten sind nicht automatisch von einem erfüllten Leben ausgeschlossen. Sie können arbeiten, Beziehungen führen und interessanten Hobbys nachgehen. Oder, wie Bloggerin Noemi es in ihrem Erfahrungsbericht schildert: «koexistieren mit der Depression».