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Kröten und Frösche legen ihre Eier nach der Paarung ins Wasser ab, Molche kleben sie einzeln zwischen zusammengefaltete Teile von Wasserpflanzen. Eine Ausnahme macht in verschiedenerlei Hinsicht die Geburtshelferkröte. Die ausgefallene Form der Brutpflege durch das Männchen hat dieser Art denn auch den Namen gegeben.
Lebensraum
Die kleinen, nur etwa vier Zentimeter grossen Geburtshelferkröten leben vorwiegend in Kiesgruben. Tagsüber findet man sie kaum, es sei denn, man kehre Stein für Stein um und stöbere sie so in ihren Verstecken auf. Gegen den Abend hin und lang in die Nacht hinein verraten die Männchen ihren Standort durch glockenartige, helle Rufe, die sie aber sofort unterbrechen, wenn man in ihre Nähe kommt. Tasten wir uns aber Schritt für Schritt vorwärts, so mag es gelingen, dass wir dann plötzlich einen der Rufer vor uns haben. Er äugt zwischen Steinen hervor, sitzt in einer Erdhöhle oder wartet auf einem ebenen Plätzchen auf ein Weibchen.
Paarungszeit
Anfang April und dann noch einmal oder zweimal im Mai hören wir nach dem Einbruch der Nacht recht viele ausdauernde Rufer. Die Männchen der Geburtshelferkröten werben um ihre Weibchen. Gar mancher wird erhört, und ein Weibchen hüpft in seine Nähe. Die Paarung kann beginnen. Allerdings müssen wir uns als Beobachter ganz ruhig verhalten und die Taschenlampen ausschalten, denn die Tiere sind äusserst scheu und trennen sich wenigstens am Anfang schon bei kleinsten Störungen.
Paarungsablauf und Eiübernahme
Die ganze Paarung spielt sich auf dem Lande ab und gliedert sich in folgende Abschnitte:
- Das Männchen umfasst das herbeigehüpfte Weibchen zunächst vor den Hinterbeinen in der Lendengegend. In dieser Stellung verharrt das Paar einige Minuten.
- Wenn das Weibchen keinerlei Anstalten trifft, wegzuhüpfen, schiebt sich der Partner nach vorn und umfasst es neu vor den Vorderbeinen.
- Das Männchen wippt mit seinem Kopf erregt auf und ab, und bald hernach bilden beide mit ihren Hinterbeinen eine Art Körbchen.
- Die Mutter drückt behutsam zwei, in dünne, durchsichtige Gallerthüllen gebettete Eischnüre in das Körbchen, und bald glänzen etwa 50 schnee-weisse, sehr grosse Eier zwischen den Hinterbeinen. Das Männchen lässt eine kaum sichtbare Samenflüssigkeit dazufliessen, und bereits nach wenigen Minuten sind die Eier befruchtet.
- Plötzlich drückt das Männchen den rechten, dann den linken Hinterfuss zwischen die Eikugeln und zieht sich die gallertartigen Schnüre um die beiden Fersengelenke.
- Noch zwei, drei grätschartige Bewegungen sind nötig, und die kostbare Last ist ziemlich regelmässig um die beiden Hinterbeine gewickelt.
- Die Trennung des Paares vollzieht sich recht unsanft. Das Männchen rutscht über den Rücken und den Kopf des Weibchens, sitzt vielleicht noch ein Weilchen in dessen Nähe, kehrt ihm dann endgültig den Rücken, hüpft von dannen und verkriecht sich in seinen Schlupfwinkel.
Die Bürde der Männchen
Während der nächsten zwei bis drei Wochen schleppt das Männchen die Last mit sich herum, sorgt dafür, dass die heranreifenden Eier immer genügend Feuchtigkeit haben und schützt sie auch vor grosser Kälte. Der wichtigste Zeitpunkt der Brutpflege ist dann erreicht, wenn sich aus der weissen Eimasse kupferbraune Kaulquappen entwickelt haben. Der besorgte Vater spürt wahrscheinlich das Drehen und Recken seiner ausgewachsenen Kaulquappenkinder und begibt sich mit der schlüpfreifen Brut ins seichte Wasser. Ruhig sitzt er da, wartet bis die Eihüllen platzen und Kaulquappe um Kaulquappe ins Wasser spickt und sich die ausgetrockneten Eischnüre aufgeweicht haben und wegstrampeln lassen.
Sicherung der Nachkommenschaft
Die Nachkommen der Geburtshelferkröten haben viel grössere Überlebenschancen als diejenigen aller anderen Kröten und Frösche, denn sie werden während des kritischsten Lebensabschnittes, während des Eistadiums, von allen Laichräubern wie Fischen, Molchen usw. ferngehalten. Auch der viel fortgeschrittenere Entwicklungsstand der schlüpfenden Kaulquappen – sie können u.a. sofort gut schwimmen – setzt sie in Vorteil. So kommen die Geburtshelferkröten mit etwa 150 Eiern pro Weibchen und Jahr aus, um nicht auszusterben, währenddem die Grasfrösche etwa die zwanzigfache Menge brauchen. Das mühevolle Herumtragen der Eibürde macht sich also bezahlt. Die Geburtshelferkrötenmännchen wissen das natürlich nicht, denn sie handeln nach einem angeborenen Instinkt. Umso erstaunlicher ist die Leistung!
Eiübernahme durch das Geburtshelferkrötenmännchen
- Die Geburtshelferkröten paaren im Unterschied zu allen anderen Fröschen und Kröten an Land. Das Männchen umfasst das mit Glockentönen angelockte Weibchen zunächst vor dessen Hinterbeinen.
- Das Männchen rutscht auf dem Rücken des Weibchens nach vorn. Dann bildet das Paar mit allen vier Hinterbeinen eine Art Körbchen, damit die in zwei Gallertschläuchen verpackten Eier für die Besamung und für die anschliessende Übernahme an einem Knäuel liegenbleiben.
- Plötzlich schiebt das Männchen den rechten, dann den linken Hinterfuss durch den Eischnurhaufen und wickelt sich so die wertvolle Fracht um seine beiden Fersengelenke.Mit einigen grätschartigen Vorwärtsbewegungen der Hinterbeine ordnet und verteilt das Männchen die beiden Eischnurschlingen. So kann es dann trotz der lose zusammengebundenen Hinterbeine gehen und hüpfen.
- Mit einigen grätschartigen Vorwärtsbewegungen der Hinterbeine ordnet und verteilt das Männchen die beiden Eischnurschlingen. So kann es dann trotz der lose zusammengebundenen Hinterbeine gehen und hüpfen.
- Das Männchen trennt sich vom jetzt recht mageren Weibchen, indem es einfach über dessen Rücken und Kopf nach vorne rutscht.
- Meistens bleibt das Männchen noch eine Weile in der Nähe des Weibchens, kehrt ihm aber dann endgültig den Rücken, hüpft davon und verkriecht sich mit der kostbaren Last wenigstens tagsüber in seinen Schlupfwinkel.
Brutfürsorge des Geburtshelferkrötenmännchens
- Zwei bis drei Wochen lang trägt das Männchen die Eischnüre mit sich herum, sorgt dafür, dass die heranreifenden Eier stets feucht genug haben und bewahrt sie auch vor grosser Kälte, indem es in kleinen Bodenhöhlen Unterschlupf sucht.
- Wenn sich die Kaulquappen in den Eihüllen entwickelt haben und sich zu drehen beginnen, begibt sich das Männchen mit der jetzt schlüpfreifen Brut in die seichte Uferzone eines Weihers. Dort saugen sich die Eier mit Wasser voll und platzen. Dabei «spicken» die Kaulquappen ins Wasser hinaus. Sie schwimmen nach kurzer Zeit weg, und das Männchen strampelt auch noch die mittlerweile aufgeweichten Eischnüre ab.
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