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Was ist die Prostata + wo liegt sie?
Die Prostata ist etwa walnussgross und umschliesst die Harnröhre unterhalb der Blase (siehe Abb. im blauen Kreis). Sie ist verantwortlich für die Produktion eines Grossteils der Samenflüssigkeit, welche die Beweglichkeit der Samenzellen beeinflusst und für die flüssige Konsistenz des Samenergusses sorgt.
Und: Wer hätte das gedacht? Die Prostata entsteht aus demselben embryonalen Gewebe, aus dem sich bei der Frau die G-Fläche und der G-Punkt entwickeln. Sowohl beim Mann, wie auch der Frau, kann also dasselbe Gewebe Lust bereiten, wenn dieser Bereich „erweckt“ ist. Bei vielen Männern und Frauen befinden sich diese Zonen jedoch bedauerlicherweise in einem Dornröschenschlaf, weil unbeachtet und meist mit viel Spannung belegt.
Welches sinnliche Potential liegt in der Prostata?
Im Bereich des Damms und der Prostata laufen wichtige Nerven zusammen. Diese sind unter anderem für die Steuerung von Erektion, Ejakulation und Orgasmus zuständig. Die Stimulation der Prostata kann sexuelle Höhenflüge auslösen. Viele Männer beschreiben einen Prostata-Orgasmus gar als unvergleichliches Erlebnis, das den „herkömmlichen“ Orgasmus, hinsichtlich Sinnlichkeit, sowie Leidenschaft, bei Weitem zu übersteigen vermag und auch länger andauern kann. Ausserdem sind tiefe Gefühle der Geborgenheit und der Entspannung möglich.
Welche Probleme kann die Prostata verursachen?
In diesem Rahmen möchte ich primär auf Schwierigkeiten mit einer vergrösserten Prostata1 eingehen, denn dies betrifft etwa 50 % aller Männer über 50 Jahre. Aber auch eine entzündete Prostata (Prostatitis) oder ein Prostatakarzinom2 können die Ursache für Beschwerden sein. Grundsätzlich ist es wichtig, zuallererst bei einem Urologen abzuklären, was die Ursache des Problems sein könnte.
Die vergrösserte Prostata
Eine vergrösserte Prostata (Prostata-Hyperplasie) kann Probleme mit dem Urinieren verursachen (u. a. vermehrter Harndrang, Schmerzen beim Urinieren, unterbrochener oder schwacher Harnstrahl, Unfähigkeit zu Urinieren). Es ist jedoch nicht nur alleine die Vergrösserung, welche diese Probleme verursacht, sondern auch der Zustand der Prostata. Ist das Gewebe zwar vergrössert, aber weich, kann es durchaus sein, dass man keine oder wenige Symptome hat. Ist das Gewebe hingegen hart, dann wird der Druck auf die Blase und die Harnröhre stärker sein und somit auch die Beschwerden.
Vorteile einer weichen Prostata
Was heisst das nun? Es ist aus mehreren Gründen von Vorteil, eine möglichst weiche Prostata zu haben: Einerseits aus den weiter oben genannten gesundheitlichen Gründen, andererseits weil das Lustempfinden grösser ist, wenn die Prostata weich ist (mit entspannten Lippen ist das Küssen ja auch deutlich lustvoller, oder etwa nicht?).
Weshalb sind Anus und Prostata häufig verspannt?
Das Becken ist ein Ort, an dem viel Stress im Gewebe gespeichert sein kann. Achte dich mal drauf, ob du im Alltag in diesem Bereich (inkl. Anus und Genitalien) voll und ganz entspannt bist (dies wahrzunehmen ist zuweilen gar nicht so einfach, denn wenn Spannung über einen längeren Zeitraum andauert, bemerken wir sie nicht mehr). Häufig spannen wir das Becken an, wenn wir Leistung erbringen müssen oder unter Druck sind. Je länger und öfter wird das tun, desto hartnäckiger wird die Verspannung in der Regel sein.
Ein zusätzlicher Faktor scheint mir ebenfalls zu sein, dass wir uns in einer Kultur befinden, wo Beckenbewegungen im Alltag eher verpönt und unerwünscht sind. In anderen Kulturen (z. B. in Afrika, Südamerika oder den arabischen Ländern) wird das Becken viel mehr bewegt und ist deshalb lockerer, geschmeidiger, durchbluteter und somit meist auch lebendiger.
In diesem Sinne hat ein entspanntes Becken (also weder schlaff, noch überspannt) eine gesundheitsfördernde Wirkung, sowie auch positive Auswirkungen auf das sexuelle Lustempfinden.
Wie kann eine angespannte Prostata wieder weicher werden?
Eine Methode ist die Prostata-Massage, welche z. B. im Rahmen einer tantrischen Massage durchgeführt werden kann. Dabei werden in der Regel auch Teile des Beckenbodens mitmassiert, so dass sich auch dort mehr Entspannung ausbreiten kann. Da das Becken die Verbindung zwischen der oberen und unteren Körperhälfte ist, hat es ebenfalls enorme Vorteile, in diesem Bereich durchlässiger zu sein.
Selbstverständlich ist es auch hilfreich, sich selber mit dieser Region besser bekannt zu machen. In der Dusche mit etwas Seife ist in der Hockstellung eine Berührung und Selbstmassage des Anus gut möglich.
Für die Prostata können auch Hilfsmittel benutzt werden, welche man in dafür spezialisierten Shops finden kann (z. B. Vibratoren, die speziell für die Prostata ausgelegt sind). Übrigens: Die Massage des Anus soll auch Hämorrhoiden vorbeugen und bereits vorhandene zum Verschwinden bringen (siehe Buchtipp Dr. Jack Morin: „Anal pleasure and health“).
Wie wird stimuliert, bzw. massiert?
Stimulation über den Damm
Vorteil
Wenn ein Mann Mühe mit Berührungen am Anus hat, ist dies eine Alternative.
Nachteil
Braucht einiges an Druck, da viel Gewebe dazwischen liegt. Die Stimulation ist in der Regel nicht in derselben Intensität möglich und der Massierende wird auch weniger gut in Kontakt mit dem Gewebe kommen können.
Stimulation über den Anus
Vorteil
Direkter Zugang zur Prostata, also ist sie auch viel besser spürbar und lässt sich so besser auffinden und stimulieren.
Nachteil
Nicht wenige Menschen haben Mühe damit, am Anus berührt zu werden. Der Anus ist mit vielen Schamgefühlen belegt (Kleinkinder haben da einen deutlich entspannteren Zugang ;-) und nicht selten werde ich auch von Männern gefragt, ob sie homosexuell seien, wenn sie die Lust an ihrem Anus entdecken. Die Antwort ist ganz klar: Nein! Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Man muss ja auch nicht unbedingt Italiener sein, um Spaghetti zu lieben, oder?
Zu beachten sind
Zur Hygiene und Vorkehrung gehören u. a. kurz geschnittene Fingernägel und/oder Handschuhe, um Verletzungen der empfindlichen Darmwand zu vermeiden.
Und für alle Männer, die schon eine urologische Prostatauntersuchung hatten: Eine gut vorbereitete Prostata-Massage ist mitnichten zu vergleichen mit einer Untersuchung beim Urologen!
Eine schlecht ausgeführte Prostatamassage kann ein dermassen grosser Ablöscher sein, dass man(n) es nie mehr ausprobieren möchte, was jammerschade ist. Ursache kann z. B. sein, dass zu früh penetriert wird, bevor der Anus wirklich entspannt genug ist und dies kann schmerzhaft sein!
Deshalb sind bei solch einer Massage, nebst dem Vertrauen zur gebenden Person, unbedingt eine gute Kommunikation zwischen Gebendem und Nehmendem, sowie Fingerspitzengefühl gefragt. Es sollte auf keinen Fall eingedrungen werden, wenn das Gewebe noch zu verspannt ist. Eine erfahrene Masseurin oder ein Masseur wird dies spüren und immer berücksichtigen.
Wichtig zu wissen
Wenn viele Verspannungen da sind, müssen diese in der Regel zuerst gelöst werden, damit Lustgefühle erst überhaupt entstehen können. Sind diese Spannungen aber gelöst, ist die Bahn frei für die Lust!
Vorsorge
Wer vorsorgen oder, bei einem schon bestehenden Problem, seine Prostata aktiv unterstützen möchte, sei empfohlen, nebst der manuellen Pflege der Prostata, auch die Ernährung mit einzubeziehen. Zum Beispiel beschreibt folgender Artikel aus der deutschen Zeitschrift für Onkologie eine Studie über den offenbar erfolgreichen Einsatz des Granatapfels:
Artikel Studie Granatapfel
1 Diese ist meist gutartig (benigne Prostatahyperplasie)
2 Wichtig: Ist ein Karzinom vorhanden und befindet sich dieses in der expansiven Phase (also nicht mehr abgekapselt in der Prostata), darf auf keinen Fall eine Massage der Prostata durchgeführt werden!
Urheber und Quelle Fotos:
Querschnitt männliches Becken: ©Andreus 10153682 / depositphotos.com
Querschnitt Prostata: ©rob3000 65937257 / depositphotos.com
Mann mit Händen vor Körper: ©lucidwaters 154332794 / bigstockphoto.com