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Madonna reiste einst als junge, mittellose Frau nach New York, um Schauspielerin zu werden. «Ich stieg zum ersten Mal in meinem Leben in ein Flugzeug mit 35 Dollar in der Tasche», pflegt der Popstar gerne zu erzählen.
Durch harte Arbeit, perfektes Marketing und ein untrügliches Gespür für Skandale wird aus dem 1 ,58 Meter kleinen Land-Mädchen aus Michigan einer der schillerndsten Popstars der Welt. Eigentlich will sie viel lieber Schauspielerin werden, ein grosser Star Hollywoods.
Das gelingt ihr nicht. Abgesehen vom Mega-Erfolg «Evita» muss Madonna als Schauspielerin praktisch durchwegs harte bis vernichtende Kritiken einstecken.
Evita: Jung, arm und allein
Jung, arm, auf sich allein gestellt in einer grossen Stadt. Gut 40 Jahre vor Madonnas Aufbruch nach New York startete am Südende des amerikanischen Kontinents ebenfalls ein aussergewöhnlicher Lebensweg einer Frau, die später eine Ikone werden sollte.
María Eva Duarte zieht als Teenager aus ärmsten Verhältnissen nach Buenos Aires, um Schauspielerin zu werden.
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Eva Duarte de Perón (1919–1952) war die zweite Ehefrau des argentinischen Präsidenten Juan Perón, der das Land insgesamt dreimal mit eiserner Hand regierte.
Evita, wie sie das Volk nannte, kam als 15-Jährige nach Buenos Aires und schlug sich als zweitklassige Schauspielerin durch.
Nach der Hochzeit mit Juan Perón engagierte sie sich sozial und wurde insbesondere von der Arbeiterklasse und von den Frauen, für deren Rechte sie sich ebenfalls einsetzte, wie eine Heilige verehrt.
Von der Oberschicht dagegen wurde sie Zeit ihres Lebens als berechnende Aufsteigerin verachtet. Mit 33 Jahren verstarb Eva Perón an Krebs.
Für die Rolle im Musical-Film «Evita», welcher den Lebensweg der Eva Duarte nacherzählt, sieht Regisseur Alan Parker («Midnight Express») zunächst Hollywood-Star Michelle Pfeiffer vor. Doch die winkt aus persönlichen Gründen ab.
Madonnas Moment ist gekommen: «Ich schrieb Alan einen Brief und überzeugte ihn, dass nur ich allein die Richtige für diese Rolle bin, weil Eva und ich dieselbe Geschichte haben.»
«Madonna raus!»
«Evita» wird teilweise an Original-Schauplätzen in Buenos Aires gedreht. Auch die legendäre Balkon-Szene im Präsidenten-Palast, in der sich Evita vor hunderttausenden jubelnden Anhängern zeigt.
Der damalige Präsident Carlos Menem erteilt der Filmcrew seine persönliche Einwilligung für die Dreharbeiten im Palast.
Dennoch ist die Filmcrew nicht nur willkommen: Peronisten sprayen Slogans wie «Lang lebe Evita, Madonna raus!» an die Hauswände. Von Rechtsnationalisten werden Protest-Kundgebungen gegen das Filmprojekt organisiert. Sie alle befürchten, dass Evitas Leben und Wirken im Film verfälscht dargestellt wird.
Zurück auf Feld eins
Für Madonna bleibt «Evita» die Rolle ihres Lebens. Erstmals erhält sie von gestandenen Filmkritikerinnen und -kritikern zwar keine überschwänglichen, aber mitunter wohlwollende Rezensionen.
Nach «Evita» kehrt Madonnas Alltag zurück: Auf der Musikbühne ein geschmeidiger Superstar, im Film eine erstaunlich hölzerne Schauspielerin, die sich allerlei Gemeinheiten gefallen lassen muss. Und mit der «Goldenen Himbeere» zur schlechtesten Schauspielerin aller Zeiten ausgezeichnet wird.