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In «Can the Sun Lie?» erforscht die englische Künstlerin Susan Schuppli die Frage, wie Objekte und Materialien als materielle und nicht-menschliche Zeugen dienen können. In ihrer Videoarbeit greift Schuppli den Titel: Kann die Sonne lügen? auf und visualisiert diese anhand von Bildern der Sonne in der kanadischen Arktis.
Die englische Künstlerin und Autorin Susan Schuppli erforscht in ihrer Arbeit wie Objekte und Materialien als Zeugen dienen können. Sie untersucht dabei inwiefern diese nicht-menschlichen Zeugen objektive Aussagen von historischen Ereignissen machen können. In ihrer aktuellen Forschung und künstlerischen Arbeit baut Schuppli auf diesen Gedanken auf. Sie untersucht dabei, wie die durch Klimaerwärmung hervorgerufenen Transformationen neue Formen von materiellen Beweisen erzeugen können.
Der Titel ihrer Arbeit bezieht sich auf die Frage eines amerikanischen Gerichts, dass 1886 die Beweiskraft fotografischer Zeugnisse in Frage gestellt hat: Kann die Sonne lügen? In ihrer Videoarbeit greift Schuppli diese Frage auf und visualisiert diese anhand von Bildern der Sonne in der kanadischen Arktis. In dieser Gegend haben die Inuits die Beobachtung gemacht, dass die Sonne viele Kilometer weiter westlich untergeht, als dies bisher der Fall war. Denn aufgrund des Klimawandels verhält sich das Sonnenlicht anders. Diese Beobachtung, eine optische Täuschung, die der Arbeit ihren Titel gibt, erlaubt Schuppli die Beweiskraft der fotografischen Zeugnisse in Frage zu stellen. «Can the Sun Lie?» stellt damit die Wahrheitsansprüche von materiellen Beweisen in Frage, welche die Natur nur scheinbar selbst liefert.
Hier klicken um einen Auszug der Videoarbeit «Can the Sun Lie?» zu sehen.
Susan Schuppli ist Künstlerin und Direktorin des Centre for Research Architecture, Goldsmiths, University of London. Sie erkundet wie Materialien und Objekte als nicht-menschliche Zeug*innen in den öffentlichen Diskurs eintreten und historische Ereignisse – wie die, politischer Gewalt, ethnischer Konflikte und Kriegsverbrechen – belegen. Aktuell investigiert sie, wie die durch globale Erwärmung hervorgerufenen Veränderungen neue Arten von Beweisen hervorbringen. Ihr Fokus liegt auf der Eiskernforschung und den politics of cold. Sie lebt in Grossbritannien. susanschuppli.com