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Stadtbibliothek und Post
Innenraum (Schalterhalle)
Stadtbibliothek und Post
Innenraum (Postfächer)
Stadtbibliothek und Post
Innenraum (Treppe)
Stadtbibliothek und Post
Innenraum (Lesesaal)
Stadtbibliothek und Post
Innenraum (Lesesaal)
Stadtbibliothek und Post
Adresse
2502 Biel/Bienne
BE
Architektur
Weitere Bauphasen
Der Baukomplex Stadtbibliothek und Post von Otto Stücker gehört zu den herausragendsten Vertretern des Neuen Bauens in Biel und zeichnet sich durch eine klare Gestaltung aus. Die Werkgruppe agw hat dazu einen Anbau entwickelt, der vielfältige Bezüge aufweist und dem Bestandsgebäude Respekt zollt, gleichwohl aber einen eigenen architektonischen Ausdruck hat. Entstanden ist ein stimmiges Ensemble aus Neuem Bauen und einer, der gar zu strengen Sachlichkeit enthobenen, späten Moderne der 1980er-Jahre, das im Inneren funktional verschmilzt.
Chronologie
Der Baukomplex Stadtbibliothek und Post wurde in den Jahren 1932 bis 1934 nach einem Entwurf des Architekten Otto Stücker und einem Mitarbeiter des Stadtbauamts Bern, Karl von Büren, erbaut. Von 1988 bis 1991 wurde der Baukomplex um einen Anbau ergänzt, der nach einem Wettbewerbserfolg von der Werkgruppe agw unter der Projektleitung von Reinhard Briner umgesetzt wurde.
Lage
Der Baukomplex Stadtbibliothek und Post ist sehr zentral am Rand der Bieler Altstadt gelegen. Er grenzt mit der historischen Längsfront südöstlich an den Neumarkt an und wird auf allen vier Gebäudeseiten von einer Strasse gefasst: Im Nordosten des Grundstücks verläuft die Reitschulstrasse, im Südosten die Ernst-Schüler-Strasse. Im Nordwesten kreuzen sich Neumarkt- und General-Dufour-Strasse. An dieser Ecke befindet sich der Hauteingang. Der Anbau nimmt die südöstliche Hälfte der Parzelle ein.
Beschreibung
Der Stücker-Bau umfasst vier Geschosse. Der mit gelben Hauterive-Kalkplatten verkleidete Massivbau schliesst mit einem schwach geneigten Walmdach. Der Eingangsbereich ist eingezogen und übereck mit Treppenstufen erschlossen. Der Rücksprung ist mit einem leicht auskragenden Vordach akzentuiert, das sich an beiden Seiten über die Beschriftung des Gebäudes hinwegzieht. Das schlanke, horizontale Band des Dachs korrespondiert mit dem Kranzgesims entlang der Traufkante. Das hohe Erdgeschoss beherbergt die Schalterhalle der Post und ist auf der Schauseite gegen den Neumarkt mit raumhohen Fenstern versehen. Die niedrigeren Fenster des ersten Obergeschosses korrespondieren in der Breite mit dem Erdgeschoss, während die Öffnungen der beiden darüber liegenden Etagen zu schlanken, vertikalen Fensterschlitzen zusammengefasst sind. Der starke vertikale Akzent setzt sich an der Südwestfassade mit dem geschossübergreifenden Fenster des Treppenhauses fort. Die eigentliche Geschossanzahl ist nur auf der Südostfassade an vier Fensterreihen ersichtlich. Sämtliche Fensterlaibungen sind mit einer Fuge von der Fassadenebene abgesetzt.
Bestand und Anbau sind an der Neumarktstrasse durch eine breite, zurückspringende Glasfuge mit Sheddach getrennt, die als neuer Verteiler fungiert und den Lesesaal beherbergt. Der etwas weniger hohe, flach gedeckte Anbau nimmt formal Bezug auf den Bestand: Das Motiv der eingeschnittenen Ecke am Eingang des historischen Gebäudes wird transformiert zu einem eingezogenen Erdgeschoss. Der Überhang der Obergeschosse wiederum liegt entlang der Reitschulstrasse und Neumarktstrasse in der Baufluchtlinie des alten Gebäudes. Der Bibliotheksnutzung entsprechend sind die Wandflächen des Neubaus weitgehend geschlossen. Entlang der Ernst-Schüler-Strasse im Südosten sind in geleichmässigen Abstand quadratische Fensteröffnungen in die Wandfläche gesetzt. Zudem sorgen dort, wie auch an der Reitschulstrasse, dreieckig aus der Fassade heraustretende Oberlichtbänder für eine natürliche Belichtung des Innenraums. Umhüllt werden die geschlossenen Fassadenflächen des Neubaus von in Bändern unterschiedlicher Formate gesetzten Platten.
Literatur