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Demokratierealitäten
Es gibt so viele verschiedene Formen von Demokratie, wie es demokratische Nationen gibt. Keine zwei Systeme sind genau gleich und kein System kann als „Vorbild“ für die Demokratie dienen. Es gibt Präsidial- und parlamentarische Demokratien; föderative, föderalistische und einheitliche Demokratien; Demokratien, die ständig Volksabstimmungen durchführen, solche, die mehr oder weniger Konsultationen mit Organisationen außerhalb vorsehen; Demokratien mit Verhältniswahl, solche mit Mehrheitswahl – und solche mit einer Kombination aus beidem.
Jedes dieser Systeme kann von sich behaupten, „demokratisch“ zu sein, und zwar aufgrund der Tatsache, dass sie zumindest nominell auf den zwei oben genannten Prinzipien beruhen: der Gleichheit aller Bürger/innen und dem Recht jedes Einzelnen auf ein gewisses Maß an persönlicher Autonomie. Die Ansicht, „Autonomie“ bedeute, dass alle tun und lassen können, was sie wollen, ist eindeutig falsch, doch indem das System allen Bürger/innen gleiches Stimmrecht zubilligt, wird zumindest anerkannt, dass jede/r Einzelne in der Lage ist, eine unabhängige Wahl zu treffen, und Anspruch darauf hat, dass die eigene Stimme zählt. Was danach kommt, hängt von den Bürger/innen ab.
Doch auch wenn fast jede Nation der Welt von sich behauptet, „demokratisch“ zu sein, besteht kein Zweifel daran, dass jedes derzeit existierende demokratische System durchaus zu mehr Demokratie in der Lage wäre, als es im Augenblick zulässt, und dass jedes von ihnen dieses unbestreitbar nötig hätte.