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"Nach dem ersten Glas siehst du die Dinge so, wie du sie gern
hättest. Nach dem zweiten Glas siehst du die Dinge so, wie sie nicht sind.
Und ganz zum Schluss siehst du die Dinge so, wie sie wirklich sind."

Oscar Wilde zu Absinthe

Absinth ist eine Spirituose mit charakteristisch grüner Farbe aus
der Pflanze "Artemisia absinthum", die auch beim Wermut verwendet wird. Erste
Erwähnungen über ein Absinth-ähnliches Getränk stammen aus dem antiken
Griechenland - Pythagoras und Hippokrates (460 bis 377 v. Chr.) berichteten von
seiner Heilkraft, seiner Wirkung als Aphrodisiakum und der
Kreativitäts-Steigerung, die sie durch die Spirituose erfuhren.
Das Originalrezept des Absinth enthielt noch kein
Anis. Es hatte eigentlich eine medizinische, belebende Wirkung im Auge und wurde
aus mehreren Kräutern hergestellt: Wermutöl, Salbeiöl, Melisse,
Veilchenwurzelöl, Zimt, einige geheime Zutaten, natürliche grüne
Chlorophyll-Lebensmittelfarbe (daher der Name "die grüne Fee"). Erst Henri-Louis Pernod fügte auch Anis hinzu, nachdem er gegen Ende des 18. Jahrhunderts das
Rezept gekauft und zuerst in der Schweiz und dann auch in Frankreich eine
Produktion aufgebaut hatte. Nach dem Absinth-Verbot zu Beginn des 20.
Jahrhunderts, musste Pernod die Rezeptur verändern, die nach ihm benannte
Spirituose enthielt nun kein Absinth mehr.
Im 18. und 19. Jahrhunderts war Absinth-Schnaps - im speziellen der damals noch
Absinth enthaltende Pernod unter dem Namen "Fée verte" (Grüne Fee) - sehr
beliebt, besonders in Künstlerkreisen. Dazu zählten unter anderem Guy
Maupassant, Pablo Picasso, Jean-Arthur Rimbaud, Henri Toulouse-Lautrec und
Vincent van Gogh - letzterer schnitt sich im Absinth-Rausch sein Ohr ab. Der
chronische Genuss kann durch bestimmte Stoffe - vor allem Thujon - zu
Vergiftungs-Erscheinungen führen. Die Herstellung wurde deshalb in Frankreich
1915 und in Deutschland 1923 verboten, ebenso wie in den meisten europäischen
Staaten und auch in
Amerika. Seit dem Jahre 1988 ist in der EU-Ländern Absinth
mit maximal 10 mg/kg zugelassen, in Bitter-Spirituosen bis zu 35 mg/kg. Der nach
dem alten Originalrezept der Firma Pernod produzierte Absinth hat einen
Alkohol-Gehalt von 68% vol. Er entwickelt sich wie in alten Zeiten wieder zu
einem Kultgetränk.
Nach neuesten Berichten aus dem Bundeshaus in Bern ist die Herstellung und der Verkauf von Absinth in der Schweiz wieder
straffrei. Die grüne Fee soll so den übrigen Spirituosen gleichgestellt werden.
Dadurch wird sie den strengen Herstellungsvorschriften, der
Lebensmittelkontrolle und der Alkoholbesteuerung unterstellt. Ausserdem können
durch die Gleichstellung dieselben Präventionsmassnahmen wie bei den anderen
alkoholischen Getränken getroffen werden.
Im "Val de Travers", der Wiege des Absinth, wird ein
regelrechter Wirtschaftsaufschwung erwartet.
Hier geht es zur Homepage der Fée verte und zu Oscar
Wilde's Rezepten für
Cocktaildrinks mit der Fée verte...