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Woran liegt es, dass Stechmücken gewisse Menschen besonders gerne stechen? Das "süsse Blut" zumindest ist dafür nicht verantwortlich.
Die Faktoren, welche bewirken, dass ein Mensch für Stechmücken attraktiv ist, sind komplex und in allen Einzelheiten nicht bekannt. Der Geruch spielt eine wesentliche Rolle. Von den 300 bis 400 Substanzen, welche der menschliche Körper freisetzt, sind Kohlendioxid und Milchsäure am besten untersucht und dafür bekannt, dass sie Stechmücken anziehen können.
Die Hauttemperatur und Hautfeuchtigkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Die auf der menschlichen Haut angesiedelte Mikroflora produziert z.B durch den mikrobiellen Abbau von Fettsäuren verschiedenste Geruchsstoffe (Kairomone). Diese ziehen Stechmücken ebenfalls an.
Mückenstiche sind in unseren Breitengraden meist ''harmlos''
Stechmücken besitzen keinen Giftstachel, sondern eine Art Saugrüssel. Nach dem Stich spritzt die Mücke Speichel in die Haut. Dieser Speichel hat u.a. Inhaltsstoffe, die dafür sorgen, dass das Blut nicht gerinnt und die Einstichstelle unempfindlich wird. Dann kann das Blutsaugen für die Mücke beginnen.
Die Inhaltsstoffe des Mückenspeichels lösen an der Einstichstelle eine leichte allergische Reaktion aus. Dadurch schüttet der Körper so genannte Histamine aus, welche die kleine Schwellung und den Juckreiz verursachen. Die Beschwerden sind meist vorübergehend, auch wenn Tage später der Juckreiz wieder beginnt.
Manche Menschen reagieren jedoch sehr heftig auf den Stich. Sie bekommen Nesselsucht, grossflächige Rötungen und Schwellungen, mitunter auch Fieber, Erbrechen, Atemnot und Kreislaufstörungen. Die häufig versuchten lokalen Applikationen von Gels gegen Juckreiz helfen hier meist nicht. Bei starken Reaktionen empfiehlt sich der Einsatz von oral eingenommenen Antihistaminika sowie lokalen Kortison-Lotionen oder -Cremen.
Die Rolle der Stechmücken bei Infektionskrankheiten
Infektionskrankheiten (z.B. Malaria, Gelbfieber, Frühsommer-Hirnhautentzündung, Lyme-Borreliose) werden weltweit durch verschiedene Insekten übertragen.
Dabei spielen die Stechmücken eine besonders wichtige Rolle, übertragen sie doch jährlich auf mehr als 700 Millionen Menschen Krankheitserreger. Jedes Jahr sterben alleine drei Millionen Menschen an Malaria. Für Touristen und auch für die dort lebende Bevölkerung ist ein Schutz, die sogenannte Expositionsprophylaxe, mit äusserlicher Anwendung chemischer Substanzen und physikalischer Massnahmen von besonderer Bedeutung. Insbesondere, da auch bei der Behandlung und Prophylaxe der Malaria mit Medikamenten einige Probleme wie Resistenzentwicklungen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Zudem sind die dort lebenden Menschen meist nicht in der Lage, diese Medikamente zu bezahlen.
Welche Insektenschutzmöglichkeiten gibt es?
Der Schutz gegen Stechmücken kann mit Repellentien, Insektiziden oder physikalischen Methoden durchgeführt werden. Repellentien sind Substanzen, die – auf die Haut aufgetragen - Mücken fernhalten sollen. Insektizide hingegen wirken direkt toxisch auf das Nervensystem der Insekten. Zu den physikalischen Schutzmassnahmen gehören Mückengitter, Bettnetze, geeignete Kleidung und Körperhygiene.
Die Auswahl des geeigneten Schutzes richtet sich nach der jeweiligen Situation. So müssen für Tropenaufenthalte strengere Massnahmen gegen Stechmücken getroffen werden als in unseren Breitengraden. Bei Kleinkindern und Schwangeren müssen chemische Substanzen vorsichtiger angewendet werden. Zudem spielt es für die Anwendungsdauer eine Rolle, ob das abzuwehrende Insekt nur Nacht- oder Tag-Nacht-aktiv ist
Lange Kleidung, Substanzen, welche die Mücken fernhalten oder für diese giftig sind: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich vor ihnen zu schützen. Doch was hilft wirklich gegen die lästigen Blutsauger?