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Titel:
Faksimile - Der Pariser Alexanderroman. The Romance of Alexander. Royal 20 B. XX, British Library.
Untertitel / Graf. Technik:
Faksimile u. Kommentarband (2 Bde.)
Schlagwort:
Handschriften - Faksimile, Geschichte - Mittelalter, Religion - christliche, Alte Drucke - Faksimile
Bindung / Bildgrösse:
Faksimile: Brauner Lederband mit 5 echten Bünden, goldgeprägt, Supralibros; Kommentarbd: OLwd., beides in blauer Lwd.-Kassette.
Buchdaten / Blattgrösse:
30 x 21 cm, 97 handschriftl. pag. Blatt, 86 Miniaturen, über 100 mehrzeilige Initialen, Dornblattranken, Bordüren, Blatt- und Pinselgold; Kommentarbd: 390 S.
Bemerkung:
VERGRIFFEN! Nr. 7 von 680 Stück. Kommentarband von von Maud Pérez-Simon / Joanna Fronska / Siegbert Himmelsbach. Text: Deutsch/ engl./franz.Beim Pariser Alexanderroman bleibt vorläufig ungeklärt, wer der Auftraggeber gewesen ist. Die ältesten Hinweise auf einen Besitzer finden sich auf dem Vorsatzblatt (fol. ir). Deutlich sichtbar ist hier das handschriftliche Monogramm „HR“ angebracht, das für „Henricus Rex“ steht und sich eindeutig auf König Heinrich VIII. von England beziehen lässt. Möglicherweise hatte der Pariser Alexanderroman schon zur Bibliothek seines Vaters in Richmond Palace gehört. 1542 befand sich die Handschrift nachweislich im Bestand der Upper Library in Westminster. 1757 stiftete König Georg II. dann alle Bände der Alten Königlichen Bibliothek, einschließlich des Alexanderromans, dem neugegründeten British Museum, aus dem die British Library hervorging.500 Jahre nach dem Tod Alexanders des Großen, der das Perserreich erobert und die Grenzen Makedoniens so weit hinausgeschoben hatte, dass daraus das größte Reich der Antike geworden war, entstand aus allerlei Wunder- und Schauergeschichten der griechische Alexanderroman. Dieser war im Mittelalter sehr populär und ist in zahlreichen Übersetzungen und Nachdichtungen überliefert. Tatsächlich gilt die abenteuerliche Lebensbeschreibung des antiken Helden als das vor Gutenberg am meisten gelesene und bearbeitete Buch der profanen Weltliteratur, verbreiteter noch als der Artusroman und die Trojasage. Der Pariser Alexanderroman gehört zu den schönsten mittelalterlichen Bilderhandschriften des Epos. Seine Entstehungszeit wird auf 1420/25 datiert und dürfte im Umfeld des franz Königshofes in Paris entstanden sein.Im Mittelalter verknüpften die Literatur und zahllose Werke der bildenden Kunst Alexander den Großen aufs Engste mit der höfischen Kultur. Er verkörperte alle ritterlichen Tugenden. Wer ihm nacheiferte, genoss höchstes Prestige. Die abenteuerliche Erzählung über sein Leben befriedigte darüber hinaus aber auch das Bedürfnis nach spannender Unterhaltung. Der Alexanderroman wurde deshalb gern bei der Prinzenerziehung als vorbildliches Beispiel eingesetzt. Möglicherweise hatte auch der Pariser Alexanderroman einen jugendlichen Empfänger. Darauf könnten die Vielzahl der Miniaturen, das handliche Format und das hervorgehobene Lehrer-Schüler-Verhältnis von Aristoteles und Alexander hindeuten.