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Das SCK-CEN ist seit 1998 mit der Entwicklung des beschleunigergesteuerten Forschungsreaktors Myrrha (Multipurpose Hybrid Research Reactor for High-technology Applications) beschäftigt, wartet aber immer noch auf grünes Licht der belgischen Regierung für die Mitfinanzierung des Projekts. Diese soll 40% der Investitionen von EUR 960 Mio. (CHF 1415 Mio.) während der nächsten 12 Jahre übernehmen, was einem jährlichen Beitrag von EUR 32 Mio. (CHF 47 Mio.) entspricht. Europäische private und öffentliche Partner, die EU-Kommission und internationale Partner ausserhalb Europas sollen den Rest aufbringen. Die belgische Regierung beziehungsweise Klimaminister Paul Magnette hatte ein internationales Expertenteam beauftragt, ein Gutachten zum geplanten Myrrha-Reaktor zu erstellen. Die NEA hat das Gutachten am 16. Dezember 2009 veröffentlicht.
Bewertung trotz zahlreicher Risiken positiv
Der geplante Forschungsreaktor Myrrha sei ein innovatives Projekt, das einen gewichtigen Beitrag zur Erforschung der Handhabung radioaktiver Abfälle sowie zur Entwicklung fortgeschrittener Reaktorsysteme leisten könne, fassten die Experten das Ergebnis ihrer Studie zusammen. Nebst der Forschung könne der Reaktor auch der Produktion von Radioisotopen dienen.
Noch sind sich die Projektanten nicht einig über das Design des Reaktorkerns. Die Experten sehen hier eine Reihe substantieller Risiken. Sie nennen insbesondere die Kosten, die Entwicklungszeit des Reaktors und die Finanzen als potenzielle Risikofaktoren. Die Experten empfehlen der belgischen Regierung, die nächste Phase der Projektentwicklung zu finanzieren, insbesondere die Ausarbeitung des definitiven Reaktordesigns. Ein spezieller Fokus müsse auf der Risikominderung liegen. Die definitive Zustimmung zum Bau des Reaktors könne dann in den nächsten zwei bis drei Jahren gefällt werden.
Quelle
D.S. nach NEA, Bericht 6881 «Independent Evaluation of the Myrrha Project», 16. Dezember 2009