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Lebendige Geschichte am Ausläufer des Juras.
Das Adelsgeschlecht der Regensberger gewann im 12. Jh. grossen
Einfluss. Im 13. Jh. gab es seinem Machtanspruch mit der Gründung von
(Neu-)Regensberg steinernen Ausdruck. Über das gesamte Gebiet zwischen
Rhein und Limmat und im Zürcher Oberland wollte man herrschen und die
strategisch gut gelegene Burg mit Städtchen sollte dazu Ausgangspunkt
sein. Doch zwischen Habsburgern und Zürich gab es für die
wirtschaftlich weniger starken Regensberger keinen Platz. Nach
kriegerischen Auseinandersetzungen mit den mächtigen Gegnern
verkauften sie die Burg 1302 an die Habsburger. Herzog Friedrich «mit
der leeren Tasche» verpfändete diese 1409 an die aufstrebende Stadt
Zürich.
Mit Hammer und Meissel allein trieben die Handwerker 1244 und 1245 den 57 Meter tiefen Schacht durch den harten Kalkstein. Der Brunnen war dem Auftraggeber Freiherr Lütold V. wichtig, denn nur mit eigener Wasserversorgung konnten Burg und Städtchen gebaut werden. Er ist bis heute der tiefste Sodbrunnen der Schweiz – nur leider nicht sehr ergiebig. Beim grossen Brand 1540 reichte das Löschwasser nicht und die Oberburg brannte ab, mit Ausnahme von Turm und Schloss. Nachdem 1632 ein Röhrenbrunnen bei der Kirche in Betrieb genommen wurde, entsorgten die Einwohner ihren Müll im Sodbrunnen. Neben vielen banalen Funden entdeckte man bei der Renovierung 1960 auch einen geladenen Revolver.
1995 wurde die Tagesschule in Regensberg gegründet. Eine Schule, in der Kinder des Kindergartens und der Primarschule zwischen 7.15 und 18 Uhr ein zweites Zuhause finden, auch wenn sie gerade nicht Unterricht haben. Es war die erste Tagesschule in einer ländlichen Gemeinde im Kanton. Anstoss zu diesem Angebot an berufstätige Eltern gab der Umstand, dass die Schule Regensberg zu wenig Schüler hatte, um sie weiterhin mit zwei Klassen zu betreiben. Bereits nach drei Jahren gab es lange Wartelisten. Inzwischen sind Mittagstische auch auf dem Land die Regel und die Schule Regensberg hat wieder überwiegend einheimische Kinder.
Die Kirche in Regensberg war die erste, die im Zürcher Unterland reformiert wurde. Nicht von religiösen Eiferern mit Bildersturm, sondern von Pragmatikern ging die Reformation aus: Nicht mehr gebrauchte katholische Artefakte, wie zum Beispiel das Altar-Triptychon, wurden an eine (noch) katholische Kirche verkauft. Die Kirche selbst ist mehr als 700 Jahre alt. Die ursprüngliche Holzkapelle wurde mehrfach ausgebaut und renoviert. Auch sie war vom Brand 1540 betroffen. Heute sehen wir eine klar gegliederte, kleine Landkirche, die bei Hochzeitspaaren wegen der herrlichen Umgebung in der Oberburg besonders beliebt ist.
280 Meter Skilift, gebaut 1970
46 Schüler an der Sonderschule im Schloss
1 Planetenweg
21 Meter Burgturm
473 Einwohner
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