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Ursachen der Parodontose
Die menschliche Mundhöhle ist natürlicherweise von über 100 verschiedenen Bakterienarten besiedelt. Diese Vorstellung scheint zunächst erschreckend. Bei gesunden Verhältnissen stehen die einzelnen Arten aber in einem Gleichgewicht zueinander, so dass einzelne Arten sich nicht in krankmachender Weise vermehren können.
Dieses Gleichgewicht kann aber aus dem Lot geraten. Dies kann durch allgemeine Faktoren wie einem geschwächtem Immunsystem bei schweren allgemeinen Erkrankungen oder durch lokale Faktoren begünstigt werden.
Hauptsächlich sind anaerobe Keime verantwortlich für die Mehrheit der parodontalen Erkrankungen. Dies sind Keime, die besonders gut unter Ausschluss von Sauerstoff gedeihen. In einem solchen Milieu stehen diese Keime nicht mehr in Konkurrenz zu den aeroben Keimen, also solchen, die für ihr Gedeihen auf Sauerstoff angewiesen sind.
Solche Bedingungen finden sich in allen Zahnfleischtaschen, die tiefer als 5 mm sind, aber natürlich auch an von Zahnstein bedeckten Stellen. Kronen und Füllungen mit fehlerhaft gestalteten Übergängen zum Zahn können ebenfalls solche Nischen entstehen lassen.
Verlauf der Erkankung
Die erste Reaktion des Körpers besteht in einer erhöhten Durchblutung des Gebietes. Gesundes Zahnfleisch widersteht dem Druck einer zahnärztlichen Sonde ohne Reaktion - erkranktes Zahnfleisch reagiert mit einer Blutung. In diesem Zustand ist die Erkrankung durch eine gründliche Zahnreinigung ohne bleibende Spuren noch zu beseitigen.
Bleibt dieser Zustand weiter bestehen, schützt der Körper die gesunden Gewebe, indem er Prozesse in Gang setzt, die Knochen und Zahnfleisch im Bereich der Infektion abbauen. Das Resultat sind zunächst tiefe Zahnfleischtaschen und in der letzten Konsequenz der vollständige Verlust des Zahnhalteapparates und damit der Zähne.
Dieser Vorgang erstreckt sich in den meisten Fällen über viele Jahre. In 8-10% der Fälle sind die Defekte allerdings von sehr aggressiven Keimen besiedelt. Hier können Zähne schon innerhalb weniger Jahre verloren gehen. In solchen seltenen Fällen ist der begleitende Einsatz von Antibiotika notwendig.