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Die seit 2006 im Programm stehenden 70.3-Ironman-Weltmeisterschaften hat bei den Frauen noch keine Athletin ausser Ryf mehr als zweimal gewinnen können.
Ryf verwies die Britin Holly Lawrence, die 70.3-Ironman-Weltmeisterin von 2016, mit 3:58 Minuten Vorsprung auf den 2. Rang. Die britisch-schweizerische Doppelbürgerin Simmonds verlor auf den 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen gut fünf Minuten auf Siegerin Ryf. Simmonds war im Vorjahr noch Sechste an diesen Titelkämpfen und in diesem Jahr schon Zweite über die komplette Ironman-Distanz an der EM in Frankfurt, wo sie dadurch auch ihr Ticket für die Ironman-WM vom 12. Oktober auf Hawaii löste.
Ryf setzte Trainingsleistungen um
Daniela Ryf setzte sich in bereits auf der bergigen Radstrecke mit technischen anspruchsvollen Abfahrten von ihrer Konkurrenz ab und bog mit rund zweieinhalb Minuten Vorsprung auf Lawrence in die zweite Wechselzone ein. Im Laufen vergrösserte die 32-jährige Solothurnerin dann ihren Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen noch.
Ryf konnte hinterher auf ein so gut wie perfekt verlaufenes Rennen zurückblicken. Sie setzte ihre Trainingsleistungen der letzten Monaten komplett um. «Es war ein geniales Rennen, auch wenn es velolastig war. Ich bin sehr zufrieden mit allen drei Disziplinen. Ich hatte ein gutes Schwimmen, kam mit nur einer Minute Rückstand auf die klar beste Schwimmerin Lucy Charles-Barclay aus dem Wasser. Ich besass dann im Radfahren vom wochenlangen Höhentraining in St. Moritz her sehr viel Power. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich für Hawaii auf dem Rad noch einen Zacken zulegen kann. Auch im Laufen fühlte ich mich in Nizza sehr gut und konnte hinten hinaus noch zulegen.»
Am 12. Oktober auf Hawaii wird Ryf ihren fünften Ironman-WM-Titel und in Folge anstreben. Die Ironman-WM auf Hawaii wird seit 41 Jahren ausgetragen. Rekordsiegerin ist dort Paula Newby-Fraser (ZIM) mit acht Titeln.
Triumphiert Ryf am 12. Oktober zum fünften Mal und in Folge auf Big Island über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen, würde sie auch das Double zum vierten Mal schaffen. Im Vorjahr hatte sie zum dritten Mal sowohl die 70.3-Ironman- und Ironman-WM im gleichen Jahr gewinnen können. Ausser der 32-jährigen Solothurnerin hat dieses Double bei den Frauen nur die Britin Leanda Cave geschafft (2012).
Seit Ende 2017 ist Ryf in allen Triathlons, in denen sie an den Start gegangen ist, nicht mehr besiegt worden. In Nizza feierte die zweifache Schweizer Sportlerin des Jahres den siebten Sieg in diesem Jahr.
Bereits am Donnerstag wird Ryf nach Hawaii abfliegen. Wie in den Vorjahren wird sie sich den letzten Schliff für den Saisonhöhepunkt in einem letzten Trainingslager auf Maui holen.
Wild am Sonntag Schweizer Hoffnungsträger
Am Sonntag ist in Nizza im WM-Rennen der Männer Ruedi Wild der einzige Schweizer Teilnehmer. Der heute 37-jährige Zürcher war 2016 WM-Dritter über diese Distanz. Ausser Wild hat noch kein Schweizer Mann an dieser WM einen Podestplatz errungen. Im Vorjahr war Wild auf Hawaii als bester Schweizer im 14. Rang klassiert.
Den diesjährigen Saisonhöhepunkt wird Wild verpassen, da er am Ironman Hamburg die Qualifikation mit einem 2. Rang knapp verpasste. Stattdessen will sich Wild nun am 2. November am Ironman Florida bereits das Ticket für die Ironman-WM 2020 holen.