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Seit mehreren Jahren zirkulieren Gerüchte, wonach aluminiumhaltige Antiperspirantien und Deodorants Brustkrebs verursachen würden. Auch kürzlich durchgeführte Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen der Verwendung von aluminiumhaltigen Deodorants und dem Auftreten von Brustkrebs nachweisen.
Aluminium ist ein in der Natur sehr verbreitetes chemisches Element. Man trifft es insbesondere im industriellen Sektor, in Nahrungsmitteln, in verschiedenen Gebrauchsgegenständen sowie in gewissen Kosmetika an.
In Antiperspirantien wird es insbesondere aufgrund seiner lokalen schweisshemmenden Wirkung in Form von Aluminiumhydroxychlorid, Aluminiumchlorid und Aluminium-Zirkonium-Komplexen eingesetzt.
Diese Aluminiumsalze fällen die Proteine und bilden mit Mucopolysacchariden auf der Haut Verbindungen, welche die Poren verschliessen und den Schweiss daran hindern, an die Hautoberfläche zu gelangen. Zudem haben Aluminiumsalze eine antibakterielle Wirkung.
Von den als Antiperspirantien verwendeten Aluminiumverbindungen ist nur der Gebrauch von Aluminium-Zirkonium-Hydrochloriden geregelt. Gemäss Anhang 3 der Verordnung über kosmetische Mittel (VKos, SR 817.023.31) dürfen sie als Aluminium-Zirkonium-hydroxochloridhydrate bis zu einer Konzentration von 20% verwendet werden. Sie sind in Aerosolen (Sprays) verboten und dürfen nicht auf gereizter oder verletzter Haut angewendet werden.
Die übrigen Aluminiumverbindungen dürfen in kosmetischen Mitteln verwendet werden, sofern ihr Gebrauch die Gesundheit nicht gefährdet (Artikel 14 Bundesgesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, LMG SR 817.0).
Im Anschluss an zahlreiche wissenschaftliche Kontroversen in Berichten, in denen ein Zusammenhang zwischen der Verwendung von aluminiumhaltigen Antiperspirantien und dem Auftreten von Brustkrebs hergestellt wurde, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Januar 2005 im BAG Bulletin einen Artikel publiziert. Diese Aussagen bezüglich Aluminiumsalzen sind heute immer noch gültig (vgl. BAG Bulletin 04/05).
Trotz kürzlich erschienen Studien zu diesem Thema konnte bisher kein Kausalzusammenhang zwischen der Verwendung von aluminiumhaltigen Antiperspirantien und einem Anstieg der Brustkrebs-Inzidenz aufgezeigt werden. Zurzeit gibt es keine ausreichenden Hinweise, Aluminium als krebserregend einzustufen.
Im Oktober 2011 hat die französische Agentur für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé, Afsaaps) einen Bericht betreffend eine Risikobeurteilung im Zusammenhang mit der Verwendung von Aluminium in Antiperspirantien veröffentlicht. Gemäss diesem Bericht „hat die Analyse der epidemiologischen Daten und der bei Tieren durchgeführten Studien keinen Zusammenhang zwischen Krebs und der perkutanen Exposition gegenüber Aluminium ergeben. Aufgrund der neurotoxischen Risiken und der Gefährdung für die Knochen bei einer Langzeit-Anwendung schlägt die Agentur vor, die Aluminiumkonzentration in Antiperspirantien oder Deodorants, die nur auf unverletzter, d. h. nicht rasierter Haut ohne Mikroschnitte anzuwenden sind, auf 0,6% zu senken. Die Afssaps empfiehlt daher, aluminiumhaltige Antiperspirantien nicht auf verletzter Haut anzuwenden."
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