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Drama
Südkorea 1963
Alternative Titel Kim yakgukjib daldeul; Pharmacist Kim's Daughters; 김약국의 달들
Regie Yoo Hyun-mok
Darsteller Eom Aeng-ran, Choi Ji-hie, Kim Dong-won, Hwang Jeong-sun, Lee Min-ja
Länge 108 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 17.1.10
© Bilder Korean Film Archive, Screenshots molodezhnaja
STORY
Gegen Ende der Joseon-Dynstie betrügt eine Frau ihren Mann mit einem Bediensteten. Der Mann tötet den Nebenbuhler, worauf die Frau sich vergiftet. Ihr Kind wächst als Waise auf, das haus scheint verflucht. Viele Jahre später ist aus dem Kind der Apotheker Kim (Kim Dong-won) geworden. Gegen Ende der japanischen Besatzungszeit lebt er mit seinen vier Töchtern in der Küstenstadt Tongyeong im Süden der koreanischen Halbinsel. Als die Zweitälteste, Yong-bin (Eom Aeng-ran), aus Seoul zurückkehrt, bringt ihre moderne Lebensweise Bewegung in die erstarrte Sippe, doch noch hat die althergebrachte Tradition das Sagen. Daher muss die Zweitjüngste, die verführerische Yong-ran (Choi Ji-hie), den opiumsüchtigen und impotenten Aristokraten Choi Yeon-hak (Huh Jang-gang) ehelichen, obwohl sie den Diener Han-dol (Hwang Hae) liebt. Danach wendet sich der Fischer Ki-du (Park No-shik), der eigentlich in Yong-ran verliebt ist, der Jüngsten zu, der frömmelnde Yong-oak (Kang Mi-ae). Und die verwitwete Älteste, Yong-sook (Lee Min-ja), schlägt sich mit ihrem Kind alleine durch.
REVIEW
Wenn ich oben die Namen und Alterseinteilungen durcheinandergebracht habe, spiegelt das in etwa die Verwirrung wieder, die der Plot bei mir ausgelöst hat - und für den ich keine Erklärungshilfe gefunden habe. Selbst das Booklet der DVD hat diesbezüglich ein paar Diskrepanzen aufzuweisen. Doch welche Tochter nun wie alt ist, spielt letztendlich keine Rolle. Zentral ist, dass ein altes Apotheker-Ehepaar die vier Töchter unter die Haube bringen möchte, und damit gegen einen alten Familienfluch ankämpft, der auf dem Haus lastet. Jane Austen mit koreanischem Aberglauben, sozusagen.
Als Vorlage diente aber nicht Austen, sondern der 1962 publizierte Roman von Park Kyong-Ni (1926-2008), die selbst in Tongyeong geboren wurde. Regisseur Yoo Hyun-mok (Forever with You, The Guests of the Last Train) änderte den Schluss ab und kondensiert einen Teil des Stoffes für seinen nicht einmal zweistündigen Film - doch der Kern bleibt gut erhalten. "The Daughters of Kim's Pharmacy" ist letztendlich nicht viel mehr als eine historische Seifenoper, doch die literarische Vorlage sowie Yoos Inszenierung heben das Drama über Seifenoperqualität. Weit darüber.
Zentraler Antrieb hinter der Geschichte ist der Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Die eine Tochter studiert in der Stadt und ist gebildet, eine andere ist tiefgläubig, wieder eine andere ist Witwe und die letzte ist mit ihrem verführerischen Auftreten ein Dorn im Auge. Über ihre Zukunft entscheiden darf freilich keine. So kommt die Familie mit Yong-rans Sexualität nicht klar und verheiratet sie lieber mit einem impotenten und drogensüchtigen Aristokraten - Hauptsache er hat Geld und Status. In Wahrheit sind diese beiden Werte längst am zerbröckeln, wofür Kim das beste Beispiel ist: Seine Apotheke ist nicht mehr besonders lukrativ und seine "Dynastie" fällt auseinander.
Trotz dieses spannenden Konflikts im Hintergrund ist die manchmal etwas holprige und wegen der vielen Figuren nicht sehr dramatische Story eher ein durchschnittliches Element. Yoo zeichnet anfänglich starke Figuren, verliert danach den Mut aber etwas aus den Augen und greift einige Themen, die sich anbieten würden, zu wenig konsequent auf. Das macht er indes mühelos mit der packenderen Schlussphase sowie seiner tollen Inszenierung wieder wett. So motiviert er sein Ensemble zu Höchstleistungen, rückt seine eleganten Widescreen-Bilder ins beste Licht und spielt geschickt mit visuellen Metaphern. Nicht zuletzt montiert er schwungvoll, so dass man sich gar nicht zu lange mit Handlungsschwierigkeiten aufhält.
"The Daughters of Kim's Pharmacy" mag inhaltlich nicht das ausgefeilteste Werk von Yoo Hyun-mok sein, doch es zeigt eindrücklich, zu welchen technischen Leistungen der Mann fähig ist. Die agile Kamera verdient besonderes Augenmerk, aber auch in anderen Bereichen punktet der Film. Vom Unterhaltungswert her ist eine weitere Steigerung zu Yoos Frühwerken wie Forever with You zu erkennen, er ist mutiger in seiner Bildgestaltung, weitreichender in seiner Geschichte. Kein Wunder gilt sein zwei Jahre zuvor gedrehter Stray Bullet bereits als einer seiner Karrierehöhepunkte. Dieses Familiendrama gehört zwar nicht ganz in diese Liga, zeigt aber einen Filmemacher von Qualität.
MEINE
DVD
Südkorea, Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Koreanisch 1.0 mit englischen, japanischen und koreanischen Untertiteln.
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Yesasia (Liefert aus HK)
EXTERNE LINKS
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SCREENSHOTS
Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint
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