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CS: Frauen im Management tun dem Aktienkurs gut
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- Dienstag, 31. Juli 2012 15:29
Die Aktien von Unternehmen mit mindestens einer Frau im Management entwickeln sich besser als von anderen Firmen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie.
Die Haupterkenntnis der Studie besteht darin, dass in den vergangenen sechs Jahren Unternehmen mit mindestens einer Frau in der Geschäftsleitung beim Aktienkurs besser abschnitten als vergleichbare Firmen ohne weibliche Managementmitglieder, schlussfolgert das Credit Suisse Research Institute.
Fast die gesamte Outperformance fiel in der Zeit nach 2008 an, als sich das wirtschaftliche Umfeld eintrübte und die Volatilität zunahm. Das bedeute, dass Aktien von Firmen mit höherer Gender-Diversität in Baisse-Phasen am besten abschneiden, so die Autoren der Studie. Zudem weisen solche Unternehmen höhere durchschnittliche Eigenkapitalrenditen, weniger volatile Erträge und niedrigeren Verschuldungsgrad auf, wie aus der Analyse von fast 2'400 Unternehmen weiter hervorgeht.
Weniger Volatilität und mehr Ausgeglichenheit
Zusammenfassend dürfte die Regel, dass Geschäftsleitungen mit Frauen eine relative Outperformance erzielen, aber nicht in jedem Fall zutreffen, heisst es weiter. «Es ist aber wahrscheinlich, dass eine ausgewogenere Geschäftsleitung für etwas weniger Volatilität und etwas mehr Ausgeglichenheit über eine Wirtschaftszyklus sorgt.»
Im Bericht werden ausserdem sieben Hauptgründe genannt, weshalb ein Zusammenhang zwischen Gender Diversity und einem vorteilhafteren Kursverlauf bestehen könnte:
- Signal eines erfolgreichen Unternehmens
Die Ernennung von Frauen in die Geschäftsleitung scheint eher ein Anzeichen dafür, dass ein Unternehmen bereits Erfolg hat, als dafür, dass eine Steigerung notwendig ist, wie die Analyse zeigt.
- Leistungssteigerung aller Mitglieder der Geschäftsleitung
Es gibt Anhaltspunkte und Forschungsarbeiten, die zeigen, dass eine grössere Vielfalt in der Leitung den Unternehmenserfolg fördern kann.
- Besserer Mix von Führungsqualitäten
Verschiedenste Studien zu Führungsqualitäten zeigen, dass es zu den Stärken von Frauen gehört, klare Verantwortlichkeiten festzulegen und Mitarbeitende als Mentorin oder Coach zu betreuen. Dies dürfte zu vielseitigeren Führungsqualitäten in einem Unternehmen beitragen.
- Zugang zu grösserem Talentpool
Daten belegen, dass 2010 weltweit 54 Prozent der Hochschulabsolventen Frauen waren. Im Jahr 2000 hatte der Durchschnitt noch bei 51 Prozent Frauen gelegen. Der Trend hin zu einem noch höheren Anteil von Hochschulabsolventinnen scheint sich fortzusetzen, wenn der Erfolg von Mädchen auf der Primar- und Sekundarstufe als Massstab dient.
- Besseres Verständnis der Konsumenten
In der Regel entscheiden Frauen über Haushaltsausgaben. Deshalb leuchtet es ein, dass Unternehmensleitungen mit weiblichen Mitgliedern die Vorlieben der Kunden besser kennen. Entsprechend ist der Frauenanteil in Branchen mit direktem Kontakt zu den Konsumenten bereits heute höher.
- Verbesserte Corporate Governance
Ungewöhnlich einig ist man sich in der Forschung, dass es Geschäftsleitungen mit Frauen eher gelingt, hohe Anforderungen bezüglich Unternehmensführung (Corporate Governance) und sozialen Gesichtspunkten (Social Governance) zu erfüllen.
Frauen verschulden sich weniger
Die Analyse der im MSCI ACWI (All Country World Index) vertretenen Titel durch das Research Institute ergab darüber hinaus, dass Unternehmen mit Frauen in der Geschäftsleitung tendenziell weniger hoch verschuldet sind als vergleichbare Unternehmen ohne weibliche Geschäftsleitungsmitglieder.
Eine niedrigere relative Verschuldung erwies sich in den vergangenen vier Jahren als aussagekräftiger Indikator für eine überdurchschnittliche Entwicklung des Aktienkurses, mit einer durchschnittlichen Outperformance von 2,5 Prozent pro Jahr in den vergangenen 20 Jahren und 6,5 Prozent pro Jahr in den letzten vier Jahren, so die Studienautoren weiter.
Aspekt der Leistungssteigerung
Ende 2011 hatten bereits 59 Prozent der im MSCI ACWI vertretenen Unternehmen Frauen in der Geschäftsleitung. 2005 war der Frauenanteil auf Geschäftsleitungsebene lediglich 41 Prozent. Interessanterweise habe sich zudem die Debatte über Gender Diversity von einer Frage der Fairness und Gleichberechtigung zum Aspekt der Leistungssteigerung verschoben, schreibt das Credit Suisse Research Institute.
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