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Auf dem 240 km langen Pilgerweg von Disentis nach St-Maurice begegnen wir Wänden mit zehntausenden von Schädeln, einem Ledigenfriedhof, Bischöfen, die ihre Seele mit dem Teufel verwettet haben, andere, die Wein zauberten, die ermordet oder 1988 sogar noch von Johannes-Paul II. exkommuniziert wurden, «Kreditkarten», die regelten wann, wer, in welcher Reihenfolge zur Prozession zu gehen hatte, Kapellen, in denen tote Kinder für die heilbringende Taufe wieder kurz zum Leben erweckt wurden und Heilige gegen Zahnschmerzen, Kopfweh und für Kinderwunsch.
Während die Calvinisten und Reformierten im «Unterland» mit ihrer Arbeit gottgefällig sein wollten, machten es die Katholiken in den Bergen mit Beten und Spenden für neue Kirchen Kapellen und Altäre. So treffen wir zwar auf wirtschaftsschwache Täler in Graubünden, Uri und Wallis, können aber umso mehr unverfälschte Natur und die reiche Sakrallandschaft geniessen, die tagsüber – zur Verblüffung von Ausländern – meistens offen ist. Geniessen wir diese Kapellen als kleine Museen!