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Ein Stahlseil besteht aus mehreren Litzen welche spiralartig umeinander gewickelt sind. Jede Litze besteht wiederum aus mehreren Drähten. Ursprünglich bestanden diese aus Schmiedeeisen, heutzutage wird Stahl verwendet.
Als Erfinder vom modernen Drahtseil gilt der deutsche Berghauptmann Wilhelm August Julius Albert (1787 – 1846). Seine Seile („Albert-Geflecht“ genannt) wurden erstmals im Jahr 1834 im Harzgebirge eingesetzt. Die damals im Harzer Bergbau verwendeten Ketten wurden durch ständige Belastungen beschädigt und brachen immer wieder – mit zum Teil verheerenden Folgen. Damit das Brechen von einem einzelnen Glied nicht zum totalen Versagen der gesamten Kette führt, machte Albert Versuche mit Drahtseilen.
Seine Drahtseile verbreiteten sich rasch, da sie stärker belastbar waren als die damals üblichen Hanfseile oder Metallketten. Die ersten Seile von Julius Albert bestanden aus 3 Litzen mit je 4 Drähten von je 3,5 mm Durchmesser. Diese wurden um einen Kern aus Hanf gewickelt. Diese Litzen wurden wiederum um einen weiteren Hanfkern gewickelt für mehr Stabilität.
Die Herstellung von einem Drahtseil ist auch heute noch der Herstellung eines Seiles aus Naturfasern sehr ähnlich. Die einzelnen Drähte werden zu einer Litze gedreht, danach werden sechs oder mehr dieser Litzen um einen Kern gedreht. Dieser Kern besteht meist ebenfalls aus Stahl, aber auch Naturfasern wie Sisal, Jute oder Hanf werden verwendet. Ein weicher Kern macht das Seil flexibler und günstiger. Nachteil ist die schwächere Zugfestigkeit. Flexibilität ist von entscheidendem Vorteil bei Maschinen wie Kräne und Aufzüge, aber auch für Transportmittel wie Standseilbahnen oder Sesselbahnen.
Die heutigen Drahtseile werden überwiegend im Kreuzschlag hergestellt. Dies bedeutet, dass die Litzen in entgegen gesetzter Richtung zum Seil selbst geschlagen werden. Damit heben sich die Drallkräfte vom Seil grösstenteils auf und es wird als spannungsarm bezeichnet.
Stahlseile werden auch mit Ummantelungen aus Vinyl oder Nylon verkauft. Dies erhöht die Wetterbeständigkeit und die Langlebigkeit. Nachteil können schwache Verbindungen sein, wenn die Ummantelung nicht korrekt entfernt wird. Für unsere Seilwinden, Seilspille, Seilbahnen und Sesselbahnen setzen wird ausschliesslich Stahlseile ohne Ummantelung ein.
Stahldrahtseile sind in folgenden Ausführungen erhältlich:
Die Zugfestigkeit von Drahtseilen wird durch folgende Faktoren bestimmt:
Der Füllfaktor bestimmt den Anteil des Stahlquerschnitts zum Gesamtquerschnitt. Der Verseilfaktor ist bauartbedingt.
Die Mindestbruchlast, also die Kraft, bei der das Seil reissen würde, wird nach folgender Formel berechnet:
Fmin = f Rm k d2 π /4 (N)
Beim Heben von Lasten wird die Seilstärke mindestens nach der 5-fachen Sicherheit berechnet. Also wird ein Zugseil in der Regel maximal mit einem Fünftel der Mindestbruchlast beansprucht.
Für Standardseile aus Stahldrähten kann man die Belastbarkeit nach einer Faustformel berechnen:
Fmin = 700d2 (N)
Ein Seil von 8 mm Durchmesser hätte – abhängig von der Konstruktion – dann eine Bruchlast von ca. 44800 N. Das erlaubt bei 5-facher Sicherheit das Heben von rund 900 kg.
Drahtseile sind weit verbreitet und werden eingesetzt z.B. bei:
Im Gegensatz zur Kette ist ein Drahtseil wesentlich zuverlässiger, da seine lasttragenden Elemente parallel angeordnet sind und nicht in Reihe. Versagt ein Element des Seils (zum Beispiel aufgrund eines Materialfehlers), so verringert sich zwar die maximale Zugfestigkeit. Das Seil kann aber nach wie vor die Last tragen bis der Fehler bei einer Überprüfung bemerkt wird. Versagt ein Glied einer Kette, so versagt die Kette insgesamt und augenblicklich.
Auf dem Markt gibt es eine unüberschaubar grosse Zahl an verschiedenen Stahlseilen. Angefangen bei verschiedenen Materialen über Durchmesser von wenigen Millimetern bis armdicken und kilometerlangen Seilen für Seilbahnen.
|Seil-Ø mm||Mindesbruchkraft kN||
Nennfestigkeit der Drähte

N/mm2
|kg / m||Oberfläche|
|9||67||1960||0.34||blank|
|12||134||1960||0.69||blank|
|13||163||1960||0.82||blank|
|14||181||1960||0.92||blank|
|15||203||1960||1.04||blank|
|16||239||1960||1.22||blank|
Drahtseil-Querschnitt
Dieses Standard-Drahtseil besteht aus 6 Litzen, 156 Drähten und ist litzenverdichtet mit plastifizierter Stahleinlage. Der Forstbereich stellt besonders hohe Anforderungen an Stahlseile. Deshalb bieten unsere Stahlseile:
Selbstverständlich sind weitere Seilarten für unsere Seilwinden erhältlich, z.B. kompaktierte Seile. Die Anforderungen vom Seil für Spillwinden sind nochmals höher, hier dürfen nur Spezial-Seile verwendet werden. Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.
Das Ende von einem Drahtseil neigt zum ausfransen und kann nicht einfach mit anderen Teilen verbunden werden. Es existieren verschiedene Methoden, um das Ende vom Seil zu sichern und brauchbarer zu machen wie z.B.