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Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist eine nichtinvasive, gut verträgliche Behandlungsmethode im Rahmen der Neuromodulationsverfahren, um auf Regenerationsprozesse im Gehirn positiv einzuwirken.
Dabei werden zwei Elektroden von außen am Kopf angelegt. Durch einen schwachen elektrischen Gleichstrom werden durch den Schädelknochen hindurch (transkraniell) gezielt
bestimmte Hirnregionen bzw. bestimmte Netzwerke (Neuronenverbände) im Gehirn modifiziert, gehemmt und oder aktiviert.
Die tDCS zeigt dort Wirkung, wo etablierte Therapien limitiert sind, grosse Nebenwirkungen (z.B. Medikamente) haben und ist kostengünstiger als andere Therapien.
Eine Kombinationstherapie aus konventioneller Therapie (Pharmako-und Psychotherapie sowie klassischer Intervention) und transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) kann in der Behandlung verschiedener Erkrankungen eine schnellere und nachhaltigere Verbesserung der Symptomatik bringen.
Seit über 17 Jahren wird in Europa und USA intensiv geforscht (Antal A., Uni-Göttingen, Okt.2017). Die Ergebnisse zahlreicher in den letzten Jahren durchgeführter wissenschaftlicher Studien deuten auf positive Therapieeffekte bei Menschen mit Hirnschädigungen und Schlaganfällen hin.
Anwendungsgebiete
→ Neurorehabilitation nach einem Schlaganfall
→ Aphasie (Sprachverlust)
→ Kognitive Störungen nach Schädel-Hirn-Trauma, Negleckt
→ Arbeitsgedächtnisstörungen
→ Therapieresistente Depressive Störungen
→ Chronische Schmerzen, Migräne
→ Motorische Störungen (halbseitige Lähmungen nach Schlaganfall)
→ Degenerative Erkrankungen (Tremor bei Morbus Parkinson)
Dauer der Stimulation
Die Stimulation dauert 15-30 Minuten bei einer Stromstärke von 0.5-2 mA. 15-20 Sitzungen sind normalerweise erforderlich.
Ausschlusskriterien
Die transkranielle Gleichstromstimulation(tDCS) darf bei folgenden Fällen nicht angewendet werden:
→ Metall (außer Titan) oder andere elektronische Geräte
→ in Verbindung mit einem Defibrillator
→ in Verbindung mit einem Herzschrittmacher
→ in Verbindung mit einem Hirnstimulator (tiefe Hirnstimulation wie z.B. bei Parkinson-Patienten)
→ bei Patienten mit Implantaten im Gehirn (z.B. Metallplatten, Clips, Cochlea-Implantate, Schrauben o.a. im Schädel)
→ bei Patienten mit geöffnetem Schädel oder nach Schädeltrepanation
→ Epileptische Anfälle
→ Bestehende Schwangerschaft
→ Hautprobleme wie Dermatitis, Psoriasis oder Ekzeme im Gesicht
Ansonsten bitte ich Sie Ihren Neurologen oder Ihren Hausarzt zu fragen und mit ihm zu besprechen und zu prüfen, ob Sie keines der genannten Ausschlusskriterien erfüllen.
Nebenwirkungen
Der schwache Strom (0,5 – 2,0 mA) ist kaum spürbar und wird höchstens als leichtes Kribbeln, Jucken, Brennen lokal auf der Kopfhaut wahrgenommen. Die Therapie ist ohne Risiken, gelegentlich wird nach der Stimulation leichte Müdigkeit, vorübergehend leichter Kopfschmerz berichtet oder auch Lichtblitze. Diese Lichtblitze entstehen meist durch eine Stimulationswirkung am visuellen System und verschwinden sofort nach Beendigung der Stimulation.
In meiner Praxis verwende ich einen DC-STIMULATOR MOBILE der Firma neuroConn. Dieser ist als Medizinprodukt CE zertifiziert und genügt allen Kriterien für den regelmäßigen und sicheren Einsatz in therapeutischen und ärztlichen Praxen.
Um das Risiko eines epileptischen Anfalls so gering als möglich zu halten (bei Patienten die zu Hause selbstständig die Stimulation durchführen), rate ich meinen Patienten, einige Verhaltensregeln während der Stimulationszeit zu beachten:
→ täglich viel Wasser trinken
→ keinen Alkohol und Drogen einnehmen
→ nicht unter Fieber stimulieren
→ nicht unter ausgeprägter Müdigkeit stimulieren
→ keine hohe sportliche Aktivität in dieser Zeit ausüben.
Kosten
Die transkranielle Gleichstromstimulation tDCS gehört derzeit nicht zu den Kassenleistungen und kann daher nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Vor der Anwendung dieser Methode bitte ich Sie, einen Aufklärungsbogen mit einer Einverständniserklärung zu unterschreiben.
Als erste logopädisch-psychotherapeutische Praxis in der Schweiz, freue ich mich diese Methode therapiebegleitend, ab 27. November 2017 anbieten zu können und setze alles daran um die Therapie so wirksam als möglich zu machen.
weitere Informationen: www.ndr.de/ratgeber/gesundheit