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Prämien für Feuerrisiken stufen einige Gebäudeversicherungen schon heute nach dem Risiko ein. Die Gebäudeversicherung Bern plant die Berechnungsbasis für Brandrisiken zu aktualisieren und die Einschätzung der Elementarrisiken weiterzuentwickeln.
Gebäude sind durch zahlreiche naturbedingte und technische Gefahren bedroht. In allen drei Bereichen des integralen Risikomanagements – Vorbeugung, Bewältigung und Regeneration – nehmen die kantonalen Gebäudeversicherungen eine wichtige Rolle ein. Sie finanzieren ihre Leistungen durch Prämien, die hinreichend hoch sind, um die Schäden zu vergüten, angemessene Beiträge für die Schadenverhütung und -bekämpfung zu leisten und einen Reservefonds zu unterhalten.
Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) möchte die Möglichkeit haben, Gebäude in Kategorien für Brand- und Elementarrisiken einzuteilen. Dazu braucht die GVB ein praxistaugliches Modell, mit dem die massgeblichen Risiken für einzelne Gebäude abgeschätzt werden können. EBP erarbeitete im Auftrag der GVB folgende Produkte:
- Pragmatische Risikoscreening-Methodik zur Abschätzung der Brand- und Elementarschadenrisiken von einzelnen Gebäuden.
- Einfaches, Excel-basiertes, Informatiktool für die praktische Anwendung der Methodik durch die GVB.
- Prüfung der Plausibilität der Ergebnisse sowie der Praxistauglichkeit des Informatiktools anhand von Fallbeispielen.
Zum Verständnis der erarbeiteten Produkte sind folgende Hinweise nützlich:
- Im Bereich der Elementarrisiken wurden die drei Gefahren Hochwasser bzw. Überschwemmung, Hagel und Sturm, auf die im Mittel über 90% der Elementarschäden bei der GVB entfallen, einzeln betrachtet.
- Die Abschätzung der Elementarrisiken basiert auf der Lage des Gebäudes auf den Gefahren- und Intensitätskarten sowie den wichtigsten Gebäudemerkmalen in Bezug auf Bauweise und vorhandenen Schutzmassnahmen. Als eine wichtige Grundlage wurden die Wegleitungen Objektschutzmassnahmen gemäss VKF 2007 herangezogen. Für die Überschwemmungsrisiken wurde z.B. die Höhe von Gebäudeöffnungen sowie das Vorhandensein schadenempfindlicher Materialien bzw. Anlagen (z.B. Heizung) in den tiefliegenden Geschossen berücksichtigt. Wichtige Modellparameter wurden anhand von Schadensstatistiken kalibriert.
- Die Modellierung der Brandrisiken basiert auf der Idee der Brandrisikobewertung gemäss VKF 2007. Wichtige Parameter sind die Gebäudenutzung, die vorhandenen Brandlasten, die Bauart (Brandabschnittbildung und Feuerwiderstand der verwendeten Materialien) sowie die vorhandenen Brandschutzmassnahmen.
Dank der entwickelten Methodik und dem Informatiktool ist es für die GVB möglich, mit vertretbarem Aufwand die Risiken für eine grössere Zahl von Gebäuden abzuschätzen. Sie kann als Basis für eine risikobasierte Tarifierung verwendet werden. Die Methodik und das Informatiktool ist für weitere Gebäudeversicherungsanstalten, aber auch für Verantwortliche des Risikomanagements auf kantonaler oder kommunaler Ebene von Interesse.