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Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, neues Licht auf Plotins Metaphysik der Seele zu werfen. Zuerst soll der Frage nachgegangen werden, warum Plotin seine Theorie der Seele hauptsächlich, wenn auch nicht ausschliesslich auf der Grundlage von Platons Parmenides konzipiert. Dieser Ansatz führt zur Entdeckung, dass viele Themen, die im Parmenides nicht direkt auf die Seelenthematik verweisen, bei näherer Betrachtung wesentliche Elemente der plotinischen Seelentheorie enthalten. Zum einen gilt unser Augenmerk den beiden Begriffen Einheit und Vielheit, die für die Metaphysik der Seele grundlegend sind. Wenn Plotin die Seele gleichzeitig als "eines und vieles" bezeichnet, dann tut er dies im Hinblick auf ihre unterschiedlichen Funktionen. Diese Funktionen näher zu bestimmen, ist ein weiteres wichtiges Anliegen des vorliegenden Projekts. Zum anderen erhält die Problematik der Zeit grosse Beachtung, weil diese wesentlich mit der inneren Struktur der Seele verbunden ist. Denn obwohl alle Lebewesen, die eine Seele haben, zeitlich näher bestimmt werden können, ist Plotin davon überzeugt, dass es auch Seelen gibt, die unabhängig von Zeit und Raum existieren. Eine nähere Ausarbeitung der theoretischen Zusammenhänge zwischen Seele und Zeit soll das vorliegende Projekt abrunden.