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Heinz Rühmann, Schauspieler
1902-1994, geboren in Essen, gestorben in Aufkirchen am Starnberger See
1902-1994, geboren in Essen, gestorben in Aufkirchen am Starnberger See
Eigentlich Heinrich Wilhelm Rühmann. Er wuchs in Essen im Wirtshaus seiner Eltern Margarethe und Hermann, am heutigen „Heinz-Rühmann-Platz“ auf. Scheidung der Eltern 1915. Die Mutter Rühmann zog mit den drei Kindern nach München, wo sich Heinz, trotz der ärmlichen Lebensbedingungen, zum Schauspieler ausbildete. Den ersten grossen Erfolg feierte 1922 am Bremer Schauspielhaus mit seiner Rolle „Der Mustergatte“, er sollte sie in der Folge über 2000 Mal spielen. Der gleichnamige Film wurde 1937 zum Kassenschlager. Der Film „Die drei von der Tankstelle“ machte ihn 1930 im ganzen deutschsprachigen Raum. Er arbeitete unter anderem auch mit Marlene Dietrich und Robert Sidomak zusammen. Von seiner ersten Ehefrau, der Schauspielerin Maria Bernheim, Künstlername Herbot, die Heirat war 1924, liess sich Rühmann 1938 auf Druck der Kulturfunktionäre der Nazis scheiden – sie war eine Jüdin. Er verhielt sich in den Zeiten des Nazi-Deutschlands politisch zurückhaltend, stand in knapp vierzig Rollen vor der Kamera und war in Kontakt mit den höchsten NS-Kulturfunktionären – Rühmann wurde als Pilot zur Wehrmacht eingezogen, kam jedoch nie zum Einsatz. 1946 entlasteten ihn die Behörden der Entnazifizierung, seiner weiteren künstlerischen Arbeit stand im Nachkriegsdeutschland nichts im Weg. Die 1947 von ihm gegründete Filmgesellschaft Comedia ging 1953 Konkurs. Nach einigen Durstjahren interessierte sich die Filmbranche wieder für Rühmann, es meldeten sich wieder Produzenten, es stellten sich verschiedene Auszeichnungen für sein Wirken ein und auch das aufkommende Medium Television warb um ihn. Rühmanns zweite Ehe mit der österreichischen Schauspielerin Hertha Feiler währte von 1939 bis zu deren Tod 1970, daraus ging 1942 Sohn Peter hervor. 1974 heiratete Rühmann Hertha Droemer. Ende der 1970er Jahre zog er sich immer mehr ins Privatleben zurück. – Seine Liebe zur Fliegerei, er machte 1931 seinen Flugschein und kaufte sich sein eigenes Flugzeug, eine Klemm 25 mit einem 40-PS-Salmson-Sternmotor, brachte Rühmann nach Ascona, denn die private Fliegerei im deutschen Luftraum war von den Alliierten verboten worden. Dort freundete er sich mit Edi Dougoud, einem Fluginstruktoren, und dessen Familie an. In "Aerodormo Ascona – kuriose Geschichte – illustre Gäste", 2012 bei www.porzio.ch erschienen, ist Rühmanns Leidbrief an die Witwe des tödlich verunglückten Dougoud abgedruckt.