Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/257012

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt einen Bericht zu erstellen, wie die Förderung einer Fremdsprache, bzw. einer zusätzlichen Landessprache verbindlich in die Lehrpläne aller Berufe einbezogen werden kann, so dass die Lernenden mindesten das Sprachniveau der Sekundarstufe I behalten und den Anschluss an weiterführende Ausbildungen nicht verlieren.  </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Verbundpartner der Berufsbildung – Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt – sind sich der Bedeutung der Fremdsprachen bewusst. Die Förderung des Fremdsprachenerwerbs bildet einen wichtigen Aspekt der gemeinsamen Arbeiten zur Weiterentwicklung der Berufsbildung. In den vergangenen Jahren wurden verschiedenste Anstrengungen zur Förderung des Fremdsprachenunterrichts unternommen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Das Schweizer Berufsbildungssystem ist so ausgelegt, dass es von der Wirtschaft getragen und mitverantwortet wird. Die Inhalte der Ausbildungen und die Anforderungen an die einzelnen Abschlüsse der beruflichen Grundbildung orientieren sich an Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich gefragt sind. Durch die periodische Überprüfung und Anpassung jeder beruflichen Grundbildung haben die Absolventinnen und Absolventen Gewähr, dass das Erlernte in der Praxis gebraucht wird.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Wie sämtliche Bildungsinhalte ergibt sich das Bedürfnis nach Fremdsprachenkompetenzen aus den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Es obliegt primär den Trägerschaften zu entscheiden, ob und für welche Handlungskompetenzen eine Fremdsprache integriert werden soll, welches Anforderungsniveau benötigt wird und welche Konsequenzen für die Lernorte damit verbunden sind. Um die Trägerschaften im Berufsentwicklungsprozess zu unterstützen, hat das Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation mit Unterstützung der Verbundpartner die Orientierungshilfe «Integration von Fremdsprachen in der beruflichen Grundbildung» entwickelt. Diese wird im Herbst 2023 veröffentlicht und richtet sich an alle Akteure, die sich bei der Entwicklung oder Weiterentwicklung einer beruflichen Grundbildung mit der Frage der Integration von Fremdsprachenkompetenzen in die formale Bildung auseinandersetzen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Wie der Bundesrat bereits 2017 im Bericht «Förderung des Fremdsprachenerwerbs in der beruflichen Grundbildung» in Erfüllung des Postulats 14.4258 Bulliard-Marbach festhielt, gilt es auch nicht-formale Angebote zu berücksichtigen, wenn es darum geht, eine berufliche Grundbildung für Jugendliche dank Fremdsprachen attraktiver zu machen. Dies können auch freiwillige Angebote während des Besuchs der beruflichen Grundbildung sein, wie Sprachkurse und -zertifikate sowie freiwilliger bilingualer Unterricht. Das SBFI hat die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung (EHB) beauftragt, im Bereich des bilingualen Unterrichts als Kompetenzzentrum des Bundes zu agieren und insbesondere Berufsfachschulen, kantonale Ämter und Lehrpersonen zu beraten, zu vernetzen sowie bei der Implementierung von bilingualem Unterricht zu unterstützen.</p><p>&nbsp;</p><p>Im Weiteren organisiert und unterstützt Movetia, die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität, im Auftrag von Bund und Kantonen Programme wie den «nationalen Austausch in der Berufsbildung». Dieser beinhaltet mindestens eine Arbeitserfahrung in einer anderen Sprachregion und dauert zwischen fünf Tagen und sechs Monaten. Schliesslich bieten zur Vorbereitung auf die Berufsmaturität nach einer abgeschlossenen beruflichen Grundbildung zahlreiche Kantone Kurse an, darunter auch Kurse in Fremdsprachen.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass sich die Verbundpartner im Rahmen ihrer Zuständigkeiten der Thematik bereits umfassend angenommen haben und ein erneuter Bericht keinen Mehrwert bietet.</p>