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Höre; o innig Geliebter!
Ich Bin die Wirklichkeit der Welt, der Mittelpunkt des Kreisumfangs,
Ich Bin die Teile und das Ganze,
Ich Bin der Wille, eingesetzt zwischen Himmel und Erde
Ibn ´Arabi
In den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der Meister Djwhal Khul (der Tibeter) in dem Buch „Esoterische Astrologie“ mit Alice A. Bailey eine grundlegend neue Astrologie formuliert. Diese Astrologie wurde von bedeutenden Lehrern und Meistern weiter entwickelt. Dazu zählen insbesondere die Meister CVV, E. Krishnamacharya und K. P. Kumar. Der folgende Artikel erläutert einen Aspekt dieser neuen (alten) Weisheitsastrologie, deren Grundlage das Dreifache in Erscheinungtreten allen Lebens ist.
Die Spirituelle Astrologie ist ein Schlüssel, um diesen Vorgang zu verstehen, denn gemäß dem Gesetz der Entsprechung ist, wie Hermes Trismegistos es vor 3000 Jahren formulierte: „Das was unten ist, ist das, was oben ist.“ Ein ewiges Spiel des Einen. Wir können also, indem wir die Gesetze der Schöpfung verstehen lernen, die Wahrheit über uns erfahren. Ein Instrument, um diese Erkenntnis zu erlangen, ist die Astrologie. Unser Geburtshoroskop spiegelt unsere karmische Aufgabe, Stärken und Schwächen, sowie die persönliche und seelische Lebensaufgabe wider. Der Stand der Gestirne ist Ausdruck von dem, was im Augenblick des ersten Atemzuges ist. Die Kunst besteht darin, dieses Symbol deuten zu können.
Der Meister Djwhal Khul drückt eine fundamentale Wahrheit, auf der die gesamte Astrologie beruht, folgendermaßen aus und deutet darauf hin, wie wichtig das Studium der okkulten Anatomie des Menschen ist, indem er schreibt:
Der Mikrokosmos, den man erkannt hat, enthält immer den Schlüssel zum Makrokosmos. Der Makrokosmos spiegelt sich ewig im Menschen wider und daher hat der Mensch auch in sich die Möglichkeit und die Anlage vollständigen Begreifens.
Die Bedeutung der Dreiecke
Ein wesentlicher Aspekt der neuen Spirituellen Astrologie erschließt sich über das Verstehen der Dreiecksnatur: Trinitäten, die sich aufeinander beziehen, ineinander in verschiedenen Abstufungen und Bezügen verwoben sind, die sich in Zeit und Raum entfalten und vergehen. Sie bilden in ihrer unglaublichen Komplexität das schöpferische Gewebe, das Kleid Gottes.
Die Weisheits-Astrologie arbeitet mit diesen Dreiecksstrukturen und Bezügen. Sie sind der Schlüssel zu einem spirituellen Verständnis der Astrologie, in der es nicht nur um die Beschreibung von Charaktereigenschaften und um Einblicke in das Lebensdrama geht, sondern um das Wissen, Warum und Wie einer Inkarnation. Es geht um einen Blick in den Lebensplan, um auf dem Pfad der Rückkehr den roten Faden nicht zu verlieren. Weil dieses Verstehen der Trinität wichtig ist – nicht nur für ein spirituelles Verständnis der Astrologie – liegt mir die Darstellung der dreifachen Äußerung des Lebens in diesem Artikel und in meinen Seminaren besonders am Herzen.
Das EINE sich dreifach äußernde Leben
Das EINE Leben tritt als Wille, Liebe und kreative Intelligenz, als göttliche Dreieinigkeit und als das geistige Dreieck in Erscheinung. Die Drei sind Eins und finden sich doch immer und überall differenziert wieder. Sie sind in allen Aspekten der Schöpfung bis in die Struktur des Atoms hineinzufinden. Sie sind jeweils heruntertransformiert und angepasst an die jeweilige Ebene.
Die Trinität dieser drei (Wille, Liebe, Intelligenz) ist die Grundlage fast aller Religionen, Philosophien und Wissenschaften. Sie ist Grundlage des zu beobachtenden Lebens insgesamt. Die Dreieinigkeit ist Basis in vielen Religionen, z. B. in Ägypten: Osiris, Isis, Horus. Im Christentum sind es Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Veden sprechen von: Shiva, Vishnu und Brahma. Astrologisch sind diese drei Schöpfungsaspekte als drei Qualitäten bekannt: kardinal, fix und veränderlich. In der Theosophie werden Sie bezeichnet als Leben, Qualität und Erscheinung oder als Geist, Seele und Körper mit seiner Persönlichkeit, aber auch als Leben, Bewusstsein und Form. In der Physik kennt man sie als Proton, Neutron und Elektron, aus denen das Atom besteht. Um noch ein weiteres Beispiel zu nennen: Wir erleben diese Dreiheit ebenfalls als die Qualität der Zeit, die sich aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft speist; oder auch grammatikalisch als Spiel zwischen Subjekt, Prädikat und Objekt.
Diese dreifache feurige und dynamische Ausgießung des Lebens finden wir ursächlich in drei kosmischen Feuern, die alles Lebendige durchpulsen. Sie geben den schöpferischen Impuls für den Willen, die Liebe und die Intelligenz: Elektrisches Feuer (Wille), Sonnenfeuer (Liebe) und das Reibungsfeuer (Intelligenz). Im astrologischen Kontext kommen diese drei Feuer durch drei Qualitäten des Tierkreises (kardinal, fix, veränderlich), bzw. durch drei Kreuze, mit je vier Zeichen zum Ausdruck. Jedes Kreuz setzt sich aus vier Tierkreiszeichen zusammen, von denen jedes einem der vier Elemente (Feuer, Erde, Luft, Wasser) zugeordnet ist. Der Tierkreis besteht demnach aus drei Grundkräften/Kreuzen: kardinal, fix, veränderlich und den vier Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser.
|Kardinal||Widder (Feuer)||Krebs (Wasser)||Waage (Luft)||Steinbock (Erde)|
|Fix||Stier (Erde)||Löwe (Feuer)||Skorpion (Wasser)||Wassermann (Luft)|
|veränderlich||Zwillinge (Luft)||Jungfrau (Erde)||Schütze (Feuer)||Fische (Wasser)|
So tritt jedes Element in drei Qualitäten in Erscheinung:
|Feuer||Erde||Luft||Wasser|
|Widder (Kardinal)||Stier (fix)||Zwillinge (veränderlich)||Krebs (cardinal)|
|Löwe (fix)||Jungfrau (veränderlich)||Waage (kardinal)||Skorpion (fix)|
|Schütze (veränderlich)||Steinbock (kardinal)||Wassermann (fix)||Fische (veränderlich)|
Im Übrigen gibt es ein fünftes Element im astrologischen Kontext: Es wird Akasha genannt. Sie gilt als subjektiver Hintergrund, auf dem alles geschieht, so wie ein Gemälde eine Leinwand braucht.
Jeder Mensch ist eine Trinität – eine Synthese aus drei Feuern/Sonnen
Die Unterscheidung der drei Aspekte eines Menschen in Monade (Wille), Seele (Liebe) und Persönlichkeit (Intelligenz) finden ihre Entsprechung in den oben beschriebenen drei astrologischen Qualitäten. Sie werden als kardinal, fix und veränderlich und in den drei kosmischen Feuern (Tabelle weiter unten) beschrieben. Jeder dieser drei Aspekte eines Menschen (Monade, Seele, Persönlichkeit) ist ebenfalls eine Entsprechung der drei kosmischen Feuer. Auch hier tritt jeder dieser drei Aspekte ebenfalls dreifach in Erscheinung. Wir bestehen also aus drei Trinitäten – die heiligen Neun – die sich wiederum je dreifach auffächern. In eine lebendige Synthese vereint werden diese neun Aspekte durch das ICH BIN, unser individuelles Sein, welches astrologisch durch die Sonne im Horoskop zum Ausdruck kommt. Die astrologische Sonne besteht wiederum, wie könnte es anders sein, ebenfalls aus drei Aspekten. So wird in der spirituellen Astrologie das KLEINE SELBST als Persönlichkeit gesehen, während das SELBST als Seele und das ICH BIN als Monade betrachtet wird. Je nachdem welche Ebene wir betrachten, ist die Interpretation der Sonne im Horoskop demnach unterschiedlich.
Der dreifache Mensch besteht aus folgenden Attributen:
|Elektrisches Feuer||Monade||kardinal||Wille||Uranus • Neptun • Pluto|
|Solares Feuer||Seele||fix||Liebe||Jupiter • Venus • Merkur|
|Reibungsfeuer||Persönlichkeit||veränderlich||Intelligenz||Saturn • Mars • Mond|
In unserem Geburtshoroskop spiegelt sich wider, wie diese drei Aspekte unseres Wesens (vertreten durch die Planeten) in der gegenwärtigen Inkarnation miteinander in Beziehung stehen und in Erscheinung treten.
In der folgenden Illustration „Die sieben Ebenen“ wird die dreifache, okkulte Anatomie des Menschen mit den Entsprechungen zu den Planeten dargestellt.
Die sieben Ebenen des Sonnensystems – die Konstitution des Menschen
I ADI
ADI ist das EINE Leben und bedeutet „nicht Zwei“. Das kosmische Feuer sinkt herab in dichtere Welten in Form unzähliger Feuerfunken, die Monaden genannt werden.
II Monade
Diese Funken sind Teil des Einen Lebens und untrennbar mit dem EINEN verbunden, so wie die Partikel eines Feuers in Gänze das Feuer selbst sind. In jeder Monade sind drei Aspekte verborgen. Diese drei werden in Verbindung gebracht mit Uranus (Wille), Neptun (Liebe) und Pluto (Aktivität). Die drei sind nicht manifestiert, sie sind subjektiv, verborgen und es gibt keinen Manifestationspunkt. Daher treten diese äußeren Planeten in unserem persönlichen Leben meist nur indirekt in Erscheinung, es sei denn, sie sind mit persönlichen Brennpunkten im Horoskop mit Sonne, Mond oder Aszendent verbunden. Das kann entweder im Geburtshoroskop oder über Progressionen und Transite geschehen.
Grundsätzlich sind diese drei überpersönlichen Planeten jedoch mit drei anderen Planeten verbunden, die in unserem Leben eine wesentliche Rolle spielen (siehe gestrichelte Linie): Uranus ist verbunden mit Jupiter, Pluto mit Merkur, Neptun mit Venus. Jupiter, Venus und Merkur bilden die Geistige Triade, die für unsere ewige Geistige Heimat steht.
III, IV und teilweise V, die Geistige Triade Atma, Buddhi und Manas
Diese drei Aspekte sind im Sanskrit auch als Sat (Weisheit), Chid (Wissen), Ananda (Glückseligkeit) bekannt und sind den Planeten Jupiter, Merkur und Venus zugeordnet.
Auf dieser Ebene gibt es keinen Tod. Die Kontinuität des Bewusstseins ist gegenwärtig und drückt sich als allumfassende Weisheit, allumfassendes Wissen und allumfassende Liebe aus. Die Stellung der drei Planeten Jupiter, Venus und Merkur in unserem Horoskop zeigt uns, wie uns die Aspekte von Liebe, Weisheit und Wissen in der gegenwärtigen Inkarnation begegnen und was wir in dieser Beziehung zu lernen haben. Das ist sehr wesentlich für alle Pilger auf dem Pfad.
V Manas
Zwischen dem abstrakten, allwissenden Denkvermögen und dem als Mentale Einheit bezeichneten Brennpunkt, der für unser konkretes, dualistisches Denken steht, klafft eine Lücke. Die zwei Ebenen sind nicht miteinander verbunden (siehe Illustration). Es ist schmerzlich, dass wir uns nicht ständig bewusst sind, mit dem Göttlichen All-Sein verbunden zu sein. Unsere Sehnsucht nach Gottes-Verbindung, nach Sat, Chid, Ananda, nach Unsterblichkeit und einem Leben jenseits des Leidens lässt uns nicht los. Und genau hier, in der Überbrückung dieser Lücke, findet sich die evolutionäre Aufgabe des Menschen auf dem Pfad der Rückkehr, der auch Jüngerschaft oder spiritueller Pfad genannt wird.
Die Regenbogenbrücke
Wir begreifen uns so lange als isolierte, getrennte, endliche Wesen, als wir diese Lücke zwischen dem abstrakten Denkvermögen und der mentalen Einheit (das konkrete Denkvermögen) nicht überwunden haben. Diese Brücke ist in vielen spirituellen Traditionen bekannt. Im Sanskrit heißt sie Anthakarana, in unserem Sprachgebrauch Regenbogenbrücke, Himmels- oder Jacobsleiter. In der Illustration ist sie als Regenbogen kenntlich gemacht. An diesem Brückenschlag arbeiten wir seit vielen Inkarnationen. Wenn wir ein Leben führen, in dem wir der Welt Liebe (Venus), Weisheit (Jupiter) und Wissen (Merkur) schenken, weben wir ein feines Geflecht aus einzelnen Fäden, die uns mit diesen Ebenen verbinden. Dann erfahren wir gelegentliche Intuitionen, blitzartige Erkenntnisse, ein überwältigendes Glücksgefühl, eine Satori-Erfahrung, oder die Erfahrung von Gewissheit. Im Laufe der Inkarnationen wird diese Verbindung immer stärker. Im voll erwachten Zustand ist der Meister in der Lage, nach Belieben diese Brücke zu verwenden. Sie ist stabil und steht als Möglichkeit jederzeit zur Verfügung.
Die Mentale Einheit
Anders als die als permanente Atome bezeichneten Speichermedien funktioniert die Mentale Einheit eingeschränkt. Ihr fehlt die Verbindung zum universellen Verstehen. Die Mentale Einheit ist unser konkretes, beschränktes, durch Konditionierungen, Erfahrungen und Sozialisation geprägtes individuelles Denken. Der astrologische Mond wird mit dieser mental – emotionalen Funktion in uns assoziiert. Und die Stellung des Mondes im Horoskop verrät viel darüber, wie wir mental funktionieren.
Dieses abgegrenzte, sich als getrennt erlebende Denken gehört zu unserer sterblichen vergänglichen Persona (lat. Maske). Die Seele, die ihren Sitz im Kausalkörper hat und auch immer dort behält, projiziert sich in die sogenannten drei Welten (mental, astral und physisch), um in diesen materiellsten Ebenen der Existenz Erfahrungen zu sammeln. Man nennt das Inkarnation. Mit welchem Ziel? Damit Gott in uns, in dir und in mir irgendwann die Augen aufmacht und die Göttlichkeit in der Welt bezeugt. Diese Persona wechselt von Inkarnation zu Inkarnation. Die Absicht bleibt immer die gleiche: Der Seele bis in die tiefste physische Ebene hinein einen Erfahrungs- und Entfaltungsraum zu bieten.
Wenn diese Aufbauarbeit bewusst geschieht, wird der spirituelle Pfad von dem Augenblick an absichtsvoll beschritten und beschleunigt. Wenn das KLEINE SELBST – die Persönlichkeit – diese Aufgabe bewusst bejaht, kommt sie zur Erkenntnis: Ja, ich will mich als Gefäß zur Verfügung stellen, will mich schulen, möchte mich entwickeln, um immer feiner, bereiter, dienender zu werden; möchte als Gefäß für die Liebe der Seele dienen. Denn die Liebe ist der Schlüssel!
Der Lotos – oder Kausalkörper
Neben den beiden Aspekten des Denkvermögens auf der Manas-Ebene, existiert dort der sogenannte Kausalkörper, der egoische Lotos, der den Sehern als ein zwölfblättriger Lotos erscheint. Dieser Kausalkörper ist die Wohnung der Seele. Die Verbindung mit dem zwölfblättrigen Lotos des Herzchakras ist nicht zufällig. Das Herzzentrum in unserem Pranakörper ist eine direkte Entsprechung des egoischen Lotos und steht mit ihm in direkter Verbindung. Das ist der Grund, warum wir Liebe im Herzen empfinden. Liebe ist die vereinende Qualität der Seele. Der Kausalkörper bzw. egoische Lotos verbirgt in seinem Zentrum das Juwel. Das ist der von der Monade in die unteren Welten projizierte Lebens-, oder Liebesfunke, der wir in Wahrheit sind. Hier wohnt das unsterbliche ICH BIN – präsent, einzigartig, individualisiert.
Nach unserem Tod zieht sich das ICH BIN, das wir in Wirklichkeit sind, in den Kausalkörper zurück. Über Tausende von Leben entwickelt sich dieser Körper immer weiter – der egoische Lotos beginnt seine 12 Blätter nach und nach zu öffnen, bis eines Tages ein perfekt erblühter Lotos die Vollkommenheit einer erwachten Seele anzeigt.
VI ASTRAL
Die sechste Ebene ist die uns gut bekannte Gefühls- bzw. Astralwelt. Kaum eine Wahrnehmungsebene hat der Mensch so sehr integriert und ausgebaut wie die Gefühlswelt. Sie beherrscht viele Menschen komplett. Sie ist die Ebene der Triebe, des Getriebenseins, der Empfindungs- und Reaktionsfähigkeit – die Ebene der Wünsche, des Begehrens und der Ablehnung, die uns allen sehr vertraut ist. Sie ist existenziell wichtig, um wirklich zu leben, ist aber gleichzeitig das große Hindernis, um sich aus der Ego-Fixierung, auf dem kleinen, abgesonderten Ich, zu lösen. Diese Ebene wird vom Mars regiert. Und die Position dieses Planeten gibt im Horoskop Auskunft darüber, wie wir hier unterwegs und ausgerüstet sind.
VII PHYSISCH
Der Vitalkörper, die Nerven und die Meridiane, die wunderbare Struktur der Körperlichkeit, sowie das Zusammenspiel aller Komponenten in ihrer Perfektion, befinden sich auf der Ebene der Synthese. Auf ihr finden sich aber auch Begrenzung, Anfälligkeit und Vergänglichkeit. Durch unseren physischen Körper kommt alles zum Ausdruck, was wir tatsächlich sind. Dennoch sind wir nicht unser Körper! Der Körper ist nicht die Ursache, sondern eine Wirkung! Der Planet Saturn, der sowohl Struktur wie auch Begrenzung und Tod zum Ausdruck bringt, regiert diese Ebene.
Unsere vergängliche, dem Tod unterworfene Persönlichkeit ist ebenfalls dreifach und setzt sich zusammen aus der Mentalen Einheit (Denken), dem Astralkörper (Fühlen) und dem ätherisch-physischen Körper (Handeln). Diese Dreiheit findet ihren Ausdruck in unserem physischen Körper. Es ist eine hartnäckige Illusion, wenn wir oft annehmen, dass wir dieser Körper sind. Die Persönlichkeiten kommen und vergehen, so wie auf den Tag die Nacht und auf die Nacht ein neuer Tag folgt. Das ICH BIN bleibt.
Nach dieser Annäherung an die okkulte Anatomie des Menschen in den vorausgegangenen Erläuterungen wollen wir nun sehen, wie sich dies alles im astrologischen Geburtshoroskop widerspiegelt.
Triaden-Entsprechungen im Horoskop
Der Mensch ist ein Spiegelbild des Kosmos (des Sonnensystems). In der folgenden Grafik ist der Aufbau des Menschen – und die astrologischen Bezüge – noch einmal zusammengefasst:
Der Mensch ist eine Widerspiegelung der drei universellen Aspekte Leben, Bewusstsein, Form. Es geht in der menschlichen Evolution um die vollkommene Synthese dieser drei Aspekte. Sie treten als Monade, Seele und Persönlichkeit in Erscheinung.
- Die MONADE als Aspekt des „Elektrischen Feuers“ (LEBEN) repräsentiert durch Uranus, Neptun und Pluto tritt als Funke göttlichen Lebens in die Schöpfung ein.
- Die SEELE als Manifestation des monadischen Funkens und Aspekt des Sonnenfeuers (BEWUSSTSEIN), bringt sich durch die drei Planeten Merkur, Venus, Jupiter zum Ausdruck. Sie lässt die abwärts transformierten Energien der Monade als Kraftstrom in die Persönlichkeit fließen. Auf diese Weise erzeugt sie einen magnetischen Strom, der in der Persönlichkeit den Willen sich zu entwickeln erzeugt. Die Seele ist wie ein zweiseitiger Spiegel: Einerseits Werkzeug der Monade und für die Welt der zyklischen Materie Spiegel des Göttlichen.
- Der KÖRPER / die Persönlichkeit manifestiert sich zyklisch mittels Inkarnationen in den drei Welten der Materie (physisch, astral, mental) als Aspekt des Reibungsfeuers. Mond, Mars und Saturn stehen für das Leben der Persönlichkeit.
Durch die Inkarnation in einem menschlichen Körper finden diese drei Wesensäußerungen ihre Synthese auf der materiellen Ebene.
Auf unserem Weg der Evolution des Bewusstseins, dem Weg der Einweihung (Befreiung), geht es darum, die Persönliche Triade mit der Geistigen Triade zu verschmelzen. Das Ziel ist die Monade, den reinen Lebensimpuls, direkt mit der Persönlichkeit zu verbinden, damit ein Mensch durch die Augen Gottes die Welt betrachten, erkennen und bezeugen kann.
Die Planeten der persönlichen Triade
Die persönliche Triade ist in der Essenz das, was wir gemeinhin das KLEINE SELBST nennen: Dem kleinen SELBST geht es vorrangig um MICH und MEINS – sowohl physisch, emotional und mental. Das KLEINE SELBST definiert sich über Abgrenzung: Hier bin ich – da bist du. Das KLEINE SELBST lebt in der Illusion, das SELBST zu sein. Das existiert jedoch jenseits von MEIN und DEIN und befindet sich jenseits der Polarität. In der Verkennung dessen und in dem Irrglauben, das große SELBST zu sein, strebt das KLEINE SELBST nach Wachstum, Größe und Ausdehnung. Es weiß vorerst nicht, dass es diese ersehnte Größe auf der Ebene der Vereinzelung und Abgrenzung nicht gibt.
Auf dem spirituellen Weg findet eine Ego-Desillusionierung statt. Dabei hilft ein sich entwickelndes Unterscheidungsvermögen, zwischen Ego-Impulsen und Seelen-Impulsen unterscheiden zu können. Die Entwicklung von Gewissen, Mitgefühl, Ethik und Moral sind Anzeichen für das Unterscheidungsvermögen. Es wächst die Sehnsucht (Mond) und der Wille (Mars) sich aus den persönlichen Begrenzungen, dem Gefängnis (Saturn) zu befreien.
Das KLEINE SELBST ist keinesfalls als Hindernis zu betrachten. Im Gegenteil! Ihm kommt auch eine sehr wichtige Aufgabe zu: Nur durch Materialisierung, Begrenzung, Fokussierung kann das Unbegrenzte, Unkonditionierte, EINE, Göttliche “auf die Erde gebracht werden“. Wir Menschen sind Götter in Fleisch und Blut. Das KLEINE SELBST hat seinen Fokus im Körper aus Fleisch und Blut, ist inkarniert, kann greifen, ergreifen, fühlen und physisch gestalten. Es offenbart sich in der Welt durch unsere Persönlichkeit. Das ICH BIN will die Augen im KLEINEN SELBST aufschlagen und in der Welt das Göttliche bezeugen. Das ist die heilige Aufgabe des Mensch-Seins. Allein das KLEINE SELBST ist in der Lage, Realität auf den dichten Ebenen der Existenz (körperlich, emotional, mental) zu schaffen. Die seelische Triade wäre ohne die persönliche Triade (Persönlichkeit) nicht handlungsfähig – sie würde auf ihrer eigenen Ebene verbleiben.
Es ist für jeden von uns notwendig, das KLEINE SELBST aus der Illusion und dem Glauben zu befreien, das GROSSE ICH (das SELBST) zu sein. Das KLEINE SELBST soll als Werkzeug dienen. Es ist der Diener des EINEN – nicht der Herr! Die Instanz in uns, die diese Unterschiedlichkeit überhaupt wahrnehmen und eine Erkenntniskraft aktivieren kann, wird “der Zeuge“ genannt – es ist das HÖHERE SELBST, die seelische Triade– repräsentiert durch die Planeten Merkur, Venus und Jupiter.
Die persönliche Triade steht für die aktive, mit der physisch/emotionalen Welt verankerte menschliche Natur. Mond, Mars und Saturn sind den Chakren unterhalb des Zwerchfells zugeordnet.
Mond
Die Mondscheibe ist aus irdischer Sich t ebenso groß wie die Sonne. Ebenso wichtig wie die Sonne für unser seelisches Leben, ist die Bedeutung des Mondes in unserem irdischen Leben. Er steht für das Denken und Fühlen. Weiter repräsentiert er unsere sozialen, ethnischen, familiären Konditionierungen, unsere Instinkte, Gewohnheiten und Prägungen aus Vorleben. Ferner steht er für unsere Alltagsintelligenz, mit der wir unser Leben organisieren und koordinieren können. Er lässt uns empfinden, mitfühlen und das Leben emotional begreifen. Der Mond zeigt an, was wir brauchen, was wir haben wollen und woran es uns scheinbar mangelt. Er ist bedürftig und ist das ewige Kind in uns. Doch ebenso steht der Mond auch für das versorgende, nährende und mütterliche Prinzip.
Mars
Der Mars steht für Macht, Kraft, Energie und Durchsetzungskraft. Er ist Antrieb, Sexualität, Aggression, Wut, Kampfeslust und der Wunsch zu siegen. Der Mars steht für unseren persönlichen Willen. Was treibt uns an, uns weiterzuentwickeln? Es ist der Mars! Durch ihn kommen Dinge in die Welt. Er gebärdet sich egoistisch und selbstbezogen und er schützt sein Revier. Ihm untersteht die fordernde Emotionalität, die Sexualität und das männliche Prinzip (Animus) wird ihm ebenfalls zugeordnet.
Saturn
Der Saturn begrenzt, materialisiert, hält zusammen. Er lässt uns alle Grenzen des Körpers, der Psyche und des Denkens spüren. Er ist langsam, kann quälen und beharrt auf dem, was ist. Er steht für Leid, Angst, Alter und Tod. Aber ebenso für Konzentration, Stabilität und Verantwortlichkeit. Saturn regiert uns über unsere Vorstellung von Wirklichkeit und konfrontiert uns mitleidlos mit dem, was tatsächlich ist. Wenn wir es verkraften können, die Wahrheit zu sehen, nimmt er uns den Schleier der Illusion.
Saturn steht für die materielle Welt, mit all ihren Möglichkeiten, sich festzuhalten, zu leiden und sich zu identifizieren. Gebeugt, gebückt, beladen und schwer durchs Leben zu gehen, ist ein saturnischer Schatten. Durch die Lektionen, die Saturn uns lehrt, entsteht in uns der Wunsch und der Wille, den Weg der Befreiung zu gehen.
Saturn, der Hüter der Schwelle, prüft unsere Ernsthaftigkeit und unsere Motive. Was als zu leicht befunden wird, wird sachlich zurückgewiesen. Er ist geduldig, langsam und schweigsam. Saturn ist gerecht und unbestechlich.
Die Planeten der seelischen Triade
Die seelische Triade ist der ewige, unvergängliche Aspekt unseres Wesens. Die Monade, der essenzielle Lebensfunke, tritt über die Ebenen von Atma, Buddhi und Manas als die seelische Triade in uns in Erscheinung. Diese Trinität ist die höhere Entsprechung zu den drei Planeten der Persönlichkeit. Sie verkörpern Liebe (Venus), Intelligenz (Merkur) und Weisheit (Jupiter). Die seelische oder höhere Triade öffnet die Begrenzungen der persönlichen Triade und lässt die Ideale von der Einen Menschheit, der Liebe zu allen Geschöpfen, des Mitgefühls und der Verantwortung für die Schöpfung im Bewusstsein des Menschen erscheinen. Diese seelischen, einbeziehenden, freundlichen und zugewandten Energien stehen in Konkurrenz zum egozentrierten Selbstverständnis der Persönlichkeit. Das Ringen beginnt und wird auch das Betreten des spirituellen Pfades genannt.
Dabei wirkt eine spirituelle Alchemie. Es wird ein Transformationsprozess in Gang gesetzt, der sich astrologisch folgendermaßen ausdrücken lässt: Der Mond wird durch Merkur befreit, die Venus besänftigt Mars und Jupiter erlöst Saturn.
Merkur
Der Merkur ist ein Götterbote. Er pendelt zwischen der Ebene des abstrakten Denkens, der Intuition und dem konkreten Denken, das durch den Mond symbolisiert wird, hin und her. Er überbringt die Botschaften. Die Regenbogenbrücke (Anthakarana) ist sein Kommunikationsweg. All das, was als Intuition, Eingebung, Satori, Erleuchtung, Einsicht und durch Geistesblitze wahrgenommen wird, kommt über Merkur in unser Bewusstsein. Er hält die Verbindung zu den höheren Ebenen aufrecht.
Merkur steht für das Denken und für Erleuchtung wie auch für die Erweiterung des Denkens. Merkur ist nicht emotional und kann dennoch voller Liebe sein. Die Freude, das Glück der Bewusstseinserweiterung durch Syntheseerfahrung, all dies gehört zur spirituellen Ebene des Merkur. Das abstrakte Denken, die Feinheit des Denkens soll den gebundenen, reagierenden und emotionalen Mond befreien. Die Synthese von Merkur und Mond wird eine neue Persönlichkeit hervorbringen. Eine Persönlichkeit, die mit ihren Antennen (Merkur) fest mit der seelischen Welt verbunden ist und intelligent reagieren kann. Der Mond will haben, während Merkur geben will.
Natürlich wirkt Merkur auch innerhalb der persönlichen Triade. Dort wirkt er höchst wechselhaft und ist ungeheuer schnell. Er ist taktisch und auf seinen Vorteil bedacht. Er ist ein Gott der Kaufleute und Diebe. Er verteilt und bringt in Verbindung und nimmt stets die Färbungen der Planeten an, mit denen er in Kontakt ist. Merkur hat im Prinzip keinen eigenen Standpunkt, er passt sich an.
Venus
Die Venus, Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Vollkommenheit, äußert sich durch Schönheit. Auch Empathie, Mitgefühl und Freude sind Attribute der Venus. Sie ist das große Herz in der Schöpfung. Der Geist der Kooperation kommt durch sie zum Ausdruck. Im spirituellen Kontext ist die Venus eine Botschafterin der Seele, die den Zusammenhang der Welt über das Herz erschließt. Ihre Natur ist jedoch nicht vorrangig emotional, ihre Empfindungsfähigkeit ruht in erleuchtetem Denken sowie in der Gewissheit und der Durchdringung des Göttlichen. Sie steht für Vollendung und vollständige Hinwendung. Die Venus bezeugt die Einheit der Schöpfung und der Liebe, die darin zum Ausdruck kommt. Anders als Merkur, der sich suchend und verbindend in die Welt begibt, bezeugt die Venus das Göttliche im Sein. Ihre Aufgabe besteht darin, mit der Energie des Mars zu verschmelzen, um den Drang des Mars nach Aktivität und Gestaltung durch Liebe leiten zu lassen.
Im Horoskop der Persönlichkeit spielt die Venus ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie offenbart die Schönheit, Freude, Sinnlichkeit und Erotik, die eine Person empfinden und geben kann. So überträgt und verankert sie im besten Fall das seelische Potential in der Persönlichkeit. Die Venus hat ihren Sitz im Herzen. Zu ihrem persönlichen Ausdruck gehören auch Sentimentalität, Eitelkeit, Selbstverliebtheit und alle Arten von Prostitution.
Jupiter
Der Jupiter steht für Neuordnung und Erweiterung. Er öffnet den Pfad vom Wissen zur Weisheit. Die Hinwendung, das Sehnen, die Liebe zum Göttlichen sind unabdingbar, um diesen Weg gehen zu können. Wissen führt in die Irre, wenn nicht die Synthese, Intuition und das Erkennen des Hintergrunds hinzukommt. Dieser Hintergrund ist Jupiter. Er vermittelt göttliche Nähe, durch Meditationen und die Gegenwart eines Meisters oder Lehrers. Jupiter gibt durch erhabene Empfindungen, Visionskraft, Gebete und das Erleben einer vereinigenden, spirituellen Erfahrung. Er ist unser Glück und unser Schutzengel, die Gewissheit innerer Führung und unser Selbstbewusstsein. Er ist immer in der Nähe, wenn wir uns Gott widmen.
Erst durch die Verbindung von Jupiter und Saturn werden wir in die Lage versetzt, den geistigen Pfad der Befreiung wirklich gehen zu können. Disziplin, Beharrlichkeit und Rhythmus ist nötig um die Gnade Jupiters, die Verbindung mit Gott, wirklich leben zu können. Erst wenn wir mit Saturn arbeiten, kann Jupiter sein spirituelles Potenzial entfalten.
In seinem verzerrten, persönlichen Ausdruck bringt er Prunksucht, Arroganz und Selbstgefälligkeit zum Ausdruck. Er ist ein Täuscher, Heuchler, Scheinheiliger und Scharlatan. Er isst und trinkt gern und liebt Ausschweifungen.
Die Planeten der Geistigen Triaden
Es ist der göttliche Wille, der sich als Synthese der drei Aspekte ‚Leben (Uranus), Bewusstsein (Neptun) und Form (Pluto) in die materiellen Welten herabsenkt. Diese Trinität trägt durch alle Ebenen der Existenz bis in die dichte physische Ebene. Die monadische Ebene ist, aus systemischer Sicht, die 2. Unterebene der kosmisch/physischen Ebene – und aus diesem Blickwinkel betrachtet Ausdruck göttlicher Liebe, die als Wille in die Existenz kommt.
In unseren Horoskopen werden diese drei transsaturnischen Planeten erst dann spürbar, wenn wir zu einer gewissen Fähigkeit der Selbstreflektion und Zeugenschaft in der Lage sind, d.h. wenn wir uns auf dem Pfad der Rückkehr befinden. In der Zeit davor erreichen die Einflüsse dieser drei Planeten den Menschen über Saturn. Für die Menschheit sind Uranus, Neptun und Pluto sogenannte Schicksalsplaneten, da sie kollektive Entwicklungszyklen kennzeichnen.
Uranus
Uranus beginnt sich erst in unser persönliches Leben einzumischen, wenn Saturn und Jupiter zusammenarbeiten. Er ist der Planet, der für Jüngerschaft bzw. den Pfad der inneren Entwicklung steht, der die Menschen aus der Begrenzung der Persönlichkeit herausführt. Uranus kann sehr radikal vorgehen. Er steht für die göttliche Intervention, den höheren Willen. Er akzeptiert keine Verkrustung und Unbeweglichkeit. Bevor wir uns auf den Pfad der Jüngerschaft begeben, erleben wir Uranus meist nur generisch/kollektiv. Gelegentlich greift er wie ein Blitz in unser Leben ein und stellt alles auf den Kopf. Uranus ist stets an Freiheit interessiert – die persönlichen Lebensumstände, Meinungen, Konzepte sind ihm egal. Sobald wir uns seiner Energie bewusst werden, wird er zur Meisterenergie, die unsere Entwicklung enorm beschleunigt. Wir kommen in Kontakt mit neuen Ebenen der Existenz, inneren Bildern, Visionen, aber auch Abgründen. Diese werden aktiviert, um Befreiung zu erlangen. Uranus steht für neue Heilungs- und Therapieformen, für Strahlenmedizin, Kommunikationstechniken, Meditationen, Yoga, Magie,Okkultismus und Astrologie.
Neptun
Neptuns Qualität ist verträumt, grenzenlos, voller Mitgefühl – zu tiefer inniger Empfindung und Verschmelzung fähig. Für die astrologische Deutung ist er schwer greifbar. Neptun ist die vollständige Hingabe und der Wunsch, in etwas aufzugehen. Dabei ist das Motiv wesentlich, ebenso wie das Objekt der Hingabe und die Entwicklungsstufe, auf der ein Mensch den Neptun erlebt. Es kann mystische Hingabe an das Göttliche bedeuten, ebenso wie das Aufgehen in einem kriminellen / betrügerischen Vorhaben oder einer sektiererischen Weltsicht. Neptun kann tiefe Gewissheit, Ahnungen, mystische, psychische Erfahrungen anzeigen und gleichzeitig kann das alles Illusion und einfach nur eine Folge von Realitätsverlust sein. Unsicherheit, Konfusion, Depression kann sich abwechseln mit tiefem Einssein-Empfinden.
Meditation, Musik, Töne, Farben, Schwingungen, Tanz etc. gehören zum Neptun. Ebenso wie Täuschungen, Verwirrung, Illusionen, Selbstüberhöhung, Wahnsinn und Genialität. Alle diese Dualitäten münden eines Tages in der vollständigen Hingabe an das Göttliche.
Pluto
Plutos Energie hat mit dem Ende und dem Neuanfang, mit Intensität, Extremen und (Ver)Wandlung zu tun. Er ist Ausdruck von Shiva, dem Gott der Zerstörung, der das Alte, Überholte, Unbrauchbare zerstört, um Platz für Neues zu schaffen. Er ist zutiefst transformierend und räumt Hindernisse aus dem Weg. Pluto wirkt nicht in allen Horoskopen. Insbesondere ist er spürbar, wenn er in Konjunktion oder Opposition zu Sonne, Mond oder Aszendent steht– wobei ein Kontakt mit dem Aszendenten am stärksten ist – gefolgt vom Mond.
Im persönlichen Horoskop hat Pluto in den Zeichen keinen wahrnehmbaren Einfluss. Als Generationsthemen sehr wohl (genauso wie Neptun). Pluto ist für den Horoskopeigner oft Ursache von Furcht, wenn er ihn an präsenter Stelle im Horoskop entdeckt. Pluto fragt nicht, er räumt einfach das weg, was wir dem Saturn nicht zur Transformation haben überlassen können oder wollen. Sein Einfluss ist spirituell immer ein Segen – auch wenn das oft erst „danach“ verstanden werden kann.
Astrologische Deutungsansätze
Die Aufgabe, die persönliche Triade mit der geistigen Triade zu verbinden, besteht astrologisch ausgedrückt darin, vom
- Mond zum Merkur, vom
- Mars zur Venus und um vom
- Saturn zum Jupiter zu reisen.
Beide Triaden verbinden sich im Laufe von zahlreichen Inkarnationen mehr und mehr. Durch den aktiven Willen (Mars) eines Menschen erfolgt im Laufe der Zeit der Bau der Anthakarana (Regenbogenbrücke oder Himmelsleiter), um die Lücke zwischen der persönlichen und der geistigen Triade zu überbrücken und die Kontinuität des Bewusstseins zu verwirklichen. Der Impuls dazu muss von der Persönlichkeit ausgehen. Darum ist der Mars der Schlüssel dafür um sich auf den Weg machen zu können.
Persönliche Triade: Hier wird die Position von Mond, Mars und Saturn in den Häusern und deren mögliche Beschränkungen angeschaut. Die höheren Perspektiven dieser drei Planeten verdeutlichen deren jeweilige Zeichenposition. Diese wiederum werden in Verbindung gebracht mit der Zeichenposition der Gegenstücke (Merkur, Venus, Jupiter) auf der seelischen Triade.
Seelische Triade: Die Perspektive der Planeten der persönlichen Triade besteht in der Hinwendung zu ihren Entsprechungen in der seelischen Triade: Mond wendet sich zu Merkur; Mars schaut zu Venus und Saturn und verbindet sich mit Jupiter. Deren Häuserpositionen berichten etwas über die Perspektive des persönlichen Lebens.
Die Position der Planeten Jupiter, Venus und Merkur in den Zeichen deutet auf die Qualität der Kräfte hin, die uns zur Verfügung stehen, um die persönliche Triade (Mond, Mars, Saturn) in die seelische Triade (Merkur, Venus, Jupiter) zu erheben. Der Ort der Verwandlung ist die Seele, die durch die Sonne repräsentiert wird.
Geistige Triade: Uranus, Neptun und Pluto bringen uns mit dem übergeordneten Willen des Göttlichen in Kontakt. Sie wirken als Beschleuniger auf unserem Pfad der Rückkehr.
Annäherung an ein Horoskop
Neben den in diesem Artikel vorgestellten drei Triaden gibt es eine Triade der Synthese, die sogenannte „Inkarnations-Triade“. Sie besteht aus Sonne (Ziel der Inkarnation), Aszendent (Weg zum Selbst) und dem Mond (Konditionierungen aus der Vergangenheit). Diese drei anzuschauen ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis des individuellen Weges. Dann folgt:
- Im Horoskop wird dann die persönliche Triade angeschaut: Wie ist die Stellung von Mond, Mars und Saturn in Zeichen und Häusern? Aspekte?
- Anschließend wird die seelische Triade betrachtet: Wie stehen Merkur, Venus und Jupiter? Die Hauspositionen sind sekundär. Wichtiger ist die Position der Planeten in den Zeichen.
- Welche astrologischen Wege sind von der persönlichen Triade in die seelische Triade (und umgekehrt) angezeigt? Wie kann das funktionieren? Hierfür schaut man, welche gut gangbaren Wege von der seelischen Triade aus vorgezeichnet sind. Und welcher Planet aus der persönlichen Triade ist besonders empfänglich für seelische Impulse?
- Welche Methoden, Techniken, Meditationen, welche Farben, Mantren, geistige Studien usw. können den Integrationsprozess unterstützen? Welche Tätigkeiten scheinen geeignet?
Vielleicht konnte etwas Licht auf die spirituellen Tiefen geworfen werden, die in der Astrologie verborgen sind, sowie auf die verschiedenen Möglichkeiten, die sich für denjenigen ergeben, der sich auf den Rückweg zu seinem Ursprung macht. Die Astrologie kann eine große Hilfe auf dem Weg sein – sie selbst ist kein Weg. Sie ist jedoch ein großartiges Werkzeug, um den Weg erkennen zu können. Gehen aber, müssen wir ihn selbst!
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Literatur:
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Ekkirala Krishnamacharya »Spirituelle Astrologie«, »Die Weisheit des Sternenhimmels«, beide Titel in der Edition Kulapati
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Parvathi Kumar »Das Wassermannkreuz«; sowie die Bücher über Jupiter, Saturn, Venus, Mars. Merkur, Sonne; alle Titel erschienen in der Edition Kulapati
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Alice-Bailey »Esoterische Astrologie«, erschienen im Lucis Trust, Genf und weitere Bücher über die Sieben Strahlen von dieser Autorin
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Alan Leo »Esoterische Astrologie« und „Die Kunsrt der Synthese“(vergriffen, im Antiquariat erhältlich)