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Die Sammler
Dr. Josef Dolder-Stocker · Dr. Edmund Müller-Dolder · Dr. Edmund Müller jun.
Dr. Edmund Müller jun. wurde am 31. März 1898 in Beromünster geboren.
Er besuchte die Lateinschule in Beromünster und die weiteren vier Gymnasialjahre in Engelberg, wo er 1919 die Matura bestand. Das Medizinstudium in Fribourg, Lausanne und Zürich schloss er 1925 mit dem Staatsexamen in Zürich ab. Dort erlangte er auch 1926 das Doktorat mit der Dissertation: «Ueber einen Fall von Riesenfibrolipom des Mesosigmoid» (Dickdarmgeschwür).
Studienaufenthalte in Paris, London, Brüssel, Wien und Budapest ergänzten die Ausbildung. Von 1925 bis 1929 wirkte er am Kantonsspital St. Gallen auf der chirurgischen und vor allem auf der gynäkologischen Abteilung und Entbindungsanstalt, zunächst als Assistenzarzt, später als Oberarzt und stellvertretender Chefarzt des kantonalen Frauenspitals.
Im November 1929 übernahm er auf Wunsch seines Vaters die Praxis im Haus zum Dolder. Edmund Müller jun. führte aber nicht nur die Landarzttätigkeit seiner Vorfahren weiter, sondern wirkte auch als Spezialarzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe (Diplom 1932) und erhielt bald grossen Zulauf von Frauen aus dem Michelsamt und dem aargauischen Wynental. Tägliche und häufig auch nächtliche Krankenbesuche in der ganzen Region waren für ihn selbstverständlich. Diese Hausbesuche wurden allerdings gegen Ende seines Lebens eingeschränkt, nachdem sich Edmund Müller Anfang Januar 1974 einer Staroperation unterziehen musste.
Am 27. Mai 1976, dem Auffahrtstag, erlag er einem Herzinfarkt.
Edmund Müller jun. führte die Sammeltätigkeit seiner Familie weiter, speziell im Bereich Fayencen/Porzellan und Hinterglasgemälde. Er setzte aber auch eigene Schwerpunkte, indem er u.a. eine umfangreiche Exotikasammlung mit Exponaten aus allen aussereuropäischen Kontinenten und eine Paracelsus-Bibliothek aufbaute. Eine besondere Vorliebe hatte er auch für kostbare Orientteppiche aus Wolle und Seide und für grosse sakrale Skulpturen.
Wie schon sein Vater präsidierte Edmund Müller jun. den Ortsbürgerrat, den Verein Schloss Beromünster (Heimatmuseum) und die Aufsichtskommission der Mittelschule. Zudem war er Mitglied in kantonalen Gremien des Gesundheitsbereichs und in zahlreichen kulturellen oder historischen Vereinigungen. Einen sehr hohen Stellenwert hatten für ihn die Mitgliedschaft beim Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und beim Souveränen Malteser-Ritterorden.
Für seine Verdienste im Bereich Kultur erhielt er zahlreiche Anerkennungen. Die Biblioteca Ambrosiana in Mailand verlieh ihm 1947 den Doctor honoris causa. 1970 erhielt er den Kulturpreis der Innerschweiz. Er war Ehrenbürger von Beromünster, Ehrenmitglied der Trachtenvereinigung und des Historischen Vereins der Fünf Orte, Komtur des päpstlichen Gregoriusordens und Träger des goldenen Päpstlichen Laterankreuzes.
Edmund Müller jun. war der einzige Nachkomme seiner Eltern Edmund und Hedwig Müller-Dolder und blieb unverheiratet. Am 29. Oktober 1969 errichtete er die Stiftung «Sammlung Dr. Edmund Müller, zum Dolder» und übergab ihr das Haus im Flecken Beromünster mit der umfangreichen Sammlung seiner Familie.