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Auch ein Buch hat er geschrieben: «Slanky». Damit ist längst nicht alles gesagt. Und ja, er ist der Typ von Soul Coughing: «I quit the band in 2000, against the advice of every sensible person I knew, and took off in a rental car (9000 miles by myself on my first tour) to be a roving acoustic-izer.» Remember Soul Coughing? Das New Yorker Quartett aus dem Umfeld der Knitting Factory war mit seiner eigenständigen Mischung aus Jazz, Funk und Indie-Rock eine der spannendsten Bands Mitte der 90er. Doughty klingt wie etwas zwischen Jack Johnson und G. Love, aber ganz anders. Der Mann mit Powerstimme ist ein ungeschliffener Diamant von der Grösse eines 8-Tonnen-Findlings.
Doughty wird 1970 in Fort Knox (ja, da liegt auch Schweizer Restgold) in eine Militärfamilie hineingeboren und besucht nach etlichen Zügeleien innerhalb der USA die United States Military Academy in West Point nahe New York. Yes, Sir! Ihr seht, der Mann weiss, was Disziplin heisst. Ihr dürft nun trotzdem wieder bequem stehen. Mike kehrt den Militärgrinden nämlich den Rücken und studiert Dichtung. Aus seinem Job in der Knitting Factory kristallisieren sich die legendären Soul Coughing mit drei Alben. Dan Wilson produzierte sein offiziell erstes Solo-Album «Haughty Melodic» (2005), auf dem auch der ganz ohne Mundschutz und Blutstiller in «Grey’s Anatomy» implantierte Song «Looking at the World from the Bottom of a Well» zu finden ist. Es folgte «Golden Delicious» (2008). «Immer wenn ich eine Scheibe rausbringe, scheint das Publikum zu mögen, was ich zwei Jahre vorher besser gemacht habe» Darum reagiert er auf seinem neusten Streich «Sad Man Happy Man» (2009) auf die Reaktion der Fans mit der trotzigen Reaktion, den Leuten zu geben, was sie wollen: «The songs on Sad Man are more arcane and convoluted songwriting-wise, though they’re sparer in terms of instrumentation. Although my choruses are still simple — I love taking phrases and repeating them ad infinitum.» Er mache nun Musik, die er selbst gerne höre. Und er meine das ganz literarisch, nicht wie ‚wenn ich mein Hörer wär, würde ich das und das mögen’, sondern, was man im Kopfhörer in Subway und S-Bahn hören kann, das wirklich passt. «Ich arbeite für die Musik, ich arbeite für die Songs. Ich bin glücklicher, wenn ich mir dessen bewusst bin.» Ja, das hört man, Mike. Und wir sind um Tonnen von Neurotransmittern glücklicher, wenn du deine wunderbaren Geschichten live in unserer spätpostneugotischen Lokal-Kathedrale auftischst, als im scherbelnden Kopfhörer unseres Tresennachbarn.