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Von «Stolz und Vorurteil» bis zu einem heroischen Schwertkampf: Das Theri-Theater bietet zwölf unterschiedliche Szenen und schafft es, den roten Faden nicht zu verlieren.
Das Schauspiel beginnt mit einer Stimme: «Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.» Die Person, zu der die bedächtige Stimme gehört, sitzt hinter einer Leinwand – die übrigen Darsteller auf der Bühne wechseln mechanisch ihre Position und ziehen sich eine weisse Maske über. –Diese Sequenz stellte quasi das Vorwort zum diesjährigen Theri-Theater dar. «Ich und du – ein Reigen» ist eine Abfolge von zwölf Szenen. Diese eigentlich unabhängigen Szenen werden durch die schon erwähnte Leinwand geschickt verknüpft: Vor jeder Szene erscheinen der Titel und eine kurze Beschreibung der Szene – so wird das Schauspiel zu einem Buch mit zwölf Kapiteln. Das Thema, das die Geschehnisse miteinander verbindet, ist die Begegnung zwischen Menschen. So interagieren die jugendlichen Darsteller in jeder Szene miteinander – ob in Liebe, Streit, Hass oder Gleichgültigkeit. Regisseurin Dorotea Bitterli lässt die Schauspieler Geschichten aus der Weltliteratur von Autoren wie Georg Büchner, Carlo Godoni oder Eugène Ionesco spielen.
Das Beste kommt zum Schluss
Ein «Kapitel» des Theaters wurde auch von einer Darstellerin selbst entworfen. Sabrina Meier schrieb eine Szene und übernahm die Rolle dazu selbst: In einer beeindruckenden Darbietung erklärt die Schauspielerin dem Publikum, dass ihr letzter Freund sie zu einer Person geformt hat, die sie nicht ist. Doch sie erklärt auch, dass sie dieser Rolle nun nicht mehr entfliehen kann, und bricht auf der Bühne zusammen. Die beste Szene hat sich die Regisseurin für den Schluss aufgehoben: Ein Mann (Josip Pranjic) und eine Frau (CherrlyGrab) verbindet eine Art Hass-Liebe, und sie vollführen auf der Bühne einen actionfilmreifen Schwertkampf. Unterbrochen wird die Darbietung von der singenden Milena Kern. In einem traumhaften weissen Ballkleidwirkt sie wie ein friedenbringender Engel und singt das Liebeslied «When I was your man» von Bruno Mars. Das Theater endet, wie es begonnen hat: Mit der Stimme, die sagt «eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose», während die Darsteller die weisse Maske nun nicht mehr an-, sondern ausziehen. Ein schönes Schlusswort für ein Theater, das die Zuschauer zuweilen ratlos zurücklässt, sie schmunzeln lässt und die Bedeutung der Begegnung hervorhebt.
Bote der Urschweiz (Laura Inderbitzin)
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Dies & Das
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/cynaie