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Ellbogen-Strecktest zum Ausschluss einer Fraktur
Ellbogenverletzungen sind häufig, eine Fraktur ist allerdings lediglich bei einer Minderheit nachweisbar. Die Autoren einer prospektiven Studie haben evaluiert, ob sich der Ellbogen-Strecktest eignet, um zu entscheiden, wer geröntgt werden muss und wer nicht.
2'127 Kinder und Erwachsene mit einer akuten Ellbogenverletzung nahmen an der prospektiven Multizenterstudie teil. Alle wurden klinisch beurteilt, inklusive Durchführung des Ellbogen-Strecktests (vollständiges Strecken im Ellbogengelenk möglich oder nicht). Primärer Endpunkt war eine Ellbogenfraktur im Röntgenbild respektive die vollständige Heilung ohne Indikation für weitere Evaluationen nach 7-10 Tagen.
Von insgesamt 1'740 auswertbaren Patienten konnten 602 den Arm im Ellbogengelenk vollständig strecken. Nur 17 dieser Teilnehmer hatten eine Fraktur und lediglich bei 2 hatte eine Fraktur des Olecranons eine Änderung der Therapie zur Folge. Von den 1'138 Verletzten, welche den Ellbogen nicht vollständig strecken konnten, hatten 521 eine Fraktur. Die Sensitivität des Ellbogen-Strecktests zur Identifikation von Patienten mit einer Fraktur lag bei 96.8%, die Spezifität bei 48.5%. Der negativ prädiktive Wert der vollständig möglichen Streckung im Ellbogen betrug für Erwachsene 98.4% und für Kinder 95.8%.
Konklusion der Autoren: Patienten, welche den Ellbogen nach akuter Verletzung vollständig strecken können, haben mit grosser Wahrscheinlichkeit keine Fraktur. Ist die Streckung nicht möglich, sollte ein Röntgenbild veranlasst werden, da mit fast 50%iger Wahrscheinlichkeit eine Fraktur vorliegt. Nicht geröntgte Patienten sollten nach 7-10 Tagen erneut beurteilt werden, falls die Symptome nicht verschwunden sind.
Link zur Studie
BMJ 2008;337:a2428 - Appelboam A et al
24.12.2008 - dde