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| Hieronymus († 420) - Briefe

I. Briefe familiären Charakters
5. An Florentinus
[Vorwort]
Ein verlorengegangener Brief des Florentinus gibt Hieronymus Bescheid, daß das Gerächt von Rufins Niederlassung in Jerusalem irrig ist Inzwischen war Hieronymus von Antiochia südöstlich gewandert, um sich in der Wüste Chalkis an der Ostgrenze Syriens niederzulassen. Während er den Wunsch, nach Jerusalem zu reisen, seinem neuen Beruf zum Opfer bringt, nimmt er seine treuen Begleiter, seine Bücher, mit in die Wüste. Seine Bibliothek zu vergrößern, ist seine Hauptsorge. Darum erbittet er sich durch des Florentinus Vermittlung Abschriften aus der Bibliothek Rufins, den er auch ersucht, ihm leihweise überlassene Werke zurückzusenden. Auch aus des Florentinus Bestand wünscht er möglichst zahlreiche Abschriften und erklärt sich zu Gegenleistungen in biblischen Handschritten bereit. Leider ist das dem Briefe beigefügte Verzeichnis der ersehnten Bücher nicht auf uns gekommen. Immerhin gibt der Brief einen interessanten Einblick in den wissenschaftlichen Betrieb der damaligen Zeit. Zum Schluß erklärt sich Hieronymus bereit, durch des Evagrius Vermittlung für die Rückkehr eines dem Florentinus entlaufenen Sklaven zu sorgen. Da wir zwischen Antiochia und Jerusalem einen recht lebhaften Verkehr voraussetzen dürfen, wird dieser Brief in die erste Hälfte des Jahres 375 zu verlegen sein.