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Nach der gemütlichen Flussfahrt über den Mekong haben wir uns auf den Weg nach Chiang Rai gemacht. Da von der Grenzstadt Chiang Khong nach Chiang Rai keine grossen Busse verkehren, mussten bzw. durften wir den lokalen Bus nehmen. Ein kleines Abenteuer, denn solche Busse dürften bei uns bestimmt nicht mehr fahren. Mit viel Fahrtwind und engen Bänken sind wir in Chiang Rai angekommen.
Chiang Rai liegt mitten im Goldenen Dreieck. Goldenes Dreieck wird das Grenzgebiet der Staaten Laos, Myanmar und Thailand genannt und ist für den Anbau von Schlafmohn bekannt, welches zur Herstellung von Heroin gewonnen wird. Somit ist der Name ein Synonym für die Opium- bzw. Heroinherstellung.
Wat Rong Khun aka The White Temple
Die Stadt Chiang Rai ist keine besondere Augenweide. Eine der Hauptgründe warum man nach Chiang Rai kommen sollte ist klar der Wat Rong Khun Tempel. Also haben auch wir uns auf den Roller geschwungen und haben den berühmten weissen Tempel angeschaut. Dieser moderne, unkonventionelle Tempel ist sehr ungewöhnlich und wirkt im ersten Moment wie einem Disney Film entsprungen. Der Künstler Chalermchai Kositpipat hat bereits 1997 mit der Renovierung der Anlage begonnen, bis heute dauern die Arbeiten an. Man vermutet, dass die gesamte Tempelanlage nicht vor 2070 fertiggestellt sein wird.
Traditionell gilt die Farbe weiss als Trauerfarbe in Thailand, jedoch wird die weisse Farbe hier als die Reinheit Buddhas angesehen. Das Hauptgebäude des Tempels wird über eine Brücke, welche den Zyklus der Wiedergeburt darstellt, erreicht. Der „See“ der sich unter der Brücke befindet ist mit hunderten herausragenden Händen und Köpfen übersät und symbolisiert die Zügellosigkeit der Menschen. Am Ende der Brücke befindet sich das Tor zum Himmel, welche in das Hauptgebäude des Tempels führt. Die Aussenwände sind mit zersplittertem Spiegelglas versehen und glitzert in der Sonne. Der Gebetsraum jedoch scheint im ersten Moment eher schlicht gehalten, bis man die Malereien an den Wänden genauer unter die Lupe nimmt. Die Wände wechseln vom reinen weiss in ein flammiges orange. Man erkennt Gesichter der Dämonen und viele westliche Figuren u.a. Michael Jackson, Neo von Matrix, Freddy Krüger, Einsturz der Twin Towers, Hello Kitty, Minions und vieles mehr. Das Ganze soll den vernichtenden Einfluss der Menschen auf die Erde symbolisieren. Ein Teil der Anlage wurde von einem Erdbeben im Mai 2014 stark beschädigt. Obwohl man schon vieles wieder renoviert hat, sind noch heute grosse Risse und die Zerstörung zu erkennen. „Der Himmel“
Black House
Den Gegensatz zum White Temple bildet das Black House, oder manchmal auch Black Temple genannt. Das Ganze ist wie eine klassische Tempelanlage aufgebaut, jedoch ist alles in schwarz gehalten mit vielem dunklen Holz. Hier hat sich der Thai Künstler Thawan Duchanee komplett ausgelebt. Der Künstler möchte mit seiner Arbeit die menschliche Dunkelheit aufzeigen. Die ganze Anlage ist mit Tierhäuten, Schädeln und anderen tierischen Teilen ausgestattet. Das ganze Kunstwerk ist sehr furchteinflössend. Ausser dem Hauptgebäude waren alle anderen, kleinen Gebäude für Besucher leider geschlossen. In den geschlossenen Räumen sollen sich u.a. ein ganzes Elefanten Skelett, ein ganzer Braunbär oder eine Folterkammer befinden. Überall auf dem Gelände findet man Ansammlungen von Teilen toter Tiere.
Das ganze wirkt so surreal und vor allem einfach nur gruselig. Der Künstler schafft es ein unbehagliches Gefühl hervorzurufen. Man schlendert durch die Anlage und weiss einfach nicht so recht was man denken soll.
Auch wenn das Ganze wie eine Tempelanlage gebaut ist und überall Buddha Figuren stehen, handelt es sich hier nicht um eine religiöse Stätte. Auch ist das Black House unter den Touristen eher unbekannt und auch relativ schlecht zu finden – keine anständige Wegbeschreibung oder Beschilderung! Das bedeutet aber auch, dass sich hier weniger Touristen tummeln. „Die Hölle“
Beide Anlagen sind gut an einem Tag besichtbar. Man sollte je 1 – 1,5 Stunden einplanen. Die Anlagen befindet sich ca. 15km ausserhalb von Chiang Rai, in entgegengesetzte Richtungen. Mit dem Roller lässt sich dies sehr gut bewältigen.