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Training: So helfen Hybride
Statt schwierige Schläge mit langen Eisen zu spielen, setzen immer mehr Golferinnen und Golfer auf Hybride. Wir zeigen, wie Sie die «Helfer» richtig einsetzen.
Von Marcus Knight
Der Ursprung des Golfsports liegt in Schottland und reicht hunderte Jahre zurück. Während all dieser Zeit hatten die Golfschläger eine sehr klassische Formgebung. Ein Satz bestand normalerweise aus einem Driver, 3er- und 5er-Holz, 3er-Eisen, einem Sand Wedge und einem Putter. Aber die Zeiten und die Golfplätze haben sich verändert. Ein Satz Golfschläger ist heute grundsätzlich wie eine Werkzeugkiste mit vielen unterschiedlichen Geräten, um alle Herausforderungen meistern zu können.
Die herkömmlichen 3er- und 4er-Eisen mögen auf Linksplätzen in Schottland, wo auf harten und trockenen Plätzen gespielt wird, überaus geeignet sein. Dort ist es oft problemlos möglich, den Ball bis aufs Grün ausrollen zu lassen. Die meisten von uns spielen jedoch in der Schweiz, und unsere Plätze haben anderes Gras. Der Boden ist fetter, und vor den Grüns haben wir Hindernisse wie Bunker, hohes Gras und Wasser. Diese Ausgangslage bedingt einen hohen Ballflug, der auf dem Grün landet und stoppt. Das ist mit einem langen Eisen nur dann möglich, wenn Sie eine sehr grosse Schlägerkopf-Geschwindigkeit erreichen – wie die Superstars auf der PGA Tour.
Eine kurze Geschichte
Vor gut vierzig Jahren kamen erstmals Hölzer mit grösserem Loft auf den Markt. Statt des klassischen 5er-Holzes gab es beispielsweise 7er-, 9er- oder 11er-Hölzer. Anfangs 2000 kam dann ein kurios – wie ein Ei – aussehender Schläger, der weder ein Holz noch ein Eisen war, aber beides in sich vereinigen sollte. Eine Firma namens Kasco brachte den ersten, frühen Entwurf eines Hybrids heraus. Aber erst, als Taylor Made mit seinem «Rescue» auf den Markt kam, stiess er weitherum auf Akzeptanz.
Ich erinnere mich, einen solchen Schläger 2002 an einem Demo-Tag im Golf Sempachersee ausprobiert zu haben. Ich war überhaupt nicht sicher, wo ich den Ball platzieren sollte. Aber ich merkte sehr wohl, dass ich eine gewisse Distanz durch einen höheren Ballflug einfacher überwinden konnte als mit einem langen Eisen. Er war sehr angenehm zu spielen, der Schaft weniger lang als bei einem Holz.
Dank diesen positiven Eigenschaften wurde der Hybrid-Schläger sehr populär. 2007 benutzten 30 Prozent aller Golfer diesen Schläger, heute haben die meisten einen Hybrid in ihrem Gepäck. Mit gutem Grund: Er ist jedermanns bester Freund!
Speziell die Frauen werden es bevorzugen, gewisse Eisen zu ersetzen, die sich – wenn nicht genügend schnell geschlagen – hart anfühlen. Dies etwa mit einem höher «gelofteten» Hybrid, vergleichbar mit einem Eisen 8 oder mehr. Dazu ein leichter, flexibler Schaft mit einem explosiven Schlägerkopf. Das macht jede Annäherung zur grossen Freude. Der Hybrid macht auch verschiedene andere Schläge einfacher. Hier sind meine Tipps, wie Sie vom «Rescue»-Schläger profitieren können.
Der Standard-Hybridschlag
Für mich stimmt es, wenn ich mit dem Hybrid ähnlich wie mit dem Eisen 7 schlage, den Ball leicht vor der Mitte meines Standes. Das erlaubt mir, mein Gewicht beim Treffpunkt gut durch den Ball zu bewegen, und resultiert in einem kleinen Divot, nachdem ich den Ball geschlagen habe. Das gilt für mich und meinen Schwung nach vielem Ausprobieren. Ich empfehle Ihnen, einige Zeit auf der Range zu testen, was für Sie das Beste ist. Investieren Sie Zeit, diesen Schläger kennen zu lernen! Ich kann Ihnen versichern, dass der Hybrid gewisse Schläge einfacher und besser macht. Ich höre immer wieder Männer sagen: «Das Spiel mit den langen Eisen ist das wahre Golf!» Glauben Sie mir, in den meisten Situationen ist das nur masochistisch. Also befolgen Sie meinen Ratschlag: Geben Sie dem Hybrid eine Chance!
Sich aus Schwierigkeiten befreien
Stellen Sie sich vor, diese Saison mal den Fairway zu verpassen! Ihr Ball befindet sich hinter einem Baum mit tief hängenden Ästen. Das Grün immer noch weit weg. Was sehe ich? Amateure nehmen ein Eisen 7 aus dem Bag. Nehmen einen Stand ein, mit dem Ball zurück beim rechten Fuss, um den Loft von 34 Grad auf 20 Grad zu reduzieren, damit der Ball flach unter den Ästen Richtung Grün fliegt. Aber warum sollte ich eine unbequeme Haltung einnehmen und einen Schlag versuchen, den ich nie übe? Ich könnte doch einfach mein Hybrid herausnehmen, das sowieso 20 Grad Loft hat, und mich normal zum Ball hinstellen. Lassen Sie den Schläger den kreativen Ballflug machen. Es ist nicht notwendig, es auf dramatische Art und Weise selber zu versuchen. Ich weiss, dass Golfer das Drama lieben. Aber, um ehrlich zu sein, anstatt es uns noch schwerer zu machen, lassen wir einfach den Schläger die Arbeit erledigen. Da das Hybrid wesentlich kürzer ist als ein Fairway-Holz, ist es das ideale Werkzeug für den Job.
Der Hybrid-Chip
Es tönt ein bisschen eigenartig, aber wenn Sie Golf am TV mitverfolgen, ist es für Sie keine Überraschung, wenn Sie sehen, dass PGA Tour Professionals solche Schläge jede Woche spielen. Übrigens eine Hausaufgabe, die ich jedem empfehle. Ähnlich wie beim Schlag unter dem Baum – warum sollte ich ein 9er-Eisen nehmen und mich so anstellen, als hätte ich ein längeres Eisen in der Hand? Ich kann ja geradewegs ein Hybrid nehmen und den Ball wie einen Putt spielen.
Platzieren Sie den Ball leicht vor der Mitte, halten Sie den Schaft in vertikaler Position und machen Sie einfach eine Putt-Bewegung. Sie werden merken, dass der Ball schneller vom Schlägerblatt kommt; es wird einige Zeit dauern, bis Sie das Gefühl für die richtige Distanz bekommen. Auch wird das Hybrid keinen Back Spin verursachen. Der Ball rollt konstant aus. Schlussendlich spielen Sie einen Ball ohne Gefahr zu laufen, zu hacken oder zu toppen.
Zur Erinnerung: Das Gefühl des Treffens ist es, was uns süchtig macht! Wenn Sie dieses Gefühl mit irgendeinem Schläger in Ihrem Bag nicht finden – sei es der Driver, die Hölzer, die Eisen, das Hybrid oder der Putter –, suchen Sie andere Optionen. Testen Sie Alternativen und finden Sie das Passende für sich.
Und vergessen Sie nicht, verwenden Sie nur neue, qualitativ hochstehende Bälle. Alte und gebrauchte Bälle mögen noch gut aussehen, aber innere Beschädigungen durch früher schlecht ausgeführte Schläge können eine negative Reaktion auslösen, auch wenn Sie einen guten Job gemacht haben.
Vorteile vereint
Es ist eine Tatsache, dass viele Frauen Hölzer gegenüber den Eisen bevorzugen. Der Grund ist, dass bei tieferer Schlägerkopf-Geschwindigkeit der Aufprall eines Eisens sehr hart sein kann und bei einem tiefen Divot unangenehm. Der Schlägerkopf eines Holzes ist hohl, daher explosiver und weicher anzufühlen. Das macht den Schlag wesentlich angenehmer. Aber Hölzer haben einen längeren Schaft. Das ist in besonderen Lagen schwierig. Das Hybrid vereint die Vorteile von Eisen und Hölzern. Der Schaft ist kurz und flexibel, der Schlägerkopf leicht und explosiv. Die Hersteller haben erkannt, wie populär diese Schläger geworden sind, und offerieren sie mit verschiedenen Lofts. Das hilft den Golferinnen und Golfern, diejenigen Schläger zu wählen, die auf sie zugeschnitten sind und ihnen Freude machen.