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Die bescheidene Schmiede hielt die Werkzeuge des Steinbruchs bei Bodio in Schuss.
Aus zugehauenen Graniten setzten die Handwerker ein regelmässiges, lagiges Mauerwerk. Sie fügten rechteckige Steine zu massiven Eckverbänden zusammen und fassten die Türe mit langen, grossen Granitblöcken – den festen Kleinbau deckt ein Pultdach, wie es bei Gewerbebauten oft zu sehen ist.
Der Bau des Gotthardtunnels (1872– 1882) und der Zufahrtslinien erforderte Unmengen an Baumaterial: Bahntrassee, Brücken, Stützmauern, Bahngebäude – Granit war bestens geeignet. Vermutlich wurde damals auch der Steinbruch bei Bodio eröffnet.
Die bescheidene Schmiede hielt die Werkzeuge des Steinbruchs in Schuss: Hier wurde gehämmert, geschärft, repariert, etwa Spitzeisen glühend gemacht, mit dem Schmiedehammer neu zugespitzt und zum Härten der Spitze in das steinerne Becken gehalten, in dem Öl lag. Esse und Blasbalg waren trans[1]portabel und direkt auf der Baustelle einsetzbar.
Nachdem die Eisenbahn quasi Pate dieser Schmiede war, schaufelte sie ihr gut hundert Jahre später das Grab: Das Gebäude stand beim Bau des neuen Gotthard-Basistunnels im Weg und musste verschwinden. 2001 wurde es auf den Ballenberg verpflanzt.
Strassen, Schulhäuser, Plätze, Mauern, Treppen – mit dem Städtewachstum des 19. Jahrhunderts stieg auch der Bedarf an Baumaterial. Dabei bevorzugte der Historismus als Baustil einheimische Ware. Tessiner Granit war solide und gesucht, vor allem in der unteren Leventina und der angrenzenden Riviera entstanden Dutzende Steinbrüche. Der Export, namentlich in die Deutschschweiz, blühte auf und erreichte um 1900 das Maximum, vor allem dank des günstigen Bahntransports. Die Tessiner Granitindustrie zählte damals 3000 Beschäftigte.