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Plattenepithelkarzinom
Synonym: Spinaliom, Stachelzellkarzinom, Plattenzellkrebs, spinozelluläres Karzinom
Ein Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom oder Stachelzellkarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor der Haut. Es entsteht meist aus einer aktinischen Keratose und tritt wie diese an Hautstellen auf, die viel UV-Strahlung ausgesetzt waren. Dort zeigt es sich bevorzugt als gut tastbarer Knoten mit Schuppen oder Krusten auf der Oberseite, der aufbrechen und bluten kann. Im fortgeschrittenen Stadium kann ein Spinaliom sehr selten Tochtergeschwulste bilden. Die wichtigste Behandlungsmethode ist die vollständige operative Entfernung des Tumors.
Das Plattenepithelkarzinom gehört zu den weissen Hautkrebsarten. Es ist nach dem Basaliom die zweithäufigste Hautkrebsart. Schätzungen zufolge gibt es in der Schweiz jährlich zwischen 3500 und 5500 Neuerkrankungen, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter einer Diagnose liegt bei 70 Jahren, doch zunehmend erkranken auch jüngere Menschen an Plattenepithelkarzinomen.
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Symptome
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Haben Sie einen schuppenden Knoten, der eventuell auch nässt?Befindet sich dieser Knoten an den Lippen oder Ohren?
Meist bilden sich tastbare Knoten, die auf der Oberseite eine feste schuppige Schicht oder Kruste besitzen. Diese Schicht oder Kruste kann wie ein Geschwür aufbrechen (Fachbegriff: ulzerieren). Anschliessend nässt oder blutet es. Schmerzen verursachen die Plattenepithelkarzinome nur wenig oder überhaupt nicht.
Wie ihre Vorstufe, die aktinische Keratose, bilden sich Plattenepithelkarzinome an den als «Sonnenterrassen» bezeichneten Stellen des Körpers: Das sind die Bereiche, die in der Sonne besonders intensiv den UV-Strahlen ausgesetzt sind. Dazu gehören Unterarme und Handrücken und im Gesicht der Nasenrücken, die Stirn, die Ränder der Ohrmuscheln und die Unterlippe. Bei den Männern sind wenig behaarte Kopfhaut oder die Glatze ebenfalls Bereiche, an denen Spinaliome entstehen. Seltener befallen sie Mund, Zunge und Genitalbereich.
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Behandlung
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Je früher ein Plattenzellkarzinom entdeckt und behandelt wird, umso höher sind seine Heilungschancen. Die Therapie der Wahl ist eine chirurgische Entfernung des Tumors. Denn nur so lässt sich die Krankheit vollständig heilen. Gleichzeitig soll für die Betroffenen ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis erzielt werden. Kleine Eingriffe kann der Dermatologe selbst in seiner Praxis ausführen, für grössere Operationen wird er an einen Fachchirurgen verweisen.
Plattenepithelkarzinome neigen dazu, Tumorstränge unter der Haut zu bilden, die von aussen nicht sichtbar sind. Daher kann eine sogenannte mikroskopisch kontrollierte Chirurgie sinnvoll sein. Parallel zum Eingriff werden Tumor und Schnittränder feingeweblich untersucht, um sicherzustellen, dass alle Teile des Tumors entfernt werden konnten. Diese feingeweblichen Untersuchungen können im Labor auch einige Tage andauern, weshalb die Wunde manchmal bis zur endgültigen Abklärung erst provisorisch verschlossen wird.
Gehen die Operateure davon aus, dass die Lymphknoten ebenfalls befallen sind, werden sie diese ebenfalls entfernen.
Stadieneinteilung
Wie bei anderen Krebsarten bekannt (vgl. Prostatakrebs, Darmkrebs) werden auch Plattenepithelkarzinome in verschiedene Stadien eingeteilt (Fachbegriff: Staging). Üblich ist die sogenannte TNM-Klassifikation, die eine Ausbreitung des Tumors und seiner Tochtergeschwülste beschreibt. «T» steht dabei für «Tumor» und kennzeichnet, wie gross der Tumor ist und wie tief er in das Gewebe eingedrungen ist. «N» steht für «nodes» (engl.: Knoten) und vermerkt, wie viele Lymphknoten von den Krebszellen befallen sind. «M» lautet die Abkürzung für «Metastasen» und gibt an, wo sich wie viele Tochtergeschwulste gebildet haben.
Andere Therapien
Wenn eine Operation nicht möglich ist oder ein Tumor nicht komplett entfernt werden kann, schlägt der Arzt möglicherweise eine Strahlentherapie vor. Diese Behandlung wird dann in Erwägung gezogen, wenn die Betroffenen sehr alt sind oder der Tumor an einer unvorteilhaften Stelle liegt. Weitere Alternativen sind Kältetherapie, Curettage und photodynamische Therapie (ausführlich siehe auch aktinische Keratose). Hat ein Plattenepithelkarzinom Metastasen in Lymphknoten oder Organen gebildet, kommen eine Chemotherapie z.B. mit dem Wirkstoff 5-Fluorouracil oder eine Immuntherapie mit Interferon-alpha infrage.
Nachsorge
Ist es gelungen, ein Plattenepithelkarzinom komplett zu entfernen, empfiehlt es sich dennoch für die Betroffenen, regelmässig zur Nachsorge zu gehen. Bei etwa der Hälfte der Tumorpatienten kommt es innert der nächsten fünf Jahre zu einem Wiederauftreten des Tumors (Fachbegriff: Rezidiv). Die Nachuntersuchungen finden anfänglich alle drei, später alle sechs Monate statt und erstrecken sich über fünf Jahre. Weitere Untersuchungen hängen vom individuellen Behandlungs- und Heilungsverlauf ab.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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An sich harmlose Hautveränderungen wie aktinische Keratosen können unbehandelt in die Lederhaut vorwachsen. Dann bilden sich bösartige Plattenepithelkarzinome. Ist es kleiner als ein Zentimeter, rechnen die Mediziner mit einer völligen Heilungschance. Bis zu einem Durchmesser kleiner als zwei Zentimeter bilden die Plattenzellkarzinome zudem selten Tochtergeschwulste (Metastasen). Diese Prognosen gelten für Spinaliome auf den sogenannten Sonnenterrassen. Befinden sie sich im Bereich der Genitalregion oder im Mund, ist die Prognose in der Regel schlechter. Grundsätzlich gilt, dass ein Plattenepithelkarzinom unbehandelt zum Tod führen kann.
Komplikationen
Im fortgeschrittenen Stadium können Plattenepithelkarzinome streuen, das heisst, sie verbreiten die Krebszellen über Lymphgefässe und Blutbahnen. Ungefähr bei fünf von hundert Patienten mit Plattenepithelkarzinomen kommt es zu Tochtergeschwulsten in den nächstliegenden Lymphknoten und anschliessend, aber noch seltener, bilden sie Metastasen in entfernteren Organen wie der Lunge.
Besonderheiten
Plattenepithelkarzinome am Ohr oder an der Lippe dringen schneller in tiefer liegende Schichten der Haut, aber auch in Knorpel und Muskel ein. Deshalb bergen sie ein höheres Risiko, dass sich Tochtergeschwülste bilden.
Sind Plattenepithelkarzinome die Folge von berufsbedingter Sonneneinstrahlung über Jahre hinweg, können Betroffene diese chronischen Lichtschädigungen – auch nach der Pensionierung – bei der zuständigen Unfallversicherung melden, um eine Anerkennung der Tumore als Berufskrankheit zu erhalten.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Plattenzellkarzinome entwickeln sich meist aus aktinischen Keratosen. Diese Hautveränderungen werden von starker UV-Strahlung verursacht, die immer wieder und ausdauernd auf die Haut einwirkt. Dabei kann die Hautschädigung genauso auf zu ausgedehnte Sonnenbäder zurückgehen wie ihre Ursache in den künstlichen UV-Strahlen von Solarien haben. Normalerweise kann sich die oberste Hautschicht ganz gut wehren: Sie repariert ihre Schädigungen selbst und bessert Hautveränderungen aus. Ist die Belastung durch die UV-Strahlung aber zu hoch, kommt die Haut mit der Reparatur nicht mehr nach. Krankhafte Hautzellen vermehren sich, bis zuerst eine aktinische Keratose und anschliessend ein Plattenepithelkarzinom entstehen.
In seltenen Fällen entwickelt sich ein Spinaliom aus dem Morbus Bowen. Dieser zeigt sich wie die aktinische Keratose durch eine verstärkte Verhornung der Oberhaut, die mit flachen, rötlichen und schorfigen Erhebungen verbunden ist. Im Gegensatz zur Keratose tritt der Morbus Bowen hauptsächlich an Stellen auf, die nicht oder wenig mit Sonne in Kontakt gekommen sind: im Gesicht, an den Fingern, am Körper und an den Unterschenkeln. Bei jedem zwanzigsten Betroffenen entwickelt sich aus einem Morbus Bowen ein Plattenepithelkarzinom.
Risikofaktoren
Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit
- aktinischen Keratosen,
- vorgeschädigten Hautstellen, beispielsweise Narben nach einer Strahlentherapie,
- hellem Hauttyp (rötliche oder blonde Haare und helle Augen),
- der seltenen, aber schweren erblichen Hautkrankheit Xeroderma pigmentosum (auch «Mondscheinkrankheit» genannt),
- Medikamenten wie Cyclosporin A mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem,
- geschwächtem Immunsystem aufgrund von Organtransplantation oder HIV-Infektion,
- Kontakt zu Arsen aufgrund einer früheren Behandlung von Schuppenflechte.
Vermutet wird ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei einer Infektion mit humanen Papillomaviren.
Häufigkeit
Nach dem Basaliom ist das Plattenepithelkarzinom die zweithäufigste Krebsart in der Schweiz. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren. Da weisser Hautkrebs nicht meldepflichtig ist, gibt es nur Schätzungen über die Anzahl der Erkrankungen. Diese liegen in der Schweiz zwischen 3500 und 5500 Neudiagnosen jährlich. Bei fünf von hundert Betroffenen kommt es zu Metastasenbildung.
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Vorbeugung
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Wer sich vernünftig, also mässig und nicht zu häufig UV-Strahlungen aussetzt, kann sich so gegen aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinomen wappnen (siehe auch Sonnenbrand). Sinnvolle Vorsichtsmassnahmen sind:
- Vermeiden der Mittagssonne (zwischen 11 und 15 Uhr)
- Verzicht auf Solariumsbesuche
- Im Freien bei gutem Wetter Schatten aufsuchen, Sonnenschutzkleidung und Sonnenhut tragen
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor beziehungsweise UV-A- und UV-B-Schutz auftragen
- Vor allem bei Kindern auf Sonnenschutz achten.
- Bei Outdoor-Berufen sich für Sonnenschutz einsetzen (Sonnensegel, Verringerung der Arbeitszeiten in der Mittagssonne)
- Alle zwei Jahre Teilnahme an einem Hautkrebsscreening: Ab dem 35. Lebensjahr zahlt die Krankenkasse alle zwei Jahre eine Ganzkörper-Hautkrebsuntersuchung
- Selbst-Check alle sechs Monate
- Teilnahme an der Krebsnachsorge: Das rechtzeitige Erkennen eines Wiederauftretens des alten Tumors (Rezidiv) sichert die Chance auf dauerhafte Heilung
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TopPharm hilft!
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Bei der Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels kann Sie Ihr Gesundheits-Coach gut beraten. Er kann Ihnen helfen, Ihren Hauttyp zu ermitteln und so genau das optimale Mittel für Ihre Haut zu finden. Ausserdem weiss er, wann und wie oft Sie den Sonnenschutz auftragen und welche Mengen Sie dazu verwenden sollten. Zudem erhalten Sie auch Auskunft darüber, ob Medikamente, die Sie einnehmen, womöglich Ihre Haut empfindlicher für UV-Strahlung machen.
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Wirkstoffe
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