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Syngenta wegen Mordes verurteilt
Der Basler Saatgut-Multi Syngenta ist verantwortlich für die Ermordung des landlosen Bauern Valmir Mota de Oliveira. Dies hat der Gerichtshof von Paraná (Brasilien) am 29.11.2018 in zweiter Instanz bestätigt.
Die Entscheidung des Gerichts Paraná bestätigt das Urteil der ersten Instanz aus dem Jahr 2015, in welchem das Bezirksgericht Cascavel (Brasilien) das Unternehmen für den Mord Valmir Mota de Oliveira, bekannt als Keno, verantwortlich machte. Syngenta muss den Familien der Opfer Schmerzensgeld bezahlen.
Bewaffnete Verteidigung illegaler Gentechfelder
Mit der Besetzung vom 21. Oktober 2007 wollte die Landlosenbewegung MST die illegale Aussaat von Gentechpflanzen in der Nähe des Nationalparks Iguaçu verhindern. Die von der Syngenta beauftragte Miliz N.F. Segurança verteidigte das Gelände jedoch mit Waffen. In einer Schiesserei wurde Keno aus nächster Nähe mit neun Schüssen exekutiert. Er war zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. "Gerechtigkeit ist hergestellt worden. Syngenta ist heute schuldig. Ich bin sehr begeistert […]", sagte die Witwe von Keno, als sie mehr als 10 Jahre nach der Ermordung von der Verurteilung in zweiter Instanz erfuhr. "Ich muss Gott nur danken, denn ich habe nie die Hoffnung verloren, dass Syngenta eines Tages für diese Tragödie verurteilt wird.“
Rücksichtslose Praxis
Die Ermordung von Keno zeigt exemplarisch das rücksichtslose Vorgehen von Syngenta, ihr Agrobusiness und ihre Profite in anderen Ländern zu schützen. Gleichzeitig ist der Fall jedoch auch ein Beispiel für die internationale Solidarität mit den von Syngentas Agrobusiness betroffenen Menschen, die bis nach Basel an den Hauptsitz reicht. So demonstrierten am 17. April 2008 ein Zusammenschluss aus verschiedenen Organisationen aus Basel und dem Dreiländereck mit einem Sarg, der mit schwarzen Tüchern und Blumen dekoriert war. Des Weiteren waren der erste Basler March against Monsanto & Syngenta im Jahr 2015 und das von MultiWatch veröffentlichte Schwarzbuch Syngenta im Jahr 2016 ebenfalls Keno gewidmet.
Basel-Stadt und ihre Verantwortung für ihre Konzerne
Angesichts dieses Entscheides, auf den die betroffenen Familien mehr als 10 Jahre warten mussten, muss die Regierung von Basel-Stadt endlich Farbe bekennen und Verantwortung für ihre Konzerne übernehmen. Die Basler Regierung soll öffentlich Stellung zu diesem Entscheid nehmen.
Die Kampagne „Nicht in unserem Namen, Basel!“ zeigt, auf welche Art weitere Verantwortung übernommen werden muss: Basel muss u.a. alle Sponsorings und Public-Private Partnerships mit Syngenta beenden - keine Partnerschaften mit Grosskonzernen, welche die Ermordung von Menschen verantworten! Die Basler Regierung soll offiziell und mit Nachdruck die Konzernverantwortungsinitiative im Abstimmungskampf unterstützen. Und einen Recherchefonds zur Verfügung stellen, um Menschenrechtsverletzungen von Basler Konzernen in den Ländern des Südens zu erforschen und öffentlich bekannt zu machen. Damit sollen weitere Fälle wie die Ermordung von Keno aufgearbeitet werden und weiteren Opfern Gerechtigkeit zuteil werden lassen.
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