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Das ist Bonel an seinem Arbeitsplatz. Er arbeitet in den Markthallen von Manizales, genannt Galeria. Hier wartet er auf Kundschaft: Lastwagen, die Ware auf- oder abzuladen haben. Bonel ist ein «Mula», ein menschliches Maultier.
Bonel ist Mitte sechzig. Von sieben Kindern war er der älteste. Mit zwölf Jahren war für ihn Schluss mit der Schule. Kaum konnte er lesen und schreiben, schickten ihn seine Eltern zum Arbeiten in die Markthallen.
Sein Vater war dort als Einpacker beschäftigt. Einer von denen, die Avocados, Bananen, Orangen, Mangos und Ananas für den Transport nach Bogotá vorbereiten. Bonel hingegen wurde Mula – und ist es bis heute geblieben.
Die Haut auf seiner linken Schulter ist von den schweren Lasten wie Leder, dunkel und hart. Ein Finger der rechten Hand ist krumm. Er wurde bei der Arbeit vor vielen Jahren eingeklemmt. Am Arm hat er eine tiefe Schramme. Aber er geht ungebeugt.
Bonel redet nicht viel, aber lacht gerne und oft. Das Mittagessen bekommt er bei einer Tochter oder Schwester, das Abendessen bei einer Nichte. Er schlägt sich durch. Nur venezolanische Flüchtlinge sind für ihn zum Problem geworden. Jüngere und stärkere Männer, die Lasten tragen für wenig Geld. Bonel findet seltener Arbeit. Er hofft auf jene, für die er schon immer Lasten getragen hat, und macht weiter. Maultiere sind zäh.