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Die Europäische Union (EU) und der Internationale Währungsfonds (IWF) hätten noch kein umfassend finanziertes und glaubwürdiges zweites Hilfsprogramm aufgelegt, begründete Fitch die Herabstufung. Zudem sorge die mögliche Beteiligung des privaten Sektors an einem zweiten Hilfspaket für zunehmende Verunsicherung. Ausserdem trübe sich der gesamtwirtschaftliche Ausblick weiter ein.
Die beiden anderen der drei grossen Ratingagentur, Standard & Poor's (CCC) und Moody's (Caa1), hatten schon früher ihre Note auf ein vergleichbares Niveau reduziert. Der Eurokurs reagierte daher kaum auf die Entscheidung von Fitch und notierte mit 1,4160 US-Dollar nur knapp unter seinem Tageshöchstkurs.
IWF ermahnt die EU
Der Internationale Währungsfonds (IWF) verliert indes angesichts des andauernden Gerangels der Europäer um die Beteiligung von Banken an der Rettung des pleitebedrohten Griechenlands scheinbar die Geduld. Mit deutlichen Worten forderte der IWF die EU auf, die Streitigkeiten zu beenden.
Eine umfassende Beteiligung des privaten Sektors sei angebracht, so der IWF. Die darüber in der Öffentlichkeit geführte Debatte entwickele sich aber «zu einem ernsten Problem für die Glaubwürdigkeit des Hilfsprogramms», stellte der IWF in einem in Washington veröffentlichten Bericht fest.
Griechenland hängt seit 2010 am Finanztropf der EU und des IWF. Aus dem ersten 110-Milliarden-Programm sind inzwischen 65 Milliarden Euro freigegeben; für seinen Anteil an der Mitte Juli fälligen fünften Tranche gab der IWF am Mittwoch grünes Licht. Inzwischen wird ein zweites Hilfsprogramm im Volumen von bis 120 Milliarden Euro diskutiert.
Italien bei AA- bestätigt
Im Gegensatz zu ihrer Griechenland-Herabstufung bestätigte Fitch das Rating für Italien mit Verweis auf das geplante Sparpaket. «Die Regierung wird wahrscheinlich ihre Haushaltsziele erreichen», teilte die Ratingagentur mit. Die Kreditwürdigkeit von Italien wird derzeit mit AA- bewertet. Dies ist die viertbeste Note.
Das von der Regierung beschlossene Sparprogramm könne zu einem ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2014 führen und den Schuldenstand vermindern, falls es nicht zu negativen Schocks komme, begründete Fitch seine Einschätzung. Der jüngste Anstieg der Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen reflektiert die Angst, dass die Regierungen die Schuldenkrise in der Eurozone nicht lösen können.
Dieser Anstieg hat laut Fitch jedoch weniger etwas mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten zu tun. Italienische Anleihen waren am Freitag und Montag stark unter Druck geraten. Zuletzt entspannte sich die Lage jedoch wieder. «Italien ist auf dem Weg sein Haushaltsziel im laufenden Jahr zu erreichen», sagte David Ridley, Leiter des Bereichs Staatsanleihen bei Fitch.
(tno/awp/sda)
Staat
S&P
(Stand: 29.07.2011)
Fitch
(Stand: 28.07.2011)
Moody's
(Stand: 29.07.2011)