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Langes Stillen schützt Mütter vor Diabetes
Mütter, die zwei Kinder jeweils über ein Jahr gestillt haben, erkranken später zu einem Drittel seltener an einem Typ-2-Diabetes mellitus. Dies ergeben zwei grosse Studien, die jetzt im amerikanischen Ärzteblatt JAMA veröffentlicht wurden. Dabei stellten die Forscher fest, dass, je länger die Stillzeit der Frauen dauerte, desto geringer das Risiko für eine spätere Diabetes-Erkrankung ausfiel .
Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Stillen die Insulinempfindlichkeit verbessert, was möglicherweise mit dem erhöhten Energieverbrauch zusammenhängt. Immerhin benötigt eine stillende Mutter für die Milchproduktion im Durchschnitt 500 Kalorien täglich. Bei Frauen mit einer Stilldauer von einem Jahr pro Kind sank das Erkrankungsrisiko um 44%, bei Frauen mit einer Stilldauer von einem Jahr bei zwei Kindern sank das Risiko noch um 24%. Bei jungen und mittelalten Frauen, die innerhalb der letzten 15 Jahre geboren hatten, wurde pro zusätzlichem Lakationsjahr (Jahr, in denen sie Milch produzierten und stillten) das Diabetesrisiko nochmals um bis 15% gesenkt. Nebst der Stilllänge mussten aber auch noch andere Diabetesrisikofaktoren wie Übergewicht, Blutdruck- und Blutfettwerte oder die familiäre Veranlagung in die Auswertung der Resultate miteinbezogen werden.
Frauen, die während der Schwangerschaft an einem Gestationsdiabetes erkrankten, hatten in der Studie ein erhöhtes Risiko auf einen späteren Typ-2-Diabetes mellitus, selbst wenn sie ihre Säuglinge über längere Zeit gestillt hatten. Dies ist kein Argument gegen das Stillen, zeigt jedoch, dass bei diesen Frauen andere Faktoren die Schutzwirkung wieder aufheben.
Quelle: Stuebe A. et al.: JAMA 2005; 294: 2601-2610.
Stand: 12/05, BH