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Bastos' Firmengruppe Quantum Global bezeichnete die Untersuchungshaft in einer Mitteilung vom Montag als "Einschüchterungstaktiken des angolanischen Staatsfonds und der angolanischen Behörden. Die Haft sei "falsch und unbegründet."
"Keine Gründe für Verschärfung der Massnahmen"
Bastos habe rechtliche Massnahmen ergriffen, um die Inhaftierung anzufechten. Bastos habe seit seiner Rückkehr nach Angola im Mai während den Ermittlungen eng mit den Behörden zusammengearbeitet. Da ihm die Ausreise aus dem Land untersagt worden sei und er der Staatsanwaltschaft Bericht erstatten musste, gäbe es keinen Grund für die Untersuchungshaft, hiess es in der Mitteilung.
Darüber hinaus enthalte die Haftanordnung keine neuen Anschuldigungen gegen Jean-Claude Bastos, die eine Verschärfung der ursprünglichen Präventionsmassnahmen rechtfertigen könnten. Die harten Bedingungen im Viana-Gefängnis, wo Gewalttäter untergebracht seien, stellten eine weitere Verletzung seiner Menschenrechte dar, kritisierte Quantum weiter.
Nach Darstellung der Firma handelt es sich bei der Inhaftierung ihres Präsidenten und Gründers um Versuche der neuen Verwaltung des Staatsfonds und der angolanischen Justiz, Verträge zwischen Quantum Global und dem Fonds zu beenden. Diese seien aber ordnungsgemäss abgeschlossen worden.
Verfahren auch in der Schweiz
Die Affäre Bastos und Quantum wurde durch die Veröffentlichung der Paradise-Papers im November 2017 losgetreten. Der schweizerisch-angolanische Investor hatte unter der Regentschaft des Ex-Präsidenten José Filomeno dos Santos einen lukrativen Vermögensverwaltungsauftrag von dem Staatsfonds erhalten. Dabei wurden Mittel auch in ein von Bastos persönlich betriebenes Hafenprojekt investiert.
Die angolanische Staatsanwaltschaft wirft Bastos und seinem Geschäftspartner diverse Delikte vor, darunter Geldwäscherei, Korruption, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Veruntreuung. Sie hätten genügend Indizien gesammelt, die zeigten, dass die beiden diese Delikte begangen hätten.
Ex-Präsident José Eduardo dos Santos hatte das ölreiche Land bis Ende 2017 fast vier Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert. Seine Familie soll sich in der Zeit in grossem Stil bereichert haben, während die Mehrheit der Menschen dort in Armut lebt. Der neue Präsident, Joao Lourenço, hat begonnen, gegen die Auswüchse unter der Herrschaft seines Parteifreundes und früheren Mentors vorzugehen.
Auch Bundesanwaltschaft untersucht den Fall
Auch die Bundesanwaltschaft untersucht den Fall Bastos. Wegen Verdachts auf Geldwäscherei ist bereits Ende April 2018 ein Strafverfahren gegen unbekannte Täterschaft eröffnet worden. Es gehe darin um mögliche Straftaten gegen das Vermögen der angolanischen Nationalbank und des angolanischen Staatsfonds.
Zudem führt die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) laut der "Handelszeitung". eine Untersuchung gegen die Steuervertreterin von Jean-Claude Bastos durch. Es gehe um vorenthaltene Informationen und möglicherweise Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
tt/mk
(AWP)