Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03538.jsonl.gz/308

Aus der Bemühung des Universums, hat die Welt bestand
Ein tiefer Blick ins Universum, das vor 13,8 Milliarden Jahren durch den Urknall entstand. Wir sehen heute Licht das vor 13,8 Milliarden Lichtjahren ausgesendet wurde. Allerdings durch die kontinuierlich beschleunigte Expansion beträgt derzeit der Radius des Universums 46 Milliarden Lichtjahre. Der Priester und Physiker Georges Lemaître zeigte 1927 auf der Basis von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, dass das Universum expandiert. Selbst Albert Einstein hielt das zuerst als unmöglich, für ihn hatte das Universum ein unveränderliches endliches Gebilde. Radioteleskope haben aber in diesem kugelförmigen Raum, in allen Richtungen das Nachglühen und die Hintergrundstrahlung des Urknalls entdeckt. Da das Licht der allerersten Objekte durch die Expansion in den infraroten Bereich des Spektrums verschoben wurde, (Rotverschiebung) können auch die grössten und stärksten optischen Teleskope an den Rändern keine Objekte mehr erfassen. Milliarden Lichtjahre entfernte Objekte erscheinen wie Zeitmaschinen. Bei Galaxien die «nur» Millionen Lichtjahre entfernt sind, wird die Rückschauzeit unbedeutend gegenüber ihrer Lebensdauer. Dadurch unterscheiden sich weit entfernte Galaxien von den näheren. Sie zeigen die Frühstadien der galaktischen Entwicklung. Hoch aktive Galaxien wie Quasare, aber auch Kollisionen und Fusionen kommen in den Frühstadien sehr häufig vor. Fast alle weit entfernten Galaxien sind irregulär. Sie besitzen sehr viel Staub und Gas. In ihnen wurden die ersten sehr hellen und grossen Sterne geboren. In diesem Stadium bestanden die Sterne hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Die schweren Elemente entstanden erst mit dem Tod der ersten Sterne. Jedoch 95 Prozent der Bestandteile des Universums sind uns nach wie vor unbekannt. Der Anteil der gewöhnlichen Materie aus Protonen Neutronen und Elektronen, machen 4,1 Prozent der gesamten Energiedichte des Universums aus. Der grösste Teil von dieser Materie ist in den Gaswolken aus Wasserstoff und Helium, die hauptsächlich in und zwischen den Galaxien vorkommen. 23 Prozent des Universums besteht aus dunkler Materie. Nachweisbar wird sie durch den Einfluss ihrer Schwerkraft bei der Rotation und Bewegung der Galaxien. Der grösste Anteil mit 72 Prozent ist die dunkle Energie und treibt die Expansion voran. Neuste Messungen bestätigen, das Universum fliegt mit unglaublicher Geschwindigkeit auseinander. Aber aus was die dunkle Materie und die dunkle Energie bestehen, weiss man immer noch nicht.
Die Entstehung des Universums.
Der bis heute tiefste Blick ins Universum
Von September 2003 bis Januar 2004 belichtete das Hubble Teleskop einen kleinen Ausschnitt weit entfernt vom Zentrum der Milchstrasse, zwischen den Sternzeichen Hase Taube und Walfisch. Die Gesamtbelichtungszeit war bei über 11 Tagen mit 800 Aufnahmen, die anschliessend zu einem Bild zusammengefügt wurden. Aufgenommen mit zwei Kameras vom Typ ACS und NICMOS. Mit Boden-stationierten Teleskopen war der untersuchte Bereich praktisch schwarz. Einzelne Objekte in dieser Region sind so schwach, dass gerade mal ein Photon pro Minute registriert wird. Das Bild zeigt Galaxien vom jungen Universum. Durch die Rotverschiebung dieser weit entfernten Galaxien kann das Alter nicht genau bestimmt werden. Statistisch aus der Komposition der verschiedenen Aufnahmen und Farben wird die Distanz geschätzt. Rot gefärbte Galaxien sind Kandidaten für sehr weit entfernte Objekte. Es wird vermutet, dass es Galaxien darunter hat die über 12 Milliarden Lichtjahre entfernt sind. Es könnte sich dabei um die ersten Galaxien handeln nach der Strukturbildung des Universums.