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Mai 2004

Laverda 1000 ClassicBEARS von Christian Meier

Um einen würdigen Tank zu finden,
schickte mich Richard Schmid nach Breganze zu Piero Laverda. Er zeigte mir den
Tank des 1974-Bol d’Or-Renners, und ich wusste sofort: dies ist ein würdiger
Tank, gerade weil er sich vom 750er-Design deutlich unterschied, und mit seinen
Rundungen das aufregendste darstellte, was man sich vorstellen kann. Die dazu
gehörende Verkleidung existiert leider nicht mehr, aber im Regal lag die 1972
für den erstmaligen Renneinsatz einer Dreizylinder in Zeltweg hergestellte
Vollverkleidung. Piero erklärte sich bereit, von Tank und Verkleidung
Nachbauten anfertigen zu lassen. Des weiteren musste jedes noch so kleine Teil
einzeln beschafft werden (700 Positionen).

Als Räder wurden Naben der RGS 1000 SFC ”Classic” mit Sanremo-Felgen von 2.50” (vorne) und 3.50” (hinten) eingespeicht. Die Bremsscheiben sind die orignianlen 280 mm Gussscheiben und hinten aus Platzgründen eine kleinere Gussscheibe von 260 mm und eine kleine, unterhalb der Schwinge montierte Bremszange.
Nach zwiespältigen Erfahrungen mit einer hochgetunten TT2-Laverda hiess die Devise Standfestigkeit, was nur sanfte Tuningmassnahmen zuliess:
Zuletzt wurden die Übergänge der Vergaserstutzen auf die
Einlasskanäle egalisiert und wegen des Kurzhubgasgriffs die Vergaserfedern um
ein Drittel gekürzt. Die serienmässige Rechtsschaltung wurde nach links
umverlegt, die Schaltwippe für die linke Seite umgebaut. Da die originale
elektrischen Ausrüstung etliche Schwachstellen aufweist, wurde eine neue Anlage
entworfen, basierend auf einer digitalen Kennfeldzündung DMC II, einer zweiten
Ladespule im Alternator und einem Spannungsregler, was eine kleine Batterie von
18 Ah erlaubt.

Die Verkürzung des Nachlaufs durch das Höherlegen des Hecks und das Absenken der Front, sowie das geringe Gewicht machen aus der Laverda 1000 ein ziemlich handliches Motorrad. Eine 6 cm längere Marzocchi-Gabel mit progressigen Wirth-Federn und längere Koni-Federbeine erhöhen für Renneinsätze die Schräglagenfreiheit. Trotz allem, das Motto auf den Rennstrecken muss lauten: Laverdas sind nicht die schnellsten, aber dafür die schönsten.
Die Strassenzulassung (nach einem beschwerlichen Gang durch die Bürokratie) am 16. August 2002, sowie 2 erste Preise für das “schönste Motorrad” belegen: Der Aufwand hat sich gelohnt.
Einen ausführlicheren Bericht (5 Seiten!) gibt es hier als PDF zum Download.