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Wer die besten Softwareentwickler habe, die besten Programme schreibe und wer die beste Vernetzung mit Kunden, Lieferanten, Produzenten und Behörden herstellen könne, der werde am Markt der Gewinner sein. Derzeit arbeiten laut Würth rund 1100 Informatiker im Konzern.
Noch dürften aber auch die Vertriebler eine wichtige Rolle spielen. "Wir werden 2022 mit Abstand neue Umsatz- und Gewinnrekorde erreichen", sagte Würth. "Beim Umsatz knabbern wir an der 20-Milliarden-Euro-Marke." Der Gewinn liege "deutlich über einer Milliarde Euro". Seine Befürchtung aus dem Sommer, dass eine Wirtschaftskrise das Ergebnis verschlechtern könnte, habe sich nicht bestätigt. "Es ist genau andersrum gekommen", sagte Würth.
Das Unternehmen habe versucht, die im Einkauf entstandenen Mehrkosten auf die Verkaufspreise umzulegen, was laut Würth zum grössten Teil auch gelungen sei. Der Rohertrag sei entsprechend nur minimal gesunken. Geholfen hätten auch die hohen Lagerbestände des Unternehmens. "Unsere Lager waren richtig voll", sagte Würth. "Als die Lieferkettenunterbrechungen begannen und die Wettbewerber nicht mehr liefern konnten, da konnten wir manche Artikel noch liefern." Das habe zusätzlichen Umsatz gebracht.
"Das Schöne ist, dass wir nach wie vor einen nur kleinen Marktanteil haben und der Markt eigentlich unendlich ist", sagte Würth. "Irgendwann ist natürlich Ende, die Bäume wachsen nicht in den Himmel." Doch Wachstum sei für einen gesunden Betrieb eigentlich normal. "Etwas anderes würde Krankheit, Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit bedeuten."
Wegen der weltweiten politischen und wirtschaftlichen Krisen habe er für das erste Quartal 2023 die Vorgabe gemacht, mit grösseren Investitionsentscheidungen zunächst abzuwarten, und den Start von Bauprojekten gestoppt. "Vorsichtig zu sein und lieber noch zwei, drei Monate eine Entwicklung abzuwarten, bis man entscheidet, ist schon immer mein Credo gewesen", sagte Würth.
Die für ihre Schrauben bekannte Würth-Gruppe erzielte 2021 einen Umsatz von rund 17,1 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis vor Steuern von rund 1,3 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigte der Konzern mehr als 83 000 Menschen. Im Alter von 14 Jahren begann Reinhold Würth eine Lehre im damals noch kleinen Betrieb seines Vaters. Er übernahm das Unternehmen als 19-Jähriger nach dem Tod des Vaters 1954. Heute ist er Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats. Würth zählt zu den reichsten Deutschen./rwi/DP/he
(AWP)