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Dabei lernte ich Eva kennen, eine erfahrene Indien Reisende. Indien wirkte auf mich wie ein Zauberwort. «Darf ich mitkommen?» hörte ich mich sagen, Eva überlegt nicht lange. «Wir treffen uns in Delhi und reisen von da aus weiter», wusste sie sofort. Ich buchte einen Flug und überlegte, wie ich auf die Idee kam, nach Indien zu wollen. Ich war 52jährig und vor kurzem ausgesteuert worden. Meine kistenweisen Bewerbungen als Architektin erinnerten noch an eine zerstörte Karriere. Ich erkannte die einmalige Chance, mich nur zu erfinden. All mein Wissen und meine Fähigkeiten bekamen Flügel und ich fing wieder an zu träumen.
Ich liebe seit jeher indisches Essen und farbige Stoffe. Der rote Faden zu Stoffen ist nie ganz abgerissen. Ich bin schliesslich Schneiderin und Modedesignerin. Ich hatte in Basel ein eigenes Ladengeschäft, kam aber auf keinen grünen Zweig mit der Näherei. Ich gab schliesslich auf, um etwas Einträglicheres zu machen und wollte Tierärztin werden. Mein geliebter Schimmel Perez, oft von vorne aufgezäumt, ich hatte es inzwischen gelernt, war kurz zuvor gestorben und ich war fasziniert von den Tierärzten an der Uniklinik in Bern. Ich schloss die eidgenössische Matura nach dreieinhalb Jahren ab und wechselte nach drei Wochen von der medizinischen Fakultät an der Uni in Basel an die ETH in Zürich, um Architektur zu studieren, die Medizin erschien mir als ein zu ausgetretener Pfad für mein kreative Seite.