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Die namhafte Medizinzeitschrift “The Lancet” bescheinigt dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik-V am 2. Februar 2021 eine Wirksamkeit von 91,6%. Diese Meldung löste in Bern sofort Spekulationen aus: Hilft Sputnik-V der Schweiz, ihren Engpass zu überwinden. Wir leiteten die Frage an unserem stets zurückhaltend argumentierenden Russland-Korrespondenten weiter. Seine Antwort fällt ernüchternd aus.
- Wohl steht Sputnik-V grundsätzlich für den Export offen. So wurde bekannt, dass sich der argentinische Präsident Fernandez mit Sputnik-V impfen liess.
- Doch Russland hat derzeit bei einer Bevölkerung von (noch) rund 144 Millionen Einwohnern enormen Eigenbedarf. Zuerst muss die Pandemie im eigenen Land bekämpft werden. Im Seuchenjahr 2020 verlor Russland nahm Russlands Bevölkerung um eine halbe Million ab. Eine Viertelmillion geht auf Corona zurück.
- Russland ist nicht nur flächenmässig ein grosser Staat, der von Kaliningrad (Königsberg) im Westen bis zum Pazifik zehn Zeitzonen umfasst. In der grössten Impfaktion der Geschichte warten weit über 100 Millionen Menschen auf das Vakzin.
- Allein in den Streitkräften müssen 900’000 Aktive und 2’000’000 Reservisten geimpft werden. Die Armee nimmt in der Prioritätenordnung einen vorderen Rang ein.
- Was die Schweiz betrifft, hat der Hersteller, das Moskauer Gamaleya-Institut, bisher kein Zulassungsgesuch eingereicht. In Russland bedeutet das: Im jetzigen Zeitpunkt ist ein Vakzin-Export in die Schweiz kein vorrangiges Thema. Zudem rechnet man in Russland mit politischen Vorbehalten der Schweiz, wie zuzm Beispiel auch zu russischen Waffen (Kampfflugzeug).
- Tatsache ist hingegen: Gamaleya hat auf der Suche nach einem Produktionsspartner mit dem Pharmahersteller IDT Biologika in Sachsen-Anhalt Verbindung aufgenommen. Sachsen-Anhalt zählt zu den Russland-freundlichen ostdeutschen Bundesländern.