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Seltsamerweise werden viele große Diamanten ohne Zertifikat verkauft. Wenn Sie in einem Juweliergeschäft eine Frage über den Edelstein stellen, mag die Antwort sein, dass es sich um einen Diamanten handelt, bestenfalls wird er als Wesselton bezeichnet. Einen Diamanten über 50 ct zu kaufen, dessen Beschreibung Wesselton lautet, ist für mich genauso falsch wie ein unter einer Plane verstecktes Auto zu kaufen. Sie fragen den Verkäufer, um welches Auto es sich handelt, und er antwortet, dass es ein Auto ist und dass es weiß ist, eher farblos, vielleicht ein wenig gelb-grau. Wer würde auf diese simple Beschreibung hereinfallen?
Zwei gleich große Diamanten können einen sehr unterschiedlichen Wert haben, abhängig von ihrer jeweiligen Qualität, ihrem Schliff, ihrer Farbe und vielen anderen Faktoren. Es ist unmöglich, einen Preis eines Diamanten zu nennen, wenn man nichts über ihn weiß. Unzählige Male bin ich gefragt worden: „Aber was kostet ein Diamant?“ In der Regel antworte ich dann: „Das gleiche wie ein Auto.“
Auf dem Zertifikat finden Sie Größe, Symmetrie, Proportionen, Farbe, Schliffgrad des Diamanten und welche Art von Einschlüssen vorhanden und wo im Diamanten diese sich befinden (wird auf dem Zertifikat angegeben, wenn der Diamant größer als 1 ct ist). Zwischen zwei scheinbar gleichen Vs2-Diamanten kann ein großer Unterschied bestehen, der sich natürlich auf den Preis auswirkt. Wenn Sie Diamantenpreise vergleichen wollen, benötigen Sie alle verfügbaren Informationen und dürfen nur Diamanten desselben Instituts miteinander vergleichen. Die meisten Institute bieten auf ihren Websites umfangreiche Informationen an. Sie können dort auf die Nummer des Diamanten klicken und das Zertifikat online einsehen.
Das Institut GIA ist bei der Bewertung am kritischsten, weshalb Diamanten mit einem GIA-Zertifikat teurer sind. Ein GIA-Diamant, der mit H, S1 gradiert ist, kann bei IGI mit G, Vs2 klassifiziert werden. Häufig empfehlen wir GIA, arbeiten aber auch mit HRD und IGI zusammen.
Wir befürworten GIA unter anderem deshalb gerne, weil das Institut schon früh damit begonnen hat, nur mit Diamanten zu arbeiten, die nach dem Kimberley-Prozess zugelassen, also keine Blutdiamanten sind.
Inzwischen sind sie einen Schritt weiter gegangen und können Informationen über die Herkunft des Diamanten anbieten. Der Diamant wird vom Zeitpunkt seines Fundes bis zur Bearbeitung und Gradierung sorgfältig nachverfolgt und geprüft. Sie können dadurch Ihren Diamanten mit ruhigem Gewissen kaufen, und gleichzeitig wissen Sie, aus welchem Land der Diamant stammt.
Der Diamant hat auf der „Girdle“ (Rondiste) eine Lasernummer, die nur unter einer Lupe oder einem Mikroskop sichtbar ist. Es ist beruhigend zu wissen, dass Sie tatsächlich den Diamanten bekommen haben, für den Sie bezahlt haben und er nicht verwechselbar ist.
Das Zertifikat ist ein wichtiges Dokument und darf nicht verloren gehen. Den Diamanten einzusenden, um ein neues Zertifikat zu erhalten, ist ein umständliches und kostspieliges Verfahren. Man kann nicht nur eine E-Mail an bspw. GIA schreiben und um die Ausstellung eines neuen Zertifikats bitten.
Die Zertifikate und Zertifizierungsmethoden werden im Laufe der Jahre verfeinert, sodass das Aussehen des Zertifikats ständig aktualisiert wird. Daher können Sie Zertifikate mit einem leicht unterschiedlichen Erscheinungsbild finden, obwohl sie von dem selben Institut ausgestellt wurden.