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Eine unabhängige Opposition tritt demnach bei der Wahl nicht an. In den vergangenen Wochen waren zudem Dutzende Aktivisten festgenommen worden. Nach der Wahl Tokajews im Juni 2019 hatte es in mehreren Städten der Ex-Sowjetrepublik Proteste gegen die autoritäre Führung gegeben. Hunderte Menschen wurden damals festgenommen.
Tokajew hatte das Amt von dem Langzeitpräsidenten Nursultan Nasarbajew übernommen, der sich nach rund 30 Jahren an der Macht zurückgezogen hatte. Nasarbajew hält allerdings weiter mehrere einflussreiche Ämter und gilt noch immer als mächtigster Mann des Landes. Seine Tochter Dariga Nasarbajewa kandidiert bei der Wahl erneut. Sie war erst im vergangenen Frühjahr als Chefin des Oberhauses entlassen worden. Sie galt als mächtigste Frau des Landes.
Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten bereits bei der Parlamentswahl vor fünf Jahren Verstösse gegen demokratische Standards moniert. In einem neuen OSZE-Bericht heisst es, in der Verfassung geschützte Grundfreiheiten könnten durch Gesetzesänderungen eingeschränkt werden.
Für die Abstimmung gelten wegen der Corona-Pandemie verschärfte Regeln. Wähler dürfen etwa nur mit Mund-Nasenschutz und Handschuhen Wahllokale betreten. In Kasachstan haben sich nach offizielle Zahlen seit dem Frühjahr mehr als 161'000 Menschen mit dem Virus infiziert.