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Astrofotografie
Seit 2016 bin ich ein Hobby-Astrofotograf. Wenn es die Wetterverhältnisse (und mein Schlafrhythmus) zulassen, nehme ich in meiner Freizeit gerne Bilder vom Nachthimmel auf. Meistens verwende ich eine Nikon-D5100 Spiegelreflexkamera, um Bilder durch mein Celestron EDGE HD 925-Teleskop aufzunehmen. Gelegentlich schiesse ich aber auch Weitfeldaufnahmen vom Nachthimmel mit einer herkömmlichen Linse. In der Regel kombiniere ich mehrere Aufnahmen desselben astronomischen Objekts im sogenannten Stacking-Prozess, um ein besseres Resultat zu erhalten.
Vorerst möchte ich meine bisherigen Astrofotografien hier ausstellen. In Zukunft plane ich, noch viel mehr zum Thema Astrofotografie zu schreiben: mehr Details zu meinem Vorgehen, verwendeter Software, Astro-Ausrüstung, und natürlich neue Aufnahme von astronomischen Objekten.
Übersicht der Bilder
Milchstrasse
Ich hatte die unglaubliche Möglichkeit, das Paranal-Observatorium der ESO in der Chilenischen Atacama-Wüste zu besuchen. Weg von jeglicher Luft- und Lichtverschmutzung war der Nachthimmel so schwarz, dass der Schattenwurf der Sterne auf hellen Oberflächen sichtbar war. Ich nutzte die Gelegenheit, um dieses Foto vom Zentrum der Milchstrasse aufzunehmen.
Mond
Der Mond ist für Astrofotografie meistens unerwünscht, weil er so viel heller als andere astronomische Objekte ist und diese überscheinen kann. Aus diesem Grund schiesse ich die meisten Astrofotos entweder während Neumond, oder zu einem Zeitpunkt, an dem der Mond noch nicht aufgegangen oder bereits untergegangen ist. Eine Ausnahme bilden Aufnahmen vom Mond selber. Dieser ist natürlich auch ein äusserst interessanter und schöner Himmelskörper.
Das nächste Bild zeigt die südliche Hochebene des Monds. Besonders auffallend ist der runde Tycho-Krater, von dem feine, knapp sichtbare Strahlen auf der Mondoberfläche ausgehen. Solche Strahlen entstehen zusammen mit dem Krater, wenn helles Material aufgeworfen wird oder Teile der Oberfläche aufgrund der grossen Hitze zu einer Art Glas werden.
Mondfinsternis
Eine Mondfinsternis ist ein eher häufiges Phänomen. So kommt es etwa jedes Jahr zu einer totalen oder partiellen Mondfinsternis, wenn sich Sonne, Erde und Mond auf einer Line befinden. Die Erde verdeckt dann die Sonne und wirft einen Schatten auf den Mond.
Im nächsten Bild handelt es sich um eine partielle Mondfinsternis. Der runde Schatten der Erde ist deutlich sichtbar. Solch ein Schattenwurf wird während den gewöhnlichen Mondphasen nie erreicht. Diese Bild wurde durch mein kleines, handbetriebes Newton-Teleskop aufgenommen.
Während einer totalen Mondfinsternis kommt es zum sogenannten Blutmond. Der Mond befindet sich im Kernschatten der Erde, wird aber immer noch durch Licht beleuchtet, dass durch die Erdatmosphäre gebrochen wird. Weil die blauen und grünen Anteile dieses Lichts in der Luft stark gestreut werden, bleibt nur rotes Licht übrig, welches den Mond rot erscheinen lässt.
Komet C/2020 F3 Neowise
Dies ist mein erstes Foto eines Komets. Da mein Teleskop eine sehr lange Brennweite besitzt, ist nur ein sehr kleiner Teil des Schweifs im Bild.
Venus
Dies ist mein erster halbwegs erfolgreicher Versuch, unseren Nachbarplaneten Venus zu fotografieren. Venus ist das dritthellste Objekt am Himmel, nach dem Mond und der Sonne. Venus hat eine zur Erde vergleichbare Grösse und Masse, aber eine komplett verschiedene Atmosphäre: Mit einem 92 mal höheren Druck als auf Meereshöhe hier bei uns und einer Temperatur von 462°C ist die Oberfläche von Venus ein lebensfeindlicher Ort. Wie unser Mond hat Venus Phasen, die von den relativen Positionen von Sonne, Erde und Venus abhängen.
Jupiter
Dieses Bild war gleichzeitig meine erst Aufnahme von Jupiter, dem grössten Planeten unseres Sonnensystems, und der erste Test meiner ZWO ASI 294 MC Astrokamera. Auf dem Bild ist rechts der Jupitermond Ganymed zu sehen, der schwarze Punkt auf Jupiters Oberfläche ist sein Schattenwurf. Für den ersten Versuch mit der neuen Kamera finde ich das Bild nicht schlecht, ich kann den Fokus aber sicherlich noch verbessern.
Saturn
Doppelstern Albireo
Albireo ist ein Doppelstern im Sternbild Schwan. Wahrscheinlich bilden der rote Riese und blaue Hauptreihenstern kein gemeinsames Sternensystem und erscheinen nur zufällig von der Erde aus gesehen nahe beieinander.
Insgesamt wurden 50 30s-Aufnahmen des Doppelsterns gemacht. Leider konnten rund die Hälfte davon wegen Sternspuren nicht verwendet werden. Ausserdem ging die meiste Farbe der beiden Sterne wegen Überbelichtung verloren.
Dennoch können die beiden Sterne im Bild gut erkannt werden und eine Vielzahl kleinerer Sterne, die von Auge nicht sichtbar wären, kommen zum Vorschein.
Altair (Atair)
Altair oder auch Atair ist der hellste Stern im Sternbild Adler. Es handelt sich um einen durchschnittlichen Hauptreihenstern.
M13 - Herkuleshaufen
Messier 13 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules. Es handelt sich um den hellsten Kugelsternhaufen auf der Nördlichen Hemisphäre. 1974 wurde die Arecibo-Radiobotschaft von der Erde in Richtung M13 gesandt, um potentielle ausserirdische Zivilisationen im Sternenhaufen auf die Menschheit aufmerksam zu machen. Die Nachricht wird rund 25'000 Jahre benötigen, um den Sternenhaufen zu erreichen.
M92
M92 ist ein weiterer Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules. Dieses Foto war ein rechtes Durcheinander: Ich verwendete drei verschiedene Aufnahmeserien, weil immer wieder Probleme auftauchten. Ich erinnere mich nicht mehr genau, wie viele Aufnahmen effektiv ins fertige Bild flossen, wohl ähnlich viele wie beim Bild von M13.
M71
M71 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Pfeil. Er wurde 1745 vom Schweizer Philippe Loys de Chéseaux entdeckt. Dies war eines der ersten Bilder, welches ich mit längeren Belichtungszeiten aufnahm.
M1 - Krebsnebel
Der Krebsnebel ist einer der bedeutendsten Supernova-Überresten am Nachthimmel. Die Supernova ist relativ jung: chinesische Überlieferungen sprechen von einem sehr hellen Stern, der im Jahr 1054 plötzlich erschienen ist. Wir wissen heute, dass es sich dabei um die Explosion von M1 handelte. Damals war die Explosion so hell, dass sie sogar am Tag sichtbar war. Inzwischen hat die Explosion deutlich abgenommen und uns den relativ dunklen Krebsnebel hinterlassen.
M17 - Omeganebel
Der Omeganebel ist Emissionsnebel im Sternbild Schütze. Ein Emissionsnebel ist eine Wolke aus Gas, die selber Licht emittiert. M17 hat die Form des griechischen Buchstabens Ω, was auf dieser Aufnahme leider nicht allzu sichtbar ist.
M20 - Trifidnebel
M20 ist sowohl ein Emissions- wie auch ein Reflexionsnebel. Sprich, er streut auch das Licht von benachbarten Sternen, was zu seinem Erscheinungsbild beiträgt. M20 befindet sich im Sternbild Schütze und steigt von meinem Garten aus gesehen nur knapp über das Dach des Nachbarhauses. Aus diesem Grund war es nicht ganz einfach, ihn aufzunehmen.
M27 - Hantelnebel
Der Hantelnebel ist ein planetarischer Nebel (das hat nichts mit Planeten zu tun) im Sternbild Fuchs. M27 besteht aus den abgeschiedenen äusseren Schichten eines Sterns, dessen Kern immer noch im Zentrum des Nebels als weisser Zwerg gut sichtbar ist. Dies ist nun schon meine vierte und bisher beste Aufnahme des Hantelnebels.
M42 - Orionnebel
Der Orionnebel ist relativ gross und hell, weshalb er auch von Auge sichtbar ist. Er ist sogar zu gross, um ganz in die Aufnahme zu passen.
Das nächste Bild ist meine erste "Huckepack"-Aufnahme: Anstelle mit der Kamera durch das Teleskop zu fotografieren, wird sie auf dem Teleskop montiert, um so der Bewegung des Himmels folgen zu können.
M57 - Ringnebel
M57 ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Wie M27, handelt es sich um einen Stern, der seine äussere Hülle abgestossen hat und zu einem weissen Zwerg geworden ist.
Magellansche Wolken
Im Paranal-Observatorium sah ich auch zum ersten Mal den Südhimmel. Natürlich konnte ich es mir nicht entgehen lassen, die beiden Magellanschen Wolken aufzunehmen. Es handelt sich dabei um zwei Zwerggalaxien nahe unserer Milchstrasse, die nur auf der Südhalbkugel und nahe dem Äquator sichtbar sind.
M31 - Andromedagalaxie
M31 ist eine Spiralgalaxie. Sie befindet sich rund 2.5 Millionen Lichtjahre von unserer eigenen Milchstrasse entfernt. M31 erscheint etwa fünfmal grösser als der Vollmond am Nachthimmel. Sie ist aber so dunkel, dass von Auge höchstens ein kleiner Teil des Zentrums gesehen werden kann.
Die Andromedagalaxie war auch das erste Objekt, dass ich selber zu fotografieren versuchte. Das nächste Foto ist zwar nicht mein erstes Astrofoto der Galaxie, aber das erste, welches nicht ganz schlecht ist. Da ich damals noch keine motorisierte Montierung hatte, konnte ich nur wenige Sekunden belichten, was die Qualität des Fotos erheblich beeinträchtigt.
Das nächste Bild ist eine etwas neuere Aufnahme des Zentrums der Andromedagalaxie durch das Celestron EdgeHD 925-Teleskop. Aufgrund ihrer Grösse am Himmel passt M31 nicht ins Sichtfeld der Kamera. Die dunklen Staubbänder sind gut sichtbar.
M81 - Bodes Galaxie
M81 ist eine Galaxie im Sternbild Grosser Bär. Sie ist nach ihrem Entdecker Johann Bode benannt. Bodes Galaxie ist relativ dunkel, weshalb ich zwei Aufnahmeserien zu einem Bild kombinierte.
M82 - Zigarrengalaxie
Die Zigarrengalaxie ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Grosser Bär. Am Himmel erscheint sie in der Nähe von M81. Wir sehen die M82 von der Seite, weshalb wir sie nicht wie eine Spirale, sondern eher wie eine Zigarre sehen. Dies ist das dritte Mal, dass ich diese Galaxie fotografiere.
Supernova SN 2020 jfo in der Galaxie M61
Am 6. Mai 2020 fanden Forscher am ZTF eine neue Supernova in der Galaxie M61. Seither haben Amateur-Astronomen und Astrofotografen die Sternenexplosion beobachtet und fotografiert. Auch ich habe es versucht. Es ist bemerkenswert, wie hell die Supernova ist: sie sieht wie ein Stern unserer Galaxie aus (fast alle Sterne, die wir einzelnen als Punkte sehen können liegen in unserer Galaxie), aber sie befindet sich in einer anderen Galaxie, 52 Million Lichtjahre entfernt. Während wenigen Tagen ist die abgestrahlte Leistung einer Supernova vergleichbar mit der Leistung der gesamten Galaxie, zu der sie gehört!
M51 - Whirlpool-Galaxie
M51 ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde. Sie wird von einer kleinen, irregulären Galaxie begleitet, die wir oben rechts an einem der Spiralarme sehen können.
M33 - Dreiecksnebel
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