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Hall of Fame - Newcomer
Anfang des neuen Jahrtausends ging der Stern von Nicola Spirig auf. Dank des gewonnenen WM-Titels bei den Juniorinnen wurde die damals 19-jährige Triathletin an den Credit Suisse Sports Awards 2001 als erste Newcomerin des Jahres ausgezeichnet. Elf Jahre später gewann sie in London Olympiagold und erstmals auch den Award als Sportlerin des Jahres.
Seit 2001 wird der Newcomer-Award jährlich vergeben. Ein Blick in die Siegerliste zeigt, dass sich nicht nur Nicola Spirig langfristig durchgesetzt hat, sondern praktisch alle Preisträgerinnen und Preisträger, die diesen Award erhalten haben. Als Newcomer des Jahres gewählt zu werden, ist deshalb so etwas wie ein Garant für langfristigen sportlichen Erfolg. Einzig Tennisspielerin Myriam Casanova, die den Preis 2002 ein Jahr nach Nicola Spirig gewann, blieb der Erfolg langfristig verwehrt.
Neben Nicola Spirig erhielten weitere Schweizer Sportgrössen wie Eishockeytorhüter Jonas Hiller (2005), Basketballspieler Thabo Sefolosha (2007), der erste Skicross-Olympiasieger Mike Schmid (2010), Biathlet Benjamin Weger (2012), der Leichtathletik-Europameister Kariem Hussein (2014) und Armon Orlik (2016) zu Beginn ihrer Karriere den Award als Newcomer des Jahres. Dank Myriam Casanova (2002), Belinda Bencic (2013), Johan Djourou (2006) und Breel Embolo (2015) konnten Tennis wie auch Fussball als bisher einzige Sportarten zweimal triumphieren. Géraldine Ruckstuhl oder Nico Hischier könnten jeweils die zweite Trophäe für Leichtathletik respektive Eishockey ergattern. Erstmals ist eine Wasserspringerin als Newcomer des Jahres nominiert.
Bemerkenswert: 2004 gewann mit Marcel Hug auch ein Behindertensportler den Newcomer-Award (Behindertensportler 2011, 2013, 2014, 2015 und 2016). Er gehört zu den sechs Sportlerinnen und Sportlern, die später auch einen Award in einer anderen Kategorie erhielten. Tom Lüthi (Newcomer 2003) wurde 2005 Sportler des Jahres, Nicola Spirig 2012 Sportlerin des Jahres. Dario Cologna (Newcomer 2009), Giulia Steingruber (Newcomer 2011) und Skirennfahrerin Lara Gut (Newcomer 2008) durften die Trophäe als Sportlerin bzw. Sportler des Jahres 2016 entgegennehmen.
Hall of Fame – Sportlerinnen
Vreni Schneider, Lise-Marie Morerod, Maria Walliser, Michela Figini – die vier Stars des Schweizer Skisports gewannen im Lauf ihrer Karriere jeweils mindestens zweimal den Award als Sportlerin des Jahres. Die Vertreterinnen des alpinen Skirennsports durften sich in dieser Kategorie insgesamt 18-mal feiern lassen. Keine andere Sportart erhielt in der Geschichte der Schweizer Sportlerwahlen bei den Frauen so viele Auszeichnungen.
Zu Beginn der Sportlerwahlen gab es noch keine Geschlechtertrennung. Verliehen wurde bis einschliesslich 1971 jeweils nur eine Auszeichnung. Im fünften Jahr des Bestehens wurde 1954 erstmals eine Frau ausgezeichnet: Ida Bieri-Schöpfer. Auch die erste Sportlerin des Jahres war eine Skirennfahrerin. Die Luzernerin gewann damals zwei WM-Titel im selben Jahr.
Ida Bieri-Schöpfer war die Erste, Vreni Schneider dafür die Erfolgreichste. Auf der Piste liess die Elmerin, mit 34 Siegen noch immer die erfolgreichste Slalomfahrerin aller Zeiten, selten einer Konkurrentin den Vortritt. Und auch bei den Sportlerwahlen setzte sich die dreifache Olympiasiegerin so oft durch wie keine andere Frau. Schneider wurde insgesamt fünfmal ausgezeichnet.
Letztmals behauptete sich 2014 mit Dominique Gisin eine Skirennfahrerin. Zuvor prägten Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder und Kunstturnerin Ariella Kaeslin die Wahl zur Sportlerin des Jahres. Beide erhielten den Award dreimal, Kaeslin zwischen 2008 und 2010 gar dreimal in Folge.
Ausser den genannten Skirennfahrerinnen sowie Niggli-Luder und Kaeslin erhielten auch die Leichtathletin Meta Antenen, in den 60er- und 70er-Jahren der erste weibliche Sportstar der Schweiz, sowie die Eiskunstläuferin Denise Biellmann und die Triathletin Natascha Badmann den Award zweimal. Ebenfalls zwei Awards erhielten Nicola Spirig und Giulia Steingruber. Einen davon allerdings als Newcomer des Jahres.
Ski alpin, Leichtathletik, Kunstturnen, Eiskunstlauf und in der jüngeren Geschichte Orientierungslauf sowie Triathlon prägten die Geschichte der Schweizer Sportlerinnen-Wahl. Ausgezeichnet wurden aber auch Athletinnen aus klassischen Randsportarten wie beispielsweise die zweifache Trampolin-Weltmeisterin Ruth Keller (1980) oder die Skiakrobatik-Olympiasiegerin Conny Kissling (1992).
Hall of Fame – Sportler
Roger Federer ist der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte und die wohl grösste Sportlerpersönlichkeit, die die Schweiz je hatte. Es ist deshalb logisch und schon fast selbstverständlich, dass der Basler Ausnahmekönner auch der Athlet mit den meisten Auszeichnungen als Schweizer Sportler des Jahres ist. Sechsmal wählten Medien, Sportler und das TV-Publikum Federer seit 2003 zum besten Schweizer Sportler des Jahres.
Federer erhielt damit eine Auszeichnung mehr als Tony Rominger. Der ehemalige Radprofi schaffte dafür etwas, was selbst Federer (bisher) nicht gelang: Er wurde dreimal in Serie (1992 bis 1994) zum Sportler des Jahres erkoren, nachdem er die Wahl bereits 1989 für sich entschieden hatte. In den 80er- und 90er-Jahren stritt sich Rominger immer wieder mit einer anderen Schweizer Sportgrösse um die Auszeichnung: Werner Günthör. Der Kugelstösser kam in dieser Zeit auf drei Awards.
Günthör und Rominger waren die ersten Athleten nach Skirennfahrer Bernhard Russi (1970/1972) und Radprofi Urs Freuler (1982/1983), die mehr als einmal zum Sportler des Jahres gewählt wurden. In der seit 1950 durchgeführten Wahl war es in den Anfangszeiten – zumindest inoffiziell – verpönt, einen Sportler zweimal auszuzeichnen. Seit Anfang der 80er-Jahre gibt es in der Siegerliste jedoch zahlreiche Mehrfach-Preisträger: Donghua Li (Kunstturnen), André Bucher (Leichtathletik), Simon Ammann (Skispringen) und zuletzt Didier Cuche (Ski alpin) durften den Award auch zweimal entgegennehmen. Ebenfalls zwei Awards erhielten Tom Lüthi und Dario Cologna. Einen davon allerdings als Newcomer des Jahres.
Der erste Sportler des Jahres hiess 1950 Armin Scheurer. Der Bieler klassierte sich damals an der Leichtathletik-EM im Zehnkampf auf Platz 5. Seither ging die Auszeichnung 17 weitere Male an einen Leichtathleten, letztmals 2001 an den 800-m-Spezialisten André Bucher. Die olympische Kernsportart ist damit die erfolgreichste Sportart bei den Schweizer Sportlerwahlen, gefolgt von Rad (zehn Preisträger) und Ski alpin (neun).
Die Auszeichnung ging jedoch nicht immer an Vertreter der grossen Sportarten, auch «Exoten» wie der Waffenläufer Hans Frischknecht (1955) oder der Gewichtheber Michel Broillet (1977) durften sich als Gewinner feiern lassen.
Traditionell schwer in der Kategorie der Einzelsportler haben es die Vertreter der Teamsportarten. Trotzdem ist es erstaunlich, dass erst ein Mannschaftssportler als Sportler des Jahres gewählt wurde, und zwar 1953 der Fussballer Alfred Bickel. Der Stürmer und zweifache WM-Teilnehmer ist mit 202 Treffern der Rekordtorschütze der höchsten Schweizer Fussball-Liga.
Hall of Fame – Teams
Nur zwei Jahre nachdem die Wahlen für die besten Sportler des Landes ins Leben gerufen worden waren, zeichneten die Schweizer Sportjournalisten 1952 erstmals auch das beste Team aus. Damals setzte sich – wie vier Jahre später ein zweites Mal – eine Gruppe Bergsteiger durch, die den Mount Everest erklommen hatte. Dass Bergsteiger als beste Sportler ausgezeichnet werden, scheint heute undenkbar. Für die Kategorie Team ist dies aber bezeichnend, denn in keiner anderen Kategorie gab es in den vergangenen gut 60 Jahren derart unterschiedliche Preisträger.
Zwar stammt ein Grossteil der Preisträger aus den beliebten Publikumssportarten wie Fussball, Eishockey oder Rad, immer wieder durchbrachen aber Randsportarten die Phalanx der «Grossen», so neben den Bergsteigern beispielsweise die Match-Schützen (1963) oder auch die Dressur-Reit-Equipe (1964). Zum Zug kamen auch trendige Sportarten wie etwa Beachvolleyball (1999 Paul und Martin Laciga sowie 2004 Patrick Heuscher und Stefan Kobel) oder für die Schweiz atypische Disziplinen wie Segeln (2003 und 2007 Team Alinghi).
Die erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte der Sportlerwahlen ist jedoch wenig überraschend die Fussball-Nationalmannschaft. 1961 wurde die «Nati» unter Trainer Karl Rappan nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 1962 – dank einem 2:1-Sieg gegen das damals grosse Schweden – zum ersten Mal gewählt. Sieben weitere Male durfte das Nationalteam seither den Preis entgegennehmen. Mehr als acht Auszeichnungen erhielt in der Geschichte der Sportlerwahlen nur noch der Behindertensportler Heinz Frei.
Auffallend in der Timeline der Kategorie Teams: Während in früheren Jahren regelmässig Ruder-, Bob- oder auch Handball-Teams zu den Preisträgern zählten, lag der Fokus in der jüngeren Vergangenheit primär auf den beliebten Sportarten. Mit den U-17- und den U-21-Fussballern (2010 respektive 2011) erhielten erstmals auch Nachwuchsequipen den Award als bestes Team. Letztes Jahr eroberte der Leichtgewichts-Vierer der Ruderer das Podest allerdings zurück. Auch das Tennis-Olympia-Doppel Timea Bacsinszky / Martina Hingis und das Beachvolleyball-Duo Joana Heidrich / Nadine Zumkehr könnten mit einem Titelgewinn die Erfolgsgeschichte ihrer Sportart weiterschreiben.
Hall of Fame – Behindertensportler
Die Geschichte der Wahl zum Behindertensportler des Jahres wird von einem Namen geprägt: Heinz Frei. Der mittlerweile über 50-jährige Rollstuhl-Leichtathlet und Paracycling-Fahrer gewann 1987 die erste Wahl. Der Solothurner gehört auch beinahe 30 Jahre später noch immer zur Weltklasse im Behindertensport. Nicht weniger als zehnmal wurde Heinz Frei als Behindertensportler des Jahres gewählt – zwischen 1995 und 1999 gar fünfmal in Serie. Er ist damit auch im Zusammenhang mit allen anderen Kategorien der erfolgreichste Preisträger in der Geschichte der Schweizer Sportlerwahlen.
Konkurrenz erhielt Frei von Edith Wolf-Hunkeler. Die sympathische Luzernerin gewann den Award von 2001 bis 2012 achtmal. Der Reihe der Mehrfach-Preisträger in dieser Kategorie schliessen sich Franz Nietlispach und der aktuelle Preisträger Marcel Hug an. Nietlispach wurde zwischen 1988 und 1994 viermal zum Behindertensportler des Jahres erkoren. Hug gewann den Titel 2011, 2013, 2014, 2015 und wurde zusammen mit Tobias Fanhauser und Manuela Schär erneut nominiert. Im Jahr 2004 wurde Hug als bisher einziger Behindertensportler zum Newcomer des Jahres gewählt.
Wie Frei, Wolf-Hunkeler und Nietlispach gehört auch Hug zu den Rollstuhlsportlern und damit zu den Leichtathleten, welche die Kategorie seit jeher dominieren. Nur 1989 (Torball-Nationalmannschaft) und 2010 (Skirennfahrer Christoph Kunz) ging der Preis nicht an einen Leichtathleten.
Hall of Fame – Trainer
Die erfolgreichsten Trainer werden seit 1983 geehrt. Diese Kategorie ist damit die zweitjüngste nach jener der Newcomer. Auffallend in der 30-jährigen Geschichte der Trainerwahl ist, dass es kaum Trainer gibt, die zweimal ausgezeichnet wurden. Bisher gelang dieses Kunststück einzig dem ehemaligen Fussball-Nationalcoach Jakob «Köbi» Kuhn (2005 und 2006), dem Davoser Eishockey-Trainer Arno del Curto (2007 und 2011) und Marcel Koller (2000, 2015).
In der jüngeren Vergangenheit wurden immer öfter Trainer aus den beiden publikumswirksamen Sportarten Fussball und Eishockey gewählt. In den ersten 20 Jahren war dies noch anders: Da ging die Auszeichnung auch einmal an einen Schwimmtrainer (Anthony Ulrich, 1984), einen Ruder-Coach (Marty Aitken, 1996) und eine Orientierungslauf-Trainerin (Irène Müller, 2003).
Zu den Stammgästen bei der Trainerwahl gehörten erfolgreiche Fussball- und Eishockey-Nationaltrainer. So wurde neben Köbi Kuhn auch Roy Hodgson (1993) ausgezeichnet – ebenso wie Simon Schenk (1990) und Ralph Krueger (1998).
Zahlreiche Trainer sind auch Jahre oder gar Jahrzehnte nach ihrer Auszeichnung noch aktiv, so etwa Jean-Pierre Egger (1985), der einst Werner Günthör zum Kugelstoss-Weltmeister machte, oder Karl Frehsner, der 1991 zum Trainer des Jahres erkoren wurde und auch im Alter von über 70 Jahren noch verschiedene Betreuermandate angenommen hat.
Die Kategorie Trainer des Jahres ist die einzige, in der auch Personen ohne Schweizer Pass einen Preis entgegennehmen dürfen. Mit Fredrik Aukland (2009) und Guri Hetland (2014) setzten sich in jüngster Vergangenheit die beiden norwegischen Coaches von Dario Cologna als in der Schweiz tätige ausländische Trainer durch.