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Das Projekt-Ende des Airbus A380 ist bereits besiegelt, doch ganz aufgeben möchte Airbus noch nicht – deshalb prüft der Flugzeugbauer aktuell Möglichkeiten, das Flugzeug zu einer Combi-Version umzubauen.
Der Airbus A380 sollte das Flugzeug der Zukunft werden – zumindest wenn es nach Ansicht von Airbus gegangen wäre. Während Boeing schon früh auf kleinere Flugzeuge setzte, unterstützten Prognosen von Airbus das Projekt des A380. Heute ist klar, dass das Flugzeug zwar spektakulär, jedoch zur falschen Zeit zur Stelle war. Ganz aufgeben möchte Airbus das Projekt jedoch noch nicht und prüft deshalb aktuell Möglichkeiten, die Flugzeuge zu Combi-Versionen umzubauen, wie aerotelegraph.com berichtet.
Der A380 Super-Frachter
Die zivile Luftfahrt hat sich in den letzten zwanzig Jahren stark verwandelt. Während Boeing schon damals von einer Tendenz hin zum Punkt-zu-Punkt-Verkehr ausging, erwartete Airbus eine gegenteilige Entwicklung. Die Prognosen sagten voraus, dass der Bedarf an Flugzeugen mit einer Kapazität um die 400 Passagiere immer weiter steigen würde. Schon früh arbeitete der europäische Flugzeugbauer an der Entwicklung des Superjumbos, welcher später auf den Namen A380 getauft wurde. Vorgestellt und ausgeliefert wurde letztlich der Airbus A380-800. Pläne für eine kleinere Version, dem Airbus A380-700, und einer noch längeren Version, dem Airbus A380-900, waren zwar vorhanden, wurden jedoch nie umgesetzt. Später forderten Fluggesellschaften, dass Airbus eine effizientere Variante des A380-800 als neo entwickeln solle. Umgesetzt wurden die Ideen im Airbus A380plus. Doch auch dieses Modell wurde nie umgesetzt.
Als im Jahre 2005 zum ersten Mal ein Airbus A380-800 in Toulouse abgehoben ist, zählten zu den Erstkunden neben Lufthansa und Singapore Airlines auch Frachtfluggesellschaften wie FedEx und UPS. Der Superjumbo machte Hoffnung auf eine Revolution im Frachtflugverkehr. Mit einem erhöhten Startgewicht von knapp 600 Tonnen hätte der Airbus-Frachter über 150 Tonnen Fracht über 10’400 Kilometer weit transportieren können. Auch eine Boeing 747-8 oder die Boeing 777, beide als Frachtversionen erfolgreich vorhanden, hätten diese Werte niemals erreichen können. Dennoch wurde die Frachtversion des Airbus A380-800, wie auch die anderen genannten Versionen, nie umgesetzt. Das liegt schlichtweg daran, dass die Konstruktion des Flugzeugs für diese Zwecke unpassend ist. Mit zwei nötigen Zwischendecken hätten Container nicht passend transportiert werden können. Zudem bietet das Flugzeug zwar 60 Prozent mehr Volumen, könnte jedoch nur 25 Prozent mehr Fracht als die Boeing 747 transportieren. Kurz gesagt: Der Airbus A380 in der Frachtversion wäre zu leer und damit unrentabel gewesen.
Wiedergeburt als Combi-Version
Nächstes Jahr soll der letzte Airbus A380 an Emirates ausgeliefert und die Produktion damit eingestellt werden. Doch ganz beenden möchte Airbus das Kapitel nicht, auch weil sich die Nachfrage während der Corona-Pandemie wieder geändert hat. Frachtkapazitäten waren noch gefragter als je zuvor. Viele Airlines bauten kurzerhand ihre Passagierflugzeuge zu Frachtflugzeuge um. Mit dieser Idee sollen wohl diverse Fluggesellschaften an Airbus herangetreten sein, um eine mögliche Combi-Version des Flugzeugs zu prüfen. Auch hierfür dient die Boeing 747 wieder als Vorbild, die es in der Vergangenheit ebenfalls als Combi gab. Im vorderen Teil der Maschine wurden Passagiere befördert, im hinteren war Platz für mehrere zusätzliche Frachtcontainer. KLM hat dieses Flugzeug noch bis vor wenigen Jahren erfolgreich betrieben. Auch South African Airways war Betreiber dieser Variante, musste jedoch einen Absturz nach einem Brand im Frachtraum des Hauptdecks der Combi-Variante über dem Indischen Ozean hinnehmen.
Als führender Flugzeughersteller sind wir in ständigem Dialog mit unseren Kunden, hören auf ihre Flottenanforderungen und maximieren den Wert. Diese Gespräche behandeln wir vertraulich.Sprecher von Airbus gegenüber aeroTELEGRAPH
Dennoch überlegt Airbus Umbauten des Super-Jumbos anzubieten. Doch auch hier besteht noch das Problem des enormen Eigengewichts. Die Zwischendecken müssten gegebenenfalls angepasst oder zumindest verstärkt werden, was noch mehr Gewicht bedeuten würde. In der möglichen Combi-Version könnten auf dem Oberdeck weiterhin Passagiere Platz finden. Im Haupt- und Unterdeck wäre dann Platz für Frachtcontainer. British Airways beispielsweise hat im Oberdeck eine Kabine für Business- und Economy-Class-Passagiere geschaffen, die knapp 200 Passagieren Platz bieten könnte. Airbus verweist auf die Möglichkeit, stellt gleichzeitig jedoch auch klar, dass ein entsprechendes Interesse von Airlines zunächst vorhanden sein muss, damit das Projekt auch tatsächlich umgesetzt wird.
Viele Fluggesellschaften haben in der Zwischenzeit ihre Flugzeuge des Typs Airbus A380 für lange Zeit eingelagert und überlegen sogar, sie gar nicht mehr zu reaktivieren. Wieder andere Airlines lassen die ersten Modelle bereits zerlegen. British Airways plant aktuell mit der Rückkehr des A380 im Juni, Lufthansa ist sich unsicher beim weiteren Vorgehen. Durchaus möglich, dass die Combi-Version vielen vorhandenen Modellen wieder ein zweites Leben einhaucht.
Fazit zur Combi-Version des A380
Airbus und einige Fluggesellschaften möchten das Projekt des Super-Jumbos noch nicht ganz abschliessen. Aktuell soll der Flugzeugbauer Möglichkeiten prüfen, wie man das Passagierflugzeug zu einer Combi-Version bestehend aus Passagier- und Frachtbereich umbauen kann. Ohne Frage hat Airbus mit dem A380 ein echtes Flagschiff entworfen, welches jedoch zur falschen Zeit kam. Das Projekt war und ist für Airbus hochdefizitär, weshalb es auch fraglich ist, ob der europäische Flugzeugbauer erneut Energie in das Projekt stecken wird. Nur ein ausserordentlich hohes Interesse von Airlines könnte das ermöglichen.