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Nachdem ich am Samstag beim Cross Country Rennen eines meiner bisher besten Rennen zeigte, setzte ich alles daran mich möglichst gut und vor allem schnell von den Strapazen zu erholen.
Nach einem guten Abendessen, einer Massage, einem Eisbad und einer Portion Schlaf fühlte ich mich am Sonntagmorgen ziemlich fit und war bereit für den Kampf ums WM Trikot in der Sprint Disziplin.
Im Qualilauf machte ich einen dummen Fahrfehler in einer der technischen Passagen und verlor wertvolle Sekunden im Kampf um die Nummer 1. Schlussendlich reichte es mit 2 Sekunden Rückstand für die fünft Beste Qualizeit, womit ich happy war.
Meine Beine waren nach der Quali schon einwenig müde, doch sobald die Finalläufe starteten und das Adrenalin stieg, war nichts mehr von Müdigkeit vom Vortag zu spüren.
Achtel- und Viertelfinale entschied ich deutlich für mich und ich musste dabei nie ganz ans Limit gehen.
Im Halbfinale traf ich dann auf meine Landsfrau Jolanda Neff, die in der Qauli die Schnellste war. Wir sprachen uns ab, dass wir versuchen zusammen zu fahren, sodass wir beide den Finaleinzug schaffen würden.
Wir starteten schneller als unsere Konkurenz und ich ging direkt am Hinterrad von Jolanda in die technischen Passagen. Im letzten Aufstieg, bevor es ins Ziel hinunter ging hatten wir einen komfortablen Vorsprung heraus gefahren und alles sah so aus als würden wir beiden im Finale um die Medaillen mitfahren. Als ich jedoch kurz vor dem höchsten Punkt in den Wiegetritt ging gab es einen Schnall und meine Kette war weg. KETTENRISS! ;(
Ich wusste sofort, das es nun gelaufen war und mein Traum einer Medaille in dieser Sekunde zerplatzt war.
Ich rannte ins Ziel, wo mich eine völlig aufgebrachte Jolanda erwartete und mich in die Arme nahm. Wie gerne wäre ich auch dort gestanden mit dem Q vor meinem Namen, was bedeutet hätte, qualifiziert fürs Finale – für den Kampf ums WM Trikot und um die Medaillen. Aber, aus der Traum…
In diesem Moment konnte ich erstaunlicher Weise und zum Glück noch klar denken und ich wusste, dass ich so schnell wie möglich zum Mechaniker rennen muss um eine neue Kette zu kriegen, denn es ging im kleinen Finale noch um die Ränge 5 bis 8.
Ich sass auf die Rolle und wartete bis ich aufgerufen wurde zum kleinen Finale. Für mich war es klar, dass ich diesen letzten Lauf gewinnen würde und ich mir den 5. Rang sichern würde. Ich war absolut nicht mehr nervös und funktionierte fast wie eine Maschine. Mein Kopf war leer und ich hab einfach noch meinen Job zu Ende gebracht.
Ich gewann den Lauf und in dem Moment als ich im Ziel von meinem Bike stieg brach eine kleine Welt über mir zusammen. Die Enttäuschung ist riesig gross und unfassbar – auch heute noch, zwei Tage später…
Ich habe so hart dafür gearbeitet und mich gezielt darauf vorbereitet und habe alles richtig gemacht. Meine Form war perfekt und ich war 100% bereit – und das auch nach meiner super Leistung am Vortag im Cross Country…
Es war sehr schmerzhaft zu akzeptieren, dass das Material oder irgend ein kleines, vielleicht 5mm Durchmesser grosses Teilchen an der Kette, meinen Traum von der einten auf die andere Sekunde platzen liess. Ich hatte nicht einmal geschaltet in den Moment als die Kette riss. Unser Teammechaniker hatte die Kette vor dem Lauf extra noch Glied um Glied durchgecheckt und da war sie noch einwandfrei… Ich kann es immer noch nicht fassen.
Ich freute mich jedoch sehr, dass meine beiden RS Kolleginnen Jolanda Neff und Linda Indergand mit dem Rängen zwei und drei immerhin die Fahne für unser Vollekanone-Swissteam hochhielten.
Die Enttäuschung sitzt zwar noch tief, doch ab morgen gehts wieder weiter mit dem Training fürs letzte grosse Rennen der Saison 2013, dem Weltcupfinale im Norwegischen Hafjel in eineinhalb Wochen. Dort hoffentlich wieder mit etwas mehr Rennglück im XCE.
Mein Fazit der WM: ein 7. Rang im olympischen Cross Country – mega geil!! und ein 5. Rang im Eliminator Sprint – enttäuschend aber ich habe alles gegeben… es sollte wohl einfach nicht sein und nächstes Jahr gibts wieder eine WM. So schnell gebe ich schon nicht auf… ;)