Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03172.jsonl.gz/1920

Hunderte Software-Entwickler sollen ChatGPT trainieren31. Januar 2023 um 14:41Foto: Mitchell Luo / Unsplash
Wird einfaches Codeschreiben bald obsolet? OpenAI und Microsoft möchten ChatGPT beibringen, beim Schreiben von Code wie ein Mensch vorzugehen.
Laut einem Bericht von 'Semafor', auf den wir via 'ZDNet' gestossen sind, hat OpenAI in den letzten 6 Monaten weltweit rund 1000 Freelancer eingestellt, um Trainingsdaten für seinen KI-Textgenerator ChatGPT aufzubereiten. Rund 40% davon seien Software-Entwickler, die ChatGPT zu einem besseren Programmierer machen sollen, berichtet 'Semafor' aufgrund der Aussagen von Insidern.
Codex, der Algorithmus, der für ChatGPT Code schreibt, wurde bisher vor allem mit Code trainiert, den OpenAI von Microsofts Code-Plattform Github zusammengesammelt hat. Nun soll anscheinend das Sprachverständnis von ChatGPT dazu genützt werden, damit das KI-System lernt, welche Gedankengänge Menschen beim Schreiben von Code anwenden. Die von OpenAI angeheuerten Entwickler sollen laut dem 'Semafor'-Bericht nicht nur Code zur Lösung von spezifischen Problemen schreiben, sondern diesen auch in normalem Englisch kommentieren und erklären, wie sie darauf gekommen sind.
Ein Entwickler, der einen fünfstündigen Test für OpenAI absolviert hat, erklärte gegenüber 'Semafor', dass er dabei einige zweiteilige Aufgaben erledigen musste. Zuerst habe er eine Coding-Aufgabe erhalten, und musste in normalem Englisch erklären, wie er das Problem angehen würde. Danach musste er seine Lösung programmieren und überprüfen. Wenn er dabei einen Bug fand, sollte er ihn nicht einfach fixen. Stattdessen musste er auch erklären, was das Problem war, und was das Ziel der Korrektur sein sollte.
Ziel: Ein verständnisvoller virtueller Entwickler
"Offensichtlich wollen sie das KI-Modell mit sehr spezifischen Daten füttern, in denen menschliche Entwickler ihre Gedankengänge Schritt für Schritt darlegen", so der Programmierer, der anonym bleiben wollte, gegenüber 'Semafor'.
Microsoft hat in den letzten Jahren schon über eine Milliarde Dollar in OpenAI investiert, und nun sollen weitere Milliardeninvestitionen folgen. Die KI-Technologie von OpenAI soll künftig in alle wichtigen Microsoft-Produkte wie Azure, Bing, Word oder Outlook integriert werden. Der Softwareriese ist zwar noch nicht der offizielle Besitzer von OpenAI, aber die Strategie des KI-Spezialisten wird ganz klar von Microsoft bestimmt.
Das Ziel scheint es zu sein, einen virtuellen Programmierer zu entwickeln, der aufgrund einiger knapper Anweisungen in normaler Sprache nicht nur Aufgaben lösen und dabei fehlerfreien Code schreiben, sondern der auch erkennen kann, was ein Mensch mit seinen Anweisungen beabsichtigt. Falls dies gelingt, könnte das Schreiben von grundlegendem Code durch Menschen (die man bezahlen müsste) bald obsolet sein.
Was ChatGPT schon heute kann
Das ist noch Zukunftsmusik. Das Beispiel des autonomen Fahrens hat gezeigt, dass die Entwicklung von KI-Systemen für manche Aufgaben viel schwieriger ist, als es anfänglich erscheint. Aber ChatGPT hat als Programmierer schon jetzt einiges drauf. Der bekannte Schweizer Informatiker Marcel Waldvogel hat sich intensiv mit ChatGPT auseinandergesetzt und seine Erkenntnisse vor wenige Tagen auf 'dnip.ch' veröffentlicht. Er beschreibt unter anderem, was ChatGPT schon jetzt "als Informatiker" kann (zum Beispiel einen Sudoku-Löser schreiben) und was die KI noch nicht kann (zum Beispiel Fliesskommazahlen korrekt zusammenzählen).
Loading
Neues Microsoft Teams ist schneller und setzt auf KI
Microsoft kleidet seine Teams-App neu ein. Die Plattform soll nicht nur übersichtlicher werden, sondern auch weniger Speicher verbrauchen.
Schwäbisch-Cupertino: Lidl-Mutter investiert massiv in KI
Die Schwarz Gruppe entpuppt sich als treibende Kraft hinter dem ehrgeizigsten AI-Park Europas.
Frankreich verwendet KI-Überwachung für Olympia 2024
Die Pläne für eine neue Überwachungsmethode treffen im Gastgeberland auf Widerstand. Nach hitzigen Debatten haben die Gesetzgeber die KI-gesteuerten Kameras trotzdem genehmigt.
Europol warnt vor den dunklen Seiten von ChatGPT und Co.
Die europäische Polizeibehörde möchte das öffentliche Bewusstsein über Missbrauchsmöglichkeiten von KI erhöhen.