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Der erste Beitrag zur Blog-Rubrik “Das Podium” stammt aus der Feder des stellvertretenden Leiters des Filmpodiums der Stadt Zürich, Michel Bodmer. Unter dem Titel “Was ist Film? Was ist Kritik” denkt er darüber nach, wie weder das Programm des Filmpodiums noch die hiesige Filmkritik sich ausreichend mit den Grenzbereichen zu benachbarten Medien – interaktive Filme und Games, Cross-, Trans- und Multimedia-Projekte – auseinandersetzen. Ich möchte hier anknüpfen und ein relativ neues Phänomen ansprechen, das sich unter dem Namen “Video Essay” im Internet etabliert hat: Filmkritik und Filmwissenschaft nicht geschrieben, sondern gefilmt. “Gefilmt, nicht geschrieben” weiterlesen →
Welchen Stellenwert hat ein Mörder in einem Staat, der selber nach Belieben meuchelt?
1957, als Robert Siodmak aufgrund eines «Tatsachenberichts» von Will Berthold seinen Film Nachts, wenn der Teufel kam als Abrechnung mit dem Dritten Reich drehte und das heimliche, hocheffiziente Morden der Gestapo dem Treiben eines tumben Triebtäters gegenüberstellte, galt Bruno Lüdke als größter deutscher Massenmörder (heute: Serienmörder) aller Zeiten. “Wer war der Teufel, der nachts kam?” weiterlesen →
1993, kurz nach dem Ende des Kalten Krieges, der sein bisheriges Werk genährt und geprägt hatte, veröffentlichte John Le Carré The Night Manager, einen Roman, der bewies, dass ihm nach dem Mauerfall keineswegs der Stoff ausgehen würde. Als Bösewicht fungierte diesmal nicht ein KGB-Scherge oder ein von den Sowjets gedungener britischer Spion, sondern ein Brite namens Roper, der skrupellos im illegalen Waffenhandel mitmischte. Sein Gegenspieler war ein Landsmann namens Jonathan Pine – kein Agent ihrer Majestät, aber doch ein strammer Kerl mit militärischer Vergangenheit und einem starken moralischen Rückgrat. “Bond ohne Bond” weiterlesen →
Meine Grossmutter Frieda Henggeler-Scherer drehte in den 20er und 30er Jahren 16-mm-Filme. Da sie in Fernost lebte und später auch Anlässe wie die Landesausstellung und die Olympischen Spiele in St. Moritz besuchte usw., ist das Material von einigem Interesse. Formal allerdings ist es nichts Besonderes. Da sie “point-and-shoot”-mässig drehte und viele Einstellungen blosse Sekundenbruchteile umfassen, sprachen wir, als wir das digitalisierte Material sichteten, daher despektierlich von einem “animierten Fotoalbum”, ohne zu ahnen, dass unsere Grossmutter eigentlich Avantgardistin gewesen war.