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Weitere Luftaufnahmen von Barberêche
Am Ende des Mittelalters entsprach Barberêche gewissermassen einer Herrschaft mit Festung, Mühle, aber ohne wichtige Grundbesitze ausser einigen Wäldern. Das grosse Gebiet wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von der Familie Estavayer-Mollondin, dessen Francois Henri (1673-1749), das Erste war, der sich den Herrentitel von Barberêche zuteilen liess, errichtet
Auch wenn die erste Erwähnung einer Burg erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts zurückdatiert, ist es möglich in Anbetracht der günstigen Lage und dem topographischen und strategischen Gesichtspunkt und auch hinsichtlich der Verbindungswege, dass sich dort schon früher eine Festung im hohen Mittelalter befand. Die Familie von Barberêche durfte in dieser Burg nur eine ministerielle Tätigkeit im Namen der Herzöge von Zähringen und später der Grafen von Tierstein ausüben. Auch dieser Familie unterworfen waren, Peter von Mettlen, Aymon von Chatonnaye und Huguet Chinuz, Eigentümer, bevor Mossu und von Arsent von Freiburg, Christoph von Diesbach (1483-1522), von Bern und Pierre Falk (gegen 1468-1519), dort ab dem 15. Jahrhundert Fuss fassten, von nun an unter der Suzeränität der Stadt von Freiburg.
Falk, der wichtigste Mensch seiner Generation in Freiburg, kaufte die Festung Barberêche von Christoph von Diesbach mit seinen Rechten und Gütern am 5. Mai 1519 für die Summe von 8000 freiburgerischen Pfunden. In der folgenden Woche unternahm er seine zweite Reise nach Jerusalem, die zu Rhodos führte, wo er an der Pest am 16. Oktober desselben Jahres starb.
Da seine einzige Tochter Ursula in 1514 Petermann von Praroman geheiratet hatte, gelangte Barberêche zu dieser Familie zurück, eine der einflussreichsten Familien von Freiburg bis zu ihrem letzten Nachkommen in direkter Linie: Marie-Bart, die 1662 die Frau von Francois-Louis-Blaise von Estavayer-Mollondin (1639-1692) wurde, deren Familie eine Hauptrolle in Neuenburg und in Solothurn spielte und im französischen Dienst war.
Ihr Sohn Francois-Henri plante den Umbau des Herrenhauses. Seine Enkelin Caroline, die Frau von Louis Roll von Solothurn, verkaufte das Herrenhaus und die Umgebung an die Brüder David und Jacques-Rudolph Burnand von Moudon in 1799, die es 1829 an Charles Hartmann von Bern wiederverkauften. Schliesslich kaufte Alexis von Zürich (1816-1901), Sohn eines Tabakhändlers, der in Frankreich ansässig war, am 15. Juni 1836 das Gebiet zurück, das vier Bauernhöfe umfasste. Ab 1839 hatte Alexis das Herrenhaus und den Park im deutschen romantischen Geist umgewandelt, und dadurch eine der schönsten Grundstücke dieses Zeitalters erschaffen, die es noch in der Schweiz gibt.
Das Sarine Tal mit Barberêche, Petit - Vivy et Grand - Vivy (Landerset 1795)
1519, verkaufte Christoph von Diesbach "sein Haus, auch Festung genannt, bei Barberêche gelegen, mit Scheune, Speicher und alles, was zu besagtem Haus gehört". Allerdings muss noch geklärt werden, ob es sich um eine Festung handelte, oder ob diese Bezeichnung gemäss früheren Einrichtungen übrig blieb. Ein Wiederaufbau des Hauses stand vermutlich in 1528 oder während der Jahre 1522-1528 fest, obwohl dies kein Text bestätigt. Das Datum 1528 stammt von der Anschrift eines Wappenreliefs der Praroman-Falk im Vorzimmer des Herrenhauses. Jedoch scheint die für diesen Wiederaufbau des derzeitigen Gebäudes vorgeschlagene Periode vertretbar, weil die Eigentümer zu dieser Zeit wirklich Ursula Falk (1498-1571) und Petermann von Praroman (erwähnt von 1511 an, gestorben in 1552), 1514 geheiratet und Erben des Herrenhauses in 1519, waren. Da die Dimensionen als wichtig geachtet wurden und die bemerkenswerte Qualität des Gebäudes, lässt einem vermuten, das die Erbauer hervorragende Arbeiter waren, die für ein ehrgeiziges Werk beauftragt wurden, das weit über die üblichen Konstruktionen des Zeitalters hinausreichte. Das Äussere dieser Konstruktion des späten gotischen Stils ist uns dank eines Bildes vor den Renovierungen des 19. Jahrhunderts gut bekannt.
Aus unbekannten Gründen verzichtete Francois-Henri von Estavayer-Mollondin (1673-1749) darauf, das Herrenhaus im barocken Stil umzuwandeln, obwohl er 1730 an den neuenburger Architekten Jean Berthoud einen Plan übergab, der die Zerstörung des Treppenturms, die Umgestaltung der Hauptfassade und des Gebälkes und die Innere Modernisierung vorsah.
Barberêche , en 1715
Barberêche , vu du sud, par Laurent Midart, de 1784
Nur ein Jahrhundert später wird das spät gotische Gebäude umgestaltet. In 1839, beauftragte Alexis von Zürich, der damals 23 Jahre alt war und sich in München aufhielt, seinem Verwalter und ehemaligem Lehrer Cyprien Pettolaz die Leitung der Erneuerungen des Eigentums zu überwachen. In den informativen Briefen des Verwalters an den jungen Eigentümer, handelt es sich zum ersten Mal am 5. Mai 1839 um ein Bauprojekts. Eine Reise (zu Barberêche?) mit den Architekten wird am 23. des gleichen Monats erwähnt. Ab dem 28. begannen die Arbeiten am Nordostende der Hochebene über den Felsen durch die Zerstörung der Kapelle und einer Scheune; einige Mauern und ein Keller der alten Konstruktion sind bewahrt worden. Im Juli wurden die Kapelle und eine Galerie wieder aufgebaut, und Ende des Monats August konnte der Verwalter schreiben, dass diese neue Konstruktion bald bewohnbar sein wird. Doch im April des folgenden Jahres war es noch nicht so weit. Im Frühling 1840 begann die Transformation des Hauptgebäudes, dessen Inneres völlig ausgerissen wurde. Im November vollendete man das grosse Werk, und die Arbeiten wurden bis zum Ende des Jahres 1841 fortgesetzt. Die Einrichtung der Wohnungen dauerte einige Jahre, da im Januar 1843 das Haus Doret von Vevey den Schornstein des grossen Salons aufstellen liess, und in 1844 die bemalten Tapeten und die Mahagonimöbeln ergänzt wurden.
Barberêche , d'après une aquarelle de Zimmer, 1843
Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss umgebaut und ist heute Privateigentum. Die Eigentümer haben das Schloss mit viel Pflege restauriert, indem sie das Alte und Moderne harmonisch verbunden haben.
Le texte ci-dessus est extrait du texte de M. Hermann Schöpfer, publié dans les Monuments d'art et d’histoire du canton de Fribourg, tome IV, Fribourg 1989, pp. 43 et suivantes.
Bibliographie