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Bordeaux
Die herausragende Stellung der Bordeauxweine beruht auf der besonderen Lage dieses Anbaugebietes im Einzugsgebiet von gleich drei Flüssen, nämlich der Garonne und der Dordogne, die sich dann im Trichter der Gironde vereinen, welcher 60 Kilometer nordwestlich der Stadt Bordeaux in den Atlantik mündet. Die Wasserströme haben nicht nur die sanft hügelige Topographie dieses Weinbaugebietes, sondern auch die Bodenstrukturen. Generell dominieren am so genannten linken Flussufer, wo sich die Gebiete Médoc, Graves, Pessac-Léognan und Sauternes befinden, Böden mit einem hohen Anteil von Kies und Sand. Dank der guten Wärmespeicherfähigkeit dieser Böden erbringt hier der Cabernet Sauvignon ausgezeichnete Resultate.
Viel Sonne, viel Regen
Am rechten Ufer mit den Gebieten Blaye, Côtes de Bordeaux, Côtes de Bourg, Saint-Emilion, varieren die Böden stärker, generell finden sich hier aber hohe Anteil von Ton, Kalk und Sand, der Kies spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Böden haben ein vorzügliches Wasserspeichervermögen, was vor allem der Sorte Merlot behagt. Im Entre-Deux-Mers wiederum sind es die kalkhaltigen Tonböden, die den hier produzierten trockenen Weissweinen (aus Sauvignon Blanc, Sémillon und Muscadelle gekeltert) ihre filigrane Frische verleihen. Das Klima ist in Bordeaux mit rund 2000 Sonnenstunden ausgesprochen mild, allerdings sind die Niederschlagsmengen mit 900 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter vergleichsweise hoch.
Grosse Nachfrage aus England
Die Bordelaiser tranken schon Wein, bevor sie selber welchen anbauten. Im 1. Jahrhundert vor Christus versorgten nämlich Händler aus Kampanien die Bevölke rung mit Wein. Erst im 12. Jahrhundert wurde Bordeaux zum wichtigen Weinproduzenten. Durch die Hochzeit von Eleonore von Aquitanien mit dem englischen König Heinrich II wurde Grossbritannien zum wichtigsten Abnehmer von Bordeaux-Weinen. Der «Claret» avancierte zum Exportschlager. Die heutige Hierarchie der Crus bildete sich dagegen erst im 19. Jahrhundert. 1924 entschloss sich Baron Philippe de Rothschild als erster Château-Besitzer, seinen Wein selber abzufüllen. Zum allgemeinen Standard wurde aber diese «mis en bouteille auch château» erst in den 60er Jahren.