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Andreas Walker
Die Neigung der Erdachse und die elliptische Erdbahn bewirken, dass die wahre Tageslänge um den Mittelwert von 24 Stunden schwankt. Für unsere «normale » verwendete Zeit gehen wir von einer mittleren Sonne aus, die sich mit konstanter Geschwindigkeit entlang des Himmelsäquators bewegt.
Eine mechanische oder elektronische Uhr läuft immer gleichmässig. Eine solche Uhr kann jeweils nur die mittlere Ortszeit anzeigen und deshalb hat jeder Tag genau 24 Stunden. Die wahre Sonne kann jedoch bis zu 15 Minuten zu früh oder zu spät im Süden stehen als die mittlere Sonne. Diese Abweichung wird als Zeitgleichung bezeichnet und entspricht der Differenz der Zeitangabe von einer mechanischen Uhr gegenüber einer Sonnenuhr. Am 11. Februar gehen die Sonnenuhren gegenüber den «normalen » Uhren 14 Minuten nach. Dabei verschiebt sich der Sonnenhöchststand bei uns auf den spätesten Zeitpunkt von 12.40 Uhr. Die Zeitdifferenz zum frühesten Sonnenhöchststand (12.10 Uhr) am 3. November beträgt eine halbe Stunde. An diesem Tag gehen die Sonnenuhren über 16 Minuten vor.
Um den 15. April verläuft die Zeitgleichung durch den Nullpunkt. Damit stimmt die «wahre Sonne» genau mit der «mittleren Sonne» überein. Die Sonne erreicht ihren Höchststand um 12 Uhr mittlerer Ortszeit. Da die Erde in Zeitzonen eingeteilt ist und im April bereits die Sommerzeit eingestellt wurde, erfolgt der Sonnenhöchststand z. B. in Zürich um 13.26 Uhr. Auch am 13. Juni, 1. September und 25. Dezember stimmen unsere Uhren genau mit den Sonnenuhren überein.