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Der Schweizer Rohstoffkonzern GlencoreXstrata übernimmt die kanadische Firma Caracal und weitet damit die Ölförderung im Tschad aus. SWISSAID unterstützt im Konzessions-gebiet von Glencore Projekte, die sich für die gerechte Verteilung der Erlöse aus dem Ölgeschäft einsetzen. Bisher hat die Bevölkerung kaum vom Ölboom profitiert.
GlencoreXstrata hatte 2012 über eine Finanzierung im Umfang von 300 Millionen Dollar eine Beteiligung von 25 Prozent an zwei Ölkonzessionen der kanadischen Firma Griffiths im Süden Tschads gekauft, die im vergangenen Jahr ihren Namen in Caracal geändert hat. Nun will der Zuger Konzern für rund 1,2 Milliarden Franken sämtliche Aktien von Caracal erwerben und so sein Ölfördergeschäft stärken, das sich in erster Linie auf Westafrika konzentriert.
Wird der Deal von den Aktionären Caracals akzeptiert, kommt GlencoreXstrata in den Besitz einer Konzession, die bereits jetzt rund 14‘000 Barrel Öl pro Tag durch eine Pipeline an die Küste Kameruns und von dort auf die Weltmärkte pumpt. In einer zweiten Konzession im Becken von Dosseo sind zurzeit umfangreiche Testbohrungen im Gang. Zudem besteht dort ein Projekt für den Bau einer weiteren Anschluss-Pipeline.
SWISSAID unterstützt seit langem im Tschad Organisationen, die sich für mehr Transparenz im Ölgeschäft und für die Verwendung des Ölgeldes zugunsten der Bevölkerung einsetzt. Im Konzessionsgebiet von Glencore sind zwei ein SWISSAID-Partner aktiv. Die Organisationen CPPN und RESAP setzen sich dafür ein, dass die Bevölkerung fair für Landverluste entschädigt wird, Umweltschäden verhindert werden und mehr Geld in prioritäre Entwicklungsanliegen (Bildung und Gesundheit) fliesst.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Ölboom in den Ölfördergebieten für die betroffene Bevölkerung meist negative Folgen hat. GlencoreXstrta hat in dieser Beziehung nicht den besten Ruf, ist doch der Konzern immer wieder mit Vorwürfen von Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen im Umfeld seiner Rohstoffprojekte konfrontiert. Auch Griffiths geriet im letzten Jahr in die Schlagzeilen, als die Firma wegen Bestechung des tschadischen Botschafters in Kanada eine Busse von10 Millionen Dollar zahlen musste.