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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Trauerrede auf Kaiser Theodosius d. Gr. (De obitu Theodosii oratio)

53.
[Forts. v. [S. 421] ] Der arme Lazarus trug von Jugend auf das schwere Joch; darum genießt er nach dem Zeugnis der göttlichen Schriftlesung im Schoße Abrahams der besonderen Ruhe1. Theodosius trug das schwere Joch von Jugend auf, da die Mörder seines siegreichen Vaters2 auch ihm nach dem Leben strebten. Er trug das schwere Joch, da er ob seiner Kindesliebe in die Verbannung gehen mußte; da er die Reichsregierung zu einer Zeit übernahm, als die Barbaren das römische Reich überschwemmt hatten. Er trug das schwere Joch, um dem römischen Reich die Tyrannen vom Halse zu schaffen. Aber weil hier Kampf und Mühe sein Anteil war, ist es dort die Ruhe.
1: Luk. 16, 20 ff.
2: Kaiser Valentinian I. ließ ihn aus Argwohn, da er sich als kaiserlicher Heerführer besonders hervorgetan hatte, im Jahre 376 aus dem Wege räumen. Sein Sohn Theodosius zog sich, da er ebenfalls seines Lebens nicht mehr sicher war, nach Spanien zurück.