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Das Drachenbootfest (chinesisch: Duan Wu Jie) ist ein traditionelles chinesisches Fest und ein offizieller Feiertag. Es wird jedes Jahr am fünften Tag des fünften Mondmonats nach dem chinesischen Kalender gefeiert und deshalb auch „Fest der Doppelfünf“ genannt. Dieses Jahr fand das Drachenbootfest am 23. Juni statt, der freie Tag war daher am 22. Juni.
Seine Geschichte ist über 2000 Jahre alt und basiert, wie die meisten chinesischen Feste, auf einer Legende. Nach dieser wird das Fest zum Gedenken an den Dichter Qu Yuan gefeiert, der sich ca. 300 Jahre vor Christus, genau am fünften Tag des fünften Mondmonats im Fluss Miluo Jiang (Provinz Hunan) ertränkt haben soll, um gegen die damalige Regierung zu protestieren. Damit sein Leichnam nicht von Fischen und anderen Meerestieren gefressen wurde, ruderten viele Bewohner mit Booten auf den Fluss hinaus und warfen Reisklösse (Zongzi) in den Fluss, die die Fische ablenken sollten. Ein alter Arzt goss zudem „Xionghuang“-Wein in den Fluss, um die Meerestiere zu töten. Zum Drachenbootfest isst man daher heute Zongzi, trinkt Xionghuang-Wein und veranstaltet Drachenboot-Wettkämpfe.
Drachenboot-Kopf. Bild: Wikimedia Commons, User: Pesopesado
In den Tagen um das Fest werden überall in China Drachenboot-Regatten veranstaltet. Die Boote sind drachenähnlich angemalt und zieren einen Drachenkopf am Bug. Sobald das Startsignal gegeben wird, schiessen die drachenförmigen Boote in Richtung Ziel. Die Ruderer werden dabei von einem schnellen Trommelschlag begleitet und rudern so in einem einheitlichen Rhythmus. Auch ausserhalb von China sind solche Rennen sehr beliebt und verbreitet. Besonders bekannt ist das alljährliche Drachenbootrennen in Hongkong, das bereits seit 1970 ausgetragen wird. Auch in Deutschland und Grossbritannien gibt es heute solche Rennen.
Wie jedes chinesische Fest hat auch das Drachenbootfest seine charakteristische kulinarische Köstlichkeit. Hier sind es die Zongzi, in Bambus- oder Schilfblätter eingewickelte Klebreisklösse, welche gekocht oder gedünstet werden. Je nach Region haben die Zongzi andere Füllungen. Die Menschen im Norden geniessen sie mit Datteln, während die Menschen im Süden gemischte Zutaten wie Fleisch, Wurst und Eier vorziehen. Auch wir haben die verschiedenen Variationen gekostet. Mir persönlich schmecken sie jedoch nicht so.
Zongzi. Bild: Wikimedia Commons, User: Allentchang
Während des Festes tragen die Leute bunte Seidenbeutelchen am Körper, die duftende Heilkräuter und Aromastoffe enthalten. Mehrere solcher Beutel werden auf einer Schnur aufgereiht und um den Hals oder an einem Kleidungsstück getragen, um sich vor Seuchen zu schützen.
Die Autorin: Tamara Benz, Jahrgang 1983, ist in Davos geboren und aufgewachsen, ehe sie für sieben Jahre nach Brugg zog. Dann ging ihre Reise weiter: Seit kurzem lebt sie nun in China. Ihr Freund hat hier einen Job als Expat in der Stadt Xiamen bekommen. Und sie will die Möglichkeit nutzen, Land, Leute und die Sprache kennenzulernen. Hier im Blog berichtet Tamara regelmässig über ihr Leben in Asien.