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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) wird damit die neue Regelung ab kommendem 20. Juni umsetzen. Bisher konnte auf Regionalflugplätzen mit einer Flugsicherung auch in der jeweiligen Landessprache gefunkt werden. Dies wurde vor allem von Freizeitpiloten geschätzt, die nur über eine Radiotelefonie-Ausbildung in ihrer Landessprache verfügten.
Nach Auskunft des Bazl handelt es sich häufig um Segelflugpiloten. 96 Prozent der Piloten, die eine Motorflugausbildung absolvierten, verfügten bereits über eine englische Radiotelefonie-Lizenz, bei den Segelfliegern seien es knapp 80 Prozent und bei den Ballonfahrern etwa 55 Prozent.
Im kontrollierten Luftraum sei es für die Flugsicherheit relevant, wenn alle Piloten, die sich in diesem Luftraum befänden, den Flugfunk zwischen der Flugsicherung und den Piloten verstünden und richtig interpretieren könnten, argumentiert das Bazl.
Fliege beispielsweise ein englischsprachiger Berufspilot mit einem Linienflugzeug den Flugplatz Sitten an, könne er französischsprachige Anweisungen des Towers an einen Privatpiloten nicht verstehen.
«Dieser Sprachmix kann zu gefährlichen Situationen führen, wenn beispielsweise beide Flugzeuge im Landeanflug sind, die Piloten aber aufgrund der verschiedenen Sprachen die Situation nicht einschätzen können», ergänzt dazu Bazl-Kommunikationschef Urs Holderegger.
Für einen Grossteil des Schweizer Luftraums, der der Leichtaviatik zur Verfügung stehe, könne auch weiterhin in den Lokalsprachen gefunkt werden.
Die Opposition an der neuen Regelung kommt primär vom Flugplatz Sitten und dem Aero-Club, dem Dachverband der Schweizer Leichtaviatik mit seinen 23'000 Mitgliedern. Gegner verweisen auch auf den Flughafen Genf, wo weiterhin Französisch gesprochen werden darf. Sie haben inzwischen den parlamentarischen Weg beschritten, um die Änderung zu verhindern.
Am 13. Mai beschloss die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) des Nationalrats ohne Gegenstimme eine Kommissionsmotion zur Zulassung der Landessprache bei nichtgewerbsmässigem Sichtflug. Die Kommission will mit der Motion sicherstellen, dass der Funkverkehr in diesem Bereich weiterhin in der ortsüblichen Landessprache stattfinden darf.
Vorerst ist sie mit ihrem Begehren gescheitert, wie aus der Antwort von Bundesrätin Simonetta Sommaruga in der Fragestunde des Nationalrats vom Dienstag zu Fragen des Aargauer FDP-Nationalrats Matthias Jauslin und des Walliser CVP-Nationalrats Thomas Egger hervorgeht. Die beiden hatten den Bundesrat aufgefordert, die neue Regelung zurückzunehmen.
Die Schweiz habe die Herausforderung, dass vier Landessprachen gesprochen und drei davon in der Luftfahrt benutzt würden, sagte Sommaruga. Dieses Sprachengemisch berge die Gefahr von sprachlichen Missverständnissen und Risiken für die Flugverkehrsleitung.
Auch durch die Annahme der Kommissionsmotion habe sich die Ausgangslage für das Bazl nicht geändert, um die Rechtsgrundlage umzusetzen. Das Bundesamt habe das Anliegen sorgfältig geprüft und die Interessen abgewägt. Wenn das Parlament eine Änderung wolle, dann werde das Gesetz halt wieder angepasst. «Sprachüberlegungen sind zwar sehr wichtig, aber am Schluss wollen wir doch Sicherheit im Luftraum gewähren», sagte Sommaruga.
Die Flugsicherung Skyguide steht hinter dem Grundsatz «English only». «Das hat Potenzial, um die Sicherheit in der Luftfahrt weiter zu erhöhen, vor allem an den Landesflughäfen Genf und Zürich», sagte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA.
Im Tessin darf an den Flugplätzen Locarno und Lugano weiterhin Italienisch gesprochen werden, weil der dortige Luftraum von Italien überwacht wird. Auch in einem Sektor des Flughafens Genf wird noch Französisch gesprochen. «Wir stehen aber mit Frankreich in Verhandlungen, damit auch dort künftig 'English only' gilt», sagte Barrosa weiter.