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Eine wesentliche Grundvoraussetzung für unproblematischen
Schwangerschaftsverlauf bei Mutter und Kind ist die angepasste
Ernährung. Nicht nur die ausreichende Versorgung mit Kalorien ist
wichtig, sondern auch die richtige Zusammensetzung der Nährstoffe. Sie
ermöglichen eine normale Entwicklung des heranwachsenden Kindes und
vermindern gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von
Missbildungen. Ebenso kann die Schwangere durch richtige Ernährungsweise
Mangelerscheinungen verhindern. Folgende Empfehlungen tragen nach
letzten Erkenntnissen aus der Forschung dazu bei, das Risiko
fehlerhafter Ernährung zu minimieren.
Nützliche Tipps zur Ernährung während der Schwangerschaft erfahren
Sie hier.
Die während der Schwangerschaft häufig auftretende Verstopfung
(Obstipation) lässt sich dadurch vermindern, dass genügend Ballaststoffe
(Vollkornerzeugnisse, Gemüse, Früchte) und ausreichend Flüssigkeit (mehr
als zwei Liter täglich) aufgenommen wird. Besonders wirkungsvoll bei
hartnäckiger Verstopfung ist Dörrobst (getrocknete Aprikosen, Zwetschgen
oder Feigen). Eisenpräparate fördern die Verstopfung!
Auf den Verzehr von rohem Fleisch (besonders Schweinefleisch), rohen
Eiern und Rohmilchprodukten sollte während der Schwangerschaft
vorsichtshalber verzichtet werden. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer
Infektion mit Listerien und Toxoplasmen relativ gering, die Folgen
können aber fatal sein. Ganz allgemein sollte vermehrt auf Hygiene
geachtet werden.
Hormonell bedingte Heisshungerattacken führen häufig zum Verzehr
grösserer Nahrungsmengen. Durch die Einnahme mehrerer kleiner Mahlzeiten
lässt sich das bei Schwangeren vermehrt auftretende Sodbrennen (Reflux)
mindern. Nahrungsfaserreiche Produkte sollten fetten Speisen vorgezogen
werden. Kohlensäurehaltige Getränke sollten durch solche ohne
Kohlensäure ersetzt werden. Das Hinlegen unmittelbar nach dem Essen
sollte vermieden werden.
Viel Bewegung ist auch während einer Schwangerschaft zu empfehlen. Sie
fördert die Blutzirkulation, lockert Verspannungen und verbessert die
Stimmungslage. Erlaubt sind alle Sportarten, bei denen sanfte
Bewegungsabläufe dominieren, wie Schwimmen, Gymnastik, Radfahren und
Wandern. Zudem vermindert regelmässige Bewegung die Tendenz zur
Verstopfung.
Der völlige Verzicht auf alle tierischen Produkte (strikter
Vegetarismus, Veganer) birgt Gefahren in sich. Der Mangel an
hochwertigem Eiweiss, Kalzium, Eisen, Vitaminen und gewissen
essentiellen Fettsäuren kann Mangelerscheinungen hervorrufen. Werden
Eier und Milch in genügenden Mengen konsumiert ist eine ausgewogene
Ernährung grundsätzlich möglich. Allerdings muss die Eisenzufuhr genau
beobachtet werden.
Obwohl geringe Mengen Alkohol (ein Glas Wein pro Tag) kaum schädliche
Wirkung auf das Ungeborene haben, ist während der Schwangerschaft
vorsichtshalber ganz auf Alkohol zu verzichten. Das selbe gilt auch für
Nikotin.
Der Konsum koffeinhaltiger Getränke sollte auf zwei Tassen Kaffee (vier
Tassen Schwarztee) beschränkt werden. Übermässigen Konsum führt zur
unnötigen Kreislaufbelastung des Kindes.
Übelkeit und Erbrechen treten bei Schwangeren sehr häufig auf und sind
nichts ungewöhnliches. Manchmal nützt es vor dem Aufstehen etwas kleines
zu sich zu nehmen (Zwieback, Brot, Tee,).
Bestehen Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen und Völlegefühl sollten
verursachende Nahrungsmittel (Bohnen, Zwiebeln, Lauch, Kohl) gemieden
werden. Gewisse Teesorten (Fencheltee oder Kümmeltee) lindern die
Beschwerden.