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Darstellung der Schilddrüsenablation mit einer speziellen Thermosonde, an deren Spitze Hitze erzeugt wird, welches das knotige veränderte Schilddrüsengewebe verödet. Dieses wird in den folgenden Wochen vom körpereigenen Abwehrsystem abgebaut wird.
Die Thermoablation von Schilddrüsenknoten mittels Radiofrequenz wurde bereits vor über 15 Jahren entwickelt und wird in einigen europäischen Ländern schon seit mehreren Jahren angewendet. Nun ist diese minimal-invasive Methode auch in der Schweiz verfügbar. Mit dem Begriff Thermoablation werden Verfahren bezeichnet bei denen Gewebe durch Wärme verödet wird. Ab Temperaturen von 60 Grad Celsius treten hierbei irreversible Zellschädigungen auf. Bei der Thermoablation wird - ähnlich einer Biopsie - unter Ultraschallkontrolle eine spezielle Thermosonde in den Schilddrüsenknoten eingeführt und durch punktuelle Erhitzung der Sondenspitze der Knoten zerstört. In Schilddrüsenknoten existieren keine Nevenfasern, so dass die Prozedur, die unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird, sehr schmerzarm ist und keiner Vollnarkose bedarf. Das so verödete Gewebe wird vom Körper abgebaut und der Knoten schrumpft. Dieser Schrumpfungsprozess ist von der Zusammensetzung des Knotens abhängig und beträgt zwischen 60 - 90% innerhalb von einem Jahr.
Der Eingriff erfordert keine Vollnarkose, d.h. die Patienten kommen nach entsprechende Vorbereitung zum Eingriffsraum und nehmen auf der Patientenliege Platz. In weiterer Folge werden Erdungs-Pads auf die Vorderseite beider Oberschenkel geklebt und ein kleines Gerät zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut an die Fingerkuppe angebracht. Danach wird der Patient mit sterilen Tüchern abgedeckt, der Hals desinfiziert und der Kopf mit einem kleinen Polster in leicht überstreckte Position gebracht. Der Patient kann während des gesamten Vorgangs der Verödung ganz normal atmen, schlucken und auch sprechen. Der Arzt wird dann mit einer sehr dünnen Nadel ein lokales Betäubungsmittel unter die Haut sowie ultraschallgezielt auf die Schilddrüsenkapsel setzen, sodass der nachfolgende Eingriff in den allermeisten Fällen nicht schmerzhaft ist. Dies liegt daran, dass die Schilddrüse selbst - entgegen der umgebenden Kapsel, die betäubt wird - nicht schmerzempfindlich ist.
Dann wird die eigentliche Verödungssonde in die Knoten eingebracht. Ein Generator erzeugt unmittelbar am Ende der Nadelspitze ein wechselndes elektromagnetisches Feld. Auf diese Weise wird das Knotengewebe ein paar Millimeter rund um die Sondenspitze erhitzt und dieser Punkt für Punkt behandelt. Jede Verödungsebene wird solange behandelt, bis das gesamte Knotengewebe erfasst wurde. Der Generator wie auch die Wasserpumpe arbeiten mit einem gewissen Hintergrundgeräusch und bei der Verödung treten öfter „knackende“ Geräusche (wie beim Popcorn machen) auf, die jedoch völlig harmlos sind. Je nach Grösse und Anzahl der zu behandelnden Knoten dauert der Eingriff ca. 15-60 Minuten. Nachfolgend erhält der Patient ein kleines Pflaster auf die Punktionsstelle und die behandelte Halsregion wird mit Coolpacks gekühlt.
Illustration eines Querschnitts durch die Hals- und Schilddrüsenregion. Die Nadel erzeugt um deren Spitze kleine Hitzefelder, die es erlauben den Knoten Punkt für Punkt zu veröden.
Punktionsstelle 1 Monat nach Thermoablation, über die in der Regel ein Schilddrüsenknoten komplett behandelt werden kann. Relevante optisch sichtbare Narben treten somit nicht auf.
Das Verfahren ist so sanft, so dass selbst unmittelbar nach dem Eingriff sowie in den ersten Tagen danach die allermeisten Patienten wenig bzw. keine Beschwerden haben. In der Regel reicht auch eine Einstichstelle an der Haut aus, worüber der gesamte Schilddrüsenknoten behandelt werden kann. In den 3 Tagen nach dem Eingriff ist das Heben schwerer Gegenstände (über 5 kg), anstrengende körperliche und generell sportliche Aktivitäten sowie Manöver, die mit einem Anhalten von Luft (Pressen) einhergehen (zum Beispiel Blasinstrumente spielen, etwas aufblasen, etc.) zu vermeiden. Berufstätige Patienten sind nach diesen 3 Tagen wieder arbeitsfähig.
Die verödeten Zellen eines behandelten Schilddrüsenknotens werden in den Wochen nach dem Eingriff vom körpereigenen Abwehrsystem abgebaut. Nach 2-3 Wochen merken die Patienten in der Regel bereits, dass der Knoten kleiner geworden ist. Zystische Knoten bilden sich schneller zurück als solide Knoten. Nach einem Jahr beträgt die Rückbildung des Knotens in der Regel zwischen 60-90%, je nach Zusammensetzung des Knotens. Da das Knotengewebe durch die Behandlung in ein Narbengewebe umgewandelt wird und kein aktives Schilddrüsengewebe mehr vorhanden ist, wächst ein gut behandelter Knoten nicht wieder nach.
Foto und Sonographie eines Schilddrüsenknotens vor und 6 Monate nach Thermoablation. Der Knoten zeigt eine Volumenreduktion von ca. 90%.
Die Durchführbarkeit einer Thermoablation ist selbstverständlich nur nach einer persönlichen Vorstellung bei dem behandelnden Arzt zu klären. Die Methode eigenen sich nicht bei Schilddrüsenkrebs. Rein grundsätzlich gelten folgende Schilddrüsenerkrankungen als voraussichtlich behandelbar:
• Symptomatische gutartige Knotenbildungen
• Symptomatische Schilddrüsenzysten
• rasch wachsende gutartige Knoten oder Zystenbildungen
• optisch störende Knoten oder Zystenbildungen
• “heisse” Knotenbildungen (autonomes Adenom), wenn eine Radiojodtherapie nicht erwünscht ist
• Patienten die keine Operation möchten
• Patienten, die für eine Operation nur eingeschränkt oder nicht narkosetauglich sind
PROF. DR. MED. OLIVER DUDECK
Interventionelle Radiologie, FMH Radiologie
Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie
Klinik Hirslanden
Witellikerstrasse 40, 8032 Zürich
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