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Am Samstag wurde in Cannes erstmals der Film «Welcome to New York» gezeigt. Leider nicht zur Zufriedenheit Strauss-Kahns, dessen Sex-Affäre darin thematisiert wird. Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds erhebt Klage gegen Regisseur Abel Ferraras neuen Streifen.
Die «Vergewaltigungsanschuldigungen und Anspielungen», die den gesamten Film durchziehen würden, komme einer Rufschädigung gleich, sagte Strauss-Kahns Anwalt Jean Veil im Interview mit dem Sender Europa 1. Schliesslich sei der Ex-IWF-Chef von der New Yorker Justiz klar von diesem Vorwurf entlastet worden und er habe deshalb ein Recht darauf, die ganze Geschichte zu vergessen.
Und ob das nicht schon genug des schlechten Geschmacks sei, weise der Film auch antisemitische Elemente auf. Im Radio benutzte der Anwalt die Worte «Scheisse» und «Hundekacke», um den schmierigen Inhalt des Film zu umschreiben. Auch Anne Sinclair, die Ex-Frau Strauss-Kahns, hat bereits ihren« Ekel» über den Film mit Gérard Depardieu als Sex-Maniac zum Ausdruck gebracht.
Der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten war im Mai 2011 in New York festgenommen worden, nachdem ihn ein Zimmermädchen des Hotels Softitel der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Strauss-Kahn musste als IWF-Chef zurücktreten, das Strafverfahren wurde aber wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des mutmasslichen Opfers eingestellt. Allerdings räumte er ein, «einvernehmlichen Sex» mit der Hotelangestellten gehabt zu haben.
Seine Frau, die renommierte Journalistin Anne Sinclair, unterstützte Strauss-Kann während dieser Zeit. Als aber Gerüchte von ausschweifenden Sex-Partys aufkamen, auf denen er sich mit Prostituierten amüsiert haben soll, trennte sie sich von ihm.
«Welcome to New York» wurde zum Teil an den Originalschauplätzen der Affäre um Strauss-Kahn gedreht. Seine Ex-Frau wird im Film von der britischen Schauspielerin Jacqueline Bisset verkörpert, während Gérard Depardieu in der Hauptrolle zu sehen ist.
Auch wenn der französische Schauspieler im französischen Präsidentschaftswahlkampf 2012 den konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy unterstützt hatte, sei es nicht seine Absicht gewesen, seine Figur «ins Recht oder Unrecht» zu setzen. Er könne ihre «Regungen» verstehen, bedauere aber Menschen, die so seien.
Der Film kann seit Samstagabend im Internet gesehen werden. Die Produzenten hatten betont, dass der Streifen nach US-Recht zu beurteilen sei und sie sich zuvor rechtlich gegen Klagen abgesichert hätten. (rof/sda/afp)