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Meilen
Meilen ist Hauptort und drittgrösste Gemeinde des gleichnamigen Zürcher Kantonsbezirks.
Menschen siedeln seit langem in der Gegend, die ältesten Funde reichen über 6000 Jahre zurück, und auch wenn die Siedlungsplätze wechselten, so lebten immer Menschen auf dem Gebiet von Meilen. Die erste Erwähnung des heutigen Ortsnamens findet man als "Meilena" in einem Güterverzeichnis von 880 n.Chr. des Grossmünsters von Zürich.
Meilen war durch seine ganze Geschichte hindurch auch immer am Puls der Zeit, so führte in der Römerzeit eine wichtige Strasse von Turicum, dem heutigen Zürich, nach Chur und auch einige Römer siedelten hier an, wie ausgegrabene Mauerreste, Ziegel, Münzen und die Reste eines römischen Herrenhauses eindrucksvoll beweisen.
Im Mittelalter waren die Meilemer zuerst Untertanen diverser Klöster bis 1384 der Stadtstaat Zürich Meilen als Obervogtei unter seine Fittiche nahm. Dies sicherte Meilen eine relative Autonomie zu, denn der Stadtstaat bestimmte einen Obervogt und dieser wiederum ernannte einen aus einer führenden Familie Meilens stammenden Delegierten, den Untervogt, der die Geschäfte an seiner Statt in der Gemeinde zusammen mit der Gemeindeversammlung führte. Diese Regierungsform dauerte bis 1798 und ging mit der helvetischen Revolution und der anschliessenden Gründung der helvetischen Republik zu Ende. Die Restauration von 1814 brachte zwar kurzzeitig wieder die alte Ordnung zurück, aber mit der liberalen Kantonsverfassung von 1831 war endgültig der Stimmbürger oberstes Gremium in der Gemeinde.
Wirtschaftsgeschichtlich ist Meilen auch sehr interessant, da man auch hier alle Entwicklungen der Schweizergeschichte im Kleinen der Gemeinde wieder findet: Gruppen von Jägern und Sammlern werden vor mehr als 6000 Jahren an gut erreichbaren und fruchtbaren Orten sesshaft und gründen erste Siedlungen. Dabei entwickeln sie Ackerbau und Viehzucht und gedeihen. Die Römer bauen Strassen und siedeln sich auch an diesen Knotenpunkten an. Im Mittelalter entwickelt sich verschiedenes Handwerk und der Handel beginnt zu blühen. Mit der Erfindung des mechanischen Webstuhls im 18. Jahrhundert und der einsetzenden Nutzung der Wasserkraft entwickelt sich auch in Meilen eine grosse Heimindustrie, die aber im 19. Jahrhundert mehr und mehr durch die aufkommenden Textilfabriken unter Druck gerät und schliesslich eingeht. Ende des 19. Jahrhunderts, 1894 um genau zu sein, wurde die dampfbetriebene Eisenbahn am rechten Zürichseeufer eröffnet, was die industrielle Entwicklung wieder begünstigte und gleichzeitig den Menschen mehr Freiheiten einräumte, konnten sie nun doch in Meilen wohnen und woanders arbeiten.
Die Elektrifizierung 1924 und die Eröffnung der Fähre 1933 machten Meilen als Unternehmensstandort noch attraktiver und das Gewerbe blühte wieder.
Heute ist im Dorf fast die gesamte Palette von Unternehmen vertreten: Dienstleister, Handwerker, Bauern und Industrie sind alle hier vertreten, das vereinfacht das Zusammenleben und gibt allem eine wohltuend persönliche Note.
Wir als Tageszentrum Miteinander Füreinander, einem ‚Gewerbe‘ für die Psyche des Menschen, fühlen uns hier auch sehr wohl und haben ein grosses Einzugsgebiet, das von der March/Rapperswil über Uster und Zürich bis nach Horgen reicht.