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Für einen
Unteroffizier wird etwas mehr
Raum gerechnet, jedoch wohnen die ältern in besondern Unteroffizierstuben.
Zur Offizierspeiseanstalt gehört ein Speisesaal, eine
Küche, eine
Wohnung für den
Ökonomen. Für die
Unteroffiziere eines
Bataillons, eines Kavallerieregiments oder einer Artillerieabteilung (etwa 40) ist ein Speisesaal eingerichtet, der außer
Essenszeit als
Lese- und Unterhaltungssaal für dieselben dient. Die Mannschaftsküchen mit Speisesaal sind für je zwei
Kompanien,
Batterien oder
Eskadrons berechnet.
Die Kasernen sollen gesunde
Lage haben, aus
Steinen massiv in drei
Stockwerken mit gut ventilierten
Korridoren und Treppenaufgängen
und im
Grundriß so erbaut sein, daß der Luftzutritt nicht gehindert ist.
Alle Wohnräume sind gedielt, niemals, auch in Festungswerken
nicht, wie es in
Frankreich vielfach der
Fall ist, mit einem
Fußboden aus zementierter Steinlage versehen.
Sie werden nie größer als für ein
Regiment erbaut.
Werden Festungswerke als Kasernements eingerichtet, so wird nach Möglichkeit
den obigen Vorschriften Rechnung getragen; beim Neubau von Festungswerken wird, soweit es sich mit den fortifikatorischen
Interessen verträgt und sonst in der Absicht liegt, von vornherein auf die kasernementsmäßige
Bewohnbarkeit Rücksicht genommen.
Erst unter
Ludwig XIV. wurden durch
Vauban Kasernen erbaut. Zuerst und am meisten ist in
England für den Kasernenbau
geschehen. Auch in
Frankreich ist man seit 1874 mit der Kasernierung der
Truppen in großartigem
Maßstab
[* 7] vorgegangen. Die großartigste
Kasernenanlage der Gegenwart ist wohl die in
Dresden.
[* 8] Sie ist bestimmt für 2 Infanterieregimenter, ein
Kavallerie-, ein Artillerieregiment,
ein Pionnier-, ein Trainbataillon, hat ein
Arsenal, in welchem allein 1200 Fahrzeuge Platz finden, eine
Reitschule, ein
Hospital, ein Kadettenhaus, Montierungsdepot,
Magazine etc. Die Kasernierung sämtlicher
Truppen des deutschen
Reichsheers wird seit
Jahren angestrebt.
Der Kasernenarrest wird nicht in einem bestimmten Arrestlokal verbüßt, sondern besteht
lediglich darin, daß der Bestrafte während der Strafzeit die Umfriedigung der Kasernenlokalitäten nicht überschreiten
darf.
(franz. Casimir, entstanden aus
Kaschmir,
[* 11] s. d.), leichtes, aus feinem
Wollgarn gewebtes, geköpertes, schwach
gerauhtes und gewalktes
Zeug ohne Tuchstrich.
Beim einfachen Kasimir besteht die
Kette aus
Kammgarn, der
Einschlag aus Streichgarn;
der festere und dichtere, stärker gewalkte Doppel-
[* 12] oder gestrichene Kasimir ist dagegen ganz aus Streichgarn angefertigt.
Man fertigt Kasimir glatt, gerippt, façonniert, einfarbig und meliert etc. und benutzt
ihn meist zu Sommerkleidern; doch
ist er vielfach durch die feinern
Buckskins verdrängt.
Kassinett,
Zirkaß
(s.
Circassienne) etc. sind ähnliche halbwollene
Stoffe.
2) Kasimir II., Sprawiedliwy, der
Gerechte, geb. 1138, Sohn des
KönigsBoleslaw III., war neben seinen vier ältern
Brüdern im väterlichen
Testament nicht bedacht worden, erhielt jedoch von seinem
BruderHeinrich 1167 die Herrschaft Sendomir und wurde nach der Absetzung
Mieczislaws III. 1177 von den
Polen zum Oberregenten gewählt. Er begünstigte dafür
Adel und
Klerus und
starb, von einem unglücklichen
Feldzug gegen die
Jazygen zurückgekehrt, 1194.
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Vermählt war er mit Helene, Tochter des Herzogs Wesewold von Belz. Ihm folgte sein Sohn Lezko.