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Titel
Geefs,
1) Isabelle Marie Française, genannt Fanny, geborne Corr, geb. 1814 zu Brüssel, seit 1836 vermählt mit dem Bildhauer Willem G. (s. 2), bildete sich dort unter der Leitung von Navez in der Historien- und Genremalerei aus und brachte es hierin zu Leistungen, die sich durch Verbindung von Wilde und Lieblichkeit mit lebensvoller Kraft auszeichnen. Zu den besten ihrer meist aus früherer Zeit herrührenden Schöpfungen gehören: die Tochter des Seemanns (1835), die Jungfrau Maria mit dem Kinde, die Frau des Burgvogts von Crèvecoeur (1836), die heil. Cäcilia, Hagar in der Wüste, Ophelia, die erste Lektion und einige kirchliche Bilder. Auf mehreren Ausstellungen erhielt sie Medaillen.
2) Willem, einer der produktivsten belg. Bildhauer, geb. zu Antwerpen, mußte bis zu seinem 16. Jahr das Handwerk seines Vaters, der Bäcker war, betreiben, bis er es durchsetzte, in die Akademie seiner Vaterstadt einzutreten, wo er 1828 mit einer Statue des Achilles den ersten Preis erhielt. Noch mehr Anerkennung fand sein junger Hirt, der Blumen auf ein Grab streut, entstanden während seines Aufenthalts in Paris, wo G. sich zwei Jahre lang unter Ramage weiter ausbildete.
Nachdem er dann ein Jahr in Italien verweilt hatte, kehrte er 1835 nach Antwerpen zurück, wurde Professor an der dortigen Akademie und fand für seine plastische Thätigkeit ein reiches Arbeitsfeld sowohl an monumentalen Porträtstatuen wie an allegorischen, lyrischen und idealen Bildwerken. Zu den letztern gehört eins seiner ältern Werke, das nicht sehr gelungene Märtyrerdenkmal (errichtet 1838) in Brüssel zum Andenken an die in der Revolution von 1830 Gebliebenen; sodann an Porträtstatuen die des Grafen Belliard (1830-31 General und Kriegsminister), des im Kampfe für Belgien 1830 gefallenen Grafen von Merode in der Kirche Ste. Gudule, des Komponisten Grétry vor der Universität in Lüttich (1842 errichtet), die Bronzestatue des Rubens auf der Place verte in Antwerpen (1840 enthüllt), die vier Standbilder an der Eingangshalle des Hospitals zu St. Peter in Brüssel (Johann I., Kaiserin Maria Theresia, Joseph II. und Leopold I. von Belgien), die Statue des Staatsmanns Verhaegen im Vorhof der dortigen Universität, die ¶
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Kolossalstatue des Königs der Belgier auf der Kongreßsäule daselbst, für die er auch zwei von den vier Eckfiguren, die Freiheit der Presse und die Freiheit des Unterrichts, schuf, und ganz neuerdings das 1880 enthüllte Denkmal Leopolds I. im Park von Laeken bei Brüssel. Andrer Art sind die Statuen der heil. Genoveva, die aus Holz geschnitzte Kanzel der Kathedrale in Lüttich mit ihren fünf Marmorbildern der Religion und der Heiligen Petrus, Paulus, Lambertus und Hubertus, die Statue Karls d. Gr. in der St. Servatiuskirche zu Maastricht, und an rein idealen Bildwerken die reizende Marmorgruppe des verliebten Löwen. In diesen idealen Arbeiten zeigt er oft einen feinen Formensinn und ein tiefes Gefühl für Schönheit, den Porträtstatuen dagegen fehlt es an der wahrhaft lebensvollen Gestaltung und an der Verwirklichung realistischer Motive. Er ist Mitglied der Akademie in Brüssel und seit 1844 Ritter der Ehrenlegion.