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|Internationale Para-Rowing Regatta in Gavirate (I): Medaillengewinne für die Schweiz|
Das kleine Schweizer Para-Rowing Team kann auf ein erfolgreiches Regattaweekend zurückblicken. Mit einer Gold- und zwei Bronzemedaillen im Gepäck kehrte das kleine Team zurück in die Schweiz. Damit errang die Schweiz erstmals Medaillenplätze an eine Internationalen Para-Rowing Regatta.
Die Regatta stand anfangs unter einem schlechten Stern. Stürmischer Wind verunmöglichte einen Start der geplanten Vorläufe am Freitagabend. Die Jury entschied darauf, die gelosten Vorläufe am Samstagmorgen als preisberechtigte Serien auszufahren.
Franco Belletti war es vorbehalten, als erster an den Start zu gehen. Belletti vom RC Bern startete erstmals an einer internationalen Para-Rowing Regatta. Er kommt wie Ursula Schwaller vom Handbike (TK-Chef) und war ein erfolgreicher Para-Langläufer. Franco rudert seit knapp einem Jahr. In seinem Lauf befand sich der WM-Sechste aus Italien, Fabrizio Caselli und der WM-11. Szabolcs Nemeth aus Ungarn. Weiter im Feld der starke Russe Vadim Morozov und ein Kanadier. Der Russe und der Italiener zogen gleich vom Start weg auf und davon. Danach folgte der Ungarn und Franco Belletti. Diese beiden ruderten Bord an Bord über die Strecke. Je länger das Rennen dauerte, umso näher kam Franco an den Ungarn heran. Kurz vor dem Ziel schnappte sich Franco die verdiente Bronzemedaille und errang damit die erste Medaille für die Schweiz im Para-Rowing auf dem Wasser. Den Sieg sicherte sich Morozov (RUS) vor dem Italiener Caselli.
Ursula Schwaller liess in ihrer Serie nichts anbrennen und feierte einen überlegenen Sieg. Sie distanzierte die Konkurrenz, darunter die WM-Achte aus Ungarn, Monika Lengyel um mehr als eine Minute. Damit sicherte sich Ursula die erste Goldmedaille und sorgte dafür, dass erstmals an einer Internationalen Para-Rowing Regatta die Schweizer Nationalhymne über den Regattaplatz ertönte.
Am Samstagabend wurden die Vorläufe für die Finals vom Sonntag ausgetragen. Die Wasserbedingungen waren im Vergleich zum Vormittag unruhig und es herrschte zügiger Mitwind. Im Lauf von Franco Belletti befanden sich bis auf den Kanadier die gleichen Ruderer wie in der Serie am Vormittag. An Stelle des Kanadiers ruderte Geovani Pinho (BRA) in diesem Rennen. Erneut siegte Morozov (RUS) vor Caselli (ITA) und Franco musste sich wiederum mit dem Ungarn auseinander-setzen. Bei unruhigem Wasser zeigte sich nun aber, dass der Ungarn über die grössere Erfahrung verfügt und auch technisch besser rudert. Er bezwang Franco im Kampf um den finalberechtigten dritten Platz um rund 1 1/2 Bootslängen.
Am Sonntagmorgen herrschten wieder beste Bedingungen mit einem mässigen Mitwind. Franco startete im B-Final und mit ihm standen Skiffiers aus Italien, Niederlande, Polen und erneut der Ungarn am Start. Bis auf den Ungarn sind alle anderen stärker einzuschätzen und so stellte man sich erneut auf einen Zweikampf mit dem Ungarn ein. Doch Franco vermochte diesmal nicht mehr zuzusetzen und so belegte er den fünften Rang und damit Gesamt- 11. von 14. Für den ersten Auftritt an einer international gut besetzten Regatta ist dies ein tolles Resultat. Den Final gewann der amtierende Weltmeister Eric Horrie (AUS) vor dem WM-4. Tom Aggar (GBR) und dem Russen Morozov.
Gespannt wartete man nun auf den Auftritt von Ursula Schwaller im A-Final, womit sie ihre persönliche Zielsetzung erreicht hatte. Die Resultate vom Samstag zeigten aber, dass noch mehr möglich ist und ein Podestplatz durchaus möglich ist. Am Start befand sich die amtierende Weltmeisterin aus Russland, Natalia Bolshakova, die Israeli Moran Samuel (5. WM), Sandra Khumalo (RSA, WM-6.), Yuka Chokyu (CAN) und Monika Lengyel (HUN). Der Start gelang Ursula sehr gut und sie konnte sich bald vom hinteren Feld lösen. Vorne weg zogen die Weltmeisterin aus Russland sowie die Israelin. Erwartungsgemäss lieferten sich die WM-Sechste Sandra Khumalo und Ursula Schwaller einen erbitterten Kampf um den dritten Podestplatz. Ursula liess sich dabei nicht aus der Ruhe bringen und zog ihre ruhige Pace durch. Nach der 500-m Marke löste sie sich langsam von der Südafrikanerin und vermochte mit jedem Schlag mehr Distanz zu schaffen. Unter grossem Jubel der kleinen Schweizer Delegation vermochte sie schliesslich den dritten Rang zu halten und bezwang Sandra Khumalo um gut drei Sekunden. Auf die Weltmeisterin verlor sie 24 Sekunden und auf die starke Israelin rund 19 Sekunden. Im Vergleich zum Vorjahr war Ursula Schwaller technisch deutlich besser gerudert und dies wirkte sich auch auf die Bootsgeschwindigkeit aus. Ein grosses Verdienst an dieser Leistung hat Urs Graf, der seit einiger Zeit als Coach von Ursula tätig ist. Zudem konnte anlässlich von Trainingseinheiten in Sempach und Corgeno (ITA) mit der erfahrenen Paola Grizzetti (ITA) an der Technik gefeilt werden und das hat sich jetzt ausbezahlt.
Hans-Peter Roth
19.05.2014