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Inhalt:
Harry Kim hat sich in die Holodeckfigur Marayna verliebt und bittet daher Tuvok um Rat. Er möchte von ihm eine vulkanische Technik kennenlernen, die es ihm ermöglicht, seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Als Tuvok Marayna kennenlernt, findet er sie aber ebenfalls faszinierend.
Die Voyager durchfliegt zur Zeit einen Nebel, der seltsame Phänomene aufweist. Da man hierin eine Möglichkeit sieht, Erkenntnisse zu erlangen, die man nutzen könnte, um Plasmafelder besser einzugrenzen, will die Crew die Anomalie untersuchen.
Tuvok fühlt sich zu Marayna immer mehr hingezogen. Plötzlich erscheint sie mit dem Holoemitter des Doktors im Quartier von Tuvok. Als Tuvok sie zurückweist, übernimmt Marayna die Kontrolle über die Voyager. Ihr Programm läßt sich nicht mehr deaktivieren. Tuvok entdeckt, daß die Figur von einer Raumstation im Nebel gesteuert wird. Er beamt auf die Station und findet dort eine einsame Frau vor, deren Aufgabe es ist, den Nebel zu kontrollieren, damit die Bewohner ihres Heimatplaneten seine Schönheit genießen können. Das Holodeck der Voyager gab ihr eine Möglichkeit, ihre Einsamkeit zu überwinden. Schließlich kann Tuvok sie überreden, die Voyager wieder freizugeben.
Kritik:
"Alter Ego" ist eine erstaunlich einfühlsam erzählte Liebesgeschichte, die vieles von dem verkörpert, was gutes Star Trek ausmacht. Tuvoks "vulkanische" Sichtweisen und Ratschläge über die Liebe waren von Joe Menosky sehr sensibel ausgearbeitet worden. Da war schlicht jeder Satz ein Treffer. Gegen Ende verwandelte sich dann die anfangs noch heitere Episode in ein tragisches Liebesdrama. Joe Menosky versteht es, ernsthaft und geradlinig eine Romantik aufzubauen, ohne sich dabei humoristischen Ausflüchten hinzugeben, die in letzter Zeit zum Beispiel bei DS9 recht häufig vorkamen (man denke nur an "Looking for Par'mach in all the Wrong Places" (dt.: Gefährliche Liebschaften) oder "Let He Who is Without Sin..." (dt.: Die Reise nach Risa)).
"Alter Ego" bietet einen guten Einblick in die Denkweise eines Vulkaniers. Vulkanier unterdrücken die Emotionen nicht immer, vielmehr analysieren sie sie auf einer sehr intellektuellen Ebene.
In der Episode "Ex Post Facto" (dt.: Die Augen des Toten) gab Tuvok deutlich zu verstehen, daß er seine Zeit lieber allein verbringt. Hier sollte ihm nun bewußt werden, daß er sich dadurch eine unnatürliche Einsamkeit auferlegt hat. Tuvok erkennt seine Ähnlichkeit zu Marayna. Daher auch der Titel "Alter Ego", der sich auf Tuvoks Parallelen zu Marayna bezieht.
Diese Erkenntnis hilft Tuvok, seine selbst auferlegte Isolation zu durchbrechen. Vorher hatte man ihn tatsächlich fast immer ohne Begleitung in der Kantine gesehen. Nach seinen Erfahrungen mit Marayna stellt er nun zum ersten Mal von sich aus zu einem anderen Crewmitgliedern Kontakt her. Ab dieser Episode ist Tuvok öfter in Gesellschaft zu sehen.
Eigentlich sollte diese Episode vor "Fair Trade" (dt.: Das Wagnis) gezeigt werden, doch dann stellte UPN die Episodenreihenfolge um. Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß sich die Voyager hier nicht in der Nekrid Ausdehnung befindet.
"Alter Ego" ist gleichzeitig eine Analogie auf den modernen Umgang mit dem Internet, das viele Menschen benutzen, um sich wie Marayna der Illusion hinzugeben, sie könnten dadurch der Einsamkeit in ihren Büros oder Wohnungen entkommen.
Der Spruch der Woche ist diesmal zweifellos: "Kalto is to chess as chess is to tic-tac-toe." (dt: Kalto ist verglichen mit Schach wie Schach verglichen mit Tic-Tac-Toe.)
In dieser Episode führte erstmals Robert Picardo Regie.