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Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit verbringen unsere Katzen wieder mehr Zeit im Freien. Die frühlingshafte Stimmung ermutigt sie, ihre Umgebung neu zu entdecken und ihre Reviere neu abzustecken. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie einem Artgenossen über den Weg laufen, und es zu Konfrontationen kommt, die in einem handfesten Streit enden. Was tun, wenn Ihre Katze sich gerauft hat? Wie erkennt man einen Abszess? Und wie können Sie das Risiko einer Rauferei begrenzen?
Wenn Sie Ihre Katze nach draussen lassen, können Sie ihr ein schönes Leben ermöglichen, das ihrer unabhängigen und erkundungsfreudigen Natur entspricht. Katzen mit Freigang, die jagen, klettern und rennen können, sind ausgelastet und glücklich. Sie sind weniger gefährdet, an Langeweile oder Übergewicht zu leiden. Diese Lebensweise ist jedoch nicht ungefährlich, da die Katzen einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt sind und in Kämpfe verwickelt werden können, die zu Bissverletzungen führen.
Katzen sind von Natur aus territoriale Tiere und es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Territorium umkämpft ist. Streitereien zwischen Katzen sind daher recht häufig. Normalerweise beschränken sie sich auf mehr oder weniger laute Einschüchterungsversuche. Die Katzen können fauchen, schreien, mit den Pfoten schlagen und sich gegenseitig jagen. Meist gibt eine der beiden den Drohungen der anderen nach und geht weg. Manchmal gibt jedoch keine der beiden Katzen nach. In diesem Fall wird die Konfrontation heftiger und die Katzen kratzen, beissen und verletzen sich gegenseitig. Dann besteht die Gefahr, dass sich ein Abszess bildet.
Was tun, wenn es zu einer Rauferei gekommen ist?
Katzen haben scharfe Krallen und Zähne, auf denen sich zahlreiche Bakterien befinden. Wenn sie sich kratzen oder beissen, verursachen sie kleine Löcher in der Haut, die sich schnell wieder schliessen. Die Bakterien, die über eine Kralle oder einen Zahn unter die Haut gelangen, können sich dort vermehren, was zu einer subkutanen Infektion und einem Abszess führen kann.
Wenn Ihre Katze nach einer Rauferei nach Hause kommt, sollten Sie sie unbedingt auf Biss- und Kratzspuren untersuchen. Meistens sind solche Verletzungen an frischem oder getrocknetem Blut zu erkennen, welches die Haare im Fell verklebt. Um sie zu finden, müssen Sie Ihre Katze von allen Seiten abtasten. Die am häufigsten betroffenen Stellen sind der Kopf und der hintere Rücken oder der Schwanz (wenn die Katze beim Flüchten verletzt wurde). Manchmal werden sie auch an den Pfoten oder an der Flanke verletzt.
Wenn Sie eine Wunde finden, können Sie die Haare rundherum abschneiden, damit Sie sie besser sehen und sofort desinfizieren können. Dazu können Sie eine Betadine-Lösung oder ein Chlorhexidin -Wunddesinfektionsmittel verwenden.
Seien Sie bei dieser Verarztung jedoch vorsichtig, denn eine Katze, die Schmerzen hat, kann beissen.
Beobachten Sie Ihre Katze in den folgenden Tagen. Wenn sie lahmt, Fieber hat, Anzeichen von Abgeschlagenheit zeigt, appetitlos ist, schlecht riecht oder aggressiv ist, dann sollten Sie sie schnellstens von einem Tierarzt untersuchen und behandeln lassen.
Wenn Sie bei Ihrer Katze einen Knoten unter der Haut ertasten, dann handelt es sich mit grosser Sicherheit um einen geschlossenen Abszess. Dabei handelt es sich um einen Eiterbeutel unter der Haut. Ein Abszess bildet sich langsam, innerhalb von einigen Tagen und ist nicht sofort nach dem Kampf sichtbar.
Der Abszess kann sich auch schon geöffnet haben, wenn Sie ihn entdecken. Dann sehen Sie vor allem Eiter und Blut im Fell der Katze, und wenn Sie genauer hinsehen, erkennen Sie das Loch, aus dem diese austreten.
Wenn Sie bei Ihrer Katze Anzeichen eines Abszesses finden, sollten Sie in jedem Fall umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
Was ist ein Abszess und wie wird er behandelt?
Ein Abszess ist eine abgekapselte Ansammlung von Eiter unter der Haut. Er entsteht durch Bakterien, die mit dem Eindringen von Zähnen oder Krallen unter die Haut gelangt sind. Das entstandene Loch ist meist winzig klein und schliesst sich sofort wieder. Die Bakterien sind dann unter der Haut, in einem sauerstofffreien Milieu eingeschlossen, in dem sie sich gut vermehren können. Als Folge bildet sich Eiter, die Katze bekommt Fieber und kann apathisch werden. Der Körper, der versucht, sich gegen die Infektion zu wehren, bildet eine Kapsel um die Infektion herum. Der Eiter sammelt sich an und bildet schliesslich eine Beule. Diese drückt auf die Haut und ist sehr schmerzhaft. Diese Schmerzen führen dazu, dass sich die Katze an dieser Stelle intensiv leckt, bis die Oberfläche des Abszesses abstirbt und sich ein Gemisch aus Eiter und Blut entleert.
Das grösste Risiko eines Abszesses ist die Sepsis, bei der die zunächst lokal begrenzte Infektion in die Blutbahn gelangt. Die Bakterien verteilen sich dann im ganzen Körper und es kommt zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung
Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen.
Bei einem bereits aufgebrochenen Abszess wird Ihr Tierarzt ihn entleeren und ausspülen, um den gesamten Eiter herauszuholen. Dann wird er den Abszess offen lassen, damit der Eiter von selbst abfliesst, bis die Infektion unter Kontrolle ist. Dieser Schritt kann manchmal durchgeführt werden, wenn die Katze wach ist, manchmal erfordert es aber auch eine Narkose. Wenn Ihr Tierarzt es für notwendig hält, erhält Ihre Katze Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente.
Wenn der Abszess noch geschlossen ist, braucht es einen chirurgischen Einschnitt, um ihn zu öffnen, damit er entleert und gespült werden kann. Anschliessend wird die Wunde ebenfalls offen gelassen, eventuell mit einer Drainage, bis die Infektion unter Kontrolle ist. Auch in diesem Fall erhält Ihre Katze bei Bedarf Medikamente.
Manchmal hat sich der Abszess noch nicht gebildet, aber die Infektion ist bereits vorhanden und verursacht bei Ihrer Katze Symptome wie Apathie und Fieber. In diesem Fall muss der beginnende Abszess nicht unbedingt chirurgisch behandelt werden. Der Tierarzt kann auch entscheiden, nur Medikamente zu verschreiben und den Verlauf (oder die Resorption) des Abszesses zu überwachen.
Sobald der Abszess geheilt ist, wachsen die Haare wieder nach und die Narbe verschwindet.
Wie kann man Streit unter Katzen vermeiden?
Eine Katze, die nach draussen darf, ist eine glückliche Katze. Trotz der Gefahren, die in der Natur lauern, wird Ihre Katze aufblühen, wenn sie weiterhin nach draussen gehen und sich austoben kann.
Wenn Sie eine territoriale und aggressive Katze haben, gibt es Massnahmen, um das Risiko einer Rauferei mit den Katzen in der Nachbarschaft zu verringern.
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Ihre Katze kastrieren/sterilisieren: Kastrierte Katzen streifen weniger weit umher als unkastrierte Katzen, die auf der Suche nach einem Sexualpartner sind. Sie sind auch weniger territorial und vermeiden Konflikte, die durch Konkurrenz bei der Paarung entstehen können.
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Vermeiden Sie nächtliche Ausflüge Ihrer Katze: Die meisten Konfrontationen finden nachts statt. Wenn Sie Ihre Katze daran gewöhnen, tagsüber rauszugehen und bei Sonnenuntergang nach Hause zu kommen, wird das die Begegnungen mit Artgenossen einschränken.
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Regelmässige Zeiten einhalten: Eine Katze sollte jeden Tag zu den gleichen Zeiten nach draussen gehen können, denn Katzen, die sich ein Gebiet teilen, wählen von Natur aus unterschiedliche Zeiten, um sich aus dem Weg zu gehen.
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Eine Katzenklappe mit einem Chip-Lesegerät installieren: So kann nur Ihre und keine fremde Katze ins Haus kommen, und Konflikte bei unerwünschten Katzenbesuchen werden verhindert.
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Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn: Manchmal werden Streitereien durch eine sehr aggressive, oft unkastrierte Katze provoziert. Suchen Sie in so einem Fall den Dialog mit ihren Besitzern, um eine für alle Parteien passende Lösung zu finden.