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Lorbeer-Blätter -
feuilles de laurier
Laurus nobilis L.

Lorbeer
Die Lorbeerblätter stammen vom immergrünen
Lorbeerbaum, der im ganzen Mittelmeergebiet wild wächst, aber auch in grossen
Plantagen kultiviert wird. Selbst in Irland und Schottland gedeiht heute
Lorbeer. Der Hauptlieferant für den Weltmarkt ist die Türkei, welche die
traditionellen Lorbeer-Märkte Jugoslawien und Italien dank ihrer
Spitzenqualität abgelöst hat.
Je nach Standort erreicht der Lorbeerbaum - auch
Edler Lorbeer oder Gewürzlorbeer genannt - eine Höhe von 6 bis 18 m.
Die länglichen Blätter werden nach der Ernte getrocknet. Gute Qualität
erkennt man an stiellosen, grünen, trockenen und heilen Blättern.
Zerbrochene Lorbeerblätter verlieren schnell ihr Aroma. Lorbeerblätter
schmecken streng-bitter und stark aromatisch, sie enthalten ätherisches
Öl und Gerbstoffe.
Viele weitere Bäume mit aromatischen Blättern werden
als Lorbeer bezeichnet, obwohl sie geschmacklich mit dem Echten Lorbeer
kaum Ähnlichkeit zeigen, so beispielsweise der Indische Lorbeer (Cinnamomum
tamala), der Westindische Lorbeer (Pimenta racemosa), der Indonesische
Lorbeer (Syzygium polyanthum), der Kalifornische Lorbeer (Umbellularia
californica) und der Mexikanische Lorbeer (Litsea glaucescens).
Vor seinem grossen Küchenruf war der Lorbeer ein Symbol für Sieg und
Ruhm. Auch heute noch ist ein Lorbeerkranz - versilbert oder vergoldet -
der Ehrenpreis für sportliche Leistungen. Im Altertum war Lorbeer dem
Gott Apoll geweiht, bei den Olympischen Spielen war der Lorbeerkranz der heiss ersehnte Preis, deshalb heisst Lorbeer wohl auch Laurus nobilis - der
Edle, Immergrüne. Die römischen Triumphatoren trugen als höchste
Auszeichnung bei ihrer siegreichen Heimkehr den Lorbeerkranz, die corona
triumphalis. Lorbeeren umkränzten die Köpfe gefeierter Dichter und Sänger.
Die Griechen weihten den Lorbeerbaum den Göttern. Der Duft seiner Blätter
und Zweige vertrieb nach ihrem Glauben Seuchen und Verwesung, und Apollo
zog, als er den Drachen Python getötet hatte und der Sühne bedurfte, mit
einem Lorbeerzweig in der Hand in Delphi ein. Als Orest den Muttermord an
Klythemnestra durch Reinigungsopfer gesühnt hatte, wuchs daraus ein
Lorbeerbaum empor. Der Lorbeer verlieh den Sehern geheime Kräfte und half
ihnen, das Verborgene zu sehen.
Karl der Grosse empfahl den Lorbeeranbau in Deutschland, damit er als
Arznei und Gewürz mehr verwendet würde. Viele Kräuterexperten des
Mittelalters schrieben dem Lorbeer eine magen- und nierenstärkende
Wirkung zu. Lorbeeren nennt man die reifen und getrockneten Beeren des
Lorbeerbaumes, aus denen man heute noch ein starkwürziges Öl gewinnt,
das als Insektenschutzmittel angewandt wird. Lorbeeressenzen und -salben
werden zur äusserlichen Rheumabehandlung eingesetzt. Lorbeeröl wird
äusserlich bei Verstauchungen und Quetschungen verwendet und bei
Säuglingen soll es äusserlich aufgetragen gegen Blähungen helfen.
Vorsicht: Lorbeertee kann Rauschzustände erzeugen.
Lorbeerblätter
in der Küche
Lorbeerblätter werden frisch oder getrocknet in der Küche eingesetzt. Aus
Grossmutters Zeiten sind schon die Gewürzsäcklein bekannt. Aber alles, was sauer ist, verträgt auch Lorbeergeschmack: Fleischsülze und Sülzkoteletts,
Sauerkraut, eingelegte Rote Bete, Gurken, Mixed Pickles, eingelegte zarte
grüne Böhnchen, junge, grüne Tomaten und Heringe. Lorbeerblätter gehören
in jede Fleischbeize wie zum Sauerbraten und Wild, in die Fischmarinade,
zu deftigen Kartoffelgerichten, zu grossen Braten und allen dunklen
Bratensaucen, Ragouts, Gulasch, derben Eintöpfen und dicken Suppen.
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