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Er ist erfolgreich, hochdekoriert und ein Teamplayer. Hubertus Fischer ist einer der wenigen Forscher, die im Lauf ihrer Karriere gleich zwei Mal einen prestigeträchtigen «ERC Advanced Grant» des europäischen Forschungsrats erhalten haben. Der Professor für experimentelle Klimaforschung wurde für seine innovative Forschung sowohl von der American Geophysical Union (AGU) als auch der European Geosciences Union (EGU) ausgezeichnet. Doch der bescheiden auftretende Eiskernspezialist streicht heraus, dass er seine Erfolge nicht im Alleingang erzielt. Die soeben erschiene Rekonstruktion der globalen mittleren Ozeantemperatur der letzten 700'000 Jahr etwa sei «nur durch den grossen Einsatz mehrerer Doktorierender und PostDocs» möglich gewesen.
Die persönliche Webseite von Hubertus Fischer zeigt ihn im Polareis: Daunenjacken im Doppelpack, Gesichtsmaske und vereiste Augenbrauen. Es ist bereits einige Jahre her, seit diese Aufnahme entstanden ist. Denn so sehr dem Physiker die Feldarbeit in der Antarktis und in Grönland zusagt, lassen ihm seine Verpflichtungen als Professor und in verschiedenen Forschungsorganisationen kaum noch Zeit für monatelange Aufenthalte im Eis.
Zur Forschung mit Eisbohrkernen ist er durch Zufall gekommen. Nach dem Abitur in Karlsruhe studierte er zunächst Architektur und entschied sich erst dann für Physik. Nach dem Vordiplom wollte er die weite Welt schnuppern und studierte ein Jahr an die University of Oregon. Zurück in Deutschland, schloss er sein Studium in Heidelberg ab. Auf der Suche nach einer Diplomarbeit fragte ihn sein späterer Doktorvater: «Fahren Sie Ski, können Sie kochen? Ich hätte da vielleicht etwas für Sie in Grönland.»