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Die 40-jährige Loney aus Malawi ist eine Frau, die schon viel Rückschläge im Leben erlebt hat. Jedoch ist sie eine Kämpferin, die nicht so schnell aufgibt. Mit ihren sechs Kindern schlägt sie sich seit einigen Jahren alleine durchs Leben.
Vor 22 Jahren wurde ihre erste Tochter mit einem Herzfehler geboren und musste schon mehrmals operiert werden. Damit sie in die Schule gehen konnte, hat Loney sie neun Jahre lang im Unterricht begleitet. Hierdurch war sie vollkommen vom Einkommen ihres Mannes abhängig. Ihre Tochter ist körperlich sehr beeinträchtig, kann nicht arbeiten und verträgt keine lauten Geräusche. Loney wünscht sich eine Schulbildung für alle ihre sechs Kinder, um ihnen die Chance auf einen guten, sicheren Job zu ermöglichen. Die Schulgebühren bringt sie jedoch kaum auf. Der 19-jährige Sohn hat deshalb ohne Abschluss die Schule verlassen und versucht die Familie mit Gelegenheitsjobs zu unterstützen.
Vor ca. vier Jahren wurde Loney sehr krank. Acht Monate lang konnte sie nicht mehr laufen. Nach einem Krankenhausaufenthalt von ca. sechs Wochen ging es langsam bergauf. Doch als sie nach Hause zurückkehrte hatte ihr Mann sie verlassen und sie stand alleine mit den sechs Kindern da. Sie mietete ein Haus in der Stadt und hoffte dort Arbeit zu finden. Als ihre Cousine von ihrer Lage erfuhr, gab sie ihr ein Stück Land und half ihr dabei ein Häuschen zu bauen. Dort wohnt Loney seit drei Jahren mit ihren Kindern, die Gelegenheitsjobs auf den nahegelegenen Feldern ausüben, um einigermassen über die Runden zu kommen. In ihrem eigenen Garten baut Loney vor allem Blattgemüse an, welches sie als Beilage zur täglichen Polenta-Mahlzeit (Nsima) nutzen können. An besseren Tagen kann sie kleine Sardellen oder Sprotten dazu kaufen und wenn sie Glück hat reicht es für Haferbrei am Morgen.
Loney ist froh, dass sie am Programm für extrem arme Familien teilnehmen kann.
Damit werden 120 der ärmsten Haushalte in der Region Machinjiri im Süden Malawis ausgewählt und eingeladen am Programm teilzunehmen. Erfahrungen aus Haiti, wo Opportunity das Programm seit mehreren Jahren erfolgreich durchführt zeigen, dass die Menschen die Armutsspirale durchbrechen und in ein selbstbestimmtes Leben hineinkommen.
Lange hat Loney darauf gehofft, dass sich eine Tür für sie öffnen wird. Die neu gewonnene Hoffnung setzt Energie in ihr frei und sie freut sich schon auf ihre Schweine- und Ziegenzucht. Ausserdem wird sie einen Kleinhandel mit Reis aufbauen. Mit dem Bau eines Schweinestalls hat sie schon begonnen. Sie träumt davon dass die Kinder die Schule abschliessen werden und ein separates Haus für die beeinträchtigte Tochter gebaut werden kann. „Alles wird schöner und neuer aussehen, wenn ihr nächstes Mal zu mir kommt“, sagt sie. Mit ihrer Energie, Eigeninitiative und ihrem Erfindungsreichtum wird Loney weit kommen, da ist sich auch Projektkoordinatorin Comely Chimseu sicher – womöglich weiter, als sie es heute zu träumen wagt.