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Die norddeutsche Lokalpresse war begeistert: In Artikeln lobten Hamburger Journalisten den Hochseefrachter, dessen Stapellauf im Juli 1952 gefeiert wurde. Die Zeitungsleute zeigten sich vor allem beeindruckt von der Innenausstattung des Schiffs «Adele», das für einen Hochseefrachter jener Zeit ungewöhnlich komfortabel war. Beispielweise hatten die meisten der 38 Seeleute an Bord Einzelkabinen, und viele der Räume waren liebevoll mit Holz verkleidet.
Der Besitzer der Schiffs war Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler: Er hatte den Bau des Frachters bei einer Hamburger Werft in Auftrag gegeben und ihn nach seiner Frau benannt. Doch wie kam ein Schweizer Wirtschaftskapitän dazu, in der Hochseeschifffahrt aktiv zu werden?
Dutti lag die Versorgungssicherheit der Schweiz am Herzen. Er hielt es für lebenswichtig, dass unser Land in Krisenzeiten über eigene Frachter auf den Weltmeeren verfügte. Die «Adele» überliess er zwar gleich nach dem Stapellauf in Charter einem kanadischen Aluminiumkonzern, der ihm anschliessend den neuen Namen «Sunadele» gab. Eine Vertragsklausel stellte aber sicher, dass die Schweiz den Frachter in Notlagen benutzen durfte.
1966 verkaufte die Migros das Schiff an ein griechisches Unternehmen, und 1980 wurde der Frachter verschrottet. Doch manch älterer Seemann hat die «Sunadele» noch immer in bester Erinnerung.