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Fälle von Durchfall und Erbrechen im Juli 2019 – Getroffene Sofortmassnahmen
Bern, 09.08.2019 - Im Juli 2019 waren in den Kasernen von Jassbach, Bière und Sion Armeeangehörige von Durchfall und Erbrechen betroffen. Die Militärjustiz hat Untersuchungen eingeleitet. Unabhängig davon hat die Armee Massnahmen zur Vermeidung weiterer Fälle getroffen.
Lebensmittelvergiftungen. Die Armee hat darüber informiert (vgl. die Medienmitteilungen VBS vom 04./05.07.2019 und 26.07.2019). Am 4. Juli 2019 litten in der Kaserne Jassbach 69 Armeeangehörige an akutem Durchfall und Erbrechen. 50 Betroffene wurden daraufhin mit Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung in umliegende Spitäler gebracht. Am 5. Juli 2019 zeigten 70 Armeeangehörige in der Kaserne Bière ähnliche Symptome. Am 26. Juli 2019 erkrankten in der Kaserne Sion 92 Armeeangehörige ebenfalls an akutem Durchfall und Erbrechen. Die betroffenen Armeeangehörigen in Bière und Sion wurden durch den militärärztlichen Dienst vor Ort behandelt.
Laufende Ermittlungen
Die Militärjustiz hat zur Feststellung der Ursachen dieser Vorfälle Untersuchungen eingeleitet. Diese sind noch im Gange. Sie wird über die Ergebnisse der Untersuchungen informieren, sobald diese abgeschlossen sind.
Nach Erkenntnissen des Lebensmittelhygiene-Inspektorats der Armee war der Nudelsalat in Jassbach mit Bakterien belastet, was zu Lebensmittelvergiftungen geführt haben könnte. In Sion wurde eine Verkeimung des Wassers in einem Reinigungsschlauch der Küche festgestellt. In Bière zeigte die Überprüfung durch das Lebensmittelhygiene-Inspektorat wiederum, dass ein fertig eingekaufter Salat mit einer hohen Bakterienanzahl belastet war.
Bereits getroffene Massnahmen
Als Sofortmassnahme wurde armeeweit eine Sensibilisierung dahingehend angewiesen, die "Just in Time"-Produktion anzuwenden und auf das Aufwärmen von Speisen bei hohen Temperaturen zu verzichten. Ferner wurden Desinfektionsmassnahmen und vermehrte Kontrollen angeordnet. Ab sofort wird im Grundausbildungsdienst ein vertiefter Fokus auf die Kenntnisse im Bereich der Wareneingangskontrollen, der Kochtemperaturen und des Abkühlungsprozesses gelegt.
Im Fall des mit Bakterien belasteten Fertigsalats in Bière hat der Lieferant seine Hygieneprozesse überprüft und korrigiert.
Handlungsbedarf bei hohen Temperaturen
Der Leiter Lebensmittelsicherheit der Armee hält fest, dass die Hygiene in den Truppenküchen grundsätzlich gut bis sehr gut ist. Pro Jahr sind lediglich einzelne Hygienefehler mit gesundheitlichen Folgen zu beanstanden. Er bestätigt allerdings, dass ein gewisser Handlungsbedarf bei hohen äusseren Temperaturen besteht. Das Lebensmittelhygiene-Inspektorat analysiert diese Gesamtproblematik laufend schweizweit und beantragt entsprechende Massnahmen. Die Verpflegung der Truppe muss stetig und in hoher Qualität sichergestellt werden.
Jeder Küchenfunktionär wird auf Basis der bestehenden Reglemente im Bereich Verpflegung ausgebildet, und die Umsetzung wird regelmässig von den Kontrolleuren des Lebensmittelhygiene-Inspektorats und von zivilen amtlichen Kontrolleuren überwacht. Die Küchenchefs und Truppenköche haben zudem bereits Vorkenntnisse aus dem zivilen Berufsleben.
Adresse für Rückfragen
Daniel Reist
Armeesprecher
+41 58 464 48 08
Herausgeber
Letzte Änderung 20.04.2018