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Lungenkrebs-Früherkennung
Zuletzt revidiert: 10/2016 Letzte Änderung: 10/2016
Lungenkrebs ist in der Schweiz die häufigste Krebs-Todesursache. Er wird in der grossen Mehrzahl der Fälle durch langjähriges Rauchen hervorgerufen. Wer 20 Jahre täglich 20 Zigaretten raucht, weist ein etwa 20-fach höheres Lungenkrebsrisiko auf als ein Nichtraucher.
Da die Frühzeichen eines Lungenkrebses unspezifisch sind, wird die Erkrankung meist erst in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert, die Heilungschancen sind dann gering. Deshalb wäre es sinnvoll, den Lungenkrebs bereits in einem frühen Stadium zu entdecken und somit die Behandlungschancen deutlich zu verbessern.
Mit Hilfe der strahlenarmen Computertomographie, meist Low dose-CT (LDCT) genannt, können prinzipiell bereits kleine Lungenkrebsherde erkannt werden. Lässt sich also bei starken Rauchern durch regelmässiges LDCT-Screening die Zahl der Todesfälle verringern? Und mit welchen Risiken ist diese Früherkennungsmassnahme verbunden? Erste Auskünfte darüber liefert eine gross angelegte US-amerikanische Studie, deren Ergebnisse wir hier vorstellen.
Kommentar
Diese Studie zeigt, dass ein Low-Dose-CT (LDCT)-Screening bei starken RaucherInnen im Alter von 55-74 Jahren die Zahl der Todesfälle an Lungenkrebs leicht reduzieren kann (3 von 1000 gescreente Personen). Nachteilig ist, dass sehr viele Befunde falsch positiv sind. Diese PatientInnen durchleben also eine Zeit der Verunsicherung und Angst, ehe sie nach verschiedenen Zusatzabklärungen Gewissheit erlangen, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.
Die Grösse des Schadens durch die Strahlenbelastung auf Grund der Screening-CTs und der Zusatzuntersuchungen ist noch nicht geklärt. Ebenfalls unklar ist, ob RaucherInnen sich auf Grund des Screenings in falscher Sicherheit wähnen und ihr Wille zum Rauchstopp geschwächt wird.
Eine Expertenkommission aus Pneumologen, Radiologen, Thoraxchirurgen und Epidemiologen aus den fünf Schweizer Universitäten hat sich anfangs 2016 für eine "kontrollierte Einführung" eines Lungenkrebs-Screenings mittels LDCT eingesetzt. Zum jetzigen Zeitpunkt sollten aus Sicht dieser Expertengruppe keine Personen für ein Lungenkarzinom-Screening überwiesen und kein LDCT-Screening angeboten werden. Einheitliche Standards für ein solches Screening sind noch nicht entwickelt und es gibt noch kein schweizweites Screening-Register.