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Metabolisches Syndrom
Häufig treten vier Risikofaktoren wie
- Übergewicht,
- Bluthochdruck,
- ungünstige Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus Typ 2
zusammen auf.
Dies wird dann als „metabolisches Syndrom“ bezeichnet.
Menschen mit einem metabolischen Syndrom haben ein stark erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Hirnschlag zu erleiden.
Übergewicht
Übergewicht entsteht aus -->
Fehlernährung / Bewegungsmangel / Genetische Veranlagung
Im Zusammenhang mit dem Adrenogenitalen Syndrom wude in einer Studie nachgewiesen, dass ein erhöhtes Vorkommen von Übergewicht (Adipositas) bei AGS-Patienten auftritt.
Es gibt keinen Zusammenhang des BMI mit Übergewicht bezüglich:
- Geburtsgewicht und Geburtsgrösse
- Leptinspiegeln (Leptin hemmt das Auftreten von Hungergefühl und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fettstoffwechsel von Menschen)
- Art der Glukokortikoid - Substitution
- Fludrocortisondosis (Astonun H)
Jedoch gibt es einen Zusammenhang von BMI mit Übergewicht bei AGS – Patienten:
- Glukokortikoid-Dosis
- BMI der Eltern
- Alter
Völkl et al. Pediatrics 2006;117:e98-e105
Muskeln -->
Knochen --> Magermasse
Wasser -->
Fett --> Fettmasse
Körperzusammensetzung: Fett- und Magermasse
Fettmasse (~25%)
Magermasse (~75%)
Reiner Energiespeicher
70% Wasser
Verkleinerung wenn Energienachfrage die Energiezufuhr unterschreitet
20% Protein
(= Eiweissbausteine, v. a. Muskeln
Vergrösserung wenn Energienachfrage die Energiezufuhr überschreitet
10% Mineralstoffe
Stoffwechselinaktiv
Stoffwechselaktiv
Enthält Skelett, alle Muskeln, Haut, Bindegewebe, Zellstrukturen etc.
Der Body mass index (BMI)
BMI: Body mass index = kg Körpergewicht : (Körpergrösse in m) 2
Normaler BMI 20-25 (bei 170cm, 67kg = 23 BMI)
Übergewicht BMI 25-30 (bei 170cm, 84 kg = 29 BMI)
Adipositas BMI > 30 (bei 170cm, 99kg = 34 BMI)
Wichtig beim Übergewicht ist, wo sich die überflüssigen Kilos ansammeln. Je nach Verteilung des Fettgewebes unterscheidet man zwischen der "Apfel-" und der "Birnenform".
Bei der Apfelform häufen sich Fettzellen vor allem im Bauchbereich an (typisch bei Männern), bei der Birnenform in der Hüft- und Oberschenkelgegend (typischer bei Frauen). Die Apfelform bedeutet ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten als die Birnenform.
Entscheidend ist der Bauchumfang, auf der Höhe des Bauchnabels gemessen:
Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
Männer
Frauen
Bauchumfang über 102 cm
Bauchumfang über 88 cm
Blutfette
Was sind Blutfette?
Das Blut enthält eine bestimmte Menge an Blutfetten, zum Beispiel Cholesterin. Diese Fette sind für den Stoffwechsel des Organismus lebenswichtig. Sind im Blut aber zu wenig „gute“ und zu viele „schlechte“ Blutfette vorhanden, lagern sie sich in den Gefäßwänden ab und führen zu Gefäßwandverengungen.
Gesättigte Fette in der Nahrung erhöhen das schlechte Cholesterin deutlich.
Bluthochdruck
Was ist Bluthochdruck?
In den arteriellen Blutgefässen braucht es einen gewissen Druck, damit das Blut im Kreislauf vorwärts fliesst. Jeder Herzschlag löst eine Druckwelle aus, die in die Arterien weitergeleitet wird. Die Regulation des Blutdrucks erfolgt durch ein Zusammenspiel von Gefässweite, Herzleistung und Blutvolumen.
Blutdruckkontrolle ist wichtig!
Die Werte des Blutdrucks:
Optimal: <120/80
Normal: <130/85
Grenzwertig: <139/89
Bluthochdruck: >140/90
Einfluß auf den Blutdruck haben:
• Übergewicht
• Rauchen
• Ernährung
• Bewegung
• Medikamente (Gluko- und Mineralkortikoide)
Blutdruck bei AGS
Systolischer RR > 50.Centile bei 89% der übergewichtigen Kinder
Diastolischer RR< 50.Centile bei 83% der normalgewichtigen Kinder
Völkl et al. JCEM 2006
Diabetes
Es gibt zwei Diabetestypen:
Diabetes mellitus Typ 1 beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter. Bei den Betroffenen werden die Zellen zerstört, die Insulin produzieren. Die Ursachen sind nicht bekannt.
Diabetes mellitus Typ 2 tritt vor allem bei Erwachsenen auf. Der Körper bildet zwar noch Insulin, die Zellen können jedoch darauf nicht mehr ausreichend reagieren. Diabetes Typ 2 kommt viel häufiger vor als Diabetes Typ 1. Etwa die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker in der Schweiz wissen nichts von ihrer Krankheit! Um sie festzustellen, muss der Zuckerwert im Blut gemessen werden.
Die Vorstufe zum Diabetes ist die Insulinresistenz, dabei wirkt das Insulin nicht mehr richtig, der Blutzucker wird nicht optimal verwertet.
Wie kann ich Diabetes vorbeugen?
Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Diabetes Typ 2!
Ein normales Körpergewicht, genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung (Tips dazu finden Sie am Ende dieser Seite) tragen entscheidend dazu bei, das Risiko für Diabetes Typ 2 zu senken.
Mindestens täglich 30 Minuten zügiges Gehen (leichtes Schwitzen, beschleunigtes Atmen) Treppengehen an Stelle von Lift benützen, Sport mittlerer Intensität.
Die Vererbung kann jedoch trotz gesundem Lebensstil bei der Entstehung von Diabetes Typ 2 eine Rolle spielen.
Hat man nahe Verwandte (Eltern, Geschwister), die unter Diabetes Typ 2 leiden, steigt das eigene Risiko für die Krankheit deutlich an und es ist sinnvoll, ab dem 40. Lebensjahr jährlich den Blutzucker messen zu lassen.
Nichts desto trotz gilt auch hier die oben aufgeführten Hinweise zur Reduktion der Diabetesrisikos.
Was bedeutet das für den AGS - Patient?
sich gesund zu ernähren
- eine gesunde Lebensweise zu führen
Ernährungempfehlungen für Erwachsene
Viele Faktoren beeinflussen unser Ess- und Trinkverhalten: individuelle Bedürfnisse und Gelüste, das tägliche Befinden, das soziale Umfeld, das aktuelle Nahrungsmittelangebot, die Werbung usw. Die nachfolgenden Empfehlungen richten sich an gesunde Erwachsene. Andere Alters- und Bevölkerungsgruppen (z.B. Kinder, Schwangere, Leistungssportler, Vegetarier usw.) weisen spezifische Bedürfnisse auf, die sich nur zum Teil durch dieselbe Pyramide darstellen lassen.
Schweizer Lebensmittelpyramide
Süsses, Salziges & Alkoholisches
In kleinen Mengen.
Öle, Fette & Nüsse
Öl und Nüsse täglich in kleinen Mengen. Butter/Margarine sparsam.
Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier & Tofu
Täglich 3 Portionen Milchprodukte und 1 Portion Fleisch /Fisch / Eier /Tofu ...
Getreideprodukte, Kartoffeln & Hülsenfrüchte
Täglich 3 Portionen. Bei Getreideprodukten Vollkorn bevorzugen.
Gemüse & Früchte
Täglich 5 Portionen in verschiedenen Farben.
Getränke
Täglich 1–2 Liter ungesüsste Getränke. Wasser bevorzugen.
Täglich mindestens 30 Minuten Bewegung und ausreichend Entspannung.
Die Lebensmittelpyramide stellt eine ausgewogene Mischkost dar, welche eine ausreichende Zufuhr von Energie sowie von lebensnotwendigen Nähr- und Schutzstoffen gewährleistet und massgeblich zu unserem Wohlbefinden beiträgt. Lebensmittel der unteren Pyramidenebenen sollen in grösseren, solche der oberen Ebenen hingegen in kleineren Mengen gegessen werden. Alle Nahrungsmittel sind erlaubt. Wichtig ist, dass sie möglichst abwechslungsreich und vorzugsweise saisongerecht aus den einzelnen Pyramidenebenen gewählt sowie schonend verarbeitet und zubereitet werden.
Nebenstehend sehen Sie einen Teller mit empfohlener Aufteilung von Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier und Tofu, Getreideprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten, Gemüse und Früchten.
Gesundes Essen soll natürlich auch Genuss und Freude bereiten; dies gelingt am besten in Gesellschaft. Die Empfehlungen müssen nicht jeden Tag, sondern sollen langfristig eingehalten werden, z.B. über eine Woche. Eine Ausnahme bilden die Empfehlungen zur Flüssigkeitszufuhr, die täglich berücksichtigt werden sollen.
Unsere Gesundheit ist aber nicht nur von unseren Ess- und Trinkgewohnheiten abhängig. Zur Erhaltung eines gesunden Körpergewichtes ist es insbesondere wichtig, sich täglich mindestens eine halbe Stunde zu bewegen (wenn möglich im Freien). Verzicht aufs Rauchen und der richtige Umgang mit Stresssituationen bzw. bewusstes und gezieltes Entspannen sind ebenfalls Teil eines gesunden Lebensstils.
Wie viel Bewegung ist nötig?
Genügend Bewegung heisst nicht, dass man auf einen Marathonlauf trainieren muss.
30 Minuten Bewegung von mittlerer Intensität pro Tag reichen aus.
Mittlere Intensität bedeutet, dass Sie etwas ausser Atem und vielleicht sogar leicht ins Schwitzen kommen. Dabei ist es nicht notwendig, die halbe Stunde Bewegung pro Tag am Stück zu absolvieren. Jede körperliche Betätigung von mindestens zehn Minuten Dauer kann über den Tag zusammengezählt werden.
Jede körperliche Aktivität trägt dazu bei, körperlichen und psychischen Beschwerden vorzubeugen und Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit günstig zu beeinflussen!
Die Folge von Herz-Kreislauf- Erkrankungen und AGS
Sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufiger bei AGS?
Unklar ist, inwieweit Risikofaktoren therapiebedingte oder krankheitsspezifische Veränderungen darstellen.
Die Risikofaktoren scheinen jedoch bei AGS-Patienten häufiger zu sein, und werden mindestens zum Teil mitbedingt durch die Therapie mit „Cortisol“ und Astonin H.
Der Trend zu unvorteilhaftem Zusammenhang von Adrenogenitalem Syndrom und Risikofaktoren für Herz- Kreislauf- Erkrankungen (metabolischem Syndrom) ist jedoch vorhanden.
Die regelmäßige Überprüfung der Risikofaktoren und lebenslange Optimierung der Therapie, um therapiebedingte Effekte zu reduzieren, ist wichtig.
Die „Cortisoldosis“ muss lebenslang überprüft und immer wieder hinterfragt werden!
Dabei soll so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig eingenommen werden.
Es ist weiterhin wünschenswert, mehr Studien mit erwachsenen Patienten, sowie größeren Patientenzahlen durchzuführen.