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Oft wird das Wissen vergangener Zeiten belächelt. So auch, dass die Römer für ihre Wasserverteilung in Städten oft Bleirohre verwendet haben und so ihre eigene Bevölkerung vergifteten. Was die meisten nicht wissen: Den Römern war durchaus bekannt, dass Blei giftig ist. Vitruv war ein römischer Architekt vor gut 2000 Jahren. Er schrieb eine Enzyklopädie zu Architektur und Technik der Römer. In seinem achten Buch, welches sich der Wasserversorgung widmet, schreibt er: „Das Wasser aus Tonröhren [ist] viel gesünder wie aus Bleiröhren … so unterliegt es keinem Zweifel, dass es [das Blei] auch an und für sich nicht der Gesundheit zuträglich sei. Einen Beweis aber können wir von den Bleigiessern nehmen, welche eine ganz bleiche Hautfarbe haben; wenn nämlich beim Giessen das Blei geschmolzen wird, legt sich der davon abgehende Dampf auf die Glieder und entzieht, Tag für Tag heraus brennend, den Gliedern das Blut. Deshalb sollten Wasserleitungen mit Bleiröhren am wenigsten herzustellen sein, wenn man will, dass jenes Wasser gesund sei.“ Warum wurden dann trotzdem Bleirohre eingesetzt? Die Antwort erinnert an heutige Vorgehensweisen: Auch bei uns gibt es viele Stimmen, die Plastikverpackungen für Lebensmittel als subtiles Gift einstufen, weil es hormonähnliche Stoffe freisetzt. Trotzdem verwenden wir es, aus demselben Grund wie die Römer Bleirohre verwendeten: Weil es einfach unglaublich praktisch ist.