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An der Generalversammlung 2017 von Roche stellt Actares den Zugang zu Medikamenten ins Zentrum und fordert, dass Roche diesbezüglich für mehr Transparenz sorgt.
Im Geschäftsbericht 2016 bekennt sich Roche zur Verantwortung für eine Verbesserung des weltweiten Zugangs zu Medikamenten und nennt eine Reihe von firmeneigenen Initiativen. Actares verlangt hier aber transparentere und konkretere Angaben.
Laut Geschäftsbericht entwickelt Roche private Versicherungen für Krebsbehandlung in China, Indien, Portugal, Thailand und Vietnam, in Zusammenarbeit mit lokalen und schweizerischen Anbietern. Actares möchte wissen, ob die Ärmsten der Armen davon ebenfalls profitieren und ob sich Menschen, die von einem Dollar am Tag leben, überhaupt eine solche Versicherung leisten können.
Fragwürdig ist, wie Roche beim Thema „Zugang zu Medikamenten” mit Kritik umgeht. Die Sonntagszeitung vom 12. März 2017 berichtet über ein Beispiel, das kein gutes Licht auf Roches Krisenmanagement wirft. 2016 veröffentlichte die Organisation Public Eye einen Bericht, in dem - mit ihrem Einverständnis - eine ägyptische Teilnehmerin einer klinischen Studie mit Bild und Name kritisch über ihre Erfahrungen erzählte. Darauf flog eine siebenköpfige Roche-Delegation nach Kairo und liess die Ägypterin Dokumente unterschreiben, in der sie ihr Einverständnis zum Gebrauch von Bild und Name widerrief. Anschliessend reichte ein Basler Rechtsanwalt im Namen der Ägypterin bei einem Schweizer Gericht ein Gesuch ein, dass Public Eye verboten werde, weiterhin ihr Bild zu zeigen und ihren Namen zu nennen. Das Gericht lehnte das Gesuch am 8. Februar 2017 aufgrund von Gegenbeweisen von Public Eye ab.
Actares fordert, dass Roche zum Thema „Zugang zu Medikamenten“ ausführlicher berichtet als dies im vorliegenden Geschäftsbericht der Fall ist. Auch erwartet Actares einen anderen Umgang mit Kritik. Gesprächsverweigerung oder gar gerichtliches Vorgehen eines Milliardenkonzerns gegen eine NGO sind für nachhaltigkeitsbewusste Anlegerinnen und Anleger nicht vertrauenserweckend.
Actares setzt sich bei Schweizer börsenkotierten Unternehmen für ein verantwortungsvolles Wirtschaften ein, das mit Mensch, Umwelt und Geld achtsam umgeht. Actares vertritt 1’300 Mitglieder, viele davon mit direktem Aktienbesitz, und sucht in deren Namen den Dialog mit Unternehmen – im schriftlichen Kontakt, im direkten Gespräch oder durch Auftritte an Generalversammlungen.