Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/216903

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, im Rahmen der Nationalen Strategie Sucht ein Massnahmenpaket zur Bekämpfung der verschiedenen Formen von Cyberabhängigkeit zu erarbeiten. Die gemeinsam mit den Kantonen, den im Bereich der Prävention tätigen Vereinen und den sonstigen Akteuren dieses Sektors erarbeiteten Massnahmen decken die folgenden Bereiche der Suchbekämpfung ab: Bildung, Prävention, Behandlung und Risikoverminderung.</p><p>Eine Minderheit der Kommission (Tuena, Gafner, Gutjahr, Haab, Herzog Verena, Keller Peter, Umbricht Pieren, Wasserfallen Christian) beantragt, das Postulat abzulehnen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Nationale Strategie Sucht und deren Massnahmenplan (www.bag.admin.ch &gt; Strategie &amp; Politik &gt; Nationale Gesundheitsstrategien &gt; Nichtübertragbare Krankheiten) sind seit 2017 in Kraft und werden bis 2024 umgesetzt. Sie verfolgen einen suchtformübergreifenden Ansatz; die Massnahmen betreffen den Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum, aber auch problematische Verhaltensweisen wie die exzessive Internet- und Computernutzung, die zu Cyberabhängigkeit führen kann. Ein Massnahmenpaket für lediglich eine Suchtform zu erarbeiten, wie es das Postulat fordert, widerspricht dem suchtformübergreifenden Ansatz. Dieser geht davon aus, dass beispielsweise die Prävention keiner spezifischen Ansätze je Suchtform bedarf, sondern für alle Formen übergreifend gestaltet werden kann. Vielmehr muss Prävention spezifisch auf die unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenswelten (Settings) der Menschen eingehen, um sie zu erreichen.</p><p>Der Bund ist im Thema Cyberabhängigkeit zudem bereits aktiv. Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) läuft aktuell eine Recherchearbeit "Auslegeordnung Verhaltenssüchte", in der die Situation in den Bereichen Internetnutzung sowie Social Media, Geldspiel, Videospiel, Kaufen, Sexualität, welche sich meist auch online abspielen, dargestellt wird. Weiter hat die Expertengruppe "Onlinesucht" - in Erfüllung der Postulate 09.3521 Foster-Vannini "Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games" und 09.3579 Schmid-Federer "Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games" - ein Mandat zur regelmässigen Dokumentation und Beurteilung der Entwicklungen im Bereich der problematischen Internetnutzung und Onlinesucht. Basierend auf den Ergebnissen und der Beurteilung der Expertengruppe prüft der Bund jeweils weitergehende Massnahmen. So wurde beispielsweise festgestellt, dass Sucht-Fachpersonen eine Hilfestellung für die Gespräche mit besorgten Eltern benötigen. Zwei Suchtverbände haben daraufhin im Auftrag des BAG ein Modell zur Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen entwickelt.</p><p>Zudem setzt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) im Rahmen der nationalen Plattform Jugend und Medien verschiedene Massnahmen zur Förderung der Medienkompetenz bei Eltern, Lehr- und Begleitpersonen sowie Kinder und Jugendlichen um.</p><p>Schliesslich ist im Bereich der obligatorischen Schule darauf hinzuweisen, dass die sprachregionalen Lehrpläne zum Ziel haben, breite Medien- und Informatikkompetenzen zu vermitteln. Durch das Lehren eines vielseitigen und gezielten Umgangs mit Informatikmitteln und digitaler Fertigkeiten kann teilweise auch verhindert werden, dass monotone und risikobehaftete Online-Aktivitäten überhandnehmen. Viele ausserschulische Akteure, wie beispielsweise die kantonalen Suchtpräventionsstellen, bieten für die Volksschulen zudem eigene Angebote an.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.