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Wegen eines Kopfsprungs ins seichte Wasser beim Lido im Jahr 2014 ist ein Mann heute Tetraplegiker. Das Kantonsgericht musste nun im Berufungsprozess die Schuldfrage klären.
Ein Badegast hat sich 2014 zwei Halswirbel gebrochen, als er im Lido Kopf voran ins Wasser sprang. Seine Söhne zogen ihn schliesslich aus dem Wasser. Das Opfer ist seither Tetraplegiker. Gegen den 48-jährigen Bademeister und den 54-jährigen Geschäftsführer des Bades wurde ein Verfahren eingeleitet, sie wurden in erster Instanz jedoch freigesprochen. Ihnen war grobe fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassung vorgeworfen worden, weil sie vor dem Sprung nicht interveniert hatten. Die Familie des Opfers hatte angegeben, dass die Söhne und der Vater vor dem Unfall mehrmals Kopf voran ins Wasser gesprungen waren.
Am Dienstag fand nun vor dem Kantonsgericht der Berufungsprozess statt. Der Verteidiger der Beschuldigten stellte in den Raum, dass möglicherweise die Söhne des Verunfallten eine Mitschuld tragen könnten. Der ältere, heute 19-jährige Sohn gab bei der Befragung an, dass er als erster bei seinem Vater war und ihn bis zur Hälfte die Treppe hochgezogen habe. Dann hätten ihm zwei weitere Personen geholfen, berichtet die Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Laut dem Verteidiger könnte die Rettung zur Verletzung beigetragen haben. Auch sei nicht klar, ob der Vater nicht von den Söhnen geschubst worden war.
Söhne bestreiten Vorwurf
Der Bademeister gab im Gegensatz zur Familie an, dass er keine Kopfsprünge bemerkt habe. Vater und Söhne hätten miteinander friedlich gespielt, der Vater habe den jüngeren Sohn mit den Füssen voran ins Wasser geworfen. Deshalb habe er auch nicht interveniert. Der Geschäftsführer ergänzte, dass die Stelle, wo der Unfall geschah, zu seicht für einen Kopfsprung sei. Er glaubt deshalb, dass der Sprung nicht absichtlich erfolgte.
Die Söhne bestreiten hingegen, dass sie ihren Vater geschubst haben. Im Gegenteil, ihr Vater habe sie noch gewarnt.
Ein Urteil ist am Dienstag noch nicht gefallen, es wird im Juli erwartet.