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Saison-Tipps
Ein oft gehörter und wirklich nützlicher Ratschlag: "Sie können Heizenergie einsparen, indem Sie am frühen Abend die Roll- und Fensterläden schliessen." Dies gilt umso mehr, wenn die Fenster nicht gut wärmegedämmt sind...
Fenster sind ein Schwachpunkt in der Gebäudeisolation, und zwar nicht nur bei nicht sanierten Altbauten mit Einfachverglasung, sondern auch bei modernen Gebäuden mit Doppel- oder Dreifachverglasung, wenngleich mehrfachverglaste Fenster den Energieverlust 5 bis 6-mal verringern. Im Winter sinkt die Temperatur nach Einbruch der Dunkelheit stark ab und kühlt die Fensterscheiben ab. Je älter sie sind, umso schneller und tiefer kühlen sie aus. Das Kondenswasser, das sich auf einfachverglasten Scheiben bildet, zeugt von der grossen Kälte, die auf sie trifft.
Je besser isoliert, umso kleiner die Verluste durch Konvektion
Geschlossene Fensterläden und heruntergelassene Rollläden wirken dem Wärmeverlust in zweierlei Hinsicht entgegen. Erstens erhöhen sie die Wärmedämmung durch ihre Materialstärke und durch die Luft, die sie einschliessen. Zweitens verhindern sie, dass der Wind die Wärme aus dem Gebäude "herauspumpt", wenn er an den Fenstern vorbeistreicht (Abkühlung durch Konvektion) ) – deshalb sind geschlossene Läden besonders wirksam bei starkem Wind.
Roll- und Fensterläden, die nicht ganz genau auf die Fensteröffnung passen, aber auch Jalusieläden sind selbstverständlich weniger effizient als gut passende und nicht perforierte Läden. Denn je weniger die Luft zwischen Läden und Scheiben zirkulieren kann, umso effizienter ist die Isolation. Achten Sie deshalb darauf, dass wenn Sie ihre Rollläden herunterlassen, die Lamellen vollständig geschlossen sind.
Je schlechter die Verglasung isoliert ist, umso stärker wirken sich geschlossene Fensterläden auf die Wärmedämmung aus: im besten Falle ungefähr 30% bei Einfachverglasung, 15% bei einer zwanzigjährigen Doppelverglasung und 5% bei einer modernen Doppel- oder Dreifachverglasung. Noch energieeffizienter sind isolierte Fenster- und Rollläden. Isolierte Fensterläden sind mit einem abgedichteten Rahmen verbunden, der auf die Fensteröffnung montiert wird; isolierte Rollläden sind meist bereits am Fenster angebracht – beide können die Wärmedämmung eines modernen Fensters um nahezu 20% erhöhen.
Der thermische Komfort ist wichtiger als die tatsächlich gemessene Temperatur
Indem man die Fensterläden von wenig isolierten Fenstern schliesst, verhindert man, dass die Innenflächen der Scheiben abkühlen. So wird das unbehagliche Kältegefühl vermieden, das man nahe beim Fenster wahrnimmt.
Einfachverglasung : Aufgrund der sehr kalten Oberfläche des Fensters ist ein Bereich des Raumes (blau) unbehaglich kühl – auch wenn das Thermometer in der Raummitte 24°C anzeigt.
Einfachverglasung : Die Nacht ist angebrochen und draussen wird es kälter. Jetzt kühlt die Fensterscheibe noch stärker ab und der ungemütlich kühle Bereich vergrössert sich... Für mehr Behaglichkeit müsste die Heizung höher gestellt werden.
Einfachverglasung : Bei geschlossenen Fensterläden kühlt die Fensterscheibe nicht so stark aus, als wenn der Laden geöffnet ist.
Moderne Doppel- oder Dreifachverglasung (mit Wärmeschutzbeschichtung): Durch die gute Wärmedämmung der Verglasung weist die Scheibenoberfläche fast dieselbe Temperatur auf wie diejenige im Raum. Zwei Vorteile: Selbst bei einer tieferen Zimmertemperatur empfindet man es als behaglich warm (daher eine zusätzliche Enegieeinsparung), und dies sogar neben dem Fenster.
Wir Menschen reagieren in der Tat sehr empfindlich auf die Temperatur von Oberflächen, die uns umgeben. Auch Durchzug und die Feuchtigkeit im Innern von Räumen spüren wir gut. Sitzt man neben einer Glastüre deren Temperatur zum Beispiel 6°C beträgt, empfindet man ein unbehagliches Kältegefühl, auch wenn das Thermometer in der Zimmermitte 24° C anzeigt. Die Kälte einer Fenster- oder Türscheibe kann mehrere Meter weit wahrgenommen werden! Hinzu kommt, dass wir nicht nur die grossen Temperaturunterschiede zwischen verschiedenen Oberflächen wie den Wänden, der Decke und dem Boden als unangenehm empfinden, sondern dass diese unterschiedlich warmen Flächen auch Luftbewegungen bewirken, die unsere Unbehaglichkeit vergrössern. Auch wenn es paradox erscheint: wir fühlen uns viel wohler in einem Raum, dessen Temperatur in der Mitte 18°C beträgt, wenn die Wände, der Boden und die Decke die gleiche Temperatur aufweisen.
Abschliessend noch einmal kurz zusammengefasst: Werden die Fensterläden geschlossen, kühlen sich die Scheiben weniger stark ab. So vermeidet man das Kältegefühl, das uns überkommt, obwohl die Temperatur in der Mitte des Raums unverändert hoch bleibt. Und daher muss diese Unbehaglichkeit nicht mehr durch ein Höherstellen der Heizung behoben werden.
Auch Vorhänge, die vor einem kalten Fenster geschlossen werden, tragen dazu bei, das unbehagliche Kältegefühl zu verringern, vorausgesetzt, sie sind dick genug und decken den Radiator nicht zu !
Moderne Doppel- oder Dreifachverglasungen sind viel weniger kalt
Moderne Doppel- und Dreifachverglasungen, die mit einer lichtdurchlässigen metallischen Beschichtung versehen sind, welche die Wärme in den Raum zurückreflektiert (Wärmeschutzbeschichtung), sind nicht nur nützlich, weil sie im Winter weniger Wärme nach draussen entweichen lassen (und im Sommer weniger Hitze eindringen lassen). Dadurch dass die Innenscheiben beinahe dieselbe Temperatur wie diejenige im Raum aufweisen, tragen sie auch dazu bei, unseren gefühlten Wärmekomfort zu erhöhen, denn wir können ganz komfortabel neben solchen Fenstern sitzen. Wo solche Fenster installiert sind, werden die Räume tendenziell weniger stark geheizt.
Zum Vergleich: Bei geöffneten Fenster- oder Rollläden, einer Aussentemperatur von 0°C und einer Zimmertemperatur von 20°C (in der Mitte des Raums gemessen) beträgt die Temperatur der Fensterscheibe bei einem einfachverglasten Fenster etwa 5°C, ungefähr 11°C bei einer zwanzigjährigen Doppelverglasung, 17°C bei einer modernen Doppelverglasung (mit Wärmeschutzbeschichtung) und 18°C bei einer Dreifachverglasung (mit zweifacher Wärmeschutzbeschichtung).
pdf 4,2 MB- Die Behaglichkeit hängt auch von der Scheibentemperatur ab, Informationsblatt
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