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Warum schneidet die SVP immer so schlecht ab bei den Ständeratswahlen, obwohl sie bei den Nationalratswahlen mit Abstand die stärkste Partei ist? Und warum trifft dies bei der SP nicht zu, obwohl sie, wie die SVP, eine Polpartei ist? Die Masterarbeit von Benjamin Schlegel zu den Ständeratswahlen 2015 ist zu interessanten Ergebnissen gekommen.
Man könnte meinen, die Parteien im Bürgerblock würde sich bei den Ständeratswahlen gegenseitig unterstützen. Dem ist aber nicht so. Personen, welche die FDP-Liste bei den Nationalratswahlen 2015 eingelegt haben, unterstützen ihre eigene Partei am stärksten. Soweit so gut. An zweiter Stelle kommt nun aber nicht die CVP oder SVP, wie man denken könnte, sondern die SP, die 15.5 Prozent der FDP-Stimmen erhielt. An die CVP-Ständeratskandidaten gingen hingegen nur gerade 12.1 Prozent der Stimmen.
Nicht nur bei der FDP punktet die SP
Das Gleiche gilt auch für die CVP-Basis, die schweizweit gesehen der SP gegenüber der FDP den Vorzug gaben bei der Wahl des Ständerates. Ebenso trifft das auf die BDP- und GLP-Basis zu, wo die SP ebenfalls bereits an zweiter Stelle kommt. Von den Grünen und den Sozialdemokraten bekamen die SP-Kandidaten nochmals viele Stimmen dazu. Nur bei der SVP-Basis konnten die SP-Ständeratskandidaten kaum punkten.
SVP-Kandidaten bekommen von anderen Parteien keine Unterstützung
Anders sieht es bei den SVP-Kandidaten aus. Die FDP-Basis unterstützte SVP-Ständeratskandidaturen erst an vierter Stelle (ca. 10.5% der Stimmen) und die Unterstützung aus der CVP ist quasi inexistent (3.5% der Stimmen).
Ursachenforschung bei der SVP…
Was sind die Ursachen für diese extreme Differenz zwischen SVP und SP? Bei der Tamedia-Nachwahlbefragung konnten die Umfrageteilnehmer aus mehreren Gründen auswählen, welche für sie entscheidend waren. Zur Auswahl standen die Persönlichkeit des Kandidaten, die Parteizugehörigkeit, das politische Profil, das Geschlecht, die Amtsführung, Kompetenz oder ein anderer Grund.
Hat ein Wähler als Wahlgrund die politische Position oder die Parteizugehörigkeit eines Kandidaten angegeben, so war seine Wahrscheinlichkeit, dass er einen SVP-Ständeratskandidaten unterstützte grösser, als wenn für ihn keiner dieser Gründe entscheidend waren.
Die Kompetenz hingegen wurde kaum als Grund bei der Wahl eines SVP-Kandidaten angegeben. Da die Mitte-Wähler in der Regel die Position der SVP nicht teilen, gaben sie ihnen auch keine Stimme.
Die SVP schneidet bei den Ständeratswahlen so schlecht ab, weil die Wähler ihre Kandidaten und Kandidatinnen in erster Linie als Parteisoldaten sehen und sie deshalb hauptsächlich von ihrer eigenen Basis gewählt werden. Die extremen Positionen und die stramme Parteiführung bringt zwar Vorteile für die Nationalratswahlen, scheint sich aber bei den Ständeratswahlen nicht auszuzahlen.
… und bei der SP
Anders sieht es bei den SP-Ständeratskandidaten aus. Bei diesen waren die Gründe Kompetenz und Persönlichkeit ausschlaggebend für einen Grossteil der Wählerinnen und Wähler. Aus diesem Grund wurden sie auch von vielen Mitte-Wählern unterstützt, da die Wähler nicht das politisches Profil des Kandidaten vor Augen hatten, sondern seine Persönlichkeit und Kompetenz. Und dies über alle Partei-Basen hinweg.
Der SP gelingt es also im Unterschied zur SVP ihre Kandidaten als kompetente Persönlichkeiten zu vermarkten und schneidet deshalb bei den Ständeratswahlen überdurchschnittlich erfolgreich ab.
Die Tamedia-Nachwahlbefragung wurde von Sotomo im Auftrag von Tamedia durchgeführt. Die Umfrage fand am Wahlwochenende der National- und Ständeratswahlen im Oktober 2015 statt. Fast 40’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Umfrage online ausgefüllt. Die Daten wurden anschliessend nach Kanton, Alter, Bildung sowie dem Entscheidungsverhalten bei vergangenen Wahlen und Abstimmungen gewichtet.
Der Wählerfluss (von den Nationalratswahlen zu den Ständeratswahlen) wurde mit einer gewichteten Häufigkeitstabelle berechnet. Welche Gründe für die Wahl entscheidend waren, wurde mithilfe einer multinomialen Regression eruiert.
Im Wahlkampf 2015 wurde auf Twitter rege diskutiert. Doch woher stammen die Tweets? Bestimmt eine Region den gesamten Onlinediskurs? Der Gastbeitrag von Nicole Bosshard zeigt neben der Themeneinteilung auch, dass der Röstigraben auf Twitter beinahe überwunden wurde.
Twitter wurde kürzlich zehn Jahre alt. In der Schweiz sind über 250’000 Userinnen und User auf dem Social-Media-Kanal aktiv. [2] Davon konnten rund 2100 parteipolitisch-relevante Accounts identifiziert werden. Darunter sind sowohl kommunale, kantonale und nationale Politikerinnen und Politiker vertreten, wie auch Parteien aller Ebenen und User mit einer Parteibindung oder einer sonstigen parteipolitischen Affiliation.
Diese Untersuchung konzentriert sich auf alle Tweets, welche in der Wahlkampfphase zu den eidgenössischen Wahlen im letzten Herbst (18.07.2015- 18.10.2015) zu einem parteipolitischen Stichwort und/oder von einem partei-affiliiertem User publiziert wurden und eine geografische Zuordnung zuliessen. Nach Bereinigung der Daten sind dies rund 17000 Tweets.
DIE WAHLEN- DAS DOMINANTE THEMA
Zu Hashtags wie #Chvote, #WahlCH15 oder #wahlen – um nur einige der untersuchten Stichworte zum Themenkreis «Wahlen 2015» zu nennen – wurde am absolut häufigsten getweetet. Unter der Rubrik «Politik Allgemein» folgten politische Hashtags wie #politik oder #abst, oder auch jene, welche direkt auf sachpolitischen Inhalte zielen, wie beispielsweise #mei. Das Thema «Sonstiges» fasst Tweets mit theoretisch politisch irrelevantem Content, wie #srf oder #wetter zusammen. Die Parteien umfassen die sieben grossen Schweizer Parteien. Mediale oder öffentlichkeitsrelevante Stichworte, wie zum Beispiel #refugeeswelcome werden unter «Öffentlichkeit» gruppiert. Mobilisierungsbemühungen gegen die SVP (unter anderem: #stopSVP) oder auch Wahlaufforderungen (z.B. #govote) fanden verhältnismässig geringen Anteil.
Sprachregionale Unterschiede lassen sich sowohl in der Quantität der Tweets, wie auch in deren Inhalt finden. Die Mehrheit der Tweets stammte erwartungsgemäss aus der Deutschschweiz (76%). Jedoch ist nur eine Minderheit der Deutschschweizer Tweets (~35%) eindeutig dem Wahlkampf zuzuordnen. Je rund 20% der Tweets in diesem Gebiet widmeten sich den Parteien- oder der allgemeinen Politik.
Das Tessin verfasste nur 1% aller Tweets im Wahlkampf. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem italienisch-sprachigen Teil der Schweiz ist deshalb gesamtschweizerisch kaum relevant. Hinzuweisen ist nichtsdestotrotz darauf, dass auch im Tessin das Wahlkampfthema überwog. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass medial- und öffentlichkeits-relevante Themen einen höheren Anteil der Tweets ausmachten, als in den anderen Sprachregionen.
AKTIVISTIN ROMANDIE
Gegenteilig dazu zeigt sich die Romandie: 23% aller Tweets wurden in einem (mehrheitlich) französischsprachigen Kanton versendet und rund 80% dieser Kurznachrichten drehten sich rund ums Thema Wahlkampf.
GEOGRAFISCHE ZUORDNUNG
In einer Analyse erkannten Wüest und Müller, dass die urbanen Zentren die meisten partei-affiliierten Accounts in der Schweizer Twitterlandschaft bewirtschaften.[3] Die grössten Städte sind dabei eher diejenigen mit den meisten Accounts. Kleinere Ortschaften sind in ihrem Sample ebenfalls ziemlich gut repräsentiert, während der Nachteil eher bei mittelgrossen Gemeinden (20000 bis 30000 Einwohner) liegt.
TWITTERWAHLKAMPF IN DEN KANTONEN
Kantone mit den (absolut) gesehen meisten politischen Tweets sind Bern, Zürich, Waadt und Luzern. Kantone ohne urbane Zentren wie die beiden Appenzell, Uri, Jura, Glarus, Nid- und Obwalden oder Schwyz spielten im politischen Twitter absolut und relativ gesehen kaum eine Rolle. Die Analyse zeigt auch, dass Twitter noch nicht eine gesamtschweizerische Etablierung erreichen konnte. Besonders ländliche Kantone, wie auch das Tessin, aber auch Genf oder Schaffhausen hinken ihrem Potential hinterher.
DIE WAHLKAMPFKÖNIGE
Die Zahlen der User des Kantons Waadt sind als Überraschung einzustufen. Mit einem sehr kleinen Anteil (gerade mal 4%) an der Diskussion zu Parteipolitik und allgemeinen politischen Themen erwartet man nicht zwingend ein Auffallen in der Nutzung von wahlkampfspezifischen Hashtags. Jedoch gehen fast 21% aller Wahlkampftweets in den Kanton Waadt. Gesamthaft war er der relativ dritt aktivste Kanton im Twitter-Wahlkampf. Verantwortlich dafür ist die Aktivität von Usern aus Lausanne. Stellten Wüest und Müller (2015) noch fest, dass Lausanne unter den parteipolitischen Twitterer eher unterrepräsentiert war, haben diese im letzten Wahlkampf zugelegt und waren sehr aktiv.
Eher erwartet wurde eine grosse Aktivität von den Berner Accounts. Sowohl im allgemeinen politischen Diskurs (rund 30% aller Tweets aus dem Kanton Bern), wie auch in der Wahlkampfdiskussion (über 20%) erwies sich der Kanton absolut und relativ als äusserst aktiv.
DER RÖSTIGRABEN IST NICHT BESONDERS TIEF
Die Grafik untermauert die Annahme, dass Twitter -zumindest in der politischen Sphäre- eher ein Wahlkampfmedium der Kantone mit urbanen Zentren war. Diese Feststellung lässt sich jedoch nicht auf alle Kantone übertragen. Der Kanton Genf etwa zeigte sich im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl ziemlich inaktiv. Interessant ist, dass in der Aktivität der Kantone kein tiefer Röstigraben existiert. Unterschiede bestehen hingegen in der Themenwahl: Die französischsprachige Schweiz zeigt sich wahlkampforientierter als die deutschsprachige Schweiz.
Nicole Bosshard studiert an der Universität Zürich (MA) mit dem Hauptfach Politikwissenschaft und dem Nebenfach Publizistik und Kommunikationswissenschaften.
Daten
Die Daten stammen aus einer Erhebung des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Die Tweets wurden mittels Twitter-API für den Zeitraum des Wahlkampfes gestreamt. Die Ortschaften wurden mittels Google-Maps codiert. Eine randomisierte Strichprobe zeigte, dass die Codierung zuverlässig erfolgte. Die Hashtags wurden in einem mehrschichtigen Verfahren definiert. Und dabei unter anderem mit den Stichworten von Politan und dem foeg abgeglichen.[4][5] Die Endauswahl beinhaltet 38 (der 80 meist verwendeten Hashtags), welche in acht Themengebiete gruppiert werden können. Die Fallzahl beträgt 17000: Dies sind alle Tweets, die von einem partei-affiliiertem Account gesendet wurden, oder aber ein partei-affiliiertes Stichwort beinhalten, sich codieren liessen und einem Themengebiet zuzuordnen waren.
Ruedi Nosers Social-Media-Jahr 2015 ist geprägt durch aktive Bemühungen die Internetuser zu erreichen. Gastautorin Nicole Bosshard ordnet ein.
Die Betrachtung von Nosers Inhalten zeigt, dass sich seine Beiträge ganz mit wissenschaftlichen Erkenntnissen von zur Schweiz 2013 [2] decken: Informative Inhalte dominieren. Der Politiker versucht nur zu den heissesten Wahlkampfzeiten die Leute zu einer Wahl oder Partizipation zu mobilisieren. Ansonsten konzentriert er sich noch deutlicher auf die Bereitstellung von informativen Inhalten. Offensichtlich ist, dass Ruedi Noser viel mehr twittert, als auf Facebook Inhalte Beiträge schreibt. Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass die Bewirtschaftung von Facebook mehr Zeit und damit Aufwand benötigt.
Eine Besonderheit von Nosers Twitter-Auftritt ist, dass er vereinzelt auch Inhalte postet, die ihn in privaten Situationen zeigen, etwa bei einem Eishockeyspiel. Mit dieser Herangehensweise erfüllt Noser die Ansprüche seiner Partei, die auf die Nachfrage der NZZ, Social-Media als Kommunikationselement bezeichnet. [3]
FEHLENDE STRATEGIE
Die, nicht gleich verlaufende Verteilung der Kommentare übers Jahr, bestätigen Nosers Aussage, zur fehlenden Social-Media-Strategie: Er versteht die Implementierung von Social-Media als work in progess. Obwohl nicht erstaunlich, ist die Betrachtung der Inhalte dennoch etwas überraschend, da Ruedi Noser nach eigener Aussage andere Ziele mit seinen Social-Media-Auftritten verfolgt:
Ich will eine Plattform für Dialog bieten, Wähler mobilisieren und ungefiltert Themen setzen.- Ruedi Noser
Diese Aussage Nosers offenbart eine Kluft: Seine Absicht mit Social-Media-Mobilisierung zu erreichen steht im Gegensatz zu den Inhalten seiner Posts. Die Diskrepanz zwischen Information und Mobilisierung mag vielleicht auch unterschiedlicher Einordnung herrühren. Zu informativen Inhalten kann man politische Statements, Streuung von Links zu medialen Inhalten, der eigenen Homepage oder Veranstaltungshinweise zählen. Mobilisierungsanstrengungen werden als konkrete Wahlaufrufe, allfällige Spendenaufrufe, Danksagungen an prominente Wähler oder Partizipationsaufgebote verstanden.
In der Konsequenz müsste Ruedi Noser seinen Output auf Social-Media anpassen. Man kann davon ausgehen, das FDP-Sympathisanten seine Inhalte konsumieren, oder zumindest Personen, welche politisch interessiert sind. [4][5] Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Noser die eigene Basis – bei offensiverer Strategie – mobilisieren könnte. Neuwähler zu mobilisieren scheint jedoch schwierig.
KONKRETE INVESTITIONEN UND STELLENWERT
Rund eine Stunde pro Tag investierten Noser und sein Wahlkkampfteam in Social-Media während dem Rennen um die National- und Ständeratssitze 2015. Zudem gab er rund 1000 Schweizer Franken aus, welche die Verbreitung der Facebook-Posts antrieben. Insgesamt meint Noser:
Ich glaube, dass Social-Media seine Rolle als Teil des Wahlkampfes erfüllt und somit auch zum Erfolg eines Wahlkampfes beiträgt.- Ruedi Noser
Das deckt sich mit der Meinung der Wahlkampfleiter aller grossen Schweizer Parteien [3], welche den Social-Media-Aktivitäten einen durchaus relevanten, aber eher kleineren Stellenwert an den Gesamtwahlkampfsaktivitäten beimessen.
PROS UND KONTRAS
Noser macht mit seinem Social-Media-Auftritt einiges richtig. Er tritt stets professionell und authentisch auf. Er investiert finanziell in seinen Wahlkampf. Er lässt seiner Community in den Kommentarspalten freien Lauf und schafft damit Transparenz. Auf Facebook nimmt er sich ab und an Zeit und interagiert mit den Kommentierenden. Zusammengefasst: Seine Bemühungen auf diesem Parkett wirken stets staatsmännisch und durchdacht.
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Die Auswertung zeigt aber, dass er wirkungsvoller Social-Media betreiben könnte. Damit ist gemeint: ganzjährig (und nicht nur zu Wahlkampfzeiten) relevante Inhalte posten. Bestenfalls könnte er zusätzliche Plattformern nutzen, damit auch andere Zielgruppen erreicht werden. Das Einrichten eines Accounts ohne dessen Bewirtschaftung bringt nichts. Die Möglichkeiten, welche die einzelnen Netzwerke bieten, können noch besser bewirtschaftet werden; indem zum Beispiel auf Facebook eine Möglichkeit zur Newsletter-Registrierung eingerichtet würde. Ein pointierteres Auftreten würde die Wahrscheinlichkeit, dass die Internetcommunity auf Beiträge reagiert, erhöhen. Auch die Form des Inhaltes kann noch besser werden: Videos, Fragerunden, treffende Bilder könnten (vermehrt) verwendet werden. Einen vermehrt persönlichen Blick auf politische Themen, die laufende Session, oder private Einblicke in sein Leben, würden den Politiker noch greifbarer und damit interessanter machen. Und das vermutlich wichtigste zum Schluss: Interaktion. Erhöhte Interaktion würde die Diskussionen anheizen. Er könnte seine Persönlichkeit hervorheben und damit mehr Aufmerksamkeit erzeugen.
Am Ende will ein Politiker auch mit Social-Media Stimmen gewinnen. Diese Serie bestätigt die Einschätzung von Wahlkampfexperte Mark Balsiger: Nur mit grossen Engagement gelingt es den Politikerinnen und Politikern einen «Return of Investment» zu erarbeiten. Social-Media sollte nicht beiläufig betrieben -, sondern als ernstzunehmender Wahlkampfbestandteil gesehen werden. [6] Es bleibt spannend, ob und wie sich Social-Media-Wahlkampf im Allgemeinen, und in Nosers Fall vor dem Hintergrund des sehr dynamischen Umfelds weiterentwickelt.
Nicole Bosshard
Den dritten Teil zum digitalen Wahlkampf auf Facebook und Ruedi Noser finden Sie hier.
Nicole Bosshard studiert an der Universität Zürich (MA) mit dem Hauptfach Politikwissenschaft und dem Nebenfach Publizistik und Kommunikationswissenschaften.
Daten
Die Ergebnisse resultieren aus zweierlei Quellen. Zum einen aus der Betrachtung von Ruedi Nosers Inhalte auf seinen Social- Media-Kanälen: Twitter, Facebook, Instagram und Youtube. Die Daten wurden erhoben und zu einem verwertbaren Datensatz zusammengefügt. Zum anderen wurde Ruedi Noser schriftlich interviewt. Der Untersuchungszeitraum für die inhaltliche Auswertung erstreckt sich vom 1.1.2015- 31.01.2016.
Die Kategorisierung der Inhalte von Facebook und Twitter wurde bereits durchgeführten Studien nachempfunden und deren Codierungssystem teilweise adaptiert. [7][8][9]
[9] Solop, Frederic I. (2010): „RT @ BarackObama we just made history“: Twitter and the 2008 Presidential Election. In: Hendricks, John A. and Denton Jr., Robert E. (Hrsg.): Communicator- in- Chief. How Barack Obama Used New Media Technology to Win the White House. Plymouth: Lexington Books, 37-49.
Ein Wahlkampf lässt einen Anstieg der Kampagnenkommunikation in den sozialen Netzwerken erwarten. Die Auswertung von Gastautorin Nicole Bosshard zeigt dies in Ruedi Nosers Fall: Facebookbeiträge gipfelten in den Wahlmonaten. Inhaltlich weichen die Facebookpostings nur marginal von jenen auf Twitter ab.
Betrachtet man Nosers Facebook-Aktivität, zeigt sich, dass er während der Wahlkampfphase fleissig Beiträge veröffentlicht hat. Diese Aktivität nimmt nach der erfolgreichen Wahl Ende November rapide ab. Er veröffentlichte durchs Jahr durchschnittlich sieben Posts pro Monat; pro Beitrag gingen durchschnittlich acht User-Kommentare ein. Im Gegenzug erweist sich der FDP-Mann als nicht sehr reaktionsfreudig: Seine Diskussionsfreude innerhalb der Kommentarspalten ist niedrig.
Die Peaks bei den Beiträgen im April, Juni, Oktober und November 2015 sind verschiedenen Wahlen zu verdanken. Im April fanden die Zürcher Kantonsratswahlen statt; im Juni der zweite Wahlgang bei den Regierungsratswahlen und im Oktober und November die Wahlen für das eidgenössische Parlament. Die Ursache des User-Peaks im Februar ist bei einer Rundschau-Sendung zu finden, welche die Community zu einigen Kommentaren anregte. Herr Noser verstand es da, sich selbst in Szene zu setzten. Der Post umfasste einen Link zum Video seines Auftrittes, wo er zum Thema Masseneinwanderungsinitiative und das Verhältnis seiner Partei zur SVP sprach.
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Die Baisse im Mai gibt eine Facebook-Untätigkeit von Herr Noser wieder. Grundsätzlich konnten sachpolitische Themen kaum zu Peaks verhelfen; weder Noser selbst, noch die User gingen gross auf Abstimmungsthemen ein. Einzig die Erbschaftsteuerreform (Abstimmung 14.06.2015) konnte einige Einträge generieren.
Mit seiner Wahl zum Zürcher Ständerat setzte Ruedi Noser seiner aktiven Social-Media Phase ein Ende und kehrte wieder auf das Niveau vor dem Wahlkampf zurück. Idealer wäre eine weniger wahlkampfzentrierte Kommunikation.[2] Der Post mit den meisten Kommentaren und Likes ist eine Danksagung Nosers für alle Wählerstimmen am 22.11.2015. Deshalb erstaunt es nicht, dass die User im Dezember einen Peak verursachen, der auf ebendiese Gratulationsbekundungen zur Vereidigung als Ständerat zurückzuführen ist.
VORTEIL DIALOG
Der Aspekt des Dialoges scheint, zumindest auf Facebook, ganz passabel zu funktionieren: Noser bietet den Usern eine Diskussionsplattform. Er selbst beteiligt sich jedoch nur selten an der Diskussion. Zum Vergleich: Auch Bei Twitter lässt er sich kaum auf persönliche öffentliche Nachrichten ein. Nur ca. 3% aller Tweets wurden mit Empfänger versendet.
Social-Media in der Schweizer Politik wird als Mittel für die zielgerichtete Kommunikation verstanden.[3] Die Möglichkeit der Interaktion wird grösstenteils missachtet. Ruedi Noser bildet hier keine Ausnahme.
KONTROLLE ÜBER DIE KOMMENTARSPALTEN
Bei jedem fünften Post durchschnittlich kommentiert Noser selbst in seinen Kommentarspalten. Genauer: Meist schaltete sich Noser gar nicht in die Diskussion ein (in 6 von 13 Monaten). Dass oftmals trotzdem schriftliche Dialoge unter den User entstanden sind, kann man als erfreulich ansehen. Noser und sein Team überlassen die Kommentarspalten indes ungeschönt der Internetöffentlichkeit. Dies obwohl die Tonalität nach dem ersten Wahlgang rauer geworden sei, so Noser.
Seine Inhalte verselbstständigen sich jedoch nicht. Die Inhalte, die Noser bereitstellt, sind grösstenteils sehr sachlich und bieten wenig Angriffsfläche, oder je nach Blickwinkel- wenig Potential zur Weiterverbreitung.
INHALTLICHE KATEGORISIERUNG
Die inhaltliche Kategorisierung bestätigt, dass bereits bei Twitter angetroffene Bild: Statements sind Ruedi Nosers favorisierten Inhalte. Facebook wird zudem durch ihn zusätzlich häufig für Informationen über Veranstaltungen, welche bereits stattgefunden haben, gebraucht. Vergleicht man dies mit seinen Twitterinhalten, stellt man fest, dass dort eher auf zukünftige Events hingewiesen wurde. Da Facebook in der Grösse der Beiträge kein inhaltliches Limit kennt, nutzt Ruedi Noser dieses Medium für ausführlichere Posts, welche zum Beispiel ein Wrap-up über den Anlass vom letzten Abend zulassen. Die Danksagungen werden den Mobilisierungsbemühungen zugeordnet. So geschehen zum Beispiel am 6. November 2015: Ruedi Noser dankt in einem Post dem Nationalrat und Präsidenten der GLP für seine Stimme im Kampf um den zweiten Ständeratssitz.
AKTIVE FACEBOOKNUTZUNG
Ruedi Noser nutzt Facebook aktiv. Die Beiträge werden von ihm oder seinem Team getextet und versendet. Der Anteil der Beiträge, die er nur teilt, ist gering. Somit gelingt es ihm, auch ausserhalb der Wahlkampfzeit- einen lebendigen Account zu bewirtschaften.
Einen Vergleich zwischen Facebook und Twitter, sowie eine abschliessende Einschätzung liefert der finale vierte Teil der Serie zu Ruedi Noser.
Nicole Bosshard studiert an der Universität Zürich (MA) mit dem Hauptfach Politikwissenschaft und dem Nebenfach Publizistik und Kommunikationswissenschaften.
Daten
Die Ergebnisse resultieren aus zweierlei Quellen. Zum einen aus der Betrachtung von Ruedi Nosers Inhalte auf seinen Social- Media-Kanälen: Twitter, Facebook, Instagram und Youtube. Die Daten wurden erhoben und zu einem verwertbaren Datensatz zusammengefügt. Zum anderen wurde Ruedi Noser schriftlich interviewt. Der Untersuchungszeitraum für die inhaltliche Auswertung erstreckt sich vom 1.1.2015-31.01.2016.
Die Kategorisierung der Inhalte von Facebook und Twitter wurde bereits durchgeführten Studien nachempfunden und deren Codierungssystem teilweise adaptiert. [4][5][6]
[6] Solop, Frederic I. (2010): „RT @ BarackObama we just made history“: Twitter and the 2008 Presidential Election. In: Hendricks, John Allen and Denton, Jr., Robert E. (Hrsg.): Communicator- in- Chief. How Barack Obama Used New Media Technology to Win the White House. Plymouth: Lexington Books, 37-49.
Mit welchen Inhalten versucht Ruedi Noser auf seinem Twitteraccount Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Diese Frage wird im zweiten Teil der Serie zur Social-Media-Einzelfallbetrachtung von Gastautorin Nicole Bosshard beantwortet.
Wie verhält sich Ruedi Nosers Online-Wahlkampf Strategie im parteiinternen Vergleich und im Vergleich zu seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern im letzten Wahlkampf? Analysen zeigen, dass die FDP in Punkto Twitter-Aktivität im letzten eidgenössischen Wahlkampf im Vergleich zu anderen nationalen Parteien führend war.[2] Der direkte Vergleich zu seinen Kollegen im Kampf um die Parlamentssitze zeigte, dass auch Ruedi Noser bei Twitter ein hohes Rating (= hohe Aktivität) im Wahlkampf aufwies.[3] Inhaltich konzentriert sich Noser generell mehrheitlich auf informative Angebote. Private Inhalte sind rar, Spendengeldaufrufe fehlen gänzlich.
WAS BEWIRKEN TWEETS
Noser scheint den direkten Weg zur Öffentlichkeit durch Social-Media zu schätzen. Eines seiner Ziele ist es, ungefiltert Themen zu setzen. Die Medien oder der Journalist fungieren im publizistischen Verständnis als Watchdog, welche die Themen auf Grund von internen und externen Normen filtern. Twitter kann diese Systematik unter Umständen umgehen, indem Tweets direkt an breiteres Publikum weitergegeben werden können. Dies führt oftmals zu einem Deutungsverlust des Urhebers des Tweets bzw. der Botschaft. Dies weisen Experten als Schwäche der politischen Kommunikation auf Social-Media aus: Inhalte können sich verselbstständigen und aus dem ursprünglich gemeinten Kontext befreien. [4] Diese Verselbstständigung kann jedoch auch zu Viralität führen. Falls ein selbstgetexteter Inhalt eines Politikers viral geht, bedeutet dies kostenlose Weiterverbreitung eines intendierten Inhaltes. Folgen davon können wiederum Aufmerksamkeit, Bekanntheit und im besten Falle sogar Wählerstimmen sein.
MEDIENFLIEGENFALLE
Twitter kann als «Medienfliegenfalle» dienen. [5] Dahinter steckt der empirisch belegte Gedanke, dass zahlreiche Journalisten Twitter nutzen, um (unter anderem) neue Ideen zu generieren.[6] Politiker und Journalisten sind in Netzwerken verlinkt, sodass der Informationsfluss direkt erfolgen kann. Forscher der Universität Zürich bestätigen dies auch für die Schweizer Branche Wahlkampfleiter der grossen Schweizer Parteien versichern, dass parteiliche Social-Media-Nutzung tatsächlich die Intention verfolgt, Agenda-Setting zu betreiben. [7] Der Kampagnenführer von FDP Schweiz hält sich da etwas genereller und spricht von Social-Media als Kommunikationsinstrument im Allgemeineren. [8]
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WAS GETWEETED WIRD
Die inhaltliche Kategorisierung der Tweets zeigt, dass das politische Statement als wichtigster Inhalt verwendet wird. Darauf folgen Links zu Medienbeiträgen und Links zur Weiterleitung auf die eigene Seite, oder die Webseite der FDP. Veranstaltungshinweise werden ebenfalls sehr gerne und oft geteilt. Dabei wurde zwischen Veranstaltungen aus der Vergangenheit, gerade stattfindende oder zukünftigen unterschieden. Twitter als Livemedium bediente Noser diesbezüglich am liebsten, dichtgefolgt von Hinweisen auf nächstens stattfindende politische Events.
Damit kann sich ein Noser-Follower gut informiert fühlen und sich allenfalls entscheiden, an einer nächsten Veranstaltung teilzunehmen. Die Grenzen zwischen Information und Mobilisierung sind in einem solchen Fall fliessend. Wahlaufforderungen, Danksagungen und sonstige Tweets werden weniger gezwitschert. Auf Spendenaufrufe verzichtet Noser gänzlich. Ein Experte für digitale Kampagnen meint dazu, dass es hierzulande als unhöflich gälte, Wahlkampffinanzierungen direkt anzufordern. [9]
NOSER VS. OBAMA
Ein inhaltlicher Vergleich zwischen Obamas Wahlkampf 2008 und Nosers 2015 zeigt, dass es Noser nicht so gut versteht, sich selbst zu vermarkten. Damals nutze Obama 63% seiner Tweets als Referenz auf seine eigene Seite.[10] Der Ständerat nutzte bloss in 15% seiner Tweets die Möglichkeit, auf seine Seite zu verweisen. Natürlich ist ein direkter Vergleich der beiden mit Vorsicht zu geniessen. Während Obama viele Ressourcen in den Online-Wahlkampf investieren konnte und damit sowohl Geld, Personal wie auch Know-How aufwenden konnte, hatte Noser höchst wahrscheinlich nur ein Bruchteil dessen zur Verfügung.
Beispiel für eine Danksagung auf Twitter: Diese Tweet generierte am meisten Likes und am zweitmeisten Reetweets.
PASSIVER TWITTERER
Die Betrachtung der Tweets zeigt überdies, dass gut die Hälfte (51%) aller Tweets Retweets (kein selbstständiges Verfassen- sondern Weiterverbreiten) sind. Die Möglichkeit passiv Inhalte zu verbreiten, ist natürlich verlockend. Damit kann ohne redaktionellen oder zeitlichen Aufwand Inhalt an die Follower gebracht werden.
Ist das vielleicht der Grund, wieso quantitativ mehr Inhalte auf Twitter als auf Facebook generiert wurde? So viel sei dem nächsten Teil vorweggenommen, auf Facebook war Ruedi Noser um einiges aktiver.
Nicole Bosshard studiert an der Universität Zürich (MA) mit dem Hauptfach Politikwissenschaft und dem Nebenfach Publizistik und Kommunikationswissenschaften.
Daten
Die Ergebnisse resultieren aus zweierlei Quellen. Zum einen aus der Betrachtung von Ruedi Nosers Inhalte auf seinen Social- Media-Kanälen: Twitter, Facebook, Instagram und Youtube. Die Daten wurden erhoben und zu einem verwertbaren Datensatz zusammengefügt. Zum anderen wurde Ruedi Noser schriftlich interviewt. Der Untersuchungszeitraum für die inhaltliche Auswertung erstreckt sich vom 1.1.2015- 31.01.2016.
Die Kategorisierung der Inhalte von Facebook und Twitter wurde bereits durchgeführten Studien nachempfunden und deren Codierungssystem teilweise adaptiert. [10][11][12]
[4] Schulz, Winfried (2008): Politische Kommunikation. Theoretische Ansätze und Ergebnisse empirischer Forschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
[5] Jungherr, A. (2009): Twitternde Politiker: Zwischen bunten Rauschen und Bürgernähe 2.9. In: Bieber, Christoph, Eifert, Gross, Thomas und Lala, Jörn (Hrsg.): Soziale Netze in der digitalen Welt: Das Internet zwischen egalitärer Beteiligung und ökonomischer Macht. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 99-127.
[9] Graf, Daniel (2016): “Eine Zäsur für die Schweiz”. Tages-Anzeiger. 02.03.2016. S.33.
[10] Solop, Frederic I. (2010): „RT @ BarackObama we just made history“: Twitter and the 2008 Presidential Election. In: Hendricks, John Allen and Denton, Jr., Robert E. (Hrsg.): Communicator- in- Chief. How Barack Obama Used New Media Technology to Win the White House. Plymouth: Lexington Books, 37-49.
[11] Lesen Sie mehr dazu in einem Paper von Graham und Koautoren.
[12] Mehr zu Obama und Facebook finden Sie im Paper von Robertson, Vatrapu und Medina.
Social-Media hat Potential. Für Politikerinnen und Politiker kann eine intelligente Social-Media-Strategie bestenfalls mit Wählerstimmen belohnt werden. In der vierteiligen Serie werden zweiKommunikationsinstrumente genauer beleuchtet. Die Gastautorin Nicole Bosshard untersucht dafür den Auftritt von FDP-Ständerat Ruedi Noser auf Social-Media .
Anhand des Einzelfallbeispiels des Zürcher FDP-Politikers Ruedi Noser beleuchtet diese Serie den Wahlkampf in den sozialen Medien. Aufbauend auf einer theoretischen Kontextualisierung im ersten Teil, liefern Analysen zu Twitter im zweiten Teil und Facebook-Aktivitäten Nosers im dritten Teil Erkenntnisse zu dessen Social-Media-Aktivität. Abgeschlossen wird die Serie mit einem Vergleich der verschiedenen Netzwerke.
AMERIKANISCHE VORREITER
Die Betrachtung von digitalen Wahlkämpfen ist nicht neu und hat ihren Weg ausgehend von den USA, über Deutschland auch in die Schweiz gefunden. In den USA begannen bereits 1992 die ersten «Internetwahlkämpfe» der Präsidentschaftskandidaten. [2][3] Bill Clinton war der Erste, der damals in Textform Kampagneninformationen im Internet veröffentlichte. 1999 wurde durch einen weiteren demokratischen Kandidaten das erste Mal eine Million Dollar Spendengelder gesammelt. Im Jahre 2004 wurde vom Kandidaten Howard Dean erstmals eine professionelle Onlinestrategie umgesetzt, welche das Ziel verfolgte, die Partizipation zu steigern. Bis heute ist die Kampagne von Obama an Fundraisingerfolg und Präsenz nicht zu toppen. [4][5]
DEUTSCHE IMITATION
Die Deutsche Politikelite imitierte den amerikanischen Wahlkampf mit einiger Verspätung. So nutzten die Deutschen Parteien erst ab 2009 gezielt Web-2.0-Angebote. [6] Die Deutschen Parteien und Politiker fingen nicht nur später mit der Nutzung an, sondern nutzten das Internet auch weniger effizient. Punkte wie die Beschaffung von Spendengeldern, die Datensammlung- und Analyse, sowie die Organisation von Freiwilligen wurden vernachlässigt. [5][7]
WO STEHT DIE SCHWEIZ?
Die Schweizer Parteien versuchen seit den Wahlen 2011 im Online-Segment übergreifend Fuss zu fassen. Seit den letzten Wahlen scheint die Betreibung von Netzwerkprofilen quasi unumgänglich für einen Kandidaten zu sein. [7][8]
Social-Media-Wahlkämpfe passen gut zum Schweizerischen Wahl-System. So funktionieren die grösstenteils individuell geführten Wahlkämpfe und die Pflege von Netzwerkauftritten gut miteinander. [9] Die Nutzung der Parteien und der Politikerinnern und Politiker ist von gutem Willen gekennzeichnet. Die parteilichen Nutzungen haben sich ebenfalls langsam aber stetig entwickelt. [8] Einzelne Social- Media- User haben es verstanden, ihre Community auszubauen, mit Inhalten zu bedienen und damit politische Kommunikation zu betreiben. Andere hingegen (noch) nicht. [10]
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ERWARTETER NUTZEN
Ein digitaler Wahlkampf ist mit einer Symbolik behaftet: Kandidierende weltweit versuchen mittels online Wahlkampagnen Modernität zu demonstrieren und damit Wählernähe zu symbolisieren. [11] Man lebt am Puls der Zeit, weiss, was die jungen Menschen bewegt und versucht so, Politik und Inhalte (Massen-) medial und selbstgerichtet zu verbreiten. Dies soll in Berichterstattungen münden oder bestenfalls Wählerstimmen generieren. [5][7] Ob die Internetnutzung politische Partizipation beeinflussen kann, ist sich die Wissenschaft uneinig. [5] Es gibt einige Faktoren, welche einen Entscheid zum Urnengang beeinflussen können: Nebst dem demografischen und politischen Hintergrund des potentiellen Wählers, und dem politischen Interessen spielt der digitale Informationskonsum nur eine Nebenrolle. [11] Jedoch vermag eine intelligent umgesetzte Social-Media-Strategie mindestens Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. [12]
MEHRKANALSTRATEGIEN
Die Bedienung von verschiedenen Social-Media-Netzwerken dient dem gleichen Zweck: Das Erreichen von politik-interessierten Menschen, die im besten Falle für das eigene Anliegen oder die eigene Person stimmen oder wählen. Die Hoffnung der Bedienung von Mehrkanalstrategien (Twitter, Facebook, Instagram, YouTube, etc.) besteht darin, durch verschiedene Accounts unterschiedliche Personen ansprechen zu können. Eine Mehrkanalstrategie wird als wünschenswert erachtet. [6]
SOCIAL-MEDIA-DATEN UND WISSENSCHAFTLICHE ANALYSEN
Forschende weltweit sind sich noch nicht einig, inwiefern sich Social-Media-Daten für wissenschaftliche Analysen eignen. Trends für die Popularität der Partei, des Themas oder des Politikers können auf alle Fälle daraus gewonnen werden. Die Einzelfallbetrachtung erlaubt es, genauer auf die Fragen einzugehen, wie und warum Social-Media eines Schweizer Politikers betrieben wird, wie Herangehensweisen aussehen können und wie erfolgreich deren Implementierung sein kann. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Erkenntnisse der Analyse nicht generalisiert oder pauschalisiert werden können, sondern der Entwicklung einer wirkungsvollen Social-Media-Strategie dienen soll. [13]
RUEDI NOSER
Ruedi Noser eignet sich besonders gut als Fallbeispiel. Als Unternehmer gehört er einer der grössten Berufsgruppen im eidgenössischen Parlament [14] an. Männer stellen nach wie vor die Mehrheit der Schweizer Politiker. Als Zürcher repräsentiert er den bestvertretenen Kanton der Schweiz im Parlament. Als FDP- Mann ist er Teil der (mitunter) meistvertretenen Partei im Ständerat der laufenden Legislatur. Mit seinen 54 Jahren liegt Noser zudem knapp unter dem Durchschnittsalter im Ständerat, welches bei 55 Jahren liegt. [15] Seine Social-Media-Bemühungen können somit als Grundlage für eine Beleuchtung von Gegebenheiten und Bedingungen eines Schweizer Parlamentariers in der Welt der sozialen Netzwerke dienen.
Diese Serie zeigt auf, dass ein Politiker viel Engagement für einen erfolgreichen Social-Media-Wahlkampf aufzuwenden braucht. Das Beispiel von Herr Noser illustriert dies eindrücklich.
[2] Roberston und seine Koautoren informieren hier über den Facebook- Gebrauch von Obama im Wahlkampf.
[3] Solop, Frederic I. (2010): „RT @ BarackObama we just made history“: Twitter and the 2008 Presidential Election. In: Hendricks, John Allen and Denton, Jr., Robert E. (Hrsg.): Communicator- in- Chief. How Barack Obama Used New Media Technology to Win the White House. Plymouth: Lexington Books, 37-49.
[4] Hendricks, John Allen and Denton Jr., Robert E. (2010): Communicator- in- Chief. How Barack Obama Used New Media Technology to Win the White House. Plymouth: Lexington Books.[5] Jungherr, Andreasund Schoen, Harald (2013): Das Internet in Wahlkämpfen. Konzepte, Wirkungen und Kampagnenfunktionen. Wiesbaden: Springer Fachmedien.
[6] Informieren Sie sich über die Schweizer Politik und Twitter hier.
[7] Jungherr, Andreas (2009): Twitternde Politiker: Zwischen bunten Rauschen und Bürgernähe 2.9. In: Bieber, Christoph, Eifert, Gross, Thomas und Lala, Jörn (Hrsg.): Soziale Netze in der digitalen Welt: Das Internet zwischen egalitärer Beteiligung und ökonomischer Macht. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 99-127.
[8] Lesen sie den Beitrag von Ulrike Klinger : Mastering the Art of Social Media.
Natürlich hat uns wundergenommen, wer sich auf Twitter zum Thema äussert. Deshalb zeigen wir Ihnen die Top-20 Twitterer. Interessanterweise hat sich auch der Tages-Anzeiger in dieser Liste eingereicht und das sogar in den Top 10.
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Wordcloud
Die Auswertung der häufigsten Wörter (mind. 30 Erwähnungen) der Tweets zum Thema ergibt folgende Wordcloud. Das die SVP am häufigsten erwähnt wurde, überrascht nicht. Auch die Diskussion zu möglichen Sprengkandidaten wurde auf Twitter aufgenommen.
Hat der Kandidat gewonnen, dessen Hashtag am meisten verwendet wurde?
Auf Twitter wurde der Hashtag #aeschi im Vergleich zu den zwei anderen offiziellen SVP Bundesratskandidaten deutlich stärker verwendet. Der tatsächliche Sieger Guy Parmelin lag klar im Hintertreffen. Das selbe galt für Norman Gobbi.
In früherern Blogposts hatten wir uns bereits mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich aus den «digitalen Spuren» des kollektiven Informationsverhaltens Rückschlüsse auf das Erfolgspotenzial einer Kandidatur ziehen lassen. Die Ständeratswahl 2015 im Kanton Zürich bietet sich an, um dieser Frage erneut nachzugehen. Gewinnt auch im zweiten Wahlgang der «Klick-König»?
Daniel Jositsch: nicht nur Panaschier- sondern auch Zürcher Klick-König
Im ersten Wahlgang der Zürcher Ständeratswahl 2015 hat Daniel Jositsch als einziger das absolute Mehr erreicht und somit im ersten Anlauf den Sprung ins «Stöckli» geschafft. Mit einem Durchmarsch des Sozialdemokraten wurde im Vorfeld nicht gerechnet, obwohl er als Favorit gehandelt wurde. Daniel Jositsch hat in den zwei Wochen vor dem Wahlsonntag die meisten Wikipedia-Aufrufe verzeichnet. Sein Eintrag verzeichnete beträchtliche 28% des Gesamttraffic all dieser Kandidaten. Er verzeichnete beträchtliche 10% mehr als der zweitplatzierte Ruedi Noser. Am Wahlsonntag ging es für ihn dann per «Schnellzug» nach Bern ins Stöckli.
Lies dies das hohe Interesse an seiner Person, welches sich in der Wikipedia-Nutzungsstatistik wiederspiegelt, erahnen? Natürlich mahnen wir zur Vorsicht, wenn es um die Vorhersage von Wahlresultaten anhand solcher Daten geht. Wie bereits erwähnt verfolgen wir in erster Linie experimentelle Zwecke. Da im Kanton Zürich bei Ständeratswahlen lediglich leere Listen und keine offiziellen Wahlempfehlungen mit den Angaben zu den Kandidierenden in die Haushalte flattern, ist es jedoch möglich, dass die «Klicks» bis zu einem gewissen Grad auch Aufschluss über die Wahlabsichten bietet – zumindest theoretisch.
Umfrage SR: Was denken Sie, wer gewinnt den zweiten Wahlgang in Zürich?
Bastien Girod (60%)
Hans-Ueli Vogt (4%)
Ruedi Noser (36%)
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Wo findet der zeitgenössisch politisch interessierte Bürger Informationen zu Wohnort, Partei und Beschäftigung seines Wunschkandidaten, wenn nicht via Google bzw. auf Wikipedia? Gut möglich, dass manch potentieller Wähler vor dem Ausfüllen des Wahlzettels googelt und den Wikipedia-Eintrag des Kandidaten konsultiert. Die Abrufstatistiken vor dem ersten Wahlgang lassen dies durchaus als plausibel erscheinen. Die folgende Grafik zeigt die Anteile der Kandidaten in den zwei Wochen vor dem ersten Wahlgang. Unangefochtener Spitzenreiter ist Daniel Jositsch. Auf der zweiten Position folgt Noser. Einzige Abweichung in der Reihenfolge: Hans-Ueli Vogt.
Der zweite Wahlgang wird zum Thriller
Daniel Jostischs direkter Sprung in den Ständerat trägt dazu bei, dass sich die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang äusserst spannend gestaltet. Im Rennen bleiben Ruedi Noser (FDP), Hans-Ueli Vogt (SVP) und Bastien Girod (Grüne). SVP Präsident Toni Brunners Angebot eines bürgerlichen Kuhhandels – Vogt würde zugunsten von Noser in Zürich verzichten, wenn Philipp Müller im Aargau dem SVP-Kandidaten den Vorzug lassen würde – ist bei der FDP Führung auf wenig Gegenliebe gestossen. Daher bleibt das Rennen offen. Noser wird zwar als Favorit gehandelt doch Girod holt auf, zumindest laut Wahlbörse des Tagesanzeigers.
Ein rein linkes Zürcher Ständeratsduo wäre ein politisches Novum und ist sicherlich nicht das wahrscheinlichste Szenario. Entscheidend wird sein, wem die Stimmen der nicht mehr antretenden Kandidaten zufliessen werden. Da im zweiten Wahlgang nur noch das relative Mehr zählt, bleibt jedoch wirklich alles möglich, je nachdem wer die meisten Stimmen der ausgeschiedenen bzw. gewählten Kandidaten auf sich vereinen kann.
Schafft es auch im zweiten Wahlgang der Kandidat mit dem «Klick-Mehr» INS Stöckli?
Die folgenden Grafiken zeigen die digitale Augangslage bis zum 14. November 2015. Noser liegt momentan noch in Führung. Doch sein Vorsprung ist klein. Er liefert sich ein veritables Kopf-an-Kopf-Rennen mit Girod.
Neben dem Ergebnis der gestrigen Wahlen gab wie häufig auch die Wahlbeteiligung zu reden. Mit 48.4 Prozent haben weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten tatsächlich gewählt. Im Kanton Zürich war die Beteiligung mit 47.2 Prozent sogar noch leicht tiefer, obwohl sie im Vergleich zu 2011 um 0.4 Prozentpunkte angestiegen ist. Was bedeutet die Wahlbeteiligung aber für die einzelnen Parteien? Wir haben dazu die Daten auf Gemeindeebene für den Kanton Zürich untersucht.
Das Ziel eines Wahlkampfes ist grundsätzlich immer, möglichst viele Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Dies kann eine Partei einerseits dadurch erreichen, dass sie Wähler von anderen Parteien abwirbt. Andererseits geht es darum, möglichst viele potenzielle Parteianhänger zu mobilisieren – also latente Sympathisanten zu tatsächlichen Wählern zu machen. Da es eher schwierig ist, die Parteipräferenz eines Wählers zu verändern, ist die Hauptaufgabe von politischen Kampagnen die latenten Präferenzen zu aktivieren und in erster Linie die bestehenden Überzeugungen zu bestärken – sprich die Mobilisierung. [1]
Umfrage SR: Was denken Sie, wer gewinnt den zweiten Wahlgang in Zürich?
Bastien Girod (60%)
Hans-Ueli Vogt (4%)
Ruedi Noser (36%)
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Die erste Grafik vergleicht die Differenz der Stimmenanteile aller Parteien zwischen 2015 und 2011 mit der Differenz in der Wahlbeteiligung pro Gemeinde. Auf den ersten Blick fällt auf, dass die FDP einen positiven Trend aufweist. Bei genauerem Hinsehen trifft das auch für die CVP und die BDP zu. Was bedeutet das? Das heisst, dass diese Parteien in Gemeinden tendenziell erfolgreicher waren, in denen der Wähleranteil 2015 höher war als 2011. Mit anderen Worten scheinen diese Parteien, allen voran die FDP, ihre Anhänger möglicherweise erfolgreicher mobilisiert zu haben als noch bei den letzten Wahlen.
Polparteien weisen den gleichen Trend auf
Bei den beiden wählerstärksten Parteien im Kanton, der SVP und der SP, sieht man hingegen eine umgekehrte Tendenz. Beide Polparteien holten tendenziell in jenen Gemeinden mehr Stimmenanteile, in denen die Wahlbeteiligung 2015 tiefer war im Vergleich zu 2011.
Erst mit den Daten der Nachwahlbefragungen (Selects) [2] wird sich sagen lassen, welche Partei ihre Anhänger wie stark mobilisieren konnte. Der erste Augenschein für den Kanton Zürich deutet jedoch an, dass hier tendenziell die FDP erfolgreich mobilisierte, während die SVP und die SP eher von der erneut allgemein tiefen Stimmbeteiligung profitiert haben. Was nicht zwingend heisst, dass die beiden Polparteien ihre Wähler besonders erfolgreich mobilisiert haben, aber dass es anderen Parteien eben möglicherweise weniger gut gelang als noch bei den letzten Wahlen.
Die Gemeinden im Vergleich
Die untenstehende Grafik zeigt denselben Vergleich der Differenz im Wähleranteil zur Differenz in der Wahlbeteiligung getrennt für jede Partei in allen Zürcher Gemeinden. Dies veranschaulicht einige zusätzliche interessante Entwicklungen. So wird zum Beispiel deutlich, dass die GLP in allen Zürcher Gemeinden ausser in Marthalen an Wähleranteilen verloren hat im Vergleich zu 2011. Bei den Grünen und der BDP giibt es ein paar positive Bilanzen mehr, aber auch sie mussten in den meisten Gemeinden Verluste einfahren. Die FDP hingegen legte bis auf ein paar Ausnahmen in fast allen Gemeinden an Wählern zu. Interessanterweise ist die Streuung bei der SVP am grössten: Sie reicht von einem Minus von sieben Prozentpunkten in Hüttikon bis zu einem Zuwachs um fast neun Prozentpunkte in Hüntwangen. Zudem wird ersichtlich, in welchen Gemeinden die Wahlbeteiligung gestiegen und wo sie gesunken ist im Vergleich zu 2011. Aber klicken Sie doch selbst:
[1] vgl. Gerber, M. & Bühlmann, M. (2014). Do Ads Add Up? The Impact of Parties’ Advertisements on the Stability of Vote Choice at the Swiss National Elections 2011. In: Swiss Political Science Review 20(4): 632–650.
Wie aktiv die einzelnen Parteien auf den Sozialem Medien agieren, haben wir bereits hier untersucht. Für diesen Beitrag weiten wir unseren Blick über die Parteien aus. Im Fokus steht die Frage, wer sich wie stark an der Debatte beteiligt hat und wir zeigen, wie die SVP den Diskurs mitprägt.
Um den Wahlkampf 2015 auf Twitter zu untersuchen, haben wir alle Tweets zu den Hashtags #WahlCH15 und #CHVote heruntergeladen. Das sind total 22’089 Tweets.[1] Die Anzahl der Tweets zeigt einen klaren Anstieg über die Zeit. Wenig überraschend wurde fünf Monate im Voraus noch relativ wenig zu den Wahlen gezwitschert – das ändert sich je näher die Wahlen rücken: Ab August 2015 ist der hiesige Wahlkampf auch auf Twitter lanciert.
Die offiziellen Parteiaccounts sind keinesweg die fleissigsten Twitterer. Von den Top 30 Accounts sind nur vier offzielle Parteiaccounts. Angeführt wird die Liste von @wahlch15. Einem Service-Account, der kaum eigene Tweets verfasst, sondern sich auf das Retweeten relavanter Tweets spezialisiert hat. Überraschend auch: Viele Nicht-Kandidaten sind vertreten. Mit @claudelongchamp, @cloudista, @sandroluescher und @Mark_Balsiger sind gleich vier Politikbeobachter in den Top 30.
Rang
Account
Rang
Account
Rang
Account
1
@wahlch15
11
@ActaVeritas
21
@politbox
2
@demokratie_ch
12
@GertschZame
22
@BrunoVanoni1
3
@ruediloeffel
13
@sabinereber
23
@spkantonbern
4
@DailyTalk
14
@evppev_be
24
@Mark_Balsiger
5
@FelixZRH
15
@srfnews
25
@KilianBrogli
6
@FDP_Liberalen
16
@David_Stampfli
26
@sandroluescher
7
@BenHuser
17
@cloudista
27
@samuelbalsiger
8
@nashtags
18
@JosefWiederkehr
28
@joergmaeder
9
@easyvote_ch
19
@GrueneZuerich
29
@rolnam
10
@LukiSami
20
@claudelongchamp
30
@buercher
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Aus welchem Lager kamen die Tweets?
Wie haben sich die Parteien geschlagen? Von den über 20’000 Tweets sind nur gerade knapp 6’000 eindeutig den Parteien zu zuordnen. Die Analyse beinhaltet nicht nur offizielle Parteiaccounts, sondern auch Accounts von Politikern auf allen drei Ebenen.[2] Was bereits andere Anlysen angetönt haben, bestätigt sich auch hier. Die Grünen sind nicht nur sehr präsent, sie twitterten auch am meisten zu den genannten Hashtags. Gefolgt sind sie von der SP und der FDP. Und es zeigt sich einmal mehr, dass Twitter nicht das Medium der wählerstärksten Partei ist. Mit knapp 4.5% aller Tweets aus dem Parteiumfeld belegt sie den viertletzten Platz.
Welche andereN Hashtags wurden verwendet?
Spannend wird es, wenn der Inhalt der Tweets genauer analysiert wird. Wir haben deshalb untersucht, welche anderen Hashtags am meisten mit #wahlCH15 und #chvote verwendet wurden. Interessanterweise führt hier die wählerstärkste Partei die Rangliste an. Obwohl die SVP auf Twitter nicht besonders aktiv ist, prägt sie den Diskurs markant mit – zumindest wenn es um die Hashtags geht. Offenbar gelingt es der Partei ohne grosse Aktivität relativ starken Eingang in das Online-Medium zu finden.
Platz
Hashtag
Platz
Hashtag
1.
#svp
11.
#govote
2.
#ef15
12.
#politbox
3.
#schweiz
13.
#stopsvp
4.
#wahlen
14.
#piraten
5.
#votenow
15.
#sp
6.
#gruenwaehlen
16.
#polch
7.
#cvp
17.
#wahlbarometer
8.
#wahlench
18.
#antigrau
9.
#parlch
19.
#chvote
10.
#fdp
20.
#mirlangets
In welchem Zusammenhang wird Über die SVP getwitschert?
Wenn die SVP nicht besonders aktiv ist, aber dennoch die Liste der meistmitgenannten Hashtags anführt, stellt sich natürlich die Frage, wie sich die Community über die SVP unterhält. Die wählerstärkste Partei wird hauptsächlich im Zusammenhang mit eigenen Themen wie der «Masseneinwanderung», dem «Asylchaos» oder «Sicherheit» erwähnt und dies tendenziell in einer negativen Tonalität. Beispielsweise enthalten relative viele Tweets mit dem Hashtag #SVP gleichzeitg auch den Hashtag #stopsvp.