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Ernährung in der Schwangerschaft
Grundsätzlich gilt es, in der Schwangerschaft eine möglichst abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung anzustreben. So unterstützen Sie auch, Ihren leicht erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf abzudecken. Bei gewissen Nahrungsmitteln ist allerdings Vorsicht geboten, damit die Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht gefährdet wird. In diesem Blogbeitrag finden Sie die wichtigsten Empfehlungen in Kürze.
Erhöhter Energie- und Nährstoffbedarf
Die oft verbreitete Annahme, dass Sie in der Schwangerschaft für zwei essen müssen, ist nicht korrekt. Sie benötigen lediglich ab dem 4. Schwangerschaftsmonat ein kleines Energieplus, das sich beispielsweise durch eine zusätzliche Zwischenmahlzeit oder etwas grössere Portionen bei den Hauptmahlzeiten erreichen lässt. Auch beim Protein ist der Bedarf erst ab dem 2. Trimester erhöht und kann durch eine zusätzliche Portion eines Milch- oder Getreideproduktes am Tag leicht abgedeckt werden. Im Fokus steht zudem eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, welche die Entwicklung des Kindes positiv beeinflussen. Idealerweise planen Sie deshalb 1-2 mal pro Woche fetthaltigen Fisch wie Lachs, Thunfisch oder Sardellen ein. Auch Leinöl, Rapsöl und Baumnüsse liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
Mit einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung decken Sie Ihren Vitamin- und Mineralstoffbedarf weitgehend ab. Auf Ihre Folsäure-, Vitamin D-, Eisen- und Jodzufuhr sollten Sie ein besonderes Augenmerk legen. Bei diesen Nährstoffen haben Sie in der Schwangerschaft einen erhöhten Bedarf.
Verhindern von Lebensmittelinfektionen
Um eine Lebensmittelinfektion, welche die Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes beeinträchtigen kann, zu vermeiden, sollten Sie während der Schwangerschaft folgende Empfehlungen beachten:
- Vermeiden Sie tierische Rohprodukte wie Rohmilch, rohe Eier oder rohes Fleisch (Tartar)
- Vermeiden Sie Weich- und Halbhartkäse aus roher und pasteurisierter Milch. Unbedenklich ist der Verzehr von Extrahart- und Hartkäse aus roher und pasteurisierter Milch (Rinde entfernen)
- Konsumieren Sie nur pasteurisierte, hochpasteurisierte oder UHT-Milch und Milchprodukte (Joghurt, usw.)
- Essen Sie keine Leberprodukte in den ersten 12 Schwangerschaftswochen
- Trinken Sie höchstens 2 – 3 Tassen Kaffee am Tag
- Trinken Sie mässig andere koffeinhaltige Getränke (grüner oder schwarzer Tee)
- Trinken Sie möglichst keine chininhaltigen Getränke
- Verzichten Sie vollständig auf Schwertfisch, Marlin/Speerfisch und Hai
- Essen Sie eingepfeffertes Wildfleisch höchstens zweimal pro Woche in Portionen à max. 200 g
- Hände waschen vor und nach der Zubereitung einer Mahlzeit und ebenso vor dem Essen
- Gründliches Waschen von Früchten und Gemüse
Gestationsdiabetes
Um die 25. Schwangerschaftswoche herum wird bei Schwangeren standartmässig ein Test durchgeführt, um eine allfällige Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig zu erkennen und entsprechend behandeln zu können. Dies ist wichtig, um ein zu hohes Geburtsgewicht und damit einhergehende spätere Stoffwechsel-Probleme zu vermeiden. Bei einem positiven Testergebnis erfolgt die Behandlung im Rahmen von Ernährungsempfehlungen und/oder mit Hilfe von Insulin. Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe und ein multiprofessionelles Team (Ernährungsberatende, Diabetesberatende sowie Fachärztinnen und Fachärzte Endokrinologie) unterstützen Sie dabei. So erfahren Sie in der Ernährungsberatung mehr über die verschiedenen Kohlenhydratarten, die Kohlenhydratlieferanten, wie Sie einen Blutzuckeranstieg mithilfe der Ernährung bremsen können, wie Sie Ihr Menü ideal zusammenstellen und wie eine geeignete Mahlzeiten-Tagesstruktur aussieht.
Kurzinterview mit Frau De Nardo-Basler (Jg. 1987, Gestationsdiabetes in der 2. Schwangerschaft)
Worauf haben Sie besonders geachtet? Anders als bei der 1. Schwangerschaft?
Frau De Nardo-Basler: Bei meiner 2. Schwangerschaft habe ich von Anfang an auf Süsses verzichtet. Ich hatte aber auch gar keine Lust darauf gehabt.
Wie liefen die Kontrollen in Bezug auf Ihren Gestationsdiabetes ab?
Frau De Nardo-Basler: Insgesamt hatte ich 5 Termine. Die Blutzuckerwerte wurden jeweils angeschaut und besprochen. Da die Werte immer in Ordnung waren, habe ich mich dann weniger eingeschränkt, aber ich habe schon darauf geachtet, dass ich z.B. viel Gemüse esse. Die regelmässigen Kontrollen gaben mir ein Gefühl von Sicherheit.
Wie haben Sie die Blutzucker-Messungen erlebt?
Frau De Nardo-Basler: Zu Beginn hatte ich ein wenig Angst davor, da musste ich aber auch noch 4x täglich messen. Anschliessend reduzierte sich die Messung dann auf 2x am Tag. Die Messungen haben sich aber bald sehr gut in den Alltag integriert, so dass es gar kein Problem mehr für mich war, diese durchzuführen.
Wie hat die Ernährungsberatung Sie dabei unterstützt?
Frau De Nardo-Basler: Ich habe sehr viel gelernt, z.B. was «böser» Zucker ist. So war mir nicht bewusst, wieviel Zucker ein Fruchtjoghurt beinhaltet. In der Beratung haben wir besprochen, welche Nahrungsmittel ich besser weglassen sollte und wie ich diese ersetzen kann. Ich erfuhr aber z.B. auch, dass ich Cola Zero trinken durfte, da dies keinen Einfluss auf den Blutzucker nimmt. Die Informationen, die ich in der Ernährungsberatung erhielt, gaben mir mehr Sicherheit und Freiheit bei meiner Nahrungsmittelauswahl.