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KURATORIN
Pauline Martin
WISSENSCHAFTLICHER BERATER*INNEN
Manuel Sigrist, Nathalie Boulouch, Jean-Marc Fournier, Tatyana Franck, Martin Vetterli
Als Ergebnis einer Zusammenarbeit, die Photo Elysée seit einigen Jahren führt, macht diese Ausstellung auf Bilder aufmerksam, die aus dem im Museum aufbewahrten Fonds Gabriel Lippmann stammen und mittels der Interferenz-Technik (dem sogenannten Lippmann-Verfahren) hergestellt wurden – einem Herstellungsverfahren für Farbbilder, für das Gabriel Lippmann im Jahr 1908 den Nobelpreis für Physik erhielt. Das Museum bewahrt das grösste Ensemble von Platten auf, die von Lippmann selbst angefertigt und in einer Institution gesammelt wurden (d. h. 137 Platten von fast 300 Platten, die über alle Kontinente verteilt sind).
Da es sich bei den Lippmann-Platten um komplexe fotografische Objekte handelt, die am Schnittpunkt mehrerer Disziplinen verortet sind, fanden Begegnungen zwischen Forschern unterschiedlicher Fachbereiche, insbesondere des LCAV des EPFL, aber auch der Sorbonne Université statt. Die Lippmann-Platte erlaubt es auch, die materielle und technische Komplexität der Fotografie wahrzunehmen, die im Zeitalter der vollständigen Digitalisierung bisweilen verkannt oder vergessen wird.
Die Ausstellung ist in drei Schwerpunkte aufgeteilt, die den grossen Forschungsbereichen entsprechen, mit denen die Lippmann-Platten verbunden sind: die Lippmann-Platte als museologisches Objekt oder die Wichtigkeit der visuellen Erfahrung; die Lippmann-Platte als wissenschaftlicher Gegenstand oder die Wichtigkeit des technischen Verfahrens und schliesslich die Lippmann-Platte als Gegenstand der Kunstgeschichte oder die Wichtigkeit des Bildes. Die Ausstellung ist Teil eines grösserem Forschungsprojektes mit dem Ziel, einen Catalogue raisonné der Lippmann-Platten zu initiieren, das parallel durchgeführt wird und längerfristig angelegt ist (2025–2026).
Pauline Martin
Manuel Sigrist, Nathalie Boulouch, Jean-Marc Fournier, Tatyana Franck, Martin Vetterli
Um die Komplexität der Interferenzfotografie zu verstehen hat sich Photo Elysée mit dem AudioVisual Communications Laboratory (LCAV) der Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) zusammengetan. Diese Partnerschaft ermöglichte es nicht nur, das Prozess zu erforschen, sondern auch, es auf innovative Weise zu erklären und das Publikum vorzustellen.
Die Vitrinen, in denen die Platten in dieser Ausstellung präsentiert werden, erforderten Forschungsarbeiten an der Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL), um ein einzigartiges Beleuchtungssystem zu schaffen, das für die Betrachtung jedes einzelnen Originalbildes geeignet ist.
Die Betrachtung einer Lippmann-Plakette ist meist eine einsame Erfahrung: Das Objekt kann jeweils nur von einer Person gut gesehen werden. Zu seiner Zeit führte Gabriel Lippmann Projektionen durch und ermöglichte es so einem großen Publikum, das gleiche Bild zur gleichen Zeit zu sehen und sich auf die wahrgenommenen Farben zu einigen. Mit Hilfe der EPFL konnten wir eine solche Projektion nachstellen, indem wir zeitgenössische Platten verwendeten, die dank der Forschung an der EPFL hergestellt werden konnten.