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Fabienne Schlumpf hat intensive, aber auch sehr erfolgreiche Tage hinter sich. Am Freitag verbesserte sie über 3000 m Steeple ihren eigenen Schweizer Rekord in Belfort (Fr), am Sonntag triumphierte die Zürcherin als erst fünfte Schweizerin beim Frauenlauf in Bern. Am Donnerstag steht mit dem Diamond-League-Meeting in Oslo bereits das nächste Highlight an.
Fabienne Schlumpf, in der Jahreswertung sind Sie die zweitbeste Europäerin hinter Gesa Felicitas Krause (De). Wie beurteilen Sie Ihre Form mit Hinblick auf die WM im August?
Schlumpf: Ich bin auf einem guten Weg. Es war das Ziel, dieses Jahr den Schweizer Rekord zu verbessern, aber einen Rekord kann man nicht planen. Ich wusste, dass ich gut in Form bin. Dass es in Belfort geklappt hat, freut mich sehr. Aber das Hauptziel diesen Sommer ist die WM in London. Ich hoffe, dass ich bis dann noch ein bisschen schneller werden kann.
Wenn Sie jetzt bereits ein WM-Ziel formulieren müssten: Wie würde dieses lauten?
Die Final-Qualifikation ist das Ziel. Ich war letztes Jahr in Rio schon einmal in einem Final auf Weltniveau, nun schätze ich mich stärker ein als vor einem Jahr.
Es wäre schön, wenn man meine Disziplin mehr kennen würde.
An der EM 2016 wurde Schlumpf ausgezeichnete Fünfte, an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro erreichte sie als einzige Schweizer Leichtathletin auf der Bahn den Final. Im September 2016 schob die 26-Jährige erstmals ein Probe-Höhentraining in St. Moritz ein, ehe sie im Februar 2017 ihre «Höhenkette» (drei mal vier Wochen in der Höhe) anfing.
Sie machen erstmals in Ihrer Karriere ein Höhentraining. Hat sich das bereits gelohnt?
Es ist noch zu früh, um das zu sagen. Wir werden das nach der Saison analysieren. Ich habe das Gefühl, dass ich den Schwung vom letzten Jahr mitnehmen konnte. Ich habe über all die Jahre konstant trainiert und blieb ohne Verletzung. Es scheint so, als würde sich die langfristige Planung auszahlen. Ich habe viel investiert, und es ist sehr schön, wenn sich das auszahlt.
Die 3000 m Steeple finden in der Schweiz wenig Beachtung. Frustriert Sie das manchmal?
Viele Leute kennen es nicht und ich muss oft erklären, was es ist. Ich mache das zwar gern, aber es wäre schön, wenn man die Disziplin mehr kennen würde. Aber international ist das Niveau sehr hoch, und es zieht langsam an in der Schweiz. Ich mache es ja für mich und messe mich an der starken internationalen Konkurrenz.
Nach der EM 2018 entscheide ich, ob ich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio Richtung Marathon wechsle.
Seit 10 Jahren werden Sie von Michi Rüegg trainiert, der gleichzeitig auch Ihr Partner ist. Ist das nicht manchmal schwierig?
Es funktioniert sehr gut, sonst würde ich das nicht schon so viele Jahre machen. Klar gibt es schwierige Situationen, aber die gibt es in jeder Trainer-/Athlet-Beziehung und auch in jeder anderen Beziehung.
Sie laufen auch Langstrecken, liebäugeln mit dem Marathon. Wie lange wird man Sie noch auf der Bahn sehen?
Das ist eine spannende Frage, aber ich kann sie nicht beantworten. Ich werde sicher bis zur EM 2018 in Berlin im Steeple starten. Dann entscheide ich, ob ich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio Richtung Marathon wechsle oder ob ich noch auf der Bahn bleibe und das Marathon-Projekt noch ein bisschen hinausschiebe.
In den Audio-Clips spricht Fabienne Schlumpf über ihre Erholungsfähigkeit, den einzigen Knick in ihrer Karriere und Trainieren im Ausland:
Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 9.6.2017, 23:00 Uhr / SRF zwei, sportpanorama, 11.6.2017, 18:15 Uhr
Zur Person
Fabienne Schlumpf (26) trainiert seit 2007 bei der TG Hütten. Die Zürcherin ist Schweizer Rekordhalterin über 3000 m Steeple, 10, 15 und 20 km Strasse sowie im Halbmarathon. Sie hat ein 20-Prozent-Pensum bei der Stadt Wetzikon.