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Das Ende des Kalten Krieges
Schwerpunkt: Die Jahre 1989–1991 bedeuten auch im Rückblick von mehr als 25 Jahren eine Epochenwende. Der Fall der Berliner Mauer – jener Grenzanlage, die Deutschland in Ost und West trennte –, der Fall des Eisernen Vorhangs, der Europa durchzog, sowie die Wiedervereinigung Deutschlands als auch der Zerfall der Sowjetunion hängen alle zusammen. Auf die Schweiz wirkten sich diese Ereignisse als Skandale aus und auf dem Balkan führten sie zu den Jugoslawienkriegen.
Der Schwerpunkt dieser Themeneinheit liegt vor allem auf der klassischen Politik. Dabei ist eine enge Verflechtung von Innen-, Wirtschafts- und internationaler Politik typisch. Geografisch liegt der Schwerpunkt auf der sogenannten Ersten und Zweiten Welt.
Ursachen: Die Ursachen des Kalten Krieges werden mit grösserem Gewicht behandelt als die Wirkungen. Eine Rückschau muss, der Struktur des Kalten Krieges entsprechend, zwischen Osten und Westen unterscheiden:
Im Osten hatte sich Lenins Revolutionsmodell der abgeschotteten Führung in Stalins Diktatur zementiert und in der Planwirtschaft so verdichtet, dass es nicht wieder aufgebrochen werden konnte. In den Achtzigerjahren versuchte Gorbatschow, dieses System zu reformieren.
Im Westen hatte sich die zunehmende Mitbestimmung der breiten Bevölkerung zur Entwicklung eines Sozial- und Wohlfahrtsstaates geführt. In den Achtzigerjahren postulierte der Neoliberalismus eine stärkere Betonung des Marktes und der wirtschaftlichen Selbstverantwortung.
Beiden Reformen gemeinsam war die Infragestellung des Staates als wirtschaftlicher und/oder sozialer Regulator.
Wirkungen: Die Wirkungen des Kalten Krieges werden relativ knapp behandelt und auf Ost- und Westeuropa und speziell auf die Schweiz und Jugoslawien bezogen, und zwar deshalb, weil weitere Schwerpunkte wie Globalisierung und Terrorkrieg die Wirkungen des Kalten Krieges ebenfalls thematisieren.
Kapitel 142.1
Reform-Ansatz im Ostblock
Diese Themeneinheit konzentriert sich auf die Sowjetunion. Sie befasst sich mit der Zeit vor Gorbatschow, um dann die Bedingungen aufzuzeigen, die seinen politischen Reformkurs behinderten. Die Themeneinheit fokussiert auf den gesellschaftlichen Aufbau und lässt ideologische Fragen, die unter Lenin, Stalin und teilweise Chruschtschow noch eine grosse Rolle spielten, ausser Acht.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.1.1 Nomenklatura
- 142.1.2 Nomenklatura mittlerer und untere Ebene
- 142.1.3 Gorbatschows Machtantritt
- 142.1.4 Perestroika
- 142.1.5 Scheitern
Kapitel 142.2
Neoliberalismus im Westen
Die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandlung im Osten ist augenfällig; diejenige im Westen weniger, weil hier kein System kollabierte. Trotzdem versucht die vorliegende Themeneinheit, die Wandlung der Marktwirtschaft und der Demokratie im Westen aufzuzeigen. Diese «neoliberale Wende» beeinflusst die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft heute noch stark, trug Ende der Achtzigerjahre durch ihre Aufbruchsstimmung – in Reagans USA sogar durch ihre Aggressivität – aber auch zum Ende des Kalten Krieges bei.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.2.1 Neoliberalismus
- 142.2.2 Wirtschaftspolitik Westen
- 142.2.3 Genferkonferenz
- 142.2.4 Reagans Rede
Kapitel 142.3
Umwälzung in der DDR
Im Zentrum dieser Themeneinheit steht die DDR, obwohl die Selbstbefreiung hier relativ spät (im Jahr 1989) erfolgte. Der Sturz der SED ebnet nicht nur den Weg für die Befreiung anderer Ostblockstaaten, sondern bereitete mit der Wiedervereinigung auch am deutlichsten die zweite Hälfte der Wende vor, nämlich den Anschluss des Ostblocks an den Westen.
Die Materialien sind vor allem für die vertiefte, quellengestützte Behandlung verschiedener Aspekte vorgesehen.
Ein aufschlussreiches Dokument über Gorbatschows Verachtung für Honecker findet sich ferner in den Tagebuchnotizen von Anatoli Tschernjajew, dem Berater Gorbatschows.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.3.1 Vorgeschichte
- 142.3.2 Bürgerrechtsbewegung
- 142.3.3 Schabowski Presse Panne
- 142.3.4 Abbildung im Lehrmittel
- 142.3.5 Wissenschaftliche Fragen
Kapitel 142.4
West-Integration
Obwohl Deutschland in dieser Themeneinheit im Vordergrund steht, deutet der Titel an, dass nicht nur die DDR mit der BRD wiedervereinigt wurden, sondern dass sich der Ostblock allgemein nach Westen hin orientierte.
Am Beispiel von Bürgerrechtskämpfern und -kämpferinnen in der DDR sollen auch andere Visionen zum Zug kommen. Diese Themeneinheit legt im zweiten Teil des Schwerpunktes drei Dossiers vor, die zu einer Bilanzierung und einer Diskussion der Resultate der Jahre 1989/90 einladen.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.4.1 Zwei Entwürfe für die Zukunft
- 142.4.2 Ende der Bürgerrechtsbewegung
- 142.4.3 Stärken und Schwächen der Wiedervereinigung
- 142.4.5 Weltpolitische Sicht auf Mauerfalls
Kapitel 142.5
Nachkommunistisches Russland
Diese Einheit rundet das Thema «Ende des Kalten Krieges» ab – und zwar mit jenem Ereignis, welches das Ende des Krieges besiegelte: dem Zerfall der Sowjetunion bzw. dem Eintritt der Nachfolgestatten in die nachkommunistische Ära.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.5.1 Putsch 1991
- 142.5.2 Erläuterungen zur Abbildung
- 142.5.3 Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
- 142.5.4 Entwicklung unter Boris Jelzin
- 142.5.5 Bilanzen
Kapitel 142.6
Die Schweiz 1989/90
Der Bezug des Kalten Krieges zur Schweiz bietet die Möglichkeit, dass die Schülerinnen und Schüler selbst tätig werden: Viele Informationen sind auf dem Netz vorhanden, auch die Medien stellen immer wieder Bezüge zu den Ereignissen her, die 1989/90 auch die Schweiz bewegten. In dieser Themeneinheit werden die drei gravierendsten herausgegriffen: der Rücktritt von Bundesrätin Elisabeth Kopp, die «Fichen-Affäre» und die Aufdeckung einer geheimen Widerstandsorganisation. Andere Ereignisse wie etwa die Armeeabschaffungsinitiative, die «Kristall»-Feiern zur Mobilmachung von 1939, die Aufdeckung der Nachrichtenorganisation P-27 und der Boykott der 700-Jahr-Feierlichkeiten 1991 durch Kulturschaffende können in diesem Zusammenhang thematisiert werden.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.6.1 Skandale
- 142.6.2 Rücktritt Elisabeth Kopp
- 142.6.3 Fichenskandal
- 142.6.4 Widerstandsorganisation P-26
Kapitel 142.7
Jugoslawiens Zerfall
Auch Jugoslawien zerfiel am Ende des Kalten Krieges. Seine Auflösung ist zunächst stellvertretend für den weitgehend friedlichen Zerfall des Ostblocks und angrenzender Staaten. Die Jugoslawienkriege der frühen Neunzigerjahre sind aber ein Beispiel dafür, welche destruktiven Energien beim Übergang von einer ideologischen zu einer ethnologischen Ordnung freigesetzt werden können.
Die Kriege werfen auch Fragen nach der Brutalität von Bürgerkriegen auf, nach ihrer Darstellung, nach der Möglichkeit und Grenze internationaler Intervention und nach der Weiterentwicklung von Konflikt- und Kriegsformen als «ethnische Säuberungen».
Die Themeneinheit konzentriert sich auf die Kriege der frühen Neunzigerjahre und streift den Kosovo-Konflikt nur.
Unterlagen zu den Unterkapiteln:
- 142.7.1 Übersicht
- 142.7.2 Brutalität der Kriege
- 142.7.3 Srebrenica
- 142.7.4 Der Bilderkrieg
- 142.7.5 Die Schweiz und die Jugoslawienkriege
- 142.7.6 Einordnung der Jugoslawienkriege