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Slalom: Junioren- & U23-Europameisterschaft in Budweis
Die diesjährigen Junior:innen- und U23-Europameisterschaften im Slalom fanden auf dem Kanal von Budweis in Tschechien statt. Ein ECA Cup im letzten Jahr hatte einigen U23-Athlet:innen die Möglichkeit gegeben, diesen Kanal zu entdecken. Für die grosse Mehrheit des Teams war es jedoch eine Premiere. Die Junior:innen reisten acht Tage vor Beginn der Wettkämpfe an, um auf dem Kanal zu trainieren. Die U23-Athlet:innen kamen zwei Tage später hinzu. Obwohl die Wasserqualität des Kanals als nicht sehr gut galt, litten die Athlet:innen nicht allzu sehr darunter und das Team konnte (mit einigen vorbeugenden Massnahmen für einige) eine gute Vorbereitung vor Ort absolvieren.
Nach einigen Trainigstagen entdeckte das Schweizer Team am Mittwochabend einen sehr selektiven und technisch anspruchsvollen Qualifikationsparcours. Die Ergebnisse vom Donnerstag und Freitag und vor allem die Gesamtzahl der Strafsekunden an den beiden Tagen bestätigten diesen Eindruck der beiden Trainer Pierre Labarelle und Frédéric Momot.
Der Qualifikationsmodus war wie folgt: Bei den Kajak Herren kamen die 20 Schnellsten aus dem ersten und die 10 Schnellsten aus dem zweiten Lauf weiter, in allen anderen Kategorien die 15+5 Schnellsten.
Das Schweizer Team konnte sich gut behaupten. 8 Athlet:innen qualifizierten sich bereits im ersten Lauf für das Halbfinale, 3 weitere Athlet:innen kamen über den zweiten Lauf weiter. Die Schweiz hatte bei total 16 Starts 11 Boote im Halbfinale.
Am Wochenende standen die Finals im Slalom und Exterme Slalom auf dem Programm: Der Samstag begann mit den Kajak-Finals. Nach Analysen mit dem Staff starteten die acht Schweizer Athlet:innen in die Halbfinals. Das Ziel war klar: Bei den Kajak Herren unter die ersten 15 und bei den Kajak Damen unter die ersten 10 zu kommen. Leider war der Wettkampf auf einem flüssiger gesteckten Parcours als in der Qualifikation sehr eng. Die Balance zwischen Risikobereitschaft und Sicherheit war der Schlüssel zur Qualifikation für das Finale.
Jan Rohrer konnte sich mit einem tollen und vielversprechenden 4. Platz im Halbfinale als einziger der Schweizer:innen für den Final qualifizieren. Im Finale fuhr Jan einen hervorragenden Lauf und hatte bei der zweiten Zwischenzeit einen Vorsprung von bis zu Sekunden. Ein Fehler am Ende der Strecke kostete ihn jedoch das Podium. Nach seinem 5. Platz an der Weltmeisterschaft in Ivrea bleibt Jan als Vierter der Europameisterschaften weiterhin auf sehr hohem Niveau konstant. Ein gutes Omen für die Zukunft.
Bei den anderen Athlet:innen musste die Enttäuschung schnell der Neumotivation für den Extreme Slalom Time Trial am Ende des Tages weichen. Um in die Finalläufe einzuziehen ist das Ziel für alle einfach: Top 16 im Time Trial!
Eine etwas steile Startrampe, ein etwas technischer Paracours... all das führte dazu, dass sich 5 von 11 Athlet:innen für die Finalläufe am nächsten Tag qualifizieren konnten. Einige verpassten die Qualifikation allerdings nur um wenige Ränge. Das ist zwar ärgerlich, aber auch das gehört zum Leistungssport: Kleine Details machen den Unterschied. Besonders hervorzuheben waren aber die vielversprechenden ersten Plätze von Naemi Brändle und Jan Rohrer bei diesem Time Trial.
Sonntag, der letzte Renntag: Halbfinale und Finale der Canadier sowie die Finalläufe im Extreme Slalom.
Am Morgen vertraten drei Wettkämpferinnen die Schweiz im Halbfinale der Canadier. Alena Marx bei der U23 und Eyleen Vuilleumier und Fia Bütikofer bei den Juniorinnen. Auch hier forderte die Strecke höchste Konzentration. Nur Fia gelang es, ihr Rennen ohne grosse Fehler zu absolvieren und einen guten 7. Platz zu erreichen, der gleichbedeutend mit der Finalqualifikation war. Nach den Weltmeisterschafts-Finals von Eyleen und Jessica hatte das Schweizer Juniorinnen-Team damit wieder eine Vertreterin in einem Meisterschafts-Finale, was für die aktuell gute Dynamik spricht.
Leider verhinderte ein Fehler in den ersten Toren, dass Fia ihr derzeitiges Potenzial unter Beweis stellen konnte. Das ist ärgerlich, aber gleichzeitig auch ermutigend.
Im Extreme Slalom am Nachmittag war der Plan simpel: In jedem Heat unter die ersten zwei zu kommen, um in die nächste Runde zu gelangen. Der Wettkampf startete für die fünf qualifizierten Schweizer Athlet:innen mit den Viertelfinals. Durch das neue Qualifikationssystem (die 16 Schnellsten kommen in die Finalläufe) wird das Niveau exterm erhöht. Das bring mehr Spektakel, ein höheres Leistungsniveau und erscheint uns kohärenter.
Nach der Mittagspause wurden die Schweizer:innen, die mit dem Extreme Slalom normalerweise gut zurechtkommen, in den Viertelfinals kalt erwischt. Nur Naemi Brändle (Vizeweltmeisterin in Ivera und im selben Viertelfinal-Heat wie Alena Marx) schaffte es ins Halbfinale. Das Gesamtniveau des Wettkampfs war sehr hoch. Für das Schweizer Team war es jedoch ein harter Schlag. Obwohl Naemi sehr motiviert in ihr Halbfinale startete, wurde sie von ihren Gegnerinnen von Anfang an in die Ecke gedrängt und schied aus. Damit waren die Europameisterschaften für das Schweizer Team zu Ende.
Platz für die Bilanz und die Erholung für die nächsten Tage (und den Schulbeginn nach den Sommerferien...), um die Stärken und Schwächen jedes und jeder Einzelnen zu analysieren, damit wir im nächsten Jahr wieder starten können, um die Schweizer Farben auf internationaler Ebene glänzen zu lassen.
Zum Schluss möchte sich das gesamte Schweizer Team noch beim LH. Park Hotel bedanken. Unser Aufenthalt dort war sehr angenehm.
Text & Bilder: Fred Momot