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1940 - 1970
Nach dem Rücktritt von Richard Wilde übernahmen 1940 Rupert Bausenhart und Leontina Durandi die Direktion und das Orgelspiel. Nach dem Rücktritt des Ehepaars Bausenhart-Durandi wurde 1946 Richard Wilde jun. Chorleiter und Organist.
Das Protokollbuch des Kirchenchors beginnt mit dem Jahresbericht für 1947/1948. Im Vordergrund steht die Klage über den kleinen Mitgliederbestand. Mit 16 Aktivmitglieder war die Basis sehr klein und da der Probenbesuch auch nicht vorbildlich war, konnte es vorkommen, dass wenn nur 5 oder 6 Mitglieder erschienen, die Probe abgeblasen werden musste. Es ist zu lesen: „War es früher schon eine grosse Kunst, den Chor bei Vollbetrieb, das heisst, als er jeden Sonntag anzutreten hatte, zusammenzuhalten, so ist es jetzt beinahe unmöglich, die Mitglieder zu sammeln und zusammenzuhalten“. Als Gründe für das mangelnde Interesse werden die Lockerungen der Stadt, Abendkurse und andere Vereine aufgeführt. Allerdings scheinen die Lockerungen nicht so gross gewesen zu sein, wird die Mitgliederzahl im Jahresbericht 1950 mit 32 angegeben. Vielleicht hat auch die Sitte, dass die fleissigsten Probenbesucher und Besucherinnen bis 1967 mit Silberbesteck belohnt wurden, etwas beigetragen.
Unter der Leitung von Richard Wilde war der Chor erfolgreich, so erhielt er am Dekanatsfest von 1949 eine gute Kritik für seine Darbietung. Gelobt wurde die Dynamik, die Rhythmik und die Interpretation.
Aus den Protokollen ist auch einiges über das ausserkirchliche Leben zu vernehmen, so über die Teilnahme an Pfarreianlässen, aber auch über die Kirchenchorreisen. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurden diese grösser. Nachdem sie 1950 nach Wegenstetten und Hellikon (AG) geführt hatten, wo im Amt gesungen wurde (einige Mitglieder des Vereins stammen aus diesen beiden Gemeinden), ging es 1952 auf das Jungfraujoch und 1955 auf den Gornergrat. Um die Finanzierung zu erleichtern, wurde ein Punktesystem ausgearbeitet. Für jedes pünktliche Erscheinen bei der Probe wurden 2 Punkte, für verspätetes Erscheinen 1 Punkt gut geschrieben. Für die Prämien wurde aus der Vereinskasse Fr. 400.- zur Verfügung gestellt. Die Reisekasse und die Reiseprogramme waren Themen an jeder Generalversammlung. Es ist erfreulich, dass der Chor grössere Reisen, auch ins Ausland durchführen konnte. Dies wurde möglich, als die Kirchgemeinde grössere Beiträge leisten konnte und die Mitglieder nicht für alle Kosten aufkommen mussten.
1958 trat Richard Wilde vom Amt des Chorleiters zurück. Vielleicht hat der Vorwurf, er sei zu milde, zu seinem Rücktritt beigetragen. Allerdings blieb er weiterhin Organist, auch wurde er Ehrenmitglied. Die Nachfolge als Leiter trat Gion Thöny an, der bis 1969 amtete. In seiner Zeit fällt die Einführung des neuen Kirchengesangbuches, zu dessen Akzeptanz der Chor wesentlich beigetragen hat. Mit der Liturgiereform trat auch das lateinische Amt immer mehr in den Hintergrund. 1970 trat zum ersten Mal ein professioneller Kirchenmusiker, Guido Erzer, seinen Dienst an. Während seiner Zeit wurde der deutsche Gesang sehr gepflegt. Auch an die Aufführungen an Weihnachten mit auswärtigen Solisten ist zu denken. Da es der Kirchgemeinde in finanzieller Hinsicht besser ging, konnte dem Chor grössere Beiträge ausgerichtet werden. Als die Kirchgemeinde 1970 den Betrag von Fr. 1500.- zusprach, konnte der Verein auf den Mitgliederbeitrag von Fr. 5.- pro Jahr verzichten.