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Pharmazeutische Forschungseinrichtungen stehen bereits seit längerer Zeit im Fokus der Öffentlichkeit, wenn es um Tierversuche geht. In vielen Ländern gibt es verschiedene Gesetze und Richtlinien, um solche Versuche möglichst zu vermeiden – in der Schweiz gelten sogar einige der strengsten Regeln. Dass jedoch beispielsweise auch durch die Bundeswehr in Deutschland jedes Jahr hunderte Tiere für Waffen-Experimente und OP-Trainings sterben, ist kaum bekannt.
Schweine, Ratten, Mäuse in Experimenten „verbraucht“
Auf eine Anfrage der Bundesfraktion Die Linke schuf das Verteidigungsministerium Klarheit über die Zahl der Tierversuche: In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Bundeswehr mehr als 7500 Tiere dafür verwendet. Zwischen 2012 und 2019 kosteten die Experimente für Ausbildungs- und Forschungszwecke fast zwei Millionen Euro.
Der grösste Teil der eingesetzten Tiere waren Nager wie Ratten und Mäuse und einige Meerschweinchen. Diese wurden Nervenkampfstoffen wie VX, Soman oder Senfgas ausgesetzt oder zur Untersuchung von Spätfolgen einer Verstrahlung verwendet. Aber auch grössere Säuger - 27 Affen, 144 Hunde und mehr als 300 Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde – kamen zum Einsatz. Die Schweine wurden verletzt, um Nervenschädigungen oder Blutarmut zu simulieren und die Behandlung von Schussverletzungen zu trainieren, den Kaninchen wurden Knorpelverletzungen zugefügt.
„Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Waffen und Munition sind laut Tierschutzgesetz verboten. Das hält die Bundeswehr aber nicht davon ab, die Auswirkungen von Kampfstoffen und Verletzungen an Tieren zu erforschen.“
Corina Gericke vom Verein Ärzte gegen Tierversuche
Hat die Bundeswehr mehr Rechte?
Gemäss Tierschutzgesetz sind in Deutschland Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung neuer Waffen und Munition verboten. Doch solange keine Waffen und Munitionen entwickelt werden und die Tierversuche der Grundlagenforschung und der Sicherheit von Soldaten und Zivilbevölkerung dienen sollen, sind sie erlaubt.
Betrachtet man die gesamten Tierexperimente Deutschlands, machen die Versuche der Bundeswehr nur einen kleinen Teil aus. Allein im Jahr 2019 wurden insgesamt rund 2,9 Millionen Wirbeltiere in der Forschung eingesetzt. Die Nutzung solcher Tierversuche für das Militär ist jedoch fragwürdig.