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Ich fürchte, ich bin jetzt in der Lebensphase angelangt, in der man in mir die abgekämpfte Mittvierzigerin sieht, die ganz dringend ein paar Komplimente und ein wenig Aufmerksamkeit braucht. Warum sonst sollten plötzlich Männer mittleren Alters, die mir etwas verkaufen wollen, ganz furchtbar erstaunt tun, wenn sie merken, dass Karlsson mein Sohn ist? Vielleicht fällt es ihnen ja wirklich schwer, sich vorzustellen, dass eine zu kurz Geratene wie ich einem Bären wie Karlsson das Leben geschenkt hat, aber deswegen müssen sie ja nicht gleich so tun, als dächten sie, er sei mein Bruder. Vielleicht finden sie auch, der Siebzehnjährige sehe ziemlich reif aus für sein Alter, aber doch nicht so reif, dass man ihn für meinen Mann halten könnte.
Wer glaubt, mit solchen Komplimenten liesse ich mir das Geld leichter aus der Tasche ziehen, irrt leider. Zumindest jetzt noch. Wenn ich eines Tages mal wirklich alt und zittrig bin, lasse ich mich mit solchen Sprüchen bestimmt um den Finger wickeln, aber für den Moment komme ich noch ganz gut klar mit meinem Alter.