Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03657.jsonl.gz/923

Geschichte
Geschichte des Bauernhauses und der Emme Lodge
Samuel Lehmann, der Erbauer des Hauses, kam aus einer reichen Familie. Sein Vater gleichen Namens war Pulvermacher, Gerichtsäss und Hauptmann in Langnau. Bei seinem Tod 1750 konnte der damals 25jährige Samuel Lehmann das alte Bauernhaus, eine Pulverstampfe und einen grossen Umschwung erben.
1764 wird von einer grossen Überschwemmung der Ilfis im August berichtet. Samuel Lehmann hat 1766 ein Stockrecht von einem anderen Bauern im Dorfschachen übernommen, dessen Haus letzendlich durch die Wassergrösse zu Grunde gerichtet wurde. Die Nähe des alten Hauses zur Pulverstampfe, war fragwürdig. Zwischen 1629 und 1750 explodierte die Pulverstampfe neunmal. Auf der Gassen oder Genssen Matte nördlich des alten Hauses liess er 1768 das neue Haus erbauen.
1768 wird als Baudatum richtig sein, bestätigen die damaligen Volkszählungen. Seit der Erbauung des Bauernhauses, laut einem Augenzeugen gab es eine Inschrift mit dem Datum 1768, zum Verkauf an die Gemeinde Langnau immer in der Hand der Familie Lehmann geblieben.
1789 Samuel Lehmann stirbt und seine drei Söhne Samuel, Johannes und Christian erbten gemeinsam ein altes Bauernhaus, eine Pulverstampfe und das neue Haus,welches das heutige Jugendhaus ist.
1810 wurden die Liegenschaften geteilt und der jüngste Sohn Christian wählte für sich das neue Haus.
1851 trat er es seinem jüngsten Sohn Jakob ab. Nach dessen Tod übernahm es 1898 sein gleichnamiger jüngster Sohn, zuerst zusammen mit zweien seiner Brüder, bis er 1905 deren Anteile kaufte und den Hof bis nach dem Verkauf 1945 weiter bewirtschaftete.
1945 hat die Einwohnergemeinde Langnau das Bauernhaus mit einem Umschwung von 375 Aren von Jakob Lehmann eingetauscht, ” um Ortsbürgern zu günstigen Bedingungen Bauland zur Verfügung zu stellen”, wie es im Regierungsratsprotokoll hieß.
1952 ist die Eröffnung der Jugendherberge im Dachstock der neuen Turnhalle beim Oberfeld Schulhaus durch den Gemeinnützigen Frauenverein Langnau. Nach einem Brand wurde die Jugendherberge ins Chüechlihus verlegt. Als dieses zum Heimatmuseun umgebaut wurde, fand der Verein ab 1960 Unterkunft im Bauernhaus.
1960 Jakob Lehmann verlässt das Bauernhaus und bezieht im Gegentausch ein Bauerngut im Kehr.
1967 widmet die Einwohnergemeinde Langnau das Bauernhaus der Stiftung Jugendhaus Langnau, um nun das Haus als schützenswertes Objekt zu erhalten, darin ein Jugendzentrum zu errichten und die darin befindliche Jugendherberge betreiben zu lassen. In den 70er Jahren wurde der Stiftung ein Speicher geschenkt und nördlich des Hauses aufgestellt.
2004/2005 Umbau vom Jugendhaus. Neue Küche, Toiletten und Duschen werden eingebaut. Moderne Baumaßnahmen werden ergriffen. Einteilung wird leicht geändert und moderne Mediatechniken werden eingebaut. Das Bauernhaus bleibt aber gemäß Heimatschutz Schützenswert.
2012 Jugendherberge wird zu Emme Lodge. Das Konzept der Jugendherbergen Schweiz verlangt große bauliche Änderungen, welche durch den Heimatschutz unmöglich bewilligt werden können. Trotz Namensänderung bleibt die Emme Lodge ein Ort für Gruppen, Jugendlichen, Junggebliebene, Wanderer, Velofahrer, Biker und Backpacker.
2016 Seit dem 1. August verpachtet die Stiftung Jugendhaus Langnau die Emme Lodge an Karin und Jos Peperkamp-Zaugg. Sie lösen damit den Frauenverein als Betreuer der Herberge ab. Der Frauenverein beendet so ihre 64jährige Tätigkeit der Beherbergung in Langnau.
Quelle: Ester Adeyemi, November 1993 und Frauenverein Januar 2017