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Der Tessiner Staatsrat unterstützt den Vorschlag des Kantons Uri, durch den Bau eines neuen Gotthardtunnels die Sanierung der alten Röhre zu umgehen. Bei Alternativen wie einer "Rollenden Landstrasse" befürchtet die Kantonsregierung Infrastrukturprobleme.
Um eine Verladung von Lastwagen effektiv zu gestalten, müssten beispielsweise neue Verladeterminals im Tessin geschaffen werden, sagte Baudirektor Marco Borradori am Mittwoch auf Anfrage der SDA. Solche Grossprojekte müssten erst einmal die Akzeptanz in der Bevölkerung finden.
Dennoch will der Tessiner Regierungsrat den Vorschlag einer "Rollenden Landstrasse", für den sich am Mittwoch beim Kanton die Alpeninitiative sowie acht weitere Tessiner Natur- und Umweltschutzorganisationen einsetzten, nicht sofort verwerfen.
Die Idee, die vorübergehende Schliessung des Tunnels durch einen verstärkten LKW-Transport via Gotthard-Basistunnel zu überbrücken, könnte nach Worten von Borradori zumindest ergänzend funktionieren.
Wichtigstes Ziel sei, zu verhindern, dass das Tessin während der Tunnelsanierung für 900 Tage vom Rest der Schweiz abgeschnitten werde, betonte der Regierungsrat. Wirtschaftlich sei eine solche Isolierung nicht zu verkraften.
Rechtlich sieht Borradori für einen neuen zweispurigen Tunnel keine Probleme. "Wenn der alte Tunnel nicht saniert und entsprechend nicht genutzt wird, besteht kein Risiko, dass sich der Verkehrsfluss erhöht."
Uri stimmt im Mai ab
Wegweisend für das Tessin und die nächsten politischen Schritte ist seiner Meinung nach die Abstimmung im Kanton Uri am 15. Mai. Dann soll die Bevölkerung ihre Meinung zum Bau eines neuen Tunnels oder wahlweise einer zweiten Röhre ausdrücken.
Parallel dazu würden derzeit von einer kantonalen Arbeitsgruppe im Tessin alle Varianten der Tunnelsanierungen auf ihre Umsetzbarkeit und Konsequenzen geprüft.
SDA-ATS