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der den Europäern am spätesten bekannt gewordene, auch der kleinste unter
allen
Erdteilen, umfaßt als solcher sämtliche vom
IndischenOzean und den
Grenzen
[* 3]
Asiens über das
StilleMeer
bis zu den Westküsten
Amerikas verstreute Ländermassen und hat in dieser
Ausdehnung
[* 4] ein
Areal von 8,952,855 qkm (162,609 QM.),
das von 4,4 Mill.
Menschen bewohnt wird. Dieses aus zahllosen Landfragmenten von der
Größe einer den
Kontinenten zugerechneten
Insel bis zu den winzigen
Schöpfungen der
Korallen
[* 5] zusammengesetzte Länderkonglomerat trennt sich aber
sowohl nach der natürlichen
Beschaffenheit der einzelnen Teile als der ihrer ursprünglichen Bewohner
(Pflanzen,
Tiere,
Menschen)
in zwei durchaus voneinander verschiedene Gebiete: den Australkontinent mit dem ehemals mit ihm verbundenen
Tasmania und die
große australische Inselflur, welche die einen als
Polynesien bezeichnen, ein
Name, der aber richtiger nur einem Teil
zukommt, die andern besser unter dem
NamenOzeanien
[* 6] zusammenfassen.
In den letzten
Jahren hat sich nun mehr und mehr der
Gebrauch
herausgebildet, den
NamenAustralien auf den Australkontinent (nebst
Tasmania) allein anzuwenden; dem folgend, beschränkt sich die
nachstehende
Darstellung auf dieses Gebiet (7,696,598 qkm = 139,778,8 QM.),
während wir die übrigen Teile des Weltteils (1,256,257 qkm = 22,830,2 QM.)
unter
Ozeanien behandeln.
Die
Engländer verstehen unter in der
Regel ihre sämtlichen australischen
Kolonien, d. h. außer dem Australkontinent nebst
Tasmania auch
Neuseeland, weil das letztere als Wohnplatz von
Menschen britischer Herkunft und Staatszugehörigkeit wie als
Produzent und
Konsument der gleichen Handelsprodukte wirtschaftlich durchaus zu den übrigen gehört;
ja,
sie fangen bereits an, die
Fidschiinseln
[* 7] hinzuzurechnen, welche, wenn die geplante
Konföderation der britisch-australischen
Kolonien zur
Thatsache wird, ein
Glied
[* 8] derselben zu bilden bestimmt sind.
Daher ist es gestattet, bei einer Schilderung der sozialen
und wirtschaftlichen Verhältnisse auch das geographisch durchaus anders veranlagte
Neuseeland zum
Vergleich
heranzuziehen.
Areal und
Bevölkerung
[* 9] (mit Ausschluß der Ureinwohner) dieser australischen
Kolonien sind gegenwärtig folgende:
Der Australkontinent wird von allen Seiten von
Meeren eingeschlossen: im W., N. und S. vom
Indischen, im O. vom
StillenOzean.
Der nördlichste
Punkt,
KapYork, liegt 10° 43', der südlichste,
KapWilson, 38° 61' südl.Br., der westlichste,
Kap Inscription, 112° 52', der östlichste,
KapByron, 153° 34' östl. L. v. Gr. Die größte
Breite
[* 10] beträgt von O. nach W.
4300, die größte
Länge von N. nach S. 3180 km. Mit seinem Flächeninhalt von 7,627,832 qkm (138,529,4
QM.) mißt der australische
Kontinent etwa drei
Viertel des
ArealsEuropas, dem es unter den
Erdteilen in
seinen Größenverhältnissen am nächsten steht, in seiner horizontalen
Gliederung aber durchaus unähnlich ist.
Küsteninseln und Archipele sind bisher noch unbekannt, auch noch nicht bewohnt; viele dürften es auch niemals werden, wenn
auch die innerhalb des vom Wendekreis bis nach Neuguinea reichenden GroßenBarrierriffs der KüsteQueenslands vorgelagerten zahlreichen
Inseln eine üppige Vegetation zeigen und daher Bewohnbarkeit versprechen und die Koralleneilande in jüngster Zeit
für Perlen- und Trepangfischerei Wichtigkeit erlangt haben.
Die vertikale Gliederung des australischen Kontinents ist gleichfalls sehr einförmig; man kann ihn als ein großes, im O.
höheres, im W. niedrigeres Plateau ansehen, dessen Ränder bald unmittelbar zum Meer abfallen, bald durch einen hier breitern,
dort schmälern Küstenstreifen von demselben getrennt sind. Dieses Plateau senkt sich von allen Seiten
nach innen zu, wo in der Gegend des Eyresees der Kontinent seine größte Depression
[* 17] hat. Auf den durchschnittlich 650 m über
den Meeresspiegel erhobenen Ostrand ist eine Reihe von niedrigen Bergketten aufgesetzt, welche von der Südspitze, wo eine
Anzahl von Klippen
[* 18] und Inseln den ehemaligen Zusammenhang des Kontinents mit Tasmania anzeigt, bis nahezu
zum äußersten Norden
[* 19] hinaufreichen und in dem MountClarke (2213 m) und dem MountKosciuszko (2187 m) in den AustralischenAlpen
[* 20] ihre höchsten, aber noch nicht zur Schneegrenze (hier über 2400 m) reichenden Erhebungen haben.
Doch liegt der Schnee
[* 21] in den geschützten Schluchten dieser wie der zahlreichen 1600-1950 m hohen Berge
auf victorianischem Gebiet ungestört manchen Sommer hindurch. An der Ostküste ist der Charakter des Tafellandes ein deutlich
ausgesprochener, und so unvermittelt hebt sich dasselbe von den schmalen Küstenebenen, daß die ersten Ansiedler lange Zeit
sich auf die letztern beschränken mußten. Ganz analog den schmalen, scharfen Einschnitten des Meeresufers
erscheinen die tiefen Einkerbungen der zuweilen mauerähnlich emporstrebenden Gebirgswälle. Am auffallendsten ist dieser
Charakter ausgesprochen in den BlauenBergen
[* 22] etwas östlich von Sydney,
[* 23] welche darum auch der Überschreitung anfangs große
Schwierigkeiten entgegensetzten, jetzt aber von einer Eisenbahn durchzogen werden.
Von den zahlreichen Bergzügen, welche auf das Plateau aufgesetzt sind, erhebt sich keiner zu bedeutender
Höhe; im nördlichen Teil von Neusüdwales erreicht der BenLomond 1517 m und auf einer der kleinen, mit dem Tafelland parallel
nahe am Meer hinlaufenden KettenMount Seaview 1520 m. Eine noch größere Höhe erreicht im hohen Norden
auf Queensländer Gebiet die massige Gruppe des Bellenden Kerr mit 1638 m. Während sich am Rande des Tafellandes, durch Querriegel
getrennt, eine Anzahl zum Teil sehr fruchtbarer Ebenen hinzieht, schließen auf demselben die nordsüdlich und einander parallel
laufenden Bergketten eine Anzahl von Ebenen ein, die vorzügliche Weidegründe abgeben.
Die übrigen, gleichfalls isoliert auftretenden bedeutendern Gebirge: die dürre Gawlerkette, welche die große Eyriahalbinsel
im N. begrenzt, die mauerähnlich aufsteigende Macdonnellkette mit dem 1140 m hohen MountGiles, welche
am Wendekreis des Krebses im Zentrum des Kontinents der Errichtung des Überlandtelegraphen anfangs unüberwindliche Schwierigkeiten
entgegenstellte, die jener parallel laufende, etwas südlichere Jameskette, zwischen denen beiden sich eine fruchtbare Landschaft
hinzieht, die Musgravekette an der Nordgrenze des eigentlichen Südaustralien, die Rawlinson- und Petermannketten südlich
vom Amadeussee, die Leopoldkette in dem erst 1879 entdeckten Kimberleydistrikt Westaustraliens, sie sind
alle, wie viele andre mehr, noch wenig bekannt, zeichnen sich aber sämtlich durch Schroffheit und Rauheit aus.
Da keins der GebirgeAustraliens über die Schneelinie hinausreicht, da ferner die bedeutendsten derselben hart am Ostrand hin
gelagert sind, wo sie die Niederschläge der Passatwinde von dem großen westlich liegenden Teil des Kontinents
absperren, dessen äußerster Westrand nur aus unbedeutenden Bergketten gebildet wird, so konnte sich ein eigentliches Flußsystem
nur im O. des Kontinents bilden. In dem ganzen großen südwestlichen Plateau, in Südaustralien, in Zentralaustralien, sammeln
sich die seltenen, aber heftigen Niederschläge in zahlreichen, fast ausnahmslos salzigen Sümpfen, die
in Australien sehr unrichtig als Seen bezeichnet werden.
Von den auf der Ostseite ins Meer fallenden Flüssen (Hawkesbury, Hunter) ist eine große Anzahl eine kurze
Strecke von der Mündung aufwärts schiffbar, während die in den Carpentariagolf fallenden Gewässer bisher wenig bekannt
sind. Doch versprechen einige derselben wie auch mehrere des Nordterritoriums wichtige Verkehrsmittel zu werden. AllenFlüssenAustraliens ist ein enormes plötzliches Steigen des Wasserspiegels bei periodisch auftretenden gewaltigen
Niederschlägen eigen, wodurch sie ihren Uferlandschaften oft in hohem Maß gefährlich werden.
Klima. Der Erdteil wird von dem Wendekreis so durchschnitten, daß etwa ein Drittel innerhalb der Tropen liegt. Hier
herrscht nun nicht überall ein Tropenklima. Im äußersten Norden gibt es nur zwei Jahreszeiten:
[* 43] eine nasse mit dem Nordwest-Monsun
und eine trockne mit dem Südwest-Monsun;
Die Monsunregion
reicht im W. kaum bis zum 17.°, im O. bis 24° (Brisbane) hinab. An der Südostküste fällt Regen zu allen Jahreszeiten,
der meiste im Herbst, an der Süd- und Südwestküste im Winter. Die durchschnittliche Regenmenge ist in Brisbane 1330, in Sydney
1203, in Melbourne
[* 44] 697, in Adelaide
[* 45] 536, in Perth 839 mm. Nach dem Innern zu nimmt der Regenfall mehr und mehr ab. In Bourke
am Darling fielen 290, bei Charlotte Waters-Telegraphenstation nur 114 mm. Dabei fällt der Regen zuweilen
in solchen Massen, daß zerstörende Überschwemmungen eintreten, dann wieder fürchterliche monatelange, im Innern mehr als
jahrelange Dürren, denen die Pflanzen- und Tierwelt erliegt. Der Hauptcharakter des australischen Klimas ist seine Unbeständigkeit.
Die Sommer sind überall sehr warm; der mittlere Thermometerstand beträgt an der Nordküste gegen 27°
C., in Brisbane (27°
¶
Das Forschungswerk in dem Australkontinent ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, denn die Karte weist
noch ungeheure weiße Flecke auf; da es aber in hohem Grade unwahrscheinlich ist, daß neue Reisen ein wesentlich andres Bild
von den natürlichen Verhältnissen des Landes geben werden als das, welches uns die Forschungen früherer Jahre geschaffen
haben, so hat sich die Thätigkeit der Forscher mehr auf die genauere Kenntnisnahme schon bereister Gebiete
beschränkt. So durchzog J. Forrest 1883 den Kimberleydistrikt im nordöstlichen Westaustralien, Ernest Favenc erforschte das
Gebiet des in den Golf von Carpentaria mündenden MacArthur-Flusses, während Carrington die vor der Mündung dieses Flusses liegende
Sir EdwardPellew-Gruppe näher untersuchte.
Von weitern Forschungsreisen im Australkontinent sind besonders zu nennen die ReiseLindsays vom zentralen Teil des Überlandtelegraphen
zu dem in den Golf von Carpentaria mündenden Mac Arthurfluß, die Reise von Giles und Laurie vom Überlandtelegraphen
zum Kimberleydistriit im J.1886 sowie die Untersuchung der mineralischen Reichtümer des Nordterritoriums durch den Geologen
Tenison Woods, welche außerordentlich günstig ausfielen, ebenso wie die 1888 ausgeführte Reise von Lindsay und von Brown und
East ins zentrale Australien. Die Thätigkeit fast aller Forschungsreisenden hatte zum Zweck die Auffindung für
Ackerbau oder Viehzucht
[* 50] geeigneten Landes oder die Entdeckung mineralischer Schätze, insbesondere von Goldlagern.
Weit bedeutender war die Thätigkeit, welche in der Erforschung des neuerdings in den Besitz von England und Deutschland
[* 51] übergegangenen
Teils von Neuguinea entfaltet wurde. Eine 1884 von der Melbourner Zeitung »Age« ausgesandte Expedition unter
Strachan drang vom Baxterfluß 195 km weit ins Land, entging aber nur mit Not den Angriffen der feindseligen Eingebornen; eine
andre Zeitung: »Argus«, entsandte Armit, welcher mehrere der Inseln an der Südküste erforschte.
Der Russe Miklucho Maclay, welcher sich mehrere Jahre an der Nordostküste von Neuguinea aufgehalten hatte,
kehrte 1886 mit reichen Sammlungen zurück, seine Ansprüche auf das ihm angeblich von den Eingebornen abgetretene Gebiet
fanden bei der russischen Regierung keine Unterstützung. Auf englischem Gebiet machte Euthbertson Vermessungen und erstieg 1887 den 3120 in
hohen Mount Obree; eine geplante Ersteigung des MountOwen Stanley konnte nicht ausgeführt werden. Wiederholt
wurden außerdem kleinere Vorstöße nach dem Innern sowie Befahrungen von Küstenflüssen, Untersuchungen der Küste vorliegender
Inseln ausgeführt, die indes keine sehr wesentliche Bereicherung unsrer Kenntnis des Landes ergaben.
Das Repräsentantenhaus geht alle drei Jahre aus Volkswahlen der einzelnen Staaten hervor, ein Mitglied
auf 30,000 Einw. Die Mindestzahl der Abgeordneten für jeden Staat beträgt vier. AlleGesetze bedürfen der Zustimmung des
Generalgouverneurs, bez. der Königin. Die der letztern innewohnende Vollzugsgewalt wird durch einen Generalgouverneur ausgeübt,
welcher Oberkommandant des Heeres und der Flotte ist, und dem ein Ministerrat von sieben Mitgliedern zur Seite
steht.
Sie verausgabte aber in 3 Jahren bereits 183,385 Pfd. Sterl., errichtete große Pumpwerke
und schuf einen vortrefflich gedeihenden Ort von 3000 Einw. Ähnliche Anlagen hat dieselbe Gesellschaft etwas weiter abwärts
am Murray auf südaustralischem Gebiet unter gleichen Bedingungen gemacht. Es sind unter Aufwendung von 50,000 Pfd. Sterl.
über 2400 Hektar bereits für
die Kultur von Cerealien vorbereitet worden. Großartige Anlagen zur Ansammlung
und Verteilung vorhandener Wasservorräte sowie zur Erschließung neuer durch Tiefbohrungen hatten auch in Südaustralien den
besten Erfolg.
Von der Gesamtausfuhr im Betrag von (1889) 57,6 Mill. Pfd. Sterl.
entfielen auf Wolle allein 22,2 Mill., die Gesamteinfuhr betrug 65,3 Mill.
Pfd. Sterl. In Queensland entwickelt sich der Zuckerrohrbau schnell; 1889-90 betrug die Produktion 44,411 Ton., Neusüdwales
produzierte dagegen nur verhältnismäßig kleine Mengen. Die Staatseinkünfte sämtlicher Kolonien betrugen 1889: 28,738,025,
die Ausgaben 28,126,353, die Schulden Anfang 1890: 175,164,207 Pfd. Sterl.
Die Thätigkeit der zahlreichen in den letzten Jahren ausgesandten kleinern Expeditionen hat sich weniger auf die Erweiterung
unsrer Kenntnis des großen, noch vielfach unbekannten australischen Innern gerichtet, als auf die Prüfung schon bekannter
Gegenden hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit, insbesondere ihres Metallreichtums. Geringen Erfolg hatte in dieser Hinsicht Favenc
bei seiner Durchforschung der Quellgebiete des Gascoyne und Ashburton in Westaustralien.
Auf große Mineralschätze wird hier kaum zu rechnen sein, auch sonst bietet das Land wenig Aussichten
für eine Besiedelung. Doch wurden mehrere bedeutende
Zuflüsse des Ashburton entdeckt. Der australische Staatsgeolog Brown
unternahm im Auftrag der Regierung von Südaustralien 1889 eine Reise nach dem Musgravebirge unter 26° südl. Br., das im Mount
Woodroffe (1560 m) seine größte Höhe erreicht, fand indes von den gesuchten Erzen keine Spur, wohl aber
wertvolle Weidegründe.
Tietkins erforschte den großen, bisher nur an seinem östlichen schmalen Ende besser bekannten Salzsumpf Amadeus, welcher
nördlich vom 25.° südl Br. bis nach Westaustralien hinein sich erstreckt, entdeckte dabei eine ganze Reihe von niedrigen
Gebirgszügen in der ziemlich wasserlosen, teils sandigen und mit Stachelgras bedeckten, teils mit niedrigen
Wäldern bestandenen Gegend, auch einen neuen 1,28 km langen und 20 km breiten Salzsumpf, den
er LakeMacdonald benannte.
Der Norweger Karl Lumholtz hatte bereits 1886 eine auf 4 Jahre berechnete Reise im Auftrag und auf Kosten der UniversitätChristiania
[* 66] unternommen, um in Queensland zoologische Sammlungen zu machen und anthropologische und ethnologische
Forschungen anzustellen. Die Eingebornen, welche im N. in ihren »römischen«
Nasen papuanische Blutmischung verraten, sind arge Kannibalen, vergreifen sich indes an den Weißen nicht, deren Fleisch ihnen
zu salzig schmeckt, verzehren aber desto lieber die Chinesen. Im Kimberleydistrikt hatte 1889 Mac Phee durch Eingeborne von
einem Weißen gehört, der fern im SO. unter Schwarzen leben solle. Er fand auch wirklich einen Mischling,
der ihm mitteilte, daß in der Nähe seines Gebiets sich Reste der Ausrüstung einer Expedition von drei Europäern und einem
Eingebornen befänden, die dort vor vielen Jahren, mit Pferden von O. kommend, verschmachtet seien.
Man deutete diese Nachricht auf Leichhardt und beschloß, auf Anregung des Barons F. v. Müller eine Expedition
von Melbourne aus in jene Gegend zu senden. Ehe aber noch der Plan greifbare Gestalt annahm, erbot sich der freigebige Mäcen
australischer Forschung, SirThomasElder, eine solche Expedition, aber mit erweiterten Zielen, auf eigne
Kosten auszurüsten. Die Aufgabe sollte eine doppelte sein, die geographische Karte von in ihren Hauptzügen zu vollenden und
das Schicksal des seit 1848 verschollenen Leichhardt und seines Gefährten zu ermitteln.
Die Expedition sollte zu diesem Zweck von der australischen transkontinentalen Telegraphenlinie ausgehen, sich zwischen der
Route von Giles 1875 und dem ZugGosses von 1873 und Forrests von 1874 westlich wenden, versuchen, den 122.°
östl L. v. Gr. zu erreichen, dann nördlich bis in die Nähe von MountMacpherson zum obern Murchisonfluß vordringen, um dort
den neuen bereitgehaltenen Proviant und andre Erfordernisse zu erhalten und über diesen ersten Teil der Expedition
vorläufig zu berichten. In einem östlichen und etwas südlichen Kurs wird die
¶
[* 2] der fünfte und kleinste Erdteil. (Hierzu eine Karte: Australien.)
Name. Das Wort Australien bedeutet Südland. Früher verstand man darunter im weitern Sinne das ausgedehnte, im stillen Ocean von den
Grenzen Asiens und dem Indischen Ocean bis zu den KüstenAmerikas zerstreut liegende Inselgebiet, jetzt nur
das große insulare Festland, ehedem Neuholland genannt, sowie die InselTasmanien, und bezeichnet die übrige hierher gehörige
Inselwelt als Oceanien (s. d.). Die Engländer rechnen außerdem zu Australien noch
Neuseeland (s. d.).
Lage, Grenzen und Umfang. Australien erstreckt sich vom östlichsten Punkte, dem KapByron (153° 40' östl. L.), bis zum westlichsten,
dem Steep-Point (113° 6' östl. L. von Greenwich), durch 40 Längengrade (4300 km), und von
seinem nördlichsten Punkte, dem KapYork 10° 43' südl. Br.), bis zu seinem südlichsten, dem Kap Wilson (39° 9' südl. Br.),
etwa durch 28½ Breitengrade (3180 km) weit. In diesem Umfange hat Australien eine Fläche von 7627832, mit Tasmanien
7695726, mit Tasmanien und Neuseeland (samt Chatham-Inseln) 7965158 qkm. Seine Gestalt ist eine
ziemlich gerundete. Es wird bespült im O. vom Stillen Ocean, im W. vom Indischen Ocean, im N. von der Arafurasee und im S.
von den Ausläufern des südl. Eismeers.
Küsten. An der Nordküste zwischen den Halbinseln Arnhem-Land und York im O. findet sich der tiefste Küsteneinschnitt,
der Carpcntariagolf, und westlich von Arnhem-Land der zum Cambridgegolf und zum Oueen's Channel (in den der Victoriafluß mündet)
führende Busen. An der Südseite liegt die ausgedehnteste Einbuchtung, die GroßeAustralische Bucht (Australgolf), an deren
Ostseite der Spencergolf, der
St. Vincent-Golf und die Encounterbai eingeschnitten sind.
Von andern Einschnitten sind zu erwähnen: an der Südseite die BaiPort-Phillip;
an der Westseite der Freycinethafen, die
Sharksbai und der Exmouthgolf;
an der Nordwestseite der Kingsund, an der Nordseite der Van Diemensgolf, die BaiPort-Essington
an der Coburghalbinsel;
an der Ostseite die Prinzeß-Charlotte-Bai an der Yorkhalbinsel, die Halifaxbai,
die Edgecumbebai mit Port-Denison, die Herveybai, die Moretonbai, die Shoal-, Broken-, Port-Jackson-, Botany- und Jervisbai.
Flach sind nur wenige Küstenstrecken, wie z. B. die im innersten Teile des verschlammten Carpentariagolfs, während die Ufer
selbst an ganzrandigen Strecken, wie längs des Australgolfs, mit 1-200 m hohen Steilwänden zum Meere
abstürzen. Hohe, zernagte Felsufer mit vielen Einschnitten zeigt namentlich die Ostküste, an deren nördlichstem Teil überdies
die sich vor derKüste hinziehende Korallenbank, das GroßeBarriereriff genannt, die Annäherung hindert, während zwischen
derselben und der Küste eine schmale gefahrlose Verbindung hindurchführt.
Inseln. An Inseln ist Australien nicht arm. Im Norden wie im Süden führen Gruppen kleinerer Inseln einmal nach
Neuguinea (Thursday-Insel, Prinz-Wales-Insel, Mulgrave-Insel, Banksinsel), dann nach Tasmanien (Kingsinsel, Flindersinsel, Barreninsel,
Clarke-Insel) hinüber. Im Carpentariagolf liegen einige größere Inseln: Morningtoninsel und Groote-Eyland; dem Nordterritorium
gehören zu: Wesselinsel, Crokerinsel, Melville-Insel, Batburstinsel. Der Yorkhalbinsel gegenüber an der Südküste liegt
die Känguru-Insel, an der Ostküste die Frazerinsel. Zahllose Koralleninseln weist die Küste Queenslands auf; auch an den
andern Küsten fehlen kleine Inseln nicht. Tasmanien (s. d.) ist die größte Insel. Neuseeland wird nur politisch zu Australien gerechnet;
es ist geographisch selbständig.
Bodengestaltung. Australien ist im großen und ganzen ein etwa 540 m hohes Tafelland, dessen tiefste Einsenkung
die im N. des Spencergolfs liegenden und gleichsam dessen Fortsetzung bildenden Seen Torrens und Eyre, in 21 m Meereshöhe,
bilden. Namentlich erfüllt den ganzen Nordwesten ein mächtiges Tafelland von etwa 500 m Höhe, dessen wasserscheidender
Rücken etwa 450 m von der Küste entfernt bleibt. Auf der Hochebene erheben sich im Quellgebiete der
zur Westseite fließenden Ströme einzelne Höhepunkte, in der Nähe des Wendekreises selbst bis zur doppelten Höhe der Tafelfläche,
wie der 1158 m hohe Mount-Bruce und der 1091 m hohe Mount-Augustus.
Noch größere Höhen erreicht die Mac-Donnell-Range im NO. des Amadeussees, ferner der Mount-Wood-roffe
(1594 m) und Mount-Morris (1254 m) südöstlich desselben Sees; der See selbst liegt 204 m hoch. Kurze Ketten treten überall
auf, wo Reisende das Innere untersucht haben, und zwischen denselben dehnen sich Ebenen von verschiedenster Ausdehnung aus.
Der östl. Teil ist ein Gebirgsland, das sich nach Westen hin allmählich senkt. Das südlichste und bedeutendste
Glied dieses Gebirgslandes sind die Australischen Alpen, in denen sich der Mount-Kosciuszko (2240 m), der Mount-Clarke (2212
m) und westlich davon der Mount-Hotham (1955 m) erbeben. Der erste gewährt eine der prachtvollsten Aussichten der Welt.
Nach der Westseite fällt sein Gipfel steil fast 1000 in herab zu dem tiefen Schlunde,
¶
mehr
in dem der Murray entspringt, dessen Thal nur mit einem der schweiz. Hochthäler verglichen werden kann. Die Kette zieht sich
in demselben kühnen Charakter, aber an Höhe abnehmend, nach Südwesten und bildet ein fast unübersteigliches, dichtbewachsenes
Gebirge. Vom Mount-Gisborne auf seinem Kamme blickt man in das schöne, von hohen Gebirgen umgebene, fruchtbare
Gippsland am Fuße der Alpen hinab und bis in das Meer hinaus. Vom Westende dieser Ketten bis nach Kap Wilson im S. und nach W.
bis zum Glenelgfluß reihen sich mehrere andere Gebirgsmassen aneinander, wie die Grampians, in welchen sich Gipfel von 1700 und 1900 in
Höhe finden. (Vgl. von Lendenfeld, Forschungen in den australischen Alpen [Ergänzungsheft 87 von Petermanns
«Mitteilungen », Gotha 1887 ].) - Nördlicher liegt, im W. von Sydney, das Gebirge der Blauen Berge (Blue Mountains), 750-1230
m hoch, durchrissen von gähnenden Schlünden, tiefen, gewundenen Schluchten und schrecklichen Abgründen zwischen riesigen
Sandsteinwänden, überall nur mit Lebensgefahr zu durchklettern und fast labyrinthisch.
Diese Gestaltung, weniger die Höhe, machte den ersten Ansiedlern, deren Niederlassungen am Fuße der Blauen Berge standen,
das Überschreiten der letztern lange Zeit unmöglich und den Namen der Berge zu einem der bekanntesten in Australien. Die nach SW. ausgehenden
syenitischen und granitischen Massen leiten zu den Honeysuckle-Ketten, deren Grünsteinkamm im Mittel 1270 m
Höhe hat, weiterhin aber noch höher wird und dort seinen Charakter ändert; statt der reich bewaldeten Grünsteinkuppen
treten öde, phantastische Syenitgipfel auf.
Weiter nach SW. werden die Formen wieder runder und bewaldet, ändern sich aber beim Georgsee, wo ein westl.
Serpentin- und Porphyrausläufer, die Peel-Range, die Zuflüsse des Murrumbidgee von denen des Lachlan
trennt. Jenseit des Bathurstsees zieht ein anderer Ausläufer nach NO. über Camden und Cumberland, der die malerischsten und
wildesten Scenen bietet. Im W. der Blauen Berge erheben sich zwischen dem obern Macquarie und Lachlan die 1405 m hohen
Canobolasberge.
Nördlich vom Hunter-River heißt das Gebirge die Liverpoolkette, ein Granit-und Porphyrgebirge, auf dem sich Grünsteinkuppen,
wie der Mount-Orley und Mount-Arthur, erheben. Der im W. von Port-Macquarie stehende Mount-Seaview hat 1829 m Höhe. Eine
Fortsetzung dieser Ketten säumt Queensland im O., tritt bis auf 450 oder 500 km ins Innere westlich hinein
bis an die Quellen des Victoria oder Barcoo und zieht sich längs der Ostküste bis in die Yorkhalbinsel nach N. Zu demselben
gehören der 1738 m hohe Mount-Lindsay im SW. Von Brisbane und der mehr als 1300 m hohe Gipfel an der Ostseite der Yorkhalbinsel.
Auf der Südseite des Kontinents, westlich von der Mündung des Murray, ziehen sich Gebirge nach N. zur
Region der Seen, meist niedrig, aber in einzelnen Gipfeln, wie im Mount-Brown am Nordende des Spencergolfs, 969 m hoch. Von
diesem nach NNO. zieht das mehr als 300 km lange Flindersgebirge hin, in dessen Mitte sich der 914 m
hohe Mount-Serle erhebt. Auch an der Südwestseite hat man von der schmalen Küstenebene aus einen kaum 700 m hohen Bergrand,
die Darling-, Herschel- und Victoriakette, zur innern Hochfläche hin zu übersteigen. Als der höchste Berg in dieser Region
wird der 1158 m höbe Mount-Bruce angesehen.
Geologisches. Ein archäisches und paläozoisches Kettengebirge
erfüllt den ganzen OstenA.s, jedoch nur
bis etwa 400 km von der Ostküste entfernt. JüngereEruptivgesteine durchbrechen dasselbe an zahlreichen Stellen, besonders
in Queensland. Auch das Innere hat wahrscheinlich einen archäischen Untergrund, der z. B. in der Mitte im N. und S. am Amadeussee
hervortritt. Auch an der Nordküste südlich von Port-Darwin und im W. quer durch das Festland zeigt sich
dieses archäische Gebiet.
Gewässer. Infolge der Trockenheit des Klimas ist Australien schlecht bewässert. Seine Flüsse bestehen während
eines großen Teils des Jahres nur aus Reihen von Wasserlachen und Sümpfen. Die kleinen Flüsse oder Creeks lösen sich im
Sommer zu Reihen von Wasserlöchern auf, und ihr Lauf bleibt nur an dem Sande und an den ihre Ufer einfassenden Gummibäumen
erkennbar. Mancher von einem Gebirge in ansehnlicher Größe herabkommende Fluß versiegt einige Kilometer
weiterhin in einer sandigen Ebene.
Ohne diesen Übelstand wäre ein großer TeilA.s herrliches Weideland. Ein wirklich eingeschnittenes Bett
[* 68] scheint vielen der
Flüsse ganz zu fehlen. Das bedeutendste unter den bekannten Stromsystemen ist das des Murray (s. o.) oder Gulwa, der in den
Alexandrinaküstensee mündet. Da derselbe durch die Schneemassen der austral. Alpen genährt wird, so
ist er ein beständiger Strom, ebenso wie die rechts in ihn einmündenden vereinigten Murrumbidgee und Lachlan. Dagegen versiegt
der ein weit größeres Gebiet umfassende und ebenfalls rechts in den Murray mündende Darling oder Calewatta zeitweise. Zu
ihm fließen Condamine, Warrego von rechts, Peel, Macquarie, Bogan von links.
Nächstdem verdient der obere Lauf des Victoria oder Barcoo Erwähnung, der, mit dem Thomson vereinigt, vielfach auch Cooper
genannt wird. Dieser löst sich in einer Wüste fast auf, und von ihm endet der Hauptarm im Eyresee und ein anderer unbedeutender
Arm, der Cooper- oder Strzelecki-Creek, in dem Salzsee Gregory. Unter den kürzern Küstenflüssen
sind an der Ostseite zu nennen: der nördlich von Sydney mündende, 67 km lange Hawkesbury, der 150 km lange Hunter, der 230 km
lange Clarence, der 145 km lange Brisbane, der aus Dawson und Mackenzie gebildete Fitzroy, der von Leichhardt
entdeckte und von Dalrymple 1859 weiter untersuchte Burdekin mit dem Belyando und der Endeavour in Queensland. Im S., an der
Küste von Victoria, fließt der Glenelg, weiter nach O. der 120 km lange Hopkins, der ebenso lange Yarra-yarra, Latrobe,
Snowy; an der
¶
Die an Zahl und Ausdehnung nicht unbedeutenden Seen A.s sind einen großen Teil des Jahres nur Sümpfe. Im N. des Spencergolfs
(mit dem er nicht im Zusammenhange steht) zieht sich fast 225 km der von kahlen Sanddünen umgebene Torrenssee
hin. Weiter nördlich liegt in 21 m Meereshöhe der noch größere Eyresee, in dessen Osten sich der vielleicht in mehrere
Einzelseen zerfallende Gregorysee hinzieht. Südlich davon der Fromesee. Im W. des Torrenssees auf der Hochebene, in 115 m
Höhe, der große Gairdnersee.
Diese und unzählige kleinere Seen in derselben Gegend sind überaus salzreich und bilden ein Gebiet, das noch nicht lange
vom Meereswasser verlassen zu sein scheint, überhaupt sind deutliche Kennzeichen vorbanden, daß die Südküste noch jetzt
in langsamer Erbebung aus dem Meere begriffen ist. Noch weiter im NW. dieser Seen liegt im Innern 204 m
hoch unter 24° südl. Br. der 320 km lange schmale Amadeussee, in der Nähe der Westküste noch zahlreiche Seen, darunter
der Austin 427 m hoch.
Klima. Das austral. Klima ist bei der großen Ausdehnung des Festlandes naturgemäß kein einheitliches. Das nördl. Drittel
hat tropisches Klima, die südlichen zwei Drittel dagegen haben ein gemäßigtes, so daß das Klima der Kolonien im S. etwa
dem des südl. Europas oder auch Südafrikas gleichkommt. Der N. bat seine Regen im Sommer, vom November bis April, der S.
im Winter, vom März bis September. Der tropische Regen erstreckt sich jedoch nicht bis zum Wendekreise,
sondern, wie es scheint, nur bis zu 17° südl. Br. Zwischen beiden Regionen findet sich eine Übergangszone, in der Niederschläge
zu allen Zeiten, doch nur in sehr geringem Maße erfolgen. Im Innern giebt es auch ganze Strecken, in denen jahrelang kein TropfenRegen fällt.
Während der Regenzeit ergießt sich im S. in den Kolonien der Regen in Strömen. Durch denselben schwellen die Gewässer mächtig
an, veranlassen Zerstörungen und hemmen den Verkehr. Doch vergeben auch Monate ohne Regen, so daß in der That ein trocknes
Land ist. Zeitweise eintretende Dürren sind für die Kolonisten, die davon etwa alle 10-12 Jahre betroffen
werden, die schwersten Plagen; Ernten und Vieh gehen ihnen in solchen Zeiten zu Grunde. Indes werden Victoria und Südaustralien
von solchen Leiden
[* 70] nicht heimgesucht.
Die Regenmenge ist im N. nicht unbedeutend, etwa 1440 - 1660 mm im Jahre; im Innern dagegen sinkt sie
unter 200 mm und nimmt überhaupt von O. gegen W. rasch ab, da der Südostpassat seine Feuchtigkeit am Gebirge absetzt. Das
Innere erhält wenig davon. So ist das Gebirge im O. für Australien nicht vorteilhaft. Neusüdwales genießt neun Monate im Jahre ein
höchst angenehmes Klima. Nur die Sommerhitze ist hier drückend, da sie im Schatten
[* 71] zuweilen bis 47°
C. steigt, namentlich wenn der beiße Wind von Westen aus dem Innern weht, der jedoch nur 22-36 Stunden anhält.
Pflanzenwelt. Ist auch die Flora in von einem gleichmäßigern Gepräge als in Afrika,
[* 75] Asien
[* 76] und Amerika,
[* 77] so stellt sie doch so wenig eine Einheit dar als die Flora von Europa, ja noch weniger als diese. In vier Hauptgebiete zerfällt
das Land:
1) Die Nordküste bis 20° südl. Br. und der zum Gebiet des Stillen Oceans gehörende Küstenstreif von
Queensland und Neusüdwales bis über den 30. ° südl. Br. hinaus haben eine feuchte Tropenflora von ind. Verwandtschaft,
die aber in ihrem besondern Verhalten, in der Beimischung von Araucarien, in dem Fehlen von Eichen u. s. w., sich mehr an
die malaiischen Inseln und Neuguinea als an den Kontinent Indiens anschließt. Diese Region hat ihre allgemeine
Südgrenze mit dem Aufhören der tropischen Sommerregen.
2) Es folgt nun das weite, regenarme InnereA.s, ein mit lichten Hainen, dichten Gebüschen, weiten Gras- und Geröllflächen,
Salzbuschsteppen und Steinwüsten bedecktes ungeheures Gebiet, in dem nur Herdenzucht mit wechselnden Standorten möglich erscheint,
und in dem manche Expedition aus Wassermangel zu Grunde gegangen ist. Diese Wüstenregion schneidet von
den Tropen bis zu der großen austral. Bucht fast durch das Festland hindurch und teilt dadurch den Rest zu zwei Hauptfloren
ab; sie ist am dürrsten in der großen westaustral. Wüste.
3) Der Südwesten bildet ein ungemein reiches Florengebiet zwischen dem Murchisonfluß und der
Südküste, ein Dreieck,
[* 78] erfüllt mit eigentümlichen Gattungen und Arten der austral. Charakterordnungen; 82 Proz. der Gesamtzahl
sind auf dieses Dreieck beschränkt, und die Flora am Schwanenfluß mit ihren Grasbäumen (Kingia, Xanthorrhoea) ist seit lange
berühmt.
4) Auch Südaustralien (südlich von 30° südl. Br.) hat eine Anzahl eigentümlicher Formen derselben
Sippen; ein neues Entwicklungsgebiet derselben ist aber nur im SO. im feuchtern Gelände
rings um und auf den austral. Alpen, in Victoria und der InselTasmanien zu suchen, wo Baumfarne (Alosophila, Dicksonia, Todea)
im Schatten der Gumbäume wachsen, und auf den Bergeshöhen alpine Formen entwickelt sind, die im Einklang
mit Neuseeland und Patagonien den südlichen niedern Temperaturen folgen.
Während nun die ersteRegion sich durch Tropenwälder mit kletternden Lianen, Baumorchideen, Palmen,
[* 79] Araceen und Pandanus auszeichnet,
leben die eigentlichen austral. Charakterformen hauptsächlich in den drei andern Regionen, setzen dort lichte Wälder mit
hängender oder auf hoher Kante aufreckt stehender Belaubung oder dichte, aus einer Masse kleiner Gesträuche
gebildete Gebüsche (Scrub) zusammen, oder finden sich zerstreut in den Wüstensteppen. Der Reiz der austral. Flora liegt
in der
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