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Wenn die Buffalo Bills an diesem Sonntag zu ihrem ersten Heimspiel der Saison in der National Football League (NFL) antreten, werden an der Seitenlinie keine Pompons glitzern. Zum ersten Mal seit 1967 sind die Cheerleader des Teams, die Jills, nicht auf dem Feld. Die Glitter-Maskottchen dürfen bei dem Spiel in der nordamerikanischen Profiliga nicht tanzen – weil fünf ehemalige Teammitglieder vor Gericht für den Mindestlohn für Cheerleader klagen.
Dabei ist das Wort «Lohn» in diesem Zusammenhang ohnehin schon mutig. Denn es ist keineswegs garantiert, als Cheerleader in der obersten Football-Liga des Landes überhaupt eine finanzielle Entschädigung zu bekommen. Das Gehalt eines NFL-Cheerleaders, so berichtet «Bloomberg», liegt zwischen null und 150 Dollar pro Spiel. Rechnet man die Auftritte mit der Zeit für das Training zusammen, macht das weniger als zwei Dollar pro Stunde. Der Mindestlohn in den USA liegt derzeit bei landesweit 7,25 Dollar.
«Ich war 18. Ich wollte unterschreiben»
Warum kann die NFL solche Hunger-Verträge durchsetzen? Wenn ihr High-School-Traum in Erfüllung geht, fragen offenbar nur wenige Mädchen nach, ob ihr Engagement als Profi-Pompon-Girl die Miete zahlt. «Ich dachte mir: Ich bin 18. Jetzt habe ich es gerade in dieses unglaubliche Profi-Team geschafft», schildert Caitlin Ferrari gegenüber «Bloomberg Business Week», wie ihre Zeit als Buffalo-Bills-Cheerleader begann. «Ich wollte unterschreiben, was auch immer sie mir für einen Vertrag vorlegten.»
Die heute 24-Jährige sieht das mittlerweile anders – sie ist eines der Ex-Cheerleader, das klagt. Die NFL hält entgegen, dass Cheerleader Saisonarbeiterinnen seien – und damit nicht an den Mindestlohn gebunden.
Cheerleader klagen gegen vier NFL-Teams
Die Buffalo Bills hat nicht als einziges Team Strees mit den Gehaltsstreitigkeiten: Bei vier von 32 NFL-Teams klagen Cheerleader für mehr Lohn, neben den Buffalo Bills noch die Cincinnati Bengals, die New York Jets und die Tampa Bay Buccaneers.
Bei einem fünften Team, den Oakland Raiders, gab es vergangene Woche eine Einigung: 90 Frauen bekommen laut «Wall Street Journal» insgesamt 1,25 Millionen Dollar an Lohn nachbezahlt, das macht rund 2500 bis 6000 Dollar Lohn pro Saison (rund 2300 bis 5600 Franken). Die Oakland Raiders haben in der vergangenen Saison begonnen, ihren Cheerleadern den Mindestlohn zu zahlen.
Auftritte im TV sind 8,25 Millionen Dollar wert
Die Lage ist paradox, denn die NFL setzt jährlich 9,2 Milliarden Dollar um. Würden alle Cheerleader der Buffalo Bills acht Dollar in der Stunde bekommen, bei 20 Stunden Arbeit die Woche für 42 Wochen im Jahr, dann würde das 232'000 Dollar kosten, rechnet «Bloomberg» beispielhaft vor. Der am schlechtesten bezahlte Spieler des Teams bekommt noch immer einen Lohn von 420'000 Dollar pro Saison.
Übrigens, die Auftritte der Cheerleader im TV – im Schnitt sieben Sekunden sind sie pro Spiel zu sehen – sind 8,25 Millionen Dollar wert. Man könnte sagen: Der Mindestlohn ist nicht zuviel verlangt.