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2. 3. 3. 1. Archive der Gemeinden
Da in der Schweiz die Gemeinden in der Regel grosse Autonomierechte haben, finden sich in den Stadt- und Gemeindearchiven ebenfalls viele wichtige Dokumente. Wenn man beispielsweise eine Arbeit über die Armenfürsorge im Kanton Bern schreiben will, findet man zu diesem Thema sowohl im Staatsarchiv wie auch in den Archiven der Gemeinden Dokumente dazu. Gemeindearchive beinhalten ausserdem viele Quellen zur Regional-, Kultur und Sozialgeschichte.
In den Gemeinden gibt es oft drei verschiedene Arten von Archiven:
- Archiv der Pfarrgemeinde: Wichtige Dokumente wurden meist dem Pfarrer anvertraut. In den katholischen Kantonen findet man dort die Tauf-, Ehe- und Sterberegister bis 1875.
- Archive der Bürgergemeinden: Diese Archive enthalten vor allem Dokumente zur Verwaltung der Gemeindegüter (z.B. Wälder und Weiden) vom Ancien Régime bis zur Gegenwart. Einige dieser Archive bestehen bis heute, andere sind mit den Archiven der Kantone oder der Einwohnergemeinden verschmolzen.
- Archive der politischen Gemeinde oder Einwohnergemeinde: Diese im 19. Jh. eingerichteten Archive enthalten sämtliche Dokumente zur kommunalen Verwaltung, die sich je nach Zentralisierungsgrad des jeweiligen Kantons mehr oder weniger stark entwickelt hat. Dort werden zumindest die Zivilstandsregister (gemäss Bundesgesetz von 1875) und die grundlegenden Verzeichnisse der Verwaltung aufbewahrt: die Rechnungsführung und die Protokolle der politischen Behörden. Die Archive der Gemeinden stehen unter der Aufsicht der Kantonsarchive. Die Archive der grossen Schweizer Städte werden meist professionell geführt und sind gut organisiert.
Verweis: Mehr Informationen zu den Archiven der Gemeinden gibt es auf der Website des Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) und im Historischen Lexikon der Schweiz im Artikel "Archive" im Abschnitt "2. 2. Gemeindearchive".