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Das Baden im Pool war verboten worden, ausnahmsweise nicht von den Behörden, sondern von Frau Hegenscholt, die dazu zwar nicht befugt war, aber über eine solch ausgeprägte natürliche Autorität verfügte, dass sich alle daran hielten. Erst als die Temperaturen in Bereiche aufstiegen, in denen selbst diejenigen, die bereits um halb acht Uhr morgens ein körperliches und spirituelles Dehnprogramm hinter sich brachten, kurz nach Mittag zu alkoholischen Getränken griffen, setzte sich die achtjährige Sara mittels Flachköpfler über das Verbot hinweg und ebnete so den Weg zu einer euphorischen Wiederinbetriebnahme des sonst doch gar zwecklos herumliegenden Schwimmbeckens. Hegenscholt reiste noch gleichentags ab.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Letzten Herbst ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.