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Das Theater Kanton Zürich ist am Freitag, 17. Januar, um 19.15 Uhr mit dem Klassiker «Kleider machen Leute» von Gottfried Keller mit einer originellen Bühnenversion in der Wiler Tonhalle zu Gast.
Im Jahr 2019 wäre Gottfried Keller 200 Jahre alt geworden. Er zählt zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern überhaupt. «Kleider machen Leute» erschien erstmals im Jahr 1874 im zweiten Band der Sammlung «Die Leute von Seldwyla». Sie gehört zu den bekanntesten Erzählungen der deutschsprachigen Literatur und diente als Vorlage für Filme und Opern und gilt zudem als Musterbeispiel für die Stilrichtung des poetischen Realismus.
Gottfried Kellers Novelle handelt vom Schneidergesellen Wenzel Strapinski, der sich trotz Armut gut kleidet. Er gelangt in eine fremde Stadt und wird dort wegen seines eleganten Äusseren für einen polnischen Grafen gehalten. Nachdem er aus Schüchternheit versäumt hat, die Verwechslung aufzuklären, versucht er zu fliehen. Doch da betritt die junge Tochter eines angesehenen Bürgers den Schauplatz. Die beiden verlieben sich ineinander, worauf Wenzel die ihm aufgedrängte Grafenrolle notgedrungen weiterspielt. Auf der Verlobungsfeier kommt es zum Skandal. Ein verschmähter Nebenbuhler sorgt dafür, dass der vermeintliche Hochstapler entlarvt wird. Wenzel flieht, seine Braut aber findet ihn, rettet ihn vor dem Erfrieren und stellt ihn zur Rede. Als sie sich davon überzeugt hat, dass seine Liebe echt ist, bekennt sie sich zu ihm und setzt die Heirat durch. Der Schneider gründet mit ihrem Vermögen ein Atelier und bringt es zu Wohlstand und Ansehen, womit sich das Sprichwort «Kleider machen Leute» bewahrheitet. Kellers Erzählung ist eine amüsante, mit Sozialkritik angereicherte Geschichte voller Irrungen und Wirrungen, die sich auch wunderbar für die Bühne eignet.
Die Autorin Dagrun Hintze hat zum 200. Geburtstag von Gottfried Keller die Novelle «Kleider machen Leute» dramatisiert und in den Western-Saloon Zur Waage verlegt. Die Beschriftungen an den Schiefertafeln, das Aromat in der Menage, Kägifret, Chips und Biberli im Chörbli vermitteln im Wilden Westen einen Schweizer Touch.
Die neue Dramaturgin des Theater Kanton Zürich, Ann-Marie Arioli, gibt um 19.15 Uhr im Kleinen Saal der Tonhalle einen Einblick in das Werk und die Inszenierung.