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Grossbritannien verfügt nach Angaben des britischen Premierministers David Cameron über neue Beweise für einen Giftgaseinsatz in Syrien. Das sagte Cameron am Donnerstag beim G20-Gipfel im russischen St. Petersburg dem britischen Fernsehsender BBC.
"Wir haben gerade einige in Damaskus gesammelte Proben im Labor Porton Down untersucht, die weitere Hinweise auf den Einsatz chemischer Waffen in dem Vorort von Damaskus zeigen."
Aus britischen Regierungskreisen verlautete, Boden- und Textilien-Proben aus dem Vorort von Damaskus, in dem Chemiewaffen eingesetzt wurden, seien positiv auf das Nervengas Sarin getestet worden. Demnach handelte es sich um eine andere Untersuchung als die der USA.
Auch die USA hatten bereits gesagt, sie verfügten über Beweise, dass bei dem Angriff vom 21. August nahe Damaskus Sarin eingesetzt wurde.
Beide Länder machten die syrische Führung unter Präsident Baschar al-Assad für den Einsatz von C-Waffen verantwortlich, ohne bisher dafür aber Belege vorgelegt zu haben. Noch gestern hatte Russlands Präsident Wladimir Putin "überzeugende Beweise" dafür verlangt.
Die USA, Grossbritannien und Frankreich hatten als Vergeltung für den vermuteten Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung mit einem Militärschlag gedroht. Das britische Parlament stimmte vergangene Woche gegen eine Beteiligung Grossbritanniens.
Cameron hatte zugesichert, sich an das Votum zu halten. US-Präsident Barack Obama sucht derzeit Rückendeckung im Kongress für einen Militärschlag.
Geringe Kosten für Militärintervention
Die US-Streitkräfte schätzen die Ausgaben für einen möglichen Militärschlag gegen Syrien als relativ gering ein. "Die Summe ist zu diesem Zeitpunkt nicht aussergewöhnlich", sagte der US-Marinechef Admiral Jonathan Greenert in Washington.
Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte am Mittwoch vor dem Repräsentantenhaus erklärt, dass sich die Kosten für einen Syrien-Einsatz im Bereich von "mehreren zehn Millionen Dollar" bewegen würden.
US-Präsident Barack Obama hat den Kongress um grünes Licht für eine Militäraktion gebeten, um Syriens Machthaber Baschar al-Assad für den mutmasslichen Einsatz von Chemiewaffen zu bestrafen. Die Verlegung von Bodentruppen hat Obama ausgeschlossen, als wahrscheinlich gelten dagegen zeitlich begrenzte Luftangriffe.
Greenert sagte bei einer Veranstaltung des Think-Tanks Enterprise Institute, dass die US-Kriegsschiffe in der Region "voll bereit für ein breites Spektrum an Operationen" seien.
Derzeit kreuzen im östlichen Mittelmeer vier US-Zerstörer, die mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgerüstet sind. Ausserdem wurde als Vorsichtsmassnahme der Flugzeugträger "USS Nimitz" samt Begleitflotte in das Rote Meer verlegt.
Tomahawks seien "eine wirklich gute Option", erklärte Greenert. Der Admiral bezifferte die Kosten für den Abschuss eines einzigen Marschflugkörpers auf 1,5 Millionen Dollar. Jeder Zerstörer verursacht den Angaben zufolge wöchentliche Ausgaben in Höhe von zwei Millionen Dollar. Der Flugzeugträger würde im Einsatzfall mit etwa 40 Millionen Dollar pro Woche zu Buche schlagen.
SDA-ATS