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Invasive gebietsfremde Arten
Als «gebietsfremd» werden Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen bezeichnet, die durch menschliche Tätigkeiten in Lebensräume ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingebracht werden. Die Einbringung durch den Menschen kann sowohl absichtlich («einführen») als auch unabsichtlich («einschleppen») erfolgen. Als «invasiv» werden gebietsfremde Arten bezeichnet, von denen bekannt ist bzw. angenommen werden muss («potenziell invasiv»), dass sie durch ihre Ausbreitung in der Schweiz die biologische Vielfalt, Ökosystemleistungen und deren nachhaltige Nutzung beeinträchtigen oder Mensch und Umwelt gefährden können.
Invasive Arten tragen weltweit zum Rückgang der Biodiversität bei und sind gemäss IUCN der zweitwichtigste Grund für den Artenrückgang, gleich nach der Zerstörung von Lebensräumen. Die Zunahme gebietsfremder Arten ist auf die Intensivierung des globalen Handels- und Reiseverkehrs zurückzuführen.
Von den rund 1300 in der Schweiz bekannten etablierten gebietsfremden Arten (Pflanzen, Tiere, Pilze) gelten 197 als invasiv. Diese Zahl ist in den untersuchten Fällen während der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich gestiegen. Mit einer Zunahme der invasiven Pflanzen, Tiere und Pilze um circa 50% über die letzten 30 Jahre (1990-2020) ist die Entwicklung als negativ zu bewerten.
In der Schweiz hat die Entwicklung der letzten Jahrzehnte gezeigt, dass sowohl die Anzahl invasiver gebietsfremder Arten als auch die von ihnen besiedelte Fläche immer weiter zunehmen. Verglichen mit der Situation im Ausland befinden sich viele invasive gebietsfremde Arten in der Schweiz jedoch nach wie vor in einem vergleichsweise frühen Stadium der Ausbreitung. Das heisst, dass beim Ausbleiben von Gegenmassnahmen sie noch weit grössere Flächen einnehmen und dementsprechend die durch sie verursachten Schäden weiter zunehmen werden. Es ist davon auszugehen, dass die potenziellen Schäden, die bei fortschreitender Weiterausbreitung invasiver gebietsfremder Arten entstehen, die Kosten für heute durchgeführte Massnahmen bei weitem übersteigen werden.
Auch andere Länder (z. B. Deutschland, Norwegen) sowie die EU führen Listen invasiver Arten unterschiedlicher taxonomischer Gruppen. Es gibt bislang keine standardisierten Einstufungskriterien, weshalb die Listen nur bedingt untereinander vergleichbar sind.
Die Daten des Schweizerischen Informationszentrums für Arten (InfoSpecies) basieren auf Fundmeldungen und werden nicht systematisch erfasst. Um den Ausbreitungsgrad und das Schadenspotential definieren zu können, werden Fundmeldungen und Ökologie der Arten durch ExpertInnen und Experten taxaübergreifend standardisiert ausgewertet.
Die Erstellung der Liste der invasiven gebietsfremden Arten basiert auf der Klassifizierung der auf die Schweiz übertragbaren ökologischen Schäden gemäss EICAT, einem von der IUCN als globalen Standard vorgeschlagenem Klassifizierungsverfahren.
|Angestrebte Entwicklung||Anfangswert||Endwert||Veränderung in %||Beobachtete Entwicklung||Beurteilung|
|Abnahme||Mittel 1990-1992||Mittel 2018-2020||48.84%||Zunahme||negativ|
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