Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03647.jsonl.gz/1934

Die Zirkusprinzessin
Im Sommer 2015 wurde der Vogelhändler von Carl Zeller gespielt. Die märchenhafte Inszenierung von Melanie Gehrig kam beim Publikum sehr gut an und lockte zum ersten Mal mehr als 10'000 Zuschauer nach Burgäschi.
Handlung
Wie der Kurfürst einen Besuch zur Wildschweinjagd ankündigt, gerät der kurfürstliche Wald- und Jagdmeister Baron Weps in Verlegenheit. Die ortsansässigen Dorfbewohner haben längst alle Wildschweine erschossen und verspiesen. Eligst wird gegen ein angemessenes Bestechungsgeld Ersatz organisiert. Da der Kurfürst darauf seine Jagd absagen muss, kann der arg verschuldete Weps das bereits einkassierte Geld nicht mehr zurückerstatten und organisiert deswegen einen Ersatzkurfürsten in der Person seines Neffen Stanislaus. Dieser lässt sich gerne auf diesen kleinen Spass ein. Beim vermeintlichen Kurfürsten spricht nun Christel vor, um ihrem geliebten Vogelhändler Adam zu einer Beamtenstelle in der kurfürstlichen Menagerie zu verhelfen. Der eifersüchtige Adam versteht Christels Bemühungen nicht und verabschiedet sich mit dem Operettenhit „Bhüet di Gott, du Unschuld du“ in die Pause. Dem entstandenen Scherbenhaufen widmen sich die verbleibenden beiden Akte.
Carl Zeller (1842-1898)
Carl Zeller ist einer jener herrlichen nebenberuflichen Künstler - damals nannte man sie Dilettanten – wie sie das 19. Jahrhundert zahlreich kennt. Der Sohn eines Arztes, ehemaliger Sängerknabe der kaiserlichen Hofkapelle und promovierter Dr. jur. steht damit in einer Reihe mit Namen wie Franz Schubert, Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe oder Franz Kafka. Der Bildungsministerialrat komponierte sein Leben lang und schuf sechs abendfüllende Bühnenwerke, die den klassischen Operetten von Karl Millöcker, Franz von Suppé und Johann Strauss in nichts nachstehen.