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Martin Trüssel
Von Giswil war im Höhlenarchiv nur das Drachenloch bekannt. Obwohl das Gebiet, abgesehen vom Giswilerstock, nur wenig Karst aufweist, sollte es aufgrund der Sagenwelt weitere Höhlen geben. Im Rahmen des Obwaldner Höhlen- und Karstlandschaftsinventars (HKI) wurden 2017 und 2018 nicht zuletzt dank Literaturrecherchen und intensiver Feldarbeit zwölf Höhlen aufgespürt. Darunter befinden sich auch die sagenumwobenen Höhlen, in denen Abbauspuren von Mineralien- und Goldsuchern aus dem 18. Jahrhundert vorhanden sind. Der älteste schriftliche Nachweis einer Höhle in Obwalden datiert vom 7. Dezember 1753, zu einer Zeit also, also noch Hexen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurden. Damals verurteilte der «Obwaldner Landrat» einen Einheimischen, weil er ein abergläubisches Buch benutzte, um im Arniloch Gold und Silber zu suchen. Auch diese längst vergessene Höhle liess sich wieder auffinden. Zum Vorschein gekommen sind zudem Braunbärenknochen und Bärenschliff an den Höhlenwänden im Drachenloch. Ein einzelner Bärenzahn aus dem Stäfeliloch ist ein Indiz, dass hier schon vor über 10’000 Jahren Bären gelebt haben.