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Amt bezeichnet allgemein das Organ einer Gemeinschaft, dessen Funktionen in Rechten und Pflichten zusammengefaßt sind und dessen Handlungen eine objektive Verbindlichkeit für die Gemeinschaft haben. Insofern die Kirche geschichtliche Gemeinschaft ist, gehören Ämter wesensnotwendig zu ihr. So kennt schon das Alte Testament „Älteste“, „Richter“, „Könige“, das Priestertum. Das Neue Testament zeigt für die frühe Kirche, in der ein erstes Amtsbewußtsein bei den Zwölfen (siehe Apostel) greifbar ist, eine Entwicklung von spontanen Strukturen zu institutionellen Ämtern (vgl. auch Bischof, Diakon), deren Gestalt und Bezeichnungen Analogien und Parallelen im jüdischen Mutterboden der Kirche hatten. Manche dieser Ämter traten später in der Bedeutung zurück oder verschwanden wieder. In der Schrift wird das Amt meist als „Dienst“, auch als „Vollmacht“ in der und für die Gemeinde bezeichnet. Die Einsetzung in ein Amt geschieht durch den Geist (auch Gott, Jesus Christus) im Akt der Amtsverleihung durch die Kirche, die durch Handauflegung die Successio apostolica garantiert. Mit dem Willen Gottes zur Bleibendheit der Kirche und der Anwesenheit des Geistes in ihr ist auch der Wille zum Bleiben des Amtes gegeben, wobei freilich auch der Unterschied zwischen der Einmaligkeit des Anfangs und der legitimen geschichtlichen Selbstentfaltung (Differenzierung des bleibenden Amtes nach Bedarf) gesehen werden muß. – Definierte Glaubenslehre (Dogma): Nicht alle Christen haben die gleiche Befugnis hinsichtlich des Wortes Gottes und der Sakramente (DS 700 944 1610 1767-1770; NR 515 709 bis 712 718), sondern es besteht eine Hierarchie göttlichen Rechts, gestuft in Bischöfe, Priester und dienende Weihegrade. – Vgl. Sakrament, Ordo, Papst, Charisma. – Die theologische Reflexion spricht vor allem seit Ende des 18. Jahrhunderts von den drei Ämtern Christi (als Lehrer oder Prophet, Priester und König oder Hirt) und von da aus von drei (so auch Pius XII. und das II. Vat., Kirche 13 21 28; Oek. 2; Miss. 15; Laienap. 2 10) oder zwei Ämtern der Kirche (Lehr- und Hirten-Amt als Leitungsvollmacht, Priester-Amt als Weihevollmacht), entsprechend der nicht absolut durchführbaren Zweiheit von Wort und Werk. kthW
Katechese von Papst Franziskus am 12. März 2016 über die Fusswaschung
Mit der Fußwaschung lehrt der Herr uns sein „neues Gebot”, nämlich die gegenseitige Liebe und den Dienst am Nächsten. Das betonte Papst Franziskus bei seiner dritten außerordentlichen Generalaudienz im Rahmen des Heiligen Jahres für 40.000 Pilger auf dem Petersplatz am Samstag, 12. März 2016. In Erwartung des Osterfestes meditierte der Papst über den verlesenen Passus des Johannesevangeliums, in dem Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht: „Jesus hat eine Geste gemacht, die sich in die Erinnerung seiner Jünger eingebrannt hat: die Fußwaschung. Ein unerwarteter und schockierender Akt, so sehr, dass Petrus ihn nicht akzeptieren wollte. Die Fusswaschung Jesu lehrt uns, Bedienstete und Diener zu sein weiterlesen →
Katechese von Papst Franziskus am 24. Februar 2016 über Machtspiele der Reichen
Macht und Barmherzigkeit – dieses Wortpaar taucht in den Reflexionen des Papstes immer wieder auf, so auch am Mittwoch, 24. Februar 2016, bei der Katechese während der Generalaudienz. Besonders die Fastenzeit vertrage das Nachdenken darüber. Immer wieder, an verschiedenen Stellen der Bibel, begegneten uns Menschen, die mit ihrem Reichtum und ihrer Macht nicht gut umgingen. Der Egoismus mache die Macht zu einem Werkzeug der Korruption und des Todes, betonte der Papst, wie in der Geschichte von Nabots Weinberg. In diesem Text heiße es, dass der König von Israel den Weinberg von Nabot kaufen will, denn dieser grenzte an den Köngispalast. Der Voschlag scheint legitim, auch großzügig, aber in Israel war Besitz heilig. Nabot wollte sein vererbtes Familiengrundstück nicht aufgeben und wurde schließlich deswegen umgebracht. Ohne Dienst wird Macht zu Arroganz, Hochmut, Dominanz und Unterdrückung weiterlesen →
Für Vater Wolf war der Glaube Herzenssache im Sinn der Heiligen Schrift. Denn im biblischen Sprachgebrauch wird mit dem Wort Herz nicht das Zentrum unserer Gefühle bezeichnet, wie wir das gewohnt sind, sondern das «Organ», mit dem wir Menschen Geistliches erkennen können, Göttliches, aber auch Widergöttliches. Darum beten wir mit dem Psalm 51 um ein klares, ein reines Herz, das Gott und seine Berührungen und Eingebungen in uns und in der Welt wahrnehmen kann: «Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist!» (Ps 51,12). Gott verspricht uns durch Seinen Propheten: «Ich schenke euch ein neues Herz … Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Weisungen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.» (Ez 36,26-27). Niklaus Wolf und seine Charismen – im Dienste der Kirche weiterlesen →
36. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus
Zu Beginn einer Generalaudienz wird immer eine Stelle aus der Heiligen Schrift vorgelesen, heute aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Epheser (Eph 4,1-6): Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. Liebe Brüder und Schwestern, im Credo bekennen wir die eine Kirche.
Hintergrundbericht zum missverstandenen Thema ‚Kirchenamt für Frauen‘
Sollte die katholische Kirche ein neues Amt einrichten für Frauen – etwa das der Gemeindehelferin? Oder sollten Frauen sogar Diakon werden können, ohne sakramentale Weihe oder mit einer Weihe? Die Debatte ist nach einer Äußerung von Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg aufgekommen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte an diesem Wochenende [Anm. d. R.: 27./28. April 2013] Schlussfolgerungen aus der Diözesanversammlung seines Erzbistums gezogen. Und dabei erklärte er, er werde für ein spezifisches Diakonenamt für Frauen eintreten. Das dreistufige Weiheamt in der Kirche steht nur Männern offen: Diakon, Priester, Bischof. Zollitsch hat klargemacht, dass es ihm nicht um die Öffnung des bestehenden Weihe-Diakonats für Frauen geht, sondern um ein Amt anderer Art.