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Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux wird in diesem Jahr mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Das gab die für die renommierte Auszeichnung zuständige Schwedische Akademie am Donnerstag in der Altstadt von Stockholm bekannt. Sie bekomme den Preis «für den Mut und die klinische Schärfe, mit der sie die Wurzeln, Entfremdungen und kollektiven Beschränkungen der persönlichen Erinnerung aufdeckt», sagte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, bei der Preisbekanntgabe. Man habe sie telefonisch noch nicht erreichen können, sagte Malm.
Ernaux glaube an die befreiende Kraft des Schreibens, hiess es von der Akademie. Sie schreibe kompromisslos und in klarer, sauberer Sprache. Mit grossem Mut und klinischer Schärfe offenbare sie die Qual der Klassenerfahrung und beschreibe unter anderem Scham, Demütigung und Eifersucht.
BREAKING NEWS:— The Nobel Prize (@NobelPrize) October 6, 2022
The 2022 #NobelPrize in Literature is awarded to the French author Annie Ernaux “for the courage and clinical acuity with which she uncovers the roots, estrangements and collective restraints of personal memory.” pic.twitter.com/D9yAvki1LL
Der Nobelpreis für Literatur gilt als die prestigeträchtigste literarische Auszeichnung der Welt. Auf der sogenannten Longlist für den Preis standen in diesem Jahr 233 Kandidaten – welche Namen darunter sind, wird alljährlich streng geheim gehalten.
Der Literaturnobelpreis geht wie die weiteren traditionellen Nobelpreise auf das Testament des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833–1896) zurück. An dessen Todestag, dem 10. Dezember, werden die Preise in Stockholm und Oslo verliehen. Dotiert sind die Auszeichnungen in diesem Jahr erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie. Umgerechnet entspricht das knapp 920'000 Euro.
Im vergangenen Jahr war der Literaturnobelpreis an den bis dahin relativ unbekannten tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah gegangen. Er wurde «für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten» geehrt. Im Jahr davor hatte die amerikanische Dichterin Louise Glück den Nobelpreis erhalten – auch sie galt vorab nicht als eine der zahlreichen Favoritinnen und Favoriten.
Ganz anders nun Ernaux: Die Französin wurde vor der Preisbekanntgabe von mehreren Literaturexperten zum engen Favoritenkreis gezählt.
Bereits in der ersten Wochenhälfte waren die diesjährigen Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Schweizer Preisträger waren nicht darunter.
(cpf/sda/dpa)
Ein grosser Teil Grönlands wechselt im kommenden Jahr seine Zeitzone und rückt auf der Uhr eine Stunde näher an Europa heran. Das hat das grönländische Parlament am Donnerstag beschlossen, wie eine Sprecherin am Freitag bestätigte. Demnach stellen die meisten Grönländer im Frühjahr ihre Uhren eine Stunde auf die Sommerzeit vor, im Herbst aber nicht mehr auf die Winterzeit zurück. Damit befindet sich etwa die grönländische Hauptstadt Nuuk nicht mehr in der Zeitzone UTC-3, sondern UTC-2 - mit jeweils drei Stunden Zeitunterschied zu New York (UTC-5) und Kopenhagen (UTC+1).