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In umgekehrter Reihenfolge sind nun die beiden Horner Musiken zu Tom Clancys Jack Ryan Verfilmungen erschienen; nur kurz nach Clear and Present Dangeralso Patriot Games. In Letzterem gerät Ryan nach seinem Abenteuer in Hunt for Red October (damals mit Alec Baldwin in der Hauptrolle als Jack Ryan, der scheinbar zu viel Geld wollte und bis zum letzten Moment pokerte – und gegen Harrison Ford verlor! Baldwin feuerte 1 Monat später seinen Agenten…) ins Fadenkreuz der IRA, nachdem er zufälligerweise einem königlich-britischen Paar bei einem Anschlag das Leben rettete. Zwar war Patriot Games nicht ganz der Kassenerfolg von Hunt for Red October, doch auch der zweite Clancy-Thriller generierte genügend Geld, damit nur zwei Jahre danach ein dritter folgen sollte.
Interessant: Im Booklet der La-La Land CD beschreibt Dan Goldwasser, dass Phillip Noyce von Horners recht auffällig irischem Einfluss nicht sonderlich begeistert war – dennoch kamen beide bei Clear and Present Danger wieder zusammen. Die damalige CD von Patriot Games war kein besonderer Hörgenuss. Irgendwie schien der Score unausgereift, nicht abgerundet, ohne richtigen Schwung und Abschluss. Das korrigiert die Intrada Scheibe mit dem gesamten Score nun deutlichst. Die bei der Milan Disc herauszuhörende Bedrücktheit, die düsteren Klänge, bleiben auch bei hier bestehen, festigen sich allerdings noch mehr, haben mehr Raum und Einfluss. Was überrascht, ist das massive Orchester von 130 Musikern, das Horner aufstellte, denn der Score fühlt sich wirklich nicht so an. Das liegt sicherlich an den Synthies, die Horner oft einsetzt (in einer Zeit, in der die speziellen Unlawful Entry und Thunderheartentstanden sind), ebenso wie am ethnischen, also irischen Element, das oft auftaucht (und der Grund für Noyces nicht so positiver Reaktion war).
Der gesamte Horner Score dauert rund 67 Minuten und beginnt mit den angesprochenen irischen Einflüssen. Perkussion, keltischer Gesang eines Folksongs (gesungen von Maggie Boyle) beginnen in „Main Titles“ die Komposition. In „Attempt on the Royals“ verwendet Horner eine mehr orchestrale Herangehensweise mit viel Schlagwerk, Holzbläsern, Streichern, kurz ist das irische Moment zu hören. Elektronischer wird es in Stücken wie „Kevin Walks Away“ und „Sean Obsessing in Jail“, während in „Highland Execution“ Panflöten (tja…) und irischer, wortloser Gesang, aber auch Synthesizerklänge vorherrschen. „The Hit“, im Film eine spannende Parallelsequenz, lässt, lustigerweise, Dschungelatmosphäre à la Clear and Present Danger erahnen, plus den keltischen Einflüsse eben. Viele Synthies, Panflöten (Samples?), die den Rhythmus vorgeben, Perkussion. Es gibt nur wenig Platz für ruhige Momente wie in „Hospital Vigil“, wo Harfe und Holzbläser zu hören sind (plus natürlich kurz darauf in „Studying Sean’s File“ das bestens bekannte Gayane’s Adagio von Katchaturian).
„Putting the Pieces Together/Reading to Sally/Sean’s Midnight Call“, „Two-Edged Surveillance“ und „Assault on Ryan’s House“ (deftiger 11 Minuten Track) zeigen Horner von seiner experimentelleren Seite, etwas was er in den letzten Jahren leider wieder ziemlich zurückgestellt hat. Insofern sind diese Tracks durchaus auch für den neuzeitlichen Horner-Fan spannend. In „Electronic Battlefield“ ist wiederum viel Platz für das Adagio und Horners Drumherum. Volle Pulle aus dem Blech (ohne Hörner, auf die Horner in Patriot Games interessanterweise gänzlich verzichtet), mit Snares, Tubular Bells und viel Bewegung in den Streichern schliesslich in „Boat Chase“. Abgeschlossen wird der Score wiederum vom zu Beginn zu hörenden, irischen Gesang, dieses Mal allerdings in Englisch.
Wie erwähnt, Patriot Games in dieser Form ist wirklich eine dufte Sache. Der Score erinnert an „alte“ Zeiten in denen Horner weitaus mehr auf Synthesizer zurück griff. Aufschlussreich dürfte auch ein Patriot Games / Clear and Present Danger double play sein! Danke La-La Land und Intrada!!! Und nun bitte ein vollständiger Poledouris Hunt for Red October.
Vorsicht übrigens bei second hand Käufen: La-la Land verwendet das gleiche Cover wie die Milan-CD!
PATRIOT GAMES James Horner La-La Land Records LLCD 1259 CD 1: 46:41/13 Tracks CD 2: 43:21/12 Tracks Limitiert auf 3000 Stk.