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Ob die UBS beim Börsengang von Petrochina in Schanghai die Führung übernehme, stehe frühestens am 10. August 2007 nach der ausserordentlichen Generalversammlung fest. Dies sagt Mao Zefeng, Direktionsassistent des chinesischen Erdölkonzerns, auf Anfrage. Mehr könne er zu Berichten über den möglichen Grossauftrag für die UBS nicht sagen. Der Erdölkonzern gilt als das profitabelste Unternehmen Asiens. Das IPO-Geschäft wäre für die UBS lukrativ. Allerdings birgt es grosse Reputationsrisiken.
Der Grund: Petrochina und ihre Muttergesellschaft China National Petroleum Corporation (CNPC) sind in Ländern tätig und in Geschäfte verwickelt, die die Uno mit Sanktionen belegt. Wie problematisch etwa die starke Präsenz von Petrochina im ölreichen Sudan ist, bekam Anfang Jahr Warren Buffett von der US-Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zu spüren, welche 13,35% an Petrochina hält. Die Berkshire-Aktionäre, darunter staatliche Pensionskassen von Bundesstaaten, forderten Buffett auf, aus Petrochina auszusteigen. CNPC sei an Ölfeldern im Sudan beteiligt, mit welchen sich die für den Völkermord in Darfur verantwortliche Regierung finanziere.
Schweizer Firmen wie ABB haben sich bereits aus Sudan zurückgezogen. Auslöser ist die zunehmende Zahl der US-Staaten, die ihren Pensionskassen Investitionen in Firmen, die im Sudan tätig sind, verbieten. Die Bewegung «Sudaninvestment.org» ist für den Rückzug von millionenschweren Aktienengagments verantwortlich.
Die UBS kann sich wegen dem Bankengeheimnisses nicht zu einzelnen Kunden äussern, wie UBS-Sprecher Serge Steiner zu den Petrochina-Berichten erklärt. Gemäss der Sanktionspolitik der Bank habe die UBS seit Ende 2005 keine Geschäfte mehr mit Kunden aus Ländern wie Sudan oder Iran getätigt. Auch wenn Steiner es nicht explizit sagt, würde die Sanktionspolitik der Bank den IPO von Petrochina aber nicht verbieten. Steiner: «Von unserer Sanktionspolitik betroffen sind Firmen und Personen, die in diesen Ländern domiziliert sind, die Nationalität spielt keine Rolle.» Der Rückzug von diesen Geschäften habe auf einem kühlen Businessentscheid basiert, bei dem Kosten und Nutzen abgewogen worden seien.