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Das Tal
Das Turbachtal ist der ideale Ort für erholsame Ferien abseits des hektischen Treibens. Das idyllische Seitental liegt südöstlich vom bekannten Ferienort Gstaad; es verläuft zuerst in Richtung Osten, beschreibt dann nach etwa 4 km einen grossen Bogen in Richtung Süden und läuft ca. 5 km weiter, bis es am Türli (Trüttlisberg-Pass) endet. Dabei steigt es kontinuierlich an, von 1075 m.ü.M. bis auf 1986 m.ü.M. Ganzjährig bewohnt ist es bis auf eine Höhe von etwa 1500 m.ü.M.
Das Turbachtal ist eine "Bäuert"1 in der Gemeinde Saanen, es beherbergt zurzeit gut 200 Einwohner, die hauptsächlich von der Landwirtschaft, dem Tourismus und dem Baugewerbe leben.
Turbach liegt am Rand des grossen Skigebietes von Gstaad Mountain Rides. Alle Skiberge sind innert einigen Minuten mit dem Auto oder dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Dazu liefert auch der Turbach seinen Beitrag: mit dem Wasserngrat, der nur für geübte und ausdauernde Fahrer zu empfehlen ist. Dort liegt auch der steilste Hang des ganzen Skigebietes, der berühmte Tiger Run.
1999 wurden die alten Bahnen durch eine topmoderne, kuppelbare 4er-Sesselbahn mit Hauben ersetzt, im Jahr 2002 wurde eine neue, durchgehende Beschneiungsanlage dazu erstellt.
Der eigentliche Hausberg ist aber das Giferhorn (oder auch: der Giferspitz, das Gifer), sein Gipfel ist mit 2542 m.ü.M der höchste Punkt in der Gemeinde Saanen. Das Giferhorn ist einer der beliebtesten Berge im Saanenland, sei es zum Wandern im Sommer oder Tourenskifahren im Winter.
Das Tal ist per Post- oder Privatauto durch eine Strasse (geplant und gebaut 1949/50 vom Ingenieur der St. Gotthard-Passstrasse) oder zu Fuss durch einen romantischen Sommer- und Winterwanderweg zu erreichen.
Vor ein paar Jahren wurde ein Dorfplatz mit öffentlichem WC und Parkplatz geschaffen, wobei die Bezeichnung "Dorf" nicht ganz passend ist, da die Häuser über das ganze Tal verteilt sind.
1In Teilen des schweiz. Alpenraums (Berner Oberland, Graubünden) bezeichnet Bäuert (pürt, peürth, geburden, pursame und ähnl.) die bäuerl. Güter- und Nutzungsgemeinden, eine Form von Genossenschaft . Vom 14. Jh. an regelten die Mitglieder (bürtlüt) an Versammlungen nach dem Mehrheitsprinzip die Nutzung ihrer Allmenden, Wälder und Alpen, u.a. die Auftriebszahl, Weidetermine, die Holznutzung, den Wegbau und die Bachverbauung. Sie bestellten Aufseher (bürtvogt) und ahndeten Übertretungen. Mitglied war, wer "mit Feuer und Licht" in der B. sesshaft war. Zuzüger mussten sich einkaufen, Wegzüger verloren ihre Mitgliedschaft. Vom 16. Jh. an wurde die Nutzung beschränkt: Es durfte nicht mehr Vieh gesömmert als überwintert werden, und jeder Haushalt besass nur ein Bäuertrecht. Die grossen Kirchgemeinden umfassten oft mehrere B.en, wie beispielsweise Frutigen vor 1800 mit insgesamt 15. Die polit. Gemeinden des 19. Jh. entstanden nicht aus B.en; diese überlebten aber als Gütergemeinden, die teils weitere Gemeindeaufgaben (z.B. im Schulwesen) übernahmen
Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, Bern