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Martigny–Orsières
|Kürzel||MO|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1910-09-01|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1910 eröffnete und von Anfang an elektrifizierte (Wechselstrom) MO war eine Aktiengesellschaft, wobei ein wesentlicher Teil des Anlagekapitals aus England stammte (British Aluminium Ltd.). Schon Jahrzehnte vorher – und übrigens bis in die jüngste Zeit – wurden immer wieder Projekte diskutiert, die durch eine Untertunnelung des Grossen St. Bernhards eine Schienenverbindung nach Aosta und weiter nach Turin hätten bringen sollen. Es blieb jedoch bislang bei den Plänen.
1912 wandelte die MO schwebende Schulden in feste Anleihen um. Von Anfang an steckte sie allerdings in grossen finanziellen Bedrängnissen. Bis 1916 war allein schon der Betrieb defizitär, von unbezahlten Zinsen ganz zu schweigen. Wenig glaubwürdig sind in diesem Zusammenhang ausserdem die angeblichen Alimentierungen des Reservenkontos. 1915 traten die englischen Teilhaber ihr ausstehendes Zinsguthaben in der Höhe von 1'113'243 Franken zur Verlusttilgung ab, was der MO etwas Luft verschaffte. Am eigentlichen Grundübel, nämlich der hohen Fremdkapitalquote und somit Zinslast, änderte dies indessen nichts. Unter diesen Voraussetzungen konnte die MO nicht kostendeckend sein. Auf der Betriebsseite hingegen besserte sich die Lage ab 1916 dank kräftig steigender Erträge aus dem Gütergeschäft. Diese gingen dann aber nach 1921 wieder stark zurück, weshalb die Finanzsituation der MO düster blieb. 1939 musste ihre Bilanz unter anderem durch einen Kapitalschnitt (Reduktion des Aktienkapitalwerts um 25 Prozent) bereinigt werden.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.