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Sommerkonzert 2019Sonntag, 25. August 2019, 17 Uhr, Kirche Blumenstein
MusikerSuyeon Kang, Violine
Hyunjong Reents-Kang, Violine
Hannes Bärtschi, Viola
Vicki Powell, Viola
Mirjana Reinhard, Cello
Gabriele Ardizzone, Cello
Programm
- Allegro - Moderato
- Dumka. Poco allegretto
- Furiant. Presto
- Finale: Tema con variazioni
Dvořák muss sich wohl in einer euphorischen Stimmung befunden haben, als er das Streichsextett in A-Dur, Op.48 im Jahr 1878 in nur zwei Wochen niederschrieb. Für den mittellosen Musiker, der sich bis anhin als Organist, Klavierlehrer und Bratschist im Orchester durchgebracht hatte, kam die Wende 1875, als er das Österreichische Staatsstipendium erhielt, was er vor allem Johannes Brahms zu verdanken hatte. Drei Jahre später war es auch Brahms, der ihm zum internationalen Durchbruch verhalf, als er seinem Verleger Simrock die Lieder Klänge aus Mähren empfahl. Die Duette wurden sofort in den Verlag aufgenommen, und aufgrund des überraschend grossen Erfolgs spornte Simrock Dvořák daraufhin zu einer weiteren Komposition an: den ersten Band der Slawischen Tänze. Die begeisterte Besprechung vom renommierten Musikkritiker Louis Ehlert löste einen förmlichen Ansturm auf die Musikalienhandlungen aus und machte den kaum bekannten Prager quasi über Nacht zu einem renommierten und geschätzten Komponisten.
Es war in diesen bewegten Monaten, dass Dvořák auch sein Streichsextett in A-Dur schrieb, welches deutliche Zeichen seines zu dieser Zeit betont böhmischen Kompositionsstils aufzeigt. Wie die beiden eben erwähnten Werke im Simrock Verlag fällt auch das Streichsextett mit seinen tschechischen Volksmelodien und folkloristischen Elementen in Dvořáks von Musikhistorikern als „slawische Phase“ benannte Schaffensperiode.
Getragen von der Erfolgswelle, die Ehlerts Kritik ausgelöst hatte, wurde das Sextett im November 1879 in Berlin uraufgeführt. Vielleicht war dessen Erfolg auch gerade Dvořáks wunderbarem melodischen Talent zu verdanken, das seine Musik, obschon keineswegs simpel oder trivial, so fassbar und begreifbar macht.
Weniger Erfolg mit der Verständlichkeit seiner Musik hatte Arnold Schönberg, als er 1899 sein Streichsextett Op.4 Verklärte Nacht komponierte und bei der Uraufführung in Wien heftigste Reaktionen beim Publikum auslöste. Die ungewohnte Tonsprache stiess damals ebenso auf Ablehnung und Unverständnis wie die explizit erotische Gedichtvorlage und die allgemeine negative Haltung gegenüber Programmmusik. Komponiert nach der poetischen Vorlage von Richard Drehmel, einem nach Schönberg „zum Ende des 19. Jahrhundert wichtigsten Vertreter des Zeitgeistes in der Lyrik“, übertrug das Streichsextett die Idee der symphonischen Dichtung in die Kammermusik. Trotzdem war er überzeugt, dass sich sein Streichsextett von den Kompositionen vieler anderer unterschied, “weil sie nicht irgendeine Handlung oder ein Drama schildert, sondern sich darauf beschränkt, die Natur zu zeichnen und menschliche Gefühle auszudrücken.“Wegbeschreibung