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Obamas Treffen mit dem Dalai Lama
China sieht in dem Treffen eine Gefahr für die bilateralen Beziehungen. "Solch eine Handlung greift stark in die innenpolitischen Angelegenheiten Chinas ein, verletzt die Gefühle des chinesischen Volkes und schädigt das chinesisch-amerikanische Verhältnis", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Sprecher des Außenministeriums in Peking. Man fordere die USA auf, die "Einmischungen" umgehend zu stoppen und die Unterstützung der "separatistischen Bewegung der Tibeter" zu unterbinden.
Die Führung in Peking wirft dem Dalai Lama vor, die Abspaltung Tibets von der Volksrepublik zu betreiben und macht ihn für die immer wieder aufflammenden Unruhen in dem Himalaya-Hochplateau verantwortlich.
Der 76-Jährige setzt sich seit seiner Flucht aus dem von China besetzten Tibet 1959 für eine friedliche Lösung des Konflikts und mehr Autonomie für die Region ein. 1989 wurde er dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Offizieller Charakter des Treffens heruntergespielt
Zuletzt hatte Obama das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Februar vergangenen Jahres im "Kartenraum" in der Residenz des Weißen Hauses in Washington begrüßt und damit die chinesische Führung erzürnt. Wie damals hat sich der US-Präsident aber auch dieses Mal bemüht, der Begegnung etwas von ihrem offiziellen Charakter zu nehmen. So fand das Treffen am Samstag (16.07.2011) nicht im Oval Office, sondern wiederum im "Kartenraum" statt. Medienvertreter waren nicht zugelassen.
Nach dem etwa 45-minütigen Gespräch mit dem buddhistischen Mönch erklärte Obama, er habe betont, wie wichtig der Schutz der Menschenrechte der Tibeter sei. Zugleich habe er bekräftigt, dass Tibet von den USA weiterhin als Teil Chinas betrachtet werde.
In Tibet selbst haben die chinesischen Behörden jetzt im Zusammenhang mit den offiziellen Feiern zur - wie es heißt - "friedlichen Befreiung" Tibets durch chinesische Truppen vor genau 60 Jahren Touristenreisen in die Region weiter eingeschränkt. Nachdem bereits seit Juni keine ausländischen Urlauber mehr nach Tibet gelassen werden, erschwerten die Behörden nun auch den Zugang für chinesische Touristen, wie verschiedene chinesische Reiseveranstalter bestätigten.
Die Zahl der Tickets sei begrenzt worden, und die Straßen nach Tibet würden schärfer überwacht, hieß es. Innerhalb Tibets seien zudem weitere Kontrollstützpunkte eingerichtet worden. Die Nichtregierungsorganisation International Campaign for Tibet (ICT) teilte mit, Tibets Hauptstadt Lhasa sei "regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten".
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