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Die Türkei hat wegen einer Erklärung des österreichischen Parlaments zu den Massakern an den Armeniern vor 100 Jahren ihren Botschafter aus Wien abgezogen. Das Aussenministerium in Ankara sieht die Beziehungen der Länder wegen der Erklärung als beschädigt an.
Botschafter Hasan Gögüs sei daher zu Beratungen in die Türkei beordert worden, teilte das Aussenministerium am Mittwochabend in Ankara mit.
Die im österreichischen Parlament vertretenen Parteien hatten am Mittwoch eine Erklärung unterzeichnet, in der die Gewalt gegen die Armenier als Völkermord anerkannt wird. Anschliessend erinnerten die Abgeordneten mit einer Schweigeminute an die Opfer der Verbrechen.
Die Erklärung hat allerdings rein symbolischen Wert, weil sie nicht zur Abstimmung vorgelegt wird. Dennoch stellt sie einen ersten Schritt bei der Anerkennung der Massaker an den Armeniern durch Truppen des Osmanischen Reichs vor 100 Jahren dar.
Nach Darstellung der Armenier starben damals bis zu 1.5 Millionen Armenier im Zuge einer gezielten Vernichtungskampagne. Die Türkei bestreitet dagegen, dass es sich um einen Völkermord handelte. Österreich-Ungarn zählte im Ersten Weltkrieg wie auch Deutschland zu den Verbündeten des Osmanischen Reichs.
Eine Einordnung der Massaker als Völkermord nehmen bislang weniger als zwei Dutzend Staaten weltweit vor. (feb/sda/afp)