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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Viertes Buch
30. Jakob sah ihn als Gott, und zwar nicht als vereinzelten.
Doch der du in „Herrn und Herrn” die Erkenntnis des Richters gewonnen hast, erkenne auch die Gemeinschaft des gleichen Namens in „Gott und Gott”!
Als Jakob aus Furcht vor seinem Bruder geflohen war, hatte er während des Schlafes eine Leiter gesehen, die auf die Erde gestellt war und bis zum Himmel hinaufreichte; auf ihr stiegen die Engel Gottes hinauf und herab; über ihrer Höhe thronte Gott und erteilte ihm allen Segen, den er Abraham und Isaak schon gewährt hatte.1
An ihn erging danach dieses Wort Gottes: „Gott sprach aber zu Jakob: Erhebe dich und gehe hinauf bis dorthin, wo Bethel ist, nimm dort Wohnung, baue dort [S. 202] einen Altar für Gott, der dir erschienen ist, als du vor dem Antlitz deines Bruders flohest!”2
Gott fordert Ehre für Gott, und er fordert sie unter der Bezeichnung einer anderen Person; sagte er doch: „Der dir erschienen ist, als du auf der Flucht warest”, damit nicht etwa Verwirrung entstehen könne, als ob es sich um dieselbe Person handle. Gott also ist, wer spricht; und Gott, von wem er spricht. Der Erweis der Ehre macht keinen Unterschied nach dem Namen des Wesens, (bei denjenigen), die die Bezeichnung als je für sich bestehend unterscheidet.
1: Gen. 28.
2: Gen. 35, 1.