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Die niederländische Adelsfamilie Loudon ist mit dem britisch-niederländischen Öl- und Gaskonzern Shell verbunden. Shell ist derzeit der grösste Ölkonzern der westlichen Welt und nach Umsatz das weltweit fünftgrösste Unternehmen.
Die niederländische Elite sollte keinesfalls unterschätzt werden. Die Niederlande waren im 17. Jahrhundert die führende Kolonialmacht und das Finanzzentrum der Welt (Goldenes Zeitalter). Die ersten Aktiengesellschaften und die erste Zentralbank (Amsterdamer Wechselbank) wurden in Amsterdam gegründet. Die Niederlande gehören heute noch zu den fünf grössten Exportländern der Welt. Das ist besonders bemerkenswert, da das Land trotz seiner geringen Grösse und Bevölkerung auf Augenhöhe mit der Exportmacht Japan liegt und gar Frankreich und Grossbritannien übertrifft (Quelle: 1 und 2). Die niederländische Elite hat aus meiner Sicht unverhältnismässig viel Einfluss auf den internationalen Gerichtshof in den Haag und die Nato, wo sie seit der Gründung hochrangige Positionen besetzen. Die Niederlande entwickelten sich in den letzten zehn Jahren immer mehr zu einer Steueroase (Quelle).
Die Loudon Familie stammt eventuell vom schottischen Campbell Clan ab, aber eine Abstammung ist bisher nicht belegt. Der Campbell Clan stellte früher die Grafen von Loudon und deren Familienwappen ist fast identisch mit dem Wappen der Loudon Familie. Der Campbell Clan war wie viele schottische Clans Teil der britischen Kolonialelite, die wiederum seit Beginn des 18. Jahrhunderts enge Verbündete der niederländischen Kolonialelite waren. Schottische Kaufleute waren zudem mit der frühen niederländischen Finanzindustrie verbunden.
Der Schotte Alexander Loudon (1789-1839) emigrierte 1811 in die Niederlande und gründete dort eine einflussreiche Familiendynastie. Er war zuvor im indonesischen Zuckerhandel aktiv. Das heutige Indonesien war von 1602 bis 1949 eine niederländische Kolonie und Alexander Loudon wird demnach dort mit der niederländischen Kolonialelite in Kontakt gekommen sein, was ihn vermutlich in die Niederlande führte. Seine Nachkommen gehören seither zur niederländischen Elite.
1. Generation
John Francis Loudon (1821-1895) war ein Höfling der niederländischen Königsfamilie. Er gründeten mit deren finanzieller Unterstützung 1860 die Billiton Society (Billiton Maatschappij), ein Bergbauunternehmen das eine wichtige Rolle im Zinn- und Erzabbau im niederländischen Indonesien spielte. Bis 1942 war das Unternehmen im Besitz niederländischer Adligen und auch die Königsfamilie besass Anteile. 1970 wurde die Billiton Society vom Öl- und Gaskonzern Shell übernommen (Die Loudons gehörten zu den Gründern von Shell, was unten genauer erläutert wird). Unter der Führung von Shell wurde das Unternehmen weltweit aktiv. 2001 fusionierte die Billiton Society mit dem australischen Bergbau- und Ölkonzern BHP, der in den letzten Jahren stets das grösste Bergbauunternehmen der Welt war. BHP stand seit seiner Gründung 1885 unter dem Einfluss der britischen Kolonialelite.
Sein Bruder Alexander Loudon (1822-1868) war Vizepräsident des Rates von Niederländisch-Ostindien (heutiges Indonesien). Sein Bruder James Loudon (1824-1900) war Kolonialverwalter von Niederländisch-Ostindien. 1884 wurde James in den Adelsstand erhoben und seither gehört die Loudon Familie zum niederländischen Adel. Sie haben zudem in mehrere niederländische Adelsfamilien geheiratet.
2. Generation
Alexander Loudon (1857-1921) war Regierungskommissar für Bergbau in Niederländisch-Ostindien und somit ebenfalls Teil der niederländischen Kolonialelite.
Hugo Loudon (1860-1941) war Mitgründer und Vorsitzender der 1890 gegründeten „Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij“ (KNPM), ein niederländisches Ölunternehmen. KNPM fusionierte 1907 mit dem britischen Ölunternehmen „Shell Transport and Trading Company“, das von der britischen Samuel Familie gegründet und geführt wurde. Die Samuel Familie hat niederländische Vorfahren. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen entstand Royal Dutch Shell, der bis heute zu den grössten Ölkonzernen der Welt gehört. Die niederländische Königsfamilie gehörte zu den Mitgründer der KNPM und hielt Anteile. Auch beim Nachfolger Royal Dutch Shell gehörte sie zu den Hauptaktionären. Bis 2009 lagen ihre Anteile bei 25%!!! (Quelle). Heute liegt die Beteiligung der Königsfamilie an Shell bei geschätzten 3,5%. Zu den Mitgründern von Royal Dutch Shell gehörte auch Henri Deterding, der dann 36 Jahre lang Geschäftsführer war und zu den reichsten Männern der Welt gehörte. Nach dem Autor Glyn Roberts, unterstütze Henri bereits 1921 Adolf Hitler mit Millionen Beträgen. Auch den Nazi Alfred Rosenberger soll er unterstützt und persönlich getroffen haben. Henri finanzierte Faschisten und Aufständische in der Sowjetunion sowie in Spanien. (Quelle) 1936 erwarb er ein Schloss in Deutschland. Zu seinen Nachbarn gehörte der geadelte Emil Georg von Stauß, der auch sein persönlicher Freund war. Emil war Generaldirektor der Deutschen Bank und Mitglied in über 30 Aufsichtsräten. Emil hatte enge Beziehungen zur NSDAP und Kontakte zu hohen Tieren der deutschen Elite, wie Hjalmar Schacht oder Siemens.
Die „Deutsche Shell AG“, eine deutsche Tochterfirma des Shell-Konzerns, beschäftigte während des 2. Weltkrieges etwa 2000 Zwangsarbeiter (Quelle).
John Loudon (1866-1955) war Botschafter und Minister der Niederlande.
3. Generation
John Hugo Loudon (1905-1996) war von 1951 bis 1965 Vorsitzender von Royal Dutch Shell und danach noch elf Jahre lang Vorsitzender des Aufsichtsrats. Danach arbeitete er für die Chase Bank (Bank der Rockefeller Familie). Er pflegte enge Freundschaften mit David Rockefeller und Henry Ford II. (Quelle) 1960 erhielt er einen Orden vom britischen Hochadel.
Von 1976 bis 1981 war er Präsident des WWF und löste somit den niederländischen Prinzen Bernhard von Lippe-Biesterfeld als Präsidenten ab. Er gehörte zur Stiftung The 1001: A Nature Trust. Diese aus Adligen und Milliardären bestehende Stiftung kontrolliert den WWF. Zum 1001 Club gehörten oder gehören noch immer Angehörige der Familien Rothschild, Rockefeller, Oppenheimer, Bin Laden, Astor, Aga Khan, Ford, Siemens, Agnelli, Hoffmann und viele weitere elitäre Familien, darunter auch mehrere Königsfamilien. (Quelle)
Alexander Loudon (1892-1953) war Botschafter der Niederlande und übernahm 1942 (während des 2. Weltkrieges) die Führung der niederländischen Botschaft in Washington.
4. Generation
Francis Loudon (*1938) nahm leitende Positionen bei der niederländischen Bank MeesPierson ein. Zu ihren Kunden soll auch die niederländische Königsfamilie gehören. Einer der Vorgänger der Bank wurde von der Quäkerfamilie Hope gegründet, die im 18. Jahrhundert die wohl wichtigste Bankiersfamilie der Niederlande war. Viele Loudons hatten den Mittelnamen Hope, was auf eine mögliche Verwandtschaft hindeuten kann.
Der niederländische Politiker Aarnout Loudon (*1936) war im Aufsichtsrat von Royal Dutch Shell. Er arbeitete 5 Jahre lang für Mees & Hope, der Vorgänger der Bank MeesPierson. Danach war er 25 Jahre beim niederländischen Chemiekonzern AKZO (heute AkzoNobel), 12 Jahre davon als Vorsitzender. Er war im Beirat des deutschen Versicherungskonzerns Allianz, der zurzeit der grösste Versicherer der Welt ist. Er war Aufsichtsratsvorsitzender der niederländischen Grossbank ABN Amro, die ebenfalls aus der Bank der Hope Familie hervorging.