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Koppigen: eine verschwundene Burgstelle
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Planskizze der ehemaligen Burg von Koppigen
Die Aufnahme fusst auf dem alten Plan von ca. 1900 und ist hier um 180° gedreht.
Die verschwundene Erdburg Koppigen
Das Dorf Koppigen liegt zwischen Burgdorf und Solothurn und gehört zum Kanton Bern.
Literarisch erinnert man sich an die Novelle Kurt von Koppigen des bekannten Emmentaler Schriftstellers Jeremias Gotthelf. Diese hat nur soviel Bezug zur Realität, daß es in dem besagen Dorf eine Burg gab. Doch ein Adelsgeschlecht von Koppigen ist Erfindung.
Die Burg Koppigen lag auf einem gegen Westen gerichteten, kaum mehr als fünf Meter hohen Sporn. Der von Osten kommende Oeschbach umfließt das von der ehemaligen Burg eingenommene Ende des Hügelzugs auf zwei Seiten, bevor er eine nördliche Richtung einschlägt.
Um das rundlich begrenzte Burggelände ist das spätere Dorf gebaut worden.
Die Wehranlage Koppigen ist heute vollständig verschwunden. - Die vorliegende Rekonstruktion gründet auf alten Beschreibungen, einem alten Plan von etwa 1900 (siehe Abbildung), Aussagen von Dorfbewohnern und älteren Fotos.
Kernstück der Anlage war demnach ein mächtiger, mehr als fünf Meter hoher Burghügel am Ende des Sporns. Diese Motte war gegen Osten durch einen Wall und Graben geschützt. Der Graben selbst war ehemals geschlossen und bildete so einen Burgbezirk von rundlicher Gestalt und etwa 150 Metern Durchmesser.
Der ursprüngliche Zugang ist im Osten zu suchen.
Die Burganlage war also auf zwei Seiten durch den genannten Oeschbach begrenzt und geschützt. - Später, nach der Burgenzeit, wurde unmittelbar östlich an das Gewässer anliegend ein Mühlenbach gegraben.
Das eigentliche Burggelände blieb bis etwa 1970 unberührt. Danach wurde das Areal mit Einfamilienhäusern überbaut. Dieser Erschließung mußte auch der Burghügel weichen. Auf alten Fotos erkennt man noch die mächtige, freistehende und oben mit einem Baum besetzte Motte der Burg. - Es wird gesagt, daß der sicher teilweise künstlich aufgeschüttete Hügel im oberen Teil schon eingeebnet war.
Der Plan von etwa 1900 zeigt östlich an die rundliche Burganlage von Koppigen eine rechteckig begrenzte Vorburg - vielleicht der Kern einer Siedlung. Vermutlich ist das Areal später angefügt worden.
Heute ist nur noch eine markante, größtenteils mit Mauern versehene Böschung an der Ostseite der ehemaligen Burg zu erkennen. - Der Burghügel hatte nach dem Profil des Plans um 1900 mindestens die selbe Höhe wie der östlich anschließende Sporn.
Koppigen: die Figur und der Name
In den Grundrissen alter Burgen und Städte sind häufig Figuren versteckt. Das gilt auch für Koppigen. Dreht man den Plan um 180°, so erinnert die rundliche Form des weitläufigen Burgplatzes an einen Kopf, wobei der Burghügel das Auge bildet. Man denkt unwillkürlich an einen Vogelkopf, wobei der Schnabel durch den ehemaligen Zugang im Osten gebildet wurde.
Der Vogel findet sich auch im Wappen der Gemeinde. Dieses zeigt die Seitenansicht eines schreitenden Hahns.
Und der Vogelkopf erklärt den Ortsnamen: In KOPP-igen steckt der KOPF.
Planskizze der Burgstelle Koppigen eines unbekannten Zeichners um 1900