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«Durch unsere langjährigen Beziehungen in Russland wurde dieser Termin überhaupt möglich. Tags zuvor mussten wir unser Filmequipment auf Listen aufführen, dies wurde aus Sicherheitsgründen von den zuständigen Behörden verlangt», so Rosamaria Kubny. Nach einer intensiven Kontrolle standen wir in den ehrwürdigen Hallen der Duma und wurden von Konstantin A. Zaytsev freundlich empfangen. Er führte uns durch prächtige Korridore und Säle bis ins Vorzimmer von Herrn Chilingarov. Um sprachliche Missverständnisse zu vermeiden wurde ein Dolmetscher organisiert. So standen wir vor dem Büro des grossen Chefs der polaren Regionen und trafen unsere Vorbereitungen. Pünktlich zur vereinbarten Zeit wurden wir ins Büro von Chiligarov beordert. Hochinteressiert durchstreifen unsere Blicke das Büro, mit dem Aufschrei von Heiner: «Das ist ja ein Bild von mir», konzentrieren sich alle Augenpaare auf das Eisbärenbild an der Wand. «Ich habe das Bild vor etwa 5 Jahren einem russischen Freund als Bilddatei für Werbezwecke übergeben und der hat dies auf Fotopapier gedruckt und dem grossen Meister geschenkt», meinte Heiner Kubny.
Werner Breiter, unser «Filmdirektor» stellte die vorbereiteten Fragen und Chilingarov beantwortete uns diese. Nach 45 Minuten ist das Interview beendet und es werden Gastgeschenke ausgetauscht. Wir übereichten dem «Helden der Russischen Föderation» die letzte Ausgabe von PolarNEWS. Interessiert blätterte er durch und überlegt sich nun ob unsere Zeitschrift in ihr bestehendes wissenschaftliches Magazin in irgendeiner weise integriert werden kann. Nach dem obligaten Fototermin bat Chilingarov Heiner das Eisbärenbild zu signieren. Mit etwas Stolz verliessen wir das Büro, schliesslich ist es nicht alltäglich bei einer so hohen Persönlichkeit zu Gast zu sein.
Arthur N. Chilingarov ist russisch Polarforscher. Er ist korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Naturwissenschaften, erhielt den Titel «Held der Sowjetunion» im Jahr 1986 und den Titel «Held der Russischen Föderation» im Jahr 2008. Chilingarov ist seit 1993 auch Mitglied der Staatsduma und Mitglied der Partei «Einheitliches Russland».
Er wurde in Leningrad geboren. Im Jahr 1963 absolvierte er die Fakultät der Arktis im Leningrader Marine Institute. Als Ozeanologie-Ingenieur wurde er in die Tiksi Sternwarte des Arktis und Antarktis-Forschungsinstitutes berufen. 1969 wurde er als Leiter der Forschungsstation «Nordpol-19» ernannt und 1971 leitete Chilingarov die Station Bellingshausen der 17. Sowjetischen Antarktisexpedition.
Im Jahr 1985 leitete er die Expedition auf dem Forschungsschiff «Michail Somov», die im Eis das Südpolarmeer blockiert war. Für seine erfolgreiche Performance zum Heil der Operationen unter extremen Bedingungen und dank seiner organisatorischen Fähigkeiten und Mut erhielt Chilingarov am 14. Februar 1986 den Titel «Held der Sowjetunion». Im Januar 2007 führte er, zusammen mit FSB Chef Nikolai Patruschew ein Hubschrauber Expedition in die Antarktis und besuchte den Südpol und die Amundsen-Scott-Station.
Während der russischen Nordpol-Expedition im Sommer 2007, tauchten Chilingarov und fünf weiteren Forscher mit den zwei Tauchbooten «Mir» 1+ 2 unter das arktische Eis und setzten am Nordpol auf 4261 Meter Tiefe eine russische Flagge auf den Meeresgrund. In Bezug auf die territorialen Ansprüche in der Arktis, zitierte Chilingarov mit den Worten: «Die Arktis ist russisch. Wir müssen beweisen, dass der Nordpol eine Erweiterung der russischen Landmasse ist».
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