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Da ich 53 Jahre alt geworden bin, habe ich mich mit meinen Finanzen beschäftigt. Eine deutsche Vermittlerfirma machte mir gratis eine Analyse. Sie empfahl mir den Kauf eines Produktes, mit dem ich eine durchschnittliche Rendite von zirka 7 Prozent erreichen sollte. Was sagen Sie dazu? M. T., via E-Mail
Ohne auf das Produkt einzugehen: Niemand garantiert Ihnen auf eine Laufzeit von acht Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von 7 Prozent. Doch viele versprechen Ihnen gerade das oder noch viel mehr. Sie brauchen Wörter wie «könnte», «dürfte», «sollte», «müsste». Es lebe der Konjunktiv. In der Finanzbranche wird viel versprochen und wenig gehalten.
Natürlich ist es theoretisch möglich, mit einem Finanzprodukt eine jährliche Durchschnittsrendite von 7 Prozent zu erzielen. Ob es aber schliesslich 7, 5, 3 oder noch weniger Prozent sein werden, wissen Sie erst im Nachhinein. Meistens heisst es dann, die Finanzmärkte hätten sich leider nicht so entwickelt, wie das vorausgesagt worden sei.
Sollte tatsächlich eine Durchschnittsrendite von 7 Prozent herausschauen, dann ist das weniger dem Geschick des Produktmanagers zu verdanken; vielmehr ist dies auf eine überdurchschnittliche Entwicklung der Finanzmärkte zurückzuführen. Und wenn sich die Finanzmärkte überdurchschnittlich entwickeln, brauchen Sie keine ausgeklügelten Finanzinstrumente. Dann werden Sie mit gewöhnlichen Aktienfonds, welche sich an einem Index orientieren, noch höhere Renditen erzielen.
Sie sagen, Sie beschäftigen sich mit den Finanzen, da Sie nun 53 Jahre alt geworden sind. Sehr gut. Meine Fragen an Sie:
Nur wenn Sie diese zwei Fragen mit Ja beantworten, sollten Sie andere Anlageformen ins Auge fassen.
Einzahlungen in die Pensionskasse oder in die Säule 3a verringern das steuerbare Einkommen. Gerade in Ihrem Fall, wo die Pensionierung nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt, erzielen Sie mit solchen Steuerreduktionen höhere Renditen als mit jeder anderen, auch nur halbwegs vernünftigen Finanzanlage.
Erschienen im BLICK am 29. September 2007