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Beschreibung
Jakob Obrecht: Pfäfers SG, Ruine Wartenstein – Dokumentations- und Instandsetzungsarbeiten 2019
Pfäfers SG, Ruine Wartenstein – Dokumentations- und Instandsetzungsarbeiten 2019
Die Ruine Wartenstein besteht aus einer Ober- und einer Unterburg. Ihr Mauerwerk wurde von 1954–1957, von 1974–1976 und im Jahr 2019 konserviert. 2018 hat man die gesamte Ruine neu vermessen, ein 3D-Modell erstellt und von den wichtigsten Mauerpartien masshaltige Fassadenpläne angefertigt. 2019 wurden in der Oberen Burg kleinere Schäden behoben, während man in der Unteren Burg am Palas und der Ringmauer grössere Sanierungsarbeiten durchgeführte.
Die Längsfassade des Palas wurde vor der Instandstellung eingehend bauarchäologisch dokumentiert. Die Bauuntersuchung lieferte mehrere interessante Resultate. Demnach besass der Palas ehemals ein Satteldach mit unterschiedlicher Dachneigung, das mit Klosterziegeln gedeckt war. Seine heute vollständig verschwundenen, gegen den Innenhof ausgerichteten Wände waren möglichweise Holzkonstruktionen. Ausserdem überraschten die geringen Mauerstärken der Unteren Burg. Sie betrugen 75 bis maximal 90 cm. Die Gerüsthebellöcher in den Palasmauern sind nicht, wie nördlich der Alpen üblich, rund. Mehrheitlich sind es gemauerte Kanäle mit viereckigem Querschnitt. Diese Bauweise ist vor allem südlich des Alpenkamms verbreitet und lässt den Schluss zu, dass der Palas von Maurern aus Südbünden oder aus Oberitalien gebaut worden sein dürfte.
Trotz der auf ein älteres Baudatum hindeutenden Ausstattung der Türen und Fenster weisen die erwähnten geringen Mauerstärken darauf hin, dass die Bauzeit der Unteren Burg erst ab der Mitte des 14. Jh. anzusetzen ist.