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In den 1950er-Jahren beginnt der Wettlauf ins All, beteiligt sind die USA sowie die Sowjetunion. Die beiden Nationen starten Projekte um die beinahe 400‘000 Kilometer Distanz zum Mond zu überwinden. Diese Distanz entspricht etwa 30 Erddurchmesser.
Der erste durch Menschenhand erschaffene und kontrollierte Flugkörper schlug im September 1959 gezielt auf den Mond auf. Es handelt sich um die unbemannte Lunik 2 der Sowietunion. Im Februar 1966 landete eine weitere Sonde der Sowjetunion, die Luna 9, weich auf dem Mond.
Ranger 4 war die erste US-amerikanische Sonde, die im April 1962 nach einem Kontaktabbruch auf der Rückseite vom Mond abstürzte. Die Sonden Ranger 7, 8 und 9 konnten nach ihren planmässig harten Landungen in den Jahren 1964 und 1965 jeweils tausende Bilder vom Mond zur Erde übertragen.
Die Surveyor 1 setzte im Juni 1966 nach 63 Stunden Flug unter der US-amerikanischen Flagge weich auf dem Mond auf.
Die Apollo Missionen
Der Start des ersten bemannten Apollo-Testfluges, welcher für Februar 1967 geplant war, wurde gestrichen. Diese erste geplante bemannte Raumfahrtmission erhielt nachträglich die Bezeichnung Apollo 1. Während eines Tests am Startkomplex in Cape Canaveral am 27. Januar 1967 kam es in der Kapsel zu einem Brand, wobei die drei Astronauten ums Leben kamen.
Der Test galt bis zu dem Unglück als unkritisch, wodurch weder die Turmmannschaft an der Kapsel noch die Feuerwehr einsatzbereit waren.
Die drei Astronauten Edward H. White, Virgil I. Grissom und Roger B. Chaffee bestiegen um ca. 13:00 Uhr die Kapsel. Bereits beim Einstieg in die Kapsel nahm Grissom einen unangenehmen Geruch nach „saurer Milch“ wahr. Kurz nach 18:00 Uhr wurde der Testdurchgang angehalten, da immer wieder Störungen bei der Sprechverbindung auftraten. Um 18:31 Uhr meldete ein Astronaut Feuer in der Kapsel.
Das Lebenserhaltungssystem erhöhte die Sauerstoffzufuhr, da durch das Feuer mehr Sauerstoff verbraucht wurde. Dadurch und aufgrund der zusätzlichen Entstehung von Verbrennungsgasen wurde der Druck in der Kapsel stark erhöht - ein Druckausgleich war nicht mehr möglich. In der Folge liess sich die innere Luke nicht mehr öffnen. Als um 18:36 Uhr die Luken von aussen geöffnet wurden, konnten keine Lebenszeichen von den Astronauten mehr wahrgenommen werden. Sie waren wahrscheinlich bereits 30 Sekunden nach Ausbruch des Feuers erstickt.
Das US-amerikanische Mondlandeprogramm wurde in technischer und organisatorischer Hinsicht gründlich überprüft. Erst im Oktober 1968 erfolgte mit Apollo 7 der nächste bemannte Raumflug der NASA mit der verbesserten, zweiten Generation des Apollo-Raumschiffs. Dieser bemannte Flug erreichte wie geplant die äusseren Schichten der Erdatmosphäre auf bis zu 452 Kilometer Höhe. Nach 10 Tagen im Weltraum kehrte die Crew erfolgreich zurück. Der Flug der Apollo 7 stellte nicht nur die Flugtauglichkeit des Raumschiffs unter Beweis, sondern auch die Tauglichkeit aller anderen Einrichtungen wie Raketenmontage, Startvorbereitung und Flugleitung. Dies war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Mondlandung.
Im Dezember 1968 machte sich Apollo 8 als erste bemannte Flugmission auf den Weg zum Mond - ohne geplante Landung auf dem Trabanten. Frank Borman, William Anders und James Lovell umkreisten den Mond 10 mal und waren die ersten Menschen, die die Rückseite des Mondes mit eigenen Augen sahen.
Mit Apollo 10 wurden am 18. Mai 1969 dann als Hauptprobe nochmals die Mondlandefähre in nur noch 14 Kilometer über der Mondoberfläche erfolgreich erprobt. Das Ziel dieser Mission war der Test der Gesamtfunktion des Systems und die Erkundung des vorgesehenen Landeplatzes für Apollo 11.
von links nach rechts: Die Saturn V Trägerrakete mit dem Apollo 11 Raumschiff beim Start im Kennedy Space Center / Mondlandefähre "Eagle" mit Forschungsgeräten im Vordergrund / Buzz Aldrin in der Mondlandefähre / Neil Armstrong neben dem Sonnensegel der Universität Bern
Auf zum Mond
Mit der Anlieferung der Mondlandefähre und des Apollo 11-Raumschiffs begannen im Januar 1969 die Startvorbereitungen im Kennedy Space Center. Nachdem im April die Trägerrakete Saturn V angeliefert wurde, wurde das Apollo-Raumschiff sowie die Mondlandefähre hinzugefügt. Einen Monat später durchlief die Startkonfigurationen einen simulierten Countdown, welcher die Kompatibilität der einzelnen Systeme und Module testete. Folgend wurde am 20. Mai die insgesamt 110 Meter hohe Rakete durch den sogenannten Crawler, ein von zwei Dieselmotoren angetriebenes Raupenfahrzeug, zur Startrampe gebracht. Die Fahrt auf der speziell präparierten 5,5 Kilometer langen Strecke dauerte sechs Stunden. Auf der Startplattform wurden weitere Tests zur Flugbereitschaft der Trägerrakete durchgeführt, wobei auch die Besatzung der Apollo 11 teilnahm.
Am 16. Juli 1969 machte sich Apollo 11 auf den Weg zum Mond. Mit an Bord: Neil Armstrong, Buzz Aldrin & Michael Collins.
Bereits 2 Minuten und 42 Sekunden nach dem Start wurde die erste Raketenstufe abgestossen, die zweite Raketenstufe trennte sich nach 9 Minuten. Die Saturn V erreichte die Erdumlaufbahn nach 11 Minuten und 49 Sekunden und umkreiste die Erde etwa anderthalb Mal mit ausgeschaltenem Antrieb. Zwei Stunden und knapp 40 Minuten später zündete die dritte Raketenstufe und schoss Saturn V sammt Kommandokapsel und Mondlandefähre in Richtung Mond. Die Kommandokapsel und die Mondlandefähre trennten sich 4 Stunden und 17 Minuten nach dem Start auch von der dritten und letzten Raketenstufe und glitten antriebslos weiter. Nach drei Tagen erreichten Kommandokapsel und Mondlandefähre die Mondumlaufbahn und kreisten weiter um den Mond. Nachdem ein weiterer irdischer Tag vergangen war, stiegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin in die Mondlandefähre um - die Kommandokapsel und die Mondlandefähre trennten sich auf einer Höhe von 111 Kilometer über der Mondoberfläche. Eagle, so wurde die Mondlandefähre benannt, setzte 4 Tage und fast 7 Stunden nach dem Start auf dem Mond auf. Michael Collins blieb in der Kommandokapsel im Mondorbit.
Viereinhalb Tage nach dem Start, am 21. Juli, stiegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin aus der Landesonde und setzten als erste Menschen, um kurz vor 4 Uhr (MEZ), mit ihren Füssen auf dem pudrigen Boden auf.
Noch bevor Armstrong die Amerikanische Flagge hisste, stellte Aldrin das Sonnenwindsegel (SWC - etwas mehr dazu am Ende dieses Beitrages) der Universität Bern auf. Das Solar Wind Composition (SWC) Experiment war das einzige nichtamerikanische Experiment der Apollo-11-Mission. Dabei wurden Partikel des Sonnenwindes in einer exponierten Aluminiumfolie eingefangen und nach der Rückkehr vom Mond im Labor analysiert.
Während dem zweieinhalb stündigen Aufenthalt der beiden Astronauten auf der Mondoberfläche wurden diverse weitere Forschungsgeräte installiert und Bodenproben entnommen.
Zurück in der Mondlandefähre stellte Aldrin fest, dass der Hebel eines Schalters abgebrochen war, ein anderer war nicht in der vorgesehenen Position. Offenbar hatte Aldrin bei der Vorbereitung für den Ausseneinsatz mit dem Rucksack die Schalter berührt. Diese Schalter wurden erst eine Stunde vor dem Start benötigt. Aldrin verwendete später einen Filzstift, um den Schalter zu betätigen.
Nach 21 Stunden und 30 Minuten auf dem Mond erhob sich das Oberteil der Mondlandefähre und machte sich raketengetrieben auf den Weg in Richtung Komandokapsel im Mondorbit, die Landestützen blieben zurück.
5 Tage und über 8 Stunden nach dem Start der Apollo 11 Mission dockte die Mondlandefähre wieder an die Kommandokapsel an, Aldrin und Armstrong stiegen um und überliessen die Mondfähre dem Weltall. Anschliessend wurde die Kommandokapsel durch das integrierte Triebwerk wieder Richtung Erde zurückgeschossen.
Nach dem fast dreitägigen Rückflug trat die Kommandokapsel wieder in die Erdatmosphäre ein - 8 Tage waren seit dem Start der Mission vergangen. Am 24. Juli um 17:50 Uhr (UTC) wasserte die Kommandokapsel im Pazifik. Die drei Astronauten wurden mit einem Helikopter an Bord des Bergungsschiffs USS Hornet gebracht.
Aus Furcht vor unbekannten Mikroorganismen mussten die drei Astronauten beim Verlassen der Apollo-Kommandokapsel nach außen vollkommen geschlossene Anzüge zur Isolierung tragen und sich in eine Quarantäne von 17 Tagen begeben, bis alle Bedenken ausgeräumt waren.
In den darauffolgenden drei Jahren setzten fünf weiter bemannte Apollo-Missionen erfolgreich auf dem Mond auf. Insgesammt brachte die USA zwischen 1969 und 1972 zwölf Männer zum Mond.
Mit Apollo 15 brachten die US-Amerikaner erstmals ein von Astronauten gesteuertes Mondauto auf die Mondoberfläche. Start der Mission war am 26. Juli 1971.
Am 7. Dezember 1972 startete die letzte Mondmission mit Apollo 17. Die Mondlandefähre blieb bei dieser Mission über drei Tage auf der Mondoberfläche, die Gesamtzeit der Ausseneinsätze der Astronauten betrug 22 Stunden.
von links nach rechts: Mondlandefähre Eagle mit Sicht auf die Erde / Das Komandomodul der Apollo 17 Mission / Das Mondfahrzeug der Apollo 15 Mission / Die Apollo 11 Mondlandefähre "Eagle" macht sich kurz nach der Trennung vom Komandomodul auf den Weg zur Mondoberfläche
Das geplante bemannte Mondprogramm der Sowjetunion wurde nie verwirklicht. Im September 1970 brachte die unbemannte Sonde Luna 16 Mondgestein zur Erde.
Als dritte Nation liess China eine Sonde auf dem Mond landen. Im Dezember 2013 landete die Sonde Chang’e-3 nach einem zwölftägigen Flug. Im Dezember 2018 startete Chang’e-4 und schaffte im Januar 2019 eine weiche Landung. Im Dezember 2019 soll Chang’e-5 in Richtung Erdtrabant starten und Mondgestein zur Erde bringen.
Das chinesische Programm soll in den 2030er-Jahren eine bemannte Mondlandung ermöglichen und einen Aussenposten in der Nähe des Südpols einrichten.