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Teenager mit Amputation im Flüchtlingslager: Die Geschichte des 17-jährigen Mouch aus dem Südsudan
Mouch ist aufgrund des Krieges aus dem Südsudan nach Äthiopien geflohen. Bei seiner Ankunft im Flüchtlingslager musste ihm aufgrund einer Infektion ein Bein amputiert werden. Seitdem begleiten wir ihn. Hier erzählt er seine Geschichte.
Mouch musste nach einem Schlangenbiss ein Bein amputiert werden und wird seitdem von Handicap International unterstützt. Er lebt im Flüchtlingslager Nguueyel in Äthiopien. | © HI
Flucht vor dem Krieg
Der 17-jährige Mouch kam 2020 in das Flüchtlingslager Nguenyyiel, eines von zwei Lagern, in denen wir in der Region Gambella in Äthiopien tätig sind. Dort lebt er mit seiner Mutter, seinen zwei Schwestern und seinem Bruder.
Mouch und seine Familie stammen aus dem Südsudan und mussten ihre Heimat aufgrund von Krieg, ethnischen Konflikten und Instabilität verlassen.
Zurzeit sind wir in Gambella in den zwei Flüchtlingslagern Nguenyyiel und Jewi tätig, in denen 376’986 Menschen leben.
Wir arbeiten dort im Rahmen eines von ECHO finanzierten Projekts und unterstützen mittlerweile 830 Menschen. Wir führen in diesen Flüchtlingslagern folgende Hilfsmassnahmen durch:
- Körperliche und funktionelle Rehabilitation,
- Behandlung von unterernährten Kindern,
- Massnahmen zur psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung (MHPSS),
- Dienstleistungen rund um den Schutz der Geflüchteten,
- Schulungen für humanitäre Akteuren zur Inklusion von Menschen mit Behinderung,
- Verbesserung der Lebensgrundlagen von Menschen mit Behinderungen und ihren Betreuer:innen.
Amputation aufgrund eines Schlangenbisses
Um den Südsudan zu verlassen, mussten Mouch und seine Familie eine fünftägige Bootsfahrt nach Äthiopien auf sich nehmen. Die Lebensbedingungen auf dem Boot waren sehr schwierig.
Bevor er an Bord ging, wurde Mouch von einer Schlange gebissen. Leider gab es auf dem Schiff kein Material, um seine Wunde zu versorgen, und der Biss entzündete sich stark. Nach seiner Ankunft in Äthiopien musste Mouch sein linkes Bein amputiert werden.
Die Reiser war sehr hart, am schlimmsten war de Hunger. Aber dank der Unterstützung meiner Familie habe ich durchgehalten.
Eine Prothese, um wieder zur Schule zu gehen
Als Geflüchteter ist es schwierig, mit einer Behinderung zu leben, da es im Lager an barrierefreier Infrastruktur und Einrichtungen mangelt. Das Fehlen einer guten Gesundheitsversorgung und Unterstützung erschwert das Leben von Menschen mit Behinderungen, so der Teenager.
Seit seiner Ankunft im Lager vor drei Jahren wird Mouch von unseren Teams betreut. Im Jahr 2022 erhielt er seine Beinprothese.
Dank der Prothese hat er das Gefühl, «sein Bein wiederzuhaben», was ihn sehr glücklich macht. Er kann nun an denselben Aktivitäten wie seine Mitschüler:innen teilnehmen, fühlt sich in die Gemeinschaft einbezogen und kann zur Schule gehen.
Mouch hat Durchhaltevermögen und viel Mut bewiesen. Heute ist er selbstständig und voller Hoffnung für die Zukunft.