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Unvergängliche Atom-Katastrophen
Heute vor 21 Jahren explodierte Reaktorblock IV des Atomkraftwerks Tschernobyl. Der Unfall wird von der Atomwirtschaft nach wie vor heruntergespielt, doch die Spätfolgen beginnenerst: in der Ukraine und in Weissrussland leiden heute Kinder an Krebs, Erbgutschäden und Herzkrankheiten. Und Tschernobyl ist nicht das einzige Beispiel. In der Schweiz wächst die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, wegen den überalterten Schweizer Reaktoren von Jahr zu Jahr.
Morgen vor 21 Jahren passierte das, was laut AKW-Betreibern gar nicht passieren kann: Der Super GAU in Tschernobyl. Es war der grösste und teuerste Unfall der Menschheit. Dieser Tatsache zum Trotz gerät Tschernobyl zu Unrecht langsam aber sicher in Vergessenheit. Obwohl die umliegenden Zonen evakuiert sind, der Sarkophag bald neu gebaut ist und die unangenehmen Bildern vergessen gehen, geht die Katastrophe weiter:
Leiden an Herzkrankheit, Krebs und Erbgutschäden sind die Spätfolgen des Atomunfalls. Gesunde Kinder aus verstrahlten Dörfern sind heute eine Seltenheit.
Tschernobyl war der schwerste, aber bei weitem nicht der einzige schwere Atomunfall:
- In Windsclale/Sellafield, GB (Okt. 1957) brach ein Atomkomplex in Feuer aus.
WissenschaftlerInnen der Universität Newcastle schätzten, dass über tausend Menschen an den Langzeitfolgen des radioaktiven Windscale-Feuers sterben werden.
- Nach dem Unfall in Tscheljabinsk, UDSSR (Jan. 1958) verschwanden ganze Städte und Dörfer von der Landkarte. Noch heute gibt es in der Gegend Sperrzonen, zu denen niemand Zutritt hat.
- In Harrisburg USA kam es zu einer Kernschmelze (März 1979). Die Universität Columbia stellte rund 20 Jahre später erhöhte Leukämieraten bei Menschen fest, die der radioaktiven Wolke ausgesetzt waren.
- In Tokaimura, Japan (Sept. 99) kam es zu einer unkontrollierten Kettenreaktion. Mehrere Hundert Menschen aus der näheren Umgebung wurden verstrahlt.
- Ein schwerer Zwischenfall führte im August 2006 in Forsmark nur knapp an einem GAU vorbei. Die Folgen wären auch für die Schweiz verheerend gewesen.
Die vollständige Liste ist endlos. In der Schweiz steigt das Unfallrisiko wegen überalterten AKW Tag für Tag. Obwohl die HSK gestern stolz berichtete, im Jahre 2006 sei es zu keiner Schnellabschaltung gekommen, ist dies keine Garantie für Morgen: ein schwerer Zwischenfall reicht um eine unvergängliche Katastrophe zu verursachen. Ein solcher kann auch morgen passieren.
Die SES fordert die Atomrisiken heute zu begrenzen. Es braucht einen geordneten Atomausstieg, denn der Atompfad ist russisches Roulette. Echte VersorgungsSICHERHEIT ist mit heute markfähigen Technologien aus einheimischen, erneuerbaren Energien, wie Wasser, Biomasse, Wind und Sonne möglich. Das Potential ist mehrfach belegt, das Geld bei UNSEREN Stromkonzernen mehrfach vorhanden.
Weitere Informationen:
Sabine von Stockar, Projektleiterin Atomenergie Schweizerische Energie-Stiftung SES