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- Drei Tage nach der Eruption des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Pazifik sind das Ausmass der Schäden und die Zahl möglicher Opfer weiter unklar.
- Bisher gehen Behörden davon aus, dass bei der Naturkatastrophe drei Menschen ums Leben gekommen sind.
- Zur Inselgruppe Ha'apai gebe es bisher keinen Kontakt, teilte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit.
Bei den drei Toten handle es sich um zwei Tongaer und einen Briten, teilte das Büro von Tongas Premierminister Siaosi Sovaleni mit. Infolge der «beispiellosen Katastrophe» seien auch Verletzte gemeldet worden.
Zuvor hatte die UNO-Nothilfe-Koordination mitgeteilt, dass der Unterwasservulkan-Ausbruch in der Südsee erhebliche Schäden auf der Hauptinsel Tongatapu verursacht habe, auf der auch die Hauptstadt Nuku'alofa liegt.
Sorge um Inseln Mango und Fonoi
Sorge gebe es nach dem von dem Vulkan ausgelösten Tsunami vor allem um die tiefliegenden Inseln Mango und Fonoi, so die UNO-Behörde weiter. Die neuseeländische Luftwaffe habe bei ihren Erkundungsflügen erhebliche Sachschäden auf den beiden Inseln festgestellt. Von Mango sei zudem ein Notsignal empfangen worden.
Auf Mango Island, wo rund 50 Menschen wohnen, sei ein ganzes Dorf zerstört worden. Auf der benachbarten Insel Atata mit ihren rund 100 Bewohnern seien zahlreiche Gebäude verschwunden. Atata Island und Mango Island liegen rund 50 und 70 Kilometer von dem Untersee-Vulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai entfernt, der am Samstag ausgebrochen war.
Kommunikation weitgehend gekappt
«Die Kommunikation ist weiter das grösste Problem, da Internet und internationale Telefonleitungen immer noch ausser Betrieb sind», hiess es seitens der Behörde OCHA. Satellitentelefone seien das einzige zuverlässige Instrument zur Kommunikation mit der Aussenwelt, aber auch sie funktionierten nicht immer zuverlässig.
Eine dicke Ascheschicht auf einer Flughafen-Landebahn verzögere die Hilfslieferungen für den pazifischen Inselstaat Tonga, teilte das neuseeländische Militär mit, welches unter anderem dringend benötigtes Trinkwasser zu den Menschen bringen möchte.
Von Neuseeland aus starteten zwei Schiffe mit Trinkwasser, Rettungsteams und einem Helikopter nach Tonga. Auch Australien will Flugzeuge und Schiffe schicken. Die Regierung von Tonga hat auch Angst, dass durch die Hilfslieferungen das Corona-Virus eingeschleppt werden könnte. Bislang ist der kleine Pazifikstaat Corona-frei. Jede Lieferung, die nach Tonga geschickt werde, soll unter Quarantäne gestellt werden. Geplant ist Botschafter Tu'ihalangingie zufolge auch, dass kein ausländisches Personal die Flugzeuge verlässt.
Nach Angaben der neuseeländischen Regierung wurden bislang zwei Todesfälle bestätigt. Eines der Opfer ist eine Britin, die von einer Flutwelle erfasst wurde. Über den anderen Toten gab es zunächst keine Angaben.
Der Untersee-Vulkanausbruch des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai-Vulkans begann am Samstag um 5:14 Uhr Schweizer Zeit und erzeugte seismische Wellen, die einem Erdbeben mit der einer Magnitude von 5.8 entsprachen, wie der SED am Dienstag mitteilte. Etwa 20 Minuten später erreichten seismische Raumwellen das Schweizer Erdbebennetz, nachdem sie auf direktem Weg durch die Erde gelaufen waren.
Der Vulkan liegt nur 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa entfernt. Der unter der Wasseroberfläche liegende Feuerberg ist 1800 Meter hoch und 20 Kilometer breit. Das Archipel Tonga hat rund 107'000 Einwohner.
Ein wahrer Unterwasserkoloss
Der Hunga Tonga-Hunga Ha'apai ist ein wahrer Unterwasser-Koloss: 1800 Meter hoch und 20 Kilometer breit erhebt er sich unter der Wasseroberfläche. Erstmals hatte der Vulkan 2009 bei einer Eruption die Meeresoberfläche durchbrochen.
Zum Jahreswechsel 2014/15 begann er wieder zu brodeln und spuckte wochenlang Schlamm- und Aschefontänen aus dem Pazifik. Die Eruption förderte damals monatelang Material an die Oberfläche, bis schliesslich eine neue, zwei Kilometer lange Insel entstand – die sich zum Erstaunen von Experten über die Jahre stabilisierte.
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