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Navizence,
Navizence
oder
Navizence, deutsch Usenz oder Uzenz (Kt. Wallis,
Bez.
Siders).
Wildbach des
Eifischthales
(Val d'Anniviers),
der nach 23 km langem
Lauf 400 m n. vom Dorf
Chippis in 535 m von links in die
Rhone mündet. Sein Einzugsgebiet
umfasst 257,26 km2, wovon 44,38
auf Eis und Firn und 37,66 auf
Wald entfallen. Entspringt den Gletscherfeldern hinten über
dem
Eifischthal mit zwei bedeutenden und nahezu gleich langen Quellarmen, die sich am N.-Fuss des
Kammes von
Sorebois und
mitten in dem von den
Dörfern
Ayer,
Grimentz und
Saint Jean gebildeten Dreieck vereinigen.
Der das Val Moiry entwässernde W.-Arm heisst meist Gougra (s. diesen Art.). Der dem Zinal- oder Durand-Gletscher entspringende O.-Arm wird allgemein als der eigentliche Quelllauf der Navizance betrachtet. Zusammen mit den unter dem Zinalgletscher durchfliessenden Schmelzwassern des Glacier de Moming und Glacier de l'Allée (Seitenarmen des Hauptgletschers) tritt die Navizance in 1920 m aus dem Gletscherthor, stürzt sich in einen 600 m langen Engpass und erhält nachher von links die aus dem Vallon de l'Allée kommenden Wasser, um dann zwischen Alpweiden, Wiesen, Wald und zahlreichen Alphütten den 2 km langen, weiten und ebenen Thalboden von Zinal zu durchziehen.
Auf der kurzen Strecke von La Barma bis Zinal fliessen ihr zahlreiche grössere und kleinere Seitenarme zu, die vom Roc de la Vache, vom Tracuitgletscher, von den Steilhängen des Garde de Bordon, von den Diablons und endlich von der Alpe de Cottier herabkommen. Jetzt nimmt das Gefälle mehr und mehr zu, indem sich zugleich auch das Thal verengt und vertieft. Beim Maiensäss von Misonnette biegt der Wildbach von seiner bisherigen N.-Richtung nach NNW. ab, welche Orientierung er nun bis zur Mündung beibehält. Trotz ihres starken Gefälles u. ihres beinahe überall nur schwierig zugänglichen Tobels bildet die Navizance auf dieser Strecke keine so plötzlich über eine Felsschwelle stürzenden Wasserfälle, wie wir sie bei andern Walliser Flüssen (z. B. bei der Dranse) zu sehen gewohnt sind. Unterhalb Misonnette erhält sie von ¶
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rechts den vom hohen Vallon de la Barneuza herabstürzenden Abfluss des Glacier des Diablons und oberhalb Ayer den vom Col de la Forclettaz herkommenden Bach. Nach 10 km langem Lauf vereinigt sie sich dann in 1287 m mit der Gougra oder dem Wildbach von Grimentz, die ihr die Schmelzwasser des Moirygletschers zuträgt. Das hier etwas weitere Thal engt sich bald wieder ein. Unterhalb Vissoye fliesst der Navizance der an den Firnfeldern der Pointe de Nava, des Tounot und der Bella Tola entspringende Torrent de Moulin, unterhalb Painsec der Abfluss des hohen Vallon d'Orzival und unterhalb Fang der vom Schwarzhorn kommende Wildbach von Fang zu. Das fortwährend an Enge und Tiefe zunehmende Tobel des Flusses gestaltet sich immer mehr zu einer mächtigen und unzugänglichen Schlucht, deren grossartigsten Abschnitt die in einen NW.-Sporn des Illhorns eingeschnittenen sog. Pontisschluchten bilden. O. von Chippis tritt die Navizance endlich aus diesen wilden Schlünden in die Rhoneebene ein, wo sie zwischen Wiesen fliesst und gegenüber den Steilhängen von Géronde mündet.
Kurz vor dem Ende der Mündungsschlucht steht seit einigen Jahren ein Elektrizitätswerk, das Siders und seine Umgebung mit Licht versorgt. Zwischen Vissoye und der Mündung hat die Navizance ein Gefälle von 682 m und eine kleinste Wasserführung von 1,1-1,3 m3 in der Sekunde. Obwohl ihre Hochwasser mit Rücksicht auf den meist tief eingeschnittenen Lauf dem Thal nicht so gefährlich werden können, wie diejenigen anderer Walliser Wildbäche, hat doch dasjenige von 1834 grossen Schaden angerichtet. Damals staute ein Felssturz den Bach nahe dem Zinalgletscher zu einem kleinen See auf, dessen Wasser sich bald einen Weg durch die Barre brach, das Thal zum Teil überflutete und dann die Felder und Wiesen von Chippis unter einer 1-2 m hohen Schlamm- und Schuttschicht begrub. 1267 und 1334: Aquam de la Navisenchy.