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Nebenhodenentzündung (Epididymitis) und Hodenentzündung (Orchitis)
Ursache
Die Ursache für eine Nebenhoden- und/oder Hodenentzündung ist fast immer eine aufsteigende Harnwegsinfektion. Keime, welche über die Harnröhre zur Harnblase bzw. Prostata gelangen, erreichen über die Samenleiter die Nebenhoden und Hoden und verursachen dort die Infektion.
Im fortgeschrittenen Stadium spielt meist die gutartige Prostatavergrösserung eine verstärkende Rolle, welche die Blasenentleerung erschwert und eine Keimelimination auf natürlichem Wege behindert.
Untersuchung
Zu den Untersuchungen gehören eine körperliche Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung von Harnblase, Prostata, Hoden und Nebenhoden sowie eine laborchemische Blutuntersuchung (insbesondere Infektzeichen).
Zudem entnimmt man Bakteriologien aus dem Urin und – bei fieberhaften Zuständen – auch aus dem Blut. Dadurch werden die beteiligten Keime bestimmt und die Antibiotikatherapie kann entsprechend angepasst werden.
Behandlung
Die Therapie besteht hauptsächlich in der Anwendung eines Antibiotikums. Dafür wählt man zunächst gängige Antibiotika, welche verschiedene Keime aus dem Harntrakt abdecken.
Nach Eintreffen der Bakteriologien (siehe Abschnitt Untersuchung) wechselt man bei Bedarf vom Antibiotikum auf eine gezieltere Substanz.
Ausserdem ist die Ableitung des Harns – insbesondere bei fieberhaften Infekten und gutartiger Prostatavergrösserung – notwendig. Das macht man idealerweise mit einem Bauchdeckenkatheter (Zystofix).
Überdies sind abschwellende Massnahmen wie das Hochlagern und Kühlen der Hoden wichtige Massnahmen zur raschen Linderung der Beschwerden.
Operation
In Ausnahmefällen sammelt sich im Hoden oder Nebenhoden Eiter an. In diesen Fällen behandelt man den Eiterherd chirurgisch. Entweder wird der Eiterherd gespült und eine Drainage eingelegt oder der Nebenhoden oder Hoden wird komplett entfernt.