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Ehem., heute mit dem rechten Rheinufer verbundene Insel oberhalb Koblenz, auf Gebiet der Stadt Waldshut-Tiengen, auch Judeninsel genannt. 1603 verpachtete die Stadt Waldshut die Insel als Begräbnisplatz an die Juden der Grafschaft Baden. Da der Rhein die Gräber bedrängte, erhielten die Juden 1750 von der Tagsatzung die Erlaubnis, zwischen Endingen und Lengnau (AG) einen neuen Friedhof anzulegen, der bis heute benutzt wird. Das J. wurde nun kaum mehr als Begräbnisplatz benutzt, weiterhin aber zur Totenehrung besucht. Als Folge von wasserbautechn. Massnahmen verlandete die Insel nach 1850 und geriet in Vergessenheit. 1954-55 wurden die Toten aus rund 80 Gräbern exhumiert und mit erhaltenen Grabsteinen (ältester von 1674) auf den Friedhof in Endingen verbracht.
Literatur
– F. Guggenheim-Grünberg, Der Friedhof auf der Judeninsel im Rhein bei Koblenz, 1956
Autorin/Autor: Andreas Steigmeier