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Tagesbericht vom 10.06.2004
Jetzt erst folgt der Tagesbericht zum 10.Juni, der obenstehende Bericht wurde zwar am 10-ten geschrieben bezieht sich aber teilweise auf den 9-ten Juni!
Also das geht so: um 8:30 Uhr muss Liseli die Strafaufgaben machen, denn mit schlechtem Gewissen lässt sich nicht gut schlafen! Sie mag das Versäumte nicht ganz nachholen, denn bis 10:00 muss das Morgenessen eingenommen werden. Das Schreiben des gestrigen Tagesberichtes muss deshalb auf später verschoben werden. Nichts desto trotz beginne ich jetzt mit dem 10-ten, denn es ist bereits 15:00 Uhr und wir sind bereits irgendwo im Osten von Yalta an der Küste der Krim.
Nach ergiebigem Morgenessen (schliesslich ist das Morgenessen im Preis inbegriffen) müssen wir die Promenade von Yalta fotografieren. Am Morgen fehlt das bunte Treiben der Nacht allerdings und die Promenade sowie die darauf Spazierenden sehen etwas müde aus (der Schreibende inklusive). Als wir so dahinschlendern fällt uns auf, was die Promenade von Yalta von denjenigen westlicher, am Meer liegenden Renomierstädte unterscheidet: die Jachten fehlen im Hafen. Ansonsten ist alles was Rang und Namen hat vertreten. Die langweilige Globalisierung hat auch hier Adidas, Mercedes, Armani, usw. in die Verkaufsstände getrieben und die Preise der Inlandprodukte entsprechend in die Höhe.
Nach dem Stadtbummel müssen wir den Palast besuchen, indem Lenin, Churchill und Roosevelt die Weltordnung nach dem 2. Weltkrieg festlegten. Wir fahren mit Sir James deshalb die 3 ½ Kilometer nach Osten, wo der Great Livadia Palace zu finden ist. Der Palast ist schön, aber eben gar nicht so alt. Er ist 1910 für den Zaren Nicolai II. erbaut worden. Es scheint uns, wie wenn der Palast samt Inhalt nach der Konferenz von Yalta konserviert worden wäre. Alles ist noch so, wie es Churchill angetroffen haben muss.
So, das war es schon. Wie bereits erwähnt, fahren wir nach Osten zur Meerenge zwischen dem ‚Corne More' und dem ‚Azovskoe More'. Das ist dort, wo die ukrainische Schwarzmeerküste an die russische Schwarzmeerküste stösst. Einen Zoll wird es dort nicht geben, so dass wir um die Azov'sche See herumfahren müssen. Vorerst aber hat Sir James wiedereinmal Geburtstag. 105'000 Kilometer feiert er an der Position Nord 44° 44' 56.6“ und Ost 34° 30' 37.3“.
Da wir heute Abend nicht wieder in einem Hotel absteigen werden, kaufen wir unterwegs auf dem Markt Tomaten, Bananen und das Wichtigste: zwei Flaschen Krimsekt. Ein stolzer Landcruiser-Besitzer haut uns auf der Strasse an, was unser ‚Sir James' kosten würde, will er erfahren. Dies nehme ich wenigstens aus den Gesten und den russischen Tönen an. Stolz zeigt er auf seinen Landcruiser, der sogar eine Seilwinde hat.
Liseli hat heute einen guten Fahrtag: Dem Stopzeichen des Polizisten folgt sie und er ist - nachdem er den internationalen Fahrausweis studiert hat - zufrieden. In der Nähe von Feodosija (Position Nord 45° 4' 54.6“ und Ost 35° 25' 7.5“) kommt Sir James zum stehen. „Camping“ heisst es am Strassenschild. Liseli macht den Versuch und siehe da, der Platzbesitzer ist gerade daran neue Toiletten zu bauen. Wie sich herausstellt funktionieren sie sogar (wahrscheinlich sind wir die ersten Benutzer). Super!