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Volksbank Reiden
Alt-Grossrat und Alt-Gemeindeammann Wilhelm Elmiger wurde 3. Januar 1855 als jüngster Sohn des Johann Elmiger, Gemeindeammann, geboren.
Im Jahre 1902, nach Aufgabe der Gerberei, eröffnete er in seinem neuerbauten Hause an der Bahnhofstrasse ein Geschäftsbüro, das sich eines immer grössern Zuspruchs erfreute und aus dem dann im Jahre 1909 die Volksbank Reiden hervorging, deren Verwalter er bis zum Jahre 1921 war.
|Volksbank Reiden, 1918, Aktie über CHF 500, mit handschriftlicher Notiz zum Schicksal der Bank||Volksbank Reiden, 1922, Aktie über CHF 500.|
|Volksbank Reiden, 1924, Aktie über CHF 500.||Volksbank Reiden, 1926, Aktie über CHF 500.|
Der Verwaltungsrat der Volksbank Reiden hatte am 28. Januar 1933 durch ein Kreisschreiben die Aktionäre und die Öffentlichkeit wissen lassen: «Zufolge Umsichgreifen der Wirtschaftskrise ist die Bank von Verlusten bedroht, die einschneidende Sanierungsmassnahmen erheischen, wenn das Institut wieder auf einen gesunden Boden gestellt werden soll. Das teilweise schon letzte Jahr gefährdeten Positionen sind im Jahre 1932 derart bedrohlich geworden, dass das Bestreben des Verwaltungsrates, die dubiosen Debitoren während der Wirtschaftskrise im Interesse der Allgemeinheit durchzuhalten, unmöglich wurde. In Spekulationsgeschäften oder Börsenverpflichtungen sind wir nicht engagiert, dagegen erleiden wir grössere Verluste speziell auf auswärtigen industriellen Engagements, die zum grössten Teil vom Verwaltungsrat nicht sanktioniert worden sind. Wir haben diesen krankhaften Expansionsdrang der bisherigen Leitung je und je verurteilt, leider ohne den geringsten Erfolg.»
Also beschloss die ausserordentliche Generalversammlung am 15. Februar 1933, die Bank zu sanieren. Dazu wurde das Aktienkapital von CHF 2'000'000 zunächst halbiert, um es sogleich durch Neueinzahlung von CHF 250'000 in Stammaktien — geleistet vom Verwaltungsrat — und einer halben Million in Prioritätsaktien wieder auf CHF 1'750'000 zu erhöhen. Die ordentliche GV vom 31. März 1933 genehmigte die Jahresrechnung 1932 und entlastete sowohl Verwaltung wie Kontrollstelle; Direktor Elmiger hingegen entliess man nicht aus der Verantwortung … Schon bald nach der Sanierung erwies sie sich als ungenügend, und am 7. Juli 1933 schloss die Bank ihre Schalter. Die Gläubiger stimmten nach einem Konkursaufschub schliesslich einer Nachlassstundung zu, deren Vertrag die Luzerner Justizkommission am 21. Juli 1934 bestätigte.
Nun versuchten die Aktionäre, auf Umwegen ihr verlorenes Geld zurückzuholen, hatte doch 1933 ein Vertreter des Inspektorates des Schweizerischen Lokalbankenverbandes mitgeteilt, die Verluste seien «auf krasse Kompetenzüberschreitungen des bisherigen Verwalters Max Elmiger» zurückzuführen: Der Direktor sollte bluten, ihm hatten sie doch damals die Entlastung verweigert — es war aber sein «best effort» gewesen, und ihm konnte keine strafbare Tat nachgewiesen werden. Folglich wollte man rückwirkend den Verwaltungsrat und sogar den Revisor zur Verantwortung ziehen mit einem Prozess bis vors Bundesgericht. Doch Lausanne stellte fest: Die Aktionäre waren stets klar über die Risiken im Bild — aka Pech gehabt —, sie hatten rechtlich endgültig Décharge erteilt, und nebenbei wiesen die Richter hin aufs simpel dumme Defizit: die «mangelhafte Aufsicht des Verwaltungsrates über den Geschäftsführer» …