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"Das wäre für uns kein Problem. Aber dieser Entscheid darf nicht erst im nächsten Sommer fallen, sondern muss jetzt rasch getroffen werden", fordert Hayek in einem Interview mit der "NZZ" vom Freitag. Er bringt eine Obergrenze von jährlich 400'000 Uhrwerken während zwei Jahren ins Spiel.
"Wir wollen bei Uhrwerken nie wieder ein dominanter Akteur werden", stellt Hayek klar. Bereits heute liege der Anteil von ETA auf dem Markt für Drittkunden weit unter einem Drittel, was "sicher nicht" marktbeherrschend sei.
Bei der heutigen Grösse des Marktes läge der Marktanteil von einem Drittel bei Uhrwerken für Dritte bei rund 500'000 Stück. "Unsere Planung liegt sogar nur bei 350'000 bis 450'000 Stück, weil wir anspruchsvollere und teurere Uhrwerke produzieren wollen", erklärte der Swatch-Chef.
Marktbeherrschende Stellung
Swatch hatte in früheren Jahren aus historischen Gründen praktisch ein Monopol auf dem Markt für mechanische Uhrwerke. Der Konzern wollte aber nicht mehr länger verpflichtet sein, die gesamte Schweizer Uhrenindustrie mit diesen Produkten zu beliefern.
2013 unterzeichneten die Weko und Swatch eine Liefervereinbarung, in der die kontrollierte Reduktion der Liefermengen geregelt wurde. Die Konkurrenz sollte die Chance haben, sich am Markt zu entfalten. Zu diesem Schritt hatte die Swatch selbst die Weko angeregt.
Bis Ende 2019 sollte sich die Weko entscheiden, ob Swatch in die unternehmerische Freiheit entlassen wird. Kurz vor Weihnachten gab die Behörde bekannt, voraussichtlich erst im Sommer 2020 zu einem Entscheid zu gelangen. In der Zwischenzeit wurden vorsorgliche Massnahmen erlassen. Diese sehen vor, dass ETA vorläufig keine Uhrwerke an Dritte mehr liefern darf.
ETA fällt lange aus als Lieferant
Hayek kann dieses Vorgehen nicht nachvollziehen. Man sei überzeugt gewesen, dass die ETA ab 2020 frei sein würde. Darum habe die Gruppe im vergangenen Sommer, mit dem Wissen der Weko, nicht nochmals Bestellungen nach dem alten Monopolregime entgegengenommen. "Wenn die Weko erst in einem halben Jahr einen Entscheid fällt, wird die Swatch Group für fast zwei Jahre als Lieferant für Dritte ausfallen", beklagt sich Hayek.
Der Weko-Entscheid sei zudem ein schlechtes Signal für den Werkplatz Schweiz. Es sei auch ein Schwächezeichen, das im Ausland sehr genau registriert werde. Denn es bremse die Innovation der Hersteller. "Seit bald zehn Jahren warten wir darauf, endlich auch mit Drittkunden unser Innovationspotenzial ohne staatliche Wettbewerbshindernisse ausschöpfen zu können."