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Der Begriff der gesundheitlichen Chancengleichheit bezieht sich auf ein Prinzip der sozialen Gerechtigkeit und der Verhältnismässigkeit. Er beinhaltet die Vorstellung, dass die Ressourcen zur Förderung der Gesundheit der Menschen gerecht verteilt und an die Bedürfnisse jedes Einzelnen angepasst werden müssen. Gesundheitsgerechtigkeit ermöglicht es, soziale Ungleichheiten im Gesundheitsbereich zu bekämpfen.
Unser Gesundheitssystem muss für alle Menschen zugänglich sein, unabhängig von Geschlecht, Sprache, Herkunft, sozialem Status und Bildungsniveau.
Studien zeigen jedoch, dass Menschen mit niedrigem Bildungsniveau seltener regelmässig Sport treiben, sich ausgewogen ernähren oder Nichtraucher sind. Sie haben auch ein höheres Risiko, an Bluthochdruck, Diabetes oder Fettleibigkeit zu leiden.
Gesundheitliche Ungleichheiten
Hierbei handelt es sich um Unterschiede im Gesundheitszustand von Personen, die nicht auf die Umwelt oder sozioökonomische Bedingungen zurückzuführen sind, sondern z. B. auf das Alter der Person mit einem erhöhten Risiko, mit den Jahren chronische Krankheiten zu entwickeln. Im weiteren Sinne bezieht sich soziale Ungleichheit bei der Gesundheit auf Unterschiede im Gesundheitszustand, die mit sozialen Vorteilen oder Nachteilen (z. B. Einkommen, Bildungsniveau, soziale Eingliederung) einhergehen.
Durch die Bekämpfung sozialer Ungleichheiten im Gesundheitsbereich wird die gesundheitliche Chancengleichheit gefördert, was bedeutet, dass alle Menschen aus allen sozialen Gruppen die gleichen Möglichkeiten haben, einen optimalen Gesundheitszustand zu erreichen, ohne aufgrund ihrer sozialen, wirtschaftlichen, umweltbedingten und kulturellen Bedingungen benachteiligt zu werden.
Gesundheitskompetenz
Das Gesundheitssystem wird immer komplexer. Gesundheitskompetenzen (oder Health Literacy) umfasst die Motivation, das Wissen und die Fähigkeit einer Person, Gesundheitsinformationen zu finden, sie zu verstehen, zu bewerten und auf dieser Grundlage Entscheidungen zu treffen, die ihre Gesundheit positiv beeinflussen.
Dementsprechend müssen Patienten informiert sein und über ausreichende Gesundheitskompetenzen verfügen, um Gesundheitsbotschaften verstehen zu können. Diese Kompetenzen müssen durch geeignete Rahmenbedingungen gefördert werden. Die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung ist eines der Ziele der Gesundheitsstrategie 2030 des Bundesrates.
Förderung des Selbstmanagements
Selbstmanagement bezeichnet das, was Menschen mit Langzeiterkrankungen und ihre Angehörigen unternehmen, um ihr Leben mit der Krankheit und ihren täglichen Herausforderungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Betroffenen und ihre Angehörigen entwickeln ihre Kompetenzen und bringen sich aktiv in den Gesundheitsweg ein, in Partnerschaft mit Fachleuten und anderen Akteuren, die das Selbstmanagement unterstützen. Das Selbstmanagement trägt somit dazu bei, dass die Betroffenen sowie ihre Angehörigen an Lebensqualität gewinnen und die bestmögliche Gesundheit geniessen. Das Selbstmanagement erfordert jedoch von den Betroffenen sowie ihren Angehörigen auf ihrem gesamten Lebensweg erhebliche Anpassungsleistungen.
Pflegende Angehörige
Der Begriff "Pflegende Angehörige" hat sich in der öffentlichen Debatte durchgesetzt und bezeichnet Personen, die einer Person in ihrem Umfeld aufgrund ihres Gesundheitszustands, einer Behinderung oder ihres Alters Hilfe leisten. Pflegende Angehörige leisten nicht nur ihren Angehörigen, sondern auch der Gesellschaft als Ganzes zahlreiche Dienste. Denn ihre Tätigkeit ist meist unbezahlt und trägt ganz klar zur Senkung der Gesundheitskosten bei. Dennoch bleiben ihre Aktivitäten wenig sichtbar und pflegende Angehörige sehen sich mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert, wie z. B. Erschöpfung, Isolation, mangelnde Anerkennung und Unterstützung oder die Vereinbarkeit mit der Arbeit.
Digitale Gesundheit
Der technologische Fortschritt verändert das Gesundheitssystem tiefgreifend und mit hoher Geschwindigkeit. Die Informations- und Kommunikationstechnologien spielen eine immer wichtigere Rolle, zum Beispiel bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten, bei Therapien, aber auch bei der Prävention oder der Datenverwaltung.
Diese Fortschritte eröffnen zwar neue Möglichkeiten, bringen aber auch neue Probleme mit sich, insbesondere die Einhaltung ethischer Grundsätze. Es geht also darum, Prioritäten zu setzen und sich der derzeitigen rasanten Entwicklung anzuschliessen und die Chancen zu nutzen, die die digitale Transformation bietet.
Komplexe Pflegeinterventionen
Pflegeinterventionen sind komplexer Natur, und ihre Merkmale entsprechen der Definition einer komplexen Gesundheitsintervention, wie sie vom "Medical Research Council framework of complex interventions in health" definiert wird: Pflegeinterventionen haben oft mehrere Komponenten; es bestehen Wechselwirkungen zwischen ihren verschiedenen Komponenten; sie erfordern Fachwissen und Fähigkeiten, um die Intervention zu erbringen oder zu erhalten, und schliesslich können die Komponenten oder die Intervention flexibel oder individualisiert sein.
Die an der HfG-FR durchgeführten Forschungsarbeiten zu komplexen Pflegeinterventionen werden von diesem Rahmen geleitet, der die Forschenden dazu anregt, komplexe Pflegeinterventionen zu entwickeln, zu testen, zu bewerten und zu implementieren und auch Schlüsselelemente vorzuschlagen, die innovative, an das Feld angepasste Interventionen ermöglichen.
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