Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/2538

Seien Sie froh, dass wir nicht mehr alles wissen
Nach der Ausbildung zum Chirurgischen Instrumentenmacher hat Karl Kiechle senior seine berufliche Weiterbildung auf der Wanderschaft, wie das zu der Zeit bei jungen Handwerksgesellen so üblich war, gesucht.
Auf der «Walz» hat er in vielen Betrieben gearbeitet, die neben chirurgischen Instrumenten auch orthopädische Behelfe gefertigt haben. So hat er sich im Laufe der Jahre, dieses Fachgebiet angeeignet und in vielen, auch namhaften Betrieben Erfahrungen gesammelt. Das hat ihn ermutigt mit dem Compagnion Georg Buttschard, der damals noch ein Korsettgeschäft an der Falknerstrasse betrieb, unser Geschäft im Jahre 1919 zu gründen.
Der Name der Firma war Buttschard & Kiechle und hatte ihr Domizil an der Elisabethenstrasse 7. Aus unbekannten Gründen haben sich die Teilhaber des Betriebes getrennt und es war Karl Kiechle möglich seinen Compagnion auszuzahlen.
Ab 22. November 1935 hiess die Firma Karl Kiechle. Als er im Jahre 1943 verstarb, hat seine Frau, Frieda Kiechle-Wagner die Geschicke des Betriebes in ihre Hände genommen, was allerdings ohne die treibende Unterstützung von Karl Kiechle junior, ihrem Sohn, der das Handwerk bei seinem Vater erlernt hat, nie möglich gewesen wäre. Zu dem Zeitpunkt hiess die Firma Karl Kiechle Wwe. und meine Grossmutter hat, später mit Hilfe meiner Mutter, das dem Betrieb angeschlossene Sanitätsgeschäft geführt. Für die technische Orthopädie war mein Vater, Karl Kiechle zuständig.
Am 5. April 1950 hat er dann den Betrieb übernommen und die Firma hiess wieder Karl Kiechle.
Im Jahre 1955 musste das Domizil an die Elisabethenstrasse 39 verlegt werden, was auch mit der Aufgabe des Sanitätsgeschäftes verbunden war. Die entsprechende Änderung im Handelsregister hat aber erst 22 Jahre später stattgefunden. Jetzt hiess die Firma, wie heute, Kiechle Orthopädie-Technik.
Nach meiner Ausbildung zum Orthopädisten, in einem anderen Betrieb am Platz und einer Stage bei Otto Bock, einem wichtigem Orthopädie-Unternehmen in Deutschland, bin ich in die Firma meines Vaters eingetreten. Als Karl Kiechle im Herbst 1988 starb, habe ich, nachdem ich viele Jahre immer wieder mit meiner Frau im Ausland für Terre des Hommes tätig war, das Geschäft übernommen.