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Alpine Journal
London 1891.
Die Publication des Alpine Club hat ihren bewährten Charakter auch im Jahr 1891 beibehalten, und es ist interessant, zu bemerken, daß neben den wachsenden excentrischen Kreisen ihres Arbeitsfeldes auch der „ old play ground " Montblanc-Gruppe und Schweizeralpen darin noch gut vertreten ist, eher stärker als in den letzten Jahren. So rinden wir in dem hübschen Artikel „ Two Peaks and a Centre " von Mr. J. H. Wicks die Beschreibung einer Traversirung der Periades und einer ersten Ersteigung des Pic sans Nom, zwischen Aiguille du Dru und Aiguille Verte, zusammen mit ansprechenden Bemerkungen über die neuen Theorien von Centrists und Excentrists und führerloses Gehen. Mr. W. C. Slingsby erzählt sein nächtliches Abenteuer an der Dent Blanche, wo er mit zwei Freunden wegen eines ganz unerwartet eintretenden Gewitters genöthigt war, hoch oben am Gipfelkamm die Nacht zuzubringen. Auch die Belege zu Mr. Walter Leaf's instructiven und humoristischen Erörterungen, betitelt „ Climbing with a hand camera ", sind den Penninischen Alpen entnommen. In der gleichen Nummer rinden wir Mr. L. Norman Neruda's; „ Neue Besteigungen in der Berninagruppe ", über deren Resultate schon im Jahrbuch des S.A.C., Bd. XXVI, pag. 398/9, berichtet worden ist. Die reizende Plauderei von Mr. W. Larden: „ Chanrion and other places: an Early Holiday ", beweist, wie viel Genuß man an einfachen Scenerien und Erlebnissen in sehr bekannten Alpengegenden noch finden kann, wenn man unbefangen ist und einen offenen Sinn für das Schöne hat.
Auch in den wissenschaftlichen Artikeln findet sich viel uns nahe Angehendes. Ich nenne in erster Linie Rev. Coolidge's Nekrolog von Gottlieb Studer, gleich ausgezeichnet durch Genauigkeit, wie durch Pietät für den großen Alpenforscher. Von dem nämlichen Verfasser finden wir noch zwei alpengeschichtliche Studien: „ The first ascent of the Zermatt Breithorn " und „ The early attempts on Monte Rosa from the Zermatt Side ", mit deren Resultaten wir ganz übereinstimmen. Darnach wäre das Zermatter Breithorn zum ersten Mal am 13. August 1813 von Mr. H. Meynard mit M. J. Couttet von Chamonix und drei Führern des Namens Erin aus Val Tournanche von Breil aus erstiegen worden; der Grenzgipfel der Monte Rosa-Kette am 12. August 1848 von Madutz und Taugwald, den Führern Prof. Ulrich's, der Ostgipfel am 1. September 1854 von drei Gebrüdern Smyth mit drei Führern und die Dufourspitze am 1. August 1855 von zwei Gebrüdern Smyth etc. Dem Andenken Alex. Seiler's, des Begründers von Zermatt, werden warme Worte gewidmet von L. S. ( Leslie Stephen ?), bei deren Leetüre wir bedauerten, daß Niemand vom S.A.C. sich gedrungen fühlte, im Jahrbuch von dem Manne zu reden, der so manchem auch unter uns vertraut und lieb geworden war. Von andern größeren Arbeiten erwähnen wir: „ On Glacier observations " von Captain Marshall Hall; „ Centrists and Excentrists " von Mr. W. M. Conway, eine sehr interessante Studie, aber eine vielleicht zu „ excentrische " Ansicht; „ A few notes about the Selkirks " von Mr. H. W. Topham ( man vergl. den Bericht von den Herren Sulzer und Huber, Jahrbuch des S.A.C., Bd. XXVIThe rocky mountaints of Skye " von Mr. Clinton Dent mit gewohntem Humor beschrieben; „ Mountaineering in Southern Colorado " von Mr. Percy W. Thomas ( mit einer Schlußanekdote, die Bret Harte nicht besser geschrieben hätte ): „ A Month among the Southern Valleys and Mountains of the Central Caucasus " von Mr. H. W. Holder.
Außerdem enthalten natürlich die Abschnitte: Alpine Notes, Reviews and Notices, New Expeditions, Accidents u. s. w. eine Fülle von Material, das wir zu benutzen sehr froh waren. Die Illustrationen erfüllen den Zweck, die Texte zu erklären; auf mehr machen sie wohl nicht Anspruch. In Summa: das Alpine Journal steht noch auf der alten Höhe und ist unentbehrlicher als je.Red.