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Das Image einer Destination ist von grösster Wichtigkeit, weil über das Image der Kunde seine ersten Kontakte mit der Destination knüpft. Das Internet, die sozialen Netzwerke und die Werbung im weitesten Sinn, sind die Träger dieses Images. Aber was ist mit den weniger üblichen Medien wie dem Kino? Kann ein Film eine Auswirkung auf den Tourismus haben? Die Antwort ist ja. Es gibt Erfolgsgeschichten, aber auch Misserfolge.
Destinationen, die davon profitieren
Die zwei Trilogien Der Herr der Ringe und Der Hobbit wurden ausschliesslich in Neuseeland gedreht. Nach der weltweiten Begeisterung für diese Filme hat sich das nationale Tourismusbüro dafür entschieden, aus Neuseeland die „Mittelerde“ zu machen. Die Tourismusorganisation hat also ihre Marketingstrategie auf diese Thematik ausgerichtet. Eine Umfrage, die zwischen Juli 2013 und Juni 2014 durch das „New Zealand Institute of Economic Research“ durchgeführt wurde, zeigte auf, dass der Film Der Hobbit für 13 % der Befragten bei der Wahl ihrer Destination ein Motivationsfaktor darstellte. Zwischen 2000 und 2006 stieg die Anzahl der Besucher in Neuseeland von 1.5 auf 2.5 Millionen pro Jahr und aktuell ist die Tendenz immer noch steigend. Die Dörfer von Der Hobbit wurden für die Besucher wieder aufgebaut und spezialisierte Agenturen bieten geführte Besichtigungen durch die verschiedenen Drehorte an. Sogar die Luftfahrtgesellschaft „Air New Zealand“ liess sich bei ihren Sicherheitsinstruktionen an Bord des Flugzeuges durch den Film Der Hobbit inspirieren.
Auch andere Länder konnten von einem Geldsegen durch grosse Kinoproduktionen profitieren. So wurde auch England, infolge des grossen Erfolgs der Filmserie Harry Potter, von einer regelrechten „Pottermania“ erobert. Die Studios Leavesden, wo die Filme gedreht wurden, wurden übrigens von Warner Brothers abgekauft, um daraus eine touristische Sehenswürdigkeit zu machen. Eintreten in Poudlard, spazieren in der Winkelgasse, oder sich ein Butterbier kaufen oder den fliegenden Besen ausprobieren. Dies gehört alles zu den vorgeschlagenen Angeboten. Bevor Warner Brother seinen Park eröffnete, arbeitete man schon eng mit Visit Britain zusammen, welche die Promotion der Orte oder mystischen Szenen des Films lancieren wollte. Die „Pottermania“ bewegte seine Fans. Man musste ihnen deshalb die Gelegenheit bieten ihre Reise in dieser magischen Welt fortzusetzen, um so in einem gewissen Sinn den magischen Hauch bis zum Erscheinen der nächsten Episode aufrecht zu erhalten!
Irland profitiert aktuell vom Erfolg der Serie Game of Thrones. Das Nationale Tourismus Büro von Irland schlägt dazu viertägige Reiserouten vor, welche die Fans zu den Kultdrehorten führen. Es schlägt auch eine Menge von Aktivitäten im Zusammenhang mit der Serie vor. Es ist das erste Mal, dass Irland eine Fernsehserie benützt, um für sich Werbung zu machen.
Wenn die nationalen Tourismusbüros von Filmerfolgen profitieren
Seit einigen Jahren investieren nationale Tourismusbüros in Filmproduktionen, um ihre Destination zu fördern. Das australische Tourismusbüro hat beispielsweise 50 Millionen Dollar in den Film Australia investiert, mit dem Ziel, die Zahl der ausländischen Besucher um 3 % anzuheben. Die Aktion erlitt einen Misserfolg, da der Film nicht den erwarteten Kinoerfolg brachte. Hingegen Mamma Mia!, Sex and the City, Bienvenue chez les Ch’tits, oder auch Millenium, sind Filme, die durch nationale Tourismusorganisationen unterstützt wurden und die auch den erhofften Erfolg einbrachten.
Und die Schweiz ?
Im Jahr 1999 entschied die Filmverleihungsagentur Switzerland, die Schweiz als Drehort zu fördern. 2013 sah sich die Agentur jedoch aufgrund fehlender finanzieller Mittel gezwungen, die Produktion einzustellen. Städte und touristische Regionen haben die Nachfolge angetreten, indem sie eigene Agenturen gründeten, wie in Luzern, in Zürich oder auch an der Waadtländer Riviera und im Wallis. Die Schweiz hat also die Herausforderung im Zusammenhang mit einer Qualitätsfilmproduktion über ihr Land verstanden, auch wenn eine nationale Unterstützung immer noch fehlt. Die Schweiz setzte vor allem auf „Bollywood-Filme“, die jedes Jahr zahlreiche indische Touristen anziehen. Die James Bond Filme sind auch gut für die touristische Promotion, aufgrund der Tatsache, dass die Schweiz nach England und den Vereinigten Staaten in den Filmen das am dritthäufigsten repräsentierte Land ist. Der letzte von Paolo Sorrentino realisierte James Bond Film, der am 9. September 2015 in die Kinos kam, hat grosse Anteile, die in den Schweizer Alpen spielen. Youth erzählt von den bald Achtzigjährigen Fred und Mick, die Geschichte ihres Aufenthalts im Kanton Graubünden. Flims und Davos waren dabei die Drehorte.
Seit das Kino existiert, haben die touristischen Aktivitäten davon profitiert. Heutzutage werden die Filme immer internationaler und die Eintrittsrekorde werden laufend gebrochen. Ein eindrücklicher Beweis wie sehr die Bevölkerung von diesen Massenvergnügen angezogen wird. Die Promotion eines Ortes oder einer Destination scheint dank dem Kino eine hoffnungsvolle Zukunft zu haben. Dies beweist die Fülle der Projekte, von denen einige hier aufgezeigt werden konnten.