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Ehrlich gesagt verfolge ich die heutige Produktion nicht mehr … Aber was das erwähnte Jugendbuch angeht: In „Côte d’Azur“, so der Titel des Romans von Cathy Bernheim, geht es um zwei Adoleszentinnen, die sich ineinander verlieben und entscheiden, diese Liebe auch zu leben. Dies ist umso bemerkenswerter, als es sich um zwei weibliche Jugendliche handelt. Insgesamt sind bisher in nur acht Jugendromanen lesbische Figuren zu finden, was das Unsichtbarmachen der Lesben in der Gesellschaft widerspiegelt.
Cathy Bernheim war eine engagierte Feministin in den Bewegungen der 1970er-Jahre, und als ihr Buch herauskam, war Geneviève Brisac zuständig für das Programm beim Gallimard-Verlag. Das ist insofern relevant, als Brisac dann zur L’École des loisirs wechselte – jenem Verlag, in dem fast die Hälfte aller Romane von Cathy Bernheim erschienen sind. Geneviève Brisac ist eine engagierte und couragierte Verlegerin, und es braucht nach wie vor solche Menschen, um Kinder- und Jugendbücher mit „homosexuellem Inhalt“ zu veröffentlichen.
Aus einem Interview mit Renaud Lagabrielle in Migrazine.at