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Die Formel 1 ist in den letzten Jahren ein Schauplatz geworden, in dem sich grosse Firmen tummeln. Automobilkonzerne wie Renault, Mercedes und Ferrari engagieren sich in dem Sport ebenso wie der Energydrink-Riese Red Bull. Doch blickt man in zurück in die Geschichte der Meisterschaft, wird man immer wieder auf kleine Privatteams stossen. In diesem Text geben wir Ihnen einen Überblick über unbekannte Rennställe in der Formel 1.
Früher gab es in der Formel 1 noch die klassischen Underdogs. Sie fuhren teilweise Jahrzehnte in der Serie, ohne dass sie einen nennenswerten Erfolg erzielen konnten.
Hin und wieder stachen sie allerdings hervor. Wenn es im Rennen drunter und drüber ging, waren sie zur Stelle und konnten ein gutes Resultat einfahren.
Solche Situationen gibt es heute immer weniger. Der Sport ist sehr professionell geworden. Die Teams haben den vollen Zugriff auf die Daten.
Wenn sich beispielsweise ein Motorschaden ankündigt, greifen die Teams rechtzeitig ein und reduzieren die Leistung. Deswegen sehen wir immer weniger technische Defekte.
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Stewart Grand Prix kam aus dem Nichts
Ein Team, das bei einem turbulenten Rennen seinen einzigen Sieg einfahren konnte, war Stewart Grand Prix.
Dabei handelte es sich um den Rennstall des dreifachen Weltmeisters Jackie Stewart. Der Rennstall stammte aus der britischen Formel 3 und war zwischen 1997 und 1999 in der Formel 1.
Beim Grossen Preis von Europa, der 1999 auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, belegten die Fahrer Johnny Herbert und Rubens Barrichello die Plätze 1 und 3, was der grösste Erfolg des Teams war.
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Vorausgegangen war ein turbulentes Rennen, das eine Reihe von technischen Defekten anderer Piloten sah und das durch einen Regenschauer zusätzliche Spannung erhielt.
Das Ferrari-Team beraubte sich aufgrund eines Fehler bei einem Boxenstopp selbst der Chancen auf den Sieg. Das damals erfolgreiche Team McLaren-Mercedes traf bei seinem erfolgreichen Piloten Mika Häkkinen die falsche Strategieentscheidung, was ihn wertvolle Zeit kostete.
Stewart Grand Prix ist nur noch Wenigen bekannt, doch sein Geist ist auch heute noch in der Formel 1 vertreten.
Nach der Saison 1999 wurde das Team vom US-amerikanischen Hersteller Ford übernommen, der es als Jaguar Racing weiterführte. Im Jahr 2005 stieg Red Bull in das Team ein und betreibt es bis heute.
Arrows-Team wurde schnell vergessen
Obwohl Arrows Grand Prix International fast 25 Jahre in der Formel 1 unterwegs war, ist dieser Rennstall inzwischen weitgehend aus den Köpfen verschwunden.
Zwischenzeitlich ging das Team als Footwork an den Start, ehe der bekannte Name wieder verwendet wurde. Arrows war gerade in den letzten Jahren seines Auftretens dafür bekannt, dass es unter dem hohen Finanzdruck der Formel 1 litt.
Deswegen mangelte es in dem Team an Kontinuität. Immer wieder kamen neue Fahrer an Bord, die zahlungskräftige Sponsoren mitbrachten.
Die grossflächig angebrachten Sponsoren bestimmten das Design des Fahrzeugs. War es 1996 noch rot, war es in den folgenden Jahren blau, schwarz und orange.
Diese Fluktuation der Fahrer und die damit verbundene Planungsunsicherheit führte ausserdem dazu, dass das Team insbesondere in den letzten Jahren seines Bestehens wechselnde Motorenpartner hatte.
Dem Team ging Mitte der Saison 2002 das Geld aus, sodass es sich zurückzog.
Super Aguri entstand in nur einem Jahr
Interessanterweise wurden die Autos vier Jahre später noch einmal eingesetzt. Innerhalb kürzester Zeit stampfte der ehemalige japanische Pilot Aguri Suzuki das Team Super Aguri aus dem Boden.
Dazu hatte der Teamchef weniger als ein Jahr Zeit. Deswegen baute er auf das vorhandene Einsatzmaterial von Arrows auf und war damit zunächst wenig erfolgreich.
Der Plan des Teams war, zwei japanischen Fahrern die Chance zu geben, in der Formel 1 starten zu können.
Takuma Sato hatte sich bereits in anderen Teams bewährt. Der zweite Fahrer Yuji Ide konnte an seiner Seite aber nicht bestehen. Er wurde bereits nach wenigen Rennen ersetzt.
Sato konnte für das Super Aguri Team in der zweiten Saison einige Achtungserfolge einfahren. Zwei Mal fuhr er in die Punkteränge und sicherte dem Team damals den 9. Gesamtrang bei 10 gewerteten Teams.
Umso beeindruckender war die Leistung, weil das kleine Privatteams damit nur knapp hinter dem Honda-Rennstall lag, der in diesem Jahr sehr schwächelte.
Super Aguri ging zwar noch in der darauffolgenden Saison 2008 an den Start, musste sich nach wenigen Rennen aber wegen finanzieller Schwierigkeiten wieder zurückziehen. Inzwischen ist das Team längst in Vergessenheit geraten.
Brawn siegte als Privatteam
Im Jahr 2008 konnte sich Honda zwar wieder etwas steigern, blieb aber doch hinter seinen Erwartungen zurück. Kurzfristig entschied der Automobilhersteller, sich zum Ende des Jahres aus der Formel 1 zu verabschieden.
Bis zu diesem Zeitpunkt war aber bereits für die nächste Saison geplant und entwickelt worden. Ross Brawn, ehemaliger technischer Direktor bei Ferrari, sah seine Chance gekommen und kaufte das Team, das er radikal verkleinerte.
Er glaubte an die Qualität des Fahrzeugs, stellte kurzfristig einen Motoren-Deal mit Mercedes auf die Beine und brachte das Team als Brawn GP an den Start.
Der Erfolg gab ihm Recht: Das Team war so stark, dass es die erste Saisonhälfte dominierte. Wegen der fehlenden Weiterentwicklung holten die Gegner später schliesslich auf.
Doch der Vorsprung von Pilot Jenson Button reichte. Er sicherte sich unerwartet mit Brawn GP den WM-Titel.
Trotz des sensationellen Erfolgs im Jahr 2009 kennt heute kaum noch jemand den Rennstall. Die Wahrnehmung wird vom Mercedes Werksteam überstrahlt, das aus Brawn GP hervorging.
Doch Brawn GP war kein klassischer Neuling. Das Team konnte auf der guten Basis aufbauen, die Honda hinterlassen hatte.
Mit dem Erfolg schrieb Ross Brawn einen Teil der Formel 1-Geschichte, der leider viel zu schnell in Vergessenheit geraten ist.
Heute gibt es keine echten Underdogs mehr
Früher waren die Underdogs zum Teil mehrere Sekunden langsamer als das nächst bessere Team. Das gibt es heute nicht mehr in der Form.
Hinter den besten Rennställen gibt es ein breites Mittelfeld. Je nach Strecke und Entwicklungsstufe des Fahrzeugs ist mal das eine, mal das andere Team weiter vorne.
Wie schwer es inzwischen Neueinsteiger haben, mussten die Rennställe Lotus Racing, Hispania Racing F1 Team und Virgin Racing erfahren.
Sie stiegen in der Saison 2010 in die Formel 1 ein und hatten von Beginn an keinen Erfolg. Die Teams wurden mehrfach verkauft und erhielten dabei neue Namen.
Doch das half nicht viel: Hispania Racing, das am Ende HRT hiess, stieg am Ende der Saison 2012 aus, Lotus Racing zuletzt als Caterham bekannt, verliess die Formel 1 nach der Saison 2014 und Manor, vormals Virgin Racing, überlebte noch bis zum Ende der Saison 2016.
Bei den drei Teams handelte es sich um bis dahin unbekannte Rennställe in der Formel 1, die unbedeutend blieben und deswegen heute kaum noch bekannt sind.