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«Ja, klar war ich heute in der Schule», sagt Maria (14), obwohl die Lehrerin angerufen hat, um zu fragen, was los sei und warum sie nicht da sei.
Oder: Sie stehen mitten in der Nacht auf und bemerken, dass Ihr Sohn noch am Gamen ist, am nächsten Morgen aber versichert er: «Ich bin um 23 Uhr eingeschlafen!».
Was für eine riesige Enttäuschung! Sie haben so viel für Ihr Kind gemacht und nun bekommen Sie nur noch Lügen als Dankeschön zurück.
Sind Sie aber auch enttäuscht, wenn Ihr Kind Grippe hat, mit Fieber im Bett liegt und deswegen seine Hausaufgaben nicht macht? Sicher nicht: Wenn Ihr Kind krank ist, gelten besondere Umstände.
Bei der Onlinesucht ist es nicht anders: Onlinesucht ist eine Krankheit, die schlimmer als eine Grippe ist. Lügen ist ein Symptom dieser Krankheit.
Ihr Sohn bzw. Ihre Tochter lügt nicht, weil er oder sie ein böses oder undankbares Wesen ist, sondern weil er oder sie krank ist. So lang die Grippe andauert, hat das Kind Fieber. So lang die Onlinesucht andauert, müssen Sie mit Lügen rechnen.
Selbstverständlich haben Sie das Recht, Ihrem pubertierenden Kind mit ruhiger, aber auch bestimmter Stimme zu sagen: «Du hast mich angelogen. Ich bin enttäuscht.».
Es ist auch sinnvoll, wenn Sie Ihre Hand bieten: «Was können wir gemeinsam tun, damit wir eine ehrliche Beziehung haben?». Vielleicht ergeben sich interessante Anregungen, hoffentlich verbessert sich dadurch die Beziehung zu Ihrem Kind.
Erwarten Sie dennoch nicht, dass Ihr Kind deswegen nicht mehr lügen wird.
Das Vertrauen zu Ihrem Kind werden Sie hoffentlich in Zukunft wieder aufbauen können, meist erst, wenn sein Leben nicht mehr so stark von der Onlinesucht geprägt ist, denn Lügen ist ein Symptom dieser Krankheit.
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