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Die Alpenruhe wurde um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert als Golfhotel mit 45 Betten als erstes Hotel in Gstaad mit Warm- und Kaltwasser in allen Zimmern erbaut. Das Golfhotel Alpenruhe überstand die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre aber nicht, ging Konkurs und blieb jahrelang geschlossen, bis Offiziere während des Zweiten Weltkriegs das Hotel als Unterkunft nutzten. Nach Kriegsende diente das Haus 1945 bis 1947 als Kinderheim.
Nach dem Krieg befanden sich rund 115 000 sogenannte Transitflüchtlinge in der Schweiz, wobei vielen von ihnen keine Weiterreise zugemutet werden konnte. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe erwarb die mittlerweile heruntergekommene Alpenruhe. Fortan diente die Alpenruhe als Flüchtlingsheim für Kriegsvertriebene aus zahlreichen Ländern wie Russland, Vietnam, China etc.
Die Flüchtlingspolitik der Schweiz änderte sich in den 1980er-Jahre grundsätzlich. Anerkannte Flüchtlinge, die während fünf Jahren in einer schweizerischen Gemeinde Wohnrecht hatten, bekamen das Recht, in lokale Altersheime einzutreten. Als Folge davon wurden zahlreiche Flüchtlingsheime geschlossen oder in öffentliche Altersheime umgenutzt. Auch im Fall der Alpenruhe suchte man nach Alternativen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es für Menschen mit Beeinträchtigungen weder geschützte Arbeitsplätze noch Heimplätze in der Region Obersimmental/Saanenland. Nach verschiedenen Anläufen wurde 1993 die Stiftung Alpenruhe gegründet.
1996 wurde das Haus total saniert und mit einer Cafeteria ergänzt. In den folgenden Jahren entstand die Werkstatt, 2000 wurden Streichelzoo und Spielplatz eingeweiht.
Bedingt durch die grosse Nachfrage nach Heim- und Arbeitsplätzen begann man 2005 mit der Zustimmung des Kantons mit der Planung des Neubaus, in den die Bewohnenden am 22. und 23. September 2020 eingezogen sind.