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Datum
08.03.2021
Frauen sind rar in der Geschichte der Informatik. Doch ausgerechnet eine Frau gilt als Erfinderin des Programmierens: Ada Lovelace. Sie sah schon im 19. Jahrhundert das wahre Potenzial einer Rechenmaschine. Dieser Beitrag erzählt, wie eine Frau den Grundstein für die Informatik legte.
Wer hätte gedacht, dass die Geschichte des Computerprogramms mit einer Frau beginnt? Diese Frau wird 1815 in London als Lady Augusta Ada Byron geboren und ist die Tochter einer Mathematikerin und des Dichters Lord Byron. Weil die Mutter um jeden Preis verhindern will, dass Ada ihrem skandalumwobenen Vater nacheifert, verbannt sie die Dichtkunst und lässt ihre Tochter schon von klein auf in Mathematik und Naturwissenschaften ausbilden. Und das mit Erfolg!
Das Potenzial einer Rechenmaschine
Ada Byron geht auf in der Mathematik und taucht immer tiefer in das Fach ein. Besonders fasziniert sie die Arbeit von Charles Babbage, den sie am Hof kennenlernt und dessen enge Vertraute sie wird. Denn er entwickelt als Erster eine mechanische Rechenmaschine. 1835 heiratet sie den Earl von Lovelace, wird zu Ada Lovelace und bekommt drei Kinder. Doch nichts hält sie davon ab, sich weiter mit Babbages Maschine zu beschäftigen.
Als ein italienischer Wissenschaftler eine Abhandlung über Babbages Erfindung schreibt, übernimmt Ada Lovelace die kommentierte Übersetzung. Dabei werden ihre Kommentare dreimal länger als die Übersetzung und stellen sich als viel interessanter heraus als der eigentliche Text. Babbages Idee ist eine Maschine, die mit grossen Zahlen rechnen kann. Ada Lovelace sieht aber viel mehr als das. Sie kommentiert unter anderem, dass eine solche Maschine komplexe Probleme lösen und sogar Grafiken erstellen könnte. Als ein Vorgeschmack schreibt sie das, was heute als erstes Programm bezeichnet wird: Befehle für Babbages Maschine, um sogenannte Bernoulli-Zahlen zu berechnen.
Leider wird Babbages Maschine aus finanziellen Gründen nie gebaut und es sollte noch lange dauern, bis ein Computer kann, was Ada Lovelace vorausgesehen hat. Sie legt aber einen wichtigen Grundstein für die Informatik.
In den Fussstapfen von Ada Lovelace
Mit einem solchen Vorbild fragt man sich, warum sich nicht mehr Frauen an die Informatik trauen. Während des zweiten Weltkriegs programmierten zwar hauptsächlich Frauen. Allerdings auch nur, weil Programmieren als einfache Büroarbeit an die Frauen delegiert wurde. Sobald es wieder um komplexere Probleme ging, übernahmen Männer das Ruder und drängten die Frauen in den Hintergrund.
Doch Ada Lovelace wie auch Marlyn Meltzer, die mit 5 anderen Frauen an der Entwicklung des ENIAC beteiligt war, oder Grace Hopper, die den ersten Compiler entwickelte, beweisen immer wieder, dass Frauen genauso viel in der Informatik leisten können wie Männer. Mindestens.
In ganz Europa ist nach wie vor ein sehr kleiner Prozentsatz an Frauen in der Informatik tätig. In der Schweiz waren 2019 gerade mal 12 % aller Absolventen einer Informatikausbildung Frauen.1 Dabei ist die Informatik gerade mit der zunehmenden Digitalisierung ein vielfältiges Berufsfeld mit fantastischen Perspektiven.
Wir sind uns sicher: In den Frauen liegt ein grosses Potenzial, das es zu fördern gilt. Wir suchen aktiv Zuwachs für die 70 Frauen bei der Bedag, bieten spannende Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten und sichern die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen. Denn gleiche Leistung verdient gleichen Lohn.
Dieser Artikel erscheint am 8. März 2021, am internationalen Tag der Frauen. Wir sagen Danke und ziehen den Hut vor den Leistungen aller Frauen und ganz besonders unserer Kolleginnen bei der Bedag.
1 https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kultur-medien-informationsgesellschaft-sport/informationsgesellschaft/gesamtindikatoren/bildungswesen-bibliotheken/ikt-ausbildung.html