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Damit sollen Nachteile für EU-Erzeuger vermieden werden, die sich aus der aktuellen Marktsituation ergeben könnten. Der Internationale Getreiderat (IGC) habe das globale Maisaufkommen für die im Juni abgeschlossene Vermarktungssaison 2016/17 auf einen Rekordwert von 1,072 Mrd t veranschlagt, argumentiert die Brüsseler Kommission. Außerdem gingen die Londoner Experten davon aus, dass der weltweite Lagerendbestand an Mais mit 232 Mio t so hoch ausgefallen sei wie noch nie.
Ein Rekordniveau sehe der IGC auch für die Lagerendbestände 2016/17 der weltweit größten Maisexporteure. In Argentinien, Brasilien, der Ukraine und den USA seien die Silos zum Stichtag mit insgesamt 78 Mio t Mais gefüllt gewesen. Als Folge des entsprechend hohen Gesamtangebots rechnet die EU-Kommission mit Preisdruck für Mais.
Bei der Berechnung der Einfuhrabgabe ist unter anderem die Differenz zwischen einem EU-Referenzpreis und dem US-Maispreis massgeblich. Zuletzt hatte die EU einen Importzoll für Mais, Sorghum und Roggen von Juli bis November 2014 erhoben, nämlich in Höhe von 5,32 Euro/t. Allerdings deutet die voraussichtliche Versorgungssituation 2017/18 in der EU kaum darauf hin, dass sich der Preisdruck auf Mais im Vergleich zum Vorjahr deutlich verstärken könnte.
Die vom IGC für den 30. September 2018 erwarteten Endbestände der Union von 5,6 Mio t Mais könnten den erwarteten Verbrauch von 73,7 Mio t einschliesslich der für 2017/18 anvisierten Exporte von etwa 2,2 Mio t rund 27 Tage lang decken; damit würde das Vorjahresniveau um immerhin sieben Tage verfehlt. Für die noch aktuelleren Prognosedaten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) vom vergangenen Donnerstag ergibt sich bei gleicher Rechnung eine Versorgungsdauer von 28 Tagen, was immerhin noch gut zwei Tage weniger als im Vorjahr wären. Die Akteure an den Warenterminbörsen für Mais in Chicago und Paris reagierten allerdings kaum auf die Zollerhöhung.