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Brüssel verlangt von der Schweiz, dass wir unsere Waffengesetze an die Richtlinien, die in der Europäischen Union gelten, anpassen. Der grosse Nachbar erwartet, dass die kleine Schweiz, die EU-Richtlinien übernehmen soll. Das erinnert an ähnliche Episoden aus der Geschichte, die mehrheitlich einen tragischen Verlauf nehmen. Vor mehr als 2000 Jahren gibt es im Mittelmeerraum zwei militärisch starke Völker, die Römer und die Karthager. Beide stehen in Konkurrenz zueinander. Im ersten und zweiten punischen Krieg kommt es zu einem Kräftemessen, das zu Gunsten der Römer ausgeht. Dennoch erholen sich die Karthager und können wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehen. Rom verbietet ihnen aber aus einer Position der Stärke heraus, ohne ausdrückliche Genehmigung Kriege in eigener Regie zu führen. Karthago hält sich nicht daran, worauf Rom Kriegsschiffe nach Karthago schickt und ständig neue Forderungen an Karthago stellt. Die Karthager erfüllen diese und hoffen, durch Nachgeben mit Rom friedlich auszukommen. Sie stellen, wie es damals üblich war, menschliche Geiseln als Garantie für den guten Willen und kommen freiwillig der Aufforderung nach, alle Waffen abzuliefern. Danach folgt der nächste Schritt: Die Römer verlangen, dass die Karthager ihre am Meer strategisch günstig gelegene Hauptstadt verlassen und sich ins Landesinnere zurückziehen. Da erst merken die letzten Karthager, was gespielt wird. Aber die Einsicht kommt zu spät, Karthago wird von römischen Truppen belagert, der für den Handel wichtige Zugang zum Meer gesperrt und die Einwohner werden vom Nachschub an Lebensmitteln abgeschnitten. Die Einnahme und Zerstörung der Stadt Karthago ist nur noch eine Frage der Zeit. – Am 19. Mai geht es bei der eidgenössischen Abstimmung über die Anpassung des Waffenrechts darum, wer die Vorschriften über den Waffenbesitz erlässt. Sorgen wir dafür, dass wir auch in Zukunft selber darüber bestimmen können! Ich stimme nein.