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Endometriose ist eine Erkrankung der Frau im geschlechtsreifen Alter. Zellen der Gebärmutterschleimhaut siedeln sich irgendwo im Körper an. Am neuen Ort entstehen knotige oder zystische Gebilde (Endometrioseherde), die auf Geschlechtshormone reagieren und daher den monatlichen Zyklus mitmachen, also Gewebewachstum, Schwellung und Blutung. Aber im Gegensatz zum Menstruationsblut kann das Blut aus Endometrioseherden sehr oft nicht abfliessen und verursacht im Körperinneren Entzündung und Schmerz.
Es handelt sich um eine chronische Krankheit. Man schätzt, dass 7 bis 12% aller geschlechtsreifen Frauen daran leiden.
Je nach Ort des Auftretens (Abbildung) unterscheidet man eine genitale Endometriose (in Eileitern, Eierstöcken, Vagina) und eine extragenitale Endometriose am Bauchfell, im Darm, in der Harnblase, im Nabel oder in Operationsnarben. Selten sind Organe ausserhalb des Bauchraums betroffen, zum Beispiel die Haut oder die Lunge.
Es existieren Hypothesen, jedoch ist der Grund für das Wachsen von Zellanhäufungen aus Gebärmutterschleimhaut in anderen Organen noch nicht eindeutig geklärt, und vermutlich wirken verschiedene Faktoren zusammen.
Viele Endometrioseherde bleiben symptomlos. Treten Beschwerden auf, stehen sie typischerweise – aber nicht in jedem Fall – mit dem monatlichen Zyklus in Zusammenhang: Sie beginnen ein bis drei Tage vor der Regelblutung und klingen nach dem Höhepunkt der Blutung wieder ab.
Die Symptome hängen ab vom Ort des Endometrioseherds.
Häufige Begleitsymptome sind Müdigkeit und Erschöpfung, Blutarmut und Schwindelanfälle. Gleichzeitiges Vorhandensein von Allergien oder Autoimmunkrankheiten ist nicht selten.
Mit den Wechseljahren versiegt die hormonale Stimulation und die Symptome verschwinden meistens.
Bei Befall der Harnblase wird der Urin mit dem Monatszyklus blutig und bisweilen besteht eine Reizblase. Wenn der Darm betroffen ist, können Blutungen aus dem After und Schmerzen beim Stuhlgang auftreten. Sehr selten wurden Fälle von Endometriose in der Lunge beschrieben, die dann zu zyklusabhängigem Aushusten von Blut führten.
Leider sind keine vorbeugenden Massnahmen bekannt.
Hausmittel und verschiedene alternative Heilmethoden lassen sich gegen Beschwerden – auch ergänzend zur Schulmedizin – einsetzen: Akupunktur, Phytotherapie und Homöopathie.
Bei sehr schmerzhafter Regelblutung und bei zyklusabhängiger Blutung aus dem Darm oder aus der Harnblase ist eine Arztkonsultation angezeigt. Mitunter ist es ein nicht erfüllter Kinderwunsch, der zur Entdeckung der Endometriose führt.
Das Standardverfahren ist die Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie). Sie ermöglicht eine Inspektion der Verhältnisse in der Bauchhöhle. Bei entsprechendem Verdacht finden Blasen- und Darmspiegelung Anwendung. Dabei werden Gewebeproben entnommen. Zum Erkennen von Unterbauchtumoren dient auch die Ultraschalluntersuchung (Sonographie).
Bei kleineren Endometrioseherden genügen oft Medikamente vor allem mit niedrig dosierten Hormonpräparaten sowie mit Mitteln, welche die Bildung von Östrogenen hemmen. Nachteile der Medikamente sind die hohe Rückfallrate und die Nebenwirkungen, insbesondere der ausbleibende Follikelsprung und die sich daraus ergebende Sterilität. Oft werden Medikamente und Operation kombiniert eingesetzt.
Die operative Entfernung von Endometrioseherden ist die wirksamste Therapie. Sie kann manchmal unter Einsatz eines Lasers minimal-invasiv durch eine Bauchhöhlenspiegelung erfolgen. Ein Zusammenwirken von Gynäkologen, Urologen und Darmchirurgen ist nötig bei ausgedehntem Befall von Blase oder Darmabschnitten. Doch auch unter optimalen Voraussetzungen ist eine völlige Beschwerdefreiheit nicht immer zu erreichen.