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Die Internationale Versicherungskarte ist mit einem Feld versehen, auf dem verschiedene Länderkürzel erscheinen. Dieses Feld enthält ausschliesslich die Kürzel von Staaten, deren Versicherungsbüros Mitglied des Grüne Karte-Systems sind. Es bildet somit den gesamten örtlichen Geltungsbereich der Internationalen Versicherungskarte (ehemals Grüne Karte) ab.
Dem herausgebenden Versicherer steht es grundsätzlich frei, einzelne Staaten von der Deckung auszunehmen. Der Versicherer schliesst das Gebiet eines Staates von der Deckung aus, indem er dessen Kürzel streicht. Vor einer Reise ins Ausland muss deswegen immer geprüft werden, ob das Kürzel des bereisten Staates auf der Internationalen Versicherungskarte aufgeführt und nicht durchgestrichen wurde.
Eine Ausnahme bilden Staaten des Kennzeichenabkommens. Diese dürfen von der Internationalen Versicherungskarte nicht gestrichen werden (Art. 63 Abs. 2 SVG). Dieses Verbot ist jedoch nur noch von untergeordneter Bedeutung. Das von diesen Staaten herausgegebene Kennzeichen allein bescheinigt bei der Einreise in das Gebiet eines anderen Kennzeichenabkommenstaates, dass das Fahrzeug über eine ausreichende Haftpflichtversicherungsdeckung verfügt.
Die Internationale Versicherungskarte gewährt keine Deckung für das Gebiet von Kosovo. Bei der Einreise in den Kosovo verlangen die örtlichen Behörden den Abschluss einer Grenzversicherung. Das Umgekehrte gilt auch für in Kosovo immatrikulierte Fahrzeuge. Diese müssen bei der Einreise in die Länder des Grüne Karte-Systems oder in das EU/EWR-Territorium ebenfalls eine Grenzversicherung abschliessen.
Eine Grundvoraussetzung für eine Deckung durch die Internationale Versicherungskarte wäre die Gründung eines Versicherungsbüros Kosovo und dessen Zugehörigkeit zum Grüne Karte-System. Dies müsste mittels Beitritt zum Council of Bureaux (CoB) erfolgen. Die Statuten des CoB sehen jedoch vor, dass als Mitglieder ausschliesslich Büros aus Staaten zugelassen werden, die der UNO angehören. Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo erfüllt diese Bedingung für sich alleine genommen nicht. Bevor die UNO den Kosovo als Mitglied aufnehmen kann, muss die Mehrheit der Staaten der internationalen Gemeinschaft dessen Unabhängigkeit anerkennen. Das Gebiet des Kosovo bleibt folglich vorerst ausserhalb des örtlichen Geltungsbereichs des Grüne Karte-Systems. Daher ist die Internationale Versicherungskarte für den Kosovo nicht gültig.
Zu beachten:
Weder Versicherer in der Schweiz noch das Nationale Versicherungsbüro Schweiz (NVB) sind für die Entgegennahme von Rückerstattungsbegehren für bei der Einreise in den Kosovo abgeschlossene Grenzversicherungen zuständig. Auskunftsgesuche und Rückerstattungsbegehren zu Grenzversicherungen, die in Kosovo abgeschlossen wurden, können beim Versicherungsbüro Kosovo eingereicht werden.
Kosovo Insurance Bureau
Fazli Grajqevci Nr.6
Prishtina 10000 Kosova
Office: +381 38 245 110
Fax: +381 38 245 110
An der Generalversammlung des Council of Bureaux vom 27./28.5.2011 in Dubrovnik wurde das Versicherungsbüro Montenegros (Association - National Bureau of Montenegro Insurers) mit Wirkung ab 1.1.2012 als 46. Mitglied des Council of Bureaux aufgenommen. Die Aufnahme des montenegrinischen Büros stellt eine direkte Konsequenz des Beitritts des serbischen Büros zum Multilateralen Abkommen dar. Am 1.1.2012 hat das bislang ebenfalls für Montenegro zuständige serbische Büro seine Kompetenzen für das Gebiet Montenegros an das neue Versicherungsbüro abgegeben. Seit diesem Zeitpunkt ist der Nachweis einer ausreichenden Deckung durch die Internationale Versicherungskarte für Montenegro davon abhängig, ob bei der Einreise eine Internationale Versicherungskarte mit einem nicht durchgestrichenen Kürzel für Montenegro (MNE) vorgewiesen werden kann (Übergangsregelung vorbehalten; vgl. auch unten).
Das Kürzel MNE muss zwingend auf den durch die schweizerischen und liechtensteinischen Gesellschaften abgegebenen Internationalen Versicherungskarten aufgeführt werden. Zusätzlich muss die Versicherungskarte neu auch die genaue Bezeichnung und die Adresse des montenegrinischen Büros auf der Rückseite enthalten. Falls keine Deckung für Montenegro gewährt werden soll, muss das Kürzel MNE durch die herausgebende Versicherungsgesellschaft gestrichen werden. Gewähren die anwendbaren AVB keine Deckung für Montenegro, wurde das Kürzel aber dennoch nicht durchgestrichen, muss im Schadenfall sowohl im Verhältnis zu den Geschädigten als auch zu den Versicherungsbüros volle Deckung nach den Bestimmungen des Grüne Karte-Systems gewährt werden.
Die neue, durch die Versicherungsgesellschaften Montenegros herauszugebende Internationale Versicherungskarte muss ein Kürzel CH für die Schweiz und Liechtenstein beinhalten. Dieses kann nur zusammen mit dem gesamten EWR-Feld gestrichen werden. Der EWR gilt gemäss europäischer Motorfahrzeug-Richtlinie als einheitlicher Versicherungsraum. Aufgrund der geographischen Lage und der Zuständigkeit des Versicherungsbüros für Liechtenstein wird die Schweiz hier zum EWR gezählt.
Wichtige Übergangsbestimmung:
Bisherige Internationale Versicherungskarten, auf welchen das Kürzel MNE nicht aufgeführt ist, und auf welchen das Kürzel SRB nicht durchgestrichen wurde, geben auch nach dem 1.1.2012 und bis zum Ablauf der darauf aufgeführten Gültigkeitsdauer Deckung für Montenegro.
Das Kürzel CH deckt sowohl das Gebiet der Schweiz als auch jenes von Liechtenstein ab. Das schweizerische Büro nimmt die Funktion des liechtensteinischen Büros wahr. Im Rahmen des Systems der Internationalen Versicherungskarte wird kein Unterschied zwischen dem Gebiet der Schweiz und jenem des Fürstentums Liechtenstein gemacht.
An der Generalversammlung des Council of Bureaux (CoB) vom 28. Mai 2015 in Sopot (Polen) wurde das Versicherungsbüro Aserbaidschans mit Wirkung ab dem 1. Januar 2016 als 47. Mitglied in das Grüne Karte-System aufgenommen.
Ab dem 1. Januar 2016 dürfen Fahrzeuge aus Aserbaidschan mit Internationalen Versicherungskarten unterwegs sein, die für das gesamte Gebiet des Systems der Grünen Karte (und somit auch für die Gebiete der Schweiz und Liechtensteins) gültig sind. Solche Fahrzeuge benötigen bei der Einfahrt in die Schweiz und Liechtenstein keine Grenzversicherung mehr, sofern die vorgewiesene Internationale Versicherungskarte nach den geltenden Regeln als gültig anerkannt werden muss.
Ebenfalls ab dem 1. Januar 2016 dürfen die Mitgliedsgesellschaften des Nationalen Versicherungsbüros Schweiz (NVB) Internationale Versicherungskarten herausgeben, auf welchen das Kürzel AZ für Aserbaidschan aufgeführt wird. Ab dem 1. Januar 2018 muss dieses Kürzel zwingend aufgeführt werden. Die Mitgliedsgesellschaften können die Deckung für Aserbaidschan ausschliessen, indem sie das Kürzel AZ auf der von ihnen herausgegebenen Versicherungskarten streichen.