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Hämorrhoiden und Marisken
Das Wort Hämorrhoiden kommt aus dem altgriechisch αἷμα haima ‚Blut‘ und ῥεῖν rhein ‚fließen‘. Die Hämorrhoiden sind arteriovenöse Gefässpolster, welche für den Feinverschluss des Afters mitverantwortlich sind.
- Hämorrhoidalleiden
Bei Hämorrhoidalleiden kommt es zu einer Vergrösserung oder einem Tiefertreten der Gefässpolster mit entsprechenden Symptomen (Hypertrophie des Corpus cavernosum recti/Hämorrhoidalplexus).
Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Hämorrhoiden können in jedem Alter auftreten, am meisten sind Patienten zwischen 45 und 65 Jahren betroffen.
70% der über 30 jährigen haben bei einer proktologischen Untersuchung Hämorrhoiden, diese sind aber oft asymptomatisch und bedürfen keiner Therapie. Falls sie Symptome machen, können sie bis zu einer bestimmten Grösse konservativ, danach operativ angegangen werden. In der Schweiz werden pro Jahr ca. 4000 Operationen wegen Hämorrhoiden durchgeführt.
Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden sind:
- Erhöhter intraabdominaler Druck mit Komprimierung der hämorrhoidalen Venen
- Bindegewebsschwäche
- Hypertrophie des Schliessmuskel (Sphincter ani internus)
- Erhöhter Druck des Schliessmuskel (Sphintertonus)
- Chronische Obstipation/Balaststoffarme Kost
- Stauung des venösen Abflusses
- Adipositas, sitzende Tätigkeiten
Symptome:
- Blut ab ano ist das Leitsymptom (> 60 % der Patienten)
- Schmerzen (22%)
- Juckreiz im Analbereich (Pruritus) (10%)
- Prolaps (9%)
Das Ausmass des Hämorrhoidalleidens wird durch vier Schweregrade beschrieben:
Grad I
Die Hämorrhoiden ersten Grades sind von aussen nicht sichtbar und können nur durch eine Untersuchung (Proktoskopie) diagnostiziert werden. Diese befinden im Analkanal und treten auch unter Pressen nicht nach aussen.
Grad II
Die Hämorrhoiden zweiten Grades treten vorübergehend beim Pressen nach aussen auf und führen zu einer erhöhten Schleimsekretion. Dies Führt zu eine Irritation der perianalen Haut und zu Juckreiz.
Grad III
Die Hämorrhoiden dritten Grades treten wie beim Grad I und II beim Pressen nach aussen auf, aber in diesem Fall verlagern sich diese nicht mehr spontan zurück und müssen digital reponiert werden (Hineinschieben).
Grad IV
Viertgradige Hämorrhoiden, auch Analprolaps genannt, sind auch auf manuellen Druck nicht mehr in den Analkanal reponierbar
- Therapie
Grad I: Hier wird eine konservative Therapie empfohlen mit Diät, Stuhlregulation mittels Quellmittel sowie Medikamente, die den Schmerz lindern und den venösen Druck in den Gefässpolstern reduzieren.
Grad II: Auch in diesem Stadium wird meist eine konservative Therapie wie oben durchgeführt. Als Alternative wird bei starken Blutungen die Gummibandligatur oder die dopplergesteuerte Hämorrhoidal Arterien Ligatur (HAL) empfohlen. Bei der HAL werden die zuführenden Arterien der Hämorrhoidalpolster geortet und anschliessend umstochen und unterbunden.
Bei Grad III und IV wird eine operative Sanierung empfohlen.
Folgende Verfahren werden in unsere Klinik durchgeführt :
- Offene Hämorrhoidektomie (Milligan-Morgan)
- Halb geschlossene Hämorrhoidektomie (Ferguson)
- Stapler Mukopexie (Longo)
- Nahtlose Hämorrhoidenresektion (Liga Sure)
- Laser Hämorrhoidoplastie (LHP)
- Perianalvenenthrombose
Perianalvenenthrombosen sind schmerzhafte Schwellungen im Afterbereich, welche durch einen Blutgerinnsel (Venenthrombose) im Venensystem ausserhalb des Schliessapparates entstehen.
In der Vergangenheit wurden sie fälschlicherweise als äussere Hämorrhoiden bezeichnet, von der anatomischen Lage her liegen diese Venenthrombosen allerdings unterhalb der oben beschriebenen Gefässpolster.
Therapie
Bei frisch aufgetretenen Thrombosen kann das Gerinnsel durch eine kleine Operation in Lokalanästhesie entfernt werden worauf sofortige Linderung eintritt.
Bei Venenthrombosen, welche länger als 72 Stunden bestehen, beginnt bereits ein Abbau des Gerinnsels durch das eigene Immunsystem und eine operative Entfernung wird meist nicht mehr durchgeführt. In diesen Fällen wird eine medikamentöse Therapie empfohlen.
- Marisken
Marisken sind Hautfalten um den Anus und bereiten in der Regel keine Beschwerden und bedürfen auch keiner Therapie. Hin und wieder können sie Probleme bei der Analhygiene machen oder sich entzünden. In diesem Fall können sie operativ entfernt werden. Marisken treten gehäuft nach Perianalvenenthrombosen auf.