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Seit 1987 kürt der Verein «International Federation of Football History & Statistics» (IFFHS) den Weltschiedsrichter des Jahres. Ein Schweizer konnte diese Auszeichnung bisher erst einmal gewinnen: Der Tessiner Massimo Busacca im Jahr 2009. Der Schiedsrichter, der zwei Jahre später zurücktrat, schaut heute auf eine glanzvolle Karriere zurück. Zu den Höhepunkten gehört die Leitung des Champions-League-Finals 2009 zwischen Barcelona und Manchester United sowie das Halbfinale der Europameisterschaft das Jahr zuvor zwischen Deutschland und der Türkei.
Ebenfalls ein Halbfinalspiel an einer Endrunde pfiff der Aargauer Urs Meier: Er leitete die Partie Südkorea gegen Deutschland an der WM 2002. Im gleichen Jahr durfte er darüber hinaus das Champions-League-Finale zwischen Bayer 04 Leverkusen und Real Madrid leiten. Zwei Jahre später sah sich Meier zweimal mit schwerer Kritik konfrontiert: In einem Quali-Spiel zur EM 2004 zwischen Dänemark und Rumänien schossen die Dänen das Siegtor in der Nachspielzeit. Nach einem Handspiel. Aus dem Abseits. An der Europameisterschaft selbst verweigerte Urs Meier in der 89. Minute (zu Recht) das allfällige Siegtor Englands gegen Portugal (Link: http://vimeo.com/64200941 ). Die englische Boulevard-Zeitung Sun bezeichnete ihn daraufhin als «Urs Hole» und veröffentlichte seine E-Mail-Adresse. Meier erhielt Tausende Protestmails und Morddrohungen.
Der Bestechlichkeit überführt
In den 1980er und 90er war der Aargauer Bruno Galler der beste Schiedsrichter der Schweiz. Er pfiff unter anderem das UEFA-Cup-Finale der Saison 83/84 zwischen Anderlecht und Tottenham und im Jahr 1990 das Europapokalfinale der Pokalsieger zwischen Sampdoria Genua und RSC Anderlecht. Kurz vor seinem Karriereende leitete Galler das Finale der Europameisterschaft 1992, das Dänemark als absoluter Aussenseiter gegen Deutschland 2-0 gewann.
Trotz mehreren internationalen Einsätzen an den Weltmeisterschaften 1990 und 1994 und der fünfmaligen Auszeichnung «Schweizer Schiedsrichter des Jahres» produzierte Kurt Röthlisberger aus Aarau vor allem negative Schlagzeilen: Röthlisberger wurde im Zusammenhang mit der Champions-League-Partie Grasshoppers gegen Auxerre der Bestechung für schuldig befunden und lebenslänglich gesperrt.
Bester Schweizer Schiri aller Zeiten
Er pfiff das wohl umstrittenste WM-Finale der Fussballgeschichte: Der Basler Gottfried «Godi» Dienst entschied beim Spiel im Wembley im Jahr 1966 auf Hinweis seines Linienrichters auf «Tor» und England wurde statt Deutschland Weltmeister. Zuvor pfiff Dienst jedoch mehr europäische Endspiele als alle anderen Schweizer Schiedsrichter. So leitete er 1968 das EM-Finale zwischen Italien und Jugoslawien. Dienst pfiff darüber hinaus zwei Finalspiele des Landesmeistercups (heutige Champions League): 1961 Benfica Lissabon gegen Barcelona und 1965 Inter Mailand gegen Benfica Lissabon.
Autor: Reto Vogt