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STUMMFILM
|DER
DEUTSCHE

STUMMFILM
|Olga Desmond

1890 - 1964
|.

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Die Schauspielerin Olga Desmond wurde als Olga Antonie Sellin geboren. Sie begann ihre Karriere zunächst als Modell für verschiedene Künstler, ehe sie mit ihren plastischen Darstellungen, die sich an antike Vorbilder orientierten, einen grossen Skandal auslöste, da diese Darbietungen oftmals hüllenlos dargeboten wurden. Ihren ersten nackten Auftritt hatte sie bereits im Alter von 16 Jahren für den Bildhauer Reinhold Begas. Sie avancierte anschliessend zur ersten Nackttänzerin Berlins.
Doch diese Empörung machte Olga Desmond auch weithin bekannt und sie gastierte mit ihren Darbietungen in Deutschland, Österreich, Russland, Amerika und England. Ihre Darbietungen waren schnell ausverkauft und ihre Darstellungen mit Schleier oder nur einem kleinen Metallgürtel faszinierten die Besucher.
Eine dieser Aufführungen wurde 1909 mit der Kamera festgehalten, der Film hiess "Hallo! Die grosse Revue: Der Schönheitsabend" (09).
1915 konnte sie für kurze Zeit auch beim Film Fuss fassen und sie verkörperte Rollen in Filmen wie "Seifenblasen" (15) mit Carl Auen, "Die Grille" (17) mit Carl Auen, "Der Mut zur Sünde" (18) mit einem noch unbekannten Hans Albers, "Die Verräterin" (18) mit Leo Peukert, "Der fliegende Holländer" (18) mit Guido Schützendorf und "An der schönen blauen Donau" (19).
Daneben führte sie ihre Laufbahn beim Theater fort und machte sich als Tänzerin einen Namen. Sie gab in der Folge auch Tanzunterricht und konnte diese Tätigkeit bis Ende der 20er Jahre ausüben.
Doch schliesslich erschienen neue Tanzformen auf dem Parkett und die Tanzkunst der Olga Desmond war nicht mehr gefragt.
Ab 1933 wurde ihr Leben stark erschwert durch die Politik des Nationalsozialismus. Ihr zweiter Ehemann musste als Jude fliehen und sie übernahm dessen Bühnenausstattungenshandel, daneben konnte sie noch weiterhin auf der Bühne auftreten. In dieser schweren Zeit unternahm sie auch einen Selbstmordversuch. Später musste sie als Putzfrau arbeiten, um sich finanziell über Wasser halten zu können.
Als Olga Desmond 1964 in geistiger Umnachtung verstarb, war die einst gefeierte Künstlerin völlig vergessen und verarmt.
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