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Hans Lehmann: Geradliniger Macher und leidenschaftlicher Tüftler
Hans Lehmann wird als drittes Kind von Christian Lehmann und Verena Lehmann-Wüthrich am 1. April 1918 geboren. Der Vater stirbt früh. Die Mutter zieht Hans und seine drei Brüder in Trub alleine gross. Geld ist immer knapp. Nur der älteste der Brüder kann eine Lehre machen, für die man in der damaligen Zeit zahlen muss. Hans Lehmann ist sehr geschickt, kann sich vorstellen, Mechaniker zu werden, aber er hat keine Mittel, um sich eine Ausbildung zu finanzieren. Deshalb ist er durchaus zufrieden, als er während des 2. Weltkriegs zum Aktivdienst eingezogen wird. Das geregelte Leben im Militär gefällt ihm, er hat für einmal keine Sorge mehr, was morgen sein wird. 1944 ist der 2. Weltkrieg fast vorbei und der Aktivdienst von Hans Lehmann zu Ende. Der 26-Jährige beginnt Zukunftspläne zu schmieden und richtet sich in Trub, im Haus des Dorfschreiners im Keller, seine erste Werkstatt ein. Hans arbeitet mit seinem jüngeren Bruder Ernst zusammen. Die beiden Männer sind sehr unterschiedlich. Hans ist der Vollblutunternehmer, der vorwärtsstrebt, Ernst ist der Zurückhaltende, der eher bremst. Aber die beiden funktionieren zusammen. Bis 1980 wird das Unternehmen Gebrüder Hans & Ernst Lehmann heissen.
Der Traum vom Fliegen
Hans Lehmann ist ein innovativer Macher mit einer grossen Leidenschaft, dem Fliegen. Er ist Mitglied der Segelflieger-Gruppe Burgdorf. Sein Interesse an der Fliegerei treibt ihn dazu an, einen Hängegleiter zu bauen. In der knapp bemessenen Freizeit wird damit auch geflogen – schliesslich verkauft er den Flugapparat nach Burgdorf. Um das 19 kg schwere Gerät schnell und sicher zu überführen, wird ein Veloanhänger umgebaut.
Kleiner Mechanikerbetrieb mit grossartigen Verkaufserfolgen
In dem kleinen Keller in Trub passiert sehr schnell sehr viel. Hans wird Vertreter von Bucher-Guyer und handelt und repariert Landmaschinen. Top-Seller im Jahr 1945 ist der Motormäher. In diesem Jahr erwirtschaftet Lehmann im Handel 8’539.– Franken Umsatz. Das ruft Neider auf den Plan, die den erfolgreichen Hans Lehmann beim Schweizerischen Landmaschinen-Verband anschwärzen. In welche Richtung die Intrige geht, macht die schriftliche Nachfrage von Bucher-Guyer vom 27.12.1945 schnell klar: «Vor allem interessiert es uns, ob Sie eine Lehre als Schlosser, Mechaniker oder Schmied absolviert haben oder ob Sie sonstwie in einer Mech. Werkstätte gearbeitet haben.» Lehmann, der ungelernte Selfmademan, trotzt seinen Gegenspielern – und zwar mit noch grösseren Verkaufserfolgen. 1946 macht er als Vertreter von Bucher-Guyer rund 32’000 Franken Umsatz. Inzwischen verdient er wohl mehr, als der Schreiner, der ihm seinen Keller als Werkstatt vermietet hat.
Hochzeit und Bau der eigenen Werkstatt
In den Kellerräumen kann Hans keine Fahrzeuge reparieren. Also baut er 1948 ein Haus mit Werkstatt und Wohnräumen für sich und seinen Bruder Ernst. Im Erdgeschoss wird gearbeitet, im ersten Stock leben die beiden Familien. Das Chalet steht dort, wo LT auch 2019 noch den Firmensitz hat, an der Dorfstrasse 1 in Trub. Zwei Jahre vorher hatte Hans Lehmann seine aus Italien stammende Frau kennengelernt. Er sieht die 20-jährige Antida Lusiani durch die Souterrain-Fenster seiner Kellerwerkstatt beim Bauern gegenüber arbeiten und ist zur Stelle, als der Heurechen zu Bruch geht. Der Rechen wird repariert, die beiden jungen Leute heiraten und bekommen vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter.
Geschäftsfreunde und altbekannter Neid
Parallel zum Landmaschinen-Handel knüpft Hans Lehmann Geschäftsbeziehungen zur Hanf- und Drahtseilfabrik Jakob. Am Anfang geht es um Problemlösungen bei komplexen Messungen in der komplett neuen Drahtseilherstellung. Hans Lehmann ist für Jakob der externe Erfinder und kümmert sich auch um den Unterhalt des Maschinenparks. Er ist erfolgreich und findet es wichtig, sich auch für andere zu engagieren. Deshalb ruft er den Gewerbeverein in Trub ins Leben – und tritt sofort wieder aus, als er von den Jakobs hört, dass gegen ihn einmal mehr intrigiert wird. Jakobs war zugetragen worden, sie sollten beim Geschäften mit den Lehmanns vorsichtig sein, denn von denen hätte keiner einen Beruf gelernt.
Nimmermüder Erfinder
Forst war von Anfang an ein Thema für Hans Lehmann. Er war der erste in der Gegend, der Motorsägen verkauft hat. 1967 bringt er Seilrollen aus Stahl auf den Markt, die er selbst entwickelt und gefertigt hat. Und er erfindet den leichten und kompakten Lehmann-Seilzug, von dem er 2000 Stück verkauft.
Hans Lehmann und sein Bruder Ernst bauen sich mit ihrer Firma eine solide Existenz auf. 1978 überschreibt Hans Lehmann, er ist jetzt 60, seinem Sohn Bruno seine Firmenanteile und Ernst übergibt seine Anteile zwei Jahre später an seinen Neffen.
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