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Er ist fasziniert von der weiblichen Form und hat sie als Skulptur, Druck und Gemälde verewigt - die Frau als idealisiertes Kunstgeschöpf, mal Göttin, mal Hure. Trotzdem beteuert Allen Jones immer wieder: "Ich bin Feminist."
Der umstrittene Pop-Art-Künstler wird in den 70ern erst von der feministischen Kultzeitschrift "Spare Rib" abgewatscht, 1978 werfen Aktivisten Stinkbomben in seiner Ausstellung, und schliesslich kippen zwei Protestler 1986 Farbbeize über seinen "Chair" in der Tate Gallery.
Kein Wunder: Für seine provokativen Skulpturen "Table", "Chair" sowie "Hat Stand" steckte er halbnackte Schaufensterpuppen in Lackkorsagen und Schaftstiefel und verarbeitete sie zu Tisch, Sessel und Hutständer. Vor allem der Stuhl schockt: Die Sitzfläche wird von einer am Boden liegenden Frau gestützt, die ihre Beine in die Luft streckt. Heute sind die Fetisch-Objekte Klassiker der 1960er und 1970er Jahre.
Geboren 1937 in der englischen Hafenstadt Southampton, wächst er im Westen Londons auf und studiert am Royal College of Arts zusammen mit David Hockney und R. B. Kitaj, beeinflusst von Modernisten und Surrealisten. In den frühen 1960er Jahren unterrichtet er Lithographie und Zeichnen in London, später führen ihn Gastprofessuren unter anderem an die Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg und die Berliner Hochschule der Künste.
New York zieht ihn an. Dort trifft er 1964 die Stars des abstrakten Expressionismus und entdeckt Fetischhefte aus den 50er Jahren. 1969 kreiert er seine erste Gruppe ikonischer Fiberglas-Skulpturen "Table", "Chair" sowie "Hat Stand". Sie wird sechsmal reproduziert. Als Sotheby’s 2012 eine Serie versteigert, entbrennt ein Bieterwettkampf um die drei Sammlerstücke. 50'000 Euro sollen sie nach Schätzung pro Stück bringen. Am Ende erreichen alle zusammen etwa drei Millionen Euro.
(SDA)