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Sein seit den zwanziger Jahren wachsendes Renommee äusserte sich in Aufführungen seiner Liedzyklen und Kammermusikwerken an den jährlichen Tonkünstlerfesten, in Wiedergaben seiner Bühnenwerke und wiederholten Aufträgen zu einst hochgeschätzten Festspielmusiken.
Diese Erfolge waren nicht zuletzt durch eine fundierte musikalische Ausbildung ermöglicht worden, die Wehrli über Zürich, Berlin und Frankfurt nach Basel führte, wo er sein Kompositionsstudium 1918 bei Hans Huber und Hermann Suter abschloss. Insbesondere die Zeit in Frankfurt, wo Wehrli nach dem Gewinn des Frankfurter Mozart-Preises 1914 als Mitschüler Paul Hindemiths studierte und wo er seine spätere Frau, die Sängerin Irma Bartholomae, kennenlernte, war dabei von prägendem Einfluss.
Der 1918 angetretenen Stelle als Musiklehrer am Aargauischen Lehrerinnenseminar in Aarau blieb Wehrli bis zu seinem Tod in Luzern am 27. Juni 1944 treu. Er entfaltete eine reiche Tätigkeit als sensibler Musikpädagoge, daneben als Volksliedsammler, Glockenexperte, Musikschriftsteller und Dichter. Als Dirigent leitete Werner Wehrli von 1920 bis 1929 den Cäcilienverein Aarau sowie von 1924 bis 1939 den Frauenchor Brugg.
Das musikalische Werk Wehrlis vermittelt zwischen Spätromantik und Moderne und zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Vielfalt der Ausdruckshaltungen aus. Neben volkstümlich sich gebendem Musikantentum, Humor und verträumter Klangpoesie finden sich kühle Linearität und expressive Wendungen in komplexen Klangschichtungen. Othmar Schoeck bemerkte 1954: «Immer, wenn ein neues Werk von Werner Wehrli angekündigt wurde, wusste man: jetzt kommt etwas Eigenes, nach innen Gerichtetes, nichts mühsam Geborgenes, und man wurde nie enttäuscht.» Nahezu alle Gattungen sind in Wehrlis kompositorischem Oeuvre vertreten, wobei es kennzeichnend ist, dass neben ambitionierten grossformatigen Werken oft kleine pädagogische Gebrauchsstücke stehen.