Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03647.jsonl.gz/2000

Kulturlandschutz in der Schweiz: Eine qualitative Untersuchung der politischen Steuerungsinstrumente
Leuthard, J., 2016: Kulturlandschutz in der Schweiz: Eine qualitative Untersuchung der politischen Steuerungsinstrumente. Master thesis.
Leuthard, J., 2016: Kulturlandschutz in der Schweiz: Eine qualitative Untersuchung der politischen Steuerungsinstrumente. Masterarbeit betreut durch: Silvia Tobias (WSL) und Norman Backhaus (GIUZ UZH).
Von 1985 bis 2009 hat die Landwirtschaftsfläche in der Schweiz um 5.4 % oder 1.1 m2 pro Sekunde abgenommen. In tiefen Höhenlagen entstanden auf diesen Flächen hauptsächlich neue Gebäude und Infrastrukturanlagen. Fruchtbare Böden sind eine knappe, nicht erneuerbare Ressource. Für den Menschen besonders wichtig ist die Produktion von Nahrungsmitteln. Auf Basis dieser Ausgangslage untersucht die Masterarbeit die politischen Steuerungsinstrumente zum Schutz des Kulturlandes in der Schweiz und diskutiert ihre Wirkungsmöglichkeiten. Im Fokus der Analyse stehen die Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet, der Sachplan Fruchtfolgeflächen (FFF) und die Bestimmungen zum Bauen ausserhalb der Bauzone. Die Kantone Aargau, Bern und Zürich dienen als Fallbeispiele. Es wird ein qualitativer Forschungsansatz verfolgt und eine Literaturrecherche mit Experteninterviews und einer Dokumentenanalyse kombiniert.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Schweiz grundsätzlich über geeignete Steuerungsinstrumente zum Schutz des Kulturlandes verfügt. Besonders der Flächenschutz und die Ernährungssicherung werden gut von den untersuchten Steuerungsinstrumenten abgedeckt. Die untersuchten Instrumente sind wirkungsvoll, jedoch nicht immer im beabsichtigten Umfang. Neben Defiziten im Design der Instrumente, gibt es beim Vollzug Verbesserungspotential. Auf Basis der Forschungsresultate wird empfohlen, den Sachplan Fruchtfolgeflächen und die Bestimmungen zum Bauen ausserhalb der Bauzone zu überarbeiten. Beim Sachplan FFF wird empfohlen, erstens die aus den 1980er Jahren stammenden Datengrundlagen zu aktualisieren, zweitens die Festsetzung der Kontingente zu überarbeiten und drittens nicht nur den Flächenschutz, sondern auch die Erhaltung der Bodenqualität der FFF in den Sachplan zu integrieren. Die Bestimmungen zum Bauen ausserhalb der Bauzone sollten überarbeitet werden, um Fehlanreize zu beseitigen und eine strikte Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet zu bewirken. Bei der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet steht die Umsetzung der ersten Teilrevision des Raumplanungsgesetzes im Vordergrund. In den untersuchten Kantonen Aargau, Bern und Zürich wurden die kantonalen Richtpläne bereits an die neuen Regelungen angepasst und genehmigt. Die Entwicklung einer konsequenten Vollzugspraxis hat hier Priorität.