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Wein aus der Schweiz
Schweizer Weine werden in drei Qualitätskategorien unterteilt. Das grösste Ansehen erfahren AOC Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, die unter der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen auch als «Grand Cru» bezeichnet werden dürfen. Daneben gibt es Landweine mit Herkunftsbezeichnung sowie einfache Tafelweine.
In der Schweiz werden mehrheitlich rote Rebsorten angebaut, darunter vor allem Pinot Noir, Gamay und Merlot. Schweizer Rotweine haben zumeist ein leichtes Profil und sollten jung getrunken werden. Vorherrschend bei den weissen Rebsorten sind Chasselas (Gutedel), Müller-Thurgau und Chardonnay.
Bis heute ist der Kanton Wallis die grösste Weinbauregion der Schweiz - hier wurden schon mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung Reben kultiviert. Einige autochthone Rebsorten konnten sich aus der Römerzeit erhalten und erfahren mittlerweile wieder vermehrt Aufmerksamkeit. Neben den lokal verankerten Sorten wie Petite Arvine, Rouge du Pays oder Humagne Blanc gibt es auch einige erfolgreiche Neuzüchtungen wie Gamaret.
Weitere wichtige Weinbauregionen sind der Kanton Waadt, der Kanton Genf, das Drei-Seen-Land und der Kanton Tessin. Viele Rebflächen werden von Kleingrundbesitzern im Nebenerwerb bewirtschaftet; die Zahl der Weinproduzenten beläuft sich auf knapp 1600. Nachwuchswinzer wie Noel Baumgartner, Marvin Fürst und Thomas Mächler bestimmen zunehmend die Schweizer Weinszene.
Aufgrund der zum Teil schwierigen Anbaubedingungen in steilen Hanglagen, der hohen Flächenkonkurrenz und der beschränkten Expansionsmöglichkeiten verzeichnen Weine aus der Schweiz eine hohe Nachfrage, die regelmässig das Angebot übersteigt. Die nationalen Erzeugnisse werden hauptsächlich inländisch getrunken und nur in geringem Masse exportiert: Während sich die jährliche Produktion auf rund 98 Millionen Liter Wein beläuft, nimmt der Konsum im gleichen Zeitraum einen Wert von 94,5 Millionen Liter ein.
Dazu kommt, dass die Anbaufläche langfristig eher abnimmt. Zurzeit beträgt die Rebfläche über 14'000 Hektar - das ist jedoch nur die Hälfte von dem, was man Ende des 19. Jahrhunderts verzeichnete. Durch verheerende Rebkrankheiten, billigere Importweine und die zunehmende Bebauung der Seeufer verzeichnete der Weinbau in der Schweiz einen signifikanten Flächenrückgang, der heute nur teilweise durch erhöhte Erträge wettgemacht werden kann.
Die Schweizer Weinlandschaft gestaltet sich äusserst abwechslungsreich. Herrschaftliche Winzerschlösser, luxuriöse Übernachtungsmöglichkeiten, malerische Weingärten, Erlebnistouren und sonstige touristische Aktivitäten prägen das Weinland Schweiz. Eine besondere Attraktion stellen die Weinbergterrassen von Lavaux dar, die 2007 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurden.