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Station 11: Die internierten Polen auf dem Riedmatthof
Harte Arbeit und bescheidene Wohnverhältnisse gehörten zum Alltag der polnischen Wehrdienstmänner, die im Zweiten Weltkrieg in Ennetmoos interniert waren. Am Feierabend oder am Wochenende durften sie sich auch von einer anderen Seite zeigen. Und sie haben Spuren hinterlassen.
Die rund 120 internierten Soldaten der 2. polnischen Schützendivision und der 1. polnischen Grenadierdivision lebten von Februar 1942 bis Mai 1943 in Baracken auf der vor Ihnen befindlichen Liegenschaft Riedmatthof. Im Camp waren nur die Soldaten untergebracht, da den Offizieren gemäss Völkerrecht Zimmer in Gasthäusern und Privathäusern zur Verfügung standen. So lebte beispielsweise der polnische Offizier, Franz Czeswionsky bei der Familie Kaiser, Ödwil. Für die Lagerorganisation waren die Männer weitgehend selbst verantwortlich, und doch wurde das Lager bewacht und die Regeln waren einzuhalten. Bei gröberen Verstössen gegen die Lagerregeln kam es bis zur Inhaftierung in einem Arrestlokal in der Bergisrüti am Allweg.
Der Arbeitsalltag auf dem Drachenried war hart. Nebst der anstrengenden Arbeit für die Melioration, bauten die Internierten die Strasse durch den Kernwald nach Alpnach, die sogenannte Polenstrasse. «Noch ist Polen nicht verloren.» Mit diesem Satz aus der polnischen Nationalhymne verewigten sie sich auf einer Steintafel am Strassenrand. Auch auf der zweiten Tafel mit der Inschrift «Ehre und Vaterland» zeigt sich die Verbundenheit mit dem fernen Heimatland.
Ihre karge Freizeit verbrachten die Internierten vor allem im Camp, wo sie Sport trieben, Schach spielten oder kleine Kunsthandwerke erstellten. Berta von Büren aus Ennetmoos erinnert sich: ”Nach der Arbeit wollten sie schnell aus den Arbeitskleidern raus und sich anständig kleiden.” Samstags kamen die Polen oft in den Dorfladen ihrer Mutter. Für jede noch so kleine Aufmerksamkeit zeigten sich die Männer dankbar, was in der aufwändig geknüpften, kleinen Decke zum Ausdruck kommt, die ihr ein Internierter damals schenkte.
Sonntags besuchten die Polen regelmässig die Messe im Kapuzinerkloster in Stans, da sie nicht dem Gemeindegottesdienst beiwohnen durften. Dem Kapuzinerpater und damaligen Rektor des Kollegiums St. Fidelis überreichten sie dafür 1943 einen bemerkenswert gravierten, hölzernen Buchumschlag mit persönlicher Widmung.
Link zu weiteren Informationen
Schweizer Filmwochenschau vom 15. Juni 1942: Französische Arme wird an der französischen Grenze interniert (2:46)
Polnischer Zeitzeuge – Bericht von Tele Züri
Das «Concentrationslager» in Büren an der Aare – Bericht SRF vom 5.12.1990
IG Nachkommen internierter Polen in der Schweiz
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