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Das aulos feiert 2019 sein 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass macht sich das Orchester ein besonderes Geschenk: es hat vier Kompositionen in Auftrag gegeben. Alle vier Kompositionen werden im Oktober 2019 unter der Leitung von Blaise Héritier (CH) uraufgeführt. Nebst den drei Schweizer Komponisten Daniel Schnyder, Benedikt Hayoz und Fabian Künzli schreibt der Spanier José Suñer-Oriola eigens für unser Orchester eine Sinfonie. Dank der grosszügigen Unterstützung von über 140 Boostern konnten wir unser Crowdfunding für die Sinfonie erfolgreich umsetzen! Vielen Dank an alle Booster!
Hier stellen wir die vier Komponisten vor.
Fabian Künzli, 1984 geboren, ist in Hosenruck (TG) aufgewachsen. Seit dem zehnten Lebensjahr spielt er Klarinette und hat in ganz unterschiedlichen Formationen Erfahrungen gesammelt, in Orchestern und diversen Bands (Rock, Big Band, Dixie, Klezmer). Als Dirigent war Fabian Künzli bisher sowohl mit verschiedenen Blasorchestern, als auch mit kleineren Formationen für Filmmusik und andere Aufnahmen tätig.
Im Sommer 2010 erlangte er an der Zürcher Hochschule der Künste den "Master of Arts in Music" mit Vertiefung in Komposition und schloss im Jahr 2012 das Masterstudium in Musiktheorie ab. In den Hauptfächern studierte er bei Mathias Steinauer (Komposition) und bei Andreas Nick und Burkhard Kinzler (Musiktheorie).
Als Komponist arbeitete Fabian Künzli für mehrere namhafte Orchester wie das Musikkollegium Winterthur, die Camerata Zürich, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt, das Barockorchester Concerto Stella Matutina, sowie für etablierte Kammerensembles. Ausserdem gewann er mehrere Preise an Kompositionswettbewerben (Zurich Jazz Orchestra, 2009; Davos Festival, 2010; Syntharp, 2011; EMF Montreux, 2014) und im Jahr 2012 erhielt er von der Kulturstiftung Landis & Gyr ein Werksemester in London zugesprochen. Anschliessend erhielt er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Luzern und unterrichtet seit Sommer 2014 an der Zürcher Hochschule der Künste Musiktheorie. Fabian Künzli war Composer-in-Residence der Orpheum Festtage 2013 in Zürich und arbeitet hauptberuflich als Komponist.
Benedikt Hayoz (1984*) arbeitete 2016 zusammen mit dem Komponisten Beat Gysin, dem Collegium Novum Zürich, Eclatsconcerts und der Tanzkompanie „Da Motus“ am Projekt „Musique à la chocolaterie“. Ein interdisziplinärer Konzertabend in einer alten Schokoladenfabrik mit Musik und Tanz als Teil des nationalen Projektes „Musik im Industrieraum“ des Studio Klangraum. Er gehörte im Januar 2014 zu den Finalisten des Wettbewerbs „Trabanten“ des Ensemble Phoenix aus Basel und gewinnt 2013 den 2. Preis beim Jean-Paul Kompositionswettbewerb. Hayoz ist Preisträger des Musikpreises 2012 der Kiefer Hablitzel Stiftung des Schweizer Tonkünstlervereins und erhielt das Stipendium 2010/11 der Kulturstiftung Landis & Gyr. Er gewann Preise bei den Kompositionswettbewerben Alan Bush London (1. Preis), Eric Coats Composition Prize London (3. Preis) und der Kompositionswerkstatt Saarbrücken. Er studierte Komposition, Dirigieren und Horn bei Isabel Mundry, Daniel Glaus, Jean-Claude Kolly und Matteo Ravarelli in Zürich, Fribourg und London. Er arbeitet mit Solisten wie Christopher Redgate, Noëlle-Anne Darbellay, Samuel Stoll, Eveline Noth, Sarah Chardonnens-Lehmann und Dirigenten wie Johannes Kalitzke, Michael Wendeberg, Jürg Henneberger, Peter Tilling und Laurent Gendre zusammen. Das Schaffen von Hayoz führt zur Zusammenarbeit mit dem Collegium Novum Zürich, dem Ensemble Phönix aus Basel, dem Ensemble Contrechamps Genf, dem Ensemble Resonanz Hamburg, dem Saarländischen Rundfunkorchester Saarbrücken, dem Kammerorchester Fribourg und dem Ensemble Chroma London. Aufgewachsen in der Westschweiz und geprägt durch seine Familie, liegt eine Verbindung zu der dortigen Volksmusik nahe. Ab dem Herbstsemester 2013 ist Hayoz als Dozent an die Hochschule für Musik in Lausanne berufen worden. Er lebt und arbeitet in Fribourg und Umgebung immer im Spannungsverhältnis zwischen Tradition und zeitgenössischer Kunst und Musik.
Der 1961 in Zürich geborene Daniel Schnyder gehört zu den aktivsten und meistgespielten Schweizer Komponisten seiner Generation. Seit 1992 lebt Schnyder, zugleich Saxofonist und Flötist, in New York City (USA). Schnyders Werk ist eine Musik der Integration und widerspiegelt die urbane Realität unserer multikulturellen Gesellschaft. Sein umfangreicher Werkkatalog enthält Kompositionen fast aller Werkgattungen. Sein Personalstil nimmt Einflüsse der Neuen Musik ebenso auf wie Stilmittel und Techniken der alten Musik, der ethnischen Musik und der jazzverwandten Musikstile. Da er all diese Musikarten selber spielt und mit Koryphäen der jeweiligen Musikbereiche eng zusammenarbeitet, gelingt es ihm, die babylonische Polyphonie der heutigen Musik in sein Werk zu integrieren. Schnyder ist daher kaum zu schubladisieren. In multimedialen Konzepten verbindet er die vorgenannten Musikwelten auf immer wieder neue Art und Weise: Meisterwerke der Renaissance, Klassik, Romantik, bis hin zu Jazz und Rock bearbeitet Schnyder neu, sodass sie anders erlebt und erhört werden können. In diesem Zusammenhang kreiert er im Auftrag namhafter Festivals weltweit neuartige Programmkonzepte, die exotische Instrumente und Musikstile, Vergangenheit und Gegenwart zusammenschliessen. So zum Beispiel das «Schnyder Fest» mit dem Post Classical Ensemble in der National Gallery in Washington DC mit der Chinesischen Pipavirtuosin Min Xiao Fen oder die Oper «Charlie Parker’s Yardbird» mit dem Star-Tenor Laurence Brownlee als Charlie Parker, die im Apollo Theatre in Harlem aufgeführt wurde und 2017 in London und Chicago nachgespielt wurden. Das afrikanische Oratorium «Sundiata Keita», das 2010 in der Berliner Philharmonie mit Musikern aus Mali mit dem RSB Chor und Orchester uraufgeführt wurde. Im Bereich der Big Band Musik und der Musik für Blechinstrumente hat Daniel Schnyder Werke komponiert, wie z.B. das Bassposaunenkonzert für David Taylor «subZERO», ein Trompetenkonzert (auf CD aufgenommen u.a. von Reinhold Friedrich), das Brass Trio «Olympia» für die Hannover Trombone Unit, sowie das Werk für Horn «Le Monde Minuscule». Schnyders Werke werden regelmässig an wichtigen internationalen klassischen Wettbewerben, wie dem Maurice André Wettbewerb in Paris, dem Aeolus Wettbewerb in Düsseldorf oder dem Rostal Wettbewerb in Berlin als Pflichtstücke verlangt.
José Suñer-Oriola wurde in El Puig de Santa Maria (Valencia) geboren und studierte Harmonie, Kontrapunkt und Perkussion am Konservatorium Valencia sowie Direktion und Komposition bei Julio Ribelles. Er nahm an Musikfestivals in Barcelona, Nimes, Luxemburg, Maastricht, Ludwigshafen, Innsbruck, Paris, Edinburgh, London, Tokyo, Shanghai, Cincinnati, Nashville und Chicago teil. Er spielte im Blasorchester von San Sebastian, im Orchester des Konservatoriums von San Sebastian sowie im Sinfonieorchester von Bilbao und dem Sinfonieorchester der Oper von Barcelona. Zurzeit ist Oriola Professor beim städtischen Blasorchester von Valencia und Dirigent des Blasorchesters in Albuixech. Seine Kompositionen werden in vielen Ländern in Europa und Amerika sowie in Australien, Japan und China gespielt. Oriola ist Mitglied von SGAE, WASBE und der M.I. Musikakademie von Valencia. Er gewann zahlreiche Auszeichnungen, wie z.B. den Fennell Special Prize Award beim ersten Tokyo Kosei Wind Orchestra Kompositions-Wettbewerb 2006, der SACEM Preis, war Drittplatzierter beim Wettbewerb Coups de Vents 2008 in Lille (F) und Finalist im zweiten Kompositions-Wettbewerb Frank Ticheli in New York (USA) 2009. 2011 folgte er einer Einladung des Middle Tennessee State University (MTSU) für eine Masterklasse. Vor zwei Jahren erhielt er den Euterpe Award for Musical Creation in der Kategorie Sinfonische Musik für sein Werk «El Jardín des las Hespérides».