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Allegorie Allegory
Allegorien waren von der Spätantike bis ins Barockzeitalter ein ernstgenommenes rhetorisches Überzeugungs- und poetisches Ausdrucksmittel; die literarische Form hat überlebt in Festansprachen, in der Werbung und im Cabaret. Allegorien stellen Bezüge zwischen der körperlichen und der geistigen Welt her, indem sie behaupten, eine Struktur in der körperlichen Welt bilde eine analoge Struktur in der Sphäre des Geistig-Abstrakten Pendant für Pendant ab. So versuchen sie auf poetischem Weg eine Glaubwürdigkeit zu bewerkstelligen. – Es lassen sich zwei Haupttypen von Allegorien ausmachen: die Personifikation (von Tugenden und Lastern, des Todes, des Frühlings usw.) und die Dingallegorie (Elemente aus der Natur wie z.B. Tiere; aus der Technik wie z.B. die Konstruktion einer Mühle; aus dem menschlichen Leben wie z.B. eine Reise). Immer wieder werden Allegorien auch bildlich umgesetzt: die Technik solcher Visualisierungen von Allegorien bilden einen interessanten Aspekt des Themas.
Fragestellungen: Auf welcher Grundvorstellung (Basismetapher) beruht die Analogie? Wie gibt ein Text oder Bild dem Leser/Betrachter zu erkennen, dass er/es auch allegorisch verstanden werden will? Von welcher semiotischen Art sind die Bezüge zwischen den Pendants in den beiden Weltbereichen? Was muss man wissen, um diese Bezüge zu entdecken? Welche Funktionen haben Allegorien (z.B. Mnemotechnik; Verschlüsselung; Strukturierungshilfe; …) Worin liegt der Erkenntnisgewinn einer Allegorie? Was geschieht beim Übergang vom einen ins andere Medium? Welche Epochen sind dem Allegorischen gewogen, welche nicht und warum?
Das Thema berührt verschiedene Disziplinen:
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Die Masse der Allegorien lässt sich nicht säuberlich klassifizieren.
Zum Einstieg steht hier eine ungeordnete Liste mit Stichwörtern: teils Signifiants (Einhorn, Mühle, Garten,...) – teils Signifiés (Artes, Laster, ... ) – teils Werktitel (Badliedli) – teils Autoren (Maximilian).
Und überhaupt ist dieses Wiki eine Baustelle.
[Herold:] Die Bedeutung der Gestalten
Möcht’ ich amtsgemäß entfalten.
Aber was nicht zu begreifen
Wüßt’ ich auch nicht zu erklären,
Helfet alle mich belehren!
(Goethe, Faust II, Mummenschanz, Verse 5506ff.)
Einhorn am Abgrund – Wie wenig es braucht, bis aus einer Allegorie ein Exemplum wird
Psychomachia / Etymachie – Personifikationsallegioiren dynamisiert; Illustrationen
Septem Artes bei Herrad von Hohenburg [Landsberg] im Titelbild zum »Hortus Deliciarum« sowie bei Reisch, »Margarita Philosophica«
Personifikationen der Laster: verschiedene Repräsentationstypen: metonymisch 1 Lasterhafter / metaphorisch Tiere / Personifikation mit typischen Attributen / Kompositwesen / ...
Spezialfall der Lasterdarstellung: Calumnia
Albrecht Dürer, ›Nemesis‹
Allegorien der Sinne
Schiffs- und Schiffahrtsallegorien
Satire: Flugschriften der Reformationszeit (u.a. Hans Sachs, »Die Wittenbergische Nachtigall«) – Allegorien als Instrument politischer Satire
Vir bonus (Reinmar von Zweter, Hutten) – Kompositwesen in der Art der mnemotechnischen Figuren
Das Leben ein Schauspiel Theater-Allegorien
Kebestafel (Tabula Cebetis)
Frou Minne, Dame Amour bei Sebastian Brant, Heinrich Wittenwiler und anderswo
Jagd-Allegorien; insbesondere Johannes Tauler, Predigt 11
Kleine geistliche Allegorien: Geistlicher Spinnrocken; Geistliches Wiegelein; Christus als Kaufmann; Christus als Arzt usw.
Heinrich von Mügeln, »Der Meide Kranz«
Kaiser Maximilian I., »Theuerdanck«
Francesco Petrarca, »Trionfi«
Der tranchierte Kapaun – evtl. Allegorese-Kritik
Fama – Personifikation; Visualisierungen des 16.Jhs.
Vielerlei Saat – ein schon im Evanglium allegorisch ausgelegtes Gleichnis
Gaistlicher Vasnacht krapffen – Engführung zwischen einem realistischen Prozedere und dem geistlichen Sinn
Badliedli – Allegorie im Dienste der Kontrafaktur
Zufallsandachten — aus jedem Ding (res), aus jeder Begebenheit, aus jeder Handlung kann eine Allegorie gewonnen werden
Die Reien (allegorische Zwischenspiele) in den barocken Trauerspielen, z.B. bei Daniel Casper von Lohenstein
Emblematik (externe Site)
... und noch mehr zur Allegorie hier
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