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Artenvielfalt pro Kilometer- und pro Atlasquadrat
Wir ermittelten die Artenzahl pro Kilometer- und Atlasquadrat, indem wir die Artenzahl aus den Beobachtungen bzw. den modellierten Schätzungen der einzelnen Arten summierten. Zudem schätzten wir die Veränderung der Artenzahl pro Kilometer- und Atlasquadrat zwischen 1993–1996 und 2013–2016. So konnten wir den Zustand und die Veränderung der Artenvielfalt illustrieren.
Nebst den Verbreitungs- und Dichtekarten für die einzelnen Arten erstellten wir auch Karten, auf denen die Artenzahl sowie deren Veränderung pro Kilometerquadrat oder Atlasquadrat abgebildet sind. Je nach Kartentyp berücksichtigten wir dafür entweder die gemeldeten Beobachtungen (inkl. Meldungen aus den Kartierungen der Kilometerquadrate) oder die für die einzelnen Arten modellierten Karten. Da es für gewisse Arten nicht möglich war, die Veränderung des Vorkommens zu modellieren, konnte je nach Kartentyp nur ein Teil der Brutvogelarten berücksichtigt werden.
Artenzahl pro Kilometerquadrat
Für 128 Arten erstellten wir jeweils eine modellierte Dichte- oder Verbreitungskarte. Bei Arten, deren Verbreitung mit einer Dichtekarte dargestellt wird, wandelten wir die Dichte pro Kilometerquadrat vorgängig mittels der Formel v = 1 – e von Wright in eine Vorkommenswahrscheinlichkeit um. Dabei entspricht N der geschätzten Revierzahl pro Kilometerquadrat und v der daraus abgeleiteten Vorkommenswahrscheinlichkeit.
Für weitere 77 seltene oder in Kolonien brütende Arten wurde basierend auf den Meldungen aus verschiedenen Datenquellen eine Punktkarte erstellt. In diesen Fällen wurde die Vorkommenswahrscheinlichkeit pro Kilometerquadrat entweder gleich 1 oder 0 gesetzt, je nachdem ob im Quadrat ein Vorkommen ausgewiesen wurde oder nicht. Anschliessend summierten wir die ermittelte Vorkommenswahrscheinlichkeit pro Kilometerquadrat über sämtliche 204 Arten, um eine Schätzung der Artenzahl für jedes Kilometerquadrat zu erhalten.
In den Focustexten werden Karten gezeigt, auf denen die Artenzahl pro Kilometerquadrat für eine Gruppe von Arten abgebildet wird (z.B. Wiesenbrüter). Diese Karten wurden ebenfalls nach dem hier beschriebenen Vorgehen erstellt.
Veränderung der Artenzahl pro Kilometerquadrat
Für 97 Arten konnten wir nicht nur für die Periode 2013–2016, sondern auch für die Periode 1993–1996 eine modellierte Dichte- oder Verbreitungskarte erstellen. Dies erlaubte uns, für diese Arten für jedes Kilometerquadrat auch die Veränderung der Vorkommenswahrscheinlichkeit zu ermitteln. Im Fall von Dichtekarten wandelten wir dazu die Dichteschätzungen mittels der vorher erwähnten Formel von Wright vorgängig in eine Schätzung der Vorkommenswahrscheinlichkeit um. Für weitere 21 Arten (v.a. seltene Arten und Koloniebrüter) erstellten wir eine Punktveränderungskarte basierend auf den einzelnen Meldungen aus den beiden Atlasperioden. Somit konnten wir auch für diese Arten jedes Kilometerquadrat ermitteln, in dem sie neu auftraten oder verschwanden. Schliesslich schätzten wir die Veränderung der Artenzahl pro Kilometerquadrat, indem wir die Veränderungen pro Quadrat über alle 118 berücksichtigten Arten summierten.
Für die übrigen Arten liess sich die Veränderung auf Stufe Kilometerquadrat nicht zuverlässig berechnen, da aus den Jahren 1993–1996 keine ausreichende Datengrundlage vorhanden war. Diese Arten konnten somit nicht berücksichtigt werden.
Artenzahl pro Atlasquadrat
Nebst der Artenzahl pro Kilometerquadrat haben wir auch die Artenzahl pro Atlasquadrat abgebildet. Für diese Darstellung haben wir lediglich für jedes Atlasquadrat die Anzahl Arten aufsummiert, sofern Nachweise vorlagen, welche die artspezifischen Aufnahmekriterien erfüllten. Im Gegensatz zur Artenzahl pro Kilometerquadrat basiert die abgebildete Artenzahl pro Atlasquadrat nicht auf modellierten Daten, sondern entspricht der effektiv gefundenen Artenzahl. Da nicht auszuschliessen ist, dass einige Arten übersehen wurden, ist der angegebene Wert als konservatives Minimum zu betrachten.
Veränderung der Artenzahl pro Atlasquadrat basierend auf den modellierten Daten
Wie erwähnt konnten wir das Vorkommen für 97 Arten sowohl für die Periode 2013–2016 als auch für die Periode 1993–1996 modellieren. Basierend darauf konnten wir für jede Art nicht nur die Veränderung pro Kilometerquadrat, sondern auch pro Atlasquadrat schätzen. Dazu ermittelten wir mit Hilfe folgender Formel für beide Perioden die Vorkommenswahrscheinlichkeit pro Atlasquadrat:
100
v.aq = 1 –∏(kq=1) (1 – v [ kq ])
v[kq] entspricht dabei der geschätzten Vorkommenswahrscheinlichkeit pro Kilometerquadrat, v.aq der Vorkommenswahrscheinlichkeit für das gesamte Atlasquadrat. Im Fall von Dichtekarten wurde die Dichteschätzung pro Kilometerquadrat vorgängig mittels der vorher erwähnten Formel von Wright in eine Schätzung der Vorkommenswahrscheinlichkeit umgewandelt. Enthält ein Atlasquadrat mindestens ein Kilometerquadrat mit hoher Dichte oder mit einer grossen Vorkommenswahrscheinlichkeit, dann liegt die Schätzung für das gesamte Atlasquadrat folglich nahe bei 1 bzw. 100 %. Enthält keines der Kilometerquadrate nennenswerte Vorkommen, so kommt die Schätzung für das gesamte Quadrat nahe bei 0 zu liegen. Für jede der 97 Arten konnten wir so auch die Differenz der Vorkommenswahrscheinlichkeit zwischen den Perioden 1993–1996 und 2013–2016 berechnen. Für 21 Arten erstellten wir eine Punktveränderungskarte basierend auf den einzelnen Meldungen. Auch für diese Arten konnten wir ermitteln, in welchen Atlasquadraten sie neu nachgewiesen oder nicht mehr gefunden wurden. Schliesslich summierten wir die Veränderungen für jedes Atlasquadrat über alle 118 Arten. So erhielten wir eine Schätzung der Veränderung der Artenzahl pro Atlasquadrat.
Für die übrigen Arten, für die keine Ergebnisse auf Niveau Kilometerquadrat vorlagen, hätten wir die Veränderung des Vorkommens pro Atlasquadrat basierend auf den Meldungen aus den beiden Atlasperioden ermitteln können. Der Beobachtungsaufwand war 2013–2016 im Vergleich zu 1993–1996 allerdings deutlich höher, was die Ergebnisse beeinflusst hat. Daher wurden diese Arten nicht mitberücksichtigt. Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Vorgehen eine recht zutreffende Schätzung für die Zu- oder Abnahme der Artenzahl pro Atlasquadrat erhalten haben.
Wright, D. H. (1991): Correlations between incidence and abundance are expected by chance. J. Biogeogr. 18: 463–466.