Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/154800

<h2>SubmittedText<h2><p>In seiner Antwort zur Interpellation 13.3537 kündigte der Bundesrat an, dass er eine Studie in Auftrag geben werde, deren Ergebnisse er Ende dieses Jahres (2013) erwarte.</p><p>Ist diese Studie nun erstellt worden, und wo kann man diese einsehen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Am 20. Mai 2015 hat der Bundesrat Kenntnis von der im betreffenden parlamentarischen Vorstoss erwähnten Studie genommen und diese inzwischen veröffentlicht. Der Forschungsbericht kann auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) abgerufen werden: www.bag.admin.ch &gt; Themen &gt; Krankenversicherung &gt; Publikationen &gt; Forschungsberichte.</p><p>Die Studie wurde im Auftrag des BAG von einem unabhängigen Institut in Zusammenarbeit mit einem grossen Krankenversicherer durchgeführt. Ziel der Studie war es, festzustellen, ob die theoretischen Anreize in Zusammenhang mit der ärztlichen Medikamentenabgabe unerwünschte Auswirkungen auf die Wahl der abgegebenen Medikamente und die Kosten zulasten der Krankenversicherung haben. Aus der Studie geht hauptsächlich hervor, dass es keine Auswirkungen auf die Gesamtkosten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung hat, ob ein verschreibungspflichtiges Medikament direkt in der Arztpraxis (Selbstdispensation) oder in der Apotheke abgegeben wird. Die Ergebnisse zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit Selbstdispensation in der Tat weniger Medikamentenkosten zulasten der Krankenversicherung verursachen. Diese Patientinnen und Patienten erhalten mehr unterschiedliche Medikamente und häufiger Generika, die preisgünstiger sind. Dafür verursachen sie höhere Ausgaben für die anderen Leistungen. Sie nehmen insbesondere mehr ärztliche Konsultationen in Anspruch. Die Studie hatte jedoch nicht zum Gegenstand, die Angemessenheit und Qualität der Behandlungen oder die Patientenzufriedenheit zu analysieren.</p><p>Aufgrund der Feststellung, dass es auf allen Absatzkanälen Anreize zur Verschreibung von kostspieligen Medikamenten gibt, hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) beauftragt, die möglichen Lösungen zu prüfen, um diese Anreize einzudämmen und den Anteil preisgünstigerer Medikamente, namentlich Generika, zu erhöhen. Es wird auch eine Aktualisierung gewisser Parameter vorgenommen, die bei der Berechnung des Vertriebsanteils berücksichtigt werden. Damit könnten Einsparungen von mehreren Millionen Franken erzielt werden. Die Verordnung über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (SR 832.112.31) sollte bis Anfang 2017 angepasst sein.</p><p>Diese Massnahmen betreffen nicht die Generika-Preise, die in der Schweiz im Durchschnitt deutlich höher sind als im Ausland. Diesbezüglich erarbeitet das EDI derzeit im Auftrag des Bundesrates ein Referenzpreissystem.</p>  Antwort des Bundesrates.