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Die Wandermuschel
Das massenhafte Auftreten der Wandermuschel hat einen direkten Einfluss auf die Präsenz und die Individuenzahl verschiedener Wasservögel.
Was sind Wandermuscheln?
Die grössten einheimischen Muschelarten, Teichmuschel und Malermuschel, können eine Schalenlänge von bis zu 20cm erreichen. Die kleinsten Arten, sogenannte Erbsenmuscheln, messen ausgewachsen teilweise nur 2mm. Am bekanntesten - zumindest dem Namen nach - ist heute sicher die Wandermuschel. Diese Muschelart wurde 1969 erstmals auch im Zürichsee festgestellt.
Ursprünglich aus dem Raum um das Kaspische Meer stammend, verbreitete sie sich in den letzten Jahrzehnten beinahe in ganz Europa. Die Wandermuschel unterscheidet sich ausser in der Form auch in der Fortpflanzungs- und Lebensweise von den übrigen Muscheln. Als einzige erzeugt sie Larven, welche frei schwimmen und so durch die Wasserströmung über weite Strecken transportiert werden können. Eine weitere Besonderheit ist der faden, welche am Muschelfuss ausgeschieden wird und ein festes Anhaften ermöglicht. Aus diesem Grunde werden Wandermuscheln durch Bootstransporte von See zu See verschleppt.
Anfänglich vermehrte sich die Wandermuschel im Zürichsee, wie auch andernorts, explosionsartig. Heute scheint sich die hohe Individuenzahl eingependelt zu haben. Welche Faktoren die schwankenden Bestände der Wandermuschel regulieren, ist zur Zeit noch unbekannt; fest steht aber, dass die Wasservögel dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Anzahl der überwinternden Wasservögel - z.B. Blässhühner sowie Reiher- und Tafelenten (beides Tauchenten) - nahmen seither stark zu. Diese Arten haben dank ihrer guten Tauchfähigkeit und ihrem starken Schnabel eine willkommene Bereicherung ihres Nahrungsangebotes erhalten. Eine Reiherente verzehrt im Durchschnitt ca. 3'400 Muscheln im Tag (mit Schale 850g), Tafelente gar ca. 4'000 Muscheln (1 kg). Reiherenten, Tafelenten und Blässhühner fressen zusammen im Winterhalbjahr über 10'000 Tonnen Wandermuscheln in der Schweiz.