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Äschenkommission
Im Winter 1996 / 1997 wurde der Hochrhein zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen von den bisher verheerendsten Kormoraneinflügen heimgesucht. Vom einst stärksten Äschenbestand in weitem Umkreis, der Jahrzehnte lang nachhaltige Fänge von ca. 8000 Äschen pro Jahr erlaubt hatte, lebten gerade noch zwischen 200 und 1000 fangfähige Fische.
In dieser Situation setzte der Kanton Schaffhausen als beratendes Fachorgan die "Kommission zur Rettung der Rheinäsche" unter dem Vorsitz von René Keller ein. Ursprünglich bestand sie aus sieben Mitgliedern, die ein hohes Mass an Fachkompetenz einbrachten und gleichzeitig gute Verbindungen zu den Behörden und den Fischereipächtern besassen. Ein Novum war der Einbezug der Bürgergemeinde Diessenhofen aus dem Kanton Thurgau.
Schon an der zweiten Sitzung, am 20. Mai 1997 verabschiedete die Kommission Anträge an die Fischereiverwaltungen und die Bürgergemeinde. Diese Anträge waren teilweise revolutionär, etwa das Fangfenster, und stiessen nicht nur auf Beifall bei den Fischern. Sie bewährten sich jedoch und verschafften der Kommission eine hohe Akzeptanz bei Behörden und Fischern, auch über ihr eigentliches Wirkungsgebiet hinaus.
Zur dritten Sitzung wurden Vertreter von WWF und Rheinaubund eingeladen, um sie über die Probleme mit dem Kormoran zu orientieren. Von Anfang an war Kommunikation wichtig: Die Behörden mussten von der Richtigkeit der Anträge überzeugt werden, dann galt es, die Verfügungen den Fischern und auch der Öffentlichkeit nahe zu bringen und die Jäger zur Mitwirkung zu motivieren. Der neue, offene Stil führte auch dazu, dass Fänge, Laicherträge und die Verteilung der Besatzäschen bekannt gegeben wurden.
Im Frühjahr 2001 war der Äschenbestand so weit wieder hergestellt, dass die Kommission ihre eigene Auflösung diskutierte. Sie entschied sich dagegen. Das sollte sich schon bald als klug erweisen. Im August 2003 erreichte der Rhein Temperaturen von über 26 Grad, was zu einem riesigen Äschensterben führte. Etwa 50 000 verendete Fische wurden eingesammelt. Später wurde berechnet, dass oberhalb des Rheinfalls etwa 97%, unterhalb des Rheinfalls etwa 90% des Bestandes an über einjährigen Äschen vernichtet war.
Erst im Herbst 2007 konnte, unter starken Einschränkungen, wieder eine Fischerei auf Äschen zugelassen werden. Nach dem Rücktritt des Zürcher Jagd- und Fischereiverwalters bahnte sich eine Entkrampfung der Beziehungen zu diesem Nachbarkanton an und im Frühling 2007 wurden zwei Vertreter des Kantons Zürich in die Kommission aufgenommen.
Zusammensetzung der Kommission
Vorsitz:
Dr. Jakob Walter
Mitglieder:
Hans Graf, Steinerwasser
Roman Senn, Bürgergemeinde Diessenhofen
Roger Birk, Fischerzunft Diessenhofen
Dr. Jakob Walter, Fischerverein Schaffhausen
Karl Schmid, Sportfischer Schaffhausen
Walter Nägeli
Martin Tanner, Präsident Kant. Fischereiverband Schaffhausen
Dr. Andreas Hertig, Adjunkt Fischereiverwaltung Kt. Zürich
Mirco Müller, Fischereiaufseher Kt. Thurgau
Patrick Wasem, Fischereiaufseher Kt. Schaffhausen
Eduard Oswald, Fischereiaufseher Kt. Zürich
Die Äschenkommission ist im Kantonalen Fischereiverband Schaffhausen integriert.