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Ursprünglich schrieb ich dieses erste von drei Reviews zu diversen Star Trek-Episoden für die Herren des Liquid Love-Forums um zu helfen deren Hall of Fame-Darsteller-Index zu vervollständigen. Es wäre schade, dieses Material meinem Blog zu verwehren.
Originaltitel: Star Trek: The Next Generation - "Encounter at Farpoint"
Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 1987
Regie: Corey Allen
Darsteller: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, Denise Crosby, LeVar Burton, Wil Wheaton, John De Lancie, Michael Bell, DeForest Kelley, Colm Meaney, Cary-Hiroyuki Tagawa
Die neue Crew in den "sexy" Gewändern der ersten beiden Seasons...
Als Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry 1987 seine zweite Trek-Serie auf die Bildschirme der Welt zauberte, war der Aufschrei zu Beginn gross. Eine neue Enterprise ohne Spock und Kirk? Das geht nicht! Zumal die Classic-Crew damals erfolgreich im Zwei-Jahresrythmus die Kinosääle füllen liess. Doch Roddenberry hatte auch hier den König Midas-Touch und Star Trek: The Next Generation wurde zu einer der erfolgreichsten TV-Serien überhaupt. Und dies, obwohl die erste Season als höchstens durchschnittlich betrachtet werden darf.
Die Enterprise-D, heute veraltet, aber immer noch eine Schönheit
Der hier vorliegende Pilotfilm "Encounter at Farpoint" dauert im Original 90 Minuten, existiert jedoch auch als Zweiteiler mit den Episodentiteln "Der Mächtige" und "Mission Farpoint", ist auf der Season 1-DVD jedoch wiederrum als 90-Minüter mit dem Titel "Mission Farpoint" vorzufinden.
Inhalt:
Die neue Enterprise wird unter das Kommando des Franzosen Jean-Luc Picard gestellt. Auf der Jungfernfahrt des Schiffes wird die Crew vom allmächtigen Wesen Q entführt und auf die Probe gestellt. Versagt die Crew bei ihrer nächsten Mission, wird die Menschheit zurück in ihr Sonnensystem verbannt.
Die ersten paar Minuten des Piloten sind immer noch begeisternd. Nach der neuen Theme, dass eigentlich schon in einer anderen Variante in "Star Trek: The Motion Picture" benutzt wurde, gleitet die neue Enterprise majestätisch am Zuschauer vorbei. Der Captain spricht seinen ersten Logbuch-Eintrag und die Kamera führt die Zuschauer durch die damals neuen Kulissen des Schiffes. Ausser dem Captain sind von der Stammcrew bereits Data, Worf, Yar und Troi an Bord und der Androide Data darf bereits seine erste dümmliche Frage stellen - da taucht auch schon Q auf... und das Niveau sinkt rapide.
"Warum haben wir eigentlich keinen High Definition-Screen im 24. Jahrhundert...?"
Obwohl ich den Charakter des Q und die Stories um ihn und das Q-Kontinuum immer höchst interessant und unterhaltsam fand, war dies hier im Pilotfilm einfach irgendwie fehl am Platze. Ein actionreicherer Einstand der Crew hätte mir wesentlich besser gefallen, auch wenn hier Torpedos abgefeuert werden, die Untertassensektion abgetrennt wird, wir die Kampfbrücke zu sehen bekommen, etc.
Die neue U.S.S. Enterprise neben der U.S.S. Hood
Ebenso bemängeln muss ich einzelne Charaktere, die sich hier einfach noch äusserst seltsam benehmen, verglichen mit den kommenden Episoden. Data wirkt wirklich wie ein Pinocchio, Troi mit ihrem Schmerz-Schmerz-Gestöhne und Worf, der am liebsten auf alles Ballern würde, was ihm im Wege steht - nur der Captain und Yar handeln auf normalem Serien-Niveau. Die Charaktere Riker, Geordi LaForge und Dr. Crusher mit Sohn Wesley kommen erst der zweiten Hälfte des Piloten zum Einsatz. Riker kommt hier noch als hüftsteifer Offizier daher. Zudem wird seine verflossene Beziehung zu Troi thematisiert, unterlegt von schnulziger pseudoromantischer Musik. Nerv-Faktor hoch. LaForge wirkt blass (hier will ich jetzt nichts falsches hören! ), ebenso wie Dr. Crusher. Und von deren Sohn Wesley mag ich schon im Piloten gar nicht reden (wobei ich sagen muss, dass dieser Charakter mir in den späteren Seasons mehr zusagte als manch anderem Trekkie).
Deanna Troi - im Pilotfilm nervend - aber sonst "nice to see" *g*
Wie bei Star Trek fast schon üblich, wurde auch hier auf namhafte Caststars gesetzt. Colm Meaney, dessen Charakter Miles O'Brien später in TNG Dauer-Gastauftritte absolviert und noch später Hauptcharakter in DS9 wird, spielt hier noch einen namenlosen Conn-Offizier.
Colm Meaney (rechts im Bild) an der Conn
John De Lancie mimte hier zum ersten Mal Q und wird auch noch weitere Auftritte in TNG, DS9 und VOY haben. Michael Bell, der hier den Stationsverwalter Zorn spielt, hat vielleicht nicht den bekanntesten aller Namen, aber ist definitiv ein Worcoholic, hat der doch schon bei 289 Serien und Filmen mitgespielt (Danke IMDB). DeForest Kelley's Auftritt gehört zu den wenigen Highlights des Piloten. Als 137jähriger Admiral McCoy übergibt er quasi den Staffelstab an die TNG-Crew und lässt mal wieder einige böse Giftpfeile gegenüber Vulkaniern los. Ein herrlicher Auftritt des inzwischen leider auch schon verstorbenen DeForest Kelley.
R.I.P. DeForest Kelley
Cary-Hiroyuki Tagawa hat einen kurzen Auftritt als Mandarin Bailiff, der hier eigentlich nicht viel mehr zu tun hat, als Picards Crew die Anklageschrift zu verlesen. Ein kleiner Auftritt, aber Tagawas markantes Gesicht hat sich bei mir schon damals ins Gedächtnis gebrannt.
Cary-Hiroyuki Tagawa
Fazit: Ja, es muss gesagt werden, Mission Farpoint ist eine schwache Episode. Die Handlung ist zäh und langweilig und ja, wäre dieser Pilotfilm in der heutigen Zeit produziert worden wäre (auch wenn grossartige CGI's nun möglich sind), TNG wäre nie in Serie gegangen. Was sehr schade wäre, denn war zwar die erste Season schwach, gings schon mit der zweiten bergauf und ab Season 3 war das Niveau dann auf ganz hohem Level. Aber der vorliegende Pilot ist einfach nur schwach.
Pluspunkte für die neue Enterprise, für DeForest Kelley, für die neue Titelmusik und für die Kindheitserinnerungen.
Schulnote 3.75
"STAR TREK: THE NEXT GENERATION - Mission Farpoint" on IMDB.COM
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