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Dappes
(Les) deutsch Dappenthal (Kt. Waadt, Bez. Nyon). 1260-1200 m. Kleines Grenzthal zwischen der Schweiz und Frankreich, 14 km nw. Nyon. Der schweizerische Anteil am W.-Hang der Dôle gelegen. Steht über den Col de Mijoux mit der weit längern Combe de Mijoux in Verbindung. Zieht zunächst nach NO., dann nach NW. und ist vom Col de Mijoux bis zum französischen Weiler Les Cressonnières 6 km lang. Den W.-Hang des Thales bildet der Mont des Tuffes. Das Thal wird zur Bienne, einem Zufluss zum Ain, entwässert und von der Strasse von Genf und Gex über die Faucille nach Les Rousses und Morez durchzogen. Das kleine und abseits vom Verkehr liegende Thal ist dadurch berühmt geworden, dass es lange Zeit einen Zankapfel zwischen der Schweiz und Frankreich gebildet hat. Schon im 16. Jahrhundert stritten sich Burgund und Savoyen, dann Burgund und Bern um den Verlauf der Landesgrenze in dieser Gegend, die 1564 durch Vertrag festgelegt wurde. Im 18. Jahrhundert neue Schwierigkeiten zwischen Frankreich und Bern, die 1751 u. 1752 dadurch beigelegt wurden, dass das gesamte Thal in Schweizer Besitz blieb. Als aber zu Ende des genannten Jahrhunderts die Dappenthalstrasse erbaut wurde, erhob Frankreich von Neuem Anspruch auf einen grossen Teil des Thales, den Mont des Tuffes und den W.-Hang der Dôle bis zu ihrem Gipfel inbegriffen; 1802 entsprach die Schweiz diesem Wunsche unter der - niemals erfüllten - Bedingung, dass dem Kanton Waadt dafür anderweitiger Ersatz geboten werde. Die Pariser Verträge von 1814 und 1815 gaben das Thal trotz lebhafter Einsprache Frankreichs wieder der Schweiz zurück. Es folgten diplomatische Verhandlungen und bald auch zahlreiche neue Streitigkeiten zwischen den Grenzbehörden beider Länder, die 1851 zur Wiederaufnahme der Frage und nach eingehenden Debatten in den schweizerischen Räten 1862 zu einer endgiltigen Uebereinkunft führten, die den W.-Hang des Thales bis zu einer etwas ö. der Strasse verlaufenden Linie Frankreich zuteilte. Dafür trat dieses an die Schweiz ein ungefähr gleich grosses, n. davon zwischen La Cure und dem ¶
forlaufend
Jouxthal gelegenes Gebiet ab, wodurch die Schweizer Grenze etwas weiter gegen W. vorgeschoben wurde. Die Bewohner der ausgetauschten Gebiete erhielten das Recht, nach ihrer Neigung für eines der beiden Länder zu optieren. (Vergl. die 1858 von Oberst Ami Girard über diese Frage verfasste Denkschrift). In geologischer Hinsicht bildet das Dappenthal die Fortsetzung der von der am Col de Mijoux entspringenden Valserine durchflossenen Mulde der Combe de Mijoux. Die Mulde des Dappenthals besteht aus fossilführenden Schichten des Valangien, Hauterivien und Urgon und hängt unmittelbar mit der nö. vom Col de Saint Cergues eingesenkten Mulde von Les Amburnex zusammen.