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Geschichte
Vom Kloster zur Rehabilitationsklinik
Die Geschichte des Klosters St. Katharinental reicht bis in die Anfänge des 13. Jahrhunderts zurück. Gegründet von Beginen, einer Frauengemeinschaft, die in Diessenhofen ein Spital führte, wurde das junge Kloster 1245 durch einen päpstlichen Entscheid dem Dominikanerorden angegliedert.
Das Kloster St. Katharinental erlebte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Blütezeiten und überstand auch die Reformationswirren nach 1529 unbeschadet. Die Ordensfrauen konnten die wertvollen Klostergüter bewahren.
Klosterschätze in New York
Weltweit bekannte Plastiken und Bildwerke aus dem St. Katharinental sind «Johannes an der Brust des Herrn», eine Zweifigurengruppe von Meister Heinrich in Konstanz um 1300, heute im Museum in Antwerpen, die Heimsuchungsgruppe des sog. Visitatiomeisters in Konstanz um 1320–1340, heute im Metropolitan Museum New York, und das Graduale, ein liturgisches Buch mit Gesängen der Messe. Das Graduale des St. Katharinentals, welches 1312 vollendet wurde, gehört zu den bedeutendsten Handschriften seiner Zeit und Gattung.
Gewachsene Architektur
Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten für die Klosterentwicklung gehört die Priorin Josepha Domenica von Rottenberg (1676 – 1738). Von einer geistigen Erneuerung ihres Ordens beseelt, realisierte sie den Neubau des Klostergebäudes und der Klosterkirche in nur 20 Jahren. Seither sind sowohl das Klostergebäude wie auch die Kirche mehrfach gründlich restauriert und renoviert worden, die Gebäude selber haben jedoch keine Veränderung erfahren.
Im Jahr 1869 wurde das Kloster aufgehoben und die verbliebenen 13 Ordensfrauen siedelten nach Schänis um. Weitere Informationen finden Sie in unserem Kunst- und Kulturführer «Das Kloster St. Katharinental bei Diessenhofen TG».
Die ehemalige Klosteranlage am Rheinufer gilt auch heute noch als ein Ort der Kraft, beschrieben in dem Buch «Orte der Kraft in der Schweiz» von Blanche Merz. Bei einem Aufenthalt in den historischen Gebäuden werden Sie die besondere Ausstrahlung und die wohltuende Ruhe spüren.
Klosterchronik
|1242 – 1246||Ansiedlung einer Glaubensgemeinschaft von Frauen (Beginen) aus Diessenhofen in Katharinental|
|1245||Angliederung an den Dominikanerorden durch päpstlichen Entscheid|
|1312||Vollendung des St. Katharinentaler Graduales, einer der bedeutendsten Handschriften dieser Zeit|
|1529||Reformation in Diessenhofen|
|1694 – 1738||Josepha Dominica von Rottenberg in St. Katharinental, davon die letzten 14 Jahre als Priorin|
|1714 – 1718||Bau des heutigen barocken Klostergebäudes nach Abriss des Altklosters|
|1732 – 1734||Bau der Klosterkirche|
|1733||Orgelbau|
|1818||Das Kloster befindet sich in einer finanziellen Krise, es werden verschiedenste Kunstwerke veräussert.|
|1836||Gründung der Klosterschule|
|1869||Aufhebung des Klosters, die verbliebenen 13 Ordensfrauen siedeln nach Schänis um.|
|1871||Im Klostergebäude wird durch den Kanton Thurgau das «Kranken- und Greisenasyl» eingerichtet.|
|1953||Das Graduale wird im Jahre 1953 bei Sotheby, London, für 368 000.– Franken zurückgekauft.|
|1973||Umbau des Klosters zum «Kantonalen Pflegeheim St. Katharinental»|
|1993||Umbau und Renovation der gesamten Klosteranlage|
|1996||Eröffnung der Rehabilitationsklinik für Erkrankungen des Bewegungsapparates|
|2004 – 2007||Restauration der Klosterkirche|