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Eidg. Berufsprüfungen & höhere Fachprüfungen
Die eidgenössischen Berufsprüfungen (BP) und die höheren Fachprüfungen (HFP) richten sich an Berufsleute mit mehrjährigen Berufserfahrungen, die ihre Kenntnisse vertiefen oder sich auf eine Führungsfunktion vorbereiten möchten. Es werden insgesamt rund 240 anerkannte eidgenössische Berufsprüfungen und 170 höhere Fachprüfungen angeboten. Der grösste Teil fällt jedoch auf eine begrenzte Anzahl von Berufen. Die höheren eidgenössischen Fachprüfungen – im gewerblich-industriellen Bereich auch Meisterprüfungen genannt – verlangen höhere Anforderungen als die Berufsprüfungen.
Der Bund durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) anerkennt die Prüfungsordnungen, die von den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) ausgearbeitet werden. Eine Prüfungsordnung regelt die Zulassungsbedingungen für die einzelnen Prüfungen, das Berufsprofil, die zu erreichenden Kompetenzen, das Qualifikationsverfahren sowie den entsprechenden gesetzlich geschützten Titel. Innerhalb einer Branche wird für eine spezielle Ausrichtung nur je eine eidgenössische Berufsprüfung und eine höhere Fachprüfung vom Bund genehmigt. Vorbereitungskurse für eidgenössische Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen sind nicht reglementiert und auch nicht obligatorisch. Die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) führen ein- oder zweimal pro Jahr die eidgenössisch reglementierten Prüfungen durch. Erlangt werden eidgenössisch anerkannte Titel.
Aufnahmebedingungen
Zu den eidgenössischen Berufsprüfungen wird in der Regel zugelassen, wer mindestens eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung absolviert hat und eine mehrjährige Berufspraxis nachweisen kann. Dasselbe gilt für die eidgenössischen höheren Fachprüfungen, wobei mitunter vorher eine Berufsprüfung erfolgreich abgelegt werden muss. Die Zulassungsbedingungen sind in den verschiedenen Prüfungsordnungen aufgeführt.
Organisation der Ausbildung und Abschluss
Die Prüfungsvorbereitungen sind nicht reglementiert. In der Regel besuchen die Kandidaten und Kandidatinnen Vorbereitungskurse, die von öffentlichen oder privaten Bildungsinstitutionen oder von den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) angeboten werden. Da die Kurse staatlich nicht reglementiert sind, unterstehen sie keiner staatlichen Aufsicht. Inhalte und Programm richten sich nach den Vorschriften der Prüfungsordnungen. Die Kurse werden berufsbegleitend absolviert und dauern zwischen zwei bis vier Semester. Die Vorbereitung kann auch autodidaktisch erfolgen.
Die eidgenössischen Berufsprüfungen werden mit einem eidgenössischen Fachausweis abgeschlossen. Dem Titel der Berufsbezeichnung wird der Zusatz «mit eidgenössischem Fachausweis» (bspw. Informatiker / Informatikerin mit eidgenössischem Fachausweis) beigefügt. Die eidgenössischen höheren Fachprüfungen schliessen mit einem eidgenössisch anerkannten Diplom ab. Der betreffenden Berufsbezeichnung wird der Zusatz «diplomiert» (bspw. diplomierte Grafik-Designerin/diplomierter Grafik-Designer) oder «mit eidgenössischem Diplom» (bspw. Lebensmitteltechnologe /Lebensmitteltechnologin mit eidgenössischem Diplom) oder «Meister» (bspw. Gärtnermeisterin/Gärtnermeister) beigefügt. Die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH) hat Empfehlungen für die Zulassung von Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsbildung zu Bachelorstudiengängen von Fachhochschulen herausgegeben.