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Lipetsk
Rund 430 Kilometer südlich von Moskau liegt die ungefähr 400’000 Einwohner zählende Stadt Lipetsk.
Die Geschichte der Luftwaffenbasis reicht bis ins Jahr 1918 zurück, als der Stützpunkt erbaut wurde. Nach dem ersten Weltkrieg haben Deutschland und die Sowjetunion 1921 einen Vertrag unterzeichnet, der den Deutschen die Möglichkeit zum Aufbau einer geheimen Fliegertruppe ermöglichte, nachdem die Alliierten ihnen den Bau von Militärflugzeugen verboten hatten. Als Ausbildungsort wurde die Basis in Lipetsk gewählt die anschliessend bis zu deren Auflösung, nach der Machtübernahme Hitlers 1933 in Deutschland, betrieben wurde.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde etwa 15 Kilometer südwestlich von Lipetsk das jetzige Trainingszentrum neu gebaut. Heute besteht es hauptsächlich aus dem 4th TsBP i PLS, dem Combat and Conversion Training Center. Nebst dem Ausbilden von Piloten, Ingenieuren und Mechanikern, geht es auch schwergewichtig darum, die Truppentauglichkeit von Flugzeugen, Raketen, Bomben sowie technischer Ausrüstung verschiedenster Art zu prüfen. Dazu werden auf der riesigen Basis Trainingsflüge mit nahezu allen aktiven russischen Militärflugzeugtypen ausgeführt. Im Moment bilden aber die neuesten Su-27/30 Muster sowie die ersten beiden Su-34, die seit 2007 in Lipetsk stationiert sind, Schwerpunkte in den vielseitigen Ausbildungen und Testverfahren.
Am 9. September 2008 wurde unserer kleinen Gruppe bei schönstem Wetter und Temperaturen um 30°C einen Aufenthalt auf dem riesigen Luftwaffenstützpunkt in Lipetsk gewährt. Unter der Aufsicht von zwei freundlichen russischen Offizieren konnten wir direkt an der Startbahn stehen und insgesamt gut 27 Flugbewegungen fotografieren. Es flogen verschiedene Muster der Mig-29, darunter zwei Mig-29 in den seltenen Farben der Russian Falcons, einem weiteren russischen Kunstflugteam welches mit Mig-29 oder Su-27/30 fliegt, (Bilder 3, 4 & 5 v.l. der ersten Reihe, Bild 1 v.l. der zweiten Reihe, Bild 4 v.l. der dritten Reihe), drei Su-24M, verschiedene Muster der legendären Su-25, teilweise mit montierten Kh-25ML Lenkwaffen (Bilder 4 & 5 v. l. der zweiten Reihe, Bild 5 v.l. der fünften Reihe, Bild 5 v.l. der achten Reihe) sowie verschiedene Muster der Su-27/30. Ein besonderes Highlight stellte natürlich das Display der neuen Su-34 dar. Diese wurde vom kommandierenden General des Aviacenters höchstpersönlich pilotiert. Zum Abschluss zeigten uns die Russian Falcons mit vier Su-27/30 ihr Können im nahezu perfekten Formationsflug. Nach gut zweieinhalb Stunden mussten wir unsere Position an der Startbahn wieder verlassen und wurden mit dem Bus vorbei an zahlreich abgestellten Mig-23/25/27/31 aus dem Gelände chauffiert.
Diese intensive Zeit auf einem der wichtigsten russischen Militärflugplätzen gehört zu meinen grössten fliegerischen Erlebnissen und wird unvergessen bleiben!
In der Novemberausgabe des SkyNews.ch ist ein Bild der Su-34 von mir veröffentlicht.