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Die grossen Volkswirtschaften stehen vor einer längeren Phase der Unsicherheit. Das erfordere eine anhaltende lockere Fiskal- und Geldpolitik, was zu einer Vertiefung der sozialen Spaltungen führe: Dies sagte UBS-Präsident Axel Weber an einer Konferenz in Sydney.
Was jetzt auf der Welt passiere, habe es in den letzten fünfzig Jahren noch nie gegeben, so Weber weiter. Deshalb könnten Ökonomen die Entwicklungen möglicherweise nicht verstehen und Prognosen dafür abgeben.
«Unser Verständnis der Wirtschaft, unsere makroökonomischen Modelle basieren hauptsächlich auf diesen letzten 50 Jahren», sagte Weber, der in der Finanzkrise 2008/2009 die Deutsche Bundesbank geleitet hatte. «Weder unser Verständnis der Wirtschaft noch unsere makroökonomischen Modelle sind gut geeignet, um die aktuelle Wirtschaftslage gut zu verstehen und zu prognostizieren.»
«Unser Verständnis der Wirtschaft, unsere makroökonomischen Modelle basieren hauptsächlich auf diesen letzten 50 Jahren.»
Globale Zentralbanken haben die Fremdkapitalkosten reduziert und massive Programme zum Erwerb von Vermögenswerten eingesetzt, um ihre Volkswirtschaften in der Pandemie zu unterstützen. In ähnlicher Weise haben die Regierungen ihre Haushalte tief in die roten Zahlen gebracht, um ihren Bürgern zu helfen und Konjunkturprogramme zu finanzieren, um die wirtschaftliche Erholung anzukurbeln.
In vielen Industrienationen war die Geldpolitik bereits vor Beginn von Covid-19 expansiv, was zu überhöhten Vermögenspreisen führte und die Kluft zwischen Arm und Reich verschärfte.
Mehr politische Unsicherheit
Diese Tendenz dürfte laut Weber anhalten. «Die aktuelle Situation, in der wir uns befinden und in der wir noch einige Jahre bleiben werden, ist schwierig», sagte er. «Mit erhöhter Unsicherheit, hohen Staatsdefiziten und einer sehr expansiven Geldpolitik wird dies die Polarisierung in unserer Gesellschaft weiter verstärken und die wirtschaftliche Unsicherheit um politische Unsicherheit ergänzen.»
Der UBS-Präsident forderte Politiker, Unternehmen und Investoren auf, eine Reihe möglicher Ergebnisse zu berücksichtigen und zu versuchen, ihre Volkswirtschaften, Unternehmen, Gesellschaften und Portfolios «so robust wie möglich» zu machen, um auf die nächste Überraschung vorbereitet zu sein.
«Ich denke, dass es in den nächsten Monaten und Jahren weitere Überraschungen geben wird», sagte Weber.
(«Bloomberg» – rap)
Gross-Banken-Fusion in Spanien
Der Fusionsdruck im spanischen Bankensektor hält an. BBVA und der kleinere Rivale Sabadell gaben am Montag Gespräche über einen Zusammenschluss bekannt, bei denen jedoch keine Entscheidung gefallen sei. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, dies werde im Dezember geschehen. Diskutiert werde gegenwärtig der Aufschlag, den BBVA bei einer Sabadell-Übernahme zahlen würde.
Beide Banken lehnten eine Stellungnahme ab. Im September hatten Bankia und Caixabank einen Zusammenschluss zur grössten Bank Spaniens besiegelt. Seit der Finanzkrise ist dort die Zahl der Geldhäuser geschrumpft. Rückstellungen für drohende Kreditausfälle in der Corona-Krise sowie die niedrigen Zinsen erhöhen den Druck. — (Reuters)