Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03522.jsonl.gz/3094

Dem Südafrikaner Ernie Els gelingt ein sensationeller letzter Turnier-Tag, Adam Scott dagegen bricht völlig ein und verpasst den ersten grossen Titel. Tiger Wodds wird Dritter.
Els feiert mit dem Sieg in Lytham seinen vierten Titel bei einem Major-Turnier
Lytham - Martin Kaymer leckte längst seine Wunden, als Ernie Els die Claret-Jug-Trophäe in den Himmel reckte und seinen vierten Triumph bei einem Major in vollen Zügen genoss.
Der 42 Jahre alte Südafrikaner spielte am Schlusstag auf dem Par-70-Kurs in Lytham eine 68er-Runde mit vier Birdies auf den letzten neun Bahnen und fing den lange führenden Australier Adam Scott noch ab .
Scott brach mit vier Bogeys auf den letzten vier Löchern förmlich ein und kam mit einer enttäuschenden 75 ins Klubhaus. Els hatte die British Open vor zehn Jahren zum ersten Mal gewonnen.
Woods verpasst die Spitze der Weltrangliste
US-Superstar Tiger Woods (277) verpasste als geteilter Dritter beim mit 5,0 Millionen Pfund (umgerechnet 6,3 Millionen Euro) dotierten Turnier die grosse Chance, nach 629 Tagen wieder an die Spitze der Weltrangliste zurückzukehren.
"Es tut mir leid für Scott, aber aus unerklärlichen Gründen war es heute mein Tag", sagte Els, während Scott "einfach nur enttäuscht" war.
Kaymer flüchtete sich zwei Tage nach seinem vorzeitigen Aus bei der 141. British Open in Lytham in Zweckoptimismus.
Kaymer ermahnt sich zur Geduld
"Ich muss Geduld haben, dann geht es wieder aufwärts. Zumindest am zweiten Tag habe ich deutlich besser gespielt", sagte der Mettmanner, der im Vorjahr noch auf dem geteilten zwölften Rang gelandet war.
Trotz einer versöhnlichen 69 auf der zweiten Runde hatte Kaymer nach einer desaströsen 77er-Runde zum Auftakt mit 146 Schlägen erstmals in diesem Jahr den Cut bei einem Major verpasst. Insgesamt reichte es für Kaymer bei seinem 19. Major bereits zum achten Mal nicht für die finalen Runde .
Seit November 2011 ohne Turniersieg
Ein Double-Bogey nach einem missratenen Abschlag auf der dritten Bahn hatte alle Hoffnungen auf eine Aufholjagd bereits früh zunichte gemacht. "Auf einer Open Championship darf man sich nicht einen schlechten Schlag erlauben", sagte Kaymer.
Durch den verpatzen Auftritt im Royal Lytham and St. Annes Club verkommt 2012 für den früheren Branchenführer immer mehr zum Seuchenjahr. Erst ein Top-Ten-Ergebnis bei einem US-Turnier steht für Kaymer in diesem Jahr zu Buche. Der letzte Turniersieg datiert aus dem November 2011.
In der Weltrangliste stürzte der 18-malige Turniersieger auf Rang 15 ab, nachdem er erst im Februar 2011 als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer den Golfthron erklommen hatte.
Zittern um den Ryder-Cup
Auch die Qualifikation für das Ryder-Cup-Duell zwischen Europa und den USA in Medinah/Illinois (25. bis 30. September) wird zur Zitterpartie.
Ein Grund für den Abstieg: Die hohen Ansprüche des 27-Jährigen.
Er sei mit seinen Möglichkeiten unzufrieden gewesen, sagte Kaymer: "Ich konnte den Ball nicht dahin schlagen, wohin ich ihn haben wollte."
Er wollte unbedingt den Draw, einen Schlag mit einer Rechts-Linkskurve, in sein Repertoire aufnehmen, um auch endlich einmal beim US-Masters in Augusta/Oregon gross aufspielen zu können.
"Werde die Schläger drei Tage nicht anfassen"
Ein ausgelaugter Marcel Siem hatte mit 144 Schlägen den Cut um einen Schlag verpasst.
"Ich werde die Schläger drei Tage nicht anfassen, ich bin kaputt nach fünf Wochen Turnieren am Stück", sagte Siem, der vor zwei Wochen in Paris seinen ersten Sieg nach rund acht Jahren gefeiert hatte.
Derweil hatte der Inder Anirban Lahiri mit einem Hole-in-One auf seiner dritten Bahn der dritten Runde den Stars kurzzeitig die Show gestohlen.
"Es wird immer besser, das ist das Sahnehäubchen", sagte der 25-Jährige, der das Turnier auf dem geteilten 31. Platz beendete.
SPORT1