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Die Kriminalitätsrate in Guatemala ist sehr hoch, alleine im Jahr 2018 wurden 101 Mordfälle pro Woche gemeldet. Die Dunkelziffer ist noch höher. Eine der Städte, die am meisten davon betroffen ist, ist Escuintla im Südwesten von Guatemala, etwa eine Stunde von Antigua entfernt. Escuintla ist nach Guatemala City und Quetzaltenango die drittgrösste Stadt Guatemalas.
Letzte Woche wurde Lesli Daniela, eines der Mädchen, die wir mit unserem Schulmaterial-Projekt unterstützen, bei einem Drive-By-Shooting am Kopf angeschossen während sie in einem Supermarkt war. Der Vorfall ereignete sich in einem Dorf im Bezirk Escuintla. Leider kommen Drive-By-Shootings in Guatemala aufgrund der Gang-Kriminalität sehr häufig vor. Manchmal werden Menschen schon für einen Betrag von umgerechnet 110 $ getötet, weil sie das “Versicherungsgeld” an die Gangs nicht bezahlt haben.
Die Kugel, die in Leslis Kopf steckte, wurde ihr nur entfernt, weil sie Teil unseres Schulprojekts ist und wir dank der Spenden den Eingriff für sie bezahlen konnten. Wenn wir den Eingriff nicht bezahlt hätten, hätten die Ärzte bei Lesli nicht einmal einen Hirnscan vorgenommen. Alle Kinder, die wir mit Schulmaterial ausstatten, bekommen auch Zugang zu medizinischer Behandlung, wenn sie diese benötigen.
Das Gesundheitswesen in Guatemala ist für die Menschen nicht frei zugänglich. Jede Behandlung, die über die “Grundversurgung”, eine Art “Erste Hilfe”, hinausgeht, muss von den Patienten selbst bezahlt werden. Aufgrund der hohen Armut in der Bevölkerung kann sich ein Grossteil diese Behandlungen nicht leisten.
Lesli konnte glücklicherweise mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden und erholt sich nun zu Hause. Sie ist eine der fleissigsten Schülerinnen, die wir betreuen und bekam gerade vor Kurzem ein neues Paar Schuhe, weil sie so gute Noten schreibt.
Dieser Vorfall war für uns alle ein grosser Schock, doch leider sind diese Dinge Teil des täglichen Lebens für die Menschen in Guatemala. Lesli hatte sehr viel Glück, dass die Kugel in ihrem Kopf ohne weitere Schäden im Gehirn entfernt werden konnte.
Wir wissen, dass es unzählige weitere Geschichten wie diese in Guatemala gibt und haben es uns daher zum Ziel gesetzt, so vielen Kindern wie möglich eine bessere Zukunft zu ermöglichen, indem wir sie mit Schulmaterial ausstatten und ihnen so Zugang zu Bildung und dem Gesundheitswesen ermöglichen.