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Gleich zwei Vorabmeldungen wurden heute Nachmittag veröffentlicht, beide zum gleichen Fall. (Es lohnt sich also vielleicht, heute die „Rundschau“ einzuschalten und morgen die „Weltwoche“ zu kaufen.)
Die Erste um 15:49 Uhr, von Weltwoche-Redaktor Alex Baur:
Die Weltwoche hat die beiden anonymen Kronzeugen ausfindig gemacht, aufgrund deren Aussage das TV-Magazin Rundschau Professor Christoph Mörgeli vorwirft, er habe Doktortitel für „simples Abschreiben“ verliehen. Dabei stellte sich heraus, dass der eine anonyme Informant als Doktorand bei Mörgeli kläglich scheiterte. Die andere Informantin gibt an, sie sei von der Rundschau falsch zitiert worden.
Wie die Weltwoche in ihrer morgigen Ausgabe berichtet, figuriert der von der Rundschau lediglich als Silhouette gezeigte Hauptinformant der Rundschau zwar bei einem Schulzahnärztlichen Dienst und als Sponsor eines Sportvereins unter dem Titel „dr. med. dent.“ Die Betroffenen erklärten auf Anfrage, es handle sich dabei um ein „Versehen“. Tatsächlich scheiterte der Mann – entgegen der Darstellung der Rundschau handelt es sich nicht um einen Arzt, sondernd um einen Zahnarzt – als Doktorand bei Professor Mörgeli, wie er gegenüber der Weltwoche selber einräumte. Das angeblich simple Transkribieren alter wissenschaftlicher Schriften überforderte seine Kapazitäten.
Die Weltwoche hat auch eine zweite anonyme Zeugin der Rundschau aufgespürt, die bei Professor Mörgeli doktoriert hatte. Wie die Frau über ihren Anwalt mitteilen liess, sei sie vom Schweizer Fernsehen falsch zitiert worden. Rundschau-Journalist Marc Meschenmoser fabrizierte aus einem einzigen Telefonat, das „höchstens zwei bis drei Minuten“ gedauert habe, ein „Geständnis“, wonach die Doktorandin keine „wissenschaftliche Arbeit“ geleistet und lediglich Texte aus dem Bulgarischen auf Deutsch übersetzt habe. Nach Darstellung der Zahnärztin ist dies falsch. Sie habe ihre Dissertation aufgrund von Quellen, die sie in Bulgarien zusammengetragen hatte, zuerst auf Bulgarisch verfasst und danach auf Deutsch übersetzt. Bei ihrer Dissertation habe es sich, anders als von der Rundschau behauptet, gerade nicht um eine Transkription alter Schriften gehandelt.
Die Anwürfe der Rundschau gegen den streitbaren SVP-Nationalrat und Professor Christoph Mörgeli brechen damit in sich zusammen. Der Vorwurf die, Dissertanten hätten mit dem Wissen von Mörgeli gemogelt, gelogen und betrogen fällt auf die Rundschau von SRF zurück. Gegenüber der Weltwoche erklärte die Rundschau, sie halte an ihrer Darstellung fest und weise den Vorwurf der Desinformation dezidiert zurück. Die Hintergründe dazu in der Weltwoche von morgen Donnerstag.
(axb.)
Und die Zweite um 16:35 Uhr, von der SRF-Pressestelle:
1. Es trifft nicht zu, dass die «Weltwoche» den anonymen Informanten ausfindig gemacht hat, der als Kronzeuge in der «Rundschau» aufgetreten ist. Das hält die «Rundschau» dezidiert fest. Es handelt sich bei der Person, die in der «Rundschau» anonym aussagte, definitiv nicht um den von der «Weltwoche» genannten Zahnarzt. Die «Rundschau» hat diese Person nie kontaktiert. Die «Rundschau» nimmt die versuchte Offenlegung der Identität des Zeugen zur Kenntnis. Gleichzeitig halten wir fest, dass der Quellenschutz durch die «Rundschau» gewährt wurde und gewährt bleibt.
2. Die «Rundschau» hält zudem fest, dass eine zweite Zeugin korrekt zitiert wurde – entgegen der Darstellung in der «Weltwoche». Die «Rundschau» weist diese und alle weiteren Unterstellungen in aller Form zurück. Wir halten nach wie vor an unserer Berichterstattung fest.