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Aktuell
Im Jahr 2020 wurde mit dem Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels begonnen. Viele Vorarbeiten, wie die Verlegung der Zugänge zum Service- und Infrastrukturstollen oder der Bau der Zugangsstollen zu den geologischen Störzonen im Norden und Süden, werden im Laufe des Jahres 2023 abgeschlossen sein. 2024 kann der Ausbruch des Haupttunnels mit zwei Tunnelbohrmaschinen beginnen. Die ersten Arbeiten für den Ausbruch des Haupttunnels sind bereits im Gange: In Göschenen ist die Betonkaverne mit einem beeindruckenden Volumen von rund 40'000 m3 vollständig ausgebrochen. Sie wird Platz für die Betonproduktionsanlage bieten, die Anfang 2024 in Betrieb gehen wird. In Airolo wird die Tunnelbohrmaschine ab Mitte 2024 ihre Reise in Richtung Norden antreten.
Weitere Informationen und aktuelle Meldungen zum Projekt finden Sie unter www.gotthardtunnel.ch
Zeitrahmen für den Bau
2020 –2030
Unmittelbar nach der Fertigstellung der zweiten Tunnelröhre wird die Sanierung der ersten Röhre in Angriff genommen (2029–2032).
Art der Arbeiten
Bau einer zweiten Tunnelröhre, ohne Kapazitätserhöhung der Autobahn.
Zweck
Der Gotthard-Autobahntunnel ist mehr als 30 Jahre alt und muss aus Sicherheitsgründen zwischen 2020 und 2025 (mit Übergangsmassnahmen bis spätestens 2035) saniert werden. Die Sanierung umfasst umfangreiche Arbeiten an der Tunneldecke und den -wänden (mit Sprengungen). Eine Totalsperrung ist daher unumgänglich. Damit der Kanton Tessin auch während dieser rund dreijährigen Totalsperrung gut erreicht werden kann, hat der Bundes-rat beschlossen, eine zweite Röhre zu bauen und anschliessend die bestehende Röhre zu sanieren. Die dafür notwendige Änderung des Alpenverkehrsgesetzes (Art. 84) wurde am 28. Februar 2016 in einer Volksabstimmung angenommen. Dies bedeutet eine grosse Investition, die jedoch langfristig gerechtfertigt ist, da der Tunnel alle rund 30 Jahre saniert werden muss. Die zweite Röhre bringt nicht nur die Redundanz der Verbindung, sondern erhöht dank der Trennung der Verkehrsströme auch die Sicherheit.
Projektbeschrieb
• Bau der zweiten, ca. 17 km langen Röhre, 40 m östlich des bestehenden Service- und Infrastrukturstollens, an den sie durch Quergänge für Fussgänger und Fahrzeuge angeschlossen wird. Diese Quergänge werden alle 250 m eingebaut.
• Der kreisförmige Regelquerschnitt des Tunnels umfasst neben dem Verkehrsraum den Raum für die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA) und Fluchtwege, einen Werkleitungskanal (WELK) für die Nieder-, Mittel- und Hochspannungsleitungen sowie die Brandschutzleitung. Zudem ist ein separater Kanal für die Verlegung einer Swissgrid-Hochspannungsleitung (220 kV ) vorgesehen.
• Im Bereich des Südportals sieht das Projekt im Rahmen der flankierenden Massnahmen die Umgestaltung des Autobahnanschlusses Airolo mit einer Teilüberdeckung der Autobahn vor. Diese Umgestaltung ermöglicht kompaktere Strassenver-bindungen in der Nähe des Südportals des Gotthard-Autobahntunnels, eine dauerhafte Ablagerung von überschüssigem Ausbruchmaterial in der Nähe des Portals und eine Aufwertung des gesamten Talbodens.
• Das Projekt sieht zudem eine ganze Reihe von ökologischen Ausgleichsmassnahmen vor, darunter die teilweise Überdeckung der Autobahn, wodurch 160'000 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen geschaffen werden können, die den gesamten Talboden der Leventina aufwerten.
• Auf Urner Seite sind neben der ökologischen Aufwertung des Göscheneralptals eine neue Fernwärmeleitung für die Gemeinde Göschenen sowie der Bau von dauerhaften Gebäuden für die Unterbringung von Arbeitern vorgesehen.
Verkehrsmanagement
Während der Bauphase kommt es zu keinen besonderen Beeinträchtigungen des Durchgangsverkehrs.
Kosten
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 2,053 Milliarden Franken (ohne Mehrwertsteuer, Kostenschätzung +/- 15 %).