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Madagaskar
MAD19: Ausbildungszentren CEDAR für gestärkte und autonome Kleinbauernfamilien
Zeitraum: September 2019 – Dezember 2022
Projektregion: Region Anamalanga, Madagaskar
Anzahl begünstigter Familien: 600 Kleinbauernfamilien und 500 Schulkinder Partnerorganisationen: Ecovillage Madgascar, Tsiky'Tsika
Auf dem Inselstaat vor dem südöstlichen Zipfel Afrikas leben neun von zehn Madagassen in extremer Armut und jedes zweite Kind unter fünf Jahren ist chronisch mangelernährt. In kaum einem anderen Land der Welt ist die Lage so dramatisch – und sie wird durch die Folgen des Klimawandels verschärft: Die Mehrheit der Menschen sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die oft weniger als eine halbe Hektare Land bebauen und deren Erträge hochgradig vom Regen abhängen.
Die wichtigsten Produkte sind Reis in der Regenzeit und Gemüse in der Trockenzeit. Wasser wäre an vielen Orten auch in ausgeprägten trockenen Regionen in wenigen Metern Tiefe oder in Flüssen und stehenden Gewässern vorhanden. Jedoch behindert die mühsame Beförderung des Wassers auf die häufig zerstückelten Parzellen an Hanglagen eine effiziente Nutzung.
Im September 2019 ist in der zentralen Provinz Anamalanga das Projekt „Entwicklung und ländliche Autonomie“ lanciert worden. Verantwortlich für die Durchführung sind zwei lokale Nichtregierungsorganisationen: Ecovillage Madagascar und Tsiky Tsika. Beide lokalen NRO befassen sich mit Bewässerung und Agrarökologie. Aus diesem Grund sind sie in einem Projekt zusammen gefasst, auch wenn sie unterschiedliche Methoden verfolgen: Ecovillage richtet Modellzentren (CEDAR) ein, in denen aufgezeigt wird, wie Agrarökologie funktioniert und wie sie zur Unabhängigkeit der KleinproduzentInnen beitragen kann. Angesprochen werden die umliegenden Bäuerinnen und Bauern sowie alle Besucher der Modellzentren. Ecovillage arbeitet seit mehreren Jahren in der Verbreitung ökologiescher Anbaumethoden (Permakultur) und ist in Madagaskar bestens vernetzt. Tsiky Tsika ist eine junge lokale NGO, die direkt mit KleinproduzentInnen arbeitet. Sie verfügt über das notwendige Know-how in Bewässerungstechnologie sowie im organischem Landbau, das sie sich im vorangehenden Projekt angeeignet hat.
MAD21: Zara Ala (forêt alimentaire), Pilotprojekt
Zeitraum: Januar 2021 – Dezember 2023
Projektregion: Region Anamalanga, Madagaskar
Anzahl begünstigter Familien: 2 Primarschulen (104 Schülerinnen, 130 Schüler), 100 Kleinbauernfamilien
Partnerorganisationen: Ecovillage Madgascar, Association Co3xist
Hungrige Bauernfamilien sind es gewohnt, Wälder zu verbrennen und Bäume zu fällen, um Kohle zu gewinnen und Reis, Maniok und Mais anzubauen. Aufforstung findet in Madagaskar selten statt und die Wälder werden nicht so bewirtschaftet, dass Bauernfamilien einen Nutzen daraus ziehen können. Zwei Faktoren haben die wirtschaftliche Situation der Familien im Jahr 2020 weiter verschärft: der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Covid-Pandemie und der Mangel an Regenfällen. Entsprechend sind die Preise für Grundnahrungsmittel gestiegen und die Kriminalität hat zugenommen.
Im Rahmen des Pilotprojekts werden in der Region Anamalanga 5 Hektaren Land rund um einen kleinen See und traditionelle Reisanbauparzellen aufgeforstet. Die Kleinbauernfamilien werden in die Prinzipien der Permakultur eingeführt, die Kinder von zwei Primarschulen werden über die Bedeutung der Agroforstwirtschaft und einer gesunden Ernährung sensibilisiert. Aus den nachhaltig bewirtschafteten Wäldern werden die Kleinbauernfamilien Ressourcen gewinnen können, um die Bodenfruchtbarkeit Ihrer Felder zu steigern und ihre Ernährungssouveränität zu verbessern. Wenn sich der Projektansatz bewährt, kann das Model an zahlreichen weiteren Orten umgesetzt werden.