Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/603

Mike Stoll wusste wieder einmal sehr interessante historische Details und Anekdoten aus und über Basel zu berichten.
Die Führung begann am St. Urbans-Brunnen, der bemerkenswerterweise Papst Urban darstellt in der reformierten Stadt Basel. Als Schutzpatron der Weinbauern wagte man es nicht, ihn zu entfernen. Jedes Jahr am 25. Mai wird hier noch immer dem heiligen Urban gedacht.
In der Petersgasse 34 war Basels Reformator Johannes Oekolampad um 1500 als Korrektor beschäftigt, unter anderem auch für die Bücher von Calvin. Die Reformation verbreitete sich in wesentlichen Teilen durch das geschriebene Wort mit Büchern aus Basel.
Der Basler Daig geht eigentlich nicht auf den Teig zurück, sondern auf das Wort Deich oder Mauer. Es waren die Herrschaften, die an der Mauer wohnten, in Basel also oben. Im 15. Jahrhundert bestand der Basler Daig aus Familien wie Flachsland, Andlau, Offenburg, Bärenfels, Münch, oder Ettingen. Beim grossen Erdbeben 1356 verlieren sie viele der Liegenschaften in der Stadt. Man zog aufs Land, um weiterhin die Bauern zu beschützen und natürlich den Zehnten nicht zu verlieren. Der neue Daig sind Händler und Hugenotten, die die Liegenschaften in der Stadt übernehmen (und keine Ritter sind).
Johann Peter Hebel wurde am Totentanz in Basel geboren und hatte viele Berühmtheiten wie Goethe zu Gast. Neben Mundartgedichten stammt von ihm auch z’Basel a mym Rhy.
Wie wir lernten, waren im Mittelalter alle Kirchen im oberen Teil der Stadt, unter anderem, um die Friedhöfe vor dem Hochwasser der Birsig zu bewahren.
Ueber das Totengässli wurden die Toten aus dem unteren Teil der Stadt zum Friedhof getragen. Man kann die Funktion noch erkennen an der geschwungenen Gasse, die breiter ist als andere Gassen und Podeste zum Verschnaufen für die Sargträger bietet.
Der Spalenberg hat seinen Namen von den Spalen (Holztritten), die den Aufstieg erleichterten.
Der Rosshof ist schon seit dem Mittelalter ein Parking: Das Ross als Rittergefährt wurde hier prominent als Statussymbol parkiert, ganz wie heute die Autos. Pferde waren für das gemeine Volk.