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Die Crohn’sche Erkrankung zählt zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten. Synonyme für Morbus Crohn sind Enteritis regionalis und Ileitis terminalis. Kennzeichnend ist ein meist schubweiser Verlauf mit Episoden von Bauchschmerzen und Durchfällen, unterbrochen von Phasen relativen Wohlbefindens.
Der Häufigkeitsgipfel des Auftretens liegt im jüngeren Erwachsenenalter.
Die Entzündung ist in mehr als einem Drittel der Fälle im unteren Teil des Dünndarms (Ileum) und im angrenzenden Dickdarm lokalisiert (Abb. a), in je etwas weniger als einem Drittel ausschliesslich im Dünndarm oder ausschliesslich im Dickdarm. Sie erfasst alle Schichten der Darmwand und typisch ist der Befall einzelner nicht zusammenhängender Darmabschnitte, die sog. diskontinuierliche Ausbreitung. Selten erkranken alle Abschnitte des Magen-Darm-Trakts (Abb. b). Die Entzündung führt zu Schleimhautgeschwüren und reaktiver Bindegewebswucherung mit Wandstarre und Verengung von Darmschlingen. Charakteristisch für einen schweren Verlauf ist die Tendenz zur Bildung von Verwachsungen im Bauchraum, von Fisteln und Abszessen.
New Yorker Arzt (1884 – 1983), befasste sich intensiv mit der Krankheit, die nun seinen Namen trägt.
Fachausdruck für den Dickdarm.
Das lateinische Wort für Krankheit.
Sie entsteht, indem das Immunsystem körpereigenes Gewebe schädigt. Es werden sog. Autoantikörper gebildet.
„Loch“ in der Darmwand mit der Folge, dass Darmgase und Stuhl in die Bauchhöhle gelangen. Folge ist eine Bauchfellentzündung. Verb: perforieren.
Pathologischer (krankhafter) Verbindungsgang zwischen inneren Organen oder von einem inneren Organ (Darm, Blase, Niere) zur Körperoberfläche. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen „fistula“, was Röhre oder Pfeife bedeutet.
Der unterste Abschnitt des Dünndarms. Im rechten Unterbauch befindet sich der Übergang zum Dickdarm (Kolon).
Unterdrückung der körpereigenen Abwehrreaktionen, die körpereigene Abwehr wird eingedämmt. Davon abgeleitet: immunsuppressiv, immunsupprimierend. Entsprechende Medikamente heissen Immunsuppressiva.
Nachlassen der Symptome, beschwerdefreie Zeit.
Medikamente, die immunologische Vorgänge hemmen, indem sie entzündungsvermittelnde Botenstoffe des Immunsystems blockieren.
Geschwür, ein tiefliegender Defekt von Haut oder Schleimhaut. Adjektiv: ulcerosa bzw. ulcerös, geschwürig.
Die Ursachen sind in ihren Einzelheiten nicht geklärt, ebenso wenig wie für die Colitis ulcerosa. Sicher handelt es sich um ein Geschehen, das von mehreren Faktoren abhängt, deren Bedeutung unterschiedlich zu gewichten ist.
Hauptsymptome sind Bauchschmerzen und Durchfälle.
Bei hoher entzündlicher Aktivität sind gelegentlich Symptome ausserhalb des Verdauungstrakts zu beobachten:
Diät: Für beschwerdefreie Intervalle wird so genannte Darmschondiät kontrovers beurteilt, von unerlässlich bis nutzlos. Immerhin ist es plausibel, einen empfindlichen Darm nicht mit reichlich schwer verdaulichem Volumen oder blähendem Gemüse zu belasten. Am besten ermittelt jeder Betroffene die für ihn geeignete Nahrung selbst, unterstützt durch fachkundige Beratung. So lässt sich erreichen, dass ausreichend Nährstoffe (Fette, Eiweisse, Kohlehydrate) aufgenommen werden.
Schwangerschaft: Das Vorliegen eines Morbus Crohn schliesst eine Schwangerschaft nicht grundsätzlich aus. Sinnvollerweise wird die Empfängnis in der Zeit einer Remission geplant. Ob die Schwangerschaft an sich zur Ursache eines Schubes werden kann, ist nicht schlüssig geklärt. Wie dem auch sei, es ist zu beachten, dass sich wegen des werdenden Kindes nicht alle Medikamente einsetzen lassen, und dies gilt auch für die Stillzeit.
Was den Mann betrifft, sollte er nicht in Behandlung stehen. Bei Einnahme gewisser Medikamente ist die Zeugungsfähigkeit herabgesetzt, bei anderen gibt es Verdachtsmomente, dass die Missbildungsrate beim Fetus erhöht ist.
Insbesondere bei schwerer Erkrankung ist es empfehlenswert, psychotherapeutische Unterstützung zu suchen. Selbsthilfegruppen geben Tipps und Hilfestellungen (s. unten, bei den weiterführenden Links).
Wenn wiederholt Bauchschmerzen und Durchfall ohne erkennbare Ursache auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Bei bekannter Krankheit sollten Betroffene selbst den Verlauf gut beobachten und bei Anzeichen eines Schubes rasch Ihren Arzt aufsuchen, weil dann eine besonders konsequente Therapie nötig ist.
Zur Diagnose bedarf es verschiedener Untersuchungen: Darmspiegelung (Koloskopie) und eventuell Magenspiegelung (Gastroskopie), jeweils mit Entnahme von Gewebeproben, Ultraschall, Magnetresonanz- und Computer-Tomographie (MRT und CT). Dennoch ist die Abgrenzung von der Colitis ulcerosa nicht immer auf Anhieb möglich.
In jedem bestätigten Fall ist eine kontinuierliche ärztliche Betreuung und Langzeittherapie erforderlich. Zum einen ist es wichtig, die Therapie zu überwachen und immer wieder anzupassen, zum anderen können nur so Komplikationen rechtzeitig erkannt werden.
Wenn irgend möglich wird versucht, die Krankheit mit Medikamenten in Schach zu halten und auf eine Operation zu verzichten.