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Der Kanton St.Gallen untersucht die Qualität des Grundwassers mittels Messung von zahlreichen Stoffen und Stoffgruppen. Einige Stoffe werden auf dieser Seite näher beschrieben, andere sind in den Geoportalkarten auf der Seite "Messwerte" aufgeführt.
Keimbelastung
Generell weist bei uns bereits das Grundwasser eine geringe Belastung mit aeroben mesophilen Keimen auf. Die gemessenen Werte sind auch von der Witterung bei der Probenahme abhängig. Erhöhte Werte messen wir vor allem bei Messstationen in Karstgebieten und bei stark heterogenen Kluft-Grundwasserleitern. Die hohen Fliessgeschwindigkeiten vermindern bei solchen Untergrundverhältnissen das Reinigungsvermögen. Mit geeigneten Aufbereitungsmassnahmen wird vor der Abgabe als Trinkwasser durch die örtlichen Wasserversorger die Keimbelastung auf die gesetzlich zulässigen Werte reduziert.
Metalle
Bei den Metallen und Schwermetallen (Bleit, Kupfer, Nickel, Zink, Antimon, Cadmium u.a.) haben wir keine Hinweise auf Verunreinigungen des Grundwassers festgestellt. Die Werte sind im Spurenbereich und somit keinesfalls umweltgefährdend. Erhöhte Werte von Zink führen wir auf zinkhaltige Materialien bei den Fassungsbauwerken zurück.
Chlorothalonil und Abbauprodukte
Der in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingesetzte Wirkstoff Chlorothalonil (ein Mittel gegen Pilzbefall) baut sich im Wasser und im Boden sehr schnell ab. Zurück bleiben jedoch noch viele Jahre danach messbare Abbauprodukte (sogenannte Metaboliten). Die heute verwendeten Messmethoden erlauben einen Nachweis in ganz kleinen Mengen, als Spurenstoffe. Chlorothalonil geriet in den letzten Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit, da Forscher der EAWAG erhöhte Konzentrationen im Grundwasser an verschiedenen Orten in der Schweiz gemessen hatten.
Bei im Kanton St.Gallen durchgeführten Untersuchungen fanden wir bei fünf der 62 untersuchten Messstellen Konzentrationen von Abbau- oder Transformationsprodukten, die über dem Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter lagen. Die fünf Messstellen befinden sich im Fürstenland, im Sarganserland und im Werdenberg. Bei 46 Messstellen konnten keine Abbauprodukte von Chlorothalonil nachweisen.
Der Kanton rechnet damit, dass die Abbauprodukte des Wirkstoffs noch Jahre im Grundwasser messbar sein werden. Allerdings nimmt die Konzentration im Verlauf der Zeit ab. Die regelmässigen Messungen des Kantons zeigen, dass das Trinkwasser im ganzen Kanton ohne Bedenken getrunken werden kann. Bei der Überwachung der Wasserqualität steht der Kanton in engem Austausch mit den Wasserversorgern.