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Wissenswertes über den
Vierwaldstättersee
Der Vierwaldstättersee wird
von der Reuss durchflossen. Von deren Einmündung bis zum
Ausfluss ist er 38 km lang. Er ist in mehrere Becken
gegliedert: Luzerner Bucht, Küssnachter Bucht und
Alpnachersee, die Buchten von Horw, Stansstad, Weggis,
Buochs, Gersau sowie der Urnersee.
Die Reuss kommt als Bergfluss
aus dem Gotthardmassiv. Sie bringt grosse Mengen
Material aus den Bergen. Der Reussgletscher hat am Ende
der letzten Eiszeit vor 12’000 Jahren den See
hinterlassen.
Im Bereich des Reussdeltas
zwischen Flüelen und Seedorf wird der See teilweise
wieder aufgeschüttet. So entstehen aus dem
Ausbruchmaterial des Umfahrungstunnels Flüelen und des
Gotthard-Basistunnels wieder Flachwasserzonen, die durch
den Kiesabbau verschwunden waren.
Das Klima rund um den
föhnbegünstigten und von Bergen geschützten
Vierwaldstättersee ist mild und die Vegetation gleicht
weitgehend derjenigen des Kantons Tessin. An den
Seeufern wachsen u.a. Hanfpalmen, Feigen, Yuccas und
Zypressen.
In der Mitte der Bucht von
Buochs hat der See mit 214 m Tiefe seine tiefste Stelle.
Weggis, Vitznau und Greppen
sind am Ostufer des Sees eine Luzerner Exklave. Ihnen
gegenüber am Fuss des Bürgenstocks, der auf Unterwaldner
Gebiet steht, gehört ein Streifen des Südufers ebenfalls
als Exklave zu Luzern.
Bis zum Bau der Axenstrasse
1863 bis 1865 war der Wasserweg die einzige mögliche
Verbindung zum Kanton Uri, zum Gotthardpass und damit
auch der einzige Weg von den Hansestädten im Norden zu
den Häfen und Handelsstädten am Mittelmeer, ob Genua
oder Venedig. Nach dem Bau der Gotthardbahn und der
Gotthardautobahn ist die Gegend um den
Vierwaldstättersee immer noch ein Verkehrsknoten.
Der Vierwaldstättersee weist
mit seinen verschiedenen Seebecken eine äusserst
vielfältige Struktur auf. An seiner rund 160 km grossen
Uferlänge findet man vom flachen Kiesufer bis zum
steilen Felsufer alle Abstufungen. Leider ist nur noch
rund ein Fünftel der Ufer naturnah.
Der Vierwaldstättersee wird
auf verschiedene Weise genutzt. Er dient als
Trinkwasserreservoir. Er ist der grösste Freizeit- und
Erholungsraum in der Zentralschweiz. Er ist touristisch
von überragender Bedeutung. 42 Badeanlagen säumen seine
Ufer. Über 8'000 private Motor- und Segelboote und 20
öffentliche Kursschiffe der SGV befahren den See. An
sechs Stellen wird im See Sand und Kies gewonnen. Beim Reussauslauf erzeugt das Kraftwerk Mühleplatz in Luzern
Strom. Der Fischbestand des Vierwaldstättersees ist für
23 Berufsfischer Lebensgrundlage. Nicht zuletzt leben
rund 200'000 Personen im Einzugsgebiet des
Vierwaldstättersees.
Die verschiedenen Nutzungen
des Vierwaldstättersees führen zu Nutzungskonflikten.
Hafenanlagen gefährden ökologisch wertvolle
Flachwasserzonen, ein übermässiger Motorbootverkehr
führt zu Konflikten mit dem Ruhebedürfnis der Anwohner
und Touristen sowie mit der Berufsfischerei. Sich
ausbreitende Siedlungen und Industrieanlagen führen zur
Zerstörung weiterer Naturufer.
Die Seeregulierung hat die
Aspekte des Hochwasserschutzes und des Naturschutzes der
Riedgebiete, der Fischerei und der Schifffahrt zu
berücksichtigen.