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Wie ist die Lage vor den ersten Lockerungen?
Martin Ackermann erläuterte, dass sich die Fallzahlen in der Schweiz innerhalb der letzten vier Monate knapp drei Mal halbiert haben. Derzeit stagnieren sie auf dem Niveau des Höchststandes der ersten Welle. Berns Kantonsärztin Linda Nartey spricht von einer «labilen Lage».
Acht Kantone hätten im Moment noch einen R-Wert über 1. Appenzell Innerhoden, Solothurn, Schaffhausen, Tessin, Waadt, Thurgau, Freiburg und Wallis. Die Anzahl spontaner Tests ist eher rückläufig. Es sei wichtig, dass sogar eher mehr getestet werde. Sobald mehr einfach verfügbare und «angenehme» Tests vorhanden seien, werde sich die Pandemie dadurch besser handhaben lassen.
Quelle: CH Media Video Unit
Wie entwickeln sich die Corona-Mutanten?
Der Anteil der Corona-Mutationen beträgt zurzeit rund 60 Prozent und steigt weiter an, erklärt die Taskforce. Es sei davon auszugehen, dass die britische Virusvariante bald die Mehrheit der Coronafälle ausmache, so Ackermann. Er schätzt, dass die britische Mutation rund 50 Prozent ansteckender ist als die die ursprüngliche Virusvariante.
Es gibt aber auch positive Nachrichten. Die Entwicklung in den letzten Wochen hat gezeigt, dass die Schweiz in der Lage war, die Entwicklung der Virus-Mutation positiv zu beeinflussen. Die britische Variante hat sich nicht so schnell verbreitet, wie von der Taskforce befürchtet. Dies spreche für die Wirksamkeit der Massnahmen und gegen eine zu schnelle Öffnung, so Ackermann weiter. Länder wie Grossbritannien und Irland hätten ihre Massnahmen mit dem Aufkommen der neuen Varianten gelockert und einen viel schlechteren Verlauf gesehen.
Quelle: CH media Video Unit
Wann kann schneller geimpft werden?
Virginie Masserey rechnet damit, dass im Mai und Juni massiv mehr geimpft werden kann. Im April werden wieder grössere Ladungen Impfstoff erwartet. «Das Ziel, bis im Sommer einen grossen Teil der Bevölkerung impfen zu können, liegt immer noch im Bereich des Möglichen.» Derzeit sei etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung geimpft.
Wann kommt der neue Impfstoff von Johnson & Johnson in die Schweiz?
Der neue Impfstoff, der nur einmal verabreicht werden muss, gilt als neuer Hoffnungsträger und könnte schon bald in der Schweiz zugelassen werden. Virginie Masserey bestätigt, dass der Bund bereits mit dem Konzern am Verhandeln sei. «Wenn die Verträge abgeschlossen sind, werden wir dies kommunizieren.»
Nach dem Fasnachtsumzug in Einsiedeln, zu dem sich über 1'000 Menschen versammelten, sind die Fallzahlen in Einsiedeln nicht explodiert. Warum war der Umzug kein Superspreader-Event?
Man wisse nicht, ob die anwesenden Fasnächtler alle aus Einsiedeln kamen oder nicht. Deshalb sei es schwierig diese Frage zu beantworten. «Vielleicht war es einfach auch nur Glück», sagt Masserey. Martin Ackermann betont, Menschen zu treffen, die man sonst nicht trifft, erhöht das Risiko einer Übertragung. Dies gelte sowohl für die Fasnacht als auch anderswo (PilatusToday berichtete).
Quelle: CH Media Video Unit
Inwiefern, wird das wieder wärmere Wetter einen Einfluss auf die Fallzahlen haben?
Die Taskforce geht davon aus, dass das wärmere Wetter einen positiven Einfluss auf die Virusübertragung hat, weil sich weniger Menschen in Innenräumen aufhalten. Man rechnet jedoch nicht damit, dass der Einfluss sehr gross ist.
Was sagt die Taskforce zu den geschlossenen Gastro-Terrassen in den Skigebieten?
Virginie Masserey begrüsst diesen Schritt. Es sei besser, wenn sich die Menschen in den Skigebieten überall draussen verteilen, statt an den Tischen. Dort sässen sie näher beisammen und es käme zu Ansammlungen. Dies sei auch fairer gegenüber den anderen Lokalen, die ihre Terrassen nicht öffnen dürfen (PilatusToday berichtete).
(tma)