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Der Film sei keine Biografie-Verfilmung der Geschichte des Berner Frauenmörders, sagte Co-Produzent Stefan Eichenberger am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es sei eine fiktionale Umsetzung; das Leben des erfolgreichen Thurgauer Spitzensportlers, der sich zu einem brutalen Serientäter entwickelte, habe als Vorlage gedient.
Der 27-jährige Koch und bekannte Waffenläufer hatte in der Nacht auf den 1. August 2002 eine 20-jährige Frau in Niederwangen BE getötet und eine andere junge Frau in Bümpliz BE mit einem Messer schwer verletzt. Nach seiner Verhaftung am 20. August 2002 hatte er insgesamt 29 Delikte gestanden, darunter die Delikte von Niederwangen und Bümpliz sowie schwere Angriffe auf junge Frauen in Bremgarten und Büren zum Hof.
Es seien zu viele Fragen offen geblieben, um einen Film über ihn zu drehen, sagte Eichenberger. Der mutmassliche Mörder nahm sich im November 2002 im Gefängnis das Leben. Das Verfahren gegen ihn wurde aufgehoben, die Akten für immer geschlossen.
Im Film wird die Geschichte von Jonas Gerber erzählt. Er ist einer der talentiertesten Langstreckenläufer seiner Generation. Vordergründig führt er ein geregeltes Leben. Doch auch zwei Jahre nach dem Selbstmord seines Bruders hat er den Verlust noch nicht überwunden. Statt sich seiner Vergangenheit zu stellen, entwickelt er ein Doppelleben: Was mit unschuldigen Kontakten zu jungen Frauen beginnt, mündet in einer verhängnisvollen Spirale aus Gewalt und Verbrechen.
In der Hauptrolle ist Max Hubacher zu sehen. Der Berner Schauspieler wurde 2012 für seine Rolle in “Der Verdingbub” mit dem Schweizer Filmpreis als bester Darsteller ausgezeichnet. Geplant wird die Realisierung des 90-minütigen Kinospielfilms von der Berner Filmproduktionsfirma Contrast in Co-Produktion mit dem Schweizer Fernsehen SRF. Regisseur des Films ist Hannes Baumgartner. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf gut zwei Millionen Franken.
Neben den Kantonen Bern und Zürich unterstützt auch der Kanton Thurgau das Filmvorhaben; der Thurgauer Regierungsrat hat 50’000 Franken aus dem Lotteriefonds gesprochen. “Der Regierungsrat unterstützt das Filmvorhaben, weil die Drehvorlage zu überzeugen vermag und einen vielschichtigen Film mit einer differenzierten Betrachtung des Themas Gewalt erwarten lässt”, heisst es in der Mitteilung der Thurgauer Staatskanzlei vom Donnerstag.
Drehbeginn ist im kommenden Herbst. Die Dreharbeiten finden überwiegend in der Region Bern statt. Zudem ist eine Woche Dreh während des Waffenlaufs in Frauenfeld angesetzt.
(SDA)