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Das Zürcher Lautsprecherorchester ist ein Aufbau und Konglomerat unterschiedlicher Lautsprecher und Klangwandler. Neben herkömmlichen Lautsprechern finden sich auch mehrere präparierte Lautsprecher die, durch Anordnung und Reflexion im Raum, äusserst körperliche Klänge entstehen lassen. Dadurch wird der Lautsprecher, der eigentlich ein Übertragungsmedium darstellt, selbst zum bespielbaren Instrument.
Der Aufbau besteht aus einem achtkanaligem Hauptregister, sechskanaligem Raumregister, elfkanaligem Farbregister und siebenkanaligem Instrumentenregister. Von einem Acousmonium unterscheidet sich das Orchester im Wesentlichen durch das Instrumentenregister und dadurch, dass die Farben nicht symmetrisch aufgebaut werden und diese auch in ihrer Wirkung extremer und deutlicher hervorteten. Diese unterschiedlichen Raum- Farb- und Instrumentenregister werden über eine Konsole oder Interface gespielt und erlauben gleichzeitig eine individuelle Ansteuerung der 32 einzelnen Lautsprecher des Orchesters.
Die Lautsprecherdisposition versucht eine Mischung aus virtuellen und artifiziellen Räumen zu ermöglichen die durch reale Orte und Räume ergänzt werden. Virtuelles wird somit zum Realen im Raum. Elektroakustische Musik wird »devirtualisiert«, sie bekommt einen Körper, in dem sie sich in der Aufführung durch eine Neuinterpretation aktualisieren lässt.
Entwickelt von Gary Berger an der Zürcher Hochschule der Künste, ist das Zürcher Lautsprecherorchester das erste Orchester dieser Art in der Schweiz, das seit 2018 regelmäßig in Konzerten zu hören ist. Vorläufer des Zürcher Lautsprecherorchesters finden sich im Acousmonium des GRM Paris, dem Birmingham ElectroAcoustic Sound Theatre (B.E.A.S.T.) der University of Birmingham in England, dem Cybernephone des Institut International de Musique Electroacoustique de Bourges und anderen ähnlichen Klangkörpern. Zwischen dem Zürcher- und dem Berliner Lautsprecherorchester besteht eine enge musikalische Verbindung. Das Repertoire des Lautsprecherorchesters ist die ab den 1950er Jahren entstehende elektroakustische und elektronische Musik. Besonders reizvoll ist die Aufführung von eigens für dieses sehr spezielle Instrument geschriebener Werke, die die Möglichkeiten des Instruments und seinen Raumklang von vornherein mitdenken.
Das Zürcher Lautsprecherorchester wird u.a. im Rahmen der Konzerte der Klasse für Elektroakustische Komposition an der ZHdK eingesetzt.