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Die Arbeit mit dem Dreck. Indiens Slum-Wirtschaft
- Samstag, 15. April 2017, 9:08 Uhr
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Erste Ausstrahlung:
- Samstag, 15. April 2017, 9:08 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
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Wiederholung:
- Montag, 17. April 2017, 18:30 Uhr, Radio SRF 1
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Mumbai lebt in Slums, die meisten sind zugewandert. In Indiens reichster Stadt können sie nur im Armenviertel überleben. In Dharavi, Mumbais grösstem Slum, bieten tausende Kleinstunternehmen den Bewohnern Arbeit und ein bescheidenes Auskommen.
So wird ein Grossteil des Abfalls der ganzen Stadt im Armenviertel recycelt: Plastik, Metall, Papier usw. Schätzungsweise 5000 MigrantInnen aus anderen Gliedstaaten finden in den kleinen Recyclings-Werkstätten Arbeit. Aber auch Kleidungsartikel oder Lederwaren werden in Dharavi produziert und teilweise auch ins Ausland exportiert.
Über die Jahre hat sich der Slum zu einem sogenannten Wirtschaftscluster entwickelt, eine von Behörden unterstützte Wirtschaftszone, wo Produktion und Handel auf kleinstem Raum stattfinden. Nur: Dharavi erhält keine Zuwendungen vom Staat. Die Behörden möchten den Slum im Zentrum von Mumbai am liebsten abreissen, weil der Boden, auf dem die Werkstatt-Baracken stehen, so teuer ist wie jener in Zürich.
Pläne für die Umsiedlung der Bevölkerung sind zwar seit Jahren vorhanden. Aber umgesetzt wurden sie nie. Denn die SlumbewohnerInnen wehren sich gegen den Abriss. Doch die Unsicherheit bleibt: wie lange kann das Kleingewerbe hier noch weiter bestehen? Viele warten deshalb zu mit Investitionen in den Ausbau ihrer Werkstatt oder ihrer Wohnung.
Und so bleiben die Arbeitsbedingungen und Wohnverhältnisse im Slum schlecht und eine Entwicklung in Mumbais grösstem Slum ist nicht möglich.