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Die Historische Klettgauer Tracht, heute als Hallauertracht bezeichnet, wird schon im 18. Jahrhundert dokumentiert. In der Beschreibung der Volkstrachten von Julie Heierli lesen wir Folgendes: "Alle neun Bäuerinnen, die Josef Reinhardt in der Gegend von Hallau 1793 malte, trugen grünlichblau gefärbte, gekratzte Jüppen, die auf halbe Wadenlänge reichten. In dem schmalen Ansatz unten sind an mehreren Stellen farbige Zwischenstücke zu bemerken. Die Form der Mieder ist nicht völlig bestimmt, es zeigt eine von allen andern Miedern in der Schweiz abweichende Form. Die Vorderteile, oben weit auseinandergehend, runden sich nach unten hufeisenförmig, so dass sie über dem Schürzenbriesli in zwei Fingerbreite zusammentreffen. .... Die Nestel scheinen rote oder blaue Seidenbänder gewesen zu sein, die hin un her gehend, das rote Brusttuch beinahe ganz verdeckten. Allen weiblichen Figuren liegt um den Hals ein weisses Leinengöller, klettgauisch "Halsmantel", dessen Vorderteile unten öfters mit einer Spitze begrenzt sind."
Ebenfalls als charakteristisch erkennen wir auf den Bildern aus jener Zeit die roten Strümpfe und den roten Unterrock mit dem blauen Band. Die längt gestreifte Leinenschürze bervollständigt das Bild der damaligen Klettgauerinnen. Um 1816 finden wir erstmals Bilder, auf denen die Frauen Silberketten mit Rosetten am Göller eingehängt tragen. Auch die heute noch als Brautschmuck erhaltenen Silbergürtel waren damals verbreitet und gehörten zum Sonntagsstaat. Die den verheirateten Frauen vorbehaltene "Begine" finden wir in Abbildungen um ca. 1820 (damals allerdings auch bei den Mädchen). Wir sehen also, dass nicht immer alles "schon immer" so war, sondern dass sich die Trachten im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte wohl in den Grundzügen erhalten, aber doch immer wieder verändert haben.
Die höchsten Schappel der Schweiz stammen aus dem Schaffhausischen. Hier erreichten sie eine Höhe von bis zu 30 cm. Der Schappel ist bekrönt mit zwei Reihen von Rosetten aus Gold- und rotem Papier sowie Schmelzperlen; am unteren Rand sind vorne eine Silberspitze, hinten rote Wollfransen angebracht. Seitlich hängen drei rote Wollschnüre zum Binden herunter, am unteren Ende mit Chrälleli verziert. Der Schappel, wie ihn diese Hallauer Braut trägt, war im Klettgau und im Randental nicht nur der Braut vorbehalten, sondern wurde auch von den Brautjungfern getragen. Die in den Ortsmuseen erhaltenen Exemplare waren alle "altersschwach" geworden und konnten nicht mehr getragen werden. 1991 äusserte eine junge Hallauerin den Wunsch, in Tracht und Schappel zu heiraten. So machten sich die damalige Präsidentin der Trachtengruppe und ein paar Mitglieder an die Arbeit und fertigten nach alten Vorlagen einen neuen Schappel an.