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Künstliche Intelligenz
Bei „Generated Photos“ kommt wie bei dem Uni-Projekt aus Washington das Softwarepaket „StyleGAN“ des US-Chipgiganten Nvidia zum Einsatz, das unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurde. Wie bei so vielen Projekten in der Künstlichen-Intelligenz-Forschung brauchte es menschlichen Input, um das System anzulernen.
Nvidia bediente sich bei der Yahoo-Fotowebsite Flickr, um über 70.000 frei verfügbare Bilder von echten Menschen als Trainingsmaterial herunterzuladen. Nach Angaben von Firmengründer Ivan Braun wurden für das Projekt „Generated Photos“ weitere 29.000 Bilder von 69 Models ausgewertet, die Firmenfotografen aufgenommen hatten.
Experten gehen davon aus, dass in wenigen Jahren nicht nur Fotos von KI-Replikanten generiert werden können, sondern auch komplette Videos. „Wir denken, dass wir das weiter vorantreiben können, indem wir nicht nur Fotos, sondern auch 3D-Bilder erzeugen, die in Computerspielen und Filmen verwendet werden können“, sagte Jaakko Lehtinen aus dem KI-Lab von Nvidia in Finnland der „New York Times“.
Die Forscher kehren dabei das Prinzip der Objekterkennung mit einem komplexen Algorithmus, der als neuronales Netzwerk bezeichnet wird, um. Bei den neuronalen Netzwerken kann das System durch das Identifizieren gemeinsamer Muster lernen, dass es sich um ein menschliches Gesicht handelt. Der Kniff war, dem System beizubringen, diese Muster zu verwenden, um eigene Bilder von „menschlichen“ Gesichtern zu erstellen.
In einem Wettbewerb von zwei neuronalen Netzwerken strengt sich das eine System an, das andere System zu übertölpeln und ein generiertes Bild als echtes Porträt vorzutäuschen. Das andere System versucht wiederum, sich nicht täuschen zu lassen.
Bei vielen KI-Porträts, die von dem System als „echt“ durchgewunken werden, fällt es dem menschlichen Auge jedoch noch leicht, die Fälschung zu erkennen, etwa an unnatürlich erscheinenden Haarsträhnen, merkwürdigen Haut-Texturen oder unsymmetrisch erscheinenden Augen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die KI-Systeme so gut trainiert sind, dass solche Fehler beseitigt werden.
Die Auswirkungen auf den Markt der Bildagenturen, die Fotos auf Vorrat anbieten, scheinen vorhersehbar: „Diese KI-generierten Leute werden die Stockfotografie killen“, prognostiziert das Businessportal „Fast Company“. Firmen, die für kommerzielle Zwecke Porträtfotos benötigen, können nämlich demnächst über eine technische Schnittstelle (API) die gewünschten Kriterien wie Alter, Geschlecht, Hautton und Stimmung vorgeben – und erhalten dann die entsprechenden Bilder aus dem System.