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Demenzkrankheiten
Eine Funktionsstörung des Gehirns
Als Demenz bezeichnet man gemäss internationalen Definitionen ein Krankheitsbild, das meist als Folge einer chronisch fortschreitenden Erkrankung des Gehirns auftritt und sich durch eine Störung von mehreren Hirnleistungsbereichen äussert. Diese Bereiche sind: Aufmerksamkeit, Sprache, Lernen und Gedächtnis, sogenannte Exekutivfunktionen (Planen, abstraktes Denken, Einsatz von Strategien, Problemlösung), Wahrnehmungsleistungen und Fähigkeiten der sozialen Interaktion. Die demenzbedingten Störungen schränken die betroffene Person in ihren Aktivitäten des täglichen Lebens und/oder des Berufs ein.
Auf den folgenden Seiten und in den jeweils nebenstehenden Dokumenten finden Sie wichtige Informationen und hilfreiche Tipps zu Fragen rund um Demenzkrankheiten.
Verschiedene Demenzformen, unterschiedliche Ursachen
Eine Demenz kann zahlreiche Ursachen haben. Einige Demenzformen werden als reversibel bezeichnet: Sie können durch eine geeignete Behandlung teilweise oder ganz geheilt werden. Dies ist etwa bei Stoffwechselkrankheiten, z.B. einer Schilddrüsenunterfunktion oder bei einem Vitamin-B12-Mangel der Fall. Bei irreversiblen, also nicht rückgängig zu machenden Demenzformen ist das Gehirn direkt erkrankt. Die Alzheimer-Krankheit und die vaskuläre Demenz zählen zu den häufigsten irreversiblen Demenzformen. Eher selten sind die Lewy-Körperchen-Demenz, die frontotemporalen Demenzen und die Parkinson-Demenz. Demenz kann auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten, z.B. bei multipler Sklerose oder Schädel-Hirn-Verletzungen. Es gibt weiter Mischformen von Demenz wie beispielsweise vaskuläre Demenz kombiniert mit Alzheimer.
Wie lassen sich die Risikofaktoren senken?
Einige Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und Genetik lassen sich nicht beeinflussen. Trotzdem lässt sich das Risiko an Demenz zu erkranken mit einem gesunden Lebensstil reduzieren. Im Hinblick auf die beeinflussbaren Risikofaktoren lauten die Empfehlungen: Verzicht aufs Rauchen, eine gesunde Ernährung (Mittelmeerkost mit viel Gemüse und Fisch, Mässigung der Zucker- und Salzzufuhr), regelmässige körperliche Aktivitäten, das Vermeiden von Übergewicht, Bluthochdruck und zu hohen Blutfettwerten, die aktive Erhaltung der geistigen Wendigkeit und die Pflege des sozialen Beziehungsnetzes. Je eher im Leben und je länger diese vorbeugenden Massnahmen umgesetzt werden, umso wirkungsvoller dürften sie sich erweisen.
Welches sind die Anzeichen einer Demenz?
Hat man das Gefühl, es laufe im täglichen Leben irgendwie nicht mehr wie früher, lohnt es sich, der Sache auf den Grund zu gehen. Stellt man an sich selber oder an einem Angehörigen Warnzeichen fest, die auf eine Demenz hindeuten, empfiehlt es sich, sich beim Hausarzt anzumelden. Früherkennung ist wichtig, denn sie macht es möglich, nach der Ursache der Symptome zu suchen. In gewissen Fällen ist eine Heilung möglich. Anderenfalls gibt es Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote, die eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erlauben.
Wie können Sie sich abklären lassen und zu einer Diagnose kommen?
Der Hausarzt ist meist die erste Anlaufstelle. Gegebenenfalls wird er die Patientin oder den Patienten in einer zweiten Phase für vertiefte medizinische und neuropsychologische Abklärungen an einen Spezialisten oder eine Memory Clinic überweisen. Die Diagnosestellung ist komplex und braucht Zeit. Je früher aber die Diagnose gestellt werden kann, desto besser. Dann können geeignete Behandlungen in die Wege geleitet werden, die betroffene Person und ihre Angehörigen können die Zukunft gemeinsam planen, nötige Massnahmen treffen und Hilfe organisieren. Manchmal wird bei der Abklärung deutlich, dass es sich um eine normale Hirnalterung handelt und nicht um Demenz.
Wie lässt sich Demenz behandeln?
Gewisse Ursachen von Hirnleistungsstörungen können behandelt oder sogar geheilt werden (z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Vitamin-B12-Mangel). Für die häufigsten Demenzerkrankungen wie Alzheimer und vaskuläre Demenz hingegen gibt es bis heute keine Heilungsmöglichkeiten. Für die Alzheimerkrankheit gibt es jedoch medikamentöse Therapien, die das Fortschreiten der Erkrankung für eine gewisse Zeit verzögern und die Symptome mildern können. Weiter gibt es verschiedene, auch nichtmedikamentöse Therapien, die einen günstigen Einfluss auf die Erhaltung der Alltagsfähigkeiten haben und so zu einer möglichst grossen Selbstständigkeit und Zufriedenheit der Erkrankten beitragen. Dies wiederum sind wichtige Faktoren für die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Juni 2015