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Nach der langen Sommerpause fand sich das ADAC GT Masters-Feld anfangs August am legendären Nürburgring ein. Wie sich herausstellen sollte, strapazierte das Wochenende die Nerven stark, zeigte aber deutlich das Können und die Klasse von Ricardo und Christopher. Auf einen 6. Startplatz im 1. Rennen folgte ein 4. Gesamtrang im Sonntagsrennen sowie der 2. Platz in der Junioren-Wertung. In dieser rückt Ricardo auf Gesamtrang 7 vor, nur wenige Punkte hinter dem Podium.
Das gesamt ADAC GT Masters Feld traf sich bereits am Donnerstag zu einem Testtag. Die Hitze während der gesamten Veranstaltung bedeutete für Piloten und Material eine grosse Herausforderung. Die Trainings am Freitag zeigten eine top Pace im Mücke-Team - Ricardo verlor lediglich 0.199 Sekunden auf den Schnellsten und belegte damit den 3. Platz. Die richtige Einstellung schien gefunden.
Qualifikation am Samstag: Ricardo erwischte nach rund 15 Minuten Wartezeit in der Box ein gutes Zeitfenster, konnte schon bald seine schnellste Runde realisieren und stellte das Auto schliesslich auf die 6. Startposition. Eine top Leistung und das bestplatzierte Auto im Mücke-Team. Das Rennen startete um 13.15 Uhr in brütender Hitze. Ricardo behielt einen kühlen Kopf, als das Feld viel zu schnell auf die Ampel zuraste, reagierte blitzschnell und nutzte die Lücke in der Mitte, sodass er nach der ersten Kurve bereits in Führung lag. Bis zur ersten Safetycar-Phase hatte er sich bereits mit einer kleinen Lücke vom Feld absetzen können und das Team war gespannt, wie Ricardo den bevorstehenden ersten Restart seiner Karriere meistern würde. Nicht nur der erste, sondern auch der zweite Restart gelang ihm perfekt, indem er jeweils 4-5 Wagenlängen Vorsprung auf seinen direkten Konkurrenten herausholte. Nach seinem fehlerfreien Stint übergab er das Auto an Christopher Haase als Führender.
Die Rennleitung beanstandete jedoch das zu frühe Verlassen des Start-Korridors, weshalb das Team beim Fahrerwechsel eine 5-Sekundenstrafe absitzen musste. Christopher Haase nahm somit das Rennen von P3 wieder auf. Durch schnelle Rundenzeiten konnte er einen vor ihnen fahrenden Mercedes überholen und sicherte sich und dem Team den verdienten 2. Rang.
Dieses Resultat wäre das Beste erzielte Resultat von Ricardo in der ADAC GT Masters gewesen; leider nur „wäre“: Fast 5 Stunden nach Rennende brummte die Rennleitung Ricardo Feller und Christopher Haase eine nachträgliche 30 Sekunden-Strafe auf. Diese warf sie zurück auf dem 15. Rang. Was man jedoch Ricardo nicht mehr nehmen konnte, war die schnellste Rennrunde mit 1:27.974min. Trotz Enttäuschung blieb Ricardo cool und professionell, konzentrierte man sich doch bereits auf das Rennen vom Sonntag.
Christopher Haases schnellste Runde im Sonntags-Quali wurde gestört, dennoch stellte er den Audi auf die 5. Startposition. Wegen einer Strafversetzung vor ihnen startete Christopher das Rennen schliesslich von P4. Diesen Platz konnte Christopher während des Rennens gut verteidigen und an Ricardo übergeben. Ricardo hielt sich schadlos in seinem Stint und brachte das neue beste Resultat, den 4. Schlussrang, sicher ins Ziel. Dieses Resultat ist insofern bemerkenswert, da ihr Audi eines der wenigen Autos war, das keine neuen Reifen für das Rennen mehr zur Verfügung hatte.
Nebst dem 4. Gesamtrang konnte das Team auch noch den 2. Platz in der Junioren-Wertung feiern. Ricardo sicherte sich damit wichtige Punkte und rückte auf Rang 7 vor, nur wenige Punkte vom Podium entfernt. Ohne die nachträglich ausgesprochene Strafversetzung hätte Ricardo den 2. Rang in der Juniorenwertung belegt.
Ricardo Feller: „Es war ein Achterbahn-Wochenende für uns. Wir hatten für das Qualifying am Samstag ein gutes Setup gefunden und mir ist Rang sechs gelungen - mein bester Startplatz im ADAC GT Masters. Leider habe ich am Start eine Sekunde zu früh gezuckt und dafür haben wir eine Fünf-Sekunden-Strafe erhalten. Gegen sieben Uhr abends kam nochmals eine nachträgliche Durchfahrtsstrafe, was ich etwas spät fand. Trotzdem kann mir die Führungsrunden und die Emotionen niemand mehr nehmen. Das macht Lust auf mehr. Am Sonntag haben wir mit Platz vier wichtige Punkte gemacht und durften zudem aufs Junior-Podium - der Ausgleich für Samstag."
Die Ausgeglichenheit, die Zusammenarbeit und Professionalität des Duos Haase/Feller ist beachtlich. Das nächste Rennen findet schon nächste Woche am 18./19.8. in Zandvoort/NL statt.