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Niklaus Stöcklin(* 1887 Basel, † 1945 Basel)
Sonnenuhr mit Wiedehopf1958, Malerei
Auf dem ehemaligen, alten Gottesacker, der von 1828 bis 1926 der Friedhof Riehens war und ab 1930 in eine Parkanlage umgewandelt wurde, befinden sich zwei Werke der Künstler Niklaus Stoecklin und Jakob Probst.
Stoecklin trat nach der Schulzeit zuerst eine Lehre als Flach- und Deckenmaler an, bevor er von 1912–1914 in München an der Kunstgewerbeschule unterrichtet wurde. Der erste Weltkrieg zwang ihn, München in Richtung Basel zu verlassen und dort sein Gewerbestudium fortzusetzen. Sein Interesse lag immer wieder in der Liebe zur Natur, aus der er die Inspiration zu seinen Zeichnungen und Malereien gewann.
1958 wurde vom Gemeinderat Riehen die Herstellung einer neuen Einfriedungsmauer mit dem Bau eines neuen öffentlichen Toiletten-Häuschens beschlossen. Dabei stand weniger die pragmatische, als die gestalterische Umsetzung im Vordergrund der Entscheidungen, weshalb der Auftrag für die Ausführung der Sonnenuhr an Stoecklin übergeben wurde.
Die Uhr wird von einem Wiedehopf, auch Holzhüpfer genannt, einem in der Basler Gegend als ausgestorben geltenden Vogel, geziert. Dem Vogel werden Wunderkräfte nachgesagt. So soll sein Herz unter dem Kopfkissen den Schlafenden im Traum den Weg zu einem verborgenen Schatz weisen; ein Getränk aus Wiedehopf-Asche soll bei Bauchschmerzen helfen und Kopf, Auge, Herz und Zunge Glück im Spiel bringen. Der Wandmalerei Stoecklins schenkt er allerdings in erster Linie seine Farbenpracht.
Nur viermal im Jahr stimmt die Sonnenuhr mit den Räderuhren genau überein: Am 16. April, vorher geht sie bis zu 14 Minuten nach, danach bis zu vier Minuten vor. Am 14. Juni, danach sechs Minuten nach. Am 2. September, danach geht sie erneut bis zu 16 Minuten vor und letztmals am 26. Dezember. Danach weicht die Sonnenuhr bis zu 14 Minuten ab. Die Schlangenlinien und die darauf angebrachten fünf kleinen Kreise veranschaulichen Jahresanfang und Jahresende und lassen die minütlichen Abweichungen ablesen. Wie viel Uhr ist es also?