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Serafino antwortete auf die Frage seines Vaters wo er war, er sagte, dass er in einem kultivierten Franz Carl Weber Laden war.
In diesem Laden hat er seinen Zukunftstag verbracht.
Er kam mit Arbeitswut. Er wollte arbeiten. Kartonschachtel richten, Tee wiegen und abpacken.
Wenn Teeinteressierte kamen, bereitete er ganz fleissig den Tee zu.
Sein Vater kam unerwartet.
Auch der Vater musste wissen, in einem Spielzeugladen sein Junge gelandet ist.
Alexander scherzte zu Serafino, ob er nicht wusste, dass der Spielzeugladen eigentlich ein Hexenladen ist.
Oh, ich erinnere mich an die Märchens! Die Grete, der Wolf oder Lebkuchenhaus!
Serafin hat wenig Angst. Er lief in Shui Tang mit einem Selbstverständlichkeit. Ich muss mir keine Gedanke machen, ob meine Töne schön oder vielleicht falsch liegen, ob er meinen Keller nicht chaotisch findet, ob er meine Sprache entziffert. Er machte es einfach. Unkompliziert und gelassen.
Woher hat dieser Junge diese Einfachheit und Gelassenheit? Ich schaute ihn an und dachte an seine Eltern, die ihm als Kind einen Raum schenkt.
Er sass vor Kravattenträger, sass vor erwachsenen Teefreaks und auch vor hübschen Blondine. Er sagte zu ihr, dass unser kultivierte Franz Carl Weber Laden eigentlich nur Herren besuchen.
„Woher weiss Du es?“ fragte ich ihm.
„Ich habe es so beobachtet.“ antwortete er mit einer Klarheit.
Und diese Herren respektieren den 12jährigen Serafino. Sie diskutieren mit ihm über Ninja, über Samurai oder über Architektur.
Es war bereits spät. Fünf Herren sassen am Tisch. Serafino machte Tee.
Ich bediente gerade einen anderen vor dem Regal.
Serafino gab einen neu dazu kommenden Herren eine Tasse – eigentlich nur für Riechen gedachtte. War es ein Fehler? Ich beobachte, reagierte aber nicht.
Ich sah, wie der eine „falsche“ Tasse bekommende Herr schweigend angenommen hat und so seinen Tee aus einer sehr hohen Tasse trank. Alle sagten nichts und tranken gemeinsam den Tee von Serafino.
Ich spüre die Träne im Auge. Alles wurde im Tee aufgehoben. Erwachsene oder Kinder. Richtig oder falsch. Gast oder Gastgeber. Die erwachsenen Herren haben Serafino liebvoll akzeptiert und seine Autorität am Teetisch respektiert. Ich war sehr berührt.
Irgendwann sagte, er habe genug von Tee. Er hörte einfach auf zu trinken, will mir unbedingt bei der Kasse helfen.
Irgendwann ist der letzte Gast aus der Tür.
„Serafino, nun ist die Zeit für den Heimweg. Deine Mutter wartet auf Dich.“
„Das stimmt nicht.“
„Doch. “ ich will nicht, dass seine Mutter auf ihn warten musste.
„Schade, dass wir in nächsten Jahr keinen Zukunftstag mehr.“
„Wir haben immer Zukunft.“
„Ich komme am Dienstag nach der Schule!“
Ich nickte meinen Kopf.