Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03135.jsonl.gz/2846

Die Anfänge der Institution "Ferienversorgung Aarburg" gehen ins Jahr 1900 zurück. Damals hat ein Herr J.Würgler-Wächter, Möbelfabrikant in Aarburg, dem Gemeinderat Aarburg 500 Franken überwiesen, mit der Bestimmung, sie als Fonds zur Schaffung eines Ferienheims für erholungs-bedürftige Kinder anzulegen. Bald folgen weitere Zuwendungen. Zu Beginn des Jahres 1907 bestellt der Gemeinderat eine erste Kommission mit fünf Mitgliedern. Die Kommission erhält den Auftrag, Kindern einen Ferienaufenthalt zu ermöglichen, indem sie Kolonien organisiert und die dazu nötigen Mittel sammelt. Die ersten Kolonien finden in Langenbruck statt.
1909 beginnt unter dem Vorsitz von Herr Pfarrer eine neue Epoche der Entwicklung. Ein Abkommen ermöglicht es, dass die Kinder die Ferien in einem Bauernhaus auf der Gibelegg im Gantrischgebiet verbringen können. Bevor die Kinder ihre Ferien beginnen können, wartet eine mühsame Anreise auf sie. Mit dem Zug geht es zuerst von Aarburg nach Thurnen im Gürbetal. Von dort aus führt der Weg auf Schusters Rappen während rund zwei Stunden über Riggisberg zum Ferienhaus. Dabei müssen rund 500 Höhenmeter überwunden werden.
Die seit 1907 tätige Ferienversorgungskommission wird am 8. Mai 1919 durch den Verein Ferienversorgung Aarburg abgelöst.
Noch sind die Aarburger Gäste im 1913 errichteten neuen Haus. Im Jahre 1919 ist das Kapital auf 12'000 Franken angewachsen. Dazu kommt eine Spende eines hiesigen Unternehmens von 10'000 Franken. Am 31. Januar 1920 erfolgt die Unterzeichnung des Kaufvertrages für das Haus samt Umschwung zum Preis von 47'938 Franken.
In der Nacht zum 13. Juli 1943 zwischen 00.04 und 00.51 Uhr fliegen - wie jede Nacht - annähernd 100 Bomber auf einer Höhe von 3000 Metern über den Jura Richtung Italien. Wegen Föhn und Gewittern haben die Flugzeuge Mühe, die für die Überquerung der Alpen notwendige Höhe zu erreichen und ein Flugzeug wirft bei Riggisberg rund 230 Bomben ab. Zwei Häuser gehen in Flammen auf, können aber rasch gelöscht werden. Menschen kommen nicht zu Schaden. Zu dieser Zeit ist eine Aarburger Kolonie auf der drei Kilometer entfernten Gibelegg.
Im Jahre 2010 beschliessen die Aarburger Schulen, wegen Leitermangels keine Lager mehr durchzuführen. Es stellt sich die Frage, ob das Haus verkauft werden soll. Der Vorstand ringt sich auf Grund des guten Zustandes des Hauses dazu durch, das Haus zu behalten.
Weil der Begriff "Ferienversorgung" nicht mehr zeitgemäss ist, ändern die Vereinsmitglieder an der Generalversammlung vom 30. April 2014 den Namen in Verein "Gibeleg-Haus". Leider hat der Verein immer mehr Mühe, neue Vereinsmitglieder zu finden, der Bezug zu Aarburg geht immer mehr verloren.
Der Verein wird heute von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Vermietet wird das Haus in erster Linie an Schulen für Landschulwochen, an Musikgesellschaften für Proben-Weekends, für Geburtstagsfeien aber auch für Hochzeiten.