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Nicht ein einmaliges schlimmes Erlebnis, sondern dauerhafte Drangsalierung v. a. innerhalb der Familie verursachen komplexe Traumatas.
Wann ist jemand aus medizinischer Sicht traumatisiert? Es gibt klar festgelegte Traumakriterien, die ein Patient erfüllen muss. Zum Beispiel muss es sich beim traumatischen Ereignis um eine körperlich oder seelisch lebensbedrohliche Situation handeln. Sie muss das Gefühl von intensiver Angst und Hilflosigkeit auslösen und die Bedrohung muss von aussen nachvollziehbar sein.
(…) Was passiert im Hirn? Wir speichern emotionale Erlebnisse und Fakten in zwei verschiedenen Hirnhälften ab. In einer Stresssituation, wenn ich in Gefahr bin, kann ich mir keine Emotionalität erlauben, weil ich sonst nicht mehr reagieren könnte. Also blockiert das Gehirn die Emotionalität in der Gefahrensituation. Das Gefühl der Angst wird trotzdem abgespeichert, aber es wird im Hirn nicht mit den Fakten zusammengebracht. Ohne diese neuronale Verbindung zwischen Gefühl und Intellekt kann ich das Geschehene nicht als Gesamterlebnis abspeichern. Traumapatienten speichern Fakten und Gefühle separat ab. Oft sind sie in der Lage, schlimmste Erlebnisse zu erzählen, ohne eine emotionale Regung zu zeigen. Gleichzeitig können sie unglaublich emotional reagieren, wenn objektiv gesehen gar nichts vorgefallen ist.
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