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Es ist sehr unterschiedlich, wie leicht ein Paar schwanger werden und ein Kind miteinander bekommen kann. Es gibt Paare, die jahrelang warten müssen, bis der "glückliche Umstand" eintritt, für andere tritt er nie ein.
Wenn ein Paar ein Jahr lang ergebnislos versucht hat schwanger zu werden, kann es in die Kategorie "unfreiwillig kinderlos" eingeordnet werden. Dann kann ihm eine Behandlung durch ein öffentliches Krankenhaus angeboten werden.
Die Möglichkeit, miteinander ein Kind zu bekommen, hängt unter anderem davon ab, ob Mann und Frau "fruchtbar" sind. Der Fruchtbarkeitsbegriff ist eng verbunden mit dem Begriff "Kinderlosigkeit", von der leider immer mehr Paare betroffen sind.
Kinderlosigkeit ist aber ein komplizierter Sachverhalt. Ein Paar kann bereits problemlos ein Kind miteinander bekommen haben, aber plötzlich klappt es nicht mehr. Diese Paare leiden an "sekundärer Unfruchtbarkeit". Andere Paare haben vielleicht jeweils Kinder mit ihren früheren Partnern/Ehepartnern, können aber kein Kind miteinander bekommen. Dieser Umstand wird eingeschränkte Fruchtbarkeit genannt und entsteht, weil die Fruchtbarkeit des Paares die Summe der Fruchtbarkeit der beiden Partner ist.
Heute gibt es viele Methoden, um Paaren zu helfen, die unter "Kinderlosigkeit" leiden. Paare, die Probleme damit haben, schwanger zu werden, werden aber auf jeden Fall durch starke Gefühlsprobleme belastet - das gilt für den Mann und für die Frau.
Allgemein gesehen hat sich die Samenqualität der Männer in den vergangenen 50 Jahren verschlechtert. Niemand kennt den genauen Grund dafür. (Samenqualitätstest)
Unfruchtbarkeit beim Mann kann auf mehreren Ursachen beruhen. Samenzellen sind zum einen sehr verletzliche Zellen. Ihre Entwicklung dauert sieben Wochen, und zu jedem Zeitpunkt ihrer Entwicklung können sie von äußeren Einflüssen betroffen sein.
Eine Ursache für die Unfruchtbarkeit des Mannes kann sein, dass zu wenige Samenzellen produziert werden. Zu wenige Samenzellen sind nicht in jedem Fall gleichbedeutend mit mangelnder Fruchtbarkeit, aber die geringe Anzahl der Samenzellen rührt oft daher, dass die meisten defekt sind oder nicht beweglich genug sind (Abnormitäten).
Zu wenige Samenzellen und Abnormitäten der Samenzellen können auf hormonellen Problemen beruhen, auf anatomischen und/oder auf immunologischen Problemen. Alle Körperhormone wirken zusammen, was bedeutet, dass die meisten Körperhormone als Ursache für die mangelnde Produktion von Samenzellen in Frage kommen können. Es sind also nicht nur die männlichen Geschlechtshormone, die über die Samenproduktion entscheiden, sondern z. B. auch die Hormone der Bauchspeicheldrüse.
Ein anatomisches Problem kann z. B. ein Krampfadernbruch sein, oder ein Testikel, der sich bei der Geburt noch nicht im Skrotum befindet, sondern erst später eintritt (evtl. durch einen chirurgischen Eingriff). Ein anderes Problem kann sein, dass der Mann den Samen in die eigene Blase entleert, anstatt in die Scheide der Frau (retrograde Ejakulation).
Immunologische Probleme treten auf, wenn der Mann selbst Antikörper entwickelt, welche die Samenzellen abtöten.
Umwelteinflüsse
Rauchen, Alkohol und Stress können sich z. B. auf Qualität und Menge des Samens auswirken. Wenn ein Mann an sich schon nur kleine Samenmengen produziert, wird sich die Anzahl der Samenzellen weiter verringern, wenn er viel trinkt oder raucht, oder wenn er unter Stress leidet.
Hitze kann für die Samenzellen problematisch sein, da sie eine Temperatur von 35 Grad bevorzugen. Eng anliegende Hosen, häufiges Saunen oder hohes Fieber können daher die Fruchtbarkeitsprobleme eines Manns verstärken.
Auch Koffein scheint Defekte in den Samenzellen hervorzurufen. Männer sollten daher in Zeiträumen, in denen sie versuchen, eine Schwangerschaft einzuleiten, nicht zu viel Kaffee, Cola oder andere koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen.
Haschisch, Kokain und ähnliche Stoffe verringern drastisch die Anzahl und Beweglichkeit von Samenzellen, auch wird die Zahl der defekten Samenzellen durch die Einnahme solcher Stoffe wesentlich erhöht.
Untersuchung der Fruchtbarkeit des Mannes
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit eines Mannes zu untersuchen. Die Fähigkeit der Samenzellen zur Befruchtung eines Eis kann z. B. durch einen so genannten "Spermien-Penetrationstests" untersucht werden, bei dem unter dem Mikroskop geprüft wird, wie die Samenzellen und das Sekret aus dem Gebärmutterhals der Frau aufeinander reagieren.
Man kann auch einen Samenqualitätstest kaufen, mit dem man selbst zu Hause die Qualität seines Samens testen kann. Diese Tests messen die Zahl der Samenzellen und können dadurch anzeigen, ob ein Mann fruchtbar oder unfruchtbar ist. Sie können allerdings nicht die Mobilität und eventuelle Defekte der einzelnen Samenzelle analysieren.
Unfruchtbarkeit bei Frauen kann auf vielen unterschiedlichen Faktoren beruhen, unter anderem auf hormonellen.
Fehlender Eisprung
Fehlender Eisprung ist die häufigste Ursache dafür, dass die Frau nicht schwanger werden kann. Der fehlende Eisprung ist normalerweise auf Hormonprobleme zurückzuführen, aber auch ein Defekt der Eierstöcke kann die Ursache sein, oder dass einfach kein Ei vorhanden ist - was jedoch äußerst selten vorkommt.
Während des normalen Menstruationszyklus sorgen Hormone dafür, dass die Eizellen wachsen und sich entwickeln. Viele unfruchtbare Frauen können aber zu viele oder zu wenige dieser Hormone besitzen, was dazu führen kann, dass die Eier nicht freigegeben werden oder für eine Befruchtung nicht ausreichend reifen.
Die Eileiter
Die Befruchtung des Eis erfolgt in den Eileitern, wonach das Ei weiter in die Gebärmutter wandern soll.
Die Eileiter sind dünne Röhren, deren Durchgang sich leicht verschließen kann, z. B. durch eine Infektion oder das Krankheitsbild Endometriose, bei der sich die Gebärmutterschleimhaut im Becken ansiedelt.
Sind die Eileiter verschlossen, kann das Ei nicht zur Gebärmutter wandern, was dazu führt, dass ein befruchtetes Ei zerstört wird oder dass die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter stattfindet. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kann für Mutter und Fötus lebensbedrohend sein.
Die Gebärmutter
Die Gebärmutter ist die "Höhle", in die sich das befruchtete Ei einnistet und in der sich später der Mutterkuchen entwickelt. Hier bildet sich also der Fötus.
Bei einigen Frauen führen anatomische Umstände dazu, dass sich das Ei nicht einnisten kann, weshalb keine Schwangerschaft möglich ist.
Vereinzelt werden Frauen ohne Gebärmutter geboren.
Gebärmutterhals
Um schwanger werden zu können, müssen die Samenzellen den Gebärmutterhals passieren, um das Ei zu befruchten.
Im Gebärmutterhals befindet sich ein zäher Schleim, der normalerweise vor Infektionen schützt. Bei einigen Frauen kann dieser Schleim aber so zäh werden, dass die Samenzellen ihn nicht durchdringen können.
Untersuchung der Fruchtbarkeit der Frau
Will man die Fruchtbarkeit einer Frau untersuchen, muss man zunächst feststellen, ob ein Eisprung stattfindet. Ist dies gegeben, fährt man mit anderen Untersuchungen fort.
Wenn man einen Arzt aufsucht, wird man erfahren, wie eine Temperaturkurve über einen Zeitraum von 3 Monaten angelegt wird. Daran wird man erkennen können, ob die Körpertemperatur beim Eisprung ansteigt und für den Rest des Monats erhöht bleibt. Wenn das der Fall ist, hat man einen regelmäßigen Eisprung. (Näheres erfahren Sie im Artikel "Die Temperaturmethode").
Die Ovulation wird durch einen starken Anstieg der Körperproduktion von LH (luteinisierendes Hormon) ausgelöst. LH wird über den Urin ausgeschieden. Deshalb kann eine Frau feststellen, wann ihre Chancen auf eine Schwangerschaft am größten sind, indem Sie den Anstieg der Konzentration von LH in Ihrem Urin misst. Dieses Prinzip wird bei der Verwendung von Ovulationstests benutzt. Ovulationstests sind sicherer als die Temperaturmethode zur Untersuchung des Eisprungs, aber die Kombination der beiden Methoden ist durchaus zu empfehlen.
Der Eisprung kann außerdem durch eine Progesteron-Blutprobe kontrolliert werden. Der Gehalt an Progesteron im Blut kann anzeigen, ob ein Eisprung stattgefunden hat.
Neben der Untersuchung von Eisprung/Hormonen wird die Fruchtbarkeit von Frauen durch eine genauere Analyse der Eileiter bestimmt. Die Eileiter sind wie oben erwähnt dünne "Röhren" und können sehr leicht verletzt werden. Fast 50 Prozent der Frauen, die wegen Kinderlosigkeit untersucht werden, haben Probleme mit den Eileitern.
Umwelteinflüsse
Mehrere Umweltfaktoren können sich auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken. U. a. Über-/Untergewicht, Koffein (das oft in Schlankheitsmitteln reichlich vorhanden ist), Rauchen, Alkohol.
Außerdem spielt das Alter einer Frau eine wichtige Rolle. Frauen sind im Alter von 15-25 Jahren am fruchtbarsten. Die Fruchtbarkeit nimmt dann gleichmäßig bis Mitte der Dreißiger ab, danach geht sie stark zurück und verschwindet schließlich ganz.
Unten stehende Tabelle zeigt, in welchem Zeitraum eines Zyklus Frauen am fruchtbarsten sind. Prozentuale Chancen/Risiken, um in einem 28 Tage-Zyklus schwanger zu werden. Die Tage 12, 13, 14 und 15 sind die fruchtbarsten Tage im gesamten Zyklus der Frau.