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Der Rücktritt von CEO Eric Olsen im Zusammenhang mit der Syrien-Affäre stehe unmittelbar bevor, berichtet die "Financial Times" am Sonntag. Derzeit würden noch die Abgangsbedingungen ausgehandelt. Bereits am Vortag hatte die französische Zeitung "Le Figaro" den Rücktritt mit Berufung auf Unternehmenskreise angekündigt. LafargeHolcim wollte den Inhalt des Artikels gegenüber AWP nicht kommentieren.
Im vergangenen Jahr hatten Menschenrechtsorganisationen eine Anzeige gegen Lafarge eingereicht und dem Unternehmen vorgeworfen, die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezahlt zu haben, um den Betrieb eines Werks in Syrien aufrechtzuerhalten. Die anderen internationalen Konzerne hatten sich einem Experten zufolge damals bereits aus dem Land zurückgezogen.
LafargeHolcim leitete eine interne Untersuchung der Vorgänge ein. Gestützt auf vorläufige Ergebnisse räumte der Konzern Anfang März ein, dass das Unternehmen 2013 und 2014 in Syrien bewaffnete Gruppen dafür bezahlt habe, den Zugang zu einem lokalen Werk zu schützen. Dabei hätten Führungskräfte Fehleinschätzungen getroffen. Im September 2014 stellte das Werk den Betrieb schliesslich ein.
Anfang März hatte LafargeHolcim nach einer internen Untersuchung bereits eingeräumt, dass in der Fabrik von Lafarge in Syrien Fehler begangen worden sind. Das lokale Management hatte an Dritte Gelder bezahlt, um den Weiterbetrieb der Fabrik zu sichern. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass erhebliche Fehleinschätzungen vorgelegen hätten, die nicht mit dem geltenden Verhaltenskodex vereinbar seien, hiess es im März.
Fusions-Konzern kommt nicht zur Ruhe
Eric Olsen wurde 2015 beim Zusammenschluss der beiden Zementkonzerne Lafarge und Holcim zum CEO ernannt. Vor der Fusion war er Direktionsmitglied bei Lafarge, verantwortete die Geschäfte bis September 2014 laufenden Geschäfte in Syrien aber nicht direkt.
Laut der "Financial Times" wird LafargeHolcim den Chefwechsel mit der Publikation des Schlussberichts zu den Untersuchungen in Syrien bekannt geben. Der Bericht werde möglicherweise bereits am Montag veröffentlicht, heisst es. Im Falle eines sofortigen Rücktritts werde wohl zunächst ein Interimslösung eingesetzt.
Sollten sich die Berichte bewahrheiten, müsste LafargeHolcim seit der Fusion bereits den zweiten gewichtigen Wechsel an der Unternehmensspitze verkraften. Im vergangenen Jahr hatte sich VR-Präsident Wolfgang Rietzle nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Er wurde bei den Wahlen an der Generalversammlung vom vergangenen Mai durch Beat Hess ersetzt.
(AWP/Reuters)