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"Das erste Haus wurde 1549 gebaut. Um 1600 gibt es acht Gebäude."
Obwohl die Bebauung des Landes um die Bucht herum in Le Pont um das XVI. Jahrhundert begann, entspricht der Baustil für die ältesten unter den Gebäuden, die man heute noch besichtigen kann, dem Baustil, der Ende XVIII. und Anfang XIX. Jahrhunderts beobachtet werden kann.
Es handelte sich um Bauernhöfe, die sowohl Wohnplatz für eine oder mehrere Familien waren, als auch Farm, Speicher und Viehstallungen. Das Dorf lebte vor allem von der Landwirtschaft.
Der Grossteil der Bauten war ebenerdig gebaut. Ende XVIII. Jahrhunderts wurden die Gebäude höher.
Man baute der Seestrasse entlang, einige Höfe parallel zum Weg, meistens aber mit einem Zugang zum Gebäude quer zur Strasse um dadurch den Hauseingang vor Wind und Wetter zu schützen.
Diese Häuser wurden aus behauten Steinen gebaut und mit einem Mörtel auf Kalkbasis abgedichtet und verputzt; die Tür- und Fensterrahmen wurden von den Eigentümern, die die über die Mittel dafür verfügten, aus Holz oder Kalkstein gehauen.
Der Hofteil bis zu den Ställen wurde ebenfalls aus behauten Steinen gebaut, die Scheunen hingegen wurden auf Holzbalken errichtet und die Fassaden dann mit vertikalen Brettern geschlossen.
Alle Dächer waren aus Holz und wurden dann mit Schindeln bedeckt.
Aus wirtschaftlichen und familiären Gründen und auch, um sich vor ungünstigen Wetterbedingungen zu schützen, wurden die Häuser in Gruppen gebaut; die Höfe lagen dicht beieinander. Manchmal handelte es sich um einen Doppelhof unter einem gemeinsamen Dach, dessen Besitz jedoch getrennt gehandhabt wurde, wie es zum Beispiel der Fall ist für die beiden beeindruckenden Gebäude, welche Sie hier gegenüber direkt an der Strasse sehen können. Diese Zusammenschlüsse werden hier im Vallée de Joux „voisinages“ „Nachbarschaften“ genannt.
Der Bauplan der Höfe wurde von Generation zu Generation im gleichen Schema durchgeführt. Dieses Schema beinhaltet den bewohnbaren Teil auf der Seeseite, durch einen langen Flur vom Hof getrennt. Durch den gleichen Flur kommt man aber auch in die Küche, zu den Futterstellen im Winter und, ganz am Ende, zu einer Treppe die ins Obergeschoss des Wohnteiles führt.
Die Küche, ein Ort voller Leben zu dieser Zeit, war der einzige geheizte Raum; dies dank einer Feuerstelle am Boden welche durch Kachelsteine zugedeckt werden konnte. Ein pyramidenförmiger Rauchfang, welcher von Holz umgeben war, verlief quer durch das Haus bis auf das Dach hinaus. Der Kanal wurde durch zwei bewegliche Holzklappen geschlossen. Man konnte diese von unten aus mit Metalleisten und je nach Wind oder Wetter verstellen. Das Haushaltszimmer daneben wurde durch eine gusseiserne Kaminplatte zwischen den beiden Räumen mit demselben Kamin erwärmt.
Der Hofteil verlief dem Flur entlang zum Speicher und den Futterstellen, und parallel dazu, zu den Ställen. Unter dem Dach befand sich der Speicher, wo man das Heu lagerte mit dem das Vieh während dem Winter ernährt wurde.
Es gehört zu den Spezialitäten der Höfe des Vallée de Joux, dass man in den Hofteil durch einen Arbeits- und Lebensraum gelangte, der "Néveau" genannt wurde. Dort wurde Holz gespalten und gelagert, man hob das Material zum Kühe melken auf, man fand Schutz, um gewisse Feinarbeiten für die Landwirtschaft zu erledigen; und man traf sich dort, um zu diskutieren und sich auszuruhen.
Im Verlauf der Jahrhunderte kamen Gemeindehäuse zu den Bauernhäusern dazu, wie zum Beispiel die alte Kirche, welche es heute nicht mehr gibt, die Schule, die Molkerei, der Bahnhof, die Herberge.
Andere Elemente, die man heute noch sehen kann, geben dem Dorf seine Struktur, wie zum Beispiel die Steinmauern welche im Allgemeinen vor einem Gebäude errichtet wurden um die Gärten und Brunnen, welche so wichtig im damaligen Leben waren, zu beschützen.
Die Häuser drücken die Lebensweise seiner Bewohner zu einer bestimmten historischen Periode aus. Gelegenheiten ergeben sich, wie zum Beispiel der Eishandel, für welchen die Entrepôts des Glacières (Eislager) in 1879 in Le Pont gebaut werden, direkt am Lac Brenet. Diese Aktivität bringt wiederum die Einweihung des Zuges in 1886 mit sich und verstärkt so die touristische Attraktivität der Region.
So erlebt das Dorf von Le Pont einen starken Zuwachs. Es werden Neubauten für den Empfang von Touristen gebaut (Hotels, Pensionen, private Wohnhäuser, eine Kirche, Läden). Manche Bauernhöfe werden umgebaut, um mit dieser Entwicklung mitzuhalten.
Neue Aktivitäten entwickeln sich. Das Landleben verändert sich. Nach und nach ist jeder Hof umgebaut und dient nur noch als Wohnort und für Kleinhändler. Heute gibt es nur noch einen einzigen landwirtschaftlichen Betrieb in Le Pont.
Die zweite Hälfte des XX. Jahrhunderts ist Zeuge neuer Hausbauten; individuelle Landhäuser für eine oder mehrere Wohnstätten und kleine Wohnblöcke.