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Rund 750 Personen waren am gemeinsamen Krisenmanagement eines schwerwiegenden Notfalls durch die Akteure des Notfallplans von Genève Aéroport und ihre Kollegen vom kantonalen Notfalldispositiv OSIRIS beteiligt.
Um den gemeinsamen Einsatz der verschiedenen Einheiten des Notfallplans von Genève Aéroport (PUR-GA) und des kantonalen Katastrophenplans für Interventionen im Fall von aussergewöhnlichen Situationen (OSIRIS) im Massstab 1:1 zu testen, wurde die Notfallübung "Buteo 2015" am Dienstag, 26. Mai um Mitternacht bis am folgenden Morgen um 08.00 Uhr durchgeführt.
Bei dieser fiktiven Katastrophe wurde der Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft BirdFly inszeniert. Das Flugzeug, ein Airbus A330 im Einsatz auf der Strecke Doha-Genf, setzte zur Landung auf der Piste 23 (Richtung Lausanne-Genf) an, als der Pilot bei den Fluglotsen Schwierigkeiten meldete. Noch bevor der Pilot seine Meldung beenden konnte, stürzte das Flugzeug mit 203 Passagieren und 13 Besatzungsmitgliedern vor der Landeschwelle ab, nachdem es eine Hochspannungsleitung touchiert hatte, und zerbarst in mehrere Teile, die rasch in Flammen aufgingen.
Die umgehend benachrichtigte Feuerwehr des Flughafen-Sicherheitsdienstes (SSA) war in wenigen Minuten zur Stelle und konnte das Feuer rasch eindämmen, obwohl die Bedingungen angesichts der Dunkelheit, des unebenen Geländes, der toten und verletzten Personen und der durchtrennten Hochspannungsleitung sehr schwierig waren.
Zusammen mit den Kollegen der Kantonalen Sanitätsbrigade, die ebenfalls rasch zur Stelle waren, nahmen die Rettungssanitäter des Flughafens die Suche nach den Passagieren auf. Die Verletzten wurden zuerst in ein medizinisches Versorgungszentrum gebracht (eine Art Spitalzelt zur Triage und vorläufigen Versorgung) und von dort per Ambulanz oder Helikopter in die umliegenden Krankenhäuser transportiert.
Gleichzeitig wurden die unverletzten Passagiere an einem Ort versammelt, wo sie von einem Team von Psychologen betreut wurden.
Die zahlreichen Toten wurden in einem einer improvisierten Leichenhalle im Nebengebäude der Frachthalle aufgereiht.
Die auf der Unfallstelle angelangten Beamten der Kriminalpolizei nahmen die Suche nach Papieren und anderen Hinweisen zur Identifizierung der Opfer auf.
Seitens der Stadt wurden die Statisten, welche die Rolle der auf die Passagiere wartenden Familienmitglieder übernommen hatten, in einer von der Internationalen Sicherheitspolizei zur Verfügung gestellten Empfangsstelle (PSI) versammelt. Dort erhielten sie medizinischen, psychologischen und spirituellen Beistand.
In einem anderen Flügel des Flughafens nahmen Freiwillige der verschiedenen Fluggesellschaften am Genève Aéroport die Linie des Forschungs- und Informationszentrums (CRIC) in Betrieb, um Informationen über die Opfer zu sammeln.
Vertreter zahlreicher Institutionen, wie Gaznat, Swissgrid (in Zusammenarbeit mit SIG und SBB), Wasserschutzpolizei und Skyguide wurden für die Einsätze aufgeboten; insgesamt wurden rund 750 Personen mobilisiert.
Die Statisten, darunter eine beachtliche Anzahl von Schauspielern, liessen sich bemalen und spielten verschiedene physische und andere Leiden vor – oft unter schwierigen Bedingungen aufgrund von Kälte und Nässe.
Echte "falsche" Journalisten, hauptsächlich Studenten der Journalistenschule von Genf, stellten ihrerseits die Polizei auf die Probe, welche den Unglücksort abgeriegelt hatte. Sie suchten bei der Pressestelle des Flughafens, der Kantonspolizei Genf und Skyguide Antworten auf ihre Fragen.
Die Entscheidungen der verschiedenen Stabsstellen wurden von zahlreichen Schiedsrichtern verfolgt und bewertet. Diese werden in den kommenden Wochen ihre Berichte vorlegen, um den erforderlichen Erfahrungsaustausch zur weiteren Verbesserung der Notfallprozesse zu ermöglichen.
Nach einer ersten Analyse hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Übung als gelungen erklärt. Die Rettungskräfte haben ihre Fähigkeit, die gesetzlichen und reglementarischen Anforderungen zu erfüllen, unter Beweis gestellt.
Diese Notfallübungen im Massstab 1:1 werden den Flughafenbetreibern von der Aufsichtsbehörde vorgeschrieben und müssen alle drei Jahre durchgeführt werden.