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Bahnreisen
Bahnreisen durch Indien – ist ein Abenteuer
Indian Railways, abgekürzt IR, ist die staatliche indische Eisenbahngesellschaft. Als Staatsbahn betreibt sie den größten Teil des landesweiten Schienenverkehrs und die Metro Kolkata. Indian Railways transportiert jährlich über acht Milliarden Passagiere und mehr als eine Milliarde Tonnen Fracht. Jeden Tag fahren ungefähr 12.000 Reisezüge, die von 23 Millionen Reisenden benutzt werden, und 7000 Güterzüge, die drei Millionen Tonnen Fracht befördern.
Indian Railways beförderte 2014 knapp 8,4 Milliarden Reisende, wobei die Bahn eine Beförderungsleistung von 1,16 Billionen Passagierkilometer erbrachte.
Das Netz von Indian Railways hatte im Jahr 2014/15 eine Streckenlänge von 65.030 Kilometer, davon waren 22.224 Kilometer (34 %) elektrifiziert
Im Schnellzugverkehr ist der Shatabdi Express eine bekannte Zuggattung, die die drei Metropolen Chennai, Mumbai und Neu-Delhi mit dem weiteren Umland verbindet.
Wagenklassen
In indischen Fernzügen werden dem Reisenden zehn unterschiedliche Wagenklassen angeboten, die auf dem Fahrschein mit einem Code dargestellt werden.
Das Kürzel AC in der Klassenbezeichnung steht für Air-Conditioned (deutsch „Klimaanlage“). Zwischen den Klassen gibt es erhebliche Preisunterschiede: So kostet eine First Class AC Fahrkarte etwa das Sechsfache einer Sleeper Class Fahrkarte. Die Preise der Fahrkarten für die hochwertigeren Schnellzüge sind abhängig von der Nachfrage.
Nicht alle Züge führen alle Wagenklassen. Die First Class AC ist die höchste Wagenklasse, wo dem Reisenden bei nur 18 Fahrgästen in einem Wagen am meisten Platz zur Verfügung steht.
Unreserved ist die tiefste Wagenklasse bei der sich manchmal bis zu 300 Reisende einen Wagen teilen.
Die meisten Fahrgäste mit Platzreservierung reisen in der Sleeper Class.
Die nicht klimatisierte First Class gibt es nur noch in einigen Zügen in Südindien.
Die Wagen der Klassen mit Klimaanlage (AC) haben getönte Glasscheiben in den Fenstern, die eine gute Schalldämmung gegen den Lärm aufweisen. Die Wagen der anderen Klassen haben meist vergitterte Senkfenster, die in der warmen Jahreszeit meist geöffnet sind.
Air-conditioned first class (AC1) Das geräumige Abteil für zwei bis vier Personen ist zum abschließen. Es ist mit Teppich ausgelegt, eine Waschgelegenheit ist vorhanden. Die Bettwäsche wird gestellt und die Liegeplätze werden am Tag zu Sitzplätzen umgewandelt.
Air-conditioned 2-tier (AC2) Hier werden die Sitzbänke über Nacht zu Kojen umgewandelt. Eine Parzelle hat vier Kojen. Diese Klasse gibt es auf fast allen Langstreckenzügen. Sie ist die Wahl der meisten Besucher Indiens. Der Zugbegleiter verteilt Kissen und Decken am Abend.
Air-conditioned 3-tier (AC3) Diese Klasse ist der AC2 recht ähnlich, nur dass hier drei Kojen übereinander angeordnet sind.
First class. Hier gibt es zwei und vier Betten Abteile, aber ohne Klimaanlage. Das Bettzeug ist auch nicht inklusive, aber kann für einen kleinen Zuschlag gebucht werden. Die Abteile sind recht einfach. Diese Klasse gibt es in den meisten wichtigen „Shatabdi Express Zügen“. Inhaber von AC1 Tickets können hier sitzen.
AC Chair Class. Die Abteile haben Klimaanlage und sind recht komfortabel. Diese Klasse gibt es auf vielen Intercity-Tages-Zügen und steht auch den Inhabern von AC2-Tickets zur Verfügung.
Sleeper Class. In dieser Klasse reisen die meisten Inder die langen Strecken. Auf einer Seite des Abteils sind Kojen für sechs Personen quer zur Fahrtrichtung. Auf der anderen Seite des Abteils sind noch drei Kojen übereinander in Fahrtrichtung. Die Fenster können geöffnet werden.
Unreserved 2nd Class. Diese Klasse erinnert an unsere alten U- und S-Bahnen. Die Sitzbänke sind entweder aus Holz oder Kunststoff. Für längere Strecken ist diese Klasse nicht zu empfehlen.
Es gibt die folgenden Arten von Fahrkarten:
- PRS-Ticket – an einem Schalter ausgestellte Fahrkarte mit Platzreservierung
- UTS-Ticket – an einem Schalter ausgestellte Fahrkarte ohne Platzreservierung
- I-Ticket – ein über die IRCTC-Webseite gebuchte Fahrkarte, die dem Reisenden per Kurierdienst zugestellt wird
- E-Ticket – eine über die IRCTC-Webseite gebuchte Fahrkarte zum Selberdrucken
- Tatkal-Ticket – eine für kurzfristig geplante Reisen bestimmte Fahrkarte, die erst am Tag vor dem Reisetag ab 10 Uhr morgens gegen einen Zuschlag erstanden werden kann
- Premium-Tatkal-Ticket – ein Tatkal-Ticket, das mit zunehmender Anzahl Buchungen teurer wird
Unfälle
Nach der offiziellen Statistik der indischen Eisenbahnen kam es in den Jahren 2002 bis 2010 jährlich durchschnittlich zu 3500 unfallbedingten Todesfällen. Die Dunkelziffer liegt sicher deutlich höher, da nicht jeder Todesfall statistisch zentral erfasst wird. Einer Regierungsstudie zufolge sterben in Indien jährlich etwa 15.000 Menschen beim Überqueren der Gleise und weitere 15.000, weil sie von den Dächern von Zügen fallen oder mit Masten kollidieren
Bei der Anzahl Eisenbahnunfällen ist Indian Railways mit dem europäischen Durchschnitt vergleichbar. Im Jahr 2012 ereigneten sich in Indien 194 Eisenbahnunfälle, was 0,2 Unfälle pro gefahrene Million Zugskilometer ergibt. Diese Zahl liegt hinter Deutschland (0,13) und den Niederlanden (0,17), aber vor Schweden (0,23).