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Bei der Präsidentenwahl in der früheren Sowjetrepublik Moldau zeichnet sich vorläufigen Ergebnissen zufolge ein Sieg des prorussischen Kandidaten Igor Dodon ab. Nach der Auszählung von einem Drittel aller Stimmzettel lag Dodon bei mehr als 55 Prozent.
Die auf eine europäische Integration setzende Kandidatin Maia Sandu erhielt 30 Prozent, wie die Präsidentin der Wahlkommission, Alina Russi, am Sonntagabend in Chisinau sagte. Von den anderen sieben Kandidaten erreichte keiner die Fünf-Prozent-Hürde.
Die Wahlbeteiligung lag der Wahlkommission zufolge nur bei 48.97 Prozent. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass die Bürger des 3.5-Millionen-Einwohner-Landes über die Besetzung des Präsidentenamtes entscheiden konnten und nicht das Parlament.
Der Urnengang war eine wichtige Richtungsentscheidung: Der in den Umfragen vorn liegende Kandidat der Sozialisten, Ex-Wirtschaftsminister Dodon, kritisierte die Hinwendung seines Landes zur EU und plädiert für eine strategische Partnerschaft mit Russland. Sandu von der Mitte-rechts-Opposition setzte hingegen auf die europäische Integration. Die Ex-Erziehungsministerin und frühere Weltbank-Mitarbeiterin lag in den Umfragen auf dem zweiten Platz.
Insgesamt bewarben sich neun Kandidaten um das Präsidentenamt. Der Kandidat der Regierungspartei, Marian Lupu, hatte sich am Mittwoch aus dem Rennen zurückgezogen und zur Wahl Sandus aufgerufen.
Arm und in der Krise
Moldau ist das ärmste Land Europas. Ähnlich wie die benachbarte Ukraine ist die kleine Republik zerrissen zwischen einer engeren Anbindung an die EU und einer Hinwendung zu Russland. Seit Juli 2014 ist die frühere Sowjetrepublik mit der EU durch ein Assoziierungsabkommen verbunden.
Moldau steckt seit längerem in einer politischen Krise und wird immer wieder von Korruptionsaffären erschüttert. Im vergangenen Jahr demonstrierten tausende Menschen gegen den Verlust von einer Milliarde Dollar, die durch dubiose Transaktionen mehrerer Banken versickert waren. Das Vertrauen in die pro-europäische Regierung hat unter dem Skandal stark gelitten.
Die Präsidentschaftswahl wird nach Angaben der Wahlkommission von mehr als 3200 einheimischen und 562 internationalen Wahlbeobachtern überprüft. (sda/afp/dpa)