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Saint-Nazaire, die Stadt der 20 Strände
Porcé, Bonne Anse, Le Grand Traict, L'Eve, Géorama, Les Jaunais, Villès, La Cou-rance, Le Petit Traict, Saint-Marc, Trébézy... Was all diese Strände verbindet, ist die Tatsache, dass sie in Saint-Nazaire, der Stadt der 20 Strände, liegen.
In Richtung Süden findet man lange, feinsandige Strände, daneben aber auch von Felsen eingerahmte Sandbuchten, die an den Süden Frankreichs erinnern und von Kiefern und Steineichen beschattet werden, oder dem Westwind preisgegebene Kiesstrände. Jeder von ihnen ist einzigartig und hat andere Vorzüge.
Heute sind Le Petit Traict und La Grande Plage weniger stark besucht als früher, doch Ende des 19. Jahrhunderts erlebte man dort den ersten Ansturm der Sommerfrischler, als Seebäder in Mode kamen. 1895 wurde an der Strandpromenade gegenüber der Grande Plage, der damals als "mondäner Strand" galt, sogar ein Kasino erbaut.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Saint-Nazaire nichts weiter als ein kleiner Lotsenstützpunkt mit 600 Einwohnern. Inzwischen ist der Hafen von Saint-Nazaire, der viertgrösste Frankreichs, der grösste am Atlantik und liegt an der Loire-Mündung. Obwohl die Stadt zu einem grossen Industriestandort geworden ist, hat sie sich dennoch den Charme ihrer Strände und der kleinen Sandbuchten an der Trichtermündung der Loire bewahrt.
Der Ort ist durch die grossen Passagierschiffe, die auf der Werft Chantiers de l'Atlantique gebaut wurden weltweit bekannt. Hier liefen die Normandie (1935), die France (1962) und die 2003 fertiggestellte Queen Mary 2 von Stapel. Aber auch in der Luftfahrt spielt Saint-Nazaire durch das örtliche Airbus-Werk, welches unter anderem das Cockpit des Airbus A380 montiert, eine grosse Rolle.
Der U-Boot-Stützpunkt von Saint-Nazaire war während des 2. Weltkrieges von grösster strategischer Bedeutung.
Bereits im Januar 1941 begannen die deutschen Besatzer mit dem Bau des U-Boot-Stützpunktes und einer Reihe von Bunkern entlang der Küstenlinie und an der Einfahrt zur Trichtermündung der Loire. Im Dezember 1942 wurde dieser gigantische Komplex, hier waren zwei U-Boot-Flottillen stationiert die in der Atlantikschlacht kämpften, zur Kriegswerft umgerüstet. Zum Stützpunkt gehörten 62 Werkstätten für Torpedos und motorisierte Maschinen, 4 Küchen, ein OP und eine Kieferchirurgie. Errichtet wurde dieses riesige Gebäude mit 39.200 m² Grundfläche, für das 480.000 m² Beton verbaut wurden, von mehreren Tausend Zwangsarbeitern.
Der deutsche U-Boot-Stützpunkt Saint-Nazaire war ein vorrangiges Ziel der alliierten Bombardements, doch die Hauptleidtragenden waren die Stadt und ihre Bewohner, denn bei 50 Luftangriffen wurden 479 Menschen getötet. Da es den Alliierten nicht gelang, den U-Boot-Stützpunkt völlig lahmzulegen, beschlossen sie 1943, die Stadt unbewohnbar zu machen und den Hafenbetrieb durch Bombenabwürfe aus grosser Höhe zu erschweren. Der schwerste dieser Angriffe erfolgte am 28. Februar 1943, bei dem alleine fast die Hälfte der Stadt zerstört wurde.
Ab 1944 wird das gesamte französische Staatsgebiet befreit. Nur um die U-Boot-Stützpunkte herum leisten die Deutschen noch vereinzelt Widerstand. Von September 1944 bis Mai 1945 wird das Gebiet um Saint-Nazaire von den alliierten Truppen der Amerikaner und Einheiten aus dem französischen Widerstand eingekesselt. Im Mittelpunkt der Festung Saint-Nazaire lag der U-Boot-Stützpunkt. Als die Enklave 1945 befreit wird, übernimmt die französische Marine den Stützpunkt und nutzt ihn bis 1948 für Reparaturen und Umrüstungen an Kriegs- oder Handelsschiffen. Anschliessend wird er von Privatunternehmen genutzt, die Phosphate und Sojapresskuchen vertreiben, sowie von den örtlichen Werften, die dort in den Jahren 1953 bis 1959 8 Minenräumboote für die französische Marine fertigen lassen. Heute ist der U-Boot-Stützpunkt der Dreh- und Angelpunkt für das Stadtgestaltungsprojekt Ville-Port.
Auf dem stark frequentierten Parkplatz, vor
dem Bunker, darf man mit dem Wohnmobil auch über Nacht stehen.
Die Saint-Nazaire-Brücke ist eine beeindruckende Schrägseilbrücke nahe den Werftanlagen Pont de Saint-Nazaire à Saint-Brévin, welche mit rund 3,3 km über die Loiremündung führt.
Über Saint-Nazaire verläuft die Route Bleue (Blaue Route) an der bedeutende prähistorische Megalithmonumente liegen. Darunter der Tumulus von Dissignac nahe der Stadt und „des Mousseaux“ westlich von Pornic.
Schon von weitem bezaubert Saint-Nazaire, warmherzig und menschlich!. Die Neigung der Strebenbrücke mit ihren roten und weissen Pfeilern dominiert den Horizont. Saint-Nazaire ist der Schlüssel zur Loire-Mündung. Beim Stadtbummel öffnen sich dem Besucher, verträumte Gassen, bezaubernde Winkel und mit der die ganze Stadt überstrahlenden Kathedrale ein sehenswertes Bauwerk. Eine Stadt deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt.