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Seit paar Wochen üben wir fleißig Gongfu Cha für das Konzert am 19.03.2023!
Viele kreative ästhetische Teetische sind bereits zu sehen!
Ich freue mich auf Euch!
Seit paar Wochen üben wir fleißig Gongfu Cha für das Konzert am 19.03.2023!
Viele kreative ästhetische Teetische sind bereits zu sehen!
Ich freue mich auf Euch!
Mein Lehrer Atong erzählte mir oft, wie schwierig einen guten Yancha (Felsentee) zu bekommen. Er war sehr enttäuscht von seiner Reise nach Wuyishan vor paar Jahren!
Seit 2020 Januar war ich nicht nach Taiwan geflogen wegen der langen Quarantäne Regelung Taiwans. Jetzt bin ich wieder in Taiwan, bei meinem Lehrer und habe viele Materialien inzwischen gesammelt. Ich möchte gerne weiter lernen über Tee!
Wir haben in diesem Nachmittag ungefähr 20 verschiedene Tees degustiert. Er staunte über die gute Qualität von Yancha 2022, die ich eingeschaltet habe.
Als erstes haben wir Yünüfeng Dahongpao degustiert. Er lobte den guten Geschmack des Tees, aber zweifelte an die Angabe des Ortes. Er lachte, wir wissen nie. Aber dieser Yünüfeng Dahongpao sei einer der seit langen nicht mehr gefundenen guten Yanchas! Der harmonische süße Geschmack ist selten bei dem heutigen Felsentee.
Dann lobte er ebenfalls den wilden Zhangping Shuixian Hongcha, den wir gegen Ende degustiert haben. Für ihn ist dieser Hongcha ausgezeichnet gelungen.
Zum Schluss haben wir noch zwei Muster von Dayuling degustiert. Sehr enttäuschend. Ein Muster erzählte sofort von mangelten Welken und kurzer Fermentation. Der andere Muster, der mir eigentlich nicht so schlecht einfällt, zeigte nach der Abkühlung den ähnlichen Fehler. Eine schwierige Sache mit Dayuling! Der teure Preis entspricht nicht der Qualität. Will man unbedingt einen Dayuling trinken, will man unbedingt einen Dayuling verkaufen?
Wir wollen doch guten Tee trinken, anstatt dem schlecht fermentierten Oolong. Atong hat den einen Qilai Guifei 2018-2019 aus seinem Zimmer geholt. Ich habe diesen Tee nicht gekannt! „Warum hast Du mir so einen schönen Tee nicht gezeigt?„ Er schaute unschuldig zu mir, „Wirklich? Wie kann das sein?“ Es gibt immer etwas zu entdecken und zu freuen in deinem Schatzkammer.
Im Mai sagte Atong mir dass er einen seltenen guten Youhua Oolong in Hualien gefunden hat!
Was ist denn eigentlich ein Youhua Oolong? Warum ist er rar?
In Taiwan wachsen viele Pamelo Bäumen. Im frühen Frühling blühen die Pflanzen für ca. zwei Wochen. Damit die Bäumen gute Früchte tragen, werden die Blüten selektiert. Die angenommenen Blüten sind das beste Material, Tee zu verfeinern.
Eine Lebensphilosophie, der alle Güter nicht als Abfall betrachtet und den Sinn des Seins erkennt. Einen Kreislauf zu fördern, der aus dem Nutzlosen zur Kostbarkeit verwandelt.
In der traditionellen chinesischen Medizin wurde Pameloblüte (Youhua柚花）beschrieben als ein ausgezeichnetes Mittel, um gestaute Lebensenergie zu bewegen, Schleim im Hals zu lösen und Blockade im Mitte zu befreien. Er wirkt schmerzlindernd und harmonisierend. Von Pamelo-Blüte bedufteter Tee ist eine geschätzte kulinarische Köstlichkeit und ein Kulturgut alter Tradition.
Hualien liegt südöstlich Taiwans. Dort sind die Teepflanzen im März pflückreif. Frische Pameloblüte werden mit frisch hergestellten Oolong, der in Hualien meistens aus beliebten Cultivar Jinxuan ist, zusammen im niedrigen Temperatur schonend getrocknet. Die Blüten müssen um die Mittagszeit gepflückt werden. Eins zu eins, Schicht zu Schicht im 75 grade acht Stunde lange fertiggestellt. Am Ende des Prozesses werden die Blüten rausgenommen. Nur der von Duft gewickelte Tee bleibt.
Man könnte diesen Tee im warmen Tage im kalten Wasser zubereiten. 4g zu 600 ml kaltem Wasser. Drei Stunde im Kühlschrank stehenlassen. Die Teeblätter rausnehmen. Der duftende kalte Tee ist genussbereit.
Oder 4g im sprudelnden heißen 500ml Wasser fünf Minuten stehenlassen.
Oder mit traditionellen chinesischen Gaiwan oder Gongfucha stilecht genießen.
Ich bin unter Pamelo Bäumen aufgewachsen. Die Zitrusfrüchte haben weiße kleinen Blüten. Sie duften nach Zitrus, süß und langhaltend. In der Nacht schmeckt man ihn besonders stark. Youhua Oolong Jinxuan schmeckt harmonisch, Tee und Blüten haben den „gleichen“ Geschmack.
Youhua Oolong Jinxuan ist einmalig. Er ist rar, weil die Pamelo Bäumen nur einmal im Jahr blühen. Es gibt nur begrenzte Menge von Blüten, weil sie nicht aus der Züchtung kommen. Nur wenn das Universum mitmacht, gibt es die Blüten, die man Tee verfeinern können.
Der 1. August ist der Schweizer nationale Feiertag, der Gründungstag. 1. August ist in Taiwan der Ureinwohner Tag.
Meine Vorfahren kamen vor ca. 180 Jahren nach Taiwan. Vor ihnen war Taiwan bewohnt. Die Wahrheit der Taiwaner Geschichte ist, dass Taiwan eine uralte Insel, wo Menschen, die nichts mit chinesischen Völker zu tun haben, seit tausenden Jahren leben. Durch die chinesischen Einwanderer wie meine Vorfahren und japanische Besatzung wurden die Ureinwohner diskriminiert, stigmatisiert und vertreiben. Sie zogen sich zurück in die Bergen.
Mit Ureinwohner habe ich nicht viel zu tun, nur wegen meiner soziologischen Feldforschung über die Ureinwohner als Bauarbeiter in dem informellen wirtschaftlichen Sektor und im Osttaiwan über die Christianisierung Osttaiwans Begegnungen erlebte. Diese Erinnerung kam hoch, während ich in der Quarantäne den Xueshan Gaoshan trank. Der Körper bleibt in der Stadt. Das Gedanke hat Flügel.
Entlang dem Schneeberg- Regionen (Xueshan Shanmai) wachsen uralten subtropischen Bäumen gruppiert unter dem freien Himmel. Durch den touristischen Forderungen werden Länderei von Ureinwohner verkauft – teilweise betrogen, teilweise durch strukturellen Probleme. Selten gelingen sie ihr Land zu bewahren.
Es gibt aber immer mehr Menschen, die in der Konfrontation mit modernen Welt nachdenklich werden. Sie wollen, ihr Land wieder so zu bewirtschaften wie Ihr Vorfahren. Erde verträgliche Bewirtschaftung. Das Land so zu bewirtschaften, wie die Erde verträgt, nicht mehr.
Als ich als Studentin noch aktiv bei der Protest Bewegung war, lernte ich christliche Priester von Ureinwohner auf der Straße kennen. Sie leben zwar die christliche Spiritualität, bleiben allerdings ihrer alten Tradition treu. Sie erhalten Nahrung von der modernen Welt, fanden aber den Weg zu ihrem Ursprung. Sie kehren zurück zu ihrem Heimat, vermittelt den Menschen die Bedeutung der Liebe zur Erde in einem von Raubbau geprägten Wirtschaftsform ( es hat nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern Gier).
Sie verzichten auf Raubbau, sie lernen, wirtschaftliche Pflanzen wie Tee und Pfirsich so anzubauen wie die Weisheit ihrer Vorfahren Gaga – gemeinsam existieren, gemeinsam wachsen und gemeinsam haben.
Die Erde ist für diese Menschen wie ein Schatzkammer. Jeder kann hier etwas nehmen und zurückgeben. Kein Raubbau. Die Erde erholt sich. Der Mensch kann immer wieder das Reichtum miteinander teilen. Neben der wirtschaftlichen Agrarprodukte müssen sie ihre traditionellen Nahrungsmittel anbauen, ihre Bäume anpflanzen, so dass die dazugehörigen Tieren und Insekten bleiben. Zum Beispiel die fünffarbige Vögel. Sie bleiben bei Xueshan, weil sie das Pflanzen 通草Tongcai lieben. Tongcao ist das Material für das Papier, bevor Papierindustrie kam.
Wenn das Land üppig wächst, kommen die Menschen gerne und sie sehen, dass eine andere Lebensweise funktionieren kann, ohne Raubbau und Muskelspiel.
So schmeckt der Tee aus Xueshan. Sanftmütig, duftend nach Blumen und frischen Früchte. Seidige Textur. Eine Harmonie zwischen Himmel und Erde. Er zählt mir seine Geschichte. Zuerst wollte ich ihn nach dem Name von dem Volk Atayal nennen – aber ich finde es zu heuchlerisch. Außer diesem Tee habe ich sonst keine Beziehung zu diesem Volk.
Ich erinnere mich leise, wie man mir von verschiedenen Tabus erzählte, als ich dort aufhielt. Die Tabus sind, um die Beziehung zwischen Menschen und Tieren zu regeln. Man geht bei Abenddämmerung nicht an den Flüssen und in den Wald, weil die Tiere zu dieser Uhrzeit am Flüssen und bestimmten Orten verweilen. Das ist keine Aberglaube, sondern eine Abmachung zwischen Lebewesen.
In unser Welt herrscht Lieferketten und Energie Krise. Unsere billige Energie aus Russland ist auf Kosten von Lebensraum von Nenzen. Ebenfalls ein Normandenvolk, Ureinwohner von Polarkreis. Sie wandern mit ihren Tieren, damit die Erde sich regenerieren können. Vielleicht durch die Krisen müssen wir Gas in Deutschland selbst befördern, in der Schweiz Windräder ausstellen. So haben wir die Verschmutzung und Konsequenz der Energie Förderung vor eigenem Haustür. So sehen wir vielleicht, wie grün wir leben. So lernen wir vielleicht dass Gaga – Weisheit von Atalya die Orientierung sein sollte für unsere Zukunft.
Am 01. August ist der Ureinwohner Tag. Am diesen Tag trank ich einen Xueshan Gashan und wünsche mir, dass wir mehr „Gaga“ leben.
Wie würde ein Teetisch aussehen von Menschen, die sich durch Felsentee verbunden werden?
Markus probierte es! Ein Felsentee in Sun Chaos Yixing Kanne war voller Harmonie! Samtig wie Samt im Gaumen und prächtige Felsen ohne streng und kantig zu wirken!
Die „Geschmacklosigkeit“ macht alles farblos. Alle Klänge fallen weg. Wie Taub, wie farbblind, wie das Leben auf einem Planet, wo eine Blume ohne Duft blüht.
Diese taube farblose Welle treibt einem in die Depression. Ein Oriental Beauty wie alle anderen Tee. Ein Abenteuer-Film wie der Alltag. Ein Aufwachen wie im Turm. Zum Glück gibt es das Bewusstsein. Das Bewusstsein spiegelt der Seele, wo bist Du? Wo bin ich? Wenn der Film wie eintöniger Alltag erscheint, habe ich zum Glück meine Erinnerung. Erinnerung vom Aufbruch.
Ich erinnere mich an unserer Herrbstreise. Eine Weinreise nach Piemonte. Eine Reise von verschiedenen Generationen, die miteinander Wissen austauschen können und weitergeben können. die Farbe war Gold. Leuchtend und ewig, Der Winzer Christoph sagte, man kann anhand von der Farben der Weinblätter im Herbst sehen, wie die Pflanzen behandelt und gepflegt werden. Ich erinnere mich, dass Franco immer neben den Wein gestanden war und nicht aufhören konnte, Trauben zu essen. Auch ich verstand zum ersten Mal was Reife Trauben bedeuten. Die reifen Weintrauben vergehen im Mund, es bleiben nur Schale und Samen. Es gibt kein Fruchtfleisch, das bereits zum Saft verschmolzen ist.
Die Anwesenheit von 3 jährigen Sol macht uns immer klar, dass es außer Erwachsenden noch andere „Lebewesen“ gibt. Es pflegt anderen Lebensrhythmus und andere Phantasie des Lebens. Das Kind hat andere Farben, andere Gerüche und andere Worte, um diese Welt zu erkunden. Die Reise wurde so reich, weil es vielschichtig war.
Auch die Reise knapp war, vergaßen wir nicht, Tee zu trinken. Die herbstliche Sonne schien auf unseren Rücken und Körper. Wir haben Pu’er und Oolong geteilt. Die Farbe des Tees leuchtet so gold in der Erinnerung, wie der Pu’er aus Banzhang. Diesen Tee habe ich aus Yus Lager ausgegraben, ich vergaß ihn und er ihn ebenfalls. Durch die Lagerung reift er wie der Wein von Christoph im Keller, ungestört und friedlich. Er wartet auf seine Zeit. In dieser geschmacklosen Zeit denke ich immer wieder an den Tee, der aus dem Dorf Beikanan in Banzhang. Der Tee von Dort sollte so süß wie Traubenszucker, so Gold wie die herbstlichen Weinblätter sein. Breit und tief.
Der Tee und der Wein bilden eine schöne Brücke für Menschen, die gerne guten Geschmack haben. Eine Reise ist schön zum Erinnern, weil es farbenreich ist, um uns an Schönheit des Lebens zu erinnern! So süß wie Traubenzucker kann ein Tee sein in einer geschmacklosen Zeit!
Wenn die Sonne im Herbst noch scheint, leuchten die farbigen Blätter besonders gold-gelb. Im Moment blühen die Teebäume in Yibang bestimmt ganz lebendig im Wald.
Mansong Gushu ist eine Orientierung des Pu Ers für mich. Blumig, zart, süss und holzig im Mund. Kraftvoll wirkt er im Körper. Ein Raum von breiten und Tiefen entsteht irgendwo im Brustkorb. Ich begegne selten so eine Schönheit, die aromatisch facettenreich schmeckt und Tiefe und Charakter gleichzeitig besitzt. Dieser Tee ist aufgrund von seiner raren Hintergrund schwer zu erwerben.
2021 bekomme ich aber vier sehr spannende Yibang. Die jeweils einen Teil von Yibang Mansong präsentieren.
Dahei Senlin (der grosse dunkler Wald) lerne ich zum ersten Mal kennen. Der Wald liegt neben Mansong. Einst war er auch kaisierlicher Tribut-Tee und aus Camelia Sinensis. Ich stelle mir weite Wälder mit dunklen Bäume vor. Der Tee ist keineswegs dunkel. Ich rieche zarte Knospe und blühende Blumen. Der dynamische Geschmack tanzte auf der Zunge, während das Licht, das von den Blätter gespeichert wurden, sich durch den Körper strömt. Lebendig und energetisierend. Das ist der obere Teil von dem Tee des Manson-Gushus.
Wenn wir weiter gehen, kommen wir bei dem Yibang GuoyouLin an. Natürlich weiss ich nicht, ob es graphisch nah aneinander liegen, aber ihre Geschmäcke sind miteinander verbunden. In Yibang Guoyoulin wachsen die hochstämmigen Teebäume, die stets über den Tellerrand hinaus schauen und den Weitblick behalten können. Schmecken Sie so prächtig wie ein Chawangshu? Für mich schmecken sie wie ein See – ein mystischer See – wie in hochalpinen Bergseen. Oft werden sie verschleiert. Wenn die Sonne durchscheint, offenbart die Schönheit einer Perle. Ein weiter Raum, der auf dem Gipfel steht, weitet sich in mir aus. Leise zwarte Knope klingelt auf der Zunge. Liebliche feine Tasse. Für mich verkörpert er den unteren Teil von Mansong Gushu. Friedlich, weit und in sich ruhend. Emotionale Qualität.
Wenn man eine Weile am See gesessen hat, erhält man Kraft weiter auf den Weg zu gehen. Bergauf und Bergrunter kommt man bei einem anmutigen Weiler. Dort müssen die Teepflanzen wegen dem steilen Hang den grossen Unterschied von Wärme und Kälte aushalten, wachsen die Blätter schmal und länglich. Man nennt es „Weiden-Augenbraun“. So nennt man auch schöne Augen einer Schönheit in der alten Literatur. Die entzückenden Blätter eines Yibang Gushu liefert keinen weichen Tee. Der Tee voller Dynamik verführte mich, Anna und Fabio am vergangenen Samstag zu einer heiteren Welt. Er tanzte, mit uns oder solo. Er macht keine kunstvolle Sprünge oder Pirouette, sondern ganz auf den Boden fliessend wie ein archaischer Tänzer, der Anwesende „nach Hause“ begleitet.
Wenn man bald wieder „ans Tal“ ankommt, begegnet man die vor kürzen angepflanzten Xiaoshu (junge Bäume, ca. 10-20 Jahre alt). Sie sind jung, zugänglich und frisch. Unkompliziert und einladend. Ein bekömmlicher Tee, der nicht sehr viel von einem verlangt, aber viel Freude an Trinken schenkt.
Ein visueller Spaziergang. Eine Reise durch den Geschmack des Tees. Äusserlich und innerlich. Kulinarisch und Emotional. Yibang mit vier Gesichtern.
Selten reise ich nach Stans.
Regnerisch und kühl. Ich wollte mir das Projekt Culinarium Alpinum anschauen. Man hat mir von einem sehr beeindruckenden Gartenprojekt „essbare Landschaft“ erzählt. Das auf dem Menü präsentierte essbare Herbst hat mich enorm begeistert und sofort plante ich die Reise ins Mekka.
Als wir dort ankamen, war der Garten noch im Werden, aber man konnte bereits reife Himbeeren pflückten. Das Essen war hübsch repräsentiert. Die in Quark gesteckten Blüten schmeckten wie die Sonne, die hinter den Wolken versteckte. Das Fleisch war geschmackvoll, Kürsbispüree ist wie es sein kann. Nach dem Essen wollten wir einkaufen und das Projekt unterstützen. Man musste selbst die eingekaufte Waren zusammenzählen und twinten – wie in einem Hofladen.
Wie viel darf man verlangen und wie viel gibt man als Service. Es ist ein immer schwieriges Thema in einem sehr teuren Land, wo Menschen immer mehr zum Kostenfaktor werden. Wie viel darf man sich an das Lokale orientieren, bevor man sich unbewusst eingeengte Denkstruktur aneignet? Dass sich als authentisch und regional angibt, ist eine Versprechung verwurzelt und geerdet zu handeln?
Ich nahm viele Eindrucke und Gedanke nach Hause. Der Regen begleitete uns ununterbrochen. Bevor wir in den Zug sprangen, sassen wir uns kurz in Rosenburg, wo wir beide als schön und heimlich schweizerisch bezeichnen würden.
Als die Sonne wieder aufging, lief ich zu Shui Tang. Mit Franco packte ich die frischen eingetroffenen Stapel aus und tranken gemeinsam den Manlin. Es wird nicht der letzte Tee sein, den wir miteinander teilen. Es wird nicht der letzte Sonnenschein sein, der über Shui Tang strahlt. Aber der herbstliche Stimmung verbreitet sich in der Atmosphäre. Das warme Licht scheint besonders tröstend.
Aus der erste Tasse duftete es nach zarten Blumen, die gerade frisch öffneten. Es waren noch Heu und Grass. Im Mund breitet sich eine warme Hülle, Heu, Holz und Orangenschale. Es wärmte mich so, dass ich schwitzte. Wie fühlte ich mich? Ein Lächeln aus dem Herzen entspannte meine Schulter. Die herbstliche Sonne scheint auf meine Schulter, erfreulich und aufmunternd. Die alten Teebäume stehen Hunderten Jahren dort, wo sie die Sonne mit vielen Lebewesen teilen und verwandeln die Sonne in die Energie, damit sie uns die frischen kraftvollen Blätter liefern – wenn die Sonne auf meine Schulter scheinen, was gebe ich zurück? Wie könnte ich diesen natürlichen Kreislauf durch das Tee-Trinken ohne Dogmen und Versprechung weitergeben?