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Mein Vater war ein „Chlütteri“. Sein selber hergestelltes Weihnachtsglöckli aus Aluminium setze ich heute noch ein. Er baute mir auch ein eigenes Trottinette, stellte für mich eine Bauklötzesammlung her oder schenkte mir einen Fingerring mit einem 50er darauf. Ich erinnere mich auch noch genau an die wohlig warm ausgekleidete Harasse, die er auf meinen Schlitten montierte. Sonst aber war er ein sehr strenger Vater – manchmal fast ein sturer Bock. Ich musste den Teller immer fein säuberlich ausessen. Und das Mittagessen musste immer genau um 12.00 Uhr auf dem Tisch stehen. Ich weiss noch genau, wie ich immer am Fenster wartete, bis er um fünf vor 12 mit dem Velo von der Arbeit bei uns vorfuhr. Eigentlich passt es nicht ganz in dieses Bild, dass ich ihm während seines Mittagsschlafes Zöpfchen in seine Haare machen durfte. Bei Ausflügen hatte er immer Pfefferminzbonbos oder Caramel als Überraschung in der Tasche. Bis ich etwa zehn Jahre alt war, gab mir die Art und Weise meines Vaters viel Geborgenheit. Später bekam seine Sturheit für mich einen negativen Charakter, und es begann ein harter Weg der Auseinandersetzung, des Widerstands und der Versöhnung.
- Adoptivvater: 1905, Schlosser
- Tochter: 1952, Sozialarbeiterin
- Jahr der Szene: 1960