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in Thrakien ist neuerdings von W. Regel in seinen Ruinen genau festgestellt worden. Dieselben liegen 3 Stunden
östlich von der Mündung
des Mesta (Nestos), auf einem Vorgebirge 1-1½ Stunde von dem großen Dorfe Bulustra,
auf welches der Name des Bischofsitzes Polystylon übergegangen ist, welcher im MittelalterAbderasStelle einnahm. Das nach S.
vorspringende Vorgebirge hatte im O. und W. je einen Hafen, die eine Mauer mit breitem Graben verband, so die Stadt gegen N.
schützend. Unter den Trümmern ist nichts Hervorragendes; der Boden wird bebaut und ist mit Steinsplittern,
Ziegelsteinen und Topfscherben bedeckt. Münzen
[* 3] von Abdera werden dort häufig gefunden.
im Altertum eine Stadt in Thrazien, östlich von der Mündung des Nestus am Kap Bulustra gelegen, wahrscheinlich
alte phöniz. Niederlassung, die von Timesius aus Klazomenä (um 656 v. Chr.) hellenisiert, bald darauf
von den Thraziern zerstört, später (541 v. Chr.) von ausgewanderten Bewohnern der ion. Stadt Teos neu aufgebaut wurde. Nach
den Perserkriegen war die Stadt unabhängig und blühend; doch mußte sie sowohl dem ersten wie dem zweiten athen.
Seebunde beitreten. 352 wurde sie durch Philipp II. den Athenern entrissen und der macedon. Herrschaft
unterworfen. Unter den Römern war Abdera eine freie Stadt. Obgleich Abdera Geburtsort ausgezeichneter Männer, wie der Philosophen
Demokrit, Protagoras, Anaxarch und des Geschichtschreibers Hecatäus war, galten die Bewohner im spätern Altertum als eine
Art Schildbürger, so daß der NameAbderit noch jetzt sprichwörtlich für einen beschränkten Kleinstädter
ist. Deswegen hat Wieland seine «Geschichte der Abderiten» dahin verlegt.