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Das Ausmass der Umverteilung in der Schweiz wird im Folgenden über die Veränderung der Einkommensverteilung und -ungleichheit vor und nach staatlichen Transfers untersucht. Das Primäreinkommen wird dabei als Einkommen vor staatlichen Transfers, das verfügbare Einkommen als Einkommen nach staatlichen Transfers betrachtet. Daneben wird mit dem Bruttoeinkommen eine Zwischenstufe in diesem Umverteilungsprozess dargestellt, in der mit den Transferleistungen bereits ein Teil der staatlichen Transfers berücksichtigt ist. Die Untersuchungen basieren auf Daten der Haushaltsbudgeterhebung (HABE).
Für detailliertere Analysen sei auf die Publikationen und Definitionen (vgl. «weiterführende Informationen») verwiesen.
Entwicklung der Einkommen
Im Jahr 2019 beträgt das mediane verfügbare monatliche Äquivalenzeinkommen 3929 Franken, d.h. bei der Hälfte der in der Schweiz wohnhaften Personen liegt das Einkommen über, bei der anderen Hälfte unter diesem Wert. Es hat zwischen 1998 und 2014 um 15% zugenommen. Nach einer deutlichen Zunahme von 2008 bis 2013 stagniert das mediane verfügbare Äquivalenzeinkommen zwischen 2015 und 2019.
Das mediane Primäräquivalenzeinkommen liegt 2019 bei 4518 Franken und ist zwischen 1998 und 2014 um 18% gestiegen. Auch dieses Einkommen stagniert zwischen 2015 und 2019. Wie auch der weitgehend parallele Verlauf der beiden Kurven zeigt, ist die Umverteilung vom Primär- zum verfügbaren Äquivalenzeinkommen im Beobachtungszeitraum konstant geblieben.
Gini-Koeffizient
Der Gini-Koeffizient ist ein Ungleichheitsmass, das die gesamte Einkommensverteilung in der Bevölkerung berücksichtigt. Es zeigt das Ausmass der Ungleichheit auf einer Skala von 0 (vollkommene Gleichheit: alle haben gleich viel Einkommen) bis 1 (maximale Ungleichheit: eine Person verfügt über das gesamte Einkommen).
Die Gini-Koeffizienten der unterschiedlichen Einkommenskomponenten zeigen, dass die Einkommen vor staatlichen Transfers (Primäräquivalenzeinkommen) in der Gesamtbevölkerung deutlich ungleicher verteilt sind als die Einkommen nach Transfers (verfügbare Äquivalenzeinkommen). Dies verdeutlicht, dass die ungleiche Verteilung der am (Arbeits- und Kapital-) Markt erzielten Einkommen durch Sozialtransfers reduziert werden.
Die Entwicklung der Gini-Koeffizienten von 1998 bis 2014 zeigt insgesamt betrachtet und unter Berücksichtigung der teils breiten Vertrauensintervalle keine grossen Veränderungen. Nur tendenziell ist bei den verfügbaren Äquivalenzeinkommen in den Jahren 2003 bis 2007 sowie 2009 bis 2013 eine leichte Zunahme der Ungleichheit zu beobachten. Auch zwischen 2015 und 2019 sind keine deutlichen Entwicklungen auszumachen. Beim Primäräquivalenzeinkommen sind die Tendenzen ähnlich.
Quintilverhältnis S80/S20
Das Quintilverhältnis S80/S20 setzt die Einkommen der obersten 20% der Bevölkerung in Beziehung zu jenen der untersten 20%. Je stärker dieser Quotient von 1 abweicht, desto ungleicher sind die Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt.
Untenstehende Grafik bildet das Quintilverhältnis für Personen in Erwerbshaushalten ab und lässt ebenfalls eine deutliche Ungleichheitsreduktion von den vorwiegend marktabhängigen Primäräquivalenzeinkommen zu den verfügbaren Äquivalenzeinkommen erkennen. Auch hier ist im betrachteten Zeitraum keine grosse Variation der Ungleichheit zu beobachten. Die Tendenzen stimmen mit jenen des Gini-Koeffizienten überein, sind bei den Primäräquivalenzeinkommen aber ausgeprägter. Anstiege der Ungleichheit in diesen Einkommen wirken sich jedoch aufgrund der staatlichen Umverteilung nur geringfügig auf die verfügbaren Äquivalenzeinkommen aus.