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Rotaviren sind bei Kindern weltweit die häufigste Ursache für schwere Durchfälle, die zu Hospitalisationen führen. Die Übertragung erfolgt über den Mund. Symptome sind Fieber, Erbrechen und starke wässrige Durchfälle. Es gibt eine Impfung für Säuglinge.
Rotaviren sind bei Kindern weltweit die häufigste Ursache für schwere Durchfälle, die zu Hospitalisationen führen. Die Übertragung erfolgt über den Mund. Symptome sind Fieber, Erbrechen und starke wässrige Durchfälle. Es gibt eine Impfung für Säuglinge.
Erreger und Übertragung
Rotaviren sind bei Kindern weltweit die häufigste Ursache für schwere Durchfälle, die zu Hospitalisationen führen. Praktisch jedes Kind infiziert sich ein erstes Mal während seiner ersten zwei bis drei Lebensjahre. Erneute Ansteckung mit Rotaviren führt zu milderen, bei Erwachsenen meist asymptomatischen Verläufen. Rotaviren werden von Erkrankten in grosser Zahl mit dem Stuhl ausgeschieden. Zur Übertragung kommt es meistens durch Schmierinfektion, d.h. der Erreger gelangt über ungewaschene Hände in den Mund.
Krankheitsbild
Die Erkrankung beginnt ein bis drei Tage nach der Ansteckung typischer-weise mit Fieber und Erbrechen, gefolgt von starken wässrigen Durchfällen. Nach etwa einer Woche ist die Krankheit überstanden. Starke durchfallbedingte Flüssigkeitsverluste können eine Spitaleinweisung erforderlich machen. Langzeitkomplikationen und Todesfälle werden in der Schweiz nicht beobachtet. Eine durch Rotaviren verursachte Infektion des Magen-Darm-Trakts lässt sich durch Zufuhr von Flüssigkeit und Salz gut behandeln.
Verbreitung und Häufigkeit
Rotaviren sind weltweit verbreitet und stellen die Hauptursache von schweren Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern dar. In der Schweiz kommt es gemäss Schätzungen aus Studien und Angaben des Bundesamtes für Statistik bei Kindern unter fünf Jahren jährlich zu etwa 6600 Erkrankungen und etwa 1500 Hospitalisationen.
Vorbeugung
Es existieren mehrere Impfstoffe zur Verhütung einer Rotaviruserkrankung. Die Impfung hilft vor allem in Ländern mit niedrigem Hygienestandard und ohne ausreichende Ernährung bzw. medizinische Infrastruktur. Ohne Impfung sterben in diesen Ländern jedes Jahr mehrere 100‘000 Kleinkinder an Durchfällen, die durch das Rotavirus verursacht werden.
Wegen der guten Qualität der Gesundheitsversorgung in der Schweiz verursacht eine Rotaviruserkrankung hierzulande keine Todesfälle. Aus diesem Grund und wegen des ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses wurde 2008 (und nach einer erneuten Evaluation 2014) beschlossen, diese Impfung bis auf weiteres nicht in den Schweizerischen Impfplan aufzunehmen.
Wer möchte, kann sein Kind jedoch auf eigene Kosten gegen Rotaviren impfen lassen. Dazu ist ein Schluckimpfstoff in der Schweiz zugelassen und verfügbar. Die Impfung umfasst zwei Dosen mit einem Mindestabstand von vier Wochen. Die erste Dosis wird ab der 6. Lebenswoche verabreicht. Die zweite Dosis soll vor der 16. Lebenswoche, spätestens jedoch vor der 24. Lebenswoche, verabreicht werden.
Dokumente
Rotavirusimpfung: keine Aufnahme in den Schweizerischen Impfplan (PDF, 72 kB, 07.07.2008)Bull BAG 2008; Nr. 28: 492-495
Rotavirusimpfung: Empfehlung für Säuglinge (PDF, 194 kB, 01.10.2014)Evaluation durch die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF)
Stand: Oktober 2014.
Dokument in Deutsch mit Zusammenfassung in Deutsch und Französisch.
Letzte Änderung 20.08.2018