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Unsere Baugenossenschaft wurde am 17. April 1943 gegründet. Am 31. Juli 1943 erfolgte die
Eintragung ins Handelsregister
Erstellte Bauten
Mehrfamilienhaus in Rüschlikon, beginn 1943
3 Mehrfamilienhäuser an der Tiefackerstrasse. Bauzeit von 1943 bis 1944
Einfamilienhäuser an der Ryffertstrasse in Adliswil, begonnen 1943, fertig erstellt 1944
6 Einfamilienhäuser an der vorderen Grundstrasse, drei davon begonnen Juni 1944,
fertig erstellt Dezember 1944, 4 Häuser begonnen am 30. Oktober 1944 fertig erstellt
1945.
4 Mehrfamilienhäuser an der vorderen Grundstrase, heute Zelglistrasse in Langnau a.
A., begonnen 1947, beendet 1948.
9 Mehrfamilienhäuser am Feldweg in Adliswil, begonnen 1949, beendet 1950.
Verkaufte Bauten
Mehrfamileinhäuser in Rüschlikon
Einfamilienhäuser an der Ryffertstrasse in Adliswil
Einfamilienhäuser an der vorderen Grundstrasse in Langnau a. A.
Aus dieser nüchternen Darstellung der Tätigkeit unserer Baugenossenschaft in den späten
vierziger Jahren ist nicht ersichtlich, was es hiess in jener Zeit Bauten zu erstellen.
Betrachten wir daher ein wenig das wirtschaftliche und politische Umfeld.
Der 2. Weltkrieg wurde am 8. Mai 1945 in Europa durch die Kapitulation Deutschlands
beendet. 1945 war auch das Jahr der 1. Atombombe.
Die Überbauungen Rüschlikon, Ryffertstrasse und Tiefacker/Lebernweg in Adliswil und die 7
Einfamilienhäuser an der vorderen Grundstrasse in Langnau a. A. wurden in den letzten
Kriegsjahren gebaut. Bei diesen Überbauungen ergaben sich Probleme in Zusammenhang
mit der Beschaffung der Baumaterialien; die Arbeiter, Ingenieure, Architekten und die
Mitarbeiter der Baubewilligungsbehörden waren immer wieder im Militärdienst abwesend.
Es darf als eine ausserordentliche Leistung der am Bau Beteiligten betrachtet werden, dass
unter Aufbietung aller Kräfte die Bauten in einem Zeitraum erstellt werden konnten, von
denen wir heute - auch wenn wir über verbesserte Arbeitstechniken, Maschinen und
Hilfsmittel verfügen -, oft nur träumen können. Denken wir nur daran, dass Eisen, Stahl und
Zement rar und bewirtschaftet waren. Vergessen wir nicht, dass wir von Plastik- und
Kunststoffen noch nichts kannten.
Aus einem Zirkular des Sommers 1946 an die Mieter der Überbauung am Feldweg
Die Zentralheizung wird in Betrieb genommen. Die Heizkosten betrugen Fr. 20.-- im Monat.
Falls ein Mieter dies nicht bezahlen könne ist der Vorstand bereit dies mit ihm zu
besprechen.
Was verdiente dann ein Mieter in jener Zeit?. Der Malermeister Balmer offerierte im August
1944 für Regiearbeiten eine "tüchtigen Maler mit Geschirr und Material" zum Stundenpreis
von Fr. 3.80; der Hilfsarbeiter kostete in der Stunde auch mit Geschirr und Material Fr. 3.20.
Sie können sich ausrechnen, dass der tüchtige Maler nicht mehr als Fr. 1.80 bis 2.10 in der
Stunde verdiente. Wenn er 9 - 10 Stunden, was in jener Zeit üblich war, arbeitete kam er auf
einen Tagesverdienst von ca. Fr. 18.-- bis Fr. 20.--.
Ist es verwunderlich, dass die Genossenschafter von Langnau noch im Jahr 1948 den
Vorstand baten, mitzuhelfen damit die Genossenschafter in der Nähe der Wohnung
Pflanzland zu Verfügung erhielten.
Sie fragen sich sicherlich wie bei diesen materiellen Verhältnissen die Mieter für den Mietzins
aufkommen konnten. Eine 4-Zimmerwohnung in der Überbauung Tiefacker kostete damals
Fr. 104.-- pro Monat und in Langnau Fr. 120.--.
Von den damaligen Verhältnissen der Mieter kann dann leicht auf die finanzielle Lage der
Genossenschaft geschlossen werden. 1944 betrug das Genossenschaftskapital Fr. 5'000.00.
Jeder Mieter hatte nur einen Anteilschein von Fr. 100.-- zu übernehmen. Nun ist es einfach
unmöglich mit einem Genossenschaftskapital von Fr. 5'000.-- ein Bauvolumen von Fr.
1'000'000.-- zu finanzieren. Die Genossenschaft wäre in jenem Zeitpunkt bankrott gewesen,
kaum hätte sie begonnen. Die Handwerker - heute würden sie sich stolz Unternehmer
nennen - man war halt noch bescheidener - griffen in die eigene Tasche und stellten der
Sihlhalde eine Obligationenanleihe zur Verfügung (Fr. 42'500.--) und liessen ihre
Garantiebeträge stehen (Fr. 13'000.--) und die Verwaltungsfirma gewährte ein Darlehen von
Fr. 7'000.--. so kamen Fr. 63'000.-- zusammen, die man noch als Eigenkapital betrachten
konnte. Dadurch war die Genossenschaft gerettet.
Die Genossenschafter sahen dann ein, dass das Eigenkapital der Genossenschaft zu
verstärken war. Jeder verpflichtete sich sein Anteilscheinkapital von Fr. 100.-- auf Fr. 500.--
aufzustocken. Der Betrag von Fr. 400.-- wurde in 20 Monatsraten je Fr. 20.-- einbezahlt.
Dann kam die Überbauung am Feldweg. Auch hier waren die Mieten bescheiden. Eine 4-
Zimmerwohnung im allgemeinen Wohnungsbau kostete Fr. 170.--. Dadurch, dass an allen
Enden und Ecken gespart wurde und die Fixkosten der Genossenschaft auf mehr
Wohnungen verteilt werden konnte, verbesserte sich die Situation der Genossenschaft
schon etwas.
1951 waren die Obligationen der Handwerker und die aufgenommenen Darlehen bis auf Fr.
46'000.-- zurückbezahlt. Das Bauvolumen betrug Fr. 2'173'000.-- und das Eigenkapital Fr.
157'000.-- (einschliesslich des neu geschaffenen Amortisation- und Erneuerungsfonds).
Die ersten Jahre unserer Genossenschaft waren geprägt durch den dem Ende
entgegengehenden Krieges und der Aufbruchsstimmung der ersten Nachkriegsjahre. Die
Wohnungsnot war gross. Nach Kriegsende entstand ein riesiger Bauboom. Im Jahr 1948
wurden im Kanton Zürich 5'500 neue Wohnungen gebaut. Im Durchschnitt des Jahres
1939/40 wurden nur ca. 1'800 Wohnungen auf dem Kantonsgebiet erstellt. Der
Baukostenindex (verglichen mit dem Jahr 1939) stieg auf den Stand von 197 Indexpunkten.
Interessant ist auch festzustellen, dass von den 5'500 neu erstellten Wohnungen nur 25%
ohne öffentliche Beihilfe erstellt wurden. 71,5% wurden mit Subventionen erstellt.
Die ersten Nachkriegsjahre waren geprägt durch die Auseinandersetzung zwischen Ost und
West. Der kalte Krieg beherrschte unser politisches Leben. Eine Vielzahl unserer Mitbürger
begannen, beeinflusst durch östliche Ideologien, das politische Heil im zentralistischen
gelenkten Staat, der auch in die Wirtschaft massiv lenkend eingreift zu sehen.
Der Präsident setzte im Jahresbericht als Einleitendes Motto ein Wort von Gottfried Keller:
"Demokratie beruht auf dem glauben an das Wunder der Erziehung der Menschen.
Sie erfordert die tätige Mitwirkung aller Bürger. Ihr grösster Feind ist die Gleichgültigkeit,
das sich zurückziehen des Bürgers in die spähre des Privaten."
Die Nachkriegsjahren plätscherten dahin. In der Hochkonjunktur wurden wir durch die
Verbesserung der Lebensqualität verwöhnter und anspruchsvoller. Vieles früher kaum
erreichbares wurde zur Selbstverständlichkeit. Nur unsere Genossenschaft wurde in der
Hochkonjunktur nicht reicher. Das Festhalten der Subventionsbehörden an überalterten
Strukturen und Vorschriften bereitete uns Sorgen. Das Geld für die Erhaltung der
Liegenschaften fehlte. Die Einkommensvorschriften, die mit der Zeit nicht Schritt hielten,
fielen uns immer schwerer einzuhalten. Es musste etwas gegen die drohende Verlotterung
und Verslammlung unserer drei Kolonien geschehen. So wurde im Jahr 1978, als in Langnau
die Subventionen verfallen waren (Arbeitsbeschaffungsmassnahme) im Vorstand
beschlossen den Genossenschaftern zu beantragen auch die Subventionen für die beiden
Überbauungen in Adliswil zurückzuzahlen und alle Kolonien zu renovieren. Die
Genossenschafter haben mit grosser Mehrheit und in gemeinsamer Solidarität diesem
unüblichen Vorgehen zugestimmt. Die Subventionen wurden zurückbezahlt und mit dem
Renovationsarbeiten begonnen.
Wir dürfen in der nachträglichen Betrachtung festhalten, dass dieser Entscheid weise und
vorausschauend war. Unsere Genossenschaft steht heute gefestigt da. Wir alle dürfen
sicher auch stolz darauf sein, dass unsere Genossenschaft ihre Zweckbestimmung gemäss
Statuten :
Die Genossenschaft bezweckt, ihren Mitgliedern preisgünstigen Wohnraum zu vermitteln
und diesen dauernd der Spekulation zu entziehen. Die Tätigkeit der Genossenschaft ist nicht
gewinnstrebig.
Die Genossenschaft erstellt und vermietet preisgünstige Wohnungen an ihre Mitglieder. Sie
kann zu diesem Zweck unbebaute und bebaute Liegenschaften und Baurechte erwerben,
belasten und veräussern.
Vorbildlich erfüllt hat. Dass diese Wohnungen auch noch günstig sind, ist der vorbildlichen
Führung durch die verschiedenen Vorstandgenerationen zu verdanken.
Zum Schluss will ich noch feststellen, dass es für uns alle eine einmalige Gelegenheit war,
dass eine von Handwerkern gegründete Wohnbaugenossenschaft in voller sozialer Absicht
von diesen in das Eigentum der Mieter nahtlos überführt wurde. Hätte damals eine Vielzahl
von Handwerkern diese vernünftige Gesinnung gehabt, bräuchten wir heute weit weniger
Vorschriften über Mietzinsgestaltung und Kündigung. Als Genossenschafter sind wir
Miteigentümer und Mieter zugleich.
Bericht über das Geschäftsjahr 1944
Das Jahr 1944 war das eigentliche Baujahr der Genossenschaft. An 4 verschieden Orten
wurden Bauvorhaben durchgeführt, die grösstenteils auch im gleichen Jahr vollendet
wurden. Einzig das Projekt für 7 Einfamilienhäuser an der Feldimoosstrasse in Rüschlikon
gelangte wegen der uns unverständlichen, zögernden Einstellung der dortigen
Gemeindebehörden nicht zur Ausführung. Sämtliche Voraussetzungen für die erfolgreiche
Durchführung dieser Siedlung waren vorhanden. Die Pläne waren fertiggestellt, die
Finanzierung gelöst und auf unsere Inserate erhielten wir zahlreiche interessierte Anfragen.
20 ernsthafte Interessenten, die als Käufer für diese Häuser in Frage kamen, haben uns
immer wieder gefragt: wann endlich kann mit dem Bezug der Häuser gerechnet werden.
Trotz unserer mehrfachen, energischen Vorstellungen, hat uns die Gemeindebehörde in
Rüschlikon immer wieder mit der Begründung vertröstet, dass der Bebauungsplan für dieses
Gebiet noch nicht fertiggestellt sei. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Bewilligung
der mit Subventionen zu erstellenden Bauten nicht ausschliesslich von den einzelnen
Gemeinden abhängen würde. Leider gibt der Bund und Kanton nur Beiträge, sofern die
Gemeinde ihrerseits einen Betrag zusichert. Ist die Gemeinde an subventionierten Bauten
desinteressiert, so unterbleibt eben jede Förderung zur Behebung der Wohnungsnot.
Weit zufriedenstellender entwickelte sich das Bauvorhaben der 3 Einfamilienhäuser an der
Tiefackerstrasse in Adliswil, die mit einem Monat Verspätung am 1. September bzw. 1.
Oktober 1944 bezugsbereit waren. Hier, wie auch bei den übrigen Bauten, hat unser Herr
Gemeindepräsident Huber von Adliswil in verdankenswerter Weise mitgeholfen, die
Schwierigkeiten - und es waren derer nicht wenig - die sich der Verwirklichung dieses
Projektes in den Weg stellten, zu überbrücken. Am 23. November 1944 besichtigte dann
eine Delegation des Gemeinderates zusammen mit einem Vertreter der Regierung, die
zweckmässigen, architektonisch einwandfrei und ansprechend gelösten Bauten.
Die Baukosten Tiefackerstrasse kamen gemäss Kostenvoranschlag auf 510'000.-- zu stehen.
Pläne und Bauleitung machten die Architekten B. & E. Gerwer in Zürich.
Weniger programmgemäss verlief die Bauerei der 3 Einfamilienhäuser an der Ryffertstrasse
in Adliswil. Diese, ohne Subventionen erstellten 5.-Zimmer-Einfamilienhäuser hatten am 1.
Oktober 1944 bezugsbereit sein sollen. Der erste Mieter konnte dann erst Mitte November
einziehen. Die Verzögerung in der Fertigstellung dieser Häuser wurde durch verschiedene
Umstände bedingt. Einmal konnten die daran beteiligten Handwerker die angesetzten
Fristen nicht innehalten. Andererseits waren die im gegebenen Moment benötigten
Materialien nicht erhältlich. Im Grossen und Ganzen ist jedoch zu sagen, dass es bei gutem
Willen aller Unternehmer möglich gewesen wäre, den vorgesehenen Termin wenn nicht
einzuhalten, so doch ein Überschreiten desselben wesentlich zu verkürzen. Die Baukosten
dieser 3 Häuser sind mit Fr. 150'000.-- veranschlagt. Architekten B.& E. Gerwer.
Die im November 1943 begonnene Bauten an der alten Landstrasse in Rüschlikon wurden
im Juli 1944 fertiggestellt. Das komfortabel eingerichtete Mehrfamilienhaus war bis Ende
Jahr voll vermietet und wirft inkl. Garagen eine Bruttorendite von 6,34% ab. Die Baukosten
Fr.280'000.--. Pläne und Bauleitung B.& E. Gerwer.
Erfreulich entwickelte sich das Bauvorhaben für die 7 Einfamilienhäuser an der vorderen
Grundstrasse in Langnau a. A. Ende Juni 1944 wurde mit dem Aushub der ersten 3 Häuser
begonnen. Die Aufrichte dieser 3 Häuser anfangs September 1944 war getragen im Geiste
einer zielbewussten Zusammenarbeit zwischen Gemeindebehörde, Unternehmer und
Bauherr. Infolge der Schlechtwetterperiode und Mangel an Arbeitskräften bei den
Unternehmern war es nicht möglich, die Häuser auf den vorgesehenen Termin per Ende
September den Mietern zu übergeben. Der Baubeginn für die 2. Etappe von 4. Häusern fiel
auf den 30. Oktober 1944. Diese Häuser sollten auf Frühjahr 1945 fertiggestellt sein. Die
Baukosten der 7 Fünfzimmer-Einfamilienhäuser sind mit Fr. 240'000.-- veranschlagt.
Ausführende Architekten : B.& E. Gerwer in Zürich.
Drei andere Bauvorhaben in Pfäffikon Zch., Rüschlikon und Zürich konnten aus verschiedenen
Gründen nicht ausgeführt werden.
Tätigkeit der Geschäftsleitung
Vorstand pro 1944

Präsident

Hermann Bender, Zürich

Aktuar

Max Fischer, Rüschlikon

Kassier

Eugen Gerwer, Zürich

Kontrollstelle

Hch. Winkler, Adliswil
Walter Schärer, Rüschlikon

Vertretung der Regierung

H. Huber, Gemeindepräsident, Adliswil
Mitgliederzahl pro Ende 1944
Der Vorstand hielt im Jahre 1944 33 Vollsitzungen ab. Hinzu kommen 4 ausserordentliche
Versammlungen, sowie unzählige Verhandlungen mit Behörden, Architekten,
Unternehmern, Mietern, Bauinteressenten und - leider - auch Rechtsanwälten. Alle damit
verbundenen Arbeiten, inbegriffen die umfangreiche, z.T. auch unerfreuliche
Korrespondenz wurde nebenamtlich vom Vorstand erledigt. Wir begnügen uns mit diesem
summarischen Bericht, weil wir wissen, dass nur diejenigen, die selbst schon mit der Bauerei
zu tun hatten, im Bilde sind, wie viel produktive und auch unproduktive Arbeit geleistet
werden muss, bis ein Haus bezugsbereit ist.
Finanzielles
Der anfangs Jahr mit dem Budget veranschlagte Verlustsaldo (inkl. Verlustsaldo des
Vorjahres) von Fr. 4'500.-- stimmt mit der effektiven Jahresrechnung bis auf einige Franken
überein, (Fr. 150.-- weniger als Voranschlag). es ist dies ein Zeichen, dass mit den
anvertrauten Geldern richtig disponiert wurde. Es wird gemäss Budget für das Jahr 1945
möglich sein, diesen Verlust im kommenden Jahr (1945) auszugleichen. Voraussichtlich
kann erst im Jahre 1946 mit einer Verzinsung der Anteilscheine gerechnet werden. Es wäre
in diesem Zusammenhang wünschenswert, wenn die Genossenschafter durch vermehrte
Zeichnung von Anteilscheinen dazu beitragen würden, die Genossenschaft finanziell zu
stärken. Dabei hat es die Meinung, dass der dadurch verfügbare Betrag zur sofortigen
Anschaffung von Heizmaterial für den kommenden Winter verwendet würde. Es sei hiezu
noch bemerkt, dass andere Baugenossenschaften, wie z. B. die Genossenschaft Albis, von
Ihren Mietern die Zeichnung von einem Anteilschein in der Höhe von Fr. 1'000.-- verlangen,
während dem unsere Mitglieder nur einen Anteilschein von Fr. 100.-- übernehmen mussten.
Schlusswort
Überblicken wir das Geschäftsjahr 1944, so stellen wir fest, dass unsere relativ kleine
Baugenossenschaft für ca. Fr. 1'200'000.-- gebaut hat. Für diese ansehnliche Summe wurde
Arbeit und Verdienst geschaffen. Als Produkt entstanden zweckmässige, gesunde und
neuzeitliche Wohnungen, die mithalfen, der Wohnungsnot zu steuern. Die Voraussetzungen
für eine normale Bauerei waren im Berichtsjahr allerdings nicht gerade günstig. Es waren
Schwierigkeiten zu überwinden, die nicht vorausgesehen werden konnten. Ferner verzögerten
die zahlreichen Militärdiensteinberufungen bei den Unternehmern die Bautermine. Alle
diese Schwierigkeiten waren kriegsbedingt. Doch dürfen wir zufrieden sein, dass es in
unseren, vom Krieg verschonten Lande möglich war, überhaupt gesunde und
menschenwürdige Wohngelegenheiten zu schaffen. Und vergessen wir auch nicht, dass
die Unannehmlichkeiten, die wir in Kauf nehmen mussten, verglichen mit den Verhältnissen
der Kriegsführenden Länder sehr klein und unerheblich erscheinen.
Zürich, den 28. April 1945
Der Präsindet: H. Bender