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Steigende D-Dimer-Werte im Blut bei Patienten mit Krebs weisen auf ein hohes Thromboserisiko hin. Das hat eine Studie österreichischer Ärzte mit internationaler Beteiligung ergeben.
Sinnvoll könnte es sein, Krebspatienten einmal monatlich zu testen, um das Risiko für solche potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen individueller zu bestimmen, schreiben die Wissenschaftler.
Die aktuell im Journal of Thrombosis and Haemostasis erschienene Studie von Cihan Ay (MedUni Wien/AKH) und einer Autorengruppe aus Wien, Graz, Leicester (Grossbritannien) und Moskau sollte die Aussagekraft wiederholter D-Dimer-Messungen bei Krebspatienten bezüglich ihres Thromboserisikos bestimmen.
D-Dimer-Tests sind ein Mittel, um im klinischen Alltag schnell das Vorliegen einer venösen Thromboembolie – zum Beispiel einer lebensgefährlichen Lungenembolie – auszuschliessen. Sind die Werte nicht erhöht, liegt mit hoher Sicherheit keine solche Thrombose vor. Die Diagnose von Embolien wird normalerweise über eine Computertomografie gestellt.
12 Prozent entwickeln Embolie
Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen und Lungenembolien – was ohne entsprechende Diagnose lebensgefährlich sein kann. In manchen Fällen ist eine venöse Thromboembolie (VTE) sogar der erste Hinweis auf eine Krebserkrankung. Im bekannten Fall eines Risikos können Betroffene durch Verabreichung einer Antikoagulans-Behandlung geschützt werden.
In die Studie wurden 167 Patienten mit aktiver Krebserkrankung aufgenommen. 59 hatten ein Karzinom im Gastro-Intestinaltrakt, 56 litten an einem Lungenkarzinom, weitere 59 an einem Tumor im Gehirn. Zwei Patienten litten an anderen Krebsformen. Bei den Kranken wurden zu Beginn und dann monatlich die D-Dimer-Werte bestimmt, was für die Probandengruppe insgesamt 602 Mal erfolgte.
Eine venöse Thromboembolie entwickelte sich in einem Beobachtungszeitraum von 250 Tagen bei 20 Patienten oder 12,1 Prozent. «Die D-Dimer-Werte erhöhten sich bei Patienten, die schliesslich an einer VTE erkrankten, um 34 Prozent pro Monat. Bei den Patienten, die keine VTE bekamen, blieben die Werte stabil», stellten die Fachleute fest. Eine Verdoppelung der D-Dimer-Spiegel im Blut bedeutete eine um das 2,78-Fache erhöhte Gefährdung.
Einfache Prognose
Die Studie unterstütze das Konzept regelmässiger D-Dimer-Bestimmungen bei onkologischen Patienten, fassten die Autoren die Ergebnisse zusammen. Im Jahr 2018 hat eine Wiener Studiengruppe, in der Ay ebenfalls vertreten war, im Fachblatt «The Lancet Haematology» ein Voraussagemodell für venöse Thromboembolien publiziert.
Es besteht nur aus zwei Faktoren: der Zuordnung zu einer Tumor-Risikogruppe, die sich aus dem Primärtumor ergibt, und dem Laborparameter D-Dimer, der in jedem Spital und in vielen Laboratorien zur Verfügung steht.
Damit kann die individuelle Voraussage für die ersten sechs Monate nach Diagnose einer Krebserkrankung erfolgen. Auf das Berechnungstool können Onkologen seither im Internet zugreifen.