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Alfredo ist seit ein paar Jahren Sympathisant von Uniterre. Geboren in einem Dorf in der Magadino Ebene im Tessin ; Stadtplaner in Genf und jetzt pensoiniert, engagiert er sich voll für die Initiative. Treffen auf einer Bistroterrasse in Genf.
Alfredo, könntest du uns die Gründe für ein derartiges Engagement erklären ?
In unserem Dorf waren wir fast alles Töchter und Söhne von Bauern. Heute gibt es in dem Dorf keinen einzigen mehr. Das Verschwinden der Bauernhöfe und die Frage der jungen Menschen zum Zugang zu Land machen mich speziell betroffen. Im 2006-2007, als ich noch als Städteplaner aktiv war, nahm das Agglomerationsprojekt fraco-valdo-genevois - welches sich heute das « Grand Genève » nennt, erste Formen an. Ich anerkannte die Idee über die kantonalen Fragen hinauszudenken, um schlussendlich zu sehen, wie die Aufsplittung in Stadt-Land vom « regionalen » Denken überholt wurde. Das Projekt war voller guter Absichten, aber war es realisierbar, ohne von einer ausgesprochenen und reflektierten Umstetzungsstrategie begleitet zu sein ? Ich war schockiert von einigen Aspekten der ersten Projektversion, welche von einem Züricher Stadtplanungsbüro vorgeschlagen wurde. Ich hatte den Eindruck, dass man sich damit amüsiert hatte farbige Tupfer in die Lanwirtschaftszone zu setzen, um zukünftige Siedlungen zu markieren. « L plaine l’Aire », das Genfer Gemüse -Becken , war der Konstruktion eines neuen Quartiers zum Opfer gefallen. Ein absoluter Nonsens bezüglich des landiwrtschaftlichen Status und der fruchtbaren Böden.
Auf der anderen Seite, bin ich nicht grundsätzlich dagegen innerhalb der Landwirtschaftszone zu bauen, aber die Orte hierfür müssen wohl überlegt sein und es muss gut abgewogen werden. Zum Beispiel war das Erweiterungsprojekt der Gemeinde Bernex gerechtfertigt, heute konkret umgesetzt mit einer neuen Tramlinie. Auf der anderen Seite ist es nicht gerechtfertigt, dass die neue Überbauen sich auf 150 ha ausdehnt, obwohl sich das gleiche Projekt auf 50-60 ha realisieren lässt.
Während der Weiterführung dieser Projekte kam es zum Referendum gegen die Deklassierung von landwirtschaftlichem Boden der Cherpines (Plaine de l’Aire), welchem ich mich anschloss. Bei dieser Gelegenheit begegnete ich Uniterre. Ausserdem habe ich im Jahr 2011 am « Carrefour Souveränineté alimentaire » teilgenommen, der von der « Fédération genevoise de coopération » organisiert wurde und bei dem Uniterre stark eingebunden war. Seither sehe ich, dass das Thema der Ernährungssouveränität die richtige Alternative ist, um der familiären Landwirtschaft Hoffnung zu geben und gleichzeitig nah bei den Bedürfnissen der Konsumenten ist.
Was inspiriert dich daran besonders ?
Das ist der globale Ansatz, der von der Initiative vorgschlagen wird, welcher mich speziel motiviert. Für mich ist es eine unbestrittene Tatsache, dass die Ernährung eines der Schlüsselthemen der heutigen und zukünftigen Gesellschaft ist und uns deshalb die Landwirtschaft alle etwas angeht. Ausserdem, dass die Aspekte, wie die ländlichen Gebiete, die solidarische Ökonomie, die Biodiversität und gesunde Lebensmittel , Teile des Ganzen sind. Ich bin überzeugt, dass dies eine nötige und gewünschte Debatte auf natoionalem Niveau entstehen lässt. Ich bin der Ansicht, dass der Übergang zu einer politischen Ökologie unvermeidbar ist ; Es hängt alles davon ab, wieviel Zeit wir brauchen, um diese zu realisieren. Meiner Empfindung nach muss jetzt reagiert werden.
Wie gehst du vor Ort vor ?
Wenn ich meine Sammlung in den 45 Genfer Gemeinden mache, habe ich immer 4 Schreibunterlagen mit mir. Der erste vereinigt die Bögen der Gemeinde Genf und die der grössten Gemeinden. In den drei anderen sind die Bögen der kleinen und mittleren Gemeinden sortiert enthalten. Auf den obersten trage ich schon mal die Namen und Postleihzahlen der Gemeinden ein. So verliere ich keine Zeit und ich vereinfache die Arbeit des Sortierens bei Uniterre. Ich mache alle meine Sammlungen « fliegend », zu 95% allein und ich wechsle mich bei den Aktionsorten ab.
Wo genau warst du ?
Im Winter habe ich die Ein-und Ausgänge von Einkaufszentren bevorzugt oder Anlässe wie Konferenzen, die eine Beziehung zum Thema Landwirtschaft/ Ernährung hatten. Im Frühling kamen die Parcs dazu, Velobörsen, Quartierfeste, dann die « Bains de Pâquis « und die Märkte. Ich zeige immer die Rückseite mit den 5 Schlüsselargumenten und frage gleichzeitig « Wollen Sie die bäuerlichen Familienbetriebe unterstützen ? » und je nach Person, die ich vor mir habe, ergänze ich noch das eine oder andere Thema. Bei manchen Personen hebe ich die Aspekte des Verlustes der bäuerlichen Familienbetriebe hervor oder die Diversität in der Landwirtschaft. Bei anderen, richte ich das Augenmerk auf die Gentechnik oder die Jungen, welche in den landwirtschaftlichen Ausbildung sind und kein Land für eine Existenzgründung finden, um ihren Beruf zu leben.
Stösst du auf offene Ohren ?
Ich stelle fest, dass wenn man die Aufmerksamkeit auf sich lenken kann, wird meistens auch unterschrieben. Wir treffen auf viele Leute mit gesenktem Kopf, die den Augenkontakt vermeinden, aber nicht selten sind auch welche zurück gekommen, um die Initiative zu unterschreiben. Was sehr sympathisch ist, sind die vielen Dankesworte, die wir erhalten. Das ist wertvoll für die Bewegung und Uniterre sollte stolz sein, diese Debatte in die Öffentlichkeit getragen zu haben. Wenn ich mich mit etwas Grundlagen-Soziologie vergnügen, wage ich inzwischen zu sagen, auf der Basis der ständigen Begegnungen mit den Genfern, dass wir nicht so in der Minderheit sind, wie ich am Anfang dachte.
Was bräuchte es um das Ziel der 120’000 Unterschriften zu erreichen ?
Ganz einfach mehr Leute, die sammeln. Wenn wir erreichen würden, dass 300-500 Personen haben, die alle zwischen 100 und 200 Unterschriften sammeln würden, hätten wir die Quote erreicht. Im diesem Herbst zum Beispiel hat es viele Feste in den ländlichen Gebieten, wie das Winzerfest oder das Fest der Kastanien in Fully, wo 40’000 Besucher erwartet werden. Wenn wir an solchen Anlässen 20 Personen mit ins Boot holen können, sind wir in der Lage grossartige Ernten einzufahren.