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Statistik der Sonderpädagogik: Schuljahr 2017/18 In der obligatorischen Schule erhalten 4,5% der Kinder verstärkte sonderpädagogische Massnahmen
29.10.2019 - Lernende mit besonderem Bildungsbedarf haben in den vergangenen Jahren vermehrt in den Regelklassen eine sonderpädagogische Unterstützung erhalten. Über die Hälfte (53%) der Lernenden mit einer verstärkten Massnahme sind in eine Regelklasse integriert, 6% erhalten eine besondere Fördermassnahme in einer Sonderklasse und 41% in einer Sonderschule. Dies sind die ersten Ergebnisse der neu konzipierten Statistik der Sonderpädagogik des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Im Schuljahr 2017/18 erhielten 4,5% der rund 940 000 Lernenden der obligatorischen Schule verstärkte sonderpädagogische Massnahmen, was knapp 42 100 Schülerinnen und Schülern entspricht. Knaben erhielten mit 5,7% häufiger Unterstützung als Mädchen (3,2%). Ausländische Schülerinnen und Schüler wurden mit 5,8% anteilmässig häufiger unterstützt als Lernende mit Schweizer Pass (4%).
Gezielt eingesetzte Fördermassnahmen
Wird eine verstärkte sonderpädagogische Massnahme verordnet, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die jeweilige Person nicht nach Regellehrplan unterrichtet wird. Umgekehrt ist eine Anpassung des Lehrplans nicht unbedingt mit verstärkten Massnahmen verknüpft.
Im Rahmen einer Lehrplananpassung werden die individuellen Lernziele in einem oder mehreren Fächern reduziert, um auf die besonderen Bedürfnisse von Lernenden einzugehen, die nicht in der Lage sind, die Minimalziele des Regellehrplans zu erreichen. 4,3% der Lernenden der obligatorischen Schule wurden nach angepasstem Lehrplan unterrichtet, was rund 38 900 Schülerinnen und Schülern entspricht.
2,3%, d.h. rund 20 900 Schülerinnen und Schüler, haben beide Arten der Unterstützung: eine verstärkte sonderpädagogische Massnahme sowie auch eine Anpassung des Lehrplans.
Regelklassenbesuch ist der Normalfall
Regelklassen sind mit 96,7% die mit Abstand am häufigsten besuchte Unterrichtsart der obligatorischen Schule. Nur 3,3% der Lernenden nehmen ein separatives Angebot in Anspruch, sei es in einer Einführungsklasse, einer Klasse für Fremdsprachige, einer anderen Sonderklasse der Regelschule (1,5%) oder in einer Sonderschule (1,8%). Die Knaben sind in den separativen Angeboten stärker vertreten als die Mädchen. In den verschiedenen Arten von Sonderklassen beträgt ihr Anteil zwischen 55% und 63%, in den Sonderschulklassen 69%.
Hauptsächlich Frauen unterrichten in der Sonderpädagogik
Das Personal für zusätzliche sonderpädagogische Massnahmen macht 12,6% der gesamten betrachteten Personalressourcen aus. Frauen besetzen den Hauptteil dieser Stellen. In Vollzeitäquivalenten gemessen beträgt der Frauenanteil beim Personal für schulische Heilpädagogik 83%. Bei der Psychomotoriktherapie, der Logopädie und beim Förderunterricht für fremdsprachige Lernende liegt der Frauenanteil sogar bei 94%.
Wenige Sonderschulen in der Schweiz
Die Sonderschulen bilden im Schweizer Schulsystem eine Minderheit (4,4% der Bildungsinstitutionen der obligatorischen Schule). Sie sind auf Primarstufe und auf Sekundarstufe I angesiedelt und unterscheiden sich von den Regelschulen sowohl hinsichtlich ihrer Organisation als auch bezüglich ihrer räumlichen Verteilung. So sind 91% der Sonderschulen in städtischen und intermediären Gemeinden angesiedelt, lediglich 9% der Sonderschulen befinden sich in ländlichen Gemeinden.
Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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