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Saša Stanišić erzählt in seinem neuen Buch «Herkunft» wie er als Teenager mit seinen Eltern in den 90er Jahren vor dem Jugoslawien-Krieg nach Deutschland fliehen musste.
In kurzen Episoden schildert er seine Familiengeschichte: Dabei blickt er auf sein Leben in Bosnien zurück und erzählt über den Abschied von seiner geliebten, immer stärker der Demenz anheimfallenden Grossmutter. In kleinen Anekdoten beschreibt er seine Ankunft und seine prägenden ersten Jahre in Heidelberg, die Armut im Flüchtlingsheim, die er aus Scham vor seinen Schulfreunden zu verbergen versuchte, seine «Sozialisation» in einer ARAL-Tankstelle und sein Unvermögen, einem Mädchen seine Liebe zu gestehen, da ihm die Sprache dazu fehlte.
«Herkunft» ist kein Roman, sondern ein mitreissendes Erinnerungsbuch, in dem Stanišić anhand seiner Familiengeschichte Fragen wie: «Woher kommst du?» oder «Was bedeutet Heimat?» nachgeht und diese zu einer wunderbaren Sprache und Literatur verbindet.
Saša Stanišić, geboren am 1978 in Višegrad, ist ein aus Bosnien und Herzegowina stammender deutschsprachiger Schriftsteller. Für seine Prosa erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, so unter anderem 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman «Vor dem Fest».
Therese Heiniger