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Entwicklung zur Industriegemeinde
Der Anschluss an das Eisenbahnnetz in den Jahren 1857 und 1863 führte einerseits während vier Jahrzehnten vorübergehend zu einer Glanzzeit der Rheinfall-Hotellerie und förderte andererseits die Niederlassung von Industriebetrieben.
Der günstigen Möglichkeit wegen, die Wasserkraft am Rheinfall zu nutzen, siedelten sich in Neuhausen am Rheinfall zwei Unternehmen an, die sich zu Grossindustrien entwickelten:
1853 die Schweizerische Industrie-Gesellschaft Neuhausen (SIG) und 1888 die Aluminium-Industrie-Aktien-Gesellschaft Neuhausen (AIAG).
Im Interessenkonflikt zwischen Industrialisierung und Tourismus, der sich am Rheinfall früh abzeichnete, obsiegten die Anliegen der Industrie, in deren Wachstum Behörden und Bevölkerung eine gedeihliche Zukunft der Gemeinde erblickten. Um die Jahrhundertwende setzte der schnelle Zerfall der Hotellerie ein, während sich gleichzeitig weitere Firmen in Neuhausen ansiedelten wie 1898 die Spielkartenfabrik AG Müller & Cie und 1909 die Internationale Verbandstoff-Fabrik Schaffhausen IVF.
Damit fand im Jahre 1910 ein Fünftel der berufstätigen Bevölkerung des Kantons Schaffhausen in Neuhausen Beschäftigung. Die Gemeinde erlebte eine prozentuale Bevölkerungszunahme, die nur von wenigen anderen Orten in der Schweiz übertroffen wurde.
Diese sprunghafte Bevölkerungszunahme war nur möglich wegen der Zuwanderung, welche zwei Drittel der Einwohner ausmachte. In den Jahren 1900 und 1910 betrug der Anteil der Ausländer 45 Prozent, respektive 39 Prozent.
Als sichtbare Zeichen der schnell wachsenden Gemeinde um die Jahrhundertwende erinnern repräsentative Bauten (vergleiche historische Bauten).