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Bei der 72-jährigen Patientin wurde vor 7 Jahren wegen einer Hüftarthrose auf der linken Seite eine Hüfttotalprothese implantiert. Vor zwei Jahren musste diese Hüfte wegen einer Lockerung der Komponenten ausgewechselt werden. In der Folge kam es zu mehreren Luxationen der Hüfte, weshalb vor einem Jahr erneut ein Pfannenwechsel durchgeführt wurde. Schon bald hat auch diese Pfanne versagt und ist aus dem Becken, aus ihrer Verankerung ausgerissen.
Bei der Revisionsoperation mussten wir feststellen, dass die Hüftmuskulatur grösstenteils vernarbt und nicht mehr funktionsfähig war. Dies war der Hauptgrund sowohl der Luxationen als auch des erneuten Pfannen-Versagens. Wir haben daher eine Pfanne gewählt, welche gegen Ausrisse relativ resistent ist (eine sogenannte Burch-Schneider-Schale). Diese Schale weist im unteren Bereich einen langen Flansch auf, welcher in den Knochen eingeschlagen wird. So kann sie schwierig ausreissen. Die Schale wurde in die eigentliche Pfanne einzementiert, wobei es sich um eine Prothese mit einer zweifachen Mobilität handelt. D.h. es bewegt sich sowohl der Kopf in der Polyethylen-Pfanne als auch die Polyethylen-Pfanne in der Aussenschale. Dies führt zu einer grossen Luxationssicherheit.
Die funktionsunfähige Muskulatur haben wir partiell verbessert, indem wir das Bein verlängert und durch die Verwendung eines Spezialkopfes die Beinachse möglichst an den Körper herangenommen haben.
Die Patientin ist mit dem Verlauf zufrieden. Zwar ist sie auf die Benützung eines Stockes angewiesen, aber schmerzfrei. Sie hat ein stabiles Gefühl in dieser linken Hüfte.