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Johann Gottfried Walther (1684–1748) erhielt seine Ausbildung in Erfurt u. a. bei Johann Bernhard Bach, aber auch bei verschiedenen weniger bedeutenden Kantoren und Organisten. Den Unterricht bei Johann Heinrich Buttstedt malte er später als unangenehm und wenig nützlich aus. Walther wurde 1702 Organist an der Erfurter Thomaskirche. 1707, mit nur 23 Jahren, wurde er zum Organisten der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar gewählt, wo er Freundschaft mit Johann Sebastian Bach schloss. Walther und Bach waren entfernte Vettern (seine Grossmutter war eine Halbschwester von Bachs Mutter). Kurz darauf wurde er zum Musiklehrer des Prinzen Johann Ernst, Sohn des Herzogs Johann Ernst III. von Sachsen-Weimar und dessen Stiefschwester ernannt, was ihm hohes Ansehen verschaffte.
Sowohl die süd- als auch die norddeutsche Orgelmusik beeinflussten Walthers Werk. Wie für Bach war für ihn die Bekanntschaft mit den Concerti italienischer Meister wegweisend, von denen er etliche für Tasteninstrumente bearbeitete. Von Walthers Hand sind zahlreiche Abschriften überliefert, die, wie seine eigenen Werke, gelegentlich reichhaltige Verzierungen im französischen Stil aufweisen. Walthers 1732 in Leipzig erschienenes Musicalisches Lexicon ist das erste in deutscher Sprache und das erste enzyklopädische Musiklexikon überhaupt. [de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Walther]
Walther schrieb über 80 Choralbearbeitungen, viele davon mit mehreren Variationen. Von seinen freien Orgelwerken sind vor allem die Übertragungen von Konzerten anderer Komponisten bekannt (Tomaso Albinoni, Georg Philipp Telemann, Guiseppe Torelli, Antonio Vivaldi u. a.).
Klangbeispiele
Concerto del Signore Vivaldi, 1. und 2. Satz
Aufnahmen: Ref. Kirche Rothrist 2013