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Transdisziplinarität definiert sich durch das Überschreiten von vorgegebenen fachlichen oder institutionellen Grenzziehungen sowie durch die Strebung, verschiedene disziplinäre Denkmuster zu integrieren. Um der Komplexität der Lebenswelt zu begegnen, thematisieren transdisziplinäre Praxis und Theorie Frage- oder Problemstellungen, die nicht von disziplinärer Ordnung und Spezialisierung geleitet sind. Transdisziplinarität ist weniger als Theorie oder Methode zu verstehen, sondern eher als ein Arbeits- und Organisations- bzw. Forschungsprinzip.
Der Begriff der Transdisziplinarität hat in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen und wurde in zahlreichen Handbüchern und Leitfäden durch die Zuschreibung konkreter Kriterien und Qualitätsmerkmale gefasst. Darüber hinaus wurde Transdisziplinarität an verschiedenen Universitäten und Hochschulen durch die Einrichtung von entsprechenden Studiengängen und Forschungsschwerpunkten institutionalisiert. Durch die Abwesenheit einer gemeinschaftlichen Sprechart konnte sich jedoch bis heute keine einheitliche Definition von Transdisziplinarität durchsetzen. Vielmehr bestehen divergierende Auffassungen von Transdisziplinarität nebeneinander, was den Vorteil hat, dass sich dadurch kein disziplinär anmutender Dogmatismus entwickeln konnte.