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Biografie Ernst Aebi
Ernst Aebi wird 1938 als ältester von drei Buben in Zürich-Wiedikon geboren. Sein Vater ist Flachmaler, seine Mutter Hausfrau. Aebi macht eine Lehre als Schwachstrom Apparatemonteur. Er ist einer der ersten AKAD-Studenten und besteht die Matur parallel zum Lehrabschluss.
Nach dem Wirtschaftsstudium an der Uni Zürich, das er sich in Paris mit dem Verkauf seiner Bilder finanziert, zieht es ihn in die Welt hinaus. Mit 100 Franken schlägt er sich in den 60er Jahren als Strassenmaler bis nach Japan durch. In Tokio wird er beim Malen von einem Journalisten der New York Times fotografiert. Ein Galerist holt ihn nach Amerika. Aebi wird zum vielbeachteten und erfolgreichen Künstler.
Was Aebi anpackt, wird erfolgreich. Er gehört zu den Ersten, der 1976 mit seinen vier Kindern an den West Broadway in eine leerstehende Fabrik zieht. Er baut das oberste Stockwerk der Fabrikhalle zu einem Wohnloft aus und verkauft dieses mit sattem Gewinn an einen Schönheitschirurgen. Und er entdeckt die Marktlücke. Immer mehr Betuchte und Künstler beginnen SoHo und den West Broadway zu bevölkern. Die Grundstückpreise explodieren. Aebi macht sich den Boom zu Nutze. Über fünfzig Fabrikhallen werden von Aebi zu Lofts umgestaltet. Seit 30 Jahren lebt er selbst in einem solchen Loft. Die verrückte Fassade am West Broadway hat sein Schweizer Künstlerfreund Fritz Gross entworfen und gemalt.
Nach dem Tod der Mutter seiner vier Kinder wird Aebi zum allein erziehenden Vater. Die drei Töchter und sein Sohn müssen früh lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Die Nachbarin Jeri Biehl hilft bei der Erziehung, während der Vater fast Tag und Nacht arbeitet. Trotz Defiziten in seiner Vaterrolle, hat sich Aebis Optimismus und seine weltoffene Art auch auf seine Kinder übertragen.
In New York lernt Aebi 1989 seine zweite Frau Emilie kennen. Sie ist Fotografin und begleitet ihn jahrelang auf seinen Abenteuerreisen, die sie fotografisch dokumentiert.
Aebis Leidenschaft ist das Abenteuer. Er unternimmt Expeditionen in die Arktis, segelt in kleinen Booten mehrmals allein über den Atlantik, paddelt in einem Indianerkanu den Rio Negro rauf und den Orinocco runter. Er überquert mit Emilie den tibetischen Teil des Himalaya, und kämpfen sich durch den Dschungel von Burma. Ihre Erlebnisse erscheinen später in Buchformat.
Das wichtigste Projekt ist der Bau eines Gartens in der Wüste von Mali. Diese Pionierleistung, welche auch in den amerikanischen Medien grosse Beachtung fand, steht im Mittelpunkt des Filmprojekts Barfuss nach Timbuktu.