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Alles, was vergessen wird, muss wieder neu gelernt werden. Daher ist das rechtzeitige Repetieren so wichtig.
Liebe Eltern, liebe LehrerInnen
Wir Menschen besitzen die Fähigkeit, Gelerntes auch wieder zu vergessen. Dieser Mechanismus ist wichtig, um Erfahrungen und Wissen zu filtern. Unser Gehirn ist dabei so eingerichtet, dass Wichtiges behalten und Unwichtiges wieder vergessen wird. Dadurch ist Information, die für unser Überleben wichtig ist, schneller und besser abrufbar.
Das Gehirn nutzt dabei in erster Linie zwei „Fragen“, um zu beurteilen, ob eine Information wichtig ist und deshalb behalten werden soll:
- Ist es neu?
- Löst es starke (negative oder positive) Emotionen aus?
Mit Hilfe dieser einfachen Strategie konnte über Jahrtausende sichergestellt werden, dass sich der Mensch die zum Überleben wichtigen Informationen merken konnte.
Heute sieht es etwas anders aus. Wir müssen viele Dinge lernen, die diesen Kriterien nicht entsprechen. Wir müssen Inhalte lernen, die uns evlt. langweilen und keinen starken Eindruck hinterlassen, der es uns leicht machen würde. Solcher Stoff kann nur durch Wiederholung gelernt werden.
Doch wann sollte repetiert werden?
Die Antwort lautet:
Bevor das meiste vergessen wurde
Die meisten Schüler warten viel zu lange, bis sie wiederholen.
Die folgende Grafik zeigt eine typische Vergessenskurve. Wie wir anhand der Grafik sehen, wird zu Beginn sehr viel vergessen, danach flacht die Kurve ab.
Schauen wir uns auf zwei weiteren Grafiken an, wie es aussieht, wenn zu spät und wenn rechtzeitig repetiert wird:
Der Schüler auf der linken Seite repetiert spät, zu spät und empfindet das Wiederholen als äusserst mühsam: "Mist, alles vergessen!"
Der Schüler auf der rechten Seite repetiert, bevor er vieles vergessen hat. Für ihn ist das Wiederholen angenehmer: "kann ich noch, weiss ich, weiss ich, das muss ich nochmals anschauen, kann ich!"
Wann sollte also Ihr Kind wiederholen?
Eine genaue zeitliche Angabe lässt sich nicht machen, da die Vergessenskurve je nach Stoff, Kind, Alter und Tagesform anders aussieht. Der wichtigste Indikator ist aber die Menge des in der Zwischenzeit Vergessenen.
Wenn Sie mit Ihrem Kind wiederholen und feststellen, dass es in der Zwischenzeit mehr als 30% des Gelernten (also z.B. 4 von 10 Wörtern einer Fremdsprache) vergessen hat, sollten Sie beim nächsten Mal früher repetieren. Mit der Zeit können Sie und Ihr Kind ziemlich genau einschätzen, was "bevor zuviel vergessen wurde" im Einzelfall bedeutet.
Hinweis: Zu diesem Gedächtnistipp gibt es auch ein Video mit Fabian Grolimund:
Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler führen gemeinsam die Akademie für Lerncoaching. Sie sind Autoren folgender Bücher:
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