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Leber
Leberkrebs ist eine seltene Krebserkrankung und macht nur etwa 2 Prozent aller Krebserkrankungen in der Schweiz aus. Pro Jahr kommt es zu etwa 820 Neuerkrankungen. Häufiger sind Ableger (Metastasen) von anderen Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Brustkrebs oder Darmkrebs, in der Leber zu finden. Der Leberkrebs tritt vorwiegend in höherem Alter (ab 50 Jahren) auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Die Leber liegt im rechten Oberbauch, ihre Hauptaufgabe ist die Entgiftung des Körpers sowie der Aufbau zahlreicher Eiweissstoffe (die beispielsweise für die Blutgerinnung und Wundheilung zentral sind). Der Leberkrebs, aber auch Metastasen von anderen Tumoren in der Leber, machen lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden.
Zu den unspezifischen Symptomen gehören Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsabnahme oder Druckschmerz im rechten Oberbauch. Häufig wird ein Leberkrebs auch erst aufgrund einer Gelbsucht (Gelbverfärbung von Haut und Augen) erkannt. Daher wird dieser Krebs häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.
Wie ein Leberkrebs entsteht, ist weitgehend unbekannt. Allerdings treten über 80 Prozent der Leberkrebserkrankungen im Zusammenhang mit einem chronischen Alkoholkonsum oder einer chronischen Hepatitis auf.
Besteht Verdacht auf Leberkrebs (HCC), leitet der Arzt die notwendigen Untersuchungen ein. Mit ihrer Hilfe kann er klären, ob es sich wirklich um einen bösartigen Tumor handelt und wenn ja, welche Tumorart vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Wichtige Untersuchungsschritte zum Nachweis eines Leberkrebses sind:
- Anamnese und die körperliche Untersuchung
- die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Leber
- Blutuntersuchungen
Wird ein Tumor in der Leber festgestellt, schliessen sich weitere Untersuchungen an, um die Art des Tumors zu bestimmen und seine Ausbreitung festzustellen. Zu den weiteren Untersuchungsmethoden gehören:
- die Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) der Leber
- die Gewebeentnahme aus dem Tumor (Biopsie)
- die feingewebliche (histologische) Untersuchung der Gewebeprobe
- die Computertomografie des Brustraums
- Magen- und Darmspiegelung (Gastroskopie/Koloskopie)
Erst wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, können die erforderlichen Behandlungsschritte festgelegt werden.
Spezifische Behandlungsmethoden, die für die Therapie von Leberkrebs in Frage kommen, sind:
- Operation (Leberteilentfernung oder Lebertransplantation)
- Radiofrequenz-Ablation (Erhitzung des Tumorgewebes über eine lokal eingebrachte Sonde)
- die Mikrowellenablation (ebenfalls über Hitze) und irreversible Elektroporation (über begrenzte elektrische Felder)
- Ablation mit hochintensivem fokussierten Ultraschall (HIFU)
- transarterielle (Chemo-) Embolisation (lokales Einbringen eines Chemotherapeutikums sowie Unterbruch der Blutzufuhr zum Tumor)
- selektive interne Strahlentherapie oder Radioembolisation (lokales Einbringen der Strahlung sowie Unterbruch der Blutzufuhr zum Tumor)
- externe Strahlentherapie
- medikamentöse Behandlung zur gezielten Hemmung von Wachstumssignalen und -faktoren
- Immuntherapie
- in Einzelfällen konventionelle Chemotherapie
Die Nachsorgeuntersuchungen finden in der Regel halbjährlich statt. Wie häufig der Arzt seinen Patienten letztendlich sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab.
Im Mittelpunkt der einzelnen Nachsorgeuntersuchungen stehen das Gespräch mit dem Patienten, Fragen nach dem bisherigen Verlauf der Erkrankung und nach dem Befinden sowie die regelmässige körperliche Untersuchung. Zur Nachsorge gehören ferner die Ultraschalluntersuchung und die Tumormarkerbestimmung.