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Adipositas, Fettleibigkeit, schweres Übergewicht: Gemäss WHO leiden Menschen mit einem Body-Mass-Index von über 30 an einer behandlungsbedürftigen Adipositas. Adipositas bedeutet nicht nur ein paar Kilos zu viel, sondern krankhafte Fettleibigkeit.
Der Body-Mass-Index (BMI) berechnet sich aus dem Körpergewicht (kg) geteilt durch die Körpergrösse (cm) im Quadrat (=kg/m2).
Ein BMI zwischen 25 und 30 bedeutet Übergewicht, ab 30 Adipositas oder Fettleibigkeit, ab 35 schwere Adipositas.
Laut BAG gelten rund 41% der Erwachsenen in der Schweiz als übergewichtig, 10% davon als adipös. 19% aller Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, 5% davon adipös. Die WHO spricht schon länger von einer weltweiten rasanten Zunahme dieser gesundheitsgefährdenden Epidemie.
Die Krankheitskosten als Folge der Adipositas beliefen sich im Jahr 2012 auf 7‘990 Mio. Fr. jährlich – Tendenz steigend. Damit sind sowohl die direkten Kosten, also die Behandlung der Adipositas und deren Folgekrankheiten, als auch die indirekten Kosten (Arbeitsausfall, Invalidität) gemeint.
Adipositas ist meist die Folge von jahrelanger, ungesunder Ernährung (zu viel Fett und Zucker) sowie Bewegungsmangel und Stress. Die genetische Veranlagung, hormonelle Erkrankungen oder vorausgegangene Essstörungen gelten ebenfalls als Ursache für Adipositas.
Die besonders bei Männern typische Fettverteilung vorwiegend an Bauch und Taille, sogenannte Apfelform, erhöht das Risiko für Herzkreislauferkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten. Bei der Birnenform, darunter leiden häufig Frauen, liegt die Fettverteilung verstärkt an Hüfte und Oberschenkel.
Adipöse Menschen können meist keine Kleider ab der Stange kaufen, sie müssen ihre Garderobe oft in teuren Boutiquen besorgen. Auch bei der Jobsuche und im Sozialleben haben es Fettleibige nicht einfach. Ausgrenzung, depressive Verstimmungen und Resignation belasten die Psyche.
Fettleibige Menschen leiden häufig unter Atemnot, Schlafapnoe, Kurzatmigkeit und bei geringster körperlicher Anstrengung schwitzen sie. Gelenkbeschwerden und Rückenschmerzen sind häufig erste Folgen von jahrelangem starkem Übergewicht.
Am häufigsten verursacht Adipositas Gefässerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und Störungen im Hormonhaushalt. Erhöhte Blutzuckerwerte können zu Diabetes führen. Diese unmittelbaren Folgen der Adipositas verkürzen das Leben um bis zu 10 Jahre.
Arteriosklerose und erhöhte Cholesterinwerte sind der Beginn von gefährlichen Herzkreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Schweres Übergewicht ist eine häufige Ursache von Fettleber, begünstigt Altersdemenz sowie einige Krebserkrankungen.
Bekommt der Körper weniger Kalorien, schaltet er in den Hungermodus – die Kilos purzeln. Mit Aufnahme der alten Ernährungsweise kommen die Kilos wieder zurück, manchmal noch mehr, man spricht von ''JoJo''-Effekt. Eine komplette Ernährungsumstellung ist unumgänglich.
Die gesunde Ernährung hilft, Gewicht zu verlieren. Mit der Regel ''fünf Portionen Früchte und Gemüse täglich'', wenig zuckerhaltige und fettreiche Ernährung, Verzicht auf Fastfood, ist schon einiges getan.
Muskelaufbau ist wichtig. Denn: Mit mehr Muskeln wird bereits auch in Ruhe mehr Energie umgesetzt. Fettleibige sollten gelenkschonende Sportarten wählen, z.B. Schwimmen, Wandern, Nordic Walking, Fahrradfahren, Turnen.
Voraussetzungen für einen chirurgischen Eingriff sind: BMI über 35 sowie eine mindestens zweijährige erfolglose gewichtsreduzierende Therapie. Danach sind eine lebenslange Ernährungsumstellung sowie regelmässige körperliche Betätigungen ein Muss.
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