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Dieser Kurs stellt zentrale Aspekte des politischen Systems Russlands dar. Wie hat sich das System seit dem Ende der UdSSR entwickelt. Der Kurs ist v.a. auf die Präsidentschaft Putins fokussiert, auf die von diesem entwickelte personalisierte Autokratie. Der Kurs wird sich mit zentralen Aspekten des von Putin aufgebauten Herrschaftssystem beschäftigen. Er versucht dabei auch zu zeigen, wie der Aufbau eines repressiven Regime mit einem imperialen Diskurs zusammengeht, der in diesem Jahr zum Krieg mit der Ukraine geführt hat.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat letztere ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und auch der Wissenschaft gerückt. Es gab und gibt seit letztem Jahr viele Veranstaltungen zur Ukraine. Auch viele Ostexperten scheinen offensichtlich ihr Interesse an der Ukraine erst über den Krieg gefunden zu haben. Die Politikwissenschaft in Fribourg hat sich schon vor Jahren immer wieder mit der Ukraine auseinandergesetzt. Vor allem die beiden Revolutionen in der Ukraine, die Orangene und der Maidan-Aufstand standen in früheren Seminaren und Kursen im Vordergrund. Der hier vorgestellte BA-MA Kurs setzt sich nun erstmals politologisch mit der politischen Entwicklung der unabhängigen Ukraine seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991 bis zum jetzigen Krieg auseinander. Die heutige Ukraine ist eine Demokratie, die zwar ihre Defekte aufweist, aber die sich – auch unter dem Eindruck des Krieges – mit grossem Tempo europäisiert und politische Reformen unternimmt. Der Kurs betrachtet alle diese Entwicklungen, die als nachholende Modernisierung der Ukraine betrachtet werden kann, mit der sich diese vom post-sowjetischen Einflussbereich zu lösen versucht hat. Der Kurs geht aus von den Anfängen in den 90er Jahren, als die Ukraine noch im Ruf eines korrupten «failed state» war, ein Urteil, das von Putin’s Seite vor noch nicht lange Zeit auch zu hören war. Er betrachtet weiter das Entstehen einer mächtigen Zivilgesellschaft, dank der die Ukraine sich immer stärker in Richtung Demokratie und Europa bewegte. Es ist diese Zivilgesellschaft, die dann auch den Widerstand gegen die russische Beeinflussung von aussen mobilisierte und seit dem 1. Krieg Russlands gegen die Ukraine im Jahre 2014 eine grosse Rolle spielt. Es werden des Weitern die Themen Nation Building vor und während dem Krieg angeschaut, die Rolle der Eliten, Parteien und Medien. Der Kurs wird sich am Schluss auch auf den Krieg fokussieren, auf die Frage wie die Ukraine sich in diesem Krieg behaupten kann.
Dieser Kurs gibt eine Einführung zu den sozialen und politischen Konfliktlinien in Ost- und Südosteuropa, um die folgenden Fragen zu diskutieren: Was sind die dominanten Konfliktlinien in der Region? Wie unterscheiden sich die Konfliktlinien in etablierten Demokratien von dem in neueren Demokratien, und inwiefern hilft uns eine Analyse von Konfliktlinie das aktuelle Erstarken von rechten Parteien zu verstehen? Warum erleben wir eine Stagnation des Demokratisierungsprozesses in der Region? Diese und andere Fragen sollen u.a. mit einer Einführung in das Cleavagemodell im Kurs beantwortet werden. Der erste Teil des Kurses befasst sich mit der klassischen Literatur zu cleavages und zu Ansätzen, welche das Modell in Osteuropa anwenden und weiterentwickeln. Der zweite Teil zielt darauf ab, die diskutierten Theorien mit Ländern aus Ost- und Südosteuropa zu verknüpfen. Fallstudien zu ausgewählten Ländern dienen dazu, die theoretischen Annahmen zu vertiefen und mehr über den spezifischen Kontext und die spezifischen Konfliktlinien eines Landes zu erfahren.
- Enseignant·e: Valentina Petrovic
- Enseignant·e: Annette Cina
- Enseignant·e: Gaëlle Deborah Droz
- Enseignant·e: Gisela Kilde
- Enseignant·e: Veronika Magyar-Haas
- Enseignant·e: Laura Mellini
- Enseignant·e: Jeanne Véronique Pache
- Enseignant·e: Francesca Poglia Mileti
- Enseignant·e: Anne Carolina Ramos
- Enseignant·e: Chantal Rodriguez Torres
- Enseignant·e: Brigitte Schöbi
- Enseignant·e: Dominik Schöbi
- Enseignant·e: Rachele Tiziani Tanner