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שלום וברכה
Schalom und Herzlich Willkommen
ויקח ספר הברית ויקרא באזני העם ויאמרו כל אשר דבר יי נעשה ונשמע
Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sagten: Alles, was Adonai geredet hat, wollen wir tun und gehorchen
(Schemot 24.7)
Paraschat Haschawua - Wöchentlicher Tora-Abschnitt
Das Geheimnis der Woche
Schalom Chawerim
Die Paraschat Wajera von letzter Woche endete mit Awraham Awinu's letzter und schwierigster Prüfung, die er erfolgreich bestand:
עֲקֵדַת יִצְחָק – Akeidat Izchak – Die Bindung Isaaks, bekannt als das Opfer von Izchak.
Awraham tat genau das, was G-tt ihm befohlen hatte. Er überwand alle Gefühle der Liebe und des Mitleids für seinen eigenen Sohn Izchak, legte ihn auf den Altar und bereitete das Messer vor, um das Opfer zu bringen. Im letzten Moment unterbrach ihn der – מַלְאַךְ יהוה – Malach Adonai – Engel G-ttes und verhinderte die Durchführung des Opfers. Diese Prüfung, die zunächst mit viel Trauer und Leid zu enden schien, endete so, wie sie enden sollte.
Die Portion dieser Woche, Paraschat - חַיֵּי שָׂרָה – Chajei Sara (Leben der Sara), lehrt uns jedoch, dass das Ereignis der Opferung Izchaks eine schmerzhafte Folge hatte. Die Portion beginnt mit der Schilderung des Todes von Sara im Alter von 127 Jahren. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Izchaks Opfer und Saras Tod?
Raschi, ein Tora-Kommentator, erklärt, dass Sarah, als sie erfuhr, dass Awraham Izchak mitgenommen hatte, um ihn zu opfern, die Nachricht nicht ertragen konnte und vor lauter Aufregung starb.
Es gab einen großen Unterschied in der Art und Weise, wie Awraham und Sarah geprüft wurden. Awraham wurde nach und nach auf die Probe gestellt, denn es steht geschrieben:
«Nimm deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du liebst, Izchak, und geh in das Land Morija, um ihn dort zu opfern.» (Bereschit 22:2)
Warum hat G-tt nicht sofort gesagt, dass es sich um Izchak und nicht um Ismael handelt? Weil G-tt die Nachricht nicht überraschend verkünden wollte, bereitete er Awrahams Herz allmählich vor. Zuerst sprach Er: "Nimm deinen Sohn", danach "deinen einzigen Sohn"; und dann "den du liebst"; damit Awraham bereits den Gedanken akzeptierte, dass er einen seiner Söhne nehmen musste. Jedes kurze Warten, bis G-tt ihm schließlich offenbarte, dass es Izchak war, gab Awraham Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, und erst dann war er in der Lage, seine Liebe zu Izchak zu überwinden und die Ebene zu erreichen, auf der er akzeptierte, ihn zu opfern, bewusst und ohne jede Verwirrung in seinen Gedanken.
Sara hingegen erfuhr die Nachricht plötzlich, ohne Vorbereitung oder Zeit, die Auswirkungen zu verarbeiten, und konnte die starken Emotionen nicht ertragen.
G-tt hat in der Seele des Menschen die Eigenschaft verankert, sich an schwierige Situationen anzupassen, so dass der Mensch selbst den schlimmsten Lebensbedingungen standhalten kann.
Wir haben gesehen, dass diese Eigenschaft, die G-tt in unsere Seele eingepflanzt hat, sich an Schwierigkeiten anzupassen und zu gewöhnen, auf positive Weise genutzt werden kann, um dem Menschen die Kraft zu geben, die schlimmsten Prüfungen, denen wir in unserem Leben gegenüberstehen, auszuhalten und zu bestehen. Wie Schaliach Schaul lehrte:
«Bisher ist noch keine Versuchung über euch gekommen, die einen Menschen überfordert. Und G-tt ist treu; er wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Er wird euch bei allen Versuchungen den Weg zeigen, auf dem ihr sie bestehen könnt.» (1. Korinther 10:13)
Diese Eigenschaft kann jedoch auch ein großes Hindernis für unser geistiges Wachstum sein. Viele von uns erlebten einen Moment des spirituellen Erwachens. Dies kann auf äußere Gründe zurückzuführen sein, wie z. B. ein Ereignis, das uns dazu veranlasst, nach dem Sinn des Lebens zu suchen, oder auf innere Gründe, wenn wir innehalten und beginnen, unser Leben zu hinterfragen. Doch dieses Erwachen, das anfangs wie ein loderndes Feuer erscheint, kann mit der Zeit immer schwächer werden. Selbst Menschen, die echte Wunder erlebt haben, werden mit der Zeit selbstgefällig und vergessen alles, was sie erlebt haben. Menschen, die einen Unfall unverletzt überstanden haben, bei dem es praktisch keine Chance gab, lebend davonzukommen, erleben einen ersten Moment des spirituellen Erwachens, einen Willen, sich mit der Spiritualität zu verbinden, nicht mehr so sehr auf die materielle Welt konzentriert zu leben, aber nach kurzer Zeit kann alles zur alte «Normalität» zurückkehren.
Dies ist einer der Hauptfeinde unseres Wachstums:
Gewöhnung an den eigenen geistigen Zustand, an die eigene Selbstgefälligkeit.
Die Kraft der Selbstverliebtheit stumpft unser Herz ab und lässt uns den wahren Sinn der Dinge verlieren. Wir gewöhnen uns an Unehrlichkeit, Unmoral und Gewalt. Wir gewöhnen uns daran, die falschen Dinge zu akzeptieren, als ob sie normal wären. Dazu meinen wir dass alles in Ordnung sei und wir auf einen guten Weg gehen.
«Weh denen, die sich selbst für weise halten und meinen, dass sie verständig sind.» (Jesaja 5:21)
Selbst wenn wir Gewissheiten im Leben haben, verlieren wir mit der Zeit unsere Willenskraft, wenn wir keine Schritte zur Veränderung unternehmen.
Wir müssen darum kämpfen, nicht in Selbstgefälligkeit zu verfallen. Wie?
Wir reflektieren immer über die Entscheidungen, die wir treffen müssen, und über die Entscheidungen, die wir auf der Grundlage unserer Überzeugungen und unseres Vertrauens in den Schöpfer treffen.
Der Prozess der Wiederherstellung muss mit Weisheit und Beharrlichkeit in dem dir offenbarten Willen G-ttes aufgebaut werden. Die Wiederherstellung wirkt nach jedem Schritt die wir tun, nach jedem Gebot G-ttes die wir tun. Johannes, der bekannter «Apostel der Liebe» war stets klar in seine Worte, auch in Bezug auf den Kampf gegen Bequemlichkeit, bzw. Trägheit:
«Lieber Gajus, lass dich aber nicht vom Bösen beeinflussen, sondern vom Guten. Denk daran: Wer Gutes tut, ist G-ttes Kind. Wer Böses tut, hat G-tt nie gekannt.» (3. Johannes 1:11)
Versuche, jeden Tag ein wenig besser zu werden, in kleinen Details, indem du einfache alltägliche Gebote festlegst. Indem du die dir gegebenen Gebote direkt umsetzt, wie Awraham es erfahren hat. Eine wachsende Vorbereitung, die Awraham dazu brachte, den Tag des Messias zu sehen und auf diese Versprechung die Wiederherstellung zu bringen.
«Euer Vater Abraham sah dem Tag meines Kommens mit Jubel entgegen.» (Johannes 8:56)
Mit kleinen Schritten des Wachstums werden wir eines Tages zurückblicken und eine große Dankbarkeit für alles empfinden, was wir aus Liebe zum Schöpfer erreicht und durchgemacht haben.
Pass auf: Das Leben ist eine absteigende Rolltreppe. Wenn es nicht aufwärts geht, dann geht es automatisch abwärts.
Es gibt keinen Mittelweg in dieser vergänglichen Welt. Entweder wir wachsen geistig in Messias Jeschua oder wir verfallen in die Tiefen der Finsternis.
Entweder entscheiden wir uns mit Hilfe und unter der Führung des Geistes der Heiligkeit, Gutes zu tun und zu bezeugen, dass wir Kinder des Schöpfers sind.
Oder wir werden sesshaft und gewöhnen uns an den Lebensstil dieser vorübergehenden Welt und bezeugen, dass wir G-tt nicht wirklich kennen.
Weiterhin eine gute und gesegnete Woche.
Joschiyahu ben Kadosch