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Derzeit haben alle Kreuzfahrtreedereien ihren Betrieb aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie ausgesetzt. Wenn der reguläre Betrieb unterbrochen ist, erfordern behördliche Auflagen und der hohe Sicherheitsstandard der Schiffe, dass sich weiterhin in einem gewissen Umfang Besatzungen an Bord befinden, um den sicheren Betrieb und die Fahrbereitschaft der Schiffe ununterbrochen zu gewährleisten. Darüber hinaus müssen die technisch aufwändigen Hotel-, Gastronomie- und Entertainmentbereiche gewartet, beaufsichtigt und regelmässig überprüft werden. Gleichwohl sind die Besatzungen gegenüber dem Normalbetrieb deutlich reduziert, nur wenige Hundert Crewmitglieder sind pro Schiff im Einsatz.
Rückreise in Heimatländer derzeit nur eingeschränkt möglich
Einige Kreuzfahrtschiffe beherbergen über diese Minimalbesatzung hinaus weitere Crewmitglieder, während diese darauf warten, die Rückreise in ihre Heimatländer anzutreten. Der Grund dafür ist, dass sich ihre Rückreise aktuell schwierig gestaltet, da Regierungen weltweit als Reaktion auf die Pandemie zahlreiche Reisebeschränkungen erlassen haben. Viele Flugverbindungen sind gestrichen und einzelne Heimatländer wie beispielsweise die Philippinen haben strenge Einreisebeschränkungen erlassen, die nicht einmal ihren eigenen Landsleuten eine ungehinderte Einreise erlauben.
Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen bemühen sich die Reedereien, Rückreisemöglichkeiten unter Nutzung der wenigen, noch verbliebenen Flugverbindungen zu organisieren. In erheblichem Umfang haben einige Reedereien zusätzlich ihre eigenen Kreuzfahrtschiffe nach Asien, Südamerika und in andere Regionen der Welt entsandt, um tausende Crewmitglieder sicher nach Hause zu bringen. In den Fällen, in denen ein Rücktransport aufgrund der Einreisebestimmungen noch nicht möglich ist, bringen die Reedereien Mitarbeiter an Bord unter.
Ablösung von Crewmitgliedern ermöglichen
An- und Abreisen zu ermöglichen ist schon aus sozialen Gründen unabdingbar. Cruise Lines International Association (CLIA) und weitere internationale Reedereiverbände, die Crewing-Agenturen und die internationalen Seeleutegewerkschaften fordern seit mehreren Wochen von den Heimatländern der Crewmitglieder, ihren Staatsbürgern die Einreise zu ermöglichen. Für die derzeit an Bord befindliche, unerlässliche Minimalbesatzung muss darüber hinaus eine regelmässige Ablösung ermöglicht werden, um ihnen ihren verdienten Heimaturlaub zu ermöglichen. (TI)