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Freundschaft zwischen einem Evangelikalen und einem weltbekannten Atheisten.
Geht das?
In „The Faith of Christopher Hitchens. The Restless Soul of the Most Notorious Atheist“ erzählt Larry Taunton in bewegender Manier von der Freundschaft zwischen ihm und Christopher Hitchens.
Christopher Hitchen, der 2011 an Krebs verstarb, war eine weltbekannte, exzentrische Gallionsfigur des Neuen Atheismus und ein begnadeter Redner. Er debattierte mit zahlreichen christlichen Apologeten wie John Lennox, Alister McGrath und William Lane Craig. Gemeinsam mit Sam Harris, Daniel Dennet, und Richard Dawkins bildete er die Speerspitz des Neuen Atheismus.
(Das Trüpplein nannte sich „The four Horseman of the Non-Apocalypse).
In den letzten Monaten seiner Krankheit unternahm Hitchens zwei Roadtrips mit Larry Taunton (evangelikaler Apologet) und verbrachte viel Zeit mit anderen Evangelikalen.
Ein Roadtrip gipfelte darin, dass der totkranke Hitchens während der Fahrt das Johannesevangelium rezitierte und sich mit Larry über den Text austauschte, woraufhin er in tiefe Gedanken versank. Hitchens suchte Zeit seines Leben nach einer höheren Liebe (higher Love), einer Liebe, die den Naturalismus transzendierte.
Abseits seiner öffentlichen Rolle des kompromisslosen Atheisten, existierte ein anderer Hitchens.
Larry Taunton geht diesem anderen Hitchen, der nicht nur die Neuen Atheisten, sondern auch die amerikanische Linke immer wieder verstört hat, auf die Spur. Das Geschenk dieser ungewöhnlichen Freundschaft illustriert, dass die Liebe die grösste apologetische „Waffe“ des christlichen Glaubens ist.
Besonders zu erwähnen ist Kapitel 10 „Sasha“, in welchem dargelegt wird, wie Hitchens perplex zur Kenntnis nimmt, dass Larry und seine Familie ein geburtsgeschädigtes 10-Jähriges Mädchen aus der Ukraine, das HIV-positiv ist, adoptieren. Diese Liebe, die sich jenseits von Nützlichkeit bewegte, berührte ihn existentiell. Die blosse Präsenz dieses Mädchens während eines Abendessens mit Larry und seiner Familie, erschütterte seine Weltanschauung. Der Kontrast zwischen beiden könnte nicht grösser gewesen sein. Er, etwas über sechzig, ein Gelehrter der Oxforder High-Society, ein Bestseller-Autor, ein gefeierter, öffentlicher Intellektueller, ihm gegenüber ein kleines Mädchen ohne Bildung, das gerade die Grundlagen der englischen Sprache erlernte. Es war wohl die Vollmacht der Schwachheit, die Hitchens in diesem Moment traf.
Larry Taunton beleuchtet den Hitchens abseits der Bühne und fordert Christen zu einer Liebe und Freundschaftsbereitschaft auf, welche den Tellerrand der frommen Gesellschaft übersteigt.
Natürlich immer in der Intention dem Anderen, in Wort und Tat das Beste zu bringen, was man hat, das Evangelium.