Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/607

1915 wurde der Lustmörder Anselm Wütschert als letzter Mensch im Kanton Luzern hingerichtet. Er hatte 1914 in einem Wald bei Krummbach eine Magd brutal ermordet, um schliesslich selber unter der Guillotine zu landen.
Um 9.00 Uhr öffnete sich das Schloss von Anselm Wütscherts Haftzelle. Am Morgen des 20. Januars 1915 verkündete ihm der Sekretär des Justizdepartements noch einmal den Urteilsspruch ehe ihm die Augen verbunden wurden. Der Strafanstaltsprediger sowie der Operarius des Kapuzinerklosters begleiteten den 34jährigen Lustmörder auf seinem letzten Weg zur Richtstätte. Der gefürchtete Scharfrichter Theodor Mengis von Rheinfelden besorgte dort mit seinen zwei Gehilfen den Hinrichtungsakt mittels der im Hofraum der Luzerner Strafanstalt aufgestellten Guillotine “rasch und korrekt”, wie es in den Vollstreckungsunterlagen heisst. Nachdem die Abgeordneten ein “Vater unser” für die Seelenruhe des Hingerichteten gebetet hatten, wurde der enthauptete Körper zur Bestattung auf dem Friedhof Friedental freigegeben.