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Die Kommode ist als eine Würdigung des Sperrholzes zu verstehen. Sperrholzplatten bestehen aus mehreren dünnen Holzschichten, welche als Schälfurniere bezeichnet werden. Dieses relativ günstige Material wurde bereits im 19. Jahrhundert entwickelt und wird bis heute vorwiegend für Verpackungskisten verwendet. Die Maserung des Holzes wird durch den Schälprozess sehr lebhaft, was bei Massivholz in dieser Form nicht vorkommt. In grösseren Flächen entsteht schon fast eine psychedelische Anmutung.
Im Fall dieser Kommode handelt es sich um Seekiefer-Sperrholz. Fünf Schubladen sowie eine Schiebetüre im oberen Abschnitt schaffen innerhalb der minimalistischen Quaderform viel Stauraum. Die Proportionen des Möbels erinnern an einen klassischen Sekretär aus der Zeit des Biedermeier, der oft in wertvollen Holzarten wie z.B. Nussbaum furniert wurde. In diesem zeitgenössischen Möbelstück übernimmt nun ein Verpackungsmaterial die Rolle des Edelholzes und schafft eine Mischung zwischen traditionellem Möbelbau und Industrieästhetik.