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1.
Zimt ist nichts anderes als die abgeschälte Rinde des Zimtbaumes. Diese wird etwa alle zwei Jahre von Plantagenarbeitern fachmännisch mit einem Spezialmesser abgeschnitten und an die Sonne gelegt. Während des Trocknens an der Sonne rollt sich die Rinde zu Zimtstangen ein. Das typisch süsslich-scharfe Aroma des Zimts entwickelt sich in der Trocknungsphase.
2.
Im Handel findet man hauptsächlich Zimt aus Sri Lanka und China. Chinesische Cassia-Zimtstangen sind dicker und etwas derber im Aroma. Ceylon-Zimt aus Sri Lanka ist feiner, edler und nuancierter im Geschmacksbild. Es lohnt sich, etwas mehr Geld für richtig gute Qualität aufzuwenden.
3.
In der Kulinarik ist Zimt ein Tausendsassa. Bei uns wird das Gewürz zwar meist in Gebäck verwendet. Aber Zimt kann so viel mehr. Er ist Bestandteil von vielen Gewürzmischungen wie z.B. Ras el-Hanout, Baharat, 5-Spice oder Garam Masala. Er macht sich prima in Getränken, wie Chai-Tee oder etwa Likör. In Indien und Sri Lanka kommt oft eine Stange Zimt mit ins Curry. Zimt ist auch eine Zutat von Magenbitter; darin entfaltet er seine verdauungsregulierenden Eigenschaften.
4.
Im Jahr 1502 brachte der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama den Zimt nach Europa. Entdeckt hatte er ihn auf Ceylon, heute Sri Lanka, als er der legendären Gewürzstrasse nachspürte. Zimt war lange eines der teuersten Gewürze. Er wird schon im Alten Testament erwähnt und bis heute teilweise zum Anreichern von Weihrauch verwendet.
5.
Zweifelhaften Ruf bekam der Zimt vor einigen Jahren durch die «Cinnamon Challenge», eine Internet-Challenge, bei der die Teilnehmer aufgefordert wurden, in einer Art Mutprobe einen Löffel Zimtpulver zu schlucken. Wir raten davon ab und empfehlen vielmehr, mit diesem tollen Gewürz kulinarisch zu experimentieren.