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Donald Trump (2017 – 2021): In den letzten Stunden seiner Amtszeit begnadigte Donald Trump seinen ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon und mehr als 70 weitere Personen. Nicht enthalten in der Liste der Begnadigungen waren Trump selbst, Mitglieder seiner Familie und sein persönlicher Anwalt Rudy Giuliani.
Medienberichten zufolge hatten Berater dem abgewählten Präsidenten davon abgeraten, seinen engsten Kreis auf die Liste zu setzen. In seiner Amtszeit gewährte Trump demnach mehr als 140 Personen Straffreiheit.
Barack Obama (2009 – 2017): 148 Anträge auf Begnadigungen und 1176 Strafmilderungen hatte Barack Obama in seiner Amtszeit unterschrieben. Der prominenteste Fall ist die Haftreduktion für die US-Soldatin Chelsea Manning. Sie entwendete rund 800‘000 als geheim klassifizierte Dokumente der Armee und des Aussenministeriums. Diese übergab sie daraufhin der Enthüllungsplattform Wikileaks.
Bill Clinton (1993 – 2001): Mit einer Serie von Begnadigungen sorgte Bill Clinton für Irritationen. Er unterzeichnete sie an seinem letzten Amtstag. Darunter auch die Begnadigung des Milliardärs Marc Rich, der in die Schweiz geflüchtet war. Der damalige Staatsanwalt und spätere New Yorker Bürgermeister sowie persönlicher Anwalt von Trump Rudy Giuliani klagte Rich unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Falschaussage und Handels mit Iran an.
Marc Richs Ex-Frau Denise Rich hatte die Demokratische Partei mit hohen Spenden unterstützt. Dadurch entstand der Verdacht der Begünstigung. Eine durch den Kongress angeordnete Untersuchung der Hintergründe deckte aber keinen Zusammenhang zwischen den Spenden und der Begnadigung von Marc Rich auf.
George H. W. Bush (1989 – 1993): Kurz vor Ende seiner Amtszeit, begnadigte George H. W. Bush sechs ehemalige Regierungsmitarbeiter. Diese waren in die sogenannte Iran-Contra-Affäre verwickelt. Der prominenteste darunter war der frühere Verteidigungsminister Caspar W. Weinberger. Er hätte im Januar 1993 vor Gericht erscheinen sollen. Ihm wurden Falschaussage vor dem Kongress und Justizbehinderung zu Waffengeschäften mit dem Iran vorgeworfen.
Jimmy Carter (1977 – 1981): Einen Tag nach Amtsantritt erliess Jimmy Carter eine Amnestie und hielt damit sein Wahlkampfversprechen: Es galt für all jene, die im Vietnamkrieg den Dienst in der Armee umgangen hatten. Hunderttausende, die sich entweder nicht hatten registrieren lassen oder sich ins Ausland abgesetzt hatten, konnten in die USA zurückkehren, ohne juristische Konsequenzen fürchten zu müssen.
Gerald Ford (1974 – 1977): Der 38. Präsident der USA sorgte für Aufsehen, als er seinem Amtsvorgänger eine vollständige Amnestie gewährte. Richard Nixon musste 1974 wegen des sogenannten Watergate-Skandals zurücktreten. Nach seinem Rücktritt wurde er von Gerald Ford für alle im Amt möglicherweise begangenen Verbrechen begnadigt.
Harry S. Truman (1945 – 1953): Am 1. November 1950 überlebte Harry S. Truman ein Attentat. Der Täter Oscar Collazo überlebte, sein Komplize wurde beim Schusswechsel getötet. Collazo wurde für die Tat zum Tode verurteilt. Truman milderte die Strafe auf lebenslangen Freiheitsentzug. Präsident Jimmy Carter begnadigte Collazo im Jahr 1979.