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Film-Tipp: «The Rum Diary»
Nach «Fear and Loathing in Las Vegas» ist Johnny Depp erneut als Kultjournalist Hunter S. Thompson zu sehen. Gewohnt skurril erzählt «The Rum Diary» von Thompsons Erlebnissen in Puerto Rico. Vom Rum betäubt, verbringt er die Tage bei illegalen Hahnenkämpfen oder treibt anderen Unfug.
Puerto Rico, 1959. Der Journalist Paul Kemp (Johnny Depp) kommt nach San Juan, der Hauptstadt dieses mit den USA assoziierten Aussengebiets, um bei einer englischsprachigen Zeitung anzuheuern. Weil diese kurz vor der Pleite steht, wird der talentierte Journalist dazu verdonnert, Artikel über Bowlingbahnen und amerikanische Touristen zu schreiben, in der Hoffnung, dass sich damit die Leserzahlen verbessern liessen.
Ein Duo im Dauerrausch
Indess verlassen die Touristen ihre sauberen Hotelanlagen immer seltener, weil draussen zwischen Einheimischen und «Gringos» Strassenschlachten toben. Trotzdem will der Redaktionskollege und Fotograf Sala (Michael Rispoli) Kemp das echte Puerto Rico zeigen. So schleppt er ihn beispielsweise zu blutigen Hahnenkämpfen mit, wo die beiden fleissig um die Wette saufen. Im Dauerrausch torkelt das Duo von einer Katastrophe zur nächsten, legt sich mit der Polizei an und landet kurzzeitig hinter Gitter.
Gleichwohl setzt der einflussreiche Unternehmer Sanderson (Aaron Eckhardt) auf den Jungjournalisten als idealen Partner, um in der Lokalgazette Stimmung für sein ehrgeiziges Hotelprojekt zu machen. Kemp ziert sich zunächst, ist aber schnell überzeugt, nachdem er einen Blick auf die attraktive Chenault (Amber Heard), Sandersons Verlobten, geworfen hat. Sowieso fehlt es ihm gerade am nötigen Kleingeld. Als dann aber Chenault plötzlich verschwindet, besinnt sich Kemp auf seine journalistischen Pflichten und beginnt zu recherchieren. In einem Anflug von Idealismus will er nun mit allen Mitteln in einer letzte Ausgabe des «The San Juan Star» die Machenschaften von Sanderson & Co. enthüllen.
Begründer des «Gonzo-Journalismus»
«The Rum Diary» basiert auf dem gleichnamigen Roman von Reporterlegende Hunter S. Thompson, in dem dieser seine Anfänge als Journalist in Puerto Rico nachzeichnet. Als Schriftsteller und Autor revolutionierte er in den 1960er-Jahren den Journalismus. «Gonzo-Journalismus» nannte er den von ihm begründeten Reportage-Stil, in dem er hemmungslos Fakten und Fiktion ineinander fliessen liess und sich bewusst für die subjektive Perspektive entschied. Johnny Depp, der seit den 1990er-Jahren mit Thompson befreundet war (der Journalist starb 2005), kennt sich aus mit den delirierenden Figuren aus dessen Universum. So spielte er bereits 2004 in Terry Gilliams «Fear and Loathing in Las Vegas» ein Alter Ego des Kultautors.
SRF zwei zeigt «The Rum Diary» in Zweikanalton deutsch/englisch.
Sendeplatz
Mittwochnacht um 23:50 Uhr auf SRF zwei