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Der Friedhof St. Theodor im Rosental
Rosentalstrasse 17, September 2016
Warum graben wir?
Nur die wenigsten Passanten wissen, dass es im 19. Jahrhundert im Bereich der heutigen Rosentalanlage einen Friedhof gab: der Friedhof St. Theodor im Rosental. Da sich dieser Friedhof einst bis zur Baustelle an der Rosentalstrasse 17 erstreckte, ist die Archäologische Bodenforschung vor Ort, um die noch im Boden liegenden Skelette fachgerecht zu bergen.
Was graben wir aus?
Der moderne, parkähnlich angelegte Friedhof St. Theodor im Rosental wurde 1832 als Ersatz für den überfüllten Kirchhof der Theodorskirche beim Wettsteinplatz eröffnet. Er befand sich damals noch ausserhalb der Stadt.
Dank der erhalten gebliebenen Sterberegister und Gräberverzeichnisse wird es möglich sein, einen Teil der geborgenen Skelette namentlich zu identifizieren und damit Hinweise zu den Lebensumständen der damals in Kleinbasel lebenden Menschen zu erhalten. Der Friedhof wird so zu einer wichtigen Quelle zur Sozial- und Medizingeschichte Basels während der Zeit der Industrialisierung.
Wenige Jahre nach Eröffnung mussten die Behörden feststellen, dass sich das Gelände wegen des zu feuchten Bodens für einen Friedhof wenig eignete. Daneben führte aber auch das schnelle Wachstum der Kleinbasler Bevölkerung, deren Verstorbenen man hier begrub, bald zu einer Überbelegung. Man erweiterte deshalb das Friedhofsgelände in zwei Etappen und verkürzte 1883 die Ruhezeit der Toten. Diese Massnahmen halfen aber nur wenige Jahre. Bereits 1890 wurde der Friedhof zugunsten des neuen Friedhofs Horburg (heutiger Horburgpark) geschlossen. In der Folge wurde das Friedhofgelände verkleinert und die Grabsteine schliesslich bis 1914 schrittweise abgeräumt. Heute erinnern nur noch eine wesentlich kleinere Parkanlage und die nach einem Entwurf von Melchior Berri erbaute, ehemalige Abdankungskapelle an den einstigen Friedhof.
Bei den aktuellen archäologischen Untersuchungen wurden bisher die Friedhofsmauer, einzelne Gruften sowie Skelette ausgegraben. Aufgrund des Gräberverzeichnisses wissen wir, dass im untersuchten Bereich ungefähr 24 Kinder- und 22 Erwachsenengräber zu erwarten sind – wobei in den Gräbern bis zu drei Bestattete übereinander liegen.