Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/212844

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht die zunehmende Nutzung der Telearbeit infolge der Corona-Krise durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und im Rahmen anderer Arbeitsverhältnisse darzulegen.</p><p>Es ist auch die Möglichkeit zu prüfen, einen "Arbeitsvertrag für Telearbeit" im Privatrecht zu schaffen, d. h. die Telearbeit nur im Arbeitsvertrag zu regeln und die jeweiligen Rechte und Pflichten von Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern festzulegen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Telearbeit hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Gemäss Daten des Bundesamtes für Statistik leisteten im Jahr 2019 mehr als eine Million Erwerbstätige zumindest gelegentlich Teleheimarbeit. Während der Coronakrise ermöglichte Telearbeit die Aufrechterhaltung eines wesentlichen Teils der Wertschöpfung und erlangte damit schlagartig grosse Relevanz für eine funktionierende Wirtschaft.</p><p>Durch die zunehmende Verbreitung der Telearbeit stellten sich bereits in den letzten Jahren Rechtsfragen zur Flexibilisierung des Arbeitsplatzes. Der Bundesrat hat deshalb am 16. November 2016 den Bericht "Rechtliche Folgen der Telearbeit" publiziert. Dieser Bericht kommt zum Schluss, dass die allgemeinen arbeitsrechtlichen Bestimmungen grundsätzlich ausreichen, um mit der Telearbeit aufkommende Fragestellungen zu beantworten. Die Telearbeit untersteht wie die Arbeit in den Räumlichkeiten des Arbeitgebers dem Arbeitsgesetz. Informationsbedarf bestand jedoch hinsichtlich Aspekten des Gesundheitsschutzes, der Arbeitszeitregelung und der Bereitstellung des Materials.</p><p>In diesem Zusammenhang hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vergangenes Jahr die Publikation einer Informationsbroschüre zu zentralen Vorkehrungen für Homeoffice veranlasst (Arbeiten zu Hause - Homeoffice; www.seco.admin.ch &gt; Publikationen). Diese zeigt auf, welche Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung von Homeoffice beachtet werden müssen und wie diese etabliert werden können. Es werden insbesondere die Faktoren Gesundheitsschutz, Arbeits- und Ruhezeiten sowie die Gestaltung des Arbeitsplatzes thematisiert.</p><p>Zum rechtlichen Rahmen in Bezug auf das Recht zum Abschalten der Kommunikationsgeräte hat sich der Bundesrat in seiner Stellungnahme zur Motion 19.4156 Reynard "Digitale Medien. Recht auf Abschalten" geäussert. Um Erkenntnisse bezüglich gesundheitliche Auswirkungen der Telearbeit zu vertiefen, empfiehlt der Bundesrat das Postulat Wettstein 20.3646 "Gesundheitliche Folgen der Telearbeit berücksichtigen" zur Annahme. Ziel dieses Berichts wäre, den Unternehmen und Arbeitnehmenden bewährte Vorgehensweisen und Präventivmassnahmen im Rahmen der Telearbeit vorzustellen. Diese sollen erlauben, die Chancen dieser Arbeitsform zu nutzen und gleichzeitig potenzielle negative Auswirkungen zu minimieren. Zudem wird der Bundesrat bis Ende 2022 einen Monitoringbericht über die relevanten Entwicklungen im Kontext der Digitalisierung des Arbeitsmarktes verabschieden. In diesem Bericht wird er auch auf die Entwicklung der Telearbeit und mögliche Veränderungen der Arbeitsbedingungen eingehen. Der Bundesrat sieht derzeit keinen Bedarf für einen zusätzlichen Bericht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.