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Es sterben mehr Bienen an Hunger als an den Folgen eines Varroamilben-Befalls! Die Trachtlücke im Monat Juni kann für die Bienen über Leben und Tod entscheiden. Wer etwas für Bienen und anderen Insekten tun will, pflanzt gezielt Pflanzen, welche über die Trachtlücke Nektar und Pollen abgeben.
Text von André Dunand, FREETHEBEES Suisse Romande, aus FREETHEBEES Bulletin – Nr. 18
In der Schweiz ist der Monat Mai mit der Blüte von wohlriechenden Obstbäumen und bunten Feldern ein nahrungsreicher Monat für Bienen und andere Insekten. In dieser Zeit ist das Bienenvolk in Höchstform. Je mehr Nektar von den Arbeiterbienen in den Bienenstock eingetragen wird, umso stärker der Brut- und der Bautrieb des Bienenvolkes.
Zur Erinnerung: Der Pollen liefert das Eiweiss zur Aufzucht der Bienenbrut und der Nektar die Energie für das Fliegen, die Wärmeproduktion und weitere Aktivitäten. Der Nektar wird in den Wabenzellen getrocknet und zu Honig verarbeitet. 10-15 kg Honigvorrat legt ein Bienenvolk in einem Bienenkasten an, um den Winter überleben zu können.
Nach dem Wonnemonat Mai wird die Nahrung und insbesondere der Nektar in der Natur knapper. Die Obstbäume sind verblüht und die Felder gemäht. Das Bienenvolk findet vorübergehend fast keine Nahrung mehr. Da es sich beim Bienenvolk um einen intelligenten Organismus handelt, passt es sich den neuen Rahmenbedingungen an: So legt die Königin weniger Eier, das Brutnest wird kleiner und das Volk schwächer. Die Bienen fressen den selbst gesammelten Frühlingshonig zurück, der eigentlich für den Winter gedacht wäre. Wenn dann im Juli das Nahrungsangebot in der Natur wieder zunimmt, hat das Volk nicht mehr genügend Arbeiterinnen, um den Nektar einfliegen zu können. Es dauert mindestens 42 Tage, bis das Volk wieder eine ausreichende Anzahl an Sammlerinnen aufgezogen hat: So lange dauert die Entwicklung vom Ei zur Ammenbiene und schliesslich zur Flugbiene. Danach ist die Bienensaison oft schon zu Ende und das Volk schafft es nicht mehr, genügend Vorräte für den Winter zusammenzubringen. Oft verhungern solche Völker noch vor Weihnachten, im Oktober oder im November.
Wer das Überleben von Bienenvölkern und anderen Insekten also fördern will, pflanzt mit Vorteil Pflanzen, die über diese Trachtlücke möglichst Nektar, aber auch Pollen abgeben.
Hier ist eine Liste von Blumen, Sträuchern und Bäumen, welche die Trachtlücke im Monat Juni optimal überbrücken können. Nun sind Sie dran!
Quellen: