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Quarterlife Crisis: Eine häufige Erfahrung unter jungen Erwachsenen
Wieder einmal wurde ich von 20 Minuten befragt. Dieses Mal zum Thema Quarterlife-Crisis:
Die Quarterlife-Crisis bezieht sich auf ein Gefühl der Orientierungslosigkeit und Unsicherheit, das viele junge Erwachsene in ihren Zwanzigern und Dreissigern erleben können, wenn sie sich mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens und der Entscheidungsfindung konfrontiert sehen. Es gibt jedoch keine klare Definition oder Diagnose für diese Art von Krise, was es schwierig macht, genaue Statistiken darüber zu erheben, wie viele Menschen davon betroffen sind.
Einige Studien zeigen jedoch, dass viele junge Erwachsene in dieser Altersgruppe mit Stress, Angst und Depressionen zu kämpfen haben, die möglicherweise auf Faktoren wie finanzielle Unsicherheit, Beziehungsschwierigkeiten und Arbeitsplatzunsicherheit zurückzuführen sind. Eine Umfrage der American Psychological Association aus dem Jahr 2020 ergab, dass 75% der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren angaben, dass die Pandemie ihre Stressbelastung erhöht hat.
Es ist daher möglich, dass die Quarterlife-Crisis in dieser Altersgruppe weit verbreitet ist, jedoch gibt es keine genaue Prozentzahl, da es sich um ein subjektives Empfinden handelt, das von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie von einer Quarterlife-Crisis betroffen sind, ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen und sich auf Ihre Stärken und Ziele zu konzentrieren, um sich durch diese Phase des Lebens zu navigieren.
Sind junge Menschen heute unglücklicher als früher?
Jein, je nach, was man als Unglück bezeichnet.
Eine mögliche Erklärung ist, dass mit der Zunahme an Möglichkeiten auch die Entscheidungsfreiheit und Verantwortung wächst. Das kann junge Menschen überfordern und ihnen das Gefühl geben, dass sie falsche Entscheidungen treffen oder nicht wissen, was sie wirklich wollen. Sie können sich verloren oder orientierungslos fühlen und das kann zu Unzufriedenheit und Angstzuständen führen.
Eine weitere mögliche Erklärung ist, dass mit mehr Möglichkeiten auch die Erwartungen an junge Menschen steigen. Sie müssen nicht nur entscheiden, was sie wollen, sondern auch den hohen Erwartungen der Gesellschaft, ihrer Familie und Freunde gerecht werden. Das kann zu einem starken Druck führen und junge Menschen können das Gefühl haben, dass sie nie genug tun oder erreichen können, um anderen und sich selbst zu beweisen, dass sie erfolgreich sind.
Schliesslich kann auch die Vergleichskultur, die durch soziale Medien und digitale Technologien verstärkt wird, dazu beitragen, dass junge Menschen sich unglücklicher fühlen. Sie sehen ständig die vermeintlich perfekten Leben anderer und vergleichen sich selbst mit diesen unrealistischen Standards. Das kann dazu führen, dass junge Menschen das Gefühl haben, dass sie nicht gut genug sind oder dass sie hinter anderen zurückbleiben, was wiederum zu Unzufriedenheit und Angst führen kann.
Ich selbst wurde 1976 geboren und bin selbst auf dem Land aufgewachsen. In dieser Umgebung wurde die Zukunft oft vorgegeben - man sollte entweder eine Lehre machen oder studieren, idealerweise das Gleiche wie die Eltern. Obwohl das nicht einfach war, war es mit weniger Verantwortung verbunden, und im Falle eines Scheiterns konnte man immer noch anderen die Schuld zuweisen.
Jedoch kommt die Krise oft erst später im Leben, in Form der berühmten Midlife-Crisis.
Die Bedeutung von Entscheidungen in unserem Leben
Ich selbst habe bereits mehrere solcher Lebensphasen erlebt, wie du in meinen zahlreichen Blogs leicht nachvollziehen kannst. Doch liegt es nicht oft an uns, dem Wort 'Krise' eine von vornherein negative Konnotation zu geben?"
Entscheidungen können als etwas Negatives wahrgenommen werden, weil sie oft mit Unsicherheit, Veränderung und Risiko verbunden sind. Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen und Unsicherheit und scheuen sich deshalb davor, Entscheidungen zu treffen. Auch die Angst vor Fehlern und Konsequenzen kann dazu führen, dass Entscheidungen als etwas Negatives gesehen werden.
Jetzt aber zum 20 Minuten-Artikel. Die Boulevard-Zeitung wollte von mir wissen, was ich von den Lösungsansätzen ihren Lesern halte.
Vorschläge der 20 Minuten-Leser und TikTok-User gegen die QLC
- Heiraten
- Kinder kriegen
- Karriere machen
- Investieren und das schnelle Geld anstreben (Cryptos)
- Yoga/Meditation/Selbstfindung
- Weltreise
- Soziales Engagement
- Politisches Engagement
- Aussteigen/Auswandern
- Zweitausbildung
- Start-up gründen, Entrepreneurship
Meine persönlichen Gedanken dazu
- Das Wort "Krise" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Entscheidung" oder "Wendepunkt". Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht um eine rein negative Bezeichnung handelt. Ein Wendepunkt kann immer eine Chance darstellen.
Es ist jedoch auch wichtig, nicht von Angst getrieben zu sein. Wenn es um Entscheidungen wie Heirat und Kinder bekommen geht, sollten diese meiner Meinung nach aus tiefster Überzeugung getroffen werden.
- Karriere bedeutet einfach nur Weg und sollte nicht als "steiler Aufstieg und viel Geld und Macht anhäufen" verstanden werden. Ein Beruf, der Freude macht und Essen auf den Tisch bringt, kann vollkommen ausreichend sein.
- Beim Thema Investitionen empfehle ich, langfristig zu denken und frühzeitig anzufangen. Schnelles Geld verdienen ist selbst für die besten Trader schwierig.
- Eine Weltreise mag zwar verlockend sein, hilft jedoch nicht bei der Lösung von Problemen und kann eher eine Form von Prokrastination sein.
- Soziales Engagement und politisches Engagement können nie falsch sein, solange man sich selbst nicht verliert und nicht übertreibt. Es ist wichtig zu betonen, dass soziales Engagement schlussendlich auch sich selbst dient.
- Wenn man mit einem Plan und Ziel aussteigen und auswandern möchte, kann das eine gute Option sein - alles andere könnte jedoch eine Form von Flucht darstellen.
- Eine zweite Ausbildung schadet nie und das Gründen eines Start-ups kann immer eine gute Idee sein.
Worauf ist zu achten, wenn man aus einer Quarterlife-Crisis herauskommen möchte? Wie gelingt das nachhaltig?
- Eine Quarterlife-Crisis kann man meiner Ansicht nach nicht einfach überwinden, da es sich um eine Krise im eigentlichen Sinne handelt, was bedeutet, dass eine Entscheidung getroffen werden muss. Oft scheuen wir jedoch Entscheidungen, da sie uns Angst machen oder uns in eine ungewisse Zukunft führen können. Aber nur durch das Treffen von Entscheidungen können wir uns aus der Krise befreien. Dabei kann es auch bedeuten, dass man nach gründlicher Analyse entscheidet, dass alles so bleiben soll wie es ist. Manchmal brauchen wir keine Veränderung, sondern müssen lediglich aufhören, uns ständig mit anderen zu vergleichen. Doch selbst die Entscheidung, keine Entscheidung zu treffen, ist eine Entscheidung.
- Nimm dir Zeit für Selbstreflexion: Überlege dir, was dir im Leben wichtig ist und was deine Ziele sind. Schreibe sie auf und überprüfe sie regelmässig. Dies kann helfen, eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, was du erreichen möchtest. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Es sind deine Ziele und die sind gut genug.
- Sprich mit Freunden oder einer Vertrauensperson: Teile deine Gedanken und Ängste mit Freunden oder einer Vertrauensperson. Manchmal hilft es, einfach darüber zu sprechen und sich mit anderen auszutauschen. Hierfür gibt es bereits Selbsthilfegruppen. Das Teilen von intimen Gefühlen und Ängsten auf Social Media birgt nicht immer nur Vorteile, sondern kann auch Risiken mit sich bringen. Daher ist es meiner Ansicht nach nicht immer ideal, dies zu tun.
- Vermeide Vergleiche mit anderen: Es ist leicht, sich mit anderen zu vergleichen und das Gefühl zu haben, dass man nicht genug erreicht hat. Versuche, dich auf dich selbst zu konzentrieren und dein eigenes Tempo zu finden.
- Setze kleine Ziele: Anstatt sich auf grosse Ziele zu konzentrieren, setze dir kleine Ziele, die du leicht erreichen kannst. Dies kann helfen, das Selbstvertrauen zu stärken und ein Gefühl der Erfüllung zu schaffen.
- Berufliche Veränderungen: Überlege dir, ob du mit deinem derzeitigen Job zufrieden bist oder ob du dich beruflich verändern möchtest. Gegebenenfalls könnte eine Weiterbildung oder ein neuer Job helfen, um deine Karriereziele zu erreichen – was ja bereits empfohlen wurde.
- Selbstfürsorge: Sorge gut für dich selbst und achte auf deine körperliche und mentale Gesundheit. Finde Wege, um Stress abzubauen und Entspannung zu finden.
Eine bedeutende Erkenntnis, die ich aus meinen persönlichen Krisenerfahrungen gewonnen habe, ist, dass Flucht keine Lösung darstellt. Tatsächlich kann es dazu führen, dass wertvolle Ressourcen wie Lebensfreude, Zeit und Geld verschwendet werden. Daher empfehle ich dringend, nicht vor einer Quarter-Life-Krise wegzulaufen. Stattdessen ist es ratsam, sich Zeit zu nehmen, zu reflektieren, zu recherchieren und dann eine Entscheidung zu treffen.
Hier sind einige mögliche Ansprechpartner, die sich mit Themen wie Quarterlife-Crisis, beruflicher Orientierung und persönlicher Weiterentwicklung beschäftigen, sowie die dazugehörigen Links
- Young Caritas: https://www.youngcaritas.ch/de/Young Caritas ist eine Organisation, die sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität einsetzt. Sie bietet verschiedene Projekte und Programme für junge Menschen an, darunter auch solche, die sich mit den genannten Themen befassen.
- Pro Juventute: https://www.projuventute.ch/de/Pro Juventute ist eine Organisation, die sich für die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Sie bietet verschiedene Dienstleistungen an, darunter auch Beratungsangebote für junge Menschen zu Themen wie Berufswahl und Persönlichkeitsentwicklung.
- Pro Mente Sana: https://www.promentesana.ch/Pro Mente Sana ist eine Schweizer Organisation, die sich für die psychische Gesundheit von Menschen einsetzt. Sie bietet verschiedene Dienstleistungen an, darunter auch Selbsthilfegruppen für Menschen mit psychischen Problemen sowie für Angehörige.
- Schweizerische Gesellschaft für Coaching: https://www.coaching-sgpc.ch/Die Schweizerische Gesellschaft für Coaching ist eine Organisation, die sich für die Förderung und Qualitätssicherung von Coaching-Dienstleistungen einsetzt. Sie bietet auch verschiedene Angebote für junge Menschen an, die sich mit Themen wie beruflicher Orientierung und persönlicher Entwicklung befassen.
- Schweizerischer Verband für Weiterbildung: https://www.svw-aspf.ch/Der Schweizerische Verband für Weiterbildung ist eine Organisation, die sich für die Förderung und Qualitätssicherung von Weiterbildungsangeboten einsetzt. Sie bietet auch verschiedene Angebote für junge Menschen an, die sich mit Themen wie beruflicher Orientierung und persönlicher Entwicklung befassen.
Viel Erfolg!
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