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Medien
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich für neue digitale Medienplattformen als Alternative zu den grossen Internetkonzernen ausgesprochen. "Wir müssen eigene Plattformen etablieren", sagte der CSU-Vorsitzende vor Zeitungsverlegern in Berlin. "Dafür wären auf Dauer auch Gebührengelder sinnvoll angelegt", sagte Söder mit Blick auf die Diskussion um die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender. Bayern werde in Richtung solcher Plattformen erste Schritte machen. Weitere nationale und europäische Schritte müssten folgen.
Apple verhandelt aktuell mit Medienhäusern in den USA über ein neues Abo-Angebot, bei dem Nutzer für eine monatliche Gebühr auf mehrere Publikationen zugreifen können werden. Offenbar plant nun das "Wall Street Journal", dem Dienst beizutreten. Das berichtet die "New York Times", die selbst das Angebot gemeinsam mit etwa der "Washington Post" abgelehnt hat. Der Deal – und die Existenz des Dienstes – wird voraussichtlich am Montag öffentlich kommuniziert.
Technologieriese Apple unterstützt im Kampf gegen Fake News im Internet drei Non-Profit-Organisationen - zwei in den USA und eine in Italien: das News Literacy Project (NLP), Common Sense (CS) und das Osservatorio Permanente Giovani-Editori. Ziel der Initiative sei die Förderung des kritischen Denkens und der Medienkompetenz bei jungen Menschen.
Das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Welt") verdient immer mehr Geld mit Inseraten im Internet, bringt aber auch junge journalistische Angebote in die Gewinnzone. Die Nachrichtenplattformen "Upday" und "Politico" in Europa sollen in diesem Jahr profitabel werden, das Wirtschaftsportal "Business Insider" sei es seit dem vergangenen Jahr, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner.
AT&T will das Warner-Media-Geschäft mit einem umfangreichen Umbau für den Kampf mit dem Streaming-Pionier Netflix wappnen. Es gehe darum, mehr Mittel und Ressourcen für die Produktentwicklung und Innovationen freizuschaufeln, teilte Warner-Media-Chef John Stankey in einem internen Vermerk mit. Künftig werde der frühere NBC Universal-Chef Robert Greenblatt unter anderem den Kabelsender HBO sowie das in der Entstehung befindliche Video-Streaming-Angebot verantworten.
Der US-IT-Gigant Apple aus dem kalifornischen Cupertino verhandelt gemäss Medienberichten derzeit mit US-Verlagen über ein neues Abo-Angebot, bei dem Inhalte verschiedener Medienhäuser für eine monatliche Gebühr zugänglich wären. Allerdings wolle Apple bei diesem "Netflix für News" einen aussergewöhnlich hohen Erlösanteil von etwa 50 Prozent einbehalten, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) mit Verweis auf Insiderkreise. Dies stosse auf Widerstand bei den Verlagshäusern.
Werbefreie Inhalte sind bei den Mediennutzenden in der Schweiz beliebt: 79 Prozent finden Werbefreiheit wichtig. 73 Prozent stört Werbung grundsätzlich. Und 70 Prozent versuchen, Anzeigen und Spots wenn immer möglich zu entfernen oder zu überspulen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis.ch.
Der Berliner Sprachwissenschaftler Wolfgang Klein hat sich für die kommenden Jahre wohl eines der ehrgeizigsten Projekte der Sprachwissenschaft vorgenommen: Mit Kollegen der Wissenschaftsakademien in Berlin, Göttingen, Mainz, Leipzig sowie dem Institut für Deutsche Sprache in Mannheim soll der deutsche Wortschatz im grössten digitalen Wörterbuch erfasst werden.
Das weltgrösste soziale Netzwerk Facebook will dem Journalismus in den USA und international mit einer Finanzspritze von 300 Millionen Dollar (rund 295 Millionen Franken) unter die Arme greifen. Die Summe soll in den kommenden drei Jahren in Nachrichtenprogramme, Partnerschaften und Inhalte gebuttert werden – "mit einem grossen Schwerpunkt auf Lokalnachrichten", wie Facebook-Managerin Campbell Brown verlauten liess.
Es ist kein sonderlich gut gehütetes Geheimnis: Wer ein Abo direkt über die App Stores von Google oder Apple abschliesst, spült damit ordentlich Geld in die Kassen der beiden Unternehmen. Immerhin verdienen diese an jeder Transaktion mit. Das gefällt den Serviceanbietern wiederum nicht, heisst dies doch, dass sie entweder weniger verdienen oder den Preis den Kunden aufschlagen müssen. Netflix zieht nun entsprechend einen Schlussstrich – und der kostet Apple damit wohl hunderte Millionen Dollar im Jahr.