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Artikel MAZ
Im Jahr 2016 wurde publik, dass an der Burggasse 8 das älteste noch aufrechtstehende Wohnhaus im Kanton steht, dessen Bauhölzer im Winter 1417/18 geschlagen wurden. Jetzt gab kürzlich die Archäologie Baselland bekannt, dass das Bauernhaus an der Hauptstrasse No. 25 das älteste in seinem «Volumen noch fassbare Bauernhaus der Nordwestschweiz» steht. Den ältesten nachgewiesenen Gebäudeteil der Liegenschaft bildet jedoch das Haus Hauptstrasse 23, ein mittelalterlicher Steinbau, der aus der Zeit vor 1471 stammt.
Die Liegenschaft No. 25 wurde nach zwei Bränden, die sämtliche älteren Holzteile vernichtet haben, nördlich daran angebaut. Der Bau war so konzipiert, dass die Tenne zwischen Wohntrakt und Stall lag. Der Hauptzugang erfolgte durch das Tenn an der Längsseite. Die für den Bau benötigten Hölzer aus Eiche sind frühestens 1471 bis 1473 geschlagen worden.
1487 wurde innerhalb des neu erstellten Holzbaus ein Durchgang in den steinernen Bau der Liegenschaft 23 geschaffen, dessen Erdgeschoss über einem gemauerten Keller deutlich höher liegt als das aktuelle Strassenniveau. Die im rückwärtigen Erdgeschoss liegende Küche war gegen den Dachraum hin offen. Eine später mehrfach umgebaute, von der Küche aus bedienbare Ofennische zeigt, dass der angrenzende strassenseitige Raum im Parterre als Stube genutzt wurde.
Nach verschiedenen Umbauten wurde vermutlich um 1700 das Gebäude in zwei Liegenschaften aufgeteilt. Ersteres nutzte man fortan als reinen Wohnbau, letzteres bis 1967 als Bauernhaus.
Eine Ausgrabung im Bereich des Wohnteils erbrachte Hinweise auf Siedlungstätigkeit in der jüngeren Eisenzeit. Reste eines frühmittelalterlichen Grubenhauses sind nach den wenigen Funden zu schliessen ungefähr ins 9. Jh. zu datieren.
«Die gute Erhaltung einzelner Bauelemente ermöglicht eine recht weitgehende Rekonstruktion sowohl des spätmittelalterlichen Gebäudes als auch seiner weiteren Entwicklung. Spannend ist dabei die Erkenntnis, dass die Grundstruktur des Baus von 1472 bereits die in der Region bekannten Formen des 16. Jahrhunderts vorwegnimmt.»
Quelle: Jahresbericht 2018 Archäologie Baselland, Reto Marti und Claudia Spiess
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz