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Als "kulturhistorische Schule" bezeichne ich eine Autorenschaft, in welcher hauptsächlich russische Psychologen - unter anderen L. Wygotski, A. Lurija und A. Leontjew - in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion eine Lehre entwickelten, in welcher die Tätigkeit im Zentrum steht, weshalb oft auch von einer Tätigkeitstheorie die Rede ist.
Eine zentrale Idee dieser Schule - die sich selbst weder als Schule begriff, noch unter diesem Namen aufgetreten ist - ist eine psychologische Konkretisierung des marxschen Postulat, wonach das Sein - als Tätigkeit interpretiert - das Bewusstsein bestimmt. Als Tätigkeit wird dabei der gesellschafftliche Aneignungsprozess insgesamt verstanden, der die Natur als Kehrseite der Kultur hervorbringt.
K. Marx spricht vom "gesellschaftlichen Sein". Die kulturhistorische Schule macht daraus eine psychologische Kategorie. Sie beschreibt die Entwicklung des Menschen als toolmaking animal und die Entwicklung höherer psychischer Funktionen wie beispielsweise willkürliche Aufmerksamkeit oder Handlungsplanung durch eine "Verinnerlichung" von "Werkzeugen", wobei insbesondere auch psychische (mentale) "Artefakte" wie Symbole als (psychologistische, RT) Werkzeuge gelten.
Anmerkungen:
Die kritische Psychologie kann als Weiterentwicklung der kulturhistorische Schule gesehen werden.
Ich fine die Idee der Tätigkeit in der Differenz zur Handlung interessant. Es handelt sich nicht um ein Handlungstheorie und insofern macht der Ausdruck Tätigkeitstheorie etwas Sinn.