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Japanische Uni entwickelt Prototypen von flexiblen Matten, die jegliche Geräte über Induktion mit Strom versorgen können.
Drahtlose Netzwerke sind gut und schön - spätestens nach einigen Stunden hängt man aber auch ein modernstes Smartphone und sowieso einen Laptop-Computer wieder an ein Kabel: Das Stromkabel. Von "ubiquitos computing" ("Überall Computer") sind wir also noch ein rechtes Stück entfernt.
Ein Gruppe von Forschern an der Universität Tokyo haben nun aber einen Prototypen einer flexiblen Matte ("Power Sheet") entwickelt, die über Induktion jegliche elektrische Geräte und damit auch Notebooks und Smartphones mit Strom versorgen kann. Die Matte erkennt, ob ein Gerät auf ihr liegt, das mit Strom versorgt werden soll oder nicht und wie gross dieses ist. Nur jene Teile der Matte, auf denen tatsächlich ein stromhungriges Teil liegt, werden mit Energie versorgt.
Zudem ist die Matte ungefährlich, denn sie erzeugt nur dort ein elektrisches Feld, wo es auch wirklich benötigt wird. Die Forschergruppe demonstriert dies mit einem Bild eines Glases mit zwei munteren Goldfischlein, das auf einem "Power Sheet" steht, mit dem gerade ein Gerät mit Strom versorgt wird.
Der Tisch als Stromversorgung
Interessant sind die möglichen Anwendungen des "Power Sheet". So könnte man die Matten in Möbel, Wände oder Böden einbauen. Elektrische Geräte wie Roboter oder tragbare Computer würden dann aufgeladen, ohne dass man sich um die Stromversorgung und die schweren, lästigen Netzteile kümmern muss.
Die Uni Tokyo demonstriert solche Anwendungen mit einem Mini-Häuschen, in dessen Böden und Wände "Power Sheets" eingebaut sind (siehe Foto).
Noch ist die japanische Entwicklung aber nicht marktreif und es gibt auch noch technische Probleme. Professor Takao Someya von der Uni Tokyo sagte zu 'Technology Review', er glaube, es brauche noch etwa fünf Jahre, bis die Stromversorgungsmatten marktreif seien. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist natürlich, dass auch die elektrischen Geräte mit Induktions-Stromversorgungen ausgerüstet werden, wie man sie heute etwa von elektrischen Zahnbürsten her kennt. (Christoph Hugenschmidt)