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Der Oktober war bisher, wie bereits der ganze Sommer, aussergewöhnlich mild. So lag am Donnerstag vor dem Schneefall nur an Nordhängen oberhalb von etwa 2800 m eine dünne Schneedecke. Im Einfluss einer Südstaulage fiel zwischen Donnerstagabend und Samstagmittag vor allem am Alpenhauptkamm und südlich davon viel Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag lange bei rund 3000 m. In der Nacht auf Samstag sank sie bis gegen 2400 m und der Niederschlag griff weiter nach Norden über. Der Wind blies stark aus Südwest.
Insgesamt fielen folgende Neuschneemengen oberhalb von 3500 m (Siehe Abb. 1):
Am Samstag im Tagesverlauf endete der Niederschlag und es wurde rasch sonnig.
Am Sonntag stellte sich erneut eine Südstaulage ein. Tagsüber war es meist bewölkt mit föhnigen Aufhellungen im Norden. Im Süden fiel wenig Niederschlag. In der Nacht auf Montag intensivierte sich der Niederschlag und hielt bis in die Nacht auf Dienstag an. Die Situation war sehr ähnlich wie diejenige am Ende der Vorwoche: Erneut lag die Schneefallgrenze bei rund 3000 m und erneut waren die Gebiete rund um das Berninamassiv am stärksten vom Niederschlag betroffen und auch der Wind blies wiederum stark aus Südwest.
Zwischen Sonntagmorgen und Dienstagmorgen fielen oberhalb von 3500 m folgende Neuschneemengen (Abb. 2):
Die beiden Niederschlagsperioden waren kurz, aber sehr intensiv. Im Berninagebiet fielen in Summe innerhalb von 5 Tagen rund 1.5 m Neuschnee. Aufgrund der milden Temperaturen und der damit hohen Schneefallgrenze wurde diese Neuschneemenge aber erst weit oben im Hochgebirge erreicht. Schaute man zum Beispiel am Dienstagmorgen, 25. Oktober das Webcambild (Abb. 3) der Bergstation Diavolezza (2978 m) an, so war es dort zwar wunderschon winterlich, von 1.5 m Neuschnee war aber auf dieser Höhe nichts zu sehen.
Während den Niederschlägen wurde die Lawinengefahr jeweils als erheblich (Stufe 3) eingeschätzt und es wurde vor spontanen Lawinen gewarnt. Rückmeldungen aus dem Hochgebirge lagen dem Lawinenwarndienst jedoch keine vor, so dass es nicht möglich war die Einschätzung zu überprüfen.
Mit den milden Temperaturen setzt und stabilisiert sich die Schneedecke in den kommenden Tagen rasch. Vor allen in den Hauptniederschlagsgebieten können Personen aber weiterhin stellenweise Lawinen auslösen, vor allem an Nordhängen. Wer die kommenden sonnigen Tage für Touren im Hochgebirge nutzen möchte, sollte unbedingt Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr haben, vorsichtig sein und die winterliche Situation vor Ort sorgfältig einschätzen.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.