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Chäppelifäscht bei der Ruopigen-Kapelle
Am Sonntag, 26. August findet bei der Ruopigen-Kapelle das Chäppelifäscht statt. Heuer bereits zum 27. Mal wird der Zeit gedacht, in der ebendiese Kapelle wiederaufgebaut wurde.
Zum ersten Mal erwähnt wurde das „Käppeli“ in einer Gebäudeaufzählung von 1848, also zur der Zeit, in der die Schweiz die Bundesverfassung absegnete. 16 Jahre später wurde die Kapelle im ersten offiziellen Dokument eingetragen: in der Dufourkarte. Vermutet wird, dass die erste Kapelle während der Zeit gebaut wurde, in der sich der Hof Ruopigen im Besitz der Familie Rölli befand.
Neue Kapelle für 1202 Franken
Der Littauer Gemeinderat beschloss im Jahre 1910 eine neue Kapelle zu bauen. Die Kosten betrugen 1202 Franken, das Gebäude sollte vier Meter breit und fünf Meter lang sein. Um den Abbruch mitfinanzieren zu können wurde für 412 Franken wurde die Maria-Krönungsgruppe, eine Statuengruppe die das Innere der Kapelle damals zierte, dem Schweizerischen Landesmuseum in Zürich verkauft.
Beim Spaziergang kam der Vorschlag
Wegen des Baus der Ruopigenstrasse musste die Kapelle 1972 abgebaut werden und es sollte 15 Jahre dauern, bis der Plan gefasst würde, sie neu zu erbauen. Überreste gab es keine bis auf das geschmiedete JHS-Firstkreuz, das man nach 20 Jahren wieder ausfindig gemacht und restauriert hatte.
Die Idee kam von Hans Purtschert, damaliger Sozialvorsteher der Gemeinde Littau und Gemeinderat, und wurde während eines Spaziergangs Kilian Geisseler, den damaligen Präsidenten der St. Nikolausgesellschaft unterbreitet.
Doch damit es keine Kollisionen mehr gibt, sollte irgendwann mal was renoviert oder an der Stelle der Kapelle gebaut werden, wurde eine Fundamentskonstruktion gewählt, die ein problemloses Verschieben des Bauwerks ermöglichen würde. Sollte es also nötig sein, die Kapelle eines Tages wieder zu verschieben, so ist kein Abbruch nötig.
Lehrlinge und Fronarbeiter
Am 14. Dezember 1991 schliesslich fand der Spatenstich statt, mit den Arbeiten wurde allerdings erst im März 1992 begonnen. Sechs Lehrlinge der Baufirma Brun AG aus Emmenbrücke waren damit beschäftigt – bei jeder Witterung. Bereits drei Wochen später konnte das Dach aufgerichtet werden. Der komplette Ausbau geschah mit Handwerkern aus der Sankt Niklausgesellschaft in Fronarbeit. Schliesslich wurde am 13. September 1992 die Kapelle mit einem Fest eingeweiht. Und dieses wird jedes Jahr wiederholt.
Heuer startet das Chäppelifäscht wie gewohnt um 10:30 Uhr mit dem Gottesdienst, der von den Jodlerfründe Ruopige begleitet wird. Die Chlausgruppe offeriert ein feines Apéro, anschliessend wird der Grill angeworfen, Älplermakronen sowie Kaffee serviert. Auch für die kleinen Gäste gibt es viel zu entdecken: eine Kinderbetreuung, eine Hüpfburg und viele Spiele. Der Eintritt ist frei.
16.8.2018