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09.11.2020, 09:50 Uhr
Die Bank Julius Bär hat mit dem US-Justizministerium eine Einigung im Fall FIFA erzielt und stellt dafür 79,7 Mio. Fr. beiseite. Die Rückstellung werde 2020 ergebniswirksam, teilt Julius Bär mit.Artikel lesen
Die Liste der wegen Geldwäscherei von der Finma sanktionierten Schweizer Banken wird noch länger. Nach prominenten Namen wie BSI, Credit Suisse und Julius Bär steht jetzt die weniger bekannte Banca Credinvest am Pranger.
Der Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB zwang die BSI 2016 in die Knie. Seither reissen die Meldungen um die Verstrickungen von Schweizer Banken in diverse weitere Geldwäschereiaffären nicht ab. Vorletzte Woche wurde die Bank Syz wegen fehlender Sorgfalt im Zusammenhang mit einem Kunden aus Angola gerügt und die Bankiervereinigung sah sich angesicht der steigenden Geldwäschereivorfälle zu einem Statement veranlasst.
"Der Schweizer Finanzplatz war in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit internationalen Korruptionsfällen (Petrobras, Odebrecht, 1MDB, Panama Papers, FIFA oder PDVSA) stark exponiert", schreibt die Finma in einer Medienmitteilung und sie habe deshalb die Bekämpfung der Geldwäscherei intensiviert.
Im Korruptionsfall um den grössten Ölkonzern Lateinamerikas, Petróleos de Venezuela (PDVSA), ist nach der Credit Suisse und der Bank Julius Bär nun auch die Tessiner Banca Creditinvest von der Finma sanktioniert worden. PDVSA diente während der Amtszeiten von Hugo Chavez und Nicolas Maduro als Selbstbedienungsladen für eine korrupte Elite, die Gelder von bis zu 1,5 Mrd. Dollar in die eigenen Taschen abzweigte.
Die Finma stellte fest, dass das Geldwäschereidispositiv und das Risikomanagement der Credinvest ungenügend waren. Insbesondere im Zeitraum 2013 bis 2017 verstiess die Bank gegen die Sorgfaltspflichten im Bereich der Geldwäschereibekämpfung. Gemäss Recherchen von Investigativplattformen soll Credinvest von Exponenten aus Venezuela "unterwandert" worden sein. Namentlich Alejandro Betancourt wird in diesem Zusammenhang als Minderheitsaktionär der Credinvest genannt.
Gemäss Auflagen der Finma muss die Bank alle Private-Banking-Kunden überprüfen, um mögliche erhöhte Geldwäschereirisiken zu identifizieren und angemessen zu begrenzen. Zudem muss sie den von ihr selbst beschlossenen Ausstieg aus allen Kundenbeziehungen mit einem Bezug zu Venezuela rasch vervollständigen und darf während drei Jahren keine neuen Kunden mit erhöhten Risiken aufnehmen.