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Die Wälder zeigen sich von ihrer farbigsten Seite
Bei den meisten Laubbäumen hat die Blattverfärbung eingesetzt. Die Farben Gelb, Orange und Rot dominieren die Wälder und bieten besonders bei Sonnenschein einen prachtvollen Anblick.
Die Buche, der häufigste Laubbaum in der Schweiz, verfärbte ihre Blätter besonders stark Ende September und während den ersten zehn Oktobertagen. Zuerst dominierten Meldungen von Standorten über 1000 m ü. M., ab dem 3. Oktober trafen auch Meldungen aus tieferen Lagen ein. Zum selben Zeitpunkt verfärbten sich auch der Bergahorn und die Birken. Schon Mitte September wiesen die ersten Vogelbeeren und die Linden farbige Blätter auf.
In den Bergen sind die Lärchennadeln gelb
In La Brévine begann die Nadelverfärbung der Lärchen am 3. Oktober, in St. Moritz und Davos wurde sie am 10. Oktober beobachtet. In Davos und St. Moritz liegen diese Beobachtungen nur sechs Tage vor dem Mittel der Vergleichsperiode von 1996‒2014, während sich in La Brévine die Lärchen im Mittel erst um den 25. Oktober verfärben und somit in diesem Jahr einen Vorsprung von drei Wochen aufwiesen.
Hatte der Hitzesommer 2015 einen Einfluss auf den Zeitpunkt der Blattverfärbung?
Aus dem gesamten Phänologischen Messnetz mit rund 160 Beobachtungsstationen liegen zum jetzigen Zeitpunkt je nach beobachteter Baumart Meldungen von 25‒45 Stationen vor. Aufgrund dieser ersten Daten scheint der Hitzesommer nur beschränkt zu einer verfrühten Blattverfärbung geführt zu haben. Anders war es im Hitzesommer 2003: damals stellten einige Arten Rekorde auf, weil ihre Herbstphasen besonders früh begannen.
Im Herbst 2015 konnten bei den Linden einzelne neue Rekorde beobachtet werden. Eine definitive Aussage, ob sich der Hitzesommers 2015 auf die Blattverfärbung ausgewirkt hat, ist erst dann möglich, wenn die Daten aller phänologischer Beobachtungsstationen vorliegen.
Die Blattverfärbung von Buche, Bergahorn, Birke und Vogelbeere fand meist zu einem normalen Zeitpunkt statt. Mit den aktuell vorliegenden Daten konnte eine mittlere Verfrühung von bis zu drei Tagen festgestellt werden. Bei den Sommer-und Winterlinden und der Rosskastanie war die Verfrühung deutlicher: die Linden verfärbten sich rund eine Woche früher und die Rosskastanien sogar zwölf Tage. Die Blattverfärbung der Rosskastanie wird neben den Temperaturen und Trockenstress auch durch das jährliche Auftreten eines Schädlings, der Miniermotte, beeinflusst.
Die Herbstphänologie ist noch nicht ganz verstanden
Im Gegensatz zu den phänologischen Frühlingsphasen, wie der Blattentfaltung oder Vollblüte, die zuerst in den tieferen Lagen auftreten und sich danach in die höher gelegenen Gebiete verlagern, ist es bei den phänologischen Herbstphasen umgekehrt. Die Blattverfärbung wird zuerst meist in den Bergen beobachtet und erst danach im Mittelland, wobei die Unterschiede meist nur wenige Tage betragen. Die Farben der Blätter werden besonders intensiv, wenn kühle Nächte(ohne Frost) und sonnige Tage vorherrschen, weil dann der rote Farbstoff (Anthocyan) häufiger gebildet wird.
Der Zusammenhang der Herbstphänologie und der Witterung ist immer noch unklar. Bekannt ist, dass die Blattverfärbung durch die Tageslänge beeinflusst wird. Zudem scheinen ein warmer August und September zu einem späteren Herbst zu führen, während nach warmen Frühsommermonaten eher ein früher Herbst auftritt.
Der Zusammenhang mit dem Trockenstress ist deutlicher und kann zu einer verfrühten Blattverfärbung führen, wie das im Sommer bei einigen Strassenbäumen beobachtet werden konnte.