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Er habe sich entschieden, die Geschichte um einen Mann, der zur Frau wird, mit einer Tänzerin zu besetzen, sagte Spuck in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Moskauer Tageszeitung «Kommersant». «Geschlecht hat keine Bedeutung, das Wichtigste ist die Persönlichkeit», sagte der 51-Jährige auf Fragen des Blatts, wie es sei, in einer «homosexuellenfeindlichen» Gesellschaft zu arbeiten.
Nach Darstellung Spucks hätten sich die Ballerinen bei den Liebes-Tänzen zunächst nicht in die Augen gesehen. «Am Anfang erröteten und lachten sie (...). Aber jetzt geraten ihnen die Pas de deux sehr schön, sehr zärtlich.» Das Ballett hat die Altersfreigabe 18+ wie auch das von Starregisseur Kirill Serebrennikow inszenierte Werk «Nurejew» um den schwulen Weltstar Rudolf Nurejew (1938-1993). Spuck lobte das zeitweilig nicht gezeigte Ballett Serebrennikows als «wunderbare Aufführung».
Entschieden habe er sich auch, einem Tänzer eine männliche und weibliche Rolle zu geben. Demnach tanzt der Solist die Partie von Königin Elizabeth I. und eines Kapitäns, der sich in den weiblichen Orlando verliebt. «Ich weiss, dass das in Russland keine leichte Entscheidung ist», sagte Spuck. Aber nach etwas Bedenkzeit habe die Besetzung zugesagt.
Weltpremiere des Balletts mit 51 Tänzern ist auf der neuen Bühne des Bolschoi Theaters an diesem Mittwoch. Spuck, der seine Karriere am Stuttgarter Ballett begonnen hatte und heute Ballettchef in Zürich ist, kann anders als in der Schweiz, wo es wegen der Corona-Pandemie aktuell keine Aufführungen gibt, in Russland ungehindert arbeiten. Die Theater sind in der russischen Hauptstadt geöffnet – bei maximal 50 Prozent Auslastung.