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Der Geist des Widerspruchs und die Lust zum Paradoxen steckt in uns allen. Ich gebs ja zu, der Satz stammt nicht aus meiner Feder. Da hab ich mal kurz den zu Guttenberg gemacht und das Zitat bei von Goethe abgeschaut. Heute, 150 Jahre und mindestens 10‘000 schlaue Zitate später, nehme ich mich dem Paradoxon an. Was ist es? Existieren sprachliche Paradoxa überhaupt noch?
Wann wächst die Nase von Pinocchio?
Das Wort Paradoxa setzt sich zusammen aus dem altgriechischen para (gegen) und doxa (Meinung) und beschreibt einen scheinbaren oder tatsächlichen Widerspruch. Ein fesselndes Phänomen ist das Lügner-Paradoxon um Pinocchio. Bekanntlich wächst die Nase von Pinocchio, wenn er lügt. Doch was passiert, wenn Pinocchio sagt: «Meine Nase wächst jetzt?» Weitere bekannte Paradoxa sind das Simpson-Paradoxon oder das Allmachtsparadoxon.
Die Sprache machts einem nicht leicht
Neben diesen wissenschaftlichen und philosophischen Paradoxa gibt es auch sprachliche Widersprüche. Die supertextischen Paradoxa.
Hat sich schon mal jemand gefragt, weshalb sogenannte Wachskerzen immer kleiner werden, weshalb Stehkrägen gut sitzen müssen, wie man sich im Handumdrehen den Fuss brechen kann und ob es tatsächlich eingefleischte Vegetarier gibt?
Was hat Daniel Jositsch, der Charlie Runkle der Schweizer Politik, als Titelbild strahlend über dem Blog zu suchen? Er ist das Paradebeispiel für einen sprachlichen Widerspruch. Der SP-Politiker ist linker Rechtsanwalt. Noch kolossaler wirds, wenn
Runkle Jositsch gefragt wird, ob er viel Arbeit hat und antwortet: „Sehr viel, ich kann nicht klagen.“ … Paradox, nicht wahr?