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AT1-Bonds
Die Mitarbeiter der Credit Suisse sind offenbar bereit, den Schweizer Bankenregulator zu verklagen wegen 400 Millionen Dollar Boni, die im Zuge der Pleite wertlos erklärt wurden.
22. Mai 2023 • Beat Schmid
Ein Teil der Boni von CS-Kaderleuten wurde an spezielle Kapitalinstrumente gebunden, sogenannte Additional Tier-1-Papiere. Diese Anleihen wurden im Zuge des CS-Kollaps im März auf null abgeschrieben. Wie die FT (Abo) heute schreibt, hätten Anwaltskanzleien mehrere Anfragen von leitenden Managern erhalten, um in ihrem Namen rechtliche Schritte gegen die Massnahme einzuleiten. Genannt werden die beiden Grosskanzleien Quinn Emanuel und Pallas, die bereits seit mehreren Wochen medial Druck aufbauen. Bekannt ist, dass die beiden Kanzleien Anleger vertreten, die etwa ein Drittel der wertlos gewordenen AT1-Anleihen repräsentieren.
Die FT zitiert eine anonyme Quelle, wonach zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar sei, ob die Klagen der CS-Mitarbeiter mit den bestehenden Klagen gegen die Finma verbunden werden könnten oder ob sie separat eingereicht werden müssten. “Wir wurden von Managern der Credit Suisse aus der ganzen Welt kontaktiert, um zu sehen, wie wir ihnen helfen können”, sagte eine Quelle zur Zeitung. “Es gibt viele Überschneidungen zwischen den beiden Positionen, aber sie sind nicht genau dasselbe.” Die Boni gehen auf das Jahr 2014 zurück, als Mitarbeitern der Bank auf Geschäftsführungs- und Direktorenebene sogenannte Contingent Capital Awards (CCA) als Teil ihres Bonus erhalten haben.
10 bis 15 Prozent des BonusCCA machten in der Regel etwa 10 bis 15 Prozent des Gesamtbonus eines Managers aus und wurden nach drei Jahren als Cash oder Kapitalinstrument ausbezahlt. Ausserdem sahen sie zwei Zinszahlungen pro Jahr vor. 2021 erhielten mehr als 5000 CS-Mitarbeiter CCA. In den Bestimmungen zu den CCA steht unter anderem, dass die Papiere abgeschrieben oder verfallen, “wenn die FINMA feststellt, dass die Aufhebung der CCA und anderer ähnlicher Instrumente des bedingten Kapitals notwendig ist oder dass die Gruppe eine Kapitalunterstützung durch die öffentliche Hand benötigt, in jedem Fall, um zu verhindern, dass sie insolvent wird oder anderweitig scheitert”.
Die Credit Suisse verdiente in den letzten 13 Geschäftsjahren im Schnitt 390 Millionen Franken, zahlte aber durchschnittlich 3 Milliarden an Boni aus. Doch der eigentliche Startschuss der Exzesse erfolgte Jahre zuvor.
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