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04.01.2015
Eigentlich wollte er als junger Schulabgänger über die grossen nationalen Themen in den USA schreiben. Doch dann entdeckte Paul Holmes eine Marktnische und wurde Fachjournalist für Public Relations.
Wie sind Sie zu Public Relations gekommen?
Eigentlich war es rein zufällig, ein Fehler. Ich begann nach der Schulzeit als Lokaljournalist. Mein Ziel war aber, bei einer nationalen Zeitung über die grosse Politik zu schreiben. Doch ich brauchte eine Art Sprungbrett. Da wurde in London im Magazin «PR Week» eine Stelle als News Editor ausgeschrieben. Das war ungefähr im Jahr 1985. Also wurde ich News Editor bei «PR Week», weil ich dachte, dass mich das näher an das bringt, was ich wirklich wollte. Doch dann packte mich das Thema Public Relations.
Was hat Sie so fasziniert an dieser Branche?
Da gibt es einiges ... Wenn Sie über Beziehungen zur Öffentlichkeit schreiben, können Sie eigentlich über alles schreiben – PR ist überall. Für mich war und ist es ein wichtiges Business. Und dann schaute ich mich um und bemerkte, dass niemand intelligent und analytisch über PR schreibt.
Sie reisen in der ganzen Welt. Sehen Sie kulturelle Unterschiede in der Art, wie PR betrieben wird?
Qualitativ hochstehende PR wird überall auf der Welt gemacht. Regional gibt es aber Unterschiede. Den grössten Unterschied sehe ich zwischen Nord- und Südeuropa. Deutsche, Schweizer oder Skandinavier haben einen viel akademischeren Zugang zu PR und sind in der Umsetzung einer PR-Massnahme sehr strukturiert. Im Mittelmeergebiet hingegen, etwa in Italien oder Spanien, ist die Denkweise eher: Wir hatten eine grosse Idee und haben diese umgesetzt und die Medienresonanz war gut. Also sind alle zufrieden.
Und Public Relations in den USA?
Ja, das ist der andere grosse Unterschied: zwischen den USA und Europa. Denn amerikanische PR-Programme sind sehr, sehr sicher, schon fast langweilig. Zum einen, weil die Budgets so hoch sind und PR-Verantwortliche deshalb keinen Fehler machen wollen. Zum andern haben sie eine schreckliche Angst, jemanden zu verärgern oder zu beleidigen. In Europa hingegen ist man viel dreister und hat riskantere Ideen.
«Ich bin mit mehr missglückten PR-Prädikaten betitelt worden als irgendjemand anderes in der Branche.»
Paul Holmes referierte an der letzten Mitgliederversammlung des BPRA im Oktober 2014.
Interview von Sibylle Veigl für das Magazin "Persoenlich".