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Maudi war das Büsi der Familie Ochsner-Berger in Schwamendingen an der Roswiesenstrasse 123. Es lebte etwa von 1932 bis 1954 und hat damit ein recht hohes Alter erreicht. Maudi war ein kastrierter Kater und wird in der OGS-Seebach erwähnt, weil es das Büsi war, mit welchem die älteren Kinder des lange Jahre in Seebach wohnhaft gewesenen Robert Berger-Wirz, nämlich Noldi, Rosmarie und Röbi in ihren frühesten Jahren gemeinsam aufwuchsen. Nach dem Umzug vom 1.10.1949 der Familie Berger-Wirz von Schwamendingen nach Seebach blieb das Büsi aber weiterhin in der Obhut von Robert Bergers Mutter Luise Ochsner-Woodtli, die nach dem Verkauf ihres Hauses an der gleichen Strasse bei der Kreuzung Roswiesen- / Dübendorfstrasse eine neue kleine Wohnung fand und zusammen mit ihrer Tochter Rosa Berger weiterhin in Schwamendingen blieb.
Mit ihrer bescheidenen AHV-Rente und dem übrig gebliebenen Geld aus dem Verkauf ihres Hauses konnte sie sich noch die letzten Jahre ihres Lebensabends finanzieren. Dank ihrer Tochter Rosa, welche tagsüber bei der SAWACO SA von W. H. Achtnich, einer Textilfabrik in Wallisellen, arbeitete und bei ihrer Mutter wohnte, war somit sichergestellt, dass immer jemand da war, der dem Büsi schaute, denn in den letzten Jahren konnte es nicht mehr so gut sehen.
Tante Rosa hat die Katze ganz besonders gut gemocht und mir immer wieder Geschichten über das Büsi erzählt. In Erinnerung geblieben sind vor allem, dass das Büsi ursprünglich anders hiess, doch weil es ganz besonders gerne Fleisch ass, bekam es dann den neuen Namen Maudi. Das war um 1933. Der Name ist eine Ableitung von Fleisch- oder Fressmaudi, womit man früher jemanden bezeichnete, der gerne viel Fleisch ass (Idiotikon Band IV, Seite 84).
Einer Katze kann man das nicht verargen, denn es entspricht ihrer Natur, dass sie sich nicht primär von Kirschenkompott, Heidelbeerquark und Chrottenpöschensalat ernährt, sondern eben von Fleisch. Der Natur der Katze entsprechend, wären das eigentlich Mäuse, Ratten und Singvögel, doch da meine Tante Rosa damals ausreichend Geld verdiente, bekam Maudi eben ab zu etwas Hackfleisch zu essen, sodass das Fangen der genannten Tiere für Maudi eher eine Art Luxussportart war, so wie bei den feineren Leuten das Golfspielen.
Maudi verstarb etwa zur gleichen Zeit wie unsere Grossmutter Luise Ochsner-Woodtli, vermutlich um 1954, doch erzählte uns die Tante noch viele Jahre lang ihre Erinnerungen an Maudi. Da ich das älteste der Kinder von Robert Berger war, blieben diese Geschichten bei mir noch länger in Erinnerung, denn ich erlebte das Büsi noch von 1946 bis 1954. Da wir mindestens jeden Monat mit dem Bus nach Schwamendingen fuhren, um die Grossmutter und die Tante zu besuchen, war Maudi für uns ein so selbstverständliches Familienmitglied, wir wir selber.
Die lustigste Erinnerung an Maudi war, als ich die Tante fragte, welchen Familiennamen denn Maudi habe und die Tante ohne zu zaudern sofort antwortete, dass Maudi zum Nachnamen Ochsner heisse, da das Büsi der Grossmutter gehöre. Bald darauf sandte ich von Seebach aus eine Zeichnung vom Büsi an Maudi persönlich, welche ich in einen Briefumschlag steckte, welcher wie folgt beschriftet war: