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Quecksilber | Kein Ende in Sicht
Untersuchungen gehen weiter
Die Arbeiten zur Untersuchung der Quecksilberbelastung zwischen Visp und Niedergesteln gestalten sich als komplexe Angelegenheit, die der Hilfe von mehreren Experten bedarf.
Die Analyse-Methode, die durch die Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) vorgegeben ist, wurde von Experten des Kantons mit Bodenmaterial von 14 Parzellen aus dem Wohngebiet in Visp und Turtig verifiziert. Erste Resultate zeigen, dass die VBBo-Methode sehr effizient und mit anderen wissenschaftlichen Methoden zur Quecksilberbestimmung vergleichbar sei, wie die Staatskanzlei meldet.
Der Bericht zu diesem Methodenvergleich sollte der DUS Anfang 2016 vorliegen. Weiter werden die bisherigen Bodenmessdaten geostatistisch durch ein unabhängiges privates Büro in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich ausgewertet, um die räumliche Variabilität der Bodenbelastung auf verschiedenen Skalen wie Untersuchungsgebiet und Parzelle sowie die Wahrscheinlichkeit einer Fehleinstufung einer Parzelle zu beurteilen - Ergebnisse dazu liegen bis im Frühjahr 2016 vor.
Grundwasser und Luft
Zwei Grundwassermesskampagnen wurden ebenfalls im Auftrag der Lonza AG durchgeführt, deren Ergebnisse durch die Messungen des Kantons bestätigt wurden: Im Grundwasser wurde kein Quecksilber über 0.01 μg/L festgestellt (Trinkwassergrenzwert = 1 μg/L).
Die Universität Basel hat im Sommer Quecksilber-Ausgasungsraten von Böden im belasteten Gebiet sowie Quecksilbermessungen in der Luft durchgeführt. Die Ausgasungsraten von Böden im belasteten Gebiet sind erhöht, verglichen mit unbelasteten Böden, die gemessenen Konzentrationen liegen jedoch unterhalb eines Gefährdungsrisikos. Weitere Abklärungen sind im Gange bezüglich der möglichen Nutzung dieser Methodik zur Identifikation stark belasteter Flächen.
Die Universität Zürich wurde durch das Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur mit einem Gutachten zu den gesundheitlichen Risiken der Quecksilberbelastung beauftragt, welches bis spätestens im Juni 2016 erwartet wird. Zudem wurde vom Kanton eine Studie in Auftrag gegeben, um die berufliche Quecksilber-Exposition von Landwirten im Erntestaub auf hoch belasteten Parzellen im Gebiet Raron zu beurteilen. Die Ergebnisse zeigen, dass kein gesundheitliches Risiko für die Landwirte besteht.
Lonza wird sich «konstruktiv beteiligen»
Das Vorgehen bei der Altlastenbearbeitung ist in der Altlasten-Verordnung festgehalten und sieht nach Fertigstellung der Voruntersuchungen unter anderem die Fertigstellung der Detailuntersuchung zur Ermittlung der vertikalen Ausdehnung der Belastung und Abschätzung einer möglichen Gefährdung des Grundwassers sowie die Ausarbeitung von Sanierungsvorschlägen durch die Lonza AG vor, was zur Ausführung der entsprechenden Sanierungen durch die Lonza AG führen soll.
Wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt, seien erste Sanierungen mit Pilotcharakter im 1. Quartal 2016 auf öffentlichen Parzellen geplant; Sanierungen in den Siedlungsgebieten erfolgen voraussichtlich im Anschluss. Man wolle sich konstruktiv am Prozess der Festlegung eines geeigneten Vorgehens bei belasteten, aber nicht sanierungsbedürftigen, Parzellen beteiligen.
Der Zeitpunkt des Verfahrensabschlusses und des Startes der Sanierungen hängt von den noch ausstehenden Untersuchungen und allfälligen Beschwerden gegen die Sanierungsverfügungen ab.
«Nicht mehr zumutbar»
Für die IG Quecksilber indes ist ein längeres Zuwarten «nicht mehr zumutbar» und schreibt: «Bezüglich der landwirtschaftli-chen Parzellen muss ebenfalls vorwärts gemacht werden. Deren Probleme dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Seitens des Kantons erwarten wir überdies die baldige Veröffentlichung der Resultate der Universität Zürich betreffend gesundheitliche Auswirkungen auf die betroffenen Menschen.»
Die Interessengemeinschaft fordert, dass «die historische Studie betreffend Verantwortlichkeiten nach deren Abschluss nicht in einer Schublade landet, sondern in transparenter Weise öffentlich gemacht wird».
Für die Vereinigung Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz AefU sowie den WWF Oberwallis sind Arbeiten durch Kanton und Lonza begrüssenswert, wie der Geschäftsführer von AefU, Martin Forter, gegenüber 1815.ch erklärt: «Wir nehmen dies sehr positiv auf. Viele Punkte, die wir aufgegriffen haben, sind in den Untersuchungen behandelt worden.»
Die Kontaminationen würden tatsächlich viel tiefer gehen als ursprünglich untersucht, wie dies die beiden Umweltverbände bereits im Vorfeld zeigten. «Die entscheidende Frage bleibt aber: Was ist 'Sanierung', was bedeutet sie - passt man lediglich die Werte an? Es gibt diesbezüglich keinerlei Klarheit von Seiten Lonza.»pd/rul
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