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Damit unser Körper richtig funktioniert, benötigt er die ständige Versorgung mit chemischen Stoffen, unter anderem auch mit natürlichen Mineralsalzen.
Im späten 19. Jahrhundert stellte Dr. Wilhelm Schüssler die Theorie auf, dass ein Ungleichgewicht zwischen den Mineralsalzen oder ein Mangel daran in den Körperzellen zu Störungen der Körperfunktionen und zu Krankheiten führt. Schüssler isolierte zwölf für die Ernährung der Zellen notwendige Mineralsalze, die er als Gewebesalze bezeichnete. Mit ihnen unterstützte er seine Behandlungsmethode.
Die Therapie bestand für ihn folgerichtig darin, im Krankheitsfall das Defizit an anorganischen Stoffen durch deren medikamentöse Zufuhr auszugleichen.
Die Therapie mit Schüssler-Salzen eignet sich als erste Massnahme gegen viele kleinere, leicht diagnostizierbare Beschwerden. Wenn man rechtzeitig mit der Behandlung beginnt, können ernsthaftere Krankheiten verhindert werden.
Schüsslersalze haben sich bewährt bei: Bindegewebeschwäche, Akne, spröden Fingernägeln, schlechtem Zustand von Haaren, Krämpfen, beginnenden Erkältungen.
Phytotherapie
Die Phytotherapie ist die Lehre von der Anwendung von Pflanzen zu Heilzwecken. Seit Menschengedenken werden Heilpflanzen für die Behandlung von Krankheiten verwendet, und das Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Im Laufe der Zeit ging leider auch immer wieder viel Wissen verloren. Heute sind viele Heilpflanzen erforscht, was viele Fragen über ihre Wirkungsweise beantwortet.
Seit alters her werden Kräuter gesammelt, oft zu bestimmten Tageszeiten oder an Tagen, die im Mondkalender besonders ausgewiesen sind. Die Wirkstoffe hat die Heilpflanze während ihres Wachstums gebildet und gespeichert. Sie sind nicht gleichmässig über die ganze Droge (Heilpflanzenteil, der als Arzneimittel gebraucht wird) verteilt. Sie können bevorzugt in den Blüten, Samen, Blättern oder der Wurzel gespeichert werden. Auch ist der Wirkstoffgehalt Schwankungen unterworfen. Standort, Ernte und die Art der Behandlung haben hier einen Einfluss.
Heilpflanzen werden getrocknet oder frisch als Tee, Elixier, Stärkungsmittel und Sirup getrunken oder zu Kapseln, Tinkturen, Cremes, Umschlägen oder Wundauflagen verarbeitet.
Die Heilkräfte von Kräutern sollte man nicht unterschätzen. Sie können hochwirksame Substanzen enthalten, die durch Extrahieren, Konzentrieren, und Modifizieren zu starken Medikamenten verarbeitet werden.
Die Phytotherapie wende ich unter anderem bei Verdauungsproblemen, Erkältungskrankheiten und in der Schwangerschaft an.
Spagyrik
Die Spagyrik ist ein uraltes ganzheitliches Naturheilverfahren nach den Regeln der Alchemie, welches Körper, Seele und Geist als eine im Gleichgewicht stehende Einheit betrachtet.
Für die Herstellung dieser Essenzen werden frische und geprüfte Heilplanzen mit Hefe vergärt. Durch diese Gärung werden hochwirksame Duftstoffe (ätherische Öle) freigesetzt und danach von der Pflanzenmasse durch Destillation getrennt. Die im Destillationskessel verbleibende Pflanzenmasse wird getrocknet und verascht. So werden auch die Mineralstoffe der Pflanze gewonnen, die anschliessend im Destillat gelöst werden.
Die spagyrischen Essenzen sind bei normalem Gebrauch ungiftig und frei von Nebenwirkungen.
Jedes Arzneimittel kann heilen oder vergiften – entscheidend ist die Dosis.
Die Spagyrik eignet sich sehr gut bei Menstruationsbeschwerden, bei Erkältungskrankheiten, bei Kopfschmerzen, bei Verdauungsproblemen und zur Organstärkung.
Hydro-Therapie (Kneippen)
Im Wasser liegt die Heilkraft. Die Kneipp-Gesundheitslehre wurde dadurch berühmt, dass sie alle Wirkprinzipien des Wassers erkannte und zu einer einzigartigen Wassertherapie zusammenfasste.
Die Wassertherapie beinhaltet heute weit über 100 verschiedene Anwendungen in Form von Abhärtungen, Waschungen, Wickeln, Kompressen, Bäder, Dämpfen und Güssen.
Die Kneipp-Therapie ist eine von Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) bekanntgemachte Behandlungsform, die ihre Wurzeln schon viel früher hatte.
Durch genaues Beobachten der Reaktion auf einen gesetzten Wasserreiz stellte er fest, dass zu starke Anwendungen durch Schockwirkung den Blutkreislauf hemmen oder dem Körper zu viel Eigenwärme entziehen. Er hat die Anwendungen so verfeinert, dass sie individuell der körperlichen Verfassung angepasst und, richtig dosiert, in jedem Alter beinahe bei allen Befindlichkeitsstörungen und zur Gesundheitserhaltung angewendet werden können.
Sehr gute Erfolge erzielt man bei: Durchblutungsstörungen, Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen, Wechseljahrbeschwerden, Schlafstörungen, Abwehrschwäche.
Die Kneipp-Therapie basiert auf den 5 Säulen: 1. Lebensordnung:
Sie ist Grundlage der anderen Säulen und umfasst die ganze Lebensführung. Ein gesundheitsorientierter Mensch denkt und handelt positiv, er lebt in Einklang mit der Natur. Unser Leben braucht Ordnung und einen vernünftigen Rhythmus zwischen aktiver Leistung und ausgleichenden Ruhezeiten. 2. Wassertherapie:
Das Wasser als Träger von thermischen, mechanischen und chemischen Reizen veranlasst den Organismus zu gesundheitsfördernden Reaktionen. Unsere unbewussten Grundfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Wärmehaushalt und Verdauung werden durch hydrotherapeutische Reize reguliert, das Immunsystem wird aktiviert. 3. Bewegung:
Die Kneipp-Bewegungstherapie umfasst alle Möglichkeiten der aktiven und passiven Bewegung. Zum Beispiel: Wandern, Velofahren, Schwimmen.
Wichtig ist die regelmässige körperliche Bewegung, besonders wenn sie an der frischen Luft ausgeführt werden kann. 4. Ernährung:
Die Kneipp-Ernährungstherapie empfiehlt eine ausgewogene vital- und faserstoffreiche Vollwertkost aus möglichst frischen und biologisch angebauten Lebensmitteln. Die Hälfte der täglichen Nahrungsmenge soll aus Rohkost bestehen. Zu meiden sind raffinierte und denaturierte Nahrungsmittel wie Weissmehl, Weisszucker, gehärtete Öle, chemische Zusätze in der Nahrung und zu hoher Fleischkonsum. 5. Heilkräuter:
Heilpflanzen spielen in Kombination oder als Ergänzung zum Wasserheilverfahren eine bedeutende Rolle. Sie werden innerlich und äusserlich bei leichteren Beschwerden gezielt und sinnvoll eingesetzt.
Abgerundet hat Kneipp seine ganzheitliche Behandlung mit einfacher gesunder Kost und besinnlichen Anwendungen z.B. Meditation.
Die Kneipptherapie ist eine Kombinationsbehandlung, die versucht, den Menschen gleichzeitig von verschiedenen Behandlungsansätzen aus zur Selbstheilung zu motivieren.
Bachblüten-Therapie
Bachblüten sind Blütenauszüge, die in Alkohol konserviert werden. Ihr Entdecker Dr. Edward Bach (1886-1936), kam in den 30er Jahren zu dem Schluss, dass die geistige und gefühlsmässige Verfassung eines Patienten den Heilungsprozess beeinflussen. „Wenn die Seele geheilt ist, gesundet auch der Körper“, war die Beobachtung, die der englische Arzt Dr. Edward Bach bei seinen Patienten machte.
Dank seiner ausserordentlichen Intuition fand und erprobte er schliesslich seine „38 Heiler“ mit denen die hauptsächlichsten negativen Seelenzustände behandelt werden können.
Er klassifizierte 7 grundlegende negative Empfindungen: Angst, Unsicherheit, Gleichgültigkeit, Einsamkeit, Überempfindlichkeit, Verzweiflung und übergrosse Anteilnahme am Kummer anderer.
Alle Mittel werden aus Blüten gewonnen, ausser einem, dem Felswasser. Es wird aus natürlichen Quellen oder Brunnen entnommen, die für ihre Heilkräfte bekannt sind.
Eine Kombination bieten die sogenannten Notfalltropfen, die unter extremem Stress Erleichterung verschaffen. In diesem Extrakt sind fünf Blütenarten enthalten: Cherry Plum (Kirschpflaume), Clematis (weisse Waldrebe), Rock Rose (gelbes Sonnenröschen), Impatiens (drüsentragendes Springkraut) und Star of Bethlehem (Milchstern).
Die Blütenessenzen helfen, indem sie blockierte Lebensenergie zum Fliessen bringen. Jedes unbewältigte Problem, alle Sorgen und Ängste sowie jeder Schmerz blockieren die Lebensenergie und schwächen die Bereitschaft, sich mit schädlichen Einflüssen auseinanderzusetzen. Die Blüten haben nicht die Aufgabe, psychische oder körperliche Symptome zum Verschwinden zu bringen, sondern sind Hilfsmittel zur Bewältigung dessen, was diese Symptome verursacht hat.
Meistens werden zwei bis drei negative Zustände gleichzeitig behandelt. Wichtig ist dafür zweierlei: gründlich zu forschen und vollkommen auf die eigenen Gefühle zu vertrauen, um seinen Gemütszustand richtig einzuschätzen. Wenn man erkannt hat, wo die geistigen Ursachen für die Beschwerden liegen, sind sie leicht mit dem richtigen Mittel zu heilen.