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Es werde nun eine Resolution mit «weiteren bedeutenden Massnahmen» ausgearbeitet, teilte das höchste UNO-Gremium am Freitag nach einer Sondersitzung mit. Südkorea wirbt bei den UNO-Mitgliedstaaten um Unterstützung für härtere Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang.
«Wir brauchen mehr und stärkere Sanktionen, die Nordkorea wenig andere Wahl lassen, als seinen Kurs zu ändern», sagte Südkoreas Aussenminister Yun Byung Se laut der Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag in Seoul. In den vergangenen zehn Jahren habe Nordkorea bei seinem Atomprogramm grosse Fortschritte erzielt.
Der Atomtest zeige, dass der Machthaber Kim Jong Un nicht die Absicht habe, den Kurs zu ändern. Yun wolle vor allem die UNO-Vollversammlung in der nächsten Woche nutzen, um zur Zusammenarbeit bei neuen Strafmassnahmen gegen Pjöngjang aufzurufen, hiess es.
Verbot von Atomwaffentests stärken
US-Präsident Barack Obama hatte Pjöngjang vorher mit «ernsthaften Konsequenzen» gedroht und neue Sanktionen gefordert. Obama telefonierte noch in der Nacht mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Er sicherte beiden verbündeten Ländern die Unterstützung der USA zu, wie das US-Präsidentenamt mitteilte.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte den Atomtest Nordkoreas vom Freitag - dem zweiten in diesem Jahr und dem fünften des Landes insgesamt - «auf allerschärfste Art und Weise». Das sei «schon wieder eine dreiste Verletzung der Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats», sagte Ban.
Dies Handlung sei inakzeptabl und gefährde Frieden und Sicherheit in der Region. Das weltweite Verbot von Atomwaffentests müsse dringend gestärkt werden, forderte Ban.
Tests trotz Sanktionen
China, Nordkoreas Verbündeter, hatte wie die übrigen Mächte den Atomtest Nordkoreas verurteilt. Es hatte dies erneut mit der Forderung nach einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel verbunden.
Seit dem ersten Atomwaffentest Nordkoreas im Jahr 2006 hat der UNO-Sicherheitsrat mehrfach scharfe Strafmassnahmen verhängt. UNO-Resolutionen verbieten Pjöngjang Atomversuche und Tests mit ballistischen Trägerraketen.
Nach dem Atomtest im Januar dieses Jahres und einem Raketenstart hatte der UNO-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. Sie sehen unter anderem eine zwingende Inspektion von Frachtgutlieferungen von und nach Nordkorea vor. Das Regime hatte nach dem Beschluss weitere Atom- und Raketentests angekündigt, die sein souveränes Recht seien.
Reichweite USA
Nordkorea hatte am Freitag nach eigenen Angaben einen standardisierten Atomsprengsatz gezündet, der auf strategische Raketen montiert werden kann. Ziel des Landes ist es, Atomraketen zu entwickeln, die selbst die USA erreichen könnten. Es war der grösste Atomversuch des mit China verbündeten, weithin isolierten Landes.
Die Angaben über die Stärke des Tests gehen aber auseinander. Nach südkoreanischen Angaben hatte die Explosion eine Energie von 10'000 Tonnen TNT freigesetzt. Die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sprach von «einer Ladungsstärke von bis zu 25'000 plus/minus 7500 Kilotonnen (kt) TNT-Äquivalent». Zum Vergleich: Die Atombombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte eine Sprengkraft von rund 13 Kilotonnen. (SDA)Publiziert am 10.09.2016 | Aktualisiert am 12.09.2016