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In einem sonst friedvollen, ländlichen Gebiet im Aargau herrscht in einem Einfamilienhaus Unruhe, denn die Bewohner sind von ständigem und störendem Lärm geplagt. Seit mehr als 6 Monaten beschweren sie sich über einen ständigen Druck auf den Ohren, das Wahrnehmen tieffrequenter Geräusche, und einen dadurch entstehenden Schlafmangel. Trotz ausführlicher Erkundigung im eigenen Haus sowie in der Umgebung bleibt ihnen die Quelle unbekannt. Da im Umfeld von mehreren hundert Metern keine sonstigen Industrieanlagen, Bahngleise o.Ä. vorhanden sind, besteht die Vermutung, dass die Lärmimmissionen von der nahliegenden Metzgerei stammen müssen.
Anhand einer visuellen Inspektion des Metzgerbetriebs wurde festgestellt, dass die Gummiplatten zwischen den Kühlanlagen und dem Fundament durch ca. 30 Jahre Abnutzung sehr dünn geworden sind. Die terra® wurde in diesem Zusammenhang beauftragt, Lärm- und Erschütterungsmessungen im Rahmen einer detaillierten und gezielten Messkampagne durchzuführen, um einen Zusammenhang zwischen dem Metzgereibetrieb und den auftretenden Lärm- bzw. Körperschallimmissionen festzustellen. Zeitsynchronisiert wurden die Erschütterungs-, Luft- und Körperschallimmission in einem Gesamtsystem von insgesamt 7 Messstandorten permanent aufgezeichnet. In der Metzgerei wurden Erschütterungsmessungen direkt an den Anlagen sowie am Fundament durchgeführt; im EFH am Fundament (UG), im Erdgeschoss und im Schlafzimmer (1. OG). Zusätzliche Messstellen für die Messung von Luft- und Körperschall wurden ebenfalls im EFH eingerichtet.
Die Messungen wurden vor Ort vom Projektingenieur protokolliert und im Beisein von den Bewohnern und Fachspezialisten des Kantons Aargau ausgeführt. Die Anlagen wurden zuerst vereinzelt und danach zusammen in Betrieb genommen, um sowohl deren einzelne Einflüsse aufzunehmen als auch das «Worst-Case Szenario» abzubilden. Die Auswertung und Beurteilung der Luft- und Körperschallmessungen erfolgten anhand der Lärmschutzverordnung (LSV) bzw. in Anlehnung an die Norm SIA 181. Die Erschütterungsmessungen wurden hinsichtlich derer Einwirkungen auf Menschen gem. DIN 4150/2 ausgewertet.
Trotz der relativ dünnen Gummiplatten wurde anhand der Messergebnisse festgestellt, dass sie ihren Zweck noch einwandfrei erfüllen. Es konnte schlussendlich kein Zusammenhang zwischen dem Metzgereibetrieb und den tieffrequenten Körperschallimmissionen festgestellt werden. Nicht nur konnte keine Korrelation der Immissionen im EFH und Betriebszeiten der Anlagen festgestellt werden, sondern auch die einzuhaltenden Richtwerte wurden mit grossem Abstand eingehalten. Somit bleibt die Quelle der Lärmimmissionen noch unbekannt und die Nächte leider etwas kürzer als gewünscht.
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