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Der Ausschuss der Kantone (AdK) hat 2012 die Durchführung einer Gesellschaftsstudie beschlossen. Diese soll die möglichen Auswirkungen eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle auf das Image einer Region sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt untersuchen. Eine negative Imagewirkung eines möglichen Tiefenlagers ist in der Wahrnehmung der ansässigen Bevölkerung derzeit nicht erkennbar.
Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle der Gesellschaftsstudie für Nördlich Lägern liegen mittlerweile vor. Insgesamt unterscheiden sie sich nicht wesentlich von denjenigen in den Regionen Jura Ost und Zürich Nordost.
Das Image der eigenen Region ist aus Sicht der Bevölkerung sehr positiv. Das mögliche Tiefenlager wird derzeit spontan, also auf eine offene Frage hin, kaum oder nur vereinzelt mit der eigenen Region verbunden. Sogar Personen, für die das Tiefenlager ein wichtiges regionales Thema ist, zeigen keine negative Wahrnehmung. Eine negative Imagewirkung eines möglichen Tiefenlagers ist somit derzeit in der Wahrnehmung der ansässigen Bevölkerung nicht zu erkennen.
Der grossen Mehrheit der Bevölkerung in allen drei Standortregionen ist bewusst, dass ihre Region für ein mögliches geologisches Tiefenlager in Frage kommt. 5 Prozent der Befragten aus Nördlich Lägern sind ausdrücklich für ein Tiefenlager in ihrer Region, 32 Prozent würden es ohne grosse Sorgen akzeptieren. 27 Prozent sind ausdrücklich gegen ein Tiefenlager in ihrer Region. 31 Prozent würden es zwar akzeptieren, hätten aber ein ungutes Gefühl.
Beim Thema Vertrauen in das Sachplanverfahren zeigt sich die Bevölkerung gespalten: Während 53 Prozent auf Objektivität und Fairness des Verfahrens vertrauen, haben 43 Prozent ausdrücklich Zweifel daran. Die Partizipationsmöglichkeiten, wie unter anderem die Regionalkonferenzen, sind jeder zweiten befragten Person bekannt.
Ausschuss der Kantone
Der Ausschuss der Kantone (AdK) ist das politische Leitgremium der Kantone im Rahmen des Sachplans geologische Tiefenlager, also des laufenden Standortauswahlverfahrens für Langzeitlager für radioaktive Abfälle in der Schweiz.
Mitglieder sind folgende Regierungsräte und -rätinnen:Markus Kägi (Vorsitz), Zürich; Stephan Attiger, Aargau; Dr. Sabine Pegoraro, Basel-Landschaft; Josef Niederberger, Nidwalden; Josef Hess, Obwalden; Walter Vogelsanger, Schaffhausen; Roland Fürst, Solothurn; Carmen Haag, Thurgau.
Als Beisitzer sind das Bundesamt für Energie, das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat, der Vorsitzende des Beirats Entsorgung, das deutsche Bundesministerium für Umwelt, das Umweltministerium Baden-Württemberg sowie die drei deutschen Landkreise Waldshut, Konstanz und Schwarzwald-Baar-Kreis vertreten.