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Südkorea: Kori-1 endgültig stillgelegt
Kori-1 (PWR, 576 MW) ging 1977 ans Netz. Nach Abschluss von Modernisierungsarbeiten erhielt die Einheit 2007 eine Betriebsverlängerung um zehn Jahren. Im August 2015 entschied die KHNP, keine weitere Laufzeitverlängerung zu beantragen und Kori-1 – als erste Einheit Südkoreas – am 18. Juni 2017 endgültig abzuschalten.
Ausstiegspläne der Regierung
Der neue südkoreanische Präsident Moon Jae-in nutzte die Abschaltungszeremonie vom 19. Juni, um seine Strategie zum Ausstieg aus der Kernenergie zu erläutern. Die Abschaltung von Kori-1 bezeichnete er als Beginn einer Reise zu einer kernenergiefreien Nation. «Wir werden unsere auf Kernenergie fokussierte Energiepolitik beenden und in Richtung eines Kernenergie freien Zeitalters bewegen», erklärte er. Wir werden alle Neubaupläne für Kernkraftwerke streichen, ergänzte er. Im Mai hatte er angeordnet, alle fossilbefeuerten Kraftwerke, die älter als 30 Jahre sind, während seiner fünf Jahre dauernden Amtsperiode zu schliessen. Während seiner Wahlkampagne hatte Moon versprochen, in den nächsten 40 Jahren alle Kernenergie- und Kohlekräfte vom Netz zu nehmen, Neubauten zu verbieten sowie den Anteil der erneuerbaren Energien von gegenwärtig 2% auf 20% bis 2050 zu erhöhen.
Am Standort Kori am südöstlichen Ende der koreanischen Halbinsel an der Küste des japanischen Meeres sind nach dem Abschalten von Kori-1 noch drei Einheiten am Netz. Insgesamt stehen jetzt in Südkorea 24 Einheiten in Betrieb und drei in Bau. Die vormalige Regierung plante, zusätzlich bis zu zehn neue Einheiten zu bauen. Der Atomstromanteil des Landes beträgt derzeit rund 30%.