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Was ist ein Menstruationszyklus?
LH, FSH, Estradiol, Progesteron: Welche weiblichen Hormone spielen eine Rolle im Menstruationszyklus?
Östrogene zählen gemeinsam mit Progesteron zu den wichtigsten weiblichen Sexualhormonen. Es bestehen zudem noch weitere Hormone, welche am Menstruationszyklus beteiligt sind. Hier die vier wichtigsten:
LH löst den Eisprung (auch Ovulation genannt) im Eierstock aus. Nach dem Eisprung fördert LH zudem die Entwicklung des Gelbkörpers aus der verbliebenen Eihülle, dem sogenannten Follikel.
Estradiol und zwei weitere, sehr ähnliche Hormone, die im weiblichen Körper vorkommen, werden als Östrogen bezeichnet. Östrogene sind beteiligt am Schleimhautaufbau der Gebärmutter und beeinflussen das Wachstum des Brustgewebes. Im Zyklus ist Östrogen verantwortlich für die Follikelreifung, das Auslösen des Eisprungs und den Transport der Eizelle über den Eileiter in die Gebärmutter. Östrogene können Wassereinlagerungen im Körper begünstigen. Dies kann zu einer Gewichtszunahme führen. Östrogen hat zudem Einfluss auf die Entwicklung der Geschlechtsorgane, auf das Hautbild, die Stimmung und auf die weibliche Fettverteilung. Ein sinkender Östrogenspiegel kann zudem, vor allem in den Wechseljahren, zu Haarausfall führen.
Progesteron gehört zur Gruppe der Gestagene. Es wird in der zweiten Zyklushälfte durch den sogenannten Gelbkörper produziert und regt die Freisetzung von besonderen Nährstoffen in der Gebärmutterschleimhaut an. Wichtig ist Progesteron für die Erhaltung der Frühschwangerschaft.
Ein Menstruationszyklus kann in drei Abschnitte unterteilt werden:
Die Zeit zwischen dem Eintritt der Periode und dem Eisprung wird als Eireifungsphase (Follikelphase) bezeichnet. Diese Phase ist in ihrer Dauer sehr variabel. In dieser Phase dreht sich alles um das Wachsen und Entwickeln und Heranreifen der darin befindlichen Eizelle. FSH, LH, Östrogen und Progesteron sind in dieser Phase am niedrigsten.
Die Ovulationsphase dauert gewöhnlich 16 bis 32 Stunden. Sie endet nach Freisetzung des Eies. Das Ei kann nur bis zu 12 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden. In dieser Zeit befindet sich eine erhöhte Konzentration von LH und FSH im Blut, was man sich bei der Bestimmung des genauen Zeitpunkts des Eisprungs zu Nutze machen kann (siehe Ovulationstests von CYH).
Die Zeit zwischen Eisprung und dem Beginn der nächsten Periode wird als Sekretionsphase (Lutealphase) bezeichnet. Sie dauert ca. 14 Tage. Die Gebärmutterschleimhaut ist nun komplett aufgebaut und darauf vorbereitet, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen und zu ernähren. Hier ist die Konzentration von Progesteron am höchsten.
Was genau ist die Menstruation/Periode?Wurde eine Eizelle innerhalb eines Zyklus nicht befruchtet, stirbt diese ab und löst sich innerhalb von einem Tag im Eileiter auf. Die Gebärmutterschleimhaut wird somit auch nicht mehr benötigt und deshalb abgelöst. Mit Blut gelangt die Gebärmutterschleimhaut durch die Scheide nach aussen: Die Periode ist eingetreten, der Zyklus beginnt von Neuem. Ausgelöst wird die Periode durch den Mangel an Progesteron. Zurück bleibt eine Wundfläche, aus der sich die Schleimhaut regeneriert. Die Monatsblutungen sind nicht immer gleich, sie unterscheiden sich von Frau zu Frau. Folgende Dinge können zu unregelmässigen Zyklen führen:
- Stress
- Diäten
- unterschiedliche Verhütungsmethoden
- Geburt eines Kindes
Wie beeinflussen die Schilddrüsenhormone TSH und T4 den Menstruationszyklus?Sind TSH Schwankungen zyklusbedingt? Menstruationszyklus Hormone wie die Schilddrüse und Schilddrüsenerkrankungen können einen erheblichen Einfluss auf den Menstruationszyklus haben. Besteht eine Schilddrüsenüberfunktion (TSH zu niedrig) oder eine Schilddrüsenunterfunktion (TSH zu hoch), kann dies zu Störungen des Menstruationszyklus führen: TSH und T4 haben daher einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. TSH und T4 können bei Check Your Health zu Hause leicht getestet werden.
Was gibt es für Hygienemöglichkeiten während der Periode?Um das Menstruationsblut aufzufangen, existieren Binden, die in der Unterwäsche getragen werden. Des Weiteren gibt es Tampons und Schwämme aus Schaumstoff und Menstruationstassen, welche in letzter Zeit einen richtigen Hype erleben. Tampons, Schwämme und Tassen werden in die Scheide eingeführt, um dort das Blut aufzusaugen oder aufzufangen.
Prämenstruelles Syndrom: Hitzewallungen, Hautprobleme, Müdigkeit, GewichtszunahmeAls Prämenstruelles Syndrom (PMS) wird eine Gruppe von Symptomen bezeichnet, die einige Tage vor Beginn der Periode einsetzen. Schwierig ist eine genaue Diagnose, da diese Symptome viele Ursachen haben können. Die typischen Symptome sind: Hitzewallungen, Hautprobleme, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Rückenschmerzen, Blähungen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit. Etwa 20-50% der Frauen im gebärfähigen Alter leiden gemäss eigenen Angaben an PMS. Es wird vermutet, dass gewissen Frauen auf die Schwankungen von Östrogen und Progesteron, welche während des Menstruationszyklus stattfinden, empfindlicher reagieren.
Aberglaube und ReligionEs existiert ein jahrhundertealter Aberglaube von der Schädlichkeit des Menstruationsbluts. Bis weit ins 20. Jahrhundert hielt sich der Aberglaube, dass sich Menstruationsblut schlecht auf Lebensmittel auswirke. Frauen durften deswegen weder Sahne schlagen, noch Essen zubereiten – denn diese würde sofort verderben. In der heutigen Zeit sterben Menstruationsmythen zum Glück zunehmend aus. Wissenschaftlich gesehen gibt es nichts, was diese Ansichten stützen könnte. Auch in vielen Religionen gelten Frauen während der Periode als unrein.
Schämen sich Frauen für ihre Periode?Menstruationsshaming ist die Scham vor der eigenen Periode. Es ist die Angst davor, dass andere Menschen die eigene Periode wahrnehmen könnten, und das Tabu, mit anderen Menschen offen darüber zu reden. Die Periode ist jedoch das natürlichste der Welt – ohne sie wäre keine Zeugung und somit kein Leben möglich.
Published Date: 09 Feb, 2022
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