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Mein Hotelgastgeber hat für mich eine Tagestour durch die Tee- und Gewürzplantagen gebucht. Ich werde um 6.30 Uhr von einer Autorikscha abgeholt und nach Munnar gebracht. Dort treffe ich meine Gruppe, die aus 4 Pärchen besteht. Wir steigen durch die Teeplantagen an und erhalten Erklärungen zum Teeanbau in Munnar.
Der Teeanbau in Munnar wurde durch die Engländer im Jahre 1880 mit aus China importierten Samen gestartet. Es wird die Sorte Carmelia angebaut. Aus dem obersten, spitzen Blatt entsteht Weisstee, dem zweiten Blatt Grüntee und der Rest wird für Schwarztee verwendet.
Der Tee wird alle 15 Tage geerntet. Würden die Blätter nicht zurückgeschnitten, würde die Pflanze zu einem Baum heranwachsen.
Es gibt 5 Tea-Companies in Munnar, die grösste ist Tata. Die Anbaufläche beträgt 148 Hektaren, aufgeteilt in 27 Divisions.
Die Angestellten arbeiten von 8 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr. Sie erhalten Unterkunft, medizinische Versorgung, Wasser, Brennholz und eine Schule für die Kinder. Der tägliche Lohn beträgt 380 Rs.
Wir steigen auf eine Anhöhe, wo wir auf einem Felsen ein leckeres Frühstück serviert bekommen. Anschliessend gewinnen wir an Höhe bis zu einem Aussichtspunkt. Der Abstieg ist etwas anspruchsvoll für eine Wandergruppe und führt uns durch Kardamom- (im Blog 45 falsch als Schilf bezeichnet) und Kaffeepflanzungen. Auch auf Eucalyptus und andere Pflanzen und Kräuter macht uns unser Führer aufmerksam.
Gegen Mittag sind wir zurück an einem Stausee ausserhalb Munnar, die Tour wurde nur als Halbtagestour geführt und ist somit zu Ende. Pech für mich. Munnar ist hässlich, wirkt wie ein Skiresort der schlechteren Sorte und hat mich an Andorra erinnert.
1.
Vom Stausee aus sehe ich aber den Bergrücken, für den ich mich gestern interessiert habe. Ein Weg führt über die ganze Krete. Unser Führer informiert mich, dass ich zur Besteigung wieder einen Führer brauche, 2000 Rs. pro Person, Minimum 2 Personen.
Das gurkt mich an und ich finde die Methoden in Munnar mafiös. Darum suche ich den Weg selber und erreiche in etwa 1.5 Stunden den Gipfel, wo ich zwei Leute mit ihrem Führer antreffe. Der Führer meint, ich dürfe das nicht alleine machen, aber das interessiert mich wenig und ich mache mich auf den Rückweg.
In Munnar esse ich in einem Einheimischen-Lokal billigst zu Mittag und nehme ein Taxi zurück zum Hotel. Der Taxifahrer will mehr als den abgemachten Preis. Zur Strafe juble ich ihm eine 200er Note mit einem Brandloch unter, die niemand annehmen wollte.
1.2.2020