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New Orleans - Nach dem Verschluss des lecken Bohrlochs im Golf von Mexiko mit Schlamm hat der Energiekonzern BP mit der dauerhaften Versiegelung begonnen. Die Einsatzkräfte hätten angefangen, Zement in den Bohrschacht in 1500 Metern Tiefe zu pumpen, teilte das britische Unternehmen mit.
Der Vorgang soll ungefähr 24 Stunden dauern. Später will der Konzern die Quelle zusätzlich von unten durch einen Nebenzugang verschliessen.
BP hatte am Dienstagabend mehr als 300 Tonnen Schlamm in das Steigrohr gepumpt und damit das unter Hochdruck aufsteigende Öl in sein Reservoir weit unten im Meeresboden zurückgedrängt. Darauf gab die US-Regierung dem britischen Konzern grünes Licht für die Abdichtung mit Zement. Er wird wie der Schlamm von oben in das rund vier Kilometer lange Steigrohr geleitet.
Dieser zweite Teil der Versiegelung soll verhindern, dass sich das gestoppte Öl wieder lösen und nach oben steigen kann. Die Aktion ist nach US-Regierungsangaben nur möglich, weil das Steigrohr intakt ist.
"Basierend auf einer positiven Auswertung von Testresultaten habe ich BP erlaubt, die defekte Quelle zu zementieren", teilte der von Präsident Barack Obama beauftragte Einsatzleiter Thad Allen mit. "Das ist nicht das Ende, aber es gibt uns die Sicherheit, dass kein weiteres Öl in die Umwelt gelangt", sagte er.
Zudem wollen die Ingenieure die Entlastungsbohrung ans Ziel bringen, die seit Anfang Mai läuft. Durch sie soll die Quelle zusätzlich von unten versiegelt werden - ebenfalls mit Schlamm und Zement.
Innerhalb von fünf bis sieben Tagen werde dieser Nebenzugang in mehr als fünf Kilometern unter dem Meeresboden auf die Ölquelle treffen, sagte BP-Manager Kent Wells.
Derweil hat ein Regierungsbericht über den aktuellen Stand der Ölpest heftige Diskussionen ausgelöst. Der Studie zufolge sind bereits drei Viertel des nach dem Unglück ausgeströmten Öls verschwunden. 33 Prozent seien von Einsatzkräften aufgesammelt oder vernichtet worden, weitere 41 Prozent seien verdunstet, aufgelöst oder zerfallen.
"Viel davon basiert auf Modellen, Hochrechnungen und sehr grosszügigen Annahmen", kritisierte die Meereswissenschaftlerin Samantha Joye von der University of Georgia in der "New York Times". Die Resultate würden einer wissenschaftlichen Analyse nicht standhalten.
SDA-ATS