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Für ein radikal anderes Verständnis von Schizophrenie setzt sich dieses Buch ein: Ursache sei eben nicht ein biochemisches Ungleichgewicht im Hirn der Betroffenen (wie offiziell von der psychiatrischen Lehre angenommen), sondern dämonische Besessenheit.
Was sich im ersten Moment sehr weit hergeholt anhört, leiten die Autoren nach und nach aus der Geschichte und ihren eigenen Erfahrungen ab. Etwa die ersten 30 Seiten bestehen aus einer Zusammenfassung, wie die Medizin in den letzten 500 Jahren mit dem, was heute Schizophrenie genannt wird, umgegangen ist. Wahrhaft grauenvolle und barbarische Behandlungsmethoden waren es – eine unvollständige Aufzählung: Von der Trepanation, d.h. dem Bohren von Löchern in die Schädeldecke, über Zwangsjacken, Zentrifugalbehandlungen, die zum Erbrechen führen sollten, monatelanges permanentes Baden in heißem Wasser, das Verrühren von Hirnmasse durch die Augenhöhle (sogenannte "Lobotomie") noch im 20. Jahrhundert bis zur heutigen Ruhigstellung mithilfe von Psychopharmaka, die aber laut dem Autor das Nervensystem dauerhaft zerstören. All diesen Methoden liegt die irrige materialistische Annahme zugrunde, dass der menschliche Körper eine biochemisch-mechanische Maschine wäre, in die man nur auf materieller Ebene eingreifen könnte und müsste, um Krankheitserscheinungen zu beherrschen. Entsprechend dieser falschen Annahme kann die Behandlung nicht funktionieren und ist speziell im Falle dieses Krankheitsbildes nur ein Ausdruck von Hilflosigkeit – so sediert die heutige Psychiatrie die Schizophrenie-Patienten bloß, sie dämpft die Funktionen des Nervensystems.
Jerry Marzinsky, der Hauptautor des Buches, hat als Psychiater in US-amerikanischen Kliniken und Gefängnissen gewisse Muster und Regelmäßigkeiten bei seinen schizophrenen Patienten festgestellt. U.a. bildeten die gehörten Stimmen immer kohärente Sätze, waren abwertend, beschimpfend und das Befolgen ihrer Forderungen war immer zum Nachteil der Patienten. Diese Gemeinsamkeiten lässt die Autoren schlussfolgern, dass es sich bei den Stimmen eben nicht um Halluzinationen handeln kann, sondern um eigene geistliche Entitäten. Für diese These spricht auch, dass die Stimmen in Einzelfällen auch Wissen vermitteln, das die Patienten andernfalls gar nicht haben könnten. Weiter untermauert wird dies von der intensiven Abneigung der Stimmen gegenüber dem christlichen Glauben, der bis zur Unterlegenheit gegenüber biblischen Texten reicht; so reagierten die Stimmen beispielsweise besonders empfindlich auf eine Rezitation des Psalm 23.
Insgesamt argumentieren die Autoren glaubhaft, schlüssig und plausibel, auch wenn einzelne Passagen oder Erlebnisse fragwürdig erscheinen bzw. eben Fragen aufwerfen. Leider wird das Print-On-Demand-Buch durch das Layout, die inhaltliche Strukturierung, die Zitierweise und die Übersetzung ins Deutsche etwas in Misskredit gebracht: So zeigt die Rückseite des Buches im Hintergrund ein verzerrtes Foto, das Inhaltsverzeichnis kennt nur eine Ebene und die Quellenverweise in den Fußnoten führen statt Hyperlinks Begriffe auf, die man in eine Suchmaschine eingeben soll, um zur verwendeten Quelle zu finden. Die Übersetzung lässt stellenweise etwas zu wünschen übrig, beispielsweise wenn "Because we are entering a new paradigm of medical and social understanding" zu "Weil wir einem neuen Paradigma von medizinischem und sozialem Verständnis beitreten" wird. Besser wäre wohl "Weil wir in ein neues Paradigma medizinischer und sozialer Erkenntnis eintreten."
Zudem stellt sich die Frage, warum der Autor trotz aller überdeutlichen Hinweise auf die Gültigkeit der Bibel, die er von seinen Patienten bekommen hat (neben dem oben erwähnten Psalm 23 hat ihn auch eine positive geistliche Entität auf die Wahrhaftigkeit der Bibel hingewiesen), dem Wort Gottes nicht glaubt.