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Der deutsche Opernregisseur und Bühnenbildner Herbert Wernicke ist im Alter von 56 Jahren überraschend in Basel gestorben.
Sein Tod kam völlig unerwartet. "Nach kurzer schwerer Krankheit" sei Wernicke am Dienstag im Kantonsspital Basel verstorben, tielte das Theater Basel am Mittwoch mit.
Der 1946 im Schwarzwald geborene Theatermann galt bis zu seinem Tod als einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer Opern-Neudeutungen. Er war unter anderem für die Salzburger Festspiele und die Opernhäuser von München, Venedig, Madrid und New York tätig.
Der Münchner Staatsoper-Intendant Sir Peter Jonas nannte Werrnickes Tod eine "Katastrophe für uns alle, die wir mit ihm gearbeitet haben und auch weiterhin arbeiten wollten. Die internationale Welt des Theaters verliere einen überragenden Künstler, der mit brillanten visuellen und dramaturgischen Konzepten zu bewegen verstanden habe.
Seit 1990 in Basel
Wernicke lebte seit 1990 in Basel. Er bewohnte eine Wohnung in der Altstadt, wo er in einem Atelier seine Bühnenbilder entwarf. "Er hat Basel als seine Heimat empfunden", drückte sich das Theater Basel aus. Wernicke hinterlässt zwei Kinder, die in Basel bei ihrer Mutter leben.
Wernicke war einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer Opern-Inszenierungen. Seit 1982 hat er am Theater Basel zahlreiche Opern, aber auch andere Musikwerke szenisch auf die Bühne gebracht.
Gegenwärtig war Wernicke am Theater Basel mit der Inszenierung von Georg Friedrich Händels biblischem Oratorium "Israel in Egypt" beschäftigt. Die Premiere am 5. Mai soll wie geplant, jedoch "in der fragmentarischen Form, in der er sie am Tag vor seinem Tod verlassen hat", stattfinden, wie das Theater Basel mitteilt.
Brüsseler "Ring"
Wernicke wurde 1946 im deutschen Auggen geboren. 1965 begann er ein Musikstudium in Braunschweig, von 1967 bis 1971 absolvierte er eine Bühnenbildner-Ausbildung an der Kunstakademie München.
Erste Bühnenbilder schuf er ab 1972 in Wuppertal, seit 1975 war er freiberuflich tätig. Sein Regie-Debüt gab er 1978 mit Händels "Belsazar" in Darmstadt. Nach einigen barocken Opern wandte er sich bald auch den grossen Werken der Klassik und Romantik zu.
In den folgenden Jahren erregte er mit oft umstrittenen Inszenierungen, in der Regel in eigener Ausstattung, vielfältigster Opern und Operetten von Wagner bis Berg, von Rossini bis Bartok vorwiegend an deutschen Bühnen Aufsehen.
1991 erhielt er in Brüssel für seine unkonventionelle Inszenierung von Wagners "Ring des Nibelungen" viel Beifall. Bei den Salzburger Festspielen zählte er zu den wesentlichen Mitträgern des Erneuerungs-Kurses von Intendant Gerard Mortier. Für seine Arbeiten hat Wernicke zahlreiche Preise erhalten.
swissinfo und Agenturen