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Der globale Klimawandel zeigt sich in der Schweiz eindrücklich anhand von Klimaindikatoren. Besonders in den tieferen Lagen auf der Alpennord- und Alpensüdseite nimmt die Anzahl Sommertage und Tropennächte zu. Während Tropennächte in der Schweiz heute noch eine Ausnahme darstellen, ist bei ungebremst steigendem Treibhausgasausstoss bis Mitte dieses Jahrhunderts für das Mittelland mit 5 bis 20 Tropennächten pro Jahr zu rechnen. Kalte Tage werden seltener. So nimmt die Anzahl Frosttage und die Zahl der Neuschneetage flächendeckend ab. In den Alpen ist mit einem Verlust von bis zu 30 Neuschneetagen pro Jahr zu rechnen. Mit Klimaschutz können die Auswirkungen deutlich verringert werden.
Die zukünftige Klimaänderung zeigt sich nicht nur im signifikanten Anstieg der Temperatur. Es gibt viele Klimaindikatoren, wie die Anzahl Sommertage oder Neuschneetage, welche das Klima und dessen Änderung greifbar machen. Die folgenden Karten zeigen die räumliche Verteilung der durchschnittlichen Anzahl Sommertage, Tropennächte, Frosttage und Neuschneetage pro Jahr. Dargestellt sind jeweils links die gemittelten Werte für die Normperiode 1981 bis 2010 und rechts die regionalen Projektionen für den Zeitraum 2045 bis 2074. Durch Klicken auf eine der beiden Schaltflächen RCP2.6 und RCP8.5 kann zwischen den Emissionsszenarien gewechselt werden.
Was bedeutet RCP2.6 und RCP8.5? Die Erklärung der Emissionsszenarien finden Sie hier.
Sommertage
Situation heute
Heute sind im Mittelland durchschnittlich zwischen 30 und 60 Sommertage pro Jahr normal. Tiefer liegende Regionen des Tessins erhalten bis zu 85 Sommertage.
Situation um 2060
Bis 2060 ist zu erwarten, dass die durchschnittliche Anzahl Sommertage im Mittelland ohne Klimaschutz (RCP8.5) auf 60 bis 95 ansteigt, in den Talböden des Tessins möglicherweise auf über 120. Mit Klimaschutz (RCP2.6) kann die Anzahl Sommertage pro Jahr im Mittelland auf 40 bis 75 beschränkt werden. Im Tessin würden nur in den tiefsten Lagen 100 Tage überschritten.
Tropennächte
Situation heute
Heute sind Tropennächte fast überall in der Schweiz eine Ausnahme. In den meisten Gebieten treten sie nicht einmal jedes Jahr auf. Am ehesten registriert das Tessin und die Genferseeregion solche warme Nächte.
Situation um 2060
In Zukunft nehmen Tropennächte jedoch markant zu. Im Mittelland werden ohne Klimaschutz (RCP8.5) bis Mitte Jahrhundert durchschnittlich bis 15 Tropennächte pro Jahr erwartet. In den tiefliegenden Regionen des Tessins 25 bis 46 Tropennächte. Damit wäre dort jede dritte Sommernacht eine Tropennacht. Mit Klimaschutz (RCP2.6) könnte die Zahl der Tropennächte im Mittelland auf 1 bis 4 pro Jahr beschränkt werden. Im Tessin wären kaum mehr als 20 Tropennächte zu erwarten.
Frosttage
Situation heute
In den tieferen Lagen des Mittellandes gibt es heute etwa 70 Frosttage pro Jahr. Entlang der Voralpen werden etwa 120 Tage aufgezeichnet. In den Alpen fällt, mit Ausnahme einzelner Täler, an mehr als einem Drittel aller Tage die Temperatur unter den Gefrierpunkt.
Situation um 2060
Im westlichen Mittelland und im Tessin geht die Zahl der Frosttage ohne Klimaschutz (RCP8.5) bis 2060 auf weniger als 50 Tage im Jahr zurück. Das entspricht etwa einem Monat weniger mit Frost. Die grösste absolute Abnahme an Frosttagen mit gebietsweise über 50 Tagen findet man in den Hochgebirgsregionen. Mit Klimaschutz (RCP2.6) kann der Rückgang der Anzahl Frosttage in den Hochalpen auf etwa 30 Tage beschränkt werden.
Neuschneetage
Situation heute
In den zentralen Hochalpen schneit es heute an durchschnittlich über 100 Tagen im Jahr. In den Voralpen sind rund 40 bis 80 Tage mit Schneefall typisch, im Flachland zwischen 10 und 30 Tage.
Situation um 2060
Ohne Klimaschutz (RCP8.5) ist bis 2060 mit einem Rückgang von gegen 30 Tagen mit Schneefall in den Alpen zu rechnen. Dadurch sinkt die Zahl der Neuschneetage pro Jahr an vielen Stellen unter 80. Im Mittelland wird die Zahl der Tage mit Neuschnee auf deutlich unter 20 Tage zurückgehen. In den Tieflagen des Tessin schneit es kaum mehr. Mit Klimaschutz (RCP2.6) sind im Mittelland an leicht erhöhten Lagen mehr als 20 Neuschneetage möglich.
Letzte Änderung 16.08.2019