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Die Fragestellung ‘Ist eSport ein Sport oder nicht?’ ist etwa so alt wie die ersten eSport-Turniere selbst. Hier erfährst du, wieso diese Frage bis heute unbeantwortet ist.
In Asien ist eSport schon länger auf dem Vormarsch
Eines der Länder, welches oft als eSport-Ursprungsnation bezeichnet wird, ist Südkorea. In Südkorea wird die Popularität von eSport mit europäischem Fussball verglichen. League of Legends und StarCraft II füllen in Seoul ganze Sportstadien und eSportler stellen für ihre Fans Superstars dar.
Immer wieder steigen grosse Marken in den eSport ein und sind durch den Firmennamen im Teamnamen vertreten. Ähnlich wie beispielsweise beim österreichische Fussballverein Red Bull Salzburg.
Wie ist die Wahrnehmung in Europa?
Während in Südkorea eSports schon als fester Bestandteil der Unterhaltungsindustrie akzeptiert ist, hat dieser in Europa generell noch nicht diesen Level erreicht.
In der Schweiz bewegt sich das Thema immer mehr in den Mainstream. Die Fanbase in Europa ist jedoch stetig wachsend, vor allem aus der Videospiel-Community finden sich immer mehr Anhänger. Vor allem in skandinavischen Ländern ist eSports schon in der Gesellschaft angekommen.
Warum soll der eSport kein Sport sein?
Für den deutschen olympischen Sportverbund, kurz DOSB, steht die (körperliche) motorische Aktivität im Vordergrund. So entsprächen Denkspiele, die Dressur von Tieren sowie Motorsport ohne motorische Aktivität nicht dem Sport-Verständnis des DOSB.
Fun Fact: Der DOSB erkennt jedoch Schach als Sportart an, was seiner eigenen Argumentation widerspricht.
Wieso ist der eSport auch ein Sport?
Heutzutage kann unter Sport eine Körper- und Bewegungskultur als auch eine Wettbewerbs- oder Wettkampfkultur verstanden werden.
Der Begriff Sport umfasst Aktivitäten:
- welche beide Aspekte erfüllen (Fussball, Kampfsport)
- die entweder überwiegend den physischen ‘sich bewegen’ Aspekt betreffen (z.b. Krafttraining oder Joggen)
- die überwiegend den Wettkampf-Aspekt (eSport, Schach) erfüllen.
Gibt es Länder, welche den eSport als Sport anerkannt haben?
In über 60 Nationen erkennen etablierte Sportverbände eSports als Sport an und fördern ihn teilweise sogar staatlich.
Beispiele für staatlich anerkannte eSport Verbände:
- Nederlandse Electronic Sport Bond
- Korea e-Sports Association
- Swedish Svenska Spel
- Bulgarian Federation for Electronic Sports
- British Esports Association
Schweizer Fussballfans protestieren gegen eSport
Vor allem Anhänger und Organisatoren des traditionellen Sports sind dem Konzept eSports nicht wohl gesonnen. Immer wieder sprechen sich Fangruppen von Schweizer Fussballclubs offen gegen eSports aus. Ein gutes Beispiel dafür sind die Proteste der Basler Muttenzerkurve. Die Anhänger des FC Basel warfen beschriftete Playstation Controller aufs Spielfeld und hievten Banner mit der Aufschrift: «eSport dr Steggr zieh!»
Seit der Ankündigung einer virtuellen Schweizer Fussballliga hatte sich die Situation kurzzeitig verschärft. Seit Corona jedoch klassische Sportevents unmöglich macht, ist der virtuelle Ersatz in Form eines Videospielturniers schon eher akzeptiert.
Wer fördert in der Schweiz eSports?
Auch die Schweiz verfügt über einen eSports Verband, die Swiss eSports Federation. eSports ist auf staatlicher Ebene noch nicht als Sport anerkannt und wird dementsprechend auch nicht gefördert.
Die Frage, ob eSport ein Sport ist oder nicht, ist also nicht final geklärt. Die Meinungen in der Schweizer Gesellschaft zum Thema eSport gehen stark auseinander.
Sollte eSports olympisch werden?
Eine polarisierende Ausgangslage bietet auch die Zusammenarbeit von vielen grossen internationalen eSport-Akteuren mit dem Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Falls Pro-Gaming Teil der Olympischen Bewegung wäre, würden sich voraussichtlich viele Diskussionen und Probleme erledigen.
Es machen sich jedoch auch immer öfters Stimmen laut, welche glauben, dass der eSport die olympischen Spiele gar nicht braucht. Ein prominentes Beispiel dafür ist Sam Mathews, der Gründer der international bekannten eSport Organisation fnatic.
Was spricht gegen eine Zusammenarbeit mit dem IOC?
Im eSports gibt es bereits sehr gute bestehende Strukturen.
Die Ligen und Turniere werden dank eines professionellen Broadcastings zu den Fans gebracht, die Zuschauerzahlen steigen stetig und immer mehr Geld fliesst in die Branche.
eSports lockt nicht nur die Jugend vor dem Bildschirm, sondern mittlerweile auch über 30-Jährige.
Was spricht für eine Zusammenarbeit mit dem IOC?
Akzeptanz scheint die wichtigste Motivation aus Sicht des eSports für eine Zusammenarbeit mit dem IOC zu sein. Zum Beispiel wäre die Frage, ob eSports ein Sport sei obsolet und es wäre unter anderem einfacher als eSportler ein Visum oder eine Arbeitsbewilligung für internationale Wettkämpfe zu bekommen.
Verfolgt eSports auch den olympischen Gedanken?
Der Olympische Gedanke zeigt, was bei den Olympischen Spielen wirklich wichtig ist:
- Schauen, wer der Beste ist.
- Zeigen, was man kann.
- Regeln beachten.
- Frieden auf der Welt.
Dieses Gedankengut lässt sich im eSports sehr wohl wiederfinden. Die kompetitive Natur von eSports erfüllt die ersten beiden Punkte des olympischen Gedankens: Schauen, wer der Beste ist & Zeigen, was man kann.
Die Regeln werden im eSports tendenziell besser beachtet als im klassischen Sport, da alle Spiele komplett elektronisch überwacht, aufgezeichnet und falls nötig auch nachgehend analysiert werden.
Sport verbindet und eSports ebenso. Esportler aus der ganzen Welt treffen sich an Turnieren und spielen friedlich gegen- und miteinander.