Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03538.jsonl.gz/1335

Jérémy Desplanches holt sich in Budapest am dritten Grossanlass hintereinander eine Medaille. Der Titelverteidiger von Glasgow 2018 und WM-Zweite von Gwangju 2019 schlägt im EM-Pool in der ungarischen Hauptstadt nach je einer Länge im Delfin-, Rücken-, Brust- und Crawl-Stil in 1:56,95 an. Damit bleibt der Romand, der nach 150 m noch deutlich in Führung lag, um knapp vier Zehntel über seinem zweijährigen Schweizer Rekord.
Gold sichert sich Hugo Gonzalez de Oliveira in 1:56,76. Der Spanier war bei der letzten Wende mit rund sechs Zehnteln Rückstand auf Desplanches erst Vierter gewesen. Dritter wird der Italiener Alberto Razzetti in 1:57,25.
Das ungarische Duo Laszlo Cseh und Hubert Kos musste sich mit den Rängen 4 und 5 begnügen. Der Brite Duncan Scott, der vor Monatsfrist in London unter 1:56 geblieben war und damit die europäische Bestenliste klar anführt, klassierte sich in 1:58,18 nur auf dem 6. Platz.
Mixed-Staffel mit Rekord zu Rang 5
Die Schweizer Mixed-Lagenstaffel sorgte für den erfolgreichen Abschluss des vierten Wettkampf-Abends. In der Besetzung Roman Mityukov, Lisa Mamié, Noè Ponti und Maria Ugolkova gab es für die Schweiz den 5. Rang.
Im Kampf um die Medaillen blieb das Swiss-Aquatics-Quartett zwar erwartungsgemäss chancenlos. In 3:46,16 verbesserte es jedoch nochmals deutlich die nationale Bestmarke und darf hoffen, einer der noch vier zu vergebenden Quotenplätze für die Sommerspiele zu erhalten.
Gold gewannen die Briten, die in 3:38,82 ihren Europarekord um mehr als eine Sekunde unterboten, vor den Niederlanden und Italien.
Djakovic auch über 200 m im Final
Der Elan von Antonio Djakovic ist ungebrochen. Der 18-jährige Thurgauer qualifiziert sich an der EM in Budapest auch über 200 m Crawl für den Final. Auch Lisa Mamié schafft den Vorstoss in die Top 8.
Mit persönlicher Bestzeit von 1:46,26 war Djakovic im Halbfinal Fünftschnellster. Der EM-Sechste über 400 m nähert sich damit immer mehr Dominik Meichtrys Schweizer Rekord von August 2008 an. Damals, in der Ära der Plastik-Schwimmanzüge, schlug der St. Galler an Olympia in Peking im Vorlauf in 1:45,80 an.
Schafft es Djakovic am Freitagabend im EM-Pool als zweiter Schweizer unter die 1:46er-Grenze, darf er gar von einer Medaille träumen. Halbfinal-Schnellster war der russische 400-m-Europameister Martin Maljutin in 1:45,60.
Fast hätte es auch Nils Liess in den Final der Top 8 geschafft. Dem 24-jährigen Westschweizer fehlten dazu als Zehntem in 1:47,16 weniger als ein Zehntel.
Mamié Halbfinal-Dritte
Mit einer ganz starken Leistung wartete auch Lisa Mamié im Halbfinal über 200 m Brust auf. In 2:23,15 stiess die 22-jährige Zürcherin als Drittschnellste in den Final vor. Einzig die zwei Britinnen Molly Renshaw und Abbie Wood waren schneller unterwegs. Zugleich unterbot Mamié ihren Schweizer Rekord um 1,12 Sekunden.
Nina Kost senkte in ihrem Halbfinal über 100 m Rücken ebenfalls die eigene nationale Bestmarke. In 1:00,35 war sie um drei Zehntel schneller als vor einem Monat an der SM in Uster. Dennoch reichte es der 26-Jährigen von Lancy Natation als Zwölfter nicht in den Final.
Ein weiterer Wermutstropfen: Kost blieb um einen Zehntel über der von ihr angestrebten Olympia-A-Limite. Dennoch kann sie damit rechnen, dass sie das Ticket nach Tokio zumindest als Staffelschwimmerin erhalten wird.