Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/169738

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie erfolgreich in der Schweiz integrierte Migrantinnen und Migranten ihre Motivation weitergeben und von ihren Errungenschaften berichten können, um Vorurteile abzubauen, von denen viele andere betroffen sind, um so eine positive Dynamik für alle auszulösen. Es könnte ein Status von freiwilligen "Botschafterinnen" und "Botschaftern" geschaffen werden, wie er in Österreich bereits existiert.</p><p>Indem sie Beispiele für erfolgreiche Integration anführen, zeigen diese Botschafterinnen und Botschafter einen Weg zu einem gelungenen Zusammenleben auf, treten Vorurteilen entgegen, bringen Motivation und anspornende Perspektiven mit ein, erzählen von ihrem Engagement für die Integration und von den positiven Erfahrungen, die daraus resultieren.</p><p>Sie könnten im Rahmen von öffentlichen Diskussionen in der ganzen Schweiz auftreten, in Schulen, Vereinen, Unternehmen.</p><p>Es müsste eine Website erstellt werden, auf der dieses Instrument gefördert wird, die freiwilligen Botschafterinnen und Botschafter vorgestellt werden, eine Kontaktaufnahme mit ihnen möglich ist, Diskussionen organisiert werden können, geplante Treffen angekündigt werden und die als Vermittlungsstelle für die Medien dient.</p><p>Dies wäre eine hervorragende Art, junge Menschen in der Schulzeit zu sensibilisieren, die mit der Problematik noch nicht vertraut, aber direkt davon betroffen sind, weil sie auf dem Weg dazu sind, ihre Zukunft aufzubauen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt das Anliegen des Postulanten, beim Integrationsprozess erfolgreich in der Schweiz integrierte Migrantinnen und Migranten als positives Beispiel einzubeziehen. Die Wichtigkeit von Freiwilligen aus der einheimischen und ausländischen Bevölkerung bei der sozialen Integration wird auch von der Studie "Beitrag der Freiwilligenarbeit in Projekten im Bereich der Integrationsförderung und des interkulturellen Zusammenlebens" (Interface 2016) bestätigt, die der Bund kürzlich in Auftrag gegeben hat.</p><p>Die Einsetzung von "Integrationsbotschafterinnen" und "Integrationsbotschaftern", wie es sie beispielsweise in Österreich gibt, ist einer von verschiedenen Wegen, um Vorurteile gegenüber Migrantinnen und Migranten abzubauen und Beispiele einer gelungenen Integration oder ermutigende Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Die Schweiz unternimmt ebenfalls Anstrengungen, welche dasselbe Ziel verfolgen.</p><p>Nachfolgend einige Beispiele bereits ergriffener Massnahmen:</p><p>- Das Programm "Mentoring" (2014-2016) des SEM, welches Projekte in 14 Kantonen unterstützt, die einen Austausch zwischen erfahrenen Personen (Mentorin oder Mentor) mit weniger erfahrenen Personen (Mentee) bezwecken. Ziel dieser Begleitung ist es, berufliche und persönliche Themen anzugehen, informelles Wissen und Kontakte zu vermitteln sowie individuelle Lösungen zu finden. Insgesamt werden mit diesem Programm rund 2500 Mentees erreicht.</p><p>- Das Förderprogramm Contakt-Citoyenneté von Migros-Kulturprozent und der Eidgenössischen Migrationskommission, das zurzeit 56 Initiativen des freiwilligen Engagements im Bereich Migration und Integration unterstützt.</p><p>- Das Projekt "Dialogue en route" der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (Iras Cotis), bei dem junge, geschulte "Guides" Klassen und andere Gruppen durch ausgewählte religiöse Stätten, Kultur- und Bildungshäuser führen.</p><p>Im Übrigen verfolgen Bund und Kantone im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme (KIP 2014-2017) das strategische Ziel "Soziale Integration". Mit lokalen und bedürfnisorientierten Projekten zur gesellschaftlichen Integration fördern sie das gegenseitige Verständnis. Die Kantone verfügen somit über angemessene Strukturen, die direkt vor Ort wirken und Projekte, wie sie vom Postulanten genannt werden, unterstützen können. Im Jahr 2015 wurden dafür im Rahmen der KIP 7,7 Millionen Franken investiert.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass dem Anliegen des Postulanten im Rahmen der laufenden Massnahmen bereits Rechnung getragen wird. Für ein zusätzliches Programm auf nationaler Ebene sieht er zurzeit keinen Bedarf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.