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<h2>SubmittedText<h2><p>Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sollen in den kommenden Jahrzehnten in immer zahlreicheren Ländern immer mehr Insekten als Futtermittel in der Fisch-, der Geflügel- und der Schweinezucht eingesetzt werden. Produzentinnen und Produzenten in China, Südafrika, Spanien und den Vereinigten Staaten züchten bereits mit Biokonversion organischer Abfälle massenweise Fliegen für die Fischzucht und die Fütterung von Geflügel.</p><p>Ein von dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau und einem Fischzüchter in der Schweiz durchgeführter Versuch und ein Versuch mit Legehennen zeigen, dass interessante Resultate erzielt werden könnten, wenn man diese Tiere mit Insektenmehl füttern würde.</p><p>Deshalb stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Warum wird die Verwendung gewisser Insekten zur Fütterung von Fischen, Geflügel und Schweinen nicht erlaubt?</p><p>2. Wie man weiss, fressen Fische, Hühner und Schweine von Natur aus Insekten. Welches sind also die wissenschaftlichen Gründe für ein Verbot, diese Tiere mit Insekten zu füttern?</p><p>3. Wie lässt sich rechtfertigen, dass Fische zwar mit Geflügelmehl, aber nicht mit Insekten gefüttert werden dürfen?</p><p>4. Könnte man die Verordnung über die Entsorgung von tierischen Abfällen so ändern, dass der Einsatz von Insekten als Futtermittel in der Fisch-, der Geflügel- und der Schweinezucht ermöglicht wird? Will das der Bundesrat? Wenn nicht, warum nicht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz und in Europa wird die Möglichkeit, Insekten als Futtermittel einzusetzen, tatsächlich noch nicht genutzt. Mit dieser neuen Proteinquelle in der Fütterung von Fischen, Schweinen und Geflügel könnte die Abhängigkeit von Soja, das aufgrund seiner ernährungsphysiologischen Eigenschaften heute insbesondere für Monogastrier die wichtigste Proteinquelle darstellt, verringert werden. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesamt für Landwirtschaft und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die Arbeiten des Forschungsinstituts für biologischen Landbau mit grossem Interesse verfolgt. Diese beiden Bundesämter prüfen Massnahmen zur Förderung von Forschung und Entwicklung in diesem Bereich. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung dieser Chance für die Nachhaltigkeit der Nutztierhaltung bewusst. Es müssen alternative Lösungen in der Tierfütterung gefunden werden, um den grossen Herausforderungen, welche die Deckung des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs darstellt, begegnen zu können.</p><p>1. Die Verwendung von Insekten in der Futtermittelproduktion ist seitens der Behörden erwünscht, da so Protein in für Monogastrier und Fische guter Qualität zugeführt und bisher in der Tierfütterung noch nicht eingesetzte Nebenprodukte verwertet werden können. Eine solche Nutzung ist jedoch erst möglich, wenn die genauen Konsequenzen bekannt sind, insbesondere hinsichtlich der Zuträglichkeit von so produzierten Futtermitteln.</p><p>2. Die industrielle Herstellung von Insektenmehlen zu Fütterungszwecken birgt andere Risiken als der natürliche Verzehr von Insekten. Parameter wie die Wahl der geeigneten Arten, die möglichen Substrate, das Krankheitspotenzial der Insekten oder Substratrückstände sowie das Verarbeitungsverfahren zur Futtermittelgewinnung sind allesamt Punkte, die eine eingehende Risikoanalyse erfordern. Es geht darum, die Massenproduktion eines neuen Futtermittels aufzugleisen, ohne die Gesundheit von Mensch und Tier bzw. die Umwelt zu gefährden.</p><p>3. Die Risiken der Verfütterung von Tiermehlen an Geflügel sind bekannt, und für den Fall einer Wiedereinführung wurden entsprechende Massnahmen definiert. So hat die Risikoevaluation beispielsweise ergeben, dass Wiederkäuermehle Träger von Krankheiten sein können, die auf den Menschen übertragbar sind. Aus diesem Grund wurden solche Mehle gänzlich aus einer allfälligen Herstellung von Tiermehlen zur Verfütterung an Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, ausgeschlossen. Das Risikomanagement im Zusammenhang mit der Verwendung von Insekten zur Fütterung von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, muss auf einer ganz spezifisch auf diesen Bereich ausgerichteten Risikoevaluation aufbauen können.</p><p>4. Der Bundesrat wünscht sich, dass die Risikoevaluationen im Zusammenhang mit der Futtermittelherstellung aus Insekten bald Ergebnisse liefern, die dieses Dossier positiv beeinflussen. Die Schweiz ist in die fachlichen Diskussionen zu diesem Thema, die europaweit geführt werden, involviert. Aufgrund der Abkommen, welche die Schweiz im Bereich der Nutztierhaltung mit der EU geschlossen hat, wird sie einer Entscheidung der EU nicht vorgreifen, um jedwede negative Auswirkung auf den Handel mit der Europäischen Union zu verhindern. Dieser Prozess ist derzeit von grosser Bedeutung. Das Verfahren zur Zulassung von Insekten als Novel Food ist auf gutem Weg und sollte jenes bezüglich ihrer Verwendung zur Futtermittelherstellung beschleunigen.</p>  Antwort des Bundesrates.