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Der 1943 in Engelberg geborene und heute in Altdorf wohnhafte Textdichter entstammte einer Bergführer-, Skilehrer- und Bauernfamilie. Robi Kuster absolvierte an der Klosterschule Engelberg die Matura, studierte in Zürich, Paris und Siena und war 35 Jahre an der Sekundarschule Altdorf tätig, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.
Schon zu Studentenzeiten war er als Tafelmajor an Hochzeiten gefragt, weil er das Verse schmieden gut beherrschte. Das verborgene Talent tauchte aber erst wieder in späteren Jahren in Erscheinung, als er den Text «Mis Ürnerland» dem bekannten Jodlermesse-Komponisten Jost Marty zur Vertonung gab. Seitdem sind tausende von Gedichten jeglicher Art entstanden, sei es in schriftdeutsch, im Ürner-, Engelberger- oder Obwaldner Dialekt, freirhyhmisch bis hin zu klassischen Sonnetten. Daneben ist Robi Kuster seit seiner Pensionierung für mehrere Zeitungen als freischaffender Journalist unterwegs und schreibt seit rund 20 Jahren Sonntagsworte im «Schweizer Bauer». Robi Kuster hat auch viele Sagen von Engelberg und Uri verfasst, die mit eigenen Liedern bestückt sind und in seinen Nachtwanderungen gesungen und gespielt werden.
Auf den Komponisten Emil Wallimann stiess Robi Kuster eher zufällig, als er für den Jodlerklub «Bärgblüemli» Schattdorf den Liedtext «Ürner-Seel» schrieb, der von Emil Wallimann vertont wurde. Seither wurden schon über zwei Dutzend Liedtexte des Urners von Emil Wallimann in Jodellieder verwandelt. Ein grosses Projekt war die erste Jodel-Weihnachtskantate «Wiehnachtsgedanke», in welcher Robi Kuster alle 16 Liedtexte verfasste. Mit Emil Wallimann zusammen wurden aber auch mehrere Auftragskompositionen geschaffen.
Bereits sind wieder neue gemeinsame Projekte im Köcher. 2006 war auf dem Titlis Vernissage des einzigen bisher veröffentlichten Gedichtbandes «ja säb isch». Die mühsamen Abklärungen im Vorfeld eines weiteren Gedichtbandes hielten den immer noch sehr aktiven Texter aber davon ab. Laufend tritt entweder Robi Kuster mit einer neuen Idee an Emil Wallimann oder umgekehrt. So resultierte auch die einzige Jodler-Stadthymne von St. Gallen aus dieser Zusammenarbeit. Auch von Dani Häusler und von Robi’s kürzlich verstorbenem Bruder Edy wurden schon mehrere Texte des Wahlurners vertont. Und noch liegen sehr viele Gedichte brach im Computer oder in den Ordnern, ohne dass sie Anspruch darauf erheben würden, vertont zu werden. Robi Kuster freut sich aber, wenn er positive Rückmeldungen erhält, wie etwa von den «Fruttkläng» Kerns, die «Bi iis z Obwaldä» sehr gerne und oft singen.
Wer das Jodlerfest 2024 in Sempach besuchen wird, kann dann wohl auch das Festlied von Robi Kuster und Emil Wallimann zu Gehör bekommen. Die Proben sind bereits mit grosser Freude der Sängerinnen und Sänger angelaufen.
Mustergedicht aus jüngerer Zeit
Härzbluet
Mit Härzbluet gu schaffä,
mit Härzbluet dèrbii
isch sichäri Waffä,
um glicklichär z sii.
Mit Härzbluet chli singä
und Freid ha am Gsang,
cha Gsundheit diär bringä
und haltet äu lang.
Mit Härzbluet erlääbä
was andri nid hend,
laad iis nid la chlääbä
a dem wo miär wend.
(Altdorf, 12. Nov. 22 Robi Kuster)
Gipfelfreud
Im Lääbä gaads meischtäns nid immär grad gschiid,
drum isch äs, dass d Wält i diä Chriäg innä ghiid.
Miär settä statt krachä doch singä und lachä,
was jeedäm im Grund gnu am Härzä ja liid.
Am Morgä wenn d Sunnä zum Pfeischtär ii lacht,
gsääch jeedä vèrussä ä freudigi Pracht.
Tiänd jetzä nid wankä, äm Tag eifach dankä
vrgässä dr Chummär, dr Striit und äu d Nacht.
Staasch oobä am Gipfäl äm Himmäl dra zuä,
de tänkisch, äs gääbi diä Chriägärii niä.
Hiä hesch dui keis Liidä, nur Ruäh und dr Friidä
mit Böösäm hed das doch bi wiitäm niid z tuä.
(Altdorf, 29. Mai 22 Robi Kuster)
Quelle: Eigenbiographie Robi Kuster, Stand 20.11.2022 IvA