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Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) publiziert regelmässig Konsumententipps. Kürzlich versuchte er, das Unmögliche möglich zu machen und den Vorteil einer gemischten Lebensversicherung mit längerer Laufzeit für eine 25-jährige ledige Person aufzuzeigen.
Dass er den Nachteil solcher Versicherungen ausblende, kann man dem SVV nun wirklich nicht vorwerfen, schreibt er doch bereits im ersten Satz: «Eine gemischte Lebensversicherung mit längerer Laufzeit sollte man dann abschliessen, wenn man sicher ist, den Vertrag während der gesamten Vertragsdauer auch erfüllen zu können.» Damit gibt der SVV indirekt zu, dass man von solchen Versicherungen am besten die Hände lässt. Wer kann schon sicher sein, den Vertrag während der gesamten Vertragsdauer auch erfüllen zu können? Bei 25-jährigen Personen beträgt die Laufzeit 35 Jahre. Wie soll eine 25-jährige Person wissen, ob sie im Alter von 55 Jahren noch eine gemischte Versicherung braucht?
Gemischte Versicherungen enthalten einen Spar- und einen Risikoteil. Ein Teil der Prämie, die Netto-Sparprämie, wird fürs Sparen angelegt. Der andere Teil der Prämie, die Risikoprämie, versichert das Risiko Tod oder Erwerbsausfall. Kein Mensch kann wissen, wieweit er in 10, 20 oder 30 Jahren eine Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung nötig hat. Besser ist es, Sparen und Versichern zu trennen und nicht in ein einziges Produkt zu verpacken. Nur so kann man die Sparbedürfnisse und den Versicherungsschutz im Verlauf der Jahre den veränderten Lebensumständen anpassen.
Erschienen in der BZ am 16. Oktober 2012