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Die schweizerische Produktion von Eiern ausschliesslich aus Boden- und Freilandhaltung wird von Käfigeiern aus dem EU-Raum unterwandert. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert deswegen strengere Importbestimmungen und eine Kennzeichnungspflicht für Eier in verarbeiteten Produkten.
Der Export von Eiern aus der EU stieg in diesem Jahr dramatisch an. VIER PFOTEN befürchtet, dass einige Mitgliedstaaten der EU auch nach dem Verbot der Käfighaltung, das am 1. Januar 2012 in der EU in Kraft tritt, die Produktion von Käfigeiern nicht komplett einstellen werden.In der Schweiz ist die Produktion von Käfigeiern seit 1992 verboten, da sie den Hühnern nicht erlaubt, ihre natürlichen Bedürfnisse auszuleben. Die Tiere haben keine Rückzugsorte, keine Bewegungsfreiheit, kein natürliches Tageslicht und keine Beschäftigungsmöglichkeiten. Käfighaltung ist eine tierquälerische Haltungsform, die nicht selten zu Verletzungen und zum Tod führt.
1999 führte die europäische Kommission ein vergleichbares Verbot ein, mit einer Übergangsfrist von 12 Jahren, damit die Landwirte genügend Zeit für die Umstellung haben. Diese Frist läuft nun ab. Doch die neusten Daten zeigen, dass Belgien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Ungarn, Frankreich, Portugal, Polen, Rumänien und die Slowakei das Verbot nicht umfassend einhalten werden. Italien, Lettland, Malta und Spanien haben nicht einmal ihre Daten zur aktuellen Situation angegeben. Die aktuelle Statistik zeigt, dass der Export von Eiern und Ei-Produkten aus der EU innerhalb der ersten fünf Monate im Jahr 2011 um 51% anstieg. Insgesamt exportierte die EU 88’361 Tonnen Eier. Die beiden Hauptabsatzländer sind die Schweiz und Japan. In Japan war die Versorgung mit Eiern aus zwei Gründen knapp: Sowohl das Erdbeben als auch der Tsunami verursachten Schäden bei den Produzenten.
“Wir befürchten, dass Eier aus Käfighaltung, wie sie in der EU produziert werden, in der Schweiz weiterhin unerkannt in verarbeiteten Produkten gekauft werden, vor allem in Eiscreme, Pasta, Saucen oder Süssigkeiten. Diese Eier müssen nicht gekennzeichnet werden. Das ist eine unfaire Konkurrenz gegenüber den Schweizer Produzenten, die tierfreundlichere Produktionsweiseneinsetzen“, sagt Andrea Danzeisen, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN Schweiz. “Schweizer Politikerinnen und Politiker sowie die Detail- und Grosshändler sind nun gefordert, eine Überflutung mit billigen Eiern und Eiprodukten aus tierquälerischer Produktion zu verhindern. Ein nationales Verbot für den Import von Eiern aus EU Ländern, die sich nicht an die neue Verordnung halten, sollte zum 1. Januar 2012 in Kraft treten. Händler sollten es ablehnen, Produkte, die nicht deklarierte Eier enthalten, zu verkaufen. Um das zu gewährleisten, sollte die Deklaration nicht länger freiwillig, sondern Pflicht sein in unserem Land“, so Andrea Danzeisen.