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Diese Stilfigur der Personifikation oder Prosopopoeia (von πρόσωπον «Person» und ποιέω «schaffen», «machen») wenden wir in unserem Leben schon früh an. Betrachten wir eine Kinderzeichnung, so kommt in einer solchen meist eine Sonne vor, die einen in gelber Farbe anstrahlt und um dies noch zu verstärkten ein lachendes Gesicht aufweist. Auch die Autoindustrie wendet diese Methode an der Front- und Heckpartie an. Bei deutschen Automarken fällt mir häufig auf, dass diese mich im Rückspiegel grimmig anschauen, wogegen mich eine japanische Automarke häufig fröhlich anlächelt. Diese Merkmale sind visueller Art. Auch im geschriebenen Wort wird diese Stilfigur angewandt. Es geht dabei darum, abstrakte Begriffe und leblose Wesen sowie Gegenstände in lebendigen und handelnden Personen darzustellen. Vielfach geht diese Figur eine «Symbiose» mit anderen Stilfiguren ein. Es sollte deshalb nicht verwundern, dass solche Stilfiguren auch in der Bibel häufig vorkommen.
Jes 14,8
Auch die Zypressen freuen sich über dich, die Zedern des Libanon: “Seit du daliegst, kommt niemand mehr herauf, uns abzuhauen.
Spr 9,1
Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat ihre sieben Säulen ausgehauen; sie hat ihr Schlachtvieh geschlachtet, ihren Wein gemischt, auch ihren Tisch gedeckt; sie hat ihre Mägde ausgesandt, ladet ein auf den Höhen der Stadt: "Wer ist einfältig? Er wende sich hierher!" Zu den Unverständigen spricht sie: "Kommet, esset von meinem Brote, und trinket von dem Weine, den ich gemischt habe!
Spr 9,13
Frau Torheit ist leidenschaftlich; sie ist lauter Einfältigkeit und weiß gar nichts. Und sie sitzt am Eingang ihres Hauses, auf einem Sitze an hochgelegenen Stellen der Stadt, um einzuladen, die des Weges vorübergehen, die ihre Pfade gerade halten: "Wer ist einfältig? Er wende sich hierher!" Und zu dem Unverständigen spricht sie: "Gestohlene Wasser sind süß, und heimliches Brot ist lieblich."