Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/201744

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Was für Auswirkungen hat ein schweres Ereignis im ehemaligen Munitionslager Mitholz auf den Durchgangsverkehr, den Autoverlad und auf die Bahnstrecke?</p><p>2. Was für Auswirkungen hat die definitive Räumung des ehemaligen Munitionslagers auf Strasse, Autoverlad und Zugsverkehr?</p><p>3. Was gedenkt der Bundesrat vorzukehren, damit auf alle Fälle eine sichere Strasse durchs Kandertal samt Zufahrt zum Autoverlad in Kandersteg sowie die Absicherung des Zugsverkehrs durch den Bund gewährleistet wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Schlussbericht zur Risikoanalyse der Expertengruppe vom 27. September 2018 hat bestätigt, dass von den Munitionsrückständen im ehemaligen Munitionslager Mitholz ein Risiko ausgeht, das nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die Strasse und die Bahnlinie zu hoch ist. Der Bundesrat hat deshalb das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, in Begleitung einer breitabgestützten Arbeitsgruppe Massnahmen zur Senkung des Risikos zu erarbeiten. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Verkehrsverbindungen durchs Kandertal ins Wallis bewusst. Er beantwortet die Fragen wie folgt:</p><p>1. Aufgrund der Risikoanalyse ist davon auszugehen, dass bei einem grösseren Ereignis im ehemaligen Munitionslager neben der Bevölkerung von Mitholz vor allem die Strasse, aber auch die Bahnlinie in Mitleidenschaft gezogen würden und es zu Schäden an der Infrastruktur käme. Nach heutigem Kenntnisstand und aufgrund der Erfahrungen aus dem Ereignis von 1947 geht der Bundesrat davon aus, dass die Verkehrsverbindung einige Wochen unterbrochen wäre. Kandersteg ist im Ereignisfall via Goppenstein aus dem Wallis weiterhin erreichbar. Solange die Strasse durch Mitholz und damit die Strasse zum Zugangsstollen des Lötschberg-Basistunnels gesperrt sind, ist auch der Lötschberg-Basistunnel gesperrt. Für diesen Fall plant der Kanton Bern zusammen mit dem Bundesamt für Strassen vorsorglich eine Notumfahrung, mit der die Strassenverbindung von Frutigen nach Kandersteg gewährleistet werden könnte. Dadurch könnte der Lötschberg-Basistunnel wieder geöffnet werden, und das Notfallkonzept der BLS bei einer unpassierbaren Bahnlinie durch Mitholz (Bahnersatz mit Bussen nach Kandersteg) würde aktiviert.</p><p>2. Im Projekt "Variantenevaluation Mitholz" prüft das VBS derzeit Varianten, um das Risiko auf ein zulässiges Mass zu reduzieren. Die Auswirkungen auf Strasse, Autoverlad und Zugsverkehr hängen von der jeweiligen Variante ab und werden bis im Sommer 2020 vertieft geklärt. Bei den Varianten mit Räumung ist nach heutigem Kenntnisstand davon auszugehen, dass die Verkehrswege je nach getroffenen Schutzmassnahmen während der Arbeiten über eine längere Zeit gesperrt werden müssen.</p><p>3. Das VBS prüft derzeit vorgezogene bauliche Schutzmassnahmen, um mögliche Auswirkungen eines Ereignisses für die Bevölkerung und die Verkehrswege bereits vor einer allfälligen Räumung der Anlage zu reduzieren. Im Projekt "Variantenevaluation Mitholz" wird zu definieren sein, wie Einschränkungen aus Sperrungen der bestehenden Verkehrswege minimiert werden können, um die wichtige Verbindung durch das Kandertal ins Wallis soweit möglich zu gewährleisten.</p>  Antwort des Bundesrates.