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Wie kein Zweiter kennt der Solothurner Heinz Flück die Vogelwelt bei der Beobachtungs- und Beringungsstation auf dem Subigerberg (Gänsbrunnen): als Jugendlicher war er bereits 1968 dabei, als erstmals Vögel gefangen und beringt wurden. Seither hilft Flück in seiner Freizeit mit, systematisch Daten zu erheben. «Wir wissen heute, dass die Klimaveränderung die Verbreitung der Vögel bereits entscheidend beeinflusst», sagt er aufgrund seiner langjährigen Beobachtungen.
Am Beispiel des Hausrotschwanzes, des am häufigsten beringten Vogels auf dem Subigerberg, konnte von 1980 bis 2015 nachgewiesen werden, dass der Vogel im Herbst durchschnittlich eine Woche später in den Süden fliegt. «Wir vermuten, dass die gestiegenen Herbsttemperaturen hauptverantwortlich dafür sind», sagt Flück. Er hat auch festgestellt, dass der Bergpieper, der bis in die 70er Jahre im Gebiet der Hasenmatt brütete, unterdessen verschwunden ist. «Sein Lebensraum hat sich weiter nach oben verschoben. Seither haben wir ihn zur Brutzeit nicht mehr gesehen», so Flück. Die Beobachtungen der Vogelwarte Sempach unterstreichen dies: mehr als ein Drittel der Brutvogelarten, die auf bestimmte Höhen und Klimazonen spezialisiert sind, haben die Tendenz, ihren Lebensraum in höhere Lagen zu verschieben.
Durch seine langjährige, wissenschaftliche Arbeit hilft Flück mit, die Gesellschaft über die Auswirkungen der Klimaveränderung aufzuklären. Was dem naturverbundenen Ornithologen Sorge bereitet, ist die Geschwindigkeit der Temperaturerhöhung: «Sie bringt das eingespielte Verhältnis von Futterangebot für die Aufzucht der Jungvögel (z.B. eiweissreiche Insekten) und spezialisierten Vogelarten aus dem Gleichgewicht und bedroht mittelfristig die Biodiversität der Vogelwelt.»
2017