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Gegner von Windturbinen verweisen immer darauf, dass Vögel von den Windturbinen «geschreddert» werden. Ich bin mal an der Küste unter einigen Windturbinen hergelaufen und habe keine toten Vögel gesehen. Man sagte mir, dass die toten Vögel von Raubvögeln geholt werden. Aber ich habe auch keine Federn gesehen.
Jetzt habe ich gelesen, dass im Durchschnitt ein Vogel pro Monat von einer Windturbine getötet wird.
Das hört ja nicht nach sehr viel an. Wenn man aber bedenkt, dass in Deutschland 27’000 Windturbinen stehen und dass das Jahr 12 Monate hat, dann bedeutet das, dass die Windturbinen jedes Jahr über 300’000 Vögel töten. Das hört sich wieder nach sehr viel an. Anderseits sollen in den USA Katzen für den Tod von 1.4 bis 3.7 Milliarden Vögeln verantwortlich sein.
Unser Wasserversorger sagt, dass unser Trinkwasser nur wenig mit Nitrat belastet ist, weil er das Wasser aus 160 m Tiefe holt, und das Nitrat nur in 20 m Tiefe ist. Aber man kann ja nicht ausschliessen, dass in der Zukunft doch Nitrat ins Trinkwasser kommt und das Entfernen wird dann sehr teuer. Was ist der Grund für das Nitrat im Grundwasser? Unser grosser Fleischkonsum. Viel Fleischkonsum heisst viele Kühe und Schweine und die machen Gülle und die enthält Nitrat.
50 mg Nitrat pro Liter (oder pro kg Wasser, was etwa das Gleiche ist) ist der Grenzwert.
Statt Fleisch sollten wir sowieso mehr Gemüse essen. Jetzt enthält Gemüse aber etwa 1000 mg pro kg Nitrat. Also kein Fleisch und kein Gemüse. Vielleicht bleibt nur die Ernährung studentischer Frankreichurlauber: Rotwein, Baguette und Käse. Hoffentlich ist wenigsten da kein Nitrat drin.
Ich habe mal die Stromproduktion von 2000 bis 2016 in einer Grafik dargestellt:
Der Strom aus Wasserkraft ist fast konstant und Änderungen sind nicht zu erwarten. Bei der Solarenergie deutet sich eine Sättigung an. Der Strom aus Biomasse hat eine Sättigung erreicht und wird in der Zukunft wohl eher zurückgehen. Der Strom aus Kernenergie ist fast auf die Hälfte zurückgegangen und wir in den nächsten Jahren noch dramatischer zurückgehen. Er liegt aber immer noch vor der Produktion aus Windenergie. Die grossen Stromerzeuger, die das meiste CO2 produzieren, Braunkohle und Steinkohle sind ziemlich stabil. Braunkohle hat sich kaum geändert und Steinkohle hat etwa 20% verloren. Erdgas ist sehr uneinheitlich, weil es als letztes genutzt wird und die Schwankungen der anderen ausgleicht.
Was darf man für die Zukunft erwarten? Zwei Punkte sind ziemlich sicher: die Kernenergie wird zurückgehen und der Strom aus Biomasse nicht zunehmen. Es ist zweifelhaft, dass die Windenergie in den nächsten 5 Jahren so stark ausgebaut werden kann, dass sich die Stromproduktion verdoppelt. Der Strom aus Kernenergie wird wohl durch Strom aus Erdgas ersetzt werden. Für den Strom aus Braun- und Steinkohle ist wohl kaum eine Änderung zu erwarten. Dies bedeutet auch, dass der CO2-Ausstoss aus der Stromproduktion in den nächsten Jahren wohl eher zunehmen wird. Aber vielleicht kommt es auch ganz anders.
Im grössten Giftmülllager der Welt in Herfa-Neurode schwelt seit Oktober ein Brand. Man weiss nicht genau, was in Brand geraten ist. Man vermutet Transportpaletten. Die Feuerwehr hat sich entschlossen, den Bereich luftdicht abzuschliessen und abzuwarten, bis das Feuer auf Grund von Sauerstoffmangel erlischt. Daran ist nichts zu kritisieren.
Was verwundert, ist das geringe Interesse in den Medien. Einige Moleküle Glyphosat im Bier bringen es auf die erste Seite der meisten Zeitungen und in die Fernsehnachrichten. In der grössten Giftmülldeponie der Welt brennt es und es reicht nur für den Lokalteil. Wie man sieht, geht es auch ohne aufgeregtes Hyperventilieren.
Kaum jemand wird diesen Ort kennen. Hier betreibt Deutschland die grösste Untertagedeponie der Welt für Giftmüll. 2.7 Millionen Tonnen wurden bereits in dem Salzstock eingelagert und die Kapazität pro Jahr beträgt 200’000 Tonnen. Der Giftmüll wird üblicherweise mit LKWs gebracht. Er zersetzt sich im Gegensatz zu radioaktivem Müll nicht und muss für immer von der Umwelt abgetrennt werden. Niemand hält das für ein Problem zu halten. Der Müll stammt z. B. aus der Chemieindustrie.
Wo bleiben die Chemie-Nein danke-Aufkleber, die Blockaden der Giftmülltransporte, Aktionen von Greenpeace und den Grünen?
Wieso ist Giftmüll in Salzstöcken unproblematisch im Gegensatz zu radioaktivem Müll?
Dass die Deponie vom damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer genehmigt wurde, wird es wohl nicht sein.
Ich bin in meinem Leben nur einmal in einem richtigen Bergwerk gewesen und zwar ca. 1980 in der Asse II. Wir waren auf 750 m Tiefe und haben uns das Atommülllager angeschaut. Dort liegt massenweise Krankenhausmüll und ähnliches. Es gab auch eine Anlage mit der die Graphitkugeln aus dem Hochtemperaturreaktor von der Erdoberfläche auf 1050 m gebracht werden sollten. Die Anlage war mit Gummikugeln gleicher Grösse getestet worden, aber dann lief die Einlagerungsgenehmigung aus und soviel ich weiss, liegen die Kugeln immer noch in Jülich.
2013 hat der Bundestag beschlossen, den Müll wieder rauszuholen. Das Umweltministerium wollte damit nach 2030 anfangen und rechnete mit Kosten von 10 Mrd. Euro. Jetzt hat die Strahlenschutzkommission einen Bericht für das Umweltministerium erstellt, wo nach das Zeug in der Asse vollkommen sicher gelagert ist und es besser für alle ist, wenn es da unten bleibt.
Und nun? Folgen wir den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission oder den Empfehlungen des Bundestages mit der Folge einer höheren Strahlenbelastung?
Eine Person, die schon etwas an Demenz leidet, hatte mich, als ich ihr davon erzählte, spontan gefragt, wo man den Müll denn hinschaffen wolle.
Über dem Müll liegen etwa 700 m Salz. Dieses besteht aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid. Kalium ist ein Isotopengemisch, dass immer auch Kalium-40 enthält und dieses ist radioaktiv. Jetzt kann man ausrechnen, wieviel radioaktives Material der Salzstock enthält. Das erstaunliche Ergebnis ist, dass das Salz mehr Radioaktivität enthält als der Müll. Wäre man konsequent, müsste man auch den Salzstock „zurückholen“. Jetzt beginnt es, absurd zu werden.
Da das Salz stark hydroskopisch ist, dringt immer etwas Wasser in den Salzstock ein. Pro Tag werden 2500 l Salzwasser abgepumpt. Als jetzt bekannt wurde, dass man das Wasser in die Elbe kippen wollte, erzeugte dies eine „Empörungswelle“. Das Wasser ist weniger radioaktiv als das Nordseewasser und die Elbe führt pro Tag im Schnitt 4-millionenmal mehr Wasser.
Es gibt einen alten Witz, dass wenn man verhindern will, dass eine Entscheidung getroffen wird, man einen Ausschuss bildet und der produziert dann gleichnamigen.
Heute heissen Ausschüsse Kommissionen und eine Kommission hatte man gebildet, um einen Gesetzesvorschlag zu erarbeiten, wie man den atomaren Abfall endlagert. Der Anteil von Fachleuten (Geologen, Physiker etc.) ist sehr klein gehalten worden, weil Fachkenntnis ja bekanntlich zu Betriebsblindheit führt. Jetzt hat die Kommission ihren Bericht abgeliefert und es wurde ein Zeitplan bekannt. Die Suche nach einem geeigneten Ort soll 40 (in Worten: vierzig) Jahre dauern und in etwa 100 (in Worten: hundert) Jahren soll mit der Einlagerung begonnen werden. Das kann doch nur ein Witz sein. Was machen die denn die ganzen Jahre? Kratzen die ein Loch mit Teelöffeln ins Gestein?
Ich sträube mich gegen den Gedanken, dass Menschen noch Nebenabsichten haben.
Das Hauptargument gegen die Nutzung der Kernenergie ist die Frage der Endlagerung. Wenn man die Frage jedoch für mindestens noch 100 Jahre offenlässt, hat man weiterhin dieses Argument, falls sich die Einstellung künftiger Generationen zur Kernenergie ändert.
Zum Thema Umweltgifte habe ich im Blog der Frankfurter Rundschau einen Beitrag geschrieben, der in der FR veröffentlicht wurde.
Hier der Beitrag:
Die Frontlinien sind nicht immer so eindeutig wie sie in der Einleitung dargestellt werden. Seit 1992 versucht die EU den Einsatz von Kupfer (Wikipedia: Kupfersulfat besitzt die Wassergefährdungsklasse 2, ist sehr giftig für Wasserorganismen und kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben) als Pflanzenschutzmittel zu verbieten. Dies wird von der Öko-Lobby verhindert. Da die Öko-Weinbauern den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ablehnen, bleibt ihnen nur das umweltschädliche Kupfersulfat. Ohne Umweltschäden gibt es eben keinen Biowein.