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Wie das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet, spähte der britische Geheimdienst GCHQ seit mindestens 2010 Belgacom aus. Der belgische Telekommunikationskonzern zählt auch die EU-Kommission, der Rat der Mitgliedstaaten und das Europaparlament zu seinen Kunden. Dies gehe aus Unterlagen hervor, die vom ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden stammen. Und mitten drin steht ein Jointventure von Belgacom mit der Swisscom.
Einer als «streng geheim» eingestuften Präsentation zufolge bestand das Ziel des «Operation Socialist» genannten Projektes darin, eine bessere Ausspähung des ehemaligen Staatsmonopolisten zu ermöglichen und seine Infrastruktur besser zu verstehen. Insbesondere die Tochter Bics Belgacom International Carrier Services steht demnach im Fokus der Briten. An ihr ist die Swisscom mit 22,4 Prozent beteiligt. Der GCHQ habe eine Spionagetechnik der amerikanischen NSA eingesetzt, steht in der Präsentation aus Snowdens Unterlagen.
Regierung beklagt sich
Belgacom ist mehrheitlich im Staatsbesitz. Die Regierung in Brüssel hatte kürzlich erklärt, man ermittle wegen eines mutmasslichen Cyberangriffs durch einen ausländischen Geheimdienst. Welcher Staat hinter der Attacke vermutet wurde, sagte die Regierung nicht. Belgische Medien berichteten jedoch, der amerikanische Geheimdienst NSA habe zwei Jahre lang den internationalen Telefonverkehr überwacht, der über die Belgacom und vor allem Bics laufe.
(mit Material von Reuters)