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Ein neues Tief
Eingelagert in eine Tiefdruckrinne über dem nahen Atlantik, hat sich gestern über den Pyrenäen ein markanteres Tief entwickelt, welches sich im Tagesverlauf nordostwärts verlagerte. Dies hatte zur Folge, dass aus Südwesten milde, aber auch zunehmend feuchtere Mittelmeerluft zum Alpenraum geführt wurde. Immerhin konnte die Deutschschweiz mehrheitlich noch von viel Sonnenschein profitieren, in den anderen Regionen dagegen zeigte sich die Sonne nur spärlich oder gar nicht.
Vom Hoch zum Tief
Schon hat sich das Hoch wieder verabschiedet, dabei hätte man sich doch nach dem gestrigen Tag an eine Fortsetzung des schönen Wetters gewöhnen können. Das Hoch, das in den vergangenen Tagen im Norden der Schweiz vor allem durch die markante Bise mit eher kühlen Temperaturen bemerkbar gemacht hatte, zog sich nun weit nach Nordeuropa zurück. Gleichzeitig näherte sich eine in der Höhe ausgeprägte Tiefdruckrinne vom nahen Atlantik. An dessen Südrand verstärkte sich über den Pyrenäen ein Bodentief, welches sich im Tagesverlauf Richtung Balearen verlagerte.
Eintrübung aus Südwest
Auf der Vorderseite dieses Tiefs wurde mit einer südwestlichen Höhenströmung zunehmend feuchtere Mittelmeerluft zum Alpenraum geführt. Während sich im Osten einige ausgedehnte Schleierwolken bemerkbar machten, kam die Sonne im Westen nur noch spärlich zum Vorschein. Von der Alpensüdseite bis zum Alpenkamm blieb es ganztags bewölkt, und es setzte schwacher Stauniederschlag ein.
Eingelagerte Konvektion
Auch in der Westschweiz zeigte das Schweizer Radarnetzwerk viele Niederschlagsignaturen, wovon einige zunächst nicht den Boden erreichten, da die Luftschichten unterhalb von etwa 3000 Metern anfänglich noch zu trocken waren, und die schwachen Niederschläge darin verdunsteten. Nur dank der Orographie, wie beispielsweise im Jura, konnten sich schon am frühen Nachmittag einige Schauerzellen entwickeln. Dies deshalb, weil die Luftmasse zwischen etwa 2500 und 4500 Metern genügend feucht und instabil geschichtet war.
Diese eingelagerte Konvektion ist deswegen auch nicht so einfach bei der Beobachtung zu erkennen, weil sie nicht - wie meistens üblich – zur Hauptsache durch die Sonneneinstrahlung sich isoliert entwickelt.
Föhn in den nördlichen Alpentälern
Der Südstau verursachte zwischen Lugano und Altdorf eine Druckdifferenz von etwa 8 hPa. Damit setzte in den nördlichen Alpentälern der Föhn ein und erreichte Windspitzen um 60 km/h. Da die Höhenströmung eher Süd bis Südost gerichtet war, machte sich der Föhn am meisten im Haslital, im Urner Reusstal und im Wallis bemerkbar, weniger im Churer Rheintal. Wegen der Entfernung zum Tief erreichte auch die Höhenströmung über dem Alpenkamm mit bis zu 75 km/h nicht die „typischen Föhnsturmwerte“.
Impressionen einer Skitour vom Naturfreundehaus Fronalp zum Siwellen (GL).
In der Deutschschweiz mild, aber nicht warm
Im sogenannten „Wonnemonat Mai“ sind wir (zumindest nördlich der Alpen) mit den Temperaturen nicht sonderlich verwöhnt worden. Das tiefste Tagesmaxima lag beispielsweise in Zürich-Kloten am 5. Mai bei 8.5 Grad und das höchste am 2. Mai bei 18.4 Grad.
Nun, heute erreichten die Temperaturen in der Deutschschweiz dank der milden Luftmasse und der guten Besonnung verbreitet Werte um 20 Grad, während es im Westen und im Süden mit rund 15 Grad deutlich kühler blieb.
Erinnert man sich aber etwas weiter zurück in den Zeitraum vom 18. Bis 25. April, da konnte man jeden Tag Temperaturen über 20 Grad geniessen, am 24. April wurde an einigen Stationen der Deutschschweiz mit 25 Grad sogar ein Sommertag registriert.