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Toneinsatz, Ansprache
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Der zuverlässige Toneinsatz und eine problemlose Ansprache einzelner Töne in allen Lagen und dynamischen Stufen bedingen ein fortgeschrittenes instrumentaltechnisches Können und bilden ein zentrales Fundament der Grundtechnik, zusammengefasst auf der Seite Artikulation.
Keith Stein[1] fordert das isolierte Entwickeln und Beherrschen der einzelnen Parameter der Klarinettentechnik, bevor eine saubere Ansprache mit der Zungenartikulation verbunden werden kann:
- Ansatz
- Luftführung
- Atemstütze
- Vokalformung Bewusstsein über die Zungen-Form und -Position und -Aktivität
- Ansatzlinie, Wahl des günstigsten Anblaswinkels, der günstigsten und des passenden Ansatzdruck es durch die Haltearbeit
- Blatt und Mundstück, Auswahl und Pflege, Einspielen und Bearbeiten der Blätter
Beiträge der Interviewpartner
Instrumentaltechnische Umsetzung
Als spezifische Eigenart der Klarinette gilt, einen Ton "dal' nietete" entstehen zu lassen. Ron Odrich (2017)[2] nennt dazu als zwingende Voraussetzung, den Luftstrom durch eine höhere Zungenposition gleich vor dem Blatt in eine schnellstmögliche Geschwindigkeit zu formen, dies mit einer gleichzeitigen Öffnung des Rachens. Er bezieht sich dabei auf Leonardo da Vinci, Daniel Bernoulli und Giovanni Battista Venturi. Das kann durch ein einfaches Experiment erlebt werden: ändert sich beim Anblasen eines Tones die Position der Zungenspitze von tief (sie berührt die unter Zahnreihe) nach hoch (sie berührt fast die Spitze des Blattes), spricht der Ton auch im ppp an (siehe auch Jerry Rife (2019), "...about sound production"[3]).
Bedeutung im musikalischen Zusammenhang
Das Knowhow einer zuverlässigen Ansprache ist eine wichtige Voraussetzung um rhythmische Prägnanz, variantenreiche Artikulation und dynamisch-flexibles Spiel entwickeln zu können. Die Literatur für Klarinette stellt uns vor folgende Herausforderungen:
- Toneinsätze und Ansprache können zuverlässig in jeder Tonhöhe und Registerlage und in jeder dynamischen Stufe erfolgen.
- Die Art der Ansprache – härter oder weicher, „das niente" (aus dem nichts erklingend) oder mit einer gewissen Schärfe – muss variabel und dem Charakter des Tonstückes angepasst werden können.
- Intonation und Klangfarbe sollen bereits im Moment der Ansprache stabil sein und sich nicht erst im weiteren Tonverlauf einpendeln.