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Die Geschichte des Saisonnierstatuts begann in den 1930er-Jahren. 1931 verabschiedete die Schweiz das «Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer». Darauf gestützt schuf der Bundesrat 1934 das Saisonnierstatut.
Dieses sah vor, dass ausländische Arbeitskräfte jeweils für neun Monate in die Schweiz geholt werden konnten, während sie die drei restlichen Monate des Jahres im Ausland zu verbringen hatten.
Dahinter stand die Idee, ausländische Arbeitskräfte für die schweizerische Wirtschaft zu gewinnen, ohne dass sich diese langfristig in der Schweiz niederliessen. Dadurch sollten billige, ungelernte Arbeitskräfte für die Industrie, die Bauwirtschaft und die «Fremdenverkehrsindustrie» gewonnen werden. Dies war besonders für Wirtschaftszweige attraktiv, die von starken jahreszeitlichen Schwankungen betroffen waren, zum Beispiel die Hotellerie in den Wintersportorten.
In den Folgen von «We Talk. Schweiz ungefiltert» werden immer wieder Ausdrücke verwendet, die vielleicht schwammig, nicht eindeutig oder nicht für jede*n verständlich sind. Deshalb wollen wir etwas Klarheit schaffen. Weiter unten könnt ihr die Erläuterungen zu den Begriffen «Secondo, Seconda, Second*a» und «struktureller Rassismus» nachlesen. Hier gehen wir auf das Begriffspaar «Privilegien und Intersektionalität» ein.
Privilegien
Menschen mit Privilegien geniessen Vorteile, Vorzüge und Zugänge, ohne dass sie dafür eine besondere Leistung erbringen müssen. Sie haben bestimmte Freiheiten und Möglichkeiten zu handeln, die anderen verwehrt bleiben. Beispiele für Privilegien können ein besonderes Talent oder eine gute Ausbildung sein, die es Menschen erleichtern, sich ein gutes Leben einzurichten. Privilegiert ist auch wer sich mit bestimmten Schwierigkeiten oder Problemen nicht auseinandersetzen muss. Beispielsweise hat der grösste Teil der Menschen, die in der Schweiz leben, das Privileg, sicher leben zu können, ohne die Gefahr um das eigene Leben oder einer schweren Verletzung der psychischen oder physischen Integrität.
In den Folgen von «We Talk. Schweiz ungefiltert» werden immer wieder Ausdrücke verwendet, die vielleicht schwammig, nicht eindeutig oder nicht für jede*n verständlich sind. Deshalb wollen wir etwas Klarheit schaffen. Hier könnt ihr die Erläuterungen zum Begriff «struktureller Rassismus» nachlesen. In diesem Beitrag gehen wir auf den Begriff «Secondo» ein.
Sehr allgemein gesagt, wurde der Begriff «Secondo» eingeführt, um die zweite Ausländer*innengeneration zu bezeichnen. Dabei handelt es sich um Jugendliche und Erwachsene, deren Eltern aus unterschiedlichen Gründen in die Schweiz eingewandert sind. Sie selber sind in der Schweiz geboren, oder als sehr junge Kinder mit ihren Eltern in die Schweiz gekommen. Oder sie sind ihren Eltern oder einem Elternteil als junge Kinder in die Schweiz nachgereist, wie zum Beispiel Ylfete Fanaj, die Präsidentin des Luzerner Kantonsrats. Ylfete Fanaj ist Kind eines Arbeitsmigranten und Saisonniers, der vor 38 Jahren aus Prizren, dem Kosovo, in die Schweiz kam. Neun Jahre nachdem Ylfete Fanaj 1982 im Kosovo geboren war, reiste sie 1991 im Familiennachzug nach Sursee Luzern. Ihre berührende Rede zur Wahlannahme als Präsidentin des Luzerner Parlaments ist hier nachzulesen: https://www.institutneueschweiz.ch/De/Blog/250/Ylfete_Fanaj.