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«Eine ausgewogene Ernährung ist die halbe Miete»
Erfahrungsberichte Amaru Reto Schenkel (28) hat zahlreiche Titel als Sprinter gewonnen. Was macht seinen Erfolg aus?
Info
Amaru Reto Schenkel (geboren am 28. April 1988 in Togo) ist ein erfolgreicher Schweizer Leichtathlet und spezialisiert auf die Sprintdisziplinen 100 und 200 Meter.
Er ist Mitglied der Schweizer 4-mal-100-Meter-Staffel, die an den Europameisterschaften 2010 in Barcelona und 2014 in Zürich den vierten Rang belegte und mit einer Zeit von 38,58 Sekunden den aktuellen Schweizer Rekord hält.
Sie sind ein erfolgreicher Schweizer Sprinter: Wie sind Sie zum Spitzensport gekommen und wie hat alles angefangen?
Zum Sport gekommen bin ich durch den «schnellsten Fehraltörfler», vergleichbar mit dem «schnällschte Zürihegel».
Diese Schulsport-Veranstaltung findet seit 1951 in Zürich statt.
In dieser Saison stehen ganz klar die Olympischen Spiele in Rio zuoberst auf dem Programm
Sie ist mit jährlich bis über 3600 Kindern im Einzellauf und mehr als 460 Staffelteams die grösste Schulsport-Veranstaltung im Kanton Zürich und eine der grössten Jugendsport-Veranstaltungen in der Schweiz.
Ich kam im Alter von drei Jahren als Adoptivkind aus Togo in die Schweiz. Aufgewachsen bin ich in Fehraltorf, im Kanton Zürich.
Mit zwölf Jahren begann ich mit der Leichtathletik in der Sprinterdisziplin. Bereits 2003 gewann ich meinen ersten Titel über 80 Meter an den Schweizermeisterschaften des Leichtathletiknachwuchses.
2005 holte ich beim Europäischen Olympischen Sommer-Jugendfestival die Silbermedaille im 200-Meter-Lauf. Ein Jahr später gelang es mir, mit einer Zeit von 10,45 Sekunden über 100 Meter den 36 Jahre alten Schweizer Juniorenrekord zu brechen.
Damit erreichte ich die Limite für die Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften in Peking.
Wie ging es dann weiter?
Die nächsten Erfolge konnte ich mit der Schweizer 4-mal-100-Meter-Staffel holen, die 2009 zum ersten Mal den bestehenden Schweizer Rekord unterbot. 2010 gewann ich einen Schweizer Meistertitel bei den Aktiven.
Ich belegte den ersten Platz im 200-Meter-Lauf. 2011 holte ich mir die Schweizer Allzeit-Bestleistung über die selten gelaufene Distanz von 150 Meter und unterbot die Limite für die Weltmeisterschaften im 100- und 200-Meter-Lauf.
Dort erreichte ich über 200 Meter das Halbfinale. Auch bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki erreichte ich über 100 und 200 Meter das Halbfinale.
Den Sport brauche ich für den täglichen Ausgleich. Es ist für mich nicht ein Job, sondern bedeutet für mich Freude und Leben. Durch meine sportlichen Tätigkeiten bin in verschiedener Hinsicht erwachsen und reifer geworden. Man lernt im Sport, sich Ziele zu stecken und gleichzeitig mit Niederlagen und Rückschlägen umzugehen.
Wie der Bauer auf dem Feld Korn aussät, habe ich trainiert, gelitten, entbehrt und die Saat für meinen Erfolg auf die Leichtathletik-Bahn getragen. Jetzt ist Erntezeit, Zeit, den enormen Trainingsaufwand einzulösen und den Erfolg nach Hause ins Trockene zu bringen.
Denn ich habe eine Verpflichtung gegenüber der Schweiz, gegenüber meinen Freunden, gegenüber meinem Team, gegenüber dem Publikum und vor allem gegenüber mir selber.
Ich habe die Verpflichtung, alles, was in meiner Macht steht, dafür zu tun, Erfolg im Sport zu haben. Ich werde das hinterste und letzte Quäntchen Energie rausholen, um die Schweiz ehrenvoll zu vertreten. Mein Herz schlägt für dieses Land und ich bin stolz darauf, einen roten Pass mit weissem Kreuz zu besitzen.
Leiden oder litten Sie unter Verletzungen, die Ihnen immer wieder zu schaffen machten?
Verletzungen gehören im Spitzensport zum Alltag. Leichte Zerrungen, Verhärtungen oder ein starker Muskelkater gehören einfach dazu. Da muss man durch, sich wieder aufrappeln und sich neue und ehrgeizige Ziele setzen.
Welches war die bislang gravierendste Verletzung, unter der Sie gelitten haben?
Vor zwei Jahren hatte ich einen Leistenbruch. Dieser schränkte mich in vielen meiner Tätigkeiten als Athlet ein. Doch Verletzungen sind dazu da, sie zu überwinden, auf die Zähne zu beissen und vorwärts zu schauen.
Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie in dieser Saison?
Hier stehen ganz klar die Olympischen Spiele in Rio ganz zuoberst auf dem Programm. Dafür habe ich mir viel vorgenommen.
Welche Rolle spielt die Ernährung für Sie?
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bereits die halbe Miete. Sie spielt eine exorbitante Rolle. Nur wenn man sich gesund und ausgewogen ernährt, ist man zu Spitzenleistungen fähig. Das gilt im Übrigen nicht nur beim Sport.
Wie halten Sie sich generell fit und gesund?
Wie gesagt, in erster Linie durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung und durch meinen Freundeskreis. Der soziale Ausgleich und die Familie spielen für mich eine ausserordentlich wichtige Rolle. Hier kann ich auftanken und mir neue Kraft holen. Und bin dann wieder zu Spitzenleistungen fähig.
Was unternehmen Sie an einem freien Tag?
Ich bin ein leidenschaftlicher Koch. Kochen entspannt mich. Dabei probiere ich immer wieder verschiedene Rezepte aus.