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Tradition verpflichtet! Und daher begründen die Hersteller von Automobilen seit jeher ihr Vertrauensverhältnis zu den Kunden mit Hilfe von unverwechselbaren Schriftzügen und Markenzeichen auf ebenso typischen, wenn auch heute nur noch angedeuteten Kühlerformen. Aber gerade die konsequente Beibehaltung der Verbindung dieser Stilelemente ist nur von wenigen Automarken gepflegt worden: Zu nennen sind hier nur Rolls-Royce, Mercedes Benz, BMW und eben Alfa Romeo.
Das typische, beinahe herzförmige Ziergitter, welches früher den vorderen Lufteinlass markierte, lässt sich zurückverfolgen auf den Targa Florio RL von 1923. Experimentierte man bis zum 6 C 2500 noch mit diversen Varianten, so änderten sich ab diesem Fahrzeug lediglich die Proportionen: das Ziergitter wurde immer breiter und gedrungener, was dem Zeitgeist entsprach und dem Luftwiderstand Tribut zollte, eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch bei Mercedes Benz oder BMW beobachten.
(Entwicklung des Alfa-Logos: Seit der Firmengründung im Jahre 1910 haben die Visconti-Schlange und das Mailänder Kreuz etliche Änderungen erfahren.)
Seit seiner Entstehung nahezu unverändert aber blieb das zweigeteilte Alfa Romeo Markenzeichen. In der linken Hälfte zeigt es ein rotes Kreuz auf weissem Grund, rechts eine Schlange mit Drachenkopf und Krone, die offensichtlich ein Kind verschlingt. Diese Darstellung entspricht dem Stadtwappen Mailands, dessen linker Teil, an das Kreuz Christi erinnernd und die Farben der Bürger (rot) und der Bauern (weiß) vereinigend, gegen Ende des 12. Jahrhunderts offizielles Stadtwappen wurde. Der rechte Teil wurde erste später hinzugefügt, ausgelöst von einem Mitglied der damals mächtigsten Familie in Mailand, den Viscontis. Deren Oberhaupt mit Namen Matteo Visconti wies gegen Ende des 13. Jahrhunderts einen Stadtschreiber an, eine angeblich im Jahre 1111 stattgefundene Begebenheit aufzuzeichnen. Demnach hat eine anderer Visconti namens Ottone während eines Kreuzzuges einen Sarazenenfürst vor den Toren Roms getötet und dessen Wappenschild an sich genommen, welcher die ein Kind verschlingende Schlange zeigte. Und so ist es Matteo Visconti zuzuschreiben, dass diese Darstellung Bestandteil des Mailänder Stadtwappens wurde.
Bei ihrer Gründung im Jahre 1910 übernahmen die Väter Alfa Romeos schlichterdings das Stadtwappen als Markenzeichen mit dem Zusatz ALFA MILANO und erst 1919 änderte man diesen in ALFA-ROMEO MILANO. Bis zum Kriegsende 1945 wies das Emblem auch Wappenzeichen aus dem Hause Savoyen auf, zwei symbolisierte Schifferknoten. Mit dem Gewinn der ersten Weltmeisterschaft in der Geschichte des Motorsports im Jahre 1925 wurde der Lorbeerkranz rings um das Zeichen hinzugefügt. Bis 1950 gab es wegen der Mangelsituation nach dem Krieg zunächst keine farbig emaillierten Embleme, sondern aus Blech gepresste mit rot eingefärbtem Hintergrund. In diesem Zeitraum verschwanden auch die zwei, teilweise sogar drei (dann ersetzte ein Knoten die Stadtbezeichnung), savoyanischen Knoten. Bis 1972 war auf den Emblemen die Stadtbezeichnung zu sehen und Alfa Romeo wurde mit Bindestrich geschrieben. Dann entfiel die Bezeichnung MILANO, denn Alfa Romeo baute nun auch Autos ausserhalb von Mailand.