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Neu veröffentlichte E-Mails von Hillary Clinton und ihrem Umfeld geben ihren Kritikern neue Munition: Sie zeigen, wie Spender der Clinton-Stiftung um Gefallen baten. Wenn es um mehr als ein Treffen ging, bissen sie aber auf Granit.
Die Verbindungen zwischen Hillary Clinton und der Stiftung, die ihr Ehemann und Ex-Präsident gründete, sind gefundenes Fressen für Kritiker der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin. Reiche Spender hätten sich über die Stiftung Zugang zur damaligen US-Aussenministerin erkauft, lautet der Vorwurf.
Neue E-Mails aus Clintons Zeit als Aussenministerin, welche die konservative Organisation Judicial Watch am Montag veröffentlichte, nähren diesen Verdacht weiter. Die Mails stammen unter anderem von der engen Clinton-Vertrauten Huma Abedin, die demnach in häufigem Kontakt mit Mitarbeitern der Clinton-Stiftung stand und sich tatsächlich mit Termin- und anderen Anfragen konfrontiert sah.
So wandte sich der Kronprinz von Bahrain im Mai 2009 mit der Bitte um ein Treffen mit Clinton an die Stiftung, nachdem er auf dem üblichen Weg eine Absage erhalten hatte. Die Anfrage war von Erfolg gekrönt: Clinton traf sich mit dem Kronprinzen, wie die «Washington Post» berichtete.
In vielen weiteren Fällen zahlte sich die Beziehung zur Stiftung jedoch nicht aus. Ein Spender aus Kalifornien erhoffte sich beispielsweise Hilfe für einen britischen Fussballer, der wegen seiner kriminellen Vergangenheit kein US-Visum erhielt – erfolglos. U2-Sänger Bono gelangte über die Stiftung mit der Bitte an Clinton, sie möge ihm während eines Konzerts eine Live-Verbindung mit der Internationalen Raumstation ISS ermöglichen. Abedin antwortete darauf lediglich, sie habe «keine Ahnung», wie das zu bewerkstelligen wäre.
Auch beim Kronprinzen ist unklar, ob die Beziehung zur Stiftung ausschlaggebend war. Seine Regierung spendete zwar über 50'000 Dollar an die Clinton-Stiftung. Er stellte aber auf Anfrage der «Washington Post» jede Verbindung in Abrede und sagte, wegen seiner Stellung in einem Partnerland der USA treffe er sich häufig mit hohen US-Offiziellen.
Dennoch dürften die Berichte über das unvorsichtige Gebaren von Clinton und ihren Helfern mit der Clinton-Stiftung bis zur Wahl am 8. November nicht abreissen. Laut der US-Bundespolizei FBI existieren nämlich weitere 15'000 bisher unveröffentlichte Nachrichten, die auf Clintons privatem E-Mail-Konto gelöscht und nun wiederhergestellt wurden.
Die Mails sollen im Zuge einer früheren Vereinbarung mit Judicial Watch veröffentlicht werden, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Mark Toner, am Montag in Washington. Zunächst sollen private Mails aussortiert und vertrauliche Stellen geschwärzt werden. Die Auswertung solle bis Ende September abgeschlossen sein.
Clinton steht seit langer Zeit in der Kritik, weil sie als US-Aussenministerin dienstliche E-Mails über einen privaten Server verschickt hatte. Das FBI untersuchte den Fall, empfahl aber nach Abschluss der Untersuchungen, Clinton nicht anzuklagen.
Judicial Watch pochte vor Gericht auf die Veröffentlichung der E-Mails. FBI-Direktor James Comey hatte bereits vor Wochen von «mehreren Tausend weiteren E-Mails» gesprochen, die gelöscht worden seien, aber wiederhergestellt werden konnten.
Clintons Widersacher im Rennen um das Weisse Haus, Donald Trump, forderte eine Schliessung der Clinton-Stiftung. Sie selbst wies die Vorwürfe zurück. Clinton bezeichnete die Organisation Judicial Watch als «Rechtsaussen-Organisation», die seit den 1990er Jahren den Clintons schaden wolle und für ihre Attacken Fakten verzerrt darstelle.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
(trs)