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Zündholzfabriken im Kanton Zürich
Amtsbezirk Winterthur

Die allgemeinen Angaben zur Zündholzindustrie im Kanton Zürich sind bereits unter Zürich Stadt und Amtsbezirk Zürich zu finden.
Im Amtsbezirk Winterthur des Kantons Zürich, befanden sich ehemals Zündholzfabriken in folgenden Orten:
Elgg, Oberohringen, Räterschen
|1834 - 1853 Elgg|

Zündholzfabrik von Fridolin Ertl in der Bahnhofstrasse.
Diese Zündholzfabrik wird erst im Jahr 1934 gegründet, also schon nachdem die schwedische Gruppe eine ganze Menge kleiner Betriebe in der Schweiz aufgekauft und stillgelegt hat. Ertl der aus Bayern stammte arbeitete zwischen 1904 bis 1926 in der Zündholzfabrik des Herrn J. Leemann in Räterschen, Bezirk Winterthur. Hier verlor er die Arbeit aus oben angegebenen Grunde.
Die neue Fabrik in Elgg bestand aus dem Fabrikgebäude unter der Nummer 374 , sowie einen Lagerschuppen für Holz und Kisten unter der Nummer 364 . In späterer Zeit kamen noch einige weitere kleine Räumlichkeiten dazu. Die Fabrik war bereits mit einigen modernen Maschinen ausgestattet und beschäftigte im Jahr 1937 bis10 Arbeiter, davon 4 Frauen.
Im Jahr 1945 muss die Fabrik von Fridolin Ertl in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sein, denn sie wird seitens der Holzdraht GmbH in Zürich erworben und für kurze Zeit seitens dieser GmbH in Eigenregie geführt.
Am 15.12.1945 wird die Fabrik durch die Aktiengesellschaft Zündholzfabrik Elgg übernommen, die den Übernahmepreis von 30.000 Fr. mit eigenen Aktien begleicht.
Die wirtschaftlichen Bedingungen für diese kleine Fabrik waren bei der grossen Konkurrenz seitens der bestehenden grossen Zündholzfabriken nicht gut.
Bereits im Jahr 1953 musste die Aktiengesellschaft Konkurs anmelden.
|1845 - 1848 Oberohringen, Gemeinde Seuzach|

Zündholzfabrik von Kaspar Witzig, unter der Nummer 114
Kaspar Witzig hat, wie im Jahr 1845 berichtet, ganzjährig die Fertigung von Zündhölzern in eigener Behausung unter der Nummer 114 aufgenommen.
Auch hier handelt es sich um eine Fertigung im Familienrahmen mit ganz einfachen Mitteln. Nachdem die Behörden von dieser Fertigung Kenntnis genommen haben, kam es zu immer wieder neuen Kontrollen und Auflagen. Diese waren mit bescheidenen Mitteln wahrscheinlich nicht zu erfüllen.
Der letzte Hinweis zu dieser Fabrik stammt aus dem Jahr 1848.
|1889 - 1947 Räterschen, Gemeinde Elsau|

Zündholzfabrik von Jacob Leemann, danach Jacob-Schuppisser-Leemann
Die Zündholzfabrik in Räterschen gründete Jacob Leemann, der vorher bereits in Madetswil Zündhölzer produziert hat. Bei der Fabrik handelt es sich um ein aus zwei Etagen bestehenden Gebäude. Im Erdgeschoss befanden sich die von der Turbine angetriebenen Maschinen für die Anfertigung der rohen Zündhölzer, sowie der Schachteln. In der 1. Etage befindet sich das Zimmer zum Füllen der Rahmen, wie auch das Packzimmer. Im Jahr 1901 kommt es zum weiteren Ausbau der Fabrik, sodass die in der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz vom 2.11.1898 gestellten Bedingungen erfüllt werden. In der Fabrik werden 10-12 Arbeiter beschäftigt, wobei im Jahr 1923 5.082 Kisten Zündhölzer hergestellt worden sind.
Jacob Leemann musste eine vollständige Umstellung der Fertigung, von Zündhölzern mit Köpfen aus gelbem Phosphor auf sog. sichere Zündhölzer, wie auch überall entzündbare nach einer neuen Rezeptur, ohne Nutzung des gelben Phosphors vornehmen. In dieser Zeit kam es zum öfteren Stillstand in der Fertigung. Nach dem Tod von Jacob Leemann übernimmt die Zündholzfabrik sein Schwiegersohn Jacob Schuppisser-Leemann, die Zündholzfertigung wird bis in das Jahr 1927 fortgesetzt.
Am 15.08.1927 wird im Handelsregister eine neue Firma angemeldet das,: „Zündholzdepot für die Ostschweiz“. Obwohl vorerst entsprechende Unterlagen fehlen, ist es mehr wie wahrscheinlich, dass es auch hier ein Abkommen mit dem Kreuger-Konzern gegeben hat. Für die Stillegung der Zündholzfabrik gab es eine Entschädigung, wie auch die Führung im Auftrag des Zündholzdepot für die Ostschweiz.
Das letzte führte zunächst Jacob Schuppisser und danach sein Sohn Carl bis in das Jahr 1947. Obwohl nicht mehr im Handelsregister, soll das Depot noch bis 1959 bestanden haben.
|Schweizerisches Zündholzmuseum

Dieter Weigelt, Dezember 2001
Quellenmaterial: siehe dazu, unter Stadt und Amtsbezirk Zürich