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An einem sommerlichen Donnerstagmorgen treffe ich Andreas Buchmann am Anfang des Dorfs Oberengstringen am Fussweg neben der Limmat. Vor etwas mehr als 12 Jahren übernahm Andreas in der Gemeinde Oberengstringen die Verantwortung über die invasiven Neophyten. Als er in 2010 diese Arbeiten aufgenommen hat, war dieser Teil neben der Limmat stark vom Japanischen Knöterich überwuchert. Hier in der Schweiz fehlt es an spezifischen Schädlingen oder an anderen Arten die mit dem Knöterich im Evolutionsprozess standen und ihm dadurch die Stirn bieten könnten. Hierzulande findet man nicht selten ganze Gebiete überwuchert mit Knöterich Sträucher mit verholzten Stämmen die Höhen von bis zu 3 Metern erreichen.
Ähnlich war es auch hier am Fussweg neben der Limmat in Oberengstringen vor 12 Jahren. Der Knöterich erreichte Höhen von bis zu 2 Metern und wurde maximal 1 Mal im Jahr zurückgeschnitten. Dieser Abschnitt glich einer Knöterich Monokultur die fast die gesamte Fläche zwischen den Bäumen einnahm und so einheimische Arten verdrängte. Seither hat sich dies deutlich verbessert. Seit über 10 Jahren schaut Andreas, dass der Knöterich 4-5 Mal im Jahr zurückgeschnitten oder ausgerissen wird.
Waldlichtungen oder allgemein Standorte mit viel Licht sind ideal für den Knöterich. Deshalb bemüht sich Andreas zusammen mit dem Forstwart möglichst viele Baumstecklinge zu pflanzen, um Waldlichtungen zu beschatten. Die Beschattung erschwert dem Knöterich die dominante Verbreitung und ermöglicht einheimischen Arten zu gedeihen. Bevor der Knöterich intensiver bekämpft wurde, gab es kaum Begleitflora, da sich der Knöterich sehr flächendeckend und dominant ausbreitete. Nun findet man hier wieder einheimische Arten wie Spitzahorn, Feldahorn, Eiche, Traubenkirsche, Brombeere, Himbeere, Weissdorn und Schlehe. So befindet sich dieser Waldteil in einem künstlichen Gleichgewicht zwischen diversen einheimischen Pflanzen die gepflanzt oder gefördert werden und dem Knöterich, welcher immer wieder zurückgeschnitten werden muss. Über die Jahre, berichtet Andreas, nehme der Aufwand stetig ab, da der Knöterich Bestand abnimmt während die einheimischen Arten mehr Raum zurückerobern. Zudem kenne man mit der Zeit die genauen Standorte und man sei routinierter bei der Behandlung.
Grundsätzlich ist eine komplette Vernichtung des Knöterichs nahezu unmöglich oder mit extrem hohem Aufwand verbunden. Dies liegt an den Rhizomen die mehrere Meter tief in den Boden vordringen und alle entfernt werden müssten. Ist das Entfernen von Rhizomen (Ausbaggern) nicht möglich, müsse man lernen mit dem Knöterich zu leben und wie man ihn über die Jahre in Schach halten kann, damit die einheimische Flora neben dem Knöterich wächst und ihren Raum zurückgewinnen kann.
Die Wurzeln des Knöterichs dringen in kleine Ritzen ein und können diese durch ihr Wachstum sprengen und führen so zur Destabilisierung des Bodens. Dies kann zu einer erhöhten Erosionsgefahr führen, was besonders in der Nähe der Limmat sehr problematisch wäre. Besonders im Anbetracht einer alternativen Knöterich Monokultur, welche sich beim Nichtstun weiter ausbreiten würde und damit zu erheblichen ökologischen und finanziellen Schäden führen würde, wird der Erfolg dieser Bekämpfung deutlich.
Andreas empfiehlt deshalb jeder Gemeinde eine konsequente Bekämpfung des Knöterichs und ist sich sicher, dass es sich lohnt und man die Erfolge über die Jahre sieht.