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Bei so grossen Ereignissen wie den Olympischen Spielen ist weltweites Interesse und eine umfängliche Berichterstattung gewährleistet, da laufen die Meme fast von selber - und in unendlicher Flut. Bei den Sommerspielen in London 2012 wurde diesmal die Begeisterung auch nicht durch ein fragwürdiges, diktatorisch-kommunistisches Regime gedämpft und es schien fast, als sei das Herstellen und Verbreiten von Memen eine eigene olympische Disziplin gewesen. Sogar die Mode-Zeitschrift Vanity Fair mischte auf ihrer Tumblr-Seite, Link öffnet in einem neuen Fenster mit. Aus der Fülle der Meme waren drei besonders populär:
«One is not amused»
«The Queen is not amused» – die Königin ist nicht amüsiert – ist ein gern zitierter Satz im Zusammenhang mit Queen Elizabeth II. Die Regentin gilt als streng, kritisch und unterkühlt. Bei der Eröffnungsfeier wurde die Queen auch prompt mit einem typischen, also grimmigen Gesichtsausdruck fotografiert. Das Foto lud geradezu dazu ein, ihrer Majestät Worte in den Mund zu legen.
«McKayla is not impressed»
US-Turnerin McKayla Maroney verpasste die Goldmedaille knapp und verzog während der Siegerehrung ihren Mund - zu einem Ausdruck irgendwo zwischen Langeweile und Verachtung. Die hämische Internetgemeinde nahm das Foto und betitelte es mit «McKayla is not impressed». Egal ob Mondlandung oder das lang ersehnte Heilmittel gegen Aids - McKayla verzieht unbeeindruckt ihr Gesicht.
«Mo Farah is running away from things»
Läufer Mo Farah aus Grossbritannein gewann die Goldmedaille über 10'000 Meter und holte eine zweite beim 5000-Meter-Rennen. Selbst überrascht über seinen unerwarteten Erfolg riss er beim Übetreten der Ziellinie Augen und Mund weit auf - und erweckte damit den Eindruck, er liefe in grosser Panik davon. Das Mem «Mo Farah is running away from things» war geboren.
Spielerischer Umgang mit den Spielen
Trotz Doping, Boykott oder Bestechungsskandalen sind die Olympischen Spiele in der öffentlichen Meinung positiv besetzt. Die Wettkämpfe sollen dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen - und das mit Erfolg: Mittlerweile ist fast jedes Land der Welt mit Sportlern vertreten und London erwies sich als würdiger Gastgeber.
So sind die Blogger, Redditors und Twitterer wohlwollend und spielerisch mit den Olympia-Mems umgegangen und haben die Wettkämpfer, die Medaillengewinner und Verlierer mit viel (Schaden-)Freude begleitet.
Running Gags der Web-Gemeinde
Bei einem Internet-Mem handelt es sich um eine Momentaufnahme, um einen Schnipsel aus unserem kulturellen und gesellschaftlichen (Medien-) Alltag, der im Netz als auffällig, lustig oder absurd wahrgenommen wird. Ein Mem könnte man als Running Gag der Internetgemeinde bezeichnen, bei dem oft gilt: «Je skurriler, um so mehr Aufmerksamkeit».