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1977 war für die Wings beinahe ein Sabbatical, denn Pauls Sohn James wurde geboren. Das Jahr über arbeitete die Band an Songs, die ein Jahr später auf dem Album «London Town» erscheinen würden. Während diesen Sessions spielten sie auf Pauls Farm in Schottland die Single «Mull Of Kintyre» ein, die im November veröffentlicht wurde. Nichts zu veröffentlichen, konnten sich damals die Musiker kaum vorstellen, weshalb Paul McCartney die Gelegenheit nutzte, sistierte Projekte zu beenden. Unter dem Pseudonym Thrillington erschien die Instrumentalversion des 71er-Albums «Ram». Als Suzy & The Red Stripes veröffentlichten die Wings den Song «Seaside Woman».
Von den schwierigen Anfängen…
Der Song entstand 1971 während eines Urlaubs in Jamaika. Im Begleitbuch zur Deluxe Edition des Remasters von «Ram» erzählt Paul, dass es für ihn und Linda völlig selbstverständlich war, dass sie gemeinsam etwas unternommen haben. Eine gewisse Verwunderung, so etwas überhaupt erwähnen zu müssen, lässt sich aus dieser Aussage herauslesen. So war es für Paul logisch, Linda zu fragen, ob sie mit ihm Musik machen wolle. Er gab ihr Klavierunterricht und setzte sie als Backgroundsängerin ein. 1974 erinnerte sich Linda McCartney an die Entstehung von «Seaside Woman»: ATV hatte im Nachgang zu «Ram» gefunden, Linda könne keine Songs schreiben. So forderte sie Paul auf, es ihnen zu zeigen und einen Song zu schreiben. Die neuformierten Wings nahmen ihn 1972 in ihr Liveprogramm ihrer Universtitästour in England sowie der «Wings Over Europe» Tour im Sommer, welche in Zürich und Montreux Halt machte. Während den Sessions zu «Red Roses Speedway» nahm die Band den Song auf, er war aber nicht für die LP Veröffentlichung gedacht.
Das Pseudonym Suzy And The Red Stripes entstand gemäss Linda McCartney, weil sie während des Jamaikaurlaubs eine begeisternde Reggaeversion des Songs «Suzy» gesungen hatte und danach von allen nur noch Suzy gerufen worden war. Die roten Streifen beziehen sich auf das jamaikanische Bier Red Stripes. Wie mancher europäischer Rockmusiker der 60er-Jahre, so Eric Clapton, Elton John oder auch John Lennon, entdeckten McCartneys den Reggae und bauten ihn in ihre Songs ein. «Seaside Woman» ist ein munterer Reggae mit einer eingängigen Melodie im Refrain, der Text kommt allerdings nicht über das Hausfrau am Strand Niveau hinaus. Die B-Seite der Single «B-Side To Seaside» wurde im Februar 1977 eingespielt und ist ein Instrumental.
Die Australische 7" Hülle und die Maxi, sowie die Rückseite und das Cover des Alvin Clark Remixes von 1986.
… zur Palme d’Or in Cannes
Die Single erschien 1977 bei Epic Records ausschliesslich in den USA und erst zwei Jahre später in England bei A&M sowie einer Spezialausgabe mit 10 Postkarten. In Australien erhielt sie ein Comic-Cover und erschien unter Linda McCartney alias Suzy And The Red Stripes. 1986 veröffentiche EMI die Single nochmals als Maxisingle. In den USA erreichte «Seaside Woman» anno 1977 immerhin die Top 100 und platzierte sich auf Rang 69. 1998 fand «Seaside Woman» seinen Platz auf dem posthum erschienenen Album «Wide Prairie», das ein paar Wochen nach Linda McCartneys Tod veröffentlicht wurde und alle Songs enthäl, die sie geschrieben oder gesungen hat.
Weit erfolgreicher war die Reinkarnation des Songs als Soundtrack zu einem Zeichentrickfilm von Oscar Grillo von 1980. Der Film erhielt am Filmfestival in Cannes die goldene Palme als bester Kurzfilm. Er war 1984 auf der Videokassette zu «Rupert And The Frog Song» erhältlich. Wiederveröffentlicht wurde der Film auf der DVD «The Music And Animation Collection» im Jahr 2004.
Das zweite LineUp der Wings mit Denny Seiwell, Linda und Paul McCartney, Denny Laine und Henry McCullogh.

Tracklist:
Seaside Woman
B-Side To Seaside