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Unsere Söhne tragen Faserpelz am Rheinknie, wir Shorts in Joaçaba.
In Brasilien ist im eidgenössischen Herbst Frühling, mühelos überwindet das Thermometer 30 Grad.
Fällt die Temperatur auf 18 Grad, ziehen viele Brasilianer*innen dicke Pullover an und klagen über frostige Temperaturen.
Um 5 Uhr streckt und reckt Mann sich im Garten seiner Schwiegermutter.
Er geniesst die Flugkunst des kleinen Kolibri, welcher aufrecht in der Luft verharren, seitwärts und rückwärts fliegen kann. Der kleine Flugartist wiegt wenige Gramm und kann seine Flügel bis zu achtzigmal pro Sekunde schlagen.
Der angrenzende Urwald, abgesperrt durch tief hängende Äste und ineinander verschlungene Lianen, verrät durch lautes Zirpen, Zwitschern, Trillern, Rufen reiches und unsichtbares Leben.
Mann hat keine Lust mit einer Machete sich gewaltsam Zugang zu verschaffen und dieses Paradies zu stören.
Schmetterlinge fliegen nervös umher, scheinen unsicher zu sein, auf welcher Pflanze sie ihr Tagwerk starten wollen. Sie haben die Qual der Wahl.
Langsam kriechen 3 grosse Echsen aus der Kanalisation hoch und geniessen mit erhobenem Kopf die ersten Sonnenstrahlen, den sanften Wind und die Absenz der Menschen, welche noch schlafen.
Mann staunt, saugt auf und ist dankbar.
29. Dezember 2020