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Mehr als 11'000 Videospiele gehörten Michael Thomasson. Laut dem Guinnessbuch der Rekorde besass er die grösste Sammlung der Welt. Jetzt hat sich der Spielefan von seiner Kollektion getrennt – für einen beachtlichen Preis.
Die grösste Spielesammlung der Welt wechselt den Besitzer. 750'250 Dollar bekommt Michael Thomasson dank einer Onlineversteigerung für die mehr als 11'000 Spiele, die er in den vergangenen Jahren gesammelt hat. Im Schnitt bringt ihm jeder Einzeltitel also 68 Dollar. 2012 hatte es Thomasson mit seiner Kollektion ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Damals besass er 10'607 Spiele.
Thomasson hatte in den Neunzigerjahren in sieben unabhängigen Spielegeschäften gearbeitet, anschliessend für eine Ladenkette. So fiel es dem Mann aus dem US-Bundesstaat New York leicht, an zahlreiche Spiele zu kommen und das oft im bestmöglichem Zustand. Mehr als 2600 seiner Spiele sind noch verschweisst, 8300 gibt es mit Karton und Handbuch.
Zu den Geräten, auf denen die Spiele laufen, zählen unter anderem der Commodore 64, Segas Handheld Game Gear und Nintendos Virtual Boy – eine gefloppte Konsole, bei der Spieler durch eine Art Fernglas gucken. Die Bandbreite der angebotenen Spiele reicht vom «Fifa 14»-Vorläufer «Fifa International Soccer» bis zum Actionspiel «Rambo». Pro Tag kaufe er im Schnitt zwei Spiele, erzählte Thomasson in einem Interview mit dem Onlinemagazin «Retro».
In der Auktionsbeschreibung betonte Thomasson, er werde sich von seiner Sammlung trennen, aber das Videospielen als Hobby nicht aufgeben. Zu seinen Lieblingsspielen zählen etwa die Gruselspiele «Resident Evil 4» und «Alan Wake». Sein erstes Spiel, «Cosmic Avenger» für die Konsole ColecoVision, hatte Thomasson im Alter von zwölf Jahren von seinen Grosseltern bekommen.
Im «Retro»-Interview erklärte der mittlerweile 43-Jährige, er verkaufe die Kollektion, um seine Familie besser unterstützen zu können. Die Sammlung sei praktisch alles, was er besitze. «Ich habe einige Fernsehsendungen auf DVD und zehn Jahre alte Klamotten (weil sich über ein Jahrzehnt weder mein Gewicht noch meine Grösse verändert hat) und das war's. Ich könnte alles andere, was ich besitze, in mein Auto packen». Thomasson hatte bereits zweimal zuvor Teile seiner Sammlung verkauft, das letzte Mal 1998, um seine Hochzeit zu finanzieren.
Bei der jetzigen Onlineauktion waren binnen einer Woche 56 Gebote abgegeben worden, zwei davon angeblich von Oculus-Gründer Palmer Luckey. Wer letztlich das Höchstgebot abgab, ist bislang unbekannt.
So beeindruckend gross Thomassons Sammlung ist, auch sie repräsentiert nur einen Teil aller bislang erschienenen Videospiele. Im April hatte ein Nutzer des Webforums 4chan eine Übersicht veröffentlicht, die den Anspruch hatte, alle jemals veröffentlichten Titel aufzulisten. Auf dieser online abrufbaren Liste finden sich mehr als 40'000 Einträge. (mbö)