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Kanton Säntis
Die Helvetische Republik war eine durch französischen Revolutions-export auf dem Boden der Alten Eidgenossenschaft errichtete Tochterrepublik, die am 12. April 1798 ausgerufen und am 10. März 1803 wieder aufgelöst wurde.
Die Französische Revolution fand starke Beachtung in der Schweiz und weckte in den verschiedenartigen Staaten der Alten Eidgenossenschaft in aufgeklärten und politisch oder ökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen Hoffnungen auf eine Reform der bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Zentrale Anliegen waren die Abschaffung der Privilegien der herrschenden Familien, der Untertanenverhältnisse, des Feudalismus, die Einführung moderner Verfassungen, Wirtschafts-, Meinungs- und Handelsfreiheit.
Die Lage blieb in der Alten Eidgenossenschaft bis 1797 relativ ruhig. lm November durchquerte der in Italien siegreiche französische General Napoléon Bonaparte die Schweiz, auf seiner Reise an den Rastatter Kongress in Basel.
Napoléon Bonaparte in heroischer Pose auf dem Grossen St. Bernhard
Den Anstoss zum Sturz des Ancien Régime in der Eidgenossenschaft gab schliesslich das strategische Interesse Frankreichs an dem Gebiet der heutigen Schweiz. Frankreich lag nichts mehr an der Neutralität der Schweiz, da es nun seine ganze Kraft auf den Krieg mit Österreich konzentrieren musste.
Gegen den «Franzoseneinfall» leisteten die Eidgenossen kaum Widerstand. So wurde am 12. April 1798 auf dem Boden der Alten Eidgenossenschaft die Helvetische Republik ausgerufen.
Gemäss Proklamation des neuen französischen Regierungskommissär wurden nach ihrer gewaltsamen Eroberung Uri, Schwyz, Zug und Unterwalden zum Kanton Waldstätte, Glarus mit dem Sarganserland, der March und Teilen des Rheintals zum Kanton Linth und beide Appenzell mit St. Gallen zum Kanton Säntis zusammengefasst.
Der Grosse Rat der Eidgenossen beschloss am 2. Mai 1798 die Schaffung der Kantone Waldstätte, Säntis und Linth.
1802 kündigte Napoléon aufgrund eines Friedensabkommens zwischen den Grossmächten, in dem die Unabhängigkeit der Helvetischen Republik vereinbart worden war, den Rückzug der französischen Truppen aus Helvetien an. Die der Schweiz von Frankreich diktierte Ordnung brachte den Kantonen eine gewisse Selbstständigkeit zurück. Dafür musste die Schweiz stets 12‘000 Soldaten zu Verfügung halten.
Die Helvetische Republik und damit auch der Kanton Säntis wurde am 10. März 1803 wieder aufgelöst und nach der Niederlage Napoleons in den Koalitionskriegen ordnete der Wiener Kongress 1815 Europa neu. Nachdem sich die politische Landkarte des Kontinentes als Nachwirkung der französischen Feldzüge über ganz Europa erheblich verändert hatte, schuf der Kongress zahlreiche neue Staaten. Die siegreichen Grossmächte bezweckten mit der Schweiz einen Puffer zwischen Frankreich und Österreich zu schaffen. Die Schweiz verlor unter anderem das Veltlin erhielt aber auch Gebiete wie der heutige Kanton Jura. Mit der Resolution des Wiener Kongresses anerkannten die Grossmächte die Schweiz als unabhängigen Staat und verordnete ihr die bewaffnete Neutralität. Die Kantone wurden einander gleichgestellt und die Schweiz blieb im Kern föderalistisch.
Napoléon Bonaparte erfand die moderne Schweiz
Dass auf Schweizer Strassen rechts gefahren wird verdanken wir Napoléon. Ebenso das Autoschild mit dem CH, oder das gesamte Zivilrecht. Nach Expertenmeinung gäbe es sogar die ganze Schweiz nicht ohne den korsischen Feldherrn, der 1798 die Helvetischen Republik und 1803 die Mediationsakte schuf. Er war schlicht der Erfinder der modernen Schweiz.
Napoléon hatte aber auch Schattenseiten. Von den 9‘000 Schweizer Soldaten, die 1812 an Napoléons Russlandfeldzug teilnahmen, kamen kaum 1‘000 zurück. An der Beresina verheizte er mehr als tausend Schweizer Soldaten, um auf dem Rückzug den letzten Rest seiner «Grand Armée» über den weissrussischen Fluss zu retten.