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Unterirdische Pläne: Wasserkraftwerk zwischen Schiffenen-/Murtensee
Das freiburgisch-neuenburgische Energieunternehmen Groupe E möchte auf der neun Kilometer langen Strecke zwischen dem Schiffenen-Stausee und dem Einlauf des Stollens in den Murtensee ein unterirdisches Kraftwerk bauen, wie es am Donnerstag verlautbarte. Groupe E schätzt die Kosten des Projekts auf 350 Millionen Franken. Das Unternehmen prüft derzeit die Machbarkeit eines unterirdischen Stollens, wodurch sich die Stromproduktion um 140 Gigawattstunden erhöhen und der Elektrizitätsbedarf von 31'000 Haushalten decken liesse. Frühestens 2019 wird gebaut, falls das Projekt verwirklicht wird.
Bisher wird das Wasser des Schiffenen-Stausees nach einer Fallhöhe des Wassers von 43 Metern am Fuss der Bogenstaumauer turbiniert. Wird das unterirdische Kraftwerk verwirklicht, beträgt die neue Fallhöhe 94,5 Meter. Eine Umleitung des Saanewassers in Richtung Murtensee würde aber einen Ausgleich für die Kraftwerke an der Aare unterhalb von Schiffenen erfordern. Die Saane, die den Schiffenensee speist, fliesst ein paar Kilometer nach dem Passieren der Schiffenen-Staumauer bei Laupen BE in die Aare.
Die Fischer dürften eine solche Saaneumleitung begrüssen, glaubt Groupe E, da damit die sogenannte Schwall-Sunk-Problematik unterhalb der Schiffenen-Staumauer gemildert würde. Bei der Schwall-Sunk-Problematik geht es um die bei Wasserkraftwerken zuweilen stark steigende und wieder sinkenden Wassermenge. Der Bernisch-Kantonale Fischerei-Verband hatte sich 2008 beschwert, dass viele Jungfische wegen des Schwall-Sunk- Betriebs verendeten und die Groupe E infolgedessen vor die Justiz gezerrt.