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WINTERTHUR ALS STADT DER MIGRATION BIS 1900
Referat von Peter Niederhäuser, freischaffender Historiker und Winterthur-Experte.
Die Stadtbefestigung Winterthurs war schon im Mittelalter durchlässig: Ein- und Auswanderung gehörten ebenso zum städtischen Alltag wie Menschen jüdischer Herkunft, Adlige oder Geistliche, die sich auf Zeit und unter bestimmten Bedingungen in Winterthur aufhielten.
In der Frühen Neuzeit verlangsamte sich die Migration: Angesichts der wachsenden Bevölkerung waren Neuzuzüger*innen weniger willkommen, ausser als Dienstpersonal. Es gab aber immer auch Winterthurer*innen, die in die Fremde zogen. Und mit dem vorübergehenden Aufenthalt von Hunderten Glaubensflüchtlingen aus Frankreich und Piemont erlebte die Stadt um 1700 eine Bewährungsprobe.
Mit der politischen und wirtschaftlichen Liberalisierung erlebte Winterthur ab der Mitte des 19. Jahrhunderts einen eindrücklichen Aufschwung. Zwischen 1850 und 1900 vervierfachte sich die Bevölkerung. Arbeitskräfte kamen aus nah und fern an die Eulach und verwandelten die beschauliche Kleinstadt allmählich in ein multikulturelles Zentrum mit jüdischen Geschäften, einem katholischen Stadtviertel, originellen Restaurants und einem internationalen Vereinswesen.
Peter Niederhäuser nimmt uns mit auf die Spuren dieser langen Geschichte, welche heute noch im Stadtbild Winterthurs abzulesen sind.
19.00 – 20.30 UHR
Lagerplatz 9