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C. entstanden im ausgehenden 18. Jh. in den grösseren Städten der Schweiz nach italienischem und franz. Vorbild. Neben Kaffee, Tee und Schokolade waren es die Erzeugnisse der in Mode gekommenen Zuckerbäckerei, die zu den wichtigsten Konsumgütern in den C. gehörten. Schon im 18. Jh. waren Zuckerbäcker aus Graubünden besonders in Venedig und Oberitalien, später auf der ganzen Welt, bekannt für ihre Produkte, die eng mit der Welt der aufkommenden Kaffeehäuser verbunden waren.
Als Ort der Erholung, aber auch der Diskussion und des Spiels, bildeten die C. bald wichtige Treffpunkte der Männer der gehobenen Gesellschaft. Der informelle Charakter prägte die Geselligkeit der C., die sich deutlich von jener der Salons einerseits, der althergebrachten Gasthäuser andererseits abhob. Während und nach der Franz. Revolution -- nach der Lockerung der Zensur -- wurden C. zu wichtigen Orten der Zeitungslektüre und der polit. Debatte.
Im 19. Jh. öffnete sich die Institution des C. nach versch. Seiten. Neben den exklusiven Kaffeehäusern, die sich in ihren Ausstattungen zu übertreffen suchten, entstanden nun auch populäre Formen, die zu Treffpunkten jener Gruppen wurden, denen andere Orte der Geselligkeit verschlossen blieben. Flüchtlinge, Künstler und Intellektuelle prägten in den grossen Städten den Charakter einzelner C., die zu Kristallisationsorten des geistigen Lebens wurden. Im Gegensatz zu den auf den Alkoholkonsum ausgerichteten Gasthäusern schloss die Kaffeehauskultur die geistige Arbeit und das Spiel (besonders das Schachspiel) nicht aus. Vom ausgehenden 19. Jh. an waren auch Frauen vom Besuch der C. nicht mehr ausgeschlossen.
Im 20. Jh. entstand schon in der Zwischenkriegszeit als eigene Form des C. der Tearoom als meist alkoholfreie Gaststätte, die weniger in der Freizeit als vielmehr während der Arbeitspausen aufgesucht wird.
Literatur
– D. Kaiser, Fast ein Volk von Zuckerbäckern?, 1985
– U. Heise, Kaffee und Kaffeehaus, 1987
Autorin/Autor: François de Capitani