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Stausee Valle di Lei
Kernstück der KHR-Anlagen ist der 197 Mio. m3 fassende Stausee Valle di Lei. Aufgestaut wird der drittgrösste Stausee der Schweiz durch eine Bogenmauer mit einer maximalen Höhe von 138 m, einer Kronenlänge von 690 m und einer Kubatur von 840 000 m3.
Die Stauanlage Valle di Lei ist eine Meisterleistung italienischer Ingenieure, Bauunternehmen und Arbeitskräfte. Weil das Tal nur zu Fuss erreichbar war, musste die Baustelle vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten zuerst erschlossen werden. Von Campodolcino (I) aus wurden zwei 15 km lange Seilbahnen errichtet – je eine für Personen und für Material. Von Norden her musste zunächst die Averserstrasse ausgebaut werden. Dann wurde eine Fahrstrasse zum Tunnelportal errichtet und schliesslich der Zufahrtstunnel erstellt. Zu realisieren war ausserdem eine Infrastruktur zur Unterbringung von 1500 Arbeitern. Die Bauarbeiten im Valle di Lei wurden im Sommer 1957 aufgenommen und nach der Leistung von rund 1 080 000 Manntagen im Herbst 1962 mit dem ersten Vollstau beendet.
Die Staumauer lag ursprünglich auf italienischem Gebiet, gelangte aber nach ihrer Vollendung durch einen Gebietsabtausch zwischen den beiden Ländern auf Schweizer Boden. Fast der ganze Stausee – und auch das zugehörige natürliche Einzugsgebiet, aus welchem rund ein Drittel des aufgestauten Wassers stammt – liegen in Italien. Rund zwei Drittel des Wassers werden aus den Tälern Avers, Madris und Niemet zugeleitet bzw. aus dem Einzugsgebiet des Stausees Sufers über die Zentrale Ferrera ins Valle di Lei hochgepumpt.