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Flugreise in die Freiheit
Die BOS Foundation hat zwölf Orang-Utans per Helikopter in die entlegenen Schutzgebiete Bukit Batikap in Zentral-Kalimantan und Kehje Sewen in Ost-Kalimantan freigelassen.
Die Reise dorthin war beschwerlich. Aber sie hat sich gelohnt.
Fotos: BOS Foundation
Durch den Einsatz eines Helikopters konnten am 5. bis 7. November acht Orang-Utans und am 9. und 10. November vier Orang-Utans behutsam in ihre neuen Lebensräumen in Ost- und Zentral-Kalimantan überführt werden. Die acht Orang-Utans wurden von der Rettungsstation Nyaru Menteng zum Naturschutzgebiet Bukit Batikap geflogen und über den Flussweg an ihren Auswilderungsort gebracht. Während die vier anderen Orang-Utans erfolgreich aus dem Rehabilitationszentrum Samboja Lestari in das von BOS verwaltete Schutzgebiet Kehje Sewen in Ost-Kalimantan entlassen wurden.
Im Februar 2021 wurde bereits eine ähnliche Auswilderungssstrategie angewendet. Da sich die aktuellen Auswilderungsorte in sehr abgelegenen Gebieten befinden, wurde entschieden, die Orang-Utans mit dem Helikopter zu transportieren. Das ermöglicht es uns, die Effizienz zu maximieren und den Stress für die Orang-Utans zu minimieren. Die Orang-Utan-Käfige wurden zunächst mit dem Auto von den Rehabilitationszentren zu den Helikopter-Standorten gebracht. Anschliessend wurden die Käfige in ein riesiges Netz gelegt und unter dem Helikopter in der Luft hängend zu den ausgewählten Landeplätzen geflogen. Nach der Landung mussten die Tiere und das begleitende BOS-Team den letzten Teil der Reise mit dem Boot zurücklegen.
Für eine erfolgreiche Auswilderung sind wir auf die enge Zusammenarbeit mit den indonesischen Behörden und den lokalen Organisationen angewiesen. Aber auch unsere Spenderinnen und Spender machten diese Auswilderung möglich. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen in BOS Schweiz!
Unter den befreiten Orang-Utans befanden sich Juki, Batola, Gami und Cici, die nach langem Warten endlich in ihre Heimat zurückkehren konnten.
Juki – Der Dominante
Im März 2003 wurde Juki zusammen mit einem anderen Orang-Utan namens Susi von der BKSDA in Ketapang, West-Kalimantan, beschlagnahmt. Der kleine Juki war 18 Monate alt und wog zu diesem Zeitpunkt 7 kg. Zusammen mit Susi unterzog er sich einer Quarantäne, bevor er mit der Waldschule startete. Nach Abschluss aller Stufen der Waldschule, trat Juki die letzte Phase der Rehabilitation auf der Vorauswilderungsinsel Kaja ein.
Juki ist ein dominanter Orang-Utan. Bereits im Dezember 2016 wurde er parat für die Wildnis. Er wurde im Bemban-Gebiet des Bukit Baka Bukit Raya Raya National Parks (TNBBR) freigelassen. Leider machte er die Gegend um ein entlegenes Dorf unsicher. Um weitere Auseinandersetzungen mit einer zunehmend besorgten Bevölkerung zu vermeiden und Juki zu schützen, wurde er zurück in die Rettungsstation geholt. Nun wagten wir den zweiten Anlauf: Diesmal schickten wir Juki im abgelegeneren Bukit Batikap-Schutzwald zurück in die Freiheit.
Cici – Die Weiss-was-sie-will
Im November 2013 wurde Cici aus der BOS-Rettungsstation Samboja Lestari nach Nyaru Menteng verlegt. Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte liegt hinter diesem Transfer: Cicis Reise bei BOS begann im Jahr 2003. Im Alter von 3 bis 4 Jahren wurde sie von der regionalen Naturschutzbehörde BKSDA nach Samboja Lestari gebracht. Dort wuchs sie zu einem unabhängigen, geschickten und sehr sozialen Orang-Utan-Weibchen auf. Ein Gentest ergab jedoch, dass Cici nicht in Ost-Kalimantan ausgewildert werden kann, da sie einer Unterart der Orang-Utans angehört, die in Zentral-Kalimantan beheimatet ist. Kurzerhand wurde sie deshalb in die Rettungsstation nach Nyaru Menteng in Zentral-Kalimantan verlegt. Dort unterzog sich Cici einer weiteren Quarantäne.
Am 26. November 2018 wurde sie auf die Vorauswilderungsinsel Kaja verlegt.
Heute ist Cici leicht gereizt und kann ein ziemlich dominantes Weibchen sein. Sie ist jetzt 24 Jahre alt und bestens ausgerüstet für ein Leben in der Freiheit des Bukit Batikap Schutzwaldes.