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Übersetzer und Dolmetscher – diese beiden Wörter werden in der Umgangssprache oft bedeutungsgleich verwendet. Tatsache ist, dass beide eine Person bezeichnen, die als Sprachmittler auftritt. Doch es gibt einen markanten Unterschied: Während Übersetzer Inhalte schriftlich von einer Sprache in eine andere übertragen, arbeiten Dolmetscher mündlich oder mit Zeichensprache.
Während beim deutschen Wort Übersetzer allein die Bestandteile über und setzen auf den Sinn des Wortes hindeuten, klingt Dolmetscher fremd. Dol ist kein Wort der deutschen Sprache und metschen gibt es ebenso wenig. Woher kommt dieses Wort und was bedeutet es?
Die Antwort liefert ein Fachwörterbuch: Die Wörter Dolmetscher und dolmetschen flossen im 13. Jahrhundert aus dem Südosten Europas in den deutschen Sprachschatz ein.
Auf Mittelhochdeutsch wurde das heutige dolmetschen entweder tolmetsche oder tulmetsche geschrieben, im Frühneuhochdeutschen hieß es dann schon dolmetsch.
Über welche Sprache das Wort seinen Weg ins Deutsche gefunden hat, lässt sich nicht mehr genau sagen. Es könnte eines der wenigen aus dem Ungarischen übernommenen Wörter sein; in diesem Fall hieße der Vorläufer tolmács. Möglich ist auch eine „Einwanderung“ über eine andere slavische Sprache; hier wäre der Vorläufer tolmáč.
Das türkische Wort, das dieser linguistischen Wanderbewegung zu Grunde liegt, heißt tilmaç. Sprachwissenschaftler vermuten, dass auch die türkische Sprache dieses Wort samt Bedeutung vor langer Zeit einer anderen Sprache entlehnt hat. Dabei haben die frühen türkischen Sprecher den ersten Wortbestandteil so lange lautlich verändert, bis er nach dem alttürkischen Wort til klang.
Til hieß auf Alttürkisch Zunge oder Sprache. -maç ist den modernen türkischen Wortendungen -mek und -mak ähnlich. Diese markieren stets ein Verb.
Und so erscheint nach einer näheren Auseinandersetzung das Wort dol-metschen ähnlich sinnvoll wie über-setzen: Mit der Sprache oder der Zunge wird etwas gemacht.