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GESCHICHTE
Von der Gründung bis zum heutigen Zeitpunkt wurde die Geschichte des Ski-Club Basel im Archiv festgehalten.
Gründung
Der Ski-Club Basel wurde am 17. Oktober 1904 im sogenannten japanischen Zimmer der Rebleutenzuft gegründet. Die Gründung erfolgte nur sieben Tage nachdem der Ski-Club Glarus die bestehenden Vereine zur Bildung eines Schweizerischen Skiverbandes eingeladen hatte. In Ermangelung eines Ski-Clubs in der Stadt Basel wurde zur Gründungsversammlung des Schweizerischen Skiverbandes die Sektion Basel des SAC eingeladen. Sie erklärte jedoch, dass sie ihre Mitwirkung ablehnen müsse, da ihre Statuten eine Teilnahme an einem Verband verbiete, der sich mit Wettrennen beschäftigt. Einige Sektionsmitglieder fanden, dass die Zeit zur Gründung eines Ski-Clubs in der Stadt Basel gekommen sei. Herr Dr. Hans Burckhardt und Herr Dr. R. Martin luden in ihrem Namen Personen zur Gründungssitzung ein, von denen bekannt war, dass sie gelegentlich Skitouren unternommen haben. Zur Gründungssitzung fanden sich 18 namentlich bekannte Personen und ein Unbekannter ein. Folgende Persönlichkeiten der Stadt Basel gehören zu den Gründern des Ski-Club Basel:
Dr. Hans Burckhardt, Notar
Carl Egger, Kaufmann
Dr. Paul Mähly, Chemiker
Dr. Emil Fankhauser, Reallehrer
Dr. Theod. Frank, Botaniker
Oscar Grether, Apotheker
Prof. Constantin von Janicki, Zoologe
Karl im Obersteg, Kaufmann
Leonhard Kost, Kaufmann
Richard Lenz, Kaufmann
Dr. Rud. Martin, Zoologe und Geologe
Prof. Theod. Niethammer, Geodät.
Fritz Otto, Kaufmann
Dr. Adalbert Panchaud, Apotheker
Prof. Heinr. Preiswerk, Geologe
Emanuel Sandreuter, Spenglermeister
Gottlieb Stampfli, Kaufmann
Alfred Stingelin, Kaufmann
und 1 Unbekannter
Die Gründung erfolgte ohne Hindernisse und einstimmig. Gleichzeitig wurde der erste Vorstand gewählt, bestehend aus dem Präsidenten, Dr. P. Mähly, dem Aktuar, C. Egger und dem Kassier, F. Otto. In einer ersten Phase war eher wenig Interesse für Rennbestimmungen vorhanden und man betrachtete sich eher als Touristenclub. Schon bald jedoch war der Ski-Club Basel einer der führenden Vereine, wenn es darum ging, für den Schweizerischen Skiverband Verbandsstatuten oder Rennreglemente zu entwickeln.
Die ersten Jahre
Die ersten Jahre standen ganz im Zeichen von privaten Ausflügen und Clubexkursionen. Das damalige Skikostüm: Wollkappe und -sweater, Gamaschen und Alpenstock, mutet heute beinahe komisch an. Sonntag für Sonntag zog man in guter Gesellschaft auf die Höhen des Schwarzwaldes oder in die Juraberge. Die Zunahme der Mitgliederzahl war bald so stark, dass der Ski-Club Basel an die Spitze sämtlicher Vereine in der Schweiz rückte und die Stellung bis zum ersten Weltkrieg behielt (1914: 340 Mitglieder). In den Kriegsjahren ging die Mitgliederzahl jedoch beinahe um die Hälfte zurück (1922: 178 Mitglieder).
Im Jahre 1909 wurde nach den Plänen unseres Mitgliedes Ing. F. Lotz die erste richtige Sprungschanze in Langenbruck errichtet und im darauf folgenden Jahr auf Kosten des Ski-Club Basel verbessert und ausgebaut. Rund um die Sprunganlage fanden auch die ersten Clubrennen statt, die nicht nur aus der Disziplin Skilauf, sondern auch aus den Disziplinen Geländelauf, Kunstlauf und Sprunglauf bestanden. Mit den Jahren wuchs die Zuschauerzahl auf gegen 3000.
Der Bau der eigenen Clubhütte
Nach der Kündigung der bisherigen Unterkunft in einer Hirtenwohnung auf der Waldweide, tauchte bereits 1914 die Frage nach dem Bau und dem Unterhalt einer eigenen Clubhütte auf. Ein Hüttenfonds wurde geöffnet, eine Baustelle gesucht, Pläne durch das Mitglied Arch. A. Grüninger ausgearbeitet, auf dem Graitery ein Stück Land gekauft und eine provisorische Unterkunft eingerichtet. Jedoch im Herbst 1921 erwarb der damalige Präsident F. Wortmann eine Militärbaracke, die an der Burgfelderstrasse dem Grenzdienst gewidmet war und lies diese auf die Waldweide hinauf transportieren. Die Finanzierung war nicht ganz unbedeutend, den der Hüttenfonds belief sich auf ledichlich CHF 4’000.- und die Gesamtkosten betrugen CHF 13’000.-. Durch freiwillige Beiträge, Anteilsscheine und eine Hypothek wurden die nötigen Summen aufgebracht, wobei auch der Ski-Club Basel durch Erhöhung des Mitgliederbeitrages seinen Anteil dazu beitrug.
Wegen den anstehenden, notwendigen kostenintensiven Renovationsarbeiten wurde die Hütte in den 70er Jahren an die SAC-Sektion Baselland verkauft, welche sie innen und aussen vollständig renovierte und umbaute. Die SCB-Mitglieder geniessen noch heute zu den gleichen Bedingungen wie die SAC-Mitglieder Gastrecht auf “ihrer” alten Clubhütte.
Vom Tourenwesen zum Rennwesen
In den zwanziger Jahren war im Ski-Club Basel noch das Touren-Skifahren Trumpf. Der Rennsport, damals aus den Disziplinen Langlauf, Abfahrt und Slalom bestehend, wurde als lästig abgetan. Skifahren galt zu dieser Zeit als eine gefährliche und verworfene Sportart und wurde vor allem von den Schulen der Stadt Basel für Kinder und Jugendliche verboten. Einige fortschrittliche Lehrer, welche die Latten selbst unter die Füsse nahmen, standen jedoch glücklicherweise dem Ski-Club Basel im Vorstand zur Verfügung. Mit der Zeit kam der grosse Umschwung. Auf einmal wollte man nur noch den Rennsport betreiben und vor dieser Entwicklung konnte sich auch der Ski-Club Basel nicht verwehren. Doch als Rennclub konnte sich der Verein erst mit der Zunahme des privatisierten Verkehrs profilieren. Das Auto führte nicht nur dazu, dass die Teilnehmerzahlen bei Touren und das kameradschaftliche Leben in der Clubhütte abnahmen, sondern rückte eben den Skirennsport in den Vordergrund der Clubaktivitäten. Die Voraussetzungen für den florierenden Rennbetrieb wurden bereits in den 60er Jahren im allwöchtlichen Donnerstagstraining in der Gotthelfturnhalle geschaffen. Administrativ wie auch auf den Pisten spielten die Mitglieder des Ski-Club Basel viele Jahre hindurch eine führende Rolle im Nordwestschweizerischen Skiverband. Mangels anderer Organisatoren übernahm der Ski-Club Basel bis Mitte der 80er Jahre die Durchführung der Baselstädtischen Meisterschaften mit bis zu 400 teilnehmenden Kinder und Jugendliche. Unsere Läufer erzielten hierbei stets glänzende Resultate.
Die Gemütlichkeit der 70er Jahre
Der Verkauf der Waldweidhütte konnte das feste Band der Zusammengehörigkeit nicht durchtrennen. Vermehrt wurden auch Rufe nach vorwinterlichen familiären Anlässen laut, die auch in die Tat umgesetzt wurden. So entstand das legendäre Club-Ääbeli, zuerst nur zaghaft, dann aber Jahr für Jahr mit unauslöschlichen Glanzpunkten. Dank persönlicher Beziehungen gehörte das Erstlingscabaret von César Keiser, das Kikeriki, dann Alfred Rasser und über mehrere Jahre Megge Afflerbach zu unseren vielbejubelten Künstlern. Sogar ein clubeigenes Cabaret Mavaclo bot meisterhafte Darbietungen. Unvergesslich sind auch die Snowfester, an welchen der Ski-Club Basel zusammen mit der IG Basler Ski-Clubs den Schweizerischen Skiverband an der Herbstwarenmesse vertrat.
Trotz der Gemütlichkeit war der Ski-Club Basel auch sportlich sehr erfolgreich. So mussten beispielsweise Ausscheidungen für die Teilnahme an den regionalen NSV-Meisterschaften gefahren werden, da der Ski-Club Basel nur 40 Startplätze erhalten hatte. Die Teilnahme an den SSV-Punkterennen war teilweise mit haarstäubenden Anfahrten verbunden. Nicht selten fuhren einige Clubmitglieder mit ihren Vespa-Rollern bei dichten Schneetreiben, zu Zweit und mit der kompletten Skiausrüstung zu den Rennen nach Adelboden, Grindelwald oder in andere Skigebiete.
Der Ski-Club Basel und die Verbände
Bereits vor Gründung des Ski-Club Basel ist eines seiner ersten Mitglieder in die Analen des Schweizerischen Skisportes eingegangen. Der Basler Robert Helbling überschritt mit Skier schon 1903 das Strahlegghorn, das Finsteraarjoch und die Furka, um dann zu einer Alpentraversierung anzusetzen, was für die damalige Zeit ein Wagnis von unerhörter Kühnheit und Gefährlichkeit bedeutete. 1908 errang der Basler Dr. Xavier Merz am 4. Grossen Schweizerischen Skirennen in Engelberg die SSV-Meisterschaft. Der Ski-Club Basel war seit seiner Gründung einer der Pioniere im Bereich der Ausarbeitung von Reglementen für den Schweizerischen Skiverband.
Der Ski-Club Basel hat 1920 die Initiative zur Gründung der Nordwestschweizerischen Skiverbandes übernommen und stellte seinen ersten Präsidenten, Herr F. Wartmann. Bis heute hat nicht weniger als sechs mal ein Mitglied des Ski-Club Basel den Nordwestschweizerischen Skiverband präsidiert. 1911 übernahm sogar Dr. C. Egger für ein Jahr den Posten des Zentralpräsidenten des Schweizerischen Skiverbandes.
Der Ski-Club Basel im Zeitalter der Trendsportarten
In den 80er und 90er hat sich der Ski-Club Basel nach und nach zu einem Rennclub entwickelt, bei dem Kameradschaft und Gemütlichkeit aber nie zu kurz kommen darf. Anfängliche Versuche, die Skiakrobaten im Verein zu integrieren scheiterten. Sie gründeten eigene Vereine. Legendär waren die Rennen am Spalenberg in Basel: Am 1. April 1984 der Schauslalom mit Bernhard Russi und Andreas Wenzel sowie im Januar 1986 das Kinderskirennen mit mehreren hundert teilnehmenden Kindern. An beiden Anlässen zeichnete sich der Ski-Club Basel als Mitorganisator mit Radio Basilisk aus.
Trotz anhaltend guter Resultate von Rennfahrern und Rennfahrerinnen des Ski-Club Basel auf regionaler Ebene, standen vor allem die Jahre um 1990 ganz im Zeichen des Schneemangels, was sich auch im Mitgliederbestand des Ski-Club Basel negativ auswirkte. Der Skisport befand sich in einer Umbruchphase. Während der Bereich des alpinen und nordischen Skisports vor allem auf der Nachfrageseite rückläufig war, so konnten Trendsportarten mit wachsenden Märkten sowohl auf der Angebots- wie auch auf der Nachfrageseite glänzen. Für den Ski-Club Basel, der traditionellerweise im Segment des alpinen Skisports aktiv ist, stellte sich die Frage, wie lange er in diesem Markt noch erfolgreich agieren kann und wie lange er eine schlagkräftige Leistungsgruppe aufrechterhalten könnte. Der Ski-Club Basel brauchte Veränderungen, um im harten Konkurrenzkampf gegen professionelle und kommerzielle Anbieter, gegen das Angebot anderer Sportarten sowie gegen die allgemeine Individualisierung bestehen zu können.
Der Vorstand des Ski-Club Basel hatte sich dieser Herausforderung angenommen. Anlässe wie die Bebbi-Stadtskirennen für Kinder und Jugendliche am St. Margarethenhügel oder die Wiederaufnahme des Basler Schülerskirennens mit über 400 teilnehmenden Kinder, halfen dem Verein wieder einen schlagfertigen Nachwuchs zu bescheren.
Der Ski-Club Basel heute
Der Ski-Club Basel ist heute finanziell ein äusserst gesunder Verein. Die Mitgliederrückgänge der 90er Jahre scheinen aufgefangen zu sein. Wir haben wieder eine JO auf die wir in Zukunft stolz sein werden. Der Ski-Club Basel ist mit Abstand der renomierteste Ski-Club in der Regio Basiliensis. Mit rund 300 Mitgliedern gehört er zu den bedeutensten Ski-Club der ganzen Nordwestschweiz. Dennoch müssen wir auch in Zukunft stets die Anforderungen unserer Mitglieder im Auge behalten und versuchen unser reichhaltiges Clubprogramm darauf auszurichten.