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Lars Reeh führte für Josiablog ein kurzes Interview zum Thema Gott und Leid. Ralf-Thomas Klein, Philologe und promovierter Theologe, hat seine Dissertation zu Alvin Plantinga, dem wohl bekanntesten und prägendsten christlichen Philosophen der Gegenwart, geschrieben. Er fasst dessen Position zum Theodizee-Problem so zusammen:
Plantinga versteht unter einer Theodizee eine Antwort auf die genannte Frage, die lautet: „Gott lässt das Leid zu, weil x.“ Und x ist dann der Grund, warum Gott Leid zulässt. Plantinga legt keine Theodizee vor, weil er zu Recht sagt: „Wir können nicht wissen, warum Gott Leid zulässt.“ Natürlich kann man ganz allgemein sagen, dass Leid eine Folge des Sündenfalls ist, aber dann bleiben trotzdem noch viele Fragen offen: „Warum hat Gott überhaupt Menschen geschaffen, die sündigen können? Hätte man die Folgen der Sünde nicht irgendwie anders gestalten können? Etwa so, dass nur Menschen betroffen sind, die schwerwiegende Vergehen begangen haben? etc.“ Wenn Gott uns nichts über die Zusammenhänge mitteilt, die mit diesen Fragen verbunden sind, können wir nur spekulieren und das führt nicht wirklich weiter. Also setzt er sich ein bescheideneres Ziel. Er gibt eine Antwort der Form: „Möglicherweise lässt Gott Leid zu, weil x.“ Diese Antwort gibt nicht vor, die Gründe Gottes zu kennen, sie zeigt nur eine Möglichkeit auf, warum Gott vielleicht Leid zulassen könnte. Aber diese Antwort genügt, um den Vorwurf zu entkräften, den z.B. John Mackie gemacht hatte: die Existenz des Leides und die gleichzeitige Existenz Gottes seien ein logischer Widerspruch. Wenn es möglich ist, dass Gott aus guten Gründen Leid zulässt, dann gibt es keinen logischen Widerspruch.
Seine Dissertation ist über Google Books in Auszügen zugänglich.