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Die Geschichte von St. Marien Oberwinterthur zeigt exemplarisch, welch enorme Aufbauarbeit für eine Pfarrei in der Diaspora nötig ist. Zu St. Marien gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das gesamte Gebiet nordöstlich von Winterthur bis zur Kantonsgrenze, sodass ihre Geistlichen weit über die heutige Pfarreigrenze hinaus für die Seelsorge aller Katholiken zuständig waren.
|Patrozinium||Muttergottes|
|Baujahr||1936|
|Architekt||Albert Otto Linder|
|Pfarreigrösse||5'200|
|Quartier
||Winterthur-Oberwinterthur|
Geschichte
Die Pfarrei St. Marien wurde von St. Peter und Paul Winterthur errichtet. 1907 kauften die Katholiken den Römerhof, ein Restaurant mit genügend Umland, sodass dort später die Kirche St. Marien gebaut werden konnte. Mit Hilfe des Diözesanen Kultusvereins von Chur und Eigenleistungen konnten in den folgenden Jahren bauliche Veränderungen am Römerhof vorgenommen werden. So wurde der Saal des Restaurants 1919 zu einer Kapelle umgebaut, die 1919 benediziert wurde.
1925 zerstörte ein Brand den Römerhof, einzig die Kapelle konnte gerettet werden. Deshalb wurde für den Pfarrer 1925 ein Pfarrhaus errichtet. In den folgenden Jahren sammelte die Gemeinde Geld, um einen Kirchenneubau zu finanzieren, der dann 1935–1936 realisiert wurde. 1936 benedizierte Bischof Laurenz Matthias Vincenz das Gotteshaus als Maria-Hilf-Kirche. Die eigentliche Weihe erfolgte nach einer ersten Renovation 1957 durch Bischof Christian Caminada.
1970 wurde St. Marien zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 1976 erfolgte eine Innenrenovation, wobei die ursprüngliche Innenausstattung zugunsten der heutigen entfernt wurde. 2003–2004 erfolgte durch Walter Hollenstein und Andreas Bertet eine Erneuerung des Pfarreizentrums.
Die heutigen Pfarreien St. Martin Seuzach und St. Martin Wiesendangen sind Tochterpfarreien von St. Marien Oberwinterthur.
Architektur & Kunst
Die Kirche St. Marien ist als Längsbau bis zur Umgestaltung 1976 als Wegekirche gestaltet gewesen. Die Ausstattung sowie die Bänke für die Gläubigen richteten die ganze Gottesdienstgemeinde auf das Geschehen am früheren Hochaltar aus. Die heutige Innenausstattung gibt Zeugnis von der Geschichte der Pfarrei. So finden sich Glasfenster aus der Frühzeit der Kirche. Ein schlichter Volksaltar wird flankiert von einem massiven, kubischen Tabernakel und vom Ambo. Um die Kirche freundlicher und harmonischer zu gestalten, wurde in dieser Zeit auch eine neue Holzdecke eingebaut, die zur warmen Ausstrahlung der ursprünglich monumental konzipierten Kirche beiträgt. Auf der Empore befindet sich seit 1976 eine Kuhn-Orgel mit 19 Registern.