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Vom Mühlrad zum Computer
Wie alles begann ...
Zwischen den Gemeinden Bühler und Gais im Appenzeller Mittelland liegt das Strahlholz. Das althochdeutsche Wort 'strala' (= Pfeil, Blitzschlag) soll dem Gebiet am Rotbach den Namen gegeben haben. Die Wasserkraft des Rotbachs bildete den Grund zur frühen Ansiedlung von mehreren Mühlen. Eine davon war die 'Untere', 'Zürchers-' oder 'Fitzismühle'. Hier dürfte schon im 17. Jahrhundert gemahlen, gemostet, gebacken und gebauert worden sein.
1871 wurden Mühle und Pfisterei (Bäckerei) aufgelöst und das Hauptgebäude vom neuen Besitzer, dem Gaiser Hauptmann Johannes Höhener-Kürsteiner zu einer Zwirnerei umgebaut und mit einem Anbau für die Zwirnereimaschinen versehen. 1906 liess die nächste Generation, Robert Höhener-Enz und Johannes Ulrich Sutter-Höhener, jenseits des Rotbaches auf innerrhodischem Territorium ein neues dreigeschossiges Fabrikgebäude erstellen, dem eine Heizzentrale mit Hochkamin angegliedert wurde.
Ab 1908 hiess die Firma 'Höhener & Co., Garnhandlung, Baumwollzwirnerei und Bleicherei, mit Sitz in Gais und Zweigniederlassung in St.Gallen'. Der 1894 geborene Sohn Robert Höhener übernahm dann 1928 als alleiniger Gesellschafter die Firma und führte sie als 'Höhener & Cie. AG' mit grossem Erfolg 40 Jahre lang weiter.
1953/54 erfolgte eine Aufstockung des 1906 errichteten Gebäudes 'ennet dem Rotbach' und der Maschinenpark und die Arbeitsplätze wurden ständig modernisiert. Im Laufe der Jahre wuchs der Mitarbeiterbestand auf über 120 Personen, was wohl Grund war, um 1960 am alten Zwirnereigebäude auf Gaiserseite einen zweistöckigen Anbau mit Hauswartwohnung und Personalkantine zu erstellen.
Der 75-jährige Robert Höhener verkaufte dann 1968 den Betrieb seinem Mitarbeiter und Direktor Hans Wunderli. Der Textilbranche blies aber bald ein heftiger Wind entgegen, was zum Produktionsrückgang, zu Zusammenschlüssen und Personalabbau führte. Im Juni 1990 kam dann das endgültige Aus: Die Produktionsabteilungen wurden geschlossen, der Garn- und Stickereizwirnhandel in St.Gallen weitergeführt. Alle Gebäulichkeiten wurden von der neugegründeten GZS Gewerbezentrum Strahlholz AG erworben. (Quelle: Privatarchiv Karl Rechsteiner, Gais)