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Mark Tobey (1890-1976)
Er wurde am 11.12.1890 in Centerville (Wisconsin)USA geboren und starb am 24.4.1976 in Basel.
Nach einem kurzen Studium an der High School of Hammond zog es ihn 1906 nach Chicago, wo er sich autodidaktisch weiterbildete und als Reklamezeichner arbeitete. 1911 übersiedelte er nach New York. Hier begann er mit Erfolg Karikaturen und Modezeichnungen zu machen. Mark Tobey begann sehr früh zu reisen, zuerst in Europa und im Vorderen Orient, später besuchte er Mexiko und Haiti, wo er 1918 zum Baha’i-Glauben, einer orientalischen Religionslehre, konvertierte.
Weitere ausgedehnte Reisen führten ihn nach China und Japan, um sich mit der Kalligraphie zu beschäftigen. Ein malender Mönch aus Tokyo offenbarte ihm die universale Bedeutung der ununterbrochenen Linie im Raum. Einige Zeit verbrachte er auch in einem Zen-Kloster in Kyoto, um Gedichte zu schreiben und zu meditieren. Anschliessend liess er sich 1935 in Seattle nieder. Unter dem Einfluss der fernöstlichen Kunst entwickelte Tobey seine berühmten «White Writings». Weiter beeinflusst wurde er durch die Maler des «Action Painting». 1954/55 bereiste er wieder Europa und blieb von 1959 an in Basel, wo er zurückgezogen in einem alten Haus in der St. Alban-Vorstadt wohnte. Dieses mönchische Leben entsprach ihm offensichtlich, denn noch nie hatte er soviel gearbeitet. 1958 erhielt er den Grossen Preis für Malerei auf der Biennale von Venedig und wurde im gleichen Jahr in die amerikanische Akademie für Kunst und Wissenschaft gewählt.
Seine sogenannten «White Writings» bestanden aus rhythmischen, sensiblen Linienführungen, mit der er anfänglich noch gegenständliche Assoziazionen erzeugte, wie z.B. Stadtlandschaften (Broadway Norm, 1935). Er realisierte dieses Werk in weisser Schreibschrift, die schnell und in einem Schriftzug aufs Papier gelangte. Mit der Zeit abstrahierte er seine Malweise immer mehr um seine inneren Visionen zum Ausdruck zu bringen, wie z.B. in seinem Werk White Field, 1959. Tobey stellte auf seinen Leinwänden die unendliche Ordnung der Welt durch ein unentwirrbares Netz aus Linien und Zeichen dar. Ununterbrochen angelegte Arabesken, die sich nicht von oben nach unten, sondern zum Zentrum hin bewegten, verliehen den Bildern eine hohe Ausdruckskraft. Als einer der bedeutendsten amerikanischen Vertreter kalligraphischer Abstraktion, verstand es Tobey, Einflüsse der europäischen Malerei und der fernöstlichen Kalligraphie auf subtile Weise in seinen Werken darzustellen und zu verbinden.
2000/ab

Quellen
Reclams Künstlerlexikon, 1995
DuMont’s Künstlerlexikon, 1997
DuMont’s Chronik der Kunst im 20. Jh.
© Copyright Galerie HILT AG

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