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BESCHREIBUNG
Der Gelbe Enzian ist in den Alpen und anderen Gebirgen Mittel- und Südeuropas verbreitet, kommt in Höhen bis zu 2500 m ü.M. vor und erträgt Minustemperaturen bis zu - 30 Grad Celsius.
Er ist eine graugrüne, kräftige, ausdauernde krautige Pflanze die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimeter erreichen kann. Die Pflanze wächst sehr langsam, blüht erst mit zehn Jahren und wird 40 bis 60 Jahre alt. Als Überdauerungsorgan wird ein kräftiges, bis armdickes Rhizom gebildet. Die Hauptwurzel bei älteren Pflanzen hat Längen bis zu 1 Meter. Die oberirdischen Pflanzenteile sind durch Haare (Trichome) etwas glänzend. In den Achseln der Hochblätter stehen drei bis zehn Blüten in trugdoldigen Teilblütenständen zusammen. Die Blätter haben eine Länge von 30 cm und eine Breiten von 15 cm. Zudem bilden die miteinander verwachsenen Blattscheiden 'Zisternen', die sich jeweils mit Wasser füllen und in denen Kleintiere leben. Nach deren Tod und dem Verwesungsprozess dienen sie vermutlich der Pflanze als zusätzliche Nährstoffe.
Seine Eigenschaften liessen ihn massiv übernutzen, so dass er auf der Liste der bedrohten Pflanzenarten steht. Heute ist er als Wildpflanze geschützt und scheint sich wieder etwas zu erholen.
Des Enzians Wirkung wurde seit dem Altertum gepriesen und lässt sich auf den illyrischen König Gentis zurückführen, der heilkundig war und ihn gegen die Pest einsetzte. Im Mittelalter wurde gar aus der Wurzel Schnaps destilliert und Dr. Kneip empfiehl den gelben Enzian im Garten auszupflanzen damit er immer griffbereit ist, da seine Wirkung sehr effektvoll und auch vielseitig wäre. Seine heilende Kraft wird in der Naturheilkunde bei Appetitlosigkeit, Fieber, Herzbeschwerden, Sodbrennen, Krampfadern, Untergewicht, kalten Füssen und Händen eingesetzt. In der Volksmedizin findet er Anwendung gegen Fieber, Gicht, Hypochondrie, Malaria und Darmparasiten Seine Wirkung liegt in den Bitterstoffen, die in den Wurzeln enthalten sind. Sie machen die Enzianwurzel deshalb zu einem starken Magenmittel, das die Verdauung fördert.
Aussaat:
Herbst, Winter bis Vorfrühling für eine Keimung im Frühling.
Die Samen können direkt oder in Töpfe ausgesät werden.
Sie keimen schneller und besser, wenn sie einer Kälteperiode ausgesetzt werden. Im Herbst in einem kühlen Gewächshaus oder im Freien ausgesät erhalten sie die benötigten kalten Temperaturen auf ganz natürliche Weise.
Während der wärmeren Monate kann die Keimung durch eine Kaltstratifizierung im Kühlschrank unterstützt werden.
Kultivierung:
Der Gelbe Enzian ist kalkliebend. Er bevorzugt einen kühleren halbschattigen Standort und die Erde sollte locker und tiefgründig sein. Der PH Wert des Bodens sollte nicht mehr als 6.5 betragen. Wenn möglich Staunässe verhindern. Darauf achten, dass die Pflanze nicht überwuchert wird, sie braucht Nachbarinnen, die bodenkriechend oder kleinwüchsig sind, da sie ein sehr langsames Wachstum hat.
Gewinnung:
Die Wurzel ausgraben und einen Teil davon entnehmen. Danach an einem trockenen, schattigen Platz in die Luft hängen. Die Wurzel wird im Herbst nach der Blüte oder im Frühjahr vor dem Austrieb der neuen Blätter geerntet.
Zubereitung:
Man kann den Enzian als Tee trinken oder als Tinktur einnehmen, dazu werden die getrockneten Stücke der Wurzel als Aufguss zubereitet. Man übergiesst einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Oder man bereitet den Enziantee als Kaltauszug zu, dazu übergiesst man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit kaltem Wasser und lässt es sieben bis acht Stunden ziehen. Danach absieben und behutsam auf Trinkwärme erhitzen.
Für die Tinktur übergiesst man die kleingeschnittene Enzianwurzel mit Doppelkorn oder Weingeist und lässt den Ansatz in einem verschlossenen Glas zwei bis sechs Wochen ziehen. Danach abseihen und dreimal täglich vor den Mahlzeiten zehn bis zwanzig Tropfen einnehmen. Aus der Pflanze wird auch der Enzian-Branntwein (Enzler) hergestellt.