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Château Palmer 1996 Präsenter als der 95er, schöne klare Farbe, wenngleich nicht besonders tief. Die Nase offenbart etwas Druck und ist auch mit etwas mehr Tiefe und Nuancen ausgestattet als der 95er. Ansätze von Opulenz dann auch im Gaumen, wobei Letzterer auch bezüglich Kompaktheit gegenüber dem 95er punktet. Die Frucht ist noch reiflich vorhanden und verleiht dem Wein eine schöne Komponente. Wie bereits erwähnt mangelt es auch diesem Palmer letztlich an Körper. Dies ist schade, weil der Jahrgang 1995 und 1996 für einen volleren Wein dieses Gutes eigentlich prädestiniert gewesen wäre. Qualitativ würde ich ihn höher als der 95er einstufen, obwohl er im Direktvergleich mit anderen Weingütern aus demselben Jahr nicht mithalten kann (z.B. Pape Clement, Ducru Beaucaillou, Léoville Barton, Léoville Las-Cases, Pichon Baron, Pichon Lalande, Cos d’Estournel etc.). Aus den hervorragenden Jahrgangsmöglichkeiten hätte hier eigentlich ein kräftigerer Wein entstehen müssen. Vielleicht überrascht er noch in ein paar Jahren, da er wirklich noch recht jung und mit Potential ausgestattet ist. Der Abgang ist recht lang, obwohl der Wein seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen hat. Ich gehe davon aus, dass dieser Palmer noch zulegen wird.
René Gabriel: 18/20, trinken bis 2020