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Prostatavergrösserung
Die normalerweise etwa kastaniengrosse Prostata – auch Vorsteherdrüse genannt – umgibt beim Mann die Harnröhre zwischen der Blase und dem äusseren Harnröhrenschliessmuskel. Die Prostata hat zur Aufgabe, die Samenflüssigkeit, die den Hauptteil des Ejakulats beim Samenerguss ausmacht, zu produzieren. Ohne ihr Sekret wären die Spermien weder beweglich noch befruchtungsfähig. Bei fast allen Männern vergrössert sich die Prostata im Laufe des Lebens. Dies kann zu verschiedenen Beschwerden führen.
Ursachen
Die Geschlechtshormone, die im Blut zirkulieren, sowie erbliche Faktoren stimulieren die Gewebezunahme. Dabei wächst die Prostata nicht nur nach aussen, sondern kann auch die Harnröhre einengen. Dies führt zu Beschwerden beim Wasserlösen. Die Veränderungen werden meistens erstmalig im fünften Lebensjahrzehnt bemerkt und nehmen mit dem Alter zu.
Symptome
Die typischen Beschwerden, die durch eine Prostatavergrösserung verursacht werden, sind:
- häufigeres Wasserlösen mit kleineren Portionen
- nächtliches Wasserlösen
- Startschwierigkeiten
- abgeschwächter oder beim Toilettengang unterbrochener Harnstrahl
- das Gefühl der unvollständig Blasentleerung oder Urinnachtröpfeln
Diagnostik
Um das Erleben und die Beschwerden des betroffenen Mannes zu erfassen, verwenden wir häufig einen standardisierten Fragebogen (IPS-Score).
Weitere Bestandteile der urologischen Untersuchung sind:
- Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm
- Urinuntersuchung mit Prüfung auf Blutbeimengungen und Entzündungszeichen
- Ultraschall: Hier können die Grösse und Form der Prostata genau bestimmt werden. Auch die Füllung der Harnblase und die Nieren werden beurteilt.
- Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie): Die Dauer der Harnblasenentleerung und das Volumen werden mit einem Urin-Auffangtrichter auf der Patiententoilette gemessen. Eine computerbasierte Apparatur liefert die sogenannte Harnstrahlkurve in Form einer grafischen Darstellung.
Diese Basisuntersuchungen bei Verdacht auf eine gutartige Prostatavergrösserung müssen wir gelegentlich durch eine Blasenspiegelung oder eine urodynamische Untersuchung ergänzen.
Die Bestimmung des PSA-Wertes gehört nicht zu den routinemässigen Untersuchungen bei Prostatavergrösserung, kann aber je nach Fall empfohlen sein.
Therapie
Die Untersuchungsergebnisse, das Ausmass der Beschwerden und der Leidensdruck bestimmen die weitere Behandlung.
Nicht-operative (konservative) Behandlungen:
- kontrolliertes Zuwarten bei geringen Beschwerden und geringer Prostatavergrösserung
- Phytotherapie
- Medikamentöse Behandlungen mit einem Alpha-Blocker, einem 5-Alphareduktasehemmer, Anticholinergika oder Kombinationstherapien
Operative Behandlungen:
- Die transurethrale Elektroresektion (TUR-P), die wir mit moderner bipolarer Hochfrequenz-Technik durchführen und dabei schonend das einengende Gewebe entfernen
- Laserbehandlungen, insbesondere bei Blutgerinnungsstörungen
- offene Schnittoperation bei massiver Prostatavergrösserung
Unsere Urologen erörtern die Notwendigkeit einer Operation und die Auswahl des Verfahrens in der Sprechstunde in der Praxis der Uroclinic ausführlich.
Gegebenenfalls kann auch ein minimal-invasives Vorgehen mit Einlage von Retraktionsankern in die Harnröhre (Urolift©-System) ausreichend sein.
Komplikationen
Komplikationen und Notfallsituationen können entstehen durch:
- Harnwegsentzündungen und die Bildung von Blasensteinen
- Harnverhalt, wenn die Blase gar nicht mehr entleert werden kann
- Blutungen im Urin, die durch Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (zum Beispiel Aspirin, Marcoumar) begünstigt werden
- Nierenschädigung durch Stauung des Urins bis zu den Nieren, wenn die Blase maximal gefüllt ist.