Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03657.jsonl.gz/588

Das BAG engagiert sich seit Jahren mit Präventionskampagnen für die Reduktion der HIV-Neuinfektionen, indem klare und eingängige Safer-Sex-Regeln über verschiedenste zielgerichtete Kommunikations- und Werbekanäle kommuniziert werden. Trotz der Bemühungen verharrt die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf relativ hohem Niveau (542 Fälle im Jahr 2016). 49,3 Prozent betreffen Männer, die Sex mit Männer haben (MSM).
Die Möglichkeiten einer effektiven Prävention haben sich im Bereich HIV/AIDS in den letzten Jahren stark erweitert. Dies betrifft vor allem die medikamentöse Prävention. Neben der klassischen Prävention über Kondome birgt sie das Potenzial, die HIV-Neuinfektionen zu drosseln. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass HIV-Infektionen durch eine Chemoprophylaxe wie PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe) wirksam vermieden werden können. Ebenfalls wissenschaftlich bestätigt ist, dass bei bereits erfolgten Infektionen die Weitergabe des Virus durch konsequente antiretrovirale Therapien vermieden wird.
Noch nie war das Ziel näher, die HIV-Neuansteckungen auf ein Minimum zu reduzieren. Gemäss UNAIDS kann das Ende der Epidemie erreicht werden (90-90-90 Forderungen).
Der Bundesrat wird höflich gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Verfolgt er die Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit (EKSG) von 2016 weiter, indem der Einsatz der HIV Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) in der Schweiz mit einem geeigneten System geprüft und evaluiert wird?
- Wie stellt er sicher, dass alle Methoden zur Reduzierung der HIV-Neuinfektionen ausgeschöpft werden und besonders gefährdete Risikogruppen über Zugänge zu den neusten Safer-Sex-Präventionsmassnahmen inklusive der PrEP verfügen?
- Unternimmt er Anstrengungen für einen kostengünstigeren Zugang zu PrEP-Medikamenten?
Hinweise zur Interpellation
Einreichungsdatum: 13.12.2017