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Seit längerem vermutet man eine anfallsunterdrückende Wirkung von Cannabidiol (CBD), dem nicht-rauschauslösenden und kaum psychiatrische Nebenwirkungen aufweisenden Inhaltsstoff im Saat-Hanf (Cannabis sativa). Die Berichterstattung über spektakuläre Einzelfälle in den Medien hat die Erwartungen hochgeschraubt.
Nachgewiesen ist eine Wirkung allerdings bisher erst bei den seltenen, ausserordentlich schweren Epilepsieformen Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom. Hier rechnen wir nach entsprechenden weiteren kontrollierten Studien mit der Zulassung eines CBD-haltigen Medikaments in den nächsten Jahren.
Im Gegensatz zu dem, was viele vermuten, verursacht auch CBD Nebenwirkungen (z.B. Schläfrigkeit, Appetitverlust, Durchfall und gelegentlich paradoxerweise auch eine Zunahme von Krampfanfällen) und kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.
Die Schweizerische Epilepsie-Liga rät aktuell von einem Einsatz von CBD zur Behandlung von anderen Epilepsieformen als dem Dravet- und dem Lennox-Gastaut-Syndrom ausserhalb von Studien ab, da weder Wirkungen noch Nebenwirkungen bei den üblichen, häufigeren Epilepsieformen bisher bekannt sind. Sobald sich die Erkenntnislage ändert, werden wir wieder informieren und selbstverständlich die aktuelle Aussage anpassen.
Swissmedic bietet seit Dezember 2018 einen Überblick mit Vollzugshilfe über Produkte mit Cannabidiol an.
Letzte Aktualisierung: Mai 2019