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Die P. ist eine Wachtruppe aus Schweizer Soldaten (Schweizergarden), die für den Schutz der Person und Residenz des Papstes zuständig ist. Sie wurde 1506 von Papst Julius II. gegründet, als die Eidgenossen nach erfolgreichen Abwehrkämpfen gegen das Haus Habsburg-Österreich und gegen den Hzg. von Mailand auf dem Höhepunkt ihres krieger. Ruhms standen (Fremde Dienste). Seit 1970 ist sie die einzige militär. Formation des Heiligen Stuhls.
Erster Gardekommandant war der Luzerner Kaspar von Silenen, gefallen 1517 im Gefecht bei Rimini. 1527 wurde Rom durch Truppen Ks. Karls V. verwüstet. Während dieser als Sacco di Roma in die Geschichte eingegangenen Plünderung verbarrikadierten sich die Schweizergardisten im Vorhof von St. Peter und verteidigten sich während Stunden gegen Tausende von Landsknechten. 147 Gardisten fielen im Kampf, 42 überlebten mit dem Papst nach einer dramat. Flucht in der Engelsburg. In Erinnerung an dieses Ereignis begeht die Garde nach wie vor jeweils am 6. Mai, dem Tag der Vereidigung der Rekruten, einen feierl. Gedenktag. 1548 wurde die P. neu gegründet. Von diesem Zeitpunkt an stellte Luzern regelmässig den Kommandanten, elf allein die Fam. Pfyffer von Altishofen. Der Ansturm der Franzosen 1798 zwang den Papst und die P., Rom vorübergehend zu verlassen. Nach einer ersten Wiederherstellung 1800 und einer erneuten Auflösung 1809 konnte die Garde 1814 endgültig zurückkehren. Die letzte Kapitulation zwischen dem Hl. Stuhl und dem Kt. Luzern stammt von 1825. Da die Bundesverfassung von 1848 neue Militärkapitulationen verbot, schloss Papst Pius IX. 1858 ein Abkommen direkt mit der Garde. Seither erfolgt die Werbung nur noch über persönl. Kontakte.
Neben der eingangs erw. Aufgabe, über die Sicherheit des Papstes und seiner Residenz zu wachen, gehören zu den Pflichten der Garde die Begleitung des Papstes auf Reisen, die Kontrolle der Eingänge zum Vatikanstaat sowie die Leistung von Ehren- und Ordnungsdiensten. Ihr oberster Dienstherr ist der Papst, dem sie direkt untersteht. Die P. ist als Kompanie organisiert, hat aber den Rang eines Regiments. Der Kommandant bekleidet den Oberstengrad, ihm zugeteilt sind vier weitere Offiziere und ein Kaplan. Zum Kader gehören ferner ein Feldweibel, fünf Wachtmeister, zehn Korporale und zehn Vizekorporale. Die Zahl der Gardisten schwankte im Verlauf der Jahrhunderte zwischen maximal 300 (1512) und minimal 90 (1976). Der reglementar. Gesamtbestand beträgt seit 1998 110 Mann, darunter 6 Offiziere, 26 Unteroffiziere und 78 Hellebardiere. Gegenwärtig stellen die Kt. Wallis, Luzern und St. Gallen die meisten Gardisten. Einige stammen aus der Westschweiz und dem Tessin. Gardisten dürfen bei ihrem Amtsantritt nicht älter als 30 Jahre alt sein, ferner müssen sie römisch-katholisch, schweiz. Nationalität und ledig sein, über einen tadellosen Leumund verfügen und den Militärdienst in der Schweizer Armee absolviert haben. Die Gardeuniform, die von Oberst Jules Maxime Repond mit einem Rückgriff auf diejenige aus der Renaissance erneuert wurde, stammt von 1914. Anlässlich der Vereidigung wird der Halbpanzer getragen. Die Hellebarde von über zwei Meter Länge, das Schwert mit stählernem Stichblatt und die von den zwei Fahnenwachen getragenen Zweihänder dienen der Repräsentation; für den Ernstfall stehen moderne Waffen zur Verfügung.
Quellen
– Regolamento organico disciplinare e amministrativo della Guardia Svizzera Pontificia, 1976
Literatur
– G. Castella, La garde fidèle du Saint-Père, 1935
– P.M. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, 1960
– W. Schaufelberger, Begegnung mit der P. im Vatikan, 1984 (22000)
– V. Oertle, Vom "Remington" zum Sturmgewehr 90. Die Schusswaffen der P., 2001
– R. Ankli, Die Schweizergarde in den Jahren vor dem Sacco di Roma (1518-1527), Liz. Freiburg, 2003
– Hirtenstab und Hellebarde, hg. von U. Fink et al., 2006
Autorin/Autor: Roland Beck-von Büren