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Damit unsere Minenräumer Gebiete so schnell wie möglich von Minen und nicht explodierten Kampfmitteln befreien können, müssen sie auch Kenntnisse über das zu räumende Gebiet verfügen. Dies ist die Aufgabe unserer Erkundungsteams, welche sich um die Vorarbeit kümmern. Sie suchen nach Spuren, welche möglicherweise auf Minen und explosive Kriegsmunitionsrückständen hinweisen. Manchmal finden sie eine direkte Fährte: einen Sprengkörper an der Oberfläche oder sogar einen Krater. Oftmals erfordert es jedoch eine weitergehende Investigation.
> DETEKTIVARBEIT
Zu Beginn ihrer Untersuchung erstellen unsere Teams einen Aktionsplan und bereiten sich auf ihren Besuch vor Ort vor. Sie analysieren die Satellitenbilder, Karten, Berichte über Vorfälle und andere verfügbare Daten.
Dann befragen die Teams vor Ort die wichtigsten Hinweisgeber. Sie stehen im Mittelpunkt der Untersuchung: Sie kennen das Gebiet in- und auswendig, waren Opfer eines Unfalls oder haben die Kämpfe in dem Gebiet miterlebt. Durch die Befragung dieser Personen können die Ermittler die Lage der kontaminierten Gebiete genauer bestimmen. Den Hinweisen ihrer Informanten folgend, sammeln die Untersuchungsteams weitere Beweise durch direkten Sichtkontakt oder mit Hilfe von Ferngläsern und manchmal auch Drohnen.
Ein Mitglied des Untersuchungsteams befragt einen Anwohner über die Kontamination des Gebiets. (Philippinen)
Wenn es direkte Hinweise auf die Präsenz von Sprengkörpern gibt, gilt das Gebiet als bestätigte Gefahrenzone. Unsere Teams kennzeichnen dann die Umgebung mit Schildern, um Unfälle zu vermeiden, bis die Räumungsarbeiten beginnen.
Eine FSD-Mitarbeiterin sammelt Daten. (Ukraine)
Ein FSD-Team bei der Markierung eines kontaminierten Gebiets. (Ukraine)
In vielen Fällen ist die Aufgabe komplexer: Oft ist an der Oberfläche kein Sprengkörper oder Krater sichtbar, das untersuchte Gebiet erstreckt sich über eine grosse Fläche. Gibt es indirekte Hinweise auf die Präsenz von Sprengkörpern, wie z. B. ungenutzte Nutzflächen, ungenaue Angaben oder Unfälle, bei denen der genaue Ort nicht bekannt ist, wird das Gebiet als Verdachtsfläche eingestuft.
Durch den Einsatz neuer Technologien wie Drohnen und immer leistungsfähigere Satellitenbilder werden die Vermessungstechniken verbessert.
> WIE WERDEN ANHALTSPUNKTE ANALYSIERT?
Im Büro erstellen die Untersuchungsteams aufgrund der gesammelten Informationen einen Untersuchungsbericht. Dieser enthält eine Karte mit genauen geografischen Daten, das Gelände und die Art der Vegetation, Fotos der gefundenen Sprengkörper und andere gesammelte Informationen. Der Bericht wird dann geprüft und an die nationalen Behörden zur Aufnahme in die IMSMA-Datenbank (Information Management System for Mine Action) weitergeleitet. Abhängig von verschiedenen Faktoren in dem Bericht, wie z. B. der Nähe des Gebiets zu Wohngebieten, der Qualität des Bodens, der Vegetation usw., werden die untersuchten Gebiete dann als Aufgaben mit unterschiedlicher Priorität eingestuft. Kontaminierte Gebiete können mehrmals vermessen werden, auch kurz vor Beginn der Räumung, wenn die erste Vermessung schon einige Zeit zurückliegt, um festzustellen, ob sich die Situation vor Ort verändert hat.
Anhand von Karten und Satellitenbildern werden potenziell mit Minen und Blindgängern kontaminierte Gebiete identifiziert und markiert.
Voruntersuchungen sind unerlässlich, bevor mit den eigentlichen Räumungsarbeiten begonnen werden kann. Sie dienen der Identifizierung von Gefahrenbereichen, der Festlegung von Prioritäten für die künftige Räumung und liefern den Entminern grundlegende Informationen für ihre Arbeit.
Um mehr über Minenräumung zu erfahren, besuchen Sie unseren Youtube-Kanal! Dieses kurze Video erklärt wie die FSD in 2023 der Ukraine hilft.