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Letzter Entwurf der Open-Source-Lizenz GPLv3 veröffentlicht. Free Software Foundation versucht, Microsoft auszutricksen. GPL-Lizenz nun kompatibel zu Apache.
Die Free Software Foundation hat gestern den letzten öffentlichen Entwurf der dritten Version "GNU General Public License" (GPLv3) veröffentlicht.
GPL ist eine weit verbreitete Standard-Lizenz für Open-Source-Software. Sie enthält beispielsweise die Vorschrift, dass wer Code in seiner Software einbaut, der unter GPL veröffentlicht wurde, diese wiederum unter GPL veröffentlichen muss.
Neu wird GPLv3 "kompatibel" zur ebenfalls sehr verbreitenen Lizenz der Apache Foundation. Mit GPLv3 können Entwickler nun Code, der unter der einen oder anderen Lizenzform veröffentlicht wurde, in das selbe Programm einbauen. Nicht "kompatibel" wird GPLv3 zu seinem Vorgänger, der 16 Jahre alten Version 2 sein. Richard Stallmann, der Gründer der Free Software Foundation, schreibt in seinem Kommentar
zur neuen Open-Source-Lizenz, dies sei kein grösseres Problem. Denn man könne sehr wohl Programme, die unter der einen oder anderen Lizenzversion laufen, gleichzeitig auf der gleichen Maschine laufen lassen. Man kann nur Code-Teile unter den beiden Formen nicht in neuem Code zusammenmischen.
Versuch eines Angriffs auf Microsoft
GPLv3 enthält einen Abschnitt über Patente, der einen offenen Angriff auf Microsoft darstellt. Unter Paragraf 11 heisst es nämlich, dass jeder, der zu Open-Source-Software beiträgt und diese verbreitet, seinen Kunden alle möglicherweise betroffenen Patente kostenlos lizenziert. Im Original: " Each contributor grants you a non-exclusive, worldwide, royalty-free patent license under the contributor's essential patent claims, to make, use, sell, offer for sale, import and otherwise run, modify and propagate the contents of its contributor version."
Weil Microsoft seit dem Novell-Deal auch als Distributor von Linux-Paketen auftritt und zudem an der Interoperabilität mit Suse Linux arbeitet, würde Paragraf 11 für Redmond bindend, sobald Microsoft Software unter GPLv3 verbreitet.
Ausserdem verbietet die neue - auch in der Open-Source-Community nicht unumstrittene
- Version, in den Code fixe Anweisungen einzubauen, die die Freiheit der Anwender einschränken könnten. Es geht dabei um die Verwendung von Open-Source-Software in so genannten Appliances (z.B. Firewalls). Manche Appliance-Hersteller bauen Regeln in den Code ein, die das ändern des Source-Codes verhindern, zum Beispiel indem die Maschine sich einfach abstellt, wenn sie veränderten Code entdeckt. (Christoph Hugenschmidt)