Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03441.jsonl.gz/623

Manlio Dinucci, preisgekrönter Autor, geopolitischer Analyst und Geograf, Pisa, Italien. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Centre for Research on Globalization (CRG).
Unter den westeuropäischen Ländern hatte Italien eine der stärksten Verbindungen zu Russland. Draghis Aufgabe war es, dieses Muster zu durchbrechen und Italien in Bezug auf Russland neu zu positionieren“: schreibt die New York Times.
Draghi hat Italien nicht nur in ein kriegerisches Land gegen Russland verwandelt, indem er Waffen und Ausbilder an die ukrainischen Streitkräfte schickte, sondern hat auch Sanktionen gegen die russische Zentralbank und die Aufnahme der Ukraine in die EU gefördert. Wegen dieser und anderer „Verdienste“ zählt das maßgebliche US-Magazin Fortune Mario Draghi zu den „50 größten Führungskräften der Welt“.
Draghis Karriere nahm eine entscheidende Wendung, als er – nachdem er als Direktor des Finanzministeriums das italienische Staatsvermögen durch Privatisierungen abgebaut hatte – Direktor und Vizepräsident von Goldman Sachs wurde. Goldman Sachs ist nicht nur eine US-amerikanische Bank, sondern ein Machtzentrum der Finanzelite, das durch die Politik der „Drehtür“ seine Mitarbeiter in institutionelle Schlüsselpositionen bringt. Von 2005 bis 2021 war Draghi zunächst Gouverneur der Bank von Italien, dann Präsident der Europäischen Zentralbank und schließlich Ministerpräsident der Italienischen Republik.
Die Ergebnisse der „Mission“, die Draghi mit der totalen Komplizenschaft des italienischen Parlaments durchführte, stürzten Italien in eine noch nie dagewesene Krise: Während der Gaspreis (infolge der antirussischen Politik) von 15 auf 200 Euro pro Megawattstunde stieg, häufte Italien so viele Verbindlichkeiten an, dass – wie Fortune schreibt – „die Kosten des Kredits für Italien unerschwinglich geworden sind und auf ein unhaltbares Niveau gestiegen sind“. Die italienische Krise ähnelt derjenigen, in die Griechenland gestürzt ist, als es mit dem „Rettungspaket“ der EU das verlor, was vom öffentlichen Vermögen übrig geblieben war. Die Situation wird durch die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar verschärft, die die Kosten für Importe erhöht. Entscheidend ist daher, die Politik, die Draghi mit seiner „Mission“ in Italien umgesetzt hat, zu kippen.