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Krankheiten wie Aids, Tuberkulose oder Malaria haben 1999 160 Mal mehr Menschenleben gefordert als Naturkatastrophen. Das geht aus einem Bericht der Vereinigung von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond hervor, der am Mittwoch (28.06.) veröffentlicht wurde.Dieser Inhalt wurde am 28. Juni 2000 - 09:29 publiziert
Diese "stille Tragödie" weise auf eine Verschlechterung des öffentlichen Gesundheitswesens hin. Krankheiten, die in der Vergangenheit bereits unter Kontrolle waren, breiten sich dem Bericht zufolge wieder aus. So sei die Anzahl der Syphilisfälle in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion um das 40-fache gestiegen.
Allein im Jahr 1999 sind nach Schätzung der Hilfsorganisationen 13 Mio. Menschen an vermeidbaren Krankheiten gestorben. Verglichen mit den Erdbeben in der Türkei, den Überschwemmungen in Venezuela oder den Wirbelstürmen in Indien habe diese Tragödie aber kaum Beachtung gefunden, kritisiert der Welt-Katastrophen-Bericht.
Aids, Tuberkulose und Malaria
Seit 1945 hätten Aids, Tuberkulose und Malaria etwa 150 Mio. Menschenleben gekostet, in Kriegen verloren demnach im selben Zeitraum 23 Millionen Menschen ihr Leben.
In den afrikanischen Staaten südlich der Sahara sind Schätzungen zufolge 23 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Jede Stunde sterben 300 Menschen weltweit an Aids, wie es in dem Bericht weiter heisst.
"Wenn eine Krankheit wie Aids solche Ausmasse erreicht, wie wir sie in Afrika haben, ist das nicht länger eine Krankheit, es ist eine Katastrophe", erklärte Peter Walker von der Vereinigung der Organisationen von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond.
Ausgaben im Gesundheitwesen werden gekürzt
Gleichzeitig stellten die Fachleute einen Rückgang der Ausgaben im Gesundheitswesen fest. Die Unterstützung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für Entwicklungsländer sei in diesem Bereich auf den niedrigsten Stand seit 1991 gefallen.
Das führe dazu, dass sich Krankheiten, die eigentlich kontrolliert werden könnten, weiter ausbreiteten, kritisiert der Bericht. So sei die Tropenkrankheit Malaria, an der jährlich 2,6 Mio. Menschen sterben, in Aserbaidschan und Tadschikistan aufgetaucht, und Nordkorea habe in diesem Jahr 40'000 neue Fälle von Tuberkulose gemeldet.
Der Bericht kommt schliesslich zu dem Schluss, dass das Ändern bestimmter Verhaltensweisen entscheidend im Kampf gegen Infektionskrankheiten sei.
Beeindruckende Ergebnisse hätten zum Beispiel kommunale Impfprogramme erzielt, ebenso wie Aufklärungskampagnen, die für den Gebrauch von Moskito-Netzen zum Schutz gegen Malaria oder den Einsatz von Kondomen zur Vermeidung einer HIV-Infektion warben.
swissinfo und Agenturen
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