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Hügelige Landschaft, im Hintergrund Ausläufer der Sierra de San Pedro
Wir verlassen Valverde del Fresno und fahren auf guten Landstrassen parallel zur portugiesischen Grenze (in einem Abstand zwischen 20 und 40 Kilometern) in süd-licher Richtung. Dabei sind Weideland und Olivenhaine unsere hauptsächlichsten Begleiter. Eichenwälder, Baumalleen, Rebberge und Kornfelder sind auch anzutref-fen, aber doch viel seltener. Zwischendurch überqueren wir auch hin und wieder einen passartigen Übergang.
Blick in die Ebene um Cilleros
Schliesslich kommen wir zur Puente de Alcántara, die wir zu Fuss überqueren. Sie ist acht Meter breit, über 200 Meter lang und 70 Meter hoch: ein bauliches Meisterwerk, das in sechs Bögen den Fluss Tajo überquert. Sie besteht aus Gra-nitquadern, die ganz ohne Mörtel aufeinander gesetzt wurden. In der Mitte der Brücke erhebt sich ein 14 Meter hoher, dem Kaiser Trajan geweihter Triumphbo-gen, an dem später die Wappen der Habsburger und der Bourbonen angebracht worden sind. Am linken Brückenkopf steht ein kleiner römischer Tempel mit dem Grabstein von Cajus Julius Lacer, dem Erbauer des Bauwerks. Auf der rechten Seite hat Karl V. ein kleines Kastell zum Schutz der Brücke errichten lassen. Sie war von den Mauren schon teilweise zerstört, später aber wieder in der bisherigen Bauart erneuert worden. Die vollständige Beschädigung eines Bogens von 1809 ist in Kupferstichen und in einer Fotografie bildlich festgehalten.
Römische Brücke mit Triumphbogen, im Hintergrund auf dem Hügel das Frauenkloster von Alcántara
Die Stadt Alcántara (der Name stammt aus der maurischen Herrschaft: arabisch «Al Kantar» heisst «Brücke») ist von einer sechs Meter hohen Mauer umgeben. Die Hauptsehenswürdigkeit ist der «Convental de San Benito», der zwischen 1506 und 1576 als Ordenssitz der Ritter von Alcántara anstelle einer Burg erbaut worden ist. Entsprechend der Zeit sind gotische sowie platerseke Elemente am Bauwerk ver-treten, aber auch solche aus der Renaissance, wie zum Beispiel die dreistöckige Säulen-Loggia an der Aussenwand mit Bögen von unterschiedlicher Breite. Im Inneren hat sich der hübsche doppelstöckige Kreuzgang erhalten. An den Wänden der dreischiffigen Kirche fällt der platereske Girlandendekor auf. Das Bauwerk ist heute eine Ruine.
Die raffinierte Loggia des «Conventual de San Benito» mit den beiden zylindrischen Ecktürmen in Alcántara
Aufmerksamkeit verdient auch die frühgotische «Iglesia de Santa Maria de Almo-cóvar». Die Stadtkirche wurde im 13. Jahrhundert auf den Fundamenten einer Mo-schee erbaut. Ihre Fertigstellung verzögerte sich aber bis ins 16. Jahrhundert. In ihrem Innern treffen wir auf das Renaissance-Grabmal des Komturen Antonio Bravo de Jerez sowie auf Tafelbilder des spanischen Malers Luis de Morales. - Hübsche enge Gassen verleihen der Stadt einen eigenen Charme.
Auf der Weiterfahrt nähern wir uns dem malerischen Städtchen Alburquerque, das schon von weitem sichtbar ist. Beherrschend über ihm liegt die mittelalterliche Burg (heute Jugendherberge), die von Alonso Sánchez, dem unehelichen Sohn eines portugiesischen Königs, 1226 begonnen wurde. Alburquerque ist Geburtsort des Historikers Juan Ruiz de Arce, welcher mit seinem Werk über die Eroberung von Peru berühmt wurde.
Castello de Luna von Alburquerque, eine mächtige Feste
Mit dem Überqueren der «Sierra del Puerto del Centinela» bei Alburquerque ver-lassen wir das Einzugsgebiet des Tajo und fahren nun in jenes des zweiten gros-sen Flusses der Extremadura ein, des «Rio Guadiana». Gleichzeitig nähern wir uns Badajoz. Die Stadt liegt nur sechs Kilometer von der portugiesischen Grenze ent-fernt auf einem Hügel am linken Ufer des vorgenannten Guadiana-Flusses.
Hier hatten schon die Kelten gesiedelt, ebenso die Römer und Westgoten. Später kamen die Mauren. Als diese 1229 vertrieben wurden, wurde Badajoz den König-reich León einverleibt. 1660, 1705, 1810 und nochmals 1936 war sie Schauplatz heftiger Kämpfe.
Blick zurück auf Alburquerque mit der Burg
In Badajoz nehmen wir für vier Nächte Quartier. Wer von dieser Reise ein speziel-les Andenken heimbringen will, hat hier in den grossen Einkaufsgeschäften aber auch in den vielen kleinen Läden die beste Auswahl. Die Nähe zur Grenze bringt eine zusätzliche Vielfalt ins Angebot.