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Mit durchschnittlich 140’000 Zuschauenden und rund 150 Vorstellungen pro Jahr gehört die Opéra de Lyon nicht unbedingt zu den grössten Opernhäusern Europas, wohl aber zu denjenigen, die sich aktiv für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen und verschiedene Massnahmen im eigenen Haus umgesetzt haben. Das Engagement hat sich mit dem Beginn der Intendanz von Serge Dorny vor allem aus dem sozialen Gedanken heraus entwickelt: Als öffentlich geförderte Kulturinstitution will die Opéra de Lyon ihren eigenen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.
So wurde 2007 eine Nachhaltigkeitspolitik verabschiedet, welche die eigenen Arbeitspraktiken mit der Mission und der Vision des Hauses und den Anliegen der verschiedenen Stakeholdergruppen in Einklang bringt. Daraus wurden 2012 die erste Nachhaltigkeitsstrategie des Hauses sowie die entsprechenden Massnahmen entwickelt, die auf den Grundpfeilern soziale Inklusion, Umweltschutz und guter Betriebsführung basieren. Damit zielt das Haus nicht nur auf die Stärkung der eigenen Werte, auf Innovation und Effizienzgewinne, sondern auch auf die Senkung der Kosten, eine Erhöhung des Mäzenats sowie die Verstetigung der Subventionen.Das soziale Engagement der Opéra de Lyon umfasst einserseits die Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen und Ausbildungsstätten, sozialen Einrichtungen, Quartieren und kommunalen Organisationen, Pflegeheimen, Gefängnissen etc. Andererseits setzt sich das Opernhaus für Personen mit Einschränkungen ein. Sei es in Bezug auf das Publikum mit Angeboten für mobilitäts-, seh- und höreingeschränkte Personen, sei es in Bezug auf die eigenen Mitarbeitenden, für die derzeit gemeinsam mit externen Spezialistinnen und Spezialisten ein konkretes Begleitprogramm für Menschen mit Einschränkungen erarbeitet wird. 2015 wurde erstmals eine Analyse der Chancengleichheit für die eigenen Mitabeitenden durchgeführt, auf deren Basis im aktuellen Jahr Ziele und Massnahmen abgeleitet werden sollen. Seit 2010 ist die Opéra de Lyon Unterzeichnerin der französischen Version der Charta der Vielfalt, einer europäischen Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen.
Bezüglich des Umweltschutzes hat die Opéra de Lyon sich bereits mit verschiedenen relevanten Themen auseinandergesetzt. 2009 entstand in Zusammenarbeit mit der französischen Umwelt- und Energieagentur (ADEME) die erste CO2-Bilanz des Hauses, Massnahmen für die Verbesserung der Energieeffizienz wurden daraus entwickelt. 2011 folgte die Aufbau eines Fahrgemeinschaftssystems für die Zuschauerinnen und Zuschauer, da sich dies als der energieintensivste Bereich herausgestellt hatte. Seit 2016 verfolgt das Haus eine dreijährige Partnerschaft mit der ADEME, um Massnahmen für eine weitere Verbesserung der Energieeffizienz zu entwickeln, Produktionen umweltfreundlicher herzustellen und den Einkauf nach Umweltrichtlinien zu gestalten. Das Opernhaus ist ausserdem Mitglied im Green Team des europäischen Dachverbandes Opera Europa. Daten und Zahlen zu Umweltmassnahmen sowie auch zu den sozialen Aktivitäten veröffentlicht die Opéra de Lyon auf ihrer Homepage (auf Französisch).
Im Bereich der guten Unternehmensführung hat sich die Opéra de Lyon vor allem Transparenz und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stakeholdern verschrieben. Während die Einbindung der Mitarbeitenden in die Nachhaltigkeitsmassnahmen stetig zunimmt und der Dialog mit politischen und öffentlichen Vertretenden in Bezug auf Nachhaltigkeitsstrategie und -massnahmen etabliert ist, gestaltet sich die Kommunikation und Auseinandersetzung mit dem Publikum zum Thema Nachhaltigkeit und Nachhaltige Entwicklung als schwierig, da es hier logischerweise keine Vertretendenorganisation für die breite Masse gibt. Über die Vorgaben der Politik beschäftigen sich auch die Zulieferer des Opernhauses vermehrt mit dem Thema Nachhaltigkeit, ein direkter Dialog wurde bislang noch nicht eröffnet.
Alle Informationen zum Nachhaltigkeitsengagement der Opéra de Lyon finden sich hier (auf Französisch).