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Abstrakt, konkret oder was sonst?
In seinem Aufsatz Über die Formfrage (1912 im Almanach Der Blaue Reiter erstmals erschienen) bezeichnet der russische Maler und einer der Wegbereiter der abstrakten Kunst Wassily Kandinsky (1866–1944) die zwei Pole, die seit jeher das künstlerische Schaffen (die Malerei) begrenzt haben, als die «Pole» der grossen Ab-straktion (das Reinkünstlerische) und der grossen Realistik (das Gegenständliche).
Die abstrakte Kunst schafft gemäss Kandinsky neben der realen Welt eine neue Welt, die von aussen betrachtet nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, allerdings soll sie allgemeine Gesetze der kosmischen Welt befolgen.
So entsteht neben der Welt der Natur die neue Welt der Kunst – eine sehr reale, konkrete Welt.
Der niederländische Künstler und Kunsttheoretiker Theo van Doesburg (1883–1931) definiert 1924 erstmals den Begriff Konkrete Kunst.
Nach seinen Vorstellungen muss ein Kunstwerk
im Geist vollständig konzipiert und gestaltet sein, bevor es ausgeführt wird. Es darf nichts von den formalen Gegebenheiten der Natur, der Sinne und der Gefühle enthalten.