Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/2519

GIGER SORAYAMA
Ein grossformatiger englisch-japanischer Ausstellungskatalog bietet eine überraschende, aber präzise Gegenüberstellung von zwei Zeichnern, die seit den 1970er-Jahren auf unterschiedlichen Kontinenten mit ähnlichen Obsessionen befasst waren: Der Schweizer HR Giger (1940–2014) und der Japaner Hajime Sorayama (*1947) erreichten mit ihren surrealistisch-pornographischen Darstellungen vornehmlich weiblicher Roboter und Cyborgs eine massenkulturelle Verbreitung. Die zwei Bildteile des Katalogs präsentieren ohne jeden Text meist eine Arbeit pro Seite in wechselnden Formaten, wobei auf der Doppelseite meist zwei motivisch verwandte Bilder der beiden Künstler nebeneinanderstehen. Die Auswahl dieser Bildpaare ist oftmals verblüffend und zeugt von vertiefter Kenntnis der Werke. Dazwischen liegt ein Textteil mit Essays, Gesprächen und einem Index der Bilder. Die Gestaltung rückt die Arbeiten gezielt in ihren historischen Kontext, indem sie mit ästhetische Präferenzen der 1980er-Jahre spielt: Hochglanzseiten, Wechsel von schwarzen und weissen Bildhintergründen, ein eingelegtes Poster und Sticker, ein Logo mit den beiden Namen. Die historische Akkuratesse zeigt sich auch an dem Detail, dass das für den Umschlag ausgewählten Giger-Bild bereits ursprünglich als Coverbild diente, nämlich für das Musikalbum Brain Salad Surgery (1973) von Emerson, Lake and Palmer.