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Ernst Hofacker, der bei Reclam auch das Buch 1967 - Als Pop unsere Welt für immer veränderte publizierte, widmet sich in dieser Kompilation den tragischen Figuren des Rock und Pop, jenen, die die Götter zwar überreich gesegnet hatten, aber dafür früh zu sich holten. Aber wer weiß, vielleicht liegt gerade darin der Lohn für ein schnelles, intensives, aber kurzes Leben?
The Day the Music Died
Buddy Holly wäre sicherlich gerne älter als 22 geworden. Am 3. Februar 1959 stürzte sein Flugzeug ab und neben ihm starb Richie Valens und J.P. "The Big Popper" Richardson. Don McLean (und später Madonna) besangen dieses traurige Ereignis in dem Song "American Pie" und reimten dazu den Refrain "The Day the music died". Der (frühe) Tod konserviert den Mythos eben in seiner reinsten Form, meint auch der Autor, aber das Motto »Live fast, love hard and die young!« stammt eigentlich von einem gleichnamigen 1955er-Hit von Faron Young, ein Country & Western Hit, der es in den Charts auf Platz 1 brachte. Er beging mit 64 Selbstmord, wohl weil es mit der Potenz nicht mehr so klappte: "I want to leave a lot of women happy", heißt nämlich eine andere Textzeile desselben Liedes. Interessant ist auch Hofackers These, dass viele vielleicht auch deswegen früher sterben, weil sie einfach viel mehr unterwegs sind – "mit dem Auto, im Bus und im Flugzeug", was der Fall von Buddy Holly & Co bestätigt: Tommy Alsup und Ritchie Valens hatten um einen Platz im Flugzeug gewürfelt.
Russisches Roulette
Der Zufall scheint natürlich auch eine große Rolle zu spielen, denn vielfach starben die jungen Helden gerade dann, als sie ein neues Leben anfangen wollten. Jim Morrison wäre dafür ein gutes Beispiel, aber auch Johnny "The Prince of the Blues" Ace: er spielte mit einem geladenen Revolver russisches Roulette, dabei dachte er, die Trommel wäre leer. Auch bei Brian Jones, Mastermind der Rolling Stones, wurde die Frage des Mordes kürzlich neu aufgerollt, denn auch dieser Mann hatte noch Pläne, bevor er mit 23 tot im Swimming Pool seines Anwesens Cotchford Farm trieb. Aber auch Jimi Hendrix, der an seinem Erbrochenen erstickte, hätte eventuell gerettet werden können, wenn er die richtige Hilfe bekommen hätte.
Ernst Hofacker hat ein unterhaltsames Buch geschrieben und widmet sich den verschiedensten Künstlern in kurzen 4-5-seitigen Texten: Janis Joplin, Kurt Cobain und Amy Winehouse, die den berüchtigten ›Club 27‹ bilden, ebenso wie Michael Jackson (50), Prince (57), Elvis Presley (42) oder Freddie Mercury (45) und noch vielen vielen anderen.