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Mithilfe dieses von der EU empfohlenen Indikators kann das gesellschaftliche Klima unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ermittelt werden. Die Integration läuft besser ab, wenn die einzelnen Bevölkerungsgruppen Vertrauen in die politischen Institutionen haben.
Die Mehrheit der ständigen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren hat grosses Vertrauen in die Polizei (63,1%). Etwas weniger als die Hälfte der Personen (49,3%) hat auch gegenüber dem Rechtssystem ein grosses Vertrauen. Der Anteil der Personen, die dem politischen System grosses Vertrauen entgegenbringen, ist hingegen kleiner (40,5%).
Während der Migrationsstatus keinen Einfluss auf die Reihenfolge des Vertrauens in die verschiedenen Institutionen (Politik, Gerichte, Polizei) hat, ist bei allen drei Bereichen festzustellen, dass das Vertrauen in die Institutionen bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund signifikant grösser ist als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Beim Vertrauen ins politische System ist der relative Unterschied zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen am grössten (47,4% gegenüber 36,5%, d.h. das Vertrauen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist 1,3-mal grösser).
Insgesamt ist zwischen 2014 und 2016 eine leichte, aber signifikante Zunahme des Vertrauens ins politische und Rechtssystem bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und auch eine signifikante Erhöhung des Vertrauens in die Polizei bei beiden Bevölkerungsgruppen festzustellen.
Aufgrund von methodischen Änderungen in der Datenbasis sind die Werte ab 2014 nicht mehr direkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Unabhängig von der untersuchten Grossregion oder Institution (Politik, Gericht, Polizei) ist das Vertrauen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund stets grösser als jenes der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (mit Ausnahme des Tessins für das Vertrauen ins Rechtssystem und in die Polizei und des Espace Mittelland und Zürich in das Vertrauen in die Polizei, wo die Unterschiede zwischen beiden Bevölkerungsgruppen jeweils nicht signifikant sind). In der Zentralschweiz ist der Vergleich zwischen der Bevölkerung ohne und mit Migrationshintergrund aufgrund einer ungenügenden Anzahl von Beobachtungen nicht möglich. Die grössten relativen Unterschiede sind in der Ostschweiz und im Tessin in Bezug auf das Vertrauen ins politische System auszumachen.
Tabellen
Definitionen
Dieser Indikator misst das Vertrauen, das die Bevölkerung in verschiedene Schweizer Institutionen hat. Bei diesen Institutionen handelt es sich um:
1. das politische System in der Schweiz;
2. das Rechtssystem in der Schweiz (z.B. ob effizient gearbeitet wird, die Gerichte unabhängig und neutral entscheiden, faire Prozesse garantiert sind und Urteile als gerecht empfunden werden);
3. die Polizei in der Schweiz.
Um den Grad des Vertrauens in diese Institutionen bestimmen zu können, wird im SILC-Fragebogen folgende Frage gestellt: «Wieviel Vertrauen haben Sie in jede von den folgenden Institutionen, wenn 0 bedeutet, dass Sie der Institution überhaupt nicht vertrauen, und 10, dass Sie ihr voll und ganz vertrauen?» Die Ergebnisse dieses Indikators widerspiegeln den Anteil der Personen ab 18 Jahren, die die Frage mit den Codes 8 bis 10 beantwortet haben.
Methodologie
Infolge des neuen Stichprobenrahmens und der Verbesserung des Gewichtungsmodells sind die Resultate ab 2014 nicht mehr direkt mit den Resultaten der Vorjahre vergleichbar (Bruch in der Zeitreihe). Mehr dazu im unten stehenden Dokument.