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Arbeitszeitregelung

Arbeitszeit
Die Arbeitszeit umschreibt die konkrete zeitliche Beanspru- chung des Arbeitnehmers pro Tag, Woche, Monat oder Jahr. Sie muss bestimmt oder wenigstens bestimmbar sein. Grundlage für ihre Bestimmung bildet der Einzel-, Normal- oder Gesamtarbeitsvertrag oder die betriebliche Übung. Die Gestaltungsfreiheit wird jedoch durch zwingende Schutz- vorschriften des Arbeitsgesetzes begrenzt. Einzuhalten sind namentlich Bestimmungen über die wöchentliche Höchst- arbeitszeit, über Tages-, Abend-, Nacht- und Sonntagsarbeit sowie über die freien Tage und Pausen.
Überstunden
Als Überstunden gelten diejenigen Stunden, welche den zeitlichen Umfang der Arbeit, der verabredet oder üblich oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt ist, übersteigen.
Überstunden sind entweder, sofern beide Parteien hiermit einverstanden sind, durch Gewährung von Freizeit von mindestens gleicher Dauer auszugleichen, oder durch Lohn, samt eines Zuschlags von 25%, zu entschädigen (auch auf einseitiges Begehren einer Partei hin).
Rechtliche Basis: Art. 321c, Art. 361 OR
Überzeit
Überzeit ist ein Begriff aus dem (öffentlichen) Arbeitsschutz- recht. Das Arbeitsgesetz schreibt für Arbeitnehmende in industriellen Betrieben, Büropersonal, technische und andere Angestellte sowie Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels grundsätzlich 45 Stunden wöchentliche Höchstarbeitszeit vor, für die übrigen Arbeitnehmer 50 Stunden. Diese Höchstarbeitszeit darf in bestimmten Ausnahmefällen in einem gewissen Rahmen überschritten werden. Solche Arbeitszeit, die über die Höchstarbeitszeit hinaus geleistet wird, bezeichnet das Arbeitsgesetz als Überzeit.
Überzeitarbeit kann (gleich wie Überstundenarbeit) im Einver- ständnis mit dem Arbeitnehmer innert eines angemessenen Zeitraums durch Freizeit ausgeglichen werden; andernfalls ist grundsätzlich der normale Lohn mit einem Zuschlag von mindestens einem Viertel zu entrichten. Diese Lohnregelung ist, anders als jene für Überstunden, zwingend und räumt dem Arbeitnehmer einen entsprechenden Anspruch gegen den Arbeitgeber ein.
Rechtliche Basis: Art. 12 und 13 ArG, Art. 25 und 26 ArGV 1, Art. 342 Abs. 2 OR

Pausen und Zeiterfassung
Pausen sind Arbeitsunterbrechungen zur Erholung, Ernährung und Freizeit. Der Arbeitsort darf dabei verlassen werden.
Pausen müssen um die Mitte der Arbeitszeit gewährt werden. Pausen von 1 Std. und mehr dürfen aufgeteilt werden. Die Hauptpause um die Mitte der Arbeitszeit muss mindestens 1/2 Std. dauern.
Für Arbeits- und Ruhezeit sowie Pausen besteht Zeiterfas- sungspflicht. Der Arbeitgeber muss pro Tag und Mitarbeiter folgende Daten erfassen: Arbeitsbeginn, Arbeitsende, Uhrzeit und Dauer der Pausen von ½ Stunde oder länger. Die Zeiterfassung muss für 5 Jahre belegt werden können.
Werktage und Sonntag
Montag bis Samstag gelten als Werktage. Am Sonntag ist grundsätzlich arbeitsfrei, d. h. Sonntagsarbeit ist bewilligungs- pflichtig (weitere Informationen unter Bewilligungen).
Tages- und Abendarbeit
Tages- und Abendarbeit ist bewilligungsfrei. Mit Einverständnis der Arbeitnehmenden kann der betriebliche Tages- und Abendzeitraum (6 Uhr bis 23 Uhr; 17 Std.) um bis zu 1 Std. vor- oder nachverschoben werden. Die Tages- und Abendarbeit der Arbeitnehmenden muss mit Einschluss der Pausen innerhalb von 14 Std. liegen (maximal 12,5 Std. effektive Arbeit).
Bewilligungen
Nacht- und Sonntagsarbeit sind grundsätzlich bewilligungs- pflichtig. Zwingende Nacht und/oder Sonntagsarbeit in Betrieben, z. B. Kraftwerke, Kioske, Bäckereien, Campingplätze, Fernsehen etc. werden in der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz definiert und benötigen keine behördliche Bewilligung. Erteilung von Bewilligungen: Vorübergehende Bewilligungen (z. B. 3 Monate) erteilt der Kanton, dauernde Bewilligungen (z. B. mehrere Jahre) der Bund (SECO).
Mindestdauer der Ferien
Der gesetzliche Mindestferienanspruch beträgt für Arbeit- nehmer bis zum vollendeten 20. Altersjahr 5 Wochen, für alle anderen Arbeitnehmer 4 Wochen je Dienstjahr (Art. 329a, 329c OR). Wenigstens zwei Ferienwochen müssen zusammen- hängen. Aus dem Einzelarbeitsvertrag, einem allenfalls anwendbaren NAV oder GAV kann sich ein höherer Ferienanspruch ergeben.