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11-2014 Das Elsass in zwei Weltkriegen
25.06.2014 - 27.06.2014
Ausgewählte Schwerpunkte der in beiden Weltkriegen umkämpften Region beleuchtet Kurt Steinegger während dieser Reise.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870-71 wurde das Elsass im Frankfurter-Frieden an das Deutsche Reich angegliedert. Fast 50 Jahre später rückten nach dem Waffenstillstand im 1. Weltkrieg 1918 französische Truppen im Elsass ein. Durch den Versailler Vertrag 1919 wurde das Elsass an Frankreich übergeben. In den Verträgen von Locarno 1925 bestätigte dann das Deutsche Reich seinen Verzicht auf dieses Gebiet. Im 2. Weltkrieg besetzten die Deutschen 1940 das Elsass und unterstellten es der deutschen Zivilverwaltung. Nach der Niederlage von Nazi-Deutschland wurde das Gebiet wieder in den französischen Staat eingegliedert. Damit hat das Elsass innerhalb von 75 Jahren viermal die Seite gewechselt.
Diese Wechsel haben dem Land viel Schaden und Leid zugeführt. Die Teilnahme der Elsässer an den Kämpfen, einmal auf französischer Seite und dann wieder auf deutscher Seite, hat das Land zerrissen und viel Misstrauen, auch in der eigenen Bevölkerung, hinterlassen. Nach dem 2. Weltkrieg hat sich die Lage langsam beruhigt. Strassburg wurde Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen wie z.B. des Europarates und des Europäischen Parlaments. Obwohl das Elsass im 1. Weltkrieg strategisch nur ein „Nebenkriegsschauplatz“ war, wurden die Kämpfe am Hartmannswiller- und Lingekopf mit äusserster Verbissenheit geführt. Die Spuren dieser Kämpfe sind noch heute im Gelände gut sichtbar.
In der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg wurde das Elsass in eine riesige Baustelle verwandelt, indem die gewaltigen Bauten der Maginotlinie errichtet wurden. Entlang der französisch-deutschen Grenze entstand ein Wall aus Stahl und Beton der seinesgleichen sucht. Die bis zu 30 m unter dem Boden liegenden Festungsanlagen sollten einen Einmarsch Deutschlands auf französischen Boden für immer verhindern.
Im 2. Weltkrieg umgingen die Deutschen die Maginotlinie im Norden. Im Süden griffen sie die Werke zwar an, doch gelang es ihnen nicht, die grossen Festungsbauten zu bezwingen. Noch am 24. Juni 1940 schiesst das Werk Schoenenbourg auf Ansammlungen feindlicher deutscher Kräfte, obwohl an diesem Tag der Waffenstillstand unterzeichnet wurde. Erst auf Befehl des französischen Oberkommandos müssen die Festungstruppen ihre Werke räumen und den Deutschen übergeben. Die französischen Besatzungen gehen in Kriegsgefangenschaft obwohl sie nicht besiegt worden sind.
1941 richten die Deutschen in Struthof-Natzweiler ein Konzentrationslager ein, um den dort vorhandenen roten Granit abzubauen, welcher in Nürnberg für die gigantischen Bauten der Reichsparteitage benötigt wurde. Zudem wurden in diesem Lager auch medizinische Experimente von Nazi-Professoren durchgeführt.
Reiseprogramm
Mittwoch
0830 Abfahrt mit Car ab Zürich, Carparkplatz Sihlquai. Fahrt über Basel-Mühlhausen-Cernay-Wattwiller zum Hirzenstein. Aufstieg auf den Hartmannswillerkopf auf wenig begangenen Wegen mit zahlreichen Orientierungen zum Kampfverlauf und den baulichen Überresten auf dem ehemaligen Kampfgebiet. Mittagessen aus dem Rucksack im Gelände (bei schlechter Witterung in einem ehemaligen Kampfunterstand). Besuch diverser Kampfstellungen, Monument 152, Seilbahnstation, ehemalige Kaserne, Gipfelkreuz und des grossen Soldatenfriedhofs. Nach einer Kaffeepause Fahrt mit dem Bus nach Munster. Referat über die Kämpfe am Hartmannswiller- und Lingekopf sowie den Bau der Maginotlinie und des Fort Schoenenbourg. Anschliessend Zeit zur eigenen Verfügung. Abendessen im Hotel, Übernachtung*** in Munster.
Donnerstag
Fahrt zum Lingekopf mit anschliessendem Besuch des Museums. Film über die Kämpfe in den Vogesen und kurze Begehung im Gelände. Kaffeehalt. Weiterfahrt nach Schoenenbourg. Nach dem Mittagessen deutschsprachige Führung im Werk Schoenenbourg. Danach Besichtigung der Kampfblöcke im Gelände. Fahrt nach Molsheim. Gemeinsames Abendessen, Übernachtung**** in Molsheim.
Freitag
Nach dem Frühstück Referat über das Elsass 1870 bis 1945 sowie das Konzentrationslager Strutthof-Natzweiler. Danach Fahrt nach Schirmeck und Besuch des modernen Dokumentationszentrums „Mémorial de l’Alsace Moselle“, einer Gedenkstätte des Elsass, in welcher die wechselhafte Geschichte des Landes dargestellt wird. Verschiebung zum Mittagessen mit anschliessendem Besuch des Konzentrationslagers und Dokumentationszentrums Struthof-Natzweiler. Anschliessend Rückfahrt nach Zürich.
1900 ca. Ankunft in Zürich, Carparkplatz Sihlquai.
Reiseleitung
Oberst (a D) Kurt Steinegger, Jegenstorf
Eine Vielzahl von Bildern der Jubiläumsreise finden Sie hier, auch die tolle Galerie von Alex Schilter!