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In Flüeli-Ranft befindet sich die Gedenkstätte des Niklaus von Flüe, auch Bruder Klaus genannt. Direkt am Jakobsweg gelegen, hat der Kraftort eine intensive, magische und heitere Ausstrahlung. Ein Kleinod von Mystik, Spiritualität und Natur.
Niklaus von Flüe wurde 1417 geboren. Nach einem erfolgreichen Leben in Beruf, Familie und Gesellschaft zog er mit 50 Jahren in den nahegelegenen Ranft, eine Hangterrasse im Melchaatobel beim Flüeli im Kanton Obwalden. Dort lebte er 20 Jahre, betete, fastete, dachte nach und empfing mehr und mehr Besucher. Die Eremitenklause aus Holz liegt zwischen steilen Hügeln geborgen. Der Einsiedler im Ranft berührte die Menschen seiner Zeit in ihrem Innersten. Aus nah und fern reisten Männer und Frauen herbei, um sich von Bruder Klaus, wie er nun genannt wurde, beraten und trösten zu lassen. Bis heute hält diese Verbundenheit und Kraft an.
Das Geburtshaus hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der spätmittelalterliche Blockbau erhielt um 1425 mit dem Umbau und der Erweiterung in ein Doppelhaus den heutigen Grundriss. Da im Keller Fragmente der Grundmauern eines kleinen Vorgängerbaus gefunden wurden, kann mit Recht angenommen werden, dass Niklaus von Flüe 1417 in diesem Haus geboren wurde.
Das Geburtshaus wurde bis 1729 in der Familie des Bruder Klaus vererbt. Dann kam es in fremde Hände und wurde in drei Teile geteilt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaufte die Kapellenstiftung Flüeli-Ranft das Haus zurück. Von 1875 bis 1910 diente es als Schulhaus. In einer Gesamtrestauration wurde 1925 versucht, das Gebäude mittels alten Holzes wieder auf seine ursprüngliche Form zurückzuführen. Die Ausstattung möchte dem Besucher die Wohnkultur zurzeit von Niklaus von Flüe nahe bringen. Dieser Zustand wurde bei der jüngsten Restauration von 1999/2000 weitgehend respektiert.
Im von Niklaus von Flüe selber erbauten Wohnhaus in der Schibloch-Matte am Weg zum Ranft wohnte er mit seiner Familie, bis er 1467 ins Einsiedlerleben aufbrach.
Das Wohnhaus blieb bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts im Familienbesitz der von Flüe, wurde durch ungeschickte Umbauten aber stark in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gehört es den Katholiken des Kantons Freiburg und dem Kanton Obwalden. Vor der Heiligsprechung von Bruder Klaus wurde das Haus 1946 fachgerecht restauriert. Die Innenausstattung wurde damals grösstenteils nach Bildern in der Chronik von Diebold Schilling neu gefertigt.
Auf der Wiese neben dem Wohnhaus zelebrierte Papst Johannes Paul II. am 14. Juni 1984 bei seiner Schweizer Reise eine Messe mit 11'000 Teilnehmern. Die Wohnstube diente als Sakristei, weshalb dort an der Wand zur Erinnerung eine Tafel mit dem Segen und der Unterschrift des Papstes hängt.
Niklaus von Flüe (1417-1487), wie der bedeutendste Sachsler mit bürgerlichem Namen hiess, lebte und wirkte in Flüeli-Ranft und sein Grab befindet sich in der Pfarrkirche Sachseln. Jedes Jahr besuchen mehr als 100'000 Pilger seine Gedenkstätten.
Die Grabkapelle am alten Sachsler Kirchturm ist in verschiedenen Etappen zwischen 1600 und 1878 entstanden. Sie wurde um die erste Grabstätte von Bruder Klaus erbaut. Das erste Grab von Bruder Klaus befand sich im rechten Seitenschiff der mittelalterlichen Kirche, welche quer zur heutigen stand. Unter der Steintumba mit der Sandsteinfigur von 1518 ist noch die stark abgeschliffene älteste Grabplatte von 1487 sichtbar. Sie erscheint wegen des erhöhten Bodenniveaus versenkt.
Wertvoll ist das gotische Kruzifix aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Es ist wahrscheinlich das Chorbogenkreuz aus der alten Kirche. Die Votivbilder und die vielen silbernen Votivgaben sind Zeugen der Volksfrömmigkeit und der Wallfahrt zum Grab von Bruder Klaus.
Pfarr- und Wallfahrtskirche
Die Kirche ist 1234 erstmals erwähnt, 1459 wurde sie vergrössert. Der unterste Teil des freistehenden Turmes reicht noch bis in diese Zeit zurück. Nach der Seligsprechung von Bruder Klaus wurde mit dem wachsenden Pilgerstrom 1672 bis 1684 die heutige Kirche erbaut und am 7. Oktober 1684 geweiht. Seit 1679 beherbergt sie das Grab von Bruder Klaus. Von 1974 bis 1976 wurde sie gesamtrestauriert.
Der Bruderklausenweg führt von Stans nach Flüeli-Ranft. Auf diesem Weg ritt Heimo Amgrund in der Nacht vom 21./22. Dezember 1481 in den Ranft und überbrachte der Tagsatzung in Stans den Rat von Bruder Klaus, der den Frieden brachte. Der Weg ist beschildert und weitgehend mit dem Jakobsweg identisch.
Der Bruderklausenweg beginnt bei der Kirche in Stans und führt die Knirigasse hinauf zur Kapelle «Maria zum Schnee». Nach dem Überschreiten der Stanserhornbahn geht es weiter nach Hubel - Murmatt - Obwil - Wilti. Im Wald Rohrnerberg ist ein Rastplatz. Dann führt der Weg hinab zum Weiler Halten und weiter nach Rüttimattli und die Grenze zwischen Nid- und Obwalden. Über Äberen erreicht man das «Mei-Chäppeli», anschliessend geht es weiter Richtung Lätten - Gisigen zur Kapelle «St. Antoni» und schliesslich über die Egg nach St. Niklausen. Beim Restaurant Alpenblick wird die Kantonsstrasse überquert, und es folgt der Abstieg in den Ranft. Der kleine Umweg über die Kirche St. Niklausen beginnt schon beim Wegweiser «Kapelle» und führt von der Kirche etwas steiler und über die Möslikapelle in den Ranft.
Der Weg der Visionen ist sowohl ein Wanderweg wie auch ein Meditationsweg und beginnt thematisch im Flüeli beim Geburtshaus von Bruder Klaus und endet in der Grabkapelle in Sachseln.
Visionen sind besondere Gottgeschenkte und (innere) Erlebnisse heiligmässiger Menschen, zu denen Bruder Klaus und seine Ehefrau Dorothea gehören. Der besondere Pilgerweg gilt dem inneren und äusseren Lebensweg von Bruder Klaus. Die ersten fünf Visionen sind Erlebnisse von Bruder Klaus, die sechste jedoch ist eine innere Schau von Dorothea.
Die sechs Metallplastiken auf dem Weg und die Zeichnungen in diesem Heft stammen vom Obwaldner Künstler André Bucher (1924 – 2009). Der Weg wurde 1991 eingeweiht - zum Jubiläum «700 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft».
Das Museum erinnert an Niklaus von Flüe (1417-1487), den Schweizer Landesheiligen Bruder Klaus. Es ist im herrschaftlichen Bürgerhaus von 1784 am Sachsler Dorfplatz untergebracht.
Grundausstellung «Niklaus von Flüe - Vermittler zwischen Welten». In der 2012 erneuerten Grundausstellung wird der Mystiker, Politiker und Volksheilige, der Friedensstifter, Vermittler und Mahner vorgestellt. Wertvolle Originalobjekte, bewegte und statische Bilder, Informationen und Stellungnahmen über Hörstationen und eindrückliche Raumsituationen veranschaulichen diese prägende Gestalt aus dem Spätmittelalter und ihre Wirkungsgeschichte bis heute.