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Einige Fakten über Belgien
Vergnügt (Foto: SOS-Archiv)
Das Königreich Belgien liegt im Nordwesten Europas. Es grenzt im Norden an die Niederlande, im Süden an Frankreich, im Osten an Deutschland, im Südosten an Luxemburg und im Nordwesten an die Nordsee.
Belgien hat 10,4 Millionen (UN 2011, Schätzung) Einwohner, von denen 97 Prozent in städtischen Zentren leben. Die Hauptstadt Brüssel ist mit ca. einer Million Einwohnern die größte Stadt.
Belgien ist sprachlich in Regionen unterteilt; die beiden größten Gruppen sprechen niederländisch (die Flamen) und französisch (die Wallonen). Flämisch ist die offizielle Landessprache in Flandern, im Süden ist es französisch. Brüssel ist zweisprachig, und in einem kleinen Teil der Provinz Lüttich im Osten Belgiens wird deutsch gesprochen.
Belgien war einer der Gründerstaaten der Europäischen Union und hat 2002 den Euro als Währung eingeführt. Brüssel ist Sitz vieler internationaler Organisationen, einschließlich der Zentrale der Europäischen Union (EU) und der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO).
Nicht alle profitieren vom hohen Lebensstandard des Landes
Belgien hat eine sehr starke Wirtschaft, und das Bruttoinlandsprodukt ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,5 Prozent (2010, Schätzung). Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf dem Dienstleistungssektor, dem Transportwesen, dem Handel und dem produzierenden Gewerbe. 73 Prozent der Bevölkerung sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, 25 Prozent in der Industrie und nur zwei Prozent in der Landwirtschaft.
Belgien profitiert von seiner geographischen Lage - die Nutzungsgebühren für das gut ausgebaute Straßennetz (LKW-Maut), Schienennetz und die Seehäfen stellen eine wichtige Einnahmequelle dar. Darüber hinaus wird drei Viertel des Handels mit den Nachbarländern der Europäischen Union getätigt.
Die meisten Belgier genießen einen sehr hohen Lebensstandard, einschließlich einer hohen Lebenserwartung und einer guten Versorgung durch ein finanziell gut ausgestattetes Gesundheitssystem. Dennoch gibt es eine große Anzahl von Menschen, die von Armut bedroht sind – fast 15 Prozent der Bevölkerung leben von einem Einkommen, das 60 % unter dem nationalen Durchschnittseinkommen liegt.
Aufgrund des raschen Wirtschaftswachstums in den sechziger und siebziger Jahren wurden in Belgien Arbeitskräfte aus anderen Ländern angeworben. Viele dieser Menschen blieben in Belgien, und ihre Kinder wurden in Belgien geboren und ausgebildet. Zurzeit umfassen die ethnischen Minderheiten Menschen aus Italien, Marokko, der Türkei, Spanien, Algerien, Portugal und der Demokratischen Republik Kongo. Die ethnischen Minderheiten sind überproportional stark von Armut betroffen – mehr als fünfzig Prozent der Menschen marokkanischer oder türkischer Abstammung leben unterhalb der Armutsgrenze. Diese Gruppen leiden auch unter höheren Arbeitslosenzahlen und vermehrt unter schlechter Gesundheit.
Gewalt gegen Frauen und Minderheiten ist in Belgien mittlerweile als Problem erkannt worden. Darüber hinaus ist Belgien ein Transit- und Bestimmungsland für Frauen und Kinder, die von Menschenhändlern sexuell und wirtschaftlich ausgebeutet werden. Trotz der Einführung gesetzlicher Bekämpfungsmaßnahmen steigt die Anzahl dieser Fälle, besonders die Zahl der sexuell missbrauchten Kinder unter 18 Jahren.
Die Lage der Kinder in Belgien
SOS Kinderdorf Bande (Foto: SOS – Archiv)
Die Rechte der Kinder werden in Belgien allgemein gut geschützt. Im Jahr 2000 wurde die Verfassung geändert und um eine Klausel zum Schutz der moralischen, körperlichen und sexuellen Integrität von Kindern erweitert.
Belgische Kinder haben Zugang zu einem der besten Bildungssysteme in Europa. Laut PISA (Programme for International Student Assessment) ist der Bildungsstandard in Belgien bedeutend höher als der OECD-Durchschnitt. Es gibt eine Schulpflicht für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, und ein sehr hoher Prozentsatz der Schüler/innen besucht anschließend weiterführende Bildungseinrichtungen.
Grundsätzlich hat Belgien eine niedrige Quote an Kinderarmut, was teilweise auf soziale Fürsorgeprogramme zur Unterstützung von Familien zurückzuführen ist. Einige Gruppen sind besonders von Diskriminierung und Armut betroffen; dazu gehören Menschen aus ethnischen Minderheiten (30 Prozent ihrer Kinder sind von Armut bedroht), Familien, in denen die Eltern entweder arbeitslos sind oder keine sichere Arbeit haben, sowie Haushalte von Alleinerziehern. Das Risiko der Verarmung ist für alleinerziehende Haushalte doppelt so hoch wie für Haushalte mit zwei Elternteilen.
SOS-Kinderdorf in Belgien
Zurzeit arbeitet "SOS Villages d'Enfants Belgique" in Belgien mit Kindern und ihren Familien und bietet verschiedene Programme und Einrichtungen an zwei Standorten an. Neben dem SOS-Kinderdorf gibt es ein Betreuungszentrum für Jugendliche und zwei SOS-Sozialzentren. Die jungen Menschen, die in der Jugendeinrichtung leben, können lernen selbständig zu leben, während sie ihre schulische oder berufliche Ausbildung beenden.
Die Aktivitäten der SOS-Sozialzentren sind je nach lokalen Bedürfnissen unterschiedlich gestaltet – in Bande bietet das Sozialzentrum eine Kindertagesstätte, die es Eltern ermöglicht, ihre Ausbildung fortzusetzten oder zur Arbeit zu gehen. Das SOS-Sozialzentrum in Liedekerke bietet als Übergangsheim eine Kurzzeitbetreuung, solange bis für gefährdete Kinder eine dauerhaftere Lösung gefunden wird.
Der zweite Verein, "SOS Villages d'Enfants Belgique aide le monde" unterstützt Projekte außerhalb Belgiens. Beispielsweise wurden die Eröffnung eines Berufsbildungszentrum in Kigali (Ruanda) und eines SOS-Kinderdorfs in Hyderabad (Indien) unterstützt.
Website von SOS-Kinderdorf Belgien
(verfügbar auf Französisch und Holländisch)