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Wie schon im Vorwort zu diesem Special beschrieben, sollte man ein grösseres Augenmerk auf die künstlerische Ausgestaltung von Alben und Dergleichen legen. Im Folgenden werdet ihr ein Interview mit Rem von Head Split Design lesen, einem relativ unbekannten und etwas verschlossenen Künstler aus Frankreich. Ob seine streckenweise Wortkargheit nun daran lag, dass er mit seiner Band "????" gerade im Studio zu Gange war oder nicht? Seine Arbeiten jedoch wecken Interesse und können sich definitiv sehen lassen. Viel Spass damit.
Hi Remy, wie gehts dir?
Rem: Gut, danke.
Sehr gut. Dann möchte ich als erstes anmerken, dass deine Arbeiten sich in vielen Dingen von denen anderer Cover-Künstler unterscheiden. Wie siehst du das selbst?
Rem: Danke, ich stimme zu und ich denke, dass das ein Kompliment ist.
Ist es durchaus. Wenn ich mir deine Artworks so anschaue, dann habe ich meistens das Gefühl, dass dir gerade ein bestimmter Gedanke im Kopf herumgeschwirrt sein muss, den du dann zentral darstellst. Das Drumherum ist (obwohl schick) eher Nebensache. Wie baust du deine Werke auf?
Rem: Ich mag es, den Grundgedanken oder das Konzept in einer zentralen Position darzustellen. Die meisten Arbeiten, die ich kürzlich angefertigt habe, waren T-Shirt Designs. Visuell denke ich, dass es wichtig ist, ein zentrales Thema zu haben, welches sich vom ganzen Design abhebt. Ja, in einigen Fällen mag der Hintergrund nicht so wichtig sein. Aber das kann ich von einem CD-Cover nicht behaupten.
So beispielsweise "Puppets", auf dem eine Marionette gelenkt wird. Ein Zeichen für die manipulative Empfänglichkeit der Menschen heutzutage? Du verarbeitest neben morbiden Themen auch gesellschaftskritische Inhalte. Beispielsweise bei "Goat Rules", dem ziegenköpfigen Manager oder liege ich hier falsch? Wie würdest du deine Inspirationen beschreiben?
Rem: "Puppets" war eine meiner allerersten Arbeiten, also kann ich darüber nichts wirklich Konkretes sagen. Wenn ich es betrachte, sehe ich meine Anfangsarbeit, es ist nicht so durchdacht, wie die Werke, die ich vor kurzem angefertigt habe. Aber es hat in der Tat einen sozialen Inhalt. "Goat Rules" ist ein neues Stück und zwischen diesen zwei Designs kann ich eine merkliche Verbesserung erkennen. Ich versuche nicht, etwas Bestimmtes aufzuzeigen, meine Arbeiten sind das Resultat meiner direkten Inspirationen und können durch Visionen meines alltäglichen Lebens, weltweiter Events und Dergleichen beeinflusst werden.
Wie gross ist denn das Loch, das der Entgelt für deine Arbeiten im Geldbeutel deiner Kunden hinterlässt?
Rem: Vordergründig arbeite ich mit "Underground"-Bands, welche nicht um sehr viel bitten. Es hängt auch mit dem Service zusammen, den sie verlangen.
Wenn ich mich jetzt mit dem Wunsch an dich richten würde, meiner Band ein CD-Cover zu verpassen und dazu auch gleich noch ein T-Shirt Design und eine Website hinterher zuwerfen, wie viel müsste ich jeweils bezahlen?
Rem: Ich habe meine ganze Preisliste auf meiner Myspace Seite, aber das ist meine "durchschnittliche" Preiskalkulation. Preise können ändern, ich muss sie der Kompliziertheit der Arbeit anpassen. [Die Standardpreise: Web Design: 170€, CD Layout Design: 250€, Custom Artwork (CD Front Cover, Shirt Design etc.): 75€, Existing Artwork: 45€, Logo Design: 25€ - Anm. d. Verf.]
Vor allen Dingen wäre es auch interessant zu wissen, welche Käuferschicht du denn mit deinen Werken ansprichst. Weisst du im Einzelnen auch über die Verwendung deiner Arbeiten bescheid?
Rem: Ich fertige fast nur Arbeiten für Metal Bands jeglicher Ausrichtung (Death, Black, Grind, Hardcore...) an. Ich entwerfe CD-Cover, CD Layouts, T-Shirt Designs, Logo Designs und Websiten.
Du hast auf deiner Website ja nun schon einige Artworks abgebildet. Besitzt du denn auch noch andere Arbeiten, die du zu Hause verwahrst? Bist du auf ein bestimmtes Artwork besonders stolz? Auf welches weniger?
Rem: Leider habe ich meine Website schon seit Längerem nicht mehr aktualisiert, da ich die meisten meiner Kontakte durch Myspace erhielt! Folglich sind alle meine aktuellen Arbeiten auf meiner Myspace Seite. Ich behalte normalerweise keine Arbeiten, wenn ich nicht vollends mit ihnen zufrieden bin. Ich kann viele Stunden mit einem Design verbringen und dann doch alles verwerfen, wenn ich nicht mit ihm zufrieden bin. Auf der anderen Seite ist es schwer zufrieden zu sein, wenn es sich um die eigene Arbeit handelt. Kunst ist immer eine kontinuierliche Weiterentwicklung.
Sollte man selbst immer sein grösster Kritiker sein oder ist es eher lästig?
Rem: Ich weiss es wirklich nicht. Jeder besitzt seinen eigenen Weg zu gestalten, analysieren, urteilen, kritisieren...
Wie erstellst du deine Arbeiten? Stehen am Anfang erst einmal Skizzen, setzt du das Bild in deinem Kopf zusammen? Oder gehst du mit einem bestimmten Gefühl und ohne konkrete Vorstellungen an die Sache heran?
Rem: Manchmal habe ich bereits alles in meinen Kopf, und manchmal schmeisse ich alles zusammen und schaue, ob ich damit etwas anfangen kann. Ich arbeite hauptsächlich mit Fotos, Zeichnungen, Skizzen und teilweise 3D. Meistens allerdings lasse ich alles zusammen fliessen, selbst wenn bereits alles in meinem Kopf zusammengesetzt ist.
Ist es dir schon einmal passiert, dass du ein Cover für einen Kunden anfertigen solltest, dieser am Ende allerdings überhaupt nicht zufrieden mit deiner Arbeit war? Was passiert in so einem Fall, wie fühlt man sich in so einem Fall. Falls dir etwas derartiges bisher noch nicht widerfahren sein sollte, dann stelle es dir einfach vor.
Rem: Bevor ich zu arbeiten anfange, frage ich den Kunden, ob er eine Vorstellung davon hat, was er sich wünscht. Falls nicht, bin ich frei, zu schauen, zu was mich die Songtexte und die Musik der Band inspirieren. Sofern wir uns über etwas einig geworden sind, kann ich etwas ändern, wenn der Kunde es wünscht. Allerdings fange ich nie von vorne an, sofern ich nicht den Faden verloren habe.
Dein Künstlerdasein wird wohl nicht genug Geld zum Leben abwerfen. Welcher Arbeit kommst du hauptberuflich nach?
Rem: Ich arbeite seit acht Jahren als Webdesigner und habe bereits für einige Firmen gearbeitet (das reicht von Wein Firmen bis hin zu Labels). Ich nehme mir jetzt einige Zeit um mit meiner Band "????" (ja das es der Name, vier Fragezeichen - http://myspace.com/interrogativemetal) zu arbeiten.
Wie hat alles angefangen? Was waren die Gründe für dich, als Webdesigner zu arbeiten?
Rem: Ich habe Akustik und Physik studiert und es hat mich gelangweilt. Also ging ich auf eine Graphikdesignerschule, in der ich nicht sehr viel gelernt habe, um ehrlich zu sein. Es war die Art von Schule, in der du für eine Woche studierst und in der anderen Woche in einer Firma arbeitest. Dort habe ich auch alles übers Webdesign gelernt.
Würdest du dich denn überhaupt als Künstler bezeichnen?
Rem: Jeder der etwas erschafft, ist für mich ein Künstler. Sei es nun jetzt Musik, Kunst...
Stehst du in Kontakt mit anderen Künstlern? Welcher Künstler ist in deinen Augen talentiert? Gibt es für dich auch übertrieben gelobte Künstler, welche diese Aufmerksamkeit eigentlich überhaupt nicht verdienen?
Rem: Ich habe keinen Kontakt mit anderen Künstlern. Ich mag allerdings die Arbeiten von Wes Benscoter, Mike Bohatch, Tony Koehl, Dan Seagrave... Ich geniesse die Arbeiten jener Künstler, die Dunkles erschaffen können und bedrückende, morbide Gebilde erschaffen, ohne sich in bestimmten Klischees zu verlieren. Ich kann jedoch diese Designer nicht leiden, die ihre Kunst für 2 Dollar verkaufen... Im Endeffekt hätte jede Amateur-Band im Underground dasselbe Logo oder Design.
Gab es schon einmal Probleme oder Schwierigkeiten die du zu meistern hattest. Oder welcher Gedanke macht dir bei deiner Tätigkeit am meisten Angst?
Rem: Ja. Leute, die nicht zahlen. Einige Menschen verstehen nicht, dass ich mir vergeudete Zeit nicht leisten kann. Ich habe finanzielle Verpflichtungen wie jeder. Ich bin am Monatsende ein Nervenbündel, wenn die Zahlungen nicht so schnell kommen, wie ich es mir wünsche!
Bisher waren es eher unbekannte Bands, die du mit Cover-Artworks bestückt hast. Für wen würdest du denn gerne einmal eine Arbeit anfertigen?
Rem: Ich liebe fast alle Bands bei Relapse Records und Willowtip Records. Also wäre ich sehr angetan davon, mit einigen jener Bands zu arbeiten.
Würdest du dich bei deinen Arbeiten für Bands nur auf bestimmte Musikrichtungen spezialisieren? Womit hängt es beispielsweise zusammen, dass manche Künstler wie Dan Seagrave zu "Szene-Künstlern", in dem Fall für die Death Metal Szene, werden?
Rem: Meine dunkle Kunst limitiert sich auf seine Weise auf extreme Metal-Bands. Aber ich könnte auch mit Hip-Hop Bands arbeiten, sofern sie etwas Düsteres wünschen!
Gibt es für dich Unterschiede zwischen den Designs verschiedenen Extrem-Musikrichtungen? Was denkst du darüber? Welche sind die besten?
Rem: Ich bevorzuge normalerweise "Death Metal" und "Grindcore" Designs. Allerdings nicht wirklich die "gorigen". Ich denke, dass gerade deswegen die Arbeiten von Tony Khoel oder Dan Seagrave überwältigend sind.
Zum Schluss die obligatorischen letzten Worte. Möchtest du noch etwas loswerden?
Rem: Danke! Und an alle Leser: Kommt und verschafft euch ein
Bild von meinen Arbeiten und meiner Band.
Headsplitdesign:
http://www.headsplitdesign.com
http://myspace.com/headsplitdesign
"????":
http://www.interrogativemetal.com
http://myspace.com/interrogativemetal
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