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Die Zürcher Stillstandsprotokolle dokumentieren die Tätigkeit der ältesten Aufsichtsbehörde der reformierten Kirchgemeinden, des so genannten Stillstands. Das Gremium ist so benannt, weil dessen Mitglieder nach dem Gottesdienst in der Kirche wortwörtlich "stillstanden", also stehen blieben, um monatlich unter dem Vorsitz des Pfarrers zu beraten. Der Stillstand rekrutierte sich – neben dem Pfarrer – aus ex officio in das Gremium bestellten Inhabern weltlicher Ämter der Gemeinde sowie aus den von der Gemeinde gewählten Ehegaumern. Der Stillstand war zugleich Kirchen-, Schul-, Armen- und Vormundschaftsbehörde, aber auch lokale Instanz in sittlichen Fragen. An einigen Orten übernahm er zudem Funktionen der weltlichen Gemeindebehörden. Nach 1798 wurden seine Aufgabenbereiche auf rein kirchliche Angelegenheiten beschränkt; später wurde das Gremium durch die heutigen Kirchenpflegen ersetzt.
Entsprechend den vielfältigen Aufgaben des Stillstands dokumentieren die vom jeweiligen Pfarrer verfassten Protokolle die ganze Bandbreite des Alltags und des Zusammenlebens der Menschen im Gebiet des damaligen Stadtstaats Zürich. Trotz ihrem hohen Quellenwert blieben die Zürcher Stillstandsprotokolle lange weitgehend unerforscht, nicht zuletzt, weil es sich häufig um eher flüchtige, schwer lesbare Notizen in der individuellen Handschrift des Pfarrers handelt.
Die frühesten Stillstandsprotokolle setzen 1631 in Brütten und 1634 in Laufen ein, dann auf breiter Basis 1636/1637 in Fällanden, Gossau, Hedingen, Kyburg, Laufen, Lindau und Stallikon, was mit einem entsprechenden Synodalbeschluss vom Mai 1636 zusammenhängen mag, der in den Protokollen von Brütten und Fällanden angesprochen wird. Insgesamt sind (für unterschiedliche Zeiträume) für 35 Kirchgemeinden Protokolle vorhanden.
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Die Texte sind auch als OGD-Datensatz verfügbar.