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Lateinisch: Lycaon pictus
Körperlänge 75 –100 cm
Schulterhöhe 60–75 cm
Gewicht 15–30 kg
Der wissenschaftliche Name des afrikanischen Wildhundes «lycaon pictus» bedeutet «gemalter Wolf» und beschreibt das Tier aufs Treffendste. Die Bezeichnung «Hyänenhund» verdankt er seiner Ähnlichkeit in Körpergrösse und Färbung mit der Hyäne, eine Verwandtschaft gibt es aber nicht zwischen den beiden.
Der Wildhund kommt, wenn auch eher selten, in Afrika südlich der Sahara vor. Trotz zahlreicher Nationalparks sind die afrikanischen Wildhunde heute äusserst stark vom Aussterben bedroht.Verhalten und Ernährung
Afrikanische Wildhunde leben sehr harmonisch in Rudeln von mehreren Tieren zusammen. Auf der Jagd legen sie teilweise sehr grosse Strecken in grosser Geschwindigkeit zurück. Sie sind ausgezeichnete Langstrecken- und Dauerläufer. Da sich afrikanische Wildhunde ausschließlich von frischem Fleisch ernähren, müssen sie täglich jagen. Beim Fressen verhalten sie sich anders als Hyänen oder Löwen, denn Futterneid kommt bei ihnen nicht vor. Alle Rudelmitglieder fressen friedlich neben einander. Sie lassen auch Welpen zuerst ihren Hunger stillen.
Fortpflanzung
Obwohl Wildhunde in Rudeln von sieben bis acht Erwachsenen und einigen Jungtieren leben, ist es nur die Leithündin, welche Junge zur Welt bringen darf. Der Vater ist dabei immer der Leitrüde. Nach einer Tragezeit von 11 Wochen kommen durchschnittlich sieben bis zehn, gelegentlich bis zu 16 Junge zur Welt. Geboren werden die Kleinen in einer verlassenen Erdferkel- oder Warzenschweinhöhle, die von den Wildhunden für ihre Zwecke etwas ausgebaut wird. Nach etwa drei bis vier Wochen beginnt der Nachwuchs mit den ersten Erkundungsgängen vor die schützende Wohnhöhle. Die Jungen werden nicht nur von ihren direkten Eltern, sondern von allen Familienangehörigen des Rudels betreut. Geht das Rudel etwa zur Jagd, so bleiben immer zwei oder drei Tiere als «Babysitter» zurück. Im Alter von 10 bis 12 Wochen trinken die Jungen keine Milch mehr, sondern ernähren sich nur noch vom Fleisch, das die Erwachsenen nach Hause bringen. Nach rund drei Monaten sind die neuen Familienmitglieder bereit, das Rudel auf seinem nun beginnenden Nomadenleben zu begleiten.
Andere Quelle sind teilweise anderer Auffassung und sagen: Wenn Weibchen des selben Rudel gleichzeitig geworfen haben, gibt es manchmal Schwierigkeiten. Die Sitten sind hier zwar ähnlich geordnet, aber nicht so streng wie bei den Wölfen, bei denen sich nur die Alpha-Tiere paaren dürfen. Zuwiderhandlungen werden rabiat bestraft.
Die Schwierigkeiten: Ein Alpha-Muttertier betrachtet sämtliche Würfe in einem Rudel als eigene, also kann es vorkommen, dass die Alpha-Hündin ihren Wurf zu dem der Beta-Hündin legt. Die nachrangige Hündin muss weichen. Deren Welpen werden natürlich mitversorgt. Mit der Einschränkung, dass die Alpha-Welpen sich ihren Platz an den 14 Zitzen der Alpha-Hündin zuerst sichern. Der Wurf der Beta-Hündin hat dabei zunächst das Nachsehen. Sie kommen später zu ihrem Recht. Dabei erweist es sich als Auslese, dass nur die stärksten des Beta-Wurfs überleben. Bei den Wildhunde-Welpen ist es besonders gut zu beobachten: das Betteln als Vorbildung zur rituellen Begrüßung, wenn die erwachsenen Jäger mit Beute nach Hause kommen.
Ernährung
Natürlich hat ein erfolgreiches Jagdverhalten auch so seine Nachteile. Lange Zeit wurden über die Wildhunde, auch hier ähnlich wie bei unseren Wolf, regelrechte Schauergeschichten verbreitet. So ging das Märchen um, dass Hyänenhunde blutrünstige Tiere seien, die weit mehr Beutetiere töten, als sie verzehren können. Sie würden die Antilopen aus ganzen Landstrichen vertreiben und würden auch dem Menschen gefährlich. Das meiste davon ist schlichtweg frei erfunden. Leider hat so ein schlechter Ruf den Nachteil, vor menschlicher Verfolgung nicht mehr sicher zu sein. Zusammen mit der «Kultivierung» grösserer Savannenflächen zur Verwendung als Viehweiden hat dies die Tiere an den Rand der Ausrottung gebracht.