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Der
Name soll von einer
Säge(raisse, rasse) herrühren, die hier einst von einer jetzt versiegten Quelle getrieben worden wäre.
Es ist aber wahrscheinlicher, dass in dieser wasserarmen Gegend einst eine vom
Wind getriebene
Säge vorhanden war oder dass
man an dieser Stelle das geschlagene
Holz von Hand zu sägen pflegte.
(Kt. und
Amt Luzern, Gem.
Ebikon). 430 m. Häusergruppe, Anstalt und Elektrizitätswerk, am rechten Ufer der
Reuss und am Fuss des
Hundsrücken, 5 km n. Luzern
und 1,5 km sö. der Station
Emmen der Seethalbahn (Wildegg-Emmenbrücke). Postablage,
Telephon. 7
Häuser, 270 kathol. Ew. Kirchgemeinde
Ebikon. War zuerst ein 1251 gestiftetes
Frauenkloster,
dessen Insassen zunächst keiner bestimmten Ordensregel unterstellt waren,
sich aber nachher den Zisterziensern anschlossen.
Den Namen Rathausen (Domus consilii) erhielt das Kloster vom
Bischof Eberhard von Konstanz. Es gehörte dem nämlichen Orden
mehrere Jahrhunderte hindurch an und erwarb allmählig den Klosterhof, Althof, Milchhof,
Seehof, Sedelhof
und
Mühlehof, welche Besitzungen bei Anlass der Aufhebung des
Klosters 1848 dem. Staat als Eigentum zufielen. Die Nonnen zogen
sich zuerst nach Schwyz
und dann nach Veluz bei Metz zurück. Das Wappen des
Klosters zeigte einen fünfspitzigen schwarzen
Stern
im goldenen
Feld.
Kirchenpatron war der h. Georg. Das Klostervermögen betrug zur Zeit der Aufhebung 339470 alte Schweizerfranken.
Die kostbaren Glasgemälde wurden um die Summe von 14000 Franken verkauft, dann 1890 zum grössten Teil vom
Bund erworben
und dem Schweizerischen Landesmuseum in Zürich
überwiesen. Die Klosterbauten dienten dann 1848 bis 1868 als kantonales Lehrerseminar, 1881 als
Pockenspital der Stadt
Luzern und seit 1883 als Verpflegungs- und Erziehungsanstalt für arme Kinder beiderlei
Geschlechtes im
Alter von 3-16 Jahren, die unter der Leitung der Theodosianerinnen aus
Ingenbohl steht.
Der Sedelhof und
Seehof wurden kantonale Korrektionsanstalt, der
Mühlehof ging in den Besitz des Elektrizitätswerkes über,
und der Althof wird vom Staat verpachtet. Das 1588-1592 erbaute grosse Klostergebäude fiel samt der
Klosterkirche 1903 einer Feuersbrunst zum Opfer, worauf man sofort den Wiederaufbau der Anstalt beschloss und sie schon 1904 eröffnen
konnte. Das Elektrizitätswerk Rathausen steht seit 1896 in Betrieb und beutet die Wasserkraft der
Reuss aus.
Diese wird 1,5 km unterhalb der Mündung der Kleinen
Emme durch eine 48 m breite
Schwelle aufgestaut, worauf
das
Wasser durch einen 1200 m langen Kanal mit einem Fall von 1,4% zum Werk gelangt, das 5 Turbinen von je 300 PS Kraftleistung
besitzt. Rathausen ist eines der am besten eingerichteten Elektrizitätswerke der
Schweiz und gibt Kraft und Licht ab
an 13 Gemeinden, 12 Fabriken, 6 Anstalten, 3 Bahnhöfe und an die
Luzerner Strassenbahn. Vergl. Schneller,
Jos. Die 6. SäkularfeierdesKlostersRathausen (im Geschichtsfreund. 2, 1845).