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Gonarthrose (Kniegelenkarthrose)
Als Gonarthrose wird der fortschreitende Verschleiss (Arthrose) des Kniegelenks bezeichnet. Dieser Verschleiss kann anlagebedingt oder infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls auftreten. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen.
Arten
Die Gonarthrose kann zwei unterschiedliche Verläufe nehmen, man unterscheidet hier die anlagebedingte (primäre) und erworbene (sekundäre) Arthrose. Bei der weitaus häufiger auftretenden anlagebedingten Arthrose wird der Knorpel im Alltag stärker beansprucht, als es seine Stabilität zulässt. Diese primäre Gonarthrose tritt oft im höheren Erwachsenenalter auf, so dass ca. 75% aller Menschen über 50 Jahre und etwa 90% der über 70-Jährigen an entsprechenden Gelenkveränderungen leiden.
Die erworbene Arthrose kann die Folge eines Unfalls sein, der zum Beispiel zu einer direkten Knorpelverletzung geführt hat. Weitere Ursachen sind eine Entzündung oder auch eine innere Erkrankung wie zum Beispiel Rheuma.
In vielen Fällen kann mit der Diagnose gelebt werden, so dass der Gelenkverschleiss nicht dauerhaft behandelt werden muss. Nur bei ca. 20% der Betroffenen beeinträchtigt er die Lebensqualität.
Leitsymptom
Das meistgenannte Symptom der Gonarthrose ist der Schmerz, der vor allem beim Loslaufen oder Aufstehen im Kniegelenk verspürt wird. So treten die starken Schmerzen überwiegend nach Ruhephasen auf.
Je stärker die Gonarthrose bereits ausgeprägt ist, desto unangenehmer werden die Schmerzen und Empfindungen. Es können Reibegeräusche (Krepitation) und zahnradartige Bewegungen auftreten, oft kommen Ruheschmerzen oder Gelenkblockaden hinzu. Nur noch selten empfindet der Betroffene eine völlige Schmerzfreiheit, was das sogenannte Hinken zur Folge hat.
Durch den chronischen Reizzustand des Kniegelenks entsteht meist eine Schwellung mit Bildung von Flüssigkeit im Gelenk.
Je weiter die Gonarthrose vorangeschritten ist, desto stärker kommt es zur Vergröberung der Gelenkkontur sowie regelmässig zu einer Gelenkfehlstellung, die mit der Zeit sichtbar wird.
Ursachen
Die häufigste Ursache für die Gonarthrose ist eine früher vorangegangene Schädigung des Meniskus.
Weitere Ursachen für den Kniegelenkschmerz können in benachbarten Gelenken liegen. Der Verschleiss, eine Fehlstellung des Hüftgelenks und ein Senk-/Spreizfuss bilden eine grosse Gefahr für den Ausbruch einer Kniegelenkarthrose.
Klinische Untersuchung
Bei der Untersuchung des Knieschmerzes wird in erster Linie die Beurteilung der Beinachse (X- oder O-Bein), der Beinlänge und des Gangbildes vorgenommen. Weiterhin werden Funktions- und Schmerztests durchgeführt sowie bildgebende Massnahmen wie Röntgenaufnahmen hinzugezogen.
Therapie
Die Therapie der Gonarthrose erfolgt in den meisten Fällen zunächst konservativ. Dabei werden Medikamente verabreicht, häufig in Form von Spritzen ins Gelenk. Auch die Physiotherapie spielt mit mobilisierenden, muskelkräftigenden und muskeldehnenden Massnahmen eine wichtige Rolle. Des Weiteren wird durch die Krankengymnastik das Knie geschult und die Stabilisierung des Knies durch Koordinationsübungen verbessert.
In einigen schweren Fällen lässt sich eine Operation jedoch nicht umgehen und sie stellt dann die bessere Alternative dar. Dabei wird zwischen gelenkerhaltenden (z.B. Achsumstellung des Kniegelenks), gelenkversteifenden und gelenkersetzenden Operationsverfahren unterschieden. Zunächst erfolgt ein minimalinvasiver Eingriff, eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie), damit sich der Arzt ein besseres Bild von der vorangeschrittenen Arthrose machen kann.
Bei beiden Therapieverfahren sind eine schmerzfreie Beweglichkeit und eine bessere Gehleistung die Hauptziele.
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