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Raw Frand zu Parschat Nasso 5764 (Beitrag 1)
Der Abschnitt Sotah beginnt mit einer Wortwiederholung
Im dieswöchigen Wochenabschnitt lernen wir über die Sotah - eine Frau, die von ihrem Ehemann der Untreue verdächtigt wird. Die Torah verschreibt ihr eine bestimmte Trinkmischung, das "Sotah-Wasser", um herauszufinden, ob der Verdacht begründet ist. Entweder stirbt die Frau nach dem Trinken dieser Mischung oder sie wird freigesprochen und mit einem Segen bedacht.
Der Passuk (Vers) beginnt mit den Worten "Isch, isch ..." ("Jeder Mann" oder "Ein Mann, ein Mann") "dessen Frau ihm untreu wird ..." [Bamidbar 5:12]. Es ist sonderbar, dass die Torah sich des Ausdrucks von "ein Mann, ein Mann" bedient, wenn sie "jeder Mann" meint. Ueblicherweise wird das Wort "Isch" (Mann) nur einmal verwendet.
Ich sah dazu eine interessante Erklärung von Rav Mosche Chafez. Gemäss Rav Chafez will uns die Torah mit dem zweiten "Isch" folgendes sagen: Die Situation mit der Gattin, die man der Untreue verdächtigt, wird im Grunde genommen vom Ehemann ausgelöst, dessen "Isch" zu vordergründig ist. Der Gatte macht sich breit - das "Isch" ist zu fordernd. Der Ehemann ist zu sehr gefangen vom "Isch"- Teil der Ehe und kümmert sich zuwenig um den "Ischa" (Frau, Gattin) -Teil der Ehe.
Müsste ich ein Wort nennen, das den Grund für beginnende Eheprobleme am besten umschreibt, würde ich das Wort "Selbstsucht" wählen. Und das Wort, dass am ehesten das Mittel für eine erfolgreiche Ehe beschreibt, ist "Selbstlosigkeit".
Die meisten Probleme, ob es sich um finanzielle Probleme oder um Probleme mit den Schwiegereltern handelt - kurz, alle die Probleme, die für eine unglückliche Ehe verantwortlich sind - rühren normalerweise daher, dass die Ehepartner unnachgiebig sind und nur sich selbst sehen. Sie kommen dem Anderen nicht entgegen. Sie können nicht wirklich nachgeben.
Manchmal besteht das Problem darin, dass der Ehemann zu sehr auf dem "Isch"-Teil der Ehe, und manchmal, dass die Ehefrau zu sehr auf dem "Ischa"-Teil der Ehe besteht. Ehen werden strapaziert, wenn einer der Partner die Aufmerksamkeit nicht von seiner eigenen Person abwenden kann. Wegen solchen Problemen kann eine Sotah-Situation entstehen.
Raschi erwähnt einen berühmten Chasal, der folgende Frage aufwirft: Warum folgt der Abschnitt Sotah gleich auf denjenigen, der über einen Menschen spricht, der es versäumt hat, die vorgeschriebenen Gaben für die Priesterschaft der Kohanim zu bringen? Die Antwort darauf ist, dass jemand, der sich nicht um passende Gaben für die Kohanim bemüht, eines Tages die Kohanim dazu benötigen wird, für seine Frau das "Sotah - Wasser" vorzubereiten.
Der Torah Temimah erklärt den Zusammenhang zwischen diesen beiden Situationen. Der Grund, weshalb ein Mensch den Kohanim die ihnen zustehenden Geschenke vorenthält, ist, dass er geizig, mies und eigennützig ist. Dieselben Gründe können auch für das Sotah-Problem verantwortlich sein: Ein geiziger und eigennütziger Mensch wird auch mit seiner Frau keine gebende und selbstlose Beziehung führen. Fehlender Grossmut und die Weigerung, in der Ehe Kompromisse einzugehen, können eine Sotah-Situation herbeiführen.
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