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Sascha Ruefer, Russland ist nicht Ihre erste Fussball-WM als Kommentator. Was ist trotzdem anders?
Sie findet zum ersten Mal in einem Land statt, dessen Sprache ich nicht verstehe. Zudem sind die Distanzen zwischen den verschiedenen Spielorten enorm. Für meine 18 Einsätze fliege ich über 30-mal. Das ist crazy!
Die Schweiz ist super in diese WM gestartet. Ihr persönlicher Wett-Tipp?
Meine Brille ist natürlich Schweiz-gefärbt, und ich fiebere mit unserer Nati mit. Dennoch ist es meine Aufgabe als Kommentator, die Leistungen neutral zu beurteilen. Das Tippen überlasse ich darum anderen.
Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Handydisplay?
Ein Porträt meines Sohnes.
Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Ich bin zu 80 Prozent angestellt und hab damit die Balance wunderbar gefunden.
Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da stets gesagt?
Mein Vater sagte immer: «Sascha, ein Wort ist ein Wort.» Er meinte damit, dass man sich daran halten muss, wenn man etwas verspricht, zusagt oder abmacht.
Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Ich glaube, das war ein Adventskalender für meine Frau. Heute ist Vera für das Basteln zuständig. Sie ist eine echte Weltmeisterin darin.
Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Ich habe das grosse Glück, dass mir derzeit nichts weh tut und ich gesund bin.
Welches Gemüse sollte verboten werden?
Fenchel – ich bring das Ding einfach nicht runter.
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Ich schöpfe lieber zweimal als einmal zu viel. Das hat auch mit Verantwortung und Respekt unseren Ressourcen gegenüber zu tun.
Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Die Gründung einer Familie.
Und Ihre dümmste Idee?
Ich bereue nichts, hatte aber sicher auch schon Ideen, die weniger gut waren.
Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Ich hänge keinen Wünschen nach. Was ich sicher nicht mehr werden kann, ist Spitzensportler. (Lacht.)
Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Sie sollen anständig und respektvoll sein, sich aber nicht verbiegen lassen.
Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erschaffen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie ausstatten?
Ich finde mich ganz okay so, wie ich bin. Genauso eigen wie alle anderen auch.
Welches Buch, welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
«E. T.» werde ich nie vergessen, «Der Besuch der alten Dame» auch nicht. Und wenn ich heute Songs aus den 80ern höre, dann wandern meine Gedanken in die aufregendste Zeit meines Lebens.
Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Man wird sich über die Sorglosigkeit im Umgang mit unseren Daten wundern. Und loben wird man uns auch – wahrscheinlich für eine Errungenschaft, deren Bedeutung erst im Rückblick richtig eingeschätzt wird.
Welche Pille gehört erfunden?
Pillen, die heilen, was bisher nicht heilbar war. Wobei dieses Heilmittel auch eine Pflanze sein darf.
Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Ich bin kein Film-Freak. Darum fällt mir wirklich kein Name ein.
Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen. Aus welchen Städten und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich wohne im luzernischen Schenkon, der perfekte Mix aus allem. Ich würds genau so machen.
Haben Sie ein Tattoo?
Ich wollte mir mal eins stechen lassen. Aber mein Freund Gregor hat mich ausgelacht und gesagt: «Du bist nicht der Typ für ein Tattoo.» Dann halt nicht.
Ihr Spitzname als Kind?
Den hatte ich glaub nie!
Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus.
Aufgeräumt und tapeziert mit Bildern von Fussballern, Modern Talking. Und wenn ich mich richtig erinnere, hing da auch ein Bild von Samantha Fox aus der «Bravo».
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Oh, ja, das war die Susanne. Auf dem Zettelchen «Ja – nein – vielleicht» hatte sie ja angekreuzt. Wir waren sicher zwei Wochen zusammen.
Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Werde Fussballkommentator!