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Die Boxerin Claressa Shields (21) kann bereits viele Goldmedaillen ihr Eigen nennen. Die noch sehr junge US-Amerikanerin holte bereits an den olympischen Spielen 2012 in London die Goldmedaille in der Kategorie bis 75 kg und ebenso 2016 in Rio. Zudem wurde sie 2014 in Südkorea und 2016 in Kasachstan Amateur- Boxweltmeisterin
Wer sooft auf dem Siegerpodest steht, hat für anderes als Training keine Zeit, würde man denken. Doch Shields hat während ihrer Siegesserie im Sport noch etwas viel Wichtigeres vollbracht, als Boxkämpfe zu gewinnen: Sie hat ein Menschenleben gerettet.
Sie berichtete gegenüber Medien, wie es dazu kam. 2014 bat ihre Cousine sie um Geld für eine Abtreibung, weil sie kein drittes Kind wollte. Die Sportlerin sagte ihr, sie sei nicht für Abtreibung und könne ihr dafür kein Geld geben. Sie bot ihr aber an, das Kind zu adoptieren. So wurde das Baby geboren und kam zur Boxerin. Diese nannte es Klaressa mit K. Das Baby war für sie ein und alles. Und wenn sie während ihres Trainings keinen Babysitter zur Verfügung hatte, so trainierte sie zu Hause: «Dann kam es vor, dass ich für eineinhalb Stunden mit dem Baby neben mir das Boxtraining absolvierte», so Shields.
Die Sportlerin sah das Positive in der Situation und wurde sehr glücklich mit dem Baby: «Ich finde es so schön, sie zu haben, wenn es auch eine riesige Verantwortung ist. Sie bewirkt, dass ich ruhiger werde und nachdenke, und das ist eine gute Sache.
Das frohe Leben mit dem Baby endete unerwartet. Die Cousine änderte ihre Haltung zu ihrem Kind. Ihre Zuneigung zum Baby wuchs so stark, dass Shields auf Klaressa verzichtete.
Nach der Trennung von «ihrer» Tochter war Shields mehrere Wochen krank. Sie liess sich aber nicht unterkriegen und nahm wieder das Positive in den Blick: Jetzt könne sie sich noch mehr aufs Training konzentrieren, liess sie verlauten. Und das tat sie auch: Am 17. August 2016 wurde sie in Rio erneut Olympiasiegerin.