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In Cortina d'Ampezzo werden erstmals bei einer Ski-WM Einzel-Weltmeister in Parallenrennen ermittelt. Die Schweizer Vertreter wollen bei beiden Geschlechtern ein Wort mitreden.
Für 9 Uhr sind die Qualifikationsläufe bei den Frauen angesetzt, um 10 Uhr jene der Männer. Ab 14 Uhr geht es dann im K.o.-Modus um die Medaillen, angefangen wird mit Achtelfinals.
Alle Teilnehmer absolvieren zwei Läufe, auf beiden Kursen jeweils einen. Die zwei gefahrenen Zeiten werden addiert, die 16 schnellsten Damen und Herren kommen weiter. Sollten sich mehrere Athleten auf Rang 16 befinden, entscheidet die schnellste einzelne Laufzeit. Falls immer noch Zeitgleichheit herrschen sollte, kommt die höhere Startnummer weiter.
Die Qualifikationsrangliste ergibt einen Turnierbaum, wie man ihn beispielsweise vom Tennis her kennt. Die Schnellste der Quali trifft in den Achtelfinals auf die Fahrerin mit der 16. Zeit, die Zweite auf die 15. und so weiter.
Im ersten Durchgang fährt eine Athletin auf dem roten Kurs, die andere auf dem blauen. Für den zweiten wird die Seite getauscht und es wird mit dem Abstand gestartet, der sich im ersten Vergleich ergeben hat. Die maximale Differenz beträgt 0,50 Sekunden.
Wer im zweiten Lauf zuerst die Ziellinie überquert, gewinnt und kommt eine Runde weiter. Bei Zeitgleichheit kommt der Sieger des zweiten Laufs in die nächste Runde.
Sollte der Final unentschieden enden, gibt es zwei Ex-Aequo-Sieger. Diese Regel gilt auch für das Duell um die Bronzemedaille.
Das ist das Männer-Quartett:
Marco Odermatt
Loïc Meillard
Gino Caviezel
Justin Murisier
Eine Prognose ist schwierig. Ist im Fussball oft die Rede davon, dass der Cup eigene Gesetze habe, so trifft das im Skisport auf die Parallelrennen zu. Ende November fanden in Lech-Zürs die bislang einzigen Weltcup-Rennen mit dem Modus statt, der heute an der WM zur Anwendung gelangt. Damals wurde Gut-Behrami Dritte, bei den Männern schafften es Semyel Bissig und Gino Caviezel auf die Ränge 5 und 6.
Meillard feierte im vergangenen Winter seinen bislang einzigen Weltcupsieg in einem Parallel-Riesenslalom. Damals wurden die K.o.-Duelle aber nur in einem Lauf entschieden und der Neuenburger hatte den Vorteil, stets auf dem schnellerem Kurs fahren zu können. Er geht mit dem Schwung von WM-Bronze gestern in der Kombination an den Start, seiner ersten Medaille an Titelkämpfen.
Eine Voraussage ist schwierig – schon in der Qualifikation könnte es den einen oder anderen grossen Namen erwischen. Mit Petra Vlhova und Alexis Pinturault siegten in Lech-Zürs die beiden Führenden des Gesamtweltcups.
Nebst Vlhova, Holdener und Gut-Behrami stehen auch die beiden Italienerinnen Marta Bassino und Federica Brignone im Fokus. Doch vielleicht gibt es auch eine Weltmeisterin, mit der im Vorfeld kaum jemand gerechnet hatte. Wie so etwas geht, machte die Amerikanerin Paula Moltzan vor, als sie in Lech-Zürs Zweite wurde. Es war ihr mit Abstand bestes Weltcup-Resultat.
Nicht am Start sind Kombinations-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin und die Kombi-Bronzemedaillen-Gewinnerin Michelle Gisin, die das Rennen aufgrund ihres gedrängten WM-Programms auslassen. Aus dem gleichen Grund verzichtet der Franzose Pinturault auf einen Start. Mit dem Norweger Henrik Kristoffersen fehlt auch der Zweite von Lech-Zürs auf der Startliste.
Eine Prognose zu erstellen, scheint bei den Männern noch schwieriger zu sein als bei den Frauen. Kombinations-Weltmeister Marco Schwarz hat nichts zu verlieren nach seinem Triumph gestern. Sein Landsmann Adrian Pertl will gute Leistungen in dieser Disziplin an der WM bestätigen, auch das deutsche Trio mit Alexander Schmid, Stefan Luitz und Linus Strasser sollte man auf der Rechnung haben. Die Gastgebernation Italien schickt Riccardo Tonetti als grösste Hoffnung ins Rennen, die Franzosen setzen auf Mathieu Faivre und Thibaut Favrot.