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Nachdem mir der Tagesablauf gründlich und noch ganz anderes ganz anders durcheinandergebracht wurde von einer Frau, ist mein Schlaf-Wach-Rhythmus völlig im A… Wo ich sonst recht zuverlässig zwischen ein und drei Uhr schlafen konnte und dann nach ziemlich genau sieben Stunden Schlaf ohne Wecker wach wurde, sitze ich jetzt noch um vier oder fünf putzmunter hier und lese und schreibe. Immer dann, wenn ich müde werde, leg ich mich hin und falle in einen unruhigen, ein bis zwei Stunden dauernden Schlaf. Ja, so komme ich in der Summe auch auf meine sechs bis sieben Stunden; aber so genau weiß ich das nicht, denn ich sehe nicht auf die Uhr …
Unausgeschlafen oder übermüdet fühle ich mich nicht. Nein, mein Körper scheint mit den kurzen Schlafphasen keine Probleme zu haben. Jedenfalls bisher nicht. Ich muß nur dem Schlafbedürfnis nachgeben, das übermächtig ist; tue ich das nicht, so scheine ich an Narkolepsie zu leiden. Das ist wirklich nicht angenehm. Schlimmer ist nur meine Unzufriedenheit mit diesem neuen Schlafverlauf. Ja, das schränkt auch meine Möglichkeiten ein, unterwegs zu sein, denn was soll ich tun, wenn mich nach einer Stunde ein Schlafanfall ereilt? Kann ich ihm nachgeben, irgendwo, für eben diese ein bis zwei Stunden? Bin ich rechtzeitig vorher wieder zuhause? Was geschieht, wenn ich nicht schlafe und dann die narkoleptischen Symptome zeige?
Ach, diese Frau …
Sie stand eines Abends einfach auf meinem Balkon, schweigend, und beobachtete mich. Zunächst hatte ich sie ja nicht bemerkt, aber als es kühler wurde und ich die Balkontür schließen wollte, fiel sie mir auf. Vielleicht einen Kopf kleiner war sie als ich, hatte sehr, sehr lange dunkle Haare und trug ein zeitlos elegantes, schwarzes Kleid mit dunkelgrünen Brokatbesätzen. Ich kannte solche Kleider nur von den Mittelalterfesten und fand sie darin einfach wunderbar. Jedenfalls wollte ich sie nicht auf dem kühlen Balkon stehenlassen und bat sie herein. Deutsch schien sie nicht zu verstehen, darum versuchte ich es ein zweites Mal auf englisch und ein drittes Mal auf russisch. Endlich ging sie ins Wohnzimmer hinein.
Die geheimnisvolle Russin saß auf der Couch, als auch ich ins Zimmer zurückkam. Sie räkelte sich lasziv und sah mich dabei an, als wollte sie mich auf der Stelle – na ihr wißt schon, was. Fast konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich ging in die Küche und holte einen Barolo und zwei Gläser. Aber ich kam nichteinmal dazu, die Flasche zu entkorken. Denn als ich die Gläser abstellte, küßte sie mich auf den Hals und danach …
Danach kann ich mich an nichts mehr erinnern. Der Wein steht vielleicht noch auf dem Tisch im Wohnzimmer. Moment, ich werde gerade wieder so müde. Für ein oder zwei Stunden lege ich mich jetzt in meine Wanne. Wenn ich das nicht mache, bin ich in den nächsten Stunden zu überhaupt nichts fähig. Vielleicht träume ich ja von ihr oder sie ist nach dem Aufwachen wieder da … Ich will mir garnicht vorstellen, was geschehen wird, wenn mich der Schlaf draußen überfällt und ich nicht rechtzeitig vor Sonnenaufgang wieder zuhause bin.
P.S.: Positiv am 7. Januar 2014 war der Nachmittag im Sender.
Tageskarte 2014-01-08: Bube der Kelche
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).