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Der Alemanne Otger verschenkt seinen ererbten Besitz mit einer Mühle an das Kloster St. Gallen Urkunde. Es handelt sich um die älteste urkundlich erwähnte Mühle im Kanton Zürich.
Die Mühle wird im Habsburgischen Urbar aufgeführt: „Ze Wissnang, … da lit och 1 müli; die giltet ze zinse …“. Sie hatte jährlich den folgenden Zins abzuliefern:2 Mütt Kernen, 1 Schwein, 1 Herbsthuhn, 1 Fasnachtshuhn und 15 Eier.
Das erste Steuerregister der Gemeinde Weisslingen weist den Hans Müller mit Knecht und Magd als zweitgrössten Steuerzahler auf.
Eine Urkunde erwähnt das Vorhandensein einer Säge. Der Müller darf im Gemeindewald alles Holz für Reparaturen und Erneuerungen der Wasserräder schlagen.
Auf der Karte von Hans Conrad Gyger ist die „Mülli“ mit 2 grösseren und 2 kleineren Häusern eingezeichnet:
1788
Der erste Dorfplan Weisslingens von J. Fehr (Ausschnitt) hält die genaue Lage und Grösse der Gebäude fest:
um 1800
Der Gutsbetrieb umfasst über 67 Jucharten (20 ha) Land und ist damit der grösste Landbesitz in Weisslingen. Die Mühle hat ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erreicht.
Der Maler Johann Aschmann (1747 – 1809) malt um diese Zeit das folgende Bild (Umrisskupfer) der Liegenschaft:
1813
erster Drittel
19. Jhd.
Neben dem Wohn- und Mahlhaus gehören Sägerei, Stampfe und Reiberei, Scheune, verschiedene Speicher, Ställe und ein Waschhaus im Gesamtwert von 10'000 Gulden zum Gesamtinventar.
Ölbild von Johann Ulrich Burri (1802-1870):
1876
Markus Weber, der letzte Müller, versucht vergeblich durch Modernisierung der Anlage (Ersetzung des Wasserrades durch eine Turbine) die Wirtschaftlichkeit der Mühle zu verbessern.
Plan zum Wasserrecht des Markus Weber, Mühle Weisslingen (Staatsarchiv Zürich):
1885
1935
1950
Der stillstehende Betrieb wird an die Firma Kindlimann-Reifer verkauft, die das einstige Mühlengebäude zu Mietwohnungen für Arbeiter ihrer Fabrik im Weissenthal umbauen lässt.
Die bereits seit vielen Jahren stillgelegte Sägerei wird abgebrochen.
Das Mühlengebäude muss dem Ausbau der Kantonsstrasse weichen.
Was ist übrig geblieben vom einstigen stolzen Mühlebetrieb? Bilder: R. Widler (HVW)
Die Mülischeune rechts leicht verkürzt durch den Strassenbau von 1950
Röhre der Wasserzuleitung in der Mülimauer