Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/779

Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Hochschulbildung. Es gibt Studiengänge, die den Studierenden auf einen bestimmten Beruf vorbereiten (z.B. Krankenpflege, Buchhaltung, Ingenieurwesen oder Bildung) und es gibt akademische Studiengänge, die allgemeinerer Natur sind und typischerweise Kurse in Naturwissenschaften, Geschichte, Literatur, Sprache oder Mathematik beinhalten.
Die Entscheidung, was für einen jungen Menschen am besten ist, hängt von seinen beruflichen Zielen ab. Für diejenigen, die bereits eine Vorstellung davon haben, welche Art von Karriere sie verfolgen möchten, ist ein beruflicher Studiengang wahrscheinlich eine gute Wahl. Ausserdem muss anerkannt werden, dass nicht jeder die gleichen Fähigkeiten hat. So sind beispielsweise diejenigen, die eher Akademiker sind, in einem praxisorientierten Umfeld möglicherweise nicht so erfolgreich wie andere und umgekehrt.
Ausserdem sind einige Menschen "Spätzünder". Das bedeutet, dass sie in jungen Jahren zwar nur begrenzten Erfolg in oder Interesse an einem akademischen Umfeld haben, aber motiviert sind und in der Lage sind, einen Hochschulabschluss zu einem späteren Zeitpunkt - vielleicht mit 20 Jahren - zu absolvieren. Leider arbeiten viele Bildungssysteme mit einer Vorauswahl für den akademischen Studiengang in jungen Jahren. Wenn also die Schülerinnen und Schüler in ihren frühen Teenagerjahren bestimmte Anforderungen nicht erfüllen, kann der Studiengang für sie gesperrt sein.
Das duale Bildungssystem der Schweiz
Als wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt verfügt die Schweiz gemäss dem "The Global Competitiveness Report 2017-2018" des Weltwirtschaftsforums über ein vorbildliches Bildungssystem, das mehrere Wege zur Hochschulbildung bietet.
Während junge Menschen in der Schweiz das Auswahlverfahren für den akademischen Weg auf der Mittelschule (d.h. zwischen 12 und 15 Jahren) durchlaufen, haben sie zwar keinen Zugang zum Gymnasium, aber dennoch die Möglichkeit, später eine höhere Ausbildung zu absolvieren.
Tatsächlich verfügt die Schweiz über drei Grundausbildungen im tertiären Bereich, darunter:
1. Höhere Fachschulen
Höhere Fachschulen vermittelt den Studenten die notwendigen Fähigkeiten, um selbstständig Fach- und Führungsaufgaben in ihrem Bereich zu übernehmen. Die Bildungs- und Nachdiplomprogramme sind praxisorientiert und fördern insbesondere die Fähigkeit zu methodischem und ganzheitlichem Denken. Darüber hinaus bieten sie weitere Qualifikationen für die Analyse berufsspezifischer Aufgaben und für die praktische Anwendung des erworbenen Wissens. Die Höheren Fachschulen bieten staatlich anerkannte Aus- und Weiterbildungsprogramme in den folgenden Bereichen an: Ingenieurwesen, Hotel- und Gastronomie, Tourismus und Hospitality, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheitswesen, Sozial- und Erwachsenenbildung, Kunst und Design sowie Verkehr und Transport;
2. Fachhochschulen
Sie ergänzt die akademische Ausbildung durch praxisorientierte Programme und bietet praxisorientierte Studiengänge, die zu beruflichen Qualifikationen führen. Sie vergeben in verschiedenen Fachgebieten Abschlüsse auf Bachelor- und Masterstufe. Die Aufgaben der Fachhochschulen umfassen Lehre, angewandte Forschung und Entwicklung, Dienstleistungen für Dritte sowie die Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Es gibt sieben regionale öffentliche Fachhochschulen und eine private Fachhochschule (die Ecole hôtelière de Lausanne). Für die Zulassung an einer Fachhochschule ist in der Regel eine eidgenössiche Berufsmatura erforderlich, eine Zulassung mit anderen Qualifikationen ist jedoch möglich.
3. Universitäten
Hierbei handelt es sich um die traditionellen akademischen Hochschulen. Sie umfassen die zehn kantonalen Universitäten und die beiden vom Bund verwalteten Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH). Die Zulassung zu einer Universität setzt in der Regel einen abgeschlossenen schweizerischen Gymnasialabschluss voraus und diejenigen mit anderen Abschlüssen (z.B. aus dem Ausland) sind in der Regel verpflichtet, eine Aufnahmeprüfung abzulegen. Die Studien legen den Schwerpunkt auf einen wissenschaftlichen und theoretischen Ansatz. Doktortitel oder PhD's können nur von einer Universität vergeben werden.
SSTH’s einmaliges Angebot
Die Swiss School of Tourism & Hospitality (SSTH) mit Sitz in Passugg, Schweiz, ist eine hundertprozentige Tochter der renommierten Ecole hôtelière de Lausanne. Im Jahr 2013 wardie SSTH die erste Schweizer Hotelfachschule, die über einen vom Bund akkreditierten englischsprachigen und praxisorientierten Hotel Management Studiengang verfügte. Diese einzigartige Qualifikation ist Teil des "dualen Bildungssystems" der Schweiz, das jungen Menschen die Möglichkeit bietet, anstelle eines akademischen Abschlusses auf Universitätsniveau einen Berufsabschluss zu erwerben.
Schweizer Berufsabschluss im Vergleich zum Bachelor
Der Bund hat die Bedeutung der internationalen Anerkennung seiner Berufsabschlüsse erkannt und festgestellt, dass ihr praxisorientierter, berufsbegleitender Bildungsabschluss zwar dem Bachelor entspricht, aber doch auch anders ist. Äquivalent zu einem Bachelor, denn praxisorientierte Hochschulabsolventen haben mindestens 5.400 Credits (credit hours) absolviert. Dies ist genauso viel, wenn nicht sogar mehr als bei Bachelor-Absolventen. Anders, denn der Berufsabschluss basiert auf den für die Branche erforderlichen beruflichen und persönlichen Kompetenzen und erfordert viel praktische Ausbildung, einschliesslich einer Mindestzahl an Praktika, und hat somit nicht die gleiche Anzahl an akademischen Kursstunden wie ein Bachelor-Abschluss.
Das bedeutet, dass die Absolventen eines Berufsabschlusses eine sehr intensive Ausbildung erhalten haben, die sie in der Wirtschaft sehr gefragt macht. Ihnen ist aber kein automatischer Einstieg in die fortführende akademische Welt eines Masterstudiengangs sicher. Absolventinnen und Absolventen des Schweizer Berufsabschlusses bzw. der Höheren Fachschule, die sowohl einen beruflichen als auch einen akademischen Abschluss erwerben möchten, sind jedoch zugelassen, die letzten drei Semester des Bachelor of Science (BSc) Programms der Mutterorganisation der SSTH zu absolvieren. Sie können damit sowohl das höchste verfügbare Ausbildungsniveau als auch den EHL Bachelor of Science in International Hospitality Management erwerben.