Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/1890

Damals.
Die älteste
erhaltene Urkunde über das heutige Birchwil stammt aus den Jahren
1153/55, wo auf Lateinisch der Bischof Hermann von Konstanz eine Schenkung
eines Grundstücks in «Byrchenwilare» von Rudolf und
der Lieba an das Kloster St. Martin auf dem Zürichberg beurkundet.
Im
12. Jahrhundert gehörten die Gemeinden Nürensdorf
und Bassersdorf zur der Pfarrei Kloten, und die Gründung der
Kapelle Breiti war eine Filialkapelle Klotens. Um 1424 bis 1452 ging
Nürensdorf mit der Grafschaft Kyburg von den Habsburgern an die
Stadt Zürich über und gehörte bis 1798 zur Zürcher
Landvogtei Kyburg.
1474
wurde die Taverne Zum schwarzen Bären erwähnt. Um 1520 bildete
Bassersdorf eine eigene Kirchgemeinde, zu der auch die Nürensdorfer
Dörfer gehörten, ausser Breiti, das sich erst 1539 anschloss.
1735 übernahm die Familie Hess die Gerichtsherrschaft Nürensdorf,
und Gerichtsherr Salomon Hess liess 1760 das Schloss Nürensdorf
und das Schul- und Gemeindehaus bauen. 1898 wurde die Gerichtsherrschaft
Nürensdorf aufgelöst, und bereits ein Jahr später logierten
auf dem Ebnet in Nürensdorf österreichische und später
französische Truppen.
1798
bis 1802 gehörte Nürensdorf zum Distrikt Bassersdorf und
bis 1814, während der Mediationszeit, zum Bezirk Bülach.
1806 löste sich Nürensdorf administrativ von Bassersdorf
und bildete mit den Zivilgemeinden Baltenswil, Breiti, Oberwil und
Birchwil eine Politische Gemeinde. Von 1839 bis 1902 wurde auf der
Schloss-Liegenschaft eine Brauerei betrieben, und 1845 wurde das Nürensdorfer
Schulhaus mit dem «Zythüsli» gebaut.
Über
die Grundbesitzverhältnisse im Mittelalter sind wenig Dokumente
vorhanden. Das Land gehörte vorwiegend reichen Klöstern
und Adeligen. Im 15. Jahrhundert wurde Nürensdorf von der Stadt
Zürich erworben und sodann von ihr regiert. Eine neue Zeit setzte
1789 mit der französischen Revolution ein. Die Kriegsereignisse
von 1799 brachten unsern Bewohnern viel Unheil. Französische,
österreichische oder russische Heerhaufen nahmen den Weg durch
unser Gemeindegebiet, wobei Ausschweifungen und Plünderungen
an der Tagesordnung waren. Nach der zweiten Schlacht von Zürich
fluteten die Reste des von Massena geschlagenen russischen Corps durch
unsere Dörfer. Breite allein musste damals während eines
Jahres für die Verpflegung von 5987 Franzosen und 1574 Pferden
aufkommen. Trotz dieser unerfreulichen Phase brachte die französische
Revolution wertvolle Neuerungen: das Verschwinden der grundherrlichen
Rechte, die Schaffung der Einwohnergemeinden mit gleichberechtigten
Bürgern, die Aufhebung der Vogteien und die Gleichstellung von
Stadt und Land. Weltbewegende Ereignisse haben sich in Birchwil/Nürensdorf
nicht abgespielt.