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Das Potential von Restorative Justice bei sexualisierter Gewalt im Erwachsenenbereich
Eine empirische Untersuchung bei Opferberatungsstellen in der Deutschschweiz
Sexualisierte Gewalt ist ein komplexes Phänomen. Ihr Charakter ist intim und sie belastet Opfer schwer. Straftaten sind schwierig zu beweisen, viele Opfer erstatten keine Strafanzeige. Opferberatungsstellen bieten eine Palette an Leistungen an, dabei stehen die individuellen Bedürfnisse der Opfer im Zentrum wie der Wunsch nach Anerkennung und Wiedergutmachung des erlittenen Leids; darauf zielt Restorative Justice ab. Die Schweizer Politik diskutiert, diesen Ansatz in die Rechtsordnung aufzunehmen. Im engeren Sinne bezeichnet Restorative Justice eine Justizrichtung, welche ergänzend, alternativ oder unabhängig von Strafverfahren eingesetzt werden kann. Im weiteren Sinne drückt der Begriff eine Lebensphilosophie aus, die beabsichtigt Konflikte konstruktiv auf der Basis von Dialog und Gleichberechtigung zu lösen. Bislang gibt es in der Schweiz wenig Forschung zu Restorative Justice. Diese Master-Thesis untersucht mittels Mixed Method Design das Potential von Restorative Justice bei sexualisierter Gewalt im Erwachsenenbereich. Eine Online-Umfrage und Leitfadeninterviews bei Opferberatungsstellen in der Deutschschweiz zeigen den Befund, dass Restorative Justice eher bei leichten Straftaten als geeignet erachtet wird, schwere Delikte werden nicht gänzlich ausgeklammert. Für Fachberatende ist es denkbar unter bestimmten Voraussetzungen in Restorative Justice-Verfahren mitzuwirken; sie äussern Interesse an entsprechender Weiterbildung. Diese Master-Thesis regt den Diskurs an, indem sie einen Überblick zu Restorative Justice bei sexualisierter Gewalt und wichtige Erkenntnisse sowie eine Definition der Autorinnen in der Schlussbetrachtung liefert.