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<h2>SubmittedText<h2><p>Dem Vernehmen nach ist das seit vielen Jahren in Arbeit befindliche Informatikwerk "Strada-DB" zwar teuer, aber wenig hilfreich, so dass zahlreiche Kantone (welche daran für den Strassenunterhalt interessiert wären) auf Mitwirkung verzichten oder (wie der Kanton Zürich) ein eigenes System ausgearbeitet haben.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat an:</p><p>1. Welches sind die Ziele und Terminvorgaben des Projektes?</p><p>2. Wie ist das Projekt "Strada-DB" organisiert (Organigramm)? Lassen sich die Entscheidungswege verkürzen und die Arbeiten beschleunigen?</p><p>3. Sollte ein derartiges Projekt nicht innerhalb kurzer Zeit entwickelt sein, um nicht technisch überholt zu werden?</p><p>4. Welche Kosten sind seit Beginn der Arbeiten - aufgeteilt nach Hardware, Software und Datenerfassung - aufgewendet worden?</p><p>5. Ist der Bundesrat bereit, zur Überprüfung der derzeitigen unerfreulichen Situation einen externen Fachmann (z. B. ETH-Professor) beizuziehen, oder hat er dies bereits getan, und mit welchem Resultat?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der moderne Strassenunterhalt ist eine technisch komplexe Angelegenheit mit sehr hohen Kostenfolgen. Die sachgerechte Substanzerhaltung verlangt nur schon für das Nationalstrassennetz Beträge von mehr als 500 Millionen Franken pro Jahr bis zum Jahr 2000. Da ist es angezeigt, nach Einsparungs- und Optimierungsmöglichkeiten zu suchen, und eine der effektivsten Möglichkeiten ist die Unterstützung durch ein MSE-System (Management der Strassenerhaltung); solche Systeme basieren auf komplexen Datenbanken.</p><p>"Strada-DB" (Strassendaten-Datenbank) ist eine solche Datenbank. Sie wird unter der Federführung des Bundes zusammen mit den Hochschulen, den Berufsverbänden und vor allem den Kantonen entwickelt und betrieben. Die einheitliche Lösung verhindert allfällige divergierende Entwicklungen in den einzelnen Kantonen, welche gemäss dem Treibstoffzollgesetz auch vom Bund mitfinanziert werden müssten. Eine vorgängig eingeholte Studie des Betriebswissenschaftlichen Institutes der ETHZ zeigt ein Einsparpotential von rund 5 bis 10 Prozent der jährlichen Unterhaltskosten; die relativ hohen Entwicklungskosten sind somit gerechtfertigt.</p><p>Der gegenwärtige Stand des Projektes ist gut, und das System wird europaweit als führend angesehen. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass einzelne Kantone für ihre Kantonsstrassen selbständig andere Systeme entwickelt haben.</p><p>Die einzelnen Fragen können wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. "Strada-DB" ist ein Informatikwerkzeug und dient dem MSE (Management der Strassenerhaltung). Es ist ein Gemeinschaftswerk des Bundesamtes für Strassenbau (ASB), der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute, der Eidgenössischen Technischen Hochschulen ETHZ und EPFL und von über 20 beteiligten Kantonen sowie etwa 30 privaten Firmen. Die Projektziele sind die Darstellung, die Überwachung und Administration aller wichtigen und kostenrelevanten Strassendaten. Diese Ziele werden durch eine effiziente Kerndatenbank "Strada-DB" und benutzerfreundliche Informationssysteme (z. B. Stradaview, Road and Highways System of Switzerland RHISS usw.) erreicht.</p><p>Bezüglich der Terminvorgaben ist darauf hinzuweisen, dass die ganze Datenbank mit ihrer Komplexität relativ viel Zeit für die Voranalyse und die Konzeptarbeit verlangt. Die darauf aufbauende Realisierung der Teileinheiten kommt aber rasch voran und führt laufend zur Erweiterung des produktiven Systems. Eine Version 1.0 von "Strada-DB" ist seit Dezember 1995 produktiv. Eine Version 2.08 wird momentan (Oktober 1996) ausgeliefert, und eine weitere Version 2.1 kann ab November 1996 deutsch und französisch installiert werden.</p><p>2. Der Projektaufbau und die Projektorganisation folgen den Normen der Hermes-Richtlinien des Bundes. Die Entscheidungswege sind äusserst kurz; es finden monatliche Koordinationssitzungen statt, und die Projektleitung hat weitreichende Entscheidungskompetenzen. Eine Steigerung der Realisierungskadenz wäre durch eine vermehrte parallele Entwicklung der Module möglich. Die dafür erforderlichen zusätzlichen personellen und finanziellen Ressourcen sind indessen derzeit nicht vorhanden.</p><p>3. "Strada-DB" ist in viele Teilprojekte unterteilt worden, die sehr schnell realisiert werden können. Dies brauchte eine sorgfältige Vorbereitung; jetzt können aber modernste Technologien angewendet werden (z. B. Oracle Developer 2000, BusinessObjects V 4.0, ARCview/info V 2.1, Windows NT V 3.51 usw.).</p><p>4. Bisher sind folgende Kosten aufgelaufen:</p><p>- Realisierung "Strada-DB": 15,6 Millionen Franken;</p><p>- Betrieb und Wartung (inklusive Einführung): 3,1 Millionen Franken;</p><p>- Hardware-Inventar (Schätzung): 0,9 Millionen Franken.</p><p>"Strada-DB" bringt aber in Form von Lizenzgebühren auch Einnahmen, so von Januar bis September 1996 rund 350 000 Franken.</p><p>5. Bei "Strada-DB" herrscht zurzeit - entgegen der Annahme in diesem Vorstoss - keine "unerfreuliche Situation". Wegen der Qualität und Stabilität des Produktes treffen laufend neue Lizenzbestellungen von Privatfirmen und vor allem auch ausländischen Behörden ein.</p><p>Aufgrund des Qualitätssicherungssystems (QS) des ASB werden die einzelnen Phasen und Schritte von allen Informatikprojekten laufend kontrolliert. Dazu gibt es eine Reihe von Dokumenten, die u. a. von externen Experten entwickelt und vom Bundesamt für Informatik überprüft worden sind.</p><p>Folgende QS-Reviews und -Audits haben stattgefunden:</p><p>- 20. Januar 1992: Review des Gesamtkonzepts von Cap Gemini;</p><p>- 14. Oktober 1993: Projektaudit vom ASB bei der Firma GfAI (Gruppe für angewandte Informatik, Herrenschwanden) für die Phase Spezifikation;</p><p>- 22. August 1994: Projektaudit vom ASB bei der Firma GfAI für die Phase Programmierung;</p><p>- 26. Mai 1995: Review des Produktes "Strada-DB" durch Professor Zehnder von der ETHZ;</p><p>- 15. August 1995: Code-Review der V 1.0 durch die Firmen SEAG (Software Engineering AG, Basel), SQL-Consult, Basel, sowie R+P (Rosenthaler und Partner AG, Muttenz) und durch das ASB;</p><p>- 27. August 1996: Review RHISS/Strada/Kuba (Kunstbauten-Datenbank) durch die Firma Dr. C. Mache und Partner, Unternehmensberatung GmbH, Uzwil;</p><p>- seit September 1996: Koordination Datenmodell ASB mit Dr. C. Mache.</p>