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Das 5. Buddhistische Konzil, 1871 n. Chr. in Mandalay (Birma)
"Nach dem ersten englisch-birmanischen Krieg mußte Birma 1826 Arakan und Tenasserim, nach einem zweiten Krieg 1852 ganz Niederbirma abtreten. Das nun auf Oberbirma beschränkte Königreich erlebte unter seinem vorletzten Herrscher Mindon (1853-1878) noch einmal eine hohe kulturelle Blüte. Mindon bemühte sich, dem Idealbild eine buddhistischen Friedenskönigs zu entsprechen. Vor allem eine Erneuerung der buddhistischen Religion lag ihm am Herzen. So ließ er 1871 das Fünfte Buddhistische Konzil einberufen, um eine Revision der heiligen Texte durchzuführen. Die von dieser Versammlung durchgesehenen Texte wurden auf 729 Marmortafeln eingraviert und im Bereich der Kuthodaw-Pagode (Mahalokamarajin-Pagode) in der 1857 von Mindon neu gegründeten Hauptstadt Mandalay aufgestellt. Die Tafeln sind heute noch vorhanden. Zur Vorbereitung ließ Mindon drei Exemplare des Tipitaka schreiben: eine übliche, geritzte Palmblatthandschrift, eines, bei dem mit Tusche auf Palmblatt geschrieben wurde, und eines mit Goldschrift auf gelackten Palmblättern. Das dauerte von 1856 bis 1865. Diese Manuskripte wurden in der neuerbauten Bibliothek von Mandalay untergebracht, zusammen mit den Tipitakas der früheren Könige (heute nicht mehr vorhanden). Noch während an diesen drei Kopien geschrieben wurde, begann die Arbeit an den Marmortafeln.
Doch soll es in Brima mehrere Pitakas in Stein geben; so sind z. B. die Kommentare zum Kanon auf 1774 Steininschriften in der Sandamuni-Pagode festgehalten.
Durch diese und andere Reformmaßnahmen wurde Mandalay damals zum geistigen Mittelpunkt des Theravãda-Buddhismus.” (von Bechert, Heinz in Bechert, Heinz & Gombrich, Richard: Der Buddhismus. Geschichte und Gegenwart. München 1984, Vlg Beck, C. H., S. 172) und (Grönbold, Günter: Der Buddhistische Kanon. Eine Bibliographie. Wiesbaden 1984, Seite 12)