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Chemische Produkte für einnässende Kinder, die zur ADH-Hormonsubstituierung eingesetzt werden, sind mit Vorsicht zu geniessen. Beim natürlichen Prozess in der Nacht wird von der Hirnanhangdrüse das Hormon ADH ausgeschüttet. Es bewirkt, dass die Nieren weniger Urin produzieren und ihn nicht sogleich über die Blase (Harndrang) ausscheiden. Bei einem Kleinkind ist diese Hormonproduktion noch nicht voll ausgebildet.
Einnässende Kinder können eine Angst vor dem Schlafengehen entwickeln und nervös und angespannt werden. Andere Kinder reagieren gereizt oder beklommen auf ihren Zustand, abhängig von ihrem Charakter. Wieder andere werden schwermütig und fühlen sich niedergeschlagen ob des sich täglich wiederholenden Bettnässens. Die Beschwerden können sich auch psychosomatisch auf die Haut verlagern und sich mit Hautreizungen, Ausschlägen, Rötungen äussern.
Es kann sogar sein, dass sich die Enuresis nocturna bis in die Pubertät oder darüber hinaus hält (bei mangelnder Kontrolle des Blasenschliessmuskels).
Bei Bettnässen von Kindern nach dem 4. Lebensjahr kann u.U. eine Enzymtherapie zum Erfolg führen. Ursache ist oft eine psychische Überforderungsreaktion, ausgelöst zum Beispiel durch die Geburt eines weiteren Kindes, Ehescheidung, Milieuwechsel, aber auch Faktoren, auf die eingewirkt werden kann wie zu viel und zu langes Fernsehen.