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Studie mit Jugendlichen belegt: Wer zu wenig schläft, isst mehr Süsses!
Eine provokante Aussage. Seit langem belegen Studien den Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Übergewicht. Sie zeigen auf, dass die Folge von zu wenig Schlaf eine Gewichtszunahme ist. Die meisten Studien wurden mit Erwachsenen durchgeführt.
Wie sieht es eigentlich bei unseren Jugendlichen aus? Eine neue Studie aus den USA (Beebe DW; Simon S; Summer S; Hemmer S; Strotman D; Dolan LM. Dietary intake following experimentally restricted sleep in adolescents. SLEEP 2013;36(6):827-834.) untersuchte den Zusammenhang zwischen Schlafrestriktion und Essverhalten bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren. Es ist bekannt, dass Schlafmangel in dieser Altersgruppe häufig vorkommt (siehe Blog vom Mai 2013) und Essgewohnheiten, welche sich in diesem Alter entwickeln oft im Erwachsenenalter weiterbestehen.
Die Resultate der Studie zeigen, dass die Jugendlichen nach 5 Tagen Schlafrestriktion (im Schnitt schliefen sie etwas mehr als 6 Stunden) mehr Esswaren mit hohem glykämischen Index und hoher glykämischer Last konsumierten. Insbesondere genehmigten sie sich mehr Süssigkeiten und Desserts. Schliefen die Jugendlichen genug (durchschnittlich 8 Stunden und 54 Minuten), zeigte sich keine Auswirkung auf ihr Essverhalten.
Es erstaunt zu erfahren, dass die Gesamtzufuhr an Kalorien und der Anteil Kohlenhydrate bei Kurzzeitschläfern nicht viel höher war als bei Normalschläfern. Heisst dies, die Auswirkungen sind geringer als gedacht? Dies müssen weitere Studien zeigen. Klar ist, dass sich auch ein erhöhter Konsum von Süssigkeiten negativ auf die Gesundheit unserer Jugendlichen auswirken kann. Die Lösung ist einfach: Genügend Schlaf. Bereits nach 5 Nächten mit genügend Schlaf fanden die Jugendlichen zu einem normalen Essverhalten zurück.
Fazit: Wenig Schlaf hat Auswirkungen auf das Essverhalten der Jugendlichen, ist jedoch reversibel. Wie ausgeprägt diese Änderungen im Essverhalten tatsächlich sind und wie sich die Situation bei längerfristigem Schlafmangel darstellt, müssen zukünftige Studien zeigen.
Daniela Oberholzer
Psychologin FSP