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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Wäre die Schweiz in der Lage, Olympische Winterspiele zu organisieren?</p><p>2. Wer müsste Träger einer entsprechenden Kandidatur sein?</p><p>3. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass mit einer Kandidatur für Olympische Winterspiele - und dann vor allem deren Durchführung in der Schweiz - unser Land im internationalen Standortmarketing als Land des Tourismus und als weltoffenes, vielfältiges, innovatives sowie sicheres und lebenswertes Land positioniert werden könnte?</p><p>4. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass eine Kandidatur für Olympische Winterspiele eine Herausforderung für das ganze Land darstellen würde und demzufolge der Bund entsprechende Unterstützung leisten müsste?</p><p>5. Ist er der Meinung, dass eine allfällige Kandidatur nur dann erfolgen sollte, wenn möglichst nur bestehende Anlagen genutzt werden?</p><p>6. Könnten bei der Vergabe von Olympischen Winterspielen an die Schweiz bereits geplante Investitionen in den öffentlichen Verkehr vorgezogen werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Olympische Winterspiele gehören weltweit zu den wichtigsten sportlichen Grossereignissen. Ihre Durchführung stellt für den organisierenden Gaststaat eine grosse Herausforderung dar. Ein Land, das Olympische Winterspiele organisiert, hat die einmalige Chance, seine Leistungsfähigkeit der Weltöffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Nach innen trägt ein solcher Grossanlass dazu bei, die nationale Identität zu stärken. Nach aussen wiederum sind mit dessen erfolgreicher Durchführung beträchtliche Imagegewinne verbunden. Das nationale Engagement für ein grosses Ziel - dies hat die Euro 2008 gezeigt - löst Impulse nicht nur für den Sport, sondern auch für die Gesellschaft und die föderale Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Gemeinden aus. Auch wenn der Nutzen eines sportlichen Grossanlasses für die gesamte Volkswirtschaft nicht überbewertet werden darf, so kann die Durchführung von Olympischen Winterspielen regional zu erheblichen Wachstumsimpulsen führen. Zudem ist mit beträchtlichen positiven Effekten für die Tourismus-, Freizeit- und Sportindustrie zu rechnen. </p><p>1. Je nach Rahmenbedingungen ist die Schweiz in der Lage, Olympische Winterspiele zu organisieren. Im Gegensatz zum Trend der vergangenen Jahre wären jedoch seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) neue Akzente zu setzen, nämlich zurück zu "weissen Spielen" in einer alpinen Landschaft. Im Rahmen eines entsprechenden Konzepts wäre das Zentrum der Spiele nicht eine Grossstadt, sondern ein Wintersportort mit kurzen Wegen und weitgehend vorhandener Infrastruktur (Verkehr, Sportanlagen und Beherbergung). Unter solchen Vorzeichen wären vermutlich die Chancen grösser, dass in der Schweiz Olympische Winterspiele durchgeführt werden könnten, vorausgesetzt das IOK setzt im Rahmen der Vergabepolitik andere Akzente. Ob das IOK bereit ist, eine solche Weiterentwicklung der Vergabepraxis vorzunehmen, wird sich letztlich erst zeigen, wenn eine entsprechende Kandidatur zur Beurteilung vorliegt.</p><p>2. Gemäss der Olympischen Charta steht bei einer Kandidatur ein Ort oder ein Landesteil (Host City) im Vordergrund. Aufgrund der Grösse unseres Landes müsste eine schweizerische Kandidatur von Anfang an von allen wichtigen Akteuren gemeinsam getragen werden, nämlich von der schweizerischen Sportgemeinschaft (Swiss Olympic), der Wirtschaft sowie von Bund, Kantonen und Gemeinden. Die Erfahrung zeigt, dass ein Standort sich oft mehrmals bewerben muss, bis er den Zuschlag erhält. Dies ist mit einem entsprechenden Aufwand verbunden. Für eine kandidierende Region ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie über eine Vision verfügt, welche die Entwicklungsschwerpunkte der nächsten 15 bis 20 Jahre konkretisiert.</p><p>3. Der Bundesrat teilt die Ansicht des Fragestellers. Die Erfahrungen der Euro 2008 haben gezeigt, dass die Durchführung eines sportlichen Grossanlasses das Image eines Staates positiv zu beeinflussen vermag. Erfolgreich organisierte Olympische Winterspiele können das Image der Schweiz als attraktives Wintersportland nachhaltig stärken. Im hartumkämpften Standortwettbewerb wäre dies ein Vorteil. Denn im Ausland wird die Schweiz als Alpenland wahrgenommen, was bei der Vorbereitung einer Kandidatur hervorzuheben wäre.</p><p>4. Die Durchführung eines solchen Grossanlasses ist für Bund, Kantone und Gemeinden mit einem erheblichen Koordinations- und Förderungsaufwand verbunden. Dieser reicht von der Vorbereitung des Kandidaturdossiers über die Abgabe von Regierungsgarantien bis zu den Begleitmassnahmen rund um die Veranstaltung in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und Standortförderung. Von zentraler Bedeutung ist, dass den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern auf allen Stufen ein plausibles Kosten-Nutzen-Verhältnis aufgezeigt wird. In Anbetracht der Kostenfolgen für die öffentliche Hand ist die Transparenz in finanziellen Angelegenheiten eine wichtige Voraussetzung, um für die Idee der Durchführung die erforderliche politische Unterstützung zu erhalten.</p><p>5. Es könnte ein Standortvorteil der Schweiz sein, wenn es gelingt, die bestehende Infrastruktur optimal zu nutzen und neue Investitionen aus der Optik der Nachhaltigkeit zu tätigen. Neue Anlagen und Infrastrukturen sollten nur dann erstellt werden, wenn sichergestellt ist, dass diese auch nach dem Grossanlass genutzt werden können. Auch temporäre Anlagen müssten so geplant und gebaut werden, dass sie später anderweitig eingesetzt werden können.</p><p>6. Grundsätzlich ist es denkbar, dass entsprechende Investitionen vorgezogen werden. Es müssten allerdings baureife Projekte vorliegen.</p>  Antwort des Bundesrates.