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«Ich wurde in New York City geboren, in einem Taxi an der Kreuzung 23rd Street und 3rd Avenue. Ich kann mich noch daran erinnern, wie der Taxifahrer meinen Vater fragte: ‹Ist es ein Junge oder ein Mädchen?› und er antwortete: ‹Nein.› Ich glaube, ich wusste genau dann, dass ich etwas besonderes werden würde... wenn ihr wisst, was ich meine.»
Murray Hill ist eine Drag-King-Legende. Womit wir bei Teil zwei unserer lesbischen Prominenz wären. Ellen kennen wir ja bereits. «Drag King?», fragt ihr euch jetzt vielleicht. Meiner Erfahrung nach wissen alle, was eine Drag Queen ist, aber nur wenige wissen, dass es das weibliche Pendant dazu auch gibt: den Drag King, also Frauen, die jegliche Formen von Männlichkeit zur Schau stellen. Murray Hill ist dabei mein Lieblingsbeispiel, obwohl er in der New Yorker Szene wesentlich bekannter ist als hierzulande.
Murray Hill ist ein Showman im 50er-Jahre-Stil. Nach seinem fünften Comeback sind seine New Yorker Shows ständig ausverkauft und er trat kürzlich sogar zusammen mit Dita Von Teese in New Orleans und Los Angeles auf. Mit seiner Masche, die man auf Deutsch am besten noch als «Salonlöwe» bezeichnen könnte, bringt er sogar den verklemmtesten Bünzli wenigstens zum grinsen, wenn nicht dazu, laut heraus zu lachen. Mit seiner Augenzwinkernden Art ist er nie um ein Wort verlegen, ob er jetzt Bingo-Nummern ausruft oder eine burleske Show moderiert.
Das amerikanische Magazin Bust bemerkte einmal, er sei immer einwandfrei gekleidet und fragte, wie er das mache. Murray Hill antwortete: «100% Polyester. Die Ladies lieben es. Die Anzüge sind modisch, aber auch praktisch – sie zerknittern nie. Wenn du, wie ich, ein Mann mittleren Alters im Showbusiness bist, hast du manchmal zehn Auftritte in einer Woche. Aber der Anzug sieht immer aus, als käme er direkt aus dem Wäschetrockner. Meine Anzüge haben einiges durchgemacht, aber schaut euch das an! Dieser Saum!»
Aber überzeugt euch selbst. (Und meine lieben, nicht-englischsprechenden Freunde: Schaut euch das folgende Video trotzdem an. Es geht eh nur um Krawatten.)