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Eine Erektion ist ein komplexer Vorgang, bei dem Nerven, Blutgefässe, Hormone und Psyche zusammenspielen. Die Ursachen für Erektionsstörungen sind daher sehr vielfältig, oft kommen mehrere Auslöser zusammen. Bei jüngeren Männern überwiegen psychische Gründe, mit zunehmendem Alter eher körperliche Ursachen. Gelegentliche Erektionsstörungen sind nichts Aussergewöhnliches und kommen in allen möglichen Lebenslagen vor. Eine sogenannte erektile Dysfunktion (ED) liegt vor, wenn ein Mann keine Erektion hat oder es über einen längeren Zeitraum hinweg nicht gelingt, eine für einen zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion des Penis zu erreichen und beizubehalten. In der Schweiz ist jeder zehnte Mann von Erektionsstörungen betroffen, rund die Hälfte aller Männer über 60 Jahre leiden unter ED.
Anatomische Gründe für Erektionsstörungen
Die Ursache für die meisten Erektionsstörungen ist körperlicher Natur. Die Blutgefässe spielen dabei die wichtigste Rolle, insbesondere die blutzuführenden Arterien. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck wirkt sich in Form von Schädigungen der Blutgefässe aus. In Kombination mit einer Arteriosklerose (krankhafte Veränderung der Arterien, umgangssprachlich: Arterienverkalkung) werden die Arterien enger. Das führt dazu, dass bei Erregung die Mehrdurchblutung des Penis unzureichend ist und somit die Füllung und Versteifung der Schwellkörper nicht ausreicht. Ebenfalls zu einer ED kommt es, wenn die Nerven, die Signale an den Penis übermitteln, geschädigt sind. Erhöhter Blutzucker kann diese schädigen, und man geht davon aus, dass Diabetiker dreimal öfter von einer ED betroffen sind als Nicht-Diabetiker. Nervenstörungen können auch durch eine Prostataoperation aufgrund einer vergrösserten Prostata oder Krebs entstehen. Rückenmarksverletzungen, multiple Sklerose oder Schlaganfälle gelten ebenfalls als Ursache für Erektionsstörungen. Eine vorübergehende ED kann zudem durch lang anhaltenden Druck auf die Nerven im Gesäss und im Genitalbereich ausgelöst werden, etwa durch längeres Velofahren. Hormonell bedingte Erektionsstörungen hingegen gehen auf eine verminderte Verfügbarkeit von Testosteron zurück, sei es durch den altersbedingten Abbau des Hormons oder aufgrund von fehlenden Hoden, die Testosteron produzieren.
Substanzen und psychische Ursachen
Alkohol, Rauchen oder Drogen, wie Kokain und Amphetamine, beeinflussen das Nervensystem und können zu Erektionsstörungen führen. Psychische Probleme, wie Versagensängste, Stress oder Depressionen, vermindern das Energieniveau des Mannes und begünstigen oder verursachen somit eine ED. Umso unangenehmer ist es, dass die meisten Antidepressiva die Libido hemmen und so das Problem zusätzlich verstärken. Es ist auch möglich, dass die Störung situationsbedingt hervorgerufen wird, etwa durch einen Ort, eine Zeit oder eine bestimmte Partnerin oder einen bestimmten Partner. Expert*innen sehen insbesondere bei jungen Männern die Pornoindustrie als treibenden Faktor für eine ED. Heute sind pornografische Inhalte einfach zugänglich. Sie zeigen meist realitätsfremde Bilder vom Sexualakt und führen dadurch bei Jungen zu falschen Erwartungen an die eigene sexuelle Leistung und folglich zu hohem Leistungsdruck, dem sie nicht gerecht werden können.
Potenzsteigernde Mittel aus der Apotheke
Mittlerweile gibt es zahlreiche Medikamente, um Potenzstörungen entgegenzuwirken. Es sind Präparate zur oralen Einnahme verfügbar, aber auch solche, die lokal in den Penis appliziert werden. Schweizer Apotheken sind seit 2020 befugt, die kleinste Packung von sogenannten PDE-5-Hemmern mit dem Wirkstoff Sildenafil an Patienten abzugeben. PDE-5-Hemmer führen zu einer indirekten Erweiterung der Gefässe, dadurch kann Blut leichter in die Schwellkörper des Penis fliessen und eine Erektion ermöglichen. Diese Medikamente werden in der Regel 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen. PDE-5-Hemmer haben keinen Einfluss auf die Libido oder das Lustempfinden. Eine Erektion nach der Einnahme findet demnach nur statt, wenn der Mann zusätzlich sexuell stimuliert wird.
Voraussetzungen für Potenzmittel
Die Einnahme von PDE-5-Hemmern muss im Vorfeld sorgfältig abgeklärt werden. Kontraindiziert sind die Mittel bei unkontrolliertem Blutdruck, Herzinfarktpatienten, bei Männern, die einen Schlaganfall erlitten haben, sowie bei jenen, die sportlich nicht aktiv sein dürfen. Zudem kommt es mit anderen Medikamenten zu starken Wechselwirkungen, die womöglich sogar tödlich enden können. In Kombination mit Nitraten gegen Angina pectoris werden die Gefässe so stark erweitert, dass der Blutdruck bis zur Bewusstlosigkeit abfällt. Auch Medikamente gegen das HI-Virus und Johanniskrautpräparate sollten nicht mit PDE-5-Hemmern kombiniert werden. Illegale aphrodisierende Substanzen beeinflussen potenzsteigernde Mittel ebenfalls in ihrer Wirkung.
Bei Potenzsstörungen Lebensstil anpassen und vorbeugen
Die häufigsten Ursachen von einer ED sind auf Grunderkrankungen zurückzuführen. So kann man Potenzstörungen mit einer gesunden Lebensweise entgegenwirken. Neben dem Halten eines Normalgewichts und einem massvollen Konsum von Alkohol kann auch der Verzicht von Tabak und illegalen Substanzen viel bewirken. Mit einer regelmässigen Kontrolle des Blutdrucks sowie des Cholesterin- und Blutzuckerspiegels werden Bluthochdruck, Arteriosklerose und Diabetes frühzeitig erkannt. Wird eine der Erkrankungen diagnostiziert, ist die strikte Einnahme der Medikamente in jedem Fall wichtig. Die Fachpersonen in der DROPA Apotheke beraten fundiert und individuell rund um die Vorbeugung und Behandlung von Potenzstörungen.