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Human
Centered
Design.
Nutzungskontext verstehen und daraus Nutzungsanforderungen ableiten
Je näher das digitale Produkt an die Vorstellungen der Benutzergruppe kommt, desto besser ist die Usability.
Personas, Szenarien und Jobstory sind Design-Methoden und Instrumente, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Benutzer und den Nutzungskontext zu modellieren. Die Ergebnisse sind einerseits die Grundlage für ein gemeinsames Verständnis innerhalb des Projektteams und andererseits sind sie Voraussetzung für die Definition von Anforderungen an das zu gestaltende digitale Produkt.
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Was sind Personas, Szenarien und Jobstories?
Persona
Personas sind prototypische Charaktere (Benutzer) und repräsentieren eine bestimmte Anforderungsgruppe. Personas machen die unterschiedlichen Ziele, Verhaltensweisen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Eigenschaften, die für die Produktentwicklung relevante sind, sichtbar. Resultat der Persona-Modellierung ist die Beschreibung verschiedener Benutzer in bestimmten Rollen.
Szenarien
Szenarien sind kurze Geschichten, die den aktuellen und zukünftigen Nutzungskontext aus Sicht der Personas beschreiben. Ein Szenario beschreibt in einfacher Sprache, wie ein bestimmter Benutzer (Persona) mit dem geplanten digitalen Produkt oder interaktiven System interagiert. Daraus lassen sich Anforderungen an das neue digitale Produkt ableiten.
Job Story
Job Stories beschreiben ein Kundenproblem oder Bedürfnis, dessen Lösung offen ist und noch erarbeitet werden muss. Basis für eine Job Story sind die Erkenntnisse aus der Recherche und Analyse. Die daraus abgeleitete Problemhypothese wird als persönliches Problem (aus Sicht der Persona) formuliert. Anschliessend werden im Team gemeinsam Lösungen dafür erarbeitet. Die bevorzugte Lösung kann für die agile Entwicklung in einer User Story formuliert werden.
Nutzungskontext verstehen und Beschreiben (nach ISO 9421-210)
Benutzer und sonstige Interessengruppen beschreiben
Relevante Gruppen müssen identifiziert und ihre Beziehung zur vorgeschlagenen Entwicklung in Form von wesentlichen Zielen und Einschränkungen beschrieben werden.
Merkmale der Benutzer oder Benutzergruppen identifizieren
Wesentliche Merkmale der Benutzer müssen identifiziert werden. Diese können Kenntnisse, Fertigkeiten, Erfahrung, Ausbildung, Übung, physische Merkmale, Gewohnheiten, Vorlieben und Fähigkeiten einschliessen.
Anmerkung: Um Zugänglichkeit und barrierefreiheit zu erreichen ist darauf zu achten, dass das digitale Produkt durch unterschiedliche Menschen mit einem möglichst grosssen Spektrum von Fähigkeiten genutzt werden kann. In vielen Ländern ist dies eine gesetzliche Anforderung.
Ziele der Benutzer identifizieren
Die Benutzerziele und die Gesamtziele des Systems müssen identifiziert werden. Die Merkmale der Arbeitsaufgaben, die die Gebrauchstauglichkeit und Zugänglichkeit beeinflussen können, müssen beschrieben werden. Dies beinhaltet z.B. die Art, in der ein Benutzer die Aufgabe asuführt, die Häufigkeit und Zeitdauer für sie Ausführung.
Umgebung(en) des interaktiven Systems identifizieren
Die Umgebung (imkl. Hardware, Software und Materialien) muss identifiziert werden. Eränzend müssen die relevanten Merkmale der physikalischen, sozialen und kulturellen Umgebungen beschrieben werden. Dazu zählen Aspekte wie thermische Bedingungen, Beleuchtung, Raumgestaltung und Möbel. Zu den sozialen und kulturellen Aspekten der Umgebung zählen Faktoren wie Arbeitsweisen, Organisationsstruktur und Einstellungen.
Quelle: ISO 9421-210
Ableiten der Nutzungsanforderungen (nach ISO 9421-210)
Die Spezifikation der Nutzungsanforderungen muss Folgendes enthalten:
- Vorgesehener Nutzungskontext
- Anforderungen, die aus den Erfordernissen der Benutzer und dem Nutzungskontext abgeleitet wurden
- Anforderungen, die aus relevanten Erkenntnissen zur Ergonomie oder Benutzungsschnittstelle, Normen und Richtlinien stammen
- Gebrauchstauglichkeitsanforderungen und –ziele, einschliesslich messbarer Kriterien für Leistung und Zufriedenstellung durch die Gebrauchstauglichkeit in bestimmten Nutzungskontexten
- Anforderungen, die sich aus organisatorischen Anforderungen ableiten, die den Benutzer direkt beeinflussen
Die Definition von Nutzungsanforderungen soll
- eine nachfolgende Prüfung ermöglichen
- durch die relevanten Stakeholder verifiziert werden
- in sich widerspruchsfrei sein
- aktualisiert werden, sobald dies innerhalb der Projektdauer notwendig ist