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Geschichte des Weinbaus von Sagogn
Das Dorf Sagogn
Sagogn liegt zwischen Ilanz und Laax auf einer zur Gruob/Foppa gehörenden Ebene, welche vor rund 10'000 Jahren durch den Flimser Bergsturz entstand.
Die Gemeinde Sagogn liegt auf 780 m ü. M. und hat 660 Einwohner.
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt zwischen 901 bis 1001 mm/Jahr, im Uaul Grond und in den angrenzenden Gemeinden 1001 bis 1300 mm/Jahr. Der Name Sagogn wird oft auf Siccum zurückgeführt, was trocken bedeutet.
Sagogn hat eine bedeutungsvolle geschichtliche Vergangenheit. Im 3. Jahrtausend vor Chr. liessen sich die ersten Menschen auf dem Schuttmaterial des Flimser Bergsturzes nieder. Die ältesten Teile der St. Maria-Pfarrkirche gehen in die Zeit um 400 zurück, was die Existenz einer Ortschaft daselbst noch vor dem Zusammenbruch des Römischen Reichs vermuten lässt.
Bregl da Heida
Am Ostrand des Dorfes, auf Bregl da Heida, stand im 7. Jahrhundert eine frühmittelalterliche karolingische Saalkirche mit hufeisenförmiger Apsis. Es war die im Testament von Bischof Tello im Jahr 765 erwähnte Columbanskirche, eine Privatkirche der churrätischen Familie der Victoriden. Diese besassen auf Bregl da Heida neben der Kirche einen grossen Herrenhof, der im Testament detailliert beschrieben ist. Der Hof umfasste nebst einem Wohnhaus mit heizbaren Räumen und Oekonomiegebäuden, Äcker und Wiesen, eine Wasserleitung, Gemüse-, Obstgärten und Rebberge.
Weinbau in Sagogn
Der erste Nachweis für einen Weinberg in Sagogn findet sich im obgenannten Testament des Bischofs Tello aus dem Jahre 765. Darin werden Weinberge in Sagogn beschrieben, nämlich in der Umschreibung: "Hoc est curtem meam in Secanio...Item ortos et vineas subter curtem ex integro". Die Erwähnung im Tello-Testament ist die erste urkundliche Nennung eines Weinbergs in der Schweiz.
Die nächste Erwähnung stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, als der Churer Kirche ein Weinberg in Faunio vermacht wurde. Faunio ist das heutige Fanaus in Sagogn.
Überdies wird Sagogner Wein in einer Beschreibung über "Il Litgun da Sagogn" von Gallus Jochberg aus dem Jahre 1571 erwähnt. Darin beschreibt dieser, wie der Wein aus Sagogn so manchem nicht nur in den Kopf fuhr, sondern auch in die Beine: "Siu vitg natal haveva pli baul sias vegnas che furnevan in vin che deva a beinenqual buca mo el tgau, mo era ellas combas".
Bis heute findet man in Sagogn überall einzelne Reben an Hausmauern und in Gärten. Die meisten Trauben dienen zum Verzehr oder zur Herstellung von Weinbrand.
Quellen:
- Martin Bundi, Sagogn
- Tellotestament, 765
- Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)
- Der Weinbau des Bündner Rheintals, Dr. Eugen Durnwalder
- www.sagogn.ch
- Sagogn, Bregl da Haida: Hoc est curtem meam in Secanio, Arthur Gredig