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Yunnan, China
Ernte: Frühling
25g
Gaiwan und Gongfu Cha, 100 Grad
Ein Tee von dem hohen Ort mit freiem, weitem Blick!
Produktion
Gedeng bedeutet in der Sprache der einheimischen Bulang «der hohe Ort».
Mit diesem Namen weiss man, dass das Volk Bulang hier lebte. Er liegt in Mengla Xiangming, zwischen Mangzhi und Yibang. Der Ort zeichnet sich durch grosse Höheunterschiede zwischen 565 und 1950 Metern über dem Meeresspiegel aus. Die reiche Geschichte des Ortes ist verbunden mit ethnischen Konflikten vor Ort. Das Dorf war im 18. Jahrhundert eines der reichsten Bergdörfer war, doch der Teeanbau wurde durch Feuer zerstört.
Dort, wo noch alte Gushu leben, wachsen sie zwischen Assamica und Sinensis. In solchen Gebieten ist es besonders wichtig, eine kooperative Beziehung zu den Teebauern zu pflegen. Damit nur die ausgewählten Gushu gepflückt werden, ohne dass das Pflückgut mit anderen, jüngeren Xiaoshu gemischt wird.
Der Gedeng Tee geriet in Vergessenheit. Dies hat mit verschiedenen militärischen Konflikten in der Region zu tun. Weiterer Grund ist die Abgeschiedenheit des Ortes und die Politik seit 1956, den Handel mit dem Pflückgut zu verhindern.
Vielleicht ist es auch das Glück der Teebäume, vergessen zu sein.
Denn eine Firma aus Shenzhen pachtete ein Landstück im Dorf Xin Jiufang zwischen 2005 und 2055, um das «ungenutzte» Tee-Gebiet wirtschaftlich zu «entwickeln». Die Firma verpflichtete sich, keine Pestizide zu verwenden und versuchte zuerst die Pflanzung des Adlerholz-Baums. Der Plan scheiterte. Die Firma gab das Pachtrecht weiter an Dritte, die Eucalyptus anbauten. Die Wurzel des Eukalyptus scheidet basische Stoffe aus, doch Teepflanzen brauchen eher sauren Boden. Der Kreislauf wurde angegriffen und das gesamte Öko-System veränderte sich.
In Zhibang, wo unser Produzent Yu die ausgewählten Teebäume wachsen lässt, sind nicht betroffen. Trotzdem haben wir in den letzten Jahren genug solche Situationen wie oben beschrieben erlebt. Die fremden Pflanzen scheiden Stoffe aus, die das Öko-System verändern. Dies im Namen der Wirtschaftlichkeit. Ein Beispiel ist der Tee aus dem Dorf Guangbie in Bulangshan – dessen Tee hat mein Teeschüler Tim als «Sad Boys»-Tee bezeichnet.
Yu lässt den Tee nach traditionellem Vorbild von Hand produzieren, sonnengetrocknet und steingepresst.
Charakter
Anders als der liebliche Tee aus Yibang, anders als der süsse Puer aus Yiwu, schmeckt der Gedeng zwar nach duftender Wiese, mit einem starken goldenen Aufguss mit samtiger Textur. Tee aus Gedeng ist für mich ein maskuliner Tee. Selbstbewusst und fein. Er steht zwischen Himmel und Erde. Einmal schlief ich ein, nachdem ich einen Gedeng trank. Im Traum fühlte ich mich zuerst wie ein kräftiges Pferd. Das Pferd verwandelte sich dann in eine Wolke, die durch die Landschaft zieht. Vielleicht dient die Stärke in uns, Freiheit zu leben, anstatt in Freiheit gefangen zu sein.