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Titel: 我的教师生涯 (My Career as a Teacher)
Medium: DVD
Sprache: Mandarin (Hochchinesisch)
Untertitel: Englisch, Chinesisch
Spielzeit: 98 Minuten
Regie: Zheng Kehong
Darsteller: Tony Leung Ka-Fai, Qin Hailu
Kurzinhalt
Der Film erzählt die Lebensgeschichte eines Dorfschullehrers. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts kommt er als junger Mann aus dem Ausland zurück, um in einem abgeschiedenen Dorf eine Stelle als Lehrer anzutreten. Er verliebt sich, heiratet und hat später einen Sohn. Der grosse Sprung nach vorne und die Kulturrevolution haben auch Rückwirkungen auf sein Leben und er bekommt politische Repressionen zu spüren.
Der Film endet im heutigen China der Wirtschaftsreformen, er ist nun ein alter Mann ….
Ausführliche Rezension
Eine Rezension von Fortunat Reiser
Zu Beginn wird der Zuschauer sogleich mit einigen sehr gut eingefangenen, schönen Bildern einer grösstenteils grünen, mit Morgendunst bedeckten bäuerlichen Landschaft eines abgelegenen provinziellen Gebiets irgendwo (wahrscheinlich) in Ost- oder Südchina auf diese nette kleine Geschichte eingestimmt. Der Schulalltag in der rückständigen Gegend auf dem Land gestaltet sich denn auch entsprechend beschaulich. Diese Situation erweist sich als sehr förderlich für die sich fast schon zwangsläufig entwickelnde Liebesbeziehung zwischen den beiden sanften Lehrern des kleinen Dorfes. 梁家辉 und 秦海路, die beiden Hauptdarsteller, vermögen hier beide restlos zu überzeugen und ihre ebenso zarte wie berührende Liebesgeschichte bildet in der Folge den passenden roten Faden dieser überaus schönen Produktion. Schnell wird das junge Glück aber auch von den rigiden politischen Verhältnissen in der fragilen VR China bedroht, ein Umstand, der vor allem den jungen idealistischen und engagierten Lehrer bedrängt: Zu seinem nachteilhaften Klassenhintergrund gesellen sich unkonventionelle pädagogische Vorlieben wie z. B. der Singunterricht und die Aufklärung der jungen Dorfbewohner. Als er dann pünktlich zum Beginn der KR wieder aus dem Umerziehungslager entlassen wird, deuten sich auch schon die eigentlich obligatorischen Konflikte mit richtiggehend faschistischen Roten Garden an, wobei es allerdings bei den Andeutungen bleibt. An dieser Stelle wird der Film dann auch etwas langweilig, da die Ereignisse auch ein bisschen an ihm vorbeilaufen. Seine naive, idealistische und gutmütige Einstellung wird ihm den ganzen Film über immer wieder zum Verhängnis, wobei er auch regelmässig durch kleine Erfolge (das Glück des Tüchtigen?) wieder rehabilitiert wird. Gegen Ende des Films spielt die Geschichte dann um die Jahrtausendwende in einer für ihnen neuen Welt, wobei ihn seine gewohnten alten Sorgen wiederum bedrängen, welche lediglich in einem neuen Gewand daherkommen. Seine Ziehharmonika dient der Liebesgeschichte und damit auch dem Film als thematische Klammer und folgerichtig begleitet diese dann auch den Tod seiner geliebten Frau. Die letzte Szene, in der er sich selbst nicht aufs Foto bringt, da er den entscheidenden Moment verpasst, wirkt irgendwie symptomatisch für seinen gesamten Werdegang, bei dem er trotz seiner vielen Bemühungen jeweils regelmässig den Zeiten hinterhergehinkt hat und so in der „neuen“ chinesischen Gesellschaft zu einem randständigen Dasein verurteilt war.
Note: 5,25