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Es war der kalte 15. Januar 1941 in einer ungeheizten Baracke des Stalag VIII A in Görlitz. Vierhundert frierende Häftlinge und Wachleute hörten die Uraufführung von Messiaens «Quatuor pour la fin du temps». Ein Werk, das der französische Insasse unter widrigsten Bedingungen vollendete und in dem er den Untergang der Welt zusammenfallen lässt mit dem Beginn der Ewigkeit im Jenseits. Ingeborg Bachmann hat zwar nicht im selben Masse wie Messiaen die Gräuel des Kriegs erlebt, aber sie war eine der ersten nichtjüdischen Künstlerinnen, die sich der Monstrosität der Nazi-Verbrechen stellte und die Schizophrenie des Weiterlebens «danach» selbst durchlitt.
Olivier Messiaen: «Quatuor pour la fin du temps»
Ingeborg Bachmann: Auszüge aus dem «Todesarten»-Zyklus, «Malina» und weiteren Schriften
Einführung: Stefan Zweifel, Lesung: Isabelle Menke. Es spielen: Andreas Janke (Violine), Florian Walser (Klarinette), Benjamin Nyffenegger (Violoncello), Yulia Miloslavskaya (Klavier).