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Zur Kunstgeschichte der Kartause Ittingen
Der Grosse Kreuzgang und die Mönchshäuschen
Der Grosse Kreuzgang
Durch eine Tür mit geschnitztem Obergitter gelangt man vom Südtrakt des Kleinen Kreuzganges in den Grossen Kreuzgang, der ursprünglich einen trapezförmigen Garten umschloss. Heute darf der Kreuzgang wegen seiner Baufälligkeit mit Besuchern nicht mehr betreten werden. Man kann aber, wenn man um die Kirche geht, vom Klostergarten her einen Blick auf die inneren einsprossigen nachgotischen Spitzbogen-Masswerkfenster werfen, von denen noch insgesamt 21 erhalten sind und die auf 1629 datiert sind. Dieses Datum steht über der Tür auf der Hofseite.
Da die Nordseite des Kreuzganges mit den dazugehörigen Mönchshäuschen durch den Bergdruck eingestürzt ist, sind nur noch sieben von den ursprünglich 14 Häuschen vorhanden. Das nördlichste Häuschen wurde 1776 neu gebaut, die andern Häuschen der Ostfront stammen aus dem Jahr 1621, die drei Häuschen der Südfront aus dem Jahr 1627. Die Daten befinden sich über dem Zelleneingang vom Kreuzgang her. Früher hatten die Häuschen ein Pultdach, heute ist es ein Gibeldach mit aufgesetztem Schornstein.
Die Mönchshäuschen
In einem Mönchshäuschen wohnt eine Familie, einige sind in einem desolaten Zustand, eines, das dritte der Süd-Front ist für die Besichtigung freigegeben. Da die Trennbauten zwischen den Zellen,die einen Geräteschuppen und wohl auch das Klo enthielten, nicht mehr bestehen, können wir durch den ehemaligen Zellen-Garten das Häuschen betreten.
Ein grösserer Vorraum tut sich auf, an dessen Hinterfront die Tür zum Kreuzgang und eine abgewinkelte Durchreiche für das Essen zu sehen ist. In diesem Raum kann man sich eine kleine Werkstatt denken, in der der Kartäuser seine täglichen Arbeiten verrichtete.
Eine Holztreppe führt in einen geräumigen Diele, wo der Kartäuser auch sein Winterholz und Torf für die Heizung stapelte. Rechts führt eine Tür in den Wohn- und Studierraum, der nur noch halb so gross ist, wie der Arbeitsraum. Er ist von einer einfachen Kassettendecke gedeckt. Dieser Raum und der danebenliegende konnten mit einem Kachelofen beheizt werden. In die Wand eingelassen ist eine Buchablage. Die Fenster führen ausschliesslich auf die Gartenseite. Jediglicher Kontakt unter den Mönchen in der Klause war verboten. Linker Hand steht ein Kastenbett, dessen Türflügel sich sowohl nach dem Wohnraum wie auch nach dem daneben liegenden Andachtsraum öffnen lassen. Zum Schlafen wurden die Flügeltüren geschlossen, das war das tägliche Sargerlebnis, das "memento mori" des Kartäusers. Geschlafen wurde auf einem Strohsack, der auf einem Holzrost lag. Zur Ausstattung des Andachtsraumes, der die gleiche Grösse aufweist wie der Studierraum, gehörte wohl ein Gebetstuhl und ein Kruzifix; heute ist der Raum leer. Auch hier befindet sich eine in die Wand eingelassene Ablage für liturgische Bücher.