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EU-Parlament verabschiedet Resolution gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen
15. März 2012
Vor mehr als zehn Jahren wurde in den Vereinigten Staaten das Harkin-Engels-Protokoll unterzeichnet. Darin versprachen Regierungen und führende Unternehmen aus der Schokoladenindustrie die Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2005. In den Folgejahren wurden zwar einige Projekte lanciert, Begleitstudien belegen aber, dass sich in den Anbaugebieten wenig verbessert hat. Entsprechend überfällig war es, dass das Europäische Parlament gestern die vollständige Umsetzung des Harkin-Engels-Protokolls gefordert hat.
Die Resolution zeigt das Ausmass der Problematik und bezieht klar Stellung: „Das Europäische Parlament verurteilt nachdrücklich die Kinderarbeit auf den Kakaofarmen.“ Die Resolution ruft die Staaten dazu auf, die UN-Kinderrechtskonvention sowie die Kinderschutz-Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation zu ratifizieren und umzusetzen.
Weiter fordert die Resolution, dass in Handelsabkommen der EU mit anderen Staaten konkrete Massnahmen zur Armutsbekämpfung und Schaffung menschenwürdiger Arbeitsverhältnisse integriert werden. Zudem sollen Fair Trade-Netzwerke künftig stärker unterstützt werden. Auch die übrigen Forderungen zielen hauptsächlich auf Regierungen ab. Notwendig sind juristisch bindende Massnahmen aber auch für die Kakao importierende und verarbeitende Industrie. Trotz dieses Mangels unterstützt die zivilgesellschaftliche Kakao-Koalition VOICE* die Bemühungen des Europäischen Parlaments und wird beobachten, ob und wie das Harkin-Engel-Protokoll auf EU-Ebene nun umgesetzt wird.
*VOICE ist ein europäisches Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, das sich für einen nachhaltigen Wandel im Kakaosektor einsetzt. Mitglieder: Belgien Oasis/STOP THE TRAFFIK Belgium, Oxfam Wereldwinkels Niederlande: STOP THE TRAFFIK Netherlands, Oxfam Novib, FNV Bondgenoten Deutschland: Südwind Institute Schweiz: Erklärung von Bern Grossbritannien: STOP THE TRAFFIK International