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Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Waldpflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Er blüht von April bis Mai und gedeiht am besten an schattigen Standorten auf sehr feuchten, neutralen bis basischen, mässig nährstoffarmen bis mässig nährstoffreichen Böden mit mässig wechselnder Feuchtigkeit.
Der Bärlauch gehört zu den Kaltkeimern, zu denjenigen Pflanzen also, die erst nach einem Kältereiz zu spriessen beginnen. Ein solcher Kältereiz entsteht durch Temperaturen um den Gefrierpunkt herum während einigen Tagen.
Als Frühblüher legt der Bärlauch ein unterirdisches Speicherorgan in Form einer länglichen, von Häuten umgebenen Zwiebel an. So kann er im zeitigen Frühjahr rasch wieder austreiben.
Die Blätter des Bärlauchs sind lang gestielt – der Stiel ist bis zu 15 cm lang. Die Blattoberseite glänzt, die Blattunterseite ist matt – auch so lässt sich der essbare Bärlauch vom giftigen Maiglöckchen unterscheiden. Beim Maiglöckchen-Blatt ist es nämlich genau umgekehrt: Oberseite matt, Unterseite glänzend. Zudem hört man beim Bärlauch einen deutlichen Knacklaut, wenn man den Blattstiel bricht.
Sein scharfer Knoblauchgeruch offenbart die Verwandtschaft des Bärlauchs mit der Schalotte (Allium ascalonicum), der Küchenzwiebel (Allium cepa), der Winterzwiebel (Allium fistulosum), dem Gemüse-Lauch (Allium porrum), dem Knoblauch (Allium sativum) oder dem Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Durch chemische Stoffausscheidungen (Allelopathie) kann der Bärlauch wie seine Verwandten die Konkurrenzkraft anderer Arten schwächen und so in Monokulturen auftreten. Im Unterwuchs von feuchten Laubmischwäldern ist der Bärlauch sehr konkurrenzfähig und kann in sehr grosser Zahl und in dichten Beständen auftreten. Durch das Absterben der Blätter wird ein Hemmstoff freigegeben, der andere Pflanzen am Aufkommen hindert.
Der Bärlauch ist eine typische Krautpflanze der Waldhirsen-Buchenwälder, zu denen grosse Teile des Eschenbergwaldes, des Etzbergs und des Andelbachs bei Ricketwil gehören. Er kommt aber auch in den Zahnwurz-Buchenwäldern am Hegiberg, am hinteren Etzberg oder bei Oberseen vor.
Der Bärlauch prägt insbesondere den Frühjahrsaspekt des Aronstab-Buchenwaldes, der sich zum Beispiel im Aufstieg zum Totentäli, auf dem Berenberg oder im Aufstieg zum Chomberg ausdehnt. Der Aronstab-Buchenwald ist einer Waldgesellschaft auf feuchten, ton- und kalkreichen Böden, die durch einen meist dichten Bärlauchteppich charakterisiert wird. Die hohen, astfreien Stämme und die fehlende Strauchschicht geben dem Aronstab-Buchenwald im Frühling, wenn der Bärlauch spriesst, einen besonderen landschaftlichen Reiz. Ein ausgedehnter Bärlauchteppich (s. Bilder oben) lässt andere Frühblüher optisch verschwinden.
Der Aronstab-Buchenwald nimmt in den Winterthurer Wäldern einen überdurchschnittlich hohen Anteil ein. In diesem üppigen Hallen-Buchenmischwald mit Eschen und Bergahorn findet man kaum eine entwickelte Strauchschicht. Im Frühling wuchert der Bärlauch, dann sind nur noch wenige Kräuter vorhanden: so der Aronstab, das Bingelkraut, die Gundelrebe oder der Waldziest. Den Aronstab-Buchenwald findet man auf feuchten, ton-, nährstoff- und basenreichen Böden.