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David Zürcher: Ein Interview zum Abschluss der Juniorenzeit
Als Ersatz für die abgesagte Junioren-Weltmeisterschaft organisierte der Schweizer Verband Ende Oktober einen Junioren-Länderkampf im Jura, an dem wegen Corona dann aber „nur“ Frankreich und die Schweiz teilnahmen. Mit dabei war David Zürcher, der sich als einer von vier Schweizer H20-Läufern selektioniert hatte. Im Lauf über die Kurzdistanz, seinem letzten Juniorenwettkampf, gelang David mit dem dritten Platz ein Spitzenresultat.
Wir haben den Abschluss seiner Zeit im nationalen Juniorenkader zum Anlass genommen, David einige Fragen zu stellen.
David, seit wann bis du im nationalen Juniorenkader?
Ich kam im Herbst 2018 in das Juniorenkader und war nun also zwei Jahre dabei. In der Saison 2019 war ich verletzt. Ich hatte eine Entzündung an der Achillessehne, die aus einer Überbelastung hervortrat. In diesem Jahr konnte ich dann mein Comeback geben. Leider war die Saison nicht ganz normal. Aber ich konnte mein Ziel trotzdem erreichen und nochmals an einem Internationalen Wettkampf mitlaufen.
Wo konntest du dich am meisten verbessern?
Ich habe in den zwei Jahren sehr viel gelernt. Einerseits konnte ich mich im technischen Bereich verbessern. Wir hatten viel Trainingslager in coolem und anspruchsvollem Gelände wie Portugal oder Schweden. Auch im physischen Bereich habe ich grosse Fortschritte gemacht. Schon nur deshalb, weil ich meinen Trainingsumfang steigerte (488 Stunden im Jahr). Ich denke aber die grössten Fortschritte habe ich im mentalen Bereich gemacht. Ich lernte, wie ich mit verschiedenen Situationen umzugehen habe.
Welches waren die Höhepunkte?
Da gibt es einige. In der Zeit im Junioren Nationalkader erlebte ich viele coole Sachen! Aber ich denke, dass die beiden Internationalen Wettkämpfe, die EYOC im Jahr 2018 und der Länderkampf im 2020 schon sehr besonders waren. Zum einen sind diese der Anfang und das Ende meiner Zeit im Junioren Nationalkader. Zum anderen ist es halt einfach eine grosse Ehre, wenn man im Schweizerdress die Nation vertreten darf.
Neben den OL-Wettkämpfen: Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben während deiner Kaderzeit?
In einem Trainingslager in Schweden lief ich einen kleinen Hügel hoch. Ich schaute auf die Karte und plante den nächsten Posten voraus. Plötzlich stand ein Auerhuhn vor mir und kreischte mich an. Reflexartig schrie ich zurück. Daraufhin rannte es auf mich zu. Ich ergriff die Flucht und rannte quasi um mein Leben. Danach brauchte ich eine Weile, bis ich wieder wusste wo ich bin.
Was sind deine Ziele für nächstes Jahr?
Im Moment finde ich es schwierig zu sagen, wie für mich die kommende Saison aussieht. Bis jetzt ging immer alles von alleine. Ich bewerbe mich für das Elitekader, aber ich könnte mir auch eine Saison mit weniger OL vorstellen. Ich würde gerne auch mehr Zeit in andere Sportarten investieren. Zum Beispiel würde es mich sehr reizen einmal ein Rennvelorennen zu fahren oder den Inferno zu machen. Ein anderes Ziel ist auch, den Zivildienst zu absolvieren und einen Auslandsaufenthalt zu machen, um mein Englisch zu verbessern.
Ein Tipp für die Jungen: Was braucht es, um ins nationale Kader zu kommen?
Wie man ins Nationalkader kommt? Mit Geld sicher nicht, der OL ist nicht korrupt. Ich würde sagen Erfolg ist kein Glück, sondern harte Arbeit und dass man seine Ziele nicht aus den Augen verliert. Auch ist die Freude am OL sehr wichtig! Man investiert sehr viele Stunden in diese Sportart wenn man im Junioren Kader ist, das muss man sich bewusst sein und auch wollen.
David, wir danken dir herzlich für das Interview und wünschen dir für die nächste Zeit alles Gute!
Interview: Rolf Giezendanner
Bilder: swissorienteering.ch
Links zum Junioren-Länderkampf