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Kostspielige Schuluniformen
Japans Gesellschaft mag es, was die Kleidung anbelangt, uniformiert. Die Büroarbeiter tragen fast ausnahmslos Anzug, die Fabrik- und Restaurantangestellten spezifische Firmenuniformen und selbst die Bauarbeiter haben ihre klassische Kleidung mit den weiten Hosen (Asienspiegel berichtete).
Das Uniformentragen beginnt bereits in der Schule. Seit der Meiji-Zeit (1868 bis 1912) tragen Japans Schüler eine einheitliche Kleidung. Die Vorschrift gilt in vielen Grundschulen, ab der Mittelschule ist sie schliesslich die Norm. Das traditionelle Design, eine Anlehnung an die europäische Matrosenmode aus dem 19. Jahrhundert, wurde in vielen Schulen bewahrt. Alternativ sind in den letzten Jahrzehnten britisch angehauchte Schuluniformen aufgekommen.
Die Kleidervorschrift hat einige Vorteile: alle Schüler werden sozial gleichgestellt. Der ständige Druck, modisch mit den anderen mithalten zu müssen, fällt zumindest in der Schule weg. Gleichzeitig stiftet die Uniform eine Identifikation mit der Schule und fördert den Zusammenhalt unter den Mitschülern. Verstärkt wird dies, indem jedem Schule ihre ganz eigene Uniform mit ganz spezifischen Design und Merkmalen besitzt (Asienspiegel berichtete).
Bis zu 10’000 Yen
Für die Eltern können diese strikten Kleidervorschriften jedoch ganz schön ins Geld gehen, wie die Asahi Shimbun in einem Vergleich untersucht hat. Für jeden Schüler und Schülerin gilt es, eine Sommer- und Winteruniform sowie die offizielle Sportbekleidung zu besitzen.
Die Asahi Shimbun hat bei 111 öffentlichen Highschools der mittleren Stufe (Mittelschulen) nachgefragt und kam auf Gesamtpreise von 50’000 bis zu 100’000 Yen (zirka 440 Euro bis 890 Euro). Dabei darf nicht vergessen gehen, dass man von einigen Kleiderstücken gleich mehrere Exemplare kaufen muss. Ausserdem benötigen die Schüler nach nur wenigen Monaten schnell mal eine grössere Kleidernummer.
Viele Eltern federn die hohen Kosten ab, indem sie nicht mehr verwendete Uniformen von den älteren Geschwistern, von Nachbarsfamilien oder von Freunden in der Gegend erhalten. Die hohen Kosten erklären sich damit, dass die Schulen die Aufträge jeweils an einen lokalen Hersteller vergeben und die Uniformen in wenigen Verkaufsstellen verkauft werden. Oft handelt es sich um kleine Läden in den klassischen Einkaufsstrassen des Ortes (Asienspiegel berichtete). Konkurrenz und Preiskampf entfallen so fast komplett. Wie viel man bezahlt, hängt am Ende ganz von der einzelnen Schule ab.
Schulranzen und Taschen
Die Ausgaben enden aber nicht bei den Kleidern. Die teuren Schulranzen, ein Muss für alle Grundschüler, kosten heutzutage locker über 80’000 Yen (Asienspiegel berichtete). Ab der Mittelschule wechseln die Schüler schliesslich zu Taschen, deren Modell ebenfalls in vielen Fällen von der Schulleitung vorgegeben werden.
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