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Die Zeit, da der Problemkeim Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) auf Kliniken beschränkt war, scheint in den USA endgültig vorüber zu sein. In der Großstadt Atlanta wurden drei Viertel aller außerhalb der Klinik erworbenen schweren Haut- und Weichteilinfektionen durch so genannte community-acquired oder cMRSA verursacht. Die meisten durch den Stamm MRSA USA 300. Die Autoren raten den Ärzten in den Annals of Internal Medicine (2006; 144: 309-317) zum empirischen Einsatz von gegen MRSA aktiven Antibiotika.
Staphyloccus aureus ist ein normaler Bewohner der Hautflora, der gelegentlich Infektionen hervorruft. In der Regel sind dies follikuläre Infektionen oder eine Impetigo. In seltenen Fällen kann es aber auch zu ausgedehnten Phlegmonen oder zu der gefürchteten nekrotisierenden Fasciitis kommen. Bislang waren Penicilline oder Beta-Laktam-Antibiotika Mittel der Wahl bei Community-aquired-Staphylokokken-Infektionen, die meisten Erreger waren Methicillin-suszeptible Staphyloccus aureus (MSSA). Die resistenten MRSA traten nur in Kliniken und dort vor allem auf den Intensivstationen auf. Bei Ccommunity-acquired- Infektionen wurde sie nur in Ausnahmefällen gesehen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Die Berichte über cMRSA häuften sich. Es waren aber in Regel eng umschriebene kleinere Erkrankungsherde. Vor diesem Hintergrund stellt die Studie von Mark King von der Emory Universität in Atlanta einen Wendepunkt dar, jedenfalls für die USA und dort für die Situation der Innenstädte, die auch der Einzugsbereich des Grady Memorial Hospital in “downtown” Atlanta sind.