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Die riesige Schneewand von Tateyama im japanischen Frühling
Es ist die technisch spektakulärste Bergroute, die Japan zu bieten hat. Die Tateyama Kurobe Alpine Route ist sogar die einzige Route, welche die Präfekturen Toyama und Nagano direkt verbindet. Um dieses Kunststück zu vollbringen, mussten ihre Erbauer auf fast sämtliche Transportmittel zurückgreifen, die es gibt. Die Strecke beinhaltet Fahrten mit Zügen, einem Bus, einem Tunnel-Trolley-Bus, einem Elektrobus, einer Luftseilbahn und zwei Standseilbahnen. Hinzu kommen zwei Tunnel und ein Gang über eine gigantische Staumauer. Den höchsten Punkt, den man bei dieser Reise erreicht, liegt auf 2450 Metern bei der Station Murodō, die im Sommer ein idealer Ausgangspunkt für einfache und anspruchsvolle Wanderungen ist.
Die Tateyama Kurobe Alpine Route, die 1971 fertig gestellt wurde, ist kurz zusammengefasst eine Route der Superlative. Der höchste Staudamm (Kurobe-Staudamm), das höchste Onsen-Bad (Mikurigaike-Onsen), das höchste Hotel (Hotel Tateyama), der höchste Wasserfall (jp. Shōmyō-daki), der einzige Trolley-Bus in Japan, ein Tunnel auf 2450 Metern Höhe und eine über 200-jährige Berghütte befinden sich hier. Der Berg Tateyama mit seinen drei Gipfeln gehört derweil zusammen mit dem Fuji (jp. Fujisan) und dem Mount Haku (jp. Hakusan) zu den drei heiligen Bergen des Landes.
Doch all diese Superlativen werden von einem noch bekannteren, vergänglichen Wahrzeichen übertroffen. Es ist die höchste Schneewand der Welt. Yuki no ōtani, «das grosse Schneetal», nennen die Japaner diese imposante Sehenswürdigkeit. Jedes Jahr sammelt sich auf der spektakulären 23 Kilometer langen Passstrasse, die sich von Bijodaira bis zur Station Murodō hochschlängelt, meterweise Schnee an, der bis im Juni in den höheren Lagen liegen bleibt.
Im März beginnen die Arbeiten
Schon seit einigen Tagen haben die Arbeiten für die diesjährige Saison begonnen. Mit Hilfe von GPS-Sendern schaufeln und fräsen Bulldozer den Pass frei. Bei diesem Prozess entstehen diese berühmtem Schneewände entlang der Strasse. Nach schneereichen Wintern – wie im vergangenen Jahr 2018 – kann dieser Korridor kurz vor der Murodō-Station eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen. Selbst im Juni ist diese Wand noch bis zu 10 Meter hoch. Einen Abschnitt von 500 Metern dürfen die Besucher zu Fuss beschreiten. Diesen «Yuki no ōtani-Walk» führte man erstmals 1994 durch. Heute durchschreiten jährlich 3 Millionen Gäste diesen imposanten weissen Korridor.
In diesem Jahr hat sich der Schneefall in Grenzen gehalten. Bei der Station Murodō liegen zurzeit zirka 5,5 Meter Schnee. Am 15. April wird die Bergstrasse eröffnet. Bis zum 22. Juni ist es möglich, durch diese «Schneetal» zu gehen. Die gesamte Tateyama Kurobe Alpine Route bleibt derweil bis zum 30. November offen. Gerade in den Sommermonaten ist die Tateyama Kurobe Alpine Route eine kühle Abwechslung.
Der Standort des Schnnekorridors
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