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Es gab einmal eine Familie, die Familie Steinreich. Im Laufe der Generationen wuchs sie auf Tausende von Brüdern, Schwestern, Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen. Sie besassen 100 Prozent der Aktien der USA. Jahr für Jahr ernteten sie den Lohn ihrer Investition: höhere Aktienkurse und all die Dividenden, die die Unternehmen ausschütteten.
Plötzlich betraten schnellzüngige Helfer die Bühne und überzeugten ein paar «schlaue» Steinreichs davon, mehr zu verdienen als die Verwandten. Sie überredeten die Cousins dazu, Anteile an andere Familienmitglieder zu verkaufen und ihnen im Gegenzug Anteile an anderen Unternehmen abzukaufen. Für die Transaktionen verlangten die Helfer eine Gebühr. So verschoben sich die Besitzverhältnisse.
Zu ihrer Überraschung wuchs das Familienvermögen nun langsamer, weil ein Teil der Erträge von den Helfern aufgezehrt wurde. Das ging so lange, bis sich die Familie zusammensetzte und Rat hielt. Der klügste Verwandte, ein alter, weiser Onkel, sagte dann mit sanfter Stimme: «Das ganze Geld, das ihr diesen Helfern bezahlt (...), geht direkt auf Kosten der Gewinne und Dividenden. Vergesst die Broker. Vergesst die Vermögensverwalter. Dann erntet unsere Familie wieder 100 Prozent des Kuchens».
Die Steinreichs befolgten den Rat des weisen Onkels, kehrten zur passiven Anlagestrategie zurück und taten rein gar nichts. Das ist genau das, was auch ein Indexfonds tut.
Nachzulesen im Buch «Keine Investment Zauberformel» von John C.Bogle, laut «Fortune» einem der vier Investment-Giganten des 20. Jahrhunderts.
Erschienen in de BZ am 5. Mai 2012