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Lenins Schreibtisch in der Ausstellung «1917 Revolution. Russland und die Schweiz» im Landesmuseum Zürich.
Lenins Schreibtisch
An seinem Schreibtisch in Zürich schrieb Lenin wohl zwei seiner wichtigsten Werke. Dank Jean Kammerer blieb der Tisch in der Schweiz.
Dass Lenin über ein Jahr in Zürich an der Spiegelgasse 14 zusammen mit seiner Frau zwei Zimmer bewohnte, ist heute allgemein bekannt. Das war nicht immer so: Erst nach der Oktoberrevolution von 1917 dämmert es den Schweizern, welche weltbedeutende Persönlichkeit unter ihnen gelebt hatte. Die Schweizer Illustrierte nimmt am 17. Dezember 1917 sein Konterfei aufs Titelblatt.
Der Vermieter der beiden Zimmer, Titus Kammerer, ein Schuhmacher, wusste jedenfalls nicht, wen er beherbergte, als er von seinem Neffen und aktiven sozialistischen Jungburschen Jean Kammerer darum gebeten wurde. In Titus Kammerers Haus an der Spiegelgasse wurden zwei möblierte Zimmer eingerichtet – die Möbel gehörten ihm und blieben auch bei ihm, auch wenn die Sowjets später versucht haben, ihm das Mobiliar abzukaufen. Speziell gerne hätten sie den Schreibtisch nach St. Petersburg überführt, doch Jean Kammerer blieb standhaft. Mittlerweile ist das Möbelstück in die Sammlung seines Sohnes, Bruno Kammerer, übergegangen.
An diesem Schreibtisch schrieb Lenin wohl zwei seiner wichtigsten Werke. Schreiben und Lesen waren seine Haupttätigkeiten in der Schweiz und mitunter auch der Grund, warum er nach Zürich zog: die beste Bibliothek, die Zentralbibliothek, lockte ihn hierher. Später lobte Lenin die Schweiz für ihr Bibliothekssystem und wollte in der Sowjetunion Bibliotheken nach Schweizer Vorbild einführen. Von den Bergen und dem guten Klima abgesehen zeigte er für die Schweiz jedoch wenig Begeisterung: Das politische System überzeugte ihn nicht.
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