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Wie globalisiert war die Vormoderne? Ein Plädoyer für einen neuen Blick in den asiatischen Raum
Der Beitrag plädiert dafür, Globalisierungsgeschichte nicht auf die weltgeschichtlichen Phasen europäischer Dominanz zu beschränken. Vielmehr geht er von der These aus, dass in Asien Kernzonen vormoderner Globalisierung existierten, die auch in Europa wahrgenommen wurden. Um diese These zu erhärten, werden vormoderne Asienberichte entsprechend der von Jürgen Osterhammel und Niels P. Petersson aufgestellten Kriterien für Globalisierung (wirtschaftliche und diplomatische Verflechtung, Fernhandel, die Beschleunigung der Kommunikation, Migration, universaler Machtanspruch und Assimilierung der sich begegnenden Kulturen) untersucht, während unter «global» die den Beteiligten bekannte Welt gefasst wird. In den mittelalterliche Gesandtschaftsberichte zu den Mongolen wie auch in den frühneuzeitlichen Reiseberichte über den Indischen Ozean werden eben solche globalisierten und global funktionierenden Strukturen sichtbar. Im Zuge ihrer Expansion stiessen europäische Gruppen auf diese innerasiatisch vernetzten Systeme, die sie folglich nicht selbst schufen, sondern in deren Strukturen sie sich einklinken mussten. Daher erscheint es der Autorin und dem Autor gerechtfertigt, die beschriebenen Phänomene als bisher vernachlässigte Phasen einer komplexen Globalgeschichte zu bezeichnen.
Erschienen in: traverse, 2007/3, S. 97.