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Im Rahmen der 26. Generalkonferenz des Internationalen Museumsrats ICOM wurde am 24. August 2022 die neue Museumsdefinition mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Sie ist das Resultat einer mehrjährigen Auseinandersetzung mit der Rolle und Funktion von Museen und eines zweijährigen Konsultationsprozesses, an dem Hunderte von Museumsfachleuten aus 126 Nationalkomitees aus der ganzen Welt beteiligt waren. Sie widerspiegelt die zentralen Veränderungen in den Museen und der Gesellschaft. Neu werden Inklusion, Teilhabe und Nachhaltigkeit als zentrale Aspekte der Museumsarbeit betont.
Die neue Museumsdefinition liegt im Moment in den drei offiziellen Sprachen von ICOM, Englisch, Französisch und Spanisch, vor und wird in den nächsten Monaten in autorisierte Übersetzungen überführt, darunter auch in Deutsch und Italienisch. Sobald die Übersetzungen vorliegen, wird sich ICOM Schweiz für die weitere Verbreitung der Museumsdefinition innerhalb des Schweizer Museumssektors sowie für die Implementierung auf nationaler und kantonaler Verordnungsstufe engagieren.
A museum is a not-for-profit, permanent institution in the service of society that researches, collects, conserves, interprets and exhibits tangible and intangible heritage. Open to the public, accessible and inclusive, museums foster diversity and sustainability. They operate and communicate ethically, professionally and with the participation of communities, offering varied experiences for education, enjoyment, reflection and knowledge sharing.
Entwicklung der neuen Museumsdefinition
Für die Entwicklung der neuen Museumsdefinition wurden die Mitglieder der Nationalkomitees in vier Konsultationsrunden gebeten, aktiv mitzuarbeiten und ihre Stimme einzubringen. Basierend auf den zwei von den ICOM-Mitgliedern aller Nationalkomitees am höchsten eingestuften Vorschläge wurde am 20. Mai an einer Sitzung des Advisory Councils ein finaler Vorschlag auserkoren, der am 24. August 2022 zur endgültigen Abstimmung vorgelegt wurde.
4. Konsultationsrunde: Bewertung von fünf Definitionsvorschlägen
In der abschliessenden, 4. Konsultationsrunde wurden den ICOM-Mitgliedern der Nationalkomitees fünf Definitionsvorschläge zur Bewertung unterbreitet, welche die Mitglieder von ICOM Define anhand der Ergebnisse der dritten Konsultationsrunde erarbeitet hatten. Die Mitglieder von ICOM Schweiz sprachen sich in der Umfrage von März 2022 für folgende Reihenfolge aus: 2-3-5-1-4. Der am besten klassierte Vorschlag 2 entspricht auch der bevorzugten Wahl des Vorstandes von ICOM Schweiz.
3. Konsultationsrunde: Evaluation der Schlüsselwörter/-konzepte
Ausgehend von den von ICOM International zusammengestellten Ergebnissen der zweiten Konsultationsrunde zu den wichtigsten Schlüsselworten und -konzepten hat ICOM Schweiz im September 2021 seine Mitglieder aufgerufen, an der Evaluation dieser Begriffe teilzunehmen. Die Ergebnisse dieser 3. Konsultationsrunde liegen nun vor. Sie wurden zur weiteren Analyse und Konsolidierung bei ICOM International eingereicht. ICOM Define wird basierend auf den eingegangenen Berichten der Nationalkomitees Vorschläge für mögliche Museumsdefinitionen ausarbeiten. Diese werden anschliessend im Rahmen einer 4. Konsultationsrunde den Mitgliedern zur Präferenzauswahl vorgelegt.
2. Konsultationsrunde: Schlüsselwörter/-konzepte
Im März 2021 hat ICOM Schweiz anhand einer Umfrage unter seinen Mitgliedern die wichtigsten Schlüsselwörter/-konzepte für die Erarbeitung einer neuen Museumsdefinition in Erfahrung gebracht. Die Auswertung der Resultate wurde an ICOM International im Rahmen des Konsultativ-Verfahrens aller Länderkomitees zugestellt und ist nachfolgend einsehbar.
Die Auswertungen anderer Nationalkomitees finden Sie direkt im ICOM member space.
Bericht mit Resultaten der Umfrage vom März 2021 (Französisch) [PDF]
Bericht der Datenanalyse der 2. Konsultationsrunde (Englisch) [PDF]
Bericht der Datenanalyse der 2. Konsultationsrunde (Französisch) [PDF]
Projekt und Vorbereitung
Am 10. Dezember 2020 haben ICOM International und das Standing Committee for the Museum Definition «ICOM Define» die überarbeitete Vorgehensweise auf dem Weg zu einer neuen Museumsdefinition präsentiert, die an der Generalversammlung 2022 in Prag verabschiedet werden soll.
Die vorgestellte Methodik basiert auf verschiedenen Konsultationsrunden in den Nationalkomitees und ist in Verfahrensschritte unterteilt, die über 18 Monaten geplant sind. Die nachfolgende Auflistung ist eine Zusammenfassung der geplanten Schritte. Details sind unterhalb im Download enthalten.
- Januar–April 2021: Die Nationalkomitees stellen mit ihren Mitgliedern max. 20 Schlüsselbegriffe/Konzepte zusammen, die in der neuen Museumsdefinition enthalten sein sollten.
Bericht mit Resultaten der Umfrage vom März 2021 (Französisch) [PDF]
- Mai–Juni 2021: ICOM Define lässt die eingegangenen Vorschläge extern analysieren und bereitet die konsolidierte Liste zu Handen der Nationalkomitees auf.
- Juli–September 2021: Die Nationalkomitees unterbreiten die konsolidierte Liste ihren Mitgliedern.
- September 2021–Januar 2022: ICOM Define erarbeitet
- die finale Liste von Schlüsselbegriffen/Konzepten.
- Entwürfe möglicher Museumsdefinitionen und konsolidiert diese in 5 Vorschläge.
- Februar–April 2022: Die Nationalkomitees konsultieren ihre Mitglieder hinsichtlich Präferenz.
- April–Mai 2022: Das Executive Board ICOM International prüft den oder die definitiven Vorschläge und veröffentlich diese/n.
- August 2022: Die finale Abstimmung findet anlässlich Generalversammlung in Prag 2022 statt.
ICOM member space
Standing Committee for the Museum Definition «Standing Committee for the Museum Definition «ICOM Define»ICOM Define"
Neue Methodik: Detaillierte Informationen zur überarbeiten Vorgehensweise
Bericht mit Resultaten der Umfrage vom Januar 2020 zur neuen Museumsdefinition [PDF]
Am 10. März 2020 nahm ICOM Schweiz an der internationalen Arbeitstagung «Museen heute und morgen? Definitionen, Missionen, ethische Richtlinien» in Paris teil.
Das Ziel dieses von ICOM Frankreich und ICOM Europa organisierten Treffens bestand darin, den Vertreterinnen und Vertretern der nationalen und internationalen ICOM-Komitees das Wort zu erteilen und sie über die Ergebnisse der Diskussionen mit ihren Mitgliedern über die im September 2019 in Kyoto vorgeschlagene neue Museumsdefinition berichten zu lassen. Die meisten Stellungnahmen stammten von europäischen nationalen Komitees, aber andere Regionen der Welt waren auch vertreten. Mehrere internationale Komitees wie etwa CECA, CIDOC oder ICOFOM legten ebenfalls Stellungnahmen vor. Philippe Büttner, Vizepräsident, und Helen Bieri Thomson, Vorstandsmitglied von ICOM Schweiz, präsentierten die Ergebnisse der Online-Umfrage, die im Januar unter seinen Mitgliedern durchgeführt worden war.