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26. Dezember 1999
Orkan Lothar in der ganzen Schweiz
Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über die Schweiz. Er verursachte alleine rund 500 Mio. Franken an Gebäudeschäden. Wiederum war es der Kanton Bern und diesmal der Kanton Nidwalden, die von diesem Sturm am meisten betroffen waren. Durch seine riesige Ausdehnung wurden bei fast allen Kantonalen Gebäudeversicherungen sehr hohe Sturmschäden registriert.
12. Mai 1999
Hochwasser in der ganzen Schweiz
Vom 4. bis 22. Mai 1999 war das Wetter besonders auf der Alpennordseite sehr regnerisch. Vom 11. bis 14. Mai und erneut am 21. Mai 1999 kam es zu extremen Starkregen und folglich zu grossen Hochwasserschäden. Die Schadenhöhe belief sich auf ca. 580 Mio. Franken. Ähnliche Ereignisse, was die Schadensummen und flächenhafte Ausdehnung betrifft, wurden in den Jahren 1978, 1987 und 1993 registriert. Die Besonderheit liegt in der langen Dauer und der grossen räumlichen Ausdehnung des Hochwassers. In der Deutschschweiz ergaben sich extreme Monatssummen. Die Regenmenge entsprach dem 2 bis 2.5-fachen des langjährigen Monatsmittel im Mai. Die zuvor anhaltend hohen Temperaturen haben die Schneeschmelze in den Bergen beschleunigt und die Spiegel der Seen stark ansteigen lassen. Der intensive Regen hat die Schneeschmelze verstärkt. Die Pegelstände erreichten am 12. Mai ihre Höchststände. Das Hochwasser 1999 kann in die Kategorie „Jahrhunderthochwasser“ eingereiht werden.
Februar 1999
Lawinenwinter
Nach drei intensiven Niederschlagsperioden herrschte in den nördlichen Regionen der Schweizer Alpen ein Ausnahmezustand. Zwischen dem Unterwallis und Nordbünden fielen in knapp 5 Wochen grossflächig über 5 m Neuschnee. Im Februar 1999 gingen in den Alpen rund 1'200 Schadenlawinen ab. Die Lawinenkatastrophe forderte 17 Todesopfer und es wurden Sachschäden von über 600 Mio. Franken angerichtet. Es wurden Häuser zerstört, Bäume entwurzelt, Strassen verschüttet und Stromleitungsmasten geknickt. Das schlimmste Lawinenunglück ereignete sich in Evolène im Val d’Hérens (VS) und forderte 12 Menschenleben. Weitere 5 Personen kamen in Lawinen bei Bristen (UR), Geschinen (VS), Wengen (BE) und Lavin (GR) ums Leben.
April 1997
Waldbrand im Misox GR
Im Misox wüten vom 16. April bis 1. Mai 1997 zwei Waldbrände. Sie zerstören eine Fläche von 97 bzw. 293 Hektaren. Gesamtkosten der Löscharbeiten: rund 5 Mio. Franken (die zivilen Löschkosten belaufen sich auf rund 1.5 Mio. Franken; die Armee erbringt Löscharbeiten im Wert von rund 3.5 Mio. Franken, unter anderem mit 2 Super Puma-Helikoptern).
(Graubünden Naturgefahren www.gra-nat.ch)
April 1997
Waldbrand und Schlammlawine bei Ronco TI
Im April 1997 wurde bei einem Brand im Gebiet von Ronco sopra Ascona 80% des Einzugsgebietes des Flusses Buffaga in Mitleidenschaft gezogen. Starke Regenfälle, wie sie einmal pro Jahrzehnt vorkommen, lösten im darauffolgenden Monat August eine Jahrhundert- Hochwasserflutwelle aus. Eine Schlammlawine von 4000 m3 ergoss sich in bewohnte Gebiete und verursachte Sachschäden von mehreren Mio. Franken. Nur durch Zufall gab es keine Opfer. Die Kosten für Brandlöschung, die sich in Extremfällen bis auf eine halbe Mio. Franken belaufen, wirken gegenüber solchen Schäden gering.
(Tagesanzeiger online, 27. April 2011)
August 1994
Erdrutsch Falli-Hölli FR
Durch eine Rutschung von 40 Mio. m3 Volumen und 2 km2 Oberfläche wurden mehr als 30 Ferienhäuser teilweise oder vollständig zerstört. Es entstand ein Schaden von rund 20 Mio. Franken.
April 1994
Waldbrand im Pfynwald VS
Rund 200 ha des einzigartigen Pfynwalds im Wallis wurden durch einen Brand zerstört.
(Tagesanzeiger online, 27. April 2011)
24. September 1993
Hochwasser in Brig VS
Nach anhaltenden, intensiven Niederschlägen trat die Saltina in der Stadt Brig über die Ufer und hinterliess auf Strassen, Plätzen und in Gebäuden meterhoch Sand und Geschiebe. Zwei Frauen verloren ihr Leben. Schadenbilanz des Unwetters im Raum Oberwallis: über 650 Mio. Franken.
24. September 1993
Hochwasser in Brig VS
Nach anhaltenden, intensiven Niederschlägen trat die Saltina in der Stadt Brig über die Ufer und hinterliess auf Strassen, Plätzen und in Gebäuden meterhoch Sand und Geschiebe. Zwei Frauen verloren ihr Leben. Schadenbilanz des Unwetters im Raum Oberwallis: über 650 Mio. Franken.
18. April/ 9. Mai 1991
Bergsturz Randa VS
Zwei Abbrüche mit einem Gesamtvolumen von 30 Mio. m3. Bahnlinie und Strassenverbindung nach Zermatt wurden unterbrochen; die Vispa wurde zugeschüttet und aufgestaut. Während Unwettern im Juni und August 1991 wurden Teile des Dorfes Randa überflutet.
25. - 27. Februar 1990
Orkan Vivian
Vivian war ein schwerer Orkan, der im Februar 1990 in Europa wütete und auch in der Schweiz grosse Schäden verursachte. Hierzulande traf der Sturm vor allem die Gebirgswälder der nördlichen Voralpen. Somit unterscheidet sich der Schadensschwerpunkt klar von jenem des Orkan Lothar 1999, welcher die Wälder des Mittellandes und der Voralpen in Mittleidenschaft zog. Vivian verursachte Windböen von bis zu 268 km/h (gemessen auf dem grossen St. Bernhard).
24. - 25. August 1987
Unwetterkatastrophe im Alpenraum
Über weite Gebiete anhaltend starke Regenfälle führten zu einer der schwersten Unwetterkatastrophen im Alpenraum. Die Gesamtschäden beliefen sich auf gegen 800 Mio. Franken (UR 500 Mio., VS 115 Mio., TI 120 Mio.). Bei Gurtnellen UR spülte die Reuss das Trassé der Gotthardbahn weg; die internationale Linie wurde während 18 Tagen völlig unterbrochen. Ein ähnliches Schicksal erlitt die Autobahn.
Ende August 1985
Bergrutsch bei Isérables-Riddes VS
Der spektakuläre Bergrutsch bei Isérables-Riddes erreichte seinen Höhepunkt. Die schon seit Mitte Februar in Bewegung geratenen Materialmengen (gegen 200'000 m3) donnerten in mehreren Schüben zu Tale.
5. Dezember 1985
Waldbrand St. Luzisteig GR/ FL
Am 5. Dezember 1985 löste eine Schiessübung der Armee auf der St. Luzisteig auf der Grenze zum Fürstentum Lichtenstein einen Waldbrand aus. Dieser wird vom Föhn angefacht und nimmt schlussendlich katastrophale Ausmasse an. Dem Brand fallen rund 115 Hektaren Wald zum Opfer. Er zerstört grosse Flächen des Schutzwaldes oberhalb von Balzers.
(Graubünden Naturgefahren www.gra-nat.ch)
1983
Hitzesommer
Vom 26. Bis 28. Juli gelangte sehr heisse Saharaluft in die Schweiz. Die Temperaturen stiegen im Mittelland verbreitet auf 33 bis 35°C. Sehr heiss wurde es in einigen Alpentälern. So stieg am 26. Juli das Thermometer in Visp auf 35.6°C und in Chur wurde am 28. Juli mit leichter Föhnunterstützung 37.5°C erreicht. So heiss war es in Chur zuvor noch nie und diese extreme Temperatur wurde auch bis und mit 2003 nicht mehr erreicht. Auch in den Bergen war es aussergewöhnlich warm. Fast unglaublich hoch waren zudem die Nachttemperaturen in einigen nördlichen Alpentälern. Im Urner Reusstal wurden jeweils um 1 Uhr morgens Werte von knapp 30°C gemessen. Diese Werte wurden während der grossen Hitzeperiode vom 1. bis 13. August 2003 in diesen Gebieten bei weitem nicht erreicht.
(Z'graggen, L: 2006, Die Maximaltemperaturen im Hitzesommer 2003 und Vergleich zu früheren Extremtemperaturen, Arbeitsberichte der MeteoSchweiz, Nr. 212)
1983
Waldbrand im Münstertal GR
Am 27. Juli 1983 brach oberhalb Müstair ein Waldbrand aus; er dauert bis zum 12. August. Auf einer Fläche von 50 Hektaren zerstört das Feuer 20’000 Fichten, Arven, Lärchen und Föhren.
(Graubünden Naturgefahren www.gra-nat.ch)
24. Juli 1981
Murgang bei Domat-Ems GR
Tragischer Tod von 6 Mädchen, die bei Domat-Ems im Zeltlager von einem Murgang überrascht und verschüttet wurden.
(Gerhard Röthlisberger: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft)
1975
Hageljahr
1975 war das schlimmste Hageljahr seit 100 Jahren. Die nicht abreissende Kette von Hagelschlägen begann bereits am 29. Mai mit unerwartet grossen Schäden und gipfelte in der Nacht vom 18. auf den 19. September in einem einzigen Hagelzug von 200 km Länge, der zwischen Genf und dem Basler Jura Schäden von 18 Mio. Franken verursachte. In diesem Jahr wurden Entschädigungen von 58,5 Mio. Franken ausbezahlt und die Schadenbelastung erreichte eine Rekordhöhe von 240%.
(www.hagel.ch, Service > Meteorologie)
1973
Waldbrände in der Südschweiz
In der Südschweiz kommt es zu 180 Waldbränden – ein Jahrhundert-Rekord. 1600 ha Wald werden von den Flammen zerstört.
(Tagesanzeiger online, 27. April 2011)
24. Februar 1970
Lawine in Reckingen VS
Am 24. Februar 1970 ereignete sich in Reckingen ein schreckliches Lawinenunglück. Die Bächital-Lawine riss 30 Menschen in den Tod. Darunter befanden sich 11 Zivilpersonen und 19 Wehrmänner der Fliegerabwehrtruppen. Die Lawine überraschte die Menschen im Schlaf und verschüttete insgesamt 48 Personen. 19 von ihnen konnten lebend aus den Schneemassen befreit werden. Eine der lebend geretteten Personen starb später im Spital. Mit der Nachricht über die Lawinenkatastrophe in Reckingen setzte die grösste Lawinenrettungsaktion ein, die je in den Schweizer Alpen stattgefunden hatte. Trotz der grossangelegten Suchaktion dauerte es 4 Tage, bis das letzte Opfer geborgen werden konnte. Auch der angerichtete Sachschaden war enorm und belief sich auf mehr als 11 Mio. Franken. Insgesamt wurden 4 Wohnhäuser, zwei Ställe, eine Remise und 5 Militärgebäude gänzlich zerstört.
(RZ Oberwallis online, 24. Februar 2005)
30. August 1965
Eissturz Mattmark VS
Am 30. August 1965 brach ein Stück der Gletscherzunge des Allalin-Gletschers im Saastal ab. 2 Mio. m3 Eis und Geröll - das Volumen von 5'000 Einfamilienhäusern - stürzten auf das darunter liegende Barackenlager der Baustelle des Mattmark-Staudamms. Von den 700 im Einsatz stehenden Arbeitern verlieren 88 ihr Leben. Nur gerade 5 Verschüttete überlebten das Unglück. Der Auslöser dieses verhängnisvollen Gletschersturzes war eine Zungenrutschung, bei der die Eisgeschwindigkeit während einiger Wochen in jenem Sommer um das Zehnfache zunahm.
("Ein Gletscher macht Geschichte" in: Wissenschaft und Bergwelt, 9/2001, S. 33)
14./ 17. Februar 1964
Erdbebenschwarm Obwalden
Maximale Intensität VII. Zwei grosse Erdbebenstösse mit Magnituden 5 und 5.7 erschütterten am 14. und 17. Februar 1964 das Obwaldner Haupttal, mit Auswirkungen auf die gesamte Schweiz. Im eng begrenzten Gebiet zwischen Luzern und dem oberen Ende des Sarnersees verursachten die beiden Erdstösse zum Teil beträchtliche Sachschäden. Am meisten betroffen waren die Gemeinden Sarnen und Kerns, wo wegen der verstärkenden Wirkung der darunterliegenden lockeren Sedimente in gewissen Teilen kaum ein Haus von Schäden verschont blieb. Umgerechnet auf die heutige Zeit betrug der Sachschaden insgesamt etwa 16 Mio. Franken. Ein so kleinräumiges Schadensgebiet, dessen Zentrum dennoch relativ schwere Schäden aufweist, deutet auf ein Erdbebenbruch in sehr geringer Tiefe hin. Das Beben hatte für die Region nebst dem Sachschaden auch soziale Auswirkungen. Die Angst der Bewohner vor weiteren Erdbeben wurde durch die Medien verstärkt und führte dazu, dass vor allem Gastarbeiter teilweise schon am nächsten Tag ihren Pass abholten und abreisten. Die Einheimischen dagegen suchten vielmehr Zuflucht im Glauben.
(Monika Gisler, Donath Fäh, Domenico Giardini (2008): Nachbeben - Eine Geschichte der Erdbeben in der Schweiz. Hauptverlag Bern).
19. - 22. Januar 1951
Lawinenwinter
In der Nacht auf den 16. Januar 1951 setzte eine aktive Nordwestströmung ein und es bildete sich über den Alpen eine Nordweststaulage, die feuchte maritime Luftmassen von der Nordsee gegen die Alpen führte. Dies führte zu intensiven Schneefällen auf der Alpennordseite. Es wurden teilweise mehr als 200% der üblichen Januarniederschläge verzeichnet. Die Schneefallintensität erreichte phasenweise 10 bis 15 cm pro Stunde. Als Folge dieser aussergewöhnlich lang andauernden Schneefälle waren grosse Teile der Schweizer Alpen von Katastrophenlawinen betroffen. Ungefähr 1'500 Lawinen forderten 98 Tote und zahlreiche Sachschäden. Der Lawinenwinter 1951 wird als Jahrhundertereignis bezeichnet.
1950
Hageljahr
1950 war eines der schadenreichsten Jahre in der Geschichte laut der Schweizerischen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft. Bei einem Prämienvolumen von 9,7 Mio. Franken und einer Versicherungssumme von 297,8 Mio. Franken mussten 18,18 Mio. Franken Entschädigung aufgewendet werden.
(www.hagel.ch, Service > Meteorologie)
25. Januar 1946
Erdbeben in Sierre
Maximale Intensität VIII. Rund 3'500 Gebäude wurden beschädigt, darunter befand sich auch eine Kirche in Sierre, die ihre Turmspitze verlor. Das Beben verursachte grossen Schrecken, teilweise sogar Panik in der Bevölkerung. Es waren 4 Todesopfer zu beklagen.
(Monika Gisler, Donath Fäh, Domenico Giardini (2008): Nachbeben - Eine Geschichte der Erdbeben in der Schweiz. Hauptverlag Bern).
24. August 1944
Rückstau der Linth
Nach intensiven lokalen Gewittern löste sich im Durnagelbach bei Linthal GL ein Murgang. 450'000 m3 Geschiebe bewirkten einen Rückstau der Linth. Der schwallartige Durchbruch führte zu Verheerungen der ufernahen Gebiete bis zum Walensee hinunter. Die unmittelbaren Schäden beliefen sich auf rund 2 Mio. Franken.
(Gerhard Röthlisberger: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) ^
1943
Waldbrand am Calanda bei Chur GR
Bei einem verheerenden Waldbrand am Calanda bei Chur wurden fast 500 ha Wald vernichtet.
(Graubünden Naturgefahren www.gra-nat.ch)
1927
Hageljahr
Ein schwarzes Jahr der Hagelversicherung war 1927, welches Schäden in nie erreichtem Ausmass brachte. Die noch nicht rückversicherte Gesellschaft musste bei Prämieneinnahmen von 3,3 Mio. Franken Entschädigungszahlungen von 6,7 Mio. Franken leisten.
(www.hagel.ch, Service > Meteorologie)
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