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Von Schmissen gezeichnete Gesichter und blutige, ja tödliche Duelle zwischen Ehrenmännern; was davon ist Mythos und was ist im heutigen studentischen Fechten (Mensur) noch präsent?
Wie alle Bestandteile des Verbindungslebens hat sich auch die Bedeutung der Mensur laufend verändert, ohne aber je die grundsätzlichen Inhalte, die Ausbildung des persönlichen Mutes und die Selbstbeherrschung, zu verlieren. Heute werden fast nur noch Bestimmungsmensuren (von den Verbindungen untereinander vereinbarte Partien) auf Schläger (einer Hiebwaffe) ausgetragen, während es vor etwa 50 Jahren noch üblich war, Kontrahenten zum Duell auf Schläger oder Säbel zu fordern. Die Schutzvorrichtungen sind so ausgestaltet, dass nur einige Abschnitte im Gesicht als Trefferfläche hinhalten müssen, wobei die Augen mit einer massiven Brille und die anderen Körperteile mit geeigneten Bandagen geschützt sind. Ziel in einer Mensur ist für jeden Paukanten, die strikten Regeln einzuhalten, eigene Hiebe präzise zu setzen und die Hiebe des Gegenpaukanten mit seiner Deckung abzuwehren.
Um sich diese Fähigkeiten aneignen zu können, ist regelmässiges Training unerlässlich. Es findet in der Regel täglich zu einer Randzeit statt und sollte mindestens drei bis vier Mal pro Woche für etwa eine Stunde besucht werden. Die im Schweizerischen Waffenring zusammengeschlossenen Verbindungen treffen sich in der Regel zwei Mal jährlich zu einem sogenannten Pauktag, an dem die Partien ausgetragen werden.
Wer zu einer Partie antritt, begibt sich freiwillig in eine Extremsituation, in der er von seinen Couleurbrüdern in vielfältiger Weise unterstützt wird. Nach geschlagener Partie ist der Stolz über das Vollbrachte gross und das erste Bier wird mit dem Gegenpaukanten getrunken, der Freund mit gleichen Prinzipien und nicht Feind ist.