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Neuere geschichtswissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die eidgenössischen Orte und deren Führungsschicht bereits im Spätmittelalter auf vielfältige Art und Weise mit ihrem europäischen Umfeld verflochten waren. So standen diese während des 15. Jahrhunderts durch kommerzielle Beziehungen, politische und diplomatische Kontakte sowie zivile und militärische Arbeitsmigration in Verbindung mit angrenzenden politischen Entitäten wie Mailand, Frankreich oder dem Deutschen Reich. Obwohl gerade der Raum des heutigen Graubündens von verschiedenen politischen und kulturellen Sphären umgeben und geprägt ist, sind ähnliche Untersuchungen zu den grenzüberschreitenden Verflechtungen der entstehenden Drei Bünde und deren Führungsschicht für das Spätmittelalter bisher weitgehend ausgeblieben. Das vorliegende Forschungsprojekt nimmt deshalb die Jahrzehnte vor und um 1500 in den Blick. Es beleuchtet am Beispiel von Graf Georg von Werdenberg-Sargans exemplarisch die Ausgestaltung, Funktionsweise, Ziele und zeitgenössische Wahrnehmung solcher grenzüberschreitenden Verflechtungen.