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Die Meerschweinchen-Genetik ist ein sehr spannendes, aber leider auch recht kompliziertes Thema, welches für Laien nur schwer nachzuvollziehen ist.
Für alle die in ihrer Schulzeit schon einmal das Vergnügen mit der Mendelschen Regel hatten sei hier nochmals repetiert, bzw. für alle andern erklärt:
Ein Lebewesen setzt sich aus verschiedenen Genen zusammen. Jedes Gen ist dabei 2x vorhanden und wird je 1x vom Vater und 1x von der Mutter geerbt. Zudem gibt es Gene welche gegenüber anderen dominant sind und sich deshalb „besser vererben“ als andere. Das nachfolgende Beispiel soll helfen zu verstehen.
In der ersten Generation haben wir hier eine weisse Katze mit kurzem Schwanz und eine braune Katze mit langem Schwanz. Ziel soll es nun sein, weisse Katzen mit langem Schwanz zu züchten.
Bevor wir mit der eigentlichen Erbgeschichte anfangen können ist es wichtig zu verstehen, dass jeweils Grossbuchstaben dominant gegenüber Kleinbuchstaben sind.
S steht dabei jeweils für den kurzen Schwanz
s steht für den langen Schwanz
Ss hat also einen kurzen SchwanzB steht für braunes Fell
B steht für braunes Fell
b steht für weisses Fell
Bb hat also braunes Fell
- Quelle: wikipedia.ch
Der kurze Schwanz (S) ist dominant gegenüber dem langen Schwanz (s) und die braune Farbe (B) ist dominant gegenüber der weissen Farbe (b)
In der F1-Generation werden alle Katzen braun mit kurzem Schwanz sein – also genau das Gegenteil von dem, was ich erreichen will. Alle Katzen tragen aber versteckt das Gen für den langen Schwanz (s) und die weisse Farbe (b)
Verpaare ich nun zwei braune Katzen mit kurzem Schwanz können 16 verschiedene Genkombinationen entstehen (F2). Von diesen 16 Tieren entsprechen 9 optisch wieder dem Gegenteil von meinem Ziel, also braun mit kurzem Schwanz (violette hinterlegt). Drei Tiere werden weiss mit kurzem Schwanz wie die Grossmutter (rosa hinterlegt) weitere drei werden braun mit langem Schwanz wie der Grossvater (blau hinterlegt). Eines schliesslich wird weiss mit langem Schwanz, dieses Eine entspricht also dem Zuchtziel (grün hinterlegt).
Das hier gezeigte Beispiel basiert auf 2 verschiedenen Genen. Allein an der Zeichnung sind bei Meerschweinchen 8 verschiedene Gene beteiligt, wobei jedes Gen mindestens 2 Ausprägungen hat (S und s), bei einigen Genen gibt es bis zu 5 Ausprägungen.
Mehr dazu gibt’s unter Farben
Bei der Rasse funktioniert es im Grunde genau gleich, also kommen dann, nebst der Farbe, nochmals weitere Genpaare dazu.