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Bei Hyperhidrosis wird ungewollt Schweiss über das notwendige Mass hinaus ausgesondert. Die Symptome dieser Erkrankung sind für die Betroffenen meistens sehr unangenehm, und es wird (oft vergeblich) versucht, das Schwitzen vor anderen zu verbergen, was das Selbstvertrauen beeinträchtigen kann und zu Stress oder sogar zu psychischer Dauerbelastung führt. Dabei lässt sich Einiges gegen das unerwünschte Schwitzen und seine Auswirkungen unternehmen.
Herkömmliche Mittel gegen Hyperhidrose
Bereits die Auswahl der Kleidung und des Schuhwerks kann hilfreich sein. Luftdurchlässige Textilien, der Verzicht auf synthetische Materialien und möglichst offene Schuhe können dazu beitragen, die Schweissproduktion in Grenzen zu halten.
Antitranspirationsmittel (in Deodorantien enthalten) zeigen nicht immer die erhoffte Wirkung, doch sollte man es trotzdem mit ihnen versuchen. Meistens enthalten sie Aluminiumsalze, die die Ausgänge der Schweissdrüsen-Ausführungskanäle verengen und dadurch eine Drosselung der Schweissaussonderung herbeiführen können.
Durch das Entfernen der Achselhaare verkleinert man die Fläche, auf der sich der Schweiss ausbreiten bzw. im Anschluss von Bakterien zersetzt werden kann. Diese Massnahme kann helfen, den Körpergeruch einzudämmen.
Erweiterte Mittel gegen Hyperhidrose
Über die herkömmlichen Methoden hinaus kann eine medikamentöse Behandlung in Erwägung gezogen werden. Es gibt mehrere, verschreibungspflichtige Mittel mit Wirkstoffen, die die Aktivierung der Schweissdrüsen hemmen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die sogenannte Leitungswasser-Iontophorese. Dabei werden Hände oder Füsse in zwei flache, mit Wasser gefüllte Schalen gelegt, durch die schwacher Gleichstrom geleitet wird. Dadurch werden die Schweissdrüsen geschädigt und produzieren dann weniger Schweiss. Weil sie sich aber schnell wieder erholen, muss diese Prozedur regelmässig wiederholt werden.
Behandlung mit Botulinumtoxin
Die Botox-Behandlung bringt gute Erfolge, da durch Einspritzung des Nervengiftes die Nervenzuleitungen zu den Schweissdrüsen unterbrochen werden. Weil das Botulinumtoxin vom Körper abgebaut wird und seine Wirkung mit der Zeit nachlässt, muss die Unterspritzung in relativ kurzen Zeitabständen wiederholt werden. Das kann kostspielig werden.
Der Königsweg: die Kürettage
Die zuverlässigste und nachhaltigste Methode gegen Hyperhidrosis ist die operative Entfernung oder Verödung der Schweissdrüsen. Besonders im Achselbereich ist diese Methode sehr effizient und von dauerhafter Wirkung. Die angewendete Technik nennt man Saugkürettage: Sie verbindet die Ausschabung mit einer anschliessenden Absaugung. Dabei werden nicht nur die Schweissdrüsen entfernt, sondern es werden auch die Nerven, die zu ihnen führen, gekappt. Der Erfolg ist meistens gut bis sehr gut, und er hängt stark von einer gekonnten, optimalen Durchführung des Eingriffs ab, der von einem erfahrenen, geübten Operateur durchgeführt werden sollte.