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Dass eine Low-Carb-Diät beim Abnehmen helfen kann, wissen die meisten. Dass sie aber innerhalb von vier Wochen auch eine Zahnfleischentzündung merklich bessert, ist neu.
Das Rezept des Zahnarztes bei Zahnfleischentzündung könnte künftig lauten: Keine «raffinierten» Kohlenhydrate wie Zucker oder Weissmehl, täglich maximal 130 Gramm stärkehaltige Produkte, viel nitratreiches Gemüse und nitratreiche Früchte, aber wenig tierische Produkte. Plus jeden Tag eine Dosis Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Vitamin D und Antioxidantien, zum Beispiel eine Handvoll Beeren oder eine Tasse grüner Tee.
In einem Experiment mit 30 Personen ernährte sich die Hälfte nach dieser Vorgabe, die andere Hälfte behielt ihre übliche Ernährung bei. «Wir waren überrascht, dass die gesunde Ernährung – nach nur vier Wochen – die Entzündung des Zahnfleischs deutlich reduzierte», sagt der Studienleiter Johan Wölber von der Universität im deutschen Freiburg.
Der sogenannte «Gingival-Index» (GI), ein Mass für die Blutungsneigung des Zahnfleischs, sank bei gesunder Ernährung um über 40 Prozent von 1,04 auf 0,61 Punkte – obwohl die Versuchsteilnehmer aufs «Zahnsidele» und das Reinigen der Zahnzwischenräume verzichten sollten. Bei den Personen, die sich wie üblich ernährten, betrug der GI anfangs 0,92 und am Ende 0,74. «Unter Beobachtung haben sich die Probanden vielleicht doch ein wenig intensiver die Zähne geputzt», vermutet Wölber.
Er geht davon aus, dass die Zahnfleischentzündung grossteils auf Ernährungseinflüssen beruht. «Wahrscheinlich handelt es sich um eine Gefässentzündung. Besteht sie länger, besiedeln dann sekundär vermutlich auch entzündungsliebende Keime das Zahnfleisch», sagt der Wissenschaftler.
Die typisch westliche Ernährung steht im Ruf entzündungsfördernd zu sein. Mit schuld daran sind vermutlich ein ungünstiges Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren und zu viele raffinierte Kohlenhydrate.