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Züri-West-Mitti: Ein städtebaulicher Diskussionsbeitrag zum Asylzentrum
Zürich, 19. April 2013
Nach Bekanntgabe des Entscheids des Stadtrats von Zürich, auf dem Duttweiler-Areal in Zürich-West ein provisorisches Asylzentrum in Form eines Containerbaus zu errichten, lanciert die Halter AG eine städtebauliche Alternative, um einer drohenden Abwertung des aufstrebenden Quartiers entgegen zu wirken. Die Projektstudie Züri-West-Mitti wird nun der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Halter will damit einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion über die zukünftige Nutzung des Areals im Interesse einer städtebaulich, ökonomisch und ökologisch sinnvollen sowie sozialverträglichen und gesellschaftlich vertretbaren Lösung leisten. Die Projektstudie sieht Räumlichkeiten für 500 Asylbewerber, Flächen für Gewerbetreibende und rund 325 günstige Mietwohnungen vor.
An ihrer Medienmitteilung vom 1. Februar 2013 haben das Bundesamt für Migration (BFM) und der Stadtrat von Zürich gemeinsam informiert, dass die Stadt Zürich dem BFM das Duttweiler-Areal in Zürich-West für ein temporäres Bundesverfahrenszentrum zur Verfügung stellen will. Das Zentrum soll dereinst Platz für 400 bis 500 Asylsuchende und rund 100 Arbeitsplätze beherbergen. Das BFM möchte die Anlagen für die Dauer von 15 Jahren mieten, sodass nach der Testphase ein ordentliches Verfahrenszentrum in den Räumlichkeiten betrieben werden kann. Unabhängig von der Diskussion, ob ein Asylzentrum inmitten eines urbanen, aufstrebenden Quartiers von Zürich sinnvoll ist, stellt sich die Frage, ob eine temporäre Anlage in Form eines Containerbaus ökonomisch opportun, städtebaulich vertretbar und einer prosperierenden Stadt- und Quartierentwicklung förderlich ist. Das Duttweiler-Areal liegt in Zürich-West, an der Kreuzung der neu gestalteten Einfallsachse Pfingstweidstrasse und der talquerenden Duttweilerstrasse sowie der kürzlich fertig gestellten Gleisbogen-Passerelle an einem strategisch bedeutsamen Ort. Mit einer provisorischen Container-Siedlung würde die weitere Entwicklung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule der Künste auf mindestens 15 Jahre hinaus wesentlich geprägt. Sollte aus dem Provisorium ein „Providurium“ werden, was angesichts der im ganzen Land emotional geführten Standortdiskussionen für Asylzentren nicht ausgeschlossen ist, wäre eine städtebaulich sinnvolle Entwicklung sogar auf Jahrzehnte blockiert.
Eine Studie als Diskussionsbeitrag
Mit der vorliegenden Projektstudie Züri-West-Mitti will die Halter AG einen Diskussionsbeitrag zur bisher leider nicht erörterten Frage leisten, was an diesem Ort städtebaulich sinnvoll und im Interesse einer nachhaltigen Stadtentwicklung angebracht wäre. Es handelt sich dabei um einen Entwurf, der augenfällig aufzeigt, was das Duttweiler-Areal in stadträumlicher und städtebaulicher Hinsicht zu leisten vermag und welches Potenzial für zusätzlichen günstigen Wohn- und Arbeitsraum vorhanden ist. Neben den Flächen für das Bundesasylzentrum liessen sich rund 325 günstige Wohnungen und rund 9‘400 m2 zahlbare Gewerbefläche realisieren. Die Studie plausibilisiert ferner, dass die Räumlichkeiten für ein temporäres Asylzentrum unter Wahrung der Baustruktur später in Wohn- und Gewerberaum umgenutzt werden können. Eine Gegenüberstellung der Investitionsrechnungen zeigt, dass das vorgeschlagene Szenario auch bei vergünstigten Mieten wesentliche ökonomische Vorteile gegenüber dem vom Stadtrat präsentierten Vorgehen hat. Die Projektanten plädieren mit ihrem Vorschlag für mehr Urbanität, für verdichtetes Bauen, für optimale Ausnutzung von wertvollen Arealflächen und gegen eine Schnellschuss-Lösung, die eine städtebauliche Fehlentwicklung nach sich ziehen würde. Die Projektvision soll Anstoss geben für einen sorgfältigen Planungsprozess mit einem städtebaulich-architektonischen Wettbewerbsverfahren. Dieses soll sicherstellen, dass auf dem Duttweiler-Areal die in und von der Stadt Zürich geforderte und mehrheitlich umgesetzte hohe Qualität bezüglich Städtebau und Architektur gewährleistet wird.
Motivation der Halter AG
Die Halter-Gruppe hat in den Neunzigerjahren in Partnerschaft mit der Hardturm AG das ehemalige Schoeller-Areal entwickelt und mit Limmatwest ein wegweisendes, gemischt genutztes, urbanes Projekt realisiert. Dies erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Zürich-West noch Industrie-Quartier hiess und unter den Auswirkungen der offenen Drogenszene litt. Mit dem Hard Turm Park entwickeln die beiden Partner gegenwärtig weitere Stadtbausteine, welche zur positiven Entwicklung von Zürich-West beitragen werden. Aus Sorge, dass die vielen Anstrengungen und Investitionen seitens privater und institutioneller Grundeigentümer und Investoren von der öffentlichen Hand – und insbesondere der Stadt Zürich selber – im Hinblick auf eine qualitativ hochstehende Entwicklung von Zürich-West durch den Bau eines im Eilzugstempo konzipierten Bundesasylzentrums zunichte gemacht werden, leistet die Halter AG diesen Diskussionsbeitrag. Die Projektstudie Züri-West-Mitti entstand in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Olivier de Perrot Architecture in Zürich. Sie wird auf der eigens dafür erstellten Webseite www.duttweiler-areal.ch dargestellt, mit zusätzlichen Fakten und Gesichtspunkten. Die Halter AG stellt die Studie dem Stadtrat von Zürich kostenlos zur Verfügung. Sie erhebt keine Urheber- und Eigentumsrechte daran und hat auch nicht den Anspruch, an einer zukünftigen Entwicklung des Areals mitzuwirken.
Bildmaterial und Informationen zum Projekt sind verfügbar unter: www.duttweiler-areal.ch