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Häufig gestellte Fragen
Wo ist bei Alkohol Vorsicht geboten?
Alkohol wird von vielen Jugendlichen und Erwachsenen konsumiert, von Frauen genauso wie von Männern. Für Kinder ist Alkohol tabu, ebenso sollten Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, auf Alkohol verzichten. Kranken und rekonvaleszenten Personen wird empfohlen, vor dem Konsum von Alkohol mit ihrer Ärztin / ihrem Arzt Rücksprache zu nehmen.
Wann ist Alkoholkonsum schädlich?
Ein risikoarmer Konsum bedeutet bei Männern normalerweise zwei Standardgläser pro Tag, bei Frauen ein Standardglas. Ein Standardglas entspricht in etwa einem Gläschen Schnaps (4 cl), einem Glas Wein (1 dl) oder einer Stange Bier (3 dl).
An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte ganz auf Alkohol verzichtet werden. Bei einem regelmässig höheren Alkoholkonsum steigt das Risiko für Probleme erheblich an. Der Übergang vom Genuss von Alkohol zum problematischen Konsum ist fliessend.
Was ist Alkoholabhängigkeit?
Gemäss ICD-10-Katalog (internationales Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen) besteht eine Alkoholabhängigkeits-Erkrankung, wenn min. drei der folgenden sechs Kriterien (vereinfachte Ausführung) über einen Zeitraum von 12 Monaten erfüllt sind:
- Starker Wunsch oder Zwang zu konsumieren
- Kontrollverlust bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums
- Körperliches Entzugssymptom nach Reduktion oder Beendigung des Konsums
- Nachweis einer Toleranz (es braucht immer mehr, um gewünschte Wirkung zu erzielen).
- Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen, erhöhter Zeitaufwand für Beschaffung und/oder zur Erholung von den Folgen des Konsums
- Fortschreitender Konsum trotzt eindeutiger Folgeschäden
Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten bei Alkohol im Kanton Zürich?
Im Kanton Zürich gelten folgende Verbote bezüglich Verkauf, Bewerbung und der kostenlosen Weitergabe alkoholischer Getränke:
Das eidgenössische Alkoholgesetz (AlkG) verbietet den Verkauf von gebrannten Wassern (Spirituosen und Mischgetränken) an unter 18-Jährige sowie Werbung, die sich an Kinder oder Jugendliche richtet.
Das Gesundheitsgesetz des Kantons Zürich verbietet ausserdem die Abgabe von Alkohol an Personen unter 16 Jahren oder von gebrannten Wassern (Spirituosen) an Personen unter 18 Jahren. Die Abgabe ist auch dann verboten, wenn sie kostenlos erfolgt. Vom Verbot ausgenommen ist die Abgabe durch Inhaber der elterlichen Sorge.
Das Gastgewerbegesetz des Kantons Zürich schreibt vor, dass alkoholführende Gastwirtschaften eine Auswahl alkoholfreier Getränke nicht teurer anbieten als das billigste alkoholhaltige Getränk in der gleichen Menge. Weiter sind die Abgabe und der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken an Betrunkene, Psychischkranke sowie Alkohol- oder Drogenabhängige verboten.
Ausführliche Informationen zu den Gesetzesbestimmungen zu Alkohol (und Tabak) können der entsprechenden Broschüre entnommen werden.
Wo ist bei Medikamenten Vorsicht geboten?
Medikamente sind unabdingbare Bestandteile der modernen medizinischen Versorgung und leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Bekämpfung vieler Leiden und Krankheiten.
Es gibt aber verschiedene Medikamente, die ein erhebliches Missbrauchspotenzial aufweisen. Allen voran sind dabei Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine sowie solche mit den Wirkstoffen Zolpidem und Zopiclon zu nennen (Z-Medikamente). Daneben werden auch häufig bestimmte rezeptpflichtige Schmerzmittel missbraucht.
Wichtig ist, dass Sie rezeptpflichtige Medikamente immer in Absprache mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt einnehmen. Stellen Sie sicher, dass Sie jeweils genau wissen, wozu Sie welches Medikament verschrieben bekommen, wie lange und in welcher Dosis Sie dieses einnehmen sollten und was mögliche Nebenwirkungen sein können. Auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und/oder Alkohol sollten beachtet werden.
Fragen Sie bei Unklarheiten Ihre Ärztin / Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin / Ihren Apotheker. Bei Unsicherheiten steht es Ihnen zudem frei, eine Zweitmeinung bei einer anderen Ärztin / einem anderen Arzt einzuholen.
Wann ist Medikamentenkonsum schädlich?
Problematisch ist vor allem die unsachgemässe Anwendung von benzodiazepinhaltigen Medikamenten oder Z-Medikamenten (Wirkstoffe Zolpidem oder Zopiclon). Die darin enthaltenen Wirkstoffe können bei falschem Einsatz (zu hohe Dosis und/oder zu lange Anwendungsdauer) zu vielen unerwünschten Nebenwirkungen führen (z. B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Muskelschwäche, Benommenheit und Schwindelgefühl). Zudem können sie bereits nach kurzer Anwendungsdauer abhängig machen. Benzodiazepine sowie Zolpidem und Zopiclon sind vorwiegend in Schlaf- und Beruhigungsmitteln enthalten.
Bestimmte rezeptpflichtige Schmerzmittel können ebenfalls relativ schnell eine Abhängigkeit erzeugen, wenn sie nicht entsprechend der medizinischen Richtlinien eingesetzt werden. Neben der körperlichen und psychischen Abhängigkeit ist eine Toleranzentwicklung zu nennen, die zu einer immer höheren Dosis führen kann. Typische Folgen können eine «angenehme Gleichgültigkeit» sein, die zu Antriebs- und Interesselosigkeit führt und sich auf das soziale und berufliche Umfeld auswirkt. Weiter können Schläfrigkeit, eine Herabsetzung der geistigen und sensorischen Leistungsfähigkeit und viele weitere Nebenwirkungen auftreten. Überdosierungen können tödlich enden. (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, DHS 2013)
Was ist Medikamentenabhängigkeit?
Von Medikamenten abhängig zu sein, bedeutet ein zwanghaftes Verlangen nach der Substanz zu haben, von ihr beherrscht zu werden. Stehen die Medikamente nicht mehr zur Verfügung, treten Entzugserscheinungen auf. Anzeichen einer Medikamentenabhängigkeit sind die Fixierung auf Medikamente, die Vernachlässigung wichtiger Alltagsaktivitäten zu Hause oder im Berufsleben und die Zunahme des Medikamentenkonsums (es wird häufiger zur Substanz gegriffen und/oder die Dosis wird erhöht).
Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten bei Medikamenten im Kanton Zürich?
Benzodiazepinhaltige Medikamente und Z-Medikamente (Wirkstoffe Zolpidem und Zopiclon) sind aufgrund ihres erhöhten Suchtpotenzials in der ganzen Schweiz rezeptpflichtig, müssen also ärztlich verschrieben werden. Untersuchungen zeigen, dass diese Medikamente häufig über einen längeren Zeitraum verschrieben werden, obwohl sie nach medizinischen Richtlinien dafür eigentlich nicht vorgesehen sind. Weitere Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen finden sich hier «Rechtliche Grundlagen im medizinischen Alltag» (2013).