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35.Was sind Mikroverunreinigungen (MV)? Wie gelangen diese ins Gewässer und in unser Trinkwasser? Wie stark ist der Murtensee mit Mikroverunreinigungen belastet?
Mikroverunreinigungen sind organische Spurenstoffe, die in sehr tiefen Konzentrationen in den Gewässern vorkommen. Zu ihnen gehören Rückstände von Medikamenten, Inhaltsstoffe von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Körperpflegeprodukten oder Industriechemikalien, Materialschutzmitteln und Pestiziden gegen unerwünschte Pflanzen, Insekten oder Pilze. In der Schweiz sind über 30'000 solcher Stoffe in unzähligen Produkten im täglichen Gebrauch. Einige von ihnen können bereits in diesen tiefen Konzentrationen (ng/L - µg/L) auf Wasserlebewesen schädlich wirken.
Viele Mikroverunreinigungen gelangen mit dem Abwasser aus privaten Haushalten und aus der Industrie zur ARA und werden dort meist schlecht oder gar nicht abgebaut oder zurückgehalten und gelangen mit dem gereinigten Abwasser in unsere Gewässer.
Um dem entgegenzuwirken, sollen in den nächsten Jahren etwa 100 Schweizer Kläranlagen – wie auch die ARA Seeland Süd - mit einer 4. Stufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen (EMV) ausgestattet werden.
Untersuchungen der Spurenstoffe im Murtensee im Jahr 2013 haben ergeben: Im Vergleich zu Neuenburger- und Bielersee wurden relativ hohe Konzentrationen festgestellt. Konzentrationen über 100 ng wurden nachgewiesen für Acesulfame K (Süssstoff), Benzotriazole (Antikorosif), Benzotriazol, Diclofenac (!), Paracetamol (alles Schmerzmittel) und Metformin (Diabetiker Medikament). Vor allem der Diclofenac-Wert ist bedenklich, da dieser Stoff stark toxisch auf Fische wirkt.