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Inkubator für Neugeborene gewinnt James Dyson Award 2021 in der Schweiz
Fabien Roy, Student an der Design-Universität ECAL in Lausanne ist mit seinem Projekt Robust Nest nationaler Sieger des James Dyson Award 2021 in der Schweiz.
Inkubator für Neugeborene gewinnt James Dyson Award 2021 in der Schweiz
Fabien Roy, Student an der Design-Universität ECAL in Lausanne ist mit seinem Projekt Robust Nest nationaler Sieger des James Dyson Award 2021 in der Schweiz.
Jedes Jahr sterben in Afrika südlich der Sahara 1 Million Neugeborene in ihrem ersten Lebensmonat an Unterkühlung. Laut UNICEF ist ein Kind in den ersten 28 Tagen seines Lebens am stärksten gefährdet und Neugeborene mit niedrigem Geburtsgewicht können anfällig für Unterkühlung sein.
Das von Fabien Roy, einem Studenten der Design-Universität ECAL in Lausanne, in Zusammenarbeit mit dem EssentialTech Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule EPFL, entwickelte Robust Nest ist ein Inkubator für Neugeborene in Afrika südlich der Sahara. Durch den Einsatz einer wärmespeichernden Batterie kann er häufige Stromausfälle überstehen und ist robust genug, um den Transport von Patienten in abgelegenen Gebieten mit Straßenfahrzeugen zu ermöglichen.
Die bei Robust Nest zum Einsatz kommende wärmespeichernde Batterie kann während eines Stromausfalls bis zu vier Stunden Wärme liefern. Durch einen elektrischen Widerstand erwärmt, verflüssigen sich die Paraffin-Beutel des Robust Nest. Bei einem Stromausfall verfestigt sich das Paraffin und gibt Wärme ab. Für den Transport von Neugeborenen wurde ein Metallring entworfen, der dazu dient, den Inkubator mit der Hand zum Fahrzeug zu tragen. Im Falle eines Aufpralls dient er als Stoßdämpfer. Robust Nest ist für den einfachen Transport optimiert und kann von nur einer Person getragen werden, während herkömmliche Inkubatoren von drei bis vier Personen getragen werden müssen.
Fabien Roy: „Der nächste Meilenstein wird eine Vor-Ort-Prüfung in Nairobi und in Krankenhäusern bis Ende 2021 sein. Diese Tests betreffen die Ergonomie des Produkts, die Akzeptanz und die Schnittstelle. Nach den Rückmeldungen aus der Praxis wird eine Phase der Weiterentwicklung folgen. Ziel ist, das Produkt innerhalb der nächsten Jahre zu produzieren. Ich möchte dazu beitragen, mit Robust Nest eine inakzeptable Situation bezüglich der Gesundheit von Neugeborenen in Afrika zu verbessern.“
Jury-Sprecher Dominic Sturm, Präsident der Swiss Design Association, zum Gewinnerprojekt: „Produktdesigner Fabien Roy greift mit seinem als Masterarbeit an der ECAL/University of art and design Lausanne entstandenen Projekt Robust Nest ein relevantes Thema auf. Das Projekt, realisiert als Kooperation zwischen der ECAL und dem Essential Tech Center EPFL, überzeugt sowohl auf technischer als auch auf designspezifischer Ebene. Die Jury würdigte, wie umfassend der Designer die Bedürfnisse der Zielgruppe berücksichtigt und in das Design integriert hat.“
Als zweitplatzierte Projekte des James Dyson Award 2021 in Schweiz wurden von der sechsköpfigen Jury die ebenfalls an der Design-Universität ECAL in Lausanne entstandene Masterarbeit RUEI-01 von Maxwell Ashford und das als Bachelorarbeit am Institut für Industrial Design der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) entstandene Projekt S'WERVE von Julia Bächi ausgewählt.
RUEI-01 ist ein Prototyp, in den Materialinformationen digital eingebettet sind und der als Fallstudie die automatisierte „Demontage“ des Schuhs ermöglicht. Für das Recycling wird Robotik eingesetzt. Auf diese Weise gelingt es, neue Produkte aus recyceltem Material von hoher Qualität herzustellen. Anstatt geschreddert zu werden, wurde RUEI-01 so konzipiert, dass er von Robotern „demontiert“ wird. Ein QR-Code auf der Zunge des Schuhs enthält alle Objektinformationen, einschließlich der Roboteranweisungen zur Durchführung automatischer Demontagevorgänge, sowie die relevanten Informationen zu Objekt und Materialien.
Dominic Sturm: „Die am Institut für Produktdesign der ECAL entstandene Masterarbeit RUEI-01 von Maxwell Ashford zeigt, wie Designer heute nicht nur Produkte erstellen, sondern auch End-of-Life-Design und Recycling in den Prozess einbeziehen.“
Für das Problem der eingeschränkten Beweglichkeit von Rollstühlen hat Julia Bächi mit S'WERVE einen Lösungsansatz gefunden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen können Menschen mit eingeschränkter Arm- und Handfunktion bei „S'WERVE“ den Rollstuhl durch Gewichtsverlagerung steuern und mit einer Hand bedienen. Das Prinzip lautet „Lenken durch Schwenken“.
Dominic Sturm zum ebenfalls zweitplatzierten Projekt: S'WERVE: „In ihrer als Bachelorarbeit am Institut für Industrial Design der Zürcher Hochschule der Künste entstandenen Projekt S'WERVE überträgt Julia Bächi die Funktionalität des Longboards auf den Sportrollstuhl. Die Jury hält das von ihr entwickelte Drehgelenk für vielversprechend: Durch die Neukombination bestehender Technologien ist es der Designerin gelungen, einen völlig neuen Ansatz für die Fortbewegung im Rollstuhl zu entwickeln.“
Das Gewinnerprojekt Robust Nest und die beiden zweitplatzierten Projekte RUEI-01 und S'WERVE beim James Dyson Award in der Schweiz ziehen nun ebenso wie die Finalisten in den anderen 27 Teilnahmeländern in die internationale Phase des James Dyson Award ein. Eine Jury aus Dyson-Ingenieuren wird aus diesen Finalisten eine Top 20-Liste erstellen. Anschließend wird James Dyson einen internationalen Gewinner und zwei Zweitplatzierte auswählen. Außerdem kürt er ein Gewinnerprojekt im Bereich Nachhaltigkeit, bei dem in der Entwicklung ein besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Das kann die verwendeten Materialien, den Designprozess, die Herstellungsmethoden oder das Problem, das mit dem Produkt gelöst werden soll, betreffen. Die Top 20-Liste auf internationaler Ebene wird am 13. Oktober bekannt gegeben, die internationalen Gewinner am 17. November.
Der James Dyson Award
Der James Dyson Award wird seit 2005 wird an innovative Studierende und frische Absolventen in den Fachbereichen Ingenieurwesen und Design für Erfindungen vergeben, die Probleme lösen. Bei diesem Problem kann es sich um ein Problem handeln, mit dem wir alle im täglichen Leben konfrontiert sind, oder um ein globales Problem. Wichtig ist, dass die Lösung effektiv ist und eine durchdachte Konzeption aufweist. In diesem Jahr gab es mehr als 2.000 Einreichungen aus 28 Ländern für den James Dyson Award. Der Gewinner bzw. die Gewinnerin des internationalen Wettbewerbs erhält ein Preisgeld in Höhe von 35.000 CHF. Darüber hinaus erhält die Hochschule, an der das Gewinnerprojekt entstanden ist, 6.000 CHF. Die beiden internationalen Zweitplatzierten erhalten jeweils 6.000 CHF. Die Gewinner der nationalen Wettbewerbe erhalten jeweils 2.300 CHF. Seit 2020 wird im Rahmen des James Dyson Awards ein Nachhaltigkeitspreis vergeben, der mit einem Preisgeld in Höhe von 35.000 CHF dotiert ist. Alle Einreichungen zum James Dyson Award 2021 sind in der Projektgalerie auf der Website des James Dyson Award aufgeführt.
Die sechsköpfige Jury zur Auswahl der besten Einreichungen aus der Schweiz beim diesjährigen James Dyson Award bestand aus Professor Werner Baumhakl (Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW), Franziska Füglistaler, (cardossier), Alexis Georgacopoulos (ECAL Ecole cantonale d’art de Lausanne), Professor Nicole Kind (Zürcher Hochschule der Künste), Mirjam Rombach (Hochparterre Magazin für Architektur und Design) und Dominic Sturm (Swiss Design Association).