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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Januar 2010 wurde vom Verein Lernwerk mit Sitz in Turgi ein Lehrgang "Basisbildung Kinderbetreuung" mit Zertifikat vorgestellt und zur Anmeldung ausgeschrieben. Der Kurs richtet sich gemäss Ausschreibung an "Kinderbetreuer und Kinderbetreuerinnen, die in Kindertagesstätten arbeiten und keine oder nur geringe pädagogische Grundkenntnisse aufweisen". Der Kurs dauert 22 Tage und kostet 1500 Franken. Als Abschluss steht ein Lehrgangszertifikat in Aussicht. </p><p>Die Ausbildung für die Arbeit in einer Kita ist heute dem Berufsbildungsgesetz unterstellt und (endlich) eidgenössisch anerkannt. Fachperson Kinderbetreuung ist eine dreijährige Lehre mit EFZ. Daher kann man mit einem solchen Zertifikat wenig anfangen. Gemäss den Betriebsrichtlinien des zuständigen Branchenverbandes KITAS kann eine Besitzerin, ein Besitzer eines solchen Zertifikats in einer Kita nicht zum ausgebildeten Personal gerechnet werden. Ebenso werden die meisten Organe für die Erteilung der Betriebsbewilligung (Kantone, Gemeinden) diese Personen nicht zum ausgebildeten Personal zählen. In der Romandie trifft diese Einschätzung noch verstärkt zu.</p><p>Zu den Mitinitiantinnen des Lehrgangs gehört auch das Bundesamt für Migration (BFM). Der Lehrgang wird gemäss Ausschreibung "unterstützt durch den Integrationskredit des Bundes." </p><p>Ich bitte daher den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wurde diese finanzielle Unterstützung mit anderen Bundesämtern (z. B. BBT, BSV) abgesprochen im Sinne einer kohärenten, nachhaltigen Bundes-Bildungspolitik?</p><p>2. Wurde die Unterstützung dieses Kurses mit Bundesgeldern mit Savoirsocial oder mit dem Branchenverband KITAS abgesprochen?</p><p>3. Ist der Bundesrat sich bewusst, dass dieser Kurs nicht zur Qualifikation als FaBe führen kann?</p><p>4. In welcher Funktion sollen die Kursabsolventinnen und -absolventen nach seiner Meinung in einer Kita arbeiten?</p><p>5. Werden den Kursabsolvierenden nicht falsche Hoffnungen über ihre beruflichen Perspektiven gemacht, und ist daher die Bundesunterstützung zwar gut gemeint, aber nicht gut eingesetzt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesamt für Migration (BFM) und die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) lancierten ein Modellvorhaben für die "Integrationsförderung im Frühbereich". Dieses hat zum Ziel, die Erreichbarkeit der Angebote für Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund zu erhöhen, die interkulturelle Qualifizierung von Betreuungspersonen zu verbessern sowie diesbezügliche Konzeptarbeiten, insbesondere auf Gemeindeebene, voranzutreiben. Aufgrund eines Ausschreibungsverfahrens werden von 2009 bis 2011 insgesamt 56 innovative Projekte aus den ordentlichen Mitteln des Integrationsförderkredits des Bundes finanziell unterstützt. </p><p>1. Für die Umsetzung des Modellvorhabens "Integrationsförderung im Frühbereich" wurde eine Begleitgruppe mit folgenden Mitgliedern eingesetzt: Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV), Bundesamt für Gesundheit (BAG), Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK), Konferenz der kantonalen und kommunalen Integrationsdelegierten (KID), Schweizerische Konferenz der Fachstellen für Integration (KOFI). Die Begleitgruppe nahm bisher im Rahmen von zwei Koordinations- und Austauschsitzungen Stellung zur Ausschreibung und zum Verfahren. Die Beurteilung und Bewilligung der Gesuche obliegt der alleinigen Verantwortung des BFM.</p><p>2. Verbände wurden nicht in die Begleitgruppe aufgenommen, da es auch ihnen offenstand, über die Ausschreibung "Integrationsförderung im Frühbereich" Gesuche einzureichen.</p><p>3. Die Ausschreibung war auf die Weiterbildung von Betreuungspersonen in Bezug auf interkulturelle Kompetenzen und Sprachdidaktik sowie Förderung des Erwerbs von Kenntnissen zu Mehrsprachigkeit, Diversität und Heterogenität der Gesellschaft ausgerichtet. Der Lehrgang "Basisbildung Kinderbetreuung", durchgeführt von Lernwerk und der vom Kanton anerkannten Fachstelle Kinder und Familien Aargau, führt nicht zur Qualifikation als Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ (Fachrichtung Kinderbetreuung).</p><p>4. Im Kanton Aargau arbeiten in der Kinderbetreuung auch nichtqualifizierte Fachpersonen. Der Bedarf an Betreuungspersonen kann noch nicht mit Fachpersonen Kinderbetreuung mit EFZ gedeckt werden. Die Kursanbietenden streben mit ihrem 22-tägigen Lehrgang an, dass das nichtausgebildete Personal eine Basisausbildung und Kenntnisse zu den unter Punkt 3 genannten Themen erhält. Das Angebot dient nicht als Ersatz für die eidgenössisch anerkannte Ausbildung zur Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ (Fachrichtung Kinderbetreuung).</p><p>5. Der Bundesrat steht hinter den Inhalten des Lehrgangs. Er geht jedoch mit der Interpellantin einig, dass in der Kommunikation der Trägerschaft zu "Basisbildung Kinderbetreuung" der Lehrgang nicht präzis genug von der eidgenössisch anerkannten Ausbildung zur Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ (Fachrichtung Kinderbetreuung) abgegrenzt wurde. Die Trägerschaft wurde deshalb aufgefordert, dies zu korrigieren.</p>  Antwort des Bundesrates.