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Unter Anleitung eines befreundeten Keramikers fertigte Paul Gauguin Ende der 1880er-Jahre mehrere Skulpturen aus Ton. Dabei liess er sich von Kopfgefässen inspirieren, die er als Kind in Peru kennengelernt hatte. In diesem aussergewöhnlichen Selbstporträt in Form eines Krugs zeigt sich
Gauguin mit langen, seitlich angelegten Haaren, die wie ein Wundverband beide Ohren bedecken und sich am Hinterkopf zu einem Henkel verbinden. Rote Farbspuren auf Stirn, Wangen, Bart und Hals zeugen von einer noch frischen Verletzung – vielleicht eine Anspielung auf seinen Freund Vincent van Gogh und dessen Selbstverstümmelung des linken Ohrs. In Gauguins Skulptur wird diese »Verletzung«
aber drastisch gesteigert. Durch den abgetrennten Kopf, die geschlossenen Augen sowie den in sich gekehrten Gesichtsausdruck erhebt Gauguin sein eigenes Abbild zum Inbegriff des leidenden Künstlers: In der ungewöhnlichen Verschmelzung von Gesicht und Gefäss präsentiert er sich als stummer Märtyrer, der Elend und Schmerz in stoischer Ruhe erduldet und sein Leben seiner Leidenschaft und
Überzeugung unterordnet.
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