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Seit 1.1.2013 werden alle Filme, welche in Kinos öffentlich vorgeführt werden von der "Schweizerischen Kommission Jugendschutz im Film" nach Alterskategorien eingestuft. Das Alter "Zugelassen ab" bedeutet, dass ein Kind/Jugendlicher durch das anschauen des Films keinen Schaden erleiden sollte. Ein Kind/Jugendlicher, welches(r) dieses Alter erreicht hat, wird alleine zugelassen. In Begleitung einer erziehungsberechtigten Person, kann dieses Alter um maximal zwei Jahre unterschritten werden (z.B. Zugelassen ab: 10, ein(e) 10-jährig(e)r wird alleine zugelassen. ein(e) 8-jährig(e)r wird in Begleitung einer Erziehungsberechtigen Person zugelassen.
"Empfohlen ab" bedeutet, dass Ein Kind/Jugendlicher den Inhalt des Films verstehen kann.
Weitere Informationen unter: filmrating.ch
INHALT
Ernst Ludwig Kirchner ist der bedeutendste Maler des Expressionismus, er steht heute gleichbedeutend neben den anderen Grossmeistern der Kunst des 20. Jahrhunderts: Klee, Kandinsky, Ernst, Picasso. Seine Biographie aber macht ihn darüber hinaus zu einem der Archetypen dieses Jahrhunderts: wie James Dean ist er der einsam streunende Hund in den Strassenschluchten der Grossstadt, er ist der Baal im Asphaltdschungel, er ist der Mensch in der Revolte wie bei Camus.
Am Anfang stand die Frage: wie erzähle ich das Leben eines toten Malers, den wir nur noch in seinen Bildern und Briefen miterleben können, von dem kein Zeitgenosse mehr erzählen kann? Wie vermeiden wir den 'distanzierten Blick', wie vermeiden wir, dass es nur der Bericht über eine vergangene Zeit wird? Denn: das Wesen von Kirchners Kunst, wohl auch von seinem Leben insgesamt, besteht in einer ungeheuren Direktheit. Seine Akte sind nicht nur erotisch, sondern zudem aggressiv, sie 'springen' den Betrachter an. Seine 'Strassenszenen' sind extrem bewegt, keine Panoramen, keine Stilleben, sodass der Betrachter ins Bild hineingerissen wird... Darum erzählt der Film collagenhaft. Er findet oder inszeniert kurze 'Bilder', die den Werken Kirchners hätten vorausgehen können oder auch ihnen folgen. Diese 'Szenen' sollen eine flüchtige Imagination geben von dem, was Kirchner sah, wo er sich bewegte, wie die Stadt damals beschaffen war. Die Collage soll dem Betrachter die Distanz nehmen, sie soll das Heute ausschliessen, sie soll den Bildern Kirchners mehr Raum geben, damit in seinen Werken auch sein Leben greifbar wird. Denn die Stadt heute funktioniert ganz anders als damals, hat andere Geräusche, andere Bewegungen, das Auto dominiert. Das Land aber, die Schweizer Berge haben ein anderesTempo. Der Film erzählt nun streng dokumentarisch, das Land ist das Land, es bietet Raum für die lmagination, die viele Jahrzehnte zurückschweift. Darum endet die collagenhafte Form mit Kirchners Flucht aus Deutschland, mit seiner Flucht aus der Stadt.