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Weitere luftaufnahmen von Pfäffikon
Schon im ausgehenden 10. Jahrhundert war das Stift Einsiedeln am Zürichsee begütert. Erstmals wird Pfäffikon als Phaffinchova 965 urkundlich erwähnt. Das Kloster Einsiedeln hatte zu dieser Zeit von Kaiser Otto I die Insel Ufenau, den Frauenwinkel und den Hof Pfäffikon mit Umschwung geschenkt erhalten. Der neue Hof erforderte ein geeignetes Bauwerk als Lagerhalle für landwirtschaftliche Erzeugnisse, wo sie auch vor feindlichen Übergriffen gesichert waren. Zwischen 1233 und 1266 liess Abt Anshelm von Schwanden an der Stelle eines älteren Bauwerks den heute noch bestehenden festen Turm errichten. Er sollte als Speicher und als Wohnturm, aber auch zur Aufbewahrung von kostbarem Klostergut in Kriegszeiten dienen. Einer Urkunde von 1359 ist zu entnehmen, dass die Burg vom Abt auch als Sommerwohnung benutzt wurde. Die Anlage beschreibt im Grundriss ein Quadrat von 12.3 Metern Seitenlänge. Die Höhe des Wehrbaus beträgt dreizehn Meter, und seine Mauerstärke variiert zwischen 2.3 Metern im Erdgeschoss und 1.4 Metern im obersten Stockwerk. Das Mauerwerk besteht aus Steinblöcken unterschiedlicher Grösse. Der Eckverband ist aus regelmässigen Quadern ausgeführt. Der Hocheingang befindet sich im ersten Stock auf der Westseite der Anlage. Über eine hölzerne Treppe, die bei Gefahr eingezogen werden konnte, gelangte man zum Eingang. Im zweiten Stock wurde ein geräumiger Wohnraum eingerichtet, welcher in der Wand gegen den See hin stattliche Rundbogenfenster mit gemauerten Bänken in der Nische aufweist. Vom mächtigen Kamin an der Ostwand haben sich lediglich zwei Säulen aus romanischer Zeit erhalten. Das nächsthöhere Geschoss mag wenigstens teilweise zu Wohnzwecken gedient haben, denn anders lassen sich die Überreste eines Aborts dort nicht erklären. Wie aus alten Darstellungen der Anlage ersichtlich ist, bildete ein vorkragender hölzerner Aufbau den oberen Abschluss des Turms. Ursprünglich überdeckte vermutlich ein grosses Zeltdach den Turm. Im 15. Jahrhundert wurde an der Stelle der heutigen Kapelle ein zweistöckiges Vorwerk mit Graben und Fallgitter errichtet. An diese Erweiterung ist im 16. Jahrhundert die jetzige Schlosskapelle gebaut worden. Das vielfältige Grabensystem um die Anlage herum wurde aufgefüllt, und nur der quadratische Hauptgraben blieb erhalten.
Die Feste Pfäffikon wurde verschiedentlich umgebaut und verstärkt. 1298 wollte der Untervogt der Klostergüter in Pfäffikon die eingelagerten Vorratsgüter im Turm plündern. Nur dank dem tatkräftigen Eingreifen der Rapperswiler gelang es dem Abt, die Güter weiterhin für das Kloster zu sichern. Fürstabt Johann I von Schwanden (1299-1327) liess die Anlage zur Zeit des Marchenstreites mit Mauern, Wällen und Wassergräben befestigen. Ob der Turm tatsächlich mit verschiedenen Hochwachten der Umgebung in Sichtverbindung stand, wagen wir zu bezweifeln. Als die Schwyzer unter der Führung von Werner Stauffacher in der für solche Heimsuchungen beliebten Dreikönigsnacht im Jahr 1314 das Kloster Einsiedeln überfielen, hatten sie die Absicht vor allem jene schriftlichen Rechtsansprüche des Klosters auf Gebiete zu vernichten, die von den Schwyzern beansprucht wurden. Der Fürstabt mag dies vorausgesehen haben, denn er hatte die strittigen Urkunden wohlweislich auf die Feste Pfäffikon in Sicherheit gebracht. Deshalb erlebte er den Überfall auf das Kloster mit der damit verbundenen Plünderung und Verbrennung aller aufgefundenen Urkunden uns kostbaren Buchwerke nicht selbst mit. Auch er wäre ohne Rücksicht auf seinen hohen geistlichen Stand in schwyzerische Gefangenschaft geraten. Im 15. Jahrhundert liess Abt Burkard von Weissenburg-Krenkingen (1418-1438) beidseitig an den quadratischen Turm die „Weissenburg“, einen Anbau mit schmalen Wohnbauten und einer winzigen Kapelle, anfügen. Diese baulichen Erweiterungen wurden zu beginn des 19. Jahrhunderts wieder abgebrochen, wobei die ehemaligen spätgotischen Türen, die vom alten Wohnturm in die „Weissenburg“ führten, in Fenster umgewandelt worden sind. 1528 wurden die Befestigungsanlagen der Burg erneuert und verstärkt. Abt Joachim Eichhorn (1544-1569) liess eine neue Kornschütte und eine neue Kapelle errichten. Letztere war baulich mit dem bereits bestehenden Vorwerk verbunden. Um 1760 wurde die Kornschütte niedergebrochen und an ihrer Stelle ein langer, schlichter Wohntrakt erbaut. Während der Französischen Revolution wurden die Klostergüter zu Nationalgut erklärt. Die Feste Pfäffikon geriet unter die Verwaltung des neuen Kantons Linth. 1801 wurde das Schloss mit den alten und neuen Gebäuden auf ganze 2500 Franken geschätzt. Erst die Mediation sollte den rechtlichen Fortbestand des klösterlichen Besitzes sichern.
Bibliographie