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Blog: Ackerschachtelhalm - Equisetum Arvense Der Ackerschachtelhalm wird häufig auch als Zinnkraut bezeichnet.
Ackerschachtelhalm - Equisetum Arvense
Der Ackerschachtelhalm wird häufig auch als Zinnkraut bezeichnet. Er wirkt harntreibend, blutstillend sowie entzündungshemmend und wird daher vor allem zur Behandlung von Harnwegsbeschwerden sowie schlecht heilenden Wunden oder Hautproblemen eingesetzt.
Zu therapeutischen Zwecken verwendet man die getrockneten Sprosse der Heilpflanze. Die darin enthaltenen Hauptwirkstoffe sind Kieselsäure, Kalium- und Aluminiumsalze, diverse Flavonoide, Glykoside, Quercetin und Kämpferol. Darüber hinaus kommen als medizinisch bedeutende Bestandteile Equesitolsäure und Spuren von Alkaloiden in der Pflanze vor.
Die natürliche Heimat des Ackerschachtelhalms ist Nordamerika, Europa sowie Asien. Vereinzelt kommt er heutzutage allerdings auch in Südafrika, Australien und Neuseeland vor. Das Heilkraut gedeiht am besten auf einem feuchten Untergrund und ist häufig am Wegesrand, auf Böschungen und ?ckern anzutreffen.
Geschichte der therapeutischen Nutzung
Schon im Altertum war das Zinnkraut eine hoch geschätzte Heilpflanze und bereits zu dieser Zeit nutzte man sie insbesondere aufgrund ihrer blutstillenden Wirkung. Der Arzt Dioskurides, der im 1. Jahrhundert nach Christus lebte und zeitweise als Leibarzt im römischen Kaiserhaus wirkte, setzte die Heilpflanze darüber hinaus auch als harntreibendes Mittel und zur Behandlung gegen Husten ein. Der römische Gelehrte Plinius der ?ltere (23-79 n. Chr.) war von der heilenden Kraft der Pflanze sogar so sehr überzeugt, dass er meinte, die Pflanze in der Hand zu halten, sei völlig ausreichend, um Blutungen zu stillen.
Im Mittelalter war der Ackerschachtelhalm ebenfalls ein beliebtes Mittel zur Blutstillung und Wundheilung, wie man etwa in der Leipziger Drogenkunde des Gelehrten und Bischofs Albertus Magnus (1206-1280) erfährt. Nachdem das Kraut eine Weile in Vergessenheit geraten war, wurde es dank Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert wieder populär. Kneipp setzte es zur Wundheilung gegen Rheuma und gegen Gicht ein.
Der botanische Name Equisetum wird von den beiden lateinischen Wörtern equus (Pferd) und saeta (Tierhaar) abgeleitet und bedeutet quasi ??Pferdeschwanz??. Der Zusatz arvense bezieht sich auf den Acker und bezeichnet somit den bevorzugten Standort der Pflanze. Der deutsche Name Schachtelhalm beschreibt die geschachtelt angeordneten Sprosse des Heilkrauts und die Bezeichnung Zinnkraut verdankt die Pflanze der Tatsache, dass man sie früher gerne zur Reinigung von Metall, insbesondere von Zinn, verwendet hat.
Anwendung des Ackerschachtelhalms
Was für viele Heilpflanzen gilt, gilt auch für den Ackerschachtelhalm: Medizinisch kann man ihn äusserlich wie innerlich anwenden.
Innerliche Anwendung des Ackerschachtelhalms
Zur innerlichen Anwendung verarbeitet man die Pflanzenteile überwiegend als Tee. Wahlweise kann man aber auch eine Tinktur verwenden oder zu handlichen Fertigpräparaten greifen. In erster Linie werden Entzündungen der Harnwege sowie der Blase, Nierengriess oder ?deme mit Schachtelhalm behandelt. Die Flavonoide, die Kieselsäure und die Kalziumsalze haben einen harntreibenden Effekt. Aus diesem Grund kommt das Heilkraut gerne als Arzneimittel bei Durchspülungstherapien zum Einsatz.
?usserliche Anwendung des Ackerschachtelhalms
?usserlich wird das Zinnkraut zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden und von Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Geschwüren eingesetzt. Man kann hierfür zum Beispiel einen Tee oder eine Tinktur zubereiten und auf die betroffenen Hautareale auftragen. Hierfür eigenen sich insbesondere Wickel oder Kompressen. Zur unterstützenden Wundheilung wird zudem der Presssaft aus der Heilpflanze verwendet.
Warnhinweis
Bei einer Durchspülungstherapie mit Ackerschachtelhalm sollte man unbedingt auf eine hinreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Liegt eine Herzinsuffizienz oder Nierenfunktionsstörung vor, sollte man auf eine innerliche Behandlung mit Ackerschachtelhalm-Extrakten lieber verzichten. Auch in der Schwangerschaft sollte man vorsichtshalber die Einnahme von Zinnkraut meiden.
Medizinische Therapie
In der medizinischen Praxis wird die Therapie mit Heilpflanzen auch Phytotherapie genannt. Die Kosten für solch eine Therapie werden derzeit unter bestimmten Voraussetzungen von der Grundversicherung übernommen. Viele weitere komplementärmedizinische Massnahmen werden allerdings in der Regel nur dann von der Krankenkasse bezuschusst, wenn der Versicherungsnehmer eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat. Wer häufig auf Alternativmedizin setzt, sollte über den Abschluss solch einer Versicherung nachdenken.
Aufgenommen am: 05.02.2016
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