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Habou Kofa ist der König der Barbiere. Jeder in der Gegend um Zinder kennt ihn. Berühmt ist er, weil er zu seinen Kunden reitet, aber nicht etwa auf einem Esel wie die meisten Händler, und auch nicht auf einem Kamel. Habou Kofa reitet auf einem echten Pferd. Durch den nigrischen Busch und über die Dörfer ist er schneller als jeder andere, egal ob zur Trockenoder Regenzeit. Wenn er will, kann er 150 Männer am Tag rasieren, heisst es, und noch dazu 100 anderen die Haare schneiden.
Er hat sich dieses Pferd aber auch verdient, sagt er auf Hausa, der üblichen Handelssprache in Westafrika. Dann lässt er den Kopf in den Nacken fallen und lacht laut, ein raues, kehliges Lachen, als hätte er sein Leben lang zu viel geraucht. In der einen Hand hält er die Zügel, in der anderen sein Rasierzeug, seine Messer und Kämme, in graue Tücher gewickelt, und führt sein Pferd nach einem langen Arbeitstag Richtung Ruheplatz. «Das stimmt, er hat es sich wirklich verdient», sagt Katharina Bode. «Wenn wir Habou nicht hätten, wüsste kaum ein Mensch hier draussen von der Arbeit unserer Kliniken.»