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Mit Gesamtentscheid vom 11. Februar 2014 genehmigte der Regierungsrat das Hochwasserschutzprojekt Engelbergeraa. Nach Erledigung von Beschwerden gegen diesen Entscheid vor Verwaltungsgericht konnte im Herbst 2015 die Subventionsverfügung des Bundes entgegengenommen werden. Damit steht der Realisierung des zweitgrössten Hochwasserschutzprojektes im Kanton Obwalden nichts mehr entgegen.
Bereits umgesetzt sind vorgezogene Massnahmen, welche durch das Unwetter im Oktober 2011 notwendig wurden. Die Massnahmen beinhalten Objektschutzmassnahmen bei den Liegenschaften der ehemaligen Fischzucht im Gebiet Rohr und Erdstern. Ausserdem wurde im Gebiet Rohr eine Geländemodellierung ausgeführt, welche austretendes Wasser an den Gebäuden vorbei leitet. Mit dem Vorziehen dieser vorgezogenen Projektmassnahmen kann das beim letzten Hochwasser im Oktober 2011 massiv betroffene Gebiet besser geschützt werden.
Im April 2016 konnten die Arbeiten für Bauetappe 1 in Angriff genommen werden. Die Bauetappe 1 erstreckt sich von den Bergbahnen bis zum Gewerbegebiet bei der Sodbrücke. Zuerst wurde im Bereich der Ziegelbrücke beim Sportingpark das Gelände auf einer grosszügigen Fläche abhumusiert, damit Werkleitungen verlegt und mit den Schüttungen für die rechtsseitige Dammerhöhung begonnen werden konnte. Parallel dazu wurden bei der Ziegelbrücke und der Gerschnibrücke mit den Brückenbauarbeiten begonnen. Die Brücken wurden im Lauf des Sommers erstellt und stehen seit November 2016 dem Verkehr zur Verfügung.
Mit den Arbeiten im Gerinne musste bis zu einem deutlichen Rückgang des Abflusses der Engelbergeraa zugewartet werden. Mitte September 2016 konnte mit den Arbeiten an den Blocksätzen innerhalb des Bauperimeters begonnen werden. Mitte Dezember werden die Arbeiten eingestellt und voraussichtlich im April 2017 wieder aufgenommen. Die weiteren Arbeiten werden das ganze 2017 in Anspruch nehmen. Die Hoffnung besteht, dass der untere Teil von den Bergbahnen bis zur Rohrbrücke im Sommer 2017 abgeschlossen und rekultiviert werden kann. Der obere Teil wird bis im Herbst 2017 fertiggestellt, wobei die letzten Rekultivierungsarbeiten bis im Sommer 2018 ausgeführt werden.
Normalerweise wird beim Hochwasserschutz jeweils von unten nach oben gebaut. In diesem Fall konnte der unterste Abschnitt im Bereich von der Schwybogenbrücke bis zu den Bergbahnen noch nicht in Angriff genommen werden, da das Hochwasserschutzprojekt dort in enger Koordination mit dem Wehrumbau der EWL (Eugenisee) steht. Die aktuellen Planungs- und Koordinationsarbeiten sehen vor, dass spätestens ab 2018 auch in diesem Bereich die Bauarbeiten beginnen können. Diese zweite Bauetappe wird insgesamt für beide Bauvorhaben eine Bauzeit von ca. 3 Jahren in Anspruch nehmen.
Die dritte Bauetappe erstreckt sich vom Gewerbe bis in den Bereich des Golfplatzes. Einerseits wird in diesem Bereich entlang des Gewerbes der Gerinneausbau und andererseits im Bereich Bannwald ein weiteres Kernstück mit dem Geschiebe- und Holzrückhalt erstellt. Bereits in der ersten Bauetappe wurden Bereiche im Gebiet Bannwald freigelegt, um Filtermaterial für die Blocksätze und Koffermaterial zu gewinnen.
Die geplanten Massnahmen sehen im Bannwald den Bau eines Geschiebe- und Holzrückhalts vor. Dieser soll die überschüssige Geschiebefracht eines 300-jährlichen Hochwasserereignisses (HQ300) aufnehmen. Es ist vorgesehen, den Geschiebesammler auf 90 000 Kubikmeter auszulegen. Das Schwemmholz wird mittels eines massiven Rechens zurückgehalten.
Die Engelbergeraa weist vom Geschiebesammler im Bannwald bis zur Schluchtstrecke unterhalb des Eugenisees eine Länge von vier Kilometern auf. Damit die geforderten Wassermengen sicher über diese Strecke geleitet werden können, ist auf dem gesamten Abschnitt eine Vergrösserung des Abflussquerschnittes notwendig. Die heute bestehende Bachsohle soll auf acht Meter beziehungsweise auf 10 Meter nach der Einmündung des Dürrbachs ausgedehnt werden. Alle bestehenden Brücken müssen neu gebaut werden. Die rechte Böschung wird auf der ganzen Länge bis zum unteren Rand des Siedlungsgebietes Birren gegenüber der linken Seite um einen Meter erhöht. Damit wird verhindert, dass die Engelbergeraa im Überlastfall nach rechts in Gebiete mit hohem Schadenpotenzial ausbricht.
Ein weiterer Punkt ist die Materialverwertung im Gebiet Vorderstalden kurz vor dem Gebiet Wasserfall. Diese konnte im Herbst 2016 in Betrieb genommen werden. In dieser Materialverwertungsstelle werden die grossen überschüssigen Aushubkubaturen gelagert und verwertet. Das Gebiet wird am Ende wieder rekultiviert und steht der Landwirtschaft wieder zur Verfügung.
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