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Der Lipizzaner, die Aristokraten unter den Pferden. Schönheit, Harmonie, Vollkommenheit - ob in der Bewegung oder im Charakter - sind ihre Attribute. Hier erfahrt Ihr mehr über die älteste Kulturpferderasse Europas.
STECKBRIEF
Herkunft:
Hauptzuchtgebiet:
Grösse:
Farbe:
Charakter:
Hauptverwendung:
Sonstiges:
Lipica, Slowenien
ehem. K.u.K. Monarchie Österreich-Ungarn
1,48 - 1,62m, ideal 1,55 - 1,58m
Schimmel (91%), selten Braune & Rappen, sehr selten Füchse & Falben
sensibel, gutmütig, gehorsam, gelehrig, intelligent, ausdauernd, häufig überschäumend im Temperament, sehr menschenbezogen, nach Schaffung der Vertrauensbasis absolutes Verlasspferd
klassische Dressur, Fahren & Freizeit
Spätentwickler, braune Lipizzaner gelten als Glücksbringer
Um gestüts- und landesbedingte Unterschiede auszugleichen, wird die vom Internationalen Lipizzaner-Weltverband (LIF - Lipizzan International Federation) festgelegte Definition des Exterieurs zugrunde gelegt.
Beim Lipizzaner als Paradepferd stehen im Vordergrund: Noblesse, Ausstrahlung, rassenspezifischer Adel für seine Verwendung hauptsächlich in Dressur und Fahrsport. Er zeichnet sich durch ein ausgeglichenes Temperament und guten Charakter aus. Die angestrebte Körperform ist Rechteck, bei einer Körpergrösse zwischen 1,55m und 1,58m Stockmass. Die traditionelle Schimmelfarbe soll dominieren. Unter Berücksichtigung des alten, klassischen Typs gelten folgende Richtlinien:
Der ausdrucksvolle, trockene verhältnismässig grosse Kopf mit grossen, klaren lebhaften Augen und gelegentlicher Ramsnase wird getragen von eine gewölbten, kräftigen Hals, hoch aufgesetzt. Der schwach markierte Widerrist geht über in einen langen, kräftigen Rücken mit muskulöser Kruppe. Der Schweif ist hoch angesetzt, voll, wird gut getragen. Die Brust ist breit und tief, die Schultern oft kurz und steil. Die trockenen, relativ kurzen Gliedmassen lassen gut ausgebildete Sehnen und Gelenke erkennen. Die Hufe sind als Erbe des felsigen Karstbodens hat und gut geformt, Mähne und Schweif dicht behaart, das Haar ist dünn und fein.
Das Bild des Lipizzaners, eines Pferdes von edlen Formen, mittelgross, mit lebhaftem Temperament und vorzüglichen, hohen Gängen, kommt erst in der Bewegung in seiner ganzen Schönheit voll zum Ausdruck. Da er über Jahrhunderte speziell für die klassische Reitkunst in der Spanischen Hofreitschule in Wien gezüchtet wurde , finden wir in allen Zuchtrichtungen des heutigen Lipizzaners noch immer mehr oder weniger deutlich alte Exterieureigenschaften wieder.
Im Interieur wird ein Komplex von Eigenschaften ausgedrückt, die alle unter dem Begriff Leistungsbereitschaft eingeordnet werden können. Dazu gehört Adel, Charakter, Temperament, Energie, Begabung, Umkompliziertheit, natürliche Widerstandskraft und Härte.
Der Lipizzaner ist ein spätreifes, bis ins hohe Alter zur Zucht verwendungsfähiges, langlebiges Pferd mit überdurchschnittlicher Begabung sowohl unter dem Sattel als auch im Geschirr. Das macht ihn vielseitig verwendbar. Er ist gehorsam, gutmütige anhänglich, intelligent, lernwillig und gelehrig. Kaum eine andere Rasse kommt mit mehr Vertrauen auf den Menschen zu. Seine Kontaktfreudigkeit zum Menschen und seine Offenherzigkeit sind so gross wie seine Bereitschaft, Zuneigung zu zeigen. Aufgrund seines anschmiegsamen, zutraulichen Charakters wird er nicht ohne Grund als das geborene Familienpferd bezeichnet.
Ein hohes Mass an Kraft- und Energiereserven und die Bereitschaft, sie voll einzusetzen, sind dem Lipizzaner eigen. Voll Temperament, doch ruhig und gelassen, mit einer gesunden Frische der Sinne absolviert er die ihm gestellten Aufgaben. Ausdauer und härte zeichnen ihn aus, neben Genügsamkeit und Widerstandskraft.