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“Hospiz ist ein Haus für Gäste, die unterwegs sind, die man bevorzugt behandelt. Die sind auf dem Weg aus diesem in das andere Leben hinüber. Sie sollen diese letzte Wegstrecke ohne Schmerzen leben können, und sie sollen wissen, dass sie begleitet werden, dass jemand da ist, wenn es dunkel wird.”
(Paul Türks)
Hospitium (Griechisch: ξενία, xenia) ist das antike, griechisch-römische Konzept der Gastfreundschaft als ein göttliches Recht des Gastes und ein göttliches Gebot des Gastgebers/der Gastgeberin.
In der Schweiz ist der Begriff vom Hospiz in den letzten zehn Jahre stark vereinnahmt worden von der medizinisch dominierten Palliativ Care. Das heisst im alltäglichen Diskurs denken viele Menschen im Zusammenhang mit dem Wort “Hospiz” an das Sterbehospiz, und assoziieren damit eine Palliativabteilung in einem grossen Spital.
Das verbreitete Verständnis geht heute schon noch einen Schritt weiter: Ich muss auch immer wieder erklären, dass ein Hospiz im Grunde genommen nichts zu tun hat mit der Diskussion um Sterbehilfe und begleitetem Suizid.
Das Hospiz (lateinisch: hospitium „Herberge“) ist für uns vom Verein Tenna Hospiz das Wort, das verschiedene Grundideen und Werte für das Projekt “Alte Sennerei” zusammenfasst:
- ursprünglich ein kleines Kloster mit wenigen Ordensleuten zur Aufnahme durchreisender Mönche
- im Mittelalter eine Pflegeeinrichtung, kirchlichen oder klösterlichen Herbergen für Pilger (Pilgerherberge), Bedürftige (Armenhaus), Fremde (Asyl) oder Kranke; der Begriff geht später über auf das heutige Krankenhaus (Spital von “Hospital”).
- zu Beginn der Industriellen Revolution bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, ein Schlafhaus für fern der Heimat arbeitende Arbeiter
- ein Gasthaus oder eine Unterkunft für in Not geratene Bergwanderer, etwa eine Schutzhütte
- allgemeiner, eine Herberge an Pilgerwegen, auf Bergpässen und an Wallfahrtsorten
- eine Einrichtung der Sterbebegleitung; im deutschen Sprachraum der Gegenwart wird mit Hospiz eine stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet, die meist über nur wenige Betten verfügt und ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert ist.
Das Hospiz – eine Herberge auf einem Pass, wo der müde Wanderer auf steinigem Weg mit offenen Armen empfangen wurde. Es gab auch ein weiches Bett und eine warme Mahlzeit.
«Endlich sind wir auf dem Gipfel unserer Reise glücklich angelangt! …Ich komme mir sehr wunderbar hier oben vor, wo ich mich vor vier Jahren mit ganz anderen Sorgen, Gesinnungen, Plänen und Hoffnungen, in einer andern Jahreszeit, einige Tage aufhielt und, mein Schicksal unvorahnend, durch ein ich weiss nicht was bewegt, Italien den Rücken zukehrte und meiner jetzigen Bestimmung unwissend entgegenging.» J. W. Goethe, Briefe aus der Schweiz, 1779.