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Der endobronchiale Ultraschall (EBUS) mit mechanisch-radialen Ultraschallminisonden und Ballon- bzw. Führungskathetern erleichtert die Diagnostik in den Atemwegen, einschliesslich T-Staging und der Diagnostik von solitären Lungenrundherden („solitary pulmonary nodules“, SPN). Katheter mit einem Ballon an der Spitze erlauben zirkulären Kontakt in den größeren Lumen, während die radialen endobronchialen Ultraschallsonden ein 360°-Bild der parabronchialen Strukturen ermöglichen und bis zu 4-cm entfernte Strukturen darstellen können.
Solitäre Lungenrundherde (SPN) sind eine wachsende diagnostische Herausforderung. Das Heranziehen unterschiedlicher Methoden, einschließlich der Sputumzytologie, der bildgebungsgeführten perkutanen Aspiration/Biopsie und der bronchoskopischen Probenentnahme, ist oft nötig, um eine Gewebediagnose stellen zu können. Bronchoskopie unter fluoroskopischer Kontrolle ist der Standardeingriff, durch den Gewebeproben für die histologische Einschätzung von peripheren Läsionen entnommen werden. Dieser erfordert eine teure Röntgenausstattung im Bronchoskopie-Raum oder die Zusammenarbeit mit der Radiologie-Abteilung und setzt Patienten wie Mitarbeiter der Röntgenstrahlung aus.
Ein wichtiger Faktor, der die diagnostische Ausbeute beeinflusst, ist, dass Läsionen außerhalb des Atemwegslumens für den Bronchoskopiker nicht sichtbar sind und somit der Eingriff als „blinde“ Biopsie durchgeführt wird. Die Fluoroskopie kann bei der Lokalisierung solcher Läsionen hilfreich sein. Allerdings sind Läsionen, die kleiner als 3 cm sind, über die zweidimensionale Projektionsansicht oft nicht zu erkennen. Für solche Läsionen, meist endobronchial nicht sichtbare periphere Lungenrundherde, beträgt die diagnostische Ausbeute der Routine-Bronchoskopie weniger als 20%. Die besten diagnostischen Ergebnisse für die bronchoskopische Einschätzung kleiner SPN werden mit mechanisch-radialen Ultraschallminisonden im diagnostischen Eingriff erzielt. EBUS-Minisonden haben einen flexiblen Schaft, in dem sich ein mechanisch rotierender Schallkopf befindet, der 360°-Ultraschallbilder erstellt.
EBUS-Minisonden in Kombination mit Navigationsbronchoskopie verbessern die Diagnostikmöglichkeiten peripherer Lungenläsionen, ohne die Sicherheit zu kompromittieren. Dies wurde für die elektromagnetische Navigationsbronchoskopie (ENB) demonstriert, indem gezeigt wurde, dass die besten Resultate mit der Kombination aus ENB und EBUS erzielt werden.
Die letzte verfahrenstechnische Verbesserung wurde mit der Einführung des Führungskatheters als Zubehör der EBUS-Minisonde erreicht. Dieser Führungskatheter fungiert als verlängerter Arbeitskanal des Bronchoskops und macht das Entfernen der Sonde nach Visualisierung der soliden Läsion möglich. Während das distale Ende des Führungskatheters am Zielort verbleibt, können spezielle Instrumente, z.B. Biopsiezangen, durch den Katheter vorgeführt und so Proben entnommen werden.
EBUS Minisonden haben sich vor für sofortige „Vor-Ort“-Entscheidungen während diagnostischer und interventioneller Eingriffe als besonders nützlich erwiesen. In der klinischen Praxis ist die radiale endobronchiale Sonographie ein Routineeingriff.
Für präoperatives Staging ist mit EBUS die detaillierte Analyse intraluminaler, submukosaler und intramuraler Tumorausbreitung möglich, die außerordentlich wichtig für die Festlegung des Resektionsrandes sein kann. EBUS hat sich auch für die Diagnostik der Invasion mediastinaler Tumore in die großen Gefäßen und die Ösophagealwand bewährt, die mit konventioneller Radiologie meist gar nicht möglich ist. Eine prospektive Studie hat gezeigt, dass die Unterscheidung zwischen externer Tumorinvasion und der Kompression der Tracheobronchialwand mittels EBUS im Unterschied zum CT sehr zuverlässig ist und EBUS somit das Potential für ein verbessertes T-Staging von Lungenkarzinomen bietet.
Bei kleinen, radiologisch nicht sichtbaren Tumoren wie dem Carcinoma in situ (CIS) ist die Entscheidung für eine lokale endoskopische Therapie abhängig vom intraluminalen und intramuralen Ausmaß des Tumors innerhalb der mehrschichtigen Bronchialwandstrukturen und der angrenzenden Strukturen. Die EBUS-Bronchoskopie mit Minisonde ist ein überaus zuverlässiges Verfahren für die Analyse des Ausmaßes dieser kleinen Läsionen. Dies gilt insbesondere auch für Entscheidungen bei potentiell kurativen endobronchialen Therapien, wie zum Beispiel der photodynamischen Therapie oder der Hochdosisbestrahlung, bei denen die Festlegung der Begrenzung der Läsionen auf die Bronchialwand oder deren dichte Nachbarschaft entscheidend ist. Hier ist EBUS anderen Bildgebungsmethoden aufgrund der detaillierten Analyse der Bronchialwandschichten überlegen.
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