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Ein wahres Feuerwerk zündeten am Wochenende weitere Rock-Opas wie Bob Dylan und Neil Young beim neuen Festival Desert Trip, Pink Floyd-Mitbegründer Roger Waters und The Who sollten folgen.
Den Auftakt des Festivals am Freitagabend gab Bob Dylan. Riesengross waren seine berühmten Songs, er selbst dagegen nur winzig klein auf der Bühne - zu seinem Auftritt waren auf der Grossleinwand nur alte Schwarzweiss-Aufnahmen zu sehen.
Überlebensgross zeigten sich dagegen die Rolling Stones als zweiter Act des Abends: "Willkommen im Seniorenheim von Palm Springs für nette britische Musiker", begrüsste Mick Jagger sein Publikum, dann legte er los und bewies, dass er mit 73 Jahren seinen Hüftschwung noch ebenso beherrscht wie seine Lieder - und dazu auch noch die Musik einer "anderen grossen Gruppe": Überraschend ertönte "Come Together" aus den Lautsprechern, ein Klassiker der Beatles von ihrem vorletzten Album "Abbey Road".
Paul McCartney gab die Ehre einen Tag später zurück. Neben alten Songs aus der Anfangszeit der Fab Four, als sie noch The Quarrymen hiessen, interpretierte er "I Wanna Be Your Man". Das Lied wurde zwar von ihm selbst und John Lennon geschrieben, die Stones aber veröffentlichten als erste eine Single der Coverversion und erzielten damit ihren ersten Charterfolg.
Auch seinen verstorbenen Band-Kollegen Lennon und George Harrison zollte der 74-Jährige seinen Tribut. Als er bei Harrisons "Something" wegen einer verstimmten Ukulele zweimal ansetzen musste, tröstete er sich und sein Publikum: "Zumindest zeigt es, dass wir live spielen".
Eher politisch äusserte sich anschliessend Altrocker Neil Young. Neben seinen umweltpolitisch korrekten Songs präsentierte der engagierte Umweltschützer eine Bühne, auf der Statisten Samen säten oder in Schutzanzügen hochgiftigen Müll einsammelten.
Desert Trip - ein Wortspiel, das einen Drogenrausch in der Wüste assoziiert - wird von den Organisatoren des Coachella-Festivals ausgerichtet, das alljährlich in der kalifornischen Wüste stattfindet und seit Jahren die Jugendkultur mitprägt.
Bei Desert Trip geht es allerdings eher gesittet zu. Statt dicht gedrängt vor der Bühne zu stehen, konnten die zumeist älteren Besucher auf Sitzen oder mitgebrachten Klappstühlen Platz nehmen und sich ausgesuchte Weine kredenzen lassen.
Viele Fans sahen in dem Festival eine der letzten Gelegenheiten, die Stars ihrer Jugendzeit noch einmal live zu sehen - und dann auch noch alle auf einen Schlag. "Das ist eine im Leben einmalige Gelegenheit, weil manche von denen nicht mehr lange da sein werden", sagte Besucher John Doutsas. Von den berühmten Rock-Opas hat nur Rolling-Stones-Gitarrist Ronnie Wood seinen 70. Geburtstag noch nicht hinter sich.
Ihr Publikum konnte sich die hohen Ticketpreise leisten: Die günstigsten Eintrittskarten kosteten umgerechnet 400 Dollar, die teuersten 1600. Das Festival wird in einer Woche mit den selben Musikern wiederholt. Insgesamt werden rund 150'000 Besucher erwartet.
(SDA)