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YANKEE-KLASSE
PROJEKT 667A - YANKEE-KLASSE war eine Klasse sowjetischer SSBN-U-Boote während des Kalten Krieges. PROJEKT 667A - YANKEE-KLASSE wurde mehrfach modernisiert und schließlich durch das verbesserte PROJEKT 667B - DELTA I-KLASSE abgelöst. 1958 begann das Entwicklungsbüro OKB-18 "Rubin" auf Befehl mit der Entwicklung eines neuen Typs von U-Booten mit ballistischen Raketen und nuklearem Antrieb, das PROJEKT 658 - HOTEL-KLASSE ersetzen sollte. Nachteile dieses alten Entwurfs waren die hohe Geräuschentwicklung, der unzuverlässige Kernreaktor sowie die Beschränkung der mitgeführten Raketen auf eine geringe Größe und ebenso geringe Anzahl, da bei der PROJEKT 658 - HOTEL-KLASSE die Raketen noch im Turmaufbau untergebracht waren. Der neue Entwurf sollte diese Nachteile nicht mehr aufweisen und wurde als PROJEKT 667 "Nawaga" YANKEE-KLASSE bezeichnet. Die NATO gab dem Projekt den Namen YANKEE-KLASSE doch mit dem Auftauchen der Modifikationen wurde daraus YANKEE-KLASSE. Anfangs wurden zwei Versionen entwickelt, von denen eine für die Serienfertigung ausgewählt wurde. Im weiteren Verlauf der Entwicklung stellte sich heraus, dass der genehmigte Entwurf einige Fehler aufwies und überarbeitet werden musste. Als Resultat entstand ein komplett neu konstruierter Typ unter der Bezeichnung PROJEKT 667A - YANKEE-KLASSE. 1962 war die Entwicklung abgeschlossen, sodass der Bau mit Zustimmung der sowjetischen Marineführung beginnen konnte. Bei der Entwicklung legte man Wert auf Stromlinienförmigkeit. Im Vergleich zur HOTEL-KLASSE sind die horizontalen Tiefenruder am Turm angebracht. Der Rumpf war zylindrisch geformt und in zehn Abteilungen gegliedert. Der Hüllendurchmesser betrug an der breitesten Stelle der Boote 11,7 m. Die Außenhülle des Druckkörpers bestand aus Stahl und war 40-mm stark, gestützt auf ein Gerippe aus 12-mm starken Spanten. Die Besatzung wurde bei diesem Projekt erstmals komplett in Kabinen untergebracht, so dass sich Seeleute aller Dienstgrade zwischen ihren Wachen ausruhen konnten, ohne ständig von vorbeilaufenden Matrosen gestört zu werden. Weiter verbessert wurde die Unterbringung durch eine eigene Klimaanlage in jedem Abteil. Die Luftaufbereitung im Druckkörper funktionierte hier erstmals automatisch und die Platten, die in älteren U-Bootstypen die Luft gefiltert hatten und wegen ihrer leichten Entflammbarkeit mehrere Unfälle verursachten, fielen weg. Der Kohlendioxidanteil in der Atemluft wurde unter 0,8 % gehalten, der Sauerstoffanteil bei etwa 25%. Der Hauptantrieb bestand aus zwei unabhängigen Einheiten (eine auf Backbord, eine auf Steuerbord), mit je einem Druckwasserreaktor und einer unabhängigen Dampfturbine. Die maximal mögliche Geschwindigkeit unter Wasser betrug 27 kn, reduzierte sich jedoch unter normalen Bedingungen auf 25 kn. Der Hilfsantrieb wurde zum Torpedoabschuss und als Notfall-Generator genutzt. Er lieferte auch die Energie um im aufgetauchten Zustand die Systeme des U-Bootes in Bereitschaft zu halten. Zur Geräuschreduzierung wurden neue, kavitationsarme Propeller entwickelt. Zudem überzog man den Druckkörper (die innere Hülle) mit einem Mantel aus Gummi, um die Geräuschabstrahlung zu minimieren. Die äußere Hülle erhielt ebenfalls einen geräuschabsorbierenden Überzug. Zur Entkopplung des Hauptantriebs verwendete man Gummimatten, die zwischen den Montagepunkten der Antriebsplattform und dem Druckkörper platziert wurden. Die U-Boote von PROJEKT 667A - YANKEE-KLASSE waren mit einem Gefechtsinformationssystem mit dem Codenamen "Wolke" ausgestattet. Die Summe an Informationen, die von Sensoren oder über Funk aufgefangen wurden, konnten so ausgewertet werden. Eine Schleppantenne "Paravan" konnte Funksignale bis zu einer Tauchtiefe von 50 m auffangen. Zur Navigation waren die ersten vier Serien-u-boote noch mit dem Navigationssystem "Sigma" ausgestattet. Jedoch konnte 1971 die Mannschaft von "K-411" während eines Einsatzes am Nordpol mit diesem Navigationssystem nur unter größten Schwierigkeiten die Position feststellen. Alle weiteren U-Boote wurden so mit dem satellitengestützten Navigationssystem "Tobol" ausgerüstet. "Tobol" lieferte verlässlichere Daten bei der Navigation in der Arktis und dem Pazifischen Ozean. Ebenso gestattete diese Modernisierung den U-Booten von PROJEKT 667A - YANKEE-KLASSE nun den Einsatz der Raketen in hohen Breitengraden (>85°), in denen das alte Sigma-System zu große Messfehler aufgewiesen hatte. Das Sonarsystem auf PROJEKT 667A - YANKEE-KLASSE trug den Decknamen "Kerch" und den Marinecode MGK-100. Man hatte es zwischen 1960 und 1963 entwickelt und erstmals auf PROJEKT 675 - ECHO II-KLASSE erprobt. Die U-Boote der 667A-Serie waren mit dem Raketenkomplex D-5 ausgestattet, der die 16 Interkontinentalraketen des Typs R-27 in ihren Silos kontrollierte. Der Komplex war in den Abteilungen 4 und 5 des U-Bootes untergebracht. Ausnahme waren neun U-Boote bei denen der verbesserte Raketenkomplex D-5U verbaut war. Die U-Boote mit diesem Komplex trugen dementsprechend R-27U Raketen und die Bezeichnung PROJEKT 667AU - YANKEE II-KLASSE. Das U-Boot durfte sich beim Abschuss nicht tiefer als 50 m befinden und seine Fahrt nicht schneller als 4 Knoten sein. Die Raketen wurden in vier Salven gestartet. Die Vorbereitungszeit betrug 8 Minuten und die Raketen wurden mit 8 Sekunden Abstand abgeschossen. Nach jeder Salve benötigte das U-Boot 3 Minuten, um wieder auf Abschusstiefe zu steigen, da das in die Silos eindringende Wasser das U-Boot abtauchen ließ. Zudem musste das U-Boot zwischen der zweiten und dritten Salve eine Pause von 20 bis 40 Minuten einhalten, um Wasser von den Tanks in die Startkanister zu pumpen. Die R-27 Rakete hatte eine Reichweite von 2400 km und traf ihr Ziel mit nicht mehr als 1,3 Kilometern Abweichung. Vier 533-mm und zwei 400-mm Torpedorohre am Bug waren zur Selbstverteidigung verbaut. Die 533-mm Rohre konnten bis zu Tiefen von 100 Metern eingesetzt werden, während die 400-mm Rohre gar bis 250 Meter Wassertiefe verwendet werden konnten. PROJEKT 667A - YANKEE I-KLASSE führte sechzehn 533-mm und vier 400-mm Torpedos als Munitionsvorrat mit. Die U-Boote waren für diese Rohre bereits mit automatischen Ladevorrichtungen ausgerüstet. An Bord waren entweder moderne SET-65 oder SAET-60M 533-mm Torpedos oder ältere Modelle, beziehungsweise der SET-40 Torpedo für die 400-mm Rohre. Weiterhin wurden hier erstmals serienmäßig Strela-2 Fliegerfäuste mitgeführt, um U-Jagd Flugzeuge und Hubschrauber von der Oberfläche aus angreifen zu können. Als Ergebnis der SALT- und START-Gespräche wurden zunächst zwischen 1979 und 1994 alle mit ballistischen Raketen ausgerüsteten Einheiten von PROJEKT 667A - YANKEE I-KLASSE entweder außer Dienst gestellt oder zu U-Booten des Projekts 667AT YANKEE NOTCH-KLASSE umgerüstet. Heute befindet sich kein U-Boot des Projekts 667A - YANKEE I-KLASSE und seiner Varianten mehr im Einsatz. 2010 wurde mit KS-411 - "ORENBURG" das letzte U-Boot verschrottet.