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Der Lebenslauf meines 256 D 19 AK Flach - Eckhaubers , mit kantig- breiter Motorhaube der 1.Generation der
Modellreihe " 256 ".
Anfang des Jahres 1981 wurde der 256 D 19 AK in "Schweizer Breite" vom damaligen Generalimporteur ,
der Firma Hämmerli AG , Generalvertretung der Magirus-Deutz-Fahrzeuge, 5604 Hendschiken , (AG / Schweiz)
in die Schweiz importiert.
Wahrscheinlich stand zu diesem Zeitpunkt schon fest , dass aus diesem Fahrzeug ein sogenanntes "Vorführfahrzeug" werden sollte. Vielleicht gerade deshalb wurde der Wagen optisch einwenigaufgewertet. Die Fahrgestell Lackierung
im üblichen Karminrot (RAL 3002) wurde belassen. Die Lackierung des Fahrerhauses im serienmässigen Grauweiss
(RAL 9002) wurde in das damals Baustellenfahrzeug typische Kieselgrau (RAL 7032) umlackiert.
Ausserdem wurde das Fahrerhaus durch zwei Streifen in brauntönen etwas aufgewertet. Ausserdem wurde die
bestehende Zweileiter - NATO - Anhängerbremsanlage auf die damals übliche Zweileiter - CH - Anhängerbremsanlage umgebaut. Denn nahezu jedes Baugeschäft hatte einen Kipper-Anhänger oder einen Tiefgänger.
Der erste Eintrag im Wartungsheft wurde am Dienstag dem 10.März 1981 bei einem Kilometerstand von 196 gemacht.
Was auf den "Übergabedurchsichts-Service" - wie damals der heutige Ablieferungsservice bezeichnet wird ,
schliessen lässt.
Während der Zeit von Mitte März bis Ende April 1981 war das Fahrzeug für den Aufbau eines 3 - Seiten - Kippers
bei der schweizerischen Firma METANOVA in Cressier / Neuenburg , welche folgende Arbeiten ausführte :
Aufbau der METANOVA Kipperbrücke in der damals typischen Schweizerbreite von 2300 mm inklusive des Hilfsrahmens
und der hydraulischen Anlage, mit der Produktionsnummer 16256.
Die Abänderung der Hecktraverse , zur tiefergesetzten Aufnahme der Bolzenkupplung des Typs " Rockinger 263G150 "
mit einer Anhängelast von 40 Tonnen und der damals üblichen "CHAnhängerbremse" (indirekte Zwei - Leiter - Druckluftbremse). Somit war das Fahrzeug , für die damaligen Verhältnisse , auch für anspruchsvollere Zugwagen Aufgaben ausgerüstet...
Somit war der 256 D19 AK bereit für die Schweizer Kundschaft !
Der Lastwagen wurde sogar an einem der bekannten "Magirus Tage" auf dem Areal der Hämmerli AG Nutzfahrzeuge ausgestellt. Und er wurde auch probeweise an die interessierte Kundschaft in der ganzen Schweiz ausgeliehen.
Was sich nebst meinen Recherchen, und durch den zweiten Eintrag im Serviceheft vom Montag dem 14.Dezember
1981 belegen lässt. Das Fahrzeug hatte an diesem Tag einen Kilometerstand von 2'980km. Diese Aufgabe als
"Vorführfahrzeug" zog sich weiter bis im Mai des Jahres 1982. Da fuhr der damalige Verkäufer der Firma Hämmerli Nutzfahrzeuge , Herr Wyss, mit einem Interessenten aus dem Berner Oberland auf der Beifahrersitzbank ,
auf die Parzelle eines Bauernhofes im aargauischen Buchs. Auf dem Schild neben der Türklingel stand "G.Gysi".
Es wurde nicht lange gefackelt. Es hiess einfach nur " Hast Du Interesse an dem Kipper ? Wenn nicht , dann geht er
in's Berner Oberland." Darauf bekam der Verkäufer die Bauerntypische Antwort :" Er ist gekauft , aber ich will noch
eine Runde drehen. "
So begann der Flach - Eckhauber seinen Dienst am Donnerstag dem 3.Juni 1982 , bei G.Gysi mit knapp über 3'000 Kilometern auf dem Tachograph. Die Sonnenblende wurde montiert , ein ganz besonderer Hingucker wurde die
"Rohluft - Dachansaugungsanlage", welche verchromt wurde.
Und da war da noch etwas was fehlte; die Winterdienstausrüstung des Kantons. Bestehend aus einer massiven Schneepflugplatte und des dazugehörigen Schneepfluges, sowie eines Salzstreuers. Somit war die Ausrüstung des Fahrzeuges komplett.
In den darauf folgenden 25 Jahren gab es einiges zu erleben. Nebst den üblichen Kipper Aufgaben, gab es auch Einsätze als Zugfahrzeug für Tiefgänger und dergleichen. Ebenso wurde der Winterdienst mit Schneepflug und Salzstreuer mit
ihm bewältigt. Auch der Nachwuchs der Familie Gysi übte mit Vaters " Perle " fleissig für die Lastwagen - Führerprüfung. Während all den Jahren war der Magirus ein treuer und zuverlässiger "Mitarbeiter".
Nur selten waren kleinere Instandstellungen nötig. Bei den kleinen Reparaturen lernte ich den Baubullen und dessen Besitzer kennen. Herr Gysi begegnete mir sehr verständnisvoll und erfreut über meine grosse Sympathie für diese Lastwagenmarke. Jedes mal wurde mir eine Probefahrt mit dem schönen Flach - Eckhauber gegönnt.
So kamen wir ins Gespräch und ich bekundete schon bald mein Interesse an seinem besonders schönen Baubullen Exemplar, im Falle einer Erneuerung des "Fuhrparks Gysi".
Wie man es von den Bauern her kennt , ein Mann ein Wort. Als ein Ersatz in greifbare Nähe rückte, fragte mich Herr
Gysi an, ob mein Interesse immer noch so gross sei an seinem Flach - Eckhauber.
So kam es dann soweit , dass ich den recht gut erhaltenen "Oldtimer " mein Eigen nennen durfte und eine solide
Substanz für dessen Restaurierung hatte.