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Hedda Gabler dachte, dass ihr als Ehefrau des Kulturhistorikers Jörgen Tesman ein gutbürgerliches, finanziell sorgloses Leben bevorsteht. Aus den Flitterwochen zurückgekehrt, ist sie sich da nicht mehr so sicher. Tesman hat sich nämlich verschuldet, um ihr neues gemeinsames Haus zu kaufen. Ihm bereitet das keine Sorgen, schliesslich rechnet er fest damit, demnächst zum Professor berufen zu werden. Diese Aussicht rückt in weite Ferne, als Heddas ehemaliger Liebhaber Ejlert Lövborg plötzlich auftaucht. Seine neuste Publikation ist so erfolgreich, dass nun er als Spitzenkandidat für die Professur gehandelt wird. Seinen wilden Lebenswandel, weswegen Hedda sich einst gezwungen sah, ihn zu verlassen, hat Lövborg inzwischen aufgegeben. Konfrontiert mit ihrer Vergangenheit, die vielleicht doch zu einer lebenswerten Gegenwart hätte werden können, zweifelt Hedda plötzlich an ihrer Zukunft. Regisseurin Heike M. Goetze liest Hedda Gabler als Stück, dessen Figuren angesichts des Scheiterns von Sprache an ihre Grenzen gelangen, sodass Handeln gefragt ist. Aber welche Handlungen sind überhaupt noch möglich, wenn die Gesellschaft genau vorgibt, was aus einem werden kann oder darf?