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Das Habsburg. Urbar nennt um 1300 die Grafschaft bzw. Amt und Herrschaft L. Diese deckte sich fast mit der alten Grafschaft Oberrätien und umfasste den Personenverband freier Leute im Rheintal südlich der Landquart und im Vorderrheintal, die über ein eigenes Gericht verfügten und v.a. in der Surselva siedelten, mit geschlossenen Gruppen in L. und Sevgein. Eine Gerichtsstätte befand sich in Chur, die andere, für sämtl. Freien ob dem Flimserwald, zu Sessafret (heute Saissafratga oder Sassfau) beim Rheinübergang in Castrisch. Auf der Burg Langenberg (rätorom. Cuolm Liung) bei L. residierte der habsburg. Vogt, dem die Ausübung der Gerichtsbarkeit und der Schutz des Jahrmarktes oblagen. Letzterer fand um den Gallustag auf der Flur Marcau südlich von Langenberg am Lukmanierweg statt; u.a. nahmen Kaufleute von Lugano daran teil. Ab 1342 waren die Freien im Pfandbesitz der Gf. von Werdenberg. 1395 Beitritt zum Grauen Bund, 1428 Loskauf von den Werdenbergern, 1434 Unterstellung als freie Gotteshausleute unter den Schutz des Bistums Chur. 1518 lösten sich L. und Sevgein infolge innerer Streitigkeiten aus dem Gerichtsverband der Freien ob dem Wald und bildeten eine eigene Gerichtsgem.: 1548 erster Gemeindebrief (Gerichtsstatuten) von L.-Sevgein. 1851 Zuteilung zum Kreis Ilanz.
Literatur
– P. Tuor, Die Freien von L., 1903
– L., 1978
Autorin/Autor: Martin Bundi