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Ein Geschwür ist ein Haut- oder Schleimhautdefekt, der bis in tiefere Gewebsschichten eindringt (Abbildung). Im Folgenden geht es um die besonders häufigen Geschwüre in der Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm. Letzterer schliesst sich unmittelbar an den Magenausgang an. Die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts kann jedoch an jeder Stelle geschädigt werden. Ein Geschwür ist ernst zu nehmen, obschon es sich um eine gutartige, entzündliche Erkrankung, nicht um Krebs handelt. Abgesehen von Schmerzen kann es schwere Komplikationen verursachen.
Zwölffingerdarmgeschwüre sind häufiger als Magengeschwüre. In der Umgangssprache unterscheidet man oft nicht zwischen den beiden Lokalisationen und spricht überwiegend vom Magengeschwür. Männer sind öfter betroffen als Frauen. Insgesamt sind Geschwürserkrankungen in den letzten Jahren seltener geworden, was mit Ernährungsgewohnheiten und wirksamen Magenmedikamenten zusammenhängt. Hauptursache des Magengeschwürs ist die chronische Gastritis, verursacht durch das Bakterium Helicobacter pylori. In diesem Sinne stellt das Magengeschwür eine Komplikation der chronischen Magenschleimhautentzündung dar.
Geschwür, ein tiefliegender Defekt von Haut oder Schleimhaut. Adjektiv: ulcerosa bzw. ulcerös, geschwürig.
Zwölffingerdarm; davon abgeleitet: duodenal.
Durchbruch, z.B. durch die Magen- oder Darmwand, es entsteht ein „Loch“. Verb: perforieren.
Rückfall, wiederholte Erkrankung: Adjektiv: rezidivierend.
Beim Gesunden besteht ein Gleichgewicht zwischen schützenden und die Magenschleimhaut angreifenden Faktoren. Schützend wirken die Schleimschicht und gute Durchblutung, der Mageninhalt hingegen enthält aggressive Substanzen wie Magensäure, Enzyme und Nahrungsbestandteile. Bei einer Störung dieses physiologischen Gleichgewichts nehmen schleimhautschädigende Faktoren überhand und es entsteht ein Ulkus. Die Ursachen für ein Ungleichgewicht sind vielfältig.
Ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren ist am Entstehen von Ulzera beteiligt, wobei jeweils der eine oder andere Faktor überwiegt. In Frage kommen insbesondere: Bakterien, verminderte Durchblutung, ungenügende Schleimbildung, gesteigerte Produktion von Magensäure, Stresshormone.
Die Beschwerden bei Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren sind oft nicht von denen einer Magenentzündung (Gastritis) zu unterscheiden: Appetitlosigkeit, Völlegefühl, dumpfe oder stechende Schmerzen im Oberbauch, Unverträglichkeit von bestimmten Nahrungsmitteln, Magenbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Aufstossen.
Nur selten lässt sich aufgrund der Symptome beurteilen, ob das Ulkus im Magen oder im Zwölffingerdarm liegt. Für das Magenulkus (ulcus ventriculi) typisch ist, dass es sich eher bei vollem Magen störend bemerkbar macht. Das Zwölffingerdarmgeschwür (ulcus duodeni) tendiert dagegen zu „Nüchternschmerz“, der nachts oder vor dem Essen auftritt und durch Nahrungsaufnahme gemildert wird. Manchmal lässt sich das Schmerzmaximum im Oberbauch punktförmig genau mit der Fingerspitze zeigen.
Aber nicht immer besteht ein typischer Ulkusschmerz, es gibt auch schmerzlose Verläufe, die sich erst durch das Auftreten einer Komplikation verraten. Manche Geschwüre, insbesondere im höheren Lebensalter („Altersulkus“) und die akut entstehenden Stressgeschwüre können ohne Vorwarnung bluten oder perforieren.
Spontanheilungs- aber auch die Rezidivrate von Geschwüren sind hoch. Treten Magen- oder Darmgeschwüre wiederholt auf, spricht man von Ulkuskrankheit.
Komplikationen von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren können akut oder allmählich auftreten und lebensbedrohend sein:
Akut machen sich bemerkbar:
Allmählich sich anbahnende Komplikationen sind:
Beeinflussen lassen sich einige Risikofaktoren von Magengeschwüren. Prinzipiell ist die beste Vorbeugung von Magengeschwüren die rechtzeitige ärztliche Abklärung von Magenproblemen wie Magenschmerzen oder Magenbrennen. Deshalb sollte jeder Reizmagen nach 3 Wochen erfolgloser Therapie endoskopisch und mittels Biopsien (feingewebliche Untersuchung) abgeklärt werden.
Gegen Magenbrennen, eine häufige Begleiterscheinung des Geschwürs:
Alarmsymptome, die dringend eine ärztliche Beurteilung erfordern:
Das diagnostische Schlüsselverfahren ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Dazu schiebt der Arzt ein dünnes, flexibles Glasfaserkabel, das vorne eine Beleuchtung und eine Optik hat, in den Magen. Magen und Zwölffingerdarm werden von innen inspiziert. So lassen sich auch anderweitige Magenkrankheiten erkennen oder ausschliessen (Magenentzündung, Krebs). Es werden Magensaft und aus auffälligen Stellen Gewebsproben (Biopsien) entnommen und feingeweblich sowie bakteriologisch (Helicobacter-Bakterien) untersucht.
Sie erfolgt mit verschiedenen, gut wirksamen Medikamenten.
Insgesamt hat sich in den vergangenen 25 Jahren die Therapie weg von der Operation auf die medikamentöse Behandlung verlagert. Dennoch kann nicht immer auf eine Operation verzichtet werden: