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Das Megaletoskop von Carlo Ponti
Der zwischen 1822 und 1824 in Sagno, im Kanton Tessin, geborene Carlo Ponti, liess sich als Optiker und Fotograf in Venedig nieder. Ab 1860 entwickelte er den «Aletoscopio» (von Griechisch «wahr», «exakt» und «Beobachtung»), ein Betrachtungsgerät für grossformatige Bilder.
1862 entwickelte er den «Megaletoscopio», eine grössere Version des Aletoscopio, und beauftragte den Kunstschreiner Demetrio Puppolin mit der Herstellung. Dieses Exemplar aus lackiertem Nussbaum, entgegen seines Namens von der Grösse eines Megaletoskops, besitzt ein ovales Keramikschild mit dem Namen C. Naya.
Obwohl Carlo Ponti 1862 die Exklusivität für dieses Fabrikat angemeldet hatte, verlor er dieses Privileg wenig später aufgrund der administrativen Wirren, die nach dem Beitritt Venetiens zu Italien im Oktober 1866 eintraten. So konnten auch andere Fotografen dieses Gerät herstellen und verkaufen, darunter Naya, gegen den lange ein Gerichtsverfahren lief…
Das Megaletoskop wurde verwendet, um Fotografien auf zwei verschiedene Arten mit Tag- und Nacht-Wirkung zu betrachten. Durch ein optisches System sieht der Betrachter stark vergrösserte Bilder.
Das «Tag»-Bild: Die seitlichen Klappen werden geöffnet, damit das Tageslicht die Fotografie von vorne erhellen kann. Es handelt sich um einen Abzug auf sehr feinem Albuminpapier, der mit anderen Bestandteilen auf einen Holzrahmen mit Griffen montiert ist. Das Gehäuse des Geräts lässt sich um 90 Grad drehen, damit auch Bilder im Hochformat betrachtet werden können.
Das «Nacht»-Bild: Wenn man die seitlichen Klappen wieder schliesst und dafür die dritte Klappe auf der Rückseite des Geräts öffnet, das vor einer Lichtquelle aufgestellt wurde, erscheint durch die Beleuchtung von hinten eine farbige nächtliche Szene mit einer ganz anderen Stimmung.