Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03386.jsonl.gz/2369

In der überwiegenden Mehrheit der Stellenausschreibungen wird das Gehalt nicht angegeben, da es in der Regel von der Erfahrung des Mitarbeiters abhängt. Allerdings entscheiden sich 19% der Unternehmen, ihre an einer bestimmten Stelle angebotenen Gehälter öffentlich bekannt zu machen. Die Ankündigung von Lohnunterschieden erhöht das Interesse an den Angeboten, sogar um mehrere Dutzend Prozent. Der Druck der Arbeitnehmer kann Arbeitgeber dazu zwingen, solche Informationen in ihre Anzeigen aufzunehmen.
- In Polen zeigen die Arbeitgeber ihren Verdienst nicht in den Stellenanzeigen. Häufig weiß ein Kandidat bei der Bewerbung um eine Stelle nicht, ob diese seinen Erwartungen entspricht oder nicht. Dadurch verschwenden wir als Kandidaten und Arbeitgeber, die sich mit Kandidaten treffen, viel Zeit. Das Thema Verdienst ist ein wenig tabu, erst nach dem ersten oder zweiten Treffen finden die Kandidaten heraus, ob es 3, 8 oder 15 Tausend sein sollen. Es ist bekannt, dass diese Fächer manchmal völlig uninteressant sind", betont Michał Młynarczyk, Geschäftsführerin in Devire, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Newseria Biznes.
In Polen entscheiden sich Unternehmen nur sehr selten dafür, eine Gehaltsabrechnung in die Stellenanzeige aufzunehmen, da das angebotene Gehalt oft von der Erfahrung des Mitarbeiters bestimmt wird. In den angelsächsischen Ländern, in denen die Arbeitslosigkeit seit Jahren niedrig ist, werden die Verdienste traditionell in der Ankündigung angegeben. Das spart nicht nur Zeit, sondern zieht auch mehr Kandidaten an.
- Es wird geschätzt, dass sich etwa 60 Prozent mehr Kandidaten auf die Anzeige, in der wir ihr Gehalt angeben, bewerben werden als auf die Anzeige, in der es keine solchen Informationen geben wird - schätzt Mlynarczyk.
Wie 55% der von GoldenLine befragten Personen zugeben, fehlt es den Stellenangeboten am meisten an den eben genannten Gehältern. Daher kann die Anwendung der Vergütung mehr Kandidaten anziehen. Die Rekrutierungsportale SMART Recruit Online und Jobsite schätzen, dass die Bekanntgabe von Gehaltsspreads das Interesse an Angeboten um 30% erhöht hat. Der Mangel an solchen Informationen, insbesondere in Branchen, die unter einem Mangel an qualifiziertem Personal leiden, kann mit einer geringen Anzahl von Rekrutierern in Verbindung gebracht werden.
- Der beste Weg, um in Polen etwas zu bewirken, besteht darin, den Druck auf die Arbeitnehmer zu erhöhen. Wenn sich Arbeitnehmer nicht bewerben, wenn sie die Informationen über das finanzielle Angebot nicht so sehen, wie es bei unseren westlichen Nachbarn der Fall ist, dann werden automatisch Kunden von Personalvermittlungsunternehmen oder Arbeitgeber gezwungen, diese Informationen in Anzeigen zu geben. Werfen wir einen Blick auf den IT-Markt - derzeit enthalten 80 Prozent der Anzeigen Tarife, denn in diesem Markt ist es so schwer, einen Mitarbeiter zu finden, dass es sich nicht lohnt, ein Angebot ohne eine offene Gabelung zu veröffentlichen - überzeugt den Vertreter von Devire.
Die Umfrage für das HRK Employer Branding zeigt, dass sich derzeit etwa 19 Prozent der Unternehmen bereits in der Ankündigung für die Festlegung der Vergütung entscheiden. Im Jahr 2014 betrug sie nur noch 3,5%. (GoldenLine-Daten). Laut Michał Młynarczyk wird die Vergütung jedes Jahr in immer mehr Anzeigen offengelegt.
- Die Arbeitslosigkeit geht ständig zurück, sie ist historisch gesehen die niedrigste, so dass eine vollständige Öffnung für die Bezahlung unvermeidlich ist. Dies ist ein Prozess - in einigen Bereichen wird er sicherlich schneller ablaufen, in anderen wird er mehr Zeit in Anspruch nehmen. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten 15 Jahren eine Situation erreichen werden, in der diese Gehälter in der polnischen Werbung offen sein werden, es sei denn, es kommt zu einer Krise und erhöhter Arbeitslosigkeit - so die Analysen der Experten.
Der von TNS Polska für das Portal Pracuj.pl durchgeführte Bericht "Polen sprechen über die Vergütung" zeigt, dass 46% der Menschen die Vergütung anderer Personen, die eine ähnliche Position in der gleichen Branche innehaben, wissen möchten, vor allem junge Menschen (64% der Personen im Alter von 18-29 Jahren). Nach Ansicht von 12% der Befragten ist es die mangelnde Kenntnis über die Verdienste anderer Personen in einer ähnlichen Position, die eine Schwierigkeit bei der Verhandlung über die Verdienste mit dem Arbeitgeber darstellt.
- Die Offenlegung des Gehalts hat gewisse Konsequenzen. Es ist wichtig, dass die Unternehmen, die sich dafür entscheiden, Offenheit und Transparenz der Lohnsysteme im Inneren anwenden. Wenn ein Arbeitgeber in einer Anzeige ein Gehalt ausweist und fünf Personen für diese Position beschäftigt, wobei jeder von ihnen anders verdient, ist bekannt, dass es zu einem Konflikt, einer Kündigung oder zumindest zu einer Krise kommen wird, die vom Arbeitgeber bewältigt werden muss - erklärt Mlynarczyk.
Das letztjährige Dokument "Code of Best Practice for WSE Listed Companies" der Warschauer Börse empfiehlt die Vorlage von Berichten über die Vergütungspolitik. Nach Ansicht des Experten ist dies einer der ersten Schritte, der sich auf die Transparenz der Verdienste in Polen auswirken kann.
- Der erste Schritt ist die Transparenz der Vergütung innerhalb des Unternehmens. Verschiedene Arten von Gehaltsabrechnungen helfen dabei, viele Unternehmen veröffentlichen solche kostenlosen Bewertungen. Auch jetzt, wenn das Gehalt nicht in den Anzeigen veröffentlicht wird, können wir durch Eingabe der entsprechenden Stellenbezeichnung zu dem Gehalt kommen, das darauf steht. Solche Gehaltsabrechnungen sind sehr nützlich, wenn man mit dem eigenen oder zukünftigen Arbeitgeber spricht, man kann sich auf zuverlässige Daten beziehen, nicht auf seine Vision - betont Michał Młynarczyk.