Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03630.jsonl.gz/352

Sein Team will in einer dreieinhalb Meter hohen, ballonförmigen Kammer durch das Einspritzen von Wassertropfen eine künstliche Wolke erzeugen. Durch die tiefe Temperatur in der Kammer, idealerweise kälter als minus fünf Grad Celsius, kühlen die Tröpfchen ab, ohne selbst zu gefrieren, erklärte Bacher.
«In diesen Nebel werden Kristallisationskeime eingebracht, die wie Magnete wirken und grössere Kristalle bilden, die als Schnee aus dem Wolkenbehälter fallen», sagte er. So könne ein hochwertiger Neuschnee mit relativ geringer Dichter produziert werden, der dem Pulverschnee sehr ähnlich sei.
Die neue Technologie verbrauche weniger Energie und Wasser als herkömmliche Schneekanonen, erklärte der Lawinen- und Naturgefahrenexperte. Diese könnten aus einem Kubikmeter Wasser nur rund zwei Kubikmeter Schnee erzeugen. «Wir können aus einem Kubikmeter Wasser bis zu 15 Kubikmeter Pulverschnee produzieren.»
Tests am Berg
In Obergurgl soll nun den ganzen Winter über unter realen Bedingungen geforscht werden. Danach will der Wissenschaftler den ersten Prototypen herstellen, der in zwei Jahren marktreif sein soll. In vier Jahren könne die Technologie grossflächig eingesetzt werden, gibt sich Bacher optimistisch.
«In Zukunft könnte mit dem herkömmlichen Kunstschnee aus Schneekanonen eine feste Unterlage geschaffen werden und darauf eine pulvrige Schicht mit unserer Technologie», sagte der Forscher. Sein Ziel sei es, mit seiner Methode zukünftig 40 Prozent des Kunstschnees zu produzieren.