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Das Opfer A. ist 1993 als Fünfjährige mit ihrer Halbschwester B. – sie gab vor, Mutter des Kindes zu sein – von einem Flüchtlingslager (Kenia) in die Schweiz gekommen (1995 nach Freiburg). Die Halbschwester versuchte, das Mädchen nach strengen Regeln aus dem Herkunftsland Somalia zu erziehen. Weil ihr dies nicht gelang, brachte sie die 13-Jährige zur richtigen Mutter, einer Nomadin, nach Somalia zurück.
Eines Tages erschien die Frau mit dem Messer. A. beschreibt es so: «Wir drei Mädchen sassen unter einem Baum. Es gab keine Anästhesie. Man steckte mir ein Stück Holz zwischen die Zähne, um das Schreien zu verhindern. Während sieben Tagen hatte ich die Beine zusammengebunden. Das Wasserlassen war ein einziger Schmerz.»
2004 gelang A. die Flucht. Mit dem Verkauf einer Goldkette, die sie bei einer Halbschwester gefunden hatte, kam sie zu etwas Geld. Von Kenia aus schaffte es die 17-Jährige, über Internet mit einer ehemaligen Lehrerin Kontakt aufzunehmen. Diese schaltete die Bewegung «Sentinelles» ein. Dank dieser Institution konnte A. vor zwei Jahren in die Schweiz zurückkehren.
Die beiden Halbschwestern leben heute in Freiburg, doch nicht mehr unter dem gleichen Dach. il