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Die "Revolution von Vail" im Jahr 1965pkl. Patrick Lang, langjähriger Mitarbeiter von skionline.ch, nimmt an seiner 20. Ski-WM teil. Der Sohn vom Weltcup-Gründer Serge Lang war schon 1970 in Groeden/Val Gardena dabei. Bis Ende der WM in Vail/Beaver Creek schildert er exklusiv einige seiner Highlights in all diesen Jahren.
Vail und Beaver Creek sind zwei ziemlich "junge" Skiorte – Vail wurde 1962 lanciert und Beaver Creeks erster Skilift funktionierte erst Anfangs der 1980er-Jahre – aber spannende Skigeschichte wurde in dieser Gegend bereits geschrieben, als vor 50 Jahren mit den Internationalen Team-Event eine grosse Revolution im internationalen Skirennsport ihren Anfang nahm.
Die Olympiamedaillen in Silber und Bronce von Bill Kidd und Jimmy Heuga (im Bild mit Bob Beattie, Mitte) im Slalom von Innsbruck 1964 lösten damals grosses Interesse in USA aus – und nicht nur weil sie die ersten für das US-Männerteam waren. Die Rennen wurden auch in der Heimat von ABC Sports übertragen. Das Publikum zuhause freute sich auch sehr über die Medaillen der attraktive Jean Saubert, die, wie die Goitschel Sisters, im Riesenslalom und im Slalom zweimal aufs Podest stiegen konnte.
Roone Arledge, der erste Sportschef von ABC, war darüber begeistert und fragte danach seinen Freund Bob Beattie, den damaligen „US Alpine Director“, wie er ihn weiterhelfen könnte. Beattie brauchte nicht lange, um das goldene Ei zu legen: er schlug vor, in nächsten Winter die Kosten eines Internationalen Team-Wettbewerbs in Vail zu übernehmen. Vail war damals ein kleines Nest mir nur wenigen Gebäuden inklusive der legendären "Vail Lodge". Aber der Gründer des Skiortes, Pete Seiberg, war ein grosser und treuer Skifan, der die kleine US-Mannschaft von Anfang an stark unterstützte.
Beattie lud dann die zwei stärksten Mannschaft aus Europa – Österreich und Frankreich – im März 1965 nach Colorado ein. 1964 hatten ja die Schweizer in Innsbruck keine einzige Medaille holen können. Sie mussten dann bis März 1966 warten, um auch an diesem Event in Sun Valley teilnehmen zu dürfen. Der erste Team-Wettkampf in Vail war spannend vom ersten bis zum letzten Tag – in dieser Zeit fuhren zukünftige Skilegenden wie Jean Claude Killy, Guy Perillat, Marielle Goitschel, Karl Schranz, Heini Messner oder Bill Kidd mit – und das Publikum sowie die TV-Zuschauer waren von den Rennen begeistert.
Beattie’s damaliges Ziel war klar: er wollte regelmässig in USA wichtige internationale FIS-Rennen organisieren. Zum Beispiel im März nach den "Classics" in den Alpen, in Oberstaufen, Hindelang, Adelboden, Grindelwald, Badgastein, Kitzbühel, St Gervais, Megève, 3-Tre oder den Kandahar Rennen. Er fand damals auch noch etwas Geld um einige internationale Ski-Journalisten einzuladen, inklusiv seinen grossen Freund Serge Lang, der seit vielen Jahren für diverse Zeitungen in der Schweiz und in Frankreich über die wichtigsten Skirennen berichtete.
Der in Basel wohnende Elsässer war von den Rennen in Vail sofort begeistert und freute sich auch über das grosse Interesse bei den Teams. Er kam auch 1966 nach Sun Valley (Idaho) zurück, wo die zweite Ausgabe des Team-Events durchgeführt wurde. Damals gab es schon eine noch private europäische Version des zukünftiges Weltcups, die "Challenge de l’Equipe", die er im Sommer 1965 mit Hilfe der französische Sportzeitung "L’Equipe" lanciert hatte. Sieger waren Karl Schranz und Marielle Goitschel.
Lang hatte danach oft mit Beattie über eine internationale Erweiterung dieses Punktewettbewerbs diskutiert und die Rennen in Vail und Sun Valley hatten ihn vom Potential des amerikanischen Ski-Marktes überzeugt. „Ohne den Team-Event in Vail wäre sicher nichts passiert. Es hat uns dann gezeigt, dass der Skirennport wirklich einen Weltsport werden könnte – die Zeit für die Gründung des Ski-Weltcups war reif,“ schrieb der im November 1999 verstorbene Franzose, der zuvor im Februar in Vail seine letzte WM miterleben konnte.
Fotos: pk / Collection Bob Beattie
|10:50 02.02.2015||Kalender / Resultate||Schweizer Athleten|
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