Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03235.jsonl.gz/584

Künstlername: Gilberto Silva
Kompletter Name: Gilberto Aparecido da Silva
Geburtsdatum: 07/10/1976
Geburtsort: Lagoa da Prata (MG)
Position: Mittelfeld
Link: Fehlanzeige
Vereine:
2015: Karriereende
2014: Vereinslos
2013 bis 2014: Atlético Mineiro (MG)
2011 bis 2012: Grêmio FBPA (RS)
16/07/2008 bis 2011: Panathinaikos
2002 bis 15/07/2008: Arsenal London
2000 bis 2002: Atlético (MG)
1997 bis 1999: América (MG)
WM-Einsätze Seleção:
WM 2010 Südafrika
WM 2006 Deutschland
WM 2002 Japan/Südkorea
Gilberto Silva wurde als Gilberto Aparecido da Silva am 07.Oktober 1976 in Lagoa da Prata im Bundesstaat Minas Gerais geboren. Er begann wie alle anderen Jungs früh mit dem Fussballspiel auf der Strasse, seine professionelle Karriere begann er im Verein América MG im Jahre 1996, also mit 20 Jahren. Eine seiner härtesten Zeiten hatte er da bereits hinter sich, als er nach eigenen Worten das Fussballspielen mit knapp 16 Jahren zunächst wieder aufhören musste, zurück zu seiner Familie in seine Heimatstadt kehrte und in einer schweren Zeit seiner Familie mit Arbeiten helfen musste.
Er arbeitete unter anderem in einer Fabrik für Süssigkeiten und später in einem Steinbruch, bevor er sich dann wieder dem Fussball zuwenden konnte. Bei América MG wurde er unter Vertrag genommen und dort spielte er zwei Jahre, bis der erste grosse Aufstieg zum grössten und bekanntesten Club von Minas Gerais – Atlético Mineiro folgte. Mit diesem Verein errang er auch seinen ersten Titel, die Bundesstaatenmeisterschaft von Minas Gerais – ein erster kleiner Erfolg und grosser Schritt in der Karriere des Spielers Gilberto Silva.
Auch der damalige Trainer der Nationalmannschaft Luiz Felipe Scolari interessierte sich nun für den jungen, dynamischen Spieler im Mittelfeld, der es schon damals zu verstehen wusste, sowohl Pässe nach vorn in den Lauf des Sturmes zu spielen, als auch gleichzeitig als starke Stütze in der Abwehr zu spielen. Er wurde also bald in die Nationalmannschaft zu seinem Debüt in der Seleção berufen, ein 3:1 für Bolivien in La Paz im Qualifikationsspiel im Jahre 2001 war jedoch nicht der beste Einstieg in den Nationalkader. Der Mittelfeldspieler verbesserte sich stetig in einem brasilianischen Team, das kurz davor stand, das erste Team in der Geschichte zu sein, dass sich nicht für eine Weltmeisterschaft – in diesem Falle im Jahre 2002 in Asien – qualifizieren würde. Bei seinem zweiten internationalen Auftritt machte Gilberto Silva dann aber einiges gut im Trikot der Kanariengelben, sich an die Niederlage in Bolivien erinnernd. Er schoss sein erstes Tor für Brasilien in einem Freundschaftsspiel gegen eben wieder Bolivien, diesmal zu Hause in Goíania – Brasilien gewann haushoch!
Als Brasilien das Weltcupfinale ein Jahre später in Asien erreichte, war er einer der wenigen Spieler der Nationalmannschaft, der in jeder Minute des Erfolges des Teams auf dem Platz gestanden hatte. Die Brasilianer gewannen alle Spiele und gerade Gilberto Silva´s Hartnäckigkeit und Zähigkeit in allen Situationen auf dem Mittelfeld erlaubte den atmosphärischen Spielern wie Juninho und Ronaldinho, herausragende Gelegenheiten rauszuspielen und gerade auch für die beiden Stürmer Ronaldo und Rivaldo war er nicht selten die vorarbeitende Hand. Silvas Platz im Kader wurde durch den Erfolg in der WM 2002 mit dem Gewinn der Trophäe zum 5. Mal gesichert – keine Frage! Und seine Erfolge und sein Auftritt bei eben gerade diesem Turnier, aber auch zu Hause im Team von Atlético war Grund für das rege Interesse von Arsene Wenger, dem Trainer von Arsenal London, England. Herr Wenger hatte schon immer eine ausgesprochene Schwäche für junge, talentierte Brasilianer, die seinen Kader bereichern könnten, unter anderem hatte er schon Edu und auch Silvinho von den Corinthians São Paulo über den grossen Teich in die englische Liga geholt.
Gilberto Silva machte schliesslich den Sprung nach Europa im Juli 2002 für eine Ablöse von nicht ganz unbeachtlichen 4,5 Millionen Pfund. Für den Spieler war es natürlich eine absolute Neuheit und er war unglaublich erfreut und aufgeregt, in Zukunft mit so grossen Spielern wie Patrick Vieira etc. zu spielen, mit eben diesem sogar noch im direkten Spiel im Mittelfeld. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich viel über den englischen Fussball erfahren und auch diese Umstellung sollte Überraschungen für ihn bereithalten. Gleich in seiner ersten Saison 2002/2003 übertraf er 40 Spiele und spielte sich mehr und mehr als Partner von Vieira ins Team, im zentralen Mittelfeld als kongenialer Passgeber. Seine internationale Erfahrung war ein grosses Plus für seine Position und für die Nordlondoner in Europa, wenn auch ein kleines Tief seiner Leistungen mit dem Ausscheiden in der europäischen Champions League zusammenfiel.
Wie auch immer, nach einem guten Start war die zweite Saison Gilberto Silva´s in London nicht sehr von Erfolg gekrönt, er sah sich immer öfter hinter seinem Landsmann Edu in der Hackordnung. Er traf dann doch vier Mal in dieser Saison und hoffte, dass er auch in den Augen von Trainer Wenger und dem technischen Team weiterhin als regulärer Partner von Vieira im Team spielen würde. Leider jedoch ging es in der darauf folgenden Saison 2004/2005 mit Problemen für den jungen Spieler weiter. Nach einem guten Start mit einem ersten Tor in der FA Commuity Shield, verletzte er sich im September am Rücken. Er kehrte erst im April 2005 ins Team zurück und alle waren sehr glücklich ihn wieder spielen zu sehen – man hatte ihn an der Seite Vieira´s vermisst. Unter anderem spielte er wieder beim Pokalfinale gegen Manchester United. Die Saison 2005/2006 wurde für den Brasilianer dann eine ganz eine andere – bedingt durch den Weggang von Edu und vor allem Patrick Vieira. Er hatte viel in der vorangegangenen Saison verpasst, auf dem Spielfeld, war aber immer virtuell präsent. Er schoss dann auch wieder einige Tore, so unter anderem gegen Doncaster im Carling Cup und Bolton in der Liga.
Die Liga 2005/06 – November: Gilberto war fast an allen Spielen diesen Monat beteiligt; fast, da eine kleine Verletzung ihn sowohl vom Spiel gegen die Schweizer FC Thun als auch vom Spiel gegen Reading abhielt. 2005/06- Dezember: Ein sehr gemischter Monat für den Brasilianer. Er wurde vom Platz gestellt, machte seinen Fehler wieder gut in eben jenem besagten Spiel gegen Doncaster, so dass Arsenal weiterhin im Cup spielte, gegen Chelsea wurde er nicht eingesetzt und ein weiteres Wehwehchen in der Leiste hielt ihm vom Spiel gegen Villa ab. Eine aufregende Zeit, in der Gilberto sich mehr und mehr bemüht sah, Aktionen zu zeigen, schliesslich handelte es sich um die abschliessende Saison vor der WM 2006.
2005/06- Januar: Gilberto schoss ein Tor und spielte in den ersten sechs Spielen des Monats. 2005/06- Februar: Ein sehr solider, guter Monat für ihn. 2005/06 – März: ein noch besserer Monat für ihn. Zusammen mit Fabregas, dem französischen Nationalspieler gab er den Spielen neue Impulse und schlaue Wendungen. Er sicherte unter anderem dem Team das Weiterkommen in der Champions League gegen Real Madrid und Juventus Turin 2:0. 2005/06- April: ein stressiger Monat stand an, es gab Spiele national und international auf höchstem Niveau. Gerade aber im Spiel gegen Villareal im Kampf gegen den Spielmacher Juan Ramon Riquelme zeichnete er sich besonders aus. In der kompletten Saison zeigte er, was sein Spiel auszeichnet: er bindet die gegnerischen Mittelfeldspieler und verteilt die Bälle sehr geschickt in alle Richtungen.
Dadurch eröffnet er seinen kreativen Mitspielern stets grosse Freiräume, die sie zur Entfaltung nutzen können. Gerade deshalb wurde Gilberto Silva auch am 15.05.2006 in den Kader der Nationalmannschaft berufen. Tage nach dem verlorenen Endspiel der Champions League gegen den FC Barcelona erholte sich der ruhige, ausgeglichene Spieler mit seiner Frau und Tochter zu Hause in London. “Ich zog es vor in diesen Tagen hier zu bleiben, nach alledem bin ich schliesslich nicht alleine in London. Ich habe die Tage mit meiner Frau und Tochter verbracht und wir haben uns gut erholt. Ich bin jetzt wieder fit und bereit, zur Arbeit zurückzukehren“ – so garantierte der Mittelfeldspieler, der sich eine weitere erfolgreiche WM- Teilnahme erhofft. “Mein Kampf war anfangs, im Kader zu stehen und jetzt werde ich mich natürlich dafür einsetzten, den Titel mit erspielen zu können. Aber ich weiss auch sehr wohl, dass die Arbeit und die Vereinigung der Schüssel zum Erfolg von allen sind. Das war schon immer die Stärke der glorreichen Siege Brasiliens. Und es ist auch ein Muss, zu wissen, dass Alles mehr ist als eins allein und dass auch jedes einzelne Stück seine Wichtigkeit auf dem Feld hat. Darüber hinaus ist es notwendig, sich dem Maximum eines jeden einzelnen Trainings zu verschreiben, mit Bereitschaft, Laune und Fröhlichkeit. Und genau mit diesem Gedanken, dieser Einstellung treffe ich die brasilianische Nationalmannschaft.“
Gilberto Silva hat auch an der Weltmeisterschaft 2006 seinem Spitznamen “Der unsichtbare Mann“ und “Die unsichtbare Mauer“ alle Ehre gemacht. In die Geschichte des Fussballes hat er sich bereits schon eingeschrieben, mit einem der schnellsten Tore in der Champions League. Nach nur knapp 20 Sekunden erzielte er im Spiel gegen den PSV Eindhoven ein Tor. Den Rekord des schnellsten Tors hat Roy Makaay inne, beim Champions League Spiel FC Bayern München gegen Real Madrid, am 07.03.2007 hat er das schnellste Tor der Champions League nach nur 10 Sekunden geschossen.
Die nächste Spielzeit bei Arsenal war von mehreren Tiefpunkten begleitet. Nach dem Abgang von Henry nach Barcelona schien es fast sicher das er neuer Kapitän wird, doch am Ende entschied sich Wenger zu seiner Enttäuschung für William Gallas. Zudem verlor Gilberto seinen Platz in der ersten Mannschaft an Mathieu Flamini und löste so erneute Wechselgerüchte aus. Wenger untersagte Gilberto einen Wechsel und motivierte ihn, um seinen Platz zu kämpfen. Zum endgültigen Bruch kam es im Oktober 2007, als Gilberto im englischen Ligapokal gegen Sheffield United eigenhändig im defensiven Mittelfeld spielte, obwohl er von Arsene Wenger die Aufgabe hatte, in der Innenverteidigung zu spielen. Seit diesem Eklat spielte er immer weniger und brachte es am Ende der Saison gerade mal auf 17 Ligaeinsätze.
Im Juli 2008 unterschrieb Gilberto einen Dreijahresvertrag beim griechischen Spitzenclub Panathinaikos Athen und beendete somit das Kapitel Arsenal London. Seine vorher beantragte englische Staatsbürgerschaft wurde ihm in der Zwischenzeit noch verliehen. Bei Panathinaikos geniesst er wieder den Status eines Stammspielers und bestritt in seiner ersten Saison 29 Spiele, in denen er 3 Tore erzielte. Mit Panathinaikos Athen erreichte er das Achtelfinale der Champions League, in welchen man jedoch knapp mit 1:1 und 1:2 gegen den spanischen Vertreter FC Villarreal ausschied. Die Meisterschaft endete mit einem enttäuschenden 3. Platz.
Am 11. Mai berief Carlos Dunga Gilberto Silva erneut ins Kader der Seleção für die Weltmeisterschaft in Südafrika, seine Dritte insgesamt.
2011 wechselte Gilberto von Griechenland zurück nach Brasilien zu Grêmio Porto Alegre. 2013 bis 2014 spielte er für den Klub Atlético Mineiro (MG) und 2015 beendete er seine Karriere.