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Geschichte » Mittelalter » MA: Dorf und Bauern
Bauernhaus
Je nach Landesgegend waren die Bauernhäuser als Blockbauten (durchgehende liegende Hölzer, vorwiegend Innerschweiz), als Blockständerbauten (Holzhäuser aus teils stehenden, teils liegenden Hölzern als Füllung) oder als Riegelhäuser gebaut (einfaches Fachwerk, wobei die Zwischenräume mit geflochtenen Weidenzweigen , und einem Lehrnbewurf ausgefüllt waren). Diese einfachen, schmucklosen Bauten waren mit einem Dach aus dicken Strohbündeln gedeckt, im alpinen Raum gelegentlich auch mit Stein- oder Schieferplatten. Ein Kamin war keiner vorhanden. Der Rauch suchte sich seinen Weg ins Freie durch Ritzen im Dach und in den Wänden. Im Lauf des Mittelalters wurde das ursprünglich alemannische Einraumhaus unterteilt: Eine Wohnstube wurde vom Herdraum, der eigentlichen Küche; abgetrennt und mit einem Lehmofen, dem Vorläufer des Kachelofens, versehen. So blieb der Rauch wenigstens von diesem Teil des Hauses ferngehalten. Noch später wurde neben der Stube nochmals eine "Kammer" zum Schlafen abgetrennt. Im Früh- und Hochmittelalter finden wir aber noch immer in vielen Gegenden das alte Einraumhaus. Der bescheidene, oft sogar ärmliche Eindruck, den die Häuser von aussen machten, trifft auch für die Innenausstattung zu. Der Boden bestand oft aus gestampftem Lehm.
Die Wände waren mit einem Kalkbewurf versehen. Fenster waren nicht immer vorhanden. Wenn"dann waren sie klein und wurden im Winter mit Tüchern oder Weidengeflecht verschlossen, um die Wärme zusammenzuhalten. "Da blieb es besonders an trüben Wintertagen recht dunkel, denn um die Kälte abzuwehren, mussten die Öffnungen möglichst verschlossen gehalten werden. Wenn man bedenkt, dass denn der Qualm des Herdfeuers noch im Raum lag und seinen Abzug suchte, ein paar russende Kienspäne mühsam du Dunkel erhellten, aus den kalten Wänden, vor allem in der Nähe der Fenster, Feuchtigkeit herausquoll, dann kann man sich leicht vorstellen, wie schön die Winterabende gewesen sein müssenl Um das Idyll noch zu vervollständigen, darf man auch die Hühner nicht übersehen, die den Winter über häufig in der Stube gehalten wurden. Vom Ungeziefer, das sich überall sammelte, wollen wir gar nicht reden."
(Pleticha, S. 145 ff .). Dieses Bild, auf deutsche Verhältnisse abgestimmt, dürfte für die weitaus meisten der schweizerischen Bauernhäuser auch zutreffen. So einfach wie das Äussere, so bescheiden war die Ausstattung, der Räume mit Möbeln und Geräten. Ein grobgezimmerter Tisch, ein paar Bänke an den Wänden, niedrige dreibeinige Hocker und eine einfache Truhe genügten. Bettgestelle kannte man nur in wenigen Bauernfamilien. Man legte als Schlafgelegenheit einen Stroh- oder Laubsack auf eine Bank oder Truhe. Im Winter schlief die ganze Familie in der Nähe der Herdstege oder - sofern vorhanden - auf dem Lehm- oder Kachelofen. An den Wänden waren einige Haken im Holz zum Aufhängen der Kleider und Säcke befestigt. Die Wäsche wurde zum Trocknen über eine Stange gehängt. Die wichtigsten Küchengeräte wie Axt, Kelle, Schöpflöffel, Schüsseln und Kochkessel waren wohl auch in der Nähe des Herdes aufgehängt.