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Praxedis Jungo-Aebischer wurde am 23. Juni 1931 als erstes von vier Kindern in St. Antoni geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Rom, wo ihr Vater in der Schweizergarde diente. 1943 kehrte die Familie nach einem Unfall des Vaters in die Schweiz zurück. Kurz besuchte Praxedis dann die Primarschule in Freiburg, dann folgte ein Jahr Guglera und dannach die Handelsschule im Theresianum in Ingenbohl. Von 1949 bis 1955 arbeitete sie als Sekretärin bei der Warenumsatzsteuer.
In dieser Zeit lernte sie Bruno Jungo kennen. Am 11. April 1955 gab sich das Paar in der Kirche Schmitten das Jawort. Nach der Hochzeit wohnten sie vorerst in Freiburg. 1958 folgte gemeinsam mit der ersten Tochter der Umzug nach Schmitten, wo Praxedis und Bruno nach dem unerwarteten Tod von dessen Bruder den elterlichen Gastbetrieb übernahmen. Obwohl Praxedis nie ins Hotelfach einsteigen wollte, nahm sie die neue Aufgabe an und holte sich in der Hotelfachschule Luzern das nötige Rüstzeug. In Schmitten kamen zwei weitere Töchter und ein Sohn zur Welt.
Ein wichtiger Einschnitt in ihrem Leben war ein Verkehrsunfall im Dezember 1966. Als Folge davon war sie gehbehindert. Zuerst ging sie am Stock, dann mit Krücken.
Trotzdem war Praxedis Wirtin mit Leib und Seele. Kein Aufwand für die Gäste war ihr zu viel. Die Küche war ihr Reich. Als starke Persönlichkeit prägte sie während Jahren das Leben im «Weissen Kreuz». Mit dem Gastbetrieb ist sie auch nach ihrer Pensionierung 1992 immer in Verbindung geblieben. Den verdienten Ruhestand hat sie genossen. Auch nach dem Tod ihres Ehegatten im Jahr 2001 war in der Wohnung an der Kaisereggstrasse ihre Tür stets offen für alle. Die allergrösste Freude waren ihre sechs Grosskinder. Voller Stolz hatte sie stets von ihnen erzählt, hat regen Anteil an ihrem Leben genommen.
In den letzten Lebensjahren hatte sie viele Operationen und Spitalaufenthalte auf sich nehmen müssen. Obwohl sie inzwischen auf den Rollstuhl angewiesen war, nahm sie ihre körperliche Behinderung an, war stets aufgestellt und hat alle Begegnungen genossen. Mitte September musste sie sich einer schweren Operation unterziehen. Davon konnte sie sich nicht mehr erholen. «Je veux mourir cette nuit»: diese klaren Worte äusserte sie am Donnerstag, 17. September 2009 im Kantonsspital gegenüber dem Arzt und ihren Kindern. In der darauffolgenden Nacht ging ihr Wunsch in Erfüllung. Bewusst hat sie ihre Seele ausgeatmet und ist im Kreise ihrer Liebsten friedlich ein- geschlafen. Eing.