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Das Pariser Gericht entschied in der vergangenen Woche, dass sich die betroffenen Unternehmen in verbotener Weise abgesprochen hätten, um den Schweinepreis zu Lasten der Produzenten zu drücken. So hätten die bretonischen Schlachtbetriebe Bigard, Socopa Viandes, Abera, Bernard und Gad im Jahr 2009 vereinbart, in einem koordinierten Vorgehen den Ankauf von Schweinen am Marché Porc Breton übermehrere Monate künstlich zu reduzieren, um dort eine Senkung der Leitnotierung und damit des Einkaufspreises zu erzielen.
Ungleich verteilte Marktmacht
Tatsächlich habe dieses Verhalten zu erheblichen Preissenkungen zu Lasten der Bauern und Mäster geführt, die den künstlich herbeigeführten Niedrigpreisen nicht hätten ausweichen können, stellten die Wettbewerbshüter fest. Sie verwiesen in diesem Zusammenhang auch auf die ungleich verteilte Marktmacht, da 20'000 Produzenten nur rund ein Dutzend Abnehmer gegenüberstehe.
Keine Beanstandung übte das Wettbewerbsgericht an der Arbeit und der Leitpreisfunktion des Marché Porc Breton, auf dem wöchentlich mehr als 400'000 Schweine versteigert werden. Geklagt hatten gegen die Geschäftspraktiken der Schlachtunternehmen vier Schweinehalter aus dem Departement Ille-et-Vilaine im Osten der Bretagne.
Hohe Bussen
Acht der zehn Beschuldigten gaben angesichts der im Verfahren vorgelegten Beweise die Tat zu. Die Wettbewerbsbehörde verhängte Strafen von insgesamt 4,5 Mio. Euro, von denen allein 1,7 Mio. Euro auf Socopa Viandes und 1,3 Mio. Euro auf Bigard entfielen. Abara und Bernard wurden zu einem Bussgeld von jeweils mehr als 0,5 Mio. Euro verurteilt.
Allerdings bekamen die einseitig auf die Produktion von Schweinefleisch ausgerichteten Unternehmen Abera und Bernard aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Branche nachträglich 50% der Strafe erlassen, bei Gad waren es sogar 60%.