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Mit der Eisenbahnfähre übers Meer.
Was macht ein Zug, der eine Verschnaufpause braucht, aber unbedingt einmal Seeluft schnuppern will? Genau, er nimmt die Fähre! Was wie eine Episode aus einem Science-Fiction-Roman klingt, existiert tatsächlich – und das sogar schon seit einer ganzen Weile. Seit 1833 schippern Züge im Inneren riesiger Eisenbahnfähren über Meere und Flüsse. Die erste Eisenbahnfähre wurde in Schottland zum Transport von Kohlewagen genutzt. Knapp 15 Jahre später durften neben Zügen auch erstmals Menschen im riesigen Bauch des Schaufelraddampfers «Leviathan» vom schottischen Edinburgh auf die andere Seite des Fjords übersetzen. Bis heute sind Eisenbahnfähren in zahlreichen Ländern verbreitet. Auch wer von Hamburg mit dem Zug nach Kopenhagen fahren will, sollte die Matrosenmütze nicht vergessen: Auf der knapp einstündigen Überfahrt von der deutschen Insel Fehmarn aufs dänische Festland ist nämlich Meeresrauschen anstatt Schotterflug angesagt. Während sich der Zug zwischen Tiefkühl-Brummis und Lastwagen von der strapaziösen Reise erholt, müssen die Reisenden auf Befehl des Kapitäns die Wagen verlassen und dürfen sich auf dem Oberdeck der Fähre die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Bis 2028 haben seetaugliche Zugreisende übrigens noch Zeit, die Ostsee auf dem Land-Wasser-Weg zu überqueren. Ab dann soll ein Tunnel die Eisenbahnfähre ersetzen. Damit wird die Überfahrt zwar schneller – aber bestimmt auch ein bisschen langweiliger.