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Die Geschichte ist eine Achterbahn der Emotionen: Es geht über Liebe, Krieg, Gefühlskämpfe und Verlust. So ein Musical muss Erfolg haben – deshalb haben es auch schon über 36 Millionen Menschen in 32 Ländern gesehen – in insgesamt 369 Städten. Als 370. Stadt ist nun endlich Zürich an der Reihe: Fast dreissig Jahre nach seiner Premiere kommt das Musical jetzt erstmals in der englischen Originalversion in die Schweiz. Facts und Details zu einem Bühnen-Welthit.
Abräumer in London und am Broadway: Das Musical «Miss Saigon» von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg feierte 1989 in Londoner Theatre Royal Premiere und wurde dort bis 1999 gespielt. Zum 25. Geburtstag anno 2014 führte Cameron Mackintosh eine Revival Produktion im Prinz Edward Theatre in London auf. Am Broadway lief «Miss Saigon» von 1991 bis 2011 – und wurde auch dort in einem Revival im März 2017 wieder aufgenommen.
Historischer Hintergrund: Die tragische Liebesgeschichte spielt 1975, in den letzten Tagen des Vietnamkriegs. Im Nachtclub «Dreamland» lernen sich das 17-jährige vietnamesische Mädchen Kim und der amerikanische Soldat Chris kennen und verlieben sich unsterblich ineinander. Leider hält das Liebesglück nicht lange: Die militärische Lage verschlimmert sich, und Chris ist gezwungen, Saigon zu verlassen. Drei Jahre lang sucht Kim verzweifelt nach ihrem Liebhaber. Dieser hat sich in der Zwischenzeit ein Leben in Amerika aufgebaut und weiss nicht, dass Kim ihren gemeinsamen Sohn Tam zur Welt gebracht hat. Unterdessen taucht plötzlich Kims Cousin auf, dem sie als Kind versprochen wurde. Als Kim sich ihm widersetzt, ist dieser vor Wut ausser sich und versucht, Tam zu töten. Darauf flieht Kim gemeinsam mit Tam nach Bangkok. Wie es der Zufall will, treffen sich Kim und Chris wieder. Doch Chris trifft eine lebensverändernde Entscheidung. Vielleicht die falsche?
Tagebuch einer Ehe: Die Geschichte beruht – wie auch Puccinis «Madame Butterfly» – auf der französischen Novelle «Madame Chrysanthème» von Pierre Loti: Der Marineoffizier, der 1885 in Japan stationiert war, führte über seine Ehe mit einer Japanerin ein Tagebuch, welches er zwei Jahre später veröffentlichte. Die Erzählung wurde als Schlüsseltext westlicher Haltung gegenüber Japan um die Wende des 20. Jahrhunderts angesehen.
Unzählige Preise: «Miss Saigon» gewann über 40 Auszeichnungen: zwei Olivier Awards, der jährlich vergebene britische Theater-und Musicalpreis, der als höchste Auszeichnung im britischen Theater gilt, und in de USA drei Tony Awards sowie vier Drama Desk Awards (ein New Yorker Theaterpreis). Nach der Wiederaufnahme von Cameron Mackintosh erhielt «Miss Saigon» zahlreiche weitere Theaterawards.
Tönende Schädel: Die 38 Darsteller stammen aus zehn Nationen aus der ganzen Welt. Für Emotionen sorgen die 15 Musiker inklusive asiatischer Flöten, der Dirigent und total 77 verschiedene Perkussionsinstrumente. Dazu gehören unübliche Stücke wie Trommeln aus Schädeln, Knöchelglocken, Klangschalen und thailändische Zimbeln.
Schwere Ladung: Um die Show abzubauen, dauert es 22 Stunden. Dann kommt alles Material in 16 Sattelschlepper – jeder ist 14 Meter lang – um sie an den nächsten Spielort zu transportieren – dann dauert es nochmals drei Tage, bis die Show wieder steht. 100 Helfer sind für Auf- und Abbau im Einsatz.
Schnelle Wechsel: Kims Hair-Stylist muss schnell sein: Sieben Mal wechselt ihre Frisur während der Vorstellung. Dafür werden ihre eignen Haare verwendet. Auch die anderen Darstellerinnen der Show wechseln 16 Mal ihr Kostüm. Darunter das mit einem Kilogramm Glasperlen versetzte Bikini aus der Szene «American Dream».
Authentische Helme: Die Schutzwesten und Helme sind original und wurden im Krieg verwendet. Auch die Strohhüte sind echt: Sie werden entweder in Vietnam oder Thailand angefertigt.
Unsichtbare Technik: 65 Lautsprecher auf der Bühne und im Orchestergraben erlauben es den Darstellern und dem Orchester, zu hören, was sie spielen und singen. 40 Video Monitore ermöglichen während der Show den Darstellern die Sicht auf den Dirigenten und das Bühnen-Management sowie den Mitarbeitern hinter der Kulisse die Sicht auf die Bühne. 38 Wireless- Kommunikationssysteme sind im Einsatz, damit die Regieanweisungen während der Show an Techniker und Mitwirkende gelangen.
Helikopter spielt eine Hauptrolle: Bei den Shows sorgt auch ein Helikopter für Aufregung: Er ist über sechs Meter hoch und drei Tonnen schwer. Die maximale Spannbreite der Rotorblätter beträgt 2,6 Meter. Sie drehen sich allein während einer Spielwoche 3600 Mal.
In der Heimat kein Thema: Das Musical heisst «Miss Saigon» und spielt in der Stadt Saigon in Vietnam. Wurde dort aber noch nie aufgeführt.