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Steht man auf dem Georg-Büchner-Platz des Irchel-Campus, hat man die Füsse nicht ganz auf dem Boden. Sie ragen vielmehr in den blauen Tartan-Himmel hinein, mit dem die 40 mal 40 Meter grosse Fläche belegt ist. Verkehrte Welt also. Die Situation erinnert an die Hauptfigur aus Georg Büchners (1813 –1837) gleichnamiger Erzählung «Lenz», die mit geradezu manischem Furor durchs Gebirge rast. «Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehen konnte», heisst es dort. Gestaltet wurde der 1995 eingeweihte Georg-Büchner-Platz vom bekannten Schweizer Grafiker, Maler und Plastiker Gottfried Honegger (1917– 2016). Das himmelblaue Tartan-Quadrat ist eingefasst von schroffen Betonklippen – dahinter erheben sich wie Felswände die Institutsgebäude der UZH und eine gelbe, 17 Meter hohe Stahlsäule. Auf einer Metallplakette wird zudem Büchners «Lenz» zitiert.
Gottfried Honeggers Ziel war es, einen Platz zum Verweilen zu schaffen und zugleich einen Ort für die Phantasie und die Kreativität zu entwerfen. Und vielleicht entstehen neue Ideen – der Treibstoff für Kunst und Wissenschaft – ja gerade dann, wenn wir versuchen, die Welt einmal ganz anders zu betrachten, zum Beispiel kopfüber.
Georg Büchner verband Kunst und Wissenschaft übrigens geradezu ideal. Er schrieb nicht nur grossartige literarische Texte, sondern war auch Naturforscher. Büchner promovierte 1836 an der Universität Zürich mit einer Abhandlung über das Nervensystem von Fischen und wurde anschliessend zum Privatdozenten ernannt. Kurz darauf erkrankte er an Typhus und starb erst 24-jährig. Roger Nickl