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National ist ohnehin vertreten, was Rang und Namen hat, in den Sprints treten die Champions von Budapest an, und mit Stabhochspringer Armand Duplantis hebt einer ab, der jederzeit den Weltrekord verbessern kann.
Ditaji Kambundji und Jason Joseph in den Hürdensprints sowie Simon Ehammer im Weitsprung bilden ein Trio, das es besser machen will als vor Wochenfrist an der WM in Budapest, wo es zwar in den Final vorstiess, im entscheidenden Moment das Potenzial aber nicht abrufen konnte. Die Bernerin und der Basler kamen im wichtigsten Rennen der Saison nicht an ihre diesjährigen Schweizer Rekorde von 12,47 beziehungsweise 13,10 Sekunden heran, und der Appenzeller übertrat seinen besten Sprung, der ihm womöglich Bronze eingetragen hätte, um sieben Millimeter. Mitte Juni liess sich Ehammer in Oslo als erster Schweizer Sieger in der Diamond League feiern - vier Frauen von Swiss Athletics hatten dies schon vor ihm geschafft. Nun will er erneut für Furore sorgen.
Nach Revanche sinnt auch die Schweizer Sprint-Staffel. Natacha Kouni, Salomé Kora, Géraldine Frey und Melissa Gutschmidt wollen zum Abschluss des Meetings vor 25'000 Zuschauern einen gültigen Lauf hinlegen, nachdem im Final in Budapest die erste Stabübergabe zur Disqualifikation geführt hat.
11-Sekunden-Marke im Visier
Mujinga Kambundji tritt im 100-m-Lauf gegen die schnellste Frau der Welt an. Die heisst, nimmt man das Podest von Budapest als Massstab, Sha'Carri Richardson. Die Amerikanerin dürfte ihren ersten grossen Titel in Zürich problemlos bestätigen, denn sie ist gemessen an der Saisonbestzeit (10,65) heuer um mindestens drei Zehntel schneller unterwegs als ihre Konkurrentinnen im Letzigrund. Von dieser Zweiteilung könnte Mujinga Kambundji profitieren, sofern ihr diesen Sommer doch noch ein Lauf unter 11 Sekunden gelingt. Bloss ein Zehntel trennt die Sprinterinnen in der Meldeliste von Position 2 bis 9 (10,96 bis 11,06).
Der Jamaikanerin Shericka Jackson war in Ungarn das Sprint-Double zugetraut worden. Nach dem Frust über das verpasste 100-m-Gold musste die 29-Jährige trotz eines Traumlaufs über 200 m einen weiteren Dämpfer hinnehmen. In 21,41 Sekunden blieb sie nur um sieben Hundertstel über dem fast 35 Jahre alten Weltrekord der Amerikanerin Florence Griffith-Joyner - und dies bei Windstille. Shericka Jackson ist in der Form ihres Lebens. Sie bräuchte nun im Letzigrund einen lauen Sommerabend und etwas Rückenwind.
Im 200-m-Lauf der Frauen werden die Schweizer Farben nicht vertreten sein. Dies im Gegensatz zum 800-m-Lauf mit der WM-Halbfinalistin Lore Hoffmann und der U20-Europameisterin Audrey Werro oder Tom Elmer über 1500 m und Jonas Raess über 5000 m. In diesem Lauf wird auch der an der WM nicht zugelassene Flüchtling Dominic Lobalu rennen.
Auf der Hochsprunganlage hebt Loïc Gasch ein letztes Mal ab. Der Schweizer Rekordhalter (2,33 m) beendet seine Leistungssport-Karriere nach Weltklasse Zürich.
Der Showman ist auch da
Mit Noah Lyles schiesst auch der weltbeste Sprinter aus den Startblöcken. Für die schnellsten Männer steht einzig der 200-m-Lauf im Programm. Lyles, der im vergangenen Jahr in 19,51 Sekunden Usain Bolt als Meeting-Rekordhalter entthronte, dürfte primär von Landsmann Erriyon Knighton gefordert werden. In ihrem Rücken erhält William Reais einen Lauf in seinem Trainingsstadion. Ebenfalls im Hauptprogramm startet der Walliser Julien Bonvin. Sein prominentester Gegner über 400 m Hürden heisst Karsten Warholm.
Eugene statt Zürich
Weltklasse Zürich ist heuer ein Qualifikations-Event im Rahmen der Diamond League. Die Finals in 32 Disziplinen werden erst Mitte September in Eugene im US-Staat Oregon ausgetragen.
2021 fanden die Finals der weltumspannenden Serie erstmals gebündelt statt - und nicht mehr wie zehn Jahre lang zuvor aufgeteilt in zwei Tranchen auf Brüssel und Zürich. Das OK von Weltklasse Zürich wird nach 2021 und 2022 wieder 2025 und 2027 an der Reihe sein. Für 2024 und 2026 erhielt Brüssel den Zuschlag.
Ein Sieg in Zürich wird mit 10'000 Dollar honoriert. Beim Final in Eugene werden es 30'000 Dollar sein plus, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein persönlicher Startplatz am nächsten Grossanlass.