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Der Eibach entsteht durch den Zusammenfluss des Wisenbachs und des Nünbrunnbachs im Dorf Zeglingen. Das Wasser des Nünbrunnbachs stammt aus mehreren kleinen Bächen des Gebiets zwischen Zigflue, Schafmatt, Leutschenberg, Bergmatten und Chienberg. Der Wisenbach entspringt im solothurnischen Teil des Wisentals. Die beiden Bäche haben aufgrund ihres starken Gefälles Bergbach-Charakter. Unterhalb von Zeglingen, auf der Höhe von Kilchberg, fällt das Wasser über eine Felsstufe und bildet einen Wasserfall, den Zeglinger Giessen. Mit etwas weniger Gefälle fliesst das Wasser anschliessend durch das hier noch enge Eital, wo sich früher eine Aue befand.
Der Untergrund im Einzugsgebiet des Eibachs besteht hauptsächlich aus Kalkstein mit Mergellagen und erodiert relativ leicht. Der Oberlauf des Eibachs ist stark von Geschiebetransport geprägt. Erst unterhalb von Tecknau wird die Tendenz zur Geschiebeablagerung grösser als die Erosionskraft. Diese Dynamik wird unterstützt durch relativ häufig auftretende Hochwasser. Im karstigen, also durch chemische Prozesse verwitterten Felsuntergrund versickert das Niederschlagswasser rasch und tritt nach kurzer Distanz an Quellen des Hangfusses wieder aus. Die Talform des Eibachs oberhalb von Tecknau gleicht derjenigen des Ergolztals oberhalb von Rothenfluh. Beide Fliessgewässer haben sich durch Erosion tief ins Tafeljura-Plateau eingegraben. Gemeinsam ist beiden auch ein Wasserfall am oberen Ende der Schlucht und das V-förmige Tal. Davon zeugen vor allem im Eital die zahlreichen Flühe an den seitlichen Abhängen. In diesen sind als Folge der Verkarstung die bedeutenden Höhlen Bruderloch und Bärenhöhle entstanden. In letzterer gelangen wichtige Funde des Höhlenbären.
Das Wort «Ei» im Namen Eibach bedeutet Aue. Unwahrscheinlicher als Erklärung ist die Herleitung von den Eiben, die an den bewaldeten Hängen wuchsen. Das Eital war also früher ein Auental. Der Bach veränderte seinen Lauf auf der Talsohle immer wieder und bildete eine Schwemmebene mit Auenwald. Seitlich begrenzen steile Wälder das Tal. Zuoberst an den Abhängen befinden sich oftmals Felsbänder. Heute ist die Talsohle zur Hauptsache landwirtschaftlich genutzt. Das obere Eital liegt in einem im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichneten Gebiet des Juras, dem Baselbieter und Fricktaler Tafeljura.
Das Eital war lange Zeit kaum besiedelt. Die Bewohner zogen es vor, ihre Häuser auf den Hochlagen des Tafeljuras in der Nähe der zu bewirtschaftenden Flächen zu bauen. Für die kleinen Siedlungen im Tal war der Eibach aber schon immer wichtig. Nach der Korrektion des Fliessgewässers und der Rodung des Auenwaldes wurde die Talsohle landwirtschaftlich genutzt. Überschwemmungen und gezielte Bewässerung der Wiesen, sogenannte Wässermatten, verbesserten die Heuernte. Im Jahr 2007 wurde auf Initiative von Pro Natura und des Vereins Erlebnisraum Tafeljura eine Wässermatte im oberen Eital wieder reaktiviert, um die typische Flora und Fauna wieder anzusiedeln. Im späten Mittelalter waren an mehreren Stellen Mühlen in Betrieb, welche die Wasserkraft des Bachs nutzten. Die Mühle in Zeglingen zum Beispiel verfügte über einen eigenen Mühlekanal.
Zur Zeit der Römer und bis ins Mittelalter existierte im Eital ein Weg, der das römische Augusta Raurica mit den Siedlungen im Mittelland verband. Da die Talsohle ziemlich sumpfig war, wählten die wenigen Reisenden das in Trockenzeiten wenig Wasser führende Bachbett als Weg. Der über Rünenberg und Wenslingen führende Weg war vermutlich nicht so viel begangen wie der Hauenstein, war aber die kürzeste Verbindung von Basel in die Innerschweiz. Anschliessend führte der Weg über den Schafmattpass hinunter nach Aarau.
Beim Bau des Unteren Hauensteintunnels wurde der Bach in Tecknau im Jahr 1911 auf einer Länge von rund 400 Metern verlegt. Dadurch wurde Platz geschaffen für die Bauarbeiten, den Tunnelausbruch und die neuen Siedlungsflächen. Unterhalb der Mündung des Aletenbachs fliesst der Bach wieder in seinem angestammten Bett. Der Bach durchquert weiter unten stark eingeengt das Siedlungsgebiet von Tecknau. Auf seinem Weg bis nach Gelterkinden bleibt der Eibach eingeklemmt zwischen Kantonsstrasse, Eisenbahnlinie und dem Landwirtschaftsland. Nach einem weiteren Kilometer durch die Ortschaft mündet der Eibach in die Ergolz.
Der Eibach war früher ein Bach mit einer hohen Dynamik und häufigen Hochwassern. Durch harte seitliche Verbauungen und Schwellen wurde deshalb in Tecknau und Gelterkinden die Siedlung vor möglichen Überflutungen geschützt. Trotzdem traten immer wieder Überschwemmungen auf, was die Wasserbauer veranlasste, das Flussbett 2012 in Gelterkinden aufzuweiten. Durch die Verbauungen ist auch die vielfältige Lebensgemeinschaft verarmt. Die Fischbestände im strukturreichen Oberlauf wurden im Jahr 2007 aber als sehr gut bewertet. Im Eibach kommen vor allem Bachforellen vor, daneben und einige . Auf der verbauten Strecke in Gelterkinden war der Fischbestand hingegen beeinträchtigt. Er dürfte sich aber nach der Aufweitung verbessert haben. Auch für Kleinlebewesen waren die Bedingungen im Bachoberlauf besser als unten. Mögliche Ursache für die Beeinträchtigungen der Lebensgemeinschaft sind neben der Struktur auch Belastungen durch Abwasserreinigungsanlagen und – vor allem bei Starkregen – Einträge von Düngemitteln und Pestiziden aus der Landwirtschaft.
DS / DK