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Als erste Mutter seit 38 Jahren kann Serena Williams am Samstag in Wimbledon triumphieren. Im Final trifft die Amerikanerin wie vor zwei Jahren auf die Deutsche Angelique Kerber.
Bei Serena Williams ist es ähnlich wie bei Roger Federer. Wenn sie spielt, geht es fast immer um einen Eintrag in die Geschichtsbücher. In Wimbledon dieses Jahr wäre ein Erfolg aber noch spezieller als sonst schon.
Sie ist als Nummer 181 der Welt nicht nur die schlechtest klassierte Wimbledonfinalistin der Geschichte. Williams wäre die erste Mutter seit Evonne Goolagong-Cawley 1980, die in Wimbledon gewinnt. Und die erste bei einem Grand Slam seit der Belgierin Kim Clijsters 2011 am Australian Open.
Williams bestreitet am Samstag zum zehnten Mal einen Wimbledonfinal (sieben Siege). Die Mutter des gut zehn Monate alten Töchterchens Alexis Olympia, die das Turnier im letzten Jahr wegen ihrer Schwangerschaft verpasst hatte, gewann im Halbfinal ohne Probleme 6:2, 6:4 gegen die als Nummer 13 gesetzte Deutsche Julia Görges.
«Das ist verrückt», suchte Williams nach Worten. «Ich weiss nicht mal selber, wie ich mich fühle.» Die erfolgreichste Tennisspielerin der Neuzeit erzählte von der schwierigen Geburt, nach der sie mehrere Operationen benötigte. «Ich konnte nicht einmal mehr selber zum Briefkasten laufen, deshalb ist dieser Wimbledonfinal alles andere als selbstverständlich.» Im erst vierten Turnier nach ihrer Rückkehr kann sie nun ihren 24. Grand-Slam-Titel holen und damit den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court einstellen.
Einfach wird die Aufgabe aber nicht. Im Final kommt es zu einer Neuauflage des Endspiels von vor zwei Jahren gegen die Deutsche Angelique Kerber. Damals siegte Williams in einem hochklassigen Spiel in zwei knappen Sätzen. Auch diesmal erwartet sie eine enge Partie. Wie Williams hat Kerber im gesamten Turnier nur einen Satz abgeben müssen.
Die Bezwingerin von Belinda Bencic im Achtelfinal zeigte gegen die Lettin Jelena Ostapenko eine nahezu perfekte Leistung und gewann in gerade mal 68 Minuten 6:3, 6:3. Die French-Open-Siegerin des letzten Jahres hatte zuvor noch keinen Satz verloren. Vor zwei Jahren gewann Kerber das Australian und das US Open und wurde die Nummer eins der Welt. Nun möchte sie gerne als erste Deutsche nach Steffi Graf 1996 auch im Rasenmekka triumphieren.
«Ich habe Wimbledon immer als kleines Kind verfolgt, mit Boris (Becker) und Steffi. Es war als kleines Kind immer mein Traum, hier einmal zu spielen», sagte die glückliche, aber noch nicht zufrieden wirkende Weltranglisten-Zehnte. In Melbourne 2016 hat sie Williams auch in einem Grand-Slam-Final bereits einmal bezwungen. (sda)