Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03114.jsonl.gz/3085

Für einmal stimmte dieses vielzitierte Sprichwort über Rugby nicht. Vor gut zwei Wochen beschloss Silvère Tian, Fullback bei der US Oyonnax, sich wie ein Fussballer zu verhalten. Der 35-jährige Ivorer hatte sich bei einem Ruck (einem offenen Gedränge) ein Foul geleistet. Zumindest sah das Schiedsrichter Romain Poite so und er zeigte Tian die gelbe Karte.
Doch statt den Entscheid – wie im Rugby üblich – stillschweigend zu akzeptieren und sich für 10 Minuten auf die Strafbank zu setzen, beklagte sich Tian heftig beim Unparteiischen. «Tu fais chier! Il n'y a rien!» («Du gehst mir auf den Sack! Das war nichts»), schrie er Poite an. Doch dieser wollte nicht mit sich diskutieren lassen. «TU fais chier», antwortete er und zeigte Tian den roten Karton.
Wutentbrannt verliess der Ivorer daraufhin den Platz und auch nach der 20:27-Niederlage hatte sich Tian noch nicht beruhigt. Nochmals marschierte er in Richtung Poite, um dem Referee die Meinung zu geigen. Mehrere Teamkollegen mussten ihn zurückhalten.
Tian entschuldigte sich noch in den Katakomben für seinen Ausraster beim Schiedsrichter. Doch es war schon zu spät. Von seinem Klub wurde er umgehend suspendiert und die Ligue Nationale de Rugby leitete ein Verfahren.
Gestern nun wurde das harte Strafmass verkündet: Tian wird für seine verbale Entgleisung bis zum 30. Juni 2017 – also für 15 Monate – gesperrt und zu einer Geldstrafe von 10'000 Euro verdonnert. Seine Karriere ist somit so gut wie zu Ende: Wenn die Sperre abläuft, wird er bereits 37 Jahre alt sein. Aber eben: Rugby ist ein Gentlemen's Game und will das auch bleiben. Das Reklamieren beim Schiedsrichter ist deshalb ein absolutes No-Go.
Eine Regel, die eigentlich auch im Fussball eingeführt gehört. Unmöglich, sagst du? Alles, was es dazu braucht, ist eine klipp und klare Ankündigung, sowie eine vollständige Rückendeckung der Schiedsrichter.