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Das Letzte Abendmahl
42 nach Christus
Geheime Versammlung in Tiberias mit den Teilnehmern Herodes Agrippa I., Herodes von Chalkis, Polemon II. von Pontos, Kotys von Kleinarmenien, Antiochos IV. von Kommagene und Sampsigeramos von Emesa.
DAS LETZTE ABENDMAHL
Herodes Agrippa I. (Apostel Judas Iskariot und Evangelist Lukas)
Herodes Agrippa II. (Apostel Matthias und Evangelist Johannes)
Herodes von Chalkis (Apostel Thomas)
Polemon II. von Pontos (Apostel Judas Thaddäus)
Kotys von Kleinarmenien (Apostel Jakobus der Jüngere)
Antiochos IV. von Kommagene (Apostel Simon Zelotes)
Die historische Konferenz einiger von Rom abhängiger Könige wird im Neuen Testament als «Das Letzte Abendmahl» ausgelegt. Im Jahr 42 n. Chr. findet in Tiberias, der Hauptstadt Galiläas, eine geheime Versammlung statt. Herodes Agrippa I. sucht am See Genezareth das gute Einvernehmen mit seinen königlichen Nachbarn Herodes von Chalkis, Polemon II. von Pontos, Kotys von Kleinarmenien, Antiochos IV. von Kommagene und Sampsigeramos von Emesa.
Mit den Brüdern Polemon II. und Kotys ist vermutlich auch ihre Mutter Antonia Tryphaina nach Tiberias gekommen und mit ihrem Vater Sampsigeramos sind wahrscheinlich auch seine beiden Söhne Azizus und Sohaemus an der Konferenz.
Der nicht zu dieser Konferenz eingeladene, aber noch während des Königstreffens in Tiberias überraschend angekommene römische Statthalter von Syrien, Gaius Vibius Marsus, sendet Boten an die königlichen Gäste, um sie zur Rückkehr in ihre Heimat auffordern zu lassen.
Leonardo da Vinci hat die «Konferenz» eindrücklich gemalt: Man spürt förmlich, dass es eigentlich ein Todesmahl ist und dass Jesus nicht mehr unter den Lebenden weilt. Aber es ist nicht nur ein Todesmahl: die Könige sind auch zusammengekommen, um über die Zukunft der Provinzen zu beraten. Es ist anzunehmen, dass auch Gesandte aus Mauretanien und Ägypten an dem Mahl teilnehmen.
Herodes Agrippa I. zettelt eine Verfolgung der jungen christlichen Gemeinde Jerusalems an, in deren Verlauf der Apostel Jakobus ermordet wird und Simon Petrus in Gefangenschaft gerät. Noch einmal wird Herodes Agrippa I. zum Verräter. Jahre später werden er und sein Sohn Herodes Agrippa II. sich an diese Zeit erinnern und für den Verrat Sühne leisten, indem sie die Geschichte im Lukas- und Johannesevangelium aufschreiben lassen.