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Der Golfschwung,der Ihren Rücken schont
Artikel von Dr.med. Martin Lauterburgin DRIVE, das Magazin zum Golfsport, Ausgabe September 2003, S. 54-55.
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Gefährdete Lendenwirbelsäule
Als Bindeglied zwischen der unteren und der oberen Extremität entstehen beim Golfschwung vor allem im unteren Rückenbereich enorme Dreh-, Druck- und Scherkräfte, die gemäss biomechanischen Untersuchungen bis zum 6–8-fachen des Körpergewichts betragen können. Für eine Verdrehung der Wirbelsäule ist aber vorwiegend die Wirbelsäule im Brustbereich geeignet, während die Lendenwirbelsäule eigentlich eher für Biegung und Strekkung gebaut ist, sodass bei Rotationen vor allem die dafür nicht geeignete Lendenwirbelsäule belastet wird. Dieses wiederholte Verdrehen beim Golfschwung gilt als Hauptursache für die Entstehung von Schmerzen und Verletzungen im Bereich Lendenwirbelsäule. Eine schlechte Schwungtechnik und eine schlecht trainierte Stützmuskulatur im Rumpfbereich sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule sind weitere Faktoren, die das Risiko für Verletzungen im Rückenbereich erhöhen. Schmerzen können sowohl im Rahmen von Abnutzungserscheinungen an den Wirbelgelenken und den Zwischenwirbel- Stossdämpfern, dem Diskus, aber auch bei Verletzungen des Diskus selbst mit Einklemmung der Nervenwurzel, so genannte Diskushernie, entstehen. Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden, wie wichtig eine verbesserte Beweglichkeit durch Stretching (vgl. Drive 4/2003) sowie eine auftrainierte Muskulatur im Rumpfbereich (vgl. Drive 2-3/2003) für die Verletzungsprophylaxe ist. Doch welche Schwungtechnik bzw.welche Schwungkorrekturen sind für Golfende mit Rückenschmerzen sinnvoll? Dieser Frage sind Ärzte aus Kalifornien nachgegangen, indem sie untersuchten, welche Schwungunterschiede zwischen Golfern mit Rückenschmerzen und solchen ohne Rückenschmerzen zu verzeichnen sind. Anhand eines Korsetts wurden die Bewegungen und Stellungen der Wirbelsäule während des Golfschwunges untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass sich der Golfschwung der Probanden mit Rückenschmerzen im Vergleich zu den beschwerdefreien Golfern in drei Aspekten unterscheidet. Erstens zeigten Golfer mit Rückenschmerzen in der Ansprechposition eine stärker nach vorne geneigte Wirbelsäule (vgl. Bild 1) und standen dafür im Rückschwung eher zu aufrecht (Bild 2). Dies heisst, dass eine Wirbelsäulen-Drehachse, die in Bezug auf die Schwungebene nicht senkrecht steht, vermehrt den Rücken belastet. Zweitens zeigten Golfer mit Rückenschmerzen im Rükkschwung ein verstärktes seitliches Verbiegen in Zielrichtung (Bild 3a und 3b), und drittens belasteten sich Golfer mit Rückenschmerzen unnötig, indem sie häufig über ihre Beweglichkeitsgrenze hinaus ihre Wirbelsäule verdrehten.
Im Alltag den Rücken schonen
Eine weitere wirkungsvolle Massnahme zur Reduktion von Belastungen im Wirbelsäulenbereich ist die Verkürzungen des Rückschwunges (Bild 4a und 4b). Studien zeigten, dass durch einen verkürzten Rückschwung die Schlägerkopfgeschwindigkeit um nur 1,4% reduziert wird und die Präzision sogar ansteigt. Ebenso effektiv zur Entlastung der Wirbelsäule ist der klassische Golfschwung nach Harry Verdon, bei dem das Becken und der Oberkörper gemeinsam mit dem dem Ziel zugewandten Fuss gedreht werden (Bild 5a und 5b). Durch die abgebildeten Schwungänderungen können auch Sie einen rückenschonenderen Golfschwung erlernen, doch ebenso wichtig ist regelmässiges Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining sowie ein konsequentes, rückenschonendes Alltagsverhalten.