Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03581.jsonl.gz/1665

Um es gleich vorne weg zu nehmen:
Über das Quartier Luegisland gibt es nur ganz wenige geschichtliche Überlieferungen und es existiert auch keine Chronik. Trotzdem haben wir versucht, hier ein paar Eckdaten unseres Quartiers zusammenzutragen.
Um einen Blick auf historische Aufnahmen des Quartiers zu werfen empfehlen wir Ihnen einen Blick auf den Navigationspunkt "Das Quartier im Wandel der Zeit".
Als 1178 die Stadt Luzern gegründet wurde, dehnte sie sich rasch aus und die enge Stadtbefestigung bot nicht mehr genügend Platz. Nach der Schlacht von Sempach von 1386 bis 1408 wurden neue Befestigungstürme – die Museggtürme erstellt.
Das Gebiet Bramberg/St. Karli blieb nach 1850 lange Zeit von den städtebaulichen Expansionen verschont. Dass lange keine Strassen ins Land führten, war wohl einer der Hauptgründe, weshalb das Gebiet grösstenteils unbewohnt blieb.
Durch den Aufbau der Trinkwasserversorgung 1875, wurde eine dichtere Besiedlung des städtischen Hügelgebietes möglich. Es begannen sich die Villen- und Mehrfamilienhausquartiere Geissmatt oder Bramberg über die ehemaligen Bauernhöfe und Landsitze auszudehen.
Im Quartier gab es wenig Industrie. Die erste Teigwarenfabrik der Schweiz stand notabene am Reussufer auf dem Trüllhofgut. Sie wurde von den Gebrüdern Ronca 1838 auf der St. Karlimatte an der Reuss gegründet. Bis kurz nach 1900 wurden dann an der St. Karlistrasse, wo heute die Autobahn aus dem Tunnel tritt, Teigwaren produziert. Der Erfolg des Zofingers Johann Sutermeister, der die Fabrik nach dem Konkurs von den Roncas übernahm, hat viele andere motivert und so wurde Luzern bis nach der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert eine Hochburg der Pastaproduktion.
Nach der Jahrhundertwende entstanden immer mehr Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Bauten im Quartier. Der Sitz der vereinigten Molkereien Luzern ist eines der Überbleibsel aus dieser Zeit. Am Standort der heutigen Kirche St. Karl war früher eine Seifenfabrik zu finden.
Der erste befahrbare Flussübergang war die gusseiserne Geissmattbrücke, welche die Geissmattstrasse und die Militärstrasse miteinander verband. Die Brücken haben die damals getrennten Quartiere Untergrund und St. Karli auch kulturell verbunden. Architektonische Gemeinsamkeiten boten und bieten noch heute das St. Karli Schulhaus und die St. Karli-Kirche.
Bis 1955 gehörte das Gebiet St. Karli zum Quartierverein Mühlegass-St. Karli. Der Quartierverein Mühlegass umfasste das Gebiet vom Mühleplatz der Reuss entlang. Als das Quartier im Geissmattgebiet immer grösser wurde, wurde ihm im Jahre 1955 auch noch das Bramberg Gebiet zugeteilt und das Quartier wurde auf den heutigen Namen „Luegisland“ umbenannt. Die aus den Zusammenschlüssen entstandenen Quartiervereine haben sich seit Anbeginn gemeinsam für die Sorgen und Bedürfnisse ihrer Bewohner eingesetzt. Die Devise lautet seither: „Den Willen des Quartiers auf breiter Basis zum Nutzen Aller zu ermitteln und unter Berücksichtigung der politischen und konfessionellen Neutralität den städtischen Behörden gegenüber zu vertreten“.
Auch heute gilt das Luegisland-Quartier zu einem der privilegiertesten Wohngebiete der Stadt Luzern mit vielen wunderschönen Ausblicken – nicht nur für Touristen.