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Am Vormittag überquerte eine äusserst aktive Gewitterlinie aus Südwesten den Jura und das Mittelland. Wir blicken im heutigen MeteoBlog auf dieses doch markante Wetterphänomen zurück.
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Am Vormittag überquerte eine äusserst aktive Gewitterlinie aus Südwesten den Jura und das Mittelland. Wir blicken im heutigen MeteoBlog auf dieses doch markante Wetterphänomen zurück.
Eine Gewitterlinie überquerte heute am Vormittag das Mittelland und den Jura. Obwohl am Vormittag die Aufheizung der bodennahen Luftschichten noch nicht weit fortgeschritten war, waren die Böen im Vorfeld der Gewitter doch sehr beachtenswert. Bereits in La Brévine und La Chaux-de-Fonds wurden 100 km/h aufgezeichnet. Ähnlich starke Böen wurden in der Folge auch in Wynau mit 102 km/h und in Steckborn mit 97 km/h registriert. Spitzenreiter war Schaffhausen mit 115 km/h. Aber auch an einigen anderen Stationen des Schweizer Mittellandes wurden rund 80 km/h gemessen.
Wäre die erwähnte Gewitterlinie zur Zeit der stärksten Aufheizung über die Schweiz nach Nordosten gezogen, hätte man noch mit deutlich stärkeren Böen rechnen müssen. Böenspitzen von 120 bis 140 km/h werden bei Gewittern lokal immer wieder einmal gemessen. Sehr hohe Böenspitzen wurden beispielsweise am 29. Juli 2005 mit über 130 km/h in Genf gemessen. Es ist dies übrigens die stärkste Windböe an dieser Station seit 1981, noch vor dem Weststurm Lothar, welcher «nur» 104 km/h brachte und vor dem stärksten Bisensturm seit Jahrzehnten, welcher am 26. Februar 2023 mit 99 km/h durch die Rhonestadt fegte.
Auch in Zürich brachten Gewitter schon Böenspitzen von über 130 km/h, so am 21. Juni 2012. In Luzern löste ein heftiges Gewitter am 6. Juli 2019 sogar eine Böe von 135 km/h aus und in Bouveret zeigte der Windmesser am 18. Juli 2005 sogar extreme 161 km/h an. Die bisher höchste Windböe während eines Gewitters wurde allerdings am 15. Juli 1985 in Glarus registriert, als sogar 190 km/h aufgezeichnet wurden. Dies ist auch heute noch die bisher höchste Windspitze in den Niederungen der Schweiz. Gewitter können also extrem heftige Böen auslösen. Da solche Windextreme aber bei Gewittern nur lokal auftreten, sind die Schäden im Vergleich zu den winterlichen Weststürmen doch eher bescheiden.
Die Südwestströmung, welche instabile Luft heranführt und damit letztendlich für die aktuelle Gewitterlage verantwortlich ist, dauert noch bis morgen Nachmittag an. In der Folge beendet eine aktive Kaltfront die Gewittersituation.
Gemäss den aktuellen Prognoseunterlagen werden heute Abend die kräftigsten Gewitter in den Alpen erwartet. Da Gewitter aber sehr unberechenbar sind, kann es auch sein, dass im Jura erneut Gewitter auftreten. Am kleinsten ist die Gewittergefahr im Mittelland sowie auf der Alpensüdseite.
Morgen Donnerstag treten die heftigsten Gewitter im Vorfeld der Kaltfront wohl in der westlichen Landeshälfte auf. In den östlichen Alpen hingegen dürfte der Föhn noch bis am Nachmittag oder Abend wetterwirksam sein, was die Gewitteraktivität dämpft. Im Gegensatz zu heute dürfte morgen gegen Abend die Gewitteraktivität auch auf der Alpensüdseite aufleben, da auf morgen in der Höhe eine Abkühlung eintritt, wodurch die Atmosphäre labilisiert wird.