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Staff Benda Bilili aus Kinshasa haben ihre neue CD «Bouger le Monde!» vor einigen Tagen in der Londoner Royal Albert Hall getauft. Momentan ist die zehnköpfige Truppe in Europa unterwegs. Weiter gehts dann in die USA und nach Kanada. Dass sie die Welt bewegen können, haben sie in der Vergangenheit gezeigt. Etwa 2011 auf der Seebühne am Zürcher Theaterspektakel. Joe Manser, der damalige Gemeinderatspräsident, ist nach dem Konzert mit seinem Rollstuhl auf die Bühne gerollt und hat sich auf Deutsch und auf Französisch bei der Band für den wundervollen Abend bedankt. Er tat das bei einer Band, in der einige Mitglieder von Polio gezeichnet selbst in Rollstühlen oder an Krücken unterwegs sind.
Auf ihrer zweiten CD, die sie drei Jahre nach «Très très fort» in Kinshasa aufgezeichnet haben, fährt schon das erste Stück in die Beine. In «Osali Mabe» singt Theo Nzonza Nsituvuidi, Komponist des Stücks und einer der Gitarristen von Staff, zusammen mit Kabamba Kabose Kasungo und dem Bandleader Ricky Likabu Makodu, den alle «Papa Ricky» nennen. Ihr Lied handelt von einem Vater, der seine Frau mit den Kindern sitzen lässt. Sie appellieren an sein Gewissen, bitten ihn zurückzukehren und seine Verantwortung wahrzunehmen. Im ebenso schmissigen «Bilanga» fordert die Grossmutter ihre Kinder und Enkelkinder auf, aus Kinshasa, wo über 40 000 Strassenkinder ein kümmerliches Leben fristen, wieder ins Dorf zurückzukehren, um ein würdiges Leben zu führen. Eines dieser Kinder, «Le petit Roger», hatte als Dreizehnjähriger bei Staff Benda Bilili Anschluss gefunden. Der Klang seiner aus einer Milchpulverbüchse gefertigten Laute ist zum Markenzeichen der Band geworden.
«Bouger le Monde!» versammelt elf Songs, deren Texte sich vorwiegend an die Community richten, aus der die Bandmitglieder selbst stammen. Staff Benda Bilili fordern sie auf, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und auf Gott zu vertrauen. Dazu tanzen kann die ganze Welt.