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Mindestens 288 Menschen starben beim schwersten Zugunglück in Indien in diesem Jahrhundert. 900 Personen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, sind die Rettungsarbeiten in den Trümmern abgeschlossen. Alle der eingeschlossenen toten und verletzten Fahrgäste konnten geborgen werden. An Bord der beiden betroffenen Personenzüge befanden sich etwa 2’000 Menschen.
Der indische Präsident Narenda Modi besuchte am Sonntag Spitäler, in denen sich Verletzte befinden.
Das Unglück ereignete sich am Freitagabend gegen 19.00 Uhr Ortszeit im ostindischen Bundesstaat Odisha. Offiziellen Angaben zufolge entgleisten mehrere Waggons des «Coromandel Express», der zwischen Kolkata (ehemals Kalkutta) und Chennai (ehemals Madras) verkehrte, nachdem er mit einem stehenden Güterzug zusammengestossen war. Es ist noch unklar, wie der Coromandel Express auf das gleiche Gleis wie der Güterzug geraten ist.
Mehrere Wagen des Coromandel Express stürzten daraufhin auf das Gegengleis. Ein anderer Zug, der in die entgegengesetzte Richtung fuhr – der «Howrah Superfast Express», der von Yesvantpur nach Howrah unterwegs war – kollidierte mit entgleisten Waggons.
«Der Coromandel Express sollte eigentlich auf der Hauptstrecke fahren, aber stattdessen wurde ein Signal für die Schleifenstrecke gegeben, und der Zug rammte einen Güterzug, der dort bereits abgestellt war», sagte KS Anand, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der «South Eastern Railway».
Es wurde eine umfassende Untersuchung eingeleitet, aber ein vorläufiger Bericht deutet darauf hin, dass der Unfall auf einen Signalausfall zurückzuführen ist, sagte Anand.
Indiens Eisenbahnnetz gilt als marode.
Die bisher schlimmste Eisenbahnkatastrophe ereignete sich in Indien am 20. August 1995 in Firozabad, Uttar Pradesh. Der «Kalindi Express» stiess kurz vor dem Bahnhof von Firozabad mit einer Kuh zusammen, die sich im Gleisbereich aufgehalten hatte. Dadurch wurden die Bremsen des Zuges beschädigt, was zur Folge hatte, dass der Zug nicht weiterfahren konnte. Trotzdem gab ein Mitarbeiter des Stellwerks die Strecke frei. So fuhr der «Purushottam Express» gegen 2:55 Uhr auf den blockierten «Kalindi Express». Zwischen 350 und 400 Menschen starben. Der Mitarbeiter des Stellwerks floh und konnte nie gefasst werden.
Unklar ist, wie viele Tote die Eisenbahnkatastrophe von Mansi im indischen Bundesstaat Bihar am 6. Juni 1981 gefordert hatte. Wegen einer Kuh auf dem Geleise löste der Lokomotivführer die Notbremse aus. Sieben Wagen kippten darauf in den durch einen Zyklon angeschwollenen Bagmati-Fluss. Mindestens 250, möglicherweise aber 600 Menschen starben