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Anfang Woche wechselte der Rohstoffkonzern Glencore in seiner kongolesischen Bergbaufirma Katanga drei Verwaltungsräte aus, schreibt die Zeitung. Offiziell wegen Unregelmässigkeiten in der Buchhaltung. Ausgelöst worden seien die Rochaden aber durch Ermittlungen der kanadischen Börsenaufsicht.
Diese untersuche nicht nur die Buchhaltung, sondern vor allem, ob Katanga Korruptionsrisiken in der Demokratischen Republik Kongo verschwiegen hatte. Wie bei den Paradise Papers rückt auch hier der umstrittene israelische Geschäftsmann Dan Gertler in den Fokus.
Hat Gretler Spitzenpolitiker im Kongo geschmiert?
Es geht um Millionenzahlungen an Firmen Gertlers. Weder Glencore noch die kanadische Behörde wollten sich dazu äussern. Gertler sei ein persönlicher Freund des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila. Gerichtsdokumente aus den USA deuteten laut dem Bericht im «Tages-Anzeiger» darauf hin, dass er Spitzenpolitiker im Kongo mit Millionen schmierte, um an günstige Minenlizenzen zu kommen.
Weggefährte Glasenbergs zurück getreten
Gertler streitet jegliche illegalen Handlungen vehement ab. Es sei auch kein Verfahren gegen ihn bekannt. Vor drei Wochen machte die Tageszeitung publik, dass dem Kongo Hunderte Millionen Dollar entgingen, nachdem Gertler für Katanga im afrikanischen Land verhandelt hatte. Einer der Verwaltungsräte von Katanga, der Anfang Woche zurücktrat, sei Aristotelis Mistakidis, ein wichtiger Weggefährte von Glencore-Chef Ivan Glasenberg.
Die Paradise Papers zeigten, dass es Mistakidis war, der bereits 2008 im Katanga-Verwaltungsrat den Verhandlungen von Gertler mit dem Kongo zustimmte. Gertler und Glencore seien damals Minderheitsaktionäre von Katanga gewesen. Weitere Recherchen und der Bericht einer Expertin würden inzwischen auch zu diesen Verhandlungen neue Fragen aufwerfen.
Glencore zur Firma Katanga
zentralplus hat die Firma Glencore in Baar per Mail angefragt, ob sie Stellung nehmen will. Die Glencore-Presseverantwortlichen verweisen auf die schriftliche Stellungnahme der Firma vom 6. November 2017, als die «Paradise Papers» vom International Consortium of Investigative Journalists publik gemacht wurden. Hier findet man die inzwischen aktualisierte deutsche Version. Sie betonten, dass nicht die Firma Glencore sondern die Tochtergesellschaft im Fokus steht.