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Die ersten 22 Jahre seiner Clubgeschichte waren für den FC Aarau zwar eine erfolgreiche Ära (Schweizermeistertitel 1912 und 1914), aber auch eine Zeit ohne eigenen Sportplatz. Die Spiele wurden im Schachen ausgetragen, wo feste Einrichtungen wie Fussballtore, Einzäunungen und Garderoben fehlten. Für jeden Match mussten Tore und Abschrankungen aufgestellt und danach wieder abgeräumt werden. Duschanlagen gab es keine, die Teams zogen sich im Restaurant Fehlmann (heute Gasthof zum Schützen) um und wuschen sich Füsse und Schuhe im Schanzrainbächli.
Nach vielen Jahren der Standortsuche konnte dank dem Entgegenkommen der Ortsbürgergeminde Aarau, der Landeigentümerin im Brügglifeld, der grosse Wurf realisiert werden. Am 15. Januar 1924 kamen einige verdiente Clubmitglieder und Freunde des FC Aarau zusammen, um eine Genossenschaft für die Erstellung und Finanzierung der neuen Platzanlage in die Wege zu leiten. Die Gründungsversammlung fand am 17. März statt, also fast auf den Tag genau vor 100 Jahren. Nur elf Tage später erfolgte bereits der Spatenstich. Schliesslich konnte die neue Anlage samt Tribüne am 12. Oktober mit einem Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Schweizermeister FC Zürich feierlich eingeweiht werden. Dem ersten Vorstand der Brügglifeld-Genossenschaft, dem das Verdienst zukommt, in ausserordentlich speditiver und tatkräftiger Arbeit die Platzanlage geschaffen zu haben, gehörten folgende Herren an: Hans Hofmann (Präsident), Direktor Gisler, Paul Hoffmann, Rudolf Jundt, Gottlieb Lenzin, Fritz Leuner, Henri Müller, Louis Niquille, Alfred Rubli und Adolf Stirnemann.
Am Samstagnachmittag, vor der eigentlichen Türöffnung für das Aargauer Derby zwischen dem FC Aarau und dem FC Baden, findet im Stadion, in der «Adlerstube», die Generalversammlung der 100-jährigen Genossenschaft statt. 41 Mitglieder zählt die Eigentümerin des Stadions, welche Anteilscheine in unterschiedlicher Anzahl besitzen, wobei jedes Mitglied nur eine Stimme an der GV hat.
Einnahmen generiert die Genossenschaft durch einen Unterhaltsbeitrag der Stadt Aarau, durch Gelder aus dem Swisslos-Lotteriefonds und aus einem Teil der Erlöse durch Reklame im Stadion. Ebenso wie Bauchef Urs Zubler wirkt der aktuelle Präsident der PGB, Peter Gloor, bereits seit 37 Jahren im Vorstand. Seit 2013 amtet er als Präsident, ist aber schon einige Jahre länger erste Ansprechperson, weil nach dem Rücktritt von Rolf Suter 2001 während langer Zeit kein neuer Vorsteher gewählt worden war aufgrund der Stadionprojekte an anderen Standorten (zuerst in Schafisheim, dann im Torfeld Süd).
«Die Infrastruktur ist zwar heimelig und kultig, aber halt nicht mehr zeitgemäss. Die Herausforderungen sind in vielen Bereichen gross.»
Peter Gloor, der seit letztem Jahr auch Mitglied des Verwaltungsrats der FC Aarau AG ist, zum Jubiläum der Platzgenossenschaft: «100 Jahre sind ein stolzes Alter, das gefeiert werden muss. Ziel war es aber nie, dass im Brügglifeld 100 Jahre Fussball gespielt werden soll. Die Infrastruktur ist zwar heimelig und kultig, aber halt nicht mehr zeitgemäss. Die Herausforderungen sind in vielen Bereichen gross, so beim Unterhalt der Tribüne und auch den Sicherheitsaspekten.»
Und so wird sich die Platzgenossenschaft mit ihren Möglichkeiten weiterhin dafür einsetzen, dass der FC Aarau bis zum Bezug eines neuen Stadions im Brügglifeld eine würdige Heimstätte vorfindet.
Matchzeitung Nr. 14 (2023/24) lesen
Dieser Artikel ist am 16. März 2024 in der Ausgabe Nr. 14 (Saison 2023/24) der Matchzeitung HEIMSPIEL gegen den FC Baden erschienen.