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Emanuel, Stallmeister Friedrich Wilhelms, des Großen Kurfürsten, fiel durch eine schwed. Stückkugel in der
Schlacht bei Fehrbellin 18. (28.) Juni 1675. Es geht die Sage, daß Froben, als er bemerkte, daß die schwed.
Artillerie ihr Feuer gerade auf den Schimmel
[* 17] richtete, welchen der Kurfürst ritt, diesen veranlaßt habe,
mit ihm das Pferd zu tauschen, worauf er selbst den Schimmel bestiegen habe und bald darauf getötet worden sei. Diese auch
in Gedichten verherrlichte Sage ist jedoch historisch unbegründet; der Kurfürst hat am Schlachttage keinen Schimmel geritten,
doch fand Froben allerdings unmittelbar neben ihm den Tod. -
Vgl. Brecht, E. Froben und seine Familie (in der
Zeitschrift «Der Bär», Berl. 1875).
Johs., gelehrter Buchdrucker, geb. um 1460 zu Hammelsburg (in Franken), ging nach Basel,
wo er humanistischen Studien
oblag und später dem Buchdrucker Joh. Amerbach als Korrektor zur Seite stand. Er wurde dann Bürger von
Basel
und begann 1491 seine selbständige Wirksamkeit durch den Druck einer handlichen lat. Bibel in Oktavformat. 1500 heiratete
Froben die Tochter des Buchhändlers WolfgangLachner; seitdem arbeiteten beide gemeinsam. Praktisches Geschick, Geschmack und Gelehrsamkeit
vereinigten sich bei ihm in seltener Weise.
Gute und korrekte Ausgaben der Klassiker und Kirchenväter zu liefern war er vor allem bedacht. Seine
persönlichen Beziehungen zu den Humanisten, besonders seine lange Freundschaft mit Erasmus, dessen Schriften alle in seinem
Verlage erschienen, waren ihm dabei sehr förderlich. Als wissenschaftliche Mitarbeiter (Korrektoren) unterstützten ihn
auch Wolfg. Musculus, Joh. Ökolampadius und Sigismund Gelenius. Die von
ihnen besorgten Ausgaben gelten zum Teil auch wegen der dafür benutzten Handschriften noch jetzt als sehr beachtenswert. Das
Neue Testament in griech. Sprache (2 Tle., 1516) und die Werke des Hieronymus (9 Tle., 1516) schafften seinem Verlage besondern
Ruhm; ersteres diente Luther als Grundlage für seine Übersetzung. Die Bedeutung Hans Holbeins erkannte
Froben früh und beschäftigte ihn viel für die Ausschmückung seiner Drucke. Auch ahmte er zuerst die von Aldus Manutius dem
Ältern¶
mehr
eingeführte zierliche Kursivschrift nach. Seine Wirksamkeit vor allem hob Basel
im Anfang des 16. Jahrh.
an die Spitze des deutschen Buchhandels. Sein Druckerzeichen besteht in zwei gekrönten Schlangen, die sich um einen unten von
zwei Händen gehaltenen Stab winden, auf dem eine Taube sitzt. Er starb im Okt. 1527. Seine Offizin wurde
von seinem ältern Sohne Hieronymus (gest. 1563), seinem Schwiegersohne Nik. Episcopius (gest. 1564) und später von seinen
Enkeln Ambrosius und Aurelius, Söhnen des Hieronymus, bis 1603 fortgesetzt.