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Filmkritik: You couldn't fix an election if your brother was the governor.
Hazzard County ist ein ruhiges Fleckchen Erde des Bundesstaates Georgia im tiefen Süden Amerikas. Eine Idylle mit grünen Wiesen, staubigen Strässchen und Bauernhöfen. Die Leute grüssen sich dort noch mit Namen. Für Recht und Ordnung ist gesorgt, und man nimmt es generell gemütlich. Bis auf die beiden Cousins Bo und Luke Hazzard (Seann William Scott und Johnny Knoxville): zwei Bleifüsse, die es öfters eiliger haben, als die Polizei erlaubt. Sie kennen jede Abkürzung, was besonders hilfreich ist, wenn Luke mal wieder einer Southern Beauty ein bisschen zu nahe gekommen ist und deren männliche Verwandtschaft mit der Schrotflinte die Verfolgung aufnimmt.
Doch ein Duke kommt selten allein. Onkel Jesse (Willie Nelson) ist das unbestrittene Familienoberhaupt und sein schwarz gebrannter Schnaps - der beste in der Gegend - der Garant für ein geregeltes Familieneinkommen. Das bezirzendste Mädchen im Bezirk ist seine Nichte Daisy (Jessica Simpson). Die rabiate Serviertochter mit einer riesigen Sammlung Denim-Hotpants setzt öfters ihre körperlichen Vorzüge ein, wenn ihre Cousins wieder mal mit Gesetzeshütern in Konflikt geraten.
Die ganze Familie Duke freut sich auf die Hazzard Rallye, die sich schon zum 70. Mal jährt und in letzter Zeit immer von Bo gewonnen wurde. Dieses Jahr gibt's aber harte Konkurrenz. Der fiese Lokalpolitiker Boss Hogg (Burt Reynolds) hat einen Profifahrer engagiert, um so viele Leute wie möglich an die Rennstrecke zu locken. Zusammen mit Sheriff Coltrane (M.C. Gainey) will er so die Lokalbevölkerung von einer Gerichtsverhandlung ablenken, an der Gebiete des Countys aufgekauft werden sollen, um Bergbau zu betreiben. Unter anderem auch Land der Dukes. Die kommen dem geheimen Plan aber mit vereinten Kräften auf die Schliche und lassen sich und Hazzard natürlich nicht so leicht verkohlen...
Richtige Schauspieler hat es im Update der gleichnamigen, obskuren Fernsehserie aus den 80er Jahren The Dukes of Hazzard eigentlich nicht. Johnny Knoxsville spielt "Jackass" und bevor Seann William Scott mal nicht als Inkarnation von Dusselkopf Stiffler auf der Leinwand erscheint, wird Jessica Simpsons IQ als dreistellig eruiert werden. Die US-Blondine spielt auch mit und hat nach einer Ballade in den US-Top 3 und ihrer eigenen Parfümlinie nun erstmals einen Auftritt als richtige Schauspielerin. Die MTV-Serie Newlyweds zählt nicht, da Reality-TV. Irgendwie hat man aber das Gefühl, sie wäre schon immer da gewesen. Der beste Beitrag zur Populärkultur im Zusammenhang mit ihr bleibt aber auch nach diesem Film Adam Greens Lied "Jessica". Ein weiterer singender Künstler, der sich in diesem Film als Schauspieler versucht, ist Willie Nelson. Sein Rolle? Rumstehen und einen Witz nach dem anderen reissen. "Wie nennt sich ein Hillbilly mit zwei Schafen unter den Armen? Ein Playboy." Nichts zu lachen hat auch Burt Reynolds, dessen Genervtheit wohl nicht nur gespielt ist.
Kein Wunder haben es seelenlose Dinge leicht, zu tragenden Rollen in The Dukes of Hazzard zu avancieren. Allen voran General Lee und ein Grossteil der Extremitäten, die an Jessica Simpsons Körper doppelt vorhanden sind. General Lee wird zwar gehegt und geplagt wie ein Mensch, bleibt aber letztendlich ein oranger Dodge Charger aus dem Jahre 1969. Ein Auto als Hauptattraktion? Da darf natürlich das Boxenluder nicht fehlen. Und diese Rolle hat eben Simpson inne. Wegen ihren Beinen und Brüsten aber Eintritt zu bezahlen, wäre echt verschwendetes Geld. Mein Tipp: Ihr Video zu "These Boots Are Made For Walkin'" angucken. Da hast du gleich alle Outfits, ausser das mit der schwarzen Perücke und der Sonnenbrille, kompakt in einem Vierminüter. Mehr gibt's im Hauptfilm auch nicht zu sehen. Eher weniger. Ihre Auftritte sind ziemlich kurz. Nur die Original Wonder Woman Lynda Carter taucht noch seltener auf.
Dafür gibt's lustige Szenen mit Armadillos und was man mit und aus den gschpässigen Gürteltieren so machen kann. Helme zum Beispiel. Das wäre dann wieder so ein seelenloses Ding, das für einmal aber den Film ein bisschen aufpeppt. Sheev, ein paranoider Waffenexperte, gespielt von Kevin Hefferman, trägt ihn und stiehlt den beiden Hauptdarstellern so für kurze Zeit die Show. Er ist ein alter Kumpel von Regisseur Jay Chandrasekhar aus der Broken Lizard Comedy-Truppe. Deren Filme Club Dread und Super Troopers sind bei uns zwar nicht so bekannt. Aber die sind vielleicht einen Blick wert. Denn auch Scott und Knoxville geben ziemlich oft schmunzelswerte Dialoge von sich. Zwei Dukes an der Uni ist ein Kürzestwitz für sich und der Keyser Soze-Spruch von Bo Duke wird wohl nicht von allen im Kino verstanden werden.
Mit DER Fernsehserie als Vorlage muss der Showdown aber zwangsläufig eine riesige Verfolgungsjagd mit mehreren Massenkarambolagen sein, bei der alle "Yeehaa!" schreien. Was heisst hier Showdown? Alle nicht witzigen Teile des Films sind Autoszenen und davon hat's eine ganze Menge. Hey dafür gibt's auch keine Pipikaka-Witze. Trotzdem ist The Dukes Of Hazzard kein zweiter Starsky und Hutch geworden. Auch das war ein Remake einer TV-Serie mit altmodischen Autostunts und hatte denselben Drehbuchautor. Zu lachen gab's mit Ben Stiller und Snoop Doog aber mehr. Die Dukes schaffen drei Sternchen, was einer positiven Überraschung gleicht kommt. Man kann eins dazufügen, wenn man auf schrottreife Kraftfahrzeuge steht. Zwei weniger werden es wohl für allfällige Frauen und Polizisten im Kinosaal.