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Die homöopathische Behandlung von Kindern mit ADS/ADHS
Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universität Bern unter der Leitung von Dr. med. Heiner Frei, Laupen, und Dr. André Thurneysen, KIKOM, hat in den Jahren 2001 bis 2005 eine wissenschaftliche Studie mit homöopathischer Behandlung von 62 ADS-Kindern durchgeführt. Das Studiendesign umfasste eine offene Screeningphase, in der das bestpassende homöopathische Arzneimittel bestimmt werden musste, danach eine doppelblinde Crossover-Studie und schliesslich eine offene Langzeitbehandlung von durchschnittlich 19 Monaten Dauer.
Resultate
Weitere Artikel zu dieser Studie
In diesem Artikel behandeln die Autoren das unkonventionelle Vorgehen eine randomisierte, Placebo kontrollierte Doppelblindstudie mit einer offenen Screeningphase, in der das bestpassende homöopathische Arzneimittel bestimmt werden musste, zu beginnen. Erst im Anschluss folgte die randomisierte Kontrollphase. Dieses Vorgehen sei notwendig, um der homöopathischen Grundregel der Individualisierung gerecht zu werden.
Bekannt ist zudem das Buch von Dr.med. Heiner Frei „Die homöopathische Behandlung von Kindern mit ADS/ADHS", das 2005 im Haug-Verlag erschienen ist. In diesem Buch gibt H. Frei seine Erfahrungen wieder, die er durch eine intensive und jahrelange Beschäftigung mit der homöopathischen Behandlung von Kindern mit ADS gesammelt hat. Der Autor versteht sein Werk als „Arbeitsbuch für die Praxis auf wissenschaftlich fundierter Grundlage. Das Buch gibt dem homöopathisch Ausgebildeten klare Richtlinien für eine effiziente Fallaufnahme, Hinweise über die Zuverlässigkeit und die Gewichtung der Symptome und enthält eine Einführung in den Materie medica-Vergleich mit Hilfe von Polaritätssymptomen. Es zeigt zudem, welche Dosierung zu stabilen Besserungen führt und wie der Verlauf auf präzise Art kontrolliert werden kann. Ein eigenes Kapitel mit nachzuvollziehenden Fallbeispielen, die als Übungsfälle konzipiert sind, ergänzt den praktischen Teil des Buches" (a.a.O., S. XII). Im fünften Kapitel werden zudem drei wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema vorgestellt, darunter auch die oben genannte Berner Doppelblindstudie.
Literatur
Doppelblind
Weder Patient/Proband noch Arzt wissen, ob der Patient das Medikament oder Plazebo erhält.
Cross over Studiendesign
Eine Cross-Over-Studie dient dem Ausschliessen von falschen Effekten bei klinischen Studien in der Medizin. Dazu werden Patienten in zwei Gruppen (A, B) aufgeteilt. Gruppe A erhält zuerst Therapie 1 und danach Therapie 2, die Gruppe B erhält zuerst Therapie 2 und danach Therapie 1. Wenn in beiden Gruppen dieselben Unterschiede nachgewiesen werden können, geht man von einem "echten" Unterschied zwischen den Therapieformen aus.
Nachwirkungs- oder Übertragungseffekt. Dieser Effekt kann entstehen, wenn Patienten bei einer Studie zuerst das Verum (echte Medikament) und nach einer bestimmten Zeit nach Absetzen des Verums das Placebo erhalten (oder umgekehrt). Ist diese Zeitspanne zwischen Absetzen und erneuter Gabe (=wash-out-Phase) zu kurz, entsteht ein Carry-over-Effekt, das heisst, das erste Mittel wirkt noch, während bereits das nächste Mittel verabreicht wird.
Scheinmedikament (sieht gleich aus wie das Verum, enthält aber keinen Wirkstoff). Gegenteil: Verum
(lat.) das Wahre. In klinischen Versuchen die tatsächliche Behandlungsform, z.B. das wirkstoffhaltige Medikament.
Gegenteil: Placebo
Randomisierung ist ein Verfahren, welches bei Studien Anwendung findet, bei denen die Versuchspersonen (z. B. teilnehmende Patienten) unter Verwendung eines Zufallsmechanismus unterschiedlichen Gruppen zugeordnet werden. Durch dieses Verfahren soll die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass der in einem Wirksamkeitstest nachgewiesene Effekt einer systematischen Verzerrung (Bias) unterliegt.
Scheinmedikament (sieht gleich aus wie das Verum, enthält aber keinen Wirkstoff). Gegenteil: Verum
Kontrollierte Studien sind Studien, bei denen die Ergebnisse der Studiengruppe mit denen einer Kontrollgruppe ohne Intervention oder einer Kontrollintervention verglichen werden. Die Kontrollgruppe erhält entweder ein Placebo oder eine bisher wirksame Massnahme.
siehe auch: Unkontrollierte Studien
Doppelblind
Weder Patient/Proband noch Arzt wissen, ob der Patient das Medikament oder Plazebo erhält.