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Tadschikistan ist das ärmste Land der ehemaligen Sowjetunion und eines der ärmsten Länder der Welt. Von den 8 Millionen Tadschikinnen und Tadschiken leben und arbeiten etwa 12 Prozent teilweise in Russland. Ihre Geldüberweisungen tragen bis zu 25 Prozent zum Haushaltseinkommen bei. Trotzdem leben laut einer Erhebung der Weltbank über 60 Prozent unter der Armutsgrenze. Der UN-Nahrungsmittelindex zeigt, dass Tadschikistan seit 20 Jahren regelmässig von Nahrungsmittelknappheit betroffen ist. Am schlimmsten ist die Situation jeweils in den ländlichen Distrikten.
93 Prozent der topografischen Fläche des Hochgebirgslandes Tadschikistan sind Berge. 28 Prozent des Landes wird für die landwirtschaftliche Produktion genutzt, über 75 Prozent davon als Weiden und Wiesen für die Heuproduktion. Verglichen mit der Landesgrösse ist aber wenig ackerbaufähiges Land verfügbar (gerade mal 7 Prozent). Das trockene, subtropische Klima erschwert einen ergiebigen Ackerbau. Hinzu kommt, dass entwaldete Flächen entlang der Täler und der angrenzenden Berghänge erodieren. Dies hat zur Folge, dass es regelmässig zu Überschwemmungen kommt und folglich zum Verlust der ohnehin schon kargen Ernten.
In Tadschikistan leben 77 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Sie betreiben mehrheitlich Landwirtschaft und Tierhaltung für ihre Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln und erwirtschaften ein kleines zusätzliches Einkommen mit dem Verkauf der wenigen Überschüsse. Mit über 60 Prozent bilden die Frauen die Mehrheit der landwirtschaftlich Erwerbstätigen. Die Landwirtschaft nutzt veraltete Technologien und Produktionsmethoden. Dazu kämpft sie mit Krankheiten und Schädlingen, nicht angepasstem Saatgut, fehlenden gut ausgebildeten Beratungsdiensten und hat kaum Zugang zum Markt. Um die Produktivität zu erhöhen und die ökonomische Situation der Landbevölkerung zu verbessern, braucht es eine Weiterbildung der Bäuerinnen und Bauern, funktionierende landwirtschaftliche Organisationen, einen Zugang zum Markt für Produktionsgüter, aber noch wichtiger für den Verkauf ihrer Produkte.
Dies alles - das Klima, die geografische Lage, die geringe landwirtschaftliche Bildung der Landbevölkerung und die fehlenden landwirtschaftlichen Organisationen - stellt eine essentielle Herausforderung an einen nachhaltigen und ertragreichen Anbau landwirtschaftlicher Nahrungsmittel dar. Sind die ersten beiden Faktoren (Klima und topografische Lage) unabänderliche Rahmenbedingungen, so setzt Caritas Schweiz mit dem vorliegenden Projekt bei der ländlichen Bevölkerung an. Seit über 15 Jahren unterstützt Caritas Schweiz Frauen- und Bauerngruppen im ländlichen Gebiet und arbeitet eng mit lokalen und regionalen Behörden zusammen. Die Projekte haben zum Ziel, mit einer Verbesserung der Lebensbedingungen und der Ernährungssicherheit die Auswirkungen von Naturkatastrophen zu verringern.