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Marienkirche
Adresse
8762 Schwanden
GL
Architektur
Kunst am Bau
Die Architekten Richard P. Krieg und Ernst Mettler realisierten einen Baukomplex in der skulpturalen Formensprache der Jahre um 1970 – allerdings nicht wie sonst oft in Sichtbeton, sondern in verputztem Mauerwerk. Die Marienkirche fügt sich gut in den von Bergen umgebenen Standort ein und ist neben der Fridolinskirche in Glarus von Ernest Brantschen der einzige brutalistische Sakralbau im Kanton Glarus.
Chronologie
Die katholische Marienkirche in Schwanden wurde in den Jahren 1972 bis 1973 von Richard P. Krieg und Ernst Mettler erbaut. Sie ersetzte einen historistischen Vorgängerbau aus dem Jahr 1894 von August Hardegger. Eine Renovation wäre etwa gleich teuer gewesen wie ein Neubau: Der Entscheid der Gemeinde fiel zugunsten des Neubaus. Lediglich ein historisches Muttergottes-Relief an der Pfarrhausfassade zeugt noch vom Vorgängerbau. Heute ist das katholische Pfarreizentrum wieder renovierungsbedürftig.
Lage
Die Marienkirche ist auf einem schmalen, langgezogenen Grundstück an der ansteigenden Rütelistrasse im Norden des Schwandener Dorfkerns situiert. Im Nordwesten grenzt das Areal der Marienkirche an die Güetlistrasse an. Die Kirche steht am Rande eines Wohngebiets und ist mit Wiesland eingefasst. Der Friedhof liegt auf der anderen Seite der Rütelistrasse, südöstlich der Kirche. Dazwischen befinden sich ein Parkplatz und das zum Sakralbaukomplex gehörende Pfarrhaus. Das Areal ist von Nordosten über eine grosszügige, halbkreisförmige Freitreppe und einen Vorplatz erschlossen. Pfarrhaus, Nebenräume und Kirche besitzen eigene Eingänge.
Beschreibung
Die neue Marienkirche besteht aus mehreren, sich zur Nordwestecke hin auftürmenden, flach gedeckten Bauvolumen. Einen Höhenakzent setzt der fünfeckige Kirchturm an der Rütelistrasse. Das zweigeschossige Pfarrhaus ist mit einer Überdachung an den Baukomplex angeschlossen. Das Kirchenschiff besteht aus drei in der Höhe gestaffelten, ebenfalls polygonalen Bauvolumen, die sich in den Hang eingliedern. Die Fenster sind an den Schnittstellen der Bauvolumen platziert und bilden horizontale und vertikale Lichtfugen. Der Turm besitzt an drei Seiten je drei hohe Schallöffnungen sowie einige kleinere Fenster. Die strassenseitige Kirchenfassade nimmt deren Format mit sechs weiteren kleinen Fenstern auf. Die Nebenräume besitzen funktionale, gerasterte Fensteröffnungen. Die aus Mauerwerk bestehenden Aussenwände sind verputzt und beige gestrichen. Horizontale Akzente setzten die weisse Stirnseite des gestaffelten Vordachs sowie die dunkle Kante der Blechdachdeckung.
Das Kirchenschiff folgt der Gebäudeform. Die Bestuhlung – rot lackierte Holzstühle – ist fächerförmig um den im Westen positionierten, erhöhten Altarbereich angeordnet. Ein Oberlicht erhellt den geweihten Bereich. Gegenüber setzt das Lichtband der Empore einen Akzent. Im Bereich des Kirchturms ist eine Kapelle ausgeschieden. Die verputzten Innenräume sind hell gestrichen, die gestufte Decke mit Holz verkleidet. Der Altar stammt aus der Werkstatt von Kurt Brunner, die farbigen Glasscheiben entwarf Johann Jakob Zemp.
Literatur