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Dominique Schraft
"Wir haben eine Verantwortung für unsere Umwelt!”
Ich bin im Baselbiet aufgewachsen, in einer grossen Familie aus dem Arbeitermilieu. Bis ich vier/fünf Jahre alt war, sprach ich nur französisch. Leider, leider habe ich nur den passiven Wortschatz behalten. Aber die Sturheit der Walliser habe ich geerbt! Nach einer C-Matur in Liestal habe ich an der Uni Basel Geographie studiert, mit Schwerpunkt Humangeographie, die Nebenfächer waren Meteorologie und Ethnologie (Indianer Nordamerikas). 1984 schloss mit einer Arbeit über Erfolgskontrolle von eidgenössischen Subventionen ab (Führen Subventionen zu Wohnbausanierungen im Berggebiet wirklich dazu, dass Jungbauern eher eine Familie gründen können und so die Alplandschaft weiter bewirtschaftet wird?). Daneben habe ich 15 Jahre lang Handball gespielt. Die letzten paar Jahre waltete ich sogar als Schiedsrichter.
Noch während meiner Zeit als Assistentin am geographischen Institut in Basel habe ich geheiratet. Die drei Kinder (1987, 1989 und 1993) beschäftigten mich sehr und ich arbeitete nur Teilzeit (Raumplanung). Die Wahl in die eidgenössische Zulassungskommission des Zivildienstes 1996 eröffnete ein ganz neues Feld. Da lernte und lerne ich vor allem Zuhören und entscheiden. 2001 zog die ganze Familie für drei Jahre in die USA. Zurück in der Schweiz begann ich eine Weiterbildung Information und Dokumentation an der HTW Chur und schloss 2007 mit einem Master ab. Seither arbeite ich freiberuflich im Bereich Fotoarchivierung.
Die Politik begann mich während der Gymizeit zu interessieren, beschränkte sich aber vor allem in Protesten gegen das geplante AKW in Kaiseraugst. Während des Studiums wurde ich dann umweltbewusst: Kurse, Praktika in phys. Geographie über die Renaturierung von Alpweiden und die Schäden, die unter anderem durch Skipistenplanierungen entstehen und die sich abzeichnende Klimaänderung beeinflussten mich stark, so stark, dass ich damals mit Skifahren aufgehört habe. Eine Weile fuhr ich noch Vespa, hörte dann aber auch damit auf. Mit meinem Mann bin ich schon seit Jahren Genossenschafterin bei Mobility (damals noch Share-Com), wir brauchen das Auto aber selten. Seit 1991 wohnen wir in Winterthur an der verkehrsgeplagten Breitestrasse. Über meinen Mann lernte ich Matthias Gfeller kennen, er brachte mich zu den Grünen. Von 1999 bis 2001 (Umzug in die USA) und seit 2007 bin ich Gemeinderätin in Winterthur, leider im Moment die einzige Frau in der Fraktion. Führungserfahrung habe ich in diversen Vereinen gesammelt: Sportclub Liestal, Schweizerische Gesellschaft für angewandte Geographie, Shutterbugs (Fotoclub in den USA), Zivi-Kommission (Regionalverantwortliche, Präsidiumsmitglied und Qualitätsregelkreis). Seit April 2008 bin ich Co-Präsidentin der Grünen Winterthur.
Meine persönlichen inhaltlichen Schwerpunkte:
- Verbesserungen zugunsten des Langsamverkehrs, sowie des öffentlichen Verkehrs.
- Alles, was die Klimaänderung verlangsamt oder sogar stoppt.
- Auch kleine Schritte führen zum Ziel. Nicht warten bis die Grossen etwas tun, sondern selber tun. Es sind noch viele Verhaltensänderungen möglich, ohne dass wir uns merkbar einschränken müssen.
- AKW sind keine Option! Ganz abgesehen davon, dass AKWs nicht klimaneutral sind, ist das Problem des nuklearen Abfalls noch nicht gelöst und wird nicht lösbar sein.
Winterthur, im Januar 2011