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Erweiterung Kunstmuseum Thurgau, Warth, 2011-2013
Der Erweiterungsbau für das Kunstmuseum befindet sich zwischen den in den Achtzigerjahren für das Kunstmuseum wiederaufgebauten Mönchszellen und der Klostermauer. Er stellt sich als langes, schmales Gebäude pavillonartig frei in diesem Bereich der früheren Ambulatorien. Mit einem minimalen Abstand zur Klostermauer belässt er dieses Baudenkmal weitgehend unangetastet. Zu den Mönchszellen schafft die leicht geknickte Fassade des Neubaus einen Zwischenraum, welcher die bestehenden Einzelbauten freistellt und in ihrer Gesamtwirkung erhält. In der spezifischen Einfügung des Neubaus in die historische Bausubstanz entsteht ein plastischer, mehrfach geknickter Gebäudekörper mit markant in Erscheinung tretenden Gebäudeenden nach Osten und Westen. Zwei ausgreifende Gebäudearme verbinden den Neubau mit dem Kreuzgang des bestehenden Museums. Mit einem asymmetrischen Giebeldach fügt sich der Erweiterungsbau dennoch selbstverständlich in die bestehende Dachlandschaft der Kartause Ittingen. Die dunkle Fassaden- und Dachverkleidung in Kupfer verleiht dem Gebäude einen scheunenartigen Charakter, welcher die historischen Bauten in ihrer massiven Präsenz nicht konkurrenziert. Im Inneren schafft die polygonale Gebäudeform eine Raumfolge von drei grossen Ausstellungsräumen als Enfilade, welche mit einem kleineren Endraum mit Aussenbezug abgeschlossen wird. Durch die leicht bauchigen Grundrissformen wirken die Ausstellungsräume breit und zentriert. Ein hohes, asymmetrisches Schrägdach verstärkt diese Grosszügigkeit der Raumwirkung und interpretiert die durch Giebeldächer geprägten, bestehenden Räume des Kunstmuseums. Ein durchgehendes Oblichtband nach Norden transformiert die Lage an der Klostermauer zur prägenden Ordnung des Gebäudes und schafft eine optimale natürliche Belichtung der Museumsräume. Die weissen Wände und Decken und der helle Hartbetonboden verleihen den Räumen eine abstrakt neutrale Raumwirkung, so dass die Kunstwerke ihre Wirkung entfalten können.