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Der heutige Tag war der Kultur und Geschichte gewidmet - zwei sehr seltene Themen auf unserer Reise. Da der Lago Llanquihué in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Deutschen besiedelt wurde, trifft man rund um den See auf Zeugnisse deutscher Kultur, seien dies das Colegio Alemán in Puerto Varas, die vielen lutherischen Kirchen, die im deutschen Stil gebauten Häuser, Kuchen und Streusel, die auf Spanisch genau gleich geschrieben werden und die häufigen deutschen Namen von Unternehmen, Hotels und Cafés.
Ohne die Deutschen gäbe es auch das Teatro del Lago in Frutillar nicht, denn schon anfangs des 20. Jahrhunderts, nachdem die Siedler sich etabliert hatten, entstand das Bedürfnis sich mit Musik zu beschäftigen. Instrumente wurden aus Europa importiert und es entstanden Musikzirkel und Chöre sowie Musikschulen.
Vor 50 Jahren wurden die Musikwochen von Frutillar ins Leben gerufen. Die Aufführungen fanden in Kirchen, Schulen und im Hotel Frutillar statt, das 1996 abbrannte. Da der Zulauf zu diesen Konzerten gross war, weckte dies das Bedürfnis, einen grossen Konzertsaal zu bauen. Allein mit Sponsorengeldern gelang es das Teatro del Lago zu bauen, das nach siebenjähriger Bauzeit 2010 eröffnet wurde.
Ohne die Familie Schiess, die zu den reichsten in Chile gehört, gäbe es dieses Theater nicht. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass das jährliche Defizit bei den Betriebskosten in Millionenhöhe gedeckt werden kann. Davon profitieren nicht nur die Konzertbesucher, sondern vor allem Hunderte Kinder aus der näheren und weiteren Umgebung, die die Musik- und Ballettschule kostenlos besuchen können.
Da Nestlé neben der Familie Spiess ein grosser Sponsor war, heisst der grosse Konzertsaal mit 1178 Sitzen „Sala Nestlé“. Die Akustik ist fantastisch und gehört zu den besten der Welt.
Im Foyer des Teatro del Lago
Die Wurzeln des Musiklebens von Frutillar
Typisches deutsches Haus in Puerto Varas