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Aus der Geschichte des Bezirks Küssnacht
Von der römischen Siedlung Cossiniacum zum Bezirk Küssnacht.
Die wechselhafte und spannende Geschichte über die Entstehung der drei Dörfer.
Küssnacht: Zollstätte und Goethe
Der Name Küssnacht, zurückzuführen auf die Siedlung des römischen Gutsherrn Cossinius, taucht erstmals ums Jahr 830 auf. Da vermachte der Adlige Recho seinen Besitz dem Kloster St. Leodegar in Luzern. Der Einfluss von Luzern nahm ab, als die Schwyzer sich hier festsetzten und noch vor dem Sempacherkrieg eine Zollstätte errichteten.
1424 wurde Küssnacht ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht. 1833 und 1847 führten parteipolitische Kämpfe zu kurzzeitigen Besetzungen durch Schwyzer- und Tagsatzungstruppen. Küssnacht galt seit jeher als berühmte Reisedestination. Goethe und Uhland waren auf Besuch, und auch der bayrische König Ludwig II. sowie der portugiesische König Dom Luiz weilten in Küssnacht.
Immensee: Fischer und Mission
Der Name ist auf den Ritter Immo von Buonas zurückzuführen, der hier am Zugersee das Fischereirecht besass. Als wichtiger Durchfahrtsort war Immensee massgebend von der Verkehrsentwicklung betroffen. Das erste Dampfschiff auf dem Zugersee verkehrte 1852, 30 Jahre später wurde die Gotthardverbindung zur Aargauer Südbahn in der Station Immensee verwirklicht. 1937 konnte die Hohle Gasse, durch die bis anhin der Verkehr rollte, mit einer Umfahrungsstrasse entlastet werden. Berühmt sind auch das Missionshaus Bethlehem und das Gymnasium Immensee, die 1896 durch den savoyischen Priester Barral gegründet wurden. 1984 konnte das Jubiläum «700 Jahre Dorf Immensee» gefeiert werden.
Merlischachen: Ritter und Goldsgulden
Das idyllische Gelände am Vierwaldstättersee wird erstmals 1168 erwähnt, als der Ritter Hermanno de Merlascachen in einer Schenkungsurkunde als Zeuge auftritt. Die Wiesen, Wälder und Rebberge sowie die Fischereirechte gehörten den Klöstern Luzern und Engelberg. Mit der Ausweitung der Eidgenossenschaft griffen die Schwyzer zu: Sie kauften 1440 für 60 rheinische Goldsgulden die Herrschaftsrechte und vereinigten Merlischachen mit Küssnacht. Um 1450 stiftete der reiche Hans Schnider die erste Kapelle, 1792 wurde die Kaplanei gegründet.