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Am 5. Oktober 2011 gestalten Dorothee Elmiger und Julius von Bismarck die erste Veranstaltung unserer vierteiligen Reihe "Leise Rehe - Wilde Beeren". Julius von Bismarck dreht für den Abend im Cabaret Voltaire eigens einen Film, in dem anstelle von Xerxes der Künstler selber nicht das Meer, sondern die Berge peitscht. In der Performance bilden die Peitschenhiebe das rhythmische Gerüst, um welches Dorothee Elmiger ihre Variation des Mythos spinnt.
"Und dort stand Xerxes am Hellespont mit der Peitsche in der Hand. Dort liegt das Meer, dann Land, et cetera. Dort liegt Europa. Dort liegt heute Europa. Dort liegt die Schweiz (und schläft). Dort ist Hannibal über die Berge gekommen. Dort sind die Elefanten durch den Schnee gelaufen. Dort sind die Grenzen grün oder weiss, dort ist eine Familie aus Anatolien über die weisse Grenze gekommen im Jahr 1988, einst."
"Ja, einst stand Xerxes am Hellespont. Einst schlugen die Wellen über die Ränder der Brücke. Einst zerschlugen die Wellen das Konstrukt. Einst türmte Poseidon das Wasser auf mit all seiner angeblichen Kraft. Einst nahm Poseidon die tausend Männer des Xerxes mit sich, in die Tiefe hinunter. Und einst griff Xerxes dann zur Peitsche und peitschte das Meer aus oder Gott Poseidon."
"Ja, einst gab es die Faustkeile, gab es Schnurkeramik, et cetera, gab es das Scherbengericht, gab es Auspizien, Leibeigene, Dreifelderwirtschaft, gab Waldrodungen, gab neue Sekten, gab Vögte, Adel und einmal dann Bürger, gab Bürgerinnen. Einst wurde die Schweiz erfunden, einst wurden die Alpen gebaut. Einst wurde die Schweiz erfunden, einst wurden die Alpen gebaut. Einst wurde die Schweiz erfunden, einst wurden die Alpen gebaut."
Textauszug: (c) Dorothee Elmiger / Fotos: (c) Guillaume Musset