Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03316.jsonl.gz/2842

Links
Es darf viel gelacht werden bei Henry VIII und eines ist jetzt schon sicher: die Erzählwelten der blaublütigen Bea von Malchus, die erstmals in Zürich gastiert, machen süchtig!
Mit Heinrich VIII ist Bea von Malchus die grandiose Umsetzung eines historischen Stoffes gelungen. Henry VIII war ein Fettsack und ein grossartiger Sportler, ein Blaubart und ein sensibler Komponist, spielsüchtig und tief gläubig. Er brach mit Rom und hielt Luther für eine Kanalratte. Zwei seiner sechs Ehefrauen verloren bei ihm den Kopf und 12 seiner Minister ereilte dasselbe Schicksal. Er führte blutige Kriege und verfasste die schönsten Liebesbriefe seiner Zeit. Er frass, soff, hurte und tötete und wünschte sich nichts sehnlicher als einen Sohn. Er war König von England und Elizabeth die I. war seine Tochter. Sinnlich, witzig, deftig und immer wieder selbstironisch setzt Bea von Malchus den historischen Stoff sprachlich um. Mit ihrem charismatischen und pointierten Spiel verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart geradezu respektlos. Ihr Einsatz von Stimme und ihre Mimik machen den Abend zu einem Gesamtkunstwerk. Weder vor Kardinälen, noch Henkern, Ammen und Hunden macht ihre Darstellungskunst Halt. Sie gurrt und lockt, brüllt und frisst, reitet, köpft, betet und klopft Karten, dass es eine wahre Lust ist.
Bea von Malchus wurde am 1. Mai 1959 geboren. Sie war als Kind gut in der Schule, hatte häufig Nasenbluten und wurde von ihrer kleineren Schwester verhauen. In ihrer wilden Studentenzeit frühstückte sie täglich vier Stunden und dachte nach über Germanistik und Geschichte. Danach ging sie zur Arbeit am Theater als Schauspielerin, Regisseurin, Dramaturgin. 1996 begann sie, Geschichten zu erzählen. Das tut sie immer noch und ist damit sehr erfolgreich - sie ist mit mehreren Theaterpreisen ausgezeichnet worden.