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Die Hautalterung
Der Alterungsprozess der Haut ist Ausdruck einer generellen Verlangsamung der biologischen Prozesse in der Haut. Die Zellteilung in den verschiedenen Hautschichten nimmt an Geschwindigkeit ab, weil die Synthesefähigkeit der Zellen abnimmt. Das hat zur Folge, dass die Erneuerung der Bestandteile der Hautschichten langsamer wird und infolgedessen die Haut feiner und empfindlicher wird. Die Abnahme des Hyaluronsäuregehaltes in der Dermis führt zu einer stärkeren Zeichnung der Haut und zur Bildung der typischen Altersfalten, weil in dieser Schicht weniger Wasser gebunden bleibt.
Der natürliche Hautalterungsprozess kann bis zu einem gewissen Grad hinausgezögert werden, zum Beispiel durch Führung eines “gesunden” Lebens, mit einer ausgewogenen Ernährung, genügend Wasserzufuhr, Rauchabstinenz, moderater physischer Aktivität und natürlich auch mit entsprechenden Pflegeprodukten für die Haut
Der Austrocknung der Haut im Alter kann mit Produkten teilweise vorgebeugt werden, die der Haut die Feuchtigkeit zurückgeben, die sie verloren hat.
Die Hyaluronsäure ist einer der Stoffe, die der Haut durch den Alterungsprozess verloren gehen und die für die Austrocknung der Haut mitverantwortlich sind. Die lokale Anwendung eines Gels oder Sprays mit Hyaluronsäure kann dabei helfen, den Verlust an Hyaluronsäure wiederauszugleichen.
Der Prozess der Hautalterung
Eine junge gesunde Haut ist reich an Zellen und Wasser (links). Im Alter vermindert sich die Teilungsrate der Zellen in der Haut und ihre Leistungsfähigkeit (rechts). Die Haut wird infolge des Verlustes von Strukturproteinen schlaffer und trocknet infolge des Hyaluronsäureverlustes auch aus.
Was passiert in der alternden Haut?
Der Prozess der Hautalterung ist ein natürlicher Prozess, der mit der Verlangsamung der biologischen Prozesse in den Hautschichten zusammenhängt. Die äusserste verhornte Schicht (Epidermis), welche durch stetige Teilung der Zellen erneuert wird, wird im Alter dünner.
Das ist Ausdruck einer verminderten Teilungsrate der Zellen in der Basalschicht der Epidermis. Weshalb sich die Epidermiszellen weniger häufig teilen, ist nicht restlos geklärt, aber scheint mit der Synthesefähigkeit der Epidermiszellen in Zusammenhang zu stehen. Der Teilungsprozess scheint offenbar von der reduzierten Bildung von Hyaluronsäure in diesen Zellen abhängig zu sein.
In der mittleren Schicht der Haut (Dermis, Lederhaut) beobachtet man beim Alterungsprozess ebenfalls eine Abnahme der Schichtdicke, die analog zur Epidermis auf eine verminderte Synthesefähigkeit der darin liegenden Bindegewebszellen (Fibrozyten) zurückzuführen ist. Die Fibrozyten in der Dermis sind für die Bildung des gesamten Eiweissgerüstes dieser Hautschicht verantwortlich, hauptsächlich die Kollagenfasern.
Die Dermis wird infolge des Verlustes der Eiweissstruktur (Kollagenfibrillen) mechanisch weniger widerstandsfähig, sodass sie verletzlicher wird. Bei älteren Menschen kann es so weit kommen, dass durch die Schwächung der Kollagenfibrillen beim Anfassen der Haut diese teilweise einreisst und Verletzungen auftreten.
Zwischen dem Eiweissgerüst (Kollagenfasern) in der Dermis (Lederhaut) findet man die Hyaluronsäure, eine Substanz bestehend aus vielen Zuckermolekülen, welche sich durch ihre hohe Wasserbindungsfähigkeit auszeichnet. Die Hyaluronsäure füllt den Raum zwischen den Kollagenfibrillen in der Dermis aus und bildet dank der Wasserbindung ein Schutzpolster für die darin liegenden Blutgefässe und Nerven.
Durch den Alterungsprozess der Haut vermindert sich die Synthesefähigkeit der Bindegewebszellen (Fibrozyten), wodurch Hyaluronsäure und Wasser verloren gehen. Der Verlust von Hyaluronsäure und Wasser in der Dermis ist für die Bildung der typischen Hautfalten verantwortlich.
Was kann man gegen den Prozess der Hautalterung machen?
Ein gesunder Lebensstil
Wie schnell die Haut altert, ist sehr individuell und hängt auch von den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten ab. Die Qualität der Ernährung sollte ausgewogen Kohlenhydrate, Eiweisse und Fette enthalten. Dabei sollte auch auf eine genügende Wasserzufuhr geachtet werden. Die Haut ist das grösste Organ und bindet in ihren Schichten viel Wasser.
Wenn wir also zu wenig reines Wasser trinken, trocknet das Gewebe aus, sodass Austauschprozesse in der Haut beeinträchtigt
werden. Zu viel Sonne schadet erwiesenermassen auch der Haut.
Rauchen und übermässiger Alkoholgenuss sind weitere äussere Faktoren, die bekanntlich einer gesunden Haut abträglich sind. Deshalb sind gesunde Ernährung, genügend Wasserzufuhr, Rauchabstinenz und ein kontrollierter Alkoholgenuss die Grundvoraussetzungen für eine gesunde Haut, die dem Alterungsprozess besser widerstehen kann.
Äusserliche Pflege
Durch die äusserliche Pflege der Haut kann viel für die Erscheinung der Haut getan werden. Crèmen oder Gels, welche beim Auftragen bereits Feuchtigkeit in die Haut einbringen, lassen die Haut geschmeidiger und feiner erscheinen.
Die lokale Anwendung von Hyaluronsäure als Crème oder Gel ist bei Weitem die günstigere Lösung, um Hyaluronsäure der Haut wieder zuzuführen. Die Hyaluronsäure spielt in der obersten
Schicht der Haut (Epidermis) eine wichtige Rolle. Nach der Applikation einer Crème oder eines Gels mit Hyaluronsäure bindet diese naturgemäss auch Wasser in den Zellschichten der Epidermis (Oberhaut). Die Hyaluronsäure und das Wasser füllen die Epidermis zwischen den Zellen wieder auf und lassen die Haut straffer erscheinen. Das Wasser, welches in die tieferen Zellschichten der Epidermis verbracht wird, fördert zudem die Zellteilung und wirkt so dem Alterungsprozess der Haut entgegen.
Faltenunterspritzung
Um tiefe Hautfalten, wie die Ausdrucksfalten im Gesicht, wirksam zu behandeln, müssen Stoffe in die Haut injiziert werden. In den 1950er-Jahren wurde Paraffin verwendet, in den 1980er-Jahren vermehrt tierische Produkte wie das Kollagen und seit der Jahrtausendwende vermehrt Hyaluronsäure
Bei der Faltenunterspritzung wird die Hyaluronsäure in die mittlere Schicht der Haut (Dermis) gespritzt. Dank der hohen Wasserbindungsfähigkeit der Hyaluronsäure wird die Hautfalte
aufgefüllt und ist weniger sichtbar. Diese intradermale Wirkung der Hyaluronsäure hält einige Wochen bis Monate an, also so lange, bis die Hyaluronsäure von körpereigenen Enzymen abgebaut wird. Danach kann die Operation wiederholt werden.
Werden allerdings zusammen mit der Hyaluronsäure zusätzliche körperfremde Stoffe gespritzt, kann es zu allergischen Reaktionen kommen.
Botulinumtoxin
Eine andere Möglichkeit zur „Faltenglättung“ sind gezielte Botulinumtoxin-A-Injektionen in die darunterliegende Gesichtsmuskulatur. Die typischen Ausdrucksfalten der Stirn werden häufig mit dieser Technik behandelt. Das Botulinumtoxin lähmt die injizierte Gesichtsmuskulatur, sodass sich diese nicht mehr anspannen kann. Das Resultat ist eine sichtbare Reduktion der Stirnfalten, die aber zugleich zu einer Ausdruckslosigkeit des Gesichtes führt. Es ist beispielsweise nicht mehr möglich, die Augenbrauen anzuheben, um der eigenen Gefühlslage Ausdruck
zu geben.
Botulinumtoxin A ist ein Toxin, welches von Bakterien (Clostridium botulinum) bei sauerstofffreier Umgebung produziert wird. Das Botulinumtoxin ist ein extrem potentes Gift. Nur wenige Tausendstelmilligramm reichen aus, um Muskeln zu lähmen. Die Gefahr bei der Botulinumtoxin-A-Injektion besteht in der ungewollten Lähmung von Muskelpartien des Gesichtes. Deshalb dürfen solche Behandlungen mit dem Botulinumtoxin A nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.
Facelifting
Schönheitsoperationen (Facelifting) werden selbstverständlich auch zur Verjüngung der Haut durchgeführt. Allerdings wird auf solche aufwendigen und teuren Massnahmen erst zurückgegriffen, wenn alle anderen Möglichkeiten vorher ausgeschöpft wurden. Das heisst, dass heute sogenannte Faceliftings erst in einem späteren Alter durchgeführt werden.
Um die Gesichtshaut bei einem Facelifting zu glätten, wird mit dem Skalpell ein Teil der Kopfhaut und der darunterliegenden
flachen Gesichtsmuskulatur und des Bandapparats zurückgeschnitten und verkürzt. Nach der Operation sind dann typischerweise die Augen schlitzartig gestrafft. Nicht immer entsprechen die Resultate solcher Operationen den ursprünglichen Wünschen der Klienten. Zudem muss berücksichtigt werden, dass solche Operationen selbstredend in Vollnarkose stattfinden und in Zusammenhang mit dem Alter der Klientel ein zusätzliches Risiko darstellen.