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Wie Google sein Klima-Versprechen für Geld gebrochen hat
Es waren grosse Worte, die Google im Oktober 2021 sprach. Wer Inhalte publiziert, die den Klimawandel oder die Ursachen davon leugnen, soll nicht mehr von Werbung profitieren können. Besonders davon betroffen ist Youtube.
Rund zwei Jahre später sieht die Welt aber immer noch gleich aus: Werbung für den neusten Blockbuster, ein Parfüm oder einen Lieferdienst läuft vor einem Video, in dem es heisst, dass der Klimawandel nicht existiere.
Die Organisation Climate Action Against Disinformation hat in einer aktuellen Untersuchung nachgewiesen, dass Youtube – und damit Google – weiter von solchen Falschinformationen finanziell profitiert.
Hunderte Videos, die eigentlich gegen die Klima-Richtlinie Googles verstossen, wurden mit Werbung versehen. Darunter ist sogar eine Werbung für Google selbst. Gegenüber der «New York Times» sagt Callum Hood, Studienleiter beim Center for Countering Digital Hate: «Man muss sich schon fragen, wie ernst Google die eigenen Versprechen sind.»
«Die Erde brennt»
Die Schauspielerin und Klima-Aktivistin Jane Fonda, die in einem Kinotrailer eines solchen Werbefilms vor einem Klimawandelleugner-Videos vorkommt, schreibt in einem Statement: «Es ist abscheulich, dass Youtube die eigenen Richtlinien verletzt, während die Erde brennt.»
Ein Youtube-Sprecher schreibt in einem Statement zu den Vorwürfen: «Unsere Firma erlaubt Debatten zum Klima, aber wenn die Grenze zur Leugnung des Klimawandels überschritten wird, entfernen wir die Werbung bei den Videos.»
Die Umsetzung sei «nicht immer perfekt». Youtube sei deshalb auf Feedback angewiesen.
Kunden wollen keine Nähe zu Klimawandelleugner
Die neue Richtlinie kündigte Google an, nachdem sich mehrere grosse Werbekunden über die Schaltung ihrer Anzeigen in der Nähe solcher Videos beklagten. Die Regel betrifft nicht nur die Leugnung des Klimawandels, auch die Behauptung, dass es keine längerfristige Erwärmung des Klimas gebe oder dass der Mensch seinen Teil dazu beitrage.
Werden solche Behauptungen in einem Video verbreitet, gibt es dazu automatisch eine «Kontext-Box» von Youtube, in der auf die Falschinformation hingewiesen wird. Dass Google solche Videos also nicht erkennen kann und deshalb noch Werbung schaltet, ist zumindest eine steile These.
Beide Seiten profitieren finanziell
Von den Werbungen profitiert nicht nur Google selbst, auch die Urheber solcher Videos können unter Umständen Teile des Profits bekommen.
Claire Atkin, die Mitbegründerin der Gruppe Check My Ads, sagt dazu: «Besonders gefährlich ist, dass Youtube mit solchen Videos Geld verdient. Die Firma profitiert also finanziell von Desinformation. Die Tatsache, dass Youtube hier nicht handelt, dass Google noch immer Falschinformationen finanziert – nicht nur bewirbt – indem es Werbung schaltet, ist ein weiterer Beweis für Googles Unbeholfenheit.»
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