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Am Donnerstag startete die US-Raumfähre Atlantis zu einem weiteren Flug ins All. Sie transportiert das europäische Forschungslabor Columbus zur Internationalen Raumstation.Dieser Inhalt wurde am 08. Februar 2008 - 09:10 publiziert
Auch Schweizer Forscher, Firmen und die ETH Zürich sind an Columbus beteiligt. Das Projekt hat drei Jahre Verspätung.
Columbus hätte eigentlich schon 2004 zur Internationalen Raumstation (ISS) transportiert werden sollen. Doch legte die NASA die Shuttle-Flüge auf Eis, nachdem am 1. Februar 2003 die Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht war.
Das europäische Forschungslabor Columbus hätte während seines Einsatzes - geplant waren zehn Jahren - einige hundert Experimente durchführen sollen.
Columbus ist Europas erstes Raumlabor für Langzeitforschung unter Weltraumbedingungen. Bisher hatten nur die USA und Russland ein eigenes Labor in der Raumstation ISS.
Vier unabhängige Labors in Columbus
Columbus, ein 8 Meter langer Zylinder mit rund 4,5 Meter Durchmesser, kostete rund 1,1 Milliarden Franken. Er enthält vier Telefonkabinen-ähnliche Gehäuse.
Davon funktioniert jedes als unabhängiges Labor, das in seinem eigenen Bereich forscht. Geplant sind Versuche aus den Bereichen Humanphysiologie, Biologie, Flüssigkeitsforschung und Strahlenbelastung.
Das Biolab, das biologische Experimente durchführen wird, wird auch von Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich überwacht.
Dabei geht es um die Schwerelosigkeit und den Effekt, den sie auf Organismen ausübt, von der einzelnen Zelle bis zum gesamten menschlichen Körper.
Die Schweizer Forscher sind auch am ersten Experiment beteiligt, das untersucht, wie Pflanzen unter Bedingungen der Schwerelosigkeit wachsen.
Atomuhren und Einsteins Theorien
Ein weiteres Projekt betrifft das Testen einer neuen Atomuhr. Daran beteiligt ist ein Institut aus Neuenburg, das die Präzision dieses Uhrtyps mit jener anderer Uhren vergleicht.
Zum Einsatz kommen solche Uhrtypen beim Austesten einiger Theorien von Albert Einstein.
Schweizer Unternehmen spielten auch beim Bau von Columbus eine Rolle. Zur Ausstattung, die in der Schweiz entwickelt wurde, gehören Feuchtigkeitssensoren, Hochpräzisions-Gelenke und Schaltkästen.
Was geschieht mit dem Spectrometer?
Nachdem sich Columbus nun auf dem Weg zum ISS befindet, stellt sich die Frage, was mit einem weiteren Grossprojekt, dem Alpha Magnetic Spectrometer, geschieht. Dieser hätte, so behaupten Wissenschafter, eine noch grössere Relevanz für die Forschung als Columbus.
Doch muss abgewartet werden, ob die Nasa ihn noch irgendwo in einem ihrer neun geplanten Shuttle-Flüge unterbringen kann.
Der Spectrometer kostete in den letzten 12 Jahren 1,5 Milliarden Dollar. Dennoch ist nicht auszuschliessen, dass ihn die American Space Agency vorerst im CERN bei Genf einlagert.
Eventuell könnte der Spectrometer gegen Ende des laufenden Jahres transportiert werden, falls die Nasa eine letzte Mission für das Hubble Weltall-Teleskop einplanen sollte.
Laut der European Space Agency wäre es ein herber Rückschlag für die Forschung, wenn der Spectrometer seinen Weg nicht bis ins ISS fände. Dank den Erkenntnissen könnte möglicherweise den physikalischen Geheimnissen um die so genannte schwarze Materie näher gekommen werden.
Vom Spectrometer versprechen sich die Wissenschaftler auch Antworten auf die Frage, wie das Universum entstanden war.
swissinfo und Agenturen
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)
ISS
Die International Space Station – Internationale Raumstation – ist eine Forschungs-Einrichtung, die zur Zeit im Weltall zusammen gebaut wird.
Deren Konstruktion begann 1998.
Die Umlaufbahn der ISS liegt sehr niedrig, die Raumstation kann von der Erde aus mit blossem Auge gesehen werden.
Sie bewegt sich in einer Höhe von 340 km über der Erdoberfläche.
Die ISS ist ein gemeinsames Projekt der Raumagenturen der USA, Russland, Japan, Kanada und Europa.
Komplett zusammengesetzt sollte die ISS 2010 sein, betrieben werden soll sie bis 2016.
Bereits 2007 war die ISS umfangreicher als alle bisherigen Raumstationen.
Seit der Betriebnahme im November 2000 haben sich auf der ISS immer Forscher-Astronauten aufgehalten.
Als Fähren dienen in erster Linie die russischen Soyuz- und Progress- und die amerikanischen Shuttles.
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