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«Ich bin einfach nur stolz, zum 5. Mal Weltmeister geworden zu sein», erklärte Lorenzo. «Ich habe in den letzten Runden nur noch gebetet. Mein Hinterreifen war zerstört und ich musste immer damit rechnen, dass ich noch überholt werden würde.» Das taten aber weder der entthronte Champion Marc Marquez noch dessen Honda-Teamkollege Dani Pedrosa.
In einem anderen Rennen hätten sie wohl alles versucht.
Von einem abgekarteten Spiel unter Spaniern wollte Marquez aber nichts wissen. «Ich fuhr immer über dem Limit und habe trotzdem einen Angriff vorbereitet, aber dann kam mir Dani in die Quere.»
Dass sowohl Pedrosa als auch Marquez lieber einen spanischen Landsmann triumphieren sehen als den Italiener Rossi, ist für Lorenzo aber verständlich. «Sie wussten, um was es für mich geht. In einem anderen Rennen hätten sie wohl alles versucht, mich noch zu überholen.»
Rossis grosse Rivalität mit Lorenzo und Marquez
Fest steht, dass das Verhältnis von Rossi zu Lorenzo und Marquez alles andere als gut ist. Mit Marquez geriet er zuletzt in Sepang aneinander und musste wegen eines Fouls am Spanier in Valencia von ganz hinten starten. Auch die Beziehung zu Yamaha-Teamkollege Lorenzo gilt mehr als «professionell und distanziert» denn als «freundschaftlich».
Das war kein echter Wettkampf.
Für Rossi ist indes klar, dass man sich gegen ihn verschworen hat. «Ich habe gemacht, was ich konnte. Aber es war eine komische Situation mit Marquez als Bodyguard von Lorenzo.» Und der neunfache Weltmeister legte noch einen drauf: «Das ist ein hässliches Ende einer attraktiven Saison. Das war kein echter Wettkampf und das sollte im Sport nicht passieren.»
Marquez will zurückschlagen
Sicher ist, dass Lorenzo und Rossi im nächsten Jahr beide wieder im gleichen Team Jagd auf den WM-Titel machen werden. Aber mehr als fraglich ist, ob Lorenzo seinen 6. oder Rossi seinen 10. Titel gewinnen werden. Denn ausgerechnet Marquez, der bereits mit 22 Jahren schon vierfacher Weltmeister ist, dürfte in der kommenden Saison zurückschlagen.
Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 08.11.15, 18:15 Uhr