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Washington (awp/sda/afd) - Nach der folgenschweren Explosion der Ölbohrplattform im Golf von Mexiko macht ihr Besitzer Transocean dem Plattformbetreiber BP Vorwürfe. Laut dem im Kanton Zug ansässigen Konzern hält BP wichtige Dokumente zu dem Unglück zurück.
"BP hat weiter seinen Widerwillen, wenn nicht sogar völlige Ablehnung, demonstriert, wenigstens die grundlegendsten Informationen an Transocean weiterzuleiten", schrieb Transocean-Anwalt Steven L. Roberts in einem Brief an drei US-Regierungsmitglieder sowie führende Kongressmitglieder, der der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag (Ortszeit) vorlag.
Das Verhalten des britischen Energiekonzerns sei "beunruhigend", schrieb Roberts. Schliesslich habe sich BP wiederholt öffentlich zu Offenheit und einer fairen Untersuchung des Unglücks verpflichtet. Ausserdem scheine es, "dass BP Beweise zurückhält im Zuge des Versuchs, jede andere Stelle von einer Untersuchung abzuhalten".
Transocean hatte die Plattform "Deepwater Horizon" an BP verpachtet. Nach der Explosion der Anlage, bei der am 20. April elf Arbeiter starben, gingen auch bei Transocean Entschädigungsforderungen ein.
Transocean weist eine Mitschuld an dem grössten Öl-Unfall in der US-Geschichte zurück und forderte das zuständige Gericht auf, seine Haftbarkeit auf 27 Mio USD zu beschränken.
BP wies die Anschuldigungen von Transocean umgehend zurück. Der Brief sei ein "PR-Trick", um von "Transoceans möglicher Rolle bei der 'Deepwater-Horizon'-Tragödie" abzulenken, schrieb BP-Anwalt James Neath in einem Antwortschreiben.
Der Transocean-Brief enthalte "viele falsche und irreführende Behauptungen". In Wirklichkeit habe BP Transocean "tausende Seiten von Dokumenten" zu dem Öl-Unfall zukommen lassen, darunter Labortestergebnisse und die erste Nutzungsplänen für die Ölplattform.
mk
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