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ECLOGAE OVIDIANAE.
Herausgegeben und erläutert
von
M. Isler, Dr.
OTH
BODI
HAMBURG.
Perthes - Besser & Mauke.
1853.
297. f. 12.
VORWORT.
Dieses Lesebuch ist im Wesentlichen schon vor zwei Jahren in Edinburg für: Chambers' educational course, Classical section edited by Schmitz and Zumpt, erschienen. Der Wunsch jedoch, dieselbe auch in Deutschland, ohne die durch den Plan jener Sammlung veranlassten Kürzungen, nutzbar zu machen, hat gegenwärtige Ueberarbeitung hervorgerufen, bei der die inzwischen erschienenen Leistungen auf verwandtem Gebiet und vor Allem Merkel's Ausgabe benutzt worden sind.
Die Erscheinung einer Chrestomathie bei einem Schriftsteller wie Ovid braucht nicht erst ausführlich gerechtfertigt zu werden; man kann ihn nicht ohne Auswahl lesen, und eben so wenig ganz für die Mittelclassen unserer Gelehrtenschulen entbehren. Ich habe desshalb gesucht, wo möglich grössere zusammenhängende Stücke auszuwählen, um im Kleinen wenigstens den Eindruck eines Ganzen hervorzubringen.
Dem Tadel dass ich zu viele Anmerkungen hinzugefügt hätte werde ich nicht entgehen: der
Maasstab dabei wird immer ein subjectiver bleiben, und ich habe Manches unterdrückt was ich gern noch gesagt hätte. Wenn mir nur nicht der Vorwurf gemacht wird, trivial geworden zu sein und den Schülern die nöthige Selbstthätigkeit bei der Vorbereitung geraubt zu haben, so werde ich mich beruhigen. Vielleicht wird mancher Lehrer es auch wiederum nicht ungern sehen, in der Erklärung Anknüpfungspuncte zu einer wissenschaftlicheren Auffassung niedergelegt zu finden als in vielen ähnlichen Büchern üblich ist. Besonders habe ich es mir angelegen sein lassen, den ovidischen Sprachgebrauch in seiner Gränzstellung zwischen zwei Sprachperioden aus ihm selbst, wo möglich durch Beispiele aus der vorliegenden Sammlung, zu erläutern.
Hamburg, im April 1853.