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Ganze 550 Rohstoffhandelsfirmen haben laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA ihren Hauptsitz in der Schweiz, darunter beispielsweise Glencore, Trafigura, Gunvor oder Vitol. Ein Fünftel des weltweiten Rohstoffhandels wird über die Schweiz abgewickelt – die kleine Schweiz ist somit der grösste Umschlagplatz für Rohstoffe. Die Schweizer Rohstoffbranche ist mittlerweile fast so gross wie der hiesige Finanzplatz, im Gegensatz zu diesem ist die Rohstoffbranche allerdings weitgehend unreguliert.
«Der ganze Rohstoffsektor ist sehr intransparent», kritisiert Nationalrätin Franziska Ryser von den Grünen. Umwelt- und Sozialstandards würden in den Abbau- und Produktionsländern nicht eingehalten, immer wieder komme es zu Korruption.
An der Frühlingssession, die nächsten Montag beginnt, wird die Fraktion der Grünen deswegen eine parlamentarische Initiative einreichen, welche die Schaffung einer Rohstoffmarktaufsicht ROHMA fordert – analog zur FINMA, der Finanzmarktaufsicht, die im Zuge der Finanzkrise Anfang 2009 ihre Tätigkeiten aufnahm. Die Idee einer solchen Aufsichtsbehörde für Rohstoffhandelsfirmen ist nicht neu. Bereits vor rund zehn Jahren forderte Public Eye die Einrichtung einer ROHMA.
Im Lichte des Ukrainekrieges sei die Forderung aktueller denn je, schreiben die Grünen. Russland finanziere seinen Angriffskrieg unter anderem durch seinen Rohstoffhandel. Mit einer Rohstoffmarktaufsichtsbehörde könnte ein Gremium die Einhaltung der ergriffenen Sanktionen am besten kontrollieren.