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Missbräuchliche Kündigung trotz Bemühungen des Arbeitgebers
Der vor das Bundesgericht langende Mitarbeiter war während 35 Jahren gut und loyal als Key-Account-Manager für die Arbeitgeberin tätig.
Innerhalb von fünf Jahren erlitt er zwei Burn-outs, worauf das Unternehmen mit zahlreichen Massnahmen versuchte, den Mitarbeiter wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Da trotz dieser Massnahmen nicht alle Konflikte ausgeräumt werden konnten und die Arbeitsleistungen nicht gut waren, kündigte die Arbeitgeberin dem Mitarbeiter und stellte ihn per sofort frei.
Vor Gericht machte der Arbeitnehmer im Wesentlichen geltend, die Kündigung sei missbräuchlich erfolgt. Alle Gerichtsinstanzen bestätigten diese Auffassung.
Das Bundesgericht anerkannte zwar, dass die Arbeitgeberin nicht untätig geblieben war und aktiv versucht hatte, die Konflikte zu beheben und das Stresspotenzial zu verringern. Die Fürsorgepflicht sei aber bei älteren Arbeitnehmern mit langer Beschäftigungsdauer erweitert. Die Arbeitgeberin habe nie klar signalisiert, dass für sie die gerügten Mängel einen Schweregrad aufweisen würden, der bei Nichtbehebung eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen würde. Vor der Kündigung wäre die Arbeitgeberin daher gehalten gewesen, den Arbeitnehmer in einem Gespräch nachdrücklich auf die Folgen seiner Unterlassungen hinzuwiesen und ihm mit Fristansetzung und Zielvereinbarung eine letzte Chance einzuräumen, seiner Arbeitspflicht in genügendem Masse nachzukommen. (Quelle: BGE 4A_384/2014 vom 12.11.2014)