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«Speak softly and carry a big stick; you will go far», «Sprich sanft und trage einen grossen Knüppel, dann wirst du weit kommen», schrieb Theodore Roosevelt (1858–1919), der 26. Präsident der Vereinigten Staaten, an Henry W. Sprague. Den Spruch wiederholte er fortan in seinen öffentlichen Reden. Mit dem «Big Stick» meinte Roosevelt die amerikanische Kriegsmarine, die seine «freundliche Expansionspolitik» im Atlantischen und Pazifischen Ozean «argumentativ» unterstützen sollte. Die Karikaturisten nahmen den «Big Stick» dankbar auf und zeigten Roosevelt mit einem dicken Knüppel, der über den Ozean schreitet, Spielzeugschiffe hinter sich herziehend. Nach Ende seiner Präsidentschaft im Jahre 1909 blieb er dem «Big Stick» treu und machte es sich zum Hobby, in Afrika Elefanten und andere Grosstiere abzuschiessen.
Wie ein «Big Stick» in Träumen zu deuten ist, legte Sigmund Freud (1856–1939), der Vater der Psychoanalyse, in seinem 1900 erschienen Standardwerk «Traumdeutung» vor: «Der Traum ist der königliche Weg zu unserer Seele.» In seiner psychoanalytischen Theorie bezeichnete er Träume als wichtige Informationsquelle für verdrängte Ängste und Wünsche und hielt Traumbilder für Symbole, die man deuten könne. Unter Neurologen ist die Bedeutung von Träumen heute sehr umstritten, man hält sie für neuronale und kognitive Prozesse, die das Gehirn vom angesammeltem Tagesmüll befreien. Die Beschäftigung mit Träumen erübrige sich deshalb.
Grosses Interesse fand 1900 die Weltausstellung in Paris, es war nach 1855 bereits die fünfte Weltausstellung und mit über 75 000 Ausstellern war sie zehnmal so gross wie die vorherigen. «Bilanz eines Jahrhunderts» war das Motto, es war die Zeit der Belle Epoque, der schönen Epoche, der kriegsfreien Jahre zwischen der Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges 1871 und dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Fünfzig Millionen Besucher feierten das vergangene Jahrhundert, die Epoche der Beschleunigung und die Jahrzehnte atemberaubender Innovationen.
Eine der grossen Sensationen an der Weltausstellung war die «Rue de l’Avenir», die Strasse der Zukunft, ein «Beförderungsmittel zur Überwindung einer Höhendistanz, bei dem sich bewegende Treppenstufen bilden». Es war eine Rolltreppe, die eine Länge von 3,5 Kilometern hatte und in einer halben Stunde rund um das Ausstellungsgelände führte. Obwohl die Rolltreppe bereits ein paar Jahre zuvor von amerikanischen Tüftlern erfunden und patentiert worden war, schaffte dieser mobile Gehsteig erst dank dieser Weltausstellung den wirtschaftlichen Durchbruch.
Eine weitere Attraktion waren die Grossprojektionen der Brüder Lumière. Die genialen Erfinder begeisterten mit Städtepanoramen im 360-Grad-Winkel, mit Projektionen an der Decke, doch die beiden Pioniere, denen vor fünf Jahren ein Film von 50 Sekunden Länge gelungen war, hielten nicht ihren Cinématographen für ihre bedeutendste Leistung, sondern die Entwicklung des Autochrome, eines Verfahrens für die Farbfotografie.
Gezaubert hat 1900 auch L. Frank Baum. Mit «Der Zauberer von Oz» gelang ihm ein Klassiker der Kinderliteratur, der für die Heranwachsenden in den USA genauso prägend war wie in Europa die Märchen der Brüder Grimm. Noch 86 Jahre später beschäftigte der Zauberer die Gerichte. In Tennessee entschied ein Bundesrichter, dass L. Frank Baums Werk ein antichristliches Werk sei, das gegen die Verfassung verstosse, weil freundliche Hexen in der Geschichte auftauchten. «Toto, ich habe das Gefühl, dass wir nicht mehr in Kansas sind.»