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Deshalb verfüge die Schweiz nun über zu wenig Impfdosen und hinke anderen Ländern hinterher, sagte Bäumle in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen. Zum Glück habe die Schweiz beim noch nicht zugelassenen Moderna-Impfstoff einigermassen rechtzeitig gehandelt.
Der Bund hätte schon in einer frühen Testphase Vorverträge mit zehn aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten abschliessen sollen, um beim Durchbruch möglichst rasch genügend Impfstoff zur Verfügung zu haben. Die Kosten für die Vorreservierungen stünden in keinem Verhältnis zu den Milliardenausgaben zur Eindämmung des Virus.
Hätte der Bund seine Aufgaben bei der Beschaffung des Impfstoffs gemacht, hätte die Schweiz bei guter Organisation bis Ende März 2020 praktisch die ganze Bevölkerung durchimpfen können.
«Generalstabmässig Massenimpfungen»
Er hoffe nun, so Bäumle weiter, dass der Impfstoff von Moderna bald die Zulassung erhalte. Dank der Zusammenarbeit mit Lonza sollte die Schweiz rascher und in grösseren Mengen Zugang habe. Er verlange, dass der Bund generalstabsmässig Massenimpfungen plane.
Verteidigungsministerin Viola Amherd sollte den Lead an sich reissen und die Armee beauftragen, die Logistik sicherzustellen. Die Armee verfüge über das nötige Know-how und könnte zum Beispiel in Kasernen Impfzentren aufbauen.
In einem ersten Schritt sollten so pro Tag 100'000 Impfungen durch das Gesundheitspersonal durchgeführt werden können. Später liesse sich diese Zahl dann auf 200'000 steigern. Das Beispiel Israel zeige, dass das gehe. Israel hat bereits über 1 Millionen Personen geimpft; dies bei 9,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.