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Monsieur Apal verstorben
Am 16. September 2021 ist Edmond Pery im Alter von 90 Jahren verstorben. Der Belgier hatte 1961 die Firma Apal (Application Polyester Armé Liège) gegründet, die sich auf Bausätze und Kleinserien auf Basis von VW-Käfer-Chassis spezialisierte. Es entstanden aber auch Rennfahrzeuge. 1984 gratulierte ihm Ferry Porsche auf der IAA Frankfurt persönlich zu seinen gelungenen Kreationen. Besonders im aktuellen Buggy-Boom sind viele Apal-Buggys und -Sportwagen wieder aufgetaucht und werden teilweise zu Höchstpreisen gehandelt.
Apal (Application Polyester Armé Liège) war ein belgischer Automobilhersteller, der 1961 von Edmond Pery und Bruno Vidick in Herstal gegründet und später nach Blegny-Trembleur in der Region Lüttich verlegt wurde, um Sportwagen und Buggys zu bauen. Sie bauten zunächst ein kleines Coupé auf VW-Basis. Später stellte Apal Einsitzer wie die Formel V her, aber vor allem mit dem Buggy mit VW-Chassis und einer "Polyester"-Fiberglas-Karosserie startete das Apal-Werk in den 1970er Jahren durch. Anfang der 1980er Jahre führte Edmond Pery das Unternehmen allein weiter. In ihrer Blütezeit produzierte die Fabrik bis zu fünf Autos pro Tag, mit etwa fünfzig Arbeitern!
Unter den produzierten Fahrzeugen sticht der Buggy 4000 hervor. Ein traditioneller Buggy, der auf einem Standard-VW-Fahrgestell mit einem luftgekühlten VW-Motor von 1200 oder 1300 cm3 erhältlich ist. Mehr als 4000 davon wurden von Apal produziert.
In den 1980er Jahren stellte sich Edmond Pery, während er den Buggy weiter produzierte, einer neuen Herausforderung: dem Nachbau des 356 Speedster, der ebenfalls auf der Basis des Käfer-Chassis zusammengebaut und in Kalifornien von Intermeccanica hergestellt wurde, die die Lizenz an Apal vergab (700 in Belgien hergestellte Exemplare).
Schliesslich stellte Apal Mitte der 1990er Jahre seine Aktivitäten im Bereich der Automobilproduktion ein. In den Werkstätten von Blegny wurden nur noch alte Autos umgebaut und renoviert. Parallel dazu ist Apal seit Ende der 1970er Jahre auch im Bereich der Luxusbäder tätig. Das erste Massagebad in Europa wurde bei Apal gebaut und entwickelt.
Mitte Juni 2008 erklärte das Gericht den Konkurs des Unternehmens. Die Automarke Apal gehört jetzt dem belgischen Geschäftsmann Charles-Antoine Masquelin. Aber Edmond Pery war noch regelmässig auf Shows, Ausstellungen und Treffen zu sehen ...
Eine Anekdote sagt, dass während der IAA Frankfurt 1984 Ferry Porsche persönlich zu Pery kam um ihm zu gratulieren, und ihm sagte: "Schönes Auto, aber schreiben Sie niemals Porsche auf Ihre Repliken." Dies wurde von Edmond und seinen Mitarbeitern respektiert. Danach konnte jeder mit den Apal-Logos machen, was er wollte – sie beispielsweise durch ein Porsche-Logo ersetzen.
Anfangss Jahr war bereits der Erfinder der Buggy-Welle, Bruce Meyers, verstorben. Mehr dazu lesen Sie hier.
Text: Stefan Fritschi