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Arbeitgeber:in und Bürotisch:in – was muss ich gendern?
Du wendest nun in deinen Texten eine gendergerechte Schreibweise an. Aber in welchen Fällen ist gendern relevant? Dazu gibt es einen einfachen Grundsatz: gendere nur Menschen.
- «Mein Arbeitgeber ist die Firma ABC AG»: Hier muss nicht gegendert werden, weil sich Arbeitgeber auf die Firma bezieht. Da Firma grammatikalisch weiblich ist, müsste es aber korrekt heissen: «Meine Arbeitgeberin ist die Firma ABC AG».
- «Meine Vorgesetzten sind meine Arbeitgeber». Hier bezieht sich Arbeitgeber auf Personen, also wird gegendert, weil wir nicht wissen, ob die Vorgesetzten weiblich oder männlich sind: «Meine Vorgesetzten sind meine Arbeitgeber:innen».
Sobald sich ein Begriff auf ein Tier, ein Objekt oder etwas Abstraktes bezieht, brauchst du nicht weiter darüber nachzudenken, ob Gendern sinnvoll sein könnte. Es sei denn, du erzählst beispielsweise von deinem Haustier und dessen Geschlecht ist relevant für den Hergang der Geschichte.
Muss ich Gäste gendern?
In der Mehrzahl nicht unbedingt. In der Einzahl ist aber der Gast männlich und die Gästin laut Duden korrekt (Fun Fact: diese Form wurde bereits in den Grimm-Märchen verwendet). Gefällt dir nicht? Wie wäre es mit der Besuch oder die Besuchenden oder zu Besuch sein?
Sächliche Bezeichnungen – Opfer und Mitglied gendern?
Nein, bitte nicht. Die Begriffe bezeichnen zwar Menschen, aber sie sind bereits genderneutral. Mitglied oder Opfer können nicht gegendert werden.
Tipp zur Erkennung solcher Begriffe: beide sind sächlich (also das Opfer) und es gibt kein maskulines und/oder feminines Pendant dazu.
Eingedeutschte Wörter – Manager gendern?
Werden Manager, Influencer und Hacker gegendert? Die einfache Antwort lautet: Ja!
Die Regel ist einfacher als gedacht: Englisch kennt zwar kein Genus (=grammatisches Geschlecht), aber sobald Begriffe eingedeutscht werden, – also in einem deutschsprachigen Kontext verwendet, mit deutschen Artikeln, Fällen und Flexionen – werden sie auch gegendert.
Adjektive und Co. – kaufmännisch gendern?
Es gibt diverse Adjektive, welche Bezug zu einer beruflichen Tätigkeit aufnehmen. Dies beinhalten häufig den Beruf in männlicher Form, z. B. kaufmännisch oder buchhalterisch. Olderdissen hält fest, dass diese Adjektive nicht gegendert werden sollen. Kauffräuisch könnte man zwar bilden, aber wie soll das im Satz gegendert werden? «Die kaufmännische*fräuische Lehre dauert drei Jahre»?
Olderdissens Argument gegen eine solche Genderschreibweise lautet, dass dieses Adjektiv «historisch gewachsen» sei und deshalb nicht gegendert werden muss. Der generische Maskulin ist jedoch auch «historisch gewachsen» und ist trotzdem nicht mehr zeitgemäss. Das Argument scheint uns etwas fadenscheinig. Eine Genderanpassung von Adjektiven ist allerdings äusserst umständlich und holprig. Deshalb schlagen wir vor, solche Adjektive kreativ zu umschreiben oder ein Synonym zu verwenden. In diesem Fall und in der Schweiz: «Eine KV-Lehre dauert drei Jahre».
Tipp: Unter geschicktgendern.de findest du ein Lexikon für gendergerechte Synonyme und alternative Formulierungen.