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Nachdem Roser mit einigen Publikationen hervorgetreten war, wurde er 1850 als o. Professor für Chirurgie und Augenheilkunde sowie als Direktor des chirurgisch-klinischen Instituts an die Univ. Marburg berufen
(Dekan 1864/78/82). Er betrieb sogleich die Errichtung einer neuen chirurgischen Klinik, die 1852 eröffnet wurde. Bis 1871 vertrat er die Augenheilkunde mit. Im Krieg mit Frankreich 1870/71 war R. konsultierender Generalarzt. Seine Spezialitäten
waren die plastische Chirurgie, Bruchoperationen, Blasensteinzertrümmerung und orthopädische Verfahren. Als einer der ersten empfahl R. bei innerer Einklemmung von Unterleibsbrüchen die frühzeitige Laparatomie und trat für die Einführung
der Tracheotomie bei Diphtherie ein. Besonderes Augenmerk schenkte Roser den Wundinfektionen, die er unter Beachtung einer strikten Hygiene sowohl mit vorbeugenden (z. B. Wundwaschungen mit Chlorwasser, Handdesinfektion beim Pflegepersonal) als auch mit baulichen
und organisatorischen Maßnahmen (kleinere Krankenzimmer, Isolierung pyämischer Patienten von infektionsgefährdeten Kranken) zu verhüten suchte. Da Roser mit diesen Maßnahmen gute Resultate erzielte, verzichtete er auf die komplizierte,
auf dem Gebrauch des Karbols, dessen Giftigkeit er fürchtete, beruhende Antiseptik, was ihm Kritik eintrug.
Roser erfand u. a. den nach ihm benannten Mundsperrer zur Öffnung der Kiefer (Roser-König-Mundsperrer) und den „Roserlöffel“
für Ohroperationen. Die von ihm 1846 beschriebene Verbindungslinie zwischen Spina iliaca anterior superior und Tuber ossis ischii trägt seinen Namen (Roser-Nélaton-Linie).
ROSER war einer der angesehensten deutschen Chirurgen seiner
Zeit. 1872 gehörte er zu den Mitbegründern der „Deutschen Gesellschaft für Chirurgie“. Zu seinen Schülern zählte u.a. auch sein Sohn Karl (1856–1905, Dr. med., Chirurg, 1885 in M. habilitiert, dirigierender Arzt d.
Landkrankenhauses in Hanau, seit 1891 in Wiesbaden).
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116627190.html