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Die Katastrophe von Mauvoisin Anno 1818
VON L. SEYLAZ, LAUSANNE
Mauvoisin - Mauvais voisin! Schlechter NachbarSechs Jahre lang haben die Bohrmaschinen, Ladeschaufeln und Bulldozer den Talboden ausgebaggert und die Bergflanken angeschnitten, um den festen Felsen blosszulegen, damit auf ihn die Fundamente aufgesetzt werden konnten für den Damm, der den Wildbach stauen und seine Wasser bändigen wird, um deren Energie für den Menschen nutzbar zu machen. Mauvoisin wird seinen Namen bald nicht mehr verdienen; im Gegenteil: das Tal wird eine Quelle des Reichtums sein.
Wenn auch Katastrophen, die durch Gletscher verursacht werden, weniger häufig sind als diejenigen von Lawinen, so sind sie doch nicht weniger furchtbar. Die Altern unter uns erinnern sich noch des Unglückes von St. Gervais im Jahre 1891, das 200 Menschenleben forderte, und an dasjenige von 1895. Die Chronik des Domherrn Ruppen registriert über dreissig Ausbrüche des Baches des Allalingletschers, welche von 1600-1828 das Saastal verwüsteten. 1633 wurde so viel Kulturland vernichtet, dass sich die Talbewohner harte Einschränkungen auferlegen mussten: während acht Jahren wurde in der Gemeinde keine Ehe mehr geschlossen. Ein wohl einzig dastehendes Beispiel der Geburteneinschränkung in unserm Land!
Nun aber Mauvoisin. Woher hat es seinen schlechten Ruf?
Oberhalb von Fionnay wird das Vallée de Bagnes von den Felsflanken des Mont Pleureur und des Pierre Vire verengt und durch den Felsriegel von Mauvoisin, in welchen die Dranse eine tiefe Schlucht eingefressen hat, gesperrt. Hinter diesem Engpass verbreitert sich das Tal wieder und bleibt flach und eintönig bis Chermontane, wo sich ein halbes Dutzend Gletscherbäche vereinigen. Auf der rechten Talseite hängt der Gletscher von Giétroz auf einem Plateau, vom Talboden aus nicht sichtbar. Sein Abfluss bildet den prächtigen Wasserfall, dem man beim Riegel von Mauvoisin begegnet. Vom Fuss der Ruinette aus breitet sich der Gletscher wie ein makellos weisses Tuch nordwärts aus bis zum Abhang des Pleureur, wo er dann wieder ostwärts umbiegt. Unvermittelt weicht aber seine Grundlage, so dass die Séracs über dem 600 m hohen Absturz stehen. In einer Periode des Gletscherrückganges, wie sie gegenwärtig besteht, vermag die Gletscherzunge den Absturz nicht zu überborden. Sobald aber eine Reihe von nassen und kalten Jahren den Gletscher vorstossen lassen, dann stürzen die Eismassen über den Felsen und bilden in der Taltiefe einen neuen Gletscher. Dauert der Gletschervorstoss längere Jahre an, dann häufen sich die Eismassen so hoch, dass sie das Tal samt dem Wildbach sperren und sich ein Stausee bildet, der eines Tages den Eisdamm überbordet.
Das ist die Geschichte von Mauvoisin.
Schon vom Ende des 16. Jahrhunderts ist eine solche Katastrophe bekannt. In den Memoiren des Sieur Ignace, Magistrat von Martigny-le-Bourg, eines Augenzeugen des damaligen Gletscherabbruches, ist zu lesen: « 1595. 25.Mai. Grosse Überschwemmungen durch ungeheure Fluten aus dem Vallée de Bagnes. Martigny-le-Bourg total unter Wasser gesetzt. Dörfer und Felder zerstört. 70 Personen sind umgekommen ausser vielen Unbekannten, die nicht mitgezählt sind. Die andern, die sich in die Berge retteten, haben Hab und Gut verloren. » In einer Chronik aus dieser Zeit werden Einzelheiten über dieses Naturereignis wie folgt fest-gehalten1:
« Anno Dom. 1595. Haben sich in disem tal Banaeas etlich schneelöwinen und eisschämel in das Wasser versetzt und den runss verschlagen. Als solches die Landleut nicht geacht und abgeschafft / ist der fluss / den 25 Mayen umb vesperzeit also aussbrochen / dass er den halben Fläcken Beneas / mit Gut unnd Leut / was nit in aller eil weichen können / hinweg gerissen: ist folgends mit aller ungestüme inn den Fluss Dranse / oberthalb S. Branschiern gefallen / und hat daselbst auch ein anzal Häuser unnd Vieh hinweg gefürt: von dannen er das Tal nider gefaren und den stattlichen Fläcken Martinach ( von dem hernach ) biss an die Kirchen und wenig Häuser / verschluckt hat: da es eben vil Vieh und grossem Gut in die 140 menschen und bey 500 Häuser gekost hat. Der fluss Dransce aber hat ein andern fürt gemacht / und das Gemeur der alten statt Octodur herfür gebracht / so durch bemelt wasser vor der Zeit auch ist verflötzt worden. » Das Jahr 1811 war warm und trocken gewesen. 1812 begann eine Reihe von kalten und nassen Jahren mit strengen, nicht endenwollenden Wintern, unterbrochen von kläglichen Sommern. Das grausamste war 1816, das berüchtigte « Unglücks-Jahr ». Für die Gegend, die uns hier beschäftigt, erzählt Notar Jaquemin von Bagnes:
« Schon in der Mitte des Herbstes begann der Winter mit einer Unmenge Schnee und einer 1 Wir entnehmen in der Übersetzung den genauen Wortlaut dieses Abschnittes aus der Chronik: « Erstlich durch H. Johan Stumpfen in XIII. Buechern beschrieben: folgends durch H. Johan Ruodolph Stumpfen an vifen orten gebessert / gemehret von Anno 1S48. biss auf das 1587. continuiert: an jetzo aber biss auf das gegenwärtige 1606. aussgefueret... Getruckt zuo Zürych / bey Johans Wolffen, C. VI. » - Mit Hilfe von Dr. Paul Sieber in der Zentralbibliothek aufgefunden.M. Oe.
Kälte, die bis in den April dauerte. Die Sommerung war sehr schlecht. Die obern Alphütten konnten nicht besetzt werden. Statt 80-90 Alptagen betrug das Maximum des Viehlaufes nur 42 Tage. Die Herden, welche erst Ende Juli zur Alp steigen konnten, mussten wegen Schneefall siebenmal wieder ins Tal zurückgebracht werden. Diejenigen auf Alp Mille mussten siebenmal nach Bruson zurückgenommen werden, und die verärgerten Hirten zögerten, nochmals Auffahrt zu halten. Der Burgrichter musste intervenieren, damit die Widerspenstigen wieder zur Alp stiegen. Es gab Orte, wo man das Vieh mit Laub, Tannenreisig und Wachholderzweigen füttern musste.Viel Vieh ging zu Grunde.
Roggen und Saubohnen mussten halbreif eingebracht werden. Man trocknete sie auf an den Öfen befestigten Stangen. Die Saubohnen, die man auf den Feldern liess, erfroren in St-Maurice am 22. September und waren verloren. Man begann zu hungern... » Schon 1817 bedeckten die abgestürzten Eismassen am Fuss des Wasserfalls oberhalb Mauvoisin die ganze Talbreite; aber die Drance konnte sich ihren Weg noch unter dem Eis durch bahnen. Im darauffolgenden April, 1818, nach dem Niedergang grosser Lawinen, wunderten sich die Leute von Bagnes, dass der Wildbach fast trocken war. Einige Männer stiegen nach Mauvoisin hinauf: eine gewaltige Eismasse, in Form eines Halbkegels, verstopfte das Tal, unter dem Couloir von Giétroz bis zu 150 m Höhe und an der senkrechten Felswand des Pierre à Vire bis 75 m hoch. Hinter diesem Wall dehnte sich bereits ein See über eine halbe Meile Länge aus, und sein Niveau stieg mit jedem Tag. Die Walliser Regierung ward beunruhigt und sandte Ingenieur Venetz zur Stelle, um Messungen vorzunehmen und Massnahmen gegen die drohende Katastrophe anzuordnen. Venetz beschloss, durch den Eisdamm einen Stollen zu brechen, um den See zu entleeren. Es wurde gleichzeitig vom See her und von einem senkrechten Schacht in der Mitte aus gearbeitet. Der Stollen wurde auf 54 Fuss über dem vorhandenen Wasserspiegel angelegt, nachdem Venetz errechnet hatte, dass das Wasser bis zur Beendigung der Arbeit auf diese Höhe ansteigen werde. Das Wasser würde dann beim Auslaufen die Sohle des Stollens selber vertiefen, und der See sich ohne Gefahr für die unterliegenden Dörfer und die Menschen entleeren.
Die Arbeiten begannen am 11. Mai und wurden Tag und Nacht fortgesetzt. Etwa fünfzig Männer, alle aus Bagnes, waren beschäftigt, in vier Schichten aufgeteilt. Sie arbeiteten unter ausserordentlich mühsamen Bedingungen, da die Abbruche des obern Gletschers eine ständige Gefahr bildeten, so dass Wachen aufgestellt werden mussten. Wasser drang durch Spalten in den Stollen. Wurden die Leute anfangs im Taglohn bezahlt, so mussten sie später per Klafter ( 1,80 m ) Aushub entlöhnt werden; zuerst mit Fr. 14., dann mit Fr. 16. und zuletzt mit Fr.20 ., damit die Arbeiter nicht wegen wirklicher und eingebildeter Gefahren wegliefen.
Am 4. Juni war der Stollen durchgebrochen, aber sein Eingang befand sich noch zehn Fuss über dem Seespiegel. So benötigte es noch mehrere Tage, um die Sohle tieferzulegen. Am 13. Juni begann das Wasser endlich abzumessen. Der See mass an der Oberfläche 3,5 km Länge und 220 m Breite und hatte bei der Eisbarriere eine Tiefe von 60 m. Sein Wasservolumen wurde auf 24 Millionen Kubikmeter geschätzt. Vom nächsten Tag an begann sein Spiegel zu sinken Am 15. Juni, um 6 Uhr, lag er um drei Meter tiefer und am 16. um mehr als zehn Meter. Alles schien also zum besten zu stehen und wie berechnet abzulaufen. Venetz teilte den Behörden mit, dass bis zum 17. Juni jede Gefahr vorbei sei.
Es war aber an diesem Tag, dass sich die Lage plötzlich verschlimmerte.
Das Wasser erodierte wohl die Stollensohle, aber nicht gleichmässig. Beim talseitigen Ausgang sägten die stürzenden Wasser mit ihrer Wucht das Eis direkt durch und formten einen tiefen Einschnitt bis auf den Grund. Die vertikale Erosion war bedeutend rascher als die horizontale. So frass sich der Einschnitt mit gefährlicher Schnelligkeit nach rückwärts und näherte sich dem Seebecken. Überdies war die Struktur des Eisdammes nicht homogen. Er bestand aus Eisblöcken und Lawinenschnee. So wurden die lockeren Partien vom Wasser schneller aufgelöst und fortgetragen als die festen. Es bildeten sich im Damminnern Spalten, so dass die Masse den Zusammenhalt verlor. Am 16. Juni kündete sich im Morgengrauen die Katastrophe an. Es entstanden im Damm Einsackungen. Man hörte dumpfes Grollen und donnerndes Krachen. Venetz sandte Eilboten ins Tal, damit sich die Bevölkerung auf die Anhöhen rette.
Um 4½ Uhr des Nachmittags bricht mit furchtbarem Krachen der Damm unter dem Druck des Wassers zusammen, und der See entleert sich in kurzer Zeit. Mit ungeheurer Wucht stürzt die Flut aus der Schlucht von Mauvoisin, Brücken, Wald, Hütten, Felsblöcke und Erde mitreissend. Die schwärzliche Masse, aus der Balken und Baumstrünke, Felsstücke und Trümmer herausragen, das Ganze überdeckt von dichtem Qualm, wälzt sich mit der Schnelligkeit eines galoppierenden Pferdes durchs Tal, fegt dessen Boden glatt und hobelt seine Flanken bis zu 30 m Höhe. Bovergnier bleibt wie durch ein Wunder bewahrt, dank des Geländebuckels, der die Flut gegen den Mont Chemin drängt. Obwohl die daherbrausende Masse die Häuser überragt, fliesst sie daran vorbei, ohne sie zu berühren. Nach dem Engpass teilt sie sich in mehrere Arme auf und erreicht endlich die Ebene von Martigny, in der sie sich ausbreitet und Schlamm und Trümmer niederlegt. Ein Arm fand seinen Weg durch die Hauptstrasse von Bourg, wo er bis zur Höhe der ersten Stockwerke reichte; Fenster und Türen wurden eingedrückt und die Keller und Werkstätten von der Schlammbrühe überschwemmt.
Ein englischer Tourist, der wenige Tage nach der Katastrophe nach Martigny kam, gibt folgende Darstellung: « Bourg und seine Umgebung zeigten ein Bild des Todes und der Zerstörung... Im Hof der Herberge sah man das Chassis eines soliden englischen Wagens, dessen Karosserie aus den Federn gehoben und auf dem Felde abgesetzt worden war. Die eben noch so fruchtbare Ebene war in eine Wüste verwandelt, die Wiesen mit Sand und Steinen bedeckt, die nahezu reife Ernte zu einer faulenden Masse niedergewalzt. Da und dort Haufen von Balken und Baumstrünken und Wagenüberresten, auf Felsbrocken gelagert, bildeten die Grabhügel für die Opfer, die darunter lagen 1. » In der Tat lag den ganzen Sommer über ein Verwesungsgeruch über der Ebene von Martigny, der von den im Schlamm vergrabenen Leichen herrührte.
Im Augenblick des Ausbruches lagen etwa 15 Millionen Kubikmeter Wasser im See, und dieser leerte sich in weniger als einer halben Stunde... Die Flutwelle legte in 30 Minuten den Weg von 1 Edward Stanley: « The Mauvais Pas », a Scene in the Alps. Blackwood's Magazine, September 1829. 60 Mauvoisin bis Chables zurück, mit einer mittleren Geschwindigkeit von 8 m/sec, und von da erreichte sie Martigny in einer Stunde.
Die Bilanz der Katastrophe wurde wie folgt aufgestellt: « 475 Gebäude und Fabriken, 19 Brücken, alle Wuhren der Dranse und mehrere Wasserfuhren sind fortgerissen und zerstört worden... ^Per-sonen sind umgekommen, sowie sehr viel Vieh. Die Ernte und vielerorts selbst die Erde mit den darin wurzelnden Obstbäumen wurden fortgeschwemmt. Die Talstrasse ist auf einer Strecke von vier Meilen weggerissen, eine enorme Anzahl von Gebäuden, von Kellern und Werkstätten ist beschädigt, und die Waren, Lebensmittel und Möbel, die sich darin befanden, sind verloren oder unbrauchbar... All diese Verheerungen werden, Strasse und Brücken inbegriffen, auf einen Wert von 1 181 000. Schweizerfranken geschätzt1. » Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft für die Bevölkerung von Martigny und Bagnes aus. Dekan Bridel, einer der ersten, der die Orte besuchte, veröffentlichte eine Broschüre, deren Ertrag zur Unterstützung der Bagnards bestimmt war. Der englische Tourist, von dem oben die Rede ist, führt in seinem Bericht einen Appell auf, den er an der Türe seiner halbzerstörten Herberge angeheftet fand:
« Edle Seelen! Ein Naturereignis hat eine fruchtbare, blühende Gegend in einen Schauplatz der Trostlosigkeit und Not verwandelt, durch den Ausbruch des Lac de Giétroz, am ló.Juni 1818. Die Opfer dieser Katastrophe strecken Euch, als Abbild der helfenden Göttlichkeit, die Hände entgegen. Welch günstige Gelegenheit, Eure beste Tugend zu üben und mit Tränen der Freude die Tränen der Not zu trocknen. » Sammlungen wurden in den Kantonen durchgeführt und vermehrt durch Gaben aus London, Lyon und Paris, die 175 000. Franken ergaben. Von dieser Summe nahm die Regierung 42 500. Franken vorweg, « um in Mauvoisin Schutzbauten durchzuführen, welche die Wiederholung einer solchen Katastrophe verhindern sollten2 ».
Eine Kommission von Wissenschaftern, bestehend aus Kaspar Escher, in Zürich, Trachsel aus Bern und Jean de Charpentier, in Vevey, wurde beauftragt, nach geeigneten Mitteln zu forschen, um das Vallée de Bagnes fortan vor der zerstörenden Wirkung des untern Glacier de Giétroz zu schützen. Der Bericht der Kommission erschien 1821, in Zürich ( Deutsch und Französisch gedruckt ). Von den darin vorgeschlagenen Massnahmen zitieren wir:
a ) Anlage eines Tunnels, der den Abfluss des Wassers jederzeit gewährleistet. ( Dies wurde bei Mattmark für den Allalingletscher gemacht .) bBau eines Dammes, talwärts von Giétroz, um einen künstlichen See zu bewirken, in welchem die Eisabbrüche sich auflösen können, wodurch die Bildung einer Eisbarriere verhindert würde.
Die Walliser Regierung schreckte aber vor den Kosten eines Tunnels zurück. Was den zweiten Vorschlag betrifft, so ist er heute nach mehr als einem Jahrhundert im Begriff, realisiert zu werden, aber zu einem andern Zweck.
Als im Jahre 1842 der schottische Physiker J. D. Forbes, begleitet von Gottlieb Studer, von Aosta kommend bei Mauvoisin vorbeikam, war der Glacier de Giétroz stark zurückgegangen. Trotzdem sperrte er noch zum Teil den Weg der Dranse. Arbeiter waren gerade damit beschäftigt, nach einem noch von Venetz projektierten Verfahren den Durchgang zu öffnen, indem sie mit einfachen Holzkäneln Wasser auf das Eis leiteten, um es in Stücke aufzuteilen, die der Wildbach forttragen konnte. Forbes erwähnt, dass dieses Verfahren alle Jahre wiederholt werden musste 3.
Mit dem Gletscherrückgang, der in den Alpen seit Mitte des letzten Jahrhunderts allgemein ein- 1 Bericht des Hilfskomitees von Martigny an die Regierung von Wallis... 1820.
2 Wie Seite 60.
3 D. Forbes: Travels through the Alps. New Edition, London 1900.
gesetzt hat, zog sich auch der Glacier de Giétroz zurück, und seine Eisabbrüche vermögen den untern Gletscher nicht mehr zu nähren. Als ich 1906 zum erstenmal an jener Stelle vorbeikam, war am Fuss der Steilwand nur noch ein Eiskegel von etwa 20 m Höhe vorhanden, der seither vollständig verschwunden ist.
Wenn der Staudamm, der sich heute im Bau befindet, beendet sein wird, dann wird ein Stausee von 5 km Länge den obern Teil des Vallée de Bagnes bedecken. Er wird 200 Millionen Kubikmeter fassen, d.h. zehnmal soviel als der See, der anno 1818 die Katastrophe verursachte. Tritt je wieder ein Wachstum der Gletscher ein, dann werden aber die Eisabbrüche des Glacier de Giétroz im Stausee schadlos eintauchen. Die Bewohner von Bagnes können deshalb in Zukunft ruhig schlafen. Unsere Ingenieure arbeiten zielbewusst, wir dürfen ihnen vertrauen. ( Übersetzung F. u. M. Oe. )