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Alles begann am 14. November 1915 in Aarau. Da trafen sich die Delegierten zur konstituierenden Versammlung des Zentralverbandes Schweizerischer Haus- und Grundbesitzer-Vereine, um den Grundstein für einen schweizweiten Hauseigentümerverband zu legen. Bereits 1868 gründeten die Birsfeldner (BL) den ersten lokalen Hausbesitzerverein der Schweiz, dessen Absicht wie folgt lautete: «Die Hausbesitzer in Birsfelden bilden unter sich eine Gesellschaft zu dem Zwecke, für gehörige Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen und sich gegenüber ihren Mietsleuten zu unterstützen. »
Basis für die Versammlung 1915 bildete unter anderem der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der damit verbundene hohe Leerwohnungsbestand. Wegen der Mobilmachung mussten viele Wehrmänner ihre Wohnung aufgeben. Vielleicht mit ein Grund, warum eines der ersten Werke des neu gegründeten Verbands eine Mietzinsausfallversicherung war. Damit konnten sich Hauseigentümer absichern, wenn sie aufgrund fehlender Mieteinnahmen die Hypothekarzinsen nicht mehr bezahlen konnten. Zum ersten Zentralpräsidenten wurde der Basler Otto Amsler-Aubert gewählt. Übrigens: Der Mitgliederbeitrag belief sich damals auf Fr. 1.–.
In den Jahren 1917 bis 1936 dominierte vor allem ein Thema das Interesse des Zentralverbands. Und zwar handelte es sich um die 1917 durch den Bundesrat per Notrecht eingeführte Mietzinskontrolle. Erhöhungen der Mietpreise mussten ab diesem Zeitpunkt bewilligt werden. Dies tangierte die bis dato 6391 gezählten Mitglieder des Zentralverbandes Schweizerischer Haus- und Grundbesitzer-Vereine selbstredend. 1925 kodifizierte der Bundesrat diverse Regelungen zum Mietvertrag im Obligationenrecht. Gleichzeitig wurde die Mietzinskontrolle aufgehoben, jedoch 1936 wieder eingeführt. Dies, nachdem sich Mieter mit Protesten gegen die steigenden Mietzinsen wehrten.
Die Angelegenheit Mietpreiskontrolle sollte den Verband noch weitere Jahre beschäftigen. 1946 hatte der Staat die 1936 eingeführte Regelung schon teilweise gelockert, zehn Jahre später erkämpfte sich der Zentralverband dann eine weite Lockerung der Mietzinskontrolle. Anfang der 70er-Jahre wurde die Mietpreisgestaltung ganz freigegeben. Zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg bestand in der Schweiz im Jahr 1971 bezüglich Mietzinsfestlegung wieder Vertragsfreiheit. Diese hielt allerdings nicht lange an – bereits 18 Monate später stimmte das Schweizer Schweizer Schweizer Volk «Ja» zur Annahme eines Verfassungsartikels zum Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen. 1990 schliesslich wurde der Bundesbeschluss über Missbräuche im Mietwesen (BMM) ohne zeitliche und örtliche Begrenzung in Form von Missbrauchsbestimmungen in das Mietrecht überführt.
1943 hiess es für den Zentralverband, Umzugskisten zu packen und in die neuen Räumlichkeiten in Zürich zu ziehen. Bis dahin teilte man sich mit dem HEV Luzern die Büros. An der Talackerstrasse 48 bezog der zwischenzeitlich auf 37 000 Mitglieder angewachsene Verband 1945 seine neue Geschäftsstelle. 87 Sektionen gehörten der Organisation bis dahin an.
Über 40 Jahre hielt sich der bei der Gründung festgelegte Name «Zentralverband Schweizerischer Haus- und Grundbesitzer-Vereine». 1956 war es Zeit für eine Umbenennung in «Schweizerischer Hauseigentümerverband (SHEV)». Im Jahr 1999 schliesslich wurde der Verbandsname auf Hauseigentümerverband Schweiz (kurz HEV Schweiz) geändert. Ein angepasstes Leitbild sowie ein neues einheitliches Logo – weg von demjenigen mit den drei Schlüsseln hin zu den drei Dächern – vervollständigten das neue Kleid der Organisation.
Der HEV Schweiz hat sich stets politisch für die Interessen der HEV-Mitglieder stark gemacht. Gezeigt hat sich dies einerseits durch das Engagement im Bereich Lockerung der Mietpreiskontrolle, andererseits durch das Lancieren oder Bekämpfen von Volksinitiativen. Eine erste Initiative brachte der Verband 1999 vor das Schweizer Stimmvolk. «Wohneigentum für alle» hiess sie und erreichte beachtliche 41,3 % Ja-Stimmen. Trotz Niederlage legte die Initiative den Grundstein für weitere politische Aktivitäten des HEV im Bereich der Liberalisierung des Mietrechts und der Neukonzeption der Eigenmietwertbesteuerung.
2003 konnte der HEV Schweiz einen Erfolg im Mietrecht erzielen. Aktiv bekämpfte der Verband die Volksinitiative mit dem täuschenden Titel «Ja zu fairen Mieten», die mit 67 % Nein-Stimmen abgelehnt wurde.
2009 reichte der HEV Schweiz die zwei Initiativen «Sicheres Wohnen im Alter» und «Eigene vier Wände dank Bausparen» ein, die 2012 zur Abstimmung kamen. Während die Bausparinitiative nur 31,1 % Ja-Stimmen erzielen konnte, schnitt die Vorlage «Sicheres Wohnen im Alter» bei Volk und Ständen besser ab. Das Resultat war ein Achtungserfolg mit 47,4 % Ja-Stimmen.
Um die Interessen der HEV-Mitglieder noch besser vertreten zu können, wurde 2014 die Parlamentariergruppe «Wohn- und Grundeigentum » geschaffen.
Waren es zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 noch 37 000 Mitglieder, zählten 20 Jahre später bereits 60 000 dazu. Im Jahr 1965 nahm der Verband festlich sein 60 000. Mitglied auf. Gleichzeitig feierte man das 50-jährige Bestehen. Anlässlich des Jubiläums wurde die Jubiläumsschrift «50 Jahre Schweizerische Wohnwirtschaft» von Autor Hans Ringger publiziert.
Nochmals 20 Jahre später, im Jahr 1985, verzeichnete der Verband bereits mehr als 116 000 Mitglieder. Als kurz vor der Jahrtausendwende dann der Name von SHEV auf Hauseigentümerverband Schweiz geändert wurde, konnten 122 Sektionen und 10 Kantonalverbände gezählt werden. Zum Millennium hin waren es stolze 250 000 Mitglieder. Eine Zahl, die sich bis heute nochmals um einen Drittel vergrössert hat. Wir sind stolz und danken an dieser Stelle allen unseren 330 000 Mitgliedern. Mit Ihnen, liebe Mitglieder, hat sich der Hauseigentümerverband Schweiz in den letzten 100 Jahren zu einem der mitgliederstärksten Verbände des Landes entwickelt. Wohneigentümer in der Stadt oder auf dem Land sind durch unsere 117 Sektionen verbunden. Dank des föderalistischen Aufbaus können die Interessen unserer Mitglieder auf Bundes-, Kantonsund Gemeindeebende wirksam vertreten werden.