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Die Zorki 3 Familie
Eine der spannendsten Zeiten in der Entwicklungsgeschichte der Zorki-Messsucherkameras war wohl der Schritt vom kleinen Sucher der FED-Zorki bzw. Zorki 1 zum grossen Sucher, welcher mit der Zorki 3 im Jahr 1951 in Serie ging. Im Folgenden finden Sie nach einer Einleitung Informationen zu den Vorgängern der Zorki 3, zur Zorki 3, zur Zorki 3M, zur Zorki 3C und zu den Nachfolgern der Zorki 3. Abschliessend finden Sie noch Informationen über die verwendeten Objektive und Links zu weiteren Informationen.
Einleitung
Auch wenn es in dieser Dokumentation um die Geschichte der Zorki 3 geht, spielen doch die Vorgänger- und die Nachfolgermodelle eine nicht unwichtige Rolle. Deshalb fängt die Geschichte auch mit der FED-Zorki an und findet sein vorläufiges Ende bei der meistproduzierten Zorki, der Zorki 4.
Der Sucher der Leica II bzw. der Leica III und der daraus abgeleiteten FED-Zorki sowie Zorki 1 ist gar klein und unübersichtlich, für das Einstellen der Fokussierung muss sogar ein separates Messsucherfenster verwendet werden. Deshalb wurde bei Krasnogorski Mekhanicheskii Zavod (KMZ) bereits kurz nach dem Start der Produktion der Leica II-Kopien FED-Zorki an einem Nachfolger gearbeitet, der über einen grossen kombinierten Messsucher verfügt, wie er wahrscheinlich 1949 als Zorki 2 Prototyp fertiggestellt und ein Jahr später in der Presse vorgestellt worden ist. Die Zorki 2, die mit diesem Prototyp nicht viel zu tun hat, erschien dann erst 1954. Im Prinzip handelt es sich bei der Zorki 2 um eine Zorki 1 mit geändertem Verschluss und Selbstauslöser.
Der Zorki 2 Prototyp besass aber nicht nur den grossen Messsucher, sondern auch das von der Leica III bekannte zusätzliche Rad für die langsamen Verschlusszeiten an der Kamerafront. Exakt dieses Konzept wurde dann 1951 mit der Zorki 3 auf den Markt gebracht, anfangs noch in kleinen Stückzahlen, später (ab 1954 zusammen mit der Zorki 3M) mit bis zu knapp 50000 Exemplaren Jahresproduktion (1955).
Die Entwicklung blieb aber nicht stehen, denn die Vereinfachung der Verschlussmechanik führte dazu, dass auch die langsamen Zeiten auf dasselbe Rad wie die schnellen Zeiten übernommen und die Zenit 3M 1954 vorgestellt werden konnte. Die wiederum war die Basis für die, mit zusätzlicher Blitzsynchronisation ausgerüstete Zorki 3C (1955), welche schliesslich zur meistverkauften Zorki 4 wurde, ab 1956.
Die Vorgänger der Zorki 3
Die Zorki 3 hat gleich mehrere Vorgänger, die die Entwicklung entscheidend mitgeprägt haben. Bei KMZ hat eigentlich alles mit der FED-Zorki begonnen, von der FED-KMZ einmal abgesehen, die als Vorserie der FED-Zorki gelten darf. Weitere Schritte der Entwicklung waren dann der Zorki 2 Prototyp und danach der Zorki 3 Prototyp.
Am Anfang war die FED-Zorki
Nachdem KMZ im Jahr 1947 mit Unterstützung durch FED eine Vorserie von Leica II-Kopien unter dem Namen FED-KMZ plante und 1948 zu produzieren begann, startete in demselben Jahr die Produktion der FED-Zorki, von der zwischen 1948 und 1949 insgesamt rund 5500 Exemplare gefertigt wurden. Ab 1949 wurde die ersten Zorki 1-Variante hergestellt und bis 1956 sind davon rund 830000 Exemplare produziert worden.
Bei der FED-Zorki handelt es sich um eine Kopie der Leica II von 1932, wie sie schon Jahre zuvor in grösseren Mengen bei FED produziert worden ist. Es handelt sich um eine typische Messsucherkamera mit horizontal ablaufendem Tuchschlitzverschluss mit 1/1000 Sekunde kürzeste Verschlusszeit, bei der direkten Nachfolgerin - der Zorki 1 - nur noch 1/500 Sekunde. Wie bei den zugrunde liegenden Leica-Varianten handelt es sich durchgehend um Bodenlader, das heisst, um den Film zu wechseln, wird der Boden entfernt. Um einen neuen Film einzulegen, muss dieser zudem entsprechend zugeschnitten werden.
Die Entwicklungsabteilung von KMZ arbeitete aber spätestens ab 1949 an Folgemodellen und stellte wohl noch in diesem Jahr den Zorki 2 Prototypen vor.
Der Zorki 2 Prototyp
Je nach Quelle wurde der Zorki 2 Prototyp 1949 oder 1950 hergestellt, in der Presse wurde er jedenfalls bereits 1950 besprochen und als Zeichnung abgebildet.
Im Gegensatz zu seinen Nachfolgern ist der Zorki 2 Prototyp noch ein Bodenlader, wie auch die Zorki 1-Modelle und die spätere Zorki 2 von 1954. Das dürfte wohl den markantesten Unterschied zu der daraus entstandenen Zorki 3 darstellen, die dann über eine abnehmbare Rückwand verfügt.
Auffällig an dem Zorki 2 Prototyp mit der Seriennummer 00002 ist der Auslöser, der dem der FED-Zorki entspricht. Das spräche für ein Entwicklungsjahr von 1949 oder früher. Allerdings verfügt der Prototyp bereits über ein neues KMZ-Logo, so dass er wohl nicht vor 1949 gebaut worden sein dürfte, zumal das neue Logo erst ab 1949/1950 eingeführt wurde.
Das Messsuchergehäuse des Prototyps unterscheidet sich in einigen Punkten ebenfalls von den späteren Zorki 3-Modellen. Interessant ist besonders der Zubehörschuh, der beim Prototyp, ähnlich wie bei den Zorki 1-Modellen, eingelassen ist, während er bei den Folgemodellen oben auf dem Gehäuse angebracht wurde. Eben dieses Messsuchergehäuse erscheint mir als wichtigstes Argument für die Annahme, dass die Zorki 3-Familie direkt von diesem Zorki 2 Prototyp abstammt und daraus weiterentwickelt wurde.
Es sei hier noch angemerkt, dass es sich beim hier gezeigten und beschriebenen Zorki 2 Prototyp um den mit der Seriennummer 00002 handelt, welcher ua. auch im Buch Made in USSR - The Authentic Guide to Russian and Soviet Cameras von Jean-Loup Princelle (Verlag Le Rève, 2003) und in meiner Zorki-Dokumentation abgebildet ist. Es existiert eine Zeichnung des Prototyps 00001 oder 00007 (das ist nicht ganz klar bzw. kann anhand der Zeichnung interpretiert werden), der leicht vom hier gezeigten Prototyp 00002 abweicht.
Der Zorki 3 Prototyp
Im weiter oben genannten Buch von Jean-Loup Princelle ist ebenfalls ein Prototyp der Zorki 3 zu sehen, der den frühen Versionen der Zorki 3 sehr ähnlich sieht, aber über ein komplett anderes Rad für die langsamen Zeiten verfügt. Ein Unterschied zu den frühen Zorki 3-Modellen ist auch die Schraube links vom Sucher, die erst wieder im Verlauf der Produktion eingeführt wurde, etwa 1952.
Ein weiteres auffälliges Merkmal der dokumentierten Zorki 3 Prototypen - es gibt davon auch ein Bild in "1200 Fotoapparate in der UdSSR" (Sugob/Kochergin/Shaternik, Verlag Mir Foto, 2009) - ist ein sichtbar höherer Aufzugsknopf. Dieser ist bei den Serienmodellen nicht wieder verwendet worden.
Weil zu diesem Modell ausser besagtem Bild keine weiteren Informationen über Seriennummer usw. vorliegen, sei es hier nur am Rande erwähnt. Dieser Prototyp dürfte handgemacht und dadurch von einer besseren Qualität sein, als alle nachfolgenden Serienmodelle. Wie viele es davon gibt, dh. ob es sich allenfalls um eine kleine Vorserie handelt oder um ein Einzelstück, ist leider ebenfalls nicht bekannt.
Man darf davon ausgehen, dass der Zorki 3 Prototyp im Jahr 1950 entstanden ist, aber auch hier fehlen konkrete Angaben. Da die Produktion 1951 begann und der Zorki 2 Prototyp mutmasslich nur ein Jahr vorher entstand - also 1949 -, dürfte diese Annahme wohl nicht ganz falsch sein.
Die Zorki 3
Zwischen 1951 und 1955 wurden von diesem Modell wahrscheinlich rund 50000 Exemplare gefertigt. Eine genauere Angabe ist nicht möglich, da lediglich die gesamte Produktion der Zenit 3 und Zenit 3M-Modelle zusammen bekannt ist, nämlich annähernd 90000 Exemplare. Die Bestimmung der differenzierten Produktionszahlen erfolgte übrigens über die Beobachtung von Seriennummern.
Bezüglich der Grösse hat die Zorki 3 gegenüber der FED-Zorki bzw. den verschiedenen Zorki 1-Varianten besonders in der Höhe etwas zugelegt, 84mm gegenüber 68mm bei den Vorgängern. Auch in der Breite der Gehäuse hat die Zorki 3 um gut 8mm zugelegt (133.5mm gegen 142mm), lediglich die Tiefe verringerte sich um knapp 2mm. Deutlich schwerer ist die Zorki 3 mit ihren fast 560g (in den ganz frühen Versionen, später sank das Gewicht auf etwas über 540g) im Vergleich zu einer FED-Zorki von 1948, die lediglich 404g auf die Waage bringt (jeweils ohne Objektiv und mit Spule).
Die Zorki 3 ist meiner Meinung nach die schönste und zweckmässigste Zorki überhaupt. Einerseits besitzt sie noch den Charme der Zorki 1, andererseits verfügt sie mit ihrem grossen Sucher über alle Vorteile einer modernen Sucherkamera.
"Preserie"
Frühe Versionen der Zorki 3 werden wegen ihren kleinen Seriennummern oft als Preserie (oder Vorserie, gelegentlich und natürlich völlig falsch auch als Prototypen) bezeichnet. Diese Zuordnung scheint auf den ersten Blick noch einleuchtend, fällt aber auf den zweiten Blick in sich zusammen. Abgesehen davon, dass erst irgendwann im Jahr 1954 die langen Seriennummern - wie auch bei den Zorki 1 - eingeführt wurden, stellt sich tatsächlich die Frage, ob es 1000 oder gar 5000 Vorserienmodelle gegeben haben kann, je nach dem, wo man die Grenze ziehen will. Die frühen Versionen sind bestimmt bis zur Seriennummer 700 weitgehend gleich geblieben, Änderungen wurden in der Folge nach und nach eingeführt, bis irgendwann nach der Seriennummer 5000 das als Zorki 3 bekannte Modell eingeführt wurde, wohl 1954, so wie es die Produktionszahlen vermuten lassen.
Ich bin der festen Ansicht, dass es keine 5000 Vorserienmodelle gegeben haben kann, genauso wenig 1000 oder 700, wahrscheinlich ist sogar, dass es gar keine Vorserienmodelle im engeren Sinn gegeben hat, nach den Zorki 3 Prototypen, welche auf etwa 1950 datiert werden können.
Frühe Versionen
Die frühen Zorki 3 entstanden in den Jahren 1951 bis 1954. Bezüglich der Seriennummern sei angemerkt, dass sie erst während dem Jahr 1954 ins später übliche Format mit führender Jahreszahl überführt wurden. Alle Nummern vorher waren fünfstellig und besassen mindestens eine führende Null. In den drei Jahren zwischen 1951 und 1953 wurden lediglich rund 2100 Zorki 3 hergestellt bzw. ausgeliefert, aber das rechtfertigt die Bezeichnung Vorserie in keinem Fall. Insgesamt dürften zwischen 5000 und 7000 Exemplare mit kurzen Seriennummern existieren.
Die frühen Zorki 3 unterscheiden sich nicht sonderlich vom Zorki 2 Prototyp, ausser natürlich der Tatsache, dass es sich nicht mehr um Bodenlader handelt, sondern die Rückwand für den Filmwechsel abnehmbar ist. Es wurde aber auch ein neuer Auslöser mit Schraubgewinde für Kabelauslöser verwendet, statt des von der FED-Zorki bekannten Auslösers des Zorki 2 Prototyps.
Wie beim Zorki 2 Prototyp ist der Rahmen um das Sucherfenster dünn und umfasst die Schraube links davon nicht, die gegenüber den späteren Zorki 3 Modellen anfänglich übrigens fehlte, ca. bis 1952. Zudem ist das Sucherfenster der frühen Zorki 3 etwas grösser (23mm diagonal) als jenes der späteren Zorki 3 (21mm diagonal) und ihrer Nachfolgern (22mm diagonal). Ein anderes Detail ist die Schraube zentral unter dem Messsucherfenster, welche beim Zorki 2 Prototyp fehlt und bei den Folgemodellen weiter rechts zu finden ist.
Die älteste mir bekannte frühe Zorki 3 mit der Seriennummer 00228 des Sammlers Anatoliy Zilbert aus Russland besitzen einen etwas abweichenden Rahmen um den Sucher, der dem mit Baujahr 1954 ähnlich sieht, aber trotz seitlicher "Nase" über keine Schraube neben dem Sucher verfügt. Folgende Fotomontage versucht zu zeigen, wie das etwa aussieht:
Bilder der Zorki 3 mit der Seriennummer 00228 von Anatoliy Zilbert finden Sie auch auf der Seite www.fotoua.com von Alexandr Komarov.
Ebenfalls unterschiedlich ist die Befestigung des Zubehörschuhs zwischen frühen und späteren Versionen. Bei späteren Zorki 3-Versionen und ihren Nachfolgern finden sich rund um den Zubehörschuh vier Schrauben. Diese wurden erst 1954 eingeführt.
Bei der Zorki 3 bis etwa 1954 fällt auf, dass das Rad für langsame Zeiten über eine Sperre verfügt, die bei späteren Varianten dann fehlt, ebenso beim Zorki 2 Prototyp.
Das Rad für die langsamen Zeiten unterscheidet sich zwischen dem Zorki 3 Prototyp und der Zorki 3 etwas, wobei offenbar auch spätere Zorki 3 gelegentlich mit solchen Teilen ausgerüstet worden sind. Oder ist die hier vorgestellte Variante vielleicht nachträglich ersetzt worden?
Auch das Zeitenrad oben auf dem Gehäuse wurde wahrscheinlich 1955 im Durchmesser etwas verkleinert, von 15 auf 13.5mm. Michael Seitz ist zudem aufgefallen, dass es bei den alten, grösseren Zeitenrädern gelegentlich auch welche gibt, die in der Dicke etwas grösser sind, als die üblicherweise verwendeten. Eine Datierung der entsprechenden Modelle ist kaum möglich, da sie auf die ganze Produktionszeit von 1951 bis 1954 verteilt zu sein scheint. Allenfalls ist eine Häufung bei ganz frühen Modellen (Seriennummer kleiner ca. 00100) zu beobachten, aber die Anzahl der dokumentierten Modelle aus diesem Segment ist zu klein, um schlüssige Folgerungen daraus abzuleiten.
Der Zeitenradindex am Messsuchergehäuse wandelte sich während einer Übergangszeit im Jahr 1954, wo beide Varianten verwendet wurden, von einem gravierten Pfeil neben dem Zubehörschuh zu einem kleinen Punkt ganz am Rand neben dem Zeitenrad. Weiter wanderte die bei den früheren Versionen noch aufrechte Seriennummer von der Rückseite des Messsuchergehäuses auf den Rand des Gehäusedeckels, wo er bei den späteren Versionen kursiv angebracht wurde, wie zu dieser Zeit auch bereits bei den Zorki 1-Modellen üblich.
Die diversen Änderungen bei den früheren Versionen wurden nicht von einem Tag auf den anderen eingeführt, sondern nach und nach. Folgende Aufstellung versucht den aktuellen Stand der Erkenntnisse zusammenzufassen, wobei die Anzahl verfügbarer Daten zu Zorki 3-Modellen aus dieser Zeit leider recht klein ist:
Sollte in der obigen Aufstellung eine Seriennummer in der Spalte "alt" höher sein, als in der Spalte "neu", bedeutet das wohl, dass während einiger Zeit beide Varianten verwendet wurden. Die Liste ist nach der Spalte "neu" aufsteigend sortiert. Teilweise sind in dieser Aufstellung auch Seriennummern von Kameras der späteren Versionen enthalten.
Derzeit ist es noch eine Vermutung, aber nach den mir bisher vorliegenden Seriennummern der diversen Zorki 3-Modelle könnte möglicherweise die Zählung im Jahr 1954 durch das Voranstellen der Jahreszahl fortgesetzt worden sein, dh. nach der (imaginären!) Nummer 06000 folgte beispielhaft die Nummer 546001. Die grösste mir derzeit bekannte kurze Seriennummer ist 05841, die kleinste mit vorangestelltem Jahr ist 546413.
Zum Jahr des Konstruktionsdetailwechsels sei bemerkt, dass es sich dabei nur um eine Schätzung handelt, die auf den Produktionszahlen von KMZ basiert. Auch hier sei erwähnt, dass die Angaben von KMZ die ausgelieferten Exemplare zählt, nicht die produzierten, so dass durchaus in einem Jahr noch produzierte Exemplare aus dem Vorjahr mitgezählt werden müssen.
Derzeit sind lediglich zu folgenden frühen Zorki 3 gesicherte Angaben vorhanden: 00228, 00316, 00539, 00707, 01447, 02288, 03110, 04142, 04746, 04761, 04974, 5488, 5534 und 5841. Insgesamt liegen mir teilweise Angaben zu fast fünfzig Zorki 3-Modellen vor. Wenn Sie selber eine frühe Zorki 3 haben und entsprechende Angaben nachliefern könnten, wäre ich Ihnen sehr verbunden. Nehmen Sie dazu bitte Kontakt mit mir auf.
Spätere Versionen
Die späteren Zorki 3, von denen ab 1954 die Mehrzahl der Zorki 3 Exemplare entstanden sein dürfte - rund 90% der Produktion, schätze ich -, sind mehrheitlich an den der Seriennummer vorangestellten Jahreszahlen erkennbar. Sie wurden 1955 von der Zorki 3M abgelöst.
Diese Variante der Zorki 3 ist vergleichsweise verbreitet und gelegentlich auch in gutem Zustand noch erhältlich. Es lohnt sich in jedem Fall, so ein Angebot anzunehmen, auch wenn es etwas teurer ist, als beispielsweise eine gute erhaltene Zorki 1.
Allgemein zur Zorki 3
Die Zorki 3 war die erste Kamera von KMZ, welche über eine Dioptrienkorrektur für den Sucher verfügte. Diese Funktionalität wurde bis zu den letzten Varianten der Zorki 4 (die bis 1978 produzierte Zorki 4K) beibehalten.
Wie auch die Folgemodelle verfügt die Zorki 3 über zwei ausklappbare Verschlüsse am Boden, die das Öffnen und Abziehen der Rückwand erlauben. Dadurch ist das Gleichgewicht der Kamera mit angeschraubtem Objektiv etwas labil, weshalb gelegentlich ein nach vorne herausklappbarer Fuss zur Stabilisierung verbaut wurde.
Die technische Komplexität der getrennten Werke für langsame und schnelle Zeiten führte dazu, dass vergleichsweise oft Defekte auftraten und die Reparaturen sich als kostspielig erwiesen. Deshalb funktionieren die langsamen Zeiten nicht mehr bei allen Zorki 3, die überlebt haben. Reparaturen sind heute zwar noch möglich, aber nur noch von spezialisieren Werkstätten auszuführen.
Auch wenn die äusseren Abmessungen aller Zorki 3- und Zorki 3M-Modelle gleich blieben, unterscheiden sich die Modelle in ihrem Gewicht. Ganz frühe Zorki 3 wogen knapp 560g, bei Modellen von 1955 waren es noch 542g, die Zorki 3M brachte nur noch 536g auf die Waage, während die Zorki 3C mit 586g schon wieder deutlich zulegte. Zum Vergleich: Eine frühe Zorki 4 wiegt 610g und verlor während ihrer Bauzeit bis 1973 rund 25g, bedingt durch Optimierungen in der Produktion.
Obschon die Zorki 3 nicht synchronisiert war, scheint es einzelne Exemplare zu geben, die über einen professionell eingebauten Blitzanschluss üblicherweise links an der Front verfügen. Die Meinungen darüber, ob diese Modifikationen vom Hersteller oder nachträglich von unabhängigen Werkstätten ausgeführt wurden, gehen auseinander. Ich bin von Zweiterem überzeugt, sprich es handelt sich mit Sicherheit um spätere Modifikationen. Blitzbuchsen mitten im Logo oder irgendwo am Messsuchergehäuse deuten demgegenüber aber ganz klar auf Basteleien hin, die nachträglich entstanden sein müssen.
Die Weiterentwicklung Zorki 3M
Von 1955 bis 1956 wurden mutmasslich rund 40000 Exemplare dieses Modells ausgeliefert, welche gemäss Seriennummern wohl hauptsächlich im Jahr 1955 produziert wurden. Dabei handelt es sich um eine Hochrechung auf Grund der von KMZ verfügbaren Produktionszahlen.
Ein Hauptunterschied zur Zorki 3 ist, dass das Rad mit den langsamen Zeiten an der Kamerafront nun entfallen ist und die langsamen Zeiten im Hauptzeitenrad oben auf dem Gehäuse intergriert wurden. Das bedeutete natürlich auch eine Änderung am Verschlussmechanismus, welcher nun bereits weitgehend dem entsprach, der auch bei den Folgemodellen verwendet wurde.
Eine weitere Änderung gegenüber der Zorki 3 betrifft den Auslöser, dessen Knopf nun nicht mehr so tief versenkt ist und eine gerippte Oberfläche hat, wie sie auch bei den Folgemodellen zu finden ist.
Das Logo der Zorki 3M unterscheidet sich von dem der Zorki 3 durch ein grosses "M", welches im Hintergrund des Schriftzugs "Zorki 3" prangt und dadurch gelegentlich übersehen wird, typischerweise bei eBay-Angeboten. Zudem fehlt das KMZ-Logo an der Front, dafür ist es auf der Kamerarückseite links oberhalb der Seriennummer zu finden.
Produktionszahlen Zorki 3 und Zorki 3M
Der Hersteller KMZ weist die Produktions- bzw. Auslieferungsdaten der beiden Modelle Zorki 3 und Zorki 3M nur gemeinsam aus. Deshalb lässt sich nicht genau sagen, wieviele Zorki 3 und wieviele Zorki 3M es genau gegeben haben mag. Nach meiner Hochrechnung würde ich mit 50000 Zorki 3 und 40000 Zorki 3M rechnen.
Folgende Produktionszahlen gibt KMZ auf Ihren Seiten bekannt:
Der Zwischenschritt Zorki 3C
Die zwischen 1955 und 1956 mit nur 47000 Exemplaren produzierte Zorki 3C entspricht weitgehend der Zorki 3M, mit - wie das "C" im Namen bereits vermuten lässt - zusätzlicher Blitzsynchronisation und Blitzbuchse an der Front. Auch die Rückspulsperre wurde verändert und in den Fuss des Auslösers verlegt. Die Form des Messsuchergehäuses wurde begradigt bzw. "vereinfacht".
Die Zorki 3C ist wohl die am meisten unterschätzte Zorki der 3er-Serie überhaupt. Die Produktion war vergleichsweise klein und deshalb sind gut erhaltene Exemplare auch nicht so häufig anzutreffen. Leider hat sie durch das vereinfachte Messsuchergehäuse auch viel vom Charme der Vorgängermodelle vorloren und sieht weitgehend den Nachfolgern ähnlich, der Zorki 4 und der Zorki 4K.
Die Nachfolger
Das Erfolgsmodell Zorki 4
Das mit 1.7 Millionen Exemplaren ab 1956 produzierte Erfolgsmodell Zorki 4 ist der wenig veränderte Nachfolger der Zorki 3C, der während seiner langen Bauzeit bis 1973 einige Veränderungen mitgemacht hat. Der Rahmen um das Sucher- und das Messsucherfenster verschwand und auch der Verschluss wurde weiter vereinfacht. Neu dazu gekommen ist dafür von Anfang an der mechanische Selbstauslöser an der Front. Die Zorki 4 bildet somit den logischen Abschluss der Entwicklung der Zorki 3.
Weiterentwicklung Zorki 4K
Auch die Zorki 4 war nicht das Ende der Evolution. Dem Erfolgsmodell folgte eine Variante mit Schnellspannhebel, die Zorki 4K, von der zwischen 1972 und 1978 immerhin noch eine halbe Million Exemplare hergestellt wurde. Bis auf den Schnellspannhebel wurde weitgehend am bewährten Konzept festgehalten, leider sank die Produktionsqualität in dieser Zeit etwas, so dass der Erfolg nur begrenzte Zeit anhielt. Trotzdem ist gerade diese Kamera von der Bedienung her die Fortschrittlichste dieser Serie.
Objektive
Da die Zorki 3 von Anfang an zu den Spitzenmodellen der Zorki-Produktion gehörte, wurden mit ihr auch nur die besten Objektive aufgeliefert. Anfänglich war es das SK 50mm/2.0 - eine von KMZ gefasste Sonnar-Variante mit Linsengruppen von Zeiss Jena -, später war es hauptsächlich das daraus abgeleitete, hervorragende Jupiter 8-Objektiv mit denselben technischen Daten, das zum Einsatz kam.
Mit der Zorki 4 kamen gelegentlich auch günstigere Objektive zum Einsatz, wie beispielsweise das Industar 50, aber verbreiteter waren weiterhin die stets aktualisierten Varianten des Jupiter 8, später - bei der Zorki 4K hauptsächlich - in schwarzer Ausführung.
Weitere Informationen
Eigene Angebote in diesem Zusammenhang:
02.06.2008, letzter Update: 19.09.2010

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