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Ergebnisse aus der ersten Umfrage zum „transnationalen Altern“: Was bewegt die über 55-Jährigen in der Schweiz?
Neuenburg (ots) –
Die erste „Umfrage zum transnationalen Altern“ wurde durchgeführt, um die internationale Mobilität der in der Schweiz wohnhaften Personen über 55 Jahren und ihre Beweggründe zu erfassen. Obwohl die COVID-19-Pandemie die internationale Mobilität seit März 2020 stark eingeschränkt hat, überquerten 81% der Befragten regelmässig die Landesgrenze. Als Hauptgründe für die Reisen wurden Freizeitaktivitäten, im Ausland wohnhafte Familienmitglieder oder die hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz genannt.
Um die internationale Mobilität der über 55-Jährigen besser zu verstehen, hat ein Forschungsteam des „nccr – on the move“ unter der Leitung von Mihaela Nedelcu (Universität Neuenburg) und Eric Crettaz (HES-SO Genf) im ersten Halbjahr 2020 die „Umfrage zum transnationalen Altern“ durchgeführt. Die Forschenden analysierten die Antworten von 3″772 in der Schweiz wohnhaften Umfrageteilnehmer*innen, davon 2″275 Schweizer*innen und 1″497 mit einer anderen Nationalität. Die Daten wurden so gewichtet, dass die Gruppen den realen demographischen Anteilen entsprechen. Die Umfrage umfasst Fragen zu den Migrationserfahrungen, zu den Gründen, den Ruhestand im In- oder Ausland zu verbringen, zu transnationalen Lebensweisen, zur Familienkonstellation und zum Bezug zur Schweiz und/oder anderen Regionen der Welt.
Internationale Mobilität ist unter den über 55-Jährigenweit verbreitet
Die Studie zeigt, dass 81% der Befragten im Jahr vor der Umfrage regelmässig die Schweizer Grenze überquert haben und dies aus unterschiedlichen Gründen: um Ferien zu machen, um Freund*innen und Familienmitglieder zu besuchen oder um besondere oder preiswerte Güter im Ausland zu kaufen. Der Anteil ist bei Personen mit Migrationshintergrund höher, aber der Unterschied ist relativ klein, mit 88% bei Personen mit Migrationshintergrund gegenüber 78% bei Personen ohne Migrationshintergrund. Das deutet darauf hin, dass grenzüberschreitende Mobilität in der gesamten untersuchten Population üblich ist. Rund 10% der Befragten führten zudem einen transnationalen Lebensstil, das heisst, sie leben mindestens drei Monate im Jahr in einem anderen Land. Der meistgenannte Grund (43%) für ein transnationales Leben ist der Besitz eines Hauses oder einer Wohnung im Ausland. Darauf folgt der Wunsch, Freizeitaktivitäten in einem besseren Klima auszuüben (37%).
Grenzübergreifende familiäre Verbindungen
Neue Technologien und Verkehrsverbindungen vereinfachen die internationale Mobilität und führen dazu, dass immer mehr Familien über mehrere Länder verteilt leben. Neben Ferien oder einem transnationalen Lebensstil ist der Wunsch, die Familie oder Freund*innen im Ausland zu besuchen, ein weiterer wichtiger Grund für Auslandaufenthalte. Fast die Hälfte der Befragten gibt dies an, wobei jede*r Vierte Kinder oder Enkelkinder im Ausland besucht. Die Daten zeigen, dass von mehr als der Hälfte (53%) der Befragten ein Teil der Familie ausserhalb der Schweiz lebt, bei 7% auch Enkelkinder. Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Grossbritannien und die USA sind die meist genannten Aufenthaltsländer der Familienmitglieder.
Wirtschaftliche Schwierigkeiten
Wirtschaftliche Gründe, insbesondere sich aufgrund des hohen Preisniveaus in der Schweiz ergebende Schwierigkeiten und der Wunsch, den Lebensstandard zu halten oder zu verbessern, werden von fast einem Viertel der Befragten als wichtig empfunden. Auch genannt wird die gesundheitlich bedingte Suche nach einem besseren Klima.
Die Gesundheit ist ein zentrales Anliegen
Die Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der Befragten, die mindestens drei Monate im Jahr im Ausland leben, im Falle einer schweren Krankheit oder eines Unfalls zur Behandlung in die Schweiz zurückkehren würden. Ihre Beweggründe beziehen sich vor allem auf die Kosten für die Pflege am Wohnort im Ausland sowie auf einen schnellen Zugang zu Gesundheitsversorgung ohne lange Wartezeiten oder weite Anfahrten in der Schweiz. Gleichzeitig fühlt sich die Mehrheit der Befragten ausreichend informiert über die Gesundheitsdienste in ihrem Aufenthaltsland.
Referenzen und weitere Informationen:
Videoreportage “ Diversité “ : “ Retraite à l“étranger : épreuves et défis “
Über „nccr – on the move“
Der „nccr – on the move“ ist der nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) zum Thema Migration und Mobilität. Ziel dieses im Juni 2014 lancierten NFS ist es, das Zusammenspiel von Migration und Mobilität und sowie die damit einhergehenden Phänomene besser zu verstehen. Das von der Universität Neuenburg koordinierte Netzwerk umfasst 17 Forschungsprojekte an elf Schweizer Hochschulen: den Universitäten Basel, Freiburg, Genf, Lausanne, Luzern, Neuenburg und Zürich, der ETH Zürich, dem Graduate Institute in Genf, der Fachhochschule Westschweiz sowie der Fachhochschule Nordwestschweiz. Der NFS „nccr – on the move“ wird von Professor Gianni D“Amato geleitet, welcher auch dem Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) der Universität Neuenburg vorsteht.
Weitere Informationen:
Eric Crettaz, HES-SO Genève, Projekt Leader des “ nccr – on the move „, <email-pii>,Tel. +41 22 558 56 01 (FR/EN)
Annique Lombard, Kommunikationsbeauftragte des „nccr – on the move“, (DE/EN),
<email-pii>, Tel. + 41 32 718 39 55
„nccr – on the move“, Universität Neuenburg, Rue A.-L.-Breguet 2, 2000 Neuenburg
https://nccr-onthemove.ch/
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