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Die amerikanische Fotografin Mary Beth Koeth wollte herausfinden, was Samichläuse so treiben, wenn nicht gerade Vorweihnachtszeit ist. Sie fand berührende Geschichten.
In der Vorweihnachtszeit tauchen sie auf und besuchen Läden, Wohnungen, Schulen, Kindergärten und mehr - die Samichläuse mit ihren typischen weissen Bärten. Doch was machen die Chläuse eigentlich, wenn Weihnachten vorbei ist?
Diese Frage stellte sich die amerikanische Fotografin Mary Beth Koeth. Ihre Suche nach den Männern, die jedes Jahr in die Rolle des gutmütigen Geschenkbringers schlüpfen, führte sie nicht etwa an den Nordpol, sondern nach Florida, USA. Denn die meisten Chläuse, die im Dezember in den grossen amerikanischen Städten im roten Kostüm auftreten, leben während des restlichen Jahres lieber in wärmeren Gefilden. So fand sie mehrere Chläuse, die ihr von ihrem Leben als «Off-Season Santas» erzählten. Auf ihrem Behance-Profil und ihrem Instagram-Account teilt sie ihre Geschichten.
Joe Corcoran ist ein irisch-orthodoxer Amerikaner, der in der Bronx in New York aufgewachsen ist. Im Einkaufszentrum Bloomingdale's in New York gibt er jedes Jahr den Samichlaus - aber natürlich nicht in der Badehose, die er auf dem Bild oben trägt. Zusammen mit seinen Freunden und seiner Familie lebt er den Rest des Jahres in einem Altersheim in Florida. Dass er mit so vielen Freunden zusammen im Altersheim lebt, ist erstaunlich. Seine Erklärung dafür aber simpel: «Wir kannten uns von Kindesbeinen an und möchten alle zusammen alt werden!»
Santa Lance Willock, 77, is a former salesman from Peoria, Illinois. Music has always been his passion. He would run home from work on Fridays, dapper up, and meet with his band to entertain at one of the many local hotspots. "I met my wife, Rosemary while playing in a club. She never knew it was going to end up like this...In fact, she'd probably run the other way if she thought about it." Lance and Rosemary live in a retirement community in Stuart, Florida. #offseasonsantas photo by @mbkoeth for #wmtakeover
Lance Willock war bis zu seiner Pension Verkäufer in Illinois, USA. Doch seine wahre Leidenschaft war die Musik. Jeden Freitagabend spielte er mit seiner Band in den lokalen Bars. Dort lernte er sogar seine Frau Rosemary kennen: «Ich lernte sie kennen, als wir in einem Club einen Auftritt hatten. Sie hätte nie gedacht, dass es mal so weit kommen würde. Wenn sie es gedacht hätte, wäre sie wahrscheinlich sogar davongerannt.» Wenn Lance nicht gerade seinen Chlaus-Verpflichtungen nachkommt, leben die beiden in einer Wohngemeinschaft für ältere Menschen in Florida.
Gregg Henry ist ein Zimmermann, der eigenen Aussagen zufolge «grosse, teure Spielsachen für sehr reiche Jungen und Mädchen» herstellt. Seine Liebe für die Arbeit mit Holz begleitet ihn schon sein Leben lang. Ausser Särgen habe er schon so ziemlich alles gemacht. Aber er hat auch andere Erfahrungen gesammelt. Und das nicht nur als Samichlaus: Nach einer schwierigen Scheidung verdiente sich Gregg als männlicher Stripper sein Geld. Sein Name sei Grizzly Greg gewesen, wegen seines üppigen Bartes. Und er habe festgestellt, dass das Strippen nicht ohne sei: «Ich habe herausgefunden, dass es wirklich schwierig ist, sich die Schuhe im Stehen auszuziehen!»
Ernie Tedrow kommt laut Koeth ursprünglich aus Baltimore, USA. Nach dem Tod seiner Mutter zog er nach Orlando und arbeitete sich in einer Hotelkette bis zum Verkaufs- und Marketingleiter hoch. Die Stelle sagte ihm zu: «Eine Woche pro Monat war ich am reisen. Manchmal flog ich am Morgen nach Chicago, holte einen Kunden mit einer Limousine ab und ging mit ihm Mittagessen. Dann unterzeichnete dieser einen 500,000 Dollar-Vertrag, ich brachte ihn wieder in sein Büro, flog zurück und war zum Abendessen wieder Zuhause. Ich liebte es!» Mittlerweile lebt Tedrow in Florida - wenn er nicht gerade den Samichlaus gibt! «Ich habe mir gedacht, ich bin dick, alt und habe keine Haare mehr - und eine Karriere hatte ich schon!»