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Convoy (frz., spr. kongwŏá), Geleit, Schutzbedeckung
(s. Bedeckung, militär.). Früher nannte man Convoi auch die Kriegsschiffe, die einer Kauffahrerflotte zum
Schutz gegen feindliche Angriffe oder Seeräuber beigegeben waren. Die Erkenntnis, daß das Gemeinwesen so bedeutende Verluste,
wie sie die Reederei durch das Aufbringen von Handelsschiffen erleidet, notwendig mit empfinden müsse, hat den Convoizwang
erzeugt, vermöge dessen den Kauffahrern in Kriegszeiten das Absegeln auf eigene Gefahr bei Strafe und
Verlust des Versicherungsanspruchs untersagt und der Anschluß an die von der Regierung geordneten Convoi sowie
die Befolgung der vom Befehlshaber ausgehenden Signale zur Pflicht gemacht wurde.
Einrichtungen dieser Art finden sich schon in den hanseat. Recessen und in genues. Verordnungen aus
dem 15. Jahrh.; weiterhin
haben Frankreich und besonders England das Convoiwesen entwickelt. In Deutschland
[* 3] unterhielt Hamburg
[* 4] im 17. und 18. Jahrh.
mehrere Convoi-Fregatten. Die Erfahrungen am Ende des 18. Jahrh. waren dem System nicht günstig. Der Handel erträgt nur ungern
den Befehl, mit der Befriedigung seiner Bedürfnisse auf das Zustandekommen eines Convoi zu warten. Außerdem machen
die langsamen öffentlichen Vorbereitungen einer solchen gemeinschaftlichen Fahrt den Feind aufmerksam
und ermöglichen ihm den Überfall mit stärkern Streitkräften. In der Neuzeit hat die Einführung des Dampfes das Convoiwesen
gänzlich beseitigt. – In Rußland ist Convoi (russ. konvoj) die Leibwache des Kaisers, s. Leibgarde-Kosaken.