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Nebenschilddrüsenoperation
Nebenschilddrüsentumore sind meist gutartig. Weil sie aber zu einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen führen, müssen sie häufig dennoch chirurgisch entfernt werden. Je nach Erkrankung werden entweder nur Teile der Nebenschilddrüsen oder die gesamte Nebenschilddrüse entfernt. In bestimmten Fällen ist eine Verpflanzung (Autotransplantation) der Nebenschilddrüse notwendig.
Die Nebenschilddrüse liegt, wie es der Name sagt, neben der Schilddrüse. Sie produziert das Hormon Parathormon, das den Kalziumstoffwechsel im Körper steuert. Bei einem Tumor in der Nebenschilddrüse, dem Nebenschilddrüsenadenom, kommt es zu einer erhöhten Aktivität der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus). Dies führt zu einer Erhöhung des Kalziums im Körper (Hyperkalzämie), was verschiedene Beschwerden wie Nierensteine, Müdigkeit, Muskelschwäche oder Verstopfung auslöst. Das Nebenschilddrüsenadenom muss daher in der Regel chirurgisch entfernt werden.
Eine andere Ursache für eine Überfunktion der Nebenschilddrüse sind chronische Nierenerkrankungen. Die chronische Niereninsuffizienz führt zu Stoffwechselstörungen im Knochen, was wiederum die Produktion von Parathormon anregt. Manchmal muss auch in solchen Fällen die Nebenschilddrüse entfernt werden.
Welche Vorbereitungen werden getroffen?
Vor der Operation wird die genaue Lage und die Ausdehnung des Nebenschilddrüsenadenoms festgestellt. Dazu werden Ultraschalluntersuchungen und eine Szintigraphie durchgeführt. Zudem wird das Parathormon gemessen und die Nierenfunktion überprüft.
Wie vor Operationen üblich, müssen allfällige Blutverdünner vorher abgesetzt werden. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Für den Eingriff muss man entsprechend nüchtern sein.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Die Nebenschilddrüse besteht aus vier Nebenschilddrüsenkörperchen, die sich an die Schilddrüsen anlagern. Im Allgemeinen ist nur ein Nebenschilddrüsenkörperchen von einem Tumor betroffen.
Über einen Hautschnitt unterhalb des Kehlkopfes wird die betroffene Nebenschilddrüse schonend freigelegt. Dabei wird besonders auf den Stimmbandnerv geachtet, der durch die Schilddrüse verläuft. Bei einem Nebenschilddrüsenadenom wird nur das vom Tumor befallene Nebenschilddrüsenkörperchen entfernt. Die übrigen drei können im Körper belassen werden.
Bei einer Entfernung der gesamten Nebenschilddrüse wird mitunter ein Stück der Nebenschilddrüse verpflanzt, so zum Beispiel in den Unterarm. Dieses Verfahren wird Autotransplantation genannt. Es gewährleistet, dass das Nebenschilddrüsenhormon weiterhin im Körper produziert wird.
Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?
Mit der Entfernung des vom Tumor befallenen Gewebes kann die Überfunktion der Nebenschilddrüse normalerweise behoben werden. Eine allenfalls bestehende Nierenerkrankung wird durch die Operation nicht beeinflusst.
Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?
Wie bei allen Operationen können gelegentlich Infektionen, Nervenverletzungen Nachblutungen oder Blutgerinnsel auftreten. Ein erhöhtes Risiko besteht für die Verletzung des Stimmbandnervs, der durch die Schilddrüse verläuft.
Wie geht es nach dem Eingriff weiter?
Unmittelbar nach der Operation wird die Funktion der Stimmbänder überprüft. Nach 2 bis 3 Tagen kann man in der Regel das Spital verlassen. Vor dem Spitalaustritt werden der Kalziumspiegel im Blut und das Nebenschilddrüsenhormon bestimmt. Bei einem zu tiefen Kalzium ist manchmal eine Ersatztherapie mit Kalzium notwendig. Grössere körperliche Anstrengung sollten in den ersten zwei Wochen nach der Operation vermieden werden.
In seltenen Fällen handelt es sich bei dem Tumor nicht um ein gutartiges Adenom, sondern um ein bösartiges Karzinom. In einer solchen Situation erfolgt nach der Nebenschilddrüsenentfernung im Allgemeinen eine Nachbestrahlung.