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/ Forschung
Neue Methode zur verbesserten Diagnose der Endotheldysfunktion am Augenhintergrund
Die Blutgefässe am Augenhintergrund gelten als Fenster zum Herzen. Sowohl die Funktion als auch die Struktur dieser kleinen Blutgefässe erlauben einen Rückschluss zur Gesundheit des Gefässsystems im gesamten Körper. Die Funktion der Blutgefässe am Augenhintergrund kann mittels Flickerlicht-induzierter Dilatationsfähigkeit gemessen werden. Gesunde Gefässe weiten sich auf diesen Reiz hin und spiegeln damit die sogenannte Endothelfunktion wieder.
Eine Studie von Streese et al. hat jedoch gezeigt, dass gesunde und besonders aktive Personen eine reduzierte Endothelfunktion aufweisen. Diese Reaktion war vergleichbar mit der Reaktion von Patient*innen mit erhöhtem kardiovaskulärem (CV) Risiko.
Die aktuelle Studie ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen. Die Abteilung der Präventiven Sportmedizin und Systemphysiologie, mit Unterstützung von Ralf Roth aus der Trainingswissen-
schaft, hat ein neues Protokoll entwickelt, mit dem zwischen gesunden und aktiven Personen und Patient*innen mit erhöhtem CV Risiko besser differenziert werden kann. Bei diesem Protokoll wird der Blutdruck erhöht und somit der Bayliss-Effekt provoziert. Dieser sorgt für eine Engstel-
lung der Gefässe. Die Studie von Stresse et al. konnte zeigen, dass die Blutdruck-induzierte Konstriktion der kleinen Blutgefässe bei Sportler*innen stärker ausgeprägt ist als bei Risiko-
patient*innen. Diese Reaktion führte zu einer grösseren Dilatationskapazität und im Anschluss zu einer stärkeren Flickerreaktion bei Sportler*innen im Vergleich zu Risikopatient*innen.
Die aktuelle Studie konnte damit nachweisen, dass eine reduzierte Endothelfunktion am Augen-
hintergrund entscheidend vom Ausgangsdurchmesser des gemessenen Gefässes abhängt. Die Autoren empfehlen daher, zusätzlich zur Dilatationsfähigkeit auch die Konstriktionsfähigkeit der Gefässe am Augenhintergrund bei zukünftigen Untersuchungen zu berücksichtigen, um falsch-positive Befunde endothelialer Dysfunktionen zu vermeiden.
Die Studie wurde in Frontiers in Physiology – Vascular Physiology publiziert.