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#73 Nur für Frauen?
Fakten
Elisabeth Gander. Erste weibliche FDP-Vertreterin im Regierungsrat Obwalden
Gander-Hofer wurde 1949 im Kanton Solothurn geboren. Sie zog 1968 nach Engelberg, war als Verwaltungsangestellte tätig und lernte ihren Mann, der in Engelberg aufgewachsen und wohnhaft war, kennen. 1970 heiratete sie und wurde Mutter von 3 Kindern.
Gander-Hofer wurde 1985 in den Engelberger Gemeinderat gewählt. 1995 wählte sie die Landsgemeinde in den Regierungsrat. Sie war die zweite Frau nach Maria Küchler-Flury im Obwaldner Regierungsrat. Nach ihrer Wahl übernahm sie das Militär- und Polizeidepartement. Nach der Departementsreform 1999 übernahm sie das Gesundheits- und Sozialdepartement. 2002 wechselte sie nach der Verkleinerung des Regierungsrats von sieben auf fünf Mitglieder ins Sicherheits- und Gesundheitsdepartement. Im Amtsjahr 2004/2005 war sie Landammann. 2006 trat sie nicht mehr zur Wiederwahl an.
Esther Gasser Pfulg. Folgte Elisabeth Gander als FDP Politikerin in den Regierungsrat OW
Die waschechte Obwaldnerin aus Lungern wurde am 2. November 1968 geboren. Von 2006 bis 2014 gehörte sie dem Regierungsrat des Kantons Obwalden an, wo die Betriebsökonomin HWV das Sicherheits- und Gesundheitsdepartement und stellvertretend das Volkswirtschaftsdepartement leitete. Zuvor war sie 5 Jahre im Kantonsrat tätig.
Esther Gasser Pfulg wurde im Januar 2010 vom Obwaldner Kantonsrat zur Nachfolgerin als Landammann für den zurückgetretenen Landammann Hans Matter gewählt. Sie trat das Amt am 1. Februar 2010 an. Für das Amtsjahr 2013/2014 wurde sie zur Landstatthalterin (Vizepräsidentin des Regierungsrats) gewählt. Am Ende der Amtsperiode 2010–2014 trat sie als Regierungsrätin zurück.
Maya Büchi-Kaiser. Die 3. FDP Regierungsrätin seit 1995
Maya Büchi-Kaiser wurde am 13. Februar 1963 geboren. Sie wurde am 9. März 2014 bei den Gesamterneuerungswahlen in den Regierungsrat des Kantons Obwalden gewählt. Mit 6’093 Stimmen erreichte sie das absolute Mehr von 5’866 Stimmen und hatte über 800 Stimmen mehr als ihr Konkurrent Albert Sigrist. Sie trat das Amt am 1. Juli 2014 an und ersetzte die nicht mehr zur Wahl angetretene Regierungsrätin Esther Gasser Pfulg. Maya Büchi-Kaiser leitete von Mitte 2014 bis Mitte 2016 das Sicherheits- und Justizdepartement und stellvertretend das Volkswirtschaftsdepartement. Am 1. Juli 2016 hat sie das Finanzdepartement übernommen und ist Stellvertreterin für das Bau- und Raumentwicklungsdepartement. Im Amtsjahr 2017/18 bekleidete sie das Amt der Frau Landammann, im Amtsjahr 2019/2020 war sie Frau Landstatthalter, verzichtete allerdings für das Amtsjahr 2020/21 auf das Landammannamt, um den grossen Herausforderungen der Pandemie ihre ganze Energie zu widmen.
Büchi-Kaiser war von 2008 bis 2014 Mitglied des Obwaldner Kantonsrats. Dort war sie zuletzt drei Jahre Fraktionspräsidentin der FDP.
Mit diesen drei Persönlichkeiten durfte Marian Orlando ein Interview führen und hat unter Fakten «Fir Froiä» die Antworten der Politikerinnen zusammengetragen. Frauenpower im Quartett. Das Interview soll Frauen ermutigen und motivieren, politisch ins Rampenlicht zu treten, sich für Ämter aufzustellen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. 12 spannende Fragen zum Thema «Frauen in der Politik» mit noch spannenderen Antworten von Persönlichkeiten, die eines der höchsten politischen Ämter des Kantons inne haben resp. hatten.
#73 Nur für Frauen?
Unsere Haltung
Bei den 200 grössten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Spitzenpositionen über 90% von Männern besetzt. Von 193 Staaten der vereinten Nationen regieren nur 19 Frauen! Frauen brauchen eine Stimme, Rampenlicht, Symbole, Vorbilder, Ermutigung, Unterstützung, Aufmunterung. Die Antworten von Elisabeth Gander, Regierungsrätin von 1995 bis 2006, Esther Gasser, Regierungsrätin von 2006 bis 2014 und der amtierenden Regierungsrätin Maya Büchi-Kaiser auf Frauenfragen sollen Frauen ein eigenes, persönliches Bild malen, wie ein Weg zur Mitbestimmung und Übernahme von Verantwortung aussehen könnte.
3 FDP Regierungsrätinnen aus Obwalden erzählen:
- Die Schweiz ist erst seit 1971 eine richtige Demokratie. Erst seit 1971 sind Frauen vollständige, mündige Bürgerinnen dieses Landes. Gibt es davon noch Nachwehen?
Elisabeth G: Ja. Wenn man als Frau mitreden und in Gremien gewählt werden will, muss ein Mann Platz machen. Das bedeutet, dass sich auch die Männer emanzipieren müssen.
Esther G: Ich stelle einen grossen Wandel der Gesellschaft zu Gunsten der Frauen fest, das freut mich. Es gibt aber immer noch einen grossen Unterschied zwischen öffentlichen Ämtern und der Privatwirtschaft. Ich bin sehr für Diversität auf allen Hierarchie-Stufen. Neugier, Interesse und Begeisterung für gewisse Themen müssten bei Frauen jedoch noch geweckt werden.
Maya B-K: Gleichberechtigung für Frauen ist noch nicht erreicht. Wir sind auf einem guten Weg. Ich bin davon überzeugt, dass die kommende Generation – und damit meine ich junge Frauen und junge Männer – ganz neuen Schwung in diese Thematik bringen werden.
- Seid ihr mutiger als andere Frauen?
Elisabeth G: Nein. Es gibt viele mutige Frauen, die sich leider dann doch nichts zumuten!
Esther G: Nein. Frauen sind jedoch sehr selbstkritisch.
Maya B-K: Nein. Frauen haben nur sehr hohe Ansprüche an sich selber.
- Gibt es Themen, denen Frauen nicht gewachsen sind?
Elisabeth G: Nein. Im Gegenteil. Als Vorsteherin des eher männlich dominierten Militär- und Polizeidepartement konnte ich mich mit sehr weiblichen Fragen durchsetzen und fühlte mich akzeptiert.
Esther G: Nein es gibt kein Thema, denen Frauen nicht gewachsen sind. Im Gegenteil. Weibliche Lösungsansätze sind anders als männliche Ansätze: ein Zusammenspiel das bereichernd und zielführend sein kann.
Maya B-K: Menschen sind allen Themen und Herausforderungen gewachsen und wachsen daran. Egal ob Mann oder Frau.