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That ’10S Show
Wenn jede Frau für jeden Artikel, der in den letzten Tagen zum Thema Frauenbewegung publiziert wurde, einen Franken kriegen würde, wäre die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern ausgemerzt. Unglaublich, aber wahr: Bis zu 20 Prozent weniger verdienen die Damen der Schöpfung in unserer Überdemokratie immer noch. Um diese 20 Prozent aufzuholen, müssen arg viele Pussy-Hats gestrickt werden. Auch im Serienbusiness haben Frauen anhaltend mit Nachteilen zu kämpfen. Unlängst publizierten die deutschen öffentlichen Sender ARD und ZDF ihre Studie «Gender und Fernsehfilm», die zum Schluss kommt: Frauen müssen fürs serielle Inszenieren gefördert werden, vor allem Regisseurinnen sind rar.
So bleiben die Themen der 1960er- und 1970er-Frauenbewegung aktuell. Es ist rein zufälliger Natur, dass ich mir derzeit die Comedyserie «That ’70s Show» («Die wilden Siebziger») ansehe. Die acht Staffeln rund um Lieb- und Freundschaften von sechs Teenagern spielen zwar in den 1970er-Jahren, gedreht wurde die US-Produktion mit Ashton Kutcher und Mila Kunis allerdings 1998 bis 2006. Hauptfigur Donna (Laura Prepon) ist, ganz wie ihre Mutter, Feministin – mal abgesehen von jener Staffel, in der sie heiraten und mit ihrem Verlobten Eric (Topher Grace) in einen Wohnwagenpark ziehen will.
«Stell dir vor», sagt der Kollege, «wenn wir heute eine Serie mit derselben zeitlichen Distanz drehen würden, hiesse sie ‹That ’90s Show›.» Vieles wäre anders. Nun ja, bis auf die Tatsache, dass die Frauen auch in den 1990ern weniger verdienten. Aber Pussy-Hats trugen sie damals keine. Die kommen dann in der «That ’10s Show» vor – in zwanzig Jahren, wenn die westliche Gesellschaft nicht mehr zwischen Männlein und Weiblein unterscheidet.
«Die wilden Siebziger» läuft derzeit auf Comedy Central.