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Optimierung der Reichweite von LVS-Geräten.
In den Gebrauchsanleitungen der meisten Hersteller von Lawinenverschüttetensuch(LVS)-Geräten wird darauf hingewiesen, dass der Empfänger während der Primärsuche aktiv bewegt werden soll. Dieser Punkt wird in der praktischen Ausbildung nicht nur oft vernachlässigt, meist fehlt auch das Verständnis für die Notwendigkeit dieser so genannten aktiven Signalsuche.
Die Lage der Sende- und Empfängerantenne zueinander ist der wichtigste Einflussfaktor und kann als einziger durch den Suchenden beeinflusst werden, was anhand von drei Extremsituationen und ihren physikalisch bedingten Konsequenzen erläutert werden kann.
Koaxiale Lage: Die optimale Reichweite eines Gerätes (100%) wird erreicht, wenn die Sender- und die Empfängerantenne auf einer Linie liegen (vgl. Fig. 1).
Parallele Lage: Liegen die Antennen parallel zueinander (vgl. Fig. 2), werden etwa 80% der maximalen Reichweite erreicht.
Senkrechte Lage: Stehen die Antennen genau senkrecht zueinander (vgl. Fig. 3), beträgt die Reichweite theoretisch null.
Der Suchende kann jedoch durch aktives Drehen des Empfängers um zwei Achsen von jedem Punkt des Lawinenfeldes aus eine parallele Antennenlage bewirken und die senkrechte Antennenlage vermeiden. Eine koaxiale Lage ist nur auf der Verlängerung der Sendeantenne möglich.
Im Zwischenbereich von senkrechter und paralleler Antennenlage steht die Physik glücklicherweise auf der Seite des Suchenden: Abweichungen von der günstigen parallelen Lage haben relativ wenig Einf luss auf die Reichweite. Wird der Empfänger um ±20 Grad von dieser weggedreht, hat dies lediglich eine Reduktion der Reichweite um 2% zur Folge. In der ungünstigen senkrechten Lage haben kleine Änderungen hingegen einen grossen Effekt, aber einen positiven: Eine Abweichung um ±5 Grad bewirkt bereits wieder eine reichweite von rund 45%. Bei einer Veränderung um ±20 Grad beträgt die Reichweite 70% gegenüber der parallelen Lage.1
Wie wird die optimale Reichweite erreicht?
Ausgehend von einer horizontalen Ausgangsstellung wird das Gerät einerseits nach unten und nach oben in die Senkrechte gedreht und andererseits in der Horizontalen 90° nach links und nach rechts geschwenkt. Bei Geräten mit zwei Empfängeran-tennen (Tracker DTS2) genügt es, das Gerät in der Horizontalen 45° nach links und nach rechts zu schwenken. Die Drehung in die Senkrechte ist aber auch bei Zwei-Antennen-Geräten notwendig.
Da von den Sendern nur ca. jede Sekunde ein Signal gesendet wird, müssen die Bewegungen sehr langsam erfolgen, damit in jeder Position auch wirklich ein Signal empfangen werden kann. Aktive Signalsuche kann im Gehen auf den bekannten Suchmustern ausgeführt werden. Sobald ein konstantes Signal empfangen wird, ist eine Änderung der Antennenlage natürlich kontraproduktiv, und die Sekundärsuche erfolgt wie bisher mit gleichbleibender Gerätelage.
Die «Worst case»-Situationen mit genau senkrechter Lage, bei denen die Reichweite annähernd auf null reduziert wird, dürften in der Praxis relativ selten, aber nicht ausgeschlossen sein. Da die minimale Reichweite grundsätzlich von der Lage der Antennen (Sender und Empfänger) abhängt, kann kein Hersteller eine minimale Reichweite garantieren.
Häufig dürfte jedoch die Situation eintreffen, dass ohne aktive Signalsuche 10 bis 30% der möglichen Reichweite «verschenkt» werden und so allenfalls wertvolle Suchzeit verloren gehen kann.
Inwieweit die bisher angegebenen Suchstreifenbreiten durch eine konsequentere Anwendung der aktiven Signalsuche erhöht werden können, wird zurzeit noch diskutiert. Für die möglichst einfache experimentelle Bestimmung der optimalen (grösstmöglichen) Suchstreifenbreite scheint eine aktive Signalsuche des Retters Voraussetzung zu sein.
Da die modernen LVS-Geräte tendenziell eine geringere Reichweite haben, kommt der Primärsuche grössere Bedeutung zu als früher. Um eine optimale Reichweite zu erreichen, ist es von Vorteil, sich zu erinnern, dass bei der Primär- oder Signalsuche das Gerät aktiv bewegt werden sollte.