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Das seltsame Schicksal der Margarete von Österreich (1480-1530). Im Alter von 3 Jahren wird sie mit Karl VIII. von Frankreich verlobt und auf ihre künftige Rolle als Königin von Frankreich vorbereitet. 1491 wird sie jedoch aus politischen Gründen verstossen. In der Folge verhandelt ihr Vater eine Hochzeit mit dem spanischen Thronfolger, dem Infanten Juan von Aragon, der 6 Monate nach der Vermählung stirbt. Die junge Witwe wird 1501 zum zweiten Mal vermählt, diesmal mit Philibert dem Schönen (1480-1504), Herzog von Savoyen.
Es it Liebe auf den ersten Blick und die Ehe ist sehr symbiotisch. Endlich glücklich? Leider nein, wieder wird Marguerite vom Unheil heimgesucht. Am 10. September 1504 kommt Philibert bei einem Jagdunfall ums Leben. Die 24-jährige Herzogin beschliesst daraufhin, vor den Toren von Bourg-en-Bresse das königliche Kloster Brou zu errichten, das drei prächtige Grabstätten beheimaten soll: die von Philibert dem Schönen, von seiner Mutter und ihre eigene.
Dieses architektonische Juwel der Spätgotik wurde zu allen Zeiten aufgrund seines klassischen und schnörkellosen Kirchenschiffs, seinem reich geschnitzten Lettner, der besichtigt werden kann oder auch seinen klösterlichen Gebäuden bestaunt und bewundert. In einem der Gebäude ist ein Kunstmuseum untergebracht, das verschiedene Kunststile aus dem 19. Jhd. ausstellt: das historische Genrebild im Troubadour-Stil sowie die Lyoner Schule mit Gustave Doré, der in Bourg-en-Bresse gelebt hat.
2014 hat das königliche Kloster Brou die Endrunde der Sendung «Le monument préféré des Français» – Das beliebteste Bauwerk der Franzosen – , die der französische Fernsehsender France 2 ausstrahlt, für sich entschieden. Das Interesse ist ungebrochen und bis zum 23. September erscheint die Fassade des Gebäudes jeden Abend in den Farben «Couleurs d’Amour». Der Zauber der «Ton- und Lichtshow» lässt auch das Rathaus und Theater erstrahlen, die der Besucher per Shuttle erreicht.
Alle 4 Jahre lädt Bourg-en-Bresse zu einem wahren Sinnesfest ein. Ein riesiger, 10’000 m2 grosser Garten beglückt seine Besucher mit landschaftlichen Gestaltungen, die von Gärtnern, wahren Künstlern ihrer Zunft, geschaffen werden. «Éclats d’eau» – Wasserpracht, lautet das Thema in diesem Jahr, das die verschiedenen Klimazonen des Planeten vom 15. bis 24. September in Szene setzt. Lassen Sie sich von einem Dschungel aus Orchideen im Zusammenspiel mit seltenen Wüstenpflanzen verzaubern!
Das emblematische Bressehuhn wird als einzige Hühnerrasse durch eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung (AOC) geschützt. Auf seinem Hühnerhof kontrolliert Joël Billet vom Küken bis zum schlachtreifen Huhn im Alter von 9 Monaten alle Phasen seines Mastbetriebs, der 3500 Stück Geflügel zählt. «Die Normen sind streng», sagt er. «So müssen jedem Tier beispielsweise 10 m2 Grünland zur Verfügung stehen. Hier sucht das Huhn unablässig nach den Proteinen für seine Ernährung. Mais und Milchprodukte – das sind bei mir 65’000 Liter Buttermilch – werden zusätzlich gefüttert, bis das Huhn den tödlichen Stromschlag erhält. Das Huhn bekommt ordentlich Muskeln. Vor der Schlachtung ruht sich das Huhn rund zehn Tage im hölzernen Käfig im Halbdunkeln aus, damit es Fett ansetzt und so das Fleisch schön zart wird. Diese Vorgehensweise fördert den weltweit einzigartigen zartschmelzenden Geschmack des Bressehuhns.»
Joël Billet zieht nicht nur von einem Lebensmittelmarkt für Spitzenprodukte zum anderen, er durchstreift auch ganz Frankreich mit seinem «Kühl-Food Truck», der Hühner, Poularden und Perlhühner aus seiner Zucht anbietet. Ein voller Erfolg. Die Schweizer Kunden – seine Frau Silvia stammt aus Solothurn – geben ihre Bestellungen direkt bei ihm auf: Ferme du Poirier (90, chemin du Muguet – F-01340 Montrevel en Bresse). Einen Kapaun zum Jahresende sollten Sie sich auch nicht entgehen lassen! Es ist ratsam, frühzeitig eine Bestellung für dieses Festtagsgericht aufzugeben.
In rund ein, zwei Stunden Entfernung von der Westschweiz entfernt liegen das französische Département Ain und Bourg-en-Bresse (die richtige Aussprache des Städtchens lautet wie folgt: das g von «Bourg» wird vor dem «en» zu einem k), die auf einem Wochenendausflug herrliche Eindrücke versprechen.
500 Meter vom königlichen Kloster Brou entfernt, im einstigen städtischen Krankenhaus Hôtel-Dieu, liegt die historische Apotheker von Bourg-en-Bresse, mit deren Errichtung 1782 begonnen wurde. Die drei Räume sind vollständig erhalten: das Labor mit einem prächtigen Schwanenhals-Wasserhahn aus Messing, das Lagerzimmer, in dem die Rohstoffe (einige stammen noch von früher) in bildschönen, mit Kalligrafie verzierten Dosen aufbewahrt wurden und der Verkaufsraum mit seinen seltsamen Arzneimitteln. Welche Arznei hätten Sie denn gerne? Die mit Vipernhaut oder lieber die mit Krebsaugen?
Das Ökomuseum des Pays en Bresse in Saint-Etienne-du-Bois (www.maisondepaysenbresse.fr) zeigt historische Bauernhöfe, die originalgetreu wieder aufgebaut wurden. Hier erfährt man, wie früher gelebt wurde. Decken Sie sich im Shop unbedingt mit «Paria» ein, einer Konfitüre ohne Zuckerzusatz, die aus Äpfeln und Birnen hergestellt und mit einem Naturjoghurt verzehrt wird.
Begeben Sie sich auch nach Vonnas in die Welt von «Chez Georges Blanc», dem ältesten Sternerestaurant der Welt, das jedes Jahr aufs Neue ausgezeichnet wird. Neben dem Restaurant, einem 5-Sterne-Hotel und einem Delikatessengeschäft erwartet den Besucher das Spa Mosaïc. Ein Wellness-Tempel mit einer Pflegeserie von Carita oder Decléor.
Unterkunft:
Mitten in der Altstadt liegt das reizvolle 3-Sterne-Hotel «Le Griffon d’Or» (10 rue du 4 Septembre), das von TripAdvisor wärmstens empfohlen wird. Von Wellness & Gesundheit geprüft… und für gut befunden!
Essen:
– Lassen Sie sich das Bresse-Geflügel schmecken, das gastronomisch von Küchenchef Yoann Boisson zubereitet wird, der seit 11 Jahren in der Brasserie Place Bernard, die Georges Blanc gehört, seines Amtes waltet.
– Sehenswert ist auch die denkmalgeschützte Decke der Brasserie «Le Français». Zu den Spezialitäten der Bresse gehören auch Froschschenkel.
Kaufen:
– Als Hommage an die Liebenden von Brou hat die Boutique Cô’Thé Café (19 cours de Verdun) den nach Äpfeln, Quitten und Mandeln duftenden und schmeckenden Tee «Pour l’amour de Philibert» kreiert sowie einen Kräutertee, «Au jardin de Marguerite», der sich durch Noten von Himbeere und Veilchen auszeichnet.
– Decken Sie sich mit einer Kühltasche ausgerüstet mit frischen, handgemachten Nockerln bei Giraudet in der Rue du Maréchal Joffre 21 ein, dem Nockerln-Experten seit 1910, und lassen Sie es sich zu Hause schmecken! Die Nocken mit wildem Hecht (30%) sind ein wahrer Genuss.
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