Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/2262

Die Ritter von Schwandegg waren als Dienstleute der Kyburger noch nicht zu besonderem Ansehen gelangt, dafür verstanden sie sich mit deren Erben, den Habsburgern, um so besser. 1218 erscheint als erster Vertreter des Geschlechts von Schwandegg Ritter Heinrich, habsburgerischer Ministeriale. Wie viele Adelige aus der Nordostschweiz beteiligten sich auch die Schwandegger an den Kriegszügen gegen die Eidgenossen. Hans von Schwandegg fiel 1386 in der Schlacht von Sempach. 1422 starb der letzete Ritter von Schwandegg.
Das Schloss wechselte fortan immer wieder den Besitzer. Im Jahre 1546 wurde <<das fürnämist und best geheuss dieses schlösslins abgebrochen und die rietmüli davon erbouwen>>. Der nächste Eigentümer liess das Schloss aber wieder herstellen. Im 17 Jahrhundert befand es sich im Besitz der Familie Schmelz von Lindau, die ihr Vermögen während des Dreissigjährigen Krieges in die Schweiz geflüchtet hatten. Damals wurde der sonnige Südhang mit Reben bepflanzt.
Um 1640 erfolgte der Umbau der düsteren Burg in ein wohnliches Schloss. Im 18. Jahrhundert gehörte Schwandegg einem Freund des einst berühmten Idyllendichters Salomon Gessner, der 1774 dort zu Besuch weilte. 1879 kaufte Karl Fierz-Landis das Schloss, das er um 1890 der Stadtbürgergemeinde Zürich schenkte, mit der Bedingung, dass es samt seinen wertvollen Sammlungen dem künftigen Landesmuseum überlassen werde. Diese Schenkung trug vermutlich mit dazu bei, dass der Streit um den Standort des schweizerischen Landesmusemus zu Gunsten von Zürich entschieden wurde.
Das Schloss Schwandegg ging kurz darauf wieder an einen privaten Käufer. 1933 fiel der westliche Teil des Schlosses einem Grossbrand zum Opfer. Der zerstörte Gebäudeteil wurde 1935 wieder aufgebaut.
Der letzte Schlossherr, Caspar Oswald, nahm Flüchtlinge und Behinderte auf. Altershalber verkaufte er 1974 Schwandegg an den Kanton Zürich, der in den alten Mauern eine moderne Jugendherberge und ein Restaurant einrichten liess.
Herrliberger 18. Jahrhundert
Bibliographie