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Der von der Stiftung jahrelang unterstützte Bruno Manser Fonds freut sich, dass der Spielfilm «The Borneo Case- Bruno Manser » lebt in der Schweiz von über 180'000 Menschen in den Kinos gesehen wurde. Der Film zeigt eindrücklich, wie die Zerstörung des Tropenwaldes im Sarawak erfolgte.
Der Tropenwald als Klimaanlage der Erde
Der Tropenwald umschliesst äquatoriale Gebiete in Südamerika, Afrika und Asien, wovon sich ca. 60 % in Brasilien befinden. Kaum jemand ist sich bewusst, dass dies die artenreichsten Lebensräume der Welt sind. Vor vielen Jahren hat der Mensch den Tropenwald noch auf nachhaltige Weise genutzt, heute beutet er ihn systematisch aus und zerstört damit die eigene Lebensgrundlage. Dies hat massive Auswirkungen auf das globale Klima und die Sauerstoffregeneration.
Vor Anfang der 1960er Jahre war der Zugang zum Innern der Tropenwälder sehr eingeschränkt und folglich blieb dieser im Wesentlichen intakt. Die Böden waren jedoch nur für kurze Zeit produktiv. Dieser rasche Verlust der Fruchtbarkeit des Bodens verleitete dazu, mit Brandrodungen weiter Gebiete für die Landwirtschaft zu erschliessen.
Gemäss Bericht von srf vom 1. Dezember 2020 legt die Abholzung des Regenwalds im brasilianischen Amazonasgebiet immer noch weiter kräftig zu. Zwischen August 2019 und Juli 2020 seien in der Region 11'088 Quadratkilometer Dschungel abgeholzt worden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Abholzung um 9,5 Prozent. Pro Tag werden somit rund 4340 Fussballfelder oder drei Fussballfelder pro Minute kahlgeschlagen. Die abgeholzte Fläche war die grösste seit 2008. Die Kombination von globaler Erwärmung und Entwaldung macht das regionale Klima trockener und könnte große Teile des Regenwalds in eine Savanne verwandeln. Schon bald könnten wir einen Punkt erreicht haben, an dem es kein Zurück mehr gibt. Verschwindet der riesige Kohlenstoffspeicher für immer, könnte das Ökosystem derart gestört sein, dass der Amazonas seine Funktion als Klimaanlage der Erde verliert.
Es ist Bolsonaros Politik, die den starken Anstieg der Abholzung im Amazonas direkt antreibt. Sie ist pures Gift für den Amazonas. Durch Mittelkürzungen hat er die Behörden geschwächt, die für die Überwachung und den Schutz des Waldes zuständig sind und durch die Buschtrommel verbreiten lassen, dass illegales Holzfällen geduldet werde. Es herrschen unhaltbare Zustände: Schutzgebiete und einheimische Territorien sind quasi Freiwild. Strafen wegen illegaler Rodungen wurden in den letzten zwei Jahren praktisch keine mehr verhängt. Bolsonaro verfolgt hier kurzfristige wirtschaftliche Interessen: Und solange die weltweite Nachfrage nach Futtermittelsoja, Rindfleisch und Milchprodukten steigt, werden auch weiter Wälder für Weideflächen weichen. Zudem sollen Aktivisten, die sich zum Schutz des Amazonas-Regenwalds engagieren, noch härter bestraft werden und die Aktivitäten internationaler Organisationen sollen möglichst verhindert werden. Handkehrum sollen Bergbauaktivitäten in Naturschutzgebieten wieder zugelassen werden! Aus der Sichtweise von Bolsonaro ist wohl der Regenwald schlicht wirtschaftlich ungenutztes Potenzial. Er möchte keine neuen Schutzgebiete im Amazonasgebiet ausweisen und weitere Rodungen zuzulassen.
Als Abnehmer der Produkte stehen auch viele europäische Länder in der Verantwortung. Drängender denn je sollten Lieferketten auf Entwaldungsfreiheit umgestellt werden. Solche Prozesse brauchen jedoch Zeit und Zeit ist genau, was wir nicht haben. Es ist Aufgabe der gesamten Menschheit, die Restbestände der Tropenwälder zu retten. Es geht uns alle an. Nicht nur die Politik soll sich dafür einsetzen sondern wir alle sind gefordert unseren Beitrag zu leisten.
Zusätzlich zu meinem politischen Engagement setze ich mich mit Überzeugung auch als Stiftungsrätin bei der «Stiftung Kunst für den Tropenwald» ein. Diese wurde vom Galeristen und Museumsgründer Ernst Beyeler 2002 zum Schutze des Tropenwaldes ins Leben gerufen. Sie soll mit Hilfe der Kunst finanzielle Mittel für die gezielte, projektbezogene Unterstützung von erfahrenen Umweltschutz-Organisationen generieren. Die ausgewählten Projekte schützen den Tropenwald vornehmlich durch Waldmanagement, die Gründung von Nationalparks sowie durch die Verteidigung der natürlichen Lebens- und Arbeitsgrundlagen der lokalen Bevölkerung. Es gibt aber noch viele andere Organisationen, die sich den Erhalt des Tropenwaldes auf die Fahne geschrieben haben. Wir sollten Sie alle tatkräftig in ihrer Arbeit unterstützen, damit unsere Kinder wieder „tief durchatmen“ können.
Katja Christ, Nationalrätin GLP und Stiftungsrätin der Stiftung „Kunst für den Tropenwald“
Aufforstungsprojekt Tansania / Kilimanjaro:
The Kilimanjaro Project (www.kilimanjaroproject.org) ist nicht nur ein Projekt, sondern auch eine Organisation. Die Stiftung Kunst für den Tropenwald unterstützt die Vorhaben dieser
Organisation.
Ausgangspunkt des Projekts ist ein bedeutendes aber gefährdetes Ökosystem in der Gegend um Miwaleni (20’000 Einwohner/ 200 km² Fläche). Von einer geschützten Quelle aus mäandert der Fluss Miwaleni 23 Kilometer und fliesst anschliessend in den Ruvu- Fluss.
Aus verschiedenen Gründen (Landwirtschaft, Kohlegewinnung, Vertreibung von Primaten) wird das Ökosystem rasant zerstört, indem vor allem der Wald entlang des Flusses abgeholzt wird, was zu Erosionen und Trockenheit führt.
Die Stiftung Kunst für den Tropenwald finanziert das Pflanzen und damit die konsequente Wiederaufforstung von 15’000 Bäumen entlang dieses Flusses, um das Ökosystem zu retten. Die Pflanzungen erfolgen in Zusammenarbeit mit der dortigen lokalen Bevölkerung und vor allem auch den Schulen. Der bevölkerungsbasierende Ansatz hat auch einen Sensibilisierungseffekt für den gesamten Gürtel von hochwertigen Ökosystemen im Norden Tansanias.
Verantwortlich für dieses Projekt ist eine NGO, die von Personen geführt wird, die vor Ort leben und das Projekt mit der Bevölkerung von Miwaleni vorantrieben.
Am 7. Oktober 2017 wurden in London 8 Werke international bekannter Künstler (erfolgreich) versteigert. Der Erlös betrug über CHF 150'000.