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Christliche Sakralbauten
Von Emma Vincent
In diesem Bericht untersuche ich den Einfluss von Religion und Politik auf die Bauart von christlichen Sakralbauten in Europa. Dabei interessiert mich die Zeitspanne zwischen der ersten Kirche (232) und der Epoche des Barock (1750–1850).
Seit ich klein bin, besuchen wir mit der Familie oft Kirchen in verschiedenen Städten. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Baustile sich sehr stark voneinander unterscheiden. Mithilfe dieses Berichts möchte ich mir mehr Klarheit zu diesem Thema verschaffen.
Im Frühchristentum, ab dem 3. Jahrhundert, hat die christliche Religion angefangen, sich in Europa zu verbreiten. Da es aber nicht viele Christen gab, war es nicht nötig, grosse Kirchen zu bauen, kleine Gottesdiensträume reichten. Oftmals wurden Wohnhäuser zu diesen umgebaut. Die Hauskirche von Dura Europos im heutigen Syrien ist die ein Beispiel dafür. Diese ist eine der ersten Gottesdiensträume Europas, die 232 n. Chr. von einem Wohnhaus zu einer Kirche umgebaut wurde. Aufgrund der Christenverfolgung im römischen Reich wurden viele Kirchen zerstört. Erst ab der konstantinischen Wende im Jahr 313 haben die Christen immer mehr Einfluss im Römischen Reich bekommen. Dadurch wurde das Christentum später die Staatsreligion des Römischen Reichs. Nun konnten mithilfe der staatlichen finanziellen Unterstützung vor allem in Rom und in Konstantinopel mehr Kirchen gebaut werden. Die Kirchen waren von aussen oft nicht dekoriert und aus Ziegelmauern gebaut, doch von innen waren sie prunkvoll geschmückt. Schon damals gab es sakrale Darstellungen in Gottesdiensträumen, wie heute auch.
Die nächste Epoche war die Romanik (900–1200). Die Kirchen zu dieser Zeit wurden sehr massiv gebaut und innen eher dunkel wegen der kleinen Fenster. Halbkreisförmige Bögen verzieren die Wände und definieren Fenster und Türen. Die Kirchen haben viele Türme und oft einen freistehenden Glockenturm. Der Grundriss ist kreuzförmig und hat eine Ost-West-Achse. Die Apsis ist dabei an der Ostfassade der Kirche. Diese Kirchen bieten den Christen geschützte Gebetsräume. Da viele Kirchen zerstört worden waren, wurden sie nun umso massiver und stabiler gebaut. Die Namen von Künstlern und Bauherren dieser Zeit sind oft unbekannt.
In der Gotik (1200–1500) wurden die Kirchen sehr imposant und hoch konstruiert. Die Spitzbögen ermöglichten es, die Kirchen höher zu bauen. Farbige Fenster und schlanke Türmchen sind auch wichtige Merkmale der Gotik. Um die Kirche zart und leicht aussehen zu lassen, wurden Aussenwände durchbrochen und Ziergiebel gefertigt. Die Kirchen wurden höher gebaut, um näher an Gott und dem Himmel zu sein.
Eine wichtige Epoche für die Kirche ist auch die Renaissance (1500–1600). Die Kirchen orientierten sich an der römischen Baukunst, da die Epoche die Wiedergeburt der Antike ist. Es wurden symmetrische Grundformen wie der Kreis verwendet, um harmonische Proportionen zu erhalten. Die antike Säulenordnung wurden wiederentdeckt. Ein wichtiges Element von Kirchen zu dieser Zeit sind Kuppeln. Somit stellte man erstmals nicht Gott, sondern den Menschen in den Mittelpunkt. Die Kirchen der Renaissance sollten einladend wirken und den Menschen als Zentrum haben.
Die letzte Epoche, die ich untersuche, ist der Barock (1700–1850). Die Kirchen dieser Zeit haben viele Schmuckelemente und geschwungene Bauelemente. Die Kuppeln der Renaissance wurden weiterverwendet. Zum ersten Mal haben Säulen nicht nur eine statische Funktion, sondern dienen als reines Dekorationsmittel der Kirchen. Im Inneren der Kirchen findet man viele Bilder, damit jeder und jede Zugang zum Wissen hat und die Lehre der Bibel versteht.
Zusammengefasst ist es sehr interessant zu sehen, wie der Kirchenbau von der Religion und der Politik beeinflusst wurde. Auch spannend ist die Veränderung des Verhältnisses der Kirche zum Menschen und umgekehrt.