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20 Jahre Ausbildungscenter Brasil
- 1998/1999: Auswanderung nach Brasilien
- 1999: Durchführung der ersten Schweisserkurse, erstellen der ersten Halle
- 2002/2003: Bau der zweiten Halle
- 2004: Erste Dreherkurse
- 2005: Fertigstellung des ersten Theorieraums
- 2007-2009: Bau der dritten Halle
- 2010: Durchführung des ersten Schlosserkurses
- 2012: Kauf einer CNC Drehmaschine
- 2012-2014: Bau der vierten Halle (Anbau an bestehende Schlosserhalle)
- 2016: Kauf einer CNC Fräsmaschine
- 2017: Dreherkurs wird um das Verfahren Fräsen erweitert
In Dättlikon ZH gründete ich im Jahre 1965 meine eigene Schlossereiwerkstatt.1994 begann mein Sohn in der Firma zu arbeiten. In dieser Zeit wurde ich durch Bekannte auf das Land Brasilien aufmerksam. Schon in den ersten Ferien verliebte ich mich in dieses schöne Land, sah aber auch die grosse Armut die in diesem Land herrscht.
Bei meinem nächsten Aufenthalt in Brasilien kaufte ich mir ein Haus. Es war ein älteres Haus und so begann ich schon bald mit kleineren Renovierungsarbeiten. Es stellte sich rasch heraus, dass qualifizierte Arbeiter sehr selten waren. Ausbildungsplätze sind rar und nur den Reichen vorenthalten. Die Erkenntnis, dass Jugendliche aus ärmeren Verhältnissen keine Möglichkeit zu einer beruflichen Ausbildung haben und ihnen damit jede Chance auf einen normalen Job verwehrt bleibt, machte mich nachdenklich.
Die Idee ein Ausbildungscenter in Brasilien zu bauen nahm immer konkretere Formen an.
Zu dieser Zeit war die Übernahme der Werkstatt durch meinen Sohn noch in der Anfangsphase. Wir begannen einzelne Maschinen, die Teilweise noch aus den Anfangsjahren stammten durch neue zu ersetzen. Die „alten“ Maschinen, die in Brasilien noch als modern gelten wurden revidiert und für den Transport vorbereitet.
Ich kaufte beidseitig meines Hauses in Brasilien mehr Land und begann mit den Bauarbeiten für die erste grosse Werkstatt und den Umkleideraum / das Büro. Auf dem nun 8000 Quadratmeter grossen Areal hat es genügend Platz um drei grosse Hallen aufzustellen. Dieses Projekt der drei Hallen besteht bis heute
Im Winter 1998 / 1999 war es dann soweit, mit zwei Containern wanderte ich nach Brasilien aus.
Im Frühling begann der erste Kurs noch in dem kleinen bestehenden Gebäude. Der zweite Kurs fand in der neuen Halle statt. Zu diesem Zeitpunkt konnten pro Jahr ca. 20 Jugendliche in der gut eingerichteten Schlosserei zu Schlossern ausgebildet werden. Die Möglichkeit einer kostenlosen Ausbildung hatte sich schnell herumgesprochen und war auf grosses Interesse gestossen.
Auch das Schweizer Konsulat in Rio de Janeiro steht dem Projekt positiv gegenüber und hat nach diversen Besuchen im Ausbildungscenter, 2 Schweissmaschinen und ein Computer zur Verfügung gestellt.
Im November 2002 hatten wir die Möglichkeit unseren Maschinenpark um ein paar Maschinen aus der Schweiz aufzustocken. Unter anderem haben wir nun einen kleinen Drehbank, eine Blechwalze, eine zusätzliche Schweissmaschine und eine grosse Ständerschleifmaschine. Ende 2002 wurde die neue Halle für die Mechanikerausbildung aufgerichtet.
Das ganze Jahr 2003 wurde zwischen den Kursen die zweite Halle fertiggebaut und die Luft und Strominstallationen montiert. Ende Jahr bekamen wir die bestellten Drehbänke und eine Bandsäge geliefert.
2004, fünf Jahre nach dem Start des Ausbildungscenters wurde das Projekt um die Mechanikerausbildung erweitert. Für diese Kurse konnte ich einen wirklich fähigen brasilianischen Lehrer finden. Er versteht sein Handwerk und kann auch gut mit den Jugendlichen umgehen. Auch die Schlosserei wurde erweitert, es stehen nun elf Schweissplätze zur Verfügung. In der Mechanikerabteilung wurde ende Dezember die Anzahl der Drehbänke um Zwei auf sechs Drehbänke erhöht.
Im Frühling 2005 konnten wir den neu erstellten Theorieraum in Betrieb nehmen. So kamen wir unserer Vorstellung einer optimalen Ausbildung wieder einen Schritt näher. Im November wurde von der Brasilianischen Regierung die landesweite Anerkennung unseres Ausbildungscenters ausgestellt.
2006.Während den Monaten Dezember und Februar wurden in der Schweisserhalle zusätzliche Löcher für Fenster herausgebrochen und die Übungsplätze weiter ausgebaut. Für die dritte Berufsart die im Ausbildungscenter in Zukunft angeboten wird, wurden die ersten Maschinen angeschafft.
Ende 2007 begann der Bau der dritten Halle die wir anlässlich unserer zehn jährigen Jubiläums im April 2009 einweihten.
Anfang 2010 führten wir den ersten Schlosserkurs durch. Somit bieten wir nun drei verschiedene Berufe die erlernt werden können an. Schweisser, Dreher und neu Schlosser.
Mit dem Kauf einer neuen CNC Drehmaschine im Jahre 2012 wurde die Dreherausbildung um die Schulung an computergesteuerten Maschinen erweitert.
2012 begannen wir mit dem Bau der vierten Halle. Dieses Gebäude wurde direkt an die bestehende Schlosserhalle angebaut.
2016. Ankunft unseres Containers aus der Schweiz mit Maschinen, Geräten, Werkzeug und vielem mehr.
2017. Inbetriebnahme der neuen CNC Fräsmaschine
2017 wurde der Dreherkurs mit der Fräserausbildung erweitert. Für diesen Kurs stehen den Schülern eine Bohrfräsmaschine, zwei Fräsmaschinen und eine CNC Fräse zu Verfügung.
Wir hoffen, dass wir den Jungen eine Chance geben können ihr Potential auszuschöpfen. Sicherlich am Schluss ist es jedem Einzelnen selbst überlassen was er aus seinem Leben machen will. Wenn jemand jedoch gewillt ist etwas zu lernen sollte er auch die Möglichkeit haben, egal ob arm oder reich.
Um das Regionale Gewerbe nicht zu konkurrenzieren werden zurzeit in der Ausbildungswerkstätte im Normalfall nur Übungsstücke hergestellt. Somit bleiben, zum einen benötigte Einnahmen aus, zum anderen können die ortsansässigen Gewerbetreibenden weiter existieren. Dies ist ein Kompromiss den wir dank Schweizer Spenden eingehen können.
Dank diversen Zeitungsberichten stieg das Interesse an meinem Projekt, dies wirkte sich erfreulicher Weise auch auf die Spendeneinnahmen aus. Viele Spender erzählten es auch weiter und somit nahm die Anzahl der Leute die das Ausbildungscenter unterstützen stetig zu. Auch Schweizer Stiftungen unterstützen das Ausbildungscenter.
Alle Spender erhalten jährlich den Jahresbericht und das provisorische Budget für das folgende Jahr. Ich bin jedes Jahr für ca. vier Wochen in der Schweiz und versuche möglichst viele Spender persönlich zu treffen und Sie über den neuesten Stand der Dinge zu informieren. Natürlich freuen wir uns auch immer, wenn uns Jemand in Rio das Ostras besucht und sich vor Ort ein Bild über das Ausbildungscenter macht. Der in Rio wohnende Schweizer Konsul besucht uns regelmässig und ist bestens über unser Hilfsprojekt informiert.
Zum Schluss möchten wir uns nochmals bei allen Spendern und Stiftungen ganz herzlich für Ihre Unterstützung bedanken.
Wir hoffen, dass Sie auch so viel Freude an den gemeinsam erreichten Erfolgen haben wie wir. Es ist noch nicht alles erreicht aber wir sind auf dem besten Weg und zuversichtlich mit unserem Einsatz Gutes zu tun.