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Abstract
- Welche Selbstrepräsentationen entwickeln Inderinnen und Inder der zweiten Generation in der Schweiz angesichts ihrer translokalen Erfahrungen?
Als Akteure mit mehreren kulturellen Referenzrahmen und innerhalb translokaler Netzwerke müssen sich Inderinnen und Inder der "zweiten Generation" in der Schweiz gegenüber unterschiedlichen – oft widersprüchlichen – dominanten Konstruktionen von Identität und Alterität positionieren. In der Schweiz stehen sie Assimilations-, resp. Multikulturalismusforderungen des dominanten Diskurses sowie Erwartungen ihrer Eltern und der diasporischen Gemeinschaft gegenüber, spezifischen Vorstellungen von "Indianness" zu entsprechen. In Indien müssen sie in der Interaktion mit ihren Verwandten und Bekannten, resp. in der Öffentlichkeit ihre Rolle als NRI ("non-resident Indian") im (post-)kolonialen Spannungsfeld Indien/Westen gestalten. Hintergrund dieser Prozesse sind die zunehmende Präsenz und Kommodifizierung von "Indianness" in der schweizerischen Öffentlichkeit (Bollywood, Yoga, IT, etc.) sowie die Rekonfiguration "indischer Moderne(n)" seit der Liberalisierung der Märkte in den 1990ern und der Propagierung der indischen Nation als "global Indian family" im Rahmen indischer Diasporapolitik. Ziel dieses Dissertationsprojektes ist es zu eruieren, welche Subjektivierungsprozesse Inderinnen und Inder der "zweiten Generation" aus der Schweiz im Kontext kultureller Globalisierung erfahren. Für die Beantwortung dieser Fragestellung werden diskursive, biographische und ethnographische Methoden herangezogen.
Ausführliche Projektbeschreibung (PDF, 175 KB)