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Goethe schreibt in seiner Farbenlehre, es gebe «keinen Anblick, der unser Auge so frappiert und unser Gemüth so verstört wie die Verbindung der beiden sekundären Farben Violett und Grün, in der sich Sinnlichkeit und Phantasie wunderlich mischen», und wer würde sich anmassen, damit rechten zu wollen, so dass also frappierte Augen und verstörte Gemüter zuhauf durch die Halle irrten, nachdem sie C. und D. in ihren respektiven Trikots nebeneinander im selben Team hatten auflaufen sehen, und ergänzt durch die in Rot gekleideten Sä. und M. erhält Team 1 deshalb den erstmals ausgesetzten, künftig wohl eher unregelmässig verliehenen Prix Haute Couture zugesprochen. Eine lobende Erwähnung geht an P. und Adr. für ihre knallgelbe Bekleidung.
Nach seinem durchzogenen Debüt von letzter Woche gelangen St. kurz nach Anstoss die ersten Tore, eines davon dank hartnäckigem vierfachem Nachsetzen; worauf die Mächte, die da walten, das Spiel noch nicht offiziell für begonnen erklärten, so dass die beiden Tore unfairerweise nicht in die offizielle Statistik Eingang finden werden. Sil. hatte in seinem Kommentar zum letzten Matchbericht profunde taktische Fragen aufgeworfen, inwiefern die Eindämmung neuer und eher unbeabsichtigt eingeführter Offensivwaffen durch Dreierteams befördert werden würde, und anfänglich schien dies auch einzutreffen; doch nach kurzer Kulturkampfdiskussion wurde beschlossen, von Dreierteams mit Auswechselspieler wieder zu Viererteams zurückzukehren, wobei die solcherart praktizierte Basisdemokratie – wie meist – nicht unumstritten blieb.
Nach dem ersten 0:0-Unentschieden rollte eine eher unerwartete Torflut heran, mit einem 4:0 und drei 3:0-Siegen; deswegen auf unterschiedlich stark zusammengesetzte Mannschaften schliessen zu wollen, wäre aber ein gelindes Unrecht, denn auf ein klares 4:0 konnte im folgenden Spiel zwischen den gleichen Teams ein 1:2 folgen, oder auf ein vermeintlich einseitiges 3:0 ein hart umkämpftes 0:0. (In Klammern sei ohne irgendwelche persönliche Bevorzugung im reinen Interesse objektiver Berichterstattung darauf hingewiesen, dass St. sein Torkonto im Verlauf des Abends mit insgesamt drei Treffern eröffnete.) Über den ganzen Abend gesehen erwiesen sich A., Sil., T. und Adr2 als kampfstärkstes und erfolgreichstes Team, weshalb sie den Preis Streber der ersten Kategorie, mit Lorbeerzweig erhalten.
Um das so genannte Finalspiel, vor gelichteten Zuschauerreihen ausgetragen, rankten sich schon bald sagenhafte Gerüchte und kaum glaubliche Erzählungen, wonach T. nicht weniger als SECHS Tore erzielt habe, und selbst wenn wir im gegenwärtigen postfaktischen Zeitalter die Hälfte davon abziehen, so wären DREI Tore erstaunlich genug, da er im nachträglichen Live-Interview an der Seitenlinie eingestand, in einem Finalspiel (oder gar in seiner ganzen Karriere?) noch nie einen Hattrick erzielt zu haben, so dass ihm also der Premio se non è vero … verliehen wird.
Ausgehend von trilateralen Diskussionen unter der Dusche über die allfällig möglichen Regelauslegungen bei einer als Foul gegebenen Intervention gegenüber F. erhält dieser aufgrund seiner ebenso kühlen wie unvoreingenommenen Einschätzung den künftig wohl kaum mehr verliehenen Fairnesspreis.
Die weiteren Preisgewinner sind:
C.: Premio voz robusto für die unmissverständlichsten taktischen Anweisungen
D.: Prix Fantasio für die imaginativsten Flügelläufe
Sä.: Thors Hammer-Preis für den härtesten Schuss (ungeachtet der Zielgenauigkeit)
M.: Premio Catenaccio für das beste Abschirmen des Balls mittels aller erdenklicher Körperteile (vormals Prix Czech)
Sil.: Prix Surprise für den nonchalantesten erfolgreichen Freistoss, Torwart und Schützen gleichermassen überraschend
A.: Premi puzzo für die abgeklärteste Angriffsauslösung
Adr2: Prix Souplesse für die kontrollierteste Ballführung auf engstem Raum
P.: Premio Libero für die beste (und zweitbeste) Klärung auf der Torlinie
Adr.: Prix Finesse für den subtilsten Absatztrick
St. aber sprechen wir den Man Booker Prize für die malerischste Schürfwunde am rechten Schienbein zu.