Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/1160

Wie finde ich das passende Objektiv für meine DSLR?
Für gelungene Bilder ist ein gutes Objektiv unabdingbar. Das Objektiv bestimmt auch die Qualität und den Look der Bilder. Es ist das lichtsammelnde optische System der Kamera, das ein genaues Abbild eines Motivs erzeugt. Für die Auswahl des passenden Objektivs gibt es neben dem Einsatzzweck zwei Hauptkriterien, auf die man beim Kauf achten sollte: die Brennweite und die Blende.
Grit Hiersemann (Berufsfotografin aus Jena/Deutschland) rät: «Schon bei der Auswahl der Spiegelreflexkamera ist darauf zu achten, für welche Marke man sich entscheidet. Während bei Nikon die wesentliche Technik eher im Gehäuse verbaut ist, befindet sich diese beispielsweise bei Canon im Objektiv. Auch ist darauf zu achten, dass nicht jedes Objektiv auf jede Kamera passt, da es markenabhängige Anschlüsse gibt.»
Zwei Hauptkriterien zur Auswahl des passenden Objektivs
Die Blende
Mit Hilfe der Blende, über die sich die Weite des Objektives regeln lässt, wird die Lichtmenge bestimmt, die durch die Öffnung auf die Linse fallen soll.
Das Verhältnis von Brennweite zur Blendenöffnungsweite wird als Blendenwert bezeichnet, welche entweder durch 1/x oder f/x gekennzeichnet ist. Je grösser die Zahl x unter dem Bruchstrich, desto weniger Licht fällt durch die Blende auf den Sensor. Oft wird hier auch von einer geschlossenen Blende gesprochen. Ist der Wert «x» unter dem Bruchstrich klein, ist von einem grossen Blendenwert die Rede. In diesem Fall ist die Blende geöffnet, wodurch viel Licht auf den Sensor der Kamera fallen kann.
Neben dem Blendenwert wird auch oft von der Begriff Blendenzahl verwendet. Die Blendenzahl ist der alleinstehende Wert «x» ohne den Bruchstrich. Wird die Bezeichnung Blendenzahl verwendet, kehrt sich die bisher genannte Regel um. Bei einer geschlossenen Blende wird von einer grossen und bei einer geöffneten Blende von einer kleinen Blendenzahl gesprochen.
Die Blende reguliert nicht nur die Menge des Lichts, das auf den Sensor fällt, sondern auch die Grösse des scharfen Bereichs eines Bildes. Bei einem grossen Blendenwert, wie beispielweise f/1.8, ist der scharfe Bereich klein und es entsteht viel Hintergrundunschärfe. Soll eine Aufnahme ganzheitlich scharf abgebildet werden, wird ein kleiner Blendenwert von beispielsweise f/16 und kleiner benötigt.
Wird die maximale Öffnung eines Objektivs mit der Brennweite ins Verhältnis gesetzt, erhält man die Lichtstärke eines Objektivs, welche ebenfalls ein Qualitätsmerkmal für ein Objektiv darstellt.
Fünf Arten von Kameraobjektiven
Makroobjektiv für gelungene Nahaufnahmen
Möchte man Essen, Blumen, kleine Tiere oder Insekten fotografieren, so eignet sich ein Makroobjektiv. Durch einen Abbildungsmassstab von 1:2 oder 1:1 sind faszinierende Nahaufnahmen möglich. Auch wenn Makroobjektive im Vergleich ein wenig schwerer sind, sei jedem Naturfotografen ein solches Objektiv zu empfehlen. Schliesslich heisst es, wer einmal mit einem Makroobjektiv fotografiert hat, dem fällt es schwer dies nicht mehr zu tun.
Wer nur selten Makrofotografien macht, braucht sich kein teures Extraobjektiv anschaffen, denn mit einer Nahlinse bzw. einem Umkehr- oder Zwischenring lässt sich das Standardobjektiv für Makroaufnahmen tunen.
Grit Hiersemann rät: «Wer ein bisschen Geld sparen will und für die Aufnahme einer Ameise oder Biene auf einer Blüte kein teures Makroobjektiv kaufen möchte, kann Zwischenringe benutzen. Ein Dreier-Set bekommt man bereits für einen kleinen preislichen Aufwand im Vergleich zur Wirkung. Diese werden einfach zwischen das Objektive und die Kamera geschraubt und erzielt damit nahezu denselben Effekt wie mit einem Makroobjektiv.»
Standardobjektiv
Ein Standardobjektiv ist ein optimales Starter-Objektiv mit allen wichtigen Brennweiten für die meisten Einsatzzwecke. Die meisten haben eine Blende, die sich stufenlos durch Blendenring und Fokusring einstellen lässt, wodurch diverse Schärfeeinstellungen möglich sind. Ob Fotos in der Natur oder auf Reisen, durch eine weit rangierte Brennweite von 18-55 mm und dem Zuspiel des Sensors und der Sammellinse, ist ein Standardobjektiv für die meisten Einsatzzwecke flexibel einsetzbar. Sicher verstaut lässt sich das Objektiv leicht überall mithinnehmen und im passenden Moment ist es schnell gezückt.
- Brennweite: 18-55 mm
- Geeignet für: alltägliche Situationen, Naturfotografie, Reisefotografie
Pro: Die Objektive sind leicht zu transportieren, für nahezu alle Motive geeignet und bieten sehr flexible Einstellungsmöglichkeiten.
Kontra: Keine Nahaufnahmen aus einer weiten Entfernung möglich.
Festbrennweiten als Portraitobjektiv
Portraitobjektive haben meist eine feste Brennweite, wodurch eine Bildverzerrung, die bei manch anderen Objektiven den Vorteil darstellt, hier aber nicht erwünscht ist, ausgeschlossen wird. Durch die feste Brennweite ändert sich der Bildausschnitt allein durch die Entfernung zwischen Objektiv und Motiv. Der scharfe Bereich des Bildes wird auch hier durch die Öffnung der Blende bestimmt. Festbrennweiten können durch ihre Bauweise oft mit grösseren Blendenwerten punkten, wodurch diese meist lichtstärker sind.
Zudem ist ein solches Objektiv meist preisgünstiger, lichtstärker und liefert besonders scharfe Bilder. So kann beispielsweise für eine Kamera mit Crop-Faktor von 1,5 bzw. 1,6 ein 50 mm Objektiv für die meisten Bereiche als «Allrounder» verwendet werden, da es keine bildspezifische Verzerrung beinhaltet. Auch 80 – 85 mm Festbrennweitenobjektive sind in der Portraitfotografie beliebt. Für Vollformatkameras ist eine Festbrennweite von 70 – 105 mm empfehlenswert.
- Brennweite: zwischen 50 und 105 mm
- Geeignet für: Portraitfotografie
Pro: Die Aufnahme brillanter, scharfer Bilder.
Kontra: Sind durch die fehlende Zoomfunktion sehr unflexibel in ihrem Einsatz.
Teleobjektiv
Je grösser die Brennweite eines Objektivs, umso stärker ist die mögliche Vergrösserung des abzulichtenden Objektes. Genau dies ist der Zweck des Teleobjektivs. Mit seiner hohen Brennweite und der geringen Tiefenschärfe sind weit entferne Objekte wie zum Beispiel beim Sport oder in der Natur sehr gut zu erfassen. Es gelingen damit präzise definierte Bildausschnitte und eine hohe Bildqualität trotz weiter Entfernung.
- Brennweite: 150 - 1300 mm
- Schärfentiefe: geringe Schärfentiefe
- Geeignet für: Sportfotografie, Konzertfotografie, Naturfotografie, Reisefotografie
Tipps: Durch ein Stativ wird der Bildausschnitt ruhig gehalten und ermöglicht so ein scharfes Ergebnis.
Pro: Bietet eine herausragende Überwindung von Entfernungen zum fotografierenden Motiv.
Kontra: Sind durch ihre Grösse relativ unhandlich und schwer.
Ein abschliessender Tipp von Grit Hiersemann: «Was ich dem ein oder andern ans Herz legen würde: Kauft euch auf jeden Fall eine Fototasche. Ich sehe immer wieder Leute im Urlaub, die haben ihre Kamera am Strand umhängen, nicht mal ein Objektivdeckel vorne drauf und jeder kann die Kamera sehen. Die Kamera muss eingepackt werden, sonst kann der Sensor schnell verdrecken und es ist richtig teuer eine Sensorreinig machen zu lassen. Das kann man sich ersparen, wenn man sorgfältig mit seinem Equipment umgeht.»