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Schweizer Illustrierte: Welches Gemüse sollte verboten werden?
Rita Fuhrer: Rosenkohl. Den mochte ich noch nie. Wenn er auf dem Teller liegt, verdirbt er alles andere.
Was wären Sie für ein Gemüse?
Keines. Ich fühle mich stärker als ein Gemüse.
Was bekamen Sie als Kind von Ihren Eltern immer zu hören?
Mein Papa sagte oft: «Du lachst wie ein Maienkäfer.» Und ich habe mir dann vorgestellt, wie ein Maienkäfer wohl lachen würde. Ich war ein fröhliches Kind, das gut auf andere zugehen konnte.
Hatten Sie einen Spitznamen?
Nein. Das wollten meine Eltern verhindern. Deshalb haben sie meinem Bruder Erich und mir kurze Namen gegeben. Bei meiner Schwester Bernadette haben sie mit diesem Vorsatz gebrochen. Und prompt wurde sie in der Schule Bernie genannt. Zum Ärger meiner Eltern.
An meiner Wand hing ein lebensgrosses Poster von Roy Black.
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Ja. Ich sage immer: Was man essen kann, wirft man nicht fort. Das lehrte ich auch meine Söhne. Sie mussten zwar nicht alles aufessen, dafür wärmte ich am nächsten Tag die Reste auf. Wir nannten das Wunschkonzert. Jeder durfte etwas auswählen, schon waren die Reste gegessen.
Als Sie 16 waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Ich habe das Zimmer mit meiner Schwester geteilt. An meiner Wand hing ein lebensgrosses Poster von Roy Black. Das habe ich in Stücken aus der «Bravo» ausgeschnitten und zusammengeklebt. Daneben hingen Bilder von Balletttänzer Rudolf Nurejew, von meiner Mama mit Bleistift gezeichnet.
Welche Musik und Filme haben Ihr Leben beeinflusst?
Beeinflusst würde ich nicht grad sagen. Aber die Schnulzenmusik hat mich einige Jahre begleitet. Dann habe ich mich weiterentwickelt und wurde Fan der Rolling Stones. Bücher habe ich verschlungen. Etwa Biografien über Frauen wie Mileva Maric, die Frau von Albert Einstein. Sie war eine der ersten Frauen, die Mathematik studierten. Ich bin ja keine Frauenrechtlerin. Aber es interessiert mich, wie diese Frauen gelebt und sich durchgesetzt haben.
Mit einem Zettelchen hat er mich in der Schule gefragt, ob ich mit ihm gehe wolle.
Können Sie sich noch an den ersten Schulschatz erinnern?
O ja, da war in der zweiten oder dritten Klasse. Wilhelm Scruzzi, heute würde man sagen ein Secondo! Mit einem Zettelchen hat er mich in der Schule gefragt, ob ich mit ihm gehe wolle. Und ich habe «ja» angekreuzt. Das war schon alles. Vielleicht bekam ich mal einen Kaugummi.
Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Meine Kinder und mein Mann sind meine Geschenke. Über meinen Mann freue ich mich jeden Tag.
Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Bundesrätin zu werden. Vor 15 Jahren wollte ich das. Doch jetzt ist eine andere Zeit. Obwohl sich in den vergangenen Wochen viele Leute bei mir gemeldet haben und mir sagten: «Rita, mach es doch!»
Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu designen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheit soll er Sie erschaffen?
Gott sei Dank hat er mich nicht perfekt gemacht. Perfekt zu sein, fände ich schwierig.
Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Der kam von meinem Papa. «Du darfst keine dicke Elefantenhaut bekommen. Es gibt aber Tage, da musst du dich gut einölen, weil es hart werden wird.» Diesen Rat habe ich oft angewendet.
Wo tut es Ihnen am Körper weh?
An den Händen. Es ist Arthrose. Ich werde demnächst operiert.
Was haben Sie für ein Hintergrundbild auf dem Handy?
Meinen bald achtjährigen Enkel Laurin in seiner Eishockeymontur.
Sterbehilfe passt nicht zu meiner religiösen Haltung.
Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja. Zuerst hatte ich einen nur für gewisse Organe, seit einem Jahr für alle. Was sie brauchen können, sollen sie nehmen.
Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Nein. Das war auch während meiner Krebskrankheit nie ein Thema. Sterbehilfe passt nicht zu meiner religiösen Haltung.
Welche Eigenschaften möchten Sie Ihren Kindern vererben?
Den Kampfeswillen. Die Fähigkeit, zu sagen: Es kommt gut. Das haben sie zu einem grossen Teil auch mitbekommen.
Welche Pille sollte man erfinden?
Eine Pille gegen Bosheit. Man darf vieles, aber bös sein, das ist schlimm.
Welche Musik sollte an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Wenn ich tot bin, ist die Beerdigung nicht für mich, sondern für die Menschen, die um mich trauern. Mein Mann soll Musik spielen lassen, die ihm guttut. Das habe ich auch extra so ins Testament geschrieben.