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"Tour d'Horizon" – Werke aus der Sammlung migros museum für gegenwartskunst
11.02.2012 Ausstellung in Zürich vom 11. Februar bis 06. Mai 2012
Bild: © Gianni Motti, Moneybox, 2009 (zur Vergrösserung anklickbar)
Nach Sammlungspräsentationen in Vaduz, Kassel und Krems zeigt das migros museum für gegenwartskunst in vier Teilen verschiedene Sammlungswerke, bevor eine weitere Auswahl von Arbeiten nach Bozen reist.
Die Sammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes wurde 1957 mit der Festschreibung der Statuten der Migros und des Migros-Kulturprozent ins Leben gerufen und Ende der 1970er-Jahre mit der Fokussierung auf internationale zeitgenössische Kunst professionalisiert.
Tour d'Horizon gibt einen Einblick in die verschiedenen Jahrzehnte, in denen nach unterschiedlichen Interessen und inhaltlichen Standpunkten gesammelt wurde, verweist aber auch auf spezifische Aspekte und Problematiken des Sammelns.
Im Fokus steht die Präsentation exemplarischer Werke, die noch nie oder schon länger nicht mehr dem Publikum gezeigt wurden. Begleitet wird die sich an einer Chronologie der Ankaufsjahre orientierende Ausstellung durch ein Rahmenprogramm, das sich verschiedenen Fragestellungen des Sammelns und der Geschichte der Sammlung zuwendet.
Während sich Ankäufe in den 1970er-Jahren auf Minimal Art, deutsche Malerei und wichtige Schweizer Positionen konzentrierten, wurde der Schwerpunkt in den letzten zwei Jahrzehnten auf die zeitgenössische Kunst (Maurizio Cattelan, Spartacus Chetwynd, Christoph Büchel, Urs Fischer, Douglas Gordon, Rachel Harrison, Mark Leckey, Henrik Olesen, Rirkrit Tiravanija, Tatiana Trouvé, Christoph Schlingensief, Cathy Wilkes u. a.) und ihre wichtigen Vorläufer (Marc Camille Chaimowicz, Stephen Willats, Katharina Sieverding, Paul Thek u. a.) gelegt.
Die Verantwortung für die Sammlungstätigkeit oblag im Laufe der Zeit verschiedenen Protagonisten: Urs Raussmüller (1978-1985), Jacqueline Burckhardt (1986-1990) und Rein Wolfs (1991-2001), der 1996 das Museum gründen konnte.
Seit 2002 ist Heike Munder Direktorin des Museums und somit auch für die Ankäufe verantwortlich. Die jüngeren Erwerbungen für die Sammlung ergaben sich meist aus den Werksproduktionen für Ausstellungen. So konnten über die Jahrzehnte verschiedene grosse installative Werke angekauft und die Ausstellungstätigkeit eng mit der Sammlungstätigkeit verknüpft werden.
Mit dem Sammeln zeitgenössischer Kunst wird stetig sowohl ein Geschichtsverständnis als auch ein Gegenwartsbegriff reflektiert. Gleichzeitig nimmt aber eine Sammlung auch den Blick in die Zukunft vorweg - denn durch den Akt des Sammelns und Bewahrens bildet sich eine Narration, die einen Kanon formt.
Einen aktuellen Werkbegriff berücksichtigend, zeichnet sich eine institutionelle Sammlung durch ihre Dynamik aus und ist nicht ein statischer Ort der Bewahrung.
Dieses Ausstellungsprojekt soll spezifischen Aspekten im Hinblick auf die komplexe Zeitlichkeit nachgehen, aber auch die Beweglichkeit der Prozesse des Sammelns aufzeigen.
Tour d'Horizon vermittelt einen Einblick in Praktiken und Paradigmen des Sammelns, wie sie vom Migros-Genossenschafts-Bund in den letzten dreissig Jahren betrieben wurden, und befragt den aktuellen Status quo.
Gleichermassen bildet die Ausstellung eine Verbindung zum Projekt «Sammlung auf Reisen», das die Interimszeit im temporären Ausstellungsraum Hubertus Exhibitions begleitete.
Die drei Ausstellungen im Kunstmuseum Liechtenstein, der Kunsthalle Fridericianum Kassel und der Kunsthalle Krems sowie die noch bevorstehenden im Museion Bolzano und dem Musée Rath in Genf haben neue Perspektiven auf Bekanntes und Bewährtes eröffnet, aber auch weniger bekannte Werke ins Zentrum gerückt.
Die vier Teile des Ausstellungsprojekts legen einerseits eine Entwicklung offen und zeigen inhaltliche Schwerpunkte aus den verschiedenen Jahrzehnten der Sammlung - andererseits verdeutlichen sich in diesen zentrale Herausforderungen des Sammelns, die ebenfalls im Rahmenprogramm vertieft werden sollen.
mkp
Kontakt:
Sammlungskonservatorin und Ausstellungskuratorin
Judith Welter
migros museum für gegenwartskunst, Postfach 1766, CH-8031 Zürich
T +41 44 277 20 50
F +41 44 277 62 86