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Geschichte der Eisenbahnregion Koblenz
|1847||Eröffnung der Spanisch - Brötli - Bahn von Zürich nach Baden|
|1856||Streckenverlängerung bis Brugg|
|1859||Eröffnung der Strecke Turgi - Koblenz - Waldshut|
Damit wurde Turgi zum Abzweige- und Inselbahnhof (Umbau 1994) und Koblenz zum Grenzbahnhof. Über die imposante Rheinbrücke wurde die erste internationale Schienenverbindung zwischen der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die nächste Eisenbahnbrücke über den Rhein lag damals rheinabwärts etwa 600 km weiter in Köln, die Basler Verbindungsbahn kam erst 1873 in Betrieb. Rheinaufwärts befand sich zu diesem Zeitpunkt die nächste Eisenbahnbrücke in Neuhausen am Rheinfall.
Die Nordostbahn suchte damals den Weg nach Deutschland zum Anschluss an die rechts des Rheins heranführende «GROSSHERZOGLICH BADISCHE STAATSEISENBAHN». Die trotz teilweisem Rückbau immer noch grossflächigen Gleis-, Güter- und Lagerhausanlagen in Waldshut beweisen, dass hier einst ein reger Import- und Export-Handel stattgefunden hat. Heute noch beweist Koblenz seine Funktion als wichtige Drehscheibe: Jede halbe Stunde treffen sich hier die Regionalzüge von Baden, Zurzach und Waldshut und ermöglichen ein gegenseitiges Umsteigen mit ausgezeichneten Anschlüssen.
Der Grenzbahnhof Koblenz erhielt 1876 seine erste Erweiterung, als die Strecke von Winterthur über Bülach eröffnet wurde. 1892 wurde die Fortsetzung bis Stein-Säckingen fertiggestellt. Koblenz wurde damit vollends zum Knotenpunkt mit vier Strecken. Aus dieser Zeit stammen auch die Gleis- und Depotanlagen. Im Lokomotivdepot mit fünf gedeckten und zwei Nebengleisen wurden auch Ruhezimmer für Übernachtungen des Personals erstellt. Zeitweise waren hier Lokomotivführer aus Zürich, Bülach und Brugg untergebracht. Sie hatten am Abend den letzten und am Morgen wieder den ersten Zug zu bedienen. Relativ spät und unter dem Druck der Kohlennot wurden die Strecken rund um Koblenz elektrifiziert: Richtung Turgi und Stein-Säckingen 1944, Richtung Zurzach - Eglisau 1945. Die Elektrifizierung Richtung Waldshut erfolgte 1998 im Zusammenhang mit der Einführung von direkten Zügen Baden - Waldshut.
Der zum damaligen Dampfbetrieb passende Wasserkran ist vor einigen Jahren abgebrochen worden. Die Lokomotivremise in Koblenz hat ihre historische Bedeutung auch im und nach dem zweiten Weltkrieg nicht verloren. Sie wurde weiterhin zur Remisierung von Dampflokomotiven genutzt.
Das Bahnhofgebäude Koblenz stammt ebenfalls aus der Zeit der Eröffnung der Bahnlinie 1859 und ist dem Normtyp der damaligen Nordostbahn zuzuordnen. Ähnliche Typen wurden damals auch in Döttingen, Siggenthal, Rupperswil und Wildegg gebaut. Mit Rücksicht auf den zu erwartenden internationalen Transitverkehr hat die Nordostbahn bereits 1859 vorsorglich das Trasse samt Brücken und Tunnel für eine spätere Doppelspur vorbereitet. Sogar die Eisenträger im Mittelteil der Rheinbrücke könnten in diesem Sinne erweitert werden. Während dem zweiten Weltkrieg war die Brücke gesperrt und durch Schildwachen auf der Brücke und Bunkerstellungen oberhalb des Koblenzer Tunnels gesichert.
Der letzte in Waldshut bereit stehende Getreidezug konnte nur noch dank Bestechung mittels Schweizer Zigarren abgefertigt und über die Brücke in die Schweiz geführt werden. Anschliessend verhinderte eine Entgleisungsweiche weitere Fahrten über die Grenze.
Noch heute beweist Koblenz seine Funktion als wichtige Drehscheibe: Halbstündlich treffen sich hier die Regionalzüge von Baden, Zurzach und Waldshut und ermöglichen Umsteigeverbindungen mit ausgezeichneten Anschlüssen.
Grafik: Archiv SBB Historic