Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03355.jsonl.gz/439

Albert Schudel-Feybli war Inhaber einer Druckerei und eines Verlags in Riehen. Er prägte das Gemeindeleben sowohl als Verleger und Chefredaktor der ‹Riehener Zeitung› als auch durch sein politisches und soziales Engagement.
Sohn des Albert Schudel und der Barbara Christine Philippine, geborene Bleiker. Erste Heirat 1938 mit Anna Elisabeth Baumann († 1942). Zwei Söhne, eine Tochter. Zweite Heirat 1943 mit Adelaide Emilie (Heidi) Feybli. Zwei Söhne, eine Tochter.
Albert Schudel kam am 14. Juli 1910 zur Welt. Er wuchs mit vier Brüdern und einer Schwester in Riehen auf. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Setzer und Drucker, die er mit einem Diplom am Buchdrucker-Technikum in Leipzig (D) abschloss.
1933 trat Albert Schudel in den Betrieb seines Vaters Albert Schudel-Bleiker ein. Die Firma an der Schmiedgasse 9–11 bestand aus einer Buchbinderei, einer Papeterie sowie einer Druckerei. In letzterer wurde die ‹Riehener Zeitung› gedruckt, die ebenfalls zum Familienunternehmen gehörte und die Schudel in den 1930er-Jahre redigierte. Zum Jahreswechsel 1938/39 wurde er Partner in der väterlichen Unternehmung. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1941 die Leitung der Druckerei samt Verlag, die fortan ‹A. Schudel & Co› hiess. Die Buchhandlung und die Buchbinderei übernahm sein Bruder Theo . Als Chefredaktor schrieb Schudel auch selbst Artikel in der hauseigenen Zeitung. Während des Zweiten Weltkriegs berichtete er kritisch über das NS-Regime in Deutschland, was ihm Probleme mit der Schweizer Zensurbehörde einbrachte.
Nach dem Krieg engagierte sich der seit 1943 verheiratete Schudel-Feybli auf lokalpolitischer Ebene. Er war 1945 Mitbegründer der Vereinigung Evangelischer Wähler (heute: EVP) und sass für diese während 13 Jahren im Weiteren Gemeinderat, dem heutigen Einwohnerrat von Riehen.
Zudem war er im Kirchenvorstand Riehen-Bettingen und in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen aktiv. Seit seiner Jugend gehörte er dem CVJM an und übernahm dort verschiedene Ämter.
Neben der beruflichen Tätigkeit war Schudel-Feybli auf Verbandsebene engagiert. Er gehörte zu den Gründern der Arbeitsgemeinschaft Regional- und Lokalpresse und war als Prüfungsexperte für Schriftsetzerlehrlinge tätig. 1975 übergab Schudel-Feybli die operative Leitung des Familienbetriebs seinem Sohn Christoph. 1992 trat er endgültig aus dem Unternehmen aus.
Albert Schudel-Feybli starb am 13. August 2003 in Riehen.
Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 4.5.2023
Schmid-Cadalbert, Christian: 75 Jahre Dorfzeitung. Tradition als Verpflichtung. In: Jahrbuch z’Rieche 1997. S. 94–103.
Soiron, Rolf: Schweizerkreuz und Christenkreuz. Zur Haltung der «Riehener Zeitung» im Zweiten Weltkrieg. In: Jahrbuch z’Rieche 1978. S. 29–45.
Meyrat, Sibylle: Kulturelle Vielfalt. In: Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 272–299, hier S. 292.