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Alles Geld in einen Topf
Von der Betriebswirtschaft zur Planetarwirtschaft
Wo, aus welchen Rohstoffen und zu was für einem Zweck Waren auch produziert und transportiert werden, alle Wirtschaft und aller Handel der nachkapitalistischen Zukunft sind drei Grundprinzipien unterworfen: der Sozialverträglichkeit, der Globalverträglichkeit und der Zukunftsverträglichkeit.
Sozialverträglichkeit bedeutet, dass jegliches wirtschaftliches Planen und Handeln den Bedürfnissen der Menschen dienen muss und nicht dazu, Macht und Besitztum Einzelner auf Kosten anderer anzuhäufen.
Globalverträglichkeit bedeutet, dass ein jedes Produkt, das an einem bestimmten Punkt der Erde für eine bestimmte Gruppe von Menschen hergestellt wird, ebenso an beliebig vielen weiteren Punkten der Erde für beliebig viele weitere Gruppen von Menschen hergestellt werden kann, ohne dass dadurch für irgendwen ein Schaden entstehen würde, die Produktionskosten nicht mehr gedeckt werden könnten, die notwendige Arbeitsleistung nicht vorhanden wäre oder der gebrauchte Rohstoff bzw. die benötigte Landfläche übernützt würden.
Zukunftsverträglichkeit bedeutet, dass dieses Produkt für sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner der Erde nicht nur hier und jetzt, sondern auch während eines beliebig langen zukünftigen Zeitraums hergestellt werden kann, ohne dass die Lebensgrundlagen und der Vorrat an natürlichen Ressourcen dadurch bedroht oder eingeschränkt würden.
Dies, zusammengefasst, bedeutet: Jegliches wirtschaftliches Planen und Handeln erfolgt im Rahmen eines „betriebswirtschaftlichen" Denkens, in dem der Betrieb nicht mehr - wie im Kapitalismus - eine einzelne, nach aussen abgegrenzte, eingezäunte, ummauerte Produktionsstätte ist, sondern die ERDE ALS GANZES.
Die Globalisierung der sozialen Gerechtigkeit
Dies wiederum bedingt, dass sich sämtliches Geld in einem einzigen Topf befindet, wodurch sich das Gesamtsystem insgesamt stets im Gleichgewicht hält, so wie ein einziges zusammenhängendes Weltmeer, dessen Oberfläche mit jedem einzelnen Wassertropfen, der hineinfällt, um einen Abermillionstel Millimeter ansteigt, während es sich wiederum mit jedem Wassertropfen, der verdunstet, um einen Abermillionstel Millimeter senkt, wodurch jede noch so kleine Wirkung am einen Ort eine entsprechende, spürbare Auswirkung an einem anderen Ort zur Folge hat, nicht so wie im Kapitalismus, wo in unzähligen Töpfen Geld gesammelt, gehortet, geklaut und gegenseitig versteckt wird, ohne dass irgendjemand auch nur die geringste Chance hätte, die Zusammenhänge zwischen Diebstahl und Armut, Macht und Ohnmacht, Ausbeutung und Bereicherung auf Kosten anderer zu erkennen.
Daraus folgt: In Bezug auf die Produktion und Verteilung von Lebensgütern und Waren aller Art gibt es keine Machtbeziehungen, keine Privilegien, niemand kann andere vom Erwerb von Waren ausschliessen, auf die er selber Anspruch erhebt. ALLE verfügen gemeinsam über ALLES. ALLES gehört ALLEN. ALLES ist gerecht auf ALLE verteilt. Zuerst haben ALLE genug zu essen, ALLE Zugang zu Trinkwasser, ALLE eine medizinische Grundversorgung, ALLE ein Dach über dem Kopf. Erst dann beginnen sie darüber nachzudenken, was sich nun als nächstes, gemeinsam und für ALLE, erwerben könnten. Der Lebensstandard steigt entweder für ALLE, oder er sinkt für ALLE, niemals wird er an einzelnen Orten steigen, weil er anderen sinkt, oder umgekehrt. Der Endzustand einer neuen, zutiefst anderen Art von Globalisierung als jener des Kapitalismus: der Globalisierung der SOZIALEN GERECHTIGKEIT.
Peter Sutter / 2.2.2012