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Heizen mit Kachelöfen
Die Geschichte des Kachelofens geht bis ins Mittelalter zurück. Von Österreich und Bayern aus trat er seinen Siegeszug an – auch in die Schweiz. Heute sind Kachelöfen nicht einfach nur gemütliche Relikte einer vergangenen Zeit im heimischen Wohnzimmer, sie sind auch eine beliebte Variante des Heizens.
(pg) Die Vorläufer der Kachelöfen wurden vor allem im Alpenraum gebaut, damals in Form von eingebauten Backöfen oder überwölbten Herdfeuerungen aus Lehm und Kalk. Später befand sich die Beheizungsseite in der Küche, während der Ofenkörper in der "guten Stube" stand und dort Wärme abgab. Bald erkannte man die gute Wärme-Speicherfähigkeit von Kacheln, und man begann die Öfen damit auszulegen. Allerdings waren die so entstandenen Kachelöfen aufgrund der hohen Preise für die Kacheln dem Adel und den Patriziern vorbehalten. Gesicherte Quellen über Kachelöfen gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Vornehmlich in den nördlichen Ostalpen, dem Bodenseeraum und entlang der Donau war der Kachelofen als Wärmequelle geschätzt. Er verbreitete sich in die deutschsprachige Schweiz und ins Südtirol, gegen Osten bis nach Moskau und westlich bis nach Frankreich. Erst im 18. Jahrhundert wurde begonnen, Kachelöfen an Schornsteine anzuschliessen und die Rauchgase abzuziehen.
Stile und kunstgeschichtliche Entwicklung
Geprägt von den Stilen der Jahrhunderte machte der Kachelofen eine grosse kunstgeschichtliche Entwicklung durch. Öfen wie Kacheln nahmen die unterschiedlichsten Formen an und immer mehr begannen sich die Stile auch zu vermischen. Zwar ist der Klassiker mit grünen Ofenkacheln auch heute noch beliebt, in den letzten Jahrzehnten haben sich Form und Aussehen aber gewandelt. Gegen Ende des letzten Jahrtausends setzte ein Trend zu vielen Stufungen und versetzten Ebenen statt voluminösen Heizkörpern ein, die klassische Ofenkachel wurde teilweise durch verputzte Flächen und Zierelemente abgelöst. Zuletzt ging der Trend hin zu schlichten Anlagen mit klaren Linien und Formen, verputzten Flächen und grossen Sichtscheiben. Grossflächige Keramik wird ebenso verwendet wie Natursteine.
Neubau oder Restaurierung
Dem Charme von Kachelöfen erliegen auch heute viele Menschen. Kachelöfen sind im Trend, da sie alten Häusern ebenso wie modernen Liegenschaften ein einmaliges Ambiente verleihen und die als sehr wohlig empfundene Strahlungswärme langsam und gleichmässig an den Raum abgeben. Die Verkaufsstatistik der letzten 5 Jahre hält daher einen zunehmenden Absatz von Kachelöfen fest.
Liebhaber von Kachelöfen können sich neue Modelle in modernem wie auch im Retrodesign einbauen lassen, Besitzer von antiken Modellen haben ihrerseits die Möglichkeit, ihre Kachelöfen restaurieren lassen. In der Regel ist ein Kachelofen abbaubar und kann an gleicher oder auch an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Die alten Kacheln werden restauriert, während der gesamte Innenausbau mit dem Feuerraum neu erstellt wird.
Das alternative Heizsystem
Einen Teil des neu entfachten Trends haben Kachelöfen zweifellos den hohen Energiekosten zu verdanken. Mit modernster Technik lässt sich ein Kachelofen heute auch zur Zentralheizung für das ganze Haus ausbauen, vor allem in Niedrigenergiehäusern. Als Zweitheizung ist ein Kachelofen geradezu ideal: So beheizt er an kühlen Frühlings- oder Herbsttagen zum Beispiel die Hauptwohnräume und die Hauptheizung braucht nur während der tatsächlich kalten Jahreszeit betrieben zu werden. Mit einem Luftwärmetauscher ausgerüstet ist ein Kachelofen auch ideal als Heizergänzung zum Zentralsystem oder zur Warmwasseraufbereitung. Damals wie heute wird ein Kachelofen vor allem mit Holz befeuert. Es ist darauf zu achten, nur naturbelassenes, trockenes Holz zu verwenden. Nur dann stimmt die Gleichung, dass Holz klimaneutral verbrennt. Immer mehr Verbraucher verwenden neben Holz auch Braunkohlenbriketts.
Die Preisgestaltung von Kachelöfen richtet sich nach den verwendeten Materialien und danach, wie individuell ein Kachelofen geplant, gebaut oder restauriert wird. Weitere Faktoren sind die Anpassung an die jeweilige Wohnraumsituation und ob die Anlage das ganze Haus heizen, ein bestehendes Heizsystem ergänzen oder nur für die lokale kuschelige Wärme sorgen soll.
ImagePoint (foto-begsteiger.com) Artikel drucken