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Eine kleine Zusammenstellung über die Stempelarten (Blaue Titel sind Links zu Bildern)
Absenderfreistempel
Auch Frei-, Franko- oder Firmen-Stempel genannt. Seit 1920 vom Weltpostverein im internationalen Verkehr zugelassen. Um das bei grossem Postanfall zeitraubende Frankieren zu erleichtern, aber auch um Missgriffe in die Portokasse zu verhüten, verwenden immer mehr Firmen eine Frankiermaschine. Diese muss von der Post bewilligt und kontrolliert werden. Der Benutzer kann jeden beliebigen Frankaturbetrag einstellen und direkt auf Umschläge oder Etiketten abdrucken.
Ein Absenderfreistempel besteht in der Regel aus dem Wertefeld, einem mehr oder weniger verziertes Kästchen mit Porto und einem Datumsstempel. Viele Firmenfreistempel weisen noch ein drittes Element auf, nämlich ein Werbefeld, das auf die absendende Firma oder Behörde hinweist.
Die Sammelwürdigkeit dieser Freistempel ist noch nicht überall anerkannt, da das Werbefeld einen privaten Charakter besitzt.
Achteckstempel
In vielen Ländern kam er für die Entwertung von Telegrafen- oder Eisenbahnmarken zum Einsatz.
Dies sind Stempel, die nur kurze Zeit im Einsatz waren. Beispielsweise in Rain war der Stempel nur während eines Jahres im Einsatz. Die Form des Stempels ist weitgehend unabhängig vom Ort.
Automobil-Postbüros werden auf Gesuch hin eingesetzt, wenn bei Grossanlässen Bedürfnis nach postalischen Dienstleistungen besteht. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Veranstaltung eine grosse Besucherzahl erwarten lässt und die Inbetriebnahme eines fahrbaren Büros für die Post wirtschaftlich ist. Der Stempel gibt es in den vier Landessprachen.
Bahnhofstempel
An und für sich eine irreführende Bezeichnung für normale Poststempel eines Postamtes, welches im Bahnhofsgebäude untergebracht ist. Sie weisen daher den Zusatz "Bahnhof" auf.
Solche Stempel sind gleichzusetzen mit den Quartierstempeln. (Siehe dazu auch Links Luzerner Stempel)
Briefe, die in den Zugbriefkasten geworfen oder beim Bahnpostamt aufgegeben werden, erhalten einen besonderen Stempel. Dieser ist in den unterschiedlichsten Formen anzutreffen. Einerseits ist ausser dem Datum an Stelle einer Ortsbezeichnung nur das Wort "Bahnpost" enthalten. Andererseits wird häufig eine Streckenbezeichnung angegeben. Der Stempel kann zusätzlich Angaben über die Fahrtrichtung sowie über die Kursnummer des Zuges aufweisen.
Bandstempel
Gelegentlich werden sie auch Endlosstempel genannt. Es sind sogenannte Handrollstempel oder Maschinenstempel, die abwechselnd in endloser Folge Datumstempel und Flagge mit Linienmuster oder Werbetext aufweisen. Diese Stempel sind für die Entwertung von Briefmarken bei den Sammlern nicht so beliebt. Natürlich keine Regel ohne Ausnahme. Der Werbetext kann zum Beispiel für Motivsammler sehr interessant sein.
Barfrankaturstempel
Für Massensendungen können die Portokosten bar entrichtet werden, ohne dass eine Frankatur aufgeklebt werden muss. Das Postamt benutzt dann besondere Barfrankaturstempel. In der Schweiz verwenden kleinere Postämter zusätzlich zum normalen Ortsdatumstempel den Stempel "P.P." (Port payé). Bei Ämter mit einer Stempelmaschine wird eine entsprechende Flagge P.P. eingesetzt.
Sie werden von dem an Bord eines Schiffes sich befindlichen Postamtes verwendet. Gleichzusetzen sind die Bordpoststempel eines Zeppelins. Der Bordpoststempel trägt in der Regel den Namen des Schiffes oder eine entsprechende Nummer.
Botenstempel
Der Botenstempel ist mit den Routenstempel verwandt. Insgesammt sind 6 Arten dieser Gruppe bekannt. Alle kommen aus dem Kanton Aargau und wurden zwischen 1825 und 1850 eingesetzt.
Am Ausgabetag einer Briefmarke wird meistens ein besonderer Ersttagstempel verwendet. Eine Art Sonderstempel mit oder ohne Illustration. Solche Stempel weisen auf die Briefmarkenausgabe hin und tragen häufig eine Inschrift "Ausgabetag".
In der Armee verfügt fast jede Einheit eine eigene Poststelle. Der Feldpoststempel besitzt meistens kein Datum, dafür meistens die Nummer der Einheit.
Kantonsstempel
In einigen wenigen Kantonen wurden auch Stempel, die den Namen des Kantons tragen verwendet. Es sind die Kantone Aargau, Obwalden, Tessin und das Wallis. Verwendet wurden sie im Zeitbereich 1803-1850.
Kurortstempel
Stempel, die im Zusammenhang mit einem Kurort oder zur köperlichen Erholung stehen. Diese Stempel gehören meiner Ansicht nach zu den Ortswerbestempel. Valens, Andermatt oder Heiligenschwendi gehören in diese Kategorie.
Langstempel
Anderer Name für Stabstempel.
Linearstempel
Anderer Name für Stabstempel.
Maschinenstempel
Er kommt bei der maschinellen Entwertung von Brieffrankaturen zur Anwendung. Die grössere Stempelform soll die Abstempelung der ganzen Frankatur ermöglichen, wenn beispielsweise mehrere Marken dazu verwendet worden sind. Der Lädersammler schätzt Maschinenstempel im allgemeinen nicht besonders. Da sie oft das Markenbild verunstalten und so gestempelte Marken (vorläufig noch) als miderwertig gelten. Für den Motivsammler bieten auch Maschinenstempel viele Möglichkeiten, wenn die Falgge einen Text oder eine Illustation aufweist.
Der Begriff "Flagge" ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Länder auf ihren ersten Stempelmaschinen neben der Krone die Landesflagge mit dem Hoheitszeichen verwendeten.
Wird eine ungenügend frankierte Sendung dem Empfänger zugestellt, muss eine Nachgebühr eingezogen werden. Einige Länder verwenden dazu heute noch spezielle Portomarken (Nachgebührmarke). In der Schweiz können irgendwelche Briefmarken zur Deckung der Nachgebühr verwendet werden. Zur Entwertung dieser Marken wird häufig ein Stempel in Form eines T (Taxe) verwendet.
Damit werden alle postamtlichen Stempel bezeichnet, die nicht zur Markenentwertung dienen. Zum Beispiel Ankunftsstempel oder Hinweisstempel, der auf eine bestimmte Sendungsart (PD Payé destination = Porto bis zum Bestimmungsort bezahlt) oder auf einen Leitweg hinweist.
Das ist ein Handstempel der für eine Ortschaft wirbt. Es gibt in der Schweiz Orte, die dasselbe Stempelbild, aber verschiedene Inschriften führen.
Portofreiheitsstempel
Wie der Name schon sagt, werden sie als Portoersatz eingesetzt.
Postroutenstempel
Das sind sogenannte Routenstempel, eine typisch schweizerische Erscheinung, die in keinem anderen Land anzutreffen ist. Sie wurden als Abgangs-, Hauptstempel verwendet und wurden durch das Sammlungsbüro oder den Boten auf die Korrespondenzen angebracht. Die Routenstempel dienten wie die Ortsstempel der Erhebung der Posttaxen und erleichterten gleichzeitig die Rückgabe, der nicht angenommenen Sendungen. (Siehe auch Botenstempel)
Rosettenstempel
Diese Stempel wurden von den Kantonalposten Zürich und Genf zur Markenentwertung eingesetzt. Der Name kommt vom Aussehen der Stempel.
Sonderstempel
Ein anderer Name dafür ist auch Gelegenheitsstempel. Es gibt sie seit der International Exhibition in London 1862. Es sind dies Stempel zu besonderen Anlässen mit beschränkter Laufzeit. Sie bringen für den Motivsammler oft äusserst interessante Illustrationen.
Stabstempel
Stempel in der Form eines Stabes. Zum Beispiel die in der Vorphilatelie verwendeten Schriftstempel von "Lucerne". Anderer Name Langstempel oder Linearstempel
Stationsstempel
Oft ein Kastenstempel, der normalerweise für die Belange der Eisenbahn verwendet werden. Zu gewissen Zeiten (Sonn- und Feiertage) wird ein Briefkasten am Bahnhofsgebäude geleert. Diese Post wird mit einem solchen Stationsstempel entwertet. (Abbildungen siehe bei Bahnpoststempel)
Tal-, Bezirks- und Regionenstempel
Wie die Routenstempel ist diese Gruppe eine typisch schweizerische Erscheinung. Zur Zeit, als der Verkehr noch wenig entwickelt war, bestanden Poststellen nur an den Hauptstassen. In gewissen Regionen wurde der Postdienst oft durch Bezike, Gemeinden oder anderer Institutionen gesichert. So zum Beispiel findet man Talstempel in bergigen Gengenden. Die meisten Talstempel findet man im Kanton Graubünden. Als Regionenstempel erwähne ich als Beispiel den roten Stabstempel Entlebuch.
Vorphilateliestempel
Das sind Stempel die vor der Briefmarkenverwendung im Gebrauch waren. Da es in der Schweiz am Anfang nur Kantonalmarken gab, sind die letzten Verwendungsdaten sehr unterschiedlich. Als Beispiel: Zürich bis 1843 oder in Luzern endet die Vorphilatelie formell am 2. Mai 1850. Die gleichen Stempel sind aber auch noch später auf Briefen anzutreffen. Bei Luzern gibts eine Übergangszeit von etwa einem Jahr.