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Jedes Jahr erkranken in der Schweiz rund 25 000 Menschen an weissem Hautkrebs. Obwohl dieser Krebs in der Regel keine Lebensbedrohung darstellt, muss er entfernt werden. David Eyer, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie FMH erklärt, weshalb er die Schnellschnitt-Technik empfiehlt und welche Vorteile diese bietet.
Die Ursache von weissem Hautkrebs ist fast immer eine intensive Sonnenbestrahlung über viele Jahre. Häufig erkranken Menschen, die in der Freizeit oder beruflich der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Ein erhöhtes Risiko haben auch Personen, die jahrelang ins Solarium gehen oder chemischen Giftstoffen wie Arsen ausgesetzt sind.
Weisser Hautkrebs führt meist im Gesichtsbereich zu sichtbaren Veränderungen der Haut mit Verhärtungen, Knoten, hartnäckigen Ekzemen, Geschwüren oder narbenähnlichen Veränderungen.
Weisser Hautkrebs, in der Fachsprache «Basaliom» genannt, wächst langsam und bildet keine Metastasen im Körper. Wird dieser Krebs frühzeitig erkannt und entfernt, sind die Heilungschancen sehr gut. Das Problem beim Basaliom ist, dass es oft an ungünstigen Stellen am Körper entsteht; zum Beispiel im Bereich der Nase, Oberlippe, den Augenlidern oder Ohren.
Wächst ein Basaliom über längere Zeit an der Nase oder am Ohr, kann es den darunterliegenden Knorpel schädigen und infiltrieren. Basaliome am Augenlid können auf den Augapfel übergehen. Ist die Stirn betroffen, kann der Tumor in den Schädelknochen infiltrieren.
Im schlimmsten Fall kann weisser Hautkrebs eine grosse und sehr belastende Operation notwendig machen – nämlich die Entfernung des Augapfels oder der Nase. Solche Operationen und darauffolgende plastische Rekonstruktionen sind sehr anspruchsvoll und aufwendig.
Beim Basaliom ist die Dermatochirurgie die Therapie der Wahl. Der Krebs spricht nicht auf eine Chemotherapie und nur schlecht auf eine Bestrahlung an. Im sehr frühen Stadium kann ein oberflächliches Basaliom mit Kälte oder medikamentös durch eine Hautärztin oder einen Hautarzt erfolgreich behandelt werden.
Früher waren für die Entfernung eines Basalioms mindestens zwei Operationen notwendig. Das entfernte Gewebe musste ins externe Labor geschickt werden, wo es durch einen Pathologen untersucht wurde. Fand dieser an den Rändern der Gewebeprobe Krebszellen, musste eine Nachexzision durchgeführt werden. Das Prozedere zog sich oft über Tage oder gar Wochen hin, was für die meist älteren Patient*innen sehr belastend war.
Bei der Schnellschnitt-Technik schneide ich den Tumor heraus, und der Pathologe untersucht das Gewebe direkt im Operationssaal. Nach 20 Minuten weiss ich, ob ich das Basaliom vollständig entfernt habe oder noch nachschneiden muss. Falls Nachschneiden notwendig ist, untersucht der Pathologe auch dieses Gewebe sofort.
Sobald ich weiss, dass der Tumor vollständig entfernt ist, kann ich die Wunde verschliessen. Patient*innen verlassen unsere Klinik also ohne das Risiko, sich einer Folgeoperation unterziehen zu müssen. Das ist für die Betroffenen eine grosse Erleichterung. Zudem spart es Kosten.