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WWW = "Wischi-Waschi-Wetter"
Es ist zwar etwas vermessen, den April bereits nach dem ersten Drittel an seinen „Leistungen“ zu messen. Aber der Blogschreiberin scheint, dass er sich bisher nicht gross ausgetobt hat – weder wetter- noch temperaturmässig. Und auch in der nächsten Woche ist - abgesehen von einem Kaltlufteinbruch am Wochenende - nichts „Besonderes“ auf den Wetterkarten zu sehen. Trotz seiner sprichwörtlichen launischen Natur waren bis jetzt keine starken Ausschläge nach oben oder unten zu erkennen – einmal abgesehen von den starken Schneefällen am 3. und 4. April. Und so ordnet sich auch der Freitag ein in die Reihe der Tage mit einer Art – Tschuldigung Petrus - „Wischi-Waschi-Wetter“. Dies im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen sich der April entweder sehr wechselhaft (2016), teils sehr kalt mit massiven Nachtfrösten (2017) oder sehr sonnig, warm und trocken (2018) etwas profilierter gezeigt hat.
Nahezu unveränderte Wetterlage
Im Vergleich zum Vortag veränderte sich an der Wetterlage nicht viel. Die Bodendruckkarte zeigte heute ein ähnliches Bild wie gestern mit einem Bodenhoch über Skandinavien und einem Tief über dem Mittelmeerraum – dazwischen die Schweiz in einer Bisenströmung. Die Konstellation mit der Luftmassengrenze über dem Alpenraum ist also ähnlich; das ganze System hat sich lediglich etwas weiter nach Südosten verschoben.
Der Höhenrücken von der Iberischen Halbinsel bis zum Nordmeer sorgte heute über weiten Teilen Westeuropas für mehrheitlich sonnige Verhältnisse – und auch in der nordwestlichen Hälfte der Schweiz für eine weitere Abtrocknung.
Demgegenüber verursachte ein umfangreicher Trog von Nordosteuropa bis ins Mittelmeer mit mehreren Zentren für Bewölkung und Niederschlag, im Mittelmeerraum auch für Gewitter. Diese feuchte und labil geschichtete Luftmasse prägte weiterhin auch das heutige Wetter in den Alpen und auf der Alpensüdseite.
Das Höhentief, welches über Dänemark zu erkennen ist, verschob sich im Tagesverlauf langsam von der Ostsee nach Norddeutschland. Es sorgte auf seiner Vorderseite für ausgedehnte tiefe Bewölkung und auch schwache Niederschläge über Norddeutschland und Polen. Es zieht am Samstag nach Nordostfrankreich und wird zunehmend auch bei uns wetterbestimmend.
Dreierlei Besonnungs- bzw. Bewölkungsverhältnisse
Bewölkungsmässig war die Schweiz heute – grob betrachtet - dreigeteilt:
Im Mittelland und Jura dominierte zumindest am Vormittag in weiten Teilen die Sonne. Bereits in der Nacht hatten sich im Mittelland die Hochnebelreste mit der Zufuhr trockenerer Luft aus Norden mehrheitlich aufgelöst, am Jura und im zentralen Mittelland im Laufe des Vormittags. Um die Mittagszeit bildeten sich allerdings mit der Einstrahlung aus der Restfeuchte einige Quellwolken bzw. Stratocumulus-Wolken, etwas ausgeprägter dem Jurasüdfuss entlang. Diese wurden an der Inversion bei anfangs rund 2500 Metern daran gehindert, weiter anzusteigen. Stattdessen breiteten sie sich an der Basis der Inversion aus. Gebietsweise waren sie recht ausgedehnt, sodass die Sonne am Nachmittag gebietsweise nahezu abgedeckt wurde, insbesondere im östlichen Mittelland. Insgesamt resultierten aber doch im Osten rund 6, im Westen 8 bis 10 Sonnenstunden.
In den Voralpen hingegen leistete der Bisenstau ganze Arbeit. Die Bewölkung blieb nahezu ganztags dicht, vor allem am zentralen und östlichen Alpennordhang. Gegen Westen hin vermochten sich die Wolken im Tagesverlauf aufzulockern. Durch das Ausschichten entstanden zwei Wolkenschichten: eine tiefere generell zwischen 1100 und 1700 Metern und eine höhere bei rund 2300 Metern.
Die Alpen und die Südseite verblieben in der feuchtmilden und labil geschichteten Luftmasse. Dort zeigte sich die Bewölkung unterschiedlich, aber abgesehen vom Nordtessin (dank etwas Nordwind) bis ins Puschlav gab es am Vormittag kaum Sonne. Im Mittel- und vor allem im Südtessin startete der Tag zwar eher trüb und im Mendrisiotto zum Teil noch mit vereinzelten Schauern. Im Tagesverlauf entstanden aber grössere Quellwolken mit Lücken dazwischen, sodass der Wettereindruck dennoch nicht unfreundlich war. Zudem blieb es am Nachmittag trocken. Im Wallis lockerte sich zwar die Bewölkung auf, im Rhonetal hielt sich aber ein dichter Dunst. In den meisten Gebieten Graubündens blieb es wolkenverhangen mit einer allmählich auf etwa 3000 Meter ansteigenden Wolkenobergrenze. Ein paar nachmittägliche Aufhellungen verzeichnete insbesondere das Vorderrheintal.
Temperatur und Wind
Mitteleuropa lag heute nach wie vor im Zustrombereich von ursprünglich kontinentaler Polarluft, sodass temperaturmässig keine Höhenflüge zu erwarten waren. Zudem war der Start vor allem im Mittelland und im Jura nach der zunehmend klaren Nacht mit -1 bis +3 Grad und Bodenfrost von -1 bis -3 Grad eher kalt. Dank etwas mehr Einstrahlung als am Vortag kamen aber die Höchstwerte in den meisten Gebieten etwas höher zu liegen und erreichten am Nachmittag im östlichen Mittelland 10 bis 12, im Westen 12 bis 14 Grad. Auch mit der allgemein weniger ausgeprägten und in der zweiten Tageshälfte nachlassenden Bise fühlten sie die Temperaturen etwas weniger frisch an als noch am Donnerstag. Im Süden kletterte das Quecksilber trotz wenig Sonne auf 14 bis 17 Grad.