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In der Mathematik sind die Dinge klar oder zumindest werden sie uns in der Schule klargemacht: Wer eine negative Zahl mit einer negativen Zahl multipliziert, erhält ein positives Ergebnis. Genauso, wer eine negative Zahl von einer anderen Zahl abzieht, zählt im Effekt diese Zahl dazu. Wir lernen diese Regeln wahrscheinlich auch, weil uns die Intuition dazu verleiten könnte, ein anderes Ergebnis zu erwarten.
Im Management gibt es diese "Minus x Minus = Plus" - Gedankenspiele ebenfalls. Sie finden immer wieder mal Eingang in die Medien, auch in die ernst zu nehmenden. Ein Beispiel, das seit einiger Zeit herumgeistert, hat auch die NZZ aufgegriffen. Es geht darum, dass weniger Arbeitszeit pro Tag zu einem auch wirtschaftlich besseren Ergebnis führen kann. Meistens müssen Beispiele aus dem hohen Norden herhalten, weil wir aus irgendwelchen Gründen davon auszugehen scheinen, dass die Skandinavier in dieser Hinsicht schlauer als wir sind.
In den meisten derartigen Fällen zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass zwar die Zufriedenheit der Mitarbeitenden deutlich ansteigt, aber halt eben auch die Kosten.
Ein berühmt gewordenes Beispiel scheint aber zumindest teilweise die aus der Mathematik abgeleitete Regel zu bestätigen: Toyota in Göteborg hat mit dem Wechsel vom Einschichtbetrieb mit 8 Stunden Dauer zum Zweischichtbetrieb mit 2 mal 6 Stunden das Gesamtergebnis steigern können, auch wenn die jeweilige Arbeitszeit nun 2 Stunden kürzer ist. Dahinter stand jedoch eine Kundennachfrage, die übers Ganze gerechnet so stark angestiegen ist, dass unter dem Strich ein Plus übrig blieb.
Das ist - aus einer Geschäftsmodell-Logik heraus betrachtet - ein schönes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, unkonventionelle Ideen bis ans Ende zu verfolgen. Eine Garantie, dass es funktioniert, ist damit zwar nicht verbunden. Allerdings: Manchmal bestätigt eine Ausnahme die Regel.