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Vorwort
K√∂nnte die Schweiz in der gegenw√§rtigen beispiellosen W√§hrungs- und Finanzkrise in Europa durch den erneuten Goldumlauf zur Stabilisierung der W√§hrungen europ√§ischer Staaten eine positive Rolle spielen? Immerhin ist der Schweizer Franken auch bedroht, weil ein Zusammenbruch des Euros die Schweizer Wirtschaft ebenfalls in Mitleidenschaft ziehen w√ľrde. Dazu m√ľsste das Gold als monet√§res Metall wieder eingef√ľhrt werden. Ich werde mich hierzu kurz fassen, denn wenn 300 W√∂rter nicht gen√ľgen, um diese Idee zu vermitteln, w√§ren auch 300‚Äô000 vergebliche M√ľhe.
Die heutige Krise ist eine Schuldenkrise; eine Krise der unkontrollierbaren, exponentiellen Ausweitung der globalen Verschuldung, die im Jahr 1971 durch einen Beschluss Pr√§sident Nixons ihren Anfang nahm. Die Weigerung der USA, ihre internationalen Schulden in Gold zu bedienen, machte damals den Dollar zum ersten Mal seit 37 Jahren uneinl√∂sbar. Die Goldkrise begann im selben Jahr, als Milton Friedman die Idee von Keynes politisch schmackhaft machte, der feste Wechselkurs auf Goldbasis m√ľsse zu Gunsten eines schwankenden Wechselkurses auf Dollar-Basis aufgegeben werden. Die offiziell gewollten variablen Wechselkurse wurden als Deckmantel benutzt, um die betr√ľgerische Abwertung des US-Dollars zu vertuschen. Danach wurde die Beeinflussung von Leistungsbilanzen durch variable Wechselkurse zu einem unverzichtbaren Instrument der Geldpolitik auf internationaler Ebene. Das Stabilisierungsproblem der W√§hrungen wurde durch deren Destabilisierung gel√∂st. Die Tatsache, dass variable Wechselkurse generell nach unten, zur Wertlosigkeit tendieren, wurde ignoriert, aber man braucht nur den Kaufkraftverlust aller W√§hrungen seit 1971 zu verfolgen, um sie festzustellen.
Auf Friedmans Rat machte Nixon aus dem Laster eine Tugend und erhob den betr√ľgerischen Dollar zur Weltw√§hrung. Er tat dies in der irrigen Annahme, dass ein uneinl√∂sbarer Dollar das Gold als ultimativen Schuldenl√∂scher ersetzen k√∂nne. Dies war ein Irrtum, wie sich jetzt herausstellt. M√∂glicherweise war es der gr√∂sste Fehler √ľberhaupt in der Geschichte der Geldwirtschaft. Die Zahlung in US-Dollar l√∂scht keine Schulden, sie werden nur auf die Bank √ľbertragen, auf die der Wechsel gezogen ist. Wird jedoch mit Gold bezahlt, verschwinden die Schulden auf der Stelle, weil die insgesamt ausstehenden Schulden gleichzeitig um denselben Betrag reduziert werden.
1971 wurde das internationale W√§hrungssystem abrupt seiner F√§higkeit beraubt, die Gesamtverschuldung zu reduzieren. Danach konnte die letztere nur noch wachsen, aber nie mehr schrumpfen. Die Ursache des Problems, dem wir heute gegen√ľberstehen, ist das Unverm√∂gen, die uneinbringlichen Schulden zu l√∂schen. Wir m√ľssen unbedingt das Problem der geordneten Schuldenl√∂schung angehen. Keine W√§hrungsreform kann gelingen, die nicht Gold und Silber rehabilitiert, so dass sie wieder das vollbringen k√∂nnen, was sie vor dem Wendepunkt im Jahr 1971 getan haben: unerw√ľnschte Schulden zu l√∂schen.
Friedmans Monetarismus
Friedman leitete seine falsche Vorstellung, dass variable Wechselkurse ein g√ľltiger Ersatz f√ľr feste, auf Gold basierende Wechselkurse seien, von monetaristischen Prinzipien ab. Diese Idee ist nicht nur falsch, sondern auch unehrlich, ja geradezu selbstm√∂rderisch. Friedman legt nahe, dass durch variable Wechselkurse die Handelsungleichgewichte automatisch korrigiert w√ľrden. Die W√§hrung des Defizitlandes w√ľrde dadurch abgewertet und die des √úberschusslandes aufgewertet. Die Einfuhr von G√ľtern w√ľrde f√ľr das erstere Land teurer und w√ľrde fallen, w√§hrend die Einfuhr von G√ľtern f√ľr das letztere Land billiger w√§re und steigen w√ľrde. Der Prozess w√ľrde sich so lange fortsetzen, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt w√§re.
Der Reiz dieser ‚ÄěTheorie‚Äú ist offensichtlich. Sie beinhaltet jedoch einen verh√§ngnisvollen Irrtum, der nicht korrigiert werden kann: sie ignoriert die Ver√§nderungen der ‚ÄěTerms of Trade‚Äú, das hei√üt, den Umfang der Einfuhren, welche die Exporte finanzieren. Das abwertende Land erleidet immer eine Verschlechterung der ‚ÄěTerms of Trade‚Äú, w√§hrend sich die des aufwertenden Landes verbessern. Anstatt die Handelsbilanz auszugleichen, vergr√∂ssern jedoch variable Wechselkurse die Ungleichgewichte nur. Die Vorteile des abwertenden Landes sind von kurzer Dauer, sie verpuffen ebenso schnell wie die Exporte, welche die Importe finanzieren. Danach muss das Defizitland mehr, und nicht weniger f√ľr die wesentlichen Waren bezahlen. Die Defizite werden dadurch gr√∂sser und nicht kleiner. In Wirklichkeit ‚Äěverschleudert‚Äú das abwertende Land seine Ressourcen ans Ausland. Die angeblichen Vorteile einer Abwertung sind also v√∂llig illusorisch.
Die Geschichte selbst widerlegt diese Theorie: Die Vereinigten Staaten haben seit einem halben Jahrhundert ein Handelsdefizit mit Japan. Seit 1971 hat der Dollar gem√§ss der friedmanschen Doktrin dreifach gegen√ľber dem Yen abgewertet und die USA sind hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und finanziellen F√§higkeiten verarmt. Japan hat davon auch nicht profitiert, da die √ľbersch√ľssigen Mittel auf Dr√§ngen der USA auch dort investiert wurden. Danach konnte Japan die angesammelten √úbersch√ľsse nicht ausgeben, ohne eine verheerende Krise im US-Anleihenmarkt auszul√∂sen.
Es ist erstaunlich, dass kein einziger der √Ėkonomen, die f√ľr die unz√§hligen Denkfabriken auf der ganzen Welt arbeiten, vor diesem vorhersehbaren Ergebnis warnte und dass w√§hrend 40 Jahren die verschiedenen Wirtschaftskapit√§ne nicht bemerkten, dass sie ihr Schiff direkt in den Eisberg steuerten.
Das Geheimnis des Goldes
Es gibt keine Schuldenmasse, die Gold nicht l√∂schen k√∂nnte, vorausgesetzt, die Umlaufgeschwindigkeit des Goldes ist hoch genug. Eine schnellere Umlaufgeschwindigkeit des Goldes k√∂nnte auch die Finanzierung der immer gr√∂sser werdenden Handelsstr√∂me durch dieselbe Menge an Gold erm√∂glichen. Der ber√ľhmte Goldmangel ist in Wirklichkeit gar keiner: Offensichtlich wird Gold immer dann knapp, wenn das Vertrauen ins Papiergeldsystem schwindet.
Die gegenw√§rtigen Bem√ľhungen, die Schuldenkrise zu l√∂sen, sind zum vornherein zum Scheitern verurteilt, aller Rettungsaktionen und Rekapitalisierung der Banken zum Trotz, da die uneinbringlichen Schulden im System verbleiben und weiterhin den monet√§ren ‚ÄěBlutkreislauf‚Äú vergiften. Die uneinbringlichen Schulden den Staaten aufzub√ľrden wie das heute geschieht, erschwert oder verunm√∂glicht sogar die Einziehung von Steuern und f√ľhrt schussendlich zum Staatsbankrott. Um die uneinbringlichen Schulden zu l√∂schen, brauchen wir die ‚Äěgoldenen Blutk√∂rperchen‚Äú im monet√§ren ‚ÄěBlutkreislauf‚Äú, welche dieses ‚ÄěGift‚Äú gnadenlos verschlingen.
Was macht Gold zum ultimativen Schuldenl√∂scher? Laut Carl Menger (1840-1921), dem Begr√ľnder der √Ėsterreichischen Schule der National√∂konomie, besteht das Geheimnis des Goldes in seinem Grenznutzen. Tatsache ist, dass der Grenznutzen des Goldes langsamer sinkt als der aller anderen Anlageklassen. Verschiedene Arten von Verm√∂genswerten haben verschiedene Grenznutzen (was deren Wert darstellt). Alle nehmen ab, wenn auch mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Mit anderen Worten, je n√§her der S√§ttigungspunkt r√ľckt (der fr√ľher oder sp√§ter erreicht wird), desto widerwilliger erwerben die Wirtschaftsakteure die respektiven Verm√∂genswerte. Beim Gold jedoch liegt dieser so weit entfernt, dass sein S√§ttigungspunkt praktisch nicht erreicht werden kann.
Warum Silber?
Das andere Geldmetall, dessen Grenznutzen langsamer als der jedes anderen Verm√∂genswertes sinkt (mit Ausnahme des Goldes), und auch die Vorz√ľge einer W√§hrung und eines Schuldenl√∂schers besitzt, ist das Silber. Die bewusste Zerschlagung des Silberumlaufs von 1871 bis 73, zuerst durch Deutschland und dann durch die USA, war ein schwerer Fehler. Sie zerst√∂rte in kurzer Zeit weltweit eine beispiellose Menge an Liquidit√§t und leitete das Zeitalter der Deflation ein. Im Jahr 1935, als das letzte Silber-Bollwerk in China fiel, verlor das Silber am Gold gemessen 80 Prozent seines Wertes. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Goldstandard, der nach der Schliessung der M√ľnzst√§tten f√ľr Silber entstand, einen deflation√§ren Einfluss besass. Die Zerschlagung des Silberumlaufs lenkte die Nachfrage auf Gold und die Weltwirtschaft folgte dadurch einem deflation√§ren Trend, welchen die Feinde des gesunden Geldes mit vollendeter Geschicklichkeit zu nutzen wussten. Sie argumentierten, dass Gold an sich deflation√§r sei, ungeachtet der Tatsache, dass in Wirklichkeit das Problem in der erh√∂hten Nachfrage nach Gold bestand, die durch die Beseitigung des monet√§ren Silbers durch zwei Empork√∂mmlinge erzeugt worden war: Deutschland und die Vereinigten Staaten. Was die Sache noch frevlerischer machte: im Fall der Vereinigten Staaten war die Zerschlagung des Silberumlaufs dazu noch verfassungswidrig.
Das Horten von monet√§ren Metallen
Das Horten von Gold und Silber ist weit davon entfernt, ein Makel zu sein. Es ist vielmehr ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft, der die Verf√ľgbarkeit (oder geringere Verf√ľgbarkeit) von Kredit signalisiert. Der Zins ist eng an den Satz der marginalen Zeitpr√§ferenz gekn√ľpft. Wird der Zins unter diesen Satz gedr√ľckt, verkauft der marginale Anleihegl√§ubiger seine Anleihen (ein zuk√ľnftiges Gut) und investiert den Erl√∂s in ein aktuelles Gut (Gold). Er wird die Anleihen wieder mit einem Gewinn zur√ľckkaufen und das Gold verkaufen, sobald der Zins √ľber dem Satz der marginalen Zeitpr√§ferenzrate liegt. Das Horten von Gold ist also ein wesentlicher Teil des Mechanismus zum Regeln des Zinses.
Die Unterdr√ľckung g√ľltiger Marktsignale verheisst Ungemach. Eine steigende Goldhortung ist ein Misstrauensvotum ans Bankensystem und an die Regierung, welche die Zinsen zu stark dr√ľcken. Es ist das Horten, welches der Zeitpr√§ferenz den Biss verleiht. W√§hrend es das Geldsystem gegen eine ungerechtfertigte Ausweitung der Kreditvergabe sch√ľtzt, erleichtert das Enthorten immer dann die Kreditvergabe, wenn sich die Bedingungen verbessern und die Kreditaufnahme wieder gesundet.
Werden Gold und Silber aus dem Geldsystem eliminiert, so ist das Individuum hilflos und wird zum Opfer der lockeren Kreditpolitik der Banken und der Ausgabefreudigkeit der Regierungen. Die Signale der Wirtschaft werden kurzgeschlossen. Signalen wie dem Zins kann man in diesem Fall nicht mehr trauen. Die Kollateralsch√§den sind jedoch nicht unmittelbar. Die unerw√ľnschten Folgen der falschen Signale machen sich erst nach einer Verz√∂gerung von mehreren Jahrzehnten, vielleicht sogar nach einem halben Jahrhundert bemerkbar. Paradoxerweise ist eine dieser Folgen Deflation oder im akuten Fall sogar Depression. Durch die Abschaffung des monet√§ren Goldes und Silbers verlor das Kreditsystem nicht nur die Kontrolle √ľber die Quantit√§t, sondern auch √ľber die Qualit√§t. Die Zahl der uneinbringlichen Schulden wird immer gr√∂sser.
Der Impuls, Gold zu horten, ist der verborgene Regelmechanismus des Zinses. Leider weigert sich die etablierte Wirtschaft, diese Tatsache anzuerkennen. Sie akzeptiert die Aussage der Federal Reserve, dass der Zins durch Offenmarktgesch√§fte in den Anleihenm√§rkten manipuliert werden k√∂nne. Wir werden nun sehen, dass solche Aussagen die Existenz der Anleihe-Spekulanten, welche die Bem√ľhungen der FED zunichte machen, einfach ignorieren. In der Tat werden Offenmarktgesch√§fte immer durch Spekulanten durchkreuzt, die auf genau solche Gelegenheiten warten, um risikofreie Gewinne einzufahren.
Risikolose Gewinne bedeuten den Kurzschluss des Systems
Die Offenmarktgesch√§fte der Zentralbank, die in den fr√ľhen 1920er Jahren popul√§r wurden, sind nicht nur ineffizient, sondern auch kontraproduktiv. Offenmarktk√§ufe von Anleihen durch die Zentralbank sollen eine inflation√§re Wirkung haben. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Die Wirkung ist stark deflation√§r, da sie die risikolose Spekulation auf die Hausse von Anleihen erm√∂glicht. Alles was der Spekulant zu tun hat, ist, der Zentralbank zuvorzukommen. Er kauft die Anleihen zuerst. Die Zentralbank ist dagegen machtlos. Sie muss die Anleihen zu einem h√∂heren Preis kaufen und beschert so dem Spekulanten risikolose Gewinne.
In einem freien Markt ist ein risikofreier Gewinn, der gelegentlich auftreten kann, von kurzer Dauer und hat keine Folgen, denn gewiefte Spekulanten nutzen die Gelegenheiten sofort mit dem Ergebnis, dass die M√∂glichkeit, einen risikolosen Gewinn zu machen, auf der Stelle verschwindet. Das ist nicht mehr der Fall, wenn die M√∂glichkeit, einen risikolosen Gewinn zu machen, keine Ausnahme, sondern die Folge einer beabsichtigten und angek√ľndigten offiziellen Politik ist und die Zentralbank in den Anleihem√§rkten Offenmarktk√§ufe von Anleihen vornimmt, um die Geldmenge regelm√§ssig und fortlaufend zu erweitern, gem√§ss der ‚Äětheoretischen Grundlage‚Äú der √Ėkonomie von Keynes und Friedman. Es ist die schlechteste Geldpolitik zur Erh√∂hung der Geldmenge, die jemals ausgedacht wurde. Der ‚ÄěFederal Reserve Act‚Äú von 1913 verbot eine solche Politik und verh√§ngte schwere Strafen √ľber die Federal Reserve-Banken, wenn ihre Bilanzen offenbarten, dass Staatsanleihen als Reserven f√ľr die Erstellung von Banknoten der Federal Reserve oder als Fed-Einlagen dienten. Eine Zeitlang nahm die Federal Reserve illegal Offenmarktk√§ufe von Staatsanleihen vor, wodurch ein Fait accompli geschafften wurde. Der amerikanische Kongress wurde auf diese Weise gezwungen, diese Praxis im Jahr 1935 durch eine Gesetzes√§nderung zu legalisieren.
Die Geldpolitik der Offenmarktgesch√§fte ist kontraproduktiv. Sie ist verantwortlich f√ľr einen Grossteil des Schadens, welcher der Weltwirtschaft w√§hrend der Gro√üen Depression der 1930er Jahre zugef√ľgt wurde und wie es auch heute wieder geschieht. Dies dr√ľckt sich im Scheitern der ‚ÄěQuantitativen Lockerung‚Äú aus. Spekulative K√§ufe von Anleihen bewirken eine fallende Zins-Struktur, die wiederum einen R√ľckgang des Preisniveaus ausl√∂st, der seinerseits in Kapitalerosion, Konkursen und schnell steigender Arbeitslosigkeit m√ľndet. Solange die Zinsen fallen, halten die Unternehmer ihre Investitionen zur√ľck.
Die Bedrohung der W√§hrungsstabilit√§t
Vor dem Aufkommen der Ideen von Keynes war die W√§hrungsstabilit√§t eine unabdingliche Aufgabe der Geldpolitik. Der konstante Wert der W√§hrung ist eine Voraussetzung f√ľr den Fortschritt und eine florierende Wirtschaft. W√§hrungsschwankungen rufen nicht nur gro√üe soziale Ungerechtigkeiten hervor, sondern sie behindern auch wirtschaftliche Voraussagen ungemein. Sie erschweren die rationelle Nutzung von Produktionsfaktoren und kappen den wesentlichen Zusammenhang zwischen Arbeit und Lohn. Die Folge dieser negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft sind offensichtlich: vorhandenes Kapital erodiert und die Anh√§ufung von neuem Kapital wird beeintr√§chtigt. Die Produktion sinkt. W√§hrungsschwankungen sind in der Tat so zerst√∂rerisch, dass es unverst√§ndlich ist, dass es 40 Jahre dauerte, bis man deren negativen Auswirkungen bemerkte. Die einzige Erkl√§rung, warum dieses zerst√∂rerische System beibehalten wurde, scheint das Monopol der Federal Reserve Banken zu sein, welche den Universit√§ten und anderen Denkfabriken die Forschungsagenda vorschreiben: jegliche Kritik an den Offenmarktgesch√§ften wird von den etablierten Wirtschaftsmedien im Keim erstickt.
Der Betrug an den arbeitenden Klassen
Vor 1930 war die W√§hrungsstabilit√§t allgemein garantiert. Dann wurde sie im Zuge der Revolution von Keynes auf den Abfall geworfen. Gewollte Inflation wurde zum ersten Mal salonf√§hig, vor allem durch den demagogischen Appell, dass die Inflation ein legitimes Mittel zur Bek√§mpfung der Arbeitslosigkeit sei und der Kredit ein perfekter Ersatz f√ľr Kapital. Allerdings handelt es sich hier um die Annahme, dass Arbeitnehmer und Gewerkschaften so dumm sind, dass sie immer nominale Lohnerh√∂hungen realen Lohnerh√∂hungen vorziehen. Die Geldtheorie von Keynes hat √ľberhaupt nichts Positives f√ľr den Sozialstaat und die Lohnempf√§nger hervorgebracht.
Ein weiterer absurder Grundsatz der Theorie von Keynes besagt, dass Sparen keine notwendige Voraussetzung f√ľrs Ausgeben darstellt. Vielmehr wird behauptet, dass in bestimmten Situationen Ausgaben ben√∂tigt werden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Man sollte dies mit dem Ausspruch der √∂sterreichischen Schule vergleichen: Der einzige Weg, um Besch√§ftigung und Reall√∂hne auf Dauer zu erh√∂hen, ist die Vermehrung des pro Kopf gesparten Kapitals. Dieser Lehrsatz ist immer noch g√ľltig. Der Rest sind Nebelkerzen, um die Lohnempf√§nger zu verwirren. In der Zwischenzeit bringt uns die gewollt inflation√§re, von Keynes salonf√§hig gemachte Politik all die negativen Folgen einer Destabilisierung der W√§hrung und der Zinsen, die Schw√§chung des Finanzsystems und die Verarmung der Lohnempf√§nger.
Ein weiteres gef√§hrliches Dogma von Keynes ist der Ausspruch, dass es legitim f√ľr die Staaten sei, heimlich in der Bilanz Passiva auf die Aktivseite zu verschieben, gem√§ss dem Slogan ‚ÄěVon einer Tasche in die andere‚Äú. Dies ist eine bewusste Bilanzf√§lschung. Es bedeutet, den Kompass eines Schiffs in den Ozean zu werfen. Die Folgen dieser Torheit werden nicht sofort sichtbar, aber sie verdichten sich mit der Zeit zu einer drohenden Lawine.
Destabilisierende Zinss√§tze
Die heimt√ľckischste Folge der Manipulation von Zinsen ist die Art, wie sie Kapitalerosion oder in dauerhaften F√§llen, Kapitalzerst√∂rung bewirken. Die √ľberwiegende Mehrheit der √Ėkonomen betrachtet sinkende Zinsen als positiv. Jedoch sind nur niedrige und stabile Zinsen positiv f√ľr die Wirtschaft; sinkende Zinsen sind t√∂dlich. Egal wie niedrig sie sind, Gesch√§ftsleute z√∂gern, Investitionen zu t√§tigen, solange die Zinsen fallen. Sie wollen nicht mit denjenigen konkurrieren m√ľssen, die sp√§ter investieren und den Vorteil von geringeren Finanzierungskosten auf ihrer Seite haben.
Die Zinsen waren w√§hrend der letzten dreissig Jahre r√ľckl√§ufig. Praktisch alle Investitionen, die w√§hrend dieser Zeit get√§tigt wurden, mussten als Verluste abgeschrieben werden. Wie hoch diese Verluste sind, wird klar, wenn wir die sichtbaren Folgen betrachten: die Ausl√∂schung ganzer Industriezweige in den USA von der Schuhindustrie bis zur Produktion von TV-Ger√§ten und noch viele mehr.
Die Zerst√∂rung des Eigenkapitals der Banken ist Teil des gleichen Prozesses. Dies wurde durch die ‚Äěkreative‚Äú Buchhaltung der Banken verschleiert, welche von der Regierung begr√ľsst und beg√ľnstigt wird. Die Banken waren so in der Lage, routinem√§ssig Verm√∂genswerte mit zu hohen Anschaffungs- und Marktwerten zu bilanzieren, w√§hrend die Verbindlichkeiten mit zu niedrigen Verkaufswerten und R√ľckzahlungswerten gebucht wurden ‚Äď das genaue Gegenteil einer ehrlichen Buchf√ľhrung. Die Verzerrung, die durch diese Perversion verursacht wird, ist erschreckend. Die Banken wurden zahlungsunf√§hig und ihre Existenz h√§ngt nun von den kontinuierlichen Kapitalspritzen der Regierungen ab. Schlechtes Management ist nur ein Teil des Problems. Das wahre Verbrechen ist die Geldpolitik, welche die Zinsen dr√ľckt. Ein besonders widerw√§rtiges Beispiel dieser Situation ist die j√ľngste Entscheidung, dass Verluste auf Staatsanleihen von den Banken der Europ√§ischen Gemeinschaft nicht verbucht werden m√ľssen.
Die Real-Bill-Doktrin (Goldwechsel) von Adam Smith
Die Banken sehen sich ebenfalls mit dem Problem der Qualit√§t der Verm√∂genswerte konfrontiert. Vor dem Ersten Weltkrieg schrieben die Bankenrichtlinien vor, dass die einzigen diskontierbaren Verm√∂genswerte Gold oder Goldwechsel mit einem Verfall von 90 Tagen oder weniger waren. Anleihen, Aktien und Hypotheken waren nicht geeignet. Die Marktf√§higkeit von Goldwechseln war besser, weil jeder in wenigen Wochen in Gold f√§llig wurde. Sie stellen einen selbst-liquidierenden Kredit dar, der aus dem Erl√∂s des Verkaufs der zugrunde liegenden Waren beglichen wurde. Goldwechsel repr√§sentierten Waren, welche der Endverbraucher am dringendsten ben√∂tigte. Dazu geh√∂rten Nahrung, Kleidung und Brennstoff, deren Nachfrage von den Jahreszeiten abh√§ngt (was die Notwendigkeit zur Begrenzung des 90-t√§gigen Verfalls erkl√§rt). Die Marktf√§higkeit von Goldwechseln wird dadurch belegt, dass sie durch Indossament zirkulieren. Eine andere M√∂glichkeit f√ľr den Verkauf eines Goldwechsels ist der Diskont. Der K√§ufer zahlt nie den Nominalwert der Rechnung, sondern nur den diskontierten Wert der Anzahl der verbleibenden Tage bis zum Verfall. Der Zins hat jedoch nichts mit dem Diskontsatz zu tun. Ersterer ist durch die Sparneigung geregelt und letzterer paradoxerweise durch die Konsumneigung. In jedem Fall ist die Beziehung umgekehrt: Je h√∂her die Konsumneigung, desto geringer der Satz.
Goldwechsel zirkulieren sogar v√∂llig ausserhalb des Bankensystems. Ein solcher Umlauf wird spontan bei einem totalen Zusammenbruch des weltweiten Bankensystems entstehen. Das ist keine leere Drohung. Jedenfalls sind Goldwechsel die ertragreichste Anlage, die eine Handel- und Gesch√§ftsbank besitzen kann. Die Nachfrage nach Wechseln, versehen mit drei guten Unterschriften ‚Äď der des Exporteurs, der des Importeurs und der eines anerkannten Wechselnehmers, ist immer gross. Banken auf der ganzen Welt werden alles versuchen, um an selbst-liquidierende Kredite zu kommen.
Goldwechsel k√∂nnen jedoch nur funktionieren, wenn sie in Gold f√§llig werden und nicht in einer uneinl√∂sbaren W√§hrung. Eine uneinl√∂sbare Banknote ist ein ‚ÄěSchuld-Dir-Nichts-Schein‚Äú und kann nicht f√§llig werden.
Heutzutage ist es normal, Goldwechsel zu verunglimpfen und die Geldsch√∂pfung der Banken durch das partielle Reservesystem durch spekulative Bankgesch√§fte zu verschleiern (wobei die Banken selbst ihre Verm√∂genswerte auf Gold und auf in Gold f√§llige Goldwechsel beschr√§nken). Es ist ein tragischer Fehler, den Umlauf von Goldwechseln als inflation√§r zu brandmarken. In der Tat steigt der Wert der Goldwechsel gemeinsam mit deren der Konsumg√ľter und sie verfallen zusammen mit deren Verschwinden durch den Konsum. Zu keinem Zeitpunkt kann es mehr Goldwechsel im Umlauf geben als G√ľter auf ihrem Weg zum Verbraucher.
Die Clearingstelle der M√§rkte im Mittelalter
Der Markt f√ľr Goldwechsel ist die Clearingstelle des Goldstandards. Es w√§re undenkbar, alle Waren vom Erzeuger bis zum Verbraucher nur mit Goldm√ľnzen zu finanzieren. Ein 100-prozentiger Goldstandard ist reine Phantasie. Gold ist einfach nicht in ausreichender Menge vorhanden, um alle Zahlungen der Wirtschaft in Gold zu erm√∂glichen. Selbst wenn es m√∂glich w√§re, der Goldstandard w√§re ein Hemmnis f√ľr den technologischen Fortschritt. Jeder Fortschritt der Arbeitsteilung w√ľrde die Geldmenge unangemessen verringern.
Ein sinnvoller Vergleich sind die grossen mittelalterlichen M√§rkte wie die von Barcelona, Lyon, Leipzig und andere, wo Goldm√ľnzen kein direktes Tauschmittel waren. Eine Variante der Goldwechsel waren dort Quittungen. Alle K√§ufe und Verk√§ufe am Markt wurden mit Quittungen vorgenommen, wodurch die Notwendigkeit f√ľr Goldm√ľnzen entfiel. F√ľr die Quittungen der Verk√§ufer konnte jedes auf der Messe angebotene Gut erworben werden. Am Ende des Markts wurden die Quittungen verrechnet und die Differenz zwischen verkauften und gekauften Waren bei der Verrechnungsstelle in Goldm√ľnzen ausgezahlt. Es w√§re nicht m√∂glich gewesen, M√§rkte ohne solche Verrechnungsstellen zu organisieren und gute Gesch√§fte zu machen.
Warum 1925 Englands R√ľckkehr zum Goldstandard zum Scheitern verurteilt war
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zerst√∂rte den Markt f√ľr Goldwechsel und den internationalen Umlauf von Goldwechseln, als die Produktion f√ľr zivile Zwecke den Kriegsanstrengungen untergeordnet wurde. Nach dem Waffenstillstand im Jahre 1918 wurde den Goldwechseln das Comeback aus politischen Gr√ľnden verwehrt. Das Verbot des internationalen Umlaufs von Goldwechseln blieb auch nach 1925 wirksam, als Gro√übritannien zum Goldstandard zur√ľckkehrte. Die siegreichen Entente-M√§chte bevorzugten den bilateralen vor dem multilateralen Handel, um den Aussenhandel Deutschlands an die Leine zu nehmen. Sie begriffen nicht, dass der internationale Goldstandard ohne sein lebenswichtiges Organ, die Clearingstelle, mit anderen Worten, der internationale Markt f√ľr Goldwechsel, nicht lebensf√§hig war und dass der bilaterale Handel weit gr√∂√üere Goldreserven erfordert als der multilaterale Handel, √ľber welche sie nicht verf√ľgten. Deshalb verursachte der britische Goldstandard eine Deflation und scheiterte.
Die Krise begann im Jahr 1931 mit Grossbritannien, das den Goldstandard verliess und setzte sich 1933 fort, als die USA dessen Beispiel folgten. Im Jahr 1936 warfen Frankreich und die Schweiz, die letzten Bastionen des Goldstandards, das Handtuch. Die Depression wurde dem Goldstandard in die Schuhe geschoben und er wurde als deflation√§r deklariert. Die Wahrheit jedoch ist, dass nicht der Goldstandard deflation√§r war, sehr wohl aber das System des bilateralen Handels, dass die Briten wieder einzuf√ľhren versucht hatten. Der bilaterale im Vergleich mit dem multilateralen Handel ist wie eine Schubkarre neben einem D√ľsenflugzeug oder, um die Dinge beim Namen zu nennen, es ist ein reiner Tauschhandel, was von den √Ėkonomen der angels√§chsischen L√§nder v√∂llig √ľbersehen wurde. Im Gegensatz dazu hatte der deutsche √Ėkonom Heinrich Rittershausen (1898-1984) ein viel besseres Verst√§ndnis der Funktion der Goldwechsel bei der Finanzierung des Welthandels. Er sagte voraus, dass es zum Wirtschaftszusammenbruch kommen w√ľrde, was dann tats√§chlich auch im Jahr 1929 der Fall war.
Die Zerstörung des Lohnfonds
Rittershausen warnte ebenfalls, dass es durch die Zerst√∂rung des Lohnfonds zu einer horrenden Welle weltweiter Arbeitslosigkeit kommen werde. Er verwies auf das Scheitern der siegreichen Entente-M√§chte, den Markt f√ľr Goldwechsel nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu erlauben. In ihrer Selbst√ľbersch√§tzung ignorierten die Sieger die Tatsache, dass der Lohnfonds, aus dem die Arbeiter bis zu 91 Tage f√ľr die von ihnen produzierten G√ľter im voraus bezahlt wurden, ein Teil der angesammelten umlaufenden Goldwechsel war. Dieser Lohnfonds wurde unwissentlich in jenem Moment zerst√∂rt, als sich die siegreiche Entente entschied, die Finanzierung des Welthandels durch den Umlauf von Goldwechseln zu unterbinden. Danach gab es keine Mittel mehr, um den Arbeitslohn vorzuschiessen, dessen Produkte im Reife- und Entstehungsprozess von bis zu 91 Tagen nicht an den Endverbraucher verkauft werden konnten. Aber die Arbeiter und ihre Angeh√∂rigen mussten in der Zwischenzeit ern√§hrt, bekleidet, besohlt und beherbergt sein. Sie konnten keine 3 Monate warten, bis die Waren an den endg√ľltigen Verbraucher verkauft wurden. In Ermangelung eines Lohnfonds hatten die Arbeitgeber dann keine andere Wahl, als ihre Arbeiter zu entlassen.
Rittershausens Warnung wurde von den Politikern ignoriert und seine Botschaft wird es heute noch immer. Aber machen wir uns nichts vor ‚Äď ohne den Markt der Goldwechsel wird die Welt vor einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit stehen, die weit schlimmer sein wird als die in den 30er Jahren.
Pr√§gt Gold und Silber!
Wir haben gesehen, dass ein Anstieg der Geschwindigkeit des Goldumlaufs die Beseitigung von uneinbringlichen Forderungen erleichtert und dass er auch die √úberschuldung verhindern kann. Das Gegenteil ist ebenfalls der Fall: eine Abnahme der Geschwindigkeit des Goldumlaufs w√ľrde die Schuldenl√∂schung reduzieren und somit zur √úberschuldung beitragen. Im Extremfall, wenn Gold √ľberhaupt nicht zirkuliert ist wie heute, kommt die Schuldenl√∂schung zu einem kompletten Stillstand.
Daraus folgt, dass die L√∂sung des Schuldenproblems im erneuten Umlauf von Gold liegt. Das Gold muss aus den Tresoren geholt und umlauff√§hig gemacht werden. Dies kann durch Pr√§gen von Goldst√ľcken erfolgen. Die Menschen werden ihre gehorteten Goldsch√§tze zur Pr√§geanstalt bringen, weil gepr√§gtes Gold einen h√∂heren Wert als andere Formen des Golds aufweist.
Es ist √§u√üerst t√∂richt, dass man inmitten der schwersten Finanzkrise der Geschichte dieses Sammelbecken aus fl√ľssigem Verm√∂gen in Form von Gold und Silber nicht nutzbar machen will. Die Wirksamkeit beider monet√§ren Metalle w√ľrde stark erh√∂ht, wenn sie in den Umlauf gebracht w√ľrden. Alle k√ľnstlichen Hindernisse f√ľr die Verbreitung von Kurantm√ľnzen aus Gold und Silber sollten entfernt werden. Die Liquidit√§tsquellen Gold und Silber k√∂nnten durch die Pr√§gung von Kurantm√ľnzen aus Gold und Silber die Schuldenkrise bew√§ltigen. Die Pr√§geanstalten sollten Gold und Silber wieder als gesetzliches Zahlungsmittel pr√§gen lassen. Nach dem Erreichen des S√§ttigungspunkts w√ľrden Kurantm√ľnzen aus Gold und Silber in den Umlauf gebracht.
Griechenland, Italien und andere L√§nder der Peripherie sind nicht bankrott, wenn man bedenkt, wie viel Gold und Silber sie in Umlauf bringen k√∂nnten, um uneinbringliche Schulden zu l√∂schen. Sie m√ľssten nur griechische und italienische Kurantm√ľnzen aus Gold und Silber zirkulieren lassen. Andere L√§nder w√ľrden folgen. Die Schweiz k√∂nnte das Eis brechen. Sie k√∂nnte als erstes Land Kurantm√ľnzen aus Gold und Silber pr√§gen. Jedermann w√§re dann in der Lage, sein Gold und Silber in Kurantm√ľnzen mit genormten Gewicht und Feinheit in beliebiger Menge zu tauschen.
Lasst die Lateinische M√ľnzunion wieder auferstehen!
Die Firma ECHTGELD AG in Bern in der Schweiz verkauft Rundbarren in Gold, die in Gr√∂√üe, Form und Feingoldgehalt die 10- und 20-Franken-St√ľcke der Lateinischen M√ľnzunion (1865-1927) wieder aufleben lassen. Diese sch√∂nen Barren (2.9032 und 5.8064 Gramm) sind eine Erinnerung daran, dass Europa einst eine erfolgreiche M√ľnzunion besass, die es den Mitgliedsl√§ndern erlaubte, f√ľr die Einfuhren mit ihren eigenen Kurantm√ľnzen zu bezahlen, ohne verschiedene W√§hrungen benutzen zu m√ľssen. Touristen mussten nach dem Grenz√ľbertritt keine W√§hrungen umtauschen. Europa besass damals alle Vorteile, die den Euro zu bieten vorgibt und keiner dessen Nachteile. Unter der Lateinischen M√ľnzunion erreichten der Welthandel und der internationale Tourismus damals eine bisher unerreichte Bl√ľte und setzten Rekorde, die mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ersten Weltkrieg nicht √ľbertroffen wurden. Die Kurantm√ľnzen der Lateinischen W√§hrungsunion erleichterten die Kapitalstr√∂me von einem Land zum anderen, ohne Fliehkr√§fte zu erzeugen, welche die M√ľnzunion auseinander zu reissen drohten. Die Trennung von Geld- und Fiskalpolitik war kein Problem, da die Geldpolitik nicht politisiert war. Sie hatte nur ein Ziel: Den Wert der W√§hrung zu erhalten. Die Regierungen durften damals die Geldpolitik nicht dazu nutzen, um die L√∂cher in ihren Bilanzen zu stopfen wie sie es heute tun.
Der Euro hatte das l√∂bliche Ziel, die idyllischen Verh√§ltnisse vor dem Ersten Weltkrieg und die gl√ľcklichen Tage der Lateinischen M√ľnzunion wieder herzustellen, deren die Schweiz eines der Gr√ľndungsmitglieder war. Allerdings erlitt der Euro Schiffbruch auf dem Riff der unterschiedlichen Fiskalpolitik der Mitgliedsl√§nder. Vor der Einf√ľhrung des Euros konnte die Geldpolitik dazu verwendet werden, um L√∂cher in den Bilanzen der Regierungen zu stopfen. Nachdem der Euro als gemeinsame W√§hrung im Jahr 2000 eingef√ľhrt worden war, war das jedoch nicht mehr m√∂glich
Wie konnte die Lateinische M√ľnzunion diese Falle vermeiden? Nun, sie besass etwas, das Euroland nicht besitzt: den Goldumlauf, den ultimativen Schuldenl√∂scher. Das Euroland ist keine tragf√§hige W√§hrungsunion, weil ihre Mitgliedstaaten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit Schulden erzeugen. Sind jedoch Schulden einmal erzeugt, verbleiben sie f√ľr immer im System und niemand ist mehr daf√ľr verantwortlich. Die kollektivistischen Prinzipien der einzelnen EU-Mitglieder erstrecken sich nur auf den Nutzen, den sie aus der Union ziehen, nicht jedoch auf die damit einhergehenden Verpflichtungen. Die vorherrschende Meinung besagt, dass die Defizitfinanzierung ein Geburtsrecht souver√§ner Staaten sei, w√§hrend sie die Existenz von ‚ÄěStaatsschulden‚Äú verweigern. Sind jedoch die Schulden einmal da, tr√§gt die Verantwortung daf√ľr die Union.
In der Lateinischen W√§hrungsunion waren diese kollektivistischen Prinzipien unbekannt und nicht akzeptabel. Es gab die Schuldenl√∂schung in grossem Umfang. Staaten, welche Schulden nicht termingerecht zur√ľckzahlten wurden bestraft. Sie verloren Gold.
Die Lateinische M√ľnzunion besass auch Kurantm√ľnzen aus Silber f√ľr kleinere Zahlungen von 1, 2 und 5 Franken. Die frei konvertiblen Goldfranken konnten zu einem festen Wechselkurs umgetauscht werden. Es w√§re besser gewesen, die Silberm√ľnzen ¬ľ, ¬Ĺ und 1 Taler zu nennen und ihren Wert in Bezug auf die Goldfranken schwanken zu lassen. Das feste Umtauschverh√§ltnis zwischen Gold und Silber jedoch bewirkte 1926 den Zerfall der Lateinischen M√ľnzunion. Durch den raschen Fall des Silberpreises war sie gezwungen, die Pr√§gungen von Kurantm√ľnzen aus Silber einzustellen, nachdem Deutschland und die Vereinigten Staaten das Metall in den fr√ľhen 1870er Jahren den Silberumlauf unterbanden. Als im Jahr 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war die Union gezwungen, auch die Pr√§gung von Kurantm√ľnzen aus Gold einzustellen.
Die Schweiz k√∂nnten den Weg zur lateinischen M√ľnzunion wieder √∂ffnen
Die Schweiz sollte der Vorreiter der Wiederauferstehung der Lateinischen M√ľnzunion werden. Sie sollte frei einl√∂sbare Goldfranken pr√§gen sowie Silbertaler ohne M√ľnzregal. Im Gegensatz zum Euro, der in Anlehnung an den Dollar als uneinl√∂sbar erschaffen wurde, w√§re der Schweizer Franken eine einl√∂sbare W√§hrung. Die Schweiz k√∂nnte ihre ehemaligen Partner der Lateinischen M√ľnzunion dazu bewegen, diesem Beispiel zu folgen und die Pr√§gung von Kurantm√ľnzen aus Gold und Silber wieder aufzunehmen. Nachdem sie den Wert ihrer W√§hrungen an Gold gebunden h√§tten, w√§re die W√§hrungsstabilit√§t im Euroland zum ersten Mal seit 1971 wieder hergestellt. Die w√ľrde die Wirtschaft, den Handel und die Investitionen in Europa wie durch ein Wunder wiederbeleben.
Es wäre falsch, einen bestimmten Goldpreis gegen Euro festzulegen. Die beiden Währungen, der Gold-Franken und der Papier-Euro, könnten mit einem vom Markt bestimmten Wechselkurs gleichzeitig zirkulieren. Die beste Währung sollte gewinnen, und die Menschen sollten die Schiedsrichter sein! Sollten die Menschen den uneinlösbaren Papier-Euro bevorzugen, dann sollten sie ihn behalten und den Goldfranken vergessen. Aber wenn sie eine Währung wollen, welche Schulden löscht, dann sollten sie den Goldfranken behalten und den Papier-Euro verwerfen.
Die Refinanzierung von Staatsschulden durch goldgebundene Schulden
Dies w√§re die L√∂sung f√ľr Europas Problem der Staatsverschuldung. Jeder Staat mit Euro-W√§hrung k√∂nnte seine Schulden in Goldfranken refinanzieren. Die Refinanzierung w√ľrde in Form des Tausches von Eurobonds in goldgebundene Anleihen erfolgen. Goldgebundene Anleihen w√ľrden monatlich versteigert, bis keine Eurobonds mehr zur Refinanzierung angeboten w√ľrden. Die Zinsen der noch ausstehenden Eurobonds w√ľrden jedoch in Euros bezahlt wie vorgesehen.
Staaten mit Euro-W√§hrung w√ľrden einen Gold-Ertrag erwirtschaften. Sie br√§uchten das Gold, um die Zinsen ihrer Schuldtitel zu bezahlen und zur R√ľckzahlung von goldgebundenen Anleihen. Hier sind drei M√∂glichkeiten f√ľr einen Staat, Gold-Einnahmen zu generieren.
1. Er k√∂nnte ein M√ľnzregal auf die Pr√§gung von Kurantm√ľnzen aus Gold einf√ľhren, das in Abzug gebracht wird, sobald die Staatsschulden zur√ľckgezahlt werden.
2. Er k√∂nnte Z√∂lle und Gebrauchssteuern auf Gold erheben. Dies taten die den n√∂rdlichen Staaten der USA w√§hrend des B√ľrgerkriegs in den 1860er Jahren und danach w√§hrend der Zahlung ihrer goldgebundenen Schulden, als die W√§hrung der uneinl√∂sbare Dollar war.
3. Er könnte Grundsteuern in Gold erheben, einschließlich derjenigen auf selbstgenutztes Wohneigentum.
Man mag dagegen vorbringen, solche Abgaben seien r√ľckschrittlich. Diejenigen, die kein Gold besitzen, w√ľrden nicht in der Lage sein, sie zu bezahlen. Das ist jedoch nur scheinbar so. Die Tatsache, dass die meisten Menschen kein Gold besitzen und deshalb auch keine Waren eingef√ľhrt werden k√∂nnen, ist ein versteckter Vorteil. Es w√ľrde zu R√ľckf√ľhrung von Industrien f√ľhren, die das Land verliessen, als durch die Abwertung der W√§hrung Arbeitspl√§tze anstelle von Waren exportiert wurden. Dar√ľber hinaus w√ľrde die R√ľckf√ľhrung dieser Industrien die Arbeitslosigkeit bek√§mpfen.
Es wird jedoch eine Reihe von Menschen geben, die importierte Waren kaufen wollen. Die Bezahlung dieser Warensteuern in Gold wird die Gold-Einnahmen der Regierung erhöhen und letztlich dazu beitragen, die goldgebundenen Staatsschulden zu löschen.
Auch die Tatsache, dass die meisten Menschen kein Gold und kein Eigenheim besitzen, kann positiv sein. Es w√ľrde den Mietmarkt unterst√ľtzen. Wenn dies zu Neubauten f√ľhrt, umso besser. Dann w√ľrde es auch die Arbeitslosigkeit senken.
Es wird jedoch eine Reihe von Menschen geben, die in ihrem eigenen Heim leben wollen. Die Bezahlung ihrer Steuern in Gold wird die Gold-Einnahmen der Regierung erhöhen und dazu beitragen, die goldgebundenen Staatsschulden zu löschen.
Die positive Rolle, welche die Schweiz spielen könnte
Es gibt viele Arten von geldpolitischen Instrumenten, die sich als Ersatz f√ľr Gold ausgeben: Gold-Futures, Gold-Optionen auf Gold-Futures, Gold-Swaps und Gold ETFs. Ebenso allgegenw√§rtig sind die Institutionen, die, meist ungeregelt, diese Flut von Papiergold handeln.
Aber es gibt eine Menge von Produkten, welche nicht gehandelt werden: goldgebundene Anleihen, Metall-Konten von Goldlagerst√§tten, welche Einkommen in Gold generieren, Gold-Lebensversicherungen, Gold-Rentenversicherungen und Goldwechsel. Dennoch waren diese ans physische Gold gebundenen Instrumente das R√ľckgrat der Wirtschaft nicht nur im 19. Jahrhundert, sondern auch viel fr√ľher. Die Grundlagen unseres heutigen Wohlstands wurden in damals mit Hilfe der oben genannten ‚ÄěGoldprodukte‚Äú gelegt. Gold lehrt die Menschen die Tugend der Sparsamkeit.
Der virtuelle Handel mit Papiergold wird wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen, wenn seine Dreh- und Angelpunkte, die Gold-Futures-M√§rkte, aufh√∂ren zu existieren. Ein solcher Zusammenbruch ist unvermeidlich in Anbetracht dessen, was wir √ľber den Basiswert Gold wissen: verschwindet der Report, besteht die Gefahr eines dauerhaften Deports von Gold (inverser Markt).
Es ist kein Zufall, dass die Institutionen, welche den Handel in Papiergold betreiben, florieren, w√§hrend es keine Institutionen gibt, die mit physischem Gold handeln, weil die letzteren durch eine ausufernde B√ľrokratie daran gehindert werden. Die heutige Doktrin besagt, dass Gold verbunden mit Finanzierung unverantwortlich sei und mit allen verf√ľgbaren Mitteln unterbunden werden m√ľsse.
Die Wahrheit ist jedoch, dass vor 1971 das Gold seit mindestens 3’000 Jahren der Anker der wirtschaftlichen Werte war. Nur während der letzten 40 Jahre war es das Ziel des konzentrierten Angriffs der etablierten Wirtschaft. Wer heute sagt, Gold könne einen verlässlichen Ertrag in Gold generieren, wird als Ketzer gebrandmarkt. Die handfesten Interessen der Papiergoldhändler verhindern den Aufbau von Goldbanken. Eines der Dogmen dieser Religion besagt, Gold sei eine spekulative Ware, die von der Hochfinanz und der Schaffung von Geld fern gehalten werden muss.
Im Streit zwischen den Papiergoldh√§ndlern und jenen Gesch√§ftsleuten, welche die Goldbindung als Eckpfeiler der wirtschaftlichen Stabilit√§t zu errichten versuchen, sollte die Schweiz nicht Partei ergreifen, sie sollte nur das Spielfeld zur Verf√ľgung stellen.
Die Schweiz sollte auf der Grundlage der fr√ľheren M√§rkte f√ľr goldgebundene Anleihen einen solchen Markt, die Quelle des Friedens und des Fortschritts, erm√∂glichen.
Leider ist dies heute noch nicht m√∂glich. Damit ein Unternehmen eine Lizenz f√ľr den Handel mit goldgebundenen Anleihen erh√§lt, m√ľsste es endlose b√ľrokratische H√ľrden √ľberwinden, w√§hrend die Lizenzierung eines neuen Gold-ETF ein Spaziergang darstellt.
Die politische Kontrolle ist kein Problem. Der Handel mit goldgebundenen Anleihen ist ein offenes Buch f√ľr jedermann. Im Gegensatz dazu ist keine Vorschrift in der Lage, krumme Gesch√§fte im Futures-Trading zu verhindern, wie das Beispiel der j√ľngsten Zusammenbruch des MF Global zeigt.
Der Vorwurf, Gold sei wegen seiner stark schwankenden Preise unzuverl√§ssig, ist unsinnig. Die Volatilit√§t des Goldpreises ist kein Spiegelbild des Werts des Goldes, sondern der Papierw√§hrungen, deren Preis in Gold ausgedr√ľckt ist.
Gold ist Gold, und Papier ist Papier. Man muss einer Goldm√ľnze oder einem Goldbarren nicht trauen, wenn man der Regierung oder der Bank nicht traut, die sie gepr√§gt haben. Aber echtes Gold kann immer gewogen und dem S√§uretest unterworfen werden.
Alles, was wir √ľber die Refinanzierung europ√§ischer Staatsschulden gesagt haben, h√§ngt von einem funktionierenden Markt f√ľr goldgebundene Anleihen ab. Zur L√∂sung der Krise m√ľssen vorrangig solche Anleihen eingef√ľhrt werden. Hier k√∂nnte die Schweiz ihren gr√∂ssten positiven Beitrag leisten: als Heimat des neuen Marktes f√ľr goldgebundene Anleihen, welche die Welt so dringend ben√∂tigt.