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Stettlen
Kirche Stettlen
Die reformierte Kirche von Stettlen steht mitten im langgezogenen Dorf und lädt mit ihren gedrungenen Proportionen, der eigentümlichen Turmbekrönung und dem direkt angrenzenden Kinderspielplatz zum Verweilen ein. 1729/30 unter der Leitung von Niklaus Schiltknecht errichtet, steht sie in enger Verbindung zur Stadtberner Heiliggeistkirche. Die Kirche ist ein einfacher barocker Predigtsaal mit dreiseitigem Chorabschluss und Frontturm. Die Glasfenster im Chor schuf Albin Schweri 1921 und 1926.
Die reformierte Kirche von Stettlen wurde 1730 als gerichteter Zentralbau errichtet. Von mittelalterlichen Vorgängerbauten, die es zweifellos gegeben hat, sind heute keine Überreste mehr sichtbar. Der schlichte Putzbau verfügt über verschiedene barocke Stil- und Schmuckelemente und einen aussergewöhnlichen Turmabschluss mit Satteldach und zwei Volutengiebeln. Die Parallelen zur Stadtberner Heiliggeistkirche kommen nicht von ungefähr. Niklaus Schiltknecht, Architekt der 1729 vollendeten Heiliggeistkirche, errichtete im darauf folgenden Jahr mit bescheideneren Mitteln, aber ähnlicher Grundidee die Stettler Kirche als dörflich-ländliches Gegenstück zur grossen Stadtkirche.
Renovationen und Umgestaltungen betrafen seither vor allem den Innenraum. So führte kurz nach 1800 der Wunsch nach einer Orgel zum Einbau einer Empore. Bei grösseren Renovationen von 1926 und 1953 wurde die ursprünglich kuppelförmige, den Eindruck des Zentralbaus verstärkende und korbbogenförmige Decke durch eine längsgerichtete Flachdecke ersetzt. Die Kanzel wurde von ihrem ehemaligen Platz beim südlichen Portal an die nördliche Chorseite versetzt und die Bänke statt auf die Kanzel auf den Chor ausgerichtet.
Die Chorfenster stammen aus den 1920er-Jahren. Das Legat der einfachen Bauernmagd Anna Thalmann, gestorben im Jahr 1918, setzte den Grundstein für den Einbau neuer Chorfenster. Anna Thalmann ist dabei das mittlere Fenster zu verdanken, die übrigen beiden wurden von Stettlerinnen und Stettlern gestiftet und folgten nur wenige Jahre später. Die vormals in den Chorfenstern platzierten Wappen- und Stiftungsscheiben wanderten dadurch zu den Seitenfenstern.
An den Aussenmauern der Kirche befinden sich sieben Grabtafeln von fünf Stettler Pfarrern und zwei Pfarrersgattinnen. Sie alle stammen aus verschiedenen Zeitepochen zwischen dem späten 17. und dem frühen 19. Jahrhundert. Die Inschriften auf den Grabtafeln zeigen verschiedene Aussagen zur Endlichkeit des irdischen Daseins und Würdigungen der verstorbenen Amtsträger.
- Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 360.
- Born, Otto, Aus der Geschichte der Kirche und des alten Kirchspiels Stettlen, Bern: Stämpfli, 1991.