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Meine neue Heimat
Es dauerte zehn Jahre, bis ich mich in Hamburg zu Hause fühlte. Wegen des Wetters. Ich bin eitel, der Wind bringt ständig meine Haare durcheinander. Doch der Gegensatz aus Strand und Industrie fasziniert mich.
Mein Rückzugsort
Ich sitze oft im Café im Literaturhaus und lese Romane, die im britischen Kolonialreich spielen – zum Beispiel von Somerset Maughan.
Mein Arbeitsplatz
Ich kann nicht in einem gemieteten Studio arbeiten, dort ist der zeitliche Druck zu gross. Deshalb singe ich meine Soloalben (aktuell ‹What About›) zu Hause ein.
Mein Song
Mit den Tantiemen zahle ich die Miete. Ich bereue aber, mit Double nie live aufgetreten zu sein. Wir lehnten aufgrund Felix’ Lampenfieber sogar die ‹Tonight Show› mit Johnny Carson ab. Wie bescheuert kann man sein?
Meine Gitarre
Mit diesem Instrument spielte ich ‹The Captain of Her Heart›, das Double die goldene Schallplatte einbrachte.
Mein grösster Ärger
Mich stört, dass die Stadt Hamburg Hunderte Millionen Euro in die Elbphilharmonie buttert, aber die Kultur- und Kleinkunstszene immer weniger Unterstützung erhält.
Mein Velo
Das brauche ich, weil ich nie die Autoprüfung gemacht habe. Meine Freundinnen chauffierten mich rum.
Lieblingsprodukt
Wenn ich in der Heimat zu Besuch bin, gönne ich mir zum Frühstück ein Excellence-Caramel-Joghurt mit Rahm.
Autor: Reto Vogt
Fotograf: Christian Kerber