Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03544.jsonl.gz/2576

| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch X.
13.
Valentinus aber und seine Anhänger sagen, der Urgrund des Alls sei der Vater, gehen dann aber in ihren Meinungen auseinander. Die einen nämlich glauben, er sei allein und dabei fortpflanzungsfähig, die anderen, er sei ohne weibliches Wesen fortpflanzungsunfähig und geben ihm als Gattin Sige, während sie ihn selbst Bythos nennen. Von ihm und seiner Gattin sind nach einigen sechs Sprößlinge entstanden, Nus und Aletheia, Logos und Zoe, Mensch und Kirche; diese Achtzahl sei erzeugend; die innerhalb des Horos entstandenen Absonderungen wurden auch als innerhalb des Pleroma bezeichnet, die anderen als außerhalb des Pleroma, die [S. 274] dritten als außerhalb des Horos; deren Zeugungsprodukt sei das Hysterema. Aus dem im Hysterema entstandenen Äon stamme ein Wesen, der Demiurg. Valentinus läßt ihn aber nicht den ersten Gott sein, er lästert ihn vielmehr und diejenigen, die von ihm geschaffen sind; Christus sei aber aus dem inneren Pleroma herabgestiegen zur Rettung des verirrten Pneuma, das in unserem inneren Menschen wohnt, der um dieser Innewohnung willen gerettet wird. Der Leib soll nicht gerettet werden, er nennt ihn den ledernen Leibrock und den dem Untergang geweihten Menschen. Dies habe ich zusammenfassend vorgebracht; ihr Lehrsystem ist nämlich sehr ausgedehnt und sie haben viel verschiedene Meinungen. So lehrt des Valentinus Schule.