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Kaspar Stockalper war reich, mächtig – und wurde von vielen gehasst. Wie kam es dazu? Der Schriftsteller Helmut Stalder hat die Lebensgeschichte von Stockalper, der als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Walliser Geschichte gilt, im Buch «Der Günstling» aufgearbeitet.
«Der Günstling»
Der Schweizer Schriftsteller Helmut Stalder erzählt in der Biographie «Der Günstling» den Aufstieg und Fall von Kaspar Stockalper. Das Buch ist im Orell Füssli Verlag erschienen.
Im Jahr 1609 in Brig geboren, avancierte Kaspar Stockalper bald zu einem wichtigen Geschäftsmann und Politiker. «Nach seinem Studium im Ausland kam er zurück ins Wallis und merkte instinktiv, dass er hier an einer Schlüsselstelle sitzt», sagt Stalder.
Das System Stockalper
Damals, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, war Europa im Bann des Dreissigjährigen Kriegs und die Route von Norditalien an die Kanalküste war zentral. Stockalper trat hier als Transportunternehmer auf und führte beispielsweise eine Prinzessin samt ihrem Gefolge über den winterlichen Simplonpass. «Er konnte sich so super in Szene setzen, es war eine regelrechte PR-Aktion», so Stalder.
Er führte eine Prinzessin über den Simplonpass. Eine regelrechte PR-Aktion.
Je erfolgreicher Stockalper geschäftete, desto einflussreicher wurde er in der Politik. Als Geschäftsmann hatte er keine Skrupel. So vergab er etwa armen Bauern Kredite und wenn sie diese nicht zurückzahlen konnten, mussten sie ihm ihren ganzen Besitz überlassen. Schuldenfallen gehörten zum System Stockalper. Weil er politisch so erfolgreich war, konnte man nichts gegen ihn unternehmen.
Die Verehrung von Stockalper ist nachvollziehbar, aber auch irritierend.
Schlussendlich wurde Kaspar Stockalper doch zu mächtig. Er wurde von anderen Walliser Patrizierfamilien gestürzt und flüchtete nach Italien ins Exil. Zurückgeblieben sind mächtige Bauten wie das Stockalperschloss. Und, gerade im Wallis, eine grosse Verehrung für diesen Mann. «Das kann ich gut nachvollziehen», sagt Autor Helmut Stalder, «aber es hat auch etwas Irritierendes.»