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Bürgisserhus – Bahnhofstrasse 75
Warum trägt dieses Haus, mitten im Dorf gelegen, nicht den Namen eines Beriker Bürgers? Sattler Franz Xaver Bürgisser kam 1923 mit seiner Ehefrau Anna von Oberlunkhofen nach Berikon. Bereits 1926 konnte das Paar das Doppelhaus mit angebauter Scheune und angrenzender Werkstatt von Schmied Thomer und Alfons Wiederkehr erwerben. Es wurde für mehr als 60 Jahre das Wohn- und Geschäftshaus der Sattlerfamilie. Stolz liegt er damals auf der Fassade seines Hauses ein Emaille-Schild «Bettwaren Bürgisser» befestigen. 1990 musste er sein Geschäft altershalber schließen. 1998, nach seinem Tod, kauften die Ortsbürger das im Ortskern, so prägnante Haus und stellten dieses der Einwohnergemeinde zur Realisierung eines Ortsmuseums/Kulturzentrums gratis zur Verfügung.
Im Juni 1999 wurde von der Einwohnergemeinde ein Planungskredit von CHF 15'000 gesprochen. Zweck: Umbau des Hauses und Suche eines Architekturbüros. Im November 2000 haben die Ortsbürger einem unentgeltlichen Baurechtsvertrag mit der Einwohnergemeinde über 50 Jahre zugestimmt und an der Wintergemeinde einen Landabtausch und Landverkauf mit den Gebr. Wiederkehr bewilligt. Um dem Wunsch der Ortsbürger nach einem Ortsmuseum nachzukommen, beauftragt der Gemeinderat die Gesellschaft für Museologie Schweiz, eine Machbarkeitsstudie «Museum, Begegnungs- und Kulturzentrum» im Bürgisserhus zu erstellen. Da die Familie Bürgisser mit der Fabrikation und dem Handel von Bettwaren seit Jahren den Charakter des Hauses geprägt hatte, schlug die Gesellschaft für Museologie vor, ein «Haus des Schlafes» zu begründen. Ein Museum zu diesem Thema gibt es in der Schweiz noch nicht. Die Gemeindeversammlung vom November 1999 konnte diesem Vorschlag nicht folgen und beschloss Rückweisung des Projektierungskredits. Der Gemeinderat erhielt den Auftrag, einen Neubau mit dem gleichen Grundriss und Gebäudevolumen von Wohnhaus, Scheune und Sattlerei zu planen, jedoch ohne Schlafmuseum.
Am 23. April 2004 wurde mit dem Abbruch des Hauses begonnen. Am 12. August 2005 konnte das neu erbaute «Kulturzentrum Bürgisserhus» mit einem dreitägigen Fest eingeweiht werden.
Im ehemaligen Wohntrakt befinden sich Sitzungszimmer, Büros, das Berkerstübli mit dem alten Kachelofen und dem ausgebauten Dachstock. In der französischen Scheune sind im 1. Stock der Holzbirrlisaal mit Platz für 60 Personen, im Parterre die Cafeteria sowie eine kleine Küche untergebracht. Die Sattlerei bietet verschiedene Räume auf zwei Stockwerken. Die Aufteilung ermöglicht drei unabhängige Nutzungen, die auch völlig getrennt vermietet werden können.
Der 2002 gegründete Kulturverein übernimmt gemäss dem Gemeinderat die Verwaltung des Bürgisserhuses und die Aufgabe, dieses mit voraussichtlich voraussichtlichen Aktivitäten für alle Altersgruppen zu füllen.
Aus einer Aufzeichnung von 1885 über alle Sodbrunnen unseres Dorfes war bekannt, dass oberhalb dieses Hauses ein solcher existierte. Ein Foto von 1926 zeigt ebenfalls diesen Standort. Während der Aushubarbeiten konnte er lokalisiert werden und es wurde beschlossen, diesen neu aufzubauen. Er weist eine Tiefe von 7,2 Metern auf.