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In den USA extrem beliebt, ist die Nascar-Rennserie in Europa häufig nur Motorsportfans bekannt. Dabei gehören die Nascar-Rennen mit zu den spannendsten Rennen, die gefahren werden. Das liegt vor allem daran, dass es fast ausschließlich auf eine gute Taktik und fahrerisches Können ankommt.
Die Rennwagen selbst unterliegen sehr strengen technischen Regeln, die keine großen Unterschiede zulassen. Dadurch liegen die Wagen, was die Punkte Leistung und Fahrverhalten angeht, sehr eng beieinander.
Die Anfänge der Nascar
Dass in den USA so einiges anders ist, dürfte bekannt sein. Deshalb verwundert es wohl kaum, dass die Nascar-Serie ihren Ursprung in der Zeit der amerikanischen Prohibition hat. Um die Hintergründe um die Entstehung der Nascar zu verstehen, muss man ein wenig in die amerikanische Geschichte eintauchen.
In der Zeit zwischen 1920 und 1933 herrschte in vielen Gegenden der USA die Prohibition. Alkohol herzustellen, zu verkaufen oder zu trinken, wurden bestraft. Allerdings wollten sich viele Menschen nicht vorschreiben lassen, ob und wann Sie Alkohol trinken. Also wurden Whiskey und Gin in versteckten Brennereien hergestellt oder über die kanadische Grenze geschmuggelt. Hier beginnt die eigentliche Geschichte der Nascar.
Die Schmuggler benötigten Fahrzeuge, die nicht auffielen aber genügend Leistung hatten, um im Falle einer Kontrolle fliehen zu können. Schon mit diesen Vorläufern der heutigen Nascar-Autos wurden an Wochenenden private Rennen gefahren.
Das Rennen, das als Erstes gilt, wurde 1938 durch Bill France Senior organisiert. Durch den 2. Weltkrieg blieb das Rennen für die nächsten elf Jahre dann aber auch nur ein Einzelfall.
Erst 1949 wurde in Charlotte, North Carolina das erste reguläre Rennen der neu gegründeten Serie ausgetragen.
Die Faszination hinter den Rennen
Böse Zungen behaupten, das ein Rennen darin besteht, das einige Dutzend Autos für mehrere Stunden im Kreis fahren. Man kann den Kritikern zugutehalten, dass es für einen Laien tatsächlich so aussehen könnte.
Die eigentliche Faszination besteht jedoch in den zahlreichen Überholmanövern während eines Rennens. Da die Fahrzeuge oft nur wenige Zentimeter voneinander um die Rundkurse rasen, halten die Rennwagen auch Rempler aus, die sich gar nicht vermeiden lassen.
Beides sind Eigenschaften, die man in europäischen Rennserien mit ihren empfindlichen Fahrzeugen kaum noch findet. Als ein weiterer Grund für den Erfolg der Rennserien wird sehr häufig der dumpfe, grollende Sound der Motoren gesehen.
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Die Nascar-Rennwagen im Detail
Wenn man zum ersten Mal einen der Boliden zu Gesicht bekommt, hat man unwillkürlich das Gefühl, die Fahrzeuge wären aus der Zeit gefallen. Damit liegt man auch nicht ganz verkehrt, denn die Technik der Fahrzeuge basiert auf dem Stand der 60iger Jahre. Trotz mittlerweile etwas modernerer Formen wirken die Wagen immer noch riesig und schwerfällig.
Damit einheitliche Bedingungen für die Fahrer herrschen, sind die Motoren sehr starken Regeln unterworfen. So soll verhindert werden, dass finanzstarke Teams durch eine bessere Technik einen Vorteil erlangen, wie es zum Beispiel bei der Formel 1 der Fall ist.
Nur selten wird eine größere Änderung an den Regeln vorgenommen. Zuletzt war das der Fall, als der bis dahin übliche Vergaser durch Direkteinspritzung ersetzt wurde.
Doch die Boliden haben es in sich. Angetrieben werden Sie durch V8-Motoren, die etwa 750 PS leisten bei 5.8 Liter Hubraum. Immerhin müssen knapp 1,5 Tonnen Gewicht in Bewegung gesetzt werden.
Dadurch können theoretisch Geschwindigkeiten nah an der 400 km/h – Grenze erreicht werden. So ist für eine Trainingseinheit des Fahrers Rusty Wallace eine Geschwindigkeit von 382 km/h belegt.
Das war allerdings in den 90iger Jahren. Mittlerweile ist man auf schnellen Strecken dazu übergegangen, die Motorleistung zu drosseln. Hierzu werden sogenannte Restrictor Plates verwendet, die die in den Motor einströmende Luftmenge begrenzen. Durch diese Maßnahme wird eine Leistungsminderung auf ewa 450 PS erreicht.
Übertragen wird die Kraft durch ein 4-Gang-Getrieben, das als Handschaltung ausgelegt ist. Allerdings sind Schaltvorgänge während eines Rennens eher selten. Im Grunde werden die vier Gänge nur bei der Ausfahrt und Einfahrt in die Boxengasse benötigt. Außer es gab einen der recht häufigen Dreher während eines Rennens.
Doch nicht nur die Motoren unterliegen sehr restriktiven Bedingungen, auch alle anderen Fahrzeugteile werden genaustens vorgeschrieben. Das reicht von einheitlichen Chassis, auf denen die Fahrzeuge aufgebaut werden, über die Abmessungen bis hin zur Materialstärke der Karosserie.
So können die Hersteller nur in einem sehr begrenzten Umfang technische Änderungen vornehmen, dennoch wird eigentlich immer etwas weiter entwickelt – zumindest in den Grenzen der vorgeschriebenen Regeln.
Welche Hersteller sind mit welchen Fahrzeugen unterwegs
Nascar ist ein uramerikanischer Sport. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass bei den Herstellern amerikanische Unternehmen den Ton angeben.
Nur selten «nicht amerikanische» Hersteller in die Nascar. Als bislang einziger europäischer Autobauer nahm Jaguar in der Saison 1957 an Nascar-Rennen teil, ohne jedoch einen größeren Erfolg zu erringen.
Seit 2007 hat der japanische Konzern Toyota in der Nascar Fuß gefasst. Hier fährt man mit einem Toyota Camry, der in den USA zu den meistverkauften Fahrzeugen gehört.
Von den amerikanischen Herstellern waren in der Saison 2016 Chrysler mit dem Dogde Charger, Ford mit dem Fusion und General Motors mit dem Impala SS am Start. Man muss allerdings dazu sagen, dass die Fahrzeuge nur den Namen mit den Serienmodellen gemeinsam haben.
Fazit
In Europa ist die Serie nicht sehr bekannt. In den Vereinigten Staaten besitzt sie jedoch einen Stellenwert ähnlich wie in Europa die Formel 1. Mehr als 100.000 Menschen sind wöchentlich dabei, wenn die Boliden über die Rundkurse fahren.
Für Spannung sorgt dabei nicht unbedingt der Streckenverlauf, der eigentlich nur aus einem großen Oval besteht. Die Spannung entsteht durch die Tatsache, das die Fahrzeuge oft nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sind.
Außerdem gibt es keine großen Leistungsgefälle, wie in anderen Motorsportserien. Denn die Fahrzeuge und Technik unterliegen sehr engen Regeln, die kaum Spielraum für Experimente lassen.
Als uramerikanischer Sport herrschen im Fahrerfeld amerikanische Marken vor. Gegenwärtig sind das Chrysler, General Motors und Ford. Einziger ausländischer Hersteller, der sich zur Zeit engagiert ist Toyota.