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Bauphysik
Wärmeschutz
Ein behagliches Wohnklima bei niedrigem Energieverbrauch verlangt einen entsprechenden Wärmeschutz. Dies gilt sowohl im Sommer als auch im Winter. Massivholz trägt und dämmt zugleich. Deshalb sind Massivholz und Holzwerkstoffe ideal für den Bau hochwärmegedämmter Gebäudehüllen. Dank guten Dämmeigenschaften des Holzes weisen schon schlanke Konstruktionen ansprechende Dämmwerte auf.
U-Wert-Berechnung bei inhomogenen Holzbaukonstruktionen
Die meisten Holzbaukonstruktionen sind als inhomogene Systeme, mit Wärmedämmschichten zwischen der Holztragkonstruktion, konzipiert. Der die Wärmedämmschicht durchdringende Holzquerschnitt bildet dabei eine Wärmebrücke (Inhomogenität), die es bei der Beurteilung der Wärmeflüsse zu berücksichtigen gilt.
Die korrekte Ermittlung der U-Werte stellt bei inhomogenen Holzbauten höhere Anforderungen als bei homogenen Konstruktionen, dies insbesondere dann, wenn ein Bauteil in mehreren Ebenen inhomogen aufgebaut ist, so etwa bei kreuzweisem Lattenrost und Wärmedämmstoffen dazwischen.
Neben dem Näherungsverfahren mit oberem und unterem Grenzwert (SIA 180 bzw. SN EN ISO 6946) und der U-Wert-Berechnung mittels Wärmebrückenberechnung wird im nachfolgenden PDF ein komfortableres Verfahren gezeigt, das auf einer resultierenden Wärmeleitfähigkeit für die inhomogene(n) Schicht(en) Holz/Wärmedämmstoff beruht. Damit lassen sich auch die für einen angestrebten U-Wert erforderlichen Schichtdicken rechnerisch einfach und mit einer genügenden Genauigkeit optimieren.
Diffusion
Bei gut gedämmten Konstruktionen ist der Aufbau von grosser Wichtigkeit. So müssen auf der Warmseite dichtere Schichten ein Eindringen von Wasserdampf erschweren, während der Aufbau gegen die Kaltseite zunehmend diffusionsoffener ausgebildet sein muss. Traditionell wird dies mit dem Anbringen einer Dampfbremse (z.B. in Form einer PE-Folie) auf der Warmseite erreicht. Beim Einsatz von Dämmstoffen mit der Fähigkeit, Wasserdampf in begrenzten Mengen aufzunehmen, kann in gemässigten Klimazonen auf eine Dampfbremse verzichtet werden. Der Grundsatz: ‹Je näher gegen die Kaltseite, desto diffusionsoffener die Schichten› ist aber in jedem Fall einzuhalten.
Luftdichtigkeit
Die Luftdichtigkeitsschicht liegt auf der Innenseite einer Konstruktion. Erreicht wird diese Dichtigkeit zum Beispiel durch Beplankung mit Werkstoffplatten, deren Fugen abgedichtet werden, oder durch das Anbringen einer Dampfbremse. Luftdichte Gebäudehüllen sind entscheidend für Behaglichkeit und Energieverbrauch. Bei möglichst dichten Gebäudehüllen werden die Räume kontrolliert gelüftet. Die SIA-Norm 180 legt die Anforderungen für die Luftdurchlässigkeit fest. Atmungsfähige aber luftdichte Holzkonstruktionen (dampfdiffussionsoffen) erzeugen ein behagliches und natürliches Wohnklima.
Raumakustik
Die Raumakustik sorgt für gute Hörverhältnisse in Räumen. Das ist wichtig z.B. in Kirchen, im Theater, in Opern und Mehrzweckhallen. Für gute raumakustische Eigenschaften müssen verschiedene Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Insbesondere sind die Wahl der geeigneten Raumform (gleichmässige Schallverteilung ohne Echo und Fokussierungseffekte), die Regelung des Nachhalls und Senkung des Störschallpegels zu beachten. Mit schallabsorbierenden Wand- und Deckenverkleidungen wird die Raumakustik nach den gewünschten Eigenschaften eingestellt.
Bauakustik
Aufgrund der höheren Empfindlichkeit der Benutzer bezüglich Umweltimmissionen wie Lärm verfügt die Gebäudehülle heute über eine hohe Schalldämmung. Demzufolge entsteht ein tiefer Grundschallpegel in den Hauptnutzräumen, der wiederum die Sensibilität bezüglich Schallimmission erhöht. Insbesondere bei Neubauten werden mittlerweile höhere Anforderungen an den Schallschutz gestellt, als dies vor einigen Jahren noch der Fall war. Diesem Umstand wird in der Regel über die erhöhten Anforderungen gemäss Norm SIA 181 (2006) Rechnung getragen. Moderne Deckensysteme in Holz erfüllen auch diese hohen Anforderungen an den Schallschutz. Tieffrequenten Trittschallemissionen, die von den Normen (noch) unzureichend bewertet werden, wird inzwischen im Holzbau vermehrt Beachtung geschenkt. In der Lignum-Reihe ‹Lignatec› liegt seit 2008 eine Publikation zum Schallschutz von Holzdecken vor. Die dokumentierten Beispiele zeigen eindrücklich, dass moderne Decken in Holz in einer ganz anderen Liga als die altbekannte Holzbalkendecke spielen.