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Jeder Neuseeländer würde sich grün und blau ärgern bei dieser Aussage. Nicht nur, dass die beiden Länder in Sachen Sport ständig im Kampf sind, auch ist jeder Aussie und Kiwi überzeugt, dass sein Land das Schönste ist. Wer diesen Kampf gewinnt, lassen wir hier mal offen, schliesslich sind Geschmäcker verschieden.
Was macht Neuseeland zu Neuseeland?
Zwei grosse Inseln, die Nord- und Südinsel, ergeben den Hauptteil des Landes. Zusammen mit den zahlreichen kleineren Inseln nimmt Neuseeland etwas mehr Platz ein als sein Oberhaupt Grossbritannien. Die Nordinsel wird von mehreren aktiven Vulkanen dominiert und in gewissen Teilen ist die Erdkruste so dünn wie
nirgendwo sonst. Geysire und heisse Quellen treten an mehreren Orten zu Tage, auf der Nord- wie auch der Suedinsel.
Die Südinsel ist die grössere der beiden Schwestern und ist von Alpen und Hochgebirge durchzogen. Auf ihr ist die höchste Erhebung zu finden: der 3’754 Meter hohe Mount Cook. Regenwald, Gletscher und Meer treffen hier aufeinander und beweisen die Vielfalt Neuseelands. Nicht nur die Natur, auch die Bevölkerung Neuseelands ist vielfältig. Der grösste Teil setzt sich jedoch aus Ex-Europäern zusammen. Diese haben die Erstbesiedler Neuseelands, die Maori, auf Platz zwei verdrängt.
Wie auch die Aborigines in Australien verlor dieser indigene Stamm für längere Zeit seine Rechte, Kultur und Tradition. Seit mehreren Jahren haben sich die Maori die Erhaltung ihrer Bräuche zurückerkämpft. So ist die zweite Amtssprache Maori und auch an vielen Schulen werden Maori, traditionelle Tänze und Gesänge unterrichtet.
Kulturkaempfe und Voelkerrechte
Die Maori, urspruenglich Polynesier, waren die ersten, die Neuseeland anfangs des 14. Jahrhunderts besiedelten. Sie gaben Neuseeland auch seinen ersten Namen: Aotearoa – Land der langen, weissen Wolke. Gerechtfertigt, denn Wolken hat es viele, wenn auch leider nicht nur weisse. Der englische Seefahrer James Cook erreicht Neuseeland mehr als drei Jahrhunderte später und beweist mit einer Umsegelung den Inselstatus. 1775 wird das Land als Staatsgebiet des englischen Königreichs erklärt. Kolonialisierung, Christianisierung und Staatsordnung halten Einzug.
Mit der Einführung des ersten Wahlrechts, das nur individuelle Landbesitzer zur Stimmabgabe berechtigt, wird den in Gruppen lebenden Maori ihr Stimmrecht entzogen. Erst 1867 werden dem Stamm vier Mandate im Parlament zugestanden. 1947 erhält Neuseeland nach längeren Konflikten mit der englischen Krone volle Souveränität. Auch die revolutionären 60er und 70er Jahre gingen lautstark ihren Weg. Junge Maori fordern ihre Rechte zurück und wollen eine Auseinandersetzung und Rechtfertigung der Vergangenheit ihres Volkes. Dieser Kampf hat sich bis heute noch nicht zur Ruhe gesetzt, wenn auch immer mehr weisse Neuseeländer die Maori als bevorzugt anprangern.
Viele Kühe und Schafe
Neuseeland lebt von der Landwirtschaft. Nirgendwo wird man wohl so viele glückliche Schafe und Kühe finden. Diese tummeln sich auf übergrossen Wiesen und prägen das Landschaftsbild. Kein Haus, kein Mensch, kein Auto in Sicht, aber mindestens zehn Schafe.
Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle. Campervans gondeln im Fünf-Minuten-Takt den Strassen entlang und ein Hostel löst das andere ab. Kein Wunder, gehören die beiden Inseln zu den beliebtesten Reisezielen. Fauna und Flora sind beeindruckend und auf bewahrte Wildnis, traditionelle Plätze und geschichtliche Bauten wird acht gegeben. Naturpärke und Reservate sorgen dafür, dass Neuseeland hoffentlich auch in Zukunft so grün und voller Kraft sein wird.