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Das Einführungsseminar für Ego States von Woltemade Hartmann (Juni 2015, München) hat mich sehr inspiriert. „Die Ego-State-Therapie, ein hoch effizienter psychotherapeutischen Ansatz, basiert auf der Annahme, dass die Persönlichkeit (aller Menschen) nicht aus einem homogenen Ganzen, sondern aus verschiedenen Anteilen, den Ego-States, besteht“ (Quelle: Einführung in Ego States, Woltemade Hartmann).
Besonders hilfreich in diesem ersten einführenden Teil war die Einführung in Somatic Experiencing, in welcher die Erkenntnisse der Neuropsychologie zur Erkennung und Therapie traumatischer Symptome herangezogen werden. Das laufend ergänzte Wissen um das Autonome Nervensystem, das Lebensflussmodell von Peter Levine sowie die Polyvagale Theorie von Steven Porges ergänzen sich dabei ideal, um die Art und Weise zu optimieren, traumatischen Symptomen zu begegnen. Woltemade Hartmanns Weg, der Symptomatik mit Hilfe der verschiedenen eigenen Anteile (Ego States) einen Ausweg zu bieten, ist einer der Implikationen.
Das Autonome Nervensystem (auch vegetatives oder viszerales Nervensystem genannt) reguliert die unwillkürlichen Grundfunktionen unseres Körpers (oder wie Porges sagt: es reguliert den Zustand der Eingeweide), wie die Durchblutung von Organen und Muskeln, die Auslösung biochemischer Prozesse, die Aktivierung (und Deaktivierung) bestimmter Hirnteile. Es besteht aus dem Zusammenspiel zweier kontroverser Regulationsmodellen, dem Sympathischen Nervensystem und dem Parasympathischen Nervensystem. Der Begriff der Autonomie bezieht sich auf biologisch festliegende, automatisch ablaufende innerkörperliche Vorgänge und wurde vom Physiologen John Langley geprägt.
Das Sympathische Nervensystem bereitet den Körper auf Stress vor und bewirkt eine Leistungssteigerung (ergotrope Wirkung). Es aktiviert die Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft, mobilisiert Überlebensreaktionen wie Kampf und Flucht, schüttet Cortisol und Adrenalin aus, löst schnelle Atmung aus. Die Blutgefässe ziehen zugunsten einer verstärkten Durchblutung der Muskeln zusammen. Symptome eines überaktivierten Sympathischen Nervensystems sind Angst/Panik, Aggression, Hyperaktivität/Manie.
Das parasympathische Nervensystem bildet den Antagonisten des Sympathischen Nervensystems und erfolgt durch den Nervus Vagus. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen aktiviert, die der Regeneration des Organismus und dem Aufbau von Energiereserven dienen. Er wird wegen seiner trophotropen Wirkung auch Ruhenerv genannt. Symptome eines überaktiviertem Parasympathischen Nervensystems sind Depression/Erschöpfung, Dissoziation, Schmerzen.
Ein Trauma kann eine chronische Übererregung des Autonomen Nervensystems zur Folge haben, eine Übererregung des Sympathicus, des Parasympathicus oder von beiden.
Die gleichzeitige Überaktivierung von Sympathicus und Parasympathicus macht das System instabil. In der Folge zeigen sich komplexe, widersprüchliche Symptomatiken wie zum Beispiel Angst und Depression, Muskelverspannung bei niedrigem Muskeltonus, Reizdarmsyndrom, Fibromyalgie.