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Vor gut 100 Jahren, im Frühling 1913, reiste der damals 22-jährige Albert Bächtold (1891–1981) aus dem schweizerischen Schaffhausen nach Russland, um dort eine Stelle als Hauslehrer auf einem Adelsgut anzutreten. Etwas später wechselte er seinen Beruf und machte eine kaufmännische Ausbildung in einer Handelsfirma. Nach dem Ausbruch der Oktoberrevolution 1917 wurde ihm durch eine Verhaftung mit anschliessendem Verhör durch die Tscheka bewusst, dass für ihn kein Platz mehr war in diesem Land. 1918 betrat er in Basel wieder Schweizer Boden.
Albert Bächtold wandelte sich nach der bewegten ersten Hälfte seines Lebens in den Jahren nach 1935 zu einem bedeutenden Mundartschriftsteller und nahm seine eigene Biografie zum Thema seiner Romane. Unter dem russifizierten Namen „Piotr Ivanowitsch“ erschienen 1950 im Schaffhauser Meier Verlag die beiden Bände, welche seine Russlandjahre zum Thema haben.
Bis 2018 waren die Schriften von Albert Bächtold nur jenen Leuten zugänglich, welche die schweizerische Mundart beherrschten. Dank der Albert Bächtold-Stiftung und der hervorragenden Arbeit der beiden Übersetzer Elena Kholodova-Rudenko und Sergei Sarzhevsky wurde das Buch im renommierten Sankt-Petersburger Verlag Aleteja veröffentlicht. Jetzt hat auch das russische Publikum die Möglichkeit, sich mit seinen Werken bekannt zu machen.
Am 13. Februar 2019 fand die Präsentation der russischen Ausgabe des Buches von Albert Bächtold «Piotr Ivanowitsch» in der Residenz des schweizerischen Botschafters statt. Nach dem Grusswort des Botschafters Yves Rossier wurde das Buch von Herrn Hans Ritzmann, Präsident des Stiftungsrates der Albert Bächtold-Stiftung, Frau Elena Kholodova-Rudenko und Alexei Kholodov präsentiert. Die zweisprachige Lektüre (in der Schaffhauser Mundart und Russisch) wurde von speziell ausgesuchter Klaviermusik begleitet, vorgetragen vom talentierten Jungpianisten Simon Bürki.
Wir haben kürzlich gehört, dass sich das Buch in Russland gut verkauft. Wir freuen uns sehr darüber und hoffen, dass unserе Präsentation dazu beigetragen hat. Es nahmen mehr als 70 Personen teil, darunter Übersetzer, Literaturwissenschaftler, Deutschlehrer und Buchliebhaber.