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Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) – Definition und wichtigste Informationen
Speiseröhrenkrebs, auch Ösophaguskarzinom genannt, gehört zu den selteneren Krebserkrankungen. In der Schweiz sind jährlich rund 600 Personen davon betroffen.
01.02.2021
Speiseröhrenkrebs entwickelt sich meist aus den Zellen in der Schleimhaut der Speiseröhre. Häufig spüren Betroffene über eine längere Zeit keine Beschwerden. Deshalb wird die Erkrankung oft erst in einem späten Stadium diagnostiziert. Die Prognose für die Patienten ist in diesem Fall sehr schlecht. In den letzten Jahren wurden jedoch neue Therapien entwickelt, die das Behandlungsspektrum erweitern und die Therapieerfolge deutlich verbessern können.
600
In der Schweiz wird jährlich bei rund 600 Personen Speiseröhrenkrebs diagnostiziert, rund 450 sterben jedes Jahr daran.
600’000
Speisröhrenkrebs ist die 9. häufigste Krebsart weltweit. Mehr als 600’000 Menschen sind jährlich davon betroffen.
Speiseröhrenkrebs tritt vor allem bei älteren Erwachsenen auf. Von den Betroffenen sind circa 75% Männer und 25% Frauen.
Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
Bei Speiseröhrenkrebs bilden sich Krebszellen im Gewebe der Speiseröhre.
Die Speiseröhre ist ein elastischer Muskelschlauch, in dem Nahrung und Flüssigkeit vom Mund zum Magen gelangen. Die Wand der Speiseröhre besteht aus mehreren Gewebeschichten, darunter Schleimhaut, Muskeln und Bindegewebe.
Speiseröhrenkrebs beginnt an der Innenauskleidung der Speiseröhre und breitet sich beim Wachsen durch die anderen Schichten nach aussen aus. Geht der Krebs von den im oberen Teil der Speiseröhre gelegenen Schleimhautzellen aus, spricht man vom «Plattenepithelkarzinom». Geht der Krebs von den im unteren Drittel der Speiseröhre liegenden Schleimhautdrüsenzellen aus, spricht man vom «Adenokarzinom». Wie bei allen Krebsarten kann Speiseröhrenkrebs metastasieren oder sich auf andere Bereiche des Körpers ausbreiten.
Anzeichen und Symptome von Speiseröhrenkrebs
In den meisten Fällen verursacht Speiseröhrenkrebs über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden.
Die folgenden Anzeichen können auf Speiseröhrenkrebs hindeuten:
- Schluckbeschwerden, zuerst bei fester, später auch bei weicher und flüssiger Nahrung
- ungewöhnliches Würgen beim Schlucken von Speisen
- schmerzhafte Krämpfe der Speiseröhre
- Sodbrennen oder häufiges «Aufstossen» (Reflux)
- ungewollter Gewichtsverlust
- Schmerzen und Heiserkeit
Diese Symptome können auch andere, harmlosere Ursachen als eine Krebserkrankung haben. Sie sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.
Therapieoptionen
Die wichtigste Therapieoption bei Speiseröhrenkrebs ist die Operation. Ziel der Operation ist, den Tumor vollständig zu entfernen und damit die Krankheit zu heilen. Je nach Fall kann der Speiseröhrenkrebs auch mit einer Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie bzw. Kombinationen davon behandelt werden.
Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs
Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren die Entstehung von Speiseröhrenkrebs begünstigen können. Dazu zählen:
- Rauchen
- erhöhter Alkoholkonsum
- Barrett-Ösophagus, d.h. Zellveränderungen im unteren Teil der Speiseröhre, die zu Speiseröhrenkrebs führen können
- Magenreflux, auch bekannt als «Sodbrennen», gilt als die häufigste Ursache für Barrett-Ösophagus
- Übergewicht
Nach heutigem Wissensstand ist Speiseröhrenkrebs nicht vererbbar. Familiäre Häufungen sind jedoch möglich.
Vorbeugung von Speiseröhrenkrebs
Das Erkrankungsrisiko für Speiseröhrenkrebs kann durch folgende Faktoren reduziert werden:
Verzicht auf Tabak und Alkohol
Als wichtigste Lebensstil-Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs gelten Tabak und Alkohol. Jeder Faktor für sich erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs um ein Vielfaches. Das Risiko ist noch grösser, wenn sie kombiniert werden. Der Verzicht auf Tabak und Alkohol ist eine der besten Möglichkeiten zur Vorbeugung von Speiseröhrenkrebs.
Achten Sie auf Ernährung, Körpergewicht und Bewegung
Es ist wichtig, sich ausgewogen zu ernähren und ein gesundes Gewicht zu halten. Eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist und regelmässige Bewegung können dazu beitragen, das Risiko für Speiseröhrenkrebs zu senken.
Lassen Sie Magenreflux und Barrett-Ösophagus behandeln
Die Behandlung von Reflux kann helfen, Barrett-Ösophagus und Speiseröhrenkrebs zu verhindern. Reflux kann mit einer Änderung der Ernährung und des Lebensstils sowie mit Medikamenten oder einem chirurgischen Eingriff behandelt werden. Auch für die Behandlung der Zellveränderungen beim Barrett-Ösophagus gibt es verschiedene Therapieoptionen.
CH-NON-01038; 02/2021