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Wir fahren die Strecke von Palmwag bis kurz vor Etosha, wir wollen in einer Cheetah Farm übernachten. Dort halten sie zahme und wilde Geparden. Auf dem Weg dorthin fahren wir über den (Ich bin) Groot-Berg Pass. Sehr schöne terrassenförmige Berge, welche ein bisschen an Arizona in den USA erinnern. Wir sehen etwa 200 Meter von der Strasse entfernt Giraffen. Kurz bevor wir an unserem Ziel ankommen, steht ein Mann auf der Strasse. Er warnt uns, dass vor uns ein Flussbett mit Wasser ist und wir doch auf der rechten Seite entlang fahren sollen, weil sich auf der linken Steine befinden. Dann fragt er uns von wo wir kommen und ob wir Fussball mögen. Dann nimmt er ein Heft hervor und er erklärt uns, dass er in einer Fussballmannschaft spielt und sie neue Trikots benötigen und auf Spenden angewiesen sind. Ich begutachte das Heft, die Schrift scheint bei allen Leuten, welche bereits “gespendet” haben dieselbe zu sein. Ich lehne dankend ab, er bleibt hartnäckig und fragt ob wir ihm nicht doch etwas geben möchen, für den Tipp mit dem Wasser. Ich verneine wieder und fahre weiter. Als hätte ich es vermutet, da ist kein Wasser…okay, neben der Strasse hat es Wasser, aber da fahre ich bestimmt nicht lang. Es häuft sich langsam mit den Betrügern hier, Schluss jetzt mit meiner Wohltätigkeit. No more Mr. Niceguy!
An der Tankstelle von Kamanjab warten auch schon die nächsten. Ich lasse voll tanken und werde gleich von zwei Typen angesprochen, der übliche Smalltalk, woher ich komme, wie ich heisse. Sie fragen wie meine und Varencas Mutter heisst. Ich seh schon wo das hinführt. Es gibt hier sogenannte “Künstler”, welche den Namen in diese Nüsse einschnitzen und du sie dann quasi abkaufen “musst”, weil sie es ja schliesslich schon gemacht haben. Ich bezahle den Füllstopp und sage den anderen beiden Herren auf Wiedersehen. Und tschüss. Selbst Schuld, wenn sie etwas machen, ohne dafür einen Auftrag erhalten zu haben.
Wir kommen an der Cheetah Farm an und das Tor ist zugesperrt mit einem Schild. “Bitte klingeln! Betreten auf eigene Gefahr!” Wir klingeln und eine Dame kommt und erklärt uns wo der Campingplatz ist und dass wir um 16 Uhr abgeholt werden. Okay, wir haben nichts gross gesagt und sie wollte vorerst auch keine Personalien von uns. Wenn es immer so einfach gehen würde. Um 16 Uhr kommt ein Jeep bei unserem Platz vorbei, wir springen auf die Ladefläche und werden zu der Farm gefahren. Dort sehen wir schon beim heranfahren, weshalb betreten auf eigene Gefahr ist. Hinter dem Tor laufen drei Geparden hin und her. Bevor wir das Tor betreten, gibt es ein kurzes Briefing mit den Verhaltensregeln bei diesen Tieren. Nur von vorne streicheln, nur am Kopf und oberen Rücken, immer etwa eine Armlänge Abstand, nicht umarmen. Alles klar, dann werden diese Tiere nicht geknuddelt.
Nach dem Eintreten kommt schon der erste Gepard auf uns zu, Varenca streichelt ihn am Kopf und er beginnt zu schnurren und ihre Hand abzulecken. Wie bei unseren Katzen zu Hause. Wir streicheln auch die anderen beiden, danach ist Fütterungszeit bei den Dreien. Jeder kriegt ein zwei Kilogramm Stück Oryx Fleisch. Nun dürfen wir uns nur auf zwei Meter an die Tiere nähern, ausser wir wollen angegriffen werden. Die Wildkatzen wurden vom Besitzer von klein auf grossgezogen mit der Flasche,nur deshalb sind sie so zahm. Dann laufen wir wieder Richtung Tor um zu den wilden Geparden zu fahren, dabei hat unser Fahrer das Tor einen Spalt zu weit offen. Das sieht der eine Gepard und nutzt seine Chance. Er sprintet in einem Affenzahn hinaus und greift sogleich die Ziegenherde an, welche draussen vorbei läuft. Wird aber gleich von den beiden Hunden, welche die Ziegenherde begleiten, angebellt und in die Flucht geschlagen. Wir warten bis der Gepard wieder eingefangen ist und steigen dann wieder auf die Ladefläche des Jeeps. Als wir in das Gehege der wilden Geparde einfahren, sehen wir schon von weit her wie sie uns beobachten. Sie kommen langsam aus ihren Verstecken heraus. Sie kennen das Geräusch des Tores. Das Geräusch des sich nähernden Jeeps. Es ist Fütterungszeit.
Wir fahren mit dem Jeep bis zu einer offenen, übersichtlichen Stelle. Der Fahrer wartet einen Moment, beobachtet das Geschehen um den Wagen herum und steigt dann aus. Die Geparden knurren ihn an. Er öffnet den Behälter mit dem Fleisch und wirft ein Stück in die wartende Meute. Der erste schnappt sich das Stück und rast so schnell er kann davon. So geht das Spiel weiter, bis auch der letzte Gepard sein Fressen hat. Wir fahren wieder zum Ausgang dieses Geheges und sehen einen einzelnen Gepard in einem zweiten Gehege. Dieser wurde ausgesperrt, sagt uns der Fahrer. Besser gesagt, sie wurde ausgesperrt, weil sie Mutter geworden ist und vier junge Geparden hat. Sie sind von den anderen getrennt, da sie sonst angegriffen und aufgefressen werden. Auch sie bekommt Fleisch, sogar zwei Stück. Wir beobachten wie die Kleinen aus dem Gebüsch kommen und der Mutter mit dem Fleisch folgen.
Danach werden wir wieder in unser Camp gefahren und geniessen den warmen Winterabend.