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Kurzbeschreibung
Unterscheiden ist eine der elementarsten Ordnungstechniken. Sie operiert mit dem Unterschied von Gleichem und Ungleichem. Anhand einer Unterscheidung kann man mehrere Objekte in zwei Gruppen sortieren.
Funktionsweise und Leistung
Unterscheiden hilft Dinge auseinander zu halten, die durchaus Ähnlichkeiten aufweisen können und die man unter Umständen auch verwechseln oder gleichsetzen könnte. Indem man jedoch eine Unterscheidung trifft, gewinnt man ein kognitives Mittel an die Hand, mit dem man produktiv arbeiten kann (vgl. Englisch: „to make a difference“). Unterscheiden führt zu einem präziseren Verständnis eines Sachverhalts und kann Missverständnisse vermeiden helfen.
Das Sortieren kommt v.a. zur Anwendung, wenn man eine Vielzahl von Gegenständen oder Begriffen zu ordnen hat. Indem man eine Leitunterscheidung ansetzt, kann diese Vielzahl in zwei entgegen gesetzte Gruppen gegliedert werden. Dadurch erhalten sowohl die Gruppen als auch die einzelnen Element eine zusätzliche semantische Konturierung.
Vorgehen
Unterscheiden
Eine Unterscheidung bahnt sich häufig durch eine Art intellektuelles Unbehagen im Umgang mit gewissen Begriffen an, das in eine Feststellung der Art mündet: „Das ist doch nicht dasselbe.“ Z.B. könnte man die Begriffe „Unterscheiden“ und „Sortieren“ weitgehend synonym verwenden. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch fest, dass das Unterscheiden der kognitive Akt ist, den man benötigt, um eine gemischte Menge von Elementen zu sortieren.
Will man also eine Unterscheidung vornehmen, benötigt man zunächst einmal zwei Begriffe oder Dinge oder Sachverhalte, die irrtümlich gleichgesetzt oder verwechselt werden könnten. D.h. eine Unterscheidung basiert auf einer Gemeinsamkeit (Bsp.: Die Redewendung, dass man Äpfel und Birnen nicht vergleichen könne, unterschlägt, dass es sich bei beidem um Kernobst handelt). Die Unterscheidung setzt dort an, wo die Gemeinsamkeiten aufhören und Differenzen bemerkbar werden, weil man die zu unterscheidenden Dinge genauer betrachtet.
Sortieren
Liegt eine Vielzahl von Gegenständen oder Begriffen vor, muss man zunächst die Leitdifferenz festlegen. Dazu empfiehlt es sich die Elemente kursorisch zu überfliegen. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, die Vielzahl der Elemente vorgängig zu Gruppen zu sortieren, damit sich eine Leitdifferenz deutlicher abzeichnet.
Sobald man eine Leitdifferenz (und sei es bloss provisorisch) bestimmt hat, erstellt man auf jeder Seite der Unterscheidung eine Liste, indem man alle Elemente einer der beiden Seiten zuzuordnen versucht. Dies wird nicht immer ganz zwanglos gelingen und es ist eine Ermessensfrage, wie weit man damit gehen mag. Je nachdem muss man die Leitunterscheidung korrigieren oder gewisse Elemente beiseite lassen. Alternativ kann man auch beginnen, weitere Unterscheidungen einzuführen und dadurch eine komplexere Ordnung herzustellen.
Klassische Leitdifferenzen sind:
- innen – aussen
- oben – unten
- positiv – negativ
- weiblich – männlich
- Natur – Kultur
- real – fiktiv/imaginär
Jede Unterscheidung stellt zugleich eine Verallgemeinerung dar, da Elemente nur hinsichtlich des Unterscheidungsmerkmals betrachtet und alle weiteren Eigenschaften abstrahiert werden.
Konkretes Beispiel
- Als Kind lernt man zu unterscheiden, was man essen kann und was nicht.
Prominente TheoretikerInnen
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Probleme
In der Regel lassen sich nicht alle Elemente einer ungeordneten Vielzahl in eine Unterscheidung einordnen.
Verknüpft mit
- Ordnung herstellen
- Liste erstellen
- Verallgmeinerung
Übersicht über die Techniken
Vom Einfachen zum Komplexen
- Freies Assoziieren (Brainstorming)
- Mind Map
- Relevantes Auswählen
- Unterscheiden und Sortieren
- Relevantes Auswählen
- Definieren
- Grafisch Visualisieren
- Gestalt Finden
- Perspektive bzw. Standort Wechseln
- Objektivieren
- Zusammenfassen
- Paraphrasieren
- Beispiel Geben
- Metapher Bilden
- Narrativ Entwickeln
- Implizites explizit Machen
- Dogmen und Prämissen hinterfragen
- Ordnung Herstellen
- Logisches Schliessen und Beweisen
- Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
- Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
- Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
- Hermeneutisches Verstehen