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Editorial Europäer Dezember/Januar 2011/12
Wer die Geschichte der Europäischen Einigung überblickt, wird die Rolle Winston Churchills nicht übersehen können. Dieser ausschließlich britisch-amerikanische Interessen vertretende Staatsmann rief im September 1946 in seiner Zürcher Rede bekanntlich zur Bildung der Vereinigten Staaten von Europa auf. Über die nach dem Zweiten Weltkrieg in Angriff genommene, zunächst wirtschaftliche und dann zunehmend politische Einigung kann Gutes gesagt werden: Sie hat Europa während bald 70 Jahren vor neuen Kriegen verschont. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass Churchill ein halbes Jahr nach seiner Zürcher Rede in London die europäische Einigung lediglich als unerlässliche Zwischenetappe zu einem weit wichtigeren Ziel darstellte: «Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltregierung ist das Endziel, das wir anzustreben haben (…) Ohne ein Vereinigtes Europa keine sichere Aussicht auf eine Weltregierung.»* Diese Weltregierung sollte selbstverständlich anglo-amerikanisches, nicht europäisches Gepräge tragen.
An diese Intention darf zu einem Zeitpunkt erinnert werden, wo in Europa in zwei krisengeschüttelten Staaten Persönlichkeiten an die Macht gekommen sind, welche eine verkörperte Garantie für westliche machtwirtschaftliche Interessen darstellen: Der Grieche Lucas Papademos und der Italiener Mario Monti.
Laut Robert Wenzel, dem Herausgeber des Economic Political Journal, war Papademos Wirtschafter in der Federal Reserve Bank von Boston, früherer Vizepräsident der Europäischen Zentralbank und Mitglied der Trilateral Commission seit 1998. Monti ist u.a. Berater von Goldmann-Sachs, Bilderberger und Europa-Vorsitzen- der der Trilateral Commission.
Letztere Körperschaft wurde im Jahre 1973 durch David Rockefeller und Zbigniew Brzezinski ins Leben gerufen, deren Glaube an die Weltmachtsendung der USA so effizient wie wahnhaft ist.** Mit oder ohne Scheitern des Euro – Churchills Fernziel scheint in immer greifbarere Nähe zu rücken, und zwar mit Hilfe europäischer Staatsmänner, deren Zahl natürlich leider ohne Weiteres vermehrt werden könnte.
Patrick Wood, der zusammen mit Antony Sutton in den 70er Jahren die Politik der Trilateral Commission analysierte, stellt fest: «Dass trilaterale Banker wie Papademos und Monti nun als Premierminister ihre eigenen Nationalstaaten anführen, sollte als ein Schritt in Richtung Zwangsverwaltung angesehen werden – ein Schritt, der darauf abzielt, die Vermögenswerte der Banken des Netzwerks, die sie repräsentieren, zu schützen.»***
Das wirksame Gegengewicht zu dem besonders im anglo-amerikanischen Westen kultivierten (und dann global exportierten und nachgeahmten) Willen, die Weltangelegenheiten ausschließlich durch wirtschaftliche und militärische Tatsachen zu regeln, kann durch die Pflege und das Aufgreifen der Impulse der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners gebildet werden, der auf all diese einseitigen Tendenzen längst hingewiesen hatte.
Alles Handeln, auch das von derzeitig «erfolgreichen» Machtstrategen, hat karmische Wirkungen, welche sich spätestens in kommenden Erdenleben auswirken. Wir haben, auch im Hinblick auf die sich zuspitzende Weltkrise beschlossen, unserem Kalender Karma-Angaben Steiners hinzuzufügen. Sie mögen helfen, gerade mitten im Sumpf der materialistischen Denkpraxis, die uns überall umgibt, den Blick auf die letzten Endes viel höheren Gesetzmäßigkeiten karmisch-geistiger Art zu richten – und unbeirrt gerichtet zu halten. Mit guten Adventswünschen
Thomas Meyer
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* Zitiert und Quelle in Th. Meyer, Ludwig Polzer-Hoditz – Ein Europäer, 2. Aufl. 1996, S. 575.
** Brzezinski schrieb bereits 1970 in seinem Buch Between Two Ages: America’s Role in the Technetronic Era.: «Der Nationalstaat als fundamentale Einheit des organisierten menschlichen Lebens ist nicht mehr die wichtigste schöpferische Macht: Internationale Banken und multi-laterale Konzerne handeln und planen in einer Weise, welche den politischen Konzepten des Nationalstaats weit überlegen ist.»
*** http://www.augustforecast.com/2011/11/11/trilateral-commission-influence-in-the-eurozone/