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In etlichen Städten Brasiliens wird es dieses Jahr keine offiziellen Karnevalsveranstaltungen geben. Während in einigen Munizipen die Wirtschaftskrise und der Mangel an Finanzmittel als Begründung angegeben wird, sind es in anderen eine erhöhte Zahl von Dengue-Erkrankungen, mangelnde Sicherheitskräfte und im Nordosten des Landes ebenso die Dürre.
In Ceará hat der Rechnungshof die 184 Munizipen des Bundesstaates angeschrieben mit der Empfehlung für die Karnevalsfestivitäten keine öffentlichen Mittel zu verwenden. Die Mehrheit der Städte des im Nordosten Brasiliens gelegenen Ceará ist der Aufforderung nachgekommen. Ein Problem sind die durch die Krise gesunkenen Steuereinnahmen der Städte sowie die verspätet eingehenden Zahlungen vom Bund.
Der Gouverneur Cearás hat darüber hinaus ein Dekret erlassen, mit dem er öffentlichen Einrichtungen Ausgaben für den Karneval verbietet. Um dennoch nicht auf den Karneval verzichten zu müssen, werden in einigen Städten alternative Wege gegangen. In Aquiraz haben private Sponsoren die Kosten für die notwendige Infrastruktur übernommen, wie Bühnenaufbau, Tonanlage oder chemische Toiletten.
In Rio Grande do Norte hat Macau den Karneval offiziell abgesagt. Er gilt als der größte der Region. Auch dort wurde zunächst auf die Privatinitiative als Geldgeber gesetzt. Angesichts der extremen Dürre, die 153 Munizipe des Bundesstaates geißelt und dort für einen Notstand gesorgt hat, hat dort das Staatsministerium empfohlen, auf die Festivitäten zu verzichten.
Im südbrasilianischen Paranaguá ist das bunte Treiben kurzerhand um ein paar Monate verschoben worden. In der 140.000 Einwohner zählenden Stadt herrscht derzeit eine Dengue-Epidemie, die bereits Todesopfer gefordert hat.
Im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul verzichten angesichts der Finanzkrise 94 von 118 Städte auf Investitionen in das Fest König Momos. In Porto Alegre werden indes sieben Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 1,6 Millionen Euro) investiert, da der Karneval von sozialer Bedeutung sei, wie es zur Begründung heißt. Für viele Städte ist die fünfte Jahreszeit zudem eine wichtige Einnahmequelle, da durch die Veranstaltungen Touristen aus Nah und Fern angezogen werden.