Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03226.jsonl.gz/708

Tipp 1: Alternativen prüfen
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, beim Schreiben nach Alternativen zu suchen. Sie können sich zum Beispiel fragen: Was geschieht mit einem formulierten Satz, wenn ich die Satzstruktur verändere oder ein anderes Wort zum Subjekt mache? Durch welche ähnlichen Wörter oder Synonyme kann ich wiederkehrende Ausdrücke ersetzen? Lassen Sie sich bei der Suche nach sinn- und sachverwandten Wörtern vom Computer helfen. Word bietet zum Beispiel die Funktion «Thesaurus» an, mit der Sie Synonyme für Wörter abrufen können. Eine andere Möglichkeit ist, auf spezialisierte Webseiten wie das Duden-Wörterbuch oder die Plattformen buchstaben.com oder Woxikon zurückzugreifen.
Tipp 2: Kürzere Formulierungen wählen
Viele Formulierungen in Texten lassen sich durch kürzere Varianten ersetzen. Hier einige Beispiele.
Feste Wendungen aus Verben und Nomen
Gültigkeit haben → gelten
zur Anwendung bringen → anwenden
zur Verfügung stellen → anbieten
eine Genehmigung erteilen → genehmigen
zur Diskussion stellen → vorschlagen
Wendungen, die sich durch eine einzige Präposition austauschen lassen
mit Ausnahme von → ausser
aus diesem Grund → deshalb, daher
in der Folge → anschliessend, danach
eine Vielzahl von → viele, zahlreiche
Teilweise lassen sich Wörter ersatzlos streichen, weil sie wiederholende oder im Kontext selbstverständliche Informationen enthalten
die möglichen Risiken → die Risiken
die denkbaren Alternativen → die Alternativen
die erfolgten Messungen → die Messungen
die durchgeführte Untersuchung → die Untersuchung
der entsprechende Vorschlag → der Vorschlag
Wer verständlich schreibt, kennt die Klaviatur des Satzbaus.
Tipp 3: Einfache Sätze anstreben
Versuchen Sie generell, kurze Sätze zu bilden. Lange Sätze sind zwar nicht grundsätzlich schwer verständlich. Allerdings steigt mit zunehmender Satzlänge die Gefahr, dass man sich in komplizierten Konstruktionen mit mehreren Nebensätzen verliert. Überprüfen Sie beim Schreiben ab und zu die Länge Ihrer Sätze. Sie können sich dabei an folgendem Richtwert orientieren: Die durchschnittliche Satzlänge eines längeren Textes sollte bei rund 15 Wörtern pro Satz liegen. Nehmen Sie sich vor, nur eine wesentliche Information pro Satz zu vermitteln. Auch das hilft Ihnen, zu einem verständlichen Stil mit kurzen, einfachen Sätzen zu finden.
Die klassische Satzstellung
In einem einfachen Aussagesatz steht das Subjekt im Deutschen gewöhnlich an erster und die Verbform an zweiter Stelle, danach folgen die übrigen Satzglieder. Beispiel: «Das Unternehmen prüft einen Ausbau der Dienstleistungen.» Diese Satzstruktur garantiert für einfache, klare Sätze.
Vermeiden Sie Attributketten
Attribute sind Ergänzungen, durch die Substantive oder Pronomen genauer beschrieben werden. Sie sind nichts Aussergewöhnliches, ohne sie käme das Deutsche gar nicht aus. Problematisch wird es, wenn mehrere Attribute zu einer Kette zusammengehängt werden oder wenn einzelne Attribute sehr lang sind, wie in diesem Satz (Attribute sind unterstrichen):
«Die vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt erstellte Richtlinie gilt für die zu treffenden Schutzmassnahmen bei Anlagen für das Lagern und Umschlagen wassergefährdender Flüssigkeiten sowie für die Befüllung von Lagerbehältern mit wassergefährdenden Flüssigkeiten.»
Wer den Satz verstehen will, muss genau rekonstruieren, was sich worauf bezieht. Dazu muss man ihn mindestens zweimal lesen. Ausserdem sind Bezüge nicht immer eindeutig nachvollziehbar: In unserem Beispiel kann sich «die Befüllung» auf die Verbform beziehen («gilt für die Befüllung») oder auf das Nomen «Anlagen» («Anlagen für die Befüllung»). Wenn Sie erkennen, dass es innerhalb eines Satzes zu einer Verkettung von Attributen kommt, setzen Sie am besten ganz neu an und drücken den Inhalt durch zwei oder drei kürzere Sätze aus:
«Die Richtlinie wurde vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt erstellt. Sie gibt die Schutzmassnahmen für Anlagen vor, in denen wassergefährdende Flüssigkeiten gelagert oder umgeschlagen werden. Sie regelt zudem, worauf zu achten ist, wenn Lagerbehälter mit wassergefährdenden Flüssigkeiten gefüllt werden.»
Übertreiben Sie es nicht mit Nebensätzen
Der deutsche Satzbau kombiniert Haupt- und Nebensätze. Nebensätze präzisieren in der Regel ein Substantiv oder ein anderes Element eines übergeordneten Hauptsatzes. Sie bestehen mindestens aus einem Subjekt und einer Verbform. Beispiel (Nebensatz unterstrichen): «Der neue Webshop, den die Organisation zurzeit erstellt, geht demnächst online.»
Nebensätze sind gängige Komponenten in der Satzbildung. Schwierig wird es, wenn Nebensätze so lang sind, dass der übergeordnete Hauptsatz in Vergessenheit gerät oder in einen Nebensatz ein weiterer Nebensatz eingeschoben wird: «Die Kosten für die ganze Plattform, die aufgrund der Verknüpfungen, die vom Kunden verlangt wurden, förmlich explodiert sind, werden auf 1,2 Mio. Franken veranschlagt.»
Gliedern Sie in solchen Fällen das, was Sie ausdrücken wollen, gedanklich in einzelne Teilaussagen und formulieren Sie diese nacheinander durch einfachere Sätze: «Die Kosten für die Plattform belaufen sich auf 1,2 Mio. Franken. Sie explodierten aufgrund der vom Kunden verlangten Verknüpfungen.»
Fortsetzung folgt
Alle hier präsentierten Tipps beziehen sich auf den Satzbau und das Formulieren von Texten. Natürlich spielt auch die Rechtschreibung eine wichtige Rolle. Mehr dazu erfahren Sie in meinem nächsten Blogbeitrag.