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Quinoa - das Jahrtausende alte Korn der Inkas erlebt einen noch nie dagewesenen Boom. Trotz massiven Preissteigerungen nahmen die Exporte in den letzten Jahren deutlich zu.
Davon profitieren vor allem die Produzentenfamilien, aber auch die verarbeitende Industrie im Lande. Dank dieser Quinoa-Hochkonjunktur scheint sich im Hochland Boliviens die Landflucht zunehmend zu reversieren. Die Leute kommen wieder zurück aufs Land.
Bolivien ist weltführend im Quinoaanbau mit einer Jahresproduktion von rund 23′000 t Quinoa (Stand 2008). Davon fliessen mehr als 50% in den offiziellen Export, 40% wird via Schwarzmarkt nach Peru geschleust (!) und um die 10% konsumiert Bolivien auf dem Binnenmarkt. Folgende Aspekte müssen dabei differenziert betrachtet werden:
In der unwirtlichen Gegend des Altiplano (bolivianisches Hochland) - auf über 4′000 m ü.M. - spielt Quinoa als Lebensunterhalt bei ca. 70′000 Produzentenfamilien eine wichtige Rolle. Erfreulicherweise haben vom Quinoaboom vornehmlich die Produzenten auf dem Lande profitiert. Aufgrund der Produktionszahlen und der Tatsache, dass in den Anbaugegenden von Quinoa (nährstoffarme Böden, Trockenheit, Hitze- und Kälteschwankungen) praktisch keine anderen Pflanzen überleben, muss der Export von Quinoa weiter gefördert werden. Die Wiederentdeckung dieser andinen Pflanze und deren Vermarktung tragen zur Überwindung der Armut bei.
Bolivien hütet über 3′000 Sorten Quinoa. Davon werden ein paar wenige kommerziell genutzt. Das Quinoa Korn stellt in verschiedensten verarbeiteten Formen eine grosse Abwechslung in unserer Küche dar. Für den Konsum von Quinoa Körner, sowie der Nebenprodukte wie Pops, Müesli, Teigwaren, Flocken, Suppen usw. besteht noch viel Potential. Dieses müsste von den Verarbeitern in Bolivien unbedingt genutzt werden, denn heute erreicht der Grossteil des Quinoaexports (95%) die Industrienationen als Körner Rohware. Bolivien könnte eine viel höhere Wertschöpfung mit dem Verkauf von “fertigen” Quinoaprodukten generieren. Ein Quinoabauer hat bei unserem letzten Besuch auf dem Feld klar kommuniziert: “Esst dort drüben (in Europa) mehr Quinoa, das hilft uns!”
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