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Geschichte der kath. Kirche Langnau
Am 13. November 1864 war es soweit. In einer improvisierten Kapelle auf dem Estrich der oberen Spinnerei in Gattikon wurde die erste katholische Messe gefeiert. Bis zum Toleranzedikt 1807 war es im Kanton Zürich unter Verlust des Bürgerrechtes verboten gewesen, sich zum katholischen Glauben zu bekennen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren durch Zuzug von jenseits der Kantonsgrenzen auch zahlreiche Katholiken in den Kanton Zürich und auch ins Sihltal gezogen. Um 1870 wies die alte Zunft Thalwil rund 750 Katholiken auf, von denen 134 in Langnau und 200 in Thalwil und Gattikon lebten.
Durch konfessionsüberschreitende Kontakte und Toleranz der reformierten Industriellenfamilie Schmid konnte für die Katholiken ein Ort für ihre gottesdienstlichen Feiern im Estrich der Weberei in Gattikon gefunden werden. Der damalige Churer Bischof Florentini gab die Erlaubnis zur Errichtung einer neuen Missionsstation Gattikon-Langnau, die aus Zürich und aus dem Kanton Zug seelsorgerlich betreut werden sollte.
Im weiteren Verlauf war es Gattikon, das besonders viel katholische Zuwanderer aufweisen konnte und somit auch den Ausschlag gab, den Bau einer eigenen Kirche nicht in Thalwil, sondern Auf der Flur in Langnau zu planen. Am 24. Juni 1877 konnte so dann die Liebfrauenkirche in Langnau geweiht werden.
Drei Jahre später, am 5. Oktober 1880, wurde durch Bischöfliches Dekret die Pfarrei Langnau im Sihltal errichtet. Bis dahin gehörte das Gebiet Langnau-Gattikon zum kanonischen Territorium der Pfarrei Horgen. Die neue Pfarrei umfasste die Katholiken der Gemeinden Adliswil, Kilchberg, Rüschlikon. Thalwil-Gattikon und Langnau. Erster Pfarrer wurde der bisherige Vikar Gustav Künze.
Durch die positive Entwicklung des katholischen Lebens im Sihltal wurden im weiteren Verlauf der Geschichte auf dem Gebiet der alten Pfarrei Langnau einige weitere Pfarreien errichtet und vom Territorium der alten Pfarrei abgetrennt. Heute besteht die Pfarrei aus Langnau und den Ortsteilen Gattikon der Gemeinde Thalwil, sowie Sihlwald aus der Gemeinde Horgen. Der historische Zusammenhalt der Katholiken von Gattikon, Langnau und Sihlwald hat dazu geführt, dass sie heute eine Pfarrei bilden, die auf dem Gebiet dreier Kirchgemeinden liegt: Die Kirchgemeinde Langnau und Teile der Kirchgemeinden Thalwil (Gattikon) und Horgen (Sihlwald).
Am 11. November 1963 wurde die Kirchgemeinde Langnau errichtet anlässlich einer konstituierenden Kirchgemeindeversammlung und die ersten fünf Mitglieder der Kirchenpflege gewählt.
Nachdem die Liebfrauenkirche Auf der Fuhr 90 Jahre als Gotteshaus gedient hatte und über die Jahre viel zu klein für die wachsende Pfarrei geworden war, wurde dort am 27. Mai 1967 der letzte Gottesdienst gefeiert. Für zwei Jahre behalf man sich für die Gottesdienste mit einer Baubaracke. Zudem bekamen die Katholiken freundliches Gastrecht in der reformierten Kirche, bis dann am 16. November 1969 die neue Marienkirche in Langnau vom Churer Bischof Johannes Vonderach geweiht werden konnte.