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UBS Asset Management veröffentlicht halbjährlich einen Anlageausblick für institutionelle Investoren. Die neue Ausgabe von "Panorama", wie der Ausblick heisst, widmet sich dem Anlagejahr 2020. Und zeigt fünf Entwicklungen, die Anleger im nächsten Jahr so nicht im Kopf haben - und was sie an den Märkten auslösen könnten.
1) Waffenstillstand im Handelskrieg
Ein umfassendes Handelsabkommen zwischen den USA und China würde den globalen Industriezyklus wieder ankurbeln und könnte Aktien Auftrieb verleihen, insbesondere in den Schwellenländern.
2) Fiskalische Impulse in der EU
Sollte Deutschland seine Meinung ändern und den nachlassenden Effekt der Geldpolitik durch fiskalische Impulse ausgleichen, so könnte dies die Marktlage signifikant verändern. Ein umfassendes Konjunkturprogramm könnte die Kurse der längst vergessenen europäischen Value-Aktien befeuern, auf Kosten der längerfristigen Staatsanleihen des Kontinents.
3) Überraschung bei den US-Wahlen
Die Wahlergebnisse im November 2020 könnten die Weichen für tiefgreifende Veränderungen in der nationalen Wirtschaftspolitik und inländischen Regulierung stellen. Mit den Vorwahlen der Demokraten in Iowa Anfang Februar wird der US-Wahlprozess Tempo aufnehmen. Ein Führungswechsel mit einem Kandidaten, der eine radikal andere politische Agenda verfolgt, könnte zu einer Untergewichtung von US-Aktien zugunsten von Chancen in anderen Regionen führen.
4) Grosses Wetterereignis
Schwere Wetterereignisse treten immer häufiger auf. In der zweiten Hälfte des Jahres 2019 richteten extreme Waldbrände in Australien und grossflächige Überschwemmungen in Nordengland verheerende Schäden an. In den nächsten zwölf Monaten könnte zum Beispiel ein grosser Ballungsraum von einem Megasturm getroffen werden oder ein kollabierter Gletscher den Geschäftsbetrieb in Europa unterbrechen. Mit Anlagestrategien, die den Dialog mit den Unternehmen suchen und ihnen helfen, ihre CO2-Bilanz zu reduzieren, können sich Anleger besser auf die Zukunft vorbereiten und zu nachhaltigen Lösungen beitragen.
5) Nahost-Konflikt eskaliert
Wenn sich die Spannungen im Nahen Osten zu einem Krieg ausweiten, könnten Ölanlagen in der Golfregion zerstört werden. Dieses Szenario könnte den Märkten bewusst machen, dass die Elektrifizierung des Fahrzeugbestands in weiterer Ferne liegt als erwartet, und Aktien von vorgelagerten Bereichen des Energiesektors, Öldienstleistern und alternativen Energien Auftrieb verleihen.
Im ihrem Basisszenario geht UBS Asset Management generell davon aus, dass sich eine moderate Wiederbeschleunigung des Wachstums in der ersten Jahreshälfte einstellt, da die geopolitischen Risiken kurzfristig nachlassen. Die Bank erwartet auch, dass sich die Wachstumsabkühlung in China stabilisiert und dass die expansivere globale Geldpolitik allmählich auf die Nachfrage durchschlägt. Dieses Basisszenario könnte nach wie vor durch geopolitische Risiken gefährdet werden.
"Anleger, die von einem unveränderten Trend des niedrigen Wachstums und der tiefen Zinsen ausgehen, könnten im Jahr 2020 auf falschem Fuss erwischt werden", wird Barry Gill, Head of Investments bei UBS Asset Management, in einer Mitteilung zitiert. "Obwohl dieser Konjunkturzyklus allmählich in die Jahre zu kommen scheint, sind die Zutaten für eine Beschleunigung des globalen Wachstums und sehr unterschiedliche regionale Entwicklungen im nächsten Jahr, verglichen mit 2019, vorhanden." Natürlich könne es immer zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, die die Basisannahmen über den Haufen werfen, so Gill weiter.
(cash/dhü)