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3. Januar 2010
Lawine im Diemtigtal BE
Am 3. Januar 2010 löste im Diemtigtal im Berner Oberland beim Aufstieg zum „Drümännler“ eine achtköpfige Skitourengruppe ein Schneebrett aus. Mehrere Personen wurden mitgerissen. Während den Rettungsarbeiten geschah die zweite Katastrophe: Eine zweite Lawine löste sich im angrenzenden Hang und verschüttete insgesamt 11 Personen und den Arzt. Eine dritte Lawine, von 2 weiteren Tourengängern ausgelöst, ging 250 m von der Unglückstelle entfernt nieder. Die traurige Bilanz des Diemtigtaler Lawinenunglücks: 7 Todesopfer, darunter der Arzt der Rega. Für die Rega war es das erste Mal, dass ein Helfer im Einsatz bei einem Lawinenunglück umgekommen ist.
(BZ online, 4. Januar 2011)
23. Juli 2009
Hagel von Waadtland bis Bodensee
Nach einer Föhnlage fegte am 23. Juli 2009 ein Unwetter über die Kantone VD, FR, BE, LU und NW. Insbesondere durch Hagel, ferner durch Sturmwinde und Überflutungen wurden Schäden in der Höhe von 250 Mio. Franken angerichtet. Vereinzelte Sturmböen erreichten eine Geschwindigkeit bis über 100 km/h. In der Romandie fielen bis zu tennisballgrosse (> 5 cm) Hagelkörner.
30. Mai 2008
Ausbruch Gletschersee am Unteren Grindelwaldgletscher
Der Untere Grindelwaldgletscher verliert an Mächtigkeit, was zur Folge hat, dass beidseitig die Talflanken nicht mehr durch das Gletschereis abgestützt werden. Daraus entstehen Instabilitäten und Felsstürze, die auf den Gletscher fallen. Durch den Rückzug des Gletschers entstand ein Becken, das während der Schneeschmelze mit Schmelzwasser gefüllt wird und keinen oberirdischen Abfluss hat. Durch den Kontakt von Wasser und Eis und den Druck des steigenden Seespiegels bilden sich auf dem Seeboden Öffnungen im Eis, durch welche das Wasser abfliesst. Durch die laufende Vergrösserung des Abflusskanals können sehr grosse Wassermassen innert kürzester Zeit ausfliessen. Ein solches Ausfliessen ereignete sich am 30. Mai 2008. Das maximale Seevolumen betrug 800'000 m³. Der Entleerungsvorgang erfolgte innerhalb von etwa 3 Stunden. Das Seevolumen wurde dabei auf rund 200'000 m³ verringert. Im Raum Grindelwald kam es zu grösseren Ausuferungen mit Kulturschäden. Wäre der Gletscherausbruch mit einem Niederschlagsereignis (z.B. Gewitter) zusammen getroffen, so hätte das Schadenausmass deutlich höher ausfallen können.
08./ 09. August 2007
Hochwasser in der Schweiz
Die anhaltenden Niederschläge vom 8. und 9. August verursachten in vielen Kantonen der Nordschweiz kritische Lagen und Hochwasserschäden. Die intensiven Niederschläge führten zu raschem Ansteigen der Abflüsse in der Aare und ihren Nebenflüssen, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Jurarandseen. Sehr hohe Abflüsse wurden generell an der Emme, an der Aare von der Emmemündung bis zum Rhein sowie an Birs und Ergolz verzeichnet. Der Bielersee erreichte seit der zweiten Juragewässerkorrektion einen neuen Rekordpegelstand. Die Reguliermöglichkeit der Jurarandseen (Bieler-, Neuenburger- und Murtensee) stiess an ihre Grenzen. Im Vergleich zum Hochwasser vom August 2005 wurden 2007 vermehrt Gebiete im zentralen Mittelland, im Jura und im Chablais betroffen.
23. April 2007
Walbrand bei Ronco TI
Bei Ronco sopra Ascona kämpfte die Feuerwehr gegen einen grossen Waldbrand. Zwei Helikopter unterstützten die Löscharbeiten aus der Luft.
(Tagesanzeiger online, 27. April 2011)
18./ 19. Januar 2007
Sturm Kyrill
Am 18. und in der Nacht auf den 19. Januar ereignete sich in der Schweiz und in weiten Teilen von Mitteleuropa ein starker Weststurm namens Kyrill. Die höchsten Böenspitzen wurden dabei im Flachland der Alpennordseite an der Wetterstation von MeteoSchweiz am Zürichberg gemessen. Hier wurden 132 km/h erreicht. Es gab in der Schweiz allerdings schon weit stärkere Stürme - Unvergessen bleiben wohl der Orkan Lothar vom 26. Dezember 1999 sowie Vivian vom 27. Februar 1990. Bei beiden Stürmen wurde in Zürich knapp 160 km/h gemessen.
(MeteoSchweiz, 19. Januar 2007)
30. Oktober 2006
Felssturz Dents du Midi VS
Am frühen Sonntagmorgen ist bei den Dents du Midi im Val d'Illiez im Unterwallis über eine Mio. Kubikmeter Fels ins Tal gestürzt. Die Felsmassen lösten sich von der Haute-Cime, dem höchsten Spitz der Dents du Midi auf etwa 3000 m.ü.M. Der Felssturz hat keine Opfer gefordert und auch keine grösseren Schäden verursacht.
(NZZ online, 30. Oktober 2006)
3. Oktober 2006
Murgang bei Biasca TI
Auf dem Ponte Rosso bei Biasca wird eine Frau in ihrem Auto von einem Murgang erfasst und kommt dabei ums Leben.
13. Juli 2006
Eigerfelssturz
Am Eiger oberhalb Grindelwald sind am 13. Juli rund 500'000 m³ Fels aus einer rund 2 Mio. m³ grossen sturzgefährdeten Felsmasse abgebrochen und auf den Unteren Grindelwaldgletscher gestürzt. Das Felspaket an der Eigerostflanke stürzte in drei Schüben auf den Gletscher ab. Ursache für die Spaltung des Berges waren offenbar Spannungen, die sich nach dem Rückgang des Grindelwaldgletschers entluden. Der Eigerfelssturz kam für Experten und Bevölkerung nicht überraschend. Seit Juni 2006 hatte sich am Eiger eine Felsmasse von 2 Mio. m³ um rund 5 m verschoben.
11. Juli 2006
Murgang im Val Roseg GR
Durch das Schmelzwasser des Vadret da l'Alp Ota, ein kleiner Gletscher im Val Roseg, wurde auf rund 2900 m.ü.M ein Murgang ausgelöst. Das Gemisch aus Wasser, Schlamm und Geröll überquerte in Richtung Talboden einige markierte Wanderwege. Dabei wurde eine deutsche Wandererin mitgerissen und verschüttet, sie konnte von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden.
31. Mai 2006
Felssturz in Gurtnellen UR
Am 31. Mai 2006 morgens ereignete sich in Gurtnellen südlich der Güetligalerie ein Felssturz auf die Autobahn A2 und auf die Kantonsstrasse. Insgesamt stürzten ungefähr 6 Felsbrocken mit einer Grösse von je rund 10 m³ auf die Strassen. Getroffen wurden zwei Lastwagen und ein Personenwagen, dessen zwei Insassen durch den Felssturz starben. Das ursprünglich abgebrochene Volumen des Felssturzes betrug knapp 10’000 m³ Fels und Steine. Eine weitere Gefährdung durch Felsstürze wurde in der Folge durch eine Sprengung gebannt.
21./ 22. August 2005
Unwetter / Hochwasser in der Schweiz
Im August 2005 ergoss sich während Tagen sintflutartiger Regen auf weite Gebiete der Alpennordseite, stellenweise so viel wie noch nie, seit in der Schweiz Niederschläge gemessen werden. Seespiegel stiegen auf Höchststände an, Flüsse und Bäche wiesen ausserordentliche Abflüsse auf und Hänge kamen ins Rutschen. Überflutung, Erosion, Übersarung, Rutschungen und Übermurung waren die massgebenden Schadensprozesse. Das Hochwasser vom August 2005 forderte in der Schweiz 6 Todesopfer und verursachte Sachschäden von 3 Mrd. Franken. Betroffen waren ungefähr 900 Gemeinden und Orte wie Engelberg oder Lauterbrunnen blieben tagelang abgeschnitten. In seiner Gesamtheit und über eine längere Zeitperiode betrachtet, ist das Ereignis nicht als aussergewöhnlich, sondern höchstens als selten zu bezeichnen.
13. August 2003
Waldbrand Leuk VS
Im Hitzesommer 2003 brach am 13. August abends oberhalb von Leuk im Kanton Wallis ein Waldbrand aus. Lokale Winde sorgten für eine schnelle Ausbreitung des Brandes im trockenen Wald. Die Dörfer Albinen, Leuk und einige Weiler wurden durch das Feuer bedroht und es mussten Menschen evakuiert werden. Der Waldbrand zerstörte ca. 450 ha Wald. Das Brandgebiet erstreckte sich von 800 m.ü.M bis zur Waldgrenze auf 2100 m.ü.M. Ungefähr 60 ha des Waldes waren Schutzwald, welcher Leuk und die Strasse nach Leukerbad vor Lawinen und Steinschlag schützte.
(Tagesanzeiger online, 27. April 2011)
Mai - Oktober 2003
Hitzesommer 2003
Der Sommer 2003 war gesamteuropäisch einer der heissesten des letzten Jahrtausends. In der Schweiz lagen die Temperaturen des meteorologischen Sommers (Mittel der Monate Juni, Juli und August) 4 bis 5.5°C über dem langjährigen Mittelwert von 1864-2003. Die Trockenheit des Jahres 2003 war nicht nur ein Phänomen des Sommers, sondern begann bereits im Februar und dauerte je nach Region bis in den Oktober oder November. Meteorologisch lassen sich die Hitze und Trockenheit zwischen Mai und Oktober 2003 durch die grosse Häufigkeit von Subtropen-Hochdruckgebieten über Mitteleuropa erklären, welche das Wetter über dem Kontinent fast permanent prägten. Auswirkungen der Hitze wurden in der Schweiz in den knapp 1'000 zusätzlichen Todesfällen sichtbar; gesamteuropäisch wird die Zahl der Toten als Folge der Hitzewelle auf bis zu 35'000 geschätzt. Weitere Auswirkungen des Hitzesommers waren Ernteausfälle und Knappheit der Futtermittel, tiefe Pegel- und Grundwasserstände sowie hohe Wassertemperaturen. Dies führte zu Engpässen in der Wasserversorgung und zu Fischsterben. Weitere Auswirkungen waren das Auftauen von Permafrostböden, was zu einer grossen Anzahl von Felsstürzen führte.
14./ 16. November 2002
Murgänge Schlans/ Rueun GR
Der November 2002 war fast in der ganzen Schweiz ungewöhnlich feucht. Gemäss Messungen von MeteoSchweiz erreichte der Monatsniederschlag im Kanton Graubünden durchschnittlich 450% des langjährigen Mittels. Die grossen Niederschlagsmengen führten dazu, dass es an vielen Orten im Kanton Graubünden zu Überschwemmungen, Rutschungen, Hangmuren und Murgängen kam. Eines der grössten Einzelereignisse dieser Unwetter war der Murgang in Schlans, welcher mitten durch das Dorf floss und dort immensen Schaden anrichtete. Das Material des Murgangs stammte ursprünglich aus einer mittelgründigen Rutschung oberhalb des Dorfes. Die gesamte Kubatur wird auf rund 50'000 m3 geschätzt.
Ein weiterer Murgang in ähnlichem Ausmass erfolgte am 16. November in Rueun. Die gesamte Kubatur dieses Murgangs wird auf rund 60'000 m3 geschätzt. Es gab 3 Verletzte und zahlreiche Schäden an Gebäuden sowie 2 zerstörte Brücken. Etliche Strassenabschnitte und die Gleise der RhB wurden übermurt.
31. August/ 01. September 2002
Erdrutsch in Lutzenberg AR
Ende August kam es in den nördlichen Voralpen der Zentral- und Ostschweiz zu stationären und intensiven Gewittern mit teils beachtlichen Regenmengen. Folge davon waren zahlreiche Überschwemmungen und Erdrutsche. In Lutzenberg im Kanton Appenzell Ausserhoden ereignete sich in der Nacht auf den 1. September 2002 ein Erdrutsch, welcher ein Haus verschüttete. Dieses Unglück endete für 3 Personen tödlich.
14. Oktober 2000
Unwetter im Wallis
Beim weitaus schwerwiegendsten Ereignis löste sich in Gondo eine Rutschmasse. Sie staute sich hinter einer Schutzmauer gegen Steinschlag, welche dem Druck nicht standhalten konnte, und brach. Das nun herabstürzende Gemisch aus Wasser, Erde, Geröll und tonnenschweren Teilen des Schutzwalles zerstörte in Sekundenschnelle einen Drittel des Dorfes. In Stalden-Neubrügg riss der, wahrscheinlich durch einen Erdrutsch vorübergehend aufgestaute, Breiterbach 4 Häuser weg und forderte 2 Todesopfer. Bei Martigny wurde ein Autofahrerin von einem Murgang verschüttet und konnte nur noch tot geborgen werden. Durch diese Unwetter sind insgesamt 16 Menschen ums Leben gekommen.