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Einige Symptome, die wir in diesem Artikel beschreiben, können kurzfristig auch bei psychisch gesunden Menschen auftreten.
Wenn Sie dennoch viele der folgenden Symptome bei Ihnen (oder bei einer nahestehenden Person) feststellen, empfehlen wir eine ärztliche oder psychologische Abklärung, so dass falls die Diagnose «Borderline» bestätigt wird, mit der Therapie begonnen werden kann.
Symptome
Beantworten Sie bitte folgende Fragen:
- Haben Sie oft Angst, verlassen zu werden und unternehmen verzweifelt alles Mögliche, um dies zu verhindern (ev. auch durch Suiziddrohungen oder selbstschädigende Handlungen)?
- Ist Ihre Beziehung mit dem Partner / der Partnerin instabil, launenhaft, sprunghaft?
- Erleben Sie eine geliebte Person wiederholt als den besten Menschen auf Erden und sind kurz danach von ihm bitter enttäuscht?
- Haben Sie von sich selbst eine schlechte wenn nicht sogar miserable Meinung?
- Handeln Sie impulsiv, ohne Rücksicht auf mögliche negative Konsequenzen? (Beispiele: «Zu viel Geld ausgeben, ungeschützter Sex, sexuelle Gewalt, Drogenkonsum, Alkoholmissbrauch, zu schnelles Fahren, Fressanfälle…»)
- Haben Sie sich schon absichtlich selbst verletzt (z.B. durch Schneiden, Brennen, ritzen), um Erleichterung, angenehme Erregung oder sich selbst wieder zu spüren?
- Haben Sie schon Suizidversuche unternommen oder damit gedroht?
- Fühlen Sie sich oft innerlich leer?
- Erleben Sie schwerwiegende Wutausbrüche, die ev. in Schlägereien enden?
Wenn Sie viele der obigen Fragen mit «Ja» beantwortet haben, konsultieren Sie bitte eine Fachperson für eine genauere Analyse und bei Bedarf für eine mögliche Behandlung. Adressen finden Sie am Ende dieses Artikels.
Behandlung
Borderline ist eine komplexe Erkrankung. Auch die Behandlung ist nicht einfach. Sie ist meistens ambulant und hat die grössten Erfolgschancen, wenn der Patient und der Therapeut eine zuverlässige und solide Beziehung aufbauen können. Allerdings charakterisieren sich Borderline-Patienten durch instabile Beziehungen und streitsüchtiges Verhalten, so dass Therapieabbrüche und Misserfolge keine Seltenheit sind.
Da Gefühlsausbrüche ein klassisches Borderline-Symptom sind, ist es für den Verlauf der Therapie wichtig, dass der Patient oder die Patientin ein soziales Umfeld hat, das genügend stark, stabil und ausdauernd ist, damit dieses seine bzw. ihre Wutausbrüche sowie emotionalen Schwankungen aushalten kann.
Während der Therapie lernen die Patienten, unter anderem, ihre Gefühle zu verstehen und starke Gefühle sinnvoll abzubauen (z.B. durch Entspannung, Sport…), selbstschädigende Handlungen (z.B. Drogenkonsum, Ritzen) zu unterlassen oder zu reduzieren, gute Beziehungen mit Familie und Freunden zu pflegen wie auch mit Krisensituationen umzugehen.
Notfall
Bei Menschen mit einer Borderline-Störung kommen Notfälle häufig vor. Es ist deswegen wichtig, dass man darauf vorbereitet ist und weiss, was im Notfall zu tun ist. Sollten Sie in eine solche Situation geraten, empfehlen wir Ihnen Hilfe und Unterstützung bei einem Notfallpsychiater oder Notarzt zu holen.
Tipps und Therapievermittlung
Behandlungsplätze in der Region Zürich finden Sie über das Portal www.therapievermittlung.ch.
Gesamtschweizerisch finden Sie Adressen von Psychologen/-innen auf der FSP-Website und von Psychiatern/-innen auf Psychiatrie.ch.
Eine anonyme e-Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen bietet IKS. Beraten werden Sie - je nach Wunsch - von Fach- oder Peer-Beraterinnen. Die Peer-Beraterinnen waren einst selber von einer psychischen Erschütterung betroffen und wissen als Eltern, wie schwierig es sein kann, mit einer psychischen Belastung den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden: e-Beratung Peers / e-Beratung Fachpersonen.
Für eine Therapie und weiterführende Informationen verweisen wir Sie auch auf die Website borderline-selbsthilfe.ch.