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Modellierung und Tiefe des Gefühls und Ausdrucks ist Kain, der seinen toten Bruder Abel fortträgt (1876),
weniger gelungen eine Enthauptung Johannis des Täufers. 1870 erhielt er das
Ritter- und 1878 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.
(spr. fannjähr),FrançoisAuguste und
FrançoisJoseph, franz. Bildner und Ciseleure, geboren zu Longwy
(Mosel), ersterer 1818, letzterer 1822, Enkel des Bildners Fauconnier (gest.
1839), von dem sie das
Ciselieren erlernten. Der ältere der beiden Brüder besuchte zwar auch das Atelier Drollings und die
École des beaux-arts, aber des Broterwerbs wegen mußten beide beim
Ciselieren bleiben und für die bedeutendsten Gold- und
Waffenschmiede arbeiten, worin sie so glänzende Leistungen hervorbrachten, daß sie mehrere Medaillen
erhielten und der ältere Bruder 1855, der jüngere infolge der Londoner Ausstellung 1862
Ritter, der ältere 1878 Offizier
der Ehrenlegion wurde. An dergleichen kostbaren Geräten der Goldschmiedekunst schufen sie namentlich im Geschmack des 16. Jahrh.
Salzfässer, Karaffen, Tafelservice und mehrere künstliche Schilde.
(spr. fangtäng-latúhr),IgnaceHenri Jean Théodore, franz.
Genre- und Porträtmaler, geb. zu Grenoble, Sohn eines Pastellmalers, der sein
erster Lehrer war; später wurde er in Paris Schüler von Lecoq de Boisbaudran und arbeitete im Atelier Courbets. Seine Bilder,
Einzelporträte oder ganze Gruppen, genreartig dargestellt, sowie seine allegorischen Darstellungen sind
meistens voll Wahrheit und Anziehungskraft. Sein erstes von Erfolg begleitetes Bild war die Huldigung an Delacroix (der Maler
u. sein Verehrer); ähnliches Kollektivporträt: der Toast (Künstler und Schriftsteller gruppiert um eine Statue der Wahrheit,
1865);
dann folgten: ein Atelier in Batignolles (1870), eine Tischgesellschaft (1872), der Geburtstag Hector Berlioz' (1876), Erinnerung an die Baireuther Festspiele
und Richard
Wagner (Pastell), die Lektüre (1877) und namentlich 1878 die Familie Delacroix, die als ein
Meisterstück feiner, sinniger Auffassung gerühmt
wurde und ihm das Kreuz der Ehrenlegion einbrachte.
1)
Henry, englisch-amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1843 zu London,
zog schon früh nach New York, wo er seine künstlerische Ausbildung erhielt und Mitglied der Gesellschaft
der Aquarellisten wurde. Unter seinen besten, stimmungsvollen Bildern werden genannt: am East River, ein heißer Tag, Sonnenuntergang
an der Küste von Maine, die schweigende Zunge (eine Warnungsglocke am Strand), die alte Heimat im Zwielicht, der stille
Teich. Sehr geschätzt werden auch seine Radierungen.
2)Thomas, englisch-amerikan. Landschafts- und Architekturmaler, jüngerer Bruder des vorigen,
lebte eine Zeitlang in New York, ließ sich später in London nieder und besuchte auch den Kontinent. Unter seinen auch in
England sehr geschätzten, für die Zukunft viel versprechenden Bildern der letzten Jahre werden genannt:
Zwielicht am Hudson, Strand bei Hastings, englische Farm, Schloß Carnarvon in Wales, Inneres der Marcuskirche in Venedig,
Schloß in Rochester, der
Bach u. a.
(spr. fässĕtt),FrauAdele, amerikanische Porträtmalerin, geb. 1831 zu
Owasco (New York), widmete sich in New York unter dem Engländer Wondesforde der Aquarellmalerei und in
Paris unter
Castiglione und Matthieu der Ölmalerei. Nachdem sie in letzterer Stadt und in Rom zwei Jahre zugebracht hatte,
ließ sie sich in Chicago nieder, wo sie fast 20 Jahre lang die Porträte zahlreicher namhaften Persönlichkeiten malte,
darunter auch das des bekannten italienischen Bildhauers Vincenzo
Vela. 1875 zog sie nach Washington und
malte 1878 die Wahlkommission in öffentlicher Sitzung bei Beginn der Rede Evarts, ein großes historisches Kollektivporträtbild
von etwa 200 Personen, das von der amerikanischen Kritik hoch gepriesen wurde.
Giovanni, ital. Tier- und insbesondere Pferdemaler, geb. zu
Livorno, bildete sich auf der Akademie in Florenz aus und widmete sich dem landschaftlichen Fach, den
Tier- und Gefechtsbildern. Eine seiner ersten
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bedeutendem Schöpfungen war die Schlacht bei Magenta, die in die Sammlung der Akademie in Florenz (Galleria dei quadri moderni)
kam, wo sich außerdem von ihm das Bild: Bruneleschis Konstruktionsbeweis der Kuppel des Doms befindet. Nach jener Schlacht
bei Magenta entstanden die Ährenleserinnen, die ihm eine goldne Medaille eintrugen, und die prämiierte
Schlacht bei La Madonna delle Scoperte (Rathaus in Livorno), die Verwundung des Prinzen Amadeo bei Custozza (Brera in Mailand)
und Pferdemarkt auf der Piazza Montanara in Rom, Bilder, deren lebendige dramatische Bewegung und große Naturwahrheit der
Pferde sehr gerühmt werden. Er ist Professor an der Akademie in Florenz.