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Erwin Sperisen, von Juli 2004 bis März 2007 Polizeichef in Guatemala, ist am 7. Juni von einem Genfer Gericht zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Er ist des Mordes an sieben Gefangenen für schuldig befunden worden. Mittlerweile haben Sperisens Anwälte ein Weiterziehen des Falles angekündigt. Das ändert nichts am Befund, dass der Entscheid des Genfer Gerichts eine gute Botschaft ist. Sie zeigt, dass blutige Unterdrückung, auch wenn sie sich in staatliches Handeln verkleidet hat, später geahndet werden kann.
Dem Genfer Bündnis von Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen, das diesen Prozess durch jahrelanges Engagement erst ermöglicht hat, ist in diesem Sinn zu danken. Die Vereinigungen - und auch der SGB - hoffen denn auch, dass dieser Gerichtsentscheid ein weiteres Signal gegen die Straflosigkeit setzt. Denn bei weitem sind nicht alle Gräuel des repressiven Systems, in dem Sperisen an entscheidender Stelle stand, aufgeklärt. Chantal Woodtli und Claude Reymond von der Genfer Gewerkschaftsvereinigung CGAS weisen etwa auf Carlos Vielman hin, den ehemaligen Innenminister Guatemalas und direkten Vorgesetzten von Sperisen. Die CGAS hofft, dass Vielman, gegen den in Spanien aktuell ermittelt wird, ebenfalls zur Rechenschaft gezogen wird.