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Ebenfalls beträchtlich ist der Verlust der Diversifikationswirkung von Anleihen. Vor der Pandemie dienten Anleihen als nützliches Gegengewicht zu Aktien, da sie in der Regel eine negative Korrelation zu ihnen aufwiesen. Nach Corona hat sich diese Korrelation jedoch stark ins Positive verschoben, was zu einer Zunahme des Risikos für das Portfolio führt.
Die Frage des richtigen Gleichgewichts
Eine einfache Antwort auf diese gestiegenen Risiken wäre, die Aktienquote zu senken und im Gegenzug in noch mehr Anleihen zu investieren. Dies deshalb, weil die Aktienvolatilität nach wie vor über der Anleihenvolatilität liegt. Drei Gründe sprechen indes dagegen:
- Durch eine solche Umschichtung wird das Portfolio noch stärker von den Marktschwankungen der Anleihen abhängig und dadurch weniger diversifiziert.
- Die Reduktion der Aktienquote mindert das Gewinnpotenzial bei steigenden Aktienmärkten.
- Der Wechsel von Realwerten (beispielsweise Aktien) in Nominalwerte (beispielsweise Anleihen) schwächt den Inflationsschutz.
Put-Optionen als attraktive Alternative zur Aktienreduktion
Eine probate Alternative zur Reduktion der Aktienquote ist die Absicherung der Aktienquote mit Put-Optionen. Am besten erfolgt dies mittels einer rollierenden Absicherungsstrategie. Da Put-Optionen auf Aktienindizes eine stark negative Korrelation mit den Aktienmärkten aufweisen, bieten sie innerhalb eines gemischten Portfolios eine hohe Diversifikation. Zwar sind mit dem Kauf von Put-Optionen Kosten verbunden. Im Vergleich zu den Opportunitätskosten, die durch die Reduktion der Aktienquote entstehen, sind diese jedoch oft gerechtfertigt und aktuell auf einem attraktiven Niveau.
Eine Funktion der Absicherung mit Put-Optionen ist, dass die Schutzwirkung umso grösser wird, je tiefer die Aktienmärkte fallen. Diese Funktion ist auch als konvexes Auszahlungsprofil bekannt und kann ein Vorteil sein im Vergleich zu einer linearen Reduktion der Aktienquote.
Welche Form der Risikoreduktion für Anlegerinnen und Anleger am besten passt, hängt von deren individuellen Präferenzen ab. Die folgende Tabelle beschreibt Vor- und Nachteile der genannten Risikoreduktions-Varianten: