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"Negative Halluzination
Im Hinblick auf unser Vorhaben am Donnerstag, 21. Juni möchte ich aus den vorangegangenen Seminardiskussionen folgendes in Erinnerung rufen und nochmals ins Gespräch bringen:
- Aus dem Vortrag von Bianca: Wie kann Abwesenheit gedacht werden?
Aus dem klinischen Bericht von Green (Jouer avec Winnicott): Traum - Spiel.
Die Anwesenheit des Vaters im Traum - die Nicht-Anwesenheit des Vaters im Spiel.
Der Vater wird abwesend vorgestellt im leeren Schlafzimmer am Ende des Korridors.
Die Darstellung der Vorstellung von Abwesenheit: „negative Halluzination“.
- Die Schokoladen-Deutung von Green in seinem klinischen Bericht.
Im Verlaufe der Stunde führt Green in seinen Deutungen den Andern bzw. die Beziehung zum Dritten ein: „le subject, l‘object et l‘autre de l‘object“. „Ich sagte ihr jetzt, dass sie möglicherweise so stark auf meine Ferien reagieren würde, nicht allein deshalb, weil ich abwesend und nicht verfügbar sein werde, sondern auch, weil ich mit jemand Anderem die ganze Zeit über ihre Einsamkeit lachen könnte. Sie fühle sich wehrlos, vielleicht deshalb, weil sie - wenn sie wie ich lachen würde - ihr das eine grosse Kraft / Macht (pouvoir) geben würde, welche die Andern so überraschen würde, dass es ihnen die Sprache verschlagen würde, so wie es ihr manchmal mit dem Humor ihres Vaters ergehe. Sie sagte mir, dass sie nicht verstehe, was ich ihr sagen wolle.“
... „Ich nehme also ihr „Ich verstehe nicht“ auf und habe angefügt: „Jetzt nehmen Sie das, was gesagt worden ist (dass Sie nicht kreativ, nicht intellektuell und nicht künstlerisch begabt sind) , um mir zu zeigen, dass Sie keinen Grund haben - was immer es sei - es mit mir zu teilen und dass Sie mir nicht nahe sein können.“ Während des Redens wurde ich mit bewusst, dass mir die Patientin mit einer Aufmerksamkeit zuhörte, die eine ungewöhnliche Qualität hatte. Als ich mit Reden zu Ende war, sagte sie mir: „Während Sie sprachen, habe ich meine Augen geschlossen und habe Ihnen zugehört, was Sie sagten. Ich hörte den Klang Ihrer Stimme und ich hörte Ihre Worte, aber vor allem hörte ich den Klang Ihrer Stimme. Ich stellte mir in meinem Kopf Ihr lebendiges (animé) Gesicht vor und ich fühlte mich Ihnen sehr nahe.“ Banal! Aber sie fügte hinzu: „... und all das wegen Ihres Stückleins Schokolade von gestern.“ Ich: „Sie würden gerne diese Schokolade sein, damit ich Sie esse.“ ...“
So ist diese Deutung im Kontext verstanden, die Deutung des oedipalen Wunsches (siehe auch Freud in HSA - Wunsch gefressen zu werden, Wunsch geschlagen zu werden ... ).