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Banner of Truth
Carl McIntire meeting in his homeIm tragischen Leben von Carl McIntire, dem amerikanischen Fundamentalisten, begann kürzlich eine weitere Episode, als er sich von seiner eigenen Gemeinde abspaltete in der er während 60 Jahren Pastor war und begann, im seinem eigenen Heim in Collingswood, New Jersey, Sonntagsgottesdienste zu halten. Das winzige Presbyterium der Bible Presbyterian Church Collingswood Synod erklärte die Predigerstelle als unbesetzt da McIntire die Gemeinde verliess. McIntire behauptet, illegalerweise rausgeworfen worden zu sein und verspricht, das Presbyterium dafür vor Gericht zu bringen. Der Ältestenrat seiner ehemaligen Kirche versucht bei einer wöchentlichen Beteiligung von fünfzig älteren Leuten weiterzumachen, obwohl 1400 Personen als Mitglieder eingetragen sind.
Carl McIntire ist nun 92 Jahre alt. Er wurde 1906 im Mittleren Westen geboren und durch das Lesen von Büchern von J.Gresham Machen wie "What is Faith?" (Banner of Truth) führte ihn zum Wunsch, bei Machen in Princeton zu studieren. Aber es dauerte nicht lange bis er empfand, mehr als sein Lehrer zu wissen. Er wurde 1931 in der Presbyterian Church USA ordiniert. 1933 wurde er an die Kirche von Collingswood berufen, nicht weit von Philadelphia, wo er sich niederliess. Im folgenden Jahr wurde er ins Independent Board for Foreign Missions gewählt, veranlasst durch Machen um die Beauftragung von konservativen Missionaren sicherzustellen. Dafür wurden Machen und McIntire aus der Presbyterian Church USA ausgeschlossen.
1936 wurde eine neue Denomination gestartet mit McIntire unter den 34 Pfarrern und 17 Ältesten, welche die Deklaration unterschrieben, jedoch nach wenigen Monaten hatte McIntire vermutlich Dr. Oliver Buswell und andere aufgewiegelt, dass die neue Kirche einen Standpunkt der völligen Abstinenz von Alkohol unterstützte. Machen wurde gleichzeitig vom Independent Board for Foreign Missions abgewählt. Niedergedrückt durch diese Enttäuschungen erkrankte Machen an einer Infektion, die eine Lungenentzündung hervorrief und er starb am 1. Januar 1937 in Bismarck, North Dakota. An der Generalversammlung in diesem Jahr spaltete sich die ganze Gruppe, McIntire und die prämilleniumistischen und antialkoholischen Leute bildeten die Bible Presbyterian Church während die Presbyterianer mit dem Westminster Seminary als Zentrum die Orthodox Presbyterian Church bildeten. McIntire gründete eine ganze Reihe von Organisationen, die dem was er "20th Century Reformation" nannte dienten. Er lancierte sein Magazin "Christian Beacon", begann mit Radiosendungen, griff den Weltkirchenrat (World Council of Churches) an und demonstrierte an seinen Versammlungen. Seine Botschaft wurde von den Fundamentalisten enthusiastisch aufgenommen. Aber nicht alles verlief gut. Die Vollversammlung der Bible Presbyterian Church stimmte für den Austritt aus dem American Council of Christian Churches und dem von McIntire gegründeten International Council of Christian Churches. Die Mehrheit, eingeschlossen Francis Schaeffer, überliessen McIntire den Namen der Denomination, Shelton College, Faith Seminary, das ACCC und ICCC. Der Rest gründete die Evangelical Presbyterian Church. 1965 schlossen sie sich einer Gruppe der United Presbyterian Church an um zur Reformed Presbyterian Church, Evangelical Synod zu werden. Diese Denomination schloss sich 1982 der PCA an.
Das nächste Jahrzehnt waren Jahre der fortlaufenden Spaltung. 1971 verliessen mehrere Professoren das Faith Seminary um das Biblical Theological Seminary in Hatfield, New Jersey zu bilden. 1977 trennten sich drei Gemeinden von der Bible Presbyterian Church und gründeten die American Presbyterian Church. 1984 zog sich McIntire von der Bible Presbyterian Church zurück als er während der Vollversammlung die Beantwortung aller Fragen über die finanzielle Verantwortlichkeit der unabhängigen Vertretungen und die Führung des ICCC in Kenya und Korea ablehnte. Die Denomination weigerte sich, ihn als Moderator zu wählen und McIntire ging hinaus. Nun gründete er die Bible Presbyterian Church Collingswood Synod. Diese Denomination besteht aus zwei Gemeinden, der Collingswood Church (deren Gebäude 1200 Personen Platz bietet bei weniger als 50 Anwesenden und Spendern) und einer anderen Gemeinde von einem Dutzend Leuten, die sich in den Büros des Independent Board of Foreign Missions treffen. Eine weiter Gemeinde in Sodus, NY, hat 10 Mitglieder, es gibt auch mit der BPC (CS) verbundene Gemeinden in Adelaide (Australien) und Myanamar (Burma).
John P. Elliot schreibt: "Geistig hat der 92jährige Senior-Pfarrer seine guten Tage und schlechten Tage. Wenn sie gut sind, ist keiner deutlicher oder spitzfindiger als McIntire. Aber seine schlechten Tage werden zunehmend zum öffentlichen Thema. Der Verfall von McIntire konnte bei seinen beiden wöchentlichen Predigten, auf denen er jeden Sonntagmorgen und Abend beharrte, beobachtet werden. Der Älteste Stephen Coker von Collingswood erzählte, dass diese gegen das Ende hin einfach zusammenhanglos waren. Bei der letzten Feier des Abendmahls im September musste man ihm Einflüstern um durch die Liturgie zu kommen. Aus diesen Gründen bot der Ältestenrat McIntire das Ausscheiden mit einer Pension und Krankenversicherung an. Die Ältesten machten im April 1996 einen Vorschlag für ein ehrenhaftes Ausscheiden. Er lehnte ab, darum brachte der Ältestenrat das Thema vor die Gemeinde, die beiden Treffen waren ... nahe einem Aufruhr"
("Christian Renewal" vom 18. Januar 1999, Seiten 4/5).
Zwei turbulente Gemeindeversammlungen in der Kirche von Collingswood führten zu einem Appell der Ältesten an die Denomination. Das Presbyterium nahm gegen McIntire Stellung und erklärte die Kanzel vakant. Collingswood schickt McIntire immer noch jeden Monat zwei Schecks. Doch McIntire bereitet eine Anklage vor. Er besteht darauf, dass er handfeste rechtliche Gründe hat um den Ältestenrat und das Presbyterium vor Gericht zu bringen und sie zu zwingen, ihn wieder als Senior-Pfarrer einzusetzen. Dazu befragt, ob seine Pläne nicht das Gebot des Paulus verletzten, dass Gläubige gegen andere Gläubige keine gerichtliche Klagen einreichen sollten, antwortete er verneinend: "Nein, hier geht es um Geld".
Welch tragische Geschichte. Ich fuhr einmal auf dem Rücksitz eines von Professor John Skilton des Westminster Seminary gelenkten Autos mit Professor John Murray auf dem Beifahrersitz. Sie schwelgten in Erinnerungen von diesen Jahren in den 30ern vor der Spaltung, als es ihr Auftrag war, den reformierten Glauben im unitarischen New England zu verbreiten. Sie erzählten von Carl McIntire, was für ein brillanter und wirkungsvoller Prediger er war. Im Oktober sprach ich mit Edmund Clowney, er erzählte mir, wie er sich an McIntire erinnere, den er als Teenager vor über fünfundsechzig Jahren auf der Kanzel erlebte als er eine Predigt hielt, an die er sich bis heute erinnere.
Über Jahre bestand McIntire darauf, der Nachfolger von J. Gresham Machen zu sein, dass er den Kampf gegen den Unglauben von jenem Punkt an weiterführe an dem Machen aufhörte. Im Lichte der Biographie von McIntire erscheint es ironisch, als der Missionar Henry W. Coray aus China an McIntire schrieb und ihn fragte, warum er und andere Machen aus dem Vorstand der Foreign Missions abgewählt hatten die Antwort von McIntire war, dass Machen zu viel Macht bekommen hatte.
Aufgrund der entstellten Berichte, die McIntire im "The Christian Beacon" druckte, schrieb ihm Machen und bat darum, dass auch er Klarstellungen in seiner Zeitschrift veröffentlichen könne. Machen protestierte: "Wenn ein Redaktor jemand angreift oder kritisiert in seiner Zeitschrift, ist gemäss der journalistischen Ethik wie auch der Ethik der Bibel zwingend geboten, dass er der angegriffenen oder kritisierten Person die Gelegenheit gibt, sich auf angemessene Weise zu verteidigen. Ich schrieb dem "Toronto Star" etwas als Antwort das in dieser Zeitung unter meinem Namen veröffentlicht wurde. Mein Brief wurde veröffentlicht, sofort und vollständig. So war es in vielen Fällen. Ist es darum nicht traurig, dass eine religiöse Zeitschrift wie der "Christian Beacon" auf ethischer Ebene so viel tiefer steht als das, was unter weltlichen Menschen gilt? Es gibt nur wenig tadelswertere Dinge als das Verhalten eines Redaktors, der sich frei fühlt die Leute anzugreifen oder zu kritisieren und ihre Ansichten oder Äusserungen nach Belieben vorzuführen und dann ihnen nicht zu erlauben, ihre Ansicht zur Angelegenheit den Lesern der Zeitschrift darzustellen. Wie traurig wäre es für sie, der sich selbst in einem grossen Konflikt so mutig zeigte und dem Gott so herrliche Talente gab, sich zu solchem Verhalten wie hier herabzulassen. Was nach alledem kommt auf die Religion zu, wenn sie denen die sich zu ihr bekennen erlaubt, sich im zwischenmenschlichen Verhalten rücksichtslos über die einfachsten Grundsätze des Fairplays hinwegzusetzen?"
(zitiert aus "J. Gresham Machen: A Silhouette," Henry W. Coray, Kregel, 1981, Seite 118)
Wenn jemand davon überzeugt ist, in jeder Angelegenheit recht zu haben, ob gross oder klein, welcher Irreführung ist er erlegen und was für eine Zukunft der Absonderung und Einsamkeit liegt vor ihm. Johannes Calvin beobachtete einst: "Es gibt selbst unter denen, die keinen Mangel an Eifer für Gott kennen, niemals umfassende Zustimmung oder Ehrfurcht und Mässigung beim Erörtern der Geheimnisse Gottes. Gott hat seine Diener nie so gesegnet, dass jeder von ihnen vollständige und vollkommene Erkenntnis in allen Bereichen seines Fachs besitzt. Es ist klar, seine Absicht mit dieser Einschränkung unserer Erkenntnis war in erster Linie, dass wir demütig bleiben und auch, dass wir uns weiterhin mit unseren Mitchristen austauschen sollen. Obwohl es andererseits höchst wünschenswert wäre, sollten wir im gegenwärtigen Leben bei der Auslegung von Schriftstellen nicht nach anhaltender Übereinstimmung unter uns suchen". Gott wird uns nicht in der Erkenntnis vollkommen machen bevor er uns in der Liebe vollkommen macht. Wenn uns Gott gerade jetzt vollständige und vollkommene Erkenntnis gäbe, würden wir nur arroganter und verurteilender als wir bereits sind. Wir wissen nicht alles, wie auch sonst niemand.
GEOFFREY THOMAS