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Am Anfang standen kleine Transportbahnen
«Der Winter kommt», heisst es dieser Tage im Wetterbericht. Und mit ihm kommt die Zeit der Skilifte und Seilbahnen. Für letztere gibt es in der Schweiz einen ganz grossen Namen: Garaventa. Die Firma aus Goldau prägt nicht nur den Schweizer Markt mit grossen Pendelbahnen, sondern ist als Teil der Doppelmayr/Garaventa Gruppe auch Weltmarktführer. Begonnen hat es aber ganz klein, als 1928 Karl Garaventa (1888–1965) an der Rigi kleine Seilbahnen für Holztransporte konstruierte.
Vor 130 Jahren, am 22. November 1888, wurde Karl Garaventa als Sohn von Maria Dorothea Garaventa-Mettler und Giuseppe Garaventa in Goldau geboren. Sein Vater stammte aus Genua und hatte als Mineur unter anderem beim Bau der Arth-Rigi-Bahn mitgewirkt, bevor er sich einen landwirtschaftlichen Betrieb kaufte. Vor 130 Jahren, am 22. November 1888, wurde Karl Garaventa als Sohn von Maria Dorothea Garaventa-Mettler und Giuseppe Garaventa in Goldau geboren. Sein Vater stammte aus Genua und hatte als Mineur unter anderem beim Bau der Arth-Rigi-Bahn mitgewirkt, bevor er sich einen landwirtschaftlichen Betrieb kaufte.
«Tüftler» mit Schweizer Bürgerrecht
Karl Garaventa heiratete mit 26 Jahren Anna Maria Kenel (1891–1946) und übernahm die Landwirtschaft und das Käsen des Vaters Giuseppe. Nebenbei konstruierte er ganz Verschiedenes wie Jauchepumpen, Mostpressen oder ein spezielles Motorrad. Die fleissige Familie war wohlbekannt und 1920 beantragte Garaventa das Schweizer Bürgerrecht bei der Gemeinde Küssnacht am Rigi, das einstimmig erteilt wurde.
Holzer und Seilbahnbauer
1921 hatte Karl Garaventa einen schweren Unfall mit seinem Pferdefuhrwerk und verletzte sich an Brust und Lungen. Sein Arzt riet ihm sich zur Genesung oft an der frischen Luft, wenn möglich im Wald, aufzuhalten. Nun war der Moment gekommen, wo er die Landwirtschaft und die Käserei seinem Neffen übergab und Holzarbeiten im Schutzwald an der Rigi übernahm. Sein Erfindergeist wurde dadurch wieder geweckt, und er begann 1928 Holzseilbahnen einzurichten, damit die schweren Stämme zu Tal gefahren werden konnten.
Von der Klein-Material-Seilbahn zur Personentransport-Seilbahn Schon bald entstanden zahlreiche Klein-Material-Seilbahnen, die von Garaventa verkauft und fest installiert, oder aber nur vermietet und vorübergehend montiert wurden. Im Jahre 1943 baute Karl Garaventa die schon früher erstellte Brunni-Holzegg-Seilbahn im Alptal in eine Zweipersonenbahn um. Dies war die erste Garaventa-Personenseilbahn. Es folgten weitere, immer grössere Personentransport-Seilbahnen.
Die Firma Garaventa
Nach dem Rückzug Karl Garaventas aus dem operativen Geschäft gründeten seine Söhne Karl und Willy 1957 die Kommanditgesellschaft Karl Garaventas Söhne, Seilbahn-Maschinenbau, Immensee. Vater Karl Garaventa verfolgte die Entwicklung seines Unternehmens weiterhin aufmerksam. Noch im selben Jahr konnte Garaventa die erste eidgenössisch konzessionierte Personenluftseilbahn bauen, die Sektion Huserenberg-Rothenfluh bei Schwyz. Ein weiterer Höhepunkt wurde 1964 im Appenzellerland mit der ersten Grosskabinenbahn auf den Kronberg gefeiert. Die 2,2 Kilometer zwischen Masten und Bergstation waren das damals längste Spannfeld. 1967 schliesslich gelang der Durchbruch auf dem Weltmarkt mit der Herstellung und Montage einer ersten Pendelbahn in den USA. Die Kabinen im Squaw Valley fassten 130 Personen. Der Firmengründer, Karl Garaventa, konnte diesen grossen Erfolg jedoch nicht mehr erleben, denn er starb am 17. Juni 1965 in Immensee an einem Herzinfarkt./eing.
|Buchhinweis

Die Biographie von Karl Garaventa ist zu lesen in:
Hans G. Wägli: Karl Garaventa (1888–1965),
in: Sieben Bergbahnpioniere,
Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik,
Band 81, hrsg.
vom Verein für wirtschaftshistorische Studien,
Zürich 2005, S. 77–84. 88 Seiten, 100 Bilder, 25 Franken
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Verein für wirtschaftshistorische Studien
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8006 Zürich