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Arbeiten Sie an einem Forschungsprogramm? Oder wollen Sie eine Bachelorarbeit erstellen und brauchen dafür eine Umfrage? Dann kommen Sie am Einsatz und der Erstellung eines wissenschaftlichen Fragebogens nicht vorbei. Wissenschaftliche Forschung hilft Ihnen, gezielt Informationen von bestimmten Personengruppen zu erfragen. Diese Informationen werden dann zusammengetragen und ausgewertet. Von einem wissenschaftlichen Fragebogen spricht man, wenn eine bestimmte Fragestellung oder bestimmte Thesen einem Fragebogen zugrunde liegen und die Thesen anhand der gegebenen Antworten überprüft werden. Je präziser also die Fragen formuliert werden, desto leichter ist auch eine These zu belegen.
Sagen wir es doch am besten mit Nietzsche „Dem guten Frager ist schon halb geantwortet.“
Bevor ein Fragebogen überhaupt erstellt werden kann, sollte man sich Gedanken machen welche Forschungsmethode zum Einsatz kommen soll. Überlegen Sie sich genau welches Ziel Ihre Umfrage hat oder welche These Sie für eine Forschungsarbeit belegen wollen. Man unterscheidet zwischen quantitativen und qualitativen Methoden der Marktforschung. Beide können für eine vertiefte Analyse miteinander kombiniert werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Methoden näher vor.
Qualitative Forschung verwertet sprachlich oder textlich erworbene Informationen aus Gesprächen, Fragebögen, Gruppendiskussionen und andere Interviewformen. Der Fokus bei der qualitativen Forschung liegt auf dem Interesse nach einer subjektiven Meinung einer Person. Die Umfrageteilnehmer sollen äußern, was sie denken und erlebt haben. Qualitative Forschung ist naturgemäß eher unstrukturiert, bietet aber höchst attraktive Erkenntnisse, die bei der Auswertung in Worten dargestellt werden.
Repräsentative Stichproben (eine Erklärung finden Sie im nächsten Absatz) bilden die Grundlage für die sogenannten quantitativen Forschungsmethoden. Diese wollen möglichst viele Daten und Fakten erheben und verwenden zur Erhebung meistens geschlossene Fragen und sogenannte Multiple Choice Fragen. Die Daten werden gesammelt, ausgewertet und dann in Prozentpunkten angegeben. Die Zahlen können dann interpretiert werden und erschließen Zusammenhänge.
Unerlässlich für die Erstellung eines wissenschaftlichen Fragebogens ist die sogenannte repräsentative Stichprobengröße von Teilnehmenden. Das bedeutet, eine Stichprobe – also eine kleine Menge - soll auf eine größere Menge oder Gruppe hochzurechnen sein. Diese größere Menge nennt man Grundgesamtheit. Eine Herausforderung für Forschende ist immer: Wie groß sollte die repräsentative Stichprobe sein, um statistisch signifikante Ergebnisse zu erzielen? Eine umfangreichere Stichprobe ist sicher wünschenswert für genauere Ergebnisse. Andererseits verursacht eine größere Stichprobengröße auch mehr Kosten und einen insgesamt höheren Aufwand.
Die sogenannte Stichprobenbeschreibung muss Teil einer wissenschaftlichen Arbeit oder eines Forschungsberichtes sein. Sie beschreibt alle demographischen Daten, die der Stichprobe zugrunde liegen, z.B. Bildungsabschluss, Alter und Geschlecht der Teilnehmenden. Sie darf aber keine Ergebnisse vorwegnehmen oder diese gar interpretieren. Die Stichprobenbeschreibung sollte außerdem Aufschluss über die Art der Rekrutierung der Teilnehmer geben (E-Mail, Social Media) und über den Ort und den Befragungszeitraum.
Die Erstellung eines Forschungs-Fragebogens sollten Sie sorgfältig planen. Die richtigen Fragen sind entscheidend! Folgendermaßen können Sie dabei vorgehen:
Basierend auf dem Modell der qualitativen und der quantitativen Forschung unterscheiden wir zwischen offenen und geschlossenen Fragen. Offene Fragen sind darauf ausgerichtet, dass sich die Teilnehmenden möglichst ausführlich und subjektiv äußern und sind typische Interviewfragen. Im Unterschied zu geschlossenen Fragen ist ihre Auswertung allerdings schwer skalierbar. Antworten mit unterschiedlichem Inhalt sind also schwerer voneinander abgrenzbar. Leichter und eindeutiger auszuwerten sind die Daten, die man mit geschlossenen Fragen gewinnen kann. Achten Sie in Ihrem Fragebogen auch darauf, dass Sie Ihre Forschungsfragen präzise formulieren und nur so viele Fragen stellen, wie Sie unbedingt für Ihre Forschungsarbeit brauchen. Mit zunehmender Länge eines Fragebogens verlieren die Teilnehmenden häufig das Interesse – die Aufmerksamkeitsspanne gerade im Internet ist sehr gering! Es gilt zu vermeiden, dass wertvolle Daten, die man bereits gesammelt hat von einer hohen Abbruchrate in Frage gestellt werden.
Wir hoffen, dass wir Ihnen einige Grundlagen für die Erstellung wissenschaftliche Fragebögen näher bringen konnten. Greifen Sie bei der Erstellung von wissenschaftlichen Fragebögen auf unsere Erfahrung zurück und legen Sie gleich los!