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Jährliche Radioaktivitäts-Messflüge
belmediaredaktion Blaulicht-Branchennews Polizeinews Schweiz Schweizer Armee
Vom 5. bis 9. September 2022 überfliegt ein Helikopter der Schweizer Armee in rund 90 Metern Höhe Teile der Romandie, um die Radioaktivität zu messen.
Die jährlich vom Kompetenzzentrum ABC-KAMIR erhobenen Daten dienen der Aktualisierung der radiologischen Situation in der Schweiz und als Basis in Notfallsituationen.
Während fünf Tagen wird über der Romandie ein tieffliegender Armeehelikopter zu sehen und zu hören sein, der die Radioaktivität misst und allfällige radioaktive Quellen aufdeckt. Dieses Jahr finden die Messungen in der Region Orbe, Romont, Moudon, Bulle, Vevey und Teilen des Val de Travers statt, sofern es die Wetterbedingungen erlauben. Diese Messaktivitäten sind eine jährlich durchgeführte Übung der Fachleute des Kompetenzzentrums ABC-KAMIR, der Fachstelle der Schweizer Armee für alle Belange rund um atomare, biologische und chemische Risiken und die Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung.
Ermittlung der Radioaktivitätswerte: radiometrische Messung aus der Luft
Mithilfe der Radiometrie ist es möglich, Radioaktivität aus der Distanz festzustellen und eine Konzentrationsmessung vorzunehmen. Diese Technik dient demnach dazu, Flächen, die kontaminiert sein könnten, zu kartieren, die natürliche Radioaktivität in der Umwelt zu messen sowie allfällige radioaktive Quellen aufzudecken (etwa im Zusammenhang mit Unfällen in Atomkraftwerken, bei Transporten oder in der Industrie, einem Satellitenabsturz oder im Falle einer böswilligen Handlung mit radioaktiven Stoffen).
Das Kompetenzzentrum ABC-KAMIR führt seine Analysen wie bei jeder jährlichen Messkampagne mittels Radiometrie aus der Luft (sogenannte Aeroradiometrie) durch. Dabei fliegt ein mit einem hochsensiblen Radioaktivitäts-Messsystem ausgestatteter Super Puma über das Messgebiet. Innerhalb von nur drei Stunden können rund 100 km² ausgemessen werden. Um eine möglichst lückenlose Karte zu erhalten, überfliegt der Helikopter das Gebiet in rund 90 Metern Höhe in parallelen Bahnen von normalerweise 250 Metern Abstand. Wegen der geringen Flughöhe kann eine gewisse Lärmbelastung nicht verhindert werden.
Wertvolle Daten für Notfallsituationen
Die während dieser Messkampagnen gesammelten Daten ermöglichen, die radiologische Situation in der Schweiz zu aktualisieren. Sie stellen wertvolle Informationen dar, die in einem Notfall als Grundlage dienen können. Nach der Messkampagne werden die Daten den verschiedenen zuständigen nationalen Behörden sowie zivilen Partnern zur Verfügung gestellt und in das Programm zur Überwachung der Umwelt integriert.
Quelle: Schweizer Armee
Bildquelle: ©VBS/DDPS, Kompetenzzentrum ABC-KAMIR