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Die Abteilung Asien und Pazifik (AAP) ist zuständig für die Koordination der Politik der Schweiz gegenüber den 39 Ländern dieser Region. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit allen zuständigen Stellen des Departements und der Bundesverwaltung zusammen. Die Abteilung definiert auf der Grundlage der aussenpolitischen Strategie des EDA und der fünf in der Bundesverfassung verankerten aussenpolitischen Ziele die Interessen der Schweiz in Asien und im Pazifikraum. Zudem sucht sie nach möglichen Chancen und zeigt Risiken für die Schweiz auf.
Abteilung Asien und Pazifik
Der asiatisch-pazifische Raum wird für die Schweiz immer wichtiger. Der Austausch mit den Ländern dieser Region hat sich nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in politischer, wissenschaftlicher und menschlicher Hinsicht intensiviert. Die Prioritäten der Schweiz in dieser Weltregion sind die Erhaltung von Frieden und Sicherheit, nachhaltige Entwicklung, humanitäre Hilfe und Wohlstand.
Die Abteilung Asien und Pazifik ist in die drei Regionalkoordinationen Südasien, Ostasien sowie Südostasien und Pazifik unterteilt. Diese regionalen Teams sind für die Koordination und Pflege der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und den Ländern ihrer jeweiligen Region zuständig. Sie dienen als Schnittstelle zwischen den Schweizer Auslandvertretungen in ihrem geografischen Zuständigkeitsgebiet und der Bundesverwaltung. Die drei Regionalkoordinationen pflegen auch Kontakt zu den Botschaften der in der Schweiz akkreditierten Länder der asiatisch-pazifischen Region sowie mit den Organisationen, die dort tätig sind.
Die Regionalkoordination Südasien ist zuständig für die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, den Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka, einer Region mit einer Bevölkerung von rund 1,8 Milliarden Menschen. Ihre Aktivitäten in dieser dicht besiedelten und wirtschaftlich und demografisch vielfältigen Region umfassen namentlich wirtschaftliche Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. So engagiert sich die Schweiz beispielsweise im Rahmen bilateraler Kooperationsprogramme in Nepal, Bangladesch und Afghanistan (Schwerpunktländer der DEZA). Ausserdem arbeitet sie in den Bereichen Migration und menschliche Sicherheit eng mit Sri Lanka zusammen.
Indien ist nicht nur die «grösste Demokratie der Welt», sondern bald auch der bevölkerungsreichste Staat auf unserem Planeten. Dass das Land in den kommenden Jahren ein grösseres geopolitisches Gewicht haben wird, ist zu erwarten. Die bilateralen Beziehungen mit Indien sind zahlreich und vielfältig, was sich in einer Reihe von Abkommen in den Bereichen Handel, Luftverkehr, Finanzen, Steuern, Entwicklungszusammenarbeit und Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie widerspiegelt. Eine Verstärkung der Beziehungen zu Indien, einer führenden Nation in Südasien, ist wünschenswert: erstens aus wirtschaftlichen Überlegungen, um Schweizer Unternehmen am Wirtschaftserfolg des Landes teilhaben zu lassen und die eigenen Interessen in Asien zu diversifizieren; zweitens aus politischen Gründen, weil Indien den traditionellen demokratischen Werten verpflichtet ist und den Ehrgeiz hat, auf der internationalen Bühne eine führende Rolle zu spielen. Um die Zusammenarbeit mit dem Land zu vertiefen, unterhält die Schweiz in Indien ein vielfältiges diplomatisches Netzwerk. Zurzeit handeln Indien und die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA), der auch die Schweiz angehört, ein Freihandelsabkommen aus.
Ein fehlender regionaler Zusammenhalt, der auf die unterschiedliche Grösse der einzelnen Länder, die historischen Rivalitäten zwischen Indien und Pakistan, auf den aktuellen Konflikt in Afghanistan und Konflikte in der jüngeren Geschichte Sri Lankas und Nepals zurückzuführen ist, schränken das Potenzial der Region und seine wirtschaftliche Attraktivität ein. Versuche, eine regionale Organisation nach dem Vorbild der ASEAN zu gründen, haben bisher nicht zu den erhofften Ergebnissen geführt.
Die Regionalkoordination Südostasien und Pazifik ist zuständig für die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu den elf Ländern Südostasiens (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Timor-Leste, Vietnam) und den Ländern Ozeaniens, darunter Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea und dreizehn Inselstaaten des Südpazifiks (Cookinseln, Fidschi, Kiribati, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Niue, Palau, Samoa, Salomoninseln, Tonga, Tuvalu, Vanuatu). Die Prioritäten der Schweiz in Südostasien sind die Aufrechterhaltung stabiler Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, humanitäre Hilfe und Achtung der Menschenrechte. Zu diesem Zweck führt die Schweiz einen regelmässigen politischen Dialog mit ihren Partnern, engagiert sich in regionalen und bilateralen Kooperationsprogrammen und arbeitet in multilateralen Gremien mit.
Sie ist in dieser Region in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv, namentlich über Programme der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS). So führt sie beispielsweise in Myanmar ein umfassendes Programm durch, das Themen wie Ernährungssicherheit, Gesundheit, Demokratisierung und Friedensförderung einschliesst. Aufgrund ihrer Dynamik und ihres Wirtschaftswachstums sind die südostasiatischen Länder interessante Partner für die Schweiz. So gehören Vietnam und Indonesien zu den Schwerpunktländern der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Die Schweiz ist seit 2016 auch sektorieller Dialogpartner der ASEAN, der wichtigsten regionalen Organisation in Südostasien. Die Regionalkoordination Südostasien und Pazifik ist zudem für den Austausch zwischen der Schweiz und dem Asien-Europa-Treffen (Asia-Europe Meeting, ASEM) zuständig.
Australien und Neuseeland sind die wichtigsten Partner der Schweiz in Ozeanien und in den multilateralen Gremien. Die drei Staaten arbeiten regelmässig in verschiedenen Themenbereichen wie Menschenrechte und Umwelt zusammen. Bei der bilateralen Zusammenarbeit geht es insbesondere um Bildung, Forschung und Handel.
Die Schweiz unterhält gute Beziehungen zu den Inselstaaten des Südpazifiks. Ihre Botschaften in Canberra, Wellington und Manila sind für die bilateralen Beziehungen mit diesen Staaten zuständig. Zudem hat die Schweiz einen Sondergesandten für die Inselstaaten des Pazifiks mit Sitz in Canberra ernannt. Er vertritt die Schweiz unter anderem an den Gipfeltreffen des Pazifischen Inselforums (Pacific Island Forum, PIF). Um eine Mitwirkung aller Inselstaaten in den multilateralen Organisationen zu gewährleisten, unterstützt die Schweiz sie bei der Einrichtung einer ständigen Mission bei der UNO in Genf.
Die Regionalkoordination Ostasien ist zuständig für die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu China, Nordkorea, Südkorea, Japan und der Mongolei. Die Region ist für die Schweiz wirtschaftlich und politisch von grosser Bedeutung. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit Ostasien in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation besonders intensiv. Die Prioritäten der Schweiz in dieser Region sind die Aufrechterhaltung stabiler Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die Integration Chinas ins internationale System und die Achtung des Multilateralismus.
China ist der drittwichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz und das bei Weitem wichtigste Land für die Schweiz im asiatisch-pazifischen Raum. Die beiden Länder pflegen besonders intensive bilaterale Beziehungen. Die Schweiz war eines der ersten westlichen Länder, das die Volksrepublik China anerkannte. Seither wurden die Handels- und Geschäftsbeziehungen stark ausgebaut. Die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens zwischen den beiden Ländern kann als Ergebnis dieser dauerhaften Beziehungen gewertet werden. Die Schweiz ist das erste europäische Land, das von einem solchen Abkommen mit China profitiert. Ausserdem ist sie die grösste Volkswirtschaft, mit der Peking ein Freihandelsabkommen unterzeichnet hat. Die Schweiz und China führen mehr als 30 bilaterale Dialoge in Bereichen wie Menschenrechte, Migration und Verkehr. Ein technisches Abkommen erleichtert die Teilnahme von Schweizer Unternehmen an der chinesischen «Belt and Road»-Initiative, die darauf abzielt, Asien und Europa durch den Ausbau der Infrastruktur besser zu verbinden.
Für die Schweiz ist Japan als weltweit drittgrösste Volkswirtschaft ein wichtiger Wirtschafts- und Wissenschaftspartner. Zudem sind Japan und die Schweiz in multilateralen Gremien oft gleichgesinnt.
Die Schweiz engagiert sich zudem für die Friedenspolitik in Nordkorea, wo sie ihre guten Dienste anbietet und ein humanitäres Hilfsprogramm unterhält. Schweizer Militärbeobachter sind im Rahmen der Neutralen Überwachungsmission (NNSC) an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea stationiert.