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Jedes sechste Paar in der Schweiz ist ungewollt kinderlos. Und obwohl die Gesundheitsversorgung in der Schweiz im weltweiten Vergleich fortschrittlich ist, profitieren genau diese Paare nicht davon. Menschen, die von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen sind, müssen oft einen langen und sehr kostspieligen Weg gehen. Die meisten Behandlungen müssen die Paare selbst zahlen. Für die Eizellenspende reisen Betroffene ins Ausland, meistens nach Spanien.
Nun soll das geändert werden. Auslöserin der aktuellen Debatte war eine parlamentarische Initiative der Nationalrätin Katja Christ. Sie stellte die Frage, warum eine Samenspende legal und geregelt sei, die Eizellenspende aber nicht.
Die vorberatende Kommission des Ständerats stimmte nur knapp für die Motion. Der Bundesrat ist dagegen und will erstmal weitere grundsätzliche Fragen des Fortpflanzungsmedizingesetzes klären.
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Wer kann in der Schweiz Fortpflanzungsmedizin in Anspruch nehmen?
Zugang zu Fortpflanzungsmedizin haben in der Schweiz heterosexuelle Paare, die ohne medizinische Hilfe keine Kinder bekommen könnten oder eine schwere Krankheit vererben würden. Seit 2022 können mit der «Ehe für alle» auch lesbische Paare eine Samenspende in Anspruch nehmen.
Wie häufig werden diese Verfahren in Anspruch genommen?
Jährlich befinden sich rund 6000 Paare in der Schweiz in Kinderwunschbehandlung. Mit diesen Verfahren kommen pro Jahr rund 2000 Kinder zur Welt.
Welche Verfahren gibt es in der Schweiz?
Die sogenannte In-Vitro-Fertilisation (IVF) und die Insemination. In der Schweiz sind die Leihmutterschaft, die Eizellen- und die Embryonenspende jedoch verboten.
Wie funktioniert eine Samenspende?
Nachdem die Samenbank den passenden Samenspender ausgewählt hat, werden in einer Klinik die Samen, passend zum Eisprung der Frau, in ihre Gebärmutter inseminiert. Die anonyme Samenspende ist in der Schweiz nicht erlaubt.
Wie funktioniert eine Eizellenspende?
Bei einer Eizellenspende werden einer Spenderin durch einen Narkoseeingriff reife Eizellen entnommen. Die Eizellen werden künstlich mit den Spermien des Wunschvaters befruchtet und anschliessend der Empfängerin eingepflanzt, die das Kind austrägt und grosszieht.
Die Legalisierung der Eizellenspende wird auch als Zeichen für mehr Gleichberechtigung in der Medizin gesehen – denn bisher werden nur heterosexuelle Paare bei ihrer Kinderwunschbehandlung unterstützt, bei denen der Unfruchtbarkeitsgrund beim Mann liegt. Mit der Legalisierung der Eizellenspende könnten auch Paare behandelt werden, bei denen der Unfruchtbarkeitsgrund bei der Frau liegt. Innerhalb von Europa ist die Eizellenspende nur noch in Deutschland verboten.
Selbst wenn jetzt politisch alle Zeichen auf Legalisierung der Eizellenspende stehen sollten, könnte es Jahre dauern, bis sie wirklich umgesetzt wird. Ein Referendum und damit ein Volksentscheid gelten als sicher.
Aktualisierung um 15:30 Uhr, 13.9.2022: Ständerat macht den Weg frei für Eizellspende.