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die bekannteste Art der Schwämme (s. d.), gehört zu den Hornschwämmen
und besitzt ein maschiges Gerüst von hornigen Fäden, die am lebenden Tier von dessen eigentlichem Weichkörper allseitig umgeben
sind. Frisch aus dem Wasser genommen, hat der Badeschwamm ebenso große Ähnlichkeit
[* 4] mit dem Badeschwamm des Handels wie etwa
ein lebender Mensch mit seinem Skelett.
[* 5] Durch Kneten, Auswaschen und Liegenlassen an feuchter Luft wird das Gerüst des Badeschwammes,
welches in chemischer Hinsicht der Substanz des Seidenfadens nahesteht, von den zelligen Elementen befreit. Der Badeschwamm findet
sich in den wärmern Meeren; dort ist er in der Nähe der Küste auf dem Grund an Steinen festgewachsen. Man unterscheidet mehrere
Varietäten des Badeschwammes (E. officinalis var. adriatica, var.
mollissima etc.) und als besondere Gattung den Pferdeschwamm (Hippospongia equina). - In neuerer Zeit hat man die künstliche
Vermehrung des Badeschwammes versucht.
Diese besteht darin, aus einem lebenden Badeschwamm durch Zerschneiden, Anpflöcken der Teilstücke und Versenken
derselben an geeigneten Stellen des Meers ebenso viele ganze Badeschwämme zu erzielen, als man Teilstücke geschnitten hat.
Indessen haben diese von O.Schmidt in den dalmatischen und quarnerischen Gewässern angestellten Versuche aufgegeben werden
müssen, weil alle Holzanlagen vom Pfahlwurm (Teredo) zerstört wurden, und weil die dalmatischen Küstenbewohner
die Anlagen zerstörten und beraubten.
Die groben Pferdeschwämme stammen meist von Cypern
[* 14] und der afrikanischen Küste. Die Bahamaschwämme aus
Westindien,
[* 15] seit 1841 bekannt, sind dunkelfarbig, locker und von gröberm Gefüge. Bastardschwämme heißen die harten,
in Wasser wenig aufquellenden Stücke. Die feinern Schwämme lassen sich durch geeignete Behandlung sehr veredeln, freilich
nur auf Kosten ihrer Haltbarkeit. Man behandelt sie mit heißer Sodalösung, wäscht sie sorgfältig aus und legt sie in
verdünnte Salzsäure zum Auflösen des Kalks; gebleicht werden sie in einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron mit Salzsäure;
sie werden dadurch zugleich sehr zart, müssen aber sorgfältig ausgewaschen werden, weil der fein verteilte Schwefel, welcher
sich bei der Zersetzung des unterschwefligsauren Natrons ausscheidet, bei der Benutzung den Augen schädlich werden könnte.
- In der Chirurgie benutzte man früher viel die zusammengepreßten Schwämme (Spongiae compressae), um Wunden zu erweitern und
Eiter zu entziehen.
Man preßt feine, gereinigte feuchte Schwammstücke durch scharfes Umwickeln mit Bindfaden zusammen oder schiebt sie feucht
in Glasröhrchen hinein und läßt sie hier trocknen. Den Wachsschwamm (Spongia cerata) bereitet man,
indem man gereinigte u. trockne Schwammstücke in geschmolzenes Wachs taucht und zwischen etwas befeuchteten Brettchen schwach
preßt. Auch gebrannter Schwamm (Schwammkohle, Spongiae ustae, CarboSpongiae) fand früher medizinische Verwendung gegen den
Kropf; der wirksame Bestandteil desselben ist höchst wahrscheinlich Jod, welches jetzt mit größerer Sicherheit in andern
Formen benutzt wird.