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Halbgott im Tropenwald - Albert Schweitzers Lambarene
- Freitag, 25. Dezember 2015, 10:00 Uhr
Vor 102 Jahren verliess der Arzt, Philosoph und Theologe Albert Schweitzer seine Heimat im Elsass, um im afrikanischen Lambarene ein Spital zu bauen. Er wollte «die armen Neger vor den weissen Raubtieren» schützen, vor Kolonialisten, die Afrika ausbeuteten. Ein Film von Uri Schneider.
«Als Albert Schweitzer nach Lambarene kam, war er für uns ein Gott!», erinnert sich ein Schauspieler aus dem Dorf, der den legendären Urwalddoktor noch persönlich kannte. Doch für seine Kritiker wie den bekannten Schweizer Theologen Al Imfeld, ist er ein Meister der Selbstinszenierung und ein Verfechter kolonialistischer Werte. Schweitzer wollte den Afrikanern die Zivilisation bringen. Er hielt nichts von afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen und soll sogar die Apartheid in Südafrika befürwortet haben. Der Friedensnobelpreisträger starb vor 50 Jahren.
Das Spital in Lambarene (Gabun) ist heute halb verstaatlicht. Zu Albert Schweitzers Zeiten wurde jedem Kranken geholfen, ob er zahlen konnte oder nicht. Heute herrschen Bürokratie und Korruption, die Spendengelder fliessen spärlich, das Spital ist tief verschuldet.
Ein Film von Uri Schneider. (Wiederholung vom 28. September 2014)