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Heiko Westermann wurde am 14. August 1983 in Alzenau (Bundesland Bayern) geboren, wo er auch viele Jahre seiner fussballerischen Ausbildung absolvierte. Im Jahr 2000 wechselte er im Alter von 17 Jahren zur SpVgg Greuther Fürth, wo er schrittweise an die erste Mannschaft herangeführt wurde. Es folgten seine ersten Profieinsätze für die «Kleeblätter» in der 2. Bundesliga. In der Folge absolvierte er zahlreiche Partien für Arminia Bielefeld, Schalke 04 und den Hamburger SV. Westermann brachte es in seinem Heimatland auf beachtliche 318 Bundesliga-, 83 Zweitliga- sowie 34 DFB-Pokalspiele.
Heiko Westermann spielte in der Regel in der Innenverteidigung, teilweise wurde er aber auch als Aussenverteidiger oder als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt. 2015 zog es ihn dann ins Ausland. Er sammelte Erfahrungen in der spanischen Liga bei Betis Sevilla, in den Niederlanden beim renommierten Verein Ajax Amsterdam und in Österreich bei Austria Wien. Hinzu kommen noch internationale Einsätze in der Champions League und Europa League. Darüber hinaus lief er 27-mal für die deutsche Nationalmannschaft auf und erzielte dabei vier Tore. An der EM 2008 in der Schweiz und Österreich wurde Heiko Westermann mit dem DFB-Team Vize-Europameister.
Nach einer fast 18-jährigen Profikarriere widmet sich Westermann nun seiner «Karriere nach der Karriere». Im Jahr 2018 schloss er die CAS Sportmanagement-Weiterbildung an der Universität St. Gallen erfolgreich ab. Seit letztem Sommer ist er als Co-Trainer der deutschen U-15-Nationalmannschaft tätig und gibt dort seine über Jahre gesammelten Erfahrungen auf allen Ebenen des Profifussballs an die Nachwuchsspieler weiter.
Ja, so gut wie möglich. Ich hatte das Glück, dass ich in meiner Karriere einen guten Berater bzw. ein gutes Management hatte, das mich auch in meiner «Karriere danach» unterstützt und zwar nicht nur in sportlicher, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Ich wurde also gut auf mein Leben nach der Profikarriere vorbereitet.
Komplett aus dem Sport bzw. aus dem Fussball rauszukommen, ist aber extrem schwer. Dieser Nervenkitzel, wenn man ins Stadion einläuft, fehlt mir schon. Ich habe am Ende meiner Karriere den Wechsel zu Austria Wien bewusst gewählt. Wenn du wieder vor 7’000 Leuten spielst, ist es einfacher aufzuhören als in vollen Stadien mit 60'000 Zuschauern. Dann ist der Sprung extrem gross.
Ich würde auf jeden Fall alles aufsaugen. Ich würde viele Sachen auch hinterfragen wie z. B. die Arbeit des Trainers oder des Sportdirektors. Wieso macht er das so? Würde ich das auch so machen? Wie führt er seine Mannschaft? Wie stellt er diese zusammen?
Und wenn möglich, würde ich auch jedem Spieler empfehlen, bei Gelegenheit mal ins Ausland zu wechseln, um eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen. Das hilft später alles, um schneller herauszufinden, was man überhaupt will.
Das ist eines der schönsten Gefühle im Leben, wenn die Nationalhymne gespielt wird und du dich mit einem starken Team mit den Besten der Welt messen darfst. Ich glaube, dass es für alle Fussballer/innen bzw. Sportler/innen ein Traum ist, für das eigene Land aufzulaufen.
Ich war immer ein Teamplayer und habe es genossen, unter den Leuten zu sein und gemeinsam Spiele zu gewinnen. Das war natürlich in meinen Anfangszeiten bei der SpVgg Greuther Fürth, bei Arminia Bielefeld und Schalke 04 intensiver. Da war der Zusammenhalt noch grösser als heutzutage. Da hat man viel in der Gemeinschaft gemacht. Es gab für mich nichts Schöneres, als wenn du 90 Minuten mit deiner Mannschaft alles rausgehauen hast und zusammen Siege feiern konntest. Klar freute ich mich, wenn ich eine gute Leistung abgeliefert hatte, aber Einzelerfolge standen für mich nie im Vordergrund.
Die ersten Tage waren hart oder besser gesagt sehr intensiv für mich. Es war natürlich eine grosse Umstellung für mich, aber es hat riesig Spass gemacht. Mir hat es richtig gut gefallen, dass während dem Unterricht alles sofort in die Praxis umgesetzt wurde. Du lernst sozusagen vom praktischen Lernen und das ist extrem wichtig, damit du es so schnell wie möglich auch verstehst und mögliche Anwendungsfelder erkennst.
Die Zusammensetzung des Teilnehmerfelds war sehr spannend. Es waren ja nicht nur Sportler dabei. Es gab Teilnehmer, die mit Sport wenig zu tun hatten, aber dafür bspw. schon mehrere Firmen gegründet haben. Meiner Meinung nach hatten wir eine einmalige Gruppe, weil wir uns super verstanden haben und sich jeder mit jedem ausgetauscht hat. Da konnte man schon sehr viel profitieren und wie man sieht, haben wir auch heute noch sehr viel Kontakt und das wird auch in Zukunft bestimmt so bleiben.
Ich denke, dass dieses Amt für mich eine super Einstiegsmöglichkeit ins Trainermetier ist. Es macht grossen Spass mit den grössten Talenten im deutschen Fussball zusammenzuarbeiten. Auch die Trainerteams sind sehr gut zusammengestellt. Deshalb habe ich mich ziemlich schnell für den DFB entschieden, weil du von topausgebildeten Leuten lernen kannst, die Bereiche abdecken, in denen du noch Nachholbedarf hast. Neben dieser Tätigkeit beim DFB habe ich am Anfang des Jahres zahlreiche Hospitationen in Spanien gemacht, um mich persönlich weiterzuentwickeln.
Das ist schwierig zu sagen, weil ich von jedem Modultag etwas mitgenommen habe. Ich glaube aber, dass der zwischenmenschliche Part – sprich die Modulblöcke «Leadership» und «soziale Kompetenz im Sport» - für mich die zwei herausragenden Module waren.
Auf jeden Fall im Sport. Natürlich macht mir der Job als Trainer sehr viel Spass. Ich könnte mir auch eine Tätigkeit als sportlicher Leiter vorstellen. Mir ist es aber zuerst einmal wichtig, diese Zeit zu nutzen, um Erfahrungen zu sammeln. Viele Experten aus dem Sportbusiness haben mir dazu geraten, mir diese Zeit zu nehmen.
Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Westermann!