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Fritz (Hugo Wilhelm Friedrich), Bildhauer, geb. 1841 zu Alsleben (Regierungsbezirk Merseburg), lernte vom 16.-18.
Jahr bei einem Steinmetzen in Halle, besuchte zwei Jahre die Berliner Akademie, bildete sich im Atelier
von Albert Wolff aus und besuchte dann noch Wien, München und Paris. Eins seiner ersten Werke war 1866 ein Bacchus, der die
Ariadne tröstet, zwar etwas modern in der Auffassung, aber mit trefflichem Verständnis der Formen und großer Lebenswahrheit
ausgeführt.
Nach dem dann folgenden Siegfried, der ins Drachenbad steigt, brachte er fast nur monumentale Porträtstatuen,
die ihm wegen ihrer trefflichen, lebenswahren Auffassung und scharfen Charakteristik einen immer bedeutendern Namen machten.
Es sind: sein preisgekröntes, aber nicht ausgeführtes Modell zum Uhland-Denkmal, sein ebenfalls preisgekröntes, allerdings
meisterhaftes Modell eines leider sitzend dargestellten Lessing für Hamburg und die drei in den Jahren 1879 und 1880 zur
Vollendung und Aufstellung gekommenen herrlichen Statuen von Bismarck in Köln, von Goethe in Berlin und von Gauß in Braunschweig.
Idealern Inhalts ist das von ihm entworfene Kriegerdenkmal in Halle. 1880 wurde er Mitglied der Akademie in Berlin.
George, Zeichner, Radierer und Kunstschriftsteller, geb. zu
London, Sohn des gleichnamigen Malers und Lithographen (gest. 1860), wurde 1838 Schüler der
dortigen Akademie und gab sehr bald eine Reihe von Illustrationen zu Shakespeare und andern Dichtern heraus unter dem Titel:
«Scenic effects». 1840 bereiste er Italien und begleitete Sir C. Fellow
auf einer Reise in Kleinasien, wohin er 1843 als Zeichner einer offiziellen Expedition zurückkehrte.
Eine große Sammlung dieser Zeichnungen kam ins Britische Museum. Nach seiner Rückkehr brachte er zwar auch einige Ölbilder,
widmete sich aber hauptsächlich der Illustration und arbeitete für Fellows «Lycia»,
Murrays «Illustrated prayer-book», Macaulays «Lays of ancient Rome» (1847),
Milmans Horaz (1849) und die
englische Übersetzung von Kuglers «Handbuch der Geschichte der Malerei»
(2. Aufl. 1855), Layards Werke über Ninive u. a. 1857 wurde er
als Sekretär der National Portrait Gallery angestellt und 1858 zum korrespondierenden Mitglied des archäologischen Instituts
in Rom ernannt. Von seinen sonstigen schriftstellerischen Arbeiten erwähnen wir nur: die «Geschichte
des Charakters der griechischen Kunst» für Wordsworths Werk über Griechenland, «Beschreibung
des griechischen, römischen und pompejanischen Hofs im Krystallpalast», über die Bilder der Ausstellung alter Meister
im Jahr 1858, «Katalog der Gemälde und Kunstwerke in Blenheim», mehrere
verdienstliche Aufsätze zur Bestimmung der Bilder der genannten Porträtgallerie und historische Kataloge
der Bilder in Knowsley Hall und Woburn Abbey.
Wilhelm Heinrich, Genremaler, geb. zu Tübingen, besuchte nach dem Gymnasium noch die dortige
Oberrealschule, beschäftigte sich nebenher mit Freihandzeichnen und Lithographieren und trat dann in die Kunstschule zu
Stuttgart, wo er nach zweijährigen Studien als Bildhauer zur Malerei überging und eifrig anatomische
Studien trieb. Durch Neher, Rustige und Heinrich Funk ausgebildet, siedelte er 1865 nach München über, wo gleich eins seiner
ersten Bildchen, der Kindsraub, für die Neue Pinakothek erworben wurde. Darauf entstanden meistens heitere, humoristische
Genre- u. Tierstücke, mehrere durch den Holzschnitt vervielfältigt, z. B.:
Künstlerneid, Kunstkritiker, Ausstellungsjury u. a., die großenteils
nach Amerika gingen. 1877 entstand
mehr
als eins seiner Hauptbilder das Kannstatter Volksfest (Staatsgallerie in Stuttgart). Bei Gelegenheit des Tübinger Universitätsjubiläums
führte er eine sehr gelungene Federzeichnung aus und als Ölbilder: den Hahnentanz, das altwürttembergische Volksspiel
von Markgröningen und Urach. In den letzten Jahren besuchte er wiederholt Holland, Frankreich und England und machte in
den Küstengegenden viele Studien, aus denen später manche heitere Genrebilder entstanden. Er ist Inhaber
der württembergischen Medaille für Kunst und Wissenschaft.