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Importverbot für Stopfleber und Stopfleberprodukte
In der Bundesverfassung soll die Einfuhr von Stopfleber und Stopfleberprodukten verboten werden. Gänse und Enten müssen besser geschützt werden vor tierquälerischen Praktiken! Denn um die Luxusdelikatesse Foie gras zu produzieren, werden diese Vögel grausamen Mastpraktiken ausgesetzt. Ihnen wird kalorienreiche Nahrung (meist Mais) in den Rachen gestopft. So vergrössert sich ihre Leber. Beim Schlachten wiegt die Leber einer Stopfgans das Zehnfache ihres Normalgewichts. Die Initiative richtet sich gegen den Import der so erzeugten Foie gras.
In der Schweiz (und eigentlich auch in den meisten Ländern der Europäischen Union) ist das Stopfen von Gänsen und Enten verboten. Import und Verkauf sind aber zugelassen. Die Einwohner der Schweiz konsumieren jährlich 200’000 Kilogramm Stopfleber vor allem aus Frankreich. Um diese Nachfrage zu befriedigen, werden jährlich 400’000 Enten und 12’000 Gänse gestopft und getötet. Wir als Initianten dieser Initiative hoffen, den Konsum von Stopfleber so zu reduzieren, dass die tierquälerische Aufzucht unattraktiv wird und keine Tiere mehr leiden müssen.
Die Initiative richtet sich nur gegen das Stopfen von Gänsen und Enten zwecks Gewinnung von Foie gras. Andere mit dem Tierschutz vereinbaren Zuchtbedingungen sind nicht von dem in der Initiative angestrebten Verbot betroffen.
Fragen / Antworten zur Initiative Importverbot Importverbot für für Stopfleber und Stopfleberprodukte
Was verlangt die Stopfleber-Initiative?
Die Stopfleber-Initiative kämpft gegen die Einfuhr von Stopfleber bzw. vergleichbaren Produkten, die durch tierquälerische Zwangsfütterung von Tieren gewonnen wurden.
In welcher Grössenordnung bewegt sich der Import von Stopfleber in die Schweiz?
Unser Land importiert jedes Jahr etwa 200 Tonnen Stopfleber. Dafür werden 12’000 Gänse und 400’000 Enten in enge Batteriekäfige eingepfercht, mehrmals täglich zwangsgefüttert und schliesslich getötet. Sie leiden, nur damit die Nachfrage des Handels und der Konsumenten in unserem Land nach der Luxusdelikatesse Foie gras bedient werden kann.
Was ist Foie gras und wieso müssen die Vögle dafür zwangsgefüttert werden?
Stopfleber oder Foie gras ist eine durch Stopfmast verfettete Leber von Enten oder Gänsen. Ohne Zwangsmassnahmen würden Gänse und Enten niemals so viel essen, dass ihre Leber auf das Zehnfache einer normalen Leber anschwellt. Darum sind in der Schweiz Mastpraktiken wie das Stopfen von Gänsen und Enten seit über 40 Jahren verboten.
Die Zwangsfütterung der Tiere beginnt im Alter von 8 bis 10 Wochen. Zwei bis drei Wochen vor ihrer Schlachtung wird den Tieren jeden Tag ein Rohr gewaltsam in die Speiseröhre gestossen, durch das ihnen 800 bis 1.000 Gramm Maisbrei in den Magen gepumpt wird. Dadurch wächst die Leber der Tiere auf das 10-fache an.
Welche Folgen hat die Zwangsfütterung?
Kurz bevor die Mastgänse an den Folgen des Stopfens sterben würden, werden die Vögel geschlachtet. Viele erliegen bereits vorher den schweren Verletzungen und Strapazen. Die Sterblichkeitsrate von Tieren auf Stopfleberfarmen ist bis zu 20-mal höher als die von Tieren, die unter normalen Lebensbedingungen aufwachsen. Gestopfte Tiere leiden an Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüchen, Leberblutungen und Herzversagen.
Kann jede Gänseleber als Foie gras vermarktet werden?
Ein Produkt, das der Stopfleber ähnlich ist, aber nicht durch Stopfen gewonnen wurde, darf nicht unter der Bezeichnung Foie gras vermarktet werden.
Die Bezeichnung Foie gras ist geschützt. Das Label Foie gras gilt nur, wenn das Tier, vom dem die Leber stammt, zwangsweise gestopft wurde. Diese Vorschrift ist im Gesetzesartikel L654-27-1 des französischen Code rural et de la pêche maritime1 sowie in Artikel 1 Ziffer 3 der Verordnung (EG) Nr. 543/2008 vom 16. Juni 2008 aufgeführt, in der auch Mindestlebergewichte festgelegt sind, die nur durch Zwangsernährung der Tiere erreicht werden können2.
Foie gras gilt dennoch als Delikatesse und wird v.a. in der Weihnachtszeit sehr gern gegessen. Wieso sollen Schweizer verzichten, wenn der Verkauf bzw. das Erzeugen von Foie gras im Ausland erlaubt ist?
Diese kulinarische Spezialität wird hauptsächlich in Frankreich produziert und während der Festtage am Jahresende auch in der Schweiz oft konsumiert. Sie wird roh, halbgegart oder gebraten verzehrt.
Aber eigentlich ist Tierquälerei auch im europäischen Ausland nicht erlaubt. Länder wie Argentinien, Indien, Israel, Australien, Kalifornien, der Türkei und die Stadt New York verbieten ebenfalls den Import von Stopfleber. Nur Frankreich, Spanien, Ungarn, Bulgarien und ein Teil von Belgien produzieren noch Stopfleber.
Foie gras ist ein Luxusprodukt, auf das viele freiwillig verzichten, wenn ihnen bewusstwird, unter welchen fürchterlichen Qualen Gänsen gelitten haben.
Verbietet die Initiative auch den Import von Enten- und Gänseleber, die der Stopfleber ähnlich sind, aber ohne Stopfmast hergestellt werden?
Nein. Die Initiative zielt nur auf ein Verbot von Produkten ab, die aus der tierquälerischen Zwangsfütterung von Tieren stammen. Produkte, die der Stopfleber ähnlich sind, die von Tiere herkommen, die nicht unter Zwangsfütterung gelitten haben, dürfen in der Schweiz weiterhin vermarktet werden. Auch unsere Schweizer Landwirte könnten in diese Art der Produktion einsteigen und Leber von Gänsen und Enten verkaufen, die nicht misshandelt wurden.
Diese Produkte werden in der Schweiz unter Namen wie "Foie fin"3 der Marke Labeyrie oder "Happy Foie", das vom Sternekoch Tobias Sudhoff entwickelt wurde, verkauft 4.
Gibt es Bio- oder "ethische" Stopfleber?
Nein. Ethische Stopfleber ohne Zwangsfütterung von Tieren gibt es nicht. Die Bio-Standards verbieten die Zwangsfütterung.
Wird das Verbot von Stopfleber einen "Wirtschaftstourismus" auslösen?
Nein, das Einfuhrverbot gilt auch für Privatpersonen. Es wird nicht möglich sein, Stopfleber in der Grenzregion zu kaufen und dann in die Schweiz zu importieren.