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14 Jahre war Kristine Cirulis mit ihrem Mann verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat. Er verdiente den Lebensunterhalt als Traktorfahrer. Mit der Zeit begann er, regelmässig zu trinken. Immer öfters kam er betrunken nach Hause, wurde gewalttätig und gefährlich. «Er schlug mich regelmässig und attackierte mich sogar mit einem Messer», erinnert sich Kristine an ihre schlimmste Zeit. Das war zu viel. Sie flüchtete mit ihren Kindern und fand in der Stadt Tukums eine Wohnung in einem Neubau.
Eine tapfere Frau
Die neuen Mieter mussten bei der Installation der Badezimmer und Küchen mithelfen sowie Linoleum-Böden legen, tapezieren und malen. Da Kristine in dieser Zeit kein Einkommen hatte, erhielt sie Baumaterial von CSI- Projektpartnern vor Ort. Voller Motivation legte sie selbst Hand an. Schon bald konnte sie ihre neue Wohnung beziehen. Die tapfere Frau erhielt im selben Wohnblock den Job als Hauswartin und war dankbar für das kleine Einkommen.
Nach drei Jahren folgte die grosse Enttäuschung: Der Besitzer verkaufte den Wohnblock und kündigte allen Mietern. Wieder ohne Arbeit fand Kristine schliesslich 15 Kilometer weiter in Seme eine Unterkunft: Ein einziger Raum mit einer kleinen Küche, ohne Wasser und ohne Badezimmer / WC. Die Notdurft müssen sie in einem separaten Häuschen verrichten
Neues Familienglück
In dieser schweren Lebenslage lernte sie Kristaps kennen und lieben, was ihr Halt und Zuversicht gab. Kurze Zeit später starb Kristaps Schwester an einer schweren Krankheit. Sie hinterliess vier kleine Kinder. Weil der Vater der vier Kinder kein Interesse hatte, sich um sie zu kümmern, entschlossen sich Kristaps und Kristine, sie bei sich aufzunehmen und für sie zu sorgen, trotz der finanziellen Notlage und der fehlenden Unterkunft.
Das Paar heiratete 2014 und lebt bis heute mit seinen sieben Kindern in einem Raum. «Die Kinder schlafen alle im Wohnzimmer, Kristaps und ich teilen uns ein Sofa in der Küche», beschreibt Kristine nüchtern die gegenwärtige Wohnsituation in der Familie. Nachdem Kristaps seinen Job im Sägewerk verlor, schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Manchmal hilft er jemandem bei einer Dachreparatur oder auch dem Bauern bei der Heuernte.
Bald eine neue Wohnung?
Die junge Familie plant ins Dorf Zentene zu ziehen, wo ihnen eine Unterkunft in einem ehemaligen Postbüro versprochen wurde. Diese besteht aus zwei Räumen. Einer davon ist so gross, dass er in zwei Zimmer unterteilt werden kann. Nun müssen noch die letzten Hürden genommen werden. Dies sind zum einen die rechtlichen Schritte, damit das Gebäude als Wohnung genutzt werden darf. Ebenso sind der Mietvertrag und die nötigsten Installationen wie zum Beispiel eine Heizung, Küche und Bad noch ausstehend.
Es gibt noch eine Menge Arbeit und anfallende Kosten, um das Gebäude in eine behagliche Wohnung umzuwandeln. Doch zu spüren, dass sie nicht alleine sind und falls nötig Unterstützung von den CSI-Projektpartnern William und Dana Schultz bekommen, gibt Kristine und Kristaps Zuversicht. «Dafür sind wir sehr dankbar.»
Zukunftsperspektiven
Kristaps wird in Zentene in einer Fischfabrik Arbeit suchen und Kristine erhofft sich, mit dem Verkauf von gesammelten Beeren und Pilzen etwas Geld zu erwirtschaften. Die älteste Tochter ist schon erwerbstätig und arbeitet in einem Hotel. «Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit unseren Jobs genügend Geld verdienen können, um zu überleben», betont das Paar hoffnungsvoll.
Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung bedeutet für die beiden alles. Die vier Pflegekinder sind glücklich in der neuen Familie. Sie und Kristines Kinder haben sich gegenseitig als Brüder und Schwestern angenommen.
Yolanda Nhili
Hilfe von CSI
CSI unterstützt in Zusammenarbeit mit «Mission Pakapieni» Familien wie jene von Kristine, welche unter schwersten Lebensumständen den Alltag zu bewältigen haben, in folgenden Bereichen:
- Persönliche Beratung (Job, Finanzen, Gewaltprävention, Kindererziehung)
- Individuelle materielle Hilfe (Lebensmittel, Kleider, Schuhe, Schulmaterial, Kosten für Elektrizität, Brennholz, Medikamente)
- Verbesserung der Wohnsituation (Renovation der Unterkünfte und dringend benötigte Einrichtungen wie Betten, Matratzen, Kühlschrank, Waschmaschine)
- Verbesserung der Wohnsituation (Renovation der Unterkünfte und dringend benötigte Einrichtungen wie Betten, Matratzen, Kühlschrank, Waschmaschine)