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Die seelsorgerische Dimension in der Begleitung von Frauen im Sexgewerbe
Ausgezeichnet mit dem Preisgeld «Sozialdiakonie» der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn
Sexarbeiter*innen verdienen ihren Lebensunterhalt vielfach in prekären Arbeits- und Lebens-situationen. Sie sind wirtschaftlich, körperlich und sozial diversen Vulnerabilitätsfaktoren aus-gesetzt. Ihre Tätigkeit und das daraus folgende soziale Stigma bereitet vielen seelische Probleme. Ein Netzwerk aus staatlichen und privaten Akteuren bildet den Grossen Runden Tisch «Prostitution» in Basel-Stadt. Die von der katholischen Kirche beider Basel beauftragte Seelsorge im Tabubereich (SiTa) gehört zu den privaten Akteuren des Runden Tisches und bietet den Frauen im Sexgewerbe seelsorgerische Begleitung an.
Die vorliegende Masterthesis setzt sich auf der theoretischen Ebene mit Methoden der seel-sorgerischen Begleitung auseinander und stellt ihr sozialarbeiterische Methoden am Beispiel der prozessorientierten systemischen Beratung gegenüber.
Auf der empirischen Ebene wird mit einer qualitativen Inhaltsanalyse erhoben, welche Auf-träge die Akteure des Grossen Runden Tisches «Prostitution» in Basel-Stadt erfüllen. Die staatlichen Akteure haben den Auftrag, das Sexgewerbe zu regulieren und die Sexarbeiten-den zu kontrollieren, aber auch zu schützen, indem sie ihre Sicherheit gewährleisten. Die pri-vaten Akteure haben einen Beratungs- und Unterstützungsauftrag gegenüber den Frauen. Mit einem grösstenteils quantitativen Fragebogen wird der Grad der Zusammenarbeit unter den Akteuren erhoben. Das Gefäss des Runden Tisches wird von den Beteiligten als Netz-werk geschätzt, die Leitung des Grossen Runden Tisches hat eine wichtige Koordinations-funktion innerhalb der Akteure. Die Wahrnehmung der seelsorgerischen Begleitung wird in vier leitfadengestützten Interviews mit Sexarbeiterinnen erfragt und durch ein Interview mit einer Expertin ergänzt. Die Auswertung nach Grounded Theory ergibt, dass die Seelsorge bei den Frauen im Sexgewerbe geschätzt und nachgefragt wird.