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Die Albaner haben einen grossen Freund verloren: Heute verstarb der Albanologe Robert Elsie.
Nach einem ersten Besuch in den 70er Jahren in Albanien hat sich Elsie, ein Sprachwissenschaftler aus Kanada an der Universität Bonn, in die Albaner verliebt. Die albanische Sprache, Literatur und Kultur wurden zu seiner Passion. Er veröffentlichte mehr als 60 Bücher und betrieb mehrere Websites, die der albanischen Kultur und Geschichte gewidmet waren.
Mit unbegrenzt scheinender Kraft arbeitete der Albanologe an der Verbreitung von Wissen – von, über und für die Albaner. Er forschte, sammelte und publizierte praktisch alles, was ihm in die Hände kam, von allem Albanischen fasziniert. So förderte er eine unabhängige Wissenschaft. Elsie trug Dialektproben aus verschiedensten Regionen zusammen, sammelte alte Fotografien, übersetzte Literatur und transkribierte historische Dokumente und Berichte. Er hortete aber nicht, sondern machte sein Wissen über seine Website und seine Publikationen allen Interessierten zugänglich – unter anderem verfasste er mehrere Enzyklopädien.
So teilte er seine Freude an der vielfältigen albanischen Kultur. Bei meiner Begegnung vor einem Jahr in Zürich durfte ich ihn als sehr freundlichen und humorvollen Menschen kennenlernen. Der 1950 in Vancouver geborene Kanadier lebte in der Eifel. Elsie arbeitete als Übersetzer, früher unter anderem fürs Auswärtige Amt und in Den Haag.
Jetzt hat sein steter Arbeitsantrieb ein jähes Ende gefunden. Robert Elsie ist heute Morgen in Berlin an seiner Motoneuron-Erkrankung verstorben und nimmt ein unendliches Wissen über die Albaner und wohl viele Ideen für weitere Publikationen mit ins Grab.
Lars Haefner