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Max Gubler (1898-1973), Venedig, Nacht, 1949, Öl auf Leinwand, 65×81 cm, Max Gubler-Stiftung, 1981
Max-Gubler-Stiftung
1936 wurde der Solothurner Arzt Dr. Walter Schnyder durch den Zürcher Kunsthistoriker Prof. Gotthard Jedlicka auf den Zürcher Maler Max Gubler aufmerksam gemacht und lernte den Maler in Montrouge bei Paris kennen. Die Faszination, die für Dr. Walter Schnyder von Max Gublers Schaffen ausging, widerspiegelt sich in seiner Sammlung, die ab den späten 30er Jahren fast ausschliesslich Werke von Gubler beinhaltete. Die Sammelleidenschaft begleitete eine lange und enge Freundschaft, die in den beiden gemeinsamen Italienreisen ihre Höhepunkte fand. Durch die regelmässigen Besuche von Walter Schnyder in Gublers Atelier entstand eine der schönsten Max-Gubler-Sammlungen, die der Mäzen 1969 in Form der Max Gubler-Stiftung dem Kunstmuseum seiner Heimatstadt vermachte.
Neben dem expressiven Spätwerk, für das Gubler besonders bekannt ist, war dem Sammler Walter Schnyder auch das Frühwerk der 1920er Jahre wichtig. Aus dieser Zeit stammt die Ansicht Lipari, Stadt und Kastell (1925). Das Motiv ist stilisiert und sorgfältig komponiert. Gubler hat die Farben wiederholt von der Leinwand abgewaschen, bis er sich mit einer Lösung zufrieden zeigte. Der an Cézanne orientierte Anspruch, das Gesehene künstlerisch zu „realisieren“, ist augenfällig. Die entschiedene Reduktion illusionistischer Tiefenwirkung und die gedämpfte Farbigkeit lassen das Bild fast wie ein Fresko erscheinen. Interessant ist der Vergleich mit einer zweiten Umsetzung desselben Motivs, die rund 30 Jahre später entstand: Lipari (1956) entstand im Anschluss an die zweite Italienreise und zeigt die typische Expressivität von Gublers Spätwerk.
Besonders in den Distelsträussen, die in den letzten Schaffensjahren von Max Gubler entstanden sind, zeigt sich die Expressivität des Pinselstrichs – hier gibt sich der Maler als Zeichner zu erkennen.