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«Kinder mit einer Behinderung hätten uns überfordert», sagt Margrit Junker. «Das war deshalb das einzige Kriterium, das wir im Adoptionsantrag ausschlossen.» Eigentlich seien William und Camilo schon durch ihre Hautfarbe «irgendwie behindert», spinnt Rolf Burkhard den Faden weiter: «Jetzt, mit vier und sechs Jahren, gelten sie noch als "härzig". Aber spätestens, wenn sie eine Lehrstelle suchen, beginnen die Probleme.»
Dass William und Camilo aus Kolumbien stammen, war keine bewusste Wahl. Auf Empfehlungen hin entschieden sich Margrit Junker und Rolf Burkhard für eine Adoptionsvermittlung, die ausschliesslich Kinder aus Kolumbien vermittelt. Klar war hingegen, dass gleich zwei Kinder adoptiert werden sollten: Das Zusammenleben mit den «zwei grossen Weissen» sollte nicht ein Kind allein bewältigen müssen.
Nachdem der Antrag unterschrieben war, reiste das Paar nach Südamerika. «Wir wollten die Heimat unserer künftigen Kinder kennen lernen», sagt Margrit Junker. Dennoch: Leicht fiel der Entscheid nicht, Kinder aus einer fremden Kultur zu adoptieren. «Ich hatte Zweifel, ob das vertretbar ist», sagt Rolf Burkhard. Heute ist für ihn klar, dass der Entschluss richtig war, «auch wenn der Rassismus wieder salonfähig wird». Deshalb gelte es, die Kinder vorzubereiten. «Wir möchten ihnen Selbstbewusstsein mitgeben, damit sie ihre Andersartigkeit thematisieren können. Sie sollen nicht schweigen müssen, wenn sie wegen ihrer Herkunft diskriminiert werden.