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November ist Schreibmonat - oder warum es so schwierig ist, jeden Tag 1'666 Wörter zu schreiben.
Diesen Monat nehmen meine Partnerin und ich an einer, ja, wie nennt man das eigentlich, Schreibherausforderung (?), teil. Denn „Wettbewerb” wäre der falsche Ausdruck, obschon diese Herausforderung gewisse Bestandteile eines Wettbewerbs aufweist. Doch anders als bei einem Gewinnspiel gibt es hier nichts zu gewinnen, ausser vielleicht Ehre und das Gefühl, ein Ziel erfolgreich umgesetzt zu haben. Es geht nämlich darum, innerhalb eines Monats eine Novelle mit rund 50'000 Wörter zu schreiben. Pro Tag sind das ungefähr 1'666 Wörter.
Tönt nach wenig? Das war auch mein erster Gedanke. Tatsache ist jedoch, dass ich das Tages-Soll nur, und auch nur unter beachtlichen Anstrengungen, an den Wochenenden erreichte. Besonders gemein: Je weniger man an einem Tag schreibt, desto höher wird das Tages-Soll. Doch warum ist es so schwierig, 1'666 Wörter pro Tag zu schreiben? Bei mir war es hauptsächlich so, dass ich beim Schreiben ein höheres Gewicht der Qualität als der Quantität beimass. Das ständige Reflektieren darüber, wie man den einen Satz noch schöner schreiben könnte oder ob man ihn besser sogar ganz weglassen sollte, braucht letztlich zu viel Zeit. Die Schwierigkeit liegt also darin, den Kopf möglichst auszuschalten und einfach drauf los zu schreiben.
Nach etwa 18 Tagen war meine Geschichte fertig. Wenig überraschend ist eher ein sachliches, als ein literarisches Werk entstanden. Durch die knappe Zeit war es kaum möglich, die einzelnen Figuren und ihre Beziehungen zueinander zu vertiefen. Die restliche Zeit werde ich für Ausbesserungen, vor allem für das Beheben von Logikfehlern, die sich mit der Zeit einschleichen, verwenden.