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Wesentliche Variablen fehlen derzeit, damit die Gleichung der Anleger aufgeht. Zu ihren wichtigsten Fragen gehören:
Wann beginnt das Austrittsverfahren, und wer wird es steuern? Auch wenn Europa auf ein rasches Verfahren drängt, überlässt Premierminister Cameron seinem Nachfolger die Verantwortung, Artikel 50 des Lissaboner Vertrages auszulösen. Die Zahl der Kandidaten wird sich bis Mitte Juli von derzeit fünf auf zwei verkleinert haben. Der endgültige Kandidat wird von der Konservativen Partei bis zum 9. September gewählt und dann als neuer Premierminister vereidigt. Sobald sich Grossbritannien auf Artikel 50 beruft, beginnt eine Frist von zwei Jahren, um über den Austritt zu verhandeln, und mit der Gestaltung der neuen Beziehung zur Gemeinschaft zu beginnen.
Ist noch eine Umkehr möglich? Anleger preisen gewisse Chancen ein, dass sich der Austritt aus der EU als so komplex und kostenaufwändig erweisen wird, dass es einfacher ist, das jüngste Votum ausser Acht zu lassen. Sie setzen auf eine Kehrtwende in der britischen Meinung oder auf die Geschichte europäischer Verträge, über die in mehreren Fällen entweder eine erneute Abstimmung erfolgte oder die einfach abgetan wurden. In diesen Zeiten war die Euroskepsis jedoch schwächer, und die erneute Abstimmung über einen Vertrag ist weniger bindend als ein erneutes Votum über die EU-Mitgliedschaft.
Wie stark werden die Auswirkungen auf Grossbritannien sein? Wie sich die Unsicherheiten und der Kapitalabzug der Anleger auf Nachfrage und Wirtschaft auswirken, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession nimmt zu, weil das britische Pfund, Immobilienpreise und Finanzmärkte durch den Kapitalabzug geschwächt werden.
Wie wird Europa auf dieses Referendum reagieren? Das britische Referendum macht strukturelle Probleme deutlich, mit denen sich Europa schon lange herumschlägt. Politiker werden die europäische Integration überdenken müssen. Von der Glaubwürdigkeit ihrer Reaktion wird abhängen, wie sehr sich die wachsenden Fragmentierungskräfte unter den Mitgliedern ausbreiten.
Diese Fragen könnten bei Anlegern während des Sommers für Zurückhaltung sorgen. Hedgefonds haben die erste Schockwelle bemerkenswert gut überstanden, insbesondere dank der CTAs. Die Auswirkungen auf andere Strategien mit geringerem Engagement in europäischen Vermögenswerten waren moderat. Wesentliche Änderungen an ihrer Allokation haben sie nicht vorgenommen.