Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03149.jsonl.gz/2549

Vorsicht beim Erneuerungsfonds!Donnerstag, 27. Februar 2014
Tags: Stockwerkeigentum
Im Stockwerkeigentum dient der Erneuerungsfonds dazu, künftige Sanierungen zu finanzieren. Die Errichtung eines Erneuerungsfonds ist sinnvoll, denn die Renovationen können somit langfristig geplant werden. Da die Stockwerkeigentümer einen jährlichen Beitrag in den Erneuerungsfonds einzahlen, kann auf dieser Weise vermieden werden, dass die finanziellen Mittel für dringende Sanierungen erst bei Bedarf eingetrieben werden müssen und sich allenfalls einzelne Parteien gegen die durch den Mehrheitsbeschluss entschiedenen Arbeiten stemmen.
Errichtung eines Erneuerungsfonds
Die Errichtung eines Erneuerungsfonds wird nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wurde der Erneuerungsfonds nicht bereits bei Gründung des Stockwerkeigentums errichtet, kann dies auch nachträglich geschehen. Für die Errichtung eines Erneuerungsfonds bedarf es eines Mehrheitsentscheids der Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft. Das entsprechende Gesuch kann bei einer Stockwerkeigentümer-Versammlung gestellt werden.
Festlegung der jährlichen Beiträge in den Erneuerungsfonds
Nach ca. 20-25 Jahren ist sind in der Regel die Fassade, das Dach und die Gebäudehülle sanierungsbedürftig. Daher sollte der Erneuerungsfonds zu diesem Zeitpunkt über genügend flüssige Mittel verfügen, um diese Renovationsarbeiten durchzuführen, ohne die Stockwerkeigentümer erneut zur Kasse bitten zu müssen. Alle Stockwerkeigentümer sind verpflichtet, die Beiträge an den Erneuerungsfonds zu leisten, auch wenn diese den Renovationsarbeiten nicht zugestimmt haben (Mehrheitsbeschluss).
Experten empfehlen für den Erneuerungsfonds ein jährliches Wachstum von 0.2 bis 0.5% des Gebäudeversicherungswerts, d.h. die Beiträge aller Stockwerkeigentümer zusammen sollten ca. in Höhe von 0.2 bis 0.5% des Gebäudeversicherungswertes festgelegt werden. Dabei bezahlt jeder Stockwerkeigentümer den Anteil der seiner Wertquote entspricht. Damit der Erneuerungsfonds eine gewisse Summe nicht übersteigt, kann eine Grenze (z.B. einen gewissen Prozentsatz des Gebäudeversicherungswertes) definiert werden.
Der Verkäufer einer Stockwerkeinheit hat keinen Anspruch auf die Rückzahlung des einbezahlten Kapitals – eine allfällige Kostenbeteiligung des Käufers ist Verhandlungssache zwischen Käufer und Verkäufer.
Verwendungszweck des Erneuerungsfonds
Über den Erneuerungsfonds können beispielsweise Arbeiten wie die Dacherneuerung, die Sanierung von Fassade und Gebäudehülle oder der Ersatz der Heizung vorgenommen werden. Der laufende Unterhalt sollte hingegen nicht über den Erneuerungsfonds finanziert werden. Im STWE-Reglement kann festgelegt werden, für welche Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten der Erneuerungsfonds dienen soll.
Wer an den Kauf einer Stockwerkeinheit interessiert ist, sollte den zukünftigen Renovationsbedarf durch einen Experten abschätzen lassen und prüfen, ob im Erneuerungsfonds genügend Kapital vorhanden ist, um diese Arbeiten zu finanzieren. Eine Unterdeckung sollte allenfalls im Kaufpreis berücksichtigt werden.
Weitere Informationen zum Thema Kauf von Immobilien finden Sie im Artikel "Immobilie kaufen".