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In unregelmäßigen Abständen stellen wir hier aus unserer Buchreihe «50, die unsere Welt veränderten» Dinge vor, die den Lauf der Geschichte beeinflussten. Mit dem Beitrag zum Huhn endet diese Serie.
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Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?
Vermutlich weder noch. Zuerst kamen die Dinosaurier, sie sind die Vorfahren aller zeitgenössischen Vogelarten. Bis zum Haushuhn dauerte es dann noch einige Zeit … Man nimmt an, dass die Domestizierung des Haushuhns vor 10’000 Jahren von Südostasien ausging. Von dort verbreitete es sich nach China, Pakistan, Afrika und Europa und erreichte Griechenland wohl im 7. Jahrhundert vor Christus.
Hühner waren und sind beliebte Haustiere: Sie legen Eier, liefern Fleisch, brauchen weniger Platz als andere fleischliefernde Tiere wie Schaf und Rind und können sich als Allesfresser an die verfügbare Nahrung anpassen. Das romantische Bild von freilaufenden, pickenden und scharrenden Hühnern hat jedoch nichts mehr zu tun mit der Realität der großen Hühnerfarmen – sei es für die Eier- oder Fleischproduktion. Ein Beispiel: Die Schweiz – mit ihren weltweit vergleichsweise strengen Tierschutznormen – erlaubt Ställe mit bis zu 18’000 Tieren. Auch in der biologischen Landwirtschaft sind in der Schweiz Ställe mit bis zu 2’000 Tieren erlaubt.
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Doch Hühner dienen nicht nur als Fleisch- oder Eierlieferanten: Im alten Rom nutzte man Hühner auch, um die Zukunft vorherzusagen, und zwar anhand von Flug- und Fressverhalten (sogenannte Auspizien, Vogelschauen). Ein Huhn, das von rechts heranflog, galt als Glück verheißend. Bei der Futter-Methode öffnete der für die Hühner zuständige Augur ihre Käfige und streute Hülsenfrüchte und eine Art Kuchen vor ihnen aus. Blieben die Hühner im Käfig, kreischten oder flogen weg, so galt das als schlechtes Omen, kamen sie jedoch heraus und fraßen das Futter, so war es ein gutes Vorzeichen.
Von Hühnern geht aber auch Gefahr aus: Laut der WHO gehören Haushühner und anderes Hausgeflügel zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit und sind weit gefährlicher als AIDS oder Malaria. Die WHO befürchtet eine Rekombination von genetischem Material aus Vogel-, Schweine- und menschlichen Grippeviren, aus der ein neuer pathogener Influenza-Stamm mit tödlichem Potenzial entstehen könnte.
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Hühner sind aber auch unglaublich interessante Tiere, die alles andere als dumm sind: Sie zu beobachten macht großen Spaß und eröffnet einen ganz neuen Blick auf diese besonderen Tiere. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich!
Viele weitere interessante und unterhaltsame Geschichten zu Tieren und wie sie den Lauf der Geschichte beeinflussten, finden Sie im Buch von Eric Chaline «50 Tiere, die unsere Welt veränderten». Die Buchreihe umfasst insgesamt sechs Titel, die wir im Rahmen dieser Blogreihe alle vorstellen.
Wer sich vor allem für Hühner interessiert, findet spannenden Lesestoff in «Das Huhn», «How to Speak Chicken» oder «Mein Garten für freilaufende Hühner».