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Hinkley-Point-Neubau: über Budget und in Verzug
Die von der EDF durchgeführte Überprüfung des Budgets und des Zeitplans für den Bau des ersten Kernkraftwerks in Grossbritannien nach mehr als zwei Jahrzehnten ergab, dass die Projektkosten neu auf GBP 19,6 Mrd. (CHF 24,3 Mrd.) geschätzt werden, was GBP 1,5 Mrd. (CHF 1,9 Mrd.) höher ist als zuvor angenommen. Grund sei das verbesserte Verständnis der Bauarbeiten und der regulatorischen Anforderungen. Dies ist die zweite Erhöhung. 2015 wurden die Projektkosten inflationsbedingt von GBP 16 Mrd. (CHF 19,9 Mrd.) auf GBP 18 Mrd. (CHF 22,3 Mrd.) erhöht. Die EDF stellte zudem fest, dass die erste EPR-Einheit 15 Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan hinterherhinken könnte. Der zweiten EPR-Einheit drohe ein Verzug von neun Monaten. Dies hätte Kosten von geschätzten GBP 0,7 Mrd. (CHF 0,9 Mrd.) zur Folge.
Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben trotz der Verzögerung weiterhin auf Ende 2025 als Liefertermin. Die NNB Generation Company Ltd. – eine Tochtergesellschaft der britischen EDF Energy – werde Massnahmen ergreifen, um die Kosten und Risiken zu verringern. Nach der Inbetriebnahme sollen die beiden EPR-Einheiten mit einer Erzeugungskapazität von 3300 MW rund 7% des britischen Stroms liefern und 60 Jahre am Netz bleiben.
Ein Bericht des britischen National Audit Office (NOA) hatte im Juni 2017 gewarnt, das Hinkley-Point-C-Projekt sei für die Verbraucher ein «riskantes und teures Unternehmen mit unsicheren strategischen und wirtschaftlichen Vorteilen».