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Hablützel Albert, Redaktor, 1865-1940
Als Volksschüler habe er zuweilen bis nach Mitternacht gezeichnet und gemalt, als Gymnasiast eine vollständige schriftliche Übersetzung von Caesars «De Bello Gallico» verfasst. Später wurde er aber weder Künstler noch Altphilologe, sondern studierte die Rechtswissenschaften und wirkte dann während Jahrzehnten als Redaktor des liberalen «Neuen Winterthurer Tagblattes»: Albert Hablützel vereinte die vielseitigsten Talente in sich.
1865 wurde Albert Hablützel in Schaffhausen geboren, dort besuchte er auch die Schulen, verbrachte dann seine Studien- und erste Arbeitsjahre in Bern, München und Genf, wo er 1895 zum Sekretär der Landesausstellung gewählt wurde. Erst 1897 zog er nach Winterthur, um seine Redaktorstelle anzutreten. Sein Engagement für die Zeitung war umfassend: «Er war ein Presse-, ein Zeitungsmann vom Scheitel bis zur Sohle, ein Journalist der alten guten Schule, dem mit dem Wort auch das Herz aus der Feder hüpfte», charakterisierte ihn ein Arbeitskollege.
Um nichts geringer war aber auch sein Engagement für die Stadt Winterthur: als Vorstandsmitglied des einflussreichen Kunstvereins, als langjähriges Mitglied des Grossen Stadtrates, des damaligen Stadtparlaments und: als Initiator und Gründungspräsident des Verkehrs-und Verschönerungsvereins. «Unermüdlich hat er in seiner gedrängten, markigen Handschrift Briefe nach allen Seiten geschrieben, um zu wecken, zu mahnen, zu danken, um Anregungen weiterzuleiten und Konflikte beizulegen», heisst es in seinem Nachruf. Hunderte dieser Briefe schrieb er für den VVW und prägte damit das Schaffen des Vereins bis im März 1935, als er dessen Präsidium —das er während 36 Jahren innehatte —jüngeren Kräften übergab. Der Verkehrsverein dankte ihm sein Wirken, indem er 1937 dem neuen Strässlein zur Klosterruine Beerenberg den Namen Hablützelweg verlieh. «Es ist keine Hauptverkehrsader», meinte der neue Vereinspräsident im Jahresbericht 1937 fast entschuldigend, «aber umso mehr wird der Name allen Fussgängern, die den idyllischen Ort aufsuchen, auffallen und im Gedächtnis haften bleiben.»
In dieser Zeit war Albert Hablützel bereits krank und hinfällig. Er starb im Herbst 1940, nur wenige Tage nach dem Tod seiner Frau. Aber auch der Hablützelweg hat nicht bis in unsere Tage überlebt; auf einem Stadtplan sucht man ihn jedenfalls vergeblich.
Bild und Text aus dem 99. Jahresbericht 1997 vom Verkehrsverein Winterthur, Verfasser Andres Betschart