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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die Grundlagenforschung für den Obstbau - besonders im Bereich Feuerbrand - deutlich auszubauen, damit der professionelle Obstbau langfristig gesichert werden kann. Er stellt dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz beschäftigen sich vordringlich die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten des Bundes (insbesondere Agroscope Changins-Wädenswil, ACW), die ETH Zürich und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit Obstbauforschung.</p><p>ACW bearbeitet Fragen zu verschiedenen Obstarten. Neben anbautechnischen Fragen sind Züchtung und Sortenprüfung, angewandter Pflanzenschutz, Pflanzenschutzmittelprüfung, Pflanzenschutzinspektorat und phytosanitäre Massnahmen sowie Grundlagen für die Prognose und Überwachung von Obstschädlingen zu erwähnen. Das FiBL bearbeitet bio-spezifische Fragen, insbesondere hinsichtlich Pflanzenernährung und Anbautechnik im Bio-Obstanbau, pestizidfreier Anbausysteme, Systemvergleich und Technologiefolgeabschätzung von GVO-Obstsorten auf Bio-Anbausysteme. Die ETH Zürich beschäftigt sich mit der Resistenzgenetik im Bereich Apfelschorf, -mehltau und Feuerbrand.</p><p>Bezüglich Feuerbrand sind die drei Institutionen vernetzt tätig und arbeiten im Verbund mit internationalen Forschungszentren. Im Rahmen der Vollzugsaufgaben diagnostiziert ACW den Feuerbranderreger, unterstützt den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst und die Kantone beim Vollzug. Die Forschung an der ACW zielt auf eine Weiterentwicklung der Feuerbranddiagnostik und entwickelt alternative Bekämpfungsmassnahmen auf der Basis der biologischen Bekämpfung mit Antagonisten bzw. synthetischen und natürlichen Substanzen. Sie untersucht die Pathogen- und Wirtsgenetik und Möglichkeiten für eine biochemische Abwehr der Pflanzen durch eigene Inhaltsstoffe und sequenziert Bakteriengenome von potenziellen Antagonisten. In der Züchtung und Sortenprüfung erarbeitet ACW genetische Grundlagen der Feuerbrandresistenz, züchtet feuerbrandtolerante Qualitätssorten mit molekulargenetischen Methoden und selektiert neue und alte Sorten bzw. Unterlagen nach Feuerbrandtoleranz. Das FiBL führt Versuche mit amtlich zugelassenen biologischen Pflanzenschutzmitteln gegen Feuerbrand durch und untersucht die Anfälligkeit von neuen Wurzelunterlagen für den biologischen Landbau. Die ETH identifiziert Feuerbrandresistenzgene in enger Zusammenarbeit mit ACW.</p><p>Mit der Ausweitung der Ressourcen für Feuerbrandforschung und -vollzug sollen vielversprechende Lösungsansätze gestärkt und damit die Lösungsfindung beschleunigt werden:</p><p>- Das Kompetenzzentrum Feuerbrandforschung der ACW kann Forschungsprojekte schneller und umfassender umsetzen; insbesondere:</p><p>a. Resistenzmonitoring und Abklärung ökotoxikologischer Aspekte im Falle der Zulassung von Streptomycin;</p><p>b. Entwicklung alternativer Bekämpfungsstrategien für den Bio- und IP-Obstbau (Antagonistenforschung, Anbaustrategien Nieder- und Hochstammanlagen, Verstärkung der Obstbaubakteriologie);</p><p>c. Validierung und Implementierung neuer Diagnostikmethoden;</p><p>d. Züchtung feuerbrandresistenter Apfelsorten (je nach Ressourcen auch Birnen).</p><p>- Abklärung biospezifischer Aspekte der Feuerbrandbekämpfung am FiBL (z. B. Wirkungsoptimierung der Anwendung biotauglicher Bekämpfungsmittel) in enger Abstimmung mit ACW.</p><p>- Einbau von Apfel-Resistenzgenen an der ETH ohne artfremde DNA in anerkannte Marktsorten beim Apfel (Cis-Genetik).</p><p>Angesichts der Dringlichkeit der Fragestellungen und der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Obstbaus erachtet es der Bundesrat für begründet, während einer befristeten Dauer von vier Jahren mehr Mittel für die entsprechenden Forschungskredite im Umfange von rund 0,5 Millionen Franken pro Jahr vorzusehen und diese gezielt in zusätzliche Projekte der Obstbauforschung einzusetzen. Die Ressourcen sollen haushaltneutral durch Umschichtungen innerhalb der bewilligten Kredite und durch eine Umlagerung von Mitteln aus dem Kredit für Beihilfen Pflanzenbau (Obstverwertung) zur Verfügung gestellt werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.