Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/324

Calvin hegte für Luther grosse Bewunderung. Die Beziehung des Genfers Reformators zum Wittenberger hat für mich Vorbildcharakter.
- Starker Einfluss: Calvin wollte Luther zwar nicht mit Elias vergleichen, als hätte es nach Luther nie mehr Propheten gegeben, aber er sagte, dass ‚das Evangelium von Wittenberg ausgegangen’ sei.
- Beeindruckt: Er war beeindruckt, als er über Bucer einen persönlichen Gruss von Luther mit der Nachricht erhielt, Luther habe seine Bücher mit Genuss gelesen.
- Nötiger Abstand: Calvin schreibt in einem Brief an Bullinger, er habe hinsichtlich Luthers immer seine Freiheit gewahrt.
- Person und Sache getrennt. Für Calvin war Luther zu scharfzüngig, zu wenig nuanciert in seinen Urteilen. Er verwende problematische Formulierungen sowie ungeschickte Vergleiche. Calvin hatte offenbar grössere Schwierigkeiten mit Luthers Charakter als mit seinen Auffassungen.
1555 seufzte Calvin: „Ach, lebte Luther doch noch. Er war zwar heftig, aber er ging nie so weit wie seine Gefolgsleute, die man keine Schüler, nur Nachmacher, ja Affen nennen kann.“