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Eisenbahnen in der Schweiz verfügen über unterschiedliche Spurbreiten. In der Planungsphase in den 1890er Jahren mussten die Erbauer der Gornergrat Bahn bezüglich Spurbreite eine wichtige Entscheidung treffen.
Normalspur versus Schmalspur
Die Standard-Spurweite in Europa ist die sogenannte Normalspur. Bei dieser beträgt der Abstand zwischen den Innenkanten der Schienenköpfe 1435 mm. Zu dieser Kategorie gehören auch die Schweizerischen Bundesbahnen.
Eisenbahnen mit kleineren Spurweiten werden als Schmalspurbahnen und solche mit grösseren Abständen als Breitspurbahnen bezeichnet. Das gesamte Bahnstreckennetz der Schweiz besteht aus 5317 Schienen-Kilometern (Stand 2020). Schmalspurbahnen stellen über 1000 Kilometer davon. Aus Kostengründen wurden in den oft engen Tälern mit vielen Tunnels in der Regel Schmalspurbahnen gebaut.
Ausgangslage bei Bergbahnen
Als die Ingenieure der Gornergrat Bahn1896 bei bestehenden Bahnen mit Zahnradstrecken in Berggebieten recherchierten, fanden sie verschiedene Lösungsansätze vor: Die Arth-Rigi Bahn verfügte über Normalspur.
Andere Bahnen – wie die Visp-Zermatt-Bahn oder die Berner Oberland Bahnen – dagegen hatten eine Spurweite von 100 cm. Die Züge der Wengeneralp Bahn fuhren auf Gleisen mit einer Breite von 80 cm.
Festlegung im Bauvertrag
Xaver Imfeld, der auch bei der Planung der Visp-Zermatt Bahn (VZ) als Ingenieur und Topograph beteiligt war, plante den Bau der Gornergrat Bahn als Fortsetzung der VZ. Deshalb legte er die Spurbreite der Gornergrat Bahn auf 100 cm fest.
Die Spurbreite ist auch im Bedingnisheft für den Bau der Gornergrat Bahn von 1896 festgehalten und war damit wichtiger Bestandteil des Bauvertrages zwischen den Banken und der Baufirma Haag & Greulich. In Artikel 43 einigten sich die Vertragspartner: «Die Bahn wird eingleisig mit einer Spurweite von 1,0 m und mit den nötigen Ausweichstellen auf den Stationen erstellt.»