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Menopause, Wechseljahre und Klimakterium
Das Wort Menopause hat seinen Ursprung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bedeutet so viel wie «Ende der Monatsblutungen» (griechisch: mḗn für Monat und paũsis für Ende). Sie bezeichnet also die letzte Regelblutung und kann erst im Nachhinein bestimmt werden, da sie zuerst 12 Monate ausbleiben muss. Die Phase davor und danach bezeichnen wir als Wechseljahre. In englischsprachigen Gebieten wird oft von «the change» oder «the change of life» gesprochen. Das medizinische Fachwort lautet hierzu Klimakterium (griechisch: klīmaktḗr für «Stufenleiter»). In der Antike stand Klimakterium aber auch für «gefahrvoller Abschnitt im menschlichen Leben».
In den Wechseljahren bzw. im Klimakterium produzieren die Eierstöcke deutlich weniger Östrogen und Progesteron. Diese zwei Sexualhormone sorgten unter anderem bisher dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut sich aufbaute und die Eizellen in der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau heranreiften. Durch diesen Rückgang der beiden Hormone reifen mit der Zeit weniger Eizellen heran, Eisprünge bleiben aus, bis irgendwann die Menopause mit der letzten Blutung eintritt. Wer nun meint, dass nur Frauen in die Wechseljahre kommen, hat sich geirrt. Auch Männer erleben eine Veränderung im Hormonhaushalt. Bei ihnen spricht die Medizin von Andropause (griechisch: andros für Mann oder männlich) oder vom Klimakterium virile. Bei Männern nimmt in dieser Phase die Testosteronproduktion stetig ab.
Wann beginnen die Wechseljahre?
- Bei den meisten Frauen beginnt dieser Prozess zwischen 45 und 55 Jahren.
- Männer erleben diese Phase meist zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr.
Was sind die Beschwerden bei Frauen?
Zwei Drittel der Frauen in den Wechseljahren reagieren auf den Mangel an Östrogen und Progesteron mit körperlichen Symptomen wie beispielsweise:
- Hitzewallungen
- Schweissausbrüche
- Schlafstörungen
- Schwindelgefühl
- Harnbeschwerden
- Gewichtszunahme
- Dünnes Haar
Eine mögliche Folge der Menopause kann ausserdem eine einsetzende Osteoporose (Knochenschwund) sein, da immer weniger Östrogene vorhanden sind, die den Knochenstoffwechsel bisher massgeblich unterstützt haben. Durch die porösen und instabilen Knochen kann es deshalb leichter zu Knochenbrüchen kommen. Man geht davon aus, dass etwa 50 % der Frauen ab 50 von einer Osteoporose betroffen sind.
Aber auch seelisch können sich die Wechseljahre bei Frauen bemerkbar machen. Manche fühlen sich von heute auf morgen miserabel. Einige haben Angst, dass sie mit der Unfruchtbarkeit auch die Weiblichkeit verlieren könnten. Wechseljahre werden oft als unsexy und negativ wahrgenommen. Aber genau in dieser Hormonumstellung hat Frau auch die Möglichkeit, in sich zu gehen und etwas zu verändern. Da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer, können sich Frauen in diesem Alter - wenn sie bei guter Gesundheit sind - oftmals nochmal selbst verwirklichen und durchstarten!
Was sind die Beschwerden bei Männern?
Bei Männern nimmt die Produktion des Sexualhormons Testosteron im Laufe der Wechseljahre schleichend ab. Das kann dann bei knapp 50 % der Männer zu folgenden Symptomen führen:
- Erektionsprobleme und verringerte sexuelle Lust (Libidoverlust)
- Abnahme der Muskelmasse und der körperlichen Kraft
- Zunahme des Fettanteils (vor allem am Bauch)
- Abnahme der Knochendichte, Knochen- und Gelenkbeschwerden
- Weniger Haare, Hauttrockenheit, nachlassende Elastizität der Haut
Und auch Männer können in dieser Phase psychische Symptome wie Stressintoleranz, depressive Verstimmung (Midlife Crisis), Schlafprobleme, nachlassendes Gedächtnis und Konzentrationsmangel erleben.
Wie können Sie die Beschwerden der Wechseljahre lindern?
Ernährung
Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Eine Vitamin-D-reiche und kalziumhaltige Ernährung vermindert das Auftreten von Osteoporose. Falls Sie als Frau an Hitzewallungen leiden, dann vermeiden Sie zu heisse und vor allem scharfe Speisen. Die Aufnahme von mindestens zwei bis drei Litern Wasser am Tag hilft nicht nur den Flüssigkeitsverlust zu kompensieren, sondern schützt auch vor dem Austrocknen der Haut.
Bewegung
Neben der Ernährung spielt auch Bewegung eine wichtige Rolle. Frische Luft hebt die Stimmung und stärkt die Abwehrkräfte. Eine sportliche Betätigung regt die Neubildung von Knochenmasse an, was ebenfalls einer Osteoporose entgegenwirken kann – gleichzeitig können Sie sich über purzelnde Pfunde freuen, die sich bei einer möglichen Gewichtszunahme angesammelt haben. Wie wär’s mit Yoga? Neben den gesundheitsfördernden Bewegungsabläufen helfen Ihnen auch Entspannungsübungen dabei, Energie aufzubauen und stressresistenter zu werden.
Phytotherapie
Bei leichten oder mittelschweren Beschwerden mit Hitzewallungen, Schweissausbrüchen oder Stimmungsschwankungen können Frauen auf die Arzneipflanze Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa L.) zurückgreifen. Aber auch Präparate, die auf Soja oder Rotklee basieren, können dank den enthaltenen Isoflavonen bei Hitzewallungen Linderung verschaffen. Auch Salbei kommt insbesondere gegen übermässiges Schwitzen zur Anwendung. Am besten lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder Drogerie beraten.
Johanniskraut wird gemeinhin gegen Verstimmungszustände eingesetzt. Baldrian, Hopfen oder Melisse können bei Schlafstörungen angewendet werden.
Hormontherapie
Als weiteren Schritt gibt es noch die systemische Hormontherapie. Diese wird auf ärztliche Verordnung angewendet. Bei dieser werden oral Hormone eingenommen, die auf den gesamten Körper wirken (systemisch), um so der verminderten körpereigenen Hormonproduktion entgegenzuwirken.
Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch den natürlichen Alterungsprozess zu akzeptieren. Seien Sie stolz auf sich, was Sie alles in Ihrem Leben bisher geleistet haben. Halten Sie inne und ziehen Sie Bilanz. Die Reflexion und Dankbarkeit gegenüber Ihrem Geist und Körper schafft eine wertvolle Balance. Gibt es etwas, was Sie nun unbedingt noch in Angriff nehmen möchten? Dies ist der ideale Zeitpunkt.