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Vitamin D unterstützt den Kalziumstoffwechsel und stärkt die Knochen. Zudem hat Vitamin D einen direkten Effekt auf die Muskulatur und reduziert das damit Sturzrisiko.
Der Nutzen einer Vitamin D-Gabe ist bisher primär für die Knochen- und Muskelgesundheit belegt. Viele weitere Organe (z.B. das Herz, das Gehirn und das Immunsystem) tragen ebenfalls Rezeptoren für Vitamin D. Die Datenlage möglicher Zusatzwirkungen beruht heute überwiegend auf Beobachtungsstudien. Die Rolle von Vitamin D in der Erhaltung der allgemeinen Gesundheit wird in der laufenden DO-HEALTH Studie untersucht. Erste Ergebnisse werden 2018 erwartet.
Die Relevanz der Vitamin D-Forschung ist hoch, weil etwa 50% der gesamten Bevölkerung und 80% älterer Patienten mit Hüftbruch einen Vitamin D-Mangel aufweisen. Von einem Vitamin D-Mangel spricht man, wenn der 25-Hydroxy-Vitamin D-Spiegel unter 50nmol/l respektive unter 20ng/ml pro Liter liegt.
Vitamin D Quellen
Vitamin D ist das einzige Vitamin, welches vom Körper selbst synthetisiert werden kann und erfüllt deshalb streng genommen die Definition eines Vitamins nicht. Man spricht daher zunehmend vom D-Hormon.
Durch das Sonnenlicht (ausschliesslich UVB Strahlung) wird in der Haut Vitamin D produziert. Allerdings wird die Bildung von Vitamin D in der Haut von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Im Winter (November bis Mai) reicht die Sonnenintensität in ganz Europa nicht aus um genug Vitamin D in der Haut zu produzieren. Ausserdem reduziert sich mit zunehmendem Alter die Fähigkeit Vitamin D zu produzieren, im Vergleich zu jüngeren Personen, um das 4-fache.
Altersunabhängige Risikofaktoren für einen Vitamin D-Mangel sind dunkler Hautton, Adipositas (Übergewicht), Malabsorption (schlechte Nährstoffaufnahme im Darm), Institutionalisierung und konsequentes Tragen von Sonnenschutz (wichtig zur Prävention von Hautkrebs). Bei älteren Menschen kommt hinzu, dass sie die direkte Sonnenexposition häufig meiden.
Nahrungsmittel als Quelle für die Vitamin D-Zufuhr sind begrenzt. Grössere Mengen sind vor allem in fettem Fisch (z.B. Lachs, Sardinen oder Makrelen) enthalten. Um eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung zu erreichen, müssten täglich 2 Portionen fetten Fisch eingenommen werden.
Wirkung von Vitamin D am Knochen
Vitamin D beeinflusst die Aufnahme von Kalzium im Darm und steuert dessen Einbau in den Knochen. Eine erhöhte Vitamin D-Zufuhr führt somit zu einer Stärkung der Knochen.
Wirkung von Vitamin D am Muskel
Vitamin D wirkt über einen spezifischen Rezeptor auf die Muskelfaser. Ein ausgeprägter Vitamin D-Mangel führt deshalb zu einer Muskelschwäche. Eine Vitamin D-Supplementierung kann bei Personen mit einem Vitamin D Mangel zur Muskelkräftiung beitragen und somit das Sturzrisiko reduzieren.
Der kombinierte Effekt auf Muskel und Knochen reduziert bei einer täglichen Einnahme von 800 Einheiten Vitamin D das Sturz- und Hüftbruchrisiko um 30% und hat desshalb eine hohe volksgesundheitliche Relevanz.
Empfehlungen zur Prävention eines Vitamin D-Mangels
Da der Vitamin D-Mangel weit verbreitet ist und das Sonnenlicht und die Ernährung keine verlässlichen Quellen für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung in der Schweiz darstellen, gelten gemäss dem Bundesamt für Gesundheit aktuell folgende Empfehlungen für die Vitamin D-Supplementierung:
|ab dem 60. Lebensjahr:||800 IE pro Tag|
|2.-59. Lebensjahr:||600 IE pro Tag|
|1. Lebensjahr:||400 IE pro Tag|
Wichtig: Diese Supplementierung ist gut verträglich und stellt in über 97% der Bevölkerung sicher, dass ein Vitamin D-Mangel behoben werden kann. Eine Vitamin D-Blutspiegelmessung vor Beginn der Supplementierung wird nicht generell empfohlen.
Neue Forschungsergebnisse
Ein kürzlich publizierter wissenschaftlicher Artikel hat zu Diskussionen über die empfohlene Dosierung bei der Vitamin D-Supplementierung geführt. In einem Kommentar zum Artikel, verfasst von der Erstautorin, Prof. H.A. Bischoff-Ferrari, finden Sie Antworten auf häufige Fragen.