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Sprinterin Dutee Chand darf wieder an allen Wettkämpfen teilnehmen.
Sportgericht verbietet Geschlechtstests
Das höchste Gericht im Sport hat Geschlechtstests für Frauen untersagt. Das Verbot gilt allerdings vorerst nur für zwei Jahre.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne hatte die Klage der indischen Sprinterin Dutee Chand zu beurteilen. Die heute 19-Jährige hat von Natur aus einen erhöhten Wert des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in ihrem Körper. Der Leichtathletikverband hatte sie deshalb von allen Wettkämpfen ausgeschlossen. Nun dürfen Chand und andere Frauen mit erhöhtem Testosteronwert wieder an den Start.
Fraglicher Leistungsvorteil
Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) bestimmt im Zweifelsfall das Geschlecht allein anhand des Testosteronwertes im Blut. Der Internationale Sportgerichtshof zweifelt jedoch an der Aussagekraft dieses Wertes. Der Leichtathletik-Weltverband hat nun zwei Jahre Zeit, um wissenschaftlich zu beweisen, dass Athletinnen mit einem erhöhten Testosteronwert einen signifikanten Leistungsvorteil haben. Wenn ihm dies nicht gelingt, werden Geschlechtstests anhand des Testosteronwertes definitiv verboten. Chand sagte, sie habe viel durchgemacht, sei jetzt aber «glücklich mit dem Urteil». Nun könne sie an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr Medaillen für Indien gewinnen.
Umstrittener Testosterontest
2011 hat der Leichtathletik-Weltverband beschlosssen, bei Zweifeln das Geschlecht allein anhand des Testosteronwertes im Blut zu bestimmen. Ein erhöhter Testosteronwert sei ein unfairer Vorteil bei Frauenwettkämpfen. Das Internationale Olympische Komitee IOC übernahm diese Regel ein Jahr später. Betroffene Sportlerinnen müssen seither Medikamente schlucken oder sich operieren lassen, um ihren Hormonspiegel zu senken. Dutee Chand akzeptierte dies als erste Sportlerin nicht. Sie lehne es ab, ihren Körper verändern zu müssen, um an Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen. Die Wissenschaftlerin und Gender-Aktivistin Payoshni Mitra und ein kanadisches Anwaltsteam unterstützten Dutee Chand kostenlos.
Geschlechtstest diskriminiert Frauen
Laut der Bioethikerin Katrina Karkazis von der Stanford University kann bei einzelnen Frauen der Wert des natürlichen Testosterons im Bereich der Männer sein (Hyperandrogenismus). Es gebe jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass ein solcher Testosteronwert die sportliche Leistung von Frauen signifikant verbessere. Für Karkazis sind Geschlechtstests nur für Frauen immer diskriminierend. Männer würden nicht getestet, obwohl bei ihnen die Unterschiede bei den Testosteronwerten gross seien.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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