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[* 6] Reiter, eine eigentümliche Waffengattuug, die sich während der Zeit des Schmalkaldischen Krieges neu gebildet
hatte. Die gemischten Reiterstandarten hatten vorher aus Lanzierern, Kyrissern und Karabinierern bestanden. Die Deutsche Reiter ritten
leichtere Pferde als die Lanzierer und Kyrisser und wurden namentlich in der norddeutschen Ebene westlich von der Oder angeworben;
sie hießen auch Ringerpferde, weil sie geringere Pferde ritten, und trugen offene Eisenhüte (Hundskappen), leichte Brustharnische
(corselets) oder Lederkoller mit eiserner Halsberge anstatt der geschlossenen Helme
[* 7] und schweren Eisenpanzer der übrigen
Kavallerie.
Wegen ihres schwarz angestrichenen Eisenzeuges nannte man sie auch die «Schwarzen». Sie waren mit Schwert und Faustrohr bewaffnet
und pflegten in tiefen Haufen bis auf Pistolenschußweite an den Feind heranzutraben, gliederweise zu feuern und sich schwenkend
um die Flügel hinter den Haufen zurückzuziehen, sodaß ihre Front ein unaufhörliches Feuer unterhielt.
Diese Fechtweise erschütterte die schweren Eisenreiter, und dann brachen die auch Deutsche Reiterauch mit dem Schwerte
ein.
Ihre große Beweglichkeit erleichterte ihre Verpflegung und befähigte sie zu selbständigen Unternehmungen; in ihnen entwickelte
sich zuerst der Reitergeist im heutigen Sinne dieses Wortes, sie konnten ohne Fußvolk weite Züge unternehmen, waren
geschickt im kleinen Kriege und lieferten selbständige Schlachten,
[* 8] z. B. bei Sievershausen (s. d.).
Markgraf AlbrechtAlcibiades von Brandenburg
[* 9] und Kurfürst Moritz von Sachsen
[* 10] förderten die Ausbildung der Deutsche Reiter, und im Auslande
wußten dieselben sich bald gefürchtet zu machen.
Während der Hugenottenkriege fochten in jedem Treffen auf beiden Seiten Deutsche Reiter, und Frankreich wurde damals
mit Recht der «Kirchhof des deutschenAdels» genannt; denn ein großer Teil des märk. und hess. Adels ist dort gefallen. Namhafte
Führer verblieben auch dauernd im franz. Dienste,
[* 11] z. B.
Schomberg, Betzstein (Bassompierre),