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Der Thorberg hat eine lange Geschichte baulicher Zustände und Umwandlungen, seine gleichzeitig exponierte wie geschützte Lage hatte und hat Bauformen zur Folge, welche die eigentliche Kernaufgabe der Architektur, das Schützen und das Setzen von Grenzen, in überhöhter Form zum Thema haben: als Burg, Kloster, Landvogtei, Kornhaus, Altersasyl, Spital, Gefängnis.
Zeitgemässes Bauen in diesem historischen Kontext war denn auch das eine Hauptthema des Projekts, die Ausbildung der Grenzen zwischen innen und aussen das andere. Die Neubauten ersetzen den durch den Brand beschädigten, winkelförmigen Zellenbau aus dem letzten Jahrhundert. Sie sind aus wenigen, soliden Materialien konstruiert und entsprechend ihren unterschiedlichen Aufgaben differenziert ausgebildet. Die Art, wie und wo das Licht einfällt, macht den Hauptunterschied.
Der Zellenbau ist ein geschlossen wirkender Betonkubus mit grösseren Öffnungen für die Aufenthaltsräume an der Stirnseite und der charakteristischen Befensterung der Südwestfassade: jede Zelle hat zwei Fenster, ihre Anordnung ergibt eine hellere, nach aussen gerichtete und eine dunklere, introvertierter Raumhälfte. Der Mehrzweckbau wirkt kompakt und doch leichter, die Fassade aus gelochten Betonelementen streut das Licht, die Räume sind flexibel nutzbar. Der Verindungsgang aus Stahl und Glas ist ein zurückhaltendes, freundliches Gegenüber zum Schloss, er stellt die Einheit der verschiedenen Anlageteile her, ohne weitere Entwicklungen zu präjudizieren.