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Der Juni 2022 auf globaler Ebene
Im globalen Mittel wurde der drittwärmste Juni im Copernicus-Datensatz ab 1979 verzeichnet. Die globale Junitemperatur lag rund 0,3 °C über dem Durchschnitt 1991–2020. Im europäischen Mittel lag die Junitemperatur rund 1,6 °C über dem Durchschnitt 1991–2020. Für Europa war es der zweitwärmste Juni im Copernicus-Datensatz ab 1979. Extreme Temperaturen gab es von Spanien über Frankreich bis nach Italien. In mehreren Ländern wurde der Juni-Hitzerekord egalisiert oder übertroffen.
Der Juni 2022 lag als global drittwärmster 0,05 °C unter den bisher wärmsten Junimonaten 2019 und 2020. Die Junimonate 2015 bis 2022 waren im globalen Mittel die acht wärmsten im Copernicus-Datensatz ab 1979.
Heiss in Europa mit vielen nationalen Wärmerekorden
Im Juni 2022 lagen die Temperatur in weiten Teilen Europas über dem Durchschnitt 1991–2020. Die Tageshöchstwerte in Spanien, Frankreich und Italien stiegen auf über 40 °C. Die extreme Hitze verschärfte die derzeitigen Dürrebedingungen im der Po-Ebene. Im Juni wurden in Frankreich und Spanien zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen, insbesondere in Biarritz (Frankreich) und San Sebastián (Spanien). Einige Länder egalisierten oder übertrafen ihren bisherigen Juni-Hitzerekord. Dies war der Fall in der Schweiz (36,9 °C in Beznau am 19. Juni), in Liechtenstein (35,2 °C in Vaduz am 19. Juni), in der Tschechischen Republik (39 °C in Husinec am 19. Juni), in Kroatien (40,4 °C in Knin am 28. Juni), in Slowenien (38 °C in Podnanos am 28. Juni) und in der Slowakei (38,8 °C in Somotor am 30. Juni).
Gegen Ende Juni breitete sich die Hitze auch über den Polarkreis hinaus aus. Am 29. Juni wurden sogar jenseits des 70. nördlichen Breitengrades Werte über 30 °C gemessen. In Tana Bru und Banak, ganz im Norden Norwegens, gab es 32,5 °C. Dies ist die höchste Temperatur, die im Juni in Europa nördlich von 70° N gemessen wurde. Im Süden dehnte sich die Hitze bis nach Nordafrika aus. In Tunesien wurde mit 48,7 °C in Tozeur der bisherige monatliche Temperaturrekord egalisiert.
Im Gegensatz dazu blieb die Junitemperatur im Westen Russlands, in der Zentraltürkei, in Portugal, in Irland und in Teilen Islands unter dem Durchschnitt 1991–2020.
Trotz hoher Temperaturen in weiten Teilen Europas erreichte die Junitemperatur im europäischen Mittel keinen neuen Rekord. Mit 1,57 °C über dem Durchschnitt 1991–2020 lag sie 0,3 °C unter dem Rekordjuni 2019.
Die globale Übersicht
Überdurchschnittlich hohe Temperaturen wurden in Sibirien und in weiten Teilen Asiens gemessen, wo Hitzewellen in Zentral- und Nordchina zu einem Anstieg der Stromnachfrage führten. In Zentralasien wurden am 29. Juni in Turkmenistan und am 30. Juni in Usbekistan und Tadschikistan nationale Juni-Hitzerekorde verzeichnet.
In Japan gab es im Juni in Tokio an sechs aufeinanderfolgenden Tagen Höchstwerte von über 35 °C, ein neuer Juni-Rekord. Die Hitzewelle dauerte bis zum 3. Juli. Tokio erlebte schliesslich mit neun aufeinanderfolgenden Tagen die längste Periode mit Tageshöchstwerten über 35 °C.
In Nordamerika wurden in Texas hohe Temperaturen gemessen, wobei Houston den heissesten Juni seit Messbeginn erlebte. Auch im Nahen Osten wurden überdurchschnittlich hohe Temperaturen verzeichnet. Weit über dem Durchschnitt lagen die Temperaturen in weiten Teilen der Antarktis und im Weddellmeer. Weitere Regionen mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen waren Nordkanada, Zentralafrika und Westaustralien.
Deutlich unter dem Durchschnitt 1991–2020 blieb die Temperatur in Grönland, im grössten Teil Südamerikas, insbesondere in Argentinien und Uruguay, im südlichen Afrika und im östlichen Australien. Auch in mehreren anderen Regionen lag die Temperatur unter dem Durchschnitt 1991–2020, zum Beispiel in Nordwestafrika und in kleinen Teilen Ostasiens.
Die Temperatur über den Ozeanen
Die Lufttemperatur zeigte sich in Teilen aller grossen Ozeangebiete unterschiedlich. Überdurchschnittliche Werte wurden vor allem im nordöstlichen Pazifik und im Südatlantik beobachtet. In den tropischen und subtropischen Regionen des Ostpazifiks lag die Temperatur unter dem Durchschnitt 1991–2020, was auf ein anhaltendes La Niña-Phänomen hindeutet. Unterdurchschnittliche Werte wurden auch im südlichen Indischen Ozean sowie südlich von Madagaskar und südlich von Australien verzeichnet.
Die Copernicus Mitteilung zum Juni 2022 ist in englischer Sprache verfügbar.
Der Juni 2022 in der Schweiz
Die Schweiz erlebte den zweitheissesten Juni seit Messbeginn 1864. An mehreren Messstandorten stiegen die Tageshöchstwerte auf neue Junirekorde. Lokal wurde eine der heissesten Dreitagesperioden für den Monat Juni verzeichnet. Die Niederschlagssummen erreichten in mehreren Gebieten überdurchschnittliche Werte. Lokal führten kräftige Gewitter zu sehr hohen Monatssummen. Die Sonnenscheindauer lag verbreitet über dem Durchschnitt.
Den umfassenden Überblick zum Juni 2022 in der Schweiz findet der Leser im Junibulletin von MeteoSchweiz.