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Dank unseres Projekts «Ele» zur Rettung in Gefangenschaft lebender Elefanten können bald zwei weitere Schützlinge aus einem lebenslänglichen Martyrium befreit werden. Pocha und Guillermina, zwei asiatische Elefantenkühe, Mutter und Tochter, leben in einer 200 Quadratmeter grossen Zementgrube im Ökopark von Mendoza in Argentinien. Dieser Grube sollen sie endlich entrinnen, und zum ersten Mal den Horizont sehen können.
In ganz Argentinien haben wir in Gefangenschaft lebende Elefanten besucht, um den jeweiligen Zoodirektoren die Umsiedlung der Tiere auf den Elefantengnadenhof, mit dem die Fondation Franz Weber in Mato Grosso in Brasilien zusammenarbeitet, vorzuschlagen. Die Lebensumstände von Pocha und Guillermina im Ökopark von Mendoza brachen uns das Herz. Elefantendame Pocha war aus einem britischen Tierpark in den Zoo von Mendoza umgesiedelt worden. Hier lernte sie Tamy kennen, einen asiatischen Bullen, der aus einem Zirkus stammte. Aus ihrer Vereinigung entstand Guillermina.
Die Welt reduziert sich auf eine steinerne Grube
Doch mit der Geburt ihrer Tochter verschlimmerten sich die abscheulichen Haltungsbedingungen für die Elefantenfamilie weiter: Das Gebäude, in dem Tamy und Pocha gefangen gehalten wurden, ist eine grosse Grube, deren Aussenanlage durch einen Gang mit der Innenanlage verbunden ist. Um Pocha eine ungestörte Geburt zu ermöglichen, wurde dieser 200 Quadratmeter grosse Gang geschlossen und in ein Gehege für die beiden Weibchen umgewandelt. Was als «Übergangslösung» gedacht war, wurde zum Dauerzustand. Seit der Geburt Guillerminas wird Tamy isoliert in einem anderen Gehege gehalten, das zwar grösser, doch durch eine Tür von den Weibchen getrennt ist. Seit ihrer Geburt lebt die kleine Guillermina in dieser Grube. Den Horizont hat sie noch nie gesehen. Wohin sie auch blickt, befindet sich eine Steinmauer. Sie muss glauben, dass sich die Welt darauf reduziert: Auf eine Grube mit Steinmauern als einzige Landschaft.
Rettung naht
Heute ist Pocha 54 Jahre alt, Guillermina 21 Jahre und Tamy 49 Jahre. Bald werden die drei Elefanten auf dem Gnadenhof für Elefanten in Brasilien ein neues Leben beginnen können — auch wenn Tamy auf diesen Augenblick noch einige Monate länger wird warten müssen. Wir sind bereits im Besitz der nötigen CITES-Dokumente (vom Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten vorgeschriebene Zertifikate), die sowohl von den brasilianischen als auch den argentinischen Behörden ausgestellt wurden, um die Umsiedlung der Tiere zu ermöglichen. Eine Umsiedlung, wie es sie zuvor noch nie gegeben hat! Allein um die Transportkisten für die Elefanten in das Gehege zu bringen, werden wir einen Teil der Mauer niederreissen müssen, welche die Tiere vom Rest der Welt trennt – ein Akt voller symbolischer Kraft! Seit 2019 arbeiten wir für die Umsiedlung der drei Elefanten mit der nordamerikanischen Elefantentrainerin Karissa Reinhold zusammen, einer Mitarbeiterin von Scott Blais, dem Direktor des brasilianischen Gnadenhofs in Mato Grosso. Sie hat die Tiere bereits darauf trainiert, die für ihre Einreise nach Brasilien erforderlichen tierärztlichen Untersuchungen friedlich über sich ergehen zu lassen.
Eine Reise voller Herausforderungen
Obwohl Argentinien äusserst strenge Massnahmen für den Personenverkehr erlassen hat aufgrund der Covid19-Pandemie, erleichtert uns die Regierung von Mendoza die Einfuhr der von Karissa und Scott zur Verfügung gestellten Transportkisten in das Bundesland. So können wir das Training der Elefanten zum Abschluss bringen, letzte logistische Probleme lösen und die Elefanten allmählich an ihre temporäre «Behausung» gewöhnen. Die Reise wird voraussichtlich in den letzten Dezembertagen dieses Jahres beginnen können.
Für Tochter Guillermina bedeutet diese Reise eine enorme Herausforderung: Zum ersten Mal wird sie ihre Grube verlassen, zum ersten Mal wird sie einige Tage lang von ihrer Mutter getrennt sein. Die Reise nach Brasilien wird vier bis fünf Tage dauern, und die beiden Elefantendamen müssen in separaten Boxen transportiert werden. Doch danach wird Guillermina zum ersten Mal die Welt so sehen, wie sie wirklich ist: mit Bäumen, dem Himmel und dem unbegrenzten Horizont!
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