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Seit Menschengedenken werden wir von Schmerzen geplagt und versuchen, uns ihrer zu entledigen. Dieses «unangenehme Gefühls- und Sinneserlebnis» ist jedoch ein ernstzunehmendes Warnsignal des Körpers.
Schmerz wurde jahrhundertelang als göttliche Strafe interpretiert, als Sühneleistung, als Probe, die es zu erdulden galt, oder als Preis für die Genesung. Hippokrates hat auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet. Er hat Schmerz erstmals als natürliches Vorkommen gedeutet und hat versucht, ihn zu lindern.
Aus körperlicher Sicht ist Schmerz eine Botschaft, die von den peripheren Nervenfasern ausgeht und über das Rückenmark ins Gehirn gelangt. Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Akute Schmerzen gelten als Symptom. Eine Behandlung ist dann angezeigt, wenn die Schmerzintensität es rechtfertigt und natürliche Methoden wie Entspannung oder Massagen erfolglos waren. Chronische Schmerzen, die seit mehr als drei Monaten andauern, gehören in ärztliche Behandlung.
Medikamentöse Ansätze
Zu den gängigsten rezeptfreien Schmerzmitteln gehören Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen (die beiden letzten gehören zu den NSAR, bzw. nicht steroidalen Entzündungshemmern). Alle drei wirken auch fiebersenkend.
Das gut verträgliche Paracetamol ist bei Kindern, in der Schwangerschaft und Stillzeit, aber auch bei empfindlicher Magenschleimhaut das Mittel der Wahl. … Bei einer Dosierung von maximal 4 g/Tag bietet es keinerlei Risiken. Die Einhaltung einer Einnahmepause von mindestens 4 Stunden ist jedoch zwingend, da eine häufigere Einnahme zu einer lebensbedrohlichen Hepatitis führen könnte.
Die äusserst wirksame Acetylsalicylsäure ist bei Magenbeschwerden nicht zu empfehlen, da sie die Schleimhaut reizt. Das Mittel wirkt auch gerinnungshemmend. Patientinnen und Patienten, die Gerinnungshemmer nehmen, sollten deshalb auf Acetylsalicylsäure verzichten.
Ibuprofen ist ein ebenso ausgezeichnetes Schmerzmittel, wird jedoch bei empfindlichem Magen ebenfalls schlecht vertragen. Besonders rasch wirkt Ibuprofenarginat, eine Kombination aus Ibuprofen und Argininsalz. Die Schmerzlinderung tritt bereits nach 30 Minuten ein und hält bis zu 6 Stunden an.
Bei Selbstmedikation sollten sämtliche rezeptfreien Schmerzmittel maximal 3 Tage lang eingenommen werden.
Schmerzmittelmissbrauch: Was ist das?
Ein Schmerzmittelmissbrauch liegt vor, wenn Schmerzmittel über drei Monate lang während mindestens zwei Wochen pro Monat (10 Tage für Kombipräparate) eingenommen werden.
Die schwerwiegendste Nebenwirkung eines Paracetamolmissbrauchs bei starker Überdosierung ist eine toxische Leberschädigung. Bei den NSAR kommt es dagegen häufiger zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Wasserretention, Blutdruckanstieg und akutem Nierenversagen.
Generell kann ein Schmerzmittelmissbrauch unabhängig vom Wirkstoff zu Kopfschmerzen führen.