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In vielen Open-World-Games verkommen die riesigen Spielwelten zum Selbstzweck. Es gibt dort weder etwas zu entdecken noch zu erleben. Dabei geht es besser, nämlich mit der Metroidvania-Formel. Das zeigen Games wie "Control" und "Blasphemous".
Manchmal habe ich das Gefühl, ich würde langsam alt werden. Nicht unbedingt nur, weil ich nicht mehr Party machen und am nächsten Tag ohne Kater aufwachen kann. Das ist auch ein Grund, aber nicht der primäre. Nein, sondern weil mich Games mit offenen Spielwelten in den vergangenen Jahren immer öfter ermüdeten. Während ich bei "Grand Theft Auto V", "Just Cause" und "Assassin's Creed II" noch jeden Winkel der Spielwelt erkundet, jede Nebenmission mitgenommen habe, rauschte ich bei "Watch Dogs 2", "Far Cry 5" oder "Assassin's Creed: Odyssey" geradlinig vom Anfang zum Ende. Zu langatmig waren mir die Strecken und zu belanglos diese randseitigen Mohrrüben, die mir vor die Nase gehalten wurden. Wozu auch? Hin und zurück, nur um dann mit irgendetwas belohnt zu werden, was mir eh nichts bringt? Das war es mir nicht mehr wert. Jedoch: Zuletzt haben mich einige Games mit grossen Welten wieder gefangen nehmen können. Allerdings keine klassischen Open-World-Titel, sondern Videospiele mit Welten nach Regeln und Konzepten, die schon in den 1980ern festgezurrt wurden.
Allen voran ist da der Third-Person-Shooter "Control" von "Max Payne"- und "Alan Wake"-Entwickler Remedy. Als Jesse Faden stolpert der Spieler hier in das Hauptquartier des Federal Bureau of Control, einer Geheimbehörde, die sich paranormaler Phänomene annimmt - wobei das Gebäude selbst ein mystisches Relikt ist, das sich jeglichen Regeln der Physik widersetzt und nahezu unendlich weit in gigantische Räume, lange Gänge und sogar Höhlen ausdehnt. Das Oldest House wurde von einer geheimnisvollen Kraft besetzt, dem "Zischen", die zahlreiche Mitarbeiter in Sklaven verwandelte und nun von Jesse mit einer magischen Pistole und übersinnlichen Kräften besiegt werden muss. Das ist surreal, stellenweise bizarr und wahnsinnig spannend. Aber vor allem ist es komplex und zeitfressend. Dabei schafft es "Control" dennoch jedes Mal aufs Neue, mich zum Weiterspielen zu motivieren.