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Die US-Football-Profi-Liga NFL pfeift die Schiedsrichter zurück: Sie hatten den Kansas City Chiefs-Defensivspieler Husain Abdullah bestraft, weil er nach einem Touchdown seinen Kopf zum Gebet in den Rasen steckte.
«Salat» nennen die Muslime ihr rituelles Gebet. Fünfmal am Tag soll es verrichtet werden, das Beugen in Richtung Mekka. Einmal zu viel hat sich Husain Abdullah am Montag verbeugt, zumindest, wenn es nach den Schiedsrichtern ginge, die das Football-Spiel zwischen den Kansas City Chiefs und den New England Patriots leiteten.
Sie hatten sein Team aus Kansas mit einer Raumverluststrafe über 15 Yards belegt, weil Abdullah nach einem Touchdown seine Stirn für einige Sekunden auf den Boden presste. Die Unparteiischen hatten die Aktion als «unsportliches Verhalten» taxiert. Zu-Boden-Gehen fällt gemäss Regel 12, Abschnitt 3, Artikel 1 unter die Kategorie «exzessiver Jubel». Eigentlich.
Doch nun hat die NFL das Urteil kritisiert. Denn es gibt eine Ausnahme der Regel. Geht ein Spieler aus religiösen Gründen auf den Boden, darf es keine Strafe geben.
Ibrahim Hooper vom Rat Amerikanisch-Islamischer Beziehungen hatte laut der Zeitung «Huffington Post» von der NFL gefordert, das Verhältnis zu Gebeten zu klären. Er verwies auf die zahlreichen christlichen Spieler, die ihre Tochdowns betend auf den Knien feierten, wie etwa der ehemalige NFL-Star Tim Tebow. Hooper war denn auch erfreut über den raschen Entscheid des Verbandes.
Der umstrittene Entscheid sorgte auf den sozialen Netzwerken für viele Reaktionen. Abdullah selbst veröffentlichte das Bild der Szene auf seinem Instagram-Account. Mit dem Kommentar: «Subhana Rabbial-'Ala (Glory be to my Lord The Most High)».
Abdullah, hatte 2012 dem Football für eine Saison den Rücken gekehrt, um die Pilgerreise nach Mekka, Haddsch, zu absolvieren. Diese gehört genauso wie das Gebet und das Einhalten des Ramadan zu den fünf Säulen des Islam. US-Präsident Barack Obama hatte Husain Abdullah und seinen Bruder Hamza 2011 zum Fest des Fastenbrechens ins Weisse Haus eingeladen. (kad)