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Haben Sie schon einmal von Affenkaffee gehört? Es handelt sich dabei um eine Art von Chicchi di caffè, die auf besondere Weise gewonnen wird. Denn seinen Namen hat der Affenkaffee den Rhesusaffen zu verdanken, die eine wesentliche Rolle bei der Gewinnung spielen.
Die kleinen Affen begeben sich bei der Suche nach Nahrung auf Kaffeeplantagen. Dort greifen sie instinktiv nach den Kaffeekirschen, die besonders reif sind und ihnen dadurch am besten schmecken. Die Affen kauen einige Minuten auf den Kaffeekirschen herum, schlucken sie aber nicht herunter. Stattdessen spucken sie die zerkauten Früchte wieder aus.
Nun sind die Kaffeebauern an der Reihe. Sie sammeln die ausgespuckten Kaffeekirschen, waschen und trocknen sie. An den Kirschen sind teilweise die Zahnspuren der Affen zu erkennen. Viel wichtiger ist aber, dass der Speichel der Affen den Geschmack der Kirschen verändert.
Vor allem bauen die im Speichel enthaltenen Enzyme viele Bitterstoffe in den Kaffeekirschen ab. Dadurch wird das aus den Bohnen hergestellte Heissgetränk besonders süss. Auch optisch unterscheidet sich der Affenkaffee von herkömmlichen Kaffeearten. So sind die Kirschen grau – im Gegensatz zu den üblicherweise grauen Kirschen.
Nach dem Trocknen gleicht die weitere Verarbeitung der Kaffeekirschen der aller anderen Kaffeesorten. Die Kirschen werden geröstet, wobei die Erfahrung und das Fachwissen des Röstmeisters eine wichtige Rolle spielen. Denn beim Rösten werden den Kaffeebohnen ihre Aromen entlockt.
Die Idee, Affenkaffee zu produzieren, ist relativ jung. Bis vor einigen Jahren wurden die Kaffeekirschen, die von Rhesusaffen gekaut wurden, einfach weggeworfen. Irgendwann kamen findige Kaffeebauern jedoch darauf, sie einzusammeln und zu verarbeiten. So entstand die Spezialität, die sich heute zunehmender Popularität erfreut.
Woher kommt der Affenkaffee?
Der Affenkaffee wird nur in wenigen Regionen der Welt produziert. Zu nennen ist vor allem der indische Distrikt Chikmagalur im Süden des Subkontinents. Dort werden Kaffeeplantagen oftmals neben Wäldern angelegt, damit die Kaffeepflanzen durch die Bäume vor starker Sonneneinstrahlung geschützt sind. In den Wäldern leben die Rhesusaffen, die sich auf den Plantagen nach Nahrung umsehen.
Aufgrund der regional begrenzten Gewinnung ist die Menge an hergestelltem Affenkaffee recht gering. Schätzungen zufolge kommen jährlich nur rund 250 Kilogramm in den Handel. Entsprechend hoch sind die Preise, die für diese Art von Kaffeebohnen verlangt werden.
Welche exotischen Kaffeearten gibt es neben Affenkaffee noch?
Eventuell haben Sie schon von Kopi Luwak gehört. Diese Art von Kaffeebohnen entsteht, indem Fleckenmusangs Kaffeekirschen essen. Im Gegensatz zu den Rhesusaffen schlucken die Schleichkatzen die Früchte herunter und verdauen das Fruchtfleisch. Die Kerne werden dagegen ausgeschieden und von den Kaffeebauern eingesammelt und verarbeitet.
Durch die Enzyme, denen die Kaffeekirschen während der Verdauung ausgesetzt sind, erhalten sie einen charakteristischen Geschmack. Er lässt sich am besten als schokoladig bezeichnen.
Trotz des besonderen Aromas ist Kopi Luwak inzwischen in Verruf geraten. Der Grund dafür sind die zweifelhaften Methoden, die viele Kaffeebauern bei der Gewinnung anwenden. So sperren sie Fleckenmusangs in Käfige und füttern sie mit Kaffeekirschen. Das einzige Ziel ist die Produktion von möglichst viel Kaffee, das Tierwohl spielt dabei keine Rolle.
Die gleiche Vorgehensweise kommt übrigens zuweilen auch beim Affenkaffee zum Einsatz. Manche Produzenten halten Rhesusaffen in Käfigen und lassen sie unentwegt Kaffeekirschen kauen. Daher sollten Sie genau prüfen, wie die Produktionsbedingungen aussehen, bevor Sie solche Kaffeesorten kaufen.
Weitere ungewöhnliche Arten der Kaffeegewinnung sind:
- Black Ivory: Dabei werden Kaffeekirschen in das Futter von Elefanten gemischt. Bei der Verdauung werden ihnen Bitterstoffe entzogen, was einen sanften Geschmack erzeugt.
- Bat Spit Coffee: Diese Kaffeesorte entsteht, indem Fledermäuse Kaffeekirschen kauen und ausspucken. Sie kann jedoch nur auf den Plantagen in der Karibik verkostet werden, auf denen sie gewonnen wird.
- Worm Bitten Menados: Dafür werden Kaffeekirschen in der Erde vergraben und dort von Würmern angefressen. Dadurch erhalten sie eine besondere Würze.
Solche exotischen Kaffeesorten werden Sie bei Bertschi-Café nicht finden. Bei uns erhalten Sie aber hochwertige Kaffeemischungen, die biologisch angebaut und nach Fairtrade-Prinzipien produziert werden. Bei Fragen wenden Sie sich gerne per Modulo di contatto an uns.