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Am Sonntag ist es wieder so weit: Mit dem Super Bowl steht das grösste Einzel-Sportereignis der Welt an. Hier erfährst du alles, was du über das grosse NFL-Finale wissen musst.
Am diesjährigen Super Bowl treten die Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs an. Oder auch Tom Brady gegen Patrick Mahomes. Das Quarterback-Duell zwischen dem sechsfachen Super-Bowl-Gewinner und dem neuen Gesicht der NFL zieht die USA komplett in ihren Bann.
Trotz Heimvorteil, trotz Brady: Die Chiefs gehen bei den Buchmachern als grosser Favorit in den Super Bowl LV. Für den «GOAT» ist es erst das zweite Mal im zehnten Anlauf, dass er nicht als Favorit in den Super Bowl geht. Bei seiner Premiere im Jahr 2002 galt Brady mit seinen New England Patriots als grosser Aussenseiter gegen Kurt Warner und die St. Louis Rams. Am Ende gewannen die New England Patriots aber 20:17.
Der Super Bowl LV ist das 14. Duell in der NFL-Geschichte zwischen den Buccaneers und den Chiefs, das erste überhaupt in den Playoffs. Im Head-to-Head führen die «Bucs» knapp mit 7:6, zuletzt gewannen aber die Chiefs. In Week 12 der Regular Season siegten Mahomes und Co. Ende November des letzten Jahres mit 27:24. Damals mussten die «Bucs» schmerzhaft erfahren, dass man Tyreek Hill besser nicht ohne Absicherung per Safety gewähren lässt. Der Star-Receiver der Chiefs sorgte mit drei Touchdowns nämlich fast im Alleingang für die Entscheidung.
Austragungsort ist das Raymond James Stadium in Tampa. Damit findet der Super Bowl wie schon im letzten Jahr im US-Bundesstaat Florida statt. Dass ein Team im eigenen Stadtion antreten darf, gab es in der NFL-Geschichte dagegen noch nie. Die Arena für 65'857 Zuschauer, die nordwestlich des Stadtzentrums unmittelbar neben dem Flughafen steht, wurde 1998 eröffnet und kostete 168,5 Millionen Dollar.
Prunkstück des Stadions ist das 31 Meter lange Piratenschiff, das bei Punkten der eigenen Mannschaft, nach Red-Zone-Entries und bei Siegen jeweils Kanonenschüsse abgibt. Nach dem Super Bowl wird das Raymond James Stadium aber nicht mehr lange die Heimat der «Bucs» bleiben. Wie die NFL im Herbst durchsickern liess, plant die Stadt Tampa den Bau eines hochmodernen Stadions mit schliessbarem Dach. Der Spatenstich soll 2022 oder 2023 erfolgen.
Obwohl die «Bucs» im Super Bowl LV zuhause antreten werden, entschieden sie sich dafür, in ihren Auswärtstrikots aufzulaufen. Der Grund? Aberglaube! Tom Bradys Bilanz im Super Bowl, wenn er ein weisses Trikot trug, lautet 4:1. Mit dem Heimtrikot dagegen hat er bei zwei Super-Bowl-Siegen auch zweimal verloren. Und noch etwas hat die Buccaneers zu diesem Schritt bewogen: Die Bilanz von Teams, die im Super Bowl weisse Trikots getragen haben, steht in diesem Jahrtausend bei 13 Siegen und nur 3 Niederlagen.
Ja. Bei der Austragung Tampa Bay Buccaneers vs. Kansas City Chiefs werden trotz der Corona-Pandemie 22'000 Zuschauer im Stadion sein und dem Super Bowl LV beiwohnen. Darunter werden 7500 bereits geimpfte Mitarbeiter des Gesundheitswesens sein, die von der NFL eingeladen werden. Die NFL hätte laut geltenden Regeln in Florida auch deutlich mehr Publikum ins Stadion lassen können. Die Liga hält sich aber an die Empfehlungen der nationalen Gesundheitsbehörde und nimmt damit in Kauf, dass 2021 so wenig Menschen wie noch nie live bei einem Super Bowl in der Arena sind.
Tampas Bürgermeisterin Jane Castor hat zum Schutz der Zuschauer am Super Bowl eine Maskenpflicht für die Gegend um das Stadion, Downtown und andere Touristen-Hotspots erlassen. Das traditionelle «Tailgating» mit Grillen sowie Trinken auf dem Parkplatz vor dem Stadion, wie es die Amerikaner normalerweise zelebrieren, ist auch beim Saison-Höhepunkt nicht erlaubt.
Dafür wird die TV-Übertragung so gigantisch wie nie zuvor. Der in diesem Jahr für die Übertragung verantwortliche Sender «CBS Sports» will 120 Kameras auffahren, um jeden Winkel des Raymond James Stadium abzudecken. Unter den 120 Kameras sind alleine 32 in den Pylonen rund um die beiden Endzonen integriert.
Auf beiden Seiten des Spielfeldes fahren zudem Kameras auf Schienen dem Geschehen hinterher. Dazu gibt es 18 Robotorkameras, vier fliegende Kabelkameras, 25 Super-Slo-Mo-Kameras, zehn 4K-Kameras, zwei 8K-Kameras und eine Kamera auf einem «MovieBird-Kran». Und es wird eine Trolley-Kamera geben, die auf Höhe der zehnten Reihe über das Spielfeld fliegt. Diese soll dem Zuschauer vollkommen neue Perspektiven verleihen.
ProSieben und DAZN übertragen den Super Bowl zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Kansas City Chiefs in der Nacht auf Montag (Schweizer Zeit) ab 0.30 Uhr live. Auf der Streaming-Plattform DAZN gibt's zur Übertragung den englischen Original-Kommentar vom Austragungsort, wie übrigens auch auf BBC One. In der deutschen Version kommentieren Günter Zapf, Ingo Seibert und Adrian Franke das Spiel. Für CBS kommentiert Jim Nantz gemeinsam mit Ex-Cowboys-Quarterback Tony Romo. Tracy Wolfson, Evan Washburn und Jay Feely unterstützen die Berichterstattung als Sideline-Reporter.
Bei ProSieben begleitet das bewährte ranNFL-Team das Spektakel in Tampa. Dort geht's bereits um 22.45 Uhr los, es kommentieren Jan Stecker, Patrick Esume, Björn Werner und Christoph «Icke» Dommisch. Bereits ab 20.15 Uhr gibt's auf ProSieben MAXX eine Countdown-Show zum Super Bowl. Moderator Carsten Spengemann, die Experten Roman Motzkus und Volker Schenk stimmen auf die Übertragung des US-Sport-Events des Jahres ein.
Vor einem Jahr lockte der grosse NFL-Final im Schnitt 99,9 Millionen Amerikaner vor den Bildschirm – nach einem Zwischentief scheinen sich die Zahlen des Super Bowls wieder nach oben zu entwickeln. Weltweit sollen jeweils fast eine Milliarde Zuschauer live dabei sein, wenn das grösste Einzelsport-Ereignis der Welt ansteht. Diese Zahl scheint aber etwas gar hoch berechnet zu sein und beruht wohl auf einem Mythos, den die NFL selbst in die Welt gesetzt hat.
Wenn du in der Schweiz schaust, solltest du genügend vorschlafen und ausreichend Kaffee kochen, bevor der Super Bowl beginnt. Die reine Spielzeit eines Football-Spiels beträgt zwar nur 4 × 15 Minuten. Aber mit Halbzeitshow, Analysen und den endlosen Werbeunterbrechungen muss man beim Super Bowl mit vier Stunden rechnen. So gegen 4.30 Uhr wird die Entscheidung erwartet.
Am besten gleich eine kleine Party veranstalten (zwei Haushalte, maximal fünf Personen, gell!), das machen die Amerikaner ja auch so. Was da nicht fehlen darf? Bier und Chicken Wings. Rund 1,3 Milliarden «Poulet-Flügeli» werden am Super-Bowl-Abend gemäss Hochrechnungen jeweils verspeist – vier pro Amerikaner. Hinzu kommen 120 Millionen Liter Bier.
Zunächst einmal die 3,5 kg schwere, 55 cm hohe und aus Sterling-Silber gefertigte Vince Lombardi Trophy (Materialwert 3500 Dollar). Sie stellt einen Football in Originalgrösse auf einer Säule dar. Ausserdem einen Super-Bowl-Ring im Wert von 35'000 Dollar, eine Prämie von 150'000 Dollar pro Spieler und jede Menge Prestige. Die Verlierer erhalten immerhin auch noch 75'000 Dollar.
Im Video unten findest du einen kleinen Football-Crashkurs, damit du nicht nur die Halbzeitshow, sondern den Super Bowl LV in Tampa als komplettes Ereignis geniessen kannst. Der Rest ist «Learning by watching!» 😉
Natürlich darf auch die Nationalhymne am Super Bowl nicht fehlen. «The Star Spangled Banner» wird 2021 von Country-Superstar Eric Church und R&B-Sängerin Jazmine Sullivan gesungen. Zuvor hatten sich auch weltweite Stars an der Nationalhymne versucht. Diese beiden sind hierzulande nicht wirklich bekannt, ihre grössten Hits heissen «Record of the Year» bzw. «Insecure».
R&B-Sängerin H.E.R. performt «America the Beautiful», eines der beliebtesten patriotischen US-Lieder, das auch als zweite inoffizielle Nationalhymne gilt.
Im Vorjahr durfte Demi Lovato die Hymne am Super Bowl singen, in der Vergangenheit hatten schon Stars wie Lady Gaga, Beyoncé, Whitney Houston, Diana Ross, Jennifer Hudson, Billy Joel, Mariah Carey, Alicia Keys oder Neil Diamond die Ehre.
Die legendäre Halbzeitshow des Super Bowls wird trotz Pandemie nicht fehlen. Stars wie Justin Timberlake, Coldplay, The Rolling Stones, Bruce Springsteen, Lady Gaga und Beyonce sorgten in der Vergangenheit bereits für Stimmung während der Pause. Dieses Jahr kommt der Sänger «The Weeknd» zum Zug. Der 30-jährige Kanadier wurde in der Schweiz vor allem durch seinen Hit «Blinding Lights» bekannt, der im Januar 2020 die Chartspitze hierzulande eroberte.
Dass Fans wie in vergangenen Jahren während der Halbzeit aufs Feld dürfen, scheint aber eher ausgeschlossen. Für sie wartet dafür noch vor dem Spiel ein Highlight: Miley Cyrus wird im Rahmen der Pre-Show «TikTok Tailgate» vor dem Spiel und der Halbzeitshow in Tampa auftreten und vor «Held*innen des des Gesundheitswesens» singen.
Zum ersten Mal darf beim Super Bowl auch eine Dichterin auf die ganz grosse Bühne. Die US-Lyrikerin Armanda Gorman wird drei Alltagshelden in poetischer Form ehren, die während der Corona-Pandemie Besonderes geleistet haben. Die 22-jährige Gorman dürfte den Zuschauern spätestens seit der Amtseinführung von Präsident Joe Biden ein Begriff sein, als sie das Gedicht «The Hill We Climb» rezitierte und damit zum heimlichen Star der Zeremonie wurde.
Weil die TV-Zuschauerzahlen in den USA zuletzt fast immer im dreistelligen Millionen-Bereich lagen und damit so hoch sind wie bei keiner anderen TV-Sendung im Jahr, werfen die internationalen Top-Unternehmen bei der Produktion ihrer Werbespots am Super Bowl das Geld nur so zum Fenster raus.
In diesem Jahr müssen Firmen für eine 30-sekündige Werbung am Super Bowl rund 5.5 Millionen US-Dollar an den TV-Rechteinhaber CBS zahlen. Ob mit aberwitzigen Szenen oder Cameo-Auftritten grosser Pop- und Hollywood-Stars – die Firmen kämpfen mit aller Macht um die Gunst der Kunden. Bei ProSieben ist die US-Werbung aus rechtlichen Gründen nicht zu sehen.
Einige Unternehmen verheimlichen ihre Werbespots für den Super Bowl noch. Sie veröffentlichten stattdessen Teaser-Trailer, die zumindest schon mal einen ersten Eindruck vermitteln, was auf den Zuschauer zukommen könnte:
Erfunden wurde der Begriff «Super Bowl» 1967 von Lamar Hunt. Der damalige Besitzer der Kansas City Chiefs war auf der Suche nach einem eingängigeren Namen für das Endspiel zwischen der AFL und der NFL, welches damals noch die nicht gerade simple Bezeichnung «AFL-NFL World Championship Game» trug.
Hunt sah damals seiner siebenjährigen Tochter Sharron dabei zu, wie sie sich mit einem 98 Cent teuren, tennisballgrossen Spielzeug namens «Wham-O Super Ball» vergnügte und dabei ständig «Super Ball, Super Bowl» vor sich hin murmelte. Schon war der Begriff «Super Bowl» geboren, der damit auch in Tradition mit den Finalspielen im College Football stand, die damals schon Bowl-Games genannt wurden.
Erst 1969 wurde der Begriff schliesslich offiziell für den NFL-Final verwendet. Die beiden zuvor ausgetragenen Endspiele von 1967 und 1968 wurden erst nachträglich in Super Bowl I und II umbenannt.