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RON DER
"KRIEGSHELD"
L. RON HUBBARD UND DIE U.S. NAVY, 1941-50

4.1 Enthüllung der Beweise
L. Ron Hubbards Dienstakten blieben nach seinem Abschied vom Militärdienst für viele Jahre in den Archiven der US Navy versteckt. In den 60ern wurde er zunehmend zu einer kontroversen Figur als Zeitungen über seinen "den Verstand beugenden Kult" [sic] herfielen und Regierungen seine einfallsreichen finanziellen Verhältnisse genau überprüften. Anfragen über Hubbards militärische Karriere begannen beim Bureau of Naval Personnel einzutreffen. Die erste festgehaltene Frage kam im März 1964 von Miss Marjorie Holburn von Sydney in Australien, die um einen Überblick über Hubbards Karriere bat. Weitere Anfragen folgten von unterschiedlichster Seite, einschliesslich der Zeitung British Daily Mail, Dr. William V. Joel, "Beratender Scientologe" in New York City und der Britischen Granada Television. In jedem Fall wurde die Information zur Unterstützung von Hubbards zugrunde liegenden Behauptungen gesucht (so verwundet beim Einsatz, zahlreiche Medaillen erhalten usw.). Leider war in jedem Fall die Antwort die gleiche: ohne die Einwilligung der betroffenen Person konnten keine persönliche Informationen erteilt werden.
Die erste Bresche in Hubbards Mauer des Mythos schlug schliesslich die US Regierung selbst. Im Laufe der Untersuchung einer schweren geheimen Spionageoperation, die durch die Scientology Kirche gegen Bundes- und Staatsstellen im ganzen Land angestiftet wurde, verlangte das US Department of Justice von der Navy, eine Zusammenfassung von Hubbards Dienstzeit abzuliefern. Diese war sehr kurz - nur eine Seite - war jedoch die erste offiziell abgegebene Darstellung von Hubbards Dienstzeit.
Es ist ein wenig befremdend, dass die Scientology Kirche brauchte bis 1979 um Hubbards Akten zu bekommen; es gibt keine Hinweise, dass es sonst je jemand versuchte, trotz dem durch den Freedom of Information Act ermöglichten Zugriff, für den Scientology energisch warb. Trotzdem erteilten Vetreter von Scientologys "Ministry of Legal Affairs" [sic] Vollmachten um in den Besitz der Hubbards betreffenden Aufzeichnungen zu kommen, als Teil der Bemühungen der Kirche, jede im Besitze der US Regierung befindliche Aufzeichnung über Scientology oder Hubbard zu bekommen. Kopien von diesen Aufzeichnungen gelangten jedoch einige Jahre später an die Öffentlichkeit, als ihr Verwalter, der Scientologe Gerry Armstrong, die Kirche samt einer ergiebigen Menge von Hubbards persönlichen Papieren verliess.
Die Schleusentore öffneten sich wirklich 1986, in der Folge von Hubbards Tod am 24. Januar dieses Jahres. Seine Dienstakten wurden nun öffentliches Eigentum und Untersuchungen blieben nicht lange aus. Die erste neutrale Agentur, die eine vollständige Kopie der Aktien erhielt, war die Los Angeles Times, die am 9. September 1986 ein Gresuch einreichte. Die Navy erhielt auch Anfragen des britischen Autors Russell Miller (Bare-Faced Messiah) und Jon Atack (A Piece of Blue Sky), wie auch nachträglich von vielen anderen Leuten.
Im Juni 1988 unternahm Scientology langfristig bedeutsame Schritte. Die Kirche hatte versucht, die Veröffentlichung von Russell Millers 'Bare-Faced Messiah' in Grossbritannien, Kanada und den Vereinigten Staaten zu verhindern. In Verbindung mit dem letzteren Fall verlangte sie von der US Navy jede Korrespondenz mit Miller und - der bedeutende Teil - die Kopie der an Miller geschickten Dienstakten. Die Navy war gesetzlich verpflichtet, Scientology die wahren und genauen Kopien aller verlangten Dokumente auszuhändigen. Sie tat dies prompt und es sind keine Beschwerden von Scientology festgehalten. Die Bedeutung dieses Ereignisses wird in Abschnitt 4.3 - Überprüfen der Beweise diskutiert.