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Menhir Freistein
42.244496
7.615072
Der mannshohe Freistein von Attiswil steht südwestlich der Kirche nahe beim Friedhof und unter staatlichem Schutz. Er gilt als der letzte und einzige Menhir im Kanton Bern. Der Stein ist ein sehr interessantes und seltenes Exemplar, das sowohl in frühgeschichtlicher als auch in rechtsgeschichtlicher Hinsicht, zumindest in der Schweiz, seinesgleichen sucht.
Bei Grabungen 1855 wurde festgestellt, dass der Stein ebenso tief im Boden steckt, wie er diesen überrragt. Die Gesamtlänge beträgt demnach 3,6m. Die gemachten Funde, Bruchstücke von Gefässen und Feuersteininstrumenten, wurden als Weihgaben an eine Gottheit gedeutet. Seine Erhaltung, mitten im freien Feld, ist wahrscheinlich dem Umstand zu verdanken, dass dieser frühzeitliche Kultstein im Mittelalter zu einer Freistätte (Rechtsstein und Zufluchtsort) geworden war. In jenen Zeiten, wo noch jeder in Streitigkeiten weitgehend selber als Richter und Rächer wirkte, bildeten geweihte Plätze Asyle, wo der Übeltäter für eine gewisse Frist unantastbar war, eine Sicherung vor allzu hemmungsloser Blutrache und ermöglichten Schlichtungsversuche. Aus einer uralten Kultstätte wäre demnach in späterer Zeit eine Freistätte geworden, was in Übereinstimmung steht mit der Tatsache, dass Asyle vielerorts bei Kirchen und Klöster befanden, welche natürlich ihrerseits nicht selten auf der Stelle heidnischer Kulte errichtet wurden.
Neuere Grabungen im Jahre 1963 brachten steinzeitliche und römische Keramikfragmente zu Tage. Leider fehlen urkundliche Belege für diese Freistätte. Eine Sage berichtet, dass ein Vogt vom Schloss Bipp, der dieses Gebot missachtete und einen Flüchtigen beim Freistein niederstach, innerhalb eines Jahres nach schwerem Siechtum starb. Seither kommt er in wilden Frühlingsnächten zurück an die Stätte seiner Tat.
Fotos: Daniel Reichmuth
Erratiker Bärnerstei
47.253991
7.622832
Etwas im Schatten des Freistein von Attiswil steht im Burchwald über dem Dorf der Bärnerstein. Der gewaltige Erratiker hat in etwa die Aussenmasse 6 x 5 x 5 m. Seine Grösse wird mit 200 m³ angegeben, von denen nur etwa 50 m³ sichbar sind.
Die Dorfchronik berichtet: "Mit vielen anderen Findlingen, wovon der grösste Bärnerstein genannt wird, wurde er auf dem Rücken des Rhonegletschers in der letzten Eiszeit über 200 km an seinen heutigen Standort transportiert. Geologisch ist nachgewiesen das diese Gesteinsart nur im Dent Blanche-Gebiet vorkommt und Millionen von Jahren alt ist." Der Block wurde erstmals 1896 als schutzwürdig erwähnt und dann von der "Naturforschenden Gesellschaft Kt. Bern" von der Burgergemeinde Attiswil abgekauft und dem Naturhistorischen Museum in Bern zum Geschenk gemacht. Am 14. Juni 1940 wurde der Block unter dem Namen "Bernstein" vom Regierungsrat des Kantons Bern unter Naturschutz gestellt und in die Reihe der geschützten Natur-Denkmäler aufgenommen.
Früher war dieses harte Granitgestein ein gesuchtes Baumaterial; so wurde dieser Findling sicher bereits stark dezimiert, was die zahlreichen noch sichtbaren Bohrlöcher beweisen. Man hat auch hier mit mit nassen Keilen Teile vom Stein abgesprengt.
Erratiker mit Bohrlöcher und Keiltaschen. In der Landeskarte eingetragen.
Foto: Daniel Reichmuth