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Bei einer velopharyngealen Insuffizienz (VPI) liegt ein ungenügender Abschluss des weichen Gaumens und/oder der Rachenseiten- und -rückwände (velopharyngealer Sphinkter) vor. Hierdurch werden der Übergang zwischen Nasen- und Rachenraum während des Sprechens und/oder Schluckens nicht vollständig verschlossen und kommt es zu einem Luftentweichen vom Rachen- in den Nasenraum. Typische Symptome einer VPI sind eine nasale Aussprache, eine erschwerte Lautbildung und/oder der Eintritt von Flüssigkeiten oder Speisen in den Nasenraum während des Schluckens. Zusätzlich ist die Muskulatur des Gaumensegels (Velum) indirekt an der Belüftung des Mittelohres beteiligt, so dass eine Fehlfunktion zu einer Tubenbelüftungsstörung und in der Folge zu einer Hörstörung führen kann.
Eine VPI kann zum Beispiel einer neurologischen Ursache, wie einem Schlaganfall, einer Muskelschwäche, einem Tumor oder auch einer (Lippen-Kiefer)-Gaumen-Spalte zugrunde liegen.
In unserer Abteilung beurteilen wir flexibel endoskopisch die Funktion und das Verschlussmuster des velopharyngealen Sphinkters. Neben der Ursachenbestimmung wird anschliessend unterschieden, ob eine logopädische Therapie zur Kräftigung der Muskulatur und Verbesserung der Aussprache oder chirurgische Massnahmen angezeigt sind, oder ob eine Kombination von Nutzen ist.
Die Abteilung Phoniatrie und Klinische Logopädie betreut in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich (ZZM) im Rahmen der Interdisziplinären Sprechstunde für craniofaciale Anomalien (ICFC) Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Hier werden in festgelegten Abständen der Lautstatus, spaltspezifische Lautfehlbildungen und das Ausmass eines «offenen Näselns» (Rhinolalia aperta) durch auf LKGS spezialisierte Logopäd*innen beurteilt und eventuelle weitere Probleme z.B. bezüglich der Nahrungsaufnahme oder des Gehörs signalisiert, um weiterführende Abklärungen und/oder Therapien einleiten zu können.
Die Betroffenen und ihre Familien finden hier ausserdem spezialisierte Fachleute in Bezug auf weiterführende Diagnostik, Beratung und Therapie (z.B. Chirurgie, Kieferorthopädie, Otorhinolaryngologie, Audiologie,) sowie ggf. ergänzende Massnahmen weiterer Fachgebiete. Das entwicklungsbezogene Behandlungskonzept des LKG-Zentrums hat nicht nur den möglichst frühzeitigen Verschluss der Spalte zum Ziel. Besonders sollen auch das physiologische Wachstum des Kiefer-Gesichtskomplexes, die Sprachentwicklung sowie deren langfristigen Stabilität im Erwachsenenalter begünstigt werden. Eine Beschreibung des Behandlungskonzeptes und weiterführende Informationen finden Sie hier.
Oberarzt meV, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
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Universitätsspital Zürich
Klinik für ORL
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