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Wenn Mann – auf die weibliche Form wird aus ästhetischen Gründen verzichtet – ab 40 mit Bodybuilding anfängt, dann hört er oft: «Am Anfang sieht man rasch Fortschritte, aber dann muss man sehr viel machen, bis man Richtung Arnold Schwarzenegger unterwegs ist.» Das hat einerseits damit zu tun, dass man die Belastung stetig steigern muss, damit sie weiter sichtbare Resultate hervorbringt. Es gibt aber, neben weiteren Gründen, auch einen rein mathematisch-visuellen Effekt.
Betrachten wir beispielsweise den für das männliche Imponiergehabe zentralen Bizeps. Nehmen wir an, jemand steigert im Training die Anstrengung stetig derart, dass jede Woche das Muskelvolumen konstant zunimmt. Der Bizeps verbindet Schulter und Ellbogen. Diese Distanz ändert sich bei ausgewachsenen Menschen zwar nicht. Der angespannte Muskel wächst streng genommen vor allem in der Mitte. Der Einfachheit halber können wir ihn uns aber als Kugel vorstellen, die mit dem Muskelaufbau grösser wird. Dabei geschieht etwas, was Sie bereits von einem Würfel kennen: Wenn man die Kantenlänge eines Würfels beispielsweise von 1 auf 2 verdoppelt, dann wächst das Volumen um das 8-Fache (23 = 8). Das Gleiche gilt bei der Kugel. Im Umkehrschluss bedeutet dies leider, dass, will man bei einer Kugel den Durchmesser verdoppeln, es dazu achtmal mehr Volumen braucht. Man muss also achtmal mehr Muskelvolumen antrainieren, damit sich der Durchmesser verdoppelt. Das ist bei konstant zunehmendem Muskelvolumen, wenn man bei fast null beginnt, einfach, wird danach aber immer schwieriger.
Hier liegt eine weitere Erklärung für schnell sichtbare Fortschritte am Anfang, welche danach aber rasch nachlassen. Und weil in der Bodybuilder-Pose vor dem Spiegel, mit angespanntem Bizeps, vor allem der Durchmesser und nicht das Volumen ins Auge springt, sieht Mann eben immer kleiner werdende Fortschritte, je länger der konstante Muskelaufbau andauert.