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Häusliche Gewalt umfasst unterschiedliche Gewaltmuster und Gewaltformen. Dennoch können Hauptmerkmale häuslicher Gewalt definiert werden, welche diese von anderen Gewalthandlungen, zum Beispiel Gewalt im öffentlichen Raum, abgrenzen:
Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Dominanz und Kontrollverhalten in der Beziehung und Gewaltausübung. Bei häuslicher Gewalt nützt die gewaltausübende Person oft ein Machtgefälle in der Beziehung aus. Wenn Paare gleichberechtigt zusammenleben, ist die Gewaltgefährdung am Geringsten.
Häusliche Gewalt wird häufig mit Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen gleichgesetzt. Die Gewalt ist in der Regel einseitig, die Rollen von Täter und Opfer klar verteilt. Mehrheitlich sind Männer die Täter, doch es gibt auch die umgekehrte Situation.
Die Prävalenz von häuslicher Gewalt variiert zwar stark zwischen den Ländern, zeigt aber keinen klaren Zusammenhang mit der Höhe von Einkommen. Obwohl Gewalt keine schichtspezifischen Grenzen kennt, nimmt ihre Häufigkeit mit steigender sozioökonomischer Entbehrung zu.
Die Folgen häuslicher Gewalt belasten die öffentlichen und privaten Haushalte erheblich. Medizinische Versorgung, juristische Strafverfolgung sowie Pflege und Schutz der Opfer verursachen hohe Kosten. Zu Buch schlagen ausserdem der Arbeitsausfall oder eingeschränkte Produktivität aufgrund von vorübergehenden oder dauerhaften körperlichen und psychischen Schäden. In Ländern mit schwachen Strukturen im Justiz- und Gesundheitssystem tragen allein die Familien die Lasten der ökonomischen Auswirkungen von häuslicher Gewalt.
IAMANEH Schweiz unterstützt sowohl im Westbalkan als auch in Westafrika Frauenhäuser sowie die psychologische und juristische Begleitung von Frauen und Kindern, welche Opfer von häuslicher Gewalt wurden. Darüber hinaus versuchen wir, auf staatlicher Ebene wichtige Reformprozesse im Bereich Opferschutz voranzutreiben und durch den Aufbau von Täterberatungsangeboten zusätzlich zum verbesserten Opferschutz und zur Reduktion von häuslicher Gewalt beizutragen.