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Es sei möglich, Strassen für Sonnenergie zu nutzen und damit den zusätzlichen Verbrauch von Flächen einzuschränken, sagte Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal am Donnerstag bei der Eröffnung in Tourouvre in der Normandie. Es könnten damit auch Baukosten gespart werden.
Die Module sind auf einer Länge von rund einem Kilometer und einer Breite von zwei Metern verlegt, teilte das Ministerium mit. Autos können auf dem plastikartigen Belag fahren. Die Solarpanels sollen ausreichend Strom für die Strassenbeleuchtung einer Gemeinde mit 5000 Einwohnern produzieren. Der französische Staat hat das Projekt mit fünf Millionen Euro gefördert.
Laut Royal ist die Solarstrasse, die nunmehr an das Stromnetz angeschlossen ist, ein Prototyp. Weitere Projekte seien in der Bretagne und im Hafen von Marseille geplant.
Länder mit viel Sonne, vor allem in Afrika, seien an der neuen Technik interessiert, sagte die Ministerin. Frankreich sei bei dieser Nutzung von Sonnenenergie technisch führend, so Royal. Die Strasse in Tourouvre sei eine «weltweite Premiere». Sie wies auf französische Patente und die lokale Fertigung in der Normandie hin.
Solarstrassen gelten als eine künftige Option für den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Unternehmen Colas, das die Solarstrasse gebaut hat, rechnet vor, dass Strassen nur 20 Prozent der Zeit befahren werden und die Sonne damit ausreichend lang auf die Panels scheinen kann.
Solarstrassen sind aber nicht unumstritten: Sie sind deutlich teurer als herkömmliche Solaranlagen. Nach Angaben des französischen Interessenverbandes für Erneuerbare Energien (SER) ist aus Solarstrassen gewonnener Strom derzeit rund 13 Mal teurer als Strom aus herkömmlichen Solaranlagen.
Ausserdem sind die Zellen flach auf dem Boden angebracht und nicht schräg, wie es auf Hausdächern möglich ist. Sie produzieren deswegen weniger Strom. Kritiker bemängeln zudem, in Frankreich gebe es ausreichend freie Flächen auf den Dächern von Häusern, öffentlichen Gebäuden und Industrieanlagen - die teureren Solarstrassen seien deswegen gar nicht nötig. Unter Beweis stellen müssen die Solarpanels ausserdem noch, wie stabil sie im Alltag sind. (SDA)Publiziert am 22.12.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016