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Das Wichtigste in Kürze
- Opposition kritisiert zweistündiges Interview als egozentrisch.
Dabei lässt er allerdings immer deutlicher anklingen, dass er gerne wiedergewählt werden möchte. «Man kann ein Land nicht in fünf Jahren verändern, deswegen plane ich darüber hinaus», sagte er am Mittwochabend in einem fast zweistündigen Interview dem Sender TF1.
Es sei «selbstverständlich», dass seine Vorhaben für das Land «über den April hinaus» gingen, betonte er mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr. Die Opposition kritisierte das Interview des Präsidenten, in dem er in erster Linie eine sehr positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit zog, als egozentrisch.
Macron habe versucht, alle Vorwürfe aus dem Weg zu räumen, die ihm bei seinem Wahlkampf vor die Füsse fallen könnten, sagte Pierre-Henri Dumont, Generalsekretär der konservativen Republikaner. Er kritisierte insbesondere, dass Macron dafür «die beste Sendezeit des grössten Senders» genutzt habe, ohne dass dies als Wahlkampfauftritt gewertet werde.
In Frankreich unterliegen Präsidentschaftskandidaten einer strengen Kontrolle ihrer Redezeit in den Medien sowie ihrer Wahlkampfausgaben. Kritiker werfen Macron vor, die Erklärung seiner Kandidatur herauszuzögern, um den Amtsbonus als amtierender Präsident so lange wie möglich auszunutzen.
«Wir hatten damit gerechnet, dass Macron über das Wichtigste redet, über Frankreich. Aber er hat nur über Nebensächliches gesprochen: über sich selbst», kommentierte der rechtsextreme Präsidentschaftskandidat Eric Zemmour im Online-Dienst Twitter.
Macron bekannte sich in dem Interview zu Fehlern und betonte, dass er sich geändert habe. «Ich denke, ich habe es manchmal an Respekt fehlen lassen in einigen Äusserungen und dabei Menschen verletzt», sagte er mit Blick auf frühere flapsige Bemerkungen. «Das werde ich nicht mehr tun», fügte er hinzu.
Macron kündigte ausserdem an, dass er die Rentenreform weiterhin für nötig erachte. Sie stehe aber nicht mehr vor den Wahlen auf dem Programm und solle ausserdem noch einmal überarbeitet werden. Die derzeit existierenden 42 Rentensysteme sollen künftig auf drei Systeme reduziert werden - und nicht mehr auf ein einziges, wie ursprünglich geplant.