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Tschechien besiegt Norwegen diskussionslos
Von Roland Jungi
Der ehemalige, mehrfache Weltmeister Tschechien liess auch in seinem zweiten Spiel der Gruppe D nichts anbrennen und besiegte die phasenweise klar unterlegen Norweger mit 5:2-Toren. Für einmal waren alle vier Blöcke der Tschechen bei der Torproduktion beteiligt. Norwegen feierte mit dem Gewinn des Mitteldrittels einen kleinen Teilerfolg.
Es waren nur 20 Sekunden gespielt, als es neben der tschechischen Spielerbrank krachte. Nach einem fairen Check zerbarst eine Plexiglas-Scheibe. Nach einer viertelstündigen Unterbrechung gings im Spiel David gegen Goliath weiter. Petr Cajanek und Jakub Klepis prüften die Reflex von Norwegens Goalie Pal Grotnes. Sobald die tschechische Paradelinie – Petr Cajanek-Jaromir Jagr-Ales Hemsky – von ihrem Chefcoach aufs Eis beordert wurde, herrschte in der Verteidigungszone der Norweger Alarmstufe „Rot“. Jan Marek war es in der 6. Minute vorbehalten, das Skore zu eröffnen. Erst im Gegenzug musste Goalie Martin Prusek, welcher heute den Vorzug vor Jakub Stepanek erhielt, nach einem Blueliner von Mads Trygg eingreifen. Gleich das erste Power-Play nutzte der ehemalige Weltmeister zur Resultaterhöhung. Jagrs Geniestreich bildete den Ausgangspunkt und Cajanek versorgte die Scheibe hinter Goalie Grotnes. Rolinek und Ask liessen danach gute Möglichkeiten aus. Besser machte es Josef Vasicek, aus der 4. Sturmreihe. Dieser degradierte mit seinem unhaltbaren Hammer Torhüter Grotnes zum Zuschauer. Bis zum Drittelsende vergaben die Tschechen weitere Möglichkeiten, das Skore noch deutlicher zu ihren Gunsten zu erhöhen.
Norwegen gewannen Mitteldrittel!
Um die Nerven seines Keepers fürs entscheidende Spiel gegen die Dänen zu schonen, wechselte Norwegens Coach Roy Johansen Grotnes durch Andre Lysenstoen aus. Zum Erstaunen aller, zeigte diese Aktion Wirkung. Verteidiger Tommy Jakobsen schoss den ersten Treffer der Nordeuropäer, dabei machte tschechiens Goalie Prusek keine gute Figur. Der ehemalige, mehrfache Weltmeister reagierte prompt und übernahm wieder das Kommando. Leider verflachte die Partie zusehends. Erst als Verteidiger Miroslav Blatak in der 34. Minute das vierte Tor schoss, kam wieder Leben in die Arena Zürich-Kloten zurück. Im heutigen Nachmittagsspiel musste die bis dato kleinste Zuschauerzahl – 3583 (!) – zur Kenntnis genommen werden. Dies hinderte die Fans jedoch nicht, Stimmung trotz des klaren Zwischenstandes zu erzeugen. Kurz vor Schluss des Mittelabschnitts wanderten gleich zwei Tschechen auf die Strafbank. Die Norweger zogen ein gutes Power-Play auf, Mats Zuccarello Aasen, italienischer Abstammung, verkürzte acht Sekunden vor dem zweiten Sirenenton. Damit feierten die unterlegenen Nordeuropäer mit dem Gewinn des zweiten Drittels einen kleinen Teilerfolg, dies dank der Nachlässigkeit der Tschechen.
Um wieder für klare Verhältnisse auf dem Eis zu sorgen, zogen die Tschechen das Tempo an und begannen zu zaubern, zum Leidwesen der Norweger. Aber nach wie vor schien es, dass die Mannschaft von Coach Vladimir Ruzicka mit angezogener Handbremse spielte. Nicht so in der 52. Minute. Mit grossem Tempo drangen die Tschechen ins gegnerische Verteidigungsdrittel. Für seine Freiheiten bedankte sich Stürmer Jakub Klepis mit dem 5:2. Letztlich feierten die Favoriten den erwarteten, standesgemässen Sieg.
Kanada noch nicht gefordert
Was gestern über das bisherige Abschneiden der Kanadier geschrieben und erzählt wurde, gilt in gleichem Masse für die Tschechen. Auch im heutigen Spiel wurde diese kaum gefordert, erhöhten, wenn nötig, das Tempo und spielten des Öftern mit den Norwegern Katz und Maus. Erst übermorgen Mittwoch wird sich gegen Finnland zeigen müssen, über welchen Formstand das Team von Coach Ruzicka verfügt. Die Norweger sind klar stärker als die Dänen. In der Direktbegegnung auch am Mittwoch hat die Mannschaft von Trainer Johansen die Vorteile auf ihrer Seite, sich den Abstiegsspielen mit einem Sieg zu entziehen.
World Championship 2009 – Group D
Tschechien – Norwegen 5:2 (3:0, 1:2, 1:0).
Arena Zürich-Kloten
3583 Zuschauer
SR Persson/Vinnerborg (beide SWE); Kaspar (AUT)/Kicha (UKR)
Tore:
- 5:20 Marek (Polak) 1:0
- 9:35 Cajanek (Hemsky, Jagr / Ausschluss Jakobsen) 2:0
- 12:19 Vasicek (Cervenka, Nemec) 3:0
- 21:39 Jakobsen 3:1
- 33:34 Blatak (Olesz) 4:1
- 39:52 Zuccarello Aasen (Vikingstad / Ausschlüsse Zidlicky, Marek) 4:2
- 51:14 Klepis (Caslava, Cajanek) 5:2
Strafen:
7 x 2min gegen Tschechien
4 x 2min gegen Norwegen
Tschechien: Prusek; Zidlicky, Caslava; Nemec, Rachunek; Polak, Blatak; Barinka, Cervenka; Cajanek, Jagr, Hemsky; Marek, Irgl, Rolinek; Kotalik, Hlinka, Olesz; Plekanec, Klepis, Vasicek.
Norwegen: Grotnes (ab 20:00 Lysenstoen); Trygg, Myrvold; Holos, Jakobsen; Kaunismaki, Lund; Bonsksen, Lorentzen; Skroder, Vikingstad, Thoresen; Holtet, Aks, Zuccarello Aasen; Hansen, Spets, Bastiansen; Roymark, Forsberg, Laumann Ylven.
Bemerkungen:
Nach lediglich 20 Sekunden ging nach einem fairen Check eine Plexiglas-Scheibe neben der Spielerbank der Tschechen zu Bruch.
2. Pfostenschuss Cajanek
Best-Players:
CZE: Roman Polak
NOR: Anders Bastiansen
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Fotos von Thomas Oswald