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16.12.2015
Der Mann, der die Spielbank von Monte Carlo knackte
Der Brite Charles Wells spielte viele Rollen: Er war Erfinder, Spieler und Betrüger. Als Mann, der die Bank von Monte Carlo knackte, ging er in die Geschichte ein.
Seit über hundert Jahren fasziniert die Geschichte von Charles Wells die Menschen. Er wurde in Büchern, Filmen und mit dem Lied «The Man Who Broke the Bank of Monte Carlo» verewigt. Dabei war Wells selber eine wenig schillernde Figur. Aufgewachsen in London als Sohn eines Poeten, schlug er sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Der charismatische Wells wusste, wie er die Menschen um den Finger wickeln konnte. Wells gab sich als Erfinder aus und war stets auf der Suche nach wohlhabenden Investoren.
1891 hatte er 4'000 Britische Pfund von gutgläubigen Geldgebern zusammengetragen, welche glaubten, in eine lukrative Erfindung zu investieren. Wells hatte jedoch andere Pläne mit dem Geld. Er wollte sich den Traum von Ruhm und Wohlstand erfüllen und machte sich davon Richtung Monaco. Im Casino von Monte Carlo setzte er sich an den Roulette Tisch und ihm gelang das Undenkbare: In einem elfstündigen Spiel knackte Wells die Bank von Monte Carlo zwölf Mal. Vom knacken der Bank spricht man, wenn ein Spieler mehr Geld gewinnt, als in Form von Chips an einem Tisch vorhanden ist.
Die Million ist nicht genug
Wells verwandelte in seiner Gewinnsträhne die 4'000 Pfund in eine Million Francs. Den meisten Menschen hätte ein solcher Gewinn gereicht. Für Wells war die Million aber nicht genug. 1892 kehrt er nochmals ins Casino in Monte Carlo zurück. Diesmal war sein Besuch nicht von Glück begleitet. Obwohl er die Bank nochmals knackte, verlor er darauf sein ganzes Vermögen im Spiel. Inzwischen waren ihm auch seine Schuldner auf die Schliche gekommen. Wells wurde in Le Harve verhaftet und nach England überführt. Er musste sich des mehrfachen Betruges verantworten und wurde für acht Jahre inhaftiert.
Seine Zeit im Gefängnis führte keinen Gesinnungswandel herbei. Kaum war er auf freiem Fuss, handelte er sich nochmals eine dreijährige Haftstrafe ein. Nach seiner Entlassung wanderte Wells nach Frankreich aus, wo er in einen Finanzschwindel verwickelt wurde und nochmals für fünf Jahre ins Gefängnis musste. Wells verstarb 1926 als armer Mann. Das Casino von Monte Carlo heuerte noch zu Lebzeiten Wells mehrere Privatdetektive an, um herauszufinden, ob er beim Roulettespiel betrogen hatte. Eine Erklärung haben sie nie gefunden. Das hat nicht zuletzt zu seiner Legende beigetragen und dazu geführt, dass Wells als der Mann in die Geschichte einging, der die Bank von Monte Carlo knackte.