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Die guten Rankings gibt es zur Genüge. So werden beispielsweise Ebisu, Kichijoji und Jiyugaoka regelmässig als die Wohnorte mit der besten Lebensqualität ausgezeichnet (Asienspiegel berichtete). Das Wochenblatt Nikkan Spa hat die Sache nun umgedreht und die schlechtesten Wohnorte im Grossraum Tokio gekürt.
Für die Bewertung wurden Kriterien wie «Einkaufsmöglichkeiten für die täglichen Bedürfnisse», «die Atmosphäre in der Nacht», «die künftige Entwicklung des Ortes bezüglich Immobilienwert» und «die Gefahren bei einem Brand, Tsunami oder Erdbeben» miteinbezogen. Fünf Wohnorte haben es in dieses Ranking geschafft. Dabei zeigt sich, dass ein touristischer Anziehungspunkt nicht unbedingt ein guter Wohnort sein muss, im Gegenteil. Hier die 5 unbeliebtesten Wohnorte im Grossraum Tokio, aus der Sicht von Nikkan Spa:
5. Makuhari (Präfektur Chiba)
Der Retortenort, der zur Stadt Chiba gehört, ist für seine gigantischen Kongresshallen und das Baseball-Stadion der Chiba Lotte Marines bekannt. Ausserdem besitzt der Ort viele Parkanlagen und auch einen Strand. Als Wohnort scheint er jedoch nicht ideal zu sein. Die Einkaufsmöglichkeiten sind hier stark in Grenzen.
4. Shirokane-Takanawa (Bezirk Minato, Tokio)
Der Ort gehört zu den edleren Flecken Tokios. Hier hat es Universitäten, Botschaften, Parkanlagen, Schulen und viele teure Wohngegenden. «Shirokane» bedeutet denn auch «Platin». Mit dem Begriff «Shiroganeze» werden die reichen Damen des Quartiers beschrieben. Daher stellt sich die Frage, weshalb dies ein schlechter Wohnort sein soll? Offenbar leben hier überdurchschnittlich viele ältere wohlhabende Menschen. Das hat zur Folge, dass die Geschäfte am Abend früh schliessen und die Restaurants überdurchschnittlich teuer sind.
3. Kasukabe (Präfektur Saitama)
Kasukabe ist der Handlungsort der Kult-Manga-Serie Crayon Shinchan. Von hier kam auch ihr Erfinder Yoshito Usui, der 2009 tödlich verunglückte (Asienspiegel berichtete). Die Stadt leidet unter einem Bevölkerungsrückgang. Viele Junge zieht es nach Tokio. Durch die Schliessung von Kaufhäusern hat die Stadt als Wohnort an Attraktivität verloren.
2. Kamakura (Präfektur Kanagawa)
Diese Stadt hätte man in diesem Ranking wohl zuletzt erwartet. Als ehemalige Hauptstadt ist Kamakura mit seinen zahlreichen Tempelanlagen und dem grossen Buddha im Freien ein Anziehungspunkt für Touristen (Asienspiegel berichtete). Es ist jedoch genau dieser Touristenstrom, der offenbar das Leben in Kamakura erschwert. Gerade an den Wochenenden seien Staus die Regel.
1. Yanaka (Bezirk Taito, Tokio)
Yanaka ist bei einer Japan-Reise zweifellos ein Besuch wert. Hier existiert noch die Atmosphäre des alten Tokios mit seinen Gässchen, Tempeln, kleinen Geschäften und Parkanlagen. Kleine Häuser und verschlungene Wege zeichnen dieses Viertel aus (Asienspiegel berichtete). Mit der Yanaka-Ginza besitzt das Quartier auch noch eine traditionelle kleine Einkaufsstrasse. Zum Wohnen jedoch scheint der Ort weniger beliebt zu sein. Die Infrastruktur ist alt, die Geschäfte schliessen früh. Ausserdem ist es in der Nacht auf den Strassen sehr dunkel.