Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03441.jsonl.gz/1156

«Ich bin sehr enttäuscht»
Daniela Ryf beendet die Ironman Weltmeisterschaft vom 6. Oktober 2022 in Kona auf dem achten Platz. «Das ist natürlich nicht das Resultat, welches ich mir erhofft habe», sagt die fünffache Langdistanz-Weltmeisterin nach ihrem Rennen. «Die Vorbereitungen liefen super, ich habe mich stets gut gefühlt und wollte heute gewinnen. Entsprechend habe ich unglaublich viel investiert und kann mir deshalb auch nichts vorwerfen. Aber leider hat es nicht gereicht.»
Nach einem nicht ganz optimalen Start ins Schwimmen, stieg Daniela mit einem Rückstand von sieben Minuten auf die führende Lucy Charles-Barclay (GBR) aus dem Wasser. Auf der 180 Kilometer langen Radstrecke schloss sie dann mit zunehmender Renndauer zur Spitze auf, merkte aber bereits hier, dass das Rennen nur bedingt nach ihren Vorstellungen verlief. «Ich fuhr lange in Gruppen und merkte dort, dass ich noch einen weiteren Zacken zulegen muss, um mich heute durchzusetzen. Allerdings kämpfte ich trotz der guten Vorbereitung in Maui mit der hohen Luftfeuchtigkeit und hatte Probleme beim Atmen.» So lief es Ryf auch auf dem Rest der Radstrecke harzig. Mit einem Sondereffort gelang es ihr aber zur Spitzengruppe aufzuschliessen und schliesslich mit einem Vorsprung von 20 Sekunden auf Charles-Barclay vom Rad zu steigen.
In der Wechselzone versuchte sich die Solothurnerin vor dem abschliessenden Marathon etwas runterzukühlen. «Das gelang mir jedoch nicht und ist auf Kona auch extrem schwierig.» Entsprechend zeichnete sich im Marathon auch schon bei Kilometer 15 ab, dass es heute nicht zum Sieg reichen würde. «Ich muss das Rennen in Ruhe analysieren und meine Schlüsse daraus ziehen. Es ist wirklich sehr schade und ich werde jetzt ein wenig Zeit brauchen, um den heutigen Tag zu verdauen.»
Im Ziel wurde Daniela von der erneut zweitplatzieren Lucy Charles-Barclay umarmt. «Ich finde es sehr schön, dass wir uns auch gegenseitig unterstützen. Zudem zolle ich der Überraschungssiegerin Chelsea Sodaro (USA) grossen Respekt. Sie wurde vor einem Jahr Mutter und hat heute eine unglaubliche Leistung gezeigt.»
Hinter Sodaro (8:33:46) und Charles-Barclay (8:41:37) sicherte sich Anne Haug aus Deutschland den dritten Platz (8:42:22). Daniela Ryf kam als Achte in einer Zeit von 9:02:26 Stunden ins Ziel.