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Fische aus dem Stockalperkanal im Unterwallis dürfen vorerst nicht mehr gegessen werden. Die Behörden warnen vor einer viel zu hohen Belastung der Fische mit per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS).
Bei Analysen an fünf Wildforellen, die im Stockalperkanal aufgewachsen waren, wurden Konzentrationen zwischen 42 und 159 Mikrogramm PFAS pro Kilogramm festgestellt, wie der Kanton Wallis am Montag mitteilte. Damit wird der EU-Grenzwert von 8 Mikrogramm pro Kilogramm um ein Vielfaches überschritten.
Der Kanton betont jedoch, dass ein Grossteil der im Stockalperkanal gefangenen Fische in Fischzuchten aufwachse, wo sie keiner PFAS-Belastung ausgesetzt seien. Darum würden weitere Untersuchungen durchgeführt, unter anderem an Fischen, die während der Saison gefangen und eingefroren wurden. Bis die Ergebnisse dieser Analysen vorliegen, empfiehlt der Kanton Wallis, den Personen im Besitz von im Stockalperkanal gefangenen Fischen dringend, bis auf weiteres auf deren Verzehr zu verzichten. Im März 2023 wird entschieden, ob in diesem Kanal gefischt werden darf oder nicht.
Ursache Feuerlöschschaum
Die Kontrollen im Stockalperkanal wurden in den vergangenen zwei Jahren durchgeführt, nachdem sich eine starke Kontamination von Fischen mit PFAS in den benachbarten Weihern Les Chauderets in Collombey und Les Mangettes in Monthey bestätigt hatte. Dieser Kanal wird nämlich vom Canal du Bras-Neuf gespeist, der das Grundwasser und die darin befindlichen PFAS abführt.
Im Canal du Bras-Neuf ist die Fischerei seit 2011 aufgrund einer früheren, 2014 sanierten Verschmutzung mit polychlorierten Biphenylen (PCB) verboten. Dieses Verbot bleibt solange bestehen, bis sich die Situation der Verschmutzung verbessert hat. Die PFAS-Belastung im Grundwasser des Chablais ist nach Angaben des Kantons auf die Verwendung von Feuerlöschschaum auf den Geländen der ehemaligen Raffinerie und des Chemiestandorts in Monthey zurückzuführen.