Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/974

Das neue Coronavirus im Überblick
Krankheitserreger
Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist erstmals am Ende 2019 in China aufgetaucht. Es verursacht eine weltweite Epidemie einer Krankheit namens COVID-19, da der Erreger sehr ansteckend und die Bevölkerung bisher wenig immun ist.
Epidemiologie
Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist erstmals am Ende 2019 in China aufgetaucht. Es verursacht eine weltweite Epidemie einer Krankheit namens COVID-19, da der Erreger sehr ansteckend ist und in der Bevölkerung keine Immunität vorliegt.
Übertragung
Das neue Coronavirus überträgt sich vor allem bei engem und längerem Kontakt, d.h. wenn man sich während mindestens 15 Minuten weniger als 1,5 Meter entfernt von einer infizierten Person aufhält.
Der Virus überträgt sich durch Speicheltröpfchen, wenn eine kranke Person hustet, niesst, oder sogar beim Sprechen und Ausatmen, oder durch Kontakt mit Oberflächen, welche kurz vorher durch Speicheltröpfchen kontaminiert wurden. Es überträgt sich nicht ohne direkten Kontakt mit Mikrospeicheltröpfchen, da es nicht frei in der Luft schwebt.
Inkubation
Die Zeit zwischen Ansteckung und Erscheinen der ersten Symptome beträgt meistens 2 bis 14 Tage. Bei jeder zweiten Person treten Symptome innerhalb von fünf Tagen nach der Infektion auf.
Wenn eine Person an einer viralen Infektion der Atemwege erkrankt (Husten, Fieber), ist die Ansteckungsgefahr wahrscheinlich am höchsten, wenn die Symptome am stärksten ausgeprägt sind. Ein Patient kann mehrere Tage ansteckend sein, noch bevor Symptome auftreten.
Klinik
Die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit heisst COVID-19. Sie äussert sich meist durch einen grippalen Infekt mit Fieber oder Husten, der einige Tage, jedoch auch 2-3 Wochen dauern kann. Bei jungen, gesunden Menschen und besonders Kindern hat die Krankheit grösstenteils einen milden Verlauf. Sie kann jedoch schlimmer ausfallen bei älteren oder Menschen mit chronischen Krankheiten. Momentan schätzt man die Sterblichkeit des neuen Coronavirus zehn mal höher als die Sterblichkeit der saisonalen Grippe.
Risikogruppen
Personen, die 65 Jahre alt oder älter sind, oder diese an Bluthochdruck (nur wenn trotz Behandlung schlecht eingestellt), an Diabetes (mit Spätkomplikationen oder einem HbA1c>8), ), einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung, schwerer Fettleibigkeit (BMI ≥ 40 kg / m2) leiden, oder die aufgrund von einer Erkrankung, einer Therapie oder durch eine Krebserkrankung immunosupprimiert sind. Diese Peronengruppe ist einem höheren Risiko ausgesetzt, schwere Komplikationen zu erleiden, welche zum Tod führen können. Ein stabiles allergisches Asthma wird nicht als Risikofaktor betrachtet.
Eine Schwangerschaft kann in seltenen Fällen das Risiko von Komplikationen erhöhen. Schwangere Frauen müssen daher die Präventivmassnahmen sehr streng einhalten.
Kinder
Kinder haben wahrscheinlich ein geringeres Risiko als Erwachsene, sich mit dem neuen Coronavirus anzustecken. Sie haben leichtere Symptome (Husten oder Fieber) als Erwachsene oder womöglich gar keine. Obwohl sehr selten, können auch schwere Komplikationen auftreten.
Diagnose
Zur Zeit gibt es zwei Arten von Tests, um eine akute COVID-19 Erkrankung zu diagnostizieren. Beide erfordern einen Nasen-Rachen-Abstrich: der PCR Test, welcher bereits seit Beginn der Epidemie genutzt wird, und der Antigen-Schnelltest, welcher seit dem 2. November 2020 im Einsatz ist. Schnelltests, welche äusserst verlässlich sind, liefern Ergebnisse binnen 15 Minuten. Sie ermöglichen, eine grössere Anzahl von Personen schnell zu testen und infizierten Personen, sich schnellstmöglich in Isolation zu begeben. Ob ein PCR-Test oder ein Schnelltest durchzuführen ist, wird vom zuständigen medizinischen Personal entschieden. Zudem gibt es Bluttests (serologische Tests), welche herausfinden können, ob eine Person in der Vergangenheit bereits mit dem Virus in Berührung gekommen ist. Sie befähigen jedoch nicht dazu die Diagnose einer akuten Erkrankung zu stellen. Diese serologischen Untersuchungen können hilfreich sein, das Ausmass der Immunisierung in der Bevölkerung zu untersuchen oder eventuell über die Aufhebung der Quarantäne-Massnahmen bei Personen, die bereits diese Infektion hatten, zu entscheiden.
Behandlung
Dexamethason ist in der Schweiz zur Zeit das einzige empfohlene Behandlungsmittel gegen COVID-19, nützt jedoch nur den am schwersten betroffenen Patient.innen.
Mehrere Studien konnten nicht nachweisen, dass der Einsatz von Chloroquine, Remdesivir oder Lopinavir/Ritonavir die Mortalität senkt. Antivirale Wirkstoffe wie Favinavir oder monoklonale Antikörper anti-SARS-CoV-2 sowie Medikamente, welche die Entzündungsreaktion beeinflussen (Tocilizumab, Anakinra), werden momentan untersucht und haben evtl. geringe positive Auswirkungen bei bestimmten Patienten.innen.
Immunität
Im Falle einer etablierten COVID-19 Erkrankung (positives Testergebnis) im Laufe der vergangenen 3 Monate, ist das Risiko einer Neuinfektion höchst unwahrscheinlich. Falls innerhalb dieses Zeitraums erneut Symptome auftauchen solltent, ist kein neuer Test notwendig. Jedoch wissen wir noch nicht, ob dieser Schutz auch nach Ablauf der 3 Monate weiter anhält.
Prävention
Wenn man die offiziellen Empfehlungen zur Hygiene beachtet, ist das Risiko, sich mit dem Virus anzustecken, deutlich reduziert.
Man sollte daher mehr als 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten und eine Maske tragen, wenn dies nicht möglich ist. Zudem sollte man sich die Hände waschen, bevor und nachdem man sein Gesicht oder Gegenstände, die von anderen Menschen benutzt werden, berührt hat.
Angemessenes Lüften hilft ebenfalls, das Infektionsrisiko des Virus in geschlossenen Räumen zu senken. Räume, in denen sich zeitgleich mehrere Personen aufhalten, sollten deshalb regelmässig gelüftet werden.
CoronaCheck - der Hintergrund
Coronacheck entstand im März 2020, in Zusammenarbeit zwischen der Poliklinik für Tropen-, Reise- und Impfmedizin und Informatikern des IT-Teams von Unisanté. Dank ihrer langen Erfahrung in der Entwicklung von Algorithmen für klinische Entscheidungen, konnten diese Experten in Infektiologie, Allgemeiner Innerer Medizin, öffentlicher Gesundheit und Informatik ein digitales Werkzeug entwickeln, welches die Öffentlichkeit und die medizinischen Fachpersonen in wenigen Mausklicken über die, ihrer Situation angepassten, Empfehlungen und das weitere Vorgehen informiert. Der Algorithmus des CoronaChecks verwendet die offiziellen Empfehlungen des Bundesamt für Gesundheit (Webseite) sowie Fachlitteratur und aktuelle medizinische Erkenntnisse.
Unisanté, ein Wegbereiter digitaler Gesundheit
CoronaCheck ist Teil der Entwicklung von Algorithmen zur klinischen Entscheidungsfindung und anderer Werkzeuge der digitalen Gesundheit, in welcher Unisanté eine wegbereitende Rolle einnimmt. Die Arbeit im Bereich der Hausarztmedizin, die Unisanté seit 15 Jahren vorantreibt, hat es ermöglicht, erfolgreiche Werkzeuge für die klinische Praxis zu entwickeln - für eine moderne und personalisierte Medizin.
Die Übersetzung der CoronaCheck Webseite in 11 Sprachen wurde dank der Mitarbeit von Studenten in Pflege und Medizin sowie Ärzten.innen von Unisanté und CHUV ermöglicht.
Das Prinzip hinter coronacheck
Unser Algorithmus ist eine Anpassung der offiziellen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit. Das Prinzip hinter unserem Tool kann frei eingesehen werden, indem Sie diesem Unser Algorithmus ist eine Anpassung der offiziellen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit. Das Prinzip hinter unserem Tool kann frei eingesehen werden, indem Sie diesem Link folgen.