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Der Wunsch, die Veranstaltungen wieder in Würde und geordnet abzuhalten, führte dazu, dass gegen
Ende des 19. Jahrhunderts einige Bürgerkommissionen gegründet wurden, die ab ca. 1875 aktiv waren und willkürlich das Jahr 1898 als “ersten hundertsten Jahrestag” für die Neugestaltung festlegten, die in einem nicht bekannten Jahr auf Betreiben des Bruders Antonio Maria Baroffio erfolgte, als es noch den Landvogt gab. Ungefähr 15 Jahre lang wurde jeder Aspekt überdacht: von der Reihenfolge der beiden Umzüge mit der Festlegung der Personen und Bereicherung durch Nebenfiguren, Musikgruppen, Bruderschaften aus anderen Dörfern bis hin zur Bestellung der neuen Kostüme bei der Theaterschneiderei der Mailänder Scala und zur Wiederverwendung der Originalserie der Transparente mit dem Erwerb von zwei neuen “Toren” als Ersatz für die verschwundenen und zur Einführung eines neuen Tors auf dem Endstück der Prozession in südliche Richtung, das vielleicht gegenüber der alten Strecke teilweise verändert wurde.
Man könnte fast meinen, dass damals irgendjemand Karten und Bücher, die die Auflösung des Archivs der Serviten überlebt hatten, sammelte, um Werke und Ereignisse zu dokumentieren, da die heutigen spärliche Sammlungen Lücken aufweisen, so dass wir heute fast keinerlei sachdienliche Texte aus den Jahrzehnten zur Vorbereitung des ersten hundertjährigen Jubiläums mehr haben. Es sind nicht mehr als rund ein Duzend Schriften aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert zu den Prozessionen und Transparente übrig. Oft handelt es sich dabei um indirekte Erwähnungen. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts existieren hingegen zahlreiche Dokumente.
Es war vor allem die Einbeziehung der lokalen und auswärtigen Presse, die den Zuschauerzustrom so stark anwachsen liess, dass einige SBB-Sonderfahrten von Lugano nach Mendrisio auf der "neuen" Gotthard-Linie durchgeführt wurden. Ein Grossteil der “Transparente” und Laternen, die zwischen 1890 und 1942 angefertigt wurden, stammen von Silvio Gilardi aus Brè und weiteren lokalen Malern, doch für drei der neuen “Tore” beauftragte man Professor Pietro Anastasio, der sich entschied, berühmte Gemälde wie Das letzte Abendmahl von Luini nachzuahmen, der jedoch - da er die Technik nicht kannte - nach den Kritiken nach der ersten Ausstellung der Transparente gezwungen war, diese zu überarbeiten und so ihren Zustand noch verschlimmerte; bald konnten sie weder gezeigt noch wiederverwertet werden (bei den heute gezeigten handelt es sich um Kopien).
Die zweite Zweihundertjahrfeier im Jahre 1998 fand mit vielen, weiseren Massnahmen zur Erforschung, Promotion, Restaurierung und Bewahrung jedes Elements, das diese lebendige, geschätzte Tradition ausmacht, statt, auch wenn der Regen letztlich dazu führte, das die Prozessionen abgesagt wurden.