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Hintergrund:
Ein überwachtes Training auf dem Laufband verbessert die beschwerdefreie Gehstrecke von Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Auch normales Gehen verbessert in der Regel die Beschwerden. Für viele Patienten ist es zu mühsam regelmässig in ein Zentrum zu einem Laufbandtraining zu gehen. Die Wirksamkeit des Gehtrainings ist gegeben, das Problem ist die Patienten zu körperlicher Aktivität zu motivieren.
Gemeinsam mit Patienten wurde ein Programm für ein Training, das bei den Patienten zuhause durchführbar ist, entwickelt. Ein Anliegen der Patienten war ein am Körper tragbarer Aktivitätsmesser (»wearable«). Mit neuen Technologien ist dies einfach machbar.
In dieser Studie wurde der Effekt eines Gehrings mit Telefoncoaching und Aktivitätsmesser mit der üblichen Betreuung von Patienten mit einer PAVK verglichen.
Einschlusskriterien:
- Patienten mit einem »Knöchel-Arm-Index« (Blutdruck am Knöchel/Blutdruck am Oberarm) von 0.9 oder weniger
- Patienten mit einem »Knöchel-Arm-Index« grösser als 0.9 mit nachgewiesener PAVK; angiographisch nachgewiesene Stenose von mehr als 70%, Revaskularisation in der Anamnese, Abfall des Knöchel-Arm-Index um mehr als 20% nach mehreren Zehnständen)
Ausschlusskriterien:
- Patienten, die auf eine Gehhilfe angewiesen waren
- Ulzera an den Beinen, M. Parkinson
- Patienten, die schon ein Training machten (in dem Ausmass wie in der Studie geplant)
Studiendesign und Methode:
Randomisierte Studie
Studienort:
In 3 Zentren in USA
Interventionen:
- Gruppe 1: Diese Intervention wurde, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, wie das Verhalten von Patienten beeinflusst werden kann, geplant; in den ersten 3 Monaten wurden die Teilnehmer einmal pro Woche zu Trainingssitzungen geladen; dabei machten sie ein Gehtraining. Die Patienten konnten ihre eigenen Ziele festlegen und sie lernten wie sie ihre Aktivitäten im Computer speichern konnten. Die Interventionen waren individualisiert. Zuerst 10 Minuten pro Tag an 5 Tagen pro Woche und dann Steigerung. Die Teilnehmer erhielten auch regelmässig Telefonanrufe vom Coach. Dabei wurden die individuellen Ziele besprochen, teilweise angepasst und Ratschläge gegeben, wie das Training verbessert werden kann.
- Gruppe 2: Keine Intervention. Ein Studienkoordinator hat die Teilnehmer einmal pro Monat angerufen, um Daten über Nebenwirkungen zu sammeln (nicht klar was mit Nebenwirkungen gemeint ist) und alle drei Monate wurden telefonisch Angaben zu körperlicher Aktivität gesammelt.
Outcome:
Primärer Outcome
- Veränderung der Gehstrecke im 6-Minuten-Geh-Test zwischen dem Beginn der Studie und nach 9 Monaten
Sekundäre Outcomes
- Mobilität, Zufriedenheit, und noch eine Reihe anderer Parameter
- Veränderung der körperlichen Aktivität
Resultat:
- 200 Patienten wurden randomisiert, das mittlere Alter betrug 70 Jahre, der mittlere »Knöchel-Arm-Index« war 0.66, ein bisschen mehr als die Hälfte waren Frauen, von 91% der Teilnehmer sind die 9-Monatsdaten vorhanden.
- Die Gehstrecke – im 6-Minuten-Geh-Test – nahm in beiden Gruppen etwas zu. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen war aber gering und nicht signifikant unterschiedlich. Auch bei den sekundären Outcomes waren keine relevanten Unterschiede nachweisbar.
Kommentar:
- Aus verschiedenen Studien gibt es Evidenz dafür, dass regelmässiges Gehen bei Patienten mit einer PAVK die Gehstrecke verbessert, auch mit Laufbandtraining in einem Zentrum steigt die Gehstrecke an.
- Mit dem Einsatz eines am Körper tragbaren Aktivitätsmessers konnte die Gehstrecke bei Patienten mit PAVK nicht gesteigert werden. Pech für die Technik!
- Das Wichtigste ist und bleibt die Patienten zu körperlicher Aktivität zu motivieren.
Literatur:
McDermott M et al. Effect of a home-based exercise intervention of wearable technology and telephone coaching on walking performance in peripheral artery disease. The HONEOR randomized clinical trial. JAMA 2018; 319: 1665-1676.