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Historiendrama. Indien. Hindi
Alternativer Titel Märtyrer (Übersetzung)
Regie S. Ram Sharma
Drehbuch Din Dayal Sharma nach einer Story von B.K. Dutt
Produktion Kewal P. Kashyap
Songs Prem Dhawan
Kamera Ranjodh Thakur
Choreografie Surya Kumar
Darsteller Manoj Kumar, Prem Chopra, Kamini Kaushal, Nirupa Roy, Pran, Anand Kumar,
Manmohan, Sailesh Kumar, Madan Puri, Asit Sen, Kamal Kapoor, Ifthekar, Anwar Hussain
Länge 163 Min.
Kinostart 1965
Box office classification Hit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
© Text Marco,
molodezhnaja 20.5.07
© Bilder DEI, Screenshots molodezhnaja
STORY
Der am 28. September 1907 im Punjab geborene Bhagat Singh (Manoj Kumar) wuchs im Angesicht britischer Unterdrückung auf. Als Erwachsener tritt er darum dem indischen Widerstand bei und arbeitet sich an die Spitze der "Hindustan Socialist Republican Association". Als die Briten Bhagats Mentor Lala Lajpat Rai töten, der gegen die Simon-Kommission protestierte, schwören die Widerständler, Rache am Kommandanten Scott zu nehmen. Bhagat und seine Kumpanen Shivaram (Anand Kumar), Jai (Raj Kishore) und Sukhdev (Prem Chopra) bekommen jedoch nur dessen Stellvertreter Saunders vors Visier und töten ihn stattdessen. Die britischen Besatzer wollen danach ein neues Gesetz verabschieden, das auf die ansteigende Gewalt unter den revolutionären Indern reagiert. Bhagat und Batukeshwar Dutt stören am 8. April 1928 jedoch die Verabschiedung, indem sie eine Bombe in der Ratsversammlung hochgehen lassen und sich nach dem Skandieren von "Inquilab Zindabad" (Lang lebe die Revolution) festnehmen lassen.
REVIEW
Dass in den Augen vieler Nicht-Inder Mahatma Gandhi beinahe im Alleingang das Verdienst der Unabhängigkeit Indiens zugeschrieben wird, ist bedauerlich, schliesslich gab es in allen Landesteilen des Subkontinents wackere Patrioten und Kämpfer für die Unabhängigkeit. Nicht alle haben das Gewicht Gandhis und vielleicht keiner ein so beachtliches Mittel wie die bedingungslose Gewaltlosigkeit, doch vergessen gehen dürfen auch seine Mitstreiter nicht. Einer der bekanntesten Patrioten dieser "zweiten Reihe" ist Bhagat Singh, der im Gegensatz zu Gandhi einen gewaltsameren Weg suchte und nach seinem Tod deshalb Gerüchte die Runde machten, Gandhi selbst hätte seine Exekution nicht verhindert.
Dieser Kontroverse geht "Shaheed" aus dem Weg, denn Regiedebütant S. Ram Sharma legt es nur darauf an, ein Heldenepos für Bhagat Singh zu drehen, jegliche Kontroverse hat da keinen Platz. Leider hat gar nichts Platz, abseits der Glorifizierung von Bhagats Kampf: Der Film, der auf einer Story des Bhagat-Vertrauten B.K. Dutt basiert, spricht Bhagats sozialistisches Gedankengut ebenso wenig an wie sein atheistisches, er widmet sich kaum den Differenzen zu Gandhi und er blendet sogar einen Grossteil von Bhagats politischer Reifung aus. Ein kurzer Aufstieg in den Rängen der Revolutionäre, der Saunders-Mord, die berühmte Bombe in der Ratsversammlung - fertig. Danach folgen nur noch Szenen im Knast und die sind zäh, trotz eines genussvollen, aber etwas nutzlosen Auftritts von Pran als Mithäftling.
Das Problem bei der Sache ist, dass Bhagat Singh ein faszinierender Charakter ist und Manoj Kumar ihn durchaus ernsthaft und ohne zu viel Pathos verkörpert - Kumar avancierte durch diese Rolle zum patriotischen Superstar, zu "Mr. Bharat" (Mister Indien), der danach höchstpersönlich von Premierminister Lal Bahadur Shastri (1904-1966) gebeten wurde, ein Nationalepos zu drehen und dies mit seinem Regiedebüt Upkar auch tat. Doch der Faszination für die Figur wird der Film nie und nimmer gerecht. Die Bildgestaltung ist bis auf wenige Ausnahmen plump, es gibt zu viele Songs, der Plot hakt gerade mal die bekannten Punkte aus Bhagats Leben ab, ohne in die Tiefe zu gehen, die Gerichtsszenen sind unspannend, die Knastszenen langweilig. Erst gegen Schluss zieht "Shaheed" dann nochmals stark an und entlässt einen mit einem guten Gefühl. Doch 163 Minuten Durchschnittlichkeit gehen dadurch nicht vergessen.
Der Film hat heute einen durchaus guten Status im Gedächtnis der indischen Filmfans, doch das dürfte eher an der anhalten Begeisterung für Bhagat Singh liegen. Gerade durch jüngere Bhagat-Verfilmungen wie The Legend of Bhagat Singh, aber auch den Hit Rang De Basanti erlebte diese wieder einen neuen Boom. Letzterer nahm seinen Titel übrigens von Bhagats Lieblingsgedicht "Mera Rang de Basanti Chola", das seinen Weg denn auch in fast alle bisherigen Bhagat-Singh-Verfilmungen fand, so auch in "Shaheed" in Form des leisen Lieds von Mohammad Rafi. Der singt auch die beste und bekannteste Nummer des Films, "Aye Watan", die sage und schreibe fünfmal angespielt wird. Doch das Stück dürfte mitgeholfen haben, "Shaheeds" Popularität aufzubauen.
Die Musik, auch wenn es zu viele Songs hat, gehört letztendlich eben noch zum Besseren an dem Werk. Knapp dahinter folgen die Schauspieler, vor allem Prem Chopra überrascht hier mit einem einnehmenden Spiel, aber auch Manoj Kumar, Kamini Kaushal (als seine Mutter), Madan Puri (als Gefängnisdirektor) und die vielen Mitstreiter überzeugen. Im Mittelfeld landet der ganze Rest, von der etwas biederen Inszenierung bis zur mutlosen und schematischen Story. Bhagat Singh verdient ein Heldenepos, keine Frage, doch auch ein Märtyrer wie er darf mal über Sinn und Unsinn seiner Mission sinnieren, darf mal zweifeln, darf mal Nuancen zeigen - das tat Richard Attenborough in "Gandhi" zum Beispiel formidabel. Hier gibts nichts davon. Nur sture Ehrerbietung. Langweilige Glorifizierung. Da liest man dann doch lieber ein Geschichtsbuch und hat mehr davon. Oder schaut sich Rang De Basanti an.
MEINE DVD
DEI (USA), Code 0, NTSC
Bild: 4:3
Ton: Hindi 2.0 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * (Starke Störungen im Master, Schärfe und Kontrast nicht sonderlich befriedigend).
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