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Ziele des Forschungsprojekts
Wie bereits in der Kolonialzeit übernahmen die christlichen Kirchen auch in den ersten Jahrzehnten der Unabhängigkeit Indonesiens im Erziehungs- und Gesundheitswesen Aufgaben, die der Staat in weiten Gebieten nicht leisten konnte. Im mehrheitlich muslimischen Land konnten sich die europäisch dominierten Kirchen so als Partnerinnen der modernistischen staatlichen Entwicklungspolitik legitimieren. Dabei setzten sie jedoch zunehmend eigene Akzente, welche im Sinne einer "ganzheitlichen Entwicklung" neben wirtschaftlichen auch soziale, ökologische und spirituelle Ziele einbezogen.
Das Projekt setzt sich zum Ziel, in einem historischen Teil die Periode zwischen 1970 und 1990 aufzuarbeiten, als kirchliche Akteure zur Ausformulierung und Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsziele beitrugen.
Ein sozialanthropologischer Teil untersucht die gegenwärtige Rolle der Kirchen in der Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsziele. Die Ablösung europäischer Missionare durch einheimische Geistliche bedeutet dabei in vielen Fällen die Ausrichtung der Kirchen weg von säkularen Entwicklungszielen und hin zur inneren Mission.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Das Projekt zielt auf die Aufarbeitung der jüngsten Geschichte und Gegenwart des Christentums in Indonesien im Übergang von spätkolonialer Verfasstheit zu seiner Indigenisierung.