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Zwischen dem Einatmen von Asbestfasern und dem Ausbruch einer dadurch verursachten Krebserkrankung des Brust- oder Bauchfells (Mesotheliom) können bis zu 45 Jahre und mehr liegen. Die gesetzliche Verjährungsfrist zur Geltendmachung von Entschädigungsforderungen betrug bis Ende 2019 zehn Jahre. Aufgrund der langen Zeit zwischen der Ursache und dem Ausbruch der Erkrankung waren entsprechende Forderungen beim Ausbruch der Krankheit häufig bereits verjährt.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beanstandete diese Regelung. Aufgrund eines entsprechenden Urteils berief Bundesrat Alain Berset 2015 einen Runden Tisch ein. Unter der Leitung von Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger setzten sich Vertretungen von Unternehmen, Verbänden, Opfervereinigungen, Anwaltschaften, Gewerkschaften, der Suva und der Bundesverwaltung zusammen. Gemeinsam suchten sie nach einer Möglichkeit, Asbestopfer fair zu entschädigen – unabhängig davon, ob sie berufsbedingt oder nicht berufsbedingt mit dem Material Kontakt hatten. Nach zielführenden Diskussionen und intensiver Arbeit überreichten die Teilnehmenden Bundesrat Alain Berset im Dezember 2016 den umfangreichen Schlussbericht. Damit legten sie einen detaillierten Vorschlag für die Entschädigung von Asbestopfern und einen konkreten Entwurf für die Ausgestaltung eines Fonds zur Finanzierung vor. Alle Parteien haben diesem Vorschlag zugestimmt und ihn angenommen. Im Juli 2017, nur sieben Monate später, nahm die Stiftung Enschädigungsfonds für Asbestopfer (Stiftung EFA) die Arbeit auf.