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„Right On!“ wollte 1985 wissen: „Wer regiert das Musik-Königreich? Prince oder Michael Jackson?“ Am 21. April 2016 ist Prince völlig überraschend im Alter von 57 Jahren gestorben. Michael Jackson ging am 25. Juni 2009 von dieser Welt. Ähnlich wie MJ, soll auch Prince mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gehadert haben. Mediziner gaben kürzlich bekannt, dass Prince an einer Überdosis des bei falscher Dosierung enorm gefährlichen Schmerzmittels Fentanyl gestorben sei. Beide Musikikonen hatten sich von ihren Plattenfirmen im Streit getrennt. Im Gegensatz zu Michael Jackson schaffte es Prince aber, auch als unabhängiger Künstler, seine Fans regelmässig musikalisch zu überraschen.
Prince und Michael Jackson hatten entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sporadisch Kontakt miteinander. Wir haben Live-Videos zusammengetragen, bei denen er MJs Musik würdigt. Eine Mitwirkung beim Song „We Are The World“ und „Bad“ lehnte Prince aber ab. Den Grund hierfür nannte er erst zehn Jahre danach.
Funk und Soul
Am 21. April wurde Prince tot in einem Lift auf seinem Privatanwesen aufgefunden. Zuvor sei er auf dem nach Hauseweg von einem Konzert notgelandet und habe sich in ein Krankenhaus begeben. Dieses soll er entgegen dem Rat der Ärzte wenige Stunden später wieder verlassen haben und sei zurück in sein Anwesen geflogen. Seit einer Woche mehren sich Berichte, Prince habe von unterschiedlichen Ärzten starke Medikamente bezogen und sei abhängig gewesen. Knapp zwei Monate später wurde bekannt gegeben, dass der Musikikone eine Überdosis vom starken Schmerzmittel Fentanyl zum Verhängnis wurde. Erneut ist die Musikwelt geschockt, eine Legende verloren zu haben.
In den vielen Nachrufen war oft die Rede von Michael Jackson, der in den 1980er-Jahren als grösster Kontrahent von Prince galt. Doch sie hätten unterschiedlicher kaum sein können, obwohl beide das Rampenlicht und den Erfolg suchten. Beide waren auf ihre Art innovativ und haben neue Trends gesetzt. In einem der Nachrufe wurde aber ein treffender Unterschied festgehalten: Prince habe den Funk praktiziert, während Michael Jackson den Soul lebte.
Im Oktober 1985 fragte das „Right On!“-Magazin, was überall diskutiert wurde: „Wer regiert das Musik-Königreich? Prince oder Michael Jackson?“
Bad: MJ featuring Prince
Um das Jahr 1986 wollte Michael Jackson eine Eigenkomposition, die der Titelsong seines neuen Album werden sollte, mit Rivale Prince einsingen. Quincy Jones habe dies vorgeschlagen, da ihm ein tolles Video vorschwebte. Doch Prince lehnte ab, auf „Bad“ zu singen.
Prince und Michael Jackson hätten stattdessen miteinander Basketball gespielt, wie Matt Fink berichtet. Der Keyboarder von Princes „The Revolution“-Band berichtet von einem Treffen in Los Angeles: „Als Prince bei Sunset Sound aufnahm, kam eines Tages Michael für einen Besuch vorbei, nur um Hallo zu sagen und etwas abzuhängen, und sie spielten ein wenig Basketball.“ Zur Rivalität weiss er: „Sie haben sich gegenseitig als Künstler respektiert.“ Hier die Story dazu: Prince played hoops with MJ but refused to appear in his ‘Bad’ video
Erst im Jahr 1997 nannte Prince den angeblichen Grund für seine damalige „Bad“-Absage in einem VH1-Interview mit Chris Rock: „Die erste Zeile dieses Songs ist ’Your butt is mine’.“ (Dein Arsch gehört mir.) „Nun verstehe, wer singt das wem gegenüber? Weil, du wirst das bestimmt nicht an mich gerichtet singen und ich werde es auf keinen Fall dir gegenüber singen.“
„We Are The World“
Bereits einige Jahre zuvor hatte Prince abgelehnt, auf der Charity-Single „We Are The World“ zu singen. Der Musikproduzent Ken Kragen, der Quinciy Jones, Lionel Richie und Michael Jackson bei der Suche für ein All-Star-Aufgebot unterstützte, erinnert sich. Sie hätten Prince unbedingt dabei haben wollen. Dessen Song „I Would Die 4 U“ kletterte zu dem Zeitpunkt gerade in den Charts nach oben. Und in der Nacht als „We Are The World“ aufgenommen wurde, gewann Prince für „Purple Rain“ den American Music Award für das beste Pop-Album. Ebenso gewann „Purple Rain“ den Preis für „Favorite Black Album“ und „When Doves Cry“ sahnte als „Favorite Black Single“ ab.
Ken Kragen behauptete 2015 gegenüber dem UK Mirror, dass Prince zu schüchtern war, um vor all den anderen Superstars seinen Part einzusingen. „Einer der Gründe, weshalb Prince nicht mitmachte und Prince später einen Song für das We Are The World Album aufnahm, ist der, da er immer alleine aufgenommen hat, ohne einem Ingenieur. Er ging normalerweise ins Studio und erledigte das Technische alleine und nahm jedes Instrument und den Gesang selbst auf. Niemand anderes war dabei.“ Er habe gemäss Ken Kragen nicht in einem Raum mit seinen Musikkollegen sein können. Später habe er das fehlen auf We Are The World, dem Titelsong, bereut: „Er wusste, dass es ein Fehler war. Es war ungücklich, dass er sich nicht zeigte.“
Eine andere Version wurde im Jahr 2014 im Artikel „When Purple Rain Came Falling Down“ (Medium Cuepoint) erwähnt:
Darin sagt Susan Rogers, die als Toningenieurin an „Purple Rain“ und Princes nächsten paar Alben mitwirkte: „Ich war eines Tages mit Prince in seinem Home-Studio, nur wir beide. Und er bekam einen Anruf von Quincy Jones, der ihn fragte, ob er bei ‘We Are the World’ mitmachen wolle. Ich hörte nur Princes Seite von der Unterhaltung – ich war im Kontrollraum und wartete – aber er lehnte es ab. Es war eine lange Unterhaltung und Prince sagte, ’kann ich darauf Gitarre spielen?“ Und sie sagten nein und er sagte schliesslich ‘Okay, nun, kann ich Sheila schicken?‘ Und er schickte Sheila. Dann sagte er: ‘Falls es dazu ein Album gibt, kann ich einen Song für das Album machen?‘ Und offenbar sagten sie ja.“
Prince & The Revolution sind auf der We Are The World LP mit dem Song „4 the Tears in Your Eyes“ vertreten.
Parodie als Folge der Schlagzeilen
Bis zur letzten Minute, hätten Princes Manager versucht, ihn dazu zu bewegen, bei der We Are The World Session aufzutauchen. Einer der damaligen Manager und der Produzent vom „Purple Rain“-Film, Bob Cavallo, berichtet: „An den American Music Awards fuhr er damit fort, mir zu sagen, dass Gitarre zu spielen, das einzige sei, was er tun würde.“ Also habe er Quincy Jones nochmals angerufen, doch der sei wütend geworden und habe wiederholt, dass sie Prince nicht als Gitarrist auf dem Song haben möchten. Bob Cavallo wollte in der Folge das Gerücht streuen, Prince habe sich nach der Award-Verleihung nicht gut gefühlt und die Grippe bekommen.
Princes Abwesenheit auf der We Are The World Single wurde von den Medien wie erwartet nicht gut aufgenommen. Hinzu kam, dass Princes Bodyguard in der selben Nacht gegenüber einem Fotografen tätlich wurde.
Der Autor Alan Light schreibt in seinem Buch “Let’s Go Crazy: Prince and the Making of Purple Rain“, dass Prince die Komposition nicht gefallen habe. Durchaus möglich also, dass Prince dem Stück durch einen Gitarren-Part seine eigene Note hätte geben wollen.
Billy Crystal imitierte Prince in der Folge für eine Parodie in „Saturday Night Live“. Der Song darin nennt sich „I Am the World” und gibt wieder, wie die Medien Princes Absenz wahrgenommen hatten:
Gleichzeitiger Aufstieg zum Mega-Star
Prince Rogers Nelson ist am 7. Juni 1958 in Minneapolis geboren. Madonna und Michael Jackson kamen im selben Jahr zur Welt. Mit ihnen dominierte Prince in den 1980er-Jahen das Musikgeschehen. Auf seinen Alben spielte Prince meistens sämtliche Instrumente selbst ein. Der Sänger, Komponist, Produzent und Tänzer beherrschte etwa 20 davon. Als Jugendlicher gründete Prince die Band „Phoenix“, in der er den Gesang und die E-Gitarre übernahm. Eine der ersten Medienberichte über den noch unbekannten Prince handelte davon, wie schwierige es sei, bekannt zu werden. Michael Jackson war bereits als Kind und dank dem Label Motown ein weltbekannter Star und eine Ikone der Afroamerikaner. Dann aber drohte sein Ruhm zu verblassen – erst als er die kreative Kontrolle zunehmend in die eigene Hand nahm und mit seinen Brüdern einige beachtliche Songs schrieb und dann mit Quincy Jones das grandiose „Off The Wall“-Album veröffentlichte, stieg Michael Jackson zum Mega-Star auf.
Mit der Ende August 1979 erschienenen Single „I Wanna Be Your Lover“ erreichte Prince in den USA erstmals Goldstatus. Der im Falsetto vorgetragene Titel kletterte in den R&B-Charts auf den ersten Platz und in den US-Hot-100 auf den 11. Platz. „I Wanna Be Your Lover“ kündigte Princes zweite Album „Prince“ an, das bei Warner Brothers Records erschien und bei dem Prince erstmals als Executive Producer das endgültige Sagen hatte. Bob Mockler, der das Album abgemischt hatte, sagte damals: „Als Konkurrenten sehen wir Michael Jackson und Kool & The Gang, und ich glaube, das ist nicht zu hoch gegriffen.“
Michael Jackson hatte im Juli 1979 das ebenfalls in Falsetto vorgetragene „Don’t Stop ’Til You Get Enough“ als erste Single von Off The Wall veröffentlicht. Dieser Song schaffte den Sprung auf die Nr. 1 der US-Hot-100 und erschien bei Epic Records (CBS).
Wenige Jahre später folgte „Thriller“. Und Prince veröffentlichte mit „1999“ und „Purple Rain“ ebenso Klassiker…
Teil 2 dieses Artikels folgt demnächst.
Nachstehend einige interessante Videos:
Die Hommage an den überraschend am 21. April 2016verstorbenen Musiker Prince. Das Doppelporträt von Prince und Michael Jackson zeigt die Übereinstimmungen und Gegensätze sowie Höhen und Tiefen in der Karriere der beiden Megastars. Die Dokumentation wurde am 23. April auf ARTE ausgestrahlt.
In der Doku berichtet ein Gefährte von Prince, wie sie ein Konzert der Victory Tournee der Jacksons besuchten und sich Prince unter das Publikum mischte – bis er erkannt wurde und flüchten musste.
Im Jahr 1983 (ev. 1985) gab der „Godfather of Soul“ James Brown mit der Blues-Legende B.B. King im Beverly Center in Los Angeles ein Konzert: „One Special Night“ Nach dem Song It’s A Man’s, Man’s, Man’s World holt James Brown einen offensichtlich überraschten Michael Jackson auf die Bühne, gleich danach folgt ihm Prince auf die Bühne von James Brown: (ab Minute 39:30)
Prince während einer kürzlichen Tournee mit „Don’t Stop ‚Til You Get Enough“ als Intro:
Die Performance in besserer Qualität, ohne DSTYGE-Intro:
Prince beim Super Bowl, Halbzeit-Show
Immer wieder gab Prince einen Song von Michael Jackson zum Besten: Darunter I Want You Back…
… ebenso The Way You Make Me Feel, Billie Jean. Oder wie hier mit Shake Your Body: (2:40):
Quelle: jackson.ch, youtube.com, wgntv.com, abcnews.go.com, nypost.com, slate.com, wikipedia.org,