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und Ausbau, die Verlegung der Hofstelle eines Bauern aus dem Dorfe auf die Feldmark, eine Maßnahme, die man
vielfach mit der Gemeinheitsteilung (s. d.) und mit der wirtschaftlichen Zusammenlegung (s. d.)
der Grundstücke verknüpft hat. Einzelne Besitzer werden in diesem Falle gegen Schadloshaltuug veranlaßt, ihre bisherige
Hofstätte aufzugeben und auf dem ihnen zugewiesenen geschlossenen Besitztum neue Wohn- und Wirtschaftsgebäude zu errichten.
Solcher Ausbau ist in der That das durchgreifendste und oft das einzige Mittel, um den Beteiligten eine
wirtschaftlich zweckmäßige Lage ihrer Grundstücke zu verschaffen. Der abgebaute Besitzer erfreut sich aller Vorteile des
Hofsystems (s. d.). Die Nachteile, die mit dem Ausbau verbunden sein können: Erschwerung des Schul- und Kirchenbesuchs, der
Polizeiverwaltung, der Bekämpfung von Feuersbrünsten, fallen gegenüber den Vorzügen selten stark
ins Gewicht.
Die ersten bekannten Abbauten kamen im 16. Jahrh. im Hochstift Kempten
[* 5] vor. Sie wurden dort Vereinödungen genannt und beruhten
zunächst auf freiwilligen Vereinbarungen aller Beteiligten. Gesetzlich 1791, und zwar unter Zulassung eines Zwanges geregelt,
haben im 19. Jahrh. noch zahlreiche weitere Ausbauten im Algäu stattgefunden. Auch die eingreifende preuß.
Gemeinheitsteilungs-Ordnung vom läßt den Ausbau als Zwangsmaßregel unter der Voraussetzung zu, daß der vierte
Teil der Beteiligten ihn verlangt und der Betroffene nicht bereit ist, die ihm anzuweisenden Ländereien anzunehmen.
In größerer Ausdehnung
[* 6] hat man Abbauten namentlich in den ProvinzenPosen
[* 7] und Westpreußen
[* 8] vorgenommen. Man
hat dort vielfach nicht nur einzelne Höfe, sondern ganze Dörfer auf ihre neuen Plananlagen ausgebaut. Übrigens fehlen die
Bestimmungen über zwangsweisen Abbau in dem preuß. Zusammenlegungsgesetz für das Gebiet
des rhein. Rechts. Außerhalb Deutschlands
[* 9] sind Abbauten in Dänemark
[* 10] und in umfassendstem Maße in Schweden,
[* 11] bei Gelegenheit
der Gemeinheitsteilungen seit Ende des 18. Jahrh., vorgenommen worden.
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