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Die vermuteten Ursachen für Schreibabys
Nahrungsmittelbedingte Ursachen:
- Zu schnelles Trinken und Luftschlucken, die verschluckte Luft verursacht im Darm schmerzhafte Blähungen
- Verstärkte oder verlangsamte Darmbewegungen; diese führen zu vermehrter Bildung von Darmgasen. Die Dehnung des Darms durch die Gase ist sehr schmerzhaft.
- Hunger: wenn die Mutter zu wenig Milch produziert
- Fehlernährung
- Nahrungsmittelallergien oder Unverträglichkeiten, die zu Blähungen führen (Kuh-Eiweissallergie oder eine Laktoseintoleranz/Milchzuckerunverträglichkeit)
Psychische Ursachen
Psychisch belastende Situationen (Überforderung der Eltern, Ablehnung des Babys, Beziehungsstress zwischen den Eltern, Konkurrenzsituation zwischen Geschwistern etc.).
Körperliche Ursachen
Andere Krankheiten wie: Ohrinfektionen, Infektionen der Atem- oder Harnwege, Refluxkrankheit, Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung), Darmentzündung durch Wurmerkrankung, Invagination (Darmverschluss durch Einstülpung des Darmes).
So zeigen sich die Beschwerden (Symptome)
- Heftiges Schreien während 2-3 Stunden an mehreren Tagen pro Woche über etwa 3 Monate, ohne Beruhigungsmöglichkeit.
- Gespannter, druckempfindlicher Bauch, die Beinchen ziehen sich ruckartig zusammen.
- Blasse oder rötliche Haut, starkes Schwitzen
- Die Attacken beginnen meist unmittelbar nach der Mahlzeit, häufig am Nachmittag und am frühen Abend.
- Magenknurren, Blähungen
- Schlaf- und Fütterungsstörungen
Der Gang zum Kinderarzt ist richtig
Eltern sollen sich nicht schämen (was machen wir falsch etc.?) über die Situation zu sprechen, sondern bald möglichst den Kinderarzt aufsuchen. Sonst können die Schreiattacken tatsächlich zu Überforderungssituationen führen, was die kindlichen Beschwerden auch nicht verbessert.
Die Behandlung richtet sich nach den gefundenen Ursachen:
- Bei Nahrungsmittel-Allergien und -Unverträglichkeiten: Anpassung der Ernährung, ev. Beizug einer Ernährungsberatung, Hebamme oder einer Säuglingsschwester.
- Getränke oder Lebensmittel, die Blähungen hervorrufen können, sollten in der Stillzeit von der Mutter gemieden werden, insbesondere Zwiebeln und Kohl, Obst wie Äpfel und Pflaumen; stark gewürztes Essen und koffeinhaltige Produkte wie Schokolade, Kaffee und Tee.
- Andere Erkrankungen (z.B. Infektionen, Würmer) müssen entsprechend therapiert werden, z.B. mit Antibiotika, Wurmkuren.
- Bei einer Invagination (Darmverschluss durch Einstülpung des Darmes) helfen in leichten Fällen Massagen, sonst wird eine Operation notwendig.
Es ist wichtig, dass Eltern ehrlich sind gegenüber dem Arzt und offen über familieninterne Konfliktsituationen sprechen. Allenfalls muss bei den Eltern oder bei einem Elternteil eine Psychotherapie eingeleitet werden. Häufig ist die Beratung einer Säuglingsschwester oder einer Schreiambulanz eine Behandlungsoption.
Schaukeln in der Wiege oder auf den Armen, Tragen des Babys im Bauchtuch, fest Einwickeln in Frotteetuch, leises beruhigendes Reden oder Singen, Musik, Spazierenfahren, leichte Massagen: All dies sind Massnahmen die ausprobiert werden können und dem Kind und der Mutter nicht schaden.
Wichtig: Das Baby nicht schütteln, das kann zu bleibenden Schäden oder sogar zu Todesfällen führen. Nach drei, spätestens sechs Monaten sind in den meisten Fällen die Beschwerden vorbei. Problematisch ist oft die Überforderung der Eltern, welche zu Misshandlungen oder Vernachlässigungen der Kinder führen kann. Oft brauchen dann die Eltern selber Hilfe und Betreuung.
Text: Sprechzimmer
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