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Jedes Jahr sterben Menschen. Die meisten davon sterben an Altersschwäche. Im Durchschnitt sterben die Menschen in Westeuropa im Alter von 80-85 Jahren. Das ist nichts Neues, sondern ein natürlicher Prozess. Von Untersterblichkeit spricht man, wenn unterdurchschnittlich viele Leute innerhalb eines Zeitraums starben. Von Übersterblichkeit spricht man, wenn überdurchschnittlich viele Leute innerhalb eines Zeitraums starben.
Da die Sterblichkeit über einen längeren Zeitraum (z.B. 10 Jahre) immer ziemlich gleich hoch ist, folgt nach einer Untersterblichkeit zwangsläufig fast immer eine Übersterblichkeit und umgekehrt. Wenn sich z.B. im Sommer die alten Leute besonders gut vor Krankheiten geschützt haben, fallen entsprechend mehr alte Leute der Influenza-Welle oder der Corona-Welle zum Opfer, welche seit es uns Menschen gibt, jeden Herbst über alle Länder rollen. Auch Corona-Viren sind nichts neuen, sie waren bisher leidiglich weniger bekannt im Volksmund.
Diese Frage ist komplexer als man intuitiv denkt. Sicher ist: Je kürzer die Betrachtungszeit, desto weniger aussagekräftig ist das Ergebnis. Das ist ähnlich wie mit Klimadaten. Ein einzelner Tag oder ein einzelner Monat sagt nichts aus. Besser ist die Jahresbilanz, um alle Jahreszeiten zu berücksichtigen, welche dann mit den langjährigen Erfahrungszahlen der letzten Jahre verglichen werden können.
Elementar, um Sterblichkeiten verschiedener Länder zu vergleichen ist die Bereinigung dieser Zahlen um folgende Faktoren:
Aktuelle Bevölkerungszahl: Absolute Zahlen (z.B. 50'000 / Jahr ; 500'000 / Jahr) sagen nichts aus. Dass in einem Land mit 8 Mio. Einwohner 10x weniger Leute sterben als in einem Land mit 80 Mio. Einwohner ist logisch.
Bevölkerungszuwachs: Wenn die Bevölkerung wächst (z.B. durch Zuwanderung) ist es logisch, dass auch mehr Leute sterben. Dieser Punkt wird in den offiziellen Zahlen nicht berücksichtigt.
Dies ist die aktuelle Problematik, warum viele Länder in eine offizielle Übersterblichkeit kommen und auch die nächsten Jahre in einer offiziellen Übersterblich bleiben werden. Die Geburten reichen Jahrgänge (1939-1945) kommen jetzt ins Sterbealter (82+). Die Babyboomer kommen ca. ab 2035 ins Sterbealter. Auch dann ist mit massiv mehr absoluten Todesfällen zu rechnen, ohne dass eine echte Übersterblichkeit stattfindet.
Diesee Faktoren (Demographie) werden in den aktuellen Berechnungsmethoden des BfS nicht berücksichtigt.
Altersverteilung der Bevölkerung: Je mehr alte Leute es gibt, desto mehr Leute sterben, ohne dass es zu einer echten Übersterblichkeit kommt. Wenn z.B. Geburtenstarke Jahrgänge ins Alter 80+ kommen, ist es logisch, dass mehr Leute sterben als in den Jahren zuvor.
Quelle: Creditsuisse
Umwelteinflüsse: Mit der Klimaerwärmung kommt es zu vermehrten Wetterextremen (mit Unwetter-Opfern), extremen Hitzewellen, etc. Die Extremwetterlagen werden häufiger, und es wird im Sommer heisser. Auch die saisonalen Witterungs-Umbrüche werden extremer. Alles Faktoren, welche besonders alten anfälligen und wetterfühligen Leuten zu schaffen macht.
Samuel Eckert und sein Team haben sich die grosse Arbeit gemacht, alle Sterblichkeitsstatistiken Europas einzutippen und um diese Faktoren zu bereinigen. Sterbezahlen Schweiz ; Sterbezahlen Deutschland ; Sterbezahlen Frankreich ; Sterbezahlen Schweden