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Ulrich Wille wurde am 5. April 1848 als Conrad Ulrich Sigmund Wille in Hamburg geboren. Wille war während des Ersten Weltkriegs General der Schweizer Armee.
Die Familie Wille (Vuille) stammt ursprünglich aus dem Kanton Neuenburg. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarben die Eltern von Ulrich Wille das Gut Mariafeld in Meilen, das bis heute im Besitz der Familie Wille geblieben ist.
Die militärische Karriere von Ulrich Wille begann 1867 bei der Artillerie und brachte ihm nach bestandenen Ausbildungskursen im selben Jahr die Ernennung zum Leutnant. Sogleich meldete sich Wille als Instruktor, konnte jedoch erst nach der Grenzbesetzung von 1870, die er als Leutnant mitmachte, im Sommer 1870 in das Instruktionskorps der Artillerie einsteigen. Sogleich machten seine für die Schweiz revolutionären Ansätze in der Ausbildung von sich reden. Wille wurde in schneller Folge befördert: 1874 zum Hauptmann, 1877 zum Major und 1881 zum Oberstleutnant. Er publizierte zahlreiche Schriften über die seiner Meinung nach dringliche Reform der Schweizer Armee. Er trat für eine konsequente Modernisierung der Schweizer Armee nach preussischem Vorbild ein. Ziel der Ausbildung der Milizsoldaten sollte dabei die Erziehung des Bürgers zum modernen Soldaten mittels Drill und Disziplin sein. Damit geriet er in Konflikt zu den Anhängern der traditionellen Bürgerarmee, die Willes Methoden für unvereinbar mit einem demokratischen Staatswesen hielten und von einer «Verpreussung» der Armee und von «Soldatenschinderei» sprachen. Trotzdem wurde er 1885 zum Oberst befördert.
Am 3. August 1914 wurde Wille nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum General der Schweizer Armee gewählt. Die Wahl eines Generals sollte ein deutliches Zeichen gegenüber dem Ausland setzen, dass die Schweiz ihre politische Neutralität auch mit Waffengewalt verteidigen würde.
Wille war aufgrund seiner offenen Sympathie zu dem angrenzenden Deutschen Kaiserreich, seiner harten Linie in Disziplinfragen und seiner autoritären Staatsvorstellungen eine polarisierende Figur. Ebenfalls heftig umstritten war der von ihm geforderte Einsatz der Armee gegen die Arbeiter im 1918 vom Oltener Aktionskomitee ausgerufenen Landesstreik, der mit militärischer Gewalt niedergeschlagen wurde.
Ulrich Wille starb am 31. Januar 1925 in Meilen ZH. Auf einem der grössten Waffenplätze der Schweiz in Bure (Jura) ist eine Kaserne nach ihm benannt.