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Sie leben inmitten Millionen Toter, unter der Erde oder müssen auf dem Schulweg Gasmasken tragen. Die Bewohner dieser Dörfer kennen nur das Aussergewöhnliche.
In diesem verschlafenen Ort Alaskas lebt der Grossteil der Bevölkerung in einem einzigen, 14-stöckigen Haus. Der Begich Tower war früher ein Armee-Gebäude, bevor er zum Wohnblock umgewandelt wurde. Im Gebäude gibt es einen Arzt, zwei Läden, eine Schule, eine Polizeistation - alles, was eine kleine Menschengemeinschaft braucht. Sogar die Spielplätze sind drinnen. Das ist auch nötig, denn das Winterwetter ist kalt, windig und höchstgefährlich. Whittier erreicht man entweder übers Meer oder durch einen langen Tunnel, der sich zweimal pro Stunde öffnet. Den Einwohnern gefällt ihr Leben im Riesenhaus: «Du kennst jeden. Es ist eine Gemeinschaft unter einem Dach. Wir haben alles, was wir brauchen.»
In Colma gibt es tausend mal mehr Tote als Lebende. Denn der Grossteil der Gemeindefläche besteht aus Friedhöfen. Das Dorf wurde ursprünglich als Nekropole gegründet. Bis 1980 arbeiteten die meisten Einwohner auf irgend eine Art in der Bestattungs-Industrie. Das offizielle Motto des Dorfes nimmt die gruseligen Umstände mit Humor: «Es ist wundervoll, in Colma zu leben».
Auf dieser japanischen Insel leben rund 3000 Bewohner. Im Jahr 2000 mussten sie alle wegen des Insel-Vulkans evakuiert werden. Er schüttete grosse Mengen an Schwefeldioxid aus. Erst 2005 konnten die Einwohner wieder zurückkehren. Seither wird aber empfohlen, zu jeder Zeit eine Gasmaske bei sich zu tragen. Kinder müssen sie auf dem Schulweg immer aufgesetzt haben. Trotzdem wird die Insel immer wieder von Touristen besucht. Für ihre aussergewöhnliche Flora und Fauna - und vielleicht für den bizarren Anblick einer Bevölkerung in Gasmasken.
Mysteriöserweise sind 40 Prozent der Einwohner von Yangsi, einem kleinen Dorf im Süden Chinas, kleinwüchsig. Ab 1920 suchte das Dorf eine unbekannte Krankheit heim, die Kinder unter sieben angreift und sie daran hindert, weiter zu wachsen. Experten untersuchten das Dorf, das Wasser, den Boden und die Betroffenen, konnten aber keine Ursache finden. Von den etwa 80 Einwohnern sind 36 zwischen 0.8 Meter und 1.4 Meter klein.
Obwohl der Name dieser Ortschaft «die Dörfer» heisst, ist es viel mehr. Es ist der am schnellsten wachsende Ort der USA. Und ein riesiges, eingezäuntes Altersheim. Fast 80 Prozent der Bewohner sind über 65 Jahre alt. Das vorwiegende Verkehrsmittel sind Golf-Carts. Auch die Parkplätze sind in Golf-Cart-Grösse. Die Wägen werden zum Teil sogar getunt, damit sie wie Hummer oder Mercedes aussehen. Wie «Slate» berichtet, verzeichnet der Ort einen hohen Anstieg an sexuell übertragbaren Krankheiten. Ausserdem existiert ein grosser Viagra-Schwarzmarkt. In diesem «Disneyland für alte Menschen» sind Kinder übrigens verboten.
Die 1700 Einwohner dieses australischen Dorfes leben grösstenteils unterirdisch. Coober Pedy ist der weltgrösste Opal-Lieferant, die Einwohner arbeiten vorwiegend in den Minen. In ihren «Wohnhöhlen» bleiben sie von der extremen Sommerhitze verschont. Mit speziellen Maschinen werden ganze Häuser aus der Erde gefräst. Ein unterirdisches Haus kostet etwa gleich viel wie ein normales, die Kosten für die Klimatisierung fallen jedoch weg. Über der Erde gibt es sogar einen Golfplatz. Ohne Gras. Spieler nehmen extra ein Stück Rasen mit, das sie vor jedem Schlag unter den Ball legen. Für Gläubige gibt es zwei unterirdische Kirchen.
Hier lebt der Zirkus! Gibsonton ist ein kleiner Ort in Florida, der als Rückzugsstätte für Karneval- und Zirkuspersonal dient. Als sogenannte Freakshows in den USA noch gang und gäbe waren, verbrachten Schausteller hier die Nebensaison. In Gibsonton konnten siamesische Zwillinge, Kleinwüchsige und andere Menschen mit Fehlbildungen ohne ungewünschte Blicke leben. Das Dorf hatte lange die einzige Poststelle, die speziell für Kleinwüchsige gebaut wurde. Heutzutage ist die Zirkusindustrie nicht mehr so lukrativ und Gibsonton deshalb auch weniger belebt.
Im Westen gibt es China-Towns, in China gibt es Thames Town. Der Ort wurde komplett im Stil eines Landstädtchens aus England nachempfunden. Der Name wurde vom Fluss Themse ausgeliehen. In Thames Town leben nur wenige Menschen. Die Häuser wurden zwar verkauft, aber nicht genutzt. Besitzer fürchten, dass sich ihr Wert dadurch vermindern würde. In der Nähe von Schanghai steht also eine englische Geisterstadt.
Bei der Volkszählung im Jahr 2000 lebten in Monowi gerade zwei Menschen. Rudy und Elsie Eiler, ein Ehepaar. Seit Rudy vor elf Jahren starb, lebt Elsie ganz alleine im Dorf. Sie ist Bürgermeisterin, zahlt Steuern an sich selbst und führt eine eigene Dorfbibliothek. Die «Rudy's Library». Elsies Geschichte wurde sogar im History Channel behandelt. Am bevölkerungsreichsten war das Dorf 1930. Damals lebten 150 Menschen in Monowi.
Hashima ist eigentlich kein Dorf, sondern eine unbewohnte Insel, aber wir wollen dir diesen speziellen Ort nicht vorenthalten. Ihr Spitzname ist Kriegsschiff-Insel, da sie von der Form her einem solchen gleicht. Bis in die Siebziger wurde hier unterirdisch Kohle abgebaut. In den Fünzigern wies Hashima mit 83'476 Einwohnern pro Quadratkilometer eine der höchsten Bevölkerungsdichten aller Zeiten auf.
Nach der Energiereform Japans wurde die Insel innerhalb von drei Monaten komplett evakuiert. Zum Teil verliessen die Bewohner die Insel so hastig, dass bis heute noch Spielzeug, Haushaltsgeräte und andere Besitztümer in den verlotterten Wohnungen zu finden sind. Hashima war Inspiration für die Insel, auf der sich der Bösewicht Raoul Silva im James Bond-Film «Skyfall» versteckt hatte. Die gespenstische Atmosphäre zieht bis heute Jugendliche an.