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(Kt. und Amtsbez. Bern).
949 m. Hügelzug, mit Waldbeständen; 7 km nö. Bern,
ö. Bolligen und über dem WeilerBantigen,
der ihm seinen Namen gegeben hat. Auf dem Gipfel befand sich früher eine Hochwacht. Der Westabfall des Hügelzuges, an dem
Steinbrüche auf Molasse ausgebeutet werden, gleicht von Bern aus gesehen einem mächtigen Festungswerk.
Während der ganze w. Teil aus starken Molassesandsteinbänken besteht, ist der ö. Teil aus Nagelfluh aufgebaut. Zahlreiche
erratische Blöcke. 2-3 Stunden von Bern.
Prachtvolle Aussicht auf die Alpen und
das Mittelland (gezeichnet vom berühmten Panoramenzeichner
Franz Schmid von Schwyz).
Romantische Ruine Geristein im n. Teil und in der Nähe des Weilers gleichen Namens.
Vom
ganzen Gebiet lassen sich nur einige schmale Ufersäume als Niederungen betrachten: das Rheinthal von der Aaremündung
abwärts (Basel
[* 14] 248 m ü. M.) und das Becken des Lago Maggiore (197 m) mit drei an ihm ausmündenden Thalstufen. Die Höhenunterschiede
wechseln, auf einer Stufenleiter von 4441 m auf und nieder schwankend (Dufourspitze 4638 m), so rasch,
daß die S. zu den ausgesprochensten Gebirgsländern gehört. Das Hauptgebirge sind die Zentral- oder Schweizeralpen, und
diese sind da, wo sie in ihrer vollen Entwickelung auftreten, ein Hochgebirge (näheres über die Schweizeralpen s. Alpen
[* 15] und
die betreffenden Einzelartikel, über die Verbreitung der Gletscher s. d.). Ihnen nicht ganz parallel erstreckt
sich das Mittelgebirge des Jura durch den westlichen und nördlichen Teil des Landes und zwischen beiden eingelagert die SchweizerHochebene, welche durch eine Zone von Voralpen allmählich zu den Hochalpen hinansteigt.
Erhebliche Unterschiede sind bedingt durch die Höhenlage und die Richtung der Gebirge. In denAlpen bleibt von ungefähr 2600 m an
der Schnee
[* 18] an allen Stellen liegen, wo er haften kann; daher die Firnmeere der hohen Bergmulden, während
schroffe Felswände, auch wenn sie über der Schneegrenze liegen, das nackte Gestein zeigen. Der größere Teil des Landes,
das gesamte Rheingebiet, ist nach N. geneigt, also kalten Winden
[* 19] ausgesetzt und von den Sonnenstrahlen abgewandt; umgekehrt
die Südseite des Gebirges, z. B. Tessin.
Daher der große Unterschied beider alpiner Seiten nach Klima
[* 20] und Organismen.
Die mittlere Jahreswärme der Hochebene beträgt 8-10° C., in Lugano 11,5°. Auch das untere Rhônethal zeichnet sich durch
eine hohe Sommerwärme und geringe sommerliche Niederschläge aus. In St. Gallen, am Eingang in das Voralpenland, erreicht
das Jahresmittel bloß 7,5,° in dem hohen, von Schnee- und Gletschermassen umgebenen Zermatt nur 5,5°.
Man zählt im Südenca. 120, im N. 145 bis 165 jährliche Regentage. Die Regenmenge (der Schnee in Wasser verwandelt) bewegt
sich zwischen 700 und 2000 mm; sie beträgt z. B. in Sion(Wallis)
900, in Bern
[* 21] 1023, in Neuenburg
[* 22] 977, in Einsiedeln 1657, in Bellinzona 1703 mm.
Höhere Alpengegenden besitzen einen beträchtlichen Schneefall. Bei dem Hospiz des St. Bernhard z. B. beträgt er oft in einem
Monat weit über 2 m, und um Bevers (Oberengadin) liegt, bei einem Gesamtschneefall von über 3 m, die weiße Decke
[* 23] nicht
selten 5-6 Monate lang auf der Thalfläche.
Die Zahl der Kurorte in der S. wurde 1888 auf 450 angegeben, wovon die meisten auf die
Kantone Bern,
Graubünden,
Waadt,
St. Gallen und Appenzell
[* 24] entfallen.
Nur in einigen tief gefurchten und feuchtwarmen Alpenthälern gibt es schlechtes Quellwasser und schädliche Ausdünstungen,
und da trifft man (jetzt allerdings nicht mehr so oft wie früher, d. h. unter schlimmern sozialen
Zuständen) jene leiblich und geistig verkümmerten Kropfmenschen, die Kretins.
Nach dem Charakter der Landschaft und ihrer Vegetation lassen sich fünf Regionen unterscheiden: Hügelregion
bis 800 m, Bergregion 800-1200 m, untere Alpenregion 1200-1800 m, obere Alpenregion 1800 bis 2600 m, Schneeregion über 2600 m.
Die Hügelregion umfaßt wie alle tiefern Landesteile, so namentlich die Hochebene. Da gibt es noch ziemlich viele Laubwälder,
welche hauptsächlich aus Stein- und Stieleichen, Buchen, Hainbuchen und mancherlei Sträuchern bestehen.
Die Bergregion begreift die Abhänge und Hochthäler des Jura, die untern Stufen des Voralpenlandes und die tiefen Hochalpenthäler.
Der Kampf zwischen Laub- und Nadelwald entscheidet sich hier mit einer völligen Niederlage des erstern;
es verschwinden die Obstbäume, selbst der Roggen allmählich; man pflanzt Hafer,
[* 25] Gerste
[* 26] und namentlich Kartoffeln. Mehr und mehr
nehmen die Bergweiden überhand und bereiten so auf die folgende Region vor. Im Jura sind die klimatischen Verhältnisse ungünstiger
als in den Alpen.
Getreide- und Kartoffelbau wird in den höhern Teilen schon bei 1000 m sehr unsicher, und die Grenze der Waldregion fällt
durchschnittlich auf höchstens 1500 m. Das Tier ist weniger von der Beschaffenheit des Bodens und der Luft abhängig als die
Pflanze; darum sind im großen Ganzen die Tiergeschlechter der Hügelregion auch über die Bergregion
verbreitet. Als Besonderheit erscheint, daß der Mäusebussard und der Turmfalke die häufigsten Tagraubvögel der Bergregion
sind, daß von den 23 Entenarten der S. nur die Stockente regelmäßig die Wasserbecken der Bergregion bezieht, daß diese
Höhenstufe eine Giftschlange voraus hat (die redische Viper), daß der Lachs zum Laichen sogar in die Gewässer
der zweiten Region hinaufsteigt.
Die Alpenregion umfaßt die obern Stufen von Jura und Voralpen sowie die höchsten Alpenthäler. Sie charakterisiert sich durch
ein Überwiegen der Alpweiden und (soweit der Wald reicht) durch unbedingte Herrschaft des Nadelholzes. Es vermag sich selbst
der Bergahorn nur noch in den untern Stufen zu behaupten. Zu den Tannen und Lärchen treten auch zwei Kiefern
häufiger: die Föhre und die Arve. Von Feldbau gibt es nur Spuren, und die Dörfer, höher auch die einzelnen Wohnhäuser,
[* 27] werden
immer seltener.
Soweit die Nadelhölzer
[* 28] noch ordentliche Bestände bilden, heißt die Alpenregion die untere, zum Unterschied
von der obern, die nur Weiden hat; in dieser obern ist die Alpenrose fast das einzige Holzgewächs. Die Alpenregion ernährt
das stattliche Rindvieh und die Ziege, welche leicht die steilen Felsen erklimmt. Dieser Höhenstufe sind eigentümlich: der
Alpenhase, die Gemse, der Steinadler und Lämmergeier, auch einige Reptilien, z. B. der Alpenfrosch;
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