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Die tiefen Lufttemperaturen der letzten Wochen haben auch die Wassertemperaturen der Seen absinken lassen. Von der Oberfläche her kühlte sich das Seewasser ab. Die im Herbst noch stabile Schichtung in warmes Oberflächen- und kaltes Tiefenwasser wurde zunehmend schwächer. Die Bise und die jetzt über die ganze Seetiefe annähernd gleiche Wassertemperatur führen zu einer vollständigen Durchmischung der drei Seen.
Zirkulationsströmungen verteilen den Sauerstoff in allen Tiefen gleichmässig. Jetzt kann auch das Tiefenwasser wieder Sauerstoff tanken.
Da im Bieler- und Murtensee im Herbst regelmässig wenig oder gar kein Sauerstoff mehr in den tieferen Wasserschichten vorhanden ist, verhindert das “Durchatmen” im Winter das sich der Seezustand zunehmend verschlechtert. Genügend Sauerstoff am Seegrund bindet Nährstoffe im Sediment und hilft damit, übermässiges Algenwachstum im Sommer zu bremsen. Fische und andere Wasserbewohner können den Seegrund wieder als Lebensraum und für die Fortpflanzung nützen.
Der tiefere Neuenburgersee zirkuliert jetzt ebenfalls über die gesamte Wassertiefe. Obwohl er im Gegensatz zu den beiden anderen Seen auch im Herbst kein Sauerstoffproblem hat, tut ihm die Vollzirkulation gut. Selbst in 150 m Tiefe ist das Wasser des Neuenburgersees jetzt fast vollständig wieder mit Sauerstoff gestättigt.