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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweizer Sportförderung fördert in respektabler Form den Breitensport. </p><p>Im Leistungsauftrag überrascht die Zurückhaltung gegenüber der Förderung des Spitzensports. Spitzensport hat auch für den Breitensport eine Bedeutung, genauso wie in der Kultur das Stadttheater auf die Laienbühnen.</p><p>In Europa ist festzustellen, dass das staatliche Engagement grundsätzlich zunimmt, wird der Spitzensport doch auch u. a. in die Tourismuswerbung, Sportprodukt-Vermarktung, Staats- und Standortmarketing usw. einbezogen. Es mag erstaunen, wenn Fachleute bestätigen, dass viele Länder pro Bevölkerungsperson ein Mehrfaches in den Spitzensport investieren, dass z. B. Deutschland 300 Millionen Euro und Frankreich rund 250 Millionen Euro für die Förderung des Spitzensports einsetzen. Neben der erwähnten wirtschaftlichen Argumentation ist bei diesen Ländern die politische Argumentation traditionell (grundsätzlich Leistungsförderung, Vorbild- und Idolwirkung, Suchtpräventionswirkung).</p><p>Der Bundesrat hat ein sportpolitisches Konzept und einen Leistungsauftrag verabschiedet und sich grundsätzlich positiv gegenüber dem verantwortungsbewussten Spitzensport geäussert. Aus dem Konzept geht allerdings kein konkretes Engagement des Bundes hervor.</p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welches ist seine grundsätzliche Haltung gegenüber dem Spitzensport?</p><p>2. Welche Unterstützung ist gegenwärtig und künftig vorgesehen? An welche Voraussetzungen ist sie gebunden (Nachwuchs und Aktive)?</p><p>3. Wo sieht er Möglichkeiten, die Diskrepanz zu anderen europäischen Staaten zu reduzieren?</p><p>4. Wie will man drohenden Auswüchsen begegnen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat bekennt sich zu einem glaubwürdigen Spitzensport. Spitzensport birgt durch seine Vorbildwirkung und grosse mediale Beachtung Chancen und auch Risiken für den gesamten Sport. Die Aufgabe des Bundes ist es, in Zusammenarbeit mit seinen Partnern des privatrechtlichen Sports die Chancen zu nutzen und die Risiken zu vermindern. Bei den Förderungsmassnahmen des Bundes gelten das Subsidiaritätsprinzip sowie der Vorrang der wettbewerbs- und finanzpolitischen Leitplanken. In diesem Sinne liegt die Hauptverantwortung der Massnahmen zur Förderung des Spitzensports beim privatrechtlichen Sport; dessen Autonomie gilt es zu wahren. Der Schwerpunkt der staatlichen Sportförderung liegt im Breitensport.</p><p>2. Gestützt auf Artikel 68 der Bundesverfassung interveniert der Bund im Spitzensport in erster Linie im Bereich der Ausbildung, d. h. in der Nachwuchsförderung und der Aus- und Weiterbildung von Trainerinnen und Trainern. Für die Nachwuchsförderung werden im Rahmen des grössten Sportförderungswerks des Bundes, Jugend + Sport, jährlich rund 2,5 Millionen Franken investiert. Diese Mittel fliessen in leistungsorientierte Nachwuchsförderprogramme der Sportverbände. Eine weitere Million pro Jahr wird im Rahmen des sportpolitischen Konzepts des Bundesrates aufgewendet. Damit wird versucht, Strukturen zu bilden, die es jungen Athletinnen und Athleten ermöglichen sollen, den Balanceakt zwischen Schule/Ausbildung, Familie/Privatleben und Training/Wettkampf zu schaffen.</p><p>Der Bund hat eine Leistungsvereinbarung mit Swiss Olympic, dem Dachverband der Schweizer Sportverbände. Swiss Olympic erhält vom Bund jährlich über 5,8 Millionen Franken, u. a. für die Trainerausbildung sowie die Dopingbekämpfung, wovon rund 2,5 Millionen Franken in die Spitzensportförderung der nationalen Verbände fliessen. Der Bund führt zudem Spitzensportler-Lehrgänge in den Rekrutenschulen.</p><p>3. Wenn die oben erwähnten Leistungen zusammengerechnet und die weiteren Aufwendungen des Bundesamtes für Sport zugunsten des Spitzensports im Bereich Ausbildung, Forschung, Betreuung und Unterkunft dazu addiert werden, kommt man auf ein Spitzensportengagement des Bundes von rund 17,5 Millionen Franken pro Jahr. Pro Kopf der Bevölkerung sind das jährlich Fr. 2.40. Es ist schwierig, diese Zahlen mit denen unserer Nachbarn zu vergleichen, da die Berechnungsgrundlagen von Land zu Land variieren. Deutschland hat 179 Millionen Euro im Budget 2003 für die Spitzensportförderung eingesetzt, das ergibt Fr. 3.35 pro Kopf der Bevölkerung, Frankreich liegt bei Fr. 3.75 pro Kopf. Die Spitzensportförderung des Bundes ist somit im Vergleich zu diesen Ländern tiefer. Der Bundesrat sieht gegenwärtig, nicht zuletzt aufgrund der Finanzlage, keine Möglichkeit, diese Situation zu verändern.</p><p>4. Der Bund will zu einem glaubwürdigen Spitzensport beitragen. Er bekämpft deshalb entschlossen den Dopingmissbrauch, indem er die Dopingprävention finanziert und realisiert (z. B. mit dem Projekt "Dopingfreier Spitzensport"), die Dopingbekämpfung mit Beiträgen an Swiss Olympic unterstützt und die Forschung im Dopingbereich fördert. Im Bereich Sucht- und Gewaltprävention werden in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Partnern gegenwärtig verschiedene wegweisende Projekte realisiert.</p>  Antwort des Bundesrates.