Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/2902

Leserbrief
16.07.2008 (nicht erschienen)
Tages-Anzeiger
per e-mail
<email-pii>
Leserbrief zu „Ein
Schluck Bier bringt die Leber auf Touren, 15.7.08
Nachgewiesen ist, dass diese Alkoholstudien zum grossen Teil systematische Fehler aufweisen und den Gesundheitszustand und die Lebensumstände der Teilnehmer nicht berücksichtigten. Forscher fragen auch, ob die positiven Ergebnisse nicht einfach darauf beruhen, dass mässige Alkoholkonsumenten ganz allgemein gesund lebten. Auch ist oft nicht klar, ob die positiven Ergebnisse dank des Alkohols oder anderer Inhaltsstoffe zustande kamen. Dazu kommt, dass die im alkoholischen Getränk enthaltenen Phenole und andere Stoffe auch in Fruchtsaftgetränken, alkoholfreiem Bier und Früchten enthalten sind, wo sie ohne schädliche Nebenwirkung des Alkohols ihre gesundheitsfördernde Wirkung leisten können. Nur macht dafür niemand Reklame.
Hier ein paar Beispiele von aktuellen Studien, die man auf www.alkoholpolitik.ch nachlesen kann: Ein Glas Wein täglich könne das Risiko, an nichtalkoholischer Fettleber zu erkranken, halbieren. Kleine Mengen von Bier oder Schnaps würden dieses Risiko vervierfachen. (23.5.08) Es wird vermutet, die Wirkung könnte nicht vom Alkohol herrühren. Eine andere Studie warnt, 1,5 Liter Bier pro Tag habe eine immunschwächende Wirkung und erschwere die Genesung nach einer Operation. (29.8.07) Nach einer sportlichen Leistung sollte kein Bier getrunken werden, da es die Regeneration der Kohlehydratspeicher der Muskeln verzögere. (15.8.06) Die WHO berichtete von ihrer Studie, dass schon kleine Mengen Alkohols das Krebsrisiko erhöhen, zusammen mit Rauchen sogar dramatisch. (23.11.07) Z.B. bereits mässiger Alkoholkonsum bei Frauen nach der Menopause erhöht das Brustkrebsrisiko. (15.4.08) Ein weiteres Problem sind die nicht einheitlichen Angaben für die empfehlenswerte Menge. In England z.B. wird. der Alkoholkonsum neu um einen Drittel höher eingeschätzt, weil die Gläser grösser und die Getränke alkoholhaltiger geworden sind. Die englischen Fahrer wissen so nicht, wie viel Alkohol in einem Glas ist. (29.11.07/14.12.07)
Zusammengefasst kann man mit der amerikanischen Herzgesellschaft sagen, dass die Nachteile die eventuell vorhandenen Vorteile weit übersteigen und es andere Möglichkeiten gibt, die gewünschten positiven Effekte ohne schädliche Nebenwirkungen zu erreichen.
Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer

Inhaltsverzeichnis
Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr / Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón
Herausgeber/Editor:
Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307
Effretikon, Switzerland,
Copyright © 2001-2008: Hermann T. Meyer. Alle Rechte vorbehalten. Unsere eigenen Texte dürfen gerne unter Quellenangabe übernommen und weiterverbreitet werden. Fremde Texte entsprechen nicht unbedingt unserer eigenen Auffassung.
All rights reserved. Our own texts may be copied and distributed with stating the source. Texts from other sources do not necessarily represent our views.
Stand: 30.12.2008