Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03353.jsonl.gz/258

Jan van Berkel und Daniela Ryf triumphieren mit Top-Zeiten
Bei der Ironman-Premiere in Thun gibt es einen Schweizer Triumph durch Jan van Berkel und Daniela Ryf.
Beide erkämpfen sich ihren jeweils dritten «Heimerfolg» und realisieren Ironman-Bestzeiten auf Schweizer Boden.
Van Berkel erreichte das Ziel nach 7:39:41, Ryf nach 8:32:36 Stunden. Einziger Makel an diesen Zeiten ist, dass die Schwimmstrecke vom Veranstalter aus «technischen Gründen» von ursprünglich 3,8 auf 3,0 km verkürzt werden musste. Mit der Weltklasse-Langdistanz-Duathletin Petra Eggenschwiler (2.) und Ruedi Wild (3.) gab es zwei weitere Schweizer Podestplätze.
Van Berkel übernahm ab Kilometer 15 des Marathons die Führung. Doch vom Engländer Joe Skipper, der eine Woche zuvor noch im Rahmen des Collins Cup fast eine komplette Halb-Ironman-Distanz bestritt, wurde er bis auf die letzten Kilometer gefordert. Erst auf den letzten Kilometern konnte sich Van Berkel entscheidend absetzen und am Ende mit einem noch sicheren Vorsprung von 86 Sekunden einlaufen. «Es brauchte die Form meines Lebens für diesen Sieg», sagte Van Berkel.
Ironman sei sonst immer ein Kampf gegen sich selbst, diesmal sei es ein Rennen gewesen, führte er gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA weiter aus. «Wenn ich mein eigenes Tempo im Marathon gegangen wäre wie von meinem Trainer empfohlen, wäre ich einfach Zweiter geworden. Ich musste über meine normale Pace gehen. Ich wollte einfach unbedingt gewinnen und holte mir die Energie dafür auch von aussen von meiner Familie», so van Berkel.
Schildknecht verabschiedete sich mit 18. Rang
Van Berkel imponierte dabei mit einer Marathon-Zeit von 2:37:42 Stunden. Ronnie Schildknecht, der Rekordsieger des Ironman Switzerland (9 Triumphe), genoss derweil seinen letzten Triathlon und verabschiedete sich im Alter von 42 Jahren mit dem 18. Rang im Profifeld.
Daniela Ryf zog im Finish noch mit freundschaftlichen Worten an Schildknecht vorbei zu ihrem dritten Erfolg am Ironman Switzerland. Die vierfache Ironman-Weltmeisterin hatte 2014 bei ihrem Ironman-Debüt in Zürich sowie 2016 gleichenorts triumphiert.
Ryf feierte in Thun einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und geriet regelrecht ins Schwärmen: «Es ist der landschaftlich schönste Langdistanz-Kurs, den ich je erlebt habe. Auch das Berner Flair mit Zuschauern auf den Hügeln war echt sympathisch.»
Die 34-jährige Solothurnerin befand sich bei der Thuner Premiere in einer eigenen Liga und setzte sich bereits im Schwimmen ab. Bis zum zweiten Wechsel baute sie ihren Vorsprung auf die am Ende zweitklassierte Landsfrau Petra Eggenschwiler auf über eine halbe Stunde aus. Im Ziel wies Ryf einen Vorsprung von satten 36:08 Minuten auf. Dritte wurde die Deutsche Kristin Liepold mit 37:48 Minuten Rückstand.
Ryf mit zurückgekehrter Energie
Ryf hatte in den letzten Wochen gesundheitliche Probleme unter anderem mit dem Immunsystem bekundet. Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte sie, dass letzte Woche bei Untersuchungen eine Pilzinfektion im Magenbereich diagnostiziert worden sei. Die Behandlung scheint gut angeschlagen zu haben, denn Ryf fühlte am Sonntag «so viel Energie wie schon seit Monaten nicht mehr.»
Ryf wird nun in zwei Wochen die 70.3-WM in St. George im amerikanischen Bundesstaat Utah bestreiten, wo sie den sechsten WM-Titel über diese Distanz gewinnen könnte. Für Ryf wird es der verbleibende Saisonhöhepunkt sein, da die Ironman-WM auf Hawaii wegen der Corona-Pandemie zum dritten Mal verschoben wurde und am 5. Februar nachgeholt werden soll. Wegen der erneuten Verschiebung der Ironman-WM war Ryf in Thun überhaupt am Start.