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Im Ersten Weltkrieg beherbergte Olten insgesamt über 72 000 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten und 10 000 Pferde und hatte als Etappenort den rückwärtigen Dienst der «Fortifikation Hauenstein» sicherzustellen. Im Wisenberg-Hauenstein-Belchen-Gebiet wurde damals ein mächtiges Festungssystem mit einer Frontlänge von fast 50 Kilometern Länge und über 150 Geschützstellungen angelegt. Die Truppen, welche diese umfangreichen Bauarbeiten verwirklichten und auch die Belchensüdstrasse bauten, hinterliessen an den steil aufragenden Felswänden der Belchensüdstrasse eine grosse Zahl von farbigen Reliefs. Sie sind seit ihrer Entstehung schon zu verschiedenen Malen überholt worden. Dank dem Umstand, dass Karl Rein, der von 1917 bis 1947 als städtischer Hochbautechniker angestellt war, als Mitglied des Vorstandes der Regionalgruppe Olten des Solothurner Heimatschutzes die von ihm verfassten Protokolle mit wunderschönen Handzeichnungen und Aquarellen zu verschönern pflegte, ist uns neben zahlreichen denkmalpflegerischen Raritäten unserer Region auch der Originalzustand einer Grosszahl dieser Reliefs in massstäblichen Abbildungen überliefert.
Diese sind heute Erinnerungen an eine Zeit, während der das Bifangschulhaus als Etappen-Sanitätsanstalt diente. Allein im März 1917 befanden sich hier 500 Militärpatienten in Pflege. An eine Zeit aber auch, in der in der Militärschneiderei 250 Arbeiterinnen und Arbeiter allein vom Mai 1915 bis April 1916 nicht weniger als 20 000 Waffenröcke und 17 000 Paar Hosen anfertigten.
Foto: Karl Rein, städtischer Hochbautechniker 1917-1947: Soldatenwappen an der Belchensüdstrasse. Aquarellierte, massstäbliche Tuschzeichnung (Stadtarchiv Olten)