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Es gibt wieder einmal ein „wahres Märchen“:
Es war einmal ein Fräulein Schindler (ich weiss, das ist politisch unkorrekt, aber damals sagte man es eben so). Dieses Fräulein Schindler erblickt am 31. August 1879 in Wien das Licht der Welt. Ihr Vater ist ein bekannter und erfolgreicher Kunstmaler, der stirbt, als seine Tochter 13 Jahre alt ist. Der spätere Stiefvater ist ebenfalls Maler. 1902 heiratet Fräulein Schindler den Direktor der K. K. Hofoper, der heutigen Wiener Staatsoper. Mit ihm führt sie eine turbulente Ehe – und bringt nebenbei zwei Kinder zur Welt. Mit 32 Jahren ist die geborene Schindler zum ersten Mal Witwe, eine prominente Witwe, die „Witwe eines grossen Mannes“; eine Rolle ganz nach ihrem Geschmack. Trotzdem dauert es nicht lange, bis ein neuer Mann in ihr Leben tritt, ein höchst umstrittener Maler. Was folgt, ist eine leidenschaftliche, geradezu filmreife Affäre. Als nächstes kommt ein berühmter Architekt. Die Witwe heiratet ihn 1915 in Berlin, während er Sonderurlaub hat; anschliessend muss er wieder zurück an die Front. Die Ehe hält nicht besonders lange. Schon bald beginnt Madame eine Affäre mit einem Mann, der, nach der Scheidung vom zweiten, 1929 ihr dritter und letzter Gatte wird. Dieses Mal ist es ein Schriftsteller. Sie begleitet ihn, als er während des Zweiten Weltkriegs nach Amerika emigriert. Am 11. Dezember 1964 stirbt die Schindler, seit 1945 erneut verwitwet, in New York.
Im letzten Abschnitt ihres Lebens hiess das einstige Fräulein Schindler Alma Mahler-Werfel. Gustav Mahler, Walter Gropius, Franz Werfel, Oskar Kokoschka, Bruno Walter, Hans Pfitzner, Arnold Schönberg, Gustav Klimt, Gerhart Hauptmann, Alban Berg – die Liste der Künstler, die Alma über den Weg liefen, ist fast endlos. Doch sie war nicht nur die ewige Gattin, Geliebte und Witwe, sondern ausserdem auch eine starke, vielseitig begabte Frau. Jetzt bei buchplanet.ch: Alma von Berndt W. Weissling und Alma Mahler oder die Kunst, geliebt zu werden von Françoise Giroud.