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Kapitel 1 Grundlagen der Raketentechnik20
SATELLITEN
Ein geworfener Ball fliegt in einer gekrümmten Bahn, bis er schliesslich auf dem Boden auftrifft, weil er von der Schwerkraft laufend nach unten gezogen wird. Ein fallen gelassener und ein gewor- fener Ball fallen gleich schnell zu Boden. Die Zeit, die bis zum Auftreffen der beiden Bälle ver- streicht, ist bei derselben Fall- bzw. Wurfhöhe immer gleich. Wenn mehrere Bälle aus derselben Höhe fallen gelassen oder mit unterschiedlicher Wucht geradeaus geworfen werden, dann sind die Zeiten, die bis zum Auftreffen der Bälle verstreichen, in allen Fällen gleich, während die Wurfwei- ten sehr unterschiedlich ausfallen. Je schneller der Ball abgeworfen wird, desto weiter wird er wäh- rend einer bestimmten Fallzeit fliegen. Die Wurfbahnen werden um so länger, je grösser die Ge- schwindigkeit beim Abwurf war. Ein aus einer Kanone abgefeuertes Geschoss folgt einer sehr lang gestreckten und nur leicht gekrümmten Bahn, während ein geworfener Ball eine kurze und stark gekrümmte Bahn durchläuft. Wenn nun ein Geschoss mit einer so hohen Geschwindigkeit abge- schossen wird, dass es in jeder Sekunde 7.9 Kilometer zurücklegt, dann fällt es in einer Sekunde gerade soweit herunter, wie die Erdoberfläche infolge ihrer Krümmung herabgesunken ist. Das Geschoss hat also wieder dieselbe Höhe über der Erdoberfläche wie beim Abschuss, da die Krümmung der Flugbahn und die Erdkrümmung gleich gross sind.
Abb. 1-14. Das Bild zeigt eine Kanone auf einem hohen Turm, mit der Geschosse mit verschiedenen Ge- schwindigkeiten abgefeuert werden. Je Grösser die Geschwindigkeit des Geschosses, desto weiter ist der Weg, den es zurücklegt. Bei einer Abschussgeschwindigkeit von 7.9 Kilometer pro Sekunde fliegt das Ge- schoss in gleichem Abstand zur Erdoberfläche in einer Kreisbahn um die Erde (nicht massstabsgetreu).