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Schlaganfall
Endovaskuläre Therapie: Besser als gedacht
Bei grossen apoplektischen Insulten verzichtete man bisher lieber auf eine endovaskuläre Therapie – die Gefahr für Hämorrhagien erschien zu hoch. Eine neue Untersuchung zeigt jedoch, dass das Outcome durch den Gefässeingriff besser, und das Risiko womöglich gar nicht so gross sein könnte wie gedacht.
Die endovaskuläre Therapie wird auch in der Behandlung des ischämischen Schlaganfalls erfolgreich eingesetzt. Bei grossen Infarkten wird das Verfahren jedoch von den meisten Neurologen nicht empfohlen – hier sei die Gefahr ausgedehnter Nachblutungen zu gross. Ob diese Sorge begründet ist, hat eine japanische Arbeitsgruppe in einer jüngst im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie untersucht (1).
Insgesamt 203 Patienten wurden in die offene randomisierte Studie eingeschlossen. Alle wiesen einen ausgedehnten ischämischen Insult im Bereich der A. carotis interna oder des M1-Segments der A. cerebri media auf. «Ausgedehnt» bedeutete ein Alberta Stroke Program Early CT Score (ASPECTS)-Wert von 3 bis 5 laut CT- oder MR-Angio. Ausserdem musste der National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS) mindestens sechs Punkte betragen. Innerhalb von sechs Stunden nach Symptombeginn erhielten 101 Kranke (Gruppe 1) nach dem Zufallsprinzip zusätzlich zur optimalen konservativen Behandlung eine endovaskuläre Therapie. Das genaue Vorgehen lag dabei im Ermessen des behandelnden Arztes, eingesetzt wurden beispielsweise der Stent Retriever oder die Ballonangioplastie. Bei 102 Betroffenen (Gruppe 2) erfolgte ausschliesslich die bestmögliche konservative Therapie. In jeder Gruppe erhielt gut ein Viertel der Kranken ausserdem Alteplase.
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