Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03602.jsonl.gz/429

ISRAEL von Tag zu Tag – 1/2021
Beachten Sie auch die Beiträge in der Rubrik DES WEITEREN ganz unten
Freitag, 8.1.2021
Strenge Abriegelung mit 25 Polizeikontrollstellen auf den Autobahnen
Israel befindet sich seit heute Morgen wieder unter einer verschärten Abriegelung im ganzen Land, nachdem die Vorschriften noch am Donnerstagabend von einem Knessetausschuss genehmigt wurden. Die Polizei beabsichtigt, die Kontrollen von angehaltenen Fahrern an Checkpoints streng durchzuführen und alle Passagiere in jedem Auto zu überprüfen, nicht nur die Fahrer. (Bild 7)
Auf Israels Strassen herrschte am Donnerstagabend vor Beginn der verschärften Abriegelung reger Verkehr. Auf der Ajalon-Stadtautobahn, der Hauptverkehrsader der Metropole Tel Aviv, war der Verkehr 35% intensiver als an den vorherigen Donnerstagen.
Die Polizei errichtete in der Nacht zum Donnerstag eine grössere Zahl von Strassensperren auf den Autobahnen zwischen den Städten sowie auf Stadtstrassen im ganzen Land, um die Vorschriften durchzusetzen. In den nächsten zwei Wochen werden jeden Tag von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens Kontrollpunkte in einem ähnlichen Format eingerichtet. Zusätzlich werden nach Angaben der Polizei Tausende von Polizeibeamten den ganzen Tag über patrouillieren, um die Vorschriften durchzusetzen.
Laut dem stellvertretenden Polizeikommandanten, Jischai Schalem, werden etwa 5‘000 Polizeibeamte eingesetzt, um die verschärfte Abriegelung durchzusetzen.
Der Tarif ist bekannt
Wer gegen die Lockdown-Regeln verstösst, wird laut Polizei bezahlen: Sie hat den Tarif bekannt gegeben.
Personen, die bei der Verletzung der Sperre erwischt werden, werden mit einer Geldstrafe von 5‘000 Schekeln (rund 1‘400 CHF) belegt. Die Verweigerung des Befehls eines Polizeibeamten, sich zu entfernen, wird mit 1‘000 Schekeln (rund 280 CHF) bestraft. Das Nichttragen einer Maske in der Öffentlichkeit führt zu einer Geldstrafe von 500 Schekeln (140 CHF). Der Aufenthalt an einem öffentlichen Ort oder in einem Geschäft, das nicht geöffnet werden darf, oder das Beten unter Verletzung der Richtlinien wird mit 500 Schekeln bestraft.
(Verschiedene Medien)
Donnerstag, 7.1.2021
Ab heute Abend dritter Lockdown
Das Corona-Kabinett hat am Dienstagabend eine Abriegelung genehmigt, die heute um Mitternacht beginnt und zwei Wochen dauern wird (Bild 6). Sie beinhaltet auch die Schliessung des gesamten Bildungssystems, mit Ausnahme der Sonderpädagogik.
Als das Corona-Kabinett am Dienstagnachmittag zusammentrat um über neue Einschränkungen zu beraten, herrschte unter den Ministern bereits fast völliger Konsens. Denn das Gesundheitsministerium hatte am Vortag 8‘368 neue Fälle gemeldet, 828 Menschen in ernstem Zustand, darunter mehr als 200, die intubiert wurden. Von denjenigen, die auf das Virus untersucht wurden, waren 7,4 % positiv.
Darüber hinaus berichtete der Coronavirus-Beauftragte Nachman Ash, dass bereits 30 Fälle der britischen Mutation in Israel entdeckt wurden und dass diese Personen 189 andere infiziert haben - im Durchschnitt sechs Personen durch jede infizierte Person.
Israel im Ausnahmezustand
«Wir befinden uns im Ausnahmezustand, inmitten einer globalen Pandemie, die sich mit der britischen Mutation mit Höchstgeschwindigkeit ausbreitet. Sie hat Israel erreicht und fordert viele Menschenleben», sagte Premierminister Benjamin Netanjahu während des Treffens. Das Land müsse sofort eine vollständige Abriegelung verhängen. Jede Stunde der Verzögerung lasse die Krankheit noch schneller sich ausbreiten und fordert einen hohen Preis.
Zuvor hatte Netanjahu gesagt: «Die Krankenhäuser warnen uns, dass wir die gefährlichste Welle seit dem Ausbruch der Pandemie erleben. Das Gesundheitsministerium und die Experten warnen uns, dass wir uns in einem Ausnahmezustand befinden und dass, wenn wir nicht sofort handeln, viele Hunderte von Israelis sterben werden».
Premierminister Benjamin Netanjahu hat die Beschränkungen als Israels letzten Versuch bezeichnet, den starken Anstieg der Coronafälle zu stoppen, während das Land mit einer schnellen Impfkampagne fortfährt und hofft, die Krise innerhalb weniger Wochen zu überwinden.
Israels Impfkampagne hat in etwa zwei Wochen fast 15% der 9 Millionen Einwohner erreicht.
Regierung genehmigt Beschlüsse des Corona-Kabinetts
Gestern Abend (Mittwoch, 6.1.) hat die Regierung in einer Telefonkonferenz die ergänzende Verordnung des Gesundheitsministeriums genehmigt, die um 24 Uhr in der Nacht auf Freitag in Kraft treten und für 14 Tage gelten wird.
Sie beinhaltet namentlich
- Das Verbot, den eigenen Wohnort zu verlassen, um sich am Wohnort einer anderen Person aufzuhalten.
- Die Schliessung von öffentlichen und kommerziellen Plätzen mit Ausnahme von wesentlichen Geschäften: Lebensmittel, Hygiene, Optik, Apotheken und elektrische Produkte sowie Produkte, die für wesentliche Reparaturen im Haus notwendig sind.
- Die Beschränkung von Versammlungen auf bis zu fünf Personen in einem geschlossenen Raum und bis zu zehn Personen in einem offenen Raum (mit Ausnahmen).
- Beschränkung der Erlaubnis ins Ausland zu fliegen.
- Die Aufhebung der Erlaubnis zum Verlassen des Wohnsitzes für Aktivitäten, um der Isolation von Senioren entgegenzuwirken.
- Das Verbot, Bildungseinrichtungen für Lernende und Angestellte zu öffnen.
- Das Verbot für Angestellte, ihre Arbeitsstätten zu betreten, ausser Arbeitsstätten, für die Ausnahmen festgelegt wurden, einschließlich solcher, die wesentliche und lebenswichtige Dienstleistungen erbringen und solche, die mit Bau- oder Infrastrukturarbeiten beschäftigt sind.
- Die Reduktion der Auslastung des öffentlichen Verkehrs auf 50% der Kapazität (auch in Bussen)
Siehe auch ISRAEL-Zwischenzeilen 53/2020
Dritter Lockdown kostet Wirtschaft über 1 Milliarde Franken pro Woche
Die Verschärfungen der bisherigen Einschränkungen durch Israels dritten landesweiten Lockdown wird die nationale Wirtschaft nach Schätzungen der Regierung und der Zentralbank voraussichtlich bis zu 4 Milliarden Schekel (gut 1,1 Milliarden CHF) pro Woche kosten.
Es wird erwartet, dass Israels Wirtschaft im Jahr 2020 um 3,7 % geschrumpft ist, mit zweistelliger Arbeitslosigkeit, aber im Jahr 2021 wieder auf ein Wachstum von bis zu 6,3 % ansteigen wird, wenn das schnelle Tempo der Corona-Impfungen beibehalten wird.
Bis Ende März werden alle geimpft sein
Premierminister Benjamin Netanjahu hat heute Abend in einer Fernsehansprache angekündigt, dass bis Ende März jeder Israeli über 16 Jahren gegen das neuartige Coronavirus geimpft sein wird.
«Unsere Vereinbarung mit Pfizer stellt sicher, dass es genug Impfstoffdosen gibt, um alle israelischen Bürger über 16 Jahre bis Ende März zu impfen, und vielleicht sogar noch früher», sagte Netanjahu. «Das erste Flugzeug wird am Sonntag eintreffen, und danach werden weitere folgen. Israel wird ein Musterland für schnelle Impfungen sein.»
(Verschiedene Medien)
Israelische Politiker verurteilen Ausschreitungen in Washington
Nach der Erstürmung des Parlamentsgebäudes, des Capitols, in der US-Hauptstadt Washington D.C. gestern Nachmittag (Ortszeit) hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute die Tat verurteilt. Er sprach von einer schändlichen Tat. Gesetzlosigkeit und Gewalt seien das Gegenteil von den Werten, die Amerikaner und Israelis schätzten, sagte Netanjahu vor einem Treffen mit US-Finanzminister Steven Mnuchin in Jerusalem. (Video)
Netanjahu und der noch bis zum 20. Januar amtierende US-Präsident Donald Trump haben ein enges Verhältnis. Netanjahu hatte Trump «als besten Freund, den Israel je im Weissen Haus hatte», beschrieben.
Auch Israels Aussenminister Gavriel «Gabi» Aschkenasi und Verteidigungsminister Benjamin «Benny» Gantz verurteilten die Erstürmung des US-Kongresses scharf. Der Angriff habe ihn schockiert, schrieb Aschkenasi heute Morgen bei Twitter. Seit ihrer Unabhängigkeit seien die USA ein Leuchtfeuer der Demokratie gewesen und hätten für Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Unabhängigkeit gestanden.
Im Heiligen Land feiert man 3 x Weihnachten
In der Schweiz kennt man «2 x Weihnachten», eine Aktion des Roten Kreuzes mit der SRG, Coop und der Post, mit der armutsbetroffenen Menschen namentlich Lebensmittel geschenkt werden.
In Israel feiert man 3 x Weihnachten, allerdings in anderer Hinsicht.
Am 24./25. Dezember feiern die meisten Christen verschiedener Konfessionen wie überall auf der Welt das «normale» Weihnachten.
Heute, am 7. Januar, wird das zweite Weihnachtsfest begangen, jenes der russischen, griechischen, koptischen, äthiopischen und anderen orthodoxen Kirchen.
Nur die armenisch-orthodoxe Kirche in Jerusalem hat aufgrund einer alten Kalenderverwechslung beschlossen, an einem anderen Tag, dem 18. Januar, zu feiern.
Die meisten jüdischen Israelis sind nur mit dem westlichen (katholischen) Weihnachtsfest am 25. Dezember vertraut, das immer mal wieder mit ihrem Chanukkafest zusammenfällt.
Da der grösste Teil der christlichen Bevölkerung in Israel den verschiedenen östlich-orthodoxen Kirchen angehört, ist der 7. Januar der Tag, der von mehr Menschen im Heiligen Land als Weihnachten gefeiert wird.
(Israel Heute)
Mittwoch, 6.1.2021
Sudan unterzeichnet «Abraham-Abkommen»
Der Sudan hat heute in seiner Hauptstadt Khartum zusammen mit dem Vertreter der US-Regierung, Finanzminister Steven Mnuchin, das «Abraham-Abkommen» unterzeichnet.
Der afrikanische Staat wurde das dritte von vier Ländern, die der Normalisierung der Beziehungen mit dem jüdischen Staat zugestimmt haben (Bild 5), nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain und vor Marokko, das das Abkommen noch nicht unterzeichnet hat.
Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten das Abraham-Abkommen mit Israel am 15. September vor dem Weissen Haus unterzeichnet. Die beiden Golfstaaten waren die ersten, die ihre Beziehungen mit dem jüdischen Staat normalisierten, nach Jordanien und Ägypten, die 1994 bzw. 1979 Frieden mit Israel geschlossen hatten.
Der Sudan hatte bisher offiziell – wie viele muslimische Länder – keine diplomatischen Beziehungen mit Israel. Das Land mit seinen 42 Millionen Einwohnern war unter dem autokratischen Präsident Omar al-Baschir lange Jahre isoliert und stand unter anderem auf der berüchtigten US-Liste staatlicher Unterstützer von Terroristen.
(Verschiedene Medien)
Sonntag, 3.1.2021
Impfkampagne gegen COVID-19
Seit dem 19. Dezember läuft in Israel eine nationale Impfkampagne. Zügig werden täglich in 325 Impfstationen durchschnittlich 100.000 Israelis gegen COVID-19 geimpft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben mittlerweile mehr als 1,2 Million Menschen – 12 Prozent der Bevölkerung – die erste Impfdosis erhalten. Allein am 31.12. wurden rund 153.400 Menschen geimpft. (Grafik 2)
Derzeit werden alle Menschen über 60 Jahre, das medizinische Personal und die Risikogruppen geimpft. Laut des Gesundheitsministeriums haben mehr als 40 Prozent der über 60-Jährigen im Land bereits die erste Dosis des Biontech-Pfizer-Impfstoffs erhalten. Israel liegt damit weltweit auf Platz 1.
Bis Ende Januar 2 Millionen Menschen vollständig impfen
Israel hat heute angekündigt, bis Ende Januar zwei Millionen Menschen vollständig impfen zu wollen, d.h. ihnen die zwei nötigen Injektionen zu verabreichen. Dies entspricht mehr als einem Fünftel der israelischen Gesamtbevölkerung von etwa 9,2 Millionen Menschen.
Laut Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich in Israel bis heute mehr als 435.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Etwas über 3400 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben.
Zurzeit gibt es 47.071 Israelis, die aktiv gegen das Virus kämpfen. Davon befinden sich 761 Patienten in einem ernsten Zustand, 255 davon in einem kritischen Zustand und 209 Patienten sind auf lebenserhaltende Massnahmen angewiesen, um zu überleben.
Das mutierte Coronavirus hat Israel erreicht
Das erstmals im Vereinigten Königreich entdeckte mutierte Coronavirus ist nun auch nach Israel gelangt. Es wurden am Wochenende eine Anzahl Infizierungen festgestellt.
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums wurden bisher mindestens 30 Personen mit der «britischen Variante» von SARS-CoV-2 diagnostiziert. Sechs von ihnen waren aus dem Ausland zurückgekehrt. Nach bisherigen Erkenntnissen ist das mutierte Virus nicht gefährlicher, jedoch ansteckender.
(Gesundheitsministerium des Staates Israel / Jewish Press)
Impfzentrum in Tel Aviv steht bereit
Nach zwei Tagen harter Arbeit ist das Impfzentrum am Rabin-Platz im Zentrum von Tel Aviv bereit, die ersten Besucher zu empfangen (Bilder 3 und 4). Die Impfungen beginnen hier heute Morgen und werden an sechs Tagen in der Woche durchgeführt, Sonntag bis Donnerstag von 8 bis 22 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr. Das Corona-Testzentrum, das an das südliche Ende des Rabin-Platzes umgezogen ist, ist an sieben Tagen in der Woche in Betrieb.
Das neue Impfzentrum ist eine Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung Tel Aviv-Jaffa und dem Sourasky Medical Center, allgemein als Ichilov-Krankenhaus bezeichnet. Das Zentrum umfasst 20 Impfstationen, die vom Pflegepersonal des Krankenhauses betrieben werden. Die Registrierung für Impfungen im Zentrum steht allen israelischen Einwohnern ab 60 Jahren offen. Um sich für eine Impfung anzumelden, werden Israelis auf eine Webseite eingeladen.
In der Zwischenzeit haben das Rathaus und das Ichilov-Krankenhaus die Zulassungskriterien für die Impfungen im Zentrum am Rabin-Platz erweitert: Zusätzlich zu israelischen Bürgern ab 60 Jahren werden die Impfungen auch Erwachsenen im Alter von 55-60 Jahren verabreicht, die an einer oder mehreren der folgenden chronischen Krankheiten leiden: Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit und chronische Lungenerkrankungen.
(Jewish Press)
DES WEITEREN
Magen David Adom 2020: Ein Jahr in Zahlen
Durch die Corona-Pandemie hatte Magen David Adom im 90. Jahr seines Bestehens ein arbeitsreiches Jahr 2020, indem er Israels Kampf gegen das Virus unterstützte und gleichzeitig seine Standardaufgaben erfüllte.
Israels Rotes Kreuz heisst Roter Schild Davids
Magen David Adom (MDA, hebräisch: מגן דוד אדום, deutsch: Roter Schild Davids, meist Roter Davidstern genannt, das «Rote Kreuz» Israels) ist eine Hilfsorganisation in Israel, welche dort mit offiziellem staatlichen Auftrag für Krankentransport-, Notfallrettungs- und Blutspendedienste verantwortlich ist. Sie wird durch United Hatzalah, einer Ersthelfer-Organisation, unterstützt. Ausserdem unterstützt MDA die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte als Zusatzeinheit. Sitz des MDA ist Tel Aviv.
Betrieben durch rund 30‘000 Angestellte und Freiwillige sind rund 2‘000 MDA-Ambulanzen an 180 Orten im ganzen Land stationiert, wobei im vergangenen Jahr 11 neue Stationen eröffnet wurden. Der Dienst nutzt unter anderem 600 Motorräder, sechs Segways, neun Jeep-Ambulanzen, 48 kugelsichere mobile Intensivpflegestationen (ICU) sowie drei Corona-Impf- und -Testwagen.
278 Patienten wurden letztes Jahr mit den beiden ICU-Hubschraubern des MDA evakuiert.
Der MDA nahm im Jahr 2020 3‘456‘450 Coronavirus-Tests vor und hatte bis Sonntag (3.1.) 60‘000 Menschen geimpft. 14‘430 Einheiten Plasma wurden von genesenen COVID-19-Patienten gesammelt.
Der Dienst hatte im Jahr 2020 viel zu tun: Alle 30 Sekunden wurde ein Team losgeschickt, insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1‘046‘358 Einsätze. Mehr als 8‘000‘000 Anrufe gingen im MDA-Callcenter 101 ein, im Durchschnitt alle 7,2 Sekunden ein Anruf. Mehr als 900 Geburten wurden von MDA-Teams unterstützt.
Etwa 250‘000 Israelis erhielten vom MDA eine Ausbildung in Herz-/Lungen-Wiederbelebung und Erster Hilfe, und 507 jugendliche Freiwillige wurden in der Reaktion auf Massenunfälle (Mass-casualty incident. MCI) geschult. Die Blutspendedienste des MDA sammelten mit 42 Blutmobilen 269‘958 Blutkonserven, wobei 31,5 % der Blutspender Frauen waren und 19 % der Spender zum ersten Mal spendeten.
(The Jerusalem Post)
Erst 2006 durch IKRK anerkannt
Wie Wikipedia zu entnehmen ist, hat sich Magen David Adom seit seiner Gründung um die Anerkennung als nationale Gesellschaft im Sinne der Genfer Konventionen und um die Aufnahme in die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung bemüht. Da die Organisation jedoch als Kennzeichen den Roten Schild Davids (Bild 8) anstelle eines der in den Genfer Konventionen von 1949 festgelegten Schutzzeichen verwendet, wurde ihr die Anerkennung durch das IKRK und die Mitgliedschaft in der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften jahrzehntelang nicht gewährt.
Nach der Annahme des dritten Zusatzprotokolls zu den Genfer Konventionen im Dezember 2005 und der darauf basierenden Einführung des zusätzlichen neutralen Schutzzeichens Roter Kristall (Bild 9) erfolgte nach einer entsprechenden Änderung der Statuten der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung im Juni 2006 die Anerkennung von Magen David Adom durch das IKRK als nationale Hilfsgesellschaft und die Aufnahme in die Internationale Föderation.
Zahl der jüdischen Einwohner erstmals unter 74%
Zum ersten Mal seit der Gründung des Staates Israel ist der Anteil der jüdischen Bevölkerung des Landes unter 74% gefallen, so das Israeli Immigration Policy Center (IPC), das sich auf Daten des Central Bureau of Statistics beruft.
Auch die Zahl der jüdischen Einwanderer erreichte im Jahr 2020 mit 33,8 % der Gesamtzahl der Neueinwanderer ein Rekordtief, so das IPC.
Mehr dazu siehe in den ISRAEL-Zwischenzeilen 1/2021
Israel baut Flugschule für Griechenland auf
Elbit Systems aus Israel steht vor dem Abschluss eines Abkommens mit Griechenland im Umfang von 1,68 Milliarden US-Dollars zur Errichtung und zum Betrieb einer Flugschule. Es handelt sich um die nach dem Volumen bisher grösste derartige Übereinkunft zwischen den beiden Ländern.
Das Projekt soll 20 Jahre laufen. Es beinhaltet die Beschaffung von zehn Trainings-Kampfflugzeugen M-346 Lavi (Bild 10), die Wartung von bereits vorhandenen Beech T-6 sowie die Bereitstellung von Simulatoren, Training und logistischer Unterstützung.
Das Trainingszentrum wird nach dem Vorbild der Flugschule der israelischen Luftwaffe (IAF) ausgerüstet. Im Rahmen der Vereinbarung wird Elbit Systems Rüstsätze für die Aufrüstung und den Betrieb der T-6-Flugzeuge der griechischen Luftwaffe liefern. In Zukunft werden die Parteien auch Bereiche der Zusammenarbeit zwischen den israelischen und griechischen Flugakademien in Betracht ziehen.
(Verschiedene Medien)
Erstmals leitet eine Frau den militärischen Nachrichtendienst im Kampf gegen den Iran
Mit Oberstleutnant R. (Bild 1) übernimmt erstmals eine Frau die Leitung der Einheit des militärischen Geheimdienstes zur Überwachung des nachrichtendienstlichen Aspekts der Operationen gegen die von der israelischen Armee als Feindstaaten definierten Staaten, einschliesslich der Islamischen Republik Iran, die von Israel als grösste Bedrohung seiner Existenz eingestuft wird.
R. ist die stellvertretende Kommandantin der Einheit 9900 militärischen Nachrichtendienstes, der auch unter dem Kürzel Aman bekannt ist. Ihre Ernennung in diese Funktion war ebenfalls eine Premiere.
«Ich bin aufgeregt und stolz darauf, die erste Frau zu sein, die in einem für die Sicherheit Israels so wichtigen Job dient, einer Rolle, die Verantwortung, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und die richtigen operativen Entscheidungen in einem so komplizierten Bereich erfordert», sagte R., nachdem ihre Ernennung bekannt gegeben worden war.
Oberstlt.R. ist 37 Jahre alt und verheiratete Mutter von zwei Kindern. Sie hat sich in den Reihen des militärischen Geheimdienstes hochgearbeitet. Begonnen hatte sie ihren Dienst 2002 mit der Entschlüsselung von Luftbildern. Sie absolvierte dann eine Offiziersausbildung und diente in einer Reihe von Funktionen in der Einheit 9900, die für die Bildanalyse und die Erstellung von Karten aus verschlüsselten Bildern verantwortlich ist.
(Israel Hayom)
Armee mit Rekordzahl arabischer Rekruten
Mehr als 1‘000 arabische Israelis haben sich im vergangenen Jahr freiwillig gemeldet, um als Soldaten in den Israel Defense Forces (IDF) zu dienen (Bild 11). Die meisten davon meldeten sich nach Beginn der Coronavirus-Krise im März, so das Manpower Directorate (Personaldirektion) des Militärs am Sonntag (3.1.). Arabische Israelis sind grundsätzlich vom Militärdienst befreit.
Die Zahl der Dienstwilligen aus dem arabischen Sektor ist damit mehr als doppelt so hoch wie in den Vorjahren und umfasst Muslime aus Gebieten wie Taibe, Qalansuwa und Ost-Jerusalem, Beduinen aus Galiläa und christliche Araber aus dem Norden Israels.
Neben dem allgemeinen Anstieg der Zahl arabisch-israelischer Rekruten hat auch die Zahl derer zugenommen, die sich für Kampfeinsätze melden. Etwa 450 neue Soldaten traten als Späher und Kämpfer in die beduinische Patrouilleneinheit ein, während Dutzende weitere sich prominenten Infanteriebrigaden wie Kfir und Nahal oder der Grenzpolizei angeschlossen haben.
Bewerber aus «Feindstaaten»
Der Anstieg der arabischen Dienstwilligen ist auf eine Online-Initiative des Manpower Directorate zurückzuführen, durch die allein in diesem Jahr etwa 4‘000 mögliche Freiwillige ihr Interesse an einem Eintritt in die IDF bekundeten. Zum Erstaunen der Armee kamen einige der Interessenten sogar aus sogenannten Feindstaaten in der Region. Die Bewerbungen aus diesen Ländern mussten jedoch aus Sicherheitsgründen abgelehnt werden.
«Etwa 700 potenzielle Freiwillige meldeten sich aus arabischen Ländern wie dem Libanon und Syrien. Dies zeigt den Wandel, den die Region gerade durchmacht. Wir konnten die Nachfrage nicht glauben», sagte man beim Manpower Directorate. «Als Reaktion haben wir ein Rekrutierungsbüro in Galiläa eröffnet, wo Freiwillige ihr Hebräisch verbessern können. Diese Niederlassung wird in der Lage sein, insgesamt bis zu 2.500 Personen pro Jahr zu rekrutieren», so das Direktorat.
Drusen von den Golanhöhen
Dieses Jahr gab es auch einen Durchbruch in der Bereitschaft junger Drusen aus den Dörfern Majdal Shams, Buqata, Mas’ada und Ein Kinya auf den nördlichen Golanhöhen, sich zur Armee melden. In der Vergangenheit sahen die vier Dörfer davon ab, sich mit Israel zu identifizieren, aus Angst, dass die Golanhöhen irgendwann wieder unter syrische Kontrolle kommen könnten.
Die IDF bereiten sich auch darauf vor, in mehreren drusischen Dörfern und arabischen Gymnasien Klassenräume für Technologiestudien zu eröffnen, um ihnen zu helfen, sich als Techniker in das Militär zu integrieren und ihnen zu ermöglichen, einen Beruf für ihre zivile Zukunft zu erwerben.
(ynet)
Tel Aviv – wie eine Geisterstadt
In den letzten Tagen hat sich ein schwerer Nebel über Zentralisrael gesenkt, am deutlichsten in Tel Aviv. Die Stadt erlebt ein für die Jahreszeit ungewöhnliches Wetterphänomen. Dichter Nebel hüllt die israelische Metropole in so dichtes Grau, dass nur die Spitzen der Hochhäuser aus den Schwaden herausragen. Die Sicht beträgt zum Teil nur wenige Meter. (Bild ) Der Nebel zwang auch den Internationalen Flughafen Ben-Gurion vorübergehend zur Schliessung.
Weitere Bilder: The Jerusalem Post
Israelische Technologie schützt Busse in Grossbritannien vor dem Coronavirus
Das israelische Startup-Unternehmen Aura Air hat ein Projekt zum Schutz von 400 Bussen in Grossbritannien und Irland vor dem Coronavirus (Sars-CoV-2) abgeschlossen. Verwendet wird eine einzigartige Technologie zur Luftreinigung in geschlossenen Räumen. (Bild 13)
Das System wurde in Reisebussen installiert, die in den letzten Monaten umgerüstet wurden, um wichtige Arbeitskräfte sicher zu ihren Arbeitsplätzen zu transportieren und sie nicht durch die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gefährden.
Das System überwacht die Luft im Bus, einschließlich Temperatur, Feuchtigkeit, Mengen an Kohlendioxid, organischen Gasen und mehr, und vergleicht die Daten mit der Außenluft.
Weiter: Israel heute
Digitales Schlupfloch für Zivilehen
In Israel gibt es bisher nur religiöse Eheschliessungen, keine zivilen. Für Hunderttausende Israelis ist das ein Problem. Sie können nicht heiraten. Ein mögliches Schlupfloch der Regelung: eine Online-Hochzeit mit ausländischem Standesbeamten. Der ultra-orthodoxe Innenminister will das verhindern.
Weiter: Deutschlandfunk
Redaktion: Rolf Koch, Vizepräsident und Webmaster GSI