Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03109.jsonl.gz/2673

Das IASB und das FASB haben am 28. Mai 2014 einen gemeinsamen neuen Standard zur Umsatzlegung veröffentlicht. Der neue Standard kann einen wesentlichen Einfluss auf den Zeitpunkt der Umsatzlegung in einigen Branchen haben.
Hintergrund
Für die Abschlussadressaten stellt der Umsatz eine gewichtige Kennzahl dar, um die Leistung der Bericht erstattenden Gesellschaft und ihre Zukunftsaussichten beurteilen zu können.
An den bestehenden Umsatzlegungsregeln der IFRS und US GAAP werden die Inkonsistenzen und Schwächen, welche zu verschiedenen Auslegungen in der Praxis geführt haben, bemängelt; dazu werden auch die geltenden Offenlegungsvorschriften als für die Informationsbedürfnisse der Abschlussadressaten unzureichend kritisiert.
Um diesen Kritikpunkten zu begegnen, hat das International Accounting Standards Board (IASB) Ende Mai 2014 IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers als Resultat eines gemeinsamen Projekts mit dem US-amerikanischen Standardsetter Financial Accounting Standards Board (FASB), welcher seinerseits das Accounting Standards Update 2014-09 Revenue from Contracts with Customers (Topic 606) veröffentlicht hat, publiziert. Das Ziel des Projekts bestand darin, die finanzielle Berichterstattung zu verbessern, indem ein gemeinsamer Umsatzlegungsstandard für IFRS und US GAAP erarbeitet wurde. Die neuen Anforderungen ersetzten den Grossteil der bestehenden IFRS- und US GAAP-Umsatzregeln, erklären die Grundsätze für die Umsatzerfassung und sind für alle Kundentransaktionen mit wenigen Ausnahmen unabhängig von der Branche anwendbar.
Die neuen Regeln und ihre Auswirkungen
Der neue Standard enthält ein auf Verträge mit Kunden einheitlich anwendbares Modell, welches eine vertragsgestützte fünfstufige Analyse der Transaktionen umfasst. Diese Analyse bestimmt, ob, wie viel und wann Umsatz erfasst wird. Die fünf Stufen, in welchen von einer Gesellschaft auch vielfältige Schätzungen und Ermessensentscheide vorzunehmen sind, sind wie folgt:
Der Umsatz wird entweder zu einen Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfasst. Gesellschaften, welche Produkte oder Dienstleistungen in einem Paket verkaufen, oder solche, welche sich in grösseren, längerfristigen Projekten engagieren, müssen Umsätze allenfalls früher oder später als bis anhin erfassen. Für einige Gesellschaften, welche z.B. in den Bereichen Telekom, Software, Bau und Konstruktion, Luftfahrt und Verteidigung, Auftragsfertigung oder in Lizenzierungen tätig sind, kann die Anwendung des neuen Modells somit einen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzlegung haben. Hier haben die Gesellschaften Entscheidungen zu treffen, wie der Übergang auf die neuen Regeln erfolgen soll, und welche betrieblichen Prozesse und IT-Systeme anzupassen sind.
Andere Gesellschaften werden dagegen zahlenmässig kaum betroffen sein. Einige Aspekte der neuen Umsatzregeln werden aber alle Gesellschaften betreffen: Die neuen Offenlegungspflichten sind weitreichend und dürften in der Regel Änderungen an Prozessen und IT-Systemen bedingen, um die notwendigen Datengrundlagen aufzubereiten.
Der neue Standard wird für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2017 in Kraft treten. Für IFRS-Anwender besteht im Gegensatz zu den US GAAP-Anwendern die Möglichkeit, die neuen Regeln auch frühzeitig anzuwenden. Auch wenn die Inkraftsetzung noch in weiter Ferne scheint, sind die Gesellschaften gut beraten, den Einfluss der neuen Regeln frühzeitig zu beurteilen, damit sie die wesentlichen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeiten erkennen und ihre Kommunikation mit Analysten und Investoren vorbereiten können.
KPMG hat Fragen zusammengestellt, die Ihnen indikativ aufzeigen können, ob der neue Standard einen quantitativen Einfluss auf die Erfassung Ihrer Umsätze haben kann; zusätzlich zeigt das Dokument mögliche Einflüsse und Handlungsoptionen auf.
KPMG wird in absehbarer Zeit zudem fortlaufend Informationsmaterial zum neuen Umsatzlegungsstandard über die Website der globalen IFRS-Publikationen und über den schweizerischen IFRS Newsletter bereitstellen – abonnieren Sie ihn noch heute.
Weitere Informationen: