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Der Chef der künftigen Investment Bank CS First Boston (CSFB), der US-Banker Michael Klein, will seine künftigen Mitarbeitenden über Beteiligungen am CS-Spinoff einbinden. Alle Anwesenden würden Anteile am neuen Unternehmen erhalten, versprach Klein gemäss einem Bloomberg-Bericht an einer Mitarbeiterversammlung.
Die neue "Super-Boutique" werde profitabel sein, stellte Klein am Mittwoch an dem sogenannten "Town Hall Meeting" in Aussicht. Das bedeute auch, dass sich die schlechte Bonusrunde des laufenden Jahres nicht wiederholen werde, versprach er gemäss dem Bloomberg-Bericht, der sich auf informierte Personen beruft. Die angeschlagene Credit Suisse hat den Bonuspool für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im laufenden Jahr um 50 Prozent gekürzt. Eine CS-Sprecherin wollte den Bericht gegenüber der AWP nicht kommentieren.
Investoren-Interesse
Die Credit Suisse habe zudem auch bereits Investoren für die neue Investmentbank gefunden, erklärte der US-Banker weiter. Er bekräftigte damit Aussagen von CS-CEO Ulrich Körner an der CS-Bilanzmedienkonferenz von vergangener Woche, der von "mehreren interessierten Investoren" gesprochen hatte, ohne allerdings konkrete Namen nennen zu wollen.
Im Rahmen der Auslagerung des Beratungs- und Kapitalmarktgeschäfts in die CSFB hat die Credit Suisse von Michael Klein die Klein Group LLC erworben, wie sie vergangene Woche mitteilte. Die Schweizer Bank bezahlt für das Unternehmen mit rund 40 Mitarbeitenden rund 175 Millionen US-Dollar. Klein ist zudem in die CS-Geschäftsleitung berufen worden, wo er als "CEO of Banking" die Geschäfte der künftigen CSFB bereits heute leitet und ausserdem als CEO der Region Americas amtiert.
Spinoff Ende 2024?
Bis zur Verselbstständigung der CS First Boston könnte es allerdings noch einige Zeit dauern: Laut den Angaben von Körner dürfte die Vorbereitung der Ausgliederung wohl noch das Jahr 2023 in Anspruch nehmen, 2024 müssten dann die erforderlichen behördlichen Genehmigungen eingeholt werden. Ein Börsengang der künftigen US-basierten "Investmentboutique" dürfte entsprechen Ende 2024 oder 2025 erfolgen.
Die Ausgliederung des Beratungs- und Kapitalmarktgeschäfts ist Teil der tiefgreifenden Restrukturierung und Verkleinerung der CS-Investmentbank, die 2022 das Ergebnis der Credit Suisse mit tiefroten Zahlen schwer belastet hatte. Die zweitgrösste Schweizer Bank hatte 2022 mit einem Jahresverlust von 7,3 Milliarden Franken ihr schlimmstes Jahr seit der Finanzkrise von 2008 erlebt.
(AWP)