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Gelb wie die Königspflanze Safran
Safran – sein Name ist von den arabischen Wörtern «asfar» (gelb) und „safra“ (Farbe) abgeleitet – liefert einen der ältesten Farbstoffe für Textilien. Gewonnen wird er aus den drei roten Narbenschenkeln der Krokusart Crocus sativus. Diese enthält das Glykosid Protocrocin, das beim Lagern in den Farbstoff Crocin und den Bitterstoff Pikrocrocin zerfällt. In einer Verdünnung von 1: 200’000 ist die gelbe Farbe immer noch sichtbar!
Crocus sativus kam aus dem Orient zu den Griechen und später zu den Römern. Diese verbreiteten den Safran bis nach Frankreich (Provence und Langedoc). Heute ist Spanien der grösste europäische Safranproduzent.
Die alten Spezereihändler bildeten im Mittelalter die Safranzünfte von Basel, Zürich und Luzern, die heute noch existieren. Um 1420 baute die Stadt Basel Krokus an und handelte mit dem gewonnenen Farbstoff. Aufgrund von Klimaveränderungen gedieh der Safran dort nicht lange. Die berühmtesten Safranäcker der Schweiz liegen in der Walliser Ortschaft Mund, wo jährlich bis zu etwa drei Kilo Safran produziert werden.
Safran ist so wertvoll, dass er zu einer begehrten Kriegsbeute wurde. 1374 kam es auf dem Hauenstein bei Basel zu einem Safrankrieg. Der Basler Bischof Johann von Vienne hatte in einer kriegerischen Auseinandersetzung die Hilfe Henmanns von Bechburg in Anspruch genommen, ihn jedoch nie entschädigt. Da auf seine Forderungen nicht eingegangen wurde, überfiel dieser 1374 einen Transport von Basler Kaufleuten und erbeutete acht Zentner Safran. Dieser Landfriedensbruch führte zu einer 14-tägigen Belagerung der Burg durch Truppen aus Bern. Die Adligen bezahlten eine hohe Entschädigungssumme. Doch Kaufleute bekamen ihren Safran nie vollständig zurück: Ein Teil davon wurde zur Begleichung der Kriegskosten unter den Siegern verteilt.