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Die US-Amerikaner passen bei den Sanktionen gegenüber Russland gut auf, dass es ihnen möglichst wenig kostet.
Wer zahlt dann bei uns?
Man kann so argumentieren, dass die Firmen Verluste machen und versuchen werden, die Verluste über Preiserhöhungen bei ihren Kunden wieder reinzuholen. Das klappt aber nicht immer, wenn Konkurrenten diese Verluste nicht haben.
Aber es gibt noch einen direkteren Weg.
Deutschlands Wohlstand beruht zu einem großen Teil auf den Erfolgen der deutschen Exportwirtschaft. Daher ist die deutsche Regierung darin interessiert, dass die deutschen Firmen exportieren. Nun ist es bei vielen Ländern nicht immer sicher, dass sie auch zahlen, unter anderem wegen der politischen Lage. Daher versichert der Bund die Exporte deutscher Unternehmen gegen politische Risiken. Mit der Abwicklung ist die Firma Euler Hermes beauftragt. Man spricht deswegen häufig von „Hermes-Bürgschaften“. Die Firma führt nur die Geschäfte durch. Die Bundesrepublik haftet für den Schaden. In anderen europäischen gibt es ähnliche Regelungen.
(Hermes war bei den alten Griechen der Götterbote, der Gott der Kaufleute, aber auch der Diebe. Woraus manche schließen, dass das das Selbe sei.)
Für Nordstream 2 haben die beteiligten Firmen Kredite von mindestens 3,1 Mrd. Euro aufgenommen, die von Hermes abgesichert wurden.
Die interessante Frage ist nun, ob nur die politischen Risiken im Lande des Importeurs (in diesem Fall Russland?) oder ob auch die politischen Risiken im Lande des Exporteurs abgesichert sind. Vermutlich nicht, denn per Definition gibt es in einem Rechtsstaat wie Deutschland keine politischen Risiken.
Bisher mussten ausländische Firmen ihre Exporte nach Deutschland gegen politische Risiken nicht versichern. Vielleicht ändert sich das gerade.