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Mensch, wo bist du? Suppentag in Rein
Am 17. März feierte die Kirchgemeinde Rein zusammen mit den Wasserschloss Singers einen lebendigen und vielseitigen Gottesdienst. Im Anschluss gab es zwei feine Suppen zur Auswahl, zubereitet von einem talentierten Küchenteam. Hier ein paar Bild-Eindrücke und ein paar Gedanken aus der Predigt zum Hungertuch.
Aus der Predigt:
In der Mitte des Bildes sehen wir einen goldenen Ring, und darin ein Haus mit einer offenen Türe. Was bedeutet dieser Ring? Die Farbe Gold weist auf Gott hin. Die Ringform erinnert an den Heiligenschein, der auf mittelalterlichen Darstellungen die besondere Nähe zu Gott ausdrückte.
Der Ring befindet sich nicht genau in der Mitte des Bildes. In einer Beschreibung des Hungertuches, die ich bei der Vorbereitung dieses Gottesdienstes gelesen habe, hiess es, das könnte bedeuten, dass wir Menschen Gott aus dem Zentrum verdrängt und die Welt aus dem Gleichgewicht gebracht hätten. Ich will nicht abstreiten, dass wir das tatsächlich getan haben. Aber ich schlage für die Position des Rings neben der Mitte eine andere Deutung vor. Der Ring ist nicht an einer bestimmten Stelle fixiert. Vielleicht ist er eine Art Lupe, die Gott über die Erde bewegt und durch die hindurch er auf die Erde schaut und den Menschen sucht.
Schon im Paradies hat Gott angefangen, den Menschen zu suchen, ihn zu rufen, ihn zu einer Antwort einzuladen. Immer wieder hat er Menschen berufen, seinen Bund aufgerichtet und wieder aufgerichtet. Und schliesslich kam Jesus, Gottes Sohn, und verschenkte auf der Erde den Menschen seine Liebe, sammelte die Menschen um seine Worte und Taten der Liebe, rief die Menschen, so wie Petrus, aus den sicheren und bequemen Existenzen heraus und lud sie ein, ganz auf Gott zu vertrauen.
In der Mitte des goldenen Rings ist dieses Haus mit der Offenen Türe. Das Haus Gottes, das offensteht, das uns einlädt, einzutreten. Gott ruft: „Mensch, wo bist du?“
Wie willst du antworten? Wirst du dich vor Gott verstecken, wie Adam und Eva? Vor ihm fliehen, wie Jona? Ausreden bringen, wie Kain?
Oder sagst du: Hier bin ich, Herr, sprich! Oder gar: Lass mich zu dir aufs Wasser kommen!“?
Wie auch immer: die Hand ist ausgestreckt, die Tür steht offen.
Pfr. Matthijs van Zwieten de Blom