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Die kostspieligen PISA-Studien, mit welchen das „Bildungsniveau“ von Schülern in verschiedenen Ländern miteinander verglichen wird und deren Schweizer Resultate in gewissen Bereichen 2003 nationale Hysterie verursachten, scheinen im Vergleich mit einer UNICEF-Studie durchaus fragwürdige Resultate zu liefern. In einem Interview des „EDU-Standpunkt“ mit dem Bestsellerautor und Wirtschaftswissenschaftler Professor Mathias Binswanger von der Universität St. Gallen und der Fachhochschule Nordwestschweiz führt dieser kurz und bündig an, dass entweder das ganze Schweizer Wissen über Erziehung und Bildung falsch sei oder dass wir unsere Jugend weder nach PISA-Resultaten noch nach anderen (kostspieligen) angeblichen Qualitätsindikatoren vergleichen sollten. Binswangers erster Befund: In sämtlichen bisherigen Studien war Finnland an der Spitze der internationalen Vergleichsresultate zu finden. Binswangers zweiter Befund ist der Nachweis der UNICEF-Studie, dass die untersuchten finnischen Kinder in wenig intakten Familienverhältnissen leben, sich ungesund ernähren, viel Alkohol trinken, häufig rauchen und die Schule verabscheuen wie in keinem anderen Land. Können das die Erfolgsfaktoren für eine motivierte, nachhaltige Bildung unserer Kinder sein? Wohl kaum. Also bleibt nur noch, die Sinnfrage bezüglich der gezielten und unmotivierenden Trimmeinheiten der finnischen Schüler auf die PISA-Prüfungen hin zu stellen. Was lernen wir in der Schweiz aus diesen Erkenntnissen?