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Stichling
Inhaltsverzeichnis
Stichling-Fortpflanzung
Aussehen:
Der Stichling hat drei Stacheln auf dem Rücken. Die sorgen dafür, dass er sich von Fressfeinden schützen kann. Die meiste Zeit des Jahres ist der Dreistachlige Stichling ein ziemlich unscheinbarer Fisch. Er wird normalerweise 5 bis 8 Zentimeter lang, ist silberfarben und trägt auf dem Rücken drei bewegliche Stacheln. Seine Bauchflosse hat ebenfalls einen Stachel. Diese Stacheln kann er fest aufstellen, so dass sie zu einer richtigen Waffe werden. Stichlinge haben keine Schuppen, ihre Haut ist entweder nackt oder mehr oder weniger vollständig mit Knochenplatten beschildert. Zur Fortpflanzungszeit im Frühjahr legen die Stichlingsmännchen ihr "Hochzeitskleid" an: Brust und Bauch färben sich orange bis kirschrot, der Rücken schillert kräftig blaugrün. Wenn die Männchen einen Nebenbuhler sehen oder ihnen ein Weibchen besonders gut gefällt, leuchten ihre Farben noch intensiver.
Heimat / Lebensraum:
Der Dreistachlige Stichling lebt auf der ganzen Nordhalbkugel; von Nordamerika über Europa bis nach Asien. Während sich die übrigen Fische meist entweder im Salz- oder im Süßwasser wohlfühlen, leben Stichlinge sowohl an Meeresküsten als auch in Flüssen und Seen. Im Süßwasser mögen sie vor allem langsam fließende Flüsse und Seen, in denen viele Wasserpflanzen wachsen. Dort können sich ihre Jungen gut vor hungrigen Feinden verstecken. Ursprünglich kommen alle Stichlinge aus dem Meer. Wenn sich im Frühjahr das Wasser erwärmt und die Tage wieder länger werden, treten Stichlinge, die an den Küsten leben, eine lange Wanderung an. Sie schwimmen zu den Flussmündungen und dann den weiten Weg stromaufwärts bis zu den Plätzen, an denen sie sich vermehren. Im Spätsommer schwimmen sie wieder zurück ins Meer. Stichlinge, die im Süßwasser leben, ersparen sich diese mühsame Wanderung: Sie bleiben das ganze Jahr über im gleichen See oder Fluss.
Nahrung und Feinde:
Stichlinge fressen vor allem Würmer, Insektenlarven, Krebschen aber auch Fischeier und ganz junge Fischchen.
Manchmal werden Stichlinge von Aalen oder Hechten gefressen - aber besonders viele Feinde haben sie nicht. Das verdanken sie ihren spitzen, harten Stacheln, die sie aufrichten und feststellen können. Kaum ein Fisch wagt es, sich an diesen piksenden Monstern zu vergreifen.
Paarung / Fortpflanzung / Nachwuchs:
Wenn die Männchen im Frühjahr leuchtend bunte Farben tragen und die Weibchen zur Eiablage bereit sind , beginnt das Paarungsritual der Stichlinge. Und wieder einmal ist bei den Stichlingen einiges anders, als bei anderen Fischen: Nestbau und Erziehung der Jungen ist Männersache! Die Stichlings-Väter graben auf dem sandigen Grund mit den Brustflossen eine Grube. Dann bauen sie aus Wasserpflanzen ein Nest, das sie mit einer Flüssigkeit aus der Niere richtig fest verkleben. Sobald der Stichlings-Mann nun ein Weibchen sieht, dessen Bauch dick gefüllt mit Eiern ist, beginnt er seinen Tanz: Er schwimmt im Zick-Zack hin und her - ein Signal, dem kein Weibchen widerstehen kann. Es schwimmt auf das Männchen zu, das nun blitzschnell zum Nest zurückkehrt - das Weibchen immer hinterher. Wenn der Stichlings-Mann seinen Kopf in den Nesteingang steckt, ist das für das Weibchen das Zeichen, in das Nest zu schwimmen. Nun trommelt der Stichling mit der Schnauze gegen den Bauch des Weibchens - und die Eiablage beginnt. Wenn nach und nach mehrere Weibchen bis zu 1000 Eier in das Nest gelegt haben, werden sie alle vom Männchen vertrieben. Damit sich die Eier gut entwickeln können, fächelt das Männchen immer wieder frisches, sauerstoffreiches Wasser mit den Brustflossen durch das Nest. Nach sechs bis zehn Tagen schlüpfen schliesslich die Jungen. Aber auch dann passt der Stichlings-Vater noch gut auf seinen Nachwuchs auf: Bei Gefahr nimmt er die Kleinen in sein Maul und bringt sie zurück ins Nest, bis sie gross genug sind, um im Schutz der Wasserpflanzen allein zu überleben. Um den eigenen Fortpflanzungserfolg zu vergrössern, greifen männliche Stichlinge zu einem ungewöhnlichen Trick: Die Tiere schütten erheblich mehr Spermien über die Eier des Weibchens aus, wenn sich ein möglicher Konkurrent in der Nähe befindet. Sobald das Männchen das Nest verlässt, ergreift der Nebenbuhler die Chance beim Schopfe, schwimmt ebenfalls über den Laich und besamt ihn mit seinen Spermien. Es gelingt ihm, einen Teil der Eier zu befruchten - einige Stichlingskinder werden fortan seine Gene tragen.
Romina, Noemi und Marko