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Eine Analyse der Fama
Fraternitatis
Religion ist Feigheit vor dem
Schicksal.
Nichts weiter.
Liber Freakonomicon
ährend
des Sommers 1623 tauchten an den verwitterten Mauern von Paris merkwürdige
Plakate mit einer kurzen Anzeige von nur sechs Zeilen auf, in denen vollmundig
verkündet wurde: "Wir, die Abgeordneten des Hauptkollegiums der Brüder vom
Rosenkreuz nehmen Aufenthalt in dieser Stadt, sichtbar und unsichtbar, durch die
Gnade des Höchsten, dem sich die Herzen der Gerechten zuwenden. Wir zeigen und
lehren ohne Bücher und ohne Aufzeichnungen, wie man die Sprachen all der Länder
sprechen kann, wo wir zu sein wünschen, um die Menschen unseresgleichen aus
Irrtum und Tod heraus zu ziehen."
Dies war in Frankreich die erste
öffentliche Manifestation dieser mysteriösen Gesellschaft, von der man bereits
insgeheim seit geraumer Zeit sprach. Einige Wochen später wurden an den gleichen
Stellen eine deutlichere Anzeige angeschlagen, in welcher die Bruderschaft sich
erstarkte, gleichsam der Besatzung des Raumschiffes Enterprise, "ihre sichtbaren
Mitglieder, wie sich selbst, unsichtbar zu machen und sich in alle fremden
Länder zu transportieren, wohin ihr Wunsch sie tragen mochte."
Diese grossspurigen Aussagen zogen
logischerweise viele Menschen an und nicht wenige rühmten sich, schon sehr lange
von der geheimnisvollen Gesellschaft zu wissen, oder sogar Mitglied dieser
obskuren Gemeinschaft zu sein, der man viele geheimnisvolle Kräfte zuschrieb.
Der Klerus wiederum war beunruhigt und fand, dass diese Anzeigen bedenklich nach
beissendem Schwefel roch, oder zumindest nach Hugenotten, was so ziemlich das
gleiche ist.
Am Anfang dieses ganzen
Rosenkreuzer-Mythos stehen drei im Druck erschienene Texte, die so genannte
Fama Fraternitatis, die Confessio Fraternitatis und die chymische
Hochzeit, ein höchst vergnüglich zu lesendes Büchlein über das Wunderland
der hermetischen Symbole. Sie sind die ersten historisch nachweisbaren Dokumente, die vom
angeblichen Bestehen der oben erwähnten geheimen Rosenkreuzer-Bruderschaft
berichten.

Johann Valentin Andreae, der
"Grandfather" der Rosenkreuzer
Der Urheber der chymischen
Hochzeit ist aller Wahrscheinlichkeit nach der evangelische Theologe Johann
Valentin Andreae
(1586-1654). Die Urheberschaft der Fama Fraternitatis und
Confessio Fraternitatis ist unklar, es ist jedoch zu vermuten, dass sie von
Autoren aus Andreaes Umfeld stammen. Eine weitere Theorie besagt, dass er daran
mitgewirkt habe.
Nun, die Fama Fraternitatis
zirkulierte schon seit 1604 als vorgefertigte Handschrift unter den Ladentheken
deutscher Lande. Aber
erst im Jahre des Herrn 1614 erschien diese Handschrift anonym als kleines
Büchlein zu Kassel in gedruckter Form. Ein gewisser Herr Hasselmayer sorgte
dafür, dass je ein Exemplar an die erlauchtesten Philosophen und Wissenschaftler
Europas geschickt wurde. Diese Kühnheit musste Herr Hasselmayer aber teuer bezahlen,
denn er wurde auf Anordnung der Jesuiten sofort verhaftet, gefangen gesetzt und
auf die Galeeren geschickt. Tja, und wenn er nicht gestorben ist, so rudert er
bestimmt heute noch, sofern er im Besitze des roten Löwen war und diesen auch zu
sich genommen hat.
Die Fama Fraternitatis ist
eingebettet in eine anonyme Schrift mit dem Titel: Allgemeine und General
Reformation der ganzen weiten Welt. Beneben der Fama Fraternitatis.
Der erste Teil des kleinen
Büchleins, die Reformatio, stellt eine Parallele auf zwischen der Bibel
und den Lehren des Plato, Aristoteles und Pythagoras. Die Gründer massten sich
an, zu beurteilen, wen sie für würdig hielten, an ihrer Seite zu sitzen, um
diese an der gleichen spirituellen Suche teilhaben zu lassen. Der zweite, viel
wichtigere Teil, die eigentliche Fama, enthält die mystische Lebensgeschichte
des Bruders Christian Rosenkreutz, der 1378 geboren und 106 Jahre später
verstarb.
Eine Fortsetzung dieses kleinen
Büchleins mit dem Titel Confessio wurde, wiederum in Kassel, zu Beginn
des folgenden Jahres 1615 gedruckt.

Aaaber der Wagen der
rollt... -
Die Confessio ist stark von
protestantischem Geist durchweht: Der Papst wird als Antichrist tituliert
(heheheee...), das
Lesen der Bibel als wesentlicher Zugang zur rosenkreuzerischen Gesellschaft
propagiert (oje...) und ergeht sich über drei Viertel der Länge in Andeutungen über das
geheime Wissen der Gesellschaft, um dann gegen Ende zu warnen vor den "meisten
Bücher der falschen Alchimisten, die es für einen Scherz und eine Kurzweil
halten, wenn sie … mit wunderseltsamen Figuren und dunklen, verborgenen Reden
die Leute betrügen und die Einfältigen um ihr Geld bringen", nicht ohne dann
noch einmal festzustellen: "Meidet und fliehet solche Bücher, die ihr gewitzt
seid, und wendet euch zu uns, die wir nicht euer Geld suchen, sondern unsere
grossen Schätze euch gutwillig anbieten."
Die Fama schildert das mystische
und initiatorische Leben des geheimen Vaters und Bruders Christian Rosenkreutz,
welches hier in groben Zügen dargelegt sei:
1378 am Ufer des Rheins als Kind
armer, aber adliger Eltern geboren, wird Christian im Alter von fünf Jahren in
ein Kloster gesteckt, wo er Latein und Griechisch erlernt. Im Jünglingsalter
verbündet er sich mit dem Bruder P.A.L., um eine Reise in das heilige Land
anzutreten. Aber Bruder P.A.L. verstirbt zu Beginn der Reise auf Zypern.
Trotzdem reist Rosenkreutz weiter und macht in Damaskus halt, wo er "noch
körperlich schwach" einige Zeit bleibt. In Damaskus macht er Bekanntschaft mit
"wissenden Männern", die ihm eine okkulte Belehrung zukommen lassen. Auf sein
Drängen hin willigen sie ein, ihn nach Dam-Car zu bringen, ihre Stadt der
Philosophen. Bruder Rosenkreutz wird dort von den Mitgliedern der Vereinigung
herzlich empfangen, die, wie man sagt, lange auf seinen Besuch gewartet haben.
Die weisen Männer machen ihn mit "Wundern" bekannt und zeigen ihm, auf welche
Weise sich ihnen der Sinn der Natur enthüllt. Rosenkreutz verbringt einige Jahre
in Dam-Car, wo er Medizin, Mathematik und die arabische Sprache studiert. So
kann er das Buch M (Liber Mundi: das Buch der Welt) ins Lateinische übersetzen.
Wie er sagt, enthält das Buch die Weisheit der Welt. Von Dam-Car aus begibt er
sich nach Ägypten, wo er sich jedoch nicht lange aufhält, aber dennoch
gründliche Kenntnisse über die Pflanzen und die belebte Kreatur erwirbt.
Seine Reise führt ihn dann nach
Fez in Marokko, wo er drei Jahre bleibt. In dieser Stadt enthüllen ihm die "Elementarischen
Einwohner", wie er sie nennt, eine grosse Anzahl ihrer Geheimnisse, obwohl, wie
er sagt "ihre Magie nicht absolut rein und ihre Kabbala durch ihre Religion
verändert ist". Sie führen ihn zum Adeptat. (Adept kommt vom lateinischen
adeptus und bedeutet: "der Kenntnis hat".)
Von da an wird Christian "Der
Vater" genannt. Er hat die Aufgabe, der Christenheit die Weisheit zu
übermitteln, die er erworben hat. Auch soll er eine geheime Gesellschaft
gründen, "die zur Genüge Gold und Edelsteine haben und die Monarchen belehren
wird". Christian schifft sich also nach Europa ein und erwartet, dass die
Gelehrten des Kontinents ihn mit Freude aufnehmen werden. Aber, oh weh, diese
lachten nur über seine Äusserungen. Christian reist darum noch einige Zeit
umher, bevor er sich endgültig in Deutschland niederlässt. Hier versucht er,
sich etwas zu bauen, was er "eine fügliche und saubere Wohnstätte" nennt.
Nachdem er fünf Jahre lang an
einem geheimen Ort meditiert hat, lässt der Bruder und Vater Rosenkreutz drei
seiner früheren Klostergenossen zu sich kommen, die er mit ihren Initialen
bezeichnet: Es sind die Brüder G.V., I.A. und I.O. in Zusammenarbeit mit diesen
drei Brüdern, die ihm absolute Treue schwören, verfasst Rosenkreutz die
grundlegenden Schriften der Gemeinschaft, heilt Kranke, tröstet Verzweifelte und
beginnt "das Haus des heiligen Geistes" zu bauen.
Sieben Jahre später beschliessen
die vier Gründer-Brüder, ihre Gemeinschaft zu vergrössern. Sie wählen vier
Brüder, die ebenfalls durch ihre Initialen benannt werden. Es sind der Bruder
R.C., der Neffe des Gründers, der Bruder F.B. ein geschickter Maler, der Bruder
G.G. und schliesslich der Bruder F.B., der spätere Sekretär der Gruppe. Nachdem
diese acht Brüder alles geregelt und geordnet haben, trennen sie sich, um sich
in verschiedene Länder zu begeben. Bevor sie auseinander gehen, verfassen sie
eine Übereinkunft in sechs Punkten:

1.
2.
3.
4.
5.
6.

Keiner solle sich einer anderen
Beschäftigung hingeben, als Kranke zu pflegen und zwar ganz umsonst.
Keiner soll genötigt sein, der
Bruderschaft wegen eine bestimmte Kleidung zu tragen, sondern sich des
Landes Art anpassen.
Ein jeder Bruder soll sich alle
Jahre am C. Tag bei S. Spiritus (Pfingsten) einstellen oder seines
Ausbleibens Ursache schicken.
Ein jeder Bruder soll sich nach
einer tauglichen Person umsehen, die ihm gegebenenfalls nachfolgen kann.
Das Wort R.C. soll ihr Siegel, Losung und Charakter sein.
Die Bruderschaft soll 100 Jahre
verschwiegen bleiben.
Hinfort werden die Brüder RC die
"fahrenden Edelleute" genannt, die, ausgerüstet mit ihrer hohen Mission, die
Welt durchqueren. Zwölf Jahre später stirbt der Vater und Bruder Rosenkreutz in
England, sowie auch der Bruder I.A. in Frankreich, in der Narbonne.
Im Jahre 1604, also 120 Jahre
später, beschliesst Bruder N.N., welcher das Oberhaupt des "inneren Kreises"
geworden ist, einen Teil der Gebäude umzubauen, um sie besser den Bedürfnissen
der Bruderschaft anzupassen. Dabei entdeckt er eine verborgene Tür, auf der
folgendes zu lesen war.
POST CXX ANNOS PATEBO
(Nach 120 Jahren werde ich offenbar)
Diese Türe führt in eine Krypta,
die, wie die Fama sagt, sieben Seiten und sieben Ecken hat, jede Seite fünf Fuss
breit und acht Fuss hoch. Obwohl die Sonne nie in diese Krypta geschienen hat,
wird sie doch erleuchtet "von einer anderen Sonne, die dieses von der anderen
Sonne gelernt hat". Sie ist unterhalb des Deckenzentrums angebracht. In der
Mitte der Krypta erhebt sich ein runder Altar, der von einer Messingplatte
bedeckt ist, in die folgender Satz eingraviert ist:
A.C.R.C.
hoc universi compendium vivus mihi sepulchrum feci
(Dies Kompendium des Alls habe ich mir zu meinen Lebzeiten zum Grabmal gemacht.)
Um den ersten Reif oder Rand herum
stand:
Jesus mihi omnia
(Jesus ist mir alles)
In der Mitte waren vier Figuren
von einem Kreis umschlossen, dessen Umschrift lautete:
1. Nequaquam vacuum - (nirgends
Leere), um das Bild eines Löwen
2. Legis jugum - (Joch des Gesetzes), um das Bild eines Stieres
3. Libertas Evangelii - (Freiheit des Evangeliums), um das Bild eines Adlers
4. Dei gloria intacta - (Die unantastbare Herrlichkeit Gottes), um das Bild
eines Menschen.
Als man den Altar versetzt,
entdeckt man den Leichnam des Vater und Bruders Rosenkreutz, der vollkommen
erhalten ist. Er hält in seiner rechten Hand ein Pergament, "T" genannt,
welches, wie man sagt, "nach der Bibel unser grösster Schatz ist, den wir nicht
der Kritik der Welt überliefern dürfen".
Die Fama erklärt am Ende dieser
frommen Legende, dass es das Ziel der Bruderschaft ist, die Philosophie zu
reformieren und die Naturwissenschaft zur Perfektion zu bringen. Um aber den
wahren Inhalt des Fama zu schützen, auf dass er nicht
von der stumpfen Menschenmasse entweiht werde, sollen angeblich diese Schriften in
verschlüsselter Form aufgeschrieben worden sein.
Ok, nehmen wir die Fama
Fraternitatis also beim Wort!
Versuchen wir nun, natürlich nur rein
oberflächlicher Natur, herauszukitzeln,
was der Inhalt wohl bedeuten mag und interpretieren mal frisch, fröhlich, fromm
und frei in dieses allegorische Legendchen hinein.
Zuerst fällt vorab schon mal eine
gewisse arithmetische Steigerung in den grossen Etappen des Lebens des Christian
Rosenkreutz auf:
- Er brauchte drei Jahre, um den
Status des Adepten zu erlangen.
- Er verbrachte anschliessend fünf
Jahre in der Meditation.
- Er brauchte sieben Jahre, um das
"Haus des heiligen Geistes" zu bauen.
- Schliesslich starb er zwölf
Jahre nach der Aussendung der "edlen Reisenden".
Diese Zahlen sprechen für sich
selbst, denn wenn man 3+5+7+12 addiert, erhält man 27. 27 ist arithmetisch das
Kubik, der Würfel, sprich die dritte Potenz von 3. Der Stein der Freimaurer, das
Grab des Hiram, das Allerheiligste im Tempel Salomon, sowie auch das
Allerheiligste eines ägyptischen Tempels, waren oder sind kubisch.
Mit 27 Jahren hat Rosenkreutz
übrigens auch seine Bruderschaft gegründet, was hier aber nur am Rande erwähnt
sei.
Das hebräische
Alphabeth besteht aus insgesamt 27 Buchstaben.
Die Analog den grossen Etappen des Christian Rosenkreutz aufgeteilt werden:
3 Mütter -
Aleph,
Mem und
Shin
5 Endbuchstaben -
End-Kaph,
End-Mem,
End-Nun,
End-Peh und
End-Zaddi
7 Doppelte -
Beth,
Gimmel,
Daleth,
Kaph, Peh,
Resh
und
Tav
12 Einfache -
Heh,
Vav,
Zain,
Cheth,
Teth,
Jod,
Lamed,
Nun,
Samekh,
Ayin,
Zaddi und
Qoph
Diese Buchstaben werden dem
kabbalistischen
Raumwürfel wie folgt zugeordnet:
Die drei Mütterbuchstaben den drei
Achsen des Würfels,
die fünf Endbuchstaben den vier
Diagonalen plus Zentrum,
die sieben Doppelten den sechs
Oberflächen plus wiederum dem Zentrum
und die 12 Einzelnen den 12 Kanten
des Würfels.
Die Initialen des Christian
Rosenkreutz CRC
sind ein Anagramm und bilden das hebräische Wort
Koker "Kreis". Der Kreis ist ein
Symbol des Zyklus, der wie die Schlange Uroboros, sich in den Schwanz beissend,
den ewigen Neubeginn darstellt.
C.R., oder auch K.R. ist das
Monogramm Christi, ebenso wie das des indischen Gottes Krishna. K.R. (Khoor) ist auch der koptische
Name des ägyptischen Gottes, den man übrigens zu Horus lateinisiert hat.
Im Hebräischen verbinden sich die beiden Buchstaben
zum Wort
Car, was "Lamm" bedeutet. Das Lamm ist
nicht nur ein Symbol für Christus, sondern symbolisiert auch eine indische
Gottheit, die Agni (Feuer) genannt wird und die mit den Gesichtszügen eines Lammes dargestellt wird. In
- Dam-Car jedenfalls erhielt Rosenkreutz
seine ersten okkulten Unterweisungen.
- Dam-Car heisst auf hebräisch "Blut des
Lammes". So wird denn Christus auch grauslich-blutig "das Lamm, das geschlachtet
wird zur Erlösung der Welt" genannt, igitt, igitt...!
Der Bruder P.A.L. stirbt auf
Zypern. P.A.L. ist das Anagramm von
Aleph. Aleph ist der erste Buchstabe
des hebräischen Alphabeths und wird durch den
Narren im Tarot verkörpert. Wenn
in der Kabbala der Buchstabe Aleph einzeln steht, entspricht er dem Zahlenwert
1, der Einheit entsprechend. Buchstabiert man jedoch das ganze Wort, so erhält
man den Zahlenwert 111. Andererseits steht Aleph auch für den kosmischen
Lebensatem, dem Pneuma der Griechen und dem Prana der Hindus.
Der Name der Insel Zypern, auf der
P.A.L. stirbt, wird von griechischen Wort "cypros" abgeleitet, was Kupfer
bedeutet. Für die Okkultisten ist Kupfer das Zentrum der Venus im menschlichen
Körper und entspricht dem Kehlen-Chakra. Im Tarot ist der Planet
Venus der
Herrscherin und dem hebräischen Buchstaben
Daleth, der "Türe" zugeordnet. Die Herrscherin symbolisiert die
schöpferische Imagination, die grosse Mutter, die Quelle der Manifestation. Und
so, wie im Raumwürfel die Herrscherin dem Osten zugeordnet wird, ist auch die
Insel Cypern übrigens die am weitesten östlich gelegene Insel des Mittelmeeres.
Das Gewölbe der Grabkammer des
Christian Rosenkreutz besteht aus sieben Seiten und sieben Ecken. Die sieben
Seiten entsprechen den sieben Planeten, den sieben Metallen der Alchemisten und
den sieben Chakren der Hindus.
Es ist möglich, in die Gruft des
Christian Rosenkreutz zusätzlich zwei Siebenecke einzuzeichnen, was uns zu drei
Siebenecks
führt. Nun, die Alchemisten sagen, der Stein der Weisen sei eine
Wiederholung von dreimal sieben Operationen und so behauptet auch Nicolas
Flamel, dass das "Buch des Juden Abraham" aus dreimal sieben Blättern bestand.
Der
Tarot besteht übrigens ebenfalls aus dreimal sieben Karten.
Jede Seite der Krypta ist fünf
Fuss breit und acht Fuss hoch. Dies sind die gleichen
Proportionen, die den Pflanzenkranz um die Tänzerin der Tarotkarte "die Welt" bilden.
Wie auch immer, jedenfalls ist 5 + 8
= 13. Man kann einen Kreis mit dem Radius von 13 Einheiten zeichnen, der die
Proportionen der Krypta bestimmt.
Der Kreis hat demnach einen Durchmesser von
26. Das ist der Zahlenwert von
JHVH, dem kabbalistischen Tetragrammaton. Es
symbolisiert das "was war, ist und sein wird". 26 ist auch der Zahlenwert eines
anderen hebräischen Wortes, Kabod, was "Gewicht" oder besser
"Gravitation" bedeutet. Übrigens ist die Zahl 13 die Zahl
der hebräischen Wörter
Achad "Einheit" und
Ahebah "Liebe".
Schon im 2. Jahrhundert vor
Christus haben die gnostischen Orphiten gelehrt, dass die Welt durch Liebe
geschaffen worden sein soll. Die Anziehungskraft der Gravitation ist Liebe, so sagten
sie. Die Kraft, die uns auf der Erde festhält ist Liebe. Das ganze Universum ist
durch Liebe gebildet, funktioniert durch Liebe und sogar die Evolution soll
angeblich ein
Aspekt dieser Liebe sein.
Sehr viel später erklärte selbst der italienische
Dichter Dante Alighieri: "Es ist die Liebe, welche die Sonne und die Sterne sich
bewegen lässt".
Uns so bestätigt sich hier, in
dieser klitzekleinen und selbstverständlich nur sehr oberflächlichen Auslegung der Fama Fraternitatis möglicherweise der
grosse Wunschgedanke der Rosenkreutzer, dass Einheit und Liebe die zwei
bestimmenden Prinzipien des Universums (Makrokosmos) und des Menschen
(Mikrokosmos) sein mögen.
Schön wäre es ja irgendwie, oder?
Seufz...