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Obwohl die 1972 errichtete Kirche St. Katharina an einer stark befahrenen Strasse in Zürich-Affoltern erbaut wurde, besitzt sie einen ruhigen, eleganten Kirchenraum. Möglich wurde dies dank eines klug gestalteten Baukonzepts und einer fensterlosen, gestaffelten Chorwand, welche Strasse und innenraum komplett trennt.
|Patrozinium||Hl. Katharina von Alexandrien|
|Baujahr||1972|
|Architekt||Wilhelm und Eugen O. Fischer|
|Pfarreigrösse||5'700|
|Quartier
||Zürich-Affoltern|
Geschichte
Wegen der Nähe zu den Industriebetrieben in Oerlikon wuchs das kleine Bauerndorf Affoltern zu Beginn des 20. Jahrhunderts innert weniger Jahrzehnte zu einem urbanen Zürcher Quartier heran. 1919 kaufte die Pfarrei Herz Jesu Oerlikon in Haus mit einem ansehnlichen Umschwung. Fritz Metzger - der wegen seiner späteren Bauten als einer der wichtigsten Schweizer Kirchenarchitekten des 20. Jahrhunderts gilt - errichtete auf einem kleineren Teil dieses Areals sein Erstlingswerk. Diese erste Kirche wurde 1928 eingeweiht. 1933 ernannte Bischof Georg Schmid von Grüneck Affoltern zu einer eigenständigen Pfarrei. Da wegen Geldmangels der Bau einer grösseren Kirche zurückgestellt werden musste, wurde der Rest der Parzelle 1945 an eine Baugenossenschaft verkauft.
Nach dem Weltkrieg wurde Metzgers Kirche endgültig zu klein. 1967 wurden sechs Architekten zu einem Wettbewerb eingeladen. Walter Moser obsiegte zwar, aus betrieblichen Gründen reallisierte man aber das zweitplatzierte Projekt von Wilhelm und Eugen O. Fischer. 1970–1972 wurde nach dem Abbruch der alten die heutige Kirche St. Katharina erbaut. 1988 erfolgte eine Sanierung und 1991 ein Umbau des Innern.
Architektur & Kunst
Die Architekten nutzten den kleinen und abschüssigen Baugrund geschickt aus. Um die Kirche vom Strassenlärm abzuschirmen, setzten sie den Eingang bergseitig an und gestalteten die Wand zur vielbefahrenen Strasse als fensterlose Chorwand. Damit die Fassade nicht allzu massiv und wuchtig erscheint, haben die Architekten die Wände des Sockelgeschosses als eine Reihe von eng stehenden rechteckigen Pfeilern gestaltet. Auch haben sie die Fassade durch mehrfache stumpfwinklige Verbreiterungen aufgelockert. Für die Passanten wirkt die Ausbuchtung als Chor und verschafft so dem Bau einen zurückhaltenden und doch selbstbewussten Auftritt.
Der Boden senkt sich im Kirchenraum von hinten nach vorne leicht ab, sodass auch von den hinteren Bänken aus eine gute Sicht auf den Altarbereich möglich ist. Indirektes Licht fällt durch die Oblichter ein, die auf der Innenseite des Daches parallel zur Mauerkrone angeordnet sind.
Die künstlerische Gestaltung der Kirche wurde Kurt Brunner übertragen. Kreuz, Tabernakel, Ewiges Licht und die Kerzenständer sind aus Bronze geschaffen. Links vom Altarbezirk findet sich eine Plastik der Hl. Katharina von Alexandrien aus der Zeit um 1460. Im hinteren Teil der Kirche ist eine Nische eingebaut, in der eine barocke Marienskulptur aufgestellt ist. Die drei Wandteppiche wurden 1975 von den Nonnen des Benediktinerinnenklosters St. Lazarus in Seedorf/UR entworfen und gewoben.
Anders als üblich gelangt man nicht vom Kircheninnern in die Krypta, sondern von der tiefer gelegenen Strasse her. Ihre künstlerische Ausstattung stammt wie die der Kirche von Kurt Brunner.