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Luzerner Sinfonieorchester
Žana Marović und Janus Fouché, Video Editing
Greta Goiris, Kostümdesign und Puppen
Sabine Theunissen, Bühnenbild
Duško Marović, Kamera
Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975)
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93
Der südafrikanische Künstler William Kentridge hat im Auftrag des Luzerner Sinfonieorchesters einen Film zur 10. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch erschaffen.
Am 5. März 1953 starb der Diktator Stalin. Im Sommer und Herbst desselben Jahres komponierte Schostakowitsch seine zehnte Sinfonie. Acht Jahre waren seit der neunten vergangen, und die Rückkehr zur Gattung Sinfonie war somit ein bedeutungsvoller Entschluss. Entsprechend gross dimensioniert fiel die emotionale Intensität dieser Sinfonie aus – eine Abrechnung mit dem Stalinismus insgesamt und, vor allem im zweiten Satz, ein fratzenhaftes musikalisches Porträt des Tyrannen. Zerstörung und menschliche Entwürdigung bestimmen auch den dritten Satz, wo Schostakowitsch zudem seine Initialen D-Es-C-H einwob – unmissverständliche Zeichen seines eigenen Leidens an dieser Diktatur. Die «offiziellen» Reaktionen auf die Zehnte fielen in der UdSSR geteilt aus; in der westlichen Hemisphäre wurde sie jedoch sofort als eines der bedeutendsten Werke Schostakowitschs erkannt. Sie hat bis heute nichts von ihrer überwältigenden Wirkungskraft eingebüsst.
William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg (Südafrika) geboren und hat sich mit seinen Zeichnungen und Filmen sowie Theater- und Opernproduktionen internationales Ansehen erworben. Seine künstlerische Praxis wurzelt in der wechselseitigen Befruchtung zwischen unterschiedlichen Medien und Genres. Seine Arbeiten reagieren auf das Erbe von Kolonialismus und Apartheid im Kontext der gesellschaftlich-politischen Landschaft Südafrikas. Seine Ästhetik rekurriert auf die Geschichte des Mediums Film – von Stop-Motion-Animation bis hin zu frühen Spezialeffekten. Das Zeichnen, insbesondere die Dynamik von Ausradieren und Neuzeichnen, bildet einen integralen Bestandteil seiner zahlreichen Arbeiten in den Bereichen Animation und Film, bei denen die Bedeutungsebenen im Zuge ihres Entstehungsprozesses entwickelt werden. Kentridges künstlerische Praxis verweist aber auch auf seine Theaterausbildung. Kentridges Werke sind seit den 1990er-Jahren in bedeutenden Museen und Galerien auf der ganzen Welt zu sehen, seine Opernproduktionen werden in den grossen Konzerthäusern aufgeführt.
Das Projekt «William Kentridge – Schostakowitsch 10» wird durch einen grosszügigen Beitrag der Art Mentor Foundation Lucerne ermöglicht.