Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03514.jsonl.gz/245

Sébastien Kohler, Ambrotypien
Vernissage am 13. September 2017 um 18:30
Ausstellung geöffnet vom 13. September 2017 bis zum 14. März 2018
Der 1969 in der Schweiz geborene und in Lausanne beheimatete Sébastien Kohler kommt ursprünglich aus der Welt der Musik. In die Fotografie gelangte er auf autodidaktischem Weg, und seit einigen Jahren begeistert er sich für das Kollodium-Nassplatten-Verfahren, das der englische Bildhauer und Kalotypist Frederick Scott Archer im Jahr 1851 aufbauend auf den Arbeiten des französischen Fotografen Gustave Le Gray entworfen hatte. Dieses Verfahren liefert hervorragende Glasnegative, die Sébastien Kohler als Ambrotypien präsentiert - eine 1854 von James Ambrose Cutting in den USA patentierte Technik. Das Prinzip ist ganz einfach: Hält man ein Negativ vor einen schwarzen Hintergrund und beleuchtet es von vorne, erscheint dieses wie ein Positiv, da das Licht das metallische Silber aufhellt, aus dem das Bild besteht. Diese Ausstellung zeigt die aussergewöhnliche Arbeit von Sébastien Kohler. Mit seiner meisterhaften Beherrschung eines fotografischen Verfahrens aus dem 19. Jahrhundert, kombiniert mit seinem ausgeprägten modernen Portraitisten-Blick, sicherte er sich einen Platz im Schweizer Kameramuseum. Unter den dort in der ständigen Ausstellung präsentierten Verfahren hat nur die Kollodium-Nassplatte bislang noch keine ausführlichere Betrachtung im Rahmen einer temporären Ausstellung erhalten.