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Der Top-Autohersteller lud diese Woche Produzenten und Händler von Kobalt - einem der Metalle mit der besten Kursentwicklung in diesem Jahr - zu Gesprächen an seinen Hauptsitz ein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus unterrichteten Kreisen erfuhr. Doch einen Belieferungsvertrag für das unverzichtbare Batterieelement abzuschliessen, könnte schwieriger sein als ursprünglich gedacht. Nach einer Kobalt-Ausschreibung im September habe der Konzern seine Anforderungen gelockert für Angebote zu einem vergünstigten Festpreis, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen.
Volkswagen führe "intensive Gespräche" mit Produzenten von Rohstoffen für Elektrofahrzeuge, teilte das Unternehmen in einer E-Mail mit. Dabei gehe es auch um die Themen Transparenz, Compliance und Nachhaltigkeit in der Lieferkette.
Kobalt wurde traditionell zum Härten von Stahl verwendet, doch seine elektrische Leitfähigkeit hat das Metall zu einem wesentlichen Bestandteil von wiederaufladbaren Batterien gemacht. Das führt nun zu einem Wettlauf um die Vorräte, die zumeist in der Demokratischen Republik Kongo liegen. Die langfristige Sicherung der Versorgung ist für Volkswagen entscheidend, weil die Wolfsburger in den nächsten fünf Jahren mehr als 34 Milliarden Euro in einen breiteren Vorstoss für batteriebetriebene Fahrzeuge und autonomes Fahren investieren wollen.
Der Elektroauto-Boom könnte dazu führen, dass die Kobalt-Nachfrage bis 2030 um das bis zu 47-fache ansteigt, schätzt Bloomberg New Energy Finance. Das Metall hat sich in diesem Jahr an der London Metal Exchange um 86 Prozent auf 61'000 Dollar je Tonne verteuert.
Höherer Preis
Hohe Preise und Angebotsengpässe veranlassen einige Autohersteller, in neue Batterietechnologien zu investieren, die weniger auf Kobalt angewiesen sind. Trotzdem wird Kobalt wahrscheinlich für längere Zeit über seinem Spitzenwert von 107'000 Dollar aus dem Jahr 2008 gehandelt werden, während die Bergbaukonzerne neue Lagerstätten suchen, erklärten Analysten von Sanford Bernstein in einem Bericht vom September.
Zu den grössten Kobalt-Produzenten der Welt gehören Glencore, Eurasian Natural Resources und China Molybdenum. Im vergangenen Jahr holte Glencore 24'500 Tonnen aus seiner Mutanda-Mine in Kongo, fast ein Viertel der weltweiten Produktion. Nickel-Minen, wie die von Sherritt International in Madagaskar und von Vale in Neukaledonien, produzieren ebenfalls Kobalt, allerdings in viel geringeren Mengen als die Kupferprojekte des Kongo.
Auf den afrikanischen Staat entfallen etwa zwei Drittel der weltweiten Kobalt-Produktion. Zwar stammt das meiste davon aus Minen von Glencore und China Molybdenum, doch etwa 10 bis 20 Prozent wird in inoffiziellen Gruben geschürft, in denen nach Einschätzung von Organisationen wie Amnesty International womöglich Kinderarbeit stattfindet. Die Abhängigkeit vom Kongo und die Gefahr, dass unter gefährlichen Bedingungen abgebautes Metall in die globale Lieferkette einfliesst, sorgt dafür, dass die Abnehmer eine zuverlässige und transparente Versorgung sicherstellen müssen.
(Bloomberg)