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Das Château de Chillon steht als Monument in einer eindrucksvollen Landschaft. Das Seeufer mit dem zugehörigen Uferweg und der parkartigen Aufweitung im Bereich der Schlossanlage wird durch die angelegten Terrassen für Bahn und Strasse räumlich stark von der dahinterliegenden bewaldeten Bergkulisse getrennt. Historische Karten jedoch zeigen, das ursprünglich die steil abfallende Landschaft bis an das Schloss reichte. Bedingt durch die vielen topographischen und baulichen Eingriffe in der unmittelbaren Umgebung des Chateau de Chillon fehlt heute eine markante, raumgreifende Vegetation.
Das Volumen des neuen Gebäudes definiert einerseits auf der oberen Ebene zusammen mit der Schlosseingangsbrücke und dem Bazar einen Aussenraum, welcher in seiner das Schloss, den Bazar und den neuen Shop erschliessenden Eigenschaft sowie aufgrund seiner Durchgangsfunktion durch Bewegung geprägt ist; andererseits werden auf der unteren Ebene als Gegenpol Aussenräume geschaffen, welche ganz im Zeichen des Verweilens stehen, und denen entsprechend die Funktion der Cafeteria angegliedert ist.
In seiner sehr spezifischen volumetrischen Ausprägung nimmt das Gebäude klar Bezug auf Elemente seiner Umgebung wie die bestehenden Mauern, den Torbogen, das Türmchen und die Uferlinie. In einer zeitgemässen Form der mittelalterlichen Manier des additiven Weiterbauens wird die mineralische Gebäudeschale an und sogar auf die bestehenden Mauern gebaut, getrennt lediglich durch eine Schattenfuge, was eine starke Verbindung zum historischen Bestand schafft. Die rohe, kannelierte Betonoberfläche erlaubt, neben einer Aufnahme der Unregelmässigkeiten des Bestands, die Ausprägung eines Massstabes, der analog zu den Mauersteinen des Schlosses auf menschliches Handwerk verweist. Durchbrochen wird die Betonschale von zwei Grundtypen von Öffnungen: grossflächige, aussenbündig verglaste Fenster, sowie kleinere, innen angeschlagene Fenster, welche der Massivität und Dauerhaftigkeit des Gebäudekörpers Ausdruck verleihen.
Gemeinsam mit Nicolaj Bechtel, 2013