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Aktuell ist das Thema Impfen in aller Munde. Die ganze Welt befasst sich mit der Impfung gegen die neuerschienene Viruserkrankung Covid-19. Die rasante Entwicklung von Impfstoffen innerhalb eines Jahres ist ein neuer Durchbruch in der Pharmaindustrie.
Bislang brauchte die Forschung viele Jahre, bis ein Impfstoff marktreif war und verabreicht werden durfte. Covid-19 bewies das Gegenteil. Wenn die ganze Welt zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Impfstoffen forscht, kann ein schneller Durchbruch gelingen. Neben der Bekämpfung des Coronavirus handelt es sich auch um einen wirtschaftlichen Wettkampf der weltweit grössten Pharmakonzerne.
Die Entdeckung
Bevor es jedoch so weit kommen konnte, musste das Impfen überhaupt entdeckt werden. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Pockenkrankheit weit verbreitet. Sie führte zu vielen Todesfällen, da sie sehr ansteckend war. Unterschiedlichste Ärzte versuchten die Menschen gegen die Krankheit zu immunisieren. 1796 gelang es dann dem britischen Landarzt Edward Jenner den ersten Impfstoff herzustellen und einen Jungen gegen Pocken zu impfen. Die Impfung breitete sich schnell aus und bewegte Forscher dazu, den Impfstoff über die Jahre zu verbessern.
So konnte durch die gut entwickelte Pockenimpfung und das Impfprogramm der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welches 1967 begonnen hat, die Krankheit weltweit ausgerottet werden. Dies erklärte die WHO im Jahre 1980. 1963 wurde der letzte Fall von Pocken in der Schweiz gemeldet und 1977 der letzte weltweit. Er trat in Somalia auf.
Eine weitere schlimme Krankheit, die die Menschen auf Trab hielt, waren die Masern. Jedoch konnten diese bis ins 18. Jahrhundert nicht von anderen Krankheiten wie Röteln oder Scharlach unterschieden werden. Denn auch sie lösten rote Punkte auf der Haut aus.
Im 19. Jahrhundert wurden immer mehr Symptome der Krankheit aufgedeckt und beschrieben. Dies führte dazu, dass der Amerikaner Ludvig Hektoen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die auslösenden Viren entdecken konnte. Dies war ein grosser Schritt für die Medizin. So konnte mit dem Virus geforscht werden. Knapp 40 Jahre später (1954) gelang eine Abschwächung des Virus. In den 1960-er Jahren wurde dann die Masernimpfung entdeckt. Bis heute wird der Impfstoff unumstritten angewendet.
Durch die Masernimpfung konnte die Ausbreitung der Krankheit stark reduziert werden. Dennoch gibt es heute immer noch tödlich verlaufende Masernfälle, besonders in Afrika. Um die Krankheit in Europa weitgehend auszurotten, müssten 95% der Bevölkerung mit einer ersten Dosis geimpft sein.
Nachdem viele Krankheiten durch die Entwicklung unterschiedlicher Impfstoffe bekämpft und teils ausgerottet werden konnten, tauchte im Jahr 2019 eine neue, noch unbekannte Viruserkrankung auf, Covid-19.
Entstehung und Bedingungen zur Einführung eines Impfstoffs
Durch das neuartige Virus wurde die ganze Welt in Aufruhr versetzt. Pharmakonzerne der grossen Staaten wie die USA, China, Russland und einige europäische Länder begannen sogleich mit der Erforschung der Erkrankung. Und bald konnten die grossen Pharmakonzerne mit der Entwicklung eines Impfstoffes beginnen. Nach weniger als einem Jahr kamen mehrere Impfstoffe auf den Markt, die verwendet werden dürfen. Wenn nun die Entwicklung der Masernimpfung mit der Covid-19 Impfung verglichen wird, kann festgestellt werden, dass bei der Entwicklung anderer Impfstoffe viel mehr Zeit benötigt wurde, zwischen 15 und 20 Jahren. Bei vielen neu gefundenen Impfstoffen dauert es ebenso lange. Sie werden stufenweise erprobt, bis sie als wirksam und ungefährlich gelten.
Durch die Zulassung der Impfstoffe und die flächendeckenden Impfungen konnten viele schwere Virenerkrankungen stark eingedämmt oder gar ausgerottet werden. Das letzte Wort hat jedoch der Staat. Er entscheidet, ob eine Impfung im jeweiligen Land zugelassen wird oder nicht, da er für den Schutz der Bevölkerung Verantwortung trägt. Daher werden Impfungen als Prävention verwendet. Dies bedeutet, dass die Impfung vor dem Ausbruch der Krankheit gespritzt wird, damit, wenn die Krankheit auftritt, der Verlauf bei den geimpften Personen so schwach ist, dass keine Gefahr für ihre Gesundheit besteht. Im Falle der Covid-19 Impfung sind auch die Staaten für die Finanzierung und Organisation verantwortlich, denn eine Impfung sollte für alle zugänglich sein.
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