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Montreal ist am Dienstag (21.08.) in Tallinn zum Sitz der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) bestimmt worden. Die kanadische Stadt setzte sich im vierten Wahlgang knapp gegen das favorisierte Lausanne durch. In der Schweiz löste der Entscheid herbe Enttäuschung aus.Dieser Inhalt wurde am 21. August 2001 - 22:47 publiziert
"Kanada hat im Kampf gegen das Doping grosse Fortschritte gemacht, und Montreal wird eine grossartige Heimat für WADA sein", erklärte WADA-Chef Richard Pound. Lausanne war seit Gründung der WADA im November 1999 vorläufiger Sitz der Anti-Dopingagentur. Pound bedankte sich: "Lausanne war ein grossartiger Ort für den Start von WADA." Montreal habe sich dem Stiftungsvorstand aber selbst "als beste Option für die Zukunft empfohlen".
Keine Unabhängigkeit wegen IOC
Im Juli hatten sich in Moskau alle 35 internationalen Verbände mit olympischen Sportarten für Lausanne ausgesprochen. Vertreter der EU hatten aber Befürchtungen geäussert, dass eine endgültige Anbindung der Agentur an Lausanne die Unabhängigkeit der Einrichtung in Frage stellen könnte, weil dort auch das IOC beheimatet ist.
Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde Wien. Die weiteren Kandidaten Bonn und Stockholm waren schon mit geringeren Chancen in die Entscheidung gegangen. Dies, nachdem eine Prüfungs-Kommission der WADA die drei Mitbewerber als besser geeignet eingeschätzt hatte.
Weltweite Koordination
Hauptaufgabe der WADA ist die Koordinierung eines weltumfassenden Anti-Doping-Programms. Sie soll allgemein gültige Regeln für Kontroll-Einrichtungen und die Durchführung von Doping-Kontrollen sowie eine Vereinheitlichung von Disziplinarverfahren und Strafen erarbeiten.
Die WADA war auf Initiative des IOC gegründet worden, das sie bisher auch allein finanziert. Den WADA-Vorsitz hat noch bis Februar 2002 Pound inne, danach geht er turnusgemäss an einen Vertreter der staatlichen Organisationen.
Die Europäische Union (EU) finanziert drei WADA-Projekte mit zwei Mio. Euro. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten am Dienstag in Tallinn die für den Sport zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding sowie Pound.
Enttäuschte Schweiz sichert Unterstützung zu
In der Schweiz wurde der Entscheid mit Enttäuschung aufgenommen. Es werde bedauert, dass Lausanne nicht als definitiver Sitz der WADA ausgewählt wurde, hiess es in einer gemeinsamen Mitteilung des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie der Stadt Lausanne.
Lausanne habe im Rahmen des umfassenden Evaluations-Verfahrens dennoch zeigen können, dass es in der Lage gewesen wäre, die nötigen Rahmenbedingungen für die Aufgaben der WADA zu erfüllen. Die Behörden würden die WADA bei ihren Abschlussarbeiten in der Schweiz und beim Transfer unterstützen. Zudem sollen die Bestrebungen in der Dopingbekämpfung und Prävention verstärkt werden.
swissinfo und Agenturen
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