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1. Selektiver Rückbau
Bevor ein Neubau entsteht, gibt es häufig einen Rückbau von Altbauten. Die Anlage wird im Hinblick auf die Verwertung der unterschiedlichen Materialien rückgebaut. Schadstoffhaltige Materialien werden getrennt ausgebaut und verwertbare Rückbaumaterialien von nicht verwertbaren Materialien separiert. Dadurch kann eine möglichst hohe und sortenreine Wiederverwertungsrate der anfallenden Rückbaumaterialien erzielt werden. Mineralische Bauabfälle sind mengenmässig die weitaus grösste Fraktion der Rückbaumaterialien. Dazu zählen auch der Betonabbruch und der Mischabbruch. Als Betonabbruch bezeichnen wir Material, das durch das Rückbauen von Betonkonstruktionen und -belägen gewonnen wird. Mischabbruch hingegen ist ein Gemisch aus Massivbauteilen wie Beton, Backstein-, Kalksandstein- und Natursteinmauerwerk. Beide Arten von Bauabfällen können aufbereitet und wiederverwertet werden.
2. Aufbereitung zu Beton- und Mischgranulat
Nach dem Rückbau eines Bauwerks werden die gewonnenen mineralischen Materialien Betonabbruch und Mischabbruch durch einen Aufbereitungsprozess zu rezyklierter Gesteinskörnung (Beton-oder Mischgranulat) aufbereitet. Die Aufbereitung sorgt für eine verbesserte Sortenreinheit und stellt sicher, dass Stör- und/oder Schadstoffe entfernt werden. Zu Beginn des Aufbereitungsprozesses wird der beim Rückbau vorzerkleinerte Beton- oder Mischabbruch grob gesiebt und anschliessend nochmals zerkleinert. Dadurch erhalten wir Gesteinskörnung mit möglichst optimaler Korngrösse und -form und Fremd- und Störstoffe, wie z.B. schwefelhaltige Bestandteile, können entfernt werden. Die zerkleinerten Rückbaumaterialien werden danach fein gesiebt, dabei in sogenannte Kornklassen aufgeteilt und können anstelle von herkömmlichem Sand und Kies für die Herstellung von Recyclingbeton verwendet werden.
Beim Zerkleinern entsteht auch eine feine Fraktion von Mischgranulat. Dieser Anteil kann aus betontechnologischen Gründen nur bedingt im Konstruktionsbeton verwendet werden. Bisher wurde diese Fraktion meist in Deponien abgelagert oder in untergeordneten - sogenannten nicht klassifizierten - Betonanwendungen eingesetzt.
3. Zementproduktion und Vermahlen mit Klinker
Holcim hat auf Basis neuester Technologie eine Lösung entwickelt, um die feine Fraktion des aufbereiteten Mischgranulats für die Herstellung des neuen Zements Susteno wiederzuverwerten. Dank dieser Innovation kann Holcim einen weiteren Stoffkreislauf schliessen. Natürliche Ressourcen werden geschont, Deponieraum gespart und Emissionen reduziert. Dieser erste ressourcenschonende Zement ist ein grosser Schritt in Richtung nachhaltiges Bauen.
Susteno ist ein zertifizierter Schweizer Portlandkompositzement ZN/D 42,5 N nach SIA-Merkblatt 2049, der aus Portlandzementklinker, aufbereitetem Mischgranulat und gebranntem Schiefer besteht. Dank Susteno steht ein ökologisch und technisch ausgereifter Zement für höchste Qualität in allen Betonanwendungen im Hochbau zur Verfügung.
4. Betonherstellung und Neubau
Holcim geht noch einen Schritt weiter und verwendet den Zement Susteno in Betonen der neuen Familie ECOPact. Damit bestimmen Sie, zu welchem Grad Sie wiederverwertete Materialien einsetzen.
Die ECOPact Betonfamilie kann für alle Betonanwendungen im Hochbau eingesetzt werden. Das Anwendungsgebiet beinhaltet alle gängigen Betonarten, insbesondere Recyclingbeton, Sichtbeton und Beton für massige Bauteile. Durch die hochwertige Wiederverwertung von aufbereitetem Mischgranulat im Zement Susteno weist die damit hergestellte ECOPact Betonfamilie ein ausserordentlich hohes Nachhaltigkeitspotenzial auf.