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2005
gegen 1925
Weitere Luftaufnahmen von Corcelles le Jorat
Corcelles-le-Jorat ist ein Dorf, verloren in einer ausgedehnten Forstregion, das Zentrum einer grossen Gemeinde, die mehrere kleine Dörfer und zahlreiche isolierte Häuser umfasst.
Es war im Mittelalter ein Teil des Gebiets der Bischöfe von Lausanne. Sie gaben es im 12. Jahrhundert einer Ritterfamilie als Lehen. Diese nahmen den Namen von Corcelles an. Diese Familie starb anfangs des 14. Jahrhunderts aus. Die Herrschaften von Bottens, die Mestral von Lutry, die de Prez besassen die Herrschaft. Isbrand de Crousaz kaufte es in 1598. In 1629 heiratete seine Enkelin, Jeanne de Crousaz, Sébastien de Praroman. Als dieser seine erste Frau verlor, heiratete er Louise Polier. Weder die eine noch die andere gab ihm Kinder. Er vererbte sein Eigentum an seine zweite Frau, die in 1683 Paul de Chandieu, Herr von Villars, heiratete.
Das Territorium von Corcelles blieb in der Familie von Chandieu bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. In 1730 heiratete Henriette Françoise de Chandieu, Tochter von Paul Louis, Antoine Polier de St-Germain, Bürgermeister von Lausanne. Sie erbte die Herrschaft von Corcelles und hinterliess sie ihrem Ehemann.
So wurde Jonathan Polier, Sohn von Antoine, nun der Herr des Ortes. Als Offizier im französischen Dienst, Kapitän-Grenadier in den Milizen des Waadtlandes, Vogt in Lausanne, fügte er all diesen bis heute fast vergessenen Titeln auch den Titel als Eigentümer des Schlosses von Corcelles hinzu.
Die Frau von Corcelles, wie es der Brauch war, sie in der Lausanner Gesellschaft des 18. Jahrhunderts zu nennen, wurde als Marie-Louise de Saussure geboren. Ihr erster Ehemann, Etienne de Aubonne, Kapitän im Regiment von Constant in Holland, machte sie zur Witwe mit 30 Jahren. Sie heiratete in 1769 Jonathan Polier.
Die Briefe von Frau de Corcelles an ihre Freunde hätten keine Erwähnung verdient, hätten sie sich nicht auf das Schloss bezogen, das sie 1769 wieder aufbauen liess.
So schreibt die junge Dame: "der Maurer, der Ihnen sagte, dass das Schloss von Corcelles reizend wäre, hatte Recht, und er ist in der Tat ein ehrlicher Mann. Ich glaube, dass, wenn alle Böden, Decken, die wichtigen Fenster und die Türen erneuert werden, man sagen könnte, dass es ein schönes Schloss ist; auch wenn es fünf oder sechs Schlösser geben wird, zu denen man die Schlüssel in den Taschen trägt, so gibt dies doch ein gewisses Gefühl der Wichtigkeit... " In einem anderen Brief an einen Freund, Herr de Sévery, geht es um "Details" über welche sie sich Gedanken machte für den Gipser.
Frau de Corcelles, die den Winter in Lausanne verbrachte, konnte sich im folgenden Jahr in ihrem Landhaus niederlassen, wo sie sich in der schönen Jahreszeit einrichtete. Sie beschäftigte sich mit " kleinen amüsierenden Sorgen und mühsamer Pflege, zu säende Salate, ein anderes Beet neu zu bepflanzen, kleine Blumen, Kräuter; geniessen, die Umgebung zu reinigen, sich vorzustellen: ein wenig mehr Baumhecken hier, einige Rosensträucher dort... "
Eine Quelle zu finden und die Umleitung des Wassers in einen Brunnen (zweifellos derjenige, den man im Halbkreis vor dem Eingang des Hofes sieht), sind bedeutungsvolle Ereignisse.
Aber das Gesellschaftsleben verlor nicht an Wichtigkeit. Das grösste Vergnügen der Schlossherrin war der Empfang von Familienmitgliedern, Bekannten, und Gästen. Es brachte sie keineswegs in Verlegenheit "achtzehn Leute in einem Haus, das ausgelegt wurde für neun, unterzubringen".
Was die Architektur betrifft, so sieht Corcelles recht bescheiden aus... doch würdig. Die umrandeten Ecken, eine profilierte Schnur unter dem Vordach, das den Giebel einrahmt. Der Rest erscheint wie eine einfache Wohnung, komfortabel für das Zeitalter, aber ohne Luxus. Die schönen alten Bäume bilden einen Bogen aus Grün am Eingang des Hofes...
Bibliographie