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Naja, unter https://de.wikipedia.org/wiki/Ordinalskala#M%C3%B6gliche_Operationen steht u.a.: "Da es sich bei Schulnoten in der Regel um ordinalskalierte Merkmale handelt, ist die Bildung von Durchschnittsnoten eigentlich nicht sinnvoll, wird aber in Bildungseinrichtungen regelmäßig durchgeführt." Und unter https://de.wikipedia.org/wiki/Ordinalskala#Beispiele steht zudem "Schulnoten werden oft so verwendet, als wären sie intervallskaliert, indem z. B. der Durchschnitt berechnet wird. Problematisch wird es, wenn eine solche Verwendung ernste Konsequenzen hat, z. B. bei der Beurteilung verschiedener Unterrichtsmethoden." Tja.
Schulnoten sind Ordinalzahlen, es ist unzulässig, dafür arithmethische Mittel zu bestimmen. Mehr Lageparamter als den Modalwert und Quantile (z.B. den Median) sind nicht bestimmbar, auch wenn es erstens seit Urzeiten so gehandhabt wird und zweiten ja auch so einfach erscheint. Schulnoten verkörpern Prädikate, z.B. "gut" (5) oder "schlecht" (1), d.h. die Noten sind Indizes, quasi Codes der Prädikate, die man lediglich der Grösse nach ordnen kann. Die Operationen müssen also auch für die Prädikate sinnvoll bleiben, aber addieren Sie mal z.B. "gut"+"genügend"+"schwach" und teilen es durch 3...
Ich möchte weniger den geschilderten Fall kommentieren, sondern diesen vielmehr zum Anlass nehmen zu betonen, dass das Hantieren mit arithmetischen Mittelwerten (d.h. sog. Notendurchschnitten) im Grunde unzulässig ist. Es handelt sich bei Schulnoten um Ordinalzahlen, bei der eine Rangfolge von Prädikaten kodiert wird:
1: schlecht, 2: schwach, 3: ungenügend, 4: genügend, 5: gut, 6: sehr gut; siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Schulnote#Schweiz
Nur, weil die Prädikate jeweils einen Index bekommen, kann man nicht einfach damit beliebig herumrechnen und alle denkbaren Lageparameter bestimmen. Zwar kann man die Ausprägungen der Schulnoten ordnen, mehr aber nicht. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Ordinalskala#Beispiele und
https://de.wikipedia.org/wiki/Ordinalskala#M%C3%B6gliche_Operationen sowie https://en.wikipedia.org/wiki/Level_of_measurement#Ordinal_scale
Die Sache wird auch nicht besser, wenn Halb- oder Viertelnoten-Abstufungen vergeben werden, es bleiben Ordinalzahlen. Da es aber so schön verlockend ist, eben doch damit beliebig herumzurechnen, hat man seit Menschengedenken in Bildungseinrichtungen wie selbstverständlich so getan, als lägen Schulnoten auf einer metrischen Skala. Dazu bräuchten sie aber eine Einheit, haben sie aber nicht, es sind ja nur Indizes von Prädikaten. Man kann allenfalls aus einer Serien von Schulnoten den Modalwert, also den häufigsten vergebenen Wert bestimmen, oder aber Quantile, zum Beispiel den Medianwert, also diejenige Note, die genau in der Mitte einer Sortierreihenfolge der betreffenden Noten steht. Der Median ist hier erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Median
Tut mir leid, aber der Unterschied zwischen BS und BL in diesem Balkendiagramm ist so eklatant, dass man sich wirklich fragen muss, ob da einheitlich bewertet worden ist. Mich zum Beispiel würde mal interessieren, wie man so ohne weiteres, gerade auch bei Maturanden, die zum Studium ins Ausland gegangen sind, sachlich richtig erfasst hat, ob und wann sie einen Hochschulabschluss erworben haben. Keinen Hochschulabschluss zu erfassen bedeutet ja nicht, dass keiner vorliegt. Das ganze Vorgehen dieser Erhebung würde mich einmal interessieren. Wie auch etwaige Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Oder den Studienfächern, Studienorten, Hochschularten, und vielem mehr. Und ausserdem ist die Erhebung für Studienanfänger von 2008 erfolgt. So ganz einfach ist es nicht, damit auf künftige Studenten zu extrapolieren, die jetzt mitten in Ihrer Schülerzeit stecken. Und was mich besonders interessiert: sind die, die vorgeblich zu wenig strenge Bewertung während/vor der Gymizeit erfahren haben, auch die, die dann ohne Abschluss studieren. Naja, und ohne Abschluss eines Studiums haben es übrigens viele schon weit gebracht, aber das nur nebenher.
Dominique Spirgis Eingangs-Statement "Ideal wäre eine ausgeglichene Aufteilung: ein Drittel Gymnasiasten, ein Drittel sonstige Mittelschüler (Fachmaturität, Wirtschaft und Informatik) und ein Drittel Schulabgänger, die eine Lehre antreten." wirft die einfache Frage auf, wieso genau diese Aufteilung ideal wäre?
Und mich würde interessieren, woran man bei "den Departementsverantwortlichen" erkannt haben will, dass die Übertrittsquote von 45% aufs Gymnasium "nicht das tatsächliche Leistungsniveau abbilde"? Ist diese Sicht die Folge von Eindrücken, die die Lehrerinnen und Lehrer der Basler Gymnasien gewonnen haben? Oder hängt man der o.g. "Zielstellung" an, die man als Gesetzmässigkeit auffasst?
Ja, für diese Reportage ist Andrea Fopp und der Fotografin Eleni Kougionis sehr zu danken, für die sie sich mitten ins Klybeck-Quartier begeben haben. Der Bericht zeigt nicht nur die ungerechten Zustände, die ja auch nicht neu sind und die gerade die Kinder und Heranwachsenden belasten, sondern insbesondere, das nichts besser hilft, als hinzugehen, sei es staatlicherseits durch gute Lehrer und Lehrerinnen, oder eben im Ehrenamt. Sogenannte Marktmechanismen werden jedenfalls nicht helfen.
SPON hat - Monate später - genau diese volkswirtschaftliche Dimension bestätigt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutsche-bahn-tunnel-desaster-in-rastatt-kostete-milliarden-a-1203970.html
Die Schadenskosten übersteigen die Baukosten!
Es gehört zur Natur des gesellschaftlichen Lebens, dass *jeder und jede* etwas zu verbergen haben kann. Es wird noch jede Gesellschaft in den Irrsinn treiben, wenn verletzende, haarkleine und engmaschige Kontrollsysteme gefordert und etabliert werden. Offensichtlicher Missbrauch von Sozialleistungen ist auch jetzt möglich.