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Danke an Christoph
Wissenschaftler aus der Brasilianischen GVO-Regulierungs-behörde protestieren gegen die Abweisung der Studie von Seralini
Das abscheuliche Verhalten von staatlichen Gentechnik-Regulierungs-Behörden rund um die Welt bei ihrem Versuch, die Seralini-Studie von 2012 unglaubwürdig zu machen, zeigt sich immer deutlicher. Die letzte bekannt gewordene Episode betrifft CTN-Bio, die Brasilianische Kommission, die über die Zulassung von GVO entscheidet.
Seralini`s Studie hatte herausgefunden, daß ein Gen-Mais von Monsanto, der NK603, sowie das Herbizid Roundup Organ-Versagen, vermehrt Tumore sowie frühzeitigen Tod bei Ratten verursachte.
In Brasilien haben 4 pro-GVO-Wissenschaftler, zwei davon waren Mitglieder bei CTNBio die Seralini-Studie in einem Bericht vom Oktober 2012 kritisiert.
Jedoch im März 2013 verfaßten 15 Wissenschaftliche Mitglieder von CTNBio, darunter 5 ehemalige, einen detaillierten wissenschaftlichen Gegenbericht, der die Argumente der 4 für Gentechnik eingestellten Forscher vom Sockel stößt und der die Validität der Ergebnisse von Seralini unterstützt. CTNBio stimmte gegen den Bericht und hält die ursprüngliche Kritik der 4 pro-GVO-Forscher aufrecht.
CTNBio stimmte auch gegen eine Aufforderung einer Gruppe brasilianischer VerbraucherOrganisationen, den Anbau und die kommerzielle Zulassung des Mais NK603 auszusetzen.
Ein Anwalt einer der Verbraucher-Organisationen, IDEC, sagte dazu, die Entscheidung von CTNBio verletzt die Brasilianische Verfassung.“
- Das ist im übrigen auch die Auffassung, die Frau Lüst in Europa nicht nur formuliert, sondern bereits wiederholt erfolgreich vor den Menschen-Rechtsausschuß der UN gebracht hat, auch im Falle Deutschlands!
Ihre Argumentation soll demnächst in einem entsprechenden Gerichts-Verfahren in Mexiko vorgetragen werden: Staaten, die die Gentechnik zulassen, verstoßen gegen die Menschenrechte“, siehe www.stopptgennahrungsmittel.de/web/index.php?menu=55
Diese Bemerkung von gmwatch, daß ein Anwalt von Verbraucher-Organisationen, Verfassungs-Verletzung durch GVO anmahnt, läßt ahnen, daß wir demnächst auch aus Brasilien über ein Gerichtsverfahren um Verbraucher- und Verbraucherschutz-Rechte hören werden.
So meldete gmwatch.org am 23. Mai 2013 in “Brazilian regulator rejects consumer organisations‘ call to ban NK603 maize”: „Laut Anwalt gäbe es keinen wissenschaftlichen Konsens über die Risiken von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln. Weil aber Studien einige Gefahren gezeigt haben, müssen wir vorsichtig sein.
Er schlussfolgert: „Weil die Zuständigen dieser Thematik keine Aufmerksamkeit widmen, liegt es an den Verbrauchern zu evaluieren, ob er solche Risiken auf sich nimmt. Um das zu tun, müssen wir auf der Verpackung klar kennzeichnen, daß das Produkt GVOs enthält. Nur dann werden die Grundrechte von Verbraucher, die im Artikel 6 des Code für den Verbraucherschutz eingehalten.“
Er sagte, daß die Meinung des Gegenberichtes diese Studie so betrachten würde, als daß sie die Aussetzung der Zulassung für Anbau und die kommerzielle Freigabe von NK603 nötig macht. [Anmerkung durch GenAG]
2. Passagen aus dem Gegenbericht:
A. Wie kam es zum Gegenbericht? (dort auf Seite 1)
„Im Oktober 2012 sandte der Vorsitz der Staatlichen Technischen Biosicherheits-Kommission (CTNBio) dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten ein Dokument, daß eine kritische Analyse durch Seralini et al (2012) enthielt, als Antwort auf ein Anfrage von dem Ministerium.
Nach unserem Verständnis ist dieses Dokument, das von 4 Wissenschaftlern erstellt wurde, von denen 2 Mitglieder von CTNBio sind, nicht als die Position der Kommission betrachtet werden kann, weil sie nicht von einer Voll-Versammlung evaluiert wurde. Selbst für den Fall, daß dies geschehen wäre, repräsentiert die von diesen Doktoren erzielte Meinung nicht einen Konsens in dieser Kommission.
Am 12. November veröffentlichte das Journal “Food and Chemical Toxicology auf seiner Inter-Seite einen Artikel unter dem Titel “Antworten auf Kritiken: Warum gibt es eine Langzeit-Toxizität durch NK603 Roundup-resistentem Gen-Mais und durch das Herbizid Roundup“, der von Professor Seralini und seinem Team geschrieben worden war. Er war eine Antwort auf die vielen Kritiken, die durch die Publikation des ersten Artikels, der im Fokus dieses Schreibens steht, schnell ausgelöst worden waren.
Es ist wert zu bemerken, daß alle relevanten Kritiken, die von dem Vorsitz von CTNBio an das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten gesandt wurden, die zufällig die Meinungen von Monsanto reproduzierten, als auch weitere andere, in diesem Text beantwortet wurden (Seralini et al., 2012b, in annex). In den Ausführungen zu den anderen Informationen, die nicht in dem Artikel von Seralini et al (2012) [gemeint ist hier der Original-Text zur 2-Jahrestudie] untersucht werden konnten – und die nicht für die Interpretation relevant war – gibt der Autor im Text die Auskunft, daß sie Aspekte involvieren, die in einem späteren Artikel angegangen werden sollen, der in einem anderen Fach-Journal veröffentlicht werden soll.
Als eine Ergänzung werden [auch] wir uns diese Studie ansehen, als Mitglieder und ehemalige Mitglieder von CTNBio, die besorgt sind um die Biosicherheit und die Anwendung des Vorsorge-Prinzips, so wie es durch das gegenwärtige Gesetz gefordert wird.“
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B . zu Beginn –
a) Bis heute kein Beweis für Sichere Gentechnik und Gifte (Seite 8 u.)
„Deshalb kann keine bis heute veröffentlichte Studie als verlässliche Referenz herangezogen werden, um das Ausbleiben von Risiken durch den Konsum vom GenMaisNK603 oder anderen transgenen Pflanzen, die tolerant gegenüber Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat sind, zu demonstrieren.“
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b) allgemein aus der Schlußfolgerung ….(Seite 10 oben)
„Die Studie, die Gegenstand dieses Schreibens ist, erhebt sachdienliche wissenschaftliche Fragen zu der chronischen Giftigkeit des speziellen Gen-Maises NK 603….nach unserem Verständnis reicht die statistische Analyse der biochemischen und biologischen Daten aus, um die Erkenntnis zu rechtfertigen, daß eine Gefährdungs-Situation besteht.
Darüber hinaus unterstützt sie die Schlußfolgerungen und den Titel des Artikels (von Seralini et al) und bestätigte die klinischen und die Beobachtungen von Anatomie-Pathologien sowie diejenigen, die mithilfe optischer und elektronischer Mikroskopie gemacht wurden.
Zusätzlich zu den gelieferten toxikologischen Daten über den Langzeit-Konsum vom NK 603-Mais, mit oder ohne das assoziierte Herbizid nährt diese Untersuchung von Seralini et al (2012) Zweifel an der Bewertung der Bio-Sicherheit und der Risiken von transgenen Pflanzen.“
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C. betrifft: Qualitative Aspekte der Seralini-Studie:
a) betr: Qualität geht vor Quantität…(Seite 7, Absatz 3):
„Auf diese Weise beweist der Artikel von Seralini et al (2012) wissenschaftlich, daß
Störungen des endokrinen Systems an den toxikologischen Prozessen beteiligt sind, die für die hepatorenalen Abnormalitäten verantwortlich sind, die bei den Ratten beobachtet wurden, die mit NK603 gefüttert wurden, mit oder ohne Roundup (R), die wahrscheinlich zu hormonabhängigem Krebs bei diesen Tieren führen.“
Das Fehlen einer statistischen Methode zur Kalkulation statistisch signifikanter Unterschiede ist kein Grund, die qualitativen Effekte zu mißachten, die ihre Bedeutsamkeit für das ganze Gebiet der öffentlichen Gesundheit betreffen.“
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b) zur Statistik (Seite 8 Mitte):
„Inzwischen hat der einzige Statistiker der Franzosischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Paul Deheuvels, seine Unterstützung erklärt für die Belastbarkeit der verwendeten statistischen Methoden und für die in Seralini et al (2012) erhaltenen Ergebnisse“
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c) betr: Doppel-Standards oder wenn Seralini et al (2012) kein Beweis sein soll, dann … (S.9 unten):
„…So wie es das Europäische Netzwerk von Wissenschaftlern für soziale und ökologische Verantwortung (ENSSER) ausdrückte:
„Falls festgestellt würde, daß die Studie von Seralini et al aufgrund methodologischer Fehler, nicht ausreicht, um Schäden zu beweisen, dann müssen alle vorhergehenden Studien, die zur Unterstützung eines Antrages auf Zulassung als Lebens- oder als Futtermittel in der EU eingereicht worden waren, aufs neue geprüft werden, ob sie einen Beweis für die Sicherheit der Gesundheit von Mensch und Tier darstellen. Und sie müssen mit dem gleichen Maß an Gründlichkeit untersucht werden, wie das von solchen Studien gefordert wird, die ungünstige Effekte zeigen.“
Ebenfalls muß offensichtlich einer Aufforderung zur Offenlegung aller Rohdaten aus der Seralini-Studie mit einer vollständigen Aufdeckung aller Rohdaten – sowie entscheidend auch der jeweiligen biologischen Materialien – durch alle Antragsteller entsprochen werden.
Asymmetrische Risiko-Abschätzungen sind ganz klar unakzeptabel und entsprechen weder elementaren Standards des wissenschaftlichen Prozesses noch den BasisStandards öffentlichen Anstandes und auch nicht dem Vorsorge-Prinzip.“
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D. betr.: Die Resultate der Studie (Seite 6/7)
a) „Tatsächlich sind die Haupt-Ergebnisse der Studie die wichtigen wissenschaftlichen Fortschritte, die das Auffinden von geschlechts-abhängigen metabolischen und physiologischen hormonellen Störungen bei den Versuchs-Gruppen betreffen.
Bei den Männchen gab es 2,5 – 5,5 mal häufiger Verläufe mit Nekrosis und Leberkongestion als bei den Kontroll-Gruppen.
Bei den Weibchen war die Hypophyse das zweithäufigste betroffene Organ, nach den BrustDrüsen, die die meisten beobachteten Tumore entwickelten.
Außerdem brachten die bio-chemischen Analysen bei beiden Geschlechtern ernste Störungen der Nieren-Funktionen zu Tage, insgesamt waren 76 % der in dieser Studie überwachten Parameter verändert.“
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b) betr: hormonelle Wirkungen
„Wenn man diese Ergebnisse nur in der Form von Durchschnitts-Werten für jede Gruppe angäbe, ohne dabei die Männchen von den Weibchen zu unterscheiden (so wie es bei Studien üblich ist, die von den beantragenden Unternehmen präsentiert werden), verdeckt man damit die Anzeichen für Störungen des Endokrinen Systems (die laut Definition verschieden zwischen den Geschlechtern sein würden).“
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E. betr.: Schlußfolgerung (Seite 10)
Die Beobachtung der Tatsache, daß die Fütterung mit dem Gen-Mais NK603 (ohne Roundup) biochemische Veränderungen und physiologisches Versagen bei den Versuchsratten verursacht, zeigt wieder einmal, daß die „Substantielle Äquivalenz“ nicht die über die wissenschaftliche Basis und Robustheit verfügt, um zu nachhaltigen Entscheidungen auf diesem Gebiet gelangen zu können.
Die Fortschritte in der wissenschaftlichen Kenntnis, die durch die Studie Seralini et
al (2012) erreicht wurden, verdienen Aufmerksamkeit und Respekt von den wissenschaftlichen Gemeinschaften und denen der Regulierer, sowohl auf der heimischen wie auf der internationalen Ebene, und im Falle von Brasilien die Einsetzung des Vorsorge-Prinzips, die sich aus der Verfassung von 1988 ergibt – weil es der Regierung obliegt, „die Herstellung, den Verkauf und den Gebrauch von Techniken, Methoden und Substanzen, die für das Leben, für die Qualität des Lebens und für die Umwelt ein Risiko darstellen, zu kontrollieren“ (art. 225, § 1°, V) – und das als eine Richtlinie des Bio-Sicherheits-Gesetzes hoheitlich wurde. (art. 10 da Lei 11.105/2005).
Die Bedeutsamkeit der Probleme und das Verleugnen von beteiligten Risiken verlangen im Gegensatz zu der [von den vier anderen Autoren] eingenommenen Position zusätzliche systematische und wiederholte Versuche zu dem NK603 und zu anderen transgenen Pflanzen mit ähnlichen Technologien. Und es empfiehlt sich, ihre Evaluierungen erneut durchzuführen sowie eine Begleitung der Verwendung dieser Produkte in der Nahrung für die Menschen und Tiere.
Auf dieser Basis hoffen wir zur Klärung und Reflektion durch den Stab des Ministeriums für Ausländische Beziehungen bei ihrer Arbeit auf dem internationalen Niveau als Unterhändler Brasiliens beigetragen zu haben. Und für ihre Tätigkeit auf dem heimatlichen Gelände, wo sie aktiv an dem Entscheidungs-Prozeß teilnehmen und ihre besonderen Verantwortlichkeiten in Bezug zur Sicherheit der Nahrung und der Umwelt ausüben unter Berücksichtigung der Gefahren für die brasilianische Bevölkerung und Bio-Diversität – sowie gleichermaßen in Bezug zu der Entwicklung des Landes, das zum Ziel von Handels-Barrieren wegen dieser Risiken werden kann, und zur Unterstützung der Umwelt und in Verteidigung der Gesundheit in anderen Ländern.“
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F. betr.: …in Bezug auf die Mehrheit minderwertiger Industrie-Studien (S. 9 mi.)
„Indem dieser Artikel von Seralini et al (2012) auf à priori Risiken hindeutet, die von der Mehrheit der Behörden, die auf der Welt für die Abschätzung der Gefahren zuständig sind, verworfen werden, hält er die Debatte offen um das Fehlen eines wissenschaftlichen Konsens zur Lebensmittel-Sicherheit von transgenen Pflanzen, das bereits seit 20 Jahren andauert. Auf der anderen Hand betont die Sammlung an Kritiken an den Methoden, die von Seralini et al benutzt worden waren, die Lücken und wissenschaftlichen Schwächen, unter denen
transgene Pflanzen im Land freigegeben wurden, obwohl keine einzige von ihnen so rigorose Experimente durchlief, wie sie heute von diesen Kritiken eingefordert werden, die Teil von CTNBio sind oder waren.
In diesem Zusammenhang macht Heinemann (2013) den Vorschlag, daß die
wissenschaftlichen Gemeinschaften sowie die der Regulierer an der Validation der
statistischen Analysen beteiligt werden, falls es noch strittige Punkte gibt.“
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G. betr: Was sagt denn das brasilianische Ministerium für Gesundheit zum NK603Mais?
(Seite 2 unten)
„Außerdem gab es negative Voten [gegen den Mais NK603] von den Vertretern des Ministers für Landwirtschaftliche Entwicklung, dem Minister für Gesundheit und von Vertretern der Zivilgesellschaft, von Umwelt- und Gesundheits-Gruppen.“
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Übersetzung mit Einfügungen in [Klammern] & fett oder Unterstrich Hervorhebung durch die GenAG/attac-Bielefeld