Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03266.jsonl.gz/1355

Wie funktioniert Schlafen?
Schlafbedürfnisse Erwachsener
Diverse berühmte Persönlichkeiten, z.B. Napoleon und Margaret Thatcher, behaupteten, mit nur vier Stunden Schlaf pro Nacht auszukommen: Das ist weder glaubhaft noch erstrebenswert. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Leistungsfähigkeit eines Menschen, der 17 Stunden ohne Unterbruch wach ist, bereits so stark reduziert ist, wie nach dem Genuss von zwei Gläsern Wein: Das entspricht 0,5 Promille, also dem geltenden Grenzwert für Fahrtüchtigkeit.
Der Mensch kann jedoch die Gesamtschlafmenge innerhalb von 24 Stunden so verteilen, dass sie an besondere Lebenssituationen angepasst ist und ihn befähigt, diesen Belastungen gewachsen zu sein. So schläft zum Beispiel ein Weltumsegler in 20-minütigen Etappen, verteilt über den ganzen Tag – ist damit aber nicht immer gut ausgeruht.
Schlafbedürfnisse älterer Menschen
Die oft geäusserte Behauptung, dass ältere Menschen weniger Schlaf brauchen, trifft nur bedingt zu. Denn sie schlafen zwar nachts oft nur noch fünf bis sechs Stunden, machen dafür aber tagsüber mehrere Nickerchen.
Befragungen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte der 65-jährigen ihren Schlaf als gestört empfindet. Die meisten Klagen betreffen Ein- und Durchschlafprobleme sowie zu kurzer Schlaf.
Tatsächlich ist der Nachtschlaf von älteren Menschen häufiger unterbrochen: Viele Senioren können weniger lang an einem Stück schlafen und wachen nachts 60–150 Mal kurz auf. Im Schlaf junger Erwachsener beobachtet man dagegen nur circa fünf Aufwach-Episoden. Auch können ungute Schlafgewohnheiten (schlechte Schlafhygiene), soziale Isolation, körperliche Inaktivität sowie vermehrte körperliche und psychische Erkrankungen im Alter zu einer Verschlechterung des Schlafs beitragen.
Viele ältere Menschen greifen deshalb zu Schlafmedikamenten, die jedoch – vor allem langfristig – den Schlaf nicht zu verbessern vermögen und ausserdem unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen wie beispielsweise Tagesmüdigkeit, Gleichgewichtsstörungen und zunehmende Inaktivität. Das Absetzen dieser Medikamente wird meistens von verstärkten Schlafproblemen erschwert (Rebound-Insomnie).