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Die meisten Menschen geniessen alkoholische Getränke bei speziellen Gelegenheiten und in gemütlichen Runden. Jeder fünfte konsumiert Alkohol jedoch missbräuchlich.
Alkoholmissbrauch stört das Zusammenleben, schädigt die Gesundheit und verursacht erhebliche Kosten. Das BAG engagiert sich mit weiteren Präventionspartnern für einen Alkoholgenuss mit Respekt.
- Rund jede fünfte Person in der Schweiz trinkt Alkohol missbräuchlich; das heisst, sie trinkt regelmässig zu viel, zu oft oder zur falschen Zeit alkoholhaltige Getränke.
- Gut 4% der Bevölkerung trinkt chronisch risikoreich, d.h. zu häufig zu viel (bei Frauen 2 und bei Männern 4 Standardgläser pro Tag). Ein chronisch risikoreicher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für alkoholbedingte Krankheiten wie Krebs, Organschädigungen, Herzinfarkt und psychische Krankheiten sowie die Gefahr eine Abhängigkeit zu entwickeln.
- Bei etwa 21% der Bevölkerung ist dies ein punktuell risikoreicher Konsum, mit 4 und mehr (Frauen) bzw. 5 und mehr (Männer) Standardgläsern bei einer Gelegenheit mindestens einmal im Monat. Dies führt zu akuten Verletzungen, zu Unfällen und Gewalt.
- Geschätzte 250‘000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig.
- Ca. jede dritte Person in der Schweiz hat mindestens eine Person mit Alkoholproblemen in ihrem Umfeld.
- Männer trinken generell risikoreicher als Frauen, die Frauen holen aber tendenziell auf.
- Der Alkoholkonsum von Jugendlichen bis 15 Jahren hat in den letzten Jahren abgenommen. Zwischen 15 und 24 Jahren nimmt der Konsum dann aber stark zu. Da sich ihr Gehirn und ihr Körper im jugendlichen Alter noch entwickeln, sind Schädigungen umso gefährlicher, und das Risiko für spätere Alkoholprobleme steigt.
- Rund jeder vierte Jugendliche (26%) zwischen 15 und 19 Jahren gibt an, mindestens 1x pro Monat zu viel Alkohol zu komsumieren (punktuell risikoreicher Konsum). Bei den 20 bis 24-Jährigen sind es rund vier von zehn (38%). Der Alkoholkonsum findet in diesen beiden Altersgruppen vor allem am Wochenende statt.
- In der Schweiz verursacht der Alkoholkonsum bei den 15- bis 74-jährigen rund 1600 Todesfälle pro Jahr. Jeder 12. Todesfall in der Schweiz ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen.
- Drei von fünf dieser Todesfälle sind bedingt durch chronisch starken Alkoholkonsum. Alkoholmissbrauch ist ein wesentlicher Risikofaktor bei der Entstehung von nichtübertragbaren Krankheiten.
- Bei jedem achten tödlich oder mit Schwerverletzten ausgehenden Verkehrsunfall in der Schweiz ist Alkohol im Spiel. In den Nächten des Wochenendes ist es sogar jeder zweite Unfall.
- Alkoholmissbrauch verursacht jährlich Kosten von rund 4,2 Mrd. Franken.
- Der grösste Teil geht zulasten der Wirtschaft in Form von Produktivitätsverlusten: Wegen vorzeitigen Todesfällen, Krankheit oder frühzeitigen Pensionierungen fallen geschätzte 2,2 Mrd. Franken Kosten an. Weitere rund 1,2 Mrd. sind die Folge von kurzfristigen Absenzen oder verminderte Arbeitsleistung.
- Die direkten Kosten im Gesundheitswesen belaufen sich auf 600 Mio. Franken. Sie fallen bei der Behandlung von alkoholbedingten Krankheiten, Unfällen und Suchtbehandlungen an.
- Weitere 250 Mio. Franken sind Kosten in der Strafverfolgung (Polizei, Justiz und Strafverfolgung).
- Das Bundesamt für Gesundheit fördert gemeinsam mit den Präventionspartnern einen respektvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken in der Schweiz. Gemeinsam informieren sie über die Gefahren und Schäden des Alkoholmissbrauchs, entwickeln Handlungsinstrumente für Wirtschaft, Politik und Sozialwesen und sorgen für Hilfe zugunsten von Betroffenen, Gefährdeten und ihren Angehörigen.
- Die Ziele und Massnahmen der Alkoholprävention sind in den Nationalen Strategien Sucht und Nichtübertragbare Krankheiten festgehalten.
Letzte Änderung 02.04.2019