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Château Saint-Maire ist eine befestigte Residenz mit einer Turmbekrönung, die dem zweiten Besitzer, Bischof Guillaume de Challant (1406-1431), zu verdanken ist. Der zinnenbewehrte Wehrgang ist seltsamerweise an jeder der vier Ecken des Gebäudes durch Türme blockiert. Die Zugänge zu diesen orientieren sich gegen das Gebäudeinnere und sind daher eher für zivile als für militärische Zwecke geeignet.
In zwei der vier Türme tauchten Fragmente von Wandmalereien unter Tünchen auf, als alte Archivregale versetzt wurden. Diese kleinen, im Mittelalter beheizten Räume erhielten aufwändige heraldische Verzierungen, die durch Analyse der Archäologie und Kunstgeschichte Guillaume de Challant zugeschrieben werden. Im einen Raum waren Wappenschilder an Bäumen aufgehängt, im anderen Raum war die Imitation eines Wandteppiches aufgemalt, der von Figuren begleitet wird. Obwohl leider sehr verwischt, offenbaren die Dekormalereien die Anwesenheit eines Qualitätskünstlers. Kleine Arbeitszimmer oder Aussichtspunkte, die den Blick auf die Stadt und den Genfersee freigeben, zeigen in diesen turmartigen Installationen eine unerwartete Nutzung dieses Teils der defensiven Bekrönung der Burg.
, : Des décors inattendus de l’évêque Guillaume de Challant dans les tourelles du château Saint-Maire
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 24. Jahrgang 2019, Heft 2, 65 - 77.