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Im 16. Jahrhundert galten die Schweizer als besonders trinkfest und trinkfreudig. Damals galt die Devise: Wein ist besser als Wasser, weil Wasser damals als ungesund galt. Wasser war oft verschmutzt mit Bakterien und machte krank. Dies war beim Wein nicht (direkt) der Fall. Wein wurde oft verdünnt, manchmal mit Honig gesüsst getrunken – generationenübergreifend.
Nation im Alkoholelend
Im 19. Jahrhundert hatte die Schweiz dann ein veritables Alkoholproblem. Schon zum Frühstück tranken die Familien Kartoffelschnaps. 16 Liter reinen Alkohol trank ein Durchschnittsschweizer damals pro Jahr, heute ist es bloss noch die Hälfte. 1844 schlug der Bundesrat Alarm: Der «unserem Volk drohende physische, moralische und ökonomische Ruin» müsse mit einem Alkoholgesetz abgewendet werden, schrieb die Landesregierung.
Geburtsstunde der staatlichen Regulierung
Im ersten Alkoholgesetz wird die Kartoffelbrennerei massiv eingeschränkt und es wird erstmals eine Steuer auf Alkohol erhoben. In den 30er Jahren dann führen Kantone Alterslimiten für den Kauf von Alkohl ein, in den 60er Jahren dann kommen Werbeverbote und Preiseingriffe dazu. Mit all diesen Regeln will der Staat den Konsum von Alkohol eindämmen. In den 90er Jahren setzt der Bund zusätzlich auf Prävention, die bekannteste Kampagne heisst «Alles im Griff».
Derzeit berät das eidgenössische Parlament eine Revision des Gesetzes. Um der «preissensitiven» Jugend Alkoholexzesse auszutreiben soll der Bundesrat einen Mindestpreis für Alkohol festlegen.