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Die Schweizer Pianistin Simone Keller wurde 1980 in Weinfelden geboren und absolvierte ihre Ausbildung in der Konzertklasse von Hans-Jürg Strub an der Zürcher Hochschule der Künste, daneben nahm sie Orgel- und Hammerflügelunterricht, bildete sich in Improvisation und Liedbegleitung weiter und besuchte zahlreiche Meisterkurse. Unter anderem wurde sie mit dem 1. Preis beim Landolt-Wettbewerb, dem 2. Preis beim Hans-Ninck-Wettbewerb und dem EMCY-Kammermusikpreis beim Europäischen Klassik-Festival Ruhr ausgezeichnet.
Sie übt solistisch und kammermusikalisch eine rege Konzerttätigkeit aus, ist Mitglied des ENSEMBLE TZARA, des Kukuruz-Quartett und des Trio Retro Disco. Als Gast spielte sie regelmässig beim Musikkollegium Winterthur, der Südwestdeutschen Philharmonie und dem Collegium Novum Zürich und wurde unter anderem vom Ensemble Contrechamps Genf, dem Glassfarm Ensemble New York und dem Hong Kong New Music Ensemble eingeladen.
Einen wichtigen Bestandteil ihrer künstlerischen Entwicklung verdankt Simone Keller den zahlreichen Komponistinnen und Komponisten, die für sie Stücke geschrieben haben, die sie zur Uraufführung brachte. Ebenso nimmt die kontinuierliche Arbeit als Theatermusikerin einen wichtigen Platz ein. Simone Keller wirkte als Pianistin und Darstellerin in unzähligen Produktionen am Theater Basel, Stadttheater Bern, Theater Neumarkt in Zürich, Theater Chur, Schlachthaus Theater Bern, Theater Rigiblick Zürich oder dem Theater Winterthur und dem Theater am Gleis Winterthur mit.
2016 wurde Simone Keller für mehrere Monate in die Cité Internationale des Arts nach Paris eingeladen, 2017 durfte sie mit dem Center for Computer Research in Music and Acoustics an der Stanford University in Kalifornien zusammenarbeiten und erhielt 2019 erneut Einladungen von der Columbia University und der Manhattan School of Music in New York sowie der Brown University in Providence/Boston.
Simone Keller hat Galina Ustwolskajas Klaviersonaten eingespielt, hat verschiedene Solo- und Kammermusik-Aufnahmen in Zusammenarbeit mit dem SWR Experimentalstudio und dem Schweizer Radio DRS realisiert und bei mehreren Hörspielen für den Merian-Verlag mitgewirkt. 2018 erschien die Einspielung von Julius Eastmans Klaviermusik, die Simone Keller mit dem Kukuruz Klavierquartett bei Intakt Records veröffentlich hatte, auf äusserst unterschiedlichen Bestenlisten – unter anderem mit Hilary Hahn und Igor Levit in der Boston Globe als eines der „Best classical albums” und als „Album of the year 2018” von The New York City Jazz Records.
Gemeinsam mit Philip Bartels hat sie ausserdem zahlreiche Vermittlungsprojekte entwickelt und lanciert, beispielsweise eine Intergenerationen-Musikwerkstatt für Kinder und Seniorinnen und Senioren, partizipative Konzerte mit jugendlichen Gewaltverbrechern im Gefängnis und Kompositions- und Improvisationswerkstätten für und mit Kindern mit Migrationshintergrund.
2019 erhielt Simone Keller sowohl den IBK-Preis als auch den (parallel dazu von einer unabhängigen Jury aus Jugendlichen kuratierten) IBK-Förderpreis der Jugendjury und wurde im selben Jahr von Classical:NEXT für den internationalen Innovation Award nominiert.
Philip Bartels, geboren 1978 in Berlin (Ost) und aufgewachsen an der polnischen Grenze auf der Insel Usedom, lebt seit 2002 in der Schweiz, wo er an der Hochschule für Musik und Theater Zürich sein Regiestudium bei Stephan Müller abschloss. Daneben studierte er Komposition für Bühne und Film und Chorleitung im Nebenfach.
Nach dem Ende seines Studiums arbeitete er als Theater- und Musiktheater-Regisseur an den Stadttheatern Biel/Solothurn und St. Gallen, seine Inszenierungen als freier Regisseur waren in der Schweiz unter anderem im Zürcher Theater Rigiblick, dem Basler Gare du Nord, der Lokremise St. Gallen und dem Südpol Luzern zu sehen. Viele seiner Arbeiten werden aber auch an ungewöhnlichen Orten gezeigt wie zum Beispiel das Open-Air-Musical „Mordnacht“ im Luzerner Stadthauspark, die Performance „Zone Lido“ im Strandbad Luzern oder die Kammeroper „Docteur Miracle“ im Kino Alass Zofingen.
Einen Schwerpunkt bildet seit einigen Jahren die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Musikensembles wie dem Ensemble für Neue Musik Zürich, mit dem er 2011 die Uraufführung von Daniel Fueters Oper „Forelle Stanley“ inszenierte oder dem Ensemble TaG für Neue Musik, mit dem er im Theater am Gleis die experimentellen Musiktheaterproduktionen „more or less normal“ und „Elefanten im All“ realisierte.
2016 realisierte Philip Bartels als Regisseur und Arrangeur ein umfangreiches Musiktheater („Der schönste Tag“) mit Chor, Solisten und Schauspielern zwischen allen Stilen und Sparten in Zusammenarbeit mit dem Theater HORA mit Menschen mit und ohne kognitiver Beeinträchtigung, 2017 folgte die Zusammenarbeit „Lonely Hearts Radio“.
Neben seiner Tätigkeit als Regisseur schreibt Philip Bartels Filmmusik, u.a. für „Connie“ von Judith Kurmann, der 2009 auf dem Filmfestival in Locarno den Prix Action Light gewann. Als Bühnenmusiker war und ist er unter anderem am Schauspielhaus Zürich („piano forte“, Regie: Ruedi Häusermann) und dem Stadttheater St. Gallen („Sein oder Nichtsein“, Regie: Barbara-David Brüesch) zu sehen.
Philip Bartels gibt sein Wissen weiter, u.a. als Gastdozent an der Hochschule für Musik Detmold und im Rahmen eines Lehrauftrags an der Musikhochschule Lübeck.