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Als erstes geschichtliches Ereignis im Waldemmental ist die Schlacht bei Sörenberg überliefert. 1380 kam es um den Besitz der dortigen Alpen zu einer Auseinandersetzung zwischen Obwaldnern und Entlebuchern. Der Ort des Treffens ist die Alp «Schlacht» am Fusse des Brienzer Rothorns. Eine Sage aus dieser Zeit weiss von einem Helden «Windtrüeb» zu erzählen. An ihn erinnern das Denkmal bei der Dorfbrücke in Flühli sowie der Gedenkstein im Krutacher. Einst bestand im Chrage aufgrund einer Schwefelwasserquelle ein Heilbad. Es wird schon 1472 im Luzerner Ratsprotokoll erwähnt und 1596 durch den Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat ausführlich beschrieben. Zahlreiche Menschen suchten hier Heilung von Hautausschlägen (Krätze oder Räude), von Bein- und Augenleiden. In einer späteren Phase wurde das Wasser noch für Trinkkuren verwendet, so um 1900 im Kurhaus Flühli. Das Gebäude im Chrage wurde im August 1902 durch ein gewaltiges Hochwasser des Rotbachs zerstört. Ein Schwefelbad gab es auch auf Salwiden; es wird 1717 erstmals erwähnt. Das Badehaus brannte im Oktober 1837 ab und wurde nicht mehr aufgebaut.
Rund 150 Jahre, d. h. von 1723 bis 1869, wurde im Waldemmental Glas hergestellt. Glashütten standen nacheinander im Südel, im Sörenbergli, in den Egglenen, im Chrage und im Thorbach. Hier schufen die ursprünglich aus dem Schwarzwald stammenden Meister jene Produkte, die heute als «Flühli-Glas» einen ausgezeichneten Ruf geniessen.
Bereits 1661 liessen die aus einer Luzerner Goldschmiedefamilie stammenden Gebrüder Hartmann, welche in Sörenberg über umfangreiche Besitzungen verfügten, dort die erste Kapelle errichten. Diese wurde 1825 von Grund auf neu und grösser gebaut.
1782 ermöglichte der Schüpfheimer Pfarrer Josef Xaver Schnider von Wartensee den Bau der Kirche in «Hinterklusstalden», dem heutigen Flühli. Aus dem Pfarreigebiet entstand 1836 durch Ablösung von Schüpfheim und Escholzmatt die selbstständige politische Gemeinde Flühli. 1931 erfolgte die Ablösung des Ortskreises Sörenberg als eigene Kirchgemeinde, autonome Pfarrei wurde sie allerdings erst 1975. Ende des 19. Jahrhunderts setzte der Sommertourismus ein. In Sörenberg entstanden das Kurhaus (1894) und das Hotel Mariental (1899), in Flühli baute Leo Enzmann das Wirtshaus zur Kreuzbuche ins Hotel Kurhaus um. Unter den zahlreichen in- und ausländischen Gästen ragt ein Name hervor: Wladimir Iljitsch Lenin. Der russische Revolutionär weilte 1915 vom Mai bis Oktober im Hotel Mariental.
Wenn auch schon ab Ende des 19. Jahrhunderts Ski gefahren wurde, so begann der eigentliche Wintersport-Boom doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1945 erhielt Flühli einen Skilift, den ersten dieser Art im Kanton Luzern. Ab 1948 folgten jene in Sörenberg, wo dank der grösseren Schneesicherheit eine intensivere Entwicklung des Wintersports gewährleistet war.
Im Bestreben, dem Sommertourismus neue Impulse zu geben, kam in den 1990er-Jahren die Idee zum Bau eines Golfplatzes auf. Er konnte im September 1997 eröffnet werden. Anschliessend folgten weitere touristische Angebote wie die Rodelbahn Rischli, die Kneippanlage im Schwandalpweiher Flühli, der Hochseilpark in Sörenberg sowie 2009 die Wassererlebnislandschaften mit einem neuen Wasserspielplatz beim Damm in Flühli.
Walter Küng