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Der Glaube und die geschichtliche Entwicklung
Wie das Christentum hat der Buddhismus einen Gründer, der unter seinem Ehrentitel Buddha, der Erwachte, in die Weltgeschichte eingegangen ist. Der um 560 v. Chr. geborene Buddha (bürgerlicher Name Siddharta) lehrte
die «Vier Edlen Wahrheiten»:
Der Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt, wurde von Buddha systematisch dargestellt als
der «Edle Achtgliedrige Pfad»:
Buddha starb im hohen Alter und ging ins Nirvana ein, das heisst, er wurde nicht mehr wiedergeboren. Wie im Hinduismus gilt auch im Buddhismus der Glaube, dass jedes unerlöste Lebewesen nach dem Tod immer wieder einen neuen Körper annimmt. Die im jetzigen Leben vollbrachten Taten bestimmen das nächste Leben.
Es gibt keine Taufe oder sonstige Aufnahme in den Buddhismus. Jeder Mensch kann sich durch das Zufluchtnehmen, das dreimalige Aussprechen der dreifachen Zufluchtformel in der altindischen Sprache Pali zum Buddhismus bekennen:
Ich nehme meine Zuflucht zum Buddha
Dieses Zufluchtnehmen wird bei jeder Zusammenkunft erneuert. Es kann für das ganze Leben oder aber auch nur für einen Tag gelten. Wichtiger aber als jede Gesetzlichkeit ist das Leben. Im Gegensatz zum Hinduismus wird niemand als Buddhistin oder Buddhist geboren. Das Zufluchtnehmen beruht auf eigener Einsicht. Deshalb kann jeder Mensch in jedem Alter Eingang in die buddhistische Gemeinschaft finden und braucht aus buddhistischer Sicht nicht einmal aus der bisherigen Religionsgemeinschaft oder Kirche auszutreten.
Weil der Buddhismus keinen Absolutheitsanspruch kennt, gibt es kein Entweder-Oder. Die Grenze zwischen solchen, die buddhistische Meditation üben oder sich sonstwie ernsthaft mit der buddhistischen Lehre beschäftigen, und Buddhistinnen und Buddhisten ist fliessend.
[int.Nr.: 23e2]