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bietet der Handel großen Vorteil, wenn gute Konservierung ermöglicht wird. Für Deutschland sind Österreich, Polen, Rußland
die Hauptbezugsländer, England ist das Absatzgebiet. Am großartigsten ist die Geflügelzucht in Frankreich entwickelt.
Die
Hühnereier wiegen je nach Rasse 48-80, selten bis 100 g pro Stück und sollten nach Gewicht verkauft werden;Eier
von Enten und Gänsen kommen in geringerem Grade in betracht, Kibitzeier, in Städten bis zu 1 M. pro Stück bezahlt, sind
nur im ersten Frühjahr zu sammeln und werden hauptsächlich aus den Küstenländern der Nordsee bezogen; Holland hat den
Haupthandel nach England. Die Eier der Strauße wiegen bis 1,5 kg. Der europäische
Eierhandel muß durch lokalen Aufkauf bewirkt werden und wird durch Großgeschäfte weiter vermittelt. Verkauf nach Schock
in Berlin 60, in Leipzig 64 Stück. - Zoll: E. von
Geflügel s. Tarif Nr. 37 b; eingesalzene Fischeier Nr. 25 n.
(Blick,Dinkelkorn,Eimen,Flicken, Feinkorn, St. Peterskorn, Schwabenzungen, Spelz- und deutscher
Reis), Triticummonococcum, ein- und zweijährig, seltener und nur auf geringem
Boden, in Gebirgsgegenden der Schweiz,
in Süddeutschland, in Österreich gebaute Weizenart, welche ein gelbliches
Mehl liefert, zu Suppengries und
Graupen sehr geeignet
ist und ein wertvolles Futter für
Geflügel, Pferde und Rindvieh liefert, im Stroh aber nur Streumaterial. Das E. ist genügsam
und gibt 25-40 hl unenthülste Frucht und 10-16 hl enthülste. Deutschland baute im Jahre 1878 auf 7377.1 ha
Winter- und 1020 ha Sommerfrucht zusammen 341755 hl, über die Hälfte in Württemberg. Der Verbrauch ist meist ein lokaler.
- Zoll: s. Tarif Nr. 9 a.
(frz. glace, engl. Ice). Der Handel mit diesem Naturerzeugnis
gewinnt, dem steigenden Konsum folgend, immer mehr an Ausdehnung. Der Verbrauch von E. als Kühlungs-
und Erhaltungsmittel von Stoffen, die zu Speise und Trank dienen, in Krankenhäusern, Bierbrauereien u. s. w.
ist auch bei uns im
Wachsen begriffen und nährt einen inneren Handel, sodaß wenigstens in größeren Städten überall Eishäuser
bestehen und der Artikel den Sommer über käuflich zu haben ist. Es ist dies aber inländische Ware,
so rein oder unrein, wie sie unsere Teiche und Flüsse geben können.
Ein größerer auswärtiger und internationaler Handel vertreibt dagegen schöneres und reineres E., das von besonders günstigen
Örtlichkeiten entnommen ist. Hierin machten die Amerikaner den Anfang, indem schon 1833 das erste mit
E. beladene Schiff von dort nach Kalkutta ging und seine Ware im erwünschtesten Zustande hinbrachte. Gegenwärtig gehen
Hunderttausende von Zentnern amerikanischen Eises, von mehreren Handelsgesellschaften verfrachtet, nach Westindien und dem
übrigen heißen Amerika, nach Ostindien, Afrika und Australien.
Der hauptsächliche Ausfuhrplatz ist Boston, und das Erntefeld bildet der nahebei gelegene
Wenhamsee
mit seinem schönen klaren Wasser. Die Engländer haben sich in neuerer Zeit mit dem von ihnen so sehr geschätzten klaren
Eise näher und wohlfeiler zu versorgen gewußt. Eine Handelsgesellschaft hat zwischen den Hügeln von Christiana-Fjord einen
See mit dem reinsten Quellwasser ermittelt, angekauft und daraus eine wahre Goldgrube gemacht. Jetzt
ist alles gute in England konsumierte E. norwegisches aus diesem oder anderen Bezugsorten.
Die Gewinnung geschieht hier in gleicher Weise wie in Amerika: die Eisfläche wird zunächst mit einem scharfen Pfluge schachbretartig
^[richtig: schachbrettartig] vorgerissen und hiernach in Würfel von etwa 50 kg Schwere zersägt, die
sogleich in die benachbarten Eishäuser gebracht werden, hölzerne Gebäude mit Doppelwänden, zwischen welchen eine Füllung
von Sägespänen eingebracht ist. In diesen wohlfeilen und am wirksamsten die Wärme abhaltenden Magazinen hält sich das
E. recht gut zwei Jahre und wie behauptet wird noch länger.
Sägespäne bilden auch das Zwischenmittel bei der Verladung in die Schiffe, und die Verfahrung ist auch
nach heißen Ländern ohne erheblichen Verlust ausführbar. Der heiße Sommer von 1868 hat denn auch die Pariser veranlaßt,
sich nach mehr Kühlungsmitteln umzusehen und sie haben in den Gletschern der Schweizer Alpen das Gesuchte gefunden, große
Mengen abgehauen und per Eisenbahn an sich gezogen. Freilich sind diese Vorräte ziemlich beschwerlich
zu erreichen.
Künstliches E., in Eismaschinen verschiedner Art bereitet, kommt immer mehr in Brauereien,
Paraffin- und Mineralwasserfabriken
in Gebrauch und mehrere Fabriken beschäftigen sich auch in Deutschland mit dem Bau der betreffenden
Maschinen, die namentlich
in den heißen Ländern eine gute Absatzquelle finden. Am gebräuchlichsten sind die, bei welchen die
Kälte durch Verdunstung von
Ammoniak erzeugt wird. So hat jetzt auch die Verschiffung nordamerikanischen Eises nach Australien
bedeutend abgenommen, weil man sich dort das Maschineneis wohlfeiler erzeugen kann. - Eis, rohes, zollfrei.
(Roheisen,Fluß- und Schweißeisen), Stahl (Fluß- und Schweißstahl). Die ungeheure Bedeutung
des Eisens für unsre gesamten Zustände bedarf keiner Auseinandersetzung: sie liegt offen zu Tage. Das E. ist der Stoff,
in welchem die wichtigsten Schöpfungen unsrer Industrie sich verkörpern, ohne welchen eine Technik wie die heutige ganz
undenkbar wäre. Auch der auf tiefster Kulturstufe stehende Wilde schätzt ein Stückchen E. hoch; seinen
ganzen Wert aber entfaltet es erst unter den Händen ernst arbeitender, strebsamer Völker.
Ist doch die Hebung und Verwertung dieses Mineralschatzes selbst schon eine schwere und harte Arbeit für Hand wie Kopf,
und unausgesetzt sinnen und mühen sich die tüchtigsten Fachleute um Auffindung besserer und leichterer
Methoden zur Ausbringung des Metalles aus seinen Erzen, zu seiner Reinigung und Veredlung. Das E. findet sich gediegen (Meteoreisen)
auf der
Erde nur äußerst selten; in dem platinführenden Sande Sibiriens in kleinen Körnern, als zusammenhängende größere
Masse in Kanada und endlich über die ganze
Erde verstreut
¶
mehr
in den aus dem Weltenraume stammenden Meteoriten. Dagegen kommt es in größter Menge mit Sauerstoff, nächstdem mit Schwefel
verbunden vor, in welch letzterer Gestalt es für die Metallgewinnung außer allem Betracht bleibt. Schon in den frühesten
Zeiten war das E. bekannt und benutzt, freilich noch in sehr beschränktem Maße. Die Kunst des Ausschmelzens
scheinen die europäischen Völker schon aus ihrer Urheimat Asien mitgebracht zu haben. In Indien wird seit den ältesten
Zeiten nicht nur E., sondern selbst der vorzüglichste Stahl erzeugt.
Deutsche und nördlichere Völker waren gute Schmiede, ohne bei Griechen oder Römern gelernt zu haben. Über ganz Afrika
findet sich eine ureinheimische kleine Eisenindustrie überall, wo Eisensteine vorkommen, und ihre Erzeugnisse
- hauptsächlich Feldhacken und Lanzeneisen - bilden einen der Hauptartikel des afrikanischen Binnenhandels. Dort wie auch
in Indien u. s. w. ist die Verhüttung auf erster Kindheitsstufe stehen geblieben: ein winziger
von Lehm gewölbter Ofen zur Aufnahme von Erz und Kohlen bildet mit dem kleinen durch Hand oder Fuß
getriebenen Gebläse den ganzen Apparat.
Auch in Europa blieben bis in das Mittelalter die Frischöfen noch Zwerge gegen unsre heutigen Anlagen. Solche kleine Anstalten
waren aber für kleinen Verbrauch gerade passend, denn sie lieferten sofort gutes, zum Verschmieden brauchbares E. in
Gestalt eines teigigen Klumpens; zum Schmelzen konnte das Metall bei der geringen Hitze niemals gelangen, und so hat denn
auch in früheren Zeiten bis in das Mittelalter hinein Niemand einen Begriff von flüssigem E. haben können.
Erst als man größere Massen auf einmal zu bewältigen und auch strengflüssigere Erze zu verwerten
suchte, deshalb die Öfen immer höher und weiter baute und kräftige von Wasser getriebene Gebläse anwandte, bekam man
geschmolzenes E., gewiß anfänglich zu großer Verlegenheit, da dieses erflossene Metall für die Schmiedearbeit ganz unbrauchbar
war. Indes man lernte die vermeintlichen Fehler dieses Roheisens verbessern durch Feuer und Hammer, und
hatte nun nicht nur einen Weg gefunden zur Erzeugung größerer Massen, sondern außerdem noch ein für Gießereizwecke äußerst
wertvolles Material gewonnen. Man kannte nun das E. in dreierlei wesentlich verschiednen Modifikationen, als Schmiedeeisen,
Roheisen oder Gußeisen und als Stahl. - Alle im Handel vorkommenden Eisensorten enthalten Kohlenstoff, von dessen Menge
wesentlich die Eigenschaften des Eisens abhängig sind.
Eisen mit 0,1 bis
0,4 oder selbst 0,6% Kohlenstoff wurde bis in die neueste Zeit als Schmiedeeisen (frz.
fer, engl. softiron) bezeichnet, welchem als hauptsächliche Eigenschaften folgende zugeschrieben
werden. Es mußte sich rotglühend leicht mit dem Hammer bearbeiten, weißglühend schweißen (Vereinigen zweier Stücke)
lassen. Wird es glühend in kaltes Wasser getaucht, so darf keine Veränderung der ursprünglichen Weichheit eintreten. Es
wurde in größeren Massen als unschmelzbar bezeichnet. Frischer Bruch sollte sehniges oder hakiges Gefüge zeigen. - Als
Stahl, frz. acier, engl. steel, galt alles E. mit 0,4 oder 0,6-2%
Kohlenstoff. Stahl sollte sich schmieden, schweißen und schmelzen lassen. (Die Schweißbarkeit ist um
so größer, je kleiner, die Schmelzbarkeit um so größer, je größer der Kohlenstoffgehalt.) Hauptmerkmal war und ist
die Härtbarkeit; glühender Stahl in Wasser getaucht, nimmt bedeutend an Härte zu. Der Bruch sollte immer feinkörniges
Gefüge und mögliche Gleichförmigkeit zeigen. - Als Roheisen (frz.
fer fonde; engl. pig-iron) wurden endlich alle Eisen Sorten angesehen, welche 2-5% Kohlenstoff
enthielten, sich nicht schmieden und schweißen, nur wenig härten, aber leicht schmelzen ließen. - Hiernach war nach der
älteren Auffassung das Handels-Roheisen die kohlenstoffreichste, einmal flüssig gewesene Modifikation; das Schmiedeeisen
die kohlenstoffärmster nie flüssig gewesene; Stahl endlich eine Modifikation mit mittlerem Kohlenstoffgehalt,
die bei der Herstellung flüssig oder auch nicht flüssig gewesen sein konnte. Durch die neueren und
Einteilung des Handelseisens
Roheisen
Schmiedbares Eisen
leicht schmelzbar u. nicht schmiedbar.
schmiedbar,
schwer schmelzbar.
Weißes R.: Kohlenstoff chemisch gebunden.
Graues R.: Kohlenstoff meist als Graphit ausgeschieden.
während
der Herstellung nicht flüssig
während der Herstellung flüssig
Schweißeisen: nicht härtbar, frz. fer soudé, engl. weld iron.