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Die Mayas und das Maya-Kalender-Medaillon
Die Geschichte der Mayas
Noch heute sind in Mittelamerika überall Spuren der Maya zu finden, obwohl sie vor viele Jahrhunderte dort lebten.
Die Spuren der Maya sind überall in Mittelamerika verteilt: in Stein gehauene Abbildungen geheimnisvoller Götter oder Pyramiden-Tempel, die mitten im Dschungel stehen und hoch in den Himmel ragen. Doch es ist viele Jahrhunderte her, dass die Maya dort lebten.
Die ersten Siedlungen der Maya entstanden aber schon 1000 Jahre vor Christus. Die Menschen wohnten in kleinen Dörfern und lebten von der Landwirtschaft - hauptsächlich vom Maisanbau.
Später entstanden bedeutende und große Maya-Städte - zum Beispiel Tikal (Guatemala), das um 600 vor Christus besiedelt wurde. Ihren Höhepunkt erreichte die Maya-Kultur zwischen 300 bis 700 Jahre nach Christus. Diese Phase nennen ForscherInnen auch die "Klassische Phase".
Es ist unglaublich, welche Kenntnisse die Maya schon zu diesem Zeitpunkt hatten: Sie bauten riesige Pyramiden auf deren Spitzen sie Tempel errichteten, berechneten Umlaufbahnen von Planeten und erfanden ein kompliziertes Schriftsystem.
Es waren die Spanier, die im 16. Jahrhundert mit ihren Schiffen an der Küste Mittelamerikas ankamen und das Land eroberten. Sie vertrieben die Ureinwohner und zerstörten die ihnen fremde Kultur - eine Kultur, die sich im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelt hatte.
Götter und Opfer
Die Maya-Religion war polytheistisch, wobei die Götter der Maya analog den Menschen als sterbliche, menschen- oder tierähnliche Wesen vorgestellt wurden. Wie bei den Azteken und anderen mittelamerikanischen Religionen auch, dienten Opfer daher auch nicht allein dazu, die Götter gewogen zu machen, sondern auch, um die Götter in gewisser Weise am Leben zu erhalten. So wird die durchaus übliche Darstellungsweise in der Maya-Kunst verständlich, die uns Könige zeigt, welche einen Gott als Säugling im Arm tragen. Gleichwohl wurden die Götter zugleich als Wesen vorgestellt, die uralt sein konnten.
Trotz der Vielzahl an Göttern hat die Maya-Religion eine dualistische Ausrichtung: So hat vor allem das „Weltelternpaar“ (wie bei den meisten Feldbauern) eine wichtige Bedeutung, dass aus dem alten Sonnengott und der jungen Mondgöttin gebildet wird. Das Leben wird als (beschwerlicher) Weg von Osten (duale Symbole: Mondaufgang, Leben, Farbe Rot) nach Westen (Sonnenuntergang, Tod, Farbe Schwarz) betrachtet.
Menschenopfer
In der Religion der Maya waren Menschenopfer durchaus üblich. Die Art der rituellen Hinrichtungen reichte von Köpfen, Ertränken (z. B. in Cenotes), Hängen, Steinigen, Vergiften, Verstümmeln bis hin zu lebendig Begraben oder Aufschlitzen des Bauches und das Herausreißen des noch schlagenden Herzens. Letzteres ist vor allem für die Postklassik indirekt belegbar. Geopfert wurden sowohl Kriegsgefangene als auch Mitglieder der eigenen Gruppe, auch aus der Oberschicht. Die Bedingungen, wer wann, wie und wo geopfert wurde, werden zurzeit noch erforscht. Sicher, und durch Darstellungen gut belegt, ist die Tötung von Kriegsgefangenen im größeren Maßstab, vielleicht aus der Oberschicht des gegnerischen Staates.
Der Untergang der Mayas
Plötzlich verschwand die Hochkultur der Maya. Dieses Rätsel ist bis heute nicht gelöst – trotz der Entschlüsselung vieler Schriftzeichen. Die meisten Forscher tendieren im Wesentlichen zu einer Kombination aus drei Faktoren: Krieg, Raubbau und Dürre.
Krieg
Durch die Entschlüsselung der Schrift fand man heraus, dass die Maya kein friedlicher Kulturkreis waren. Es gab rund 50 Stadtstaaten, die zwei großen Machtblöcken angehörten. Tikal und Calakmul gelten als Zentren der beiden Machtblöcke. Immer wieder soll es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Staaten gekommen sein.
Einige Forscher vermuten, dass lange Zeit ein relatives Gleichgewicht zwischen den beiden Blöcken herrschte, dieses Gleichgewicht aber gegen Ende der klassischen Phase aus den Fugen geriet. Denkbar ist auch ein Szenario, bei dem die Bevölkerung der Maya-Staaten sich gegen die eigenen Herrscher auflehnte und sich von ihnen befreite. Das könnte auch erklären, warum in der Folge keine großen Bauwerke mehr errichtet wurden.
Raubbau
Eine andere Theorie besagt, dass das Volk an seiner Größe zu Grunde ging. Rücksichtsloser Raubbau an der Natur könnte letztlich ihre Lebensgrundlage zerstört haben. So vermutet es unter anderem die NASA, die das einstige Maya-Gebiet mit Satellitenbildern analysiert hat. Demnach könnte eine dramatische Entwaldung stattgefunden haben, was in der Konsequenz zur Austrocknung weiter Landstriche geführt hat.
Dürre
In eine ähnliche Richtung gehen Untersuchungen, die belegen wollen, dass eine außergewöhnliche Dürreperiode für das Verschwinden der Maya verantwortlich war. Anhand von Bodenablagerungen will man festgestellt haben, dass es im Maya-Gebiet um 900 nach Christus eine große Trockenheit gegeben haben muss.
Auch in den Eisschichten der Antarktis kann man in diesem Zeitraum Abweichungen erkennen. All dies könnte auf ein globales Wetterphänomen hindeuten, was in diesem Fall für die Maya verheerende Folgen hatte.
Die Maya heute
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Maya ausgestorben sind. Verschwunden ist in erster Linie die Kultur der sogenannten "klassischen Phase". Bis ins 16. Jahrhundert lebten die Nachfahren dieser Hochkultur in Selbstbestimmung. Dann kamen Eroberer aus Spanien, die sich in blutigen Kriegen das Land zu eigen machten und die Bevölkerung unterwarfen.
Die Spanier schreckten auch nicht davor zurück, einzigartige Relikte aus der Maya-Zeit zu vernichten. 1697 wurde mit Tayasal die letzte große freie Maya-Stadt erobert und damit endete die Geschichte dieser eigenständigen und einzigartigen Kultur.
Heute leben noch etwa sechs Millionen Nachfahren der Maya in Zentralmerika, die als Indigenas bezeichnet werden. Einen Großteil davon findet man in Guatemala. Die meisten Indigenas leben in Armut, ihr Leben wird aber noch immer von alten Traditionen und Ritualen bestimmt.
Der Maya-Kalender, der in vielen Büchern vorgestellt und beschrieben wird, besteht aus mehreren Zyklen, die unterschiedliche Zeiträume messen. Die beiden Hauptkalender, die von den Mayas entwickelt und verwendet wurden, waren der Tzolkin (heiliger Almanach, der das Zeremonienjahr kennzeichnet) und der Haab (für landwirtschaftliche Zwecke). Im Tzolkin bestand das religiöse Jahr aus dreizehn Perioden von zwanzig Tagen und hatte daher 260 Tage, während im Haab das Jahr 365 Tage hatte, die in 18 Monate (Uinal) von jeweils 20 Tagen unterteilt waren, zu denen hinzugefügt wurde eine zusätzliche Frist von fünf Tagen zum Jahresende.
Der 21. Dezember 2012 würde dem absoluten Ende von Tzolkin (das an diesem Datum endet) entsprechen und entweder das Ende der Welt oder im Gegenteil eine Veränderung des Weltbewusstseins und den Beginn eines neuen Zeitalters markieren. Nach dieser Interpretation des Maya-Kalenders sind an diesem Tag radikale Veränderungen zu erwarten, wobei das Schicksal der Menschheit nur von ihren Entscheidungen und ihrer Fähigkeit abhängt, ihren freien Willen gut zu nutzen.
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