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Geschichte
Im November 2008 hat Rudi Berli von Uniterre an einer von attac Bern organisierten Veranstaltung die Agriculture Contractuelle de Proximité (ACP), wie sie in der Romandie bereits in 24 Projekten existiert, vorgestellt. Daraus erwuchs die Idee, in der Region Bern ein ähnliches Projekt zu lancieren. Nach Bildung einer Arbeitsgruppe "Regionale Vertragslandwirtschaft", die offen zur Teilnahme aufrief, wurde schrittweise ausgehandelt, welche Bedingungen ein solches Projekt in der Region Bern erfüllen soll.
Inhalt und Ausgestaltung der regionalen Vertragslandwirtschaft: Primär geht es bei der regionalen Vertragslandwirtschaft darum, die grundlegende Funktion der Landwirtschaft – die Bevölkerung zu ernähren - sowohl an den Bedürfnissen der Gesellschaft auszurichten als auch den BäuerInnen faire Einkommen zu garantieren. Die Hauptziele der regionalen Vertragslandwirtschaft sind demnach:
a) saisonale, regionale und gentechfreie Produkte
b) faire Preise für ProduzentInnen
c) Produktqualität vor Produktmenge
d) Vernetzung zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen
e) Soziale und ökologische Nachhaltigkeit
f) Verwertung der gesamten Produktion
g) Konkrete ökonomische Alternative zur Agrarpolitik 2011
h) Weiterentwicklung der kleinbäuerlichen Betriebe
Zur Umsetzung dieser Ziele schliessen ProduzentInnen und KundInnen miteinander einen Vertrag ab der festlegt, zu welchem Preis und in welcher Regelmässigkeit Lebensmittel geliefert werden sollen. Die Menge, die Qualität (Produktionsart), der Lieferungsrhythmus und die gemeinsam getragenen Produktionsrisiken sind dabei so geregelt, dass sowohl den BäuerInnen als auch den KundInnen ein fairer, im Voraus fixierten Preis für saisonale, regionale und gentechfreie Produkte gewährleistet wird.
In enger Zusammenarbeit mit Uniterre organisierte die Arbeitsgruppe "Regionale Vertragslandwirtschaft" anschliessend ein ProduzentInnentreffen, an dem interessierte BäuerInnen über die Rahmenbedingungen eines solchen Projektes informiert wurden. Rudi Berli (Vertreter von Uniterre und Produzent bei der Genossenschaft Les Jardins de Cocagne GE) berichtete über verschiedene regionale Vertragslandwirtschaftprojekte, wie sie in der Romandie schon seit längerem erfolgreich existieren und weiterentwickelt werden. Das Vorhaben stiess auf beiden Seiten auf grosses Interesse.
Für das nächste Treffen wurden Vertreter des Fribourger Projektes „Notre panier bio / Unser Biokorb“ eingeladen. Dieses Projekt mit der gleichen Vision ist noch relativ jung und wurde ähnlich ins Leben gerufen: 2006 erarbeitete eine ProduzentInnen- und KonsumentInnengruppe die Grundlagen für die Verwirklichung der Idee. Im Herbst 2006 gründete sie den Verein mit 40 KonsumentInnen und 11 ProduzentInnen. Die ersten Körbe wurden im Januar 2007 geliefert. Seither hat die Anzahl Haushalte, die einen Biokorb beziehen, stetig zugenommen. Im Januar dieses Jahres waren es bereits 450 Haushalte!
Nach diesem zweiten Informationsanlass konstituierte sich eine Kerngruppe mit 6 Bio-Landwirtschaftsbetrieben und 7 KonsumentInnenvertreterInnen welche sich die konkrete Umsetzung vornahm. Dabei galt es ein umfassendes Produkteangebot zusammen zu stellen, die Verteillogistik zu organisieren, die Verträge und Statuten zu formulieren und schliesslich auch noch einen passenden Namen zu finden.