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Waldenser Kirche
Ursprünge
Die Glaubensrichtung der Waldenser geht zurück auf Petrus Valdes, einen südfranzösischen Kaufmann des 12. Jahrhunderts. Valdes förderte die Übersetzung der lateinischen Bibel in den örtlichen Dialekt. Wichtig waren ihm und seinen Anhängern — den “pauperes christi” (Armen Christi) — das persönliche Bibelstudium, die Ausrichtung des Lebens an der Bergpredigt, die Laienpredigt und die Ablehnung des Kriegsdienstes. Wegen ihrer Ähnlichkeit zur späteren Theologie der Reformatoren werden Waldenser auch als «vorreformatorisch» bezeichnet.
Verfolgung
Nach ersten erfolgreichen Gemeindegründungen im Mittelalter wurden die Waldenser von der Kirche ausgeschlossen und als Häretiker durch die Inquisition verfolgt. Die Waldenser flohen vor allem in unzugängliche Gebirgstäler der französisch-italienischen Alpen. 1532 gründeten sie in den Tälern von Savoyen und Piemont eine eigene reformierte Kirche und schlossen sich der Genfer Reformation an. 1848 wurde ihnen die Glaubensfreiheit in Italien zugestanden. 1975 schlossen sich die Waldenser mit den italienischen Methodisten zusammen.
Gegenwart
Weltweit zählen die Waldenser heute zirka 100'000 Mitglieder, von denen rund 20'000 in Italien leben. Die Waldenser sehen sich als gewichtige Stimme innerhalb des europäischen Protestantismus und in der italienischen Gesellschaft. Die Kirche versteht sich als Erbin der “Armen Christi”. Sie möchte durch ihre Verkündigung und diakonische Arbeit in Italien in der Nachfolge Christi leben und wirken.
Reinhard Kramm