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Dr. Pierre Schmidts Geschichte
Dr. Pierre Schmidt, einer der prominentesten Homöopathen
Pierre Schmidt wird am 22. Juli 1894 in Neuenburg als ältester Sohn einer Familie von sechs Kindern geboren. Schon im Alter von 10 Jahren entschliesst er sich, Arzt zu werden.
Als er 17-jährig ist, zieht die Familie nach Genf, wo er sein Studium absolviert. Er ist ein brillanter Student, der sein Studium mit 26 Jahren als Bester abschliesst.
Im Laufe dieser Jahre wird sein schwer kranker Vater erfolgreich von einem Homöopathen, Dr. Ubert aus Neuenburg, behandelt. Dieser besteht darauf, dass seine beiden ältesten Söhne Pierre und Roger die Homöopathie erlernen sollten und überlässt ihnen das Werk „Organon der Heilkunst“ von Samuel Hahnemann. Dieses Buch begeistert den jungen Pierre, der auch Latein, Deutsch, Englisch und Sanskrit studiert.
Während seines Medizinstudiums, muss Pierre Schmidt ein 10-jähriges Kind mit Angina und Verdacht auf Diphtherie behandeln. Er behandelt das Kind mit Mercurius cyanatus und verabreicht dem Kind alle 2 Stunden 6 Tropfen in der Verdünnung 9CH: das Kind wird daraufhin spektakulär geheilt.
Dieser Vorfall erweist sich als Schlüsselerlebnis: Er hatte während seiner Praxis noch nie einen Diphtheriefall behandelt und erkannte, dass er mit der homöopathischen Medizin Erfolge erzielte, die mit der Schulmedizin nicht möglich waren. Er entschliesst sich daraufhin die Allopathie nicht weiter zu verfolgen und das Studium der Homöopathie zu vertiefen.
Dr. Schmidt studiert die Werke „Organon der Heilkunst“ und „Die Chronischen Krankheiten“ erneut gründlich. Er besucht rund zwanzig Homöopathen in der Schweiz und Dr. Mende aus Zürich rät ihm, die Homöopathie in den USA zu studieren, vorher jedoch sollte er in London die Ärzte Dr. John Clarke, Dr. Margreth Tyler und Sir John Weir, Arzt der britischen Königsfamilie, aufsuchen. Während der ersten Zeit trifft er in Paris bekannte Homöopathen, die ihm allerdings wenig Beachtung schenken.
Dr. Schmidt reist in die Vereinigten Staaten, um Homöopathie zu studieren
1917 reist er in die USA. Sein Ziel war, dort sein Doktorat mit dem Titel „Les lois et principes apportés par l’homéopathie à la thérapie actuelle“ zu verfassen. Er besucht Homöopathie-Kurse im Flower Hospital. Er hat das grosse Glück, von Dr. Austin, dem Privatarzt von John Rockefeller Senior, empfangen und als Schüler angenommen zu werden.
Dr. Austin unterweist ihn während mehrerer Monate in der Philosophie, im Repertorium und in der Arzneimittellehre von Kent. Er lehrt ihn, mit Hochpotenzen zu arbeiten (XM) und schickt ihn für ein Praktikum zu Dr. Gladwin in Philadelphia, wo er ein dreimonatiges Praktikum absolviert. Sie übergibt ihm das einzige Exemplar eines wichtigen Werkes, das Repertorium sowie einen Brillantring von Kent. Dank der Grosszügigkeit dieser beiden amerikanischen Ärzte kehrt er mit über 1000 verschiedenen Werken, 4000 Hochpotenzen und einer soliden Wissensbasis in die Schweiz zurück.
Dr. Pierre Schmidt fördert die Homöopathie aktiv in Europa
Nach seiner Rückkehr fördert Pierre Schmidt die Homöopathie aktiv in Europa. Mit 28 Jahren heiratet er die Apothekerin Dora Nagel. Aus dieser Ehe gehen zwei Töchter hervor: Gilberte und Yollande, die leider beide trotz hervorragender Betreuung im Alter von 2 Jahren an Enzephalitis sterben. Dies ist eine schwere Belastung für das Paar, das für immer von diesem Schicksal gezeichnet sein wird. Dora Nagel engagiert sich daraufhin für die Homöopathie und gründet im Jahr 1927 ein pharmazeutisches Labor.
Ab 1921 praktiziert Pierre Schmidt Homöopathie in Genf. 1931 leitet er einen internationalen Homöopathie-Kongress in Genf. Zusätzlich interessiert er sich für Augendiagnostik und Akupunktur. Dr. Schmidt hält zahlreiche Schulungen ab. 1946 gründet er in Lyon eine Schule für Homöopathie. Seine Ausbildungsgänge werden von 40 Ärzten besucht. Darüber hinaus nimmt er an zahlreichen Konferenzen in London, Barcelona und Brüssel teil. Zu seinen Schülern in der Schweiz zählt Dr. Künzli, der später die Homöopathie in der Deutschschweiz unterrichtet. 1953 wird Schmidt Ehrenmitglied der Akademie für Homöopathie in Barcelona.
„Wie schon Hahnemann zu sagen pflegte“
1955, anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Geburt von Hahnemann, wird er zusammen mit den Leibärzten der englischen Königin und des Papstes nach Washington eingeladen, um eine Konferenz über den Urheber der Homöopathie abzuhalten. Dort vermittelt er die wertvollen Lehren von Hahnemann und erklärt Hahnemanns Ziel zu seinem: „mit einem Arm nach vorn in Richtung meines Ideals zu schreiten und mit dem anderen Arm einen Schritt rückwärts zu machen, um den nachfolgenden Generationen diese einzigartige Therapieform zu vermitteln, die als einzige auf einer Gesetzmässigkeit und Prinzipien für die Verabreichung von Heilmitteln an die Kranken beruht“..
Pierre Schmidt ist 1987 verstorben. Er hat uns wichtige Arbeiten hinterlassen: die französische Übersetzung der 6. Ausgabe des „Organon der Heilkunst“ von Hahnemann und die französische Übersetzung eines Werks von Kent „La science et l’art de l’homéopathie“.
Seine Ehefrau Dora Schmidt-Nagel ist einige Jahre später verstorben. Das Labor trägt noch immer den Namen Homöopathisches Labor D. Schmidt-Nagel SA.