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Bern 17. Sept. 1878.
Hochgeehrter Herr und Freund
Ich danke Ihnen für die gestrige erfreuliche Mittheilung.1 Die einmüthigen Beschlüsse der grossen Räthe müssen im Canton Waadt Eindruck machen.2 Selbst wenn eine Abstimmung stattfinden müsste halte ich die Sachlage immer noch für günstig, | so schreibt mir soeben Bavier, dass in diesem Falle Graubünden mit ⅔ Stimmen zum Compromiss3 stehen würde. Gestern habe ich Herrn Kinel4 gesprochen, der nach dem Gotthard geht. Er ist sehr gut gestimmt; dagegen ist die Gefahr vorhanden, dass Deutschland dieses Jahr die fixe Annuität auch nicht bezahlt, wenn Italien sie verweigert.5 So | lange die Bestimmung fortdauert dass vor der Reconstruction die fixe Annuität der Gesellschaft nicht herausgegeben werden darf, hat die Weigerung der Zahlung nicht sehr viel zu sagen.
Auf die Idee ist jedoch Kinel eingegangen, dass auf irgend eine Weise dafür gesorgt werden müsse, dass sofort die längeren Tunel angefangen werden können6, sei es dass man | dafür die Mittel aus der Annuität oder der Caution enthebt.
Die grosse Schwierigkeit ist nun die Vergebung der Arbeiten7 und finanzielle Frage. Um über den ersten Punct näheren Aufschluss zu erhalten habe ich mich an Herrn Feer gewandt, bin aber noch ohne Antwort.
Wenn Sie mich wieder mit einem Briefe erfreuen, so bitte ich um Nachrichten über Ihre Gesundheit; mit der meinigen habe ich letzter Zeit wenig Grund zufrieden zu sein.
Ihr
E Welti