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Steht das Leben in den Sternen geschrieben?
Erstes stellares chirales Organomolekül
In SCIENCE vom 14.6.2016 haben Forscher “chirales” Propylenoxid entdeckt.
Chiral meint die „Händigkeit“ eines Moleküls, d.h. die stereochemische räumliche Anordnung von Atomen.
Wenn man chirale Moleküle spiegelt, so führt das nicht zur Selbstabbildung, d.h. man kann sie nicht zur Deckung bringen. Die Moleküle sind einmal rechts und links „gedreht“ wir unsere Hände oder auch Schneckenhäuser. Gute Beispiele sind auch händische Instrumente für Rechts- und Linkshänder, wie z. B. Korkzieher.
In der Chemie wird das Molekül wie folgt beschrieben:
„Propylenoxid (PO) , ein Epoxid, ist eine hochreaktive, farblose, flüssige, hochentzündliche, organische Verbindung .Alle derzeit betriebenen oder vorgeschlagenen Verfahren zur Erzeugung von Propylenoxid sind mit erheblichen, in molarem Verhältnis stets über eins liegenden Nebenproduktmengen gekoppelt, die das Abwasser belasten (Propylenchlorhydrin-Verfahren), in aufwendig zu trennenden Vielstoffgemischen mit mengenmäßig nur geringem Propylenoxidanteil anfallen (Propan-Oxidation) oder eine Coproduktion liefern, die gewichtsmäßig das zwei- bis dreifache der entsprechenden Propylenoxid-Herstellung ausmacht (Hydroperoxid-Verfahren, Peressigsäure-Prozeß). Das Epoxid Propylenoxid ist kein natürlich vorkommender Stoff, sein Vorkommen in der Atmosphäre wird auf Industrieemissionen und deren Weiterverarbeitung zurückgeführt.“
Das kann man nunmehr nicht mehr mit Sicherheit sagen, denn auf der Erde hergestelltes Propylenoxid wird wohl nicht bis in die Milchstraße gelangt sein?
Propylenoxid ist das erste chirale Molekül, welches außerhalb unsere Sonnensystems in der großen Gas- und Staubwolke Sagittarius B2 gefunden wurde.
Max Planck Forschung:
Forscher des Max-Planck-Institutes hatten schon zuvor „organische“ Moleküle in der Gaswolke von Sagittarius B2“ gefunden, deren Struktur nicht chiral ist
2016 wurde von ihnen und internationalen Mitarbeitern Äthylcyanid und Methylcyanid dortselbst gefunden:
Das weist darauf hinweist, dass auch andere organische Moleküle im Weltall entstehen können und dass Sagittarius B2 besonders „fruchtbar“ ist zu solcher Synthese und erstmals eine chirale Molekülstruktur gefunden wurde.
Wenn man das liest, so muss, wo diese Moleküle gefunden wurden, die Voraussetzung für eine „Organische Chemie“ vorhanden sein. Auch wenn die Substanz etwa 27000 Lichtjahre entfernt entdeckt wurde, so muss in der Milchstraße eine Organochemie bestehen und es ist denkbar, dass solche auch in anderen Bereichen des Weltalls vorkommt. Damit ist weiter denkbar, dass die Moleküle zur „Selforganization of Matter“ (Manfred Eigen) aus dem Welt vor Zeiten auf die Erde gekommen sein könnten. Dort haben sie „Lebensbedingungen“ vorgefunden, die zur Evolution höher organisierter organochemischer und selbsreplizierender Strukturen geführt haben,. Hierfür gibt es gegenwärtig 3 brauchbare Theorien:
Ob unter ähnlichen Voraussetzungen erdähnliche organische Biostrukturen, oder gar etwas, was man nach menschlicher Definition als „Leben“ bezeichnen kann, ist gegenwärtig allenfalls Spekulation. Allerdings sind alle „lebenden“ Biostrukturen chemisch chiral und in Meteoriten sind chirale Strukturen gefunden worden. Unklar ist aber, auf welchem chemischen Weg, anders als bei der industriellen Herstellung auf der Erde, im Weltall chirales Propylenoxid Molekül entstanden sein können.