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Oder haben wir jemals auf Kosten anderer gelebt? Im Gegenteil: Tag und Nacht haben wir gearbeitet und uns abgemüht, um niemandem von euch zur Last zu fallen. Wir hätten zwar von euch Unterstützung verlangen können, doch wir wollten euch ein Vorbild sein, dem ihr folgen sollt. 2. Thessalonicher 3. 8-9
Seht, der Lohn der Arbeiter, die eure Felder gemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, er schreit zum Himmel, und die Hilferufe der Erntearbeiter sind dem Herrn Zebaoth zu Ohren gekommen! Jakobus 5.4
Armut kann nicht durch Wohltätigkeit oder ausschliesslich durch Hilfeleistungen gestoppt werden. Am besten geschieht dies durch die Entwicklung von Ländern selbst, damit sie der Bevölkerung ein menschenwürdiges Leben gewährleisten können. Christliche Gemeinschaften und andere Personengruppen haben jedoch eine gewisse Besorgnis geäussert über das Ziel eines dauerhaften und nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Ist es in einer begrenzten Welt, in der viele unserer wichtigsten Ressourcen zwangsläufig eingeschränkt sind, überhaupt möglich und sinnvoll ein solches Vorgehen zu fördern? Befriedigt man damit nicht einfach nur die menschlichen Urinstinkte des egoistischen Konsums und der Gier? Führt es nicht unweigerlich dazu, dass die Schwächsten in Not geraten, wenn es an allen Ecken und Enden knapp wird?
Auch hier lassen uns die Schlüsselthemen der Bibel – Schöpfung, Haushalterschaft und Gerechtigkeit – über die Auswirkungen auf die Wirtschaft nachdenken. Die obigen Verse veranschaulichen, dass der Mensch als ArbeitnehmerIn im Mittelpunkt einer gerechten Wirtschaft stehen sollte. Darüber hinaus scheinen biblische Grundsätze wie die Sabbat- und Jubeljahre gewisse Themen zu betonen: zum Beispiel eine fortwährende Sorge um den Boden und alle Produktionsressourcen, eine strukturelle Unterbindung erheblicher und dauerhafter Unterschiede bei Besitz und Einkommen, eine mögliche Beschränkung des ungehinderten Einsatzes von Kapital, gerechte Löhne oder die Wertschätzung von Arbeit.
Es ist daher wichtig, dass das Ziel 8 bewusst auch Fragen im Zusammenhang mit Beschäftigung und menschenwürdiger Arbeit einschliesst. Wirtschaftswachstum darf nicht zum «Gott» werden, zum Endziel, das ungeachtet der Konsequenzen erreicht werden muss. Konzentriert es sich jedoch auf Länder mit niedrigem Einkommen, für die ein BIP-Wachstum von 7 Prozent angestrebt wird, kann es besonders für diejenigen, die das grösste Potenzial zu schnellem Wachstum haben, ein mächtiges Mittel sein. Das Wachstum muss durch Technologie und Innovation unterstützt werden und die umfassenderen Perspektiven all dieser Ziele in Bezug auf Umwelt und soziale Gerechtigkeit berücksichtigen. Ein solches Wachstum kann eine Grundlage für nachhaltige Arbeit schaffen, indem es die Geissel der Arbeitslosigkeit, unmenschliche Arbeitspraktiken und Zwangs- oder gar Sklavenarbeit bekämpft. Eine effektive Wirtschaft und ein effektiver Arbeitsmarkt könnten auch Fragen der Korruption und des Menschenhandels in Angriff nehmen. Eine wahrhaft christliche Wirtschaftsperspektive kann diesem Plan zustimmen und ihn mit Enthusiasmus und Elan anstreben.
Persönlich – Kaufe mehr Produkte aus Branchen und Unternehmen, die faire Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende bieten.
Lokal – Gib als Unternehmerin oder Unternehmer benachteiligten jungen Menschen eine Chance.
National – Wärst du bereit, in eines der SME-Einsatzländer zu ziehen, um deine Fachkenntnisse einzubringen? (Beispiele: Medizin oder Ausbildung in verschiedenen Berufen).
Wenn man Arbeit hat, kann man ein Einkommen erwirtschaften, eine Familie gründen und sich für das Wohl der Gemeinschaft engagieren. Deshalb investiert die NGO Service de Missions et d'Entraide (SME) in die Berufsausbildung.
SME engagiert sich in verschiedenen Bereichen: In Nepal unterstützt die Organisation zum Beispiel eine Schule für Labortechnikerinnen. Dazu gehört auch ein Labor für die praktische Ausbildung, da die Ergebnisse der Analysen aufgrund der mangelnden Ausbildung der Labortechniker oft schlecht waren. SME unterstützt auch Ausbildungszentren, in denen Schulabgänger:innen einen Beruf erlernen können. Ausserdem bemüht SME sich sehr darum, die Kompetenzen des medizinischen Personals in den Spitälern zu verbessern. Eine gute Ausbildung und ein guter Arbeitsplatz, der auch die Dienstleistungen für die Bevölkerung verbessert, wirken sich positiv auf das Wirtschaftswachstum eines Landes aus. www.sme-suisse.org
In Beirut, Libanon, unterstützt SME den lokalen Verein Tahaddi, der mit einem Bildungs- und Berufsbildungsprogramm eine umfassende Aktion gegen Armut durchführt. Als Teenagerin machte Diana eine Ausbildung zur Friseurin. Sie mochte den Beruf nicht, aber die Arbeit war ihre einzige Möglichkeit, der Zwangsheirat zu entkommen. Der Verein beschloss, sie probeweise als Kindergartenhelferin einzustellen. Sie erwies sich als sehr talentiert. «Am Anfang hatte ich Angst», sagt sie, «aber ich habe schnell gemerkt, dass ich diesen Job liebe!» Diana hilft ihrer Familie finanziell und hat dadurch den Respekt ihrer Eltern gewonnen, die nun ihre eigenen Lebensentscheidungen akzeptieren.