Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/96425

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über das Modell der Jahresfranchise für Familien bei der Grundversicherung vorzulegen. Dieses Modell wurde vor mehr als zehn Jahren von Professor Marc-Henri Amsler von der Universität Lausanne mit Blick auf die Zukunft entwickelt und könnte uns vorübergehend aus der derzeitigen Sackgasse führen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die soziale Krankenversicherung der Schweiz, die im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) geregelt ist, beruht auf dem Grundsatz der Einzelmitgliedschaft. Nach Artikel 3 KVG muss sich jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz für Krankenpflege versichern. Dementsprechend ist das gesamte KVG-System personen- und nicht familienbezogen aufgebaut. Die Prämien sind individuell ebenso wie die Kostenbeteiligung (Franchise, Selbstbehalt). Aufgrund der Vielzahl der Krankenversicherer und des Anrechts der Versicherten auf freie Wahl eines anerkannten Versicherers können sodann die einzelnen Mitglieder einer Familie verschiedenen Versicherern angeschlossen sein. Mit der Einführung eines Franchisesystems für Familien würde schliesslich die Anreizwirkung der Franchise, welche ein erhöhtes Kostenbewusstsein der Versicherten zum Ziel hat, erheblich geschmälert werden. </p><p>Der Bundesrat ist von der Wirksamkeit der individuellen Franchisen überzeugt und will dieses System nicht ändern. Vor diesem Hintergrund sieht er keine Notwendigkeit, einen Bericht über ein neues Jahresfranchisemodell für Familien zu erarbeiten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.