Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03616.jsonl.gz/532

Die kulturellen Wurzeln der Schweiz liegen in verschiedenen Ländern, die sie zu einer vielschichtigen kulturellen Identität zusammenwachsen lassen. Die verschiedenen Sprachen und Kulturen der Schweiz haben auch Einfluss auf eine einzigartige Folk Musik. Die Einflüsse der deutschen, französischen, italienischen und romanischen Kultur führen zu einer komplexeren Folk Musik. Obwohl Schweizer Folk Musik wohl schon im 17. Jahrhundert bekannt war und auch zur Identitätsfindung beigetragen hat, gibt es darüber keine Aufzeichnungen. Es wurde wohl mit mehreren Instrumenten in einem Arrangement gespielt. Die erste Schweizer Sammlung mit Folk Musik entstand im 19. Jahrhundert und dokumentierte die Schweizer Kultur. Es geht darum hauptsächlich um die alpine Geschichte, die mit Hilfe von Instrumenten vertont wird. Eingesetzt werden das Alphorn, das Hackbrett, die Pfeife, die Drehorgel, Kastagnetten, Dudelsäcke und Zithern.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Folk Musik von Solomusikanten gespielt, die neben dem Gesang nur ein Instrument benutzten. Es gab einige Folk Musik-Duos. 1830 wurde die Folk Musik ins schweizerische Militär übernommen in Form einer Blechbläsereinheit. Die Blechbläserei setzte sich dann in der Schweiz durch. In vielen Orten wurden Blechbläsereinheiten gegründet. Musikstile wie schottisch, Walzer und Polka setzten sich durch.
1836 kam das erste Akkordeon in die Schweiz, das zuvor in Österreich erfunden worden war. Das Akkordeon war einfach zu lernen und nicht zu teuer und setzte sich deshalb durch. Der Vorteil am Akkordeon ist, dass man beim Spielen auch noch singen kann. Bei großen folkloristischen Tanzveranstaltungen gehörte das Akkordeon im 19. Jahrhundert auf jeden Fall dazu. Im 20. Jahrhundert wurde das Akkordeon durch zwei Geigen ergänzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfreute sich das Schweizer Volk an der Folk Musik. Die ursprüngliche, ländliche Musik fand Anklang und wurde durch das Tragen von Trachten ergänzt. In der Schweiz nennt man das die Ländlermusik. Die Folk Musik passte sich an die Entwicklungen in der Musikbranche an. Folk verschnitt sich mit Jazz und Foxtrott und als weitere Instrumente wurden Saxophon und Klarinette eingesetzt.