Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/3104

Im Engnis zwischen Niederurnen und Ziegelbrücke befindet sich eine doppelseitige. Diese Sperre sollte primär einen Durchbruch aus dem Linthgebiet in das Glarnerland verhindern. Sekundär
sperrte sie auch die Passage vom Walensee in das Linthgebiet. Eine Gefahr für die Sperre drohte nicht nur vor Panzern, sondern auch mit Luftlandungen in der Ebene vor und hinter Niederurnen
musste gerechnet werden.

Bau der Sperre
Ab Oktober 1939 wurden die Bunker entlang dem Linthkanal errichtet, gefolgt von zwei Beobachtungsbunkern beim Schlösschen Oberwindegg im Januar 1940. Der Bau der eigentlichen Sperre Niederurnen
begann dann ab September 1940. Als erstes wurde der Tankgraben für das Geländepanzerhindernis zwischen Niederurnen und Ziegelbrücke ausgehoben und die Tankmauer errichtet. Bis Ende 1941 wurden
dann an den Flanken je ein Panzerabwehrwerk (IW Bad und Windegg), eine MG-Kaverne, 1 Pak Bunker, 2 IK Schilder, 4 MG Bunker, 2 Lmg Bunker und 6 Unterstände errichtet. Bis zur Erstellung der
Sperre und des Tankgrabens in Näfels lag das Schwergewicht der Verteidigung des Glarnerlands an dieser Sperre.
Im Rahmen der Modernisierungen der Sperranlagen in den 1960er Jahren, wurde auch bei der Sperre Niederurnen eine kleine Anzahl von VOBAG-Unterständen und KUBU errichtet.
Die Sperre heute
Auch diese Sperre ist heute entklassifiziert und der Zahn der Zeit nagt an ihr. Die Sperre Niederurnen wurde in das militärhistorische Inventar der schützenswerten Bauten des Kantons Glarus
aufgenommen. Dies konnte aber nicht verhindern, dass einige Lmg-Bunker, die IK-Schilde und Unterstände rückgebaut wurden. Einige der Anlagenteile wurden in Wohnbauten integriert. So dient der
Lmg Bunker A6816 heute als Velounterstand. Der Lmg Bunker A6820 - welcher im Inventar auf Seite 16 abgebildet ist - wurde "abgesägt" und musste der Zufahrt für ein Einfamilienhaus weichen. Die
Tankmauer wurde teilweise abgerissen. Trotzdem kann man an einigen Teilen noch die Schützenpodeste erkennen, welche in die Tankmauer integriert wurden. Ein weiteres Highlight dieser Sperre ist
die auffällig einfache, aber sehr effektive Tarnung des Bunkers A6825 Mazza. Dieser wurde mit violettem Wellblech verkleidet.
Obwohl viele Teile bereits abgebrochen sind, so hat die Sperre auch heute noch viele Besonderheiten zu bieten. Es wäre wünschenswert, wenn auch die Befestigungsbauten der jüngeren Geschichte
einen etwas besseren Schutz erhalten würden, werden sonst für nachfolgende Generationen nur noch die Fotos übrigbleiben. Stück für Stück geht hier ein Teil der Geschichte verloren.

Kapitel Hauptseite
Sperrstelle Niederurnen
Sperranlagen
Sperrstelle Niederurnen
Anlagen Nord
Sperrstelle Niederurnen
Anlagen Süd
Sperrstelle Windegg