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- Was ist HypnoBirthing?
- Was ist Hypnose?
- Warum hilft mir Hypnose während der Geburt?
- Werde ich mit Hypnose schmerzfrei und sanft gebären?
- Werde ich meine Geburtsängste überwinden können?
- Wenn ich Hypnose während meiner Geburt anwende, wie fühlt sich das an und bin ich währenddessen ansprechbar?
- Kennen die Hebammen und Ärzte im Spital oder Geburtshaus HypnoBirthing?
- Warum sind die Gruppenkurse immer Paarkurse, kann ich den Kurs auch allein besuchen?
- Wann sollte ich mit dem Kurs beginnen?
- Ich habe das HypnoBirthing-Buch von Marie Mongan gelesen, was erfahre ich in einem Kurs für Ganzheitliche Geburtsvorbereitung?
Es handelt sich um einen ganzheitlichen Ansatz in der Vorbereitung zur Geburt. Das Konzept wurde vor mehr als 20 Jahren von Marie Mongan (Dozentin für Hypnosetherapie in Concord, New Hampshire, USA) entwickelt. Im Verlauf ihrer vier Geburten stellte sie fest, dass eine tiefe Entspannung bzw. ein Trancezustand zu einer positiven Geburtserfahrung führen kann. Mit ihrem vierten Kind konnte sie eine schmerzfreie Geburt erleben. Ihr Buch ‘HypnoBirthing – Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt’ erschien 2008 erstmals in deutscher Fassung.
Hypnose ist ein natürlicher und entspannter Zustand mit zugleich erhöhter Konzentration. Jeder Mensch befindet sich mindestens zweimal pro Tag in Hypnose – kurz vor dem Aufwachen und kurz vor dem Einschlafen. Dies nennt man den Alpha-Zustand. Ausserdem können wir auch im Alltag in diesen Zustand gelangen, z.B. beim Sport, während Hausarbeit, ohne es wirklich zu merken.
In diesem Zustand muss man sich die Konzentration als Zoom vorstellen, der nicht nach aussen, sondern nach innen gerichtet ist.
Während dem normalen und ungestörten Geburtprozess erlangt die gebärende Frau einen einzigartigen biologischen Zustand. Die Ausschüttung der Geburtshormone bewirken, dass sich die Gehirnwellen verlangsamen (Alpha-Zustand) und ein natürlicher Trancezustand entsteht. Dieser veränderte Bewusstseinszustand hilft der Frau sich körperlich und mental zu entspannen. Das gewährleistet eine optimale Durchblutung der Gebärmutter und eine ungestörte Produktion der Geburtshormone (insbesondere von Oxytocin) im Stammhirn. Eine Aktivität des Neokortex (Sitz des Bewusstseins) würde diesen Prozess stören. Mit der Hypnose bzw. Selbsthypnose wird dieser natürliche Trancezustand unterstützt, damit sich der Körper auf die Geburt konzentrieren kann.
Tiefenentspannung und Selbsthypnose können die Wahrnehmung von Schmerz verändern. Manche Frauen erleben in der Tat eine schmerzfreie Geburt.
Die Öffnungsphase kann mit Hypnose sanft und ruhig verlaufen. Die Endphase der Geburt, bei der sich das Kind durch den Geburtsweg bewegt ist ein sehr kraftvoller Prozess. Schüttet der Körper viel Endorphin und Oxytocin aus (Glücks- und Liebeshormon), hilft es der Mutter mit dem Geburtsschmerz umzugehen und das Kind erhält diese wichtigen Hormone über die Nabelschnur. Auch mit Hypnose bleibt die Geburt ein intensives Erlebnis. Wir beziehen „sanft“ auf das Geburtserlebnis des Kindes.
Als Kursleiterinnen ist uns in erster Linie wichtig, dass den Frauen bewusst wird, dass die Geburt eine natürliche Gabe ihres Körpers ist. Wenn du als Schwangere gut informiert bist und wirkliches Vertrauen in deine Fähigkeiten erlangt hast, bist du in der Lage selbstbestimmt und intuitiv zu gebären. Die Schmerzreduktion und ein Zufriedenheitsgefühl mit dem Geburtserlebnis sind die positiven Nebeneffekte.
Ein wichtiges Anliegen unserer Kurse ist, dass Frauen ihre Geburt angstfrei erleben. Denn nur dann können die wichtigen Geburtshormone ungestört ausgeschüttet werden. Angst führt zu Spannung, Minderdurchblutung und schliesslich zu vermehrtem Schmerz.
Zum einen erfährst du in der Vorbereitung alle wichtigen Informationen zum Ablauf der Geburt. Damit können wir das Bewusste beeinflussen (erstes Drittel).
Ängste sind aber auch im Unterbewusstsein verankert. Im entspannten Zustand während der Hypnose ist es möglich, den sogenannten Kritischen Faktor, der uns oft nicht glauben lässt, zu umgehen. So können neue, positive Bilder und Glaubenssätze im Unterbewusstsein verankert und Angst durch Vertrauen ersetzt werden. Die negativen Assoziationen werden frei gegeben. Dies ist ein weiteres Drittel des Ganzen und beeinflussbar. Damit hast du bereits viel erreicht und wirst dich mit Freude, Neugier und Zuversicht auf die Geburt einlassen können.
Das letzte Drittel bleibt dabei unbewusst und die natürliche Geburt und was dabei passiert ist nicht 100 %ig planbar oder vorhersehbar.
Wie ein tiefer Entspannungszustand wahrgenommen wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es hängt auch von der erreichten Tiefe bzw. dem Grad der Intensität der Hypnose ab. Du wirst immer wissen, wo du dich befindest, wer sich noch im Raum befindet, Du hörst alle Stimmen und Geräusche und spürst deinen Körper. Die Bedeutung der Umgebung verändert sich aber d.h., sie ist nicht mehr so wichtig. Du kannst aber nach wie vor wichtige Entscheidungen treffen und dich natürlich auch bewegen, sowie essen und trinken. Auch wenn die Geburt einen anderen Verlauf nimmt als vorgesehen, hilft die Hypnose entspannt zu bleiben und sich auf die neue Situation einzustellen.
HypnoBirthing gibt es bereits seit 2009 auch im deutschsprachigen Raum. In den Spitälern und Geburtshäusern rund um Basel ist HypnoBirthing gut bekannt.
Hebammen wissen es zu schätzen, wenn sich Frauen und Paare gut auf ihre Geburt vorbereiten. Sie sind bestrebt deren Geburtswünsche zu unterstützen und zu realisieren. Auch durch unsere Geburtsbegleitungen konnten wir mit den Frauen und Paaren viele positive Erfahrungen in den verschiedenen Geburtsstätten und auch bei verschiedenen Geburtsverläufen sammeln.
Wenn dein Partner bei der Geburt dabei sein wird, dann raten wir, ihn auch von Anfang an in die Vorbereitungen mit einzubeziehen. Denn dein Partner wird während der Geburt der Vermittler zu den Geburtshelfern sein, ein vertrauensvolles und sicheres Umfeld schaffen und dich in deiner Entspannung mit Hypnose- und Atemtechniken sowie Massage unterstützen.
Wenn du dich allein vorbereiten möchtest, empfehlen wir einen Frauen- oder Einzelkurs. Du kannst aber auch gern am Paar-Kurs mit deiner Freundin, Mutter oder betreuenden Hebamme teilnehmen.
Du kannst schon ab der 15. Woche mit dem Kurs beginnen. Die meisten Frauen und Paare machen den Kurs in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Da ist das Kind im Bauch bereits gut zu spüren und das Thema Geburt wird präsenter, so dass die Paare auch sehr bestrebt sind zu üben.
Aber prinzipiell kannst du zu jedem Zeitpunkt mit HypnoBirthing beginnen. Ein Einzelkurs ist empfehlenswert, wenn die Termine eines Gruppenkurses über die 38. Woche hinausgehen.
Sich ganzheitlich auf die Geburt vorbereiten bedeutet:
Mir bewusst werden, dass die Geburt eine natürliche Gabe meines
Körpers ist und mein Vertrauen in diese Fähigkeit stärken.
Mich über die Voraussetzungen für einen natürlichen Geburtsverlauf
informieren und mich von Unsicherheiten und Ängsten lösen.
Erlernen, in einen tiefen Entspannungszustand zu gelangen und mich
dabei intensiv mit meinem Kind zu verbinden.
Entdecken und erfahren, dass Tiefenentspannung und Selbsthypnose
die Geburt erleichtern und meine Wahrnehmung von Schmerz
verändern können.
Verschiedene Atemtechniken und Massagen kennen lernen und meine
Geburtswünsche wahrnehmen.
Meinen Geburtspartner (z. B. Partner, Freundin, Mutter) von Anfang
an in die Vorbereitung mit einbeziehen, damit er mich bei der Geburt
unterstützen und ein sicheres, vertrauensvolles Umfeld schaffen kann.