Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03309.jsonl.gz/650

In der Volkswirtschaft spricht man von einer Teuerung (auch Inflation genannt), wenn das allgemeine Preisniveau in nacheinander folgenden Perioden ansteigt (Gegenteil: Deflation).
Bei einer Teuerung steigt die Geldmenge wesentlich stärker an als das Volumen der produzierten Waren und angebotenen Dienstleistungen. Mit anderen Worten: Die Geldmenge reduziert sich weniger stark als die Gütermenge. Daraus ergibt sich eine Entwertung des Geldes. Das bedeutet, für den gleichen Betrag an Franken kann man vergleichsweise weniger Produkte kaufen als vor der Phase der Teuerung. Der Volkswirt nennt das auch eine geringere Kaufkraft. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) gilt in der Schweiz als das wichtigste Messinstrument, um eine Teuerung zu messen. Um in der Schweiz die Entwicklung der Konsumentenpreise zu messen, wird ein gleichbleibender Warenkorb definiert, der die üblichen bzw. alltäglichen Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts in der Schweiz repräsentiert. In der Folge wird in gleichbleibenden zeitlichen Abständen der Preis für diesen Warenkorb ermittelt. Liegt eine stetige Anhebung des Preises über mehrere nachfolgende Perioden vor, spricht man von einer Teuerung bzw. Inflation. Als weitere Messzahlen für die Teuerung werden ebenso der Produzentenpreisindex oder der BIP-Deflator herangezogen.
Einer der wichtigsten Gründe für eine Teuerung ist das Ansteigen der Geldmenge durch eine Zentral- bzw. Nationalbank. Dies geschieht, indem die Nationalbank eine lockere Geldpolitik fährt und so der Wirtschaft ein höheres Geldvolumen zur Verfügung stellt. Ein weiterer Grund für eine Teuerung ist eine höhere Geldumlaufgeschwindigkeit. Dies führt im Grunde zum gleichen Effekt wie eine erhöhte Geldmenge. Ein zusätzlicher Grund für eine Teuerung sind ansteigende Preise für die Produktionsfaktoren Arbeit sowie Kapital und Rohstoffe, die an den Verbraucher weitergegeben werden. Das heisst, höhere Zinsen, teureres Öl oder höhere Arbeitslöhne verteuern die Produkte. Schliesslich können auch Veränderungen bei den Abwertungserwartungen der inländischen Währung zu einer Teuerung führen. Das bedeutet, wenn ausländische Investoren der Auffassung sind, dass sich der Franken zukünftig im Wert verringert, werden diese schon heute ein geringeres Geldvolumen in der Schweiz anlegen oder das angelegte Geld wieder in eine andere Währung wechseln. Die Konsequenz: Weniger Kapital ist auf dem Markt und die Zinsen werden steigen und somit die Teuerung ankurbeln.