Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03189.jsonl.gz/1818

Text: Nicole Amrein
«Ich lebe von guter Suppe und nicht von schöner Rede», sagte schon Molière, der französische Dichter und Schauspieler (1622-73). Hier finden Sie interessante Fakten und Inspirationen zum Thema Suppe.
Nach Überlieferungen sind vor rund 6000 Jahren in Mesopotamien (Vorderasien) erste Suppen gekocht worden. Von dort verbreiteten sie sich weiter nach Ägypten, daraufhin nach Griechenland und anschliessend ins römische Reich. So bildete dann die toskanische Minestrone im 16. Jahrhundert die Grundlage für den berühmten französischen Pot-au-feu, einen Eintopf, der neben Wasser auch Fleisch und Gemüse enthält. Ende des 19. Jahrhunderts wurden schliesslich die ersten Instant-Suppen, also industriell hergestellte Mischungen aus getrockneten Zutaten, entwickelt. Sie dienten ursprünglich zur preisgünstigen Versorgung der ärmeren Bevölkerung und des Militärs.
Echte Suppenliebhaber schwören jedoch auf absolute Frische und beste Zutaten. In manchen asiatischen Ländern werden Suppen sogar schon zum Frühstück serviert. Tom Yam Gung heisst die zu den bekanntesten Gerichten Thailands gehörende Suppe aus Garnelen, Schalotten, Zitronengras, Limonensaft, Tamarinde und viel Chili.
Der Vorteil: Thaisuppen sind leicht nachzukochen, haben wenig Kalorien und regen durch ihre Schärfe die Verdauungsorgane an – sind also ein ideales, gesundes und kalorienarmes Essvergnügen.
Suppen aus unseren Breitengraden, wie zum Beispiel die kräftige Gulaschsuppe mit Paprika, Majoran und Kümmel, sind besonders zur kühlen Jahreszeit eine wahre Wohltat. Oder die Zuppa pavese aus Norditalien, deren Grundlage Brot, Bouillon und aufgeschlagene Eier sind und die gerne mit frisch gehobeltem Parmesan genossen wird. Nicht zu vergessen die Basler Mehlsuppe aus Mehl, Butter, Zwiebeln, Fleischbouillon und Greyerzerkäse, deren eigentliches Ur-Rezept man vergeblich sucht.
Fakt ist: Braun wurde die Suppe, weil eine schwatzhafte Köchin das Mehl beim Rösten anbrennen liess. Statt das wertvolle Gut wegzuwerfen, ignorierte sie das kleine Missgeschick und die braune Basler Mehlsuppe war geboren.