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Der Ernteertrag nimmt ab, der Aufwand nimmt zu, die Arbeit wird immer beschwerlicher und das verfügbare Wasser schwindet. Das ist die Realität von Kleinbauern in wasserarmen, halbtrockenen und trockenen sub-humiden Gebieten. In Regionen also, in denen bislang Ackerbau und Viehzucht durchaus noch eine Existenzgrundlage bot. Die Gründe für die Verödung des Bodens sind vielfältig. Auslöser ist aber unbestritten der Klimawandel. Längere Trockenperioden und höhere Temperaturen reduzieren die Fruchtbarkeit der Böden. Durch die Überweidung leidet die Grasnarbe, die Abholzung von Wäldern, um Landwirtschaftsland zu gewinnen, beeinflusst das Lokalklima.
„Wüstenbildung ist eng verbunden mit globalen Klimaveränderungen und einer Minderung der Artenvielfalt.“
United Nations Convention to Combat Desertification UNCCD
Mit hinein spielt auch die Zunahme der Bevölkerung. Die Zusammenhänge sind sehr komplex. Die Folge ist aber eindeutig: die Menschen verarmen noch mehr und sie leiden an Hunger. Auf diese Problematik macht der Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre aufmerksam.
Grundlage des Welttages
Der Welttag wurde im Dezember 1994 von der UN Generalversammlung mit einer Resolution beschlossen. Grundlage des Welttages ist eine Vereinbarung vom 17. Juni 1994 mit dem sperrigen Namen “Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika“. Dabei geht es nicht um die natürlich existierenden Wüsten, sondern um aride Gebiete, deren Böden immer weniger fruchtbar sind und in denen die Artenvielfalt drastisch abnimmt.
Dieses Jahr ist das Leitthema des Welttages “Let’s grow the Future Together“. Die Hauptveranstaltung findet am 17. Juni in Ankara statt und steht im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums des Übereinkommens. Schwerpunktthemen sind Land & Dürre, Land & menschliche Sicherheit, Land & Klima. Die Anliegen sind hoch aktuell. Im Kommentar dazu heißt es, dass 1,8 Milliarden Menschen bis im Jahr 2025 unter Wasserknappheit leiden werden. Bis im Jahr 2045 könnten gegen 135 Millionen Menschen infolge der Wüstenbildung vertrieben werden. Es wird auch erwähnt, dass die Wiederherstellung der Böden das Potential hat, 3 Mia. Tonnen CO2 jährlich zu speichern.
Die Furcht der reichen Staaten vor Klimaflüchtlingen
Es ist naheliegend, dass Europa einen immensen Flüchtlingsstrom befürchtet. Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 anerkennt jedoch Umweltzerstörung nicht als Fluchtgrund. Bereits wird von Forschern und Juristen debattiert, welchen Status diese Menschen denn haben sollen. In den Medien kursieren bereits Prognosen über eine immense Anzahl von Flüchtlingen, die zu erwarten sind. Angesichts des Leids dieser Menschen scheinen diese Diskussionen absurd. Es ist auch umstritten, ob so viele - wie prognostiziert - ihre Heimat verlassen werden. Wohl müssen Menschen wegen Naturereignissen wie Hochwasser, steigendem Meeresspiegel und Erdbeben flüchten. Meist sind es aber Binnenwanderungen. Bei Menschen, die von der Dürre betroffen sind, ist die Situation anders. Sie wollen ihr Land gar nicht verlassen, meist können sie sich das auch gar nicht leisten, weil sie durch die Ernteausfälle noch mehr verarmen. Umso wichtiger sind wirkungsvolle Massnahmen, um die Bevölkerung in diesen Regionen zu unterstützen, den Boden wieder fruchtbar zu machen und nachhaltig zu nutzen. Die Organisation OXFAM beispielsweise ist in Burundi aktiv. Gemeinsam mit der Bevölkerung, der lokalen Verwaltung und politischen Vertretern wird ein Projekt entwickelt, um für die Auswirkungen des Klimawandels zu sensibilisieren. Angepasste landwirtschaftliche Kulturen und Anbaupraktiken werden gemeinsam erforscht und getestet. Als nächster Schritt werden die kleinbäuerlichen Produzenten in der Umsetzung der verbesserten Anbaumassnahmen geschult und unterstützt. Die Welthungerhilfe verfolgt ein ähnliches Ziel in Niger. Es sind Leuchtturmprojekte, die viel bewirken können.
„Wüstenbildung ist sowohl Ursache als auch Resultat von Armut. Armut zwingt Menschen, die, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, von Land abhängig sind, Land zu übernutzen, um Nahrung und Energie zu erhalten, wohnen zu können und Geld zu verdienen.“
United Nations Convention to Combat Desertification UNCCD
An der Not und an der Landschaftszerstörung in diesen Ländern sind die reichen Staaten mitschuldig. So stehen sie in der Pflicht, die Betroffenen mit finanzieller und tatkräftiger Hilfe zu unterstützen. Der Welttag ist eine gute Gelegenheit, diese Verantwortung aufzuzeigen.
Quellen und weitere Informationen:
Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung
World Day to combat Desertification
OXFAM Projekt in Burundi