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Tyrosinämie Typ 1 (TÄ1) ist eine seltene Stoffwechselstörung, die autosomal rezessiv vererbt wird. Aufgrund eines Mangels an Fumarylacetoacetat-Hydrolase kommt es zu Störungen im Tyrosinkatabolismus und folglich zu einer Akkumulation von Metaboliten wie Maleylacetoacetat, Fumarylacetoacetat und Succinylaceton. Diese interferieren mit weiteren Stoffwechselwegen und der Funktion verschiedener Organe; unbehandelt führt die TÄ1 daher zum Tod durch Leber- und Nierenversagen. Die medikamentelle Therapie erfolgt mit Nitisinon und muss durch diätetische Maßnahmen ergänzt werden.
Die Diagnose der TÄ1 beruht auf labordiagnostischen, bildgebenden und molekularbiologischen Untersuchungen. Während die Identifikation des kausalen Gendefekts beweisend ist, werden gezielte genetische Analysen nur bei entsprechender Familienanamnese und im Rahmen der Pränataldiagnostik realisiert [8], bevor weitere diagnostische Parameter erhoben werden. Darüber hinaus ist der spezifischste Hinweis auf eine TÄ1 ein erhöhter Serumspiegel von Succinylaceton, sowie dessen vermehrte Ausscheidung mit dem Urin. Die Messung des Succinylacetongehalts erfolgt massenspektrometrisch und bleibt dort, wo genetische Analysen nicht durchgeführt werden können, der Goldstandard der Diagnose [9] [10]. Eine Alternative stellt die Messung der Aktivität der Fumarylacetoacetat-Hydrolase in angezüchteten Fibroblasten dar; diese wird aber nicht routinemäßig durchgeführt [7] [11].
Ein Verdacht auf TÄ1 kann geäußert werden, wenn ein Säugling oder Kleinkind mit den oben beschriebenen Symptomen vorstellig wird und folgende Befunde erhoben werden können [2] [4] [11]:
Blutanalysen und die sonographische Untersuchung der Leber sollte auch nach erfolgter Diagnose in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um beispielsweise die Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms frühzeitig erkennen zu können.