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Antonio Meucci wurde 1808 im Florenzer Quartier San Frediano in einer armen Familie geboren. Er konnte nur unregelmässig zur Schule gehen, besuchte die Akademie der schönen Künste und begann schon sehr früh als Zollangestellter zu arbeiten. Nach sieben Jahren wurde er vom Teatro della Pergola als Theatermechaniker angestellt. Hier entwarf er eine Art Rohr, mit dem den Theatermaschinisten auch auf eine Distanz von 18 Metern Anweisungen erteilt werden konnten. Im Theater lernte er seine spätere Frau Ester Mochi kennen, die dort als Theaterschneiderin – oder Kostümbildnerin, wie man heute sagen würde – arbeitete. Meucci sprühte vor Ideen und war ein unruhiger Geist, der sich schon als Jugendlicher für die physiologische und tierische Elektrizität und die Politik begeisterte. Auf Grund seiner liberalen und republikanischen Ideen wurde er in die revolutionären Unruhen von 1831 hineingezogen und musste das Grossherzogtum Toskana verlassen. Zusammen mit seiner Frau begab er sich nach Kuba, wo er am Tacon Opera House in Havanna eine Anstellung als Theatermaschinist fand. Er blieb dort, bis das Theater durch einen Brand zerstört wurde. In diesen fünfzehn Jahren vervollkommnete er sein Gerät für die Kommunikation mit den anderen Maschinisten. Da er keine Arbeit mehr fand, liess er sich 1850 in Staten Island in der Nähe von New York nieder. Hier hielt sich auch Giuseppe Garibaldi auf, und von der folgenden Episode bestehen zwei Versionen: Eine Version lautet, dass Garibaldi Meucci aufsuchte, um in dessen kleiner Firma zu arbeiten. Nach anderen Quellen war es Garibaldi, der Meucci dazu überredete, ein Geschäft aufzubauen, um den vielen Italienern Arbeit zu geben. Meucci liess sich nicht lange bitten und gründete eine Kerzenfabrik, in der er Garibaldi anstellte. In seinen Memoiren erinnert sich dieser, dass er einige Monate bei Meucci arbeitete und wie ein Familienmitglied behandelt wurde, obwohl er ein Angestellter war. In der Fertigungshalle für Stearinkerzen entwarf Antonio Meucci 1854 das erste Telefonmodell. 1856 installierte er eine Verbindung zwischen seiner Werkstatt und dem Zimmer seiner Frau, die durch eine schwere deformierende Arthritis ans Bett gefesselt war. "Das Gerät besteht aus einer vibrierenden Membran und einem Magneten, der durch den ihn umgebenden spiralförmigen Draht elektrisch aufgeladen wird", hielt er 1857 in seinen Notizen fest. "Die Vibration der Membran verändert den Strom des Magneten. Diese Stromänderungen, die an das andere Ende des Drahtes übertragen werden, lösen in der Empfängermembran analoge Vibrationen aus und erzeugen wieder Sprache." In der Praxis: eine Rasierseifenschachtel und eine Metallmembran.
1860 berichteten die Zeitungen über das "Teletrofon" von Meucci, doch der Erfinder konnte nicht sehr gut Englisch und verfügte über keine Geldmittel. Über Freunde bemühte er sich auch in Italien um die Finanzierung, doch es war nichts zu machen. Die Kerzenfabrik endete in einem finanziellen Fiasko, sodass Meucci praktisch von Almosen leben musste. Doch er arbeitete weiterhin an seiner Erfindung und feilte sie weiter aus. Im Sommer 1871 wurde er bei der Explosion des Dampfkessels einer Fähre schwer verletzt und schwebte lange zwischen Leben und Tod. Um zu überleben, verkaufte seine Frau seine gesamten "Telefon"-Einrichtungen für sechs Dollar an einen Trödler. Nach seiner Genesung versuchte Meucci am 28. Dezember des gleichen Jahres, die Erfindung patentieren zu lassen. Der Anwalt, an den er sich wandte, verlangte für die Erstellung der erforderlichen Dokumente 250 Dollar, doch Meucci konnte durch eine Sammlung nur gerade 20 Dollar zusammenbringen. Die einzige Möglichkeit war nun, ein Caveat zu erhalten, eine Art provisorisches Patent, das jedes Jahr für 10 Dollar erneuert wird. Meucci konnte es nur bis 1873 bezahlen. Zu jener Zeit beschloss er, sich an E. Grant, den Vizepräsidenten der mächtigen American District Telegraph Company in New York zu wenden. Er bat ihn, ihm seine Linien für Versuche zu überlassen, und zeigte ihm eine umfangreiche Dokumentation über seine Forschungsarbeiten. Doch Grant erkannte das wirtschaftliche Potenzial des Geräts nicht und stieg nicht auf den Vorschlag ein. 1876 legten Bell und Gray "ihr" Telefon vor und liessen es patentieren. Meucci war verzweifelt, wandte sich an die Presse und reichte Klage gegen Bell ein, dessen Unternehmen unterdessen grosse Macht erlangt hatte. Doch was konnte er machen? Nur dank dem Armenverwalter des Städtchens, in dem er lebte und der ihm eine kleine Unterstützung zuerkannte, konnte er sich über Wasser halten. Der Prozess endete am 19. Juli 1887 mit einem Urteil von Richter Wallace, der Bell Recht gab, obwohl er auch gewisse Verdienste Meuccis anerkannte. Das Urteil lautete wie folgt: "Nichts beweist, dass Meucci abgesehen von der mechanischen Übertragung der Sprache über ein Kabel irgend ein praktisches Ergebnis erzielt hat. Zweifellos benutzte er einen mechanischen Leiter und ging davon aus, dass er mit der Elektrifizierung des Apparats bessere Ergebnisse erzielen würde." Mit anderen Worten, Meucci habe zwar das Telefon erfunden, aber nicht das elektrische.
Als das Unternehmen Globe, das Meucci gegen Bell unterstützte, Berufung gegen das Urteil einlegte, war Meucci bereits tot. Er erfuhr nicht mehr, dass das oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten das Verfahren einstellte. Mehr als ein Jahrhundert später wurde die Wahrheit auch dank der hartnäckigen Nachforschungen eines Italieners endlich anerkannt. Das amerikanische Parlament bestätigte, dass Antonio Meucci der Vater des Telefons ist, und wir Italiener können auf eine weitere ruhmreiche Tat stolz sein. Nebenbei bemerkt: Das Telefon war nur eine der zahlreichen Erfindungen, mit denen er sich befasste. Was ist aus Sicht der Astrologie zu Antonio Meucci zu sagen? Hätte ich keine Angst, ihn zu beleidigen, würde ich sagen, er war ein Verrückter, wie es nur Widder und Skorpion, sein Geburts- bzw. Mondzeichen, einzeln sein können. Wie müssen sie erst zusammen wirken! Zudem standen bei ihm vier Planeten vor den Fischen, was darauf hinweist, dass alle vorhandenen praktischen Fähigkeiten durch das Chaos beeinträchtigt werden. Er war ein sehr produktiver Geist. Einige seiner Einfälle sind beinahe Weissagungen, eigentliche Genieblitze, die er dank seinem Talent und seiner Leidenschaft für die Mechanik in die Praxis umsetzen konnte: Er war ein Erfinder und ein Handwerker, ein intelligenter Mann, aber kein Geschäftsmann. Es fehlte ihm das Durchsetzungsvermögen, er gab oder nahm lieber Almosen, als zu stehlen. Das heisst, er war zwar nicht völlig unbegabt, aber er konnte nicht kämpfen. Er erhitzte sich, wurde wütend, doch letztlich entschied er sich für die Opferrolle. Die Planeten vor den Fischen und der Mond vor Skorpion machten ihn zu einem grossen Geist, verliehen ihm jedoch nicht die notwendige Gewitztheit, um sich zur Wehr zu setzen. Der Widder – mit der Sonne in Konjunktion mit Mars – war das Strohfeuer der Wut, die wirkungslos verpuffte. Als ob dies noch nicht ausreichen würde, kam Meucci zwar mit grosser Intelligenz, aber wenig Geld auf die Welt, was leider einen Unterschied macht. Doch trösten wir uns: Grosse Menschen erhalten auch ohne Vermögen Anerkennung, wenn auch zuweilen erst im Nachhinein, während Gewitzte und Glückliche zwar aufsteigen, aber auch wieder tief fallen können.