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Alimente
Alimente werden steuerlich logisch behandelt: Wer sie zahlt, darf sie vom steuerbaren Einkommen abziehen; wer sie bekommt, muss sie als Einkommen versteuern. Erhält eine allein erziehende Mutter von ihrem Ex-Mann für ihre Kinder Alimente, so muss sie diese als Einkommen versteuern. Das ist logisch.
Bei volljährigen Kindern hört die Logik auf. Sobald der Teenager das 18. Altersjahr erreicht hat, kann der zahlende Elternteil die Alimente nicht mehr abziehen. Denn das volljährige Kind, das vom Vater oder der Mutter oder von beiden zusammen Alimente erhält, muss diese auch nicht als Einkommen versteuern. Alimente gelten in solchen Fällen nicht als Einkommen, sondern als «familienrechtliche Unterstützungsleistungen», welche nicht versteuert werden müssen. Um beim Eingangssatz anzuknüpfen: Werden die Alimente nicht mehr als Einkommen versteuert, können sie vom Alimente zahlenden Elternteil steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden.
Amtlicher Wert
Der amtliche Wert ist der Vermögenssteuerwert eines Grundstückes. Der amtliche Wert ist insbesondere vom Eigenmietwert zu unterscheiden, dem Vermögensertrag aus selbst benutzten Grundstücken, welcher auf der Grundlage von Mietzinsstatistiken festgesetzt wird und als Einkommen zu versteuern ist. Die Eigenmietwerte richten sich nach den Marktwerten bei der Vermietung. Die amtlichen Werte richten sich demgegenüber nach den Handänderungspreisen entsprechender Objekte. Die Gemeinde verwendet den amtlichen Wert zur Berechnung der Liegenschaftssteuer.
Ausbildungskosten
Ausbildungskosten für Erstausbildungen oder Zweitausbildungen sind steuerlich nicht abziehbar. Wo Eltern für die in Erstausbildung stehenden Kinder sorgen, steht allerdings den Eltern der Kinderabzug und – bei den Kantons- und Gemeindesteuern - der zusätzliche Abzug für Kinderausbildungskosten zu. Als Erstausbildung gilt das erstmalige Erlernen einer Tätigkeit, wobei der konkrete Ausbildungsweg keine Rolle spielt. Setzt etwa der Studiengang an einer Höheren Fachschule eine Lehre voraus und ist der Studiengang von Anfang an geplant, dauert die Erstausbildung bis zum Abschluss des Studiums und die erwähnten Abzüge sind bis zu diesem Zeitpunkt möglich.
Bemessungsperiode
Der Zeitraum, in dem das der Steuerberechnung zu Grunde liegende Einkommen erzielt wird. Bei der Gegenwartsbesteuerung sind die Bemessungsperiode und die Steuerperiode identisch.
Direkte Bundessteuer
Steuer vom Einkommen natürlicher sowie vom Gewinn juristischer Personen, die der Bund erhebt. Die Veranlagung erfolgt durch die Kantone, welche auch einen Teil der Einnahmen erhalten. Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung keinen direkten Kontakt.
Doppelbesteuerungs-
abkommen
Vereinbarung zwischen zwei Staaten, mit der verhindert werden soll, dass die Einkünfte einer Person in beiden Staaten besteuert werden. Die Schweiz hat mit über 50 Staaten, darunter alle EU-Staaten und die USA, Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Abkürzung: DBA
Eigenmietwert
Eigenheimbesitzer können die Hypothekarzinsen vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Dafür müssen sie den Eigenmietwert als fiktives Einkommen versteuern, sofern sie das Eigenheim selber bewohnen. Der Eigenmietwert ist ein Naturaleinkommen. Er ist auch dann als fiktives Einkommen zu versteuern, wenn das Objekt nicht dauernd bewohnt ist. Bleiben die Betten in der Ferienwohnung im Oberland das ganze Jahr über kalt, so ist der volle Eigenmietwert zu versteuern, selbst wenn die Wohnung ein paar Wochen pro Jahr genutzt wird.
Ausnahmen: In gewissen Situationen entfällt die Versteuerung des Eigenmietwertes, obschon das Eigenheim nicht vermietet ist:
1. Bei Objekten, für die kein passender Mieter gefunden werden kann;
2. Bei leer stehenden Liegenschaften, die sich in einem derart schlechten Zustand befinden, dass sie gar nicht genutzt werden können, sondern renoviert werden müssen;
3. Bei grösseren Renovationsarbeiten, während deren das Wohneigentum nicht genutzt werden kann.
Einfache Staatssteuer
Sie ergibt sich, wenn das steuerbare Einkommen oder Vermögen mit dem im Gesetz festgelegten Steuersatz multipliziert wird. Für die Berechnung des effektiv geschuldeten Steuerbetrages wird die einfache Staatssteuer mit dem für das betreffende Steuerjahr gültigen Staats-, Gemeinde- und Kirchensteuerfuss multipliziert.
Einsprache
Gegen die Veranlagungsverfügung kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung schriftlich Einsprache bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern erhoben werden.
Eine Einsprache muss brieflich und mit Unterschrift erfolgen. Eingaben per Fax oder E-Mail werden nicht akzeptiert. Ebenfalls möglich ist eine Einsprache online via TaxMe-Portal, nicht zu verwechseln mit TaxMe-Online. Die Einsprache ist kostenlos. Sie ist zu begründen und allfällige Beweismittel sind zu nennen. Bei Einsprachen gegen Veranlagungen nach Ermessen muss zudem eine ausgefüllte Steuererklärung beigelegt werden, damit auf die Einsprache eingetreten werden kann.
Der Einsprache-Entscheid kann innert 30 Tagen bei der Steuerrekurskommissionangefochten werden. Gegen den Entscheid der Rekurskommission kann innert 30 Tagen Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben werden. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts kann in der Regel innert 30 Tagen beim Bundesgericht angefochten werden.
Ermessens-
einschätzung
Sie wird vorgenommen, wenn trotz Abklärungen ungewiss bleibt, ob eine steuerpflichtige Person Einkünfte erzielt hat oder wie hoch ihre Einkünfte sind, insbesondere wenn die steuerpflichtige Person trotz Mahnung keine Steuererklärung einreicht.
Gegenwarts-
besteuerung
Bei diesem Bemessungssystem fallen Steuerperiode und Bemessungsperiode zeitlich zusammen. Beispiel: Das Einkommen aus dem Jahr 2012 dient als Bemessungsgrundlage für die Steuerperiode 2012. Dieses System gilt im Kanton Bern 1999 und findet seit Anfang 2003 auch in allen anderen Kantonen Anwendung.
Gesamtsteuersatz
Der durchschnittliche Steuersatz für das gesamte Einkommen.
Gewinnungskosten
Unter Gewinnungskosten versteht man alle Kosten, die für die Erzielung von Einkünften entstehen. Sie sind steuerlich abziehbar. Man könnte sie auch als Berufskosten bezeichnen.
Grenzsteuersatz
Ein Grenzsteuersatz von beispielsweise 30 Prozent bedeutet, dass auf 100 zusätzlich verdienten Franken deren 30 Franken an den Fiskus abgeliefert werden müssen. Bei progressiven Steuersätzen nimmt der Grenzsteuersatz mit steigendem Einkommen zu.
Grundstückgewinn-
steuer
Wie die Handänderungssteuer knüpft auch die Grundstückgewinnsteuer an den Eigentümerwechsel einer Liegenschaft an. Doch Gegenstand der Grundstückgewinnsteuer ist nicht die Handänderung, sondern der dabei erzielte Gewinn. Der steuerbare Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufspreis. Zum Kaufpreis können die wertvermehrenden Aufwendungen hinzugezählt werden. Wer vor vielen Jahren eine Liegenschaft erworben hat, wird sie heute unter Umständen für ein Vielfaches des damaligen Preises veräussern können.
Handänderungssteuer
Beim Erwerb eines Grundstücks ist im Kanton Bern eine Handänderungssteuer geschuldet. Sie beträgt in der Regel 1,8 Prozent des Kaufpreises. Steuerpflichtig ist im Kanton Bern der Käufer.
Die Handänderungssteuer ist nicht geschuldet, wenn ein Grundstück von einem Nachkommen, vom anderen Ehegatten, von der anderen eingetragenen Partnerin oder dem anderen eingetragenen Partner rechtsgeschäftlich erworben wird.
Jeder Kanton erhebt diese Steuer nach eigenem Gutdünken. Die Kantone Aargau, Glarus, Schaffhausen, Schwyz, Uri und Zürich kennen keine Handänderungssteuern, sondern lediglich eine Handänderungsgebühr. Mit der Gebühr sollen bloss die effektiv anfallenden Kosten in Rechnung gestellt werden, während die Handänderungssteuer wie die Einkommenssteuer in die Staatskasse fliesst und somit fiskalischen Charakter hat. Im Kanton Baselland wird vom Käufer keine Steuer erhoben, wenn er im neu gekauften Eigenheim wohnt.
Im Kanton Bern finden wiederholt Versurche statt, die Handänderungssteuer abzuschaffen. Der kantonale Hauseigentümerverband hat im Sommer 2010 eine Initiative für die Abschaffung eingereicht. Im Frühling 2009 debattierte der Grosse Rat über eine Senkung der Handänderungssteuer von 1,8 auf 1 Prozent. Das Ansinnen fand keine Mehrheit.
Kapitalauszahlungs-
steuer
Rente oder Kapital? Welche Variante unter dem Strich rentabler ist, hängt auch von der Höhe der Kapitalauszahlungssteuer ab. Die Pensionskassenrente muss als Einkommen versteuert werden. Aber auch beim Bezug des Kapitals aus der 2. Säule oder der Säule 3a verdient der Steuervogt mit. Bei der Kapitalauszahlungssteuer sind drei Punkte bemerkenswert:
1. Die Auszahlung des Kapitals wird unabhängig vom übrigen Einkommen besteuert. Sie hat damit auf die Progression der Einkommenssteuer keinen Einfluss.
2. Der Steuersatz ist progressiv. Es lohnt sich deshalb, man sollte sich also hüten, das Pensionskassenkapital im gleichen Jahr zu beziehen wie die Ersparnisse auf dem Konto 3a.
3. Die Steuersätze sind von Kanton zu Kanton verschieden. Die Schweiz wäre nicht die Schweiz, wenn es anders wäre.
Konkubinat
Im Konkubinat lebende Personen werden als Einzelpersonen besteuert. Sie erhalten jeweils getrennte Steuererklärungen. Der «Abzug für Alleinstehende» ist in diesem Fall nicht zulässig
Liegenschaftssteuer
Die Liegenschaftssteuer wird durch die Gemeinde erhoben und gehört zu den sogenannten fakultativen Gemeindesteuern. Die Gemeinden im Kanton Bern können somit selber bestimmen, ob sie eine Liegenschaftssteuer erheben wollen.
Nutzniessung
Das Eigenheim frühzeitig den Kindern vermachen und trotzdem noch darin wohnen. Was tun? Zwei Möglichkeiten: Nutzniessung oder Wohnrecht. Die Unterschiede sind auch steuerlicher Natur. Bei Wohnrecht haben die Eltern das Recht, im Eigenheim zu wohnen. Bei der Nutzniessung hingegen haben sie zudem das Recht, das Haus oder die Eigentumswohnung buchstäblich zu nutzen. Sie können das Eigenheim also auch vermieten. Das kommt etwa vor, wenn die Eltern in eine Alterswohnung zügeln. Da brauchen sie unter Umständen den Mietzins des Hauses, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu können.
Die Nachkommen als rechtmässige Besitzer der Liegenschaft merken nichts von dieser Nutzniessung. Nicht einmal steuerlich sind sie betroffen, obschon sie rechtlich Besitzer einer Liegenschaft sind. Behalten die Eltern die Nutzniessung, zahlen sie auf dem Eigenmietwert die Einkommenssteuer und auf dem amtlichen Wert die Vermögenssteuer.
Steuerbares Einkommen
Einkommen, auf welchem die zu bezahlenden Steuern berechnet werden. Es ergibt sich im wesentlichen aus dem AHV-Einkommen minus all der möglichen Abzüge für Berufsauslagen, Ausbildungskosten, Liegenschaftsunterhalt oder Vergabungen.
Unternutzungsabzug
Wird ein Teil des Hauses oder der Wohnung nicht mehr genutzt, muss nicht mehr der volle Eigenmietwert versteuert werden. Denn die Höhe des Eigenmietwertes wird «unter Berücksichtigung der ortsüblichen Verhältnisse und der tatsächlichen Nutzung der Liegenschaft» festgelegt. Wenn nun die Kinder ausgezogen sind oder nach einer Scheidung gewisse Räume nicht mehr genutzt werden, muss die Nutzung derselben auch nicht mehr versteuert werden.
Doch aufgepasst: Nicht alle Kantone haben den Abzug für die Unternutzung vorgesehen. Die Kantone Bern und Solothurn kennen ihn nicht. Hingegen bei der Bundessteuer ist der Unternutzungsabzug erlaubt.
Doch die Auslegung ist rigoros. Das überflüssig gewordene Zimmer darf dann wirklich nicht mehr genutzt werden, auch nicht als Lagerraum. Es muss gewissermassen verriegelt sein.
Vermögenssteuer
Verrechnungssteuer
Quellensteuer auf dem Ertrag von Kapitalanlagen, Lotteriegewinnen und Versicherungsleistungen. Sie wird bei einer ordentlichen Besteuerung der genannten Erträge zurück erstattet.
Weiterbildungskosten
Weiterbildungskosten, Umschulungskosten und Wiedereinstiegskosten sind steuerlich von der Einkommenssteuer abziehbar. Eine Weiterbildung liegt vor, wenn in der Grundausbildung erworbene berufliche Fähigkeiten und das Wissen der aktuellen Entwicklung angepasst werden, um den heutigen und künftigen Anforderungen im Berufsleben zu genügen. Abziehbar sind auch die Kosten für eine Weiterbildung, die es ermöglicht, im angestammten Beruf anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen. Nicht zulässig ist dagegen der Abzug, wenn mit der Weiterbildung ein eigentlicher Berufswechsel verbunden ist.
Wohnrecht
Häufig möchten Eltern das Eigenheim den Kindern frühzeitig vermachen, aber immer noch drin wohnen. Um aber nicht vom eigenen Nachwuchs aus dem Haus oder aus der Eigentumswohnung geworfen zu werden, können sie den Verkauf mit dem Vorbehalt des Wohnrechts verbinden. Hier zahlen die rechtmässigen Eigentümer – also die Kinder – Vermögenssteuern und Schuldzinsen. Die Eltern versteuern lediglich den Eigenmietwert als Einkommen, können aber die Unterhaltskosten vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Im Unterschied zur Nutzniessung können beim Wohnrecht die Eltern das Haus nicht vermieten.
Im Grundsatz gilt: Vermögende Eltern sollten die Nutzniessung wählen. Damit werden die Kinder von den Kosten entlastet. Müssen die Eltern mit bescheidenen Renten auskommen, ist das Wohnrecht zumindest aus steuerlicher Sicht der Nutzniessung vorzuziehen.