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Lange ist es her, da las ich eine Geschichte, die ich nicht mehr vergessen sollte. Sie erzählt folgendes: Stell dir vor, ein Planet, ähnlich wie die Erde, aber viel älter, mit fast den gleichen Bedingungen wie wir sie haben, und einer absonderlichen Plage. Die menschlichen Bewohner wurden geboren wie Du und ich, hatten Eltern und Grosseltern und alle, rückblickend über einen sehr langen Zeitraum, hatten dieselbe Krankheit. Keiner wurde damit geboren, aber spätestens nach dem 4 Lebensjahr begann es. Sie alle bekamen Risse in der Haut, manche schneller und tiefer, andere weniger und langsamer. Sie akzepterten die Hautkrankheit als normal und Teil ihres Lebens. Stell dir vor, wie tragisch das war, wenn sich zwei Menschen umarmen wollten, ihre innersten Gefühle auch körperlich ausdrücken wollten!
Es war oft traurig, denn wenn der Eine Schmerzen hatte, der Andere ihn oder sie halten wollte, dann kam es unweigerlich zu weiteren Schmerzen. Oder sie wollten sich liebevoll umarmen und fügten sich dabei Schmerz zu, einfach weil es "normal" war. Sie litten bei der schönsten Sache der Welt und wussten es nicht besser. Die Geschichte erzählt, dass es Ansätze und Versuche gab, diese Hautkrankheit zu heilen. Da es aber nicht schnell genug ging, gaben sie auf und ergaben sich dem "Schiksal".
Es wurde damit gelebt und gestorben, nur um wieder damit geboren zu werden. Es tat weh, egal wer den Menschen nahe kam, sie konnten sich nicht mehr berühren, ohne selbst schmerzen zu haben oder im Gegenüber Schmerz auszulösen. Manche hatten so viele Wunden, dass man fast keine heile Haut mehr finden konnte. Jede Berührung verursachte Druck auf die alten Wunden. Solche Stellen risssen wieder auf, entzündeten sich weiter und bedeckten nach und nach die ganze Haut des Menschen.
Ahnst Du, was mit ihnen passierte und fühlst Du die Zusammenhänge? Auch wenn wir auf unserem Planeten nicht offensichtliche Wunden, Schürfungen und Schnitte zeigen, so sind sie doch für viele Menschen eine Tatsache. Ihr inneres Kind fühlt den Schmerz, will sich mit dem Anderen verbinden und schreckt zurück, weil es unverheilte Wunden wieder aufreisst. Das Grundprinzip des menschlichen Herzens ist der Wunsch nach Verbindung. Der Körper dient dabei als Ausdruck des inneren Wesens. Viele von uns kennen psychosomatische Schmerzen, das ist die Sprache der verletzten Kinder. Auch Hautauschschläge und andere körperlichen Beschwerden, sind die Sprache unserer inneren Kinder, unserer verlletzten Emotionen. Gleich wie die Haut der Menschen in der Geschichte Wunden, Risse und Entzündungen zeigt, so zeigen unsere inneren Kinder ihre Schmerzen durch unseren Körper. Sie zu heilen, wieder lachen und fröhlich sein zu lassen, so wie sie waren, bevor sie älter wurden, das ist das Ziel. Denn, wir alle suchen die Verbindung zu unserem Umfeld, zu Menschen die wir lieben, achten und schätzen. Nachdem ich diese Geschichte gelesen hatte, begann ich mein Gegenüber auf diese Weise zu betrachten. Es glang mir nicht immer, sanft zu sein, nicht gegenüber mir und meinen Wunden, noch gegenüber den Verletzungen meines Gegenübers. Aber, es geht immer besser, die Bilder werden stärker und mit ihnen kommt das Bewusstsein, dass ich keine weiteren Schmerzen mehr verursachen möchte. Weder für dich noch für mich. Vor der Lösung kommt eine Entscheidung, diese ist meine :)) und ich hoffe, ich konnte dir mit dieser kleinen Geschichte auch einen Impuls geben, der dir in deinem Leben hilft, besser zu verstehen.
Nika M Fischer