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1610
JANUAR
0107D: Galileische Monde
- Galileo Galilei entdeckt die nach ihm benannten Galileischen Monde des Jupiter.
0107D: Europa (Mond)
- Europa, benannt nach der Geliebten des Zeus aus der griechischen Mythologie, ist der zweitinnerste Mond des Planeten Jupiter. Sie ist mit einem Durchmesser von 3121 km der kleinste der vier großen Jupitermonde und der sechstgrößte Mond im Sonnensystem. Europa ist so hell, dass sie auch mit einem Fernglas beobachtet werden kann. Europa ist ein Eismond. Obwohl die Temperatur auf der Oberfläche von Europa maximal −150 °C erreicht, lassen Messungen des äußeren Gravitationsfeldes und der Nachweis eines induzierten Magnetfeldes in der Umgebung Europas mit Hilfe der Galileo-Sonde darauf schließen, dass sich unter der mehrere Kilometer mächtigen Wassereishülle ein etwa 100 km tiefer Ozean aus flüssigem Wasser befindet. Das mögliche Vorhandensein von flüssigem Wasser ließ Spekulationen darüber aufkommen, ob in Europas Ozeanen Formen von Leben existieren können. Verschiedene Forschungsmissionen sind geplant, um den Mond dahingehend weiter zu erforschen. (Artikel des Tages)
MAI
- François Ravaillac ersticht Heinrich IV., König von Frankreich und Navarra, als dieser gerade einen Krieg gegen das Heilige Römische Reich plant. Damit wird ein europäischer Krieg anlässlich des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits abgewendet. Nachfolger wird sein neunjähriger Sohn Ludwig XIII., für den seine Mutter Maria de’ Medici die Regierungsgeschäfte führt.
JUNI
- Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal gründen in Annecy den Orden von der Heimsuchung Mariens.
JULI
- Michelangelo Merisi auch Michael Angelo Merigi, nach dem Herkunftsort seiner Eltern kurz Caravaggio (Aussprache: [karaˈvadd͡ʒo]) genannt (* 29. September 1571 in Mailand; † 18. Juli 1610 in Porto Ercole am Monte Argentario), war ein italienischer Maler des Frühbarocks, der sich durch seine neuartige und realistische Bildgestaltung auszeichnete. Vornehmlich in der Behandlung christlicher Themen ging er durch Verknüpfung des Sakralen mit dem Profanen neue Wege. Seine bedeutendste malererische Innovation war das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei, als ein Gestaltungselement der Szenen. Er gilt zusammen mit Annibale Carracci als Überwinder des Manierismus und Begründer der römischen Barockmalerei. Caravaggio führte ein bewegtes Leben. Nach einer Lehrzeit bei Simone Peterzano in Mailand reiste er nach Rom, wo er vom mittellosen Künstler zum bevorzugten Maler der römischen Kardinäle aufstieg. Wegen eines Totschlags wurde er aus Rom verbannt und ließ sich in Neapel und Malta nieder. In Malta wurde er zum Ritter des Malteserorden ernannt, floh aber von dort nach einer tätlichen Auseinandersetzung nach Sizilien und kehrte nach einem Jahr nach Neapel zurück. Auf die Aufhebung seiner Verbannung aus Rom wartend, starb er im Alter von 39 Jahren. Schon bald nach seinem frühen Tod bildeten sich Legenden, die ihn zum „Archetypen des verruchten Künstlers“ werden ließen. Bis heute ist der „Mythos Caravaggio“ ungebrochen. Nachhaltigen Einfluss übte er auf viele italienische, niederländische, französische, deutsche und spanische Maler seiner Zeit aus, die teilweise auch als Caravaggisten bezeichnet werden. (Artikel des Tages)
0729D: Belagerung von Jülich
- Im Rahmen des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits beginnt die Belagerung von Jülich durch französisch-niederländische Truppen.
SEPTEMBER
0907D: Duisburger Generalsynode
- In der Duisburger Salvatorkirche findet die Erste Reformierte Generalsynode statt. Sie dauert bis 11. September und gilt als Geburtsstunde der Evangelischen Kirche im Rheinland.
DEZEMBER
1229D: das Schloss der "Blutgräfin" wird gestürmt
- Serienmord ist eine der letzten Männerbastionen. Aber schon vor 400 Jahren wurde das Schloss von Erzsébet Báthory gestürmt. Und was auf dem Schloss der die ungarische "Blutgräfin" am 29. Dezember 1610 vorgefunden wurde, erinnert an eine Mischung aus Dracula und Dorian Gray. (dradio.de)
LEXIKON
- Songtham (1590-1628) war von 1610 bis 1628 König Königreichs Ayutthaya in Siam (heute Thailand) als Nachfolger von König Ekathotsarot.
- Friedrich V. (1596-1632) war von 1610 bis 1623 Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz sowie als Friedrich I. von 1619 bis 1620 König von Böhmen. Bei seinem Versuch, die Kurpfalz als führende protestantische Macht im Heiligen Römischen Reich zu positionieren, verstrickte er sich in die durch religiöse Gegensätze verursachten politischen Wirren Europas am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges, nahm die böhmische Königskrone an und stellte sich damit gegen Kaiser und Reich. Von der kaiserlichen Propaganda erhielt er in Erwartung einer äußerst kurzen Herrschaft den Beinamen Winterkönig (tschechisch Zimní král), der wegen seiner nur etwas über ein Jahr dauernden Regierungszeit als König von Böhmen an ihm haften blieb. Er ist damit eine der wenigen historischen Persönlichkeiten, die unter ihrem Spottnamen in die Geschichte eingingen. Sein politisches Handeln hatte weitreichende und verheerende Auswirkungen auf das Reich und ganz Europa und war einer der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. Nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg gegen die Truppen des Kaisers verlor er nicht nur das Königreich Böhmen, sondern auch durch die Verhängung der Reichsacht sein Herrschaftsgebiet, die Pfalz, und seine Kurwürde.
- Die Marienvesper, SV 206, ist ein Sakralwerk von Claudio Monteverdi (1567–1643). Sie wurde 1610 zusammen mit der Missa in illo tempore, ebenfalls von Monteverdi, veröffentlicht. Auf dem Titelblatt beider Werke werden sie als Sanctissimae Virgini Missa senis vocibus ad ecclesiarum choros, ac Vespere pluribus decantandae cum nonnullis sacris concentibus ad Sacella sive Principum Cubicula accommodata („Messe der Heiligsten Jungfrau zu sechs Stimmen für Kirchenchöre und Vesper für mehrere Stimmen mit einigen geistlichen Gesängen für Kapellen oder Fürstengemächer geeignet“) angegeben. Der eigentliche Titel der Marienvesper findet sich im Stimmheft des Generalbasses und lautet Vespro della Beata Vergine da concerto composta sopra canti firmi („Marienvesper zum Konzertieren komponiert über Cantus firmi“).
- Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
- Die Situation war nicht rosig. In den Jahren nach der Uraufführung seines «Orfeo» (1607) war Claudio Monteverdi unglücklicher denn je. Monteverdi fühlte sich am Hof von Mantua nicht geschätzt, seine Frau und seine Tochter waren gestorben, er war permanent überarbeitet und schlecht bezahlt. Also ergriff er die Flucht nach vorn. Er liess 1610 ein grosses Kompendium mit sakralen Werken drucken, um sich damit in Rom beim Papst zu bewerben jedoch ohne Erfolg. Aber die Behörden von San Marco in Venedig waren auf Monteverdis Publikation aufmerksam geworden und engagierten den Komponisten nach einem Probespiel auf der Stelle. Kein Wunder, enthielt die Publikation von 1610 doch die grosse Marienvesper, eines der barocken Meisterwerke geistlicher Musik. Die Violinistin Monika Baer und die Journalistin Susanne Kübler diskutieren eine Auswahl aus den zahlreichen Aufnahmen der letzten Jahre. Eine Sendung von Roland Wächter. (SRF Diskothek im Zwei 2015)
- Jin Ping Mei ist ein in der Spätzeit der Ming-Dynastie (16. Jahrhundert) entstandener chinesischer Sittenroman, berühmt für seine erotischen bzw. pornographischen Passagen. Die Autorenschaft ist umstritten; zuweilen wird sie Lanling Xiaoxiao Sheng‚der lachende Student von Lanling‘, ein Pseudonym) zugeschrieben.
- Die Geschichte vom reichen Wüstling Hsi Men und seinen sechs Frauen gewährt einen seltenen Einblick in die Gepflogenheiten der alten chinesischen Gesellschaft. Der realistisch verfasste Roman hält mit erotischen Details, so blumig die Umschreibungen auch sein mögen, nicht hinter dem Berg, weshalb das Werk auch gleich nach Erscheinen verboten wurde. Die Schilderungen von Hsi Mens Hauswesen und seinen Machenschaften ergeben ein Sittengemälde der Ming-Dynastie. Mit dem launischen Familienoberhaupt wird auf eine despotische Herrscherfigur jener Zeit angespielt; sein frivoler Lebenswandel ebenso wie die Eifersüchteleien und Intrigen seiner sechs Frauen spiegeln die Missstände im Land wider. Der Blick durchs Guckloch in die Frauengemächer, die Fremden in Chinas Geschichte seit jeher verboten sind, legt einen faszinierenden Querschnitt der Gesellschaftsstruktur frei. Da dem Lotterleben Hsi Mens der Verfall seines Anwesens unausweichlich folgt, hat das Werk bis heute eine wichtige Rolle als Schlüssel- und Sittenroman. (getAbstract)
- Władysław IV. Wasa (1595-1648) war ab 1632, als gewählter König von Polen und Großfürst von Litauen, der Regent des Staates Polen-Litauen sowie Titularkönig von Schweden. Er war ab 1610 erwählter Zar von Russland und ab 1613, durch die Thronbesteigung von Michael Romanow zum Zaren von Russland, bis 1634 Titularzar von Russland. Władysław entstammte im Mannesstamm der Dynastie der Wasa und war auch Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies.
QUELLEN
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03.08.2010 Artikel eröffnet
30.12.2011 Grundstock erstellt