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Was sind Gehirnwellen und wie beeinflussen sie unser Wohlbefinden
Gehirnwellen sind Schwankungen der Spannung im Gehirn des Menschen und können mithilfe der Elektroenzephalografie (EEG), einer bedeutenden Methode der Forschung in der Neurologie, dargestellt werden. Der eigentliche Begriff Gehirnwellen steht hierbei für die simultanen Schwingungen der Tätigkeit der Neuronen, welche sich zumeist über große Gebiete des Gehirns ausstrecken. Die griechischen Buchstaben kennzeichnen hierzu die Oszillationsfrequenz, welche von einem Hertz bei Alpha-Wellen bis hin zu einigen hundert Hertz bei den Theta-Wellen reichen. Aufgrund dieser Frequenzen werden insgesamt fünf Kategorien der Gehirnwellen unterschieden. Dies sind die Beta-, Gamma-, Theta-, Alpha- und Delta-Wellen. Die Zusammenfügung der Milliarden an Nervenzellen des Gehirns ist jedoch nicht zufällig und spontan, sondern der Bearbeitung der Gedächtnisinhalte und es liegt hierbei eine Harmonie zugrunde, bei welcher haltende Schaltkreise bei der Entstehung von hochfrequenten Wellen im Gehirn eine bedeutende Rolle spielen. Die Schwingungen der Aktivität des Gehirns beeinflussen hierbei die Aufmerksamkeit des Menschen und noch weitere kognitive Prozesse, wobei der Ausgangspunkt dieser Bewegungen in den neuronalen Netzwerken liegt. Untersuchungen zeigen, dass definierte Klassen der Neuronen einen großen Einfluss auf den Oszillationszustand eines Netzwerkes haben als andere, wobei die hemmenden Neuronen, welche circa zwanzig Prozent der Nervenzellen in der Rinde des Gehirns ausmachen, eine wichtige Rolle bei der Bildung der Gehirnwellen spielen. Wie nun die beeinflussenden Neuronen die Oszillation steuern können, ist jedoch nicht im Einzelnen bekannt, da die Gehirnwellen ein Phänomen aus Netzwerken sind. Außerdem ist nicht deutlich, wie sich die Eigenschaften der Zellen in der Dynamik der Netzwerke widerspiegeln oder ob möglicherweise nur die synaptischen Durchgänge von großer Wichtigkeit sind.
Gammawellen haben generell die höchste Frequenz und wurden als letzte Gehirnwellen entdeckt und sind daher auch noch eher wenig erforscht. Wahrscheinlich stehen diese in einem engen Zusammenhang mit Bestleistungen und einem hohen Fluss an Informationen im Gehirn des Menschen. Die Gammawellen zeigen außerdem das synchrone Feuern der verteilten Neuronenverbände an, etwa bei höherer Konzentration. Die Gamma-Wellen sollen nach neusten Erkenntnissen deshalb auch wichtig für Konzentration und Aufmerksamkeit sein, aber auch bei Lernprozessen, wobei noch nicht bewiesen wurde, ob es sich um eine grundlegende Besonderheit der Prozesse oder um ein Nebenprodukt der Neuronen handelt. Es wird daher vermutet, dass jene Frequenzen über 30 Hertz die Kooperation der Zellnetzwerke im Gehirn anpassen. Die Alphawellen sind weitere Gehirnwellen. Hiervon gibt es im Gehirn fünf verschiedene und diese reichen von Deltawellen mit dem minimalsten Frequenzbereich von 0,5 bis 4 Hertz bis zu Gammawellen mit dem Bereich von 38 bis 70 Hz. Jeder der Frequenzbereiche ist im menschlichen Gehirn für verschiedene Funktionen zuständig.
Alphawellen treten im Gehirn stets mit einer Schwingungszahl von 8 bis 13 Hertz auf, wenn sich Menschen in einem Zustand von Entspannung befinden und sind überwiegend bei geschlossenen Augen regsam. Wenn Menschen aber die Augen öffnen, werden diese Wellen in aller Regel durch die Betawellen ausgewechselt.
Wie Gehirnwellen unseren Körper beeinflussen
Was passiert nun genau im Gehirn, wenn sich Menschen entspannen? Wenn Menschen nun in die Welt der Entspannung tauchen, dann führt hierbei kein Weg an ihren Gehirnströmen vorbei. Diese lassen sich mithilfe des EEG messen. Es gibt verschiedene Gehirnströme, welche in der Literatur unterschieden werden und mit mannigfachen Befindlichkeiten und Verhältnissen verknüpft sind. Je schneller die Wellen sind, desto aktiver sind die Menschen. Gamma-Wellen sind hierbei die schnellsten Wellen des Gehirns, welche vor allem im Zustand hoher geistiger und körperlicher Höchstleistungen auftreten. Die Gamma-Wellen treten jedoch am seltensten auf.
Die Beta-Wellen sind jene Gehirnwellen, welche sehr häufig auftreten und mit Konzentration und Wachheit verbunden sind. Jedoch kann dieser Zustand sich zu Besorgnis und Furcht entwickeln. Jene Gehirnwellen werden als Normalzustand des westlichen Gehirns bezeichnet.
Alpha-Wellen sind jene Gehirnwellen, welche nur im entspannten Zustand auftreten. So wird hier der Zustand der Alpha-Wellen vor allem erreicht, wenn die Augen geschlossen sind. Ein vermehrtes Auftreten dieser Wellen kann mit Progressiver Muskelentspannung, Autogenem Training, aber auch durch Meditation und Klang erreicht werden. Jener Zustand, in welchem Alpha-Wellen auftreten, ist vor allem von Wohlgefühl, innerer Ruhe und Entspannung gekennzeichnet. Mit den verschiedenen Entspannungsverfahren kann dieser Zustand absichtlich herbeigeführt werden. So kann ganz vorsätzlich ein Ausgleich geschaffen werden und Sorgen sowie auch Ängste können nachlassen.
Menschen sind generell dafür geschaffen, langsam zu erwachen und nicht aufgrund von Alarmzeichen. Während der Nacht durchlaufen sie daher auch mehrere Zyklen, die zwischen den sogenannten Non-REM- und REM-Schlafphasen hin und her wechseln. Bei dem Non-REM-Schlaf weist das menschliche Gehirn langsamere Gehirnwellen auf und führt Wartungsaktivitäten aus. Bei dem REM-Schlaf wird das Gehirn angeregt, wobei es erhöhte Wellen sowie eine höhere Hormonproduktion von Testosteron und Cortisol aufweist. Am Morgen hingegen werden die REM-Zyklen weniger.
Entspannung findet im Alpha und Theda Zustand statt
Warum es bedeutend ist immer wieder in einem entspannten Zustand von Alpha, Theta zu verweilen. Der Zustand der Entspannung bekam eine methodische Bezeichnung, die praktisch, aber auch determinativ ist. Dies ist der Alpha Zustand. Kleine Silberplatten, die Elektroden, wurden in Untersuchungen auf definierten Stellen auf die Kopfhaut festgeklebt. Die Elektroden sind zudem mit einem Elektroencephalographen verbunden. Hierzu gibt es eine Reihe von Stiften, welche mit einer Elektrode verbunden sind. Auf diese Weise wird die Gehirnaktivität gemessen. Immer dann, wenn ein Impuls durch die Elektroden aus dem Gehirn ankommt, geben die Stifte einen Ausschlag und grafieren eine Wellenlinie. Daher stammt auch das Wort Gehirnwellen.
Es ist heutzutage leicht, gestresst oder erregt zu werden. Die Art und Weise, wie der menschliche Körper in einem derartigen Zustand reagiert, wird auch Kampf-Flucht-Reaktion genannt. In gefährlichen Situationen bereitet sich hierbei der Körper zum Kampf oder auch auf die Flucht vor. Hierbei steigt der Blutdruck und die Blutzufuhr zu den Muskeln und zum Gehirn verstärkt sich zulasten der anderen Organe. Oftmals steht eine solche automatische Reaktion in keinem Verhältnis zu dem, was diese eigentlich verursacht hat. Ein kleineres Problem im Alltag kann Grund genug sein, um eine derartige gestressten Situation auszulösen.
Die Entspannungstechnik wirkt zudem von allein, der Mensch muss nur still liegen und sich den Anleitungen hinzugeben. Wissenschaftler haben dokumentiert, dass die Techniken der Entspannung mit Meditation und Yogatechniken ergänzt, als eine gute Alternative traditionellen Behandlung eingesetzt werden können. Dies betrifft vor allem Patienten, welche unter hohem Blutdruck, Diabetes, Schlafproblemen, Stress, chronischen Schmerzen, Angst, Rheumatismus, Asthma, Alkoholismus und Epilepsie leiden.
Klang und Meditation können helfen
Klang und Meditation entspannt den Körper und auch den Geist. Würden bei einem Yogi in der Meditation die Gehirnwellen mit einem EEG aufgezeichnet werden, dann wird der sogenannte Alpha-Rhythmus gemessen. In jenem Zustand regenerieren Geist und Körper am effektivsten.
Wenn Menschen lesen, dann befindet sich das Gehirn fast immer in einem Beta-Rhythmus. Dies ist das Wachbewusstsein. Der Sinn der Meditation ist es, diesen inneren Dialog stoppen zu können, die fortwährend kreisenden Gedanken, von denen Menschen im täglichen Leben abgelenkt sind.
Erst wenn Menschen einschlafen wollen, nehmen sie diesen stetigen inneren Dialog richtig wahr. Das innere Gespräch läuft auch dann weiter, wenn die schlafen und auch dann, wenn Menschen träumen. Die Gedanken kommen, wenn diese es auch wollen und nicht wenn die Menschen es möchten.
Klang und Meditation sollen helfen, für eine bestimmte Zeit an gar nichts zu denken. Es soll kein Gedanke gehalten werden und sich auch nichts ausgedacht werden. Hierzu gehören auch keinerlei Assoziationen und die geistige Arbeit kann ruhen und auch die Anspannung fällt vom Menschen ab. Die Gehirnwellen verlangsamen sich hierbei ebenfalls messbar und auch der Muskeltonus nimmt ab. Vor allem die Schultermuskeln entspannen sich und Kopfschmerzen, die aufgrund von Anspannung auftreten, lassen nach.
Die Theta-Gehirnwellen treten in tiefer Entspannung bei einer Klangbehandlung, in einer Meditation, einem leichten Schlaf und auch während des Traumzustandes in der REM-Phase auf. Jenes Reich des menschlichen Unterbewusstseins wird dann betreten, während der Mensch vom Alpha-Zustand in einen tiefen Schlaf übergeht und dann auch aus dem Tiefschlaf erwacht. Dies trifft auch während einer bewussten Meditation zu oder dem sogenannten Sound Healing. Hierbei liegt es an den Frequenzen und Tönen der Klangschalen, Monochord, Gong etc. Diese können den Menschen direkt in die tiefe Entspannung führen und der Heilungsprozess kann beginnen.
Die Klangtherapie nutzt dabei vor allem Aspekte der Schwingung und Klänge, um die expressive und körperliche Gesundheit sowie auch das Wohlbefinden zu optimieren. Zudem wird angenommen, dass unterschiedliche durch Klangbehandlungen mit Klangschalen, Klangliege, Gongs erzeugte Wellenmuster des Gehirns mit der Produktion der Neuro-Transmitter im menschlichen Gehirn verbunden sind, welche mit Stressabbau und Entspannung sowie besserem Lernen und Gedächtnis, Kreativität und vielem mehr in Zusammenhang stehen.