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Der Versuch des Erzählenden etwas Kohärentes zu Papier zu bringen, kann dem Umstand ähneln, wenn ein Vergesslicher einen Witz zu erzählen versucht. Oft will es nicht gelingen. Es stellt sich die Frage: wieso nicht? Da auf diese Frage meistens keine Antwort folgt, stellt sich eine andere Frage: wozu das Ganze?
Man stelle sich den ersten Menschen vor, wie er durch eine romantische Wildnis läuft, irgendwelche Beeren isst, dann schliesslich in einen Teich blickt und sich selber betrachtet. Was geht in diesem ersten Menschen vor? Genau: nichts. Selbst ein etwaiger Sturz in den Teich wäre ein Versehen und keine Eitelkeit. Der erste Mensch trottet also weiter dahin. Nach einer immerwährenden Wiederholung des ewig Gleichen beginnt allerdings auch er, sich zu langweilen. Und an diesem Punkt der Geschichte muss etwas geschehen, denn sonst wäre hier Schluss. Der erste Mensch läuft also weiter und langweilt sich, bis er auf eine Truppe anderer Menschen trifft, die um ein Lagerfeuer sitzt. Gesungen wird nicht, da es noch keine Gitarren gibt. Der erste Mensch und die anderen Menschen schauen einander an, es herrscht Verlegenheit, niemand hat mit dieser Begegnung gerechnet. Womit auch keiner gerechnet hat, ist der Säbelzahntiger, der hinter dem Gebüsch hervorspringt und alle auffrisst. Im Leben wie auch im Erzählen geht es eben nie um die richtigen Antworten, sondern immer um die richtigen Pointen.
Esther Laurencikova