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|Am 18. Dezember 2015 hat der Stiftungsrat beschlossen, im Jahre 2016 auf eine Projektausschreibung zu verzichten. Der Stiftungsrat bedauert, dass es nicht möglich ist, neue Projekte zu genehmigen. Bund und Interpharma werden die Mittel, welche bisher der Stiftung Forschung 3R zuflossen, inskünftig zu Gunsten des geplanten 3R-Kompetenzzentrums einsetzen.|
Validierung eines neuen Verfahrens für die in-vitro-Untersuchungen der Schilddrüsenfunktion auf zellulärer BasisFür experimentelle Untersuchungen zur Schilddrüsenfunktion und der Rolle ihrer Hormone werden in der Regel Ratten als Versuchstiere verwendet. Namentlich wegen der Kleinheit dieses Organs scheiden indessen zahlreiche Tiere in Experimenten aus methodischen Gründen aus (hohe Verlustquote). Vor kurzem gelang es, mit Hilfe von Stammzellen die Hormon produzierenden Einheiten der Schilddrüse, die Follikel, in vitro erfolgreich in dreidimensionaler Anordnung zu generieren, unter Beibehaltung einer wirksamen Funktionalität. Im vorgeschlagenen Projekt soll dieses neue in-vitro-Modell mit Mäusezellen validiert und geprüft werden, ob diverse pharmakologische und genetische Manipulationen an den Follikelzellen die dreidimensionale Follikelbildung sowie die Signalübermittlung im Rahmen der hormonalen Steuerung erwartungsgemäss und reproduzierbar beeinflussen.
PD Dr. Gerasimos Sykiotis, Service d'Endocrinologie, Diabétologie et Métabolisme, CHUV, Lausanne, Schweiz
Projekt 146-15
Schaffung eines neuen Rechenmodells, das die Beeinträchtigung des Fischwachstums durch Chemikalien voraussagen lässtUm die möglichen nachteiligen Nebenwirkungen von Chemikalien auf das biologische Wachstum von Organismen zu prüfen bzw. die potentielle Giftigkeit neuer chemischer Substanzen für den Gebrauch in Industrie und Haushalten zu erfassen, werden jährlich von Gesetzes wegen hunderttausende Fische in Versuchen belastet. Das Projekt zielt darauf ab, aufgrund von biologischen Toxizitäts-Test-Daten, welche mit Zellen von solchen Fischen in vitro erhoben werden, und mit Hilfe einer umfangreichen Datenbank, ein neues, computergestütztes Rechenmodell zu entwickeln, das erlauben soll, solche Tests in Zukunft rechnerisch durchzuführen.
Prof. Dr. Kristin Schirmer, EAWAG, Dübendorf, Schweiz
Projekt 145-15
Entwicklung eines neuen dreidimensionalen Zellkulturmodells zum Studium der zellulären Interaktionen beim invasiv-destruktiven Wachstum von Krebszellen des Dickdarms und des MastdarmsDie Überlebenschancen der von Dick- und Mastdarm-Krebs betroffenen Patienten werden vor allem durch die besonderen Fähigkeiten der Krebszellen massiv verschlechtert (Einwachsen in die lokalen Gewebe, welche diese Organe umgeben und Verbreitung im ganzen Körper durch Bildung von Ablegern). Die Mechanismen, welche diesen Zellen die besonderen Fähigkeiten verleihen, sind bis heute noch weitgehend unerforscht. Die verfügbaren Mausmodelle zum Studium der besonderen Krebszell-Fähigkeiten sind nur von beschränktem Nutzen. Die Gesuchsteller haben ein vielversprechendes neues in-vitro-Modell entwickelt, welches es erlaubt, zelluläre Interaktionen, wie sie sich bei dieser Art von invasivem Wachstum und der Ausbreitung abspielen, mit Hilfe von Bindegewebszellen sowie von Dick-/Mastdarmzellen zu untersuchen. Dieses Modell soll erweitert werden, unter Verwendung von weiteren, an diesem Prozess beteiligten Zellarten (Blutgefässzellen, Abwehrzellen etc) und von organähnlichen Konstrukten, welche die Krebszellbiologie in vitro besser simulieren.
Prof. Dr. Curzio Rüegg, Departement für Medizin, Universität Freiburg, Schweiz
Projekt 144-15
Ein in-vitro-Chip-Modell für die Lungenentzündung Entzündliche Veränderungen im Lungengewebe führen oft zu ernsthaften Atembeschwerden. Die komplexen Abläufe, wie sie sich an der Luft-Blut-Schranke abspielen, den Gasaustausch beeinträchtigen, den Blut- und Gasfluss verändern und die Atemmechanik beeinflussen, werden in der Regel in Tierversuchen simuliert. Ziel dieses Projektes ist die Schaffung eines Lungenmodells auf einem Chip, der es erlauben wird, die verschiedenen Basisfunktionen der Lunge unter pathologischen Einflüssen, wie einer posttraumatischen Entzündung, zu untersuchen.
Prof. Dr. Olivier Guenat, ARTORG Center, Lung Regeneration Tech, Universität Bern, Schweiz
Projekt 143-15
|Am 26. Mai 2015 hat der Stiftungsrat den Jahresbericht 2014 über die Tätigkeit der Stiftung im Jahre 2014 verabschiedet und die Jahresrechnung genehmigt. Für Forschungsbeiträge wurden Fr. 401 912.85.00 ausbezahlt. Vier neue Projekte wurden genehmigt und acht Projektabschlüsse konnten gewürdigt werden. Der Stiftungsrat und der Expertenausschuss wurden für weitere vier Jahre wieder gewählt.|
Jahresbericht 2014 | PDF-Version
Nicht–invasive Überwachung der Spiking-Aktivität von Gruppen von Hirnzellen im zentralen NervensystemDie Elektroenzephalographie (EEG) misst elektrische Stromaktivitäten an der Kopfoberfläche. Für eine exakte topographische Lokalisation von pathologischen Prozessen, aber auch für ein besseres Verständnis der Bedeutung und Funktion der elektrischen Hirnaktivitäten, werden neue EEG-Analysemodelle entwickelt, welche die topographische Auflösung verbessern sollen, sodass Aussagen zur elektrischen Aktivität sogar auf dem topographischen Niveau von kleinen Nervenzellgruppen im Gehirn gemacht werden können. Elektrische Aktivitätsmessungen des Gehirns mit hoher Auflösung werden experimentell im Tierversuch transkutan/transkranial gemacht und sind von Schweregrad 3. Dr. Gonzales Andino schlägt ein neues EEG-Analysemodell vor, das solche Messungen an der Kopfoberfläche erlauben würde. Das neue EEG-Modell konnte in seinen Grundzügen erfolgreich getestet und auch publiziert werden. Die weiterführende Verfeinerung dieser Methode zum Erreichen der ursprünglich definierten Ziele bedarf jedoch weiterer Bearbeitung.
PD Dr. Sara L. Gonzalez Andino, Laboratoire de neuroscience des microcircuits, EPFL, Lausanne, Schweiz
Projekt 119-10
Entwicklung einer in-vitro-Methode zur quantitativen Herstellung von Basophilen Blutzellen der MausDie weissen Blutkörperchen sind eine Mischung von verschiedenen Zellarten, die Krankheitserreger abwehren, welche in den Körper eindringen. Eine Unterpopulation dieser Zellen, die Basophilen, scheinen eine wichtige Rolle zu spielen bei allergischen Reaktionen des Körpers sowie in der Modulation und Regulation von Immunantwortreaktionen. Die Funktion dieser Zellen wird i.d.R. an Basophilen von Mäusen erforscht. Wegen ihrer sehr niedrigen Konzentration im Blut (0.5% der weissen Blutkörperchen) werden sehr viele Mäuse benötigt, um minimale Mengen dieser Zellen aus dem Blut isolieren zu können. Dem Forschungsteam von Prof. Kaufmann ist es gelungen, immortalisierte basophile Vorläuferzellen herzustellen, welche es erlauben, funktionstüchtige Basophilen in praktisch unbegrenzter Anzahl in vitro verfügbar zu machen.
Prof. Dr. Thomas Kaufmann, Institut für Pharmakologie, Universität Bern, Schweiz
Projekt 127-11
Etablierung eines in-vitro-Modells zum Studium der Reparaturvorgänge im Meniskus im Rahmen der orthopädischen ForschungVerletzungen der Menisken, vor allem im Kniegelenk des Menschen, sind sehr häufig. Die chirurgische Entfernung verletzter Menisken führt in der Regel nach einigen Jahren zu einer Arthrose des Gelenks. Es werden deshalb grosse Anstrengungen unternommen, Meniskusverletzungen einer biologischen Heilung zuzuführen, um die negativen Spätfolgen der chirurgischen Entfernung zu vermeiden. Mittels des `Tissue Engineerings` unter Verwendung von Trägermaterialen, Regenerationszellen und Signalsubstanzen, welche die Heilungsvorgänge steuern sollen, werden solche Konzepte i.d.R. in Tierversuchen getestet. Ziel dieses Projektes war die Etablierung eines einfachen, kostengünstigen und standardisierten in-vitro-Meniskusmodelles, das die Simulation der Verletzung und der Heilungsabläufe in vitro auf der Basis von Schlachthofmaterial (von Kuh-Kniegelenken) erlaubt.
Prof. Dr. med. Ernst B. Hunziker, Center of Regenerative Medicine for Skeletal Tissues, Inselspital und Universität Bern, Schweiz
Projekt 130-11
Entwicklung von kardiovaskulären Simulatoren mit autoregulatorischen EigenschaftenFür die Herzchirurgie werden laufend neue Materialien und Komponenten wie Herzklappen, Gefässwände etc. entwickelt. Die Testung dieser Komponenten auf Funktionalität, Dauerhaftigkeit, Verträglichkeit etc. erfolgt in schwer belastenden Tierversuchen. Ziel dieses Projektes war die Kreation einer experimentellen Herz-Kreislaufmaschine, welche solche Prüfungen und Tests, auch Langzeittests, in vitro erlauben wird. Dem Team von Prof. Vandenberghe ist es gelungen, eine realistische Herz-Kreislaufmaschine zu bauen, welche die hämodynamischen Gegebenheiten gut simuliert, und welche eine Steuerung (mit entsprechender Software) hat, die verschiedene pathologische Zustände simulieren lässt.
Prof. Dr. Stijn Vandenberghe, ARTORG, Center for Biomedical Research, Universität Bern, Schweiz
Projekt 134-12
Validierung der Pluripotenz von humanen Stammzellen mittels eines neuen Bioreaktor-basierten Kultursystems.Nach der Isolation (oder Vermehrung) von Stammzellen aus Spendergeweben muss geprüft werden, ob diese Zellen immer noch die für Stammzellen typische Fähigkeit haben, sich in verschiedene Typen von Geweben zu differenzieren (Pluripotentialität). Solche Prüfungen der Multipotentialität von Stammzellen werden nach internationalen Richtlinien i.d.R. an `nackten` Mäusen durchgeführt (an Mäusen ohne funktionelles Abwehrsystem).
Prof. Dr. med. Christian de Geyter, Universitätsspital Basel, Universität Basel, Departement für Biomedizin, 4031 Basel, Schweiz
Die Autoren schlagen die Entwicklung eines neuen Bioreaktorsystems vor, welches es erlauben wird, die Differenzierung von Stammzellen in die verschiedenen Gewebetypen in vitro zu untersuchen.
Projekt 142-14
Neue Strategie für die Antikörperherstellung mit Hilfe der Phagen-Selektions-Methode für die Anwendung in nicht spezialisierten LaborsAntikörper für die Forschung werden nach wie vor überwiegend durch Immunisierung von Versuchstieren gewonnen. Prof. Heinis und seinem Team ist es gelungen, eine Methode zur Antikörperherstellung mittels Phagen-Selektion zu entwickeln, die kostenlos und ohne Einschränkungen durch geistiges Eigentum interessierten Labors zur Verfügung gestellt wird. Ausgehend von dieser Phagen-Bibliothek können ausgewählte Antikörper in vitro isoliert werden, ohne auf Standard-Methoden mittels Immunisierung von Tieren zurückzugreifen. Diese Phagen-Selektions-Methode erfordert bedeutend weniger Versuchsschritte, was die Anwendung in nicht-spezialisierten Labors erleichtern sollte. Mit der vorgeschlagenen Methode können Tierversuche ersetzt werden, die üblicherweise der Herstellung von polyklonalen oder monoklonalen Antikörpern dienen.
Prof. Dr. Christian Heinis, Labor für Therapeutische Peptide und Proteine, EPFL, Lausanne, Schweiz
Projekt 131-12

Termine
Schwerpunkte
Anleitung für eine Projektskizze
Anleitung für vertiefenden Projektbeschrieb
Formular für Projektskizze (Word)
Gesuchsformular (Word)
Formular für Jahresberichterstattung (Word)
Richtlinien für Forschungsbeiträge
Adressen
European Consensus Platform for 3R Alternatives to Animal Experimentation
UK National Centre for the Replacement, Refinement and Reduction of Animals in Research
The global clearinghouse for information on alternatives to animal testing
Non-animal Methods for Toxicity Testing
The European Partnership for Alternative Approaches to Animal Testing