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Langsam kommt die Muttenzer Judokämpferin nach ihrem verhaltenen Jahresbeginn wieder in Fahrt – gerade richtig zum Start der zweiten Etappe der Kampfpunkte-Jagd für Olympia 2020 in Tokio.
Am Grand Prix in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, begann Tschopp mit einem vorzeitigen Sieg gegen die Weissrussin Alesia Mlecko mit zwei Wurftechniken, für die sie jeweils einen Wazaari (Halbpunkt) erhielt. Im Viertelfinal verlor sie jedoch überraschend gegen die Mongolin Khorloodoi Bishrelt, die Nummer 34 der Weltrangliste. In der Hoffnungsrunde erging es der Schweizerin nicht besser. Erneut musste sie eine Ippon-Niederlage einstecken, dieses Mal gegen Faiza Mokdar aus Frankreich. Das Turnier endete damit für Tschopp mit einem 7. Rang, für den es immerhin noch 100 Punkte auf ihr Konto gab.
Am vergangenen Wochenende stand der Grand Slam in Baku (Aserbeidschan) auf dem Programm. Wie auch in Tiflis wurde Tschopp auf Grund ihres 9. Ranges in der Weltrangliste gesetzt und hatte damit in der ersten Runde ein Freilos. Im ersten Kampf musste die Baselbieterin gegen die Polin Karolina Pienkowska antreten, eine Kämpferin, die Evelyne Tschopp nicht besonders liegt. Die Polin erhielt zwei Strafen, ansonsten war trotz Schweizer Überlegenheit bis kurz vor Kampfzeitende nichts Zählbares zu verzeichnen. Wenige Sekunden vor Schluss gelang Tschopp ein Eindrehwurf, der mit einem Wazaari belohnt wurde. Im folgenden Viertelfinale traf Tschopp auf die Brasilianerin Eleudis Valentim. Wie im Kampf zuvor bekam auch die Südamerikanerin zwei Shido (Strafen). Evelyne Tschopp dominierte auch diesen Kampf, wurde aber auf dem falschen Fuss erwischt und Wazaari geworfen. In der Hoffnungsrunde musste Tschopp dann gegen die Georgierin Tetiana Levytska auf die Matte. Dieses Mal verlief der Kampf nach Evelyne’s Vorstellung: sie siegte mit einem Ippon für einen schönen Wurf. Damit ging es im letzten Kampf um die Bronze-Medaille. Die Gegnerin, Gefen Primo aus Israel, hatte im letzten Jahr auch schon eine Niederlage gegen die Schweizerin zu verzeichnen. Die Chancen für eine Grand Slam-Medaille standen also gut. Leider sollte daraus nichts werden. Primo konnte einen angesetzten Wurf, den Tschopp zunächst blocken konnte, mit ein paar Hüpfern doch noch zu einem Ende bringen und bekam dafür einen Wazaari. Damit ging Tschopp leer aus und beendete das Turnier auf dem 5. Rang. Da es jeweils zwei Bronzemedaillen gibt, existiert im Judo kein 4. Rang. Wer den Bronzekampf verliert, wird fünfter.
Vor dem letzten Wettkampf der ersten Qualifikations-Periode, den European Games in Minsk, kann Tschopp eine sehr positive Bilanz ziehen. Die besten sechs Resultate lassen sich sehen. Um noch mehr Punkte zu erlangen müsste die Baselbieter Judoka diesem Wettkampf gewinnen und Europameisterin werden.
Bald geht es aber los mit der zweiten Qualifikations-Periode für Tokio. Der erste Wettkampf wird in China (Grand Prix von Hohhot) stattfinden. Dieser Zeitraum wird im Mai 2020 enden. Wenn es Tschopp gelingt, in dieser Zeit wieder fünf oder sechs gute Platzierungen zu erreichen, ist die Teilnahme an Olympia 2020 gesichert. Dann darf sogar damit gerechnet werden, dass Evelyne Tschopp unter den Gesetzten sein wird und damit nicht wie in Rio bereits am Anfang auf eine der Top-Favoritinnen trifft.
Bericht: Brigitta Pflugshaupt, Pressedienst JJJC Pratteln