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Dies teilte die Vorsitzende des Vereins Edelweiss, Luise Kazukauskiene, in Vilnius mit. Vor dem Fristablauf am Jahresende haben demnach alle 51 Mitglieder des Vereins Ansprüche angemeldet.
"Ich wollte mich überhaupt nicht bewerben, aber ich wurde aus Deutschland und von anderen Personen ermutigt, und so tat ich es. Soweit ich weiss, haben es alle getan", sagte Kazukauskiene nach Angaben litauischer Medien.
In den Wirren des Kriegsendes in Ostpreussen verloren vor gut 70 Jahren Tausende Kinder den Kontakt zu Eltern oder Verwandten und irrten durch das angrenzende Litauen, das damals unter sowjetische Herrschaft geraten war.
Erst im Zuge der Aussiedlung der deutschen Restbevölkerung konnten "Wolfskinder" ausreisen, andere fanden Aufnahme in litauischen Familien und lebten unter falscher Identität. Bis heute sind viele Schicksale noch immer ungeklärt.
Von der deutschen Regierung wurden die "Wolfskinder" lange missachtet. Erst Ende 2015 beschloss der Deutsche Bundestag einen finanziellen Ausgleich für deutsche Zwangsarbeiter, den auch die noch wenigen einstigen Kriegswaisen beantragen können - sie haben Anspruch auf eine Einmalzahlung von 2500 Euro. Dazu müssen sie nachweisen, dass sie Zwangsarbeit leisten mussten.
"Alles ist viel zu spät, es ist nur eine symbolische Geste, keine Wiederherstellung von Gerechtigkeit", sagte die selbst in Ostpreussen geborene und nach Kriegsende nach Litauen gekommene Kazukauskiene. Viele Betroffene lebten nicht lange genug, um eine Entschädigung zu erhalten. Auch sei der Nachweis ihrer Erfahrungen eine schwierige Aufgabe für die heute hochbetagten "Wolfskinder".
Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker, die sich seit längerem für Entschädigungszahlungen einsetzt, leben in Litauen noch rund 55 "Wolfskinder". In Deutschland seien es noch einige Hundert.