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Der amerikanische Psychologe Ronald Riggio gilt als Vater des sogenannten „Charisma-Quotienten“. Seinen Forschungen verdanken wir die Erkenntnis, das Charisma nichts Magisches ist, das vom Himmel fällt und das man einfach hat oder eben nicht, sondern etwas, das sich üben und erlernen lässt.
Um dem Charisma auf die Spur zu kommen, hat Riggio einen Fragebogen entwickelt, der 90 Fragen umfasst. Mit seiner Hilfe werden drei Eigenschaften erfasst: Ausdrucksvermögen, Kontrolle und Sensitivität. Jede dieser drei Eigenschaften hat eine emotionale und eine soziale Komponente. Auf diese Weise kommt Riggio schließlich auf sechs Eigenschaften, durch die sich Charisma definieren lässt:
- Emotionales Ausdrucksvermögen als die Fähigkeit, eigene Gefühle unmittelbar auszudrücken. Begeisternd auf andere wirkt vor allem der Ausdruck positiver Gefühle.
- Soziales Ausdrucksvermögen als die Fähigkeit, in der Öffentlichkeit sicher aufzutreten, sich sprachlich gut auszudrücken und leicht mit anderen ins Gespräch zu kommen.
- Emotionale Kontrolle als die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und deren Ausdruck im Griff zu haben, sich also nicht unüberlegt etwa zu Wutausbrüchen hinreißen zu lassen.
- Soziale Kontrolle als die Fähigkeit, sich auf andere Menschen einzustellen und an sie anzupassen.
- Emotionale Sensitivität als die Fähigkeit, rasch in gefühlsmäßigen Kontakt zu anderen Menschen zu kommen.
- Soziale Sensitivität als die Fähigkeit, schnell zu erfassen, welche Atmosphäre und Stimmung in einer Gruppe von Menschen herrscht, und sich darauf einzustellen.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Hast Du bemerkt, dass keine dieser Fähigkeiten etwas mit Schönheit zu tun hat? Du musst also nicht zum Schönheitschirurgen, um Dein Charisma-Potenzial auszuschöpfen. Wichtig ist vielmehr, dass Du ein gutes Gleichgewicht von Ausdrucksvermögen, Kontrolle und Sensitivität entwickelst. Denn wer sich zwar gut in andere einfühlen kann, sie aber regelmäßig mit seinen Wutausbrüchen erschreckt, oder wer beeindruckend eloquent ist, aber wenig von den Gefühlen seiner Mitmenschen weiß, wird kaum als charismatisch gelten.
Mach Dir doch doch einmal Gedanken, welche der beschriebenen Fähigkeiten Du schon hast und von welchen Du noch ein bisschen mehr gebrauchen könntest. Würdest Du Dich gerne besser ausdrücken können? Möchtest Du selbstbeherrschter werden? Oder wünschst Du Dir mehr Menschenkenntnis? All das lässt sich erlernen, und es gibt Kurse dafür (Menschenkenntnis etwa kannst Du in meinen Seminaren, oder mit meinem neuen Buch “ Der Blick hinter die Maske” üben 😉
Schreibe auf, welche konkreten Schritte Du tun kannst, um zu Deinem vollen Charisma zu gelangen.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Ausbau Deines Charismas!
Herzlichst,
Tatjana Strobel
Mehr zu mir findest Du unter www.tatjanastrobel.com
Text: Tatjana Strobel
Foto: Silvia Michels