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Es ist kurz nach 8 Uhr. Die Kinder der Empfangsklasse an der Primarschule «Hugo-de-Senger» betreten in Begleitung der Lehrerin Roxane Loser das Klassenzimmer, waschen ihre Hände und setzen sich. Sie kommen aus Nicaragua, Peru, Marokko, Brasilien, Honduras und Senegal. Und seit einer Woche ist auch der 8-jährige Danyl aus der Ukraine unter ihnen.
Eines haben die Kinder aus aller Welt gemeinsam: sie sind nicht französischsprachig und werden neben ihrer Regelklasse halbtags in der Empfangsklasse unterrichtet, bis sie die Sprache einigermassen beherrschen.
Bereits nach einem Jahr können sich die Kinder ziemlich gut ausdrücken und dem Unterricht folgen.
Der Neuankömmling Danyl scheint bisher nur wenig zu verstehen und folgt dem Unterricht noch passiv. Dies sei normal, erzählt Roxane Loser: «Die ersten paar Monate hören die Kinder meistens vor allem zu, und erst dann beginnen sie zu sprechen. Bereits nach einem Jahr können sie sich ziemlich gut ausdrücken und dem Unterricht folgen.»
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine wurden rund 500 ukrainische Kinder in Genf eingeschult. Diese seien grossmehrheitlich ins bestehende System eingebettet worden, sagt die Genfer Bildungsdirektorin Anne Emery-Torracinta.
Wenn aber in den nächsten Monaten weitaus mehr Kinder aus der Ukraine ankommen würden, wären die bestehenden Strukturen wohl am Anschlag.
Es weiss niemand, wie viele ukrainische Kinder im nächsten Schuljahr bei uns eingeschult werden, diese Unsicherheit erschwert die Planung.
«Es weiss niemand, wie viele ukrainische Kinder im nächsten Schuljahr bei uns eingeschult werden, diese Unsicherheit erschwert die Planung» sagt Anne Emery-Torracinta gegenüber Schweiz aktuell. Der Kanton geht davon aus, dass ein Grossteil der Neuankömmlinge aus der Ukraine längerfristig in Genf bleiben wird.
Der Kanton hat jahrzehntelange Erfahrung mit der Integration von fremdsprachigen Kindern. Jedes Jahr kommen 1500 neue Schulkinder nach Genf, die nicht Französisch sprechen. Insgesamt gehen Kinder aus 164 Nationen in Genf zur Schule.
Auch der Genfer Staatsrat Antonio Hodgers kam einst als Flüchtlingskind aus Argentinien nach Genf. Die Integration sei ihm leicht gefallen, er sei Genf und der Schweiz sehr dankbar für den offenen Empfang.
Staatsrat Antonio Hodgers kam als Flüchtling nach Genf
Der Genfer Staatsrat Antonio Hodgers stammt ursprünglich aus Argentinien. Seine Mutter floh mit ihm und seiner Schwester, nachdem sein Vater während der Militärdiktatur gewaltsam verschwunden war. Als Sechsjähriger kam er 1981 über Italien in die Schweiz.
Schon als Teenager engagierte sich Hodgers politisch: zuerst im Jugendparlament, dann im Genfer Kantonsparlament. 2007 wurde er in den Nationalrat gewählt - und 2012 durfte er auf dem Rütli die 1. Augustrede halten. Seit 2013 ist Antonio Hodgers in der Genfer Regierung, die er auch schon präsidiert hat.