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Seitdem das internationale Jahr der biologischen Vielfalt 2010 hinter uns liegt, ist der Begriff der Biodiversität in breiteren Bevölkerungsschichten bekannt. Die 1992 in Rio de Janeiro ausgehandelte Biodiversitäts-Konvention definiert den Begriff wie folgt:
Biodiversität ist die Variabilität lebender Organismen aller Lebensräume, darunter terrestrische, marine und andere aquatische Ökosysteme sowie Umweltkomplexe, zu denen diese Organismen gehören; ferner die Vielfalt innerhalb der Arten und die Diversität der Ökosysteme.
Mit der begrifflichen Bestimmung und Unterzeichnung des Abkommens mit dem Ziel, die biologische Vielfalt so weit wie möglich zu erhalten, hat sich auch das Bewusstsein dafür geschärft, dass eine einzige Art, der Homo Sapiens, für gravierende Veränderungen in Ökosystemen und den Rückgang bzw. das Verschwinden zahlreicher anderer Arten verantwortlich ist. Dieser Umstand verlangt neben den von Umwelt-, Natur- und Tierschützern immer wieder geforderte Massnahmen insbesondere auch die exakte Erfassung der zahlreichen Arten dieser Welt. Für die Gesamtheit aller lebenden Organismen ist eine Einschätzung nicht leicht vorzunehmen, für einzelne Bereiche, so zum Beispiel für Vögel, werden in der Schweiz seit längerem Bestandsaufnahmen durchgeführt, so dass einschlägige Indices bestehen.
Dazu dokumentiert seit 2005 der Swiss Bird Index (SBI) die Situation der Schweizer Brutvögel und bildet damit einen von 16 Schlüsselindices für Nachhaltigkeit und Biodiversität. Für die Gesamtheit der in der Schweiz brütenden Vögel ist seit 1990 ein leicht positiver Trend zu verzeichnen, dank einer Zunahme nach der Jahrtausendwende. Bei 74 Arten entwickeln sich die Bestände positiv. Ihnen stehen 45 Arten mit negativem Trend gegenüber. Bei 52 Arten sind keine signifikanten Veränderungen festzustellen.
Zu den gefährdetsten Arten zählen die Schnatter-, Knäk-, und Löffelente, die Alpenkrähe, der Uhu, die Sturmmöwe sowie weitere Arten, die auf der vom Bundesamt für Umwelt publizierten roten Liste eingesehen werden können. Insgesamt stehen 39% von den in der Schweiz brütenden Vogelarten auf dieser Liste. Es finden sich in allen Landesteilen bedrohte Arten, der Anteil ist im Kulturland und den Feuchtgebieten am höchsten. Probleme durch die Landwirtschaft sind daher evident. Aber auch in den Wohngebieten werden Vogelbestände dezimiert. Verheerend für viele Vögel sind nach wie vor Glasfassaden, mit denen die Tiere kollidieren, was jährlich zu Millionen von toten Vögeln führt, wie die Vogelwarte Sempach in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutz SVS geschätzt hat. Bereits beim Bau von Gebäuden sollte deshalb darauf geachtet werden, möglichst reflexionsarmes Glas zu gebrauchen.
Andere Massnahmen, wie sie etwa durch das Programm „Artenförderung Vögel Schweiz“ realisiert werden, stellen weitere wichtige Schritte zum Schutz bedrohter Vogelarten und damit auch zum übergeordneten Ziel der bestmöglichen Erhaltung der Artenvielfalt dar. Positiv hervorzuheben sind auch verschiedene in der Region Basel durchgeführte Projekte zur Förderung bedrohter Arten. Dort konnte durch die Pflege von Eichenwäldern und das Stehenlassen von Totholz beispielsweise die Mittelspecht-Population im Baselbiet gesteigert werden. In Familiengärten der Stadt helfen 50 Brutkästen dem auf der roten Liste stehenden Gartenrotschwanz.