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Wer gewinnt das US Open? Wie hoch stehen Roger Federers Chancen, dass er nach der bitteren Final-Niederlage in Wimbledon gegen Novak Djokovic doch noch in diesem Jahr seinen 21. Grand-Slam-Titel holt?
Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich das Tennis-Portal Tennis Abstract intensiv und es hat im Vorfeld des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres anhand des «ATP Elo Ratings» jedes Spielers eine Prognose gewagt.
Demnach hat Titelverteidiger Novak Djokovic (ATP 1) mit 25 Prozent die grössten Chancen auf den Turniersieg, dicht gefolgt von Roger Federer (ATP 3), der zu 24 Prozent den silbernen US-Open-Pokal in die Höhe stemmen wird. Die Chancen von Rafael Nadal (ATP 2) liegen bei 20 Prozent, dann folgt mit 9 Prozent Cincinnati-Sieger Daniil Medvedev (ATP 5). Und Stan Wawrinka, der Gewinner von 2016? Seine Gewinnchancen liegen bei mageren 0,1 Prozent.
Okay, spannend. «Aber wie funktioniert das Ganze?», fragst du dich jetzt sicher. Also: Das vom ungarischen Schachspieler und Physiker Arpad Elo entwickelte Elo-Bewertungssystem berücksichtigt im Gegensatz zum ATP-Ranking nur die Spielstärke des Gegners und nicht die Runde oder Turnierkategorie, in der man gegen diesen Gegner spielt.
Ziel war es, ein objektives Punktesystem zu kreieren, das die relativen Spielstärken unter den Spielern in ein Verhältnis setzt. Jeder Spieler bekommt zu Beginn ein geschätztes Start-Rating. Für jeden Sieg innerhalb der letzten 52 Wochen werden Punkte zum Rating addiert, für jede Niederlage Punkte abgezogen. Je besser der Gegner ist, gegen den man gewinnt, desto mehr Punkte werden addiert. Umgekehrt verliert ein Spieler auch mehr Punkte, wenn er gegen einen schwächeren Spieler verliert.
Ein Unterschied von 100 Punkten bedeutet beispielsweise, dass der Favorit eine Siegwahrscheinlichkeit von 64 Prozent hat. Bei 200 Punkten sind es 76 Prozent, bei 300 Punkten 85 Prozent, bei 400 Punkten 91 Prozent und bei 400 Punkten Unterschied 95 Prozent. Nicht berücksichtigt werden können weiche Faktoren wie Selbstvertrauen oder der aktuelle Fitnessstand.
Bei den Frauen ist der Ausgang des Turniers gemäss Elo deutlich ausgeglichener als bei den Männern. Gemäss Tennis Abstract hat French-Open-Siegerin Ashleigh Barty (WTA 2) mit 20 Prozent die höchsten Gewinnchancen. Dahinter folgen Wimbledon-Siegerin Simona Halep (WTA 4) mit 15 Prozent und Karolina Pliskova (WTA 3) mit 9 Prozent.
Belinda Bencic (WTA 12) erreicht zu 25 Prozent den Viertelfinal und zu 15 Prozent den Halbfinal. In den Final schafft sie es zu knapp 7 Prozent, den Pokal stemmt sie zu 3 Prozent in die Höhe.
(pre)