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In einer liberalen Gesellschaft kann sich der Einzelne optimal und nach den eigenen Lebenswünschen entfalten. Dies wiederum, und die damit geschaffene Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, ist der höchste Gewinn für die Gesellschaft. Zufriedene Menschen, die sich in einem möglichst offenen Rahmen entfalten können, sind auch am ehesten bereit, sich für die Gesellschaft einzusetzen.
Daher ist es unabdingbar, dass wir immer mehr und mehr lernen, anderen Lebensansätzen und Vorstellungen gegenüber mit Toleranz zu begegnen. Ob nun jemand eine Burka tragen oder nackt wandern will, er soll es dürfen. Beides kann ein wichtiger Teil einer Lebenseinstellung sein. Wir sollten alles akzeptieren, was nicht selbst gegen das Toleranzgebot verstösst,also unseren humanistischen Werten, unseren Menschenrechten widerspricht.
Wesentlich ist nur, dass diese freie Entfaltung auch wirklich frei ist und nicht unter Zwang steht. Aufgabe des Staates ist es hier, dies sicherzustellen und Zwänge zu beseitigen. Eingriffe des Staates sollten aber nicht mit Verboten erfolgen, weder ein Burkaverbot noch ein Nacktwanderverbot ist in einer liberalen Gesellschaft zulässig. Vielmehr soll der Staat über soziale und integrierende Massnahmen sicherstellen, dass die Ver- oder Enthüllungen auf freiwilliger Basis geschehen.
Nicht Verhüllung oder Enthüllung soll bestraft werden, sondern der Zwang dazu. Wer eine andere Person zwingt, sich zu verhüllen, sich zu enthüllen, Anzug und Krawatte zu tragen oder sich sonst in irgendeiner Art gegen seinen Willen in Aussehen, Kleidung oder auch Handlung anzupassen, soll bestraft werden. Dieses Zwangsverbot soll selbstverständlich auch im Militär gelten.