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Anfangs des 17. Jahrhunderts raffte auch in unserer Region eine Seuche zahlreiche Menschen dahin. 1611 gelobte einer der wenigen Zuckenrieter Dorfbewohner, die von der Pest und Seuche verschont blieben, aus Dankbarkeit eine Kapelle zu bauen. Der Chronist berichtet: “Dekan und Konvent des Stiftes St.Gallen bewilligen am 8. November 1611 dem Ammann und der ganzen Gemeinde Zuckenriet zur Ehre Gottes und der heiligen Aebte Gallus und Otmar allernächst dem Dorf eine neue Kapelle, 12 Fuss breit und mindestens 24 Fuss lang zu erbauen.“ Die gesamte Unterhaltspflicht oblag dem Dorf Zuckenriet. Dem Pfarrer von Niederhelfenschwil wurde die Aufsicht übertragen. Dieses erste kleine Gotteshaus in Zuckenriet wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts renoviert und räumlich erweitert.
Der Weg zum neuen Gotteshaus
Pfarrer Ludwig Wendlinger, der bis 1955 in Niederhelfenschwil wirkte, war den Zuckenrietern wohl gesinnt. Er ermöglichte vermehrte Gottesdienstfeiern in der kleinen Kapelle, die dem heiligen Georg geweiht ist. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde ein so genannter „Fünfrappenverein“ gegründet mit dem Ziel, mit freiwillig gespendeten Mitteln eine Turmuhr anzuschaffen. Der Pfarrer schlug jedoch vor, für einen grösseren Kapellneubau zu sammeln, in der Meinung, dass das „Chappeli“ zu klein und baufällig sei. Dem langjährigen Kapellpräsidenten Leo Jung (1898 – 1983) gelang es, die Dorfbevölkerung für dieses Vorhaben zu begeistern. Mit einem grossen Einsatz und seinem breiten Beziehungsnetz setzte er das Vorhaben zielstrebig um. Eine zusätzliche Kapellsteuer, die zeitweise bis zu 20 Prozent betrug, sowie verschiedene Festaktivitäten ermöglichten es, die Finanzierung für einen Neubau zu sichern.
Glocken und Kunst aus der Region
Der Rorschacher Architekt Paul Gaudy projektierte die neue Kapelle. Das Bauvorhaben wurde vom Katholischen Administrationsrat St.Gallen genehmigt. So konnte am 14. September 1958 Dekan August Wagner aus Gossau die feierliche Grundsteinlegung vornehmen. Der damalige Ortspfarrer Augustin Ammann verfasste dazu eine Urkunde und bekräftigte damit den historischen Akt. Mit der Ausführung der Bauarbeiten wurde hauptsächlich das einheimische Gewerbe beauftragt. An die künstlerische Ausstattung des schlichten Kirchenraumes trug der Wiler Goldschmied Willi Buck mit Darstellungen der Muttergottes, Jesus Christus und dem Symbol Gottvaters aus Kupfer bei. Die drei Glocken, welche in der Glockengiesserei Eschmann aus Rickenbach hergestellt wurden, spendeten die beiden Zuckenrieter Baumeisterfamilien Gottfried Schlauri-Klaus und Gottfried Schlauri-Bruggmann, die am Neubau massgeblich beteiligt waren. Am 8. Dezember 1959 weihte Bischof Josephus Hasler die neue Georgskapelle unter grosser Anteilnahme der ganzen Bevölkerung feierlich ein.