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Transparente Intranzparenz!
Seltsam, wie der Runde Tisch das Besprochene und Beschlossene jeweils nach draussen kommuniziert. Da gibt es also ein Kurzprotokoll, das im Internet publiziert wird; ein umfangreiches vertrauliches Protokoll, das je nachdem, zwecks Sitzungsvorbereitung, innerhalb der am Runden Tisch vertretenen Organisationen/Behörden weitergegeben werden kann; eine von Profis aus dem Departement Sommaruga verfasste Medienmitteilung (gleich nach der Sitzung) und dann auch noch ein Audioprotokoll, das allerdings nur hören kann, wer sich beim Delegierten für eine traute Lauschstunde höchstpersönlich anmeldet. Wozu denn diese komplizierte transparente Intransparenz? Traut ihr uns das Lesen eines längeren Protokolls nicht zu? Ich will ja nicht den Verdacht keimen lassen, dass im langen, vertraulichen Protokoll vielleicht Dinge stehen könnten, die für die Augen der Opfer und Betroffenen nicht zugänglich sein dürfen. Also nochmals: Ich bin der Auffassung, dass die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels Schweizerischer Sozialgeschichte ohne Tabus, offen und ehrlich geschehen soll. Wir alle, die Gesellschaft, haben ein Anrecht zu wissen, was am Runden Tisch geredet wird, wie die Historiker arbeiten und wie die Behörden und die Politik die Aufarbeitung begleiten und unterstützten. Der Runde Tisch ist keine Dunkelkammer! Ich erwarte also, dass das Originalprotokoll und das Audioprotokoll inskünftig ins Internet gestellt werden. Dann erübrigt sich nämlich auch das Verfassen der Medienmitteilung. Einverstanden?
Hier mal das Kurzprotokoll: https://www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch/pdf/RT_2_Kurzprotokoll_de.pdf