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Rolf Baltensperger
In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts sah es in der astrologischen Landschaft im deutschen Sprachraum noch recht anders aus. Die psychologische Astrologie war gerade im Entstehen, die frühen Impulsgeber dazu (Dane Rudhyar, Stephen Aroyo, Robert Hand, Liz Greene etc.) stammten vorwiegend aus dem anglikanischen Kulturraum. Doch auch in unserem Sprachraum gibt es eine eigenständige Entwicklungslinie, die zur psychologisch orientierten Astrologie führte, diese wurde auch im Gegensatz zur klassischen Astrologie als revidierte Astrologie bezeichnet. Allen voran Stand zu dieser Zeit Thomas Ring, der eine für den entwicklungsfähigen Menschen angepasste Astrologie schuf, was sich in seiner berühmten Erkenntnis der Aussagegrenze astrologischer Deutungen niederschlug. Damit zeigte er klare Grenzen auf, wie eine aus der astrologischen Symbolik abgeleitete Deutung auf das Leben eines Menschen übertragen werden darf. Wolfgang Döbereiner entwickelte auch schon früh mit seiner Müncher Rhythmenlehre eine eigenständige Form der Astrologie, die nicht direkt der psychologischen Astrologie zuzurechnen ist, aber wichtige Impulse in die neue deutschsprachige Astrologie brachte.
Ebenfalls in dieser Zeit schufen Bruno und Luise Huber die Astrologische Psychologie in Anlehnung an die Psychosynthese nach Roberto Assagioli. Diese Richtung fand später mit der SFER in einer eigenen Ausprägung die weitere Verbreitung, Claude Weiss und Verena Bachmann sind ihre bekanntesten Vertreter. In diesem Umfeld bewirkten die erstmals durch Computertexte verfügbaren Angebote von Astrodata (Claude Weiss, mit selber entwickelten Texten) und Astrodienst (Alois Treindl, mit übersetzten Texten von Liz Greene und Robert Hand) eine erste Popularität der psychologischen Astrologie.
Auf einer anderen Ebene entwickelte Reinhold Ebertin schon länger die klassische Astrologie weiter, indem er sehr innovative Techniken schuf, die eigentlich erst mit dem Computerzeitalter ihre grössere Verbreitung fanden. Halbsummen, Sonnenbogen-Progression und der 90° Kreis sind aus der modernen Astrologie nicht mehr wegzudenken; speziell ist aber, dass dies heute im anglikanischen Sprachraum mehr verbreitet ist als im Ursprungsland.
In diesem Umfeld fand Heidi Dohmen in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren eigenen Stil einer zeitgemässen Astrologie. Sie verband viele Elemente der bisher erwähnten Astrologen, verwendete aber bei ihrem Menschenbild mehr Elemente aus der Lehre von C.G. Jung. Später kamen dann immer mehr eigene Komponenten hinzu, wie das Psychogramm, der Astrologische Farb-Formtest oder die Tiefenastrologie. Heidi Dohmen begann dann ab 1979 Astrologie zu unterrichten. Die immer zahlreicheren Ausbildungsabgänger hatten das Bedürfnis, sich weiter in einem astrologischen Umkreis zu treffen und sich auszutauschen. Nur zur Erinnerung: Kein Computer, Horoskope manuell berechnen (die ersten Taschenrechner tauchten auf …), Internet noch in weiter Ferne. Damals war es wirklich noch aufwendig, an gutes Studienmaterial heranzukommen, so dass früh die Idee der Studienkreise entstand, wo ein lokaler Austausch unter Astrologen stattfinden konnte. Aus diesem Hintergrund trafen sich Heidi Dohmen, Max Weyermann, Reinhold Ebertin und Fritz Brandau am 4.7.1981 um 17:25 in Brugg, um über eine mögliche Gründung einer Studiengemeinschaft zu beraten. Es wurde beschlossen, eine solche zu gründen, der genaue Zeitpunkt dieses Beschlusses ist aber nicht protokolliert. Die eigentliche Gründungsversammlung fand dann am 7.11.1981 in Brugg statt, die Sitzung begann um 11:07. Wann der eigentliche Beschluss zur Gründung fiel, ist auch nicht weiter protokolliert; so gegen 15 Uhr sollen alle strittigen Punkte geklärt und somit die Struktur der Studiengemeinschaft angenommen worden sein. Damals hiess sie Kosmobiologische Akademie Schweiz (KAS) und war der Kosmobiologischen Akademie in Aalen (KAA) angeschlossen. Danach wurde die Wahl des ersten Vorstandes durchgeführt. Von den 56 eingetragenen Gründungsmitgliedern waren nicht alle an der Versammlung anwesend.
In den darauf folgenden turbulenten Jahren zeigten sich immer mehr Differenzen zur KAA, so dass die Eigenständigkeit und ein eigener Name angestrebt wurden. An der 4. Jahresversammlung 1986 im Kongresshaus in Zürich wurde um 9:57 der heutige Name Schweizer Astroforum SAF beschlossen.
Das Schweizer Astroforum mit Heidi Dohmen hat unzweifelhaft einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der modernen Astrologie in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland geleistet. Nebst Ausbildungen durch immer mehr SAF Kursleiterinnen an verschiedenen Orten wurden viele Seminare, Studienwochen und nicht zuletzt die Veranstaltungen der vielen Studienkreise durchgeführt, die insgesamt ein grösseres Publikum erreichten.