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Freaks
Regie: Tod Browning
Darst.: Wallace Ford, Leila Hyams, Olga Baclanova, Roscoe Ates, Henry Victor, Harry Earles, Daisy Earles, Rose Dione, Daisy Hilton, Violet Hilton, Josephine Joseph u.a.
Ein Marktschreier kündigt auf einem Jahrmarkt eine Kuriositätenshow an und drängt die Zuschauer in ein Zirkuszelt. Dort angekommen blickt eine Frau aus dem Publikum in eine Kiste und stösst einen furchtbaren Schrei aus. In der Kiste liegt eine weibliche, schwer missgebildete Gestalt, und der Marktschreier erklärt, dieses Wesen sei einst eine wunderschöne Frau gewesen. Im Folgenden erzählt «Freak», wie die einstmalige blonde Trapezkünstlerin Cleopatra zu dem wurde, was sie heute ist. Cleopatra war Star eines Wanderzirkus, in dem es nebst den Artisten eine Gruppe kleinwüchsiger oder an schweren körperlichen Missbildungen leidender Menschen gab, die als «Freak Show» präsentiert wurden. Zu diesen Freaks gehört das kleinwüchsige Paar Hans und Frieda. Hans ist ein Schwerenöter und macht Cleopatra ganz ungeniert schöne Augen, was Frieda nicht verborgen bleibt. Cleopatra, die mit dem «Kraftmenschen» Hercules liiert ist, lässt Hans im Glauben, an ihm interessiert zu sein, macht sich jedoch insgeheim über ihn und die anderen Freaks lustig. Ihre Haltung ändert sich, als sie erfährt, dass Hans eine grössere Erbschaft gemacht hat. Nun ist sie sogar bereit, ihn zu heiraten, schmiedet in Wirklichkeit aber gemeinsam mit Hercules einen perfiden Plan, der gründlich schiefgeht. Ein Jahr nach «Dracula» wechselte Regisseur Tod Browning von Universal zu Metro Goldwyn Mayer, wo er an seinen Grosserfolg anknüpfen wollte. Der Regisseur, der als Jugendlicher in einem Zirkus gearbeitet hatte, trommelte für «Freaks» aus zahlreichen real existierenden Kuriositätenshows kleinwüchsige und sonstige körperlich nicht der Norm entsprechende Darstellerinnen und Darsteller zusammen. Als Vorlage für den Film diente Browning die Kurzgeschichte «Spurs» von Tod Robbins aus dem Jahr 1923. Die Reaktionen auf den Film fielen allerdings ganz anders aus als beabsichtigt: Viele Zuschauer zeigten sich entsetzt und jeder Kritiker, der etwas auf sich hielt, stampfte «Freaks» in Grund und Boden und verurteilte ihn moralisch. Das erscheint ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, worum es in dem Film geht: Die eigentlichen Monster sind die «Normalen», Cleopatra und Hercules, während die Freaks als gesellschaftliche Randfiguren im zwischenmenschlichen Umgang solidarisch dargestellt werden. Das nützte Browning dennoch nicht; der Film wurde in vielen Ländern verboten, zudem um fast dreissig Minuten verstümmelt, die herausgeschnittenen Teile sind bis heute verschollen. Mittlerweile geniesst der Film Kultstatus.