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Bei einer schwangeren oder stillenden Frau steigt der Bedarf an Energie und Nährstoffen. Der Bedarf kann aber durch normale Kost abgedeckt werden. D. h. durch eine abwechslungsreiche Kost mit einer begrenzten Menge an Fett und Zucker, sowie mit kohlehydrathaltigen Lebensmitteln (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis), Gemüse und Obst. Mit anderen Worten müssen sich schwangere und stillende Frauen in der Hauptsache wie alle anderen ernähren.
Auf bestimmte Dinge sollte man allerdings achten:
Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder gerade schwanger geworden sind, werden 0,4 Milligramm Folsäure (auch Folinsäure genannt) als Vitamintablette empfohlen. 0,4 Milligramm (mg) sind gleich 400 Mikrogramm (mg). Folsäure verringert das Risiko, ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt zu bringen, einer seltenen Erkrankung, die zu unterschiedlichen Schäden führen kann, von einem unerheblichen Knochendefekt im Rückenmark bis zu einem tödlichen Hirnschaden.
Zu viel Vitamin A kann dem Fötus schaden. Deshalb rät das Amt für Lebensmittelfragen [dän. Behörde, Anm. d. Übers.] schwangeren Frauen vom Verzehr von Leber und Pastete ab, da Leber sehr reich an Vitamin A ist. Leberpastete [dänischer Art, Anm. d. Übers.] darf man ohne weiteres essen. Außerdem sollte man keine Ergänzungsstoffe mit einem Gehalt an Vitamin A zu sich nehmen, der den empfohlenen Wert (800 RE) übersteigt. Man darf bedenkenlos eine normale Vitamintablette pro Tag einnehmen - und man kann jede Menge Karotten und anderes Gemüse essen, die einen hohen Gehalt an Beta-Karotin haben. Beta-Karotin wird im Körper teilweise in Vitamin A umgesetzt.
Wenn man schwanger ist, darf man keinen Alkohol trinken. Wenn schwangere Frauen größere Mengen Alkohol trinken, kann dies zu erheblichen Fötusschäden führen. Man weiß, dass der Konsum von mehr als einem Glas täglich und von mehr als vier Gläsern im Einzelfall das Risiko für eine Schädigung des Fötus steigert. Man kann keine Grenze festlegen, ab der Alkohol Schaden anrichtet.
Schwangere dürfen höchstens drei Tassen Kaffee am Tag trinken. Koffein in größeren Mengen kann für den Fötus schädlich sein. Auch andere koffeinhaltige Lebensmittel, Tee und Cola, sollte man einschränken.
Während Schwangerschaft und Stillzeit wird eine Vitamintablette (Multivitamin-Mineraltablette) täglich empfohlen. Wenn eine Blutprobe einen niedrigen Wert für Eisen anzeigt, muss man dem Körper täglich 50-70 mg Eisen zuführen, spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche und für den Rest der Schwangerschaft.
Fisch ist gut, aber schwangere und stillende Frauen sollten es wegen des hohen Quecksilbergehalts vermeiden, größere Mengen folgender Fische zu verzehren: Thunfisch, Rochen, Heilbutt, Ölfisch, Schwertfisch, Heringshai, Hecht, Barsch und Sander. Der Verzehr von z. B. Thunfischsalat ist unproblematisch, aber schwangere und stillende Frauen sollten auf größere Fischportionen verzichten, etwa auf Thunfischsteaks. Alle anderen üblichen Speisefische kann man bedenkenlos konsumieren, man sollte auch dafür sorgen, fetten und mageren Fisch zu verzehren. Fängt man den Fisch selbst, sollte er in verschieden Gebieten gefangen werden.