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Enrico Fermi
(1901 - 1954)
Enrico Fermi wurde 1901 in Rom geboren. Er studierte an der Universität von Pisa
theoretische Physik. In den folgenden zwei
Jahren konnte er mit Stipendien seine Studien bei Max Born und Paul Ehrenfest
in Deutschland fortsetzen. Dann
arbeitete er als Dozent in Florenz. Hier
entwickelte er die Fermi- Dirac- Statistik, die das Verhalten von Elektronen
erklären konnte.
Von 1927 - 1938 war Fermi
Professor für theoretische Physik an der Universität Rom. Mit Hilfe von Paulis
Neutrinohypothese entwickelte er die Theorie des Beta- Zerfalls . Als er von der
Entdeckung
der künstlichen Radioaktivität durch das Ehepaar Joliot-Curie hörte, begann er auch in diesem Gebiet zu forschen.
Er konnte zeigen, dass Kernumwandlung bei fast allen
Elementen möglich sind, wenn sie mit Neutronen von niedriger Energie (langsame
Neutronen) bombardiert
werden. Diese Entdeckung war der Ausgangspunkt für die Entdeckung unzähliger
künstlicher Elemente.
1938 erhielt er für seine Arbeit den Nobelpreis für Physik. Da in Italien der
faschistische Mussolini an der Macht war, benutzte er seine Reise zur Preisverleihung,
um mit seiner jüdischen Frau, der
Naturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Laura Capon, nach Amerika auszuwandern.
Er war zuerst Dozent an der Columbia University. Als
er von der erfolgreichen Kernspaltung von Hahn, Strassmann und Meitner hörte,
schloss er daraus, dass es möglich sein musste, die in der Kernspaltung
freiwerdenden Neutronen weiterzuleiten, und so eine Kettenreaktion zu bekommen.
Dies wurde die Grundlage für den Bau der Atombombe, die in Los Alamos, New Mexico,
unter dem Namen Manhattan Projekt geheim gebaut wurde. Fermi war dort einer
der führenden Physikern neben dem offiziellen Chef Oppenheimer, neben Bohr und
Feyman. Kurz nachdem die beiden Atombomben abgeworfen worden waren, wurde Fermi
Berater der amerikanischen Atomenergie- Kontrollkommission.
1946 wurde das „Institute of Nuclear Studies“ an der University of Chicago
neu eröffnet. Enrico Fermi wurde dort Professor für Physik und Direktor des
Institutes. Viele Studenten aus der ganzen Welt kamen nach Chicago,
um bei ihm zu studieren.
Als 1952 das hundertste chemische Element entdeckt wurde, widmete man es dem
Physikpionier Fermi und nannte es Fermium.
Fermi starb früh, im Alter von 53 Jahren. Ihm zu Ehren wird seit seinem Tod
jedes Jahr der Enrico-Fermi-Preis für besondere Leistungen in der
Kernenergieforschung verliehen. Weiter gibt es auch das Forschungszentrum Fermilab,
eines der grössten Forschungszentren, wo um die 2200 Forscher arbeiten. In der
Teilchenphysik wurde die grösste Teilchengruppe, die Teilchen, welche unsere Welt
aufbauen, als Fermionen bezeichnet. Andererseits war es Fermi, der die seltsamen
Teilchen, welche die Welt durchdringen können ohne von ihr beeinflusst zu werden,
Neutrinos nannte.