Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03653.jsonl.gz/1238

Dem Appenzeller Barthuhn sieht man an, warum es diesen Namen trägt. Wie es bei dieser seltenen Schweizer Haustierart und anderen Hühnerspezies zum Federwuschel unter dem Kinn kommt, beschreiben Genetiker der Universität Peking nun im Fachjournal "PLOS Genetics".
Die Forschenden um Xiaoxiang Hu verglichen das Erbgut von Hühnern mit und ohne "Bärte". Dabei fanden sie drei Regionen, die verdoppelt waren - darunter ein Gen namens "HOXB8", das an der Federentwicklung beteiligt ist. Diese Genverdopplung führte zu besonders hoher Expression von HoxB8 in der Gesichtshaut von Hühner mit Bärten und Muffs, schrieb das Fachjournal in einer Mitteilung.
Die Wissenschaftler vermuten, dass sich dadurch die Wachstumsphase der Gesichtsfedern bei diesen Hühnern verlängert und den Tieren ihr bärtiges Aussehen verleiht. Auch andere Gene aus der gleichen Genfamilie tragen zum Federwachstum bei, zum Beispiel HoxC8, dass zu einem Federschopf oben auf dem Kopf führt. Die Hox-Genfamilie spielt eine wichtige Rolle in Entwicklungsprozessen.
Die Erkenntnisse dieser Studie machten deutlich, wie strukturelle Variationen im Erbgut - wie die Verdopplung bestimmter Regionen - sich auf die Vielfalt im Erscheinungsbild auswirke, schrieben die Forschenden.
(SDA)