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Die Studie wurde im Juli 2020 von Unisanté und Sucht Schweiz in Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT) durchgeführt. Die Resultate zeigen, dass 15,1 Prozent
der Raucherinnen und Raucher ihren Tabakkonsum erhöht und 8,2 Prozent gesenkt haben. Dabei tritt ein
Unterschied zwischen täglich Rauchenden und Gelegenheitsrauchenden zu Tage: Letztere neigten stärker
dazu, weniger zu rauchen. Die Faktoren, die am stärksten mit einem Anstieg verbunden sind, sind das
Alter (18- bis 39-Jährige), seelische und körperliche Schwierigkeiten sowie verschlechterte Beziehungen
in- und ausserhalb des eigenen Haushalts.
Daneben haben 4,6 Prozent der Raucherinnen und
Raucher während des Teil-Lockdowns mit dem Rauchen aufgehört (während ein Teil von ihnen danach
wieder begonnen hat), 17,3 Prozent haben einen Rauchstopp zumindest versucht. Die Absicht, mit dem
Rauchen aufzuhören, war bei Menschen ausgeprägter, die wegen ihrem Tabakkonsum eine Corona-
Ansteckung befürchteten.
Auf besonders gefährdete Rauchende fokussieren
und Partnerschaften eingehen
Angesichts dieser Ergebnisse ist es zentral, die Pandemie
und den Teil-Lockdown als eine für die Rauchenden bedrohliche Situation anzusehen. Der Fokus sollte
dabei prioritär auf denjenigen Menschen liegen, die seelisch, gesundheitlich und sozial besonders
gefährdet sind. Dazu sollten die Akteure der Tabakprävention mit Fachleuten im Gesundheits- und
Sozialwesen, die mit solchen Menschen arbeiten, engere Kontakte und Partnerschaften knüpfen. Auch die
Aufklärung der Öffentlichkeit über den Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Covid muss verstärkt
werden, denn der Tabakkonsum erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf- sowie Lungenkrankheiten, welche
Risikofaktoren für schwerere Verläufe von Covid-19 sind. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich
dem Nutzen eines Rauchstopps (oder zumindest einer Konsumkontrolle) und der Wirksamkeit
pharmakologischer und verhaltenspsychologischer Ansätze beim Aufhören muss ebenfalls fortgesetzt
werden. Die Hilfsangebote für Menschen, die das Rauchen aufgeben oder reduzieren wollen, müssen
auch in Zeiten der Pandemie aufrechterhalten und stärker bekannt gemacht werden.
Massnahmen für eine bessere Präventionspolitik
Auf gesamtgesellschaftlicher
Ebene muss die Tabakprävention dringend gestärkt werden, um so der Bevölkerung ein
gesundheitsförderndes Umfeld zu ermöglichen. Die erforderlichen Massnahmen sind längst bekannt,
namentlich ein Verbot von Tabakwerbung, Preiserhöhungen, ein erhöhter Schutz vor Passivrauch sowie
der vereinfachte Zugang zu erschwinglichen Entwöhnungsangeboten. Diese Massnahmen sind im
Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) vorgesehen. Doch hat
die Schweiz diesen Text immer noch nicht ratifiziert. Der diesbezügliche Gesetzesentwurf, der zurzeit im
Parlament hängig ist, erfüllt die Anforderungen des Übereinkommens nicht.
Verfügbare Entwöhnungshilfen nutzen
Die nationale Rauchstopp-Linie ist ein
telefonischer Beratungsdienst, der entwöhnungswilligen Raucherinnen und Rauchern Coaching bietet.
Das vielsprachige Beratungsteam ist für Interessierte unter der Telefonnummer 0848 000 181 erreichbar.
Die Website stopsmoking.ch ist eine nationale Plattform mit
Informationen, Tipps und Tools zum Rauchstopp. Sie stellt auch eine Übersicht über die kantonalen
Hilfsangebote bereit. Unisanté bietet in Lausanne medizinische Hilfe für Menschen an, die mit dem
Rauchen aufhören wollen. Interessierte melden sich unter 021 314 79 50.
Pressekontakt:
Markus Meury, Mediensprecher, Sucht Schweiz, 021 321
29 63, <email-pii>
Sucht Schweiz ist das nationale Kompetenzzentrum für Prävention, Forschung und Wissensvermittlung im Suchtbereich.
Als unabhängige und gemeinnützige Stiftung wollen wir den problematischen Gebrauch psychoaktiver Substanzen sowie substanzunabhängiges Suchtverhalten verhindern oder vermindern.
Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Den Betroffenen stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.
Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt.