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Eine Wurst auf dem Schilthorn: 11 Fun Facts zu "James Bond - On Her Majesty's Secret Service"
Connery hatte genug von Bond, und so durfte George Lazenby zum ersten (und letzten) Mal 007 geben. Wir schauen auf die Produktion des Filmes, den man in der Schweiz immer wieder gerne sieht.
Mit Kampf zum Erfolg
Als Connery bekannt gab, nicht mehr James Bond spielen zu wollen, machten sich die Produzenten bereits auf die Suche nach einem neuen Hauptdarsteller. Über 400 Kandidaten, darunter auch namhafte Persönlichkeiten, standen zur Auswahl. Zwischen 50 und 100 wurden getestet, fünf kamen in die engere Auswahl. George Lazenby, Model aus Australien und Akteur für Fernsehwerbung, schaffte es sich durchzusetzen, da er bei einer Probe einer Kampfsequenz die beste Figur machte.
Deneuve und Bardot wollten nicht
Da Lazenby kaum ein Name war, sollte als Bond-Girl jemand Bekanntes her: Catherine Deneuve und Brigitte Bardot wurden angefragt, beide lehnten aber die Rolle ab. Nach einer weiteren Suche stach Diana Rigg heraus, die mit der TV-Krimi-Serie The Avengers Erfolge feierte.
"Pfff, Anfänger ..."
Lazenby war kein trainierter Schauspieler. Das gab er auch gegenüber seiner Filmpartnerin Diana Rigg zu und bat sie um Hilfe. Sie war ihm gnädig und half ihm, wo sie nur konnte. Auch Regisseur Peter Hunt sprach Lazenby Mut zu. Schliesslich wollte er ihm dazu verhelfen, aus ihm einen Star zu machen. Nur überheblich sollte er nicht werden. Lazenby entgegnete Hunt, dass er alles täte, was er ihm sage, da er für diese Chance sterben würde. Trotzdem stänkerte Lazenby während den Dreharbeiten herum, beispielsweise dass er einige Stunts selber machen musste. Ausserdem legte er eine jugendlich freche Ader an den Tag, was Produzent Albert R. Broccoli auf die Palme brachte.
Bond unters Messer?
Autor Richard Maibaum hatte für den Wechsel von Connery zu Lazenby die Idee, dass Bond sich einer Gesichtsoperation unterzog. Mit seinem neuen Gesicht sollte er für die Verbrecher wieder als unbekannt gelten. Doch diese Idee wurde verworfen. Stattdessen kam die Szene zustande, in der Lazenby den Spruch "This never happend to the other fella" von sich gab und dabei kurz schmunzelnd in die Kamera guckte.
Sexy Szene in Bern
In Bern wurde die Szene, in der Bond in die Anwaltskanzlei (das heutige Hotel Schweizerhof) einbricht und einen Safe knackt, gedreht. Darin blättert er auch in einem Playboy-Magazin herum. Jahrelang war diese Szene sowohl im Kino, im Fernsehen als auch auf Video nicht zu sehen. Erst mit der Veröffentlichung der Ultimate Edition auf DVD war der Film vollständig sichtbar.
We love Schilthorn
Bevor das Schilthorn endgültig in ein Drehrestaurant umgebaut wurde, wurde es zunächst als Drehort verwendet. Man wollte Material nicht nur mit der Seilbahn nach oben befördern, sondern auch mit dem Hubschrauber. Es ist den beiden Bond-Produzenten zu verdanken, dass extra ein Heli-Landeplatz am Schilthorn gebaut wurde. Dieser wird heute als Besucherterrasse und Aussichtspunkt genutzt.
Ohne Mürren und Klagen
Zwischen Mürren und dem Almendhubel wurde eine Bobbahn nur für den Film erschaffen, wo die Jagd zwischen Bond und Blofeld gefilmt wurde. Ausserhalb und im Dorf von Lauterbrunnen entstand die Verfolgungsszene zwischen Tracy mit Bond und Blofeld-Handlangerin Irma Bunt. Die romantische Szene zwischen Bond und Tracy, wo sie Zuflucht in einer Scheune finden, drehte man in Heiligenschwendi, nahe bei Thun.
Hopp, Willi
Willy Bogner, der sich in den Fünfzigerjahren einen Namen als Skifahrer gemacht hatte, zeichnete für die spektakulären Szenen der Verfolgungsjagd auf Skiern verantwortlich. Für einige Sequenzen fuhr er mit der Handkamera rückwärts bergab oder klemmte die Kamera zwischen seine Beine. Der Schweizer Stefan Zürcher, später Location Production Manager der Bond-Reihe für den deutschsprachigen Europa-Raum, hatte sogar eine kleine Rolle im Film als Piz-Gloria-Wächter.
Alles Wurst
Im Film gibt es eine Szene, in der Ruby (Angela Scoular) Bond ihre Zimmernummer mit Lippenstift auf der Innenseite seines Oberschenkels aufschreibt. Lazenby erlaubte sich, daraus einen Scherz zu machen: Er bat ein Crew-Mitglied eine Wurst aufzuwärmen. Diese befestigte er dann an seinem Oberschenkel. Beim Dreh griff Scoular an Lazenbys Bein. Obwohl sie spürte, dass da was war, verzog sie keine Miene. Nach dem Dreh der Szene musste sie ihn aber darauf ansprechen, ob er keine Unterhose anhätte. Die Wurst sorgte dann für Lacher bei allen Beteiligten.
Savalas, the Gambler
Regisseur Peter Hunt engagierte Telly Savalas für die Rolle als Blofeld. In diesem Film hatte der Bösewicht mehr physischen Einsatz, den man Donald Pleasence (Blofeld in You Only Live Twice) nicht zutraute. Telly Savalas galt als leidenschaftlicher Gambler. Nach dem Dreh der jeweiligen Szenen trommelte er Schauspieler und Crew-Mitglieder zu einem Spiel gegen Geld zusammen. Dabei sackte Savalas einiges an Geld ein. Eines Tages spielte er gegen Produzent Harry Saltzman. Dabei verlor Savalas seine bisherigen Gewinne an den Produzenten, der ihn anschliessend bat, die anderen mit seinem Spiel in Ruhe zu lassen. Saltzman gab das Geld wieder an alle zurück, die es vorher bei Savalas verloren hatten.
Hatte den Längsten
On Her Majesty's Secret Service galt bis zum Release von Casino Royale mit 142 Minuten als der längste Bond-Film der Reihe. Auch wenn Connery hier nicht mehr Bond spielte, gehört dieser bei vielen Fans zu ihren Lieblings-Bond-Filmen, der üblicherweise gerne zur Weihnachtszeit angeschaut wird.