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9 Bücher, welche die Zukunft vorausgesagt haben
Science-Fiction ist nur Spekulation? In diesen 9 Fällen lagen die Autoren sehr richtig.Bild: Shutterstock
30.01.2018, 14:1619.02.2018, 10:16
Mit Jules Vernes Roman «Die Reise zum Mittelpunkt der Erde» begann die Ära der Science-Fiction- und Zukunftsromane. Von nun an schrieben immer mehr Autoren über die mögliche Entwicklung der Menschheit. Häufig spielen die Werke in einer noch weit entfernten Zukunft, doch ab und zu landeten die Autoren mit ihren Vorhersagen einen Treffer.
«1984» – George Orwell
Bild: Orellfuessli
George Orwell (1903 bis 1950) war einer der einflussreichsten englischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Mit den Werken «Farm der Tiere» und «1984» erlangte er internationale Bekanntheit.
Worum geht's?
Der Roman spielt in London und dreht sich um den Protagonisten Winston Smith. Dieser hat die Funktionsweise des totalitären Überwachungsstaates durchschaut, der alle Menschen beobachtet und unterdrückt. Im Verlauf der Geschichte trifft er auf die gleichgesinnte Julia. Nun müssen sie sich entscheiden, ob sie sich gegen das System auflehnen oder die Ungerechtigkeiten Tag für Tag über sich ergehen lassen wollen.
Was ist eingetroffen?
Die grossflächige Überwachung verschiedener Regierungen haben gezeigt, dass George Orwells düstere Voraussagen teilweise eingetroffen sind. Vor allem der NSA-Skandal von 2013, der von Edward Snowden aufgedeckt wurde, zeigt die erschreckende Aktualität der Thematik des Romans. Der Ausdruck «Big Brother is watching you» hat ausserdem Einzug in die Alltagssprache gehalten.
«Cyborg» – Martin Caidin
Der Amerikanische Autor Martin Caidin (1927 bis 1997) schrieb in seinem Leben mehr als 50 Bücher, darunter auch zwei «Indiana Jones»-Romane. Nebst seinen schriftstellerischen Tätigkeiten war Caidin als Pilot unterwegs.
Worum geht's?
Der Astronaut Steve Austin verliert bei einem schweren Zusammenstoss alle Gliedmassen bis auf einen Arm. Dr. Rudy Wells, ein Mitarbeiter des geheimen Office of Strategic Operations (OSO), stattet ihn mit bionischen Gliedmassen aus, die die Fähigkeiten menschlicher Arme und Beine weit übersteigen. So kann Steve mit seinen neuen Beinen beispielsweise viel schneller rennen. Als Gegenleistung muss der zum Cyborg gewordene Austin nun als Geheimagent für das OSO arbeiten.
Was ist eingetroffen?
Im November 2012 wurde dem 31-jährigen Zac Vawter das weltweit erste bionische Bein eingesetzt. Er kann dieses mithilfe seiner Gedanken steuern und erklomm so die 2107 Treppenstufen des Willis Tower in Chicago. Die Technik ist zwar noch nicht massentauglich, es wird aber weiterhin intensiv geforscht.
«Per Anhalter durch die Galaxis» – Douglas Adams
Douglas Adams (1952 bis 2001) ist hauptsächlich für seine satirische Science-Fiction-Reihe «Per Anhalter durch die Galaxis» bekannt, die 2005 verfilmt wurde.
«Die Idee für den Titel kam mir 1971, als ich betrunken auf einem Feld in Innsbruck lag. Nicht richtig betrunken, nur gerade so betrunken wie nach ein paar steifen Gösser, wenn man zwei Tage nichts gegessen hat.»
Douglas Adams über die Entstehung des Titels «Per Anhalter durch die Galaxis».
Worum geht's?
Als die Erde von Vogonen für die Errichtung einer galaktischen Hyperraumexpressroute zerstört werden soll, kann der Engländer Arthur Dent zusammen mit seinem Freund Ford Prefect in letzter Sekunde flüchten. Unterwegs treffen sie auf neue Weggefährten und reisen mit ihnen auf den Planeten Magrathea. Dort begegnen sie Slartibartfass, dem Erbauer des Supercomputers, welcher in der Lage sein soll, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten.
Was ist eingetroffen?
Im Roman erwähnt der Autor den Babelfisch; eine kleine Kreatur, die ins Ohr gesetzt wird und die alle Sprachen in Echtzeit übersetzen kann. Zur Zeit der Veröffentlichung unvorstellbar, arbeiten momentan mehrere Unternehmen mit Hochdruck an dieser technischen Möglichkeit. Bereits heute sind einige Produkte im Umlauf, die eine Echtzeitübersetzung ermöglichen sollen.
«Die Neuromancer-Trilogie» – William Gibson
Der 1948 geborene amerikanische Autor William Gibson veröffentlichte den ersten Teil der Neuromancer-Trilogie 1984. Der Begriff Cyberspace als Bezeichnung für die virtuelle Welt wurde in diesem Buch von ihm geprägt und wird bis heute verwendet.
Worum geht's?
Der Cyberspace-Cowboy Case wurde nach einem Betrugsversuch hart bestraft. Mit russischem Mykotoxin hat man sein Nervensystem derart stark beschädigt, dass er keinen Zugang mehr zur Matrix des Cyberspace hat. Vom geheimnisvollen Armitage erhält er die Chance, seine geschädigten Nerven in einer illegalen Klinik heilen zu lassen. Dazu muss er allerdings einen heiklen Auftrag für diesen erfüllen.
Was ist eingetroffen?
Gibson beschreibt in seinen Romanen die Cyberwelt, in der sich seine Protagonisten zurechtfinden müssen. Obwohl das Internet zur Zeit der Veröffentlichung bereits existierte, schien die Nutzung, wie wir sie heute kennen, sehr unwahrscheinlich. Gibson erzählt in Neuromancer von einer vernetzten und virtuellen Welt, inklusive Hacker, wie sie heute Realität ist.
«Fremder in einer fremden Welt» – Robert A. Heinlein
Robert A. Heinlein (1907 bis 1988) ist in Kansas City aufgewachsen und strebte nach der Schulzeit eine militärische Karriere an. Aufgrund seiner Tuberkuloseerkrankung musste er die Ausbildung allerdings abbrechen. 1939 schrieb er seine erste Kurzgeschichte und widmete sich von da an nur noch dem Schreiben von Büchern.
Worum geht's?
Der Protagonist Michael Valentine Smith hatte den Absturz der ersten Mars-Expedition überlebt und wurde von Marsianern aufgezogen. Als er nach zwanzig Jahren wieder auf die Erde zurückkehrt, ist ihm diese fremd und unverständlich. Seine mentalen Kräfte führen dazu, dass er für viele zum Messias wird. Doch für einige stellt er einen Feind dar, der unbedingt bekämpft werden muss.
Was ist eingetroffen?
Robert A. Heinlein hat tatsächlich die Erfindung des Wasserbettes vorausgesagt. Dieses wurde erst sieben Jahre nach der Veröffentlichung des Buches entwickelt.
«The Age of Intelligent Machines» – Ray Kurzweil
Ray Kurzweil kam 1948 in Amerika zur Welt. Er arbeitet als Autor und Erfinder. Zur Zeit ist er Leiter der technischen Entwicklungen bei Google. Besonders bekannt ist Kurzweil für seine Thesen im Bereich des Transhumanismus, also der Ergänzung des menschlichen Körpers mit Technik.
Worum geht's?
Das Buch wurde 1990 veröffentlicht und enthält Kurzweils Einschätzungen rund um das Thema der künstlichen Intelligenz. Er beleuchtet die philosophischen, mathematischen und technologischen Aspekte der Materie.
Was ist eingetroffen?
Kurzweil sagt in seinem Buch voraus, dass noch vor dem Jahr 2000 ein Computer den besten Schachspieler besiegen werde. 1997 gewann Deep Blue, ein von IBM entwickelter Schachcomputer, die Partie gegen den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow.
«Morgenwelt» – John Brunner
Der Roman Morgenwelt, der 1968 vom britischen Autor John Brunner (1934 bis 1995) veröffentlicht wurde, gehört zu dessen erfolgreichsten Werken. Da er als kleiner Junge oft krank war, verschlang er die Bücher von Jules Verne, H. G. Wells und Pulps. Diese weckten in ihm die Faszination für Science-Fiction.
Worum geht's?
Die Geschichte dreht sich auf der einen Seite um Norman Niblock House, der für General Technics arbeitet. Das weltweit dominierende Unternehmen ist im Begriff, zu Produktionszwecken ein afrikanisches Entwicklungsland aufzukaufen. Auf der anderen Seite ist da der Spion Donald Hogan, der eine gentechnische Sensation entdeckt hat, die potenziell die ganze Menschheit auslöschen könnte. Die Welt, in der die Protagonisten leben, ist geprägt von künstlicher Intelligenz, Genmanipulation und Organhandel.
Was ist eingetroffen?
John Brunner lag mit seinem Roman in vielen Dingen richtig. So haben sich in «Morgenwelt» die europäischen Staaten zusammengeschlossen, um ihre wirtschaftliche Position zu stärken und mehr Mitspracherecht in internationalen Belangen zu erhalten. Afrikas Wirtschaftswachstum ist nach wie vor hinter demjenigen der restlichen Welt und Israel ist ein Krisenherd im Mittleren Osten. Ausserdem sind die Flugzeuge mit einem Videounterhaltungssystem ausgerüstet, wie wir es von heutigen Langstreckenflügen kennen.
«Frau im Mond» – Thea von Harbou
Der Roman wurde von Fritz Lang verfilmt.Bild: Amazon
Thea von Harbou (1888 bis 1954) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie schrieb ausserdem Drehbücher und führte bei zwei Stummfilmen Regie. Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Fritz Lang drehte sie den Film zum Buch «Frau im Mond».
Worum geht's?
Professor Georg Manfeldt ist überzeugt, dass auf dem Mond Wasser, Sauerstoff und Gold zu finden sind. Allerdings lachen ihn die meisten Wissenschaftler für seine Annahmen aus. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Ingenieure baut er das Raketenschiff Friede. Tatsächlich gelingt ihnen sowohl der Start als auch die Landung auf dem Mond. Doch dort entpuppt sich die Zusammensetzung der Mondforscher alles andere als ideal.
Was ist eingetroffen?
Nebst dem Fakt, dass die Menschheit tatsächlich auf den Mond und zurückgeflogen ist, bietet das Buch noch weiter korrekte Vorhersagen. Es wird von einer mehrstufigen Rakete gesprochen, wie sie auch bei der Apollo-11-Mission zum Einsatz kam. Fritz Lang gilt ausserdem als Begründer des Countdowns.
«Als ich das Abheben der Rakete filmte, sagte ich: ‹Wenn ich eins, zwei, drei, vier, zehn, fünfzig, hundert zähle, weiss das Publikum nicht, wann es losgeht. Aber wenn ich rückwärts zähle: Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins, NULL! – dann verstehen sie.›»
Fritz lang
«Von der Erde zum Mond» und «Reise um den Mond» – Jules Verne
Der französische Schriftsteller Jules Vernes (1828 bis 1905) gilt als einer der Begründer des Science-Fiction-Genres. Seine Bücher werden bis heute gelesen und wurden teilweise verfilmt.
«Alles, was ein Mensch sich vorstellen kann, werden andere Menschen verwirklichen.»
Jules verne
Worum geht's?
Die Geschichte der beiden Bücher dreht sich um eine kleine Gruppe Menschen, die mithilfe einer Kanone in einem Geschoss auf den Mond reisen sollen. Allerdings kommen sie während des Fluges etwas vom Kurs ab, weshalb sie den Mond nur umkreisen können.
Was ist eingetroffen?
Tatsächlich startete im Jahr 1969 die Apollo-11-Mission zum Mond. Wie in Jule Vernes Buch glückt der Start und die Besatzung kehrt heil zurück. Auch der Start findet, wie von Jules Verne beschrieben, in Florida statt.
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