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Die wohl 1913 entstandene Aufnahme zeigt den letzten russischen Zaren, Nikolaus 11. (geb. 1868), mit seinem Sohn, Zarjewitsch Alexej (geb, 1904). Die im Juli 1918 in Jekaterinenburg im Ural von den Bolschewisten ermordete kaiserliche Familie wurde im August vergangenen Jahres auf Grund des erlittenen Martyriums von der russisch-orthodoxen Kirche heilig gesprochen. Die sterblichen Überreste der Zarenfamilie befinden sich heute in der Peter-Pauls-Kathedrale (auf der Festung gleichen Namens) zu St. Petersburg.
In den alten monarchistischen Armeen war es Tradition, militärische Persönlichkeiten sowie Adlige beiderlei Geschlechts als Inhaber von Regimentern, Bataillonen oder Kompanien einzusetzen bzw. in deren Ranglisten ehrenhalber -ä la suite- zu führen. So war auch Nikolaus II. Chef mehrerer Truppenteile. Auf der vorliegenden Aufnahme trägt der Zar die Uniform des "Regiments der Chevalier-Garde Ihrer Majestät der Zarin Maria Fjodorowna", in dessen Rangliste er seit Geburt figurierte. Inhaberin des Regiments war die Zarenmutter (1847-1928). Die Chevalier-Garde hatte ihre Wurzeln in der Zeit von Katharina 1. (1684-1727), war aber erst um 1800 zum Grossverband aufgestockt worden. Diesem noblen St. Petersburger Truppenteil hatte einst auch der spätere finnische Marschall Gustav von Marinerheim (1867-1951) als aktiver Offizier angehört.
Grossfürst Alexej Nikolajewitsch sehen wir in der Uniform des "4. Schützen-Regiments der kaiserlichen Familie". Dieses Regiment war 1854 zur Zeit des Krimkrieges formiert worden. Regimentschef war der Zar, und der Thronfolger befand sich "à la suite". Da die erwähnten Ehrentitel ebenso unter den verschwägerten Dynastien vergeben wurden, finden wir den Zaren beispielsweise auch als Chef des nach ihm benannten preussischen "Husaren-Regiments Kaiser Nikolaus 11. von Russland (1 . Westfälisches) Nr. 8".
Zar Nikolaus 11. nahm regen Anteil am Leben seiner Soldaten, und er tat dies zuweilen auf recht unkonventionelle Weise. Wie die Überlieferung berichtet, soll er sich von Unteroffizieren der Gardeinfanterie wiederholt Uniform und Ausrüstung ausgeliehen haben, um damit, zwecks Prüfung der Felddiensttauglichkeit des Materials, Eilmärsche zu absolvieren.
Vincenz Oertle, Maur