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Jedes Jahr am 6. Dezember sind die Gläuse unterwegs, sie verteilen Mandarinen und Grättimänner und erheben den Mahnfinger wenn ein Kind mal nicht brav war.
Dieser Brauch geht auf das Wirken von Nikolaus von Myra zurück, der auf dem Gebiet der heutigen Türkei lebte und an einem 6. Dezember starb. Geboren wurde er zwischen 270 und 286. Bereits als 19 jähriger wurde er zum Priester geweiht und Abt des Klosters Sion bei Myra. Als frommer und barmherziger Mann verteilte er sein geerbtes Vermögen unter den Bedürftigen, vornehmlich Kindern.
Über den Mann ranken sich viele Legenden, die in der Ausführung des Brauches Einfluss fanden und ihn im Laufe der Zeit zu einem der wichtigsten Heiligen im Christentum machten.
So soll er einem armen Mann geholfen haben, der aus Geldnot seine drei Töchter verkaufen wollte. In drei aufeinanderfolgenden Nächten warf er jeweils einen Goldklumpen durch das Fenster der Töchter, diese landeten in den Schuhen der Frauen und der Vater musste seine Töchter nicht verkaufen. Aus diesem Grund werden auch heutzutage noch in bestimmten Gebieten Schuhe oder Strümpfe bereitgelegt, auf das am nächsten Tag ein Präsent darin zu finden sei.
Nikolaus von Myra war unter anderem Schutzpatron von Pilgern, alten Menschen, Schülern und Kindern. In vielen Erzählungen lobt oder beschenkt Nikolaus die guten Kinder, unartige wurden gerügt und bekamen seine Rute zu spüren. Aus dem Schutzpatronat über die Kinder und dem Loben und Tadeln leitet sich der heutige Brauch ab.
Wer den echten Nikolaus einmal «sehen» will, muss nach Süditalien nach Bari fahren, dort liegen seine Reliquien. Im 11. Jahrhundert raubten italienische Kaufleute die angeblichen Gebeine des heiligen Nikolaus aus der St. Nikolaus Kirche bei Demre und überführten sie nach Italien, wo sie sich noch heute in der eigens dafür erichteten Basilika San Nicola befinden.
Aus dem Schwarzwald
Für uns Basler ist klar: Der Santiglaus kommt aus dem Schwarzwald, völlig egal, wenn andere behaupten er sei am Nordpol oder in Lappland zuhause. Ein vermuteter Grund dafür sind Holzfäller, die früher im Schwarzwald arbeiteten und das gerodete Holz flussabwärts nach Basel transportierten. Für diese gefährliche und anstrengende Arbeit brauchte es ein Schutzpatron – den heiligen St. Nikolaus.