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Beim Menschen wird die Muskulatur auf einer ersten Differenzierungsebene in zwei Muskelfasertypen unterteilt. Die sogenannten Slow-Twitch-Fasern (langsam und rot) und Fast-Twitch-Fasern (schnell und weiss). Vereinfacht gesagt, entsprechen die Slow-Twitch-Fasern der Muskulatur des Marathonläufers und Fast-Twitch-Fasern der des Sprinters. Dabei ist seit langem bekannt, dass die roten Muskelfasern (u.a. aufgrund des höheren Myoglobins- und Mitochondrium Gehaltes) deutlich besser mit Sauerstoff versorgt werden als die weissen.
Weshalb ist dies nun für die Ernährung interessant?
Der Sauerstoff steht bei der Energiebereitstellung im Zentrum. So wird für die Fettverbrennung mehr Sauerstoff benötigt als für die Kohlenhydrate. Den Grund dafür finden wir in der Biochemie. Die organische Verbindung der Kohlenhydrate (z.B. Glukose = C6H12O6) liefern nämlich mehr Sauerstoff als die der Fette (z.B. alpha-Linolensäure = C18H30O2).
Betrachten wir nun also den Muskelfasertypen einer Person isoliert, dann sollte sich jemand mit vermehrt langsamen Muskelfasern eher an einer Low Carb Ernährung (High Fat) orientieren. Wohingegen eine Person mit vermehrt schnellen Muskelfasern tendenziell eher von einer High Carb (z.B. vegan) Ernährung profitiert.
Leider ist es jedoch nicht so einfach. Denn neben der muskulären Genetik wird der Sauerstofftransport auch von vielen weiteren Faktoren, wie z.B. Training, Alltagsstress, Herz-Kreislaufsystem etc. beeinflusst.
So verschlechtert sich zum Beispiel bei einem Marathonläufer der Sauerstofftransport, wenn dieser viel Stress im Alltag oder schlecht geschlafen hat. Soll heissen an solchen Tagen sollte selbst bei einem Langstreckenläufer (mit gutem Fettstoffwechsel) die Kohlenhydratzufuhr durch den Tag und auch um das Training erhöht werden.
PS: Da es sich bei sämtlichen Athleten (ausser Scott Jurek) im Film “The Game Changers” um Schnellkraftsportler mit vermehrt Fast-Twitch-Fasern handelt dürfte dies mit ein Grund sein, weshalb die Sportler so stark von einer pflanzenbasierten Ernährung profitiert haben.
Benjamin Signer