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Der Lebensraum des Ufers bildet ein Übergangsbiotop zwischen Wasser und Land. Hier kommen zum einen Landtiere ans Wasser, zum anderen Wasservögel und amphibische Tiere ans Ufer. Viele Insekten verbringen einen Teil ihres Lebens im Wasser und benötigen für den Ausstieg Röhricht oder Gehölze am Ufer.
Im Auftrag der AKV wurden 96 von total rund 150 Kilometern des Seeufers systematisch bewertet. Dabei wurden vier Ufertypen unterschieden: „flach“, „mittelsteil“, „steil“ und „sehr steil“.
Die Gesamtbewertung zeigt, dass sich weite Teile des Seeufers in einem unbefriedigenden Zustand befinden. Mehr als 40 Prozent des Ufers sind künstlich oder naturfremd. Etwa ein Viertel des Ufers kann als natürlich (oder naturnah) bezeichnet werden. Allerdings ist der Zustand von einem Fünftel des gesamten Ufers nicht bekannt, so dass genauere Aussagen schwierig sind.
Unbefriedigend sind insbesondere die Verbauungen: Etwa die Hälfte der gesamten Uferstrecke ist mit Mauern und Blockböschungen versehen. Auch die Vernetzung der Lebensräume weist Mängel auf. Bei anderen Kriterien (z.B. „Veralgung“, „Substrat in der Flachwasserzone“) waren nur selten Mängel festzustellen.
Naturnahe Uferbereiche befinden sich vorwiegend an langen, unbeeinflussten Steiluferabschnitten, die sich nicht zur Nutzung für den Menschen eignen.
Das Potenzial für Aufwertungen der Ufer am Vierwaldstättersee ist gross. Die Anliegerkantone sind zukünftig gefordert, konkrete Aufwertungsmassnahmen zu planen und umzusetzen. Im Rahmen der revidierten Gewässerschutzgesetzgebung des Bundes sind kantonale strategische Planungen für die Revitalisierung der Seeufer zu erstellen und in die Richt- und Nutzungsplanung zu integrieren.