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Erstmals seit dem Beginn der Ukraine-Krise reisten der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Amtskollege Jean-Marc Ayrault in den umkämpften Osten des Landes. Bei einem Besuch in der von Regierungseinheiten kontrollierten Stadt Kramatorsk forderten Steinmeier und Ayrault von Russland und der Ukraine weitere Fortschritte beim Friedensprozess.
"Wir werden uns bemühen, die bestehenden Differenzen zwischen Russland und der Ukraine zu einer Lösung zu bringen", sagte Steinmeier. Ayrault brachte ein Gipfeltreffen zwischen Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine "so bald wie möglich" ins Spiel.
Aus Moskau hiess es dazu, Präsident Wladimir Putin sei zu erneuten Verhandlungen auch schon im Oktober bereit. "Es muss aber über die konkrete Umsetzung des Minsker Friedensabkommens gesprochen werden", sagte Regierungssprecher Dmitri Peskow. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, zentrale Punkte des Abkommens zu ignorieren.
Der ukrainische Aussenminister Pawel Klimkin sagte beim Treffen mit Steinmeier und Ayrault, die prowestliche Führung in Kiew vertraue Moskau nicht. Aber es müsse trotzdem alles getan werden, um "Minsk umzusetzen". Weitere Gespräche könnten nächste Woche bei der UNO-Vollversammlung in New York stattfinden.
In dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Konflikt zwischen ukrainischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten wurden nach Angaben der Vereinten Nationen schon etwa 10'000 Menschen getötet. Die Separatisten hatten die neue Waffenruhe angekündigt.
Steinmeier und Ayrault hatten am Mittwoch die Regierung in Kiew zur Zustimmung bewegt. Die Feuerpause ist zunächst auf sieben Tage befristet. Ziel ist ein dauerhafter Waffenstillstand.
Der französische Aussenminister betonte auch die Notwendigkeit, in der Ostukraine Kommunalwahlen abzuhalten. Zudem müsse das Parlament ein Gesetz zu Kommunalwahlen und dem Status des Donbass einbringen.
Gemäss den Minsker Abkommen, die unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs geschlossen worden waren, soll die Ukraine ihre Verfassung ändern, um den Regionen im Osten mehr Autonomie zu geben. Dies stösst bei vielen ukrainischen Abgeordneten aber auf Ablehnung.
(SDA)