Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/2437

Geschichte
TAVERNE – POSTSTATION – LÄBIHUS
1617 beginnt der Bau der Taverne zu Buchsi die heute, nach einer bewegten Vergangenheit zum Läbihus geworden ist. Das sagen uns die Ergebnisse der Dendroanaslyse.
1616 beginnt der 30-jährige Krieg und ein grosser Teil Europas versinkt im nicht enden wollendem Chaos. Die Alte Eidgenossenschaft und damit auch der „der Kanton“ Bern kann sich weitgehend aus den Konflikten raushalten, prosperiert und wird zur Friedensinsel.
Vierhundert Jahre Hausgeschichte, eine lange Zeit.
Im Herbst/Winter 1617/18 wurde das Bauholz geschlagen und im folgenden Frühjahr mit dem Bau begonnen. Die Geschichte des Hauses kann also bis 1617 zurück verfolgt werden.
Darum soll 2017 ein Festjahr werden. Feste sind für die Läbihus Betreiber und Benützer Meilensteine geworden-
Das Haus war nie eine Schaal das heisst nie ein Schlachthaus, auch wenn das ältere Buchser immer noch so sehen. Es war eine Taverne mit einer Poststation der Fischerschen Post während den ersten Jahre.
Beat Fischer von Reichenbach lebte von 1641 bis 1698. Er kann also, wie immer wieder behauptet wird, nicht der Erbauer gewesen sein. Er kaufte das Haus im späteren 17 Jahrhundert. Hundert Jahre später veräusserte es sein Sohn und Nachfolger. Während dieser Zeit diente es als Poststation. Reisende wurden damals auf der Nord-Süd-Verbindung, das heisst von Norditalien bis Norddeutschland, von den Postboten begleitet und reisten wie diese zu Pferd. In der Taverne bewirtete ein Pächter Postboten und Reisenden.
Nach der Verlegung der Nord-Süd-Verbindung im Raume Münchenbuchse wurde auch die Poststation verlegt. Die Taverne blieb und erlebte bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts viele Pächterwechsel. Sie verkam zeitweise zur Spelunke. 1957 fand eine Urnenabstimmung statt, die das Schicksal des alten Wirtshauses Buchsee bestimmte, in welches im Hinblick auf einen möglichen Abbruch nichts mehr investiert worden war. Der Souverän entschied mit 262 zu 137 Stimmen für den Kaufvertrag. Massgebend war wohl der grosse Umschwung und die Aussicht, die alte Taverne landwirtschaftlich zu nutzen.
Erneute Abbruchverhandlungen fanden 1981 statt. Der grosse Gemeinderat beschloss mit Stichentscheid des Präsidenten den Gesamtabbruch. Aufgrund dieses knappen Entscheides beschloss der Gemeinderat, das Volk entscheiden zu lassen.
Dank dem grossen Einsatz der Arbeitsgruppe Pro «Alte Schaal» und der Einsicht einer Mehrzahl der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger konnte der Abbruch verhindert werden.
1982 schloss die Einwohnergemeinde Münchenbuchsee mit Dorothe und Herbert Frutiger einen Baurechtsvertrag ab. Frutigers werden verpflichtet, das Haus nach baulichen Vorgaben der Denkmalpflege zu renovieren und zu erhalten. Sie bewohnen es mit ihrer Familie und entwickeln es zum Kurs- und Begegnungsort.
Damit wird das Haus von der alten Schaal zum Läbihus – ein Haus in dem Leben, Arbeiten und Spielen eine Einheit bilden.
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses zeigt, dass das, was wir heute als Philosophie beschreiben, in diese Geschichte eingebettet ist. Das Läbihus war beispielsweise immer ein Haus der Begegnung. Es stand immer etwas außerhalb des Dorfes, früher als Taverne noch mehr, als heute in seiner Funktion als Begegnungszentrum und Beherbergen der KITA Läbihus. Und es war als Teil der Nord-Südverbindung grenzüberschreitend
Eine alte Nord-Süd-Verbindung und der Anfang der Post
Roland Petitmermet
Kurz nach der mühsamen Durchschreitung des versumpften Urtenmooses stand auf der Höhe das freundliche Tavernenwirtshaus. Unterhalb am Bachlauf hört man das Schaufelrad der alten Buchseemühle klappern. Sehr wahrscheinlich liessen es die Postherren selber an dieser Stelle bauen. Doch ist über die Zeit seiner Entstehung überhaupt nichts, über sein Aussehen und seinen Betrieb wenig genug zu erfahren.
Als im Jahre 1775 die Strassenarbeiten im Grauholz beendet wurden, war die alte Nord-Südverbindung, die an der Taverne vorbeiführte, bald nutzlos. Der Postverkehr benützte die neue zehn bis zwanzig Meter breite Strasse, die von der Hauptstadt bis an die bernische Grenze hinausführte.
Buchsee konnte noch bis Ende 1775 per Postkutsche erreicht werden. Auf der neuen Strecke verkehrten nun leichtere und schnellere Kurswagen, die sogenannten Cabriolets und Diligencen und die langsameren und billigeren Transportwagen, die man Messageries oder Coches nannte.
Mit dem Verschwinden der alten Kursstrecke über Buchsee erlosch auch das Interesse der Postherren an ihrem Wirtshaus.
Am 7. März 1775 verkaufte Ludwig Emanuel von Fischer Reichenbach sein Wirtshaus zu Buchsee seinem bisherigen Lehenwirt Johann Roth von Grossaffoltern. Im Jahre 1804 hatte die kantonale Regierung keine Verwendung mehr für ihr Wirtshaus an der Mühlestrasse in Buchsee. «Es sei», so berichteten die Beauftragten, «für Fremde ganz unbewohnbar und für die Zufahrt von Kutschen sei es unschicklich.» 1808 wurde das Wirtshaus neu aufgebaut, im Stil, den wir auch heute noch vorfinden.
Nach zahlreichen Pacht- und Wirtewechsel sah man mit Sorge einer Wirtshausschliessung entgegen.
Als jedoch die Dorfgemeinde von der neuen Staatsstrasse Bern/Biel hörte, stellte sie den Antrag für eine Patentüberschreibung vom alten Wirtshaus auf eine neue Liegenschaft an dieser Strecke. Vor Inbetriebnahme des neuen Wirtshauses musste jedoch über das Schicksal des alten Hauses an der Mühlestrasse entschieden werden. 1848 wurde es für 13 500 Franken an den Gemeindeschreiber Benedicht Häberlin versteigert. Den Hafnerstock übernahm der Hafner Johann Häberli für 800 Franken. Die «Schaal», das ehemalige Schlachthaus, ging für 4 500 Franken an Jacob Hess, einen Vieharzt. Das bisherige Schulhausstöcklein, genau in der Strassenlinie stehend, musste abgerissen werden. Der bisherige Lehenwirt durfte noch bis Ende April im alten Wirtshaus verbleiben.
Am 23./24. November 1957 fand eine Urnenabstimmung statt, die über das Schicksal des alten Wirtshauses Buchsee bestimmen sollte, in welches im Hinblick auf einen möglichen Abbruch nichts mehr investiert worden war.
Der Souverän entschied mit 262 zu 137 Stimmen über den Kaufvertrag bezüglich des landwirtschaftlichen Heimwesens für Herrn Ernst Bütigkofer.
Erneute Abbruchverhandlungen fanden 1981 statt. In der Sitzung des grossen Gemeinderates vom 10. September stimmten 19 Ratsmitglieder für den Abbruch der Scheune und den Stallteil bzw. weitere 19 Ratsmitglieder für den Gesamtabbruch. Mit dem Stichentscheid des Präsidenten wurde der Abbruch beschlossen. Aufgrund dieses knappen Entscheides beschloss der Gemeinderat, das Volk entscheiden zu lassen.
Mit der Gründung des Komitees «Pro alte Schaal» tauchte ein Hoffnungsschimmer am Horizont auf.
Die alte Schaal ist eines der letzten Hochstudhäuser in der Gegend.
Das dreihundertjährige Haus ist deshalb schützenswert und sollte unter Denkmalschutz gestellt werden.
Dank dem grossen Einsatz der Arbeitsgruppe Pro «Alte Schaal» und der Einsicht einer Mehrzahl der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger konnte der Abbruch verhindert werden.
Aus 39 BewerberInnen kommt das Läbihus-Projekt in die engere Wahl und so ereignet sich der Glücksfall: das Abbruch-Objekt alte Schaal erwerben sich Dorothe und Hörbi Frutiger zu einem symbolischen Preis: 1 Franken, im Baurecht, d.h. sie haben die Pflicht, es nach baulichen Vorgaben der Denkmalpflege zu renovieren und zu erhalten, gleichzeitig das Recht, es als Wohn- und Bildungshaus öffentlich zu nutzen. Der Baurechtsvertrag hat Gültigkeit für 79 Jahre. Damit wird das Haus offiziell von der alten Schaal zum Läbihus umbenannt – ein Kurszentrum, in dem Leben, Arbeiten und Spielen eine Einheit bilden sollen.
Ergebnisse der hauseigenen „Geschichtsforschung“
hörbi frutiger
EINLEITUNG
Was hat mich eigentlich bewogen, “ Läbihusforschung“ zu betreiben? Ich weiss es nicht so genau. Gwunder“ vielleicht? Oder die Faszination, den Läbihus Alltag mit dem Tavernen Alltag zu vergleichen? Kinderlachen mit Gläserklirren, Kinderlärm mit Gaststubenlärm…
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses zeigt, dass das was wir heute als Philosophie beschreiben, in diese Geschichte eingebettet ist. Das Läbihus war beispielsweise immer ein Haus der Begegnung, stand immer etwas außerhalb des Dorfes, früher als Taverne, heute zum mindesten im Bewusstsein vieler Buchser als Institution, war als Teil der Nord-Südverbindung grenzüberschreitend.
ERSTE BEGEGNUNG MIT DER GESCHICHTE DES (LÄBI)HAUSES
Schon als wir dh Dani Rhyner, Dodo und ich das LÄBIHUS BUECHLI verfassten, wurde uns klar dass die historische Daten die wir suchten schwer zu finden sind. Uns standen nur die wenigen, zum Teil ungesicherte Daten, aus dem Band „Eine alte Nord-Süd-Verbindung und der Anfang der Post“ siehe oben
EINE FALSCHE ANNAHME UND DIE KORREKTUR MEINER ROMANTISCHEN VORSTELLUNGEN
Eine seiner zentralen Aussagen Petitmermet, die er allerdings auch infrage gestellt hat, wonach Beat Fischer von Reichenbach als Betreiber der Fischerpost der Erbauer der Taverne zu Buchsi, sozusagen der Vater des Läbihus sein soll, habe ich bereits angezweifelt, als ich das erste mal im Staatsarchiv nach Informationen zur Entstehungsgeschichte suchte. Diese Annahme erwies sich definitiv als falsch. Die Taverne gab es bereis, als die Fischerpost 1675 den Betrieb aufnahm.
Daraus ergab sich für mich eine wesentliche Korrektur meiner, ich gebe es zu, etwas romantischen Vorstellung über die Vergangenheit. Auf der Nord-Süd Verbindung haben mindestens im Mittelland keine Postkutschen verkehrt, die Personen befördert hätten. Möglicherweise einfach Transport Fuhrwerke. Das bedeutet, dass damals im Läbihus keine Fahrgäste abgestiegen, sondern „nur“ Postboten, allerdings oft in Begleitung von Reisenden zu Pferd, Fährleute, Wanderer, Söldner, Beamte usw
Die Auflage, dass die Postboten der Fischerpost gelegentlich Reisende mitnehmen und für sie Pferde bereithalten musste, wollte von Fischer immer mal wieder aus dem Vertrag kippen. Das Reisen war damals sehr beschwerlich, nicht nur abenteuerlich sondern manchmal auch gefährlich. Daraus ergab sich wohl auch viel Verantwortung und die daraus resultierende Haftung für sein Unternehmen.
Mehr zu Beat von Fischers eindrücklicher Gestalt und zur Wirkung der Fischerpost auf die Geschichte des Hauses später.
BIS 27.0KTOBER 1657 UND NICHT WEITER
Lassen wir uns in die Zeit vor dem Zeitabschnitt FISCHERPOST vor 1675 zurück versetzen.
Ein Dokument vom 27. Oktober 1657 übersetzt von Christian Hostettler. Ich danke ihm als Schriftsachverständiger und Vincens Barthlome Historiker auf dem Staats Archiv bei dieser Gelegenheit herzlich. Inhaltlich geht es dabei um die Rückgabe von Teilen des offensichtlich konfiszierten Wirte Patents an Johann Waibel d.h. das wiedererlangte Recht „Reisenden Spis und Trank abzugeben und sie notfalls zu beherbergen“. Das Patentrecht wird ausdrücklich nicht wieder ausgestellt. Was diese Entzug bedeutet wissen wir nicht. Ebenso wenig kennen wir den Grund warum die Regierung der Stadt und Republik Bern dem Tavernen Wirt zu Buchsi das Wirte Patent entzogen hat. Leider fanden sich bis jetzt keine älteren Dokumente in denen wir Hinweise hätten finden können. Die Geschichte liess sich folglich auch nicht weiter zurückverfolgen. Es blieb nur die Möglichkeit, das Alter durch eine Dendrochronolgische Analyse bestimmen zu lassen.
DENDROCHRONOLOGISCHE ANALYSE DER ORIGINALEN BAUSUBSTANZ ANHAND VON HOCHSTÜDEN UND BEIFIRST
Die 2013 erstellte Analyse zeigt auf, dass die originale Bausubstanz auf Herbst/Winter 1617/18 zurückgeführt werden kann. Mit dem Falldatum wird nach damaligen Gepflogenheiten auch das Baudatum bestimmt. Die Geschichte des Läbihus kann somit bis ins Jahr 1617 zurück verfolgt werden.
Darum wurde 2017 ein Jubiläumsjahr und wir feierten denn auch den vierhundertjährigen Geburtstag festlich.
GESCHICHTSDATEN
Erster Standort der Johanniter in der Schweiz 1180 bis 1528 (Reformation)
Im 17. Jh. wütet im Deutschen Reich der Dreissigjährige Krieg
Sonnenkönig Ludwig der 14. in Frankreich
Meliation und Restauration Helvetische Republik
1648 Bau des ersten Schulhauses in Buchsi
1685 Beginn der Hugenottenverfolgung in Frankreich
FEHLERQUELLEN
Hoby Geschichtsforscher produzieren trotz seriöser Arbeit Fehler weil sie oft nicht gesicherte Daten verwenden müssen. Das gilt für mich noch viel mehr, als für Roland Petitmermet. Meine emotionale Betroffenheit erschwert oder verhindert zudem objektive Berichterstattung.
Beispiele:
Das Datum der Kellerinschrift am Eingang zum Gewölbekeller habe ich lange im Zusammenhang mit dem ganzen Gewölbekeller interpretiert. Ein Dokument, eingesehen im Staatsarchiv zeigt aber, dass es sich nur um eine neue Türfassung zum Preise von 7 Kronen handelt.
Den Hof Brunnen mit der sichtbaren Jahrzahl 1909 habe ich von einem Bauern erstanden und an seinem jetzigen Standort wieder aufgebaut. Heute existier die Jahrzahl bereits im Inventar der Gemeinde, als wäre der Brunnen für das Haus gebaut worden.
Altdeutsche Schrift mit sehr persönlicher Prägung sind nur mit Fachkompetenz und einem grossen Zeitaufwand zu verstehen und zu interpretieren.
AUS DEM CHORGERICHTSMANUAL VON MÜNCHENBUCHSE
„October 11. (1635) ist Chorgericht gsin und angezeigt worden, dass Baschi Frutig zu Seedorf dem Bat Bill ein Ross versegnet (verzaubert) habe, sol derhalben künftig erschynen und sich versprechen. Item so sol ouch fürbotten werden Catri Stempfli, Rudi Küngs Frouwen, wegen ires unbeschnittenen Lestermuls.“
„October 18. Baschi Frutig von Seedorf ist erschinen, het aber der Sägnerey halben nit wellen bestendig seyn. Ist derhalben erkent worden, man sölle flyssig nachforsche, ob er sölches niemalen getriben habe und ist syn Sach bis dato einmal yngestellet wurde. Rudi Küngs Frauw aber hat verheyssen Besserung und soll irathalben flyssig geachtet werden, dass sy nit mehr so schwere (fluche), oder aber sy werde nach Beschaffenheit der Sache gestraft werden.“
AUS DER TAVERNEN-ZEIT
Die Lesenswirte bekamen vom Postbetreiber den Auftrag, an der Haltestelle für die Verpflegung der Boten und anderen Reisenden, für den Pferdewechsel und für die Hilfeleistungen zur Überwindung der beschwerlichen und gefährlichen Stellen zu sorgten. Sie wurden angehalten für Hilfeleistungen ein Knüppelfahrzeug bereit zu halten. Dieser Wagen wurdeVier-oder sechsspännig
Nach der Römerzeit folgten die Strassen nicht mehr den Talböden. Höfe, Weiler und Dörfer wurden meistens auf Anhöhen gebaut. So führte der Weg zum Läbihus nicht über die heutige Mühlestrasse, sondern vom Moos über die Anhöhe des Seilenwegs.
BEAT VON FISCHER VON REICHENBACH 1641 – 1698
Geboren in einer Regierungsberechtigten Patrizierfamilie.
Herausragende Gestalt mit einer faszinierenden Bibliographie.
Mitglied des Grossen Rates, Vermehrung der Kornhäuser, Münzprägungsanstalt, Salzhandel, Waisenhaus, Einkauf von Brotgetreide, Seidenraupenzucht
1680 Landvogt von Wangen
1995 Kleiner Rat (die eigentliche Regierung) Sekelmeister = Finanzminister
Schöne Künste, Körperbewegung, Stiftungen
Brauerei, Ziegelei, Gasthaus Tanne in Zollikofen, Zapfenwirtschaft in Lotzwil
Landespostmeister im Herzogtum Württemberg als Auszeichnung für den Aufbau des Postwesens auch ausserhalb der Eidgenossenschaft.
Söhne: Beat Rudolf, Samuel, Heinrich Friedrich
Aufbau der und Residenz im Schloss Reichenbach
Zur FISCHERSCHEN POST 1675 bis 1782
Verbindung der Handelshäuser: Zürich, St.Gallen, Schaffhausen und Basel durch reitende Boten die auch Post mitbrachten.
Mittelland: Solothurn – Aarberg – Payerne – Lausanne
St.Gallen – Genf fünf Tage alle vierzehn Tage
1675 überraschte Bern seine eidgenössischen Nachbarn, dass er das Recht habe Briefe und Waren über das bernische Gebiet zu befördern. Das POSTREGAL wird an die Burger verpachtet.
Der Postvertrag mit Beat von Fischer wurde am 21.Juni 1675 abgeschlossen .
Erweiterung der Post: Splügen, Gotthard, Grossen St. Bernhard
Von London, Amsterdam, Paris bis Mailand, Turin ,Venedig
1700 Vertragsablauf, die Bernische Regierung will auf eigene Rechnung wirtschaften, ohne Erfolg. 1708 verpachtete die gleiche Regierung wieder an die Nachkommen von Fischer.
DIE VERÄNDERUNGEN WELCHE DIE NEUE STRASSENFÜHRUNG MIT SICH BRACHTE 1742 BI3 1775
Ab 1742 förderte die Regierung den Strassenbau sehr intensiv. 1750 begann die Stadt Bern mit dem Bau des Aargauerstaldens, für die damalige Zeit ein imposantes Bauvorhaben. 1753 wurde mit dem Bau der Strasse durch das Grauholz begonnen die später bis in den Aargau führte mit einer Abzweigung im Sand nach Solothurn.
1875 ging der Ausbau seinem Ende entgegen. 10 bis 12m breit mit festem Untergrund, teilweise mit Bäumen versehen.
Die Boten wurden angewiesen die neuen Strassen zu benützen. Ab 17 rollten die ersten POSTKUTSCHEN (Diligences) und die Gepäckfuhrwerke der Fischerpost.
Mit der neuen Strassenführung erlosch das Interesse der Postherren an ihrem Wirtshaus. Am 7.März 1775 verkauft Ludwig Emanuel Fischer an seinen Lehenswirt (Pächter) Johann Roth.
Bereits 1782 kaufte die Stadt Bern die Taverne vermutlich weil in ihren Rebgüter zu viel Wein produziert wurde.
BUCHSI VERSINKT IN DIE VERGESSENHEIT
Das Dorf war nie so verlassen während der 300 Jahre dauernden Anwesenheit der Johanniter, nie so abgeschnitten wie nach der Aufgabe des alten Nord-Süd- Weges zu Gunsten der neuen Grauholzstrasse.
EMANUEL VON FELLENBERG VON HOFWIL 1825
Er musste sich einen eigenen Weg bauen lassen um ins Berner Rathaus zu gelangen. Vorläufer der heutigen Bernstrasse (Lochrüttiwald – Zollikofen – Länggasse – Kappelisacker – Grauholzstrasse – Untertorbrücke von wo er hoch zu Pferde ins Rathaus gelangte.
Neue Postzustellung durch oft schlitzohrige Stümpelboten. Amtliche Schriftstücke durch amtliche Expressen, rotgewandet und unzuverlässig.
DAS HAUS IST NICHT MEHR DIE TAVERNE DIE ES WAR
Es versank mit Buchsi und wurde von mehren Lehenswirten betrieben. Die Taverne wurde zum mindesten währen gewissen Zeiten wohl eher zur Spelunke.
Erst im Jahre 1847 wurde die Gemeinde Münchenbuchsee durch einen täglich verkehrenden Kurierwagen auf der neuen Staatsstrasse wieder mit Bern und Neuenburg verbunden und erhielt nach langen Jahren wieder eine eigene Postablage.
VERKAUF DES WIRTSHAUSES AN DIE RECHTSAMENGEMEINDE MÜNCHENBUCHSEE 1804
Die kantonale Regierung hatte keine Verwendung mehr für das Wirtshaus an der Mühlestrasse und verkaufte es an die Rechtsamengemeinde von Münchenbuchsee. Diese verpachtete es an Lehenswirt Friederich Müller. Er starb 1808 und seine Witwe übernahm die Pacht und lies das Haus renovieren. Das Ergebnis entspricht in etwa der heutigen Form.
Bis 1843 wurde weiter gewirtet. Wohl eher schlecht als recht. Da mussten z.B. mal bei einem Pachtwechsel an die 130 Fensterscheiben (Butzenscheiben) geflickt werden.
Ab 1846 wurde das Wirtshauspatent für das neue Gasthaus Bären, an der renovierten Strasse Bern – Biel, Standort Moosgasse, verwendet. (Vorläufer des heutigen Bären)
Auf 1848 lässt sich das Ende der langen Tavernen Geschichte datieren. Sie wurde versteigert und in den folgenden Jahren landwirtschaftlichen genutzt.
Rückblickend lässt sich sagen, das die Geschichte des Hauses wesentlich durch Verkehrswege und ihre Verlagerung geprägt worden ist. Wenn es reden könnte, würde es uns wohl auch von den damit verbundenen Existenzängsten berichten. Mal war es dem Verfall nahe, Pächter kämpften gegen den finanziellen Untergang, in seinen Eingeweiden wurde in späteren Jahren recht unsorgfältige verändert und schlussendlich sollte es weggeputzt werden.
DIE ENTWICKLUNG VOR DEM GEPLANTEN ABBRUCH bis 1988
Über die Zeit der landwirtschaftlichen Nutzung ist wenig bekannt obwohl sie verglichen mit der vorangehenden langen Geschichte zeitlich nahe liegt. Zeugen der Veränderung sind sicher der abgesägte Hochstud inklusive Missachtung der statischen Gegebenheiten um Raum für die Lagerung der Futtermittel zu gewinnen. Oder die Veränderung des Weinkellers in einen Gemüsekeller inklusive Zerstörung des alten Tonbodens.
Das Bauern hat dem Haus nicht unbedingt gut getan. Anfangs 20. Jh. wurde immer weniger Landwirtschaft betrieben und der bauliche Zustand verschlechterte sich zunehmend. Wichtig war der Gemeinde scheinbar nur noch das zugehörige Land als Überbauungsreserve.
DER GEPLANTE ABRUCH 1978
Entstehen sollte eine unterirdische Militärische Kommandozentrale ALST, da wo heute die Siedlung Seilerweg. Vorgesehen war einer Eingangsrampe für Lastwagen. Für Rampen Einfahrt, Zugang für die Truppe und Parkplätzesollte die Alt Schal und ihre direkte Umgebung dienen. so die Hohen Herren der Armeeführung Bereich. Darum sollte das alte Haus abgerissen werden.
Durch den Bau der ALST wäre die Gemeinde von der Pflicht, Truppenunterkünfte zur Verfügung zu stellen, befreit worden. Ein gesundes Fressen.
Das hirnverbrante Vorhaben war mit neuen Planvorgaben immer noch aktuell, als wir im Läbihus einzogen. Wir habe es nie ernst genommen.
VERHINDERUNG DES ABBRUCHS 1981
Pro „Alte Schaal“, ein quer durch alle Parteien gemischtes Komitee führte einen sehr engagierten Abstimmungskampf. Als Abbruchbefürworter profilierte sich Exponenten der SVP. Die Öffentlichkeitsarbei redigierte unser späterer Nachbar Werner Köbeli. Der Styl gleicht unverkennbar dem der heutigen SVP.
O Ton in etwa: Die Alte Schaal wird der Einwohnergemeine nie etwas einbringen, nur hohe Kosten verursachen.Nicht Alles was alt ist, muss erhalten bleiben.
Ralität: Baurechtszins Einamen über Jahre, ohne dass die EG dafür Gegenleistungen erbringen muss. Das Läbihus wurde 2011 durch Beschluss des Regierungsrates ins Inventar der Geschützten Kulturaltertümer aufgenommen.
VOLKSABSTIMMUNG 1981
Knapper Entscheid gegen den Abbruch. Ohne den engagierten des Pro Alte Schaal Komites würde es das Läbihus nicht geben, Dank heigit!
Was nun? Gemeinde hat die finanziellen Mittel nicht oder will sie nicht haben um den auf zwei bis drei Millionen geschätzten Renovationsaufwand zu leisten.
Ausschreibung Ich erinnere mich noch gut an die Begehung im maroden Haus.
Auflösung Pro „Alte Schaal“ 1883 1022.80 gehen nach Rechnungsabschluss ans Läbihus.
BAURECHTSVERTRAG VERTRAGSSCHLIESSUNG 10. SEPTEMBER 1982 UND UMBAU
Kaufpreis 1 Franken
Aktueller Baurechtszins: 3560.25 pro Quartal
Vertragsdauer 80 Jahre
ENTWICKLUNG BIS ZU DOD’S TOD 2004
Spielgruppe und Ausbildung
Schulprojekt 1998
Unfall nach der Orientierungssitzung bezüglich Schulprojekt mit dem Gemeinderat.
Ende des angelaufenen Schulprojekts 1998, Neuorientierung und Ausschreibung des Läbihus als Projekt, beispielsweise für Therapeutische Wohngemeinschaften, Beratungsstellen ect
GRÜNDUNG DER KITA 2001
12 Kinder Mietvertrag 01.10.2001 Vertragsdauer 5 Jahre
ERWEITERUNG DER KITA 2011
Umbau 2
24 Kinder Mietvertrag 01.07.2011 Vertragsdauer 10 Jahre
WEITERE HISTORISCHE DATEN ZUR GESCHICHTE
Vielleicht geht es Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser so wie mir und sie sind gwunderig geworden, möchten noch mehr erfahren? Dann müssen sie unbedingt in den „Beiträgen zur Geschichte von Münchenbuchsee“ weiter lesen. Die 25 Heften, verfasst von Roland Petitmermet und herausgegeben von der Einwohnergemeinde Münchenbuchsee sind eine wahre Fundgrube. Sie können die Hefte bei der Gemeindeschreiberei Münchenbuchsee beziehen.