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(Kt. Zürich,
Bez. Dielsdorf).
474 m. Gem. und Pfarrdorf, am N.-Fuss der
Lägern und
am Eingang ins
Wehnthal; 3 km nw.
Dielsdorf. Station der Linie
Zürich-Oberglatt-Niederweningen. Postbureau, Telegraph, Telephon. 63
Häuser, 318 reform. Ew.
Acker- und Wiesenbau. Einzelfunde aus römischer Zeit. Der
Ort gehörte den Freiherren von
Regensberg und kam 1409 an die Stadt
Zürich. Er war ein Bestandteil der Landvogtei
Regensberg, bildete aber mit
Niederweningen und
Murzeln eine besondere
Gerichtsbarkeit. Seit der Reformation war die Gemeinde eine Filiale von
Niederweningen, deren Diakon die kirchlichen Geschäfte
besorgte. 1706 wurde an Stelle der
Kapelle eine Kirche gebaut und 1710 die Gemeinde zur selbständigen Kirchgemeinde erhoben.
Die Kollatur gehörte dem Domstift Konstanz und kam 1805 an Zürich.
1285: Schephelstorf; vom althochdeutschen Personennamen
Scafilo herzuleiten.
Dorf: 88
Häuser, 667 Ew.
Acker- und Obstbau, Viehzucht und Milchwirtschaft. Je eine Baumwollspinnerei, Hemden- und Wäschefabrik, Schuhwarenfabrik,
Holzwollenfabrik, Dachschindelnfabrik und Korbwarenfabrik.
Mechanische und Mühlenbauwerkstätten,
Sägen und grosse
Mühlen.
Steinbruch. Altes
Schloss, ehemals Sitz der Edeln von Schöftland und 1660 neu erbaut.
(Kt. Uri).
Grossartige und schaurig wilde, allgemein bekannte Felsschlucht der
Reuss zwischenAndermatt
und
Göschenen, durch welche die Gotthardstrasse hindurchführt. Diese steigt gleich hinter
Göschenen (1109 m) ziemlich steil
an, überschreitet eine
Brücke und lässt den n. Eingang zum Gotthardtunnel links unter sich liegen, um dann in die eigentliche
Schlucht einzutreten. Hier zieht sie sich zwischen kahlen und hohen, oft nahezu oder ganz senkrecht
aufstrebenden Felsmauern hin und setzt hinter einer 60 m langen Gallerie in 1358 m über die jetzige
Teufelsbrücke, unterhalb
welcher noch einige Reste der im August 1888 eingestürzten alten
Brücke gleichen Namens sichtbar sind.
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In der Nähe bildet die Reuss einen prachtvollen Wasserfall und befindet sich das in die Felswand eingehauene sogenannte Russendenkmal,
ein 12 m hohes Kreuz mit einer Inschrift in russischer Sprache, die an die zwischen den Russen Suwarow's und den Franzosen 1799 hier
gelieferten blutigen Kämpfe erinnert. Weiter oben durchzieht die Strasse die durch Festungsanlagen geschützte
engste Stelle der Schlucht und tritt dann in das sog. Urnerloch ein, eine 64 m lange, 4 m hohe und 5 m breite Gallerie (1415
m), nach deren Verlassen man auf einen Schlag das freundliche und ebene Wiesengelände des Urserenthales wie ein liebliches
Idyll vor sich liegen sieht.
Das Urnerloch ist vom Baumeister Pietro Morellini aus Lugano in den Jahren 1707/1708 durch den Fels gebrochen worden und hat
die alte, aussen an der Felswand an Ketten über der schäumenden Reuss hängende «Twerenbrücke» ersetzt, die 1707 von einem
Hochwasser weggerissen worden war. In ältester Zeit benutzte man einen sehr steilen Fussweg, der aus
der Schöllenen den Bätzberg hinanklomm und so auf recht mühselige Art ins Urserenthal hinaufführte. Nach diesem in den
Fels gehauenen Weg hat die Schlucht auch ihren romanischen Namen (scaliones = Felsstufen, von scala = Stufe, Treppe) erhalten.
Die ganze Schlucht ist 45 km lang und in grobbankige Protogine eingeschnitten, die im Allgemeinen steil
nach S. einfallen, häufig aber auch eine flache, NNW. fallende Bankung zeigen. Oberhalb der Gallerie auf der linken Seite
der Reuss und im grossen Teufelsthal auf der rechten Seite findet sich eine etwa 300 m mächtige Einlagerung von serizitischen
Gneisen, die von aplitischen Gängen durchzogen sind. Der Protogin hört an der s. Oeffnung des Urnerloches
auf und macht dann allmählig der spitzen Sedimentmulde des UrserenthalesPlatz (vergl. Prof. C. Schmidt im Livret-Guide géolog.Lausanne 1894). S. auch den Art. St. Gotthard.