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"Foxcatcher": Das Interview mit Steve Carell
Wir trafen den Schauspieler am Cannes-Filmfestival und sprachen mit ihm über seine falsche Nase, den Wandel vom Blödelbarden zum ernstgenommenen Schauspieler sowie den heiklen Stoff von "Foxcatcher".
Man kennt Steve Carell hauptsächlich als Spassvogel aus Filmen wie Anchorman und The 40 Year Old Virgin. Doch schon in Filmen wie Little Miss Sunshine und The Way, Way Back durfte er mal seine ernste Seite zeigen. So extrem wie in Foxcatcher sah man den US-Amerikaner bisher aber noch nicht. In dem Drama gibt Carell den unberechenbaren John du Pont und verblüfft alle mit seiner Performance, welche ihm eine Oscarnomination eingebracht hat. Mit falscher Nase gibt er den Milliardär, welcher für die beiden Schultz-Brüder zum Verhängnis wird. Wir trafen ihn vergangenen Mai anlässlich der Weltpremiere am Cannes-Filmfestival.
Channing sagte mir, dass er froh war, als die Dreharbeiten vorbei waren. Was war für dich das Härteste am ganzen Projekt?
Das Schwierigste war es zu verarbeiten, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Da zum Beispiel der Ringer Mark Schultz noch lebt, verlangte es von uns, sehr respektvoll mit dem Material umzugehen.
Wie lange dauerte es, bis du das Make-up aufhattest?
Ganze drei Stunden.
Wie war es damit zu arbeiten?
Es fühlte sich nicht gross störend an. Wir probten aber auch viel vor dem Drehstart. Stolze sechs Monate dauerte diese Testphase, wo wir verschiedene Make-up-Arten ausprobierten.
Was dachtest du, als der Filmstart wenige Wochen vor dem Kinostart im Dezember um mehrere Monate verschoben wurde?
Es war nötig, denn der Film war nicht fertig. Ich war in keiner Weise enttäuscht, denn Foxcatcher ist Bennett Millers Baby und ich vertraue ihm blind.
Im eher düsteren Film gibt es eine sehr lustige Szene, in der John du Pont und Mark Schultz (Channing Tatum) Kokain nehmen. Habt ihr da zuvor was genommen?
(lacht) Nein, das haben wir nicht. Aber es war eine jener Szenen, in der Bennett Miller sagte, wir sollen nicht auf das Skript achten, sondern einfach miteinander agieren. Wir versuchten das bei vielen Szenen, aber am besten ging das in jener Szene.
Hoffst du, dass Foxcatcher zu deinem The Truman Show wird? Jim Carrey schaffte mit diesem Film ja die Transformation vom Blödelbarden zum erstgenommenen Schauspieler.
Hierzu habe ich mir gar keine Gedanken oder Hoffnungen gemacht. Ich suche meine Rollen nicht aus, um anderen Leuten etwas zu beweisen. So simpel es klingt, ich wollte einfach mit Regisseur Bennett Miller arbeiten und jetzt bin ich sehr froh, dass der Film so toll aufgenommen wird.
Foxcatcher läuft in den Schweizer Kinos.