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Rigi und Pilatus beherrschen die Aussicht von Meggen über den See. Das gegensätzliche Paar hat die Reisenden seit dem 16. Jahrhundert auf unterschiedliche Weise angezogen. Verkörperte die Rigi mit ihren sanften Hängen die Schönheit der Bergwelt, so symbolisierte der rauhe Pilatus ihre Erhabenheit.
Der Pilatus, von dessen Gipfel die zwei Forschungsreisenden mit Fernrohren über See und Bergwelt blicken, ist auch ein Symbol der Horizonterweiterung im Zeitalter der Aufklärung. Im Mittelalter als Hort von Drachen und Lindwürmern gefürchtet, verkörperte seine Bezwingung 1555 durch den Gelehrten Conrad Gessner den wissenschaftlichen Aufbruch. Er war der erste Schweizer Berg, dem ein eigenes Buch und Relief gewidmet wurde. Die Reisen der Forscher zu Gipfeln wie dem Pilatus hatten Pioniercharakter. Eine breite Reisetätigkeit entstand jedoch erst mit dem Aussichtstourismus, in dessen Zentrum die Rigi stand.
Bereits im Mittelalter hatte der Fischfang in der Nahrungsversorgung der Stadt- und Landbevölkerung rund um den Vierwaldstättersee einen grossen Stellenwert. In den fischreichen Gebieten am Ufer durfte deshalb nicht frei gefischt werden. Sie unterstanden herrschaftlichen Fischereirechten (Fischenzen).
Neben Klöstern und der Stadt Luzern verfügten auch Horw, Meggen, Greppen und Weggis über das Recht, klar abgesteckte Fischgründe zu befischen. Streitereien gab es vor allem in den Grenzbereichen der Fischenzen wie etwa zwischen Meggen und Hertenstein. Neue Fangmethoden mit Treibnetzen sowie das Schneiden des Schilfs, dem Laichplatz vieler Fische, zu Verwendung als Stallstreue bewirkten im 18. Jahrhundert einen starken Rückgang des Fischbestandes. In Meggen blieb die Fischerei neben der Landwirtschaft bis ins 19. Jahrhundert Haupterwerbsquelle. Heute leben in Meggen nur noch zwei Betriebe von der Berufsfischerei.