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Riesiges Hochdruckgebiet
Trotz Hochdruckeinfluss gab es heute gebietsweise Wolken und recht starken Wind. Den Details dazu gehen wir im heutigen Beitrag auf den Grund.
Wetterlage
Ein kräftiges Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Osteuropa war heute für unser Wetter bestimmend. Das Hoch hatte eine ungewöhnlich grosse Ausdehnung - es erstreckte sich von Finnland nach Osteuropa und weiter westwärts über den Alpenraum und Frankreich bis zu den Azoren und weiter auf den Atlantik hinaus. Im Bereich der Azoren war allerdings eine Schwachstelle auszumachen. Hier sorgte ein sich abschwächendes Frontensystem für ausgedehnte Bewölkung und etwas Niederschlag.
Im Alpenraum war zwar eindeutig der Hochdruckeinfluss dominierend. Das seit Tagen mehr oder weniger stationäre Tiefdruckgebiet im westlichen Mittelmeerraum hatte allerdings einen gewissen Einfluss. Es sorgte heute vor allem in den mittleren und oberen Schichten der Atmosphäre für eine zunehmende Südostströmung und teils auch eine Anfeuchtung.
Nebel und Hochnebel
Wie es sich für November gehört, lag heute über weiten Teilen vom Flachland und den Voralpen anfangs Nebel oder Hochnebel. Meist handelte es sich um Hochnebel, dieser hatte eine Obergrenze von 1200 bis 1500 Metern. In der Nordwestschweiz lag hingegen Nebel, er hatte eine Obergrenze von etwa 400 Metern.
Teils kalter Morgen, milder Nachmittag
Während in der Deutschschweiz die Temperaturen in der Nacht dank Bise und baldiger Hochnebelbildung lediglich auf +2 bis knapp -2 Grad gesunken sind, gab es in den schneebedeckten Hochtälern dank klarem Himmel und Windstille strengen Frost.
So wurden am Flugplatz Samedan -18 und in Andermatt -14 Grad gemessen. Diese Werte sind für die erste Novemberhälfte im Übrigen nicht ungewöhnlich. Um beispielsweise in Samedan die Top 10 Werte zu erreichen, müsste die Minimumtemperatur -22.9 Grad betragen, Platz eins wird erst bei -26.8 Grad egalisiert…
Tagsüber erfolgte vor allem oberhalb der Inversion und in einigen Föhntälern eine markante Erwärmung. Die höchsten Werte wurden mit 16.2 Grad in Visp gemessen, gefolgt von 13 Grad in Göschenen und 12.6 Grad in Disentis.
Praktisch gleich milde Verhältnisse herrschten mit einem Maximum von knapp 12 Grad in Chur (556 m) und auf dem Pilatus (2106 m). Betrachtet man den vertikalen Temperaturverlauf in der Ballonsondierung unten, ist der Wert vom Pilatus nicht weiter erstaunlich:
Anfeuchtung am Walliser Alpenhauptkamm - Guggiföhn im Berner Oberland
Mit dem zunehmenden Südostwind erfolgte im Tagesverlauf am Walliser Alpenhauptkamm (und auch im Tessin) eine Anfeuchtung. Somit gerieten die hohen Gipfel zunehmend in Wolken. In der zweiten Nachmittagshälfte fiel stellenweise sogar etwas Schnee.
Wie so häufig bei südöstlicher Anströmung machte sich im Jungfraugebiet der Guggiföhn bemerkbar. Mitte Nachmittag setzte er auf dem Lauberhorn ein und erreichte Böenspitzen von 80 bis 100, kurz vor Sonnenuntergang sogar 126 km/h (Quelle: Kachelmannwetter) - für Guggiföhn allerdings relativ zahme Werte…
Namensgeber von diesem regionalen Föhnphänomen ist übrigens der Guggigletscher unterhalb vom Jungfraujoch. Der Guggiföhn gehört mit regelmässig gemessenen Böenspitzen in Orkanstärke zu den extremsten Wettererscheinungen im Alpenraum. Die höchste Böenspitze der relativ kurzen Messreihe vom Lauberhorn datiert mit 252 km/h vom 14. Februar 2008. Am 21. Februar 2004 wurde eine Böe von 246 km/h registriert (Quelle: MeteoGroup).
Auch sonst frischte der Südostwind in den Bergen vielerorts auf. In den exponierteren Lagen wie beispielsweise dem Titlis wurden Böenspitzen von 60 bis gut 85 km/h gemessen.