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Mord an maltesischer Journalistin: Schleppende Aufklärung
Der brutale Mord an Daphne Caruana Galizia hat im November 2017 die Aufmerksamkeit der europäischen Öffentlichkeit auf Malta gelenkt. Die Journalistin war zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahrzehnten bedroht worden, weil sie immer wieder zu Korruptions- und Geldwäscheaffären von Politiker*innen und Geschäftsleuten recherchiert hatte. So war sie unter anderem an der Aufdeckung der sogenannten Panama-Papers beteiligt und recherchierte zu Verbindungen des damaligen Ministers Konrad Mizzi und des Stabschefs des Ministerpräsidenten, Keith Schembri mit Briefkastenfirmen in Panama und Neuseeland. Die sehr schleppend verlaufenden Ermittlungen zum Mord an Caruana Galizia führten im Dezember 2017 zur Festnahme der drei mutmasslichen Bombenleger. Die Hintergründe blieben allerdings bis vergangenes Jahr unklar. Zwar vermutete unter anderem die Familie von Daphne Caruana Galizia, dass hochrangige Poltiker*innen den Mord mindestens gedeckt hatten. Indizien für politische Verstrickungen lieferte allerdings erst die Festnahme Melvin Theumas. Theuma wurde – im Austausch für Informationen – mittlerweile begnadigt und belastete den maltesischen Geschäftsmann Yorgen Fenech. Einen Tag nach Theumas Festnahme versuchte Fenech, auf seiner Yacht zu fliehen, wurde aber festgenommen. Ein komplexer Fall, denn Fenech steht über eine Briefkastenfirma wiederum in Verbindung mit den mittlerweile zurückgetretenen Regierungsmitgliedern Mizzi und Schembri. Einige der nach wie vor offenen Fragen soll der Prozess gegen Yorgen Fenech liefern, der am heutigen Montag – nach einer Corona-Pause – fortgesetzt wird. Nora Wehofsits ist Advocacy Officer beim European Centre for Press and Media Freedom und beobachtet die Ermittlungen seit 2017. Mit ihr haben wir bereits am Samstag darüber gesprochen, ob der Prozess diesen Anforderungen gerecht werden kann.