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Für fünf Lebensräume sind nationale Biotopinventare in Kraft: Hoch- und Übergangsmoore, Flachmoore, Auengebiete, Amphibienlaichgebiete sowie Trockenwiesen und -weiden. Ein Grossteil der Objekte muss dringend saniert werden. Das BAFU stellt entsprechende Handlungsempfehlungen zur Verfügung.
Seit 1987 gibt es mit dem Artikel 18a des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) eine Grundlage für die nationalen Biotopinventare. Die Inventare haben zum Ziel, die Lebensräume bedrohter Tiere und Pflanzen wirksam zu schützen. Der Bundesrat bezeichnet nach Anhörung der Kantone und weiterer Anspruchsgruppen die Biotope von nationaler Bedeutung, bestimmt die Lage und legt die Schutzziele fest. Die fünf Inventare wurden zwischen 1991 und 2010 etappenweise in Kraft gesetzt.
Die Biotopinventare sind regelmässig zu überprüfen und zu bereinigen. Bei Revisionen der Inventare werden zwei Konsultationen bei den Bundesämtern sowie eine schweizweite öffentliche Vernehmlassung, insbesondere bei den Kantonen, Verbänden, Parteien und Kommissionen durchgeführt. Die letzte Revision der Bundesinventare der Biotope von nationaler Bedeutung fand zwischen 2017 und 2021 statt.
Die Umsetzung der Inventare ist Aufgabe der Kantone. Sie treffen zur Erreichung der Schutzziele die geeigneten Schutz- und Unterhaltsmassnahmen.
Bundesinventare
Folgende Inventare sind in Kraft:
Die inventarisierten Biotope von nationaler Bedeutung gehören zu den Kerngebieten und sind damit ein wichtiger Bestandteil der ökologischen Infrastruktur.
Stand der Umsetzung
Die Umsetzung von Schutz und Unterhalt und die damit verbundene langfristige Sicherung der Objekte (Gebiete) obliegt den Kantonen. Solange sie die erforderlichen Massnahmen nicht getroffen haben, gelten die Objekte als nicht umgesetzt, und die Kantone müssen dem Bund regelmässig Bericht erstatten.
Die Auswertung der nach 2010, 2014 und 2018 vierten Umfrage zum Stand der Umsetzung (2021) bei den Kantonen zeigt, dass die Umsetzung nach wie vor stark in Verzug ist: Bei 75% der gut 7'100 nationalen Biotopobjekte ist die Umsetzung ungenügend. Bei 8% ist sie fortgeschritten. 17% aller Objekte gelten als vollständig umgesetzt. Seit der letzten Umfrage hat sich der Stand leicht verbessert – die ab 2017 eingeführten Sofortmassnahmen zeigen erste Wirkungen.
Für keinen Biotoptyp ist die Umsetzung abgeschlossen; in allen Kantonen besteht noch Handlungsbedarf. Zum Teil sind die Umsetzungsdefizite sehr gross.
Wirkungskontrolle
Biotopschutz Schweiz (WBS), das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) erfassen seit 2012 mit einer Wirkungskontrolle Veränderungen in den Biotopen von nationaler Bedeutung.
Die Ergebnisse dokumentieren, dass sich die Biotope von nationaler Bedeutung negativ verändern: Es findet eine Verschlechterung der ökologischen Qualität statt.
Sanierungsbedarf
Die Qualität und Vernetzung vieler Gebiete von nationaler Bedeutung sind ungenügend. Die Biodiversität ist deshalb auch in diesen Schutzgebieten rückläufig. Dies widerspricht dem heute geltenden Recht.
Es besteht dringender Sanierungsbedarf für
- 80 % der Hochmoore
- 30 % der Flachmoore
- 30 % der Auen
- 25 % der Amphibienlaichgebiete
- 20 % der Trockenwiesen und -weiden
Im Auftrag des BAFU wurde ein Konzept erarbeitet, das einen Überblick über die Aufwertung der Biotope von nationaler Bedeutung gibt und eine Entscheidungshilfe für eine Prioritätensetzung liefert.
Konzept zur Aufwertung der Biotope von nationaler Bedeutung (PDF, 282 kB, 21.01.2013)Expertenbericht zu Handen von Bund und Kantonen. Im Auftrag des BAFU
Kosten Biotopinventare
Für den gesetzeskonformen Schutz und Unterhalt der fünf Biotopinventare von nationaler Bedeutung braucht es gemäss einer Studie jährlich 126 Mio. Franken sowie einen einmaligen Betrag von 1.6 Mrd. Franken für Sanierungen. Dieser Betrag steht heute nicht zur Verfügung.
Weiterführende Informationen
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Recht
Letzte Änderung 08.12.2022