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Cremo verliert 32 Tonnen Käse
Im Jahr 2020 lieferte der Freiburger Konzern mehr als 32 Tonnen Gruyère und Emmentaler nach England - in die Finger von Betrüger.
Alles begann im Dezember 2019, als ein Verantwortlicher für Handelsoperationen von Cremo eine E-Mail von einer gewissen "Nathalie" erhielt. Die Betrügerin, die sich als Einkaufsmanagerin im Namen der britischen Handelskette Harrods ausgibt, bietet dem Freiburger Unternehmen "eine dauerhafte Partnerschaft" an, wie eine Recherche der Zeitung Le Temps am Dienstag enthüllte.
32 Tonnen Käse verschwunden
Am 20. und 30. Januar wurden zwei Bestellungen getätigt, eine dritte im Februar 2020. Insgesamt gingen 32,7 Tonnen Käse an angebliche Unternehmen nach England. Die Laibe wurden in Lagerhäusern in der Nähe von London angeliefert, um wahrscheinlich "auf dem Schwarzmarkt in Lebensmittelgeschäften in allen Ecken des Vereinigten Königreichs weiterverkauft zu werden", merkt der Artikel von Le Temps an.
In der Affäre verlor Cremo rund eine Halbe Million Franken, was gute 15 Prozent des Jahresumsatzes entspricht, die das Unternehmen jedoch nicht in seinem Jahresbericht erläutert.
Strafanzeige gegen Unbekannt
Cremo reichte 2020 eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Betrugs ein. Die Freiburger Staatsanwaltschaft pausierte das Verfahren jedoch im November 2021, dies nach achtzehnmonatigen Ermittlungen. Sie feststellte, dass die Täter "von und auf dem Hoheitsgebiet Grossbritanniens" gehandelt hatten. Die Staatsanwaltschaft liess den britischen Behörden Informationen zukommen, um sie zu Ermittlungen zu veranlassen.
Die Cremo hat sich bisher nicht zu dem Fall geäussert.