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Übersicht
- Einfluss von Gefühlen auf die Beurteilung von Straftaten
- Hemisphärendominanz bei unbewusster Wortverarbeitung
- Das Geheimnis der Schönheit
Einfluss von Gefühlen auf die Beurteilung von Straftaten
Ziel unserer Untersuchung war es, herauszufinden, ob Versuchspersonen die bei der Beurteilung normabweichenden Verhaltens durch eine gleichzeitig auszuführende Doppelaufgabe daran gehindert werden, ihre Gefühle zu kontrollieren, härtere Strafen fordern als Versuchspersonen, die nur mit der Beurteilung der Straftaten beschäftigt sind. 64 Versuchspersonen wurden vier Bedingungen zugeteilt. Die Unterschiede bestanden im Affektgehalt der Geschichten und einer manuellen Ablenkung (Tapping). Es gibt keinen signifikanten Unterschied mit und ohne Tapping in der Beurteilung des Strafmasses. In beiden Fällen wurde das Strafmass als leicht zu hoch eingeschätzt. Bei der Urteilsbedingung mit hohem Affektgehalt wird das Urteil als angemessener empfunden. Es besteht auch keine Interaktion. Die durchgeführten postexperimentellen Tests gaben keinen Aufschluss über relevante Störvariablen. Für differenziertere Resultate sollte man das Strafmass für die Tat der Vignetten neu definieren.
- Einfluss von Gefühlen auf die Beurteilung von Straftaten
- Einfluss von Gefühlen auf die Beurteilung von Straftaten (Poster)
Hemisphärendominanz bei unbewusster Wortverarbeitung
In der kognitiven neurowissenschaftlichen Forschung wurde nachgewiesen, dass die beiden Hemisphären in unterschiedlicher Weise an der unbewussten Sprachverarbeitung beteiligt sind. In dieser Studie untersuchen wir die Asymmetrien bei der Verarbeitung von unterschiedlich bedeutungsassoziierten und unterschiedlich abstrakten Wörtern im linken und rechten Gesichtshalbfeld. Zu diesem Zwecke unterzogen wir eine anfallende Stichprobe von 10 Versuchspersonen einem E-Prime-Experiment mit 3 verschieden stark semantisch assoziierten Wortpaaren (nicht-indirekt-stark), 2 verschiedenen Worttypen (abstrakt-konkret), 2 verschiedenen Positionen im Gesichtshalbfeld (links-rechts), und einem langen Prime-Target Intervall von 750 msec (SOA). Zwischen den verschiedenen Bedingungen liessen sich insgesamt zwar keine signifikanten Unterschiede, aber doch deutliche Trends zu schnelleren und akkurateren Wortverarbeitungen im rechten Gesichtshalbfeld und bei bedeutungsverwandten Wortpaaren feststellen. Im Bereich des linken Gesichtshalbfeldes fand sich eine ungewöhnliche asymmetrische Interaktion mit besonders schnellen Reaktionszeiten bei abstrakten und nur indirekt bedeutungsassoziierten Wortpaaren. Unsere Hypothese, dass sich bei der Wortverarbeitung Asymmetrien zwischen rechts und links finden lassen, wurde bestätigt: nur nicht im erwarteten Ausmass und nicht überall in der erwarteten Richtung. Die Interaktion im linken Gesichtshalbfeld jedenfalls ist sehr ungewöhnlich und verdient weitere Beachtung.
Das Geheimnis der Schönheit
Ein Frauengesicht muss einen gewissen Anteil an kindlichen Merkmalen aufweisen, um attraktiv zu sein. Und, ist ein Gesicht schön, braucht es wenig zusätzliche kindliche Merkmale, um noch schöner zu werden.
In der vorliegenden Arbeit brachten 20 Versuchspersonen auf einer Skala von null bis hundert fünf Frauengesichter mit 0% bis 50% Kindchenschema, davon zwei gemorphte und drei orignale, in eine Attraktivitätsreihenfolge.
Ein erster Test zeigte, dass sich schon verschiedene Gesichter ohne hinzugefügte kindliche Merkmale in der Attraktivitätsbewertung signifikant voneinander unterscheiden, wobei das Durchschnittsgesicht aller als attraktiv bewerteten Frauen als das Schönste eingestuft wurde, das Durchschnittsgesicht aller mit einbezogenen Frauen aber nur an vierter Stelle zu liegen kam.
Ausserdem zeigte sich, dass die verschiedenen Gesichter und die verwendeten Prozentanteile an kindchenhafter Merkmale miteinander korrelieren, jedoch das Kindchenschema allein, keinen Einfluss auf die Attraktivitätseinstufung hat. Das heisst, dass künstlich hinzugefügte Merkmale ein Gesicht attraktiver machen. Und es wurde nachgewiesen, dass Durchschnittsgesichter weniger zusätzliches „Kind“ brauchen, um attraktiver zu erscheinen, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass bereits ein höherer Anteil kindlicher Merkmale in ihnen enthalten ist.
Im dritten und letzten Test wurde der zwar vorhandene, aber nicht signifikante Geschlechtereffekt, der die verschiedene Bewertung von Mann und Frau erfasst, herausgearbeitet.