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Eine kleine Geschichte der CloudUhr
Die Cloud ist aus der heutigen Businesswelt nicht mehr wegzudenken. Unternehmen wie AWS, Google und Microsoft haben deren Entwicklung massgeblich geprägt. Das erste System, das heute als "Cloud" bezeichnet würde, stammt aber von einer anderen Firma.
Heute läuft nichts mehr ohne die Cloud, weder privat noch geschäftlich. Unternehmen wie AWS, Google, Microsoft und andere haben die Technologie zu dem gemacht, was sie heute ist. Das erste Cloud-ähnliche System stammt aber von keinem dieser grossen Firmen.
Frühe 1990er Jahre: Die Cloud erscheint
Die Bezeichnung "Cloud" tritt das erste Mal im Zusammenhang mit dem Internet auf. Das Internet wurde damals in Patent-Diagrammen wie eine Wolke dargestellt.
1995: erstes Cloud-artiges System
Das Forschungszentrum GMD (heute Fraunhofer FIT) stellt mit dem BSCW (Basic Support for Cooperative Work) ein System vor, das heute als Cloud bezeichnet werden würde. User konnten webbasierte Dokumente in Ordner hochladen und mit anderen teilen.
1998: Weiterentwicklung
Das Fraunhofer Spin-Off Orbiteam wird gegründet, um BSCW weiterzuentwickeln und zu vertreiben.
2004: Mit Facebook wird online gepostet und gespeichert
Facebook wird gegründet und erlaubt online das Speichern und Posten von Fotos, Videos und anderen Formaten.
2006: Amazon Elastic Compute Cloud
AWS startet im März Amazon S3 (Amazon Simple Storage Service), ein frühes Infrastructure-as-a-Service-Angebot (IaaS). Im August desselben Jahres lancierte das Unternehmen die Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2). Darauf konnten User Daten speichern und neu auch verarbeiten.
2007: Cloud für Dropbox
Dropbox wird gegründet und erlaubt den Austausch grosser Dateien über eine Cloud.
2008: Googles App Enginge
Google kündigt seinen ersten Cloud-Computing-Service an: App Engine, eine Plattform, um Web-Applikationen zu entwickeln und zu hosten.
2009: AWS Region und Alibaba Cloud
AWS baut in Irland sein erstes Rechenzentrums-Cluster ("AWS Region") ausserhalb der USA. Alibaba Cloud erblickt das Licht der Welt.
2010: Die Cloud nimmt Form an
Dropbox verlässt die Betaphase und wird in der ersten stabilen Version 1.0 veröffentlicht. Google lanciert Google Cloud Storage. Microsofts Windows Azure Platform ist kommerziell erhältlich.
2012: Cloud auf dem Radar von Schweizer CIOs
Roche migriert 90’000 User auf Google-Anwendungen, womit das Thema "Cloud" das erste Mal auf breiter Basis in das Bewusstsein Schweizer CIOs rückt. Swisscom lanciert sein eigenes Cloud-Angebot (DCS) durch Reselling von Terremark-Produkten und eine Partnerschaft mit Nirvanix. Google lanciert Google Compute Engine, eine IaaS-Lösung, um Linux Virtual Machines (VM) zu nutzen.
2013: Oracle wird cloudifiziert
Oracle schliesst seine Datenbank an die Cloud an. IBM übernimmt den Web-Hoster Softlayer, um eine eigene Cloud-Division zu formen.
2014: Von Windows Azure zu Microsoft Azure
Aus Windows Azure wird Microsoft Azure. Später im Jahr gibt das Unternehmen Einblick in Azure Machine Learning (ML).
2015: Application-Cloud, DT PAI und Amazon Machine Learning
Swisscom lanciert mit der Application-Cloud ein Platform-as-a-Service-Angebot (PaaS) in der Schweiz. Alibaba Cloud lanciert in China seine Datenanalyse-Plattform DT PAI, die von einer künstlichen Intelligenz (KI) betrieben wird. AWS kündigt die Plattform Amazon Machine Learning Service an, die Entwicklern auch ohne Vorwissen helfen soll, smarte datengetriebene Applikationen zu kreieren. Später im Jahr lancierte AWS ausserdem AWS IoT, seine Managed-Cloud-Plattform für das Internet of Things (IoT).
2016: IBM Quantunm Experience
IBM startet das Programm "IBM Quantum Experience", in dessen Rahmen Interessierte über die Cloud Zugriff auf einen 5-Qubit-Quantencomputer erhalten. In den kommenden Jahren werden die zur Verfügung gestellten Quantencomputer leistungsfähiger. Interessierte können über die Cloud Algorithmen testen und mit Quantenprozessoren experimentieren.
2017: Enterprise Service Cloud und Amazon Sagemaker
Swisscom lanciert die Enterprise Service Cloud, eine Schweizer IaaS-Lösung in einer Private Cloud. AWS stellt Amazon Sagemaker vor, eine ML-Plattform, auf der Entwickler ML-Modelle kreieren, trainieren und einsetzen können.
2018: mehr Cloud auf dem Markt
Swisscom geht strategische Partnerschaften mit Microsoft und AWS ein, um sein Global-Public-Cloud-Geschäft zu stärken. Die Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) Microsoft Azure IoT Central wird generell verfügbar und soll Entwicklern unterstützen, IoT-Anwendungen zu kreieren und zu managen. Auch Google lanciert eine Management-Plattform für IoT: Google Cloud IoT Core. Oracle bringt eine autonome Datenbank auf den Markt, die sich selbst patcht, abstimmt und verwaltet. Alibaba Cloud lanciert eine Blockchain-Plattform, um Entwicklern das Kreieren von Blockchain-Anwendungen zu erleichtern. Ausserdem partnert das Unternehmen mit der Chinese Academy of Sciences, um zusammen einen Quantenprozessor zu bauen. Die Rechenleistung des Prozessors soll Interessierten per Cloud zur Verfügung gestellt werden, wenn das Projekt soweit ist. IBM benennt Softlayer zu IBM Cloud um.
2019: mehr Cloud und RZ für die Schweiz
Microsoft startet die Beta für Azure Quantum. Damit sollen User per Azure Cloud Zugriff auf Quantencomputing erhalten. Ausserdem startet das Unternehmen seine Schweizer Cloud. Auch Google eröffnet seine Schweizer Cloud-Region. Oracle eröffnet sein erstes eigenes Rechenzentrum in der Schweiz.
2020: Amazon Braket
AWS bringt Amazon Braket auf den Markt. Damit erhalten User per Cloud Zugriff auf Quantencomputing und Quantencomputer-Simulatoren. Ausserdem kündigt das Unternehmen mit der AWS-Region Europe (Zurich) seine ersten Rechenzentren in der Schweiz an. Die neue Region soll 2022 an den Start gehen.