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Der Begriff Patchwork stammt aus dem Englischen. Patch heisst Flicken und Patchwork bezeichnet somit Flickenarbeit oder Flickwerk. Bereits 1'000 Jahre vor Christus haben die Ägypter solche Decken aus den Häuten der Gazellen hergestellt. Beim ältesten gefunden Werk handelte es sich um ein Bahrtuch, welches für die Bahrung eines Verstorbenen benutzt wurde. Im Laufe der Geschichte wanderte diese Verarbeitungsweise, Tierhäute und Stoffreste zu verwerten, durch Europa. So verwendete man diese Technik oft auch, um Unterkleider von Rittern herzustellen. Zum einen als Schutz und zur Verteilung des Drucks der Rüstung, zum anderen als Schutz vor Kälte. Im 14ten Jahrhundert kam es in Europa zu einer erheblichen Klimaänderung. Die Winter wurden plötzlich bitter kalt. So begann man aus Stoffresten Tücher herzustellen, welche man mit Federn, Wolle, Tierhaaren oder Gras füllte. In Südeuropa, wo die Winter nicht so hart waren, begann man die Stoffresten dekorativ zu nutzen, um Kleider, Bettüberzüge und dekorative Elemente zu gestalten. In England und Holland wurde das Verarbeiten von Stoffresten zu einem Geschäft. Die kunstvoll genähten Gewänder und Decken wurden von Generation zu Generation weitergegeben oder teuer verkauft. Von diesen beiden Ländern aus wanderte die Technik mit den Siedlern in die Vereinigten Staaten. In den zuletzt genannten zwei Ländern wurde die Technik immer weiter verbessert und wurden Patchworks immer mehr als Kunsthandwerk betrieben, um Wandschmuck oder Decken zu erstellen. Der ursprüngliche Zweck der Resteverwertung wurde Patchwork im Laufe der Zeit immer weniger gerecht.
Im sozialen Gebrauch verwenden wir heute oft den Begriff Patchwork Familie. Dies sind Familien, bei welchen Eltern sich trennen und mit einem neuen Partner mit eigenen Kindern zusammenziehen und so zu einer neuen Familie werden.
Nun knöpfen wir uns aber das Spiel vor.
Das Spiel - Spielziel
Wir versuchen nicht den schönsten, sondern den komplettesten Flickenteppich zu erstellen und dabei möglichst viele Knöpfe, welche die Währung in diesem Spiel bilden, zu verdienen.
Obwohl das Spiel in einer kleinen Schachtel Platz findet, benötigen wir zum Aufbau etwas mehr Platz als man es erwartet. in der Mitte liegt die Zeitleiste, welche zweiseitig bedruckt ist. Welche Seite man nutzt, ist Geschmackssache. Beide Seiten bestehen aus gleich vielen Feldern. Die Spielfelder sind als einzelne Flicken zu erkennen. Regelmässig tauchen Knöpfe auf der Zeitleiste auf und auch lose Flicken. Auf das Startfeld platzieren wir je unseren Zeitstein (grün und gelb).
Rund um das Zeittableau legen wir zufällig die 33 Flicken in einem Kreis ab. Ausserdem legen wir die 5 Spezialflicken auf die dafür vorgesehenen Stellen auf dem Spielplan. Das Sonderplättchen "7X7" legen wir vor den Spielplan ab. Die neutrale Spielfigur platzieren wir zwischen das kleinste Plättchen und dem im Uhrzeigersinn folgenden Plättchen.
Jeder Spieler legt vor sich das Spielbrett in seiner Farbe ab. Diese Fläche soll möglichst lückenfrei vernäht werden und nimmt sich 5 Knöpfe aus der Bank. Ausserdem wird ausgeknobelt, wer der Startspieler ist. Danach ist immer der Spieler am Zug, welcher auf der Zeitleiste weiter vom Ziel entfernt ist. Es ist also gut möglich, dass ein Spieler mehrere Züger hintereinander machen kann. Wer am Zug ist, hat mehrere Möglichkeiten:
Kaufen eines Flickens: Man hat die Wahl aus den drei folgenden Flicken, welche die neutrale Spielfigur im Uhrzeigersinn erreichen kann. Wenn ich mich für einen Flicken entscheide bezahle ich Knöpfe und Zeit, welche jeweils in einem kleinen Preisschild auf den Flicken angegeben sind. Ausserdem stelle ich die neutrale Spielfigur auf die nun entstandene Lücke, womit der nachfolgende Spieler mindestens einen neuen Flicken zur Auswahl hat, aber allenfalls auch Flicken nicht mehr auswählen kann, welche übersprungen wurden. Den gekauften Flicken legt man auf den Spielplan. Es entsteht dabei etwas das Gefühl von Tetris beim Zusammensetzen der Decke.
Knöpfe erwerben: Wenn kein Flicken gekauft werden kann oder die Auswahl nicht dem Wunsch entspricht, kann man Knöpfe erwerben. Für jeden Schritt, den ich auf der Zeitleiste mache, bis ich den vor mir stehenden Zeitmarker des Gegners überspringe, erhalte ich einen Knopf.
Wenn auf der Zeitleiste ein Knopf übersprungen wird, folgt automatisch eine Knopfwertung beim aktiven Spieler. Er erhält so viele Knöpfe, wie er auf seiner Flickenarbeit eingearbeitet hat.
Wenn ein Spieler als erstes über einen einzelnen Flicken springt, erhält er diesen, um eine Lücke in seiner Decke zu füllen.
Falls es einem Spieler während des Spieles gelingt, eine vollständige Fläche von 7 auf 7 Feldern zu erstellen, bekommt er das Sonderplättchen (7X7). Dieses kann am Ende des Spiels gegen 7 Knöpfe getauscht werden.
Das Spiel endet, wenn beide Zeitsteine auf dem letzten Feld gelandet sind. Es werden die Knöpfe gezählt. Von diesem Resultat zieht man für jedes unbelegte Feld seiner Ablage 2 Knöpfe ab.
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Das Spielmaterial ist wertig und auch das Design gefällt mir. Besonders deshalb, weil es das Thema gut einzufangen vermag. Es handelt sich hier um ein Patchwork im ursprünglichen Sinn, mit dem Zweck der Restverwertung von Stoffen. Die Farben entsprechen jener Zeit äusserst gut.
Die Spielregeln sind einfach gehalten und geben die wenigen Regeln gut und verständlich wieder. Wenn nur alle Anleitungen so wären.
Sofort hatte ich die Hintergrundmusik von Tetris in den Ohren, als ich die Anleitung gelesen habe. Das Spiel beinhaltet aber neben diesem schönen Mechanismus noch vieles mehr. So ist der Umgang mit den Knöpfen gut zu planen. Welches Teil überlasse ich meinem Gegner? Wie komme ich zu den kleinen Flicken? Soll ich mehr Zeit oder mehr Knöpfe ausgeben um einen Flicken mit mehreren Knöpfen darauf zu kaufen oder nehme ich nur ein kleineres ohne Knöpfe, welches gerade gut in eine Lücke passt? Es gibt viele Entscheidungen zu treffen, obwohl ich pro Spielzug nur 4 Möglichkeiten habe (aus drei Flicken auswählen oder Knöpfe kaufen).
Der Glücksfaktor ist vorhanden, aber nur in einem kleinen Ausmass.
Man hat alles unternommen, um das Gefühl entstehen zu lassen, eine Decke zu nähen. Dies wurde sehr gut umgesetzt.
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Das Thema und die Farben der Schachtel und der Flicken dürften den einen oder andern zu Unrecht abschrecken.
Bewertung
8 1/2 von 9 Jockern
Für mich das beste 2-Personenspiel seit Lost Cities
Das Spielgefühl wird gut vermittelt. Wenn ich ein Teil auf meinem Tableau vernähen muss, sehe ich leider die folgenden Flicken nicht mehr. Also muss ich mir die folgenden Teile vor dem Kauf gut einprägen. Die Bedienung ist aber einwandfrei und es gehört zu den besseren Umstzungen eines Brettspiels auf das iPhone oder iPad.