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Einführung Basisstufe Volksschule
Der Regierungsrat unterbreitet dem Landrat eine Änderung der Verordnung über die Volksschule, mit welcher den Gemeinden die Einführung von Basisstufen an der Volksschule ermöglicht wird. Die Änderung soll per 1. August 2013 (Schuljahr 2013/2014) in Kraft treten.
Die Basisstufe ist ein integratives Schulorganisationsmodell. (Bild: zvg)
Die Basisstufe ist ein integratives Schulorganisationsmodell, welches den Kindergarten und die ersten beiden Primarschuljahre verbindet, worüber jede Gemeinde selbst entscheidet. In Basisstufen-Klassen werden 20 bis 26 Kinder von vier bis acht Jahren in Klassen gemeinsam unterrichtet. Die Basisstufe kann in drei bis fünf Jahren durchlaufen werden. Zwei Lehrpersonen unterrichten gemeinsam (Teamteaching) mit einem Pensum von rund 150 Prozent und decken grundsätzlich die gesamte schulische Förderung ab. Der Unterricht erfolgt nicht mehr nach Jahrgängen getrennt. Die beiden Lehrpersonen unterrichten in der Regel gleichzeitig an fünf Halbtagen während rund dreieinhalb Lektionen. Am Nachmittag findet der Unterricht mit einer Lehrperson in ein bis drei Lerngruppen statt.
Kindergarten und Schule sind traditionellerweise getrennt. Beim Übergang in die Schule treten wegen der unterschiedlichen Schulreife immer wieder Schwierigkeiten auf. Vor zehn Jahren stiess deshalb die Konferenz der Ostschweizer Erziehungsdirektoren einen Schulversuch zur Erprobung neuer Formen des Unterrichts im Kindergarten und der ersten zwei Jahren der Primarschule an, an welchem sich über 100 Versuchsklassen in der ganzen Deutschschweiz beteiligten. Der Schlussbericht zeigt, dass Basisstufe und traditionelles System mit Kindergarten und 1./2. Primarklasse vergleichbar sind und die Basisstufe auf gute Akzeptanz stösst. Die Lernziele werden am Ende der 3. Klasse mit beiden Modellen gleich gut erfüllt. In der Basisstufe gelingt dies mit der Integration fast aller Kinder und dem Verzicht auf separierende Massnahmen wie Einführungsklassen oder drittes Kindergartenjahr. Auch im Kanton Glarus wurden positive Erfahrungen mit Basisstufen-Klassen gesammelt. Glarus Nord führt zwei Basisstufen-Klassen.
Bei der letzten Revision des Bildungsgesetzes wurde auf eine Erweiterung der Eingangsstufe verzichtet, um die Schulen neben den anderen grossen Aufgaben (Gemeindestrukturreform, Einführung Schulleitungen, HarmoS, Sonderpädagogikkonzept) nicht zusätzlich zu belasten. Die Gemeinden erachten nun aber in der Zwischenzeit den Bedarf als ausgewiesen. Die gesetzliche Verankerung der Basisstufen ist auch Ziel der Legislaturplanung.
Gründe für die Basisstufe
Beim Primarstufeneintritt kann ein Teil der Kinder bereits lesen und rechnen, zudem gibt es bei Gleichaltrigen markante Entwicklungsunterschiede. Die Basisstufe antwortet darauf mit altersgemischten Gruppen, unterschiedlich langer Verweildauer und Verbindung der Kulturen von Kindergarten und Schule. In der Basisstufe ist ein fliessender Übergang zwischen Lernen im Spiel und aufgabenorientiertem Lernen besser möglich. Das «Verschmelzen» der Kindergarten- und Primarstufendidaktik, der Blockzeitenunterricht, die klaren Rahmenbedingungen und das altersgemischte Lernen sowie die Zusammenarbeit in Teams führen zu Zufriedenheit, auch weil der stabile Rahmen während der mehrjährigen Einschulungszeit den Kindern grossen Halt gibt.
Die Basisstufendidaktik unterscheidet sich klar von jener der Mehrklassenschule. In ihr ist das altersdurchmischte Lernen ein zentrales Element. Das Unterrichten bedingt von erfahrenen Lehrpersonen intensive Auseinandersetzung mit neuen Ansprüchen. Ob Basisstufen-Klassen erfolgreich sind, hängt davon ab, ob die Lehrpersonen die Grundidee der Basisstufe richtig erfassen und auch umsetzen können.
Finanzielle Auswirkungen
Die Basisstufe führt für den Kanton zu keinen Mehrkosten, für die Gemeinden können – je nach Schulplanung – Mehrkosten oder Einsparungen entstehen. Die Kosten sind hauptsächlich abhängig von Stellenausstattung und Klassengrösse. Damit werden auch Blockzeiten abgedeckt und das Führen von Einführungsklassen entfällt. Die schulische Heilpädagogik ist (mit Ausnahme der verstärkten Massnahmen zulasten des Kantons) in der Stellenausstattung von rund 150 Prozent berücksichtigt. Die Schulversuche zeigten, dass durch das Teamteaching die Klassengrössen höher als bei Regelklassen (durchschnittlich knapp 18 Lernende) sein können. Der personelle Mehraufwand wird kompensiert oder es ergeben sich gar Einsparungen.
Mit Basisstufen-Klassen gelingt es besser, demografisch bedingte Schwankungen bei Schülerzahlen aufzufangen. Dennoch können Basisstufen-Klassen keine Schulstandorte retten. Basisstufen- wie auch Mehrjahrgangsklassen sollen aus sozialen und pädagogischen Gründen eine gewisse Grösse aufweisen.