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Die Daguerreotypen-Sammlung des Museums
Ein Problem der Daguerreotypie ist die lange Belichtungszeit, was vor allem bei Aufnahmen von Menschen eine grosse Schwierigkeit darstellt. Die Fotografie ist mehr denn je vom Licht abhängig. Die ersten Studios hoch oben in Dachgeschossen sind eigentliche «Glaskäfige». Zur Kamera gesellt sich ein typisches Mobiliar: Sessel oder Stuhl mit Kopfstütze, Säule, Balustrade aus Pappmaché, Wandbehänge, seltene Pflanzen und Hintergrundgemälde. Daguerreotypie-Porträts erfreuen sich in den 1840er Jahren grosser Beliebtheit.
Die Daguerreotypen des Museums formen eine interessante Bildergruppe: Zahlreiche Porträts in kleinen Schatullen oder Bilderrahmen zeugen von dieser einst bedeutungsvollen Technik. Einige tragen die Signatur von Duboscq, Heer, Buvelot, Eynard, Durheim und Delessert. Ein Teil stammt aus der Sammlung von Thomas Ganz und bildet eine seltene Gruppe Kinderporträts. Daguerreotypen von Landschaften sind seltener, das Museum besitzt aber drei aussergewöhnliche «ganze Platten» (16x21 cm) aus Paris, die den Triumphbogen, Notre Dame, und ein Standbild Heinrichs IV. zeigen.
Illustration:
Standbild Heinrichs IV., gesehen von der Pont Neuf wo sich das Atelier des Ingenieurs Chevallier befand. Optiker des Königs und Namensvetter Charles Chavliers, ebenfalls Optiker für die Daguerrotypie, Paris, Anfang des Jahres 1840