Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/157310

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob und wie Berufsintegrationsprojekte im Rahmen von Migrationspartnerschaften und Entwicklungshilfe verstärkt angestossen und gefördert werden können, z. B. auch mit vertraglicher Einbindung von Schweizer Firmen in den entsprechenden Ländern.</p><p>Die Schweiz kennt bereits einzelne Projekte für die berufliche Integration arbeitsloser Jugendlicher in Entwicklungsländern. So fördert Swisscontact im Rahmen von Migrationspartnerschaften systematisch die Berufsbildung und verschafft damit Armutsbetroffenen in ihren Heimatländern wirtschaftliche Perspektiven - Chancen, die sich dort für weitere Kreise multiplizieren können. Die Entwicklungspolitik habe vergessen, dass Arbeitsmarktintegration für junge Leute entscheidend sei für die Stabilisierung einer Gesellschaft, schreibt Rudolf Strahm in seiner "Tages-Anzeiger"-Kolumne vom 28. April 2015. Er weist darauf hin, dass die Diplomaten Deutschlands seit Jahren instruiert würden, das deutsche Berufsbildungsmodell in aller Welt bekanntzumachen. Die Schweiz würde diesbezüglich zu wenig machen, kritisiert er. Die Deza habe hier noch ihre Hausaufgaben zu machen. Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. aufzuzeigen, wie und in welchem Rahmen und Ausmass sich die Schweiz bisher in der Berufsbildung in Entwicklungsländern engagiert hat, ob, wie und mit welchem Erfolg mit Schweizer Firmen in diesen Ländern zusammengearbeitet wird;</p><p>2. die Bemühungen um Berufsbildungsintegrationsprojekte im Rahmen von Migrationspartnerschaften gezielt und messbar zu verstärken und die Zusammenarbeit mit Schweizer Firmen in den entsprechenden Ländern zu intensivieren;</p><p>3. Massnahmen zur vertraglichen Einbindung von Niederlassungen von Schweizer Unternehmen zu treffen, um der Berufsbildung als Strategie zur Armutsbekämpfung zum Erfolg zu verhelfen;</p><p>4. die Schweizer Botschafterinnen und Botschafter und höheren Angestellten von Schweizer Botschaften in diesem Sinn zu informieren und zu sensibilisieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./3./4. Wie der Bundesrat in der Antwort auf die Interpellation Schneider-Schneiter 14.3767, "Entwicklungszusammenarbeit durch Berufsbildung", dargelegt hat, ist die Berufsbildung traditionell ein wichtiges Thema der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Hierbei ist auch die Zusammenarbeit mit dem lokalen und internationalen Privatsektor zentral. Der Bundesrat hat am 14. November einen strategischen Grundlagenbericht zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit verabschiedet (Internationale Berufsbildungszusammenarbeit, <a href="http://www.sbfi.admin.ch/ibbz-d">http://www.sbfi.admin.ch/ibbz-d</a>).</p><p>Die dort festgehaltenen strategischen Ziele fliessen in die Botschaft über die internationale Zusammenarbeit 2017-2020 sowie in die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2017-2020 ein. Gemäss den Ziffern 1, 3 und 4 des vorliegenden Postulates soll in diesen beiden Botschaften über die bisherigen Bemühungen im Bereich der Berufsbildung berichtet und sollen die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, um diese Bemühungen zu verstärken.</p><p>2. Berufsbildungsprojekte wurden bereits in einigen Migrationspartnerschaften aufgenommen. Im Rahmen der Migrationspartnerschaft mit Nigeria beispielsweise werden nigerianische Jugendliche bei Nestlé Schweiz in Nigeria zu Polymechanikern ausgebildet. Zur Umsetzung von Ziffer 2 des Postulates soll die "Interdepartementale Struktur zur internationalen Migrationszusammenarbeit" ihre Bemühungen verstärken, indem sie Möglichkeiten für den Ausbau von Berufsbildungsprojekten im Rahmen der internationalen Migrationszusammenarbeit, auch in Zusammenarbeit mit Schweizer Firmen, prüfen wird. Im Bericht des Bundesrates über die Aktivitäten der schweizerischen Migrationsaussenpolitik im Jahr 2015 wird das Parlament 2016 informiert werden.</p><p>Darüber hinaus hat die Schweiz mit mehreren Staaten Stagiaires-Abkommen abgeschlossen, die es jungen Berufseinsteigern ermöglichen, im Anschluss an ihre Erstausbildung im Heimatstaat eine gezielte und zeitlich begrenzte Weiterbildung im schweizerischen Arbeitsmarkt zu absolvieren. Ein solches Abkommen ist auch Teil der Migrationspartnerschaft mit Tunesien.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.