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Unterhalb Bornhauen vereinigen sich mehrere Bächlein, die gegen Eschenz hinunter ein ziemlich schluchtiges Tobel ausgewaschen haben. Etwa eine Viertelstunde oberhalb Eschenz befindet sich zur rechten des Baches eine hohe, steile Wand, sie kann so ziemlich als Repräsentant der Kohlenvorkommnisse zwischen dem gelben und dem blauen Sandstein gelten.
Vom Tobel des Ibenbaches, der durch Kaltenbach fliesst, erfahren wir: "In einer Höhe von zirka 534 - 540 m kommt man zu einem
kleinen Wasserfalle, in dessen Nähe das Tobel zu einer Art Kessel ausgefressen ist. An der Böschung zur rechten Seite des Baches liegen die Gesteinsschichten fast ganz entblösst und da tritt die Kohlenformation ganz deutlich zu Tage. Eine Analogie zwischen diesem Vorkommnis und Herdern ist unverkennbar. Lockere Molasse bildet den Grundstock des Gebirges ; auf ihr ruht eine 13 - 18 cm mächtige Schicht von schiefrigem Sandmergel, der ebenfalls Petrefakten führt, nur in geringerer Menge als der in Herdern. Im übrigen ist diese Schicht von dem Liegenden des Herdener Flözes durchaus nicht verschieden. Auf dem Sandmergel setzt ein Kohlenflözchen auf von 3- 6 cm Mächtigkeit; die Kohle zeigt dieselben schönen Gagatstreifchen, wie in Herdern und ist auch sonst dem Ansehen nach derselben vollkommen gleich. Über derselben mangelt aber der Kalk, der durch eine 6-9 cm mächtige Mergelschicht ersetzt ist, auf welcher sich eine zweite Kohlenschicht von 1,5 -3 cm Mächtigkeit auflagert, die als Oberkohle zu betrachten ist.
Der Bericht der pyrotechnischen Gesellschaft (1840) erwähnt: "Am Otterbache am Stammheimerberge findet sich im bituminösen Schiefer eine etwa 3 cm starke Kohlenlage." Escher erwähnt von dort: "einen 9-12 cm starken Pechkohlenstreifen"; zudem soll sich am Stammheimerberg oft Kohle im Sande finden.
Aufschlussreicher sind die drei tiefen Talschluchten des Eggmühle-, Liebenfels- und Kührainbaches, die sich oberhalb Mammern vereinigen.
Bürgi beschreibt zunächst von der Nähe des Zusammenflusses "ein ganz artiges Pechkohlenflöz", das "zwar nicht in der eigentlichen Kohlenformation, sondern wiederum in und über dem blauen Sandstein" lag. Mächtigkeit des Nestes: "eine blosse Schnur" bis 12 cm. Auch Eisenkieskristalle fanden sich vor. Da diese Art der Kohlenvorkommnisse sich in den verschiedensten Teilen des Kantons wiederhole und schon mehrfach zu getäuschten Hoffnungen Veranlassung gegeben habe, sich aber nirgends so mächtig, so deutlich ausgebildet und so leicht zugänglich gezeigt habe wie hier, rät er eine nähere Untersuchung an. Zeigen sich dann trotz aller günstigen Umstände die Kohlen hier nicht abbauwürdig, so dürfe man von vorn herein bei allen derartigen Kohlenflözen auf weitere Untersuchung und noch weit mehr auf den Abbau, als durchaus hoffnungslos, verzichten. Sein Rat scheint befolgt worden zu sein.
Braunkohle :
Pyrit : In der Bachsohle bei Grüt, unterhalb Bühl. Die Probestücke zeigen noch sehr schön die Jahrringe und stellenweise sind Pyritknollen aufgelagert.
Bei der Erstellung der Güttinger Wasserleitung durchschnitt man im Bründliholz (480 m) ein Kohlennest im Sandstein; Mächtigkeit 2-10 cm, 6,5 m unter der Oberflüche. Ringsum war der Sandstein pyrithaltig.
TG : Bichelsee, ca. 600 MüM
In Bichelsee wurden gegen 10 kg Pyrit gesammelt in der trügerischen Hoffnung auf gewinnbringende Verwerung des gelben Erzes. Als Muttergestein wird blauer Mergel im Zusammenhang mit Kohle genannt.
Obere Süsswassermolasse. In den Molassesandsteinen und Mergeln, die am Südufer des Untersee anstehen, sind bei den genannten Orten gelegentlich z. T. Flözchen, z. T. Nester von wenigen Centimetern Mächtigkeit angeschürft worden.
- Braunkohle -
TG : Eschenz (südlich), Auerbachtobel;(Waschgold), ca. 510 MüM
Südlich Frauenfeld bei Espi an der Strasse nach Matzingen notierte Escher ein Profil mit bituminösen und schwärzlichen Mergeln. Schöne Aufschlüsse finden sich wieder am Strassendurchschnitt und am Steilabsturz beim Hundsrücken. Die beiden Gehänge des Einschnittes sind jetzt zum Teil bewachsen oder deren Schichten durch herabrieselndes Verwitterungsmaterial verdeckt; doch lassen sich noch deutlich zwei schwarze, bituminöse, Schneckenschalen führende Streifen verfolgen, der eine 5 m, der andere etwa 10 m über dem Strassenniveau und ihre Fortsetzung zeigt sich an einem Anriss jenseits der Murg, gegenüber Höhe "Äuli", Höhe 430 - 440 m.
Die zahlreichen bituminösen Schichten lassen Kohle vermuten. Schürfversuche wurden an mehreren Orten vorgenommen; allerdings ohne Erfolg auf Kohlen.
Etwas weiter talaufwärts, bei Murkart wurde wirklich Kohle gegraben. Ein verschütteter Stollen (12 - 15 m Länge) ist an dem südlichen Vorsprung bei "Försterhaus", nahe der Hauptstrasse, noch zu beobachten. Er hatte NW Richtung. Ende der 18-Vierziger oder Anfang der Fünfzigerjahre habe hier ein Herr Mörikofer von Frauenfeld ausgebeutet. Die Stelle liegt bei etwa 445 m. Sie entspricht höchstens den obern Schichten am Hundsrücken oder liegt noch etwas höher.
- Braunkohle -
TG : Fischingen, Bühl, Neugrüt, ca. 445 MüM
Pechkohle und Mergel mit Pyrit von Bühl (Koordinaten 714.820 / 252.350, 670 MüM.). Pechkohle, Kohlenmergel mit Schnecken, Ton mit Blattabdruck und Pyrit von Neugrüt (Koordinaten 715.020 / 252.670, 445 MüM.).
Pechkohle :
Pyrit : In blaugrauen Mergeln.
TG : Frauenfeld, Herdern, Kalchrain, Rappennester;(Kohleabbau), ca. 500 MüM
5 Kilometer nördlich Frauenfeld. In planorbisreichen Mergeln mit Stinkkalken liegt ein ca. 1 m mächtiges bituminöses Flöz mit meist drei 9-15 cm mächtigen Kohlenstreifen. Die Ausdehnung des Flözes ist auf 9000 m2 nachgewiesen. Zwei Stollen von ca. 100 m Länge erschlossen das Flöz in geringer Tiefe unter der Oberfläche. Der Abbau fand statt in den Jahren 1856-1862. Im November 1916 wurde der Abbau wieder in Angriff genommen. Im Tagebau wurden bis Ende Mai ca. 200 Tonnen abgebaut. Die ganze Anlage ist wieder verfallen.
Die Gesamtausbeute an Kohlen betrug ca. 145 t im Tagbau und ca. 175 t im Stollenbau, zusammen also 320 t. Die Kohlen wurden mittels Fuhrwerk abtransportiert und in der Umgebung abgesetzt.
- Braunkohle -
TG : Frauenfeld, Wellhausen, Wellhausentobel;(Kohleabbau), ca. 405 MüM
4 km östlich Frauenfeld. Zwei Flözchen von 9 - 15 cm maximaler Mächtigkeit wurden in der ersten Hälfte des 19. Jh.
abgebaut. Kohlen wurden einzig SE Wellhausen im Wellhausertobel gefunden. Ihr Vorkommen war aber schon früher bekannt. Die Stelle liegt an dem bewaldeten Vorsprung südlich der Reben in 508 m Höhe. Gefunden wurden schwarze Schiefer mit zwei Kohlenlagen von 1,5-15 cm Mächtigkeit.
- Braunkohle -
TG : Kalchrain, ca. 590 MüM
Pyrit : In blaugrauen Mergeln.
SG_TG : Sitter (Bach);(Waschgold), ca. 530 MüM
Mit recht vielen Flitterchen Waschgold.
Gold, gediegen : Als Waschgold.
TG : Wildhaus, Simibach, Simmibach;(Schieferkohle), ca. 1100 MüM Kohlebergbau.
Schieferkohlen des Diluviums. Obertoggenburg. Östlich des Dorfes bei 1005 m im Tobel des Simmibaches liegen unter Moränen ca. 1 m schöne Schieferkohlen. Was aufgeschlossen ist, ist offenbar verrutscht. Ein zusammenhängendes flaches Lager konnte auch durch Nachgrabungen im Mai 1917 nicht gefunden werden. Ausbeutungsversuche von ca. 1870 sind wieder verlassen worden.
Schleitheim war einst ein Zentrum der Gipsgewinnung. In offenen Steinbrüchen und in Stollen grub man nach dem begehrten Bauund Düngstoff. Der Industriezweig stand von Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts in höchster Blüte. Damals waren 9 Mühlen in Betrieb.
In Oberwiesen zieht sich ein ausgedehntes Anhydritlager mit einer Mächtigkeit von etwa 20 Meter wie ein Band am Fusse der linken Talseite der Wutach zwischen Seidengraben (Gemarkung Schleitheim) und der Wunderklinger Mühle (Gemarkung Hallau) hin. Die Schicht ist von Süd nach Nord an folgenden Stellen bergmännisch erschlossen:
- Untereggingen, zwei Stollen - Mundelfinger Mühle, hart an der deutschen Grenze, ein Stollen
- Untereggingen-Eberfingen, bemerkenswerte Vorkommen auf der rechten Wutachseite
- Eberfingen, zwei Stollen
- Neumühle bei Stühlingen, durch drei Stollen bezeichnet
- Oberwiesen, auf Schleitheimer Gemarkung liegend, mehrere Stollen.
Sie befinden sich alle am Fusse des Lendenberges von der Gipsmühle unterhalb Schleitheim.
Der im Wasser gelöste Gips heilt die feinen Ritzen und Sprünge im Gestein wieder zu, es entsteht der Fasergips. Mehrere miteinander durch Stollen verbundene Teilstücke gliedern das Grubenfeld von Oberwiesen. Auf einer Länge von 550 Meter und in eine Tiefe von 150 Meter dehnen sich die 1,7 km langen Stollen aus. Das Grubenfeld misst etwa 50'000 m2, und die Masse des nutzbaren Gipsausstosses lässt sich auf 600'000 Tonnen schätzen.