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Mit dem Aschermittwoch (lateinisch „feria quarta cinerum“ bedeutet „vierter Tag (=Mittwoch) der Asche“) oder lateinisch „dies cinerum“ bedeutet „Tag der Asche“, auch Asche(r)tag) beginnt in der Westkirche seit dem Pontifikat Gregors des Grossen die 40-tägige Fasten- oder ⇒ Passionszeit, die das Leiden Christi ins Zentrum stellt.
Der Aschermittwoch erhielt seinen Namen, weil an ihm Asche der Palmen vom
⇒ Palmsonntag des vergangenen Jahres geweiht und den Gläubigen vom Priester auf Stirn oder Scheitel gestreut wird. Dabei wird an die Vergänglichkeit des Menschen erinnert: „Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschen.“ (Psalm90, 3).
Asche ist das Symbol der Vergänglichkeit, der Busse und Reue. Schon die Menschen im alten Testament hüllten sich „in Sack und Asche“, um ihrer Bussgesinnung Ausdruck zu verleihen (Jona3, 6 und Dan9, 3).
Seit der Spätantike mussten im Christentum Menschen, denen eine Kirchenbusse auferlegt wurde, am Anfang der Fastenzeit ein Bussgewand anziehen, und sie wurden mit Asche bestreut. In der Kirche Galliens wurden sie – in Anlehnung an die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies – aus der Kirche vertrieben. Am Gründonnerstag wurden sie wieder zum Empfang der Kommunion zugelassen. Während dieser Brauch um das Ende des 10. Jahrhunderts verlorenging, setzte sich die Aschenbestreuung aller Gläubigen durch, nachdem zunächst einzelne aus Solidarität mit den Büssern sie auf sich genommen hatten.
Das erste Gebet zur Aschensegnung stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die Vorschrift, für die Gewinnung der Asche die Palmzweige des Vorjahres zu verwenden, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Auf der Synode von Benevent (1091) empfahl Papst Urban II. den Brauch der Aschenbestreuung für die ganze Kirche.
Der Aschermittwoch stellt zugleich auch das Ende der Fastnachtszeit dar. In der Bibel wird der „fleischlich“ gesinnte dem geistlich gesinnten Menschen entgegengestellt (z.B. Röm8, 5). Der auch symbolisch durch Fasten vollzogene Abschied vom Fleisch in der Fastenzeit soll helfen, sich auf das geistliche Leben und somit auf Gott zu besinnen.
Auch die Bezeichnung „Karneval“ hat ihren Ursprung im religiös motivierten Fasten: Das lateinische „carne vale“ bedeutet „Fleisch, leb wohl“.