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Gehässige Worte, Verleumdungen oder Taten können verletzen und tiefe Narben hinterlassen. Es ist wie mit Nägeln, die man in eine Bretterwand schlägt. Man kann sie wohl wieder herausziehen, aber sie hinterlassen «Narben», die bleiben. Der Geschädigte kann den geistlichen Weg gehen, vergeben und die Sache nicht mehr erwähnen, doch «Narben» bleiben zurück. Darum sollten wir mit unseren Äusserungen und Handlungen anderen gegenüber sehr vorsichtig sein.
«Öffne deinen Mund nur, wenn das, was du sagst, viel schöner ist als Stille.»
Unbekannt
Verleumdungen sind ein dreifaches Gift: 1. Es schädigt den, der verleumdet wird. 2. Es schädigt den, der verleumdet. 3. Es schädigt diejenigen, denen man es erzählt.
So manche bittere Wurzel ist daraus entstanden und viele wurden verunreinigt. Das könnte man vermeiden, wenn wir mehr Feingefühl entwickeln würden.
Vom Philosophen Sokrates gibt es die bekannte Geschichte der drei Siebe:
«Einst wandelte Sokrates durch die Strassen von Athen. Plötzlich kam ein Mann aufgeregt auf ihn zu. ‹Sokrates, ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen, der …› ‹Warte einmal›, unterbrach ihn Sokrates. ‹Bevor du weitererzählst, – hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt?› ‹Die drei Siebe? Welche drei Siebe?›, fragte der Mann überrascht. ‹Lass es uns ausprobieren›, schlug Sokrates vor. ‹Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du sicher, dass das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?› ‹Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat.› ‹Aha. Aber dann ist es doch sicher durch das zweite Sieb gegangen, das Sieb des Guten? Ist es etwas Gutes, das du über meinen Freund erzählen möchtest?› Zögernd antwortete der Mann: ‹Nein, das nicht. Im Gegenteil …› ‹Hm›, sagte Sokrates. ‹Jetzt bleibt uns nur noch das dritte Sieb. Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was dich so aufregt?› ‹Nein, nicht wirklich notwendig›, antwortete der Mann. ‹Nun›, sagte Sokrates lächelnd, ‹wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst, nicht wahr, nicht gut und nicht notwendig ist, dann vergiss sie besser und belaste mich nicht damit!›»
Werner Stangl, «Die drei Siebe des Sokrates»,
Werner Stangls Arbeitsblätter-News
Es gibt drei Wege der Hilfe gegen Verleumdung: 1. Man verleumdet erst gar nicht und tut seinem Nächsten nichts Böses. Man ist mehr auf Liebe und Segnungen bedacht, als darauf zu vergelten, gehässig zu sein oder Unwahrheiten in die Welt zu setzen. 2. Ist es doch geschehen, bittet man um Vergebung. 3. Der Betroffene sollte vergeben und einen Schlussstrich ziehen.