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Es fing mit einer kleinen Herausforderung im Dezember letzten Jahres an. Mein Sohn Daniel brauchte zusätzliche sFr. 8, um ein Spielzeug zu kaufen. Ich sagte ihm damals, dass ich ihm das Geld ausleihen würde. Er müsse mir das Geld aber zurückzahlen. Als er mich gefragt hat, wo er die sFr. 8 auftreiben soll, sagte ich ihm, er solle sich eine Idee einfallen lassen.
Wir haben viele Ideen besprochen, von Keksen an die Nachbaren verkaufen bis hin zu seine Naruto Bücher zu verkaufen. Eine Idee fand ich jedoch besonders interessant. «Wir könnten etwas für die Natur machen» sagte Daniel. Damals hörte und las man viel über Greta Thunberg, vor allem als Donald Trump sie Ende 2019 bei Twitter verspottete. Als wir mehr über die Idee nachdachten, lasen wir über kleine Roboter-Boote, die Abfall aus den Ozeanen sammeln. Daniel ist technisch affin. Er interessiert sich sehr für technische Gadgets und Erfindungen. Wir sahen diese Möglichkeit jedoch als etwas zu fortgeschritten für uns. Elektro Autos wie Tesla und sein Erfinder Elon Musk sind immer wieder ein Thema bei uns zu Hause, aber da können wir als private Personen gar nicht mithalten.
Wir fanden dann heraus, dass es einige Initiativen gibt, um Bäume zu pflanzen. Es gibt Projekte die Millionen, gar Billionen, Bäume in China und Afrika pflanzen möchten. Was uns an diesen Projekten nicht gefallen hat, ist die mangelnde Transparenz. Es gibt keine Möglichkeit für den gewöhnlichen «Käufer», der nicht in diesen Ländern lebt, festzustellen, ob die Bäume tatsächlich gepflanzt werden. Da dachten wir uns, warum pflanzen wir die Bäume nicht hier in der Schweiz? Schlussendlich braucht die Erde mehr Bäume um die steigende CO2 Ausstösse der Menschen zu binden. Ob die Bäume in der Schweiz oder in Ghana sind, sollte keine grosse Rolle spielen. Wir wollten jedoch, dass man die Bäume, die wir pflanzen, sehen kann. Das sollte mehr Transparenz schaffen. Die Bäume sollten einen „Besitzer“ haben, der die Bäume besuchen und auch beim Wachsen begleiten kann. So fingen wir an, uns mehr mit dieser Idee auseinanderzusetzen.
Viele Fragen tauchten auf. Wo darf man überhaupt Bäume pflanzen? Wer finanziert das Ganze? Und welche Baumsorten sollen gepflanzt werden? Daniel merkte langsam, dass eine gute Idee zu haben relativ einfach ist. Die Umsetzung der Idee ist viel komplizierter. Genau das war einer der Zwecke dieser Übung. Aber trotz Komplexität gibt es immer einen Weg, um neue Ideen umzusetzen. Man braucht jedoch Zeit, ein bisschen Glück und die richtigen Kontakte. Wir fanden heraus, dass es in der Schweiz insgesamt 250’000 Waldbesitzer gibt. 3’500 davon sind öffentliche Besitzer, d.h. Gemeinden, Kantone und der Bund. Die Gemeinden im Kanton Zürich besitzen rund die Hälfte der Waldfläche. Deshalb entschieden wir uns, unsere Gemeinde anzuschreiben.
Alles fing an mit einer simplen E-Mail an die Gemeinde von Langnau am Albis. Ich schilderte in der E-Mail die Idee von Daniel, Bäume zu pflanzen. Ich dachte wir würden ein trockenes Nein erhalten. Wenige Tage später erhielten wir eine E-Mail vom Leiter der Bau und Infrastruktur Abteilung. Er schrieb uns, dass er unsere Idee in die Werkabteilung getragen hatte und sie auch bereits mit dem zuständigen Vorstand besprochen hatte. Der Vorschlag sei durchaus positiv aufgenommen worden und ein bis zwei Standorte könnten durchaus in Frage kommen. Wir waren verblüfft und positiv überrascht, wie offen unsere Gemeinde für neue Ideen war.
Die Gemeinde bat uns, eine Präsentation über unsere Idee zu schicken. Gesagt, getan. Zwei Wochen später stellten wir ihr unsere Präsentation zu. Ende Februar wurden wir eingeladen, unsere Idee persönlich vorzustellen. Doch dann kam Corona. Unser Treffen wurde logischerweise abgesagt und wir mussten fünf Monate warten, bevor wir mit unserem Projekt weiterfahren durften. Im August schrieben wir die Gemeinde nochmals an und sie luden uns Ende August nochmals ein. Daniel und ich waren etwas nervös aber positiv eingestellt. Die Gemeinde war von unserer Idee begeistert. Ich denke, am meisten begeistert waren sie von Daniels Initiative.
Die Gemeinde suchte dann zwei Standorte und die Baumsorten aus. Anfangs Dezember kontaktierten sie uns, um uns mitzuteilen, dass sie soweit waren. Wir vereinbarten den 16. Dezember um die Bäume zu pflanzen.
Ich wollte in meinen E-Mails nachschauen, wann wir genau mit diesem Projekt angefangen haben. Ich war erstaunt zu sehen, dass diese Idee im Januar 2020, also vor einem knappen Jahr, entstanden ist. Wie die Zeit vergangen ist! Und mehr dank dieser Pandemie.
Nun ist es aber so weit. Etwa ein Dutzend E-Mails mit der Gemeinde und 11 Monate später haben wir es endlich so weit gebracht, die ersten vier Bäume pflanzen zu dürfen. Die Erfahrung mit der Gemeinde von Langnau am Albis war durchaus positiv. Es macht richtig Freude mit einem solchen offenen und netten Team zusammen zu arbeiten.
Im nächsten Blog werden wir beschreiben, wie unser erster Tag verlief.
Bis bald!