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Für die Analyse berücksichtigten die Forschenden diverse Faktoren, die sich entweder auf die Spiele (Art des Spiels, Schweizer Spieler/Spielerin oder nicht) oder die Patientenaufnahme (Schweregrad der Erkrankung, Konsultationsgrund, Alter der Patienten) bezogen.
Die Studie umfasste 40 Tennismatches für eine Gesamtdauer von 103 Stunden, in denen 413 Patienten in die Notaufnahme der Universitätskliniken Genf (HUG) und 206 in die Klinik Hirslanden La Colline eingeliefert wurden.
Die Zahl der Einweisungen in Notaufnahmen während Halbfinal- und Finalspielen bei drei großen Tennisturnieren wurde mit der Zahl der Hospitalisierungen in der Kontrollgruppe verglichen. Insgesamt wurden 40 Stunden "mit einer Partie Tennis" mit 200 Stunden "ohne eine Partie Tennis" verglichen. Zeiträume mit anderen wichtigen Sportereignissen (Fußball usw.) wurden ausgeschlossen.
Das Wimbledon-Finale 2014 fand beispielsweise an einem Sonntag (6. Juli) um 13:10 Uhr statt und endete um 15:10 Uhr. Die Kontrollperioden wurden wie alle Sonntage im Juli und August zur selben Zeit wie das Finale gewählt. Die Dauer von Tennisspielen wurde aufgezeichnet, um die Einweisungsraten pro Stunde zu analysieren. Es wurden nur Einweisungen zwischen den genauen Start- und Endzeiten der Spiele berücksichtigt. Die Patienten wurden in drei Kategorien unterteilt: 25 Jahre oder jünger, 26 bis 64 Jahre, 65 Jahre oder älter.
Das Forschungsteam konnte eine signifikante Abnahme an Krankenhauseinweisungen (− 10%, 95% CI -17 to − 2, p = 0.015) im Vergleich zu Phasen ohne Tennisspiele erkennen. Bei Finalspielen (-15 Prozent) war der Effekt noch deutlicher als bei Halbfinalen (-7 Prozent). Bei Studienteilnehmenden im Alter zwischen 26 und 64 war dieser Effekt noch ausgeprägter als bei älteren Probanden.
In den Stunden vor und nach den Spielen konnte keine Änderung hinsichtlich der Zahl an Hospitalisierungen oder der Gründe für Einweisungen festgestellt werden.
Die Forschenden sehen ihre Arbeit als Bestätigung für die Hypothese, dass die Ausstrahlung großer Sportevents zu einer allgemein verringerten Einweisungsrate in Notaufnahmen beiträgt.
Die Wissenschaftler weisen aber auch auf die Grenzen der Studie hin: So könnten die Auswirkungen von Tennisspielen in Ländern, in denen Tennis nicht so beliebt wie in der Schweiz ist, geringer oder sogar gleich Null sein. Darüber hinaus ist der Studienzeitraum (4 Jahre) relativ kurz. Außerdem wurden nur externe Notfallzentren einbezogen: Die Ergebnisse sind möglicherweise nicht auf größere Traumazentren übertragbar. Weitere Faktoren, wie beispielsweise Wettereinwirkungen, wurden in der Studie nicht berücksichtigt.