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Gabriella Zaro ist eine italienische Shar Pei Züchterin, ihr Kennel “Shar Pei DelPeodoro” ist bei der FCI registriert. Sie ist Vize Präsidentin des Kennel Clubs “Gruppo Cinofilo Isontino”, Gründungsmitglied des “Shar Pei Club Italiano” (SPCI) und ein Mitglied des “Chinese Shar Pei Club of America” (CSPCA).
Sie haben eine lange Geschichte mit dem Shar Pei. Können Sie uns sagen, wie und wann Sie mit der Rasse in Kontakt gekommen sind?
Nun, ich kaufte meinen ersten Shar Pei im November 1991. Er war, ein creme farbener Brushcoat, Welpe. Zu dieser Zeit waren Shar Pei in Italien nicht weit verbreitet. Meinen ersten Shar Pei sah ich 1989 in einem Geschäft, in dem ich gearbeitet habe. Er machte mich auf die Rasse aufmerksam und weckte meine Neugier. Als ich nach der Arbeit nach Hause kam, erzählte ich meinem zukünftigen Mann über die Rasse und zeigt Ihm ein Bild aus einer Hunde Enzyklopädie.
Ein paar Jahre später machte mich mein Mann auf eine Anzeige aufmerksam, mit der jemand, nicht weit entfernt, einen Wurf Shar Pei Welpen bewarb. Wir entschieden uns sofort anzurufen und vorbei zu fahren. Natürlich kamen wir mit einem 6 Monate alten Jungen zurück. Er war mein erstes Shar Pei und hiess “Gialou’s Pompeo”. Wir konnten Ihn leider erst 1993 zum ersten Mal ausstellen, weil die Rasse zuvor vom FCI noch nicht anerkannt war.
Er errang verschiedene Titel als italienischer, internationaler, slowenischer und kroatischer Champion. Nach einigen Jahren entschieden wir uns dann eine Hündin in unsere Familie aufzunehmen. Sie war ein Horsecoat fawn Shar Pei und hiess “Tia Maria” .
Seit wie vielen Jahren züchten Sie Shar Pei?
Ich hatte meinen ersten Wurf 1996. Also Züchte ich heute seit 24 Jahren. Ich habe nicht viele Würfe, insgesamt waren es bisher 36. Ich gehe lieber langsam vor, um zu überprüfen wie sich die Nachkommen meiner Verpaarungen entwickeln.
Ich habe meinen Kennel im Jahr 2000 unter dem Namen “Del Peodoro“ angemeldet. Nach meinem ersten Horsecoat Welpen habe ich mich in Horsecoat Shar Pei verliebt. Sie haben einen Platz in meinem Herzen! Ich habe verschiedene “American Nationals Specialty” Shows besucht und Hunde aus den USA importiert. Der Erste war “Houston” (Wonder’s Takin It N’Stride), ein kleiner Horsecoat Shar Pei Junge. Dann kam “Whiskey” (Elite’s Whiskey Bid’Niz), ein weiterer Horsecoat Junge, sowie mehrere Brushcoat Shar Pei des Good Fortune Kennels.
Was gefällt Ihnen am besten an der Rasse?
Das ist schwer zu sagen, weil ich alles an der Rasse mag. Aber wenn ich mich auf nur ein Merkmal festlegen müsste, dann wäre das die einzigartige Silhouette … der muskulöse Körperbau … ihr Ausdruck ... die loyale, aber reservierte Persönlichkeit … das kurze, harsche Fell … ich sollte aufhören, ich kann mich einfach nicht festlegen, weil ich wirklich alles an dieser Rasse mag.
Können Sie uns etwas über die Geschichte der Shar Pei in Italien erzählen? Wann und woher kam der erste Shar Pei?
Meines Wissens wurden die ersten Shar Pei um 1980 nach Italien importiert. Ich kann nicht mehr nachvollziehen welcher der erste Hund war. Sicherlich einer der Ersten war der Hund von Isabella Pizzamiglio. Sie hatte einen Hund Matgo Law aus Hong Kong. Dann gab es auch noch Theresa Holland Bucci, sie hatte einen Hund aus den USA.
Es entstanden die ersten Zuchten in Italien. Ende 2000 begannen wir einen Rasseclub aufzubauen, den wir am 24. Juni 2003 unter dem Namen “Official Shar pei Club Italiano” gründeten. Die Gründungsmitglieder waren: Me Zaro Gabriella, Becheroni Oretta, Renzoni Marco, Soranzio Furio, Galluccio Carmelina, Massetani Walter und Holland Bucci Theresa.
Was ist für Sie die größte Herausforderung bei der Zucht von Shar Pei?
Die grosse Herausforderung für mich ist es, eine gute Balance zwischen der Gesundheit der Hunde als erste Priorität und der Einhaltung des Rassestandards zu schaffen; ein gutes Gesamtpaket. Das ist nicht einfach.
Neben der Zucht stellen Sie Ihre Hunde auch gerne in Hundeausstellungen aus. Wie wichtig ist es Ihnen, Hunde zu zeigen und welche Auswirkungen kann dies auf die Zucht haben?
Ja, ich stelle meine Hunde gerne aus und denke, dass es wichtig ist Hunde auszustellen. Hauptsächlich, da Richter, die den Rassestandard kennen, in der Lage sind die rassetypischen Merkmale eines Hundes zu beurteilen, zu bewerten und in Relation zu setzen. Obwohl Richter dabei nur wenig über die ebenso wichtige allgemeine Gesundheit eines Hundes aussagen können, helfen sie mit ihrer Arbeit einen homogenen Rassestandard zu schaffen. Dies verhindert Alleingänge von Züchtern, die nur aus eigeninteresse Handeln. Zum anderen stelle ich meine Hunde auch gerne aus, weil es uns Züchtern ermöglicht einen Vergleich zwischen Hunden zu ziehen.
Ich habe fast alle meine Hunde selber ausgestellt und hatte viel Freude daran. Ich habe zusammen mit meinen Hunden viele Titel gewonnen. Darunter WDS Champions und Best of Breeds mit “Zinka” and “Something To Talk About Del Peodoro”, einem Horsecoat Shar Pei Mädchen, dass in Russland zu Hause war. Ebenso haben wir einige Best of Breeds und Best of Shows auf der Raduno in Italien erreicht.
Mit meinem Herzenshund “Trinitoluene T.N.T Del Peodoro”, einem horsecoat Mädchen, dass liebevoll “Trilly” gerufen wurde, habe waren wir im Jahr 2015 Veteran World Winner in Milan.
Wie wichtig ist es für Sie, bei der Zucht den Rassenstandard zu berücksichtigen?
Den Rassestandard im Kopf zu haben ist immer wichtig. Er hilft uns Züchtern auf dem korrekten Weg zu bleiben. Manchmal gibt es in Würfen weniger Pigmente, das Fell ist nicht harsch genug, usw. Der Standard ist dabei ein Werkzeug, dessen Funktion es ist den Züchtern beiseite zu stehen, um Ihnen zu erlauben, möglichst korrekte und gute Hunde wie nur möglich zu züchten.
Ein erfahrener Züchter hat mir einmal gesagt, dass die Qualität eines Hundes an den Welpen gemessen werden sollte, die er oder sie hat. Stimmen Sie dieser Aussage zu?
Dem stimme ich zu. Einzig Würfe, bei denen die Nachfahren die besten Merkmale der Elterntiere übernehmen, sprechen für die Qualität der Eltern. Die Anzahl der Würfe oder Nachkommen spielt für die Qualität eines Hundes keine Rolle.
Was sind Ihre Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft der Rasse?
Meine Hoffnung und mein Wunsch ist, dass unsere geliebte Rasse gesünder wird. Ich denke, dass es gut wäre einige Paradigmen neu zu evaluieren, da wir mittlerweile bessere wissenschaftliche Testmethoden haben. Einige dieser Tests geben dabei als Resultat ein simples Ja-oder-Nein, andere hingegen beziehen sich eher auf Wahrscheinlichkeiten und müssen korrekt interpretiert werden. Uns Züchtern geben diese Tests, vor allem in Verbindung mit den bereits etablierten, eine bessere Entscheidungsgrundlage, um ein abgerundetes Allgemeinbild, inklusive Phänotyp, Temperament, usw., zu schaffen. Ebenso können Hüft-, Ellbogen- und Patellaauswertungen, sowie Obduktionen nach kardiorenalem Syndrom hilfreich sein.
Es würde mich weiter sehr freuen, wenn der Rassestandard in einigen Punkten genauer definiert werden könnte.
Gabriella Zoro, vielen Dank für dieses Interview.