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DIE BURGRUINE ALT-TIERSTEIN
Die auf einem Bergsturzblock gelegene Burganlage gilt als die Stammburg der Grafen von Tierstein. Sie blieb bis zu ihrer Aufgabe im 15. Jahrhundert im Besitz der Familie. Bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts dürfte sie zumindest teilweise als Sitz der Grafen benutzt worden sein, später aber lediglich als Verwaltungssitz für einen Vogt gedient haben.
DIE GRAFEN VON TIERSTEIN (-HOMBERG)
Die Familie wird im Jahre 1082 erstmals erwähnt. Ihre ersten Vertreter nennen sich sowohl nach der Burg Alt-Tierstein als auch nach der benachbarten Burg Alt-Homberg. Als Hochvögte des Bistums Basel und als Grafen im Sisgau gehört das Geschlecht zum höheren Reichsadel. Durch Heirat mit der letzten Erbtochter der Grafen von Saugern in der Mitte des 12. Jahrhunderts entsteht die Tiersteiner Linie. Sie übernimmt die Güter im mittleren und unteren Birstal mit der Burg Neu-Tierstein bei Büsserach und errichtet in der Folge im Raume Basel mit den Burgen Farnsburg, Pfeffingen und Dorneck eine grosse Grundherrschaft. Um 1500 sind die Tiersteiner im Elsass begütert und residieren auf der Hohkönigsburg bei Schlettstadt. Im Jahre 1519 stirbt die Familie aus.
DIE AUSGRABUNGEN VON 1934/35
Alt-Tierstein wurde 1934/35 unter der Leitung von Hans Erb durch das erste schweizerische archäologische Arbeitslager des freiwilligen Arbeitsdienstes vollständig ausgegraben und konserviert. Nachsanierungen des Mauerwerkes erfolgten 1948, 1965, 1971, 1989 und 2005.
Das umfangreiche Fundmaterial, massgeblich Abfälle aus dem Alltagsleben wie Keramik, Knochen usw., bezeugen die Besiedlungszeit der Anlage vom II. bis ins 15. Jahrhundert. Eine Zerstörung durch das Erdbeben von Basel im Jahre 1356 ist nicht nachgewiesen. Unter dem Fundmaterial finden sich aber auch Objekte aus der Spätbronzezeit. Sie bezeugen damit die Belegung des Ortes schon um 1000 v. Chr.
Bibliographie