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Gemäss Newark gibt es zwei klassische Erklärungen für die Führungsmotivation: Die Logik der Konsequenz, wobei es um ein optimales Resultat geht, und die Logik der Angemessenheit, bei der die Rollenerfüllung im Vordergrund steht.
Darauf aufbauend führt Newark dies zur Logik der Absurdität. Nach dieser kann eine Führungsrolle rational als irrelevant eingestuft werden, trotzdem wird diese bewusst angestrebt.
Menschen seien eben keine Maschinen, die rational handeln. Irrationale Entscheidungen gehören zum Menschsein und gelten in der Philosophie häufig als Ausdruck des freien Denkens, der Kreativität und der Intelligenz.
Daraus lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:
- Es gibt verschiedene Quellen der Führungsmotivation: das Erwarten von optimalen Resultaten, die Anpassung an diese Erwartungen und die Tendenz, rational nicht begründbaren Drängen zu folgen.
- Vielleicht ist Führung tatsächlich eine Sisyphusarbeit: hoffnungslos, ewig, ohne jemals das Ziel zu erreichen. Menschen sind aber in der Lage, sich auch im Wissen um die mögliche Bedeutungslosigkeit der Rolle für eine Führungsposition zu entscheiden.
Aus diesen Erkenntnissen resultieren folgende Handlungsvorschläge:
- Identifizieren Sie, aus welcher Logik Sie Ihre Führungsmotivation schöpfen. Geht es um Resultate, um Pflichterfüllung oder um einen nicht begründbaren Drang? Eine ehrliche, persönliche Auseinandersetzung mit dieser Frage hilft der eigenen Persönlichkeitsentwicklung.
- Fragen Sie bei der nächsten Führungskräfteselektion nach der Motivation der Nachwuchskräfte, eine Führungsposition wahrzunehmen, obwohl diese möglicherweise irrelevant ist. Die Antwort ermöglicht interessante Einsichten in die Selbstreflexionsfähigkeit des Kandidaten.
Letztendlich hat es Newark richtig verstanden: Man muss mit der These der Irrelevanz der Führungspersonen gar nicht einverstanden sein. Auch das Gedankenexperiment ist reizvoll.
Quelle:
- Newark, D. (2018). Leadership and the Logic of Absurdity. Academy of Management Review, 43, 2, 198 – 216.