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Die australischen Behörden planen derzeit eine mutige Idee. Das Land soll über ein Glasfaserkabel mit der Antarktis verbunden werden. Das Australian Bureau of Meteorology (BoM), das für ein Zehntel des Planeten zuständige Wetteramt, wünscht sich diese Festnetzverbindung. Es warnt jedoch davor, dass Eisberge ein Problem darstellen könnten. Die Installation eines Unterwasser-Datenkabels zur Antarktis soll eine Verbesserung der Verbindung zu seinen Wetterstationen auf Davis, Casey, Mason und Macquarie Island mit sich bringen. Nebenbei sollen die Satellitenverbindungen zu den Wetterstationen verbessert werden.
Die Australian Antarctic Division hat ihren Hauptsitz in Hobart auf Tasmanien. Die Entfernung von Hobart zu den vier Forschungsstationen beträgt 4839 Kilometer (Davis), 3443 Kilometer (Casey), 5475 Kilometer (Mawson) und 1542 Kilometer (Macquarie Island).
Derzeit nutzt die Australian-Antarctic-Division an jeder der vier Stationen die C-Band-Satellitenverbindungen von Speedcast mit einer Kapazität von 9 MB/s und 300 ms. Jede Station verfügt über eine Sicherungsdatenverbindung aus dem globalen Breitbandnetz von Inmarsat, das nur eine Verbindung mit 0,65 Mbit/s mit einer Verzögerung von 700 Millisekunden bietet.
„Die Kapazität eines Glasfaserkabels kann in der Größenordnung von Zehntausenden von Terabyte pro Sekunde liegen, und eine einzelne Verbindung kann Geschwindigkeiten von 10 bis 100 Gigabit pro Sekunde haben“, erklärten australische Wetterbeamte.
Über Kabel hinaus präsentiert BoM die Idee, die Optionen für die Satellitenverbindung zu verbessern, wenn ein Seekabel durch Beschädigung ausfallen sollte. Dazu gehört die Möglichkeit, die Konnektivität zwischen zwei geostationären Satelliten bereitzustellen, um hochauflösende meteorologische Untersuchungen durchzuführen und Verbindungen herzustellen.
Eisberge könnten Probleme verursachen
Die antarktische Umwelt ist jedoch mit einigen Herausforderungen verbunden, hauptsächlich in Form von Gletschern und Eisbergen. Ein auf Grund gelaufener Eisberg ist in der Lage, den Untergrund mehrere Meter tief ‘umzupflügen’ und ein Seekabel zu beschädigen. Küstenlinien müssten sorgfältig überwacht werden. Ebenso sind Möglichkeiten bei Unterbrüchen zu prüfen, wenn die Kabelverbindung ausfallen sollte.
Verbindung für die Zukunft
„Das Continental-Glasfaserkabel, das Australien mit dem antarktischen Kontinent verbinden soll, wird Teil eines langfristigen Kommunikationsprogramms sein, das in den nächsten 25 Jahren und darüber hinaus eine zuverlässige Hochfrequenz-Verbindung für australische Forschungsstationen bedeuten wird“, meinte ein Sprechern von BoM.
Derzeit gibt es keine Kabelverbindungen zur Antarktis. Eine solche Verbindung würde neben einer beispiellosen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit Australien als wichtigen internationalen Partner in der Antarktis etablieren.
Heiner Kubny, PolarJournal