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Mai 2012
Damals forderte die Arbeiterbewegung in den USA den Achtstundentag. Einige Arbeitgeber gingen auf die Forderung ein, andere nicht. Es folgten Streiks und Demonstrationen; namentlich ab dem 1. Mai 1886 in Chicago, wo die Auseinandersetzung mit den Ordnungskräften am 4. Mai schliesslich in einem Blutbad endete. In Erinnerung an diese Ereignisse beschloss die Zweite Sozialistische Internationale 1889, den 1. Mai als Demonstrationstag für den Achtstundentag einzuführen. Dem Aufruf folgte schon 1890 die Arbeiterschaft zahlreicher Länder. Auf Anstoss der UdSSR wurde der Tag der Arbeit nach dem Ersten Weltkrieg in vielen Ländern ein arbeitsfreier Tag.
Der heute von der Linken und den Gewerkschaften gefeierte 1. Mai bleibt nach wie vor ein Tag der Demonstrationen und der sozialen Forderungen.
Der Gedenktag wurde 1985 vom Europäischen Rat eingeführt. Er erinnert an die Erklärung vom 9. Mai 1950 (auch «Schuhman-Erklärung» genannt), die als Gründungstext des europäischen Einigungsprozesses gilt. In seiner als historisch zu bezeichnenden Rede in Paris plädierte Robert Schuman, damals französischer Aussenminister, für eine neue Form der politischen Zusammenarbeit in Europa, die künftig jeden Krieg unter den Nationen des Kontinents verunmöglichen sollte. Ihm schwebte die Gründung einer europäischen Institution zur gemeinsamen Verwaltung der Kohle- und Stahlproduktion vor. Ein Jahr später, am 18. April 1951, wird der Vertrag von Paris unterzeichnet. Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (auch als «Montanunion» bekannt) wird der Grundstein für die heutige Europäische Union gelegt.
Seit 1986 wird an diesem Tag den Bürgerinnen und Bürgern mit Informationsveranstaltungen und Events vermittelt, wie die europäischen Institutionen funktionieren. In mehreren europäischen Ländern, vor allem aber in Belgien und Frankreich, werden Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und spielerische Aktivitäten organisiert.
Bei den Griechen und später bei den Römern ehrte ein religiöses Frühlingsfest die Mutterfigur. Im Mittelalter existierten da und dort Muttertagsfeiern in unterschiedlicher Form.
In seiner heutigen Form ist der Tag zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden (Mother’s Day) und hat sich danach in zahlreichen Ländern verbreitet. Ganz allgemein gesagt, feiern an diesem Festtag Kinder wie Erwachsene ihre Mutter – meist indem sie ihr etwas schenken (in der Schule gefertigte Bastelarbeit, Blumen usw.).