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Die Trendschätzung zur zukünftigen Entwicklung der Zahl bei den Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen RAV registrierten Stellensuchenden prognostiziert die Entwicklung in den drei Monaten, die dem Zeitpunkt folgen zu dem Ist-Zahlen vorliegen. Die Ist-Zahlen eines Monats liegen in den ersten 10 Tagen des neuen Monats vor. Die Trendschätzung wird unmittelbar nach dem Vorliegen der Ist-Zahlen berechnet.
Die Schätzung beruht auf einem mathematischen Modell, das von Prof. George Sheldon von der Universität Basel entwickelt wurde. Das Modell geht vom Sachverhalt aus, dass die Zahl der Stellensuchenden sich als Produkt aus dem Risiko, stellensuchend zu werden, und der Dauer der Stellensuche ergibt. Nehmen wir eine Situation, in der es viele Neuzugänge bei den RAV gibt, die durchschnittliche Verweildauer aber sinkt. In dieser Situation steigt aktuell die Zahl der Stellensuchenden, wie sie monatlich publiziert wird. Die Trendschätzung hingegen würde ein Sinken voraussagen, weil es das Sinken der Verweildauer miteinbezieht. Die Trendschätzung gibt allerdings nur die Richtung der Veränderung an, sie ist nicht in der Lage die absolute Höhe der zukünftigen Stellensuchendenzahlen zu prognostizieren. Dies hat auch damit zu tun, dass es sich um einen gemittelten Wert handelt, der saisonale Schwankungen ausgleichen soll.
Als besonders zuverlässig hat sich die Trendschätzung im frühzeitigen Erkennen von Trendbrüchen erwiesen. So kann sie beispielsweise bei einer längeren Phase des Rückgangs der Stellensuchendenzahlen einen Wiederanstieg erkennen, bevor sich dieser in den aktuellen Zahlen zeigt. Um nicht jede kleine Veränderung als Trendbruch zu interpretieren, gilt für das Trendschätzungsmodell ein Trend dann als "ansteigend" resp. "fallend", wenn sich die geschätzte Zahl der Stellensuchenden für den Monat t um mindestens 0,5 Prozent gegenüber dem Monat t-1 verändert hat. Als gefestigt kann ein Trend gelten, wenn die Veränderungsrate der geschätzten Stellensuchendenzahl während drei aufeinanderfolgenden Monaten im gleichen Rahmen geblieben ist.
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