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HIV und AIDS
Von den rund 38 Millionen Menschen weltweit, die HIV-positiv sind, leben etwa 17‘000 in der Schweiz. Bei 79 % davon handelt es sich um Männer. Das Spätstadium AIDS wurde bis 2015 bei 9‘800 Personen diagnostiziert und ca. 60% dieser Personen sind daran verstorben. Die Zahl von HIV-Diagnosen in der Schweiz geht kontinuierlich zurück.
Die Früherkennung ist sehr wichtig
Das vermehrte Testen, die immer früher einsetzende Behandlung, die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) und Post-Expositionsprophylaxe (PEP) scheinen diese Trendwende ausgelöst zu haben. Je früher die HIV-Erkrankung erkannt wird, desto weniger gross ist das Risiko der Übertragung auf weitere Personen. Zudem kann die Behandlung frühzeitig initiiert werden. Je früher HIV-Erkrankte behandelt werden, umso besser ist die Prognose eines Infizierten, eine normale Lebenserwartung bei guter Gesundheit zu erreichen. Eine Ansteckung mit HIV ist also behandel- aber nicht heilbar.
Was sind die häufigsten Übertragungswege des HI-Virus?
Man unterscheidet bei den Übertragungswegen die sexuellen von den nicht-sexuellen Übertragungswegen.
- nicht-sterile Tätowierungs-, Piercing- oder Beschneidungsinstrumente
- Mutter-Kind-Übertragung
- Transfusion von HIV-infiziertem Blut
- HIV-belastete Spritzen und Nadeln beim Drogenkonsum
- Kontakt mit bestimmten Körperflüssigkeiten einer mit HIV-infizierten Person:
- Blut
- Samenflüssigkeit
- präseminale Flüssigkeit
- Rektalflüssigkeit (Flüssigkeit im Analbereich)
- Vaginalflüssigkeit (Scheidenflüssigkeit)
- Muttermilch
- ungeschützter eindringender Sex (anal und vaginal)
- ungeschützter Oralsex (mittels Sperma oder Menstruationsblut)
Weitere Verhaltensweisen und Gegebenheiten führen ebenfalls zu einem erhöhten Risiko sich mit HIV zu infizieren. Hierzu zählen:
- Sex mit mehreren Partnern oder Partnerinnen
- Vorliegen einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (z. B. Syphilis, Chlamydien, Herpes)
- versehentliche Exposition gegenüber infizierten Gegenständen (z. B. Nadelstichverletzungen bei medizinischen Fachkräften)
- Sexarbeiter/-innen
Eine Übertragung des HI-Virus kann bei HIV-positiven Menschen aber mit Durchführung einer erfolgreichen Therapie (= regelmässige Einnahme der verordneten HIV-Medikation) verhindert werden, d.h. sie sind nicht mehr infektiös und eine Vermehrung der HI-Viren wird unterdrückt. Hierzu muss die Viruslast mindestens sechs Monate unter der Nachweisgrenze liegen und regelmässige Kontrollen beim Arzt müssen stattfinden.
Früherkennung, PrEP, PEP und die Therapie – die Eckpfeiler für zukünftig weniger HIV-Erkrankte
Der HIV-Test für die frühe Früherkennung
Ein HIV-Test nach einer Risikosituation und am Anfang einer neuen Beziehung verschafft Klarheit und Sicherheit. Je früher HIV behandelt wird, umso besser die Prognosen eines Infizierten, eine normale Lebenserwartung bei guter Gesundheit zu erreichen. Zwar ist HIV bis heute noch nicht heilbar, aber dank HIV-Medikamenten bricht AIDS nicht aus.
PrEP
In erster Linie dient die Benutzung von Kondomen zum Schutz vor einer HIV-Infektion. PrEP aber ist eine zusätzliche Methode.
Die Prä-Expositionsprophylaxe, kurz PrEP, ist eine Massnahme, die man vor dem Geschlechtsverkehr durch die Einnahme eines oralen Medikamentes ergreifen kann. Wird dieses Medikament korrekt eingenommen, kann sich die Person vor einer HIV-Infektion schützen. Die PrEP bzw. das Medikament ist verschreibungspflichtig. Das bedeutet, dass es ausschliesslich auf Rezept von einer Fachperson abgegeben und auch nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden darf. Wichtig zu wissen ist aber, dass die PrEP nur vor HIV und nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B. Tripper, Chlamydien, Syphilis und Hepatitis) schützt!
PEP
Die Post-Expositionsprophylaxe kurz PEP ist vom Konzept her vergleichbar mit der «Pille danach»; also eine Notfallbehandlung. Kam es zu einem Risikokontakt, bei dem eine allfällige HIV-Übertragung möglich gewesen wäre, kann die PEP, in Form einer oralen Medikation, rasch und bis spätestens 48 Stunden nach der Risikosituation gestartet werden. Ganz wichtig ist: in erster Linie sollen die «Safer-Sex-Regeln» beachtet werden! Die PEP ist eine absolute Notfalllösung!
Liegt ein solches Risiko vor, sollte schnell ein Arzt, ein Krankenhaus oder eine Notfallpraxis aufgesucht werden.
Die Adressen in der Schweiz können auf https://aids.ch/de/haeufigste-fragen/notfall/nach-einer-hiv-risikosituation/ abgerufen werden.
Therapie
Zur Behandlung einer HIV-Infektion existieren heute über ein Dutzend verschiedene Medikamente. Eine mit HIV infizierte Person wird immer mit mehreren Medikamenten, also einer Kombinationstherapie behandelt. Nur so sind die Medikamente ausreichend wirksam und nur so kann Resistenzen entgegengewirkt werden.
Eine wirksame HIV-Therapie verhindert die Übertragung von HIV auf andere. Ist eine mit HIV infizierte Person auf eine wirksame HIV-Therapie eingestellt, wirkt sich das positiv auf ihren Gesundheitszustand, die Lebensqualität und die Lebenserwartung aus. HIV ist dann beim Sex nicht übertragbar und auch Übertragungen von der Mutter auf ihr (ungeborenes) Kind werden so verhindert. Die HIV-Erkrankung aber bleibt aktuell noch unheilbar.
Stand der Informationen 03/2021