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Die 2020 vom SVGW durchgeführte Wasserstatistik Schweiz basiert auf der Befragung von Wasserversorgungen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zum Betriebsjahr 2019. Der SVGW führt die erstmals 1900 durchgeführte Befragung jährlich durch.
2020 stellten insgesamt 674 Versorgungsbetriebe dem SVGW Daten für das Betriebsjahr 2019 zur Verfügung, davon 488 SVGW-Mitglieder. Die erfassten Wasserversorgungen beliefern 70 Prozent der Bevölkerung der Schweiz und Liechtensteins mit Trinkwasser.
Insgesamt stellten die Wasserversorgungen 2019 928 Mio. m3 Trinkwasser bereit (darunter ca. 10 Mio. m3 Brauchwasser für die Industrie). Die gesamte Wasserabgabe pro Einwohner und Tag war im Berichtsjahr mit 294 Litern drei Prozent niedriger als im Vorjahr.
Auch der maximale Tagesverbrauch war mit 461 Litern pro Einwohner etwas niedriger als im Vorjahr (468 Liter pro Einwohner). Trotz dieses Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr ist über die letzten Jahre eine Trendwende zu beobachten: Nachdem der Wasserverbrauch seit den Achtzigerjahren trotz wachsender Bevölkerung kontinuierlich gesunken ist, hat er in den letzten fünf Jahren wieder leicht zugenommen, allerdings weniger stark als die Bevölkerung. Pro Einwohner ging die bereitgestellte Trinkwassermenge in den letzten Jahren also nur noch geringfügig zurück. Als Ursachen dieser verlangsamten Effizienzsteigerung vermutet der SVGW ein allmählich gesättigter Markt an Wasserspartechnik und ein Mehrbedarf an Wasser infolge ausgeprägterer Trocken- und Hitzeperioden.
Bei der Erhebung wurde zwischen grossen, mittleren und kleinen Wasserversorgungen sowie Gruppenwasserversorgungen und Zweckverbänden ohne Endkunden unterschieden. Die Anteile der genutzten Ressourcen für die Wassergewinnung haben sich über die letzten Jahre nur wenig verändert: Die grossen Wasserversorgungen beliefern ihre Kundinnen und Kunden nach wie vor hauptsächlich mit Seewasser, die mittleren und kleinen Versorger v.a. mit Grund- und Quellwasser. Gruppenwasserversorgungen und Zweckverbände beziehen ihr Wasser vorwiegend aus Grundwasser, bei kleinen Wasserversorgungen überwiegt das Quellwasser. In Bezug auf die aktuelle Belastungssituation des Grundwassers mit Chlorothalonil-Metaboliten sind daher überwiegend mittlere Wasserversorgungen sowie Gruppenwasserversorgungen und Zweckverbände von der Belastung des Grundwassers mit den Abbauprodukten des mittlerweile verbotenen Pestizids betroffen.
Das Trinkwasserleitungsnetz in der Schweiz und Liechtenstein erstreckte sich 2019 über insgesamt 92'100 Kilometer und damit einer Länge, die mehr als der zweifachen Erdumrundung entspricht. Der Unterhalt und Betrieb ist mit entsprechenden Kosten verbunden: So beliefen sich die Betriebs- und Kapitalkosten der gesamten Branche 2019 auf insgesamt 1,6 Mrd. Franken, wobei der Sachaufwand mit 570 Mio. Franken den grössten Budgetposten darstellt, gefolgt von den Personalkosten im Umfang von 358 Mio. Franken. Der Wiederbeschaffungswert der Wasserversorgungsinfrastruktur lag 2019 bei gut 53 Mrd. Franken, wobei davon 80 Prozent auf das Leitungsnetz entfallen.
Bei kleinen Wasserversorgern sowie Gruppenwasserversorgungen und Zweckverbänden könnten die Aufwendungen für Gewinnung- und Aufbereitung sowie Transport in den nächsten Jahren steigen, wenn Filteranlagen nötig werden, um die Grenzwerte für Pestizidrückstände einhalten zu können, oder neue Leitungen für den Bezug von weniger belastetem Wasser gebaut werden müssen.