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Äthiopien
Die Washing Station Gora Kone befindet sich neben dem Fluss Nensebo und dem Dorf Werka. Es ist schwer, als Besucher überhaupt in diese abgelegene Region zu gelangen. Gora Kone bezieht die Kirschen von 700 bis 800 Kaffee-Kleinbauern in der Umgebung. Kaum eine Familie besitzt eine Parzelle, die grösser als 3 Hektar ist. Die meisten Bauern pflegen hier den sogenannten Schattenbau, wo der Kaffeestrauch unter grossen, schattenspenden Wanza- und Akazienbäumen und zwischen anderen Pflanzen wächst. Diese Form des Anbaus kommt den natürlichen Bedürfnissen des Kaffeebaums am nächsten. Gleichzeitig beherbergen diese Kaffee-Wälder viele heimische Tiere und Pflanzen, die auf einer Monokultur niemals zu finden wären. Den Bauern ermöglichen die verschiedenen Pflanzen, unterschiedliche Früchte zu ernten und somit Missernten bei einzelnen Pflanzen auszugleichen. Durch eine gute Durchmischung der Pflanzen werden zudem Kaffeekrankheiten auf natürliche Weise eingedämmt.
Wir haben diese südliche Region Äthiopiens während der Kaffeeernte besucht. Die Bevölkerung wächst schnell und das Land ist knapp. Dies fördert ethnische Konflikte und birgt die Gefahr, das Land über die Massen zu nutzen.
Zudem versucht der äthiopische Staat, den kompletten Kaffeeanbau und -Handel zu kontrollieren und behält den Grossteil der Erlöse aus dem Export ein. Kleine Familienbetriebe beim traditionellen Kaffeeanbau zu unterstützen, hilft, den Druck zu senken, die Landwirtschaft weiter zu intensivieren. Wenn die Familien zudem in die Schulbildung ihrer Kinder investieren können, können diese Arbeit in Tourismus, Dienstleistung und Industrie finden, und so Einkommensquellen ausserhalb der Landwirtschaft erschliessen. Das diversifiziert die Einkommen der Familien und schont die einzigartige Natur Äthiopiens und bewahrt sie für kommende Generationen.