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Am 26. April 1986 kommt es im AKW Tschernobyl in der Nähe von Pripjat zu einer Explosion, bei der eine tödliche Dosis hochkonzentrierter radioaktiver Spaltstoffe in die Atmosphäre entweicht. Marina Belobrovaja ist damals neun Jahre alt und lebt im nur 130 Kilometer von Pripjat entfernten Kiew. Im Jahr 2011 beschliesst die Aktionskünstlerin, die heute in der Schweiz lebt, den Ort, der ihr Leben einst nachhaltig veränderte, mit einer Reisegruppe aufzusuchen. Diese reist im Rahmen einer «berührenden Reise in die Ukraine» nach Pripjat/Tschernobyl – ein Angebot, das der Reiseveranstalter Kuoni mit der NGO Green Cross offeriert. Nur mit einer Handykamera ausgestattet, bricht Belobrovaja auf.
Am 11. März 2011, kurz vor der Abreise, ereignet sich die Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima. Aufgrund der aktuellen Ereignisse und der anstehenden politischen Debatten um die Atomenergie melden sich zahlreiche Schweizer ParlamentarierInnen wie auch JournalistInnen kurzfristig für die Reise an. Das Filmessay «Warm Glow» erzählt die Geschichte von Pripjat/Tschernobyl streng reduziert auf die Perspektive der Reisenden, ihre Gedanken, Gefühle und Aussagen. Die Begegnung mit der lokalen Bevölkerung ist denn auch zum Scheitern verurteilt. Am Schluss steht der hilflose Versuch Belobrovajas, sich der kontaminierten Kleider zu entledigen. Halb nackt steht sie da und hält filmisch fest, was sich nicht ändern lässt: die Hilflosigkeit des Menschen angesichts der unfassbaren, tödlichen Kraft. Und die Unmöglichkeit, das Leben der Betroffenen angemessen zu inszenieren.