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Das Gebäude für die Büros der Hauptverwaltung von Novartis liegt am Hauptplatz (Forum) des Firmengeländes als prägnantes, ausdrucksstarkes Torelement am Eingang des Areals. Der nach einem Masterplan von Vittorio Magnano Lampugnani gestaltete Campus umfasst Bürogebäude sowie Forschungs- und Produktionsstätten. Mit dem Headquarter Building, das als erster der Neubauten fertiggestellt war, ist gegenüber dem alten, steinernen Hauptgebäude der programmatisch wichtigste Bau entstanden, in dem sich der Bezug zum Ort und zur Geschichte des Konzerns manifestiert.
Der zusammen mit dem Künstler Helmut Federle und dem Architekten Gerold Wiederin konzipierte fünfstöckige Bau kragt mit den oberen Geschossen aus und schafft einen gedeckten Bereich an der zum Platz hin gelegenen Längsseite. Raumhohe Schiebefenster öffnen hier das Erdgeschoss nach aussen und verleihen der Eingangslobby einen entschieden öffentlichen Charakter. Auf der Erdgeschossebene befinden sich das Foyer, der Empfang, ein Café und Restaurant sowie ein grosses Sitzungszimmer. Die Büros in den oberen Geschossen sind als Open Spaces mit einzelnen Rückzugsbereichen und Meetingrooms gestaltet. Eine geschwungene Treppe aus tiefbraunem Nussbaumholz verbindet die oberen Geschosse und setzt in der fliessenden Bürolandschaft einen stark skulpturalen, in Form und Material kontrastierenden vertikalen Akzent. Ein über alle Geschosse reichender Innengarten am westlichen Ende des Gebäudes ist ebenso ein Element des Kontrasts: Er trägt die irregulären Wuchsstrukturen der Natur in die klar gegliederte Architektur der Arbeitsräume und bildet eine Ruhepunkt inmitten der Geschäftigkeit. Darüber hinaus verknüpft er mit seinen tropischen Bäumen und Pflanzen, die auch Assoziationen an die inszenierte Exotik der ersten Weltausstellungen und die Atmosphäre von Gewächshäusern wecken, die geschlossenen Welt des Hauses und des Campus mit dem angrenzenden öffentlichen Park und dessen mitteleuropäischer Vegetation.
Die Form des Gebäudes ist ein Längsquader. Seine wesentliche Gestalt empfängt er durch eine mehrschichtige Fassade aus versetzten, farbigen Glasscheiben. Sie ist das eigentliche Schauelement des Baus und vernetzt das Innen und Aussen mit einer semitransparenten Schmuckhülle, die das Licht einfängt und in vielfältigen Brechungen in die offenen Räume leitet. Die Glasscheiben sind ohne Rahmen mit Stangen befestigt und durch Konsolen an den Geschossplatten fixiert. Sie sind Teil der Architektur, lösen sich jedoch von ihr als selbständiges Element, das künstlerischen Gesetzen folgt. So entsteht durch die Überlagerung der farbigen Gläser nicht nur eine intensive Wechselwirkung mit dem Lichteinfall, sondern auch mit dem Standort des Betrachters. Die Fassaden reagieren auf die Dynamik des Blickwinkels und erzeugen ein transformatives Moment, das den Bau wie eine immaterielle Sphäre umhüllt.
Die von Helmut Federle entworfene Fassade transponiert die charakteristischen Überlagerungsstrukturen seiner Gemälde und Zeichnungen in die Dimensionen der Architektur. Die Farbigkeit der Gläser erinnert darüber hinaus an die Ursprünge der chemischen Industrie in Basel, die mit der Produktion von Farbstoffen ihren Anfang nahm. „Das Spiel der Gläser spiegelt schliesslich auch die unzähligen Prozesse, die mit der Forschung an diesem Ort verbunden sind und ihre Verknüpfung zu einem vielfältigen, beinahe unermesslichen Netz von Arbeit, schöpferischen Energien und Begegnungen“ (Roger Diener).
in Zusammenarbeit mit Helmut Federle und Gerold Wiederin
Wettbewerb: 1. Preis, 2002
Datum: 2002—2005
Auftraggeber: Novartis Pharma AG
Ort: Novartis Campus, Forum 3, Basel, Schweiz
Bruttogeschossfläche (BGF): 8.848 m²
Programm: Büros, Sitzungs- und Videokonferenzräume, Restaurant
Bauingenieur: Ernst Basler + Partner
Fassadenplaner: Emmer Pfenninger Partner
Technische Gebäudeplaner: Aicher De Martin Zweng, Sytek
Arbeitsplatzgestalter: Sevil Peach Gence Associates
Landschaftsarchitekt: Vogt Landschaftsarchitekten