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Bowls Pairs Schweizermeisterschaften in Gstaad – Jungfrau Interlaken räumt ab14.08.2020 Gstaad
Am vergangenen Wochenende kämpften acht Damen- und 16 Herrenteams um die nationalen Titel. Die Jungfrau Teams wurden verdient Schweizermeister.
Jungfrau erwies sich als der überlegene Bowls-Club auf der neuen 36m langen Anlage in Gstaad – die Teams aus Interlaken holten beide Titel und insgesamt drei Podestplätze. Ebenfalls erfolgreich spielten die Teams aus Uzwil: Sie erreichten die bisher besten Platzierungen an Titelkämpfen mit zweieinhalb Podestplätzen. Die einheimischen Spieler/innen mussten «unten durch», sie gingen aber dank Renate Mayor, welche im clubübergreifenden Team Gstaad-Uzwil spielte, zumindest nicht ganz leer aus (halber Bronzemedaillensatz), während die mitfavorisierten Teams aus Thun sich mit zwei vierten Plätzen begnügen mussten.
Die zwei Damen-Vorrundengruppen wurden klar dominiert von den favorisierten Teams Jungfrau 1 respektive Thun. Dahinter wurde es eng, jeweils mit dem schlechteren Ende für die Gstaader Teams, welche alle die Halbfinals verpassten. Gstaad-Uzwil (mit Renate Mayor), eine für diese SM gebildete Zweckgemeinschaft, konnte sich in der Gruppe A vor Gstaad 1 auf den halbfinalberechtigten zweiten Platz spielen, Gleiches gilt in der Gruppe B, wo sich Uzwil vor Gstaad 2 im zweiten Rang platzierte.
In den Halbfinals gab es einen klaren Favoritensieg von Jungfrau 1 gegen Gstaad-Uzwil und eine überraschende Niederlage im Tiebreak von Mitfavorit Thun gegen Uzwil. Der Final war wiederum eine deutliche Ausbeute vom Team Jungfrau 1, welches ohne einen einzigen Satzverlust hochverdient Schweizermeister wurde. Im Spiel um die Bronzemedaille schien alles «nach Papier» zu laufen, setzte sich doch das hochfavorisierte Team von Thun im ersten Satz 10:3 durch. Im zweiten Satz schlichen sich bei Thun dann Unsicherheiten ein, während Gstaad-Uzwil immer besser ins Spiel kam. Der Satz ging mit 8:6 knapp und überraschend an Gstaad-Uzwil, somit musste das Tiebreak «Best of 3» entscheiden. Im hochspannenden Tiebreak konnte Gstaad-Uzwil in den entscheidenden Phasen die besseren Kugeln auspacken und erkämpfte sich verdient die Bronzemedaille.
In den vier Vorrundengruppen der Herren waren die Spiele allgemein ausgeglichener und keines der Teams kam ohne Satzverlust über die Runden. Speziell zu erwähnen ist der Sieg von Gstaad 1 (Beat Matti und Christian Haldimann) gegen Jungfrau 2 in einem sehr hochstehenden und bis am Schluss spannenden Spiel, was zum Gruppensieg von Gstaad 1 führte. Sehr ausgeglichen war die Gruppe D, welche Titelanwärter Thun 2 überraschend auf dem letzten Platz und Uzwil 1 als Sieger sah. Gstaad 3 (Eric Reichenbach und Kurt Iseli) konnte sich in dieser Gruppe dank der allerletzten, hervorragend gespielten Kugel von Eric Reichenbach knapp vor Jungfrau 4 platzieren und erreichte so die Viertelfinals. In Gruppe C verfehlte Gstaad 2 knapp den zweiten Platz, somit blieb es bei zwei Gstaader Teams im Viertelfinal.
In den Viertelfinals mussten beide Gstaader Teams die Segel leider streichen. Gstaad 3 kämpfte gut und etwas unglücklich gegen Jungfrau 1, einen der meistgenannten Favoriten: Im ersten Satz konnte es einen 6:0 Vorsprung nicht über die Runden bringen, im zweiten Satz ging es mit einem Punkt Vorsprung ins letzte End, mussten aber leider noch den Ausgleich hinnehmen. Titelanwärter Gstaad 1 trat gegen den vermeintlich schwächeren Gegner Thun 1 an. Die von Gstaad 1 zum Teil hervorragend aufgebauten Ends wurden vom Gegner-Skip Werner Zysset oft und zermürbend zunichte gemacht. So kam Thun 1 in den Halbfinal und alle Heimteams waren somit aus der Entscheidung. Die anderen beiden Viertelfinals waren enger und spannend. Sie wurden jeweils erst im Tiebreak entschieden: Jungfrau 2 setzte sich wenig überraschend, aber dennoch knapp gegen Jungfrau 3 durch, Uzwil 1 bezwang Thun 3.
Im Halbfinal wurde Jungfrau 1 seiner Favoritenrolle gerecht und bezwang Thun 1 glatt in zwei Sätzen, während das hochfavorisierte Team Jungfrau 2 gegen Uzwil wiederum erst im Tiebreak den Unterschied machte. So kam es zum Final Jungfrau 1 gegen Jungfrau 2, dabei hatte in einem bis zuletzt spannenden Spiel erneut Jungfrau 2 im Tiebreak das bessere Ende und wurde als wohl nervenstärkstes Team – alle Knock-out-Partien gewann es erst im Tiebreak – verdient Schweizermeister. Im Bronzespiel war bei Thun 3 die Luft etwas draussen und Uzwil konnte den Aufwärtstrend mit dem verdienten dritten Rang untermauern.
Die Pairs-Schweizermeisterschaften in Gstaad waren ein voller Erfolg: Durchwegs zufriedene Gesichter waren beste Werbung für das spannende Spiel und unter den verhältnismässig zahlreichen Zuschauern konnte sicherlich der eine oder andere den Sport für sich entdecken.
MARKUS ISELI
Weitere Fotos unter https://tinyurl.com/y2vhegxx