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Da das neue fotografische Verfahren als fabelhafte Erfindung galt, bei der das Bild «so genau und treu, wie es der geschickteste Zeichner nicht zu liefern im Stande wäre», sei (Zitat von 1839), fand sie schnell ihre Verbreitung. Die anfänglich sehr langen Belichtungszeiten von mehreren Minuten oder gar Stunden wurden dank neuen Verfahren auf ein paar Sekunden verkürzt. Dies war vor allem für die Portraitfotografie entscheidend. Und diese war es vorwiegend, die im 19. Jh. von den Berufsfotografen ausgeübt wurde und deren Einkommen generierte. Die Technik war entsprechend teuer und konnte noch kaum von Amateuren betrieben werden. So wurden in den Studios eigentümliche Inszenierungen geschaffen, in denen sich der Kunde abbilden lassen konnte.
Während der Zeit des Kolonialismus entwickelte sich eine Art kommerzielle Reisefotografie, die fotografische Erzeugnisse von fremden Welten und Völkern vermarkteten. In diesem Zusammenhang sind auch die Bildbestände zu sehen, die von Missionaren geschaffen wurden, um ihre Tätigkeit und ihre Umwelt zu dokumentieren. So besitzt die «mission 21» (vormals Basler Mission) 30 000 Bilder der Missionsgeschichte von 1850 bis 1945. Die Anfänge der fotografischen Erkundung der eigenen Region, die Architektur, Landschaft und Kultur zum Gegenstand hatte, reicht in die 1860er-Jahre zurück. Die frühen fotografischen Ansichten der Stadt Basel stammen von Jakob Höflinger und Adam Borbély Varady. Rund 20 Jahre später begann Arnold Seiler-Schaub, Ansichten von Liestal und Umgebung aufzunehmen.
Die Präsenz der Fotografie im Alltag nahm stetig zu. Mit Beginn des 20. Jh. wurde es üblich, die Tagespresse mit Fotografien zu bebildern. Dieser Umstand liess die Bildmenge über die Region weiter anschwellen. Zudem begannen verschiedene kleine Verlage mit der Produktion von illustrierten Postkarten, die vor allem Ortschaften und Sehenswürdigkeiten zeigten. Als Bilder wurden Luftaufnahmen oder Übersichten von erhöhten Standpunkten gewählt, so dass diese Aufnahmen den Zustand der Landschaft und die Siedlungsstrukturen gut dokumentieren. Luftaufnahmen der Region sind insbesondere von den Luftfahrtpionieren Eduard Spelterini und Walter Mittelholzer erhalten.
Bereits am Ende des 19. Jh. hielt die Fotografie als Dokumentationsmedium Einzug in die Naturwissenschaft. So konnten Bewegungsstudien oder mikro- und makroskopische Aufnahmen Aufschluss über die Natur geben, wie sie vorher nicht möglich waren. Dank günstigeren Kameras wurde die Fotografie auch für Private allmählich erschwinglich, was zur Verbreitung dieser Technik beitrug. Dies führte auch zur sogenannten Arbeiterfotografie, bei der Arbeiter ihre Arbeit in den Fabriken selbst dokumentierten. Sie stand im Gegensatz zur Industriefotografie, bei der Fotografen im Auftrag der Firmen die Produktionsanlagen und die Belegschaft ins gute Licht setzten.
Das erste praktikable fotografische Farbverfahren kam 1907 auf den Markt. Zuvor behalf man sich mit dem Kolorieren von Hand, um den Fotos Farbigkeit zu verleihen. Durchgesetzt hatte sich die Farbfotografie aber erst in den 1930er-Jahren, als zuverlässige und günstige Farbfilme gepaart mit handlichen Kameras immer grösseren Bevölkerungskreisen zugänglich wurde. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die Fotografie für Jedermann einen kometenhaften Aufschwung, und die Bilderflut nahm weiter zu. Diesem Umstand ist es such zu verdanken, dass Lehrkräfte sich der Fotografie bedienten, um geographische und biologische Gegebenheiten im Bild festzuhalten. Diese Bilder wurden im schulischen Unterricht und an öffentlichen Diavorträgen zur Vermittlung der Sachverhalte genutzt. Theodor Strübin, Emil Weitnauer, Georg Bienz und Peter Brodmann sind beispielsweise lokale Fotografen dieses Genres, welche die Natur und Landschaft der Nachkriegszeit dokumentierten. Dabei sind wertvolle lokale Bildsammlungen als Zeugnis einer Zeit entstanden, die rasante Veränderungen erfahren hat.
Mit der Entstehung der Digitaltechnik in der Fotografie in den 1980er-Jahren wird das Bild nicht mehr auf photochemischem Weg gespeichert, sondern in der 0 und 1 Codierung auf elektronischem Weg. Bereits nach dem Jahr 2000 wurden mehrheitlich digitale Bilder produziert. Viele Bilder werden zunehmend mit fotografierenden Telefonapparaten, d.h. mit in Mobiltelefonen eingebauten Digitalkameras produziert. Die dauernde Anwesenheit dieser Mobiltelefone führt zu einer Omnipräsenz der Bilder, die dann über soziale Netzwerke verfügbar gemacht werden. Wie weit solche Bilder in ein paar Jahrzehnten für eine geschichtliche Aufarbeitung noch vorhanden sein werden, sei dahingestellt.
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