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Absetzung der Regierung der Britischen Jungferninseln gefordert
Im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung der Britischen Jungferninseln sind Forderungen laut geworden, das Überseegebiet unter direkte Kontrolle Londons zu stellen.
Nach der Festnahme des Premierministers der Britischen Jungferninseln, Andrew Fahie, wurde am Freitag ein Untersuchungsbericht über Korruption und Amtsmissbrauch in seiner Regierung veröffentlicht.
In dem von einem britischen Richter verfassten Bericht wird empfohlen, die Regierung abzusetzen und die Inselgruppe für zwei Jahre unter die Kontrolle von Gouverneur John Rankin zu stellen, der auf Vorschlag der britischen Regierung von Königin Elizabeth II. ernannt wurde. In dem Bericht heisst es, es seien «wesentliche gesetzliche und verfassungsrechtliche Änderungen erforderlich».
Die Untersuchung war bereits vor der Festnahme Fahies eingeleitet worden, die Veröffentlichung des Abschlussberichts wurde angesichts der aktuellen Entwicklungen vorgezogen.
Fahie war am Donnerstag an einem Flughafen in Miami im Bundesstaat Florida verhaftet worden. Ihm werden Drogenhandel und Geldwäscherei vorgeworfen. Auch die Leiterin der Hafenbehörde des britischen Überseegebiets in der Karibik, Oleanvine Maynard, wurde festgenommen.
Die beiden hatten angeblich zugestimmt, Geld von verdeckten Ermittlern anzunehmen, die sich als mexikanische Drogenhändler ausgaben. Am Freitag wurden sie einem Richter vorgeführt.
Die britische Aussenministerin Liz Truss erklärte, Fahies Festnahme sei äusserst besorgniserregend und unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf. Sie kündigte einen Besuch der Ministerin für Überseegebiete, Amanda Milling, auf den Jungferninseln an. «Wir werden dann einen klaren Weg nach vorne ankündigen», erklärte Truss.