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Einige Menschen spüren nach der Aufnahme von glutenhaltigen Speisen (z.B. Weizen, Roggen, Gerste) oder Getränken Beschwerden wie sie bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) auftreten können wie zum Beispiel abdominelle Schmerzen, Blähungen oder Durchfall oder auch andere Beschwerden wie Knochen- und Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Gewichtsverlust, Hautausschläge, Kopfschmerzen, Depressionen oder chronische Müdigkeit (1). Es sollte in diesem Fall das Vorliegen einer Zöliakie (in der Regel durch eine Blutuntersuchung und/oder Magenspiegelung mit Gewebsproben aus dem Dünndarm) und einer Weizenallergie (Bestimmung von IgE Antikörpern und Allergietest durch einen Pricktest) ausgeschlossen werden.
Danach kann eine 6-12 monatige glutenfreie Diät durchgeführt werden worunter sich die Beschwerden in der Regel innerhalb weniger Tage bessern oder nicht mehr auftreten. Um die Diagnose zu erhärten kann im Anschluss eine Wiedereinführung von Gluten diskutiert werden um zu erkennen ob die Symptome wieder auftreten. Sollte dies der Fall sein muss eine NCGS als wahrscheinlich angenommen werden.
Wir empfehlen jedoch NICHT die Durchführung einer glutenfreien Diät ohne vorherige Tests da die Diagnose einer Zöliakie hierdurch häufig unmöglich gemacht wird (die erhöhten Blutwerte wie z.B. die Gewebstransglutaminase IgA normalisieren sich bei Zöliakie-Patienten unter glutenfreier Diät nach ca. 3-6 Monaten, die Veränderungen im Dünndarmgewebe nach 6-12 Monaten).
Auch gibt es grosse Überschneidungen mit z.B. dem Reizdarmsyndrom. Auch Patienten mit Reizdarmbeschwerden erfahren unter glutenfreier Diät ebenfalls häufig eine Besserung ihrer Beschwerden.
Die Existenz der Diagnose NCGS wird von einigen Forschergruppen angezweifelt. So könnte die Besserung von Magendarmbeschwerden unter glutenfreier Diät auch durch eine Reduktion der FODMAPS (Lebensmittel die Blähungen im Magendarmtrakt auslösen können, siehe Kapitel Fodmaps) erklärt werden.
In jedem Fall sollte eine gastroenterologische Abklärung vor einer Umstellung der Ernährung durchgeführt werden und die weitere Therapie unter Anleitung einer Ernährungsberatung erfolgen.