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Am Anfang der Computergeschichte stand Konrad Zuse, dessen programmierbare Maschine Z3 am 12. Mai 1941 erstmals präsentiert wurde.
Wenn man den vor mehr als 3000 Jahren entwickelten Abakus mitrechnet, dann ist die Geschichte des Computers sehr viel länger. Aber am 12. Mai 1941 hat der Berliner Erfinder Konrad Zuse mit dem Z3 tatsächlich den ersten funktionsfähigen, programmierbaren Computer der Welt präsentiert. So gross wie ein Wohnzimmerschrank und über eine Tonne schwer, war es auch der erste Rechner, der schon mit dem binären Zahlensystem (0 und 1) arbeitete. Mit drei Sekunden pro Rechenaufgabe war er nach heutigem Ermessen extrem langsam und er konnte auch nur 64 Wörter speichern, aber damit war Zuse ein wichtiger Durchbruch gelungen. Erst im Februar 1946 folgte mit dem von J. Presper Eckert und Jon W. Mauchly an der University of Pennsylvania für die US-Armee entwickelten ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer) der nächste logische Schritt eines rein elektronischen Universalrechners.
Doch das "erlebte" der Z3 nicht mehr, denn bei einem Bombenangriff am 21. Dezember 1943 war er zerstört worden. Im Münchener Deutschen Museum steht ein Nachbau, den die später von Siemens übernommene Zuse AG 1962 als Ausstellungsstück gespendet hatte. Ein weiterer Nachbau, der erste voll funktionsfähige, schmückt seit Zuses 100. Geburtstag am 22. Juni 2010 das Konrad-Zuse-Museum in Hünefeld bei Fulda, wo der Erfinder am 18. Dezember 1995 verstarb.
Er selbst bezeichnete sich als "Bummelstudenten", hatte er doch seit seinem Abitur 1928 an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg (heute TU Berlin) bis 1935 erst Maschinenbau, dann Architektur und schliesslich Bauingenieurswesen studiert. Bei den Henschel-Flugzeug-Werken, wo er dann anheuerte, hielt er es nicht lange aus und richtete sich stattdessen bei den Eltern in Berlin-Kreuzberg eine Erfinderwerkstatt ein. Da entstand 1938 auch der Z1, der erste programmierbare Rechner, der allerdings noch nicht voll funktionsfähig gewesen ist, weil er noch mechanisch arbeitete.
Den Z3 hat Zuse auch nur einer kleinen Schar von Wissenschaftlern gezeigt. Doch das grosse Echo blieb aus: "Keine Presse, keine Weltsensation - es herrschte Krieg", wird sein Sohn Horst Zuse von der Nachrichtenagentur 'dpa' zitiert. Zuse hate erst nach dem Krieg die Idee, mit seiner Erfindung Geld zu verdienen und gründete 1949 in dem damals zum Kreis Hünefeld gehörenden Neukirchen eine eigene Firma. Reich wurde er damit aber nicht, denn bald schon wurde die Zuse AG von Konkurrenzunternehmen aus den USA und Deutschland überholt, was schliesslich dazu führte, dass sie nach Auslieferung des Z25 im Jahr 1964 vor dem Ruin stand, nach dem Ausstieg des Gründers zunächst von der deutschen BBC in Mannheim und 1967 von Siemens übernommen wurde. Bis dahin hatte das Unternehmen insgesamt 251 Computer entwickelt.
Ein weiterer Nachbau des Z3 soll ab dem 1. Juli 2011 im Museum des vor 25 Jahren auf der CeBIT an Herzinfarkt verstorbenen Computerpioniers Heinz Nixdorf bei Paderborn stehen. Konrad Zuse war Zeit seines Lebens immer wieder Gast von Nixdorf. Nach dessen Tod schlidderte auch die Nixdorf Computer AG immer mehr in die Insolvenz, bevor sie 1990 ebenfalls von Siemens übernommen wurde. Der Rest ist Geschichte, die Siemens selbst auch nicht mehr weitergeschrieben hat. (Klaus Hauptfleisch)