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Toskana - die bekannteste Weinregion italiens
Die Toskana bietet von allen Regionen am meisten hochpreisige Weine
Frescobaldi, Antinori, Ricasoli - diese klingenden Namen aus dem toskanischen Hochadel prägen seit Jahrhunderten den toskanischen Weinbau. Das Haus Ricasoli gilt als ältestes noch existierendes Weinhandelsunternehmen der Welt und als zweitältestes Unternehmen überhaupt. Noch älter ist nur die vatikanische Glockengiesserei Marinelli in der Region Molise.
Es waren auch die Ricasoli, die als Erste eine Vorschrift erliessen, wie ein Wein produziert sein müsse, damit er einen bestimmten Namen tragen darf - den Namen Chianti. Sie waren es, die verfügt hatten, dass im Chianti immer auch ein Quentchen Weisswein enthalten sein müsse. Sonst sei es keiner. Bis in die siebziger Jahre hielt sich diese Vorschrift.
Abgelöst durch jüngere Unternehmen
Alle drei Familienunternehmen spielen immer noch eine wichtige Rolle, vor allem auch im Export von italienischem Wein. Hochqualitative Weine kommen unterdessen aber von andern, jüngeren Unternehmen.
Chianti Classico
Es heisst, der Chianti sei der berühmteste Wein der Welt. Jedes Kind in jeder Ecke dieser Welt soll diesen Namen schon in jungen Jahren gehört haben. Behauptet zumindest das Chianti-Konsortium. Tatsache ist, dass die junge Weinnation Italien ihre Reputation dem Chianti zu verdanken hat.
Im Gegensatz zu Frankreich, wo Zisterzienser- und Benediktinernönche bereits im 15 Jhd. Lagenkarten für die besten Burgunderweine anlegten, begann man damit in Italien erst im 19. Jahrhundert (im Chianti-Gebiet) und hat dieses Qualitäts-System erst nach dem zweiten Weltkrieg auf das ganze Land ausgeweitet.
Den Chianti in seiner typischen Fiasca (Korbflasche) kannten alle Italien-Reisende. Von denen gab es ab den 50er Jahren immer mehr. Die Nachfrage nach diesem Wein, hergestellt aus der autochthonen Sorte Sangiovese, wuchs ständig, da mit einer Fiasca im Gepäck ein bisschen Italianità in den kühlen Norden gebracht werden konnte. Die Rebfläche wurde kontinuierlich ausgeweitet. Um das Chianti-Kerngebiet abzugrenzen, heissen diese Weine heute Chianti classico (aus dem klassischen, hügeligen Herkunftsgebiet), die andern nur Chianti. (Zu unseren Chianti Classico)
Bolgheri - Supertoskaner
Wichtig für die Reputation Italiens als grosse Weinnation sind auch die sogenannten "Supertoskaner". Die Legende erzählt, dass Grafmark Mario Incisa della Rocchetta während des 2. Weltkrieges unbändigen Durst nach Bordeaux hatte. Da es diesen wegen der Kriegswirren nicht gab, pflanzte er kurzerhand bei Bolgheri in den Maremmen ein steiniges Feld mit Cabernet Sauvignon an, um daraus einen italienischen Bordeaux produzieren zu können. Da die Reben auf steinigem Grund wuchsen, nannte er den Wein "Sassicaia" - der Steinige.
Damit hatte Incisa della Rocchetta den Grundstein für einen der teuersten Weine Italiens gelegt. Denn als der erste Sassicaia 1968 auf den Markt kam, war das der Ritterschlag für Italiens Weinwirtschaft: Die Weinkritiker übertrafen sich in Lobeshymnen auf die "italienische Antwort auf den Bordeaux". Und der Sassicaia war - damals zumindest - erst noch viel günstiger als das französische Vorbild.
Weine, die mit den französischen Reben Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder Merlot in der Toskana produziert werden, segeln seither unter dem Überbegriff "Supertoskaner". Auch Weine wie Ornellaia oder Tignanello sind "Supertoskaner" sowie alle Weine aus dem Bolgheri. (Zu unsern toskanischen Weinen)
Brunello di Montalcino
Die Sangiovese-Traube ist die wichtigste Rotweinrebe der Toskana. Aus ihr wird der Chianti produziert, aber auch der Brunello di Montalcino. Der Brunello ist ein schwerer, aber nicht plumper Wein, der über eine grosse Lagerfähigkeit verfügt. Die Winzer von Montalcino waren immer bedacht, ihre Anbaufläche nicht über Gebühr
zu vergrössern – trotz wachsender Nachfrage. Sie setzten lieber auf kleinere Mengen, erhöhten dafür die Preise. (Zu unsern toskanischen Weinen)
Das älteste und berühmteste Haus ist Biondi Santi. Seine Weine kosten schnell einmal über 200 Franken. Es sind meist Sammler, die diesen Wein kaufen und Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, im Keller lagern. Das Weingut Biondi Santi wurde vor Kurzem an einen französischen Luxusgüter-Fonds verkauft, da der letzte Sprössling von Biondi-Santi sein Vermögen verzockt hatte.