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2008 beauftragte der englische Kennel Club, im Zuge der Diskussionen um Qualzuchten, den Old English Mastiff Club mit der Überarbeitung des Rassestandard auf tiergesundheitsrelevante Aspekte hin. Die Tendenz war klar -weg von allen übertriebenen Merkmalen (zu viel Grösse, zu viel Masse, zu viele Falten etc) -hin zu harmonischen, soundness ausstrahlenden, gut laufenden, selbstbewusst auftretenden Mastiffs. Hier also der übersetzte, seit Oktober 2009 veröffentlichte und in Kraft befindliche Standard. Die Richter sind mehr denn je gefordert.
FCI - Standard Nr. 264
Übersetzung: Frau Isolde Schmidt, Club für Molosser, November 1987 und Oktober 2009
(aktualisierte Fassung des KC/U.K.)
Ursprung: England
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: Oktober 2009
FCI - Klassifikation:
Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Sektion 21. Molosser, Doggenartige -ohne Arbeitsprüfung
Allgemeines Erscheinungsbild
Der Kopf bietet in all seinen allgemeinen Umrissen aus jedem Blickwinkel ein quadratisches Erscheinungsbild. Breite ist äußerst erwünscht, sie sollte im Verhältnis zur Gesamtlänge von Kopf und Vorgesicht 2 : 3 betragen. Der Körper ist breit, tief, lang und mächtig gebaut und ruht auf weit auseinander gestellten, geraden Läufen. Die Muskeln zeichnen sich klar ab. Größe ist erwünscht, doch einzig und allein, wenn sie mit Qualität einher geht, und nur, wenn absolute soundness ( gesunde/ dynamische Ausstrahlung) erhalten wird. Höhe und Substanz sind wichtig, vorausgesetzt, beide Merkmale stehen im richtigen Verhältnis zueinander.
Charakteristika
Groß, kraftvoll, ebenmäßiges Gebäude. Eine Kombination von Erhabenheit und Mut.
Wesen
Ruhig, liebevoll zu seinen Besitzern, aber fähig, sie zu beschützen.
Kopf und Schädel
Der Kopf ist breit zwischen den Ohren, die Stirn ist eben, aber mit Falten versehen, wenn die Aufmerksamkeit des Hundes erregt wird. Brauen leicht hochgezogen, Schläfen- und Wangenmuskulatur gut entwickelt. Der Bogen quer über den Schädel zeigt abgeflachte Rundungen mit einer zwischen den Augen liegenden und bis zur halben Sagittalnaht hinaufreichenden Furche. Der Fang ist kurz, breit unter den Augen, fast gleich bleibend breit bis zur Nasenspitze, stumpf und quadratisch geschnitten. So bildet er mit dem Nasenrücken einen rechten Winkel, enorme Tiefe von der Nasenspitze bis zum Unterkiefer, Unterkiefer breit bis zum Ende. Nase breit mit von vorn gesehen weit geöffneten Nasenlöchern. Im Profil ist die Nase gerade(nicht aufgeworfen/ keine ‚Stupsnase).Lefzen im stumpfen Winkel von der Nasenscheidewand ausgehend, leicht hängend, so dass ein quadratisches Profil entsteht. Fanglänge im Verhältnis zur Gesamtheit des Schädels wie 1:3 . Der Fangumfang ( gemessen in der Mitte zwischen Augen und Nase) zum Kopfumfang( gemessen vor den Ohren) im Verhältnis 3.5. Wenn der Hund entspannt ist, ist jegliche Übertreibung von Falten oder übermäßiger loser Haut beim erwachsenen Mastiff unakzeptabel.
Augen
Mäßig groß, weit auseinander stehend. Stop zwischen den Augen deutlich markiert, jedoch nicht abrupt. Farbe haselnussbraun, je dunkler, desto besser, Nickhaut nicht sichtbar. Lose Augenlider (‚offenes Auge') höchst unerwünscht. Frei von offensichtlichen Augenproblemen.
Ohren
Klein, fühlen sich dünn an, weit auseinander, hoch angesetzt, so dass die Linie quer über den höchsten Punkt des Schädels weitergeführt wird. In der Entspannung flach und dicht an den Wangen anliegend.
Gebiss
Fangzähne gesund, mächtig und weit auseinander stehend. Schneidezähne gut aufeinander stehend(‚Zange') oder Vorbiss, jedoch nur soweit, dass die Zähne bei geschlossenem Fang nicht sichtbar werden.
Hals
Leicht gewölbt, mäßig lang, sehr muskulös. Umfang etwa 2,5 bis 5 cm weniger als der Umfang des Schädels, gemessen vor den Ohren.
Vorhand
Schulter und Oberarm nicht steil, schwer und muskulös. Läufe gerade, stark und weit auseinander gestellt. Starke Knochen, Ellbogen parallel zum Körper, gerader Vordermittelfuß. Ausgewogen und in Harmonie zur Hinterhand.
Gebäude
Brust breit, tief und gut zwischen den Vorderläufen gelagert. Rippen gewölbt, gut gerundet. Hinterrippen tief und weit zu den Hüften zurückreichend. Kruppe und Lenden breit und muskulös, flach und sehr breit bei den Hündinnen, leicht gewölbt bei den Rüden. Flanken äußerst tief. Rückenlinie gerade und in der Bewegung gleich bleibend fest. Körperlänge (zwischen den Schultern bis zur Kruppe) beträgt mehr als Widerristhöhe.
Hinterhand
Breit und muskulös mit gut entwickelten Unterschenkeln. Sprunggelenke gut gewinkelt. Breit gestellt und im Stand und in der Bewegung gerade.
Pfoten
Groß, rund und fest. Zehen gut aufgeknöchelt. Nägel schwarz.
Rute
Hoch angesetzt, bis zu den Sprunggelenken reichend oder ein wenig länger. Breit am Ansatz und zum Ende hin in der Spitze auslaufend. In Ruhestellung gerade herabhängend und in der Erregung mit nach oben gerichteter Spitze gebogen. Die Rute sollte nicht über die Rückenlinie erhoben getragen werden.
Gangart/Bewegung
Kraftvoll, mühelos raumgreifend mit viel Schub aus der Hinterhand, flüssig, sound mit Boden deckenden Schritten. Tendenz zu Passgang ist unerwünscht. Absolute Gesundheit ist essentiell!
Haarkleid
Kurz, anliegend, rauer über Schulter und Nacken.
Farbe
Apricot, falb oder gestromt. In jedem Fall sollten Fang, Ohren und Nase schwarz und die Augen schwarz umrändert sein, wobei sich das Schwarz noch zwischen den Augen nach oben ausbreitet. Extrem viel Weiß an Körper, Brust und Pfoten/Läufen ist unakzeptabel!
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden..
Chronik des Rassestandards Mastiff
1859: Erste Publikation des Rassestandards durch Stonehenge
1883: Aufstellen des Standards durch den Old English Mastiff Club (OEMC)
1890: Einführung eines Punktesystems der Wertigkeit für die verschiedenen Merkmale, die bis nach dem 2. W.K: galten, als das System für alle Rassen in U.K.abgeschafft wurde.
1949: Alle Rassestandards wurden dem Dachverband( Kennel Club) unterstellt, das Merkmal Gangwerk/Bewegung wurde angefügt.
1995: Kleinere Modifikationen des Standards
2009: Überarbeitung/ Aktualisierung auf Initiative des KC