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1969 wurde der Betrieb der
1905 eröffneten Zahnradbahn Brunnen - Morschach (BrMB) nicht gerade
überraschend, aber doch unverhofft schnell, eingestellt. Damit verschwand
eine Bahn, wie es sie in dieser Form sonst in der ganzen Schweiz nicht
gab. Hätte sie nur ein paar wenige Jahre länger überlebt,
wäre vielleicht aus ihr eine Museumsbahn entstanden.
Streckenverlauf der Brunnen
- Morschach-Bahn
Eine erste Konzession für eine Zahnradbahn System Abt von Brunnen über Morschach auf den Fronalpstock datiert vom 10. April 1881. Die Finanzierung der 9230 Meter langen Bahn, die 1,95 Millionen Franken kosten sollte, kam indessen nicht zustande. Morschach war damals ein florierender Fremdenort. Seine Hotels wiesen rund 700 Betten auf, davon je 200 allein die beiden Grand-Hotels Axenstein (erbaut 1868) und Axenfels (1873), und es waren je zwei Golfplätze und Schwimmbäder vorhanden. Man bedurfte dringend einer besseren Verbindung mit Brunnen und dem Vierwaldstätter See, als dies das um 1860 erbaute Fahrsträsschen darstellte. Der Besitzer des Hotels Axenfels Paul Schnack an der Spitze eines Initiativkomitees liess verschiedene Projekte, vor allem für Drahtseilbahnen, ausarbeiten, die aber nicht befriedigten. Im Sommer 1898 erteilten die Eidgenössischen Räte die Konzession für eine Zahnradbahn Brunnen - Morschach. Nach der am 20. November 1903 in Luzern erfolgten Gründung wurde der Bau in die Wege geleitet. In der Folge traten immer wieder Verzögerungen ein, so dass der Betrieb erst mitten in der Sommersaison 1905, nämlich am 1. August, eröffnet werden konnte.
Das Projekt und der Kostenvoranschlag - Grundlage für jede Bahnkonzession - für eine elektrische Bahn von Brunnen auf den Axenstein waren bereits Anfang 1903 von der Firma Fritz Marti in Winterthur (Ingenieur John E. Brüstlein) vorgelegt worden. Nach der Genehmigung durch den Bundesrat wurde am 28. März 1904 mit dem Bau begonnen. Die Firma Franceschetti, Zürich erstellte die eigentliche Bahnanlage, während der Tunnenbau von der einheimischen Unternehmung Favetto in Brunnen übernommen wurde. Die Maschinenfabrik Th. Bell in Kriens besorgte Bau und Montage der eisernen Brücken. Die elektrische Anlage und den elektrischen Teil des Rollmaterials lieferte die damals auf diesem Gebiete tätige Firma Rieter in Winterthur. Die obere Strecke vom Kehr bis Axenstein war Ende 1904 vollendet; im Januar 1905 war auch der Durchbruch des Tunnels oberhalb der Talstation gelungen. In Rückstand geraten war hingegen die dazwischenliegende Strecke durch den Waliswald, da die Bauarbeiten bei Durchfahrt eines Zuges auf dem damals offen entlang dem Vierwaldstätter See verlaufenden Gotthardbahn-Trassee jedesmal eingestellt werden mussten. Der Bau der Brücke bei der Talstation musste zufolge Einsprachen des benachbarten Grand-Hotels verschiedentlich unterbrochen werden.
Am 21. Juni 1905 konnten
schliesslich die Probefahrten beginnen, und am 29. Juli folgte die Kollaudation.
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