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(Ocskay, 1826)
- DE: Kleine Goldschrecke
- EN: Small Gold Grasshopper
- FR: Le Criquet des genévriers
- IT: Crisocraone brachittero
- Syn.: Acridium abbreviatum Herrich-Schäffer, 1840 | Podisma longicrus Fischer von Waldheim, 1846 | Gryllus ocskayi Fischer von Waldheim, 1846 | Acridium smaragdulum Herrich-Schäffer, 1840 | Chrysochraon brachyptera chrysoberyllus Fruhstorfer, 1921 | Oedipoda homoptera Eversmann, 1848 | Oedipoda leucoptera Fischer von Waldheim, 1846 | Chorthippus ocskayi Fieber, 1853 | Chrysochraon brachypterus variety subcaerulea Puschnig, 1910
Morphologie
Die Grundfarbe von Euthystira brachyptera ist ein leuchtendes Hellgrün mit metallischem Glanz. Ein dunkles Band verläuft hinter den Augen über die Halsschildseiten bis an den Hinterrand des Halsschilds. Die Halsschild-Seitenkiele sind oft heller gefärbt, annähernd gerade und laufen hinten leicht auseinander. Die grünlich glasigen Flügel der Männchen reichen bis etwa in die Hälfte der Hinterschenkel und sind hinten deutlich eingebuchtet. Die Flügel des Weibchens sind zu kleinen Schuppen reduziert, die sich auf dem Rücken nicht berühren. Meist sind sie charakteristisch rosa bis rötlich gefärbt, können aber auch durchsichtig bis grünlich sein. Langflügelige Weibchen treten regelmässig auf. Die Hinterknie sind hell. Bei den Männchen ist die Subgenitalplatte in einen spitzen Kegel verlängert. Die Legeröhrenklappen der Weibchen sind stark verlängert und fein gezähnt.
Gesang
Der leise Spontangesang von Euthystira brachyptera besteht aus Versen, die alle 2-4 s wiederholt werden. Er kann leicht überhört werden, vor allem wenn Arten wie Decticus verrucivorus oder Stauroderus scalaris die Geräuschkulisse dominieren. Die Verse dauern ca. 0,3-0,8 s und bestehen aus 4-12 kaum einzeln wahrnehmbaren Silben. Oft beobachtet man Wechselgesänge zwischen benachbarten Männchen. Beim Rivalengesang sind die Verse kürzer und die Beine werden z.T. auch asynchron bewegt. Im Werbegesang folgen sich lange Reihen von Versen in kurzen Abständen. Sie sind meist leiser und die Verse folgen sich in grösseren Abständen als beim Spontangesang. Gelegentlich werden zwischen den Versen einzelne isolierte Silben erzeugt.
Spontangesang von Euthystira brachyptera - CH, TI, Mt. Generoso, 23 °C, Morgensonne.
Spontangesang von Euthystira brachyptera - CH, TI, Mt. Generoso, 25 °C, sehr warm.
Einzelner, kurzer Vers aus dem Spontangesang von Euthystira brachyptera - CH, SG, Mosnang, 21 °C, sonnig (Aufnahme Bruno Keist).
Einzelner, langer Vers aus dem Spontangesang von Euthystira brachyptera - CH, GR, Lenzerheide, 20 °C.
Verbreitung
Euthystira brachyptera kommt von den Pyrenäen im Südwesten über Frankreich bis nach Belgien vor, wo sie ihre nördliche Arealgrenze erreicht. Gegen Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis weit in den asiatischen Raum hinein. Im Südosten ist die gesamte Balkanhalbinsel bis Griechenland und die Türkei besiedelt. In der Schweiz kommt die Art ausser im zentralen und westlichen Mittelland fast überall vor und kann bis in eine Höhe von 2500 m beobachtet werden. In Deutschland wird Euthystira brachyptera gegen Norden seltener.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Euthystira brachyptera können ab Ende Mai bis in den November beobachtet werden.
Sie ist eine der ersten Kurzfühlerschrecken, die man im Frühling beobachten kann. Erste Larven findet man bereits ab Ende März. Die Eier werden in die Krautschicht über dem Boden abgelegt. Dazu werden Blätter und feine Kräuterteile mit den Hinterbeinen zusammengefaltet und mit einem schaumigen Kokon ausgefüllt. Der Kokon trocknet an der Luft rasch aus und erhärtet. Dadurch werden die Eier vor Trockenheit und Nässe geschützt.
Lebensraum
Euthystira brachyptera lebt sowohl in feuchten als auch in trockenen Wiesen. In trockenen Lebensräumen ist die Art auf eine dichte und hochwachsende Vegetation angewiesen, die ihr in tieferen Schichten ein feuchteres Mikroklima bietet. Besiedelt werden Feuchtwiesen, Pfeifengraswiesen, Halbtrocken- und Trockenrasen sowie Säume und Staudenfluren.
Gefährdung & Schutz
Da Euthystira brachyptera auf eine hohe und dichte Vegetation angewiesen ist und ihre Eier in der Vegetation und nicht im Boden abgelegt werden, reagiert sie empfindlich auf die Mahd. Eingriffe sollten räumlich und zeitlich gestaffelt erfolgen. Altgrasinseln, die den Winter über stehen bleiben, sind für die Fortpflanzung enorm wichtig. Die Mahd mit dem Balkenmäher fordert bei Euthystira brachyptera am wenigsten Verluste.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Die Männchen von Euthystira brachyptera sind jenen von Chrysochraon dispar sehr ähnlich. Die Männchen von Chrysochraon dispar haben längere, hinten breit verrundete Flügel. Die Weibchen sind ockerbraun mit weinroter Färbung auf den Hinterschienen und der Unterseite der Hinterschenkel. Beide Geschlechter haben dunkle Hinterknie. Der Gesang von Euthystira brachyptera kann mit Euchorthippus declivus, Chorthippus brunneus und Chorthippus albomarginatus verwechselt werden. Die Verse von Euchorthippus declivus sind etwas kürzer und werden in deutlich kürzeren Intervallen wiedergegeben (0,7-1,3 Verse pro s). Die Verse von Chorthippus brunneus sind kurz und explosiv, typischerweise folgen sich 6-10 gruppierte Verse, worauf eine längere Pause folgt. Deutlich länger sind die Verse von Chorthippus albomarginatus, die markant beginnen und am Versende deutlich schwirren. Bei hohen Temperaturen erinnert der Spontangesang an die kurzen Verse von Stauroderus scalaris.