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Inhalt:
Die Voyagercrew hat ungewöhnliche Träume. Harry Kim träumt, daß Seven ihn verführt, Tuvok steht plötzlich nackt auf der Brücke, Tom Paris erleidet ein Shuttleunglück und Janeway findet im Kasino ihre getötete Crew. Alle Träume enden damit, daß ein seltsames Alien auftaucht.
Als die Crew erkennt, daß jeder von dem gleichen Alien träumt, weiß sie, daß die Träume kein Zufall sind. Plötzlich lassen sich Kim und fünf andere Crewmitglieder nicht mehr aufwecken, sie befindet sich in einer Art "Hyper-Rem"-Schlaf. Kurz darauf ergeht es anderen Crewmitgliedern auch so. Chakotay erkennt, daß offenbar eine Alienrasse im Traum mit der Crew Kontakt aufnehmen will. Er begibt sich in ein Stadium des lichten Träumens, wo er das Wesen treffen will. Wenn er den Mond der Erde sieht, weiß er, daß er noch schläft. Er kann sich selbst aufwecken, indem er sich im Traum dreimal auf den Handrücken klopft.
Chakotay findet das Alien, das einer Rasse angehört, die auf der Traumebene lebt. Das Alien meint, die schlafende Crew würde erwachen, wenn man das Gebiet so schnell wie möglich verläßt und gibt Chakotay die Koordinaten für ein Sechs-Planetensystem, welches die Grenze des Aliengebiets markiert. Chakotay weckt sich und läßt den Kurs eingeben. Doch die Fremden entern die Voyager und halten die Crew im Frachtraum gefangen. Als Chakotay den Mond der Erde auf einer Konsole sieht, erkennt er, daß er schläft. Chakotay erweckt sich abermals und findet eine schlafende Crew vor. Der Doktor zeigt Chakotay, daß alle Crewmitglieder in einem Hyper-Rem-Stadium den gleichen Traum haben. Mit der Hilfe des Doktors findet Chakotay den Ursprungsort den neurogetischen Feldes, welches den Schlaf der Crew auslöst.
Doch auch Janeway findet bald heraus, daß sie zusammen mit dem Rest der Crew einen kollektiven Traum erfährt. Chakotay spürt in der realen Welt den Planeten der Schläfer auf. Er droht dabei immer wieder einzuschlafen. Chakotay findet auf dem Planeten der Fremden eine Höhle mit unzähligen schlafenden Aliens. Er droht, einen Torpedo auf die Schlafenden abzufeuern, worauf die Aliens die Voyager wieder freiläßt.
Kritik:
"Sometimes", meint Janeway zu Chakotay, "first contact is last contact." (Dt.: Manchmal ist der erste Kontakt der letzte Kontakt.) Dummerweise ist das bei "Star Trek - Voyager" keineswegs nur "manchmal" der Fall, es ist ein Motto der Serie. Die diesmaligen Aliens der Woche sind leider nicht besonders eindrucksvoll. Sie zählen zur Gattung der feindlichen Außerirdischen mit neuer Methode, Gegner zu besiegen. So ist auch "Waking Moments" eine Episode im Stil von "Persistence of Vision" (dt.: Rätselhafte Visionen) oder "Displaced". Die Folge ist kurzweilig, aber nicht sonderlich bemerkenswert.
Wie viele Voyager-Episode hat auch diese eine besonders "coolen" Szene. Es ist der Moment, als Janeway den Maschinenraum verläßt und meint: "Either I’ve become impervious to anti-matter explosions or we’re still dreaming." (Dt.: Entweder bin ich immun gegen Antimaterie-Explosionen, oder wir träumen.) Dank solcher Szenen kann man auch so durchschnittliche Folgen wie "Waking Moments" genießen.
Brannon Braga erschuf mit der Next Generation-Episode "Frame of Mind" eine neue Gattung von "Star Trek"-Episoden, in denen sich ein Teil der Handlung zunächst ohne das Wissen des Zuschauers nur in einem Traum einer Hauptfigur abspielt. Inzwischen wurde das aber ziemlich oft wiederholt, und daher zeigte sich Brannon Braga auch sehr skeptisch, als er von der Story hörte. "Im war der einzige im Team", meinte er, "der diese Folge nicht machen wollte. Ich hatte das Gefühl, daß wir schon zu viel Träume in der Serie hatten. Letztlich lag ich aber natürlich falsch. Sie hatte eine sehr gute Grundlage, nämlich die Idee, daß eine Spezies Träume als genauso real ansehen wie den Wachzustand. Das ist eine faszinierende Idee." (Cinefantastique Vol. 30) Fraglich ist, ob Braga mit seiner ursprünglichen Befürchtung nicht doch richtig lag, vor allem zur Episode "Persistence of Vision" ergaben sich zu deutliche Parallelen.
Nun kann man vielleicht wenig gegen die Grundidee sagen, doch die Details hätten abgesehen von ein paar wirklich gelungenen Szenen ruhig ein wenig einfallsreicher sein dürfen. Das beginnt bereits bei den Träumen. Ein von Seven verführter Kim, ein nackter Tuvok... Das ist banal und entlockt allenfalls ein müdes Lächeln.
Unterschiedliche Alpträume, in denen immer die gleiche Figur auftaucht... Zu Beginn erinnerte "Waking Moments" an die Horrorfilmreihe "Nightmares". Der Rest der Episode schlug dann eine völlig andere Richtung ein. Bedauerlicherweise. Ein unheilvolles Alien im Stil von Freddy Krueger wäre vielleicht reizvoller gewesen als den Zuschauer immer wieder mit dem gleichen Scherz an der Nase herumzuführen, daß sich reale Vorkommnisse nur als geträumt erweisen. Zumindest bei den Anfangsträumen hätten sich die Autoren an den originellen Ideen der Horrorfilmreihe orientieren und ein wenig mehr Phantasie walten lassen sollen.
Gegen Ende wurde dann von den Autoren versucht, durch das Ignorieren von Logik Spannung zu erzeugen. Chakotay mußte sich auf den Planeten beamen und mit den Einschlafen kämpfen, während der Doktor diese Mission ohne Probleme hätte erledigen können. Auch hätte der Doktor Chakotay erst in Sicherheit beamen können, hätte er Torpedo tatsächlich abgefeuert.
Andre Bormanis, der mit der Hilfe von Kenneth Biller das Drehbuch zu dieser Episode schrieb, ist der wissenschaftliche Berater von "Star Trek - Voyager". Er überprüft die Drehbücher auf wissenschaftliche Stimmigkeit, auch was die etablierte "Star Trek"-Technik angeht. Bevor Bormanis aber zum großen Buhmann für alle Widersprüche gewählt wird: Die Autoren können natürlich jederzeit seine Empfehlungen ignorieren, wenn sie meinen, daß die Geschichte darunter leiden würde.