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In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt prüft die Eawag in diesem Pilotprojekt verschiedene Methoden für kontinuierliche Temperaturmessungen in Seen und deren Auswertung. Die Temperatur ist eine Schlüsselgrösse für die Umweltbedingungen in einem See. Die Temperaturverhältnisse beeinflussen direkt den Stoffwechsel aller Wasserlebewesen und bestimmen die Geschwindigkeit von chemischen und biologischen Prozessen. Die Temperaturen im See sind zudem ein Abbild der Mischungsprozesse, welche durch den Wärmeaustausch und den Wind an der Seeoberfläche angetrieben werden. Die Mischungsprozesse führen zu einem Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen zwischen verschiedenen Tiefen und bestimmen so die Lebensbedingungen für die Organismen im See.
Durch den Klimawandel erwärmen sich die Temperaturen in den Schweizer Seen. Die saisonale Temperatur- und Mischungsdynamik verändert sich, mit entsprechenden Folgen für die Lebewesen in den Seen. Mit dem geplanten Messnetz von kontinuierlichen Temperaturmessungen in einer repräsentativen Auswahl von Seen kann die Entwicklung der Temperaturen genau verfolgt werden. Diese Daten sind zudem eine wichtige Grundlage, um beobachtete Veränderungen in der Biologie oder Chemie eines Sees besser interpretieren zu können.
Im Rahmen des Pilotprojektes werden Messstationen in drei grösseren Seen (Ägerisee, Murtensee und Hallwilersee) sowie einer Reihe von Kleinseen installiert. Die Messdaten von den Kleinseen werden zweimal im Jahr ausgelesen und publiziert. Die Stationen in den grösseren Seen werden im Verlauf des Jahres 2022 eingesetzt und verfügen über eine direkte Datenübertragung.