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Vulkan des Monats Februar:
Hasan Dagi (Türkei)
Kartengrundlage:
Mineralienatlas.de
Der Hasan Dagi ist ein aktiver Vulkan in der Region Kappadokien.
Das Wandgemälde von Çatalhöyük im Original...
...und in einer Raumrekonstruktion des Museums für anatolische Zivilisationen in Ankara.
Foto: Sarah Murray, Flickr
Das Wandgemälde von Çatalhöyük im Vergleich mit der Silhouette des Hasan Dagi. Sollte diese Deutung stimmen, dann wäre dies die älteste bekannte Darstellung eines tätigen Vulkans.
Grafik: Schmitt et al (2014)

Vulkan des Monats Februar: Hasan Dagi
Türkei
38.13°N, 34.17°E
Laufnummer Global Volcanism Program: 0103-002
Gipfelhöhe: 3268 mü.M.
Kurzcharakteristik: Stratovulkan
Auf der Hochebene Anatoliens, knapp 40 Kilometer südöstlich der Stadt Konya, liegt eine der ältesten Grosssiedlungen der Menschheit: Çatalhöyük. Zwischen 7400 und 6200 Jahren vor unserer Zeitrechnung sollen dort bis zu 2500 Menschen in eng beieinander stehenden Lehmhäusern gelebt haben.
Während archäologischer Grabungen zu Beginn der 1960er-Jahre ist in einem dieser Gebäude eine Wandmalerei freigelegt worden, deren Interpretation rätselhaft geblieben ist. Der untere Teil besteht aus einem etwa drei Meter breiten, geometrisch gegliederten Muster. Überragt wird dieses Muster im linken Teil von einer gepunkteten Fläche mit zwei kegelförmigen Auswüchsen, von denen dünne Linien und Punkte wegspritzen.
Das Werk erschliesst sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick. Zeigt es bloss die stilisierte Zeichnung eines Leopardenfells? Ist es eine verschlüsselte Botschaft? Oder handelt es sich um den frühen Versuch, die Gebäude von Çatalhöyük samt einer wichtigen Landmarke auf einer Karte darzustellen?
Kunst liegt angeblich im Auge des Betrachters, und das gilt erst recht, wenn das betreffende Werk mehr als 8000 Jahre alt ist. Deshalb spaltet die Wandmalerei von Çatalhöyük bis heute die Meinungen. Geht man davon aus, dass es sich um eine Karte handelt, dann könnten die rechteckigen Muster die Anordnung der Gebäude in Çatalhöyük zeigen, also einen Ortsplan, und die beiden Kegel im Hintergrund liessen sich als Abbildung eines ausbrechenden Vulkans interpretieren.
In der Tat gibt es rund 130 Kilometer nordöstlich der Steinzeitsiedlung einen Vulkan mit zwei kegelförmigen Gipfeln, die durch einen Sattel verbunden sind: den mit seinen 3268 Metern Höhe weithin sichtbaren Hasan Dagi. Jüngst haben nun der Mineraloge Axel Schmitt von der University of California in Los Angeles und sein Team überprüft, ob während der Besiedlungszeit von Çatalhöyük der Hasan Dagi überhaupt tätig gewesen sei. Dafür sammelten sie Gesteinsproben auf dessen Gipfeln und Flanken, analysierten Zirkonkristalle in diesen Bimsstein- und Lavaresten und ermittelten über deren Gehalt an Uran- und Thorium-Isotopen, wann diese vulkanischen Produkte ausgeschleudert worden und erkaltet sind.
Die inzwischen in PLOS ONE, einer Online-Fachzeitschrift, publizierten Ergebnisse belegen, dass der Hasan Dagi in der fraglichen Zeit tatsächlich explosiv tätig gewesen ist: Die Datierungen belegen Ausbrüche, die 6900 Jahre* vor unserer Zeitrechnung stattgefunden haben. Die Menschen von Çatalhöyük werden diese Eruptionsphase wohl wahrgenommen haben. Zudem stimmt auch die Art der damaligen Tätigkeit gut mit dem Wandgemälde überein. Dort beginnen beispielsweise die wegspritzenden Punkte und Linien in der Nähe des höheren der beiden Gipfel. Und genau dort fand sich auch ein Grossteil der Ablagerungen dieser Eruption.
Gut möglich also, dass jemand aus Çatalhöyük von diesem aussergewöhnlichen Ereignis so beeindruckt war, dass er es bildhaft festgehalten hat. Allerdings kann man den Vulkan von Çatalhöyük aus nur an klaren Tagen sehen, und um die Doppelspitze zu erkennen, muss man schon eine weite Strecke um ihn herumreisen. Von Çatalhöyük aus sieht man sie nicht.
* Durch diesen Ausbruch 6900 Jahre vor unserer Zeitrechnung, also vor knapp 9000 Jahren, zählt auch der Hasan Dagi zu den aktiven Vulkanen der Welt, obwohl seither keine weiteren Ausbrüche mehr an diesem Schauplatz dokumentiert worden sind (als aktiv gelten Vulkane, wenn sie im Laufe der vergangenen 10000 Jahren tätig gewesen sind).

Buchtipp:
Felix Frank
Gefahrenzone Erde.
Vulkanausbrüche - Erdbeben - Tsunamis
Ott Verlag, Bern
Vulkanismus aktuell
Im Januar 2014 tätige VulkaneStromboli, Italien (Dauertätigkeit)
Ätna, Italien (Dauertätigkeit)
Zhupanovsky, Kamtschatka/Russland
Karymsky, Kamtschatka/Russland
Kizimen, Kamtschatka/Russland
Kljutschewskoj, Kamtschatka/Russland
Shiveluch, Kamtschatka/Russland
Chirinkotan, Nördliche Kurilen
Suwanose-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Sakura-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Aso, Japan
Nishino-shima, Japan
Sinabung, Indonesien
Marapi, Indonesien
Tangkubanperahue, Indonesien
Merapi, Indonesien
Semeru, Indonesien
Paluweh (Rokatenda), Indonesien
Batu Tara, Indonesien
Dukono, Indonesien (Dauertätigkeit)
Ibu (Indonesien)
Manam, Papua-Neuguinea (Dauertätigkeit)
Ulawun, Neubritannien
Rabaul, Neubritannien
Bagana, Bougainville (Dauertätigkeit)
Tinakula, Salomonen (Dauertätigkeit)
Ambrym, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Yasur, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Kilauea, Hawaii/USA (Dauertätigkeit)
Cleveland, Alaska/USA
Veniaminof, Alaska/USA
Colima, Mexiko
Popocatepetl, Mexiko
Santa Maria, Guatemala (Dauertätigkeit)
Fuego, Guatemala (Dauertätigkeit)
Pacaya, Guatemala
San Miguel, San Salvador
Arenal, Costa Rica (Dauertätigkeit)
Galeras, Kolumbien
Reventador, Ecuador
Tungurahua, Ecuador
Sangay, Ecuador (Dauertätigkeit)
Erta Ale, Aethiopien (Dauertätigkeit)
Ol Doinyo Lengai, Tansania (Dauertätigkeit)
Nyiragongo, Kongo (Dauertätigkeit)
Heard Is., Australien
Barren Is., Indien
Erebus, Antarktis (Dauertätigkeit)
Quellen:
Global Volcanism Program
NASA Earth Observatory
Eruptions/Erik Klemetti
Volcano Live/John Seach
SVEUROP
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