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Persönlich erachte ich es mittelfristig als notwendige Reform, auch wenn sie gegenwärtig keine politische Mehrheit findet.
Am besten erachte ich den Vorschlag, das Rentenalter von Frauen und Männer parallel zur Ausdehnung der Lebenserwartung zu erhöhen, wobei für Personen in körperlich oder psychisch anstrengenden Berufen
gezielte Begleitmassnahmen – wie Erholungsphasen – eingeführt werden. Eine Ausdehnung der Lebensarbeitszeit setzt allerdings diverse Anpassungen während des Berufslebens voraus, wie zum Beispiel nicht-lineare Karrieremodelle,
permanente Weiterbildung, Möglichkeiten eines Berufswechsels auch in späteren Erwerbsphasen, keine Altersdiskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt u. a. Die Erwerbsjahre müssen im Sinne eines «Langstreckenlaufs» gestaltet werden und
nicht im Sinne eines kurzen Sprints. Langfristig wird entscheidend sein, einen grundlegenden Wechsel von einem Nacheinander von Ausbildung, Erwerbszeit, Rentenjahre zu einem Nebeneinander von Bildung, Arbeit, Ruhephasen zu erreichen, das heisst: lebenslanges
Lernen, lebenslang aktiv, aber auch lebenslang genügend Ruhephasen.