Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/1329

Das Jahr der Taifune
Das Klimaphänomen El Niño stellt derzeit auch das japanische Wetter auf den Kopf. In Japan ist es ungewöhnlich warm. So warm, dass beispielsweise in der Präfektur Kagawa die ersten Pflaumenbäume zu blühen begonnen haben, wie die Asahi Shimbun berichtet. Das ist 49 Tage früher als im Vorjahr und der zweitfrüheste Zeitpunkt überhaupt. Einzig 1997 waren die Pflaumenbäume in der Präfektur Chiba noch schneller.
In Tokio war es in den letzten zwei Wochen regelmässig über 10 Grad warm. Viele Skigebiete warten vergeblich auf Minustemperaturen und Schnee, wie die Mainichi Shimbun berichtet. Selbst im sonst schneesicheren Hokkaido bleiben 36 von 54 grösseren Skigebieten wegen Schneemangels geschlossen. In der Präfektur Nagano sind derzeit nur 13 von 85 geöffnet.
Taifun als Regelmässigkeit
El Niño führt auch dazu, dass sich in diesem Jahr ungewöhnlich viele Taifune über dem Pazifik gebildet haben. Erstmals überhaupt seit Beginn der Aufzeichnungen 1951 hat die Japanische Wetterbehörde im ablaufenden Jahr in jedem einzelnen Monat mindestens einen Taifun im Pazifik registriert.
Am heftigsten war es dieses Jahr im September als ein Ausläufer eines Taifuns zu ununterbrochenen Niederschlägen und verheerenden Überschwemmungen in den Präfekturen Ibaraki und Tochigi führte. Insgesamt wurden dieses Jahr 27 Taifune gezählt. Diese Zahl liegt wiederum im Durchschnitt. Ausserdem erreichte nur ein kleiner Teil davon die japanischen Küste. Und dennoch sind die Taifune gerade in den El Niño-Jahren besonders gefährlich, da sie wegen der warmen Wassertemperaturen in einem überdurchschnittlich weiten Gebiet im Pazifik plötzlich entstehen können und eine besonders lange Lebenszeit haben.
Bis im Frühling 2016
Beim Wetterphänomen El Nińo, das alle paar Jahre vorkommt, führt viel zu warmes Oberflächenwasser im Pazifik, das jeweils im Dezember die südamerikanische Küste erreicht, zu Dürren in Asien und zu schwere Niederschlägen und Überschwemmungen in Südamerika. Laut Experten handelt es sich um die drittstärkste El Niño-Phase der letzten 65 Jahren.