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Oswald Grübel ist hierzulande vor allem bekannt als Retter der Grossbanken. 2002 holte sich die ins Taumeln geratene Credit Suisse den gebürtigen Deutschen als Sanierer an Bord. Der Plan ging auf. Fünf Jahre später gab Grübel ein Rekordergebnis bekannt. Zeitgleich verliess er die Bank als Held.
Auch die wegen der Finanzkrise in Schieflage geratene UBS wandte sich 2009 an den Bankenprofi. Auch diese zog er aus dem Sumpf. Erst im Herbst 2011 brach ihm der Skandal um den Londoner UBS-Händler und Milliarden-Zocker Kweku Adoboli das Genick. Grübel trat zurück und ging in den Ruhestand. Seither kümmerte er sich vor allem um die Verwaltung seines Vermögens. Diese dürfte sich auf mehrere Hundert Millionen Franken belaufen.
Grübel und die Hedgefonds aus New York
Nun plant Grübel offenbar sein Comback. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, mischelt er im Bieterwettstreit um die Depfa Bank mit Sitz in Dublin mit. Das irische Geldhaus ist eine Sparte der der Münchner Hypo Real Estate Holding. Es verfügt über ein Anlagevermögen von rund 50 Milliarden Euro. Grübel beteiligt sich zusammen mit dem New Yorker Hedgefonds Mead Park Holdings an einer Gruppe, welche die Depfa kaufen will.
Ebenso bietet eine die JC Flowers & Co mit, eine Gruppe unter der Führung des New Yorker Hedgefonds Third Point. Auch die Blackstone Group LP und die Apollo Global Management LP haben laut Bloomberg Kaufgespräche mit dem Mutterkonzern in Deutschland geführt. Offenbar sind die beiden Parteien aber mittlerweile aus dem Bieterkampf ausgeschieden.
Gebote bis zu 350 Millionen Euro
Gegenüber der Nachrichtenagentur wollten die Bieter keine Stellung zu den Verhandlungen nehmen. Auch Grübel sagt nichts dazu. Ein Sprecher der Hypo Real Estate bestätigte aber, dass das Unternehmen mit diversen Bietern verhandel. Namen wollte dieser allerdings nicht nennen. Insider berichten, dass die Hypo Real Estate Gebote zwischen 250 und 350 Millionen Euro für die Depfa erhalten habe.
Die Münchener Holding muss die Sparte bis Ende Jahr loswerden. Der Verkauf ist Teil eines Restrukturierungsplans, den die Europäische Kommission 2011 abgesegnet hatte. Während der Finanzkrise war die Hypo Real Estate in finanzielle Nöte geschlittert. Die EU warf damals rund 10 Milliarden Euro ein, um den Konzern zu retten.