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Harmonie
Harmonie ist charakteristisch für alle japanischen Künste. Das Konzept der "Harmonie" ist allerdings einfacher zu verstehen als in die Praxis umzusetzen.
Einfachheit
Weniger ist mehr. "One blade of grass is enough to determine the direction of the wind." (Suzuki). "Ein einzelner Grashalm genügt, um die Windrichtung zu bestimmen."
Asymmetrie
Die Japaner empfinden die Symmetrie als allzu statisch. Es ist genau die Form, die nicht auf allen Seiten geschlossen ist, die Form mit offenem Raum, die das Auge reizt, etwas zu ergründen. Das Unvollständige will vervollständigt werden. Alle Dinge, welche unvollständig und unvollendet erscheinen, symbolisieren die Dynamik des Lebens.
Nähe zur Natur
Blumen sind ein Symbol der kreativen Kraft der Natur, und es besteht kein Zweifel, dass Menschen, die sich mit Kusamono
beschäftigen, eine spezielle Beziehung zur Natur haben. Auch in andern Kunstformen ist die Nähe zur Natur in Japan offensichtlicher als in der westlichen Kunst. Im Orient werden Natur und Kultur nicht als Gegensätze empfunden. Für Japaner ist die Kultur immer als ein Geschenk der Natur betrachtet worden.
Vergänglichkeit, Flüchtigkeit
Dass Vergänglichkeit im Japanischen als ästhetische Kategorie betrachtet wird, wird hier bei uns sicher nicht auf Anhieb verstanden. Bei unseren Bildhauern ist Stein und Bronze das bevorzugte Material - schliesslich will man etwas Dauerhaftes schaffen.
Im Gegensatz dazu ist japanische Kunst nie in diesem Ausmass gebraucht worden, um Macht zu demonstrieren. Klassische japanische Tempel sind perfekte Beispiele dieser "Machtlosigkeit". Sie sind aus Holz gebaut - einem nicht dauerhaften Material. Vergänglichkeit bedeutet aber auch Veränderung. Alles ist im Fluss.