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Gegen Ackerschnecken, die in der Erde leben, sind Nematoden eine gute Möglichkeit der Bekämpfung. Aber gegen Wegschnecken (Arion) taugen Nematoden leider nichts, auch wenn dies gelegentlich behauptet wird. Warum das so ist, lesen Sie hier.
Die Erklärung, warum Nematoden gegen manche Schnecken gut wirken, gegen andere hingegen gar nicht, ist recht einfach: Da die Nematoden nur in der feuchten Erde lebensfähig sind, befallen sie ausschliesslich Schnecken, die den gleichen Lebensraum teilen. Das sind die Ackerschnecken (Deroceras), eher kleinere bis mittlere Schnecken (bis ca. 60 mm Länge), die eine Vorliebe für Sämlinge und zarte Setzlinge haben. Sie leben nahe an ihren Futterpflanzen in der Erde.
In einem Gemüsegarten kann es Sinn machen, die ganze Fläche vor dem Säen oder Pflanzen, zeitig im Frühjahr, mit Nematoden gegen Schnecken zu giessen. Sobald die Temperaturen des Bodens über 2-5 Grad liegen, ist eine Behandlung mit der Giesskanne oder einem Giessgerät möglich.
Bild:
Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) / Wikipedia Xauxa Hakan Svensson
Giessen Sie die Nematoden bei bedecktem Wetter oder Abends. Die kleinen Fadenwürmer sind empfindlich auf Licht und würden eine zu starke Sonneneinstrahlung nicht überleben. Am besten ist es, die Behandlung bei feuchtem, regnerischem Wetter durchzuführen. Im feuchten Boden haben die Nematoden beste Chancen zu wandern und ihre Wirtstiere (die Ackerschnecken) schnell zu finden. In den Tagen nach der Behandlung sollte der Boden stets feucht sein. Eine Behandlung kann nach 6 - 8 Wochen wiederholt werden und ist zwischen März und Oktober möglich.
Bild: Ackerschnecke (Deroceras) / Wikipedia Michal Manas
Die Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita) parasitieren die Ackerschnecken. Sie dringen durch den Mantel (Atemöffnung) in die Schnecken ein und geben Bakterien ab, die langsam zu deren Tod führen.
Weinbergschnecken oder Bänderschnecken (Häuschenschnecken) sind durch Nematoden nicht gefährdet, das sie sich auf der Erde bewegen, oft sogar in die Höhe (Bänderschnecken) kriechen. Sie haben also auch einen anderen Lebensraum als die Nematoden.
Zur eigenen Sicherheit
Beachten Sie beim Ausbringen der Nematoden, dass mit der Giessflüssigkeit keine essbaren Pflanzenteile besprüht werden. Auch sollten Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, keine Nematoden ausbringen (Kontakt mit Bakterien vermeiden). Waschen Sie nach der Behandlung die Hände gründlich.
Nematoden werden am besten kurzfristig bestellt. Nach Erhalt können Sie die gut verschlossene Verpackung problemlos 2-3 Wochen im Kühlschrank lagern bei Temperaturen von 2 - 5 Grad.
Achten Sie darauf, dass die Nematoden nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Bild: Schneckenkragen (z.B. aus Stahlblech) können wirkungsvoll einzelne Pflanzen schützen. Achten Sie darauf, dass keine "Brücken" entstehen durch überhängende Pflanzen. (Biogarten AG)
Keine Wirkung gegen (Spanische) Wegschnecken
In vielen Gärten sind Wegschnecken (Arion) mittlerweile sehr häufig und richten beträchtlichen Frassschaden an. Leider ist eine Behandlung mit Nematoden wirkungslos. Wegschnecken leben tagsüber abseits ihrer Futterplätze im hohen Gras oder unter Sträuchern und Stauden versteckt. Es ist nicht möglich, sie mit den Nematoden in Kontakt zu bringen, da sie nicht in der Erde leben wie die Ackerschnecken.
Gelegentlich ist der Ratschlag zu lesen, dass bei Spanischen Wegschnecken die doppelte Menge an Nematoden anzuwenden sei. Dieser Ratschlag ist teuer, aber leider nicht wirkungsvoll.
Bei Wegschnecken ist es ausserdem so, dass immer wieder neue einwandern aus der Nachbarschaft. Oftmals sind mechanische Methoden wie Schneckenzäune oder -kragen wirkungsvoller (z.B. bei Gemüsebeeten).
Bild: Schutz für dias Gemüse mit einem Schneckenzaun /
www.biogarten.ch
Eine andere Möglichkeit besteht darin, zeitig im Frühjahr im ganzen Garten Schneckenkörner (auf Basis von Eisenphosphat) zu streuen. Die Körner werden locker gestreut, also nicht in grossen Mengen. Sie sind nützlingsschonend und im biologischen Landbau zugelassen. Die Behandlung wird nach Bedarf später wiederholt.
Konventionelle Schneckenkörner (mit dem Wirkstoff Methiocarb oder Metaldehyd) sind leider nicht so nützlingsschonend, wie auf den Packungen deklariert. Auch wenn sie wesentlich billiger sind als die Eisenphosphat-Körner, ist doch aufgrund ihrer Giftigkeit von einem Gebrauch abzuraten.
Elisabeth Jacob
Produkte gegen die (kommende) Schneckenplage – und sie kommt bestimmt! – finden Sie bei www.biogarten.ch