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Minna von Barnhelm
Schauspiel
Stückinfo
Nach dem Ende des siebenjährigen Krieges finden sich die Männer im neuen Frieden schwer zurecht – allen voran Major von Tellheim, dem zu Unrecht Bestechung vorgeworfen wird und der um seine Rehabilitierung kämpft. Aus der Armee entlassen, hat sich Tellheim in einen Gasthof zurückgezogen. In diese heikle Situation platzt seine Verlobte Minna von Barnhelm, die den Major verzweifelt gesucht hat. Die Ringe waren bereits getauscht, doch Tellheim hat ein Problem: Er glaubt, nicht mehr der Mann zu sein, den Minna kennen gelernt hat. Eine Kugel hat ihm den rechten Arm gelähmt, ihm droht der Prozess und er ist pleite. Die gewitzte Minna von Barnhelm muss sich daher allerhand einfallen lassen, um Tellheim von seiner Profilneurose und seinen überspannten Vorstellungen von Ehre und Status zu befreien. Minna vollführt an Tellheim eine Art «Erziehungsprojekt» – aus einem Soldaten formt sie einen Menschen. Ihr zugleich sublimes und grausames Spiel mit dem moralisieren den Major beginnt als Komödie mit vollem Risiko und gerät dabei zusehends ausser Kontrolle.
Der Regisseur Alexander Nerlich studierte an der Bayerischen Theaterakademie in München und der Moskauer Theaterhochschule GITIS. Er inszeniert u. a. am Landestheater Tübingen, am Schauspielhaus Düsseldorf, am Bayerischen Staatsschauspiel München und am Theater Basel («Die Nacht singt ihre Lieder», «Emilia Galotti», «nachts ist es anders»).