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(lat.), was dem öffentlichen Leben entgegengesetzt ist und nur auf jemand persönlich Bezug hat oder in dessen
Haus vorgeht;
auch: im Eigentum des Einzelnen befindlich (z. B. Privatbahn gegenüber der Staatsbahn), den Einzelnen
betreffend (z. B. Privatkredit, Privatwirtschaft, als die von Einzelnen
in ihrem Sonderinteresse geführte Wirtschaft im Gegensatz zur öffentlichen oder Gemeinwirtschaft, der Staatswirtschaft, der
Wirtschaft von Gemeinden etc.; dagegen Privatpapiergeld, das nicht vom Staat ausgegebene Papiergeld, z. B. das frühere Papiergeld
privilegierter Eisenbahngesellschaften).
(lat.), auf Universitäten ein Lehrer, der innerhalb seiner Fakultät Kollegien lesen darf, ohne als öffentlicher
Lehrer wirklich angestellt und besoldet zu sein. Das Recht, als Privatdozént aufzutreten, erwirbt ein Gelehrter durch besondern Befähigungsnachweis,
den er unter Beobachtung vorgeschriebener Formen bei der zuständigen Fakultät zu führen hat (Habilitation, s. d.). Als Privatdozent
pflegen zumeist junge Gelehrte aufzutreten, die sich für die akademische Laufbahn entschieden haben.
Oft bekleiden dieselben zugleich ein akademisches Hilfsamt als Assistenten an wissenschaftlichen Anstalten, Sammlungen, Bibliotheken,
als Repetenten in theologischen Stiftern, Prosektoren in Anatomien etc. Seltener ist es, daß selbständige Beamte, wie Geistliche,
Richter, Ärzte, Lehrer, einer Universitätsstadt sich nebenher als Privatdozenten habilitieren. Solche
Privatdozenten, die sich in ihrer akademischen Thätigkeit bewährt haben, ohne doch in eine ordentliche Professorstelle
aufrücken zu können, erhalten oft Titel und Rang der außerordentlichen Professoren (s. Professor) und als solche Gehalt oder
Remuneration vom Staat.
das besondere Familien- und Erbrecht der landesherrlichen und ehemals reichsständischen
(hochadligen) Geschlechter in Deutschland, zumeist auf den Hausgesetzen (s. d.) derselben beruhend.
Die Vorschriften über die
Thronfolge in den regierenden Häusern sind in den Verfassungsurkunden enthalten;
sie sind nicht Gegenstand des Privatfürstenrechts.
Vgl. Heffter, Sonderrechte der souveränen Häuser Deutschlands (Berl. 1871);
Schulze, Hausgesetze der regierenden deutschen Fürstenhäuser
(Jena 1862-81, 3 Bde.).
(Privatanklage), im Strafprozeß der Antrag, welcher von dem durch ein Vergehen Verletzten auf Untersuchung
und Bestrafung gegen den Schuldigen bei Gericht gestellt wird. Der Regel
nach liegt nämlich die Verfolgung
einer jeden strafbaren Handlung mittels öffentlicher Klage der Staatsanwaltschaft ob (s. Klage, S. 803); nur bei Beleidigungen
u. Körperverletzungen, soweit hier eine Bestrafung auf Antrag eintritt, kann nach der deutschen Strafprozeßordnung der Verletzte
oder der an seiner Stelle zum Strafantrag Berechtigt (s. Antragsverbrechen) im Weg der Privatklage (als Privatkläger)
die Einleitung des strafrechtlichen Verfahrens, in welchem ihm alsdann dieselben Rechtsmittel wie der Staatsanwaltschaft bei
der öffentlichen Klage zustehen, herbeiführen.
Nur wenn es im öffentlichen Interesse liegt, wird nach dem Ermessen der Staatsanwaltschaft auch bei derartigen Beleidigungen
und Körperverletzungen die öffentliche Klage angestrengt, welcher sich jedoch der Verletzte als Nebenkläger
anschließen darf. Ebenso ist demjenigen, welcher die Zuerkennung einer Buße beanspruchen kann, die Erhebung der Nebenklage
neben der öffentlichen Klage des Staatsanwalts gestattet. Dagegen ist das Institut der sogen. subsidiären Privatklage, d. h.
der Befugnis des Verletzten, als Privatkläger vor Gericht aufzutreten, wenn die Staatsanwaltschaft die Erhebung der öffentlichen
Klage ablehnt, obwohl von dem deutschen Juristentag empfohlen und ursprünglich auch in den Entwurf der deutschen Strafprozeßordnung
mit aufgenommen, nicht zum Gesetz erhoben, und damit ist das sogen. Anklagemonopol der Staatsanwaltschaft im wesentlichen
aufrecht erhalten worden.
Vgl. Deutsche Strafprozeßordnung, § 414-446.
(Jus privatum), im objektiven Sinn der Inbegriff derjenigen erzwingbaren Satzungen, welche sich auf solche
Lebensverhältnisse beziehen, in denen der Mensch als Einzelner seinen Mitmenschen als Einzelnen gegenübersteht; im Gegensatz
zum öffentlichen Recht (Jus publicum), welches die Verhältnisse zwischen den Einzelnen und dem Staat und seinen Gliederungen
regelt. Im subjektiven Sinn ist ein Privatrecht diejenige Befugnis des Einzelnen, welche unter staatlichem Schutz
steht und erzwingbar ist, von der jedoch der Berechtigt nach seinem Belieben Gebrauch machen kann oder nicht (s. Recht). Diejenigen
Rechtsnormen, welche bei der Beurteilung von Rechtsverhältnissen maßgebend sind, die in einem andern Staats- oder Rechtsgebiet
entstanden als in demjenigen, wo sie zum Gegenstand einer rechtlichen Entscheidung werden, bezeichnet
man als internationales Privatrecht oder als die Rechtsgrundsätze über die Kollision der Statuten (s. Kollision).
(lat.), Gesetz oder Anordnung, wodurch einer einzelnen Person oder einer einzelnen Klasse von
Staatsbürgern gewisse Vor- oder Sonderrechte (Privilegien) eingeräumt werden;
daher privilegierte Stände, mit solchen Vorrechten
ausgestattete Stände.
In der Neuzeit hat man das Privilegienwesen als unvereinbar mit der vom Rechtsstaat geforderten gleichen
Berechtigung aller Staatsbürger möglichst beseitigt. Privilegium de non appellando und Privilegium de non evocando, s. Jus etc.
(ung. Privigye), Stadt im ungar. Komitat Neutra, mit Piaristenkloster, (1881) 2858 slaw. Einwohnern, Bezirksgericht
und Untergymnasium.
In der Nähe (3 km) das Schwefelbad Bajmócz (40° C.) mit altem Schloß.