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Nachdem gestern in den USA ein Feiertag war, ging’s heute gleich mit einer dreistündigen Vormittagssession weiter. Anfangs wurde der Rest der Aufnahme vom Interview der LAPD mit Conrad Murray vom 27. Juni 2011 abgespielt. Grundsätzlich ging es im heute abgespielten Teil des Interviews darum, was im Spital alles ablief, nachdem Michael Jackson für tot erklärt wurde. Ebenfalls wurde Conrad Murray von den Detectives dazu befragt, wie lange er Michael Jackson zuvor schon behandelt hatte und betreffend welche Krankheiten. An dieser Stelle gingen die Detectives auch eine LIste von Medikamenten mit Murray durch, die die Ermittler in der Zwischenzeit im Haus gefunden hatten und fragten ihn, wozu diese sind und ob er sie verschrieben hatte oder, falls nicht er, er wisse, wer sonst. Die Detectives erwähnten Murray gegenüber auch, dass sie (Detective Martinez und Detective Porchet von der LAPD) versuchten, Dr. Murray am Abend vom 25. Juni zu erreichen, aber all ihre Anrufe direkt auf Voicemail gingen und er sie nicht zurückrief. “Ach ja?”, so Murray. Am Schluss fragten die Detectives Murray nochmals, was am 25. Juni 2009 passiert sei, v.a. was mit den beiden Spritzen war, die im Schlafzimmer gefunden worden waren. Dabei erwähnte Murray, dass es Michael wichtig war, dass diese nicht rumliegen und so bewahrte sie Murray jeweils in seinen Taschen auf. Als die Detectives Murray fragten, ob die Taschen noch in Michaels Haus sei, bejahte er dies. Murrays Anwalt Ed Chernoff fragte dann nur erstaunt: “Wirklich? Die Taschen sind noch immer im Haus?” Für diejenigen, die interessiert sind, werden wir einen genauerer Inhalt des zweiten Interviewteils später noch posten und damit die Notizen vom ersten Teil (siehe 8.10.) ergänzen.
Nachdem das Interview zu Ende war, befragte die Staatsanwaltschaft Detective Smith zu einzelnen Punkten, die im Interview angesprochen wurden. Walgren war es nochmals wichtig herauszustreichen, dass Murray gegenüber der LAPD Propofol vor dem Interview am 27. Juni nie erwähnt hatte. Am Ende ging die Staatsanwaltschaft mit ihrem Zeugen alle ausgestellten Durchsuchungsbefehle vom 29. Juni bis 13. August 2009 durch, einschliesslich für Michaels Zuhause am North Carolwood Drive; Murray BMW; Murrays Haus in Houston, Texas, sowie einen Lagerraum in Houston, den Murray gemietet hatte; Murray Hause, Praxis und Lagerraum in Las Vegas; Nicole Alvarez’ Zuhause, der Freundin von Murray. Nirgends wurde Propofol gefunden. Im Kreuzverhör betonte die Verteidigung erwartungsgemäss insb. den Umstand, dass das Haus nicht gesichert worden war durch die Ermittler und die Leute rein- und rausgehen konnten. Es wurde auch kein Log gehalten, wer wann und wie lange auf dem Anwesen war. Dies wurde von Detective Smith bestätigt. Der Zeuge fand diesen Entscheid des gerichtsmedizinischen Instituts, in deren Hauptverantwortung die Untersuchung damals war, zum damaligen Zeitpunkt jedoch nicht überraschend .
Als nächstes wurde Dr. Christopher Rogers in den Zeugenstand gerufen, der am 26. Juni 2009 die Autopsie an Michael Jackson gemacht und am Ende die offizielle Todesursache festgelegt hatte. Nachdem dieser zuerst über Michael Jacksons allgemeinen Gesundheitszustand berichtete und den Schluss zog, dass Michael Jackson gesünder als die Durchschnittsperson in seinem Alter sei, ging die Staatsanwaltschaft die Bereiche durch, die für die Strategie der Verteidigung wesentlich sind. Nämlich ob Dr. Rogers bei der Autopsie von Magen, Mund und oberen Atemwegen etc. Rückstande von weisser Flüssigkeit gefunden hatte, was dieser verneinte. Ebenfalls wurden im Magen weder Tabletten noch Kapseln gefunden. Da nach der Autopsie noch keine Todesursache festgelegt werden konnte, beantragte Dr. Rogers eine toxikologische Analyse, die Niederschrift des Interviews mit Murray vom 27. Juni sowie, von Dr. Murray direkt, Michaels Krankengeschichte, die er jedoch nie erhalten hatte. Nach Auswertung der toxikologischen Analyse und Rücksprache mit diversen medizinischen Beratern, hielt Dr. Rogers fest, dass die Todesursache: Tötung durch akute Propofolvergiftung sei, die durch die Verabreichung von Beruhigungsmitteln (Lorazepam und Midazolan) beschleunigt wurde. Dr. Rogers führte dann auf Anfrage der Staatsanwaltschaft die einzelnen Umstände auf, weshalb er zu diesem Schluss kam. U.a. erwähnte Dr. Rogers, dass das von Murray beschriebene (und der Verteidigung betonte) Szenario, dass Michael Jackson in den zwei Minuten, als Murray nicht im Schlafzimmer war, hätte aufwachen sollen (obwohl er unter starkem Einfluss von Beruhigungsmitteln lag), sich das Propofol selbst zuführen sollen und das in einer Art, dass es anschliessend gleich zum Atemstillstand und seinem Tod führte, mehr uns unwahrscheinlich ist. Dr. Rogers nimmt stattdessen an, dass es viel wahrscheinlicher war, dass Murray in den Stunden vor Michaels Tod verschiedene Dosierungen von Propofol verabreicht hatte. Und da er weder über ein notwendiges Dosierungspräzisierungsgerät noch einen EKG-Monitor verfügte, er Michael Jackson zuviel Propofol verabreicht hatte, was zur Überdosierung und somit Michael Jacksons Tod führte.
Nach der Mittagspause wird die Befragung von Dr. Rogers fortgesetzt. Hier auch noch der vollständige Autopsiebericht von Dr. Rogers vom 26. Juni 2009.