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Guarana
(Pasta
Guarana); eine Art
Paste, die aus Brasilien kommt, wo sie von den Eingebornen am
Amazonenstrome aus den Samen von Paullinia sorbilis, einem zu den Sapindaceen gehörigen Baume bereitet wird, teils zum eignen
Verbrauch, teils zum Verkauf. Die gerösteten, gestoßenen und mit etwas Wasser zu einem Teige gekneteten Samen werden in
längliche Kuchen geformt oder spindelförmig gerollt, an der Sonne oder im Rauche der Hütten getrocknet
und bilden eine harte, rotbraune, etwas fettglänzende, mit helleren Samenbruchstückchen durchsetzte Masse.
Geringeren Sorten ist viel Maniocmehl beigemischt. Die Masse quillt im Wasser auf, riecht eigentümlich, altem saurem Brote ähnlich, schmeckt adstringierend und gelinde bitter. Die Indianer benutzen die Masse zum Genuß in Form von Schokolade, wie auch als erregendes Heilmittel. Offizinell wird sie seit einigen Jahren gegen Migräne angewandt. Ihr Hauptbestandteil, Guaranin, in guten Sorten bis zu 5%, ist mit Kaffein (s. d.) ganz identisch. Die Stadt Santarem am Amazonenstrome soll jährlich gegen 500 Arroben oder 8000 kg G. exportieren; die Ware geht hauptsächlich nach England, Deutschland und Nordamerika. - Zollfrei.