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Wer ist schon mal nach einer Silvester-Party am nächsten Morgen mit einer heiseren Stimme aufgewacht? Oder gar bereits nach dem Weihnachtsessen, nach einer Reise im vollen Feierabend-Tram oder einer langen Autofahrt auf der Autobahn?
Diese Heiserkeit ist auf den Lombard-Effekt zurückzuführen. Nach einem Wissenschaftler benannt, bezeichnet er das Phänomen, dass ein Sprecher bei Hintergrundlärm seine Stimme reflexartig verändert: Sie wird sowohl lauter als auch höher eingesetzt. Während die Lautstärke um etwa 8 Dezibel gesteigert wird, wird die Sprechstimmlage zirka um eine grosse Terz angehoben. Hohe Frequenzen setzen sich nämlich besser gegen Störschall durch als tiefe.
Wer sich an einer Party heiser gesprochen hat, denkt vielleicht, dass er seine Stimme zu laut eingesetzt hat. Vermutlich ist aber eher das Sprechen im höheren Frequenzbereich Schuld daran, dass die Stimme überlastet wurde. Wer in dieser Stimmlage untrainiert ist, wird die Kehlkopfmuskulatur zu stark anspannen, Mund und Rachen verengen und vielleicht auch oberflächlicher atmen. Das Stimmsystem ermüdet so viel schneller.
Wie wird der Lombard-Reflex getestet? Die Testperson wird gebeten, einen Text vorzulesen. In einem nächsten Schritt werden beide Ohren via Kopfhörer durch Störgeräusche (weisses Rauschen) vertäubt. So fällt die Möglichkeit weg, die Stimme über das eigene Gehör zu kontrollieren. Die Lautstärke des Störgeräusches wird stufenweise erhöht. Währenddessen liest die Testperson den Text zwei weitere Male vor. Bei allen Durchgängen wird eine Stimmaufnahme gemacht. Diese kann im Hinblick auf Lautstärken- und Tonhöhenveränderung ausgewertet werden. Es lohnt sich aber auch, den Stimmklang an sich zu analysieren. Also etwa herauszuhören, ob die Stimme gepresster klingt.
Wer seine Stimme beruflich oder privat oft in einem lärmigen Umfeld einsetzen muss, sollte diesen Einsatz daher gezielt trainieren. Weil die Kontrolle übers Eigenhören bei Lärm wegfällt, muss die kinästhetische Wahrnehmung geschärft werden. Etwa das Nachspüren, wie viel Druck und Spannung gerade eingesetzt wird. Gerade Menschen mit einem pädagogischen Beruf müssten hierfür bereits während der Ausbildung sensibilisiert werden. So würde der Entstehung von Stimmproblemen vorgebeugt.
Ob ruhig und besinnlich oder laut und quirlig – wir vom Blogopädie-Team wünschen allen Leserinnen und Lesern schöne Festtage!
Priscilla Schranz