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Autor: Nicole Jegerlehner
Vor gut drei Jahren wurde die Idee einer Fusion zwischen den Gemeinden Freiburg, Givisiez, Granges-Paccot, Villars-sur-Glâne und Corminboeuf durch die Volksinitiative «Fusion 2011» lanciert. Daraus wurde die «Fusion 2016», als eine Pilotgruppe mit den Ammännern der fünf Gemeinden und neu auch Marly die Fusionsfrage an die Hand nahm.
Im Juli dieses Jahres erhielt das Büro Gresco-Conseils das Mandat für die erste Phase der Vorarbeiten. Der Experte befragte die verschiedenen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, schaute Zahlen an, analysierte die Situation der Gemeinden – und präsentierte zwei mögliche Vorgehensweisen: Zum einen die bereits diskutierte Fusion zu sechst. Zum andern in einem ersten Schritt eine Fusion der drei Gemeinden Givisiez, Granges-Paccot und Corminboeuf – und erst in einem zweiten Schritt die Gesamtfusion.
«Wäre eine kleine Fusion der Todesstoss für die Fusion aller sechs Gemeinden?», fragte John Clerc am Montagabend im Generalrat. Der SP-Parlamentarier fragte auch, ob eine kleine Fusion nicht gegen den Willen der Initianten der Fusion 2011 verstossen würde.
Syndic Pierre-Alain Clément (SP) bestätigte, dass der Experte eine kleine Fusion als mögliches Szenario vorgeschlagen hat. «Er hat uns darüber informiert, dass einige Gemeinderäte aus Givisiez, Granges-Paccot und Corminboeuf eine kleine Fusion wünschten», sagte Clément. Freiburg werde aber darauf pochen, dass die Fusion der sechs Gemeinden das Ziel bleibe.
Zu den Gründen für seine beiden Vorschläge mochte der Experte Jean-Claude Perret-Gentil den FN nichts sagen: «Das ist verfrüht, nun sollen erst einmal die Gemeinderäte nachdenken.» Das tun sie: «Wir werden diese Frage in der nächsten Gemeinderatssitzung besprechen», sagt Michel Ramuz, Syndic von Givisiez. Er nehme darum keine Stellung.
Auch René Schneuwly, Syndic von Granges-Paccot, lässt sich nicht auf die Äste hinaus. «Der Experte hat uns diese Vorschläge unterbreitet, nun müssen wir uns damit auseinandersetzen – und das werden wir gemeinsam mit den Gemeinderäten der anderen Gemeinden tun.»
Klar ist: Seit Beginn der Fusionsgespräche zeigt sich, dass die reicheren Gemeinden Givisiez, Granges-Paccot und Corminboeuf zögern, sich mit den anderen, weniger gut gestellten Gemeinden zusammenzutun. Dies wird auch der Experte bei seiner Analyse bemerkt haben – und darum als Alternative eine kleine Fusion als ersten Schritt vorgeschlagen haben.