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Eine der letzten ihrer Art: In Pomona, Kalifornien steht eine der letzten acht erhalten gebliebenen Big Boy Dampflokomotiven mit der Nummer 4014. Die im Jahre 1862 gegründete und grösste Eisenbahngesellschaft der USA, die Union Pacific Railroad (UP), liess in den Vierziger-Jahren des letzten Jahrhunderts von der American Locomotive Company (ALCO) in Schenectady im Bundesstaat New York 25 dieser über 40 Meter langen und 550 Tonnen schweren Stahl-Kolosse der sogenannten 4000er-Klasse bauen. Die Maschine in Pomona trägt die ALCO Nummer #69585 und wurde 1941 gebaut. Bis heute ist die Big Boy eine der leistungsstärksten, schwersten und schnellsten Güterzuglokomotiven der Welt.
Die Vierzylinder-Maschinen mit der Achsfolge 4-8-8-4 wurden als Gelenklokomotiven konzipiert, um den steilen Gebirgsstrecken in den Rocky Mountains gewachsen zu sein. Am Zughaken gemessen entwickelte die legendäre Dampflokomotive die ungeheure Leistung von mehr als 6200 PS und verbrauchte unter Volllast eine Kohlemenge von 25 Tonnen pro Stunde. Mit den sechzehn imposanten Antriebsrädern von 1.72 Meter Durchmesser erreichte die Big Boy bis zu 130 Kilometer pro Stunde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte der endgültige Siegeszug des Erdöls und des Automobils – und damit der endgültige Niedergang des grandiosen Dampfzeitalters in der amerikanischen Eisenbahngeschichte. Die Big Boy in Pomona wurde 1959 ausser Betrieb gestellt und gilt unter Kennern als die besterhaltene Lokomotive.
Für viele Eisenbahnfans würde ein Traum in Erfüllung gehen, wenn sie eine Big Boy “live” in Aktion sehen könnten. Das dürfte auch weiterhin ein Traum bleiben, denn bisher sind alle Versuche gescheitert, eine der Maschinen wieder betriebsbereit herzurichten. Das dürfte vor allem am nötigen Kleingeld liegen.
[ Update 29.10.2013: Wie ich zufällig entdeckt habe, nimmt die Geschichte der Big Boy 4014 eine unerwartete Wendung: Union Pacific hat die Maschine gekauft und will sie restaurieren. Gemäss folgendem Artikel der Los Angeles Times wird Union Pacific versuchen, die 4014 wieder in Betrieb zu nehmen! Siehe auch: The UP 4014 Project ]
Den bärenstarken Dampflokomotiven gebührt die Ehre, einen grossen Beitrag an die Eroberung des nordamerikanischen Westens gespielt zu haben. Zum Nutzen der weissen Einwanderer – wahrscheinlich aber auch zum Schaden der indianischen Ureinwohner. Das ist die andere Seite der Medaille – und eine andere Geschichte.
Ein grosses Dankeschön gebührt den Mitgliedern der Southern California Chapter of the Railway & Locomotive Historical Society, welche uns ausserhalb der regulären Öffnungszeiten freien Zugang zum Fotografieren ihrer kostbaren Ausstellungsstücke gewährt haben. Wir haben uns mit einer grosszügigen Spende bedankt.
Ein Dankeschön ebenfalls an die Mitarbeiterinnen am Gate des FAIRPLEX in Pomona, welche uns trotz einer Grossveranstaltung freien Zugang mit unserem Mietwagen auf das riesige Areal ermöglicht haben. Auch dort haben wir uns mit einem Trinkgeld bedankt.