Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/147872

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, um das Eidgenössische Berufsattest (EBA, Art. 17 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002) zu evaluieren. Geprüft werden sollen insbesondere folgende Fragen:</p><p>1. Wie erfolgreich ist dieser Abschluss der beruflichen Grundbildung in Bezug auf sein Zielpublikum (Jugendliche, die in die Berufsbildung eintreten, aber aufgrund ihrer Lernschwierigkeiten zunächst noch kein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, EFZ, erlangen können)?</p><p>2. Wie wirksam ist eine "fachkundige individuelle Begleitung" für Personen in einer beruflichen Grundbildung EBA?</p><p>3. Wie viel Prozent der Lernenden schliessen die berufliche Grundbildung mit einem EBA und wie viel Prozent schliessen sie mit einem EFZ ab? Dabei sollen sowohl die kantonalen Unterschiede als auch die zeitliche Entwicklung berücksichtigt werden. </p><p>4. Welche Möglichkeiten sieht das Gesetz für Brückenangebote zwischen einer Grundbildung EBA und einer Grundbildung EFZ vor, und welcher Gebrauch wird davon gemacht?</p><p>5. Welchen Einfluss hat die Einführung des EBA auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, und - zusätzlich - wie steht es um die Anerkennung des EBA in Gesamtarbeitsverträgen? </p><p>6. Wie relevant sind für Jugendliche mit grossen Lernschwierigkeiten die Eintrittsschwelle zu einer Grundbildung EBA und die in dieser Ausbildung gestellten Anforderungen? Falls die Eintrittsschwelle zu hoch ist, wäre es sinnvoll, zu prüfen, ob nicht ein neuer Berufsbildungsabschluss geschaffen werden sollte für Lernende, die aufgrund ihrer Lernschwierigkeiten keine Grundbildung EBA absolvieren können. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schaffung einer zweijährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest gehört zu den wichtigsten Neuerungen des Bundesgesetzes über die Berufsbildung (BBG, SR 412.10), welches am 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist. Seither wurden mehr als 40 zweijährige berufliche Grundbildungen entwickelt. Bis 2015 wird es in den meisten Ausbildungsfeldern eine zweijährige berufliche Grundbildung geben.</p><p>Der Bund hat die zweijährige berufliche Grundbildung im Jahr 2010 ein erstes Mal evaluiert. Im Fokus der Evaluation standen damals der Übertritt von der obligatorischen Schule sowie die Ausbildung in den Lehrbetrieben, Berufsfachschulen und überbetrieblichen Kursen. Zum Übertritt und langfristigen Verbleib im Arbeitsmarkt von Absolventinnen und Absolventen konnten aufgrund der kurzen Zeitspanne seit der Einführung der zweijährigen beruflichen Grundbildung keine verlässlichen Aussagen gemacht werden.</p><p>Der Bundesrat ist mit dem Postulanten einig, dass sich eine Evaluation über das neugeschaffene Bildungsangebot lohnt. Zehn Jahre nach der Inkraftsetzung des BBG sind dazu - auch auf dem Arbeitsmarkt - genügend Erfahrungen vorhanden. Der Bundesrat hat deshalb in seinem Ende November 2013 verabschiedeten Bericht "Gezielte Förderung und Unterstützung von Jugendlichen mit unterschiedlichen Begabungspotenzialen an der Nahtstelle I und in der Berufsbildung" (<a href="http://www.sbfi.admin.ch/aktuell/medien/00483/00594/index.html?lang=de&amp;msg-id=51159/">www.sbfi.admin.ch/aktuell/medien/00483/00594/index.html?lang=de&amp;msg-id=51159</a>) empfohlen, die Entwicklung der zweijährigen beruflichen Grundbildung erneut zu evaluieren. Diese zweite Evaluation wurde bereits in die Wege geleitet.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.