Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03142.jsonl.gz/299

Der russiscStricker wird am Freitag seinen dritten ATP-Viertelfinal bestreiten, den ersten seit gut zwei Jahren. Gegen den vier Jahren älteren Franzosen Ugo Humbert (ATP 28) darf er sich durchaus etwas ausrechnen. Die beiden Linkshänder spielten noch nie gegeneinander. Nach Stefanos Tsitsipas am US Open bezwang der Schweizer zum zweiten Mal einen Top-Ten-Spieler.
Er verdiente sich den Sieg, weil er der deutlich aktivere Spieler war und sich viel mehr Chancen erarbeitete. Er hätte nach einem soliden ersten Satz, in dem ihm zum 3:2 das einzige Break glückte, durchaus in zwei Sätzen gewinnen können oder müssen.
Beim Stand von 2:2 kam der 21-jährige Linkshänder zu vier Chancen auf eine Vorentscheidung, die er nicht nutzen konnte. Dafür offerierte er dem dreifachen Grand-Slam-Finalisten das Break zum 3:5 mit zwei Doppelfehlern auf dem Präsentierteller. Es sollte der einzige Aufschlagverlust des Berners bleiben, denn im entscheidenden Durchgang fing er sich wieder - auch, weil er im ersten Game gleich ein 0:40 wettmachte.
Ansonsten war Stricker bei eigenem Service äusserst überzeugend. Einzig die Verwertung seiner Breakchancen liess zu wünschen übrig. Von zwölf Möglichkeit nutzte er nur gerade die eine im ersten Durchgang. Im Tiebreak war Stricker jedoch klar der bessere Spieler und kam so nach 2:25 Stunden zu einem seiner wertvollsten Siege. Vor allem verhinderte er auch, dass erstmals seit 2005 kein Schweizer in den Viertelfinals der Swiss Indoors gestanden hätte.
Favoritenschreck Schewtschenko
Der russische Qualifikant Alexander Schewtschenko (ATP 83) entwickelt sich an den Swiss Indoors ebenfalls zum Favoritenschreck. Nach Stan Wawrinka schaltete er auch den Top-Ten-Spieler Taylor Fritz aus.
Schewtschenko und der Weltranglisten.Neunte aus den USA lieferten den Zuschauern in der St. Jakobshalle ein hochdramatisches Spektakel. Fritz, der im Kampf um die Qualifikation für die ATP Finals einen Rückschlag hinnehmen musste, gewann den ersten Satz, nachdem er im Tiebreak 1:6 zurückgelegen hatte, am Ende bezahlte er aber einen hohen Preis für 15 (!) verpasste Breakchancen und verlor 7:6, 6:7, 6:7.
Der 22-jährige Russe begeisterte wie bei seinem Erstrunden-Sieg gegen Wawrinka mit seinem variantenreichen Spiel und profitierte zudem von der Nervosität und Return-Schwäche des drei Jahre älteren Amerikaners. Mit Fritz, Ruud, Alex de Minaur, Nicolas Jarry und Sebastian Korda kamen mindestens fünf Gesetzte nicht über die 2. Runde hinaus.