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Die Eltern der gebürtigen Pariserin Safia Benhaim sind als Kommunisten aus Marokko geflohen. Während ihres Studiums an der Pariser Hochschule für dekorative Künste arbeitet sie an der Zeitschrift Vertigo mit, für die sie unter anderem Artikel über Kyoshi Kurosawa, Philippe Garrel, Marguerite Duras schreibt... L'Arrière-pays, ihren ersten Film, dreht sie 2009, 2014 folgt La Fièvre. Diese beiden mittellangen, zwischen politischem Dokumentarfilm und Fantasy-Erzählung angesiedelten Filme erzählen davon, wie sich die Exilerfahrung durch die Überlappung von physischem und mentalem Territorium in der Wahrnehmung der Realität niederschlägt. Sie realisiert ausserdem Installationen (L'Atlantide, 2011) und Performances, die Kino und Musik vereinen (Last Things, 2013). L'Arrière-Pays gewann auf dem Festival Côté court 2011 den Grossen Preis; La Fièvre wurde auf zahlreichen Festivals auf der ganzen Welt gezeigt (darunter Entrevues, Belfort; Jeonju-Festival in Korea; Locarno; Viennale...) und 2015 auf dem Internationalen Filmfestival von Rotterdam mit dem Kurzfilm Tiger Preis ausgezeichnet. Heute arbeitet sie an ihrem neuen Film, der sich mit dem Thema Jagd befasst -- ein zum Irrealen neigender Dokumentarfilm, wo es erneut um geisterbevölkerte Territorien geht.
Der ausgebildete Journalist Emmanuel Cuénod war zehn Jahre lang für La Tribune de Genève als Filmkritiker tätig. Er war ausserdem Co-Direktor von Cinébulletin, der Fachzeitschrift des Schweizer Kinos, und leistete für La Première und RTS regelmässig Beiträge als Kino-Chroniker. Emmanuel Cuénod ist seit 2013 Generaldirektor und Artdirektor des Geneva International Film Festival Tous Ecrans und war ebenfalls als Produzent in der Genfer Firma Rita Productions tätig. Sein Projekt System Error (y2k) hat insbesondere den Preis Perspective d'un Doc bei Visions du Réel 2010 gewonnen. Er ist der Gründer der Produktionsstruktur in utero, die die Idee eines radikalen, für Recherchen und Experimente offenen Autorenkinos verteidigt. Er ist Koproduzent des Films Les Papillons Noirs von Louise Carrin (2013), der von Visions du Réel, Les Etats généraux du film documentaire de Lussas und zahlreichen weiteren Festivals ausgewählt wurde.
Tina Janker, Jahrgang 1962, studierte Medien, italienische und spanische Literatur an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss daran begann Janker als Publizistin für Concorde Film und später für die PR-Agentur Just Publicity zu arbeiten. Seit 1999 berät sie Studenten des Fachbereichs Dokumentarfilm an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) auf dem Gebiet der Festival-Strategien. Sie organisiert und kuratiert Filmprogramme der HFF-Studentenfilme für internationale Studentenfilmfestivals und Kultureinrichtungen (Museen, Theater, Universitäten). Von 2010 bis 2013 war Tina Janker ebenfalls Mitglied des Auswahlausschusses, Moderatorin und Katalogautorin bei DOK.fest, dem jährlich in München stattfindenden internationalen Dokumentarfilmfestival.