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Für das Pferd ist ein Sehnenstelzfuss, aber ebenso ein steilerer Huf tendenziell unbequem. Es benutzt diesen Huf weniger als den Parallelhuf. In der Folge kann sich eine Schiefe des Pferdes ausbilden oder die Entstehung einer solchen begünstigen bzw. erhalten.
Wird nun durch Kürzen der Trachten versucht, den steileren Huf dem flacheren anzupassen, deformiert sich dieser Huf noch mehr. Dem Prozess wird dadurch entsprechend Vorschub geleistet (da der Huf jetzt noch unbequemer ist, wird er noch weniger eingesetzt).
Erkennen von unterschiedlichen Vorderhufen
Für das ungeübte Auge ist manchmal erst nach eingehender Betrachtung ein allfälliger Unterschied zwischen zwei Vorderhufen feststellbar.
In aller Regel kann jedoch bereits an der Art, wie sich die Hufe deformiert haben, erkannt werden, ob ein Unterschied vorhanden ist.
Oftmals können folgende Symptome festgestellt werden:
Beim steileren Huf ist die Zehenwand nach vorne verbogen.
Beim flacheren Huf steht die gesamte Zehenwand in einem schrägen Winkel zum Boden.
Beim steileren Huf weist die Zehenwand mehr und ebenso enger liegende Falten auf, als diejenige des flacheren Hufes.
Der steilere Huf erscheint enger und weist steilere Seitenwände auf als der flachere.
Auswirkungen auf den Bewegungsablauf
Die beiden Vorderhufe weisen einen unterschiedlichen Vorführbogen auf:
Der „steilere“ Huf erreicht den höchsten Punkt seines Bogens nachdem er am Stützbein vorbeigeführt wurde.
Der „flachere“ Huf hingegen erreicht den höchsten Punkt seines Bogens bereits bevor er am Stützbein vorbeigeschwungen ist.
Zudem zeigt sich aufgrund der höheren Sehnenspannung (= unangenehm für das Pferd) beim steileren Huf in der Bewegung eine nach hinten verkürzte Stützbeinphase, d.h. der Huf wird schneller vom Boden abgehoben als sein Parallelhuf. Die Diagonalgliedmasse muss die verkürzte Bewegung ausgleichen, indem der hintere Huf weiter nach vorne und nach innen gestellt wird. Auch die Parallelgliedmasse (der „flachere“ Huf) wird zur Unterstützung vermehrt eingesetzt und dadurch überbelastet.
Eine synchrone Bewegung der Gliedmassen wird deshalb unmöglich.
Symptome beim Reiten
In den meisten Fällen können durch den Reiter eines oder mehrere der folgenden Symptome festgestellt werden.
Beispiel Pferd mit steilem Vorderhuf rechts:
Der Reiter hat das Gefühl links tiefer zu sitzen, der Sattel wird tendenziell nach links unten gezogen.
Das Pferd ist insgesamt nach rechts schief (nach rechts gebogen).
Leichttraben fällt auf dem rechten Huf leichter.
Galopp fällt auf linker Hand leichter (Linksgalopp).
Auswirkungen auf die Struktur
Durch die ungleiche Höhe der Hufe werden Blockierungen in den Brustwirbeln begünstigt. Oftmals kann eine Blockierung im Zervikothorakalen Übergang (CTÜ) auf der Seite des mehr belasteten (des flacheren) Hufes festgestellt werden.
Dadurch, dass die Diagonalgliedmasse zur Unterstützung herangezogen wird, können bei der Adspektion ggf. folgende Symptome festgestellt werden (Beispiel steiler Vorderhuf rechts):
Kruppenmuskulatur erscheint rechts höher als links.
Lateralflexion der Hüfte nach links, wobei der linke Hüfthöcker weiter vorne ist als der rechte.
Rotation der Hüfte, wobei der linke Hüfthöcker tiefer ist als der rechte.
Eine allfällige Schiefe des Reiters oder des Sattels kann diesen Prozess u.U. beschleunigen.