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Pädagogen und Pädagoginnen in Indien, Mexiko oder Peru sollten für das vierte Schuljahr nach Mythen in ihrer nahe liegenden Kultur suchen, besonders wenn sie lokale Geschichte und Geografie vorbereiten. Das allerdings bedeutet eigene Kreativität!
Für das Formenzeichnen konnte ich auf dem spanisch sprechenden Kontinent zusammen mit Lehrern aus Chile bis Mexiko, abweichend von den dort immer noch bevorzugten keltischen und langobardischen Flechtmustern, aus dem Reichtum des jeweils präkolumbianischen Designs Motive für diesen Unterricht im vierten Schuljahr entwickeln und in einem Buch in spanischer Sprache dokumentieren.2
Die von Neil Boland angesprochenen Kulturepochen mit der Perspektive der Weiterentwickelung in Europa für den Geschichtsunterricht der 5. Klasse sind ein weiteres Thema einer europazentrieten Weltsicht. Ich habe grosse Zweifel das in Analogie zur Bewusstseinsentwicklung der Kinder zu verstehen.
Die von Rudolf Steiner als Welt- und Bewusstseinsentwicklung charakterisierte Urindische, Urpersische, Ägyptisch-Chaldäische, Griechisch-Lateinische und Germanisch-Angelsächsische Kultur geografisch auf Indien, Persien, Babylonien, Ägypten, Griechenland, Italien und Mitteleuropa zu lokalisieren, ist schon fraglich, wenn das aus dem Blickwinkel anderer Weltregionen betrachtet werden soll. Wie könnte das, anders lokalisiert, aus der Perspektive Chinas, Indiens, der Inka- oder Mayakulturen entwickelt werden? Vom Sesshaftwerden über den Ackerbau, die Fluss-und Stadtkulturen, Erfindung der Schrift etc. Dort allerdings haben wir keine kontinuierliche Entwicklung. Denn die war durch die europäischen kolonialen und imperialen Bestrebungen radikal abgebrochen, besonders auf dem amerikanischen Kontinent.
Geschichts-«Erzählungen» für die Schüler und Schülerinnen in der Klassenlehrerzeit müssten neu gesucht und geschaffen werden. Dafür aber brauchen die Lehrenden Hilfe von Historikern!
Thomas Wildgruber