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Tiefe Beinvenenthrombose
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel im tiefen Venensystem des Körpers – meist in den Beinen. Das Gerinnsel (Thrombus) verstopft die Vene, das Blut kann dort nicht mehr fließen und muss sich Umgehungswege suchen. Abhängig vom Sitz der Thrombose und der Ausdehnung entsteht eine (Blau)-Verfärbung und Schwellung des Beines sowie Schmerzen beim Auftreten und Laufen oder auf Druck.
Ein Blutgerinnsel oder ein Teil davon kann sich aus den tiefen Beinvenen lösen, zum Herzen und von dort in die Lunge wandern und kleinere oder größere Lungengefäße verlegen. Man spricht dann von einer Lungenembolie. Kleine Lungenembolien verlaufen oft unbemerkt, größer Lungenembolien können zu atemabhängigen Brustschmerzen, Luftnot und Herzrasen führen. Eher selten sind große Lungenembolien durch Verlegung der großen Lungengefäße und dann fehlenden Sauerstoffaustausch tödlich. Auch wenn die schweren Folgen einer Thrombose heute sehr selten sind muss der Patient wissen, dass er bei plötzlichen Kreislaufbeschwerden, Luftnot, Schmerzen im Brustkorb unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen muss. Er sollte in einer solchen Situation keinesfalls selbst Auto fahren, sondern sich entweder von einem Angehörigen fahren lassen oder einen Kranken- oder Rettungswagen rufen.
Sobald eine Thrombose festgestellt wird, in aller Regel durch eine Ultraschalluntersuchung, muss das Blut verdünnt werden, um ein Fortschreiten der Thrombose zu verhindern. Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten das Blut „dünn“ zu halten. Neben einer Therapie mit niedermolekularem Heparin, das als Spritze verabreicht wird, kann die Blutverdünnung mit Tabletten erfolgen. Seit 2011 sind moderne blutverdünnende Präparate, wie Rivaroxaban (Xarelto) zunehmend im Einsatz. Die Handhabung ist einfach, aber alle blutverdünnenden Substanzen haben wegen eines erhöhten Blutungsrisikos die Gefahr von Komplikationen. Darum sollte Sie Ihr behandelnder Arzt ausführlich beraten und den Verlauf nach einer Thrombose regelmässig kontrollieren. Zur weiteren Therapie gehört ein sofort angelegter Kompressionsverband oder Kompressionsstrumpf. Er bewirkt eine Abschwellung des Beines, vermindert Schmerzen und verbessert den venösen Blutfluss. Er hilft auch, eine Zunahme der Thrombose zu vermeiden. Gerade bei einer Thrombose sollten Sie sich bewegen damit der Blutfluss aktiviert wird.
Regelmässige Spaziergänge sicherheitshalber in Begleitung und in bewohntem Gebieten, führen zu einem besseren Abschwellen des Beines. Je nach Ausdehnung der Thrombose und Ihrem persönlichen Thromboserisiko legt der Arzt die Dauer Ihrer Blutverdünnungstherapie fest. Die Kompressionstherapie sollte noch mindestens 3 Monate länger fortgeführt werden als die Blutverdünnung. Je nach Ausmaß der Thrombose, den bestehenden Risikofaktoren und den durch die Thrombose entstandenen Schäden in den betroffenen Venen kann auch eine längere, sogar dauerhafte Kompressionstherapie erforderlich sein.
Ein Thrombosebein sollte jährlich kontrolliert werden!
Der Patient selbst sieht die entsprechenden Veränderungen, die auf Folgeschäden hindeuten können leider oft zu spät. Durch rechtzeitige Therapie können aber Hautschäden und das offene Bein verhindert werden. Dafür ist eine jährliche Kontrolle des betroffenen Beines ratsam.