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Stilles Glück
MZ/BZ
Zu einem jungen Liestaler Strassenmusikanten; So gesehen an einem Vormittag in Liestal: Auf einem von zu Hause mitgebrachten Stuhl sass am Trottoirrand ein kleiner Bub. In korrekter Haltung und mit mustergültigem Bogenstrich spielte er auf einem Kindercello, unbeeindruckt durch Passantenverkehr und hochkonzentriert, jugendkonforme Etuden, fehlerfrei in schönem Ton. Als ich sämtliche Batzen in sein bereitgelegtes Käpplein leerte, las ich auf einem sorgfältig geschriebenen Karton, dass er Geld sammle für den WWF, welcher «sich einsetzt für in Not geratene Tiere auf der ganzen Welt». Etwa zehn Schritte entfernt bemerkte ich eine nicht beachtet sein wollende Frau (wahrscheinlich die Mutter), die aufmerksam das Geschehen im Auge behielt. Welch ein junger Mensch, der bereits willens ist, sein fleissig geprobtes Können in den Dienst weltweiter Anstrengungen zu stellen. Und welch eine Mutter, die berechtigten Eigenstolz in Bescheidenheit umwandelt, damit die Gemütskräfte einer sogenannt kindlichen Persönlichkeit in konkrete Taten umgesetzt werden! Noch heute empfinde ich ob solchem Ereignis ein stilles Glück. Möge ähnliches Licht auch weiterhin marktschreierischen Horror-Schlagzeilen in den ihnen gebührenden Schatten stellen.