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STRAUB Chronik
„Wer forscht, entwickelt und prüft, bevor er produziert und verkauft, sichert seine Zukunft“. Dieser Leitsatz des Firmengründers Immanuel Straub war und ist wegleitend für die Arbeit seines Unternehmens, der STRAUB Werke.
Das 1954 als Ein-Mann-Betrieb gegründete Unternehmen hat sich konstant nach oben entwickelt. Permanente Forschung und Entwicklung führten zu hochwertigen Produkten wie Federn und Kupplungen für Rohrverbindungen. Diese beiden Produktegruppen wurden zu den Markenzeichen des Unternehmens und machten es weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Ende 1954 gründete Immanuel Straub, Ingenieur, in Zürich die STRAUB Federnfabrik, welche Anfang 1955 als 1-Mann-Betrieb ihre bescheidene Geschäftstätigkeit in einem gemieteten Raum aufnahm. Wegen fehlender Finanzen waren die Produktionseinrichtungen spartanisch einfach und bestanden ausschliesslich aus gebrauchten Kleinmaschinen und teils selbstgebauten Einrichtungen.
Immanuel Straub setzte seine ganze Kraft und sein ganzes Wissen ein, um möglichst bald aus den kleinen Anfängen herauszukommen. Es gab damals keine 5-Tage-Woche und auch keinen Unterschied zwischen Arbeitstag und Sonntag.
Er entwickelte hoch belastbare Federkomponenten und Federnpakete, welche in der Branche neu waren. Sie erregten Aufsehen und brachten erfreuliche Aufträge. Auch neue Herstellungsmethoden sowie Betriebsmittel wie Werkzeuge und Maschinen für rationellere und bessere Federnproduktionen entstanden damals an seinem Reissbrett. Viele Konstruktionen und Erfindungen konnten patentiert werden und sind weltweit am Markt zum Einsatz gekommen.
Im dritten Geschäftsjahr beschäftigte Immanuel Straub bereits 11 Mitarbeiter, doch war ihm die gute Entwicklung seines Kleinunternehmens noch zu langsam. Er suchte nach zusätzlichen geschäftsfördernden Möglichkeiten. Die Idee war ein neues Serienprodukt zu finden, welches am internationalen Markt auf langfristiges Interesse stossen würde. Nach einigen Recherchen fand er heraus, dass im Bereich der Rohrverbindungstechnik während Jahrzehnten nichts umfassend Neues entwickelt worden war. Er entdeckte eine technische Marktlücke, welche ausgenützt werden sollte. Sofort wurde die Forschung und Entwicklung eingeleitet.
Das ständige Wachstum der STRAUB Federnfabrik verlangte grössere Räume und mehr Personal. Nach verschiedenen Domizilrecherchen in der Schweiz entschloss sich Immanuel Straub im Jahre 1962 seinen Firmensitz von Zürich nach Wangs am Pizol im Sarganserland zu verlegen. Der 1963/64 erstellte erste Fabrikneubau und das günstige Arbeitskräftepotenzial im Sarganserland waren die Grundlagen für weitere namhafte Entwicklungen des Unternehmens. Hochwertige, extrem beanspruchbare Federnkomponenten machten die Firma STRAUB über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Neue Ideen werden realisiert
Ende 1964 stand die technische Basis der STRAUB Rohrverbindungstechnik fest, sodass die Produktion der ersten hydraulisch funktionierenden STRAUB Rohrkupplungen beginnen konnte.
1967 gründete Immanuel Straub die STRAUB Kupplungen AG als spezialisierte Unternehmung für die Produktion und den Vertrieb der neuen Rohrverbindungstechnik. Die ersten Montagehallen 1 bis 3 wurden 1970 gebaut.
In den Jahren 1967 bis 1970 stellte sich als Reaktion des Marktes heraus, dass die hydraulisch funktionierende Montagetechnik nicht in allen Branchen vorteilhaft eingesetzt werden konnte. Deshalb wurde mit grosser Initiative nach einer neuen mechanischen Rohrkupplungs-Konstruktion geforscht, auf der Grundlage der bereits gesammelten Erfahrungen. Das Stammhaus STRAUB Federnfabrik leistete in diesen Jahren grosse Dienste, mit seinem umfassenden Spezial-Know-how aus der Kaltverformungs- und Federtechnik. 1972 konnte die neue Generation von STRAUB Rohrkupplungen vorgestellt werden und 1974 begann der Vertrieb im In- und Ausland.
Die STRAUB Werke – Ein konstanter Weg nach oben
Die STRAUB Federnfabrik AG hat in der Tochtergesellschaft STRAUB Kupplungen AG zwischenzeitlich einen grossen und regelmässigen Kunden für Federbauteile für STRAUB Rohrkupplungen bekommen.
Das vorgegebene Ziel, ein eigenes Produkt mit grossen, neuen Marktmöglichkeiten im Rahmen einer sinnvollen Diversifikation herzustellen, war somit erreicht. Die STRAUB Werke AG entfalteten sich in der Folge durch enge Zusammenarbeit und Ausnützung des beidseitigen Know-hows nahezu konstant aufwärts. Die in den 70er und 80er Jahren aufgetretenen industriellen Rezessionen am Schweizer und europäischen Markt hatten keinen Einfluss auf den Geschäftsgang.
Getragen von den Markterfolgen der STRAUB Rohrverbindungstechnik und den Zukunftsaussichten wurde in den Jahren 1978/79 eine Fabrikerweiterung und ein Verwaltungsgebäude verwirklicht.
Der stark zunehmende Bedarf an Federbauteilen, auch seitens der STRAUB Kupplungen AG, bedingte vom Stammhaus STRAUB Federnfabrik AG grössere Produktionskapazitäten, welche durch einen Erweiterungsbau und den entsprechenden Maschinen in den Jahren 1982/83 geschaffen wurden.
Durch die permanente Erweiterung der Produktepalette und der zunehmenden Nachfrage wurde bereits nach 5 Jahren beschlossen, die Produktionsflächen und Lagerräume der STRAUB Kupplungen AG durch einen Neubau zu verdreifachen. Bauzeit 1987/88.
Modernste Anlagen wie programmierbare Schweissroboter, halbautomatische Montagestrassen, Beschriftungslaser, sowie Automaten zur Herstellung für Metallgehäusekörper, Kontrollautomaten für Gummimanschetten usw. halfen eine rationelle Fertigung zu betreiben, um am internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. An den damals modernen, teils EDV-unterstützten Arbeitsplätzen beschäftigen die STRAUB Werke rund 160 Mitarbeiter.
Forschung und Entwicklung stellten in beiden Unternehmen den motorischen Antrieb, sowie das für die Zukunft wichtigste Kapital dar. Deshalb wurde in diesen Abteilungen intensiv an Weiterentwicklungen und neuen technischen Möglichkeiten gearbeitet, um den anerkannten Qualitätsvorsprung gegenüber den Mittbewerbern zu halten und weiter auszubauen.
Weltweite Präsenz und technischer Vorsprung
STRAUB Produkte wurden schon zu Beginn der 90er Jahre in über 50 Länder in alle Erdteile geliefert. Die Zusammenarbeit mit eingeführten, branchenkundigen, lagerführenden Vertriebsunternehmungen im In- und Ausland hatte sich gut eingespielt.
In Japan, Canada und Brasilien wurden zu dieser Zeit erfolgreich Lizenzproduktionen aufgebaut, welche den Fernen Osten und Südamerika belieferten und dies noch heute tun.
Trotz aller Markterfolge und der ständigen Produktions- und Verkaufssteigerung hatte die Marketingabteilung gross „Aufklärungsarbeit“ über die Installations- und Rohrleitungsbautechnik zu leisten, sowie die damit verbundenen „Gewohnheitsänderungen“. Der technische Vorsprung war derart gross, dass die Verbraucher oft verblüfft waren und deshalb nur langsam auf STRAUB Rohrkupplungen übergingen. Die Zuwachsraten im Geschäftsvolumen bestätigten jedoch seit Jahren, dass STRAUB Produkte den Marktbedürfnissen entsprachen.
In den 90er Jahren wurde noch vermehrt auf die Bedürfnisse der Märkte eingegangen. Mit der Einführung der STRAUB-GRIP-L im Jahre 1993 wurden beispielsweise die Forderungen des Schiffbaus, nach einer leichten und platzsparenden Rohrkupplung, erfolgreich umgesetzt.
Nichts ist so beständig wie der Wandel
1998 wurde die STRAUB Federtechnik und die STRAUB Kupplungen von Immanuel Straub an die
englische Glynwed Overseas Holdings Ltd. verkauft. Um Kosten einsparen zu können wurde die Verwaltung und Administration zusammengelegt. Die logische Folge der Zusammenschluss der beiden Firmen im Jahre 1999 zu STRAUB Werke AG.
Im Jahre 2001 erfolgte die Übernahme durch die belgische Etex-Gruppe. Etex ist eine industrielle Gruppe, die sich auf die Herstellung und Vermarktung von qualitativ hochwertigen Baustoffen und Systemen spezialisiert hat. Bereits zwei Jahre später wurde die Etex-Gruppe reorganisert und die STRAUB Werke AG wurden in die Aliaxis-Gruppe integriert.
Die STRAUB Federtechnik wurde 2004 an die Federtechnik in Kaltbrunn, Schweiz verkauft. Somit bestand die STRAUB Werke AG ab sofort nur noch aus der STRAUB Kupplungen AG.
Kontinuierlich wurden Synergien geschaffen. Durch die weltweite Vernetzung innerhalb der Aliaxis Gruppe und mit der Übernahme der ehemaligen Lizenznehmerin STRAUB TADCO inc. in Canada ist eine Basis auch für zukünftigen Erfolg gelegt worden.
Bis heute beschäftigt die STRAUB Werke AG knapp 60 Mitarbeiter und ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region Sarganserland.