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In den ersten sechs Monaten 2017 ging der Betriebsertrag bei Leonteq um 16% auf 100,2 Mio CHF zurück. Dies sei aber - trotz des schwachen Jahresauftakts - eine deutliche Steigerung gegenüber dem zweiten Halbjahr 2016, teilt der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister am Donnerstag mit.
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg um 10% auf 119,4 Mio, während der Handelserfolg mit -16,4 Mio negativ ausfiel wie auch der Erfolg im Zinsengeschäft mit -4,9 Mio. Das Transaktionsvolumen erreichte im Bereich Investment Solutions im Halbjahr 10,5 Mrd CHF, wobei sich die Marge auf 90 Basispunkte (BP) reduzierte - nach jeweils 109 BP im zweiten Halbjahr 2016 und im Vorjahr.
Das Ergebnis sei geprägt gewesen von einem starkem Wachstum im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nach der Lösung operativer Themen mit Plattformpartnern, so Leonteq. Kapazitätsbeschränkungen mit wichtigen Partnerbanken seien nämlich behoben worden, insbesondere der erweiterte Vertrieb der von Raiffeisen emittierten Produkte an neue Länder und Kundengruppen sowie die erfolgreiche Migration der strukturierten Investmentprodukte von der Notenstein La Roche Privatbank zu Raiffeisen.
Der Rückgang im Handelsgeschäft sei hingegen wegen einer historisch niedrigen Volatilität unter anderem einem negativen Beitrag aus Absicherungsgeschäften zuzuschreiben. Und der negative Zinsertrag beruht auf höheren Margenfinanzierungskosten sowie höheren Kosten für Kreditlinien seitens Gegenparteien.
Stellenabbau
Derweil werde das Kostensenkungsprogramm konsequent umgesetzt, hiess es weiter. Die angekündigten Massnahmen seien grösstenteils bereits im ersten Semester umgesetzt worden. Der Stellenabbau sorgte für einen Rückgang auf 464 Vollzeitstellen Ende Juni nach 510 Ende 2016. Der Abbau bzw. die Untervermietung nicht benötigter Bürokapazitäten konnte indes noch nicht abgeschlossen werden.
Während der Geschäftsaufwand der Gruppe im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2016 um 9% zurückging, legte er allerdings im Vergleich zum Vorjahr um 22% auf 99,0 Mio zu. Für das zweite Halbjahr 2017 werde eine Kostenbasis von 93 Mio erwartet. Daher werde das für 2017 angekündigte Kostenziel von 192 Mio bestätigt, was einem Rückgang um 15 Mio entspricht.
Unter dem Strich erzielte Leonteq ein Konzernergebnis von 1,2 Mio nach einem Verlust von 20,0 Mio im zweiten Halbjahr 2016 und einem Gewinn von 37,2 Mio im Vorjahr. Analysten waren sich im Vorfeld nicht einig, ob Leonteq schwarze Zahlen schreiben würde. Während die Credit Suisse mit einem Gewinn von 4,8 Mio CHF rechnete, ging die ZKB von einem Verlust von 11 Mio CHF aus.
«Noch weit von Zielen entfernt»
Für die Zukunft gibt sich Leonteq zuversichtlich, das Finanzergebnis im zweiten Halbjahr 2017 weiter zu stabilisieren und künftig wieder profitabel zu wachsen. "Im aktuell herrschenden Marktumfeld rechne ich mit einem weiteren Anstieg unserer Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte", lässt sich CEO Jan Schoch zitieren. Insbesondere würden höhere Volatilitätsniveaus erwartet, weg von historischen Tiefstständen.
Strategisch will das Unternehmen sich unabhängiger machen von einer kleinen Anzahl von Schlüsselpartnern und die Umsatzbasis besser diversifizieren. Mit Blick auf die zu Jahresbeginn für 2017 gesetzten Prioritäten habe man im ersten Halbjahr 2017 solide Fortschritte gemacht, so Schoch. "Wir sind aber noch weit von unseren Zielen entfernt."
Weil aber - trotz ungewöhnlich niedriger Volatilität und erheblicher Einmalaufwendungen - unter dem Strich ein positives Ergebnis vorliegt, seien sein Team und er überzeugt, dass Leonteq auf dem richtigen Weg ist.
Leonteq hat unterdessen, wie im Februar 2017 angekündigt, die Geschäftsleitung auf sechs Mitglieder verkleinert. Zu gegebener Zeit soll noch ein stellvertretender CEO ernannt werden. An einer ausserordentlichen Generalversammlung vor Ende 2017 würden zudem neue unabhängige Verwaltungsratsmitglieder zur Wahl gestellt, heisst es in einer separaten Mitteilung vom Donnerstag.
"Zum nächstmöglichen Zeitpunkt" wird zudem Verwaltungsratspräsident Pierin Vincenz von seinem Amt zurücktreten. Und auch Patrik Gisel, der Vertreter der Anker-Aktionärin Raiffeisen, verlässt das Gremium. Er werde ein anderes Mitglied der Raiffeisen-Geschäftsleitung als seinen Nachfolger zur Wahl vorschlagen.
(AWP)