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|Das Lukas-Evangelium|

Der dritte Evangelist, Lukas, wurde zum ersten Mal im Jahr 189 von Irenäus, dem Bischof von Lyon, namentlich als Evangelienautor genannt. Dass er ein Apostel gewesen sei, behauptete allerdings nie jemand.|
Lukas berichtete also auch nicht als Augen- und Zeitzeuge, sondern gab von Anfang an zu, dass er alles nur recherchiert hatte. Er bezeichnete seinen Text - den er etwa im Jahre 60 geschrieben hat - auch nicht als ein Evangelium.
Alles deutet auf einen Brief, den er an einen uns unbekannten Empfänger namens Theophilus adressierte (Lk 1,3): "So habe auch ich's für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben."

Lukas räumt demnach ein, nicht der Erste und Einzige gewesen zu sein, der die Geschichte von Jesus erzählt hat. Er spricht sogar von vielen Versionen vor ihm (Lk 1,1): "Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten." Er sei aber mit diesen Texten nicht zufrieden und wolle sie verbessern.|
Einige Theologen nehmen an, Lukas sei ein Wegbegleiter Paulus' gewesen (von dem sich etliche Briefe in der Bibel befinden). Ein gemeinsames Wirken ist aber umstritten. Inhaltlich "findet sich bei ihm (Lukas; d. Verf.) kein einziger spezifisch paulinischer Gedanke", schreibt Philipp Vielhauer, Autor einer Abhandlung zum Neuen Testament (1939). Lukas unter- scheide "sich in seiner eigenen Theologie erheblich von Paulus" und sei "über wichtige Einzelheiten des missionarischen Wirkens des Paulus nicht richtig informiert."
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|©Johannes Maria Lehner|

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