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Wenn die Brust nicht ausreichend entleert wird, staut sich die Milch in den Milchgängen. Dies erleben viele Frauen vor allem in den ersten Wochen der Stillzeit.
Anzeichen eines Milchstaus
Die Brust ist gespannt, geschwollen, gerötet, druck- und berührungsempfindlich und fühlt sich heiss an, ähnlich wie beim Milcheinschuss im Wochenbett. Zusätzlich können Sie knotige, verhärtete Stellen in der Brust ertasten. Anders als bei einer Brust, die schmerzt, weil sie prall gefüllt ist, bring das Stillen keine Erleichterung und es schmerzt sogar, wenn das Baby saugt. Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, richtig krank fühlen Sie sich aber nicht.
Ein Milchstau kann unbehandelt in eine Brustentzündung (Mastitis) übergehen. Dann werden die Schmerzen in der Brust stärker und der ganze Körper reagiert auf die Entzündung, zum Beispiel mit Fieber, Schüttelfrost und allgemeinen Krankheitszeichen. In diesem Fall sollten Sie sich unbedingt mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin in Verbindung sitzen.
Ursache eines Milchstaus
Der Stau in den Milchgängen entsteht, wenn nicht alle Milchkanäle vollständig entleert werden. Fliesst die Milch nicht ab, weiten sich die Milchgänge und die Milch tritt in das umliegende Brustgewebe aus. Dort wird sie als Fremdkörper wahrgenommen und mit einer Entzündungsreaktion bekämpft.
Oft tritt ein Milchstau ein, wenn das Kind plötzlich längere Zeit nicht an der Brust trinkt. Aber auch ein hormonelles Ungleichgewicht zwischen Milchproduktion und Milchfluss kann der Auslöser sein. Der Milchfluss, oder auch Milchspendereflex, reagiert sehr sensibel auf den seelischen Zustand und kann darum bei Stress, Schmerzen, Angst oder Ärger gehemmt werden.
Wenn Sie Ihr Baby die Brust – zumindest auf der ersten Seite – immer ganz leer trinken lassen, beugen Sie einem Milchstau vor. Kontrollieren Sie Ihre Brust regelmässig, um verhärtete Stellen früh zu erkennen.
Behandlung eines Milchstaus
Auch wenn es wehtut: Legen Sie Ihr Baby häufig, mindestens alle zwei Stunden, an der betroffenen Seite an und zwar so, dass es mit dem Kinn die verhärtete Stelle massiert. Sie können diese aber auch mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck, von innen nach aussen streichend, selbst massieren.
Achten Sie darauf, dass Ihr Baby die Brust leer trinkt. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Milch von Hand ausstreichen oder abpumpen.
Ein feucht-warmer Umschlag, zum Beispiel ein warmer Waschlappen, kann kurz vor dem nächsten Stillen den Milchfluss erleichtern, weil sich dadurch die Milchgänge erweitern.
Die geleerte Brust nach dem Stillen kühlen, damit sich die Milchgänge wieder zusammenziehen können. Zum Kühlen eignet sich neben dem bewährten Quarkwickel auch ein Beutel tiefgekühlte Erbsen, zerhacktes Eis in einem Beutel oder ein spezielle Kühlpads für die Brüste.
Körperliche Entspannung und Ruhe, durchaus auch für ein paar Stunden mit Ihrem Baby im Bett, tun Ihnen jetzt besonders gut.
Besprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Gynäkologen, ob Sie medikamentös etwas gegen die Schmerzen und allfälliges Fieber tun können. Ibuprofen zum Beispiel geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über.