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Sebi Hofmann vom Stutzberg (1865 bis 1926) war ein stattlicher junger Mann, kräftig, fleissig und humorvoll. Als er um die Regina vom Tannenberg warb, war er unglücklicherweise nicht der einzige, der ein Auge auf sie geworfen hatte. Auf seinem «Wachposten» beim Feldkreuz bemerkte er eines Tages, dass sich gegen Abend ein anderer junger Mann dem Tannenberg näherte, in klar erkennbarer Absicht. Einfallsreich wie Sebi war, mimte er mit seinem weissen Hemd einen Geist und schlug so seinen Konkurrenten in die Flucht. Und seither hiess es, dass es beim Feldkreuz geistere. - Seine Durchsetzungsfähigkeit zeigte sich auch in anderen Situationen: Mit Regina verheiratet und mit ihr den Stutzberg bewirtschaftend, nahm der ehemalige stolze Militär-Tambour um vier Uhr früh seine Trommel hervor und trommelte im wahrsten Sinne seine Leute zur Arbeit zusammen. Zur Zeit der Kirschernte waren es dies gegen fünfzehn Männer, ansonsten deren zehn. Sebi, ein Weggiser, der wusste, was er wollte.
Inventarnummer 111054, Altes Schulhaus / aufgezeichnetes Gespräch mit Regina Hofmann, Stutzberg, vom 30. August 2023 / Karin Bernath