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In der Logik der Schweizer Invalidenversicherung (IV) gilt das primäre Ziel zur Arbeitsbefähigung und -eingliederung. Arbeitsleistungen von Erwachsenen mit Behinderung, einschließlich jenen, die eine schwere und mehrfache Behinderung aufweisen, gelten allerdings erst dann als wirtschaftlich verwertbar und ‚werkstatttauglich‘, wenn diese einen Leistungslohn von mindestens 2.70 Franken pro Stunde erzielen.
Infolgedessen werden mit dem Kriterium der ‚wirtschaftlich verwertbare Arbeit‘ Personen mit schweren und mehrfachen Behinderungen in der Regel vom Besuch geschützter Werkstätten ausgeschlossen. Somit erleben Erwachsene mit schwerer und mehrfacher Behinderung vielfache Exklusionserfahrungen hinsichtlich der Teilhabemöglichkeiten und Teilhabeaktivitäten im Lebensbereichs Arbeit. Demzufolge ist es erforderlich, dass Tagesstätten sich konzeptionell und strukturell so verändern, dass sie dem Anspruch der Schaffung von Teilhabemöglichkeiten an Arbeitsprozessen aller Menschen mit Behinderung gerecht werden.
Bisher liegen für die Schweiz nur wenige systematisch erfasste Daten und Informationen hinsichtlich der Organisation und Gestaltung von Tagesstätten für Erwachsene mit schwerer und mehrfacher Behinderung vor. Ziel des Forschungsprojekts war es, Erkenntnisse über Lebenssituationen von Erwachsenen mit schwerer und mehrfacher Behinderung im Kontext von Arbeitstätigkeiten in der deutschsprachigen Schweiz zu gewinnen. Darüber hinaus wurden grundlegende Auskünfte über die vorherrschende Angebotsvielfalt der Tagesstätten der deutschsprachigen Schweiz und deren arbeitsweltbezogenen Tätigkeiten für Erwachsene mit schwerer und mehrfacher Behinderung erhoben und ausgewertet.