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Eiweiß.
Reines aschefreies Albumin, welches bisher nicht bekannt war, dessen Kenntnis aber für analytische und physiologische Zwecke von großem Interesse ist, hat Harnack dargestellt. Er benutzte ¶
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eine Lösung von möglichst reinem Albumin, welche durch Abscheidung der Globuline aus dem
Eiweiß gewonnen wurde, fällte sie mit
Kupfersalzlösung und machte das abgeschiedene Kupferalbuminat durch wiederholtes Lösen in Natronlauge und Fällen mit Essigsaure
salzfrei. Dann wurde das Kupferalbuminat wieder in Natronlauge gelöst und aus der Lösung nach 24 Stunden (innerhalb
welcher Zeit die Kupferverbindung sich zersetzt) mit Salzsäure reines
Eiweiß gefällt, welches nach dem Auswaschen nur ca. 0,1
Proz. Asche, namentlich weder Phosphorsäure noch Eisen
[* 3] enthält.
Dies Präparat weicht in wesentlichen Eigenschaften vom gewöhnlichen
Eiweiß ab, es ist durch Siedehitze nicht koagulierbar, scheint
überhaupt für sich keine geronnene Modifikation zu bilden. Es wird durch Alkohol, Äther, Phenol, Tannin
nicht gefällt, quillt mit reinem kalten Wasser und löst sich allmählich, namentlich beim Erhitzen bis zum Sieden. Aus dieser
Lösung wird es durch Neutralsalze und Säuren, nicht durch Alkalien gefällt. Beim Verdampfen der Lösung bei 100° erhält man es
unverändert als Rückstand. Das reine Albumin verhält sich also analog andern kolloiden Substanzen, wie
Kieselsäure und Thonerde, deren durch Dialyse
[* 4] gewonnene Lösungen auf Zusatz einer kleinen Salzmenge sofort gerinnen.