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Ohne Berücksichtigung des Tätigkeitsbereichs und der religiösen Einstellung endet die Aussiedlung von Angehörigen einer bestimmten ethnischen Gruppe und deren soziale Mitwirkung in diesem neuen Milieu mit einer Diaspora.
Die freiwillige oder zwangsweise Auswanderung aus der historischen ethnischen Heimat wegen sozialer, wirtschaftlicher oder anderer Gründe, das gemeinsame Zusammenleben im Ausland, die Wahrung und Entwicklung der nationalen Kultur im in der neuen Heimat, die Kontaktaufnahme mit der früheren Heimat, ferner die Gebundenheit an Sprache, Religion, die geistigen Werte von aserbaidschanischen Auswanderern stellen die Diaspora von Aserbaidschan dar.
Die Republik Aserbaidschan mitgerechnet leben auf der Welt nahezu 50 Millionen Aserbaidschaner in ungefähr 70 Ländern. Menschen, die in ihren ehemaligen Territorien leben, keine Auswanderung begangen haben, nur wegen einiger sozial-politischer Gegebenheiten erfolgten Grenzüberschreitungen zu Einwohnern in einem fremden Land geworden sind, Aserbaidschaner in Iran, Georgien und in der russischen Föderation gelten nicht als Diaspora.
Die Entstehung der aserbaidschanischen Diaspora, deren Formung und Entwicklung hängen direkt mit der Auswanderung des Volkes zusammen. Auch wenn die Übersiedlung der Aserbaidschaner in Fremde Länder tiefe historische Wurzeln hat, hängt dieser Prozess systematisch in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts wegen politischer Konflikte mit dem Krieg zwischen Iran und Russland, der notwendigen Auswanderung aus dem kaukasischen Gebiet zusammen. Auch wenn die Teilung der historischen Gebiete von Aserbaidschan im Jahr 1828 nach dem Türkmençay-Vertrag, die Annahme der Khanate von Aserbaidschan die Herrschaft des Zarenrusslands, die passende Formung der administrativen Struktur der Zentralisierung des Volkes einen Beitrag geleistet hat, brachte dies die Auswanderung der Menschen, die nicht mit dem Zarentum einverstanden waren. Im XIX. Jahrhundert kam die Auswanderung der Aserbaidschaner zum Zentrum des Reiches zustande. In diesem Jahrhundert haben Mirza Kazım Bey, Mirza Cafer Topçubaşov, Mirza Abuturab Vezirov, Han Nahçıvanski, Samet bey Mehmandarov, Aliağa Şıhlinski u. a. bekannten aserbaidschanischen Wissenschaftler mit ihren Arbeiten im Bereich Wissenschaft, Kultur und Aussenpolitik grosse Beiträge zur Intensivierung der wirtschaftlichen und militärische Macht Russlands geleistet.
Im XX. Jahrhundert stieg die Auswanderung der Aserbaidschaner in fremde Länder. Die beiden Weltkriege in dieser Zeit, die tiefen sozialpolitischen Veränderungen in den Regionen von Nord- und Südaserbaidschan, soziale Revolutionen endete mit einer geballten Auswanderung unserer Landsleute. Diese Auswanderung fand bis zum Neuaufbau der unabhängigen Staatstraditionen Aserbaidschans am Ende des Jahrhunderts in folgenden Etappen statt:
- Zwischen 1905 und 1907 kam die erste russische Revolution und die Settarhan-Bewegung in Südaserbaidschan zustande;
- Der I. Weltkrieg, die Gründung und die Auflösung der Volksrepublik Aserbaidschan in den Jahren 1918 bis 1920, die Hiyabani-Revolution in Südaserbaidschan;
- Der II. Weltkrieg; die Gründung und die Auflösung der nationalen Regierung Aserbaidschan in Südaserbaidschan;
- Die freiwillige Auswanderung in die Sowjetunion aus Aserbaidschan und anderer Republiken in den Jahren 1970-80, die Auswanderung aus Aserbaidschan hauptsächlich Europa wegen der islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979;
- Die Auswanderung der in der Türkei ansässigen Aserbaidschaner nach Europa zwischen 1950 und 1960.
Nach Auflösung der Volksrepublik Aserbaidschan stieg die Auswanderungszahl aus Aserbaidschan in die Republik Türkei auf mehr als 50 Tausend. Die sozialen Aktivitäten der eigentlichen, im Ausland befindlichen politischen Personen wie M. E. Resulzade, A. Topçubaşov, M. Memmedzade, C. Hacıbeyli, M. Vekilov, A. Ağayev, S. Ağaoğlu, A. Hüseyinzade, H. P. Sultanov, Ş. Rüstembeyov, M. S. Aran, K. Oder, A. Şeyhülislamov, N. Şeyhzamanlı u. a. unterscheidet sich von denen der anderen Aserbaidschaner, die bis zu diesem Zeitpunkt ins Ausland ausgewandert waren. Die ersten Zeitschriften der aserbaidschanischen Diaspora ab den 20er Jahren des XX. Jahrhunderts waren Zeitungen und Zeitschriften wie “Yeni Kafkasya” (1923, Istanbul), “Azeri – Türk” (1928-31, Istanbul), “Odlu – Yurt” (1929-30, Istanbul), “Bildiriş” (1929-31, Istanbul), “İstiklal” (1932-34, Berlin), “Kurtuluş” (1934, Berlin), “Aserbaidschan” (1952, Ankara), die Veröffentlichung der Aserbaidschaner in den Nachbarstaaten wie“Ahter” (1875-95, Istanbul), “Şahseven” (1888, Tebriz), “Şems” (1899-1920, Tebriz), “Fikri-İstikbal” (1910, Istanbul), “Bürhani-Terakki” (1906 -11, Astrahan), “Millet” (1918, Simferopol), “Nur” (1906-09, Sankt Petersburg), “Kave” (1915-21, Berlin), “İranşehr” (1921, Berlin) behandelten im Unterschied zu anderen nur die Probleme der Diaspora, die soziale, wirtschaftliche und politische Lage des Heimatlandes und versuchte die ausgewanderten Landsleute zentral zu vereinen.
Die Entstehung der ersten organisierten nationalen Vereinigungen fing nach dem II. Weltkrieg an. Im Februar 1949 fand in Ankara, der Hauptstadt der Republik Türkei, unter dem Vorsitz von M. E. Resulzade “ Azerbaycan Kültür Derneği – Kultureller Verein von Aserbaidschan ” statt und war der erste Schritt bei der Organisierung der aserbaidschanischen Diaspora. Die 1956 gegründete “Azerbaycan-Amerika Cemiyeti – Aserbaidschanisch-Amerikanischer Verein” (AAC, befindet sich im Staat New Jersey) ist einer der wirksamsten Institutionen der aserbaidschanischen Diaspora. Vor allem die nach der Katastrophe am 20. Januar 1990 gegründeten Diaspora-Organisationen haben ihre Tätigkeiten ausgeweitet. Einer der zu dieser Zeit im Ausland tätigen aserbaidschanischen Organisationen war das 1988 gegründete Kulturzentrum “Ocak – Zuhause”, das von Gelehrten, Wissenschaftlern und Kulturmenschen in Moskau gegründet wurde. Das Zentrum veröffentlichte die Zeitschrift “Çırak – Geselle”. Kulturzentrum “Ocak“ wurde dem Aufbau dem „Umumrusya Azerbaycanlıları Kongresi’nin (UAK) – Kongress der russischen Aserbaidschaner“ angegliedert, dem einzigen Zentrum der aserbaidschanischen Diaspora in Russland. Neben den der aserbaidschanischen Diaspora in Russland gibt es auch seit den 80er Jahren in den Balkanländern gegründete der Diasporaorganisationen: “Litvanya Azerileri topluluğu” (1988, Vilnius) in Litauen, “Azeri” cemiyeti (1988, Riga) in Lettland und “Ocak” (1988, Tallin) in Estland. In diesen drei Ländern leben insgesamt mehr als 20 Tausend Aserbaidschaner. Die meisten davon sind aufgrund der wirtschaftlichen Beziehungen mit der Sowjetunion in diese Länder ausgewandert. Seit 1992 ist in Riga “pazar okulları – Sonntagsschulen” aktiv und die aserbaidschanischen Kinder lernen hier die Sprache, Literatur und Geschichte von Aserbaidschan kennen.
Das Kulturzentrum “Aserbaidschan Kültür Derneği” (1990) wurde in der Hauptstadt von Österreich in Wien gegründet. Am 3. November 1990 wurde im Atatürk Kulturzentrum in Istanbul der internationale Kongress der aserbaidschanischen Gruppen organisiert. Im Kongress fand der aserbaidschanische Rat, ausserdem die Vertreter von aserbaidschanischen Organisationen in anderen Ländern (England, Deutschland, Frankreich, Schweden, Norwegen, Spanien, Estland usw.) teil. Dies war der erste Schritt, die aserbaidschanische Diaspora zu stärken und zu zentralisieren. Während der Versammlung wurde der Vorschlag, die Regionalzentralen von Istanbul, Baku und Hamburg zu gründen und eine Vereinigung der aserbaidschanischen Kulturzentren zu gründen. Es wurde ferner ein Komitee zur allgemeinen Kontrolle gegründet.
1991 hat die Umstrukturierung der staatlichen Traditionen der Republik Aserbaidschan und die im Land stattgefundenen gesellschaftlichen und politischen Ereignisse auch bei der Auswanderungsgesichte der Republik Spuren hinterlassen.
Am 16. Dezember 1991 hat der Präsident der Autonomen Republik von Aserbaidschan, Haydar Aliyev, die Bedeutung der Gründung der Vereinigung der Aserbaidschaner auf der Welt berücksichtigt und den 31. Dezember zum Tag der Solidarität der Aserbaidschaner auf der Welt erklärt (Der Tag der Solidarität der Aserbaidschaner auf der Welt wurde eigentlich Ende des Monats Dezember im Jahr 1989 nach der Auflösung der Grenzen von Nachitschewan (Grenzen der UdSSR zu Iran) aufgestellt). Von diesem Zeitpunkt an wurde mit Erlass des Staatspräsidenten der Republik Aserbaidschan der 31. Dezember als Tag der Solidarität der Aserbaidschaner bestätigt. Somit der für die Aserbaidschaner wichtige Tag des 31. Dezember als Tag der Solidarität der Aserbaidschaner und Feiertag gefeiert.
Ab 1995 begann sich die Eigenart der Auswanderung ins Ausland zu ändern und gewann einen wirtschaftlichen Charakter, nahm wie in den anderen Ländern der Welt zivile Züge an und wurde im Rahmen internationaler juristischer Regeln angewandt. Die Wahrung der eigenen nationalen Zugehörigkeit der in verschiedene Länder ausgewanderten Aserbaidschaner und deren kulturelle und politische Solidarität stimmt mit dem staatlichen Vorteil der Republik Aserbaidschan überein und ist eines der strategischen Ziele des Landes. Die Stärkung der Unabhängigkeit und der Staatstraditionen, die Stärkung der Position von Aserbaidschan auf internationaler Ebene, die Kundgabe des von den Armeniern angegriffenen Volkes in der Öffentlichkeit der Welt, die Gewährleistung einer gerechten Lösung der Bergkarabach-Frage gemäß internationaler Regeln und Prinzipien erfordert die Vereinigung der im Ausland tätigen Diaspora-Organisationen. Die einheitliche Bewegung der im Ausland lebenden Aserbaidschaner tragen auch zum Schutz der nationalen und zivilen rechte. Vor allem die in diesem Rahmen getätigten Arbeiten ab 1993 haben in einigen wichtigen Ländern erfolgreiche Ergebnisse mit sich gebracht.
Am 23. Mai 2001 wurde mit Erlass des Staatspräsidenten der Republik Aserbaidschan am 9. – 10. November 2001 in Baku der I. Kongress der Aserbaidschaner veranstaltet. Im Kongress wurden die Kommentare der aus unterschiedlichen Staaten eingereisten Vertreter, unterschiedliche Vorschläge, zugleich die moderne soziale, politische, kulturelle usw. Stellung von Aserbaidschan auf der Welt, die Belange von Aserbaidschan berücksichtigt und der Vorschlag angenommen. Es wurde beschlossen, den Kongress der Aserbaidschaner auf der Welt alle drei Jahre zu wiederholen.
Am 5. Juli 2002 hat Haydar Aliyev, der Staatspräsident der Republik Aserbaidschan, einen Erlass „Über die Gründung von stattlichen Arbeitskomitees mit im Ausland ansässigen Aserbaidschanern“ unterzeichnet. Mit Erlass von İlham Aliyev, dem Staatspräsidenten der Republik Aserbaidschan vom 19. November 2008 mit der Nummer 54 wurde mit den im Ausland ansässigen Aserbaidschanern im Rahmen des stattlichen Arbeitskomitees das stattliche Arbeitskomitee für Diaspora gegründet.
1997 wurde neben der Institution zur Koordination der Diaspora der Aserbaidschaner auf der Welt mit dem Kongress der Aserbaidschaner auf der Welt gegründet.
Die aktive Teilnahme der aserbaidschanischen Gesellschaften im sozialpolitischen und kulturellen Leben des jeweiligen Landes in den letzten Jahren ist eine der wichtigsten Tätigkeiten der Gründung der Diaspora. Die Vertretung in der Legislative, Exekutive und in regionalen Verwaltungsorganen, die Eröffnung der Schulen am Sonntag in Regionen, wo die Gruppen zusammenleben, die Veröffentlichung von 27 Zeitungen, 10 Zeitschriften, 3 Radio- und 1 Fernsehanstalt, die Organisation unterschiedlicher Tätigkeiten, um die Tatsachen von Aserbaidschan der Welt bekannt zu geben, ist ein Zeichen dafür, dass die gesellschaftliche und politische Aktivität der Vertreter der aserbaidschanischen Diaspora gestiegen ist.