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Vom Suchen und Finden eines neuen Beziehungsmodells in der Theologie nach Auschwitz
Verlag für Theologie und Religionswissenschaft (VTR), Nürnberg 2017, 328 S. http://www.vtr-online.de/
Dieses Buch geht auf eine Dissertation zurück, welche der Autor 2008 in ungarischer Sprache der Theologischen Fakultät der Reformierten Universität Budapest vorgelegt hat. Als Pfarrer der ungarisch-reformierten Kirche hat Tatai die Umorientierung hinsichtlich der Beziehung „Kirche und Israel“ in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute ausführlich dargelegt und beurteilt – sowohl in den protestantischen Kirchen in Europa wie in der römisch-katholischen Kirche. Tatai nimmt zwei Auslöser für diese Neubesinnung wahr, die er als „neuzeitliches theologisches Erdbeben“ bezeichnet: Zum einen war dies die erschreckende Einsicht, dass die Kirchen in Theologie und Verkündigung in vielfacher Hinsicht dem Hass gegen das jüdische Volk Vorschub geleistet und somit eine erhebliche Mitschuld am Massenmord an den Juden Europas auf sich geladen haben. Zum andern war die Entstehung des Staates Israel wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für viele Vertreter der Kirchen ein Schock: Hatte man doch viele Jahrhunderte die Überzeugung vertreten, die Kirche sei das wahre Israel, nachdem Israel im ethnischen Sinne mehrheitlich die Messianität Jesu abgelehnt hatte. Nun aber war Israel zumindest als säkularer Staat auf die Weltbühne zurückgekehrt.