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»Wir haben ein Hamletschicksal vor uns, ein tragisches Schicksal über die Kraft gehender Erkenntnis, das Ehrfurcht einflößt und Erbarmen.« Thomas Mann hielt seinen Nietzsche-Vortrag 1947 in Washington, New York, London und schließlich vor dem internationalen PEN-Kongress in Zürich. Der vielbeachtete Versuch steht am Ende seiner langen kritischen Auseinandersetzung mit dem Philosophen. Er beleuchtet Nietzsches Philosophie vor dem aktuellen zeitgeschichtlichen Hintergrund und geht vor allem der Frage nach, welche Bedeutung Nietzsche für den europäischen Faschismus gehabt hat. Manns Nietzsche-Verständnis ging auch ein in den Doktor-Faustus-Roman (ebenfalls 1947), dessen Protagonist Adrian Leverkühn Züge der Existenz Nietzsches trägt.
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.