Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03290.jsonl.gz/3055

Eine Scheidung zu durchleben, ist wohl nie einfach. Noch schwieriger wird es, wenn man diese als Person des öffentlichen Lebens durchmachen muss und sowieso schon eine sehr eingeschränkte Privatsphäre hat. So erging es 1996 auch Prinzessin Diana (†36), als sie und King Charles III. (74), damals noch Prinz von Wales, sich trennten. Die Ehe der beiden scheiterte und Diana scheint darunter besonders gelitten zu haben. Wie sehr die Situation sie belastete, geht nun aus neu aufgetauchten Briefen hervor, die die einstige Prinzessin von Wales ihren zwei guten Freunden Susie und Tarek – den sie als Tarik bezeichnete – Kassem während dieser Zeit schrieb. Die Kassems versteigern die Korrespondenzen nun, der Erlös wird an wohltätige Zwecke gehen, die auch Diana zu ihrer Zeit unterstützte.
Dass Susie und Tarek die Briefe zu Geld machen, wirkt zunächst befremdlich, denn verletzen sie damit nicht das Vertrauen und die Privatsphäre der Prinzessin, Dinge, auf die sie sehr grossen Wert legte? Vielleicht, aber der Hintergrund der Entscheidung für die Versteigerung ist einer, der auch Diana wichtig war: Die Familie. Wie die «DailyMail» schreibt, empfindet das Paar den Besitz der Briefe als eine grosse Verantwortung, die sie nicht an ihre Kinder oder Enkelkinder weitergeben möchten.
Was steht in den Briefen?
Die persönlichen Worte von Diana beweisen, wie sehr sie unter der Scheidung litt. So schreibt sie in einem Brief an Susie: «Bitte entschuldige, dass ich heute nicht mit in die Oper Tosca kann, ich hatte mich schon sehr darauf gefreut. Manchmal ist es einfach zu schwer, den Kopf nicht hängen zu lassen und heute bin ich wirklich niedergeschlagen.» Weiter führt Diana aus, dass sie es kaum abwarten könne, dass die Scheidung endlich durch sei, da die persönliche Belastung furchtbar sei. Hätte sie ein Jahr zuvor gewusst, was sie mit dieser Scheidung durchmachen müsste, hätte sie niemals zugestimmt, schrieb sie. «Es ist hoffnungslos und hässlich.»
In einem anderen Brief bedankt sich die verstorbene Prinzessin für die Unterstützung, die ihre Freunde ihr entgegenbringen würden und dass diese stets an sie glauben würden. Sie sei gerührt davon, wie sehr die Kassems sie beschützen würden, schrieb Diana, denn das sei sie nicht gewohnt.
Diana gestand in ihren schriftlichen Korrespondenzen auch, weshalb sie auf Post statt aufs Telefon setzte. Einerseits hatte sie kein Mobiltelefon, andererseits war sie davon überzeugt, dass ihre privaten Telefongespräche abgehört und aufgezeichnet würden. Mit den Briefen wollte sie verhindern, dass ihre persönlichen Gespräche an die Öffentlichkeit geraten – was mit dem Verkauf der Briefe nun trotzdem passiert.
«Die wichtigste Freundschaft ihrer letzten zwei Lebensjahre»
Das Auktionshaus Lay's, welches die Briefe von Diana versteigert, schreibt auf seiner Website, dass die Kassems mit dem Verkauf der Briefe anderen Menschen die Möglichkeit geben wollten, ein Andenken an Diana zu besitzen und mit dem Erlös Organisationen zu unterstützen, die der Prinzessin wichtig gewesen seien.
«Bei Lay's haben wir gesehen, wie begeistert die Menschen von der Möglichkeit sind, etwas von ihr zu besitzen – sie vergleichen es mit dem Besitz der wertvollen Reliquie eines Heiligen», heisst es weiter. Die Menschen zeigten noch heute eine enorme Faszination für die Person Diana, welche seit ihrem tragischen Tod kaum abgenommen habe. Die Briefe würden die Essenz der Prinzessin erfassen und die wichtigste Freundschaft ihrer letzten zwei Lebensjahre beleuchten.