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Mit dem Erstarken des globalen Handels häufen sich auch die Zeichen, dass es mit der Handelsfinanzierung wieder besser klappt. Beim Kreditfluss, der die Räder des weltweiten Warenaustausches schmiert, haben sich die Probleme in den vergangenen Monaten signifikant verringert. Die Notenbank in Hongkong belegt mit einer kürzlich erschienenen Studie, dass der Handel nicht durch fehlende Finanzierung beeinträchtigt wird. Zwar sank der Umfang von Handelskrediten durch lokale Banken im chinesischen Territorium stark. Doch der Bericht zeigt, dass dieser Wert in Relation zum Handelswert im vergangenen Jahr stabil geblieben ist und die letzten Monate zugelegt hat.
«Situation hat sich verbessert»
Eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) erbrachte für Südkorea und Taiwan ähnliche Ergebnisse. Ende 2008 verzeichneten Brasilien und Japan einen Einbruch bei der ausländischen Handelsfinanzierung für lokale Firmen. Seit März zeigt sich jedoch in beiden Ländern eine Entspannung. «Handelsfinanzierung war zu Beginn der Krise ein grosses Thema, die Situation hat sich aber seitdem erheblich verbessert», sagt Mansoor Dailami, Chefanalyst Internationale Kapitalströme bei der Weltbank. «Für die grössten Schwellenländer ist meiner Meinung nach die Handelsfinanzierung nicht länger beeinträchtigt.» Die Veränderung kam mit der Erholung der Finanzmärkte weltweit. Zinssenkungen führten zudem zu niedrigeren Kosten für viele Darlehen. Diesen Monat vergab die International Finance Corp. Garantien an Banken in Armenien, Weissrussland und Russland, damit diese ihre Handelsfinanzierungen noch weiter ausweiten können.
Vertrauen der Banken steigt
Roscher Lin, Managing Director des Textilexporteurs Triad International, war Anfang des Jahres gezwungen, sich einen neuen Kreditgeber zu suchen. Inzwischen war er erfolgreich. «Das Vertrauen der Banken stabilisiert sich langsam», so Lin.Anfang des Jahres verpflichteten sich Staatschefs weltweit, über zwei Jahre 250 Mrd Dollar für die Handelsfinanzierung zur Verfügung zu stellen. Dies zeigt, wie wichtig die Kombination aus Kreditlinien und Garantien ist, die den jährlich 15 Billionen Dollar schweren Welthandel ermöglicht. Von Normalität kann man jedoch noch lange nicht sprechen.
Seit zwei Quartalen in Folge geht das Volumen des Welthandels zurück, 2009 könnte der grösste Rückgang seit 50 Jahren verzeichnet werden. Viele Unternehmen blicken nervös auf Zulieferer und Kunden und verlangen nun selbst von langjährigen Partnern Garantien. Das hat Import-Export-Geschäfte schwieriger und kostspieliger gemacht.
«Das 1. Quartal 2009 war gekennzeichnet von grosser Nervosität und dem Mangel an Vertrauen zwischen Käufern und Verkäufern», sagt Lawrence Webb, Chef der Handelsfinanzierung bei HSBC Holdings. «Zweifellos hatten etliche Firmen Liquiditätsprobleme.» Eine HSBC-Studie im April und Mai, an der 2101 Handelsfirmen beteiligt waren, ergab, dass 80 bis 90% der Befragten eine Verbesserung, zumindest aber eine Stagnation der Handelsfinanzierung in den kommenden Monaten erwarteten.
Probleme für Schwellenländer
Weltweit erholten sich im 1. Quartal Konsortialkredite, die grosse Transaktionen versichern, nachdem ihr Volumen Ende 2008 stark zurückgegangen war. Im Juni ging es abermals zurück, und einige Banken schränken ihre Kredite an Schwellenländer ein. Ökonomen führen dies aber darauf zurück, dass es dort weniger Handel zu finanzieren gibt.
«Der Rückgang war nicht so schlimm wie befürchtet und fällt geringer aus als der entsprechende Rückgang im Handel», sagt Alessandro Zanello vom IWF. Dennoch haben weiterhin einige Unternehmen und Länder Probleme. Der IWF schätzt, dass das Volumen des Welthandels im Jahr 2010 um 1% steigen wird, nach einem Rückgang um 12% in diesem Jahr.