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Emigration - Abele Rigozzi

EMIGRATION NACH AMERICA

DER JUNGE ABELE RIGOZZI AUS AQUILA KOMMT IN DER TITANIC TRAGÖDIE UM
Abele Rigozzi war 22 Jahre alt als er sich am 10 April 1912 zusammen
mit zwei anderen Tessinern (Narcisio Bazzi aus Brissago und Alessandro Pedrini aus Osco) in
Southampton, der südlichen englischen Hafenstadt, auf dem hochmodernen Transatlantikdampfer
Titanic mit Reiseziel New York einschiffte. Wie viele andere in jener Zeit, beabsichtigte Abele voller
Hoffnung ein neues Leben zu beginnen.
Auf der Titanic wurde Abele und die beiden anderen Tessiner von Luigi Gatti,
einem Italiener aus Mailand, der nach London ausgewandert war und
auf dem gigantischen Luxusschiff die Verantwortung für das "à la carte"
Restaurant hatte, als Kellner eingestellt.
Bei den drei jungen Tessinern war ausserdem noch Mario Zanetti aus Poschiavo.
Die Jungfernfahrt der Titanic, ein von der damaligen Presse gespannt
erwartetes Ereignis sollte sieben Tage später mit grossem Triumpf in New York enden. Die Titanic
kam, jedoch nie in der legendären amerikanischen Stadt an: in der Nacht vom 14. auf den 15.
April stiess sie in der Höhe von Neufundland mit einem Eisberg zusammen und in kurzer Zeit
verschlang das
eisige Wasser des Atlantiks das als "unsinkbar" bezeichnete Schiff (mit einem Gewicht
von 60'000 Tonnen, ausgerüstet von der Firma White Star) und seine 1'500 Passagiere.
Mit ihr gingen auch die Hoffnungen der vier Tessiner unter sich mit dem
grosszügigen Trinkgeld der vermögenden Passagiere ein schönes Sümmchen zur Seite
zu legen und vorallem ein neues Leben in Amerika zu beginnen.
Zum Gedenken an eben diesen Abele Rigozzi und zum 90sten Jahrestag
der Tragödie förderte die Gemeinde Aquila im April 2002 eine spezielle Iniziative zu
Ehren ihres jungen Bürgers, der unter so besonderen Umständen ums Leben gekommen war.
Dank des Einfühlungsvermögens der Gemeindeverwaltung und der noch verbleibenden
Verwandten (darunter Pierina Benvenga), wurde auf dem Friedhof von Aquila eine Gedenktafel
angebracht. Auf diese Weise möchte die blenieser Gemeinde, am Beispiel eines ihrer bekanntesten
Söhne das Leiden ganzer Generationen von Emigranten in Erinnerung rufen, die auf der Suche
nach dem täglichen Brot, dass ihr Heimatort und ihr Tal in jenen Zeiten nicht mehr
gewährleisten konnten, das Land verlassen mussten.
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