Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/2848

Der südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius bezahlte von März 2013 bis September 2014 monatlich 6000 Rand (rund 516 Franken) an die Eltern der von ihm getöteten Reeva Steenkamp. Nun teilte der Anwalt der Steenkamp-Familie, Petrus de Bruyn, mitgeteilt, dass sie das Geld zurückgeben wolle. Zudem verzichtet die Familie auch auf zusätzliche Schadenersatzforderungen oder Zivilklagen.
Die Überweisungen waren am 14. Oktober erstmals öffentlich geworden, nachdem die Steenkamps nach eigenen Angaben die Zahlungen auf Pistorius' Wunsch hin geheim gehalten hatten.
Staatsanwalt spricht von «Blutgeld»
Derzeit laufen in der Hauptstadt Pretoria die Verhandlungen über das Strafmass für den wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochenen Athleten. Ein Bewährungshelfer hatte die freiwilligen Zahlungen als Zeichen ernsthafter Reue des Angeklagten interpretiert, was für ein milderes Strafmass sprechen würde.
Staatsanwalt Gerrie Nel dagegen bezeichnete ein Angebot von Pistorius' Verteidigung über die Zahlung von insgesamt 375'000 Rand Schmerzensgeld an Steenkamps Familie als «Blutgeld». Nach übereinstimmenden Angaben haben Steenkamps Eltern die Summe abgelehnt.
Urteil demnächst erwartet
Der Prozess gegen Pistorius war am 13. Oktober in seine Schlussphase getreten. Dabei geht es um die Frage, ob Pistorius wegen des Todes von Steenkamp ins Gefängnis muss, das Strafmass könnte womöglich am 17. Oktober verkündet werden. Der 27-Jährige wurde vor einem Monat der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen, wofür ihm bis zu 15 Jahre Haft drohen.
Der an den Unterschenkeln amputierte Sportler hatte seine Lebensgefährtin im Februar 2013 erschossen, weil er sie nach eigenen Angaben für einen Einbrecher gehalten hatte. Eine Tötungsabsicht bestreitet Pistorius.