Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03611.jsonl.gz/1257

Usain Bolt verabschiedet sich ohne Titel von den WM in London. Als Schlussläufer der jamaikanischen 4x100-m-Staffel verletzt er sich und muss das Rennen aufgeben. Gold geht an die Briten.
Noch einmal waren die Scheinwerfer auf ihn gerichtet. Noch einmal machte er eine kurze Faxe und lächelte in die Kamera. Und noch einmal liess er sich beim Einlauf ins Stadion von den Fans feiern. Der Abgang von Usain Bolt von der grossen Bühne erfolgte aber bitter und anders als geplant: mit schmerzverzerrten Gesicht durch den Hinterausgang.
Kurz vor 22 Uhr Ortszeit endete im ausverkauften Olympiastadion im Queen Elizabeth Park im Nordosten Londons die Karriere Usain Bolts, des grössten Leichtathleten aller Zeiten, mit einem kleinen Drama. Als Dritter hatte er den Stab als Schlussläufer der jamaikanischen Staffel übernommen, nach wenigen Metern musste er seine geplante Aufholjagd beenden – eine Muskelverletzung hatte ihn gestoppt.
Bolts Teamkollege Yohan Blake sagte im SRF: «Wir wollten das Gold unbedingt holen, vor allem für Usain. So ein Abgang, das ist ein harter Moment, ich hasse es.» Bolt habe sich bei ihm entschuldigt: «Er sagte: ‹Yohan, es tut mir leid.› Ich sagte: ‹Du musst dich für nichts entschuldigen, du hast alles gegeben.›»
Wie bereits über 100 m (Bronze) verliess Bolt die Bahn als Verlierer. Der berühmteste Jamaikaner neben Bob Marley schaffte es damit auch nicht, in seinem letzten Rennen die Ehre der Sprintnation Jamaika zu retten. Die Athleten von der Karibik-Insel, die den Sprint ein Jahrzehnt lang dominiert haben und vor zwei Jahren in Peking fünf der sechs Sprint-Rennen zu ihren Gunsten entschieden, sind die grossen Verlierer der diesjährigen Titelkämpfe und reisen ohne Sprint-Gold nach Hause.
Trotz des bitteren Abgangs ist das Vermächtnis des erfolgreichsten Athleten aller Zeiten gewaltig: 14 WM-Medaillen, elf davon in Gold, acht Olympiasiege, die Weltrekorde über 100 m, 200 m und mit der 4x100-m-Staffel. Vor allem die an den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin gelaufenen 9,58 Sekunden über 100 m sind eine Marke, die noch lange Bestand haben wird – sogar für die Ewigkeit? (ram/sda)