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Timing der Steuerkette
Text und Bilder: Karel Beukema toe Water
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Wer einen zerlegten Traction Motor zusammenbaut, erreicht bald den Punkt wo die Stirnradkette mit den beiden Stirn-Zahnrädern montiert werden muss. Die richtige Montage ist wichtig, da die Stirnradkette über die Nockenwelle das Timing der Ventile beim Auf- und Abbewegen der Kolben, sowie auch die Zündmomente bestimmt. Die genaue Einstellung ist im Werkstatthandbuch enthalten. Das Kurbelwellenstirnrad hat 17, das Nockenwellenstirnrad 34 Zähne. Sollte die Nockenwelle im Vergleich zur Kurbelwelle um einen Zahn zu früh oder zu spät stehen, bedeutet dies einen Fehler von 10,5 Grad. An der Kurbelwelle gemessen, sind es 21 Grad und das ist schon erheblich.
Im Werkstatthandbuch gibt es eine Beschreibung und eine Zeichnung, wie die bei der Montage der Stirnradkette die beiden Wellen positioniert werden müssen. Die Beschreibung ist ziemlich kurz und am Motorblock gibt es gar keine Markierungszeichen, wenigstens keine brauchbaren. Auf den Stirnrädern gibt es kleine Markierungszeichen, die jedoch nicht immer logisch positioniert und deutlich sind. Neue, nachgefertigte Stirnräder haben manchmal gar keine Markierungszeichen. Alle Kurbelwellenstirnräder sind identisch, also gleich für alle Traction Motoren. Von den Nockenwellenstirnrädern gibt es jedoch drei Varianten unterschiedlicher Höhe: eine für den 11 CV Perfo Motor, eine für den 11D Motor und eine für den 15-Six. Das Nockenwellenstirnrad für den Six (dessen Höhe zwischen den beiden anderen liegt) ist zur Zeit nicht mehr neu zu bekommen (obwohl einige Lieferanten es in ihrem Katalog noch zeigen). Anwendung des etwa 1,3 mm dünneren 11D Stirnrades am Sechszylinder Motor führt dazu, dass die Kette etwas schräg läuft, was auf die Dauer nicht wünschenswert ist. Mit einer zusätzlichen Zwischenscheibe -die leider nirgendwo angeboten wird- wäre dies jedoch möglich. Auf jeden Fall stimmt das Markierungszeichen eines 11D Nockenwellenstirnrades nicht für den Six Motor, was ein zusätzliches Risiko für Fehler bedeutet.
Zum Glück sind die Zeichnungen in den Werkstatthandbüchern sehr genau. Die Qualität der technischen Zeichnungen in den Handbüchern, aus einer Zeit, wo noch keiner von Computern und schon gar nicht von CAD-CAM gehört hatte, ist verblüffend. Diese Zeichnungen kommen einem bei der Montage der Stirnradkette zu Hilfe. Nicht nur, indem sie zeigen wie es aussehen soll, sondern auch, indem man die Zeichnungen für das richtige Positionieren der Stirnräder verwenden kann. Ich scannte aus beiden Handbüchern die jeweilige Abbildungen, vergrößerte sie mit Hilfe von Photoshop 1,5-fach und druckte sie jeweils auf ein Blatt A4 ab. So entstanden zwei Schablonen, die für das Positionieren der Stirnräder äußerst Hilfsreich sind. Wer über einen A3 Drucker verfügt, könnte sogar die Schablonen in der echten Größe abdrucken, aber so geht ‘s auch.
Für das richtige Positionieren der Stirnräder braucht man unbedingt einen horizontalen Tisch oder ein Arbeitsbrett, auf dem ein Strich gezeichnet werden kann. Nur so lassen sich die Stirnräder genau auf einer Geraden durch die beiden Wellen aufstellen. Mit Hilfe der Schablone – man soll sie vorzugsweise mit etwas Klebeband fixieren – ist dies sehr einfach, wobei die Zähne der Stirnräder und die Aussparungen für die Woodruf-Keile richtig orientiert werden können. Sobald die Stirnräder richtig liegen, hängt man die Kette um die Zähne und kontrolliert nochmal genau ob die Markierungszeichen gegenüber der Geraden richtig positioniert sind. Danach hebt man das Ganze mit Vorsicht vom Tisch und Schiebt die Stirnräder über die beiden, vorab etwa richtig orientierten Wellen, so, dass die Woodruf-Keile in die Aussparungen der Stirnräder fallen. So lange man die Stirnräder in der Kette eingehakt lässt, kann hier nichts schief gehen.
Versuche, die richtige Orientierung der Stirnräder am Motorblock statt auf einem Tisch durchzuführen, haben keinen Sinn, denn die eine gerade Linie zwischen der Kurbel- und Nockenwelle kann wegen der optischen Verzerrung nicht richtig bestimmt werden. Beim Six Motor kommt noch dazu, dass die Kurbelwelle an der Stelle etwa 20 cm länger ist, als die Nockenwelle. Ein Lineal lässt sich hier überhaupt nicht verwenden. Wenn die Stirnräder mit der Kette einmal richtig montiert sind, lässt sich die korrekte Orientierung der Markierungszeichen schon überprüfen (wie auf einem der Bilder gezeigt wird). Wenn man die Kurbelwelle zweimal dreht, müssen de Markierungen wieder genauso stehen, wie am Anfang.
Beim Six Motor ist es bemerkenswert, dass die Position der Kurbelwelle bei richtiger Montage der Stirnräder ganz leicht von der in der Abbildung gezeichneten abweichen wird. Wie aus einem der Bilder hervorgeht, wird der Woodruf-Keil nicht genau in der 12-Uhr Position, sondern auf etwa „3 vor zwölf“ stehen. Trotzdem ist dies die richtige Position.
Zum Schluss ist zu bemerken, dass die Orientierung der Woodruf-Keile der Nockenwelle beim 4-Zylinder Motor von derjenigen des Six Motors abweicht. Dazu habe ich auch zwei verschiedene Schablonen hergestellt. Die jeweiligen Dateien kann man nachfolgend herunterladen.