Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03113.jsonl.gz/3005

Das Sakral-LION-Verfahren hat gegenüber der Rückenmarksstimulation den Nachteil, dass eine Vollnarkose benötigt wird und die Implantation der Elektrode ein operatives Verfahren darstellt. Von grossem Vorteil sind jedoch die Erfolgsaussichten: Auch wenn die Langzeitergebnisse des Sakral-LION-Verfahrens noch nicht vorliegen, belegen erste Daten bessere Ergebnisse als bei der Rückenmarksstimulation (hier schwanken die Erfolge zwischen 50 und 70 Prozent). Der Grund dafür ist, dass beim Sakral-LION-Verfahren nicht nur eine sakrale Nervenwurzel stimuliert wird, sondern sämtliche Sakralnervenwurzeln, die für die Blasenfunktion wichtig sind.
Beim Sakral-LION-Verfahren ist zudem vorteilhaft, dass die Elektrode in direktem Kontakt zur Wurzel angebracht wird. Auf diese Weise wird eine geringere Stromstärke als bei anderen Methode benötigt, um eine gleich gute Kontrolle über die Blasenfunktion zu erzielen. Im Gegensatz zum Sakral-LION-Verfahren wird bei der Rückenmarksstimulation die Elektrode blind durch die Haut eingesetzt. Dadurch kommt sie zum Teil weiter entfernt vom Nerv zum liegen. Das führt zu einem erhöhten Bedarf an Stromstärke, um die erwünschte Wirkung zu erzielen.