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PPM beim Pembroke CorgiPersistierende Pupillar Membran (PPM) ist ein Überbleibsel aus dem embryonalen Stadium der Entwicklung des Auges. Ein Häutchen bedeckt die Pupille während der prenatalen Phase. Dieses Häutchen dient der Blutversorgung der sich entwickelnden Linse. Bei neugeborenenen Hunden ist es noch teilweise vorhanden und verschwindet in der Regel während der ersten 4-5 Lebenswochen, d.h. die Rückbildung ist beim Welpen noch nicht abgeschlossen, wenn dieser die Augen öffnet. Feine Fäden oder netzartige Strukturen, welche die Pupille bedecken, sind dann zu erkennen. Bei einigen Hunden bleiben diese Strukturen bestehen und entwickeln sich somit zur PPM.
PPM kann in verschiedenen Formen vorkommen.
Die Membrane können sich von der Iris (Regenbogenhaut) über die Linse zum gegenüberliegenden Teil der Iris, von der Iris zur Linse, von der Iris zur Hornhaut oder als loser, freischwebender Faden in der vorderen Augenkammer erstrecken.
Die Fäden, welche sich von der Iris zu einem anderen Teil der Iris erstrecken, führen normalerweise nicht zu Komplikationen. Hierbei kann es sich um einzelne oder aufgespaltene Fäden handeln. Diese Strukturen können später noch aufbrechen und sind dann fast nicht mehr erkennbar, wenn die Welpen heranwachsen, jedoch werden sie nie ganz verschwinden.
PPM von der Iris zur Linse ist dagegen problematischer, weil es durch die Reizung der Linse zu Trübungen (Katarakt o.a. Grauer Star) an dem Punkt kommen kann, wo die Fäden an der Linse angewachsen sind. Diese Katarakte entwickeln sich nicht weiter und verursachen nur geringe visuelle Beinträchtigungen, weil das Gehirn bei sonst intaktem Auge diesen "blinden" Fleck ausgleichen kann.
PPM von der Iris zur Hornhaut führt ebenfalls zur Trübung der Hornhaut, da auch hier der innere Teil der Hornhaut durch die von den Zugkräften der Fäden entstandene Reizung beschädigt werden kann. Diese Trübungen können klein bleiben oder sich abhängig von der Zusammensetzung des aus dem Blut gefilterten Kammerwassers verschlimmern. Von einer Vielzahl solcher Fäden besonders hart betroffene Welpen können blind sein. Dieser Zustand kann sich bessern, wenn sie älter werden, jedoch wird PPM nie vollständig verschwinden.
PPM ist bei vielen Hunderassen nachweisbar. Oft kommt PPM nur in geringer Ausprägung und nur sporadisch vor, und es wird keine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit registriert.
Bei einigen Rassen ist PPM jedoch erblich.
Die Fachleute streiten sich, ob diese Krankheit beim Corgi vererbbar ist oder nicht, aber in den USA erhalten Pembroke Corgis mit PPM von der www.ofa.org/ - Eye certification - (früher Canine Eye Registration Foundation) keine Nummer und es wird davon abgeraten, Pembroke Corgis mit PPM zur Zucht zu verwenden. Der Erbgang ist nicht klar, aber es wird ein rezessiver, autosomaler Erbgang vermutet. Um den Erbgang von PPM festzustellen, ist es daher wichtig, dass genaue Aufzeichnungen über betroffene Hunde gemacht werden.
Schon mit blossem Auge erkennbare PPM
bei Dundee Black vom Hestenberg, Pembroke Rüde, geb. 2002.
Es ist keine Schande, einen Hund mit PPM zu haben, es bedeutet auch nicht zwangsläufig das Aus für die Zuchtkarriere. Man muss sich aber abolut im Klaren darüber sein, dass es der Rasse nur schadet, wenn man eventuelle Probleme totschweigt.
Bei einer relativ kleinen Zuchtbasis und der daraus resultierenden fast nicht zu vermeidenden Verwandtschaft der Hunde kann ein mehrfach eingesetzter belasteter Zuchtrüde einen grossen Teil der Population mit dem Defekt "infizieren", und bei der Verpaarung von zwei betroffenen Tieren können eben auch blinde Welpen das traurige Resultat sein.
Der beste Zeitpunkt für die Untersuchung ist im Alter von 8 - 12 Wochen, aber eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt ist auch möglich. Die Untersuchung ist für den Hund schmerzlos und normalerweise auch nicht stressig.
Dem Hund werden pupillenerweiternde Tropfen ins Auge geträufelt. Nach kurzer Wartezeit wird der Hund in Gegenwart des Besitzers einige Minuten im abgedunkelten Raum untersucht. Es empfiehlt sich, die Augen sowohl vor als auch nach der Erweiterung der Pupillen zu untersuchen, denn Fäden am Rand der Pupille können unsichtbar sein, wenn die Pupille erweitert ist.