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Brennstoff aus Klärschlamm
Seit Oktober 2006 darf Klärschlamm nicht mehr als Dünger auf die Felder ausgebracht werden. Mit dem Verbot der landwirtschaftlichen Nutzung muss gemäss Technischer Verordnung über Abfälle die ganze Menge des jährlich in der Schweiz anfallenden Klärschlamms von rund 4 Millionen Tonnen verbrannt werden.
Entscheidend für die Brennbarkeit von Klärschlämmen ist vor allem der Wassergehalt. Der in den Kläranlagen anfallende flüssige Klärschlamm besteht allerdings zu 95% aus Wasser und ist in dieser Form nicht brennbar. Ob Klärschlamm mit einem Energiegewinn verbrannt werden kann, hängt sehr vom Trocknungszustand des Schlamms ab. Das Wasser in den Schlämmen muss nämlich im Verbrennungsprozess verdampft werden. Wenn dazu mehr Energie verbraucht wird als in den Schlämmen selbst vorhanden ist, dann geschieht die Verbrennung von Klärschlamm ohne energetischen Nutzeffekt.
In einem ersten mechanischen Entwässerungsschritt, welcher in der ARA Röti mit Zentrifugen durchgeführt wird, wird der Klärschlamm auf einen Wassergehalt von 70% entwässert. Die Grenze für eine selbstgängige Verbrennung liegt für gefaulten Schlamm jedoch bei einem Wassergehalt von 55%. Der Klärschlamm muss daher weiter entwässert werden, damit eine selbstgängige Verbrennung erreicht wird. Erst die thermische Trocknung bis auf einen Wassergehalt von 10% macht aus dem Klärschlamm einen wertvollen Brennstoff, dessen Heizwert in etwa demjenigen von Braunkohle entspricht.
Die Entsorgung stark wasserhaltiger Schlämme bedingt ein grosses Transportvolumen und ist bei grossen Transportdistanzen unwirtschaftlich und auch aus ökologischen Gründen bedenklich. Die mechanische Entwässerung und thermische Trocknung des Klärschlamms ist daher auch im Hinblick auf die Transporte zu den zentralen Verbrennungsanlagen sinnvoll. Je besser der Klärschlamm entwässert wird, desto weniger Material muss zur Verbrennungsanlage transportiert werden.