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Kontroverse Themen live diskutieren lassen
Möchten Sie Ihre Studierenden dazu bringen, sich detailliert mit den verschiedenen Positionen zu einem kontrovers diskutierten Thema auseinanderzusetzen?
- Möchten Sie, dass hierbei nicht nur die üblichen vier von 22 Personen mitmachen, sondern alle?
- Möchten Sie, dass Ihre Studierenden lernen, Positionen zu vertreten, aber auch kritisch zu hinterfragen und zu widerlegen?
- Dann gestalten Sie mit ihnen doch eine Talkshow!
Vorgehensweise:
- Wählen Sie ein kontroverses Thema aus Ihrem Themenbereich aus.
Tun Sie das möglichst gemeinsam mit den Studierenden, damit es diese auch interessiert.
Sie können sogar die Studierenden Themenvorschläge machen und über das definitive Thema abstimmen lassen.
- Klären Sie alle wichtigen Details:
- das Ziel der Talkshow
- die Hintergründe der unterschiedlichen Positionen
- die Dauer der Talkshow
- die Zielgruppe der Talkshow
- Bilden Sie ein Moderatoren/innenteam und so viele Experten/innenteams wie es wichtige Positionen gibt.
Die Moderatoren/innen bereiten den Ablauf und die Fragestellungen an die Teilnehmenden vor, die Experten/innenteams bereiten Argumente für ihre Position und gegen die Positionen der anderen vor.
- Bilden Sie auch Beobachterteams bzw. –gruppen.
Diese haben die Aufgabe, themenspezifische Beobachtungskriterien für die Diskussion zu entwickeln.
- Sorgen Sie für Protokollierung bzw. Aufnahme.
Beauftragen Sie ein Studierendenteam mit einem Stichwortprotokoll der Sendung auf Flipchart oder Pinnwand.
Ggf. beauftragen Sie wie in einer realen Talkshow einen Studenten/eine Studentin damit, die Sendung auf Video aufzunehmen.
Hierfür benötigen Sie aber ein schriftliches Einverständnis aller Studierenden, dass diese sich bereit erklären, bei einer Videoaufnahme mitzuwirken.
- Lassen Sie die Experten/innenteams jeweils eine Person bestimmen, die die erarbeiteten Argumente vertritt.
Die Moderatoren/innen können ebenfalls eine Person auswählen, aber auch zu zweit moderieren.
- Gestalten Sie gemeinsam mit den Studierenden das „Aufnahmestudio“ möglichst optimal.
- Lassen Sie die Talkshow umsetzen.
- Ermöglichen Sie eine Feedbackrunde:
- Was haben die Beobachter/innen beobachtet?
- Wie haben die Experten/innen ihre eigene Argumentation und Überzeugungskraft wahrgenommen?
- Wie hat die Moderation funktioniert?
- Wenn Sie eine Videoaufnahme gemacht haben, können Sie diese sogar gemeinsam anschauen und haben so eine fundiertere Grundlage für das Feedback.
Eine solche Talkshow kostet viel Zeit in der Vor- und Nachbereitung, sollte also nur exemplarisch und zu einem besonders zentralen Thema eingesetzt werden. Sie ist für die Studierenden aber sehr lohnend, da sie neben inhaltlichen aus überfachliche Kompetenzen erwerben können.
Literatur:
Funcke, Amelie und Havenith, Eva (2013). Moderations-Tools. Anschauliche, aktivierende und klärende Methoden für die Moderations-Praxis. Bonn: managerSeminare Verlags GmbH. 3. Auflage