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Morgen feiert die Züri-Metzgete ihr 100-Jahr-Jubiläum. Einst war sie ein Rennen für die Heroen der Naturstrasse und bekam ihren Namen wegen deren vieler blutiger Stürze. Sie wurde ein Rennen der grossen Sieger und grossen Namen, sie gehörte zum Weltcup und musste ums Überleben kämpfen. Heute ist sie vor allem ein Volksrennen, eines der unteren Kategorien - und auch eines der Erinnerungen: An Paul Eglis Problem von 1935, als der Bauernsohn aus Dürnten am Samstag vor dem Rennen statt um 17 Uhr erst um 22 Uhr zur Startnummernausgabe und Veloplombierung erschien, weil zu Hause eine Kuh kalberte. Die Sportkommission liess sich durch die Bitten erweichen, um drei Uhr früh stand Egli am Start des Rennens, das er zum zweiten Mal gewann.
An die Schlechtwetterfahrt von 1951, als es nach dem Start zu schneien begann, auf der Hulftegg 10 Zentimeter Schnee lagen, die Fahrer in Häusern und Fahrzeugen Schutz suchten, Wechsel in Brunnentrögen enteist wurden, eine Fünferspitze kollektiv aufgab, sich viele Amateure auf der Wagenbreche an einem Feuer wärmten, das Zuschauer entfacht hatten, nur 16 Profis das Ziel erreichten, der letzte mit 75Minuten Rückstand und 738 von 908 in allen Kategorien gestarteten Fahrern aufgaben.
An den Sitzstreik von 1976, als die zu spät gestarteten, von einer Barriere aufgehaltenen, bummelnden Profis in Berg am Irehel von den eine Viertelstunde nach ihnen gestarteten Amateuren ein- und überholt wurden und sich mit Gilbert Bisehoff und Peter Wollenmann zwei Profis als Ausreisser unter sie mischten. Weil es der Rennleitung nicht gelang, die beiden zurückzuholen, traten Merckx, Moser und Co. in den Streik. Das Problem löste sich, weil die beiden Schweizer von ihren Kräften verlassen wurden.
An die 240-km-Flucht von Beat Breu und Henri Rinklin im Regen von 1981, die mit dem Sieg des St. Gallers endete: dem ersten eines Schweizers seit 14 Jahren - dem letzten, bis Laurent Dufaux 2000 gewann. Es war die Geburt eines neuen Schweizer Radsporthelden, der auch in Erinnerung blieb, weil Breu in sein viel zu grosses Cilo-Trikot einen Knopf gemacht hatte. Es war die erste vom Schweizer Fernsehen produzierte Farbübertragung des Rennens - der Grund, weshalb Breu auf Geheiss seines Sportlichen Leiters Auguste Girard so früh angriff.
(mb.)
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