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Der Hovawart ist ein mittelgrosser, lebhafter, körperlich und mental robuster, selbstständiger Hofhund mit Wachinstinkt. Er ist langhaarig, und es gibt ihn in den drei Farbschlägen Blond, Schwarzmarken und Schwarz. In der Schweiz wird der Hovawart in erster Linie als Familienhund gezüchtet und gehalten. Der Hovawart ist ein geselliger Hund, der den Anschluss an seine Bezugspersonen braucht und deshalb ins Haus und nicht in einen Zwinger gehört.
Wie bei jedem anderen Rassehund können auch beim Hovawart die ihm zugeschriebenen Charaktereigenschaften in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination vorkommen. So gibt es temperamentvollere und ruhigere Individuen, solche mit mehr oder weniger ausgeprägtem Wach- und Schutztrieb, Territorialverhalten oder Tiere, die sich gegenüber Fremden reservierter oder offener zeigen.
Den Hovawart erlebe ich als feinfühligen, sensiblen Hund mit mässiger Unterordnungsbereitschaft, der – so kommt es mir jedenfalls vor – begreifen möchte, was seine Bezugspersonen von ihm erwarten oder verlangen. Deshalb braucht er Menschen, die liebevoll, geduldig und diplomatisch mit ihm umgehen aber dennoch konsequent, gradlinig und klar; Menschen, auf die er sich verlassen kann.
Wie jede ursprünglich als Hofhund gezüchtete Rasse ist auch der Hovawart tendenziell ein selbstständiger Hund. Dies kann sich etwa so äussern, dass er der festen Überzeugung ist, alles Essbare, das irgendwo herumliegt und von niemandem beansprucht wird, zur Bereicherung des eigenen Speisezettels dient. Dementsprechend hat er möglicherweise kein Verständnis, für den dreisten Diebstahl gerügt zu werden, und er wird so dreinblicken, als wüsste er überhaupt nicht, was sein Mensch jetzt wieder für ein Problem hat. Ebenso verspüren die wenigsten Hunde dieser Rasse den dringenden Wunsch, immer nur das zu machen, was ihre Menschen von ihnen wünschen oder erwarten (will to please). Der Hovawart will überzeugt werden, dass es sich für ihn lohnt, das zu tun, was seine Menschen von ihm erwarten. Wenn es seinen Menschen aber einmal gelungen ist, diese Überzeugung in ihm zu verankern, funktioniert die Zusammenarbeit wunderbar.
Erstaunlich ist immer wieder, wie schnell in einem Hovawart der Territorialinstinkt erwacht. Bereits das zweimalige Begehen des gleichen Wald- oder Feldweges oder die gemeinsame Rast auf einer Wiese von einigen Minuten, erzeugt bei manchen Rassevertretern bereits die Auffassung, dass dieser Weg oder diese Wiese nun ihm und seinen Menschen gehört und deshalb gegenüber Fremden lautstark verteidigt werden muss. Aus meinen persönlichen Erfahrungen mit meiner Hündin und anderen Hovawarten im Rahmen der Hovawart-Übungsgruppe Region Zürich und der Hovawart-Herbstwoche in Celerina habe ich den Eindruck, dass viele Hunde dieser Rasse recht empfindlich auf Berührungen an Pfoten oder anderen Körperteilen reagieren können. Es empfiehlt sich daher, dieses Thema mit Blick auf spätere Tierarztbesuche und ähnliches von Anfang an anzugehen bereits mit dem jungen Hund gut einzuüben.