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Wer sind die Windsors? Eine kleine Familiengeschichte, Teil 2
- Freitag, 15. April 2011, 14:18 Uhr
Das britische Königshaus gehört zu den ältesten Europas. Und keine anderen Monarchenfamilie kennt so viele Skandale und Eskapaden jeglicher Art. Neugierig geworden? Lesen Sie hier mehr über den Kronprinzen Prinz Charles und seine Geschwister.
Beverly Hills 90210, Marienhof oder Eastenders? Wer die Skandalgeschichten des englischen Königshauses liest, wähnt sich fast in einer Soap Opera. Ein Kronprinz, der gerne als Tampon seiner Mätresse wiedergeboren werden möchte oder eine geschiedene Herzogin, die sich von ihrem Finanzberater am Zeh lutschen lässt? Willkommen in der Welt der Windsors.
Lesen Sie mehr über Queen Elisabeth II. und ihren Mann, Prinz Philip, im ersten Teil der Windsor'schen Familiengeschichte. In diesem Teil erfahren Sie mehr über den Kronprinzen Charles und seine drei Geschwister Anne, Andrew und Edward.
Prinz Charles – der wartende Thronfolger
Prinz Charles ist der älteste Sohn von Queen Elisabeth und Prinz Philip. Am 14. November 1948 kommt er in London zur Welt. Als fünf Jahre später seine Mutter zur Königin gekrönt wird, wird er zeitgleich zum britischen Thronerben ernannt. Charles studiert in den 60er-Jahren Archäologie in Cambridge. Danach schlägt er – wie schon sein Vater – eine Militärkarriere bei der Royal Air Force und Royal Navy ein. 1976 beendet er den Militärdienst. Ende der 70er-Jahre lernt Prinz Charles seine erste Frau, die Kindergärtnerin Diana Spencer kennen. Angeblich wurde die jungfräuliche Adlige dem Kronprinzen vom Hof «untergejubelt». Prinz Charles hatte damals schon mit Camilla Shand, spätere Parker-Bowles, angebandelt, die den restlichen Windsors nicht genehm war. Und siehe da, die royale Kuppelei funktionierte: Im Juli 1981 geben sich Prinz Charles und Diana in der St. Paul's Cathedral das Jawort – verfolgt von einem Millionenpublikum im Fernsehen. Nur ein Jahr später kommt ihr erster Sohn Prinz William auf die Welt und drei Jahre danach Prinz Henry, genannt Harry.
Doch das Eheglück der beiden währt nicht lange. Schon kurz nach Harrys Geburt soll es zwischen den beiden heftig kriseln. Grund: Prinz Charles soll einen mehr als freundschaftlichen Kontakt zu seiner Jugendliebe Camilla Parker-Bowles pflegen.
In einem abgehörten Telefonat mit seiner damaligen Mätresse, soll sich der Kronprinz gewünscht haben, als ihren Tampon wiedergeboren zu werden. Im August 1996 lassen sich Charles und Diana schliesslich scheiden. Lady Di stirbt im folgenden Jahr am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris.Damit wäre eigentlich der Weg frei für Charles und Camilla. Doch aus Respekt vor Diana zeigen sich die beiden viele Jahre nicht zusammen in der Öffentlichkeit. Erst acht Jahre später heiratet Charles am 9. April 2005 dann seine Camilla, die beim englischen Volk allerdings noch heute längst nicht so beliebt ist wie Prinzessin Diana, die Königin der Herzen. Immerhin: Camilla verzichtet wegen Diana auf den Titel «Prinzessin von Wales» – stattdessen nennt sie sich Herzogin von Cornwall.
Prinzessin Anne, die unwirsche Königstochter
Prinzessin Anne, die in englischen Medien oft als schwierig und zickig beschrieben wird, ist die einzige Tochter von Queen Elisabeth II. und Prinz Philip: Am 15. August 1950 kommt sie in London zur Welt. Schon in jungen Jahren beginnt sie sich für den Pferdesport zu interessieren und macht sich in den 70er-Jahren als Schülerin der Spanischen Hofreitschule in Wien als brilliante Reiterin einen Namen. 1971 gewinnt sie sogar die Europameisterschaft im Military-Reiten.
Zwei Jahre später heiratet sie den Artillerie-Hauptmann Mark Philips. 1977 und 1981 werden die gemeinsamen Kinder Peter und Zara (sie wird nur wenige Wochen nach William auch vor den Traualtar treten) geboren. Doch die Ehe zerbricht mit den Jahren an den angeblich zahlreichen Affären des Hauptmannes. Die Scheidung folgt schliesslich 1992. Im gleichen Jahr heiratet Prinzessin Anne den fünf Jahre jüngeren Timothy Laurence, den früheren Stallmeister der Königin. Doch seit 2003 mehren sich die Gerüchte, dass auch diese Ehe gescheitert sei. Trotzdem treten die beiden bis heute gemeinsam in der Öffentlichkeit auf.
Prinz Andrew – der Frauenliebhaber
Prinz Andrew, der angeblich einen Hang zu leicht bekleideten Damen hat, ist der zweitälteste Sohn der Queen. Er kommt am 19. Februar 1960 im Londoner Buckingham Palast zur Welt. Nachdem er als Schüler des Gordonstoun-Internats mit hartem Erziehungsdrill auf seine Rolle in der könglichen Familie vorbereitet wird, beginnt er – wie schon sein Vater und Bruder Charles – eine Militärkarriere. 1981 schliesst er als Jahrgangsbester seine Pilotenausbildung an der Royal Navy ab. 1982 dient er im Falkland-Krieg.
Am 23. Juli 1986 heiratet er Sarah Ferguson. Zwei Jahre später kommt Tochter Beatrice und nochmal zwei Jahre danach Tochter Eugenie auf die Welt. Doch auch dieses Eheglück ist nur von kurzer Dauer. Bereits im Frühjahr 1992 gibt der Palast das Ende der Ehe bekannt, vier Jahre später folgt die Scheidung. Trotzdem wohnen die beiden nach wie vor zusammen – als «gute Freunde». Und auch Bilder der rothaarigen Fergie mit wechselnden Liebhabern (inklusive eingangs erwähnter Zehen-Episode), ihre Patzern mit der englischen Presse oder Andrews unliebsamen Beziehungen scheinen dem freundschaftlichen Verhältnis nicht zu schaden.
Prinz Edward – der Treue
Prinz Edward, eher als zurückhaltend beschrieben, ist das jüngste Kind von Königin Elisabeth und Prinz Philip. Am 10. März 1964 wird er – wie schon Prinz Andrew – im Buckingham Palast in London geboren. Nach dem Abitur an der gleichen Privatschule wie Charles und Andrew, beginnt er 1983 in Cambridge Geschichte an zu studieren. Vier Jahre später schliesst er mit einem Bachelor of Arts (B.A.) ab. Im Anschluss daran beginnt er eine Offiziersausbildung bei den Royal Marines. Weil er dort aber angeblich dem harten Drill nicht gewachsen ist, beendet er vorzeitig seine Militärlaufbahn. 1991 gründet er schliesslich eine eigene TV-Produktionsfirma. 1999 heiratet er die bürgerliche Sophie Helen Rhys-Jones. Vier Jahre später kommt Tochter Louise und 2007 Sohn James auf die Welt. Prinz Edward wird lange vorgeworfen, seine königliche Stellung für seine Firmeninteressen auszunutzen. Aufgrund dieser Vorwürfe sowie indiskreter Äusserungen seiner Frau gegenüber der Königsfamilie gibt er schliesslich seine operativen Tätigkeiten in seiner Firma auf. Bis heute ist er neben seinen Eltern, der einzige Windsor, der noch nicht geschieden ist.