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Der Reiz, Teil zu sein von der rasanten Entwicklung Chinas, war mit ein Grund, weshalb Pascal Berger vor acht Jahren in den Osten zog. Neben verschiedenen Architektur-Projekten, die derzeit auf seinem Tisch liegen, doziert der 35jährige an einer Universität in Schanghai zum Thema «Städtebau».
Berger,der im Basler Bruderholz-Quartier aufgewachsen ist, steht dem derzeitigen Städtebau, wie er in China praktiziert wird, jedoch skeptisch gegenüber. «Ich kritisiere nicht, dass die Städte erweitert werden. Aber wie das gemacht wird, ist sehr fragwürdig». Man folge zu sehr den westlichen respektive amerikanischen Modellen, die vor allem auf dem Autoverkehr und kaum auf dem öffentlichen Verkehr basierten.
«Dem Bürgermeister hatte es nicht gefallen»
Gewöhnungsbedürftig für einen Schweizer seien teilweise auch die Umgangsmethoden der Behörden in China. Berger nennt als Beispiel ein eigenes Projekt in der Stadt Ningbo, südlich von Schanghai. Nachdem sein Büro den Wettbewerb für einen Neubau gewonnen hatte, wurde das Projekt zunächst nicht gebaut. «Dem Bürgermeister hatte es nicht gefallen», erklärt Berger. Erst ein neuer Anlauf und ein neuer Bürgermeister machten dann den Neubau möglich.
Als grundsätzlich positiv bezeichnet Berger die städtebauliche Entwicklung in seiner Heimatstadt Basel. Er warnt jedoch im Zusammenhang mit der Diskussion rund um Städtebau und Heimatschutz: «Natürlich ist das Stadtbild schützenswert, aber ich glaube auch, dass wir für die Zukunft bauen müssen und nicht die Stadt zu einem Museum verkommen lassen dürfen.»