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Aus den berühmten Freibergen im Schweizer Jura, den «Franches Montagnes», stammt dieses rot- bis dunkelbraune Pferd mit den ausdrucksvollen Gesichtszügen. Freiberger Pferde sind bekannt für ihren ruhigen und geduldigen Charakter und gelten als sehr zuverlässig.
Der Vorgänger des Freiberger Pferdes (umgangssprachlich auch als «Fribi» bezeichnet) ist das Jurapferd, ein zähes, anspruchsloses und trittsicheres Gebirgspferd. Die gezielte Zucht des Freiberger Pferdes wurde 1904 gestartet. Die Rasse entwickelte sich danach rasch zum gefragten Nutzpferd für die Land- und Forstwirtschaft. Aber auch die Schweizer Armee entdeckte seine Kraft und Gutmütigkeit. Bis heute wird der Freiberger in den Train-Einheiten als Lastenträger im unwegsamen Alpengebiet eingesetzt.
Bedrängte, ursprüngliche Genetik
Zur Entstehungsgeschichte des Freibergers gehöhrte es immer wieder, dass fremde Rassen eingekreuzt wurden. Während zu Beginn auch mit schweren Kaltbluthengsten gezüchtet wurde, wollte man ab Mitte des 20. Jahrhunderts durch Einkreuzen von leichteren Vollbluthengsten die Rasse vermehrt auch als Reit- und Freizeitpferde etablieren. Um den Anteil an eingekreuzter Genetik kontrollieren zu können, wurde festgelegt, dass alle 1950 lebenden Tieren als reinrassig zu behandeln waren. Diese hatten somit per Definition einen Fremdblutanteil von 0% und der Einsatz von rassefremden Hengsten konnte fortan am Fremdblutanteil erkannt werden. Diese Einkreuzungen mit anderen Rassen blieben weiterhin erlaubt bis 1997 das Zuchtbuch geschlossen wurde. Diese Massnahme kam jedoch fast zu spät: Trotz stattlichem Gesamtbestand gab es zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Tiere, die keinen oder wenig Fremdblutanteil aufwiesen, weshalb ProSpecieRara ab 2003 zusammen mit der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Original Freiberger Pferdes und dem Nationalgestüt unter der Bezeichnung «Basis-Freiberger» diejenigen Tiere zu fördern begann, die weniger als 2% Fremdblut aufwiesen. Diese Zusammenarbeit führte zur Zunahme der «Basis-Tiere» und zu einer Rückbesinnung auf die eigenständige Freiberger-Genetik, die fortan besser gefördert wurde. Auch bei den Tieren mit höheren Fremdblutanteilen stieg dank des Projekts das Bewusstsein für die genetische Vielfalt innerhalb der Rasse.
Rossnatur
Wer einmal als Wanderer*in in den Freibergen/JU unterwegs war, kennt das Bild der grasenden Freiberger auf den weitläufigen Weiden und wird ihr neugieriges, freundliches Wesen nicht vergessen. Die Tiere haben rotes bis dunkelbraunes Fell, oft mit weissen Fesseln und Blesse und schwarzer, roter oder blonder Mähne. Unabhängig vom Fremdblutanteil variiert der Typ von kräftig-stämmig bis leicht-elegant. So robust wie ihr Körperbau ist auch ihr Naturell, das als ausgeglichen und sanftmütig bezeichnet werden kann.
Geduldige Kraftpakete
In der naturnahen Forstwirtschaft oder wo in schwierigem Gelände schwere Maschinen keinen Zugang haben, werden Freiberger als Arbeitspferde eingesetzt. Wenn die Pferde Baumstämme abtransportieren, hinterlassen sie keine breiten Schneisen, wie dies bei Forstmaschinen der Fall wäre. Beliebt sind die Tiere heute auch als Fahr- und Reitpferde: Anfänger*innen und Routiniers schätzen das ruhige und geduldige Gemüt dieser Tiere. Und auch der Tourismus hat ihren Wert entdeckt und bietet erfolgreich Wagentouren mit Freibergern an.
Bestandesentwicklung
- sinkend
Nutzung
- Fahr- und Reitpferd für Land- und Forstwirtschaft, Armee, Freizeit, Sport und Tourismus
Zuchtziele
- Fruchtbarkeit, Robustheit und Frühreife
- Genügsamkeit
- Ausdrucksvoll, leistungsstark, umgänglich
- Trittsicherheit
Widerristhöhen
Stuten 150-160 cm
Hengste 150-160 cm
Gewichte
Stuten 550-650 kg
Hengste 550-650 kg
Die Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Original Freiberger Pferdes ist als nationaler Rasseverein organisiert.
Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Original Freiberger Pferdes (IG OFM)
Präsident:
Hans Soltermann
Wickacker
3036 Detligen
Tel. 031 825 63 16
www.originalfreiberger.ch