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Das war zu viel für die britische Königsfamilie: Die Noch-Ehefrau von Prinz Andrew, 58, lässt sich im Bikini vom US-Finanzmanager John Bryan an den Zehen nuckeln - oben ohne notabene - und von Paparazzi fotografieren. Das brisante Material erscheint just in dem Moment in den Medien, als Sarah Ferguson, 58, mit den Royals auf Schloss Balmoral in Schottland weilt, im Sommer 1992.
Es soll Prinz Philip, 97, gewesen sein, der ihr die Zeitung vor die Nase legte. Die Biografin Penny Junor schrieb dazu: «Die Familie kam zum Frühstück runter und da war Fergie in dieser schockierenden Szene. Das war das Ende.» In der Tat: Die Rothaarige muss Balmoral umgehend verlassen - auch wenn John Bryan nur die Innenseite ihres Fusses geküsst, statt am Zeh genuckelt haben soll, wie sie sich später zu rechtfertigen versuchte.
Gutes Umfeld für die Töchter
Die Ehe zwischen Sarah Ferguson und Prinz Andrew steckte zu diesem Zeitpunkt bereits in einer tiefen Krise, verkündete das Paar doch wenige Monate zuvor seine Trennung. Es sollen Andrews viele Abwesenheiten als Marineoffizier gewesen sein, mit denen Fergie, wie die Herzogin auch genannt wird, nicht zurecht kam. Sollte jedoch bis August Hoffnung auf Versöhnung bestanden haben, war sie spätestens dann dahingeschwunden.
Dennoch - und das mag überraschen - trennten sich Sarah und Prinz Andrew im Guten. Als die Ehe vier Jahre später geschieden wurde, teilten sich die beiden das Sorgerecht für ihre gemeinsamen Kinder, Beatrice, 30, und die 21 Monate jüngere Eugenie. Trotz Skandal schafften es die Eltern, nicht nur ihre Töchter wohlbehütet und ohne Schmutzwäsche aufwachsen zu lassen. Auch Andrew und Fergie selbst scheinen noch immer ein gutes und respektvolles Verhältnis zu pflegen. Als der Sohn von Königin Elizabeth II., 92, in einen Sex-Skandal um Milliardär Jeffrey Epstein verwickelt gewesen war, hielt sie zu ihrem Ex: «Die York-Familie war und ist eng verbunden. Andrew ist der grossartigste Mann, den man sich vorstellen kann», sagte sie zur «Sun» und ergänzte: Der Moment, als sie ihn 1986 heiratete, «war der schönste in meinem Leben».
Zwischendurch war sogar von einer Versöhnung inklusive Hochzeit die Rede, doch Fergie betonte, dass sie die Situation, wie sie derzeit sei, eigentlich sehr schätze. Die beiden besitzen ein Chalet im schweizerischen Verbier, wo sie regelmässig im Winter skifahren. Und auch in Windsor leben sie in den selben Gemächern.
Geldsorgen
Es mussten allerdings Jahre verstreichen, bis Fergie wieder im Kreise der königlichen Grossfamilie und an offiziellen Anlässen erwünscht war. Nicht einmal zur Hochzeit von Prinz William und Herzogin Kate im April 2011 war sie eingeladen. Für sie ein schwer zu verkraftender Moment, wie sie in der Talkshow von Oprah Winfrey, 64, gestand. «Ich wollte zusammen mit meinen Mädchen da sein, ihnen beim Anziehen helfen und als Familie hingehen.»
Trotz Enttäuschung zeigte sie aber auch Verständnis für das Nein von oben - insbesondere Prinz Philip soll sie partout nicht leiden können. «Warum sollten sie mich auch einladen?» Sie habe viele Fehler begangen, die sie bereue. Einer davon war, dass sie ihre Kontakte zu Andrew für Geld verkaufen wollte, um ihre Geldsorgen zu lösen.
Haftbefehl aus der Türkei
Doch nicht nur mit ihren finanziellen Problemen - es heisst, sie hatte Schulden von mehreren Millionen Pfund - machte Sarah Ferguson von sich reden. Auch für einen politischen Skandal sorgte sie. 2012 stellten die türkischen Behörden einen internationalen Haftbefehl gegen die Britin aus. Der Hintergrund: 2008 reiste sie in die Türkei, filmte dort für eine Dokumentation unbemerkt in einem staatlichen Waisenhaus, um Missstände aufzudecken.
Ihr wurde vorgeworfen, unter falschem Vorwand ins Land gereist zu sein, sich Zutritt zu einer staatlichen Einrichtung verschafft und die Privatsphäre von Kindern verletzt zu haben. Dies hätte bis zu 22 Jahre Gefängnis bedeutet. Die Türkei forderte eine Auslieferung, was Grossbritannien verweigerte, da die Vorwürfe in Fergies Heimat keinen Gesetzesbruch bedeuteten. Nach Prozessbeginn schlug Fergie einen Deal vor - sie entschuldigte sich und beide Parteien einigten sich.
Rückhalt in der Familie
Trotz all dem Ärger ihre Kinder und ihr geschiedener Mann standen und stehen ihr bei. Und sie hat einen Rückzugsort, den die britischen Royals generell und Fergie ganz besonders schätzen: Verbier. Dort fühlt sich Fergie wohl, kann Energie tanken und sich zurückziehen. Im August 2015 zog sie nach Verbier, ein Jahr später beantragte sie sogar ihre Aufenthaltsbewilligung. Sie fühle sich «frei und glücklich», sagte sie einmal zum «SonntagsBlick» über die Schweiz. Sie sei anfangs von der «Einfachheit, der extremen Freundlichkeit und der Hilfsbereitschaft der Walliser erschlagen» gewesen. «Sie nehmen sich Zeit, einem zuzuhören und einem bei Bedarf zu helfen. Ihre Güte wärmt mein Herz!»
Das Wallis scheint Sarah gut zu tun, die Skandale sind seltener geworden. Das letzte Mal, als Fergie die Krallen ausfuhr, liegt zwar erst wenige Monate zurück, hatte aber einen guten Grund: Sie verteidigte ihre Tochter, Prinzessin Eugenie, der Prunksucht im Zusammenhang mit ihrer Hochzeit vorgeworfen wurde. So war zum Beispiel zu lesen: «Sie ist nicht unbedingt ein grosser Star in der königlichen Familie und über die Jahre hat sie absolut nichts getan, um sich auszuzeichnen oder um die Zuneigung des Volkes zu gewinnen.» Warum also solle sie so eine grosse und kostspielige Hochzeit bekommen? Eugenies Mama schimpfte auf Instagram über den entsprechenden Artikel, sprach von Mobbing erster Klasse.
Wie eng der Kontakt zwischen Mutter und Tochter ist, macht auch eine Aussage der Braut deutlich: «Ich könnte eine schwere Entscheidung nie ohne meine Mutter fällen», sagte die Prinzessin einmal. Und: Wenn nicht mit ihrem Verlobten Jack oder ihrem Hund Jack, dann sei es ihre Mama - oder Mumsy, wie sie Fergie nennt -, mit der sie als erstes am Morgen spreche. So wird es wohl auch am 12. Oktober der Fall sein, wenn Fergie ihre Tochter auf ihren schönsten Tag im Leben begleitet.
Lesen Sie im nächsten Teil mehr über den Ort des Geschehens.