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Der Pharmakonzern Purdue hat am 16. März einen neuen Insolvenzplan vorgelegt. Das Unternehmen gilt als einer der Hauptschuldigen an der Opioidkrise, die die USA seit Ende der 1990er-Jahre heimsucht.
Das Unternehmen spielte die Gefahren des opioidhaltigen Schmerzmittels Oxycontin jahrelang herunter. Der Werbeslogan «A drug to start with and to stay with» wurde auf verhängnisvolle Weise wahr. Die Eigentümerfamilie Sackler verdiente Milliarden und machte viele Menschen abhängig, Hundertausende starben an Überdosen.
Gegen Purdue und die Sacklers laufen in den USA tausende Klagen von geschädigten Einzelpersonen, Städten und Staaten. 2019 hatte der Konzern deshalb Gläubigerschutz beantragt, 2020 schloss Purdue einen ersten Vergleich mit der US-Regierung über 8 Milliarden Dollar.
Gewinne nur noch zur Bekämpfung der Sucht
Der mehr als 300-seitige neue Plan, der beim New Yorker Insolvenzgericht eingereicht wurde, sieht eine Zahlung von weiteren 4,3 Milliarden aus dem Vermögen der Sacklers an betroffene Kläger vor. Das ist mehr als beim letzten Angebot, die Kläger sind damit noch nicht zufrieden.
Die wichtigste Änderung: Wird der Insolvenzplan angenommen, gibt die Familie Sackler die Kontrolle über den Konzern vollständig ab. Das neue Unternehmen, das weiterhin Oxycontin herstellen und vertreiben soll, soll von Managern geführt werden, die von den Klägern ausgewählt wurden.
Die neuen Eigentümer des Unternehmens müssen sicherstellen, dass die Gewinne ausschließlich in die Bekämpfung der Opioidkrise fliessen, berichtet unter anderem die «New York Times». Viele Staatsanwälte kritisieren den Plan als kompliziert. Sie argumentieren, dass er Regierungen und andere Gläubiger in die Verwaltung einer privaten Firma verstricken würde.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine.