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Caligula,
Gajus
Cäsar, röm.
Kaiser von 37 bis 41
n. Chr., Sohn des
Germanicus und der
Agrippina, wurde 31. Aug. 12
n. Chr.
geboren. Er befand sich schon 14 in dem
Lager
[* 2] des
Germanicus am
Rhein und erhielt hier von den
Soldaten,
weil er den Soldatenstiefel, die caliga (s. d.), zu tragen pflegte, den Beinamen
Caligula, nach
dem er gewöhnlich benannt wird; auch begleitete er seinen
Vater nach dem
Orient, als dieser 18 dorthin geschickt wurde.
Später entging er der argwöhnische Grausamkeit des
Tiberius, welcher sein
Vater, seine
Mutter und seine
beiden
Brüder zum
Opfer fielen, nur durch die niedrige, sklavische Schmeichelei, mit der er sich überall dem Belieben und
den
Ansichten des
Kaisers anbequemte.
Gleichwohl wurde er, als er 37 nach der Ermordung des Tiberius zur Herrschaft gelangte, allgemein mit dem größten Jubel begrüßt, weil man von ihm die Erlösung vom Druck der vorhergehenden Regierung hoffte. Anfangs entsprach er diesen Erwartungen, als er aber im achten Monat seiner Regierung schwer erkrankte und nach seiner Genesung die lebhaftesten allgemeinen Huldigungen empfing, trat eine völlige Veränderung ein. Er hatte, vielleicht infolge dieser Huldigungen, die Überzeugung gewonnen, die er auszusprechen liebte, daß ihm alles erlaubt sei, was ihm beliebe, und so folgten nun Schwelgereien, Ausschweifungen, Grausamkeiten in einer Art, daß man sie nicht ohne Grund durch die Annahme einer völligen Geistesstörung erklären zu müssen geglaubt hat. Er lebte von nun an nur für niedrige sinnliche Genüsse, für Feste und Spiele, für nutzlose kostspielige Bauten und für grausame Hinrichtungen, welche er nach Laune und Willkür über Vornehme und Geringe verhängte (unter andern wurde auch Tiberius, der Enkel des Kaisers Tiberius, von ihm ermordet), und denen er selbst mit Wohlgefallen beizuwohnen pflegte.
Ein besonderes Motiv für seine Grausamkeiten kam noch dadurch hinzu, daß nicht nur die 270 Mill. Sesterzien (über 50 Mill. Mk.), welche Tiberius angesammelt hatte, sondern auch die sonstigen Geldquellen Italiens [* 3] durch seine Verschwendung bald ausgezehrt waren, weshalb er viele hinrichten ließ, bloß um sich ihrer Reichtümer zu bemächtigen, und dabei gefiel er sich darin, sich als Gott verehren zu lassen und alles Hohe und Ehrwürdige in jeder Hinsicht mit Füßen zu treten. Im Herbst 39 unternahm er einen Feldzug in die Provinzen jenseit der Alpen, [* 4] angeblich, um die Deutschen für ihre Einfälle in römisches Gebiet zu züchtigen; er begnügte sich aber, einen Scheineinfall in Deutschland [* 5] zu machen und an der Küste ¶
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Britannien gegenüber von seinen Soldaten als Trophäen über Britannien Muscheln [* 7] sammeln zu lassen; die meiste Zeit (ungefähr ein Jahr) brachte er in Lyon [* 8] mit Hinrichtungen und Konfiskationen zu. Kurze Zeit nach seiner Rückkehr wurde er 24. Jan. 41 von einem Tribun der Prätorianer, Chärea, den er persönlich beleidigt hatte, unter Beihilfe mehrerer Mitverschwornen nach einer Regierung von 3 Jahren und 10 Monaten getötet. Ein besonders charakteristisches Porträt von ihm befindet sich in Rom [* 9] im kapiklinischen Museum.