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(Quelle: www.duovet.ch) In der modernen Pferdehaltung mit grossen Beständen auf engem Raum besteht ein wesentlich höheres Infektionsrisiko für Würmer als bei Pferden in der freien Wildbahn. Eine gute Bekämpfung der Pferdewürmer ist deshalb dringend notwendig. In den vergangenen Jahrzehnten war es üblich, alle Pferde drei bis viermal jährlich einer Wurmbehandlung zu unterziehen. Dadurch konnten die früher sehr gefürchteten, gefährlichen grossen Strongyliden wirksam bekämpft werden. Grosse Strongyldiden treten heute nur noch sehr selten auf. Das regelmässige Entwurmen gegen die grossen Strongyliden in den letzten Jahrzehnten hat aber zur Selektion von resistenten Stämmen bei den kleinen Strongyliden geführt und ist ein weltweites Problem geworden. Resistenz einer Wurmart bedeutet, dass ein gegen diese Wurmart wirksames Arzneimittel plötzlich nicht mehr oder nur noch ungenügend wirkt. Um eine weitere Resistenzbildung zu verhindern, muss die bis heute übliche Entwurmungsstrategie geändert werden.
Studien haben gezeigt, dass die meisten Pferde nur einen leichten Befall mit kleinen Strongyliden aufweisen. Viele Pferde scheiden gar keine Wurmeier aus und werden trotzdem regelmässig entwurmt. Um eine zunehmende Verbreitung der Resistenzen der kleinen Strongyliden zu verhindern, wurde von Wissenschaftlern die sogenannte „selektive Entwurmung“ entwickelt. Dabei wird der Kot von allen Pferden eines Bestandes ab der 4. Weideperiode in genau definierten Zeitabständen auf Wurmeier untersucht. Es werden nur noch Pferde entwurmt, welche in der Kotuntersuchung mehr als 200 Strongylideneier pro Gramm Kot aufweisen oder bei welchen andere Wurmarten (Spulwürmer, Bandwürmer etc.) gefunden werden. Bei der selektiven Entwurmung werden somit nicht mehr alle Pferde eines Bestandes entwurmt, sondern nur noch diejenigen, welche viele Wurmeier ausscheiden und die andern Pferde der Herde gefährden. Dadurch kann der Einsatz von Entwurmungsmitteln stark reduziert und die Resistenzentwicklung reduziert werden.
Die selektive Entwurmung setzt eine gute Zusammenarbeit zwischen Pferdebesitzern und Tierarzt voraus. Gerne beraten Sie unsere Tierärzte und unterstützen sie bei der Durchführung des selektiven Entwurmungsprogramms.
Entwurmung von Fohlen:
Da Fohlen besonders empfänglich für Wurminfektionen sind empfehlen führende Tierärzte folgendes Entwurmungsprogramm:
Vier Wochen vor dem Abfohltermin wird die Stute entwurmt. Dadurch wird die Stute parasitenfrei und auch die Umgebung, in die das Fohlen hineingeboren wird, wird „sauber“ von Parasiten, Wurmeiern und Larven. Ausserdem wird verhindert, dass die infektiösen Larven der Zwergfadenwürmer mit der Muttermilch auf das Fohlen übertragen werden. Dem neugeborenen Fohlen sollte man nach der zweiten Lebenswoche erstmals eine Wurmkur verabreichen In der 9. oder 10. Lebenswoche erfolgt eine weitere Behandlung. Danach empfiehlt es sich, die Fohlen in regelmässigen Abständen (ca. alle 8 Wochen) zu entwurmen. Entwurmungsintervalle und die Wahl des Wirkstoffes sollten für jeden Zuchtbetrieb mit dem Tierarzt abgesprochen werden.
Wurmprophylaxe:
Gute Weidehygiene: regelmässige manuelle Entfernung des Kots Entwurmung von neuen eingestallten Pferden zwei Tage vor dem ersten Weidegang Pferdeboxen zweimal täglich sauber ausmisten Ein – bis zweimal jährlich Abwaschen oder Dampfstrahlen der Boxenwände Misch – oder Wechselbeweidung mit Pferden und Rindern.