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Am 4. Februar 1674 erliess die Zürcher Regierung eine Feuerordnung für die zürcherischen Landvogteien. Damit wurde jede Gemeinde verpflichtet, fortan zur Brandbekämpfung eine genügende Anzahl Leitern, Haken und Wassereimer bereitzuhalten. Laut Gemeinderechnungen verfügte Wädenswil im Jahre 1684 über 58 alte und zwei neue Feuerkübel, mit denen man aus dem Feuerweiher oder aus dem nächstgelegenen Bach Wasser schöpfte. Auf jedem der aus zähem Rindsleder genähten und mit Pech abgedichteten Eimer waren das Wädenswiler Wappen, die Jahreszahl und eine fortlaufende Nummer aufgemalt. Die Feuerwehrgerätschaften lagen auf der Tanzlaube des Gesellenhauses – dem Vorgängerbau des heutigen Hauses Sonne – griffbereit versorgt.
Lederner Wassereimer Nummer 4 der Feuerwehr Wädenswil, gekennzeichnet mit dem bis 1932 gültigen Gemeindewappen.
Dass Vorbeugen besser sei als Heilen, wusste man auch im alten Wädenswil. Man versuchte daher Brandausbrüche auf jede mögliche Weise zu verhüten. Der durch die Dorfgassen patrouillierende Nachtwächter hatte besonders auf das Feuer zu achten. In den Wohnungen mussten stets mit Wasser gefüllte Tansen und Gelten bereitgehalten werden. Feuerschauer – meistens der Feuerwehrhauptmann oder ein Gemeindeweibel – kontrollierten jedes Jahr in allen Häusern die Kochherde, Öfen und Kamine.
Brach trotz aller Vorsichtsmassnahmen ein Brand aus, wurde sofort mit den Kirchenglocken Sturm geläutet. Auf dieses Zeichen hin rannte, wer rennen konnte, zur Brandstätte. In erster Linie galt es Wasser herbeizuschaffen. War in der Nähe des brennenden Gebäudes kein Wasser vorhanden, stellten sich die Helfenden in einer Reihe auf. Durch diese Kette bot man volle Eimer vom See, Dorfbach, Brunnen oder Weiher her auf den Brandplatz. Der Vorderste in der Kette warf das Wasser mit Wucht in die Flammen, und dann flog der Eimer in einer zweiten, meist von Frauen und Kindern gebildeten Kette zum Wasserbezugsort zurück. Durch das rasche Bieten der Wassereimer ging freilich viel des kostbaren Inhalts verloren; oft konnte man nur noch einen kläglichen Rest ins Feuer giessen.
Die Feuerordnung der Zürcher Obrigkeit vom Jahre 1708 machte für grössere Gemeinden auf der Landschaft die Anschaffung von Schlagspritzen zur Pflicht. Die erste Feuerspritze, die Wädenswil in der Folge anschaffte, verbesserte die Löschverhältnisse. Die Stoss- oder Schlagspritze hatte noch keine Räder, sondern musste zur Brandstätte getragen oder auf einem Wagen dorthin gefahren werden. Die Spritze bestand zur Hauptsache aus einem kupfernen Wasserbehälter mit Zylinder von etwa 14 Zentimeter Durchmesser. Zwei Druckstangen bewegten einen Kolben auf und nieder. Mit dem Zylinder war ein Ausflussrohr verbunden, das oben im vertikal und horizontal drehbaren «Schwanenhals», dem Wendrohr, endete. Hob sich der Kolben, strömte das im Kasten liegende Wasser in den Zylinder; drückte man den Kolben abwärts, so wurde das Wasser mit ordentlichem Druck durch die Ausflussröhre gepresst. Da der Strahl stossweise austrat, nannte man solche Spritzen Stoss- oder Schlagspritzen. Zur Bedienung der beiden Pumpenhebel brauchte es sechs Mann, dazu den Wendrohrführer und eine Schar Wasserschöpfer, die den Kupferkasten beständig nachfüllten.
Die Regierung liess die Feuerwehrgerätschaften regelmässig durch Beamte kontrollieren. Die Spritze musste jährlich mindestens einmal in Betrieb gesetzt werden, was die Lebensdauer verlängerte und die Bereitschaft erhöhte. In Wädenswil wurden diese «Spritzfahrten» am Chilbimontag durchgeführt.
Im Stillstandsprotokoll vom 6. Juni 1773 wird erwähnt, Wädenswil besitze zwei Feuerspritzen und man habe in der Sitzung «wägen Verfertigung mehrerer Schläuche zur neuen Feuerspritze etwas beratschlaget». Zur alten Spritze waren – laut Feuerwehrordnung von 1775 – 31 Mann rekrutiert, zur neuen 40 Mann. Die alte, zu Beginn des 18. Jahrhunderts erworbene Schlagspritze wurde 1798 zum letzten Mal repariert. 1829 ersetzte man sie durch eine leistungsfähigere Saugspritze. Sie hatte den Vorteil, dass das Wasser nicht mehr in Eimern herbei getragen werden musste, sondern aus dem See, Bach oder Weiher gesogen werden konnte.
Mit dem Bau der neuen Spritze hatte der Gemeinderat im Sommer 1828 den Mechaniker Ulrich Schenk (1786–1845) in Worblaufen beauftragt. An Martini sollte das Gerät in Wädenswil eintreffen. Der Winter hielt Einzug, und noch immer warteten die Wädenswiler auf die bestellte Feuerspritze. Der hiesige Kupferschmied Suter traute dem Berner Mechaniker nicht mehr und fertigte auf eigene Rechnung eine Feuerspritze an. Sie wurde im Dezember 1828 erstmals probiert und soll als kleines Werk ziemlicht gut gelungen sein.
Ulrich Schenk liess die Wädenswil doch nicht im Stich. Am 5. Februar 1829 rasselte die neue Spritze beim Einnachten durch die Dorfstrassen. Schade, dass sie des kalten Wetters wegen nicht sogleich ausprobiert werden konnte!
Am Morgen des 13. April 1829 ertönte in Wädenswil die Feuerglocke. Sie rief aber diesmal nicht zur Hilfeleistung auf: Heute sollte die neue Feuerspritze auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft werden. Schon vor acht Uhr hatte sich eine grosse Menge Schaulustiger auf dem Gemeindeplatz bei der Kirche eingefunden. Zuerst fuhren die Pumper und Wasserträger mit der Spritze bei der Gemeindehaabe vor. Hier wurden zwei, drei, ja sogar vier Wendrohre angeschraubt, und noch immer spritze das Wasser «zu jedermanns Verwunderung in die Höhe». Dann zog man vor Doktor Richards Haus im Luft. Bald war eine Schlauchleitung nach dem Buck zusammengeschraubt, und dann staunte wieder Jung und Alt, wie der Wasserstrahl «weit über die Häuser hinüber getrieben wurde». Nach dem Mittagessen besammelten sich die Feuerwehrleute am Gerbebach. Sie legten eine Leitung in die Gerberei Hauser und spritzten aus dem obersten Stockwerk. Zum Schluss musste noch die Höhe des Wasserstrahls gemessen werden. Wo ging das besser als am Kirchturm? Bis zum Glockenbalken hinauf soll das Wasser geschlagen haben. Die neue Spritze hatte ihre Proben glänzend bestanden. In Wädenswil war man von der Leistungsfähigkeit beeindruckt und begeistert. Ob wohl jemand der alten Schlagspritze nachtrauerte, als man sie für immer nach Hütten führte?
Im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» liest man wiederholt von der neuen Feuerspritze, womit jene von 1828 gemeint war. So am 17. April 1850: «Letzten Donnerstag Nachts sind beim Rückfahren mit der grossen Spritze von der Seefahrt bis zum Spritzenhause mehrere Gegenstände verloren gegangen. Wer dieselben gefunden oder sie bei Handen hat, ist ersucht, sie abzugeben bei Schneider, Schlosser in der Eidmatt.»
Die Gemeindeversammlung vom 20. Mai 1860 bewilligte einen Kredit von 3000 Franken für die Anschaffung je einer neuen Feuerspritze für die Sektionen Dorf und Ort. Die alte Spritze für das Dorf wurde an Zahlung gegeben. Im September 1872 veröffentlichte der «Allgemeine Anzeiger vom Zürichsee» eine grössere Abhandlung über «Das Feuerlöschwesen im Bezirk Horgen». Ihr ist zu entnehmen, dass Wädenswil mit einer Bevölkerung von 6049 Personen damals über zwei grössere und vier mittlere Spritzen verfügte. Dazu kamen zwei kleinere, tragbare Spritzen. Dies entsprach dem Durchschnitt im Bezirk Horgen: eine Spritze pro 746 Bewohner.
Im November 1891 lieferte Fabrikant Aebi in Burgdorf der Wädenswiler Feuerwehr eine neue Feuerspritze. Feuerkommission und mehrere Mitglieder des Gemeinderates nahmen sie in Empfang und waren von den Spritzproben begeistert. Auch der «Allgemeine Anzeiger vom Zürichsee» lobte das Werk in der Ausgabe vom 19. November: «Das sauber gearbeitete, kleine und doch leistungsfähige Werk hat bei nur zehn Mann Bedienung mit nur einer Schlauchleitung eine Wurfweite von 30 bis 33 Meter, was für unsere Verhältnisse für alle Zeiten genügen dürfte. Die Spritze hat vor anderen Systemen noch den Vorzug, dass die Ventile – nach einer Erfindung des Lieferanten in Kautschuk erstellt – im Winter nicht einfrieren. Wie uns mitgeteilt wird, ist diese Spritze der freiwilligen Feuerwehr zugeteilt worden und auch dazu bestimmt, denjenigen Häusergruppen und Quartieren, welche ausserhalb des Hydranten-Rayons liegen, nötigenfalls rasch Hülfe zu bringen.»
Die Erfindung des Schlauches durch den Holländer van der Heyde (um 1672) rief Mitte des 18. Jahrhunderts in der Schweiz ein neues Gewerbe auf den Plan: die Schlauchwebereien. In Wädenswil gab es bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts drei Schlauchwebereien, welche die Industrie, die Haushalte und die Feuerwehr mit Hanfschläuchen belieferten. Von diesen Unternehmen entwickelte sich aber nur der Betrieb von Heinrich Rebmann weiter, der für das Jahr 1781 nachgewiesen werden kann. Nachdem der letzte männliche Nachkomme der alten Weberfamilie Rebmann 1874 gestorben war, verkauften die Erben die hundertjährige Schlauchweberei dem jungen unternehmungsfreudigen Johann Jakob Ehrsam. Dieser rationalisierte und mechanisierte den Betrieb und liess, mit einer Tagesproduktion von 25 Meter Schlauch pro Webstuhl, die Handwebereien bald hinter sich zurück. Emil Ehrsam, der Sohn des Gründers, gliederte der Weberei im Jahre 1914 eine mechanische Werkstätte an und schuf damit die Grundlagen der Spezialfabrik für Feuerwehrgeräte und Schläuche. 1978 gab die Ehrsam AG die Schlauchweberei auf. 1984 wurde die Aktienmehrheit an die Rolba AG in Zürich verkauft. Seit 1988 gehörte die Firma zur Heinz Egolf Holding AG in Wetzikon. Der Betrieb wurde 1991 von Wädenswil nach Reichenburg verlegt und 2005 liquidiert. Ein Grossteil des Archivs wird heute in der Dokumentationsstelle Oberer Zürichsee in Wädenswil aufbewahrt.
Werbekarte der Schlauchweberei und Feuerwehrgerätefabrikant Ehrsam-Denzler & Co. mit dem 1926 gelieferten Auto-Löschzug der Feuerwehr Wädenswil.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Löschwesen der Gemeinde weiter verbessert Die Initiative der Gebrüder Zinggeler, Besitzer einer Seidenzwirnerei in Wädenswil, hatte Erfolg gezeigt: Am Chilbimontag 1871 konnten die ersten fünf Hydranten in Betrieb genommen werden. Die einarmigen Hydranten standen bei der «Krone», beim «Hirschen», bei der «Sonne», bei der Kirche und auf dem Leihof und waren an die Wasserleitung einer privaten Quellwassergenossenschaft angeschlossen. Die ersten Proben fielen befriedigend aus, und so konnte man im «Anzeiger» lesen: «Zur Stunde sind wir in Stand gesetzt, das ganze Zentrum des Dorfes mittelst unserer ersten vier Hydranten mit einem Schwall von Wasser zu übergiessen, dass die Bewohner dieses Teils der Gemeinde sich zehnmal beruhigter vor Feuersgefahr schlafen legen werden und die Wasserträger, die Schöpfer und Pumper mindestens das goldene Zeitalter anbrechen sehen.»
Dass die Hydranten wirksam waren, erwies sich bereits 1874. In der Nacht vom 13./14. April brannte die an das Wohnhaus von Michael Weber angebaute Scheune der Brauerei. «Nur der anerkennenswertesten Anstrengung von Seite der Hülfeleistenden, welcher der in reichlichem Mass Wasser liefernde Hydrant im Giessen trefflich zu Statten kam, gelang es, den grössten Teil der Wohnung und das ganze übrige Etablissement zu retten», hiess es im Zeitungsbericht.
Das Hydrantennetz wurde schon in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. 1878 zählte man bereits 67 Hydranten. Damit jedermann wusste, wo die «Löschgerätschaften der Hydrantenstationen» für den Dorfkreis aufbewahrt wurden, publizierte die «Feuerpolizeikommission» die Standorte am 8. April 1886 im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee»:
«Station 1, Sonne: im Spritzenhaus
Station 2, Krone: im Ökonomiegebäude des Herrn Diezinger zur Reblaube
Station 3, Sagenbach: im Hause des Herrn Eduard Hofmann-Huber und im Ökonomiegebäude des Herrn Treichler zum Grütli
Station 4, Sust: im Sustgebäude und bei Herrn Rometsch-Hauser, Lehmgass
Station 5, Rothaus: im Ökonomiegebäude beim Badhaus
Station 6, Giessen: im Hause des Herrn Zinggeler-Huber
Station 7, Raibach: im Fabrikgebäude des Herrn Fleckenstein-Schulthess
Station 8, Lehmhof: bei Gebrüder Keller, Lehmhof»
Das Hydrantennetz wurde ständig ausgebaut und der baulichen Entwicklung angepasst. 1958 gab es in der Gemeinde 444 und 1971 rund 600 Hydranten. Gegenwärtig sind es zirka deren 900.
Im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Feuerwehrreglements 1887 veröffentlichte der «Anzeiger» ein Inventar der Requisiten. Dieses nennt Material und Einrichtungen der Feuerwehr Wädenswil: «acht Spritzen, davon vier dem Dorfkreis und vier den äusseren Sektionen zugeteilt; 68 an die Wasserversorgung angeschlossene und zehn private Hydranten. Die Hydranten werden durch acht Schlauchstationen mit je eigenem Material bedient. Einem 75 Mann starken freiwilligen Feuerwehrkorps ist speziell der Rettungsdienst zugewiesen. Dieses Korps verfügt über eine vierrädrige Abprotz-Spritze mit Schlauchhaspel, ferner über eine neue, fahrbare Schieb- und Rettungsleiter, eine gewöhnliche Schiebleiter, einen Rettungswagen mit Hakenleitern und Sprungtuch.»
Fahrbare hölzerne Leiter auf dem Schulhausplatz Glärnisch.
Im Jahre 1910 verfügten die Dorfkompanien über 280 Mann, 21 fahrbare Geräte und 14 Pferde, die Kompanien der äusseren Sektionen über 340 Mann, 13 fahrbare Geräte und 15 Pferde.
Aufbau und Gliederung der Wädenswiler Feuerwehr lassen sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts überblicken. Der Gemeinderat, der für das Feuerwehrwesen zuständig war, ernannte einen Feuerobersten und wählte zwei Feuerwehrkommissionen. Eine Kommission führte auf dem Brandplatz das Kommando und überwachte die Löscharbeiten, die andere tagte auf dem Gesellenhaus und alarmierte von dort aus Hilfstruppen in den Nachbargemeinden. Die Wädenswiler Feuerwehrmannschaft gliederte sich in die Feuerläufer, welche die Spritzen bedienten, in die Mannschaft, die Haken und Leitern auf den Brandplatz brachte, in die Flöchner und in die drei Pannerzüge. Das Korps der Flöchner wurde 1817 geschaffen. Es bestand aus einem Offizier und acht Gemeinen. Im Flöchnereglement steht, dass sich diese Mannschaft auf dem Brandplatz zuerst erkundigen musste, «ob sich noch Kinder oder andere Personen im brennenden Gebäude befänden. Waren alle Lebewesen gerettet, durchsuchte man das Haus nach den kostbarsten Gegenständen. Jeder Flöchner trug einen Feuersack bei sich, der mit dem Gemeindewappen gekennzeichnet war. In diesen Säcken wurde die Fahrhabe verstaut und ins Freie geschleppt.
Wenn in der Gemeinde Feuer ausgebrochen war, eilten die meisten Dorfbewohner hilfsbereit auf den Brandplatz. Ihre Häuser waren unterdessen unbewacht. Leicht konnten sich also Diebe und Einbrecher ans Werk machen. Um dies zu verhindern, wurde die Feuerpolizei, das Panner, gebildet. In kleinen Patrouillen durchstreifte die Pannermannschaft das Dorf nach allen Richtungen und nahm verdächtige Personen fest. Die Polizeiwache hatte auch die Pflicht, müssig auf den Gassen herumstehendes Volk zur Hilfeleistung aufzufordern und der Brandstätte zuzuweisen.
Aus einer Bekanntmachung im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» vom 14. September 1853 geht hervor, dass damals alle Männer vom 20. bis zum 60. Altersjahr feuerwehrpflichtig waren. Sie wurden einer der fünf Sektionen zugeteilt, nämlich der Dorfsektion, der Ortsektion, dem Vorder- oder Hinterberg sowie Spitzen, das bis 1878 politisch zu Wädenswil gehörte. In den 1860er Jahren wurden die Männer mit 19 Jahren erstmals zum Dienst in der Feuerwehr aufgeboten. 1880 ging die Dienstpflicht mit dem 55. Altersjahr zu Ende. Nachdem das «Obertfeuerkommando» festgestellt hatte, dass die Feuerwehrmannschaft in den äusseren Sektionen die Sollbestände nicht erreichte, beschloss der Gemeinderat am 18. Januar 1887, dort schon sämtliche Bürger und Niedergelassenen ab dem 17. Altersjahr zur Feuerwehr zu rekrutieren.
Feuerwehrübung am Wädenswiler Armenhaus am Plätzli, 1889.
Bei Androhung von zwei Franken Busse mussten sie sich am 29. Januar zur Einschreibung auf den Sammelplätzen Waisenhaus, Herrlisberg, Stocken oder Ort einfinden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt die Wädenswiler Feuerwehr zwei neue Abteilungen. Die Gemeindeversammlung vom 17. Januar 1864 beschloss die Gründung eines «Feuerwehrrettungs-Corps» mit vier Hauptaufgaben: Rettung von Menschenleben, Flöchnerdienst, Bedienung einer kleinen transportablen Spritze, Dienst ausserhalb der Gemeinde. Dazu gliederte man das neue Korps in vier Abteilungen: Steiger-Abteilung mit Mauerleitern; Steiger-Abteilung mit Schiebeleiter und Dachleitern; Abteilung Spritzenmannschaft und Abteilung Wasserträger.
1871 schuf man ein selbständiges Hydrantenkorps, das mit den Schlauchwagen auf den Brandplatz fuhr, die Leitungen legte und die Hydranten bediente.
Auf Anregung des Feuerwehroberkommandanten bildete Wädenswil im Jahre 1881 ein freiwilliges Feuerwehrkorps. Dieses stellte sich zur Aufgabe, seine Mitglieder durch regelmässige Übungen für alle Ernstlagen vorzubereiten. 1886 zählte die Wädenswiler Feuerwehr 1020 Mann, die sich in folgende Chargen teilten: Stab 5 Mann, Feuerboten zu Fuss und zu Pferd 23 Mann, freiwillige Feuerwehr 62 Mann, Hydrantenkorps 125 Mann, grosse Spritze Nr. 2 160 Mann, Weisshut-Spritze 42 Mann, Polizeiwache 73 Mann, Feuerwache 50 Mann, Leitern- und Hakenkorps 45 Mann, Mannschaft der vier Spritzen in den äusseren Sektionen 435 Mann.
Die Gemeindeversammlung vom 7. Juni 1896 genehmigte ein neues Feuerwehrreglement, das unter anderem die Einführung der Ersatzsteuer vorsah. Mit dem Reglement von 1901 wurde der Totalbestand der Feuerwehr auf 820 Mann reduziert. Für die Feuerwehr Dorf galt jetzt eine reduzierte Dienstpflicht vom 20. bis 50 Altersjahr. Man unterschied fortan drei Aufgebote: 1. Freiwillige Feuerwehr und Wachtkorps, 2. Hydranten- und Spritzenkorps, 3. äussere Sektionen. 1906 reduzierte man das Hydranten- und Spritzenkorps auf rund 100 Mann, und 1910 löste man das seit 1881 bestehende freiwillige Feuerwehrkorps auf. Seine Mitglieder gründeten in der Folge den Feuerwehrverein als Sektion des Feuerwehrverbandes am Zürichsee. 1925 zählten die vier äusseren Kompanien noch 320 Mann, die drei Dorfkompanien 235 Mann. Die Bildung eines motorisierten Feuerwehrpiketts von acht Mann im Jahre 1926 und die laufende Modernisierung des Fahrzeug- und Geräteparks hielten die Wädenswiler Feuerwehr indessen stets einsatz- und leistungsfähig.
Leiterprobe am Wohn- und Fabrikgebäude Zugerstrasse 52 der Firma Ehrsam.
Seit alter Zeit gab Wädenswil seinen Feueralarm mit den Kirchenglocken. Die Feuerordnung von 1775 zeigt, wie das Sturmläuten geregelt war. Wenn es auf Gemeindegebiet brannte, wurde mit allen fünf Glocken «gestürmt». War ausserhalb des Dorfes, aber innerhalb der Herrschaft Wädenswil Feuer ausgebrochen, riefen die drei grössten Glocken zu Hilfe. Brauchten benachbarte Orte Zuzug, bot man die «Mannschaft der alten Spritze» mit der grössten und der kleinsten Kirchenglocke auf. Läutete die grösste Glocke allein, zeigte sie eine Feuersbrunst in der Ferne an. Nebst den Glocken dienten auch Feuerhörner, Mörser und Trommeln als Alarmmittel.
Erging der Alarm, hatten sich die Feuerwehrleute auf den vorgeschriebenen Sammelplätzen einzufinden. 1858 waren dies für die Dorfsektion das Gemeindehaus Sonne, für die Sektion Ort das Schulhaus Ort, für die Sektion Vorderberg das Spritzenhaus Herrlisberg und für die Sektionen Hinterberg und Spitzen das Schulhaus Stocken. Am 18. August 1868 ist in einem Inserat des Oberfeuerkommandos von neu eingeteilter Mannschaft der Sektion Waisenhaus die Rede. Sammelplatz für Alarm und Übungen war das Waisenhaus. Nach der Zuteilung des Weilers Spitzen zur Gemeinde Hirzel sprach man von der Löschmannschaft Stocken, so der «Oberfeuerkommandant J. Schoch-Wiedemann» im Inserat vom 6. April 1880.
Am 19. Juli 1873 liess Kommandant Schnyder im «Anzeiger» die für den Dorfkreis gültige Alarmordnung bei Feuerausbruch publizieren: «Alarmzeichen für die Rettungs- und Hydranten-Corps: Anziehen der grössten Glocke. Alarmzeichen für die grosse Spritze Nr. 2: Anziehen der grössten und kleinsten Glocke. Alarmzeichen für sämtliche Löschmannschaft: Geläute aller Glocken, Blasen der Feuerhörner, Trommeln durch die Strassen und bei grosser Gefahr Alarmschüsse.»
Nach einem Brandfall in der Eichweid im Jahre 1902 regte die Presse «die Erstellung von Meldestationen auf telephonischem Weg» an. Eine Anzahl Abonnenten wurden zu einem Netz vereint und konnten direkte Befehle des Oberkommandanten empfangen. Das System hatte aber Mängel. 1903 richtete Wädenswil als eine der ersten Gemeinden im Schweizerland einen nun gut funktionierenden Telefonalarm ein. Im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» wurde darüber am 24. Januar wie folgt berichtet: «Bekanntlich besteht auf hiesigem Telephonbüro eine Feuermeldeeinrichtung für den Anschluss von 25 Abonnenten, welche in drei Gruppen alarmiert werden können. Bis jetzt hatte dieselbe aber den Nachteil, dass dem Apparat die nötige Kraft fehlte, um allen angeschlossenen Abonnenten gleichzeitig eine Meldung in wirksamer Weise mitzuteilen. Dieser Tage haben Telefonbeamte einen ganz neu konstruierten Apparat, der in der Eidgenössischen Telephonwerkstätte in Bern eigens zu diesem Zwecke erstellt worden ist, installiert. Das hiesige Elektrizitätswerk liefert den Strom in den Apparat, und man wird jetzt nicht mehr sagen können, dass die Telephonglocken ungenügend in Tätigkeit gesetzt werden können... Der Feuermeldeapparat bleibt auch während der Nacht eingeschaltet, sodass sofort jede Meldung bei Ausbruch eines Schadenfeuers entgegengenommen und an das Kommando weitergeleitet werden kann.»
Wenn es in einer Nachbargemeinde brannte, zogen die Wädenswiler Feuerläufer mit ihrer Spritze dienstbereit zu Hilfe. Im 18. Jahrhundert machten sich viele einen Spass daraus, möglichst oft und möglichst weit weg zu reisen. So beschränkte man sich nicht nur darauf, den Horgnern oder Richterswilern zu helfen. Nein, man zog auch nach Thalwil, Menzingen oder Einsiedeln. Auch ennet dem See sollte man die Hilfsbereitschaft der Wädenswiler erfahren. Brach in einer Gemeinde am rechten Ufer ein Brand aus, rissen die Wädenswiler ihre alte Feuerspritze aus dem Geräteschuppen und rannten damit zur Schifflände hinunter. Hier lagen ständig zwei Nachen zur Überfahrt bereit. Eilends wurde die Spritze verladen, und dann begann für die Ruderknechte eine harte Arbeit.
Im Jahre 1743 hatten einige Wädenswiler Feuerläufer grosses Pech. Sie entdeckten in der Gegend von Rapperswil eine dicke Rauchsäule, glaubten an einen Grossbrand und zogen sogleich aus, um zu helfen. Aber in Rapperswil brannte es nicht. Das Feuer musste in der Nähe von Wald ausgebrochen sein. Also hasteten die Wädenswiler mit ihren Feuereimern Richtung Wald. Und hier mussten sie feststellen, dass die mächtigen Rauchschwaden von einem gewöhnlichen Köhlerhaufen herrührten!
Als der Feuerhauptmann Blattmann im Jahre 1781 mit 24 Männern nach Rapperswil fuhr, ruderten die Schiffleute so hitzig, dass unterwegs zwei Ruder zerbrachen und die Wädenswiler wieder einmal zu spät auf dem Brandplatz ankamen. Doch, man war sich bereits gewohnt, nur noch rauchende Trümmer und verkohlte Balken anzutreffen. Die Männer wurden für ihren Helferwillen trotzdem mit einer Mahlzeit belohnt.
Als im Mai 1861 ein grosser Teil von Glarus brannte, rückte die Wädenswiler Feuerwehr ebenfalls aus. Angeführt wurde die Hilfstruppe von Kommandant Walter Hauser, dem späteren Bundesrat.
Damit die Wädenswiler Feuerwehrleute mit den Löschgerätschaften vertraut wurden, führte man jeweils am Chilbimontag eine Feuerwehrmusterung durch. Das Aufgebot zu dieser jährlichen Inspektion und Hauptübung wurde bis 1842 im Anschluss an den Gottesdienst durch den Kirchenruf bekanntgegeben, dann durch Inserate im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee». Am Chilbimontag, 25. August 1849, musste die gesamte Mannschaft zur Hauptübung antreten: das Korps der Feuerläufer, die Flöchner, die Mannschaft mit den Spritzen, Haken und Leitern, die Feuerboten, die Feuerreiter, die Fuhr- und Schiffleute, die Pannermannschaft und die Wasserträger. Zwei Kanonenschüsse bezeichneten Ort und Zeit, wo die erste Übung stattfand. Dann läutete die grosse Glocke Sturm, und in den Sektionen Ort, Berg und Spitzen blies man die Feuerhörner.
1851 fand die Hauptübung der Löschmannschaft «in Folge Abänderung» erst am 22. September statt. Der Oberkommandant, Diezinger zur Reblaube, ordnete mit einem Inserat im «Anzeiger» das Folgende an: Das Zeichen zum Beginn wird nachmittags um ein Uhr mit der kleinen Glocke gegeben. Sämtliche Dienstpflichtigen haben sich auf den zugewiesenen Sammelplätzen einzufinden, versehen mit den nötigen Gerätschaften, die Pferdebesitzer und Feuerreiter mit ihren Pferden. Um die Hauptübung vollständig nach Reglement durchzuführen, werden die Einwohner an den Hauptstrassen und Hauptfusswegen aufgefordert, während der Übung vor den Fenstern ihrer Häuser Laternen – jetzt ohne brennendes Licht – aufzuhängen. Denn dies ist bei nächtlichen Brandausbrüchen sehr notwendig. (Eine andere Strassenbeleuchtung gab es damals noch nicht.)
Geübt wurde aber nicht nur im grossen Verband am Chilbimontag. Auch übers Jahr verteilt fanden Übungen statt. So wurden die «Hauptleute, Windlichttrager und die Mannschaft der Schläuche zur neuen Spritze» per Inserat aufgefordert, am Samstag, 10. Juli 1852 punkt fünf Uhr abends beim Spritzenhaus zu erscheinen, «um eine Übung im An- und Abschrauben der Schläuche vorzunehmen». Rottmeister und Mannschaft der Pumper hatten eine Woche später zur Probe mit der neuen Spritze anzutreten, und am 24. Juli 1852 übte die Löschmannschaft der Sektionen Hinterberg und Ort.
Am Chilbimontag 1853 führte die Löschmannschaft der Dorfsektion – inklusive bewaffnetes Panner, Feuerreiter und Schiffleute – die Hauptübung durch. Gleichzeitig wurde auf ein Alarmzeichen hin die Löschmannschaft in den Sektionen Ort, Herrlisberg, Gisenrüti und Spitzen zusammengezogen, und im Ort und im Hinterberg fanden Spritzenproben statt, beaufsichtigt von Gemeinderäten.
Feuerwehrübung am Neuen Eidmattschulhaus, um 1900.
Im Jahre 1880 setzte die «Feuerkommission» die «Feuermusterung» erstmals nicht mehr auf den Chilbimontag an, sondern auf Montag, 18. Oktober. Das führte im Vorfeld zu Diskussionen. Im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» vom 28. August war zu lesen: «In neuerer Zeit scheint man an der alten Übung, die Feuerwehrmusterung am Kirchweihmontag abzuhalten, abgehen zu wollen, was vielorts sehr bedauert wird. Am Kirchweihmontag wird eben überall die Arbeit eingestellt und es tritt daher an diesem Tage für die Feuerwehrmannschaft keine Versäumnis und kein pekuniärer Schaden ein. Wird dagegen die Musterung auf einen andern Werktag verlegt, so verliert mancher Arbeiter einen Teil seines Taglohns, wird zudem zu weiteren Ausgaben veranlasst und es treten auch in verschiedenen Geschäften nicht unwesentliche Störungen ein. Die verehrliche Feuerkommission kommt daher sicher einem allgemeinen Wunsch entgegen, wenn sie künftig wieder zu der alten, beliebten Übung zurückkehrt.» Erst am Montag 1. November 1880 fanden die Proben mit der grossen Spritze Nr. 2, der Weisshut-Spritze und der Waisenhaus-Spritze statt. Dazu aufgeboten wurden auch die Mannschaft zur grossen Leiter und die Feuerwache.
Offenbar hat die Intervention von 1880 nichts genützt. Jedenfalls wurde die Feuermusterung in den folgenden Jahren wieder am Chilbimontag abgehalten. Dies führte 1888 wieder zu einem «Eingesandt» im «Anzeiger» mit folgendem Wortlaut: «Wie wir vernehmen, soll die diesjährige Hauptübung für die Feuerwehr wieder wie gewohnt am Kirchweihmontag stattfinden. Wir glauben, die Tit. Feuerkommission würde einem längst gehegten Wunsche entsprechen, wenn sie von dieser alten Sitte abgehen und diese Übung ein für alle Mal auf einen andern Tag verlegen würde, an Gründen, die eine solche Änderung rechtfertigen, fehlt es nicht. Wir weisen nur auf die Bussen hin, die wegen Abwesenheit vieler Eingeteilten jedes Mal verhängt werden müssen. Es würde mancher diese beiden Tage gerne zu einem Ausfluge benutzen, aber diese Übung verhindert ihn daran, und geht er dessen ungeachtet doch, so wird er gebüsst. Ähnlich wird es dieses Jahr den Landwirten gehen, die den Einsiedler Markt besuchen, es sei denn, dass man diese Bussen, was auch schon der Fall gewesen, erlassen würde.» Genützt hat der Brief nichts. Offiziere und Mannschaft der Sektionen Dorf, Waisenhaus und Ort wurden wieder am Chilbimontag beübt. Nur die Hauptübung der Sektionen Herrlisberg (Langrüti) und Stocken fand am Montag, 22. Oktober 1888 statt.
Zur Feuerwehr-Hauptübung 1887 des Dorfkreises inklusive Sektion Waisenhaus unter der Leitung von Oberkommandant Heinrich Blattmann mussten die Dienstpflichtigen am Chilbimontag ihr Reglement mitbringen, um es gegen ein neues auszutauschen, das wesentliche Änderungen enthielt. 1903 wurde die Mannschaft der drei Sektionen wieder am Chilbimontag aufgeboten. Die Hauptübung für den Dorfrayon mit Übungen im Büelen und Letten jedoch setzte man ab 1900 auf einen Tag im September an.
Ab den 1860er Jahren montierte man auf Wädenswiler Häusern vermehrt Blitzableiter. Strenger wurden auch die Bauvorschriften, besonders was den Bau von Kaminen und Kochherden betraf. 1865 ordnete die Feuerschau-Kommission der Gemeinde an, dass Zündhölzchen, Asche, Kohlen usw. nicht in hölzernen, sondern in feuerfesten Gefässen aufzubewahren seien. Sodann machte sie auf ein Kreisschreiben des Statthalteramtes aufmerksam, das Bäckern vorschrieb, Kohlen nicht in hölzerne Gefässe, sondern in feuersichere Behälter zu schütten.
Die Feuerwehr hatte wiederholt auszurücken. 1846 fielen die Huber-Häuser, am Standort des späteren Waisenhauses, dem Feuer zum Opfer. 1865 alarmierten die Sturmglocken die Feuerwehr, weil im Gwad das alte hölzerne Haus von Blattmacher Huber brannte. 1873 rückte die Feuerwehr zu einem Brand auf Felsen aus, und 1874 standen Wohnhaus und Scheune der Brauerei Weber in Flammen. 1880 brannte die mitten im Reidholz, hart an der Einsiedlerstrasse gelegene ehemalige Hubersche Schnupftabakstampfe nieder. Der Brand wurde erst wahrgenommen, als Leute zur Arbeit gingen und der Dachstuhl schon eingestürzt war. 1887 galt es, die Scheune des Viehhändlers Stocker im «Grundstein» zu löschen, und im selben Jahr brannten zwei Häuser am Zentral, weil Kinder mit Zündhölzchen gespielt hatten. 1895 zerstörte ein Grossbrand die vierstöckige Wolltuchfabrik Treichler am Sagenbach gegenüber dem Haus Seestrasse 148.
Brand des Kinderheims Bühl am Rotweg, 1932.
Brand des Hauses Türgass 4/6, 1973.
Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind bei der Bevölkerung vor allem folgende Grossbrände in Erinnerung geblieben: 1932 der Brand des Kinderheims Bühl, der 12 Tote fordert; 1944 der Brand des Restaurants Schmiedstube und 1949 der Brand der Stärkefabrik Blattmann. 1948 wurde die Feuerwehr Wädenswil zu Hilfeleistungen nach dem Eisenbahnunglück bei der OWG und in den letzten Jahrzehnten unter anderem zu folgenden grösseren Einsätzen aufgeboten:
1962 Brand des Spinnereigebäudes der Tuchfabrik Pfenninger im Giessen
1964 Brand der Buchdruckerei Haller in der Au und einer Scheune im Waggital
1968 Brand des Bauernhauses in der unteren Felsen
Brand der Stärkefabrik Blattmann, 1949.
1971 Brand des Bauernhauses Sunft
1973 Brand des Hauses Türgass 4/6
1975 Grossbrand im Heimwesen Sennweid
1976 Christbaumbrand an der Stegstrasse. Überschwemmungen des Töbeli-, Untermosen- und Gulmenbachs am 19./20. Juli
1980 Explosionsunglück an der Seestrasse 173 und Grossbrand an der Grünaustrasse 27 und 31
1983 Grossbrand auf Allenwinden
1986 Brand einer Scheune im Weiler Zollingerhüser
1993 Brand eines Bauernhauses im Weiler Herrlisberg und einer Scheune in der Kleinweid
2000 Wohnungsbrand im Mehrfamilienhaus Giessbach-Ranch
2005 Gulmenbach und Giessenbach treten nach anhaltenden Regenfällen über die Ufer und erfordern den Einsatz der Feuerwehr.
2007 Brand der Scheune Chalchtaren
2008 Explosion mit Brand in der Stärkefabrik Blattmann
Damit für Löschzwecke jederzeit Wasser vorhanden war, erstellte man namentlich in den äusseren Sektionen verschiedene Feuerweiher. Auch im Dorfgebiet gab es einen Feuerweiher. Er lag an der Schönenbergstrasse, da wo sich heute der Vorplatz des Feuerwehrhauses befindet. Gespeist wurde er mit Wasser aus dem Töbelibach. Der hundert Quadratmeter grosse Weiher war von den Bewohnern des Oberdorfquartiers erstellt worden. Die Anstösser sollten ihn unterhalten. Das passte den Leuten allerdings nicht. Um 1840 war der Feuerweiher fast vollständig verlandet. Durch eine Feuersbrunst aufgeschreckt, verlangten die Oberdörfler vom Gemeinderat mit einer Petition, er solle den Feuerweiher auf Gemeindekosten wiederherstellen lassen. Der Gemeinderat lehnte das Begehren ab. Darauf wandten sich die Bewohner am 9. Dezember 1844 mit einem Schreiben an den Bezirksrat in Horgen. Sie legten dar, gemäss § 2 des Gesetzes über die Löschanstalten vom 19. März 1840 sei der Gemeinderat verpflichtet, darüber zu wachen, dass die Feuerweiher und Wassersammler in gutem Zustand seien.
Im Januar 1846 entschied das Statthalteramt, der Feuerweiher müsse innert sechs Monaten auf Gemeindekosten wiederhergestellt werden. 37 Gebäude in der Umgebung wurden aber beitragspflichtig erklärt. Die Behörde liess sich Zeit, um dem Urteil nachzukommen. 1851 mussten sich nochmals mehrere Bürger im Oberdorf für die Erneuerung des Weihers einsetzen. Am 16. August 1851 liessen sie folgendes Inserat in den «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» einrücken:
«Frage! Will der hiesige Gemeinderath, bevor er dem h. regierungsräthlichen Beschluss vom 18. März 1848 für behördliche Erstellung eines Feuerweihers im Oberdorf Folge leistet, einen Verweis vom hohen Regierungsrath oder gar ein Unglück abwarten, wie ein solches im Laufe dieser Woche gedroht hat? Wädensweil, den 15. August 1851. Mehrere Bürger im Oberdorf.»
Nun handelte die Behörde. Aber schon im Jahre 1880 waren die Anwohner über die Zweckmässigkeit des Wassersammlers geteilter Meinung. Viele glaubten, im Zeitalter der Hydranten sei es nicht mehr nötig, schmutziges Bachwasser zu stauen. Andere aber wehrten sich für den Weiher: Man habe ihn bei grosser Kälte schneller geöffnet als die Hydranten.
So blieb der Feuerweiher im Oberdorf während 25 weiteren Jahren bestehen. Dann sollte ein Kredit für die Reparatur der Dämme bewilligt werden. Da schlossen sich die Bewohner oberhalb der reformierten Kirche, denen der Feuerweiher schon lange ein Dorn im Auge gewesen war, zusammen. Im Dezember 1904 veröffentlichten sie im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» ein Schreiben, worin es unter anderem hiess: «Es ist uns unbegreiflich, wie man einen Kredit verlangen kann für die Instandstellung des Feuerweihers ob der Kirche, welcher heute eigentlich absolut keinen Wert mehr hat und kaum benutzt werden wird.
Dieser Wasserbehälter hätte aus sanitarischen Gründen schon längst verwirkt werden sollen, da er der Sammler sämtlicher Abwässer aus den weiter oben befindlichen Häusern ist. Es ist wohl jedermann begreiflich, welche Ausdünstung entsteht, wenn in trockenen Zeiten und im heissen Sommer solch gesammeltes Wasser drei bis vier Wochen und noch länger liegen bleibt und somit in Fäulnis übergeht.» Die Opponierenden schlugen vor, der Kredit solle nicht für die Reparatur, sondern für das Auffüllen des Weihers gebraucht werden. Der Vorschlag wurde angenommen. Im Hinblick auf den Bau des neuen Feuerwehrhauses liess die Gemeinde den Feuerweiher im Jahre 1907 auffüllen.
Scheunen am Standort des 1909 bezogenen Feuerwehrhauses an der Schönenbergstrasse. Im Vordergrund der 1907 eingedeckte Feuerweiher.
Im Jahre 1860 schaffte Wädenswil wieder zwei Feuerspritzen an: eine von Conrad Bodmer in Neftenbach verfertigte Saugspritze für den Dorfrayon und eine von den Gebrüder Gimpert in Küsnacht erstellte Spritze für die Sektion Ort. Die Löschgeräte für das Dorfgebiet wurden im Spritzenhaus beim Sonnenbrunnen unterhalb der reformierten Kirche gelagert. Dieses Lokal gehörte nicht der Gemeinde, sondern wurde vom Wirt des Gasthofs Sonne gemietet. Seit längerer Zeit befriedigte aber dieses Gebäude nicht mehr. Es war baufällig und feucht, und es gab keine Einrichtung für das Reinigen und Trocknen des grossen und wertvollen Schlauchmaterials. Die neue Schiebeleiter musste gar unter einem Notdach hinter dem Spritzenhaus versorgt werden, direkt neben einer Mistgrube.
Gemeindemetzg und Feuerwehrlokal beim Sonnenbrunnen an der Schönenbergstrasse.
Schmiede beim "Eisenhammer", abgebrochen 1907 für den Bau des neuen Feuerwehrgebäudes.
In den Jahren 1907 bis 1909 wurde die Schönenbergstrasse zwischen «Hirschen» und «Schmiedstube» korrigiert. Der veränderten Strassenführung hatte das alte Spritzenhaus samt einstiger Gemeindemetzgerei zu weichen, der um einen Trog verkleinerte Sonnenbrunnen wurde verschoben. Die Gemeindeversammlung vom Dezember 1906 bewilligte einen Kredit von 43 000 Franken für den Bau eines Feuerwehrhauses nach den Plänen des Wädenswiler Architekten Paul Hürlimann. In dieser Summe inbegriffen war der Ankauf der Schmiedewerkstätte beim «Eisenhammer», von zwei Schopfgebäuden und einer Scheune mit Waschhaus oberhalb des Wohnhauses Kirchweg 10. Die Bauten wurden abgebrochen. Und an ihrem Platz entstand bis 1909 ein neues Feuerwehrgebäude mit Tröckneturm für die Schläuche, Einstellraum für die Spritzen und Geräte sowie den Leichen- und den Krankenwagen, mit einer Dienstwohnung im Obergeschoss und einem angebauten «Looli», einer Gefängnis- und Ausnüchterungszelle. Die Endabrechnung bezifferte sich auf Fr. 49 534.04. Das anfänglich freistehende Gebäude mit Hauseingang und drei Garagetoren zur Schönenbergstrasse hin und zwei weiteren Toren bergseits wurde später erweitert und mit einem Zinnenbau ans Wohnhaus Kirchweg 10 angeschlossen.
Das neue, noch freistehende Feuerwehrhaus im Einweihungsjahr 1909.
Erstes Gerätelokal der Feuerwehr auf Herrlisberg.
Spritzenhaus mit Tröckneturm im Herrlisberg, erstellt 1887.
In den äusseren Sektionen gab es schon früh eigene Spritzenhäuschen. Das älteste, ein schlichter, aber schmucker Steinbau, steht im Herrlisberg. Es wurde 1887 durch das grössere Spritzenhaus mit Turm an der Unteren Bergstrasse 45 abgelöst. 1883 beschloss der Gemeinderat, ein Spritzenhaus auf Stocken zu erstellen. 1920 liess die Politische Gemeinde ein Feuerwehrgerätelokal im Mittelort und 1933 eines an der Unteren Weidstrasse bauen. Dieses hölzerne Spritzenhaus wurde 1966 beseitigt, nachdem man in den Doppelkindergarten Untermosenstrasse ein neues Feuerwehrgerätelokal einbezogen hatte. Auch im Haus Eichweidstrasse 14, Ecke Karl-Stamm-Weg, waren einst Löschgeräte greifbar. Zur Grundausrüstung eines Feuerwehrmanns gehörten damals die schwarze Uniform, der schwarze Helm mit Kamm aus Messing und ein Beil. Offiziere trugen statt des Helms eine Mütze.
Gerätelokal der Feuerwehr beim Schulhaus Ort, erstellt 1920.
Das Jahr 1926 bedeutete in der Geschichte der Wädenswiler Feuerwehr einen Höhepunkt. Damals wurde nicht nur das Pikett geschaffen, sondern mit dem Erwerb eines ersten Feuerwehrautos wagte man zugleich den Schritt zur Motorisierung und Modernisierung. Das erste Wädenswiler Feuerwehrauto war ein Saurer-Pikettwagen. Ihm konnte die ebenfalls 1926 erworbene Zweirad-Benzin-Motorspritze «Typ II Schenk» mit Martini-Motor angehängt werden, deren 24-PS-Motor 500 bis 1000 Minutenliter Wasser lieferte. Gleichzeitig schaffte man eine mechanische hölzerne Vierradleiter an. Dieses Werk der Wädenswiler Firma E. Ehrsam-Denzler & Co. garantierte 20 Meter Nutzhöhe und ersetzte die alte Zweiradleiter von 15 Metern Nutzhöhe. Der heute noch fahrtüchtige «Saurer» war bis 1966 im Einsatz. 1941 nahm die Feuerwehr das Pikettauto «Packard», einen Occasionswagen des Jahrgangs 1929, in Dienst. 1955 wurde dieses veraltete Fahrzeug durch einen Mannschafts- und Gerätewagen International mit Materialraum und Auszugsleiter auf dem Dach ersetzt. Er war bis 1988 im Einsatz.
Das erste Wädenswiler Feuerwehrauto, angeschafft 1926.
Der Saurer-Pikettwagen mit angehängter Benzin-Motorspritze auf der Gerbestrasse.
Ein stattlicher Fahrzeugpark, Aufnahme um 1985.
Autodrehleiter, im Einsatzjahr 1984.
Bis 1957 verfügte Wädenswil über die 1926 erworbene Benzinmotorspritze des Typs Schenk und über die 1944 angeschaffte abprotzbare Benzinmotorspritze «Typ 111 W Schenk» mit einer Leistung von 600 bis 900 Minutenlitern. Um den örtlichen Feuerschutz zu verstärken, schaffte die Gemeinde im Jahre 1957 zwei Klein-Motorspritzen «Vogt Typ 160» an, die bei 8 Meter Förderhöhe eine Leistung von 1300 Minutenlitern erbrachten.
1959 erweiterte man den Fahrzeugpark um einen VW-Transporter, und 1966 erwarb man ein Tanklöschfahrzeug «Ziegler-Vogt» (heute in Reckingen VS) mit 150-PS-Motor, Allradantrieb, einem Wassertank für 1200 Liter und einer Zentrifugalpumpe mit einer Leistung von 2800 Litern in der Minute. 1971 kam die VW-Industriemotor Pumpe Typ2 hinzu, 1979 ein Tanklöschfahrzeug FBW, 1984 eine Autodrehleiter 25 m, 1988 ein Pionierfahrzeug, 1995 ein Verkehrsfahrzeug, 2000 ein Tanklöschfahrzeug Iveco (mit Tank für 2600 Liter Wasser), 2006 ein Öl-Wasserwehrfahrzeug, 2007 ein Ersteinsatzfahrzeug (Ersatz für den FBW von 1979) und 2008 ein Personentransporter.
Alle Feuerwehrautos waren gemäss Tradition rot lackiert. In den 1980er Jahren kam die Zürcher Feuerwehr vermehrt auf der Autobahn zum Einsatz. Dabei stellte sich heraus, dass die roten Autos schlecht sichtbar waren. Bei Farbtests erwies sich Lemongrün als am auffälligsten. Alle neueren Fahrzeuge der Feuerwehr Wädenswil tragen diese Farbe und dazu den vorgeschriebenen roten Streifen.
Im Jahre 1965 entwarf die kantonale Gebäudeversicherung Zürich ein neues Feuerwehrdispositiv und ordnete die Einrichtung von Stützpunkten an. Unter anderem wurden die Gemeinden Thalwil, Horgen und Wädenswil angewiesen, vor allem für den Einsatz auf der Nationalstrasse A 3, Stützpunkt-Feuerwehren zu bilden und auszurüsten. Horgen hatte einen Schaumlöschwagen anzuschaffen und für Thalwil und Wädenswil war je ein Staublöschfahrzeug vorgeschrieben. Das moderne Staublöschfahrzeug Modell «Mowag W 300» der Wädenswiler Feuerwehr, angeschafft im Jahre 1971, verfügte über Allradantrieb, Seilwinde und Doppelkabine für sieben Mann und über eine Löscheinrichtung, bestehend aus einem Tank für 750 Kilogramm Löschstaub, zweimal dreissig Metern Hochdruckschlauch mit Pistolen sowie über Hitzeschutzausrüstungen und Kleinlöschgeräte. Der Geschäftsbericht 1981 des Stadtrates vermerkt, Wädenswil sei Feuerwehrstützpunkt der Gemeinden Richterswil, Schönenberg und Hütten. Damit die Rettungseinsätze verbessert werden könnten, habe die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich empfohlen, eine Autodrehleiter anzuschaffen.
Im Jahre 1974 löste das neu geschaffene Gemeindeparlament die bisherige Gemeindeversammlung ab. Seither veröffentlicht der Stadtrat jährlich einen Geschäftsbericht. Ihm können die wichtigsten die Feuerwehr betreffenden Veränderungen und Neuerungen entnommen werden:
1974
Die Feuerwehr zählt 264 Mann: 25 Offiziere, 36 Unteroffiziere und 203 Soldaten. Dazu kommen 46 Mann der Betriebsfeuerwehr der Standard Telefon und Radio AG in der Au.
1975
Die Feuerwehr gliedert sich in das Kader, zwei Pikettzüge, die Kompanien und das Sanitäts- und Wachtkorps. Gründung eines Feuerwehr-Vereins.
1976
Im Jahre 1971 leisten noch 363 Mann Dienst in der Feuerwehr Wädenswil. Bis 1976 wird dieser Bestand und um rund einen Drittel auf 266 Mann reduziert. Durch die Schaffung des Piketts 2 bleibt aber die Effizienz weiterhin gewährleistet. Am 8. Oktober kann das renovierte Feuerwehrhaus an der Schönenbergstrasse wieder bezogen werden. Die Platzverhältnisse sind verbessert worden, und am Kirchweg stehen jetzt Parkplätze zur Verfügung.
1977
Das Wachtkorps der Feuerwehr ist vermehrt im Verkehrsdienst im Einsatz, ferner bei Sportveranstaltungen und an der Chilbi.
1978
In der kantonalen Volksabstimmung vom 24. September wird das neue Gesetz über die Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen mit grossem Mehr angenommen. Es tritt auf 1. Januar 1979 in Kraft und bedingt Änderungen in der kommunalen Feuerwehrverordnung.
1979
Am 24. Oktober wird das neue Tanklöschfahrzeug abgeliefert. Das Pikett rückt 55 Mal aus: zu 2 Explosionen, 18 Kleinbränden, 11 Wassereinsätzen, 2 Ölunfällen, 11 Fehlalarmen und 11 Hilfeleistungen. Ausserdem werden 158 Heustöcke überprüft.
1980
Auf 1. Januar treten die folgenden neuen Vorschriften in Kraft: Verordnung über die Feuerwehr vom 7. März 1979; Reglement über die Futterstockkontrolle vom 1. Januar 1980; Reglement über die Betriebsfeuerwehr vom 12. Oktober 1979; Reglement über die Feuerwehrpiketts, die Feuerwehrstützpunkte und die Spezialstützpunkte vom 12. Oktober 1979. Die Gemeinden sind verpflichtet, ihre kommunalen Feuerwehrverordnungen bis Ende 1981 den neuen Grundlagen anzupassen. Am 10. Mai führt die Feuerwehr den «Tag der Feuerwehr Wädenswil» durch. Ein Umzug mit historischen Sujets bereichert den Anlass, Die Löschdemonstration hinterlässt bei der Bevölkerung einen nachhaltigen Eindruck und belegt den ausgezeichneten Ausbildungsstand des Feuerwehrkorps.
1981
Weil dass Pikett mit modernen Funkempfängern ausgerüstet worden ist, können die elf Alarmisten entlassen werden. Bestand: 203 Mann. Gemäss neuer Feuerwehrverordnung der Gemeinde sollen die Kompanien in den nächsten Jahren von drei auf eine reduziert werden. Dafür wird der Bestand des Piketts von gegenwärtig 25 auf 34 Mann erhöht.
1982
Auf Grund der neuen Feuerwehrverordnung wird die 2. Kompanie per Ende Jahr aufgehoben. Dann gliedert sich die Feuerwehr wie folgt:
Stab
Pikett mit zwei Abteilungen
Kompanie mit vier Zügen
Elektrikerabteilung
Verkehrs- und Sanitätsabteilung.
Während den Sommerferien beteiligt sich das Pikett am Wädenswiler Ferienpass. 250 Kinder werden über die Brandverhütung informiert.
1983
Die Feuerwehr hat 40 Wespen- und Hornissennester zu bekämpfen. Der Gemeinderat stimmt der Anschaffung einer Autodrehleiter zu. Den Auftrag erhält die Firma Ehrsam AG in Wädenswil.
1984
Im Rahmen eines Feuerwehrfestes stellt das Pikett der Bevölkerung am 8. September die neue Drehleiter vor. Am 8./9. September führt die Verkehrs- und Sanitätsabteilung den bereits zur Tradition gewordenen Volksmarsch durch.
1985
Der Mannschaftsbestand ist auf 173 gesunken. Die Betriebsfeuerwehr der Standard Radio und Telefon AG zählt 42 Mann. Dieses Jahr werden auf den Bauernhöfen 230 Futterstöcke kontrolliert. Wegen Überhitzung muss ein Stock angeschrotet werden. Der Gasschutz der Feuerwehr Wädenswil wird zum Grossfeuer in der Firma Hirz im Hirzel aufgeboten.
1986
Wie jedes Jahr besuchen verschiedene Angehörige der Feuerwehr, vor allem des Kaders, Beförderungs-, Einführungs- und Repetitionskurse, um durch Weiterbildung den hohen Stand ihrer Ausbildung beizubehalten.
1987
Der Zug Waisenhaus wird aufgehoben, was 21 Umteilungen zur Folge hat. Die Mannschaft der Feuerwehr Wädenswil wird mit den neuen orangefarbenen Uniformen ausgerüstet. Zur Komplettierung der Pikettausrüstung werden zwei neue Feuerwehrfahrzeuge bestellt: ein Pionierfahrzeug und ein Öl- und Chemiewehrfahrzeug. Kontrolliert werden 290 Futterstöcke. Zwei erreichten kritische Temperaturen von 65 Grad.
1988
Am 16. Februar wird das Öl- und Chemiewehrfahrzeug und am 10. Juni das Pionier- und Pulverfahrzeug übernommen. Im November werden die beiden neuen SMT-Alarmanlagen für Wädenswil und Au angeschlossen und in Betrieb genommen. Die Feuerwehr zählt Ende Jahr 159 Mann, dazu kommen 39 Mann der Betriebsfeuerwehr der Firma Standard in der Au.
1989
Die Betriebsfeuerwehr der Standard Telefon und Radio AG nimmt ihr erstes Feuerwehrfahrzeug in Dienst. Es dient dem Mannschafts-, Geräte- und Materialtransport und als Zugfahrzeug für Motorspritzen. Das Pikett mit Atemschutz leistet Nachbarhilfe bei der Bekämpfung von Grossbränden im JK-Haus Zweihof in Schönenberg und im ehemaligren Mädchenheim der Stiftung Grünau in Richterswil.
1990
Die Beseitigung von Wespen- und Hornissennestern wird nicht mehr von der Feuerwehr erledigt. Die Einsätze haben sich daher gegenüber dem Vorjahr von 179 auf 86 reduziert. Der Mannschaftsbestand ist auf von 166 auf 149 gesunken, jener der Betriebsfeuerwehr der Alcatel STR von 40 auf 36. Seit diesem Jahr haben die Besitzer von Futterstücken die Messungen selber vorzunehmen. Die Feuerwehr übt nur noch die Oberaufsicht aus. Erst bei einer festgestellten Temperatur von 55 und mehr Grad muss die Feuerwehr beigezogen werden. Das Feuerwehrpikett organisiert auf dem Gelände Eidmatt das Geschicklichkeitsfahren der Feuerwehrpiketts des oberen Seeteils.
1991
In der kantonalen Volksabstimmung vom 2. Juni entscheidet sich das Zürcher Stimmvolk für die Aufhebung der allgemeinen Feuerwehrpflicht für Männer. Der Feuerwehdienst ist freiwillig. Die Gemeinden sind jedoch weiterhin verpflichtet, eine Feuerwehr-Organisation zu unterhalten.
1992
Per 31. Dezember wird der Zug Au aufgehoben. Feuerwehr, Seerettungsdienst und rotes Kreuz werden an die von der Kantonalen Seepolizei betreute Regionale Alarmzentrale Oberrieden angeschlossen. Die örtliche Alarmzentrale in Werkhof Rütibüel wird aufgehoben.
1993
Ende Jahr hat die Feuerwehr einen Bestand von 122 Mann. Dazu kommen 29 Mann der Betriebsfeuerwehr der Alcatel STR AG. Das Konzept «Feuerwehr 2000» sieht 137 Feuerwehrangehörige vor. Die Ausrüstung soll durch drei Gruppenfahrzeuge für die Verkehrs-, Sanitäts- und Elektrikerabteilung ergänzt werden. Der Gemeinderat bewilligt einen Kredit von 80 000 Franken für die Planung eines neuen Feuerwehrgebäudes auf dem Gasiplatz.
1994
Mit der Umstellung der Feuerwehrorganisation auf das Konzept «Feuerwehr 2000» wird auch die Betriebsfeuerwehr der Alcatel STR AG direkt der Gebäudeversicherung Zürich unterstellt.
1995
Zum Kader der Feuerwehr zählen Kommandant und Vizekommandant, je ein Zugchef für das Pikett 1, Pikett 2, die Spezialabteilungen, den Zug Langrüti und den Zug Stocken. Ferner gehörten dazu der Materialunteroffizier, zwei Gerätewarte und ein Fourier.
1996
Die Zahl der Einsätze und Hilfeleistungen der Feuerwehr hat abgenommen, von 106 Einsätzen im Jahre 1994 auf 72 im Jahr 1996.
1997
In diesem Jahr werden folgende Übungen durchgeführt: 1 Offiziersübung, 6 Kaderübungen, 16 Zugsübungen mit Zug 1, 13 mit Zug 2, 8 mit Zug 3 und 5 mit dem Zug Berg. 1. bis 3. Zug nehmen sodann an einer Bezirksübung teil.
1998
Von den insgesamt 76 Einsätzen fallen 20 auf Fehlalarme, 15 auf Brände und je 10 erfolgen im Zusammenhang mit Wasser, Sturm oder Öl- und Chemieunfällen.
1999
Bedingt durch Hochwasser und den Sturm Lothar hat die Feuerwehr ausserordentlich viele Einsätze zu leisten, nämlich 124 gegenüber 76 im Vorjahr.
2000
In Wädenswil leistete noch keine Frau Dienst in der Feuerwehr. Dies gäbe zurzeit auch Probleme, da im Feuerwehrhaus an der Schönenbergstrasse weder getrennte Garderoben noch Duschen vorhanden sind. Gegenwärtig sind die Einsatzfahrzeuge und Gerätschaften verstreut im Feuerwehrhaus, im Molkereigebäude, am Gasiplatz und im Werkhof Winterberg untergebracht. Nach der Auflösung der Bergfeuerwehr wird neu eine Bergabteilung organisiert, die aus zehn Mann der Züge eins und zwei besteht. Alle Feuerwehrleute sind in der Landwirtschaft tätig und haben Orts- und Fachkenntnisse, vor allem was Tiere anbelangt.
2001
Von den 81 Einsätzen in diesem Jahr fällt etwa ein Drittel auf Brandereignisse. Die restlichen Dienstleistungen betreffen Chemiewehr, Personen- und Tierrettungen sowie Wasser- und Sturmschäden. 19 Mal muss wegen falschem Alarm ausgerückt werden. Die Feuerwehr Wädenswil schenkt der Dorffeuerwehr Reckingen-Gluringen ihr nicht mehr benötigtes Reserve-Tanklöschfahrzeug aus dem Jahre 1966.
2002
Alle Löschposten im Wädenswiler Berg sind nun mit der Farbe «Lemongrün» angestrichen und mit neuen Schläuchen und Stahlrohren bestückt. Alle Handfunkgeräte sind jetzt mit dem Pilaton ausgerüstet. Anschaffung einer Wärmebildkamera. Am «Tag der Feuerwehr» erhält die Bevölkerung Einblick in die Gerätschaften und Fahrzeuge sowie in die praxisnahe Personenrettung aus einem Gebäude unter Einsatz der Autodrehleiter.
Löschposten Herrlisberg.
2003
In der Urnenabstimmung vom 19. Oktober bewilligen die Stimmberechtigten einen Bruttokredit von 4,5 Millionen für neue Lokalitäten der Feuerwehr. Für diesen Betrag kann man sich im Stockwerkeigentum in den Neubau Lichtwerk einkaufen, der an der Seestrasse 173 beim Sagenrain erstellt wird, und die Betriebseinrichtungen finanzieren. Das Feuerwehrgebäude an der Schönenbergstrasse soll nach dem Umzug der Stadtbibliothek zur Verfügung stehen. Die Feuerwehr verfügt neu über einen Defibrilator.
2004
Nach wie vor leidet die Feuerwehr an einem Personal-Unterbestand. Trotz Neueintritten kann der Sollbestand nicht erreicht werden. Am «Tag der Feuerwehr» wird an der Schönenbergstrasse ein Ernstfall demonstriert unter Einsatz von Ersteinsatzfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Pionierfahrzeug und Öl-Chemie-Fahrzeug.
Das Feuerwehrauto von 1926 führt den Umzug an.
Zum heutigen Erscheinungsbild gehört das Lemon-Grün.
Die Drehleiter hat den Kreisel am Zentral passiert.
Ein seltener Umzug durch das Ortszentrum.
Endlich genügend Platz für die Fahrzeuge.
In der Einsatzzentrale.
Alles bereit für den Einsatz.
Werkstatt im neuen Feuerwehrgebäude.
Bezug des neuen Feuerwehrhauses am 17. Oktober 2009.
2005
Anwohner rekurrieren im Juli gegen den Neubau an der Seestrasse, in dem die Feuerwehr eine Einstellhalle für ihre Fahrzeuge und weitere Räume erhalten soll. Im Dezember lehnt das Verwaltungsgericht den Rekurs ab, womit der Baubeginn näher rückt. Unwetter im August erhöhen die Präsenz der Feuerwehr.
2006
Anfang März fällt viel Schnee und macht auch Einsätze der Feuerwehr nötig.
2007
Mit einem Bestand von 75 Mann erreicht die Feuerwehr Wädenswil das Soll von 86 Man nicht. Das Konzept 2010 der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich rechnet für Wädenswil nur noch mit einem Personalbestand von voraussichtlich zwischen 60 bis 80 Mann. Damit ist man wieder auf Kurs. Trotzdem bleibt das Rekrutieren von neuen Feuerwehrmännern eine Herausforderung.
2008
Nach Verzögerungen durch Einsprachen kann im Frühling mit der Überbauung «Lichtwerk» an der Seestrasse begonnen werden. Im Herbst 2009 soll das zweigeschossige Stockwerkeigentum im Nordteil als Feuerwehrhaus bezugsbereit sein.
2009
Die Feuerwehr gliedert sich in die Feuerwehrkommission, den Stab und drei Züge.
Peter Ziegler