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durchstechen und damit den Fluss direkt in den
Zürichsee abzulenken (wohin er übrigens in geologischer Vorzeit tatsächlich
auch abfloss), womit ein für die Industrie nutzbarer Fall von 158 m erhalten würde. Diese Möglichkeit ist schon von Goethe
anlässlich seiner Besuche von Schindellegi (in den Jahren 1775 und 1797) erkannt worden. Schöne neue
Kirche mit zwei an der Vorderseite angebrachten Marmortafeln zum Andenken an die seit Jahrhunderten, besonders aber 1798,
in den verschiedenen Kämpfen an der strategisch so bedeutenden Schindellegi Gefallenen.
Alte St. Annakapelle. Schulhaus. Landwirtschaft, Viehzucht und Milchwirtschaft. Sägewerke und Holzhandel. Eine Baumwollweberei;
Seidenweberei als Hausindustrie. Elektrizitätswerk. Touristenverkehr und Sommerfrische. Verschönerungsverein.
Kies- und
Sandgrube.
Obere Obstbaumgrenze. Schindellegi bildete einen Teil des sog. hintern
Hofes (d. h. des
HofesWollerau), der
seit dem 10. Jahrhundert zusammen mit dem «vordern
Hof»
Pfäffikon im Besitz des Stiftes
Einsiedeln war und im alten Zürichkrieg 1440 an
Schwyz
kam.
Die Schindellegi wurde als wichtiger strategischer Punkt öfters von Truppen besetzt, so u. a. im alten
Zürichkrieg, im ersten und zweiten Kappelerkrieg, im
Arther Handel, im Toggenburgerkrieg, beim Einfall der Franzosen 1798,
dann wieder 1799 und endlich im Sonderbundskrieg 1847. Hier verteidigten sich am die unter Alois Reding stehenden
Schwyzer mannhaft gegen den eindringenden Feind. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts: Schindelerra;
vom 15. Jahrhundert an Schindellegi. Vergl. Ringholz, P. Odilo. Die Schindellegi imKanton Schwyz,
weltlich und kirchlich dargestellt.
Schindellegi 1906.
(Kt. Aargau,
Bez. Brugg).
387 m. Gem. und Pfarrdorf, nahe dem linken Ufer der
Aare und 1 km w. der Station Schinznach Dorf
der Linie
Zürich-Brugg-Basel. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit Bözenegg und
Wallbach: 155
Häuser, 985 reform.
Ew.; Dorf: 141
Häuser, 902 Ew. Acker-, Obst- und Weinbau, Viehzucht. In der mit Statuen aus schweizerischem Alabaster geschmückten
Pfarrkirche liegt der General Ludwig von
Erlach begraben, der sich im 30 jährigen Krieg auszeichnete und später das in der
Nähe von Schinznach liegende
SchlossKasteln erbaute. Schinznach ist die Heimat des berühmten Kupferstechers
Samuel Amsler (1791-1849).
Fund eines Steinbeiles in der Au;
Reste einer Römersiedelung auf «Kästern» n. vom Dorf. 1189:
Schincenacho.
12 km nö. Aarau. Station der Linie Zürich-Aarau-Olten. Postablage, Telegraph, Telephon. Grosse Parkanlagen und schöne Waldungen.
Die Schwefeltherme von Schinznach entspringt mit einer Temperatur von 33° C. und einem Wasserquantum von über 1400 Minutenlitern
etwa 8 m unter der Erdoberfläche ganz nahe der Aare aus den Klüften eines anstehenden Dolomitfelsens.
Das Wasser hat einen leicht bitteren Geschmack und einen hohen Gehalt an Schwefelwasserstoff.
Nach L. Grandeau enthält ein Liter Schinznacher Schwefelwasser:
Die Kur in Schinznach Bad (Trinkkur, Bäder, Inhalationen, Massage und Milchkur) leistet vorzügliche Dienste bei Hautkrankheiten,
Katarrhen der Respirationsorgane, Asthma, Gicht und Rheumatismus, Knochen- und Gelenkserkrankungen, Skrophulose und Drüsenaffektionen,
Diabetes etc. Flussbäder. Das Bad ist als Kurort schon seit 1663 bekannt. Ob die Heilquelle schon früher
entdeckt und zu Heilzwecken gebraucht worden ist, kann nicht nachgewiesen werden. 1670 riss die damals noch nicht durch Verbauungen
gebändigte Aare bei Gelegenheit eines durch plötzliche Schneeschmelze verursachten Hochwassers die Badeanstalt weg und deckte
die Quelle selbst mit Geschiebe zu. Erst nach 20 Jahren (1690) gelang es, den Quellort wieder und nun
auf dem rechten Aareufer aufzufinden und nach und nach gegen die Launen des Flusses zu sichern.
Heute zählt die gesamte Badanlage etwa 12 Bauten der verschiedensten Art. Umfassende neue elektrische Beleuchtung. In Schinznach
gründeten im Mai 1761 einige für das Wohl ihres Landes begeisterte hervorragende Männer (Iselin aus
Basel,
Sal. Gessner, Sal. Hirzel und Schinz aus Zürich.
Zimmermann aus Brugg u. A.) die «Helvetische Gesellschaft» die sich die Besserung
der zerfahrenen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der damaligen Eidgenossenschaft, sowie eine bessere Kenntnis
von deren geschichtlichem Werden zum Ziel setzte und der seiner Zeit die hervorragendsten Männer aus allen
Landesteilen als Mitglieder angehörten. Von 1762 bis 1780 hielt sie ihre jährlichen Sitzungen in Schinznach ab. Vergl. den
Führer: BadSchinznach. Zürich
1895. Siehe ferner: Morell, Karl. Die Helvetische Gesellschaft.Winterthur 1864.