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- Mandschu
17. bis 20. Jahrhundert n. Chr.
Jurchen (auch Dschurdschen) - 12. Jahrhundert n. Chr.
Tungusen
Ewenken, Ewenen
|Landkarten::

Die Mandschu stammen von den Jurchen ab, die im 12. Jahrhundert n. Chr. Nordostchina eroberten. Der Name Mandschu wurde 1635 n. Chr. offiziell von Huang-Taiji, der den Jianzhou-Jurchen angehörte, eingeführt. Nurhacis Sohn Huang Taiji entschied sich, den Namen Mandschu weiter zu verwenden. Vor dem 17. Jahrhundert n. Chr. waren ihre Vorfahren noch ein ländliches Volk, das sich durch Jagen, Fischerei und teilweise Landwirtschaft ernährte.
- Manchu alphabet
Im Jahre 1616 n. Chr. errichtete der Mandschu-Anführer Nurhaci die Späte Jin-Dynastie und den Staat Amaga Aisin Gurun oder kurz Manju Gurun (Staat der Mandschu) und vereinigte dadurch die Mandschu-Stämme. Auf diese Zeit geht auch die Schaffung des Militärsystems der Acht Banner zurück. Nach dem Tod Nurhacis änderte sein Sohn Hong Taiji (Taijchi = Prinz) den Namen der Dynastie in Qing Dynastie.
Als Li Zicheng 1644 n. Chr. Beijing eroberte, griff das Qing-Reich das Siedlungsgebiet der Han-Chinesen an und machte Beijing nach Mukden (war zur Zeit der streitenden Reiche eine chinesische Stadt) zur neuen Hauptstadt. Aus machtpolitischen Gründen heirateten die ersten Mandschu-Kaiser Prinzessinen von mongolischen Grosskhanen, um ihr rechtmässiges Erbe der mongolischen Yuan-Dynastie (Kubilai Khan 1279 bis 1368) darstellen zu können.
In der Qing-Dynastie wurden alle wichtigen Ämter des Reiches mit jeweils einem han chinesischen und einem mandschurischen Mitglied besetzt. Während der Regierungszeit versuchten die Mandschu, ihre Kultur und Sprache zu erhalten. Diese Versuche waren langfristig nicht erfolgreich, weil sich die Mandschu immer mehr den Bräuchen der Han-Chinesen anpassten und auch deren Sprache nach und nach übernahmen. Bereits im 18. Jahrhundert n. Chr. wurde selbst am Kaiserhof nur noch selten Mandschurisch gesprochen. Die mandschurische Schrift wurde aber bis zum Zerfall der Dynastie neben dem Chinesischen auch weiterhin als Schriftsprache für offizielle Dokumente verwendet. Auf der anderen Seite hat auch das Mandschurische die han-chinesische Kultur in grossem Ausmass beeinflusst. Grosse Gruppen von Chinesen, die sogenannten Han, wurden in einem gegenläufigen Prozess seit dem 17. Jahrhundert n. Chr. mandschurisiert. Viele Dinge, die heute als typisch für die nordchinesische Kultur angesehen werden, sind in Wirklichkeit mandschurischen Ursprungs und damit Ergebnis einer umgekehrten Assimilierung.
Obwohl sich in der Hauptsache die Mandschu an die Han-Kultur assimilierten und sich selbst immer als Chinesen (im Sinne von Angehörigen des Reiches der Mitte) begriffen, wurden sie gegen Ende der Qing-Dynastie von chinesischen Nationalisten als ausländische Kolonialmacht dargestellt. Diese Darstellung verschwand aber schnell, weil das neue republikanische China nach der Revolution von 1911 n. Chr. die Mandschu in eine neue, republikanische nationale Identität hineinkonstruierte. Sie stellten auch den letzten Kaiser der Qing-Dynastie.
1931 n. Chr. errichteten die Japaner im Nordosten Chinas einen als Mandschukuo bezeichneten Marionettenstaat. Vermutlich wurde dieser Staat nur deswegen errichtet, um damit nicht nur China sondern auch den seit 1890 starken Einfluss Russlands in der Region weiter zu schwächen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Territorium ein Teil Chinas.
- Die Jurchen (auch Dschurdschen oder Dschürdschen) waren die Vorfahren der Mandschu (der Name wurde erst im 17. Jahrhundert n. Chr. angenommen). Ihre Sprache war ebenfalls eine alte Form der Mandschu-Sprache. Eine Schrift der Jurchen wurde aus jener der Khitan entwickelt. Die Jurchen formierten sich im 11. Jahrhundert (erstmals 1069 n. Chr. erwähnt), stürzten 1115-1125 n. Chr. die damals in Nordchina regierende Liao-Dynastie der gleichfalls aus der Mandschurei stammenden Khitan und gründeten stattdessen die Jin-Dynastie.
- Liao-Dynasty
- Liao Dynasty - Western Xia
- Liao Dynasty - Uigurs & Karluks
- Tungusen: Der Begriff mandschu-tungusische Völker ist eine zusammenfassende Bezeichnung für Völker, deren Vorfahren u.a. mandschu-tungusischen Ursprungs waren. Auch in der Mongolei leben Gruppen wie z.B. die Tsaatan, die auf mandschu-tungusisch-sprachige Rentier-Nomaden zurückführen. Die in der eurasischen und chinesischen Geschichte bedeutenden "Völker" waren in der Regel polyethnisch und mehrsprachig. Eine mandschu-tungusisch geprägte Konföderation waren die Dschurdschen (Jurchen). Sie beeinflussten massgeblich die Periode von 1114 - 1234 n. Chr. in Nordchina. Ihre Sprache war Schrift- und Amtssprache. Tungusische "Reitervölker", teilweise auch Tataren (siehe Landkarte Yuan Dynastie) genannt und nicht mit den Tataren Russlands und dem gleichnamigen mongolischen Stamm identisch, blieben das ganze Mittelalter hindurch ein politischer Faktor in der Mandschurei.
In der frühen Neuzeit erfolgte der Aufstieg der Mandschuren (Manju), die bis 1911 n. Chr. in China politisch einflussreich waren und den Kaiser stellten (Qing Dynastie).
- Ewenken Ewenen, alte Bezeichnung: Tungusen; dabei handelt es sich um ein aus zahlreichen regionalen Gruppen und Klans bestehendes indigenes Volk. Ewenkische Gruppen leben über ein Gebiet verstreut, das grösser als Europa ist. Ausser in der Mehrheit der Regionen Sibiriens gibt es Ewenken in der Mongolei und in der Volksrepublik China (Rentier-Ewenken, Solonen, Oroqen).
Teile der Ewenken betrieben nomadische Rentierzucht, Jagd und Fischzucht. Im 20. Jahrhundert wurden die Ewenken in Russland sesshaft gemacht. Ein Teil konnte auf Staatsgütern (Sowchosen) traditionelle Beschäftigungen weiterführen. Andere Gruppen wie die Pferde-Ewenken und die Solonen Chinas betreiben bis heute überwiegend nomadische Viehzucht. Ihre traditionelle Religion ist stark vom Schamanismus geprägt.

Februar - Juli 2009 Albi - Revidiert von Hermelinde Steiner - November 2009
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