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Halbrüstung aus Eisen
Diese Plattenrüstung wurde auf die 1560-Jahre datiert, denn ihr Stil entspricht demjenigen anderer Rüstungen aus der gleichen Epoche. In den Harnisch sind oben rechts zweinStempel geprägt, die der Familie der Rüstungsschmiede Hofmann zugeordnet werden, einer Familie deutschen Ursprungs, die sich ab 1552 in Frauenfeld (Kanton Thurgau) niedergelassen hatte.
Diese Rüstung kam vermutlich um 1893 in die Sammlung von Chillon. In diesem Jahr nahm der damalige Konservator des Schlosses Aloys de Molin (1861-1914) in Zürich an einer Auktion statt, die vom Antiquar Gubler organisiert wurde. Da die Möbel schwindelerregende Preise erreichten, gab de Molin sich schliesslich mit Waffen und Rüstungen zufrieden, wovon er rund zwanzig Stücke erstand.
Diese Halbrüstung besteht aus zwölf Einzelteilen, die durch Lederriemen zusammengehalten werden: Harnisch und Rückenpanzer, Kragen, Armschütze, Handschuhe, zweiteilige Beintaschen (bewegliche Teile, welche die Oberschenkel schützen) und eine Schamkapsel, ein eher seltenes Teil, das den Schritt bedeckt. Nur das Visier, welches das Gesicht schützte, ist verloren gegangen.
In der Mitte des Harnischs ist 1592 zu lesen. Da die Rüstung schon früher hergestellt worden ist, muss dieses Datum als Hinweis auf eine wichtige Veranstaltung verstanden werden. Es könnte ein Zusammenhang mit dem Frauenfelder Schützenverein bestehen, dessen Mitglieder im gleichen Jahr auf ein Holzschild gemalt worden sind.
Die Rüstung wurde im Jahr 2014 umfassend restauriert. Ein aufwändiges Verfahren erlaubte es, ihre ursprüngliche „weisse“ Farbe wieder herzustellen, die nach der Schmiede durch Polieren erreicht und im Laufe der Zeit von der Korrosion verdunkelt worden war. Deshalb wurde sie lange als schwarze Rüstung angesehen.
Halbrüstung
Um 1560
Deutschland oder Schweiz
Eisen, Kupferlegierung und Leder
MCAHL
Inv.: 00161