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Einmal mehr zeigt Lufthansa Interesse an einer Miteigentümerschaft bei TAP Air Portugal. Bereits 2012 hatte sich Lufthansa um die portugiesische Fluggesellschaft bemüht, allerdings ohne Resultat. Nun schreibt das portugiesische Wirtschaftsblatt «Jornal de Negocios», dass Lufthansa Verhandlungen aufgenommen habe, um 45 Prozent Aktienanteile der TAP zu erlangen.
Dabei stellt nicht die Airline selber die Aktien zum Verkauf, sondern der amerikanische Luftfahrt-Unternehmer David Neeleman, der 45 Prozent hält und jüngst mit seiner neuen Airline Breeze Schlagzeilen gemacht hatte. Dieser hatte sich 2015 über das Joint Venture Atlantic Gateway zum Grossaktionär der Airline erhoben und daraufhin massiv weiter dort investiert; seinen 45-Prozent-Anteil will er nun aber loswerden und hat dafür Gespräche mit Lufthansa aufgenommen. Diese hat offenbar eine Verkaufsallianz mit der amerikanischen Star-Alliance-Partnerin United für diese Transaktion geschmiedet. Lufthansa und TAP selber haben die Gespräche bislang allerdings nicht offiziell bestätigt.
Zudem soll das Gespann Lufthansa/United nicht die einzige Interessentin sein. Auch Air France-KLM und die IAG (International Airlines Group) sollen Neelemans Aktienposten übernehmen wollen. Letztlich geht es wohl um Machterweiterung in Lateinamerika, wo die Star Alliance derzeit etwas schwächelt, während Oneworld-Mitglied IAG neulich Air Europa übernahm und Skyteam-Mitglied Delta bei LATAM einstieg.
Der portugiesische Staat, der aktuell 50 Prozent an TAP hält (Atlantic Gateway hält wie gesagt 45 Prozent, die restlichen 5 Prozent sind unter den TAP-Angestellten gestreut), soll nicht zufrieden sein mit den Resultaten, die man sich von der Teilprivatisierung erhofft hatte. 2018 schaute bei TAP ein Verlust von 118 Millionen Euro heraus, 2019 betrug dieser immer noch 105,6 Millionen Euro. Dies hat allerdings primär mit der Flottenerneuerung zu tun: TAP Air Portugal verfügt im Moment über 107 Flugzeuge, wobei im Rahmen der Flottenerneuerung auf Airbus A330-900 und Airbus A321LR gesetzt wird. Derweil hat der Konzernchef von TAP, Antonoaldo Neves, die Lissaboner Lufthafenbetreiberin Portela beschuldigt, nicht genügend zu unternehmen, um die wachsende Passagiernachfrage zufriedenstellend befriedigen zu können.