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Schock nach der EDS-Übernahme: CEO Mark Hurd zückt den grossen Rotstift.
Dass HP nach der Übernahme von EDS Stellen streichen würde, war anzunehmen. Obwohl HP-CEO Mark Hurd gestern noch einmal betonte, wie gut sich die beiden Unternehmen seiner Meinung nach ergänzen - "Wo EDS stark ist, da sind wir es meistens nicht" - liegt das nun gestern Nacht angekündigte Ausmass der Sparpläne aber deutlich über den Erwartungen. HP will im Rahmen der Integration von EDS in das eigene Unternehmen 24'600 Stellen streichen. Das entspricht 7,5 Prozent der Stellen bei beiden Unternehmen zusammengenommen. (HP beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme 178'000 Angestellte, EDS 142'000.)
Der Stellenabbau soll über die nächsten drei Jahre erfolgen und sowohl EDS- als auch HP-Jobs betreffen. Rund die Hälfte der Entlassungen soll in den USA erfolgen. Die Entlassenen will HP durch Beratung, Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche und Entschädigungen unterstützen.
Stellenverlagerung in Billiglohnländer
Gleichzeitig versprach HP, wiederum rund die Hälfte dieser Positionen neu zu besetzen um die Globalisierung seines Personals zu fördern - die ersetzten Stellen werden also wohl hauptsächlich in Billiglohnländern geschaffen werden. Analysten hatten schon anlässlich der Übernahme von EDS erklärt, dass HP zusammen mit EDS in Industrieländern Überkapazitäten habe, während in den heutigen Zeiten gerade im Diensleistungsbereich mehr Offshore-Kapazitäten gefragt seien.
HP will im vierten Quartal 1,7 Milliarden Dollar an Kosten für die Restrukturierung verbuchen. Davon sollen aber nur 300 Millionen Dollar die Bilanz unmittelbar belasten, der Rest wird als Goodwill verbucht. Letztendlich soll der Stellenabbau zusammen mit weiteren Sparmassnahmen, zum Beispiel bei Liegenschaften, HP jährlich rund 1,8 Milliarden Dollar an Einsparungen bringen. (Hans Jörg Maron)