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| Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)

Drittes Buch: Widerlegung der Religion der griechischen Weisen.
8.
Wenn dann ferner der Mond auch nicht sein eigenes Licht hätte, so ist doch ihre Rede zunächst darin falsch, daß sie sagen, er wachse in allen seinen Beziehungen und nehme zu an der Materie, die in ihm ist, und sie werde voll bei seinem Vollwerden und nehme ab bei seinem Abnehmen. Die Erfahrung zeige das so am Mark von allem, was aus Fleisch besteht, und an den Bäumen und Pflanzen der Saft. Und in Europa gebe es Plätze am Meer, deren Wasser, gemäß dem Zunehmen des Mondes zunimmt, und gemäß dem Vollwerden voll wird und mit seinem Abnehmen abnimmt. Ihre Anmaßung geht so weit, daß sie die Augen der Menschen zuhalten wollen, welche nachts nach dem Untergang der Sonne das Licht des Mondes in noch größerem Glanze strahlen sehen.
Wie können sie den unselbständigen Mond behender als die Sonne nennen, denn er vollendet, wie sie sagen, in dreißig Tagen seine Bahn; die Sonne dagegen in einem Jahre. Ihnen widerspricht also der wirkliche Tatbestand und die Heilige Schrift, welche erklärt: ,,Er erschuf zwei große Lichter und setzte sie an die Feste des Himmels.“ Und um den größeren Glanz der Sonne anzuzeigen, sagt sie: „Er machte ein großes Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleine Licht zur Herrschaft über die Nacht und die Sterne.“ Daraus geht hervor, daß einem jeden sein Herrschaftsgebiet zugeteilt ist und daß nicht das eine vom andern sein Licht empfängt. Und das Wachsen und Abnehmen des Mondes ist, sagen die Weisen, wie das Eintreten und Austreten bei einer Umschalung. Als Anzeichen davon nennen sie die Erscheinung, daß bisweilen beim Wachstum und Vollwerden es rings um das Gefäß herum anschwillt 1, wie wenn aus einer engen Ritze eines Hohlraums die Strahlen hervorbrechen.
Wenn dann die Opposition des Mondes Ursache wäre für die Verfinsterung der Sonne, was träte in [S. 138] Opposition, wenn der Mond verfinstert ist? Wenn sie einen Stern durch seine Opposition als Ursache betrachten wollten, wohlan, wir sehen, daß am Himmel kein Stern von solcher Größe ist, der durch seine Opposition mit dem Monde den Mond verdecken könnte. Auch gibt es keinen Stern niedriger als der Mond, so daß er, von unten her ihm begegnend, ihn verfinstern würde 2.
Wenn der Mond das Licht der Sonne abhalten könnte, dann würde er sicher sein Licht auf die Erde senden, daß der Tag etwa wie mondhell erschiene und nicht völlig finster.
1: K. tsranah = sich rundet, s. Schmid.
2: Die Stelle von „Auch“ bis „würde“ fehlt bei E.