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Israelitische Religionsgesellschaft Basel (IRG)
Gemeinschaft der streng orthodoxen Juden.
Kontakt
Synagoge:
Ahornstrasse 14, 4055 Basel
Telefon 061 301 48 98
Mail: <email-pii>
Geschichte
Die Israelitische Religionsgesellschaft (IRG) wurde 1927 gegründet. Sie ging aus der grösseren Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) hervor.
Arthur Cohn, seit 1885 der erste Basler Rabbiner, war durchdrungen von der Verpflichtung zur Bewahrung eines toratreuen Judentums ohne Konzessionen an die zu jener Zeit im Vormarsch befindlichen Reformbestrebungen. Er richtete sich 1911 mit der Forderung der Schaffung einer Organisation der gesetzestreuen Judenheit an die Öffentlichkeit.
Im Mai 1912 wurde die Agudas Jisroel Weltorganisation gegründet. Cohn gründete die "Stiftung Israelitisches Lehrhaus", den "Schomre Thora Männerverein" gemeinsam mit Sally Guggenheim und war beteiligt an der Gründung des Vereins "Schomre Schabbos", aus dem dann 1927 die IRG entstand.
1923 trat Guggenheim aus der IGB aus und organisierte jeweils in seinem Privathaus ein Sabbatgebet. 1924 erwarb er die Liegenschaft Thannerstrasse 60 und richtete dort eine Mikwe ein. Am 1. November 1924 fand in diesem Haus der erste Gottesdienst statt.
Der gesundheitlich bedingte Rücktritt des orthodoxen Rabbiners Cohn 1925 und sein Tod im Jahre 1926 beschleunigten die Entwicklung der Gründung der neuen Gemeinde, der IRG, im folgenden Jahr.
1929 wurde die Synagoge an der Ahornstrasse eingeweiht. In den ersten Jahren wirkten auswärtige Rabbiner zeitlich für die IRG. In der Generalversammlung vom 27. November 1932 wurde Dov Jehudo Schochet zum Rabbiner der Gemeinde gewählt.
1933 wurde die Talmud Thora-Schule gegründet. In den folgenden Jahren entwickelte die Gemeinde grosse Aktivitäten, um die Bildung aller Altersklassen ihrer Religionsschule zu fördern.
1997 wurde Kolel Basel gegründet.
2008 fand die Gesamtrenovation des Gebetsbereiches statt.
Die IRG zählt etwa 250 Seelen. Davon sind etwa 50 Männer, 70 Frauen und 130 Kinder und Jugendliche.
Lehre und Ziele
Die IRG steht auf dem Boden des jüdischen Religionsgesetzes, wie es in der Thora, gemäss Schulchan Aruch, enthalten ist.
→ haSchulchan aruch: Der gedeckte Tisch (nach H.-M. Döpp, aus Neues Lexikon des Judentums, Hsg. J.H. Schoeps)
«Als Schulchan Aruch (hebräisch »gedeckter Tisch»), bezeichnet man ein von Josef Karo (Toledo-Zfath) verfaßtes halachisches Handbuch.»
Zusammenarbeit
Die IRG unterhält mit der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB), ein gutnachbarliches Verhältnis. Ihr überlässt sie allfällige interreligiöse Kontakte.
Organisation, Finanzen
Die IRG ist ein Verein nach ZGB, der am 18. Dezember 1927 ins Handelsregister eingetragen wurde.
Nur männliche Mitglieder sind stimm- und wahlberechtigt und in den Vorstand wählbar. Die Mitglieder leben nach den Gesetzen der Thora.
Innerhalb der Gemeinde bestehen für die verschiedenen Bereiche Kommissionen.
Die IRG hat im Kanton Basel-Stadt freiwillig darauf verzichtet, als öffentlich-rechtliche Körperschaft anerkannt zu werden.
Nach aussen vertritt die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) die Interessen aller Juden des Kantons.
Die Mitgliederbeiträge beruhen auf einer Selbsteinschätzung gemäss dem Einkommen.
Ein wichtiger Teil der Einnahmen sind zusätzliche freiwillige Spenden.
Die Verwaltung des Geldes geschieht wie in Vereinen üblich.
Die Jahresrechnung ist für Mitglieder offen.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Die Synagoge befindet sich an der Ahornstrasse14 in einem von aussen unscheinbaren Haus. Sie hat etwa 120 Männer- und 125 Frauenplätze. Im 1. Stock sind Sitzungszimmer und das Gemeindebüro. Im Parterre ist neben der Synagoge ein Hörsaal.
Die beiden jüdischen Gemeinden geben gemeinsam eine Koscherliste heraus, in der alle Produkte des täglichen Bedarfs, die in nicht-jüdischen Geschäften verkauft werden, nach den Kaschrut-Regeln beschrieben werden.
→ Kaschrut: Rein und Unrein
Aguda ist die Vereinigung religiöser Juden. Die Ortsgruppe von Basel ist kulturell, aber auch sozial tätig.
Der Jüdische Frauen-Hilfsverein betätigt sich sozial.
Für alles, was mit Tod und Bestattung zu tun hat, ist die Chewra Kadischa besorgt. Sie wird von den beiden jüdischen Gemeinden gemeinsam geführt.
Für die Seelsorge sind der Rabbiner und der Vorstand zuständig.
Die IRG informiert ihre Mitglieder mittels Rundschreiben oder Bekanntmachung in der Synagoge.
Die Gemeinde legt Wert darauf zu betonen, dass sie Mission in jeglicher Form ablehnt. Die IRG will in Frieden das wahre Judentum im Sinne der Überlieferung leben.
Literatur, Zeitschrift
- Israelitische Religionsgesellschaft Basel. Festschrift zum fünfundsiebzigjährigen Jubiläum. 5688-5763 / 1928-2003. Hrsg.: Israelitische Religionsgesellschaft Basel. Basel: 2004 (227 S.)
- Emanuel Lang: Aus den ersten fünfzig Jahren. 5688-5738. 1927-1977. Israelitische Religionsgesellschaft Basel. (39 S.)
- Luach. Jüdischer Kalender der IRG-Basel (erscheint jährlich)
«IRG-Info» (Periodische Informationen an Mitglieder und weitere nahestehende Personen)
Weitere Links
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