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Nachtzug | Musiktheater
Das Lied spricht
Ein Mann von Adel, der sich in seinem Zimmer einschliesst, um zu dichten, der sich abgeschottet von der Welt, empfängt jede Nacht Besuch von seiner Seelenverwandten, die ihn zum Tanz auffordert.
Das ist nicht nur das Bild des Prologs des Lyrischen Intermezzo von Heinrich Heine, das Robert Schumann zu seiner Dichterliebe, eines der grössten Meisterwerke der Liedkunst des 19. Jahrhunderts, inspiriert hat, sondern auch eine Metapher für die letzten beiden Lebensjahre des deutschen Komponisten.
Eine Metapher, die im März 1852 real wurde, als Schumann, der sich seines Gesundheitszustands durchaus bewusst war, seine Geliebte Clara verliess, die Tür hinter sich zuzog, mit nichts weiter bei sich als einer Uhr, einer Zigarre, Feder und Tintenfass sowie Notenpapier. Kurz darauf hat man ihn aus dem kalten Wasser des Rheins gefischt, physisch zwar am Leben, aber innerlich längst tot. Ohne Widerstand zu leisten, liess er sich in eine psychiatrische Anstalt einweisen.
Von da an sollte Clara ihm nur noch in seinen Träumen begegnen, deren himmlische Klänge ihn laut eigener Aussage zu seiner Komposition inspiriert haben sollen, wenn sie sie ihm nicht sogar diktiert haben. Denn diese nur schwer greifbaren Klänge schienen sich im Traum immer mehr mit Clara zu vermischen.