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Balzhausen (Bayern; Ausstellungsort); Luzern, Zürich, St. Gallen (Eintragungsorte), zwischen 1898 und 1937
Buchdruck; Kartoneinband; handschriftliche Eintragungen
H. 16,5 cm, B. 10,4 cm
Inv. 2011.274.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in den bürgerlichen Haushalten der Schweiz viele weibliche Hausangestellte aus Deutschland tätig. Der Beruf des Dienstmädchens genoss in vielen Kreisen nur ein geringes Ansehen. Wegen der niedrigen Löhne und der schlechten arbeitsrechtlichen und sozialen Stellung zogen viele Frauen die Fabrikarbeit einer Anstellung im Privathaushalt vor. Viele bürgerliche Familien wurden bei ihrer Suche nach Dienstpersonal deshalb im Ausland fündig. So stammten zum Beispiel im Jahr 1910 etwa 27 Prozent der 88'000 in der Schweiz tätigen weiblichen Hausangestellten aus dem Ausland.
Eine dieser Hausangestellten war Anna Haugg. Sie wurde 1882 in Balzhausen im Bezirk Krumbach in Bayern geboren und liess sich im Jahr 1898 vom Königreich Bayern (1806-1918) ein offizielles Dienstbotenbuch ausstellen. Bereits ihre erste Anstellung brachte sie in die Schweiz. Haugg arbeitete von 1905 bis 1912 in verschiedenen Haushalten in Luzern, von 1913 bis 1921 in zwei Haushalten in Zürich und von 1923 bis 1937 in einem Haushalt in St. Gallen. Die Ortswechsel innerhalb der Schweiz gehen auf den Zuzug von Verwandten aus Deutschland zurück. Haugg arbeitete als Köchin, Dienstmädchen und Haushälterin. Die handschriftlich im Dienstbotenbuch festgehaltenen Arbeitszeugnisse sind allesamt sehr wohlwollend. Anna Haugg verstarb in den 1950er Jahren in St. Gallen. Sie war die Patin der Mutter der Donatorin.