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Ausbau des Kraftwerkes Kappelerhof
Bei projektierten Grossprojekten, welche den Limmatraum betreffen,
blieb der KCBW nicht inaktiv:
Am 5. März 1998 haben die beiden Kanu Clubs Baden-Wettingen und Limmat nach
langen und intensiven Verhandlungen mit der Limmatkraftwerke AG eine
Vereinbarung unterzeichnet, die die Ausgleichsmassnahmen für die
Beeinträchtigungen des Kanusports durch den geplanten Ausbau des Kraftwerkes
Kappelerhof in Baden festlegt. Darin verpflichten sich die LKW AG, im Falle der
Realisierung des Ausbaus im Bereich der heutigen Slalom- und Wettkampfstrecke
Oederlin entlang des Badener Limmatufers insgesamt 14 Buhnen aus Steinblöcken
einzubauen und auf ca. 130 m Länge den Uferstreifen zu erhöhen. Damit sollen
v.a. bei höheren Wasserständen zusätzliche Widerwasser geschaffen und die
Zugänglichkeit der bestehenden Slalomanlage gewährleistet werden. In der
rechten Flusshälfte soll mit Hilfe von grossen Steinblöcken auf rund 100 m
Länge ein System von Widerwassern gebaut werden, die die Trainings- und
Wettkampfmöglichkeiten bei mittleren und hohen Wasserständen wesentlich
erweitern sollen. Dieser wichtige Teil wird allerdings nur gebaut, wenn nach
dem geplanten Höherstau der Limmat eine Beeinträchtigung der Slalomstrecke
nachgewiesen werden kann. Mit diesen Massnahmen sollen der Wegfall der
heutigen Blockrampe (beim Maschinenhaus) und des alten Wehrs sowie die sehr
wahrscheinliche Erhöhung des Wasserspiegels und Verlangsamung der
Fliessgeschwindigkeit im Bereich der Slalomanlage kompensiert werden.
Im Frühling 1989 wurden die beiden Kanu Clubs erstmals über die Absichten des
Kraftwerkbetreibers informiert und wurden in der Folge in die UVP 1. Stufe
miteinbezogen. Im daraus resultierenden Umweltverträglichkeitsbericht waren
jedoch keine Ausgleichsmassnahmen für die Kanuten vorgesehen. Bei der
öffentlichen Auflage des Konzessionsgesuchs 1994 erhoben die beiden Vereine
deshalb Einsprache und verlangten die oben beschriebenen Kompensationen, die
ihnen auch prompt zugesprochen wurden. Das Bauprojekt für die Kanuanlage im
Oederlin arbeitete Tom Hänggli 1996 selber aus, so dass im vergangenen Jahr bei den
Verhandlungen mit der LKW AG eigentlich “nur“ noch über Details entschieden
werden musste. Im August 1998 soll nun das gesamte KW-Ausbauprojekt zusammen
mit dem Umweltverträglichkeitsbericht 2. Stufe öffentlich aufgelegt werden.
Der Baubeginn ist auf Ende 1999 geplant, Bauabschluss im Jahre 2004, d.h. 15
Jahre nach Beginn der Planung! Ebenso lange werden dann der KC Baden-Wettingen
und der KC Limmat engagiert sein, um für die Kanusportler einen gerechten
Ausgleich für die weitere Banalisierung der Limmat unterhalb von Baden zu
erreichen.
Es bleibt hier anzumerken, dass der Verwaltungsrat der Limmatkraftwerke AG im
August 1998 entschieden hat, aufgrund wirtschaftlichen Ueberlegungen (Stichwort Liberalisierung des
europäischen Strommarktes) auf den Ausbau des KW Kappelerhof vorläufig zu verzichten.
Stattdessen wird die Sanierung des bestehenden Stauwehres im Sinne einer
Alternative abgeklärt.
Im Falle eines späteren Ausbaus des KW Kappelerhof hat die unterzeichnete
Vereinbarung zwischen LKW AG und dem KCBW weiterhin Gültigkeit.
Die Limmatkrafwerke ergreifen in einem redimensionierten Projekt Massnahmen, um mit den bestehenden Anlagen ca. 5% mehr Energie
produzieren zu können. Auf den Antrag des KCBW soll die Kahnrampe beim Wehr sicherer gemacht
werden.
Im weiteren soll der Absturz der bestehenden Hauptrinne abgeflacht werden, damit die Befahrung
auch bei wenig Wasser möglich ist.