Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03619.jsonl.gz/125

|Mittwoch, 10. August 2:26 | 2441 x gelesen | 0 Kommentare|
|Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillen aber zwei Mal 5.|

Bericht Junioren EM 2011 - Thomas Ramseyer - swissbillard.ch
Letzte Woche ging in Luxemburg die Europameisterschaft der Jugend im Pool-Billard über die Bühne. Aus der Schweiz waren drei Schüler (Daniel und Michael Schneider sowie Nicolas Ernst) und Stephanie Keiser mit dabei. Junioren wurden keine gesandt. Nebst den Einzelwettbewerben spielten die die drei Schüler auch im Team. Um Medaillen vermochten die Schweizer Sportler nicht zu kämpfen. Die besten Klassierungen erreichten Daniel Schneider und die Tochter des scheidenden Jugend-Obmanns André Keiser, Stephanie, mit einem 5. Rang im 9er Ball, respektive 10er Ball (Stephanie).
André Keiser, der die vier Jugendlichen nach Luxemburg begleitete, hat einen Tag-für-Tag Bericht verfasst, der als PDF heruntergeladen werden kann (Bericht André Keiser). Thomas Overbeck schrieb jeden Tag kleine Zusammenfassungen, aber man müsste schon ein Jugend-Pool-Insider sein, um den Überblick zu behalten.
Schüler
Auffallend war, dass der dreizehnjährige Deutsche Schüler Joshua Filler, der im Februar an der Eurotour Dimitri Jungo geschlagen hat und vor ein paar Monaten an den Deutschen Jugendmeisterschaften vier Goldmedaillen! gewann , in Luxemburg "nur" zweimal Silber holte (8er und 9er Ball). Der erfolgreichste Schüler in Luxemburg war der Russe Vitaly Pavlukhin, der zwei Gold- und eine Silbermedaille sicherte - Teamkollege David Maslov gewann die beiden anderen Goldmedaillen. Russland dominierte bei den Schülern nach belieben.
Junioren - Ederer vom EPBF disqualifiziert
Bei den Junioren gab es einige international bekannte Spieler wie Mario He (Aut) oder die deutschen Lars Kuckherm und Manuel Ederer. Für letzteren lief die Meisterschaft überhaupt nicht nach Wunsch, weder auf dem Tisch noch daneben. Nach einem nicht weiter bekannten Zwischenfall wurde er vom EPBF disqualifiziert und von restlichen Turnier verbannt. Kucki Kuckherm gewann im 8er Ball, wurde zweiter im 9er, dritter im 14-1 und fünfter im 10er Ball. Damit war er mit Abstand der beste Junior dieser EM. Der österreichische Internationale Mario He indes blieb auf der ganzen Linie hinter den Erwartungen zurück.
Mädchen - keine zwanzig Spielerinnen
Während bei den Schülern und Junioren jeweils um die fünfzig Spieler pro Disziplin angetreten waren (im 14-1 waren es bei den Schülern nur 24) hatten die Mädchen in keiner Disziplin mehr als 19 Wettkämpferinnen.
Wie ihre Kameraden bei den Schülern hatten die russischen Mädchen in ihrer Kategorie stets das Sagen. Im 8er Ball gewannen sie alle Medaillen, im 9er und 10er je zwei.
Warum die Mädchen 9er und 10er Ball spielen aber nicht 14-1 ist nur schwer nachvollziehbar. Beim 14-1 hätten sie eine Möglichkeit ihr Niveau objektiv zu vergleichen (auch mit den Junioren und Schülern).
Aufwand und Ertrag
Nach der Jugend stehen nun die Senioren eine Woche lang an den Tischen in Luxemburg. Alle Pool-Meisterschaften sind monströse Anlässe. Vier Disziplinen (9er und 10er Ball - ob wohl bald auch noch 11er dazukommen wird..? 11er ball nach den Regeln von 9er Ball wäre sicher ein weiteres "komplett anderes" Spiel! das Pool endlich den Durchbruch brächte) sechs Kategorien (wann starten die Seniorinnen??). Man müsste annehmen Pool-Billard sei in Europa Volkssport Nummer Eins.
Dass dies nicht so ist, wissen wir alle. Warum die Meisterschaften nicht den herrschenden Umständen angepasst werden weiss keiner. Müssen wirklich so viele Disziplinen gespielt werden? Sind die vielen Kategorien zwingend wenn der 13 jährige Filler den internationalen Dimitri Jungo an der Eurotour schlägt? Klar, wenn man es sich leisten kann, sind viele kleine Feste eine tolle Sache - aber Pool kann es sich schon lange nicht mehr leisten und die Nachfrage hinkt dem Angebot auch um Längen hinter her wie die bescheidene Anzahl der Spieler oft zeigt.
Viele Schachclubs in der Schweiz haben eine grössere Jugendabteilung als der gesamte Schweizerische Billardverband (sämtliche Billardarten eingeschlossen!). Es ist zweifelsfrei weniger interessant eine regionale Jugendmeisterschaft aufzubauen als an eine Europameisterschaft zu reisen. Dennoch wird Billard (egal ob Pool, Carambole, Snooker oder was auch immer) erst dann wieder ein richtiges Wachstum erleben, wenn es bei uns auch lokale Meisterschaften gibt. Das gilt für alle Altersgruppen, aber für die Jugend ganz besonders.
Wenn Jugendliche für eine Sportart begeistert werden sollen, müssen sie in einen Spielbetrieb in ihrer Nähe eingebunden werden können. Der Jugendobmann André Keiser ist vor ein paar Wochen zurückgetreten - Nachfolger ist Sacha Volery, der dieses Amt schon einmal bekleidet hat. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Verantwortlicher auf nationaler Ebene irgendwas bewirken könnte, wenn lokal überhaupt keine Basis vorhanden ist. Es braucht einen Paradigmenwechsel, eine komplette Neuausrichtung, die in den Regionen ihren Anfang nehmen muss.
Wie weiter wursteln...?
Anstelle eines nationalen Jugendobmanns bräuchte der Billardverband vielleicht eher eine Kommission, welche neue Sportmodelle erarbeiten und entwickeln könnte, die sich am Vorbild anderer Sportarten orientieren. Oder wir können so weiterwursteln wie bisher. Dann wäre es aber ehrlicher und effizienter gänzlich auf eine Jugendsektion zu verzichten - oder sogar gänzlich auf einen Verband.
Vielleicht sind Billardspieler einfach keine Sportler, sondern schlicht Spieler - wie Pokerspieler. Dort gibt es, soweit ich es weiss, auch keinen Verband (es gab vor einer Weile einen Anstoss dazu). Pokerspieler betrachten sich nicht als Sportler und haben auch keinen Bock auf Nachwuchsförderung. Vermutlich gibt es dort auch keine Senioren und keine Damengruppen. Cash zählt und das ist ja wohl genau die Haltung der meisten Billardspieler der Schweiz (zumindest der Poolspieler). Jungo hätte an einer EM sicher gute Medaillenchancen - aber er zieht Turniere vor, bei denen es etwas zu gewinnen gibt. Das ist in Ordnung und legitim. Aber wer braucht dann noch eine Schweizer- oder Europameisterschaft?

Kommentare

10.08.2011 08:01:00 von Marco Steiner
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillenchancen
"ohne dass die Schweizer einen medaillenplatz erreichen hätten können" HALLLOOOOOOO?????? wenn man im viertelfinale steht ist man ein schritt vor der medaille!!! Was ist das für ein Bericht????? Absolute Scheisse!!! Ich glaube nicht dass daniel und michael schneider diesen Bericht so verdient haben!!! Oder was meint ihr??! Daniel stand 2 mal im viertelfinale und ich glaube dass die jungs, so wie ich sie kenne und ich kenne SIE ziemlich gut, alles gegeben haben um eine Medaille zu erreichen!!! Dass Daniel noch zum fairsten Spieler der EM ausgezeichnet wurde wisst Ihr sicherlich?! Tsssss Glaube nicht dass die Jungs so etwas verdient haben.........
10.08.2011 11:40:38 von Pascal Wirth
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillenchancen
Sali Marco Danke für deine Worte. Genau das gleiche habe ich auch gedacht, als ich diesen Bericht gelesen habe. Jedoch wollte ich es runter schlucken, damit nicht wieder ein Gemotze entsteht. Also, wir sehen uns am Triple Open. Vielleicht ja nicht nur beim Billard spielen? ALL-In! ;-) Gruss Pascal
10.08.2011 12:45:28 von Marco Steiner
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillenchancen
Ja auf jeden fall... Freue mich schon auf eine runde "all in" nebst dem poolspiel natuerlich! Gruss
10.08.2011 14:00:18 von Patrick von Rohr
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillenchancen
Ich finde den Bericht nicht sonderlich gut.... 1. Daniel Schneider, Team Schweiz und Stephanie Keiser kämpften um Medaillen. Waren immerhin 3 Chancen! Bei der Jugendförderung heutzutage (gange CH gesehen und auch ganz Europa) nimmt immer mehr ab! Also auch nicht verwunderlich das nur 18 bzw. 19 Mädchen an der EM waren. 2. Bei den Mädchen im 8er Ball waren es nicht alles Russen die eine Medaille holten, Gradisnik Ana ist von Slowenien. Flagge sieht halt ähnlich aus wie die von den Russen. 3. Warum Mädchen mit Schülern zusammentun bei einer EM, dann müsste man auch die Damen mit den Herren spielen lassen. Ist dies bei einer anderen Sportart der Fall??? 4. Seniorinnen (bzw. Ladies) gab es doch früher oder? Vor ca 3 - 4 (oder auch mehr :-) ) Jahren holte doch Monika bei dieser Kategorie Bronze oder? 5. Der Vergleich mit Poker finde ich interessant... Kann man ein Pokerspieler (wenn er damit sein Geld verdient, sprich Profi) nicht auch "Sportler" nennen? Immerhin verdient er damit den Lebensunterhalt. 6. Beim Poker gibt es übrigens an diversen Turnieren Ladys Turniere. Auch Senioren/Seniorinnen Events gibt es. Jedes Jahr an der WSOP. In diesem Jahr übrigens mit einem neuen Teilnemehrrekord! Es waren, wenn ich mich richtig Erinnere über 3000! Teilnehmer über 40 oder 50, weiss nicht wo das Mindestaler ist. 7. Das mit dem Geld und der Poolspieler finde ich so auch nicht ganz richtig. Siehe Wochenturniere,wo meines Wissens an den meisten Orten kein Geld ausgezahlt wird oder wenn dann nur wenig, nehmen regelmässig die gleichen Leute teil, die spielen sicher nicht wegen dem Geld! 8. Realistisch gesehn kann fast kein CH Spieler in der CH an irgend einem Turnier Geld verdienen! Ein Beispiel jemand von Biel fährt nach Luzern, macht dort den 3. Rang, Preisgeld 200.- Die Rechnung: 50.- Startgeld, 50.- für Getränke und Essen, Reisespesen (mit Auto -.70Rp. pro Kilometer Strecke 214km hin und zurück)=149.80Fr.! Also alles zusammen rund 250Fr.! Somit einen Verlust von 50Fr. obwohl er scheinbar 200Fr. gewonnen hat. Was ich damit sagen will wirklich was verdienen an den Turnieren kann nicht mal ein Topspieler. Weil wenn er diesen Tag arbeiten würde, würde er bestimmt mehr verdienen! Ich hoffe es ist einigermassen verständlich und übersichtlich. Ich will damit niemand Angreifen. Wollte lediglich paar Dinge klarstellen und aus meiner Sicht schreiben. Jeder hat seine eigene Meinung und dies ist auch gut so! Grüsse an alle die mich kennen :-) und hoffentlich geht es mal wieder aufwärts mit der Billardszene, was ich leider sehr bezweifle!
10.08.2011 17:56:41 von Thomas Ramseyer
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillen aber zwei Mal 5.
Oh, wow. Ich freue mich immer wieder, dass jemand Swissbillard liest. Merci.
11.08.2011 09:09:22 von Patrick von Rohr
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillen aber zwei Mal 5.
Ok da muss ich Ihnen recht geben mit den russischen Mädchen, so hab ich das nicht verstanden. Ich finde es auch gut das es Swissbillard gibt ohne Swissbillard und sonstigen Billard Infoseiten würde es sicherlich noch schlimmer aussehen. Danke Ihnen dafür. Aber ich verstehe jetzt nicht ganz warum ich über den World-Cup of Pool oder ähnliches schreiben soll? Was ich noch amüsant fand, Sie haben genau den Punkt von mir genommen, bei dem Sie auch recht haben. Auf den Rest sind Sie gar nicht eingegangen. z.B das alle Poolspieler wegen dem Geld spielen!? Grüsse Patrick von Rohr
12.08.2011 09:56:53 von Pascal Wirth
Jugend EM 2011 - Schweizer ohne Medaillen aber zwei Mal 5.
Hey Dave Super Leischtig!! Herzlichi Gratulation zur Bronzemedaille!!! Respekt! Gruss vo dim Club-Kamerad und Angschtgegner ;-) :-) Pascal