Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03225.jsonl.gz/1078

Dieses Wochenende wurde die AK-47 (Awtomat Kalaschnikowa, obrasza 47) 60 Jahre alt. In Russland wurde dieser Jahrestag gefeiert (oder war es nur eine geschickte PR-Aktion des sowjetischen Waffenfabrikanten Rosoboronexport?), wobei der 87 jährige Michail Kalaschnikow ein Prototyp der Waffe von 1947 einem Museum der sowjetischen Streitkräfte übergab (siehe Bild oben links, Quelle: Spiegel Online). Es ist die am meisten produzierte Waffe (gemeint ist dabei immer die AK-47 und alle Nachfolgemodelle) weltweit (ca. 100 Millionen Exemplare) und wird in über 55 Staaten eingesetzt. Kehrseite der Medaille ist, dass wahrscheinlich durch keine andere Waffe so viele Menschen getötet wurde wie durch die Kalaschnikow. Weiter ist die Kalaschnikow das Maschinengewehr des armen Mannes und ist in den Armeen (wenn man diese militärartigen Gruppierungen überhaupt so nennen kann) der Drittweltländer stark verbreitet:
Die Kalaschnikow ist in Russland nach wie vor ein Symbol für den Patriotismus. Doch anderswo steht sie vor allem für Bürgerkrieg, Befreiungskampf und Terrorismus. Die enorme Widerstandsfähigkeit der AK-47 bei Regen, Schlamm, Sand und Schnee macht sie zur liebsten Waffe der Rebellenbewegung. Aus einem einfach Grund: Sie ist billig und schlichtweg unkaputtbar. Im Kongo werden heute noch Modelle aus den fünfziger Jahren auf dem Schwarzmarkt verkauft. Die Kindersoldaten, die damit ausgerüstet werden, sind oft nicht größer und werden auch nicht älter als das Gewehr, das sie stolz über den Schultern tragen. (Quelle: Spiegel Online)
Die AK-47 wird seit 1947 bis heute hergestellt. Es handelt sich dabei ursprünglich um einen halbautomatischen Karrabiner als Vorläufer des Sturmgewehrs. Dabei bezieht sich die Bezeichnung “Vorläufer” auf die russische Waffenentwicklung, denn mit dem Sturmgewehr 44 hatte die Deutsche Wehrmacht bereits eine halbautomatische Waffe im Einsatz, die der Roten Armee im 2. Weltkrieg schmerzhafte Verluste zufügte. Dementsprechend diente das deutsche Sturmgewehr 44 der Sowjetunion auch als Anstoss zur Entwicklung der Kalaschnikow (vermutlich durch Studium erbeuteter Waffen). Die Waffe wurde mit den Jahren überarbeitet, leichter, kleiner und verbessert (AKM, AKS, AKMS, AK-74, AK-100+ – die S-Versionen sind zusammenklapbar).
Besonderheiten
Die AK-47 kommt in den Landesflaggen von Mosambik, im Wappen von Simbabwe und Osttimor (seit 2007) und in der Fahne der Hisbollah sowie der kolumbianischen FARC vor (fett: am 20.01.08 hinzugefügt, gemäss Wikipedia). Saddam Hussein bekam von seinen Söhnen eine goldige irakische Varinate des AK-47 erhalten (siehe Bild unten). Die Waffe wurde bei der US-Invasion sichergestellt und ist derzeit in einem australischen Museum ausgestellt.