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Die 18-jährige Meister legte am Sonntagabend die 100 Meter Rücken in 1:21.78 zurück und konnte sich dabei rund eine Sekunde von der deutschen Verena Schott absetzen, die den bisherigen Europarekord innehatte.
«Ich war wirklich überrascht, als ich ins Ziel kam und der Europarekord aufschien», so Meister.
Die Schweizer Athletin startete auf der Aussenbahn und lag zur Wende noch auf dem zweiten Platz – auf der zweiten Hälfte überflügelte sie dann die Konkurrenz. «Das sind Siege, die besonders schön anzusehen sind», sagt Martin Salmingkeit. Der Trainer der Schweizer Para-Schwimm-Equipe spricht von einer «von Anfang bis Ende souveränen Leistung» seiner Athletin.
Am Montag doppelt Meister über 100 Meter Freistil (S6) nach und holt Silber hinter der Ukrainerin Yelyzaveta Mereshko. Sie zeigte ein konstantes Rennen und kam drei Sekunden hinter der Ukrainerin ins Ziel – weitere drei Sekunden trennten sie von der drittplatzierten Britin Eleanor Robinson. Bei der Wende lag Meister noch hinter dieser zurück, steigerte sich aber noch und konnte vorbeiziehen.
Am Mittwoch gewann dann die 18-Jährige erneut souverän über 400 Meter Freistil und konnte sich deutlich von Yelyzaveta Mereshko absetzen. Sie lag zunächst noch knapp zurück, konnte aber bereits bei 100 Metern den Spitzenplatz behaupten. Meister fiel durch gute Wenden und einen sehr schnellen Armschlag auf. Bei 300 Metern lag sie bereits fünf Sekunden vorne und nach einem furiosen Finale sogar deren zwölf vor der Ukrainerin Mereshko. Ihre Zielzeit von 5:12.87 über 400 Meter Freistil (S6) bedeuten Gold und zugleich einen neuen Weltrekord.
Fuhrer mit Silber in Paradedisziplin
Über die 50 Meter Freistil (S5) konnte ausserdem Stephan Fuhrer jubeln. Der Athlet aus Turbenthal (ZH) gewann die Silbermedaille hinter dem Italiener Francesco Bocciardo. Mit dem Medaillengewinn habe er sein Ziel für die Europameisterschaften bereits erreicht, sagt Fuhrer, welcher die starke Form aus dem Vorlauf bestätigen konnte. Auch über die 100 Meter Freistil wird der 53-Jährige in dieser Woche an den Start gehen und erhofft sich ein ähnlich gutes Ergebnis.
Starke Leistungen mit Finalteilnahmen zeigen auch Leo McCrea (7. über 200m Lagen) und Nadine Lüthi (8. über 100m Brust).
Standortbestimmung für Tokio
Die Para-Schwimm-EM in Funchal hätte ursprünglich 2020 ausgetragen werden sollen, musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Die EM findet in diesem Jahr unter strengen Corona-Auflagen statt – zudem wurde die Wettkampfform «open» gewählt, so dass auch Athlet*innen ausserhalb von Europa teilnehmen können.
Die Veranstaltung gilt für die Schwimmer*innen als Gradmesser für die Paralympics in diesem Jahr in Tokio.