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Kalt - am Boden noch kälter
Die Nacht auf den Dienstag war wiederum kalt. Wie diese Abkühlung vonstatten ging und was dagegen gemacht wurde lesen Sie im nachfolgenden Beitrag.
Zwischenhoch
Am Dienstag wurde unser Wetter weitgehend von einem schwachen Zwischenhoch bestimmt, welches sich nach Mitteleuropa verlagert hatte. Bereits in der Nacht zu Dienstag klarte der Himmel auf und abgesehen von zeitweiligen Schleierwolken war die Nacht oft klar.
Kalte Nacht
In der kalten Luftmasse, die nach dem Kälteeinbruch vom Wochenende immer noch bei uns lag, gingen die Temperaturen erneut in den Frostbereich. Ein Blick auf die Tiefsttemperaturen zeigt, dass in den Niederungen nur in Gewässernähe sowie in der Region Basel und auf der Alpensüdseite kein Frost registriert wurde. Während die Tiefstwerte in 2 m Höhe im Flachland verbreitet zwischen -1 und -3 Grad lagen, sanken sie in Bodennähe (5 cm über Boden) sogar auf -3 bis -7 Grad.
Minimumtemperatur
Wieso ist es in Bodennähe kälter als einige Meter über Boden?
Direkt über dem Boden war es also empfindlich kälter als in 2 Metern Höhe über Grund. In klaren Nächten ist dies der Normalfall. Zu erklären ist dies mit der Strahlungsbilanz: Tagsüber wird die Erdoberfläche durch die kurzwellige Sonnenstrahlung erwärmt. Durch Wärmeleitung werden die unmittelbar über dem Erdboden liegenden Luftmoleküle erwärmt. Durch Konvektion und Turbulenz wird die Wärme dann auf ein grösseres Luftvolumen verteilt. Folglich ist tagsüber in der Regel die Luft umso wärmer, je näher sie an der Erdoberfläche liegt.
In der Nacht fehlt bekanntlich die Sonneneinstrahlung. Der tagsüber erwärmte Erdboden strahlt aber weiterhin Wärme ab und kühlt in der Folge aus. Die direkt an der Erdoberfläche liegenden Luftteilchen kühlen sich in der Folge auch ab, später durch Durchmischung auch die darüber liegenden Luftmoleküle. Somit ist in der Nacht die Luft umso kälter, je näher sie sich an der Erdoberfläche befindet.
Diese Tatsache ist schön an untenstehender Grafik der in den letzten zwei Tagen (und Nächten) gemessenen Temperaturen an der MeteoSchweiz Messstation in Bern/Zollikofen zu erkennen.
Die Temperatur in 5 cm über Boden (blaue Linie) reagiert jeweils in der Nacht zuerst auf die Abkühlung und tagsüber zuerst auf die Erwärmung. Auch schlägt sie am weitesten in den kältesten bzw. in den wärmsten Bereich aus. Etwas verzögert und weniger stark reagiert die Temperatur in 2 m über Grund (rote Linie).
Zusätzlich dargestellt sind auch noch die Temperaturen des Bodens, also in 5, 10 und 20 cm unter der Erdoberfläche (Brauntöne). Hier ist schön zu erkennen, wie der Tagesgang der Temperatur noch weiter gedämpft ist, und noch mehr verzögert: So ist zum Beispiel in 20 cm Tiefe die Tiefsttemperatur erst um die Mittagszeit erreicht, die Höchsttemperatur am Abend.
Frostschutz
Um dem Frost in Bodennähe entgegenzuwirken, bzw. um die empfindlichen Pflanzen zu schützen werden unterschiedliche Massnahmen ergriffen. Neben Abdecken mit Stroh, Tüchern, Brettern, Glasdächern etc. helfen unter anderem auch die sogenannte Frostberegnung oder die Geländebeheizung z.B. mit Frostkerzen. Neben der Erwärmung direkt um das Feuer wird die Bildung eines Kaltluftsees verhindert: Durch die Erwärmung steigt die Luft unmittelbar über der Flamme auf, und es erfolgt eine Durchmischung. Diese verhindert, bzw. vermindert die Abkühlung.
Tagsüber sonnig und etwas wärmer
Tagsüber war es dann trotz der bereits erwähnten hohen Wolkenfelder meist sonnig, und mit 14 bis 18 Grad zwar nicht unbedingt warm, aber immerhin wärmer als an den Vortagen.