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Die zwei Wohnhäuser stehen an der Kante des Dorfs im Tal des Corvatsch, benachbart von kleineren Wohn- und Ferienwohnungsbauten und grossen Hotels an der Strasse nach St. Moritz. Der dreigeschossige und der viergeschossige Kubus sind im Wesentlichen gleich gegliedert. Sie enthalten geschossweise meist zwei 4,5-Zimmer-Wohnungen. In Kernen aus Beton liegen Treppen und Nassräume. Die Wohnräume orientieren sich im Südosten auf die freie, landwirtschaftlich genutzte Grevasebene, die an die Wohnhäuser stösst.
Die von runden Stahlstützen getragenen Lauben geben den Kuben eine Richtung. Einzelne Türen verbinden den vorgelagerten Aussenraum mit den Wohnzimmern und den Küchen, die Fenster reichen hier bis tief über den Boden. Zu den anderen Seiten sind die Fenster kleiner und ihre Reihen unregelmässig. Manchmal liegt darunter seitlich versetzt, ein weiteres schmales Fenster. Die ausserordentliche Lage der Kuben, die nicht in einer Linie angeordnet sind, begünstigt für beide Häuser Blickachsen auf die Berge und den See sowie zur Seite. Aus allem Ähnlichen, das die Wohnungen gemeinsam haben, wird durch die Fenster ihre Einzigartigkeit hervorgehoben. Das Zusammenspiel der Fenster ruft eine Erinnerung an die Bündner Bürgerhäuser wach, indem es wie bei diesen traditionellen Bauten die Körperhaftigkeit bestärkt. Die Tiefe der unterschiedlich schrägen Leibungen zeigt die Dimension der Konstruktion und des Rohbaus.
Die beiden Mehrfamilienhäuser in Champfèr sind die ersten Holzhäuser, die seit den 20er Jahren im Oberengadin errichtet worden sind. Die tragende Struktur besteht aus Holz. Die Aussenwände wurden in der Werkstatt vorgefertigt und Element für Element vor Ort montiert. Eine moderne
Isolation optimiert den Energiehaushalt, wie Erdsonden und Photovoltaik, die den Betriebsstrom reduzieren, der zugeführt werden muss.
Eine weisse Lasur überzieht die Bretter und Leisten aus Weisstanne. Ihre ornamentale Fräsung nach einem Entwurf von Josef Felix Müller verleiht den Baukörpern einen weniger harten Ausdruck. Der Künstler hat auch die Griffe der Hauseingangstüren entworfen, die die Form von Ästen übernehmen und in Metall gegossen sind, sowie die Hauben auf den hölzernen Geländerpfosten der Lauben.
Datum: 2008-2015
Ort: Via Suot Chesas, Champfèr
Programm: Wohnungen in Eigentum und zur Miete durch Ortsansässige
Landschaftsarchitekt: Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich
Bauingenieur: Schnetzer Puskas Ingenieure, Basel
Holzbauingenieur: Bachofner GmbH, Frümsen
HLSE, Elektro: Amstein + Walthert, Zürich
Montagebau in Holz: ARGE Holzbau, Champfè, Blumer-Lehmann, Gossau (Planung), Uffer Holz Savognin und A. Freund Holzbau, Samedan (Montage)
Schreinerarbeiten/ Innenausbau: Stahl- & Traumfabrik, Zürich
Künstler: Josef Felix Müller