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Wald, Flussbau und Landschaft
Wald
Die Waldbewirtschaftung im Kanton stand ganz im Zeichen der Auswirkungen der Trockenperiode 2018 und der Waldschäden von Ende Oktober 2018 im Goms. In einigen Regionen war bei Föhren, Weisstannen und Laubbäumen ein starkes Absterben festzustellen.
Die Waldeigentümer leisteten auf 1550 Hektaren Schutzwald Unterhalt. Der Vorschlag, ab 2020 die Schutzwaldfinanzierung durch eine Differenzierung der Pauschalleistungen abzuändern, stiess bei den Burgergemeinden auf Widerstand. Die einheitliche Pauschalvergütung wird für einen Zeitraum von zwei Jahren weitergeführt; in dieser Zeit soll eine neue, gerechtere Finanzierung definiert werden.
In einigen Regionen dauert der Wilddruck auf die Verjüngung an, wie z. B. im Goms, wo konkrete Massnahmen umgesetzt wurden, aber auch am linken Rhoneufer im Mittelwallis, im Entremont und im Val d’Illiez.
In den Bereichen Walderhaltung und Biodiversität im Wald wurden mehrere Reservatsprojekte, regionale Kompensationsprojekte und Förderprojekte für Waldweiden, Kastanienwälder oder prioritäre Zielarten realisiert.
Natur und Landschaft
Die kantonale Landschaftskonzeption ist in die Ausarbeitungsphase eingetreten. Eine Evaluation der Natur- und Landschaftswerte des Projekts für den regionalen Naturpark Trient-Tal hat gezeigt, dass es das Potenzial für eine Eingabe beim Bund hat. Mehrere Revitalisierungen wurden abgeschlossen, darunter jene der Rigoles de Vionnaz, der Epines in Conthey und der Trockengebiete in Törbel. Die Überwachung und Pflege des Naturschutzgebietes Derborence wurde durch die Anstellung eines Aufsehers und die Einrichtung einer Begleitgruppe verstärkt. Die Entbuschung der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung wurde fortgeführt, ebenso die Revitalisierung der Flächen am Talhang zwischen Riddes und Charrat. Zur Bekämpfung invasiver Neophyten in Naturschutzgebieten, sowie zur Eindämmung der Vermehrung solcher Arten in der Anfangsphase ihrer Ausbreitung, wurden Zivildienstleistende und Asylsuchende eingesetzt. Die Zahl der Landwirte unter Vertrag für Leistungen zugunsten der Natur ist gleich geblieben (429), die betreffende Gesamtfläche hat deutlich zugenommen (auf über 3000 Hektaren). Es wurden zwei Naturschutzbroschüren herausgegeben (Lichtverschmutzung und Fledermäuse).
Lawinen, Rutschungen, Murgänge
Im Jahr 2019 kam es zu örtlichen Ereignissen von enormer Intensität. Die sommerlichen Gewitter zweier Hitzeperioden waren heftig und lösten Murgänge aus, darunter jenen von Chamoson am 11. August. An der Losentse war eine Abflussmenge von über 400 m3/Sekunde zu messen, was der ersten Warnstufe für die Rhone bei Sitten nahe kommt. Trotz aller Arbeiten der vorangegangenen Jahre traten die Fluten über die Ufer, rissen Fahrzeuge mit sich und führten zum Tod zweier Personen. Dieser Murgang und weitere Hochwasser und Überschwemmungen dieses Sommers zeigen, wie schwer es ist, diese Naturgefahr vorherzusehen und einzudämmen. Vielerlei Beratungen finden statt, um herauszufinden, wie man die Präventionsmassnahmen verbessern könnte.
Betreffend Hochwasser ist anzumerken, dass die Wassermengen in der Rhone im Juni stellenweise die zweite Warnstufe erreichten. Die Hochwasserperiode war eine Folge schneller Schneeschmelze in Verbindung mit starken Niederschlägen. Als Folge davon war in der ganzen Rhoneebene ein Anstieg der Grundwasserstände zu verzeichnen. Für eine Notfallintervention bei einem Rhonehochwasser wurden den Stabseinheiten der betroffenen Gemeinden vom Kanton erstellte Einsatzunterlagen abgegeben.
Bezüglich Lawinen, Steinschläge und Bergstürze kann das Jahr 2019 als normal bezeichnet werden. Festzuhalten wäre ein Gletscherseeausbruch des Triftgletschers (unterhalb des Zinalrothorns), der zu einem Murgang führte, der auf Zermatt traf, aber keinen grossen Schaden anrichtete.
Bei der nachhaltigen Nutzung der Bodenressourcen legte man das Hauptaugenmerk darauf, die Bewirtschaftung von Kieswerken und Steinbrüchen wieder unter Kontrolle zu bringen. Dazu wurde ein kantonales Konzept entworfen, das sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet.
Dienststellenintern war das Jahr 2019 geprägt von der Konsolidierung der nach Gründung der Sektion Naturgefahren 2018 eingeführten Prozesse und Abläufe. Ein Aspekt dieser Konsolidierung ist das Verfassen eines neuen Gesetzes über die Naturgefahren und über den Wasserbau. Weiter sei auf die Realisierung des Naturgefahrenportals hingewiesen, auf welchem man praktisch alle im Kanton festgehaltenen Messungen und Bilder abrufen kann, zusammen mit den Wetterprognosen und anderen relevanten Daten.