Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03262.jsonl.gz/1653

Eine Künstelgemeinschaft: Josua und Katharina
Josua Boesch und Katharina (und Peter) Schuppli
Angefangen hat die Bekanntschaft in Stallikon, wo Josua Pfarrer und Peter Schuppli Kirchenpfleger war. Fortgesetzt und vertieft hat sie sich in der Sondierphase um die Neuorientierung der „Anstalt Kappel“ zu einem „Haus der Stille und Besinnung“: Peter hat Josua motiviert, von Schaffhausen nach Affoltern zu wechseln und sich mitzuengagieren.
Persönlich festigten sich die Kontakte, als sie gegenseitig Patenschaften für die Kinder übernahmen. Und Katharinas künstlerischer Weg, mit Webarbeiten und Töpfersachen, weckte natürlich Josuas Interesse und Anteilnahme - und motivierte wahrscheinlich Josua künstlerischen Aufbruch. Eine erste Ausstellung fand gemeinsam im Schulhaus Wettswil statt: Textil, Ton, Ikonen.
Als Josua nach Camaldoli zog, besuchten Katharina und Peter ihn und waren von der Offenheit der Mönche ebenso angetan. Nach einem langen Prozess entschieden sie sich schliesslich, ebenfalls in den Casentino (östlicher Teil der Toscana) zu dislozieren. Sie restaurierten dafür ein Bauernhaus des Klosters. Der Kontakt zu den Mönchen war intensiv: Novizen kamen, um von Katharina das Töpfern zu lernen, Peter nahm an Tagungen im Kloster teil und wurde regelmässig als Referent und Prediger eingeladen, Besucher der Klostergemeinschaft wurden auch zu ihnen in die Casa Bocci weitergereicht.
Ein paar Jahre später transferierte sich Josua vom Eremo zu ihnen in die Ebene. Ein Anbau des Hauses, ein ehemaliger Stall für Kleintiere, wurde dazu umgebaut. Die „3er-WG“ hatte eine Arbeitsteilung: Peter war der Aussenminister, er hielt die Kontakte zu den Ortschaften, Geschäften, Bauern; er machte Einkäufe und alles Administrative und diskutierte gerne mit den zahlreichen Besuchern. Katharina widmete sich dem Knüpfen von Wandteppichen und dem Töpfern und bewirtete die häufigen Gäste aus der Schweiz und zunehmend auch aus Italien. Josua bot geistliche Begleitung Einzelner an und meditierte mit kleinen Gruppen seine Ikonen; er arbeitete an Übersetzungen und fertigte noch lange Ikonen an.
Künstlerisch korrespondierten Josua und Katharina weiterhin: er legte eine Metall-Figur auf Tonplatten, sie verwendete Motive von Josua bei den Textilbildern.
Katharina Schuppli starb im Herbst 2022 – kurz nachdem sie für den Dokumentarfilm über Josua noch ein Interview geben konnte.
Mehr Infos zu Katharina Schuppli: gewobene Spiritualität