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Ziel
In diesem Tutorial geben wir eine Einführung in Sidechain Compression mit Ableton Live. Mit Hilfe dieser Technik wollen wir den charakteristischen Pump-Effekt erzeugen, der insbesondere in unzähligen House- und Techno-Produktionen vertreten ist.
Vereinfach gesagt wird dabei die Kickdrum über einen Bus in den Sidechain-Eingang eines Kompressors gesendet, der das „Ducking“, d.h. das schnelle aus- und einfaden bestimmter Elemente eines Tracks, übernimmt. Typische Beispiele dieser Elemente sind Hihats, Pads oder Basslines.
Klangbeispiel 1 ist die unbearbeitete Version eines Mixdowns, bestehend aus Bassdrum und Pad, bei dem kein Kompressor verwendet wurde. Bei Klangbeispiel 2 wurde durch die Anwendung von Sidechain Compression für mehr Transparenz im Mix gesorgt. Klangbeispiel 3 demonstriert die Anwendung der Technik mit extremeren Settings.
1. Projekt erstellen und Audio importieren
Wir erstellen in Ableton Live ein neues Projekt und wechseln zur Arrangement-Ansicht (1).
Sidechain-Ducking involviert normalerweise zwei Spuren bzw. zwei Audiosignale: Ein Signal, welches das Ducking steuert – häufig die Bassdrum – und ein zweites Signal, auf das sich das Ducking auswirkt. Letzteres kann prinzipiell jedes beliebige Signal sein, dass sich zeitgleich zum Input-Signal abspielt. Sinnvoll sind länger andauernde Sounds wie in unserem Beispiel eine Klangfläche oder ein Pad-Sound, doch auch Hihats, Bassdrums oder Vocals können geduckt werden.
Wir ziehen also per Drag&Drop das Stererungselement – in unserem Beispiel eine Bassdrum – in die obere Audiospur. Die Bassdrum haben wir anschließend mehrmals hintereinander kopiert (2).
Ebenfalls per Drag&Drop ziehen wir das zu komprimierende Element in die Audiospur darunter – in unserem Fall ein Pad-Sound (3).
2. Kompressor auswählen
Wir wählen die Audiospur mit dem zu komprimierenden Signal durch einen Mausklick auf die Titelleiste an (1).
Im Audio-Effects-Menü wählen wir „Glue Compressor“ aus und ziehen das Modul per Drag&Drop in den Effekte-Slot der ausgewählten Spur. Je nach Geschmack kann alternativ auch der gewöhnliche „Compressor“ verwendet werden (2).
Wir klicken auf den kleinen Pfeil auf der Titelleiste des Moduls, wodurch wir Zugriff auf die Sidechain-Funktionen erhalten (3).
Wir aktivieren die Sidechain-Funktion und wählen „3-Audio“ als Eingangskanal (4).
3. Sidechain-Settings
Während dem Einstellen der Kompressor-Settings ist es sinnvoll, die Sequenz laufen zu lassen, um unmittelbar den Klangeffekt der Veränderungen zu hören und zu sehen. Wir klicken also auf „Play“ und spielen die Bassdrum und das Pad gleichzeitig ab. Bei Bedarf können wir einen Loop erstellen, der die Sequenz wiederholt (1).
Wir ziehen den Threshold des Kompressors so weit nach unten, bis der orangene Zeiger anfängt auszuschlagen und der Pump-Effekt hörbar ist. Für eine subtile Transparenz im Mix wie im Klangbeispiel 2 reicht ein geringer Wert aus. Für extremere Pump-Effekte wie in Klangbeispiel 3 kann der Threshold durchaus 20 bis 30dB oder mehr herunter geregelt werden (2).
Den Verlust an Gesamtlautstärke, den wir dadurch erhalten, können wir durch den Makeup-Regler kompensieren. Dies kann allerdings auch zu Übersteuerungen führen! (3).
Die Werte für „Attack“ und „Release“ definieren wir so gering wie möglich, um ein sehr rasches Pumping zu erzeugen. Die Ratio bringen wir auf den höchsten möglichen Wert (4).
Generell gilt, dass Sidechain Compression gutes Equalizing nicht ersetzen kann: Sollte die Technik nicht als deutlich hörbarer Klangeffekt wie im letzten Klangbeispiel, sondern lediglich als Mittel, um den Mix „aufzuräumen“ gewählt werden, sollte dies zunächst durch geschicktes EQ-ing versucht werden, bevor man zum Kompressor greift! Auch für unser Klangbeispiel haben wir zunächst die Bassdrum und den Pad-Sound mit dem Equalizer bearbeitet und so eine gute Balance gefunden. Tatsächlich funktioniert das Zusammenspiel der beiden Elemente auch ohne den Einsatz von Sidechain Compression ganz gut (Klangbeispiel 1). Ob man den minimalen Unterschied in Klangbeispiel 2 bevorzugt, ist wohl Geschmacksache; entscheidend ist aber auch, dass durch die Komprimierung die Peak-Volume reduziert wurde und somit mehr Headroom entstanden ist.
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18/05/2016