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Der ehemalige König Spaniens legalisiert hinterzogene Steuergelder und räumt damit ein, dass mutmasslich illegale Gelder der Zagatka-Stiftung ihm gehören. Auch die Schweiz ermittelt.Dieser Inhalt wurde am 03. März 2021 - 13:00 publiziert
Der emeritierte König Juan Carlos hat zur Abwendung eines Strafverfahrens wegen Steuerhinterziehung freiwillig mehr als vier Millionen EuroExterner Link an den spanischen Fiskus gezahlt.
Mit der Begleichung der Steuerschuld räumt Juan Carlos ein, dass er von der Zagatka-Stiftung seines Cousins Álvaro de Orleans Sachleistungen in Millionenhöhe erhalten hat. Mit der Steuerrückzahlung ist die Sache noch nicht erledigt: Die spanischen und schweizerischen Ermittler vermuten, dass die Zagatka-Stiftung dazu diente, mutmasslich illegale Kommissionen an Juan Carlos zu verbergen.
Was ist die Zagatka-Stiftung?
Die Zagatka-Stiftung wurde am 1. Oktober 2003 in Liechtenstein gegründet. Hauptbegünstigter ist Álvaro de Orleans, ein entfernter Cousin des emeritierten Königs. Drittbegünstigter war bis 2020 Juan Carlos. Im März letzten Jahres befanden sich auf Zagatkas Konten rund 10 Millionen Euro, wie Álvaro de Orleans gegenüber El País sagteExterner Link.
Gemäss Statuten wurde die Stiftung geschaffen, um dem damaligen Staatsoberhaupt Juan Carlos bei der "Anerkennung seines Beitrags zur Demokratie in Spanien" zu helfen.
Die Ermittler vermuten jedoch, dass Zagatka dazu diente, mutmasslich illegale Kommissionen an König Juan Carlos zu verbergen. Laut El ConfidencialExterner Link deuten die Ermittlungen in Genf darauf hin, dass sich die Geldabflüsse vom Zagatka-Konto nach der Abdankung von Juan Carlos im Jahr 2014 "intensivierten". Und bei einer Einvernahme im Jahr 2018 gestand Álvaro de Orleans gegenüber der Genfer StaatsanwaltschaftExterner Link, er habe rund 5 Millionen Dollar für seine Vermittlung bei einem Projekt für ein Luxusresort in Mexiko erhalten.
Im vergangenen Juni änderte die Zagatka-Stiftung ihre Satzung. Juan Carlos ist nicht mehr Nutzniesser der Stiftung. Einziges Ziel der Stiftung ist es, der Familie von Álvaro de Orleans finanzielle Unterstützung zu garantieren.End of insertion
Die Zagatka-Stiftung verfügte bis 2015 über ein Konto bei einer schweizerischen Grossbank. Dann wurde das Geld zu einer Genfer PrivatbankExterner Link transferiert. Zudem sind zwei Verwalter der Stiftung SchweizerExterner Link. Deshalb arbeiten die schweizerischen und spanischen Behörden bei den Ermittlungen zusammen.
Das Bundesamt für Justiz bestätigte auf Anfrage von SWI swissinfo.ch, dass es im September 2020 ein ergänzendes Rechtshilfeersuchen der spanischen Behörden erhalten habe.
"Kein Strohmann"
Die Schweizer JustizExterner Link ermittelt, ob Álvaro de Orleans ein Strohmann von Juan Carlos war. Sollte sich der Verdacht erhärten, müsste Álvaro de Orleans mit einem Verfahren in der Schweiz wegen Geldwäscherei rechnen.
El MundoExterner Link publizierte gestern eine Stellungnahme von Álvaro de Orleans, wonach weder in der Schweiz noch in Spanien oder irgendeinem anderen Land ein Strafverfahren gegen ihn laufe. Die Tatsache, dass der emeritierte König mehr als vier Millionen Euro legalisiert habe bedeute "keineswegs, dass die Stiftung oder deren Vermögenswerte sein Eigentum [von Juan Carlos] waren", so de Orleans. Er bestreitet auch, Juan Carlos "Strohmann oder Treuhänder" zu sein und dass Zagatka "eine Tarngesellschaft sei oder beschuldigt werde, eine solche zu sein".
Millionen-Geschenk an Ex-Geliebte
Damit ist die Geschichte um Juan Carlos und die Millionen auf Schweizer Konten um ein Kapitel reicher. Denn die spanischen und schweizerischen Behörden arbeiten wegen Juan Carlos schon seit Februar 2020 zusammen.
Im Februar 2021 mussten laut El MundoExterner Link zwei mutmassliche Strohmänner von Juan Carlos vor der Genfer Staatsanwaltschaft aussagen. Dies möglicherweise in einer anderen Causa.
Die Genfer Staatsanwaltschaft möchte nämlich die Herkunft der 65 Millionen Euro klären, die der Monarch seiner Ex-Geliebten Corinna Larsen geschenkt hat. Es besteht der Verdacht, dass es sich um illegale Kommissionen aus Saudi-ArabienExterner Link handelt.
Die Gelder waren zunächst unversteuert auf einem Konto einer Genfer Privatbank gelandet.
Laut El PaísExterner Link haben weder die Genfer Bank noch der externe Verwalter des Kontos Juan Carlos aufgefordert, die Steuerangelegenheit in Ordnung zu bringen. Weder die Compliance- noch die Rechtsabteilung der Bank hätten überhaupt gewusst, dass Juan Carlos der Kunde war. Allerdings fanden die Geschehnisse 2008 statt, lange vor Inkrafttreten des automatischen Informationsaustausches über Finanzkonten.
Die betroffene Bank will auf Anfrage von swissinfo.ch wegen des Bankgeheimnisses und des laufenden Verfahrens ihre Verbindungen zu Juan Carlos weder bestätigen noch dementieren. Sie weist aber "jegliche Unterstellung eines Verstosses gegen ein Gesetz oder eine Vorschrift entschieden zurück".
Juan Carlos selbst ist übrigens nach Abu Dhabi ins Exil gegangen. Laut seinem Anwalt steht er der Justiz zur Verfügung. In Spanien wird gegen ihn noch in weiteren Fällen ermittelt.
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