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|Mormonen|

Geführt vom Heiligen Geist
Vor einigen Jahren — es war im April — stieg ich mit drei weiteren Männern aus einem kleinen Boot. Wir waren den Usumacinta entlang nach Agua Azul, einer kleinen Stadt in Mexico, gefahren. Dann bestiegen wir ein kleines einmotoriges Flugzeug, um Hunderte von Meilen westwärts nach der Stadt Tuxtla am Grijalva-Fluß zu fliegen.
Um diese Stadt, die wir diesen Morgen verlassen hatten, wieder erreichen zu können mußten wir, d.h. Ernest A. Strong aus Springville in Utah, Gareth W. Lowe, der Manager der New World Archaeological Foundation (eine archäologische Gesellschaft), William A. Devenish und ich, über den dichtesten Dschungel der Welt und über riesige Bergmassive fliegen.
Schwere, dunkle Wolken verbargen den Urwald vor unseren Augen. Wir ahnten, daß wir in Schwierigkeiten geraten könnten. Aus Sicherheitsgründen flog unser Pilot, Bruder Devenish, die Maschine sehr hoch, um über die Wolkendecke zu gelangen. Kein einziges Mal konnten wir wegen der dichten Wolken den Boden sehen. Bruder Devenish gelang es nicht, mit dem Flughafen in Tuxtla in Verbindung zu treten. So mußte er sich auf sein Gefühl verlassen, um den Rückweg nach Tuxtla zu finden.
Wir flogen bereits einige Stunden, als die Dunkelheit so unmittelbar hereinbrach, wie dies in den Tropen der Fall ist. Plötzlich sagte mir der Heilige Geist, daß wir den Grijalva überquert hätten und uns nach Westen von der Stadt Tuxtla weg auf eine Bergkette zu bewegten. Wenn wir nicht rasch den Kurs änderten, würden wir alle getötet werden.
Unverzüglich erklärte ich Bruder Devenish, daß wir in die verkehrte Richtung flögen und daß wir den Fluß bereits südlich von Tuxtla überflogen hätten. Bill versuchte den richtigen Kurs festzustellen, aber wegen des ungünstigen Wetters war er dazu nicht in der Lage.
Ein sehr beklemmendes, dumpfes Gefühl kam über mich. Es war ein Gefühl der Schwermut und der Verzweiflung. Ich wandte mich zu Bruder Strong und sagte: „Wir werden umkommen, wenn wir weiter in diese Richtung fliegen. Wir eilen geradewegs in unser Verderben. Wenn Bruder Devenish nicht bald die Richtung ändert, werden wir gegen einen Berg fliegen!”
Bruder Strong bestätigte mir, daß er ebenfalls ein bedrückendes Gefühl verspürte. Wir saßen auf dem Rücksitz, und Bruder Devenish hörte unser Gespräch. Er fragte: „Bruder Hunter, in welche Richtung, glauben Sie, sollen wir fliegen?”
Ich antwortete rasch: „Fliegen Sie sofort nach rechts und dann nach Norden.”
Bruder Devenish drehte die Maschine nach rechts ab. Ein liebliches, friedvolles Gefühl kam in mein Herz, und der Heilige Geist ließ mich wissen, daß alles gutgehen würde. Ich sagte: „Jetzt wird alles in Ordnung gehen. Wir werden ohne einen Schaden sicher nach Tuxtla kommen.” Wir flogen nicht sehr lang, als wir auch schon Lichter sahen. Es war der Flughafen von Tuxtla. Wir umflogen die kleine, schlammige Landebahn und sichteten die Lampen, die uns den Weg weisen sollten. Es war bereits finstere Nacht.
Unser Flugzeug landete sicher. Wir beobachteten, daß etwa drei- bis vierhundert Leute an der Rollbahn versammelt waren. Bruder Strongs Sohn, Bert, war auch da. Er war sehr froh, uns sicher und wohlbehalten landen zu sehen. Wir fragten ihn, warum heute abend so viele Leute am Flughafen versammelt seien. Er erzählte uns, daß am Morgen drei Mexikaner in einem zweimotorigen Flugzeug den Dschungel und die Berge überquert hätten und zum Usumacinta-Fluß fliegen wollten, und zwar etwa um die gleiche Zeit, wie wir geflogen waren. Sie waren bis jetzt noch nicht zurück und die Einwohner von Tuxtla warteten auf sie. Einige Monate später schrieb mir Gareth Lowe, daß die drei Mexikaner mit ihrem Flugzeug einen Berg gerammt hätten und dabei ums Leben gekommen seien.
Wir waren am Leben geblieben, weil wir den Anweisungen des Heiligen Geistes gefolgt waren.
Als wir unser Hotel erreichten, knieten wir uns nieder und dankten Gott für seine Führung. Wir dankten ihm, daß er uns das Leben gerettet hatte.
David O. McKay hatte uns den Auftrag gegeben, eine Fundstätte aufzusuchen, von der man behauptete, es könnte dort die alte Stadt Zarahemla gestanden haben.
Bruder McKay hatte uns Unterlagen mitgegeben, mit deren Hilfe wir die Fundstätte überprüften, ob es sich hier tatsächlich um die Stadt Zarahemla handeln könnte. Aber jeder von uns vieren stimmte darin überein, daß dieser Ort zu klein ist für eine solch große Stadt, wie Zarahemla es gewesen ist. Darüber hinaus hatte Zarahemla Getreidefelder und auf allen Seiten der Stadt Weiden für die Herden der Nephiten. Gemäß der Beschreibung im Buch Mormon mußte Zarahemla die größte Stadt der Nephiten im alten Amerika gewesen sein.
Als wir zu unserem Hotel zurückkamen, wurde ich in der folgenden Nacht sehr schwer krank. Am nächsten Morgen suchten meine Begleiter mich in meinem Zimmer auf, um nachzuschauen, warum ich nicht zum Frühstück gekommen war. Ich erzählte ihnen, daß ich zu krank sei, um aufzustehen. Sie sagten mir dann, daß sie frühstücken und anschließend zum Flugplatz gehen würden, um nachzusehen, ob mit unserer Maschine alles in Ordnung sei.
Sie kehrten bald zurück und berichteten mir, daß die Wolken so tief auf Tuxtla und dem Flugplatz hingen, daß es unmöglich sei zu starten. Die Stadt lag in dichtem Nebel, und der Flugplatz würde für längere Zeit in dichtem Nebel liegen, weil die Regenzeit gerade begann. Die Brüder fragten mich, was wir tun sollten.
Nachdem ich darüber eine Weile nachgedacht hatte, wurde ich vom Heiligen Geist dazu getrieben zu sagen: „Gebt mir einen Segen, und wir werden heute Iosfliegen.” Meine Begleiter protestierten: „Bruder Hunter, sie sind zu krank, um den Flug antreten zu können.” Aber ich bestand darauf, dass mich die Brüder segneten. Bruder Strong salbte mich, und sein Sohn Bert siegelte die Salbung und gab mir einen Segen. Sofort stand ich auf, ging ins Speisezimmer und frühstückte. Ich war wieder völlig gesund.
Wir nahmen unser Gepäck und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Nur kurze Zeit später lichtete es hinreichend auf, so daß wir starten konnten. Später erfuhren wir von dem Archäologen, daß danach eine ganze Reihe von Tagen vorübergingen, bis die Wolkendecke und der Nebel sich wieder lichteten. Deshalb war dieser eine Tag damals der einzig geeignete Tag, um Tuxtla auf dem Luftwege zu verlassen.
Auf der Fahrt nach Hause sagte Bruder Strong zu mir: „Bruder Hunter, schreiben Sie doch einen Artikel für die Zeitschriften der Kirche über dieses wunderbare Erlebnis, das wir hatten. Sie waren ebenso nachhaltig vom Heiligen Geist geführt wie Wilford Woodruff, als ihm geboten worden war, aufzustehen und mitten in der Nacht den Wagen weiterzuschieben. Bruder Woodruff folgte der Eingebung des Geistes und schob den Wagen weiter. Unmittelbar danach erhob sich ein Sturm, der einen Baum umknickte und genau auf die Stelle stürzte, wo der Wagen gestanden hatte. Wilford und sein Begleiter wären unweigerlich getötet worden, hätte er nicht der Eingebung des Heiligen Geistes gefolgt. Wir hatten ein ähnliches Erlebnis. Weil wir den Eingebungen des Heiligen Geistes gefolgt sind, wurde unser Leben gerettet.”
Ihr jungen Brüder und Schwestern in der Kirche, wenn ihr euch bemüht, alle Gebote Gottes zu halten, dann werdet ihr in kritischen Zeiten eures Lebens wie wir durch die Einflüsterungen des Heiligen Geistes geführt werden. Euer Leben kann ebenso durch die Führung des Geistes und durch die Macht des Herrn bewahrt werde.
Milton R. Hunter; März 1974
04:17 - 25 April 2008

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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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