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Territoire de l`Ambigu, 2021
20 Cyanotypien, gerahmt.
Je 22.5 x 17.5 cm
entstanden im Rahmen des Projektes REFUGIA – Territoire de l`Ambigu
Das von Abdelaziz Zerrou initiierte und von Pro Helvetia unterstützte Projekt REFUGIA ist eine kollektive Reflexion über Zufluchtsorte als potenzielle Chance in der Krise in einer Zeit, in der das Überleben von einer radikalen Zusammenarbeit von Mensch und Natur abhängt. Auf Einladung Zerrous sind die Künstler*innen Aglaia Haritz, Corina Rauer, Pascal Schwaighofer, Anna-Sabina Zürrer und die Schriftsteller Ayoub Mouzaïne und Mohammed El Khadiri zusammen gekommen um den Rückzugsort eines 7000 m2 grossen Gartens als Ausgangslage für Wege aus der Krise zu diskutieren und künstlerisch zu erörtern.
Zwanzig vom Dickmaulrüssel angefressene und beschädigte Blätter der Pflanze Euonymus europeaeus (Pfaffenhütchen) wurden ausgewählt und für Cyanotypien verwendet, die einzeln gerahmt wurden. Ganz im Gegensatz zu den Ursprüngen der Cyanotypie, in denen die Botanikerin Anna Atkins in fotografischen Herbarien unbeschädigte Pflanzen zu wissenschaftlichen Zwecken abbildete, wird in der Serie die Formenvielfalt der Frasspuren des Schädlings sichtbar. Die der Natur immanente Auflösung zeigt sich in unterschiedlichen Stadien und filigranen Resten. Durch die Umkehrung von Positiv und Negativ des fotografischen Verfahrens und die Reduktion auf die Fläche erscheinen die Blattfragmente wie Landkarten unentdeckter Kontinente oder unbekannte Inseln. Isolation, abgeleitet vom italienischen Wort «Isola» für Insel, wird durch den Rückzugsort des Gartens nicht zur Begrenzung, sondern zum Möglichkeitsraum.