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Ja zur Individualbesteuerung – aber ohne Steuerausfälle und ohne Verschärfung der Ungleichheit
Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist für die Individualbesteuerung, da sie Zivilstands-unabhängig ist und die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt fördert. Dass der Bundesrat einen Bericht zur Individualbesteuerung ohne Auswirkungen auf die Steuereinnahmen vorlegt, ist erfreulich. Travail.Suisse unterstützt auch die eidgenössische Volksinitiative "Für eine zivilstandsunabhängige Individualbesteuerung (Steuergerechtigkeits-Initiative)" seit ihrer Lancierung.
Um den gesellschaftlichen Entwicklungen und den unterschiedlichen Familienformen Rechnung zu tragen, ist es Zeit für ein vom Familienstand unabhängiges Steuermodell, das sich positiv auf die Gleichstellung der Geschlechter und den Arbeitsmarkt auswirkt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich die Individualbesteuerung postiv auf die Erwerbstätigkeit von Frauen auswirkt (Zweiteinkommen wird nicht mehr bestraft). Das leistet einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangels. Zentral ist aus Sicht der Arbeitnehmenden, dass die Ausgestaltung der Individualbesteuerung nicht zu neuen Ungleichheiten führt - etwa für Paare mit nur einem Einkommen oder für Alleinerziehende. Travail.Suisse wird die Folgen einer steuerneutralen Umsetzung für die verschiedenen Familientypen im Rahmen der Vernehmlassung im Jahr 2022 genauer prüfen und gegebenenfalls Änderungen vorschlagen.
"Es ist wichtig, dass die Individualbesteuerung so gestaltet wird, dass die Ungleichheiten zwischen hohen und tiefen Einkommen nicht verstärkt werden", sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. «Die Steuerausfälle, die durch den erwarteten Anstieg der Erwerbsquote von Frauen nicht ausreichend kompensiert würden, müssen durch eine Ausweitung der Steuersätze oder eine soziale Gegenfinanzierung ausgeglichen werden.»