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Zürich, 28. September 2022 – Am heutigen Welt-Tollwut-Tag rufen die Globale Allianz für Tollwutkontrolle (GARC) und die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN dazu auf, weltweit verstärkt Massnahmen zu ergreifen, um die Zahl der durch Hundetollwut verursachten Todesfälle bis 2030 zu eliminieren. Dabei spielt auch der Kampf gegen den Hundefleischhandel eine tragende Rolle.
In mehr als 150 Ländern sterben jedes Jahr 59‘000 Menschen an Tollwut. 95 Prozent der Fälle ereignen sich in Asien und Afrika, und der Grossteil (99%) aller Übertragungen erfolgt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch den Biss oder Kratzer eines infizierten Hundes.
«Wir können vielleicht nicht so einfach Gewohnheiten oder Kulturen ändern, aber wir sollten für die Einhaltung bewährter Massnahmen zur Verhinderung von Tierkrankheiten sorgen. Dazu müssen wir auch den Handel mit Hunden unterbinden, um die Ausbreitung von Tollwut, einer in Asien und Afrika weitverbreiteten Krankheit, einzudämmen. Den Händlern geht es allein um den Profit, die Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier sind ihnen egal.
Durch das Impfen der Hunde, die strenge Überwachung ihrer Bewegungsmuster und das Verringern des Kontakts zwischen Menschen und infizieren Tieren kann die Gefahr, die von der Tollwut für die öffentliche Gesundheit ausgeht, beseitigt werden. Der illegale Hundehandel untergräbt all diese Massnahmen.»
Professor Louis Nel, Exekutivdirektor der GARC
Allein in den vergangenen zwei Jahren hat VIER PFOTEN 17‘844 Hunde in Südostasien gegen Tollwut geimpft und Tierhalter für die Wichtigkeit der Impfung ihrer Hunde sensibilisiert. Dabei wurde auch deutlich, dass ungeimpfte und nicht in Quarantäne gehaltene Tiere, die für den Hunde- und Katzenfleischhandel bestimmt sind und an diverse Orte transportiert werden, zur Ausbreitung der Tollwut beitragen und Bemühungen zur Eindämmung der Krankheit schwächen. Die Auslöschung der Tollwut ist daher auch abhängig von einem Ende des Hunde- und Katzenfleischhandels.
Die COVID-19 Pandemie hat die offensichtlichen Schwächen der Gesundheitssysteme aufgezeigt, aber auch deutlich gemacht, dass die menschliche Gesundheit eng mit der Gesundheit der Tiere und unserer gemeinsamen Umwelt verbunden ist.
Als Reaktion auf die Pandemie wurde im Dezember letzten Jahres auf einer Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung (WHA) vereinbart, ein internationales Instrument zur Pandemieprävention, -vorsorge und -bekämpfung zu entwickeln und einzuführen. Dieses Abkommen wird derzeit zwischen den WHO-Mitgliedstaaten ausgehandelt. Im Juli wurde ein Arbeitsentwurf mit dem Ziel vorgelegt, das Instrument bis 2024 zu verabschieden. Der endgültige Text des Instruments soll auf der 76. Weltgesundheitsversammlung im Jahr 2023 als Statusbericht präsentiert werden.
«Um die nächste Pandemie zu verhindern, muss das Pandemie-Instrument der WHO auf die One-Health-Strategie abgestimmt werden. Es muss den Zusammenhang zwischen dem Wohlergehen der Tiere und der menschlichen Gesundheit anerkennen, und das Tierwohl ins Zentrum des Abkommens rücken. Die Zukunft der Menschheit hängt entscheidend vom Wohlergehen der Tiere ab. Wissenschaftlichen Studien zufolge machen Zoonosen, also Krankheiten, die von Tieren ausgehen, 75 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten aus. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Tieren, und das Motto des Welt-Tollwut-Tages der Vereinten Nationen «Rabies: One Health, Zero Deaths» unterstreicht dies deutlich. Jene Institutionen, die Programme zur Tollwutbekämpfung unterstützen und durchführen, sind auch für andere zoonotische Krankheiten von entscheidender Bedeutung, insbesondere für solche, die ein pandemisches Potenzial haben. Tollwutbekämpfungsprogramme sind ein perfektes Beispiel für die Umsetzung von One Health. Wird der Hunde- und Katzenfleischhandel endgültig beendet, werden wir auch einen Anstieg in der Wirksamkeit der Tollwutbekämpfung sehen.»
Dr. Karan Kukreja, Leiter der Heimtierkampagnen in Südostasien bei VIER PFOTEN
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
VIER PFOTEN FAQ zum Hunde- und Katzenfleischhandel & Tollwut: https://hundekatzenfleisch.vier-pfoten.ch/die-wahrheit/die-antworten
VIER PFOTEN Petition zum Ende des Hunde- und Katzenfleischhandels: https://help.four-paws.org/de-CH/jetzt-den-handel-von-hunde-und-katzenfleisch-stoppen
GARC hat es sich zur Aufgabe gemacht, menschliche Todesfälle durch Hundetollwut zu verhindern und die Belastung durch Tollwut auch in anderen Tierpopulationen zu verringern. Bis 2030 will GARC die Zahl der durch Hundetollwut verursachten Todesfälle beim Menschen reduzieren. Die Zusammenarbeit mit Regierungen, Gemeinden und der Zivilgesellschaft soll politische Veränderungen ermöglichen, die Gesundheitssysteme stärken und den Aufbau lokaler Kapazitäten unterstützen, um die Tollwut in den am stärksten von der Krankheit betroffenen Gebieten zu beseitigen. https://rabiesalliance.org/world-rabies-day
Das One Health High Level Expert Panel (OHHLEP) definiert den One-Health-Ansatz als «ein integriertes, vereinheitlichendes Konzept, das darauf abzielt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen nachhaltig auszugleichen und zu optimieren. Er erkennt an, dass die Gesundheit von Menschen, Haus- und Wildtieren, Pflanzen und der weiteren Umwelt (einschliesslich der Ökosysteme) eng miteinander verbunden und voneinander abhängig sind». Brasilien, Ägypten, Japan, die Niederlande, Südafrika und Thailand bilden das Präsidium des zwischenstaatlichen Verhandlungsgremiums der WHO, das ein WHO-Übereinkommen, eine Vereinbarung oder ein anderes internationales Instrument zur Pandemieprävention, -vorsorge und -bekämpfung ausarbeiten und aushandeln soll.
VIER PFOTEN 2021: Zukunftsstudie zur Pandemieprävention
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.