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Heidelberger Katechismus
Michel Bollag
Glaubensbekenntnis in der jüdischen Religion
Die besondere Bedeutung der Einhaltung der Gebote der Tora, einer religiösen Praxis, die alle Lebensbereiche miteinbezieht, charakterisiert das Judentum als eine Religion des Tuns. Diese Feststellung hat in Moderne und Gegenwart verschiedentlich zur Behauptung verleitet, das Judentum kenne keine Dogmen, keine verbindliche Glaubenswahrheiten. Häufig wurde diese Meinung seit Beginn der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in polemisch-apologetischer Absicht im Kontext jüdisch-christlicher Dialoge geäussert. So formuliert ist diese Meinung zu plakativ, damit auch falsch und bedarf der Nuancierung und Präzisierung.