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Der Journalist und Literaturnobelpreisträger Carl von Ossietzky, seit 1926 Redakteur und später Leiter der literarischen Zeitschrift Die Weltbühne, wurde 1931 zwischenzeitlich inhaftiert, weil er über die (durch den Versailler Vertrag untersagte) Aufrüstung der Reichswehr berichtet hatte. Von 1933 bis 1936 wurde er trotz schwerer Krankheit im KZ festgehalten und starb zwei Jahre später. In diesem Brief vom 29. September 1949 wendet Thomas Mann sich an Hans Leonard, der gemeinsam mit Maud von Ossietzky eine Neugründung der Weltbühne anstrebte. Die Unternehmung hatte Erfolg: Die Zeitschrift erschien ab 1946 in Ostberlin, beziehungsweise ab 1949 in der DDR, und bestand mit kurzen Unterbrechungen bis ins Jahr 1993. Manns Beitrag wurde im Oktober 1949 zunächst in Auszügen veröffentlicht, der erweiterte Text erschien erst im Mai 1961 und wurde 1991 in den Tagebüchern 1949-1950 erneut abgedruckt. Es ist jedoch nicht klar, ob die hier vorliegende Version Manns ursprünglichem Text entspricht, also vollständig ist, da kein Manuskript erhalten ist.
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.