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Über uns
«Lasset uns Gutes tun und nicht müde werden», Gal. VI. 9. Seit 125 Jahren macht sich die Zürcher Sektion der Schweizer Ameisen dieses Motto zu eigen. 1893 gründete Geneviève Barbey-Ador in Zürich die erste Deutschschweizer Sektion. Den Ameisengedanken hatte sie aus ihrer Heimatstadt Genf mitgebracht, wo im Jahr zuvor die erste Schweizer Sektion unter dem Namen «Fourmis de Suisse» ins Leben gerufen worden war. Die «Needlework Guild», die 1882 in Dorset gegründet wurde, gilt als ihr Vorbild. Von England über die Niederlande und Frankreich gelangte die Idee, dass sich Frauen aus gut situierten Familien strickend und nähend für Bedürftige einsetzen mögen, in die Westschweiz. Die Schweizer Ameisen wollten ursprünglich insbesondere Mädchen und junge Frauen für ihren Verein gewinnen. In den ersten deutschsprachigen Statuten von 1894 lautet der Vereinszweck daher: «Der Verein der Ameisen ladet die jungen Mädchen zur gemeinsamen Arbeit in einem Liebeswerk ein, die Armen zu kleiden.»
Die erste Zürcher Ameise war die damals 20-jährige Emmy Schwarzenbach. Sie rief Kinder und junge Mädchen aus ihrem Bekanntenkreis zusammen und bildete Gruppen von je 15 Ameisen unter einer verantwortlichen Sammlerin. Dank ihrem weit verzweigten Beziehungsnetz zählte die Sektion Zürich ein Jahr nach der Gründung bereits 117 Mitglieder.
Sich in Mussestunden mit Handarbeiten zu beschäftigen, gehörte zum traditionellen Rollenverständnis für Frauen aus dem gehobenen Bürgertum. Oft sassen sie in geselliger Runde bei Sticken, Stricken oder Nähen zusammen – in so mancher Zürcher Familie auch für das Ameisenwerk. Die Mitglieder des Vereins der Schweizer Ameisen waren verpflichtet, alljährlich zwei Kleidungs- oder Wäschestücke zu spenden. Unser Verein verschenkte deshalb während vieler Jahrzehnte Kleider und andere Textilien, die von den fleissigen Ameisen selbst gefertigt wurden. Mit der Zeit wurden die Handarbeiten immer häufiger durch gekaufte Artikel oder Geldspenden ersetzt. Schliesslich stellten wir, den veränderten Bedürfnissen entsprechend, fast vollständig auf Geldspenden um.
Diese Anpassung erlaubt es den Zürcher Ameisen, die alte Institution in neuer Form weiterzuführen und benachteiligte Menschen zeitgemäss und wirkungsvoll zu unterstützen. Da sämtliche Spesen von den Sammlerinnen getragen werden, wird jede Spende ohne Abzüge weitergegeben. Wir wählen die Institutionen, welche die uns anvertrauten Gelder erhalten, sorgfältig aus und überprüfen den Einsatz der Geldmittel regelmässig.
Die Sektion Zürich zählt über 550 Mitglieder, die in 25 Gruppen organisiert sind. Jeder Gruppe steht eine Sammlerin vor. Diese wirbt neue Ameisen und nimmt die Spenden ihrer Gruppenmitglieder entgegen. Jede Ameise verpflichtet sich, eine jährliche Spende von mindestens CHF 100 zu leisten oder – entsprechend der Tradition unseres Vereins – zwei handgefertigte Kleidungsstücke zu spenden.
An der jährlichen Mitgliederversammlung informiert der Vorstand über die Verwendung der Spenden. Interessante Referate, Pflege des Netzwerks und gemütliches Beisammensein machen die Mitgliederversammlung zum Höhepunkt des Vereinsjahres.
Damit wir auch in Zukunft vielen unterstützungsbedürftigen Menschen helfen können, sind wir auf unsere treuen Mitglieder und auf viele neue Ameisen angewiesen!
Helfen Sie mit und werden Sie Mitglied!