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Donald Trump hat derzeit eigentlich schon genug Probleme. Nun sieht sich der Präsidentschaftskandidat zusätzlich mit immer mehr «Abtrünnigen» aus den Reihen der Republikaner und ihrem Umfeld konfrontiert. Neustes Beispiel ist Barbara Pierce Bush, die Tochter von Ex-Präsident George W. Bush.
Sie nahm am Samstag an einer Spendengala für Hillary Clinton in Paris teil, die von «Vogue»-Chefredaktorin Anna Wintour veranstaltet wurde. Dabei entstanden Fotos von Barbara Bush (Mitte) mit der engen Clinton-Vertrauten Huma Abedin (links) und Jungstar Dakota Fanning (2. von rechts).
Der Bush-Clan hat ohnehin sehr wenig übrig für den offiziellen Kandidaten der Republikaner. Auch andere Mitglieder und Sympathisanten der Partei gehen auf Distanz zu Donald Trump oder wollen die demokratische Bewerberin wählen.
Der ältere der beiden Bush-Präsidenten will am 8. November angeblich Hillary Clinton wählen. Dies soll er Kathleen Kennedy Townsend, einer Nichte des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, erzählt haben. Eine offizielle Bestätigung der Familie gibt es nicht, doch andere Teilnehmer des Events, an dem sich Bush und Kennedy unterhielten, bestätigten die Aussage. Barbara Bush, die Matriarchin des Clans, hat Donald Trump öffentlich kritisiert.
Während Barack und Michelle Obama eifrig die Werbetrommel für Hillary Clinton rühren, hat der zweite Bush im Weissen Haus Donald Trump jegliche Unterstützung verweigert und auch den Parteikonvent der Republikaner boykottiert. Ehefrau Laura hat sogar angetönt, sie könnte Clinton wählen.
Als Hauptgrund für den Anti-Trump-Reflex im Bush-Clan gilt das Scheitern von Jeb Bush, dem jüngeren Bruder von «W». Er galt ursprünglich als Favorit und zog in den Vorwahlen der Republikaner gegen Donald Trump den Kürzeren. Jeb hat erklärt, dass er weder Trump noch Clinton wählen wird.
Okay, die ehemalige First Lady ist im März im Alter von 94 Jahren verstorben. Wäre sie noch am Leben, dann würde Nancy jedoch Hillary Clinton wählen. Dies zumindest behauptete Sohn und Nachlassverwalter Michael Reagan auf Twitter. Auch sein Vater, die Republikaner-Ikone Ronald Reagan, würde diese Art von Wahlkampf nicht billigen. Er forderte die Partei auf, die Reagans davon auszunehmen.
Der 89-jährige Weltkriegs-Veteran, ehemalige Marineminister und Senator von Virginia hat sich letzte Woche als Clinton-Wähler geoutet. Er könnte der Demokratin im wichtigen Swing-State Virginia einen zusätzlichen Schub verleihen. Früher war Warner auch häufig in den Klatschspalten präsent, als einer von gefühlten 28 Ehemännern der Hollywood-Legende Liz Taylor.
Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, der vor vier Jahren gegen Barack Obama verlor, hat seine Abneigung gegen Donald Trump nie verheimlicht. Dieser sei «als Anführer der freien Welt nicht geeignet». Romney wird Trump seine Stimme verweigern.
Der einflussreiche Senator aus South Carolina hat sich mit sehr wenig Erfolg um die Präsidentschaftskandidatur bemüht. Über Donald Trump sagte er, seine Nominierung werde «die Partei zerstören». Graham will weder Trump noch Clinton wählen.
Die Chefin des Informatiktechnikunternehmens Hewlett Packard Enterprise kandidierte 2010 mit enormem finanziellem Einsatz und ohne Erfolg als Gouverneurin von Kalifornien. Nun will sie Hillary Clinton wählen. In einem Interview bezeichnete sie Donald Trump als «unehrlichen Demagogen», der den Charakter der Nation untergrabe.
Der ehemalige CEO von Goldman Sachs, der als Finanzminister der Regierung von George W. Bush den Rettungsplan für die Banken während der Finanzkrise 2008 entwarf, hat sich schon früh zu Hillary Clinton bekannt und erklärt: «Ich weiss, ich bin nicht allein.»
Führende Neokonservative wie Dick Cheney und Donald Rumsfeld wollen Trump wählen, trotz dessen Neigung zum Isolationismus. Der ehemalige Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, der als Architekt des Irak-Kriegs gilt, tendiert zu Hillary Clinton. Trump sei «ein Sicherheitsrisiko», sagte er Ende August in einem Interview mit dem Spiegel.
«Gott stehe uns bei.» Dies sagte Ronald Reagans ehemaliger Aussenminister an einem Mediengespräch über einen Präsidenten Donald Trump. Wen Shultz wählen wird, ist nicht bekannt.
Die schwerreichen Brüder sind die wichtigsten Geldgeber der republikanischen Partei. Ihre Verachtung für Donald Trump aber haben sie nie verheimlicht, sie investieren ihr Geld in diesem Jahr primär in Bemühungen, im Senat eine republikanische Mehrheit zu erhalten. Charles Koch (Bild) hat erklärt, Hillary Clinton könnte für das Präsidentenamt besser geeignet sein.
Der Radio- und Fernsehmoderator und Liebling der Tea-Party-Bewegung wettert bei jeder Gelegenheit gegen Donald Trump, den er als «Gefahr für die Republik» bezeichnet hat. Bei den Vorwahlen der Republikaner unterstützte er den erzkonservativen Senator Ted Cruz aus Texas. Als dieser kürzlich bekannt gab, er werde Trump wählen, kündigte Beck ihm die Freundschaft auf.
Die grösste Tageszeitung des Staates Arizona hat seit ihrer Gründung 1890 stets den republikanischen Kandidaten unterstützt. Nun empfiehlt die «Arizona Republic» Hillary Clinton zur Wahl, was ihr Drohungen und Abo-Kündigungen eingebracht hat. Auch andere Zeitungen mit konservativer Ausrichtung haben sich für die Demokratin ausgesprochen, darunter die Dallas Morning News, der Cincinnati Enquirer oder die San Diego Union-Tribune.