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Auch hier wollen wir nicht technische Details resümieren, dazu sei auf die technische Literatur [99], [94] verwiesen. Für unsere am Lexikalischen orientierte Diskussion steht im Vordergrund, dass die Anstrengungen in der Computing Musicology nicht nur dahin gehen, die Begriffsräume und ihre Navigation in akademischen Übungen zu definieren und ausgewählten Forschern zur Verfügung zu stellen. In einem funktionstüchtigen EncycloSpace muss die Kommunikation auch standardisiert werden, sonst ist sie mit unzähligen Übersetzungshürden verstellt!
Diese Aufgabe der Standardisierung ist allerdings eine delikate Unternehmung, denn durch zu enge oder nicht von Fachleuten begleitete Standardisierung können wesentliche Gesichtspunkte durch einen Filter wegstandardisiert werden. In der Musikwissenschaft und -technologie sind solche negativen Erfahrungen durchaus bekannt, z.B. beim MIDI-Format digitaler Musikdatenübermittlung zwischen elektronischen Musikinstrumenten und Computern die von Ingenieuren der Musikinstrumentenindustrie konzipiert wurden. Inzwischen sind stark verbesserte Datenformate vorgeschlagen und entwickelt worden, siehe [52]. Charakteristisch für die Musikwissenschaft und ihre Technologie ist aber, dass aus der obengenannten Profilierung des instrumentalen Denkens weitgediehene Bemühungen um eine Standardisierung der Darstellung und Übermittlung von Daten zu musikalischen Objekten zu beobachten sind.
Es ist signifikant, dass allein die Musik durch einen ausgebauten Standard SMDL (Standard Music Description Language) [99] im ISO-Standardformat SGML (Standard General Markup Language), dem Mutter-Format aller wichtigen Datenstandards20 vertreten ist. Gerade diese Tatsache müsste aber in allen Fachbereichen zu vermehrten Anstrengungen führen, bei den kommenden Standards die Fachkenntnis der Spezialisten bei den "Machern" aus dem Industriebereich einzubringen. Forderungen nach fachspezifischen Datenrepräsentationen sind wir auch in der Evaluation der Geisteswissenschaften in Deutschland im Bereich Geschichtswissenschaft ( 4.7) begegnet. Man muss hier auch die negative Bedeutung des berühmten McLuhan-Diktums "The medium is the message" im Auge behalten: Wenn das Medium -- sprich: die Sprache des Datenaustausches -- zu grob ist, kann es Feinheiten nicht transportieren. Ein solches Risiko darf man sich nicht aufbürden. Denn die zunehmende Technologisierung der Kommunikationsmedien wird so oder so vorangetrieben, die Frage ist nur: wie gut oder wie schlecht.
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