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Im Daheimpark stehen die vier Büsten Bruder Klaus, Wilhelm Tell, Arnold Winkelried und Jeremias Gotthelf des Zuger Künstlers Johann Michael Bossard (1873-1950) auf Stelen. Als Gruppe vereinen Mythos und Geschichtsschreibung und schaffen eine historische Stätte der schweizerischen Identität. Seit ihrer Schenkung 1967 durch Emil Hegg, einen Freund und Förderer Bossards, stand die Büstenreihe zunächst im Daheimpark. Im Frühjahr 1986 kamen sie für eine Ausstellung in den Innenhof der Burg und wurden anschliessend beim am See aufgestellt, wo sie von Vandalen besprayt wurden. 2005 kehren sie an ihren ersten Standort, in den Daheimpark, zurück. Heute befinden sich die vier Büsten an der östlichen Begrenzungsmauer, einer stillen Ecke des Parks.
Die Gesichter der vier heldenhaften Figuren sind mit viel Liebe zum Detail geschaffen; jedes Bildnis erzählt uns eine andere Geschichte. Bruder Klaus, Niklaus von Flüe (1417-1487), Mystiker und Einsiedler, wird mit kahlem Haupt und Vollbart sowie ausgezehrtem Antlitz dargestellt. Sein eingefallenes Gesicht ist eine Anspielung auf sein asketisches Einsiedlerleben. Arnold Winkelried Arnold Winkelried, der den Eidgenossen in der Schlacht bei Sempach (1386) zum Sieg über die Habsburger verholfen haben soll, wirkt mit der strengen Mimik und dem markanten Kinn willensstark und bestimmt. In Bossards Ausführung verraten die zu Schlitzen verengten Augen seinen Tatcharakter. Der Held der Schweizer Gründungssage Wilhelm Tell wird vom Zuger Künstler als Kämpfer dargestellt. Dafür sprechen nicht nur sein quadratisch-vierschrötiges, zerfurchtes Gesicht, sondern auch die aggressiv verzogenen Mundwinkel und die flache Nase mit Nasenschutz. Als die Figurengruppe 1967 der Stadt Zug geschenkt worden ist, wird Tells Kopf noch als Abbild des Dichters Conrad Ferdinand Meyer bezeichnet. Eine Verbindung zum Stifter, dem Berner Augenarzt Emil Hegg, einem Freund und Förderer Johann Michael Bossards gibt es zum vierten Mann im Bund: Jeremias Gotthelf (bürgerlicher Name: Albert Bitzius) war der Grossvater seiner Ehefrau Ida. Bossard hat den Dichter und Pfarrer Jeremias Gotthelf (1797- 1854), mit einer hohen, gewölbten Denkerstirn, einer ausgeprägte Nase sowie einem verschmitzten Lächeln versehen. Alle vier Männer blicken streng gerade aus und beherrschen auf diese Weise ihren eigenen Raum. Durch ihre gemeinsame Präsenz bilden sie jedoch gleichzeitig einen Erinnerungsraum und schaffen so Platz für weitere, mögliche Heldengeschichten. 2013 schufen Aldo Mozzini und Oppy De Bernardo im Rahmen des städtischen Ausstellungs- und Kunstvermittlungsprojekts «Reactivate! Art in Public Space» die Kunstinstallation «Padiglione Svizzero 2013», einen temporären Pavillon für die vier Büsten.
Der Zuger Johann Michael Bosserd lehrte in Hamburg ab 1907 an der Kunstgewebeschule Bildhauerei. Das Werk des Plastikers, Malers, Grafikers und Illustrators Johann Michael Bossard ist vielfältig und zeigt Tendenzen zu verschiedenen Stilrichtungen wie dem Jugendstil, dem Expressionismus, dem Kubismus und der Abstraktion. In der Lüneburger Heide in Deutschland baute er ab 1913 ein selbst entworfenes Wohn - und Atelierhaus. Dieses beherbergt noch heute die Kunststätte Bossard.
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