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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Siebtes Buch
29. Zweiter Vergleich: Feuer
Zugunsten dieses Glaubens bringt das Feuer eine Versinnbildung bei, das in sich Feuer birgt und Feuer auch im Feuer bleibt. Denn wenn es auch Leuchtkraft besitzt, Heizwärme, Brennvermögen, Glut-beweglichkeit, so ist das Ganze doch Feuer, und all das zusammen ist nur ein Wesen. Es hat allerdings den Mangel, daß es vermöge eines Brennstoffes besteht und lebt, und daß es zugleich mit dem vergeht, wovon es zehrte.
[S. 371] Was aber an Gott unvergleichbar ist, das erkennen wir zum Teil wenigstens durch einen Vergleich, so daß in Gott nicht für unglaubwürdig gelte, was man zu einem Teil in den irdischen Stoffen findet.
Ich frage jetzt also, ob das eine Teilung und Trennung sei, wenn Feuer von Feuer stammt. Oder wird etwa das bestehende Wesen weggeschnitten, um es nicht bleiben zu lassen; oder bildet sich nicht als Folge das (gleiche) Wesen, um es nicht (in dem neuen Licht) sein zu lassen, wenn bei Anzündung eines Lichtes an einem anderen Licht durch einen fast geburtartigen Fortgang keine Teilung des (ursprünglichen) (Licht-) wesens stattfindet, und dennoch Licht von Licht stammt? Oder bleibt etwa nicht das in demjenigen, was aus sich, ohne Teilung, Bestand hat? Oder ist das nicht in dem, von wo es nicht abgeschnitten, sondern in Einheit wesensmäßigen Bestehens ausgegangen ist? Und ich frage, ob das nicht eins sei, wenn Licht vom Licht weder durch Teilung noch durch Wesensart trennbar ist.