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Damit wird von der Tennis-Tour endlich offiziell bestätigt, dass das Frauenturnier in Lausanne (WTA) und das Swiss Open in Gstaad (ATP) im Juli nicht stattfinden. Dass die Turniere ins Wasser fallen, stand schon seit dem Bundesrats-Beschluss vom 29. April fest, wonach bis Ende August keine Grossveranstaltungen in der Schweiz stattfinden dürfen. Nur durfte Jeff Collet, der Turnierdirektor sowohl von Lausanne wie Gstaad, ohne das Okay der Spielergewerkschaften die Events nicht eigenmächtig absagen.
Neben Lausanne und Gstaad stehen auch Hamburg, Newport, Bastad, Los Cabos, Umag, Atlanta, Kitzbühel (alle ATP), Bukarest, Palermo und Jurmala (alle WTA) auf der Liste der Turniere, die in diesem Jahr nicht stattfinden.
Weitere Events werden dazukommen. Auch für die Swiss Indoors in Basel (24. Oktober bis 1. November) sieht es nicht gut aus, obwohl der Ticket-Vorverkauf selbst während der Coronavirus-Krise gut angelaufen ist. "Social distancing" kann in der St. Jakobshalle nicht umgesetzt werden. Bis Mitte Juli, wenn Vorarbeiten und Bestellungen verbindlich in Angriff genommen werden müssen, erhofft sich Turnierdirektor Roger Brennwald Aufschluss darüber, wie es mit seinem Jubiläums-Hallenturnier (50 Jahre Swiss Indoors) in diesem Jahr weitergeht. Die Gewerkschaften ATP und WTA nehmen die nächste Lagebeurteilung Mitte Juni vor.
Der Turnierkalender für die zweite Saisonhälfte - wenn denn überhaupt gespielt werden kann - besteht derzeit aus lauter Fragezeichen. Das French Open soll ab dem 20. September stattfinden, womöglich vor leeren Rängen. Weitere grosse Turniere (wie Rom oder Madrid), die bislang der Krise zum Opfer gefallen sind, interessieren sich für neue "Slots" im Herbst.
Das nächste Grand-Slam-Turnier, das derzeit gemäss aktuell gültigem Kalender gespielt werden soll, ist das US Open vom 31. August bis 13. September. Die Amerikaner hoffen immer noch, das Turnier zum geplanten Zeitpunkt in New York abhalten zu können- womöglich ohne Zuschauer. Die Anlage dient mittlerweile auch nicht mehr als temporäre Coronavirus-Klinik. Der letzte Patient hat die Anlage verlassen, fortan wird die Halle wieder fürs Tennisspielen umgerüstet. Der amerikanische Tennisverband (USTA) teilt ausserdem mit, dass "alle Alternativen rund ums Turnier 2020 geprüft werden". Eine Verlegung nach Indian Wells erscheint nicht mehr realisierbar; eher wird in Indian Wells Ende Saison das Davis-Cup-Finalturnier gespielt. Mitte Juni will die USTA entscheiden, wie es mit dem US Open weitergeht.
Immer grösser werden die Befürchtungen, dass in diesem Jahr überhaupt keine "richtigen" Profiturniere mehr gespielt werden. Craig Tinley, der Direktor des Australian Open, geht sogar schon für sein nächstes Turnier im Januar 2021 davon aus, dass nur australische Fans vor Ort zuschauen werden.
In der tour-freien Zeit planen Landesverbände indessen nationale Events. In Deutschland wurde schon gespielt; in Italien (mit Fabio Fognini), Spanien und Tschechien (mit Karolina Pliskova und Petra Kvitova) sind Turniere aufgegleist. Auch Swiss Tennis plant für seine Kaderspieler in Biel Wettkampfmöglichkeiten - mit Stan Wawrinka als möglichem Teilnehmer.