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Biomarker in Zuckmücken zum Nachweis der Sedimentqualität
Zuckmückenlarven sind Schlüsselorganismen der Gewässerböden und spielen daher eine wichtige Rolle für Studien zur Bioverfügbarkeit von sedimentgebundenen Chemikalien, ihrer Toxizität oder ihrem Transfer in der Nahrungskette. Die Larven der Art Chironomus riparius leben in den ersten Zentimetern der Oberflächensedimente und können leicht im Labor gezüchtet werden. Ihr Genom wurde sequenziert und ist teilweise annotiert – dies macht sie interessant für die Entwicklung von Biomarkern für die Bewertung der Sedimentqualität. In Verbindung mit Biotests im Labor oder im Feld sind diese Biomarker eine vielversprechende Methode, um Effekte empfindlich und frühzeitig zu erkennen und so die Qualität von Oberflächengewässern zu bewerten
Daher etabliert das Oekotoxzentrum in einem neuen Projekt Biomarker in Zuckmücken: Es werden Gene betrachtet, die an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt sind, wie zum Beispiel der Entgiftung, der Hormonsteuerung und dem Immunsystem. Durch Messung der Genexpression über die Bildung der mRNA (mit quantitativer PCR oder Sequenzierung) lassen sich Effekte feststellen, die zwar nicht direkt zum Tod des Organismus führen, aber eine wirkungsspezifische Stressantwort auslösen und so den Organismus langfristig schädigen können.