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Die Schweiz hat ein gutes und sicheres Sozialsystem.
Die Sozialversicherungen bieten der Bevölkerung grossen Schutz. Zum Beispiel die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die Arbeitslosenversicherung (ALV) oder die Krankenversicherung (KV).
Sie helfen Menschen in der Schweiz, damit
sie genug Geld zum Leben haben und nicht arm werden.
Warum gibt es die Invalidenversicherung (IV)?
Ein sehr grosses Risiko für berufstätige Personen ist es, wenn sie invalid werden.
Das heisst: Wenn sie wegen einer Krankheit oder einem Unfall sehr lange nicht mehr arbeiten können und so keinen Lohn mehr bekommen. Fast niemand kann dieses Risiko ohne fremde Hilfe allein tragen.
Deshalb gibt es die IV.
Die IV gibt es seit 1960. Alle Menschen, die in der Schweiz wohnen, sind bei der Invalidenversicherung (IV) versichert.
Wenn eine Person nicht mehr arbeiten kann wegen einer Krankheit oder einem Unfall, bekommt sie Hilfe von der IV oder möglicherweise auch von einer anderen Versicherung.
Wie hilft die Invalidenversicherung (IV)?
- Die IV hilft bei gesundheitlichen Problemen.
- Die IV unterstützt Arbeitnehmende und Arbeitgeber bei der Wiedereingliederung. Das heisst: Wenn eine Person nach einer Krankheit oder einem Unfall wieder zurück an den Arbeitsplatz kommt.
- Die IV bezahlt Hilfsmittel wie Rollstühle oder Hörgeräte.
- Die IV bezahlt Renten.
Was sind die Bedingungen für Hilfe von der Invalidenversicherung (IV)?
Die Person muss «invalid» sein.
Was ist «Invalidität»? Wer ist «invalid»?
Invalidität ist ein Wort, das in den Gesetzen für die Versicherungen steht.
Für diese Gesetze ist eine Person invalid:
- wenn die Person eine gesundheitliche Beeinträchtigung hat. Das kann eine körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung sein.
Und
- für diese gesundheitliche Beeinträchtigung gibt es keine medizinische Behandlung.
Und
- es gibt keine Möglichkeit, dass die Person wie früher arbeiten kann.
Der Grund für die gesundheitliche Beeinträchtigung kann entweder schon seit der Geburt da sein.
Oder der Grund kann eine Krankheit oder ein Unfall sein.
Das Wort «Invalidität» bedeutet nicht das Gleiche wie das Wort «Behinderung». Diese 2 Wörter sagen nichts Schlechtes über eine Person. Aber man braucht sie für verschiedene Situationen:
- Invalidität: Eine Person kann sehr lange nicht mehr oder nicht mehr so viel arbeiten wegen gesundheitlichen Problemen.
- Behinderung: Eine Person kann körperlich oder geistig nicht (mehr) alles machen.
Wie gross ist die Invalidität von einer Person?
Für die Versicherungen gilt eine Person als invalid, wenn sie finanziell Schaden nimmt. Zum Beispiel vom Lohnausfall.
Kann eine Person wieder arbeiten, wenn sie zum Beispiel Hilfsmittel oder eine Umschulung bekommt? Und verdient diese Person so wieder gleich viel wie früher? Dann sagt das Versicherungs-Gesetz: Diese Person ist nicht invalid.
Das heisst: Für das Versicherungs-Gesetz ist eine Person nicht mehr invalid, wenn sie keinen finanziellen Schaden mehr hat. Es kann aber sein, dass die Person immer noch gesundheitliche Beeinträchtigungen hat.
Invalidität ist deshalb nicht das Gleiche wie Behinderung.
Wenn jemand durch einen Unfall einen Finger verliert, kann das in einem Fall eine Invalidität sein, in einem anderen Fall aber nicht.
Ein Beispiel zum Unterschied zwischen Invalidität und Behinderung:
Eine Frau ist von Beruf Pianistin. Sie spielt grosse Konzerte auf dem Klavier. Bei einem Unfall verliert die Frau einen Finger und sie kann jetzt nicht mehr Klavier spielen. Deshalb hat sie auch keinen Lohn mehr.
Das Versicherungs-Gesetz sagt: Die Frau ist invalid. Sie hat wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung jetzt auch einen finanziellen Schaden.
Wenn ein Verkäufer einen Finger verliert, ist er aber deshalb nicht invalid. Nach der Erholung kann er wieder in seinem Beruf arbeiten.
Was ist das Ziel von der Invalidenversicherung (IV)?
Das Hauptziel der IV ist die berufliche Eingliederung.
Das heisst: Die IV unterstützt invalide Personen, damit sie wieder arbeiten können. Wenn das nicht möglich ist, bezahlt die IV Renten.
Sie bezahlt auch Geld für andere Leistungen. Zum Beispiel für fremde Hilfe.
Die betroffenen Personen sollen ein angenehmes und selbstständiges Leben führen können.
Wer finanziert die Invalidenversicherung (IV)?
Die IV wird im Umlage-Verfahren finanziert.
Das bedeutet: Die aktuellen Ausgaben der IV werden direkt mit den aktuellen Einnahmen bezahlt. Diese Einnahmen kommen von den Versicherten und den Arbeitgebern.
Die Versicherten sind alle Personen die in der Schweiz wohnen oder arbeiten. Von ihrem Lohn geht immer ein bestimmter Teil an die IV.
Der Bund bezahlt etwa ein Drittel von den IV-Ausgaben. Bund bedeutet: der Schweizer Staat.
Von welchen anderen Versicherungen bekommt eine invalide Person Hilfe?
Eine invalide Person kann Hilfe von verschiedenen Versicherungen bekommen.
Die wichtigste Versicherung ist die Invalidenversicherung. Beim Unfall ist es die Unfallversicherung. Es gibt noch die berufliche Vorsorge (Pensionskassen) und die Militärversicherung.
Alle diese Versicherungen bezahlen Geld. Aber sie bezahlen Geld für verschiedene Situationen und Leistungen. Und die Leistungen sind aufeinander abgestimmt. Das heisst: Jede Versicherung bezahlt bestimmte Leistungen. Man kann nicht die gleiche Unterstützung von mehr als einer Versicherung bekommen.
Mit den Renten von IV bekommt man nicht immer so viel Geld, dass es genug ist für alle lebenswichtigen Ausgaben.
Dafür gibt es die Ergänzungsleistungen (EL).
Sie finden Informationen über EL hier:
Letzte Änderung 29.11.2022