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Spätes Scherenbienchen
Spätes-Scherenbienchen (Chelostoma campanularum)
Das Späte Scherenbienchen ist mit einer Körpergrösse von 6 mm eine eher kleine Wildbiene. Optisch ist sie von dem Frühen Scherenbienchen kaum zu unterscheiden. Einzig die 3 bis 4 Wochen spätere Flugzeit kann Aufschluss darüber geben, um welches Bienchen es sich handelt. Sie besiedelt Waldränder, Waldlichtungen, Streuobstwiesen sowie brachliegende Weinberge. Häufig ist sie auch im Siedlungsbereich anzutreffen.
Sie lebt solitär und baut ihre Nester oberirdisch in Totholzstrukturen an. Dabei nutzt sie gerne Insektenfrassgänge in abgestorbenen Ästen oder vom Holzwurm befallene Balken und Bretter von Scheunen sowie alte Zaunpfähle. Auch Nisthilfen werden angenommen, wobei die Bohrungen in Holz ca. 2 mm Durchmesser haben sollten. Wichtig ist, dass die Bohrungen absolut sauber und splitterfrei sein müssen, sonst würden die schlüpfenden Bienchen sich lebensgefährlich verletzen. Auch Schilfhalme und dünne Brombeerranken werden angenommen.
Die Brutzellen werden linear angeordnet und ausschliesslich mit Pollen von Glockenblumen bestückt. Zwischen den Brutzellen werden Zwischenwände aus Sand oder Lehm gebaut. Die Männchen patrouillieren an den Pollenquellen und nutzen die Blüten der Glockenblumen als Schlafplatz.
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Chelostoma campanularum
Flugzeit: Anfang Juli bis Ende August
Status CH: Nicht auf der Roten Liste (Stand 1994), aber eher selten
Foto: Albert Krebs
Pollenpflanzen: Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium), Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)