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Was können Schwellenländer tun, um den wirtschaftlichen Wohlstand zu steigern und gleichzeitig Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit zu lösen? Konventionelle Forschung, die sich auf Wirtschaftswachstum konzentriert, argumentiert, dass Schwellenländer die besten industriellen Praktiken des Westens schrittweise nachahmen sollten. Der radikalere Ansatz, direkt zu globalen Industrieführern zu werden (z.B. Leapfrogging), wurde in bestehenden Studien als eine unwahrscheinliche Anomalie behandelt. RADEC geht davon aus, dass aufgrund der sich abzeichnenden grundlegenden Veränderungen in Technologien, Geschäftsmodellen, Globalisierungsdynamiken und der ökologischen Nachhaltigkeit das Leapfrogging für Nachzügler immer realistischer werden wird. Frühere Studien, die sich hauptsächlich auf die Bedingungen für die Wissensakkumulation in Nachzüglerländern zur Förderung des Wirtschaftswachstums konzentriert haben, sind nicht in der Lage, die Auswirkungen dieser Transformationen zu erklären.
RADEC strebt die Entwicklung einer neuen Theorie über die Bedingungen und Mechanismen für das Leapfrogging in der neuen technoökonomischen Ära an, die auch proaktiv ökologische Nachhaltigkeitsfragen berücksichtigt. Das Projekt beschäftigt sich mit den neuesten Debatten in verschiedenen Disziplinen der Innovationsstudien, darunter industrieller Aufholprozess, Nachhaltigkeitstransitionen, Wirtschaftsgeographie sowie Wissenschafts- und Technologiepolitik. Ziel ist es, neue Leapfrogging-Pfade zu entwerfen, die sich von global existierenden Normen lösen, neue Leapfrogging-Mechanismen jenseits des konventionellen Wissens- und Technologiefokus zu identifizieren, zu erläutern, wie neue Governance-Konfigurationen diese Mechanismen antreiben werden, und Policy-Mixe vorzuschlagen, die neue Leapfrogging-Trajektorien erleichtern.
RADEC wird vier idealtypische Entwicklungspfade analysieren, um den Herausforderungen der grünen Ära zu begegnen: globale Nischenpositionierung, globale Co-Leadership-Governance, einheimische Industrieformation und grüne globale Wertschöpfungsketten. RADEC wendet eine innovative Kombination von quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden an, um wichtige Kausalmechanismen und neuartige Governance-Strukturen in den aufstrebenden Wasser- und Sanitärsystemen in China, Indien und Südafrika zu erfassen. Damit will sie die Grenzen unseres Verständnisses von weltweiter industrieller Entwicklung und Nachhaltigkeitsübergängen an der Schnittstelle von Innovation und Entwicklungsstudien verschieben.