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Schon lange wurden in Signau und Schüpbach Stimmen laut zur Bildung einer Feldschützengesellschaft. Da wurde von einigen Offizieren auf Sonntag, den 6. August 1871 eine Versammlung bekannt gemacht, in der Wirtschaft Hofer (Emmenbrücke) in Schüpbach. So beginnt die Jubiläumsschrift 100 Jahre Feldschützen Signau, verfasst von unserem Ehrenmitglied Franz Kohler, Schüpbach. Als erster Präsident wurde Christian Stettler, Major, im Ried gewählt.
Schon bald einmal nach der Gründungsversammlung begann man mit den Schiessübungen. Die erste erwähnte Übung fand auf dem Unterreinsberg statt, um wie es heisst, auf die weiteste Distanz schiessen zu können. Als Waffe dürfte damals hauptsächlich das Infanteriegewehr Mod.1863, ein Vorderlader, verwendet worden sein. Das obligatorische Programm war damals ziemlich umfangreich, musste doch 1874 eine zusätzliche Übung abgehalten werden, damit die erforderlichen 80 Schüsse von allen geschossen werden konnten. Im 1875 dürften dann bereits die ersten Repetiergewehre mit dabei gewesen sein. Es handelte sich da vorerst um das so genannte Vetterli-Gewehr, Modell 1869.
1902 zählten die Feldschützen bereits 110 Mitglieder und waren damals die zahlenstärkste Sektion des Amtes Signau. In diesem Jahre wurde das Kantonale Feldsektionswettschiessen erstmals in Signau durchgeführt. Über das eigentliche Schiessprogramm fehlen hier die Angaben. Ein Umzug der teilnehmenden Sektionen mit Fahnen, angeführt von der Musikgesellschaft Schüpbach, durfte damals auch nicht fehlen.
1914 der Ausbruch des ersten Weltkrieges. Was diese für viele dienstpflichtigen Schützen recht bitteren Jahre alles brachte, ist mit keinem Wort in den Protokollen erwähnt.
1929 wurde vierzehn Mann stark das Eidg. Schützenfest in Bellinzona besucht, wobei man im Sektionswettkampf nicht sehr gut abschnitt und sich mit dem Eichenkranz zufrieden geben musste. Böse Zungen behaupteten zwar etwas anderes, aber ziemlich sicher war der Klimawechsel schuld am Misserfolg.
1931 war das erste Jahr mit zwei Gesellschaften in Signau (Feld- und Standschützen) und man trachtete hüben und drüben danach, miteinander auszukommen. Die Feldschützen, an Zahl nun etwas dezimiert, beschränkte sich punkto Schiesstätigkeit auf das Allernötigste.
In den Dreissigerjahren musste überall gespart, ja, gegeizt werden. 1939 war die Schiesstätigkeit bereits beendet, als am 1. September die Generalmobilmachung befohlen wurde. Vor allen lag eine höchst ungewisse Zukunft, und jegliche Vereinstätigkeiten wurde dadurch ein Ende gesetzt.
An der ordentlichen Frühjahrshauptversammlung 1945 gedachte man des 75 jährigen Bestehens der Feldschützengesellschaft. An ein Jubiläumsschiessen war in dieser Zeit nicht zu denken.
Doch jetzt wieder vorwärts zu neueren Zeiten. Im Jahr 1955, vor Beginn der Schiesstätigkeit, wurde den Schützen ein nie erwarteter Schrecken beschert, indem das Schützenhaus in Flammen aufging. Dies geschah in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März – durch was und wieso, kam nie an den Tag.
Im neu erstellten Schiess-Stand konnte der Schiessbetrieb bereits 1956 aufgenommen werden, allerdings zum Teil noch etwas behelfsmässig.
Am 26. Juni 1960 konnte die lang ersehnte neue Fahne der Feldschützen eingeweiht werden.
1962 wurde erstmals ein Kirchgemeindeschiessen durchgeführt.
Am Jungschützenkurs unserer Gesellschaft wurde 1964 erstmals am Sturmgewehr 57 ausgebildet.
Die Durchführung eines Jubiläumsschiessens „100 Jahre Feldschützen Signau 1871 – 1971“, wurde an der Hauptversammlung 1970 beschlossen. Nun hiess es alle Mann an Deck. Das Schützenfest wurde vom 6. bis 9. und 13. bis 15 August 1971 mit grossem Erfolg durchgeführt. Eine Episode sei hier noch erwähnt: Der Kurier, der die Standblätter in der Schiessanlage „Moos“ in Langnau holte, war einmal mit einem schnellen Cabrio unterwegs. Durch den Fahrtwind wurden leider die Standblätter aus dem Wagen geweht und mussten mühsam wieder eingesammelt werden.
An der ausserordentlichen Hauptversammlung am 16. August 1975, wurde über die Verlegung der Schiessanlage befunden, wobei die Variante „Mutten“ eine grosse Mehrheit fand.
1976 machte sich der Vorstand daran, eine neue Standarte anzuschaffen. Diese wurde 1977 mit einem Standartenweih-Schiessen eingeweiht. Als zweiter Stand, durften wir die Anlage auf der Höhe benutzen.
Wegen der Umfahrungsstrasse Signau (T 10) wurde die Verlegung der Schiessanlage notwendig. Am 22. April 1979 war Ende Feuer im Schützenhaus „Moos“, (dem heutigen Mooshüsi).
Die erste gemeinsame Übung (Feld- und Standschützen) in der neuen Schiessanlage Mutten, fand am Ostermontag, 20. April 1981 statt. Die Anlage wurde mit 12 Zugscheiben ausgerüstet.
Ein weiterer Höhepunkt war 1993 der Einbau der elektronischen Trefferanzeige. Dank eines grosszügigen Gemeindebeitrags, konnte dieses Vorhaben realisiert werden. Heute ist die Anlage mit 8 Einheiten SIUS 9002 ausgerüstet.
Im Herbst 1994 wurde das OK gebildet, das es sich zur Aufgabe machte, im August 1996 für unser 125 jähriges Bestehen ein Schiessanlass zu Organisieren. Zusammen mit den Feldschützen Richigen, den Militärschützen Grosshöchstetten und den Feldschützen Signau fanden am 9./10. und 17./18. August 1996 drei Schützenfeste im Emmental statt.
2003 wurde das Emmentalische Landesschiessen im Raume Langnau durchgeführt. Auch die Feldschützen waren an diesem Grossanlass beteiligt. Ein grosses Helferaufgebot war an den drei Wochenenden auf der Mutten im Einsatz.
Wiedervereinigung der beiden Schützenvereine. Die Standschützen, die sich 1930 von den Feldschützen trennten, schlossen sich am 1.1.2004 wieder den Feldschützen an.
Winter 2006/2007 Umbau und Renovation der Schützenstube.
Mithilfe am 39. Berner Kantonalschützenfest Langnau-Huttwil.
Im Herbst 2008 empfingen die Feldschützen an 9 Schiesstagen unzählige Schützinnen und Schützen aus nah und fern in unserem Schützenhaus auf der Mutten. Dank des unermüdlichen Einsatzes der vielen Helferinnen und Helfer konnten wir diesen Grossanlass zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten durchführen.
Am 5. Juli 2010 reisten insgesamt 34 Feldschützinnen und Feldschützen ans Eidgenössische Schützenfest nach Aarau. Trotz brutaler Hitze wurden nennenswerte Resultate erzielt.
Im Hinblick auf die bevorstehenden Investitionen rund um unsere Schiessanlage (Kugelfang und Elektronik), organisierten wir 2013 zum ersten Mal das Oktoberfest in der Turnhalle Schüpbach. Ob Alt oder Jung, alle halfen mit und so wurde dieser Anlass ein voller Erfolg.