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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
II. Kapitel. Die Unmenge der Wassertiere. Arten und Namen derselben übertragen sich auf die Landtiere. Als Landtiere schädlich und furchtbar, sind sie als Wassertiere nützlich und zahm. Der tiefe Friede in den Wassern.
5.
"Es sollen hervorbringen die Wasser die kriechenden Tiere", sprach der Herr: ein kurzes Wort, aber ein machtvolles und weithin wirkendes, das den kleinsten wie dem größten Wesen die gemeinsame [Reptilien]Natur einpflanzte. Im nämlichen Augenblick tritt der Walfisch ins Dasein, da kraft des gleichen Schöpfungsaktes der Frosch ins Leben tritt. Mühelos legt Gott an die größten, unverdrossen an die kleinsten Werke Hand an. Ohne Wehen gebiert die Natur den Delphin, wie sie ohne Wehen die kleine Purpur und Meerschnecke erzeugte. Beachte, o Mensch, wie im Meere noch unvergleichlich mehr Wesen sich regen als auf dem Lande! Zähle, wenn du kannst, alle Fischarten von den kleinsten bis zu den größten: die Tintenfische, Polypen, Austern, Meerund Flußkrebse, und innerhalb derselben die unzähligen Individuen ihrer Art! Was soll ich die Schlangenarten nennen: die Drachen, Muränen, Aale? Nicht will ich übergehen die Skorpione, Frösche, Schildkröten, ferner die Meerottern und Seehunde, die Meerkälber, Walungeheuer, Delphine, Robben, Seelöwen. Was soll ich noch anreihen die Meeramseln und Drosseln und Pfaue, deren Farbe wir auch in der Vogelwelt wiederbegegnen? So sind die Amseln schwarz, die Pgauen an Rücken und Hals schillernd, die Drosseln am Bauche gefleckt. Was [soll ich anreihen] die übrigen Seetiere, deren Arten und Namen auch das Festland sich belegte? Zuerst nämlich traten diese im Meere und in den verschiedenen Flüssen hervor, da ja das Wasser zuerst auf das göttliche Willensgebot hin "die kriechenden Tiere mit lebendiger Seele" hervorbrachte.