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Alles über den Jahrgang 2022
2022?
Ein anspruchsvoller Jahrgang in Bordeaux. Nach einer Reihe von grossen Jahrgängen ist 2022 kompliziert. Die Rotweine durchschnittlich weniger extravagant, auch wenn es sehr schöne und unerwartete Ergebnisse gibt. Die Weissweine jedoch können mit wunderbaren Erfolgen aufwarten.
Die Degustation in Bordeaux in der letzten Aprilwoche ermöglichten es, sich ein genaueres Bild vom Jahrgang 2022 zu machen. Die klimatischen Bedingungen waren schwierig: Frost im April, starke Regenfälle im Juni und Juli, mangelnde Wärme im August ... Die erste Feststellung ist, dass er sehr heterogen ist. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Schlössern sind sehr gross. Es gibt nur sehr wenige Top-Bewertungen und die Anzahl der mit «aussergewöhnlich» (92-95/100) bewerteten Weine hat sich im Vergleich zu 2019 oder 2020 halbiert. Insgesamt muss man bei den «kleinen» Châteaux vorsichtig sein.
Rotweine präsentieren sich farbintensiv, aromatisch mit einem niedrigen Alkoholgehalt. Die besten Weine sind ausgeglichen mit feinen und edlen Tanninen. 2022 ist ein Cabernet-Jahrgang und viele Châteaux haben den Anteil von Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc in ihren Assemblagen erhöht. Diejenigen, die erfolgreich waren, haben viel aussortiert und eliminiert, weshalb ihre Produktion sehr gering sein wird. Auf weniger erfolgreiche Weine sollte verzichtet werden, da sie entweder verwässert sind oder zu viel Säure im Abgang aufweisen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2022 ein durchschnittlicher Rotweinjahrgang ist, aus dem einige gute, manchmal sogar ausgezeichnete Ausnahmen hervorgehen.
Im Gegensatz dazu weisen die Weissweine zum Teil wirklich aussergewöhnliche Erfolge auf. Diese Art von Sommer ohne Trockenheit und übermässige Hitze bekommt der Qualität der trockenen Weissweine gut.
Wie sieht es mit den Preisen aus?
Grundsätzlich sind die Preise auf dem Niveau von 2018 und 2020, zwei legendären Bordeaux-Jahrgängen. Einige Schlösser haben ihre Preise erhöht, die meisten sind stabil geblieben und einige sehr wenige Crus haben ihre Preise gesenkt.
Die Besitzer erklären, dass sie eine kleine Ernte hatten, dass sie grosse Opfer beim Aussortieren und der Selektion bringen mussten und dass angesichts der weltweiten Nachfrage das Angebot nicht ausreichen wird.
Zugegeben, in der Schweiz sind die Preise etwas gesunken, weil der Schweizer Franken stark und der Wechselkurs besonders günstig ist. Wir halten die Preise für diesen Jahrgang insgesamt für teuer und raten zur Vorsicht.
Unsere Empfehlung
Ein Weinliebhaber, der einen schönen Keller mit Bordeaux-Crus Classés haben möchte, sollte niemals einen Jahrgang "überspringen".
2022 brachte Rotweine mit unterschiedlichem Charakter hervor, die Eleganz, Finesse und einen niedrigen Alkoholgehalt aufweisen. Es werden Weine sein, die viel Vergnügen bereiten werden ohne dass man jahrelang zuwarten muss. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Lieblingschlossweine zu kaufen, wenn die Bewertung zufriedenstellend ist, und einfach die Mengen zu reduzieren.
Bei den weissen Bordeauxweinen empfehlen wir Ihnen, unbedingt einige Kisten zu kaufen. Sie werden von der aromatischen Fülle dieser Weine begeistert sein.
Weitere Einzelheiten zum Jahrgang 2022 finden Sie unter Der Jahrgang 2022 in Bordeaux von Prof. Laurence Geny und Prof. Axel Marchal vom Institut des Sciences de la Vigne et du Vin der Universität Bordeaux, Forschungseinheit Oenologie