Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/1249

Wer kennt ihn nicht, John Ronald Reuel Tolkien, den Vater der Fantasy-Serie «Herr der Ringe» oder «Der Hobbit». Diese Bücher sind stark vom christlichen Glauben inspiriert – und von der Schweiz. Denn die Figur des «Gandalf, der Graue» hat Tolkien für sich auf einer Wanderung durch die Schweiz entdeckt.
Der grossartige Schriftsteller wurde 1892 zwar in Südafrika geboren, wuchs aber nach dem Tod seines Vaters vom vierten Lebensjahr an in Sarehole auf, einem kleinen Dorf in der Nähe von Birmingham. In dieser Zeit lernte er die Natur schätzen und lieben. Nachdem auch seine Mutter in frühen Jahren starb, kam er als 12-Jähriger in die Obhut des katholischen Priesters Francis Morgan. Allerdings gab Tolkiens Mutter ihm vor ihrem Tod wichtige Erfahrungen mit auf den Weg. Sie erkannte früh sein Interesse an Sprachen und brachte ihm deshalb Grundzüge in Latein, Französisch und Deutsch bei. Diese Jahre prägten ihn und seine Begeisterung für Sprachen und Literatur war schier grenzenlos. Bereits als Kind erfand er eine eigene Sprache und philosophierte mit Freunden über die wichtigsten Fragen des Lebens. Gegenseitig machten sie sich Mut, ihren Talenten nachzugehen. Dieser Bund, diese Freundschaften wurden später tragende Elemente in «Herr der Ringe». Die gemeinsame Studienzeit schlossen sie in Oxford mit Auszeichnung ab.
Das Leben von Tolkien war geprägt durch seine Arbeit als Professor für Englische Sprache und so arbeitete er an verschiedenen Universitäten. Er investierte sich gerne in den Nachwuchs und unterstützte die Begabtesten mit grosser Begeisterung. Und als ihm ein Lehrstuhl am Merton College in Oxford angeboten wurde, nahm er diese Berufung gerne an.
Tolkiens Geschichten waren geprägt durch seine Beschäftigung mit mittelalterlicher Sprache und Literatur. Aber auch durch seine Reise durch die Schweiz. Als 19-Jähriger durchquerte er von Interlaken her kommend die Alpen. Viele Beschreibungen in «Herr der Ringe» erinnern an diese Zeit. Auf diesen Touren kam Tolkien sich richtig klein vor. Als er mit einer Gruppe entlang des Aletschgletschers ging, löste sich plötzlich eine Eis- und Steinlawine. Tolkien beschreibt in einem Brief, wie ein grosses Stück Fels zwischen ihm und einer älteren Lehrerin, die vor ihm wanderte, hindurchschoss. Dieses Erlebnis und diese Landschaft haben es Tolkien angetan und finden Eingang in seine Bücher. Auch Gandalf, der weise Alte aus «Herr der Ringe», hat seine Wurzeln in der Schweiz. Als der junge Tolkien eine Postkarte mit einem alten Mann drauf sah, war er begeistert. Die Karte zeigte diesen mit langem, weissem Bart. Er trug einen runden, breitkrempigen Hut und einen langen Mantel. Tolkien selbst bestätigte diese Quelle. Denn er selbst schrieb auf die Postkarte: «Origin of Gandalf.»
Tolkiens Werke sind geprägt von christlicher Analogie, ohne aufdringlich zu sein. Denn für Tolkien war seine Gottesbeziehung immer von zentraler Bedeutung. Tolkiens Leben und Glaube waren unaufgeregt. Wären da nicht seine Werke, wäre er ein Professor für Sprache und Literatur unter vielen. Aber seine grossartigen Werke prägen seither ganze Generationen. Kein Wunder, wurde Tolkiens Leben in diesem Sommer einem grösseren Kinopublikum nahegebracht.
Serie
Veränderer, Ermöglicher, Verbesserer, Erneuerer – wir präsentieren Persönlichkeiten, welche die Welt nachhaltig positiv verändert haben.