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Jesus Christ Superstar, Phantom der Oper, Evita, Starlight Express, Cats: Die Liste der Hit-Musicals, die Andrew Lloyd Webber geschrieben hat, ist lang. Viele seiner Werke liefen jahrelang im Londoner Westend und am Broadway in New York, das Phantom der Oper etwa geistert in London schon seit 1986 über die Bühne. Auch als Produzent ist er erfolgreich, und ihm gehören mehrere Londoner Theater, darunter das Adelphi. Am 22. März wird Webber 70 Jahre alt.
Wer die Liste seiner Werke, Auszeichnungen und Projekte anschaut, könnte auf die Idee kommen, alles, was Webber anfasst, werde zu Gold. Das stimmt nur zum Teil. Wenn er Erfolg hat, dann richtig – und er ist auch sehr reich geworden. Aber im Lauf der Jahrzehnte sind auch einige Vorhaben danebengegangen, die nur kurz auf der Bühne waren. Die Bilanz kann das letztlich nicht trüben, ebenso wenig wie Vorwürfe, er habe Melodien plagiiert. Viele Auskopplungen aus den Musicals wurden als Singles Hits, mehrere Werke verfilmt. Umgekehrt machte er aus dem Film „School of Rock“ ein Bühnenmusical.
Webber gelang es Anfang der 1970er, mit seinen Werken eine neue Ära einzuläuten oder, wenn man es genau nimmt, Vergangenes neu zu beleben. Denn in den 1950ern waren Musicals sehr beliebt, aber die Sechziger – vor allem gegen Ende des Jahrzehnts – brachten der Branche eine Flaute. Leichte Unterhaltung war in dieser politisierten diskussionsfreudigen Ära als spießig verpönt. Webbers erster richtig großer Erfolg hatte daher auch ein ernstes Thema: Jesus Christ Superstar – eigentlich eine Oper und kein Musical – erzählt die Passionsgeschichte als menschliche, aber auch als politische Tragödie. Im Zentrum steht neben Jesus sein Verräter Judas.. Die Oper, 1971 uraufgeführt, wurde ein Riesenhit.
Andrew Lloyd Webber stammt aus einer Londoner Künstlerfamilie. Er ist zum dritten Mal verheiratet, hat fünf Kinder und unterstützt eine Reihe von Wohltätigkeitsorganisationen. Bis 2017 war er als Mitglied im House of Lords auch politisch aktiv.