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Stéphane Kontos, Forscher
„Die Qualität der EPFL als Forschungsinfrastruktur und das Niveau des hier gebotenen wissenschaftlichen Diskurses sind einmalig in der Welt.“
Warum haben Sie die EPFL und Lausanne für Ihre Promotion bzw. für Ihre Berufskarriere gewählt?
SK | Die Qualität der EPFL als Forschungsinfrastruktur und das Niveau des hier gebotenen wissenschaftlichen Diskurses sind einmalig in der Welt. Bereits bei meinem ersten Besuch im Labor von Professor Hubbell im Jahr 2006 war ich sofort von der Vielfalt der laufenden Projekte und dem translatorischen Charakter der Forschung beeindruckt. Gleichzeitig verfiel ich dem Charme der Stadt Lausanne, die sich an jenem 2. Januar sehr ruhig präsentierte.
Was waren Ihre ersten Eindrücke bei Ihrer Ankunft in Lausanne?
SK | Ich kam im Juli 2006 – einen Monat vor meinem Start an der EPFL – in Lausanne an, um mir eine Wohnung zu suchen und mich hier einzurichten. Es war ein herrlicher Sommer! Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich ganze Tage mit Spaziergängen durch die Stadt und Lesen an den Quais d'Ouchy verbrachte. Noch bevor ich mit der Arbeit im Labor begann, war ich mir bereits sicher, dass meine Wahl richtig war, für meine Promotion nach Lausanne zu kommen.
Mit welchen drei Begriffen würden Sie das Studienumfeld in Lausanne beschreiben?
SK | Dynamisch, international, stimulierend.
Können Sie uns etwas über Ihren Werdegang vor Antritt Ihrer Stelle an der EPFL erzählen?
SK | Ich bin in Griechenland geboren und habe den Grossteil meiner Kindheit in Saudi-Arabien verbracht, wo ich die dortige Internationale Schule besuchte. Meine Familie zog anschliessend in die USA, genauer gesagt nach Texas. Nach dem Besuch der High-School in Houston wurde mir das Privileg zuteil, an der University of Texas in Austin den Studiengang Verfahrenstechnik (Chemie) belegen zu können. Rückblickend stelle ich fest, dass ich eigentlich immer Bildungseinrichtungen von hoher Qualität ausgewählt habe. Es war daher fast logisch, mein Studium mit einem Doktortitel an der EPFL abzuschliessen.
Was zeichnet Ihrer Meinung nach eine Forscherlaufbahn in Ihrem Fachbereich an der EPFL aus?
SK | Im Bereich der Biowissenschaften gibt es zwei wichtige Faktoren für Erfolg: einerseits ein stimulierendes Umfeld mit Spitzenforschern und andererseits die für die Forschung und die Umsetzung der Visionen des Teams erforderliche Infrastruktur. Dieses Rezept hat die Leitung der EPFL auf dem Campus in hervorragender Weise umgesetzt.
Können Sie uns ein herausragendes Ereignis während Ihrer Berufskarriere hier in Lausanne erzählen?
SK | Ein Tag wird mir für immer im Gedächtnis bleiben, da er wegweisend für meine Karriere und meine Zukunft war. An diesem Tag entdeckte ich im Labor ein Protein, das rote Blutkörperchen spezifisch im Blut bindet. Diese Entdeckung war das Tor zu zahlreichen Projekten während meiner Doktorarbeit, die sich mit der kontrollierten Arzneimittelabgabe und der Behandlung von Autoimmunerkrankungen befasste. Gleichzeitig war diese Entdeckung die Ausgangsbasis für unser Start-up Anokion, das wir mit dem Ziel ins Leben riefen, diese Technologie auf die klinische Anwendung zu übertragen.
Was bringt Ihnen Ihre Tätigkeit als Forscher bzw. als Unternehmer?
SK | Als Forscher habe ich gelernt, Fragen zu stellen und sie mit experimenteller Forschung zu beantworten. Dabei wird meine Neugier ständig herausgefordert sobald sie befriedigt ist, wird – sie sofort wieder unersättlich. Als Unternehmer konzentriere ich mich derzeit auf die Umsetzung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse in Medizinprodukte. Die Möglichkeit, dass eines Tages Patienten dank einer Entdeckung in meiner Doktorarbeit behandelt werden können, ist eine ungemein stimulierende Aussicht.
Lausanne ist eine dynamische Stadt mit vielen Stärken für Wissenschaftler und Unternehmer - daher werde ich so lange wie möglich hier bleiben!
SK | Lausanne ist eine dynamische Stadt mit vielen Stärken für Wissenschaftler und Unternehmer – daher werde ich so lange wie möglich hier bleiben!
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Lausanne?
SK | An einem wunderbaren Sommertag vor zwei Jahren verbrachten wir den Tag mit einem Spaziergang durch das Weinbaugebiet Lavaux und genossen dabei die Schönheit dieser Gegend. Am Abend dann besuchten wir noch die Fête de la Cité in Lausanne. Da verstand ich, welches Glück ich hatte, Lausanne gewählt zu haben.
Interview von | Tom Crawford