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Multimediale, fragmentierte Jugend
Die heutige Jugend sei nicht homogen, sondern fragmentiert, führte Bonfadelli weiter aus. Ihre Leitmedien seien Handy und Internet, trotzdem nutzten sie die traditionellen Medien Radio und Zeitungen (v.a. Gratiszeitungen), allerdings oft nebenbei und zusammen mit anderen Medien. Die Tendenz gehe zu flüchtigem Medienkonsum, sagte Bonfadelli: zappen, surfen und parallel konsumieren.
Bonfadelli erörterte anschliessend eine Studie, die das Politikinteresse von Jugendlichen in der Schweiz und in San Francisco miteinander verglich. In dieser Untersuchung hatten 20% aller Jugendlichen ein «starkes politisches Interesse» und 40% ein geringes. Etwa ein Viertel der Schweizer Jugendlichen fühlte sich der Politik entfremdet und befand, die Politiker und Politikerinnen hätten sich von der Basis entfernt. Das Fernsehen war für sie Informationsmedium Nummer eins, um sich eine eigene Meinung zu bilden, gefolgt von Print, Internet und Radio.
Die heutige Jugend, fasste Bonfadelli zusammen, ist eine fragmentierte, vernetzte Multimedia-Generation. Sie hat ein eigenes und breites Politikverständnis. Die Medien hätten die Aufgabe, politische Hintergrundinformationen so zu bringen, dass sie die Jugendlichen dort «abholen», wo es sie interessiere. Um den Bildungsauftrag auch bei den Jugendlichen zu erfüllen, seien neue journalistische Formen gefragt.