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1961 sollten beim Milgram-Experiment Probanden andere mit Strom quälen. Es galt als Paradebeispiel dafür, wie Menschen bereit sind, schreckliche Befehle auszuführen. Freiwillige Testpersonen sollten in einem Versuch zum Lernverhalten Stromschläge an ihre „Schüler“ austeilen, wenn diese Fragen zur Zusammensetzung von Wortpaaren falsch beantworteten. Die „Schüler“ waren jedoch Schauspieler, die in Wirklichkeit keine Stromschläge erhielten, sondern die angeblich dadurch ausgelösten Schmerzen nur simulierten.
Angetrieben von einem Versuchsleiter verabreichten die Versuchsteilnehmer tatsächlich immer stärkere Stromschläge, obwohl die Testpersonen um Gnade bettelten und vor Schmerz schrien. Viele Testpersonen waren sogar bereit, tödliche Stromschläge von 450 Volt zu verabreichen. Seit Jahrzehnten wird das Experiment deshalb als Paradebeispiel dafür angesehen, wie sehr Menschen dazu bereit sind, einer Autorität zu gehorchen, Befehle auszuführen und dabei auch vor schrecklichen Gräueltaten nicht zurückschrecken.
Stephen Reichert von der schottischen Universität St. Andrews ist der Ansicht, dass die Menschen sich dessen bewusst sind, was sie tun, dass sie aber glauben, das Richtige zu tun. Das kommt von einer Identifizierung mit der Sache – und der Akzeptanz, dass die Autorität ein legitimer Vertreter dieser Sache ist.“