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Die Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr fallen, der Einkaufstourismus in die Nachbarländer läuft so gut wie vor der Pandemie. Hauptmotivator dieses Tourismus sind die tiefen Preise. Darunter leiden nicht nur die Bauern in der Schweiz, sondern auch die Bauern in Südeuropa. Wer eine Büchse Pelati für 39 Cents kauft, unterstützt ein System, das sich ohne Rücksicht auf Verluste bereichert.
Die einen nennen es "Europas dreckige Ernte", andere reden von Ausbeutung, weitere verarbeiten es im Film *das neue Evangelium". Die Rede ist von einem System, das soviel herausnimmt, den Bauern so wenig bezahlt, dass deren Landarbeiter gar kein Dach über dem Kopf haben. Es sind neue Ghettos entstanden, mitten auf den Feldern. Leonardo Palmisagno und Yvan Sagnet haben das in einem Buch beschrieben. 2011 wurde Yvan Sagnet zum Sprecher des Landarbeiterstreiks auf der Boncuri Farm in Nardó. Er ist der Hauptdarsteller in "das neue Evangelium", ein Film des Schweizer Regisseur Milo Rau.
Wenn alle Konsumenten nur fair produziertes Gemüse kaufen wollen, liefert das System ziemlich schnell nur noch dieses. Wie unser Pontius Pilatus im Film sagt: Die Schuldigen sind wir alle, sagt Rau in einem Interview.
Diese billigen Produkte haben nichts mit der gesunden Küche Lukaniens zu tun, die ich in Mangio sano, mangio lucano beschrieben habe.