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<h2>SubmittedText<h2><p>Zum Gelingen der Energiewende und einer erfolgreichen Umsetzung der Energiestrategie 2050 ist die Verfügbarkeit von technologischen Innovationen einerseits und von Fachkräften andererseits zentral. In diesem Zusammenhang stellen wir dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Welche Massnahmen im Forschungsbereich hat der Bundesrat im Zusammenhang mit der Energiestrategie 2050 bereits initiert, und welche weiteren Massnahmen sind im Forschungsbereich noch in Planung? Auf welche Summen belaufen sich die gesprochenen und geplanten Finanzmittel in diesem Bereich?</p><p>2. Die Umsetzung der Energiestrategie wird im baulichen und entwicklungstechnischen Bereich ein hohes Investitionsvolumen auslösen. Gerade im Bereich der Energieeffizienz des schweizerischen Gebäudeparks liegt bekanntlich ein grosses Potenzial für einen sparsameren Umgang mit energetischen Ressourcen. Um die nötigen Massnahmen umsetzen zu können, resultiert daher im Planungs- und Baubereich ein hoher Bedarf an zusätzlichen Fachkräften. Welche Strategie verfolgt der Bundesrat, um sicherzustellen, dass dem Markt genügend Fachkräfte im Planungsbereich und in der operativen Bautätigkeit zur Verfügung stehen?</p><p>3. Gerade im Bereich der operativ tätigen Baubetriebe muss sichergestellt sein, dass dem Markt genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Gedenkt der Bundesrat, im Hinblick auf die Umsetzung der Energiestrategie 2050 spezifische Massnahmen zur Förderung der Aus- und Weiterbildung in der Baubranche in die Wege zu leiten? Wenn ja: Welche Massnahmen sind vorgesehen?</p><p>4. Wie gross sind die finanziellen Mittel, welche der Bund im Rahmen der Kommunikationskampagne "Wir bauen Energiezukunft" investiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat beantwortet die Fragen wie folgt:</p><p>1. Im Jahr 2011 haben Bundesrat und Parlament den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Dieser Entscheid erfordert eine Reduktion des Energieverbrauchs und die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der gesamten Energieproduktion. Dazu hat der Bundesrat die Energiestrategie 2050 erarbeitet, welche derzeit in den eidgenössischen Räten beraten wird. Vorgelagert hat der Bundesrat 2012 mit dem Aktionsplan "Koordinierte Energieforschung Schweiz" zweckgebundene Fördermassnahmen zur Stärkung der Energieforschung dem Parlament vorgelegt. Der Aktionsplan wurde von beiden Räten verabschiedet. In diesem Rahmen wurden für die Periode 2013-2016 folgende Massnahmen ergriffen:</p><p>- Lancierung der acht Kompetenzzentren für Energieforschung "Swiss Competence Centers für Energy Research" (SCCER; 1. Effizienz Gebäude, 2. Effizienz Industrie, 3. Netze und ihre Komponenten, 4. Strom- und Wärmespeicherung, 5. Elektrizität aus Erneuerbaren, 6. Ökonomie, rechtliche Aspekte, Verhalten, 7. Mobilität, 8. Biomasse). Insgesamt werden dafür 72 Millionen Franken bereitgestellt.</p><p>- Erhöhung des ETH-Budgets um 60 Millionen Franken für zusätzliche Professuren im Energiebereich (20 Millionen Franken) und für Infrastruktur für die Energieforschung (40 Millionen Franken).</p><p>- Bereitstellung von 24 Förderprofessuren des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit einem Budget in der Höhe von 24 Millionen Franken.</p><p>- Erhöhung der Fördermittel der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) um 46 Millionen Franken für ausschliesslich energiebezogene Projekte.</p><p>Der Bundesrat hat zudem 2012 folgende Budgeterhöhung gesprochen:</p><p>- Erhöhung der Mittel für Pilot- und Demonstrationsprojekte des Bundesamtes für Energie (BFE) von 5 Millionen Franken (2012) auf 25 Millionen Franken (2015). </p><p>- Lancierung eines Programms für Leuchtturmprojekte mit einem Budget von 10 Millionen Franken (befristet bis 2022).</p><p>Ausserdem hat der Bundesrat den SNF 2012 mit der Durchführung der nationalen Forschungsprogramme "Energiewende" (NFP 70) und "Steuerung des Energieverbrauchs" (NFP 71) beauftragt. Die zwei NFP verfügen über ein Budget in der Höhe von 45 Millionen Franken.</p><p>2./3. Der Bundesrat ist sich der hohen Bedeutung der Fachkräfte im Planungs- und im operativen Bautätigkeitsbereich bewusst. Der Bund unterstützt die Branchenverbände bei der Nachwuchsförderung und der energierelevanten Weiterbildung deshalb durch verschiedene Aktivitäten:</p><p>- Das BFE unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) die zuständigen Branchenverbände und Trägerschaften bei der Erarbeitung der notwendigen Kompetenzen für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und für die effiziente Energienutzung. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Materialien und Musterlektionen für den beruflichen Unterricht sowie Weiterbildungskurse für Berufsfachlehrerinnen und Berufsfachlehrer und Instruktorinnen und Instruktoren von überbetrieblichen Kompetenzzentren (ÜK-Zentren).</p><p>- Im Rahmen des Programms Energie Schweiz werden energierelevante Weiterbildungsangebote gefördert. Im Zentrum stehen Fachkurse über energieeffizientes Bauen und Erneuern von Gebäuden sowie die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien für die Wärme- und Stromerzeugung. Für die Realisierung von Kursmaterialien, Schulungskonzepten oder Referentenschulungen wurden die Mittel seit 2012 in zwei Schritten von jährlich 2,5 Millionen Franken auf 7 Millionen Franken erhöht. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren (EnDK) sowie über 60 Partnerorganisationen (Bildungszentren, Fachverbände, private Organisationen) der ganzen Schweiz. Dabei ist anzumerken, dass es bei diesen Aktivitäten nicht um zusätzliche Fachkräfte, sondern um die Sicherstellung der Nachqualifizierung der gestandenen Berufsleute geht. Eine Übersicht über das breitgefächerte und von Energie Schweiz unterstützte Weiterbildungsangebot ist unter anderem auf <a href="http://www.wirbauenenergiezukunft.ch">www.wirbauenenergiezukunft.ch</a> zu finden.</p><p>- Um die Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft zu intensivieren und die Bedürfnisse besser erfassen zu können, hat die Vorsteherin des UVEK die Branchenverbände 2014 zur ersten Konferenz Energiebildung eingeladen. Anschliessend wurde in Zusammenarbeit mit den Verbänden ein Umsetzungskonzept für die energierelevante Weiterbildung im Baugewerbe entwickelt. Das Konzept beinhaltet sechs Handlungsfelder. Zudem beschreibt es die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden und Energie Schweiz. Im Rahmen der zweiten Konferenz Energiebildung, die im Januar 2016 stattfinden wird, soll das Konzept freigegeben werden. Weitere Informationen sind auf der Website von Energie Schweiz zu finden (<a href="http://www.energieschweiz.ch/de-ch/bildung">www.energieschweiz.ch/de-ch/bildung</a>).</p><p>4. Die Kampagne "Wir bauen Energiezukunft" ist der sichtbare Teil der Zusammenarbeit zwischen dem Baugewerbe und Energie Schweiz. Sie wurde aufgrund der im Rahmen der ersten Konferenz Energiebildung von 2014 geäusserten Bedürfnisse seitens der Baubranche initiiert. Ziel ist es, den Stellenwert der Schweizer Bauwirtschaft für die Energiestrategie 2050 mit einer Imagekampagne zu unterstützen. Für die Konzeption der Kampagne, die Produktion der Materialien sowie die Schaltungskosten von Plakaten, Inseraten usw. wurden 2015 rund 500 000 Franken eingesetzt. Aufgrund der guten Akzeptanz, insbesondere bei den Branchenverbänden, soll die Kampagne im Zeitraum 2016-2020 weitergeführt und verstärkt werden. Dafür werden im Rahmen des Budgets von Energie Schweiz jährlich 600 000 Franken bereitgestellt.</p>  Antwort des Bundesrates.