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Nicht nur von kriegerischen Überfällen fühlten sich die LuzernerInnen im Mittelalter immer wieder bedroht – auch gewaltige Feuersbrünste machten ihnen das damalige Leben schwer.
Einer der grössten Brände muss am 29. Juni 1340 ausgebrochen sein und hat fast die ganze damalige Stadt Luzern eingeäschert. Der Chronist Melchior Russ schrieb dazu, dass damals „gross Stadt Luzern überall zu bulver brann“ und der Rat daraufhin jährlich eine Prozession über die Musegg angeordnet habe.
In der Luzerner „Brandgeschichte“ nimmt vor Allem der Luegisland-Turm eine wichtige Stellung ein. Gebaut wurde er 1290, also lange Zeit vor der Errichtung der Museggmauer und der anderen Türme. Auf dem Luegisland-Turm, der anfänglich allein auf weiter (Musegg-)Flur stand, wohnte schon 1397 ein vollamtlicher Wächter. Der Wächter wurde mit „Luegisland“, seine Frau mit „Luegislandin“ angesprochen. Ihrer Wichtigkeit zufolge hatten sie auch ein strenges Pflichtenheft zu beachten.
Der Wächter hatte zudem in der Regel einen Gesellen zu beschäftigen. In der Ordnung von 1447 ist zu lesen, dass der erste Wachhabende seinen Dienst beim Ertönen der Abendglocke zu beginnen hatte und „nit wieder schlafen ze gand, bis sin Gesell aufgestat und sich angeleit und herauskumpt“. Weiter mussten sie „im thurm umbgan und allenthalben luogen und den Wächtern (in der Stadt) zu allen stunden entsprechen“ (die Stunde melden).
Der über 52 Meter hohe Luegisland-Turm wurde im Verlaufe der Jahrhunderte mehrmals leicht umgebaut. Er behielt jedoch immer die gut sichtbare Öffnung gegen die Stadt hin. Heute wird der Turmbau nicht mehr benutzt, ist dennoch für die Bevölkerung leider (noch) nicht begehbar.
Quelle: Jubiläumsschrift 100 Jahre Quartierverein Luegisland.