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Durch das Theater wird Literatur erlebbar für uns und für die Zuschauer:innen. Ob dies nun ein Dramentext ist, ein Roman oder etwas, was ganz aus Improvisationen heraus entsteht, ob wir eine heutige Sprache nutzen oder einen Stoff, der durch die Zeit geprüft wurde – am Schluss steht ein Abend, eine Premiere, an der ihr etwas von euch erzählen könnt, mit Texten, die ihr euch angeeignet habt. Ein Stück, ein Theater eben. Einmal pro Schuljahr.
«Das ganze Menschsein ist doch nichts weiter als eine lächerliche Partie, die, verglichen mit den Sternen, nur eine Sekunde dauert, eine Partie, die immer schlecht ausgeht und an der teilzunehmen ich nicht gebeten wurde.»
Julien findet sich unversehens unter Fremden in einem Hotel. Verwirrt erkennt er, dass er sich wie die anderen Gäste in einem Stadium zwischen Leben und Tod befindet: Während ihre Körper in den Händen der irdischen Ärzte sind, müssen sich die Gäste dieses Hotels den Fragen nach ihrem bisherigen Leben stellen.
«Man muss mir das Leben wohl erst wegnehmen, damit ich begreife, was es wert ist.»
Allmählich begreift Julian durch die Gespräche mit den anderen Wartenden, dass er zynisch und angstvoll am Leben vorbei gelebt hat. Er trifft auf die Magierin, die vom Verkauf von Hoffnungen lebte, um sich über ihr eigenes Versagen hinwegzubringen; Marie, die Putzfrau, die von Untätigkeit nur in Angst gestürzt wurde; Delbec, voll von selbst erschaffenen Überzeugungen; Garcin, der seine Frau betrogen und sie dann mit ins Koma gezogen hat; Emilie, dessen Frau, die nicht aus ihrer Haut konnte und es vielleicht jetzt im Koma schafft, von ihm wegzukommen; Ines, allzeit zynisch und abgeklärt; Estelle, suchend und unsicher; und Laura, die schon zum zweiten Mal hier im Hotel ist, glücklich darüber, dass sie hier keine Schmerzen ihrer Krankheit spürt. Laura, die kein Mitleid will und in die sich Julien verliebt. Begleitet werden die Seelen von Doktor S und den Weisen. Manchmal beantworten sie die Fragen der Wartenden und weisen die Gäste zum gegebenen Zeitpunkt zum Aufzug. Je nachdem fahren diese dann mit dem Aufzug wieder zurück zur Erde oder hoch in den Tod.
Basierend auf dem Werk «Hotel zu den zwei Welten» von Eric Emmanuel Schmitt sowie den Charakteren aus Sartres «Geschlossene Gesellschaft», hat das Freifach Theater unter der Leitung von Anja Martina Schärer ein Stück zum Wert des Lebens, dem Mysterium des Todes und den vielen kleinen Freiheiten einer und eines jeden erarbeitet.
Gezeigt wird es am 15. April 2023, um 19 Uhr; am 16.April 2023, um 17 Uhr; sowie am 18. April 2023, um 19 Uhr jeweils in der Aula der Kantonsschule Hohe Promenade.
Die letzten Theater:
- «Romeo und Julia fallen vom Balkon», 2022
- «Sag ja!», 2021
- «Der rasende Roland», 2020