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Viel davon, was Präsident Trump sagt, ergibt keinen Sinn. Sein Wortschatz ist klein, aber schmutzig. Japanische Dolmetscher berichten von ihrem Kampf mit «Trumpese».
«Trumpese», so wird die oft verwirrende und nicht sehr gepflegte Ausdrucksweise des US-Präsidenten genannt. Seine Sprache kränkelt. Und davon ist vor allem die Logik betroffen.
Trump war schockiert, als er von seinen vertraulichen Telefonaten mit Mexiko und Australien in den Medien las. Schockiert war er auch über die «falschen Russland-Berichte». Und er resümierte die Ereignisse in diesen zwei Sätzen:
Die Berichterstattung über die echten Leaks ist also gefälscht. Weil eben «so viele Nachrichten gefälscht» seien.
Eine schwierige Logik, mit der auch japanische Übersetzer zu kämpfen haben, wie die «Japan Times» berichtet.
Das Problem sei nicht wirklich Trumps Sprache an sich, sagen die japanischen Übersetzer, denn diese zeichne sich durch Wiederholung, einfache Grammatik und rudimentäres Vokabular aus. Dies bestätigt auch eine Studie des Instituts für Sprachtechnologie der Carnegie Mellon University, die sich mit der «Lesbarkeit» der Präsidenten und der letztjährigen Präsidentschaftskandidaten beschäftigte. Die Studie befand:
Donald Trump besitzt den kleinsten Wortschatz von allen, während er sich im Bereich Grammatik immerhin vor George W. Bush platziert:
Das eine Problem ist die fehlende Logik. Trumps Hang zu zusammenhangslosen Sätzen. Wenn er plötzlich von einem zum anderen Thema hüpft. Das komme vor allem dann vor, wenn er frei spreche. Die Radio-Dolmetscherin Mikawo Hibi erinnert sich noch gut an Trumps Siegesrede vom 9. November, als er plötzlich auf «Reince» und «Secretariat» verwies, ohne zu erwähnen, von wem oder was er genau sprach:
Hibi geriet beim Übersetzen völlig aus dem Konzept. Erstens wusste sie nicht, dass Trump mit «Reince» den Vorsitzenden des Republican National Committee meinte, der mit vollem Namen Reince Priebus heisst. Auch dass es sich bei «Secretariat» um ein Rennpferd handelte, erschloss sich ihr nicht.
Der weitaus strittigste Punkt für die japanischen Übersetzer ist jedoch Trumps Umgang mit Fakten – und seine oft beleidigende, rassistische oder sexistische Ausdrucksweise.
Die Dolmetscher sehen sich mit einer Art ethischem Berufsdilemma konfrontiert: Soll man alles wortwörtlich übersetzen? Oder ist es legitim, gewisse Dinge aus Trumps Reden zu zensieren?
Kumiko Torikai hat aufgrund dieser moralischen Schwierigkeiten ihren Job ganz aufgegeben:
Torikai kann den Trump-Übersetzern nachfühlen, doch sie findet: «Wenn Trump keinen Sinn ergibt, dann musst du auch keinen Sinn ergeben. Wenn seine Sprache vulgär ist, so ist es deine eben auch.»
Diesem Grundsatz Folge zu leisten, fällt vor allem Radio-Dolmetschern schwer, stehen sie doch unter permanentem Druck, die hässlichen Wörter zu zensieren. Der Radiosprecher Atsushi Mishima zum Beispiel ist an die Regeln seines Senders gebunden und versucht daher, die «verbotenen Wörter» so abzumildern, dass sie möglichst wenig ihrer ursprünglichen Bedeutung einbüssen.
(rof)