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Ist das Baden in eiskaltem Wasser wirklich so gesund, wie behauptet wird?
Regelmäßiges Baden in eiskaltem Wasser führt dazu, dass sich die weissen Blutkörperchen im Körper stark vermehren. Die B- und T-Lymphozyten sind so etwas wie die "Immun-Polizei", die den Organismus gegen Infekte durch Viren oder Bakterien wappnen. Beim Eisbaden ist der Körper einem starken Kältereiz ausgesetzt, wobei sich die Blutgefässe für einen kurzen Moment zusammenziehen. Um sich warm zu halten, weiten sich die Gefässe wieder, sodass das Blut schneller zirkulieren kann.
Dadurch wird der Kreislauf trainiert und dauerhaft stabilisiert. Regelmäßiges Eisbaden kann somit helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Wissenschaftler vermuten, dass durch den plötzlichen Kältereiz ein ganzer Cocktail von Hormonen ausgeschüttet wird, darunter Adrenalin und verschiedene Endorphine, aber auch Stoffe, die entzündungshemmend wirken, wie bestimmte Kortikoide und der Botenstoff Noradrenalin. Gerade Menschen, die unter chronischen Erkrankungen wie Rheuma oder Arthritis leiden, profitieren davon.
Noradrenalin aktiviert zudem die braunen Fettzellen. Es kurbelt also auch die Fettverbrennung an und kann somit Übergewicht und damit verbundene Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gegensteuern. Das "Glücks- und Wachhormon" Noradreanlin, das durch den Kältereiz vermehrt produziert wird, spielt auch bei depressiven Erkrankungen eine Rolle. Kälte aktiviert ausserdem den Vagus-Nerv, der bei depressiven Verstimmungen involviert ist. Kältereize wirken also doppelt vorteilhaft.