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Wie funktioniert Gewaltfreie Kommunikation?
Gewaltfreie Kommunikation, kurz GfK, ist eine Vorgehensweise, mit Hilfe derer Menschen lernen können, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ohne den anderen zu beschuldigen oder zu bewerten. Zudem geht es darum, Bitten klar zu formulieren, ohne zu drohen oder zu manipulieren.
Kritische und als feindselig empfundene Aussagen des anderen, sollen nicht mehr so persönlich genommen werden. Dies ermöglicht es, die dahinterliegenden Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen. Diese Methode wurde von Marshall B. Rosenberg entwickelt.
Was heisst GFK?
GFK ist die Abkürzung für Gewaltfreie Kommunikation. Die Übersetzung kommt aus dem Englischen Nonviolent Communication und ist ein wenig unglücklich gewählt. In unseren Seminaren wählen wir deshalb lieber den Ausdruck „Einfühlsame Kommunikation“.
© Jacek Piotrowski
Gewaltfreie Kommunikation: 4 Schritte
Das Grundgerüst in der Gewaltfreien Kommunikation besteht in einem 4 Stufen-Modell. Es dient als Leitfaden, um die wichtigsten Elemente einer förderlichen Kommunikation zu lernen, ohne jede Art der verbalen Manipulation, Bewertung oder Vorwurf, bei der die Gefühle und Bedürfnisse alle gehört und ausgedrückt werden dürfen.
Der erste Schritt „Beobachten“ bedeutet, dass wir lernen, die Beobachtung von der Bewertung zu trennen. Wir beschreiben klar und deutlich, was wir bei der Angelegenheit, um die es sich dreht, sehen oder hören, und zwar ohne dies mit einer Kritik, einem Vorwurf oder einer Schuldzuweisung zu vermischen.
Der zweite Schritt „Gefühle“ bedeutet, dass wir lernen, unsere Gefühle auszudrücken und sie auch beim anderen wahrzunehmen, um nicht nur die rationalen Aspekte eines Gesprächs zu berücksichtigen. Speziell der Gefühlsbezug ermöglicht wichtige Informationen über uns, über die Art und Weise, wie wir die Dinge sehen und wahrnehmen.
Der dritte Schritt „Bedürfnisse“ bedeutet, dass wir die Wurzel unserer Gefühle, nämlich die dahinterliegenden „Bedürfnisse“ erkennen und ausdrücken. Sie erklären gleichzeitig die Gefühle und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass der andere sich für unsere Gefühle verantwortlich oder schuldig fühlt.
Der vierte Schritt „Bitte“ bedeutet, dass wir die Bitte an den anderen klar und eindeutig aussprechen. Wir bitten um konkrete, machbare Handlungen, die unsere Bedürfnisse erfüllen könnten. Wir lassen dem anderen die Wahl, unsere Bitte zu erfüllen oder nicht. In dem Moment, wo der andere unsere Bitte als Forderung auffasst, besteht die Gefahr, dass er sich bedroht oder erpresst fühlt.
Beispiel Gewaltfreie Kommunikation
Wenn ich dich richtig verstehe, bist du mit meiner Arbeit unzufrieden (Wahrnehmung).
Dies irritiert mich, und ich bin enttäuscht über deine Reaktion (Gefühl). Mir ist wichtig, dass wir gut zusammenarbeiten und einen wertschätzenden Umgang untereinander pflegen (Bedürfnis).
Könntest du bitte deinen Ton mässigen und mir erklären, was ich falsch gemacht habe (Bitte)?
Wichtig: Die Gewaltfreie Kommunikation findet dann Anwendung, wenn es schwierig wird. Beim friedlichen Teetrinken macht eine solche Formulierung wenig Sinn und käme beim Gegenüber komisch an.
Was ist eine wertschätzende Kommunikation?
Unter einer wertschätzenden Kommunikation ist ein Umgang miteinander zu verstehen, der die Werte des Gegenübers achtet und respektiert. Dies klingt plausibel, ist in der Praxis aber gar nicht so einfach. Denn wenn Sie die Werte des Anderen nicht kennen, wie wollen Sie dann diese schätzen? Daher geht es in einem ersten Schritt darum, die andere Person richtig wahrzunehmen und auf sie einzugehen.
Was ist die Giraffensprache?
Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation kann sehr abstrakt wirken. Deshalb griff Marshall Rosenberg in seinen Seminaren gerne auch mal zu Handpuppen. Eine davon war die Giraffe, welche für die „Sprache des Herzens“ steht.
- Sie überblickt mit ihrem langen Hals das Geschehen und behält so ein wenig Abstand (Schritt 1: Beobachten)
- Sie höhrt auf ihr Herz nimmt die erfüllten, aber auch unerfüllten Gefühle wahr (Schritt 2: Gefühl)
- Sie erkennt die Bedürfnisse hinter den Gefühlen und spricht diese an (Schritt 3: Bedürfnis)
Was ist die Wolfssprache?
Der Gegenspieler der Giraffe ist in dieser Metapher der Wolf. Er ist klein und verliert so schnell den Überblick. Er reagiert impulsiv und aggressiv. Somit steht er für die „Gewalt“ in der Kommunikation. Er beschuldigt gerne, macht Vorwürfe oder versucht mit Macht das Gegenüber runterzumachen.
Weiterführende Links:
- Buch-Tipp zum Thema Gewaltfreie Kommunikation (z.B. Umgang mit Kritik, Beleidigungen und Kränkungen)
- Seminar für Firmen: Das etwas andere Kommunikationstraining!