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Musiktheorie und praktische Ausübung gehörten im 16. und frühen 17. Jahrhundert in Gelehrten-Kreisen zur selbstverständlichen Ausbildung. Im Jahre 1511 erschien in Basel das erste gedruckte Lehrbuch der Musikinstrumentenkunde in deutscher Sprache von Sebastian Virdung, Musica getutscht und außgezogen, illustriert mit Holzschnitten von Urs Graf.
Der Basler Rechtsgelehrte Bonifacius Amerbach (1495–1562) besass eine beachtliche Musikbibliothek und verschiedene Instrumente. Seine Handschriften gingen später in Besitz der Universität über und haben sich in der Universitätsbibliothek bis heute erhalten; einige seiner heute leider verlorenen Instrumente hatte der Arzt und Musiker Felix Platter (1536–1614) übernommen.
Die Musikhandschriften aus dem Umfeld von Amerbach und ein flämisches Virginal von 1572 aus dem Besitz des Basler Kaufmanns und Ratsherrn Andreas Ryff (1550–1603) zeugen heute noch vom häuslichen Musizieren der damaligen Zeit.
Ein grossformatiges Ölgemälde, Der kastalische Brunnen, ergänzt die Ausstellung. Es stammt angeblich aus dem Besitz von Felix Platter und dürfte um 1540 in Süddeutschland entstanden sein. Die allegorische Darstellung der Musik zeigt die neun Musen mit je einem zugeordneten Instrument sowie damals übliche musikalische Ensembles.