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Bobby McFerrin
Die
Biografie / Biographie von Bobby McFerrin sowie sein Konzert im Stadt-Casino Basel im Rahmen des
Off Beat/JSB-Festivals - CDs bei Amazon.de.
Artikel vom 15. April / 14. Mai 2000
Biografie: Der 50jährige Bobby McFerrin ist der Sohn von zwei
Sängern klassischer Musik. Im Alter von sechs Jahren begann er mit dem
Studium der Musiktheorie. Während der High School, an der California State
University in Sacramento und am Cerritos College spielte und studierte Bobby
McFerrin Klavier. Nach dem Studium ging er auf Tournee, zuerst mit den Ice
Follies, danach mit einer Reihe von "Top 40"-Bands. Erst im Jahr
1977 entschloss er sich, Sänger zu werden. Nach einer Zeit mit der Band
Astral Projection in New Orleans verschaffte ihm Bill Cosby einen Auftritt am
Playboy Jazz Festival im Jahr 1980. Ein Jahr später triumphierte er am Kool
Jazz Festival in New York und im Mai 1982 folgte sein Debutalbum: Bobby
McFerrin.
Nach einer Tournee mit seiner eigenen Band und Auftritten
mit Herbie Hancock und Wynton Marsalis begann Bobby McFerrin 1983 Solo
aufzutreten. Seine erste Tournee führte ihn nach Deutschland, wo er das
Live-Album The Voice aufnahm, das seinen Durchbruch als A-cappella-Star
brachte. Unter seinen weiteren, unzählbaren Erfolgen und Aktivitäten sei
lediglich auf die Titelmusik zu Taverniers Film Around Midnight
verwiesen, das ihm einen Grammy einbrachte. 1988 folgte die populäre und
seichte Platte Simple Pleasures, die den Welthit Don't Worry Be
Happy enthielt. Nach weiteren Erfolgen wandte sich Bobby McFerrin in den
90er Jahren vermehrt der klassischen Musik zu, als Dirigent, Sänger und oft
eigenwilliger Interpret.
Das Off Beat/JSB-Festival in Basel
verdankt seinen Erfolg vor allem dem rührigen Urs Blindenbacher, der dieses
Jahr Hank Jones, Ray Brown, Kenny Burrell, Mickey Roker, Bobby Hutcherson,
Omara Portuondo, Abbey Lincoln, Dee Dee Bridgewater, Herbie Hancock und andere
Künstler an die Stadt am Rhein zu locken vermochte. Das Konzert von
Bobby McFerrin vom 13. April 2000 im Stadt-Casino stand ganz im Zeichen von dessen
A-cappella-Qualitäten. Zwischen seinem Auftritt bei der Einweihung des Giant
Stadiums in Kalifornien und einem Konzert klassischer Musik am folgenden Tag
in Venedig machte er kurz halt in Basel. Ganz alleine trat er barfuss auf die
bis auf einen Stuhl, ein Glas und eine Flasche Mineralwasser leere Bühne, nur
mit seiner Stimme "bewaffnet".
Sein Mikrophon war so eingestellt, dass es einen Nachhall
erzeugte, der ihm seine virtuose Technik der Stimmenüberlagerung
erleichterte, mit der er ganz alleine polyphone Songs darbieten kann. Bobby
McFerrin imitierte gleichzeitig mehrer Instrumente und gab Rhythmen vor, über
die er dann improvisieren konnte. Seine Lebensfreude, seine Bühnenpräsenz
und sein direkter Draht zum Publikum lassen alle seine Konzerte zu Ereignissen
werden, die sich in die Erinnerung eingraben.
Am 13. April übertrieb er allerdings etwas den Einbezug des
Publikums in sein Programm. Die Zuschauer bestritten mit ihm zusammen fast die
Hälfte des Abends. Das war zwar teilweise begeisternd, mit der Zeit dann aber
doch etwas zu eintönig, vor allem, weil er auch noch eine Gymnasiastenklasse
auf die Bühne bat, die mit ihm am Nachmittag geprobt hatte, sich aber am
Konzert als zu scheu erwies.
Trotzdem vermochte Bobby McFerrin die Aufmerksamkeit der
Zuschauer auf das Faktum zu lenken, dass mit einfachsten stimmlichen Mitteln
selbst scheinbar musikalisch unbegabte Menschen viel zu einem Konzert
beitragen können bzw. jeder Mensch stimmliche Möglichkeiten in sich trägt,
die er nur zu erforschen braucht. Bei seinem Gang durch das Publikum machte
Bobby McFerrin auch beim Rezensenten halt, der wacker seine Eindrücke des
Abends notierte, was natürlich die Aufmerksamkeit des Künstlers auf sich
zog. Zum Glück für das schwache Herz des Rezensenten begnügte sich Bobby
McFerrin mit Improvisationen über das Thema "Louis".
An bekannten Songs aus früheren Alben bot das
"Stimmenwunder" aus den USA lediglich einen Titel aus Spontaneous
Inventions dar, Drive My Car. Daneben begeisterte er u.a. mit Bachs
Ave Maria, zu dessen Erfolg das Publikum, das überhaupt hervorragend
reagierte, einen wichtigen Beitrag leistete, sowie mit Blackbird von
den Beatles. Die begeisterten Fans erhielten I Want You So Bad, Babe
und ein kontemplatives Stück von Bach als Zugabe. Bobby McFerrins stimmliche
Möglichkeiten scheinen ebenso unbegrenzt zu sein wie sein Einfallsreichtum,
was ihn nicht nur stilistisch zu einem einzigartigen Künstler macht.
Hoffentlich kommt er bald wieder!
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