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|Vorlesungsbeschrieb

Vulkanausbrüche sind die dramatischsten geologischen Prozesse, die zeigen, dass wir auf einem dynamischen Planeten leben. Die größten Vulkanausbrüche wirken sich sogar auf das globale Klima aus. Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815 beispielsweisse verursachte auf der Nordhalbkugel Sommerfröste und Schneefall gefolgt von Gletschervorstössen in den Alpen («Kleine Eiszeit»), was vielerorts in Europa zu überhöhten Lebensmittelpreisen und wirtschaftlichen Notlagen führte.

Ein Blick auf die neuesten Forschungsergebnisse polarer Eiskernforschung zeigt nun, dass das Risiko von vulkanischen Extremereignissen mit globaler Wirkung viel höher ist, als bislang angenommen. Galt bislang Toba vor 75,000 Jahren als die einzige «Supereruption» seit der vorletzten Warmzeit, wissen wir nun, dass solche Ereignisse im Mittel alle 20'000 Jahre vorkommen, Eruptionen vergleichbar mit der von Tambora im Jahr 1815 treten im Mittel alle 400 Jahre auf. Der Vortrag beleuchtet die akribische Detektivarbeit nach Spuren vergangener Vulkanausbrüchen im ewigen Eis Grönlands und der Antarktis und anderer Klimaarchive. Löste die Laacher See Eruption in der Eiffel den Kälterückfall der Jüngeren Dryas aus? Wann fand die minoische Eruption von Thera/Santorini statt? Gibt es Zusammenhänge zwischen Vulkanismus und Hungersnöten, Pandemien und dem Niedergang von Imperien und Dynastien? Mit einem einfach verständlichen Einblick in die aktuelle Eiskern- und Klimaforschung wird die Rolle von Vulkanausbrüchen für die Klima- und Menschheitsgeschichte beleuchtet.