Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/2528

Das Motiv Sonnenwanderer, ein Mann und eine Frau, die Hand in Hand der Sonne entgegenschreiten beziehungsweise vor einer Sonnenscheibe oder einem Sonnenkreis stehen, hat Fidus in Abwandlungen wiederholt verwendet.
Die erste Formulierung der Bildidee dürfte eine Vignette sein für die Lyriksammlung Sonnenblumen, die Karl Henckell seit 1895 in Zürich veröffentlichte.
Als grosses Glasbild gestaltete es Fidus 1903 für die Veranda des [[Grappenhofs]] in Amden. Bezeichnend für das Fenster sei, bemerkte Fidus, dass es eigentlich nie gesehen worden sei, denn Josua Klein habe es gleich nach seiner Einsetzung zuhängen lassen, aus Angst, es könnte wegen der nackten Figuren von entrüsteten Bauern mit Steinen eingeworfen werden.
Eine Postkarte des Grappenhofs aus der Zeit zeigt bei genauerem Hinschauen Erstaunliches und lässt Raum für Spekulationen. Dokumentieren die schemenhaften Figuren einen Entwurf oder das Glasbild selbst, das vielleicht bei besonderen Gelegenheiten doch zu sehen war oder aus Anlass der Aufnahme vorübergehend enthüllt wurde?
1908 verwendete Fidus das Motiv, ergänzt mit zwei Kindern, als Schlussblatt der populären Mappe Lebenszeichen, 1909 für ein Exlibris für Alexander Erdmann-Jesnitzer.
Das Glasbild Sonnenwanderer befindet sich heute in Schweizer Privatbesitz.
Fassungen
- Skizze, ohne Datum (AdJb Bestand N 38 Nr. 365). Online