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Wenn eine Person einen sexuellen Übergriff erlebt hat, wurden ihre persönlichen Grenzen massiv und gewalttätig überschritten. Wenn du das mitkriegst oder sie dir davon erzählt, kann das auch für dich sehr belastend sein. Es kann sein, dass du ständig darüber grübeln musst und es dich sehr beschäftigt, weil du dir gar nicht vorstellen kannst, dass so etwas passieren kann. Oder du hast plötzlich Angst davor, dass so etwas auch dir passieren könnte.
Vielleicht machst du dir auch Vorwürfe, weil du nicht besser helfen kannst. Oder du bist ärgerlich auf die Person, die die sexuelle Gewalt erlebt hat, weil sie in diese Situation hineingerutscht ist und sich nicht so verhalten hat, wie du dir das gewünscht hättest.
Du hilfst niemandem, wenn du so tust, als könntest du deine belastenden Gedanken und Gefühle einfach so wegstecken. Es ist viel besser, wenn du mit einer dritten Person über solche Dinge redest – am besten mit einer erwachsenen Person, der du vertraust und von der du weisst, dass sie das Thema diskret und vorsichtig behandeln wird. Sehr gut unterstützt wirst du bei einer Opferhilfeberatungsstelle. Die Berater/-innen sind auch für Angehörige und Freund/-innen da.
Vielleicht bist du auch überfordert, weil du nicht weisst, wie du am besten helfen kannst. Oder die Person, die die sexuelle Gewalt erlebt hat, will sich gar nicht helfen lassen. Die Berater/-innen der Opferhilfeberatungsstelle können dich beruhigen und unterstützen. Sie können die Situation beurteilen und mit dir gemeinsam eine Lösung suchen.