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Wer sich mit der Geschichte der Heiligen Drei Könige befasst, dem wird rasch klar, dass es sich hier vor allem um religiöse Mythen, überlieferte Sagen und Legenden handelt. Die katholische Kirche verehrt die „drei Könige“ als Heilige und feiert sie mit dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Wer waren diese Magier aus dem Osten und welche Bräuche gibt es rund um den Dreikönigstag bzw. das Dreikönigsfest?
Caspar, Melchior und Balthasar: Wer waren die Heiligen Drei Könige?
Die tatsächliche Existenz der drei Weisen aus dem Morgenland konnte nie nachgewiesen werden. Daher unterliegt der Versuch einer Erklärung auch vielen Deutungen, Vermutungen und Interpretationen. Fest steht, dass die Drei Könige in einer Krippe beliebte Krippenfiguren sind.
Die drei Männer stammten aus dem sogenannten Morgenland, dem heutigen Nahen Osten. Dabei deutet ihre als orientalisch beschriebene Tracht auf eine Herkunft aus Persien. Dort waren die als besonders weise beschriebenen Wissenschaftler vermutlich als Sterndeuter und somit als Astrologen tätig. In dieser Funktion beobachteten sie zur Weihnachtszeit das Aufgehen eines neuen Himmelssterns.
Dieser Stern präsentierte sich am Himmel mit einem hell leuchtenden Schweif und war, glaubt man neuzeitlichen wissenschaftlichen Untersuchungen, wahrscheinlich kein Komet, sondern eine enge Begegnung der beiden Planeten Jupiter und Saturn. Andere Auslegungen beschreiben die Weisen als Magier und Zauberer, die ein Gespür für das Übersinnliche besaßen, oder auch als Alchemisten und somit als Heiler.
Um das weitere Leben der drei Männer, die in ihrem Erscheinungsbild in der Regel als recht wohlhabend dargestellt werden, ranken sich viele Legenden. Eine davon besagt, dass jeder von ihnen zum Bischof ernannt worden sei. Außerdem sollen sie als erfolgreiche Missionare gearbeitet haben und kurz nacheinander gestorben sein.
Einer anderen Legende zufolge wurden die Heiligen Drei Könige in einem gemeinsamen Grab beigesetzt, das im Jahr 326 von der Heiligen Helena gefunden worden sein soll. Im Juli 1164 gelangten die Gebeine in den Kölner Dom, wo sie seitdem ruhen und als Reliquien im Dreikönigsschrein verehrt werden.
Die Symbolik: Warum 3 Könige?
So galt die Zahl Drei in vielen Kulturen als heilig und kennzeichnete göttliche Konstellationen in Religion und Mythos. Als Beispiel seien hier die christliche Trinität, die römische Triade Juno, Jupiter und Minerva, die ägyptische Dreiheit von Horus, Isis und Osiris sowie die Einteilung der Welt in Himmel, Erde und Unterwelt erwähnt. Die indische Religionsphilosophie kennt Sein, Denken und Wonne. Auch in Märchen und Redewendungen spielt die Drei eine wichtige Rolle. Man denke hier an "drei Wünsche frei haben", "drei Brüder", "in drei Teufels Namen" oder "aller guten Dinge sind drei".
Doch zurück zu den Heiligen Drei Königen, die sowohl mit den drei Lebensphasen Jugend, Erwachsensein und Alter in Verbindung gebracht werden. Zudem wurden die drei Weisen bereits um das Jahr 700 den Kontinenten Afrika, Asien und Europa zugeordnet, was sich beispielswiese in den bildlichen Darstellungen der Ikonen widerspiegelt.
Heilige Drei Könige: Brauchtum, Tradition und Besonderheiten
Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar haben in der Kirche eine lange Tradition und werden auch heutzutage noch gefeiert. Erfahren Sie im Folgenden alles über Brauchtum und Besonderheiten rund um diesen Feiertag.
Die Drei-Königs-Spiele
Der Brauch der Drei-Königs-Spiele folgt alten Überlieferungen aus dem Jahr 378. Ursprünglich soll die Heilige Maria mit den drei Königen nämlich in der Form eines gesungenen Dialoges kommuniziert haben. Ob sich dies tatsächlich so zugetragen hat, ist höchst umstritten. Nicht umstritten ist jedoch die Entstehung eines hin und her wechselnden Singspiels, das sich insbesondere während des 15. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute. Manche sprechen gar davon, dass die Drei-Königs-Singspiele den Grundstein für die später entstandene Tradition der Sternsinger legten.
Die Sternsinger
Die ersten Sternsinger zogen im 16. Jahrhundert von Tür zu Tür. Begleitet von ihrem Lehrer klopften die Schulkinder an die Türen von Häusern, um den darin lebenden Menschen die Geschichte von Jesus Christus vorzusingen. Im Anschluss daran segneten sie das Haus mit einem an die Tür gemalten Kreuz. Zum Dank erhielten die Kinder kleine Belohnungen in Form von Nüssen und Äpfeln.
Auch heute gehen in vielen Ländern Mädchen und Jungen im Rahmen der alljährlich stattfindenden Sternsingeraktion von Tür zu Tür. Sie verkleiden sich als Heilige Drei Könige und sammeln unter dem Motto "Kinder helfen Kindern" Spenden für weltweit in Not geratene Kinder. Dabei kommen die gesammelten Gelder jedes Jahr einer anderen Organisation zugute. Sogar der Brauch des Haussegens ist geblieben.
Dazu schreiben die Sternsinger die jeweilige Jahreszahl an die Tür, in deren Mitte sie die Buchstaben C, M und B einfügen. Diese drei Buchstaben stehen einerseits für das lateinische "Christus mansionem benedicat", was in der Übersetzung "Christus segne dieses Haus" bedeutet. Andererseits liegt es nahe, diese Buchstaben mit den Anfangsbuchstaben der drei Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung zu bringen. Wie dem auch sei, der besonderen Buchstaben- und Zahlenkombination wird nachgesagt, eine gewisse Schutzwirkung zu besitzen und das Böse von den entsprechenden Häusern fernzuhalten.
Der Dreikönigszettel
Übrigens wurden die drei Buchstaben C, M und B im Mittelalter auch auf Pergament, gegerbte Tierhäute oder Papyrus geschrieben. Auf diese Weise konnten Reisende und Pilger den schützenden Segensspruch immer mit sich führen.
Die Dreikönigsinseln
Am 6. Januar 1643 entdeckte der niederländische Seefahrer Abel Tasman nordwestlich von Neuseeland eine Inselgruppe in der Tasmansee, die er zu Ehren des Feiertages als Drei-Königs-Inseln bezeichnete.
Der Dreikönigskuchen
Der Dreikönigskuchen ist ein beliebtes Festtagsgebäck für den Feiertag Heilige Drei Könige.
Der Dreikönigskuchen, der in England als "King's Cake", in Frankreich als "Galette des Rois" und in Spanien als "Roscón de Reyes" bekannt ist, ist ein traditionelles Festtagsgebäck, das nur für den 6. Januar gebacken wird. Während die Rezepturen durchaus unterschiedlich sind, haben alle Kuchen eine Gemeinsamkeit. In den Kuchen wird nämlich ein Glücksbringer in Form einer Mandel, Münze, Bohne oder Porzellanfigur eingebacken, der denjenigen, der ihn findet, für einen Tag zum Familienkönig macht. Ein alter Brauch, der übrigens auch in den Niederlanden und in der Schweiz sehr verbreitet ist.
Autor
Redaktion SOgenda
Kategorie
- Gewusst, dass…
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