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Sexuelle Minderheiten LGBTIQ+
Betreuung von LGBTIQ+ Personen im Freiheitsentzug
Justizvollzugsanstalten müssen immer grössere Herausforderungen bewältigen, um immer anspruchsvollere Leistungen zu erbringen und gleichzeitig ihren Beitrag zur kollektiven Sicherheit zu gewährleisten. Ihre Kernaufgabe besteht darin, die Wiedereingliederung zu ermöglichen. In diesem Kontext ist es ihre Aufgabe, die Würde der inhaftierten Personen zu wahren und alle Formen des Missbrauchs zu bekämpfen, auch gegenüber LGBTIQ+ Menschen. Diese sind Diskriminierungen besonders stark ausgesetzt. Unser Grundlagenpapier bietet die Möglichkeit, die Fachpersonen im Freiheitsentzug hier orientierend zu unterstützen.
Lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, intersexuelle und Queer-Personen (LGBTIQ+) haben ein erhöhtes Risiko, im Freiheitsentzug aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert zu werden. Diese Diskriminierung erfolgt nicht unbedingt bewusst, sondern ist das Ergebnis von mangelndem Wissen über die Probleme und Herausforderungen. Diese Themen werden in unserem Grundlagendokument aufgegriffen und durch Empfehlungen ergänzt. Behandelt werden Fragen der Einweisung, Gewaltpräventionsmassnahmen, Möglichkeiten zur Verhinderung von Diskriminierung, Leibesvisitationen oder auch der Zugang zu Massnahmen der Gesundheitsfürsorge gemäss den Grundsätzen der Gleichwertigkeit und der Kontinuität der Behandlung. Insbesondere bei transsexuellen und intersexuellen Personen wird der Grundsatz der Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität den Empfehlungen zugrundegelegt.
Diese Publikation ist Teil eines grösseren Projektes zur Erarbeitung eines Katalogs von Empfehlungen im Hinblick auf vulnerable Personen im Freiheitsentzug. Sie hat zum Ziel, den Justizvollzug zu sensibilisieren und zu orientieren, um eine Betreuung der LGBTIQ+ Personen auf der Grundlage der Gleichbehandlung und unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse im Freiheitsentzug zu gewährleisten. Das SKJV bietet im Rahmen der Grundausbildung und seit 2020 auch im Rahmen der Weiterbildung spezifische Ausbildungsmodule zu diesem Thema an.