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„What would you say to the world if, instead of who you are now, you were one of those 20,000 thousand homeless refugees in the camp of Moria, that the winter turns into a hell and the summer into the Sahara desert?“ Parwana Amiri
Im September 2019 erhielt das Alarmphone ein GPS-Signal von einem Boot in Seenot nördlich der griechischen Insel Lesbos. Ein paar Tage später kam es zu einem Treffen der Passagier*innen, die nun im berüchtigten Camp Moria auf Lesbos untergebracht waren, und Aktivist*innen vom Alarmphone und Welcome to Europe.
Parwana, eine junge Frau aus Afghanistan war auf demselben Boot. Beim Treffen wurde viel über Träume, Zukunftspläne geredet – aber auch über die täglichen Probleme und Herausforderungen des Überlebens im Lager. Aus diesem Gespräch entstanden die unter „Letters to the world from Moria“ bekannten Briefe, die im August 2020 in Buchform unter dem Titel «Meine Stifte brechen Grenzen – Briefe aus Moria» in der edition essais agité auf Deutsch/Französisch erscheinen. Die Briefe sind ein eindrückliches Zeugnis über das Leben unter den schrecklichen Bedingungen in einem Camp, das Menschen davon abhalten soll, einen sicheren Aufenthaltsort zu erreichen. Jeder Brief erzählt aus der Perspektive unterschiedlichster Bewohner*innen vom Alltag in Moria und verbindet die Berichte mit scharfer Kritik an dem politischen System, welches diese Lager hervorbringt und mit klaren Forderungen an die entsprechenden Entscheidungsträger*innen – und an die Bürger*innen von Europa. Im Dezember 2019 wurden Parwana und ihre Familie in ein Lager auf dem griechischen Festland transferiert. Sie wird dort weiter über ihre Erlebnisse schreiben und ihre Gedanken festhalten.
Link zum Buch auf Englisch:
http://lesvos.w2eu.net/files/2020/04/broshure-Letters-from-Moria-202002-screen.pdf
Link zum Buch auf Deutsch und Französisch:
https://www.essaisagites.ch/Books
Workshop: Wir haben Parwana eingeladen, um an den ENOUGH-Aktionstagen über ihre Erfahrungen zu erzählen und aus ihren Briefen vorzulesen. Die Einladung liegt derzeit pendent beim Staatssekretariat für Migration (SEM). Es mutet schon fast zynisch an, dass das für die Durchsetzung des restriktiven Migrationsregime der Schweiz verantwortliche SEM darüber entscheidet, ob kritische Stimmen wie jene Parwanas in der Schweiz überhaupt auftreten dürfen. Je nach Entscheid wird Parwana vor Ort oder via Leinwand auftreten – aber wir lassen sicher nicht zu, dass Schweizer Behörden bestimmen, wer gehört wird und wer nicht.