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Sie habe für die römische Zeit ein beachtliches Alter erreicht, nämlich zwischen 50 und 60 Jahren, teilte das Römermuseum Augusta Raurica am Samstag mit. Die Dame gehörte - dem ungewöhnlichen und wertvollen Sargmaterial nach zu schliessen - der Oberschicht an und schien sich guter Gesundheit zu erfreuen. Nur muss sie an furchtbaren Zahnschmerzen gelitten haben.
Einige ihrer Zähne waren von Karies befallen, und zwar so stark, dass sich sogar der Kieferknochen entzündet und sich an zwei Stellen Abszesse und Zysten gebildet hatten. An diesen Stellen konnte sie vor Schmerzen wohl nicht mehr kauen. Es sei auch nicht auszuschliessen, dass sie an den Folgen der Entzündung gestorben sei, schreiben die Forschenden des Museums in einer Broschüre zu dem besonderen Fund.
Bestattet wurde die Dame ersten Untersuchungen zufolge im späten 3. bis 4. Jahrhundert. Anfangs war der Bleisarg noch von einer Holzkiste umgeben, die ihm Stabilität verlieh, sich jedoch im Laufe der Zeit in der feuchten Erde abbaute. Bei der Ausgrabung zeugten nur noch hauchdünne Reste von Holzbrettern und Eisennägel mit Holzresten davon. Da Blei ein relativ weiches Material ist, sank der Sarg in sich zusammen, im Inneren blieb jedoch ein Hohlraum erhalten.
Ausser den Überresten der wohlhabenden Dame fand das Ausgrabungsteam darin drei gläserne Parfümflaschen, von denen zwei komplett erhalten sind. Auch enthielt der Bleisarg Textilreste aus Hanf oder Leinen, die die Tunika der Verstorbenen oder ein Leichentuch gewesen sein könnten. Weitere Untersuchungen sollen dies ans Licht bringen.
Der Fundort an der heutigen Kantonsstrasse - exakt auf der Gemeindegrenze zwischen Augst und Pratteln - lag schon damals an einer wichtigen Verbindungsstrasse. Die Römer hatten die Gewohnheit, ihre Verstorbenen entlang solcher Ausfallstrassen zu bestatten. Entsprechend sind Grabfunde an solcher Stelle zwar nichts Ungewöhnliches, ein Bleisarg und noch dazu in solch relativ intaktem Zustand sei aber in dieser Gegend und der Schweiz allgemein ein sehr seltener Fund, schrieb das Museum.
Die menschlichen Überreste, der Sarg und die Grabbeigaben werden weiter untersucht und bleiben daher zunächst im Labor. Anhand von DNA-Proben hoffen die Forschenden zum Beispiel, die Herkunft der Dame zu entschlüsseln. Auch könnten sich neue Erkenntnisse über die Lebensumstände in der Region Basel während der Römerzeit ergeben. Am Museumstag vom 21. Mai wird der Fund jedoch kurzfristig für die Öffentlichkeit zu besichtigen sein.
(SDA)