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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Fünftes Buch
I. Kapitel
4.
1. Was z.B. Abraham betrifft, der infolge des Hörens der Stimme glaubte, die ihm unter der Eiche in Mamre verhieß: "Ich will dieses Land dir und deinem Samen geben",1 war er auserlesen oder war er es nicht? Aber wenn er es nicht war, wie kommt es dann, daß er sofort glaubte, gerade als ob es von der Natur so bestimmt gewesen wäre? Wenn er aber auserlesen war, dann ist ihre Annahme als falsch erwiesen, da sich dann auch vor der Erscheinung des Herrn Auserwählte finden, und zwar solche, die [S. 120] gerettet werden. "Denn es wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet."2
2. Und wenn jemand im Anschluß an Marcion zu behaupten wagt, daß der "Weltschöpfer" (der Demiurgos) dem an ihn Glaubenden eine nur ihm eigene Art von Erlösung verleihe,3 dann wird für ihn die Macht seines guten Gottes in den Schatten gestellt werden, insofern sie nämlich erst spät und nach dem Weltschöpfer, von dem sie so viel reden, das Erlösen unternimmt, und zwar, weil sie es von jenem gelernt oder ihn nachgeahmt hat.
3. Wenn aber nach ihrer Lehre der gute Gott, auch wenn er sich so verhält, erlöst, so erlöst er weder diejenigen, die ihm zu eigen gehören, noch macht er sich an die Erlösung mit Zustimmung dessen, der die Welt erschaffen hat, sondern mit Gewalt oder List.
4. Und wie kann der noch gut genannt werden, der in dieser Weise und erst später (als der andere) erlöst? Wenn aber der Ort verschieden ist und die Wohnung des Allmächtigen hinter der Wohnung des guten Gottes zurücksteht, so steht doch die Absicht des Erlösers, die zuerst den Anfang machte, nicht hinter dem guten Gott zurück.
1: Vgl. Gen 18,2; 17,8.
2: Vgl. Gen 15,6; Röm 4,3.
3: Vgl. A. Harnack, Marcion 2. Aufl. S. 294*.