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Vor mehr als 60 Jahren plante Grossbritannien während des Internationalen Geophysikalischen Jahres eine Durchquerung des sechsten Kontinents von der Weddelsee bis zum Rossmeer. Die Commonwealth Trans-Antarctic Expedition war eine vom Commonwealth finanzierte Expedition. Die Leitung der Expedition übernahm der britische Entdecker Vivian Fuchs, der Neuseeländer Sir Edmund Hillary führte ein Team zur Unterstützung mit Vorräten. Unter den Mitgliedern der Teams waren auch Wissenschaftler, die im Zuge des Internationalen Geophysikalischen Jahres forschten. Das wissenschaftliche Ziel der Expedition bestand darin herauszufinden, welche Mächtigkeit der Antarktische Eisschild hat und ob der felsige Untergrund unterhalb oder oberhalb des Meeresspiegels liegt.
Ende 1995 war das britische Schiff „Theron“ ausgelaufen und traf Anfang 1956 in der Vahsel-Bucht des Weddellmeeres ein. Dort begann man an einer geeigneten Stelle die Materialien für eine Station auszuladen. Hier sollte bei 78° Süd und 37° West die „Shackleton“-Station entstehen. Ein Orkan trieb rund 350 Tonnen Güter auf zerbrechenden Eisschollen davon. Die achtköpfige Besatzung musste acht Monate aushalten, bis die „Magga Dan“ eintraf.
Der Expeditionsleiter Dr. Vivian Fuchs war vorher mit drei Begleitern nach „Shackleton“ geflogen. Am 27. Januar 1957 war die Shackleton-Base fertiggestellt. An diesem Tag begann das Stationspostamt zu arbeiten. Es stempelte Poststücke mit den vier überdruckten F.I.D.-Schiffsmarken mit dem Aufdruck „TRANS-ANTARCTIC / EXPEDITION 1955 / 1958“ ab. Diese speziellen Expeditionssondermarken waren am 30. Januar 1956 erschienen. Die Poststücke nahm die „Magga Dan“ am 28.1.1957 mit zurück nach Europa. Der Expeditionssonderumschlag zeigt die Reiseroute der Expedition, wo Dr. Fuchs rund 430 km von der Küste entfernt in 1300 Meter Höhe die Zwischenstation „South Ice“ als Depot aufbaute. Diese Base wurde im März 1957 besetzt.
Neuseeland wollte mit ihren Mount Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary den Engländern helfen, die Antarktisdurchquerung durchzuführen. Dazu errichtete das neuseeländische Ross Sea Committee am McMurdo Sound die Scott-Base. Am 11.Januar 1957 war diese Station fertig. Hillarv brach mit einem Schlittenzug auf, um die vorgesehenen Versorgungsdepots zu errichten: Skelton Depot am Ferrar-Gletscher, „Depot 480“ und Depot 700 am Mt. Markham. Dann kam der Antarktiswinter 1957. Erst am 24. November 1957 brach Dr. Vivian Fuchs in „Shackleton“ mit seinen Raupenschleppern auf. Hillary hatte schon am 14. Oktober die Scott Base verlassen und kam gut voran. Entgegen der Expeditionsplanung stiess Hillary bis zum Südpol vor, wo er am 3. Januar 1958 eintraf.
Bei den Briten rief die Eigenwilligkeit Hillary’s eine heftige Entrüstung
hervor. Die britische Regierung musste vermitteln. Am 20.Januar 1958 traf Dr.
Fuchs am Südpol ein. Es kam zur Versöhnung mit den Neuseeländern. Dieses
Ereignis war dem Ross-Sea Commitee ein Sonderstempel und -brief wert, der am
denkwürdigen Tag mit dem Text
„ANTARCTIC/MEETING/ROSS DEP-/SCOTT BASE“ abgestempelt wurde.
Noch lagen rund 1900 Kilometer bis zur Scott Base vor den Engländern, die am 24.Januar 1958 den Südpol verliessen und am 2.März 1958 am McMurdo Sound eintrafen. In 99 Tagen hatten sie 3440 Kilometer bei der ersten Antarktisdurchquerung zurückgelegt.
Quelle: www.antarktis.ch