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Berlin, zwischen 1850 und 1859
Friedrich Schleiermacher
Giesserei: Siméon Pierre Devaranne
Königlich Preussische Porzellanmanufaktur
Eisenkunstguss (Ständer)
Porzellan (Lithophanie)
H. 45 cm (minimales Mass, Höhe verstellbar)
Dm. 18 cm (Lithophanie)
Inv. 2003.105.
Lichtschirme dienten dem Schutz vor zu grellem oder flackerndem Licht, wie er von einer Kerzenflamme ausgehen kann. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien; besonders kostbar sind die sog. Lithophanien. Dabei handelt es sich um Porzellanplatten mit eingeprägter Darstellung.
Die unterschiedliche Dicke des Materials bewirkt einen differenzierten Lichtdurchfall, und im Gegenlicht erscheint das sehr plastisch wirkende Bild der eingepressten Darstellung.
Dieser Lichtschirm mit Lithophanie stammt aus dem Besitz des Basler Pfarrers Johann Jakob Miville-Miville (Puntrut 1812-1897 Basel); er zog « ... nach absolviertem Studium in der Vaterstadt nach Berlin und sass dort zu Füssen der Theologen Schleiermacher und Neander», heisst es in seinem Nachruf. Heimgekehrt nach Basel, wo er lange als Pfarrer an der Peterskirche wirkte, konnte ihm das Bild seines theologisch-akademischen Lehrers Friedrich Schleiermacher (1789-1834) auch weiterhin leuchten: denn dessen Porträt wurde sichtbar, wenn man die Kerze hinter der Porzellanplatte anzündete. Die Darstellung Friedrich Schleiermachers folgt einem weit verbreiteten Kupferstich nach einem Gemälde des Berliner Malers Franz Krüger. Die Lithophanie bezeugt einerseits deutlich die Bekanntheit, die der Theologe und Philosoph bereits bei seinen Zeitgenossen besass. Darüber hinaus ist sie, belegt durch die Biographie des ursprünglichen Besitzers, ein Zeugnis der lang anhaltenden Verehrung durch seine ehemaligen Studenten.