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Interview mit Tony T.(Neil Antone Dyer)
Das Treffen mit Tony T. fand am Montag den 23.10.06 statt. Ich möchte mich bei Tony T. an dieser Stelle für das tolle Gespräch bedanken.
Mehr Info über Tony T. hier www.myspace.com/nealantone
WebDjs: Wo bis du geboren?
Neil: Ich bin in London geboren und in New York aufgewachsen.1986 bin ich nach Deutschland gekommen.
WebDjs: Wurdest du musikalisch von deinen Eltern beeinflusst?
Neil: Meine Mutter hat früher gesungen. Das waren aber eher Reggasachen. Das kam daher weil, sie aus Jamaika ist.
WebDjs: Was war deine musikalische Verbindung in deiner Jugendzeit oder besser gesagt, was hast du in deiner Jugend für Musik gehört und welche hat dich beeinflusst?
Neil: Eigentlich alles. Ich mochte schon immer Musik. Als ich fünf Jahre alt war bekam ich eine Gitarre geschenkt und spielte darauf Elvis Lieder nach. Aber im grossen und ganzen hat mich jede Musikrichtung beeinflusst.
WebDjs: Was hast du für eine Ausbildung gemacht?
Neil: Ich habe Maler und Lackierer gelernt.
WebDjs: Wie bist du zu Dance Master Records gekommen?
Neil: Ich habe in einer Disco in Duisburg aufgelegt als eines Tages Kowatsch in die Disco kam und er mir ein paar Musiksamples aus eigener Produktion vorspielte. Er fragte mich, ob ich mitmachen möchte. Ich lehnte ab, weil ich der Meinung war, das die Samples zu öde sind und niemanden ansprechen würden. Darauf fragte er mich ob ich Ahnung vom Produzieren hätte. Kowatsch lud mich dann zu sich ins Studio ein damit mir zusammen ein paar Lieder aufnehmen konnten.
WebDjs: Wieviel konntest du bei den Produktionen mitreden?
Neil: Meistens nur beim Text ausser bei den Sachen die ich selber produziert habe. Es kamen aber zum Teil auch Stücke rein die wir überarbeiten mussten und in dem bin ich sehr gut. Ich höre sofort wenn irgendwo im Lied was nicht stimmt.
WebDjs: Hast du die meisten Raps selber geschrieben?
Neil: Ja, ich habe alle selber geschrieben.
WebDjs: Wieviele Sängerinnen haben für DMR gesungen?
Neil: Das kann ich so nicht sagen. Immer wenn ich ins Studio ging, war der Titel schon fertig, inklusiv der Frauenstimme. Ich musste nur noch den Rap schreiben und einsingen.
WebDjs: Wie kam eigentlich Jay Babe zu DMR?
Neil: Durch mich. Ich habe sie zu der Zeit kennen gelernt als ich für DMR arbeitete und eines Tages habe ich sie einfach mitgebracht. Ich habe ja für Jay Babe und mich auch den Titel „What’s going on“ geschrieben, was leider nie im Inlay erwähnt wurde. Solche Sachen sind passiert, sonst hatte ich ja was verdient.
WebDjs: Wie kam der Kontakt zu Fulvio Zafret zustande?
Neil: Der Kontakt kann durch Carsten Kowatsch zustande. Wir fuhren immer wieder nach Italien runter und ich sang div. Titel ein. Die ersten beiden male wurde ich nicht bezahlt. Beim dritten mal ging ich zu Zafret und fragte ihn warum er mich nicht bezahle. Fulvio antwortete darauf das er mich immer bezahlt habe durch Kowatsch, dem er das Geld gab. Er sagte mir, ich soll dieses mal bei der Bezahlung dabei sein. Und siehe da, ich bekam mein Geld. Danach machte ich Carsten die Hölle heiss.
WebDjs: Wie war die Zusammenarbeit mit Zafret?
Neil: Der ist super ; er ist der Hit. Pure Zauberei was er da musikalisch machte. Er ist auch ein guter und ehrlicher Mensch.
WebDjs: Kannst du noch etwa so einen Tag beschreiben als ihr einen Rap z.B. bei Zafret aufgenommen habt?
Neil: Man fühlt sich wohl und ist gut aufgehoben und sein Studio ist einfach der Hammer. Auch sein Sound gefiel mir sehr gut und ich hatte keine Probleme bei ihm die Texte zu schreiben. Bei mir ist das immer so; wenn der Sound stimmt, sprudeln die Texte einfach so raus. Das ist meine Gabe.
WebDjs: Wie kam die neue Version von „Bruce&Bongo-Geil“ zustande?
Neil: Das war so: Mark Oh rief mich eines Tages an und fragte mich ob ich den Rap machen wolle und ich sagte okay. Also ging ich ins Studio und nahm den Rap auf. Das war so ein klassischer Auftrag;)
WebDjs: Wie viele Live Auftritte hattest du mit den div. Projekten?
Neil: Wir hatten ja 1994 angefangen mit den Live Auftritten u.a. mit Beat System und Night People. Wir hatten pro Jahr ca. 100 Auftritte gemacht. Wir hatten ja für Night People auch Videoclips gedreht aber glaub mir, die waren so schlecht von der Idee und dem Konzept her.
WebDjs: Welches war in deinen Augen das Erfolgreichste Projekt bei dem du mitgemacht hast?
Neil: Das war „Fresh“ von Beat System. Die Single wäre noch erfolgreicher geworden wenn die Produzenten den Song nicht auf tausenden Samplern verteilt hätten. Die wollten leider nur das schnelle Geld machen. Als ich das bemerkte, kündigte ich bei Dance Master Records.
WebDjs: In welchen Ländern hattest du Aufritte (evt. auch in der Schweiz)?
Neil: Ja, wir hatten auch Auftritte in der Schweiz und in Frankreich, Deutschland und Österreich.
WebDjs: Haben die Videodrehs für Beat System Spass gemacht?
Neil: Oh ja, die Videodrehs haben riesigen Spass gemacht.
WebDjs: Hast du noch Kontakt zu Leuten aus der Zeit(Produzenten, Acts)?
Neil: Nein, komischerweise nicht. Der Grund ist sicher auch der, das ich alles gerne selber mache und keine anderen Leute brauche aus dieser Zeit.
WebDjs: Hast du die Zeit (Eurodance) positiv oder negativ in Erinnerung?
Neil: Ich habe eigentlich sehr schöne Erinnerungen aus der Zeit mit genommen. Hauptsächlich die Auftritte. Es hat bei mir einen Seelenfrieden ausgelöst vor Publikum aufzutreten. Das ist es was ich brauche und die Leute waren auch sehr zufrieden mit unseren Auftritten. Ich erinnere mich noch an ein Openair Aufritt in Deutschland vor 104’000 Leute. Das war der Hammer. Auch in Frankreich waren die Auftritte gut. An einen Auftritt erinnere ich mich noch; da wollten die Leute ein Stück Haar von mir als Souvenir.
WebDjs: Wie lange hast du für Dance Master Records gearbeitet?
Neil: Ich habe von 1994 bis 1996 für Kowatsch gearbeitet
WebDjs: Was hast du danach gemacht?
Neil: Ich bin wieder ganz normal arbeiten gegangen. Ich musste ja irgendwie überleben. Ich habe viele Bürojobs gemacht und auch als Tanzlehrer und Gesangslehrer gearbeitet, was ich zum Teil heute noch mache.
WebDjs: Was machst du heute?
Neil: Heute singe ich im Diamonds Club in Köln und auch in kleinen Cafes und Bistros mit div.Bands. Aber mein grösster Wunsch ist es mal eine eigene Band zu haben die zu mir steht und ich auch eigene Titel komponieren kann.
WebDjs: Wie sieht deine Zukunft aus?
Neil: Wenn der liebe Gott mich leben lässt, sehr rosig. Wenn man lange auf ein Ziel hin arbeitet und dann Licht sieht aber weiss, das Ziel ist noch nicht erreicht muss man sich überlegen, was man dafür tun muss und das auch noch ausführen. Das wichtigste ist, das man motiviert ist um an sich selber zu arbeiten. Sei es im Gesang, Rap oder im Schauspielerischen Bereich. Mein Vorteil ist es, das ich sehr viel Talent in diesem Bereich besitze und ich will es auch nicht für mich behalten sondern will es zeigen und weitergeben. Für mich ist es auch wichtig in allen diesen Bereichen zu agieren und diese auch zu präsentieren. Man lebt ja nur einmal. Die Welt kann noch viel von mir erwarten.
WebDjs: Ich danke dir für das Interview.
Neil: Gern geschehen.