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Anna Greub
Der wöchentliche Computertreff in Suhr hat auch eine wichtige soziale Funktion
Sonntag, 10. Dezember 2023
Am 10. November wurde der ehemalige Zofinger Handballer Max Schär im Olympischen Museum in Lausanne geehrt. Zusammen mit zwei weiteren Olympioniken: dem Leichtathlet und Bobfahrer Edy Hubacher sowie dem Leichtathleten Peter Haas.
Lausanne/Zofingen Dieser Zofinger ist eine Schweizer Handballlegende: Von 1973 bis 1986 warf Max Schär mit der Schweizer Nationalmannschaft bei 279 Länderspielen insgesamt 724 Tore. Auch in der höchsten Schweizer Männer-Liga, der Nationalliga A (heute Quickline Handball League), erzielte er 1060 Tore. Schär war in verschiedenen Vereinen tätig und wurde zwei Mal Schweizer Meister. Und auch als späterer Trainer des Vereins Pfadi Winterthur durfte er den Titel im Jahr 1992 ergattern. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Moskau (1980) und Los Angeles (1984) machte ihn zu einem Olympioniken.
Nun wurde Schär zusammen mit Edy Hubacher und Peter Haas im Olympischen Museum geehrt. Die drei Olympioniken gehören dem Verein «Swiss Olympians» an, der aus rund 750 olympischen TeilnehmerInnen besteht. Durch diesen kam es schliesslich dazu, dass die drei ehemaligen Sportler dem Museum eine Donation überreichen würden. Das Museum darf nun die unterschriebenen Schuhe, welche Schär bei den Olympischen Spielen in Los Angeles trug, in seine reichhaltige Sammlung aufnehmen.
Parallel zu der hervorragenden sportlichen Leistung, welche Schär während seiner aktiven Sportkarriere erbrachte, widmete er sich auch einem Biochemiestudium an der Universität Basel, wo er anschliessend promovierte. Die Nationalmannschaft nahm jährlich jeweils über 100 Tage in Anspruch. «Das war relativ happig, ich musste mich an der Uni organisieren. Es hat mich drei, vier Jahre mehr Studium gekostet, aber mein Motto war damals: Bis 35-jährig geht das noch», meint Schär im Bezug zur Handballkarriere und ergänzt lachend: «Den Rest hingegen kann ich mein Leben lang noch tun.» Heute ist Schär im Vorstand des TV Zofingen tätig.
Ein besonders emotionaler Moment in jungen Jahren sei der Schweizermeistertitel gewesen, den Zofingen 1978 ergattern konnte. Damals gewann der Verein gegen die Zürcher Grasshoppers. «Etwa 2500 Zofinger kamen in der Folge nach Zürich um mit uns zu jubeln.» Die Qualifizierungen für die Olympischen Spiele seien natürlich auch ein Hochmoment gewesen. «Plus die Weltmeisterschaft 1982, wo wir als kleine Schweiz in der Westfalenhalle (Dortmund) vor etwa 20'000 Zuschauern gegen Deutschland spielen konnten – und erfolgreich waren», erinnert sich der Rekordnationalspieler.
Gleich bei beiden Olympischen Spielen, an welchen Schär mit dabei war, kam es zu einem Boykott aufgrund des Kalten Krieges. Die USA hatte nämlich im Vorfeld der Spiele von der Sowjetunion gefordert, dass sie ihre Truppen aus Afghanistan zurückzieht. Dies geschah nicht und so kündigten die USA sowie zahlreiche westliche Alliierte den Boykott an. Schliesslich boykottierten 65 Nationen die Spiele in Moskau 1980. Vier Jahre später – die Sommerspiele in Los Angeles standen an – war es dann die UdSSR, welche gemeinsam mit weiteren 13 Ostblockstaaten den Boykott ankündigte. Dies waren die weniger erfreulichen Momente, meint Schär: «Damals war es nicht adäquat, sich als Sportler über politische Angelegenheiten zu äussern. Es gab kein Social Media und man hat relativ wenig gewusst. Heute habe ich meine Meinung geändert. Der Sport sollte vereinen, aber heute dürfen Sportler das eine oder andere sagen und sollten das auch tun!»
Von Gemma Chillà
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