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Beim Buchstaben A im Vallon de la Tièche treffen Sie Pierre Caloz. Seine Leidenschaft gilt den Traditionen und der Heimat. Er erklärt Ihnen, wie das Leben auf der Alpe funktioniert und welche Produkte Sie dort finden können.
Geboren 1942 in Miège ist Pierre Caloz eine Person, die sehr traditions- und heimatverbunden ist. Er verlässt sehr früh seinen Geburtsort im Alter von 20 Jahren für eine berufliche Karriere ausserhalb des Kantons im Agrar- und Lebensmittel-Bereich. 1980 kommt er ins Wallis zurück, wo er 1989 seine berufliche Laufbahn beendete. Sein vorzeitiger Ruhestand erlaubte es ihm, seine Kindheitsträume zu verwirklichen, indem er sich in den verschiedenen Vereinen für den Erhalt der Traditionen und des Kulturerbes engagierte. Vorallem aber übernahm er 2002 das Präsidium der Alpe du Sex.
Die Genossenschaft der Alpe du Sex ist eine kantonale privatrechtliche Körperschaft. Bis in die 1960 Jahre wurde die Genossenschaft direkt von den Genossenschaftlern verwaltet. Ein Verwalter und ein stellvertretender Verwalter wurden jedes Jahr von der Generalversammlung bestimmt. Ihre Aufgabe war es, die aktuellen Angelegenheiten der Sommersaison zu verwalten: Einstellung des Personals, Besorgung von Lebensmitteln, Rekrutierung eines reinrassigen Stiers und eines guten Maultiers. Jeder Genossenschafter war verpflichtet, die Funktion des Verwalters zu erfüllen (Ausnahmen wurden gemacht bei den Witwen gegen eine Entschädigung von CHF 50.-). Die Alpe beschäftigte 6 Personen: Der Käsermeister, der zugleich auch der Chef war, der Hirte, welcher sich um den generellen Haushalt kümmerte und der Egnerand, der für den Transport verantwortlich war, der Villir (1. Hirte), Dolin (2. Hirte) und Mayo, Milchmarkierer und die Lagerhilfe. Die Alpe umfasste 496 Fuss (Alpenfonds) für die Sömmerung von 124 Stück Grossvieh. Vier Fuss gaben das Anrecht zur Sömmerung einer Kuh. Das Leben auf der Alpe war sehr hart: Um 4 Uhr morgens begannen die Angestellten mit dem Melken (manuell) der 25 Kühe. Der Mayo übertrug die Milchmenge jeder einzelnen Kuh ganz genau in ein Register. Während des Tages gingen alle ihren jeweiligen Aufgaben nach. Um 16 Uhr wurden die Kühe zum abendlichen Melken wieder zurückgebracht, welches zwei bis drei Stunden dauerte. Nach einem langen Arbeitstag folgte für die Angestellten um 21 Uhr die wohlverdiente Nachtruhe. Kleine Anekdote: Während sein Vater der Verwalter war, verbrachte Pierre Calloz 1953 eine Saison auf der Alpe als Mayo. Er denkt gerne daran zurück.
Ab 1965, aus Mangel an Vieh, konnte die Alpe als Genossenschaft nicht mehr betrieben werden. Sie wird daher an einen Landwirt vermietet, der die Verantwortung hat, das benötigte Vieh zur Verfügung zu stellen, das nötig ist, um die ordnungsgemässe Pflege der Weiden zu gewährleisten. In einer ersten Phase fand die Rekrutierung dieses Viehs ausserhalb des Kantons statt (Waadt, Freiburg, Bern, sogar Zentralschweiz). Derzeit wird die Alpe an einen Bauern der Region vermietet, der sein Vieh sowohl im Wallis wie auch ausserhalb des Kantons rekrutiert. Ein Weideplan bezieht die Bewirtschaftung der Alpen du Sex, Bévron und Plan mit ein sowie ein grosser Teil der Privatparzellen von Aminona, Arbiche und Aprily.
Die Gesamtfläche dieser Weiden beträgt rund 400 Hektaren. Die gegenwärtige Herde besteht aus 3 Herden von 70 Milchkühen, 50 Mutterkühe und 120 Stück Kleinvieh (Kälber, Rinder und Färsen). Eine Herde von 100 Ziegen und zwei Herden von je 50 Schafen werden ebenfalls aufgealpt im Gebiet der oben genannten Einheit. Die Milchproduktion beträgt rund 100‘000 Liter/Saison und erlaubt die Herstellung von Raclettekäse des AOP-Labels, Tommes und Ziger von sehr hoher Qualität. All diese Produkte werden in der Alp-Käserei zum Kauf angeboten. Der Erlös fliesst vollständig in die lokalen Unternehmen.
2700 öffnete sich die Alpe dem Agrotourismus, indem die Verwaltung der Buvette einem professionellen Gastwirt übertragen wurde. Traditionelle Gerichte aus lokalen und Alp-Produkten werden dort in einem aussergewöhnlichen Ambiente mit einem atemberaubenden Panoramablick auf die Walliser Alpen und ihre Viertrausender serviert.
Auf der Internetseite https://sites.google.com/site/cavedusex/home finden Sie alle nützlichen Informationen über die Alpprodukte und die Gerichte der Buvette.
Das Vallon de la Tièche ist als kleines Naturparadies der ideale Ort, um neue Kraft zu schöpfen und die Wasserfälle zu bewundern.
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