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Washington verlangt uns noch einmal einiges ab! In den letzten Tagen war es ungewöhnlich heiss und das vorwärtskommen auf dem teilweise sehr steinigen und steilen Trail war kräfteraubend! Im Moment machen wir pro Tag mindestens 2000 Hm, was im Vergleich zu Oregon fast das Doppelte ist.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag haben wir am White Pass verbracht. Am Sonntagmorgen bin ich zusammen mit Frank und Sarah, die bereits in den letzten Tagen mit uns unterwegs war, wieder auf den Trail zurück gegangen. Die Landschaft war den ganze Tag sehr schön und wir konnten Mount Rainier mehrmals aus verschiedenen Richtungen sehen. Nachdem wir den Highway 410 am Chinook Pass überquert hatten, sind wir noch ein paar Kilometer weiter zum Sheep Lake gelaufen wo wir bei Meile 2326 (Km 3744) campten.
Tags darauf hatte ich das erste Mal Mühe mit aufstehen. In den Tagen zuvor habe ich eher wenig geschlafen und es war schwierig, mich zum loslaufen zu zu motivieren. Nach mehreren Kilometer und drei Kaffe später, fühlte ich mich besser und den Rest des Tages ging schnell vorbei. Abends waren wir am Blowout Mountain bei Meile 2358 (Km 3795) an einem schönen Zeltplatz. Von dort aus konnten wir einen einzigartigen Sonnenuntergang sehen.
Am letzten Dienstag war es das erste Mal seit langem wieder richtig heiss. Der Trail ging mehrheitlich steil hinauf oder hinab und so war ich sehr froh, als ich gegen 17 Uhr an einem Bergsee mit kristallklarem Wasser vorbeikam, wo ich eine Abkühlung nehmen konnte. Da Frank die 3.5 Kilometer zum Snoqualmie Pass bereits am Abend lief und Sarah ein paar Kilometer hinter mir war, war ich an diesem Abend alleine an einem Zeltplatz bei Meile 2391 (Km 3849).
Am nächsten Morgen lief ich um 6:30 Uhr los, um früh am Snoqualmie Pass zu sein. Da eine Interstate über den Pass führt, hatte es dort diverse Restaurants und Hotels. Ich blieb für ungefähr zwei Stunden in einem kleinen Cafe, hatte ein zweites Morgenessen und lud meine elektronischen Geräte auf. Zu meiner Überraschung traf ich im Cafe auf Claire! Wir liefen um Mount Baden-Powell in Südkalifornien für ein paar Tage zusammen und sie war zur gleichen Zeit wie ich in den Sierras. Da Sie mit ihrer Gruppe allerdings längere Pausen in Mammoth und South Lake Tahoe machte, habe ich sie seit dann nicht mehr gesehen. Claire ist verrückt! Wenn sie will, kann sie unglaublich schnell und weit laufen. In den letzten vier Tagen ist sie je ungefähr 70 Kilometer gelaufen und an diesem Morgen hatte sie bereits 25 Kilometer gemacht! Bevor ich mich wieder auf den Weg machte, kaufte ich in einem kleinen Shop noch Snacks ein. Da ich in den letzten Tagen erneut hungriger wurde, habe ich meine Snacks, die eigentlich für fünf Tage gereicht hätten, in drei Tagen gegessen! Vom Snoqualmie Pass auf 900 MüM führte der Trail auf 1700 MüM in die Alpine Lake Wilderness hinauf. Die Aussicht auf die verschiedenen Gipfel, Seen und den Trail in der Ferne war atemberaubend! Am Abend campten wir bei Meile 2418 (Km 3892) inmitten eines weiteren steilen Aufstieges direkt neben dem Trail.
Gestern Morgen wachten wir mitten in einer dichten Wolkendecke auf. Nach kurzer Zeit kam ich aus dem Nebel und hatte während des Sonnenaufgangs eine Wahnsinns-Aussicht über das Nebelmeer und die umliegenden Berge! Da der Trail mehrheitlich mit grossen und kleinen Steinen übersät war, kam ich nur langsam vorwärts. Dennoch war die Landschaft auch an diesem Tag einzigartig. Gegen Abend zogen Wolken auf und als ich am Abstieg zum Glacier Lake bei Meile 2451 (Km 3944) war, begann es leicht zu regnen.
Heute Morgen waren es nur noch 22 Kilometer zum Stevens Pass. Es regnete fast den ganzen Morgen und als ich gegen Mittag im dortigen Restaurant ankam, wartete ich auf die anderen und ass ein feines Panini zum Mittagessen. Nach dem Mittag sind wir zusammen ins 25 Kilometer entfernte Skykomish gehitcht. Auf der dortigen Poststelle konnte ich mein zweitletztes Essenspaket abholen und wir verbrachten den Rest des Nachmittages mit aussergewöhnlich schnellem W-LAN in der Bibliothek. Heute Abend werden wir wieder zurück zum Stevens Pass fahren und dann noch ein paar Kilometer weiter laufen.