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Zürichhorn
Impressionen Zürichhorn
Beschreibung
Das Zürichhorn und die weiteren rechtsufrigen Quaianlagen sind die mit Abstand am meisten genutzten Grünanlagen der Stadt.
Entwicklung
Das Zürichhorn war einst eine kaum berührte Idylle mit einem prachtvollen Baumbestand. Ein dichter Schilfgürtel säumte das Ufer. Im 13. Jahrhundert stand auf dem Zürichhorn für einige Jahrzehnte ein Frauenkloster. Das Kloster wurde allerdings bald aufgegeben, denn die Nonnen zogen sich in den Schutz der Stadtmauern von Zürich ins Kloster Oetenbach zurück.
1784 beschloss der Zürcher Rat, das Gelände vermessen zu lassen und der Gemeinde Riesbach als Gemeinde- und Musterungsplatz zu überlassen. Zwar wurden dort Schiessübungen und Feste veranstaltet, das Zürichhorn blieb jedoch weitere hundert Jahre beinahe unberührt.
1839 wurde nördlich vom Zürichhorn, auf der heutigen Blatterwiese, eine Seidenfärberei gebaut, die bis zu ihrem Abbruch im Jahr 1926 in Betrieb blieb.
Der Wildbach verursachte regelmässig grosse Schäden durch Überschwemmungen und wurde deshalb 1879 kanalisiert und weiter östlich verlegt. Dieser Bachabschnitt wurde in Hornbach umbenannt.
1887 kaufte die Gemeinde Riesbach das Gelände des Zürichhorns vom Kanton und beauftragt die Gartengestalter Otto Froebel und Evariste Mertens mit der Gestaltung einer öffentlichen Parkanlage als Fortsetzung der neuen Quaianlagen. Durch Aufschüttungen und den Einbezug des alten Baumbestandes entstand eine grosszügige Parklandschaft mit Durchblicken zum See und Rasenflächen. Im ehemaligen Mündungsgebiet des Wildbaches wurde eine künstliche Bucht mit einer Anlegestelle für Ruderboote gebaut. Die Bucht wurde 1907 in einen Schwanenteich umgestaltet.
Westlich des Hornbaches, direkt am Seeufer, wurde 1891 ein Kasino gebaut, das bald zu einem beliebten Ausflugsziel wurde. Es blieb bis zur Landesausstellung 1939 stehen.
Nach dem Ersten Weltkrieg war das Zürichhorn für einige Jahre Standort für die Wasserflugzeuge der Schweizer Fluggesellschaft Ad Astra Aero.
Die Schweizerische Landesausstellung von 1939, kurz «Landi» genannt, fand an beiden Seeufern statt. Für die gärtnerische Leitung der Ausstellung war der Gartenarchitekt Gustav Amman veantwortlich. Während am linken Ufer die moderne, industrielle Schweiz zur Schau gestellt wurde, war Riesbach Standort für landwirtschaftliche Ausstellungen und für das beliebte «Landidörfli» mit seinen Bauernhäusern, den Biergärten und Restaurants. Heute sind nur noch wenige Spuren der Ausstellung erhalten, da bereits im Vorfeld vereinbart wurde, dass das Areal nach der Ausstellung wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuführen sei.
Zwanzig Jahre nach der «Landi» fand an beiden Seeufern mit der Gartenbau-Ausstellung «G59» eine weitere grosse Ausstellung statt. Sie zeigte im Gegensatz zu 1939 fortschrittliche Tendenzen in der Gartengestaltung und wurde wegweisend für spätere Landschaftsarchitekten. Für besonderen Gesprächsstoff sorgte der «Garten des Poeten» von Ernst F. Cramer, ein fast surrealer und für die Zeit unkonventioneller Garten. Neben der Landschaftsarchitektur wurden auch ausgewählte Plastiken und Skulpturen gezeigt, welche die unterschiedlichen Kunstrichtungen dokumentieren sollten. Die Gartenarchitekten Ernst Baumann und Willi Neukom planten das rechtsufrige Ausstellungsgelände. Mit der «G59» entstand aus dem Zürichhorn und der Blatterwiese erstmals eine zusammenhängende Parklandschaft mit offenen und zugänglichen Ufern.
Nach der «G59» folgte die endgültige Gestaltung des Zürichhorns. Die Seeanlagen wurden mit einer grossen Spielwiese und Kinderspielplätzen weiter aufgewertet sowie mit Parkplätzen ergänzt.
Die Skulptur Heureka von Jean Tinguely fand nach der «Expo 64», die in Lausanne stattfand, einen neuen Standort beim Zürichhorn und wurde zu einem neuen, markanten Element der Seeanlagen.
1965 wurde das neue Casino neben dem Strandbad Tiefenbrunnen gebaut.
Zwischen Blatterwiese und Bellerivestrasse entstand 1993 der Chinagarten Zürich. Er ist der Dank für die technische und wissenschaftliche Hilfe beim Ausbau der Kunminger Trinkwasserversorgung und der Stadtentwässerung. Er gehört in die Gruppe der Tempelgärten und ist einer der ranghöchsten Garten ausserhalb Chinas.
Um den heutigen, veränderten Nutzungsansprüchen gerecht zu werden, wurde 2000 ein übergeordnetes Konzept für das Zürichhorn entwickelt. Es definiert die Leitidee für die zukünftige Gestaltung und soll etappenwiese umgesetzt werden. Ein erstes Projekt wurde durch den Sturm Lothar ausgelöst, der ca. 200 Bäume am Zürichhorn und der Blatterwiese zerstörte.
2005 wurde zwischen Casino und Hornbach ein neuer «Schiffsplatz» gestaltet und im Sinne des Plan Lumière Zürich umgesetzt.
2007 konnte der vergrösserte und neu gestaltete Spielplatz neben der Blatterwiese eingeweiht werden. Gleichzeitig wurden neue WC-Anlagen erstellt und die Fundamente der ehemaligen Gondelbahn aus der «G59» zurückgebaut.
Weitere Etappen der Sanierung und Aufwertung gemäss dem neuen Konzept Zürichhorn sind in Vorbereitung.
Nutzung
- Weitläufige Seeanlage mit Seezugang und altem Baumbestand
- grosse Spielwiese mit Sitzbänken, Brunnen
- Elektro-Grillstation
- Züri WC
Besonderes
Das Zürichhorn ist das Resultat einer über hundertjährigen Entwicklung und zeigt Spuren aus allen Gestaltungsphasen. Das turmartige Denkmal aus Kalkstein von Franz Wagner, das auch als Brunnen dient, wurde 1910 zu Ehren des Dichters Leonard Widmer und des Komponisten Alberich Zwyssig errichtet. Diese haben den Schweizerpsalm, die heutige Nationalhymne «Trittst im Morgenrot daher», geschrieben und komponiert.
Wegbeschrieb
Bellerivestrasse zwischen Höschgasse und Strandbad Tiefenbrunnen
Tram 2, 4 bis Höschgasse oder Fröhlichstrasse
Bus 912, 916 bis Chinagarten