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Erste Bewertung: Herr Hildebrand wirkte im ersten Teil seiner Ausführungen sehr souverän. Seine Erklärungen können nachvollzogen werden.
Der Angriff auf Herrn Blocher (indirekt), die Verletzung des Bankgeheimnisses gehört mit zum Ritual. Auch das Eingeständnis, er hätte den Kauf von Dollars seiner Frau sofort rückgängig machen sollen, gehört zum Ritual.
Doch im Grunde genommen hat er nichts gesagt, das nicht schon bekannt war.
Die Schwachstelle seiner Argumentation ist der Kauf der Dollars durch seine Frau. Er will erst am 16. August um 07.35 Uhr in einer E-Mail der Bank Sarasin vom Dollarkauf seiner Frau erfahren haben. Bei diesem Punkt hätte er konkrete Fakten auf den Tisch legen müssen.
Die Frage, ob er zur fraglichen Zeit mit seiner Frau über die Absicht der Nationalbank, den Franken zu stützen, gesprochen hat, ist nach wie vor offen.
Wenn seine Frau, wie er in der Diskussion ausführte, sich stark für Devisengeschäfte interessiert, hätte sie eigentlich die nötige Sensibilität haben müssen, dass es vielleicht ungeschickt wäre, gerade jetzt Dollars zu kaufen. Er hätte es ihr ja auch sagen können, beim Frühstück beispielsweise, wenn sie, wie Herr Hildebrand erklärte, jeweils gemeinsam die Financial Times lesen.
Wenn er in den ersten Teilen seiner Ausführungen, angespannt aber souverän wirkte, franste Hildebrand gegen Ende seiner Erklärung, dem dritten Teil, aus.
Man hätte in diesem dritten Teil eine klare Ansage erwartet. Was will er dagegen unternehmen, gegen die Vorwürfe an seine Adresse. Immerhin bleibt die Aussage der Weltwoche unwidersprochen: “Philipp Hildebrand betreibt Insider-Geschäfte, belügt die Öffentlichkeit.”
Das Problem seiner Pressekonferenz: Er hat sich jetzt lediglich auf die aktuelle Höhe der öffentlichen Diskussion gebracht. Damit bleibt er in der Defensive.
Erst auf Nachfrage erklärte er, er werde sich “jetzt alle Zeit nehmen und in aller Ruhe” sich mit seinem Rechtsvertreter absprechen, was er gegen diese Vorwürfe unternehmen will. Die Zeit wird man ihm wohl nicht lassen.