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Der Herzinfarkt ist meistens die Folge einer Veränderung der Herzkranzgefässe (Atherosklerose), bei welcher die Gefässe durch fett- und kalkhaltige Ablagerungen (Plaques) verengt werden. Die Hauptursache des Herzinfarkts ist die Ruptur einer dieser Plaques innerhalb einer grossen Koronararterie. Dies kann zu einem Blutgerinnsel führen, das wiederum ein lebensnotwendiges Blutgefäss verstopft und damit den Blutfluss zum Herzmuskel unterbricht.
Der von der Arterie versorgte Teil des Herzmuskels erhält kein Blut und damit auch keinen Sauerstoff mehr und stirbt ab. Die Folge ist eine Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens und die Gefahr eines tödlichen Herz-Kreislauf-Stillstandes.
Zahlreiche Herzinfarkt-Symptome
Die Symptome, die bei einem Herzinfarkt auftreten, sind sehr vielseitig. Typischerweise treten über eine Dauer von mehr als 15 Minuten ein heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust auf. Die Schmerzen können in den Halsbereich, die Arme, die Schultern oder in den oberen Bauchbereich ausstrahlen. Die Schmerzen lösen oft Angst aus und nehmen bei Belastungen noch zu. Vielfach wird der Infarktschmerz von Schweissausbrüchen, Übelkeit oder Erbrechen, Atemnot, unregelmässigem Puls und fahler Gesichtsfarbe begleitet.
Die oben genannten Symptome deuten aber oftmals auch bereits Wochen oder Monate zuvor als Warnsignale auf eine Herzerkrankung hin. Wer sie ernst nimmt und rechtzeitig ärztliches Fachpersonal aufsucht, kann einem Herzinfarkt möglicherweise zuvorkommen.
Gefahr des Herzstillstandes durch Kammerflimmern
Bis zum Eintreffen des Rettungswagens sollten betroffene Personen nicht alleine gelassen und mit angehobenem Oberkörper auf einem Bett, Sofa oder am Boden gelagert werden. Diese Position entlastet das Herz und macht dem Betroffenen das Atmen leichter. Erleichterung verschafft ihnen ausserdem das Öffnen von engen Kleidern, Krawatten oder Büstenhaltern.
In der ersten Stunde ist die Gefahr eines Herzstillstandes durch Kammerflimmern am grössten. Nur eine rasch einsetzende Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Anwesende oder den Rettungsdienst kann in diesem Fall den Tod oder eine schwere Schädigung des Gehirns verhindern.
Die erste zügige klinische Untersuchung durch die Notärztine bzw. den Notarzt vor Ort sieht Blutdruckmessung und Abhören von Herz und Lunge vor. Die betroffene Person wird an ein EKG angeschlossen und über einen Monitor werden Herzfrequenz, Herzrhythmus, Sauerstoffsättigung und Blutdruck überwacht.
Die Notärztin bzw. der Notarzt leitet medikamentöse Ersttherapie ein
Die medikamentöse Therapie zielt in der Akutsituation auf eine möglichst optimale Sauerstoffversorgung des Herzens, die Schmerzbekämpfung, die Abgabe eines Gerinnsel auslösenden Medikamentes und eine Vermeidung weiterer Blutgerinnselbildung.
Die Rettungswagen sind zur Erstversorgung in der Regel hervorragend ausgerüstet, so dass bereits hier eine Einleitung der Therapie möglich ist. Das Rettungsfachpersonal steuert das nächstgelegene Krankenhaus an, das für einen entsprechenden Notfall ausgerüstet ist. Verfügt das Krankenhaus nicht über die erforderliche Ausstattung, wird schnellstmöglich eine Verlegung in ein kardiologisches Zentrum organisiert.
Stentimplantation als erste Option und Bypass-Operation als Alternative
Im Krankenhaus ist es das erste Ziel der behandelnden Ärzte, eine Infarktausdehnung zu verhindern und eine Wiedereröffnung (Reperfusion) des verschlossenen Herzkranzgefässes zu erreichen. Bei entsprechender Ausstattung wird heute am häufigsten eine sogenannte perkutane Koronarintervention (PCI) mit Ballondilatation und Stentimplantation eingeleitet: Dabei wird nach der Ausdehnung der Herzkranzgefässe mittels eines Ballons eine Gefässstütze (Stent) an der verengten Stelle platziert, um einen erneuten Verschluss zu verhindern.
Wenn die Herzkranzarterien über längere Strecken verengt sind, wird vom ärztlichen Fachpersonal auch eine Bypass-Operation in Betracht gezogen. Dabei wird die Gefässverengung mit einem Stück eines anderen Blutgefässes überbrückt. Allerdings haben Stent-Implantationen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie werden heute in der Schweiz fünf Mal häufiger vorgenommen als Bypass-Operationen.
Rehabilitation unerlässlich
Nach einer erfolgreichen Akuttherapie wird die betroffene Person einige Tage auf der Intensivstation überwacht und medikamentös weiterbehandelt. An den Krankenhausaufenthalt, dessen Dauer von der Schwere des Infarkts und dem Verlauf der Therapie abhängt, schliesst sich eine Rehabilitation in einer Klinik oder aber in einem ambulanten Therapiezentrum an.