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Clack
Zu blöd für eine eigene Meinung?
In den Kommentarspalten der Medien sind Frauen krass untervertreten – Schuld daran sind sie selber.
Frau mit Signalwirkung? Jill Abramson, ab September Chefin der «New York Times».
Clack hat das Problem im Weblog von Clack-Autor Michael Marti thematisiert: In den Threads von Blogs zu politischen und gesellschaftlichen Themen melden sich ungleich weniger Frau zu Wort als Männer. In den USA wird derzeit eine eigentliche Debatte geführt über das Schweigen der Frauen in Blogs und auf den Meinungsseiten der nationalen Medien. So berichtet beispielsweise die Journalistin Mallary Jean Tenore auf pointer.org über das sogenannte OpEd-Project, womit in traditionellen Medien, aber auch auf Internet-Sites die Präsenz von Frauen auf Meinungs- und Kommentarseiten gefördert werden soll.
Der Befund in der Byline
Interessant ist nur schon die Statistik, die auf OpEd-Project präsentiert wird: die «Byline Survey». Die Auswertung zeigt den Anteil Autorinnen auf den Kommentarseiten der wichtigsten US-Medien während eines bestimmten Zeitraumes; in der Untersuchungsperiode Oktober 2010 bis Dezember 2010 ergibt sich folgendes Bild:
- «New York Times»: 20 Prozent Frauen bei den kommentierenden und analysierenden Beiträgen
- «Washington Post»: 19 Prozent Frauen
- «Wall Street Journal»: 18 Prozent Frauen
- Salon.com: 25 Prozent Frauen
- «Huffington Post»: 24 Prozent Frauen
Huhh! Ich doch nicht!
Die Frauen sind mithin markant untervertreten, obwohl ihr Anteil auf den Redaktionen viel grösser ist, zuweilen bei 50 Prozent liegt. Die Gründe für dieses Missverhältnis liegen offenbar in erster Linie bei den Frauen selbst:
- Journalistinnen würden sich kaum von sich aus melden, wenn Stimmen für die Kommentarseiten gesucht würden. Männer hingegen drängten sich geradezu vor.
- Würden Frauen explizit aufgefordert, lehnten sie oft mit der Begründung ab: «Ich versteh von der Sache zu wenig. Ich bin keine Expertin.» Männer kennen solche Zweifel viel seltener.
- Und wenn Journalistinnen sich mal zu einem Kommentar durchringen können, dann – so die Ausführungen von Mallary Jean Tenore – würden sie oft zu den Themen Familie und Kindern schreiben.
Der Anteil der Autorinnen auf Meinungsseiten könne am besten damit gesteigert werden, dass mehr Frauen in journalistische Kaderpositionen gehievt würden, so ein Zwischenfazit des OpEd-Project.
Bei der «New York Times» zumindest ist dieser Schritt bald vollzogen – mit Jill Abramson wird bekanntlich ab September erstmals eine Frau die Traditionszeitung führen.
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