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Hypospadie
Eines von etwa 300 männlichen Neugeborenen kommt mit einer mehr oder weniger falsch ausgebildeten Harnröhre zur Welt. Damit ist die Hypospadie – so lautet der Fachausdruck – eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Knaben.
Die Öffnung, aus welcher der Urin tritt, sitzt in diesem Fall nicht vorn an der Eichel, sondern
an anderer Stelle, meist an der Unterseite des Penis. In leichten Fällen von Hypospadie ist die Harnröhrenöffnung klein und liegt nahe an der Spitze der Eichel. In schweren Fällen sieht die Öffnung eher wie eine Spalte aus und liegt an der Peniswurzel oder am Damm, also zwischen Penis und Darmöffnung. Oft ist dann noch zusätzlich der Penis nach unten gekrümmt. Damit wird es schwierig, den Harnstrahl zu kontrollieren.
Die Ursache der Hypospadie ist eine hormonelle Störung während einer kritischen Phase der vorgeburtlichen Entwicklung. Wegen dieser Störung kann die Bildung der Geschlechtsorgane nicht vollständig abgeschlossen werden. Auch verschiedene genetische und Umweltfaktoren können zu dieser Fehlbildung beitragen. Manchmal geht die Hypospadie auch noch mit anderen Problemen einher, wie etwa dem Hodenhochstand oder der Intersexualität.
Eine Hypospadie tut dem Kind zwar nicht weh, dennoch ist eine Operation erforderlich, da auf
Dauer die Fehlbildung zu einer Belastung für den Jungen wird. Er kann nicht, wie alle anderen, im hohen Bogen Urin ablassen und auch auf dem WC geht oft etwas daneben. Das kann dem Selbstbewusstsein schaden und später auch sexuelle Hemmungen nach sich ziehen.
Als bester Zeitpunkt für den Eingriff gilt der neunte bis zwölfte Lebensmonat, auf jeden Fall vor dem dritten Lebensjahr. Dabei werden aus Hautteilen des Penis und des Hodensacks unter Vollnarkose die fehlenden Harnröhrenteile nachgebildet.
Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH