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Grossfuhrhaltereien betrieben schon immer eigene Werkstätten. Da die Zugkraft eines Pferdes immer auf ein PS beschränkt blieb, wurden Fuhrwerke und Geschirre sehr leicht gebaut und waren dadurch reparaturanfällig. Pferd und Wagen standen den ganzen Tag im Einsatz. Beschlag und Reparaturen hatten deshalb möglichst in den Arbeitspausen oder nach Feierabend zu geschehen. Die Handwerker mussten folglich jederzeit verfügbar sein; ledige Schmiede und Wagner logierten somit beim Dienstherrn. Im 1907 neu errichteten Firmensitz an der Türkheimerstrasse 17 installierte man grosse Werkstätten mit vielen - damals hochmodernen - elektrischen Maschinen. Schmiede, Wagner, Sattler und der Livrée-Schneider verfügten über eigene Ateliers. Alle Settelen-Handwerker hatten eine Doppelfunktion; sie wurden betriebsintern zu Umzugsspezialisten ausgebildet und für die Bewältigung der Umzugsspitzen eingesetzt. Gab es nichts zu zügeln oder zu reparieren, so fertigten sie Fuhrwerke, Geschirre und neue Uniformen auf Vorrat an.
1909 hielt bei Settelen das Automobil Einzug. Den Beruf des Automechanikers gab es noch nicht, so dass der Schmied Emil Stöcklin zum «Autopfleger» avancierte. Die nach dem Ersten Weltkrieg einsetzende Motorisierung führte dann zu einer kontinuierlichen Reduktion des Pferdebestandes, schon 1920 wurde das 1907 errichtete «Sechsbetten-Pferdespital» zu einer Autoreparaturwerkstatt umfunktioniert. Wegen der geringen Raumhöhe und kleiner Säulenabstände reparierte man die Lastwagen weiterhin unter freiem Himmel.
1944/45 entstand eine 25 m x 14,5 m grosse, säulenfreie Reperaturhalle neben dem ehemaligen Pferdespital. Die ausgediente Räumlichkeit wurde zu einer mechanischen Werkstatt aufgerüstet. Ein weiser Entscheid - denn als 1946 die Benzinrationierung aufgehoben und die Autos ausgemottet wurden, waren die Ersatzteillager erschöpft, Nachschub gab es allenfalls noch für amerikanische Fahrzeuge. Settelen konnte dank der modernen Einrichtung und hochqualifiziertem Personal die fehlenden Teile selbst anfertigen. Bis zu vierzehn Automechaniker pflegten den stetig wachsenden Bestand an eigenen und fremden Fahrzeugen.
1959 begann für unseren Garagenbetrieb mit der Übernahme der Borgward-Vertretung eine neue Aera. In rascher Folge kamen Vertretungen von DAF, Triumph sowie der Import von Checker hinzu und der Betrieb platzte aus allen Nähten. 1962 liess Settelen deshalb entlang der Birkenstrasse die Kundenwerkstatt einbauen. Nach mehreren nicht unbedingt optimalen Erweiterungen und Modernisierungen wurde sie schliesslich 1993 zu einer «Schauwerkstatt», die heute ihresgleichen sucht, umgebaut.
Mit der Einstellung eines Karosseriespenglers und dem Bau einer Farbspritzkabine begann 1946 die Geschichte unserer Karosseriewerkstatt. Der Nachfrage folgend wurde sie stetig erweitert und 1980 mit einer kombinierten Spritz- und Einbrennkabine ergänzt.
Der Weggang der Pferde - «Anna», der letzte Settelengaul ging 1957 in Pension - löste selbstredend eine Umstrukturierung der Werkstätten aus. Die Schmiede konstruierte noch bis zu Beginn der 80er Jahre Lastwagenaufbauten und -anhänger, die man heute «ab Stange» kauft und wurde später zusammen mit der Sattlerei in die Karosseriewerkstatt integriert.
Bereits 1908 liess Settelen einen 1000 Liter Benzintank im Hof versenken. 1928 wurde am heutigen Standort eine Kundentankstelle installiert. Den geringen Umsatz bewältigten der Chefbuchhalter und die Kanzlisten, die im Nebenamt die Benzinpumpe bedienten. 1950 erhielt die Tankstelle ihr heutiges Erscheinungsbild. Die adrette Louise Sutter sorgte in der Folge als vollamtliche Tankwartin für Rekordumsätze. Zu Beginn der 1970er Jahre unterbrach die Überbauung Ahornhof die Sichtverbindung zum äusseren Cityring, was einen vorübergehenden Umsatzeinbruch auslöste. Der persönliche Service unserer beiden vollamtlichen Tankwarte führte jedoch rasch wieder zu einem neuen, treuen Kundenstamm.
Seit der Gründung des Betriebes 1883 genossen die Werkstätten die besondere Aufmerksamkeit der Patrons. Dies erstaunt nicht, blickt doch die Familie Settelen auf eine lange Handwerkertradition zurück.