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Ein Transport bestehend aus 20 Lastwagen mit einer Lieferung von 293 Tonnen erreichte am 26. Oktober die Grossstadt Donetsk. Er transportierte u.a. Aluminiumsulfat und Chlor, vorgesehen für die Wasserwerke Donbas sowie Reagenzien und Krebsmedikamente für zwei Spitäler. Der Transport war am 24. Oktober in Dnipropetrovsk gestartet. Seine Route führte am ersten Tag Richtung Süden nach Mariupol am Asowschen Meer und in einer zweiten Etappe nach Nordosten, über die Kontaktlinie bei Volnovakha, bis Donetsk.
Fünf zusätzliche Lastwagen schlossen sich diesem Transport bis Mariupol an. Dort wurden 100 Tonnen chemischer Produkte zur Wasseraufbereitung abgeladen. Zuvor hatte ein Transport bestehend aus sechs Lastwagen mit 112 Tonnen Chemikalien zur Wasseraufbereitung die Stadt Krasnoarmiisk auf der regierungskontrollierten Seite der Kontaktlinie erreicht. Die Humanitäre Hilfe lieferte zudem vier Systeme zur Chlorproduktion (WATA). Damit können die lokalen Behörden vor Ort eine Chlorlösung produzieren, mit der das Trinkwasser für 20‘000 Personen in vier Gemeinden selbständig und auf lange Sicht aufbereitet werden kann.
Den Transporten waren Gespräche mit Regierungsstellen in Kiew sowie mit lokalen Behörden und Partnerorganisationen (UN-OCHA, IKRK) vorausgegangen. Begleitet und unterstützt wurden die Transporte im Osten der Ukraine von sieben Angehörigen der HH und des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) sowie von Mitarbeitern der Schweizer Botschaft und des Kooperationsbüros in Kiew. Mit diesen Lieferungen der Schweiz und einer weiteren von 270 Tonnen Flüssigchlor durch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF ist die Desinfektion des Trinkwassers im Einzugsgebiet der Wasserwerke Donbas beidseits der Kontaktlinie für den kommenden Winter gewährleistet.
Die jüngsten Transporte sind die dritte Aktion in diesem Rahmen. Auslöser der Lieferungen chemischer Produkte zur Wasseraufbereitung war ein Hilfsgesuch des Kalininspitals in Donetsk. Deren Direktorin hatte Angehörigen der HH auf einer Evaluationsmission im März 2015 über die grössten Bedürfnisse ihrer Region auf dem Gebiet der Gesundheit informiert. Demnach hatte die schlechte Trinkwasserqualität zu einem signifikanten Anstieg der Hepatitis-A-Fälle geführt. Das Trinkwasser hatte sich mit Abwasser vermischt, und das Wasserwerk in Donetsk, das für die Wasserversorgung in einem riesigen Gebiet beidseits der Kontaktlinie zuständig ist, war aufgrund des Konfliktes nicht mehr in der Lage, Wasser von unbedenklicher Qualität bereitzustellen.
Seit dem vergangenen Frühjahr beliefert die HH mit Hilfe von SKH-Fachleuten die Wasserwerke Donbas mit Chemikalien zur Wasseraufbereitung: Mit Aluminiumsulfat wird die Trübung beseitigt. Wenn das Wasser klar ist, wird es mit dem Chlor von Bakterien und Viren gereinigt. Für einen Grossteil der Bevölkerung in der betroffenen Region beidseits der Kontaktlinie ist diese Unterstützung derzeit die einzige Möglichkeit, zu sauberem Trinkwasser zu kommen. Der Erfolg ist ausgewiesen; die Krankheitsfälle aufgrund schlechter Wasserqualität haben deutlich abgenommen.
Die Schweiz ist die einzige staatliche Akteurin, die humanitäre Konvois organisiert hat, welche die Kontaktlinie überquert haben. Bereits vor dem Konflikt war die Schweiz in der Ukraine präsent. Ergänzend zu den Programmen, die seit langem durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und von Seiten des EDA - durch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie seit 2015 neu durch die Abteilung Menschliche Sicherheit - in der Ukraine unterstützt werden, engagiert sich die HH seit dem Ausbruch des Konfliktes Anfang 2014 beidseits der Kontaktlinie. Dabei konzentrierte sie sich zunächst auf die finanzielle und personelle Unterstützung multilateraler Organisationen (UNHCR, WFP, IKRK), die auf beiden Seiten der Kontaktlinie tätig sind. 2015 begann die HH mit Direktaktionen zugunsten der notleidenden Bevölkerung, die Trinkwasserqualität zu verbessern und Spitäler mit medizinischem Material zu unterstützen. Unterstützt wurde auch die Nothilfe für Meistbedürftige.
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