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begehrt hatte und zwar vor dem Altar, wo er oft unter Thränen gebetet hatte. Waltherd aber stattete diese Begräbnißstätte zum Seelenheil des Verstorbenen und zur Zier für die Eintretenden sorglich aus und weihte sie.
Der Custos Reding nun fam zum König und erlangte, obwohl mit Mühe (quamvis ardue), das Gewünschte. Dann ließ der König den gerade mit der Leichenfeier seines Vorgängers beschäftigten Waltherd zu sich kommen und verlieh auch Thietmars Neffen (nepoti) Thiedrich 20 Pfund Silber außer dem Lebensunterhalt zu einem Almosen (in elemosinam). Auch Thietmar ward zum Könige beschieden und kam am Sonnabend spät in Grona an. Der König empfing ihn freundlich und entließ ihn bald in seine Herberge. Sie lagerten in einem Zelte außerhalb der Stadt bei dem Wäldchen (lucum), wo später die St. Alexanderskirche stand. Der nächste Sonntag (15. Juni) war der St. Veitstag, Thietmar sang früh die Messe und ging dann mit den geistlichen Brüdern auf erfolgte Aufforderung hin in den Palast des Königs. Erst ward nun Waltherd allein vorgelassen und der König sprach mit demselben bis zur dritten Hora allein. Dann trat Waltherd heraus, mit einem Ringe an der rechten Hand geziert, den er als Pfand der königlichen Gunst vorzeigte. Hierauf traten Alle ein und wählten, nachdem der König ihn zuerst vorgeschlagen, den Waltherd zum Vorgesekten (patrem) und die Vornehmen (optimi quique) stimmten bei. Darauf erhielt er denn auch vom Könige den Hirtenstab. Nachdem er der Majestät des Königs den Eid geleistet hatte, ward er in die vom Könige erbaute Kirche geführt und die Versammelten stimmten den Lobgesang an. Auf Thietmars Bitten gelobte darauf der König der Merjeburger Kirche seine Unterstüßung und überwies Thietmars Neffen, Thiedrich, dem Erzbischof zum Dienste. Auch den Krieg gegen Bolizlaw von Polen nebst seinen in Sachsen gelegenen Gütern empfahl der König dem neuerwählten Erzbischof. Noch an demselben Tage traten alle Theilhaber die Rückkehr in die Heimath an (omnes declinavimus unusquisque ad sua). Am folgenden Sonntage aber (21. Juni) inthronisirte Bischof Arnulf (von Ral: berstadt) auf Geheiß des Königs den Waltherd als Erzbischof und Beide wurden dort (in Magdeburg) festlich aufgenommen. Am folgenden Tage wurde Waltherd von Eido, dem dritten Meißnischen Bischofe, gesalbt unter Assistenz seiner geistlichen Mitbrüder, der Bischöfe Wigo (von Brandenburg), yilliward (von Zeiß), Erich (von Havelberg) und Thietmars (von Merseburg). Auch Bischof Arnulf assistirte.
Am Montage (23. Juni) reisten Alle, reich beschenkt, von Magdeburg ab. Es war am Tage vor dem Fest St. Johannis des Täufers und wurde damals Reding vom Erzbischofe zum Propste eingelegt durch (cum) gemeinsame Wahl der Stiftsbrüder (24. Juni). An dem heil. Tage selbst ward Waltherd mit den gebräuchlichen Ehren nach Kloster Berge (ad
556) 9. Juni (1012) starb Dagano, Erzbischof zu Magdeburg.
Š. Necrolog. Magdeb, de 1325/53 in d. Neuen Mittheil. X, 2. p. 266.
557) Anfangs Juni 1012 starb Dagani, Erzbischof (von Magdeburg).
S. Exc. Necrol. Fuld. in Leibniß S. R. Brunsv. III. p. 766.
558) Juni 1012. Tagino, der hochverdiente Erzbischof von Magdeburg (Parthenopolensis), stirbt. Ihm folgt Walthard, durch Weisheit und Frömmigkeit ausgezeichnet.
Ann. Quedlinb. in M. G. III. 81.
Walthard (Waldhardus) lebte nach Tagino noch 9 Wochen (terterno heldomadarum numero) und eine Nacht (nocte una). Auf dem erzbischöflichen Stuhl saß er 7 Wochen und 2 Nächte, Frieden und Gottesfurcht predigend.
Ann. Quedlinb. I. c. p. 81.
Dagano Parthenopolitanae urbis archipresul obiit, cui Walth ardus eiusdem eccl. praepositus successit. Auf ihn, der nach 7 Wochen starb, folgte Gero, ein in jeder Beziehung um die Kirche verdienter Mann.
Ann. Quedlinb. in M. G. III. p. 94.
Ad. Brem. 1. II, 44 in M. G. VII. p. 322 ganz kurz: Walthardus meruit cathedram (apud Magadburg).
559) Juni und August 1012 starb Dagino, der 3. Erzbischof von Magdeburg, und in demselben Jahre starb auch Walthard, der 4. Erzbischof von Magdeburg.
S. Note zu Ekke hard. Chron. in M. G. VIII. p. 193.
560) Juni bis August 1012. Walthard, der vierte Erzbischof, saß 7 Wochen und 2 Tage auf dem erzbischöflichen Stuhle. Er stammte aus einem sehr edlen Geschlechte ab; sein Vater war Erep, seine Mutter Amulrat; beide waren ein leuchtendes Vorbild der Sittenreinheit für ihre Zeitgenossen. Walthard beflecte seine edle Abstam: mung niemals, sondern suchte ihr stets Ehre zu machen. In seiner Jugend tam er in die Schule nach Magdeburg zur Zeit des Erzbischofs Adalbert, der viel Gefallen an ihm fand wegen seines moralischen Lebenswandels und wegen seiner Frömmigkeit. Dessen Nachfolger Giseler gab ihm die Propstei, die er
561) Juni bis August 1012. Erzbischof Walthard baute auch die sogenannte Rotundenkirche wieder, . welche die Wenden zerstört hatten, als sie Magdeburg verbrannten. Es war dies die alte S. Nicolaikirche, welche auf dem Neuen Markte ge: legen hatte, da wo jeßt die Domthürme stehen.
S. Magd. Schöppenchronik herausg. von Fanicke S. 84.