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Ar 171
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Ar 171
1911-2013
0.5 m
Ernst Freiburghaus wurde am 22. März 1905 in Veltheim bei Winterthur geboren, als eines von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie. 1915 verunfallte sein Vater tödlich beim Holzen im Wald, was die bereits sehr bescheidenen Lebensverhältnisse der Familie zusätzlich belastete. Trotzdem konnte Ernst Freiburghaus nach der Sekundarschule eine Lehre als Maschinenschlosser bei der Firma Sulzer in Winterthur absolvieren, die seinen Vater als zuverlässigen Arbeiter geschätzt hatte. Mit dem Lehrlingslohn trug er massgeblich zum Auskommen der Familie bei. Dank seiner guten Leistungen wurde ihm die Lehrzeit verkürzt und er erhielt nach Lehrabschluss eine Anstellung bei Sulzer. Dort bildete er sich im Selbststudium zum Maschinen- und Betriebstechniker weiter. In seiner Freizeit war Ernst Freiburghaus oft mit seinen Wandervogel-Kameraden unterwegs oder er beschäftigte sich mit handwerklich-kunstgewerblichen Metallarbeiten.
1926 unternahm er mit einem Wandervogel-Kollegen eine längere Reise nach Deutschland, Belgien und Holland. Nach der Rückkehr arbeitete Ernst Freiburghaus im Landerziehungsheim Albisbrunn, wo er eine Werkstätte für Kunstschlosserei und kunstgewerbliche Metallarbeiten einrichtete. 1929 heiratete er Gertrud Wiedmer aus Liestal. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Peter, Hanne und Ruth hervor. Im Herbst 1928 gehörte Ernst Freiburghaus mit Hans Anderfuhren zu den Gründern der Genossenschaft Hammer am Albisriederplatz. In der Genossenschaft Hammer, an der seit 1931 auch die Gewerkschaft SMUV beteiligt war, wirkte Ernst Freiburghaus als Geschäftsleiter, seine Frau besorgte in ihrer Freizeit die Büroarbeiten. Nach internen Konflikten in der erfolgreichen GHZ trat Ernst Freiburghaus aus der Genossenschaft aus und gründete 1932 die Metallbau AG Zürich, die 1936 bereits mehr als 50 Angestellte beschäftigte. 1940 zählte der Betrieb 150 Mitarbeitende. Die Metallbau AG Zürich wurde 1941 infolge sinkender Wirtschaftlichkeit mit der Luwa AG zusammengelegt. Im neuen Unternehmen wirkte Ernst Freiburghaus als technischer Leiter. Im September 1942 wurde Ernst Freiburghaus für eine dreiwöchige Luftschutz-Polizei-RS in Olten1941 aufgeboten. Bei seiner Rückkehr war der Anstellungsvertrag gekündigt und Ernst Freiburghaus stand mit seiner Familie ohne Arbeit und Einkommen da.
Danach arbeitete Ernst Freiburghaus als selbständiger Betriebsberater bzw. als Betriebsorganisator und hatte alle Hände voll zu tun. In den 1950er Jahren stieg er in das prosperierende Hydraulik-Geschäft ein. 1959 gründete Ernst Freiburghaus die Hydaira AG Zürich, die sich sehr erfolgreich entwickelte. Wie bei früherern Unternehmungen stand ihm seine Frau mit aller Kraft zur Seite, betreute die Administration und das Finanzielle. 1973 verkauften Ernst und Gertrud Freiburghaus die Firma und zogen sich aus dem Geschäftsleben zurück. Sie weilten danach oft im Ferienhaus in Trin Mulin (GR), wo auch einige der Zeichnungen und handschriftlichen Erinnerungen von Ernst Freiburghaus entstanden. Daneben beschäftigte sich Ernst Freiburghaus, wie bereits während seiner Berufstätigkeit, mit volkswirtschaftlichen Themen. Ernst Freiburghaus verstarb am 17. November 1995 im Altersheim „Sonnenhof“ ob Erlenbach.
Eine erste Teilübergabe erfolgte im Oktober 2011 durch Frau Ruth Freiburghaus; weitere Ablieferungen in den Jahren 2012 und 2013.
Der Bestand enthält u.a. Aufzeichnungen zur eigenen Biographie, Korrespondenz, Unterlagen zu den „Wandervögeln“, Aufzeichnungen von Mundartgeschichten, zahlreiche Zeichnungen (v.a. von Kunstschlosserarbeiten und Landschaften) sowie einige Fotografien von Kunstschlosserarbeiten.
Ferner sind persönliche Dokumente vorhanden, u.a. zwei Dienstbüchlein, der Lehrbrief, das Lehrlingszeugnis, ein Vormundschaftsbericht, ein Ansichtskarten-Album von Ernst Freiburghaus, das an die Reise nach Deutschland, Belgien und Holland im Jahr 1926 erinnert.
Es wurden keine Kassationen vorgenommen.
Es werden keine Neuzugänge erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Die Verzeichnung erfolgte im September 2012 durch Gaby Pfyffer; die Nachlieferungen wurden von S. Truog und U. Kälin bearbeitet.