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W2.3 Neu gegründete Unternehmen

Tatsächliche Entwicklung
|Seit 2002||Seit 2016|
|Die Anzahl neu gegründeter Unternehmen ist rückläufig. Für die jüngere Vergangenheit ist aufgrund der Datenlage keine Aussage möglich.|
Aussagekraft
Die Zahl der neu gegründeten Unternehmen widerspiegelt die wirtschaftliche Dynamik einer Region. Durch neue Geschäftsideen, Produkte oder Prozesse sind neu gegründete Unternehmen häufig ein Treiber für Innovation und begünstigen das Beschäftigungswachstum.
Kommentar
Die Gründungsdynamik ist im Kanton Thurgau rückläufig. Im Jahr 2016 wurden 1‘076 Unternehmen mit 1‘381 Beschäftigten neu gegründet. Dies sind rund ein Achtel Unternehmen weniger als der Vergleichswert (siehe Abschnitt „Definition“) nach der Jahrtausendwende ausweist.
Zu den gut tausend neu gegründeten Unternehmen gehören auch Kleinstbetriebe. Seit den Daten für das Jahr 2014 werden alle neu gegründeten Unternehmen berücksichtigt, die Sozialversicherungsbeiträge leisten. Zuvor waren lediglich Unternehmen gezählt worden, die mindestens 20 Stunden pro Woche eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübten.
Durch diese methodische Anpassung hat sich die Gesamtheit der beobachteten Einheiten erweitert. Im Indikator „Neu gegründete Unternehmen“ wird deshalb nicht die absolute Anzahl Neugründungen betrachtet, sondern ein Index, bei dem der Effekt dieser Niveauverschiebung neutralisiert wurde (siehe Abschnitt „Definition“).
Fast alle neu gegründeten Betriebe starten mit wenig Personal. Die Einzelfirma ist die am häufigsten gewählte Rechtsform. Der Grossteil der Neugründungen erfolgt im Dienstleistungssektor, 2016 waren es 85 %.
Definition
Index (2001 = 100) der neu gegründeten Unternehmen in den Sektoren 2 und 3
Als Neugründungen zählen nur Unternehmen mit marktwirtschaftlicher Tätigkeit, die tatsächlich neu, also „ex nihilo“, entstanden sind. Eine Neugründung liegt vor, wenn eine neue Kombination von Produktionsfaktoren geschaffen wird und kein anderes bereits bestehendes Unternehmen daran beteiligt ist. Aus Fusionen, Übernahmen, Spaltungen oder Restrukturierungen hervorgegangene Unternehmen werden nicht zu den Neugründungen gezählt.
Die indexierte Darstellung (2001 = 100) wurde gewählt, weil die Erhebung der neu gegründeten Unternehmen umfassend revidiert wurde. Vor der Revision (bis zu den Daten des Jahres 2013) wurden in der Statistik der Neugründungen lediglich jene Unternehmen gezählt, die mindestens 20 Stunden pro Woche eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübten. Seit der Revision werden alle Unternehmen (einschliesslich Selbständigerwerbende) berücksichtigt, die für ihr Personal oder für sich selbst Sozialversicherungsbeiträge leisten. Somit gehen auch Kleinstbetriebe in die Statistik ein. In der Zeitreihe der Anzahl neu gegründeter Unternehmen kam es deshalb ab den Daten zum Jahr 2014 zu einer Niveauverschiebung nach oben.
Mit der indexierten Darstellung, die auf einer Verkettung der Indizes vor bzw. nach dem Strukturbruch basiert, wird der Effekt dieser Niveauverschiebung neutralisiert.
Grenzen der Aussagekraft
Es ist keine Aussage möglich, wie viele Arbeitsplätze die neu gegründeten Unternehmen mittel- bis längerfristig schaffen und ob sie überleben.
Verwandte Indikatoren
W1.1 Bruttoinlandprodukt pro Einwohner
W1.2.a Anzahl Arbeitsplätze
W2.1.b Anteil von Studierenden in MINT-Fächern
W2.2a Anteil der Beschäftigten in "High-Tech"-Branchen
W2.2.b Anteil der Beschäftigten in Spitzentechnologie nutzenden wissensintensiven Dienstleistungen
W3.1.a Steuerbelastung für Unternehmen
Weitere Informationen
Bundesamt für Statistik
Unternehmungsdemografie