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Finnland sicherte sich die fünfte Medaille in den letzten sechs olympischen Eishockey-Turnieren. Das Team von Erkka Westerlund bezwang die USA im Spiel um Bronze mit 5:0.
Die Geschichte der Partie schrieb Teemu Selänne. Der am 3. Juli 44 Jahre alt werden Flügelstürmer der Anaheim Ducks erzielte die Tore zum 1:0 (22.) und 4:0 (50.). Bereits beim 3:1-Sieg im Viertelfinal gegen Russland hatte er mit je einem Tor und einem Assist entscheidenden Anteil. «Ich bin so stolz auf meine Jungs», sagte Selänne. «Vor der Partie sagten wir: ‹Spielen wir für uns. Wir verdienen ein grossartiges Ende.› Niemand glaubte wirklich an uns, aber wir taten es.»
Selänne ist ein Phänomen. Er nahm bereits zum sechsten Mal an Olympischen Spielen teil und trug sich jedesmal in die Skorerliste ein. In Sotschi brachte er es auf vier Tore und zwei Assists. Insgesamt erzielte er 43 Skorerpunkte (24/19), was selbstredend ein Rekord ist. Er hat auch am meisten Treffer geschossen und ist der älteste Torschütze sowie der älteste Medaillengewinner (zuvor Igor Larionow) in der Geschichte des olympischen Eishockey-Turniers.
Nun krönte er seine grandiose Karriere mit der vierten Olympia-Medaille, der dritten bronzenen. 2006 in Turin war er mit Finnland im Final an Schweden gescheitert. Nach dieser Saison ist endgültig Schluss, nun will er mit den Ducks noch zum zweiten Mal nach 2007 den Stanley Cup holen. «Er ist eine lebende Legende im finnischen Eishockey», sagte Westerlund über Selänne. «Es ist schwierig, Wörter zu finden, um zu sagen, wie wichtig er für uns war.»
Nur elf Sekunden nach dem ersten Streich von Selänne, der den amerikanischen Keeper Jonathan Quick mit der Backhand erwischt hatte, erhöhte Jussi Jokinen auf 2:0. Nach dem dritten Treffer durch Juuso Hietanen (47.) gab es über den Ausgang der Partie keine Zweifel mehr, setzten die Finnen zu einem Schaulaufen an. Die letzten beiden Tore erzielten Selänne und der erst 19-jährige Olli Määtää im Powerplay.
Der Doppelschlag zu Beginn des Mitteldrittels hatte den Amerikanern das Genick gebrochen. Zuvor waren sie die etwas bessere Mannschaft gewesen und vergaben einige gute Chancen zum 1:0. In der 14. Minute traf Patrick Kane, im Lockout bei Biel tätig, bei einem Penalty das Tor nicht, in der 19. Minute verfehlte auch Max Pacioretty solo vor dem starken, im Halbfinal gegen Schweden (1:2) noch krank gewesenen Tuukaa Rask (27 Paraden) das Gehäuse.
Nach dem 0:2 bemühten sich die US-Boys zwar, doch verschoss Kane in der 27. Minute einen weiteren Penalty – er scheiterte am Pfosten. Der MVP der vergangenen NHL-Playoffs reist damit ohne Torerfolg nach Hause.
Die Amerikaner blieben wie bereits beim 0:1 im Halbfinal gegen Kanada ohne Erfolgserlebnis. Zuvor waren sie mit 20 Treffern die produktivste Equipe des Turniers gewesen. «In den letzten beiden Spielen verdienten wir es nicht zu gewinnen», sprach Captain Zach Parise Klartext. Für die USA hatte es nur ein Ziel gegeben: Gold. Nun verpasste es die Mannschaft von Dan Bylsma gar, zum ersten Mal seit 1972 auf nicht-nordamerikanischem Boden eine Olympia-Medaille zu gewinnen. Die Finnen dagegen entschieden auch die vierte Begegnung um Bronze an Winterspielen für sich. (ram/si)