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Folsäure gehört zur Gruppe der
B-Vitamine (Vitamin B9).
Der Körper braucht Folsäure für den Zellteilungsprozess.
Folsäure – das Lebens-Vitamin
Was ist Folsäure?
Folsäure, Folat oder Vitamin B9 sind Oberbegriffe für Vitaminverbindungen mit Folsäurecharakter. Man unterscheidet zwischen den natürlicherweise in der Nahrung vorkommenden Nahrungsfolaten und der künstlich hergestellten, synthetischen Folsäure. Folsäure aus Nahrungsmitteln kann der menschliche Körper nur zu rund 50% aufnehmen, während die synthetische Folsäure fast 100%ig resorbiert wird.
Bedarf
Der Bedarf an Folsäure ist altersabhängig.Für Erwachsene wird von den Ernährungsgesellschaften der deutschsprachigen Länder (D-A-CH) seit 2013 eine tägliche Zufuhr von 300 µg Folatäquivalente empfohlen (früher 400 µg). Folate sind die natürlich vorkommenden Formen des Vitamins, Folsäure die inaktive synthetische Form, die voll oxidiert, damit stabiler ist und als Reinsubstanz fast vollständig resorbiert wird. Deswegen wird beim Bedarf des Vitamins von Folatäquivalenten gesprochen, um die unterschiedliche Zusammensetzung und Aufnahmefähigkeit zwischen Folat und Folsäure zu berücksichtigen. Ein Folatäquivalent entspricht 1 µg Nahrungsfolat oder 0.5 µg synthetischer Folsäure nüchtern eingenommen. Lebensmittelrechtlich gilt in der Schweiz noch immer die empfohlene Tageszufuhr von 200 µg Folsäure/ Folacin (entsprechend 400 µg Folatäquivalenten).
Im Körper wird die aufgenommene Folsäure in die aktive Form, das 5-Methyltetra-hydrofolat (5-MTHF) umgewandelt. 10-15% der Personen in der Schweiz (regionale Unterschiede) haben bei dieser Umwandlung einen so genannten Polymorphismus, d.h. eine Genveränderung, die eine verminderte Enzymaktivität bewirkt, so dass sie weniger aktives 5-MTHF bilden. Dies kann durch eine höhere Zufuhr von Folsäure überwunden oder durch die Einnahme von 5-MTHF, das heute ebenfalls zur Vitaminsupplementation (in Kombination mit Folsäure) zur Verfügung steht, umgangen werden.
Wie wirkt Folsäure?
Der Körper braucht Folsäure für die Funktion und Teilung der Zellen. Deshalb ist der Bedarf an Folsäure bei raschem Wachstum insbesondere in der Frühschwangerschaft erhöht. Bei einem Folsäure-Mangel während der Schwangerschaft steigt das Risiko für Neuralrohrdefekte wie «Spina bifida» oder «Anencephalie».Folsäure steht in engem Zusammenhang mit dem Stoffwechsel-Abfallprodukt Homocystein. Bei hoher Folsäureversorgung liegt ein tiefer Homocystein-Gehalt vor, während bei einem Folsäure-Mangel der Homocystein-Spiegel steigt. Ein erhöhter Homocystein-Gehalt im Blut ist wiederum ein Risikofaktor für Herz-Gefässkrankheiten.