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Im Jahre 2020 wird voraussichtlich die Sommerolympiade in Japan stattfinden. Die Austragung in Japan ist umstritten wegen der Gefahr für die Athleten durch die ionisierende Strahlung aufgrund der radioaktiven Verseuchung nach der Atomkatastrophe im Jahre 2011. Es gibt deshalb eine Kampagne gegen die Austragung der Spiele in Japan. Die japanische Regierung geht auf dieses Thema nicht ein, sondern instrumentalisiert die Spiele, wie es scheint, durch deren Durchführung als Beweis dafür, dass die Verstrahlung für die Bevölkerung nun auf ein so tiefes Niveau abgesunken sei, dass olympische Spiele ohne Bedenken durchgeführt werden können und somit auch für die Japanische Bevölkerung in den verseuchten Gebieten keine Gefahr mehr bestehe. In ihrer Politik wird die japanische Regierung unterstützt durch die IAEA, die ICRP und die UNSCEAR, die alle eine Limite von 20 mSv/Jahr für die Rücksiedlung der 2011 evakuierten Bevölkerung zulassen, also 20 mal mehr als internationaler Strahlenschutzstandard ist, nämlich 1 mSv/Jahr. In der ehemaligen Sowjetunion hat man sich nach dem Tschernobylunfall auf eine Limite von 5 mSv/Jahr festgelegt, über welcher eine Evakuation der Bevölkerung angezeigt ist. Was soll man zu diesen Fakten denken?
Erstens ist die Festlegung einer Limite von 20 mSv/Jahr zu hoch und sollte als Verstoss gegen Menschenrechte geahndet werden. Die Japanische Regierung sollte zumindest die Grenzwerte, die in der ehemaligen Sowjetunion festgelegt wurden als vorläufigen Wert übernehmen und dringend darauf hin arbeiten, dass der internationale Grenzwert von 1 mSv/Jahr wieder etabliert werden kann.
Zweitens ist die Belastung der Athleten, gemessen an der Belastung der in den kontaminierten Gebieten lange Zeit lebenden und leben müssenden Menschen, verschwindend klein, und die Olympischen Spiele in Sachen Strahlenrisiko zu instrumentalisieren, geht für beide Seiten (Atombefürworter und Atomgegner) nicht an. Diese Instrumentalisierung ist respektlos gegenüber den Betroffenen, die in den belasteten Gebieten wohnen müssen und gar durch die Japanische Regierung durch Entzug von Kompensationen dazu gezwungen werden, in ihre verlassenen Wohnungen in den verseuchten Gebieten zurückzukehren.
Drittens weicht die Atomlobby, vertreten durch die beiden UNO-Organisationen IAEA und UNSCEAR und den Verein ICRP, den Strahlenschutz auf, wohl wissend, dass der nächste Unfall programmiert ist und mit Sicherheit eintreffen wird. Mit hohen Dosislimiten können die Regierungen, die der allfällig nächste Unfall betrifft, so die Katastrophe besser managen.
Viertens müssen wir als Strahlenschützer das Problem beim Namen nennen. Die Art, wie die internationale Community der offiziellen Strahlenschützer mit dem Problem der Atomunfälle umgeht, ist ein Skandal sondergleichen. Diesen Skandal müssen wir immer wieder aufzudecken versuchen und wir müssen die Organisationen benennen, die das globale Recht auf Gesundheit verwässern.
Einen lesenswerten Beitrag zum Thema Fukushima von Dahr Jamail finden Sie auf Truthout hier.