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Prof. Dr. Shigekazu Nagata
Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Herrn Prof. Dr. Shigekazu Nagata in Anerkennung seines entscheidenden Beitrags zur Isolierung und Charakterisierung des antiviralen Interferon-alpha-Gens und seiner bahnbrechenden Entdeckungen zum Mechanismus des auch unter dem Begriff «Apoptose» bekannten programmierten Zelltods.
Shigekazu Nagata wurde am 15. Juli 1949 in Ishikawa (Japan) geboren. An der renommierten Tokyo University schloss er 1972 mit dem Bachelorgrad ab, um danach als Doktorand am Institut der Medizinischen Wissenschaften im Departement Chemie zu arbeiten, wo er 1977 seine Dissertation abschloss. Anschliessend kam er als Postdoktorand nach Zürich, wo er unter der Leitung von Professor Charles Weissmann am Institut für Molekularbiologie die extrem schwierige Aufgabe erhielt, das Gen für Interferon zu isolieren. Interferone sind körpereigene Proteine zur Abwehr von Viren, und heute weiss man, dass nicht ein einzelnes Gen, sondern eine ganze Gen-Familie für Interferone kodiert. Für dieses Projekt musste ein technisch sehr anspruchsvolles und arbeitsintensives Testsystem entwickelt werden. Diese Entwicklung war Shigekazu Nagata gelungen, und sie war ein Meilenstein in der biomedizinischen Forschung. Entsprechend löste die Publikation in der führenden Zeitschrift «Nature» (Nagata et al., 1980) ein grosses Echo in den Medien aus. 1982 kehrte Shigekazu Nagata nach Japan zurück, wo er seine erfolgreiche Laufbahn fortsetzte: Vorerst noch als Assistenzprofessor in Tokio, dann als Leiter des Molekularbiologie-Departements der Universität Osaka. Ab 1995 war er dort Professor am Departement für Genetik der Medizinischen Fakultät, und seit 2007 lehrt und forscht er am Departement für Medizinische Chemie der Universität Kyoto.
Zurück in Japan hatte er sich dem Problem des programmierten Zelltods zugewandt. Seine gewonnenen Erkenntnisse sind von grosser Bedeutung, denn das korrekte Zusammenspiel von Zellvermehrung und programmiertem Zelltod ist für das Wohlergehen eines Organismus unerlässlich. Nagatas wohl grösster Wurf war die Charakterisierung von Fas Ligand und Fas als Todessignalmolekül, beziehungsweise zelluläre Antenne zum Empfang desselben. Bei einer Störung der feinen Balance dieser beiden Proteine kann z. B. die Menge an Immunzellen überschiessen, was zu Autoimmunreaktionen führt, oder es fällt eine wichtige Barriere gegen die Vermehrung von Krebszellen aus. Dafür, und für seine anderen Leistungen wurden Shigekazu Nagata viele Ehrungen zuteil, so z. B. der Emil von Behring-Preis, der Robert-Koch-Preis, der Prix Lacassagne der Französischen Krebsliga, der Asahi-Preis, der Prinzessin Takamatsu Krebs-Preis und der Kaiserliche Preis der Japanischen Akademie.