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(franz. Connaissement, Police de cargaison, Nolissement, engl. Bill of Lading, abgekürztB. L., ital. Conoscimento,
Polizza di carico, span. Conocimiento), im Seehandel die Bescheinigung (Warenurkunde) des Schiffers über den Empfang bestimmter
Frachtgüter zur Ausantwortung an den Empfänger im angegebenen Löschungshafen. Gewöhnlich sind die
Konnossemente mit dem Vermerk »Gewicht und Inhalt unbekannt« versehen, welcher andeuten soll, daß dem Schiffer die verladenen
Güter nicht zugezählt, zugewogen oder zugemessen sind, und daß die desfallsigen Angaben in dem Konnossement ihn
nicht unbedingt binden, sondern nur sofern sie erweisbar mit dem wirklichen Bestand bei der Einladung
übereinstimmen.
Das Konnossement ist nach dem deutschen Handelsgesetzbuch vom Schiffer in so viel gleichlautenden Exemplaren auszustellen, als von dem
Ablader verlangt werden. In England und Amerika
[* 3] werden deren regelmäßig drei ausgestellt, während nach französischem Recht
mindestens vier auszufertigen sind, von denen der Schiffer an Bord, der Ablader, der Reeder und der Empfänger,
letzterer durch Übersendung seitens des Abladers, je eins erhält. Das
Konnossement lautet regelmäßig an die Order des Empfängers
(Destinatar, Adressat des Frachtguts), der es alsdann durch Indossament (Vermerk auf der Rückseite) weiter begeben kann (s.
Indossieren).
Der anderweite Nehmer des Konnossements wird auf diese Weise zum Empfang der betreffenden Waren berechtigt.
Ist das Konnossement schlechthin auf Order gestellt, so ist darunter die des Abladers zu verstehen. Die Begebung des Papiers erfolgt dann
gewöhnlich einfach durch Blanko-Indossament, indem der Ablader seinen Namen auf die Rückseite des Dokuments schreibt; jeder
Inhaber des Konnossements ist alsdann zur Empfangnahme des Frachtguts ermächtigt. Melden sich mehrere
legitimierte Konnossementsinhaber, so soll nach dem deutschen Handelsgesetzbuch der Schiffer sämtliche zurückweisen und die
Güter unter Benachrichtigung jener gerichtlich oder in andrer sicherer Weise niederlegen.
Abgesehen von diesem Fall, kann der Schiffer gegen Zurückgabe eines Exemplars des Konnossements die Ware dem legitimierten Empfangsberechtigten
aushändigen, der dann etwanigen weitern Konnossementsinhabern vorgeht. Liegt eine solche Prävention
nicht vor, so soll im Kollisionsfall derjenige vorgehen, an welchen das Konnossement zuerst von dem gemeinschaftlichen
Vormann begeben wurde. Durch die Begebbarkeit des Konnossements und die dadurch hergestellte Zirkulationsfähigkeit desselben
wird der Seehandel wesentlich gefördert, denn die abgesandte (»schwimmende«)
Ware kann auf diese Weise schon vor der Ankunft im Löschungshafen Gegenstand des Handelsverkehrs sein,
indem man in der kaufmännischen Welt annimmt, daß das Konnossement die Ware selbst repräsentiere, so daß mit dem Empfang des Konnossements
Besitz und Eigentum derselben als erworben gelten.
Die juristische Konstruktion dieses Verhältnisses ist allerdings schwierig und auf verschiedene Weise
versucht worden; die positive Gesetzgebung hat dasselbe aber mehrfach ausdrücklich sanktioniert, so in England durch besonderes
Gesetz vom (Bills of lading Act) und für Deutschland
[* 4] durch das Handelsgesetzbuch (Art. 649). Letzteres bestimmt auch
die Erfordernisse des Konnossements im einzelnen (s. Fracht, S. 477). In neuerer Zeit kommt das Konnossement übrigens
auch im Binnenschiffahrtsverkehr vor.