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Am 8. November 2022 war in der Heydar Aliyev Arena in Baku (Aserbaidschan) nach dem Grossevent IJF Grand Slam nun auch alles bereit für die IBSA (International Blind Sport Fédération) Judo-Weltmeisterschaften 2022. Es kämpften 250 Judoka aus 41 Ländern in acht Gewichtsklassen für jede der beiden Klassen J1 und J2.
Zusammenarbeit bringt nicht nur positives
Die Zusammenarbeit der beiden Föderationen bringt für den Leistungssport der Sehgeschädigten Judoka nicht nur positives mit sich. Die Kritiker sehen das Problem, dass in der J2 plötzlich vermehrt IJF-KämpferInnen, die bisher in der zweiten Reihe stehen, bei der IBSA einsteigen werden. Sie sollten bereits an dieser WM recht bekommen. Viele Namen auf der neuen Meldeliste beweisen diese Tendenz. Solange ungeprüfte Unterlagen der Augenmesswerte und Augenkrankheitsangaben als Klassifikationsentscheidung genommen werden, wird sich da nichts ändern. Die Idee, dass die geforderten Augenunterlagen nur noch durch zentralisierte und ausgewählte Universitätskliniken durchgeführt werden dürfen, ist sicher ein guter Lösungsansatz für die Fairness.
WM 7. Schlussrang
Die Schweiz wurde wieder durch die Sehgeschädigte Judoka Carmen Brussig aus Netstal vertreten. Seit 17 Jahren in Begleitung von ihrer Trainerin Alexandra Schiesser. Gesamthaft kämpften 23 Judoka in der Gewichtsklasse -48kg um Medaillen und Qualifikationspunkte für die Teilnahme an den Paralympics 2024 in Paris. Für den Einzug ins Halbfinal musste Carmen Brussig die amtierenden Europameisterin Aurieres Martinet Sandrine schlagen. Durch einen Haltegriff am Boden verlor Brussig leider diese Begegnung. Der nächste Kampf gegen Kokila aus Indien, konnte die Schweizerin mit zwei wunderschönen Wurftechniken klar für sich entscheiden. Nun stand die amtierende Paralympics Siegerin Shanana Hajiyeva aus Aserbaidschan, eine von den drei ehemaligen IJF-Kämpferinnen in der 48kg Kategorie auf der Liste. Sie war dieses Jahr bereits ausklassifiziert worden und nun darf sie plötzlich wieder mitkämpfen. Der Kampf zwischen Brussig und Hajiyeva ging von Anfang an sehr hart zu und her. Bei einem Angriff setzte die Gegnerin während eines Wurfes einen sehr gefährlichen und verbotenen Armhebel gegen Brussig ein. Der Kampf musste für einen Moment unterbrochen werden, da Brussig knapp einem Armbruch entkam. Für diese verbotene Aktion gab es unbegreiflicherweise keine Disqualifikation. Am Ende verlor die Schweizerin den Kampf mit zwei Waza Ari. Carmen Brussig erreichte einen guten 7. Schlussrang und konnte wichtige Qualifikationspunkte sammeln.
Grosse Flexibilität wird gefordert
Bei dieser Judo IBSA Weltmeisterschaft wurde folgendes Fazit gezogen. Beim Sehgeschädigten Judo in der Klasse J2 ist nun der Profisport eingezogen. Auf den Podestplätzen findet man nur noch ProfisportlerInnen. Es wird gemunkelt, dass die IBSA im Bereich Judo die Anzahl der Wettkämpfe im nächsten Jahr auf das doppelte erhöhen will. Wenn dies tatsächlich passiert, dann ist der Zeitpunkt für diese Bekanntmachung für alle Nationen sicher nicht ideal. «Im Dezember haben wir ein Trainingslager in Japan vorgesehen, denn wirklich die Saison 2023 planen war bis jetzt unmöglich. Es fehlen immer noch die kompletten Informationen für den Fahrplan Paralympics 2024. Grosse Flexibilität ist leider in dieser Organisation gefordert» sagt PluSport Nationaltrainerin Para Judo Alexandra Schiesser.
– Alexandra Schiesser