Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/113

Lindsey Vonn zeigt Eier – das US-Girl will bei den Männern starten! Die Herren der Schöpfung finden das gar nicht gut.
Im FIS-Reglement ist deutlich festgehalten, dass ein Mann nicht bei einem Frauen-Rennen an den Start gehen darf. Weil es für den umgekehrten Fall aber keinen klar formulierten Paragraphen gibt, hat Lindsey Vonn (27) beim internationalen Skiverband den Antrag für einen Startplatz bei der Männer-Abfahrt in Lake Louise (24. November) eingereicht.
Der FIS-Vorstand wird am 3. November darüber entscheiden. Die weltbesten Skirennfahrer sprechen sich aber schon jetzt ganz klar gegen einen Start der schnellsten Frau aus.
Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer (I) sagt: «Lindseys Vorhaben ist absolut lächerlich. Auch sie wird wissen, dass sie bei uns keine Chance auf eine Platzierung in den Top-30 haben wird. Darum kann es sich hier nur um einen PR-Gag halten.»
«Ich suche neue Herausforderung»
Das sieht Lindsey Vonn ganz anders. Im Interview mit der «New York Times» sagt sie: «Ich möchte eine einzige Chance im Leben haben, gegen sie zu fahren. Annika Sörenstam tat dies im Golf auch. Ich verlange keine Weltcuppunkte. Ich will nur die Chance haben.»
«Das ist etwas, was ich immer machen wollte. Ich habe immer versucht, meine skifahrerische Leistung auf die nächste Stufe zu bringen und eine neue Herausforderung zu finden», erklärt Vonn weiter.
Falls der FIS-Rat das Okay geben sollte, stellt sich für Vonn aber ein Problem. Die Weltcup-Regel 14.2 besagt, dass fünf Tage vor dem ersten Abfahrts-Training niemand mehr auf der Strecke trainieren darf. Weil die Frauen-Rennen in Lake Louise nur eine Woche nach den Männern stattfinden, dürfte Vonn dann bei den Frauen nicht starten.
In der «NY Times» sagt sie daher, dass sie nicht in der Männerabfahrt starten werde, wenn ihr danach ein Start in den Frauenrennen (2 Abfahrten, 1 Super-G) verboten werde. «Diese Rennen sind wichtig im Kampf um den Disziplinen- und Gesamtweltcup und die will ich nicht gefährden.»
Österreichs Klaus Kröll, der im letzten Winter die kleine Abfahrts-Kugel gewonnen hat, hält wenig vom Vorhaben: «Sehr wahrscheinlich hat sich Lindsey darüber geärgert, dass in den letzen Tagen nicht sie selber, sondern Maria Riesch mit ihrem «Sex-Buch» das mediale Hauptthema war. Ich glaube, dass sie nur deshalb bei uns starten will, damit die Schlagzeilen wieder ihr gehören.»
Aber selbst Liechtensteins «Womanizer» Marco Büchel ist überzeugt, dass die zweifache Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Vergleich mit den Herren kläglich scheitern wird: «Bei regulären Bedingungen wird Lindsey in Lake Louise vier Sekunden verlieren. Dabei gehört die Abfahrt in Kanada noch zu den leichtesten Männerstrecken. In Kitzbühel würde sie sie eine Packung von mindestens sechs Sekunden ausfassen.»
Unterstützung bekommt Vonn von Landsmann und Abfahrer Steven Nyman. «Ich bin dafür. Sie ist die dominierende Frau auf den Abfahrten in den letzten Jahren. Ich denke, sie hat das Recht gegen die Boys zu fahren.»