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Ein Team, drei Turniere und ein Meistertitel
So meldete der Captain Lemberg sein Team, die torreichen 7, für das Turnier an, das aufgrund der Pandemie nicht durchgeführt werden konnte. Entsprechend qualifizierten sich alle Teams direkt für das Regionalturnier, welches in Rüti ZH stattgefunden hat. An diesem Turnier belegten die Mannen um Captain Lemberg den starken zweiten Platz. Dies obwohl corona-bedingt der Torhüter und zwei weitere Spieler abwesend waren. Entsprechend musste mit Alexis ein Spieler ins Tor, der kein Torhüter war und dennoch teilweise grandios parierte. Dieser zweite Platz berechtigte für die Teilnahme am kantonalen Ausscheidungsturnier, an welchem die torreichen 7 den dritten Platz erreichten. Zürich 2 und Zürich 1 waren an diesem Tag einfach besser. Dadurch qualifizierte man sich für das Finalturnier in Zofingen, welches am 19.6.2022 stattgefunden hat. Es war das erste Mal, dass das Team komplett anreisen konnte. Und siehe da: der Weg sollte weit führen.
In der Gruppenphase bekam es das neubenannte Team Zürich 3 (3. Platz im Kanton ZH) mit den Teams TG1, UR1, SO1 und AR2 zu tun. Nach einem ungefährdeten 2:1 Sieg gegen das Team aus dem Solothurn folgte ein 0:0 gegen Appenzell, ein 5:0 gegen Uri und ein weiteres 0:0 gegen Thurgau. So konnte man als Zweitplatzierte die Koffer für das Achtelfinale packen und am Nachmittag ungeschlagen die KO-Spiele in Angriff nehmen. Gleich im ersten Spiel stellte sich mit Thurgau 2 ein unkonventionell spielendes Team in den Weg, welches man mit Müh und Not 1:0 schlagen konnte. In der nächsten Partie lauerte Schwyz 1, die man aufgrund eines Überzahltreffers mit einem knappen 1:0 hat schlagen können. Jetzt war Endstation, denn im Halbfinale wartete der übergrosse Gegner Graubünden 1, das als bester Gruppenerster direkt für die Viertelfinalspiele qualifiziert war und in eben diesem Zürich 1 mit 5:0 nachhause schickte. Und es sollte sich herausstellen, dass Graubünden 1 spielerisch, technisch als auch körperlich gleich gut wenn nicht besser waren als unsere Männer aus Zürich. Vor dem Spiel lautete die Devise: nicht ins Spiel kommen lassen, Pässe hinter die Abwehr möglichst vermeiden, vorchecken und somit den Playmaker von unserem Tor halten und die Abpraller wegschaffen. Das Wichtigste aber sollte der Spass und die Freude sein. Überraschenderweise konnte Graubünden 1 mit der zürcherischen Taktik nicht wirklich umgehen und fand kein adäquates Mittel und somit auch keine Antwort auf das aggressive, mühsame aber faire Forechecking von Mr. Vogler, des Eishockey-Crack in unseren Reihen. Durch einen Weitschuss ins obere rechte Eck konnte man sogar in Führung gehen und versuchen diesen über die Zeit zu retten. Dummerweise wurde nach diesem Treffer nicht gewechselt. Entsprechend konnte man das 1:1, welches wunderschön herauskombiniert wurde, nicht verhindern. Mit diesem Resultat ging man in den letzten Viertel der Partie, in welchem der Coach von 6 Spieler auf 4 Spieler reduzierte, damit der Rhythmus und die Qualität hoch blieben. Manuel, Lenny, Neo und Paul hatten es in ihren Händen und auf ihren Schaufeln für die Entscheidung zu sorgen, die aber erst in einem dramatischen Penaltykrimi herbeigeführt werden sollte.
Graubünden startete souverän und lag nach dem ersten Penalty 1:0 in Führung. Diese Führung hatte aber nur wenige Sekunden bestand, ehe Damian für den Ausgleich besorgt war. Jetzt kam die Zeit von Noah Andersson, der durch seine schiere Grösse, seine schwedische Ruhe und sein Können dafür gesorgt hat, dass der zweite Bündner Schütze scheiterte. Oben links gezielt und oben links an die Hand unseres Hüters geschossen, resp. der Penalty wurde pariert. Neo Lemberg unser bester Techniker und einer der besten Techniker an diesem Turnier sorgte mit einem souverän versenkten Penalty für die zwischenzeitliche 2:1 Führung für die Zürcher. Pressure was on! Sowohl für Noah im Tor also auch für den letzten Schützen der Bündner. Einmal mehr liess sich Noah nicht aus dem Konzept bringen und schaffte auf die erste Finte rechtzeitig zu reagieren und den Schuss abzublocken. Etwas Glück war dann auch im Spiel, da der Ball hoch abprallen, die Zürcher bereits jubelten und der Ball dann ca. 4 Zentimeter am Tor vorbeirollte. Die Freude war riesig, denn Platz 2 war jetzt nicht mehr zu nehmen und somit auch der Bonus, welcher Herr Gerber angekündigt hatte. Einladung in McDonald’s J 45 Minuten sollte die Pause dauern und 45 Minuten hatte man Zeit nervös, müde oder einfach nur platt zu werden. Seitens des Coaching Stuff (Paula und Fredrik Andersson) blieb nichts unversucht. So wurden die Jungs mit Rivella, Schleckzeug und Kuchen versorgt, um ja in einen Hungerast zu laufen.
Punkt 16:30 startete das Finale. Und siehe da prompt waren wir nicht uns selbst. Langsam, zu wenig fokussiert und immer einen Schritt zu spät. Noah hielt uns länger im Spiel, als wir es verdient hatten und als die Schwyzer, die allesamt bei March Altendorf Höfe spielen, praktisch uneinholbar in Führung lagen, entdeckte Neo eine Unachtsamkeit beim generischen Hüter, der nicht mehr konzentriert schien. Ein Look, ein Schuss und wir waren wieder im Rennen. Auf einmal ging ein grosser Ruck durch die Mannschaft und der Sieg schien wieder greifbar. 2:2 durch Lenny und das kurz darauffolgende 3:2 von Manuel zwischen den Beinen des Torhüters hindurch, liessen uns eine Hand bereits am Pokal wähnen. Wäre da nur nicht die letzte Aktion der Schwyzer gewesen. Somit kamen sie glücklich aus ihrer Sicht und äusserst unglücklich aus Zürcher Sicht zum schlussendlich verdienten 3:3. Neuerlich eine Penaltykrimi? Diesmal starteten die Zürcher. Damian verschoss, da der Hüter beim ersten Penalty im Halbfinal seinen Move gesehen hatte. Ihr erster Schütze verschoss auch. Noah machte sich lang und parierte den Ball gekonnt. Neo neuerlich cool as a cucumber versorgte den Ball in den Maschen über der rechten Schulter. 1:0 für Zürich. Jetzt scheitere der zweite Schwyzer und Alexis, der im ersten Penaltyschiessen erst gar nicht mehr ranmusste, hatte es sprichwörtlich auf der Schaufel. Von draussen riefen ihm seine Teamkumpels zu, er solle nicht zu nahe auf den Goalie laufen, was er aber tat. Irgendwie sollte es aber ein Zürcher-Tag werden, denn der Ball fand über die Latte via Pfosten den Weg dennoch ins Netz. Die Freude war überwältigend und der Platz wurde von den Zürchern gestürmt, die allesamt den letzten Schützen umarmten und herzten.
What a day - Schweizermeister Schülerturnier SJ 21/22 Knaben 7. Klasse «die torreichen 7»
Fotos: swiss unihockey