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Anfangs 1982 habe ich die Nachfolge im elterlichen Geschäft angetreten. Mit einigen Daten und den Aufzeichnungen des Vorgängers meines Vaters, Jakob Peyer, möchte ich Rückschau halten auf die recht interessante 120jährige Geschichte meiner Druckerei.
Die Anfänge reichen auf Beginn der Achtzigerjahre zurück, als J. Bühlmann von Buttisholz in Hasle eine Kartenmacherei betrieb. Er erwarb dann eine alte Marinoni-Presse, die ein zurückgebliebener elsässischer "Bourbaki" bediente. Bald musste Bühlmann verkaufen und zwar an einen Techniker der Maschinenfabrik Bell in Kriens. JB. Mühlemann-Braun. der zur Spielkartenfabrikation mit ein paar Schriften noch kleine Druckaufträge für eigenen und fremden Bedarf besorgte. - Ihm ergings nicht besser als seinem Vorgänger, besonders als er sich zufolge unreeller Praktiken mit der staatl. Stempelverwaltung in Paris in einen Strafprozess verwickelte. Er war genötigt, das Geschäft seinem Teilnehmer JB. Walther zu überlassen, der als Kommanditär seinen Freund E. Gränicher zuzog und gleichzeitig für den technischen Betrieb einen erfahrenen Clicheur und Kartendrucker in der Person des Jakob Peyer aus Schaffhausen (SH) einstellte (1886). Nun schien eine bessere Zeit anzubrechen; die produzierte Ware durfte sich sehen lassen und an Aufträgen fehlte es nicht. Aber die vorhandenen Mittel reichten doch nicht hin, um auf die Dauer bestehen zu können. Die Firma Walther & Gränicher suchte deshalb ihre Zuflucht in der Fusion mit dem mächtigen Konkurrenz-Unternehmen in Schaffhausen, um als dessen Filiale unter der Firma J. Müller & Cie. weiterbestehen zu können. 1894 wurde als Nebenbetrieb noch eine Buchdruckerei eröffnet, da das Personal aus technischen Gründen mit der Spielkartenfabrikation nicht mehr voll beschäftigt war; überhaupt tendierte das Hauptgeschäft in Schaffhausen dahin, die Spielkartenfabrikation in Hasle mangels zweckdienlicher Räume eingehen zu lassen, was dann im Jahre1898 auch geschah. Nur die Buchdruckerei blieb weiter bestehen und ging durch Kauf an den Drucker Jakob Peyer über, der sie rasch erweiterte und anno 1900 in einen zweckentsprechenden Neubau verlegte, seit welcher Zeit sie als blühendes Geschäft in seinem und seiner Nachkommen Besitz verblieben ist.
Im Jahre 1946 erwarben meine Eltern Paul und Vreni Mühlethaler-Stucki die Druckerei, die sie noch 10 Jahre in der Geschäftsliegenschaft des Jakob Peyer weiterbetrieben.
Der Auftragsbestand nahm zu, Arbeiter wurden eingestellt, der Maschinenpark erneuert und zugleich erweitert. Der Platzmangel wurde gravierend, und im Jahre 1956 war es soweit, dass der Betrieb in einen Neubau, am heutigen Standort der Druckerei im Kalchofen, verlegt werden konnte.
Nach 36 Jahren Geschäftstätigkeit und unermüdlichem Einsatz haben mir meine Eltern 1982 das Geschäft übergeben. Eine gründliche Ausbildung als Schriftsetzerin und Buchdruckerin, mehrere Jahre Mitarbeit in auswärtigen Betrieben sowie im elterlichen Geschäft ermöglichten es mir, meinen Aufgaben gerecht zu werden. Nach der Pensionierung des letzten Mitarbeiters, führe ich nun die Druckerei alleine weiter. Ich kombiniere das Drucken mit dem Museum. Der spezielle Mix macht mir sehr viel Spass.
Dorothee Mühlethaler