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Als am 10. September 2000 Pete Sampras im Final der US Open als Verlierer vom Feld ging, sahen etliche Tennisexperten einen Paradigmenwechsel aufziehen. Der 29-jährige US-Amerikaner war von seinem 20-jährigen Kontrahenten regelrecht demontiert worden. 6:4, 6:3, 6:3 so das klare Resultat zugunsten des jungen Russen. Sein Name: Marat Safin.
Die Tenniswelt schien Safin nach dessen erstem Triumph an einem Grand-Slam-Turnier zu Füssen zu liegen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er sein immenses Talent an den French Open mit Siegen über Andre Agassi und Gustavo Kuerten angedeutet. Doch als Safin 2009 seine Karriere beendete, waren «nur» ein weiterer Major-Titel und insgesamt 13 Turniersiege dazugekommen.
Konzentrationsfehler und Ausraster
Dies lag primär an seiner emotionalen Art. Lief es schlecht, verlor er jegliche Lust am Spiel. Konzentrationsfehler gehörten bei Safin zur Tagesordnung, ausserdem war er bekannt für seine Wutausbrüche.
Über 1000 Rackets sollen seiner Raserei zum Opfer gefallen sein. Zudem warfen ihn Verletzungen wiederholt zurück. Zugleich galt der schillernde Moskauer als Playboy, hatte in seiner Box reihenweise weibliche Fans.
2005 jedoch erlebte Safin bei seinem stetigen Pendeln zwischen Genie und Wahnsinn seinen zweiten Karrierehöhepunkt. Im Final der Australian Open besiegte er Lleyton Hewitt und holte seinen zweiten und letzten Major-Titel. In Erinnerung bleibt aus Schweizer Sicht der Halbfinal: Dort hatte Safin in einem viereinhalb Stunden dauernden 5-Satz-Krimi Roger Federer niedergerungen.
Politisches Intermezzo
Bei seinen grössten Siegen hatte Safin bewiesen, dass er zwischendurch auch geduldig auftreten konnte. Diese Geduld brauchte er wohl auch von 2011 bis 2017, als er sich politisch engagierte. Für 6 Jahre war er Abgeordneter der Partei «Einiges Russland».