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Die Kontroverse um seinen Film “A Clockwork Orange” (1971) war so stark, dass Regisseur Stanley Kubrick mit wütenden Briefen eingedeckt wurde und Demonstranten verlangten, den Film aus dem Verkehr zu ziehen. Kubrick selbst veranlasste daraufhin, dass der Film nie mehr in Grossbritannien gezeigt werden durfte, obwohl er dazu eigentlich keine rechtliche Handhabe dem Studio gegenüber gehabt hatte. Über 27 Jahre wurde der Film in dem Land, in dem er lebte und arbeitete dann nicht gezeigt.
Eine weitere Konsequenz aus dem Vorfall – und den für ihn „dummen“ Interviews, die er zum Vorgänger „ 2001: A Space Odyssey“ (1968) geben musste – schwieg Stanley Kubrick fortan gegenüber Journalisten. (Es gab wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel 1981 ein ausführliches Interview mit dem Filmjournalisten Michel Ciment das man hier nachlesen kann: Interview Script.
Ein weiteres, ausführliches Interview sorgte bereits 1969 für Aufsehen – nicht nur, weil er es dem Playboy gegeben hatte.
Das Werk von Stanley Kubrick ist überschaubar:
13 Spielfilme, 3 Dokumentarkurzfilme – und eine lange Liste mit Projekten – über die an dieser Stelle noch zu berichten ist – 16 Filme innerhalb von 48 Jahren. Und die Entstehungsgeschichte eines Films wurde immer länger: Zwischen „Full Metal Jacket“ (1987) und „Eyes Wide Shut“ (1999) sind ganze 12 Jahre vergangen. Ist es ein Zufall, dass die Autonummer in einer der ersten Szenen von “Eyes Wide Shut” genau diese beiden Jahreszahlen trägt: 9987? Nicht bei Kubrick 😉
Kubrick selbst zählte seine Filma ab „Lolita” als eigenverantwortlicher Chef seiner Werke. Davor („Spartacus“, „Path of Glory“, „The Killing“, „Killer’s Kiss“, „Fear and „Desire“) hatte er nicht völlig freie Hand. Ab “Lolita” hatte er jeweils die letzte künstlerische Entscheidung vom “Final Cut” über die Schauspieler- und Musikauswahl bis hin zur Gestaltung des Plakats – ja, er hatte sogar teilweise die Kinos ausgesucht, in denen seine Filme gezeigt werden durften. 1960 übernahm er den Regiestuhl von Anthony Mann für den Film „Spartakus“ nachdem sich der mit dem Produzenten überworfen hatte. Der Produzent des Sklaven-Epos war gleichzeitig auch der Hauptdarsteller und wollte nur noch Stanley Kubrick als Regisseur, der den Film in seinem Sinne zu Ende bringen sollte. Dieser Hauptdarsteller und Produzent war Kirk Douglas. (Er kannte Kubrick durch die Zusammenarbeit in “Fear and Desire”). Der Film konnte nicht in letzter Konsequenz Kubricks Handschrift tragen. Das sollte ihm (Kubrick) fortan nicht noch einmal passieren!
Wie gesagt, Kubrick hat sich nur sehr selten über seine Filme geäussert – und das bot natürlich Raum für Interpretationen zu seinem Werk.
Kubrick starb 1999, gerade 4 Tage nach der Uraufführung seines letzten Filmes vor den versammelten Studiobossen. (Verschwörungstheoretiker können sogar aus seinem Todestag eine verschlüsselte “Botschaft” erkennen: Er starb am 66. Tag des Jahres 1999, also 666 Tage vor dem 1. Januar 2001. Na, klingelts?).
In den Jahren nach seinem Tod haben seine Witwe Christiane und ihr Bruder, also Kubricks Schwager, Jan Harlan, in Dokumentationen, einer grossen Wanderausstellung rund um die Welt und vielen Interviews versucht, die Privatperson Stanley Kubrick dem Publikum näher zu bringen. In der ersten DVD Box mit 9 Filmen, die 2001 erschien, war auch die Dokumentation „A Life in Pictures“ enthalten, die es heute auf Youtube zu sehen gibt. Viele bisher unveröffentlichte, private Filmschnipsel und Statements von Schauspielern, Kameraleuten, Produzenten und Familienmitgliedern. Diese Dokumentation, in der seine seinen Weggefährten zu Wort kommen, soll hier der erste Clip in dieser Reihe von 5 Youtube-Filmen sein. (Der ganze Film wurde leider vom Netz genommen, darum hier nur der Trailer).
Ganz anders ist der Film „The Dark Side of the Moon“. Ich will Ihnen den Spass daran nicht verderben und verrate nicht, worum es am Ende geht. Ungeduldige können sich hier informieren:
Den anderen wünsche ich viel Vergnügen, wie sie mit allen filmischen Mitteln und echten Hauptdarstellern – auf den Holzweg gebracht werden;-)
Erinnern Sie sich noch an den Anfang des hier oben gezeigten Films „The Dark Side of the Moon“?
“In six days God created the heavens and the earth. On the seventh day, Stanley Kubrick sent everything back for modifications.”
Sein Anspruch an Perfektion und Detailversessenheit sind legendär. Und alle Kubrick Filme sind vielschichtig. Man kann (man sollte!) sie mehrmals sehen um möglichst viele Anspielungen verstehen zu können.
Alle Filme Stanley Kubrick’s bieten Raum für Interpretationen. Manche Theorien wurden bestätigt, andere nicht. „2001: A Space Odyssey“ ist sicher eine filmische Auseinandersetzung mit spirituellen und philosophischen Themen. Aber es gibt auch ganz praktische „Ungereimtheiten“ die man in diesem Film erkennen kann – so hiess es, „HAL“ , der “gefühlvolle” Computer, sei eine Anspielung auf die Firma „IBM“ (immer einen Buchstaben nach hinten verschoben I=H usw. Der Zusammenhang wurde von Kubrick aber nie bestätigt), oder Popstar David Bowie habe seinen Namen vom Hauptdarsteller Bowman entlehnt (was nicht stimmt), der Film zeige das erste iPad….usw.
Immerhin hat Commander Hatfield von der Sojus erst kürzlich bestätigt, dass das Leben im All demjenigen von Kubricks Vorstellung in “2001: A Space Odyssey” nahe kommt.
Schauen Sie sich diese etwas „handgemachte“ Doku an und entscheiden Sie selbst, welche “versteckten” Hinweise wohl geplant waren und welche nicht …
Hier ein Clip, der in seinen abstrusen Verschwörungstheorien um das Gerücht, Kubrick habe die Mondlandung für die Amerikaner als Film inszeniert, unfreiwillig komisch anmutet.
Der letzte Ausschnitt in dieser Ausgabe der “Takefive” beschäftigt sich mit interessanten, oder, wie es der Autor des Clips nennt „verrückten/geisteskranken Entscheidungen“, die der Meisterregisseur in seinen Filmen getroffen habe. So wollte Kubrick zum Beispiel unbedingt einen grünen Bezug des Tisches im “War Room” von “Dr. Strangelove” – obwohl der Film in schwarz-weiss gedreht wurde …
Derzeit werden zwei Filme mit Interpretationen zu Kubricks Werk gedreht, bzw. wurden bereits abgeschlossen. „Room 237“ ist in Teilen bereits auf youtube zu sehen und beschäftigt sich mit „Shining“ und in Nebenaspekten mit dem Gesamtwerk von Kubrick. Und der Dokumentarfilm “SK13” soll im Frühjahr 2014 in die (amerikanischen) Kinos kommen.
Dieses Blog beschäftigt sich ausschliesslich mit dem Overlook Hotel und “Shining”.
Natürlich gibt es viele Seiten im Netz, die sich mit Stanley Kubrick und seinem Werk befassen.