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Knapp zwanzig Jahre später als Richters Portraitserie berühmter Männer schuf Helnwein 48 Frauenportraits, die hier in der photographischen Version vorliegen. Ausgehend von der öffentlich geäußerten Empörung der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer übt die Darstellung ausschließlich männlicher Prominenz, konzipiert Helnwein die Frauenserie als Pendant und künstlerischen Gegenentwurf.
Im Gegensatz zu Richter, dessen Auswhal sich vorrangig am formalen Kriterium der Kopfhaltung bzw. Blickrichtung orientierte, wählte Helnwein in viel stärkerem Maße personen- bzw- persönlichkeitsorientiert aus und erstellte überdies eine knappe Dokumentation. Sein Panorama versammelt historische und zeitgenössische Persönlichkeiten, die das kulturelle und wissenschaftliche Leben des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts prägten. Dabei bezieht er auch den Bereich der populären Musik-kultur, des Comics und der Kinderbuchliteratur mit ein: neben Literatinnen, Lyrikerinnen, Künstlerinnen, Schauspielerinnen zeigt Helnwein den Pop-Star Tina Turner, die Mickey-Maus-Übersetzerin Erika Fuchs oder die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Ergänzend zu Richters Einstein-Portrait erscheint hier Mileva Einstein, die erste Frau des Physikers.