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Der Regisseur, Intendant und Universitätsprofessor Eike Gramss ist tot. Der gebürtige Deutsche verstarb am Montag in Salzburg. Der frühere Direktor des Stadttheaters Bern und der Bühnen Krefeld/Mönchengladbach wurde 73 Jahre alt.
Schönes und Kurioses in Bern
Seine letzte Premiere am Stadttheater Bern – «Falstaff» – nutzte Gramss 2007 für eine Liebeserklärung an die Stadt: Bern sei «eine wunderbar eigenwillige schöne Stadt», sagte er schmunzelnd. Von allen Städten, in denen er Theater geleitet habe, «war es in Bern am schönsten».
Während seiner Intendanz in Bern sorgte Gramss dafür, dass das Dreispartenhaus eine zweite Spielstätte bekam – die Vidmar-Hallen – wie es in anderen Städten auch Standard ist. Sein zweites Anliegen, die dringend benötigte Renovation, brachte er nicht mehr während seiner Amtszeit durch.
Gramss erlebte in Bern auch Kurioses: 2004 wurde er vom Obergericht der fahrlässigen schweren Körperverletzung freigesprochen: Bei einer Probe war ein derart lauter Schuss abgegeben worden, dass einer der Opernsänger einen dauerhaften Gehörschaden erlitt. In erster Instanz hatte das Kreisgericht Bern-Laupen Gramss als Regisseur der betroffenen Inszenierung schuldig gesprochen.
Mehr als 200 Inszenierungen
Geboren am 2. Januar 1942 im niedersächsischen Twistringen, wurde Gramss in Hamburg zum Schauspieler ausgebildet, wandte sich aber bald der Regiearbeit zu.
Am Ende seines Lebens stehen mehr als 200 Inszenierungen auf der Werkliste des Vielarbeiters, der auch als Intendant im In- und Ausland tätig war. So hatte er 1985 bis 1991 die Generalintendanz der Bühnen Krefeld/Mönchengladbach inne. Anschliessend war er bis 2007 Direktor und Regisseur am Stadttheater Bern.
Am Salzburger Mozarteum war Gramss danach bis 2013 als Professor für Musikdramatische Darstellung tätig. Zuletzt inszenierte er dort 2014 Mozarts «Don Giovanni».