Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/1062

| Hilarius von Poitiers († 367) - Zweites Schreiben des heiligen Hilarius an Konstantius Augustus.

Siebentes Hauptstück.
Wie den Schiffenden bei dem Eintritte eines Sturmes in dem wogenden Meere dieses die größte Sicherheit gewährt, [S. 283] daß sie, wenn der Schiffbruch wüthend droht, in den Hafen, aus welchem sie ausgelaufen sind zurückkehren; oder wie bei unvorsichtigen Jünglingen der Fall eintritt, daß sie, wenn sie bei der Führung ihres Hauswesens, die Sitten, welche der Vater beobachtet, überschritten, und von ihrer Freiheit mit Verschwendung Gebrauch gemacht haben, schon wann sie das väterliche Erbe zu verlieren besorgen müssen, zu der väterlichen Gewohnheit zurückzukehren gezwungen werden, und nur hierin ein sicheres Rettungsmittel finden; so ist es auch bei diesen Schiffbrüchen des Glaubens, nachdem die Hoffnung auf den Besitz des himmlischen Erbes beinahe dahin ist, das Sicherste für uns, den ersten und einzigen Glauben des Evangeliums, welchen wir bei der Taufe bekennt und verstanden haben, beizubehalten, und nicht zu andern, was ich als guten Glauben allein empfangen und vernommen habe; nicht aber als wäre das, was in der Synode unserer Väter enthalten ist, als irreligiös und gottlos verfaßt zu verdammen, sondern weil es durch menschlichen Frevel zum Widerspruche mißbraucht wird, indem darum unter dem Namen der Neuheit das Evangelium geläugnet würde, damit es gleichsam durch Verbesserung auf eine gefährliche Weise erneuet werde. Was verbessert worden ist, bewirkt immer dieses, daß, indem alle Verbesserung mißfällt, die folgende Verbesserung alle Verbesserung verwirft, als wenn nun jenes, was es immer ist, keine Verbesserung der Verbesserung mehr wäre, sondern eine Verwerfung zu seyn anfinge.