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(Ramme, 1931)
- DE: Südlicher Grashüpfer
- EN: Eisentraut's Bow-winged Grasshopper
- FR: Le Criquet semblable
- Syn.: No synonym!
Morphologie
Chorthippus eisentrauti ist ein Vertreter der Chorthippus biguttulus-Gruppe. Die Grundfarbe ist grau bis braun. Die Hinterleibsspitze und die Hinterschienen sind leuchtend orangerot, oft intensiver als bei den verwandten Arten. Die hellen Halsschild-Seitenkiele sind mässig bis stark einwärts gebogen und oft dunkel gesäumt. Die Flügel erreichen bei beiden Geschlechtern die Hinterknie oder überragen diese um 1-2 mm. Im Medialfeld ist meist eine unregelmässige, dunkle Fleckung vorhanden. Das helle Stigma setzt sich von den bräunlichen Flügeln deutlich ab. Bei den Weibchen verläuft am Unterrand der Flügel häufig ein heller Längsstreifen. Das Costalfeld ist bei den Männchen erweitert und gibt dem Flügel die bauchige Form des unteren Randes. Das Subcostalfeld ist kaum erweitert und läuft gegen das Flügelende kontinuierlich auseinander, was die Art von Chorthippus biguttulus unterscheidet. Die Flügelform ist dadurch jener von Chorthippus mollis sehr ähnlich, jedoch ist der ganze Flügel etwas grösser und breiter und das Costalfeld ist im Vergleich stärker erweitert. Die Weibchen sind morphologisch nicht eindeutig von Chorthippus biguttulus zu unterscheiden, sind aber im Durchschnitt etwas grösser und intensiver gefärbt.
Gesang
Der mässig laute Spontangesang von Chorthippus eisentrauti besteht aus einer Serie von 4-10 anschwellenden, schwirrenden Strophen. Ihr Klang ist hell und etwas metallisch. Die erste Strophe ist kaum länger als die folgenden und variiert wenig in ihrer Länge. Nicht selten wird die erste Strophe zu Beginn kurz unterbrochen, wie das auch bei Chorthippus biguttulus der Fall ist. Gelegentlich beginnt eine Serie mit einigen kaum hörbaren Strophen.
Zwei vollständige Serien des Spontangesangs von Chorthippus eisentrauti mit je 6 Strophen - CH, TI, Mt. Generoso, 25 °C, sonnig.
Eine relativ lange, vollständige Serie aus 10 Strophen von Chorthippus eisentrauti. Am Schluss hängt das ♂ wohl noch eine, zwei Strophen mehr an, weil im Hintergrund ein anderes ♂ mit Singen beginnt - CH, TI, Mendrisio, 20 °C, sonnig (Aufnahme Bruno Keist).
Ausschnitt aus dem Werbegesang von Chorthippus eisentrauti. Im Hintergrund singt Ephippiger persicarius - CH, TI, Mendrisio, 24 °C, sonnig (Aufnahme Bruno Keist).
Vollständige Serie des Spontangesangs von Chorthippus eisentrauti, bestehend aus 6 Strophen - CH, TI, Mt. Generoso, 25 °C, sonnig.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Chorthippus eisentrauti erstreckt sich grösstenteils entlang der Südhälfte des Alpenbogens von Südostfrankreich (Hautes-Alpes und Savoie), den Südalpen (Südschweiz und Norditalien) bis nach Kärnten (Österreich). Wie weit sich das Verbreitungsgebiet südöstlich erstreckt, ist nicht klar. In der Schweiz befindet sich der Verbreitungsschwerpunkt im Tessin und in den Bündner Südtälern, wo Chorthippus eisentrauti den sehr ähnlichen Chorthippus biguttulus ersetzt. Ein weiteres Verbreitungsareal befindet sich im äussersten Westen des Kanton Wallis, wobei nicht klar ist, ob es sich hier um Chorthippus biguttulus oder Chorthippus eisentrauti handelt. In Österreich ist das Vorkommen der Art für die Südalpen Kärntens bestätigt. Als Chorthippus eisentrauti gemeldete Tiere aus den Nördlichen Kalkalpen hingegen zeigen zwar Merkmale der Art, die Artzugehörigkeit ist aber teilweise umstritten und Gegenstand laufender Diskussionen. Chorthippus eisentrauti bevorzugt die montane Höhenstufe, steigt bis auf 2000 m und kommt nur selten auch in den Tallagen vor.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Chorthippus eisentrauti können von Ende Juni bis Oktober beobachtet werden.
Über die Eiablage und Embryonalentwicklung ist wenig bekannt. Es ist anzunehmen, dass sich Chorthippus eisentrauti kaum von Chorthippus biguttulus unterscheidet.
Lebensraum
Chorthippus eisentrauti bevorzugt trockenwarme und gut besonnte Habitate. Er besiedelt meist Stellen mit lückiger Vegetation an Böschungen, Wegen, Schuttkegeln oder Schlagfluren. Darüber hinaus trifft man die Art aber auch in kurzgrasigen Trockenwiesen und -weiden. Oft findet man ihn auch auf Felsen, die kaum Vegetation aufweisen.
Gefährdung & Schutz
Chorthippus eisentrauti gilt in der Schweiz als nicht gefährdet.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Chorthippus eisentrauti ist den anderen Arten der Chorthippus biguttulus-Gruppe sehr ähnlich. Die Männchen unterscheiden sich anhand der Flügelform und -aderung. Die Unterscheidungsmerkmale sind bei Chorthippus biguttulus erwähnt. Chorthippus biguttulus kommt im Tessin nicht vor und wird dort von Chorthippus eisentrauti abgelöst. In einigen Regionen der Alpen unterscheiden sich die Männchen weder im Gesang noch anhand von morphologischen Merkmalen. Dies deutet darauf hin, dass sich die beiden Arten noch immer im Artentstehungsprozess befinden. Die hier erwähnten Merkmale gelten nur für typische Individuen der jeweiligen Arten. Die Weibchen von Chorthippus eisentrauti lassen sich nicht eindeutig von Chorthippus biguttulus unterscheiden, kommen aber per Definition nicht zusammen vor. Chorthippus eisentrauti kommt im Tessin zusammen mit Chorthippus mollis ignifer vor. Die Weibchen von Chorthippus mollis ignifer haben kürzere und schlankere Flügel und proportional einen grösseren Kopf. Die Anwesenheit der jeweiligen Männchen erleichtert das Bestimmen erheblich. Für eine sichere Unterscheidung der Chorthippus biguttulus-Gruppe sind die Gesänge von grosser Wichtigkeit. Einzig die Gesänge von Chorthippus eisentrauti und Chorthippus biguttulus sind sich sehr ähnlich. Der Gesang von Chorthippus biguttulus besteht aber nur aus 2-3 Strophen, wobei die erste Strophe deutlich länger ist als die folgenden.