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Das Frauenskispringen wird attraktiver und erfährt steigenden Zuspruch. Zugleich steigen die Ansprüche, Anforderungen und Belastungen, denen die Sportlerinnen ausgesetzt sind. Eine auffällige Häufung von Verletzungen im Kniebereich bei Frauen hat weist auf eine Grenzbelastung hin. Ähnlich wie in anderen Sportarten scheinen Frauen auch im Skispringen ein erhöhtes Knieverletzungsrisiko zu tragen. Im Winter 2013/14 haben sich im Hochleistungssport ca. 15 Frauen am Knie verletzt, bei den Männern hingegen nur ein einziger.
Frauen erleiden also ca. zehn Mal häufiger Knieverletzungen als Männer. Der Internationale Skiverband FIS erkannte in diesem Bereich Handlungsbedarf. Knieverletzungen entstehen typischer Weise in der Landungsphase, wenn Frauen dem entstehenden Landungsdruck nicht standhalten können. Der Landedruck, das heisst, die dabei auftretenden Kräfte sollen reduziert werden. Das kann durch Anpassungen am Sprunganzug erreicht werden, durch einen weiteren Schnitt um die Hüfte. Davon erhofft man sich einen höheren Luftwiderstand während der Landung in vertikaler Richtung und dadurch geringeren Landedruck.
Im Auftrag des Internationalen Skiverbandes FIS untersuchte das CSAB diese These. Für ein Experiment auf der Sommersprunganlage in Einsiedeln wurden Springerinnen des Deutschen und Österreichischen Skiverbandes mit drei verschiedenen Anzugtypen ausgestattet. Das Standardmodell der Saison 2014/15 wurde zum einen mit einem über der Hüfte weiter geschnitten Anzug verglichen und zum anderen mit einem zusätzlich im Schritt verlängerten Modell. Um den Einfluss der Anzüge auf das Flugund Landeverhalten festzustellen, wurden die Springerinnen mit GPS (Global Positioning System) und Inertialsystemen ausgerüstet. Das Landeverhalten wurde ferner mit Highspeed Videotechnik untersucht.
Die Resultate der Untersuchung haben zu Modifikationen der Anzügsnormen für Frauen geführt und dazu beigetragen das Verletzungsrisiko im Damenskispringen zu reduzieren.