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Es sind bewegende Szenen, die im zweieinhalb Minuten langen Trailer zur Dokumentation «Introducing, Selma Blair» gezeigt werden: Weinend und leidend unterzieht sich Selma Blair einer Chemotherapie, lässt sich von ihrem Sohn die Haare abrasieren, kämpft sich auf wackeligen Beinen die Treppe hoch und sagt am Telefon, dass sie jetzt nicht gestört werden möchte, denn: «Wir drehen hier gerade die letzten Momente meines Lebens.»
Doch im Leben der 49-jährigen Schauspielerin gibt es auch Momente der Freude, wenn sie mit ihrem Sohn Arthur rumalbert, ihn herzlich knuddelt oder einfach nur eine unbeschwerte Zeit ohne Sorgen und Schmerzen erlebt.
Für Selma Blair war es sofort klar, dass sie ihre Krankheit in einem Dok auf dem Streaming-Dienst Discovery Plus thematisieren möchte. «Ich hoffe, dass ich damit betroffenen Menschen Hoffnung machen kann und ein Bewusstsein für MS schaffe», sagt sie im Interview mit «Vanity Fair» und ergänzt: «Mein Beispiel zeigt, wie unterschiedlich die Krankheit verlaufen kann.»
Am Ende der Dokumentation werden Aufnahmen gezeigt, die Selma Blair zeigen, wie sie bekleidet in ihrem Swimmingpool treibt. Zu den etwas morbiden Bildern fragt sie aus dem Off: «Alles Schöne, das ich erfahren habe, womit ich anderen Menschen Mut gemacht habe, wird das auch für mich gelten?»
Lange wurde die US-Amerikanerin mit ihrer Krankheit nicht ernst genommen. «Selma ist zwar nicht wahnsinnig berühmt, aber berühmt genug, um in den falschen Momenten die falsche Aufmerksamkeit zu bekommen», sagt eine Freundin der Schauspielerin in der Dokumentation. Oft habe man sich gefragt, was mit ihr los sei und ob sie betrunken war, wenn sie mal wieder mit unsicheren Schritten auf der Strasse gesehen wurde. Selma Blair erklärt es so: «Viele Kolleginnen am Set dachten, meine Beschwerden kämen einfach von einem sehr ungesunden Immunsystem.»
2018 machte Selma Blair die Diagnose Multiple Sklerose publik, ein Jahr später unterzog sie sich einer Stammzellentransplantation und machte gleichzeitig eine Chemotherapie. Wegen der Nebenwirkungen fielen ihr daraufhin die Haare aus und sie litt unter den Folgen der starken Medikamente. «Manchmal konnte ich nicht mal sagen, dass ich nicht atmen kann, weil ich so wenig Luft bekam», schildert Blair die Tortur.
Diese ungeschminkte Wahrheit zeigt «Introducing, Selma Blair», indem professionelle Aufnahmen und private Handy-Videos der Schauspielerin zu einer intensiven und intimen Collage zusammengeschnitten wurden. Als Zuschauerin ist man so nah dran, dass es schon fast unangenehm ist.
So schmerzhaft es auch ist, Selma Blair bei ihrem harten Kampf gegen Multiple Sklerose zuzuschauen, macht die Schauspielerin gleichzeitig viel Mut und spendet Betroffenen Kraft. Und das ist es auch, was sie mit ihrer Dokumentation bewirken möchte.
«Introducing, Selma Blair», ab 21. Oktober 2021 auf discovery+