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Mein dreieinhalbjähriger Jüngster baut einige Legoplatten zusammen und stellt sich darauf. Dann fragt er Mami: „Mami, was wird sein, wenn ich sooo gross bin?“ Meine Frau überlegte kurze Zeit und gab folgende Antwort: „Dann wirst du viel Kraft haben, um zu arbeiten.“ Diese Rückmeldung hatte der junge Mann nicht erwartet. Er stellt sich erneut auf die Platten und stellt dieselbe Frage (auf eine für ihn günstigere Antwort hoffend).
Ungünstig
Wir lassen den Jüngsten auf seinem Sockel stehen und geben ihm zu verstehen, dass er der kleine König der Familie sei. Er braucht sich nur drollig anzustellen, und alle Wünsche werden ihm von den Lippen gelesen. Er gewöhnt sich daran, Brüder und Eltern zu manipulieren. Für den Fall, dass sie einem Wunsch nicht stattgeben sollten, hält er ein paar Störmanöver bereit. Stufe 1: Laut heulen, dass es dem Rest der Familie unangenehm wird und sie dem Anliegen trotzdem Gehör schenken. Stufe 2: Trotzig aus dem Hinterhalt zuschlagen. Eine Mischung aus „er kann sich eben wehren“ und „das ist unangenehm“ bringt ihn zu seinem gewünschten Ziel.
Alternative
Am Abend hat mir meine Frau von der Begebenheit erzählt. Am Tag darauf rief ich meinen Jüngsten zu mir. Er solle mir doch die Legoplatten bringen, was er dann auch sofort tat. Ich forderte ihn auf, mir zu erzählen, was Mami ihm gesagt habe. (Ich war mir bewusst, dass dies ein heikler Moment war und ich ihn nicht blossstellen durfte.) Unwillig schüttelte er den Kopf und wollte weggehen. Nach einigen Momenten gab er sich die Antwort: „Dass ich der Grösste bin.“ – „Hat sie das wirklich gesagt?“ Ich blieb beharrlich. – Erst nach einigen Ausflüchten kam er zu mir und flüsterte: „Dass ich dann gut arbeiten kann.“