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Haushaltsbudgeterhebung 2015 Haushalte geben durchschnittlich rund 560 Franken pro Monat für Unterhaltung, Erholung und Kultur aus
Sichtbare Unterschiede beim Nahrungsmittelkonsum
Neuchâtel, 21.11.2017 (BFS) - Im Jahr 2015 betrug das durchschnittliche verfügbare Einkommen der Privathaushalte der Schweiz 6957 Franken pro Monat. Ein Grossteil diese Betrags, 5298 Franken, wird für den Konsum von Gütern und Dienstleistungen verwendet. Für Unterhaltung, Erholung und Kultur geben die Haushalte im Durchschnitt 557 Franken aus. Dies geht aus den Ergebnissen der Haushaltsbudgeterhebung 2015 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.
Das verfügbare Haushaltseinkommen entspricht dem Bruttoeinkommen abzüglich der obligatorischen Ausgaben. 2015 betrug es durchschnittlich 6957 Franken pro Monat. Darin eingerechnet sind die Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Haushalts*, der im Schnitt aus 2,17 Personen besteht. Das Einkommensniveau von Einpersonenhaushalten ist oft tiefer als dasjenige von Mehrpersonenhaushalten, da mehrere Personen zum Haushaltseinkommen beitragen können.
Zum Haushaltseinkommen zählen nebst den monatlich ausbezahlten Löhnen und Zulagen auch die jährlichen Zahlungen wie zum Beispiel der 13. Monatslohn. Erhaltene Renten, Sozialleistungen und Überweisungen von anderen Haushalten sowie Vermögenserträge wie Zinsen und Dividenden werden ebenfalls dazugerechnet.
Nicht alle Haushalte verfügen jedoch über 6957 Franken pro Monat. 2015 wiesen 61 Prozent aller Haushalte ein verfügbares Einkommen auf, das unter dem schweizerischen Mittelwert lag.
Drei Viertel des Haushaltseinkommens stammen aus Erwerbstätigkeit
Die Resultate zeigen, dass die Erwerbseinkommen auch 2015 den wichtigsten Pfeiler auf der Einkommensseite des Haushaltsbudgets bildeten. Sie machten 76,1 Prozent des Bruttoeinkommens aus. Die Renten und Sozialleistungen stellten mit durchschnittlich 18,3 Prozent die zweitwichtigste Quelle der Haushaltseinkommen dar.
Die Vermögenseinkommen spielten 2015 für einen grossen Teil der Haushalte nur eine untergeordnete Rolle (im Mittel 4,4% des Bruttoeinkommens). Nur bei jedem siebten Haushalt machte dieser Anteil mehr als 5 Prozent des Bruttoeinkommens aus.
Die Überweisungen von anderen Privathaushalten (wie zum Beispiel Alimentenzahlungen) trugen im Durchschnitt 1,2 Prozent zum Bruttoeinkommen bei. Für jeden vierzigsten Haushalt stellen sie über einen Viertel des Bruttoeinkommens dar. Diese Einkommenssituation zeigt sich vor allem bei Einelternhaushalten.
Obligatorische Ausgaben: 5,9 Prozent für die obligatorischen Krankenkassenprämien
Die obligatorischen Ausgaben betrugen 2015 rund 2990 Franken pro Monat oder 30 Prozent des Bruttoeinkommens. Dabei bildeten die Steuern mit durchschnittlich 1208 Franken pro Monat bzw. 12,1 Prozent des Bruttoeinkommens den wichtigsten Posten.
Zu den obligatorischen Ausgaben zählen auch die Sozialversicherungsbeiträge (9,8% des Bruttoeinkommens) wie zum Beispiel die AHV- und Pensionskassenbeiträge, die obligatorischen Krankenkassenprämien (5,9%) sowie die monetären Transferausgaben an andere Haushalte (2,2%).
Konsumausgaben: 5,6 Prozent für Unterhaltung, Erholung und Kultur
Das verfügbare Einkommen wird vor allem für den Konsum von Waren und Dienstleistungen verwendet (53,3% des Bruttoeinkommens). Dabei schlugen die Ausgaben für Wohnen und Energie mit rund 1460 Franken oder 14,7 Prozent des Bruttoeinkommens zu Buche.
Die Ausgaben für Unterhaltung, Erholung und Kultur sind mit 5,6 Prozent ebenfalls ein bedeutender Posten. Darunter fallen beispielsweise die Ausgaben für Dienstleistungen im Bereich Sport und Erholung (103 Franken pro Monat), Kulturdienstleistungen (82 Franken pro Monat für Theater, Konzerte, Kino, Museen, Radio- und Fernsehkonzession usw.), aber auch Ausgaben für Haustiere. Letztere belaufen sich pro Haushalt auf durchschnittlich 29 Franken pro Monat. Werden nur Haushalte mit Hunden oder Katzen berücksichtigt, fällt dieser Betrag erwartungsgemäss höher aus (89 Franken pro Monat). Der Anteil dieser Haushalte (27,3%) an sämtlichen Haushalten ist im Übrigen in den letzten Jahren stabil geblieben.
Weitere wichtige Posten sind die Ausgaben für Transport (7,6%) sowie jene für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (6,3%). Nicht zu den Konsumausgaben gerechnet, aber auch aus dem verfügbaren Einkommen bezahlt, werden die Prämien für die Krankenkassen-Zusatzversicherungen sowie für die übrigen Versicherungen. 2015 wendeten die Haushalte hierfür insgesamt 3,2 Prozent des Bruttoeinkommens auf.
Wie viel bleibt übrig?
Nach allen Ausgaben blieb den privaten Haushalten 2015 ein durchschnittlicher Betrag von 1388 Franken pro Monat oder 14,0 Prozent des Bruttoeinkommens zum Sparen übrig. Die Haushalte der untersten Einkommensklasse (mit weniger als 5000 Franken Bruttoeinkommen) konnten generell keinen Sparbeitrag zur Seite legen; sie gaben oft mehr Geld aus, als sie einnahmen. Dieses Ergebnis steht nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem verhältnismässig hohen Anteil von Rentnerhaushalten (54%) in dieser Klasse, bei denen der Vermögensverzehr einen Teil des Haushaltsbudgets finanziert.
* Der Begriff Haushalt bezeichnet sämtliche Arten von Haushalten in der Schweiz (Einzelpersonen, Familien mit Kindern, Paare usw.) und deckt damit die gesamte Bevölkerung ab.
Zusätzliche Informationen wie Tabellen und Grafiken finden Sie im nachfolgenden PDF.
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