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Schweizerische Kommissionen für die Kooperation mit der Union Académique Internationale (UAI)
Die 1919 geschaffene Union Académique Internationale (UAI) fördert die internationale Kooperation im Rahmen von Gemeinschaftsprojekten und durch Koordination wissenschaftlicher Tätigkeiten. Zum Fortschritt in der Forschung trägt sie durch gemeinsame Forschungsarbeiten, Editionen und Publikationen im Bereich des philologischen, archäologischen, historischen, politischen und sozialen Wissens bei.
Zu den UAI-Kommissionen
Codices electronici Confoederationis Helveticae CeCH
Das Kuratorium soll die Digitalisierung der mittelalterlichen Handschriften in der Schweiz fördern und die Koordination der verschiedenen Projekte gewährleisten. Es hat dafür ein gemeinsames Internet-Portal geschaffen: e-codices. Darin werden die digitalisierten Handschriften der einzelnen Bibliotheken zusammen mit den wissenschaftlichen Beschreibungen sukzessive der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Kuratorium «Katalogisierung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der Schweiz»
Grosse und kleine Bibliotheken der Schweiz verfügen über einen bedeutenden Bestand an mittelalterlichen Handschriften aus allen zeitgenössischen Wissensgebieten. Das Kuratorium unterstützt die Bibliotheken bei der Erfassung und Katalogisierung der Handschriften, plant und koordiniert die Arbeiten und sorgt für eine nach einheitlichen Grundsätzen gestaltete Edition der Kataloge.
Kuratorium für das Schweizer Korpus des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts
Mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (DWDS) baut die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) eine elektronische Datenbank zur deutschen Gegenwartssprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Das Kuratorium für das Schweizer Korpus des DWDS wurde im Jahr 2000 von der SAGW mit dem Auftrag gegründet, ein Korpus an Schweizer Texten für das DWDS zusammenzustellen und seine Erschliessung zu sichern.
Kommission für die Erforschung des 18. Jahrhunderts und der Aufklärung in der Schweiz
In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts fördert die Kommission die Forschung über die Aufklärung in der Schweiz. Im Rahmen von Kolloquien und wissenschaftlichen Publikationen werden interdisziplinär die intellektuellen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte des 18. Jahrhunderts untersucht. Die Kommission formuliert vor allem in bisher vernachlässigten Bereichen Anregungen zur Erforschung dieser Epoche.
Kuratorium Grundriss der Geschichte der Philosophie
Mit dem Namen «Ueberweg» ist die wohl traditionsreichste und umfassendste Darstellung der Geschichte der Philosophie von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden. Das zwischen 1863 und 1928 in insgesamt zwölf Auflagen erschienene Werk zeichnete sich durch das Bestreben aus, philosophische Systeme, Schulen und Richtungen dem Leser möglichst objektiv und gründlich dokumentiert zu präsentieren. Das 1991 geschaffene Kuratorium, welches an diese Tradition anknüpft, koordiniert die Herausgabe der 30 geplanten Bände.
Das Repertorium Academicum Germanicum (RAG) erfasst die an deutschen und auswärtigen Universitäten zwischen 1250 und 1550 graduierten Theologen, Juristen, Mediziner und Artisten-Magister in ihren biographischen und sozialen Daten und erstellt eine prosopographisch orientierte Datenbank für das gesamte Gebiet des Alten Reiches. Ziel ist, das Wirken der Gelehrten in der vormodernen Gesellschaft auf empirisch gesicherter Grundlage zu beschreiben und im Rahmen moderner, vor allem sozial-, kultur- und wissenschaftshistorisch vernetzter Bildungsforschung zu erklären. Die beiden Arbeitsstellen in Bern und Giessen werden als Vorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften) im Rahmen des Akademienprogramms von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern und dem Land Hessen gefördert.
Das Kuratorium unterstützt vor allem die Berner Arbeitsstelle, indem es alle prosopographisch interessierten Kreise in- und ausserhalb der Schweiz zur Zusammenarbeit motiviert und die Ziele des RAG einer breiteren Öffentlichkeit bekannt macht. Ausserdem leisten die Mitglieder des Kuratoriums Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Datenbank, bei der Datenerhaltung und der Vernetzung mit anderen digitalen Inhalten.
Edition der Gesammelten Schriften von Karls Leonhard Reinhold
K. L. Reinhold (1757–1823) gehört in die Epoche der Philosophie Kants und des deutschen Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel). Er durchlief in Wien die Ausbildung zum katholischen Priester und engagierte sich gleichzeitig bei der Wiener Loge der Illuminaten. 1783 flüchtete er ins protestantische Deutschland, zunächst nach Leipzig zu E. Platner, sodann nach Weimar, wo er Mitarbeiter bei Wielands «Teutschem Merkur» wurde. Herder ermöglichte Reinhold den Übertritt zum Protestantismus. Im Zuge seiner Verwicklung in die Kant-Herder-Kontroverse entdeckte Reinhold 1785 die Philosophie Kants und wurde zu einem der einflussreichsten Kant-Interpreten Deutschlands. 1787 erhielt er eine Professur für Philosophie in Jena. Seine dort erarbeitete Theorie des Vorstellungsvermögens (nach 1790 System der Elementarphilosophie) wurde zur Vorlage für Fichtes Wissenschaftslehre. Ab 1794 unterrichtete er an der Universität Kiel, wo er ein System des Logischen Realismus ausbildete, das sich als Alternative zur so genannten Identitätsphilosophie Schellings und Hegels versteht. In der späten Kieler Zeit wandte Reinhold sich dem sprachphilosophischen Unternehmen der «Synonymie» zu.
Reinhold gilt heute vor allem als scharfsinniger Ausleger des vernunftkritischen Systems Kants und Begründer des deutschen Idealismus. Mit der Theorie des Vorstellungsvermögens nimmt er allerdings auch Einsichten des Neukantianismus sowie der Phänomenologie Husserls vorweg. Mit den Arbeiten zur Sprachphilosophie schlägt er zudem einen Weg ein, der zu Bolzano und Frege führt. Seit gut drei Jahrzehnten wird Reinholds Bedeutung insbesondere für die Philosophie Kants und des deutschen Idealismus zunehmend wahrgenommen und gewürdigt.
Die Mitglieder des bisherigen, international zusammengesetzten wissenschaftlichen Beirats des Editionsprojekts bilden das neue Kuratorium, der Herausgeber der Reihe, Herr Privatdozent Dr. Martin Bondeli, übernimmt den Vorsitz. Das SAGW-Kuratorium dient der institutionellen Verankerung des Editionsprojekts und unterstützt den Projektleiter und die Mitarbeitenden bei ihren planerischen und editorischen Aufgaben.