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Die Spermien werden in den Hoden gebildet und reifen in den Nebenhoden zu flotten Schwimmern heran. Ein Spermium braucht etwa 72 Tage, um vollständig entwickelt zu sein. Pro Sekunde entstehen rund 1‘200 neue Spermien.
Die Produktion kann allerdings durch Alkohol, Feinstaub, Stauhitze am Hoden, Chemikalien – zum Beispiel im Parfum –, Nikotin, Hormone in der Nahrung, Unter- oder Übergewicht, Stress und Soja gedrosselt werden. Warum Soja? Das darin enthaltene pflanzliche Östrogen beeinträchtigt den männlichen Hormonhaushalt.
Sperma: Was ist das eigentlich?
Die weiss-gelbliche, gallertartige Flüssigkeit besteht nur zu etwa fünf Prozent aus Spermien. Der Rest ist ein Fliessmittel, das den Spermien die Bewegung ermöglicht und die weibliche Muskelkontraktion anregt, damit die Spermien auf dem Weg zur Eizelle schneller vorankommen.
Das Sperma wird zum Grossteil (etwa 70 %) in den Samenbläschen gebildet. Weitere 20 Prozent stammen aus der Prostata, die übrigen zehn Prozent kommen aus den Nebenhoden. Pro Ejakulation treten bis zu sechs Milliliter Sperma aus.
Die Spermien: stark im Team
Ein ausgewachsenes Spermium ist 0,06 Millimeter gross, wobei 0,05 mm auf die Geissel entfallen, mit der sich der Gentransporter fortbewegt. Im männlichen Körper bleibt das Spermium bis zu vier Tage voll funktionsfähig, an der frischen Luft immerhin bis zu einem Tag. Im weiblichen Körper überleben Spermien bis zu vier Tage.
Bei einer Ejakulation wird das Sperma mit einer maximalen Geschwindigkeit von 17 km/h ausgestossen. In der Vagina bewegen sich die Spermien mit 0,0002 km/h deutlich langsamer voran. Von den durchschnittlich 300 Millionen Spermien pro Samenerguss gelangen auch unter günstigen Bedingungen nur etwa 300 bis zur Eizelle. Übrigens: Weibliche Spermien sind zwar langsamer, bleiben dafür aber länger befruchtungsfähig.
Zeugungsfähigkeit: Mindestmenge einhalten
Im Ejakulat befinden sich zwischen 40 und 600 Millionen Spermien, im Durchschnitt sind es 300 Millionen. Als fruchtbar gelten Männer, die es auf mindestens 20 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat bringen.
Und nicht nur die Menge ist entscheidend für die Umsetzung eines Kinderwunschs, auch die Qualität: Mindestens die Hälfte der Schwimmer sollte in einwandfreiem Zustand sein, also eine Kopfform haben, die gut im Wasser liegt, und eine Geissel, die ordentlich rudern kann.
Häufige Ejakulationen mindern übrigens nicht die Quantität und Qualität der Spermien, im Gegenteil: Wie israelische Forscher der Ben-Gurion-Universität herausfanden, nimmt die Spermienbeweglichkeit schon nach zwei Tagen Abstinenz ab.