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Siemens & Halske Aktiengesellschaft, Berlin
Siemens E 309 / Funk 745 E 309 a,b

überarbeitet am 20.9.2010

Der E 309 wurde von Siemens vornehmlich zum Einsatz im Seefunk und in kommerziellen Funkdiensten entwickelt: das Gerät ist zum einen durchstimmbar, zum andern ist ein Quarzbetrieb auf einer von drei Fixfrequenzen möglich.
Der 52 x 36 x 41 cm grosse und 38 kg schwere Allwellenempfänger ist in ein stabiles Stahlblechgehäuse eingebaut, zwei Handgriffe auf der Frontplatte dienen zum Schutz der Bedienelemente, wenn das Gerät einmal nach vorn gekippt wird.
Das Gerät kann mit dem integrierten Netzteil mit 110, 125 oder 220 Volt Wechselstrom oder mit einem optional erhältlichen Wechselrichter von 12 oder 24 V Gleichspannung gespiesen werden.
Deutlich kleiner als beim E-310 ist die Frequenzskala in der Mitte der Frontplatte
ausgefallen. Im Skalenfenster wird ein Sektor der sich drehenden Skala angezeigt,
die Frequenzgrenzen der einzelnen Bänder sind jeweils auf den Seiten der Skala angegeben
und die aktive Skala ist durch eine Leuchtmarkierung hinter der feststehenden
Skelenmarke erkennbar. Mit Bestätigung der Bandumschaltung verschiebt sich die Leuchtmarke.
Die Bedienung des E-309 ist an sich unproblematisch. Mit dem Netzschalter wird
der Empfänger in Betrieb gesetzt, die NF-Verstärkung soll etwa halb aufgedreht sein,
zum AM-Empfang wird dann der Betriebsartenschalter auf "A3, automat. Regelung" gebracht,
der HF-Verstärkungsregler soll am rechten Anschlag stehen.
Das HF-Signal wird vom Langdrahtantenneneingang mittels induktiver Kopplung
über zwei abgestimmte Vorkreise auf die HF-Vorstufe (EF93) und mit dem Oszillatorsignal
(ECC81) auf die Zwischenfrequenz von 1326 kHz umgesetzt (EK90). Es folgen
zwei ZF-Verstärkerstufen, jeweils gefolgt von einem Quarzfilter (EF93, EF93).
Die stufenlose ZF-Bandbreitenregelung wird durch gegensinniges Verstimmen der beiden
Quarzfilterkreise realisiert. Nach einer weiteren ZF-Verstärkerstufe (EF93) erfolgt
die Demodulation in einem System der Doppeldiode EB91, das zweite System wird als
Seriendiode zur Störunterdrückung eingesetzt. Nach der AF-Vorstufe (ein System
der ECC81) wird in der NF-Endröhre (EL90) eine Ausgangsleistung von 2 Watt
erreicht.
Als Zusatzgeräte waren ein Einseitenbanddemodulator Funk 144 K 101 zum Anschluss an den EB/NF-Anschluss, zum F1 Fernschreib- oder Hell-Empfang diente der FSE 2,7, zum Ein- oder Zweikanalfernschreiben der Telegraphie - Empfangszusatz FSE 1300.
Unter modernen Gesichtspunkten ist der E-309 als klassischer Seefunkempfänger ein schwergewichtiges Sammlerstück, das als Einfachsuper unkomplizierten Empfang der signalstarken internationalen Kurzwellenstationen und auch stärkerer lokaler CW-Signale in den Amateurfunkbändern erlaubt. Die Tonqualität ist gut, die Frequenzgenauigkeit auch unter Zuhilfenahme der etwas hakligen "Skalendehnung"stechnik mit der Interpolation zwischen zwei 20 kHz - Marken nicht mehr zeitgemäss, SSB-Empfang ist nur mit grossen Abstrichen möglich, respektive entspricht den Gegebenheiten in den frühen Sechzigern.
© Martin Bösch