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Wohlfühlort
Den Raum, an den ich mich am besten erinnern kann, ist erstaunlicherweise nicht aus meinem eigenen Haus, sondern das Wohnzimmer aus dem Haus meiner Grosseltern.
Durch eine weisse Tür mit einer Milchglasscheibe trat man vom Eingangsbereich in den Wohnbereich auf die weissen Bodenplatten mit schwarzen Fugen. Jede Wand war weiss verputzt und nicht mehr gestrichen worden. Das erste, was man bewusst wahrnahm, war das Ticken der Uhr, welche meine Grosseltern zur Hochzeit erhalten hatten. Auf der rechten Seite direkt neben der Tür stand ein kleines Glastischchen, worauf das schwarze, schnurlose Telefon stand. Dahinter befand sich das immense dunkelgrüne Ledersofa, welches über die Ecke verlief. Da die Couch schon etwas in die Jahre gekommen war, war sie an gewissen Stellen rissig und durchgesessen. Über dem Sofa hing ein eingerahmter Zeitungsartikel, der kundgab, dass mein Grossvater einmal ein Ralley Rennen gewonnen hatte. An der Wand auf der rechten Seite hinter dem Sofa war ein bodenlanges Fenster. Neben dem Sofa befand sich eine Topfpflanze, die immer nur ganz wenige Blätter hatte. Der Couchtisch war aus einem grünen Stein fabriziert. Es war jedoch ein anderes Grün, als das vom Sofa, etwas heller. An der gegenüberliegenden Wand vom Sofa, befand sich der Fernseher. Neben dem Fernseher, direkt gegenüber der Tür stand der Kamin, der soweit ich weiss, nie gebraucht wurde. Es standen bloss immer Blumen auf dem Sims. Links neben dem Kamin befand sich die Durchgangstür zum Wintergarten, indem es immer viel zu heiss war, um darin Zeit zu verbringen. An der linken Wand stand eine lange Kommode aus dunklem Holz, in der meine Grossmutter in der oberen rechten Schublade meine Zeichensachen verstaut hatte. Über dieser Kommode hing besagte tickende Uhr und auf ihr standen Fotos von der Familie. Auf der Höhe der Kommode und ungefähr gleich lang, stand der Esstisch mit einer schwarzen Platte, die sehr sensibel für Kratzer war und deshalb durften mein Bruder und ich nie darauf spielen, weil unsere Grossmutter Angst hatte, wir würden sie zerkratzen.
In der Linken Ecke, nach dem Esstisch und der Kommode, befand sich die Küche, die mir nie gefallen hat, weil alles komplett weiss war, aber nicht genau das gleiche Weiss. Erstaunlicherweise, kann ich mich auch kaum an diese Küche erinnern. Ich kann mich nur noch an das Weiss erinnern und dass vor der Küche ein Bartisch stand. An der Wand zwischen Küche und Tür hing ein weisser Setzkasten, in dem meine Grossmutter ihre Swarovski Figuren ausstellte.
Basel, 2019