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Muskeln der ventrolateralen Thorax- und Bauchwand, Zwerchfell
Mit der Rippenentwicklung, die aus den jeweiligen Prozessus ventrales der Sklerotome hervorgehen und in appositioneller Weise nach ventral wachsen, gelangen auch Prämyoblasten aus den thorakalen Dermatomyotomen der jeweiligen Somiten in die Brustwand. Sie entwickeln sich zur Interkostalmuskulatur. Auch ihre Innervation erfolgt streng segmental. Sekundär gelangen Muskeln der Armknospen auf den Thorax (M. pectoralis, und M. serratus anterior, welche beide über den Plexus brachialis innerviert werden). Die kaudalen Abschnitte der thorakalen Somiten bilden Prämyoblasten in gleicher Form wie im Bereich der Rippen. Auch diese Prämyoblasten wandern nach ventral (Stadium 14-16) und bilden beidseits eine kompakte Vormuskelmasse, die aber bald von Somatopleurazellen durchsetzt wird. Zuerst ist diese Muskelmasse noch im hinteren Abschnitt der seitlichen Bauchwand gelegen. Daraus differenzieren sich nach und nach die 4 Muskelblasteme der Bauchwand mit M. rectus abdominis , M. obliquus internus und externus sowie der M. transversus abdominis (Stadium 19-20). Dieser Vorgang wird durch die Somatopleurazellen kontrolliert. Schliesslich erreichen die Muskelblasteme ihre definitive Position im ventralen Bereich des Abdomens.
Im Bereich unterhalb des Nabels haben die Muskeln verschiedenen Ursprung: einerseits stammen Myoblasten aus der Region der kaudalen Eminenz (Eminentia caudalis) und gelangen um die Kloakenmenbran herum auf die ventrale Seite. Dort bilden sie einen Teil der Abdominal- sowie Anteile der Blasenmuskulatur. Vom selben Mesenchym stammt auch die Muskulatur des Kloakensphinkters, sowie die Muskulatur des Darmes. Andererseits liefern die untersten Thoraxsomiten Teile der unteren Abdominalmuskulatur. Am Nabelring treten Zellen ektodermalen Ursprungs unter das Ektoderm ein und bilden ihrerseits einen Anteil dieser Muskulatur.
Das Zwerchfell bildet sich zu grossen Teilen aus dem Mesenchym der pleuroperitonealen Falte (PPF). Diese ist pyramidenförmig, erstreckt sich in zervikaler Höhe zum Mesenterium des Oesophagus und vereinigt sich ventral mit dem Septum transversum.
In der frühen Entwicklung (Stadium 10) ist das Septum transversum eine Mesenchymbrücke oberhalb der Somiten zwischen Perikard und Nabelbläschen und bildet den Übergang vom parietalen zum viszeralen Mesoderm der Seitenplatte. Mit der Abfaltung des Embryos um eine transversale Achse durch die Prächordalplatte macht das Herz eine Rotation um 180 Grad. Damit kommt das Septum transversum und die PPF weiter kaudal in eine thorakale Position zu liegen (vgl. Descensus des Herzens). Ein Hinweis auf seine ursprüngliche Position gibt noch die Innervation des Zwerchfells durch den N. phrenicus, der Anteile der Spinalnerven C3-C5 besitzt.
Die Muskulatur des Zwerchfells hat neben dem Material vom Septum transversum mit Myoblasten aus dem zervikalen Bereich noch andere Quellen. Dies sind die Splanchno- bzw. Somatopleura und die pleuro-peritoneale Falte (PPF) oder Membrana pleuro-peritonealis, welche den dorso-lateralen Abschnitt vom Septum transversum und damit eine Falte für die V. cardinalis communis bildet.