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Ursula Brunner-Storz verbrachte ihre Kindheit als Tochter einer Brauereifamilie in Frauenfeld, wo sie die Schulen besuchte und 1943 die Matura absolvierte. Sie begann ein Medizinstudium in Genf, brach aber ab und heiratete 1946 den Pfarrer Eugen Brunner. Das Paar bekam bis 1962 acht Kinder, lebte in Frauenfeld, Emmenbrücke, Schöftland und Zürich. Ab 1966 war ihr Mann wieder als Pfarrer in Frauenfeld tätig, sie hatte ihre Aufgaben als Pfarrfrau. Aufgrund eines Filmvortrags begann sie sich 1973 zusammen mit anderen Frauen mit den schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bananenplantagenarbeitern zu beschäftigen. Die bald als „Bananenfrauen“ bezeichnete Gruppe organisierte Stand- und Medienaktionen, die in der ganzen Schweiz grosse Resonanz erfuhren und als eigentlicher Auftakt der Fair Trade-Bewegung gelten können. Seit 1975 auch Grossrätin der FDP lernte Brunner spanisch und verstand es, auf diversen Reisen in den Ländern Zentralamerikas ein persönliches Netzwerk aufzubauen, das es den „Bananenfrauen“ 1985 ermöglichte, eine erste fair produzierte Banane in die Schweiz zu importieren. Aus den „Bananenfrauen“ wurde zuerst der Verein später die Aktiengesellschaft gebana. Ursula Brunner-Storz verschrieb ihr Leben bis ins hohe Alter ganz dem Streben nach einer gerechteren Welt.
Kontextualisierung
In einem sozial-liberalen Elternhaus aufgewachsen engagierte sich Brunner zeitlebens für die Schwachen, für Frieden und Gerechtigkeit. Als Pfarrfrau und FDP-Grossrätin eckte sie mit ihrem oft als kommunistisch gebrandmarkten Engagement und ihrer konsequenten Lebenshaltung im Kanton an; trotz persönlicher Schicksalschläge und einem eigentlich scheuen Wesen trat sie mutig in die Öffentlichkeit.
Weitere Informationen
Nachlass im ThurgauerFrauenArchiv F 1’23, 13.3/81
Fatzer, Barbara: Die neue Frauenbewegung färbt ab, in: bodenständig und grenzenlos. 200 Jahre Thurgauer Frauengeschichte(n), Frauenfeld 1998, S. 227–236 (u. a.)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Brunner_(Aktivistin)
ThurgauerFrauenArchiv, Autorin lic.phil. Nathalie Kolb
Diese Ausstellung wurde angeregt durch das Projekt Hommage 2021, hommage2021.ch.