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Galileo Galilei: Genie und Störenfried
- Freitag, 14. Februar 2014, 17:09 Uhr
Am 15. Februar vor 450 Jahren wurde Galileo Galilei geboren. Er war Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom und tat zu Lebzeiten nicht weniger, als das damalige Weltbild umzustürzen. Heute wird er bewundert und gilt als Begründer der modernen Physik, die auf Experimenten beruht.
Das Hauptwerk
Die Erde kreist um die Sonne und nicht umgekehrt. Galileo Galilei ist überzeugt, dass diese These von Nikolaus Kopernikus wahr ist und stellt sich damit gegen das damals herrschende geozentrische Weltbild, in dem die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Nach intensiven Beobachtungen des Sonnensystems schafft es Galilei, die These wissenschaftlich zu beweisen. In seinem Hauptwerk «Dialog über die zwei grossen Weltsysteme» veröffentlicht er 1632 seine Überzeugung.
Die Gegner
Die päpstlichen Gelehrten im Vatikan schätzen den Begründer der modernen Astronomie – bis seine Erkenntnisse das Weltbild der katholischen Kirche zu Fall bringen. Diese glaubte fest daran, dass sich alles um die Erde dreht. Galilei fällt in Ungnade. Das päpstliche Inquisitionsgericht verbietet ihm die Verbreitung seiner Lehren. 1633 wird er schliesslich verurteilt. Er entkommt einer Gefängnisstrafe, wird aber auf seinen Landsitz in Arcetri bei Florenz verbannt.
Erst 350 Jahre später macht die katholische Kirche mit dem einstigen Ketzer ihren Frieden. «Merkwürdigerweise zeigt sich Galilei als aufrichtig Glaubender weitsichtiger als seine theologischen Gegner», sagt der polnische Papst Johannes Paul II. in seiner Wiedergutmachungsrede am 31. Oktober 1992.
Das Zitat
« Und sie [die Erde] bewegt sich doch. »
Galilei soll diesen Satz gemurmelt haben, nachdem er von der Kirche dazu verurteilt wurde, seinen Lehren abzuschwören. Ob der Satz tatsächlich von ihm stammt, ist fraglich.
Der Wissenschaftler
Als einer der ersten Menschen nutzt Galilei ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung – eine Revolution in der Astronomie. Er baut eigene Fernrohre, mit denen er eine bis zu 33-fache Vergrösserung erreichte. Er ist der erste, der beobachtete, dass die Milchstrasse kein Nebel ist, sondern aus vielen einzelnen Sternen besteht. Auch die vier Monde des Planeten Jupiter entdeckt er als erster. Er beobachtet Sonnenflecken und dass der Mond gebirgig und zerklüftet ist.
Galileis Beiträge zur Mechanik sind ebenfalls bedeutend, wenn auch nicht so spektakulär wie die astronomischen Entdeckungen. Unter anderem beschreibt er, dass die Pendelbewegung von der Länge des Pendels abhängen. Er erfindet das Modell der schiefen Ebene und beobachtete, dass Beschleunigung und Geschwindigkeit verschiedene Dinge sind.
Kurzbiografie
Galileo Galilei wird am 15. Februar 1564 im italienischen Pisa als erstes von sieben Kindern geboren. Sein Vater ist ein bedeutender Musiker. Galilei bricht ein Medizinstudium ab und studiert Mathematik. 1592 wird der Hochbegabte mit 28 Jahren in Padua Professor und bleibt dort 18 Jahre lang. Er hat drei uneheliche Kinder mit Marina Gamba. Ab 1595 beginnt er, sich vermehrt für Astronomie zu interessieren und wird 1610 mit seiner Rückkehr nach Florenz der erste Mathematikprofessor ohne jede Lehrverpflichtung – er widmet sich ganz seiner Forschung. 1632 erscheint sein Werk «Dialogo». Als Reaktion werden auf kirchlichen Befehl all seine Schriften über das neue Weltbild verboten. Galilei wird 1633 verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Am 8. Januar 1642 stirbt er, erblindet, im Alter von 77 Jahren.
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