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Am 18.Juni 2016 feiern wir das Antoniusfest in Näfels. Um 11 Uhr ist in der Klosterkirche eine Andacht mit Einzelsegen (Antoniusreliquie). Anschliessend gibt es auf der Terasse die Antoniussuppe.
An seinem Festtag 13.Juni, ist um 19.30 Uhr in der Klosterkirche Näfels eine Veranstaltung zum Thema: "Sant Antoni, hilf mer suächä! Legenden und Wirklichkeiten rund um einen Volksheiligen"
Organisiert von den Freunden des Klosters Näfels.
Kurzinterview mit Pater Gottfried Egger OFM zum hl.Antonius von Padua und zur Frage der Heiligenverehrung
1. Wer war der hl.Antonius v. Padua?
Fernando Bulhoes, so sein Zivilname, kam 1190 oder 95 in Lissabon, Portugal auf die Welt. Jung trat er dem Orden der Augustinerchorherren bei und studierte Theologie.
Das Martyrium der ersten Franziskaner, Berard u. Gef., in Marokko beeindruckte ihn so sehr, dass er zu den Franziskanern übertrat und bekam zur Einkleidung den Namen Antonius. Sein Wunsch in Marokko für Christus zu wirken, wurde durch Krankheit vereitelt. Auf der Rückreise nach Portugal wurde er nach Sizilien verschlagen. Von dort aus zog er nach Assisi ans Generalkapitel, wo er den hl. Franz sehen konnte. Mit dem Provinzial der Romagna (Norditalien), nahm ihn 1221 mit und führte ihn in die Einsiedelei auf Monte Paolo bei Forlì.
Bei einer Priesterweihe wurde er aufgefordert ein paar geistliche Worte zu
sagen. Bei dieser improvisierten Rede offenbarte sich bei ihm ein bisher
unbekanntes Rednertalent. Das Provinzkapitel ernannte ihn danach gleich zum Prediger.
1222-24 wirkte er in Oberitalien gegen die Irrgläubigen, besonders in Rimini (Fischpredigt) und Mailand. 1224 folgte die Predigtperiode in Südfrankreich gegen die Albigenser zur Festigung der Katholiken. 1227-30 eine weitere in Oberitalien (in dieser Zeit war er auch Provinzial der Romagna), zuletzt in Padua. Franziskus ernannte ihn zum ersten Lehrer seines Ordens. Der Heilige starb am 13. Juni 1231 in Padua und wurde bereits elf Monate später heiliggesprochen.
Er ist der Wiederfinder verlorener Sachen und Vermittler von Ehepartner. Er wird für allen Anliegen angerufen. Ein Heiliger für alle!
2. Was ist für mich eines der eindrücklichsten Begebenheiten im Leben des hl. Antonius?
Zum Eindrücklichsten für mich gehört, dass der junge Augustinerchorherr Fernando zu tiefst beeindruckt ist vom Martyrium der ersten Franziskanern in Marokko. Das ist für
ihn ein Signal, selbst Franziskaner zu werden. Weiteres beeindruckt mich seine Bescheidenheit. Auf Monte Paolo lebte er ganz zurückgezogen, verrichtete einfache Hausarbeiten und betete viel. Er wurde zu einer Priesterweihe eingeladen. Dort wurde er aufgefordert, eine Rede für die Neugeweihten zu halten. Man dachte wohl daran,
dass dem einfachen Küchenbruder Antonius aus Portugal es niemand übelnehmen
würde, wenn er nicht brillant reden würde. Gerade das Gegenteil trat ein.
Die Brüder entdeckten, welche Redegewandtheit und welch tiefes Wissen über die hl.
Schrift in ihm schlummerten. Sie kamen nicht zum Staunen heraus.
Noch etwas Weiteres beeindruck mich sehr. Br. Antonius war ein hervorragender Prediger. Wie viele Menschenherzen konnte er da für Christus uns seine Botschaft
gewinnen! Ja, die Stadtregierung von Padua erliess am 15. März 1231 unter dem
Eindruck der Fastenpredigten des Heiligen ein neues Gesetz. Dort hiess es: „Auf Bitten des ehrwürdigen Bruders, des heiligmässigen Antonius, des Beichtvaters aus dem Orden der Minderbrüder, darf künftig kein Schuldner oder Bürge persönlich seiner Freiheit beraubt werden, wenn er zahlungsunfähig ist. Haften kann er in einem solchen Fall mit seinem Besitz, aber nicht mit seiner Person.“ Es ist doch interessant zu sehen. Dieses Gesetz wurde durch einen Menschen hervorgerufen, der nie eine politische Macht innehatte oder sich auf eine Lobby hätte berufen können. Allein seine spirituelle Autorität und die Autorität des Wortes Gottes, das er in seinen Predigten unermüdlich verkündete, bewirkten eine Gesetzesänderung. Wir könnten das als eines der grössten Wunder betrachten, das Antonius für seine geliebte Stadt Padua erwirkte!
3. Was ist die Heiligenverehrung?
Die Heiligenverehrung hat in der kath. und der orthodoxen Kirche eine lange
Tradition. Sie ist Ausdruck des Glaubens an die lebendige Gemeinschaft der
Glaubenden an Christus, die im Tod nicht zu Ende ist, sondern von Gott zur
Vollendung geführt wird.
In den neutestamentlichen Schriften werden alle, die durch die Taufe in die Gemeinschaft der Glaubenden eingegliedert werden, als Heilige bezeichnet.
Dieses für Gott ausgesondert sein (das meint heilig) gilt in besonderer Weise
für jene, die bereits durch den Tod mit Gott vereinigt sind. Es geht aber nicht
so sehr darum, was diese Menschen alles getan haben, sondern in erster Linie,
was Gott durch sie in unserer Welt gewirkt hat. Die Angst, die Verehrung der Heiligen gehe auf Kosten der Gottesverehrung, ist unbegründet. Richtig gepflegte Heiligenverehrung ist Lob Gottes. ER bekommt das Lob dadurch, was ER im Leben der Heiligen gewirkt hat.
Mit den Selig- und Heiligsprechungen der Kirche, will sie öffentlich bekunden, dass
diese Menschen, die als Heilige verehrt werden, echte Vorbilder des christlichen Lebens sind und sie als Fürbitter bei Gottes Thron angerufen werden können. So stand bereits auf einer frühchristlichen Grabplatte: „Gentianus, bitte für uns; denn wir wissen das du in Christus bist!“
4. Hat der heilige Antonius von Padua dir auch schon geholfen?
Ich habe seit meiner Kindheit eine tiefe Verehrung zum hl. Antonius. Immer wenn ich etwas verloren hatte, keinen Ausweg mehr wusste, ging ich vor sein Bild, das in unserem Wohnzimmer hing und klagte dem Heiligen meine Not. Er hat mir tatsächlich immer geholfen.
Auch heute, wenn ich etwas Schweres zu erledigen habe, oder wenn mich Kranke ums Gebet bitten, nehme ich oft beim Santo, beim hl. Antonius Zuflucht. Er ist ein Helfer
in allen Nöten. Das kann ich bezeugen.