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von Ulrike B Gollnick
Ein Bauprojekt im Bereich der 1963 entdeckten Burg Gams bot Anlass für die Notgrabungen in den Jahren 1999 und 2000: Ein Anbau sollte an das im Originalbestand erhaltene Toggenburger Bauernhaus aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert errichtet werden. Da urkundliche Nachrichten über die Burg fehlen, bilden die Ergebnisse der Ausgrabungen die einzigen Hinweise auf den Standort und die Gestalt der bis zu vier Meter hoch erhaltenen Burgruine.
Die Burganlage besteht aus einer einphasigen Kernburg auf trapezförmigem Grundriss mit Wohn- und Hofbereich und einer Umfassungsmauer, die Wohngebäude einschliesst. Die topographische Situation der Geländeterrasse lässt auf eine ehemalige Ausdehnung von 90 m × 50 m schliessen. Funddatierung, 14C-Analysen und Mauertechnik belegen, dass die Burg nur im 13. Jahrhundert bewohnt war. Sie wurde durch eine einzige mächtige Erschütterung, möglicherweise ein Erdbeben, zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Über ihre Erbauer und Bewohner geben die archäologischen Befunde und Funde (Tierknochen, Waffenteile, Bronzegussabfall, unglasierte Geschirr- und Ofenkeramik) nur bedingt Auskunft. Ein Kachelofen und ein reich verziertes Keramikgefäss repräsentieren wohl kaum die gesamte Ausstattung, sind aber als ein Hinweis auf einen gewissen Wohlstand der Burgherren von Gams zu werten.
, Ulrike B : Burgruine Gams – Archäologische Ausgrabungen und Bauanalyse
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 6. Jahrgang 2001, Heft 1, .