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Viel trinken!
Die meisten Schwangeren trinken automatisch mehr, weil sie durstiger sind. Das hat mehrere Gründe: Das Blutvolumen nimmt um etwa einen Liter zu, und dazu braucht es mehr Flüssigkeitszufuhr. Das Kind benötigt Wasser als „Vehikel“ für Nährstoffe, Stoffwechselprozesse und den eigenen Kreislauf. Und Schwangere schwitzen leichter, verlieren also mehr Flüssigkeit über die Haut, weil ihr Wasserumsatz im Stoffwechsel zunimmt.
Viel trinken hilft aber auch gegen Verstopfung, eine der typischen Beschwerden während einer Schwangerschaft. Ausserdem kann es bei einer vermehrten Urinproduktion und -ausscheidung weniger leicht zu Harnwegsinfekten kommen. Und wer zu wenig trinkt, bekommt Kopfschmerzen, kann sich nicht konzentrieren und hat eine schlechtere Haut.
Schwangere sollten täglich mindestens acht Gläser oder 1,0 bis 1,5 Liter Flüssigkeit trinken.Vor allem soll man darauf achten, das Wasser nicht auf einmal zu trinken, sondern über den Tag verteilt in kleineren Mengen zu sich zu nehmen. Das kann regelmässig zu den Mahlzeiten sein.
An sehr heissen Tagen ist eine höhere Flüssigkeitszufuhr notwendig. Wichtig: Immer auf die Zeichen des eigenen Körpers achten - als trinken, wenn man Durst hat. Anzeichen einer Dehydrierung können ausserdem Herzklopfen, Schwächeanfälle und Schwindel sein.
Wenn sich aber die Flüssigkeitsmenge im Körper erhöht, entsteht leicht ein Missverhältnis im Elektrolythaushalt. Um dem vorzubeugen, müssen die Mineralien ergänzt werden. Das beste Getränk ist natürliches Mineralwasser. Die Mineralstoffe liegen hierin frei und ionisiert vor. Das bedeutet, sie sind für den Organismus sofort verfügbar. Ein natriumhaltiges und magnesiumreiches Mineralwasser ist empfehlenswert, um den Salzhaushalt auszugleichen und Wadenkrämpfe zu vermeiden. Ein kalziumreiches Wasser unterstützt die ab dem vierten Schwangerschaftsmonat beginnende Knochenbildung beim Fetus.
In der Tagesmenge sollte ein halber Liter möglichst fettarme Milch (keine Rohmilch!) eingeschlossen sein. Ungesüsste Fruchtsäfte, verdünnt mit Wasser, oder milde Kräuter- und Früchtetees sind ebenfalls empfehlenswert. Viele Lebensmittelgeschäfte, Naturkostläden und Apotheken bieten zudem spezielle Schwangerschafts-Teemischungen an. Aber auch andere Tees sind geeignet. In den letzten Monaten sollte aber darauf geachtet werden, wehenfördernde Kräuter und Gewürze (Kardamom, Ingwer, Nelken und andere) zu meiden.
Gesüsste Fruchtsäfte sind sehr kalorienhaltig und sollten nur mit Wasser verdünnt getrunken werden. Süsse Limonaden und Getränke wie Malzbier belasten die Energiebilanz und verdrängen Nährstoffe, die in natürlichen Lebensmitteln und Getränken enthalten sind. Getränke mit künstlichem Süssstoff (z.B. Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin DC, Saccharin und Thaumatin) sind in der Schwangerschaft kein Problem. Getränke mit Zuckeraustauschstoffen (z.B. Sorbit, Xylit, Mannit, Isomalt und Laktit) können allerdings leicht abführend wirken.
Einige Getränke sind in der Schwangerschaft dagegen eher ungünstig. Kohlensäurehaltige Getränke können Magenbrennen und Blähungen verstärken. Stille Wasser sind deshalb sprudelnden vorzuziehen. Kaffee, Cola, Kakao und Schwarztee enthalten Koffein und Theobromin und dürfen nur noch in kleineren Mengen konsumiert werden. Dasselbe gilt für die beliebten Energy-Drinks (Red Bull etc.). Alkohol sollte für Schwangere gänzlich tabu sein. Chinin-haltige Limonaden (Tonic Water, Bitter Lemon) sind in grösseren Mengen für Schwangere nicht zu empfehlen, da sie Wehen auslösen und beim Neugeborenen zu Problemen mit dem Zuckerstoffwechsel führen können.
Häufige Fragen zum Thema
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Weniger Kaffee in der Schwangerschaft: Eine skandinavische Studie fand bis zu 28 g weniger Geburtsgewicht für jede 100-mg-Portion Koffein am Tag (eine Tasse Filterkaffee, zwei kleine Espressi oder zwei bis drei Tassen Schwarztee). Koffein bewirkt, dass sich die Gebärmuttergefässe zusammenziehen und die Plazenta schlechter durchblutet wird, was das Wachstum des Feten beeinträchtigt. Die Forscher empfehlen werdenden Müttern daher generell, ihren Koffeinkonsum so weit wie möglich einzuschränken. Die von internationalen Experten empfohlene Obergrenze liegt bei 200 mg Koffein pro Tag. (swissmom Newsticker vom 16.4.2013)
Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH