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Rafael Nadal wird auch dieses Jahr die ATP Finals nicht gewinnen. Der Weltranglistenerste gewann zwar sein dritten Gruppenspiel in der Londoner O2 Arena gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas 6:7 (4:7), 6:4, 7:5, da aber am Abend Alexander Zverev gegen den bereits zuvor ausgeschiedenen Russen Daniil Medwedew ebenfalls gewann, schied Nadal trotz zwei Siegen in den drei Gruppenspielen wegen des schlechteren Satzverhältnisses aus.
Damit trifft Roger Federer in den Halbfinals am Samstag um 15.00 Uhr auf Tsitsipas und der Titelverteidiger Zverev am Abend auf den Österreicher Dominic Thiem.
Die Grosse Gefahr für Federer
Zwar hat Roger Federer einen Tag Pause vor seinem Halbfinal gegen Stefanos Tsitsipas oder Rafael Nadal, doch er muss nach dem emotionalen und euphorisierenden Triumph gegen Novak Djokovic sehr schnell wieder in den Wettkampf-Modus zurückschalten. Wenn man gegen Djokovic oder Nadal gewinnt, ist dies normalerweise ein Final oder zumindest folgt danach nur noch der Final. Nun muss Federer aber am Samstag um 15.00 Uhr für einen Halbfinal bereit sein, bei dem er gegen Stefanos Tsitsipas als klarer Favorit ins Spiel gehen wird.
Er kennt die Tücken dieser Situation. Speziell vor zwei Jahren schien alles für seinen siebten Masters-Titel aufgelegt, als neben ihm mit David Goffin, Grigor Dimitrov und Jack Sock drei absolute Aussenseiter – die Nummern 6 bis 8 des Turniers – im Halbfinal standen. Gegen keinen hatte Federer in der Vergangenheit verloren, doch dann wurde er von Goffin überrascht. Auch im letzten Jahr hatte Alexander Zverev kaum einer zugetraut, dass er Federer (und nachher im Final auch Djokovic) bezwingen würde.
Wäre Nadal einfacherer Gegner?
«Ich hatte in beiden Spielen meine Chancen», denkt Federer an die beiden verlorenen Halbfinals zurück. «Und meine Gegner mussten sehr gut spielen, um mich zu schlagen.» Der Rekord-Champion, dessen letzter Masters-Titel aber acht Jahre zurückliegt, gibt zu, dass seine Vorbereitung auf ein Spiel gegen Djokovic oder Nadal anders ist als gegen “gewöhnliche” Gegner. «Das merkt man daran, wie viel Zeit ich und mein Team uns für die Vorbereitung nehmen, Vor dem Djokovic-Match war es über eine Stunde, sonst manchmal nicht mehr als fünf Minuten.»
Insofern wäre Nadal wahrscheinlich der einfachere Halbfinal-Gegner gewesen. Stattdessen ist es nun mit Tsitsipas einer der Aufsteiger des Jahres, dem die Bedingungen viel eher entgegen kommen als dem Welttanglistenersten aus Spanien, der trotz seines Sieges gegen den Griechen ausschied. «Er nimmt den Ball vor allem auf der Vorhand unglaublich früh, kann auch gut servieren», analysiert Federer. «Er nützt jede Gelegenheit, ans Netz zu kommen, so wie ich. Es ist sicher gut, dass ich ihn die letzten beiden Male in Dubai und Basel geschlagen habe und den Trend drehen konnte.» Anfang Jahr hatte Federer beim Hopman Cup und bei der Niederlage am Australian Open grösste Mühe, den Aufschlag des 17 Jahre jüngeren Griechen zu lesen.
«Ich muss einen klaren Kopf haben»
Eines ist dem Schweizer besonders wichtig. «Ich muss einen klaren Kopf haben, Indoor darfst du dich nicht hinterfragen.» Wenn dann einer besser sei, könne er das gut akzeptieren. «Was ich nicht akzeptieren kann, ist, wenn ich vorsichtig spiele und verliere.» Und eines macht Federer auch klar: «Ich träume jetzt sicher noch nicht vom Titel.» Das wäre nach den letzten beiden Jahren auch nicht zu empfehlen.