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Bereits vor einem Jahr hatte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in seinem "
Projektbericht 2020"
bekannt gegeben, dass die Realisierung von drei neuen Rechenzentren für die Armee und die Bundesverwaltung rund 250 Millionen Franken teurer als ursprünglich geplant
werde. Veranschlagt wurden rund 1,1 Milliarden Franken, der Abschluss des Projekts wurde für 2028 vorgesehen – 5 Jahre später als ursprünglich geplant.
Wie aus dem jetzt publizierten "Projektbericht 2021" hervorgeht, kommt es zu weiteren Verzögerungen. Als Projektende für "Rechenzentrum VBS/Bund" wird nun 2030 angegeben. "Mit der Verschiebung des Kreditantrages für das Rechenzentrum 'Kastro II' von 2019 auf das Jahr 2024 wird das Projekt voraussichtlich 2030 abgeschlossen."
Kein ziviles RZ in "Kastro II"
Die Bundeskanzlei (Abteilung Digitale Transformation und Informatik DTI) verzichte auf eine Integration des zivilen Rechenzentrums "Primus" in "Kastro II", heisst es weiter. Auf Grund dieses Entscheides sei im August 2021 die ursprüngliche Projektplanung für die Anlage abgebrochen und mit "der Vorprojektplanung der redimensionierten Anlage" gestartet worden. Der Planungsprozess werde bis Mitte 2022 dauern. Anschliessend erfolge die Bauprojektplanung.
Was die Architektur und Infrastruktur betreffe, werde die Personalsituation als kritisch beurteilt. "Es sind zu wenig Personal-Ressourcen vorhanden, um parallel den laufenden Betrieb der Armeeinformatik sicherzustellen und gleichzeitig die weiteren IKT-Projekte zu bewältigen. Die Gruppe Verteidigung hat die Ressourcen und Kompetenzen, um das Projekt längerfristig wieder auf Kurs zu bringen. Sie hat die IKT-Gesamtplanung verabschiedet und darauf basierend Massnahmen ergriffen."
Bau wird teurer werden
Die geplanten Investitionen für "Rechenzentrum VBS/Bund" betragen nun 1,053 Milliarden. Das ist weniger als noch im letzten Bericht. Sie fallen "74 Millionen Franken tiefer aus, da die zweite Ausbauetappe in der aktuellen Planung (vorläufig) nicht mehr enthalten ist", so das VBS. Die Kosten für "Kastro II" sind in diesen Zahlen allerdings noch nicht enthalten. Die Kosten würden erst im Rahmen des Vorprojekts erhoben werden.
"Der Bau des Rechenzentrums Kastro II am neuen Standort wird teurer werden als die ursprünglich geplante Ausführung in Mitholz. Dies, weil am neuen Standort keine Synergien mit bestehenden Anlagenteilen vorhanden sind", schreibt das VBS. Wie viel teurer, wird wohl erst mit dem entsprechenden Kreditantrag klar.
Auch die Beurteilung der vier Punkte Ziele, Finanzen, Personal und Zeit beim Gesamtprojekt hat sich verschlechtert. Hiess es per Ende 2020 noch bei allen Punkten "knapp (knapp)", steht nun überall "ungenügend (knapp)".