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Mathieu, 20, Freiwilliger mit vielen Rollen
Physik- und Informatik-Olympiade
Magst du dich kurz vorstellen?
Ich komme aus Sion im Wallis, wo ich noch immer lebe, und habe dort den gesamten ersten Teil meiner akademischen Laufbahn absolviert, von der Grundschule bis zum Gymnasium (meine Schwerpunktfächer waren Biologie und Chemie). Während meiner Zeit am Gymnasium hatte ich die Chance, statt dem Mathematikunterricht der Mittelschule das "Euler"-Programm der EPFL zu besuchen. Zurzeit mache ich meinen Bachelor und studiere Physik an der EPFL.
In meiner Freizeit musiziere ich in einer Gruppe. Ich habe aufgehört, die Jahre zu zählen, die ich schon Klarinette spiele!
Das Schweizer Team befand sich im Emmental und wir hatten im Hintergrund das Geräusch von Kühen, die unter unserem Fenster vorbeizogen, während über die Videokonferenz aus einem anderen Teilnehmerland ein Gebetsruf zu uns drang.
Was bedeutet dir die Freiwilligenarbeit?
Für mich ist es eine Gelegenheit, meiner Teilnahme an den Wissenschaft-Olympiaden eine logische Fortsetzung zu geben. Als ehemaliger Teilnehmer gibt mir mein Engagement als Freiwilliger die Möglichkeit, meine Erfahrungen weiterzugeben, indem ich junge Menschen begleite.
Wie hast du deine eigene Teilnahme erlebt?
Wie hast du von der Olympiade erfahren?
Im Gymnasium hingen zwei Poster in den Chemie- und Physiklaboren, aber die Lehrpersonen erwähnten die Olympiaden nicht. Ein anderer Jugendlicher, der ebenfalls am Euler-Programm teilnahm, erwähnte in einem Gespräch die Mathematik-Olympiade. Nachdem ich mich angemeldet hatte, war es einfach, von der Schulleitung ein Dispens zu bekommen, damit ich an den vom Verein organisierten Trainings und den Wettbewerben teilnehmen konnte. Mit den Lehrern habe ich nicht trainiert, aber wir haben uns in den Pausen darüber ausgetauscht, was wir in den verschiedenen Phasen des Wettbewerbs gemacht haben.
Was hat dich motiviert, teilzunehmen?
Es klang interessant! Ich habe mehrmals an den Olympiaden teilgenommen und es gab tatsächlich Themen, die den in der Schule unterrichteten Fächern entsprachen (Mathematik, Informatik, Chemie und Physik), aber vor allem kamen auch Themen vor, die im Unterricht nicht behandelt werden. Ich habe sehr viel Neues gelernt, z. B. Programmieren bei der Informatik-Olympiade oder intensivere Laborarbeiten.
Wie hat sich die Teilnahme an der Olympiade auf dein Leben ausgewirkt?
Ich habe viele Leute kennengelernt und viele Orte in der Schweiz besucht. Ich hatte zum Beispiel die Möglichkeit, an der Verleihung der Schweizer Wissenschaftspreise teilzunehmen und Labors in Zürich zu besuchen. Ich denke auch, dass sich meine Teilnahme positiv auf meinen Lebenslauf auswirken könnte.
Wie sieht deine Freiwilligenarbeit aus?
Ich bin seit 2021 ehrenamtlich tätig und engagiere mich bei der Physik- und Informatik-Olympiade, für die ich verschiedene Aufgaben übernehme: Prüfungen erstellen, übersetzen, Veranstaltungen organisieren (z. B. Vorbereitungsworkshops in Informatik) und unterrichten. Somit arbeite ich für zwei Vereine gleichzeitig. Trotzdem ist es machbar. Die Olympiaden kennen den akademischen Kalender und passen sich daran an; viele Veranstaltungen finden in den Ferien und an Wochenenden statt.
Als Freiwilliger aus der Romandie ist mein Beitrag zu den Übersetzungen für die Förderung der Chancengleichheit insofern von zentraler Bedeutung, als ich dadurch französischsprachige Jugendliche zur Teilnahme an unseren Wettbewerben ermutige.
Was gefällt dir bei der Freiwilligenarbeit am besten?
Ich kann das Abenteuer fortsetzen, indem ich auf eine andere Art und Weise teilnehme, und das ist genial, denn es wäre schade, wenn es schon zu Ende wäre! Mein Engagement ermöglicht mir einen Blick hinter die Kulissen. Es ist auch eine Gelegenheit, mit Fächern in Verbindung zu bleiben, mit denen ich mich im Studium nicht mehr jeden Tag auseinandersetze. Ausserdem lerne ich immer wieder neue Leute kennen, für die ich hilfreich sein kann, indem ich sie während der Wettbewerbe begleite und meine Erfahrungen mit ihnen teile. Und ich habe weiterhin die Gelegenheit, die Schweiz zu bereisen.
Was findest du schwierig an der Freiwilligenarbeit?
Am Anfang war es für mich etwas seltsam, dass die Teilnehmenden zu mir kamen und mir Fragen zum Stoff stellten, obwohl ich ein paar Monate zuvor noch an ihrer Stelle gewesen war. Man muss dann versuchen, ihnen so gut wie möglich zu antworten, insbesondere indem man eine erfahrenere Person um Rat fragt. In meiner Anfangszeit habe ich durch die Teamarbeit mit den "alten" Freiwilligen viel gelernt!
Was ist deine schönste Erinnerung im Zusammenhang mit den Wissenschafts-Olympiaden?
Mein bestes Erlebnis war die Internationale Physik-Olympiade, die aufgrund von Covid-19 online stattfand. Das Schweizer Team befand sich im Emmental und wir hatten im Hintergrund das Geräusch von Kühen, die unter unserem Fenster vorbeizogen, während über die Videokonferenz aus einem anderen Teilnehmerland ein Gebetsruf zu uns drang. Obwohl die Olympiade in der Schweiz stattfand, bleibt dies bis heute eine Erinnerung an den internationalen Charakter dieses Wettbewerbs.
Was kannst du als Freiwilliger den Teilnehmenden mitgeben? Was möchtest du ihnen durch dein Engagement vermitteln?
Wie bereits erwähnt, bin ich im Rahmen meines Engagements auf mehreren Ebenen aktiv. Als Freiwilliger aus der Romandie ist mein Beitrag zu den Übersetzungen für die Förderung der Chancengleichheit insofern von zentraler Bedeutung, als ich dadurch französischsprachige Jugendliche zur Teilnahme an unseren Wettbewerben ermutige.
Was würdest du Teilnehmenden sagen, um sie für die Freiwilligenarbeit bei der Wissenschafts-Olympiade zu motivieren?
Ich würde ihnen sagen, dass die Freiwilligenarbeit auch die Chance bietet, weiter zu lernen. Man lernt genauso viel, wenn man eine Prüfung entwirft, wie wenn man sie löst! Ausserdem hat man einfach eine gute Zeit: Der "Spassfaktor" der Aktivitäten bleibt gleich!
Was bringt die Zukunft der Wissenschafts-Olympiaden?
Wie stellst du dir deine Olympiade in zehn Jahren vor?
Ich würde mir wünschen, dass die Menschen mehr über Olympiaden wissen. Nicht nur die Fächer, für die ich arbeite, sondern die Wissenschafts-Olympiaden im Allgemeinen. Unsere Wettbewerbe sollten sichtbarer werden.