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Der Song: „America is waiting“ vom Album: „My Life in the Bush of Ghosts” ist repräsentativ für die kreative Schaffensphase der frühen 1980er Jahre von David Bryne. Gemäss Allmusic.com werden verschiedenste Rock/Folk/Pop-Elemente aus der ganzen Welt in den Liedern verarbeitet:” from radio talk-show hosts, Lebanese mountain singers, preachers, exorcism ceremonies, Muslim chanting, and Egyptian pop, among others.“[1] Nicht nur der Song „America is waiting“, sondern das ganze Album sind bahnbrechend für den Rock der 1980er Jahre:“ The songs on My Life in the Bush of Ghosts present myriad elements from around the world in the same jumbled stew, without regard for race, creed, or color. As such, it’s a tremendously prescient record for the future development of music during the 1980s and ’90s. »[2]
Erstmals in der Geschichte der Popmusik, wurden enorme Mengen an Samples verwendet und in die Songs eingepflanzt. „Rather than featuring conventional pop or rock singing, most of the vocals are sampled from other sources, such as commercial recordings ofArabic singers, radio disc jockeys, and an exorcist. Musicians had previously used similar sampling techniques, but critic Dave Simpson declares it had never before been used „to such cataclysmic effect“ as on My Life.”[3]
Das Album wurde vollständig analog aufgenommen, was einen grossen Aufwand mit sich brachte und gemäss dem Motto: “Versuch und Irrtum” aufgebaut wurde:” the vocalists were recorded sometimes several decades before being re-appropriated by Eno and Byrne, and the voices often seemed to take on unanticipated qualities when placed in the new context.”[4]
Album Cover: Everything That Happens Will Happen Today (2008)
David Byrne & Brian Eno (2008)
Der Song Home stammt aus dem Album: „Everything That Happens Will Happen Today“ von 2008, welches nach 27 Jahren eine erneute Kooperation und Zusammenarbeit des Talking Heads Frontman David Byrne und dem Produzenten Brian Eno darstellt. Beide hatte ja bereits mit dem Album „My Life in the Bush of Ghosts” aus dem Jahre 1981 ihre Qualitäten im konstruktiven gemeinsamen Schaffen unter Beweis gestellt dementsprechend hoch fallen die Erwartungen auch an dieses Werk aus. In welche Klangwelten wird das Duo den Hörer diesemal entführen. Dieses Album erfüllt all diese Erwartungen und ist dennoch ganz anders.
Das Album beginnt mit einem der stärksten Songs der gesamten Platte. Eine akustische Gitarre erklingt und Byrne’s einsetzender Gesang im Titel „Home” machen schnell klar das auf dieser Platte vieles anders ist als in früheren Werken der beiden Protagonisten.1 Songs wie Home kommen langsamer und einfacher daher als wir dies von diesem Duo gewöhnt sind überzeugen aber durch die poetische Kraft ihrer Texte und die Eingängigkeit der einfacheren Melodien.2 David Bryne ’s Texte sind in ihrer lyrischen Qualität emotional sehr bewegend. In „Home” beschreibt er die menschliche Entwicklung und deren Identitätskrisen auf der Suche nach einer imaginären Sicherheit oder Heimat die doch so nur in der Erinnerung existieren kann.3
Die meisten der Stücke dieser Platte spiegeln den entspannten und fruchtbaren Schaffensprozess ihrer musikalischen Väter wieder. Exemplarisch sei hierfür der Song „Strange Overtones” erwähnt in welchem Bryne über das Songschreiben selbst singt und reflektiert. Das Stück mit seinem schleifenden Rhythmus und der eingängigen Melodie kling als könne er auch ein Talking Heads Song sein.4
Die neue Kooperation dieses Duos ist mehr als nur gut hörbar und unterhaltsam und damit alles was eine Platte sein muss. Ob dieses Werk einen ähnlichen Einfluss wie „My Life in the Bush of Ghosts” haben wird, wird die Zukunft zeigen.
Crosseyed and Painless ist eine Singel vom Album «Remain in Light» und erschien im Jahre 1980.
Der AllMusic Rezensent beschreibt «Remain in Light» als eines der einflussreichsten und innovativsten Alben der Pop Musik. Es handelt sich dabei um das dritte Album, das in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Brian Eno entstanden ist.
Den Talking Heads und Brian Eno gelang eine spannende Kombination, indem sie Tanz- und Rockmusik miteinander verbanden. In Crosseyed and Painless sind die für die Talking Heads typischen Einflüsse afrikanischer Musik zu hören, die David Byrne und Brian Eno in den Song geschickt einarbeiteten.1
Damit kreierten sie eine neue musikalische Klanglandschaft.
Die Lyrics handeln von einem Menschen, der von Kräften getrieben, irritiert und überwältigt wird, die ausserhalb seines Machtbereichs liegen.2David Byrnes Gesang wirkt passend zur Thematik des Songs etwas nervös und gehetzt. Gegen Ende des Liedes überrascht Byrne mit einem abgestimmten Rapteil.3 Dies ist vor allem beachtlich, wenn man bedenkt, dass zuerst nur das instrumentelle Gerüst für das Album «Remain in Light» produziert wurde.4Am Anfang wurde eine repetitive Rhythmusfigur festgelegt, der Länge des Liedes entsprechend und dann wurden weitere Elemente, wie Gitarrenriffs etc. hinzugefügt. Die Band und Eno feilten an den Songs und verflochten die verschiedenen Elemente, liessen einzelne Instrumente während gewissen Sequenzen verstummen und konstruierten so ihren neuen, innovativen Sound. Erst dann wurde nach einer Melodie und Lyrics für den Gesang gesucht. David Byrne und Brian Eno sangen im Studio eine wortlose, improvisierte Melodie zum Song ein und dann nahm David Byrne die Aufnahme mit zu sich nach Hause und schrieb die Lyrics dazu.5
Diese Art der Musikproduktion ist der Grund für den tranceartigen Stil von Crosseyed and Painless. Die Wechsel von einer Sequenz zur anderen sind häufig nicht durch die Melodie bestimmt, sondern durch strukturelle Unterschiede und variierenden Rhythmen.6
Talking Heads: «Crosseyed and Painless». Text und Musik: David Byrne, Brian Eno, Chris Frantz, Jerry Harrison und Tina Weymouth. Nachweis (Album): Remain in Light, 1980. Youtube Video: http://www.youtube.com/watch?v=wCmI0DwcchU (Abgerufen: 16. November 2014)
«Once in a Lifetime» wurde 1981 als erste Single aus dem Album «Remain in Light» der New-Wave-Band Talking Heads veröffentlicht. Das Lied wurde von David Byrne geschrieben und von Brian Eno produziert. Trotz des bescheidenen Chart-Erfolgs wurde der Song Kritiker-Liebling1 und vom National Public Radio zu einem der 100 wichtigsten amerikanischen musikalischen Werke des 20. Jahrhunderts ernannt.2 Das Lied wurde 1984 in den Film der Band Talking Heads «Stop Making Sense» integriert und dadurch zum Soundtrack des Films «Down and Out in Beverly Hills» nominiert.3
«Once in a Lifetime» zeichnet sich durch einen repetierenden Groove aus. Strukturiert ist der Song ganz klassisch mit Strophe und Refrain. Unterschiedliche Kombinationen von Instrumenten werden zu diversen Zeitpunkten im Lied ein- und ausgeschaltet. In den schwungvollen Chorus-Partien ist diese Zusammenstellung von andersartigen Instrumenten deutlich zu hören. Der Akkord wird nun auf einen reduziert, dies bricht die 3-Akkorde-Regel von Punk Rock. Aufgrund dessen besteht zwar das Risiko, dass das Stück zu langweilig und repetitiv wirkt, aber es hat auch seine Vorteile. Der Groove wird akzentuiert, der Song wird dadurch tranceartig (ähnlich wie minimale klassische Musik), ekstatisch bzw. verwandt mit afrikanischer Musik.4 Im Video wird dies durch Einblendungen der afrikanischen traditionellen Ritualszenen und durch sie nachahmende Bewegungen von Byrne betont.
Das fünfte Album der Talking Heads, “True Stories”, wird von den meisten Kritikern als das schlechteste Album der Band angesehen.1 Dieses wurde als Soundtrack für den gleichnamigen Film erschaffen, dessen Regisseur David Byrne war. Später entschied er, dass die Band und nicht die Schauspieler auf der offizielen CD spielen und singen sollten. Das Album wurde schnell im Studio aufgenommen. “Wild Wild Life” entstand als eines der Lieder für den Film. Dieses sollte helfen, die Produktion des Filmes zu finanzieren.2 Erfolgreich wurde “Wild Wild Life” vor allem nach der Veröffentlichung des Musikvideos. Dieses bekam zwei MTV Video Music Awards3 und erschien auch später auf der Liste der 100 besten Music Videos auf NME.4
Während des ganzen Videos ist zu sehen, wie die Band vor einem Country-Publikum spielt und tanzt, mit vielen Fernsehern im Hintergrund. Ab und zu sind Filmausschnitte aus dem Film zu sehen. Speziell an der Band in der Videoaufnahme ist, dass der Sänger immer wieder mit einer anderen Person abwechselt. Von einer Frau mit gelben Kleidern, Männern mit sehr unterschiedlichem Aussehen, bis zu Prince (oder zumindest ein Mann als ihn verkleidet), fast alle von den Schauspielern des Filmes dargestellt. Der Film ist eine ironische Dokumentation des „American Way of Life“. Mit dem Text des Lieds machen die Talking Heads drauf aufmerksam, dass sie „Satire und Gesellschaftskritik aud den Punkrock zurücknahmen und sie diese in die ‚New Wave‘ vepackt und gezogen haben.“5
Obwohl das Lied in 1986 veröffentlicht wurde, hatten es die Talking Heads nie auf einem Konzert gespielt. Erst in 2013 wurde “Wild Wild Life” von David Byrne auf einem Konzert aufgeführt, als er auf Tour mit St. Vincent war. Auch sie wechselten sich Zeile für Zeile mit dem Gesang ab.
Die letzte Zusammenarbeit von David Byrne und Brian Eno brachte das 2008 veröffentlichten Album: „Everything That Happens Will Happen Today“ hervor. Natürlich waren die Erwartungen an die beiden Künstler hoch, da sie uns mit Platten wie „My Life in the Bush of Ghosts“ und „Remain in Light“ in damals noch sehr unbekannte Klangwelten geführt haben. Das neue Album stand den alten um nichts nach, auch wenn dieses ganz anders tönt und unterschiedlich produziert wurde. In „My Life in the Bush of Ghosts“ haben Brian und David zusammen an Tracks rumgeschnitten und mit neuen Klängen experimentiert, wobei sie sogar so weit gingen, Songs aus dem Radio aufzuzeichnen und in ihre neuen Tracks miteinfliessen zu lassen.1 Im Album von 2008 findet man jedoch keine solch enge Kollaboration der beiden Musiker, vielmehr arbeiteten beide für sich an ihrem Teil des Produktionsprozesses: Eno schrieb die Musik und Byrne sang. Thom Jurek von Allmusic.com beschreibt die Lieder als „loopy pop tunes“, wobei Eno seine rhythmische und elektronische Palette einfliessen liess und Byrne die Lieder mit seinem Folk und Gospel verfeinerte. Zusammen ergab dies dann: „Folk-electronic-Gospel“.2 Brian Eno arbeitete schon seit acht Jahren an verschiedensten Musiksamples, welche er zu Songs verarbeiten wollte, jedoch gelang ihm dies nicht, zumindest nicht zu seiner Zufriedenheit. Daher traf er sich mit David Byrne, und die erneute Zusammenarbeit begann 2006. Eno schickte seine instrumentelle Musik oder „sonic experiments“ – wie er sie nennt – als MP3 Datei via E-mail an David. Dieser spielte die Dateien dann in eine Recording-Software ein und experimentierte, welche Art Vocals zu dieser Melodie passen könnten. Byrne erarbeitete mittels „Scat-Gesang“ den Sound, welchen er den Liedern geben mochte, und erst wenn für ihn die Melodie und das Zusammenspiel mit der rhythmisch musikalischen Basis richtig klangen, wagte er sich an die Songtexte. Dabei achtete er darauf, dass die Wortwahl und Nachricht der Lyrics zu der Stimmung des Liedes passten.3
Beim Song „I Feel My Stuff” war dieser Entstehungsprozess allerdings ein wenig anders. Ein Teil der Vocals (Video 1: 05:10) hatte Byrne bereits früher einmal im Studio von Eno aufgenommen und sie dann in dieses Lied einfliessen lassen. Ihm war es wichtig, verschiedene Charakteristika in seine Stimme zu bringen, um einen Überraschungseffekt zu erzeugen.4
Brian Eno and David Byrne: «I Feel My Stuff». (Album): Everything That Happens Will Happen Today, 2008. A Film by Hillman Curtis Vimeo Video: http://player.vimeo.com/video/15102646 (Abgerufen: 14. Oktober 2014)
„I Zimbra“ ist Musikgeschichte. In diesem Song verwenden die Talking Heads zum ersten Mal die wesentlichen Zutaten, mit denen sie ein Jahr später ihr Meisterwerk „Remain in Light“ (1980) produzieren.
Der Song erschien 1979 auf dem Talking Heads Album „Fear of Music“. In einem Interview 1997 erläutert der Keyboarder der Band, Jerry Harrison, das ganze nachfolgende Album „Remain in Light“baue eigentlich auf dem Song „I Zimbra“ aus dem Voralbum auf.1
„Fear of Music“ war die zweite Zusammenarbeit der Talking Heads mit Brian Eno. Das Album entstand mit einem mobilen Studio. Wie schon bei der ersten Produktion durch Eno, wurden die Tracks im Plenum aufgenommen und nicht aus den isolierten Aufnahmen der einzelnen Instrumente zusammengesetzt. Einzig Byrnes Gesang wurde im Nachhinein darüber gelegt. Byrne bezeichnet dieses Aufnahmeverfahren rückblickend als viel angenehmer gegenüber der isolierten Aufzeichnungstechnik.2
Während der Zeit der Entstehung von „Fear of Music“ entwickelten Byrne und Eno ein grosses Interesse für fremdländische Musik sowie Rhythmen und Klänge im Zusammenhang mit Ritualen.3
Der Song „I Zimbra“, geschrieben von Eno und Byrne, lehnt sich an das lautmalerische Simultangedicht von Dada-Künstler Hugo Ball an4, der sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern im Zürcher Cabaret Voltaire bereits in den Jahren des ersten Weltkriegs mit afrikanischer Kunst, Ritualen und Zeremonien auseinander setzte. Die sinnfreien Textzeilen von „I Zimbra“ werden grösstenteils aus Balls Gedicht „Gadji beri bimba“ übernommen.
Talking Heads: «I Zimbra» Album: Fear of Music, 1979.
„I Zimbra“ bewegt sich auf nur zwei Akkorden – was für den „Stripped-Down-Stil“ der Band an sich nichts Neues war. Das Konzept, das durch die Unterlegung mit afrikanischem Groove und dem sich steigernden instrumentellen Aufbau bis zum Höhepunkt im lautmalerischen Chorus entsteht, kündet aber gleichzeitig die funkorientierte Phase der Band an, die später in „Remain in Light“ zur Vollendung gebracht wird.
Burning Down The House wurde auf Talking Heads fünften Studioalbum Speaking In Tongues (1983) veröffentlicht. Der Song war der erste und einzige Top-10-Hit der Band. Allmusic1 bewertet das Album mit vier von fünf Sternen, beim Rolling Stone Magazin2 sind es sogar viereinhalb. Zudem wurde es auf Platz 54 der 100 Besten Albums der Achzigerjahre gewählt.3 Die Idee zum Song kam vom Schlagzeuger Chris Frantz; bei einem Konzertbesuch in New York fiel ihm das Publikum auf, welches der Band immer wieder die Phrase „Burn down the house“ entgegenschrie. Frantz berichtete David Byrne von dieser Erfahrung, welcher in Anlehnung daran den Song Burning Down The House schrieb.4 Das Rolling Stone Magazin betont das rhythmische Design, bestehend aus wirbelnden Trommelschlägen, federndem Synthesizer und einem Keyboard Solo. Trotz der komplexen Struktur erachtet das Magazin den Song als sehr tanzfähig.5
Speaking in Tongues wurde nicht mehr in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Brian Eno aufgenommen. Es klingt weniger düster und erinnerte an Werke aus früheren Schaffensperioden David Byrnes.6 Dieser erkärt, dass Talking Heads Angst vor einer Kategorisierung hatten – mit dem Album wollten sie beweisen, dass ihre Musik nicht einseitig ist. Obwohl das Album eher verspielt und fröhlich klingt, erhält es dennoch typische Talking Heads Elemente, wie beispielsweise den Afro-Funk, sowie die am ‚dance-orientierten‘ Klänge.7 Die sind auch in Burning Down The House enthalten. Während den Aufnahmen waren noch nicht alle Texte vollständig und Byrne hat improvisiert – manchmal entstanden so aus den Fantasiewörtern echte Texte. Dies ist ein Konzept, welcher er schon bei früheren Aufnahmen zusammen mit Brian Eno angewandt hatte.8 So soll Byrne auch gesagt haben, dass der Text des Songs keinerlei Sinn ergibt. Vielleicht ist er der Text ja auch in solch einer Improvisations-Session entstanden.
Am Anfang des Konzertfilms der Talking Heads„Stop Making Sense“ betritt David Byrne in hellem Anzug, mit akkustischer Gitarre und einem Ghettoblaster die Bühne. Er kündigt dem Publikum an, er habe da eine Kassette, die er abspielen wolle und drückt auf die Abspieltaste. Aus dem Off, über die Anlage eingespielt, ertönt der Rhythmus einer Roland TR-808 Drummaschine und Byrne legt los mit dem Lied „Psycho Killer“. Es ist eine unglaubliche Darstellung, die wir hier zu sehen bekommen. Byrne spielt selbst den psychopathischen Serienkiller. „I can’t seem to face up to the facts, I’m tense and nervous and I can’t relax.“ Genauso wirkt er, angespannt und nervös und fast ein bisschen bedrohlich. Dann wechselt Byrne die Ich-Perspektive und ins Französische und drückt durch den Text und seine Performance seine verstörende Schizophrenie aus. Mit minimalsten Mitteln erzielt Byrne eine grosse Wirkung, und obwohl „Psycho Killer“ bereits 1977 herauskam, wird das Stück vor allem nun, im Jahre 1984, zum ultimativen Hit.
Die TR-808 Roland Drummaschine war seit 1980 auf dem Markt und seit 1982 vereinzelt in verschiedenen populären Liedern zu hören, so zum Beispiel in Marvin Gayes „Sexual Healing“, in verschiedenen Lieder der R&B-Gruppe The S.O.S Band oder im Electro-Hip Hop-Stück „Planet Rock“ von Africa Bambataa.1Der Ghettoblaster oder die Boom-Box war bereits zur Ikone der realativ neu entstandenen Hip Hop-Kultur geworden. Verschiedene Modelle mit immer fetteren Bässen wurden gegeneinander in verschiedenen musikalischen und tänzerischen Konfrontationen, in sogenannten battles eingesetzt.2David Byrne benutzt hier den Ghettoblaster und die Drummaschine als Zitat der neuen urbanen Musikpraxis. Hip Hop war 1984 bereits längst aus dem Ghetto der Bronx in den Pop-Mainstream aufgestiegen. Drei Jahre zuvor hatte Blondie Rap-Elemente im Lied „Rapture“ verwendet, ein Jahr später Malcom McLaren.
Die Talking Heads spielten „Psycho Killer“ seit ihren Anfangszeiten immer wieder in verschiedenen Versionen. Auf der BBC Live-Sendung The Old Grey Whistle Test spielen die Talking Heads 1978 „Psycho Killer“ in einer extrem basslastigen Version.3 In einer frühen und komplett anderen Version in Kooperation mit dem Avantgarde-Cellisten und House-Musik-Pionier Arthur Russel lässt sich sehr gut der frühe Einfluss der Velvet Underground auf die Talking Heads erkennen.4
Im Film „Stop Making Sense“ kommt „Psycho Killer“ in glasklarer Qualität daher. Es ist keine Konzertaufnahme im klassischen Sinne. „Stop Making Sense“ wurde als erster Film überhaupt vollständig mit digitaler Audiotechnik produziert. Wir hören weder das Publikum noch irgendwelche Störgeräusche. Während David Byrne ekstatisch auf der Bühne herumstolpert fährt die Kamera umher. Die anderen Mitglieder der Talking Heads fangen langsam ihre Instrumente und Verstärker aufzubauen. Während des gesamten Filmes gesellen sich immer mehr Musiker zu Byrne. „Stop Making Sense“ wurde unter der Regie von Jonathan Demme an drei Abenden im Pantages Theater in Los Angeles aufgezeichnet. Die Performance der Talking Heads ist sorgfältig choreographiert. Immer wieder zeigt sich ihre ironische Distanz zum Dargestellten. 1985 wurde „Stop Making Sense“ von der National Society of Film Critics als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und überzeugt auch heute noch. 5
http://www.youtube.com/watch?v=V4prFmbjZ7M Talking Heads: «Psycho Killer (Stop Making Sense)». Text und Musik: David Byrne, Chris Frantz und Tina Weymouth. Nachweis (Album): EMI – EJ 2402431 (UK 1984). http://www.youtube.com/watch?v=V4prFmbjZ7M (Abgerufen: 14.11. 2014)