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Höhepunkt des politischen Aschermittwochs war das
rhetorische Feuerwerk Stoibers. Die zweistündige Marathonrede in
Passau begann eher steif. Stoiber verhaspelte sich zuerst und verwechselte
den Namen der Dreiländerhalle mit der Nibelungenhalle, die zu Zeit
abgebrochen wird. (Wir erinnerten uns an den Fernsehauftritt. bei dem er
Sabine Christiansen als Frau Merkel angesprochen hatte). Dann aber holte
er aus und sprach mit dem "Zweihänder". Stoiber steigerte sich. Er
schürte Emotionen und schlug rücksichtslos auf den politischen
Gegner ein. Selbstverständlich war alles ein leichtes Heimspiel.
Der grösste Stammtisch der Nation jubelte Stoiber frenetisch zu.

Stichworte wie Mautpanne, Dosenpfand usw. garantierten Lachsalven.
Stoiber kam immer mehr in Fahrt, er überschritt ab und zu die Grenze
des Zulässigen. Polemik dominierte. So verglich er die riesige
Verschuldung mit den Verhältnissen der Weimarer Republik. Zwar nahm
Stoiber diesen Faux pas unverzüglich zurück.
Es gab harte Schläge: Eichel titulierte er als Hochstapler.
Schröder ist der teuerste Lehrling Deutschlands. Spott und Hohn
dominierten. Die Regierung könne nichts - nur Schulden machen!
Gewiss wird diese Rede in den Medien analysiert. Durch die Übertragung
im Fernsehen hatte die polemische Rede eine grosse Breitenwirkung.
Übrigens: Was uns erstaunte: Stoiber hat erstaunlicherweise
die Pausentechnik gelernt. Es fehlten die unzähligen
"Aehs", die
bei ihm früher immer wieder
karikiert worden sind.