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Dank einer Organisation der tschadischen Zivilgesellschaft blieb ein Ölunfall der Schweizer Firma Glencore nicht unbemerkt.
Gleich nachdem sie die Nachricht von der Umweltverschmutzung im Süden des Tschad erhalten hatte, schickte die von SWISSAID unterstützte CPPL (Commission Permanente Pétrole Local) eine Delegation vor Ort. In Bémangra nahe der Stadt Moundou, wo das Schweizer Unternehmen Glencore Erdöl fördert, war Rohöl in die Umwelt abgelassen worden. Die CPPL-Delegation stellte in ihrem Bericht vom 26. Oktober 2014 die entstandenen Umweltschäden fest. Ursache für die Verschmutzung war anscheinend ein Missverständnis in der Kommunikation mit einem Chauffeur. Die Delegation sprach auch mit der Bevölkerung, deren Wut auf Glencore gross ist.
Glencore will Bewegungsfreiheit einschränken
Der Schweizer Rohstoffkonzern mit Sitz in Zug führte im betroffenen Gebiet rasch Pump- und Sanierungsarbeiten durch. Für die CPPL reicht dies aber nicht aus. Sie hat die Behörden aufgefordert, eine unabhängige Untersuchungskommission nach Bémangra zu entsenden. Diese soll prüfen, ob die Sanierung zuverlässig und sicher vorgenommen wurde. Die CPPL verlangt aber auch, dass die Bevölkerung besser informiert wird, denn sie leidet unter den Versuchen der Sicherheitsdienste von Glencore, ihre Bewegungsfreiheit in der Region einzuschränken.
Die Sicherheitsdienste von Glencore versuchten auch, die CPPL-Delegation einzuschüchtern. Sie beschlagnahmten ihren Fotoapparat und gaben ihn erst wieder zurück, als andere Organisationen in der Hauptstadt N’Djamena interveniert hatten. In ihrem Bericht schreibt die von SWISSAID unterstützte Organisation ausserdem, es sei «unerhört und ausgeschlossen, dass Glencore die Bewegungsfreiheit auf der Erdölförderstätte einschränke». Denn dies würde verhindern, dass bei ähnlichen Vorkommnissen Alarm ausgelöst werden kann und die Organisationen der Zivilgesellschaft ihre Rolle umfassend wahrnehmen können. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, weiter wachsam zu bleiben. Und dass die Tschaderinnen und Tschad viel Mut beweisen, um für ihre Rechte und ihre Umwelt einzustehen.
Gesalzene Busse für China
Im vergangenen Juli waren der chinesischen Erdölgesellschaft CNPCIC (China Petroleum Company International Chad) ihre fünf Fördergenehmigungen entzogen worden, nachdem sie ebenfalls Rohöl in die Umwelt abgelassen hatte. Auch damals hatte sich die Zivilgesellschaft mobilisiert, um das Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen. Nach einem langen Kräftemessen mit der Regierung hat die CNPCIC nun eine Busse in Höhe von 400 Millionen Dollar bezahlt, um im Tschad weiter Erdöl fördern zu können. Die Regierung hat gleichzeitig die Verträge zu ihren Gunsten neu verhandelt.
Bevölkerung protestiert gegen Preiserhöhungen
Jetzt sollte sich die tschadische Regierung noch stärker darum kümmern, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern, die sehr unter den hohen Preisen leidet. Am 11. November protestierten Demonstranten in der Hauptstadt N’Djamena, in Moundou und in Sahr im Süden des Landes unter anderem gegen den Treibstoffmangel und gegen Benzinpreise, die sich verdreifacht haben. Eine absurde Situation für ein Erdölland!