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KKS, AKK, PPDA, DSK, MCR, LBJ, CR7
Je kürzer ein Geschlechtsname, desto grösser die Aussicht auf eine öffentliche Karriere. Der amerikanische Politologe, der dies behauptet, dachte wohl an Donald Trump. Doch der Politologe täuscht sich. Auch Leute mit umständlichen Nachnamen machen Karriere, nicht nur der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorston Schäfer-Gümbel oder die ehemalige deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Trotzdem: Wortungetüme, Bandwurmnamen helfen nicht. Sie sind nicht prägnant, schwer einprägsam, wirken umständlich und manchmal fast komisch. Und vor allem: Sie fressen in der Zeitung zu viel Platz. Wenn ein Journalist in seinem Artikel 15 Mal Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schreiben muss, bleibt nicht mehr viel Raum für weitere Aussagen. In einer fünf- oder sechsspaltigen Zeitung haben manche dieser Namen nicht einmal Platz auf einer einzigen Zeile.
Also: Man kürzt. In den USA, Frankreich und Grossbritannien besteht schon lange die Tendenz, die Initialen bekannter Namen aneinanderzureihen. FDR steht für Franklin D. Roosevelt, LBJ für Lyndon B. Johnson, JFK für John F. Kennedy.
Auch in Frankreich sind diese Kürzungen verbreitet. Da gab es den französischen Fernsehstar Patrick Poivre d’Arvor. Er war bekannter als jeder Staatspräsident, doch kaum jemand sprach je seinen Namen aus. Er hiess ganz einfach PPdA.
Auch Dominique Strauss-Kahn, seines Zeichens IWF-Chef, der über eine Sexaffäre in einem New Yorker Hotel stolperte, kennen alle als DSK.
Zur Kürzung eignen sich allerdings nur Dreifach- oder Vierfachnamen, denn das Kürzel sollte aus mindestens drei Initialen bestehen, so MBS (Mohammed bin Salman). Wer keinen Doppelvornamen oder keinen Doppelnachnamen hat, ist kürzungsuntauglich.
Manchmal greift man auch zu einem Trick, damit man auf drei Silben kommt: Bei Cristiano Ronaldo hängte man den Initialen einfach die Nummer auf seinem Fussballleibchen an: CR7.
Wer mit seinen Initialen genannt ist, kann stolz sein. Er oder sie sind Persönlichkeiten, Personen des öffentlichen Lebens im guten oder schlechten Sinn. Sie sind weit herum bekannt, sie sind eine Marke, ein Label. Niemandem käme es in den Sinn, unbekannte Leute nur mit ihren Initialen zu nennen.
Der französische Trend schwappte schon früh auf die Westschweiz über. Da gab es den langjährigen Westschweizer Tagesschau-Moderator Pierre-Pascal Rossi, seines Zeichens PPR. Und seit jeher bezeichneten die Westschweizer Medien Micheline Calmy-Rey als MCR.
In der deutschen Schweiz und in Deutschland war man bisher mit solchen Abkürzungen zurückhaltend. Mit wenigen Ausnahmen: MCR schaffte es auch in einige Deutschschweizer Medien. Und EWS (Eveline Widmer-Schlumpf) war zumindest in Journalistenkreisen ein fester Wert. Doch der Kürzungsdrang funktioniert nicht immer: Die Boulevardmedien versuchten, Johann Schneider-Ammann als JSA aufzubauen. Doch das Kürzel setzte sich nicht durch.
Jetzt allerdings gibt es im deutschsprachigen Raum gleich zwei prominente Neuzuzüge. Zwei Politikerinnen schafften es mit ihrem Kürzel überraschend schnell in die Medien: KKS steht für die neue Bundesrätin Karin Keller-Sutter und AKK für die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Zwar sind Dreisilben-Kürzel die Regel, doch es gibt seit jeher Zweisilben-Ausnahmen. BB kennen wir seit fast siebzig und CC seit über sechzig Jahren.
Auch in der Schweiz gibt es ein prominentes Zwei-Initialen-Beispiel. Der ungekrönte König des Wallis, geliebt, verehrt und verschmäht, wird weitherum nur CC genannt. „Die Gefahr, dass ich mit Claudia Cardinale verwechselt werde“, sagt Christian Constantin, „ist relativ gering.“
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