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Die Wälder sind neben den Lebewesen der Meere die zweiten Hauptproduzenten der lebensnotwendigen Atome. Je nach Grösse und Dichte des Waldes können die Bäume mehrere Kilogramm Sauerstoff pro Stunde abgeben, mehrere Kilogramm CO2 aufnehmen und sorgen so für Klimaregulierung und Emissionsreduzierung. Wissenschaftler schätzen, dass rund 90 Prozent der Tier- und Pflanzenarten der Welt in den Regenwäldern zu finden sind, die durch die Abholzung und Rodung immer grössere Teile ihrer Lebensräume verlieren. Der WWF berichtet in diesem Artikel jedoch, dass sich seit den 70ern weltweit die Zahl an Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen halbiert habe. Es gibt teilweise dort Erfolge, wo Reservate errichtet werden und Auswilderungen stattfinden, doch ein Rückgang der Zerstörung ist, wenn überhaupt, nur langsam in Sicht.
Waldbestände und gravierende Veränderungen
Regenwälder in Süd-Amerika: Brasilien, Peru
Der Amazonas-Regenwald ist das grösste zusammenhängende Gebiet von tropischen Wäldern der Erde. Auf über sechs Millionen Quadratkilometern sind 20 Prozent der Pflanzen- und Vogelarten und zehn Prozent der Säugetiere des Planeten zu finden. Doch in den letzten 40 Jahren wurden über 760.000 Quadratkilometer Wald abgeholzt, was einer Fläche von 18 Mal der Grösse der Schweiz entspricht. Die brasilianische Regierung hat in den letzten Jahren viel unternommen, um die Schutzgebiete des Regenwaldes zu halten oder zu erweitern, doch eine Abholzung erfolgt weiterhin.
Die Gründe für den Flächenverlust liegen in der Erschliessung für landwirtschaftliche Flächen, in gravierenden Waldbränden, die zu einem grossen Teil durch angrenzende Brandrodungen entstehen und in illegalen Abholzungen. Die brasilianische Regierung will mit hohen Auflagen bei Baumassnahmen im Amazonasgebiet dem Trend entgegensteuern und illegale Aktivitäten mit Embargos bestrafen. Perus Fläche besteht zu 60 Prozent aus Regenwald, welche das Land mit strengen Schutzvorschriften der Reservate und Parks zu sichern versucht. Kritik besteht jedoch im Umgang mit den indigenen Völkern, denen zu wenige Schutzmöglichkeiten geboten werden.
Regenwälder in Afrika: Uganda, Zentralafrika, Kongo
Das zweitgrösste Regenwaldgebiet der Welt liegt im Kongobecken, im Zentrum des afrikanischen Kontinents. Von Kamerun bis zum Kongo und Tansania erstreckt sich das Waldgebiet, das neben den berühmten Gorillas über 1000 Vogelarten und über 10.000 Pflanzenarten beherbergt.
Von den drei Millionen Quadratkilometern Fläche sind nur rund zehn Prozent offiziell geschützt. Ein grosses Problem war die jahrzehntelange Wilderei und die Vernichtung ganzer Populationen heute seltener Arten wie den Waldelefanten oder den Gorillas. In Zentralafrika sollen bereits zwei Drittel des ursprünglichen Waldbestandes verloren gegangen sein und wichtige Faktoren dabei sind Holzeinschlag, Förderung von Bodenschätzen und landwirtschaftliche Ausbreitung. Weitere Informationen zu Holzwirtschaft und Abholzung gibt es unter woz.ch.
Regenwälder in Asien und Ozeanien: Indonesien, Borneo, Papua-Neuguinea
Die weiteren Regenwaldgebiete liegen in Südost-Asien, vor allem in Indonesien mit 950.000 Quadratkilometern, gefolgt von Myanmar mit 320.000 und Papua-Neuguinea mit 290.000 Quadratkilometern. Borneo ist politisch in drei Teile unterteilt: Brunei, Indonesien und Malaysia und ist mit über 730.000 Quadratkilometern die drittgrösste Insel der Welt. Mittlerweile ist nur noch die Hälfte der Fläche von Regenwald bedeckt, obwohl die Insel eine der grössten Artenvielfalten der Welt besitzt. Bekannt sind der Orang-Utan, das Sumatra-Nashorn oder die 750 Orchideenarten.
Jährlich gehen in ganz Indonesien 1,3 Millionen Hektar Fläche Wald verloren für Ölpalmplantagen, Landwirtschaft und Holzwirtschaft. In folgendem Beitrag wird die Zerstörung des Waldes durch die Plantagen erläutert.
Europäischer Wald
Waldbestände in Deutschland
In Deutschland gibt es rund 11,4 Millionen Hektar Waldfläche, welche in den letzten Jahren um 50.000 Hektar zugenommen hat. Fast ausschliesslich handelt es sich dabei um Hochwald, der durch festgelegte Produktionszeiträume ständig erneuert wird. Hauptsächlich sind Fichte und Kiefer, Buche, Eiche und Laubbäume wie Birke, Pappel und Erle zu finden. Den Gesundheitszustand der deutschen Wälder schätzen Experten kritisch ein, denn Luftverschmutzung, Trockenheit und Klimawandel setzen dem Wald seit Jahrzehnten zu. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fordert in diesem Papier ausserdem, die Versiegelung der Flächen in Deutschland zu reduzieren.
Situation der Schweizer Wälder
In der Schweiz gibt es kein grosses zusammenhängendes Waldgebiet, doch fast jede Region besitzt eine Vielzahl an Wäldern. Die Fläche ist insgesamt 1,31 Millionen Hektar gross, was knapp ein Drittel der gesamten Fläche der Schweiz ausmacht. Durch nachhaltige Forstwirtschaft kommen im Jahr zehn Millionen Kubikmeter Holz hinzu.
Vor allem in den Alpen und auf der Alpensüdseite ist der grösste Zuwachs an Waldbestand zu finden, meist in der Höhe zwischen 1000 Metern und der Vegetationsgrenze. Das grösste Waldreservat ist der Nationalpark im Kanton Graubünden mit 4800 Hektar Fläche gefolgt von Val Cama-Val Leggia und Chasseral. Dort soll die Wildnis sich ungestört entwickeln können und traditionelle Waldformen wie Mittelwälder, Wytweiden oder Kastanienselven wiederbelebt werden.
Ursachen und Entwicklung der Zerstörung
Brandrodung für Landgewinnung und Landwirtschaft
Der Anbau von landwirtschaftlichen Flächen auf Regenwaldboden beispielsweise im Amazonasgebiet ist sehr schwierig, denn das System dieses tropischen Waldes besteht darin, die Nährstoffe direkt wiederzuverwenden und nicht in den Boden abzugeben. Im Regenwald existiert keine dicke Humusschicht, sondern meist ein dünner Boden aus Wurzeln und Pilzen, welche die Nährstoffe sofort wieder aufnehmen. Fehlende Nährstoffe kommen über die Passatwinde aus Afrika. Wenn die Bäume gerodet werden, verringern sich durch die geringen Nährstoffe im Boden die Ernteerträge und die freigelegten Flächen sind Witterungen und Auswaschungen verstärkt ausgesetzt. Ist der Boden ausgelaugt, bleibt ein Brachland, das kaum wiederverwendbar ist. Andere Regenwälder besitzen zwar dickere Humusschichten, die jedoch ebenfalls kaum längerfristig zu bewirtschaften sind.
Tropenholzgewinnung für Papier und Holzwirtschaft
Vor allem in den 60er und 70er Jahren war die Tropenholzgewinnung der Hauptgrund für die Zerstörung der Regenwälder. Mittlerweile verbietet ein Grossteil der Länder mit Regenwaldgebieten den Handel mit illegalen Holzeinschlägen, doch selbst erfolgreiche Klagen ändern das Verhalten nur wenig. Mittlerweile gibt es jedoch viele Nachhaltigkeitssiegel, denn Tropenholz ist in der Holzverarbeitung sehr beliebt, wie Mahagoni, Teak oder Palisander.
Seit 2012 ist die Einfuhr illegal geschlagener Tropenhölzer innerhalb der EU verboten, doch andere Märkte verarbeiten die Hölzer weiter und die Endprodukte landen so auch in europäischen Ländern. Naturschützer empfehlen heimisches Holz nachhaltig angebautem Holz aus Regenwäldern vorzuziehen, da sich die Abholzung negativ auf die Artenvielfalt auswirken kann.
|Holzart||Andere Handelsnamen||Einstufung|
|Afromosia||Kokrodua, Afrikan Teak||Weltweit gefährdet|
|Ebenholz||Weltweit gefährdet|
|Ipê||Lapacho||Nicht gefährdet, jedoch nicht mit Ökosiegel erhältlich|
|Mahagoni||Weltweit gefährdet, mit Ökosiegel erhältlich|
|Palisander||Rosewood||Weltweit gefährdet|
|Teak||Weltweit gefährdet, mit Ökosiegel erhältlich|
|Tigerwood||Kingwood, Zebrawood||Nicht gefährdet, jedoch nicht mit Ökosiegel erhältlich|
|Quelle: http://www.holz-von-hier.de/|
Plantagenanbau
Die Plantagen sind notwendig, um die gestiegene Nachfrage nach Fleisch und Palmöl zu befriedigen. Für Tierfutter wie Soja benötigen die Produzenten grosse Anbauflächen, die in den bekannten Monokulturen gepflegt werden. Die Palmölplantagen auf Indonesien sind für Nahrungsmittel wie Margarine, Schokolade, Eis oder Fertiggerichte notwendig sowie für zahlreiche Kosmetika. Der grösste Teil der Sojabohnen kommt in das eiweissreiche Mastfutter für Tiere in Massentierhaltungen und nur ein kleiner Teil ist für die Treibstoffproduktion vorgesehen.
Der Anbau einer einzigen Pflanzenart auf einem ohnehin mit wenigen Nährstoffen versehenen Boden führt dazu, dass Erosion, Schädlingsbefall und eine Nährstoffverarmung folgen können. Weitere Informationen dazu auf nachhaltigleben.ch.
Abbau von Rohstoffen
Viele Rohstoffe, die für die Herstellung der heimischen Industrie notwendig sind, stammen aus tropischen Regenwäldern. Coltan ist zum Beispiel hauptsächlich im Kongo zu finden, unterhalb der wertvollen Waldgebiete. Es wird beispielsweise in der Handyproduktion verstärkt eingesetzt und die Nachfrage danach steigt jährlich an. Eisenerz ist in Brasilien vorrätig und viele der Eisenminen verarbeiten das anliegende Tropenholz, um das Eisen aus dem Erz zu schmelzen. Ein weiterer Rohstoff ist Bauxit, das für Aluminiumprodukte wie Verpackungen oder Folien genutzt wird. Der grösste Teil des Bauxitvorkommens liegt im Tropengürtel und die Gewinnung des Aluminiums hinterlässt neben gerodeten Wäldern giftige Rückstände. Serengeti Schweiz berichtet in diesem Artikel über den illegalen Abbau von Bauxit in Tansania.
Bevölkerungswachstum und Infrastruktur
Das Wachstum der Bevölkerung ist vor allem in den Schwellenländern mit gestiegenem Wohlstand, aber auch durch staatlich geförderte Baumassnahmen zu erklären. In den 50ern führte die brasilianische Regierung Strassen durch das Amazonasgebiet, um Kleinbauern besser mit den lokalen Gemeinden zu vernetzen. Doch der Boden gab für die Bauern nicht viel her und so erschlossen sie immer neue Anbauflächen mit Hilfe der Rodung. Dazu kommt, dass mit grösseren Investoren und Plantagen eine grössere Infrastruktur notwendig ist und viele Menschen sich einen Aufschwung davon erhoffen, der zu Lasten der Regenwaldfläche geht.
Artensterben und Klimaveränderungen als Folge
Seit einigen Jahrzehnten erfolgt die Zerstörung der Regenwälder und täglich sterben bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Während es bei bereits gefährdeten Arten wie Elefanten, Gorillas oder Orang-Utans gut zu beobachten ist und Massnahmen dagegen anlaufen, steht anderen Tieren das Aussterben noch bevor. Die Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Weltnaturschutzunion (IUCN) listet über 22.000 bedrohte Arten auf, was in diesem Beitrag nachzulesen ist. Dazu kommt die Aussterbeschuld, die besagt, dass viele Arten erst mit einigen Generationen aussterben, wenn die Lebensräume nachhaltig zerstört werden. Es gibt jedoch auch einige Erfolgsgeschichten wie die Przewalski-Pferde oder die Buckelwale, welche durch gezielte Schutzmassnahmen ihren natürlichen Lebensraum zurückerobern konnten. Zu den Ursachen des Klimawandels gibt es viele Theorien und die Erhöhung der CO2-Emissionen ist eine davon. Da der Regenwald viel CO2 speichert und verwendet, führt das Roden der Wälder zu einem vermehrten CO2-Ausstoss, was sich negativ auf das Klima auswirken kann.
Massnahmen und Schutzvorkehrungen
Nachhaltige Forstwirtschaft nutzen und unterstützen
Beispiel ClimatePartner
Um die Regenwälder zu entlasten, sollten Unternehmen und Privatpersonen bei Holz- und Papierprodukten auf die Nachhaltigkeit achten und lokale Verarbeitungsindustrien nutzen. In Europa gibt es mit dem ClimatePartner einen Verbund an Firmen, welche sich in vielen Bereichen für klimaneutrales Arbeiten und Produzieren engagieren. Die unterstützten Klimaschutzprojekte sparen Emissionen von Treibhausgasen ein und helfen dadurch, den Regenwald und die Umweltbelastungen zu schützen.
Beispiel Forest Stewardship Council (FSC)
Der Forest Stewardship Council zertifiziert nachhaltige und verantwortungsvoll bewirtschaftete Wälder, die international hohe Standards aufweisen müssen. Seit 1993 existiert die gemeinnützige Organisation, die mit transparenten Kontrollmechanismen die Einhaltung der Vorschriften gewährleisten will. Vor allem die Unternehmen, die Druckerzeugnisse herstellen, können mit der Nutzung von FSC zertifizierten Papieren einen grossen Beitrag zum Erhalt der Regenwälder leisten. Diese Informationen eines Unternehmens im Druckbereich erläutern, welche nachhaltigen Massnahmen ergriffen werden können, um die Umwelt zu schützen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben, denn Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit müssen sich nicht ausschliessen. In der Schweiz sind übrigens über 670.000 Hektar Wald nach FSC Standards zertifiziert, wie der WWF berichtet.
Ausweitung der Schutzgebiete und Konsolidierung als grüne Barriere
ARPA (Amazon Region Protected Areas)
Viele Auswirkungen des Raubbaus der Regenwälder sind kaum mehr rückgängig zu machen, doch die umfangreichen Schutzmassnahmen und die Erweiterung der Schutzgebiete können zumindest einen Teil der Arten und des wichtigen Lebensraumes sichern. Das ARPA-Programm sieht vor, 600.000 Quadratkilometer des Regenwaldes im Amazonasgebiet als Schutzgebiet zu sichern. Dies soll bis 2016 erfolgt sein, mit Unterstützung der Weltbank, dem WWF und der brasilianischen Regierung, welche sich verpflichtet hat, die Finanzierung der Schutzgebiete mit zu übernehmen und über 25 Jahre zu erhalten.
REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation)
Die Regenwaldabholzung bedeutet für viele Bevölkerungsgruppen in den betroffenen Ländern Arbeit und ein Einkommen, ohne dass sie nicht überleben würden. REDD setzt dort an und will die Menschen vor Ort unterstützen, den Regenwald zu schützen und gleichzeitig daran zu verdienen. Besonders die Rechte der indigenen Bevölkerung stehen im Vordergrund, aber auch eine transparente Finanzierung. Sobald weniger Abholzung und Rodung in den Ländern vorgenommen werden, erhalten diese Länder Förderungsgelder, um ausbleibenden wirtschaftlichen Erfolg zu kompensieren. Dazu kommt die Verpflichtung „Plus“, die das Wiederaufforsten der Wälder fest verankert. Bedenken gibt es jedoch bei den Kontrollinstanzen, die nicht in jedem Land gleich gut ausgeprägt sind und mögliche illegale Zerstörung innerhalb der Schutzgebiete nicht unterbinden.
Schutzzonen für Tiere und indigene Gruppierungen
Die speziellen Schutzzonen sind in einigen Wäldern bereits seit vielen Jahrzehnten etabliert, wie zum Beispiel im Mabira-Regenwald in Uganda, der bereits seit 1932 Schutzstatus erhalten hat und bei welchem Umweltaktivisten erfolgreich den Anbau von Zuckerrohr, trotz lukrativen Angeboten für die geldklamme Regierung, verhinderten. Jedoch stehen wirtschaftliche Interessen in Schwellenländern immer im Konflikt mit den auferlegten Schutzmassnahmen, die ohne intensive Förderung nicht langfristig etabliert werden können. Im Amazonasgebiet gibt es darüber hinaus die letzten isolierten Völker der Erde, die durch grossflächige Schutzgebiete weiterhin ihren Lebensraum erhalten sollen. Die brasilianische Indianerbehörde FUNAI setzt ebenfalls auf ein Umdenken und verlangt, dass zu keinem der bekannten Völker ein Kontakt aufgenommen werden soll, ausser bei dringenden medizinischen Notfällen oder dem Einrichten von Schutzzonen. Eine ausführliche Geschichte der Organisation und ihren wichtigsten Mitgliedern gibt es in unserer Rubrik Indiovölker Brasiliens.
Schweizer Organisationen und Projekte
Waldschutz Schweiz (PBMD)
Die Schweiz setzt sich sowohl für die eigenen Waldbestände, als auch für den Erhalt der Regenwälder ein. Der Waldschutz Schweiz (Phytosanitärer Beobachtungs- und Meldedienst) ist für viele Bereiche zuständig:
- Informationsweitergabe und Beratung der Forstdienste, Waldbesitzer, Öffentlichkeit
- Erhebung von Beeinträchtigungen des Waldes und ihrer Organismen
- Engagement von Weiterbildungsmassnahmen für Waldschutz und Baumgesundheit
- Austausch mit internationalen Organisationen
In zahlreichen Projekten erfassen die Mitarbeiter der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) den Tier- und Pflanzenbestand, werten die Situation aus und geben Prognosen für die Zukunft. So nutzt die Forschung Schadenanalysen der Forstentomologie, das bedeutet, die Mitarbeiter analysieren invasive Insekten und andere Arten, um mögliche Schäden für den Wald zu berechnen. Dieses Video zeigt die Arbeit der Forschungsanstalt im Überblick:
Basler Umweltschutzorganisation Bruno-Manser-Fonds
Bruno Manser gehört zu den bekanntesten Schweizer Menschenrechtsaktivisten und Umweltschützern. Er lebte von 1984 bis 1990 bei dem indigenen Volk der Penan in Sarawak in Malaysia und engagierte sich fortan für die bedrohten Völker und den Regenwald und gründete 1991 den Bruno Manser Fond, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Seit seiner letzten Reise nach Sarawak 2000 gilt Manser als verschollen. Trotz seines Einsatzes sind heutzutage weniger als zehn Prozent des Regenwalds in Sarawak erhalten geblieben, doch der Fond setzt weiterhin auf Aufklärung und Engagement und will internationale Firmen und Regierungen, die in Sarawak tätig sind, sensibilisieren. Erste Erfolge von Schweizer, französischen und australischen Firmen gibt es bereits. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Fonds zu finden.
Borneo Orangutan Survival Schweiz
Der Verein ging aus der Borneo Orangutan Survival Foundation hervor, die 1991 gegründet wurde, um Rehabilitierungsstationen für verwaiste Orang-Utans und verletzte Tiere zu fördern. Aufgrund der gestiegenen Kosten für die Projekte waren zusätzliche Kräfte und Förderungen notwendig und so gründete sich in Zürich 2004 der Verein Borneo Orangutan Survival Schweiz.
Ziel ist der Arten-, Tier-, Natur- und Umweltschutz in Indonesien und Malaysia, mit Fokus auf dem Schutz der Orang-Utans, die durch Abholzung, Wilderei und Waldbrände immer mehr ihren Lebensraum verlieren oder verletzt werden. Drei Bereiche sind für den Verein entscheidend:
- Orang-Utan-Rehabilitierung
- Orang-Utan-Wiederansiedlung
- Community Development
Weitere Informationen unter: http://www.bos-schweiz.ch/de/Ueber_BOS/Default.htm
Das grösste Ziel ist es, 3000 wilden Orang-Utans einen geschützten Lebensraum und eine gesicherte Zukunft zu bieten. Im Verein können Mitglieder Paten für Orang-Utans werden und mit den Spenden den Erhalt der Schutzgebiete ermöglichen.
Tropical Forests
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) kooperiert mit mehreren Organisationen und Vereinen, um den Regenwaldschutz gezielt zu unterstützen. Seit 1989 ist SECO an mehreren Projekten zum Erhalt beteiligt und verabschiedete 2004 ein Strategiepapier zum Handel mit nachhaltig produziertem Tropenholz, der Armutsbekämpfung und Erhaltung der Tropenwälder. Unter tropicalforests.ch ist das Engagement zusammen mit der International Tropical Timber Organization (ITTO) zusammengefasst und zeigt die Projekte, in denen sich SECO engagiert, wie zum Beispiel den Aufbau von Gorilla-Rückzugsorten in Kamerun oder nachhaltige Landwirtschaft in Tropengrenzgebieten in Ghana. Innerhalb der Schweiz konzentriert sich die Kooperation auf die Verwendung von Hölzern aus nachhaltiger Forstwirtschaft, um den Regenwald zu schützen und in die Entwicklung der jeweiligen Länder zu investieren.
Fazit und Ausblick
Die Zeit drängt, denn das Sterben der Regenwälder und ihrer zahlreichen Tier- und Pflanzenarten hat bisher noch keinen entscheidenden Wendepunkt genommen. Dabei ist der Erhalt der grünen Lunge der Erde für alle Bewohner entscheidend und mit der Klimaveränderung könnte sowohl die Wüstenbildung weiter gefördert, als auch das Gleichgewicht des Wasserkreislaufes gestört werden. Viele Massnahmen und Projekte sind nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, doch wenn sich mehr Unternehmen engagieren und auf Nachhaltigkeit setzen, steigt der Druck der betroffenen Regierungen vor Ort. Dies kann zu einem veränderten öffentlichen Bewusstsein führen, denn je mehr Zeit vergeht, desto schwerer wird es, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Es gibt genügend Organisationen und Vereine, die sich engagieren und in denen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz miteinander verbunden sind.