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Bis 90 spielte Artur noch fast täglich auf seinem Klavier; immer noch dasselbe, das bemalte, an dem er seine grossen Erfolge komponierte. In den letzten drei Jahren spielte Artur nicht mehr, seine Finger mochten nicht mehr, und er habe in seinem Leben ja genug gespielt.
Aber neben ihm zu sitzen, zu hören und zu sehen, wie er spielte, das war jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Auch wenn er die Tasten vielleicht nicht mehr genau traf, brachten seine Hände immer noch den unverwechselbaren weichen ‚Beul-Sound’ hervor, der ihn von anderen Interpreten unterscheidet. Er nützte die ganze Breite der Tastatur aus, schwang sich durch die Tonarten und brauchte die Noten nur als Orientierungshilfe. Wenn er spielte, hüpfte seine linke Hand immer wieder von den Tasten zu den Noten hoch, um mir zu zeigen, wo er gerade spielte. Ab und zu wiederholte er eine Stelle. «Hör mal, das finde ich besonders schön», sagte er dann manchmal, bevor er weiter spielte und vielleicht leise den Text dazu sprach. Dann legte er die Noten zurück auf den Stapel zu den anderen Blättern und breitete sorgfältig die Decke mit den gestickten Katzen und Notenlinien über die Tasten. Das Klavier blieb immer geöffnet, auch wenn schon längst niemand mehr drauf spielte.