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(Kt. Graubünden).
Kreis des Bezirkes
Moesa; umfasst den untersten Teil der bündnerischen
Mesolcina und damit den am weitesten
nach S. vorgeschobenen, ganz zwischen tessinisches und italienisches Gebiet eingekeilten Abschnitt des Kantons. Im
SO. wird er begrenzt durch das Veltlin, im SW. und W. durch den Kanton Tessin,
im N. stösst er an die ebenfalls dem Bezirk
Moesa angehörenden
Kreise
Calanca und
Misox. Der Kreis Roveredo umfasst die 6 Gemeinden
Cama,
Grono,
Leggia, Roveredo,
San Vittore und
Verdabbio.
Hauptort des Kreises ist Roveredo. Mit Ausnahme von
Verdabbio, das 595 m hoch am östl. Abhang des Gebirgszuges
liegt, welcher das Hauptthal der
Moesa vom Nebenthal
Calanca trennt, befinden sich alle diese Gemeinden in der Thalsohle, welche
an der tessinischen Grenze noch eine
Höhe von 258 m hat. Die von N. her das Thal und den Kreis durchfliessende
Moesa wendet sich zwischen
Grono und Roveredo, wo sie auch die aus dem Calancathal kommende
Calancasca aufnimmt, westwärts,
um bei
Monticello den Kanton zu verlassen.
Bemerkenswert ist ferner die Madonnenkirche am Eingang in das ebengenannte Thal. Realschule mit kantonalem Proseminar für
die Lehrerzöglinge italienischer Zunge. Kollegium
St. Anna, von Geistlichen geleitet und mit Elementarschule,
sowie einer technischen und einer Gymnasialabteilung, die besonders von Schülern aus Italien besucht werden. Früher war
Roveredo ein bedeutender Handelsplatz für
Holz. Am hatte das
Dorf unter einem Hochwasser der
Moesa zu leiden, das
eine Folge des starken und unvernünftigen Holzschlages (besonders im Calancathal) war. Es wurden hier
damals 18
Häuser (darunter grosse Lagerhäuser) vom
Wasser zerstört.
Grab aus der Eisenzeit. Der Name vom latein. roboretum
= Eichenhain herzuleiten.
Sommerfrische zahlreicher
Luganeser und italienischer Familien.
Heimat des berühmten Architekten Luigi Canonica (1764-1814), der zwei Theater in
Mailand
und die Theater in Brescia, Sondrio, Cremona und Mantua erbaute und dessen Meisterwerk die 30000 Zuschauer fassende Arena
in
Mailand ist.
mit ausgezeichnet reiner Luft. Klimatischer Sommer- und Winterkurort, besonders von Deutschen und Mailändern besucht. Kindergarten.
Oestl. vom Dorf und ganz nahe ein 60 m hoher, prachtvoller Wasserfall der Sovaglia, eines vom Monte Generoso herabkommenden
Wildbaches. Pfarrkirche zu San Vigilio, aus dem 12. Jahrhundert stammend und mit romanischen Freskomalereien. Heimat einer
grossen Reihe von Künstlern. Aus der Familie Carloni nennen wir den Bildhauer, Maler und Baumeister Taddeo Carloni, dessen
aus dem Ende des 16. Jahrhunderts stammende Meisterwerke in den Palästen der Dogen Senarega und Doria in Genua zu finden
sind, seinen Bruder Giuseppe, der ebenfalls ein sehr geschätzter Bildhauer war, dessen Söhne Giovanni
und Battista, hervorragende Maler, und den Maler Andrea Carloni (1627-1697), Enkel von Taddeo, der in Neapel, Palermo, Rom,
Perugia und Genua Gemälde und Fresken von grossem Wert geschaffen hat. Der Familie Bagutti gehören die ebenfalls berühmten
Maler Giovanni Battista Bagutti (1744-1823) am Württembergischen Hof und sein Sohn Abbondio (1788-1850)
in Mailand an, sowie der Abt Giuseppe Bagutti (1776-1837), ein Freund des Paters Girard und ausgezeichneter Taubstummenlehrer.
Gräber aus der Eisenzeit; Römersiedelung, römische Inschrift und Gräber.