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Beschreibung
La Dame de Montrose ist ein Zweitwein des Gutes
Die Geschichte des Weinguts ist im Vergleich zu anderen umliegenden Château vergleichsweise jung. Durch die Lage an der Gironde wurde das Land erst spät trockengelegt und urbar gemacht. Die Ländereien des heutigen Château Montrose waren Teil des riesigen Besitzes von Calon und gingen am 6. März 1778 durch Beschluss des Parlement von Bordeaux von Alexandre de Ségur auf Etienne Dumoulin über. Der auf einer Kieskuppe gelegene Grund war nur mit trockenen Gräsern bewachsenes Heideland. Die im Frühjahr rosafarben blühende Heide soll dem Gut zu seinem Namen verholfen haben: mont rose, der rosafarbene Berg. Über etwaige Aktivitäten von Etienne auf seinem Grundstück ist nichts bekannt. Erst sein Sohn Théodore begann 1815 mit der Anlage von Weinfeldern und im Jahr 1820 stand bereits ein Herrenhaus auf der Nutzfläche. Im Jahr 1824 trennte er sich von einem Großteil von Calon (er verkaufte den Grund an Firmin de Lestapis) und behielt nur den Teil von Montrose, den er auf einer alten Parzelle namens La Lande de l’Escargeon angelegt hatte. Nur acht Jahre nach der Trennung von Calon hatte Dumoulin 30 Hektar Rebfläche, die er durch kleiner Zukäufe beständig ausweitete. Im Jahr 1855 standen bereits 50 Hektar unter Ertrag. Die Qualitätsbemühungen von Dumoulin wurden bei der anlässlich der Weltausstellung 1855 erstellten Klassifikation mit der Einstufung als Deuxième Grand Cru belohnt.
Als Théodore im Jahr 1861 starb, kam der Besitz an seine zwei Adoptivkinder, die ihn jedoch bereits fünf Jahre später an Mathieu Dollfus (1799–1887) verkauften. Dollfus erweitert das Gut auf 65 Hektar, baute das Hauptgebäude um und modernisierte auch den angeschlossenen landwirtschaftlichen Betrieb. Kurz vor seinem Tod gründete er die Société Viticole de Château Montrose, die wenig später von seinem Sohn Charles Dollfus (1828–1907) geleitet wurde.
Kaum zwei Jahre später verkaufte Charles das Gut am 22. Juni 1889 für 1,5 Million Francs an die Brüder Jean-Justin und Jean-Jules Hostein. Den beiden Brüdern gehörte bereits Château Cos d’Estournel. Schnell gelangte Jean-Jules in den gesamten Besitz, verkaufte ihn jedoch bereits 1896 an seinen Schwiegersohn Louis Victor Charmolüe. Der auf Château Figeac geborene Louis Victor begann mit der Neuanpflanzung der Rebflächen, die von der Reblaus und dem Mehltau stark in Mitleidenschaft gezogen waren. Louis Victor Charmolüe selbst leitete das Gut bis 1925, sein Sohn Albe Charmolüe folgte bis zu seinem Tod im Jahr 1944. Dessen Ehefrau und Witwe Yvonne Charmolüe leitete das Gut bis in das Jahr 1960 und übergab es an Jean-Louis Charmolüe.
Im Jahr 2006 endete die Ära Charmolüe, als das Gut an die Brüder Martin und Olivier Bouygues verkauft wurde.
Die Rebflächen umfassen 69 Hektar und sind zu 65 % mit der Rebsorte Cabernet Sauvignon, 25 % Merlot, 8 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot besetzt. Die Reben sind durchschnittlich 45 Jahre alt. Die Gesamtproduktion des Gutes umfasst ca. 350.000 Flaschen Wein im Jahr, wovon ca. 40 % auf den Zweitwein «La Dame de Montrose» entfallen.
Montrose arbeitet äußerst zuverlässig und in alter Handwerkstradition. In sehr guten Jahren wird verlässlich auch hochklassiger Wein erzeugt, was durchaus nicht bei jedem namhaften Weingut immer gelingt. Dennoch ist der Wein meist deutlich preiswerter (wenn man dies bei Preisen von 40 bis 50 €/Flasche sagen kann) als ähnlich erstklassige Tropfen.