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In einem Artikel in der NZZ (http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/topografie_der_werte_1.9528908.html) werden die Agglos als "Zünglein an der Waage" bezeichnet. Ich bin mit dieser Position weitgehend einverstanden. Die Stadtbevölkerung war schon immer tendenziell progressiv, die Landbevölkerung eher konservativ. (Man muss natürlich sagen, dass man in der Schweiz nicht mehr von wirklicher "Landbevölkerung" sprechen kann, sind doch grössere Zentren innerhalb einer kleinen Zeit erreichbar - trotzdem haben sich die "ländlichen Werte" gehalten.)
Die Agglos wachsen, "fressen" sich immer weiter ins Land hinein, und ihre Bedeutung wächst damit weiter. Der Artikel führt aus, dass die Agglos in ökonomischen Fragen eher liberal entscheiden, bei Werte-Fragen eher konservativ. Die Frage ist nun, wie man auch in Werte-Fragen in der Agglo-Bevölkerung eine fortschrittliche Haltung verankern kann. Werte können nur durch vermehrte Aufklärung, Dekonstruktion der Mythen und politische Bildung (Reflektieren über die eigene Position) verändert werden. Ein langfristiges, extrem schwieriges und Geduld erforderndes Projekt. Ausserdem muss darauf geachtet werden, dass die Agglos nicht in Problemen wie Verkehrsüberlastung, schäbige Wohnverhältnisse und schlechter Infrastruktur versinken und das Gefühl aufkommt, man lebe im "Ausländer-Ghetto" - ansonsten werden die Agglos wohl eher dem Populismus verfallen (bekanntlich kommt zuerst das Fressen und dann die Moral). Hier sind ganzheitliche und nachhaltige Lösungen gefragt.