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Krankheitsübertrager
Was Sie über Zecken wissen sollten
Ein Zeckenstich ist unangenehm. In den meisten Fällen bleibt er aber ohne grössere Konsequenzen. Nichtsdestotrotz können die kleinen Spinnentiere grosse gesundheitliche Probleme verursachen. Zu den berüchtigtsten und verbreitetsten Zeckenkrankheiten hierzulande gehören Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):
- Borreliose wird durch ein Bakterium, so genannte «Borrelien» ausgelöst. Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig und vielschichtig, was eine klare Diagnose oftmals erschwert. Die Symptome von Betroffenen reichen von grippeartigen Erkrankungen über Kopf- und Gliederschmerzen, Herzbeschwerden, Hautproblemen, Sehstörungen, Gehörproblemen, über Lähmungen unterschiedlichster Ausprägung bis hin zu psychischen Problemen und weitreichenden neurologischen Ausfällen. Früh erkannt kann Borreliose vor allem mit Antibiotika behandelt werden. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht.
- Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das gleichnamige Virus ausgelöste Erkrankung, die zum Teil zu lebensbedrohlichen Gehirn- und Hirnhautentzündungen führen kann. Eine FSME-Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Im typischen Fall ist sie durch zwei Phasen gekennzeichnet: Die ersten Anzeichen zeigen sich vier Tage bis vier Wochen nach der Infektion und dauern etwa eine Woche. Der Betroffene verspürt grippeartige Beschwerden wie Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen und/oder Durchfall. Bei etwa zehn Prozent der infizierten Personen kommt es zu einer zweiten Krankheitsphase: typischerweise mit erneutem Fieberanstieg sowie heftigen Kopf- und Gliederschmerzen mit starkem Krankheitsgefühl mit einem gewissen (oft beschwerdefreien) Abstand zur ersten Phase. Bei einem Teil der Patienten tritt eine Hirnhautentzündung (Meningitis), eine Infektion des Gehirns (Meningoenzephalitis) oder selten eine Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes (Meningoenzephalomyelitis, Meningoradikulitis) auf. In schwereren Verläufen kann FSME zu Lähmungen und bleibenden Schäden führen; rund 1 Prozent der Erkrankungsfälle verlaufen tödlich.
Gegen die gefährliche FSME-Erkrankung können Sie sich heute durch eine Impfung schützen. Die FSME-Impfung wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) allen Erwachsenen und Kindern (im Allgemeinen ab 6 Jahren) empfohlen, welche in einem Risikogebiet wohnen oder sich dort aufhalten. Es ist wichtig, nach der Grundimmunisierung, bestehend aus drei Impfungen im gegebenen Zeitpunkt eine Auffrischimpfung zu machen, damit der Impfschutz erhalten bleibt. Die Kosten der Impfung werden gemäss den Empfehlungen des BAG durch die obligatorische Grundversicherung vergütet.
Wenn Sie den Tag (oder die Nacht) in einem Zeckengebiet verbracht haben, lohnt sich ein gründlicher Check – spätestens, wenn Sie wieder zu Hause sind. Denn häufig stechen Zecken an «versteckten» Orten zu – etwa in der Kniekehle, im Schambereich, in der Achselhöhle, hinter dem Ohr oder auch an Nacken, Schulter, Rücken und Kopf. Haare sind keine Hindernisse für Zecken – im Gegenteil, hier fühlen sie sich besonders wohl (weshalb Zeckenbefall zum Beispiel auch bei Hunden und Katzen sehr verbreitet ist).
Vorsicht ist übrigens bei der Anwendung von Anti-Zecken-Sprays geboten: Diese funktionieren – ähnlich wie Insektensprays – durch Duftstoffe, die Zecken fernhalten sollen. Sprüht man diese auf die Haut, verbinden sie sich jedoch mit unseren körpereigenen Duftstoffen. Diese unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Es kann also im schlechtesten Fall passieren, dass der Spray in Kombination mit dem eigenen Körperduft zu einer Mischung führt, die Zecken nicht abschreckt, sondern sie sogar ganz besonders anzieht.
Das Bundesamt für Gesundheit hat Karten über die Zecken-Risikogebiete in der Schweiz zusammengetragen:
Weitere wertvolle Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Website der Zeckenliga, der Schweizer Patientenorganisation für Zeckenkranke. Wie Sie sich wirksam vor einem Zeckenstich schützen und wie Sie bei einem Befall am besten vorgehen, ist in folgenden Checklisten zusammengefasst:
Wenn Sie sich aufgrund oben beschriebener Symptome krank fühlen, konsultieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Ärztin im Monvia Gesundheitszentrum. Teilen Sie den Verdacht eines Zeckenstichs in Zusammenhang mit Ihren Beschwerden mit, wenn Sie sich zuvor in einem Zeckengebiet aufgehalten haben (oder wenn Sie tatsächlich einen Stich hatten). Die Monvia-Ärztinnen und -Ärzte beraten Sie gerne auch ausführlich rund um Zäckenprävention oder -impfung.
Wir wünschen Ihnen viele schöne Momente im Freien!
Und ein wachsames Auge.