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Während weltweit die Neuansteckungen mit HIV-Virus zurückgehen, nehmen sie in Brasilien zu. In den vergangenen acht Jahren sind sie im größten Land Südamerikas um elf Prozent gestiegen. Zwischen 2001 und 2013 haben sie weltweit indes um 38 Prozent abgenommen. Gestiegen ist in Brasilien ebenso die Zahl der Aidstoten. Sie nahm von 2005 bis 2013 um sieben Prozent zu.
Es wird davon ausgegangen, dass derzeit etwa 720.000 Brasilianer mit dem HI-Virus leben, was in etwa der Hälfte der in Lateinamerika mit dem Virus infizierten Menschen entspricht und etwa zwei Prozent der weltweit registrierten Fälle. Im vergangenen Jahr wurden dabei 44.000 Neuansteckungen verzeichnet. Gleichzeitig starben 2013 ca. 15.000 Menschen an den durch Aids hervorgerufenen Komplikationen, sieben Prozent mehr als 2005. Obwohl in Brasilien in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt wurden, was die Früherkennung mit Hilfe von Schnelltests anbelangt, nehmen weniger als die Hälfte der mit HIV infizierten Menschen an einer Behandlung teil. Lediglich 330.000 nehmen die von der Regierung kostenlos gestellten antiretroviralen Medikamente ein.
In Lateinamerika stellen Homosexuelle, Transsexuelle und Professionelle aus der Sexbranche die größte Gruppe bei den Neuansteckungen, wie es in dem vom UN-Programm Unaids am Dienstag (16.) vorgelegten Bericht heißt. Unter den brasilianischen Gays sollen etwa elf Prozent HIV-Positiv sein.
Dass es in Brasilien zu einer Erhöhung der HIV-infizierten Menschen gekommen ist, wird auf verschiedene Faktoren zurück geführt. Unter anderem haben Experten vor allem bei Jugendlichen eine gestiegene Leichtfertigkeit gegenüber Aids beobachtet. Beklagt wird von verschiedenen Hilfsorganisationen zudem, dass in den vergangenen Jahren die Ausgaben für Aufklärungsmaßnahmen gesenkt worden seien, während es gleichzeitig verstärkt Programme zur Durchführung von Tests gegeben habe. Während 2005 etwa 28 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren einen Aids-Test machen ließen, waren es 2013 etwa 37 Prozent. Auch dies habe zu den höheren Zahlen beigetragen.