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Landnutzung und Biodiversität
Forschungsprojekte
Landnutzung und Biodiversität
- Das Management von tele-gekoppelten Landschaften zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemdienstleistungen und zur Armutsbekämpfung
- PESTROP - Pestizideinsatz in tropischen Gebieten
- Wetlands - Sozial-ökologische Netzwerke in der Governance von Schweizer Feuchtgebieten
Das Management von tele-gekoppelten Landschaften zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemdienstleistungen und zur Armutsbekämpfung
Sozio-ökologische Systeme (SES) an Waldgrenzen in feuchten Tropengebieten stellen einen komplexen Mix aus Ökosystemdienstleistungen dar, welcher sowohl auf lokaler Ebene menschliches Wohlergehen sichert, als auch auf globaler Ebene Umweltdienstleistungen liefert. Globale Kräfte dominieren jedoch je länger je stärker lokale Faktoren, welche die Landnutzung beeinflussen. Beeinflusst von der Nachfrage nach einer Ausweitung der Landwirtschaft, Kohlenstoffbindung, der Beibehaltung der Biodiversität, und vielen anderen Faktoren, führen diese Kräfte vermehrt zu sozio-ökonomischen und umweltbezogenen Interkationen zwischen zwei oder mehr entfernten SES. Die wachsende Distanz zwischen Angebot und Nachfrage ist als Tele-Koppelung bekannt. Diese gefährdet das Management von Ökosystemen und die Anpassungsfähigkeit von SES.
Das Projekt baut auf Forschungspartnerschaften in Laos, Myanmar und Madagaskar auf und kombiniert Fallstudien in konkreten Kontexten mit Ansätzen zur Generalisierung und Modellisierung. Wir werden die Auswirkungen von Tele-Koppelung zwischen verschiedenen Systemen auf die Landnutzung sowie die Ökosystemdienstleistungen und das menschliche Wohlergehen untersuchen.
Das PEGO Unterprojekt wird die involvierten Akteure identifizieren und deren Beziehungen mit Hilfe der Sozialen Netzwerkanalyse (SNA) untersuchen. Dies wird dann mit GIS-basierten Analysen und der Modellierung von Ökosystemdienstleistungsangeboten kombiniert. Die Kombination der drei Elemente erlaubt eine Analyse von raumbezogenen Trade-Offs und der Identifizierung von damit verbundenen Gewinnern und Verlierern.
Projekt Start: Frühjahr 2015, Dauer: 4 Jahre
Finanzierung: R4D
Team: Manuel Fischer, Florence Metz, Karin Ingold
Projektpartner: Peter Messerli (CDE Universität Bern); Adrienne Grêt-Regamey (ETH Zürich); Bruno Salomon Ramamonjisoa (University of Antananarivo); Khamla Phanvilay (National University of Laos); Win Myint (Environmental and Economic Research Institut, Yangon, Myanmar); Gudrun Schwilch (Universität Bern); San Win (University of Forestry, Myanmar)
Publikation:
- Andriamihaja, O.R.; Metz, F.; Zaehringer, J.G.; Fischer, M.; Messerli, P. (2019). Land Competition under Telecoupling: Distant Actors’ Environmental versus Economic Claims on Land in North-Eastern Madagascar. Sustainability, 11(3), 851. DOI:10.3390/su11030851.
PESTROP - Pestizideinsatz in tropischen Gebieten
PESTROP ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich mit den ökologischen, gesundheitlichen und institutionellen Aspekten des Pestizideinsatzes in tropischen Gebieten befasst. Die übergreifenden Forschungsfragen, die in den beiden Untersuchungsgebieten (Costa Rica und Uganda) behandelt werden, sind: Welche Diskrepanzen bestehen zwischen den institutionellen Determinanten von Pestizideinsatz und der tatsächlichen Pestizidanwendung in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft? Welche Änderungen in der Anwendung und Pestizidregulierung sind erforderlich, um die Belastung von Mensch und Umwelt durch Pestizide effizient zu reduzieren?
Aus politikwissenschaftlicher Sicht untersuchen wir den Entscheidungsprozess sowie die Umsetzung öffentlicher Politiken für einen sichereren und nachhaltigeren Einsatz von Pestiziden. Mit Hilfe einer Netzwerkanalyse werden Präferenzen für innovative politische Instrumente auf nationaler Ebene, den Informationsaustusch zwischen der nationalen und lokalen Ebene, sowie die Rolle von Foren und Zusammenarbeit untersucht. Wir befragen nationale InteressenvertreterInnen sowie lokale «street-level bureaucrats», um das politische Netzwerk aufzuzeigen. Darüber hinaus arbeiten wir mit SozialpsychologInnen, um das Verhalten einzelner Kleinbauen und -bäuerinnen besser zu verstehen und aus den psychologischen Erkenntnissen wirkungsvolle politische Interventionen abzuleiten.
Unser Hauptziel ist es, ein systemisches Verständnis des Pestizidmanagements in den Tropen unter Einbeziehung verschiedener Interessengruppen, Ebenen und Sektoren zu erhalten und letztendlich Politik und Praxis zu verbinden.
Finanzierung: Swiss Network for International Studies (SNIS)
Team: Ruth Wiedemann, Karin Ingold
Projektpartner: Mirko Winkler (Swiss TPH); Christian Stamm, Rik Eggen, Philipp Staudacher, Frederik Weiss and Christelle Oltramare (Eawag); Samuel Fuhrimann (University Utrecht); Jennifer Inauen (Universität Bern); Ana Maria Mora Mora (Universidad Nacional de Costa Rica); Aggrey Atuhaire (Uganda National Association for Community and Occupational Health); Charles Niwagaba (Makerere University, Uganda)
Projekt Webseite: Link
Publikationen:
- Winkler, M. S.; Atuhaire, A.; Fuhrimann, S.; Mora, A.; Niwagaba, C.; Oltramare, C.; Ramírez, F.; Ruepert, C.; Staudacher, Ph.; Weiss, F.; Wiedemann, R.; Eggen, R.; Ingold, K.; Stamm, C. 2019. Environmental exposures, health effects and institutional determinants of pesticide use in two tropical settings. Working Paper.
- PESTROP Policy Brief. 2019. Pesticide use in Smallholder Farms: Challenges and Oppurtunities for Health, Environment and Policy in Uganda.
Wetlands - Sozial-ökologische Netzwerke in der Governance von Schweizer Feuchtgebieten
Der Umgang mit Ökosystemen stellt eine grosse Herausforderung dar. In Ökosystemen interagieren verschiedene ökologische Prozesse auf komplexe Art und Weise. Diese Prozesse werden wiederum vom Menschen beeinflusst. Wenn dabei verschiedene Organisationen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft oder Privatwirtschaft involviert sind, spricht man von Ökosystem-Governance.
Ökologische Zusammenhänge innerhalb eines Ökosystems können als Netzwerk dargestellt werden. Netzwerke können ebenfalls verwendet werden, um das Zusammenspiel verschiedener Organisationen in der Governance von Ökosystemen zu erfassen. Werden diese zwei Netzwerke kombiniert, spricht man von sozial-ökologischen Netzwerken. Sozial-ökologische Netzwerke sind ein neuer Ansatz, welcher es erlaubt soziale und ökologische Komponenten der Governance von Ökosystemen gleichberechtigt zu erfassen.
In sozial-ökologischen Netzwerkstrukturen lässt sich in abstrahierter Form erfassen, wie die Governance eines bestimmten Ökosystems funktioniert. Das Projekt Wetlands untersucht solche Netzwerke zwischen Ökosystemen und Gesellschaft am Beispiel von Auengebieten in der Schweiz. Zum einen soll dies Organisationen Anhaltspunkte dafür bieten, ihre Tätigkeiten besser aufeinander abzustimmen. Zum anderen können durch den Vergleich verschiedener sozial-ökologischer Netzwerke Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Ökosystem-Governance, wie auch Determinanten unterschiedlicher Netzwerkstrukturen identifiziert werden.
Projekt Start: April 2018, Dauer: 4 Jahre
Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
Team: Manuel Fischer, Mario Angst, Martin Huber
Projektpartner: Örjan Bodin (Stockholm Resilience Centre)
Projekt Webseite: Link