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Im Schwabenkrieg 1499 legten die Berner zur Sicherung ihrer Nordgrenze eine Besatzung in die Burg B. Bei der Einführung der Reformation 1527 installierten sie einen Vogt und nahmen die kleine Herrschaft, bestehend aus Erlinsbach, Küttigen und B., in Besitz. Ab 1528 beschäftigte sich die Tagsatzung mit dieser widerrechtl. Inbesitznahme. Den Johannitern als bisherigen Besitzern blieb nichts anderes übrig, als 1535 in den Verkauf der Herrschaft B. an Bern einzuwilligen. B. wurde Sitz eines kleinen Oberamtes, das zur geringsten Landvogteiklasse Berns gehörte. Die wirtschaftl. Basis bestand aus den Erträgen der drei Dörfer B., Küttigen und Erlinsbach, deren Böden nur von mittlerer Güte waren. Dank der Südlage spielte der Rebbau eine bedeutende Rolle. Die Düngung ist seit dem 15. Jh. bezeugt: Mit Pferdefuhren und Trägern wurde der Stallmist zur Bodenverbesserung in den Reben des Landvogtes verwendet. Zum Schlossgut gehörte ein Viehsömmerungsgut, der Senn-Schachen. Das 17. und 18. Jh. verzeichnen eine beachtliche zivile Auswanderung, v.a. in die Rheinlande. Die Burg, die ab 1527 als Sitz des Landvogtes diente, wurde ab dem 16. Jh. zu einem wohnl. Sitz ausgebaut. 1537-1798 regierten hier 51 Landvögte, die im Gegensatz zum aus der Dorfbevölkerung stammenden Untervogt zum bern. Patriziat gehörten. Wegen der geringen Besoldung waren die Inhaber der Landvogtei B. bestrebt, so rasch wie möglich in ein ertragreicheres Amt versetzt zu werden. 1798 wurden die drei Gemeinden der Landvogtei in den Kt. Aargau (Distrikt, später Bez. Aarau) eingebunden, an den auch Schloss (heute Behindertenheim) und Grundbesitz übergingen.
Literatur
– E. Bucher, «Die bern. Landvogteien im Aargau», in Argovia 56, 1944, 1-191
Autorin/Autor: Alfred Lüthi