Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03600.jsonl.gz/812

Die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Lebensrealitäten ist oft atemberaubend. Während Yazan in Sanaa revolutionäre Gedichte vorliest, eilt ein Herr in Grau in Zürich-Oerlikon zur Arbeit. Und derweil Anne in Berlin-Neukölln bei veganem Eis über zeitgenössische Lebensentwürfe nachdenkt, überlegt sich eine Familie in Conakry, wie die zweite Ehefrau des Hausherrn zu bestrafen ist. «Sunset/Sunrise» versammelt 18 Expeditionen in die weite Welt, konzentriert an einem einzigen … mehrTag. Diese journalistischen Stillleben bilden den Ausgangspunkt, um über gesellschaftliche Fragestellungen nachzudenken. So sind die Definitionen von Identität und Zugehörigkeit in Santa Cruz ebenso umkämpft wie in Tel Aviv; in Kopenhagen und Zürich nagt der Zweifel an etablierten Vorstellungen von Lebensqualität, und fast überall stellt sich die Frage nach Sinn und Unsinn von Entwicklungszusammenarbeit und anderen Formen ausländischer Direktinvestitionen.
Nikita Müller ist ein Kollektiv von Freunden aus Deutschland und der Schweiz. Ein Stipendienprogramm führte sie erst zusammen und dann in verschiedenste Länder hinaus. Dort engagierten sie sich, oft schwankend zwischen Idealismus und Ernüchterung, für die Welt. Die Mitglieder des Kollektivs leben heute in Städten wie Kampala, New York oder Zürich. Sie erforschen Konflikte, beraten Unternehmen, verhandeln Abkommen und kämpfen nach wie vor für eine Veränderung der Dinge zum Guten. Manchmal erfolgreich, immer beherzt. weniger