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<h2>SubmittedText<h2><p>Eine jüngst veröffentlichte Studie, die vom Bundesamt für Gesundheit in Auftrag gegeben worden war, zeigt, dass zwischen Neugeborenen von Schweizerinnen und Neugeborenen von Migrantinnen gravierende gesundheitliche Unterschiede bestehen. Wie will der Bundesrat auf diese Studie reagieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat ist bewusst, dass die Chancen auf einen gesunden Start ins Leben in der Schweiz ungleich verteilt sind. Aufgrund der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen stehen im Bereich der Gesundheitsversorgung vor allem die Kantone in der Verantwortung, die Situation von Migranten und Migrantinnen und ihren Kindern zu verbessern. Der Bund unterstützt diese Bemühungen durch das Programm Migration und Gesundheit (2008-2013), das unter Federführung des Bundesamtes für Gesundheit darauf abzielt, das Gesundheitsverhalten und den Gesundheitszustand der Migrationsbevölkerung sowie ihren Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Auch das Präventionsgesetz, welches vom Bundesrat am 30. September 2009 dem Parlament überwiesen wurde (09.076, BBl 2009 7071ff.), hat zum Ziel, Massnahmen zu fördern, die zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten beitragen.</p><p>Im Auftrag des Bundes sind in den Jahren 2006 und 2010 zwei Forschungsprojekte zur reproduktiven Gesundheit der Migrationsbevölkerung durchgeführt worden. Der neuere Bericht (Bollini et al. 2010: Vers un système intégré d'indicateurs de la santé maternelle et infantile auprès des collectivités d'origine étrangère en Suisse; verfügbar unter www.miges.admin.ch &gt; Forschung &gt; Projekte) kommt zum Schluss, dass bestimmte Gruppen der Migrationsbevölkerung im Bereich der reproduktiven Gesundheit erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. In Bezug auf die Gesundheit und Sterblichkeit von Neugeborenen zeigen die meisten verfügbaren Indikatoren deutliche Unterschiede zwischen Kindern von Schweizerinnen und Kindern von Migrantinnen. Die Gründe für diese Unterschiede sind komplex und können anhand der in der Schweiz vorliegenden Daten nur teilweise eruiert werden. Das Fazit der Forscherinnen und Forscher lautet deshalb, dass die Datengrundlagen in diesem Bereich verbessert werden sollten. Die Empfehlungen der Studie, gewisse Datenlücken zu schliessen, um die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen besser beobachten und analysieren zu können, nimmt der Bundesrat ernst. Er ist bereit, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für differenziertere Datengrundlagen einzusetzen. </p><p>In der derzeit laufenden zweiten Phase des Programms Migration und Gesundheit werden folgende Massnahmen umgesetzt, die auch zu einem besseren Gesundheitszustand von schwangeren Frauen und neugeborenen Kindern mit Migrationshintergrund beitragen sollen:</p><p>a. Information: Die Broschüre "Gesundheitswegweiser Schweiz", in 18 Sprachen übersetzt, erklärt Migrantinnen und Migranten das schweizerische Gesundheitssystem, u. a. auch die Versorgung bei Schwangerschaft und Geburt. Über die vom Bund finanzierte Website "migesplus" können verschiedene Infomaterialien in diesen Sprachen bestellt werden, auch zu Themen der Frauen- und Kindergesundheit.</p><p>b. Zugang zur Gesundheitsversorgung: Im Rahmen des Projekts "Migrant Friendly Hospitals" wird in verschiedenen Spitälern die Konzipierung und Umsetzung migrantenfreundlicher Aktionsprogramme unterstützt. Der Bund hat zudem die Entwicklung eines E-Learning-Tools zur Förderung der transkulturellen Kompetenz bei Ärzten, Ärztinnen und dem Pflegepersonal lanciert. Das interkulturelle Übersetzen im Gesundheitsbereich wird gefördert sowie die Ausbildung und Qualitätssicherung in diesem Bereich vorangetrieben. Ab Frühling 2011 soll zudem ein nationaler Telefondolmetschdienst für den Gesundheitsbereich zur Verfügung stehen.</p><p>Diese Massnahmen sind Teil der nationalen Integrationspolitik des Bundes, welche unter der Federführung des Bundesamtes für Migration steht und Massnahmen in allen integrationsrelevanten Bereichen vorsieht.</p>  Antwort des Bundesrates.