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Seit 2008 gilt die verbindliche 40-Prozent-Frauenquote in Verwaltungsräten für staatliche und für sämtliche börsennotierten Unternehmen. Nun will die Regierung diese Quote auf alle Unternehmen mit mehreren Hundert Angestellten erweitern, selbst wenn sie nicht börsennotiert sind. Einen konkreten Vorschlag werde die Regierung im kommenden Jahr machen, sagt Rikke Lind, Staatssekretärin im norwegischen Handels- und Industrieministerium.
Ohne Quote bleibt Frauenanteil in Verwaltungsräten tief
Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten norwegischer Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind und mehr als 500 Angestellte haben, liegt zurzeit bei 20 Prozent. Dies geht aus Zahlen des nationalen Statistikamtes hervor. Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, sei entgegen den Erwartungen tief geblieben, sagt Rikke Lind. Damit schöpften diese Unternehmen den Talentpool nur ungenügend aus.
Wenn die Frauenquote auch für diese Unternehmen verpflichtend wird, brauche es zusätzlich etwa 170 weibliche Mitglieder.
Widerstand gegen eine Erweiterung der Frauenquote kommt von den Arbeitgebern und der konservativen Opposition. Solche Quoten seien das falsche Mittel, um den Einfluss der Frauen zu erhöhen, argumentieren sie.
Rückzug von der Börse zum Vermeiden der Frauenquote
Im Jahr 2002, als das Gesetz für die Frauenquote entworfen wurde, gab es in Norwegen 650 börsennotierte Unternehmen. Als die Quote 2008 nach einer Übergangsphase verbindlich wurde, waren es noch 500 und im letzten Herbst nur noch 357, wie aus Zahlen des «Center for Corporate Diversity» in Oslo hervorgeht. Ein Drittel der Firmenchefs gab als Grund für den Rückzug von der Börse die verbindliche Frauenquote an.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Redaktorin und Herausgeberin der Zeitschrift «FrauenSicht».