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Das Ringelnatterweibchen mit dem bläulichen Auge steht kurz vor der Häutung. Sie ist eines von insgesamt 5 Exemplaren, die ich letzten Freitag im Kanderdelta gefunden habe. Meine Befürchtung, dass die im Winter vorgenommene Kiesüberschüttung der Blockwurfsteine am Westufer der Kander, sich negativ auf die Ringelnatterpopulation ausgewirkt haben könnte, scheint glücklicherweise unbegründet zu sein.
Wer Schlangen mehr als ein paar Sekunden beobachten will, muss sich sehr behutsam und auf leisen Sohlen anschleichen. Dabei ist Wissen und Erfahrung, wo sich Reptilien aufhalten natürlich von Vorteil. Ein Männchen und ein Weibchen hatten ihren Sonnenplatz auf einem Asthaufen, wo sie bei geringster Gefahr schnell und einfach im Astgewirr verschwinden konnten, während eine Dreiergruppe mit einem Männchen und zwei Weibchen einen Platz am Kanderufer gefunden hatte. Erst als die Nattern, ausgelöst durch eine ungeschickte Bewegung von mir, auf mich aufmerksam wurden und sich in den Hohlraum unter Blockwurfsteinen verzogen, löste sich der Knäuel an Schlangenleibern zu drei Individuen auf.
Der Schlangenknäuel besteht aus einem einheitlich grauen Weibchen mit blauem Auge, einem Weibchen mit sandfarbenen Schuppen mit schwärzlichen Flecken und einem kleineren Männchen unten rechts.
Dieses dunkle Männchen wurde offensichtlich von blutsaugenden Mücken belästigt. Direkt am Auge ist ein Insekt zu erkennen dessen Hinterleib mit Blut vollgesogen ist. Auf dem Schlangenleib links sind zwei weitere Mücken zu erkennen. Auch Schlangen können von Parasiten wie Zecken und Milben befallen sein; bezüglich Stechmücken habe ich im Web keine Infos gefunden.