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Enterben: Leichter gesagt als getan
Grundsätzlich können nur pflichtteilsgeschützte Erben enterbt werden. Eine Enterbung bedeutet nämlich nichts anderes, als einem Erben seinen Pflichtteil zu entziehen.
Gesetzliche Erben ohne Pflichtteilsanspruch hingegen können ohne Begründung von der Erbfolge ausgeschlossen werden. Dazu braucht es lediglich ein Testament.
Das Gesetz kennt nur wenige Gründe für eine Enterbung. Ein Erbe muss eine schwere Straftat gegen den Erblasser oder eine ihm nahe stehende Person begangen oder eine Rechtspflicht schwer verletzt haben, die sich aus dem Familienrecht ergibt.
Letzteres wäre etwa der Fall, wenn der Erbe die Unterstützungspflichten zwischen Verwandten oder die Pflichten zwischen Ehegatten missachtet. Wenn ein Kind nur den Kontakt zu seinen Eltern abbricht oder sich mit ihnen verkracht, können es die Eltern deshalb nicht rechtsgültig enterben.
Wenn gegen einen Nachkommen Verlustscheine vorliegen, kann man eine sogenannte Präventiv-Enterbung ins Auge fassen. In so einem Fall kann der Erblasser diesem Nachkommen die Hälfte seines Pflichtteils entziehen und den Kindern des verschuldeten Nachkommen zuweisen.
Das ist allerdings nur möglich, wenn der Nachkomme Kinder hat. Eine Präventiv-Enterbung zugunsten anderer Personen sieht das Gesetz nicht vor.
Wer jemanden enterben möchte, sollte den Grund dafür in seinem Testament möglichst genau angeben.
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