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Sich um die psychische Gesundheit kümmern
Wenn Sie Veränderungen und Unsicherheiten im Zusammenhang mit einem Arbeitsplatzverlust oder längerer Arbeitslosigkeit erleben, ist es besonders wichtig, dass Sie sich um Ihre psychische Gesundheit kümmern. Wenn Sie arbeitslos sind, können Sie verschiedene Massnahmen ergreifen, um Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität zu erhöhen.
1. Sich realistische Tagesziele setzen
Zu akzeptieren, dass Gefühle wie Traurigkeit, Angst, Frustration usw. nach dem Verlust des Arbeitsplatzes und während der Arbeitslosigkeit normal sind, ist der erste Schritt bei der Bewältigung ihrer Auswirkungen. Es ist wichtig, die eigene Traurigkeit zu erkennen und der Erwerbstätigkeit «nachzutrauern», so wie man es auch tun würde, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Es geht darum, sich zu verabschieden:
- von den bisherigen beruflichen Tätigkeiten, die den Alltag strukturiert haben;
- von den Beziehungen zu den Kolleginnen und Kollegen;
- vom sozialen Status, den eine Erwerbstätigkeit mit sich bringt.
In diesen schwierigeren Zeiten kann die Motivation sinken. Es ist jedoch wichtig, sich weiterhin Ziele zu setzen und Pläne zu haben, die das psychische Wohlbefinden fördern. Diese Ziele sollten realistisch und motivierend sein. Es geht darum, sich auf den Moment zu konzentrieren, auf das, was Sie in Ihrem Alltag in Bezug auf Ihren körperlichen und geistigen Zustand kontrollieren können, anstatt grosse Pläne für eine noch ungewisse Zukunft zu machen.
Realistische Alltagsziele sind z. B.:
- sich um sein Zuhause kümmern;
- spazieren gehen;
- sich mit einer Freundin oder einem Freund auf einen Kaffee treffen;
- sich körperlich betätigen oder ehrenamtlich arbeiten;
- Bewerbungen verschicken.
Solche Ziele sind hilfreich, um dem Tag einen Sinn zu geben. Sie sorgen für Beschäftigung und stärken das Selbstvertrauen.
2. Einen Lebensrhythmus beibehalten
Wenn der Tag oder die Woche nicht mehr von einer beruflichen Tätigkeit strukturiert wird, kann es manchmal schwierig sein, morgens aufzustehen oder abends zu einer vernünftigen Zeit ins Bett zu gehen. Auch wenn der Alltag nicht mehr die gleiche Struktur hat, ist es wichtig, einen Tagesrhythmus beizubehalten. Morgens immer zur gleichen Zeit aufstehen, spazieren gehen, Mahlzeiten zubereiten, Bewerbungen schreiben, sich körperlich betätigen, einen Kaffee mit Bekannten trinken usw. sind Aktivitäten, die helfen, den Tag oder die Woche zu strukturieren. Ein klarer Tagesablauf hilft auch dabei, einen guten Schlaf-Wach-Rhythmus beizubehalten, ein wichtiger Aspekt, der es später leichter macht, zur Arbeit oder zu einer anderen Tätigkeit zurückzukehren.
3. Soziale und Wohlfühl-Aktivitäten pflegen
Auch während der Arbeitslosigkeit/Nichtbeschäftigung ist es für die Erhaltung der psychischen Gesundheit wesentlich, weiterhin sozialen Aktivitäten nachzugehen. Diese Aktivitäten sollten Spass machen und die Gelegenheit bieten, Menschen zu treffen, um soziale Beziehungen so gut wie möglich zu pflegen.
Verschiedene Aktivitäten ermöglichen den Kontakt mit anderen:
- regelmässig an die frische Luft gehen, sich bewegen, Spaziergänge in der Natur, durch die Stadt, in der Nachbarschaft oder im Dorf machen (siehe Kapitel «Die körperliche Gesundheit pflegen»);
- an einem Gruppenkurs oder einer Gruppenaktivität teilnehmen, etwas Neues lernen;
- Freundinnen und Freunde oder die Familie treffen;
- Kinder, Neffen und Nichten oder Enkel betreuen;
- sich freiwillig engagieren; anderen zu helfen ist gut für die geistige Gesundheit und bietet die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen;
- an kulturellen Aktivitäten teilnehmen (Theater, Kino, Konzert, Museum, usw.);
- am sozialen oder assoziativen Leben in der Nachbarschaft oder Gemeinde teilnehmen;
- eine Person aus dem (engeren) Umfeld besser kennenlernen, z. B. eine Nachbarin oder einen Nachbarn;
- an Aktivitäten teilnehmen, die von einer regionalen Organisation angeboten werden (Sportverein, Kulturverein, Kirchengemeinde, usw.)
4. Mehr Kontakt zu Verwandten und Bekannten
Kontakte mit Familie und Freunden verbessern die Lebensqualität und wirken sich positiv auf die Stimmung aus. Sie reduzieren das Risiko von Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Problemen.
Mit Menschen in Kontakt zu bleiben ist sehr wichtig, auch wenn es manchmal etwas Überwindung kostet. Es ist nie zu spät, alte Bekannte wieder zu treffen oder neue Leute kennenzulernen. Die Unterstützung aus dem Umfeld ist besonders wichtig bei bestimmten Übergängen oder in schwierigen Momenten im Leben, wie z. B. dem Verlust des Arbeitsplatzes.
Wenn Sie beginnen, sich alleine zu fühlen oder unter Einsamkeit zu leiden, zögern Sie nicht, mit Menschen zu sprechen, die Ihnen nahestehen, und suchen Sie professionelle Hilfe.