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Der Chipdesigner Sifive hat bekannt gegeben, dass er zusammen mit Microchip und im Auftrag der Nasa eine neue CPU entwickelt. Diese neuen Prozessoren sollen die Basis für die "High-Performance-Spaceflight-Computer" (HPSC) sein, welche die Raumfahrtagentur in Zukunft sowohl in bemannten Raumschiffen als auch für Satelliten verwenden will.
Die neuen Systeme sollen laut 'The Register'
auf PowerPC-CPUs basierende Computer ersetzen, welche von der Nasa seit mehr als 2 Jahrzehnten verwendet werden. Ein für Computer beinahe biblisches Alter also. Diese Computer haben sich in zahlreichen Missionen bewährt, aber ihre Leistung ist weit tiefer als die von moderneren Systemen.
Die neuen CPUs werden laut Sifive 12 Prozessorkerne aufweisen und auf der RISC-V-Architektur basieren, welche 100 Mal mehr Leistung bietet als die Vorgänger. 4 der Prozessorkerne sind Standard-CPUs, die anderen sollen KI- und Machine-Learning-Applikationen beschleunigen. Die neuen Chips sollen in rund 3 Jahren einsatzbereit sein.
Einst innovativ, zuletzt konservativ
Die US-Weltraumagentur Nasa war in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein Symbol für ungezügelten menschlichen Erfindungsgeist und Innovationen, die Ihrer Zeit teilweise weit voraus waren. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Nasa aber technisch sehr konservativ. Man setzte lieber auf die Wiederverwendung von Systemen, Designs und Methoden, die einmal funktioniert hatten, statt das Wagnis einzugehen, sie weiterzuentwickeln.
Für das "Space Launch System" (SLS) beispielsweise, die neue Rakete, die dereinst im Rahmen der Artemis-Missionen wieder Menschen zum Mond bringen soll, wurden Raketenmotoren verwendet, die auf dem in den 70er-Jahren entwickelten Design der Space-Shuttle-Motoren basieren. Der Treibstoff besteht wie eh und je aus flüssigem Sauer- und Wasserstoff. Ein sehr effizienter Treibstoff, der aber auch sehr schwierig in der Handhabung ist. Private Raumfahrtunternehmen wie SpaceX verwenden daher alternative Treibstoffe. Der letzte Startversuch der Artemis I am 3. September musste abgebrochen werden, weil beim Befüllen der Tanks ein Leck auftrat. Eine peinliche Sache für ein Projekt, das trotz des Recyclings alter Designs und Methoden viel länger dauerte und deutlich mehr kostete als geplant.
Die von Nasa- und Esa-Astronauten für Ausflüge ins Weltall verwendeten Raumanzüge sind übrigens sogar noch älter. Es sind fast die gleichen, die schon in den 60er-Jahren bei Apollo-Missionen und den Mondlandungen eingesetzt wurden. Die Nasa hat sich erst vor wenigen Jahren dazu entschlossen, Neue zu entwickeln. Der Versuch, dies selbst zu tun, schlug aber fehl. Der Auftrag für die neuen Raumanzüge wurde in diesem Juni an 2 private Unternehmen ausgelagert.
Immerhin sollen neben den neuen Anzügen auch neue Computer her. Um im mittlerweile von innovativen Privatunternehmen angetriebenen neuen Raumfahrtzeitalter weiterhin eine Rolle zu spielen, wird sich auch die Nasa ändern müssen.