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Die World Health Organisation WHO und die Swiss Iron Health Organisation SIHO haben gegensätzliche Ansichten zum Eisenmangel.
WHO: Eisenmangel sei erst bei einer Anämie manifest, also im Endstadium von Eisenmangel.
SIHO: Eisenmangel ist schon vor dem Entstehen einer Anämie manifest, nämlich dann, wenn das Eisenmangelsyndrom erscheint (Frühstadium).
WHO: Für alle Frauen und Kinder genüge ein Ferritinwert von 15 ng/ml, um gesund zu sein.
SIHO: Weil viele Frauen und Kinder bei einem derart tiefen Ferritinwert unter Eisenmangelsymptomen leiden, brauchen sie in erster Linie das ihnen fehlende Eisen. Bei erwachsenen Männern liegt der Wert zwischen 100 und 200 ng/ml. Sobald Frauen und Kinder mit Mangelsymptomen in diesen Optimalbereich korrigiert werden, werden die meisten gesund.
WHO: Frauen, Kinder und Jugendliche bräuchten weniger Eisen als erwachsene Männer.
SIHO: Frauen, Kinder und Jugendliche brauchen gleich viel Eisen wie erwachsene Männer. Ihre Zellen haben dieselben Systemanforderungen.
WHO: Eisenmangelpatienten sollen mit Eisentabletten behandelt werden, obwohl solche praktisch nicht wirksam sind und oft schlecht vertragen werden.
SIHO: Weil Eisentabletten schlecht wirksam sind und oft schlecht vertragen werden, empfiehlt SIHO die wirksame und gut verträgliche intravenöse Eisentherapie.
Bern steckt in der Klemme. Hätte die Schweizer Regierung 2015 auf eine Überprüfung der Wirksamkeit und Notwendigkeit der in der Schweiz eingeführten intravenösen Eisentherapie verzichtet, wäre sie nicht in dieses Dilemma geraten, in dem sie sich heute befindet. Sie wird sich zwischen zwei „Glaubensrichtungen“ entscheiden müssen. (Das Schweizer Fernsehen PULS betitelte eine Eisensendung 2018: Eine Glaubensfrage spaltet die Fachwelt). Ein Kompromiss ist nicht möglich. Es geht um die Frage der Gleichberechtigung der Frauen.
Bern muss sich bei der Eisenfrage entscheiden: Soll die Regierung der SIHO glauben und den Frauen die Eisenchance geben? Oder will sie der WHO glauben und ihnen diese Chance verwehren?
Soll die notwendige Eisentherapie mit ihrer über 80-prozentigen Erfolgsquote auch künftig durch die Krankenkassen bezahlt werden, wie sie es seit über zwanzig Jahren tun? Oder soll die Kassenpflicht wirklich durch ein Diktat des Bundesrats abgeschafft werden?
Wie wird die WHO reagieren, wenn sich Bern für SIHO entscheidet? Wird sie die Schweizer Regierung rügen oder wird sie sich den Erkenntnissen von SIHO anschließen und die Eisentherapie global einführen? Die Zeit wäre reif dafür. Das unnötige globale Leiden muss ein Ende haben.