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Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) zählt hierzulande zu den häufigsten Todesursachen – allerdings kann jeder einem Herzinfarkt durch gesunde Lebensweise vorbeugen. Darum ist es ratsam, mögliche Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zu vermeiden und bestehende Grundkrankheiten wie Bluthochdruck optimal behandeln zu lassen.
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein grosses Herzkranzgefäss (Koronararterie) oder ein Gefässast verschlossen sind. Diese Gefässe versorgen das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen. Bei einem Herzinfarkt verstopft ein Blutgerinnsel (Thrombus) eines der Gefässe, so dass das Blut nicht mehr zirkulieren kann. Das Herz erhält dann nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Diese Unterversorgung führt zu einer Schädigung des Herzmuskelgewebes – ein Teil des Gewebes stirbt ab.
Ist die Durchblutung des Herzmuskels aufgrund verengter Herzkranzgefässe gestört, liegt eine sogenannte koronare Herzkrankheit (KHK) vor. Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht, zu hoher Blutdruck oder Stress begünstigen einen Herzinfarkt und gelten als Ursachen von Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
Ein Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ruft in vielen Fällen eindeutige Symptome hervor. Typisch für einen Herzinfarkt ist der anhaltende heftige Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlt. Bei einem Herzinfarkt können diese Anzeichen aber auch geringer sein oder ganz ausbleiben (sog. stummer Herzinfarkt). Besonders bei Frauen fehlen häufig die typischen Symptome eines Herzinfarkts. 40 Prozent aller Infarkte ereignen sich in den Morgenstunden zwischen sechs und zwölf Uhr, was damit zusammenhängt, dass die Gerinnungsaktivität im Blut in dieser Zeit zunimmt. Für die Heilungsaussichten ist es bei einem Myokardinfarkt entscheidend, sofort einen Notarzt zu verständigen und den Betroffenen schnell ins Spital zu bringen.
In den ersten Stunden nach dem Herzinfarkt gibt es zwei Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die unterversorgten Herzmuskelzellen absterben: Zum einen ist es möglich, das verschlossene Gefäss mit einem Herzkatheter aufzudehnen. Zum anderen lässt sich das Blutgerinnsel durch Medikamente auflösen, sodass die Durchblutung des Gefässes wiederhergestellt ist (medikamentöse Thrombolysetherapie). Bei einem Herzinfarkt sind die ersten 48 Stunden besonders kritisch.
Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) lässt sich die Herzstromkurve messen, an der Fachleute ablesen können, ob und wann ein Herzinfarkt eingetreten ist. Ausserdem gibt das abgestorbene Herzmuskelgewebe nach einem Myokardinfarkt bestimmte Eiweisse (sog. Herzenzyme) ans Blut ab. Diese lassen sich durch eine Laboruntersuchung nachweisen.
Da nach einem Herzinfarkt Komplikationen (wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Linksherzinsuffizienz oder ein kardiogener Schock) auftreten können, ist eine Überwachung der Betroffenen auf der Intensivstation erforderlich.
Ein Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt oder Herzmuskelinfarkt genannt, bezeichnet das Absterben (= Infarkt) eines Teils des Herzmuskels (= Myokard). Die Ursachen gehen auf einen Gefässverschluss in mindestens einem der grossen Herzkranzgefässe (Koronararterien) oder einem Gefässast zurück, die das Herz mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen: Der Gefässverschluss hat zur Folge, dass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird und abstirbt.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) sollte so schnell wie möglich eine Therapie erfolgen. Ist dies nicht der Fall, entsteht an der mit Blut unterversorgten Herzregion ein irreparabler Schaden.
Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) tritt von Land zu Land mit deutlich unterschiedlicher Häufigkeit auf: Während in Japan beispielsweise auf 100'000 Einwohner weniger als 100 Infarktpatienten kommen, liegt die Zahl der Fälle in Nordeuropa bei etwa 300 pro 100'000 Einwohner.
Die Herzinfarkt-Häufigkeit weist ebenso Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf: Bei Männern kommt es öfter zu einem Myokardinfarkt als bei Frauen. Bei ihnen tritt der Infarkt nicht nur häufiger, sondern auch wesentlich früher auf. Dahingegen ist für Frauen das Risiko, an den Folgen eines Herzinfarkts zu sterben, höher als für Männer. Der Grund dafür ist nicht nur das durchschnittlich höhere Alter der Betroffenen: Auch beim Vergleich gleichaltriger männlicher und weiblicher Betroffener ist die Sterblichkeit der Frauen höher. Möglicherweise ist diese Tatsache darauf zurückzuführen, dass die bei Frauen auftretenden Symptome oft untypisch sind: So löst ein Herzinfarkt bei einer Frau oft Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus. In vielen Fällen deuten sowohl Betroffene als auch Ärzte die Symptome falsch und erkennen den Herzinfarkt zu spät.
Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in den westlichen Industriestaaten: Für die meisten Sterbefälle der vergangenen Jahre waren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich.
Um diese Frage zu beantworten, sind Kenntnisse in der Anatomie des Herzens hilfreich: Das menschliche Herz besteht aus einer rechten und einer linken Herzhälfte. Beide Hälften sind in einen Vorhof (Atrium) und eine Kammer (Ventrikel) gegliedert. Das Herz arbeitet als Blutpumpe: Es hält den Blutkreislauf in Gang und versorgt so den gesamten Körper (Organe, Gewebe und Zellen) mit sauerstoffreichem Blut. Für diese Aufgabe benötigt das Herz aber auch selbst ausreichend Sauerstoff. Für die Sauerstoffzufuhr sorgen bestimmte Blutgefässe, die sich kranzartig um das Herz herumlegen und ihm sauerstoffreiches Blut zuführen: die Herzkranzgefässe oder Koronararterien (Korona bedeutet Kranz bzw. Krone). Das linke Herzkranzgefäss (Arteria coronaria sinistra) versorgt den vorderen Bereich des Herzens mit Blut, das rechte (Arteria coronaria dextra) den hinteren.
Wie alle anderen Blutgefässe auch bilden die Herzkranzarterien Abzweigungen und Verästelungen bis hin zu den kleinsten Gefässabschnitten (Kapillaren). Diese erstrecken sich über den Herzmuskel und versorgen ihn mit Nährstoffen und Sauerstoff. Ausserdem helfen sie, verbrauchtes (sauerstoffarmes) Blut und andere Stoffwechselprodukte abzutransportieren. Wenn in irgendeinem Abschnitt der Herzkranzgefässe keine Durchblutung mehr stattfindet und somit die Sauerstoffversorgung abbricht, stirbt das betroffene Herzmuskelgewebe ab: Es entsteht ein Herzinfarkt.
Wie ein Herzinfarkt oder Myokardinfarkt genau entsteht, ist unterschiedlich. Meistens lässt sich die Entstehung des ursächlichen Gefässverschlusses auf eine starke Gefässverengung (Stenose) mit Ausbildung einer Thrombose zurückführen: Bei einer Thrombose verschliesst ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Blutgefäss. Blutgerinnsel entstehen in der Regel durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die Schäden an der Gefässwand verursacht. An den beschädigten Stellen lagern sich Blutplättchen ab und bilden schliesslich ein Blutgerinnsel. Dieses verstopft das Gefäss, so dass kein Blut mehr hindurchfliessen kann. Die Sauerstoffversorgung eines Teils der Herzmuskulatur bricht ab. Die Folge ist ein akuter Herzinfarkt.
Der für einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) verantwortliche Gefässverschluss kann jeden Abschnitt der Blutgefässe betreffen, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgen (Herzkrankgefässe). Je nachdem, an welcher Stelle die Blutversorgung des Herzens unterbrochen ist, lassen sich folgende Herzinfarkt-Typen unterscheiden:
Ein Herzinfarkt betrifft in den meisten Fällen die Muskulatur der linken Kammer.
Zu den einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) am häufigsten zugrunde liegenden Ursachen gehören verkalkte Blutgefässe (Arteriosklerose). Durch Ablagerungen an den Wänden der Gefässe, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgen (Arterien), reicht der Blutfluss oft kaum aus, um die Herzversorgung zu gewährleisten. Diese Durchblutungsstörung des Herzens heisst koronare Herzkrankheit. Ist das Gefäss völlig verstopft, ist die Sauerstoffzufuhr des Herzens unterbrochen – es kommt zu einem Herzinfarkt, bei dem ein Teil des Herzmuskelgewebes abstirbt. Verschiedene Faktoren begünstigen die Gefässverkalkung.
Neben den direkt für einen Herzinfarkt verantwortlichen Ursachen gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen. Diese Risikofaktoren sind dieselben wie bei der koronaren Herzerkrankung:
Die für einen akuten Herzinfarkt (Myokardinfarkt) typischen Symptome sind:
Die Betroffenen sind ängstlich und versuchen, die mit dem Herzinfarkt einhergehenden Symptome wie Schmerzen durch Bewegung zu lindern. Menschen mit einem Angina-pectoris-Anfall verhalten sich hingegen ruhig, da sie befürchten, die Beschwerden durch körperliche Anstrengung zu verstärken.
Meist treten Myokardinfarkte in den sehr frühen Morgenstunden auf. Dabei gehen einem Herzinfarkt oft die folgenden Anzeichen voraus:
Bei einem Herzinfarkt oder Myokardinfarkt treten die ersten Vorboten häufig schon frühzeitig auf: Viele der Infarktpatienten waren vor dem Herzinfarkt bereits wegen Herzbeschwerden in Behandlung oder standen unter ärztlicher Aufsicht. Bei vielen erfolgten schon Gefässerweiterungen (Herzkatheter-Dilatationen) oder Operationen zur Überbrückung eines verengten oder verschlossenen Herzkranzgefässes durch eine körpereigene Vene oder Arterie (Bypass-Operationen). Aber auch Menschen, bei denen keine koronare Herzkrankheit festgestellt wurde, können einen Myokardinfarkt erleiden. Bei rund 20 Prozent der Betroffenen, meist ältere Menschen oder Diabetiker, liegt ein sogenannter stummer Herzinfarkt ohne Symptome vor, das heisst, der Infarkt bleibt unbemerkt.
Die als typisch geltenden Herzinfarkt-Symptome treten bei der Frau oft gar nicht auf. Wenn eine Frau einen akuten Myokardinfarkt hat, nehmen daher sowohl die Betroffenen selbst als auch die behandelnden Ärzte die Anzeichen für den Herzinfarkt häufig anders wahr als beim Mann.
Ein akuter Herzinfarkt kann sich bei einer Frau durch folgende Symptome äussern (und häufig sind dies die einzigen Anzeichen für den Herzinfarkt):
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) erfolgt die Diagnose in erster Linie anhand der vorliegenden Beschwerden. Jedoch können die typischen Anzeichen für einen Herzinfarkt fehlen – vor allem bei der Frau.
Von entscheidender Bedeutung bei der Herzinfarkt-Diagnose ist das EKG (Elektrokardiogramm), mit dem sich die Herzstromkurve messen lässt. Das EKG liefert Hinweise darauf, wo sich der Herzinfarkt befindet (z.B. Herzvorderwand oder Herzhinterwand). Ausserdem lässt sich ablesen, ob ein frischer Myokardinfarkt vorliegt oder der Infarkt bereits längere Zeit zurückliegt.
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) trägt zur Diagnose auch die sogenannte Enzymdiagnostik bei: Das durch den Herzinfarkt abgestorbene Herzmuskelgewebe setzt Eiweisse (Enzyme) frei, die im Blut nachweisbar sind. Eines dieser Enzyme gehört zu den Kreatinkinasen (CK). Kreatinkinase kommt vor allem in den Muskeln und im Gehirn vor. Im Herzmuskel gibt es eine bestimmte Art von Kreatinkinase: CK-MB. Wenn Zellen des Herzmuskels nach einem Infarkt absterben, ist das Herzenzym CK-MB durch seine verstärkte Freisetzung aus dem Herzmuskel im Blut vermehrt vorhanden.
Weitere Herzmuskeleiweisse, die bei einem akuten Herzinfarkt eine Diagnose ermöglichen, sind Troponin I und Troponin T: Für einen Schnelltest, mit dem sich ein Myokardinfarkt nach wenigen Stunden per Enzymdiagnostik feststellen lässt, sind diese Enzyme am besten geeignet. Bei Schäden des Herzmuskelgewebes lassen sich ebenfalls erhöhte Werte für diese Enzyme im Blut nachweisen.
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) sind für die Diagnose auch Hinweise auf mögliche Risikofaktoren wichtig. Solche Risikofaktoren lassen sich durch weitere Blutwerte – wie zum Beispiel den Cholesterinspiegel – ermitteln. Zusätzliche Hinweise auf Herzinfarkte begünstigende Risikofaktoren kann ein besonders schnelles Computertomographie-Gerät liefern – das sogenannte EBT (Electron Beam Tomography): Dieses Gerät ermöglicht es, Kalkablagerungen in den Herzkranzgefässen ohne einen Eingriff darzustellen.
Bei einem akuten Herzinfarkt (Myokardinfarkt) gilt: Je eher die Therapie einsetzt, desto besser stehen die Heilungsaussichten. Entscheidend sind vor allem die ersten Stunden nach dem Herzinfarkt. Dabei besteht die Therapie zum einen aus Sofortmassnahmen, die unmittelbar beim Auftreten des Infarkts zu ergreifen sind: In der ersten Stunde nach dem Herzinfarkt ist es am ehesten möglich, die Durchblutung des Herzmuskels mit Medikamenten oder durch Aufdehnung der verschlossenen Herzkranzarterie wiederherzustellen. Zum anderen erfolgen später weitere Massnahmen im Zuge der ärztlichen Versorgung der Betroffenen im Spital.
Je nachdem, welche Auswirkungen der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) hat, können vor der ärztlichen Therapie unterschiedliche Erste-Hilfe-Massnahmen nötig sein: Der Herzinfarkt kann kaum bemerkt ablaufen oder im schlimmsten Fall zum sofortigen Herzstillstand führen.
Egal, ob leichter oder schwerer Herzinfarkt: Besteht der Verdacht auf einen Infarkt, alarmieren Sie am besten sofort den Rettungsdienst mit Notarzt (112 oder die örtliche Notrufnummer). Bis der Rettungsdienst eintrifft, ist bei einem Herzinfarkt als Erste Hilfe Folgendes zu tun:
Nach einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist eine schnelle ärztliche Therapie wichtig: In der ersten Stunde nach dem Herzinfarkt lässt sich durch geeignete Sofortmassnahmen die Durchblutung des Herzmuskels mit Medikamenten oder durch Aufdehnung der verschlossenen Herzkranzarterie am ehesten wiederherstellen.
Die ersten Sofortmassnahmen nach einem Herzinfarkt leitet der Notarzt ein: Er kann gefährliche Herzrhythmusstörungen sofort erkennen und behandeln. Starke Schmerzmittel lindern die mit dem Herzinfarkt einhergehenden Schmerzen. Gerinnungshemmende Medikamente verhindern, dass das Gerinnsel wächst oder an anderer Stelle ein weiteres entsteht. Im Spital angekommen, erfolgt mindestens zwei bis drei Tage lang eine Überwachung auf der Intensivstation. Hier bekommt der Betroffene zur weiteren Therapie einen Zugang zum Gefässsystem gelegt (zentraler Venenkatheter, ZVK) und erhält über eine Nasensonde Sauerstoff. Über den zentralen Venenkatheter erhält er blutverdünnende Medikamente (Heparin). Ausserdem gehört es zu den Sofortmassnahmen im Spital, ständig den Blutdruck zu überprüfen und bei Bedarf zu regulieren, oft durch Nitrate. Nitrate entlasten das Herz und lindern Infarktschmerzen.
In der Frühphase eines Myokardinfarkts zählen vor allem die Ballondilatation und die Thrombolyse (d.h. die Auflösung des ursächlichen Blutgerinnsels) zu den geeigneten Sofortmassnahmen bei der Herzinfarkt-Therapie. Bei der Ballondilatation schiebt der Arzt einen feinen Kunststoffschlauch zumeist mit einem zusammengefalteten Ballon über ein Blutgefäss in der Leiste bis zu dem verengten Herzkranzgefäss vor. Durch hohen Druck füllt er eine Mischung aus Kontrastmittel und Kochsalz in den Ballon ein: Der ausgedehnte Ballon erweitert das verengte Gefäss. Das Kontrastmittel bewirkt, dass der Ballon bei einer Röntgenaufnahme gut sichtbar ist.
Um nach einem Herzinfarkt zu verhindern, dass eine erneute Gefässverengung eintritt, führt der Arzt mit dem Ballonkatheter einen sogenannten Stent ein. Dabei handelt es sich um eine unter Druck an die Gefässwand gepresste Gefässstütze aus Edelstahl. Der Stent kann zusätzlich mit Medikamenten beschichtet sein, die einen erneuten Verschluss und somit einen weiteren Herzinfarkt verhindern sollen.
Diese Sofortmassnahmen sind geeignet, um in den ersten Stunden nach einem Herzinfarkt die Durchblutung des Gefässes wiederherzustellen.
Verläuft Ihr Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ohne Komplikationen, bleibt der Patient zur stationären Therapie 7 bis 14 Tage im Spital. Auf den Spitalaufenthalt folgen weitere Massnahmen in einer Rehabilitationsklinik oder einem ambulanten Therapiezentrum: Hierzu gehören Bewegungstherapie, psychische Stabilisierung und Aufklärung über eine gesundheitsbewusste Lebensweise (z.B. richtige Ernährung nach Herzinfarkt, geeignete Sportarten, Stressvermeidung, Gewichtskontrolle).
Nach einem Herzinfarkt erfolgt ausserdem eine dauerhafte Therapie mit Medikamenten. Diese Langzeitbehandlung besteht vor allem aus:
Die medikamentöse Dauertherapie nach einem Herzinfarkt entspricht der Therapie, die gegen die koronare Herzkrankheit (KHK) verordnet wird. Die verwendeten Medikamente verringern das Risiko eines erneuten Infarkts. Weitere empfehlenswerte Massnahmen nach einem überstandenen Herzinfarkt bestehen darin, sich regelmässig von einem Internisten beziehungsweise Kardiologen untersuchen zu lassen und Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen zu vermeiden, um einem erneuten Herzinfarkt vorzubeugen.
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist eine schnellstmögliche Therapie für Verlauf und Prognose entscheidend: Durch direkt einsetzende Sofortmassnahmen, versucht man in den ersten Stunden des Infarkts die Durchblutung des verschlossenen Gefässes wiederherzustellen. Geschieht dies nicht, entsteht an der mit Blut unterversorgten Herzregion ein irreparabler Schaden: Nach einem Herzinfarkt wandelt sich beschädigtes Herzmuskelgewebe in Bindegewebe um und vernarbt. Dieses Gewebe kann sich nicht zusammenziehen und aktiv bewegen. Somit ist es für die Pumpleistung des Herzens unbrauchbar. Es lässt sich mit keiner Therapie mehr in funktionsfähiges Muskelgewebe umwandeln und ist somit dauerhaft (irreversibel) geschädigt. Mehr als die Hälfte der durch einen Myokardinfarkt verursachten Todesfälle ereignet sich noch vor der stationären Aufnahme der Betroffenen in ein Spital (sog. plötzlicher Herztod).
Wer die ersten Tage nach einem Herzinfarkt überlebt, kann mit einem günstigen Verlauf rechnen: Nach einem Jahr leben noch mindestens 80 Prozent der Betroffenen. Dabei ist die Prognose umso besser, je weniger Risikofaktoren für einen Herzinfarkt (wie Rauchen, Übergewicht, hohes Alter) vorliegen. Die schlechteste Prognose haben Betroffene mit mehreren Risikofaktoren.
Bei Frauen hat ein akuter Myokardinfarkt eine weniger gute Prognose als bei Männern: Da die betroffene Frau selbst und auch die behandelnden Ärzte die Anzeichen für den Herzinfarkt häufig anders wahrnehmen, erfolgen lebensrettende medizinische Hilfsmassnahmen oftmals nicht früh genug.
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) können im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen auftreten:
Durch elektrische Reize des Körpers zieht sich das Herz zusammen und pumpt Blut in den Körperkreislauf. Bei einem Herzinfarkt kann an den betroffenen Bereichen die elektrische Reizausbreitung gestört sein – bis hin zu schweren Herzrhythmusstörungen. Ausserdem kann es an den geschädigten Bereichen zu spindel- oder sackförmigen Erweiterungen (Aneurysmen) kommen, die lebensbedrohliche Folgen haben: Der Herzmuskel kann reissen (Ruptur) oder es können Blutgerinnsel (Thromben) entstehen.
Von den Menschen, die einen Herzinfarkt nicht überleben, sterben die meisten im frühen Verlauf des Infarkts an plötzlich einsetzenden Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern). Diese können zum Herzstillstand führen. Liegt ein Herzstillstand vor, muss ein Ersthelfer umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Wenn innerhalb von drei bis fünf Minuten eine Herzmassage und Beatmung erfolgt, ist eine Wiederbelebung der Betroffenen möglich, so dass sie eine Überlebenschance haben. Es ist daher sehr wichtig, dass sich Angehörige von Menschen mit hohem Myokardinfarkt-Risiko in der Herz-Lungen-Wiederbelebung ausbilden lassen, damit im Notfall keine wertvolle Zeit verloren geht.
Auf die Behandlung im Spital und den anschliessenden Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik oder einem ambulanten Therapiezentrum folgt bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) im weiteren Verlauf eine gründliche Nachsorge: Nach überstandenem Herzinfarkt sind die meisten Betroffenen ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen. Zu dieser dauerhaften Nachsorge nach einem Herzinfarkt kommen vor allem folgende Mittel zum Einsatz (wenn nichts gegen ihre Einnahme spricht):
Zur wirksamen Herzinfarkt-Nachsorge ist es ausserdem wichtig, einen erhöhten Blutzucker zu behandeln. Die medikamentöse Nachsorge nach einem Herzinfarkt entspricht der Behandlung der koronaren Herzkrankheit (KHK). Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente ist eine regelmässige und gründliche fachärztliche Überwachung (durch Internisten bzw. Kardiologen) ratsam, um unerwünschte Auswirkungen der Langzeitbehandlung frühzeitig zu erkennen und ihnen gegenzusteuern.
Neben dieser medizinischen Nachsorge nimmt die Lebensumstellung nach einem Myokardinfarkt einen hohen Stellenwert ein, denn: Auf lange Sicht ist es für die Prognose nach einem akuten Herzinfarkt nicht nur von grosser Bedeutung, ob sich die Risikofaktoren für weitere Herzinfarkte durch entsprechende Behandlung ausschalten lassen. Entscheidend ist auch, dass die Betroffenen im Verlauf der Nachsorge konsequent auf eine gesunde Lebensweise achten. Die Betroffenen können durch folgende Massnahmen zur Genesung beitragen:
Einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) können Sie vorbeugen, indem Sie Ihr Herz schonen und Risikofaktoren, die zu einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen, vermeiden. Dies gelingt Ihnen so:
Wenn Sie einem Herzinfarkt vorbeugen möchten, ist es bei der Ernährung besonders wichtig, wenig tierisches Fett und wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Stattdessen sind Obst und Gemüse sehr empfehlenswert. Anstelle von zuckerhaltigen Limonaden greifen Sie auf verdünnte Obstsäfte oder Gemüsesäfte zurück. Auch auf Fast Food sollten Sie Ihrem Herzen zuliebe besser verzichten.
Wenn Sie zu den Risikopatienten für einen Herzinfarkt gehören (wie z.B. Raucher, Diabetiker und Menschen mit Bluthochdruck, starkem Übergewicht oder erhöhten Cholesterinwerten), sollten Sie sehr regelmässig Ihren Arzt aufsuchen. All diese Massnahmen zur Vorbeugung sind auch nach einem überstandenen Herzinfarkt ratsam, um weitere Herzinfarkte zu vermeiden.