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Der Künstler zählt nicht nur zu den führenden Pianisten unserer Zeit, sondern setzt darüber hinaus trotz seiner Jugend Maßstäbe hinsichtlich der bedingungslosen Auseinandersetzung mit Musik und Kunst, die als wegweisend angesehen werden können.
Weltweit überschlagen sich die Medien mit Lobeshymnen auf Igor Levit:
The Telegraph: „Igor Levit: In a class of his own.“
Die Zeit: „Wo er spielt, hinterlässt er Verblüffte.“
Neue Züricher Zeitung: „Es ist ein atemberaubendes Erlebnis, Levit zuzuhören.“
Geboren 1987 in Nizhni Nowgorod, übersiedelte Igor Levit im Alter von acht Jahen mit seiner Familie nach Deutschland. Sein Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Zu seinen Lehrern gehören Karl-Heinz Kämmerling, Matti Raekallio, Bernd Goetzke, Lajos Rovatkay und Hans Leygraf. Als jüngster Teilnehmer gewann Igor Levit beim 2005 ausgetragenen Internationalen Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv die Sibermedaille, den Sonderpreis für Kammermusik, den Publikumspreis und den Sonderpreis für die beste Aufführung des zeitgenössischen Pflichtstücks. In seiner Wahlheimat Berlin spielt Igor Levit auf einem Steinway D Flügel, der ihm von der Independant Opera at Sadler's Wells zur Verfügung gestellt wird.
HÖHEPUNKTE IGOR LEVIT
Höhepunkte der vergangenen Spielzeiten umfassten Orchester-Debüts bei den Berliner Philharmoniker (Riccardo Chailly), der Staatskapelle Dresden (Christian Thielemann), dem Cleveland Orchestra (Franz Welser-Möst) und dem London Symphony Orchestra (Fabio Luisi) sowie Rezitale in der Carnegie Hall, in Chicagos Symphony Center, bei der Celebrity Series in Boston, in den Concertgebouw in Amsterdam, bei der Gulbenkian Foundation in Lissabon, in Hamburgs Elbphilharmonie sowie beim Piano Festival in Luzern.
Seine Debütaufnahme der letzten fünf Beethovensonaten wurde mit dem Preis “Newcomer of the Year 2014” des BBC Music Magazines, mit dem „Young Artist Award 2014” der Philharmonic Society sowie mit dem ECHO Klassik 2014 für die “Solo-Einspielung des Jahres (Musik des 19. Jahrhunderts/ Klavier)“ ausgezeichnet. Im Oktober 2015 wurde die Trias der Variationswerke von Bachs Goldberg-Variationen, Beethovens Diabelli-Variationen und Rzewskis The People United Will Never Be Defeated veröffentlicht. Die Aufnahme wurde mit den Preisen “Recording of the Year” und “Instrumental Award” bei den 2016 Gramophone Classical Music Awards ausgezeichnet.
Zum Einen ist da natürlich seine die Musik, die weltbekannt ist und Millionen von Menschen berührt. Zum Anderen gibt es aber auch Seiten des berühmten Komponisten, die vielleicht nicht einmal „Insider“ kennen.
Wie, zum Beispiel, sah „Mozarts literarische Welt“ aus? Welche Klischees haben sich über die Jahrhunderte hartnäckig gehalten und was hält der wissenschaftlichen Überprüfung stand? Welche Rolle spielten „Mozarts Krankheiten“ bei seinem frühen Tod im Alter von 35 Jahren? Als Sechsjähriger schrieb Mozart seine erste Komposition, seit rund einem Vierteljahrtausend werden seine Werke aufgeführt. Wie sieht es mit der „Pflege von Mozarts Werken“ aus? Hochspannende Vorträge von hochrangigen Professoren begleiten das Andermatt Swiss Alps Classics. Ort: Hotel The Chedi Andermatt.
Am Montag, den 26. Juni eröffnet Univ.-Prof. Dr. Herbert Zeman die Vortragsreihe mit „Mozarts literarische Welt“. Um 11:00 Uhr wird im Hotel The Chedi Andermatt zu hören sein, für welche Literatur sich Mozart interessiert hat und welche ihn besonders inspirierte.
Herbert Zeman, emeritierter Ordinarius für neuere Deutsche und Österreichische Literatur an der Universität Wien, ist heute der Doyen und die führende Autorität auf diesem Forschungsgebiet. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste die Forschung durch seine zahlreichen Publikationen richtungsweisend. Zemans besonderes Interesse gilt der deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn. Zudem erforscht er die österreichische Literatur in ihrer Gesamtentwicklung sowie das Zusammenwirken von Dichtung und Musik. Neben seinen Publikationen hat Professor Zeman auch durch seine Tätigkeit als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschafft und weitere öffentliche Funktionen prägenden Einfluss auf das allgemeine kulturelle Leben in Österreich.
Am Mittwoch, den 28. Juni (15:00 Uhr), wird Prof. Dr. Dr. h. c. Otto Biba, über „Mozart: Klischee und Wirklichkeit“ sprechen. Was ist nun wirklich wahr an den unzähligen Geschichten und Anekdoten über Mozart? War er tatsächlich im Umgang mit Erzbischöfen und dem kaiserlichen Hof des Öfteren frech, in seinen Manieren manchmal wenig vornehm? Darüber und über viele andere Aspekte wird uns Professor Biba erzählen, der meint: „Vor allem das Miteinander von Musik und Wissenschaft halte ich für besonders wichtig. Das Publikum soll bei einem Musikfestival authentisch und auf letztem Wissensstand über Komponisten, deren Werke auf dem Programm stehen, informiert werden und die Möglichkeit erhalten, das eigene Bild von diesen Meistern auf Legende und Wahrheit zu überprüfen, zu aktualisieren und zu ergänzen.“
Professor Biba ist seit 1979 als Archivdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien tätig und lehrte ferner an der Universität Wien sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Zahlreiche Publikationen sowie Editionen von mehr als 120 musikalischen Werken aus der Zeit des Barock, der Klassik und der Romantik zeugen von seinem umfassenden Wissen. Daneben agiert er als Kurator von Ausstellungen in Europa, den USA und Japan und hält Vorträge auf der ganzen Welt.
Schon am darauffolgenden Tag, am Donnerstag, den 29.06., wird Univ.-Prof. Dr. iur. Dr. phil. Oliver Rathkolb über „Leopold Mozart und seine Welt“ referieren. Obwohl selbst Komponist von Werken, die noch heute aufgeführt werden, und Verfasser einer weltberühmten Violinschule, ist Leopold Mozart einer breiten Öffentlichkeit beinahe ausschließlich als Erzieher und Ratgeber seiner Kinder Maria Anna (Nannerl) und Wolfgang bekannt. Oliver Rathkolb beleuchtet in seinem Vortrag die Weltsicht dieses humanistisch gebildeten Musikers, der die Entwicklung und Laufbahn seines Sohnes entscheidend beeinflusste – und letztlich dem Weg des Genies nicht folgen konnte.
Univ.-Prof. Dr. iur. Dr. phil. Oliver Rathkolb ist als Institutsvorstand am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien tätig. Er ist ferner Herausgeber der Fachzeitschrift „zeitgeschichte“ sowie Mitglied bzw. Wissenschaftlicher Beirat mehrerer Gremien (Europäisches Parlament/Brüssel, Jüdisches Museum Wien, Haus der Geschichte etc.). Für seine zahlreichen Publikationen erhielt er mehrere Auszeichnungen wie etwa den Donauland-Sachbuchpreis Danubius (2005), den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2005), den Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften oder das Grosse Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2016).
Am Freitag, den 30. Juni, um 15:00, befasst sich der Musiker und Arzt Prof. Priv-Doz. Dr. med. Manfred Hecking mit „Mozarts Krankheiten“. Als Kontrabassist war er Mitglied der Münchner Philharmoniker (1999–2001) und der Wiener Philharmoniker (2001–2006). In seinem „zweiten“ Leben promovierte Hecking zum Doktor der Medizin und kennt somit beide Seiten – die Musik und die Medizin. Deshalb ist es doppelt spannend, wenn er über die Krankheiten Mozarts erzählt. Waren es die damaligen Lebensbedingungen, die Menschen generell öfter krank werden liessen, waren es die vielen Reisen des jungen Mozarts, waren es die ständige Konzentration, Anspannung und der Erwartungsdruck, dem Mozart ausgesetzt war, die ihn leichter erkranken ließen?
Professor Hecking wird neue Erkenntnisse ermöglichen: „In ihrer Verbindung lassen sich (medizinische) Wissenschaft und Musik, also Geist und Kultur, besser und tiefer erleben. Daher freue ich mich besonders, beim Festival ‚Andermatt Swiss Alps Classics‘ nicht nur mitspielen (Anm. Redaktion: es wurde in einem früheren Newsletter darüber berichtet), sondern auch vortragen zu dürfen – über Mozart, vorrangig aus medizinischer Sicht.“
Den Abschluss der wissenschaftlichen Vorträge macht der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer. Er wird „Zur Pflege von Mozarts Werken“ sprechen, die neben profunder Kenntnis von Leben und Schaffen des Meisters auch eines besonderen Einfühlungsvermögens in seine Musik bedarf.
Dominique Meyer wurde 1955 im Elsass geboren und war von 1979 bis 1988 Professor für Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Verwaltung an zahlreichen Instituten in Paris und Lyon. Er arbeitete in unterschiedlichen Positionen des öffentlichen Dienstes und war maßgeblich an der Gründung der ersten CD-Fabrik Frankreichs (der zweiten weltweit) beteiligt. Von 1984 bis 1986 gehörte er dem Kabinett des Kulturministers Jack Lang in beratender Funktion an, 1986 bis 1988 stand er den Präsidenten der Pariser Oper, Pierre Viot und Raymond Soubie, zur Seite. 1988 war er Berater im Kabinett des Ministeriums für Kultur und Kommunikation. 1989 bis 1990 war Dominique Meyer Generaldirektor der Pariser Oper mit Palais Garnier und Opéra Bastille, von 1999 bis 2010 Generalintendant und Künstlerischer Leiter des Théâtre des Champs-Elysées in Paris. Seit 1. September 2010 ist er Direktor der Wiener Staatsoper, daneben auch Lehrbeauftragter am Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaft an der Universität Wien.
Igor Levit im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter des Festivals, Dr. Clemens Hellsberg
Leider muss das Publikumsgespräch mit Rolando Villazón aufgrund einer Erkrankung des Künstlers auf ein späteres Festival verschoben werden. Liebenswürdiger Weise hat sich Igor Levit bereit erklärt, seinen Aufenthalt in Andermatt zu verlängern und anstelle von Herrn Villazón das Publikumsgespräch mit Dr. Clemens Hellsberg zu führen.
Die Festivalleitung freut sich sehr über die Spontanität und kurzfristige Zusage von Igor Levit. Dem Publikum bietet sich die seltene Gelegenheit, dem Gespräch mit einem großartigen Musiker in persönlicher Atmosphäre beizuwohnen, ganz im Sinne des Zitats von Dominique Meyer: „In großen Städten ist manchmal der Impuls von Festspielen weniger stark spürbar als in einer kleineren Stadt oder einem Dorf, wo die Trennung zwischen Künstlern und Publikum nicht so markant ist. Es ist gewissermaßen auch die Botschaft des Andermatt Swiss Alps Classics, dass sich Künstler und Zuschauer in einer wunderschönen Umgebung näher kommen und diese Begegnung dem Publikum einen unmittelbaren Zugang zur Kunst ermöglicht.“
Die jüngsten unter den Stargästen des Andermatt Swiss Alps Classics führen die hochkarätig besetzte Festivalwoche zum glanzvollen Abschluss. Am 1. Juli steht im Hotel The Chedi Andermatt noch einmal Wolfgang Amadeus Mozart (Sonate für Klavier und Violine in A-Dur KV 305) auf dem Programm. Mit Ludwig van Beethoven scheint ein weiterer Vertreter der Wiener Klassik auf („Kreutzer Sonate“ für Klavier und Violine in A-Dur op. 47), während die Sonate für Violine solo von Béla Bartók einen Kontrapunkt aus dem 20. Jahrhundert bildet.
Emanuel Tjeknavorian, geboren 1995, stammt aus einer Musikerfamilie in Wien und erhielt bereits im Alter von fünf Jahren ersten Geigenunterricht. Mit sieben trat er das erste Mal öffentlich mit Orchester auf. Seit 2011 studiert er bei Gerhard Schulz, ehemals Mitglied des weltberühmten Alban-Berg-Quartetts, an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Spätestens seit der Auszeichnung beim Internationalen Jean-Sibelius-Violinwettbewerb 2015 für die beste Interpretation des Violinkonzerts von Jean Sibelius sowie als Gewinner des zweiten Preises zieht Emmanuel Tjeknavorian internationale Aufmerksamkeit auf sich. Robert Matthew Walker schreibt in „Musical Opinion“, Grossbritanniens ältestem Magazin für klassische Musik: „In terms of virtuosity, intensity, phrasing tone colour and profound musical understanding, Emmanuel Tjeknavorian has everything.“
Für die Saison 2017/18 wurde Tjeknavorian für den Rising Stars Zyklus der European Concert Hall Organisation ausgewählt, nominiert durch das Wiener Konzerthaus und den Musikverein Wien. Diese Tournee wird ihn in die renommiertesten Konzertsäle Europas führen. Es ist eine ganz besondere Freude, dass er zuvor beim Festival Andermatt Swiss Alps Classics gastieren wird.
Emmanuel Tjeknavorian spielt auf der Violine „ex Baron Oppenheimer“ von Antonio Stradivari (Cremona 1716), die ihm von der Oesterreichischen Nationalbank leihweise zur Verfügung gestellt wurde.
Mit dem um ein Jahr jüngeren Maximilian Kromer, der bereits im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel begann und nach Studien bei Susanne Spaemann und Noel Flores nunmehr in der Klasse von Martin Hughes an der Musikuniversität Wien inskribiert ist, verbindet Emmanuel Tjeknavorian bereits seit mehreren Jahren eine erfolgreiche künstlerische Partnerschaft.
Maximilian Kromer ist Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe. Er gewann den ersten Preis beim Internationalen Jenö-Takacs-Klavierwettbewerb sowie drei Mal den Ersten Preis mit Auszeichnung bei Prima la Musica. 2009 war er Gewinner des „Silbernen Nussknackers“ beim Internationalen Fernsehwettbewerb in Moskau.
Zu den jüngsten Erfolgen zählen der Zweite Preis (bei Nichtvergabe des Ersten Preises) beim internationalen EMCY-Wettbewerb „A Step Towards Mastery“ in St. Petersburg 2015 und ein gewonnenes Auswahlspiel im Rahmen von Musica Juventutis, was ihm die Möglichkeit eines Auftritts im Wiener Konzerthaus verschaffte. 2016 debütierte er beim Kammermusikzyklus im Brahmssaal des Musikvereins.
Emmanuel Tjeknavorian und Maximilian Kromer erhielten auch gemeinsam mehrere Auszeichnungen. 2011 gewannen sie den Ersten Preis in der Kategorie „Duo für Klavier und Violine“ bei Prima la Musica. Beim Meisterkurs der Academie de Musique de Lausanne, geleitet von Pierre Amoyal und Anne Queffelec, wurden sie mit der Auszeichnung „Meilleur Duo Violon et Piano“ gewürdigt. Beim internationalen Kammermusikwettbewerb ICM Citta di Pinerolo e Torino 2016 gewannen sie den Zweiten Preis.
Lassen wir die beiden jungen Künstler am Ende dieses Newsletters am besten selbst zu Wort kommen, um zu erfahren, was sie über das Festival in Andermatt denken:
Emmanuel Tjeknavorian: „Die Alpen und ihre atemberaubende Natur dienen seit jeher als eine große und unersetzliche Inspirationsquelle zahlreicher Komponisten, Schriftsteller und Maler. Deshalb ist es von grosser Bedeutung, dass in diesem Kulturraum mit Andermatt Swiss Alps Classics ein neues Festival gegründet wurde, das künftig ein Anziehungspunkt grossartiger Künstlerinnen und Künstler sein wird. Es ehrt und freut mich besonders, dass ich zu den ersten Musikern gehöre, die bei diesem Festival auftreten werden.“
Maximilian Kromer: „Es ist schön, dass beim neugegründeten Andermatt Swiss Alps Classics Festival nicht nur weltberühmte, arrivierte Musiker auftreten werden, sondern auch junge Künstler in so einem wunderbaren Rahmen musizieren. Ich freue mich sehr, Teil des Abschlusskonzertes zu sein“.
Das „Konzert im Berg“ als weiteres Highlight bei den Andermatt Swiss Alps Classics
Ein Konzert in einem Berg ist an sich bereits ein besonderes Ereignis. Wenn dazu Isabel Karajan rezitiert, vom Andermatt Swiss Chamber Ensemble begleitet wird, der Cäcilienverein Andermatt mitwirkt, und das alles neben dem grössten je gefundenen Bergkristall der Welt – dann verspricht dies eine weitere Dimension des Aussergewöhnlichen.
Am Freitag, 30. Juni 2017, wird im Berg eine halbszenische mit einer musikalischen Aufführung verbunden. In der ehemals streng geheimen Armeefestung Sasso San Gottardo rezitiert Isabel Karajan die berühmte Erzählung „Die Maske des roten Todes“ von Edgar Allen Poe, die 1842 erschien und 1919 André Caplet zur „Conte Fantastique“ für Harfe und Streichquintett inspirierte.
Isabel Karajan, Tochter des Dirigenten Herbert von Karajan und Eliette von Karajan, kam in Wien zur Welt und erhielt hier den ersten Schauspielunterricht. Nach ihrer Ausbildung bei Jean-Laurent Cochet in Paris war sie zunächst Ensemblemitglied am Thalia Theater in Hamburg unter der Intendanz von Jürgen Flimm, bevor George Tabori sie an sein legendäres Theater „Der Kreis“ nach Wien holte.
Dank ihrer Zweisprachigkeit wurde sie auch an französische Theater in Paris engagiert. Sie spielte ausserdem in Avignon, in Adelaide/Australien, in Buenos Aires, an der Schaubühne Berlin, an den Münchner Kammerspielen u. a.
Es sind aussergewöhnliche Projekte, die der Schauspielerin am Herzen liegen: Gemeinsam mit dem Regisseur Klaus Ortner entwickelt sie eigene Konzepte für Musik-Theater-Aufführungen mit Kammermusik oder grossem Orchester.
„Conte Fantastique“ für Harfe und Streichquintett
Das für die Andermatt Swiss Alps Classics gegründete Swiss Alps Chamber Ensemble (im vorigen Newsletter präsentiert) übernimmt die musikalische Ausführung der „Conte Fantastique“ des französischen Komponisten und Dirigenten André Caplet (1878, Le Havre – 1925, Neuilly-sur-Seine).
André Caplet lernte in jungen Jahren Violine, Klavier und Komposition und spielte Pauke im renommierten Orchestre Colonne, dessen Dirigent er in der Folge wurde. 1901 gewann er den begehrten Kompositionspreis „Prix de Rome“, wobei Maurice Ravel einer seiner Mitbewerber war, und studierte anschliessend bei Claude Debussy.
1914 wurde Caplet Leiter der Pariser Oper. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zum Militär. Durch einen deutschen Giftgasangriff trug er schwere gesundheitliche Schäden davon und musste somit den Dirigentenberuf aufgeben. Fortan widmete er sich bis zu seinem frühen Tod der Kompositionstätigkeit.
„Mit ‚Conte Fantastique‘ gelang es Caplet, die Virtuosität, Schönheit und Kraft von Poes Sprache in packenden, musikalischen Bildern wiederzugeben: das Wüten der Seuche, das ausgelassene Tanzfest, die morbide Schönheit des Palastes von Prinz Prospero, der Schlag der Uhr…. Die Horrorgeschichte von der alles Leben bedrohenden Krankheit und der Hochmut, der sich über die Natur ebenso hinwegsetzt wie über die Gebote der Menschlichkeit, endet mit einem Satz, der in die Literaturgeschichte einging: ‚And Darkness and Decay and the Read Death held illimitable dominion over all‘“, so Clemens Hellsberg, der künstlerische Leiter der Andermatt Swiss Alps Classics.
Unmittelbar auf „Conte Fantastique“ folgt ein extrem gegensätzliches Werk: Die Motette „Ave verum“ KV 618 von Wolfgang Amadeus Mozart, die der Meister in seinem Todesjahr 1791 komponierte. Die 24 Mitglieder des Cäcilienvereins Andermatt, des seit 87 Jahren bestehende Kirchenchors der Gemeinde, singen dieses zutiefst bewegende Werk unter der Begleitung des Swiss Alps Chamber Ensembles.
Das Ave verum wird in Kompositionen von Größen wie Franz Liszt, Peter Iljitsch Tschaikowsky und Francis Puolenc zitiert und veranlasste Hector Berlioz zu folgendem Urteil in seiner berühmten, von Richard Strauss ergänzten Instrumentationslehre: „Zu einem Andante [für Chor] in gehaltenen und sanften Tönen wird [der Komponist] nur die Töne der Mittellage verwenden, da diese allein die geeignete Klangfarbe haben, mit Ruhe und Reinheit angegeben und ohne die geringste Anstrengung pianissimo ausgehalten zu werden. So hat es auch Mozart in seinem himmlischen Gebet ‚Ave verum corpus‘ getan.“
Isabel Karajan, deren Wahlheimat die Schweiz ist und die sich mit wahrhaft mitreissendem Enthusiasmus der Aufführung im Berg widmet, schreibt in ihrem Statement für Andermatt Swiss Alps Classics: „Ich freue mich unglaublich über die Möglichkeit, die Phantasie des Publikums mit den drei Komponenten Musik, Literatur und Natur zu entfachen und zu einem ganz besonderen (und wohl schon aufgrund des Vortragsraumes einzigartigen) Erlebnis zu verbinden…“
Bei einer Begehung und ersten Stellprobe am 25. Mai 2017 zeigten sich Isabel Karajan, Klaus Ortner und der Bühnentechniker Gerrit Sardemann von der einzigartigen Atmosphäre des „Kristallsaals“ ebenso überwältigt wie Columban Russi, der Präsident des Cäcilienvereins. Gemeinsam mit Damian Zingg, dem Leiter des Museums der Fondazione Sasso San Gottardo, der das Projekt mit der gleichen Begeisterung unterstützt, wurden die Möglichkeiten für eine optimale Aufführung ausgelotet und wesentliche Entscheidungen über Aufstellung der Mitwirkenden, technische Effekte, Platzierung des Publikums etc. getroffen.
Freuen wir uns auf eine aussergewöhnliche „musikalische Verdichtung“, wie Isabel Karajan es nennt, an einem mystischen Ort im Gotthardmassiv.
Eigens für das Andermatt Swiss Alps Classics Festival wurde das Swiss Alps Chamber Ensemble gegründet.
Sein Debüt feiert es am 30. Juni 2017 mit dem „Konzert im Berg“ im einzigartigen Ambiente des Kristallsaals im Sasso San Gottardo. Während Isabel Karajan die Rezitatorin der halbszenischen Aufführung sein wird, übernimmt das Swiss Alps Chamber Ensemble die musikalische Gestaltung.
In diesem Newsletter möchten wir Ihnen die Mitglieder des Ensembles vorstellen. Eine Harfe, zwei Violinen, eine Viola, ein Violoncello, ein Kontrabass – diese sechs Instrumente bilden die Besetzung. Wer steckt dahinter?
Beginnen wir mit der Harfenistin Ursula Fatton. Sie wurde in der Schweiz geboren und studierte an der Hochschule für Musik und Theater in München. 2008 schloss sie bei Helga Stock mit dem Meisterdiplom ab. Schon während ihrer Studienzeit trat sie als Harfenistin am Landestheater Niederbayern auf und war ab 2006 Soloharfenistin des Staatstheaters Braunschweig. Sie spielte mit den wichtigsten Orchestern der Welt, u. a. mit den Wiener Philharmonikern und dem Gewandhausorchester Leipzig, und konzertierte mit den angesehensten Dirigenten wie beispielsweise Lorin Maazel, Daniel Barenboim, Mariss Jansons, Sir Simon Rattle oder Christian Thielemann.
Ihre exzellente Spielweise, die Nähe zur Schweiz und ihre Leidenschaft für Kammermusik sind wohl nur einige Komponenten, die Ursula Fatton für die Mitwirkung im Swiss Alps Chamber Ensemble prädestinieren.
Die beiden Violinen und das Violoncello werden von Mitgliedern der Familie Hellsberg gespielt. Der künstlerische Leiter der Andermatt Swiss Alps Classics und langjährige Primgeiger der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg, wurde im Newsletter vom 10. Mai 2017 ausführlich vorgestellt, seine Söhne Dominik (Violine) und Benedikt (Violoncello) spielen mit ihm im Swiss Alps Chamber Ensemble.
Der 1982 in Wien geborene Dominik Hellsberg erhielt ab dem sechsten Lebensjahr Unterricht von seinem Vater. 1995 inskribierte er beim früheren Primgeiger der Wiener Philharmoniker, Alfred Staar, an der Expositur Oberschützen der damaligen Musikhochschule Graz. 1997 gewann er den „1. Ignaz-Pleyel-Wettbewerb“ und studierte nach dem plötzlichen Tod Alfred Staars bei Gerald Schubert und Volkhard Steude an der Wiener Musikuniversität. Ab 2002 substituierte er im Orchester der Wiener Staatsoper bzw. bei den Wiener Philharmonikern, seit 2006 ist er als Sekundgeiger des Staatsopernorchesters engagiert.
Dominik Hellsberg setzte sich schon während seiner Studienzeit intensiv mit der Kammermusik auseinander. Er war Mitbegründer des „Unquartetts“ und des „Coburg Quartetts“ und gehört u. a. der Gruppe „Herbert Lippert und seine philharmonischen Freunde“ an. Seit 2010 ist er zweiter Geiger der Philharmonia Schrammeln Wien.
Benedikt Hellsberg wurde 1994 in Wien geboren. 2002 erhielt er den ersten Cellounterricht bei Cecilia Ottensamer am Konservatorium Wien. Im Herbst 2013 setzte er das Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in der Klasse von Robert Nagy fort, im September 2014 wechselte er in die Klasse von Othmar Müller am Joseph Haydn Konservatorium des Landes Burgenland/Ö. Seit 2003 wirkte er in rund 250 Konzerten in Österreich, England und Südamerika mit und trat bisher u. a. mit Katia und Marielle Labèque, Yefim Bronfman, Lang Lang, Robert Lehrbaumer, Gottlieb Wallisch, Robert Bauerstatter, Dieter Flury sowie Clemens und Dominik Hellsberg auf.
Zwischen den Stimmlagen von Violine und Violoncello bewegt sich die Viola. Es ist in diesem Fall eine ganz besondere: Ein Instrument aus dem Jahr 2002 von Stephan von Baehr, dem mehrfach preisgekrönten Geigenbauer, gespielt vom Stimmführer der Violagruppe der Wiener Philharmoniker, Robert Bauerstatter.
Bauerstatter kam 1971 in Linz zur Welt und erhielt die erste musikalische Ausbildung an der Musikschule der Stadt Linz, am Bruckner-Konservatorium und am Musikgymnasium Linz. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studierte er bei Siegfried Führlinger und Peter Ochsenhofer.
Als Solist trat er mit österreichischen Ensembles ebenso auf wie mit den Philharmonischen Orchestern von Sofia, Plovdiv und Varna und dem Orquesta Filarmonica de la UNAM in Mexico City. Neben seiner Orchestertätigkeit ist Bauerstatter eifriger Kammermusiker: Als Mitglied des Lissy-Quartett und des Ignaz Pleyel Quartetts bzw. als Gast etwa des Küchl-Quartetts oder des Wiener Kammerensembles bestreitet er zahlreiche Konzerte sowie Radio-, CD- und TV-Aufnahmen. Mit Künstlern wie Lang Lang und Yefim Bronfman wirkte Bauerstatter zudem bei zahlreichen Benefiz-Kammerkonzerten zugunsten des Souveränen Malteser Ritterordens mit und wurde dafür 2013 mit dem Verdienstkreuz Pro Merito Melitensi ausgezeichnet.
Last but not least das größte Instrument des Ensembles – der Kontrabass, gespielt von einem Musiker, der auch Mediziner ist. Manfred Hecking, geboren 1973, studierte Musik und Medizin in Berlin. Zuerst schlug er den Weg als Musiker ein: 1999-2001 war er Mitglied der Münchner Philharmoniker, danach bis 2006 Kontrabassist im Orchester der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Philharmonikern.
Nach seiner Promotion „summa cum laude“ und nebenberuflicher Forschungstätigkeit wechselte Hecking an die Medizinische Universität Wien. Seine klinischen Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet des Post-Transplant-Diabetes mellitus sowie der Nierenersatztherapie. Er hält intensive Kooperation mit Nephrologen der University of Michigan, u. a. bei einem Forschungsprojekt, welches vom National Institute of Health gefördert wird. Für seine Tätigkeit wurde er bereits in mehreren Publikationen national und international ausgezeichnet.
Beim Festival Andermatt Swiss Alps Classics 2017 zeigt Manfred Hecking seine Talente auf zweierlei Weise – und dies an einem Tag: Am 30. Juni wird er um 15:00 Uhr im The Chedi Andermatt über „Mozarts Krankheiten“ referieren und sich um 18:00 Uhr im Kristallsaal beim Konzert im Berg seiner alten Leidenschaft, dem Kontrabaß, widmen.
Das Ensemble, schon jetzt ein hervorragendes, hochinteressant zusammengestelltes Sextett, soll im Laufe der kommenden Jahre schrittweise durch Mitglieder verschiedener, europäischer Spitzenorchester erweitert werden.
Freuen Sie sich mit uns auf ein musikalisch und menschlich faszinierendes Debüt!
Mit der erstmaligen Veranstaltung des Andermatt Swiss Alps Classics im Jahr 2017 hat sich die Festivalleitung und mit ihr Organisator, Peter-Michael Reichel, zum Ziel gesetzt nicht nur hochkarätige internationale Künstler in die Gemeinde Andermatt zu bringen und so das Kulturangebot nachhaltig zu bereichern, sondern auch das ambitionierte Bauprojekt „Andermatt Swiss Alps Project“ des ägyptischen Bauherren Samih Sawiris darin zu unterstützen, den Luxus des ehemaligen Touristenortes wieder aufleben zu lassen.
Immerhin kommen durch dieses Projekt rund 3’800 neue Gästebetten in 6 Hotels, 490 Apartments und 25 Luxusvillen in die Region und tragen zusammen mit dem Andermatt Swiss Alps Classics nun dazu bei, das ehemalige verschlafene Schweizer Bergdorf zu einer Ganzjahresdestination zu machen.
So bietet Andermatt mit seinen 1.442 Einwohnern im schönen Urserntal die perfekte Kulisse sowohl im Winter als auch im Sommer. Im Winter besticht es durch seine hohen schneesicheren Berge (Gemstock: 2'961m) und dem vielfältigen Angebot den individuellen Lieblingswintersport auszuüben. Im Sommer bereichert es die Region nun mit einem außergewöhnlichen kulturellen Angebot für alle Klassikinteressierten und auch Erholungssuchenden.
Jeder Festivaltag vom 25. Juni bis 1. Juli 2017 wird dabei von einer renommierten Künstlerin bzw. einem renommierten Künstler mit einer individuellen Note versehen und zum Teil von unserem eigens gegründeten Swiss Alps Chamber Ensemble begleitet. Über die ganze Woche steht das Leben und Schaffen eines klassischen Komponisten im Zentrum des Festivalprogramms und zieht sich wie ein roter Faden durch alle Aufführungen.
Abgerundet wird unser Programm zusätzlich durch persönliche Begegnungen mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie den Artist in Residence.
Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Veranstaltungswoche in Andermatt und freuen uns Sie in unvergessliche Augenblicke zu entführen.
Künstlerischer Leiter
Der Idee Peter-Michael Reichels, in Andermatt ein Festival zu veranstalten, liegt die gleiche Faszination zugrunde, der Johann Wolfgang von Goethe und Franz Liszt erlagen, als sie diesen Ort besuchten: Schönheit und Grösse der Natur korrespondieren mit Schönheit und Grösse der Kunst. Ich bin dankbar, dass Künstlerinnen, Künstler und Wissenschaftler von Weltrang unserer Einladung folgten und bereit sind, sich von diesem einzigartigen Ambiente inspirieren zu lassen.
Präsident & Veranstalter
Nachdem wir schon viele Jahre die Idee verwirklichen wollten, ein Classic Music Festival zu veranstalten, ist durch unsere Übersiedlung nach Andermatt ein idealer Standort für die Entwicklung dieses Events gefunden worden. Der glückliche Umstand, dass wir mit Herrn Prof. Dr. Clemens Hellsberg einen der führenden internationalen Experten als Artistik-Direktor gewinnen konnten, macht die Entwicklung der Veranstaltung erst möglich.