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Lichtverschmutzung: Zu viel Licht im Himmel über den grossen Sternwarten
In den meisten grossen Observatorien der Welt stört Lichtverschmutzung die Sicht. Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, für die das Ausmass der Lichtverschmutzung im Himmel über 50 Sternwarten untersucht worden ist. Darunter die grössten professionellen Einrichtungen aber auch kleinere, die von Amateuren genutzt werden.
Quelle: ESA, CC 4.0 International (CC BY 4.0)
Der Atacama Large Millimeter Array in der Atacama-Wüste. An diesem abgelegenen Ort liegt die Lichtverschmutzung unter einem Prozent.
Für ihre Forschungen analysierten Fachleute aus Italien, Chile und Galicien um Studienhauptautor Fabio Falchi vom italienischen Institut für Technik und Lichtverschmutzung die Helligkeit im Himmel direkt über der jeweiligen Sternwarte oder vielmehr im Zenit. Der Zenit ist in der Regel der am wenigsten verschmutzte und daher auch der dunklere Bereich im Nachthimmel. Dabei stellten sie fest, dass nur wenige Standorte als nahezu unbelastet gelten können: So ist der Zenith gerade mal bei sieben der 28 Sternwarten mit Grossteleskopen weniger als ein Prozent heller als er von Natur aus wäre. Bei den übrigen den übrigen liegt die Helligkeit darüber.
Um herauszufinden, wie stark sich künstliches Licht auf den Nachthimmel auswirkt, haben die Studienautoren neben dem Zenit weitere Faktoren unter die Lupe genommen: die durchschnittliche Helligkeit in einer Höhe von 30° über dem Horizont, die durchschnittliche Helligkeit in den ersten 10° über dem Horizont, die durchschnittliche Gesamthelligkeit am Himmel und die Beleuchtungsstärke des Bodens durch das künstliche Licht des Nachthimmels. Was die Helligkeit in einer Höhe von 30° betrifft, zeigte sich bei den 28 grossen Observatorien, dass der Himmel in diesem Bereich gar 10 Prozent heller als üblicherweise ist.
Die Sterne in Namibia
„Der am wenigsten verschmutzte unter den untersuchten Standorten ist eine Lodge in Namibia mit mehreren Teleskopen, die an Amateure für fotografische und wissenschaftliche Zwecke vermietet werden“, wird Falchi in der Medienmitteilung der britischen Royal Astronomical Society zitiert. „Ich war vor kurzem dort und kann bestätigen, dass dies der am wenigsten lichtverschmutzte Ort ist, den ich jemals gesehen habe". Damit die Zukunft der bodengebundenen Astronomie gesichert werden könne, müsse man versuchen, die Lichtverschmutzung an anderen Standorten zu verringern. (mai/mgt)