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Insektizide und akarizide Lösung zum Auftropfen für Hunde
ATCvet: QP53AX65
ZusammensetzungJede Pipette enthält :
Galenische Form: Lösung zum Auftropfen auf die Haut.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenFipronil ist ein Insektizid und Akarizid aus der Phenylpyrazol-Familie. Die Wirkung von Fipronil und seinem Metaboliten Fipronil-Sulfon beruht auf einer Interaktion mit Liganden-gesteuerten Chloridionenkanälen, insbesondere mit solchen, die auf den Neurotransmitter Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) sowie auf desensitisierende (D) und nicht-desensitisierende (N) Glutamat-Kanäle (Glu, nur bei Wirbellosen vorkommende Liganden-gesteuerte Chloridionenkanäle) ansprechen. Hierbei kommt es zur Hemmung des prä- und postsynaptischen Chloridionenaustausches durch die Zellmembranen. Infolge der gestörten ZNS-Aktivitäten tritt der Tod der Insekten oder Spinnentiere ein. Permethrin gehört zur Typ I-Klasse der Pyrethroide, welches Akarizide und Insektizide mit repellierender Wirkung sind. Pyrethroide greifen an den ladungsgesteuerten neuronalen Na-Kanälen bei Wirbeltieren und Wirbellosen an. Pyrethroide sind sogenannte "open channel blocker", die sowohl die Aktivierung als auch die Inaktivierung der Na-Kanäle verlangsamen und so zu einer Übererregung und dem Tod des Parasiten führen. Permethrin besitzt eine repellierende Wirkung (Verhinderung der Blutentnahme) gegen Sandmücken (> 80% für 4 Wochen), Stechmücken und Zecken.
In einer experimentellen Untersuchung hatte das Tierarzneimittel am Tag 7 und 14 nach der Behandlung eine schnellere adultizide Flohwirksamkeit als Fipronil allein.
Geschwindigkeit der AbtötungDas Tierarzneimittel tötet neuen Flohbefall (C. canis, C. felis) innerhalb von 6 Stunden ab 2 Tagen nach der Behandlung für einen ganzen Monat ab. Katzenflöhe (C. felis), die zum Zeitpunkt der Behandlung bereits auf dem Hund vorhanden sind, werden innerhalb von 24 Stunden abgetötet. Die Geschwindigkeit der Abtötung von C. canis wurde nicht untersucht.
Das Tierarzneimittel tötet neuen Zeckenbefall (R. sanguineus und I. ricinus) innerhalb von 6 Stunden ab 2 Tagen nach der Behandlung für einen ganzen Monat ab. Zecken (R. sanguineus, I. ricinus, D. reticulatus), die zum Zeitpunkt der Behandlung bereits auf dem Hund vorhanden sind, werden innerhalb von 48 Stunden abgetötet.
In einer experimentellen Untersuchung verminderte das Tierarzneimittel indirekt das Risiko der Übertragung von Babesia canis über infizierte Zecken (Dermacentor reticulatus) ab 7 Tagen nach der Behandlung bis zu 4 Wochen und damit die Gefahr einer Babesiose für die behandelten Hunde.
In einer weiteren experimentellen Untersuchung verminderte das Tierarzneimittel indirekt das Risiko der Übertragung von Ehrlichia canis über infizierte Zecken (Rhipicephalus sanguineus) ab 7 Tagen nach der Behandlung bis zu 4 Wochen und damit die Gefahr einer Ehrlichiose für die behandelten Hunde. Die Wirksamkeit des Tierarzneimittels zur Verminderung der Übertragung infektiöser Erreger bei natürlichem Zeckenbefall unter Feldbedingungen wurde jedoch nicht untersucht.
PharmakokinetikDas pharmakokinetische Profil der Kombination aus Fipronil und Permethrin nach topischer Anwendung bei Hunden wurde über 58 Tage nach Behandlung untersucht. Dabei wurden Plasma- und Haarkonzentrationen gemessen.
Permethrin und Fipronil, sowie sein Hauptabbauprodukt Fipronilsulfon werden während des ersten Tages nach Applikation gut über das Haarkleid des Hundes verteilt. Die Konzentrationen von Fipronil, Fipronilsulfon und Permethrin im Fell nehmen mit der Zeit ab und sind bis mindestens 58 Tage nach Applikation nachweisbar.
Fipronil und Permethrin wirken topisch bei Kontakt mit Ektoparasiten und die geringe systemische Absorption von Fipronil und Permethrin spielt bei der klinischen Wirksamkeit keine Rolle.
Die Spot On Applikation führte zu einer vernachlässigbaren Absorption von Permethrin mit sporadisch nachweisbaren cis-Permethrin-Konzentrationen zwischen 11,4 ng/ml und 33,9 ng/ml 5 bis 48 Stunden nach der Behandlung.
Die durchschnittliche Höchstkonzentrationen (cmax) im Plasma betrugen 30,1 ± 10,3 ng/ml an Fipronil und 58,5 ± 20,7 ng/ml an Fipronilsulfon zwischen Tag 2 und Tag 5 (tmax) nach der Behandlung.
Die Fipronilkonzentration im Plasma nimmt anschliessend ab mit einer durchschnittlichen terminalen Halbwertszeit von 4,8 ± 1,4 Tagen.
IndikationenZur Behandlung und Vorbeugung eines Floh- und/oder Zeckenbefalls, wenn gleichzeitig eine repellierende, gegen Sandmücken, Stechfliegen und/oder Stechmücken gerichtete Wirksamkeit erforderlich ist.
Die Anwendung dieses Tierarzneimittels sollte auf einem bestätigten Befall oder dem Risiko eines Befalls mit Flöhen und/oder Zecken beruhen, wenn gleichzeitig eine repellierende, gegen Sandmücken, Stechfliegen und/oder Stechmücken gerichtete Wirksamkeit erforderlich ist.
Abhängig vom Infestationsdruck der Ektoparasiten kann eine wiederholte Behandlung erforderlich sein. In solchen Fällen sollte der Abstand zwischen 2 Behandlungen mindestens 4 Wochen betragen.
Art der Verabreichung:Wählen Sie die zum Gewicht des Hundes passende Pipettengrösse. Bei Hunden mit einem Körpergewicht von über 60 kg benutzen Sie die Kombination zweier Pipettengrössen, die dem Körpergewicht am genauesten entspricht.
Das Tierarzneimittel sollte an zwei Stellen aufgetragen werden, die für den Hund nicht erreichbar sind, sodass sie nicht abgeschleckt werden können. Diese befinden sich am Ansatz des Nackens vor den Schulterblättern und in der Mitte des Nackens zwischen Schädelbasis und Schulterblättern.
Entnehmen Sie die Blister aus der Verpackung und trennen Sie einen Blister ab. Schneiden Sie den Blister entlang der gepunkteten Linie mit einer Schere auf oder falten Sie die markierte Ecke des Blisters und ziehen die Folie ab. Halten Sie die Pipette aufrecht und vom Gesicht und Körper entfernt. Schneiden Sie die Spitze der Pipette mit einer Schere ab. Das Fell des Tieres scheiteln, bis die Haut sichtbar wird. Setzen Sie die Spitze der Pipette auf die Haut auf und drücken Sie die Hälfte des Pipetteninhaltes am Nacken in der Mitte zwischen der Schädelbasis und den Schulterblättern aus. Wiederholen Sie diesen Vorgang am Ansatz des Nackens vor den Schulterblättern, um die Pipette vollständig zu entleeren. Stellen Sie sicher, dass die Lösung direkt auf die Haut aufgetragen wird und nicht auf dem Fell.
AnwendungseinschränkungenDDa keine Studien für Hunde vorliegen, die jünger als 8 Wochen sind oder ein Körpergewicht von unter 2 kg haben, wird die Behandlung solcher Hunde nicht empfohlen.
Laboruntersuchungen mit Fipronil und Permethrin ergaben keine Hinweise auf teratogene oder embryotoxische Wirkungen. Es wurden keine Studien an trächtigen und laktierenden Tieren mit diesem Tierarzneimittel durchgeführt.
Nach wiederholtem Kontakt mit hohen Dosen N-Methylpyrrolidon, einem sonstigen Bestandteil des Tierarzneimittels, wurden bei Labortieren foetotoxische und teratogene Wirkungen gezeigt.
Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Kontraindikationen:Nicht bei kranken oder rekonvaleszenten Tieren anwenden.
Dieses Tierarzneimittel wurde speziell für Hunde entwickelt. Nicht bei Katzen oder Kaninchen anwenden, da es zu Unverträglichkeiten und auch zu Todesfällen kommen kann.
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der sonstigen Bestandteile.
Vorsichtsmassnahmen:Es sollte darauf geachtet werden, dass das Tierarzneimittel nicht in Kontakt mit den Augen des Hundes gelangt. Es ist sicher zu stellen, dass das Tierarzneimittel an einer Stelle aufgetragen wird, die das Tier nicht ablecken kann und dass andere Tiere die behandelten Stellen nicht ablecken.
Es kann zum Ansaugen einzelner Zecken oder zu Stichen einzelner Stechmücken oder Sandmücken kommen. Unter ungünstigen Bedingungen kann daher eine Übertragung von Krankheitserregern durch diese Arthropoden nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Einzelne Zecken können sich innerhalb der ersten 24 Stunden nach Befall anheften und wieder abfallen. Es ist möglich, dass nicht alle Zecken, die zum Zeitpunkt der Behandlung bereits vorhanden sind, innerhalb von 48 Stunden abgetötet werden.
Das Tierarzneimittel bleibt auf dem behandelten Tier wirksam, wenn es gelegentlich durch Schwimmen oder Baden nass wird. Jedoch sollten Hunde innerhalb von 48 Stunden nach der Behandlung nicht schwimmen oder shampooniert werden. Häufiges Schwimmen oder Anwenden von Shampoo bei behandelten Hunden sollte vermieden werden, da dies die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit verringern kann.
Um einen erneuten Befall durch frisch geschlüpfte Flöhe zu reduzieren, wird empfohlen, alle im Haushalt lebenden Hunde zu behandeln. Andere, im gleichen Haushalt lebende Tiere sollten ebenfalls mit einem geeigneten Produkt behandelt werden. Um den Infestationsdruck aus der Umgebung weiter zu reduzieren, kann eine zusätzliche geeignete Umgebungsbehandlung gegen adulte Flöhe und deren Entwicklungsstadien empfohlen werden.
Da Katzen bedingt durch ihren besonderen Stoffwechsel manche Substanzen, einschliesslich Permethrin, nicht metabolisieren können, kann das Tierarzneimittel potenziell tödliche Krämpfe bei dieser Tierart auslösen. Bei versehentlichem Hautkontakt sollte die Katze mit Shampoo oder Seife gewaschen und umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Um einem versehentlichen Kontakt von Katzen mit dem Tierarzneimittel zu verhindern, sollten behandelte Hunde von Katzen ferngehalten werden, bis die Applikationsstelle trocken ist. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass Katzen die Applikationsstelle eines zuvor mit dem Tierarzneimittel behandelten Hundes nicht ablecken können. Sollte dies doch geschehen sein, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Unter den sehr seltenen Verdachtsfällen von Unverträglichkeiten nach der Anwendung waren vorübergehende Hautreaktionen an der Applikationsstelle (Hautverfärbung, lokaler Haarausfall, Juckreiz, Erythem) sowie generalisierter Juckreiz oder Haarausfall. Vermehrtes Speicheln, reversible neurologische Erscheinungen (Überempfindlichkeit, Hyperaktivität, Muskelzuckungen, Depression, andere nervöse Symptome) oder Erbrechen wurden ebenfalls nach der Anwendung beobachtet.
Nach Ablecken der Applikationsstelle können vorübergehendes vermehrtes Speicheln und Erbrechen auftreten.
WechselwirkungenKeine bekannt.
Sonstige HinweiseArzneimittel ausser Reich- und Sichtweite von Kindern aufbewahren.
Dieses Tierarzneimittel kann Haut- und Augenreizungen verursachen. Daher sollte der Kontakt mit der Haut und den Augen vermieden werden. Die Pipette nicht nahe dem Gesicht oder zum Gesicht hin öffnen. Bei Augenkontakt oder falls die Augen während der Behandlung gereizt werden, sollten die Augen umgehend mit reichlich Wasser gespült werden. Falls die Augenreizung bestehen bleibt, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Bei Hautkontakt oder falls die Haut während der Anwendung gereizt wird, sollte die Stelle umgehend mit reichlich Seife und Wasser gewaschen werden. Falls die Hautreizung bestehen bleibt, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Menschen, bei denen eine Überempfindlichkeit gegenüber Fipronil und/oder Permethrin bekannt ist, sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Ein Verschlucken des Tierarzneimittels ist gefährlich. Der Hand-Mund-Kontakt sollte vermieden werden. Während der Anwendung nicht rauchen, trinken oder essen. Nach Gebrauch Hände waschen.
Bei Verschlucken sollte der Mund ausgewaschen werden und ärztlicher Rat eingeholt werden, falls Unwohlsein besteht.
Da N-Methylpyrrolidon nach erheblichem Kontakt foetotoxisch und teratogen sein kann, sollten schwangere Frauen bei der Anwendung Handschuhe tragen, um den Kontakt mit dem Produkt zu vermeiden.
Behandelte Tiere sollten nicht angefasst werden, und Kinder sollten nicht mit ihnen spielen, bevor die Applikationsstelle trocken ist. Deshalb empfiehlt es sich, Hunde nicht während des Tages, sondern in den frühen Abendstunden zu behandeln. Frisch behandelte Tiere sollten nicht in engem Kontakt mit den Besitzern, insbesondere nicht mit Kindern, schlafen.
Zur Aufbewahrung die Pipetten in der Originalverpackung belassen. Gebrauchte Pipetten sind unverzüglich zu entsorgen, so dass erneuter Zugang ausgeschlossen ist.
Das Tierarzneimittel kann im Wasser lebende Organismen schädigen. Behandelte Hunde sollten für 2 Tage nach der Applikation keinen Zugang zu Gewässern haben.
Im Originalbehältnis und nicht über 25°C aufbewahren.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "Exp" bezeichneten Datum verwendet werden.
PackungenKarton mit 3 Pipetten zu 0,5 ml, 1 ml, 2 ml, 4 ml oder 6 ml.
Informationsstand: 09/2016
Dieser Text ist behördlich genehmigt.