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forlaufend
beige-673 bracht hatte, starb. Ihm folgte Franz II. -
Vgl. Nic. Nisco, I^räwauäo II. e ii 8uo i-eß-no ^Neap. 1884).
Ferdinand I. bis V. von Spanien, [* 2] identisch mit Ferdinand I bis V. von Castilien Ferdinand VI., König von Spanien, geb. der dritte Sohn König Philipps V. aus dessen erster Ehe mit Maria Ludovica Gabriele von Savoyen, folgte seinem Vater auf dem Throne, war wohlwollend, aber schwach, überließ die Regierung fast vollständig seinen Mi- nistern und starb blödsinnig in einem Kloster zu Villaviciosa, ohne Kinder zu hinter- lassen.
Ihm folgte sein Halbbruder Karl III. Ferdinand VII., König von Spanien, geb. Sohn König Karls IV. und der Prinzessin Marie Luise von Parma, [* 3] erhielt durch den herzog von Alcudia ss.
Godoy) eine ungenügende Erziehung und wurde 1801 mit Antoinette Therese, der Tochter des nachmaligen Königs beider Eicilicn, Ferdinands I., vermählt, die jedoch schon starb.
Vornehmlich in der Absicht, ihren Haß gegen den Herzog von Alcudia zu befriedigen, scharten sich mehrere Große, an deren Spitze der Herzog von Infantado stand, um Ferdinand, der in einem Schreiben vom an Napoleon I. den Wunsch zu erkennen gab, sich mit der ältesten Tochter Lucian Vonapartes zu vermählen. Da sich der Herzog von Alcudia der Papiere F.s bemächtigte, wurde der Prinz 28. Okt. im Escorial verhaftet und durch eine königl. Kundgebung für einen Verräter erklärt.
Doch die Erbitterung des Volks gegen Alcudia führte die Revolution von Aranjuez herbei, wonach der König der Krone ent- sagte, die nun auf Ferdinand überging.
Dieser begab sich nach Bayonne zu Napoleon, der ihn jedoch zur Thronentsagung (10. Mai) zwang. Indes hatte Ferdinand zuvor der von ihm in Madrid [* 4] errichteten obersten Regierungsjunta uneingeschränkte Vollmacht und das Recht erteilt, die Cortes zu berufen und Krieg mit Frankreich Zu führen. (S. Spanien.) Er erhielt von Frankreich als Apanage eine jährliche Rente von 600000 Frs. und das Schloß Valencay, eine Besitzung des Fürsten Talleyrand, zum Aufenthalt angewiesen, wo man ihn au^s strengste bewachte. Erst gegen Ende 1813 bot Napoleon Ferdinand die Wieder- einsetzung an, und auf Grund des von den Cortes nicht bestätigten Vertrags vom 11. Dez., durch den Ferdinand Spaniens Interesse von der Sache Europas trennte, kehrte Ferdinand im März 1814 nach Spanien zurück.
Allein noch vor seiner Ankunft in Madrid verweigerte Ferdinand den Eid auf die Konstitution der Cortes von 1812 und stieß diefe um, weil sie die monarchische Gewalt zu sehr beschränke.
Kaum war General Eguia mit einer Abteilung der Garden in Madrid angekommen, so wurden, zwei Tage vor des Königs Ankunft, mitten in der Nacht die Mit- glieder dcr Regentschaft, mehrere Deputierte der Cortes und die Minister verhaftet. Am hielt Ferdinand feinen Einzug in Madrid, alle Libe- ralen wurden verfolgt, und Hinrichtungen, Gefäng- nisstrafen, Verbannungen und Vermögenskonfis- kationen fanden in allen Teilen des Reichs statt. Die Mönchsorden, die Inquisition samt der Folter wurden wiederhergestellt und jede Äußerung geistiger Freiheit mit Härte unterdrückt.
Endlich kam es im Jan. 1820 zum Aufstande, sodaß Ferdinand sich genötigt sah, 9. März die Konstitution der Cortes von 2s22 ^/ beschwören' doch durch die Brockhaus' Knnvcrscttious-Lcxikon.. 14. Aufl. VI. bewaffnete Intervention Frankreichs wurde 1823 die absolute Gewalt in Spanien wiederhergestellt. Ferdinand hatte sich 1816 mit der zweiten Tochter des Kö- nigs Johann VI. von Portugal, Maria Isabella Franziska, wieder vermählt, die aber schon starb.
Zum drittenmal vermählte er sich im Aug. 1819 mit der Prinzessin Josephe, einer Tochter des Prinzen Maximilian von Sachsen, [* 5] und nach deren Tode noch in demselben Jahre zum viertcnmal mit Maria Christina ss. d.), einer Tochter Franz' I., des Königs beider Sicilien, die ihm 10. Okt. 1830die nachmalige KöniginIsabellali. und 1832 die Infantin Luise Fernanda, spätere Gemahlin des Herzogs von Montpensier, gebar. Durch den Einfluß Maria Christinas wurde Ferdinand bewogen, die von den Cortes 1822 beantragte Auf- hebung des Salischen Gesetzes durch eine sog. Pragmatische Sanktion, welche die alte castil. tognati^che Erdfolge wiederherstellte, zu ver- wirklichen.
Dieser Schritt führte schon bei Lebzeiten des Königs zur Koalition der Anhänger seines Bruders Don Carlos und brachte nach seinem Tode den Bürgerkrieg zum Ausbruch.
Bald von der liberalen, bald von der reaktionären Partei bedroht, von Intriguen am Hofe beherrscht, übertrug der im Okt. 1832 schwer erkrankte König seiner Gemahlin die Leitung der Staatsgeschäfte bis zu seiner Ge- nesung, worauf ein freisinnigeres System an die Stelle des bisherigen trat.
Der für die karlistische Partei wirkende Minister Calomaroe, der den fast bewußtlosen König ein Dekret, das die Pragmatische Sanktion von 1830 aufhob, hatte unterzeichnen lassen, mußte flüchten. Ferdinand erklärte 31. Dez. das Dekret für erschlichen und übernahm wieder die Regierung;
doch starb er schon Ihm folgte feine minderjährige Tochter Ifa- bella II. -
Vgl. Baumgarten, Geschichte Spaniens vom Ausbruch der Französischen Revolution (3 Bde., Lpz. 1865-71).
Ferdinand, Infant von Spanien, der fog. Kardin alinfant, kaiferl.
General im Dreißig- jährigen Kriege, geb. als dritter Sohn Philipps III. von Spanien, wurde schon 1619 Erz- bischof von Toledo, [* 6] dann Kardinal und von seinem Bruder Philipp IV. zum Nachfolger der Erzherzogin Ifabella in der Negierung der Niederlande [* 7] aus- ersehen.
Von Mailand [* 8] aus an der Spitze eines starken Armeekorps nach Deutschland [* 9] vorrückend, trug er wesentlich zu dem großen Siege bei Nörd- lingen über die Schweden [* 10] und Bernhard von Wei- mar bei s6.
Sept.
1634) und zog 4. Nov. in Brüssel [* 11] ein. Um den vereinten Angriffen der Franzofen und der von Friedrich Heinrich von Oranien geführten Niederländer zu begegnen, ergriff er, unterstützt von Piccolomini und Johann von Werth, 1636 die Offen- sive, eroberte die Picardie, nahm alles Land zwischen ^omme und Oise und eine Reihe fester Plätze;
aber Zuchtlosigkeit und Desertion in seiner Armee zwang Ferdinand zum Rückzüge. 1638 erfocht er einen Sieg über den Grafen Nilhelm von Nassau bei Kalloo und entsetzte Geldern, jedoch versuchte er Aug. 1640 mit dem Herzog von Lothringen vergebens den Entsatz von Arras, [* 12] das den Franzosen ebenso in die Hände siel, wie bald darauf das feste Aire in Artois. Ferdinand starb in Brüssel. Ferdinand I., de'^ Medici, Großherzog von Toscana, geb. 1549, ^ohn Cosimos I. de' Medici, nahm, von Pius V. schon mit 14 Jahren zum Kar- dinaldiakon erhoben, unter Gregor XIII. und Six- 43 ¶