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|Homonyme:|
„Gesellschaft - das gibt es nicht“, wird oft zitiert, seltener der Rest dieses Zitates: „Man schiebt die Probleme der Gesellschaft zu. Aber es gibt nur einzelne Männer und Frauen und ihre Familien. Es ist unsere Pflicht, für uns selbst zu sorgen und dann für unsere Nachbarn. Die Menschen denken zu viel an ihre Rechte und zu wenig an ihre Pflichten.“ Als David Cameron 2010 die Regierung des wieder hoch verschuldeten Großbritannien übernahm, erinnerte er an diesen Satz, indem er ihn korrigierte. „Es gibt eine Gesellschaft, aber sie ist nicht dasselbe wie der Staat“. Die Sozialreformen, die er gerade eingeführt hat, hätten Thatcher gefallen. Er ist, wie Tony Blair und ein bisschen eigentlich alle Briten, ein Erbe Thatchers geblieben.
Die ausgewiesene Finanzexpertin Thatcher kämpfte für eine radikale Umkehr in der Wirtschaftspolitik: weg von der staatlichen, schuldenfinanzierten Interventionspolitik nach den Lehren Keynes hin zu einer Politik des freien Wettbewerbs im Sinne des Monetarismus. Der Staat hatte sich weitgehend aus der Wirtschaft herauszuhalten, so Thatchers tiefste Überzeugung.
Ihr Glaube an die Kraft des Einzelnen und ihr Misstrauen gegenüber jedwedem Kollektivismus gipfelte in der provokanten Aussage: „ Es gibt keine Gesellschaft. Es gibt nur Individuen und Familien“. Das glich einer Revolution – einer Revolution, die vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise mit hoher Inflation und Arbeitslosigkeit 1979 von den Wählern Großbritanniens bewusst herbeigeführt wurde: Am 3. Mai des Jahres wurde Margaret Thatcher zur ersten Premierministerin
Das Wort "Gesellschaft" wird in sehr vielen Kontexten und in sehr vielen Bedeutungen verwendet. Ich mache mir deshalb zunächst meine Perspektive bewusst, indem ich narrativ Beobachtungen durch Unterscheidungen protokolliere, die ich irgendwie mit "Gesellschaft" verbinde.
Ich lebe unter Menschen, zu welchen ich in verschiedenen Verhältnissen stehe. Einige Menschen charakterisiere ich als Herkunftsfamilie, andere als Familie, andere als Verwandtschaft. Ich wohne in einem Dorf, in einem Sprachraum, in einem diffus-geographischem Raum. Ich interagiere mit anderen Menschen. Ich halte mich an bestimmte Regeln, einige dieser Regeln erlebe ich als mir aufgezwungen.
Ich nehme am Markt teil, ich tausche Waren und verwende Geld. Ich habe Eigentumsvorstellungen und Rechts- oder Gerechtigkeitsvorstellungen.
Ich erkenne Machtorgane, also Armeen und Polizeien. Ich erkenne (eigene und fremde) Interessen, die durch Machtorgane geschütz sind. Ich erkenne Masken zu den Interessen und Repräsentanten zu den Masken.
Ich kenne zu all dem Geschichten, darüber, wie es früher war, mithin Unterscheidungen zwischen dem was aktuell (der Fall) ist und was potentiell (der Fall) sein könnte.
Ich beschreibe Verhältnisse, in denen ich lebe, als Phänomene in Form von Prozessen und Strukturen.
In einem narrativ-historischen Sinn habe ich Vorfahren, die ihre Verhältnisse so beschrieben haben, dass ich meine Beschreibungen daran anschliessen kann. Die Narration heisst, es war einmal ... und das was war, heisst GeschichteN.
Zuerst lebten in dieser Geschichte nach einem Urknall irgendwo im Weltraum Amöben und später Neandertaler in Höhlen und Pfahlbauten. Auch als sie noch Tiere waren, lebten meine Vorfahren in Verhältnissen, die ich durch gewählte Kategorien beschreiben kann. Sie (ver)teilten ihren Lebensraum in Form von erkämpften Territorien und sie (ver)teilten innerhalb dieser Territorien die Nahrung gemäss erkämpften Ansprüchen. In einem evolutionären Erfolgsmodell, das als Herde beschrieben werden kann, kämpften meine Vorfahren zusammen gegen andere Herden . Innerhalb .
siehe Gemeinschaft