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In diesem Abschnitt finden Sie eine Beschreibung von sensorischen Schwierigkeiten, welche Menschen mit AS haben können. Zudem finden Sie Strategien, die angewandt werden können, um damit umzugehen (siehe unten). Sensorische Schwierigkeiten beinhalten:
Die am häufigsten auftretende sensorische Schwierigkeit bezieht sich auf Lärm. Manche Menschen können bestimmte Geräusche gar nicht wahrnehmen. Andererseits können Geräusche, wie ein Grossraumbüro oder ein Feueralarm, extrem laut oder intensiv empfunden werden. Komplexe Geräusche wie bei Menschenmassen können nur mit Mühe filtriert werden und der Mensch ist gezwungen den Augenkontakt zu verlieren, um sich besser auf das Gespräch zu fokussieren.
Berührung
Manche Menschen fassen andere Menschen grob an, weil sie gar nicht merken, dass eine Berührung stattgefunden hat. Bei solchen Menschen kann die eigene Schmerzschwelle entsprechend hoch sein oder sie spüren Kälte, Hitze oder Schmerz sehr schlecht. Gewisse Menschen empfinden Berührung (Hände schütteln oder gewisse Kleidungsstücke) als äusserst unangenehm oder sogar schmerzhaft.
Geschmack
Manche Menschen mögen besonders gern extrem scharfes oder pikantes Essen. Andererseits können gewisse Geschmacksrichtungen, Aromen oder Texturen von Essen als unangenehm empfunden werden. Dies kann dazu führen, dass der Mensch sehr einseitig oder immer wieder die gleichen Sachen isst.
Geruch
Manche Menschen können bestimmte Gerüche gar nicht wahrnehmen (auch die eigenen Körpergerüche). Andererseits können gewisse Gerüche, wie z.B. Parfum oder Essen, sehr intensiv empfunden werden und/oder ein Gefühl von Übelkeit verursachen.
Sicht
Gewisse Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte Lichter oder können Objekte nur unscharf oder unklar sehen. Dies kann dazu führen, dass sie Mühe damit haben, Dinge zu fangen oder zu halten oder generell etwas tollpatschig wirken. Bei manchen Menschen kann es einfacher sein, sich auf kleine Details als auf das Gesamtbild zu fokussieren.
Gleichgewicht
Bei Menschen mit AS können Probleme mit dem Vestibularsystem (1) zur Beeinträchtigung des Gleichgewichts führen. Gewisse Menschen haben das Bedürfnis, sich zu schaukeln oder zu drehen um sensorische Stimulation zu ermöglichen (bekannt als Stimming - siehe unten). Andererseits können Menschen Mühe damit haben, die eigenen körperlichen Bewegungen zu kontrollieren. Dies kann dazu führen, dass der Mensch Mühe mit sportlichen Aktivitäten oder eine unkoordinierte oder inflexible Gangart hat.
Körpereigene Wahrnehmung
Körpereigene Wahrnehmung (auf Englisch ‚Proprioception‘) bedeutet die Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum bzw. der Lage/Stellung einzelner Körperteile zueinander(2). Manche Menschen können die Nähe des eigenen Körpers zu anderen Menschen und Objekten schlecht einschätzen. Dies kann dazu führen, dass sie zu nah zu anderen Menschen stehen oder auch mit Menschen oder Objekten zusammenstossen. Solche Menschen können auch Mühe mit der Feinmotorik oder eine schlechte Körperhaltung haben.
Synästhesie
Obwohl nicht beschränkt auf das Asperger Syndrom, können manche Menschen mit AS auch an der seltenen Form von veränderter Sinneswahrnehmung, Synästhesie, leiden. Hierbei werden Sinne in einem Sinnessystem erlebt, aber in einem anderen Sinnessystem wahrgenommen: z.B. nimmt eine Person eine bestimmte Farbe wahr, wenn sie ein besonderes Geräusch hört oder eine bestimmte Zahl oder einen bestimmten Buchstabe sieht.
Stimming
Einige Menschen mit AS neigen dazu, repetitive Verhaltensweisen oder Körperbewegungen zu zeigen. Dieses Verhalten wird auch als Stimming bekannt. Die Verhaltensweisen sind je nach Person unterschiedlich, aber können Folgendes beinhalten: handflattern, schaukeln, Handlungen oder Wörter wiederholen, oder auf- und abgehen. Für manche Menschen ist dies ein beruhigender Mechanismus, falls sensorische Schwierigkeiten zu viel werden. Für andere Menschen, welche unterdurchschnittlich empflindlich auf gewisse sensorischen Reize sind, ist dies ein Weg, sich zu stimulieren.
Reizüberflutung
Falls sensorische Schwierigkeiten zu intensiv oder unerträglich werden, kann die Person eine Art von meltdown erleben - ein Gefühl von Kontrollverlust, in dem man übermässig kritisch, laut oder aggressiv wird oder der Körper vollständig heruntergefahren wird und man sich zurückzieht. Für weitere Informationen, schauen Sie sich dieses Video an.
Menschen mit Asperger-Syndrom (AS) können Mühe damit haben, sensorische Informationen zu verarbeiten. Solche Schwierigkeiten können in jedem sensorischen Bereich (Lärm, Berührung, Geschmack, Geruch, Sicht, Gleichgewicht sowie körpereigene Wahrnehmung) vorkommen. Menschen können unter- oder überdurchschnittlich empfindlich auf Impulse auf ihre Sinnesorgane reagieren. Dies kann zu Stress oder sogar zu Schmerz führen. Obwohl gewisse sensorische Schwierigkeiten mit dem Alter abnehmen, können sie einen Einfluss darauf haben, eine Arbeitsstelle zu finden und zu halten.
IMPRESSUM
Aspergers at Work GmbH
Im Hinterstück 12
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+41 79 825 78 94
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Erlauben Sie der Person Ohrenstöpsel zu tragen oder leise Musik zu hören, um Nebengeräusche zu minimieren. Wenn möglich, sollten Gespräche eins-zu-eins in einem ruhigen separaten Büro geführt werden.
Falls möglich, sollten alternative Arbeitskleider (oder Stoffe) erlaubt sein.
Falls Meetings länger dauern, sollten regelmässige Pausen eingeplant werden, damit die Person sich bewegen und Stress abbauen kann.
Der Arbeitsplatz sollte an einem ruhigen Ort und nicht neben der Toilette, Kantine oder Küche sein. Zudem wird auch empfohlen, dass die Person einen bestimmten Arbeitsplatz hat, damit sie nicht gezwungen ist, bei jeder Platzänderung sich in einer ‚neuen Umgebung‘ zurecht zu finden. Stellen Sie einen Wandschirm auf das Pult um optische Ablenkungen zu reduzieren. Bei einer Überempflindlichkeit auf Licht könnte es hilfreich sein, eine Sonnenbrille zu tragen.
Stimming ist ein wichtiger Mechanismus, um Stress abzubauen. Bieten Sie einen separaten Raum an damit die Person in Ruhe und ungestört stimmen kann.
Eine Auszeit oder einen kurzen Aufenthalt in einem ruhigen neutralen Raum könnten dem Menschen helfen, mit Stress umzugehen. Flexible Arbeitszeiten könnten auch behilflich sein, um besser mit Reizüberflutungen umzugehen.
1: Das Vestibularsystem: Das sensorische System im Innenohr, welches uns ermöglicht, die Position unseres Körpers im Raum zu bestimmen und das Gleichgewicht und die Körperhaltung aufrechtzuhalten.