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Königstiger im SMM Full-Reuenthal
Königstiger mit Vorserienturm (Porsche-Turm) Quelle: U. Feist / Schwere Panzer im Detail
Königstiger mit Serien- / Produktionsturm Quelle: U. Feist / Schwere Panzer im Detail
Turm:
Man unterscheidet den als Porsche-Turm bekannten Turm der ersten 50 Exemplare und den Serienturm, der bis zum Schluss verbaut wurde. Beide Türme waren aufgrund unterschiedlicher Befestigungen des Turmanschlusses nicht ohne weiteres untereinander austauschbar.
Der Porsche-Turm hatte drei grosse Nachteile, die zu seiner Ablösung führten:
1. Der ungefähr Hand-hohe Zwischenraum zwischen Panzerwanne und Turmunterkante kann als Kugelfang fungieren und bei einem Treffer des Turmkranzes die Unbeweglichkeit des Turms zur Folge haben.
2. Die Rundungen des Turms, speziell im Bereich der Kommandantenkuppel, brachten Rissbildung im Stahl mit sich. Das Problem wurde auch dadurch verstärkt, dass nicht alle Legierungsmetalle in den erforderlichen Mengen zur Verfügung standen, um einen geeigneten Stahl zu erzeugen.
3. Eine gegenüber dem Serienturm grössere Fronfläche
Dass in dem sich daraus entwickelten Serienturm durch das grössere Turmvolumen 84 statt 72 Geschosse mitgeführt werden konnten, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
Der Turm besteht aus folgenden Komponenten:
Anstriche:
Zu Anfang wurden die Fahrzeuge komplett Dunkelgelb / RAL 7028 gespritzt ausgeliefert und von den Truppen mit einem Tarnanstrich aus zusätzlich Rotbraun / RAL 8017 und Olivgrün / RAL 6003 versehen.
Ab August 1944 kamen die Fahrzeuge im 3-Ton-Anstrich ab Werk.
Ab September 1944 wurde kein Zimmerit mehr aufgetragen. Ausserdem war die Basisfarbe nun der Rötliche Rostschutzgrund mit zusätzlichen Partien von Dunkelgelb / RAL 7028 und Olivgrün / RAL 6003.
Ab März 1945 war der Basislack Olivgrün / RAL 6003, ergänzt durch Rotbraun / RAL 8017 oder Dunkelgelb / RAL 7028 in scharfen Konturen abgesetzt.
Panzerung:
Quelle: U. Feist / Schwere Panzer in Detail
Die geneigten Frontplatten und Seitenwände sind ein grosser Fortschritt gegenüber dem Tiger I. Hier hat man aus den Erfahrungen mit dem russischen T 34 bzw. dem Panther gelernt.
Antrieb:
Motor: Maybach HL 230 P 30
Dieser Motor wurde ursprünglich in den Panther-Modellen verwendet und war später im Königstiger und Jagdtiger eingebaut.
Es handelt sich um einen V-12-Zylinder mit 60 ° Zylinderwinkel, der einen Block und Zylinderköpfe aus Grauguss aufweist. Der Motor hat nasse Laufbuchsen, Trockensumpfschmierung, Aluminiumkolben und bei hängenden Ventilen je eine Nockenwelle in den Zylinderköpfen. Die Kurbelwelle war 88,2 kg schwer und 1029 mm lang.
Vier Solex 52 JFF 11D-Vergaser wurden über zwei mechanische Membranbenzinpumpen mit Benzin versorgt.
Der Motor hatte eine Dauerleistung von ca. 600 PS bei 2500 rpm und ca. 700 PS bei 3000 rpm, war aber standardmässig auf 2500 rpm begrenzt.
Quelle: Culver & Feist: Schwere Panzer im Detail
Der Motor konnte auf drei Arten gestartet werden:
Elektrische Anlage:
Die Komponenten des elektrischen Systems waren:
Fahrwerk:
Fahrwerkskomponenten:
Tanksystem:
Das Tanksystem des Königstigers bestand aus 7 Tanks mit einem Gesamtvolumen von ca. 860 Litern. Die Befüllung erfolgte durch den am höchsten gelegenen Tank hinten über dem Motor. Alle Tanks waren zur Befüllung und Entlüftung miteinander verbunden.
Das Gesamtvolumen ist in drei Segmente unterteilt:
1. Hauptbehälter Motorraum: 2 Tanks mit je ca. 145 l neben den Lüftern
1 Tank unter dem rechten Lüfter mit ca. 65 l
Einfülltank mit ca. 85 l
2. Hilfsbehälter Motorraum: 1 Tank unter dem linken Lüfter mit ca. 80 l
3. Hauptbehälter Kampfraum: 2 Tanks mit je ca. 170 l
Die Segmente konnten vom Fahrer aus eingestellt werden.
Quelle: T. Jentz, H. Doyle: Germany's Tiger tanks
Gleisketten:
Um den Bodendruck des Fahrzeugs, also die Gewichtsbelastung des Bodens, in einem vernünftigen Rahmen zu halten, wurden Geländeketten mit einer Breite von 800 mm verwendet. Beim Bahntransport überschritten die Panzer mit diesen Ketten das sog. Lichtraumprofil für den Bahntransport, also den Raumbedarf, um nicht mit Gegenständen wie Masten oder entgegen kommenden Fahrzeugen zu kollidieren.
Zu diesem Zweck wurden die sog. Transportketten eingeführt, die nur eine Breite von 660 mm haben. Für den Wechsel der Ketten brauchte eine geübte Mannschaft nur ca. 30 Minuten
.
Im Laufe der Produktionszeit des Königstigers wurden drei verschiedene Gleisketten verwendet:
Anfangs kam die einteilige Geländekette Gg 24/800/300 zum Einsatz. Jedes Glied hatte also eine Öffnung für das Zahnrad und das Treibrad wies 18 Zähne auf.
Im Mai 1944 wurde auf die zweiteilige Kette Gg 26/800/300 umgestellt. Hier hatten die Verbindungsgelenke keinen Zahneingriff und das Zahnrad nur 9 Zähne.
Im November 1944 oder März 1945 (zwei ernstzunehmende Quellen widersprechen sich hier) wurde wieder auf eine einteilige Kette, die Kgs 73/800/152 umgestellt.
Die Transportketten blieben den Quellen nach immer gleich.
Eine Geländekette wog zwischen 2,8 und 3,3 to, während die Transportkette ca. 1.9 to auf die Waage brachte.
Der Bodendruck einer Geländekette betrug 1.02 kg/cm2, der einer Geländekette 1.23 kg/cm2.
Geschütz 8,8 cm KwK 43 L/71:
Die 8,8 cm FLAK wurde erstmals für die Vorstufen des Tiger 1 von Krupp zur Kampfwagenkanone umkonstruiert, seinerzeit als Typ 8,8 cm KwK 36 / L56. Dieser Typ hatte eine vergleichbare Durchschlagskraft wie die 7,5 cm-Langrohrkanone des Panthers. Erst die Langrohrversion, die für den Ferdinand und den Königstiger gebaut wurde, zeigte eine deutliche Verbesserung.
Das Vollrohr wies auf einer Länge von 5151 mm 32 Züge mit einer Tiefe von je 1.2 mm und eine Felderbreite von 3.6 mm auf. Die Haltbarkeit des Rohres betrug ca. 6000 Schuss.
Die Durchschlagskraft des Geschützes war legendär und wurde auf deutscher Seite nur von der 12,8 cm-Kanone des Jagdtiger und auf alliierter Seite im Wesentlichen nur von der 122 mm-Kanone des JS 3 erreicht bzw. übertroffen. Letzterer hatte allerdings eine weit niedrigere Schussfrequenz.
Es wurden Panzergranaten, Sprenggranaten und Hohlladungsgeschosse verschossen.
Die Panzergranate 39/43, z.B., wies ein Gesamtgewicht von 22,8 kg bei einer Gesamtlänge 1130 mm auf. Der Geschosskopf hatte ein Gewicht von 10.2 kg und enthielt ca. 50 g Sprengstoff. Die Hülse war 822 mm lang, hatte einen Durchmesser von 132 mm und enthielt 6.8 kg Treibstoff.
Technische Einzelheiten