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Im Falle des Verstehens besteht eine enge kognitive und soziale Kopplung zwischen Sprecher und Hörer, die sich in der Koordination bzw. Koordiniertheit des Handelns von Sprecher und Hörer ausdrückt. Verstehen ist deshalb originär eine soziale Errungenschaft, weil es ohne Orientierungsinteraktion, also ohne soziale Interaktion gar keine Erfüllung oder Enttäuschung von Orientierungserwartungen geben kann. Das Verstehen ist in der sozialen Interaktion gerade dadurch besonders hervorgehoben, dass beide Partner beim Verstehen zugleich erfolgreich sind: Der eine mit seiner Orientierungsabsicht, der andere mit seinem orientierten Verhalten. Die Zuschreibung von Verstehen bei Orientierungserfolg hat für die Bewertung der kognitiven Leistungen auf Seiten des Orientierten eine wichtige Konsequenz: Nicht die Kognitionen des Orientierten, die eine Verstehensattribution nach sich ziehen, zeichnen sich durch eine besondere Qualität aus, sondern sie werden umgekehrt erst durch die Attribution von Verstehen in besonderer Weise ausgezeichnet, hervorgehoben, akzentuiert, verstärkt. Die Attribution von Verstehen ist ein sozialer ´Mechanismus` zur Selektion, Kanalisierung und Kontrolle von Kognition.