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«Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt.»
Aristoteles
Gefangen zwischen dem Einen und dem Anderen.
Das Denken kreist nur um diese beiden Positionen? Wir stecken fest. Position zu beziehen gibt uns Sicherheit und doch blockiert es uns zugleich. Die Folge: Blockade. Dabei lassen sich diese scheinbaren Widersprüche auflösen. Mit dem Werkzeug des Tetralemmas.
Querdenken mit dem Tetralemma – Wahlmöglichkeiten erhöhen
Das Tetralemma ist ein praktisches Werkzeug, das Blockaden auflösen kann. Einfach, indem es die (vermeintlichen) Widersprüche der Blockade weiter- bzw. querdenkt. Und damit die Zahl der Wahlmöglichkeiten erhöht und den Lösungsraum erweitert.
Angenommen, Sie stehen vor der Entscheidung: Soll ich meine aktuelle Stelle als Teamleiter*in behalten oder soll ich das neue interessante Stellenangebot annehmen?
Begeben Sie sich auf die Reise in die fünf Denkwelten des Tetralemmas:
- Das Eine: Wie sieht die eine Lösung aus?
Was sind die Vorteile/Nachteile die Stelle als Teamleiter*in zu behalten?
Beispielsweise: Ein zuverlässiger Arbeitgeber, ein tolles Team, jedoch kaum mehr Entwicklung und Herausforderung.
- Das Andere: Wie sieht die andere gegenteilige Lösung aus?
Sie sollte dabei eine echte Alternative sein. Wofür steht die Alternative? Was sind die Vorteile/Nachteile?
Beispielsweise: Wieder wachsen und sich entwickeln können, herausfordernde Aufgaben, mehr Kompetenzen, mehr Macht, jedoch auch mehr Verantwortung, längere Arbeitszeiten und weniger Zeit für Partner*in, Familie, Freund*innen.
- Beides: Wie sieht eine Lösung aus, die beides enthält?
Beides? So verwirrend das klingt, aus einem Entweder-oder also ein Sowohl-als-auch zu machen, es funktioniert. Das kann praktischerweise dann möglicherweise sein:
- Den Kontext umdeuten: Mal ist das Eine richtig und Mal das Andere.
- Der Kompromiss: Beide Möglichkeiten sind «ein bisschen» richtig.
- Das Weiterentwickeln: Die Vorteile einer Möglichkeit sind sinnvoll für die andere Möglichkeit.
- Die Synergien: Wie könnte ein Konsens aus den Gegensätzen der beiden Möglichkeiten aussehen?
Beispielsweise: Ich bringe als Teamleiter*in noch ein wichtiges Projekt zu Ende. Dieses versuche ich so zu gestalten, dass es bereits Herausforderungen einer neuen Stelle enthält. Danach kann ich entweder im Unternehmen eine neue Herausforderung annehmen oder habe alle Fähigkeiten für eine neue Stelle.
- Keines von Beiden: Wie sieht eine völlig andere Lösung aus?
Weiss ich ob die beiden ersten Möglichkeiten wirklich Alles enthalten was mir möglich ist? Sehe ich nur Ausschnitte und nicht das Ganze? Welche Gesichtspunkte sind mir noch wichtig? Was habe ich vielleicht ausser Acht gelassen?
Beispielsweise: Was hat mir in all meinen Stellen schon immer Spass gemacht und davon möchte ich nun mehr? Unterrichten? Forschen? Verkaufen? Herstellen?
- All dies nicht und selbst das nicht: Wie sieht eine Lösung aus, die vielleicht ganz anders beginnt? Neu überlegt?
Angenommen, Sie würden zum Ursprung zurück gehen und Ihre Frage anders formulieren. Sie fragen also nicht: Soll ich bleiben oder eine neue Stelle annehmen? Nein, Sie fragen sich: Was ist mir im Leben wichtig? Was möchte ich in meinem Leben vielleicht anderes tun? …
Beispielsweise: Eine Auszeit nehmen, intensiv einem Hobby nachgehen, etwas ganz Neues von Grund auf lernen, …
Fazit
Im Rahmen der Tetralemma-Arbeit ergeben sich neue und differenzierte Sichtweisen, unerwartete Alternativen und Lösungen. Entscheidungen werden plötzlich einfacher. Warum? Weil Klarheit über den gesamten Lösungsraum entsteht und der Blick nicht nur auf einen kleinen einengenden Ausschnitt gerichtet bleibt.