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Der Buchs (Buxus sempervirens) ist ein 2 bis 4 Meter hoher buschiger, zuweilen baumartiger Strauch mit derben, immergrünen Blättern. Er gehört einer eigenen Pflanzenfamilie an, den Buchsbaumgewächsen und kann 400 bis 500 Jahre alt werden. Sein gelbliches Holz wächst sehr langsam, ist schwerer als Wasser und wird als härtestes und schwerstes einheimisches Holz im Musikinstrumentenbau, für Einlege- und Drechselarbeiten sowie für Schnitzereien verwendet.
Der Buchsbaum stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westasien. Seine westliche Verbreitung erstreckt sich vom Mittelmeerraum über das Rhone- und Saônetal in den Jura und das Elsass bis zu einzelnen Vorkommen im Moseltal und in Südengland. Trotz diesen zerstreuten nördlichen Vorkommen befindet sich der Buchs in der Region am Nordrand seines Verbreitungsgebietes in Mitteleuropa.
In der Region ist Buchs nur punktuell in Verbreitungsinseln an südexponierten Hängen zu finden. Es sind dies vor allem die Richtiflue und der Schlossberg bei Waldenburg, im Gebiet um Rothenfluh und Ormalingen, um Liestal bei der Schauenburgerflue, beim Chuzenkopf, im Bintal und am Schleifenberg sowie bei Burg im Leimental. Das weitaus grösste Vorkommen erstreckt sich am Dinkelberg von Riehen Ausserberg über das Grenzacher Horn bis zur Himmelspforte in Wyhlen. Diese rund 100 Hektar grosse Buchswaldfläche auf deutscher Seite steht unter Naturschutz. Das lückenhafte Vorkommen könnte ein Hinweis sein, dass der Buchs in der Region nicht natürlich vorkommt, sondern von den Römern aus dem Mittelmeergebiet hierher gebracht wurde. Römische Siedlungen befanden sich mit Grenzach und Augst in unmittelbarer Nähe.
Am Dinkelberg bei Grenzach bildet der Buchs dichte Bestände im Unterholz von Buchen-, Linden- und Flaumeichenwäldern. Im lichten und trockenen Flaumeichenwald ist der Buchs nur strauchartig ausgebildet; er stösst dort an seine Trockengrenze. Im Buchenwald hingegen erreicht er mit bis zu 4 Meter hohen Bäumen einen hohen Deckungsgrad. Es fällt dort so wenig Licht auf den Waldboden, dass die Krautschicht sehr arm ausgebildet ist und selbst die Sämlinge der Waldbäume Mühe haben, aufzukommen. Bis zur Errichtung eines Naturschutzgebietes im Jahre 1939 war der Buchswald beliebt als Lieferant von Buchsreisig, aus dem Kränze gewunden wurden. An Türen soll er antidämonisch wirken und Unheil abwehren. Bei Besuchen des Deutschen Kaisers 1893 und des Badischen Grossherzoges 1897 in Lörrach war die ganze Stadt mit Buchs aus dem Grenzacher Wald geschmückt. Diese teils gewerbsmässigen Entnahmen von Buchstrieben führte vor dem Verbot 1936 zu einer niederwaldartigen Bewirtschaftung, und in der Folge zu einem lichteren Bestand was die Verjüngung des Buchs und von anderen Baumarten zuliess.
Seit 2007 wird die Problematik der übermässigen Beschattung stark relativiert. Ein Schädling und eine Pilzkrankheit haben sich im Buchswald breit gemacht. Dies führte zu einer fast vollständigen Verkahlung der Buchsbestände. Im Jahr 2006 wurde der Buchsbaumzünsler in Europa erstmals im Rheinhafen in Weil am Rhein und gleichzeitig in Kehl in Deutschland gefunden. Der asiatische Kleinschmetterling kam durch den internationalen Pflanzenhandel auf dem Seeweg in den Weiler Hafen. Von dort aus breitete er sich via Grünanlagen in Riehen und dem Friedhof Hörnli auch in den Grenzacher Buchswald aus. Die Raupe beginnt im Frühjahr mit ihrer Frasstätigkeit an den Blättern und der Rinde des Baumes. Bei starkem Befall wird der Buchs kahl gefressen und kann absterben. Während der Vegetationsperiode kann der Schädling zwei bis drei Generationen durchlaufen.
Ungefähr zur gleichen Zeit wurde wohl ebenfalls durch den Pflanzenhandel der Pilz Cylindrocladium buxicola unabsichtlich eingeschleppt. Dieser Krankheitserreger befällt auch die Blätter und Zweige des Buchses und verursacht hell- oder dunkelbraune Flecken, was die Blätter im weiteren Verlauf der Krankheit vertrocknen lässt. Der Pilz hat sein Wachstumsoptimum bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei rund 25 Grad Celsius. Diese Bedingungen sind im Sommer gegeben, besonders dann, wenn sich der Buchs vom ersten Kahlfrass der Zünslerraupen langsam erholt hat. Diese beiden Schaderreger gefährden zur Zeit die Buchsbestände in der Region, wobei der Buchswald von Grenzach seit 2007 stark befallen ist und ein jämmerlich kahles Bild abgibt.
Buchs ist eine Symbolpflanze des Lebens und wird deshalb gerne auf Friedhöfen angepflanzt. Schon im Herbar des Basler Botanikers und Stadtarztes Caspar Bauhin (1560–1624) finden sich Herbaretiketten mit der Aufschrift «in coemiteriis obvius», was soviel wie «überall auf Friedhöfen» heisst. Das Einfassen der Gartenbeete mit Buchs kann als römisches Erbe bezeichnet werden. Diese Tradition wurde im klassischen Bauerngarten übernommen, der im 16. Jh. entstand. Die viereckige Hauptform und die Unterteilung in vier Teilrechtecke, die in der Mitte auch ein Rondell aufweisen konnte, wurde durch eine 30 bis 40 Zentimeter hohe Buchsbordüre zum Ausdruck gebracht.
Buchs war im 17. und 18. Jh. unersetzlich für die Gestaltung der ausgeprägten Gartensymmetrie der französischen Barockgärten, die mit Buchs eingefasste Beetformen aufwiesen. Zudem zierten Buchsbäumchen und aus Buchs geschnittene Figuren den barocken Garten. Buchs eignete sich in besonderer Weise dazu, weil er langsam wächst, immergrün ist, sich in fast jede gewünschte Form schneiden lässt und die kleinen Blättchen eine dichte, geschlossene Oberfläche bilden. Im späteren Englischen Garten des 19. Jh. wurde Buchs vorwiegend in unbeschnittener Form als wildes Gestaltungselement verwendet. Noch heute finden wir mächtige Buchsgruppen in Parkanlagen wie zum Beispiel dem Kannenfeldpark in Basel.
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Verbreitung der Buchsbestände