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Wissenschaftler vom British Antarctic Survey haben entdeckt, wo Südliche Glattwale (Eubalaena australis), die rundum die subantarktische Insel Südgeorgien auf Nahrungssuche gehen, sich während der Wintermonate fortpflanzen. Dieses Wissen darüber, von woher die Tiere zuwandern, wird Schutzmaßnahmen für ihre Erholung nach Jahren des Walfangs ermöglichen. Die Ergebnisse werden diese Woche in der Fachzeitschrift Journal of Heredity veröffentlicht.
Südliche Glattwale wurden nach jahrhundertelangem Walfang fast bis zur Ausrottung gejagt. In der umfassendsten Studie ihrer Art untersuchten 30 Forscher aus elf Ländern 15 Hautproben von Walen, die nahe der subantarktischen Insel Südgeorgien auf Nahrungssuche gehen und verglichen sie mit 149 Proben, die aus den Gewässern um Argentinien, Brasilien und Südafrika gesammelt wurden, wo sich die Wale paaren und ihre Kälber zur Welt bringen. Neue Proben wurden von Südgeorgien während einer Expedition unter der Leitung des British Antarctic Survey im Jahr 2018 gesammelt und mit Proben kombiniert, die von einem Netzwerk von Mitarbeitern auf der ganzen Welt aufbewahrt wurden.
Mit Hilfe eines neuen genetischen Werkzeugs entdeckte das Team, dass die meisten Tiere, die nach Südgeorgien kamen, in Südamerika geboren wurden und nicht in Südafrika. Dies war zuvor schon vermutet, aber nicht bestätigt worden. Dr. Emma Carroll von der Universität von Auckland, Hauptautorin der Studie, sagt: „Genetische Methoden sind wichtig, um die Paarungsgebiete der Wale – Gebiete, die hinsichtlich der Populationserholung genau überwacht werden – mit den Nahrungsgründen zu verbinden, die vom Klimawandel betroffen sind und sein werden. Nur wenn wir diese Verbindungen kennen, werden wir verstehen, wie es den Walpopulationen in einer sich verändernden Welt ergehen wird.”
In Zusammenarbeit mit chilenischen Kollegen analysierte das Team auch die allererste DNA-Probe der vom Aussterben bedrohten südlichen Glattwalpopulation vor Chile und Peru. Sie fanden heraus, dass der Chile-Peru-Wal genetisch gesehen eine Mischung aus in indo-pazifischen und atlantischen Gewässern geborenen Tieren ist, was darauf hindeutet, dass die Region Chile-Peru als «Trittstein» zu diesen beiden Gebieten fungiert.
Die Walökologin und Seniorautorin Dr. Jennifer Jackson vom British Antarctic Survey, die das Projekt leitete, sagt: „Dies ist ein wichtiger Teil des Puzzles zum Verständnis der geographischen Reichweite der Südlichen Glattwale. Die Identifizierung der Wanderbeziehungen der sich erholenden Walpopulationen ist von entscheidender Bedeutung, um genaue Einschätzungen darüber zu erhalten, wie gut sich die Walpopulationen erholen und um zu verstehen, wie anfällig diese Populationen im Laufe ihres Lebenszyklus für anthropogene Bedrohungen sind.” Sie ergänzt, dass es in den letzten 17 Jahren in Argentinien in der Region der Halbinsel Valdéz unerklärlich hohe Sterblichkeitsraten bei Walkälbern gab, so dass noch viel zu tun bleibt, um diese Art in ihrem gesamten Wandergebiet zu schützen.”
Unter dem folgenden Link lassen sich die Bewegungen der Wale verfolgen: https://www.bas.ac.uk/project/south-georgia-right-whale-project/south-georgia-right-whale-project-whale-tracking/
Quelle: British Antarctic Survey