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Die 1684 erbaute Casa Regina ist ein beachtenswertes Beispiel eines Leventiner Wohnhauses. Das typischerweise talseitig aus Holz und bergseitig aus Stein gebaute Haus vereint Einflüsse aus langer Urner Herrschaft und wiederkehrenden Mailänder Interventionen.
Verfügbarkeit
Beschreibung & Geschichte
Als die Casa Regina 1684 erbaut wurde, hatte die Leventina schon einige Herrscherwechsel hinter sich. Das südliche Zugangstal zum Gotthardpass wurde früh als Säumer- und Handelspfad genutzt. Sowohl die Eidgenossen nördlich des Gotthards wie auch die Podestaten aus Mailand wollten den Verkehrsweg kontrollieren und Steuereinnahmen generieren. Von dieser Zeit zeugt der im Tessin eher selten anzutreffende Blockbau der Casa Regina, die auf den jahrhundertelangen Urner Einfluss verweist.
Die Zeit der Säumer ist heute noch am offenen Estrichbereich des Hauses ablesbar, der zur Trocknung der typischen Tessiner Landwirtschaftswaren diente. Die Säumerei fand durch die Eröffnung der Tremola-Fahrstrasse im Jahr 1830 und schliesslich durch die 1882 fertiggestellte Gotthardbahn ihr Ende. Mit der Verlagerung der Handelsrouten auf Postkutsche und Schiene verlor auch Calonico an Bedeutung und das Dorf war von Abwanderung betroffen.
Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Casa Regina in einem vernachlässigten und unbewohnbaren Zustand veräussert und nach langem Leerstand ab 1985 während 10 Jahren von den neuen Eigentümern umfassend und bei bestmöglicher Erhaltung der historischen Bausubstanz restauriert.
Die Casa Regina befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
Baukulturelle Besonderheiten
Die Casa Regina ist ein beachtenswertes Beispiel eines Leventiner Wohnhauses. Das typischerweise talseitig aus Holz und bergseitig aus Stein gebaute Haus vereint Einflüsse aus langer Urner Herrschaft und wiederkehrenden Mailänder Interventionen. Der im Tessin wenig verbreitete Blockbau lässt auf den Einfluss der Eidgenossen nördlich des Gotthards schliessen. Die Steinbauweise lässt sich einerseits auf die grosse Verfügbarkeit des Baumaterials und andererseits auf die mit Reichtum gesegneten Mailänder Familien zurückführen. Das 1684 erstellte Gebäude fällt besonders durch seinen offenen Estrichbereich auf, der früher zur Trocknung der typischen Tessiner Landwirtschaftswaren diente. Das Haus wurde schon zu Erbauerzeiten mittig unter dem First mit einer Wand unterteilt, obwohl es von einer einzigen Grossfamilie bewohnt wurde. Dies lässt sich aus dem Fehlen einer zweiten Küche ableiten. Das Gebäude verfügt über drei Etagen und einen talseitig offenen Estrich.
Im gemauerten, bergseitigen Hausteil befindet sich typischerweise die Küche. Auf diesem Steinteil stützt sich der Holzblockbau ab. Im Innern besticht das Haus durch sein haushohes Kaminzimmer und die in Holz gehaltenen Aufenthaltsräume mit ihren intakten Holzöfen und Cheminées aus dem 19. Jahrhundert. Das Haus wurde Ende des 20. Jahrhunderts von den neuen Eigentümern in einem vernachlässigten und unbewohnbaren Zustand übernommen. Zudem waren in den Jahren zuvor einige Eingriffe vorgenommen worden, die den ursprünglichen Charakter des Hauses verändert haben. Durch eine aufwendige Restaurierung wurde dem Haus wieder sein ursprünglicher Charakter zurückgegeben. So wurde das Dach mit der für die Leventina typischen Steinbedachung versehen, die Fensteröffnungen wurden auf ihre Ursprungsgrösse angepasst und die Baustruktur wurde wo immer nötig gefestigt.
Die Sanierung der Holzkonstruktion, einschliesslich der Fassaden, die Holzbalkone sowie die Renovation aller Holzwände und Holzböden im Innern des Hauses beanspruchten den grössten Teil der Arbeiten. Mit Ausnahme der Tragbalken über den bergseitigen Wohnräumen konnte die originale Bausubstanz weitgehend erhalten bleiben. Bergseitig war das Tragwerk in einem solch desolaten Zustand, dass entschieden wurde, die Tragstruktur vollends zu entfernen und ein haushohes Atrium zu erstellen. Dieses nimmt nun die Haustreppe und die Balustraden auf und lässt als Kaminzimmer die Gäste die herrschaftliche Grösse des Hauses erleben.
informationen zum ferienhaus
Die Casa Regina bietet grosszügig Platz für neun Personen. Es wurde mit modernen Küchen- und Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Die Einrichtung besticht durch historische Einzelstücke, die mit modernen Möbeln ergänzen wurden.
Das ganze Haus wird mit einer Bodenheizung grundtemperiert und kann zusätzlich mit dem Holzofen und dem offenen Kamin beheizt werden.
Die Casa Regina ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Da die alte Raumstruktur weitgehend belassen wurde, ist das Haus nicht hindernisfrei. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass insbesondere die seit Jahrhunderten ausgetretenen Holzböden und die hohen Türschwellen eine gewisse Gefahrenquelle bergen.
Personen: 9 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Zimmer: 4 Doppelzimmer, 1 Einzelzimmer, Babybett und -stuhl auf Anfrage
Saison: März bis Oktober, Weihnachten und Neujahr
Kurzferien: Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mind. 3 Nächte)
Höhe: 960 m ü. M.
Haustiere: Auf Anfrage erlaubt
ÖV: Mit dem Zug Richtung Locarno bis Faido. In Faido fährt der Bus 191 Richtung Bellinzona bis Lavorgo. Dort in den Bus 124 umsteigen, der bis nach Calonico fährt.
Parkplatz: Der private Parkplatz befindet sich direkt beim Haus und ist ungedeckt. Die Zufahrt zum Haus ist gewährleistet.
Aussenbereich: Der gedeckte Vorplatz steht den Feriengäste zur Nutzung zur Verfügung. Das Haus liegt im Dorfkern von Calonico und hat keinen eigenen Garten. Rundherum gibt es aber in nächster Nähe unzählige Möglichkeiten, die Natur zu erkunden.
WLAN: nicht vorhanden
Heizung: Fussbodenheizung im Erdgeschoss.
Ofen / Cheminée: Ein historischer Specksteinofen in der Stube und ein Cheminée im Esszimmer. Holz ist vorhanden.
Küche: Schraubkaffee und Filtermaschine, Geschirrspüler vorhanden
Extras: Das Betreten des offenen und ungesicherten Dachstocks, bzw. der Laube, erfolgt auf eigene Gefahr. Der Besitzer und die Stiftung lehnen jede Haftung ab. Die Böden bestehen aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen.
lage
Lage
Das unter ISOS-Ortsbildschutz stehende Dorf Calonico, das zur politischen Gemeinde Faido gehört, liegt auf einer sonnigen Terrasse am linken Hang des Valle Leventina an der Strada Alta. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich Calonico stark entvölkert, konnte deshalb aber viel vom alten alpinen Charakter beibehalten. Calonico ist von Lavorgo her durch eine 6 Kilometer lange Bergstrasse erreichbar. Zusammen mit Anzonico, Cavagnago und Sobrio bildet Calonico die sogenannte Traversa.
Geschichte
Im Jahr 1227 wurde die heute noch weithin sichtbare Pfarrkirche San Martino, die auf einem Felsvorsprung über Calonico erbaut wurde, erstmals urkundlich erwähnt. Mit Ackerbau und Kleintierzucht bestritt die Bevölkerung über Jahrhunderte ihren Lebensunterhalt. 1681 zerstörte ein Grossbrand den Ort. Die Gebäude wurden einheitlich als typisch gestrickte Holzbauten mit gemauerten Küchen wiederaufgebaut. Seit 1939 ist Calonico durch eine Strasse mit dem 350 m tiefer gelegenen Lavorgo verbunden und mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Calonico ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.
Ausflüge
An der historischen Strada Alta gelegen, lassen sich von Calonico aus Wanderungen in die Zeit der Säumer unternehmen. Die Region besticht durch ihre Bergwälder, mit herrlich duftenden Kastanien- und Akazienbäumen, ihre dunkelbraunen Holzhäuser, kleine Dorfkirchen, typische Steinhäuser und romantische Tessiner Rustici. Wir empfehlen einen Ausflug zur nahen Kirche San Martino, die am westlichen Rand des Dorfes steht. Der zweistöckige romanische Turm an der Westseite der Kirche mit doppelten Bogenfenstern ist bis heute gut erhalten. Die dominante Lage der Kirche auf einem Felsvorsprung, hoch über der Leventina, bietet einen wunderbaren Ausblick auf das Tal.