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Die Utopie der Flugmaschinen
Im Zentrum der Ausstellung «L'Art Brut dans le monde» in der Collection de l’Art Brut in Lausanne stehen die Utopien von Gustav Mesmer.
Gustav Mesmer kam 1903 als sechstes von zwölf Kindern in Altshausen/Oberschwaben (D) zur Welt. Er begann eine Schreinerlehre, wurde aber wegen einer Störung des Gottesdienstes in der Dorfkirche in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Desinteresse der Verwandtschaft und behördliche Schlamperei verhinderten lange Zeit seine Entlassung, erst 1964 konnte er in einem Heim der Diakonie in Buttenhausen ein selbstbestimmtes Leben führen. Er sorgte mit umfunktionierten Fahrrädern für Aufsehen, aus denen er mit abenteuerlichen Konstrukten aus Dachlatten, Kunststoffbahnen und weiteren Holzteilen Flugmaschinen zu bauen versuchte. Das gelang ihm nicht und über ein paar zufällige Hopser hinaus blieben diese Gebilde am Boden.
Nie hätte er sich wohl träumen lassen, dass diese so akribisch wie auch unbeholfen gebastelten Apparate und die gleichzeitig zahlreich entstandenen Zeichnungen als eigenständige Kunstwerke entdeckt wurden. Er durfte im hohen Alter miterleben, wie seine Flugräder in Ausstellungen als «Outsider Art» (Art Brut) präsentiert wurden, unter anderem in einer Werkschau im Schloss Altshausen und in der Erlebnisstation «Der Traum vom Fliegen» anlässlich der Weltausstellung «Expo 1992» in Sevilla. Der von der Bevölkerung «Ikarus vom Lautertal» genannte Gustav Mesmer starb an Weihnachten 1994 und hinterliess der staunenden Nachwelt ein Werk, das Zeugnis ablegt von visionärer Kraft und unbändigem Gestaltungswillen. In der Ausstellung zu sehen sind nebst Zeichnungen auch ganze Flugmaschinen aus Holz, Papier und Fahrradteilen. Zudem werden die Werke von sieben Künstlern aus aller Welt gezeigt.