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Alternativmedizin
Der Begriff Alternativmedizin umschreibt eine Vielzahl unterschiedlicher diagnostischer und therapeutischer Konzepte und Methoden, die den Anspruch erheben, eine Alternative zur wissenschaftlich orientierten Medizin zu bieten. Letztere wird in diesem Zusammenhang oft abgrenzend und teilweise abwertend als "Schulmedizin" bezeichnet.
„Alternativmedizin“ umfasst eher eine grosse Ansammlung verschiedener Methoden als eine einheitliche medizinische Richtung. In diesem Zusammenhang werden oft auch Begriffe wie Komplementärmedizin, „Ganzheitliche“ Medizin, „Sanfte Medizin“ und andere benutzt. Das alternativmedizinische Spektrum reicht dabei von traditionellen Verfahren aus dem Bereich der Volksmedizin bis zu esoterischen Therapieansätzen.
Einige der Methoden haben Ansätze in religiös-sektenartigen oder anderen radikalen Denksystemen.
Alternativmedizinische Methoden werden meist von Laien oder Personen mit methodenspezifischer Ausbildung angeboten. Hierin liegt eine der grössten Gefahren der Alternativmedizin, werden doch therapeutische Massnahmen angewandt, ohne dass der Therapeut die Fähigkeiten und Kenntnisse für die Erstellung einer Diagnose hat. Ausdrücke wie "Naturarzt" täuschen über diese Tatsache hinweg: in keinem westlichen Land haben Naturärzte eine ärztliche Ausbildung, nicht selten haben diese ihre Kenntnisse aus wenigen Wochenendkursen bei anderen "Naturärzten". Es gibt dutzende von verschiedenen Therapien. Viele kommen und gehen, wenige bleiben länger im Angebot. Hier finden Sie eine Liste der wohl gängigsten alternativen Behandlungsmethoden mit Erklärungen.
Aus Sicht der wissenschaftlich begründeten und speziell der evidenzbasierten Medizin steht der Nachweis der Wirksamkeit alternativer Heilmethoden aus oder wurde nur in Teilaspekten erreicht und geht dabei nicht signifikant über einen Placeboeffekt hinaus. Sie werden daher auch als pseudowissenschaftlich oder parawissenschaftlich eingestuft. Denn sobald ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis für eine Methode erbracht werden kann, wird sie in die wissenschaftliche Medizin aufgenommen.
Die meisten Menschen, die eine alternative Methode anwenden tun dies bei wesentlichen Krankheiten nicht an Stelle einer wisschenschaftlich medizinischen Therapie, sondern zusätzlich zu dieser. Die Mehrzahl der Ärzte haben gegen solche parallel laufenden Therapien wenig einzuwenden. Gewarnt werden muss aber vor Therapeuten, welche den Stop der wissenschaftlichen Behandlung fordern, wenig glaubwürdige Heilsanpreisungen machen und auch vor solchen, welche trotz geringer Ausbildung mit hohen Ansätzen für die Therapiekosten glänzen. Hier bin ich immer wieder erstaunt und fassungslos, welche Geldbeträge Menschen bereit sind, für Versprechen ohne Grundlage auszugeben. Immer wieder kommt es sogar vor, dass verzweifelte Kranke sich für die Durchführung einer überteuerten Alternativbehandlung verschulden.