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(Pfeilgift), von Eingebornen Südamerikas nach unbekannten Rezepten bereitet, sonst nur als Seltenheit nach
Europa kommend, bildet jetzt einen regelmäßigen Artikel des Droguenhandels und hat in der Medizin als
ein Mittel gegen Starrkrampf Eingang gefunden. Dasselbe bildet, als aus Pflanzenextrakten bestehend, eine extraktartige,
schwarze, bröcklige, sehr bittere Masse, die in irdenen Töpfen eingebracht wird und sowohl aus Brasilien als auch aus Peru
kommt. Der Stoff kann als ein heftiges Gift natürlich nur in sehr kleinen Gaben zu Heilzwecken verwendet
werden. Er ist außerdem noch von besonderm Interesse für physiologische Untersuchungen an lebenden
Tieren, da seine Erstwirkung
nur in Lähmung der Glieder besteht, während die übrigen Lebensfunktionen ihren Fortgang haben, also ungestört von Bewegungen
beobachtet werden können. Der wirksame Bestandteil des C. ist ein
Alkaloid, Curarin genannt. -Zollfrei.
vegetabilische oder animalische Stoffe, mit welchen Geschoßspitzen versehen werden,
um sie schneller und sicherer tötend zu machen. Die Skythen bereiteten ein Pfeilgift aus gefaulten Vipern und gefaultem Menschenblut,
und ähnliche Fäulnisgifte, zu deren Gewinnung oft unheimliche Tiere benutzt werden, kennt man auch aus Südafrika
[* 4] und Amerika.
[* 5] Auch das Herakleische Pfeilgift, welches das Blut des Nessos derart vergiftete, daß es selbst nun wieder die furchtbarsten
Wirkungen äußerte, konnte nur ein Fäulnisgift sein, welches fermentartig wirkt. In Norwegen
[* 6] gebraucht man noch jetzt zur
Jagd auf den Nordkaper (Balaenoptera rostrata) ein Pfeilgift, welches aus Leichengift früher erlegter Tiere besteht.
Curare wirkt sehr schwach vom Magen aus, sehr schnell aber, wenn es in eine Wunde gelangt, und am heftigsten beim Einspritzen
in eine Vene. Es lähmt die motorischen Nerven,
[* 18] so daß bei erhaltenem Bewußtsein alle willkürlichen Bewegungen unmöglich
werden, und tötet durch Lähmung der Brustmuskeln und daraus folgende Aufhebung der Atmung. Durch künstliche
Unterhaltung der Atmung können nicht zu starke Dosen überwunden werden. Es wirkt dem Strychnin entgegen und kann als Gegengift
desselben betrachtet werden.