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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, das Angebot und die Einsetzung von Praktikastellen in unseren Auslandvertretungen zu prüfen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Bei der Bundesverwaltung besteht für das Inland schon seit geraumer Zeit für Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen - neu auch von Fachhochschulen - aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, ein Praktikum von bis maximal zwölf Monaten zu absolvieren. Unbezahlte Unterbrüche, z. B. für Militärdienst, sind möglich und verlängern die Rahmenfrist. Finanziert werden diese Einsätze durch einen beim Eidgenössischen Personalamt (EPA) für alle Departemente eingestellten und verwalteten Zahlungskredit der Globalrubrik Erwerbsbehinderte, Praktikantinnen und Praktikanten. Die Anzahl der Praktikantenstellen eines Departementes richtet sich nach dem konkreten Bedarf und nach Massgabe des beim EPA vorhandenen Kredites. Es bestehen keine im Voraus festgelegten Kontingente pro Departement. Ein allfälliger finanzieller Mehrbedarf für Auslandpraktika ist nicht budgetiert.</p><p>Im Laufe der letzten Zeit hat das Interesse an Praktikumsstellen im Bereich der internationalen Politik effektiv stark zugenommen, und es besteht eine zunehmende Nachfrage nach Einsätzen sowohl im Inland als auch im Ausland bei den schweizerischen Vertretungen.</p><p>2. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ermöglicht bereits heute Praktikumseinsätze bei den Auslandvertretungen. Gründe in den Bereichen Sicherheit sowie Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung haben bisher zu einer restriktiven Praxis betreffend den Einsatz von Praktikantinnen und Praktikanten im Ausland geführt. Die Anstellungen erfolgten nach Ortsrecht bzw. nach den entsprechenden Richtlinien des EDA (Weisung Lokalpersonal). In Fällen, wo landesübliche Gepflogenheiten eingehalten werden konnten, wurden für Interessierte zum Teil auch unbezahlte Volontariate ermöglicht. Bei den Eingesetzten handelte es sich um Personen, welche bereits über die erforderliche Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung im betreffenden Land verfügten. Damit liess sich der administrative Aufwand und nicht zuletzt auch der finanzielle Aufwand für die Praktikantinnen und Praktikanten in Grenzen halten.</p><p>3. Im Weiteren wurde darauf geachtet, dass immer qualifizierte Aufgaben (keine administrativen Hilfsfunktionen) wahrgenommen wurden. Praktikumseinsätze erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn sie den Praktikantinnen und Praktikanten effektiv die Möglichkeit bieten, durch einen sinnvollen Einsatz und eine echte Betreuung einen guten Einblick in die Arbeit des Departementes zu erhalten, so dass daraus ein klar erkennbarer Nutzen für die Aus- bzw. Weiterbildung resultiert. Andererseits müssen Aufwand und Ertrag eines Praktikums sowohl für die Interessierten als auch die Organisationseinheit in einem vernünftigen Verhältnis stehen; nicht zuletzt müssen geeignete Organisationsstrukturen sowie die notwendige Infrastruktur vorhanden sein.</p><p>4. In Anbetracht der Vorteile von Praktikumseinsätzen und der im Ausland bis anhin gemachten durchaus positiven Erfahrungen ist das EDA daran, interne Richtlinien über Praktikumseinsätze im In- und Ausland zu erlassen. Diese bezwecken einerseits eine formelle Regelung des Einsatzes von Praktikantinnen und Praktikanten und sollen andererseits Praktikumseinsätze - insbesondere auch im Ausland - noch vermehrt fördern.</p><p>Praktikumseinsätze im Ausland sind in erster Linie für Schweizer Bürger und Schweizer Bürgerinnen, in begründeten Fällen auch für Nichtschweizer und Nichtschweizerinnen, vorgesehen. Die Minimaldauer für ein Praktikum beträgt drei Monate, die Maximaldauer zwölf Monate. Die Anstellungen erfolgen nach Ortsrecht bzw. nach den entsprechenden Richtlinien des EDA (Weisung Lokalpersonal). Sofern für ein Auslandpraktikum keine Finanzmittel aus dem EPA-Globalkredit zur Verfügung gestellt werden können, prüft das EDA, ob im Rahmen der den Auslandvertretungen zur Verfügung stehenden Finkomp-Kredite eine sowohl verkraft- als auch vertretbare Lösung gefunden werden kann. Sofern keine finanzielle Mittel freigesetzt werden können, sind in Gastländern, wo es zu den landesüblichen Gepflogenheiten gehört, unbezahlte Volontariate möglich. Die Praktikantinnen und Praktikanten sind - mit beratender Unterstützung der Vertretung - selber für eine Aufenthalts- bzw. allenfalls notwendige Arbeitsbewilligung bemüht. Zudem kommen sie grundsätzlich für Reise- und Transportkosten sowie Unterkunftskosten selbst auf.</p><p>Massgebend für die Anzahl Praktikanntinnen und Praktikanten bei den Auslandvertretungen wird auch inskünftig sein, dass die in Ziffer 3 aufgezeigten Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit effektiv eine Win-Win-Situation bei Praktikumseinsätzen im Ausland resultiert.</p><p>5. Bei der Beurteilung der Frage von Praktikumseinsätzen an Auslandvertretungen gilt es auch zu berücksichtigen, dass das EDA im Rahmen der ordentlichen Personalgewinnung bzw. der Ausbildung des versetzbaren Personals ein institutionalisiertes Stageprogramm für Akademiker und Akademikerinnen und Nichtakademiker und Nichtakademikerinnen anbietet. Die Zulassung zu einem solchen diplomatischen oder konsularischen Stageeinsatz ist abhängig vom Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Dieser einjährige Stage ist als Ausbildung "on the job" ausgestaltet und wird mit einer Schlussevaluation abgeschlossen. Damit sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ein langfristiges Arbeitsverhältnis und die hohen Anforderungen, die im Verlaufe einer Karriere an sie gestellt werden, vorbereitet werden. Folge dieser Praxis der Personalrekrutierung im EDA ist, dass zahlreiche für die Ausbildung geeignete Organisationseinheiten im In- und Ausland bereits mit einem mit Praktikumseinsätzen verbundenen ausbildungsspezifischen und administrativen Mehraufwand belastet sind.</p><p>6. Im Weiteren bietet die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit ein institutionalisiertes Nachwuchsprogramm an. Dieses steht jungen Hochschulabsolventinnen und -absolventen offen, sofern sie ein spezifisches Gruppenassessment erfolgreich absolviert haben und damit die Anforderungskriterien erfüllen. Das Ausbildungsprogramm sieht, neben einer ein bis eineinhalb Jahre dauernden Ausbildung im Inland, einen Auslandeinsatz von zwei bis drei Jahren vor. Damit wird den Teilnehmenden ermöglicht, sich auch die notwendige Felderfahrung für eine berufliche Tätigkeit im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe anzueignen.</p><p>Zudem besteht ein Praktikumsangebot in beschränktem Umfang im Rahmen eines internationalen Praktikumsprogrammes. Interessierten mit abgeschlossener Berufslehre oder Studierenden während der Ausbildung wird ein dreimonatiger Praktikumseinsatz im Feld ermöglicht. Ein Teil der Kosten muss von den Teilnehmenden übernommen werden.</p><p>Der Bundesrat sieht im Rahmen der vom Parlament bewilligten Personalkredite Praktikumseinsätze im Ausland vor und erachtet das Postulat, den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen entsprechend, als erfüllt.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.