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Dampfpfeife.
[* 2] Dampfsignale auf Schiffen, Lokomotiven, in Fabriken etc. sollen auf weite Entfernung hörbar, voneinander und von andern Zeichen leicht zu unterscheiden sein und doch in der Nähe das Ohr [* 3] nicht zu sehr durch schrillen oder grellen Klang belästigen. Diesen Anforderungen sollen die sogen. Crosby-Dreiklang-Dampfpfeifen genügen, welche durch das Crosby-Warenhaus von H. Maihak in Hamburg [* 4] eingeführt sind. Ihre besondere Eigentümlichkeit besteht darin, daß sie sorgfältig auf drei verschiedene Töne, und zwar den ersten, dritten und fünften der Durtonleiter (Durdreiklang) abgestimmt sind. Um die drei Töne hervorzubringen, ist der cylindrische Oberteil der Pfeife über dem Dampfschlitz durch drei sich in der Mitte unter 120° treffende Scheidewände in drei Teile zerlegt, so daß drei Luftsäulen entstehen, denen durch passend angebrachte Querwände eine verschiedene Länge derart gegeben ist, daß sie beim Anblasen je einen Ton des erwähnten Dreiklanges hervorbringen.
Die drei Töne klingen im rein abgestimmten Dreiklang zusammen, frei von grellen, schreienden Nebengeräuschen und von nicht unangenehmer Wirkung für das Ohr. Dabei soll der Schall [* 5] ausgiebiger als der einer gewöhnlichen Pfeife und durch seine Zusammensetzung aus mehreren Tönen auch dem ungeübtesten Ohr von andern Signalen unterscheidbar sein. Diese Eigenschaft soll die Crosby-Dampfpfeife besonders für die Schiffahrt und den Eisenbahnbetrieb geeignet machen. Bei starkem Nebel auf See sowie in belebten Häfen, Kanälen, Binnenseen 2c. ist die Möglichkeit der Abgabe eines eigenartigen Signals sehr wertvoll. Im Eisenbahnbetrieb sind die
Drei-Klangpfeifen besonders beim Rangierdienst vorteilhaft zu verwenden. Diese Dampfpfeifen werden in fein poliertem Rotguß in acht Größen, von 50-305 mm Durchmesser steigend, hergestellt. (Die kleinern Pfeifen geben höher liegende, die größern tiefer liegende Dreiklänge.) Außerdem werden sie bezüglich der Anordnung der Ventile in zwei Arten ausgeführt (mit senkrechtem oder mit wagerechtem Ventil). [* 6] Bei sehr hohem Dampfdruck (über 4-5 Atmosphären) im Kessel empfiehlt es sich, vor dem Ventil einen Drosselhahn einzuschalten, damit die Pfeife sich nicht überschreit.