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finn. Tornio, Stadt im
LänUleåborg, die nördlichste
Finlands, links an der Mündung des Torneå-elf (finn.
Torni-joki, 420 km lang, entspringt im Gebirgssee Torne-Träß in
Schweden)
[* 3] in den Bottnischen
Meerbusen,
der schwed. Stadt
Haparanda gegenüber, hat (1894) 1326 E., Post,
Telegraph,
[* 4] deutschen Vicekonsul;
Handel mit Holz,
[* 5]
Teer, Fischen,
Renntieren und Renntierfellen, Pelzwaren u. a. und ist ein wichtiger Stapelplatz für den Norden;
[* 6] Dampfschiffahrt mit
Uleåborg. Nordnordöstlich von Torneå liegt der
Berg Avasaksa (232 m), viel besucht wegen
der hier 24. bis 26. Juni sichtbaren Mitternachtssonne.
bei den Fußtruppen die meist viereckige
Tasche, die zur Fortschaffung von Bekleidungsstücken,
Wäsche,
Putzzeug, Munition u. s. w. bestimmt ist und einen
Teil der
Ausrüstung (s. d.) bildet.
Der Tornister, gewöhnlich von Kalbfell (bei
den
Jägern auch von Dachsfell) oder überhaupt von Leder (Offiziere der deutschen
Armee), muß wasserdicht
sein, wird auf dem Rücken getragen, durch zwei
Riemen über die Schultern und durch die sog. Paraderiemen vorn am Leibgurt
befestigt.
Hauptstadt der
ProvinzOntario (früher Obercanada) derDominion of Canada, an der sandigen
Nordwestküste des Ontariosees, an der Mündung des Flüßchens
Don und an einem von einer schmalen, mit der befestigten Landspitze
Gibraltar-Point endenden Halbinsel gebildeten
Hafen, war 1794 noch eine öde Waldstätte, 1800 aber schon eine ansehnliche
Stadt und wuchs überraschend schnell. 1881 zählte man 86 415, 1891 aber 181 220 E., meist brit.
Abstammung und prot.
Konfession. Die
Straßen kreuzen sich rechtwinklig, Hauptgeschäftsadern sind
Yonge-,
King- und Front-Street; am
Don liegt der
Riverdale-Park, in der Mitte der Stadt der
Queens-Park, am
Humber der High-Park. Unter den Bauten sind zu
nennen: die
Bank von Montreal,
[* 13] Zollhaus, Handelskammer, das
Bureau des «Globe», die St. Jameskathedrale
in frühengl.
Stil, Freibibliothek (80000
Bände), das Canadian
Institute mit Sammlungen und Bücherei, die Metropolitan Methodist
Church und ihr gegenüber die kath. St. Michaelskathedrale, die Normalschule (600
Studenten),
das neue Stadt- und Gerichtshaus
in
Queen-Street, ferner Osgoode-Hall (Obergericht) in ital. Renaissance, das Parlament
der
Provinz im
Queens-Park, der auch verschiedene
Denkmäler enthält, sowie die
Universität von Toronto (1827) mit mediz., philos.
und jurist.
1)
Kreis
[* 20] im südöstl.
Teil des russ. Gouvernements
Pskow, im Gebiet der Düna und des Lowat, hat 6137,9
qkm, darunter 159 qkm Seen, 72 998 E.;
Sümpfe,
Wälder,
Ackerbau, Waldindustrie und 14 Fabriken. - 2) Kreisstadt im
Kreis an der
Toropa (zur Düna) und Uklejka und zwischen drei Seen, hat (1894) 6899 E., 17
Kirchen, darunter die
Kathedrale der
Korsunschen Muttergottes (seit dem 13. Jahrh., neu gebaut 1676 und 1804); 34 Fabriken,
Handel mit Fellen, Getreide,
Tabak
[* 21] u. a.
Name der unter Wasser wirkenden, durch eigene oder zuerteilte Kraft
[* 22] beweglichen Sprengkörper,
im Gegensatz zu den unbeweglichen Seeminen (s. d.). AlsVorläufer der Torpedo können die
Brander (s. d.) gelten,
die bis zum 19. Jahrh. mit ausgedehntem Erfolg verwendet wurden. Der Amerikaner D.
Bushnell machte
¶
mehr
die ersten, allerdings erfolglosen Versuche mit Offensivtorpedos in einem unterseeischen Torpedoboot beim Angriff gegen das
engl. Linienschiff Eagle 1776 und die FregatteCerberus 1777. Erst 20 Jahre später nahm Fulton ähnliche Versuche mit seinem
Taucherboot Nautilus vor, mit dem er 1801 auf der Reede von Brest unter Wasser tauchte und durch eine «unterseeische
Höllenmaschine», einen Treibtorpedo von 10 kg Pulverladung, der durch ein Harpunengeschoß an feindlichen Schiffen
befestigt wurde und durch Schlagwerk zündete, ein Fahrzeug in die Luft sprengte. (S. Tafel: Torpedos
[* 24] und Seeminen,
[* 23]
Fig. 3b.)
Bald sah er jedoch selbst die Unbrauchbarkeit seines Unterwasserbootes ein und konstruierte einige andere
Arten Torpedo, namentlich einen Torpedo mit Schlagwerk, der die Entzündung beim Ablaufen einer Uhr
[* 25] bewirkte und als unterseeische Mine
verankert wurde
[* 23]
(Fig. 3a); 1814 machte er auch Versuche, mit einer Kanone unter Wasser zu schießen.
Erst im amerik. Bürgerkrieg wurden Torpedo häufiger verwendet. Zuerst benutzte man mit Pulver gefüllte und
mit Kontaktzündern versehene Fässer, die man etwas unterhalb der Wasseroberfläche durch die Strömung gegen den Feind
treiben ließ; schon weit vollkommener war der Singertorpedo mit Ladungen bis 50 kg Pulver. Bald jedoch begannen die Spieren-
oder Stangentorpedos ausgedehnte Verwendung auf Dampfbarkassen und gedeckten eigentlichen Torpedobooten (s. d.) zu finden.
Sie sind am Vorderteil der Boote mit einer etwa 7 m vor dem Bug auszuschiebenden Stange befestigt. BeimAngriff
werden sie, bevor man mit dem feindlichen Fahrzeug in Berührung kommt, über Wasser gehalten und dann etwa 2½ m unter Wasser
gesenkt, nachdem vorher der elektrische Strom durchgeleitet ist. Durch den Kontakt mit dem Feinde schließt
sich der Strom, und die Explosion erfolgt. Der Harvey-, Otter- oder Schlepptorpedo, nach seinen Erfindern, den Brüdern Harvey,
Kapitänen in der engl. Marine, so benannt, hat die ungefähre Form eines Schiffsrumpfes,
ist 1 bis 1½ m lang und wird von dem angreifenden Schiffe
[* 26] auf 20 bis 30 m Entfernung durch eine Vorrichtung
seitwärts an der Oberfläche geschleppt. Jene Vorrichtung gestattet, daß der Torpedo kurz vor dem Angriff durch Nachlassen des
Schlepptaues tauchen kann, um so unter den Boden des feindlichen Schiffs zu gelangen und dort durch Kontakt mit seinen Zündern
zu explodieren. Da sich indes herausstellte, daß der Harveytorpedo den eigenen Schiffen beim Manövrieren
[* 27] beinahe ebenso gefährlich werden kann wie dem Feinde, so hat man ihn in fast allen Marinen wieder abgeschafft.
Einen wesentlichen Aufschwung nahm das Torpedowesen durch den Fischtorpedo, eine Erfindung des österr. Seeoffiziers Lupis.
Dieser Torpedo, gewöhnlich nach dem Käufer und Verbesserer der Erfindung Whiteheadtorpedo genannt, hat annähernd
die Form eines Fisches oder einer an beiden Enden spitzen Cigarre mit einer Länge von 4 bis 7 m und einem Durchmesser von 30 bis 45 cm.
Ursprünglich wurde er aus Stahl gefertigt, was seine Konservierung infolge des beständigen Rostens aller Teile so erschwerte,
daß Schwarzkopf in Berlin
[* 28] Anfang der achtziger Jahre nach Ankauf des Patents den Torpedo ganz aus Hartbronze
verfertigte und damit erst den Fischtorpedo zu einer brauchbaren Waffe machte.
Dieser Torpedo wird von Schiffen und namentlich von Torpedobooten aus verwendet (s. Fig. 4). Er gleicht nur insofern einem Geschoß,
[* 29]
als er die Seitenrichtung bei seinem Abgang aus dem Rohr des Schiffs oder Bootes erhält, dagegen seine
Geschwindigkeit und das Innehalten einer bestimmten, vorher beliebig einzustellenden Tiefe selbstthätig hervorbringt; in dieser
Hinsicht ist er einem Unterwasserfahrzeug ähnlich. Der Fischtorpedo ist aus einzelnen fest verbundenen Teilen zusammengefügt.
Der vorderste Teil enthält eine Ladung mit nasser Schießbaumwolle von 50 bis 120 kg Gewicht, deren Explosion
durch einen Perkussionszünder an der Spitze beim Auftreffen auf einen festen Widerstand hervorgerufen wird. Die zweite Abteilung
enthält den sog. sekreten Teil (Tiefensteuer), einen Mechanismus, der das am Schwanzstück befindliche Horizontalruder je
nach Bedürfnis bewegt, damit der Torpedo die gewünschte Tiefe im Laufe innehält. Weiter nach hinten liegt
der Kessel, in den zum Betrieb der Maschine
[* 30] durch besondere Torpedoluftpumpen Preßluft unter etwa 100 Atmosphären Druck hineingepumpt
wird; die Herstellung haltbarer Kessel, die einen Probedruck von 180 Atmosphären aushalten müssen, ist eine Hauptschwierigkeit.
An den Kessel schließt sich der Maschinenteil an, eine dreicylindrige Brotherhoodmaschine enthaltend.
Die Cylinder stehen im Winkel
[* 31] von 120° zueinander und sind einfachwirkend, d. h. erhalten
Luftdruck nur von einer Seite; die verbrauchte Luft strömt durch die hohle Welle nach hinten aus. Zwei zweiflüglige, in
entgegengesetzte Richtung schlagende Propellerschrauben, deren eine hohle Welle über die andere gestreift ist, sitzen am
Schwanzstück des Torpedo und werden durch die Maschine getrieben.
Dahinter befindet sich an einem besondern Gestell das schon erwähnte Horizontalruder, aus zwei Flossen bestehend, sowie
ein unbewegliches Vertikalruder, das lediglich den Zweck hat, den Torpedo zum Geradeauslaufen in der vom Abgangsrohr
gegebenen Richtung zu zwingen. Über die Obrysche Steuervorrichtung s. Torpedo (Bd.
17). Da jeder Torpedo zur Erlangung der Kriegsbrauchbarkeit, also zu seiner individuellen Fehlerverbesserung und zur
Einübung des Personals, sehr häufig blind geschossen werden muß, so wird ihm für diesen Fall die scharfe Ladung abgenommen
und ein gleichschweres und gleichgeformtes Kopfstück aufgesetzt.
Das Wiedereinfangen des Torpedo nach dem Schuß durch Boote wird dadurch erleichtert, daß der Torpedo auf beliebig
zu wählende Entfernung hinter der schwimmenden Scheibe seine Maschine stoppt und in diesem Moment mittels einer zweiten Einrichtung
durch Emporschlagen des Horizontalruders selbst einen Luftsprung aus dem Wasser macht, um dann an der Oberfläche still liegen
zu bleiben, während jeder im Gefecht fehlgegangene Torpedo versinkt. Auf die einfachste Weise wird der in Thätigkeit
gesetzt, indem man ihn in ein durchbrochenes Rohr bringt und so tief versenkt, daß das Wasser den Torpedo umspült.
Durch ein Hebelwerk am Rohr wird ein Ventil
[* 32] im T. geöffnet, das den Eintritt der Preßluft aus dem Kessel
in die Maschine gestattet, also den in Fahrt bringt. Diese sog. Abgangsrohre werden als Torpedobatterien zur Küstenverteidigung
und auch zum Einschießen der Torpedo auf dem Schießstand verwendet; auch die Dampfbarkassen der Schiffe einzelner
Marinen sind mit dieser Einrichtung, die das Stoppen des Bootes vor dem Schuh nötig macht, versehen. Auf
Schiffen und Torpedobooten verwendet man Ausstoßrohre, aus denen der Torpedo unter gleichzeitiger
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