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Weltweit glaubt nur jeder Vierte, dass nachhaltiges Investieren auf Kosten der Anlageergebnisse geht. Dies ist ein Hinweis auf die wachsende Überzeugung unter Anlegern, dass sich ordentliche Renditen und das Bestreben, mit Kapitalanlagen Positives zu bewirken, nicht gegenseitig ausschliessen, wie aus dem zweiten Teil der Schroders Global Investor Study 2018, für die mehr als 22'000 Anleger in 30 Ländern zum Thema Nachhaltigkeit befragt wurden, hervorgeht.
Bedenken in Asien, Zustimmung in Europa und Japan
Im kontinentalen Vergleich sind Anleger in Europa am wenigsten um den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Renditen besorgt. Dort befürchten nur 23% der Befragten, dass sich nachhaltiges Investieren negativ auf die Renditen auswirken könnte. Am anderen Ende der Skala liegen Anleger in Asien mit 29%. Andreas Markwalder, CEO der Schroder Investment Management, kommentiert: "Ermutigend ist, dass weltweit sowie auch in der Schweiz nur ein Viertel der befragten Privatanleger denkt, dass nachhaltige Anlagen geringere Renditen erbringen als konventionelle Investments."
Global beurteilen insbesondere manche asiatischen Staaten die vermuteten geringeren Renditen als eines der grössten Hindernisse für nachhaltiges Investieren: In China (39%), Indonesien (38%) und Thailand (34%) sehen besonders viele Befragte diesen Zusammenhang als gegeben an. In der Schweiz dagegen befürchten nur 23% der Investoren, dass sich nachhaltiges Investieren negativ auf die Renditen auswirken könnte. In Frankreich (19%), Belgien (19%) und Dänemark (18%) ist die Meinung vergleichbar. Am wenigsten besorgt zeigen sich Anleger aus Japan (13%).
Anteil der Befragten, die befürchten, dass nachhaltige Anlagen niedrigere Renditen liefern als herkömmliche Anlagen
Anteil an nachhaltigen Investments nimmt zu
Die Studie belegt, dass nachhaltiges Investieren ein Trend ist, der weltweit weiter wächst. So haben in den vergangenen fünf Jahren 64% der Anleger den Anteil nachhaltiger Kapitalanlagen in ihren Portfolios erhöht. Die Schweiz liegt hierbei mit 59% etwas unter dem weltweiten Durchschnitt. 76% der weltweit befragten Anleger gaben an, dass nachhaltiges Investieren für sie in dem genannten Zeitraum an Bedeutung gewonnen hat. Die Schweiz liegt diesbezüglich im weltweiten Durchschnitt.
Weltweit haben vor allem jüngere Menschen den Anteil nachhaltiger Kapitalanlagen in den vergangenen fünf Jahren erhöht. Das gilt besonders für die als "Millennials" bezeichnete Altersgruppe, wohingegen der Anteil der sogenannten Baby-Boomer nur bei 52% liegt. 71% der 18- bis 24-Jährigen und 75% der 25- bis 34-Jährigen steigerten den Anteil nachhaltiger Anlagen in ihren Portfolios. Dieser Prozentsatz geht mit zunehmendem Alter kontinuierlich zurück und erreicht bei den über 65-Jährigen seinen Tiefststand: In dieser Altersgruppe haben im genannten Zeitraum nur noch 43% den Anteil nachhaltiger Kapitalanlagen in ihren Portfolios erhöht.
Wissensvermittlung ist der Grundstein
Bei Anlegern, die nach eigener Einschätzung über mehr Wissen auf dem Gebiet der Kapitalanlage verfügen, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sie nachhaltige Investitionen tätigen. Weltweit investierten Umfrageteilnehmer, die sich selbst als "Experten" kategorisieren, 54% ihrer Anlageportfolios nachhaltig. Bei Anlegern, die sich selbst als "Anfänger" einstufen, sind es dagegen nur 33%. Mehr als die Hälfte der befragten Anleger (57%) machte ungenügende Informationen oder mangelndes Verständnis dafür verantwortlich, dass sie nicht mehr nachhaltig investierten.
Adrian Nösberger, CEO der Schroder & Co Bank will hier ansetzen: "In der Schweiz gaben 42% der Umfrageteilnehmer an, aufgrund Informations- und Verständnisdefizite auf nachhaltige Anlagen zu verzichten. Dies zeigt einen eindeutigen Nachholbedarf auf. Die Privatbanken können hierzulande eine aufklärende Rolle übernehmen, indem sie den Informationsfluss sowie die Beratung verstärken, um auf die Vorteile von nachhaltigen Anlagen aufmerksam zu machen."