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Inkontinenz ist immer noch für viele Patienten ein Tabuthema, über das sie selbst mit ihrem Arzt oft spät sprechen. Eine frühzeitige Diagnose ist aber wie bei vielen Krankheiten sehr wichtig, um einerseits die beste Therapie und andererseits spätere Behinderung zu verhindern.
Eine neue Studie der RUSH-Universität in Chicago zeigt, dass Inkontinenz mit einem höheren Risiko für weitere Gesundheitsprobleme verbunden sein kann.
Laut den RUSH-Forschern in einer in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Menopause veröffentlichten Studie ist eine häufigere Harninkontinenz und Harnverlust mit einem höheren Risiko für eine spätere Behinderung verbunden.
„Symptome einer Harninkontinenz werden oft ignoriert, bis sie störend werden oder körperliche oder soziale Aktivitäten einschränken“, sagte Dr. Sheila Dugan, Vorsitzende der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation bei RUSH. Da diese Studie darauf hindeutet, dass Harninkontinenz mit Behinderungen verbunden ist, kann die Erforschung von Behandlungsmöglichkeiten im Frühstadium dazu beitragen, mögliche Folgeerkrankungen von Harnverlust zu mindern.
Viele Männer und insbesondere Frauen sind irgendwann im Laufe ihres Lebens von Harninkontinenz betroffen. Manche Frauen verlieren beim Niesen oder Husten Urin, was als Belastungsinkontinenz bezeichnet wird. „Wenn Sie niesen oder husten, entsteht ein mechanischer Druck aus Ihrem Bauch, der den Schließmuskel überfordert und Sie auslaufen lässt“.
Andere leiden unter Dranginkontinenz, einem überwältigenden Harndrang, beispielsweise wenn sie sich einer Toilette nähern. Frauen, bei denen beides auftritt, leiden an einer sogenannten gemischten Harninkontinenz, sagte Dugan.
Die Forscher berücksichtigten das Ausmaß und die Häufigkeit der Inkontinenz und ob der Studienteilnehmer an Stressinkontinenz, Dranginkontinenz oder beidem litt.
Anschließend analysierten die Forscher die Behinderung anhand der Skala der Weltgesundheitsorganisation zur Beurteilung der Behinderung.
Das Ergebnis der Studie zeigt deutlich, dass eine Mischinkontinenz neben täglichem und sehr starkem Harnverlust am stärksten mit einer Behinderung korreliert.
Für eine Inkontinenz kann es verschiedene Ursachen geben. Diese müssen zuerst mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese und Diagnostik durch einen Spezialisten ermittelt werden, um die richtige Therapie einleiten zu können.
Ursache für Harnverlust kann: z.B. einerseits eine zu schwache, oder durch Geburten überdehnte Muskulatur/Bindegewebe oder aber andererseits zu straffe oder verspannte Muskeln sein.
Es ist von grosser Bedeutung den genauen Grund zu kennen, um die richtige Therapie einleiten zu können: sonst versucht der Patient ohne sein Wissen z.B. die verspannte Muskulatur weiter zu straffen und zu stärken, was die Inkontinenz noch verstärkt.
Die Zusammenhänge sind sehr vielfältig. Beckenbodenmuskeln unterstützen die Beckenorgane und Organprobleme können zu Muskelproblemen führen oder aber auch umgekehrt. Ein Patient kann aufgrund einer Hüftarthritis an Inkontinenz leiden, ein anderer aufgrund einer schweren, langen Entbindung, oder es kann durch eine Krebsbehandlung verursacht werden, beispielsweise durch Bestrahlung im Beckenbereich.
Es gibt eine Reihe möglicher Ursachen oder sogar eine Kombination verschiedener Ursachen für Inkontinenz. Die verwendeten Daten stammten aus einer größeren klinischen Studie namens SWAN (The Study of Women Across the Nation), an der mehr als 1.800 Teilnehmer teilnahmen. SWAN wurde 1994 mit sieben Standorten in den USA ins Leben gerufen, um Veränderungen zu identifizieren, die während des Übergangs in die Wechseljahre bei Frauen im mittleren Lebensalter auftreten, und deren Auswirkungen auf die spätere Gesundheit und das Risiko für altersbedingte Krankheiten.
Weitere Studien sind erforderlich, um zu zeigen, wodurch diese Korrelation entsteht. Der Schwerpunkt dabei ist die Prävention.
In jedem Fall ist es empfehlenswert, auch bei einer geringen, beginnenden Harninkontinenz sich zeitig bei einem Spezialisten Hilfe zu suchen und mittels akkurater Diagnostik die richtige Ursache und die geeignete Therapie herauszufinden, um eine Verschlimmerung und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Quellen