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Kindheit und Familie
Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee bei Bern in der Schweiz geboren. Seine Schwester Mathilde wurde vier Jahre vorher geboren. Mathilde arbeitete als Sprachlehrerin. Sie blieb ihr Leben lang unverheiratet und versorgte ihre Eltern im Obstberg (Wohnort der Familie Klee).
Paul Klees Vater wurde in der hessischen Kleinstadt Tann in der Rhön geboren. Er ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und hatte eine Ausbildung zum Volkshochschullehrer gemacht. Er bekam ein Stipendium für das Stuttgarter Konservatorium, wo er Gesang, Klavier, Orgel und Violine studierte. Dort lernte er seine spätere Frau, Ida Frick, kennen und lieben.
Später war er Pädagoge am Lehrerseminar Hofwil bei Bern, wo er fünfzig Jahre wirkte. Er unterrichtete in den Fächern Klavier- und Orgelspiel sowie Gesang und Violine. Hans Wilhelm Klee war deutscher Staatsbürger. Durch seine Heirat mit der Baslerin Ida Frick kam er in die Schweiz. Aufgrund der Staatsangehörigkeit seines Vaters erhielt auch Paul Klee die deutsche Staatsangehörigkeit.
Klees Mutter Ida war eine ausgebildete Sängerin (Sopranistin), konnte aber wegen einer Krankheit ihren Beruf nicht ausüben, sie sass seit 1899 im Rollstuhl. Ida Klee wurde in Besançon geboren, besass einen Schweizer Pass und war in Basel aufgewachsen. Die Mutter von Ida Frick war von ihrem Ehemann geschieden, wer ihr Vater war erfuhr sie nie. In der Familie kursierte das Gerücht, dass er aus Nordafrika stamme, was aber nie belegt wurde.
Paul Klees Grossmutter (mütterlicherseits), Anna Catharina Rosina Frick war von entscheidender Bedeutung für Klees künstlerische Entwicklung. Sie war es auch, die sich dafür einsetzte, dass man dem kleinen Paul seine Linkshändigkeit nicht austrieb. Im Hause Klee herrschte die Musik vor. Klee’s Grossmutter leitete ihn zum Zeichnen an und etablierte so die bildende Kunst im Haus Klee.
Und dann gab es noch Klees Onkel Ernst Frick. Ihm gehörte in der Berner Innenstadt das Café Frick (heute Restaurant della Casa). Klee erlebte ihn als den «dicksten Mann der Schweiz».
Nach mehreren Wohnungswechsel erwarb die Familie Klee 1897 ein Haus im Berner Kirchenfeldquartier – Obstbergweg 6.
Von 1886 bis 1890 besuchte Klee die Primarschule und erhielt mit sieben Jahren Geigenunterricht an der Städtischen Musikschule. Das Geigenspiel beherrschte er bald so meisterhaft, dass er bereits als Elfjähriger als ausserordentliches Mitglied bei der Bernischen Musikgesellschaft spielen durfte. Im Alter von 10 Jahren besuchte er zum ersten Mal Giuseppe Verdis Oper «Il Trovatore». Ein Leben lang behielt Paul Klee die Liebe zur Oper.
Quellenangabe
–Paul Klee — Leben und Werk, Herausgeber: Zentrum Paul Klee, Bern
–Paul Klee — Sein Leben•Seine Kunst, Boris Friedwald, Prestel Verlag