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Das Haus beim Brunnen, in dem sich das Museum befindet, ist ein sogenannter Bohlenständerbau aus Tannenholz aus dem 17.-18. Jahrhundert.
Es ist ein Rauchhaus und hatte ursprünglich keinen Schornstein. Dadurch war das Gebäudeinnere ständig vom Rauch des offenen Herdfeuers erfüllt. Zeugnis davon sind die schwarzen Bohlen im Inneren des Hauses.
Ein Bohlenständerbau besteht aus jeweils zwei senkrechten Ständerbalken, zwischen denen die einzelnen Bohlen (Flecklinge oder Balken) horizontal in einer Nut eingeschoben wurden. Die einzelnen Bohlen wurden durch Buchenholzzapfen miteinander verbunden und zwischen den einzelnen Lagen diente Moos als Isolation.
Dieser geweihte Schutzziegel stammt vom Tätschdach auf dem Haus beim Brunnen. Die Sternzeichen sollen gegen Dämonen (und ev. Blitz) schützen und ist ein Zeichen zum Himmel: «Hier wohnen Christen. Gott beschütze uns»
Josef Stücheli (1892-1967) und Maria Stücheli-Meier (1897-1980) lebten mit ihren elf Kindern im hinteren Teil des Hauses beim Brunnen, wo Josef Stücheli auch seine Schuhmacherei hatte.
Er war der letzte Störschuhmacher von Root. Er fuhr mit dem Velo zu den Leuten und reparierte vor Ort deren Schuhe (Taschen und Gürtel). Hinten auf dem Velo hatte er eine Holzkiste mit Werkzeug:
Er machte auch Reparaturarbeiten für die Schweizer Armee. Während des Sommers arbeitete er im kleinen Keller ohne Fenster und Strom bei offener Tür.
Die Familie Stücheli lebte auf engstem Raum unter sehr bescheidenen Verhältnissen. Die Toilette war ausserhalb des Hauses und war ans Haus gebaut über der hauseigenen Güllengrube.
Auf dem Bild sieht man rechts die WC Schüssel der Familie Stücheli, die im «WC-Hüsli» installiert war.
Links ist ein Gom zu sehen. Damit schöpfte man die «Hüsligülle» aus der Grube und benutzte sie als Dünger im Garten. Die Leute litten daher öfters an Spulwürmern. Über die Gülle wurden die Wurmeier ans Gemüse gebracht und so entstand ein Kreislauf.
In der Mitte des Bildes ist ein Nachttopf, eine sogenannte «Stubentoilette».
Auch finanziell musste die Familie Stücheli schmal durch. Als Weihnachtsgeschenk für zwei ihrer Töchter sägte Schuhmacher Stücheli aus den Brettern des Treppengeländers zwei Puppen aus. Es fehlte das Geld, um Holz für die Puppen zu kaufen.