Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/2726

Community acquired pneumonia: Hospitalisieren oder nicht?
Bereits 1997 publizierte Fine im New England Journal of Medicine seine Kiterien, welche die Patienten mit Pneumonie in verschiedene Risikoklassen einteilt und dadurch der Entscheid, ob eine Hospitalisation notwendig ist oder nicht, erleichtert wird. Nun 10 Jahre später kommt eine Studie im Clinical infectious diseases und bestätigt, dass durch Anwendung des Pneumonia Severity Index (PSI) mehr Patienten letztendlich mit gutem Outcome ambulant behandelt werden können!
Die Autoren bestätigen, dass die Anwendung des PSI zu vermehrt ambulanten Betreuungen führen. In der Studie wurden 16 Notfallstationen eingeschlossen, 8 davon brauchten den PSI, die anderen 8 nicht.
Die Autoren im CID konnten zeigen, dass durch die Verwendung des PSI mehr Patienten ambulant behandelt wurden, und dies ohne Einbusse des Outcomes! Bei Verwendung des PSI wurden in der Risikoklasse I 71% der Patienten ambulant behandelt, ohne Verwendung des PSI nur 39%, in der Risikoklasse II zeigt sich ebenfalls eine erhöhte ambulante Betreuung durch Verwendung des PSI ( 49% versus 26%).
Der PSI ist zwar etwas aufwendig, so dass es für die praktizierenden Ärzte nicht einfach ist, nach dem PSI zu screenen, aber es gibt auch noch den Curb-65 oder auch den CRB-65, welcher in der Praxis etwas einfacher anzuwenden ist. CURB steht für : Confusion, Urea, Respiratory rate, Blood pressure, >65 Jahre!
Bei den CURB Kriterien wird immer wieder diskutiert, ob man den Harnstoff überhaupt reinnehmen soll oder nur sogenannte CRB Kriterien haben soll, und in neueren Publikationen betreffend ältere Menschen wird gefragt ob wir für ältere Menschen anstatt CURB nicht SOAR nehmen sollten, denn Verwirrung und einen etwas erhöhten Harstoff haben wir bei febrilen Senioren relativ schnell.
Auf der Notfallstation sollte aber eine Berechung des PSI bei Patienten mit einer community acquired pneumonia immer erfolgen, denn hier haben wir im Gegensatz zum Praktiker draussen meist alle Werte zur Verfügung. Durch ein sicheres ambulantes Management der Risikoklasse I und II kann viel Geld eingespart werden, ohne die Patienten zu gefährden.