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21. August. Nathaniel Philbrick lebt auf Nantucket und schreibt über historische Themen, also auch über den Walfang – die kleine Insel vor der US-Ostküste galt in der letzten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Welthauptstadt des Walfangs. Wagemutige Walfänger aus Nantucket kreuzten nicht nur durch den Atlantik, sondern segelten auch südwärts um Kap Horn und in den Pazifik hinein, auf oft mehrjährigen Fangreisen, auf der Jagd nach den Walen, die mit ihrem Öl die Energielieferanten der Industrialisierung waren. Herman Melville ging 1841 für solch eine Reise in Nantucket an Bord eines Walfangschiffes, verließ dann aber in der Südsee das Schiff. Als Deserteur verfolgt, floh er in die Berge der Insel Nukuhiva wo er wochenlang bei den Typee-Indianern hauste. Das Resultat dieser ersten Reise war das Buch Typee (Deutsch: Taipi). Danach heuerte er noch auf mehreren Walfängern an, doch erst später erst hörte er von dem Untergang des Walfängers „Essex“, der in der Südsee von einem Pottwal gerammt und versenkt worden war. Neben seinen eigenen Reisen war es vor allem dieses Ereignis, welches ihn zu seinem Meisterwerk Moby Dick inspirierte. Die wahre und gleichfalls erschütternde Geschichte der Überlebenden der „Essex“ wurde im Jahr 2000 noch einmal von Nathaniel Philbrick aufgeschrieben, in dem wirklich bewegenden Buch „In the Heart of the Sea“ (Deutsch: Im Herzen der See, Karl Blessing Verlag, ISBN 9783896670939, Gebunden, 320 Seiten, 22,50 Euro). Unbedingt lesenswert, nicht nur für Melville-Fans. Vor allem, wenn man ganz genau wissen möchte, was damals wirklich geschah.