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Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt bereits zahlreiche Klagen in den USA wegen Herbizids Roundup.
- Die Mutter eines krebskranken Sohnes hat das Unternehmen verklagt.
- Der Bayer-Tochter Monsanto wird vorgeworfen, nicht vor Risiken gewarnt zu haben.
Der Klageschrift zufolge war das Kind dem Unkrautvernichter ausgesetzt, als die Mutter dieses auf ihrem Grundstück versprühte. Der Junge war demnach nur vier Jahre alt, als bei ihm im Jahr 2016 das Burkitt-Lymphom festgestellt wurde. Dieses Lymphom zählt zu den am schnellsten wachsenden Tumorarten.
In der Klageschrift heisst es: Laut der Schlussfolgerung von Experten sei Roundup ein «wesentlicher Faktor» in der Entstehung des Krebses bei dem Jungen gewesen. Die Anwälte werfen Monsanto vor, «seit Jahrzehnten von der Verbindung zwischen Herbiziden auf Glyphosat-Basis und Krebs gewusst» zu haben.
Glyphosat ist laut der WHO «wahrscheinlich krebserregend»
Monsanto sieht sich wegen Roundup in den USA bereits mit zahlreichen Klagen konfrontiert. Das US-Unternehmen war im Jahr 2018 von Bayer aufgekauft worden. Der Leverkusener Chemiekonzern übernahm damit auch die juristischen Probleme von Monsanto.
Bayer betont stets, dass Roundup bei sachgerechter Anwendung sicher sei und verweist auf entsprechende Einschätzungen unter anderem der US-Umweltbehörde EPA. Ebenfalls auch auf die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung hatte hingegen 2015 konstatiert, dass Glyphosat «wahrscheinlich krebserregend bei Menschen» sei.
Monsanto habe nicht genügend auf die gesundheitlichen Risiken gewarnt
Im vergangenen August zog der Leverkusener Konzern in dem Streit vor das Oberste Gericht der USA. Bayer beantragte dort eine Revision des sogenannten Hardeman-Falls.
In diesem Fall hatte ein Bundesberufungsgericht in San Francisco im Mai eine Verurteilung des Konzerns zu Schadenersatz in Millionenhöhe bestätigt. Der an Krebs erkrankten Edwin Hardeman hatte jahrelang Roundup verwendet. Zur Begründung hatte es in dem Fall unter anderem geheissen: Monsanto habe nicht genügend vor den gesundheitlichen Risiken des Einsatzes von Roundup gewarnt.
Im Mai stieg Bayer aus einem Vergleichsverfahren mit dem Ziel einer milliardenschweren Einigung mit zehntausenden Klägern aus. Stattdessen entwickelte der Konzern einen Fünf-Punkte-Plan, mit dem künftigen Rechtsrisiken zu Roundup begegnet werden soll.