Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03546.jsonl.gz/1100

Abt. Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte, Beitrag an Prof. Christian Rohr für eine Anschubfinanzierung eines Folgeprojekts zu den Tagebüchern des Einsiedler Paters Joseph Dietrich (1670–1704)
Gründung 1928
Gründung 1928
Abt. Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte, Beitrag an Prof. Christian Rohr für eine Anschubfinanzierung eines Folgeprojekts zu den Tagebüchern des Einsiedler Paters Joseph Dietrich (1670–1704)
Die UniBern Forschungsstiftung wurde am 20. August 1928 unter dem Namen «Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung an der Bernischen Hochschule» gegründet. Die Gründer der Stiftung waren weitsichtige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:
Dr. Albert Wander, Fabrikant, in Bern
Arnold Gugelmann, Fabrikant, in Langenthal
Dr. h.c. Bruno Kaiser, Kaufmann, in Bern
In der Gründungsurkunde haben sie folgende Erklärung abgegeben:
Aus der Gründungsurkunde vom 20. August 1928
«Der Wunsch, die wissenschaftliche Forschung an der bernischen Hochschule zu fördern, hat uns veranlasst, die hiezu erforderlichen Mittel in Kreisen von Handel und Industrie zu beschaffen und dadurch den Staat in der Erfüllung seiner Pflicht zu unterstützen.
Rings um uns, in allen Staaten, werden gewaltige Mittel aufgewendet, um die Universitäten mit einem Kranze wissenschaftlicher Institute zur Förderung der Forschungsarbeit auszustatten. Kliniken und Laboratorien werden nach den modernsten Anforderungen eingerichtet, wissenschaftliche Bibliotheken gegründet und die Lehrstühle mit hervorragenden Gelehrten besetzt und dementsprechend dotiert. Die Beschaffung dieser Mittel übersteigt vielfach nicht nur die Leistungsfähigkeit der Staatshaushaltungen, sondern es muss sich, wenn ihr Zweck erreicht werden soll, oft auch die Art, in der sie zur Verfügung gestellt werden, nach anderen Prinzipien richten, als sie bei der Verteilung von öffentlichen Mitteln gewöhnlich einzuhalten sind.
Überall ist daher an ihrer Aufbringung die private Initiative industrieller und kaufmännischer Kreise und des begüterten Bürgertums in hervorragendem Masse beteiligt.
Warum diese Anstrengungen? Weil es keinen Menschen in unserer Zeit gibt, dessen Leben nicht bis in alle Einzelheiten von den Resultaten der wissenschaftlichen Forschung beeinflusst wird. Weil unsere ganze moderne Zivilisation, unsere geistige Kultur auf den Ergebnissen der Wissenschaft beruht. Weil nur dasjenige Volk ehrenvoll im Wettkampf der Nationen bestehen wird, das die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung erkannt hat und sich deren Ergebnisse zu Nutze zu machen versteht.
Die Mittel unseres kleinen Staates reichen trotz der vorbildlichen Opferwilligkeit unseres Volkes nicht aus, um unsere Hochschule in allen Teilen auf der Höhe der Zeit zu halten. Die Gewinnung hervorragender neuer Lehrkräfte wird erschwert, eine allmähliche Abwanderung der besten vorhandenen droht einzusetzen, nicht bloss weil die Besoldungen, die der Staat bieten kann, oft unzulänglich sind, sondern auch weil die Einrichtungen, Betriebsmittel und Hilfskräfte unserer wissenschaftlichen Institute nicht immer den berechtigten und zeitgemässen Ansprüchen genügen können.
Namentlich droht auch der wissenschaftliche Nachwuchs zu versiegen, da dieser zu einem sehr bedeutenden Teile davon abhängt, dass geeigneten jungen Leuten Mittel und Gelegenheiten zur Fortbildung und selbstständigen Arbeit sowie die materiellen Voraussetzungen zu wissenschaftlicher Beschäftigung geboten werden.»
Diese Erklärung ist heute noch weitgehend gültig und dient als Leitbild der UniBern Forschungsstiftung.