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Veränderung des Klimas
Das Klima hat sich im Verlaufe der Erdgeschichte immer wieder verändert, je nach Einflussfaktor in unterschiedlichen Zeiträumen. Aufgrund der Verschiebung der Kontinente gibt es Klimaveränderungen im Zeitraum von vielen Millionen Jahren, durch Veränderung der
Erdbahnparameter eine von 10 000 bis 100 000 Jahren und durch die Veränderung der Sonneneinstrahlung oder der Vulkanaktivität eine solche von zirka 10 bis 1000 Jahren.
Veränderungen in der Grössenordnung der zurzeit ablaufenden Erwärmung dauerten dabei deutlich länger, als dies heute der Fall ist. Zum letzten Mal auf globaler Skala 1 bis 1,5 Grad Celsius wärmer als heute war es in der letzten Zwischeneiszeit vor rund 120 000 Jahren.
Das Klima verändert sich auch in der Schweiz
Seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 ist in der Schweiz die Jahresdurchschnittstemperatur um rund 2°C (Stand 2018) angestiegen, zum grössten Teil in den letzten Jahrzehnten. Die vergangenen 15 Jahre gehören zu den wärmsten in den letzten 500 Jahren. Die vier wärmsten Jahre traten alle nach 1990 auf. In der ganzen Schweiz hat die Anzahl Hitzetage in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, während die Anzahl Frosttage deutlich gesunken ist. Im 20. Jh. ist der Winterniederschlag nördlich der Alpen um 10 bis 30 % gestiegen. Die Häufigkeit von intensiven Niederschlägen hat auf der Alpennordseite im Winter und Herbst um bis zu 70 % zugenommen. Die Perioden mit Schneebedeckung sind unterhalb von 1300 m ü. M. deutlich kürzer geworden.
Das Klima ändert sich weltweit, und die Schweiz – insbesondere der Alpenraum – ist davon überdurchschnittlich betroffen. Verschiedene Indikatoren belegen die Klimaerwärmung und deren vielfältige Auswirkungen. Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ist die Erwärmung der letzten 50 Jahre eine Folge der vom Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen und Aerosolen.
Die Änderungen konzentrieren sich allerdings zu einem grossen Teil auf die letzten rund 20 Jahre des 20. Jh. In der Zeit davor zeigt sowohl das Temperatur- als auch das Niederschlagsregime im Winterhalbjahr ein recht stabiles Verhalten. Die Temperatur des Sommerhalbjahres war hingegen im Laufe der gesamten Messperiode immer wieder starken Schwankungen unterworfen.
Das Klima wird sich auch in Zukunft verändern …
Auch in den kommenden Jahrzehnten wird die Zunahme von Treibhausgasen das globale Klima beeinflussen. Global wirkt sich dies auf die Atmosphäre, den Wasserkreislauf einschliesslich Schnee und Eis, die Ozeane und die Biosphäre aus. Aktuell rechnet das Bundesamt für Umwelt für die Schweiz bis zur Mitte des 21. Jh. mit folgender Entwicklung:
Die durchschnittlichen Sommertemperaturen könnten bis ins Jahr 2050 gegen 5 Grad wärmer werden als Ende des 20. Jh. Kältewellen und Frosttage werden seltener. Hitzewellen und Sommertrockenheit werden häufiger. Im Winterhalbjahr nehmen Häufigkeit und Intensität der Starkniederschläge zu. Bei anderen Wetterextremen, wie zum Beispiel Stürmen oder Hagel, ist der Einfluss der Klimaänderung noch nicht ausreichend verstanden.
…. und dies sind mögliche Folgen
Die Zunahme der Niederschläge und die Verschiebung von Schneefall zu Regen im Mittelland und in den Voralpen werden voraussichtlich zu vermehrten Hochwassern an mittleren und grossen Flüssen führen. Intensivere Niederschläge begünstigen die Bildung von Murgängen und Hangrutschungen. Das Auftauen von Permafrost in den Alpen reduziert die Stabilität von Berghängen. Heissere Sommer verursachen einen erhöhten Hitzestress für Mensch, Tier und Pflanzen mit den entsprechenden Konsequenzen für die Gesundheit. Sommertrockenheit beeinflusst Wald, Landwirtschaft, Schifffahrt und Wasserressourcen. Der Wasserpegel von Seen und Flüssen sinkt, was Auswirkungen auf die Schifffahrt hat.
Veränderung von Lebensräumen und Landschaft
Die Veränderungen von Temperatur und Niederschlag wirken sich auf die Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten und auf natürliche Lebensräume aus. Das Verbreitungsgebiet von Arten, die auf ein bestimmtes Klima angewiesen sind, wird sich nach Möglichkeit dem sich ändernden Klima anpassen.
Lokal wird es zu einer Veränderung der Artenzusammensetzung kommen. Neue Arten wandern zu, bestimmte Arten werden häufiger, andere werden seltener oder drohen zu verschwinden. Die sich verändernden Standortbedingungen können zu einem Verlust von Lebensräumen für einzelne Arten führen und längerfristig zur Veränderung der landschaftlichen Eigenart beitragen.
HPM