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|AACZ - Expedition Aksay 1998|
Kaltasal 6026 m; 39°14' Nord, 74°31' Ost. Besteigung am 20. Juli 1998,Teilnehmer: Michael Altorfer, Arnold Barmettler, Walter Giger, Guntram Koller, Klaus Minges, Edgar Schuler, Charlotte Steinmeier.
Als höchster Gipfel im Bereich das Basislagers stand der Kaltasal ganz oben auf der Prioritätenliste. Vom Kirgisendorf aus und während unserer Anmeldung beim Militärposten in Mushi hatten wir erkannt, dass ein Aufstieg über die Westflanke möglich sein sollte.
Am ersten Tag nach dem Erreichen des Basislagers brachen wir mit dem Material für ein erstes Biwak auf. Eine gute Stunde Wüstenwanderung brachte uns zum Beginn des eigentlichen Aufstieges in Richtung des westlich vom Kaltasal herabziehenden Gletschers. Durch kleine Tälchen gelangten wir rasch höher, bis wir durch eine tief erodierte Geröllschlucht nach rechts abgedrängt wurden. Auf ca. 4400 m öffnete sich dann eine kleine Ebene. Wir nannten diesen Ort den Fussballplatz, deponierten den Hauptteil unseres Gepäckes und stiegen weiter über Moränengelände bis zum Gletscherbeginn auf knapp 5000 m. Hier kehrten wir um und stiegen wieder zum Basislager ab.
Am nächsten Tag stiegen wir in zwei Gruppen wieder hinauf zum Fussballplatz und übten den Gebrauch der Funkgeräte. Ebenfalls einem Funktionstest unterzogen wir den Überdrucksack (Sertec-Bag), trotz der Abwesenheit unserer Ärztin, die wegen Magen-Darm-Problemen im Basislager zurückgeblieben war. Nach einer Nacht mit starkem Wind stiegen wir am folgenden Vormittag weiter auf und errichteten am Gletscherende auf 5100 m ein zweites Biwak. Die zu wählende Route war offensichtlich. Edgar und Muchi legten bereits eine Spur in den Kaltasal-Westhang, während Guntram noch einen kurzen Ausflug in den Sattel der Hauptkette unternahm, um Fotos von den Nordabstürzen zu machen. In gutem Trittfirn ging es am nächsten Morgen zuerst direkt durch die Westflanke hinauf und dann quer nach links auf eine Schulter im Nordwestgrat. Rechts des Grates stiegen wir in bis 45° steilem kombiniertem Gelände zum Gipfelblock auf.
Herrliches Wetter und angenehme Bedingungen ermöglichten uns eine verhältnismässig lange Gipfelrast. Beeindruckend war die grosse Zahl der rundherum aufragenden Gipfel, zu denen auch die kommenden Ziele Sartax und Aksaybax gehörten. Aus dem fernen Tadschikistan liessen einige Pamirberge und der Pik Lenin grüssen.
Beim Abstieg sorgte die stechende Sonne für zunehmende Erwärmung, was im oberen Teil noch recht angenehm war. Spätestens aber beim oberen Biwak mussten wir drückende Hitze erdulden. Es kostete einige Überwindung, die Zelte abzubrechen und abzusteigen.
Herrlich war dann der Genuss des chinesischen Bieres, mit dem wir im Basislager auf unseren Gipfelerfolg anstossen konnten. Weniger Begeisterung löste der zum Nachtessen offerierte chinesische Wein aus. Auch eines der Hühner wurde geopfert, wobei wir allerdings nicht so recht nachvollziehen konnten, wo eigentlich das Hühnerfleisch hingekommen war.
Walter Giger

Akademischer Alpen-Club Zürich

AACZ / 15. Apr. 2005 (ab)
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