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Antigone begräbt ihren abtrünnigen Bruder Polyneikes entgegen dem Befehl ihres Onkels Kreon. Für ihren Verstoss gegen die Weisung des neuen Königs ist sie zum Tode verurteilt worden. Nun blickt sie zurück auf ihr Leben, das untrennbar mit dem Fluch verbunden ist, der auf ihrer Familie liegt: Alles beginnt mit ihrem Grossvater, dem Vater des Ödipus. Er missbraucht den Sohn seines Freundes Pelops, woraufhin dieser seine Nachfahren verflucht. Das beschworene Unheil beginnt sich zu erfüllen, als Ödipus Jahre später unwissentlich seinen Vater tötet und seine eigene Mutter heiratet. Von ihm wiederum geht der Fluch auf seine vier Kinder über. Und Antigone muss sich fragen, inwieweit ihr Handeln selbstbestimmt war oder ob sie nur die Erfüllungsgehilfin eines übermächtigen Schicksals ist.
Die Familiengeschichte der Antigone liest sich aus heutiger Perspektive wie eine Parabel auf die Weitergabe eines Traumas von einer Generation an die nächste. Für Sara Tamburini, James Newton und Tamara Pietsch ist dies der Ausgangspunkt für eine Neubefragung des antiken Stoffes: Sie verschachteln die verschiedenen Versionen der Tragödie mit psychologischen Er- und persönlichen Bekenntnissen, um zu untersuchen, wie sich Taten der Vorfahren in den Biografien der Nachgeborenen niederschlagen.
Bild: Sara Tamburini