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Hergestellt von Sony Corp., Tokyo.
In den USA waren die Kofferempfänger „Zenith Transoceanic“ mit der querverlaufenden Trommeltunerskala ende der sechziger Jahre ein grosser Erfolg, Sony nahm das Design mit dem CRF-5080 / CRF-5090 auf, das Design wird später in zahlreichen Weltempfänger aus Fernost wiederaufgenommen.
Das Gerät wurde in zwei Varianten vertrieben, der CRF-5090 deckt neben den Ultrakurz- und Kurzwellen auch das Flugfunkband „Air Band“ ab, die postfromme Version ohne Flugfunkband dafür mit FTZ-Zulassung wurde in Deutschland vertrieben, wo (im Gegensatz zu Regelung in der Schweiz) schon der Besitz von Geräten mit Abdeckung von „Ausserbandfrequenzen“ verboten war. In der Schweiz war der Besitz hingegen stets erlaubt, nur der Betrieb ohne eine entsprechende Konzession nicht. Bei einer Kontrolle der PTT musste man das Radio auf dem Schweizer Radio eingestellt haben und treuherzig versichern, man habe das „Air Band“ höchstens einmal versehentlich eingeschaltet gehabt, oder eine Pilotenlizenz aus der Tasche ziehen…
Der Kofferempfänger erinnert mit der querliegenden Skala und dem von der rechten Schmalseite her bedienten Trommeltuner an die späten Zenith - Weltempfänger aus der „Trans Oceanic“ - Reihe.
Der Kofferempfänger verfügt über ein schwarzes Kunststoffgehäuse, einen kräftigen Tragegriff an der Oberseite und einen Schutzdeckel, der die Skala und Bedienelemente abdeckt und in aufgeklapptem Zustand unten ins Gerät eingeschoben werden kann. Hier findet sich auch - ähnlich wie beim Zenith-Gerät - die Weltzeituhr - Drehscheibe, mit seinem Abmessungen 34 x 25 x 16 cm und einem Gewicht von 5,7 kg reiht sich der „Earth Orbiter“ in die Reihe der gut tragbaren Kofferempfänger.
Das Gerät kann mit 110 resp. 220 V Wechselstrom, mit 12 V Gleichstrom aus einer Autobatterie (hier verwendet Sony einen sehr eigenwilligen Stecker mit einer gemeinsamen Buchse für die Batterie- und Netzspannung) oder aus acht UM-1 Monozellen versorgt werden.
An der Geräteoberseite findet sich rechts neben dem Drehknopf die Teleskopantenne.
Das oberste Drittel der Frontplatte wird von der horizontalen Frequenzskala eingenommen, der Trommeltuner wird mit einem kräftigen Drehschalter an der rechten Geräteschmalseite bedient, in einem kleinen Fensterchen wird das gewählte Band angezeigt. Kleine verschiebliche Plastikreiter erlauben es, Stellen auf der Skala zu markieren, um eine Station wiederzufinden, der Skalenzeiger ist mit einer roten LED versehen, die bei einem empfangswürdigen Signal aufleuchtet. Rechts neben den Frequenzskalen findet sich allerdings auch ein schönes analoges S-Meter.
Die Bedienelemente sind in einer nächsten horizontalen Reihe angeordnet, von links her der Hauptschalter und der Kopfhöreranschluss, die Regler für Squelch, den BFO zum CW- / SSB-Empfang und der RF-Gain-Regler, in dessen Normalstellung die HF-Verstärkung automatisch geregelt wird. Zur rechten folgen der Ton- & Lautstärkeregler und der Schalter für die im UKW-Bereich aktive AFC.
Im untersten Frontplattenbereich findet sich rechts neben dem Ovallautsprecher der Hauptabstimmknopf mit einem konzentrischen „Fine Tuning“ - Knopf.
Der Betrieb des CRF-5090 ist weitgehend selbsterklärend. Den Power-Schalter auf „ON“, Lautstärke einstellen, den Trommeltuner mit dem Drehknopf an der rechten Geräteschmalseite einstellen, bis das gewünschte Frequenzband angezeigt wird und am Tuningknopf drehen, bis das Radio spielt…
In den Kurzwellenbereichen muss das entsprechende Bandsegment ausgewählt werden; die Frequenzablesegenauigkeit ist bei dem Gerät mit etwas gespreizten Analogskalen, jeder Bereich deckt mehrere Kurzwellenrundfunk- resp. Amateurfunkbänder ab, nicht genügend, um einen Sender auf einer bekannten Frequenz einzustellen, man ist zur Sendersuche auf das Pausenzeichen angewiesen resp. muss die Sendesprache und den Inhalt verfolgen, um sich klar zu werden, welche Station man hört, also ähnlich wie bei den meisten Heimradios mit einem etwas gespreizten Kurzwellenbereich. An Langdrahtantennen kann die HF-Verstärkung mittels dem RF Gain-Regler manuell eingestellt resp. ein übermässig starkes Signal abgeschwächt werden, ein zuschaltbarer BFO macht CW- / Morseaussendungen und in eingeschränktem Masse auch starke SSB- Stationen in den Amateurfunkbereichen oder mal einen Volmet - Wetterbericht hörbar.
Technisch ist der CRF-5090 in den AM-Bereichen als Einfachsuper mit einer ZF von 455 kHz geschaltet, im UKW-Band arbeitet er als Einfachsuper mit einer ZF von 10,7 MHz. Ein Schaltbild liegt mir leider nicht vor.
Zusammenfassend beurteile ich den Sony CRF-5080 als ein Sammlergerät, mit einem den moderneren Zenith - Empfängern vergleichbaren klassischen Design, das in der vorgestellten Variante nicht nur die internationalen Kurzwellendienst (mit einer für den praktischen Einsatz allerdings ungenügenden Skalenablesegenauigkeit) ins Haus bringt und über guten UKW-Empfang verfügt, leider fehlt in der FTZ-konformen Version der Empfang der VHF-Flugfunkdienste als Dreingabe. Qualitativ unterscheidet er sich erheblich von den fernöstlichen ähnlich aussehenden Billiggeräten aus dem Hause Koyo etc.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.