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Interkantonale Kommission für Raubtierfragen berät Vorfall
Wolf von Eischoll
Die interkantonale Kommission für Raubtierfragen (IKK) hat am 16. Oktober 2014 über den Wolf diskutiert, der am 13. Oktober am Dorfrand von Eischoll ein Schaf gerissen hat. Aus Sicht der IKK drängt sich unmittelbar kein Abschuss auf. Ein Abschuss könnte unter be-stimmten Voraussetzungen aber in Betracht gezogen werden: Wenn der Wolf erneut ein Schaf innerhalb eines Geheges, welches den Vorgaben des Herdenschutzes entspricht, reisst. Oder wenn sich der Wolf zunehmend weniger scheu verhält und sich regelmässig in Siedlungsnähe aufhalten würde.
Am 13. Oktober um 07 Uhr 30 haben drei Strassenwärter einen Wolf auf einer mit Elektrozaun gesicherten Weide in der Nähe eines Wohnhauses beim Dorf Eischoll beobachtet. Der Wolf befand sich in der Nähe eines Schafes, dass er offen-sichtlich im Verlaufe der Nacht gerissen hatte.
Nach Kenntnisnahme des Angriffs informierte die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und verlangte von diesem eine Stellungnahme. Nach dem Erstellen der üblichen Dokumente und der Übermittlung der ersten Untersuchungsresultate traf sich die IKK am 16. Oktober zu einer Sitzung in Visp.
Anlässlich dieser Sitzung ist die IKK zum Schluss gekommen, dass sich unmittelbar kein Abschuss dieses Wolfs aufdrängt. Das Tier hat sich scheu verhalten und ist vor den Menschen geflüchtet, es hat kein auffälliges, dreistes oder aggressives Verhalten gezeigt.
Zudem waren sich die Teilnehmer der IKK-Sitzung einig, dass unbedingt vermieden werden muss, dass sich Wölfe an Menschen gewöhnen und im Siedlungsgebiet herumstreifen. Die Kommission kam deshalb zum Schluss, dass ein Abschuss eines Wolfes gestützt auf die im Konzept enthaltene Ausnahmeklausel unter folgenden Bedingungen möglich wäre: Der Wolf würde Nutztiere auf Weiden töten, obwohl diese gemäss den Empfehlungen der Herdenschutzberatung gesichert sind. Er würde sich regelmässig in Siedlungsgebieten aufhalten und sich so an die Menschen gewöhnen. Sollten die vorgenannt be-schriebenen Situationen eintreten, würde die IKK diese Ausgangslage rasch neu beurteilen.
Das von der DJFW nach Kenntnisnahme eingerichtete Überwachungsdispositiv in der Region Eischoll wird aufrechterhalten.
Im vergangenen Sommer haben auf den Alpen Törbeltälli, Bürchen, Ginals und Turtmanntal zahlreiche Angriffe stattgefunden. Die bisherige Bilanz beziffert sich auf 78 angegriffene Nutztiere, wovon 58 tot sind. Gestützt auf diese Resultate sowie das während dem ganzen Jahr durchgeführte Monitoring geht die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) davon aus, dass alle Schäden in dieser Region von ein und demselben Wolf verursacht wurden, obwohl noch nicht alle Resultate der DNA-Analysen bekannt sind. Es handelt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um den Wolf M46.