Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03271.jsonl.gz/1028

Obwohl der Arbeitsmarkt in den USA stabil bleibt und sich das Verbrauchervertrauen verbessert hat, werde es auch in Zukunft nur vorsichtige Änderungen am Leitzins geben, teilte der Offenmarktausschuss der Notenbank nach seiner Sitzung am Mittwoch in Washington mit.
Es war die erste Zinsentscheidung der Federal Reserve seit der Amtsübernahme von Donald Trump als US-Präsident. Trump hält den Dollar für zu stark im Vergleich zu ausländischen Währungen wie dem Euro oder dem chinesischen Yuan. Sein Wirtschaftsberater Peter Navarro hatte in der "Financial Times" vor allem Deutschland vorgeworfen, das Währungsgefälle für billige Exporte in die USA auszunutzen.
Trumps expansive Wirtschaftspolitik mit geplanten Stimuli für die Infrastruktur und einem Wachstumsziel von vier Prozent des Bruttoinlandproduktes würde aber eher dazu führen, dass die Federal Reserve ihren Zins schneller als langsamer erhöhen müsste, um eine Überhitzung zu vermeiden. Damit würde der Dollar noch stärker gemacht. Dies wiederum wäre Gift für Trumps politisches Ziel, das Aussenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten zu senken.
Machtkampf Trump-Yellen
In US-Medien wurde zuletzt über einen Machtkampf zwischen Trump und Notenbankchefin Janet Yellen spekuliert. Yellen, von Barack Obama berufen und wie Trump aus New York stammend, wird die Fed noch mindestens ein Jahr führen. Danach kann Trump sie ersetzen. Yellen hat jedoch die Option, als einer von mehreren Gouverneuren der Bank weiterzumachen.
Die Notenbank kam zu der Auffassung, die Ziele einer Maximalbeschäftigung sowie einer Inflation von rund zwei Prozent seien in absehbarer Zeit zu erreichen. Yellen hatte in der Vergangenheit signalisiert, es könnte im Jahr 2017 mehrere Zinsschritte geben, um die Inflation rechtzeitig im Zaum zu halten und Blaseneffekte zu verhindern.
(AWP)