Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03127.jsonl.gz/118

Ein Team von indischen Wissenschaftlern hat bei der Bharati-Station in der Ostantarktis eine neue Moosart entdeckt. Studien bestätigen, dass es sich um eine neue Art handelt. Das Team hat ein Papier verfasst, in dem die Entdeckung beschrieben wird. Der Artikel mit den Ergebnissen der Untersuchung der Proben wurde kürzlich im Journal of Asia-Pacific Biodiversity akzeptiert.
Der Wissenschaftler und Leiter der Abteilung für Botanik an der Central University of Punjab Felix Bast hat während der 36. indischen Antarktis-Expedition in den Jahren 2016-2017 die neue Pflanzenart entdeckt. Die Probenentnahme wurde im Januar durchgeführt, also während der Sommersaison in der Antarktis. Das 1,5 bis 3 cm große Moos wurde in Flecken an mehreren Stellen in der Nähe der Bharati-Station gefunden, schreibt die indische Zeitung „The Indian Express“.
Die Proben brachte Bast in sein Universitätslabor zurück. Felix Bast und der Doktorand Wahid Ul Rahman waren Teil des Teams, welche das Moos im Labor untersuchten, um seine Klassifizierung zu bestimmen. Der wissenschaftliche Name für das Moos wurde als «Bryum bharatiensis» benannt.
Wie Pflanzen und Moose in der Antarktis überleben können, bleibt ein Rätsel. Als kältester Kontinent der Erde hat die Antarktis extreme Wetterbedingungen, wenig Feuchtigkeit und Sonnenlicht, sowie eine schlechte Bodenqualität. Das Überleben von Pflanzen unter solch kargen Bedingungen ist daher ein Beweis für ihre hohe Anpassungsfähigkeit, schreibt Anjali Marar in der Zeitung weiter. Gegenüber den Medien erklärte Felix Bast, dass die Moose in der Nähe von Pinguinkolonien wachsen, da sie dort dringend benötigte Nährstoffe wie Stickstoff finden.
Indiens Präsenz in der Antarktis
Dakshin Gangotri war die erste wissenschaftliche Basisstation Indiens in der Antarktis. Die Station war Teil des indischen Antarktisprogramms. Es befindet sich in einer Entfernung von 2’500 Kilometern vom Südpol. Dakshin Gangotri wird derzeit als Versorgungsbasis und Durchgangslager genutzt. Die Basis ist nach dem gleichnamigen Gletscher benannt.
Die Station wurde während der dritten indischen Antarktis-Expedition 1983-84 gegründet. Dies war das erste Mal, dass ein indisches Team einen Winter in der Antarktis verbrachte, um wissenschaftliche Arbeiten durchzuführen. Die Station wurde in acht Wochen von einem 81-köpfigen Team gebaut. Der Bau wurde Ende Januar 1984 mit Hilfe der indischen Armee abgeschlossen und am 26. Januar, am Tag der indischen Republik, zusammen mit den Sowjets und Ostdeutschen in der Station gefeiert.
Nachdem Dakshin Gangotri im Eis versunken war, wurde sie 1988-1989 aufgegeben. Endgültig stillgelegt wurde die Station am 25. Februar 1990 und anschließend in eine Versorgungsbasis umfunktioniert
Das Mairti Research Center ist Indiens zweite permanente Forschungsstation in der Antarktis im Rahmen des «Indian Antarctic Program». Die Arbeit an der Station wurde zuerst von der indischen Expedition begonnen, welche dort Ende Dezember 1984 mit einem Team landete. Die ersten Hütten wurden von der IV. Antarktis-Expedition begonnen und 1989 fertiggestellt, kurz bevor die erste Station Dakshin Gangotri im Eis begraben und 1990/91 verlassen wurde. Maitri liegt in der felsigen und bergigen Region der Schirmacher-Oase. Das Maitri Research Center ist nur 5 km von der russischen Station Nowolasarewskaja entfernt.
Die Station verfügt über moderne Einrichtungen, um in verschiedenen Disziplinen zu forschen. Es bietet im Winter Platz für 25 Personen. Wasser wird durch einen Süßwassersee vor der Maitri-Station aufbereitet. In 10 Kilometer Entfernung liegt die Blue-Ice-Landebahn. Die Flugpiste wird von «Antarctic Logistics Center International» (ALCI) betrieben und bedient die Maitri-Station und Nowolasarewskaja.
Bharati ist eine permanent besetzte Antarktis-Forschungsstation. Es ist Indiens dritte Antarktis-Forschungsanlage und neben Maitri eine von zwei aktiven indischen Forschungsstationen. Die Station ist seit dem 18. März 2012 in Betrieb. Sie ist ganzjährig besetz. Im Winter sind 47 Forscher und Techniker anwesend und im Sommer wird auf 72 Personen aufgestockt. Seit seiner Fertigstellung ist Indien eine von neun Nationen mit mehreren Stationen innerhalb des südlichen Polarkreises. Bharatis Forschungsauftrag konzentriert sich auf ozeanographische Studien und das Phänomen des Kontinentalzerfalls. Es erleichtert auch die Forschung, um das aktuelle Verständnis der geologischen Geschichte des indischen Subkontinents zu verfeinern.
Heiner Kubny, PolarJournal