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Frühe Deutschförderung soll ausgebaut werden
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, die obligatorische Deutschförderung in Spielgruppen im Jahr vor dem Kindergarteneintritt von zwei auf drei Halbtage auszubauen. Dieses Förderprogramm unterstützt Kinder, die keine oder zu wenig Deutschkenntnisse aufweisen. Mit der Frühen Deutschförderung werden diese auf den Kindergarteneintritt vorbereitet.
Seit 2013 müssen fremdsprachige Kinder im Kanton Basel-Stadt eine Spielgruppe oder eine Kindertagesstätte besuchen, falls sie über keine oder ungenügende Deutschkenntnisse verfügen. Umgesetzt wird die frühe Deutschförderung zu einem grossen Teil in den rund 40 Sprachförder-Spielgruppen im Kanton.
Im Jahr 2019 hat der Grosse Rat beschlossen, dem Regierungsrat eine Motion zur Ausarbeitung einer Vorlage zu überweisen. Die Motion Patricia von Falkenstein und Konsorten fordert den Regierungsrat auf, die Voraussetzungen zur Erhöhung der «Lektionenzahl» der obligatorischen frühen Deutschförderung vor dem Eintritt in den Kindergarten zu schaffen. Dieser Forderung kommt der Regierungsrat nun nach, indem er dem Parlament eine Änderung des Kinder- und Jugendgesetzes beantragt.
Das Erziehungsdepartement hat verschiedene Massnahmen geprüft, um die Frühe Deutschförderung auszubauen. Vorgesehen ist nun eine Ausweitung des Obligatoriums von zwei auf drei Halbtage. Diese Änderung kann zeitnah umgesetzt werden. Geplant ist die Einführung auf das Schuljahr 2024/25. Sie führt zu Mehrkosten von rund einer Million Franken pro Jahr.
Mit dieser Massnahme baut der Kanton Basel-Stadt seine Pionierrolle in der Frühen Deutschförderung weiter aus. Er hat 2008 als erster Kanton der Schweiz die Frühe Deutschförderung lanciert und 2013 ein Obligatorium eingeführt. Die Wirksamkeit der obligatorischen Deutschförderung wurde durch die Universität Basel im Jahr 2014 evaluiert. Die Studie zeigte, dass der Besuch eines Förderangebots an zwei halben Tagen pro Woche die Deutschkenntnisse von Kindern, die zuhause nicht Deutsch als Erstsprache sprechen, signifikant verbessert. Der Rückstand zu gleichaltrigen Kindern mit Deutsch als Erstsprache kann jedoch nicht aufgeholt werden. Mit der Erhöhung von zwei auf drei Halbtage wird deshalb nun die Deutschförderung weiter gestärkt.
Im Schuljahr 2021/2022 wurden im Kanton Basel-Stadt 716 Kinder zur frühen Deutschförderung verpflichtet. Rund 60 Prozent dieser Kinder besuchten in der Folge eine Spielgruppe mit Deutschförderung. 40 Prozent besuchten eine Kindertagesstätte oder Tagesfamilie mit Deutschförderung.