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Querschnittlähmung, Paraplegie und Tetraplegie beziehen sich auf eine quer durch das Rückenmark verlaufende Beschädigung langer Nervenbahnen. Diese leiten willentliche, motorische Befehle vom Gehirn in den Körper und Wahrnehmungen der Körpersensibilität (Schmerz, Berührung, Wärme, Kälte, Lage im Raum) zum Gehirn. Durch eine Querschnittlähmung sind unterhalb des Verletzungsniveaus beide Körperseiten betroffen.
Knochenbruch.
Zusammendrücken, Zusammenpressen. Verb: komprimieren. Gegenteil: Dekompression bzw. dekomprimieren.
Wahrnehmung, Empfindung von Schmerz, Berührung, Lage, Wärme, Kälte usw.
Fixieren der Bruchstücke einer Fraktur, mittels Platten, Schrauben oder Drähten.
inkomplette Lähmung
Es steuert unabhängig vom Willen lebenswichtige Körperfunktionen wie Blutdruck, Verdauung, Körpertempe-ratur und viele andere. Davon abgeleitet: Vegetative Funktionen.
Abhängig davon, ob nur ein Teil oder alle Nervenstränge unterbrochen wurden, bestehen ein teilweiser oder totaler Ausfall (Paralyse) der willentlichen Muskelbetätigung und vegetativer Funktionen (z.B. von Blase, Darm) sowie herabgesetzte oder fehlende Körpersensibilität. Der Schweregrad der Schädigungen und die Prognose für eine Erholung hängen ab von der Höhe der Verletzung, von ihrem Ausmass (Quetschung, teilweise oder völlige Durchtrennung des Rückenmarks), und nicht zuletzt von der Qualität der Erstversorgung und Rehabilitationsbehandlung. Querschnittlähmung und Paraplegie werden oft als Synonyme gebraucht, obwohl die zwei Begriffe nicht ganz deckungsgleich sind.
Paraplegie entspricht einer Beschädigung des Rückenmarks auf Höhe der mittleren oder unteren Wirbelsäule (Brust- oder Lendenwirbelsäule) und führt zu motorischen und sensiblen Ausfällen der unteren Körperhälfte (Abbildung). Die Arme bleiben funktionsfähig und die Atemmuskulatur ist in günstigen Fällen kaum oder nicht beeinträchtigt.
Die seltenere Tetraplegie ist ein ungleich schwererer Zustand. Tetraplegie entsteht durch Verletzung des Rückenmarks auf Niveau der Halswirbelsäule, was eine Lähmung nicht nur der unteren Körperhälfte, sondern auch der Arm- und Atemmuskulatur zur Folge hat (Abbildung). Betroffene Patienten müssen künstlich beatmet werden, wenn das Rückenmark auf Höhe des 4. Halswirbels oder noch weiter oben unterbrochen ist.
Bei kompletter Paraplegie oder Tetraplegie sind unterhalb des Verletzungsniveaus die gesamte Motorik und Sensibilität einschliesslich der Fähigkeit zur willentlichen Blasen- und Darmentleerung vollständig ausgefallen (gelähmt).
Eine inkomplette Paraplegie bezeichnet man auch als Paraparese; analog existiert der Begriff Tetraparese. In diesen beiden Fällen bleiben sensible, motorische und vegetative Restfunktionen erhalten.
Querschnittlähmungen oder -läsionen kommen zustande durch Verletzungen oder durch Erkrankungen, die zu einer Kompression des Rückenmarks führen oder dieses anderweitig in Mitleidenschaft ziehen.
Oft wird Paraplegie mit Unfall assoziiert, was in der Mehrheit der Fälle auch zutrifft. Allerdings führen auch andere Ursachen zum Unterbruch der Rückenmarkleitung, doch ist der Krankheitsverlauf teils unterschiedlich.
In der Mehrzahl der Fälle sind direkt nach einem Unfall beobachtete Lähmungen teils rückbildungsfähig. Es eilt allerdings mit deren Beurteilung und Behandlung, denn in den ersten Stunden besteht die Aussicht, Schäden am Rückenmark zu beheben und eine Erholung zu ermöglichen.
Eine krankheitsbedingte Querschnittläsion stellt sich meistens nicht so dramatisch ein, sondern allmählich, indem Gefühlsstörungen auftreten, das Gehen unsicherer und die Beine zunehmend schwächer werden. Es fehlen der Rückenmarkschock und die Verletzungsschmerzen.
Bei frisch am Rücken Verletzten müssen alle Manipulationen unterbleiben, die zu Scher- und Rotationskräften an der Wirbelsäule führen. Damit soll verhindert werden, dass das vielleicht nur gequetschte oder nicht völlig durchtrennte Rückenmark zusätzlichen Schaden erleidet und eine anfänglich inkomplette zur kompletten Lähmung wird. Bergung und Transport ins Spital erfolgen daher am besten durch professionelle Rettungskräfte.
Wenn eine Querschnittlähmung festgestellt worden ist, erfolgt der schnellstmögliche Transfer ins Spital, wobei in der Schweiz spezialisierte Zentren von überall her innerhalb weniger Stunden erreichbar sind. Nicht nur in den Bergen, sondern auch bei Unfällen im Mittelland ist die Rettungsflugwacht (REGA) das geeignete Transportmittel, da sich ein Zeitverlust durch Verkehrsstau vermeiden lässt.
Auch die Rehabilitationsbehandlung muss rasch einsetzen und ist nur erfolgreich, wenn es gelingt, Motivation und Lebenswillen des Verletzten zu erhalten.
Bei allmählich entstehender, krankheitsbedingter Paraplegie ist vorausschauend eine an der Krankheitsprognose orientierte Zukunftsplanung anzustreben.
In der Mehrzahl der Fälle sind die direkt nach einem Unfall beobachteten Lähmungen zum Teil rückbildungsfähig. In den ersten Stunden besteht die Aussicht, Schäden am Rückenmark zu beheben und eine Erholung zu ermöglichen.
Die Behandlung von Rückenmarkverletzungen, die Pflege und die Rehabilitation der betroffenen Menschen sind zu einer komplexen Spezialwissenschaft geworden, der Paraplegiologie beteiligt sind Rettungssanitäter, Ärzte, Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten, Orthopädie- und andere Techniker, Psychologen und Sozialarbeiter.
Am Anfang steht die Rettungskette im Einsatz (Bergung, lebensrettende Sofortmassnahmen, Transport), bis zur Ankunft des Verletzten in einer für die Erstversorgung geeigneten Spezialklinik. Hier findet die neurologische Untersuchung statt, gleichzeitig mit der Evaluation weiterer Verletzungen (Schädelhirn-, Brustkorb- und Bauchverletzungen, Knochenbrüche, andere). Es folgen radiologische Abklärungen, das Untersuchen der Nerven- und Muskelfunktion, die Analyse der Rückenmarksflüssigkeit (Liquorpunktion).
Eine notfallmässig durchgeführte Operation ist angezeigt bei völligem Stabilitätsverlust der Wirbelsäule, wenn das Rückenmark durch Knochensplitter oder verschobene Wirbelteile gequetscht wird, wenn Lähmungserscheinungen neu auftreten oder schon vorhandene noch zunehmen. Ziele der Operation:
Ein operatives Zusammensetzen der durchtrennten Rückenmarksbahnen („Rückenmarksnaht“) ist derzeit nicht möglich.
Während der nachfolgenden, anspruchsvollen Betreuung geht es darum, unmittelbare Folgeschäden oder -erkrankungen zu vermeiden oder zu behandeln. Das sind Kreislaufinstabilität und Thrombosen, Lungenentzündung (aufgrund ungenügenden Durchatmens), Wundliegen (Dekubitus), Harnwegsinfekt, Darmverschluss, Gelenkversteifung, Muskelatrophie (Muskelschwund) und Osteoporose sowie Depression.
Hand in Hand mit der Pflege geht die rasch einsetzende Rehabilitation mit dem Ziel, möglichst viele Funktionen aufrecht zu erhalten oder zurückzugewinnen. Parallel laufen berufliche und soziale Eingliederung. Bei tiefer Paraplegie lassen sich unter Umständen Gehfähigkeit und Integration ins Berufsleben wiedererlangen.
Bei allmählich einsetzender Paraplegie steht der Patient in der Regel schon länger in ärztlicher Behandlung, und Rehabilitationsmassnahmen sollen das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Selbstständigkeit möglichst lange erhalten.