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Kariem Hussein verpasst wegen einer Dopingsperre die Olympischen Spiele. Der renommierte Sportarzt Walter O. Frey kann sich nicht erklären, wie es zu dieser Situation gekommen ist.
Der Hürdenläufer Kariem Hussein darf an den Olympischen Spielen in Tokio nicht starten. Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic sperrt ihn wegen Dopings für neun Monate. Nach der Meldung war auch Walter O. Frey, der selbst mehrfach als Arzt die Schweizer Delegation bei Olympischen Spielen begleitete, schlicht «fassungslos». Er hätte nie gedacht, dass Kariem Hussein als Arzt und routinierter Profi-Athlet je mit Doping in Verbindung gebracht werde.
Die positive A-Probe ist auf die Einnahme einer Gly-Coramin-Lutschtablette zurückzuführen. «Es ist ein Aufputschmittel, welches primär die Atmung forciert – es gehört ein wenig in den Rucksack jedes Schweizers als Notfall-Medikament», so seine Einschätzung. Es sei jedem durchschnittlichen Schweizer Bergsteiger oder Velofahrer bekannt als Hilfe für die letzten Meter.
Seit den 70er-Jahren sei die Substanz schon auf der Dopingliste. Mit einer einfachen Google-Suche sei herauszufinden, dass die Substanz verboten ist. Bei vielen anderen Medikamenten sei die Kennzeichnung hingegen nicht «derart klar». «Nach dem Wettkampf nimmt man das eigentlich nicht», wundert sich Frey auch über den angeblichen Zeitpunkt der Einnahme. «Dass man sich kurz vor der Doping-Probe noch das Mittel zuführt, ist für mich unerklärlich.» Sein Fazit: «Ich kann mir die Aussagen nicht zusammenreimen.» Irgendetwas müsse man halt sagen, so Frey kryptisch.