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Ob für öffentliche Beleuchtung oder Werbung, künstliches Licht ist heute überall. Allerdings kann sich Licht auch weit über die eigentlich zu beleuchtenden Flächen ausbreiten. Die kürzliche Einführung von Lampen basierend auf Licht emittierenden Dioden (LED) kann grundsätzlich dazu beitragen, unerwünschte Lichtemissionen zu vermindern.
Die Verbreitung des elektrischen Lichts ermöglichte Arbeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit und an jedem Ort. Sie führte auch zu einer grossräumigen Beleuchtung in Städten sowie entlang von Verkehrswegen. Damit wurde eine bessere Orientierung und eine Erhöhung der Sicherheit in der Nacht erreicht.
Mit der Zeit kamen Beleuchtungen hinzu, die für bestimmte Einrichtungen und Konsumgüter werben oder der Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Gebäuden in der Nacht dienen.
Quellen von künstlichem Licht in der Umwelt sind insbesondere:
- Öffentliche Beleuchtung (z.B. von Strassen, Wegen, Plätzen, Bahnhöfen, Flugplätzen)
- Beleuchtung von Sport- und Freizeitanlagen (z.B. Stadien, Tennisplätze, Skipisten, Loipen)
- Beleuchtung von Gebäuden (z.B. Einkaufszentren, Denkmäler, private Häuser)
- Reklamebeleuchtungen (z.B. Leuchtreklamen, Schaufensterbeleuchtungen, „Skybeamer")
- Beleuchtung von natürlichen Objekten (z.B. Berggipfel, Pärke/Bäume, Wasserfälle)
Emissionen und Immissionen
Im Umweltschutz wird häufig zwischen Emissionen und Immissionen unterschieden. Unter Emission ist das gesamte von einer Quelle (z.B. Strassenbeleuchtung) abgestrahlte Licht zu verstehen. Dieses dient im Idealfall vollumfänglich dem vorgesehenen Beleuchtungszweck.
In der Realität ist dies kaum je der Fall und ein Teil der Emission ist direkt in den Himmel oder neben die zu beleuchtenden Flächen gerichtet. Dieser Anteil wird als unerwünschte Emission bezeichnet, welche es zu vermeiden gilt.
Die Immissionen andererseits bezeichnen das Licht, das an einem präzisen Ort (z.B. in der Wohnung) ankommt. Auf dem Weg dazwischen kann das Licht durch Hindernisse abgeschwächt oder ganz abgeschirmt werden.
Ausbreitung des Lichts
Je nachdem, in welche Richtung und in welcher Intensität das Licht abgestrahlt wird, kann es unterschiedlich weit reichen:
- Überregionale Ausbreitung: Licht, das ohne Abschirmung gegen oben abgestrahlt oder reflektiert wird, gelangt ungehindert in den Nachthimmel, verändert grossräumig die Nachtlandschaft und ist sogar vom Weltall aus ersichtlich, wie Satellitenbilder zeigen.
- Regionale Ausbreitung: Gegen oben abgestrahltes oder reflektiertes Licht kann über einer Stadt oder Agglomeration insbesondere bei Nebel eine sog. Lichtglocke bilden. Diese regional wahrnehmbare Aufhellung kann Zugvögel anziehen und von ihrem Weg ablenken.
- Lokale Ausbreitung: Auf Tiere und Pflanzen kann jedoch bereits eine kleinräumige Aufhellung der Nacht einen Einfluss haben. So können Insekten schon von einzelnen Leuchten angezogen werden. Auch für die Belästigung des Menschen sind in der Regel die lokalen Immissionen massgebend, beispielsweise das Licht, das direkt in einen Wohnraum gelangt.
LED-Licht: Fortschritt oder Risiko?
Mit der Einführung der Licht emittierenden Dioden (LED) hat ein Umbruch in der Beleuchtungstechnik begonnen. LED-Leuchten können grundsätzlich dazu beitragen, unerwünschte Lichtemissionen zu vermindern, da sie sich gezielter ausrichten und besser dimmen lassen als bisherige Beleuchtungen.
Angesichts der hohen Energieeffizienz von LED gilt es allerdings aufzupassen, dass es nicht zu einem zusätzlichen Ausbau von Beleuchtungen kommt, was dem Grundsatz der Emissionsminderung zuwider laufen würde.
Die Umstellung auf die LED-Beleuchtung kann dazu genutzt werden, unerwünschtes Licht in der Umwelt in weit grösserem Ausmass als bisher zu vermeiden.
Letzte Änderung 24.09.2015