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Sojabohnen – Agrargüter weiter im Aufwind
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Dieter Haas
Sojabohnen befinden sich seit August 2020 im Aufwärtstrend. Nach einer Korrektur in der zweiten Jahreshälfte 2021 geht es seit Anfang Jahr wieder nach oben in Richtung des Allzeithochs von 2012.
Gemäss dem im Januar veröffentlichten Monatsbericht des US Landwirtschaftsministeriums fallen die globalen Sojabohenvorräte 2021/22 im Gleichschritt mit der südamerikanischer Produktion. Die weltweite Sojabohnenproduktion für 2021/22 wird um 9,2 Millionen Tonnen auf 372,56 Millionen Tonnen reduziert als Reaktion auf die geringeren Erträge der südamerikanischen Kulturen. Dennoch wird die weltweite Produktion 2021/22 die die Produktion von 2020/21 (366,23 Millionen Tonnen) um 6,3 Millionen Tonnen übertreffen. Ausserdem hat das trockene Wetter in Südbrasilien, Argentinien und Paraguay zu Beginn der Saison das Potenzial für eine reiche Sojaproduktion verringert. Wegen des erwarteten Rückgangs der Sojabohnenproduktion werden die weltweiten Endbestände 2021/22 voraussichtlich um 6,8 Millionen Tonnen auf 95,2 Millionen Tonnen sinken, 5 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dies wäre der niedrigste globale Sojabohnenbestand seit 2016/17.
Quelle: USDA
Die knapperen Sojabohnenbestände auf dem Weltmarkt haben die Sojabohnenpreise nach oben getrieben. Das grösste Aufwärtsrisiko für die Sojapreise besteht in einem unerwarteten Ernteausfall, der das weltweite Angebot dämpfen könnte. Das weltweite Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird auf alle Fälle auch 2021-2022 angespannt bleiben, wie das knappe Verhältnis zwischen Beständen und Verbrauch zeigt, und jeder Rückgang der erwarteten Produktion kann Preisspitzen auslösen. Verzögerungen bei den brasilianischen Erntearbeiten in Verbindung mit überdurchschnittlichen Regenfällen könnten ebenfalls einen Preisanstieg begünstigen, da sich dadurch das Exportfenster der USA vergrössern würde. Eine erhöhte Nachfrage kann den Markt ebenfalls verengen. Nebst der zunehmenden Knappheit dürfte in den kommenden Wochen auch die Nachfrage aus China eine wichtige Rolle spielen. China ist der weltweit grösste Verbraucher von Sojabohnen. Im Unterschied zu den USA und Europa wird China in den kommenden Wochen weitere geldpolitische Lockerungen vornehmen. Das dürfte der Wirtschaft neue Impulse verleihen und dazu führen, dass die Nachfrage auf breiter Front ansteigen wird.
Ein baldiges Ende der Auftriebstendenzen ist daher wenig wahrscheinlich. Gemäss dem üblichen saisonalen Muster ziehen die Preise zwischen Februar und Juni jeweils kräftig an, während sie im dritten Quartal im Normalfall deutlich korrigieren. Die technische Verfassung des Marktes lässt weitere Avancen erwarten, Erst vor kurzem hat Sojabohnen wieder den 200-Tage-Durchschnitt nach oben durchbrochen. Gelingt in den nächsten Tagen ein Anstieg über das Hoch vom Vorjahr, dann würde Schritt für Schritt das Allzeithoch aus dem Jahre 2012 anvisiert.
Quelle: Infront
Anlagekonklusion:
Wer auf Sojabohnen setzen möchte, der tut dies am besten über die von der UBS emittierten Tracker-Zertifikate TSYCIU (USD), CSYCIU (CHF-hedged) oder ESYCIU (Euro-hedged). Sie lassen Anleger optimal an der Preisentwicklung partizipieren.
Quelle: Swissquote
Für spekulative Gemüter bietet die Bank Vontobel eine Vielzahl an Hebelprodukten auf Sojabohnen. In Frage kommt beispielsweise der Long Mini-Future MS1AMV. Eine alternative wären auch Faktorzertifikate wie etwa das vierfach gehebelte F4SOLV, das im April 2016 liberiert wurde.