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Webcomic
Business Cat – die Katze im Chefsessel
Wie wäre es, wenn eine Katze Boss eines grossen Unternehmens wäre? Die Antwort gibt der britische Comiczeichner Tom Fonder in seiner Serie «The Adventures of Business Cat».
Wäre der Kater CEO, würde er gelegentlich ohne ersichtlichen Grund seine volle Kaffeetasse ab dem Schreibtisch schubsen. Sich zwecks Networking an den Beinen möglicher Geschäftspartner reiben. Sich von der Sekretärin den Bauch kraulen lassen. Und einen neuen Fotokopierer bestellen, nur um mit der Kartonschachtel zu spielen, in der das Gerät geliefert wurde.
Pointierte Kürzestgeschichten über eine Katze im makellosen Anzug, umgesetzt in minimalistischer Grafik: Das ist der Comic «The Adventures of Business Cat». Dahinter steckt ein 26-jähriger Brite namens Tom Fonder, der die Strips bisher ausschliesslich online und gratis veröffentlichte und sich damit eine riesige Fangemeinde holte. Einige seiner treusten Leser haben die Strips gar übersetzt, so dass sie in bis zu zwölf Sprachen von Griechisch über Deutsch und Brasilianisch bis Chinesisch abgerufen werden können.
Entstanden als Lückenbüsser
Dabei war die Hauptfigur, «Business Cat», ursprünglich nichts anderes als ein Lückenbüsser. Damals, es muss vor ungefähr zwei Jahren gewesen sein, arbeitete Tom Fonder an einer anderen Serie namens «Happy Jar» mit kurzen Szenen im Strichmännchenstil, voller rabenschwarzem Humor. Eines Tages, als ihm keine gute Idee kam, fragte er seine Freundin, Rachael Robins, was er in ein erstes Bild zeichnen sollte. Sie nannte das, was sie buchstäblich gerade vor Augen hatte: Einen schlafenden Kater. «Ich fragte nach dem zweiten Bild», erzählt Fonder, «und sie sagte mir, er träume. Ich fragte, wovon, und Rachael antwortete ohne zögern: ‹Er hat einen Job.›»
Fonder setzte die Idee um und zeichnete gleich noch einen zweiten Strip über die Business-Katze, mit dem dann die Serie «The Adventures of Business Cat» offiziell begann. Inzwischen hat Fonder gar «Happy Jar» bis auf weiteres auf Eis gelegt, «Business Cat» ist zu seinem wichtigstes Projekt geworden. Fast jede Woche bringt er einen neuen Strip heraus, an manchen davon hat er drei Tage gearbeitet – zu lange, findet er. «Ich zeichne schrecklich langsam und frage mich manchmal, was ich falsch mache», sagt Fonder, der nie eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert hat, sondern Filmwissenschaften studierte. «Letzten Endes bin ich wohl einfach nicht sehr gut als Künstler. Deshalb habe ich es wohl immer nur als Hobby gesehen... Seltsam, was nun daraus geworden ist.»
Sohn eines Tierarztes
Die Ideen kommen ihm manchmal beim Beobachten seiner Katze Curzon, einer Britisch Kurzhaar, meist aber spontan, aus dem Nichts. «In ‹Business Cat› gibt es Witze und Elemente, die nicht zu Curzons Charakter passen, sondern zu anderen Katzen, die ich kannte.» Tom Fonders Vater ist Tierarzt, seine Mutter Tierarztgehilfin, weswegen sie immer mindestens zwei Hunde und vier Katzen gehabt hätten, erzählt er. Und daneben auch praktisch jedes andere erdenkbare Tier, von Fischen über Rennmäuse bis hin zum Känguru – Fonder ist teilweise in Australien aufgewachsen.
Wenn er eine Idee hat, kritzelt er sie meist auf ein kariertes Papier, um herauszufinden, wie viele Bilder der Strip erhalten soll und ob er auch visuell auch wirklich lustig ist. Die Skizze scannt er dann ein und macht sich auf einem Zeichnungstablet an die eigentliche Arbeit. «In selten Fällen beginne ich gar direkt in Photoshop zu arbeiten und verzichte gänzlich aufs Papier», erklärt er.
Fonder lebt inzwischen von den Comics und einigen Aufträgen als Freelancer. Via Internet verkauft er Taschen, T-Shirts, Kaffetassen und mehr mit dem Konterfei der Business-Katze. Zudem unterstüzten ihn eine Reihe von Paten über die Crowdfundingplattform «Patreon», er beliefert sie im Gegenzug mit Bonusmaterial wie Skizzen und zusätzlichen Bildern. Und nicht zuletzt hat Tom Fonder einen Buchvertrag in der Tasche, in der zweiten Hälfte 2016 soll der Comic auf Papier erscheinen. Wir wagen die Prognose: Das Buch wird ein Erfolg.