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Olga Küng-Klopfenstein
von Heiligenschwendi, in Därstetten, Lehenmatte, mit Aufenthalt in Erlenbach, Lindenmatte
geb. 22.11.1928; gest. 12.7.2021; best. 21.7.2021
Am 22. November 1928 wurde Olga als Tochter der Klara und des Gottfried Klopfenstein geboren. Familie Klopfenstein wär in Gutenbrunnen, in der Lenk zu Hause und bewirtschaftete ein „Heimet“. Das Leben war einfach, geprägt von der Arbeit. Für grosse Sprünge reichte das Geld nicht. Olga hatte - wie ihr älterer Bruder Kurt - bald gelernt anzupacken. Neben den Arbeiten in der Haushaltung und im Garten, arbeitete sie auch im Stall und draussen. Das „Höie“ war ihr lieb, und besonders gerne machte sie „Birlegi“. Die Schule besuchte sie in Gutenbrunnen. Die Konfirmation in der Kirche Lenk schloss die Schulzeit ab. Danach arbeitete sie im Sommer zu Hause mit und im Winter ging sie in Stellungen. Bis ins hohe Alter erzählte sie vom Arbeitsplatz im Kurhaus in Montana, oder erwähnte das Hotel in Gstaad, wo sie ganz verschiedene Aufgaben übernommen hatte. Von da an, begann Olga auch zu servieren. So kam sie in die Lochmatte in Därstetten. Beim Servieren lernte sie auch den Bauer der Lehenmatte, Martin Küng kennen, und die beiden verliebten sich ineinander. Am 10.Oktober 1956 heirateten Olga und Martin Küng-Klopfenstein in der Kirche von Därstetten. Olga zog in der Lehenmatte ein, wo neben ihrem Ehemann, seinen Eltern, auch sein Bruder Walter wohnte, der mit Martin den Bauernhof bewirtschaftete. Später heiratete Walter Marie, und so waren zwei junge Familien auf dem Hof zu Hause. Am 3. Februar 1957 konnte das Ehepaar Küng ihr erstes Kind, Meieli, in die Arme nehmen. Zwei Jahre später kam Hansjörg auf die Welt und nochmals sechs Jahre später komplettierte Markus die Familie. Auch Walter und Marie wurden Eltern und so bevölkerte eine lebendige Kinderschar die Lehenmatte. 1970 zog die Familie von Walter und Marie auf Nidfluh.
Im Sommer ging man mit den Kälbern, den Rindern, den Kühen und dem Stier von der Lehenmatte auf die Alp, „i d’Bäreflüeh“. Olga verbrachte die Alpzeit lieber zu Hause. Dort führte sie das Regiment, weil Martin im Diemtigtal war. Wenn die Kinder Sommerferien hatten, so ging sie mit ihnen in die Bärenflüh. Olga liebte schon in jungen Jahr „e Chlibi“ und schwang gerne das Tanzbein. Noch im hohen Alter bedauerte sie es, dass sie nicht in die Trachtengruppe gegangen war, um dort ihrer Leidenschaft zu frönen. Wichtig waren ihr auch der Garten und die Blumen. Olga freute sich, wenn sie deswegen gerühmt wurde. Hansjörg, der ältere Sohn und seine Frau, Madlen, wohnten und arbeiteten auch in der Lehenmatte. Das war manchmal gar nicht einfach. Olga konnte ihr erstes Grosskind bestaunen und hüten. Acht Grosskinderwaren es am Ende.
Der gewohnte Gang ihres Lebens veränderte sich, als ihr Ehemann einen Hirnschlag erlitt. Olga ungerstützte ihn so gut sie konnte. Martin veränderte sich. Er setzte sich mehr für seine Gedanken ein. Das war für Olga schwierig zu akzeptieren. Im Jahr 2006 feierte das Ehepaar Küng die goldene Hochzeit im Kreis ihrer Familie. Ab und zu kamen die Kinder der Tochter Meieli und dem Sohn Markus für einige Tage in die Lehenmatte. Die Grosskinder schätzten „Grosi“ und „Grossatt“. Am 2. März 2013 starb Martin, ihr Mann. Zwar wischte sie immer noch um das Haus und besorgte ihre Haushaltung, aber es war, als hätte sie allen Lebensmut verloren. Sie zog sich mehr und mehr zurück und ging kaum mehr von Haus. Alles gut zureden der Kinder nützte nichts. Auch die Urgrosskinder, es waren dreizehn, konnten nur ein kurzes Lächeln auf ihr Gesicht zaubern. Neben Tagen, an denen es ihr „ordeli“ ging, gab es immer wieder Tage, an denen sie niemand aus dem Bett locken konnte. Der Fernseh und der Radio liefen nicht mehr und auch das Strickzeug hatte Olga zur Seite gelegt. Nach einem Sturz in der Lehenmatte, kam sie ins Spital, später nach Erlenbach in die Lindenmatte. Sie konnte oder wollte es nie akzeptieren, dass sie auf der Pflegeabteilung des Altersheims war. Immer sagte sie, sie sei von der Lehenmatte in die Lindenmatte gekommen und das Essen bekäme sie vom Altersheim. Die Kraft des Denkens liess immer mehr nach. Am liebsten hielt sich Olga im Aufenthaltsraum auf mit Blick auf den Gang und schaute dem Treiben auf der Station zu. Anfangs Juli 2021 beschlossen die Pflegefachfrauen, sie nicht mehr vom Bett aufzunehmen, weil sie so schwach geworden war. Begleitet von ihrer Familie, umsorgt von den Pflegefachfrauen, hörte das Herz von Olga Küng-Klopfenstein am 12. Juli 2021 auf zu schlagen.
Mir alli wünsche Dir bim Herrgott dini Rueh, dini Familie.