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– 2002 – 04 Pinguinsterben durch Rieseneisberg
29.04.2002 : Pinguinsterben durch Rieseneisberg
Im Schnitt alle zehn Jahre brechen Eisberge vom gewaltigen Panzer der Antarktis ab und treiben aufs offene Meer hinaus. Welche Turbulenzen solche Riesen von der Grö22e Schleswig-Holsteins im marinen Ökosystem auslösen können, haben Forscher von der Stanford University jetzt erstmals mit Hilfe von Satellitenbildern analysiert. Ein als B-15 bezeichnetes Ungetüm hatte sich im März 2000 vom Ross-Schelfeis gelöst und war innerhalb weniger Monate in kleinere Eisberge zerbrochen. Die Abkömmlinge des Riesen legten sich wie eine Kette um die Ross-See und hinderten auf einer riesigen Fläche das Packeis daran, in den Ozean zu driften. Anhand der sich verändernden Grüntöne des Meeres erkannten die Forscher, dass sich unter der weitgehend lichtundurchlässigen Packeisdecke die Planktonproduktion um rund 40 Prozent verringerte. Von diesen mikroskopisch kleinen Meeresalgen leben wiederum Krebstierchen wie der Krill. Auch deren Bestände gingen folglich zurück. Als letzte Glieder in der Nahrungskette traf das Eisberg-Desaster Fische, Wale, Robben und Pinguine, die den Krill als Beutequelle benötigen. Die Situation im Südpolarmeer hat sich mittlerweile entspannt. Grosse Teile des Packeises scheinen sich aus der Umklammerung zu lösen, die Planktonproduktion nimmt allmählich wieder zu.