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Potenziell inadäquate Verschreibungen („potentially inappropriate prescribing“, PIP, inklusive potenziell inadäquate Medikation, PIM) sind verbreitet. In Praxis und Forschung können PIP-Listen verwendet werden, um die Medikation eines Patienten zu optimieren. Trotzdem werden diese selten verwendet, vermutlich aufgrund ihrer begrenzten Benutzerfreundlichkeit. Ziel dieser Studie war die Evaluation der Meinungen der Apotheker- und Ärzteschaft, die Pflegeheimbewohnende betreut, zur Benutzerfreundlichkeit, zum Kenntnisstand und zur Verwendung von PIP-Listen.
Ergebnisse
Insgesamt konnten 30 Fachpersonen befragt werden, acht von ihnen im Rahmen eines Telefoninterviews. Die Teilnehmer hatten häufig (43 %, 13/30) schon von PIP-Listen gehört, und 46 % (6/13) verwendeten bereits eine PIP-Liste. Weniger erfahrene Fachpersonen hatten schon häufiger von PIP-Listen gehört als erfahrenere Kollegen. Für die Interviewten waren es am wichtigsten, dass PIP-Listen mit kurzem Zeitaufwand angewendet werden können, dass sie elektronisch verfügbar und klar strukturiert sind und dass sie Gründe angeben, weshalb eine Medikation potenziell inadäquat ist.
Die Ärzteschaft bevorzugte im Vergleich zur Apothekerschaft eine an den Arzneimittelmarkt der Schweiz angepasste PIP-Liste.
Schlussfolgerung
Damit PIP-Listen häufiger verwendet werden, sollten die Aspekte der Benutzerfreundlichkeit berücksichtigt werden. Personalisierbare PIP-Listen könnten eine interessante Weiterentwicklung sein.
Autorschaft
Simone C.Lüscher, Kurt E.Hersbergera, Lea D.Brühwiler