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Leserbrief
18.02.2008
Kölner Stadtanzeiger
online
Unser Forums-Beitrag:
Aktiv sein im Verein und Alkoholgenuss
Die im Artikel geschilderten Zustände in Sportvereinen decken sich mit den
vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen. Bereits im Okt. 2001 zeigte eine
Untersuchung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere
Drogenprobleme, SFA, dass Sporttreiben bei jungen Männern keinen präventiven
Schutz vor dem Substanzkonsum bedeutet. Gerade die Männersportarten erfüllen
eine ähnliche soziale Funktion wie der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis.
"Junge Männer sind besonders in Mannschaftssportarten tätig, da siegt und
verliert man gemeinsam. Diese Identifizierung mit der Gruppe kann sich auch auf
den gemeinsamen Substanzkonsum ausdehnen".(Dr. H. Schmid). Im Januar 2006 folgte
eine neue Studie:
Mathias Morgenthaler fasste die SFA-Studie in der "Standpunkte"- Ausgabe 6/05
zusammen. Sie wurde im Auftrag der Eidgenössischen Sportkommission erstellt.
Dabei wurde im Rahmen einer Sonderauswertung der Schülerstudie HBSC der
Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und gesundheitsrelevanten
Lebensstilen bei Jugendlichen erneut untersucht. Hier ein paar ausgewählte
Aussagen:
"- Mehr als die Hälfte der Jugendlichen sind weder körperlich aktiv noch
sportlich.
- Intensiv Sport treibende Jugendliche pflegen nicht in allen Bereichen einen
gesunden Lebensstil.
- Ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Jugendlichen, die intensiv Sport
treiben, war schon mindestens vier Mal im
Leben betrunken.
- Gegenüber den weniger Sportlichen war das ein um 37% höheres Risiko.
- Körperlich aktive Jugendliche (nicht Sportler) leben in Bezug auf Alkohol- und
Tabakkonsum gesünder als inaktive,
jene, die intensiv Sport treiben, rauchen mehr und betrinken sich öfter."
Im Dezember 2007 schrieb ein Zuschauer in
RevierSport online, 9.12.07 : "Heute ist mir auf
dem Platz in Scholven folgendes auf's Gemüt geschlagen:
Da bekommen b-Jugendliche von ihrem Trainer alkoholische Getränke nach dem
Spiel, außerdem rauchen die Spieler im Trikot vor den Kabinen!!"
b-Jugendliche seien 15-16 Jahre alt.
Die Studie von
Thomas Fritz:
Stark durch Sport –
stark durch Alkohol? Eine Untersuchung an jugendlichen Vereinsfußball.
zitieren Sie in Ihrem Artikel, der
Spiegel online berichtete darüber am 7.11.07.
Sport und Alkohol sollten sich naturgemäss ausschliessen. Leider sind viele
Sportverbände auch finanziell über Sponsorenverträge an die Alkoholindustrie
gebunden und verkaufen so die Gesundheit ihrer Spieler an die Gewinninteressen
der Alkoholbranche. Dass sie damit die ihnen anvertrauten Jugendlichen einem
hohen Risiko aussetzen, scheint sie nicht zu beeindrucken. Oft sind sogar die
Eltern auf verlorenem Posten, wenn sie dagegen angehen wollen. Da die Verbände
keine Einsicht zeigen, müsste wohl der Staat eingreifen, auch wenn wieder Zeter
und Mordio geschrien würde von wegen Einschränkung der Freiheit.
Obige und andere Informationen zu Sport und Alkohol sind auf der Webseite
http://www.alkoholpolitik.ch/dossiers/alksport.htm zu finden.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer