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Heini Holzer Meine Spur, mein Leben Grenzgänge eines Extrembergsteigers
Der Südtiroler Kaminkehrer Heini Holzer gilt als bester Steilwandfahrer der 1970er-Jahre – und somit als Pionier des «Extreme-Freeridings», bevor diese Disziplin überhaupt so benannt wurde. Am 4. Juli 1977 stürzte er nach über 100 absolvierten Steilwandabfahrten am Piz Roseg in der Berninagruppe tödlich ab. Holzer war ein aussergewöhnlicher Mensch. Klein von Statur (1,53 m), aber mit einem unbändigen Willen und einem Kämpferherzen ausgestattet. Der «Napoleon der Steilwände» beherrschte die höchsten Schwierigkeitsgrade in Fels und Eis. Seine Königsdisziplin waren allerdings die Steilwandabfahrten, von denen ihm während seines kurzen Lebens mehr als 100 gelangen. Die meisten davon waren «First Descents». Neigungen von 55 bis hin zu stellenweise 60 Grad standen für den «Steilwandfeger» (Reinhold Messner) an der Tagesordnung. Für seine Leistungen liess er sich nie sponsern. Die Reinheit der Berge war ihm wichtiger. So liess er sich auch nie von einem Hubschrauber auf den Gipfel bringen; er befuhr die Wände nur, nachdem er sie im Aufstieg bezwungen hatte. Seine Gratwanderung zwischen Erfolgszwang und Todessehnsucht wurde ihm schliesslich zum Verhängnis: Im Alter von nur 32 Jahren starb er beim Versuch, die Nordostwand des Piz Roseg in der Berninagruppe zu befahren. Es war seine 104. Steilwandfahrt.