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Folgt auf die HP-Aufteilung gleich eine weitere, grosse Überraschung? Eine Bemerkung von Meg Whitman scheint dies anzudeuten.
Gestern kündigte die HP-Führung die Aufteilung des Unternehmens an
, die wohl in ungefähr einem Jahr durchgezogen werden wird. Dabei machten sowohl die HP-Chefin Meg Whitman als auch Finanzchefin Cathie Lesjak im Gespräch mit Analysten eine Bemerkung, die in der ersten Aufregung um den HP-Split noch unterging: Hewlett-Packard, so erklärten sie, sei im Besitz weiterer wichtiger Informationen, die man noch nicht öffentlich gemacht habe, und könne daher gegenwärtig keine Aktienrückkaufaktionen durchführen. Dies bedeutet, dass diese Informationen den Aktienkurs wesentlich beeinflussen würden.
Heute beflügelt diese Aussage die Fantasie einiger Wirtschaftsjournalisten und Analysten in den USA. Eigentlich, so wird spekuliert, könne es bei diesen Informationen nur um Gespräche zu einer Übernahme oder Fusion eines der beiden HP-Teile nach der Auftrennung gehen. Als Kandidaten für einen Zusammenschluss mit Hewlett-Packard Enterprise werden im Prinzip alle die üblichen Verdächtigen genannt: NetApp, Oracle, IBM, Cisco oder EMC. Für HP Inc werden vor allem die Namen Lenovo und Acer ins Spiel gebracht.
Mit der Möglichkeit, dass HP noch vor der Auftrennung eine etwas kleinere Übernahme tätigen könnte, um einem der beiden zukünftigen HPs eine noch bessere Startposition zu verschaffen, scheint dagegen kaum jemand zu rechnen.
Am intensivsten wird die Möglichkeit eines Zusammenschlusses von Hewlett-Packard Enterprise und EMC diskutiert. Logisch, denn eine Woche vor der Bekanntgabe der HP-Auftrennung war das heisseste Gerücht um HP noch das von einer möglichen Fusion mit EMC
.
Das US-Channelmagazin 'CRN' hat auch bereits einige HP-Partner gefragt
, ob sie denn eine solchen Zusammenschluss begrüssen würden. Die meisten scheinen dies zu tun. Einer davon meint, dass ein solcher Deal ihm ermöglichen könnte, Cisco wieder aus einigen RZ-Projekten herauszudrücken. Die auf eine solche Ankündigung folgende FUD-Periode ("Fear, Uncertainty and Doubt"), so glaubt er, würde nämlich vor allem das Cisco/EMC-Joint-Venture VCE schädigen.
Allerdings überlappen sich die Storage-Produktlinien von EMC und HP beträchtlich. Normalerweise spricht dies eher gegen einen Zusammenschluss, da man danach viele Produktbereiche bereinigen müsste. Dies wiederum kann zu Unsicherheiten und Ärger bei bestehenden Kunden führen. Die von 'CRN' befragten Partner glauben allerdings, dass eine Produktbereinigung im Falle eines Zusammenschlusses von Hewlett-Packard viele Jahre lang dauern würde und damit nur relativ geringe Auswirkungen auf die Kunden hätte. (Hans Jörg Maron)