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| Hieronymus († 420) - Über die beständige Jungfrauschaft Mariens (Adversus Helvidius de perpetua virginitate b. Mariae)

18.
Meine Abwehr richtet sich jetzt gegen jene Ausführungen, in welchen du deine Beredsamkeit hast glänzen lassen wollen, als du Jungfräulichkeit und Ehestand miteinander verglichest. Ich mußte lachen und dabei an das Sprichwort denken: "Wir haben ein Kamel tanzen sehen". Du sagst: "Sind die Jungfrauen besser als Abraham, Isaak und Jakob, die verheiratet waren? Werden etwa tagtäglich durch Gottes Hand die Kindlein im Mutterschoße gebildet, damit wir mit Grund erröten müßten bei der Behauptung, Maria habe nach der Geburt ehelichen Umgang gepflegt? Wem dies unpassend vorkommt, dem bleibt nur übrig, nicht daran zu glauben, daß auch Gott aus dem Schoße einer Jungfrau geboren wurde. Denn nach der Auffassung solcher Leute scheint es noch unschicklicher, daß Gott aus dem Schoße einer Jungfrau hervorgegangen sei, als daß eine Jungfrau nach der Geburt ihren Mann geehelicht habe". Du könntest auch noch andere von der Natur geforderte Verdemütigungen aufzählen, die innerhalb neun Monaten sich immer mehr bemerkbar machen, die Schwangerschaft, die lästigen Beschwerden, die Geburt, das Blut und die Windeln. Du magst an das Kind selbst denken, das umhüllt ist von der gewohnten schützenden Haut; du könntest auch noch hinweisen auf die harte Krippe, das Geschrei des Kleinen, die Beschneidung am achten Tage, auf die Zeit der Reinigung, um seine Unreinheit darzutun. Aber wir erröten nicht über diese Dinge und verschweigen sie auch nicht. Je mehr er verdemütigt wird durch das, was er für uns gelitten hat, desto mehr schulde ich ihm, Und wenn du alles überdenkst, dann wird dir nichts einfallen, was schmachvoller wäre als das Kreuz, welches wir verherrlichen, an welches wir glauben, und in welchem wir über unsere Feinde triumphieren.