Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03160.jsonl.gz/2147

Die Geschichte der Meere begann mit sehr, sehr schlechtem Wetter: mit einem viele Tausend Jahre anhaltenden Regen. Der fiel, nachdem die junge Erde so weit abgekühlt war, dass der Wasserdampf in der Uratmosphäre kondensieren, in Unmengen auf die Erde niederprasseln und dort die ersten Meere bilden konnte. Das alles ist jetzt schon eine ganze Weile her: etwa 4,4 Milliarden Jahre.
Die heutigen Weltmeere sind Stücke eines einst weltumfassenden Ozeans namens Panthalassa. Dieses Urmeer umgab damals den Super-Kontinent Pangäa. Als Pangäa vor 150 Millionen Jahren zerbrach und seine Reste auseinanderdrifteten, füllten sich die dazwischen liegenden Gräben mit Wasser. So bildete sich unter anderem der Atlantik zwischen Amerika und Afrika/Europa. Meere sind also so etwas wie geologische Scheidungskinder, die zwischen einst verbundenen Landmassen zu liegen kommen.
Auch heute noch wachsen neue Ozeane heran. Zum Beispiel dort, wo sich aktuell die Arabische Halbinsel von Afrika trennt und das dazwischen liegende Rote Meer – einst ein flaches, regelmässig austrocknendes Gewässer, das Jahr für Jahr ein wenig breiter und tiefer wird.
Ganz in der Nähe des Roten Meers bahnt sich bereits die nächste Ozean-Geburt an. Die Somaliaplatte bricht nämlich nach und nach vom afrikanischen Kontinent ab. Als gewaltiger Riss von blossem Auge zu erkennen, wird sich dieser wachsende Graben dereinst mit Wasser füllen und Ostafrika zu einer Insel machen. Doch bis dahin dauert es noch eine ganze Weile – wohl einige Millionen Jahre.