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Bericht vom ESC Kongress 2002
Management von Risikopatienten: Risikostratifizierung und Prävention von kardiovaskulären
Erkrankungen.
In einem von der Firma Aventis durchgeführten Symposium beleuchteten namhafte Experten aktuelle Perspektiven in der Risikostratifizierung und der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen.
Prof. Th. Lüscher vom USZ, Zürich, berichtete in seinem Vortrag von Untersuchungen, die zeigen, dass die neueren ACE-Hemmer wie Ramipril nicht nur über den bekannten Angiotensin-Regelkreis, sondern direkt an der Zelle über Expression der endothelialen Stickstoffoxid-Synthase (eNOS), Reduktion des oxidativen Stresses und Unterbrechung der Entzündungsmechanismen wirken.
Erkenntnisse über Risikoprofile und entsprechende Ansatzpunkte für die Risikostratifizierung lassen sich vor allem aus grossen epidemiologischen Studien gewinnen, wie Prof. R. Collins aus Oxford ausführte. So zeigten beispielsweise Daten aus der ISIS-Studie die Abhängigkeit der Risikozunahme im Verhältnis zu den Lipoproteinfraktionen:
Prof. S. Yusuf von der McMaster University in Hamilton diskutierte in seinem Vortrag die Barrieren, welche die Anwendung der aus Studien gesicherten Evidenz in der Praxis behindern. Faktoren für die teilweise unbefriedigende Umsetzung in der Praxis sind laut Prof. Yusuf:
- Inadäquate Verbreitung des Wissens
- Inadäquate Diagnostik
- Fehlende Organisationssysteme zur Förderung der primären und sekundären Prävention
- Defizite in der Weiter- und Fortbildung
Die systematische Dissemination der Evidenz über Guidelines kann diese Defizite signifikant verbessern, wie die von Prof. Yusuf zitierte Studie von Marciniak aufgezeigt hat (Marciniak TA, Improving the quality of care for medicare patients with acute myocardial infarction. JAMA 1998; 279(17):1351-57).
An Hand einer Ereigniskette illustrierte Prof. A. Zeiher aus Frankfurt die chronisch progressive Natur der koronaren Herzkrankheit:
Thrombozytenaggregationshemmer, Statine und ACE-Hemmer sind Substanzklassen, die laut Prof. Zeiher wirksam an verschiedenen Stellen dieser Ereigniskette eingreifen: Die Statine sind in allen Stadien der Krankheit wirksam. Aspirin und Clopdirogel haben ihre Bedeutung vor allem in der Sekundärprävention und die ACE-Hemmer sind entscheiden in der primären und sekundären Prävention von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit erhöhtem Risiko.
Redaktion Mediscope