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Slalom: Zwei Olympia-Quotenplätze für die Schweiz
Nach einer Saison mit einigen Höhen und Tiefen war das Schweizer Slalomteam zuversichtlich an die Weltmeisterschaft ins spanische La Seu d'Urgell gereist. Auf dem Olympiakanal von 1992 wurden während einer Woche neben den Weltmeisterschafts-Medaillensätze auch die ersten Quotenplätze für die olympischen Spiele vergeben. Dementsprechend gross war auch die Anspannung in den verschiedenen Teams. Schliesslich ist Olympia ein Höhepunkt in jeder Karriere und für eine Randsportart wie den Kanusport immer ein sehr wichtiges Schaufenster.
Den Auftakt in die Weltmeisterschaft bilden seit einigen Jahren die Mannschaftsrennen. Die Schweizer Herren zeigten im Kajak-Einer ein solides Rennen und klassierten sich auf dem siebten Rang von 29 gestarteten Nationen. Weitere Schweizer Teams waren mangels Athletinnen und Athleten nicht am Start.
Qualifikation
Die Qualifikationsläufe für die Einzelfinals begannen aus Schweizer Sicht mit einem Fehlstart. Thomas Koechlin verpasste im Kanadier-Einer die direkte Halbfinalqualifikation im ersten Lauf und musste im zweiten Lafu alles auf eine Karte setzen. Dies gelang im aber sehr gut und er qualifizierte mit einem souveränen Sieg in diesem zweiten Lauf für den Halbfinal. Bei den Damen zeigten die Juniorin Naemi Brändle und ihre Teamkollegin Alena Marx solide Läufe, waren aber aufgrund fehlender Erfahrung und weniger Trainingsjahren noch nicht in der Lage, ganz vorne mitzumischen.
Ein lachendes und ein weinendes Auge blieben nach der Qualifikation der K1 Herren. Etwas überraschend qualifizierte sich Manuel Munsch bereits im ersten Lauf für das Halbfinale und Martin Dougoud folgte ihm im zweiten. Für Lukas Werro, eigentlich das zweitstärkste Schweizer Boot, bedeutete die Qualifikation Endstation. Er konnte in beiden Läufen sein Können nicht abrufen und verpasste die Halbfinalqualifikation und damit auch wichtige Punkte in der internen Ausscheidung um einen etwaigen Olympiastartplatz.
Nach ihrem ansprechenden Auftritt im Kajak-Einer ging Alena Marx ebenfalls im Canadier-Einer an den Start. Auch dort zeigte sie, dass sie sich auf dem richtigen Weg befindet. Besonders im zweiten Qualifikationslauf gelang ihr eine gute Leistung. Die Halbfinalqualifikation lag allerdings auch hier nicht im Bereich des Möglichen.
Finalläufe
Als erster Schweizer war Thomas Koechlin im Semifinal an der Reihe. Er zeigte einen praktisch Fehlerfreien Lauf und qualifizierte sich für den Final der besten 10. Die Finalqualifikation ist gleichbedeutend mit einem der begehrten Quotenplätze für die Olympischen Spiele von Tokyo im kommenden Sommer. Die Erleichterung im Schweizer Team war nach diesem Erfolg gross, lastete doch auf den Athleten im Vorfeld der Weltmeisterschaft wegen der Olympiaqualifikation ein immenser Druck.
Bei den K1 Herren machte Martin Dougoud aus Schweizer Sicht den Anfang. Mit einem sauberen Lauf schaffte er sich eine gute Ausgangslage für die Quotenplätze. Da er aufgrund der Qualifikationsläufe früh im Halbfinalfeld hatte starten müssen, fing nun das lange Warten auf die endgültigen Resultate an. Manuel Munsch, der zweite Schweizer im Halbfinal zeigte ebenfalls eine gute Leistung, gegen Ende der Strecke fehlte ihm aber etwas die letzte Kraft um ganz nach vorne zu fahren. In der Endabrechnung gab es für Martin Dougoud Rang 19 und für Manuel Munsch Rang 32. Damit war zwar kein Schweizer unter den 10 Finalteilnehmern, in der nationenbereinigten Rangliste lag Martin Dougoud aber auf dem 14. Rang und damit innerhalb der 18 Nationen, die einen Quotenplatz für die olympischen Spiele auf sicher hatten.
Fazit
Die Weltmeisterschaft war aus Schweizer Sicht ein voller Erfolg. Mit einer Finalqualifikation und zwei Quotenplätzen wurde die Zielsetzung erfüllt und auch die Leistungen der weiteren Atheltinnen und Athleten fielen mehrheitlich zufriedenstellend aus. Nun gilte es, die Olympioavorbereitungen in Angriff zu nehmen und für die qualifizierten Athleten die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen.