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Lange, bevor es in den USA Tierrechtsorganisationen und Gesetze zum Schutz der Tiere gab, hielten sich Präsidenten bereits Haustiere im Weissen Haus.
So kam es, dass bisweilen sehr exotische Tierlaute durch die Räume und Gänge des Präsidentschaftssitzes hallten. Wir haben die merkwürdigsten Tiere ausfindig gemacht, die jemals im Weissen Haus residierten.
Thomas Jefferson galt als grosser Vogelliebhaber, insbesondere Spottdrosseln hatten es ihm angetan. So hielt er sich dann während seiner Amtszeit auch eine Spottdrossel namens «Dick». Jefferson hat den Käfig des Vogels meist offen gelassen, ohne dass dieser davonflog, wie ein Freund und amerikanischer Historiker schrieb. Ausserdem soll Dick oft auf Jeffersons Schulter gesessen haben, während dieser vor sich hin summte und arbeitete.
Gleich zwei Präsidenten hielten diese Reptilien als Haustiere. Der erste war John Quincy Adams. Dieser hatte einen Alligator als Geschenk erhalten und brachte ihn im Badezimmer des noch unfertigen «East Room» des Weissen Hauses unter. Angeblich soll es Adams geliebt haben, die schockierten Gesichter von Gästen zu sehen, wenn er ihnen den Alligator zeigte. Fast 100 Jahre später zogen mit Präsident Herbert Hoover gleich zwei Alligatoren ins Weisse Haus ein. Diese gehörten seinem Sohn Allan.
Ebenfalls in der Präsidentschafszeit von John Quincy Adams hielten Seidenraupen Einzug im Weissen Haus. Seine Frau Louisa Adams züchtete die Raupen und gewann aus deren Kokons Seide, welche sie für ihre eigenen Näharbeiten verwendet haben soll. Für Louisa Adams war die Zucht von Seidenraupen eine Ablenkung von ihrem Privatleben, welches ihr immer mehr zu schaffen machte.
William Henry Harrison war der erste Präsident, mit welchem 1841 auch eine Kuh ins Weisse Haus einzog. Doch dieses Debüt dauerte nur gerade 32 Tage, da Harrison an seinem 32. Amtstag an den Folgen einer Lungenentzündung starb. 1909 war es Präsident William Howard Taft, der sich erneut eine Kuh hielt. Diese trug den Namen Mooley Wooly wurde aber nach nur anderthalb Jahren durch eine andere Kuh ersetzt, die mehr Milch gab. Diese Kuh hiess Pauline Wayne, oder auch «Miss Wayne» und ist bis heute wohl einer der berühmtesten Paarhufer der US-amerikanischen Geschichte.
Rebecca der Waschbär kam 1926 während der Amtszeit von Calvin Coolidge ins Weisse Haus und war als Festtagsbraten gedacht. Der Vierbeiner sollte nämlich als Teil des offiziellen Thanksgiving-Essens zubereitet werden. Doch die Coolidge-Familie fand den Waschbären so liebenswert, dass sie ihn begnadigte. Präsident Coolidge stellte Rebecca bei einer offiziellen Pressekonferenz vor und nannte ihn einen «sehr verspielten, neugierigen Waschbären mit guten Manieren».
Der 26. Präsident der USA, Theodore Roosevelt, hatte während seiner Amtszeit so viele Tiere, dass man damit einen Zoo hätte aufmachen können. Nebst normalen Haustieren wie Hunden, Katzen oder Kaninchen hielt er sich auch einige durchaus ungewöhnliche Zeitgenossen: Eine Schlange, Eulen und ein Dachs zogen mit Roosevelt ins Weisse Haus. Und auch eine Hyäne kam hinzu. Bill, so der Name der Hyäne, kam als Geschenk des äthiopischen Herrschers Menelik II zum Präsidenten. Roosevelt behielt die Hyäne für eine gewisse Zeit und brachte ihr einige Tricks bei, bevor sie dann in einen Zoo abgegeben wurde.
Billy, oder William Johnson Hippopotamus, wie er mit vollem Namen hiess, kam 1927 ins Weisse Haus. Das Zwergflusspferd war ein Geschenk an Präsident Calvin Coolidge und dürfte somit Rebecca, den Waschbären gut gekannt haben. Billy war bei der Bevölkerung so beliebt, dass man das Zwergflusspferd 1939 sogar an der Expo in New York vorführte. Trotz des namens war Billy eigentlich ein Weibchen und brachte bis zu ihrem Tod im Jahr 1955 ganze 23 Baby-Flusspferde zur Welt.
Und wieder ist es Calvin Coolidge, der es mit seinen Tieren in die Liste geschafft hat. Diesmal sind es zwei Löwenwelpen mit den spassigen Namen «Tax Reduction» und «Budget Bureau». Die Zwillingslöwen kamen als Geschenk aus Johannesburg, Südafrika. Wie lange die beiden im Weissen Haus bleiben durften und was schlussendlich mit ihnen geschah, ist leider nicht bekannt. Es scheint aber naheliegend, dass sie in einen Zoo abgegeben wurden.
Ein Truthahn mag zwar nicht unbedingt ein spezielles Tier sein, doch als offizielles Haustier des Präsidenten Abraham Lincoln ist das durchaus etwas aussergewöhnlich. Jack, so der Name des Truthahns, wurde dem Weissen Haus übergeben, um als Festtagsbraten an Thanksgiving zu enden. Doch bis zu besagtem Tag dauerte es noch etwas und so freundete sich Tad Lincoln, der jüngste Sohn des Präsidenten, mit dem Truthahn an. Die Freundschaft ging so tief, dass der Truthahn dem Kind überallhin folgte. Als Tad erfuhr, dass Jack gegessen werden sollte, platze er weinend in eine Kabinettssitzung herein und bat seinen Vater, den Truthahn am Leben zu lassen. Der Präsident gehorchte seinem Sohn.
Im Jahr 1807 schenkte Zebulo Pike, ein US-amerikanischer Captain, dem amtierenden Präsidenten Thomas Jefferson zwei Bärenjunge. Diese blieben allerdings nur kurze Zeit in Washington, da Jefferson schnell zum Entschluss kam, dass zwei Bären viel zu gefährlich seien, auch wenn sie hinter Gitter gehalten werden. So brachte man die Bären im Februar 1808 in ein Museum in Philadelphia, wo man sie in einen riesigen Käfig sperrte, in der Hoffnung, die beiden würden sich paaren. Wie lange die Bären dort blieben ist unklar. Allerdings weiss man, dass beide getötet wurden, nachdem einer der Bären ausbrechen konnte und eine Familie bedrohte.
Während ganzen drei Amtszeiten waren im Weissen Haus Ziegen anzutreffen. William Henry Harrison, der auch schon eine Kuh ins Weisse Haus mitgebracht hatte, hielt sich auch mindestens eine Ziege. Auch Abraham Lincoln hielt sich zwei Ziegen mit Namen Nanny und Nanko. Benjamin Harrison hielt sich Ziege Whiskers. Von vielen wurde sie aber auch «His Whiskers» oder «Old Whiskers» genannt, was aufzeigt, wie beliebt diese Ziege bei der Bevölkerung war.
Auch Papageien gehörten bei den vorderen Präsidenten zu den beliebteren Haustieren. So sagt man von George Washingtons Frau Martha, dass sie sich einen Papageien hielt. Weitere stolze Papageienbesitzer waren Theodore Roosevelt, James Madison, Andrew Jackson und William McKinley. Über Andrew Jackson, dem siebten Präsidenten der USA, wird sogar erzählt, dass er seinem Papagei das Fluchen beigebracht haben soll.