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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Genferseerat
Der 1987 ins Leben gerufene Genferseerat ist für ein 20'000 Quadratkilometer grosses Einzugsgebiet mit 2,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zuständig, die sowohl in den französischen Departementen Ain und Hochsavoyen als auch in den Kantonen Genf, Waadt und Wallis leben. Dieses grenzüberschreitende Organ bildet einen Raum für Dialog und Konzertierung im Hinblick auf die Stärkung der grenzüberschreitenden Beziehungen, die Schaffung von gemeinsamen Zusammenarbeitsprojekten und die Förderung des Zusammenhalts im Genferseegebiet. Der Genferseerat trägt somit zu einer konzertierten Entwicklung und Raumplanung des Genferseegebiets bei.
Im Bereich der Mobilität begleitet der Genferseerat Dossiers in Sachen Eisenbahn-, Schiffs- und Strassenverkehr (Inbetriebnahme des Léman Express, Entwicklung des grenzüberschreitenden Schiffsverkehrs, Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnlinie am Südufer des Genfersees zwischen St-Gingolph und Evian). In Ergänzung zum Léman Express wird es die Eisenbahnlinie am Südufer des Genfersees ermöglichen, das Eisenbahnnetz rund um den Genfersee zu vervollständigen. Sie wird zu einer Entlastung der einzigen Strasse zwischen Evian und Port-Valais sowie zu einer besseren Erschliessung der «drei Chablais» (Hochsavoyen, Waadt und Wallis) beitragen. Im Übrigen setzt der Genferseerat seine Arbeiten zur Aktualisierung des Kohärenzschemas Verkehr fort. Dieses Kohärenzschema gibt einen Überblick über sämtliche von den schweizerischen und französischen Gemeinwesen des Genferseegebiets getragenen Verkehrsprojekte und -studien bis zum Jahr 2030. Ergänzend zur 2017 durchgeführten Studie «Suivi des flux frontaliers – pratique comparée des habitants du bassin lémanique en matière de mobilité» ist eine weitere Studie im Gang. Diese Studie wird ein besseres Verständnis der Wechselwirkung zwischen Urbanisierung und Mobilitätsgewohnheiten im Genferseegebiet im Hinblick auf den künftigen Wandel in dieser Region ermöglichen.
Im Kulturbereich finanziert der Genferseerat regionale Projekte, wie das «JazzContreBand», ein grenzüberschreitendes Festival, das dem Jazz in all seinen Formen eine Bühne bietet, sowie den Verein «Lettres frontière», der jedes Jahr die beiden bei den Lesern beliebtesten Bücher nach einer Vorauswahl mit einem Preis auszeichnet. Zudem unterstützt der Genferseerat insbesondere Aktionen zugunsten der Jugend, wie grenzüberschreitende Fussball- oder Rugbyturniere, die Velotour um den Genfersee, Schüleraustausche und Treffen zwischen Jugendchören.
Im Wirtschaftsbereich setzt sich die «Union Lémanique des Chambres de commerce» auch weiterhin für die Wertschöpfung im Hightech-Bereich ein. 2018 standen die erneuerbaren Energien im Mittelpunkt. Die «Union lémanique des Chambres d’agriculture» hat eine Studie über die urbane Landwirtschaft durchgeführt. Die «Union lémanique de l’Artisanat et des Métiers» hat zwei Arbeitsgruppen gebildet: Die erste ist für die Berufsbildung zuständig, die zweite befasst sich mit den Schritten, die hinsichtlich einer Berufstätigkeit im Nachbarland unternommen werden müssen. Letztere hat eine Broschüre mit dem Titel «Pluriactivité : où cotiser ?» (Mehrfachtätigkeit: wo muss ich meine Beiträge zahlen?) herausgegeben. Die für die Berufsbildung zuständige Arbeitsgruppe hat ihrerseits einen grenzüberschreitenden Wettbewerb für die Holzbranche im Rahmen der «Cité des Métiers» im Genfer Messezentrum Palexpo organisiert.
Im Umweltbereich setzt sich der Genferseerat, der eine Studie zur Aufwertung der Holzbranche in Auftrag gegeben hatte, weiterhin für die Intensivierung des Austausches, die Entwicklung von Synergien und die Förderung der Verwendung von einheimischem Holz ein. Die Ausarbeitung eines Leitfadens über die bewährten Praktiken betreffend Wassersportaktivitäten wird ebenfalls geprüft.