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Seligsprechung von Johannes Paul II. und Pius XII. rückt näher
(Keystone-SDA) Rom – Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. und des umstrittenen Pius XII. rückt näher. Papst Benedikt XVI. erkannte in einem Dekret die “heroischen Tugenden” seines im Jahr 2005 gestorbenen Vorgängers Johannes Paul an.
Der damit gemeinte Nachweis eines besonders vorbildlichen Lebens und der Opferbereitschaft gilt als wichtige Etappe vor einer Seligsprechung. Die für Selig- und Heiligsprechungen verantwortliche Kongregation hatte Benedikt das Dekret für Johannes Paul II. vorgelegt, das von ihr einstimmig hinter verschlossenen Türen befürwortet worden war.
Was noch folgen muss, ist die kirchliche Anerkennung eines von dem polnischen Papst bewirkten Wunders. Dabei geht es um eine französisches Nonne, die von der Parkinson-Krankheit geheilt wurde.
Wie es aus dem Vatikan weiter hiess, könnte Johannes Paul II. im nächsten Jahr dann selig gesprochen werden, entweder an seinem Todestag am 2. April oder im Oktober. Im Oktober 1978 hatte Johannes Paul II. sein Amt angetreten.
Weit strittiger dürfte sein, dass Benedikt überraschend und nach langem Zögern ein solches “Tugend-Dekret” auch für Pius XII. (1939-1958) unterzeichnete. Kritiker werfen Pius XII. vor, sich nicht gegen Juden-Verfolgung und Holocaust gestellt zu haben.
Die Seligsprechung ist die Vorstufe zur Heiligsprechung. Abweichend von kirchenrechtlichen Regeln hatte Benedikt bei Johannes Paul II. den “Santo subito”-Ruf vieler Katholiken aufgegriffen und nach nur drei Monaten den Prozess der Seligsprechung eingeleitet.
Normalerweise wird dieses Verfahren frühestens fünf Jahre nach dem Tod eines möglichen Seligen oder Heiligen eröffnet. Und nur in einigen Fällen führte die Prüfung bereits nach wenigen Jahren zu einer Selig- oder Heiligsprechung.