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In einer doppelblinden Studie bekamen Patienten mit Demenz und Verhaltensstörungen einen Ginkgo-Extrakt. Die Wirkung wurde mit validen psychometrischen Tests erfasst.
Die Therapie mit einem Ginkgo-biloba-Extrakt (1mal pro Tag) bessert signifikant die kognitiven Symptome und Verhaltensauffälligkeiten bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz im Vergleich mit unbehandelten Patienten. Die Medikation ist gut verträglich und hat keine schweren Nebenwirkungen, wie eine Arbeitsgruppe der Uni Düsseldorf nachgewiesen hat.
In der Multicenterstudie bekamen 410 Patienten mit Demenz (SKT 9 bis 23 Punkte) und neuropsychiatrischen Auffälligkeiten über 24 Wochen einen Ginkgo-Extrakt (EGb 761®, 240 mg) oder Placebo. Die Studie wurde publiziert in „Der Neurologe & Psychiater“ (2011; 6: 16).
Die Wissenschaftler erfassten den Gesamtwert im Syndrom-Kurztest (SKT, kognitives Defizit) und die Gesamtpunktzahl im Neuropsychiatrischen Inventar (NPI, Verhaltensstörungen) sowie weitere Parameter wie die Aktivitäten des täglichen Lebens und den NPI-Stress-Bewertungsbogen.
Patienten, die mit dem Ginkgo-Extrakt behandelt wurden, verbesserten sich nach 24wöchiger Therapie um 1,4 Punkte im SKT- und um 3,2 Punkte im NPI-Gesamtwert. Die Placebogruppe verschlechterte sich im Gegensatz dazu um 0,3 Punkte im SKT und veränderte sich nicht im NPI-Gesamtwert.
Die Differenzen zwischen den Patientengruppen waren jeweils signifikant. Die Kognition (SKT) verbesserte sich klinisch relevant, also um mindestens 3 Punkte, öfters in der Ginkgo-biloba-Gruppe (32 Prozent) als in der Placebogruppe (15 Prozent).
Ebenso besserten sich die Verhaltensauffälligkeiten (NPI) häufiger klinisch relevant, also um mindestens 4 Punkte, in der Ginkgo-biloba-Gruppe (45 Prozent) als in der Placebogruppe (24 Prozent). Die Ginkgo-biloba-Gruppe schnitt auch für alle sekundären Beobachtungsziele gegenüber Placebo besser ab.
Unerwünschte Ereignisse wurden in beiden Behandlungsgruppen gleich häufig festgestellt. Kopfschmerzen, Schwindel, Atemwegsinfekte und erhöhter Blutdruck waren die am häufigsten erfassten Nebenwirkungen. Sie traten in beiden Gruppen etwa gleich häufig auf.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=670820&ticket=ST-717-ZtvMahZFGvI9b9T5XJe6fAcQrOxOiMeIdCw-20
Kommentar & Ergänzung:
Beachtenswert an diesem Bericht scheint mir vor allem, dass die gefundenen Verbesserungen nach einem Zeitraum von 24 Wochen festgestellt wurden. Das spricht für eine langfristig angelegte Therapie.
Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass auch schon nach beispielsweise 12 Wochen eine gewisse Wirkung zu finden gewesen wäre, wenn die Auswertung zu diesem früheren Zeitraum stattgefunden hätte.
Beim geprüften Präparat handelt es sich um einen hoch konzentrierten Extrakt. Die Ergebnisse lassen sich nicht auf Ginkgotinktur oder Ginkgotee übertragen.
Zum Ginkgotee siehe auch:
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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