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Grund dafür ist die immer wahrscheinlicher werdende Wahl des flamboyanten Baulöwen und streitbaren Neo-Politikers Donald Trump auf der «Convention» in Cleveland.
Wie die «New York Times» berichtet, planen einige grosse US-Konzerne, die traditionell den Nominierungsparteitag finanziell unterstützen, ihre Gelder in diesem Jahr stark zu kürzen beziehungsweise gar nicht fliessen zu lassen. Insgesamt peilen die Organisatoren Zuwendungen in der Höhe von 64 Mio. Dollar an.
Ausschreitungen befürchtet
Laut Medienberichten fürchten die Unternehmen negative Auswirkungen auf ihr Image und betrachten die schrillen und bisweilen stark beleidigenden Aussagen des gegenwärtigen «Frontrunner» Trump mit Argusaugen. Erst unlängst hat er gesagt, er glaube, dass es zu Ausschreitungen komme, falls er nicht als Kandidat gekürt wird. Die Stadt Cleveland ist jedenfalls vorbereitet. Für das Event zwischen 18. und 21. Juli hat sie bereits 2'000 Schutzausrüstungen für Polizeikräfte bestellt. Zudem wurde eine Petition, die die Erlaubnis des Tragens einer Waffe auf dem Parteitag forderte, vonseiten der CIA abgeschmettert.
Dass nun immer mehr Unternehmen kalte Füsse bekommen, hängt auch mit dem zunehmenden Druck zivilgesellschaftlicher Organisationen zusammen, allen voran der Verein «Color of Change
» Gemeinsam mit anderen Organisationen macht er gegen Konzerne mobil, die bereits Gelder nach Cleveland geschickt haben oder dies noch vorhaben, darunter Coca-Cola, Google, Xerox, Adobe Systems, AT&T und Cisco.
Coca-Cola kürzt Ausgaben
Mit 75'000 Dollar hat Coca-Cola seine Spende in diesem Jahr bereits deutlich niedriger ausfallen lassen.
Es vergeht keine Woche, in der sich Trump (Bild) und Cruz nicht gegenseitig persönlich attackieren. /
Vor vier Jahren waren es noch 660'000 Dollar. Walmart, das 2012 noch 150'000 Dollar spendete, hat laut eigenen Angaben für dieses Jahr noch keine Entscheidung getroffen. Die meisten Sponsoren lassen in aller Regel auch den Demokraten denselben Betrag zukommen wie den Republikanern. Die Demokraten, deren Vorwahlkampf vergleichsweise moderat abläuft, nominieren ihren Kandidaten in Philadelphia.
Grosse Konzerne sponsern jedoch nicht nur die Nominierungsparteitage, sondern erkaufen sich dadurch auch den Zugang zu selbigen. Sie sind dort vertreten und pflegen den Kontakt zu Funktionären und gewählten Mandataren. Darunter befinden sich Senatoren, Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister bis hin zu einfachen Delegierten. Die augenscheinlich sinkende Bereitschaft der Unternehmen für Lobbying-Aktivitäten innerhalb der republikanischen Partei kann zweierlei heissen: Die «Grand Old Party» verliert an Bedeutung oder sie ist mittlerweile zu weit im rechten Eck - oder beides.
Der Vorwahlkampf der Republikaner wird von Tag zu Tag zunehmend grotesker. Es vergeht keine Woche, in der sich die zwei führenden Kandidaten Trump und Cruz nicht gegenseitig persönlich attackieren. Verbalangriffe unter der Gürtellinie sind die Regel anstatt die Ausnahme. Dass sich dadurch nicht nur Wähler, sondern auch Sponsoren und Spender abschrecken lassen, überrascht nicht.