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Die Mond-Sonde Smart-1, an deren Bau auch mehrere Schweizer Firmen beteiligt waren, befindet sich im All.Dieser Inhalt wurde am 28. September 2003 - 09:25 publiziert
Ab Anfang 2005 soll sie die Mondoberfläche "aus der Luft" untersuchen, besonders nach Eisvorkommen.
Die Mondsonde hob in der Nacht um 1.14 Uhr (MESZ) an Bord einer Ariane-5- Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika ab. Rund 40 Minuten später wurde sie im Weltraum ausgesetzt. Nach Auskunft des Europäischen Weltraumkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt laufen alle Systeme planmässig.
Am Bau der Mondsonde waren mehrere Schweizer Firmen beteiligt. Unter anderem wurde die Kamera, das Orientierungssystem des Antriebmotors und die Tragstruktur der Sonde in der Schweiz entwickelt und gebaut.
Neues Antriebssystem
Hauptaufgabe der Mond-Mission ist der Test eines neuen Ionenantriebes, bei dem die Sonnensegel von Smart-1 mit 14 Metern Spannweite Lichtstrahlen einfangen und daraus immerhin 1,9 Kilowatt Strom erzeugen. Drei Viertel davon fliessen in den Antrieb - sie bauen einen Strahl aus geladenen Teilchen (Ionen) auf.
Langsam, aber stetig...
Die Schubkraft dieses Ionenantriebs ist zwar relativ gering, arbeitet dafür aber über Jahre und damit wesentlich länger und für weitere Distanzen als konventionelle chemische Raketenantriebe. Mit diesem Antrieb soll die Sonde auf einer langen spiralförmigen Flugbahn in 15 Monaten zum bis zu 400'000 Kilometer entfernten Erdtrabanten Mond fliegen.
Entscheidender Moment
Eineinhalb Tage nach dem Start kommt einer der spannendsten Augenblicke: die erste Zündung des Ionentriebwerks. Dies nimmt eine Schlüsselposition bei der Aktivierung aller Bordsysteme ein, denn ein Fehlschlag würde das Ende der Mission bedeuten. Smart-1 könnte dann den Mond niemals erreichen.
Fällt die Analyse der Daten von der ersten Zündung positiv aus, kann der Antrieb in den Dauerbetrieb geschaltet werden. Es folgt dann eine zwölfmonatige Annäherung an den Mond.
Richtungsweisendes Konzept
Der Name Smart steht für ein neues Konzept, in dem die Europäische Weltraumbehörde (ESA) eine Reihe kleiner Missionen für fortschrittliche Technologieforschung ("Small Missions für Advanced Research in Technology") starten will.
"Die Erkenntnisse des Fluges werden den Bau künftiger Satelliten und Sonden entscheidend beeinflussen", sagte ESOC-Leiter Jean-Francois Kaufeler. Smart-1 sei mit einer Entwicklungszeit von vier Jahren viel schneller entwickelt worden als vergleichbare frühere Projekte. Auch sei der Gesamtpreis von 110 Millionen Euro lediglich ein Fünftel der Kosten bisheriger Entwicklungen.
Motto: Klein, aber fein
Ein grosser Preisvorteil bestehe in der geringen Grösse der Sonde, so Kaufeler weiter. Sie besteht aus einem 1 Kubikmeter grossen Quader und zwei Sonnensegeln mit einer Spannweite von 14 Metern. Die Sonde wiegt nur 367 Kilogramm. Alle sieben wissenschaftlichen Instrumente an Bord - von der Kamera bis zum Infrarotspektrometer - sind extrem verkleinert worden.
Beim 162. Start einer europäischen Trägerakete war auch der indische Satellit INSAT-3E sowie der Kommunikationssatellit e-BIRD für die Firma Eutelsat an Bord. Ursprünglich war der Start für den 28. August vorgesehen gewesen. Er wurde zwei Mal verschoben, weil die indische Raumagentur letzte Tests an ihrem Satelliten vornehmen wollte.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die Schweiz ist Gründungsmitglied der Europäischen Weltraum-Agentur ESA.
2002 trug sie 125 Mio. Schweizer Franken an deren Budget bei.
Smart-1 misst 1 Kubikmeter und wiegt 370 Kilo.
Die Sonnensegel der Sonde haben eine Spannweite von 14 Metern und liefern 1,9 Kilowatt Strom.
Die wissenschaftlichen Instrumente wiegen nur 19 Kilo.
Die Sonde wird in einer Höhe von 300 bis 10’000 Kilometern um den Mond kreisen.
In Kürze
Smart-1 ist das erste europäische Raumschiff, das bis zum Mond reist und ihn umrundet.
Dabei wird eine revolutionäre Antriebstechnik getestet, die bisher erst einmal von der NASA eingesetzt worden war.
Smart-1 wird auf dem Mond nach Wasser (in Form von Eis) suchen.
Dies wird die erste umfassende Liste von chemischen Schlüsselelementen in der Mondoberfläche liefern.
Ausserdem wird die Theorie geprüft, wonach sich der Mond vor 4,5 Milliarden Jahren nach einem gewaltigen Zusammenprall eines kleineren Planeten mit der Erde gebildet hat.
Smart ist die Abkürzung für Small Missions for Advanced Research and Technology.
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