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Standardisierte Einzelteile sollen Support- und Ersatzteilprobleme lösen und individuellere Angebote ermöglichen.
In der Schweiz haben Assemblierer zwar im Notebookmarkt in den letzten zwei Jahren wieder Marktanteile gutmachen können, wie die Zahlen von Marktforscher Robert Weiss belegen
. Ihr Anteil am Gesamtmarkt ist aber weiterhin deutlich tiefer als im Desktop-Markt, und Erfolge bleiben vor allem grösseren Assemblierern wie Littlebit, jET oder Steg vorbehalten.
Eine Initiative von Intel, die der Chipriese an einem Partnerevent in den USA angekündigt hat, könnte es nun auch etwas kleineren "Schraubern" ermöglichen, vermehrt am Notebook-Kuchen zu naschen. Intel konnte eine ganze Reihe der grossen ODMs (Original Design Manufacturers) wie Quanta, Asustek and Compal dafür gewinnen, einige wichtige Notebookkomponenten zu standardisieren und untereinander austauschbar zu machen. Dazu gehören vorerst die Harddisks, optische Diskdrives, LCD-Panels, Akkus, Tastaturen, die Stromversorgungen und eventuell austauschbare Abdeckplatten im Handy-Stil ("Skins"). In den USA wollen die ODMs in den nächsten drei Wochen bis zu elf auf diesen "Common Building Blocks" basierende Whitebook-Modelle ausliefern, mit Preisen zwischen einigen Hundert und 1500 Dollar, wie 'CRN' berichtet.
Auch in Europa
Wie Stefan Tritscher, Intels Reseller Channel Manager für die DACH-Region gegenüber inside-channels.ch erklärte, wird diese "Intel Interchangeability Initiative" genannte Initiative keineswegs nur in den USA gelten. Irgendwann "in der nächsten Zeit" – genauer wollte sich Tritscher allerdings nicht festlegen – werde man das Ganze auch der hiesigen Partnergemeinde von Intel vorstellen.
Eine solche Standardisierung lindert potentiell mehrere Probleme, vor denen Assemblierer im Notebook-Markt stehen. Die Probleme sind hauptsächlich dadurch bedingt, dass Notebooks wesentlich weniger modular aufgebaut sind, als Desktop-PCs. Bildschirme, Keyboards, manchmal sogar optische Laufwerke sind proprietär, das heisst, man kann sie nicht zwischen verschiedenen Notebook-Modellen austauschen. Dies verteuert die Lagerhaltung und erhöht die Kosten bei Garantiefällen– statt Einzelteilen müssen ganze Barebones eingelagert werden und im Schadensfall oft ganze Notebooks statt die fehlerhaften Komponenten ausgetauscht werden.
Ausserdem könnten Assemblierer durch die Standardisierung auch die Möglichkeit erhalten, für ihre Kunden individuellere Notebook-Modelle herzustellen, die sich stärker von den Geräten der grossen Markenhersteller abheben.
Tritscher beeilte sich allerdings, festzuhalten, dass es sich nicht um eine reine Channelinitiative handle. "Wir sehen allgemein einen Bedarf, Notebook-Komponenten zu standardisieren. Daran sind auch die grossen Hersteller interessiert, um die Kosten zu senken."
Support durch Intel
Trotzdem, vor allem der zweite Teil der Initiative dürfte für kleinere Partner wesentlich wichtiger sein als für grosse Hersteller: Intel wird auf diesen Standardteilen basierende Systeme verifizieren und dafür First Level Support gewährleisten. In unserer Region, so Tritscher, sei die Supportbereitstellung durch Intel, die zum Beispiel eine technische Hotline und Ersatzteillagerung durch Intel beinhalten würde, zumindest "angedacht".
Wird die Intel-Initiative Assemblierern dazu verhelfen können, auch an der Preisfront mit den grossen Brands wie Dell, HP oder Acer mitzuhalten? Die US-Assemblierer, deren Meinung 'CRN' wiedergibt, sind da skeptisch. Aber sie versprechen sich neue Chancen durch die höhere Flexibilität und tiefere Support-Kosten.
Auch Tritscher sieht das ähnlich: "Kleinere Assemblierer, werden an der Preisfront, vor allem durch ihre geringere Einkaufskraft, immer Nachteile haben. Aber die Standardisierung von Komponenten bietet ihnen eine bessere Chance, ihre traditionellen Stärken, wie Kundennähe, Flexibilität, differenzierte Lösungen und Service usw. ins Spiel zu bringen." (Hans Jörg Maron)