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Schloss Grandson wird im XI. Jahrhundert erstmals geschichtlich erwähnt; es ist heute ein Monument von nationaler Bedeutung. Diese wichtige historische Stätte liegt am Rande des Neuenburgersees. Die Aussicht auf den See und die Umgebung vom Monument aus ist von unglaublicher Schönheit. Seit 1983 gehört das Schloss der „Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte“ in Winterthur. Die „Stiftung Schloss Grandson“ betreut die Bewirtschaftung und nimmt Teil an den Unterhaltskosten.
Zu Beginn des XX. Jahrhunderts erfuhr das Schloss, hauptsächlich durch die Familie de Blonay, eine wichtige Rehabilitierung, verbunden mit Änderungen an der Innenarchitektur. In den 60er Jahren unternahm Georges Filipinetti Umgestaltungsarbeiten und schuf Museen und Räume für geschichtliche Darstellungen. Seit 1983 wurden jeweils die allernötigsten Reparaturarbeiten an den Dächern, Brüstungen, an der Raumtechnik und für die Sicherheit unternommen, mit verhältnismässig geringen finanziellen Aufwendungen für die museografische und touristische Präsentation des Ortes.
Diese während 25 Jahren gepflegte Unterhaltslogik - nur nach Bedarf und Notwendigkeit einzugreifen - hat mitunter ihre Grenzen gezeigt.
Das Erstellen einer allgemeinen Gesundheitsbilanz des Monuments wurde unumgänglich. Mit dem Ziel, dem Monument eine nachhaltige Zukunft zu sichern beschloss die Stiftung Schloss Grandson 2008, ein Konzept und ein globales Projekt für das gesamte Bauwerk zu erstellen. Diese Grundstudie umfasst eine Gesundheitsbilanz, eine pathologische Diagnose, ein Globalkonzept für die Planung des Gesamtprojektes und die dafür notwendigen finanziellen Mittel.
Nach Abschluss dieser Gesundheitsbilanz und aufgrund der immer häufigeren Beeinträchtigung der Sicherheit vor Ort kam zutage, wie dringend Arbeiten zur Rehabilitierung und Absicherung der Gebäude im gesamten Schlossbereich vorgenommen werden mussten.
Die Besitzerin des Schlosses, die „Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte“, hat beschlossen, in die zwei ersten Phasen der strukturellen Renovationsarbeiten zu investieren.
Die Arbeiten am Bauwerk haben im Juni 2012 begonnen und werden sich bis Ende 2014 hinausziehen; sie sind für diese Periode in 2 Phasen vorgesehen welche wiederum in Etappen ausgeführt werden. Aufgrund der Natur der auszuführenden Arbeiten haben sich Phasen und Etappen zwischen 2012 und 2013 überschnitten.
Die in der 1. Phase durch die Arbeiten global betroffenen Elemente sind :
Phase 1 : Dringlichkeiten – Abdichtungsarbeiten – Sicherung
Etappe 1.1 Instandstellung der Dächer
Etappe 1.2 Abwasserversorgung
Etappe 1.3 Rehabilitierung des Mauerwerks der Fassaden und des Fundamentes
Etappe 1.4 Teile verbunden mit der Sicherheit der Besucher und des Monuments
Etappe 1.5 Dringlichkeiten wie Brunnen, Treppen, Balkone, usw.
Etappe 1.6 Zu entfernende Vegetation.
Diese erste Arbeitsphase setzte sich zum Ziel, das Erbe in gutem Zustand zu erhalten und seine Zukunft zu sichern.
Die zweite Etappe sieht die Verbesserung des Besucherempfangs im Schloss, die Anordnung des Besuchsablaufes im Innern des Gebäudes und den Ausbau der Ausstellflächen im Museum vor.
Die zur Hauptsache erkannten Vorkehrungen sind:
A. Der Empfang der Besucher:
- ein Raum für den Empfang der Gruppen und Treffpunkt für die Schlossführungen
- eine Garderobe mit Ablagekästen für Kleider und Rucksäcke
- Sanitärlokale: WC für Damen, für Herren und für Behinderte
- Energiezufuhr für Veranstaltungen im Freien
- Ausrüstung der Schlossküche
B. Zirkulationswege:
- der Einbau eines Lifts zur Erleichterung der Bewirtschaftung des Monuments (Materialtransport, Traiteur-Service bei Veranstaltungen in den verschiedenen Sälen des Schlosses). Im Weiteren werden über diesen Aufzug alle Etagen erreichbar sein und den Personen mit eingeschränkter Mobilität ebenfalls den Besuch einer grossen Anzahl der Räume gestatten (zur Zeit ist nur das Automobilmuseum im Erdgeschoss dafür zugänglich).
- die Reorganisation des Besuchsweges im Innern des Schlosses
- die Neugestaltung der Zugangsrampe zum Schloss
C. Ausstellungsflächen und Abstellräume:
- Schaffung neuer Ausstellflächen und Reorganisation bestehender Zonen, entsprechend der Nutzung der verschiedenen Räume (einfacher Besuch, zeitlich begrenzte Ausstellungen und Wanderausstellungen, Events, sonstige Veranstaltungen und Saalmiete).
Diese Interventionen sollen der Stiftung Schloss Grandson die Möglichkeit bieten, die Attraktivität und das Angebot des Ortes zu stimulieren und zur weiteren Entwicklung des Publikumsempfangs und des Bewirtschaftungsauftrags beitragen.
Der gesamte Ablauf dieses Prozesses wird von der schweizerischen Eidgenossenschaft (Eidgenössisches Kulturdepartement), den entsprechenden Institutionen des Kantons Waadt und vom Gemeinderat Grandson überwacht.
Ohne die finanzielle Unterstützung vieler Institutionen hätten jedoch die Gesundheitsbilanz und die Bauarbeiten am Schloss nie in Angriff genommen werden können. Unser spezieller Dank gebührt:
- der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte in Winterthur
- der loterie romande
- der kantonalen Gebäudeversicherung ECA
- dem schweizerischen Kulturdepartement
- Les Monuments et Sites du Canton de Vaud