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Im Vorfeld von eidgenössischen Volksabstimmungen geben Parteien Stimmempfehlungen zu den einzelnen Vorlagen ab. Diese Empfehlungen werden an Delegiertenversammlungen oder Parteivorstand bestimmt. Mit ihren Empfehlungen wollen die Parteien Einfluss nehmen, zugleich positionieren sie sich politisch. Durch ihre Positionsnahmen können die Parteien in einem zweidimensionalen politischen Raum ver- ordnet werden. Dabei ist auch ein Vergleich mit der Position der Stimmbevölkerung möglich. Die Stimmbevölkerung kann anhand der tatsächlichen Abstimmungsresultate positioniert werden. Die Auswertung erfolgt für zwei Zeitperioden (2011-2016, 2017-2022), damit können relative Veränderungen in der Positionierung dargestellt werden.
Der von Sotomo entwickelte politische Raum ordnet Volksabstimmungen in zwei Dimensionen ein. Die horizontale Links-rechts-Achse bildet unterschiedliche Staatsverständnisse ab. «Links» steht für einen Wohlfahrtsstaat, der soziale Sicherung und Gleichstellung zum Ziel hat. «Rechts» steht für einen Ordnungsstaat, der für Sicherheit und Privateigentum einsteht. Die vertikale Achse verläuft zwischen «Progressiv-Liberal» und «Konservativ». Der progressiv-liberale Pol steht für Öffnung, Wandel und Reformen, der konservative Pol für Beständigkeit, Bewahrung und Abgrenzung.