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Federer erteilte in seinem 100. Match in Wimbledon dem Vorjahresfinalisten zwei Sätze lang eine Lehrstunde. Während er den Aufschlag des 1,96m grossen Raonic hervorragend zu neutralisieren wusste und den Kanadier bei dessen Service regelmässig unter Druck setzte, schlug er bei eigenem Aufschlag Winner um Winner.
Federer gab sich sehr zufrieden mit seiner Leistung: «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel. Natürlich kann man immer besser spielen, aber man kann auch sehr viel schlechter spielen.» Die Bedingungen seien heute nicht ganz so schnell gewesen, wie noch zu Beginn der Woche. Es sei ihm aber sehr gut gelungen, sich daran anzupassen.
Erst im dritten Satz glich sich das Geschehen aus. Richtig in Bedrängnis geriet Federer beim Stand von 3:4, nachdem er bereits zu Beginn des Durchgangs eine erste Breakchance abgewehrt hatte. Mit erneut brillantem Spiel befreite er sich aber aus der brenzligen Situation. Das Tiebreak drehte er nach einem 0:3-Rückschlag mit fünf Punkten in Folge. Nach 1:57 Stunden und einem Fehler Raonics beendete Federer seinen einmal mehr beeindruckenden Auftritt.
Mit dem zehnten Sieg im 13. Duell mit Raonic stellte Federer eine weitere Rekordmarke in Wimbledon auf. Mit seinem zwölften Halbfinal-Einzug an der Church Road übertraf er Jimmy Connors. Erreicht Federer den Final am Sonntag wird er mit dem Amerikaner gleichziehen, was die Anzahl Partien in Wimbledon betrifft.
In seinem 42. Grand-Slam-Halbfinal trifft Federer am Freitag auf Tomas Berdych, den Wimbledon-Finalisten von 2010. Der Tscheche profitierte beim Stand von 7:6 (7:2), 2:0 von der verletzungsbedingten Aufgabe von Novak Djokovic. Der dreifache Wimbledonsieger aus Serbien hatte sich nach dem Verlust des ersten Satzes am Ellbogen behandeln lassen, nachdem er bereits in der Achtelfinal-Partie gegen Adrian Mannarino über Schulterbeschwerden geklagt hatte.
Darauf angesprochen meint Federer: «In unserem Alter ist man sich der Gefahr auf Verletzungen immer bewusst. Ich hoffe bei Andy und Novak ist es nichts schlimmes». Er freue sich auf die Partie gegen Berdych: «Tomas ist ein guter Freund von mir.»
Gegen Berdych hat Federer 18 von 24 Partien gewonnen. Zuletzt besiegte er den 31-jährigen Tschechen auf dem Weg zu seinen Triumphen am Australian Open und in Miami. (abu/sda)