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In der Pflanzengruppe der Kräuter haben zahlreiche Arten ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, wie sie sich mit spezifischen Wuchseigenschaften und -formen gegenüber anderen Arten Vorteile verschaffen können. Diese sind teilweise derart ausgeprägt, dass die Art deswegen in einem Bestand dominant werden kann.
In der Folge eine Auswahl von Fähigkeiten und „Werkzeugen“ einzelner Arten im Konkurrenzkampf:
Wenn die Kräuter-Art direkt nach dem Abweiden oder Abschneiden schneller als die Nachbarpflanzen wieder austreibt und neue Blattmasse bildet, profitiert sie zuerst und oft dauerhaft besser von den Ressourcen Licht, Wasser und Nährstoffen am Standort als die andern.
Zwei typische Möglichkeiten:
- Das Wurzelwerk so entwickeln, dass eine grosse Menge rasch verfügbarer Nährstoffe im Speichergewebe eingelagert werden kann: Pfahlwurzel, Rhizom, Sprossknolle, Wurzelknollen, Zwiebel.
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- Die Blätter bodennah anordnen, damit sie bei Weide und Schnitt nicht wegkommen. So wird sichergestellt, dass genügend Assimilationsfläche vorhanden bleibt, um schneller als andere weiter zu wachsen: bodennahe Blattrosette, viele bodennahe Grundblätter, wenig wichtige Stängelblätter.
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Wo Lücken in der Pflanzendecke entstanden sind, profitieren meistens Kräuter und besetzen den leeren Platz.
Zwei typische Möglichkeiten:
- Mit spezifisch entwickelten Pflanzenteilen rasch in die freie Stelle hineinwachsen und den Boden besiedeln: oberirdische Ausläufer mit Adventivwurzeln, unterirdische Ausläufer (Stolonen) mit bewurzelten Knoten.
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- Massenhaft leicht keimfähige Flugsamen bilden und durch den Wind breit verteilen lassen. Aus der riesigen Zahl werden sich einige Exemplare in der Lücke etablieren können: leichte Samen mit Pappus.
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Kann sich eine Art durch spezifische Abwehrelemente davor schützen, von den Weidetieren gefressen zu werden, hat sie einen Vorteil gegenüber den gerne abgefressenen Nachbarpflanzen. Unter den Kräutern haben sich viele Formen entwickelt, diesen Vorteil zu nutzen.
Zwei typische Möglichkeiten:
- Giftige, abweisend schmeckende bzw. riechende Inhaltsstoffe schützen die Pflanze vollständig oder teilweise vor dem Gefressen-Werden. Viele Nutztiere haben diesbezüglich einen Schutzreflex entwickelt und meiden solche Kräuter.
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- Ebenfalls Schutz vor dem Gefressen-Werden durch Nutztiere oder mindestens eine deutliche Reduktion der Fress-Attraktivität bieten den Pflanzen „wollig-filzige“, harte, spitze, scharfkantige Strukturteile oder Drüsen mit ätzenden oder brennenden Inhaltsstoffen: Haare, Dornen.
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Auf lange Sicht haben Pflanzen, die besonders robuste Samen ausbilden, eine starke Konkurrenzkraft. Wenn andere Pflanzen schwächeln oder beschädigt werden, nutzen diese „Überlebenskünstler“ ihre Chance auch nach vielen Jahren und keimen am leer gewordenen Platz.
Typische Beispiele: