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„Die Füllfederhalter-Fabrik «Aska» taucht erstmals 1922 im D-Konstanzer Adressbuch auf. Inhaber war der jüdische Fabrikant Adolf Sinn, aus D-Göppingen. Die Fabrik in Konstanz befand sich in den ersten Jahren in der Schneckenburgstr. 12.
Hier ein frühes Inserat aus der Berliner Illustrierte Zeitung von 1924 . Das Logo bestand aus einem Segelschiff.
Hier zwei sehr frühe Modelle. Die beiden
Schätzchen sind nur etwa 8.5 cm lang.
Es handelt sich um Sicherheitsfüller.
Hier die Vergrösserung mit dem Imprint ASKA 935
Am 20. November 1924 errichtete die Füllhalterfabrik Aska Adolf Sinn & Co, Aktiengesellschaft aus D-Konstanz in CH-Kreuzlingen eine Zweitniederlassung. Diese Firmenbezeichnung wird 1932 gelöscht. Ab sofort firmiert sie unter dem Namen „Adolf Sinn“ und beschreibt ihren Zweck mit der Fabrikation von Füllhaltern und Füllstiften „ASKA“, sowie Vertretungen von Artikeln der Schreibwarenbranche. Standort in Kreuzlingen war die Nationalstrasse 20. 1935 wird der Name noch einmal geändert auf Adolf Sinn, «Aska».
Am 11. Oktober 1935 werden die Marken ASKA und PAX eingetragen.
Ebenfalls 1935 wird Adolf Sinn Schweizer Bürger und der Firmensitz in eine Villa an der Hauptstrasse 24 in Kreuzlingen verlegt. In der Villa war das Büro, wo „Madame Sinn“ die Kundschaft empfing. Im Obergeschoss haben die Sinns gewohnt.
Im Hinterhaus war die Produktion und Reparatur. Die Fabrik war zweistöckig. Oben war die Montage wo mehrheitlich Frauen angestellt waren. Im EG befanden sich sieben Drehbänke, die Poliermaschinen und die Station für das Zusammensetzen von Bleistiften. Im Keller war die Transmission für die Drehbänke installiert. Im Schopf wurde (leicht entzündliche) Zelluloidstäbe für die Füllfederhalter gelagert.
Wo oder wer die Goldfedern hergestellt hat ist nicht klar. Vermutlich wurden die Federn, gleich wie die Tintenleiter und Zierringe hauptsächlich aus Deutschland importiert. Neben den ASKA-Federn wurden frühere Federn von Peter Rupp aus Heidelberg und später auch von Degussa auf den Federhaltern gefunden.
1943 Beschäftigte Sinn etwa 10 Mitarbeiter und bildete auch Federhalter-Dreher aus Der Monatslohn für einen Lehrling im ersten Lehrjahr betrug Fr. 20.— pro Monat. Im 4. Lehrjahr waren es dann schon Fr. 80.— im Monat.
1944 wandelt Sinn die Firma in eine Kollektivgesellschaft um. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Roger Braunschweig bildet er die Firma Adolf Sinn & Cie. «Aska», in Kreuzlingen, Fabrik für Füllhalter und Füllstifte.
Vor 1950 liefen die Geschäfte gut. Als allerdings die Grenzen als wie mehr geöffnet wurde und anschliessend der Kugelschreiber auf den Markt kam, ging es langsam abwärts.
1962 verstirbt Roger Braunschweig, an seine Stelle im Verwaltungsrat tritt seine Witwer und Tochter von Adolf Sinn, Anita Braunschweig-Sinn. Adolf Sinn selber verstirbt am 18.3.1966, an seine Stelle tritt seine Witwe Tilly Sinn.
1969 wird die Firma aufgelöst und 2011 die Villa Sinn abgebrochen. Die Spuren verlieren sich…
Seit bald 30 Jahren sammle, restauriere und dokumentiere ich alte Füllfederhalter. Im Rahmen meiner Sammlertätigkeit sind mir insbesondere zwei Marken mit den Namen "ASKA" und "Monte Rosa" aufgefallen. Meine Recherchen ergaben, dass es sich hier um zwei Marken handelt, deren Ursprung in der Schweiz liegen. Im Gegensatz zu den grossen europäischen und amerikanischen Marken ist weder in der Literatur noch im Internet etwas Konkretes über alte Schweizer Füllfedern dokumentiert.
Deshalb betrachte ich es als erstrebenswert, mittels umfassende Recherchen einen Überblick über die Produktion und den Vertrieb von Füllfedern in der Schweiz zu schaffen und aufzeigen, dass auch in der Schweiz eine - wenn auch kleine, aber feine – Füllfederhalter und Goldfeder-Produktion stattgefunden hat.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Daniel C. Holzer