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Religiöse Traditionen haben ein schwieriges Verhältnis zum Sex. Dennoch sind die religiösen Regeln und ihre Anwendung von grosser gesellschaftlicher Bedeutung. Wie genau lauten diese Regeln? Was ist erlaubt, was verboten?
Sasikumar Tharamalingam (Hinduismus):
«Sex vor der Ehe ist nicht erlaubt. Aber Sexualität ist im Hinduismus kein tabuisiertes Thema. Auch im Tempelturm, im heiligsten Bereich des Tempels, gibt es diese Figuren, die von Kamasutra inspiriert sind. Sexualität gehört zur Natur. Aber es gibt diese Bedingung: keinen Sex vor der Ehe.»
Rifa’at Lenzin (Islam):
Sexualität ist im Islam grundsätzlich positiv besetzt. Viele Koranverse und Prophetenüberlieferungen (Hadīth) bestätigen die positive Einschätzung der menschlichen sexuellen Beziehung. Der Islam sieht die sexuelle Beziehung als natürlichen Bestandteil von Gottes Schöpfung. Die Eheschliessung ist prinzipiell empfohlen. Eine Frau hat in der Ehe genauso ein Recht auf sexuelle Erfüllung wie der Mann.