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Die einzigartige Geschichte
Kardinal, General, Politiker
Schiner war sowohl innen- als auch außenpolitisch als bischöflicher "Landesherr" der Landschaft Wallis erfolgreich. Im Wallis sorgte er zunächst für Ruhe und Ordnung, indem es ihm gelang, den Waffenstillstand mit Savoyen zu verlängern. Auf dem europäischen Parkett trat er für eine Koalition zwischen Mailand, dem Kaiser und dem Papst ein. Sein Ziel war, Frankreich mit allen Mitteln von der Lombardei fernzuhalten. Für ihn war das "Heilige Römische Reich deutscher Nation" mehr als ein Titel. Mit dieser Haltung wurde er für Rom zu einem wichtigen Diplomaten, dem es 1510 gelang, die Eidgenossen in einen Bund mit dem Papst zu führen, um diesen im Kampf um Oberitalien gegen Frankreich zu unterstützen.
Seine Anti-Frankreich Haltung entzweiten ihn und seinen Förderer Supersaxo, der für ein Bündnis mit Frankreich weibelte. So musste Schiner 1511 das Wallis verlassen und arbeitete in Rom an der Heiligen Liga, welche Papst, Venedig und das Königreich Spanien, später auch England gegen Frankreich vereinigte.
1512 konnte er wohl seinen grössten Erfolg als Feldherr feiern: Mit Hilfe von eidgenössischen Söldnern gelang es ihm, im sogenannten Pavierzug die Franzosen aus der Lombardei zu vertreiben, Maximilian Sforza als Herzog von Mailand einzusetzen und den Eidgenossen Teile des heutigen Tessins zu sichern.
1515 trug Schiner massgeblich zum Abschluss der Heiligen Allianz bei, die sich vor allem gegen die Türken richtete. Auch übertrug ihm Papst Leo X. den Oberbefehl über das päpstliche Heer. Doch die Niederlage in der Schlacht von Marignano schwächte seine Stellung in Rom wie im Wallis, wo die Anhänger Supersaxos Oberhand gewannen und Schiner sich gezwungen sah, nach Zürich zu fliehen, wo er eine freundschaftliche Beziehung mit Zwingli aufbaute.
Schiner war auch immer wieder in Kontakt mit Kaiser Maximilian und setzte sich nach dessen Tod 1519 erfolgreich für die Wahl Karls V. zum Nachfolger ein. Als Berater des Kaisers spielte er auch eine wichtige Rolle beim Offensivbündnis zwischen Karl V. und Leo X. gegen Frankreich und eroberte 1521 mit einem eidgenössischen Heer Mailand zurück. Als der Papst im gleichen Jahr starb, wurde Schiner mit zwei anderen Kardinälen mit der Verwaltung des Kirchenstaats betraut. Auch galt er als aussichtsreicher Kandidat für die Papstnachfolge, doch scheiterte er trotz dem Beistand von Karl V. am Widerstand der französischen Kardinäle. So unterstützte er schlussendlich im Konklave 1522 Hadrian von Utrecht, der dann als Hadrian VI. zum Papst gewählt wurde.
Schiner starb 1522 in Rom, höchstwahrscheinlich an der Pest, auch wenn einige von einem "französischen Süppchen", also Gift, sprachen, und andere die "französische Seuche", also die Syphilis, vermuteten.
Vom "Menschen" Schiner wissen wir wenig, er galt zu seiner Zeit als äusserst ehrgeizig, redegewandt und wurde für sein diplomatisches Geschick gerühmt. Er hatte auch Kinder, wie das damals üblich war bei Kirchenfürsten, auch wenn es seit 1139 das Zölibat gab.