Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/259

Zürich (ots) - Der Family Business Award zeichnet jährlich besonders nachhaltige Familienunternehmen ...
Wegen der Untätigkeit der Europäischen Kommission müssen Kinder unter Umständen mehr als 550 Euro ausgeben, um ein offizielles WM-Stickeralbum zu füllen, so Topps Europe
Milton Keynes, England (ots/PRNewswire) - Während die Fussball-Weltmeisterschaft in die KO-Runden fortgeschritten ist, beeilen sich tausende von Kindern in ganz Europa, ihre Brasilien-2014-Stickeralben auszufüllen. Es dürfte aber weder ihnen noch ihren Eltern bewusst sein, dass es wegen der Beziehung zwischen Panini, dem einzigen von der FIFA autorisierten Hersteller der offiziellen Brasilien-Alben, und den Fussballverbänden aus ganz Europa, nahezu 565 Euro kosten kann, um jedes einzelne Abziehbild zu sammeln, so der konkurrierende Stickerhersteller Topps Europe Ltd.
Auf der Grundlage der Anzahl von Stickern, die zum Füllen eines Brasilien-2014-Albums von Panini erforderlich sind, haben Mathematiker von der Universität Genf ausgerechnet, dass Sammler, die keine Abziehbilder tauschen, 989 Päckchen mit jeweils 5 Stickern kaufen müssen. Bei einem Preis von 60 Cents pro Päckchen summieren sich die Kosten.
Mit einer einzigen Ausnahme hat Panini die offiziellen Stickeralben für alle Weltmeisterschaften seit 1970 produziert. Vor drei Jahren legte Topps Europe Ltd. bei der Europäischen Kommission Beschwerde ein. Das Unternehmen erhob den Vorwurf, dass Panini, zusammen mit einer Reihe wichtiger nationaler Fussballverbände, Spielergewerkschaften und internationaler Dachverbände (einschliesslich der FIFA), gegen Artikel 101 und 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verstossen hat. Panini streitet dies ab.
In seiner Beschwerde argumentierte Topps, dass das von der FIFA angewandte Lizenzvergabemodell weder transparent noch objektiv sei und Panini bevorteile, was Artikel 101 und 102 zuwiderläuft. Laut Vertrag hat ein marktbeherrschendes Unternehmen "eine besondere Verantwortung, nicht zuzulassen, dass sein Verhalten einen echten und unverzerrten Wettbewerb behindert".
"Die Verbände haben einen effektiven Wettbewerb eliminiert, was zulasten der Verbraucher geht und ihnen Auswahl, Innovation, Preisvorteile und Anbieterkonkurrenz vorenthält", sagt Michael Eisner, der Eigentümer von Topps. "Die Kinder haben Besseres von Brüssel verdient. Und es betrifft nicht nur Kinder Ein Mann aus Schottland hat Berichten zufolge 1885 Euro bzw. 1500 britische Pfund ausgegeben, um sein Stickeralbum zu füllen. Das ist einfach absurd."
Der Hersteller einer Fussballstickersammlung muss die Nutzungsrechte an dem Logo des Turnierveranstalters, dem Turnierlogo, den Logos und Trikots der Nationalmannschaften und sogar die Bildrechte einzelner Spieler erwerben.
Die nationalen Verbände verhalten sich reserviert, wenn es darum geht, ihre Rechte an ein Unternehmen ohne FIFA-Rechte zu vergeben, während die FIFA hingegen sagt, dass ein Unternehmen die Rechte eines nationalen Verbandes besitzen muss, bevor es als Empfänger ihrer Rechte in Frage kommt.
Solange die Europäische Kommission nicht einschreitet, um ein ebenes Spielfeld für Konkurrenten zu schaffen, werden die Kinder in der ganzen EU künftig wahrscheinlich sogar noch mehr für Fussball-Sticker bezahlen müssen. In der Zwischenzeit ist die Hauptbotschaft an die Eltern, dass sie die wahren Kosten des Abenteuers erkennen und ihre Kinder dazu anhalten, Sticker mit Freunden zu tauschen.
Wichtige Fakten über WM-Sticker
- Für die Weltmeisterschaften zwischen 1970 und 2014 stieg die Anzahl der Sticker von 271 auf 640. - Zwischen 1998 und 2014 wurde der Preis für einen einzelnen Sticker von 6 auf 13 Cents verdoppelt. Päckchen enthalten 5 Sticker. - Im Vergleich dazu kostet ein Päckchen der Topps Official England World Cup Collection mit 7 Stickern nur 31 Cents und nur 225 sind nötig, um die Sammlung zu vervollständigen. - Im Durchschnitt sind 267,6 Päckchen der Topps Official England WM-Sticker für den Abschluss der Kollektion erforderlich, was 66,75 britische Pfund bzw. 83,90 Euro kostet.
Kontakt:
Weitere Informationen erhalten Sie von: Jonathan Hawker, Slate
Campaigns , +447979907000, <email-pii>