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Donald Trump brüstet sich mit seinem angeblich selbst geschaffenen Reichtum. Dabei zapfte er geschickt öffentliche Gelder an. Und seine Pleiten? Verschweigt er.
Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur fusst auf einem sorgsam kultivierten Mythos – dem Mythos des supererfolgreichen Selfmade-Businessman. «Ich bin wirklich, wirklich reich», prahlt der Immobilienhai, der nun auch in den Umfragen zu den US-Vorwahlen in South Carolina vorne liegt. Und: «Unser Land braucht einen guten Geschäftsmann.»
Der Mythos ist eine PR-Fabel, genährt vom Klischee, dass es in Amerika jeder im Alleingang vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen könne. Trump verkörpert diesen American Dream – aber seine gern erzählte Erfolgsstory ist eine Legende, die mit der Realität wenig zu tun hat.
Die Probleme beginnen schon mit der Substanz seines Reichtums. Als Trump in den Wahlkampf einstieg, bezifferte er sein Vermögen auf 8,7 Milliarden Dollar, was er seither selbstbewusst auf zehn Milliarden Dollar aufrundet. Doch unabhängige Quellen bestreiten die Summe: Auf der «Forbes»-Liste der reichsten Amerikaner rangiert er mit 4,5 Milliarden Dollar auf Nr. 121.
Eins stimmt jedenfalls: Am Anfang standen 200 Millionen Dollar. Mit diesem bequemen Polster begann Donald Trump seine Karriere – dank seines Vaters Fred, der mit Fördergeldern der US-Regierung Eigenheime errichtete und sich damit ein kleines Immobilienreich geschaffen hatte.
Trump Jr. stieg nach dem Studium ins Geschäft ein – wie der Vater, auf Kosten des Staates. Mit 27 landete er seinen ersten Deal: Für einen Dollar kaufte er das bankrotte Hotel Commodore und verwandelte es mit dem Hyatt-Konzern als Partner in eine Nobelherberge, das Grand Hyatt. Politisch gut vernetzt, sicherte er sich dafür einen Grundsteuernachlass, der ihm 60 Millionen Dollar sparte.
Es wurde sein Modus Operandi: Trump umgarnte die Politiker mit Geld und Aufmerksamkeit – nur um sie für seine Luxusprojekte anzuzapfen.
So auch beim Trump Tower, seinem bekanntesten Projekt. Als ihm die Stadt New York den Steuernachlass verweigern wollte, erklagte er sich das 164-Millionen-Dollar-Geschenk. 1983 eröffnet, profitierte der Glasturm an der Fifth Avenue auch von der Arbeit illegaler – und nicht versicherter – Einwanderer aus Polen, von denen Trump nichts gewusst haben will.
Trump habe die Stadtverwaltung betrogen, erinnerte sich New Yorks Ex-Rechnungsprüferin Karin Burstein in der «Los Angeles Times». Auch der Kongressabgeordnete Jerrold Nadler kritisierte Trumps Methoden, «die Steuerzahler zu missbrauchen und das Gesetz zu beugen».
Nicht immer führte das zum Erfolg. 1990 wäre die Trump Organization fast bankrottgegangen, mit fünf Milliarden Dollar Schulden. Nur ein Rettungspaket von rund 70 Banken bewahrte Trump vor dem Aus.
Vor allem wenn Trump in seinem Grössenwahn nach Bereichen griff, die ihm bisher fremd waren, landete er einen Flop nach dem anderen:
Doch nicht alles ging daneben. Trumps Reality-Show «The Apprentice» war jahrelang ein Hit. Der Trump Tower ist eine Touristenattraktion, etliche Immobilienprojekte sind profitabel, und das Grand Hyatt floriert.
Das Hotel ist aber schon längst keine Trump-Immobilie mehr. 1996 trennten sich Trump und Hyatt – nachdem sie sich gegenseitig verklagt hatten. Trumps Verdienst an der Scheidung: 140 Millionen Dollar.