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Melanie Winiger, ab wann ist man alt?
Ein Filmzitat dazu: «Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden. Sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen.»
Das heisst?
Solange ich Spass hab, bin ich jung.
Wie sieht Ihre Party zum 40. aus?
Es gibt keine. Vielleicht gehe ich mit ein paar Freunden essen. Dafür erfülle ich mir meinen grössten Traum.
Der wäre?
Mit dem Geld, das mich eine Party kosten würde, mache ich einen Horse Drive.
Was ist das?
Ich gehe in den USA 100 Pferde von einer Ranch in die andere treiben wie früher die Cowboys.
Wären Sie gerne nochmals 20?
Ich werde sehr gerne 40. Mit 20 hätte ich noch viele Hürden vor mir, auf die ich heute keine Lust mehr habe.
Wie alt möchten Sie werden?
Ich will einfach leben, solange ich gesund bleibe. Lieber das als … (zögert).
Ist Sterbehilfe ein Thema?
Ich werde sie beanspruchen, wenn es sein muss. Hauptsächlich wegen meinen Liebsten. Sie sollen mich in Erinnerung behalten, wie ich stets war.
Können Sie sich einen Schönheitseingriff vorstellen?
Nein.
Wenn Sie trotzdem etwas verschönern würden, was wäre es?
(Überlegt.) Hey! Sie müssen meine Nase nicht anschauen, zu der stehe ich heute.
Entschuldigung. Was wünschen Sie sich zum Geburtstag am 22. Januar?
Damit habe ich mich gar nicht auseinandergesetzt.
Sind Sie wunschlos glücklich?
Ich bin einfach zufrieden. Wunschlos glücklich ist man wohl nie.
Was ist das schönste Geschenk, das Sie je bekommen haben?
Ein Schlüsselanhänger mit Haaren vom Schweif meines Pferdes in Australien.
Was wollten Sie als Kind werden?
Erst Cheerleader, später Tierärztin und dann Anwältin.
Wie würden Sie sich rückblickend Ihrem Ich als junges Mädchen beschreiben?
Ich würde ihm sagen, dass ich heute immer noch gleich bin: verspielt, positiv, vorlaut, impulsiv, direkt. Vielleicht würde ich ihm raten, sich ab und zu mehr zu überlegen, was es sagt.
Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Irgendwie habe ich da ein Gefühl, ja. Aber ich befasse mich nicht zu sehr damit.
Wieso?
Ich will mich nicht ein Leben lang darum kümmern, was danach kommt. Sonst verpasse ich das Hier und Jetzt.
Was glauben Sie, woher wir Menschen kommen?
Ich glaube an die Evolutionstheorie.
Welches ist Ihre früheste Kindheitserinnerung?
In unserem Garten in Zürich Seebach Blümchen essen mit meiner Freundin Tina.
Was war Ihr grösster Fehler?
(Denkt nach und lacht laut los …)
Sie denken an einen Mann?!
Ja, aber das vertiefen wir jetzt nicht. Wenn dieser Mann nicht gewesen wäre, hätte ich nie daraus gelernt.
Ihr grösster Erfolg?
Meine Tätigkeit als Co-Produzentin beim Kinofilm «#Female Pleasure». Privat mein Sohn Noël. Er ist ein super Mensch geworden.
Hätten Sie statt Noël eine Tochter bekommen, wie hiesse sie?
Jacky, Levi oder Phoenix.
Wünschen Sie sich ein weiteres Kind?
Nein.
Ihr Sohn ist bald 17. Machen Sie mit ihm Party in Nachtklubs?
Ich war gerade vor zwei Wochen mit ihm an einem Punkkonzert der Band Überyou.
Wie sieht eine Partynacht sonst mit Ihnen aus?
Ich tanze gerne zu Hip-Hop. Rock läuft leider nirgendwo.
Ihr Mann ist aber Deep-House-DJ.
Wenn Deep House, dann die Musik meines Mannes. Ich gehe zu selten an seine Gigs, ich gebs zu (lacht).
Mit wem hatten Sie Ihren ersten richtigen Kuss?
Mit meinem Schulschatz im Tessin. Aber es war mega grusig. Ich kam nach Hause und fragte mein Mami, wieso das Menschen tun, das sei hässlich.
In wen waren Sie das erste Mal so richtig verliebt?
In einen Mann namens Martin. Mit ihm war dann alles zum ersten Mal (lacht).
Was bedeutet für Sie Ihr Missen-Jahr heute?
Es war eines der schönsten Jahre meines Lebens. Ich reiste mit 17 einmal quer durch die Welt und traf tolle Menschen.
Würden Sie Ihrem Sohn raten, an einer Schönheitswahl teilzunehmen?
Wenn er das will, soll er es machen. Ich lasse ihn seinen eigenen Lebensweg gehen.
Noël hat mein Leben verändert. War nicht immer nur lässig
Worauf sind Sie stolz?
Dass ich sehr oft auf die Schnauze gefallen und das Vertrauen in die Menschen trotzdem nicht verloren habe.
Was bereuen Sie?
Nichts. Die Fehler, die ich gemacht habe, gehören jetzt zu meiner Erfahrung.
Wer hat Sie am meisten geprägt?
Noël. Gezwungenermassen! War nicht immer nur lässig (lacht).
Was möchten Sie noch lernen?
Schlagzeug zu spielen.
Was werden Sie auch in den nächsten 40 Jahren nie lernen?
Auf den Mund zu sitzen.
Welcher Gegenstand bedeutet Ihnen am meisten?
Ein Foto meiner Grossmutter, dem besten Grosi der Welt. Es steht oben an meinem Bett.
Was glauben Sie, verbinden die Menschen mit Ihrem Namen?
Wahrscheinlich immer noch dieses ominöse Wort «frech». Ich habe einfach stets gesagt, was ich dachte. Dass das als «frech» abgetan wurde, habe ich nie ganz verstanden.
Welche Frage wollen Sie in einem Interview endlich mal beantworten?
Mir ist wohl schon jede gestellt worden.
Und welche wollen Sie nie mehr hören?
Ob ich mich unter Druck fühle, weil ich 40 werde.