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Neuronitis vestibularis
Führt zu einem akut einsetzenden, extrem unangenehmen über Tage anhaltenden, heftigen Dauerdrehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen, Gangunsicherheit mit Fallneigung. Gelegentlich kommt es in den Tagen vorher bereits zu kurzdauernden Drehschwindelattacken, bevor der Dauerschwindel einsetzt. Die Intensität des Schwindelgefühls wird durch die Lage und durch rasche Bewegungen gesteigert. Die Neuronitis vestibularis geht auf eine Funktionsstörung oder der Ausfall eines Gleichgewichtsorganes oder der Gleichgewichtsnerven zurück. Nachgewiesen wird sie durch Spülung des äußeren Gehörganges ("kalorische Spülung"). Dabei fehlen sonst typischerweise auslösbare Augenbewegungen (Nystagmus)auf dem erkrankten Ohr als Reaktion auf die den Temperaturreiz. (kann aber auch bei einer Hirnstammdurchblutungsstörung so sein).
Behandlung: In den ersten Tage erfolgt zur Linderung des Schwindels und der Übelkeit eine medikamentöse Behandlung. Oft muß wegen des vorhanden Erbrechens über Infusionen Flüssigkeit zugeführt werden. Im weiteren Verlauf ist dann ein intensives Gleichgewichtstraining am wichtigsten. Oft angewendete"durchblutungsfördernden Therapien" entbehren jeder wissenschafltichen Grundlage, allenfalls können die Infusionen den Flüssigkeitsmangel durch das oft vorhandene Erbrechen ausgleichen. Daß bei jeder Infusion auch eine Kreislaufüberlastung, ein Thrombophlebitisrisiko usw. resuliteren kann, läßt diese Behandlungen schlechter als eine Placebotherapie erscheinen. Infusionen sind bei Durchblutungsstörungen der A. basilaris und ihrer Äste nicht wirksam und es ist schwer verständlich, warum sie ausgerechnet bei einem kleinen Basilarisast – nämlich der A. labyrinthi – wirksam sein sollen. Bei einer hochgradigen Vertebralis- oder Basilaris-Stenose kann dagegen eine Antikoagulation erforderlich werden. Es ist extrem zweifelhaft, daß irgendein sogenanntes gefäßerweiterndes Medikament im Labyrinth signifikant den Blutfluß im Innenohr beeinflußt. Strittig ist noch ob er Neuronitis vestibularis eventuell eine Herpesinfektion vorliegt, eine Behandlung mit Zovirax, gilt noch als experimentell, besser nachvollziehbar als die "Durchblutungsstörungen" wäre es allemal, das Ergebnis der Studien bleibt abzuwarten.