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Bericht Shark Info
Shark Info führte im Juli 1998 in Südafrika
bei verschiedenen an Weissen Haien interessierten Gruppen (Regierungsstellen, Wissenschafter,
Naturschützer, kommerzielle Tauchanbieter, Fotografen, usw.) eine Umfrage durch. Damit sollten
deren Ansichten zum Umgang mit Weissen Haien in Südafrika im Allgemeinen und zur Problematik in
der Gegend von Dyer Island im Speziellen beleuchtet werden.
Die Befragung wurde nicht repräsentativ, sondern selektiv
durchgeführt. Dabei wurde streng darauf geachtet, möglichst unterschiedliche
Interessensgruppen zu erfassen. Insgesamt wurden 21 Fragen zu den folgenden Themenkomplexen gestellt:
Background des Befragten, die derzeitige Situation um Dyer Island, Fangtechniken, Markierungen und
Markierungstechniken, Frequentierung und Belastung des Untersuchungsgebietes, Bürokratie und
Bedrohung der Weissen Haie. Rund 41% der versandten Fragebogen kamen beantwortet zurück.
Interessanterweise waren die Befragten bei einigen Fragen fast einheitlich
derselben Meinung. Bei anderen zeigten sich, je nach Backgrund der Befragten, grosse Abweichungen. Im
Folgenden wird summarisch auf jene Antworten-Komplexe eingegangen, die überraschende oder
unerwartete Ergebnisse ergaben.
Auf die Frage, ob wissenschaftliche Untersuchungen um Dyer Island herum durchgeführt werden
sollten, war man sich einig, dass auch ausländische Wissenschafter zuzulassen seien. Von
verschiedenen Seiten wurde hervorgehoben, dass wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse mit den
lokalen Organisationen zu teilen seien, dass ein Gremium südafrikanischer Wissenschafter
über die Zulassung entscheiden oder die Forscher lokalen Universitäten angegliedert sein
müssten. Keine Stellungnahme gaben die befragten Regierungsstellen ab.
Die Einführung eines Bewilligungssystems für den Zugang zu Weissen Haien um Dyer Island
begrüssen Regierungsstellen und kommerzielle Gruppen einheitlich. Die Problematik um Dyer Island
ist allgemein bekannt und man will ausdrücklich auch auf die Interessen der Tauchtouristen
schützen. 67% der Befragten fordern, teilweise sehr explizit, eine aus Regierungsvertretern und
Wissenschaftern bestehende Kontrollinstanz. Regierungsstellen ergänzen deutlich, dass
Selbstkontrolle bisher erfolglos war. Kommerzielle Anbieter bezweifeln jedoch die Effizienz einer nur
aus Forschern und Regierungsbeauftragten bestehenden Kontrollinstanz. Vorgeschlagen wurde ein aus
mehreren Interessengruppen bestehendes Gremium. Die kommerziellen Anbieter betonen auch deutlich, dass
Bewilligungen nur an die bereits vorhandenen Anbieter vergeben werden dürften.
Mehrheitlich betrachtet man ein Zahl von 4 - 8 Käfigtauch-Lizenzen als für die Gegend um
Dyer Island verträglich (derzeit operieren 7 kommerzielle Anbieter um Dyer Island). Auch auf
diesen Fragenkomplex gaben Regierungsstellen keine Antworten ab.
Kontrovers sind die Meinungen über die Einführung von festen Schonzeiten (Sperrtage) zum
Wohl der Haie: Nur gerade 25% der Befragen sind dafür und immerhin 40% gaben keine Antwort ab.
Erwartungsgemäss sind alle kommerziellen Anbieter dagegen.
Eine interessante Tendenz zeigen die Antworten auf die Frage, ob sich kommerzielle Anbieter
organisieren sollten: 50% der Befragten sind dafür. Hierzu ist anzumerken, dass bereits ein
solcher Versuch einiger Anbieter (White Shark Association) im letzten Jahr an unvereinbaren Interessen
scheiterte.
Erstaunlich war, dass die meisten Befragten angaben, zur Anlockung der Haie, neben Chum (eine
breiige mit Seewasser gemischte Fischmasse) auch sogenannte "Decoys" (Surfbretter und andere
künstliche Gegenstände) einzusetzen.
75% der Befragten sind sich einig, dass, um deren Wanderungs- und Aktivitiätsmuster zu
untersuchen, Markierungen an Weissen Haien durchgeführt werden sollten. Einzig über die Form
ist man sich nicht einig. Tendenziell negativ eingestellte Gruppen sehen Vorteile im Einsatz von
elektronischen, unter die Haut injizierten und nur mit speziellen Geräten zu registrierenden,
nicht visuellen Markierungen. Die sogenannten PIT (Passive Integrated Transponder) haben den Vorteil,
dass sie nicht von die Haut der Haie entzündenden Algen oder Krebsen befallen werden.
Höchst erstaunlich waren die Antworten auf die Frage, ob die Weissen Haie vom Aussterben
bedroht seien. Mehr als die Hälfte der Befragten geht nicht von einer Bedrohung aus! Gerade
gewisse Regierungsstellen sehen keine Bedrohung der Bestände.
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Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info