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Im Mittelalter gründeten Frauen, die Beginen, einen weltlichen Orden - frei von Ordensregeln. Die Beginen pflegten vorwiegend die Armen, da die wenigen Ärzte nur den Reichen zur Verfügung standen. Die Pflege etablierte sich vor allem in öffentlichen Siechenhäusern. Die Kranken und Hinfälligen wurden dort unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen betreut.
Der Unterschied zwischen den Beginen und anderen Ordensgemeinschaften liegt darin, dass die Gelübde nur auf Zeit abgelegt und in der Regel jährlich erneuert werden. Die meisten Beginen waren Witwen, selbständige Frauen und Adlige, sie waren finanziell unabhängig und demokratisch organisiert.
Die Beginen verbanden soziales Engagement mit intensiver, zum Teil mystisch orientierter Laienfrömmigkeit, wurden allerdings vielfach der Häresie verdächtigt, von der Kirche misstrauisch beobachtet und oft auch verfolgt.
Vor allem im 14. und 15. Jahrhundert, einer Zeit geprägt von Hexenwahn und Hexenverfolgungen, hatten sie einen schweren Stand und wurden als Ketzerinnen und damit als Feinde der Kirche angesehen. Im 16. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Reformationen und Gegenreformationen, wurden viele Klöster geschlossen und zerstört.
In der Schweiz haben die Beginenhöfe die Reformation nicht überlebt. In den Niederlanden gibt es nur noch 2 von ehemals 34 Beginen. Im katholischen Flandern gab es in 1999 noch vier Beginen. In Frankreich gibt es keine Höfe mehr. Hier und da erinnern noch Straßennamen oder Ortsnamen an die Beginen.
Berühmte Beginen waren Mechthild von Magdeburg, Margarete Porète und Hadewijch von Antwerpen.