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21.12.2021 17:00:50

Leiter nachhaltige Investments
Der Wettlauf zum Netto-Null-Ziel hat begonnen. Die Dekarbonisierung ist damit das dominierende Anlagethema der nächsten Jahrzehnte. Der Übergang wird Gewinner und Verlierer hervorbringen, was bedeutet, dass Anleger ein robustes System benötigen, um Risiken und Chancen zu identifizieren.
Die konventionelle Klimabilanzanalyse konzentriert sich auf die Treibhausgase, die Unternehmen durch ihre Aktivitäten ausstossen, die in der Tat minimiert werden müssen, um Netto-Null zu erreichen. Aber die Spitzenreiter im Dekarbonisierungswettlauf tun mehr, als nur ihre eigenen Emissionen zu reduzieren: Sie entwickeln Produkte und Dienstleistungen, die zu bedeutenden Einsparungen in der gesamten Wirtschaft führen. Diese werden in der konventionellen Analyse nicht erfasst.
Im vorliegenden Artikel stellen wir ein System vor, das den Beitrag von Unternehmen zur Emissionsreduzierung berücksichtigt. Dies sind Emissionen, die indirekt durch Produkte und Dienstleistungen eingespart werden, indem kohlenstoffreiche Aktivitäten durch kohlenstoffarme Alternativen ersetzt werden. Da die Emissionen ausserhalb der Wertschöpfungskette der Unternehmenstätigkeit eingespart werden, erfolgt ihre Erfassung nicht unter den herkömmlichen Emissionskategorien Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen) und Scope 3 (Emissionen der Wertschöpfungskette).
Beispielsweise würde eine konventionelle Analyse der Herstellung von Windkraftanlagen auf ihre hohen Emissionen hinweisen und die dadurch verursachte Verringerung der gesamtwirtschaftlichen Emissionen nicht berücksichtigen, da Windkraftanlagen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen verdrängen. Das ist auch der Grund dafür, warum sie vom Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft profitieren werden. In gewisser Weise entsprechen die vermiedenen Emissionen einem Scope 4. Diese Emissionen tragen dazu bei, ein vollständigeres Bild der Beiträge von Unternehmen und Portfolios zur Dekarbonisierung zu erhalten.
Unter Verwendung eines Wertschöpfungskettenansatzes schätzt unser System den Beitrag vieler verschiedener Branchen zu vermiedenen Emissionen und minimiert gleichzeitig das Risiko von Doppelzählungen. Dazu beziehen wir uns auf akademische und industrielle Literatur. Wir konzentrieren uns auf Massnahmen zur CO2-Vermeidung, die investierbar und skalierbar sind.
Mit diesem Ansatz haben wir 19 kohlenstoffvermeidende Aktivitäten und Industrien identifiziert. Wir schätzen, dass nahezu ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Emissionen vermieden werden könnte, wenn diese Aktivitäten jetzt auf dem Niveau wären, das wir für 2030 erwarten.
Darüber hinaus stellen wir basierend auf unserer Analyse fest, dass Unternehmen mit hohen vermiedenen Emissionen in den vergangenen drei Jahren eine jährliche Umsatzsteigerung von 7 % verzeichneten - 20 % mehr als das gesamte Aktienuniversum des MSCI ACWI IMI.
Wir sind der Meinung, dass das System das Verständnis der Investitionsimplikationen verbessern wird, die der Übergang zu einer emissionsarmen Welt mit sich bringt. Das proprietäre Schroders-Tool SustainEx hat dieses System für die Vermeidung von Emissionen integriert, das neben den Scope-1-, -2- und -3-Emissionen eine integrierte, messbare Übersicht über die Gesamtumweltauswirkungen unserer Investitionen und Portfolios ermöglicht.
Wir sehen zwei wichtige Vorteile, die dieses System für Anleger mit sich bringt.
Erstens kann es ihnen helfen, Gewinner des grünen Übergangs zu identifizieren und zu bewerten, weil berücksichtigt wird, wie Unternehmen zu Lösungen beitragen, die die Luftverunreinigung verringert - also nicht nur, ob sie auf der Grundlage konventioneller Methoden einen "kohlenstoffarmen" Eindruck machen.
Zweitens kann es ihnen helfen, die Analyse von Klimarisiken und -Chancen zu integrieren, indem die potenziell vermiedenen Emissionen erfasst und in einer mit herkömmlichen Emissionsmassen direkt vergleichbaren Metrik quantifiziert werden, wodurch die Analyse von Risiken und Chancen in einer gemeinsamen Masseinheit ermöglicht wird.
Wir sehen dieses System als einen wichtigen ersten Schritt, um den Wert vermiedener Emissionen zu identifizieren und in die Anlage- und Portfolioanalyse zu integrieren. Wir sind der Auffassung, dass wir das System noch weiterentwickeln und seine Funktionalität erweitern können und würden uns über Feedback dazu und die Anwendung der Analyse vermiedener Emissionen freuen.
Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/
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