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Die Zeiten, als Billy Branch (*1951, Chicago, IL) immer mal wieder als einer aus der jungen, neuen Generation von Chicago Bluesmusikern bezeichnet wurde, sind lange vorbei. Schliesslich blickt der brillante Harpspieler auf eine über 40-jährige Karriere zurück, ist auf Dutzenden von Bluesalben vertreten und hat mit fast allen Grössen des Blues gespielt.
Viel gelernt hat er im Zusammenspiel mit Big Walter Horton, James Cotton, Junior Wells und Carey Bell. Als grössten Einfluss, dessen Echo in seiner Musik unüberhörbar ist, bezeichnet Billy Branch den legendären Willie Dixon. Mit dessen Chicago Blues All Stars war er Ende der 1970er und Anfang der 1980er sechs Jahre unterwegs. Dabei war sein eigener Weg zum Blues gar nicht so typisch. Branch wurde zwar in Chicago geboren, wuchs aber in Los Angeles auf. Erst 1969 kam er nach Chicago zurück, um dort Politikwissenschaften zu studieren.
Harp spielte er zwar schon früher, mit dem Blues kam er aber erst in der Studienzeit in Kontakt. Heute ist der Virtuose, der auch zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst hat, nicht nur einer der eloquentesten Sprecher des Blues, für seine Auftritte als Blues-Lehrer an amerikanischen Schulen wird er weit über die Blueswelt hinaus gelobt. Seine eigene Band „Sons of the Blues“ gründete er 1977. Der Name war wörtlich gemeint, in der Band spielten tatsächlich die Söhne von Blueslegenden: Freddie (Sohn von Willie Dixon) und Lurrie (Sohn von Carey Bell).
Die Besetzung hat sich zwar längst geändert, der Name und der knackige Chicago Blues sind geblieben. In Luzern begeisterte er bereits 2015 das Pubkikum. Als Headliner des Chicago Blues Festival 2017 feierte er mit den Sons of Blues das 40. Jubiläum. Die Sons of Blues haben über 250 internationale Tourneen unternommen und das kulturelle Erbe des Blues in die ganze Welt getragen.