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Vietnam streicht Baupläne
Laut der offiziellen Nachrichtenagentur Vietnam News Agency (VNA) will die vietnamesische Regierung der Nationalversammlung – dem Parlament im Einkammersystem des Landes – vorschlagen, auf den Bau von Kernkraftwerken im Land zu verzichten. Die Nationalversammlung soll diesen Vorschlag voraussichtlich Ende November 2016 ratifizieren.
Vietnam gehörte zu den ersten Ländern Südostasiens, die auf die Kernenergie setzten, um die damals schnell wachsende Wirtschaft mit Strom zu versorgen und die Abhängigkeit von Kohle und Wasserkraft zu verringern.
Die Nationalversammlung hatte am 25. November 2009 den Bau der zwei ersten Kernkraftwerke in der Provinz Ninh Thuan an der südöstlichen Küste Vietnams in einer Resolution genehmigt. Die Regierung wählte das russische Staatsunternehmen Rosatom und die Japan Atomic Power Company als Baupartner aus. Russland hatte sich bereit erklärt, ein Darlehen zu gewähren. Der Baubeginn war ursprünglich für 2014 vorgesehen, wurde aber mehrmals verzögert.
«Die Kernenergie ist heute weniger wettbewerbsfähig als andere Stromquellen und wird nicht dringend benötigt», erklärte Duong Quang Thanh, Vorsitzender der staatlichen Electricity of Vietnam Group, die das Bauprojekt beaufsichtigt, am 9. November 2016 den lokalen Medien. Erdöl und Kohle seien heute viel billiger als bei Projektbeginn. Laut staatlichen Medienberichten sind die inländischen Rohöl- und Kohlepreise seit 2010 um rund 50% gesunken. Das Wirtschaftswachstum sei langsamer als bisher prognostiziert gewachsen, was zu einer niedrigeren Stromnachfrage führe, so Thanh weiter.