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Der Weg zur Sanierung der Landmauer von Gamsen war steinig und lang. Nachdem sich jahrelang die Verantwortung für die Mauer zwischen Kanton und Gemeinde gegenseitig zugeschoben wurde, übernahm 1995 die Stiftung Landmauer Gamsen das Objekt mit all seinen Rechten und Pflichten. Damit war der Grundstein zur Sanierung der Mauer gelegt. Mit dem Beschluss vom 18.10.95 hat der Staatsrat des Kantons Wallis die Unterschutzstellung der Landmauer beschlossen und entsprechende Subventionen zugesichert. 1996 erfolgte die Unterschutzstellung durch die eidgenössische Denkmalpflege. In diese Unterschutzstellung wurden alle über- und unterirdischen Teile der Mauer einbezogen. Mit dem Übertrag der Mauer auf die Stiftung Landmauer Gamsen und die Veröffentlichung des Besitzanspruchs im Amtsblatt ist die Stiftung Besitzerin der Mauer auf der gesamten Länge. Bevor die vom Verfall bedrohte Mauer saniert werden konnte – Bäume, Sträucher und Bewuchs beeinträchtigten den Fortbestand dieses kulturhistorisch wertvollen Verteidigungsbauwerks – wurde mit den Naturschutzverbänden und der Interessengemeinschaft Gamsen vereinbart, dass an Stelle der Rodungsflächen entlang der Mauer ein qualitativ und quantitativ ausreichender Realersatz geschaffen werde. Dies geschah in Form eines Heckengürtels. 1996 wurden unter der Leitung der Kantonalen Denkmalpflege Notsanierungsarbeiten beim Rundturm durchgeführt. Ab dem Jahr 1997 führte die Stiftung Landmauer Gamsen in Jahresetappen die Sanierung der Mauer durch. Bis auf das von der A9 expropriierte Teilstück ist die Mauersanierung abgeschlossen. Der Stiftungsrat achtete dabei minutiös, dass die Arbeiten zur Erhaltung der Landmauer jeweils erst dann begonnen wurden, wenn deren Finanzierung gesichert war. Nach dem Grundsatz der Denkmalpflege wurden keine Rekonstruktionen vorgenommen, es wurde der Ist-Zustand saniert. Bei der Auswahl der Bindemittel sowie dem Verhältnis der Korngrösse des Sandes und des Kiesanteils wurde darauf geachtet, dass sie den ursprünglichen Rezepturen entsprachen. Nachfolgend lüften wir das Geheimnis um die Rezeptur unserer Mörtelmischung für die Landmauer Gamsen.
Fugenmörtel: 60 Liter Sand (0-8 mm), Sand-Kiesanteil: 75% : 25% / 12 Liter Sumpfkalk / 3 Liter Weisszement / 7 Liter Weisskalk / 1 Deziliter Sikapor / ½ Liter Filler / 0-0,5 Liter Sumpfkalkwasser (je nach Bedarf und Temperatur!)
Kronenmörtel: 60 Liter Sand (0-8 mm), Sand-Kiesanteil: 75% : 25% / 11 Liter Sumpfkalk (12)* / 7 Liter Weisszement (8)* / 4 Liter Weisskalk (3)* / 1 Deziliter Sikapor / ½ Liter Filler / 0 – 0,5 Liter Sumpfkalkwasser (je nach Bedarf und Temperatur!)
()* Mischung der vorhergehenden Jahre (!)
In sieben Etappen wurde mehr als zwei Drittel der ursprünglichen Talsperre mit Beteiligung des Bundes und des Kantons saniert. Damit die Gamsenmauer als ”Gesamtkunstwerk” – von der als einzige lineare Wehranlage der Schweiz noch bedeutende Bauteile aufrecht stehen – erhalten werden kann, bedarf es einer integralen Schutzzone ihrer Umgebung. Als Gemeinwerk ist sie nicht nur von wehrtechnischem, sondern ebenso von besonderem kulturhistorischem Interesse. Als sprechendes und repräsentatives Zeugnis mittelalterlicher Wehrarchitektur von nationaler Bedeutung lebt diese eindrückliche Talsperre ganz wesentlich von der Nachvollziehbarkeit ihrer räumlichen Ausdehnung und der Einbettung in die Kulturlandschaft. Nachdem die Mauer von der Stiftung Landmauer Gamsen in den Jahren 1997 – 2004 etappenweise saniert wurde, läuft gegenwärtig das Verfahren zum Ausscheiden einer Freihaltezone entlang der Mauer. Die Landmauer bietet an ihrer West- oder Feindseite über weite Strecken infolge Schutt- und Geröllablagerungen, aber auch durch jüngere, künstliche Terrainaufschüttungen (Industriezone West) nur teilweise ihr ursprüngliches Erscheinungsbild. Aus diesem Grund ist eine Freihaltezone auf der Ost- oder Verteidigungsseite sehr wichtig. Hier ist die Landmauer mit zahlreichen baulichen Details, dem tiefer liegenden Bodenniveau und der bewegten Schwemmlandschaft samt historischem Wegnetz und der Heckenlandschaft ursprünglicher und aussagekräftiger erhalten.
Martin Schmidhalter, Archäologe (Oktober 2005)