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Zwischen Wohnblöcken im Wohnquartier Herti steht die tonnenschwere Stahlplastik Turris (Turm) von Guiseppe Spagnulo. Unverrückbar und trotzig wie mittelalterliche Wehrtürme setzt die mehrere Tonnen schwere Stahlplastik einen klaren Akzent zwischen den Wohnbauten. Die Plastik besteht aus vier im Querschnitt runden, etwa 75 Zentimeter hohen Segmenten, die leicht gewölbt und mitunter durch senkrechte Risse aufgebrochen sind. Durch diese formalen Verschiebungen und Irritationen, und die lebendige Farbigkeit der korrodierten Oberflächen entsteht ein Turm, der sich durch eine ausgewogene Balance zwischen Starrheit und Bewegung auszeichnet. Im Hertiquartier, das seit den 1960er Jahren in Etappen bebaut wurde, setzt der Turm, der an einen mittelalterlichen Wehrturm erinnert, einen prägnanten, unverrückbaren Akzent. Die Zylinder aus massivem Stahl presste man mit grossem Druck in ihre Form und wurden in der Giesserei Gerlafingen hergestellt, mit der damals stärksten Presse Europas. Das Werk kam an diesen Standort, nachdem es im Kunsthaus Zug im Rahmen der Ausstellung «Spagnulo» 1994 gezeigt wurde.
Giuseppe Spagnulo wurde 1936 in Grottaglie, Italien, geboren und lebt und arbeitet in Mailand und Stuttgart. Von 1952 bis 1958 bildete er sich am Istituto d’arte per la ceramica in Faenza (I) aus. Ab 1959 studierte er an der Accademia die Brera in Mailand. Er wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, so 1974 mit dem ersten Preis des 5. Premio Scultura Seregno-Brianza. Für den öffentlichen Raum schuf er zahlreiche Werke. Er war an verschiedenen Ausstellungen präsent, so auch 1972 an der Biennale von Venedig und 1977 an der documenta 6 in Kassel.
Giuseppe Spagnulo, Turris, 1992, Plastik, Stahl, H 320 cm, D 150 cm, Herti 5, General-Guisan-Strasse 22, Eigentum Stadt Zug