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Vom Schuhmacher zum Dachdecker
Eigentlich war Johann – Josef Betschart Schuhmacher und fertigte unter anderem Schuhe für die Schweizer Armee. J. – J. Betschart besuchte einen einwöchigen Kurs bei der Firma Eternit, sein erster Auftrag als Dachdecker liess allerdings noch ein paar Jahre auf sich warten. 1906 war es dann soweit. J. – J. Betschart bekam seinen ersten offiziellen Auftrag an äusserst prominenter Stelle, auf 1898 Meter über Meer deckte er das Dach auf dem Berghaus des Grossen Mythen. Damit legte er den Grundstein für die Firma F. Betschart + Söhne AG.
Die Übergabe der Schuhmacherei und der Dachdeckerei an seinen Sohn Franz vollzog sich fliessend. Mehr und mehr wuchs der Junior in die beiden Aufgaben hinein. 1935 bestand Franz Betschart die Dachdeckermeisterprüfung, obwohl sein eigentlicher Traumberuf Schreiner war. Festangestellte hatten die beiden keine. Je nach Bedarf engagierten sie Handlanger: oft halfen ihnen der Briefträger und der Kaminfeger des Dorfes bei der Arbeit (um 1940).
Erstes Firmengebäude
Neben der Schuhmacherei und der Dachdeckerei führte Franz Betschart von 1944–84 die Raiffeisenbank in Illgau und über 30 Jahre lang die AHV-Zweigstelle und das Fürsorgeamt. Das erste Fahrzeug seiner Firma war ein Motorrad. Nach einer «Reparatur» beim Töffmechaniker kam dieses allerdings in einer Kiste zurück mit der Information, dass er leider Gottes nicht mehr wisse, wie man den «Göpel» zusammenbaut… (1950). Zwei Jahre später hatte der Betrieb bereits drei Teilzeitmitarbeiter. Franz Betschart sen. schusterte für sich selber das letzte Paar Massschuhe und gab seine Schuhmacherei auf.
In den Jahren 1957 bis 1961 schlossen die Söhne von Franz Betschart sen. erfolgreich ihre Ausbildungen ab: Franz jun. und Paul werden Dachdecker, Walter Sanitärmonteur. Walter hätte nach dem Wunsch seines Vaters Spengler werden sollen, da sich dessen Aufgabengebiet besser mit der Dachdeckerei ergänzt – beim Unterzeichnen des Lehrvertrags änderte Walter aber kurzerhand die Berufsbezeichnung von Spengler zu Sanitärmonteur.
1964 wird aus dem Unternehmen eine Kollektivgesellschaft, die dann im Jahre 1975 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Das Firmengebäude wird 1972 – 73 errichtet. Nach dem Tod von Franz Betschart sen. 1987 führen seine drei Söhne das Unternehmen weiter.
Bereit für die Zukunft
Seit Anfang 2010 wird die Firma bereits in der vierten Generation geführt. Kurt (eidg. dipl. Dachdeckermeister, Sohn von Franz jun.) und Peter (eidg. dipl. Spenglermeister, Sohn von Walter) führen zusammen den Familienbetrieb weiter. Im Sommer 2017 hat das Unternehmen den Firmennamen und das Logo modernisiert und den leicht geänderten Tätigkeitsgebieten angepasst. Die Firma Betschart Gebäudehülle AG beschäftigt heute rund zwanzig Mitarbeiter und ist Partner für sämtliche Arbeiten an der Gebäudehülle: Steildach, Flachdach, Fassadenbau, Bauspenglerei mit zusätzlichem Angebot an Fensterbänken, Tür- und Fensterzargen, Solar- und Blitzschutzanlagen.