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Nach dem zweiten schweren Erdbeben vor der indonesischen Insel Lombok innerhalb einer Woche ist die Zahl der Toten auf mindestens 142 gestiegen. Das Beben hatte eine Stärke von 7,0 und war damit noch gewaltiger als die Erschütterungen von vor einer Woche.
«Es ist wahrscheinlich, dass die Zahl der Opfer noch steigt», sagte ein Behördensprecher weiter. Die meisten Todesopfer seien auf herunterfallende Trümmerteile zurückzuführen. Hunderte Menschen seien ausserdem bei den schweren Erdstössen verletzt worden.
Zuvor hatten die lokalen Behörden von mindestens 82 Todesopfern, noch früher von 39 Toten gesprochen. Tausende Einwohner und Feriengäste flohen aus ihren Häusern beziehungsweise ihren Hotels ins Freie. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von rund zehn Kilometern und war auch auf der Nachbarinsel Bali zu spüren. Auch das Gebäude des internationalen Flughafens Ngurah Rai auf Bali wurde leicht beschädigt. Der Flugbetrieb war davon aber nicht beeinträchtigt.
Das Epizentrum des Erdstosses lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte 18 Kilometer nordwestlich von Lombok im Meer - und damit weit entfernt von den Touristenzentren im Süden und Westen der Insel. Danach folgten auf den schweren Erdstoss zwei Nachbeben, eines davon mit einer Stärke von 5,4.
Die Schweizer Vertretung in Jakarta steht laut einer Mitteilung des EDA von der Nacht auf Montag mit den zuständigen lokalen Behörden in Indonesien sowie mit mehreren Schweizern in der betroffenen Region in Kontakt. Sie prüfe derzeit, ob Schweizer Staatsangehörige blockiert seien und Unterstützung durch Dritte benötigten.
Zum aktuellen Zeitpunkt gebe es aber keine Hinweise darauf, dass Schweizer Staatsangehörige im jüngsten Erdbeben auf Lombok zu Schaden gekommen seien.
Zwei für den heutigen Montag geplante internationale Konferenzen mit Ministern aus Nachbarländern zu den Themen regionale Sicherheit und Terrorabwehr auf Bali und Lombok wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Alle bereits angereisten Gäste seien sicher und unversehrt, hiess es von offizieller Seite.
Erst vor einer Woche hatte auf Lombok die Erde gebebt. Die Erschütterungen hatten eine Stärke von 6,4. Viele Bewohner waren damals im Schlaf überrascht worden. Mehr als ein dutzend Personen waren bei dem Erdbeben ums Leben gekommen und Tausende Häuser waren beschädigt worden.
In Indonesien kommt es häufig zu Erdbeben, weil der Staat am sogenannten Pazifischen Feuerring liegt. Dort gibt es besonders viele Vulkane. Auch starke Erdbeben treten häufig auf und lösen zum Teil Tsunamis aus.
Nach dem jüngsten Beben war zunächst eine Tsunami-Warnung ausgelöst worden; diese wurde aber nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. (sda/reu/afp)