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von Werner Wild und Elisabeth Langenegger
Rettungsgrabungen der Kantonsarchäologie Zürich führten in Elsau zur Entdeckung zweier frühmittelalterlicher Kirchen und eines Grabes aus dem 9. Jh. im Nordanbau der zweiten Kirche. Am Skelett der rund 42-jährigen Frau waren verschiedene krankhafte Veränderungen erkennbar. Ein bis sechs Jahre nach der Bestattung öffnete man das Grab wieder, wobei der Schädel und andere Knochen verschoben wurden. Beim Wiedereindecken des Grabes wurde ein massive Steinpackung über die Tote gelegt. Darüber hatte man im Kopfbereich den Fuss eines Seeadlers, im Bereich über den Knien die Pfote eines Fuchses niedergelegt. Nach dem Einbau eines Mörtelbodens war das Grab nicht mehr sichtbar.
Eine bisher unbekannte Handlung stellt das Deponieren von Tierfüssen über einem Grab dar. Versuchte man, der armen Seele mittels Amuletten zum Eintritt ins Jenseits zu verhelfen? Schützte man sich gegen eine gefährliche Tote, welche als Wiedergängerin ihr Unwesen trieb? Der Adler war in der Antike Seelenbegleiter und in der christlichen Ikonografie Symbol für die Auferstehung. Der Fuchs stand dagegen als hinterlistiges Tier mit dem Teufel im Bunde. Vermutlich wiesen die Tierfüsse und auch die übrigen Handlungen mehrere Bedeutungen auf und drücken so auch das Dilemma der Zeitgenossen im Umgang mit der Toten aus.
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: Unter Adler und Fuchs begraben – Ein aufsehenerregendes Frauengrab des 9. Jahrhunderts in Elsau , Elisabeth
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 11. Jahrgang 2006, Heft 1, .