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<h2>SubmittedText<h2><p>Bei der Unterstützung des Immunsystems spielen Vitamine und Spurenelemente eine wichtige Rolle. Ein suboptimaler Status dieser Mikronährstoffe kann die Widerstandfähigkeit des Körpers auf Infektionen negativ beeinflussen. Die COVID-19-Pandemie hat genau dies gezeigt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien weisen auf einen Zusammenhang hin zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel und einem erhöhten Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion bzw. für einen schweren COVID-19-Verlauf. Das Thema beschäftigt weltweit Wissenschaft, Behörden und Politik. So empfehlen unter anderem Deutschland und Frankreich für Risikogruppen eine Supplementierung mit Vitamin D-Präparaten. In Grossbritannien erhalten Ältere von der Regierung ein Vitamin D Präparat für drei Monate. </p><p>Idealerweise sollte eine angemessene Mikronährstoff-Zufuhr durch eine ausgewogene Ernährung erreicht werden. Daten zeigen jedoch, dass in Europa und auch in der Schweiz eine Unterversorgung mit verschiedenen Mikronährstoffen, insbesondere Vitamin D, weit verbreitet ist. Der Ernährungszustand ist bei älteren Erwachsenen (v. a. Pflegeheimbewohner, geriatrische Patienten) besonders unbefriedigend.</p><p>An den Universitäten Lausanne, Zürich, Basel und an der ETH Zürich forschen international anerkannte Spezialisten im Bereich Mikronährstoffe. Einige dieser Experten sind Mitglieder der Eidgenössischen Ernährungskommission (EEK).</p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Daten- und Studienlage zur Verbindung zwischen Immunsystem und Mikronährstoff-Status?</p><p>2. Wann gibt der Bundesrat, ähnlich wie es einige europäische Staaten bereits getan haben, eine länderspezifische Analyse der Datenlage in Auftrag, damit die neuesten klinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst wirksam zum Schutz der Schweizer Bevölkerung umgesetzt werden können?</p><p>3. Inwiefern erachtet es der Bundesrat angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse als notwendig und angezeigt, die Schweizer Ernährungsempfehlungen bezüglich Mikronährstoffe zu aktualisieren? </p><p>4. Wann beauftragt der Bundesrat die Erarbeitung spezifischer Empfehlungen für Risikogruppen, sowohl im Sinne eines langfristigen Pandemie-Managements als auch im Interesse der öffentlichen Gesundheit?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ziel der Schweizer Ernährungsstrategie 2017 - 2024 (<a href="http://www.blv.admin.ch">www.blv.admin.ch</a> &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Strategie und Aktionsplan) ist die Förderung einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung zur Erhaltung der Gesundheit und damit zur Vorbeugung verschiedener Krankheiten.</p><p>1/2) Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen gehört zu den wichtigen Voraussetzungen für ein optimales Immunsystem. Eine ausgewogene Ernährung und regelmässige körperliche Aktivität stärken das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit. Grundsätzlich liefert eine ausgewogene Ernährung die notwendigen Makro- (z.B. Proteine) und Mikronährstoffe (z.B. Vitamine und Mineralien), sodass eine Supplementierung für die Allgemeinbevölkerung nicht notwendig ist. Für spezifische Bevölkerungsgruppen (z.B. ältere Personen) ist es jedoch bei gewissen Mikronährstoffen (z.B. Vitamin D) schwierig, eine ausreichende Aufnahme via Lebensmittel sicherzustellen. Gezielte Supplementierung kann für diese Gruppen sinnvoll sein.</p><p>Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) führt regelmässig Studien zum Ernährungsstatus der Bevölkerung in der Schweiz durch, um allenfalls Massnahmen einleiten zu können. So werden z.B. für gewisse Risikogruppen regelmässig Selen- und Jodmonitorings durchgeführt. Zudem wurden 2014/2015 mit der ersten nationalen Ernährungserhebung menuCH (www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; menuCH) die Ernährungsgewohnheiten der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz erfasst. Ab 2022 soll eine vergleichbare Ernährungserhebung bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Weitere Daten sind im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 69 (<a href="http://www.nfp69.ch">www.nfp69.ch</a>) erhoben und ausgewertet worden. Die notwendigen Informationen sind somit verfügbar. Weitere Auswertungen sind aus Sicht des Bundesrates nicht notwendig.</p><p>3) Die Schweizer Ernährungsempfehlungen werden gestützt auf Empfehlungen der Eidgenössischen Ernährungskommission (EEK) und die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse regelmässig aktualisiert. Dabei wird jeweils auch geprüft, ob die Referenzwerte für die Zufuhr von Mikronährstoffen angepasst werden müssen. Das BLV hat in den letzten Jahren zum Beispiel die Ernährungsempfehlungen für Gruppen wie Säuglinge, schwangere und stillende Frauen oder ältere Personen (z.B. Proteine und Vitamin D im Jahr 2019) erarbeitet, aktualisiert und publiziert (www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Empfehlungen und Informationen &gt; Lebensmittel und Nährstoffe &gt; Nährstoffe).</p><p>4) Die Schweizer Ernährungsempfehlungen berücksichtigen schon heute die Bedürfnisse von spezifischen Risikogruppen. So empfiehlt das BLV zum Beispiel bei Vitamin D in gewissen Lebensphasen eine gezielte Supplementierung. Supplemente sollten jedoch nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt genommen werden, da eine zu hohe Dosis an Nährstoffen schädlich sein kann.</p>  Antwort des Bundesrates.