Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03477.jsonl.gz/643

Historie
Liebe Freunde, Dear friends
My name is Lark, actually Studebaker Lark, and I was born in 1961 in the United States.
Meine Familie entsprang einer amerikanischen Markenname für Fuhrwerke, Kutschen, Automobile, Nutzfahrzeuge, Industrieprodukte und Rüstungsgüter. Das Unternehmen wurde am 16. Februar 1852 als Schmiede gegründet. 1868 wurde es als Studebaker Brothers Manufacturing Company eingetragen. Von 1911 bis 1954 und von 1961 bis 1966 firmierte es als Studebaker Corporation. Dazwischen fusionierte es mit der kleineren Packard Motor Car Company zur Studebaker-Packard Corporation, die 1958 de facto und 1961 formell beendet wurde. Meine Familie zog sich 1966 aus der Automobilbranche zurück.
Von meiner Jugend in der Schweiz weiss ich kaum etwas, aber ich kann mich an meine Hautfarbe erinnern. Diese war ein unscheinbares Hellbraun, und ich wurde als 1961 Model Lark in der Schweiz nicht sehr gut aufgenommen.
Ein neuer Besitzer kam dann auf die Idee, mich auf Schwarz umzufärben.
Sicher attraktiver, aber leider hatte er übersehen, dass mein Thermolack das kaum übersteht.
So habe ich während Jahren unter dem neuen «Look» gelitten und versucht, diesen wieder abzustossen.
Am Ende meiner Kräfte stand ich bei einem Antikhändler in der Schweiz zwischen Gossau und St. Gallen. Ich kam mir sehr billig vor, wie ich am Strassenrand zur Schau gestellt wurde und dies mit all den Sprüngen und dem scheusslichen Make-up.
Das Preisschild auf meiner Stirn hat auch nicht wirklich zu einem höheren Selbstbewusstsein beigetragen.
Ich war ein altes, hässliches Auto namens Lark, Studebaker Lark aus den USA.
Sicherlich hatte ich sehr berühmte Vorfahren und Verwandte in Amerika, aber die waren alle schon tod oder bankrott.
So stand ich allein an dieser Strasse in der Schweiz und wartete auf eine neue Freundschaft.
In meinem Tagebuch konnte ich lesen, dass ich als «Veteranenfahrzeug Lark VI 59 S» registriert war -immerhin etwas.
Richtig stolz wurde ich, als ich im Tagebuch lesen konnte, dass ich in der vorderen und hinteren Sitzreihe je 3 Personen befördern darf. Wer darf denn so was?
Da meine Muskelkraft nicht überwiegend ist, hat sich diese Erkenntnis jedoch sehr positiv auf mein Selbstbewusstsein ausgewirkt. Mein Zuhause an der Strasse war stinkig, lärmig und ungemütlich.
Obwohl ich unter diesen Umständen am Strassenrand sehr gelitten habe und sich meine Haut immer mehr ablöste, hatte ich die Hoffnung für einen Neuanfang nach über 50 Jahren noch nicht verloren.
Wirklich «sexy» sah ich auch nicht mehr aus, einfach zu alt, schwarz und mit vielen Falten. An jeder Stelle konnte man mein Alter erkennen und meiner Familie in den USA erging es nicht besser.
Was sollte ich als alter Amerikaner in diesem Zwergstaat «Schweiz» noch für eine Bleibe finden?
Tausende von Artgenossen passierten jeden Tag meinen Standpunkt in Gossau. Aber die neuen, rostfreien Kollegen ohne Schäden und Altersproblemen haben mich völlig ignoriert.
Eines Tages hielt ein Fahrzeug an und der Fahrer wollte mehr von mir wissen. Er hätte mich schon lange beobachtet aber nicht zuordnen können. Nach der Erklärung der Familiengeschichte vom Besitzer hat er meine seltene Abstammung erkannt.
So durfte ich mit ihm in seine Werkstatt nach Oberuzwil fahren, wo ich von all den anderen Kollegen (alles Oldies) herzlich empfangen wurde.
Viele Abklärungen über meine Herkunft wurden eingeholt und ich musste mich nach und nach entblössen.
Alles an mir wurde entfernt! Die Menschen um mich stöhnten und fluchten, nur mir ging es immer besser. Am Schluss stand ich völlig nackt, nur mit dem Gerippe und vier Rädern da und sogar mein ganzes Oberteil war weg.
Alles zur «Kur ins Bad», habe ich mitbekommen. Nach Wochen kamen alle meine Glieder zurück, völlig sauber, ohne Rost, aber total blass.
Sie seien im «Kurbad» gewesen, bei Meier Rafz. Das Bad sei schon etwas «kribbelig» gewesen, aber alle Glieder vom alten Lack und Rost befreit.
Mein Skelett wartete in Herisau sehnlichst in auf die sauberen Organe.
So wurden sie dort wieder vereinigt - dann griff der Masseur ein. Viele Stunden hat der er auf mich eingewirkt und meine ursprüngliche Schönheit wiederhergestellt (Spengler).
Immer unter der Aufsicht des Schönheitschirurgen, welcher schlussendlich für mein Aussehen verantwortlich gemacht wurde. Er hat sich für eine roten Body mit eierschal-farbigem Hut entschieden (Lackierer). Von meinem tristen Schwarz ist heute gar nichts mehr zu erkennen.
Nun musste aber alles wieder funktionieren und zusammenpassen. Nach meiner Vollnarkose habe ich ein zweites Autoleben erfahren dürfen.
Peter A. und Christian B. haben alle meine Venen und Arterien wieder top zusammengebaut und alle mechanischen und organischen Schäden behoben. Ich konnte wieder atmen, der Durst wurde gelöscht und die Impulse von meinem Herzschrittmacher haben gewirkt.
Heute stehe ich als Jungbrunnen in einer schönen Garage in Herisau und freue mich auf jede Ausfahrt.
Vielen Dank an:
Swiss Classic Car Consulting, Herisau und Oberuzwil: Peter Aeschlimann
Garage Meier, Herisau: Jörg Meier, Peter Baumann, Hans Meier und der ganzen Crew
Pressebericht:
zwischengas.com