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Herstellungsort unbekannt, um 1500
Leinen
H. 50 cm, B. 130 cm
Inv. 1890.105.
In der alten Eidgenossenschaft spielten Fahnen in Gesellschaft, Brauchtum und Krieg eine wichtige Rolle; man pflegte einen fast archaisch anmutenden Fahnenkult. Die Banner- oder Vennerherren gehörten zu den höchsten Beamten. Retter der Fahne aus schwerer Not waren gefeierte Helden. Erbeutete Fahnen zählten zu den wertvollsten Kriegstrophäen und erhielten sakrale Bedeutung. Auf Fahnenflucht stand nicht selten die Todesstrafe. Trotz der grossen Wertschätzung gingen viele Fahnen verloren.
Im Unterschied zu Zürich, St. Gallen und Luzern besitzt Basel einen grossen Reichtum an alten Zunftfahnen. In Basel dürften sich auch die ältesten Darstellungen von Zunftfahnen befinden. Eine um 1360 geschaffene Steinskulptur an einem Rundpfeiler in der Martinskirche zeigt die Fahne der Zunft zu Schiffleuten. Das Historische Museum verwahrt eine Holztafel, um 1500 entstanden, mit der Wiedergabe einer Fahne der Zunft zu Metzgern.
Weil die Zünfte in Basel in der militärischen Organisation eine Rolle spielten, erfüllten die Zunftfahnen auch militärische Funktionen. Für einzelne Kriegszüge sind in den Zunftarchiven noch die genauen Aufstellungen der Zünfte über die Mannschaftsauszüge mit Angaben zur Bewaffnung erhalten. Eine im Jahre 1542 erneuerte Kriegsordnung, die auf älteren Vorlagen fusst, schrieb allen Zünften und Gesellschaften den Besitz eines Gerfähnleins (kleines, wimpelförmiges Fähnlein) vor. Die Kriegsordnung bestimmte, dass beim Auszug mit dem Stadtbanner die Zunftmitglieder sich um das eigene Gerfähnlein scharen mussten, «umb daz sich yedie zunft oder gesellschaft und die iren sich wissen dem venlin nachzehalten und dester bass byeinander ze bliben.» Das Gerfähnlein der Zunft zum Goldenen Stern zeigt auf blau gefärbtem Grund in der Mitte das Zunftemblem, einen goldenen Stern mit Strahlen, flankiert von einem goldenen Schermesser und einer goldenen Salbbüchse. Im Zipfel ist das Basler Wappen aufgemalt. Die Halbzunft zum Goldenen Stern vereinigte die Bader und Scherer, d.h. die Barbiere und Wundärzte. Die Zunft nahm die Wundschau vor und beaufsichtigte das Siechenhaus. Sie erfüllte somit wichtige gesund-heitspolitische Aufgaben. Bei Kriegszügen nahmen sich die Zunftmitglieder der Verletzten an und betätigten sich als Wundärzte.
Basel, hauptsächlich 1930er und 1940er Jahre Künstler: R. Münger, R. Trübner, W. Koch, Alexander Zschokke (1894-1981), Ed. Niethammer, Urech, E. Waldheuer, Aldo Patocchi (1907-1986), Emil Beurmann (1862-1951), Niklaus Stöcklin (1896-1982) Fotografin: Claire Roessiger Papier, Halbkarton, Lithographie, Buchdruck H. 35 cm, L. 50,3 cm Inv. 2007.4.