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«Ich bin eine Hausfrau, Mutter von fünf Kindern. Ich habe Enkel und Urenkel - ich bin also nicht mehr die Jüngste» so stellt sich die über 80-jährige Frau vor. Ihren Namen möchte sie nicht im Radio hören, das wäre ihr unangenehm. Wir nennen sie Frau Bianchi. Ihre Geschichte erzählt sie gern. Wie sie den Mann am Rhein traf, mit ihm immer wieder plauderte. Er war ihr sympathisch.
Eines Tages stand der Mann vor ihrer Haustüre. «Er war verzweifelt», erinnert sich Frau Bianchi. Er hatte sein ganzes Hab und Gut dabei, «da wusste ich, er hat kein Heim». An dem Ort, wo er sonst seine Sachen deponiert hatte, hatte man ihn zum Gehen aufgefordert. Er wusste nicht wohin damit. «So ist er zu mir gekommen, er hatte keine Wahl». Und Frau Bianchi hatte auch keine Wahl, wie sie erzählt.
Spontane Hilfe
Sie hat ihm den Schlüssel zum Mehrfamilienhaus gegeben, in dem sie wohnt und ihm ihren Keller angeboten. Mit der Zeit hat der Mann immer mehr Zeit da verbracht, immer nur tagsüber. Bis heute geht er in ihrem Keller ein und aus. Nach anfänglichen Fragen, gewöhnten sich auch die Nachbarn an ihn. Mit Ausnahme einer Frau, sie habe mit Rechtsschritten gedroht. Über diesen Streit spricht Frau Bianchi nicht gerne.
Sie hätte spontan gehandelt, mit Zivilcourage habe das nichts zu tun gehabt. Er habe ihr Leid getan. Sie habe einfach das getan, was sie konnte.