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Erhöht Grübeln die Anzahl der Zwangsgedanken und den Drang zu Zwangshandlungen ? Eine experimentelle Studie
Lead
Pathologisches Grübeln ist gekennzeichnet durch anhaltendes, repetitives Denken über die Ursachen, Bedeutung und Konsequenzen psychischer Probleme. Es ist ein häufig beobachtbares Phänomen psychischer Störungen. Experimentelle und Längsschnittstudien zeigen, dass Grübeln im Zusammenhang mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen steht. Auch bei Angst- und Essstörungen gibt es experimentelle Nachweis dafür, dass die Symptomatik nach im Labor induziertem Grübeln im Vergleich zu Ablenkung ansteigt. Bei Zwangsstörungen gibt es bis lang jedoch nur sehr wenig Forschung zur Bedeutung des Grübelns für die Symptomatik.
Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Korrelative und Fragebogenstudien weisen darauf hin, dass Grübeln über Zwangssymptome, deren Bedeutung, Ursachen und Kosenquenzen ein häufiges Phänomen ist, welches die Betroffenen zusätzlich beeinträchtigt. Das Ziel des Forschungsprojekts ist zu untersuchen, in wiefern Grübeln direkt die Häufigkeit der Zwangsgedanken, den Drang zu Zwangshandlungen und das damit verbundene Leiden verstärken. Dazu wird der direkte Einfluss von im Labor induziertem Grübeln auf die Zwangssymptomatik im Vergleich zu einer Ablenkungsbedingung gemessen. Zusätzlich wird der potentielle längerfristige Einfluss des Grübelns mit Hilfe von Smartphones bis zu 12 Stunden nach dem Grübeln erhoben. Eingeschlossen werden stationär oder ambulant behandelte Menschen mit einer Zwangserkrankung.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts
Kenntnisse über die Auswirkungen des Grübelns auf Zwangssymptome sind wichtig, um die Aufrechterhaltungsmechanismen der Störung besser zu verstehen und gegebenenfalls theoretische Modelle um dysfunktionale Grübelprozesse zu erweitern. Sollte sich herausstellen, dass das Grübeln einen unmittelbaren Anstieg von Zwangsgedanken und Unbehagen bewirkt, wären weitere Untersuchungen indiziert, um herauszufinden, welche Mechanismen Rumination und Zwangssymptome verbinden. Letztendlich trägt das Projekt zu Überlegungen bei,
therapeutische Strategien abzuleiten, welche direkt beim dysfunktionale Grübeln ansetzen, um so die Heilungschancen der Betroffenen zu erhöhen.
Keywords
Obsessive-compulsive disorder, rumination, experimental study