Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03264.jsonl.gz/1054

Kleinbauern in tropisch-ariden Gebieten tragen essentiell zur Ernährungsgrundlage in bevölkerungsreichen Staaten in Afrika oder Indien bei. Kleinbauern stehen zunehmend vor der Herausforderung ihre Ernteerträge aufgrund der lokal wachsenden Bevölkerung erhöhen zu müssen. Gleichzeitig geraten Kleinbauern durch den Klimawandel unter Druck. Insbesondere Trockenheitsereignisse können massive negative Auswirkungen auf die Ertragssicherheit von Kleinbauern haben. Da Kleinbauern jedoch nicht über das Kapital verfügen, um auf die Herausforderungen der Zukunft mit technischen Lösungen (z.B. Bewässerungssysteme) zu reagieren, bedarf es anderer Lösungen, die darauf abzielen die lokal gegebenen Ressourcen möglichst effizient und im Sinne der Ertragsstabilität zu nutzen.
Ein Lösungsansatz besteht darin verschiedene tropisch-aride Nutzpflanzen (Hirsen und Leguminosen) so vergesellschaften, dass sie das im Boden vorhandenen Wasser optimal ausnutzen und so höhere und stabilere Erträge ohne zusätzliche infrastrukturelle Kosten erzielen können. Der Ansatz baut auf dem Konzept der „Bioirrigation“ auf, wobei tief-wurzelnde Pflanzen (z.B. Leguminosen) nachts Wasser aus tiefen feuchten Bodenschichten durch ihr Wurzelsystem in den Oberboden leiten. Dieses Wasser steht dann während des Tages flachwurzelnden Arten, wie z.B. Hirsen zur Verfügung. Bioirrigation könnte daher ein simples agrar-ökologisches Konzept sein, um Trockenschäden und Ernteeinbussen bei flachwurzenden Agrarpflanzen zu verhindern.
Erste Gewächshausstudien haben gezeigt, dass Bioirrrigation tatsächlich funktioniert und Trockenstress von flachwurzelnden Hirsen durch Bioirrigation vermindert werden kann. Zudem hat sich gezeigt, dass Mycorrhizapilze, welche die Wurzelräume der beiden Arten verbinden, wesentlich zum Wassertransfer beitragen. Bei Feldversuchen hat sich das Bioirrigation Konzept jedoch bis heute nicht bewährt. Es wird vermutet, dass es zwischen den kombinierten Arten zu sehr starken zwischenartlichen Konkurrenzverhältnissen kommt, und insbesondere der Ertrag der Hirse durch die Vergesellschaftung mit Leguminosen stark beeinträchtigt wird. Zudem ist unklar, ob der in der Landwirtschaft übliche Abstand zwischen den Pflanzen zu gross ist, um einen Transfer von Wasser zwischen der Wurzelsystemen der zwei Arten zu ermöglichen.
Das hier beschriebene Projekt versucht nun die erfolgreichen Gewächshaustests von Bioirrigation in die Praxis zu transferieren. Speziell soll untersucht werden, welche Leguminosenarten am besten für die Bioirrigation geeignet sind. Dies vor allem im Hinblick auf die Fähigkeit Wasser zur Verfügung zu stellen und andererseits einen geringen Konkurrenzdruck auszuüben. Des wWiteren soll untersucht werden, wie Pflanzabstände variiert werden müssen, damit der Wassertransfer zwischen den Wurzelsystemen der vergesellschafteten Pflanzenarten ermöglicht wird. Letztlich wird der Frage nachgegangen, ob Mycorrhizapilze auch im Feld eine wichtige Rolle für die Bioirrigation spielen.