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G A L E R I E

AFRICANA
|seit 1950|
|since 1950|
|depuis 1950|

Körpermaske
Nr. 11/92
Helmmaske
26 x 29 x 22cm
Nr. 22/95

Makonde
Mit etwa 20'000 Menschen vergleichsweise kleine, jedoch künstlerisch bekannteste Volksgruppe Ostafrikas. Die Makonde leben an der Küste im südöstlichen Tansania und im angrenzenden Mosambik mit den Yao im Westen, den Mwera und Matumbi im Norden, sowie den Makua im Süden und Westen als Nachbarn, mit denen sie auch die künstlerischen Inspirationen weitgehend teilen.
Vorläufig ist es deshalb äusserst schwierig, einzelne Stilunterschiede zu definieren, da auch offenbar viele Objekte aus der näheren oder weiteren Nachbarschaft übernommen oder auch gehandelt wurden.
Einigen wenigen Figuren der Markonde - viele von ihnen in Museen - steht eine Fülle von Masken gegenüber, von denen es zwei Haupttypen gibt: Eine meist klein geschnitzte Gesichtsmaske, mit oder ohne Lippenpflock, sowie eine häufig naturalistisch geschnitzte Helmmaske, meist aus leichtem Holz; daneben gibt es einige Übergangsformen zwischen Gesichts- und Helmmasken wie sie auch aus anderen Gebieten Afrikas bekannt sind (vor allem Nigeria).
Beide Typen, Gesichts- und Helmmaske kommen mit Narbentatauierungen und echten Haaren vor; erstere wurden durch Flecken und Streifen von Bienenwachs mit den Fingern aufgetragen, letztere durch kleine Einschnitte mit Hilfe eines stumpfen Gegenstandes eingetieft. Daneben konnten Frisuren und Tatauierungen auch durch Ritz-, Beiz- und Brandtechniken angedeutet werden. Es gibt Miniaturmasken mit Schutzfunktion, Masken mit menschlichen Gesichtern der verschiedensten Typen - Makonde mit negroiden Zügen, Fremde, Araber, Europäer, «Shetani» mit übergrossen Ohren, Krankheitsmasken (Gesichtslähmungen), und eine Reihe Tiermasken; die meisten dieser Typen kommen sowohl in Holz als auch in Terakotta vor.
Neben diesen Haupttypen von Masken gibt es Leibmasken oder Brustplatten, ähnlich denjenigen der Yoruba (jedoch nur weibliche); sie sind ebenfalls meist mit Tatauierungen versehen und symbolisieren angeblich die Legende vom ersten Mann der Schöpfung, der eine Holzfigur schnitzte; daraufhin erwachte diese zum Leben und wurde seine Frau. Sehr selten sind ausserdem Sexualmasken, die nur das männliche oder weibliche Geschlechtsteil zeigen und mit echten Haaren versehen sind.
Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)
© Galerie HILT AG Basel, 2005/tg
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