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Für den auf Hindi verfassten Roman «Tomb of Sand» gewann Geetanjali Shree 2022 als erste indische Autorin den internationalen Booker-Preis. Das Buch handelt von einer achtzigjährigen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes in eine Depression fällt, um dann wieder aufzutauchen und ein neues Leben zu beginnen. Ihre Entschlossenheit, sich über alle Konventionen hinwegzusetzen – und eine Freundschaft mit einer Hijra (Transfrau) einzugehen – verwirrt ihre bohèmehafte Tochter, die daran gewöhnt ist, sich als die «modernere» von beiden zu betrachten. Auf Drängen der älteren Frau reisen sie zurück nach Pakistan, wo sie sich gleichzeitig mit dem ungelösten Trauma ihrer jugendlichen Erfahrungen mit der Teilung auseinandersetzen und neu bewerten, was es bedeutet, Mutter, Tochter, Frau und Feministin zu sein.
Neben «Tomb of Sand» wird Geetanjali Shree auch ihren hochgelobten Debütroman «Mai» vorstellen, der auch auf Deutsch vorliegt. Darin porträtiert sie drei Generationen einer indischen Familie und erzählt von der gewaltigen Herausforderung, einander wirklich zu verstehen.
Geetanjali Shree (geboren 1957 in Mainpuri) zählt zu den wichtigsten feministischen Stimmen und Schriftstellerinnen Indiens. Das zentrale Thema ihrer Werke ist die Erforschung der weiblichen Identität und die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, mit denen Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaft konfrontiert sind. Die BBC zählt sie zu den 100 einflussreichsten und inspirierendsten Frauen der Welt («100 Women»).