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Als der Dieselmotor entwickelt wurde, sollte er die Dampfmaschine ablösen - und das schaffte er auch. Der Motor wurde eine Erfolgsgeschichte. Und sein Erfinder legendär: Vor 100 Jahren starb Rudolf Diesel.
Ohne diese Erfindung wären Menschen und Güter in der heutigen Welt längst nicht so in Bewegung. Der Augsburger Ingenieur Diesel entwickelte Ende des 19. Jahrhundert den nach ihm benannten Motor, der auch heute noch rund um den Globus Autos, Lastwagen, Lokomotiven, Schiffe und Kraftwerke antreibt.
Diesel arbeitete bei Sulzer
Unbestritten ist, dass Diesel hat nicht nur zur Blüte der Industrienation Deutschland beitrug - er hinterliess auch in der Schweiz wichtige Spuren. Der Sulzer-Konzern in Winterthur baute auf den Entwicklungen des Erfinders auf und wurde so zu einem der wichtigsten Namen im Motorenbau.
1893 verkaufte Diesel die Nutzungsrechte für seine Patente in der Schweiz an Sulzer. Bis zur Jahrhundertwende gab es in der Entwicklung der Dieselmotoren immer wieder Rückschläge, doch der Durchhaltewille Diesels und der Glaube der Familie Sulzer an die Zukunft der Maschinen führten zum Erfolg. 1897, im Jahr, als in Augsburg der erste Dieselmotor gebaut wurde, stellte auch Sulzer die erste solche Maschine her. 1903 wurde der endgültige Vertrag zwischen Sulzer und Diesel unterzeichnet.
Sulzer entschied sich für den Zweitaktantrieb
Jakob Sulzer-Imhoof schwebten allerdings nicht die von Diesel entworfenen dezentralen, mit kleinen Einheiten versehenen Antriebe vor - er wollte grosse Maschinen. Dafür entschied sich Sulzer für den Zweitaktantrieb, dem damals noch vielerorts mit Argwohn begegnet wurde, und machte diese Variante serienreif.
1906 stellte Sulzer den ersten umsteuerbaren Schiffsdieselmotor vor, der die Schraubenwelle in beiden Richtungen antrieb. 1912 folgt der erste Motor für Diesellokomotiven. Dieselmotoren wurden für Jahrzehnte ein Vorzeigeprodukt Sulzers und der Schweizer Industrie. Nach der Krise des Konzerns in den 1980er Jahren wurden die Dieselmotorensparten verkauft. Heute ist Sulzer ein führender Anbieter von Öl- und Gaspumpen, Trennkolonnen und Wartungsdienstleistungen. Die Beschichtungssparte, bisher viertes Standbein der Gruppe, steht aktuell zum Verkauf.
Diesel als Praktikant in Winterthur
Seine erste Begegnung mit Sulzer hatte Rudolf Diesel bereits 1878, als dieser mit 20 Jahren als Werkstattpraktikant nach Winterthur kam. Das Unternehmen war mit 1300 Arbeitern für damalige Verhältnisse riesig. Diesel, so wird berichtet, wollte alles von Sulzer sehen.
Die strenge Werkstattdisziplin habe aber dazu geführt, dass man ihn immer wieder an seinen Arbeitsplatz zurückschickte. An die Verhältnisse in der kleinen Arbeiterstadt Winterthur habe sich der Weltbürger Diesel erst gewöhnen müssen, heisst es. Doch hat ihm sein halbjähriger Aufenthalt schlussendlich nicht nur gefallen, er war auch der Anfang seiner engen Beziehungen zu Sulzer.
(sda/moh)