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In Moment sieht man sie überall, Influencer die Eisbaden gehen. Eine der wohl bekanntesten Methoden bezüglich Kälteanwendungen ist die Wim Hof Methode. Dabei wird eine Kombination von Atemtherapie und Kältetherapie angewendet. Durch die Wim Hof Methode soll man eine viel Zahl von positiven Effekten, wie besseren Schlaf und ein reduziertes Stresslevel erfahren.
Was sagt die Wissenschaft?
In der Tat konnten durch Kältetherapie verschiedene Effekte auf physiologische und auch psychische Vorgänge beobachtet werden. So gibt es Studien, die nach der Anwendung von Kältetherapie Veränderungen im Fettstoffwechsel, in der Stressantwort und den Entzündungsparametern unseres Körpers nachweisen konnten. Weiter gibt es Ergebnisse, die auf eine verbesserte Regeneration nach dem Training insbesondere nach einem HIT-Training hinweisen. Jedoch ist nicht erwiesen, dass ein Kausalzusammenhang zwischen der Kältetherapie und den beschriebenen Effekten besteht. Das bedeutet, die Ergebnisse könnten auch durch einen anderen Faktor entstehen, wie zum Beispiel die oft im Wasser angewandten Atemtechniken oder einen allgemein gesunden Lebensstandard. Eine Studie zeigte dahingehend, dass Atemtechniken allein eine Veränderung der Entzündungsmarker im Körper bewirkten. Die Kombination mit Kältetherapie vermag die Effekte zu verstärken, jedoch zeigte die alleinige Anwendung von Kältetherapie keine Veränderung in den Entzündungsmarkern.
Die durch Kältetherapie beobachteten kurzfristen Veränderungen auf der Reaktion des Körpers auf einen Trainingsreiz insbesondere nach einem HIT deuten zwar auf vielversprechende Effekte hin. Es fehlen aber noch Ergebnisse, die zeigen ob regelmässige Kältetherapie die längerfristig erwünschten muskulären Veränderungen wie zum Beispiel den Kraftaufbau unterstützen.
Ein weiteres Problem stellt sich hinsichtlich der Dosierung. In den bisherigen Studien wurden sehr unterschiedliche Wassertemperaturen (5-20°) und Expositionsdauer (3-30 Min) verwendet. Dies erschwert einerseits die Vergleichbarkeit der Studienresultate, andererseits ist es schwierig eine Empfehlung bezüglich der konkreten Durchführung von Kältetherapie zu geben.
Nichtsdestotrotz könnten Kälteanwendungen aufgrund der Effekte auf die Entzündungsparameter und den Fettstoffwechsel in Zukunft gewinnbringend für die Behandlung von Patienten mit chronischen Entzündungen sowie für die Prävention von Herzkreislauferkrankungen sein. Dazu braucht es aber zuerst noch weitere Untersuchungen.
Was heisst das nun für mich?
Die momentane Datenlage ist noch zu wenig fundiert, um eine pauschale Empfehlung abzugeben. Da es aber schon einige Hinweise auf positive gesundheitliche Aspekte durch Kältetherapie gibt, spricht für Menschen ohne Nebenerkrankungen wenig dagegen morgens die Dusche kälter einzustellen.
Sind Nebenerkrankungen insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen bekannt, solltest du dich zuerst mit deinem Arzt absprechen. Möchtest du kältere Temperaturen und/oder offenes Wasser ausprobieren, empfehlen wir dir, dich vorgängig gründlich bezüglich der Risiken und Sicherheitsvorkehrungen zu informieren und dies auch mit deinem Arzt abzusprechen.
Atemübungen scheinen zudem einen wichtigen Anteil an den Effekten der Kältetherapie zu haben. Daher empfehlen wir dir vor allem einmal Atemübungen in deinen Alltag zu integrieren. Atemübungen sind risikoarm und mit wenig Aufwand verbunden. Dein Physiotherapeut oder deine Physiotherapeutin bei 3° hilft dir dabei gerne weiter.