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In meiner Sammlung grosser Karikaturisten nimmt Nico einen Ehrenplatz ein. Er, blitzgescheiter Linker, politisch insofern eine gescheiterte Existenz, hat sich während Jahrzehnten für CHF 300 000.– p.a. dem „Tagesanzeiger“ verkauft, ganz zum Vorteil der Verlegerfamilie, die Millionen machte und oft vergeudete (Kauf des Schawinski-Medienempires für CHF 92 Mio. mit Hilfe von Lukas Mühlemann, gescheiterter Grossbankier). Erst Martin Kall, CEO von tamedia, brachte Ordnung in die Finanzen des Zürcher Medienkonzerns; er war es auch, der Nico die Honorare kürzen wollte, was zu dessen Ausscheiden führte.
Was sollen Linke auch tun, wenn die Linke zu einem Relikt der Vergangenheit wird? Sie verkaufen sich dem Kapital zum bestmöglichen Preis. Nico, der das Leben der „gauche caviar“ führte, hatte ein Luxusappartement in Marseille mit Blick auf den Hafen. Klar, dass sein Zynismus damit nur wuchs. Wie er die römisch-katholische Kirche anging, war nicht vom Feinsten; gegen die jüdische Religion zückte er seinen Stift nie.
Was würde ich auf seinen Grabstein schreiben: Er hat uns nicht gelangweilt.