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Oberflächlichkeit kommt vor dem Fluch. So erklärt das beliebte Volksmärchen den Fall des hochmütigen Prinzen.
Nachdem er einer hässlichen Frau den Einlass in sein Schloss verwehrt hat, verwandelt ihn diese in einen zotteligen Tiermenschen. Nur wenn sich jemand in das vermeintliche Monster verliebt, kriegt es seine menschliche Gestalt zurück.
Soviel zum Biest, das der Brite Dan Stevens mit Hilfe unzähliger Computertricks verkörpert. Die Rolle der schönen Retterin Belle übernimmt Landsfrau Emma Watson, den Part des Bösewichts Gaston Landsmann Luke Evans.
Das monströseste Zitat
Belle verteidigt das Biest gegenüber dem selbstverliebten Schürzenjäger Gaston: «Er ist kein Monster. Du bist eins!» Für Gaston-Darsteller Luke Evans ist klar, welcher realer Manipulator sich in der Rolle der narzisstischen Märchenfigur spiegelt: Donald Trump.
Evans stellte diese Verbindung jedoch her, ohne den Namen des US-Präsidenten zu nennen. Wortwörtlich sagte er: «Schauen wir nur Gaston an: Er hält sich für den Grössten und Besten. Und als er zur Jagd auf das Biest ruft, manipuliert er die Ängste der Leute im Dorf. Ich glaube, es ist klar, welche echte Person er repräsentiert.»
Die Schauspielerin
Hermione – oder eingedeutscht Hermine. Als Harry Potters beste Freundin ist Emma Watson weltberühmt. Als Schauspielerin kämpft die 26-Jährige dagegen noch um die grosse Anerkennung.
Dabei könnte sie schon jetzt einen Oscar haben. Wenn sie das Angebot nicht ausgeschlagen hätte, die Hauptrolle in «La La Land» zu spielen.
Rückblickend ist es schwer vorstellbar, doch es stimmt: Nicht Emma Stone und Ryan Gosling sollten Damien Chazelles «La La Land» ursprünglich tragen, sondern Emma Watson und Miles Teller.
Doch dann entschied sich Watson für das Musical von Disney und damit gegen dasjenige von Damien Chazelle. Der Rest ist Geschichte: Stone gewann den Academy Award und Gosling – den Disney gerne als Biest engagiert hätte – einen Golden Globe.
Fakten, die man wissen sollte
Nur wer «Beauty and the Beast» in der englischen Originalversion sieht, kann Emma Watsons makellosen Gesang bewundern. In der deutschen Fassung wurden nämlich nicht nur die Dialoge, sondern auch die Musical-Nummern synchronisiert.
In den Passagen, in denen Emma Watson im Original singt, hört das Publikum der Synchronversion die Stimme von Julia Scheeser. Sagt Emma Watson dagegen was, ertönt auf Deutsch Gabrielle Pietermann. Dieses Hin und Her irritiert und wird sensible Zuhörer daran hindern, in Disneys Märchenwelt einzutauchen.
Das Urteil
Kinder, wie die Zeit vergeht! Über ein Vierteljahrhundert hat die animierte Vorlage von «Beauty and the Beast» schon auf dem Buckel. Viele der Kinder, die den Trickfilm damals sahen, haben mittlerweile selbst welche.
Mit dem Remake des Klassikers als Realfilm nimmt Disney genau diese Zielgruppe ins Visier: junge Eltern und deren Kids. Ökonomisch ergibt das Sinn. Künstlerisch weniger.
Wer den 90er-Jahre-Hit kennt, wird im Kino ein Déjà-vu nach dem anderen erleben. Das neue Biest ist im Kern bloss ein 160 Millionen Dollar teurer Klon des Originals. Stein für Stein wurde kopiert, nur etwas bleibt so garantiert: Disney macht auf manieriert – Nostalgie perfekt serviert!
Kinostart: 16.3.2017