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Im hohen Norden Russlands ist ein zwölfjähriger Junge an Milzbrand gestorben. Über 70 weitere Personen befinden sich in der Quarantäne. Dies ist der erste Ausbruch in Sibirien seit 75 Jahren. Experten sehen die Ursache im Klimawandel.
Ein Milzbrand-Ausbruch in der Region Salechard in Nordsibirien forderte bisher ein Menschenleben. Über 70 weitere Personen befinden sich zur Zeit im Spital mit Verdacht auf Milzbrand. Aber nicht nur Menschen, sondern auch Rentiere seien am Erreger erkrankt. So sollen bereits über 1’500 Tiere verendet sein. In einer gross angelegten Aktion werden sie nun geimpft.
Doch weshalb kam es zum Ausbruch dieser Krankheit? Die Region war seit 75 Jahren nicht mehr von Milzbrand betroffen. Experten vermuten einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. So waren die Temperaturen der letzten Wochen aussergewöhnlich hoch und schlummernde Erreger wurden wieder aktiv.
Als Überträger des Erregers werden Kadaver verstorbener Rentiere vermutet, berichtet NBC. Die Tiere, die vermutlich vor 75 Jahren an Milzbrand starben, tauten auf und gaben den Erreger frei. Ein weiterer Überträger könnte ausserdem ein Friedhof der Jamal-Nenzen, einem indigenen Volk in Sibirien, sein. Die Verstorbenen, darunter auch Milzbrand-Opfer, wurden in Holzsärge an der Erdoberfläche bestattet, aufgrund des gefrorenen Bodens.
Laut einer Studie kann der Anthrax-Erreger über hundert Jahre im Permafrost überleben. In Europa und Afrika befällt die Krankheit vor allem Paarhufer. Menschen in Industrieländer sind äusserst selten betroffen.