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Und dann gings jeweils los.
Nichts sei ja nix. Wie denn nix ausstellen? Leerer Raum, weisse Wände oder die andere Nichts-Farbe schwarz verwenden?
«Das haben viele aus dem Kunstbereich bereits getan. Dann lieber Stille ausstellen,» sagte ich. «Ist mir persönlich schon gelungen nach Meinung des Publikums. Stille gibt es auf dieser Welt aber nicht, denn Stille ist immer auch akustisch untermalt.»
«Aha, deshalb stellst du nun Nichts aus, weil, wenn etwas nicht da ist, stellt man das aus, was da ist?»
«Etwa so, genau. Wenn etwas nicht da ist, ist es trotzdem da, weil es durch eine Umgebung, die unbedingt da sein muss, definiert wird. Wenn nichts da wäre, dann könnten wir sagen: ‹Da ist nichts. Da ist ein schwarzes Loch, das von nichts umgeben ist.› Aber das ist bloss eine Ausflucht oder in zu engen Dimensionen gedacht. Reduzieren wir das unendlich grosse schwarze Loch auf ein Loch im Emmentalerkäse, so verstehen wir Tucholskys ‹Psychologie der Löcher›, also seine Nichts-Theorie besser.»
Tucholsky: «Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist. Das Loch ist ein ewiger Kompagnon des Nicht-Lochs: Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut. Wäre überall etwas, dann gäbe es kein Loch, aber auch keine Philosophie und erst recht keine Religion, als welche aus dem Loch kommt.
Das Merkwürdigste an einem Loch ist der Rand. Er gehört noch zum Etwas, sieht aber beständig in das Nichts, eine Grenzwache der Materie. Das Nichts hat keine Grenzwache: während den Molekülen am Rande eines Lochs schwindlig wird, weil sie in das Loch sehen, wird den Molekülen des Lochs … festlig?»
(Zitiert aus: Zur soziologischen Psychologie der Löcher. Kaspar Hauser; Die Weltbühne, 17.03.1931, Nr. 11, S. 389)
Das Loch hat uns den Weg gewiesen, immer wieder, auch dann, wenn wir drohten, in ein Loch zu fallen. Wir mussten letztlich nur so weit kommen und NICHTS als das definieren, was es ist: nämlich Etwas und nicht Nichts! Nichts ist nämlich alltäglich, uns sehr vertraut, obwohl die meisten sich unter NICHTS nichts vorstellen (können).
Als wir den Dreh raushatten, war nichts einfacher als Nichts!