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Kasachstan dominiert 44. Chemie-Pokal in Halle
Das Team aus Kasachstan gewinnt beim 44. Chemie-Pokal in Halle D in vier von zehn Kategorien im olympischen Boxen die Goldmedaille. Auf dem zweiten Rang - mit drei Turniersiegern - folgt das einheimische Team, das mit Abass Baraou im Weltergewicht zugleich den besten Techniker des Turniers stellt.
Nach insgesamt 65 Kämpfen waren die Medaillen beim AIBA-Turnier in Halle im Osten von Deutschland vergeben, das von etlichen Teams als Vorbereitung für die Weltmeisterschaften Ende August/Anfang September in Hamburg genutzt wurde. Neben dem guten sportlichen Niveau dürfen auch die Leistungen der Kampfrichter hervorgehoben werden, die keine Angriffsfläche für Kritik boten und viel zum Gelingen des Turniers beitrugen. Mit vier Goldmedaillen war das Team aus Kasachstan am Freitagabend das erfolgreichste des Turniers und es stellt die Sieger in den Kategorien Fliegen (Azamat Issakulov), Mittel (Abilkhan Amankul), Schwer (Vassilly Levit) und Superschwer (Kamshybek Kunkabayev).
Das Turnier des Abass Baraou
Drei Turniersiege holte das einheimische Team aus Deutschland, das mit dem Weltergewichtler Abass Baraou (im Bild links) auch den Boxer des Turniers stellte. Baraou lieferte sich mit Ablaikhan Zhussopov (Kasachstan) von Beginn weg einen heftigen Schlagabtausch. Dabei zeigte der dunkelhäutige Boxer eine hohe Kadenz an treffsicheren Schlägen und überzeugte mit einer intelligenten Kampfführung, was seinen Gegner oftmals schlecht aussehen liess.
Je einen Sieg holten: Für die USA Duke Ragan (Leichtgewicht), für Russland Vitaly Dunaytsev (Halbwelter) und für Equador Carlos Quipo (Halbfliegen). Die Siegerehrung im Leichtgewicht wurde durch Dr. Judith Marquardt von der Stadt Halle an der Saale, verantwortlich für den Bereich Sport, sowie durch den Präsidenten von SwissBoxing vorgenommen.
Volles Haus am Finalabend
Der Chemie-Pokal in Halle wurde in diesem Jahr zum 44. Mal durchgeführt, Schweizer waren nicht am Start. Das Turnier ist ein sportliches Überbleibsel aus der Zeit des kalten Krieges, als die kommunistischen Staaten riesige Summen in die Sportförderung investierten (in Spitzenzeiten verzeichnete das Turnier während einer Woche über 30`000 Besucher). Aus sportlicher Sicht war der Chemie-Pokal 2017 mit 75 Boxern aus 13 Nationen wiederum gut besetzt.
Das öffentliche Interesse an diesem Weltklasse-Turnier im olympischen Boxen war eher bescheiden. Zwar gab es am Finalabend, der auch von der Profibox-Trainerlegende Ulli Wegner besucht wurde, ein volles Haus - den Kämpfen auf dem Weg dahin freilich wohnten trotz Gratiseintritt lediglich eine handvoll Zuschauer bei. Dabei würde es ein derart stark besetztes und attraktives Turnier im olympischen Boxen verdienen, von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Gerade die grossen Besucherzahlen bei grossen Profiboxveranstaltungen zeigen ja, dass das Interesse am Fechten mit der Faust in Deutschland durchaus vorhanden ist. Der DBV mit Präsident Jürgen Kyas an der Spitze ist deshalb gefordert.
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