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Die Orientierungsversammlung vom 29. Januar in Saanen mit «falschen Behauptungen» lässt die IG nicht gelten. Sie schreibt in einem Brief vom 8.Februar an die STS mit Kopien an den Regierungsrat, an den Gemeinderat Saanen sowie die Bergregion Obersimmental–Saanenland:
Am 29. Januar 2010 fand in der Tennishalle Gstaad eine öffentliche Orientierung unter Leitung des Gemeinderates Saanen statt, an welcher auch Sie vertreten waren.
Die Schlussbilanz muss insgesamt als ernüchternd eingestuft werden. Dies aus folgenden Gründen:
1. Entgegen Ihren bisherigen Verlautbarungen besteht keinerlei Aussicht darauf, innert nützlicher Frist überbaubares Land für einen Spitalneubau in Saanenmöser verfügbar zu haben.
2. Die Saanenländer-Bevölkerung hat mit Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass sie in Saanenmöser kein solches Projekt erzwängt haben will.
3. Entgegen den Aussagen Ihres anwesenden VR-Mitgliedes steht in Zweisimmen aus dem Rosa-Haueter-Legat schon heute überbaubares Land zur Verfügung, welches voll erschlossen ist und im Baurecht zu einem bescheidenen Baurechtszins zur Verfügung gestellt werden kann.
4. Der Bevölkerung an einer öffentlichen Orientierung die Ergebnisse der Studie Schertenleib zu den baulichen Aspekten der bestehenden Spitäler Saanen und Zweisimmen zu unterschlagen und Zahlen zu projektieren, die nicht der Wahrheit entsprechen, stellt eine Irreführung der Bevölkerung dar.
5. Der Bevölkerung die Ergebnisse der vom Kanton finanzierten Studie Arbenz, welche Zweisimmen als bestmöglichen Standort bezeichnet, vorzuenthalten ist eine krasse Missachtung redlichen Geschäftsgebarens.
6. Die Studie Oggier heute zum Massstab zu nehmen ist schlicht unseriös, weil diese als «gesundheitsökonomisch» beigezogen wird. Alle baulichen Aspekte explizit ausschliesst und deren «politische» Schlussempfehlung unbesehen als entscheidende Zielsetzung für die weiteren Arbeiten beigezogen werden. Dies hat mit Anwendung elementarster Führungsgrundsätze und seriöser Arbeitsweise kaum etwas zu tun
7. Von Ihrer Seite wird immer dargelegt, dass ein Neubau unabdingbar ist. Es ist nirgends nur einigermassen glaubhaft dargelegt, dass ein Neubau tatsächlich notwendig ist. In Tat und Wahrheit kommt die Studie Schertenleib zum Schluss, dass das heutige Spital Zweisimmen mit bescheidenem Aufwand (ca. 3 Mio.), zweckmässig und auch betriebswirtschaftlich, sinnvoll für die nächsten Jahrzehnte aufgerüstet werden kann. Der Bau ist speziell geeignet für spitalmässige Nutzung.
8. Aus unserer Sicht ist es unabdingbar, auch das obere Niedersimmental (bis Porte) mit in die Planung einzubeziehen. Mit Sicherheit werden viele Betroffene von den Gemeinden Diemtigen, Erlenbach, Därstetten und Oberwil von einem ländlichen Standort Gebrauch machen. Dies, sofern nicht aus medizinischen Gründen ein Aufenthalt in einem Zentrumsspital erforderlich ist.
Mit unseren Anstrengungen und in Erwartung Ihrer Kooperationsbereitschaft in der Nachhaltigkeitsbeurteilung im Dezember 2009 zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden, hatten wir versucht, Ihnen eine Brücke zu bauen. Sie haben das Nicht-Eintreten auf diesen Vorschlag auf Druck von aussen mit zu verantworten. Wenn als Folge davon der Weiterbetrieb eines Akutspitals verunmöglicht wird, werden Sie die Verantwortung dafür übernehmen müssen.
Wir bitten Sie deshalb eindringlich, nun endgültig auf dem unbeirrten und rational nicht nachvollziehbaren Festhalten eines Spitalstandortes Saanenmöser zu verzichten und statt dessen vorurteilslos die Ergebnisse der heute vorliegenden Studien Schertenleib, Arbenz, Oggier und weiterer Erkenntnisse als Grundlage für den Standortentscheid des Akutspitals Simmenal-Saanenland zu akzeptieren. Damit könnten Sie die von Ihnen erwartete Führungskompetenz doch noch als vorhanden unter Beweis stellen.
Erstellt am: 18.02.2010