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Ein neues Video vom Untergang der südkoreanischen Fähre «Sewol» zeigt, dass viele Passagiere bis zuletzt kaum über ihre verzweifelte Lage Bescheid wussten. «Was macht der Kapitän?», fragt jemand in der Tonaufnahme.
«Sie sollten uns wissen lassen, was los ist», lautet eine weitere Stimme. Im Hintergrund ist die Durchsage der Besatzung zu hören, dass sich alle Passagiere ruhig verhalten und an ihrem Ort bleiben sollten. Über das rund dreiminütige Smartphone-Video berichteten der südkoreanische Sender JTBC und der US-Nachrichtensender CNN am Montag. Demnach nahm ein Teenager das Video vor seinem Tod auf.
«Denkst du, dass ich wirklich sterben muss?», ist auf dem Video zu hören. «Was ist los?», fragt jemand. «Es (das Schiff) kippt sehr stark. Wir rutschen auf die Seite... kann mich nicht bewegen», ist weiter zu hören.
Allerdings scheint einigen der Passagiere der Ernst der Lage anfänglich nicht bewusst gewesen zu sein. «Dieser Ausflug hat sich erledigt», witzelt ein Schüler. Das Video sei von dem Vater des Teenagers, der den Clip aufgenommen habe, übergeben worden, berichtete JTBC. Das Smartphone sei zusammen mit der Leiche des Jungen gefunden worden. Die Speicherkarte war demnach noch intakt.
Auf dem Schiff befanden sich 325 Schüler aus der Nähe von Seoul, die zur südlichen Feriensinsel Cheju unterwegs waren. Seit dem Unglück vor fast zwei Wochen wurden etwa 190 Tote geborgen. Etwa 110 der 476 Menschen an Bord werden weiter vermisst. (tvr/sda/dpa)