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Kinderlähmung - Polio
Kinderlähmung
Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist in der Schweiz seit 20 Jahren dank guter Impfdisziplin in der Bevölkerung fast verschwunden. Die Erreger, die Polio-Viren, zerstören die Zellen des Nervensystems und rufen dadurch Lähmungen in verschiedenen Körperregionen hervor. Die Folgen können tragisch sein: Wenn die Atemmuskulatur mitbefallen ist, braucht der Patient künstliche Beatmung, und betroffene Gliedmassen bleiben oft lebenslang geschwächt oder völlig gelähmt. Durch die Zunahme von Auslandreisen ist das Risiko einer Infektion mit Polio-Viren gestiegen. Gesund erscheinende Reisende können die Viren wieder einschleppen. Deshalb ist es weiterhin wichtig, die gesamte Bevölkerung durch Impfung vor dieser Gefahr zu schützen. So haben sich zum Beispiel in den letzten Jahren in Europa einige Ausbrüche von Kinderlähmung ereignet, die entweder in ungeimpften Bevölkerungsgruppen (Impfverweigerer, z.B. eine religiöse Gemeinschaft in Holland, 1992-93) oder in einer ungenügend geimpften Bevölkerung (z.B. Albanien im 1996) aufgetreten sind. Auch für Reisen in südliche Länder ist ein Polio-Impfschutz unabdingbar (Polio-Ausbruch in Namibia 2006!).
Der Impfstoff
Der Impfstoff gegen Kinderlähmung wird bei uns entweder kombiniert mit der Diphterie-Starrkrampf-Impfung oder allein als Spritze verabreicht. Die frühere Schluckimpfung gibt es nicht mehr. Während des ersten Lebensjahres sind 3 Dosen nötig (Alter 2 Monate, 4 Monate und 12 Monate), gleichzeitig mit der DTP-Spritze. Auch hier sind im Alter von 4-7 und 11-15 Jahren Auffrischimpfungen nötig.