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Melodrama
Philippinen 2006
Alternativer Titel Once in a Blue Moon
Regie Joel Lamangan
Drehbuch Allan Tijamo
Darsteller Mark Herras, Jennylyn Mercado, Dennis Trillo, Eddie Garcia,
Christopher De Leon, Pauline Luna, Boots Anson-Roa, Paolo Ravales
Länge 107 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.|
© Text Marco,
molodezhnaja 21.5.06
© Bilder Regal Films, Screenshots molodezhnaja
STORY
Corazon (Boots Anson-Roa), eine alte Philippina, die in Boston lebt, schreibt an jeden Manuel Pineda in ihrer Heimat einen Brief. So hofft sie, ihre grosse Liebe wieder zu finden. Auf den Philippinen erfährt der alte Manuel Pineda (Eddie Garcia) derweil, dass er an Krebs leidet und nur wenige Monate zu leben hat. Er macht sich auf die Suche nach seiner Corazon. Sein entfremdeter Sohn Rodrigo (Christopher De Leon) und sein seit kurzem von seiner Freundin Peggy (Tin Arnaldo) getrennter Enkel Kyle (Dennis Trillo) begleiten ihn. Unterwegs erzählt der Grossvater seinen Erben, dass es zwei Corazons in seinem Leben gab: Vor dem Zweiten Weltkrieg verbrachten er (Mark Herras) und sein Kumpel Domingo (Polo Ravales) viel Zeit mit der schüchternen "Cora" (Jennylyn Mercado) und der lebensfrohen "Azon" (Pauline Luna). Manuel hatte es vor allem auf die Stadtschönheit Azon abgesehen. Doch der Krieg, in dem Domingo umkommt, trieb die Freunde auseinander. Der verletzte Manuel landet nach dem Krieg in einem Spital, in dem Cora als Krankenschwester arbeitet. Obwohl er die andere Corazon liebt, schläft er mit Cora und schwängert sie. Aus Pflichtbewusstsein heiratet er sie.
REVIEW
Spätestens mit Mano Po hat Joel C. Lamangan erkannt, welches Potential in gross angelegten Seifenopern steckt. Der vielseitige Regisseur widmete sich danach mehrfach melodramatischen Epen wie Aishite imasu, die sich vorzugsweise über mehrere Generationen erstrecken. "Blue Moon" ist geradezu eine Blaupause für diesen Filmstil, den Lamangan mittlerweile mühelos beherrscht. Fans von Sentimentalitäten und schwülstigen Geschichten zeitloser Liebe sind also gut aufgehoben, alle anderen seien bereits gewarnt: "Blue Moon" zelebriert regelrecht den Kitsch, jede emotionale Szene wird vorzugsweise begleitet von Streichorchester oder Klaviermusik, jede Liebesbekundung endet mit einem verheissungsvollen Blick. Der ganze Film atmet Melodrama - was zeitweise nur noch schwer auszuhalten ist.
Doch Lamangan wäre nicht so ein erfolgreicher Filmemacher, wenn er dies nicht zu seinen Gunsten drehen würde. Tatsächlich ist nämlich das Finale ungemein bewegend. Während dem Film hatte ich noch meine liebe Mühe, die beiden Corazons auseinander zu halten, das Ende habe ich trotzdem vorausgesehen. Dies minderte nicht seine emotionale Kraft, deshalb Taschentücher unbedingt bereit halten. Dass alles so gut funktioniert, ist nicht nur Lamangans Talent für das stilsichere Zusammenführen der Handlungsstränge zu verdanken, sondern auch den souveränen Akteuren. Von Mark Herras und seiner Ex-Freundin Jennylyn Mercado (die beiden spielten u.a. in Say That You Love Me) mag man halten, was man will, doch vor allem Jennylyn glänzt hier wie selten zuvor. Auch die älteren Semester und Jungstar Dennis Trillo (Mulawin) überzeugen.
Weniger punkten kann Lamangan indes bei der technischen Umsetzung. Es fehlt etwas das nostalgische Flair und auch die Bildkomposition entpuppt sich zu oft als profan. Da hätte man mehr herausholen müssen. Auch die bereits angesprochene Musik ist verbesserungswürdig, vor allem ihren Dauereinsatz hätte man etwas brechen sollen. Die Spezialeffekte, die in den Luftkampfszenen zum Einsatz kommen, sind passabel, reissen aber nicht gänzlich aus dem Film. Auf DVD stören sie auf jeden Fall kaum, schon eher, dass der Film einmal mehr in Vollbild präsentiert wird, was die bereits mässig komponierten Bilder noch mehr einengt. Kino-Feeling will da einfach nicht aufkommen. "Blue Moon" bekommt dennoch eine Empfehlung, v.a. natürlich für Fans dick aufgetragener Melodramen.
Beim Metro Manila Film Festival, an dem Lamangan Stammgast ist, gab es übrigens ziemlichen Zoff: "Blue Moon" gewann dort wie erwartet die Preise für besten Film, beste Story, bestes Drehbuch und "geschlechtersensibelsten Film". Die Preise für Regie, Hauptdarsteller, Schnitt, Musik und Song gingen überraschenderweise aber an den Psychothriller Kutob. Daraufhin meldeten sich mehrere Produzenten zu Wort, die unter anderem bemängelten, dass die Preise dazu da wären, philippinische Werte zu fördern, und man dies von Kutob nicht behaupten könne. Mehr dazu lest ihr hier. An der Qualität von "Blue Moon" soll dieser Stunk indes nicht rütteln.
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