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Center for the Academic Study of Christian Spirituality in Zurich
Neue Publikationen
R. A. Giselbrecht and R. Kunz (eds.), Sacrality and Materiality: Locating Intersections
Die christliche Tradition betrachtet das Heilige traditionellerweise als das genaue Gegenteil des Profanen. Diese Polarität ist ein Denkmal der zeitgenössischen Entheiligung, Profanisierung, und Sakralisierung, welche für die Geschichte der modernen Realität ein Portal darstellen. Weder entheiligen wir unsere Umgebung in unserem limitierten Raum, noch re-sakralisieren wir die Welt. Die Linien sind verschwommen, und unsere Wahrnehmung von Spiritualität ist weder immanent noch transzendent. Während die Worte fehlen, um die Bedingungen dafür benennen, werden Geschichten erzählt und kommen Fabeln von Erfahrungen zusammen, um neue theoretische Netze, Systeme und Kategorien zu bilden.
Der Tagungsband "Sacrality and Materiality: Locating Intersections" zielt darauf ab, folgende Fragen zu beantworten: Wo kreuzt das Heilige die Materie? Was passiert, wenn diese zusammenkommen? Zuerst jedoch, existiert das Heilige überhaupt? Wäre es produktiver, die sakramentale Diskussion am Schnittpunkt einer neuen Matrix zu beginnen?
Historisch gesehen ist die Materie etwas anderes als das Spirituelle – ein Schnittpunkt der beiden stellt also ein unfassbares Ereignis zwischen Intellekt und Geist dar. Wir müssen einen bipolaren Ansatz im Kontext deren eigenen Geschichte verfolgen, um über das Unaussprechliche zu sprechen.
Obwohl Spiritualität und Materie nicht geeignet sind, die zugewiesenen Kategorien der anfänglichen Polarität von Heiligem und Profanem einzunehmen, spricht dieser Band diese Verengung an. "Sacral materialism" und "sacral spiritualism" haben beide einen Anspruch zu existieren, und christliche Theologie hat mehr zu bieten als Polaritäten. Das Heilige ist der Treffpunkt, um das Denken zu spalten.
Ist das Heilige ein Ansatzpunkt, um eine postmoderne Geschichte von spiritueller Erfahrung zu erzählen? Hat die evangelikale Theologie des Heiligen eine Relevanz? Gehört theologische Rede über heilige Materie in den konfessionellen und interreligiösen Dialog?
"Sacrality und Materiality: Locating Intersections" startet einen Dialog zu diesen Themen.
Spiritualität und das akademische Studium von Religion in Irland
Von Dr. Bernadette Flanagan
Das akademische Studium aller religiösen Themen (inklusive Spiritualität) entwickelte sich in Irland nicht in gleicher Weise wie in anderen europäischen Ländern, Amerika oder Australien. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war die Universität Dublin die alleinige Universität Irlands, mit einem einzigen College, Trinity. Es hatte eine starke anglikanische Identität. Während des 19. Jahrhunderts leitete die britische Regierung die Gründung der königlichen Universitäten im Norden (Belfast), Süden (Cork) und Westen (Galway) Irlands in die Wege. Theologische Studien sollten vom staatlich finanzierten Bildungsplan ausgeschlossen werden, jedoch wurde die private Finanzierung von theologischen Lehrstühlen erleichtert. Im frühen 20. Jahrhundert wurde eine nationale irische Universität gegründet. Doch die Regelung blieb bestehen, dass Theologie nur gelehrt werden durfte, wenn sie privat finanziert wurde. Das University College in Cork errichtete 1958 einen Lehrstuhl in Theologie. Doch als sich der Lehrstuhlinhaber, Rev. Dr. James Good, öffentlich gegen die päpstliche Enzyklika Humanae Vitae aussprach, entstanden Schwierigkeiten, wegen des in Irland weitreichenden Einflusses des Katholizismus.
In den 1850er Jahren versuchte John Henry Newman, einen neuen Universitätstyp in Dublin einzuführen, eine katholische Universität. Doch waren viele einflussreiche Persönlichkeiten der katholischen Kirchenhierarchie skeptisch und das Experiment scheiterte schlussendlich. Die historischen Realitäten des Kolonialismus und eine resistente katholische Führungsriege führten letztenendes dazu, dass Theologie auf Seminare eingeschränkt blieb. Demzufolge lag der Fokus mehr auf der priesterlichen Ausbildung denn auf der Bildung von theologischen Disziplinen. Ausserdem schien die katholische Hierarchie, welche die Mittel dazu gehabt hätte, Laientheologie zu unterstützen, Theologie als ausschliessliche Domäne der Seminare zu empfinden.
Die Spannungen und Debakel, welche für die Geschichte der Theologie an irischen Universitäten charakteristisch sind, vereitelten die Bereitstellung dieser Disziplin. Einige Colleges, wie das Milltown Institute (geschlossen im Juli 2015), das All Hallows College (wird 2016 geschlossen) und das Kimmage Mission Institute (geschlossen 2004) versuchten, ab 1990 durch eine Akkreditierung bei einer nationalen Agentur, der Higher Education and Training Award Council, theologische Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die mangelhafte finanzielle Unterstützung der Regierung für diese Bildungsoffensiven, begründet in der Geschichte dieser Disziplin, führte dazu, dass diese begrenzten Angebote wieder schlossen. Die Diskussion um das Studium der Spiritualität in Irland wird vor dem diesem historischen Hintergrund geführt.
Dreieinhalb Jahrzehnte Spiritual Studies
Die Entwicklung des Spiritualitätsstudiums am Milltown Institute zeigt breitere Trends in Bezug auf das akademische Studium der Spiritualität auf. Ein Einjahresprogramm wurde 1978 unter dem Titel "Spiritual Studies" eingeführt. Dr. Una Agnew, eine der anfänglichen Direktorinnen dieses Programmes, bot einen faszinierenden Einblick in die Identität bezüglich des gegenwärtigen Verständnisses von Spiritualität dieses Programms. Bei genauerer Betrachtung, versichert sie jetzt, dass
"dieses Programm fast ausschliesslich aus Theologie bestand! […] 1989 dämmerte es mir letztendlich, dass Spiritualität als Disziplin nicht wirklich Platz an einer theologischen Fakultät hatte, obwohl Sandra Schneider erst kürzlich ihren bahnbrechenden Artikel Spirituality in Academy" in Theological Studies (1989) publiziert hatte. Das Problem war nicht beschränkt auf Irland, es war weiter verbreitet.
Während das Sabbatical Programm darum kämpfte, seine Identität als ein Spiritualitäts-Programm zu erlangen, gab es dennoch andere Chancen, neue Wege zu gehen. Ein Diplomprogramm in Spiritualität erschien im Institutskalender 1984/85 unter dem Titel "Postgraduate Theology oft the Spiritual Life." Dieser erste Ausbildungslehrgang zählte vier Studierende. Das Programm wurde 1989 beim National Council for Educational Awards (NCEA) zur Zulassung eingereicht, und im Juli 1990 als zweijahres-Diplomstudium/MA in Spiritualität gemäss den Vorschriften der NCEA eingeführt. Ich war 1990-1992 Studentin dieses MA-Programmes. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums an der Päpstlichen Universität St. Patrick's College, war ich mir des überschneidenden, jedoch originären Charakters des Programmes bewusst, verglichen mit meinem vorigen Studium. Die Bausteininhalte waren beeinflusst vom Spiritual Theology Licentiate Programme am Institut für Spiritualität des Gregorianums in Rom: Fundamentaltheologie, heilige Schrift, Geschichte der Spiritualität (aufgeteilt in 6 Epochen), Psychologie der Spiritualität, angewandte Aufgaben in Spiritualität und spezielle Themen der Spiritualität. Der Grundtext war das dreibändige Werk "A History of Christian Spirituality" von Louis Bouyer, und es war charakteristisch für die starke Betonung der klassischen Texte und Geschichte der Spiritualität, dem Kern des Programmes.
Zehn Jahre später trat eine weitere Wende im Studium der Spiritualität am Milltown Institute ein. Als Antwort auf viele Anfragen nach einem "praktischen" Nachdiplomstudium in Spiritualität, das die Fachkräfte in mannigfaltigen Arbeitsbereichen unterstützte, wurde ein Hochschuldiplom und ein MA in "Applied Christian Spirituality" lanciert. Der Veranstaltungsmodus wechselte von Vorlesungen über ein Semester hinweg, zu intensiven Summer Schools, berufsbegleitendem Unterricht und samstäglichen Übungsseminarien. Die Entscheidung "christlich" in den Titel zu integrieren, war nicht unbedeutend. In mancherlei Hinsicht schien es dem Ziel des Programms zuwiderzulaufen, ein breites Publikum anzusprechen. Andrerseits wurde es gewählt, weil es einer ehrlichen Wiederspiegelung der Expertise der Mitarbeiter entsprach, die die Vorlesungen hielten, und weil die Inhalte der Module so gestaltet worden waren. Das Einbeziehen von "christlich" im Titel wiederspiegelte ausserdem das Vertrauen der Mitarbeiter in die Quelle christlicher Spiritualität für die tägliche Arbeit.
Das im Jahr 2001 am Milltown Institute lancierte MA Programm in "Applied Christian Spirituality" zog Juristen, Ökologen, Sozialarbeiter, Rechtsberater, Psychotherapeuten, Künstler, Wissenschaftler, Musiker, Führungskräfte aus der Wirtschaft, Fachberater, Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer, Geistliche und andere an. Alle wollten erfahren, wie Spiritualität in ihrem Leben und Beruf angewandt werden kann. Die Zahlen der Teilnehmenden finden Sie in der folgenden Tabelle:
Jahr Anzahl Studierende
2001/2002 18
2002/2003 39
2003/2004 38
2004/2005 34
2005/2006 25
2006/2007 30
2007/2008 33
2008/2009 32
2009/2010 26
Das Programm war rund um einen vierfachen Kern strukturiert: Theoretische Grundlagen zur Spiritualität, persönliche geistliche Prozesse, Aufmerksamkeits- und Bewusstseinstraining, und ein Forschungsprojekt in einem angewandten Aspekt der Spiritualität. Theoretisch basierte das Programm auf den Arbeiten von Bernard Lonergan, Mary Frohlich, Daniel Helminiak, der die menschheitliche Person sieht, als mit einer spirituellen Dimension ausgestattet, die deren Vorstellungen, Denken, Empfindung, Urteilen, Entscheiden und allumfassende Lebenspraxis durchdringt. Dieser Identitätskern verlangte von den Unterrichtenden nicht blosses Vertiefen in die theologisch-historischen Grundfeste der Spiritualität, sondern erforderte ein neues fundiertes Wissen um die Theorie der Erwachsenenbildung (Andragogie), transformative Lerntheorie, qualitative Forschung und den Charakter des interdisziplinären Engagements.
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- P. Corkery and F. Long, Theology in the University: The Irish Context (Dublin: Dominican Publications, 1997).
- Teacher training colleges have expanded thee range of awards on offer in recent years, so that theological studies are provided in their own right, alongside religious education.
- P. Cremin, "A Catholic Presence in the Higher Education Sector", Irish Catholic 22 October 2009, 12-14.
- L. Bouyer, ed., A History of Christian Spirituality, 3 vol. (New York: Seabury, 1962-1964).