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Der Jesuit Francesco Lana Terzi lebte von 1631-1687 in Italien und gilt als Begründer der aerostatischen Revolution. Zwischen 1652 und 1654 war er als Assistent von Athanasius Kircher am Collegio Romano tätig. Neben seiner Arbeit als Naturphilosoph beschäftigte er sich auch mit Alchemie und war zudem der erste, der eine Blindenschrift entwickelte. Sein La Nave volante erschien erstmals 1670 unter dem Titel Il prodromo, ovvero saggio di alcune nuove invenzioni.
Frontispiz mit dem „Nave volante“ und Titelblatt
Getragen wird das Flugschiff von luftleeren Kugeln aus Kupferblech. Der Kugeldurchmesser beträgt jeweils 7,5 Meter. Nach Terzis Berechnungen beträgt das Gewicht einer Kugel 180 Kilo. Das Vehikel ist für 6 Personen konzipiert und kann mittels des Segels gesteuert werden.
Terzi war sich bewusst, dass man ein solches Gefährt auch als Kriegswaffe einsetzen und damit Städte aus der Luft angreifen könnte, und so schrieb er selbst: „Gott wird es nicht billigen, dass eine solche Maschine in die Tat umgesetzt wird, um zu verhindern, dass Regierung und die Politik umgewälzt wird“.
Die Umsetzung von Terzis Idee scheiterte schliesslich nicht aus ethischen Gründen sondern daran, dass es im 17. Jahrhundert noch nicht möglich war, derart dünnes Kupferblech herzustellen. Zudem hätte der Druck der Umgebungsluft die Kugeln zusammengedrückt. Dass die Idee eines mit Vakuumkugeln arbeitenden Luftschiffes rein physikalisch nicht realisierbar ist, wies im Jahre 1710 Gottfried Wilhelm Leibniz nach.
Dennoch lieferte Terzis Nave volante Anregungen für die ersten Ballonpioniere. Diese hatten aber noch viel Arbeit vor sich. Der erste Ballonflug der Gebrüder Montgolfier fand rund hundert Jahre nach Terzis Publikation im Jahr 1783 statt.
Links
La Nave volante im Bibliothekskatalog
Ebenfalls in der Sammlung befindet sich Lana Terzis Magisterium naturae et artis.