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Die Monumentalmikwe in Köln
Dr. Thomas Otten
Die Kölner Mikwe markiert mit der Synagoge den zentralen Bereich des mittelalterlichen jüdischen Viertels in Köln. Durch grossflächige Ausgrabungen seit den 1950er Jahren freigelegt und untersucht, lassen sich die Struktur und Genese dieses Viertels sowie ihr Verhältnis zur christlich geprägten Stadt-gesellschaft und zum Bischof detailliert beschreiben. In einem städtebaulichen Entwicklungsprozess von der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis zur Ausweisung der Juden im Jahre 1424 entsteht im Herzen der Stadt Köln ein dicht belegtes Quartier öffentlicher und privater Bauten. Allein an der Syna-goge lassen sich fünf Bau- und Nutzungsphasen ablesen. Der Kern des Viertels um den Synagogenhof besteht aus der Synagoge, der später angefügten Frauensynagoge, der Monumentalmikwe, dem Hoch-zeits- oder dem Gemeindehaus und dem Hospital. In unmittelbarer Nachbarschaft zum christlichen Goldschmiedeviertel liegen die zugehörigen Wohnhäuser, die ein Areal von etwa 7000 m² umfassen. Bei der 1270 erstmalig genannten Mikwe handelt es sich um den Bautypus der durch Grundwasser gespeisten Monumentalmikwe. Sie geht im Kern in das 12. Jahrhundert zurück und ist im unterirdi-schen Teil bis in 16 m Tiefe nahezu vollständig in situ erhalten. Vom Aufbau ist nichts erhalten, dagegen lässt der unterirdisch erhaltene, aufwendig ausgestattete Vorraum und Umkleideraum auf das Reini-gungsritual schließen – es schloss sich unterirdisch ein Gang in ein nebenliegendes Badehaus an.
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