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Ende 2019 meldete die chinesische Weltgesundheitsorganisation einen ersten Fall von Lungenentzündung, später COVID-19 benannt. Seit mehr als einem Jahr wird weltweit der Kampf gegen das COVID-19 organisiert. Impfkampagnen sind in vollem Gange, auch in der Schweiz, um die Bevölkerung zu schützen und eine Rückkehr zum Alltag zu ermöglichen. Da das COVID-19 weder Staatsgrenzen noch Nationalitäten kennt, ist es von grösster Wichtigkeit, dass Flüchtlinge, Vertriebene und Staatenlose von diesen Impfmassnahmen nicht ausgeschlossen werden. Die öffentliche Gesundheit auf nationaler oder regionaler Ebene kann nur gewährleistet werden, wenn die gesamte Bevölkerung in die Impfprogramme einbezogen wird.
Zunächst die gute Nachricht: Etwa 20 Länder haben bereits damit begonnen, Flüchtlinge auf der gleichen Basis wie ihre Bürger zu impfen. Jordanien und Ruanda zum Beispiel, die beide eine grosse Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen haben, haben den Zugang zu Impfstoffen von Anfang an unabhängig vom rechtlichen Status ermöglicht. Ihnen folgten in jüngerer Zeit Serbien und Nepal. Letzteres beherbergt etwa 20.000 Flüchtlinge, zumeist Bhutaner, die in den frühen 1990er Jahren kamen.
Das Risiko, sich mit COVID-19 zu infizieren, ist für jeden gleich hoch. Es spielt keine Rolle, ob man ein Flüchtling ist oder nicht,
sagte Shrawan Kumar Timilsina, der Leiter des Bezirks Jhapa im Osten Nepals, wo sich die beiden Flüchtlingslager des Landes befinden.
Der Schutz des Lebens aller Menschen ist unsere Priorität
Serbien, das derzeit fast 5.000 Flüchtlinge und Asylsuchende beherbergt, hat deren Aufnahme in den im Januar 2021 verabschiedeten nationalen Impfplan genehmigt. Seit Anfang März haben fast 400 Flüchtlinge mindestens eine Dosis des Impfstoffs erhalten.
Wir sind dem serbischen Staat dankbar, dass er uns als gleichberechtigte Bürger behandelt und uns erlaubt, den Impfstoff zu erhalten
sagte Mohammad, ein Bäcker und Asylsuchender aus Afghanistan, der entschlossen ist, in Serbien ein neues Leben aufzubauen.
Wir hoffen, dass sich alle impfen lassen, denn wir können das Virus nur besiegen, wenn wir uns zusammenschliessen und alle impfen.
fügte er hinzu, nachdem er im Asylzentrum Krnjača eine erste Dosis des Impfstoffs erhalten hatte.
UNHCR, die UN-Flüchtlingsorganisation, sieht sich durch die Tatsache ermutigt, dass bereits 153 Staaten Impfstrategien verabschiedet haben, die Flüchtlinge einschliessen. In vielen Teilen der Welt steht die Impfung jedoch vor grossen Herausforderungen, einschliesslich Ungleichheiten bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen und den Kapazitäten der Gesundheitssysteme.
Die groben Ungleichgewichte in der Impfstoffaufteilung zwischen den Staaten sind kontraproduktiv und ohne langfristige Perspektive. Ein 'Mein Land zuerst'-Ansatz kann angesichts einer Pandemie, die keine Grenzen kennt, einfach nicht funktionieren,
sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge Filippo Grandi.
In der Tat sind etwa 85% der weltweiten Flüchtlinge in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen untergebracht, die mit finanziellen Schwierigkeiten und schwachen Gesundheitssystemen zu kämpfen haben. Diese Nationen, die grosszügig die Mehrheit der Flüchtlinge aufnehmen, brauchen mehr Unterstützung, um die dringenden Gesundheitsbedürfnisse ihrer Staatsangehörigen und Flüchtlinge zu erfüllen, einschliesslich Impfungen gegen Covid-19.
Die Covid-19-Krise erfordert eine noch nie dagewesene globale Solidarität, und nur gemeinsam werden wir sie überwinden können. Ohne dabei jemanden auszuschliessen.