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San Felipe, Baja California, Mexiko â Am 12. März 2017 erlitten die Bemühungen um den Erhalt der fast ausgestorbenen Population von Golftümmlern (aktueller Bestand unter 30 Exemplare) einen schweren Schlag: Sea Shepherd fand einen neugeborenen Golftümmler tot am Strand, etwa 33 km südlich von San Felipe, im nördlichen Teil des Golfs von Kalifornien.
Die Schiffe der gemeinnützigen Meeresschutzorganisation, die gegen Wilderei eingesetzt werden, FARLEY MOWAT und SAM SIMON, patrouillierten im oberen Teil des Golfs seit dem vergangenen Herbst im Rahmen der OPERATION MILAGRO III, um die Golftümmler und den stark gefährdeten Totoaba zu schützen.
Der Kadaver eines zweiten, ausgewachsenen Golftümmlers wurde der Crew unweit des Ortes gemeldet, an der das Neugeborene gefunden wurde. Doch auch nach mehreren Tagen der Suche durch die Crew konnte der Kadaver nicht lokalisiert werden. Die Einwohner, die ihn entdeckt hatten, machten jedoch Fotos und übergaben sie Sea Shepherd in der Hoffnung, dass der Kadaver doch noch gefunden werden könnte.
Sea Shepherd hat den Kadaver des neugeborenen Golftümmlers den mexikanischen Behörden übergeben. Es wird eine Autopsie durchgeführt werden, um die Todesursache zu ermitteln. Die häufigste Todesursache im Golf von Kalifornien für die Golftümmler ist das Verheddern in einem der zahlreichen illegalen Stellnetze, die unter Wasser versteckt sind. Diese Netze dienen eigentlich dem Fang von Totoaba, jedoch sind beide Arten ähnlich gross. Golftümmler können sich in diesen Netzen verheddern, wodurch sie nicht mehr zum Atmen an die Wasseroberfläche gelangen und letztendlich ertrinken.
"Unter dem Stress des Todeskampfes kann eine Mutter das Kalb verloren haben", vermutet die Kampagnenleiterin von OPERATION MILAGRO III, Captain Oona Layolle.
Ein weiblicher Golftümmler kann etwa jedes zweite Jahr ein Kalb gebären. Es ist jedoch nicht bekannt, ob das Neugeborene von dem bisher nicht geborgenen Golftümmler stammt, oder nicht.
Beispiellose Anzahl von toten Totoabas in einem einzigen Netz
Die Zerstörung von Meeresleben im Golf von Kalifornien ging am Dienstag, den 14. März 2017 weiter, als die FARLEY MOWAT ein Netz mit 66 toten Totoabas fand und barg. Der 67. Totoaba im Netz lebte noch und wurde ins Meer entlassen.
Illegale Fischer und mexikanische kriminelle Kartelle haben es nur deshalb auf den Totoaba abgesehen, um dessen Schwimmblase auf den Schwarzmärkten von China und Hongkong für nicht nachgewiesene medizinische Eigenschaften zu verkaufen. Dort erhalten sie mehr als 20.000 US-Dollar pro Kilogramm. Aufgrund ihres hohen Verkaufswerts wird die Totoaba-Blase auch häufig als âKokain des Wassersâ bezeichnet. Dies ist der einzige Grund, warum diese Tiere getötet werden.
"Wir haben noch nie so viele tote Totoabas in einem Netz gefunden", sagte Captain Layolle, die vor Ort war, um die Vernichtung der Kadaver durch die mexikanische Umweltschutzbehörde (PROFEPA) nach deren Ãbergabe zu bezeugen. "Es war herzzerreissend und widerlich mit anzusehen, dass so viele Tiere sterben mussten, um den chinesischen Bedarf an Schwimmblasen zu decken. Der Handel mit den Schwimmblasen zerstört das komplette Ãkosystem im Golf von Kalifornien."
Weiter sagt Captain Layolle: "Noch nie war die illegale Fischerei hier im Golf von Kalifornien so dramatisch wie jetzt. Wir wurden Tag und Nacht Zeugen von Wilderei. Die Hochsaison der Totoaba-Wilderei schadet nun besonders. Es hat immensen Einfluss auf die Biodiversität an diesem Ort. Es ist unsere letzte Chance, diese Art vor der Ausrottung zu retten. Doch es scheint, dass menschliche Ignoranz und Habgier nicht zu stoppen sind."
Sea Shepherd-Gründer Captain Paul Watson fügte hinzu: "Wir stehen am Rande der Ausrottung vieler Meereslebewesen. Wenn wir die Golftümmler verlieren, was dann? Sea Shepherd braucht alle Hilfe, die wir erhalten können, um die Ausrottung des kleinsten und am meisten gefährdeten Tümmlers der Welt zu verhindern."