Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03358.jsonl.gz/2248

Sihltalbahn
|Kürzel||SiTB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1892-08-03|
|Mutiert||Ab 1973-01-01 Sihlthal–Zürich–Uetliberg|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die SiTB war eine Aktiengesellschaft und nahm 1892 den Betrieb auf. Sie führte ab dem Stadtzürcher Bahnhof Selnau via Adliswil erst nur nach Sihlwald, wo sich ausgedehnte Waldungen der Forstverwaltung der Stadt Zürich befanden. 1897 kam die Weiterführung nach Sihlbrugg und somit der Anschluss an die ebenfalls 1897 eröffnete Hauptlinie Zürich–Thalwil–Zug hinzu. Die Kapitalaufstockungen 1895 und 1897 dienten der Finanzierung dieser Erweiterung. Eine wichtige Einnahmequelle der SiTB bildete der Transport von Brenn- und Baumaterialien (Holz) in die Stadt Zürich. Deren Forstverwaltung unterhielt bereits 1892 einen privaten Gleisanschluss an die SiTB, ab 1898 sogar deren drei. Die Erträge aus dem Güterverkehr waren bei der SiTB stets und in zunehmendem Masse grösser als diejenigen aus dem Personentransport. Die SiTB war ausserdem eine der wenigen Bahnen, die vom Kriegsausbruch 1914 massiv profitierten. Wegen des wachsenden Kohlemangels verdreifachten sich ihre Einnahmen aus dem Frachtgeschäft zwischen 1915 und 1920.
Bei 564'500 Franken des Aktienkapitals ab dem Jahr 1896 handelte es sich um «Staats- und Gemeinde-Subventionsaktien», deren Anteil bis 1901 laut den «Bemerkungen» der Statistik offenbar auf 2'047'500 Franken aufgestockt wurde, wobei sich das Total des Eigenkapitals nicht veränderte. Was diese «Subventionsaktien» auszeichnete (Dividendenrechte usw.), erläuterte die Statistik ebenso wenig wie den Umstand, dass die SiTB ihre erheblichen schwebenden Schulden 1902 massiv reduzieren konnte. Wie dieser Schuldenabbau von fast 800'000 Franken finanziert wurde, geht aus den Buchhaltungszahlen nicht schlüssig hervor. Im Weiteren zahlte die SiTB ab 1899 über Jahre keine Zinsen für die hohen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dass zudem die Verzinsung der Anleihen tatsächlich immer vollumfänglich geleistet werden konnte, ist angesichts der Betriebsergebnisse zumindest bis zirka 1910 ebenfalls zu bezweifeln.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: