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In ihrem neuen Buch „Corona in der Schweiz“ werfen Konstantin Beck und Werner Widmer einen kritischen Blick auf die Schweizer Pandemiepolitik der letzten Monate. Im Interview erklären die beiden Dozenten, weshalb sie die Pandemiemassnahmen kritisieren und was sie mit ihrer Publikation zur öffentlichen Debatte beitragen wollen.
In Ihrem Buch plädieren Sie für eine evidenzbasierte Pandemiepolitik. In welchen Punkten sehen Sie die aktuelle Corona-Pandemiepolitik der Schweizer Regierung als ungenügend auf die relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse abgestützt?
Werner Widmer: In der ersten Welle (März-Juni) basierte die Pandemie-Politik vorwiegend auf Einzelereignissen: schreckliche Bilder aus Norditalien, erste Todesfälle in der Schweiz, einzelne Forschungsergebnisse, die wenig später überholt wurden, viele Todesfälle in einem einzelnen Pflegeheim. Solche Ereignisse haben anekdotischen Wert, sie repräsentieren nicht das ganze Bild. Eine evidenzbasierte Pandemie-Politik muss sich auf repräsentative