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Ist Absinthe in der Schweiz legal?
In der Schweiz ist Absinthe zu 100% legal zu kaufen, zu besitzen und zu konsumieren wie jedes andere alkoholische Getränk. Dem war jedoch nicht immer so. Erst seit dem 1. März 2005 ist die grüne Fee in der Schweiz wieder auf freiem Fuss. Den Stein ins Rollen gebracht hatte eine EU-weite Gesetzesänderung 1998, mit welcher die Absinthe- Herstellung und dessen Einfuhr in die EU zugelassen wurde. Der erlaubte Thujongehalt wurde damit auf maximal 35mg/kg festgelegt.
Weshalb wurde Absinthe verboten?
Ein erster Anstoss für die Prohibition des Absinthes war die Anti-Alkoholbewegung Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich, als erstmals das Problem des Alkoholismus erkannt wurde. Vor diesem Hintergrund war dann der Mordfall Lantfray in Commugny eine sehr willkommene Geschichte für alle Absinthe- Gegner. Im Sommer des Jahres 1905 kam es in Communguy zu einem tragischen Familiendrama, wobei ein betrunkener Landarbeiter zuerst seine Frau und anschliessend seine zwei Töchter erschiesst. Für das Ereignis wird der Absinthe verantwortlich gemacht, obwohl vor Gericht klar wurde, dass der Mann täglich mehrere Liter Weisswein trank. Doch der Ruf des Absinthe war zerstört. Es kam zu einer Volksinitiative, welche 1908, entgegen der Empfehlung des Bundesrates, angenommen wurde. Am 7. Oktober 1910 trat das Verbot in Kraft. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Verbindungen und gegenseitigen Unterstützungen im Schweizer Abstimmungskampf. Zwischen der Anti- Alkoholbewegung (Blaues Kreuz u.a.), kirchlichen Kreisen und der Weinlobby bildete sich nämlich eine wahrlich unheilige Allianz. Bei der historischen Betrachtung der Absinthe – Prohibition zeigt sich deutlich, dass der Absinthe für andere politische Ziele instrumentalisiert wurde. Dies waren in erster Linie nationalistische, rassistische und wirtschaftliche Ziele.
Ist Absinthe gefährlich?
Absinthe ist kein Betäubungsmittel und verursacht weder Halluzinationen, noch macht es wahnsinnig. Es gab keine fundierten wissenschaftlichen Gründe für die Prohibition zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Keiner der Inhaltsstoffe des Absinthe ist illegal oder gefährlich, noch machen sie gewalttätig. Im Gegenteil, viele Absinthe- Trinker sagen aus, dass sie einen sauberen Kopf bewahren. Nicht wie bei anderen Alkoholika, welche die Sinne trüben. Oft wird diese Wirkung mit der Kräuterrezeptur und dem Thujongehalt in Verbindung gebracht.
Was ist Thujon?
Thujon ist der legendäre Hauptwirkstoff im Absinthe und ein psychoaktives Nervengift. Neben den vielen verschiedenen Kräutern im Absinthe wird hauptsächlich das Thujon für die Steigerung der Kreativität und der Libido verantwortlich gemacht. Es hat den weiteren angenehmen Effekt, dass es stimmungs- aufhellend wirkt. Wie bereits seit dem Altertum bekannt ist, wird Wermut auch vielseitig medizinisch eingesetzt. Das dunkelgrüne bis braune oder bläuliche, stark riechende, kratzend bitter schmeckende ätherische Öl aus den silberartig schimmernden Blättern des grossen Wermutkrautes enthält zwischen 40% und 90% des psychoaktiven Wirkstoffes Thujon.
Wie trinkt man Absinthe?
Bei kaum einem anderen alkoholischen Getränk haben sich derart viele unterschiedliche Trinkrituale entwickelt wie beim Absinthe. Es gibt alte Rituale, welche die Prohibition überlebt haben, ebenso sind neue dazugekommen. Für die traditionelle Methode aus der Schweiz und Frankreich wird auf ein klassisches Absinthe- Glas ein durchlöcherter Löffel gelegt, darauf ein Stück Würfelzucker. Mit einer sogenannten Fontaine wird das Wasser langsam über den Würfel geträufelt, bis dieser sich vollständig auflöst und in den Absinthe-Tropft. Weiter gibt es auch noch das böhmische Ritual, wobei der Würfelzucker zuerst in den Absinthe getaucht und angezündet wird, bevor das Wasser überträufelt. Bei den meisten heutigen Absinthe- Sorten, insbesondere denen aus der Schweiz, die wenig bitter und manchmal bereits durch die Pflanzenkombination leicht süsslich sein können, wird oft auf den Zucker verzichtet.
Was ist der „Louche Effekt“?
Wenn sich der Absinthe mit Wasser vermischt, entsteht dadurch die typische milchige Trübung, die je nach Zusammensetzung der Inhaltsstoffe manchmal auch grünlich oder bläulich sein kann. Diese Opaleszierung, bei den Franzosen „Louche- Effekt“ genannt, findet im Absinthe- Wasser- Verhältnis von 1:4 bis 1:6 statt. Je nach Belieben.
Was macht den Schweizer Absinthe speziell?
Obwohl der Absinthe seine Ursprünge im Val- de- Travers hat, wird das Produkt heute in vielen Ländern produziert, darunter Frankreich, USA, Spanien, Deutschland und die Schweiz. Jedoch nur in der Schweiz gibt es Regulationen, welche die Absinthe- Produktion kontrollieren. Absinthe aus der Schweiz müssen destilliert sein, dürfen keine künstlichen Farb- und Zusatzstoffe enthalten und sie dürfen nicht künstlich gesüsst werden. Das Produkt „Absinthe“ ist somit geschützt und garantiert höchste Qualität, während solche Gesetzgebungen in anderen Ländern noch fehlen.
Ist Absinthe bitter?
Die traditionelle Rezeptur von authentischen Absinthe ist nicht wirklich bitter. Der bittere Geschmack ist ähnlich dem von schwarzem Kaffee oder dunkler Schokolade. Die Bitterkeit stammt aus dem Chlorophyll der Wehrmutpflanze (Artemisia absinthium), welche destilliert wird um das Chlorophyll und somit den starken bitteren Geschmack zu entfernen. Weiter kommt hinzu dass die Kräuterzusammensetzung die leichte Bitterkeit auffangen und abrunden.
Wie unterscheiden sich die verschiedenen Absinthe voneinander?
Der grosse und kleine Wehrmut bilden zusammen mit Fenchel und Anis die Basis für alle Absinthe aus der Schweiz. Jedoch ist die Wehrmutpflanze nicht der einzige Inhaltsstoff, alle Destillateure bieten verschiedene Absinthe mit verschiedenen Rezepturen an. Die Rezepturen können zwischen fünf bis 15 verschiedene Kräuter enthalten. Oft sind Melisse, Pfefferminz, Süssholz und Koriander enthalten. Somit gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Absinthe, die sich in Rezeptur und Geschmack unterscheiden.