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| Pachomius († 346/7) - Leben des heiligen Pachomius (Vita Pachomii)

Kap. 31. Pachomjus hat ein Gesicht über das Schicksal der Brüder. Er macht den Theodorus zum Verwalter in Tabennesis.
[S. 859] Als er ein andermal mit den Brüdern Binsen abschnitt und diese schon eine Ladung in das Fahrzeug geschafft hatten, da ereignete es sich plötzlich, daß der Heilige in Verzückung geriet; und er sah alle seine Brüder, und einige von ihnen waren von loderndem Feuer umgeben, wollten nach allen Seiten entfliehen, konnten aber nicht; andere wieder standen barfuß auf Disteln und waren in Dornen verstrickt, aber durchaus nicht imstande, sich davon loszumachen. Andere wieder standen am Rande einer überaus steilen Höhe, unterhalb deren rundherum ein sehr breiter Fluß dahinströmte, der voll von Krokodilen war, so daß sie die Höhe nicht verlassen, sich aber auch nicht in den Fluß werfen konnten wegen der Menge der wilden Tiere.
Während er noch so dastand, traten die Brüder, welche ihre Lasten abgelegt hatten, neben ihn zum Gebete. Und nachdem er das Amen gesprochen hatte, gingen sie ihres Weges. Als es nun Abend geworden war und Pachomins das Gesicht, wie es war, erzählte, da weinten sie alle, und die Brüder fragten ihn, was das zu bedeuten habe; er sagte zu ihnen: "Ich weiß, daß dies nach meinem Heimgang unter den Brüdern eintreten wird, so daß sie niemand finden können, der die Kraft besäße, sie, wie es nötig ist, in den wilden Drangsalen zu trösten und zum Besseren der guten Vorschriften zu leiten." Da nahm er sich den Theodorus, der tüchtig war im Geiste und fähig, vielen zu nützen, und bestellte ihn zum Verwalter des Klosters in Tabennesis, er aber wohnte in dem anderen Kloster, wo auch die Verwaltung der übrigen Klöster vereinigt war.
Theodorus aber tat nichts nach seinem eigenen Willen, da ihn das Wort des Herrn entflammt hatte [S. 860] und gestärkt im Sinnen nach Höherem. Und er machte die gewöhnlichen Fortschritte und förderte die Brüder.