Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/2446

- Beschreibung
- Autor/in
- Pressestimmen (2)
Der Trümmerhaufen
Harald Richter durchbricht mit seinem Buch "Der Trümmerhaufen" die Tabus, welche Sudetendeutsche und Tschechen heute noch trennen. Beide sehen sich nur in ihrer jeweiligen Opferrolle und verdrängen die leidvollen Phasen der Vergangenheit, die zum Ende eines langen Zusammenlebens führten.
Der Autor spürt am Beispiel seines Geburtsortes die Spuren des "Volkstumskampfes" zwischen Tschechen und Deutschen auf sowie die Zeugnisse der NS-Herrschaft und der Vertreibung der Deutschen. Das lokale und regionale Geschehen ist dabei geprägt von der politischen Entwicklung Böhmens im Ganzen. Sie steht im Mittelpunkt des Buches. So ist "Der Trümmerhaufen" nicht vorrangig eine Regionalgeschichte, sondern eine Fallstudie zur Geschichte Böhmens und der in die Brüche gegangenen Beziehungen zwischen Tschechen und Sudetendeutschen und eine Studie zu ihrer Aufarbeitung in der Gegenwart.
Harald Richter
Harald Richter wurde 1937 in Böhmen geboren und erlebte als Kind NS-Herrschaft und Vertreibung. Er wuchs in Heidelberg auf und studierte Sozialwissenschaften. Die Beziehungen zwischen Tschechen und Sudetendeutschen beschäftigten ihn von Jugend an, auch wenn sein Interesse jahrzehntelang hinter den beruflichen Notwendigkeiten zurückstehen musste.
Während seines Berufslebens arbeitete er in Managementpositionen der Industrie und stand ab 1992 sechs Jahre lang mit an der Spitze der Selbstverwaltung der Bundesanstalt für Arbeit. Seit 1997 ist er Honorarprofessor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.
Nach Beendigung seiner beruflichen Laufbahn widmete er sich historischen Studien an verschiedenen Universitäten und in tschechischen und deutschen Archiven zur tschechisch-deutschen Geschichte. Harald Richter lebt in Bergisch Gladbach.