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Die erste Hälfte des März verlief erwartungsgemäss etwas unterkühlt. Mit durchschnittlich 2.5°C war es so kalt wie im diesjährigen Januar und kälter als im Dezember und Februar.
Die Vergleiche erwecken den Anschein, wir hätten es mit einem harten Märzwinter zu tun. Ich sage Ihnen: Nein, der März war bisher relativ normal. Der Normwert der Temperatur liegt in der ersten Hälfte bei rund 4°C. Die Abweichung von 1.5°C ins Negative über 2 Wochen ist noch nichts Aussergewöhnliches. Auch etwas Schnee im März ist durchaus normal.
Jetzt stellt sich die Frage, ob nun die zweite Monatshälfte zum Ausgleich den Frühling bringt.
Ein steuerndes Element im Winter ist der Polarwirbel. Er ist ein grossräumiges Höhentief gefüllt mit Kaltluft, dass sich über dem Nordpol befindet. Ist dieser Polarwirbel schön über dem Nordpol zentriert, herrscht eine starke Westwinddrift, die im Winter milde Luftmassen vom Atlantik heranführen. Wird der Polarwirbel instabil oder werden Teile davon abgespalten, kann Kaltluft bis weit nach Süden vorstpssen und im Gegenzug gelangt an anderen Orten Warmluft bis weit nach Norden.
Aktuell ist der Polarwirbel weder sonderlich gut ausgeprägt, noch ist er instabil.
Der linke schwarze Pfeil zeigt den Zustrom relativ kalter Luftmassen in Richtung Neufundland. Dies zeigt sich auch auf der Karte der Temperaturabweichungen. (LINK, HIER KLICKEN)
Blaue Flächen bedeuten für die Jahreszeit zu kalte Witterung, rote zu warme.
Südlich von Neufundland sind die Temperaturen dagegen etwas höher als üblich. Der Temperaturgradient sorgt für eine relativ starke Produktion von Tiefdruckgebieten, die nach Osten über den Atlantik ziehen. Üblicherweise ziehen sie über England und bringen uns wechselhafte Witterung. Doch derzeit können sie diese Zugbahn nicht nehmen, da ihnen ein kräftiges Hoch über der Nordsee den Weg versperrt. Die Tiefdruckgebiete müssen dieses Hoch weit im Norden „umschiffen“.
Mitteleuropa liegt südlich des Hochs unter einer Nordostströmung. Damit werden relativ kalte Luftmassen aus Skandinavien herangeführt. Eisige Kälte kommt aber nicht zustande, da das betreffende Gebiet eher höhere Temperaturen als üblich aufweist. Zudem wird die Luft auf ihrem Weg erwärmt.
Wie lange das Hoch noch an seinem Platz bleiben wird und wohin es sich danach verlagert, kann ich nicht sagen. Darin liegt aktuell die Schwierigkeit bei der Prognose. Grundsätzlich verlagern sich Hochdruckgebiete nur langsam.
Zudem scheint El-Niño im März Lagen zu begünstigen, beidenen ein Hoch oder ein Keil im Bereich England/Ostatlantik verhindert, dass Tiefdruckgebiete vom Atlantik direkt nach Mitteleuropa ziehen können. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Strömung in den kommenden Tagen nordöstlich bleibt und eventuell im Laufe der kommenden Woche wieder umschwenkt zu einer Nordwestlage. Da die Temperaturen im aktuellen Herkunftsgebiet der Luftmasse etwa 5°C höher sind als üblich zur Jahreszeit, wird es bei uns nur mässig kalt. Wahrscheinlich liegt die Temperatur in den kommenden sieben Tagen etwa 1 bis 3°C unter dem langjährigen Mittel.
Fazit: Während der kommenden Woche bleibt es eher kalt, aber meist trocken. Ob dann der Frühling zum Monatsende doch noch kommt, bleibt vorerst offen. Insgesamt erwarte ich aber im März weiterhin eine Temperaturabweichung von etwa -1°C. Die Niederschlagsmenge wird das Soll wohl nicht ganz erreichen.