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Kloster ABC
A
Abt: Abt (lat. abbas, aus dem Aramäischen abba, Vater) ist ein dem Vorsteher eines Klosters verliehener Titel. Ursprünglich war das Wort Abba («Vater»), eine im weiteren Sinn für jeden Mönch gebräuchliche ehrenvolle Anrede, seit dem 5./6. Jahrhundert war die Bezeichnung Abt jedoch dem Oberen eines Klosters vorbehalten. Die weibliche Entsprechung ist die Äbtissin. Im Kloster Einsiedeln wird der Abt für eine Dauer von 12 Jahren gewählt.
Angelus-Gebet: An Werktagen schliesst an das Mittagsgebet um 12.15 Uhr das «Angelus-Gebet» an. Es ist die Erinnerung an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Dabei wird der «Dialog» zwischen dem Engel Gabriel und der Jungfrau Maria nachgesprochen. Von vielen Kirchentürmen laden die Glocken um 12 Uhr zu dieser kurzen Gebetszeit ein.
B
Beichte: Die Beichte, auch «Sakrament der Versöhnung» genannt, ist ein Bekennen der Sünden vor einem Priester. Der Priester steht als Vertreter für Gott und steht dem Beichtenden mit Ratschlägen zur Seite. Am Ende der Beichte spricht der Priester im Namen des dreifaltigen Gottes den Beichtenden von seinen Sünden frei.
Benediktiner: Die Mönche im Kloster Einsiedeln sind Benediktiner, denn sie folgen der Mönchsregel des heiligen Benedikt von Nursia (480-547). Die Benediktiner sind ein monastischer Orden, der keiner zentralen Ordensleitung untersteht. Jedes Kloster ist autonom und untersteht der Leitung des jeweiligen Abtes. Das Leben der Benediktiner ist von Gebet und Arbeit begleitet, wobei auch letzteres als Gottesdienst betrachtet wird.
Bruder: Das christliche Mönchtum ist ursprünglich eine Laienbewegung. Dass in manchen Klöstern – wie auch in Einsiedeln – eine Mehrzahl der Mönche auch Priester sind, hängt stark von den jeweiligen Tätigkeitsbereichen ab. Alle Mönche, die keine Priester sind, werden mit «Bruder» angesprochen.
C
Consilium: Das Consilium (lat. Rat) ist das Beratergremium des Abtes. Es besteht aus den Oberen (Dekan und Subprior) sowie einer bestimmten Anzahl von gewählten Mitbrüdern. Es unterstützt den Abt in der Wahrnehmung seiner Leitungsverantwortung und berät ihn in wichtigen Fragen, ehe diese im «Kapitel» vor die ganze Gemeinschaft zur Abstimmung gelangt.
D
Dekan: Der Dekan ist der Stellvertreter des Abtes. In anderen Klöstern trägt er die Bezeichnung «Prior» (lat. der Vordere, der Erste). Der Abt ernennt den Dekan auf den Rat der Brüder hin und dieser vertritt den Abt, wenn dieser abwesend ist. Während der Abt die Gemeinschaft nach aussen repräsentiert, ist der Dekan für die innerklösterlichen Abläufe verantwortlich und jederzeit für die Mönche ansprechbar.
Devotionalien: Devotionalien sind Gegenstände, die der Andacht (lat. devotio, Hingabe/Ehrfurcht) und der Förderung der Frömmigkeit dienen wie etwa Kreuze, Kerzen, Rosenkränze und Heiligenfiguren. Wie für viele Wallfahrtsorte typisch, können diese zu gewissen Zeiten in der Klosterkirche gesegnet und als Andenken an die Wallfahrt mit nach Hause genommen werden.
E
Einsiedler Gebetstag für geistliche Berufe: Jeweils am 13. eines jeden Monats wird während der Eucharistischen Anbetung und bei der Andacht um 16.00 Uhr um Priester- und Ordensberufungen gebetet. Dafür steht ein eigenes Gebetsheft zur Verfügung, welches für diesen Zweck in der Unterkirche aufliegt.
Eucharistische Anbetung: Diese kontemplative Gebetsform ist das stille Verweilen vor dem im Eucharistischen Brot gegenwärtigen Herrn. Die Eucharistische Anbetung wird heutzutage in grösseren Wallfahrtsorten, in Kathedralkirchen und in geistlichen Zentren praktiziert. Die Zeit der Anbetung schliesst mit einer gemeinsamen Andacht und Eucharistischem Segen. In Einsiedeln täglich von 13.15-16.00 Uhr, Segensandacht um 16.00 Uhr – jeweils in der Unterkirche.
F
Frater: Die Bezeichnung «Frater» stammt aus dem Latein und bedeutet «Bruder». Es ist die Anrede für einen Mönch, der vor der Feierlichen Profess steht und (noch) keine Priesterweihe empfangen hat.
G
Gelübde: Wir Benediktinermönche legen bei unserer Profess (zeitliche oder ewige Bindung an das Kloster) drei Gelübde ab, die sich von den traditionellen Gelübde von Armut, Gehorsam und Keuchscheit etwas unterscheiden. Wir versprechen nämlich Gehorsam (lat. oboedientia), Beständigkeit (lat. stabilitas) und klösterlichen Lebenswandel (lat. conversatio morum). Unter dem klösterlichen Lebenswandel versteht man ein eheloses, besitzloses, auf Gott ausgerichtetes Leben.
H
Hof: «Hof» ist bei uns im Kloster Einsiedeln die Bezeichnung des Gästebereichs, in welchem sich auch die Räumlichkeiten des Abtes (die sog. «Abtei») befinden. Diese Bezeichnung stammt noch aus der Zeit, als der Abt von Einsiedeln Fürstabt war und damit – wenn auch bescheiden – eine entsprechende Hofhaltung und angemessene Repräsentationsräume brauchte. Die «Hofpforte» ist nicht nur Zugang zum Gästebereich, sondern auch Haupteingang zum Kloster selbst. Der Grosse Saal (früher «Fürstensaal» genannt) ist öffentlich und kann gegen einen Beitrag besichtigt werden.
K
Kapitel: Das Kapitel ist eine regelmässig stattfindende Versammlung der Mönche, in welcher wichtige Fragen zum Klosteralltag, zu Vorhaben in der Zukunft oder auch Personalfragen geklärt werden. Am Kapitel dürfen alle Mönche mit Ewiger Profess teilnehmen und haben dabei eine Stimme.
Kapellmesse: Bezeichnung für eine Eucharistiefeier in der Gnadenkapelle. Zumeist einfach gestaltet durch den Zelebranten und Lektor, ohne Orgelbegleitung. Werktags um 06.15 Uhr, 09.30 Uhr und 17.30 Uhr. Sonn- und Feiertage um 08.00 Uhr, (11.15 Uhr) und 17.30 Uhr. Pilgergruppen können zusätzlich zu den regulären Gottesdiensten eine Kapellmesse bei der Schwarzen Madonna feiern.
Klausur: Die Klausur (lat. clausura, abgeschlossener Bereich) ist jener Teil des Klosters, der ausschliesslich uns Mönchen vorbehalten ist. Dieser Abschnitt des Klostergebäudes ist der Lebensraum der Mönche, wo wir in Stille und Beschaulichkeit leben. Wichtige Räume in der Klausur sind die Zellen der Mönche, das Refektorium und der Kapitelsaal.
Konvent: Der Konvent (lat. conventus, Zusammenkunft) ist die Gesamtheit der Mönche eines Klosters oder auch der Wohnbereich des Klosters. Bei uns in Einsiedeln trägt das Refektorium, der Speisesaal der Klostergemeinschaft, ebenfalls den Namen «Konvent».
Konventamt: Eucharistiefeier der Mönchsgemeinschaft (Konvent). Daran nehmen jene Mönche teil, die keiner anderen Messfeier (in der Gnadenkapelle, in der Pfarrei oder in den Frauenklöstern) vorstehen. Das Konventamt wird in Konzelebration gefeiert und zeichnet sich besonders durch den Gregorianischen Choral aus. An Sonn- und Feiertagen erklingt auch polyphoner Gesang (Männerchor).
Konventualen: Die Konventualen sind die einzelnen stimmberechtigten Mönche als Mitglieder einer konkreten Klostergemeinschaft (lat. conventus).
Komplet: Das Nachtgebet um 20.00 Uhr macht den Tag «komplett». Der Gesang des «Nunc dimittis», der Lobgesang des greisen Simeon, gibt dem Nachtgebet einen besonderen Charakter: «Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen…»
Kreuzerhöhung: Kreuzerhöhung oder «Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes» ist der Name eines Festes, das im Kirchenjahr der römisch-katholischen Kirche am 14. September gefeiert wird. Es erinnert an die feierliche Erhebung und Verehrung des durch die heilige Kaiserin Helena wiederaufgefundenen Kreuzes Christi. In Einsiedeln feiern wir am 14. September das Weihefest der Gnadenkapelle, aus diesem Grund wird das Fest Kreuzerhöhung auf den 16. September verschoben.
Kreuzweg: Die Kreuzweg-Betrachtung geht dem Leidensweg des Herrn nach. In Einsiedeln gibt es zwei öffentliche Kreuzwege: jener in der Klosterkirche und jener im Freien, welcher vom Klosterplatz dem Johannisbächli entlang und dann auf den Meinradsberg führt. Jeweils am Karfreitagnachmittag gibt es eine öffentliche Kreuzweg-Andacht.
L
Lässe: Die «Lässe» sind 4-5 gemeinsam verbrachte Urlaubstage, die drei Mal im Jahr angeboten werden: im Frühling, Sommer und Herbst. Bevor die moderne Medizin auch im Kloster Einsiedeln Einzug hielt, war der Aderlass ein gängiges Heilverfahren, dem sich auch die Mönche öfters unterzogen. Nach erfolgter Behandlung hatten die Mönche jeweils Anrecht auf einige Erholungstage, um nach der anstrengenden Prozedur wieder zu Kräften zu kommen. Der Aderlass ist längst verschwunden, die Erholungstage sind – Gott sei Dank – geblieben. Heute ist die Lässe ein wichtiges Element des klösterlichen Gemeinschaftslebens und wird meist zum gemeinsamen Wandern genutzt.
Laudes: Morgenlob um 07.15 Uhr im «Oberen Chor». Von lat. «laudes», Lobgesänge. Höhepunkt der Laudes ist der Gesang des «Benedictus», des Lobpreises des Zacharias aus dem Lukasevangelium: «Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen…».
M
Maiandacht: Wortgottesdienst zu Ehren der Gottesmutter Maria im Monat Mai. Diese werden an den Maisonntagen um 18.30 Uhr bei der Gnadenkapelle gefeiert und zeichnen sich durch den Gesang volkstümlicher Marienlieder und eine Predigt zu einem wechselnden Thema rund um Maria aus. Litaneien, Wechselgebete oder ein Rosenkranzgesätz sind weitere Elemente, die hinzukommen können.
Mittagsgebet: auch «Sext», lat. Sechste Stunde, genannt. Anders als die übrigen Gebetszeiten wird das Mittagsgebet nicht wechselchörig gesungen, sondern die Psalmen werden von einem Kantor vorgetragen. An das Mittagsgebet schliesst das «Angelus-Gebet» an.
N
Novize: Der Novize (lat. novicius, Neuling) steht am Beginn seines Klosterlebens. Während eines Jahres befasst er sich intensiv mit der Benediktsregel und wird ins Mönchsleben eingeführt. Er vertieft sich in die Spiritualität und Lebensgestaltung des Mönchtums in Geschichte und Gegenwart und bereitet sich auf die Ablegung der Zeitlichen Profess (auf drei Jahre beschränkt) vor. Nach dem Noviziat kann das Kloster aus freien Stücken auch wieder verlassen werden oder die Gemeinschaft kann die Zulassung zu den Gelübden verweigern.
O
OSB: Hinter dem Namen von uns Mönchen liest man ab und zu die Buchstaben «OSB». Dies ist die Abkürzung für «Ordinis Sancti Benedicti»: dem Orden des heiligen Benedikt zugehörig. Wir Benediktiner bilden zwar keinen Orden im klassischen Sinn mit einer zentralistischen Ordensstruktur, sondern nur einen losen Verbund (Föderation) einzelner Kongregationen, welche wiederum selbständige Klöster zusammenfassen. Der Abtprimas ist lediglich höchster Repräsentant von uns Benediktinern und residiert auf dem Aventin in Rom, wo sich auch die Hochschule der weltweiten benediktinischen Gemeinschaft befindet.
P
Pater: Die Bezeichnung «Pater» stammt aus dem Latein und bedeutet «Vater». Es ist die Anrede für einen Mönch, der Priester ist.
Pilgermesse: Spätgottesdienst an Sonn- und Feiertagen um 11.00 Uhr am Hauptaltar. Im Winterhalbjahr an kantonalen oder regionalen Feiertagen um 11.15 Uhr in der Gnadenkapelle. Während der Wallfahrtssaison gestalten ab und zu auswärtige Chöre den Gottesdienst mit. Sonst findet er in einfachem Rahmen statt (Orgelbegleitung und KantorIn). Das vorausgehende Konventamt ist deutlich aufwändiger gestaltet (Choralschola und Männerchor).
Pontifikalamt: An hohen Feiertagen steht der Abt oder ein auswärtiger Prälat dem Konventamt vor und dieses wird dann als «Pontifikalamt» gefeiert. Dabei werden die «Pontifikalien» getragen, die Amtsinsignien des Abtes oder Bischofs: Brustkreuz, Ring, Stab und Mitra. Ein Pontifikalamt wird in der Regel vom Stiftschor musikalisch mitgestaltet, an hohen Feiertagen zusätzlich vom Orchester.
Pontifikalrequiem: Feierlicher Beerdigungsgottesdienst eines Mitglieds der Klostergemeinschaft oder Totengedächtnis (z.B. «Aller Äbte Jahrzeit» am 23. Oktober), welchem der Abt vorsteht. Beerdigungsgottesdienste beginnen jeweils um 10.30 Uhr. Ort der Bestattung ist die Mönchsgruft unterhalb der Weihnachtskuppel.
Pontifikalvesper: Feierliches Abendlob an hohen Feiertagen, welchem der Abt oder ein auswärtiger Prälat vorsteht. Die Pontifkalvesper beginnt jeweils um 16.30 Uhr und wird meist von einem festlichen Orgelspiel eingeleitet. Nicht nur das Magnificat (wie an Sonn- und Feiertagen üblich) wird dann mehrstimmig gesungen, sondern auch der Hymnus zu Beginn. Eine Pontifikalvesper ist ein besonderes gottesdienstliches Erlebnis.
Profess: Als Profess (lat. professio, Bekenntnis) bezeichnet man die Mönchsgelübde, welche nach dem Noviziat (auf drei Jahre befristet = zeitliche Profess) resp. nach der zeitlichen Profess (lebenslang = ewige/feierliche Profess) abgelegt werden. Der Mönch, der die Profess ablegt, tut dies im Vertrauen auf Gott, der ihn zum monastischen Leben gerufen hat. Darum ist die Profess auch ein Glaubensbekenntnis und eine Konkretisierung der christlichen Berufung, welche in der Taufe grundgelegt ist.
Propstei: Eine Propstei ist das einem Propst (lat. praepositus, Vorgesetzter) unterstellte geistliche Haus. Eine Propstei steht zumeist in Abhängigkeit eines Klosters, dessen Abt den Propst in sein Amt einsetzt. Zum Kloster Einsiedeln gehört bis heute die Propstei St. Gerold im Grossen Walsertal, Vorarlberg A.
R
Rekreation: Die Zeit der Rekreation (lat. recreatio, Neuschöpfung) ist eine Zeit des ungezwungenen brüderlichen Austausches zwischen den Mönchen, meist im Anschluss an Mittag- und Abendessen. Die Rekreation ist ein wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens neben den gemeinsamen Arbeits-, Mahl- und Gebetszeiten.
Rosenkranzgebet: Das gemeinsame Beten des Rosenkranzes gehört zu einem Marienwallfahrtsort wie Einsiedeln. Bei uns an (fast) allen Tagen des Jahres im Anschluss an die Abendmesse bei der Gnadenkapelle. Im Rosenkranzgebet betrachtet man Ereignisse aus dem Leben Jesu und Mariens. Die Wiederholung des «Ave Maria» schafft eine ruhige Atmosphäre, welche die Betrachtung unterstützt. An einzelnen Marienfeiertagen wird am Nachmittag eine Pilgerandacht mit gemeinsamem Rosenkranzgebet gefeiert.
S
Salve Regina: Der tägliche Gesang der mehrstimmigen marianischen Antiphon aus dem 11. Jahrhundert im Anschluss an die Vesper ist eine Einsiedler Besonderheit. Diese Tradition geht auf eine Stiftung des Zisterzienserabtes Johannes von Lentzingen aus dem Jahr 1547 zurück. Ausnahmen sind Hoher Donnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Sonst täglich um ca. 17.00 Uhr bei der Gnadenkapelle.
Segensandacht: Die Segensandachten sind als einfache, kurze Wortgottesfeiern gestaltet. Sie münden jeweils in einen individuellen Segen, der jeder einzelnen Person durch Handauflegung gespendet wird. Die Segensandachten finden jeweils an besonderen Tagen des Kirchenjahres bei der Gnadenkapelle statt.
Subprior: Der Subprior (lat. sub prior, unter dem Prior) ist der Vertreter des Dekans (Prior) und gehört zusammen mit diesem und dem Abt zu den drei Obern des Klosters und hat Einsitz in das Consilium.
T
Territorialabtei: Eine Territorialabtei (lat. abbatia territorialis) ist eine Abtei, welche zu keinem Bistum gehört, sondern direkt dem Papst unterstellt ist. Der jeweilige Abt wird im Eucharistischen Hochgebet anstelle des Bischofs genannt und ist Mitglied der Bischofskonferenz des Landes. Weltweit existieren 11 Territorialabteien, davon befinden sich zwei in der Schweiz: St-Maurice im Wallis und Einsiedeln. Der Status einer Territorialabtei ist eine Auszeichnung bedeutender Klöster und oftmals auch Resultat jahrhundertealter Unabhängigkeitsbestrebungen der einzelnen Abteien.
Trauermette: Die Trauermetten am Karfreitag und Karsamstag sind Teil des monastischen Stundengebets und sind besonders gestaltete Vigilfeiern, welche aber der Feierlichkeit halber und um die Mitfeier der Gläubigen zur ermöglichen, auf den späteren Morgen verlegt wurden. In den Karmetten wechseln sich Psalmenrezitation, Gregorianischer Choral, polyphone Gesänge und biblische Lesungen ab und lassen eintauchen in die alttestamentlichen Vorausbilder der Passion Jesu. Von daher stammt auch der Name: Es geht um das Mitleiden und die Trauer über Jesu Leidensweg.
V
Vesper: Von lat. «vespera», Abend, ist das Abendgebet der Mönchsgemeinschaft. Dieses wird in Einsiedeln immer in lateinischer Sprache gefeiert. Im Mittelpunkt steht das «Magnificat», der Lobgesang Mariens aus dem Lukasevangelium: «Meine Seele preist die Grösse des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter…». Die Gottesdienstbesucher können mithilfe eines Heftes die Psalmen in Deutsch/Latein mitbeten. Im Anschluss an die Vesper ziehen die Mönche zur Gnadenkapelle, wo sie das «Salve Regina» singen.
Vigil: Nicht öffentlicher erster Gottesdienst des Tages um 05.30 Uhr im «Oberen Chor», im Winterhalbjahr in der geheizten «Brüderkapelle». Von lat. «vigilare», wachen. Die Vigil ist eine typische Gebetszeit der monastischen Orden. Während die «Welt» noch mehrheitlich schläft, stehen die Mönche und Nonnen stellvertretend wachend vor Gott und beginnen den Tag mit dessen Lobpreis.
W
Wallfahrtsgottesdienst: Eucharistiefeier oder Andacht einer Pilgergruppe ausserhalb des offiziellen Gottesdienstprogramms, welches von der Klostergemeinschaft verantwortet wird. Wallfahrtsgottesdienste finden erst ab 200 Personen in der Klosterkirche statt. Kleinere Pilgergruppen feiern bei der Gnadenkapelle oder in einem der übrigen Gottesdiensträume.