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Cannabis und Psychose - Wie hängen Cannabiskonsum und Psychose zusammen?
Psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen können in seltenen Fällen durch Cannabiskonsum ausgelöst werden. Doch wie hängen Cannabis und Psychose genau zusammen? Welche Menschen sind gefährdet und welche Rolle spielen Dosis sowie Art des Konsums? Wir schauen uns den Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychose detailliert an.
Was ist eine Cannabis-Psychose?
Unter einer Cannabis-Psychose versteht man psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Verwirrtheit, die nach dem Konsum von Cannabisprodukten auftreten. Die Betroffenen verlieren vorübergehend den Bezug zur Realität. Möglich sind auch Angstzustände bis hin zu Panikattacken.
Im Gegensatz zu einer Schizophrenie, die eine dauerhafte Störung ist, klingen die Symptome einer Cannabis-Psychose nach Absetzen des Cannabiskonsums wieder ab. Allerdings kann häufiger Cannabiskonsum das Risiko für eine spätere Schizophrenie-Erkrankung erhöhen.
Cannabis kann bei bestimmten vorbelasteten Personen latente psychotische Störungen triggern und diese temporär zum Ausbruch bringen. Die Wirkung hängt von der Dosis, der Regelmäßigkeit des Konsums, der Konsumform und der individuellen Veranlagung ab. Nur eine kleine Minderheit der Cannabiskonsumenten erlebt psychotische Phasen.
Wie kommt es zu einer Cannabis-Psychose?
Für die psychoaktiven Wirkungen von Cannabis ist vor allem der Inhaltsstoff THC verantwortlich. THC dockt im Gehirn an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 an. Dadurch werden verschiedene Neurotransmitter-Systeme wie Dopamin beeinflusst.
Bei vulnerablen Personen kann dies eine vorübergehende Störung der Hirnaktivität auslösen, die in Form von Psychose-Symptomen zum Vorschein kommt. Veränderungen estate auch in Hirnregionen festgestellt werden, die für die Verarbeitung von Gedächtnis, Angst und Emotionen zuständig sind.
Wer ist besonders gefährdet?
Das Risiko einer Cannabis-Psychose ist erhöht für Personen mit:
Familiärer Vorbelastung für Psychosen und Schizophrenie: Gene können Veranlagung vererben.
Bereits bestehenden psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen oder Borderline: Cannabis kann bestehende Symptome verstärken.
Konsum in der Pubertät oder Adoleszenz: In der sensiblen Phase der Hirnentwicklung ist die Gefahr am größten.
Hoher Dosis der THC-Einnahme: Hohe THC-Dosen begünstigen psychotische Episoden.
Regelmäßigem, langjährigem Cannabiskonsum: Häufiger Konsum erhöht die Gefahr dauerhaft.
Synthetischen Cannabinoiden: Sie sind stärker und unberechenbarer als natürliches THC.
Für psychisch gesunde Menschen ohne entsprechende Veranlagung ist das Risiko selbst bei regelmäßigem Konsum sehr gering. Trotzdem sollte Cannabis besonnen konsumiert werden.
Wie kann man das Risiko mindern?
Um einer Cannabis-Psychose vorzubeugen, ist Folgendes ratsam:
Verzicht bei familiärer Vorbelastung für Psychosen
Vermeidung von Cannabis in der Pubertät und Jugend
Niedrige THC-Dosen: CBD-reiche Cannabis-Sorten wählen
Orale Aufnahme statt Rauchen: Verdauung baut THC langsamer ab
Synthetische Cannabinoide meiden
Langsame Dosissteigerung und Dokumentation der Wirkung
Pausen zwischen den Konsumvorgängen einlegen
Beenden des Konsums bei ersten psychotischen Symptomen
Wichtig ist auch die Vermeidung von Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen wie Alkohol oder MDMA, die ebenfalls das Psychose-Risiko erhöhen.
Was tun bei Verdacht auf Cannabis-Psychose?
Treten trotz umsichtigen Konsums erste Anzeichen wie Denkstörungen, Realitätsverlust oder Angstzustände auf, sollte der Cannabiskonsum umgehend gestoppt werden. Auch Rat von vertrauten Personen kann die Situation einordnen helfen.
In schwereren Fällen, vor allem bei Familienanamnese, sind professionelle Hilfe vom Psychologen oder Psychiater sowie eine vollständige Karenz angeraten. Eine stationäre Behandlung ist bei starker Fremd- oder Eigengefährdung empfehlenswert. Psychopharmaka können die Symptome effektiv lindern.
Fazit:
Zwischen Cannabis und Psychose besteht ein komplexer Zusammenhang, der von vielen Faktoren wie Dosis und Veranlagung abhängt. Durch umsichtigen, maßvollen Konsum kann das Risiko stark verringert werden. Zeigen sich Anzeichen, sollte umgehend der Konsum und professionelle Hilfe gesucht werden.