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Zoo Basel: Nachwuchs bei den Klammeraffen
Am 21. April ist im Zoo Basel ein Klammeraffe zur Welt gekommen. Mutter Tequila (23) ist eine erfahrene Mutter. Ihre Tochter Quimba ist ihr siebtes Kind. Klammeraffen sind in der Natur stark gefährdet.
Der zierliche kleine Klammeraffe mit dem für die Jungen typischen silbrigen Fell hält sich am Bauch seiner Mutter fest. Erst mit etwa vier Monaten wird Quimba erste Ausflüge weg von Mutters Bauch unternehmen und für die akrobatischen Einlagen sorgen, für die Klammeraffen bekannt sind.
Akrobaten ohne Daumen
Klammeraffen sind typische sogenannte «Schwinghangler». Sie haben keine Daumen an den Händen und können deshalb die Hand wie einen Haken einsetzen und rasant den Ästen entlang schwingen. Ihren Greifschwanz benutzen sie dabei wie eine fünfte Hand als «Sicherungsleine». Als Kletterkünstler sind Klammeraffen sehr verspielt und vor allem die Halbwüchsigen sind regelrecht übermütig und tollen gerne miteinander herum.
Für Verblüffung sorgt oft eine weitere Klammeraffen-Spezialität: Ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt, ist bei dieser Affenart auf den ersten Blick zu erkennen. Die einfache Regel: Wer aussieht wie ein Männchen ist ein Weibchen. Dies liegt daran, dass bei Klammeraffenweibchen die Klitoris verlängert ist.
Die Klammeraffen-Gruppe im Zoo Basel besteht aus fünf Männchen und sechs Weibchen. Vater der Jungen ist Ferdinand (26). Die vier jungen Männchen sind zwischen zwei und sechs Jahre alt und werden den Zoo Basel demnächst verlassen. Auch in der Natur verlassen die jungen Männchen in einem bestimmten Alter die Gruppe. Weibchen und Männchen sind getrennt in kleineren Untergruppen unterwegs und treffen sich nur von Zeit zu Zeit. Die Männchen verteidigen ihr Revier gemeinsam.
Fruchtdiät für Klammeraffen
Klammeraffen leben in den obersten Schichten der Baumkronen in den tropischen Regenwäldern Zentralamerikas. Sie fressen vorwiegend reife Früchte und ein wenig Blätter und Blüten. In manchen Gebieten ernähren sie sich während der Trockenzeit monatelang von einer einzigen Baumart. Auch im Zoo ist ein Ernährungsplan mit einem hohen Fruchtanteil ideal.
Alle anderen Affenarten erhalten vorwiegend Gemüse. Klammeraffen haben eine sehr rasche Darmpassage von drei bis sechs Stunden und können Nahrung mit einem hohen Faseranteil, wie beispielsweise Gemüse und Blätter, in dieser kurzen Zeit nicht verdauen.
Klammeraffen werden von der Welt-Naturschutz-Union (IUCN) als endangered (stark gefährdet) eingestuft. Der Grund ist vor allem Lebensraumverlust aber auch Jagd und Haustierhandel. Es gibt aber wirksame Schutzgebiete im gesamten Verbreitungsgebiet – manchmal nur mit sehr kleinen Populationsfragmenten.
Quelle: Zoo Basel
Bilder & Video ZVG: Zoo Basel
12.5.2019