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Unser Artikel über die Zuckerlobby hat ein enormes Echo ausgelöst. In den sozialen Netzwerken läuft die Diskussion weiter. Brauchen wir wirklich einen Staat, der uns vorgibt, was wir essen sollen?
Ein grosser Streitpunkt unter den Leserinnen und Lesern des Artikels über die Zuckerlobby ist die Selbstverantwortung. Müsste man aus liberaler Sicht nicht an die Mündigkeit jedes Einzelnen glauben und folgerichtig auf jegliche Massnahmen wie die Einschränkung von Zuckerwerbung, Deklarationspflichten oder eine Zuckersteuer verzichten? «Wir entscheiden selber, was wir essen!», schrieb mir ein Leser zu Recht, eine Leserin fragte, ob wir nicht einfach unsere Kinder dazu erziehen sollten, sich gesund zu ernähren.
Ein anderer erinnerte mich an das höchste Gut, «eine liberale Wirtschaft». Da brauche es sicher keinen «Nanny-State». Ob ich nicht am besten gleich die Kesb vorbeischicken wolle, fragte mich ein Leser. Das sind berechtige Einwände, ein Staat, der seinen Bürgern den Menuplan vorschreibt, kann sicher nicht das Ziel sein.
Im Text beschreibe ich den Standpunkt der Ärzte. Es gibt auch eine interessante ökonomische Sicht auf dieses Thema. So sorgte die Grossbank Credit Suisse schon vor fünf Jahren für Aufsehen, als sie in einer Studie die Zuckersteuer als «beste Möglichkeit» bezeichnete, «um die eskalierenden Gesundheitsprobleme in den Griff zu bekommen».
Regulierungen sind in der ökonomischen Lehre durchaus vorgesehen. Sie ergeben dann Sinn, wenn «negative externe Effekte» auftreten. Nehmen wir das Beispiel der Tabaksteuer: Wer raucht, schadet je nachdem seinen Mitmenschen, und er verursacht mit grosser Wahrscheinlichkeit hohe Gesundheitskosten, für die er nicht selber aufkommen kann (wir bezahlen im Schnitt nur rund 30 Prozent unserer direkten Gesundheitskosten selber).
Solch schädliches Privatverhalten verursacht Kosten für die Allgemeinheit. Mit Lenkungsabgaben können die Kosten auf die Verursacher übertragen werden. Ähnlich argumentieren jene Ökonomen, die eine Zuckersteuer befürworten: Diese setze Anreize, auf zuckerhaltige Produkte zu verzichten, und sorge gleichzeitig dafür, dass die Verursacher externer Kosten einen Teil davon selber übernehmen.
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