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Klaus
Modick
Klaus Modick (*1951), der auf ein umfangreiches Werk als Schriftsteller (darunter so erfolgreiche Romane wie “Der kretische Gast” oder “Die Schatten der Ideen”) und Übersetzer zurückblicken kann, hat mit “Sunset” einen gleichsam humorvollen und nachdenklichen Roman geschrieben. Im Mittelpunkt steht der alternde Romancier Lion Feuchtwanger, der – mit der Todesnachricht seines langjährigen Freundes Bertolt Brecht konfrontiert – im kalifornischen Exil der 1950er Jahre Rückschau hält: Eine anekdotenreiche, introspektive Rückschau auf sein Leben und sein Werk, Rückschau aber vor allem auch auf Brecht, der in vielem so entschieden anders war als er selbst. Feuchtwanger stellt Gedanken über die Sprache und das Schreiben an, und zieht bei diesen Reflexionen immer wieder seinen ‚Zögling’ Brecht als wichtigen Bezugspunkt und Spiegel heran. Feuchtwanger ist gewissermassen der Letzte der Exilanten: Alle andern, Schriftstellerkollegen wie Klaus, Heinrich und Thomas Mann, Franz Werfel oder eben Brecht, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland ebenfalls den Gang ins amerikanische Exil angetreten hatten, sind bereits gestorben. So ist “Sunset” ein eher melancholisches Buch geworden, das in einem wohltuend unaufgeregten und leisen Ton gehalten ist, der die Thematik der Freundschaft und insbesondere diejenige des Abschieds behutsam und poetisch zu fassen vermag.