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Die Orte, an denen im neuen Jahrtausend Tagungen und Seminare stattfanden:
1) Oriago-(Venedig) - 2) Gsteig (Berner Oberland) - 3) Lohnhof, Basel - 4) Berlin, Theaterhaus Mitte - 5) Fribergen (Rigi) -
6) Basel, Matthäusplatz - 7) Basel Schauspielschule am Rappoltshof. 8) Ab 2020: Euchore-Saal, Dorneckstrasse, Dornach.
Herbert Witzenmann zu Aufgaben und Zielen des Seminars
zur Kooperation mit Reto Andrea Savoldelli
Zur inneren Ordnung des Seminars
Aus der ersten Nummer des SeminarRundbriefs vom Dezember 1977. Die erste Form eines Seminar-Rundbriefes, die es bis Mai 1979 auf sechs Nummern brachte, ging auf eine Initiative von T. Lien, P. Tabouret und R.A. Savoldelli zurück, welche die Einleitung zur ersten Nummer zeichneten. Vom Begründer des Seminars hatten sie einen Beitrag zur Frage der Seminarordnung erbeten. Der Schluss seiner Antwort lautete:
» .. Aus dem Hinblicken auf dieses Urbildliche (dessen wissenschaftlicher, rechtlicher und sozialer Gesichtspunkt zuvor dargestellt worden war, Anm.) und die dadurch gekennzeichneten Aufgaben und Verantwortungen ergibt sich die „innere Ordnung“ des Seminars für Freie Jugendarbeit. - Dies bedeutet, dass innerhalb seines Bereiches keine unmittelbaren Beauftragungen gegeben werden. Vielmehr versuchen jene Menschen, die sich im Hinblick auf das gekennzeichete Urbild zusammenfinden, sich darüber klar zu werden, welche Aufgaben sie im Sinne dieses Urbildes geistig übernehmen und durch entsprechende auch ins Organisatorische reichende Massnahmen verwirklichen können.«
Die Aufgabe des Seminars
Programmtext H.Witzenmann Oktober 1982
Die Aufgabe des «Seminar für Freie Jugendarbeit, Kunst und Sozialorganik» liegt im Bereich der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum in Dornach (Schweiz). Das Seminar stellt sich in die Kontinuität der von Rudolf Steiner wissen-schaftlich durch sein Werk, sozial durch die Weihnachtstagung der Jahreswende 1923/1924 veranlagten Aufgabenstellung.
Ohne Anknüpfung an diese ist weder Hochschularbeit, noch Einführungsarbeit,
noch sozialpädagogische Arbeit im modernen Sinne möglich. Rudolf Steiner hat den von ihm ausgehenden Hochschulimpuls in zweifacher Weise charakterisiert.
Einmal durch die nach naturwissenschaftlicher Methode durchgeführte seelische Beobachtung des Erkenntnisvorgangs und des in diesem erfolgenden gleichzeitigen Aufbaus der Wirklichkeit und des geistigen Teiles der menschlichen Wesenheit.
Zum anderen durch die Begründung einer Erkenntnisgemeinschaft, in welcher Gleichstrebende die in wissenschaftlichem Meditationsbemühen stufenweise erlangte beobachtende Erkenntnisart und -aktivität ihrer inneren Bestimmung gemäss entfalten können. Diese ist die Bildung eines Freundeskreises in gemeinsamem Bewusstsein verbundener freier Individualitäten, die es sich zum Ziel setzen, durch gegenseitige selbstlose Förderung in ihrem Kreise eine kulturtherapeutische Wirkensstätte zu bilden.
Diese doppelte Veranlagung des neuen Hochschulimpulses ist Schutz und War-nung angesichts zweier selbstsüchtiger Neigungen. Die eine begehrt tradierbare, anstatt erworbener, durch eigenes voll waches Ueberschauen als Besitz gewonnener Einsichten. Die andere lässt sich von dem geschichtslosen Genuss subjektiver oder gruppengebundener Willensbegierden leiten, welche die geistige Einheit der Menschheit und die Verantwortung im Entgegennehmen der Seelennahrung vergisst. Ist man doch, auch im weitgehend unterbewussten Getragensein von einer geistigen Strömung, den schicksalshaft verflochtenen Taten und Leiden jener verpflichtet, die sie bewegten und bewegen. Das Seminar wird im Sinne dieser doppelten Veranlagung seines Impulses von dem doppelten Verantwortungsbewusstsein gegenüber der methodischen Strenge wie auch der geschichtlichen Treue getragen.
Hieraus ergibt sich die Gliederung der Arbeit des Seminars. Diese wendet sich an junge und jüngere Menschen, die nicht durch Wissensvermittlung, sondern durch Schulung ihres eigenen Beobachtungsvermögens den Zugang zur geistigen Welt öffnen und die damit (auch unbewusst) übernommene geschichtliche Verantwortung in ihrer Bedeutung ersichtlich machen wollen. Die auf dem Wege der seelischen Beobachtung gewonnenen Einsichts- und Verantwortungskräfte können zu einer erkennenden Belebung der in der heutigen Menschheit ersterbenden künstlerischen Produktivität führen. Diese kann Nichts durch eine Nachahmung von Rezepten, dagegen Alles durch die vollbewusste Belebung der verantwortungsbereiten Erkenntnisaktivität gewinnen. Und endlich hat sich im Sinne des hier Angedeuteten das Seminar die Pflege eines neuen sozialorganischen Gestaltungsvermögens zur Aufgabe gesetzt. Denn es gehört ja zum Wesen alles beobachtenden Eindringens in die geistige Welt, auch der Zugehörigkeit zu einer geistigen Gemeinschaft und deren Lebensformen ansichtig zu werden. Ein bereits veröffentlichtes Schrifttum enthält Beispiele der im Seminar durchgeführten Forschungsarbeit.
Aus einem handschriftlichen Brief an R.A.Savoldelli
Ostermontag 1984
» ... Ohne in diesen Zeilen auf manches mehr im Persönlichen Liegende, das gewiss auch erwähnenswert wäre, näher einzugehen, möchte ich wenigstens in der Andeutung nochmals (ich habe es ja auch schon früher andeutend getan) sagen, wie ich die Aufgabe sehe. Ich betone, wie ich die Aufgabe sehe, worin zum Ausdruck kommen soll, dass es mir fern liegt, einem anderen die gleiche Auffassung zuzumuten. Jeder ist natürlich frei, sich sein eigenes Urteil zu bilden. Aber ich glaube, wir können uns am besten verständigen, wenn Sie sich das meine vor Augen halten.
Das Seminar betrachte ich, ungeachtet seiner äusseren Unscheinbarkeit und der Unvollkommenheit der Bemühungen, die ich ihm widmen kann, als ein unvergleichliches Kleinod, das in m. Hand gelegt wurde. Dies deshalb, weil es über m. Sektionen (die ich nicht abgegeben habe und die mir auch nie abgenommen wurden) der letzte Rest des alten Goetheanums ist. Ich glaube, Sie verstehen, was damit gesagt ist, auch ohne dass ich die weitreichenden Zusammenhänge entwickele, die dies erläutern. Wenn man an der GV dieses Jahres teilnahm, in der eine tiefgreifende Veränderung der Repräsentation der Freien Hochschule ohne Beteiligung der Gesellschaft - mag darüber auch geheim mit den Generalsekretären verhandelt worden sein - vorgenommen wurde, dann konnte man von der erwähnten Tatsache einen erschütternden Eindruck gewinnen.
Die noch immer nicht abgebrochene, wenn auch durchaus von unserer Verant-wortungsbereitschaft und -fähigkeit abhängige Verbindung mit dem geistigen Lebens-strom, der von der Weihnachtstagung ausgeht, ist in m. Sicht das eine wesentliche Merkmal, das unsere Arbeit kennzeichnet. Das andere wesentliche Merkmal (wiederum in meiner Sicht) ist die Entwickelung einer modernen Strukturphänomenologie nach der Methode der naturwissenschaftlich orientierten seelischen Beobachtung. Damit ist (freilich in den ersten Anfängen) ein unabsehbares Feld der Forschung eröffnet worden. Einige Gebiete dieses Forschungsbereichs konnten, wenigstens im Umriss, gekennzeichnet werden. Ich meine die Wahrheitsproblematik, das linguistische und das ästhetische Problem. Die hier vorliegenden Probleme werden von der etablierten Universitätswissenschaft teils als unlösbar betrachtet, teils in ihrer strukturphänomenologischen Eigenart überhaupt nicht gesehen. Auch Ansätze zu einer strukturphänomenologischen Psychologie (ein Forschungsanliegen höchsten Ranges) liegen (neben anderem) vor. Die Ausführung jedes dieser Umrisse würde ein langes entsagungsreiches Forscherleben erfordern. Aber auch zahllose hochinteressante Einzelprobleme werden in dem angedeuteten Forschungsrahmen ersichtlich. Ich nenne nur wenige Beispiele, etwa die Strukturphänomenologie des Wiedererkennens, der Reizschwellen, des Lernens.
Ich möchte damit andeuten, dass das Seminar nicht nur an eine unerschöpfliche Vergangenheit, sondern auch an eine unerschöpfliche Zukunft angeschlossen ist und dass es durch seine Stellung im Vereinigungspunkt beider Ströme seine Gegenwartsnähe erhält.
Hierzu kommt noch ein Drittes. Die Möglichkeit zu stiller, der Geltung entsagenden Forschung wird (ebenso was die hierbei in Betracht kommenden inneren wie auch die äusseren Bedingungen angeht) nicht vielen Menschen gewährt. Aber etwas anderes ist im Grunde (d.h. bei dem die rechte Einsicht begleitenden Entschluss) jedem Menschen möglich. Und auch dies gehört zu den besonderen Aufgaben und in seinem Wesen liegenden Möglichkeiten des Seminars. Wenn auch nicht jeder im Dienste grosser Forschungsbereiche und -aufgaben forschen kann, so kann sich doch jeder die aus der strukturphänomenologischen Betrachtungsweise hervorgehende Bewusstsseinshaltung aneignen. Diese zu vermitteln, ist vielleicht die wichtigste Aufgabe des Seminars. Sie erhält diese Präferenz allerdings erst, wenn man ihrer moralischen Konsequenzen inne ist. Denn die vollwache durch strukturphänomenologische Übungsbemühung erlangte Bewusstseinshaltung bringt die alte instinktive Moralität mehr oder minder vollständig zum erlöschen. Dies ist einerseits die grosse Gefahr dieses Schulungsweges, anderseits seine grosse Verheissung. Denn wenn sich Menschen, ungestützt von instinktiver Gutartigkeit des Gemüts, aus vollbewusster Einsicht zu der geliebten Aufgabe eines Zusammenwirkens nach dem sozialen Hauptgesetz (d.h. ohne den Lohnempfang des eigenen Entwicklungsfortschritts, sondern aus einer auf Selbstversorgung verzichtenden Hingabe an den mitmenschlichen Bedarf) zusammenschlössen, dann würde das Modernste und Zukunftträchtigste, das überhaupt möglich ist, geschehen.
In dem Versuch, ein solches Zusammenwirken seiner Mitarbeiter und Teilnehmer anzuregen, liegt in m. Sicht die wichtigste Aufgabe des Seminars. Ich bin mir bewusst, wie wenig ich zu ihrer Lösung bisher beigetragen habe. Jedes Bemühen im Dienste dieser Aufgabe würde aber das Kleinod zum Aufleuchten bringen. (Der letzte Satz war eine handschriftliche Hinzufügung zu dem von der Sekretärin maschinengetippten Brief) Dies ist das Wichtigste, das Christliche...«
Aus einem handschriftlichen Brief an Reto Andrea Savoldelli
2. Nov. 1984
Witzenmann und Savoldelli ergriffen nach manchen, weit in die Vergangenheit zurückreichenden Erwägungen im Jahr 1984 die Initiative, unter der Bezeichnung Sozialästhetitsches Studienjahr ab Herbst 1985 in Dornach einen einjährigen Einführungskurs in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners anzubieten. Einen diesbezüglichen, bis ins Einzelne der Stundenplangestaltung und Mitarbeiterplanung betreffenden Briefwechsel gab es bereits im Jahr 1978, in dem Savoldelli Witzenmann unter anderem vorgeschlagen hatte, die Bezeichnung Sozialästhetisches Studienjahr anstelle der von Witzenmann verwendeten Bezeichnung Seminar für Sozialwissenschaft zu verwenden („um von allem Anfang an den Dualismus und die Möglichkeit der dadurch entstehenden Kluft zwischen theoretischen (begrifflichen) und praktischen (künstlerischen) Übstunden zu überwinden.“ 26.03.78) -
Im Zusammenhang der neu ergriffenen Initiative bat Witzenmann Savoldelli um eine Skizze für die programmatische Einführung in das Studienjahr, die ihm zu schreiben oblag. Auf jene bezieht sich der folgende Brief.
Lieber Herr Savoldelli,
ich komme erst heute dazu, Ihnen sehr herzlich für die Überreichung Ihrer vortrefflichen Bemerkungen zum Seminarprospekt zu danken! - Sie haben mir damit eine höchst willkommene Anregung vermittelt. Diese hat aber auch dazu geführt, dass es mir ratsam erschien, die Universalie, deren ich inne wurde, noch durch einige Nächte zu verfolgen. Daher kann ich Ihnen mein Manuskript zu meinem Bedauern erst heute überreichen, - dazu noch in Handschrift, da Frau Gain (seine ihm von der Witzenmann GmbH zugewiesene Sekretärin, Anm.) z.Zt. nicht arbeitet. Ich habe versucht, eine kurze Charakteristik eines modernen geistigen Schulungsweges zu geben, die eine entschiedene Absage an den z.Zt. vom Goetheanum ausgehenden teils glitzernd anreizenden, teils einschläfernden Trug darstellt. - Nun wartet wieder ein tüchtiges Stück Arbeit auf Sie. Haben Sie dafür zum Voraus vielen Dank!
Mit herzlichen Grüssen auch an Frau und Töchterlein,
Ihr Herbert Witzenmann
Aus einem handschriftlichen Brief an Reto Andrea Savoldelli
6. April 1985
» .. Ich glaube, wenig geltundsbedürftig zu sein, wenn ich auch das Beschwingende verständnisvoller Zustimmung gerne empfinde und den störenden Einfluss von Unverständnis und Verkennung gelegentlich nicht ohne Unmut abwehren muss. Doch, wo es sich um die richtige Einschätzung und Verbreitung meiner Arbeit und der von ihr ausstrahlenden Bestrebungen handelt, bin ich mit dem grössten Interesse beteiligt. Denn ich bin davon überzeugt, dass es sich hierbei um einen wesentlichen Beitrag der Erschliessung des Werkes Rudolf Steiners handelt, der ausserhalb der in unserem Kreise geleisteten Bemühungen, nach meiner Kenntnis, nirgends oder allenfalls nur in Andeutungen geleistet wird. Wäre ich von der Bedeutung der durch diese Bestrebungen verfolgten Methodik und deren, freilich noch anfänglichen, doch unabsehbar vermehrbaren Ergebnissen nicht fest überzeugt, würde ich es für ein Unrecht halten, sie an die Öffentlichkeit zu bringen und andere anzuregen, sich ihnen anzuschliessen.
Da ich aber im Gegenteil fest entschlossen bin, alles in meinen Kräften Stehende zu tun, um das Begonnene, solange es mir vergönnt ist, zu erweitern und zu vertiefen und die Wirksamkeit des bereits Vorhandenen zu verstärken, bin ich beglückt, wenn ich einem so nachdenklichen und selbständigen Eingehen auf meine Intentionen wie dem Ihrigen begegne.
Es ist mir bisher keine ausführliche, in gedruckter Form vorliegende Darstellung bekannt geworden, die so gut wie die Ihrige geeignet wäre, innerlich Vorbestimmte an unsere Bestrebungen heranzuführen und übelwollende Tendenzen von diesen abzuwehren. Sie haben auch der geschichtlichen, zu einem Teil sehr ungünstigen Zusammenhänge gedacht, in denen meine Arbeit stand und (wenn auch unter veränderten Aspekten) immer noch steht. Meine (wie ich bekenne, tiefe) persönliche Betroffenheit durch diese kann vergessen werden, wenn auch wohl nicht ganz vergessen werden sollte, dass von der Art, in welcher die Arbeitsleistung eines Menschen von einer Gemeinschaft aufgenommen oder nicht aufgenommen wird, Wesentliches für deren Entwicklung abhängen kann (in den Mysteriendramen findet man dazu Hinweise).
Nicht vergessen werden darf aber, dass das gegen mich und meine Arbeit Geschehene zur Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft und der Hoch-schule gehört. Dass dabei auch mein eigenes Unzureichen mitverantwortlich ist, stelle ich keineswegs in Abrede. Doch hätte das auf meiner Seite Mangelnde durch verständnisvolles Tragen seitens der Mitverantwortlichen kompensiert werden können. Vergessen darf dabei auch nicht werden, dass sich ein Teil des Hasses, der sich gegen Steffen richtete und richtet, auf mich übertrug, dass aber auch noch ein ganz spezifisch mir geltender Hass hinzutrat.
Lieber Herr Savoldelli, aus den genannten Gründen, die ich glaube als objektive bezeichnen zu dürfen, war und ist es mir eine grosse Freude, dass Sie so eindeutig auf die ideellen Motive meiner Arbeit, deren neuen Ergebnisse und ihre Bedeutung für die Kenntnisnahme von Rudolf Steiners Werk sowie ihren Versuch, einen Beitrag zur geistigen Situation zu geben, eingingen …«
Beim Überreichen des Buches „Schülerschaft im Zeichen des Rosenkreuzes“
Brief vom 20. Feb. 1986
Lieber Herr Savoldelli,
ich freue mich, Ihnen hiermit Schülerschaft im Zeichen des Rosenkreuzes, das Buch,
an dessen Entstehung auch Sie beteiligt sind, zu überreichen. Ich möchte auch bei dieser Gelegenheit meine gesinnungsmässig andauernde Dankesverbundenheit zum Ausdruck bringen, die ich Ihrer unermüdlichen, erkenntnisbegründeten Mitwirkung an unserem Bemühen für das Werk Rudolf Steiners gegenüber empfinde. Ich zögere auch nicht, es von neuem auszusprechen, weil dies meine tiefste Überzeugung ist, dass ich nichts anderes zu erkennen vermag, dem grössere Bedeutung zukäme, als der Vorbereitung neuer Wirkensstätten für das bevorstehende neue Erdenwirken Rudolf Steiners.
Mit herzlichen Grüssen,
Ihr H. Witzenmann
Aus zwei Briefen, geschrieben an R.A.Savoldelli im letzten Lebensjahr
nach der Kenntnis über Savoldelli's Intention, die Geschichte seines Wirkens im Vorstand am Goetheanum darzustellen, woraus er die ersten 30 Seiten noch lesen konnte.
"Dass Sie sich der schwierigen und beunruhigenden, aber höchst wichtigen und gewiss Wesentliches erschliessenden Arbeit zur Gesellschaftsdokumentation widmen wollen, erfüllt mich mit grosser Befriedigung. Denn hier ist Wichtiges und Geschichtsgültiges zu leisten und ich habe ja meinerseits durch meine diesen Gegenstand betreffenden Publikationen hierzu einiges Anregendes beizutragen versucht ..."
(In einem Brief vom 24. Juni 1988)
"Lieber Herr Savoldelli, ich kam noch nicht dazu, deutlich genug auszusprechen, wie sehr ich mich darüber freue, dass Sie sich entschlossen haben, Ihre Zeit und Kraft einer Dokumentation über die Gesellschaftsgeschichte zu widmen. Die Beschäftigung mit diesen zum Teil sehr unerfreulich schwierigen Dingen fordert gewiss Entsagung, gehört aber auch zum Interessantesten für den Erforscher der sozialen Verhältnisse .."
(In einem Brief vom 27. Juli 1988)