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<h2>SubmittedText<h2><p>Ab Dezember fahren die Züge durch den Gotthard-Basistunnel. Das Kernstück der Neat dient der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und ermöglicht eine schnellere Verbindung in den Kanton Tessin. Wenig erfreulich sind die Auswirkungen auf die regionale Erschliessung. Zwar hielt der Bundesrat 2014 fest: Der Gotthard-Bergstrecke "kommt weiterhin eine hohe Bedeutung zu. Diese soll für den Erschliessungs- sowie den touristischen Verkehr weiter betrieben werden." Er gab sich zudem überzeugt, "dass die konkrete Ausgestaltung der langfristigen Umsteige- und Haltepolitik auf der Gotthard-Bergstrecke für die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung des gesamten Gotthardraumes von erheblicher Bedeutung ist. Ein optimiertes, bedarfsgerechtes Verkehrsangebot und eine benutzerfreundliche Anbindung an die Ballungszentren im Mittelland werden deshalb entsprechend zu berücksichtigen sein." Dies sei für den Tourismus "erfolgskritisch".</p><p>Der Bundesrat gab am 8. Oktober 2014 auch bekannt, dass das Angebot "bis zum Auslaufen der SBB-Fernverkehrskonzession Ende 2017 als Fernverkehr von den SBB erbracht" wird. Offen sei das Angebot ab 2018.</p><p>Gemäss Fahrplanentwurf wollen die SBB entgegen der Fernverkehrskonzession bereits 2017 ein Konzept mit Umsteigen auf den Regionalverkehr in Erstfeld einführen. Weiter soll 2017 im Kanton Uri mit Ausnahme des Frühzugs nach Zürich kein einziger Schnellzug durch den Basistunnel halten. Mit der Eröffnung des Basistunnels sollen zudem die direkten Schnellzugverbindungen von Basel-Luzern und Zürich nach der Tourismusregion Locarno-Ascona wegfallen.</p><p>Um sowohl auf der heutigen Bergstrecke als auch mit dem Basistunnel ein attraktives Angebot für die</p><p>Gotthardregion und den Kanton Tessin anzubieten, stellen sich folgende Fragen:</p><p>Ist der Bundesrat gewillt:</p><p>1. 2017 das heutige stündliche Fernverkehrsangebot der IR ab Basel-Luzern alternierend ab Zürich mit Umsteigen in Arth-Goldau nach Locarno gemäss Fernverkehrskonzession aufrechtzuerhalten?</p><p>2. für die Folgejahre ein Konzept für die Verbindung der Agglomerationszentren mit Göschenen und dem Tessin zu entwickeln, eventuell mit Verkürzen der Kompositionen in Erstfeld?</p><p>3. ab 2018 stündliche Halte der IC-Verbindungen im Kanton Uri analog Thun/Spiez zu gewährleisten sowie </p><p>4. direkte IC-Verbindungen durch den Basistunnel nach Locarno zu prüfen, eventuell mit Flügelung der Züge in Bellinzona nach Lugano bzw. nach Locarno?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit dem Fahrplanwechsel ab Dezember 2016 verkehren durchgehende Züge, das heisst Züge, die bisher zwischen Arth-Goldau und Bellinzona nicht angehalten haben, neu durch den Gotthard-Basistunnel. Der Interregio-Zug auf der Gotthardlinie mit stündlichen Halten in Schwyz, Brunnen, Flüelen, Erstfeld, Göschenen, Airolo, Faido und Biasca verkehrt auf der Strecke Zürich/Basel-Erstfeld. Ab Erstfeld verkehrt neu ein Regioexpress mit zusätzlichen Halten in Ambri-Piotta und Lavorgo. Einzelne Züge verkehren südlich weiter bis Lugano und Mailand. Die stündlichen Regioexpress-Züge haben in Göschenen Anschluss zur MGB nach Andermatt. An Wochenenden im Sommer und Winter werden einzelne Interregio-Züge bis nach Göschenen weitergeführt und stellen damit einen direkten Anschluss in Richtung Andermatt sicher. In den Sommermonaten verkehrt an Wochenenden zusätzlich ein weiterer Interregio von Zürich über Göschenen-Airolo bis Bellinzona.</p><p>Zusätzlich halten ab Dezember 2016 täglich bis zur Fertigstellung des Kantonsbahnhofs Uri in Altdorf im Jahr 2021 drei Intercity-Züge in Flüelen und verbessern die Anbindung der Gotthardregion. In der Leventina wird zusätzlich zu den neuen direkten Regioexpress-Zügen bis Erstfeld die Tessiner S-Bahn auch nach Dezember 2016 wie bis anhin bis Biasca geführt. Einzelne Züge verkehren bis Airolo. Mit der Eröffnung der Strecke Mendrisio-Varese per Ende 2018 wird die Anbindung an den Flughafen Mailand-Malpensa sichergestellt.</p><p>Mit diesen Massnahmen wird die Erschliessung des Urnerlandes und der Leventina nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels sichergestellt und verbessert. Die Entwicklung dieses Angebotes ist abzuwarten. Nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels (Dezember 2020) soll im Jahre 2025 eine Neubeurteilung des Betriebs auf der Bergstrecke am Gotthard vorgenommen werden.</p><p>1. Das Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke entspricht bis Ende 2017 den Vorgaben der Fernverkehrskonzession der SBB: Diese umfasst auf der Gotthardlinie jeweils stündliche Halte in den Orten Schwyz, Brunnen, Flüelen, Erstfeld, Göschenen, Airolo, Faido und Biasca. Einzig Locarno ist nicht mehr vom Fernverkehr bedient, da die Interregio-Züge über die Bergstrecke neu bis nach Lugano fahren. Entsprechend dieser Änderung wird die geltende Konzession per Dezember 2016 angepasst, wozu sich die betroffenen Kantone im Verlauf des Herbstes formell äussern können.</p><p>2. Die Verhandlungen über die Erneuerung der schweizweiten Fernverkehrskonzession, welche Ende 2017 ausläuft, sind im Gange. Dabei wird auch die Frage der Bedienung der Gotthard-Bergstrecke geklärt. Neben dem beschriebenen Konzept der SBB hat die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) ein Angebot eingereicht, das Direktverbindungen von Basel und Zürich über die Bergstrecke nach Lugano vorsieht. Im Rahmen der Neuvergabe der Fernverkehrskonzession wird das Bundesamt für Verkehr (BAV) den Vorschlag der SOB prüfen. Diese Beurteilung erfolgt aufgrund von Kriterien bezüglich der Erschliessung der verschiedenen Landesteile, unter anderen des inneralpinen Raumes. Das Fernverkehrsnetz als Ganzes soll eigenwirtschaftlich betrieben werden können.</p><p>3. Gemäss dem zwischen den SBB, dem Kanton Uri und dem BAV abgeschlossenen Memorandum of Understanding sind im Kanton Uri ab Dezember 2016 und bis zur Eröffnung des Kantonsbahnhofs in Altdorf je drei IC-Halte in Flüelen vorgesehen. Anstelle dieser Halte werden ab voraussichtlich Dezember 2021 im Kantonsbahnhof in Altdorf die Züge der zweistündlichen IC-Linie Basel-Lugano bzw. Lugano-Basel sowie der erste IC am Morgen aus dem Tessin nach Zürich halten.</p><p>4. Die operative Gestaltung des Angebotes liegt in der Verantwortung der SBB. Diese sehen keine direkten IC-Verbindungen durch den Basistunnel nach Locarno vor.</p>  Antwort des Bundesrates.