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Edition Winterthur
Gartenstadt Winterthur:
Mattenbach
Mattenbach
Mattenbach
Gartenstadtsiedlungen mit Pioniercharakter und das älteste Schwimmbad
Der zwischen der Winterthurer Innenstadt und Seen gelegene Stadtteil Mattenbach hat sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Die ersten, die das Brachland in Besitz
nahmen, waren vermögende Winterthurer - zum Beispiel der Unternehmer Johann Jakob Sulzer. Bereits 1813 kaufte er in der «Gärtnervorstadt», wie das Gebiet damals hiess, Acker-,
Wiesland und Pünten und legte einen Garten an - den Adlergarten (1). Die meisten anderen begnügten sich nicht mit einem «Garten», sondern verlegten gleich ihren Wohnsitz aufs «Land» (vgl. auch
Kapitel «Altstadt und Umgebung»). Die Villa Flora etwa wurde als Wohnhaus des Zimmermeisters Heinrich Heider gebaut (2).
Für das «gewöhnliche Volk» wurde das Gebiet erst mit der Entwicklung der Textilindustrie entlang der Eulach, respektive des Schleifekanals zum Wohnort. Die beiden wichtigsten Arbeitgeber waren die Seidenstoffweberei Sidi sowie der Textilveredelungsbetrieb Schleife. In der Folge wurde das Geiselweid-, Deutweg- und Mühlebrückequartier sukzessive mit Arbeiter- und Vorarbeitersiedlungen überbaut, die sich alle mehr oder weniger konsequent am Gartenstadt-Gedanken orientierten: Keine Mietskasernen, sondern kleine Reihenhäuschen und kompakte Mehrfamilienhäuser mit grosszügigen Gärten für den Gemüseanbau. An diese Winterthurer Regel hielten sich fast alle: Bauherrschaften, Genossenschaften, Architekten und Stadtplanung. Beispiele dafür sind das 1872 entstandene erste Arbeiterdorf der Gesellschaft zur Erstellung von billigem Wohnraum GEbW am Unteren Deutweg (Architekt Ernst Jung), die Selbsthilfekolonie im Eigenheimquartier, die in den Krisenjahren um 1920 ebaut wurde und bei der die künftigen Besitzer beim Bau selbst Hand anlegten, um die Kosten zu reduzieren (Architekten Adolf Kellermüller und Franz Scheibler) sowie die 1923 gebaute Bernoulli-Siedlung der Heimstättengenossenschaft an der Weberstrasse.
Eine Attraktion und eine Pioniertat war der Bau des Freibades Geiselweid (3) in den Jahren 1908/11. Es war das erste künstliche Freibad überhaupt in der Schweiz. 1920 wurde am Rande des Mühlebrückequartiers für die Bevölkerung ein kleiner Park gebaut (4). Eine markante Veränderung in diesem Gebiet brachte in jüngster Zeit die Überbauung des Sidiareals mit Wohn- und Büroraum (Architekt Walter Ramseier, Zürich, 2007/09). Hier verkehrte sich das Verhältnis zwischen Wohn- und Grünfläche gegenüber den alten traditionellen Wohnsiedlungen ins Gegenteil: Während damals einer sehr bescheidenen Wohnfläche ein grosser Gartenanteil (zur Selbstversorgung) gegenüberstand, entsprechen die neuen Wohnungen auf dem ehemaligen Fabrikareal den heutigen Bedürfnis nach grosszügigem Wohnraum, wogegen sich der private Aussenraum auf einen Balkon beschränkt - ergänzt durch die zum Teil begrünten öffentlichen Aussenräume zwischen den Baukörpern. Ein beschaulicher Platz in hektischer Umgebung ist die unweit des Zwingliplatzes gelegene Anlage der Zwinglikirche und selbst mitten in der vom Verkehr umbrandeten Insel im Strassendreieck Tösstalstrasse-Pflanzschulstrasse-Oberer Deutweg laden zwei Lindenbaum-Reihen und ein paar Sitzbänke zum Verweilen.
Arbeitersiedlung am unteren Deutweg.
Die Selbsthilfekolonie im Eigenheimquartier wurde in den Krisenjahren um 1920 gebaut, wobei die künftigen Besitzer selbst Hand anlegten, um die Kosten zu reduzieren. Die Reihenhaussiedlung an der Weberstrasse bauten die Architekten Bernoulli und Kellermüller 1923-1925. Die Wohnungen waren damals für das Existenzminimum konzipiert, hatten dafür aber alle einen eigenen Garten.
Grüne Insel am Rande des verkehrsumtosten Zwingliplatzes.
Die Seidenstoffweberei war einst eine der wichtigsten Arbeitgeberinnen im Mattenbach-Quartier und prägte die Quartierentwicklung mit. Heute wird auf dem Sidiareal in urbaner Verdichtung gewohnt.
1 Adlergarten
Gärtnerstrase / Palmstrasse / Adlerstrasse
Speziell am Adlergarten ist, dass er als Garten ohne Herrschaftshaus angelegt wurde. Zwar war es damals offiziell tatsächlich noch verboten, ausserhalb der Stadtmauern zu wohnen, was aber viele nicht daran hinderte, ihre Sommer- und Landhäuser zu bauen und mehr oder weniger intensiv auch zu bewohnen. Gekauft hatte das Landwirtschafts- und Püntenland der Textilunternehmer Johann Jakob Sulzer (1773-1840). Nachdem er sich Land und Frischwasserzufuhr gesichert hatte, legte er ab 1813 einen Garten an, den er nach seinem Wohnhaus in der Stadt den Namen «Zum Adlerhof» benannte. Bei der Planung, so wird vermutet, liess er sich vom Arzt und begeisterten Botaniker Joseph Philippe de Clairville beraten, der seinen Wohnsitz «im Bühl» in Winterthur hatte (vgl. Kapitel «Altstadt und Umgebung»), wo er den Park als Versuchslabor für die Akklimatisierung von exotischen Pflanzen nutzte. Auch der Unternehmer Johann Sebastian Clais soll bei der Planung seines Lindengut-Parks de Clairville beigezogen haben. Getreu den Vorlieben de Clairville´s für exotische Pflanzen, wurden auch im Adlergarten eine Reih seltener Bäume gepflanzt. Um 1820 ergänzte Sulzer seine Gartenanlage mit einem Gartenpavillon in italienischem Stil, den er mit seiner Familie als Sommerresidenz nutzte. 1833 machte Johann Jakob Sulzer mit seiner Textilfärberei, mit der er auf das Schleifeareal expandiert hatte, Konkurs. Auf einer öffentlichen Gant erwarb daraufhin David Emanuel Haggenmacher den Adlergarten. Aus den Baumaterialien der abgebrochenen Fabrik liess er in der Gartenanlage ein Hotel bauen, das «Hôtel de la Fortuna». Es gehörte zu den ersten ausserhalb der Stadtmauern errichteten Hotels der Schweiz. In den folgenden Jahren wurde es ergänzt durch ein Ökonomiegebäude mit Stallungen. 1839 wurde auch über Haggenmacher der Konkurs verhängt. Jetzt übernahm ein Basler Konsortium den Adlergarten und vermietete ihn in den Sommermonaten an Familien. Der nächste Besitzer war Heinrich Sulzer-Graf, der im einstigen Hotel eine Jacquardweberei einrichtete und im zweiten Geschoss ein Töchterpensionat unterbrachte. 1851 wurde auch über ihn der Konkurs verhängt und sein Schwager Salomon Sulzer-Sulzer, Mitbegründer der Gebr. Sulzer übernahm den Adlergarten als neuer Besitzer und wohnte dort mit seiner Familie. Bis 1947 blieb der Adlergarten im Besitz der Familie Sulzer. Dann erwarb die Stadt Winterthur das Anwesen von Fanny Sulzer mit der Auflage, ein Altersheim einzurichten. 1967 musste die Villa einem Neubau weichen - dem heutige Alterszentrum Adlergarten. Der grosszügige Park, der das Alterszentrum umgibt, ist seither öffentlich zugänglich. Die Anlage umfasst eine Gesamtfläche von über 30 000 m2. Der Park ist durch ein feinmaschiges Wegnetz mit reizvollen Waldpartien erschlossen, es gibt ein grosses Wasserbecken, einen Brunnen und einen Grillplatz, ausserdem Reste einer künstlicher angelegten Grotte. Solche Tuffstein-Grotten waren zur Zeit der Romantik ein wichtiges Element der Landschafts-Gestaltung. Zur Parkanlage gehört auch ein Kleintiergehege mit Ziegen.
Kunst:
Tempel und Grabmahl von August Sulzer mit einer Statue von Eduard Steiner.
Plastik von Franz Fischer im Wasserbecken vor der Cafeteria des Alterszentrums.
(Siehe → Kunstführer)
Der Adlergarten wurde vorerst nur als Park ohne Villa angelegt. Erst später entstand der Gartenpavillon, der als Sommerresidenz genutzt wurde. Ein neuer Besitzer baute dann das «Hôtel de la Fortuna» (historisches Bild um 1840), das später als Wohnhaus, als Jacquardweberei und als Töchterpensionat diente. Bild rechts unten: Die eindrückliche Buche im Adlergarten mit ihren bis zum Boden hängenden Ästen.
Edle Blutbuchen
Die Blutbuchen (Fagus sylvatica «Swat Margret»), die den Eingang zur Adlergarten-Villa flankieren, sind eine veredelte Zuchtsorte, die von der einheimischen Rotbuche abstammt. Charakteristisch sind die dunkelroten Laubblätter. Diese Rotfärbung ist auf das Fehlen eines Enzyms zurückzuführen, das man normalerweise in der Oberfläche junger Blätter findet. Blutbuchen sind bereits seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Kultiviert mit zahlreichen Varietäten wurde sie aber erst im 18. Jahrhundert. Die Blutbuchen im Adlergarten wurden zirka 1894 gepflanzt.
2 Garten der Villa Flora
Tösstalstrasse 42
Die klassizistische Villa wurde 1846 als Wohnhaus des Zimmermeisters Heinrich Heider erstellt. 1858 kaufte sie der Spinnereibesitzer Johann Heinrich Bühler-Guyer und liess das Wohnhaus nach Osten um einen Seitenflügel erweitern. Um die Jahrhundertwende betrieb hier Arthur Hahnloser seine Augenklinik. Er und seine Frau Hedy Hahnloser, beide leidenschaftliche Kunstsammler, übernahmen das Haus 1897 und liessen es durch die Architekten Rittmeyer & Furrer umbauen: Es entstand ein neues Gesellschaftszimmer und ein Oberlichtsaal für die Kunstsammlung. Nach dem Kauf zweier Maillol-Skulpturen rückte auch der Garten als gestalterischer Ort ins Blickfeld der Sammler. Man entschied sich, den Landschaftsgarten umzugestalten, um für die Skulpturen einen adäquaten Rahmen zu schaffen. Nach einem Entwurf des Winterthurer Fabrikanten und Sammlers Richard Bühler, eines Cousins von Hedy Hahnloser, realisierte Architekt Rittmeyer den neuen Architekturgarten.
Kunst:
Zwei Aristide Maillol-Skulpturen: «Eté» (beim Teich), «Pomona» auf dem Hügel
(siehe Kunstführer).
Der gepflegte von Rittmeyer realisierte Architekturgarten der Villa Flora. Das Sammler-Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser liess die Gartenanlage nach dem Kauf von zwei Maillol-Skulpturen umgestalten, um die beiden Frauenfiguren möglichst schön zur Geltung zu bringen.
3 Schwimmbad Geiselweid
Pflanzschulstrasse 6a
Das «Geisi» ist das erste künstlich geschaffene Freibad in der Schweiz und wurde von den renommierten Winterthurer Architekten Rittmeyer und Furrer gebaut (1908/11). Ursprünglich bezog das Schwimmbad sein Wasser aus der benachbarten Eulach. Die Badeanlage, zu der seit 1974 auch ein Hallenbad gehört, dessen Bau die Grünfläche des Bads einschneidend verkleinerte, wurde 2007/08 umfassend saniert. Dabei wurde auch ein attraktives Naturbad gebaut - das gegenwärtig grösste in der Schweiz. Das Wasser des Teichs wird durch eine bepflanzte Uferzone biologisch gereinigt. Zur Anlage gehören - trotz Hallenbadbau - immer noch recht weitläufige, zum Teil mit Bäumen beschattete Rasenflächen, ein Beachvolleyballfeld und eine Grillstelle.
Kunst:
Robert Lienhard (1919-1989), Atlantis, 1974
(siehe → Kunstführer).
4 Hermannpark
St.Gallerstrasse / Hermannstrasse
Der Hermannpark entstand in den 1920er-Jahren zusammen mit dem Geiselweid-Quartier. 2002 wurde er umgestaltet. Mächtige alte Kastanien- und Ahornbäume sowie ein niedriges Heckenlabyrinth dominieren den Platz.
Der Hermannpark ist geprägt von mächtigen alten Bäumen und einem niedrigen Hecken-Labyrinth. Entstanden ist er bereits in den 1920er-Jahren.
Das Schwimmbad Geiselweid war das erste Freibad in der Schweiz und wurde von den renommierten Architekten Rittmeyer und Furrer gebaut (Bilder rechts). Das Schwimmbad Geiselweid mit dem neuen Naturbad (Bild links).
Gegensätze:
Der Mattenbach
Wohnblöcke und eine grosse Allmend
Dem südlichen Saum der Wohnquartiere entlang verläuft der Mattenbach (5), der den Stadtteil von West nach Ost durchzieht und ihm seinen Namen gegeben hat. Obwohl seine
tiefer gelegten Ufer kaum zugänglich sind, wird der Bachlauf intensiv als Naherholungsgebiet genutzt. Die Korrektion war die Folge einer immer dichteren Bebauung des Gebiets,
die noch nicht abgeschlossen ist. Im Zusammenhang mit der Umnutzung des Zeughausareals, wo eine Wohnüberbauung entstehen soll, gibt es jetzt aber Pläne, den Mattenbach
zu renaturieren und damit wieder attraktiver und besser zugänglich zu machen.
Auch etwas weiter stadtauswärts hat der Siedlungsdruck und die Verfügbarkeit von Land zu einer neuen Überbauung geführt. Auf dem Areal der ehemaligen Kunsteisbahn Zelgli wurde zwischen 2007 und 2009 eine neue verdichtete Wohnsiedlung (6) erstellt, die den Gartenstadtgedanken vor dem Hintergrund wachsender Bevölkerungszahlen und der Notwendigkeit einer entsprechenden Verdichtung des Siedlungsgebietes neu interpretiert. Aus dem Jahr 1944 stammt eine andere Siedlung an der Eisweiherstrasse, eine klassische Arbeitersiedlung, die von der Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft realisiert wurde (Architekt Werner Schoch) und gemäss der damaligen Doktrin kleinräumliche Wohnverhältnisse mit einem grossen Gartenanteil verband. Eine Anpassung an die geänderten Wohnbedürfnisse brachte 1996/97 die Sanierung der Anlage durch Architekt Beat Rothen, der die kleinen Häuschen mit Anbauten ergänzte, die als eigenständige Baukörper in Erscheinung treten. Dass gleich hinter der neuen Siedlung Zelgli ein Püntenareal liegt, gefolgt von landwirtschaftlich genutzten Feldern und Wiesen ist typisch für Winterthur: Das Naherholungsgebiet liegt für (fast) alle immer noch in Gehdistanz vor der Haustür. Das gilt auch für den Eschenberg (7).
Auf der anderen Seite des Mattenbachs sind ab den 1960er-Jahren die ersten Mietskasernen der Stadt in den Himmel gewachsen und haben sich in den folgenden Jahren immer weiter ausgebreitet. Ihre graue Dominanz wird von grosszügigen grünen Aussenräumen durchbrochen - zwischen den Blockeinheiten, aber auch an deren Rändern. Unmittelbar an die Überbauungen schliesst sich ausserdem im Osten das Grüzefeld (8) an, eine 20 Hektaren grosse Allmend. Im Westen bilden die parkähnlich eingebettete Schulanlage Gutschick (9) sowie die Sportplätze Talgut und Deutweg einen grünen Kontrapunkt zu den Wohnblöcken und im Norden trennt ein breiter, von Bäumen gesäumter Grünstreifen (10) die Bewohnerinnen und Bewohner von der stark befahrenen Grüzefeldstrasse. Von Baumreihen begrünt sind auch die Quartierstrassen.
Die Eulach im Betonkorsett. Renaturierungsmassnahmen sind geplant.
Hohe Wohnblöcke ... und gleich daneben die Allmend Grüzefeld.
5 Mattenbach
Einst war der Bach, der durch den Stadtteil gleichen Namens fliesst, ein munter mäanderndes Gewässer. Seit den 1950er-Jahren aber verläuft er in einem starren Korsett. Tiefer gelegt und begradigt konnte er im zunehmend überbauten Stadtgebiet keine Überschwemmungsschäden mehr anrichten. Die Bevölkerung freut sich trotzdem an «ihrem» Mattenbach. Der Bachlauf ist ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet, mit attraktiven Uferwegen links und rechts, einem schönen Baumbestand und Sitzbänken.
6 Überbauung Zelgli
Eisweiherstrasse
Die von den Architekten PARK Peter Althaus Markus Lüscher, Zürich realisierte Zelgli-Überbauung (2007/09) mit den charakteristischen blauen Häusern liegt zwischen dem Mattenbach und dem Naherholungsgebiet des Eschenbergs. Die Architekten entwickelten mit der Siedlung eine «zeitgenössische Variante» der historischen Arbeitersiedlungen in diesem Gebiet. Sie entwickelten eine dichte «Kleinstadt» aus Mehrfamilien-, Reihen und Einfamilienhäusern mit gemeinschaftlichen Platzstrassen und Grünzonen, ergänzt durch private Gärten und Höfe. Dabei wurde der eingedolte Steglitobelbach, der aus Hochwasserschutzgründen im Bereich der Neuüberbauung ohnehin verlegt werden musste, renaturalisiert. Er verläuft heute mitten durch die Siedlung. Für die Landschaftsgestaltung waren Rotzler Krebs Partner, Winterthur verantwortlich.
7 Eschenberg
Vom Waldheim aus führt die Eschenbergstrasse direkt zur grossen Waldlichtung mit Restaurant, Sternwarte und einem städtischen Landwirtschaftsbetrieb. Etwas weiter nördlich gewährt der Eschenbergturm einen schönen Ausblick auf die Kyburg und je nach Wetterlage bis zu den Alpen.
8 Grüzefeld
Es war eine bemerkenswerte Leistung der Stadt Winterthur, dieses 20 Hektaren grosse potenzielle Baugebiet 1964 als Erholungszone auszuscheiden, in einer Zeit als der Überbauungsdruck in diesem Gebiet besonders gross war. Als Allmend gestaltet wurde das Grüzefeld aus Anlass des eidgenössischen Turnfestes 1984. Seither präsentiert es sich als modellierte Wiesenlandschaft, mit sanften Hügeln, einem Teich und einem geschwungenen Wegnetz. Ein Teil des Landes wird landwirtschaftlich genutzt, ein Teil steht den Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtnern als Püntenareal zur Verfügung, der grösste Teil aber gehört der Bevölkerung.
Die Schulhausanlage Gutschick bildet mit ihrer Weitläufigkeit und der niederen Bauweise einen Kontrast zu den umliegenden hohen Wohnblöcken.
9 Anlage Schulhaus Gutschick
Scheideggstrasse 1
Die grosszügig konzipierte Schul- und Kindergartenanlage Gutschick entstand 1964/67 (Architekt Ulrich Baumgartner) in einem Gebiet, das von hohen Wohnblöcken geprägt ist. Mit ihrer Weitläufigkeit und der niedrigen Bauweise, die dem Massstab von Kindern angepasst ist, bildet sie eine Art Kontrapunkt. Die hügelige Gestaltung der Aussenräume lädt zu Entdeckungsreisen und Eroberungen ein. Sie wurde vom Landschaftsarchitekten Willi Neukom realisiert.
Kunst:
Paul Speck, «Pane e vino», Steinskulptur (1965);
Heinrich Eichmann, «Spirale», Relief (1966);
Walter Hürlimann «Wolkenschiff», Spielplastik (1967).
(Siehe → Kunstführer).
10 Baumreihe Grüzefeldstrasse
Zwischen der Seenerstrasse und der Scheideggstrasse verläuft entlang der Grüzefeldstrasse eine attraktiv gestaltete Flaniermeile. Der Gehweg ist mit einem breiten Grünstreifen vom Strassenraum abgetrennt und links und rechts mit einer losen Anordnung von verschiedenen Bäumen und Sträuchern bepflanzt.
20 Hektaren gross ist die Allmend Grüzefeld. Die Stadt Winterthur hat das potenzielle Baugebiet 1964 als Erholungszone ausgeschieden.
Da wo der Mattenbach das dicht bebaute Stadtgebiet verlässt, geniesst er als begrünter Wiesenbach hohe Wertschätzung bei der Bevölkerung.
Die markante blaue Zelglisiedlung grenzt direkt an ein Püntenareal an.
Der Eschenbergturm gewährt einen erhabenen Blick auf die umliegenden Hügel und Wälder und bei guter Fernsicht bis zum Alpenkranz.
Übersichtsplan Mattenbach