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Süsses Leistungstraining
Calcium Phosphoricum - Baustoff des Knochengerüstes
Calciumphosphoricum-Babys sind oft die Sorgenkinder der Familie. Es sind schwächliche, blasse und nervöse Kinder, die neben ihrer motorischen Unruhe Entwicklungsrückstände aufweisen: Ihre Fontanellen bleiben zu lange offen. Sie neigen zu später Zahnung und spätem Gehenlernen. Sie haben eine Tendenz zu Nackenschwäche, was zu einer späten Kopfkontrolle führt. Weitere Erscheinungen sind Skoliose (Rückgratverkrümmung), O-Beinchen, ein eingefallener oder deformierter Brustkorb oder ein Nabelbruch.
Von Anfang an können Gedeihstörungen auftreten, da Stillprobleme wie Trinkschwäche, Unruhe beim Trinken bis hin zum absoluten Verweigern der Muttermilch beobachtet werden. Daneben können noch Koliken, Erbrechen und grüne Durchfälle auftreten. Das Kind ist schnell erschöpft und permanent unzufrieden. Obwohl es sich um hübsche, zarte Kinder mit besonders seidigen Haaren handelt, hinterlassen sie durch ihr Verhalten bei der Mutter ein beständiges, unangenehmes Gefühl der Unzulänglichkeit. Sie schreien aus Hunger, und sie schreien nach dem Trinken. Sie lassen sich schlecht trösten, verlangen nach ständiger Abwechslung und vermitteln so den Eindruck, nie glücklich zu sein. Eine grosse Kälteempfindlichkeit führt zu wiederholten Infekten, insbesonders einem hartnäckigen Säuglingsschnupfen, der von vergrösserten Lymphknoten im Kieferwinkel begleitet wird.
Calciumphosphoricum-Kleinkinder werden wegen ihrer Ruhelosigkeit, Appetitlosigkeit und ihrer äusserst schlanken Erscheinung oft als «Zappelphilipp» oder «Suppenkasper» bezeichnet. Wie schon als Babys lieben sie Abwechslung, können sich schlecht auf eine Tätigkeit konzentrieren, verlieren schnell das Interesse an allem, können nicht zuhören und verzehren sich in ermüdender und zielloser Aktivität. Eine merkwürdige Mischung aus Scheu und draufgängerischer Wildheit kennzeichnet Calciumphosphoricum-Kinder. Widerstand wird schlecht vertragen und führt zu heftigen Zornausbrüchen mit Schreien, Jammern und Stöhnen. Ein eigenartiges Verlangen nach geräuchertem Fleisch und Salami in Kombination mit oben genannten Auffälligkeiten ist eine deutliche Indikation für dieses homöopathische Mittel.
Fall aus der Praxis
Ayana ist das jüngste von drei Mädchen und eben gerade zwei Jahre alt geworden. Im letzten Herbst wurde die ganze Familie in einen Autounfall verwickelt, und die Kleine zog sich dabei eine komplizierte Armfraktur zu. Nach der darauffolgenden Operation wurde das Ärmchen geschient und die Knochenheilung schien einen normalen Verlauf zu nehmen. Aber Ayana scheint noch heute Schmerzen zu haben. Sie schont ihren rechten Arm beim Spielen, und beim Spazierengehen darf man sie nur an ihrer gesunden Seite an die Hand nehmen. Bei kaltem Wetter und Schnee scheint sie vermehrt zu leiden. Auch bei mir in der Praxis steckt sie den verletzten Arm in den Ausschnitt der Mutter, welche sie auf dem Schoss hält und ist nicht dazu zu bewegen, sich untersuchen zu lassen. Die Mutter erzählt, dass Ayana drei Wochen zu früh und stark untergewichtig auf die Welt gekommen ist. Sie hat nur langsam an Gewicht zugelegt und musste lange in der Kinderklinik bleiben. Als sie nach Hause entlassen wurde, war es nicht möglich, sie zu stillen. Sie trank schlecht, schrie auffallend viel und hatte häufig Bauchschmerzen. Den ersten Zahn bekam sie mit sieben Monaten. Überhaupt sei die Zahnung eine Qual für die ganze Familie gewesen, die Zähne brauchten lange bis sie das hochrote, empfindliche und harte Zahnfleisch durchstossen hatten. Ausserdem bekommt die Kleine schnell Durchfall, verliert dann an Gewicht, sodass die Ernährung ein Thema ist, um das sich die Mutter grosse Sorgen macht. Ayana liebt Süsses, Oliven und Schwarzwaldschinken. Äusserlich ist sie ein hübsches, blondes aber sehr zerbrechlich wirkendes Kind mit dunklen Schatten unter den Augen. Ihr Bauch wirkt etwas aufgetrieben, was bei dem ansonsten schlanken Kind ins Auge sticht. Im letzten Winter war sie öfters erkältet und hatte Schnupfen.
Meine Verordnung lautet Calcium phosphoricum XM. Calciumphosphat ist der Baustoff des Knochengerüstes und der Zähne. Es ist unentbehrlich für die reguläre Ernährung des Körpers und spielt bei der Neubildung der Blutzellen eine wichtige Rolle. Es verwundert daher kaum, dass diese Arznei eine besondere Affinität zur Wachstums- und Entwicklungsphase unserer Kinder hat.
Ein Mangel an phosphorsaurem Kalk führt zum Bild des rachitischen Kindes, wie wir es aus Kriegs- und wirtschaftlich schlechten Zeiten kennen. Trotz der guten Bedingungen in der Schweiz wird diese Kalziumverbindung gerade im Kindesalter, sei es durch erhöhten Bedarf oder gewisse Assimilationsprobleme, häufig eingesetzt.
Bei der Kontrolluntersuchung nach sechs Wochen erzählt die Mutter, dass Ayana ihren Arm nun viel häufiger braucht und keine Schwellung mehr zu sehen ist. Unmittelbar nach der Mitteleinnahme ist sie nochmals erkältet gewesen und hatte leichten Durchfall. Inzwischen hat sie aber einen richtigen Entwicklungsschub gemacht und isst auch besser. Sie ist allgemein viel stabiler und belastbarer geworden.
Indikationen
Entwicklungsrückstand:
Zahnen, Sitzen, Gehen, Sprechen und das Längenwachstum treten verspätet auf
Skelett:
Skoliose, O-Beine, Haltungsschäden; Nackenschwäche; Wachstumsschmerzen; Arthritis; schlecht heilende Brüche; Bänderschwäche, überstreckbare und schwache Gelenke; deformierter Brustkorb
Zahnung:
verzögert, begleitet von wässrig-grünem herausschiessendem, teils unverdautem Durchfall, welcher sehr übelriechend ist
Erkältlichkeit:
wässriger Schnupfen an der frischen Luft, verstopfte Nase im warmen Zimmer; Kitzelhusten; Heiserkeit; Erkältung durch nasskaltes Wetter, Zugluft, Wind, Wetterwechsel, Schneefall, Schneeschmelze; vergrösserte Lymphknoten
Nabelkolik:
krampfartige Schmerzen in der Nabelgegend nach Essen oder Trinken, bei Ärger, Wut und Zorn
Essstörung:
Abneigung oder Unverträglichkeit gegen Muttermilch; Trinkschwäche; hat oft «keine Zeit zum essen»; Appetitlosigkeit; nimmt ab, trotz vielem Essen
Kopfschmerzen:
bei Schulkindern, ausgelöst durch geistige Anstrengung
Verhaltensstörung:
Konzentrationsschwäche; schnelle Ermüdbarkeit; Unruhe, Ungeduld, Unzufriedenheit; Verlangen nach Abwechslung; Schlafstörungen
Leitsymptome
- Unzufriedenheit Verlangen nach Abwechslung und Veränderung
- Entwicklungsrückstand zu langsames oder zu schnelles Wachstum
- Kopfschmerzen bei geistiger Anstrengung
- Milchunverträglichkeit, Verlangen nach geräuchertem Fleisch, Speck, Gesalzenem
- Probleme mit Knochen und Zähnen