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Nur was in Bewegung ist, kann gelenkt werden
Um diesen Effekt nachzuprüfen, musst du dir lediglich ein Fahrrad oder ein Auto vorstellen, mit dem du im Stillstand voll nach rechts oder voll nach links fahren willst. Du drehst am Lenkrad, aber solange das Fahrrad oder das Auto nicht in Bewegung sind, passiert nichts. Es geht weder nach rechts noch nach links. Eine sehr viel schwieriger herzuleitende physikalische Begebenheit stammt aus der Relativitätstheorie, die Albert Einstein entdeckt hat und die unter anderem besagt: Was sich bewegt, altert weniger schnell.
Die Parallelen dieser beiden physikalischen Gesetzmässigkeiten zu unseren menschlichen Eigenschaften sind verblüffend. Solange wir liegen, sitzen oder stehen bleiben, ist es schlichtweg nicht möglich, von irgendwelchen Impulsen oder Einflüssen im Leben in die gewünschte Richtung gelenkt zu werden. Es geht darum, dass du den berühmten ersten Schritt machst und aus der Bewegung heraus auf die Erfolgsstrasse gelangst. In Bewegung bleiben und ein Leben lang unternehmungslustig zu sein, verlängert nicht nur dein Leben – aktive Menschen altern offensichtlich körperlich und geistig weniger schnell.
Wie wertvoll die Bewegung ist, zeigt sich auch bei unserem Lernerfolg. Der chinesische Philosoph und Lehrmeister Konfuzius hat bereits 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung ein wichtiges Element der modernen Lerntechnik festgehalten: «Erzähle es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun, und ich werde es behalten.»
Gefühle und Bewegung
Hast du gewusst, dass auch deine Gefühle durch Bewegung entstehen? Alles, was wir empfinden, ist das Ergebnis dessen, wie wir unseren Körper einsetzen. Sogar die geringsten Veränderungen in deiner Mimik oder Gestik tragen dazu bei, deinen Gefühlszustand zu verändern, und damit auch die Art, wie du dein Leben beurteilst, wie du denkst und wie du handelst. Unser Gesicht verfügt über 26 Muskeln. Untersuchungen haben ergeben, dass die Muskelbewegungen in unserem Gesicht unsere Gefühlszustände diktieren, und nicht umgekehrt.
Wenn wir zum Beispiel ein lachendes Gesicht wählen, bewegt sich unser Gefühlszustand in die fröhliche Richtung, und wenn wir ein grimmiges Gesicht aufsetzen, verfinstert sich in der Folge unser Gemütszustand. Unsere Haltung, die individuelle Bewegung dorthin, kann jede dieser Emotionen herbeiführen. Übrigens diktieren eingefahrene Muskelbewegungen wiederkehrend dieselben Gemütszustände. Es macht also Sinn, aus deinen über die Jahre eingeprägten Mustern auszubrechen und neue Schritte zu wagen.
Magst du es, loszugehen, ohne das Ziel zu kennen? Wie geht es dir dabei, mutig erste Schritte zu tun, ohne den Ausgang des bevorstehenden Abenteuers zu kennen?
In der Bibel finden wir zahlreiche Menschen, die durch ihr mutiges Handeln bei Gott Wohlgefallen gefunden haben.
Noah hat mit der Arche ein überdimensionales Schiff gebaut, an einem Ort, wo weit und breit kein Tropfen Wasser zu sehen war (1. Mose, Kapitel 6, Vers 14). Der Urvater Abraham hat Gottes Ruf vertraut, seine Zelte abgebrochen und mutig die Reise ins Unbekannte angetreten (1. Mose, Kapitel 12, Vers 1). Als Mose beim Pharao von Ägypten um die Befreiung seines Volkes gebeten hatte, vertraute er auf Gottes Zusage, dass die angedrohten Wunder und Plagen auch wirklich eintreffen werden. Mose sollte jeweils seinen Hirtenstab benutzen, um die Wunder und Plagen auszulösen. Wäre nichts passiert, hätte er sich definitiv der Lächerlichkeit preisgegeben (ab 2. Mose, Kapitel 4, Vers 3).
Als Gott Josua befahl, den Jordan zu durchqueren, um ins versprochene Land Kanaan zu gelangen, war gerade Frühling und der Jordan zu einem reissenden Fluss angeschwollen. Für das Volk Israel war ein Durchqueren ohne Verluste unvorstellbar. Josua schickte die Hohepriester mit der Bundeslade als Erste in den Fluss, und dabei bekamen sie ordentlich nasse Füsse. Erst nachdem die Hohepriester bereit waren, diesen ersten Glaubensschritt zu tun, trennte sich der Jordan auf übernatürliche Weise, und das Volk gelangte trockenen Fusses ans andere Ufer (Josua, Kapitel 3, Verse 15–16).
Als Jesus sein Wirken auf unserer Erde begann, wählte er zwölf unterschiedliche Männer als seine Jünger aus. Er forderte jeden von ihnen mit denselben Worten auf: «Komm, folge mir nach!» (Matthäus, Kapitel 9, Vers 9). Und sie liessen alles liegen und gingen mit ihm. Bei allen diesen Beispielen war entscheidend, dass die Hauptdarsteller neben ihrem festen Glauben wagemutig ins Handeln kamen. Die Herzenshaltung gehörte dabei zu den grundlegenden Voraussetzungen.
In Bewegung setzen
Wenn wir bescheiden, ehrlich und freundlich durchs Leben gehen, öffnen wir uns leichter für Impulse von aussen, als wenn wir selbstsüchtig, stur und besserwisserisch jegliche Lenkversuche ignorieren.
Die Bibel fordert uns auf: «Lasst uns einander lieben: nicht mit leeren Worten, sondern mit tatkräftiger Liebe und in aller Aufrichtigkeit» (1. Johannes, Kapitel 3, Vers 18). Wir sollen einfach das Herz in die Hand nehmen und mutig voranschreiten. Bist du bereits in Bewegung? Oder verharrst du noch zögerlich im Stillstand? Wenn du auf deinem Glaubensweg geführt und gelenkt werden möchtest, tust du gut daran, ins Handeln zu kommen. «Welchen Wert hat es, wenn jemand behauptet, an Christus zu glauben, aber an seinen Taten ist das nicht zu erkennen?» (Jakobus, Kapitel 2, Vers 14).
Den Glauben erkennt man am Handeln.
Dieser Text stammt aus dem Buch «Bibel Coaching» (Fontis-Verlag) von Philippe Hauenstein. Das Buch ist im Livenet-Shop erhältlich.
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Datum: 09.04.2022
Autor: Philippe Hauenstein
Quelle: Bibel Coaching / Fontis-Verlag