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Pakistan
In Pakistan verringert Handicap International die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen.
Geschützte Spielbereiche für vertriebene Kinder mit und ohne Behinderung erlauben ihnen, über ihre Erlebnisse und Traumata zu sprechen. | © L. Chancenotte / HI
Laufende aktivitäten
In der Provinz Sindh kommt es häufig zu Überschwemmungen. Handicap International arbeitet deshalb eng mit der Bevölkerung zusammen, um die Risiken und Folgen solcher Naturkatastrophen zu verringern. Wir ermutigen betroffene Gemeinschaften, ihre eigenen Risikobewertungen von Naturkatastrophen durchzuführen und Evakuierungspläne, die Menschen mit Behinderung miteinbeziehen, sowie Vorsorgemaßnahmen (Prävention, Alarm, Lagerung von Lebensmitteln) zu entwickeln. Bei allen Maßnahmen fördern wir die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und die Solidarität zwischen den verschiedenen Gemeinschaften.
Seit 2016 setzen wir uns mit dem Projekt „Growing Together“ zusammen mit der IKEA-Stiftung dafür ein, Spielplätze in den Flüchtlingscamps inklusiv und sicher zu gestalten. Das Projekt wird es Kindern mit und ohne Behinderung ermöglichen, miteinander zu spielen und in einer sicheren und inklusiven Umgebung aufzuwachsen. Mithilfe von Lernspielen, pädagogischen Aktivitäten und Turn- und Sportmöglichkeiten wird die persönliche Entwicklung, das Selbstvertrauen, sozialer Zusammenhalt und die Inklusion der Kinder gefördert.
Im Jahr 2017 wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das sich auf die physische Rehabilitation von Menschen mit Behinderung und auf psychosoziale Unterstützung von gefährdeten Personen, in den von der Regierung verwalteten Stammesgebieten, konzentriert.
Hintergrund
Pakistan wird zunehmend und regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht. 2005 forderte ein Erdbeben 70.000 Menschenleben, über 3 Millionen Menschen wurden vertrieben. 2010 wurden mehr als 20 Millionen Menschen von extremen Überschwemmungen betroffen. Jedes Jahr fordern Überschwemmungen am Ende der Monsunzeit zahlreiche Opfer. Im Jahr 2014 wurden fast 3.500 Dörfer zerstört, von denen rund 2 Millionen Menschen betroffen waren.
Seit 2012 hat das Land massive Anti-Terror-Operationen erlebt, vor allem in den FATA (Federal Administered Tribal Areas). Dort wurden mehr als 1,6 Millionen Menschen vertrieben. Besonders die Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KP) war betroffen. Seit der Ankündigung der Regierung, dass die FATA unter der Kontrolle des pakistanischen Militärs steht, hat es in den Jahren 2016 und 2017 eine Massenrückkehr von vorübergehend Vertriebenen (TDPs) von KP zu FATA gegeben.
Obwohl Pakistan das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet hat (2008 unterzeichnet, 2011 ratifiziert), gibt es kaum zuverlässige Daten, um die Zahl von Menschen mit Behinderung zu bestimmen. Außerdem gibt es nur wenige Maßnahmen von der Regierung, um Menschen mit Behinderung zu helfen.