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Das österreichische Pensionskassensystem sorgt immer wieder für Schlagzeilen, weil einige Bezieher von Zusatzpensionen regelmäßig Kürzungen erleben. Betroffen sind vor allem Pensionisten mit alten (meist in den neunziger Jahren abgeschlossenen) Verträgen. Der Fachverband der Pensionskassen und der Österreichische Seniorenrat wollen nun eine „Historikerkommission“ einsetzen, die „alle Aspekte des alten Systems aufarbeiten und transparent darstellen“ soll. Die Kommission soll aus externen und unabhängigen Experten bestehen und noch diesen Herbst ihre Arbeit aufnehmen. Die Presse schreibt dazu:
In Summe haben 850.000 Menschen künftig Anspruch auf eine Zusatzpension aus einer Pensionskasse, 105.000 beziehen bereits eine. Ihr Arbeitgeber hat (freiwillig oder auf kollektivvertraglicher Basis) einen Vertrag mit einer Pensionskasse abgeschlossen und zahlt regelmäßig ein, dafür erhält der Arbeitnehmer eine Zusatzpension, die derzeit im Schnitt bei etwa 480 Euro im Monat liegt.
Ursache dafür ist die hohe Ertragserwartung („Rechnungszins“), die in den Neunzigerjahren zwischen Unternehmen, Betriebsräten und Pensionskassen vereinbart wurde. Der Rechnungszins ist die Vorgabe, die die Pensionskasse schaffen muss, damit die Pension gleich bleiben kann (sofern nicht bereits eine ausreichende Schwankungsrückstellung gebildet wurde). In den Neunzigerjahren dachte man vielfach, dass eine Rendite von sieben oder acht Prozent pro Jahr mit einer ausgewogenen Veranlagung in Anleihen und Aktien zu schaffen sein würde, weshalb man mitunter Rechnungszinssätze von 6,0 oder 6,5 Prozent vereinbarte.