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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Erstes Buch. Briefe von Augustins Bekehrung (386) bis zu seiner Erhebung zum Bischof von Hippo (395).
VI. (Nr. 11.) An Nebridius
VI. (Nr. 11.)
Geschrieben im Jahre 389.
An Nebridius.
Inhalt.
Dieser Brief enthält einen merkwürdigen Versuch einer philosophischen Erklärung der heiligen Dreieinigkeit. Nebridius hatte nämlich gefragt, wie dem göttlichen Sohne allein die Menschwerdung zugeschrieben werden könne, da die drei göttlichen Personen unzertrennlich seien. Augustinus erwidert, daß entschieden an der unzertrennlichen Wirksamkeit der drei göttlichen Personen festgehalten werden müsse, sucht aber durch verschiedene Analogien zu erklären, wie bei jedem Werke eine der drei Personen je nach ihrem eigentümlichen Wesen besonders beteiligt sei. Man ersieht aus diesem Briefe, daß Augustinus damals ein philosophisches Verständnis der heiligen Dreifaltigkeit für möglich und von einigen wenigen heiligen und weisen Menschen bereits für erreicht hielt. Da er in diesem Briefe sich als Angehörigen der christlichen Religion bezeichnet und auch ihre Sakramente erwähnt, so scheint es, daß der Brief bereits in die Zeit nach seiner Taufe, also nach Ostern 387, wahrscheinlich aber ins Jahr 389, zu verlegen sei.