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Der zweitgrösste Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group hat im dritten Quartal 2003 einen Reingewinn von 2,045 Mrd. Franken erzielt.
Das Ergebnis ist auf Beteiligungsverkäufe, Kosteneinsparungen sowie die Erholung der Finanzmärkte zurückzuführen.
Der Konzerngewinn der Credit Suisse Group (CSG) konnte damit im dritten Quartal des laufenden Jahres um 52 Prozent gesteigert werden. Nach neun Monaten beläuft sich der Reingewinn auf 4,043 Mrd. Franken.
Dass im dritten Quartal ein weiterer Gewinnsprung resultieren würde, hatte sich angesichts der Teilverkäufe der Versicherungstochter Winterthur angekündigt. Deshalb überrascht das Ergebnis die Finanzgemeinde nicht.
Dieses Ergebnis beinhaltet einen Nachsteuergewinn aus Verkäufen der Winterthur-Gesellschaften in Grossbritannien, Italien und den USA von 1,6 Mrd. Franken, wie die CSG am Dienstag mitteilte.
Nach Abzug der damit zusammenhängenden Rückstellungen beläuft sich der Sondererlös noch auf 1,3 Mrd. Franken. Parallel dazu wurde der Gewinn durch Sonderrückstellungen in Höhe von 383 Mio. Franken im Zusammenhang mit dem bestehenden und früheren internationalen Geschäftsportefeuille der Winterthur belastet.
Insgesamt verzeichnete die CSG operativ einen Rückgang auf 1,220 Mrd. Franken. Das ist 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor einem Jahr hatte die CSG noch einen Verlust von 2,4 Mrd. Franken erlitten.
Erfolge im Private Banking
Erfreulich sei das Ergebnis im Private Banking, erklärte Oswald Grübel, der sich mit John Mack den CSG-Chefsessel weiterhin teilt. Dort wurde ein Netto-Neugeldzufluss von 8,4 Mrd. Franken erzielt. "Das zeigt, dass die Kunden Vertrauen in die CSG haben", so Grübel.
Die Credit Suisse Financial Services erwirtschaftete laut Communiqué gute Resultate im Bankgeschäft. Bei der Credit Suisse First Boston (CSFB) wanderten aber institutionelle Anleger ab, was zu einem Geldabfluss von 5,5, Mrd. Franken führte.
Der Nettogeldzufluss in der gesamten Gruppe betrug im dritten Quartal rund 4 Mrd. Franken. Die Höhe der verwalteten Vermögen blieb mit 1,299 Bio. Franken im Vergleich zum Vorquartal praktisch konstant.
Schmerzlicher Sparprozess
Die vor rund einem Jahr eingeleiteten Kostensenkungs-Massnahmen wirkten sich positiv auf die Resultate aus, hiess es weiter. Die CSG werde sich weiterhin darauf konzentrieren, eine solide Profitabilität zu erzielen. In diesem Bereich gebe es noch Arbeit, sagte CSG-Co-Chef John Mack, die Nummer eins bei Credit Suisse First Boston.
Bei der CSFB sei die Profitabilität noch nicht zufriedenstellend, sagte Mack. Im dritten Quartal brach der Reingewinn mit 308 Mio. Franken über 20 Prozent ein. Die Kosten wurden weiter gesenkt.
Der Weg von den Milliarden-Verlusten im letzten Jahr bis zum jetzigen Gewinn-Ergebnis bezeichnete Phil Ryan, CSG-Finanzchef, als "schmerzhaft". Seit Januar 2003 ist die Zahl der Vollzeitangestellten um 22 Prozent von knapp 78'500 auf rund 61'300 zurückgegangen.
"Der Kostenkontrolle messen wir weiterhin grosse Priorität ein", sagte Ryan gegenüber swissinfo. Entsprechende Programme stünden in allen Einheiten an. Einen weiteren Stellenabbau schliesst er jedoch aus.
Verlustlöcher im Versicherungsgeschäft gestopft
Im Versicherungsgeschäft scheinen die Verlustlöcher aus dem Vorjahr gestopft. Die Verwaltungskosten seien gegenüber der Vorjahresperiode gesenkt worden, hiess es. Die Winterthur hatte in mehreren Schritten die Streichung von 680 Arbeitsplätzen in der Schweiz angekündigt.
Im Bereich Leben, welches das BVG-Geschäft beinhaltet, seien auf Grund der selektiven Zeichnungspolitik die Bruttoprämien im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Im Sach- und Haftpflichtversicherungs-Bereich führten die Prämienerhöhungen zu einer Steigerung der Nettoprämien.
Keine grossen Sprünge
Im Ausblick wurden keine Hoffnungen auf grosse Sprünge geweckt. Die Konzentration läge auf Effizienz-Steigerungen und dem Ausbau der Kundenbeziehungen, hiess es.
Für David Hussey, Analyst bei Barclays London, zeigen die Drittquartalszahlen, dass die CSG die Talsohle überwunden hat. "Die Zukunft sieht für den Finanzkonzern recht gesund aus", sagte er gegenüber swissinfo.
Hussey räumt jedoch ein, die CSG müsse jetzt beweisen, dass die positive Entwicklung Konstanz habe und nicht nur vorübergehend sei, wie in den letzten Jahren.
swissinfo und Agenturen
Fakten
3. Quartal 2003:
Konzerngewinn: 2,045 Mrd. Fr. (+ 52%)
Nachsteuergewinn aus Beteiligungsverkäufen: 1,6 Mrd. Fr.
Netto-Neugeldzufluss im Private Banking: 8,4 Mrd. Fr.
Seit Anfang 2003 baute der Konzern über 17'000 Stellen ab