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Paquito D’Rivera
Paquito D’Rivera ist ein kubanischer Jazz-Saxophonist und -Klarinettist.
D’Rivera hatte bereits als Vierjähriger Saxophonunterricht bei seinem Vater Tito D’Rivera, einem klassischen Saxophonisten und Dirigenten. Zwei Jahre später trat er erstmals öffentlich auf, mit zehn Jahren hatte er einen von Publikum und Kritik gelobten Auftritt im Nationaltheater von Havanna.
Seit 1960 studierte D’Rivera am Konservatorium von Havanna Klarinette, Komposition und Harmonielehre, 1965 war er Soloklarinettist in einer Rundfunk- und Fernsehsendung des Kubanischen Nationalen Sinfonieorchesters. Im selben Jahr gründete er das Orquesta Cubana de Música Moderna, das er zwei Jahre leitete. Daneben gründete er das Ensemble Irakere, das eine Mischung aus Jazz, Rock, klassischer und traditioneller kubanischer Musik spielte. Die Gruppe war 1978 eine Sensation bei den Jazzfestivals von Newport und Montreux und erlangte zwei Grammy-Nominierungen und gewann einen Grammy.
1979 organisierte D’Rivera den Havana Jam, eine Veranstaltung, die tausende Rock- und Jazzmusiker in Kubas Hauptstadt versammelte und in zwei Doppel-LPs dokumentiert wurde. Während einer Spanien-Tournee 1981 beantragte er Asyl in der amerikanischen Botschaft. Nach seiner Ankunft in den USA wurde er von Musikern wie Dizzy Gillespie, Dave Amram, Mario Bauza und Bruce Lundvall unterstützt, die ihm Auftrittsmöglichkeiten als Solist gaben, und brachte 1981-82 zwei Alben heraus.
In den Folgejahren tourte er mit seiner eigenen Gruppe, dem Havana/New York Ensemble durch die USA und Südamerika, Europa und Japan und trat mit Musikern wie Carmen McRae, McCoy Tyner, Toots Thielemans, Claudio Roditi, Roger Kellaway, Dizzy Gillespie und Benny Carter auf. 1988 gehörte er zu den Gründern des United Nation Orchestra, mit dem er auch auf Tournee ging (Live at the Royal Festival Hall, 1989).
Im selben Jahr spielte er mit dem National Symphony Orchestra als Gastsolist die Weltpremiere von Roger Kellaways David Street Blues und trat auch mit weiteren Sinfonieorchestern der USA, Europas und Lateinamerikas sowie klassischen Kammermusikensembles auf. Er gründete eine Reihe eigener Bands: die Paquito D’Rivera Big Band, das Paquito D’Rivera Quintet, das Kammermusikensemble Triangulo und die Calypso- und Salsa-Band Caribbean Jazz Project. 1989 komponierte er für das Gerald Danovich Saxophon Quartet die „New York Suite“, 1994 für das Aspen Wind Quintet „Aires Tropicales“.
Er erhielt 2003 von der Berklee School of Music einen Ehrendoktortitel, wurde mit zahlreichen Grammys (u.a. für das Album Portraits of Cuba 1996 und die Komposition Merengue, die der Cellist Yo-Yo Ma 2005 aufführte) und Latin Grammys ausgezeichnet und von der Jazz Journalists Association 2004 und 2006 als Klarinettist des Jahres geehrt. 2008 wurde D’Rivera mit dem Frankfurter Musikpreis ausgezeichnet.
2005 erhielt er die NEA Jazz Masters Fellowship.