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Wetterphänomen Polarwirbel-Spaltung
Wird es jetzt richtig kalt?
Gfrörlis aufgepasst: Der Polarwirbel hat sich gespalten. Das Wetterphänomen kann im Winter eisige Temperaturen und heftige Schneestürme bis nach Mitteleuropa bringen. Aber nicht nur.
In manchen Wintern gibt es extreme Wetterlagen mit überdurchschnittlich viel Schnee und Eiseskälte. Wie jüngst, als New York im Schnee versunken ist.
Solch heftige Schneestürme und Kälteeinbrüche können meist auf das Wetterphänomen der Polarwirbelspaltung zurückgeführt werden.
Polarwirbelspaltung, wie bitte?
Ein Polarwirbel ist ein Strudel aus kalter Luft, der sich in sehr grosser Höhe, der Stratosphäre (ungefähr 10 bis 50 Kilometer über Meer), im Winter über dem nördlichen Erdpol bildet.
Kräftige Winde (bis zu 250 Kilometer pro Stunde) bremsen den Polarwirbel ab und wirken wie eine Mauer, die die kalte Luft nicht entweichen lässt. So ist es möglich, dass in manchen Wintern warme Luft in den blockierten Kaltluftwirbel eindringen kann.
Wird dadurch der Polarwirbel zu stark erwärmt, wird dieser nachhaltig geschwächt. Dadurch ändern sich die Ströumungsverhältnisse am Nordpol komplett, sodass sich im Extremfall der Polarwirbel spaltet.
Gespaltener Polarwirbel krümmt den Jetstream
Diese Spaltung (oder Störung) ist häufig erst zeitverzögert in der unteren Atmosphäre – der Troposphäre (circa 10 Kilometer über Meer, wo es Wolken gibt und Flugzeuge fliegen) – spürbar. Die Störung des Polarwirbels beeinflusst in der Troposphäre direkt den Jetstream.
Der Jetstream ist ein Starkwindband, das in etwa 10 Kilometern Höhe die Tiefdruckgebiete von West nach Ost antreibt. Im Winter dominieren in unseren Breitengraden Westwinde, die im Winter eher milde Luft vom Atlantik zu uns bringen.
Ist der Polarwind wegen der Spaltung nun geschwächt, dann beginnt der Jetstream sich stärker zu krümmen, sodass kalte Luft aus der Arktis bis nach Mitteleuropa vordringen kann.
Eine Polarwirbelspaltung führt nicht zwingend zu Frost
Ein abgeschwächter Polarwirbel bedeutet aber nicht immer, dass es in den mittleren Breitengraden eisig kalt wird und Schneestürme toben.
Denn zum einen ist es möglich, dass die Schweiz und Europa durchaus auf der anderen Seite der Jetstream-Krümmung liegen. Die warme Luft aus dem Süden führt zu milden Wintern mit weniger Schnee.
Auch ist es möglich, dass eine solche Polarwirbelspaltung erst mit wochenlanger Verzögerung oder gar nicht in die unteren Atmosphären dringt und sich somit nicht auf das hiesige Wetter auswirkt.
Laut Experten gibt es bis dato noch zu wenige Daten zu diesem Wetterphänomen. Deshalb könne man auch nicht mit Gewissheit sagen, dass der Polarwirbel immer zu kalten Wintern führt. Jedoch lässt sich anhand der Beobachtungen der vergangenen Jahre feststellen, dass es nach der Spaltung häufiger zu einem Kälteeinbruch gekommen ist.