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Mit übergrossen Gebetsketten in Form von in Beton gegossenen Halbreliefs, haben die beiden Künstlerinnen Clara Saner und Selma Weber Unterbrüche in der Textur der Hofmauer geschaffen. Diese erinnern an Versteinerungen, an Formen der Natur und bieten den Betrachtenden Abwechslung zur gewollten Monotonie der Betonmauer.
Die Gebetsketten laden dazu ein, den Blick über die Hofmauer gleiten zu lassen: auf die Bäume, die Berge und zum Himmel. Die mit den Ketten ergänzte Mauer soll den Lärm von aussen zurückhalten und die Reisenden dazu anregen, gemäss ihrem Glauben, diesen Ort in Ruhe für eine religiöse oder geistig spirituelle Betrachtung zu geniessen.
Gebetshilfen in Form von Gebetsketten sind im Buddhismus, Christentum, Hinduismus und Islam bekannt. Das Judentum kennt hingegen Gebetsriemen mit kleinen Schatullen, die Texte aus dem Alten Testament enthalten. Inhaltlich verweisen die Ketten auf eine ritualisierte Form des Betens.
Das Christentum ist mit dem Rosenkranz (59 Perlen) an der südlichen Mauer dargestellt, das Judentum in der südwestlichen Ecke des Hofs. Die Gebetsschnur des Islams (33 respektive 99 Perlen) ist an der westlichen Mauer gegen die Reuss zu sehen. Daneben an der nördlichen Mauer folgen die im Hinduismus gebräuchliche Mala (108 Perlen) und die im Buddhismus übliche Gebetsschnur (ebenfalls 108 Perlen).
Die Darstellung der Gebetsketten an den Wänden der Hofmauer werden durch eine Schrifttafel ergänzt, die wichtige Sätze aus den fünf Weltreligionen aufführt.