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3 Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze
3.1 Konsolidierung
Tochtergesellschaften
Tochtergesellschaften sind alle Unternehmen, bei denen die Swisscom AG die effektive Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik hat. Die Beherrschungsmöglichkeit ist üblicherweise gegeben, wenn die Swisscom AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte oder der potenziellen Stimmrechte der Gesellschaft hält. Übernommene Unternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt und verkaufte Unternehmen bis zum Veräusserungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Konzerninterne Saldi und Transaktionen, Erträge und Aufwendungen, Beteiligungsverhältnisse und Dividenden sowie unrealisierte Gewinne und Verluste werden vollständig eliminiert. Unrealisierte Verluste können ein Anzeichen einer Wertminderung des konzernintern übertragenen Vermögenswerts sein und die Durchführung einer Werthaltigkeitsprüfung zur Folge haben. Die Minderheitsanteile an Tochtergesellschaften werden in der konsolidierten Bilanz innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen, jedoch getrennt vom Eigenkapital, das auf die Aktionäre der Swisscom AG entfällt. Der Minderheitsanteil am Reingewinn oder -verlust wird in der konsolidierten Erfolgsrechnung als Bestandteil des konsolidierten Reingewinns oder -verlusts dargestellt. Änderungen von Beteiligungen an Tochtergesellschaften werden als Transaktionen im Eigenkapital bilanziert, sofern die Beherrschung bereits vorher gegeben war und weiterhin besteht. Verkaufsrechte der Inhaber von Minderheitsanteilen werden als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Sämtliche in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften haben den 31. Dezember als Abschlussstichtag. Es bestehen keine wesentlichen Einschränkungen, Mittel von den Tochtergesellschaften an die Muttergesellschaft zu transferieren.
Assoziierte Gesellschaften
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die Swisscom massgeblich beeinflusst, aber nicht kontrolliert, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Eine massgebliche Beeinflussung kann im Allgemeinen bei einem Stimmrechtsanteil von 20% bis 50% angenommen werden. Bei der Equity-Methode werden die Beteiligungen zum Erwerbszeitpunkt zu den Anschaffungskosten erfasst. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem anteiligen Nettovermögen und fallweise einem Goodwill zusammen. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Beteiligungsbuchwert um das anteilige Ergebnis und die anteiligen übrigen Eigenkapitalveränderungen abzüglich der anteiligen Gewinnausschüttung angepasst. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen mit assoziierten Gesellschaften werden anteilig eliminiert.
3.2 Währungsumrechnung
Für die konsolidierte Jahresrechnung sind die wesentlichen Währungen in den Berichtsjahren zu folgenden Kursen umgerechnet worden:
|Stichtag||Durchschnitt|
|Währung||31.12.2016||31.12.2015||31.12.2014||2016||2015|
|1 EUR||1,074||1,084||1,202||1,090||1,075|
|1 USD||1,019||0,995||0,990||0,990||0,966|
3.3 Flüssige Mittel
Flüssige Mittel umfassen Bargeld, Sichtguthaben und Terminanlagen bei Finanzinstituten, die beim Zugang eine Restlaufzeit von maximal drei Monaten haben. Diese Definition wird ebenso für die Geldflussrechnung angewendet. Die Bilanzierung von flüssigen Mitteln erfolgt zu den fortgeführten Anschaffungskosten.
3.4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen
Forderungen und Verbindlichkeiten werden dann saldiert, wenn Swisscom am Abschlussstichtag einen Rechtsanspruch auf Verrechnung hat und beabsichtigt, entweder einen Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Der Anspruch auf Saldierung muss am Abschlussstichtag bestehen und die Saldierung muss sowohl im gewöhnlichen Geschäftsablauf als auch bei Insolvenz der Vertragspartei rechtlich durchsetzbar sein.
3.5 Übrige finanzielle Vermögenswerte
Die übrigen finanziellen Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien eingeteilt: «erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet», «Darlehen und Forderungen», «bis zur Fälligkeit gehalten» und «zur Veräusserung verfügbar». Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben worden sind. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim Erwerb und überprüft die Klassifizierung an jedem Bilanzstichtag. Marktübliche Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag erfasst beziehungsweise ausgebucht. Finanzielle Vermögenswerte werden beim Erwerb zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) einschliesslich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten erfasst. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden beim Erwerb nicht aktiviert, sondern direkt in der Erfolgsrechnung erfasst. Finanzielle Vermögenswerte werden teilweise oder vollständig ausgebucht, sobald die Rechte von Swisscom auf Mittelflüsse aus den jeweiligen Vermögenswerten entweder verfallen oder übertragen worden sind und Swisscom weder den Risiken ausgesetzt ist, die diesen Vermögenswerten eigen sind, noch einen Anspruch auf irgendwelche Vergütungen daraus hat.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden entweder zu Handelszwecken gehalten oder bei der erstmaligen Erfassung als solche klassifiziert. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst.
Darlehen und Forderungen
Darlehen und Forderungen werden nach der erstmaligen Erfassung zu ihren fortgeführten Anschaffungswerten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Die Position Darlehen und Forderungen enthält nebst den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hauptsächlich Festgeldanlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von über drei Monaten, die Swisscom direkt oder über einen Agenten bei einem Schuldner platziert.
Bis zur Fälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte
Die bis zur Fälligkeit gehaltenen finanziellen Vermögenswerte sind finanzielle Vermögenswerte mit einer festen Laufzeit, die Swisscom bis zu ihrer Endfälligkeit halten kann und will. Die finanziellen Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bilanziert. Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Swisscom hat keine finanziellen Vermögenswerte in dieser Kategorie klassifiziert.
Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Alle übrigen finanziellen Vermögenswerte werden als «zur Veräusserung verfügbar» klassifiziert. Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und alle nicht realisierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Währungsbedingte Wertänderungen von Fremdkapitalinstrumenten werden erfolgswirksam erfasst. Bei Verkauf, Wertminderung oder anderweitigem Abgang von zur Veräusserung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden die seit dem Kauf im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital ausgebucht und als Finanzaufwand oder -ertrag erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmen, werden die Anteile mit den Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen bilanziert.
3.6 Vorräte
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräusserungswert bewertet. In die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten werden alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten einbezogen, die angefallen sind, um die Vorräte zum Standort und in den vom Management beabsichtigten Zustand zu bringen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nach der gewichteten Durchschnittsmethode ermittelt. Für schwer verkäufliche Vorräte werden Wertberichtigungen vorgenommen. Unverkäufliche Vorräte werden vollumfänglich abgeschrieben.
3.7 Sachanlagen
Die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern für die Hauptkategorien der Sachanlagen betragen:
|Kategorie||Jahre|
|Gebäude und Gebäudeeinrichtungen||10 bis 40|
|Kabel 1||30|
|Kanäle 1||40|
|Übertragungs- und Vermittlungseinrichtungen 1||4 bis 15|
|Übrige technische Anlagen 1||3 bis 15|
|Übrige Anlagen||3 bis 15|

1 Technische Anlagen.
Sofern wesentliche Teile einer Sachanlage unterschiedliche wirtschaftliche Nutzungsdauern aufweisen, werden diese als separate Komponenten geführt und abgeschrieben. Die Schätzung der Nutzungsdauern berücksichtigt die erwartete Nutzung durch das Unternehmen, den erwarteten physischen Verschleiss, die technischen Entwicklungen sowie die Erfahrungswerte mit vergleichbaren Vermögenswerten. Die Nutzungsdauern und die Restwerte werden mindestens einmal jährlich auf den Abschlussstichtag hin überprüft und, sofern notwendig, angepasst. Mieterausbauten und Installationen in gemieteten Räumlichkeiten werden über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer oder die kürzere vertragliche Mindestmietdauer linear abgeschrieben. Bei Anlagenabgängen, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen der Sachanlage zu erwarten ist, wird der Buchwert der Sachanlage ausgebucht. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden als Differenz zwischen dem Veräusserungserlös und dem Buchwert der Sachanlage ermittelt und erfolgswirksam als übriger Ertrag oder übriger Betriebsaufwand erfasst.
3.8 Unternehmenszusammenschlüsse und Goodwill
Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode (Akquisitionsmethode) bilanziert. Am Übernahmezeitpunkt werden die Anschaffungskosten zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Kaufpreis umfasst Zahlungen in bar sowie den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der abgegebenen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Verpflichtungen und der abgegebenen eigenen Eigenkapitalinstrumente. Verbindlichkeiten in Abhängigkeit von zukünftigen Ereignissen, die auf vertraglichen Vereinbarungen basieren, werden zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt. Zum Erwerbszeitpunkt werden alle identifizierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, welche die Ansatzkriterien erfüllen, mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird nach Berücksichtigung allfälliger Minderheitsanteile als Goodwill erfasst. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird nach nochmaliger Überprüfung direkt in der Erfolgsrechnung erfasst. Ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entstandener Goodwill wird unter den immateriellen Vermögenswerten bilanziert. Der Goodwill wird nicht systematisch abgeschrieben, aber mindestens jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Beim Verkauf einer Gesellschaft wird der Buchwert des Goodwills ausgebucht und als Bestandteil des Gewinns oder Verlusts aus Veräusserung ausgewiesen.
3.9 Übrige immaterielle Vermögenswerte
Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungskosten werden nicht aktiviert, sondern zum Entstehungszeitpunkt als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden nur als immaterieller Vermögenswert aktiviert, sofern sich ein immaterieller Vermögenswert identifizieren lässt, der einen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen bringt, und sofern sich die Kosten dieses Vermögenswerts zuverlässig bestimmen lassen.
Übrige immaterielle Vermögenswerte
Mobilfunklizenzen, selbst erstellte Software sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen wie Marken oder Kundenbeziehungen erfolgt zu Anschaffungskosten, die dem Verkehrswert im Erwerbszeitpunkt entsprechen, abzüglich kumulierter Abschreibungen. Die planmässigen Abschreibungen von Mobilfunklizenzen basieren auf der Vertragsdauer. Sie beginnen, sobald das zugehörige Netz betriebsbereit ist, sofern keine anderen Informationen vorliegen, die zu einer Anpassung der Nutzungsdauer führen.
Nutzungsdauern von übrigen immateriellen Vermögenswerten
Die Schätzung der Nutzungsdauern berücksichtigt die erwartete Nutzung durch das Unternehmen, die technischen Entwicklungen sowie die Erfahrungswerte mit vergleichbaren Vermögenswerten. Die planmässigen Abschreibungen werden nach der linearen Methode mit den folgenden geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern vorgenommen:
|Kategorie||Jahre|
|Software selbst erstellt und gekauft||3 bis 7|
|Kundenbeziehungen||7 bis 11|
|Marken||5 bis 10|
|Sonstige immaterielle Vermögenswerte||3 bis 16|
Die Nutzungsdauern werden mindestens einmal jährlich auf den Abschlussstichtag hin überprüft und, sofern notwendig, angepasst.
3.10 Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Ein langfristiger Vermögenswert oder eine Veräusserungsgruppe ist als zur Veräusserung gehalten zu klassifizieren, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräusserungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn der langfristige Vermögenswert oder die Veräusserungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort zur Veräusserung verfügbar ist und die Veräusserung hochwahrscheinlich ist. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräusserungsvorgang, zu dem sich das Management verpflichtet hat, innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird. Langfristige Vermögenswerte oder Veräusserungsgruppen, die zur Veräusserung gehalten werden, sind unter den kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separat ausgewiesen. Die Vermögenswerte oder Veräusserungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräusserungskosten bewertet. Wertminderungen aus der erstmaligen Klassifizierung werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte und Veräusserungsgruppen werden nicht mehr abgeschrieben.
3.11 Wertminderungen
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
An jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dahingehend überprüft, ob objektive Anzeichen einer Wertminderung bestehen. Bei objektiven Anzeichen einer Wertminderung wie Konkurs, Zahlungsverzug oder sonstigen bedeutenden finanziellen Schwierigkeiten des Schuldners wird eine Wertminderung erfasst. Eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten künftigen Geldflüsse unter Berücksichtigung des ursprünglichen effektiven Zinssatzes. Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren beizulegender Zeitwert länger anhaltend oder signifikant unter dem Anschaffungswert liegt, werden als in ihrem Wert beeinträchtigt eingestuft. Bei einer Wertminderung werden die Verluste aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Erfolgsrechnung als Finanzaufwand erfasst. Bedeutende finanzielle Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag einzeln auf eine Wertminderung überprüft. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von sonstigen Forderungen erfolgen je nach Art des zugrunde liegenden Geschäfts in Form von Einzelwertberichtigungen oder Portfoliowertberichtigungen, die das erwartete Ausfallrisiko abdecken. Im Rahmen von Portfoliowertberichtigungen werden finanzielle Vermögenswerte auf Basis gleichartiger Kreditrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht sowie gegebenenfalls wertberichtigt. Bei der dazu notwendigen Ermittlung der erwarteten künftigen Geldflüsse der Portfolios werden neben den vertraglich vorgesehenen Zahlungskonditionen historische Ausfallerfahrungen berücksichtigt. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von sonstigen Forderungen werden als übriger Betriebsaufwand erfasst. Die Wertminderungen von übrigen finanziellen Vermögenswerten werden im Finanzaufwand ausgewiesen.
Wertminderung von Goodwill
Der Goodwill wird zum Zweck der Werthaltigkeitsprüfung in zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units) aufgeteilt. Die Werthaltigkeitsprüfung wird im vierten Quartal nach Abschluss der Geschäftsplanung durchgeführt. Wenn unterjährig Anzeichen bestehen, dass die Möglichkeit einer Wertminderung vorliegt, wird eine Prüfung der Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf diesen Zeitpunkt vorgenommen. Liegt der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter ihrem Buchwert, wird eine Wertminderung des Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräusserungskosten (Fair Value less Costs of Disposal) oder Nutzungswert (Value in Use). Die bei der Überprüfung angewandte Methode ist in Erläuterung 24 beschrieben. Ein für den Goodwill erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Perioden nicht aufgeholt werden.
Wertminderung von Sachanlagen und übrigen immateriellen Vermögenswerten
Wenn Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegen, dann wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts ermittelt. Liegt der erzielbare Betrag des Vermögenswerts, der dem höheren der beiden Beträge aus seinem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräusserungskosten und seinem Nutzungswert entspricht, unter seinem Buchwert, dann wird der Buchwert auf den erzielbaren Betrag berichtigt.
3.12 Leasing
Finanzierungsleasing
Ein Finanzierungsleasing liegt vor, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines Vermögenswerts übertragen werden. Der Vermögenswert wird erstmalig zum beizulegenden Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen bilanziert und über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer oder kürzere Vertragsdauer abgeschrieben. Der Zinsanteil der Leasingzahlungen wird als Zinsaufwand über die Leasingdauer basierend auf der Effektivzinsmethode erfasst. Leasingverträge über Grundstücke und Gebäude werden getrennt erfasst, sofern sich die Leasingzahlungen zuverlässig zuordnen lassen. Gewinne aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden abgegrenzt und linear über die Leasingvertragsdauer als übriger Ertrag erfasst. Verluste aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden sofort als Aufwand erfasst.
Operating-Leasing
Leasingverhältnisse, bei denen nicht alle wesentlichen Risiken und Chancen übergehen, werden als Operating-Leasing behandelt. Die Zahlungen werden linear über die Leasingdauer als übriger Betriebsaufwand erfasst. Gewinne oder Verluste aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden direkt in der Erfolgsrechnung erfasst.
3.13 Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich direkter Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
3.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zu den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
3.15 Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn aus einem Ereignis in der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, der Abfluss von Mitteln zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt wesentlich ist.
Rückstellungen für Stellenabbau
Kosten, die im Zusammenhang mit der Umsetzung von Stellenabbaumassnahmen entstehen, werden dann erfasst, wenn das Management einen Stellenabbauplan beschlossen hat, eine wahrscheinliche Verpflichtung daraus entstanden ist, die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann und mit der Umsetzung des Stellenabbauplans begonnen worden ist oder die wesentlichen Punkte des Abbauplans den Betroffenen ausreichend detailliert mitgeteilt worden sind. Die öffentliche Bekanntmachung und/oder die Information der Personalverbände werden mit dem Beginn der Umsetzung gleichgesetzt.
Rückstellungen für Abbruch- und Instandstellungskosten
Swisscom hat rechtliche Verpflichtungen, Übermittlungsstationen und Telekommunikationsanlagen auf fremdem Grund und Boden nach Ausserbetriebnahme abzubrechen und das Eigentum Dritter an den Standorten dieser Anlagen wieder instand zu stellen. Die Abbruchkosten werden als Teil der Anschaffungskosten der Anlagen aktiviert und über die Nutzungsdauer der Anlagen abgeschrieben. Die Rückstellungen werden zum Barwert der gesamten künftigen Kosten bewertet und unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen. Wird die Bemessung der Rückstellung angepasst, dann wird der Barwert der Anpassungen in der Verpflichtung entweder zu den Kosten der entsprechenden aktivierten Anlage addiert oder von diesen Kosten abgezogen. Der Betrag, der von den Kosten der Sachanlage abgezogen wird, darf nicht höher liegen als der Nettobuchwert der Position. Ein Überschuss wird direkt in der Erfolgsrechnung erfasst.
3.16 Segmentierung und Umsatzrealisierung
Allgemein
Der Umsatz wird zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich Mehrwertsteuer, Preisnachlässen, Mengenrabatten und sonstiger Erlösminderungen ausgewiesen. Umsätze werden dann erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit der Transaktion verbundene zukünftige Nutzen Swisscom zufliesst und sich der Betrag verlässlich schätzen lässt. Wenn Swisscom als Prinzipal agiert, werden die Umsätze brutto ausgewiesen. Tritt Swisscom in einer Transaktion bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise lediglich als Vermittlerin oder Agentin auf, werden die Umsätze abzüglich der entsprechenden Kosten netto ausgewiesen. Bei Mehrkomponentenverträgen ist der Umsatz für jede der identifizierbaren Komponenten separat zu erfassen. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die unterschiedlichen Komponenten aufgeteilt.
Dienstleistungen nach Segmenten
Privatkunden
Das Segment Privatkunden enthält im Wesentlichen die Anschlussgebühren für Breitband- und TV-Dienste, Festnetz- und Mobilfunkabonnemente sowie den nationalen und internationalen Telefon- und Datenverkehr von Privatkunden. Weiter umfasst das Segment Mehrwertdienste und den Verkauf von Endgeräten.
Kleine und Mittlere Unternehmen
Das Segment Kleine und Mittlere Unternehmen enthält hauptsächlich die Anschlussgebühren für Breitbanddienste, Festnetz- und Mobilfunkabonnemente sowie den nationalen und internationalen Telefon- und Datenverkehr von Kunden aus kleineren und mittleren Unternehmen. Weiter umfasst das Segment das Geschäft mit Online-Verzeichnissen und Telefonbüchern.
Grossunternehmen
Das Segment Grossunternehmen ist auf Kommunikationsgesamtlösungen für Grossunternehmen ausgerichtet. Sein Angebot umfasst im Bereich der betrieblichen ICT-Infrastruktur die ganze Bandbreite vom Einzelprodukt bis zur Gesamtlösung.
Wholesale
Das Segment Wholesale umfasst zur Hauptsache die Nutzung des Swisscom Fest- und Mobilfunknetzes durch andere Telekommunikationsanbieter sowie die Nutzung fremder Netze durch Swisscom. Weiter enthält Wholesale das Roaming mit ausländischen Anbietern, deren Kunden das Swisscom Mobilfunknetz nutzen, sowie Breitbanddienste und regulierte Produkte als Folge der Entbündelung der «letzten Meile» für andere Telekommunikationsanbieter.
IT, Network & Innovation
Das Segment IT, Network & Innovation ist im Wesentlichen für die Planung, den Betrieb und den Unterhalt der Swisscom Netzinfrastruktur und damit aller IT-Systeme zuständig. Es ist für die Entwicklung und Produktion von standardisierten IT- und Netzleistungen für den gesamten Konzern verantwortlich. Zudem enthält IT, Network & Innovation die Unterstützungsfunktionen Finanzen, Personalwesen und Strategie von Swisscom Schweiz sowie die Bewirtschaftung der Immobilien in der Schweiz.
Fastweb
Fastweb ist in Italien einer der grössten Anbieter von Breitbanddiensten. Das Produktportfolio umfasst Sprach-, Daten-, Breitband- und TV-Dienstleistungen sowie Video on Demand für Privat- und Geschäftskunden. Zudem bietet Fastweb auf Basis eines MVNO-Vertrags (als virtueller Netzbetreiber) Mobilfunkdienste an. Hinzu kommen umfassende Netzwerkdienstleistungen und kundenspezifische Lösungen.
Übrige operative Segmente
Die Übrigen operativen Segmente umfassen hauptsächlich den Bereich Participations. Zudem enthalten sind die Bereiche Health und Connected Living. Participations besteht im Wesentlichen aus den Tochtergesellschaften Billag AG, cablex AG und Swisscom Broadcast AG. Die Billag AG führt im Auftrag des Bundes das Inkasso der Radio- und Fernsehempfangsgebühren durch. Die cablex AG ist im Bau und Unterhalt von drahtgebundenen und drahtlosen Netzen in der Schweiz, in erster Linie im Bereich der Telekommunikation, tätig. Die Swisscom Broadcast AG ist in der Schweiz die führende Anbieterin von Rundfunkdiensten, von plattformübergreifenden Diensten für Kunden im Medienbereich und von Sicherheitsfunk.
Umsatzrealisierung von Dienstleistungen
Kombi-Angebote
Swisscom bietet Bündelangebote an, die Breitband und TV sowie wahlweise einen Festnetzanschluss mit Telefonie enthalten. Sie werden für fixe monatliche Abonnementsgebühren (Pauschaltarif) angeboten. Die Umsatzerfassung erfolgt linear über die Vertragsdauer.
Mobilfunk
Wird ein Mobilfunkgerät im Bündelangebot mit einem Abonnement verkauft, handelt es sich um ein Mehrkomponentengeschäft. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen Einzelveräusserungspreise auf die unterschiedlichen Komponenten aufgeteilt. Der zu erfassende Umsatz einer einzelnen Komponente wird dabei durch den Teil der vom Kunden zu erbringenden Gegenleistung für das gesamte Mehrkomponentengeschäft begrenzt, dessen Zahlung nicht von der Erbringung weiterer Leistungen abhängig ist.
Festnetz
Die Festnetzdienste enthalten im Wesentlichen die Anschlussgebühren und den nationalen und internationalen Telefonverkehr für Privat- und Geschäftskunden, die Mietleitungen, die Benutzung des Swisscom Festnetzes durch andere Telekommunikationsanbieter, die Erbringung von Payphone Services und Operator Services sowie das Geschäft mit Telefonkarten und den Verkauf von Endgeräten. Installations- und Aufschaltgebühren werden abgegrenzt und linear über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Installation beziehungsweise der Aufschaltung realisiert. Umsätze für Telefongespräche werden zum Zeitpunkt erfasst, in dem die Gespräche geführt werden. Umsätze aus dem Verkauf von Telefonkarten werden auf Basis in Anspruch genommener Nutzungsminuten oder bei Verfall abgegrenzt und realisiert. Mietleitungsentgelte werden linear über die Vertragsdauer als Umsatz erfasst. Der Umsatz aus dem Verkauf von Endgeräten wird zum Zeitpunkt der Lieferung realisiert.
Breitband
Die Breitbanddienste umfassen das Angebot von Breitbandanschlüssen für Privat- und Geschäftskunden sowie von Breitbandanschlüssen für den Grosshandel (Wholesale). Umsätze aus Bereitstellungsentgelten werden abgegrenzt und linear über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Installation beziehungsweise der Aufschaltung realisiert.
TV
Im Bereich TV werden Umsätze durch das Angebot von TV-Diensten und Video on Demand erzielt. Umsätze aus TV-Dienstleistungen enthalten einmalige Installations- und Aufschaltgebühren und wiederkehrende Abonnementsgebühren. Die Installations- und Aufschaltgebühren im Zusammenhang mit der Installation werden abgegrenzt und linear über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Installation beziehungsweise der Aufschaltung realisiert.
Kommunikations- und IT-Lösungen
Der Dienstleistungsbereich der Kommunikations- und IT-Lösungen umfasst im Wesentlichen die Beratung und die Umsetzung sowie die Wartung und den Betrieb von Kommunikationsinfrastrukturen. Im Weiteren gehören Applikationen und Dienstleistungen, ferner die Integration, der Betrieb und die Wartung von Datennetzwerken sowie Outsourcing-Dienste dazu. Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden nach Massgabe des Fertigstellungsgrads erfasst, der sich nach dem Verhältnis der angefallenen Kosten zu den voraussichtlichen Gesamtkosten richtet. Die Umsätze für langfristige Outsourcing-Verträge werden in Abhängigkeit von der für den Kunden erbrachten Leistungsmenge als Umsatz erfasst. Die Initialkosten zur Übernahme und Integration der Outsourcing-Transaktionen werden als übriger Vermögenswert aktiviert und linear über die Vertragsdauer erfolgswirksam erfasst. Wartungsumsätze werden gleichmässig über die Laufzeit der Wartungsverträge erfasst.
3.17 Kundenakquisitions- und -bindungskosten
Swisscom bezahlt Provisionen an Händler für die Gewinnung und Erhaltung von Swisscom Kunden. Die jeweilige Provision ist abhängig vom Abonnementstyp. Kundenakquisitions- und Kundenbindungskosten werden sofort als Aufwand erfasst, da die Kriterien zur Aktivierung nicht erfüllt sind.
3.18 Personalvorsorge
Ist die Höhe der zugesagten langfristigen Erwerbsunfähigkeitsleistungen (Invalidenrenten) ungeachtet der Dienstjahre für alle versicherten Arbeitnehmer gleich, werden die Kosten für diese Leistungen bei Eintritt des Ereignisses, durch das die Erwerbsunfähigkeit verursacht wird, erfasst.
3.19 Aktienbasierte Vergütungen
Die Kosten der Ausgabe von Aktien an Mitarbeitende sowie an Mitglieder der Konzernleitung und des Verwaltungsrats entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der Aktien zum Zeitpunkt der Ausgabe. Die entsprechenden Kosten werden als Personalaufwand in der Periode gebucht, in welcher der Anspruch entstanden ist.
3.20 Ertragssteuern
Ertragssteuern umfassen alle gewinnabhängigen geschuldeten und latenten Ertragssteuern. Nicht gewinnabhängige Steuern wie Liegenschafts- und Kapitalsteuern werden als übriger Betriebsaufwand erfasst. Die latenten Ertragssteuern werden nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode berechnet, wobei grundsätzlich auf allen zeitlichen Differenzen latente Ertragssteuern erfasst werden. Zeitliche Differenzen ergeben sich aus Abweichungen zwischen dem Buchwert einer Bilanzposition im Konzernabschluss und dem entsprechenden Steuerwert, die sich in künftigen Perioden wieder ausgleichen. Der zur Ermittlung von latenten Ertragssteuern angewandte Steuersatz entspricht demjenigen Satz, der bei der Realisierung der zeitlichen Differenz erwartet wird, basierend auf dem per Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersatz. Latente Ertragssteuerguthaben werden nur dann aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie mit künftigen steuerbaren Gewinnen verrechnet werden können. Ertragssteuerschulden, die auf Ausschüttungen von thesaurierten Gewinnen von Konzerngesellschaften erhoben werden, sind nur erfasst, sofern die Ausschüttung der Gewinne in absehbarer Zukunft vorgesehen ist. Laufende beziehungsweise latente Ertragssteuerguthaben und -schulden werden verrechnet, wenn sie von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und das gleiche Steuersubjekt betreffen.
3.21 Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert erfasst und anschliessend zu ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Verbuchungsmethode der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts hängt vom abgesicherten Grundgeschäft und von der Absicht des Kaufs oder der Ausgabe dieses Grundgeschäfts ab. Beim Abschluss eines derivativen Finanzinstruments bestimmt das Management den Zweck der Sicherungsbeziehung: Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts beziehungsweise einer Verbindlichkeit (Fair Value Hedge) oder Absicherung künftiger Zahlungsströme von künftigen Transaktionen (Cash Flow Hedge). Änderungen im beizulegenden Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente für Fair Value Hedges designiert sind, werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Änderungen im beizulegenden Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente für Cash Flow Hedges designiert sind, werden über das sonstige Gesamtergebnis erfasst und in der Absicherungsreserve im Eigenkapital ausgewiesen. Wenn aus der erwarteten künftigen Transaktion der Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Verbindlichkeit resultiert, werden die kumulativen Bewertungsdifferenzen vom Eigenkapital in die Anschaffungskosten des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit umgebucht. Resultiert aus der Absicherung einer erwarteten Transaktion später die Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, so wird der im Eigenkapital erfasste Betrag in derselben Periode in der Erfolgsrechnung erfasst, in welcher der finanzielle Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit das Ergebnis beeinflusst. Andernfalls werden die im Eigenkapital verbuchten Beträge analog den Geldflüssen der beabsichtigten oder vereinbarten künftigen Transaktion periodengerecht in der Erfolgsrechnung als Ertrag oder Aufwand erfasst. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht als Sicherungsinstrument designiert sind, werden sofort in der Erfolgsrechnung erfasst.
3.22 Neue und geänderte Rechnungslegungsvorschriften
Änderungen von International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die erstmalig im Geschäftsjahr anzuwenden sind
Ab 1. Januar 2016 wendet Swisscom folgende Änderungen der bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen an, die keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis oder die Finanzlage des Konzerns haben:
|Standard||Titel|
|Änderungen an IFRS 11||Bilanzierung von Akquisitionen von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten|
|Änderungen an IAS 1||Offenlegungsinitiative|
|Änderungen an IAS 16 und IAS 38||Klarstellung akzeptierter Abschreibungsmethoden|
|Diverse||Änderungen von IFRS 2012–2014|
Änderungen von International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die noch nicht zwingend anwendbar sind
Die folgenden, bis Ende 2016 publizierten International Financial Reporting Standards und Interpretationen müssen ab dem Geschäftsjahr 2017 oder später angewendet werden:
|Standard||Titel||Gültig ab|
|Änderungen an IAS 7||Offenlegungsinitiative||1. Januar 2017|
|Änderungen an IAS 12||Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten||1. Januar 2017|
|IFRIC 22||Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen||1. Januar 2018|
|Änderungen an IFRS 2||Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierter Vergütungstransaktionen||1. Januar 2018|
|IFRS 9||Finanzinstrumente||1. Januar 2018|
|IFRS 15||Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden und damit zusammenhängende Klarstellungen von IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden||1. Januar 2018|
|IFRS 16||Leasingverhältnisse||1. Januar 2019|
|Diverse||Änderungen von IFRS 2014–2016||1. Januar 2017 bzw. 1. Januar 2018|
- Bei Mehrkomponentenverträgen (Mobilfunkvertrag mit subventioniertem Mobilfunkgerät) ist eine Umverteilung des Umsatzes auf die vorab gelieferte Komponente (Mobilfunkgerät) vorzunehmen, so dass die Umsätze zeitlich früher erfasst werden. Die Umsatzhöhe bleibt über die Vertragslaufzeit unverändert.
- An Händler gezahlte Provisionen (Kundengewinnungskosten) sowie Kosten für Router und Set-Top-Boxen (Vertragserfüllungskosten) werden aktiviert und über die Vertragslaufzeit als Aufwand erfasst.
- Swisscom wird IFRS 15 voraussichtlich durch Anpassung des Eigenkapitals in Höhe des kumulativen Effekts ab dem 1. Januar 2018 anwenden (kumulative Methode).
IFRS 9 «Finanzinstrumente»: Der Standard umfasst neue Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die Erfassung von Wertminderungen und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Aus den neuen Vorschriften werden sich in einigen Fällen Änderungen in der Klassifizierung ergeben und die neuen Vorschriften zur Wertminderung werden in einigen Fällen zu früheren aufwandswirksamen Verlusten führen. Swisscom hat die Detailanalyse noch nicht abgeschlossen, erwartet jedoch keine wesentlichen Änderungen auf die Konzernrechnung.