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Seiten 487-488
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„Den Wald zu pflegen bringt Allen Segen.“ — „Pflanze einen Baum, und er wächst, während du schläfst.“
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Die Wälder müssen unter allen Umständen erhalten und gepflegt werden, weil sie den Regenfall begünstigen, der der übrigen Vegetation zugute kommt und durch Wärme-Absorption das Klima mildert.
Es ist nun klar, dass ein tonarmer Sandboden leichter ausdörrt, als tonerdehaltiger Gebirgsgrund. Noch leichter muss der Sand ausdörren, wenn rücksichtslos die Kiefernadeln zusammengeharkt werden, um sie zur Viehstreu zu verwenden.
Ich habe es daher kopfschüttelnd mitangesehen, wie die Bewohner von Friedrichshagen bei Berlin im Herbst 1872 um die Wette ihre Säcke mit Kiefernadeln nach Hause karrten und nicht eher ruhten, als bis Alles geborgen war. Und da kamen dann im folgenden drückend heißen Sommer die Raupen.
Möge man an das Volk immerhin Bauholz und Brennholz austeilen; aber die Raff- und Lese-Gerechtigkeiten muss man abschaffen. Das Laub und die Nadeln gehören dem Wald. Sie verwandeln sich in dem Maße wie der Baum heranwächst, in Moos und Waldpflanzen, die den Erdboden feucht halten, so dass der Baum in Zeiten der Dürre eine Reserve besitzt, wovon er zehren kann. Im andern Fall muss er absterben und der austrocknende Saft verwandelt sich in Raupen und Borkenkäfer.
Würde man die Kosten der jetzigen Maßregeln (Brumataleim) jährlich dazu verwenden, um die sandigen Heiden mit zermahlenem Gestein zu düngen, so würde man das aufgewendete Kapital in Gestalt von Bau- und Brennholz mit wucherischen Zinsen zurückempfangen.
Was nämlich die erdigen Bestandteile der verschiedenen Holzarten betrifft, so bedingen sie sowohl für Brennholz, wie auch für Bauholz stets einen höheren Wert.
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Just die Aschenteile sind es, deren nachhaltige Glut dem Ofen zu gute kommt. Das wusste Ovid schon vor 1.800 Jahren, und wahrscheinlich wussten es die Holzhacker schon 1.800 Jahre vor Ovid, das macht im Ganzen 3.600 Jahre; ich schließe das daraus, weil ich um die Mitternacht zwischen 11. und 12. Juli 1885 eine Szene erlebte, aus deren Anlass ich zu meinem Begleiter, Herrn Scheibler, sagte, er möge sich derselben erinnern, ich wolle es ihm gedruckt zeigen, dass sich die gleiche Szene schon vor 1.800 Jahren zugetragen habe. Wir waren nämlich bei einem norwegischen „Husmand“ zum Nachtquartier angemeldet und wurden erwartet. Da wir nach etwa vierstündiger Wanderung um Mitternacht ans Ziel kamen, sollten wir warme Milch bekommen und da wiederholte sich eben die Szene, die Ovid im 8. Buch seiner „Metamorphosen“ schildert. Ovid hat ohne Zweifel einmal eine ähnliche Landpartie gemacht, denn er schildert die Sache treu nach der Natur:
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„Nun ging die Frau an den Herd und sucht‘ in der glühenden Asche,
Bis sie vom vorigen Abend noch Funken emporstiess. Sie legte
Trockne Splitter darauf und pustete, bis sie entflammten.“
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Das Schwergewicht wirkt ganz allgemein als eine Kraft. Das haben wir nicht ohne Zweck sorgsam studiert. Selbst das Licht wird durch schwere erdige Substanz beisammengehalten (Drummondsches Kalklicht). Wie schwach leuchtet hiergegen die Flamme des erdenfreien Alkohols, aber wie intensiv strahlend der glühende Glasfluss der Sonne! Auch die Wärme wird von den schweren Aschenteilen in dem Maße besser zusammengehalten als ihr spezifisches Gewicht dasjenige der Kohlensäure circa 3.000 mal übertrifft. Die Holzhacker kennen nun zwar nicht diese Theorie, aber sie haben dafür die Praxis, die schon, seit Menschen denken und beobachten, von ihnen befolgt worden ist, auch ohne dass sie „Kalorien“ kannten.
Genug, wir alle wissen, dass ein aschenreicheres Holz ein nachhaltigeres Heizmaterial ist.
Aber auch für die Widerstandsfähigkeit von Bauholz, als welches Eichenholz und Buchenholz rivalisieren, sind die Aschenteile von wesentlicher Bedeutung und zwar müssen wir dem Kali die Eigenschaft zuschreiben, die Zellulose zäh und elastisch zu erhalten, während Kalkerde die Faser brüchig macht. Diese letztere Tatsache ist am besten am Flachs und an der Baumwolle studiert. Nachdem der Grund und Boden in Maryland, Virginia und Nord-Carolina durch jahrtausendlange Baumwollenkultur an Kali verarmt ist, wird das von dort herstammende Produkt immer geringwertiger. Aus gleichen Gründen liefert granitdurchsetzter, aus Urgesteinsgeröll bestehender Boden einen besseren Flachs als wo überwiegend Kalkformation herrscht. Holland und Belgien, Irland und die russischen Ostseeprovinzen, ebenso das schlesische Tiefland, welches letztere aus dem Granitgeröll des Riesengebirges gebildet ist, produzieren bessere Leinwand als die Kalkländer England, Frankreich und Spanien.
Gleich dem Flachs und der Baumwolle sind auch die Waldbäume nicht auf jedem Boden von gleicher Widerstandskraft; und zwar beruht die geringere Haltbarkeit auf Mangel an Kali und Natron.
Wo z.B. Buchenwaldungen nicht mehr genug von diesen Alkalien im Erdboden vorfinden, stellt sich die sogenannte Rotfäule ein, deren Bedeutung auf einen ausgesogenen Boden und auf einen lockeren, aschenarmen Holzkern hinausläuft. Ein solches Holz ist für Eisenbahnschwellen nicht fest genug, daher die Eisenbahn-Verwaltungen bei der Lieferung von Buchenholzschwellen die Abwesenheit von „rotem Kern“ zur Bedingung machen müssen.
Die naturgemäße Vorbeugung gegen Rotfäule würde darin bestehen, dass man an bequemen Stellen jungfräuliches Basaltgestein mittels Dynamit oder Romit absprengt und zu gröblichem Pulver mahlen lässt, welches in der Menge von 100 Zentnern pro Hektar in periodischen Zeiträumen über den Waldboden auszustreuen wäre.