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Gubsers behaupten sich an der Kanu-WM
Die Thurgauer Brüder David und Remo Gubser haben eine Starke WM gefahren. Im Kajak-Zweier über 500 und 1000 Meter sowie Remo im Einer über 200 Meter konnten sich im Mittelfeld platzieren.
Die Weltmeisterschaften der Regatta-Kanuten in Dartmouth (Ka) wurden am vergangenen Wochenende mit den Finalläufen abgeschlossen. Über 1000 Athletinnen und Athleten aus 75 Nationen haben während vier Tagen in den verschiedenen Bootsklassen ihre Meister erkoren. Erfolgreichste Nationen waren wie in den vergangenen Jahren die Ungarn und die Deutschen.
Guter Auftakt
Für die einzigen Schweizer Teilnehmer, David und Remo Gubser vom Kanu-Club Romanshorn, hatten die Wettkämpfe im Kajak-Zweier sehr gut begonnen. Ohne grosse Probleme bewältigten sie die Vorläufe und qualifizierten sich für die Halbfinals. Im ersten Rennen über 1000 Meter liessen sie sich vom horrenden Anfangstempo der neben ihnen startenden Spaniern, den späteren Weltmeistern, nicht beeindrucken, fuhren ihr eigenes Rennen und wurden so gute Fünfte. Über 500 Meter stimmte dann die Abstimmung nicht mehr so optimal und sie mussten sich mit Rang 7 begnügen.
Schwierige Halbfinals
In den Halbfinals standen sie dann über beide Distanzen sehr schwierigen Aufgaben gegenüber. Über 1000 Meter lagen bis in die Mitte des Rennens auf dem für den angepeilten B-Final-Platz 6. Rang, wurden dann aber noch von den Italienern und den Dänen überholt und schieden so aus. Auf der kürzeren Strecke war die Leistungsdichte noch grösser. Trotzdem gelang ihnen hier mit einer kämpferischen Leistung der 7. Rang und damit der Einzug in den C-Final. Sie eliminierten dabei so bekannte Nationen wie die Polen. In diesem Final fuhren sie dann als Siebte über die Ziellinie und belegten somit Rang 25 im Feld der 42 Spitzenboote.
David und Remo Gubser bestätigten sich an der WM in Kanada.
Remo Gubser im Einer
Auf der Sprintstrecke über 200 Meter ging Remo Gubser im Kajak-Einer an den Start. Nach einem guten Vorlauf kam er im Halbfinal nicht optimal vom Start weg und blieb so hinter seiner Vorlaufzeit zurück. So blieb ihm die B-Final-Teilnahme um wenige Zehntelssekunden verwehrt und er musste sich mit dem C-Final begnügen. Dort konnte er sich dann wieder steigern, wurde Dritter und kam in der Gesamtrangliste auf Platz 21 bei 39 Teilnehmern.
Erwartungen nur teilweise erfüllt
Insgesamt waren die beiden Schweizer Athleten mit ihren Leistungen in den verschiedenen Rennen zufrieden, wenn sich auch ihre Erwartungen bezüglich Rangierung nicht erfüllt haben. An der Motivation und der Betreuung, die war mit dem ehemaligen Olympiateilnehmer Simon Fäh bestens gewährt, kann es nicht gelegen haben. Viel eher liegt es an der Tatsache, dass die beiden ohne starke Konkurrenz im eigenen Land im Training auf sich alleine abgestellt sind. Das kann wohl nur durch vermehrte Trainingslager mit anderen Nationen korrigiert werden.
Ranglisten der Konkurrenzen mit Schweizer Beteiligung:
Kajak-Einer 200 Meter:
1. Ronald Rauhe (De) 35,134; 2. Oleg Khartytonov (Ukr) 35,650; 3. Artem Kononuk (Rus) 35,696; Ferner: 21. Remo Gubser (Sz) 39,641
Kajak-Zweier 500 Meter:
1. Vadzim Makhneu/Raman Piatrushenka (Wruss) 1:29,408; 2. Zoltan Kammerer/Gabor Kucsera (Un) 1:29,695; 3. Hendrik Bertz/Marcus Gross (De) 1:30,372; Ferner: 25. David Gubser/Remo Gubser 1:34,852
Kajak-Zweier 1000 Meter:
1. Emilio Merchan/Diego Cosgaya (Sp) 3:14,610; 2. David Smith/Luke Morrison (Aus) 3:15,609; 3. Rainier Torres/Carlos Montalvo (Kub) 3:16,071; Ferner: David Gubser/Remo Gubser (Sz) im Halbfinal ausgeschieden.
Alle Infos und Resultate finden Sie auf www.canoe09.ca
Unterschiedliche Voraussetzungen
In Deutschland gibt es allein im Land Baden-Würtemberg 6 vollamtlich angestellte Trainer, in Berlin und Brandenburg werden es noch mehr sein. Der Schweizer Kanu-Verband hat einen Teilzeittrainer für den Nachwuchs. David und Remo Gubser bezahlen ihren australischen Trainer nach Aufwand selber.
Die belgischen Spitzenkanuten erhalten einen Lohn entsprechend ihrer Ausbildung. David und Remo Gubser bezahlen Reisen, Trainingslager und Wettkämpfe selber. Lediglich 10 % übernimmt der Verband, etwa 20 % erhalten sie vom Kanton. Den Rest finanzieren sie über kleinere Sponsoren, einen Fanclub, mit einem Clubbeitrag, Unterstützungszahlungen der Familie und Gelegenheitsjobs im Oktober und November, wenn der Trainingsumfang etwas zurückgeschraubt wird.
[Peter Gubser]