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Südostströmung bringt Verschiedenes
Ein kräftiges Tief westlich von Korsika bewirkte heute im Alpenraum eine südöstliche Höhenströmung. Sie führte für doch eher zyklonale Verhältnisse recht trockene, aber etwas staubbeladene Luft zur Schweiz. Dementsprechend war es in den Bergen sonnig, aber nicht ganz klar. In den Niederungen der Alpennordseite war hingegen der Nebel Herr der Lage.
Tief westlich von Korsika hatte im Alpenraum eine südöstliche Höhenströmung zur Folge, welche allerdings eher trockene Luft heranführte…
Ein kräftiges Tief lag heute westlich von Korsika, was im Alpenraum zu einer Südostströmung führte, dies allerdings nur in grösserer Höhe. Normalerweise führen tiefdruckbestimmte südöstliche Winde zu Niederschlägen am Alpensüdhang, dies besonders im westlichen Tessin und in der Simplonregion. Heute war die Feuchtezufuhr bescheiden, so dass es in der Höhe praktisch in der ganzen Schweiz heiter war. Wenn man von den südlichen Walliser Alpen Richtung Süden blickte, erkannte man unterhalb von etwa 3500 Meter teils recht ausgedehnte Bewölkung, was auf einen leichten Südstau in diesem Gebiet hindeutete.
…allerdings war der Staubegehalt beachtlich
Wenn man heute auf Berggipfeln verweilte, fiel einem die nicht optimale Sicht auf. Diese Sichteinschränkung wurde verursacht durch einen erhöhten Staubgehalt der Luft, welcher auch gemäss einem Modell von MeteoFrance über dem Alpenraum in eher geringer Konzentration modelliert wurde. Der Staub wurde durch die Südostströmung herantransportiert, wie gleich gezeigt wird.
Der Staub gelangte mit der Südostströmung zu den Alpen - es handelt sich wohl um Saharastaub
Vor 3 Tagen lag die in den Schweizer Alpen sich heute befindende Luft noch über Süditalien. Dort wurde zu diesem Zeitpunkt gemäss MeteoFrance beispielsweise auf 3000 Metern ein stark erhöhter Staubgehalt ermittelt. Blättert man gemäss dem erwähnten Modell von MeteoFrance weiter zurück, so erkennt man, dass das Gebiet mit hohem Staubgehalt über Nordafrika lag. Damit ist es naheliegend, anzunehmen, dass es sich um Saharastaub handelt, welcher von Nordafrika über Süditalien zum Alpenraum gelangte. Die ganz leicht rötliche Färbung des Dunstes lässt dies ebenfalls vermuten.
Niederungen der Alpennordseite lagen unter einer Nebeldecke
Für viele Bewohner der Niederungen auf der Alpennordseite wäre der leichte Dunst wohl wesentlich angenehmer gewesen als das triste Nebelgrau. Die graue Suppe hatte eine Obergrenze von 800 Metern und reichte auch weit in die Alpentäler hinein, so im Aaretal bis Meiringen, im Urner Reusstal bis Gurtnellen und im Rheintal bis Bad Ragaz. Wie nicht selten im November machte der Nebel auch kaum Anstalten, sich aufzulösen.
In den Niederungen der Alpennordseite kühl, in der Höhe und im Süden mild
Durch die fehlende Sonneneinstrahlung kamen die Temperaturen heute in den Niederungen der Alpennordseite kaum vom Fleck, so dass man sich mit Höchstwerten von 4 bis 6 Grad begnügen musste. Mild war es demgegenüber oberhalb des Nebels, sowie auf der Alpensüdseite. Auf der Alpensüdseite wurde bis in Höhenlagen von 1700 Metern mehr als 10 Grad aufgezeichnet. Ähnlich mild war es auch nördlich der Alpen in einem Höhenbereich von 1000 bis 1700 Metern. Im oberen Urner Reusstal bei Wattingen unterhalb von Göschenen kam es in der Nacht und am Morgen zu einem mehrmaligen Wechsel zwischen der milden Luft in der Höhe und der kalten Grundschicht. Wenn die milde Luft dank dem zeitweise herrschenden Bergwind die Oberhand gewann, stieg die Temperatur auf über 10 Grad. Wurde die kalte Grundschicht mit schwachem Nordwind über Wattingen hinweg ins obere Reusstal hineingedrückt, fiel die Temperatur auf 4 bis 5 Grad ab.