Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3747

DIE GESCHICHTE DES FREIBURGER TIERSCHUTZVEREINES
Am 23. März 1887 wird der Freiburger Tierschutzverein vom Abt Charles de Raemy gegründet. Der Verein zählt bei seiner Gründung etwa hundert Mitglieder, welche dem Brauchtum der Epoche entgegen treten mussten und als Verrückte oder Exzentriker galten. Wie nur konnte man auch nur denken, dass ein Tier Schmerz oder Leid empfinden konnte, dass es ein Minimum an Respekt und Achtung verdient, dieses Tier, welches nur ein dreckiges Lebewesen ohne Seele ist. Die Bauern fordern zudem laut und deutlich
« Unsere Tiere gehören uns, wir dürfen sie töten, vielmehr noch, sie quälen! »
Obwohl bereits zu dieser Zeit legislative Texte existierten, war die erste Mission unseres Tierschutzvereins zu erwirken, dass diese respektiert werden. Die Unterstützung der Behörden wird ausschlaggebend und im Jahr 1889 gratuliert sich der Freiburger Tierschutzverein, da er erreicht hat, dass der Staatsrat Schaller ein Rundschreiben an alle Polizeibeamten des Kantons erstellt mit der Bitte, das Gesetz über den Tierschutz (aus dem Jahre 1852) einzuhalten. Um die Beamten zu motivieren, den schlimmsten Tierfolterern entgegenzutreten, wurden Ermutigungsprämien ausbezahlt.
Die Rapporte des Präsidenten aus diesen Jahren ziehen Bilanzen, welche in einigen Punkten seltsamerweise an unsere Sorgen von heute erinnern.
« Trotz den begrenzten Mitteln, über welche wir verfügen, haben wir das Maximum gemacht, um das menschliche und moralische Ziel, das der Tierschutzverein vorlegt, zu erreichen. Aufrufe durch die Presse an die Öffentlichkeit, Konferenzen, Einsprüche bei den Behörden, nichts wurde vernachlässigt, um den Eifer anzutreiben und überall die Gefühle der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gegenüber den Tieren zu wecken. Aber zu oft predigen wir und stossen auf taube Ohren, unsere Stimme wird nicht gehört….».
Was die den Tieren zugemuteten Behandlungen angeht, könnte man meinen, dass sie aus einer anderen Welt stammen. Trotzdem gehören sie zu einem Bericht, welcher im Jahr 1890 veröffentlicht wurde:
« Vögel…… in Freiburg lebendig gerupft und gebraten. Ein Hund, welcher in Posieux von Kindern gefoltert und welchem Tausende von Toden zugefügt wurden, bevor ihm der Gnadenstoss gegeben wurde. Das Schlachten von Schweinen und Kühen in gewissen Dörfern mit Szenen von unbeschreiblicher Grausamkeit ……».
Im Jahr 1901 zählt der Freiburger Tierschutzverein 81 Mitglieder, welche einen Beitrag von Fr. 1.– für die Erwachsenen und 50 Rappen für die Kinder bezahlen. Die Präsidentschaft hat immer noch der Gründer Abt de Raemy inne, welcher diese Stelle bis zu seinem Tod im Jahre 1922 besetzt. Die Abrechnungen des Jahres 1901 zeigen Einnahmen von Fr. 139.39 und Ausgaben von Fr. 47.59 auf – also einen Gewinn von Fr. 83.80. Das Komitee entscheidet, ein paar Dutzend Broschüren über den Tierschutz zu kaufen. Diese wurden gratis an die Lehrer und Lehrerinnen der Schulen verteilt mit der Bitte, diese den Kindern zum Lesen zu geben.
Der Tod des Gründers unseres Vereins am 1. August 1922 hat dem Elan des Freiburger Tierschutzes einen derben Schlag versetzt. Die als Vereinigung zusammengeführten Tierfreunde aber setzen den Kampf fort und vervielfachen ihre Siege wie hier ein paar Beispiele aufzeigen:
Den Kutschern werden Ehrendiplome für die gute Pflege ihrer Pferde verliehen um die gute Haltung dieser Tiere zu fördern, welche zu oft Horror erleben.
Der Gemeinderat richtet einen Schuppen ein und stellt diesen dem Freiburger Tierschutzverein zur Verfügung, um die Hunde, welche das Gemüse auf den Markt bringen, unterzubringen. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf Fr. 2.–.
Das Komitee erhält die Unterstützung des Erziehungswesens, damit die Lehrerschaft mit Hilfe von Schildern und Ratschlägen die Kinder nach der Linie des Freiburger Tierschutzvereines und des Respektes der Tiere unterrichtet.
Der Verein erwirbt eine Spezialkiste, um die kleinen Tiere – speziell die Katzen – einzuschläfern. Diese Kiste steht jenen Personen zur Verfügung, welche diese gegen Bezahlung der Dosis des nötigen Chloroforms gebrauchen können.
Ein gewisser J. S. wirft seinen Hund von der Zähringerbrücke, weil er ihm folgte, nachdem er verkauft wurde…… Der Freiburger Tierschutzverein reicht seine 1. offizielle Klage wegen grausamen Handelns ein.
Die Gendarmerie informiert den Freiburger Tierschutzverein, dass eine Kiste mit lebendenden Tieren beim Bahnhof blockiert ist, da die SBB sich geweigert hat, diese zu transportieren. Die Kiste mass 62/32 cm, war 18 cm hoch und enthielt sechs erwachsene Katzen! Der Versand war für einen Beschaffer für Labore von Tierversuchen in Basel bestimmt. Es wurde eine Anklage gegen den Absender eingereicht. Der Angeklagte kommt mit einer Busse von Fr. 10.– und den Gerichtskosten davon. Zu dieser Zeit bedeutete dies ein grosser Sieg für den Freiburger Tierschutzverein!
Die Notwendigkeit eines Tierheimes macht sich im Kanton Anfangs der 1950er Jahre in hohem Mass bemerkbar. Die Mitglieder haben sich angewöhnt, die verlorenen Katzen und Hunde zum Sitz des Freiburger Tierschutzvereines mitzubringen. Aber erst im Jahre 1955 akzeptiert ein Herr Baechler, ein provisorisches Heim an seinem Wohnort zu errichten. Der Betrieb gerät aber schnell in Schwierigkeiten und wird im Jahr 1963 wieder geschlossen. Im selben Jahr wird der Beitrag auf Fr. 4.– erhöht und dem neuen Präsidenten, Herrn Zbinden, gelingt die Eröffnung eines neuen Tierheimes in Courtepin, welchem es jedoch leider gleich ergeht wie dem vorherigen.
Das Jahr 1968 bedeutet einen Riesenschritt für die Tierschützer: das neue Gesetz zum Schutz der Tiere wird vom Freiburgischen Grossen Rat angenommen.
Währenddessen ist der Freiburger Tierschutzverein jedoch kurz davor, sich aufzulösen. Das Komitee bricht auseinander und die finanzielle Situation ist sehr kritisch.
Der bereits seit 3 Jahren zurückgetretene und körperlich angeschlagene Herr Zbinden startet trotz allem eine grosse Kampagne, um Leute anzuwerben und dies mit beeindruckendem Erfolg: von 400 steigt die Anzahl Mitglieder auf 1‘200!
Im Jahr 1977 wird endlich ein neues Tierheim für Hunde in Montécu eröffnet. Dies unter der Präsidentschaft von Dr. Zendali, welcher die Aufgabe im Jahr 1974 übernahm. Es folgte die Eröffnung eines Katzenheimes im Jahr 1989. Seitens der Katzen findet in unserem Kanton im Jahr 1985 die erste Sterilisationskampagne für herumstreunende und wilde Katzen statt.
Im Jahr 1990 muss das Tierheim in Montécu schliessen. Es wird eine vorübergehende Lösung für die Unterbringung der ungefähr 100 jährlich aufgenommenen Hunde gefunden. Es ist Frau Dafflon, Besitzerin eines Mini-Zoos in Prez-vers-Noréaz, welche sich während 6 Jahren um diese kümmert.
Kennel 1 von 1997 bis 2003
Mit Frau Schwarzenbach an der Spitze des Komitees erwirbt der Freiburger Tierschutzverein 1997 ein Grundstück über 3‘000 m2 bei Les Mussillens in der Gemeinde Font in der Nähe von Estavayer-le-lac. Ein paar so gut wie möglich wiederhergerichtete Holzhütten, eine gute Umzäunung und im Juli 1997 übertreten der erste Hund und die erste Katze die Türschwelle des ersten offiziellen kantonalen Tierheimes im Besitze des Freiburger Tierschutzvereines.
Seit diesem Tag ist der Verein nicht mehr derselbe und erreicht während den folgenden 10 Jahren Höhepunkte in allen Bereichen: die Grenze der 2‘000 Mitglieder/Paten/Gönner wird klar überschritten; eine Telefonzentrale im öffentlichen Dienst, welche 25 Anrufe pro Tag erhält; Aktivitäten für die Jugend; Präsentationsstände; Beiträge im Fernseher und Radiosendungen; Artikel in der Presse; ein exklusives Journal; eine Internetseite; ein Inspektoratsdienst, welcher bis zu 200 Fälle von misshandelten Tieren pro Jahr behandelt; Sterilisationskampagnen von wilden Katzen, was über 500 Katzen betrifft. Die vorbildliche Struktur für die Aufnahme von Nagern, Vögel und anderen Tieren und vor allem die Anzahl Hunde und Katzen, welche aufgenommen werden. Mit dem Rekord von 1‘000 Tieren in einem Jahr, welcher im Jahr 2002 erreicht wird.
Die expansive Auswirken zwingt das Komitee, welches ohne Rast das nötige Kapital findet, rasch möglichst neue Gebäude zu erstellen. Zuerst kommt der Kauf von zusätzlichem Grundstück der die 3‘000 m2 auf 10‘000 m2 erweitert und dann wird im Jahr 2001 mit der Installation einer neuen Katzenstation eine erste Etappe absolviert. Gleichzeitig geschieht ein Wunder: Dank einer grosszügigen amerikanischen Spenderin wird am 21. Mai 2003 der erste Spatenstich der ersten Etappe des ganz neuen Tierheimes des Freiburger Tierschutzvereines gemacht. Eine riesige Baustelle, welche an einem Sonntagabend Ende Dezember 2003 von Hunden eingeweiht wird.
Diese neue Unterkunft hat fast 1.5 Millionen gekostet. Sie beinhaltet diverse Versorgungsräume (Küche, Waschküche etc.), einen ausgestatteten Raum für den Tierarzt, was es ermöglicht die meisten Eingriffe vor Ort vorzunehmen, zwei Quarantänestationen (Hunde und Katzen), 30 Boxen für Hunde und mehrere Parks zum Herumtollen. Die offizielle Eröffnung und das Wochenende der offenen Türen fand am 14. Mai 2004 statt und die Reaktionen der zahlreich erschienen Besucher waren äusserst positiv. Die Silhouette des neuen Tierheimes setzt sich jetzt und für immer im Landschaftsbild des Broyebezirks durch!
Die Wand der Katzenquarantäne ist beschädigt und weist Schimmel auf
Mit mehr als 10 Teilzeitangestellten, die es braucht, um ein gewisses Niveau an Leistungen und ein hohes Wohlbefinden der Tiere zu garantieren, ist der von Freiwilligen gegründete Tierschutzverein ein kleiner bis mittlerer Betrieb geworden, welcher im Durchschnitt 40 Hunde und 120 Katzen betreuen muss.
Das jährliche Betriebsbudget beläuft sich auf CHF 900‘000.00.
Die Zeit vergeht und es ist unvermeidbar, dass sich der Zustand der Einrichtungen aufgrund der hohen Anzahl Tiere und der wiederholten Reinigungen/Desinfizierungen verschlechtert. Infolgedessen sind die Räume abgenutzt und stellen für die Gesundheit der Tiere und des Personals, das unter immer schwierigeren Bedingungen arbeitet, eine Gefahr dar.
Es war dringend nötig, eine Lösung zu finden ! Der TSV Freiburg stellt Ihnen sein Renovierungsprojekt des Tierheimes vor und zählt auf Ihre Unterstützung.
Jährlich kümmert sich der Freiburger Tierschutzverein um
Der Freiburger Tierschutzverein hat folgende Hauptaufgaben:
Mit dem Slogan «Kastrieren/Sterilisieren der Katzen anstatt sie zu töten» bietet der Freiburger Tierschutzverein den Landwirten und den Personen, die sich um streunende Katzen kümmern, die Möglichkeit an, diese zu einem Spezialpreis kastrieren respektive sterilisieren zu lassen. Diese Kampagne wurde dank dem aktiven Einsatz von Tierärzten des Kantons, eines von dem Schweizer Tierschutz (STS) zur Verfügung gestellten Betrages und eines speziell für diesen Zweck eingerichteten Fonds des Freiburger Tierschutzvereines ermöglicht.