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Wir arbeiten an zwei interessanten und wichtigen Schnittstellen: Eines unserer Ziele ist es, das Zusammenspiel von evolutionären und ökologischen Prozessen zu verstehen; ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Empirikern und Theoretikern. Die Arbeit an diesen Schnittstellen macht deutlich, dass es allzu simpel wäre, Evolution als einen Prozess zu verstehen, in dem kontinuierlich besser angepasste Genotypen entstehen und ihre weniger erfolgreichen Konkurrenten ersetzen. Es ist falsch anzunehmen, dass Populationsleistungen (Populationswachstum und -persistenz) sich stets als Ganzes verbessern. Es gibt viele Gründe, weshalb diese Sichtweise berichtigt werden sollte. Zum Beispiel: Populationen vieler Arten bestehen aus Männchen und Weibchen und die Selektion kann in den beiden Geschlechtern unterschiedliche Merkmale begünstigen. Dies führt, auf der Populationsebene gemessen, nicht immer zur bestmöglichen Anpassung an die Umwelt. Räumlich-zeitliche Umweltschwankungen führen zu weiteren Herausforderungen, welche die Anpassung nicht immer leicht machen – insbesondere auf einem Planeten, der rasante anthropogene Veränderungen durchmacht.