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Mit den trockenen Bedingungen der letzten 2 Wochen sind viele Böden gut abgetrocknet und damit war ein Eingriff mit Rollhacke, Striegel oder Rollstriegel oft schon jetzt möglich. Ein früher Eingriff ist wirksamer auf die Ungräser und Unkräuter, denn je kleiner diese sind, desto besser werden sie verschüttet oder ausgerissen. Aber es müssen auch Fahrspuren verhindert werden, die man bei den folgenden Durchfahrten nicht mehr gleich gut striegeln kann. Dies gilt auch fürs Ausbringen der Gülle (Foto 1). Ein ebenes Saatbett ist noch wichtiger, wenn mit einem klassischen Striegel (ohne Einzelzahnfeder) gearbeitet wird. Sonst werden gewisse Reihen zu «stark» (links) und die anderen «gar nicht» (rechts) bearbeitet (Foto 2).
Foto 1: Die Fahrspuren vom Schleppschlauch können nicht mehr wirksam gestriegelt werden.
Foto 2: Ungleichmässige Bearbeitung wegen unebenem Saatbeet
Beim Striegeln darf das Getreide nicht gefroren sein, da dies die Blätter schädigt. Wenn im Laufe des Tages, die Kultur auftaut, kann die Unkrautbekämpfung am Nachmittag ohne Bedenken durchgeführt werden.
Die windigen und sonnigen Bedingungen sind günstig fürs Trocknen der obersten Bodenschicht mit den verschütteten und ausgerissenen Unkräutern und damit ist das Risiko von erneutem Anwachsen klein.
Im Moment herrschen also sehr günstige Bedingungen für die mechanische Unkrautbekämpfung im Getreide.
Zum Einstellen der Geräte, gibt es kein allgemein gültiges Rezept. Es handelt sich immer um einen Kompromiss: so aggressiv wie möglich (Ungräser/Unkräuter sind teilweise schon gut verwurzelt) und so wenig Schaden wie möglich (ausgerissene Getreidepflanzen). Normalerweise wird bei herbizidlosem Getreide die Saatdichte um ungefähr 10% erhöht. Dies erlaubt es einen gewissen Pflanzenverlust zu tolerieren. Je grösser das Getreide, desto aggressiver kann eingegriffen werden (siehe konkretes Beispiel unten).
Herbizidloser konventioneller Weizen, Sorte: Spontan, Vorkultur: Raps, Saat: Ende Oktober (um den Unkrautdruck vorbeugend zu reduzieren), Saatdichte: 380 K/m2, mittelschwerer Boden, ~3.5% organische Substanz, Stoppelbearbeitung, Pflug, Kreiselegge.
Foto 3: Die Unkräuter/Ungräser (hier hauptsächlich Efeublättriger Ehrenpreis und einjähriges Rispengras) sind schon gut verwurzelt. Um sie zu verschütten oder auszureissen, braucht es einen recht aggressiven Eingriff.
Foto 4: Um im schon recht trockenen Boden die nötige Wirkung zu erzielen, wurde der klassische Striegel eher aggressiv eingestellt mit einem tiefen Chassis (Stützräder rauf) und mit einem steilen Winkel, der den Druck auf die Zinken erhöht. Die hydraulische Steuerung aus der Kabine erlaubt es, den Winkel bei Bodenveränderungen während der Durchfahrt anpassen zu können. Die Fahrgeschwindigkeit betrug 11 km/h.
Foto 5: Ausgerissene Pflanzen waren hier, trotz der aggressiven Einstellung, selten zu beobachten. Der Weizen Mitte Bestockung war gut und gleichmässig verwurzelt. Dies setzt eine gute Saattechnik voraus, damit die Körner in der gleichen Tiefe abgelegt werden können. Wenn dem nicht so ist, wird das richtige Einstellen vom Striegel unmöglich.
Foto 6: Beim Striegeln kann zugeschüttetes Getreide beeindrucken oder gar Angst machen. Getreide Mitte Bestockung erträgt im Frühjahr relativ viel. Bei Zweifel kann ein zweiter Durchgang in die andere Richtung die Pflanzen wieder aufdecken (lassen Sie ein Striegelfenster für die Beurteilung des reellen Risikos durch die Verschüttung). Ein vorgängiges Walzen wäre fürs Verkleinern der Schollen eventuell sinnvoll gewesen, um dann die Wurzeln der ausgerissenen Unkräuter besser freilegen zu können. Mit einem Durchgang wurde nur ein Teil der Unkräuter erwischt. Die Wirksamkeit würde mit einem zweiten Durchgang in die Gegenrichtung oder Diagonal in den nächsten Tagen verstärkt.
Foto 7: Klebern wurzeln sehr tief und sind schwierig wegzustriegeln. Auch die Kamille ist mit dem Striegel schwierig zu bekämpfen. Wenn man kann, sollte ein herbizidloser Anbau nochmal überdacht werden. Und sonst gilt es, so früh wie möglich einzugreifen und oft mit mehreren Durchgängen.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 026 305 58 33
Weitere Informationen:
Claudia Degen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin