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Was ist am Donnerstag passiert?
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den endgültigen Ausschluss des Box-Weltverbands IBA beschlossen. 69 IOC-Mitglieder stimmten an einer ausserordentlichen Sitzung des Dachverbands in Lausanne mit nur einer Gegenstimme dafür. Es gab zehn Enthaltungen. Damit ist die IBA nicht mehr Teil der olympischen Familie: Das Boxen hat jetzt keinen olympischen Verband.
Warum steht die IBA in der Kritik?
Das IOC wirft der IBA Korruption, Führungsprobleme und Wettbewerbsverzerrung vor. Laut IOC soll die IBA kein wirkliches Interesse am Boxsport sowie den Boxerinnen und Boxern haben. Sie sei nur an der eigenen Macht interessiert. Deshalb will das Komitee die Boxer von den Olympiaqualifikationen und den Olympischen Spielen fernhalten.
Das IOC ist mit vielen Entscheidungen des Box-Weltverbands unzufrieden, wie nau.ch berichtet. Die IBA wird vom Russen Umar Kremlew geführt. Das IOC ist erzürnt, dass die IBA vom russischen Unternehmen Gazprom abhängig ist. Gazprom, das wiederum von der russischen Regierung um Präsident Wladimir Putin kontrolliert wird, fungiert als IBA-Sponsor.
Wie steht es um den Box-Weltverband IBA?
Die IBA ist seit 2019 wegen dubioser Verbandsführung und fehlender finanzieller Transparenz suspendiert. Am 7. Juni legte die IOC-Exekutive eine Empfehlung vor, den Box-Weltverband auszuschliessen. Die IBA hat anschliessend Berufung eingelegt. Vor wenigen Tagen hat der internationale Sportgerichtshof in Lausanne den Einspruch der IBA gegen das Olympia-Aus abgewiesen.
Was sagt die IBA?
Die IBA hat sich immer wieder gegen die Kritik gewehrt. Fairness und Transparenz seien Worte, die im täglichen Arbeitsumfeld der IBA häufig verwendet würden, liess der Verband verlauten. Beim Verfahren zur Einsetzung von Kampfrichtern, der Urteilsfindung bei Kämpfen sowie bei Transparenz und demokratischen Strukturen spricht die IBA von deutlichen Fortschritten und stütze sich auf internationale Experten.
Was bedeutet der Ausschluss?
Die Qualifikation für Paris 2024 und die olympischen Kämpfe liegen in den Händen einer vom IOC eingesetzten Taskforce. Das war auch schon bei den letzten Spielen in Tokio so. IOC-Generaldirektor Christophe De Kepper sagte am Donnerstag, er könne garantieren, dass der Boxsport auch an den Spielen 2028 in Los Angeles dabei sein werde.
Wie geht es mit dem Boxen weiter?
Zahlreiche Nationalverbände wollen einen neuen Box-Weltverband «World Boxing» gründen und so die olympische Zukunft des Boxsports sichern. Der Gründungskongress soll laut «NZZ» im November stattfinden. Einer von zwei Präsidenten soll USA-Boxing-Chef Tyson Lee sein.
Faire Wettbewerbe und beaufsichtigte Wahlen wollen die «World Boxing»-Mitgründer sich auf die Stirn schreiben. Wichtig wird aber sein, ob das IOC den neuen Verband anerkennen wird. Swiss Boxing hat sich bereits auf der Seite des neuen Verbands positioniert und ist gemäss SRF anfangs Juni aus der IBA ausgetreten.
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