Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03139.jsonl.gz/46

Vorhofflimmern ist eine Störung des Herzrhythmus. Meist geht mit dieser Störung entweder ein beschleunigter, verlangsamter oder ein unregelmäßiger Herzschlag einher.
Bleibt das Vorhofflimmern unbehandelt, können daraus schwerwiegende Folgen entstehen. Obwohl diese Krankheit nicht lebensbedrohlich ist, kann sie zu Herzschwäche oder Schlaganfall führen. Auf das Vorhofflimmern lassen sich 15 % aller Schlaganfälle zurückführen. Mit dem Alter nimmt das Vorhofflimmern zu. Menschen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren sind meistens zu 16 % davon betroffen.
Ursachen
Es können unterschiedliche Ursachen für ein Vorhofflimmern vorliegen:
- eingenommene Substanzen, wie beispielsweise Kokain
- zu viel Alkohol
- Störungen im Elektrolyte Haushalt
- Überfunktion der Schilddrüse
- Entzündung des Herzmuskels
- Herzklappenfehler
- Diabetes
- koronare Herzkrankheit
- Herzmuskelschwäche
- hohes Alter
- hoher Blutdruck
Häufige Ursachen sind eine nicht ausgeheilte oder unbehandelte Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Herzinnenhautentzündung (Endokarditis), Herzbeutelentzündung (Perikarditis) oder andere Herzerkrankungen.
Funktionsweise eines gesunden Herzens
In der Minute schlägt das menschliche Herz zwischen 60 und 100 mal. Damit das Blut durch den Körper gepumpt wird, zieht sich das Herz in regelmäßigen Abständen zusammen. Die Erregungsleitung der treibt diese Kontraktionen an. Es handelt sich um spezialisierte Herzzellen. Die Reihenfolge, in welcher die elektrischen Signale an die Herzkammern weitergeleitet werden, ist genau festgelegt. Dadurch ergibt sich ein regelmäßiger Takt.
Als erstes ziehen sich die beiden Vorhöfe im Herz zusammen. Dadurch fließt das Blut in die Herzkammern. Anschließend ziehen sich die Kammern zusammen, damit das Blut in den Kreislauf gepumpt wird.
Erklärung
Beim Vorhofflimmern gibt es den komplexen Ablauf betreffend in der Erregungsleitung ein Problem. Es kommt nämlich zu keiner Weiterleitung der elektrischen Signale. Diese kreisen quasi nur im Vorhof. Der Vorhof zuckt nur, was wiederum dazu führt, dass die Kontraktion nicht vollständig ist. Diese gestörten Abläufe wirken sich auch auf die Kontraktionen der Herzkammern aus. Das Blut kann nicht mehr effektiv weiter gepumpt werden. Die Menge des Blutes, die pro Herzschlag in die Gefäße befördert wird verringert sich um ca. 15 % und auch die Leistung des Herzens sinkt.
Die veränderten Signale führen zum Chaos, so dass die Kammern damit anfangen, unregelmäßig und schnell zu pumpen. Der Patient nimmt dieses Herzflimmern als Herzrasen, Herzklopfen oder Herzstolpern wahr.
Vorhofflimmern und Kammerflimmern
Beim Vorhofflimmern handelt es sich nicht um eine unbedingte lebensbedrohliche Situation. Bleibt das Vorhofflimmern aber unbehandelt, können Herzschwäche und Schlaganfall daraus resultieren.
Etwas anders sieht die Situation beim Kammerflimmern aus. Diese Situation ist eine unmittelbar lebensbedrohliche Störung des Herzrhythmus. Der Herzkreislauf kommt innerhalb kurzer Zeit zum Stillstand. Der Grund ist meistens ein geschädigter Herzmuskel. Das Blut kann deshalb nicht mehr weiter gepumpt werden und das Herz arbeitet nicht mehr.
Symptome und Anzeichen
Das Erscheinungsbild ist bei Vorhofflimmern nicht einheitlich. Die Symptome können von schwerer Beeinträchtigung der Lebensqualität bis zu völliger Beschwerdefreiheit reichen. Die klassischen Symptome vom Vorhofflimmern werden nur von 75 % aller Betroffenen wahrgenommen. Manchmal treten die Symptome in Verbindung mit körperlicher Belastung auf:
- Angst
- Schwächegefühl
- Atemnot
- Herdschmerzen
- Herzstolpern
- Herzrasen
- starkes Herzklopfen
- Probleme und Komplikationen
Vorhofflimmern kann zu unterschiedlichen Komplikationen führen. Das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen liegt fünffach höher.
Weil es zu unvollständigen Kontraktionen durch das Vorhofflimmern kommt, ergibt sich das Risiko, dass der Blutfluss im linken Vorhof des Herzens langsamer ist oder sogar völlig stagniert. Das wiederum steigert das Risiko, dass daraus Blutgerinnsel entstehen. Wenn diese Blutgerinnsel ins Gehirn kommen, entsteht ein Schlaganfall. Der betroffene Bereich im Gehirn wird nicht mehr durchblutet, weil ein Blutgefäß verstopft ist. In diesem Fall droht dieser Bereich sogar abzusterben. Es können neben dem Gehirn aber auch andere Organe im Körper von den entstandenen Blutgerinnseln betroffen sein.
Diagnose
Das EKG ist ein sehr wichtiges Mittel für die Diagnose, um das Vorhofflimmern festzustellen. In den Ableitungen zeigen sich meist die typischen charakteristischen Veränderungen. Ein Langzeit EKG ist nötig, wenn das Vorhofflimmern nur sporadisch auftritt. Der Patient wird zwischen 24 und 48 Stunden überwacht.
Auch eine klinische Untersuchung mit Blutdruckmessung, Herz abhören und Pulstasten kann für die Diagnose von Vorhofflimmern hilfreich sein.
Der Sinusknoten
Der Sinusknoten ist der menschliche und natürliche Herzschrittmacher. Dieser liegt im rechten Vorhof und gibt elektrische Impulse ab. Durchschnittlich handelt es sich um 70 Impulse in der Minute. Diese Impulse werden zu den Herzkammern weitergeleitet, so dass es zu einem 70-maligen Herzschlag in der Minute kommt.
Ist der Sinusknoten allerdings funktionslosuntüchtig, gibt es unterschiedliche Erregungsbildungen im Vorhof, diese können auf bis zu 300-mal in der Minute erhöht sein. Diese Impulse und Erregungen werden in unregelmäßigen Abständen weitergeleitet. Dann schlägt das Herz in unregelmäßigen Abständen.
Ein guter Vergleich ist zum Beispiel der Motor eines Autos, wenn die Zündung nicht richtig eingestellt ist. In der Folge läuft der Motor unrund.
Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Bildung von einem Blutgerinnsel direkt im Herzen. Das Blutgerinnsel löst sich nach einer Zeit und schießt in das Gehirn, so dass der Schlaganfall unumgänglich wird.
Puls und Herzfrequenz regelmäßig messen
Bei 30 % aller ausgelösten Schlaganfälle war das Vorhofflimmern vorher gar nicht bekannt. Deshalb raten Experten älteren Menschen ihren Puls bzw. Herzfrequenz regelmäßig zu testen und zu untersuchen. Es kann zum Beispiel ertastet werden, ob der Rhythmus an der Halsschlagader regelmäßig ist. Genauso interessant ist es, den Blutdruck zu messen und den Puls zu beobachten. So kann man frühzeitig selbst erkennen, ob eine Arhythmie vorhanden ist. Dies ist der sofortige Anlass dazu, den Arzt aufzusuchen. Anschließend wird eine EKG Kontrolle gemacht.
Für fachkundige Informationen sollten Sie sich unbedingt direkt an einen Arzt wenden! Alle Angaben und Informationen sind ohne Gewähr.