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Persönlichkeitsstörungen (PS) werden diagnostiziert, wenn sich Probleme nicht nur auf bestimmte Situationen beziehen, sondern damit ausgedrückt werden soll, dass die Betroffenen zeitlich stabil und über verschiedene Situationskategorien hinweg immer wieder - häufig subjektiv „unverstanden“ - in Schwierigkeiten geraten, sich abgelehnt oder nicht richtig gesehen fühlen, in Streitereien geraten, sich immer wieder in denselben unglücklichen Gefühlen wiederfinden und sich von allen falsch verstanden oder verraten fühlen. Betroffene weisen somit spezifische innere Determinanten (Überzeugungen, Erwartungen, Bewertungen) auf, zeigen aber auch spezifische unangemessene Verhaltensweisen, die dazu führen, dass sie ihre eigentlichen Wünsche, Ziele und Bedürfnisse nicht realisieren können - oder stetig in Konflikte mit ihrer Umwelt geraten.
Wichtig ist es zu betonen, dass Betroffene von PS nicht grundsätzlich „anders“ sind als Nicht-Betroffene. Sie zeigen diesselben psychologischen Charakteristika - aber eben in einer deutlich stärkeren oder inadaptiveren Ausprägung!
Es können leichtere Formen (Persönlichkeitsstile) und schwerwiegendere Formen (Persönlichkeitsstörungen) unterschieden werden. Eine entsprechende Diagnose sollte auf jeden Fall von einer spezialisierten Fachperson vorgenommen werden. Selbstdiagnosen mit Hilfe von beschreibenden Listen aus dem Internet sind selten zutreffend!
Man unterscheidet zwei Kategorien von PS:
A. Beziehungsorientierte PS: Hier werden unterschieden: Narzisstische, Histrionische, Ängstlich-vermeidende, Emotional instabile (Borderline) und Dependente PS.
B. Beziehungsdistanzierte PS: Hier werden unterschieden: Zwanghafte, Schizoide, Paranoide und Passiv-aggressive PS.
In der Regel behandeln wir Menschen mit einer beziehungsorientierten PS. Die entsprechende psychotherapeutische Modellbildung, Interventionsplanung und therapeutische Durchführung basiert stark auf dem Therapieansatz der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP; Rainer Sachse und Team). Eine solche Behandlung verlangt grosse Expertise, da die Betroffenen nicht nur eine Störung „haben“, sondern diese als Teil ihrer Identität erleben und sich vorerst kaum von den grundlegenden Überzeugungen, Erwartungen, Bewertungen und Verhaltensweisen distanzieren können, die ihre Störung ausmachen.
Wir haben uns die entsprechende Erfahrung für eine psychotherapeutische Behandlung von PS in über 25 Jahren Berufstätigkeit angeeignet und sind theoretisch und praktisch auf dem neuesten Stand der modernen psychotherapeutischen Behandlung von PS.