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Zur Geschichte des Hotels Bahnhof in Düdingen
Der Bau des Hotel Bahnhof in Düdingen hängt direkt mit dem Bau der Eisenbahnlinie Bern-Freiburg (1860-1862) zusammen. Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts soll das erste «Buffet» die Haupteinnahmequelle der Gemeindekasse gewesen sein.
Da das «Buffet» den Bedürfnissen nicht mehr entsprach, wurde an der Gemeindeversammlung vom 30. Januar 1898 der Antrag für einen Umbau gestellt. 111 Bürger – die Schmittner waren auch noch dabei – waren an der Versammlung anwesend. Mit 65 gegen 29 (vor allem Schmittner) Stimmen wurde Eintreten beschlossen. Die 29 Gegner verliessen den Saal unter Protest. Die Versammlung genehmigte anschliessend auf Grund eines Kostenvoranschlages einen Kredit von 40 000 Franken.
An der Gemeindeversammlung vom 9. März 1902 berichtete der Gemeinderat, dass für den Ausbau gar 38000 Franken genügten. Mit 74 gegen 28 Stimmen wurde der Bau endgültig beschlossen.
Es handelte sich um einen Mehrzweckbau zu dem auch das Postbüro und ein Notariatsbüro gehörten. Bei der Gemeindeteilung 1923 wurde das Hotel Bahnhof auf 165000 Franken geschätzt.
Während mehr als fünf Jahrzehnten war das «Buffet» für die Gemeinde wieder ein Geschäft. Der Gewinn floss in die allgemeine Rechnung. Investiert hat die Gemeinde kaum noch etwas in ihre Liegenschaft.
Als in den fünfziger Jahren eine Sanierung überfällig war, kam es an Gemeindeversammlungen mehrmals zu belebten Diskussionen. Es standen sich zwei Lager gegenüber: Die einen sagten, das «Buffet» müsse selbsttragend sein und es dürften keine Steuergelder investiert werden. Die andern meinten, Düdingen als aufstrebender Ort, müsse der Öffentlichkeit angemessene Unterkunfts-, Verpflegungs- und Versammlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.
Zögerlicher Schritt
in die Gegenwart
An der Gemeindeversammlung vom 19. März 1961 wurde der Gemeinderat beauftragt, das Saalbauproblem zu studieren. Am 17. November 1962 legte der Gemeinderat der Gemeindeversammlung seinen Bericht vor. Dabei wurde betont, dass der Saalbau einem Bedürfnis entspreche. Die Versammlung genehmigte das Projekt und stimmte dem Kredit von 1 Million Franken zu.
Der Gemeinderat setzte eine 1elföpfige Kommission ein, die festlegte, dass der Saal und der Zwischenbau bis Ende Juli 1964 erstellt sein sollte. Der Hotelumbau sollte 1965 beendigt sein. Durch eine genaue Überprüfung des Projekts und wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation kam es zu Verzögerungen. An der Gemeindeversammlung vom 29. Januar 1966 kam die neue Situation nochmals zur Sprache. Dabei wurde in geheimer Abstimmung ein Antrag auf Verkauf des Hotels mit 324 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Die Versammlung beschloss, den Umbau des Hotels vorzuziehen und bewilligte dafür 500 000 Franken.
An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 27. Januar 1967 wurde in geheimer Abstimmung mit 182 gegen 148 Stimmen der Saalbau genehmigt; dazu ein entsprechender Kredit von 975 000.
Dann ging alles rasch
Der Umbau des Hotels kam an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 2. August 1969 nochmals zur Sprache. Es wurde dabei darauf hingewiesen, dass der bewilligte Kredit von 525 000 Franken nicht genüge und zusätzlich 245 000 Franken notwendig seien. Der Zusatzkredit wurde von der Versammlung mit 162 gegen 56 Stimmen genehmigt.
Die Umbauarbeiten wurden im Herbst 1969 aufgenommen und waren grösstenteils bis Mitte Mai 1970 – am 23./24. Mai fand in Düdingen das kantonale Musikfest statt – abgeschlossen.
Die Gesamtkosten für den Saalbau und den Hotelumbau beliefen sich schliesslich auf 1,8 Millionen Franken. Die Gemeinde übernahm die Kosten für die Saalmöblierung; die Pächterfamilie Fasel – seit 1908 Pächter – übernahm die Möblierung von Hotel/Restaurant.
In der Zwischenzeit wurden zum Teil auf Kosten der Gemeinde teils auf Kosten der Pächterfamilie – seit 18 Jahren die Familie Hans Stöckli-Jendly – Umbauarbeiten und Sanierungen vorgenommen. 1982 nahm die Gemeinde eine grössere Investition von 1,3 Millionen Franken vor.
Unsichere Zukunft
1990 ergab die Analyse der ganzen Liegenschaft durch einen Spezialisten, dass ein Investitionsbedarf von rund 3 Millionen Franken besteht, um das «Buffet» wieder auf das Niveau eines Zwei-Sterne-Betriebes zu bringen. 1994 hat die Gemeinde mit den in der Studie vorgesehenen Arbeiten angefangen. Der Gemeinderat hatte allerdings beschlossen, die Arbeiten auf die Werterhaltung zu beschränken.
Nach Auskunft an der Informationsversammlung hat die Gemeinde seit 1955 einen Pachtzins von total 3,605 Millionen Franken eingenommen. Die Investitionen beliefen sich in dieser Zeit auf 3,687 Millionen Franken. Zurzeit lastet auf der Liegenschaft noch eine Schuld von 1,2 Millionen Franken.
Am 14. April wird die Gemeindeversammlung darüber abstimmen, ob dem Gemeinderat die Kompetenz erteilt werden soll, einen Käufer für die Liegenschaft zu suchen. Stimmt die Versammlung diesem Antrag zu und wird ein Käufer gefunden, kommt ein allfälliger Verkauf wieder vor die Gemeindeversammlung.
Da der jetzige Pächter seinen Vertrag auf den 31. Januar 2002 gekündigt hat, muss die Gemeinde einen neuen Pächter suchen.