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Extreme Kosten, extreme Bedingungen: Was du über den neuen «Avatar» wissen musst
Darum geht es
Die Zuschauerinnen und Zuschauer kehren zehn Jahre nach dem ersten Teil nach Pandora zurück. Der ehemalige Soldat Jake Sully hat mit der Na'vi Neytiri eine Familie gegründet. Noch immer versuchen die Menschen, Pandora auszubeuten und Rohstoffe zu gewinnen. Weil ihre Heimat im Wald nicht mehr sicher ist, müssen Jake, Neytiri und ihre Kinder Zuflucht bei einem anderen Stamm der Na'vi suchen, der im Wasser lebt.
Länger als Teil 1 – viel länger
Wer sich «Avatar: The Way of Water» im Kino ansieht, muss Sitzfleisch beweisen. Der Film dauert ganze 192 Minuten, also mehr als drei Stunden. Der erste Teil war im Vergleich dazu gerade kurz: «Nur» 162 Minuten dauert «Avatar – Aufbruch nach Pandora». In einem Interview mit dem «Empire»-Magazin sagt Regisseur James Cameron: «Niemand soll sich über die Länge beschweren, wenn sie zu Hause für acht Stunden eine Serie binge-watchen.»
Waghalsiges Budget
Nicht nur in Sachen Länge, auch was das Budget angeht, ist der neue «Avatar»-Film ein Schwergewicht. Laut dem «Hollywood Reporter» kostete die Produktion rund 250 Millionen US-Dollar. Um die Kosten für den Film zu decken und auch finanziell ein Erfolg zu werden, müsste er auf Platz vier oder fünf der einnahmenstärksten Kinofilme der Welt kommen. Auf Platz vier steht aktuell «Star Wars: Das Erwachen der Macht» (2015), auf Platz fünf steht «Avengers: Infinity War» (2018). Sollte der Film dieses Ziel erreichen, wäre dies bereits der dritte Film von Regisseur Cameron, der in den Top Ten steht. Auf Platz drei der einnahmenstärksten Filme steht «Titanic» (1997) und nach wie vor auf Platz eins der erste Avatar-Film (2009).
Verzögerte Produktion
Vorgesehen war, dass die «Avatar»-Fortsetzung im Dezember 2014 in die Kinos kommen sollte. Da die Produktion sich aber als sehr aufwendig gestaltete, musste das Erscheinungsdatum immer wieder nach hinten verschoben werden. Vor allem der Schreibprozess sei ein «komplexer Job» gewesen, sagt Cameron. Dies auch, weil Cameron nicht nur an einer Fortsetzung schrieb. Während viereinhalb Jahren schrieb er gleich die Drehbücher für alle vier kommenden «Avatar»-Filme.
Technische Weltneuheit
Wie schon für den ersten Teil liess James Cameron für die Fortsetzung eine neue Kameratechnik entwickeln. So sollen schärfstmögliche Bilder im Kino zu sehen sein. Ausserdem eine Neuerung: Ein Grossteil des Films spielt unter Wasser und wurde auch effektiv im Wasser gedreht. Auch dort kam, wie schon im ersten Teil, die Performance-Capture-Technik zum Einsatz. Das heisst, dass die Bewegungen der Schauspielerinnen und Schauspieler gefilmt und danach auf die 3D-Figur der Charaktere übertragen wurden. Es ist das erste Mal, dass Performance-Capture mit Unterwasser-Aufnahmen kombiniert wurde.
Altbekannte und neue Gesichter
Sam Worthington und Zoe Saldaña werden wieder in ihren Rollen als Jake Sully und Neytiri zu sehen sein. Trotz ihres Ablebens im Film werden auch Sigourney Weaver (Grace Augustine) und Stephen Lang (Miles Quaritch) wieder in ihre Rollen schlüpfen. Es wird aber auch einige neue Gesichter zu sehen geben. Unter anderem Cliff Curtis oder auch Kate Winslet, mit der James Cameron schon für seinen Kino-Erfolg «Titanic» zusammengearbeitet hat. «Kate und ich wollten schon seit ‹Titanic› wieder zusammenarbeiten», sagte Cameron. Winslets Rolle werde zwar eher klein, aber dafür sehr wichtig für die Geschichte sein.
Extreme Bedingungen unter Wasser
Für die Unterwasser-Szenen mussten die Schauspielerinnen und Schauspieler an ihre Grenzen gehen. Sie mussten lernen, ohne Sauerstoffflasche zu tauchen. So soll beispielsweise Kate Winslet während der Dreharbeiten die Luft für sieben Minuten und 15 Sekunden angehalten haben. Im Durchschnitt schafft dies ein Mensch ohne Training zwischen einer und zwei Minuten. Winslet schlägt somit den Rekord von Tom Cruise, der für den Film «Mission Impossible: Rogue Nation» die Luft für sechs Minuten angehalten hat.
Lohnt er sich?
Nach der Weltpremiere in London am 6. Dezember sind die ersten Rezensionen weitgehend positiv. «Lichtjahre besser als der erste Teil und eine der besten Kinoerfahrungen seit Jahren», schreibt ein Kritiker in «IndieWire». Im «Digital Spy»-Magazin schreibt ein Kritiker: «Der Film leidet unter einer dünnen Geschichte und zu vielen Charakteren. Allerdings schafft James Cameron einen aussergewöhnlichen letzten Akt voller Emotionen und Action.» Sogar Regisseur Guillermo del Toro («The Shape of Water») hat sich bereits zum Film geäussert. Er schreibt auf Twitter: «Nachdem man den Film gesehen hat, realisiert man, wie lange es her ist, dass man einen richtigen Film gesehen hat.»
Auch wenn die Premiere des Films erst vor rund einer Woche war, hat «Avatar: The Way of Water» bereits einige Filmpreise abgeräumt oder ist für weitere nominiert. Erst am Montag wurde bekannt, dass der Film bei den Golden Globes im Rennen um den besten Drama-Film und den besten Regisseur steht. Die Golden Globes sind wichtige Indikatoren für die Oscar-Verleihung, welche im März stattfinden.
So geht es weiter
Die Drehbücher für die Teile 3, 4 und 5 sind bereits geschrieben. Die Dreharbeiten für den zweiten Teil fanden zeitgleich mit jenen für den dritten Teil statt. Der dritte Teil soll am 20. Dezember 2024 in die Kinos kommen. Wie Produzent Jon Landau im Februar 2019 sagte, soll ausserdem bereits ein Drittel des vierten «Avatar»-Films abgedreht sein. Dieser soll am 18. Dezember 2026 in die Kinos kommen, Teil 5 am 22. Dezember 2028.