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Heute sind wir früh unterwegs, denn wir haben uns entschieden doch ins Landesinnere der Basilikata zu fahren und die Höhlenstadt Matera zu besichtigen.
Als erste Besucher bestaunen wir aber noch den etwas ausserhalb gelegene Hera-Tempel von Metaponto. Hera, als oberste griechische Göttin und mit ihrem Bruder Zues verheiratet, gilt als Beschützerin der Frauen, der Gebärenden und der Ehe. Vorallem nach Süditalien ausgewanderte Achäer verehrten diese Göttin.
Heute stehen noch 15 von den ursprünglich 32 Säulen.
Wir fahren ins Landesinnere auf die Murgia di Materana, ein riesiges von Schluchten durchzogenes Plateau bis nach Matera. Was heute die berühmteste Höhlenstadt der Welt ist (UNESCO-Weltkulturerbe) war noch in den 1950er Jahren der Schandfleck der Italienischen Nation.
Erste Sieldlungsspuren liessen sich bereits 8000 v. Chr. Nachweisen. Bis nach dem 2. Wletkrieg lebten Menschen in den Höhlenwohnungen in ärmlichsten Verhältnissen. Der Schriftsteller, Maler und Artz Carlo Levi setzte sich auch dafür ein, dass 1952 das gesetz erlassen wurde, die Bevölkering von Sassi zu evakuieren und in neu gebaute Siedlungen zu verlegen. 1970 war die Evakuierung abgeschlossen und die alten Sassi bigannen zu verfallen. 1975 bewohnten Jugendliche die Sassi wieder und weitere Initiativen haben dazu beigetragen, dass die Sassi erhalten blieben. Erst 1993 wurde es UNESCO Weltkulturerbe.
Carlo Levi schrieb in den letzten beiden Kriegsjahren seine Erinnerungen, welche er in der Gegend lebte, von der Seele. Er beschreibt die Armut und die Umstände, welche er da antraf. 1978 wurde das Buch verfilmt : Christus kam nur bis Eboli.
Wir informieren uns auf dem Touristenbüro und machen uns auf den Rundgang durch die Sassi.
Wir schlendern erst durch ganu Sasso Barisano, welches zum Teil schon wieder bewohnt und restauriert wird.
Danach stechen wir eine steile Treppe wieder hinauf bis zum Duomo. Wir trinken einen Kaffee und besichtigen diesen.
Weiter machen wir uns durch enge Gässchen und Treppen auf zum Sasso Caveoso, dem ältern und südlicheren Teil. Auch hier erkennt man immer noch Höhlen. Die Leute haben die Wohnungen in den Fels gehauen und mit dem Material, welches sie ausgeschlagen haben, bildetetn sie die Mauern und Wände der Häuser. Es ist von aussen gar nicht immer als Höhle zu erkennen. Erst wenn man rein geht.
Wieder auf der Strasse Richtung Taranto fahren wir auf der anderen Seite der Schlucht noch auf einen Aussichtspunkt. Von hier aus kann man ganz Matera sehen, sogar noch einen viel älteren Teil, welchen wir nicht besichtigen konnten. Überall in der Gegend sieht man Höhlen in den Felsen.
Wir verlassen Basilikata und beginnen nun mit unserer Fahrt durch Apulien. Unser erster Stopp ist in Taranto, wo wir auf der Insel zwischen Mare Piccolo und Mare Grande in der Altstad neben dem Castello parkieren. Wir bestaunen die beiden Säulen des Poseidon-Temples und geniessen in der noch nicht sehr touristischen Altstadt einen Zmittag und suchen danach den Dom. Dieser ist aber während der Siesta geschlossen.
Wir gehen zurück und beschliessen das Castello Argonese kurz auf eigene Faust zu besichtigen. Wir sind kaum drin, stellen wir fest, dass dies nur mit einer Führung durch einen Marine-Angehörigen geht. Die Führung war interessant, mit Witz und Hintergrundinformation, aber auf Italienisch und für die Bambinos etwas lange.
Es ist schon 16 Uhr als wir dann in Taranto losfahren. Wir wollen ja bis Galípoli kommen. „Wie von der Tarantel gebissen“ fahren wir los! Es heisst, der Biss der Tarantel soll einen wilden, unkontrollierten Tanz bewirken. Der Ursprung dieses Volksglaubens (Tarantismus) kommt aus Apulien. Gebissene tanzen bis zur Trance den Tarantella, in der Hoffnung geheilt zu werden und müssen zur Heilung noch nach Gallatina pilgern. Die Musik dazu wird mit Tamourin, Violine, Gitarre oder Ziehharmonika gespielt. Man nennt den Musikstil Pizzica.
Heute vermutet man, dass es sich bei den Gebaren um ein unbewusstes Ventil für aufgestaute Sehnsüchte und Begierden von Frauen handelte, welche in Süditalien noch lange unterdrückt wurden.
Wir fahren ganz nahe der Küste entlang durch viele Ferienörte mit steinigen Stränden, aber einem türkisblauen Meer. Kleine Sandsträndchen sind voll mit Menschen. Die Strasse gesäumt mit parkenden Autos. Wir kommen nur langsam voran.
Um 18.30 Uhr kommen wir dann endlich in Ugento auf dem Camping Riva di Ugento an. Es ist ein riesiger 4-Stern Camping. Für uns eine Spur zu gross. Nach dem Einkauf im Supermercato und einem Nachtessen im dazugehörigen Restaurant müssen wir sagen, der Platz ist zwar wunderschön und gut gelegen mit tollen Sanitäranlagen und allem drum und dran, aber es ist eine Campingfabrik oder Massenabfertigung!