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So kommt man zur Praia da Galheta:
Vom Stadtzentrum aus in Richtung Ostteil der Insel. Vorüber an der “Lagoa da Conceição“, weiter zur “Praia Mole“. Dort betritt man einen Fusspfad, um zur “Galheta“ zu gelangen. Oder man fährt in Richtung auf die “Fortaleza da Barra“ und nimmt dort einen Pfad zur “Galheta“ vor die Füsse.
Lage:
Ebenfalls in einer Entfernung von 15 Kilometern vom Zentrum, dann etwa 1 km Fusspfad – liegt im Osten der Insel – zwischen “Praia Mole“ und “Barra da Lagoa“.
Obwohl dieser schöne Strand sich zwischen zwei der belebtesten Strände der Insel befindet, ist er doch fast einsam, wegen jenem kurzen Fussweg, der die meisten Brasilianern bereits zu unbequem ist. Aber er ist auch komplett naturbelassen – ohne Infrastruktur der Bars und Restaurants, wie an den Nachbarstränden – ideal für den, der die Natur in ihrer gesamten Ausdehnung geniessen möchte. Kleine Bäche mit Süsswasser erlauben erfrischende Duschen – das Meer hat hier kristallklares Wasser und ist weniger bewegt. Der breite Sandstreifen des 950 Meter langen Strandes, mit weissem, feinkörnigem Sand, die Felsen und der Gebirgsrahmen, bedeckt mit Kriechvegetation und die Reste des Atlatischen Regenwaldes, machen die “Galheta“ zu einem Strandparadies, an dem die Stille nur von den anbrandenden Meereswellen gedämpft wird.
Geschützt hinter einem Berg, der den Strand von der Strasse isoliert, wird er seit der 1970er Jahre auch von Naturisten frequentiert – jedoch ist die Praxis des Nudismus dort nicht zwingend vorgeschrieben. Auch die Surf-Anfänger nutzen die Wellen des Strandes für sich.
Parque da Galheta
Zu Beginn der 1980er Jahre fing die Bewegung zum Schutz der Umwelt an, die Immobilienspekulation zu bekämpfen, die drauf und dran war, die grössten Naturschönheiten der Insel zu beeinträchtigen. Die ausdauernde Arbeit von Naturisten, Ökologen und Politikern, im Bewusstsein der Notwendigkeit, eine der grössten touristischen Attraktionen von Florianópolis zu erhalten, führte zur Gründung des “Parque Municipal da Galheta“ – verankert im Gesetz 3455/90, sanktioniert vom Dekret 698/94. Dieses Gesetz legt fest, das der gesamte Naturpark von 149,30 Hektar, unter permanentem Naturschutz steht – das heisst auch: ausdrückliches Verbot jedweder Art von Bebauung, Unterteilung des Bodens, Camping, Jagd von Tieren und Zerstörung der Vegetation, Invasion von Haustieren und Anfahrt von motorisierten Fahrzeugen.
Naturismus / Nudismus
Der “Naturismus”, eine antike Praxis an diesem Strand, wird vom Verein “Amigos da Galheta“ (AGAL) verteidigt, einem Verein ohne lukrative Interessen, der für seine Offizialisierung und den integralen Schutz des Parks kämpft.
Die Nudisten-Bewegung charakterisiert sich selbst als totale Akzeptanz des eigenen Körpers, ohne Falsch oder Beschämendes, erlaubt konsequent seine Nacktheit an geeigneten Orten, innerhalb eines gesellschaftlichen Kontextes und gegenseitigem Respekt. Der Kompromiss mit dem Schutz der Natur ist ebenfalls in der Bewegung verankert, die diesen Schutz als vollkommen übereinstimmend mit ihrer Vision und ihrem Lebensstil empfindet.
Die Naturisten haben sich im Lauf der Jahre als Wächter des Parks qualifiziert, indem sie Abfälle aufgesammelt und nicht nur gegen unbefugte Invasionen und die Zerstörung von Fauna, Flora und des Bodens gekämpft haben, sondern auch die Vegetation durch Einpflanzen von Bäumen ergänzten. Dank dieser kontinuierlichen Arbeit und der Unterstützung zweier Abgeordneten wurde der “Naturismo“ am Strand “Praia da Galheta“ inzwischen offizialisiert – in einem einstimmig gewählten Vorschlag, festgelegt im Gesetz CMF 195/97.
Archäologische Fundstätten
Die “Praia da Galheta” weist auch archäologische Fundstätten aus, mit Felsmalereien, steinzeitlichen Werkstätten, Steinwerkzeugen und Zeichen von menschlicher Präsenz in diesem Gebiet, die zirka 6.000 Jahre zurück liegt.