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Agios Nikolaos, In Griechenland der Schutzpatron der Seeleute
Der heilige Nikolaus, griechisch Agios Nikolaos, wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des Römischen, später des Byzantinischen Reichs, dem heutigen Demre, welches ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der Türkei ist.
Nikolaos soll ein guter Bischof gewesen sein. Er stammte aus einer reichen Familie und half den armen Leuten, wo er nur konnte. Er ließ Armenhäuser bauen und richtete Waisenhäuser für Kinder ein. Im Hafen zu Myra ließ er ein Haus für die alten Seeleute bauen, die nicht mehr aufs Meer hinaus fahren konnten. Nikolaos von Myra war und ist der meist verehrte Heilige der Orthodoxen Kirche.
Im frühen 8. Jahrhundert erreichte der Kult Italien, das damals noch enge Beziehungen zum oströmisch-byzantinischen Reich unterhielt, und erlangte bald große Popularität. In den deutschsprachigen Raum kam der Nikolauskult im 10. Jahrhundert, vermutlich durch die Kaiserin Theophanu, die griechische Frau Ottos dem Zweiten.
In Griechenland Schutzpatron der Fischer und der Seeleute
Agios Nikolaos ist für die Griechen Schutzpatron der Fischer und der Seeleute. In Seenot geratene Schiffsleute rufen in ihrer gefährlichen Lage den heiligen Nikolaus an. Sein Name bedeutet im Griechischen ,,Sieger des Volkes“ (aus νίκη Sieg und λαός Volk). Zahlreiche dem Heiligen geweihte Kirchen und Kapellen stehen in Meernähe. Er wacht über den Schiffsverkehr und das Wohlergehen der Seeleute. Eine Ikone des Heiligen fehlt wohl auf keinem griechischen Schiff.
Ein geschmücktes Schiff an Weihnachten
Wie eng verbunden das Leben einer Seefahrernation wie Griechenland mit dem Meer und seinem Schutzheiligen ist, zeigt auch, dass vielerorts anstatt einem Weihnachtsbaum noch heute ein καραβάκι (Karavaki, Schifflein) früher mit Kerzen, heute mit einer Lichtergirlande geschmückt wird. In Ikaria steht auf fast jedem Kaminsims eines.
Der 6. Dezember läutet auch die Weihnachtszeit ein. Die meisten Häuser werden nun weihnachtlich geschmückt und so belassen bis zum Epiphania-Tag am 6. Januar.
Der 6. Dezember, Namenstag von Nikos und Nikoleta
Am 6. Dezember feiern all diejenigen, die Nikolaos, also Nikos, Niki oder Nikoleta heißen, ihren Namenstag, der für die Griechen viel wichtiger ist als der Geburtstag.
Es ist open house und alle Freunde und Verwandte tun dem Jubilar die Ehre an, Glück zu wünschen, seine Gastfreundschaft zu genießen und gemeinsam zu feiern. Mezedes und Wein werden aufgetischt, man sitzt am Stubentisch und isst, palavert und trinkt und später wird getanzt.
Keine Geschenke
Anders als in der katholischen Welt (siehe weiterführende links unten) hat man den Heiligen in der griechischen Tradition nicht zum Kinderbescherer mit erzieherischer Rolle gemacht. In Ikaria bekommen die Kinder ihre Geschenke am 1. Januar, also am Tag des Heiligen Bassilios, selbst ein Bischof aus Caesarea, Kappadozien, der wohl am ehesten als Gegenstück des bärtigen St. Nikolaus oder eben dem Weinachtsmann im rot-weissen Gewand gesehen werden kann. (Coca Cola lässt grüssen!)
Mandarinen und Mandeln
Da ich zwischen zwei Welten lebe und alte Traditionen spannend finde, gibt’s bei uns zuhause in Ikaria immer Besonderes, was die Ikarioten gar nicht kennen: einen Adventskranz, einen Adventskalender für die Kinder und wir backen ,,Grittibänze“(Teigkläuse) am 6. Dezember. Die Ikarioten finden den Brauch zwar witzig, da die Teigmännlein jedoch nicht besonders süß sind, schmecken sie ihnen auch nicht besonders. Und wenn ich ihnen erzähle, dass uns Kindern in der Schweiz der ,,Samichlaus“ (also der St. Nikolaus) immer ein Säcklein voller exotischer Früchte gebracht hatte, lachen sich alle tot! ,,Was für Früchte?“ ,,Ja Mandarinen, Datteln, getrocknete Feigen, Mandeln und Erdnüsse.“ Erst bei meiner Anmerkung, dass auch Schokolade dabei war, zeigen sie Verständnis. ,,Mandarinen, Feigen und Mandeln, das hat doch jeder im Garten!“
Weil ich es spannend finde und selber viel zum Thema recherchiert habe, hier die besten links gefunden im web:
Ein sehr interessanter Artikel von Andre Dietenberger
Aus Wikipedia