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Nachdem die Siegesserie der Volleyballerinnen des VBC Aadorf (18 Siege in Folge) gegen den VBC Münchenbuchsee kurzzeitig unterbrochen wurde, ergatterte man sich am vergangenen Samstag in der Rückrunde gegen Volley Schönenwerd den vierten Play-Off-Sieg und schafft sich damit eine gute Ausgangslage für die verbleibenden drei Partien der NLB-Saison.
(Ramona Meili) Mit einer mittelmässigen Leistung im Auswärtsspiel gegen Volley Schönenwerd sicherte man sich anfangs Februar im Tie-Break zwei von drei möglichen Meisterschaftspunkten. Vor heimischem Publikum strebte Aadorf einen weiteren Sieg an, um sich für die verbleibenden drei Partien einen Platz im Kampf um den NLB-Meistertitel sichern zu können.
Der Start ins Rückspiel verlief allerdings nicht nach Plan. Obwohl sich im ersten Satz über lange Zeit keines der beiden Teams punktemässig absetzen konnte, taten sich die Thurgauerinnen sichtlich schwer, Druck in der Offensive aufzubauen. Die Gäste aus Schönenwerd hatten sich mustergültig auf die zweite Begegnung vorbereitet und boten mittels vorbildlicher Verteidigungsarbeit kaum ein Vorbeikommen am gegnerischen Block. Aadorf reagierte mit Unsicherheiten im Angriff und hatte Schwierigkeiten, eigene Chancen zu verwerten. Immer häufiger patzten die Lokalmatadorinnen im Service und verschenkten auf diese Weise dem Gegner etliche Punkte. Nicht einmal das gelungene Einweichseln der Angreiferin Michelle Egger, die mit einer soliden Serviceserie von 16:21 auf 20:21 verkürzte, vermochte dem Lauf des ersten Satzes eine Wende zu geben. Die Gäste aus Solothurn gingen mit 1:0 in Führung.
Aadorf ab 2. Satz mit mehr Überzeugung im Angriff
Zu Beginn des zweiten Satzes wurde jedoch deutlich, dass die Aufholjagd gegen Ende des ersten Satzes ihre Spuren beim Gegner hinterlassen hatte. So schafften es die Aadorferinnen nun mit mehr Überzeugung im Angriff, frühzeitig in Führung zu gehen und Schönenwerd in Bedrängnis zu bringen. Schönenwerd setzte auf das clevere Platzieren von kurzen Angriffsbällen, die Aadorf nur mit grossem Einsatz zu verteidigen vermochte. Mit gelungener Passverteilung schaffte es Zuspielerin Zora Widmer jedoch, ihre Angreiferinnen auf sämtlichen Positionen gekonnt in Szene zu setzen, was den offensiven Druck auf den Gegner weiter verstärkte und die vormals langen Ballwechsel nun jeweils frühzeitig für sich entscheiden liess. Mit 25 zu 22 Punkten glich Aadorf auf ein 1:1 aus.
Kurzzeitiger Einbruch zu Beginn des 3. Satzes
Mit missglücktem Start in den dritten Satz unterbrach Headcoach Gilman Cao Herrera das Geschehen mit einem taktischen Time-Out beim Rückstand von 2 zu 8 Punkten. Zu sehr schien sein Team wieder in das Muster des ersten Satzes zurückgefallen zu sein. Mit mangelnder Blockarbeit und einer Vielzahl von Eigenfehlern im Service würde es gegen ein solides Schönenwerd heute nicht reichen. Ermutigt und mit neuer Energie rissen die Thurgauerinnen das Ruder rechtzeitig herum. Kaum hatte man den Ausgleich auf 15:15 Punkten geschafft, beflügelte Aadorf die gelungene Aufholjagd so sehr, dass man sich von einem weiteren Satzsieg nicht mehr abbringen liess (25:21).
Im vierten und letzten Satz trat Aadorf dann erstmals mit der gewohnten Selbstsicherheit auf und liess an einem 3-Punkte-Sieg kaum je einen Zweifel aufkommen. Mit 25:20 Punkten bejubelte Aadorf den vierten Sieg in fünf Play-Off Partien.
Intakte Chancen im Spitzenkampf, allerdings ohne Aufstiegsziele
Aktuell befindet sich der VBC Aadorf weiterhin auf dem dritten Zwischenrang (13 Punkte). Nachdem der Tabellenleader VBC Münchenbuchsee gegen Raiffeisen Volleya Obwalden aufgrund eines Tie-Break-Sieges einen Meisterschaftspunkt aus den Händen geben musste (aktuell 16 Punkte), liegt ein direkter Spitzenkampf zwischen Aadorf und Münchenbuchsee weiterhin im Bereich des Möglichen. Am kommenden Samstag bestreiten die Thurgauerinnen auswärts das Rückspiel gegen den VBC Visp (aktuell mit 9 Punkten auf Rang 4).
Obschon der VBC Aadorf mit dem NLB-Meistertitel liebäugelt, verkündete Vereinspräsidentin Sonja Mathis am vergangenen Samstag, dass von einem potentiellen Aufstieg in die NLA abgesehen wird. „Uns ist es in den vergangenen Monaten nicht gelungen, die nötigen finanziellen Mittel zu sichern, was uns dazu bewegt hat, unser Fanionteam nicht für die Aufstiegsspiele anzumelden“, erklärte Mathis. Das Ziel sei es aber, so Mathis, weiterhin eine solide NLB-Mannschaft zu stellen und sich nachhaltig auf die Nachwuchsförderung zu konzentrieren.
Matchtelegramm:
Samstag, 29.02.2020 | Spieltag NLB Play-Offs (1.-4.) | VBC Aadorf vs. Volley Schönenwerd (3:1) (22:25, 25:22, 25:21, 25:20) | Dauer: 1 h 46 min | Sporthalle Löhracker – Aadorf
Im Einsatz für den VBC:
Muriel Grässli (C), Zora Widmer, Linda Kronenberg, Michelle Egger, Dijana Radulovic, Vanessa Gwerder, Lea Werfeli, Ramona Meili, Martina Hunziker, Sindi Mico (verletzt), Viviane Habegger, Lisa Leu, Fiona Wirth