Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03534.jsonl.gz/1578

Das Schicksal dieser Flüchtlingshelfer - Männer und Frauen – war: entweder wurden sie verkannt oder man wusste von ihnen und ächtete sie. Eine Rehabilitierung, wie im Fall Paul Grüninger, erfolgte erst nach Jahrzehnten. Aus heutiger Sicht ist dies nur schlecht nachvollziehbar.
Paul Grüninger, verkannt und geächtet
Dieser rettete ca. 3000 Juden das Leben und wurde daraufhin fristlos aus dem Dienst als Polizeihauptmann entlassen. Er verlor seine Stelle, seine Rente, seine Wohnung und fand auch nie mehr eine feste Anstellung, sondern lebte fortan von Gelegenheitsarbeiten und als Aushilfslehrer. Gerechtigkeit vor Recht, danach hatte er gehandelt, und noch ein Jahr vor seinem Tod betonte er, er würde wieder so handeln, so wie es sein Gewissen fordere. 1972 verstarb er verarmt. Noch zu Lebzeiten – 1970 - erhielt er ein Dankesschreiben der St. Galler Regierung. Eine politische sowie eine juristische Rehabilitierung erfolgte aber erst posthum 1993. Ein Jahr später veröffentlichte der Schweizer Bundesrat eine Ehrenerklärung für ihn.