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Eine Allergie ist eine veränderte, «falsche» Reaktionsweise des menschlichen Immunsystems nach der Aufnahme einer Substanz durch die Atemwege (inhalative Allergie) oder das Verdauungssystem (nutritive Allergie) oder den Hautkontakt mit ihr (Kontaktallergie). Die eine allergische Reaktion auslösende Substanz bezeichnet man als Allergen, im Falle einer Hausstaubmilbenallergie als Allergen DerPl. Die durch das Allergen ausgelösten Symptome beim Menschen reichen bei unterschiedlicher Intensität und Dauer von der Reizung der Augen und der Nasenschleimhaut über Hautreaktionen und Juckreiz bis zu schwerwiegenden asthmatischen Anfällen.
Immer wieder wird ein Zusammenhang behauptet zwischen dem Auftreten allergischer Reaktionen auf Hausstaubmilben und der Verwendung federn- oder daunenefüllter Bettwaren. Neue wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass dieses Vorurteil gegenüber federn- und daunengefüllten Bettwaren jeder Grundlage entbehrt.
Viele Ärzte und Textilexperten raten allergiegefährdeten Patienten und Kunden generell dazu, federn- und daunengefüllte Bettwaren gegen solche mit anderen Füllmaterialien auszuwechseln. Auch in der Schweiz ist diese Meinung weit verbreitet. Der Europäische Bettfedernverband, dem der Verband Schweizer Bettfedernfabriken angeschlossen ist, beauftragte den bekannten Wissenschaftler, Prof. Dr. Dr. Hans W. Jürgens von der Neuen Universität Kiel mit einer «Ökologischen Untersuchung zu Hausstaubmilben». Die nachstehenden Ausführungen sind seinem Bericht entnommen.
Fazit:
Aufgrund neuer wissenschaftlicher Ergebnisse muss das Vorurteil über negative Eigenschaften von Daunenund Federbetten vollständig revidiert, ja sogar ins Gegenteil umgekehrt werden.
Keine Gründe, von Federn und Daunen abzuraten
Nach repräsentativen Untersuchungen in Mitteleuropa, bei denen Hunderte von Wohnungen, Schlafzimmern, Betten, Bettdecken und Kopfkissen auf Hausstaubmilbenbefall und Allergengehalt überprüft wurden, steht fest:
- Die für den Menschen günstigen Wärme- und Klimaverhältnisse der Daunendecken (schneller Wärmeaufbau während des Schlafes, schneller Feuchtigkeitsabbau bei Lüftung) sind für die feuchtigkeitsabhängigen Milben auch aus diesem Grunde ein sehr ungünstiger Standort.
- In jeder Wohnung und in jedem Schlafzimmer finden sich fast unvermeidlich Hausstaubmilben. Sie ernähren sich direkt vom Menschen, von den winzigen Hautschüppchen, die jeder Mensch verliert. Federn und Daunen stellen dagegen keine Nahrung für Milben dar.
Im Überblick lässt sich feststellen:
Die umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen über Auftreten und Verbreitung von Hausstaubmilben in allen Klimazonen Europas zeigen eindeutig, dass Federn- und Daunendecken weder als Standort noch als Nahrungsquelle für Hausstaubmilben eine Rolle spielen. Es gibt weder wissenschaftliche noch praktische Gründe, einem Hausstaubmilbenallergiker von der Benutzung von Feder- und Daunenbetten abzuraten.
Die Hausstaubmilbe – ein Schreckgespenst?
Bei der Behandlung des Milbenproblems stellt sich für die publikationsnahen Medien das Problem der Visualisierung der allergieauslösenden Stoffe. Die anteilig bedeutendsten Allergene wie Schimmelpilze, Mehle und Nahrungszusatzstoffe, lassen sich nicht überzeugend bildlich darstellen. Dieses publizistische Problem lässt sich am besten durch die Beschäftigung mit der Hausstaubmilbe lösen, die sich im Gegensatz zu den anderen Allergenproduzenten «richtig gruselig » darstellen lässt. In Anbetracht der weitverbreiteten Spinnenphobie wird hier eine entsprechende negative Beachtung erzeugt. Diese visualisierte Darstellung führt dazu, dass sich die Hausstaubmilbe und die von ihrem Kot ausgelöste Allergie überproportional in das Blickfeld und in das Bewusstsein von Verbrauchern und Patienten schieben. In den Sog dieser tendenziösen aber medienwirksamen Behandlung des Themas «Hausstaubmilbenallergie» geraten – selbst bei behandelnden Ärzten – auch immer wieder federnund daunengefüllte Bettdecken und Kopfkissen als vermeintlicher Hauptlebensraum dieser Tiere.
Hausstaub
Hausstaub ist ein Konglomerat verschiedener Substanzen im gesamten Wohnbereich des Menschen. Neben den anorganischen Stoffen (Sand, mineralische Stäube und Fasern) setzt er sich aus einer Vielzahl organischer Bestandteile zusammen: Tote und lebende Insekten, Bakterien, Pollen, Pflanzenfasern, tierische und menschliche Hautschuppen usw. Hausstaub ist in praktisch allen Bereichen einer menschlichen Wohnung zu finden, seine Menge und Zusammensetzung ist abhängig von der Qualität der hygienischen Massnahmen und der Belegung bzw. Nutzung der Räume und Einrichtungsgegenstände. Der Hausstaub dient je nach Zusammensetzung, Menge, Mikroklima und Nahrungsangebot verschiedenen Kleinorganismen, wie z.B. Hausstaubmilben, als Biotop.
Tipp für Hausstaubmilben-Allergiker
Diese Studie zeigt, dass federnund daunengefüllte Bettwaren bedenkenlos verwendet werden können. Da sich Milben an der Oberfläche aller Bettinhalte, nicht aber in der Füllung aufhalten, ist es für Hausstaubmilben-Allergiker empfehlenswert, waschbare federn- und daunengefüllte Bettwaren zu bevorzugen und diese regelmässig zu waschen.