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Strahlenexposition verschiedener Stromproduktionsmethoden: Kohle vor Kernenergie
Die Unscear untersuchte in ihrer Anfang Februar 2017 veröffentlichten Studie die durch die Nutzung verschiedener Stromproduktionsmethoden verursachte Strahlenexposition. Dabei wurden Freisetzungen über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, angefangen von der Rohstoffgewinnung, über die Stromproduktion bis zur Entsorgung oder Weiterverarbeitung. Untersucht wurden die Energieträger Kernenergie, Kohle, Erdgas, Öl, Biomasse, Geothermie, Windkraft und Sonnenenergie. Aufgrund der Datenlage wurden Kernenergie und Kohle vertieft analysiert.
Gesamthaft gesehen stuft die Unscear die aus der Stromproduktion hervorgerufenen Strahlendosen als gering ein. Vergleicht man verschiedene Stromproduktionsmethoden, so ist rund die Hälfte der weltweit aus der Stromproduktion hervorgerufenen Strahlenexposition der Kohle zuzuschreiben. Die Kernenergie macht laut Unscear weniger als einen Fünftel aus. In Kollektivdosen ausgedrückt bedeutet dies, dass die Weltbevölkerung wegen der Nutzung von Kohle über einen Zeitraum von hundert Jahren 670–1400 Personen-Sievert kumuliert, je nachdem ob moderne Blöcke (kleinerer Wert) oder ältere Blöcke in Betracht gezogen werden. Die Unscear schätzt diesen Wert bei der Kernenergie auf 130 Personen-Sievert, bei Gas auf 55 Personen-Sievert, bei der Geothermie auf 5–160 Personen-Sievert und bei Öl auf 0,03 Personen-Sievert.
Zum besseren Vergleich haben die Fachleute für das Referenzjahr 2010 die Kollektivdosis pro installiertem GW berechnet. Diese normalisierte Kollektivdosis beträgt bei Kohle 0,7–1,4 Personen-Sievert pro GW und bei der Kernenergie 0,43 Personen-Sievert pro GW. Bei den Zahlen nicht berücksichtigt sind Auswirkungen langlebiger Radionuklide, die bei der Nutzung der Kernenergie entstehen. Die Kernenergie schneidet jedoch gegenüber der Kohle auch unter Berücksichtigung dieser Effekte über einen Zeitraum von 500 Jahren besser ab, so die Unscear.
Die Auswirkungen von Kernkraftwerksunfällen standen nicht im Fokus dieser Studie. Die Kommission verweist in diesem Zusammenhang auf eigene Berichte zu den Kernkraftwerksunfällen von Tschernobyl und Fukushima-Daiichi.