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Bei der globalen Versorgung mit dem Radioisotop Molybdän-99 (Mo-99) – beziehungsweise seinem für die Nuklearmedizin existentiell wichtigen Tochterisotop Technetium-99-m (Tc-99-m) – entstanden im letzten Jahrzehnt immer wieder Engpässe. Ein Grossteil des weltweit produzierten Mo-99 stammt von fünf Forschungsreaktoren. Diese Anlagen stehen seit 40 bis 50 Jahren in Betrieb, wobei längere Stillstände für die Instandhaltung an der Tagesordnung sind. Ungeplante Produktionsunterbrüche, wie derjenige des kanadischen Material- und Brennstoff-Testreaktors National Research Universal (NRU) der Atomic Energy of Canada Ltd. (AECL), der voraussichtlich bis ins Frühjahr 2010 andauert, verschärfen die Situation zusätzlich. Fachgremien auf der ganzen Welt sind der Meinung, dass die Aufrechterhaltung des Betriebs der fünf Forschungsreaktoren alleine das Problem nicht lösen wird. Diskutiert werden deshalb neue Lösungen zur Sicherung des mittel- und langfristigen Bedarfs.
Niederlande: Regierung begrüsst neuen Reaktor
Im niederländischen Petten steht der Hochflussreaktor HFR des European Union Joint Research Centre (JRC), der einen Drittel der weltweit in der Medizin benötigten Isotope hergestellt. Er muss im Frühjahr 2010 für aufwendige Reparaturarbeiten im primären Kühlwasserkreislauf mehrere Monate abgestellt werden. Die Association of Imaging Producers and Equipment Suppliers (AIPES) mit Sitz in Brüssel ist gegenwärtig an der Planung der Stillstandzeiten der anderen Forschungsreaktoren – weitere Engpässe sollen vermieden werden.
Um jedoch langfristig die Versorgung in Europa zu sichern, unterstützt die niederländische Regierung die Idee, einen neuen Reaktor zur Produktion von Radioisotopen in den Niederlanden zu bauen. Sie hat dies in einer Erklärung vom 9. Oktober 2009 an das niederländische Parlament festgehalten. Die Betreiberin des HFR, die Nuclear Research and Consultancy Group (NRG), begrüsst dieses positive Signal der Regierung. Ende Jahr will die NRG einen Vertragspartner zur Ausarbeitung eines detaillierten Designs für den neuen Pallas-Reaktor ausgewählt haben. Pallas könnte 2014 oder 2015 gebaut werden und den kommerziellen Betrieb 2016 aufnehmen.
Quelle
D.S. nach NucNet, 18., 21. und 28. September, und niederländischer Regierung, Medienmitteilung, 9. Oktober 2009