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25 hours, 8 Days a Week, so heisst Nico Brinas 13. Album. Nun wissen wir endlich, wie der Bieler Pianist, Sänger und Komponist es schafft, neben seiner prall gefüllten Tour-Agenda, in schöner Regelmässigkeit ein neues Album zu veröffentlichen: Mit einem 25 Stunden Tag. Mit jeder neue CD hat sich der Tastenzauberer bisher ein Stück weiterentwickelt. Das ist auch auf diesem Album zu hören. Musikalisch ausgewogen spannt er den Bogen vom groovigen Boogie bis zur romantischen Ballade. Und es ist sein bisher persönlichstes Album. Am 4. November 2016 ist die CD Taufe im Playoff Thun.
Der erste Todestag des Komponisten, Arrangeurs, Songschreiber, Produzenten und Pianisten Allen Toussaint (1938–2015) jährt sich am 10. November (hier unser Nachruf) und bluesnews.ch hat die Publikation seines posthumen Albums American Tunes zum Anlass genommen, dieses Spätwerk mit Toussaints früher Schaffensperiode zu vergleichen, als er von 1972 bis 1978 mehrere Alben für «Warner» herausgebracht hat. Diese Aufnahmen sind 2003 erschienen auf dem Doppelalbum The Complete Warner Recordings. Der Unterschied zwischen dem jungen Arrangeur und Produzenten in seinen Dreissigern, und dem Elder Statesman des New Orleans Pianos, den er als gesetzter Herr gab, ist stilistisch offensichtlich, nicht aber, was die Virtuosität und das legendäre Rhythmusgefühl des Bandleaders angeht. Die Warner-Titel sind eine Wundertüte, aber darin finden sich Trouvaillen von rarer Schönheit. Gemeinsam mit den Covers auf American Tunes demonstrieren die beiden Alben die Vielseitigkeit dieses Mannes, den man als «Cole Porter von New Orleans» bezeichnet hat.
Ende September ist ein Doppel-CD-Album erschienen von der allgemein als grossartig empfundenen Tournee Eric Claptons aus dem Jahr 2007, auf der dieser sich mit den Sidemen Derek Trucks und Doyle Bramhall II umgeben hatte. Es mag ja sein, dass Clapton wegen seiner seit 2013 wiederholt eingeräumten Beschwerden beim Gitarrenspiel nicht mehr so lange im Studio sein mag wie früher, aber ein neun Jahre altes Konzert zu veröffentlichen scheint dennoch etwas sehr befremdlich (im Mai 2017 wird er allerdings wieder in der Royal Albert Hall spielen). Die CD als Scheibe oder als Download zu kaufen, kommt informationsmässig aufs Selbe raus, bei der CD gibt es kein Booklet und keine sonstige Information. Bemerkenswert ist ausserdem, dass Bramhall und Trucks nirgends erwähnt werden. Sie sind auf dem Ausklapp-Foto in der Mitte zu sehen, auf dem hinteren Umschlag sind nur die beiden älteren Herren zu sehen, obwohl das eine Aufnahme von der Bühne ist, als alle vier am Bühnenrand sitzen.
The Blue Poets heisst das Debutalbum der gleichnamigen Band, die der versierte Gitarrist Marcus Deml 2015 gegründet hatte. Davor war er hierzulande durch sein früheres Projekt, die Band Errorhead, bekannt geworden. Es ist ein Vintage-Album geworden und Freunde des Bluesrocks/Rocks/Blues der Siebzigerjahre kommen sowohl musikalisch, als auch was die Aufnahmequalität und den Sound betrifft, voll auf ihre Rechnung.
Nachdem sich Ausnahmegitarrist und Blues-Historiker der besonderen Art Joe Bonamassa bei seinem Konzert in Red Rock der Musik von Muddy Waters und The Howlin’ Wolf angenommen hat, folgt nun auf seinem aktuellen Live-Album Live at the Greek Theater (Erscheinungstermin: 23. September 2016) seine Referenzerweisung an die drei «Könige» des Blues. Die Tournee lief denn auch unter der Bezeichnung «Three Kings Tour». Er covert darin Titel von Freddie King, Albert King und B.B. King, also von drei der grössten Publikumsmagneten der 1960er und 1970er Jahren und gleichzeitig den Vorbildern seiner eigenen Vorbilder – den britischen Bluesrock-Pionieren der 1960er Jahre. Seine neu eingespielten Fassungen sind klar als Covers zu erkennen, aber er sucht dennoch nach einem neuen Ansatz und eine neue Formulierung für diese Songs. Insbesondere von Albert King spielt er einige frappante Covers, und zu hören sind allzu selten nachgespielte Moll-Blues-Klassiker Titel wie Angel of Mercy oder I’ll Play the Blues for You. Das Konzert ist jetzt verfügbar als DVD oder Blu-Ray Filmaufnahme, als CD sowie als 4 LP Deluxe Vinyl-Schallplatte, sowie natürlich als Download. Auf der Homepage des Künstlers gibt es sonst noch alle Permutationen des modernen Merchandisings, wobei es etwas den Eindruck erweckt, als wolle Joe Bonamassa sein comicartiges alter ego mit Gibsons futuristischer Flying V-Gitarre auf dem Cover breiter vermarkten, zumindest gibt es das auch als Kühlschrankmagnet. Das Album ist bereits jetzt die Nr. 2 im Bereich Blues auf Amazon – nur übertroffen von Blues & Lonesome, dem für Dezember angekündigten Blues-Album der Rolling Stones.
Die letzte Show der 60er Jahre
Der unsterbliche Jimi Hendrix! Nach drei Alben in seiner kurzen Lebenszeit (1942–1970) und 43 offiziellen Alben seither (sowie unzähligen Bootleg-Veröffentlichungen) erscheint nun also, u.a. produziert von Stiefschwester Janie Hendrix, eine weitere Konzertveröffentlichung seines Auftritts im Fillmore East in New York City am Sylvesterabend des Jahres 1969. Von den vier Auftritten, die Hendrix und die Band of Gypsys damals spielten, ist dies der Mitschnitt der ersten Show, und natürlich heisst es im Booklet — auf der Suche nach einem Superlativ — dass dies «one of the most important, exhilarating and misunderstood concerts» gewesen sei. Die Missverständnisse um Jimi Hendrix liessen sich in den 46 Jahren seit seinem unzeitgemässen Ableben weitgehend ausräumen, und so bleibt ein weiteres Live-Album für die Fans von Hendrix und eine Veröffentlichung seiner Familie — sowie 11 Titel, die das Genie Jimi Hendrix in einer gewissen Breite abbilden, da sie eine neue Seite zeigen, eine Ahnung, davon, was noch möglich gewesen wäre, hätte sich Jimi Hendrix nicht dem «Klub 27» angeschlossen.