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Im Dezember 2019 wurde der Ausbruch der COVID-19-Krankheit gemeldet, die zur größten Gesundheitskrise des Jahrhunderts führte und das Leben von Menschen auf der ganzen Welt beeinträchtigte. Mit dem weltweiten Ausbruch herrschte die Überzeugung, dass Impfstoffe die Pandemie lindern und eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen können. Damit begannen auch Diskussionen, ob man sich denn impfen lassen würde, falls ein Impfstoff vorhanden wäre und was die Beweggründe dabei wären. Um einen Impfstoff zu entwickeln und zuzulassen, sind in der Regel viele Jahre der Forschung und Erprobung erforderlich, da viele Schritte notwendig sind, die normalerweise sequenziell ablaufen. Jedoch musste man nicht lange zuwarten, bis der erste Impfstoff für die Schweiz von Swissmedic im Dezember 2020 zugelassen wurde und die ersten Impfungen im folgenden Monat in der Schweiz verabreicht wurden.
Der für die Schweiz zugelassene Impfstoff stellte einen möglichen Ausweg aus der Pandemie dar, indem er eine Immunisierung der Impfwilligen ermöglicht. Doch obwohl die Hersteller des Impfstoffs hohe Wirksamkeitsraten von über 94 % nachgewiesen haben, gibt es Leute, die dem Impfstoff skeptisch gegenüberstehen. Dabei kam die Idee, das Impfverhalten und Impfskepsis in einer akademischen Arbeit zu analysieren.
Der angewandte Ansatz umfasste Sekundärforschung zur Identifizierung allgemeiner bereits in der Literatur definierten Determinanten von Impfverhalten. Darüber hinaus wurde eine webbasierte Umfrag Ende Juli 2021 durchgeführt. Die Fragen bezogen sich auf demografische Merkmale, allgemeine Einstellungen zu Impfungen und früheres Impfverhalten, Einstellungen und Verhalten zum COVID-19-Impfstoff sowie spezifische individuelle, zwischenmenschliche und organisatorische Faktoren, die die COVID-19-Impfstoffaufnahme beeinflussen. Es wurden über 600 gültige Antworten ausgewertet.
Zum Zeitpunkt der Studie waren 466 von 612 Personen vollständig geimpft, was 76 % entspricht, wobei 500 Personen (81,7 %) den COVID-19-Impfstoff akzeptierten, 45 Personen (7,4%) zögerlich waren und die restlichen 67 Personen den Impfstoff abgelehnt haben.
Der meistgenannte Grund für die Aufnahme der Impfung ist sozialer Natur, da die Teilnehmer durch die Impfung den allgemeinen Schutz der Bevölkerung sicherstellen wollen. Zudem waren Personen, welche die Impfung akzeptieren, überzeugt, dass die Impfung effektiv ist und hatten mehr Bedenken vor einer möglichen COVID-19 Infektion als vor möglichen Impfreaktionen.
Bei Personen, welche die Impfung ablehnten, waren Bedenken da, dass es nicht genügend Informationen zur Impfung gibt und Sorgen darüber, dass die Impfung nicht sicher sei. Der meistgenannte Grund war jedoch die Unsicherheit über mögliche Impfreaktionen.
Obwohl die Gründe für und gegen die Impfaufnahme verschieden sind, kann bestätigt werden, dass individuelle Faktoren die grösste Rolle beim Impfverhalten spielen, wenn man es mit zwischenmenschlichen Faktoren (Einfluss von Familie, Freunde und sozialen Netzwerken) und Einflüssen von Organisationen (Schweizer Gesundheitswesen, Pharmafirmen, und medizinische Angestellten) vergleicht.
Die gesammelten Daten zeigten aber auch, dass nicht nur das Gesundheitsverhalten, sondern auch das COVID-19 Impfverhalten ausserordentlich komplex, multidimensional und schnelllebig ist sowie auf einer dynamischen Bewertung verschiedener Faktoren beruht. Die Erkenntnisse der Studie bieten eine relevante Grundlage, um die Motive der Geimpften zu verstehen, aber auch um die Motive derjenigen zu verstehen, die zögern oder die Impfung ablehnen.
Um Hürden der Pandemie zu überwinden hat sich in den Ergebnissen der Arbeit gezeigt, dass es sich bei der Impfstrategie lohnt, individuelle Impfdeterminanten anzugehen, anstatt mit Einflüssen von Organisationen und sozialen Einflüssen zu überzeugen. Da individuelle Faktoren die grösste Rolle bei dem Impfverhalten spielen.