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In Australien ist kein Ende der Überschwemmungen in Sicht. Die Behörden des Staates Victoria forderten am Mittwoch die Bewohner der Ortschaft Kerang auf, ihre Häuser zu verlassen und nur das Notwendigste für drei Tage mitzunehmen. Der Deich von Kerang brach an mehreren Stellen.
In dem Ort mit 2500 Einwohnern sind bis zu 1500 Häuser bedroht, wenn der Lodden River weiter steigt. Die Behörden erklärten, der Deich werde trotz mehrerer Löcher halten. Allerdings warnte der Leiter der Rettungskräfte, das Wasser werde erst in mehreren Tagen wieder zurückgehen.
In Warracknabeal westlich von Kerang hielt ein hauptsächlich von Anwohnern gebauter sechs Kilometer langer Schutzwall dem Wasser stand und bewahrte den Ort vor einer Rekordüberschwemmung. Warracknabeal hatte binnen einer Woche so viel Regen erlebt wie sonst in einem ganzen Jahr. 177 Häuser drohten, überschwemmt zu werden.
Mehr als 3500 Menschen im Norden des Staates Victoria mussten ihre Häuser bereits verlassen, 51 Städte sind bislang von den Überschwemmungen betroffen. Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe vergangene Woche im nordöstlichen Staat Queensland sind bereits 30 Menschen in den Fluten ums Leben gekommen.
Erste Beerdigungen in Queensland
In Queensland, wo in den vergangenen Wochen eine Fläche von der Grösse Deutschlands und Frankreichs zusammen überschwemmt war, wurden am Mittwoch die ersten Todesopfer der Katastrophe beigesetzt. Es handelte sich um den 13-jährigen Jordan Rice und dessen Mutter Donna.
Der Teenager hatte die Rettungskräfte gedrängt, bei ihrem Einsatz in Toowoomba zuerst seinen zehn Jahre alten Bruder und seine Mutter zu retten. Jordan, der Angst vor Wasser hatte und nicht schwimmen konnte, ertrank dann neben seiner Mutter. Toowoomba war am Montag vergangener Woche von einer Sturzflut verwüstet worden.
Wasser aus Kohlenminen pumpen
In Queensland erhielten 20 Kohleminen unterdessen die Erlaubnis, unter bestimmten Bedingungen Wasser aus den überschwemmten Schächten zu pumpen. Ein Sprecher des Umweltministeriums erklärte, es werde darauf geachtet, dass möglichst geringe Schäden für die Umwelt entstehen. Das letzte, was die Einwohner von Queensland jetzt brauchten, sei eine Gefährdung der Gewässer.
SDA-ATS