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Im Januar 2021 wurde Pat Gelsinger zum neuen CEO von Intel ernannt,
nun hat er erste Pläne und eine Strategie namens "I.D.M. 2.0" (Integrated Device Manufacturing) angekündigt. Diese soll eine "neue Ära der Innovation und Produktführerschaft" einleiten, sagte Gelsinger. "Intel ist zurück. Das alte Intel ist das neue Intel." Die Welt benötige mehr Halbleiter, "und wir werden diese Lücke auf leistungsstarke und sinnvolle Weise schliessen".
Mitten in einer globalen Halbleiter-Knappheit kündigt Intel den Ausbau seiner Produktionskapazitäten an. Zum einen will der Konzern zwei neue Fabriken im US-Bundesstaat Arizona bauen. Dafür sollen 20 Milliarden US-Dollar investiert werden, 15'000 neue Arbeitsplätze sollen im Umfeld der Fabriken bei Bau und Betrieb entstehen. Zum anderen will Intel auch als Auftragsfertiger Chips für andere produzieren. Dafür wurde ein eigenständiger Geschäftsbereich "Intel Foundry Services" (IFS) gegründet. Sein Ausbau werde "einige Jahre" in Anspruch nehmen, sagte Gelsinger.
IFS werde sich von anderen Foundry-Angeboten durch eine Kombination aus modernster Prozesstechnologie und Packaging, festen Kapazitäten in den USA und Europa sowie einem erstklassigen IP-Portfolio für Kunden, einschliesslich x86-Cores sowie ARM- und RISC-V-Ökosystem-IPs, unterscheiden. Intels Foundry-Pläne seien bereits auf "starke Begeisterung und Unterstützungsbekundungen aus der gesamten Branche" gestossen, so Gelsinger. Lobend geäussert hätten sich unter anderem Amazon, Cisco, Ericsson, Google, IBM, Microsoft und Qualcomm.
Nur Teile der Produktion auslagern
Der CEO bekräftigte, dass ein Grossteil der Intel-Chips weiterhin in hauseigenen Fabriken hergestellt werden solle. Die Produktion weiterer Intel-Komponenten soll aber auch an Konkurrenten ausgelagert werden. Er erwarte, dass Intels Engagement mit Drittanbieter-Foundries wachse und die Fertigung für eine Reihe von modularen Kacheln auch fortschrittlichen Prozesstechnologien umfasse, einschliesslich der Produkte, die den Kern von Intels Computing-Angeboten für Client- und Rechenzentrumssegmente ab 2023 bilden. Dies werde die erhöhte Flexibilität und Skalierung bieten, die notwendig sei, um Intels Roadmaps für Kosten, Leistung, Zeitplan und Lieferung zu optimieren. Bei Investoren war unter anderem auch im Gespräch, dass Intel sich noch stärker auf Auftragsfertiger verlassen sollte.
Pat Gelsinger präsentiert die Strategie "I.D.M. 2.0". Video: Youtube
Intel, lange der unangefochtene Marktführer bei Prozessoren für Personal Computer, war zuletzt unter Druck geraten. So gab es Rückschläge bei der Einführung von Intel-Chips mit Strukturbreiten von 7 Nanometern. Ausserdem stellt Apple seine Mac-Computer gerade von Intel-Chips auf Prozessoren aus eigener Entwicklung um.
Führende Auftragsfertiger wie TSMC haben den 7-Nanometer-Prozess bereits im Griff. Davon profitierte zuletzt unter anderem der Intel-Konkurrent AMD. Intel betont, die Probleme seien inzwischen behoben. Die 7-Nanometer-Chips mit dem Codenamen "Meteor Lake" der Firma sollen 2023 auf den Markt kommen.
Auch in Europa sollen Arbeitsplätze entstehen
Neben den neuen Fabriken in Arizona soll in den nächsten Monaten auch der Ausbau der Kapazitäten in Europa angekündigt werden, sagte Gelsinger weiter. Intels Deutschland-Geschäftsführerin Christin Eisenschmid erklärte gegenüber 'Heise'
, dass "Intel seinen Beitrag zur Erfüllung des Ziels der EU leisten will, bis zum Jahr 2030 20% der Weltproduktion an Halbleitern einschliesslich Prozessoren in Europa zu fertigen".
Laut 'Silicon Republic'
kündigte auch Eamonn Sinnott, General Manager von Intel Irland, Expansionen an. Im Rahmen von "I.D.M. 2.0" sollen auf dem Firmencampus in Leixlip, County Kildare, 1600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. "Mit dieser Investition wollen wir Intels 7nm-Prozesstechnologie der neuesten Generation in die Region bringen und unsere Fertigung erweitern", so Sinnott. Intel beschäftigt aktuell europaweit mehr als 10'000 Mitarbeitende, von denen fast die Hälfte in Irland tätig ist.
Nach Intels Ankündigung stieg der Aktienkurs des Unternehmens im nachbörslichen Handel um mehr als 4%. Die Aktien der beiden grössten asiatischen Konkurrenten verloren hingegen an der Börse. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) gab um bis zu 3,9% nach, während Samsung Electronics um 1,3% nachgab.