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Das Leben unseres Muetis und Grosis war geprägt durch die Fürsorge für seine Familie, durch stetes Arbeiten und durch seinen tiefen Glauben. Unser Mueti war eine starke Frau, die mit beiden Beinen im Leben stand.
Am 16. Dezember 1927 kam es als viertes von zehn Kindern auf die Welt. Mueti verbrachte eine unbeschwerte aber strenge Jugendzeit. Nach Abschluss der Schule hätte es gerne einen Beruf erlernt, aber das war zu dieser Zeit nicht möglich. Mueti musste arbeiten gehen, um mitzuhelfen, die Familie zu ernähren.
Unser Mueti arbeitete in diversen Stellen, und seine Tüchtigkeit und das exakte Arbeiten wurden von seinen Arbeitgebern sehr geschätzt.
Trotz der strengen Arbeit konnte Mueti den seltenen Ausgang und die Geselligkeit während der Jugendzeit geniessen. So fand es an einer Kilbi in Geiss die Liebe seines Lebens.
1952 schloss Mueti mit Josef Gut von Ludligen den Bund fürs Leben. Mit der Geburt von uns sieben Kindern wurde die Arbeit für Mueti nicht weniger. Aber mit viel Freude und Energie meisterte es den Alltag.
Die schwerste Zeit im Leben unseres Muetis war, als sein Mann, unser Vati, durch einen Unfall mit 46 Jahren völlig unerwartet aus dem Leben gerissen wurde und es mit uns sieben Kindern, im Alter von sieben bis siebzehn Jahren, alleine dastand. Dank seinem starken Willen, seinem tiefen Glauben und durch die Unterstützung von lieben Nachbarn gelang es ihm, unsere Familie zusammenzuhalten.
Mit dem Anbau von Gemüse und Beeren sowie der Schweinezucht war es ihm möglich, auch finanziell über die Runden zu kommen. Im Nachhinein haben wir uns oft gefragt, wie unser Mueti dies alles schaffen konnte. Viel Kraft in allen Lebenssituationen gab ihm sein unerschütterlicher Glaube. Das tägliche Gebet, der Besuch des Sonntagsgottesdiensts bedeuteten Mueti sehr viel.
Der Garten, die Blumenpracht ums Haus, Volksmusik und Jodellieder, bei denen es gerne mitsang, ein Ausflug, ein feines Essen im Restaurant, ein Jass und ab und zu sogar eine Woche Ferien bereicherten sein Leben.
Aber auch die regelmässigen Besuche von der Familie, von Gross- und Urgrosskindern, von Nachbarn und Bekannten bedeuteten ihm immer sehr viel, und niemand durfte ohne etwas zu trinken, ohne ein Guetzli oder ein Stück selbst gebackenen Kuchen wieder gehen.
Geburtstage, Feiertage wie Weihnachten und Ostern im Kreis der Familie genoss es sehr und war glücklich, seine Lieben um sich zu haben.
Als Muetis Sohn Sepp mit seiner Familie den Hof übernahm, zog es in den ersten Stock, in sein neues Daheim.
Durch die Geburt von dreizehn Grosskindern fand unser Mueti bald wieder neue Aufgaben. Mit viel Liebe und Geduld hütete es diese gerne und verwöhnte sie auch entsprechend.
Grosse Freude bereiteten ihm auch seine acht Urgrosskinder. Noch kurz vor seinem Tod durfte es im Altersheim die zwei Jüngsten in die Arme nehmen.
In den vergangenen Jahren und mit zunehmendem Alter kämpfte Mueti immer wieder mit gesundheitlichen Problemen. Spitalaufenthalte und mehrere schwere Operationen waren nötig.Dank seinem starken Willen und seinem Gottvertrauen konnte es sich immer wieder erholen, sodass es fast bis ans Ende mit der Unterstützung der Familie und der Spitex zu Hause leben konnte. Sein grösster Wunsch aber, daheim sterben zu dürfen, erfüllte sich leider nicht. Akute, starke Schmerzen im Bein führten zu einer notfallmässigen Einweisung ins Spital.
Trotz vielen Medikamenten verbesserte sich sein Gesundheitszustand nicht mehr und ein Eintritt ins Alters- und Pflegeheim Violino wurde nötig.
Fünf Wochen nach dem Heimeintritt, fürsorglich und liebevoll umsorgt von der Familie und dem Pflegepersonal, wurde Mueti am 9. Juli 2019 von seinen Schmerzen erlöst und durfte ruhig einschlafen.
Liebes Mueti, du warst eine bewundernswerte, starke Frau und eine fürsorgliche Mutter, Grossmutter und Urgrossmutter. Wir danken dir von Herzen für alles, was du für uns getan und auf den Weg mitgegeben hast. Wir werden dich nie vergessen.
Deine Familie