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Pilz-Reglement wird hinterfragt
Aktualisiert: 8. Aug 2019
Jedes Jahr zeichnet die IG Freiheit das «unnötigste und überflüssigste Gesetz» mit dem «Rostigen Paragraphen» aus. In diesem Jahr war auch ein Urner Gesetz nominiert, das es verbietet mit Funkgeräten nach Pilzen zu suchen. Es landete in der Endabrechnung schliesslich auf dem fünften Rang.
Das Reglement über den Schutz wildwachsender Pilze wurde 1993 erlassen. Es wurde insbesondere auch deshalb geschaffen, da zur damaligen Zeit sehr viele auswärtige Pilzsammler, vor allem aus dem norditalienischen Raum, im Kanton Uri organisiert auf Pilzsuche gingen. Viele andere Kantone in der Schweiz kannten bereits ilzschutzbestimmungen, weshalb der Druck auf Uri relativ gross war.
Die organisierten Pilzsucher informierten sich bei ihrer Tätigkeit mittels Funkgeräten über besonders ertragreiche Gebiete. Der Gebrauch von Funkgeräten erlaubte es, dass zu beginn der Sammelaktivität am frühen Morgen die Gruppen sich aufteilten, um ein möglichst grosses Gebiet auf vorhandene Pilze absuchen zu können. Fand man ein ertragreiches Gebiet, wurden die Kollegen per Funk informiert, damit sie mit den PWs möglichst rasch zu den ertragreichen Flächen gelangen konnten. Diese Methode erlaubte es, innert kurzer Zeit ganze Flächen regelrecht «abzugrasen» und eine grosse Menge an Pilzen zu sammeln für eine gewerbsmässige Verwendung.
Zu der damaligen Zeit war erst der Start des Handyzeitalters. Zudem ist auch darauf hinzuweisen, dass es in vielen Gegenden des Urner Berggebietes auch heute noch keinen keinen Handy-Empfang gibt, einen Empfang für Funkgeräte aber schon. Den Pilztourismus in Uri kennen wir nicht mehr. Der Regierungsrat ist aber bereit, auf Grund des Vorstosses der IG Freiheit das Reglement auf seine Wirksamkeit in der heutigen Zeit zu überprüfen.