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Seit langer Zeit nutzten Alphirten Musik- und Signalinstrumente aus unterschiedlichen, in der Umgebung vorhandenen Materialien, zur Kommunikation von Alp zu Alp. Das Alphorn, das traditionelle Instrument der Kuhirten, wurde in der Schweiz nach 1800 selten. Am ersten Hirtenfest auf der Unspunnen-Wiese in der Nähe von Interlaken im Jahr 1800 erschienen nur zwei Anwärter für die alpine Hornkonkurrenz. Am Unspunnenfest von 1808 gab es nur einen einzigen Alphornspieler, der die Auszeichung ausser Konkurrenz erhielt.
Einige Autoren des Kantons Bern erkannten das drohende Verschwinden des Alphorns. Franz Nikolaus König schrieb 1814: „Von dem Alphorn hört und siehet man fast nichts mehr. Ein Hauptzweck des angeordneten Volksfests bey Unspunnen war eben der, diese eigentliche Alpenmusik wieder zu erwecken, allein es blieb ohne einigen Erfolg" (...The alpine horn isn't to be heard and seen anymore. One of the points of the herdsmen's festival was the revival of the very alpine music, but there was no success...).
Das Alphorn starb beinahe aus, weil es seine Bedeutung als Kommunikationswerkzeug der Hirten nach 1800 verlor. Die traditionelle Käseherstellung auf der Alp verlagerte sich immer mehr in genossenschaftlichen Molkereien in den Dörfern im Tal. Auf vielen Alpen ersetzten Rinder die Kühe.
Wir verdanken es dem Berner Schultheiss Niklaus von Mülinen dass die Tradition des Alphorns nicht verschwand. In den 1820er Jahren liess er Alphörner herstellen und verteilte sie in Grindelwald an begabte Spieler, die 1826 und 1927 in Alphornkursen unterrichtet wurden.
In der gleichen Zeit wurden Alphörner wieder vermehrt in Alprozessionen und traditionellen Festen gezeigt. An der Fasnacht 1828 bei Rheinfelden in der Nähe von Basel wurde eine alpine Szene aufgeführt: als "Hirten" verkleidete Bürger trugen am Umzug Geräte wie Milcheimer und Alphörner. Am Winzerfest 1833 in Vevey (Kanton Waadt) wurden Alphörner von Hirten aus dem Kanton Freiburg als Symbol ihres Berufes gespielt.
1827 bezeichnete der Musikwissenschaftler Joseph Fétis das Alphorn als "Schweizerisches Nationalinstrument". Gleichzeitig war es mehr oder weniger von den Alpen verschwunden, wurde aber zunehmend zu einer Touristenattraktion. Das Alphorn wurde ein Symbol für die Schweiz, ähnlich dem Edelweiss, obwohl auch andere alpine Kulturen Hörner als Signalinstrumente benützen, um über weite Distanzen zu kommunizieren.
Heute wird das Alphorn sogar an Umzügen des Eidgenössischen Jodlerverbands oder der Schweizerischen Trachtenvereinigung als Symbol Schweizerischer Traditionen mitgeführt.