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|Entwicklung von LANDWIRTSCHAFT, Gewerbe, Handel, Industrie und Verkehr|
|Bis Anfang 1900 bestand Dintikon noch fast ausschlisslich aus ca. 76 meist kleinbäuerlichen Selbstversorgungsbetrieben. Nebenbei wurde manchenorts ein Handwerk ausgeführt, wie Küferei, Zimmerei, Wagnerei, Schmiede, Metzgerei, Schneiderei, Dachdeckerbetrieb, Bäckerei, Mühlebetrieb u.a.m., oder gar eine Gastube geführt. Während der Brachmonate betrieben die Bauern Holzerei, Hausbrennerei, Dresch- und Reparaturarbeiten. Natürlich fehlte auch die Hausschlachtung einer Sau mit anschliessender Fleischverarbeitung nirgends.

Schon sehr früh wurde als Zusatzerwerb auch für verschiedene Industrien Heimarbeit geleistet. So vom 18. Bis 19. Jahrhundert für die Baumwollindustrie, danach für die Freiämter Strohflechterei und Anfang 20. Jahrhundert für di Textil-, Schuh und Sprengstoff-Fabriken in Dottikon.
Lange Zeit (bis 1930) versorgte eine Töpferei am Lenzburgerweg die Gärtnereien einer weiten Umgebung mit Blumentöpfen, die Hafner mit Ofenkacheln und die Kleintierhalter mit Futter-trögli etc.
In diesem Betrieb begann auch ein Kaspar Tanner mit der Herstellung von Seilerwaren, welche er vielerorts an Marktständen verkaufte. Dieser Betriebszweig wurde aus Platz- und Marktgründen 1878 nach Lenzburg verlegt und hat heute weltweite Bedeutung (Arova-Mammut).
Die an der Langelenstrasse gelegene und im Jahr 1992 abgerissene Ziegelhütte liefert von 1836 bis ca. 1910 handgemacht Biberschwanzziegel in eine weite Umgebung, und noch heute kann man alte Dächer mit "Dintiker"- Ziegeln antreffen . Nach der Stillegung dieser Ziegelhütte wurde darin der aus der nachbarlichen Brennerei angefallene Trester zu Stöckli verarbeitet, luft-getrocknet und zu Heizzwecken verwendet (bis 1960).
Eine an der Dorfstrasse betriebene "Cigarrenfabrik" kam nie gross sur Blüte und wurde 1933 eingestellt.
Anfang 20. Jahrhundert entwickelten sich einheimische Gewerbe immer stärker zu bedeutungsvollen Arbeitgebern. So zum Beispiel ab
- 1909 Eduard Meyer, Baugeschäft (heute Rudolf Meyer AG)
- 1910 Jakob Meier, Zimmerei (heute Rose Meier-Brugger Bootsbau)
- 1911 Gottlieb Setz, Handel mit Landesprodukten und Holz
(heute Postlogistics, ehemals Setz Gütertransport AG)
- 1925 Viktor Rätzer AG, Fahrradteile und Maschinenfabrik
Auch die Neuansiedlungen der Bally-Schuhfabrik und der Sprengstoff-Fabrik beim Bahnhof Dottikon-Dintikon gehen auf jene Zeit zurück und brachten für manchen Dintiker eine neue Verdienstmöglichkeit. Diese Entwicklung bewog manchen Bauer zur Aufgabe seines Kleinbetriebes, so dass 1992 nur noch 12 landwirtschaftliche Betriebe zu zählen sind.