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Rom, den 20. April 1951
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Zu Deinen Gedichten: Ich hätte im einzelnen dies oder jenes auszusetzen; Du vernachlässigst manchmal Dinge, die man nicht vernachlässigen darf. Aber das hat wenig Bedeutung neben dem andern, für das ich Dir nur meine ehrlichste Freude aussprechen kann: // Es ist eine volle, schöne und ganze Welt, die über diesen Gedichten steht und als deren tragende Säulen sie erscheinen. Du wünschest, dass Dir Penelope den Schlüssel zu meinem Garten gebe; nun – in Deinen Gedichten liegen Deine Gärten offen da. Du bringst Deiner literarischen Arbeit im Leben viel mehr Opfer als ich, der ich immer mit einem Fuss in der „Welt“ stehe und in mancher Beziehung wohl ein unkünstlerischer Mensch bin; aber ich hatte noch nie so sehr das Gefühl, dass sich Deine Opfer gelohnt haben und wirklich lohnen, als da ich diese Gedichte ansah. Alle Deine Bilder stehen in einer heimlichen Kongruenz, sind alle von ungenannten Punkten her zusammengehalten und von dort aus auch sinnvoll, und das machte für mich, der // ich schwer genug um die Einheitlichkeit meiner Aussage kämpfe, ihren unnachahmlichen Wert aus. Daneben sind, wie gesagt, einzelne Desiderate unwesentlich; wenn Du es aber wünschest, so will ich sie Dir einmal aufzeichnen, nur nicht gerade jetzt, da ich sie erst zwei Tage angesehen habe.
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