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Paul Seippel (1858–1926)
Professor für französische Literatur und Sprache
Paul Seippel wurde am 24. April 1858 in Lausanne geboren und wurde bereits mit neun Jahren Waise. Sein Studium der Literatur und des Rechts führte ihn neben Genf nach Leipzig, Berlin und Paris. Nach einer zweijährigen Tätigkeit für die königlich-serbische Regierung in Belgrad, wandte er sich zunächst dem Journalismus zu. Anlässlich einer Weltreise, die er 1895 unternahm, verfasste er ein erstes schriftstellerisches Werk ("Terres lointaines"), das einige Beachtung erhielt.
Berufung an den Lehrstuhl für französische Literatur
1898 wurde er an den Lehrstuhl für französische Literatur und Sprache am Polytechnikum in Zürich berufen, den er bis zu seinem Tod innehatte. Durch seine auch in Zürich fortgesetzte Zusammenarbeit mit Westschweizer und französischen Zeitungen und Zeitschriften wurde er zu einem Brückenbauer zwischen verschiedenen Landesteilen und Kulturen.
Während des Ersten Weltkrieges leistete er einen bedeutenden Beitrag an die Verständigung zwischen französischer und deutscher Schweiz.
Herausgeber der Zeitschrift "La Suisse au XIXme siècle"
Während seiner Zeit in Zürich schrieb er mehrere Bücher und wirkte als Herausgeber des Werks "La Suisse au XIXme siècle". Sein wichtigstes Buch wurde "Les deux Frances", in dem er das französische Geistesleben zwischen katholischer Tradition, Aufklärung und Revolution analysierte. Darüber hinaus war er als Vizepräsident der Schillerstiftung in Zürich sowie als Präsident des Schweizerischen Schriftstellervereins tätig.
Seippel gewann Anerkennung als Gelehrter mit breiter Bildung, der sich fundiert mit politischen und philosophischen Themen auseinandersetzte und für seine Ideale eintrat. Mit seinem Tod am 13. März 1926 in Genf verlor die Schweiz nicht nur einen Wissenschaftler, sondern insbesondere einen Publizisten, Journalisten und Humanisten.
Handschrift
Widmung von Paul Seippel
Bestand
Im Bibliotheksbestand sind einige Publikationen von Paul Seippel vorhanden, die im Suchportal der ETH-Bibliothek (external link) bestellt werden können. Ebenfalls erwähnenswert ist eine Biographie von Hans Marti aus dem Jahr 1973, die das Schaffen Seippels umfassend würdigt. Das Hochschularchiv der ETH Zürich verfügt über ein biographisches Dossier.