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Anna Karenina
Opernhaus Zürich | 12.10.2014| 19.00
Ballett von Christian Spuck
Die schöne Anna Karenina ist mit einem strengen und hoch angesehenen Regierungsbeamten in St. Petersburg verheiratet und führt mit ihm eine freudlose Ehe. Als sie dem leichtlebigen Offizier Graf Wronski begegnet, verliebt sie sich auf den ersten Blick in ihn, sträubt sich aber zunächst gegen eine Affäre. Wronski wirbt um sie, bis sie seine heimliche Geliebte wird. Die amour fou bleibt nicht lange unentdeckt, und die Gesellschaft ächtet die Ehebrecherin. Anna verzweifelt zwischen moralischer Ehepflicht und Liebe. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.
Lew Tolstoi hat mit Anna Karenina einen Roman von Weltrang geschrieben. Er erzählt nicht nur die Geschichte einer an den herrschenden Moralvorstellungen scheiternden Liebesbeziehung, sondern entwirft auch ein vielschichtiges Panorama der russischen Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert. In seinem opulenten Sittengemälde bilden der integre Gutsbesitzer Lewin und die Petersburger Fürstentochter Kitty einen Gegenpol zu Anna und Wronski. Ihre Beziehung wird nicht von Leidenschaft, sondern von Verantwortung, Aufrichtigkeit und Zärtlichkeit dominiert und findet ihre Erfüllung in einem glücklichen Leben auf dem Lande.
In seinem neuen Ballett stellt sich Christian Spuck der anspruchsvollen Romanvorlage. Dabei interessiert sich der Zürcher Ballettdirektor nicht allein für das Schicksal der Titelheldin, sondern vor allem für die Modernität der Tolstoischen Charakterentwürfe. Zu Sinfonik und Kammermusik von Sergej Rachmaninow und Witold Lutoslawski übersetzt er das Schicksal von Tolstois Romanhelden in eindringliche choreografische Bilder.