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Die Pläne von Patrik Loertscher
Mit seinem Olympiasieg in Nagano hat Patrick Lörtscher 1998 den Lausanner Curlingstein ins internationale Haus gespielt. Der 50-jährige Waadtländer, der bei Grossveranstaltungen als beliebter TV-Kommentator für die TSR im Einsatz ist, hat sich während 38 Jahren für seinen Sport engagiert.
Ein kleiner Rückblick. 1998, Olympiade in Nagano. Curling ist endlich als olympische Sportart anerkannt. Im Endspiel schlägt die Schweiz Kanada. Patrick Hürlimann, Daniel Müller, Diego Perren und Patrick Lörtscher gehen auf direktem Weg in die Geschichte der Spiele ein. Zwölf Jahre danach holt sich die Schweiz in Vancouver eine Bronzemedaille. Am Mikrofon des Westschweizer Fernsehens kommentiert Patrick Lörtscher diesen Grosserfolg. Der 50-jährige Lausanner, der seit 2002 keine internationalen Wettkämpfe mehr bestreitet, gibt seine fundierten Bemerkungen mit klarer, ruhiger Stimme ab. Die hohen Einschaltquoten beim Curling hat die TSR zu einem grossen Teil ihm zu verdanken.
Die Liste seiner Erfolge ist beeindruckend: Olympiasieger, Weltmeister, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen, zweimaliger Europameister und zehnfacher Schweizermeister.
„Was ich mit Lausanne mag ist die menschliche Dimension.“
Nur noch eine Wettkampfwoche
Patrick Lörtscher gelangte im Alter von zwölf Jahren über seine Eltern zum Curling: „Ich hatte mich beim Skifahren verletzt, und meine Eltern wollten, dass ich Sport treibe. Curling sprach mich an, und ich spielte in Château d’Oex meinen ersten Stein. Ein Jahr darauf gewann ich ein Nachwuchsturnier.“ Schon sehr früh, mit knapp 18 Jahren, errang Patrick Lörtscher 1978 seinen ersten Europameistertitel. Vier Jahre danach trat er zurück: „Doch schliesslich legte ich nur eine dreijährige Pause ein. 1985 kehrte ich zurück und machte bis 2002 weiter.“ Heute gibt der Lausanner kaum noch einen Stein ab: «Ich spiele nur noch eine Woche pro Jahr. Den einzigen Wettkampf, den ich mir erlaube, ist die Coppa Romana, die in Graubünden unter freiem Himmel gespielt wird.“ Patrick Lörtscher ist heute Banker bei einer Grossbank. Der Vater von zwei Kindern (11 und 12 Jahre) hat das Gefühl, genug getan zu haben. Vor allem der Körper will nicht mehr ganz so wie früher: „Der Rücken macht nicht mehr mit. Ebenso die Knie. Die Steine, mit denen die Jungen heute spielen, wiegen zehn Kilogramm, bei uns waren sie noch doppelt so schwer. Fast alle Spieler meiner Generation kämpfen mit Rückenproblemen.“
Überzeugter Genussmensch
Bittet man ihn, seine Stadt zu beschreiben, gibt Patrick Lörtscher gerne zu, dass ihm vor allem der Grossraum Lausanne gefällt: „Ich mag Pully, Lutry, St. Sulpice. Das Stadtzentrum sagt mir weniger zu, wegen dem Rummel, der dort herrscht. Doch was ich an Lausanne besonders schätze, ist seine Überschaubarkeit.“ Als Spaziergänger, den es vor allem an den See zieht, findet man Patrick Lörtscher am Ufer des Genfersees zwischen Lutry und der Curlinghalle in Ouchy. „Diese Halle steht für 35 Jahre meines Lebens. Ich habe ganze Nächte in diesem Klub verbracht.“ 2010 bringen ihn die Einführungstage „nach Hause“ zurück: „Am letzten Schnuppertag haben einige Interessenten eineinhalb Stunden gewartet!“.
Als echter Genussmensch erinnert sich der Lausanner an seine Studentenabende, die er im XIIIème Siècle in der Altstadt verbrachte. Heute verläuft der Ausgang ruhiger und führt ihn eher in ein Restaurant. „Sehr gerne gehe ich in das kleine portugiesische Restaurant Le Framboisier an der Avenue du Léman“, erklärt er zum Schluss. „Dort wird ein hervorragendes Hohrückensteak serviert, und das Lokal ist sehr gemütlich. Ich mag auch La Gourmandine, ein ausgezeichnetes Chinarestaurant in Pully.“
Jean-Frédéric Debétaz
Service des sports
Chemin des Grandes-Roches
10
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