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Erkennbare Symptome und der H2-Atemtest
Eine Freundin von mir klagte letztens über einen immer wieder auftretenden Blähbauch und damit verbundenes Unwohlsein, besonders nach dem Verzehr von Wassermelone, Äpfeln, Apfelsaft und Birnen. Sie liebt Obst über alles, fühlt sich nach dem Essen aber ständig „aufgebläht“. Da sie wusste, dass bei mir selber vor mehreren Jahren eine Fructoseintoleranz festgestellt wurde, fragte sie mich danach, wie ich es feststellte und wie der Test aussah.
Ich erinnere mich gut daran, dass ich häufig einen enormen Blähbauch bekam, besonders nach dem Verzehr von Obst und fructosehaltigen Lebensmitteln. Ich liebte es zum Beispiel, mir zum Abendessen einen bunten Obstsalat zu machen – fühlte mich nach dem Essen aber immer unwohl und mochte mit einem Bauch, der aussah, als sei ich schwanger, nicht mehr vor die Tür gehen. Es dauerte etwas, bis ich die Verbindung zur Fructose erkannte, doch im Nachhinein scheint alles sehr logisch zusammenzuhängen.
Der Test verlief folgerndermassen: Es handelte sich um einen H2-Atemtest. 12 Stunden vor dem Test durfte ich das letzte Mal etwas (leichtes) essen und trinken, und dann ging es früh morgens zum Arzt. Zunächst wurde mein Wasserstoffgehalt im Atem durch Pusten in ein Röhrchen OHNE die Zufuhr von Fructose, also nüchtern, festgestellt. Dieser Messwert war somit der Ausgangswert, mit dem die nachfolgenden Werte verglichen wurden. Anschliessend musste ich also eine stark konzentrierte, fructosehaltige Lösung (25 g Fructose aufgelöst in Wasser) trinken und dann alle 30 Minuten, insgesamt 5-mal, eine Messung durch Pusten in ein Röhrchen vornehmen. Parallel dazu musste ich ein knappes Protokoll über mein Befinden führen. Die erste Messung nahm ich beim Arzt vor, die weiteren dann zuhause. Anschliessend wurden die Röhrchen im Labor ausgewertet und bei Werten von 20-200 ppm über dem Nüchternwert konnte eine Fructoseintoleranz dann festgestellt werden. Mein Wert lag bei ca. 90 ppm über dem Nüchternwert.
Das Prinzip des H2-Atemtests ist einfach: wird die Fructose nicht vertragen, produziert der Darm Wasserstoff, der übers Blut in die Lungen gelangt und folglich beim Atemtest sichtbar wird.
Der Test an sich ist also relativ harmlos. Dadurch, dass man sehr viel Fructose trinken muss, können Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Kreislaufprobleme oder die typischen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Übelkeit oder Durchfall auftreten – sofern man auf die Fructose mit einer Unverträglichkeit reagiert. Bei mir persönlich war es so, dass ich extrem müde und schlapp wurde und bei den letzten Messungen zuhause einen Wecker brauchte, um alle 30 min zum Pusten einmal wach zu werden.
Meiner Freundin habe ich geraten, bei Verdacht einfach einen Arzt aufzusuchen und den Test machen zu lassen, und das würde ich jedem anderen ebenso raten. Bevor man sich testen lässt, kann ein Ernährungstagebuch sinnvoll sein, indem man die Mahlzeiten und das anschliessende Befinden notiert und gegenüberstellt. Wenn sich ein Zusammenhang zwischen Obst und anderen fructosehaltigen Lebensmitteln andeutet, kann der H2-Atemtest sicherlich für (die oft lang ersehnte) Aufklärung sorgen!