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Brasília - Die von Italien geforderte Überstellung des früheren italienischen Linksextremisten Cesare Battisti aus Brasilien könnte sich um mindestens zwei Jahre verzögern. Ein Gericht in Rio de Janeiro verurteilte Battisti zu zwei Jahren Haft.
Die Strafe gegen den schon seit 2007 im Gefängnis sitzenden Battisti wurde wegen der Einreise mit einem gefälschten Reisepass verhängt. Sie kann nach Medienberichten vom Freitag in "halboffenem Vollzug" abgebüsst werden und beinhaltet gemeinnützige Arbeiten sowie eine Geldbusse von 5100 Reais (etwa 3055 Franken).
Brasiliens Oberster Gerichtshof hatte der Auslieferung im vergangenen November nach langem Tauziehen grundsätzlich zugestimmt. Das letzte Wort liegt aber bei Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der nun entscheiden könnte, dass Battisti die Strafe in Brasilien verbüsst. Dem Vernehmen nach favorisiert Lula einen Verbleib des Italieners.
Das neue Urteil erging am 19. Februar. Rom pocht seit Monaten auf die Auslieferung des Kommunisten und Krimiautors, der in Italien wegen vierfachen Mordes beziehungsweise der Beteiligung an diesen Taten in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Er soll als Mitglied der Gruppe "Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus" Ende der 1970er-Jahre an vier Morden beteiligt gewesen sein. Nach jahrelanger Flucht unter anderem durch Frankreich und Mexiko reiste er 2004 nach Brasilien ein.
Im März 2007 wurde er in Rio de Janeiro festgenommen. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Er selbst streitet eine Beteiligung an den Morden vehement ab.
SDA-ATS