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Alles, was man im Leben je tut, Großes wie Kleines, Bedeutsames wie Banales, läßt sich beziffern, hat am Ende eine genaue Zahl: die Zahl der Wohnungen, in denen ich gewohnt, die Zahl der Bücher, die ich gelesen sowie der, die ich geschrieben, die Zahl der Sprachen, die ich gelernt, die Zahl der Frauen, mit denen ich geschlafen haben werde, die Zahl meiner Orgasmen und die Zahl meiner Stuhlgänge, die Zahl der Kilometer, die ich mit eigenen Beinen zurückgelegt, die Zahl der Filme, die ich gesehen haben werde, die Zahl der Übernachtungen im Wald, die Zahl der Male, da ich im Meer schwimmen war, die Zahl der Flaschen Weins, die ich getrunken und die der Blogposts, die ich veröffentlicht haben werde. Auch wenn man nicht mitgezählt hat, wird es doch eine genaue ganze, eine endliche, eine gerade oder ungerade Zahl sein. Jorge Luis Borges hat einmal einen Gottesbeweis darauf aufgebaut, auf Zahlen, die niemand kennt, die aber endlich sein müssen, die der Vögel in einem Schwarm etwa. Jemand, so die Überlegung, muß sie gezählt haben, und dieser Jemand ist Gott. Und wenn alles, was man je tut, eine Zahl an Malen trägt, dann folgt unmittelbar daraus, daß es bei allem ein letztes Mal gibt. Nicht unbedingt ein erstes Mal, denn viele Dinge (etwa einen Fallschirmsprung, eine Mondlandung oder eine Weltumsegelung) tun die meisten von uns niemals, aber bei allem, das man mal angefangen hat, zwingend ein letztes. Das erste Mal kennt man notwendigerweise, aber das letzte Mal womöglich nicht, es sei denn, man entscheidet sich bewußt zum Aufhören. — Jugend ist, solange einen dieser Gedanke nicht einmal streift. Wenn man nicht bei allem, was man neu anfängt, denkt, daß man damit ja auch irgendwann wieder wird aufhören müssen.