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|Abt Walter von Trauchburg (1239-1244)

Abt Walter von Trauchburg
Walter von Trauchburg, 1239-1244. Walter entstammte einem edlen Geschlecht aus dem Allgäu, seine Mutter gehörte der thurgauischen Familie von Göttingen an. Er war Werkdekan (decanus operis), als er 1239 in einer zwiespältigen Wahl zum Abt gewählt wurde, Gegenkandidat war der betagte Propst Heinrich von Eichheim, der in diesem Amt schon unter Abt Heinrich von Klingen (12oo-1204) genannt wird. Der Streit um die Abtei wurde 1240 nach Rom gezogen. Papst Gregor IX. beauftragte am 2.6.1240 den Bischof von Como mit der Untersuchung des Wahlstreites. Ausschlag-gebend wurde die Anerkennung Walters durch Bischof Heinrich von Tanne von Konstanz, dem er dafür wichtige päpstliche und bischöfliche Urkunden auslieferte, die das Verhältnis zwischen St. Gallen und Konstanz regelten'. Im Kampf der staufischen Herrscher gegen das Papsttum leistete Abt Walter, dessen Bruder Berthold königlicher Hofrichter war, König Konrad IV. gegen den Erzbischof von Mainz Waffenhilfe, wodurch er sich den Kirchenbann zuzog. Unter ihm geriet die Klosterwirtschaft in einen derart schlechten Zustand, daß er und der Propst im Mai 1244 übereinkamen, während acht Jahren von ihren Einkünften jährlich 50 Mark zur Verfügung zu stellen, um verpfändete Güter einzulösen oder neue anzukaufen. Im Herbst des Jahres 1244 erneuerten die Toggenburger Grafen die Fehde gegen den Abt und besetzten Wil. Er begann mit Kriegsvorbereitungen, fühlte sich aber der Lage nicht gewachsen, resignierte am 25.11.1244 auf die Abtei und trat als Predigermönch in das Dominikanerkloster in Konstanz ein. Fortan ist von ihm nichts mehr bekannt.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)