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GANOVEX ab 1979/80
1979/80 GANOVEX I : An dieser Expedition ins North Victoria Land beteiligten sich 9 Wissenschaftler
Dies war die erste selbständige deutsche Land-Expedition in die Antarktis seit über 40 Jahren. Ihr Auftrag war die geologische Erforschung von Nord-Victorialand, vor allem auch im Hinblick auf geologische Zusammenhänge mit Süd-Australien. GANOVEX wurde von der BGR durchgeführt und stand unter der Leitung von Dr. Franz Tessensohn. Sie umfasste 20 Teilnehmer. näml ich : 6 von der BGR (darunter 3 Wissenschaftler), je 1 von den Universitäten Kiel und Darmstadt, je 1 Gastwissenschaftler aus Neuseeland, USA und Australien, 2 neuseeländische Bergführer, 3 neuseeländische Hubschrauberpiloten und Hubschraubermechaniker, Arzt, Meteorologe, Kameramann.
Als Expeditions schiff wurde von der Deutschen Dampfschiffahrtsgesellschaft „Hansa“ in Bremen das Hochsee-Versorgungsschiff MS Schepelsturm unter Kapitän Rieck gechartert. Die „Schepelsturm“ wurde 1975 gebaut und ist für Eiseinsätze geeignet. Ein Hubschrauber (Typ Sikorsky S 58 – D-HBWR) der BGR wurde aus Deutschland mitgeführt und als Transporthubschrauber eingesetzt. Hinzu kamen 2 in Neuseeland gecharterte kleine Hubschrauber (Hughes 500 D) für die Feldarbeit. Die 3 Hubschrauber zusammen erbrachten im Laufe dieser Expedition in der Antarktis 398 Flugstunden.
Wegen Stürmen bis 180km/h wurden Ende Dezember 1979 das Schiff und 2 Hubschrauber beschädigt, es wurde ein Besatzungsmitglied über Bord geweht und schwer verletzt. Er wurde zur Notfallbehandlung zur McMurdo-Station gebracht. Auch das Schiff musste dorthin, um die Schäden wenigstens notdürftig beheben zu lassen. Zum Glück konnte dieser unplanmässige Aufenthalt im McMurdo-Sund verhältnismässig kurz gehalten werden, so dass die Expedition bald im neuen Jahr wieder ihr Arbeitsgebiet erreichen und die Lillie-Marleen-Hütte als Landbasis einrichten konnte.
An di e Feldarbeiten dieser ersten GANOVEX wird durch di e Benennung eines Bergstocks erinnert. In den ANARE-Bergen erhielt ein bis anhin namenloser Bergstock den Namen „GANOVEX Range“.
1981/82 GANOVEX II : Nachdem die Antarktis-Expedition GANOVEX 1979/80 einen so sehr erfolgreichen Verlauf genommen hatte, wurde der unglückliche Verlauf der Anschluss-Unternehmung GANOVEX II in der Antarktis-Saison 1981/82 umso bitterer empfunden. Das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover organisierte diese neue Antarktis-Expedition und charterte dafür das Motorschiff „Gotland II “ , welches in der Saison davor so erfolgreich beim Aufbau der Georg-von-Neumayer-Station eingesetzt worden war. Dieses Schiff mit 16 Mann Besatzung beförderte 12 Wissenschaftler und Hubschrauber-Piloten aus Deutschland, Neuseeland, Australien und Kanada in die Antarktis, die dort die Arbeiten der ersten GANOVEX-Unternehmung fortführen wollten. Am Donnerstag, dem 17. Dezember 1981 wurde die „Gotland II“ am Shelfeis der Jule-Bucht, ca. 60 Meilen nordöstlich von Kap Adare, festgemacht. Die Bordhubschrauber beförderten schon die Ausrüstung zur Lillie-Marleen-Hütte, die bereits zwei Jahre vorher als Basis gedient hatte. In der Nacht auf Freitag trieb jedoch die Strömung schweres Packeis gegen das Schiff. Es wurde gegen das Schelfeis gedrückt, so dass die Spanten brachen; ein Leck entstand, und Wasser brach ein. Die Amerikaner von McMurdo und die Neuseeländer von Scott Base brachten sofort Hilfe. Die Amerikaner warfen aus einer C-130 Hercules zwei Lenzpumpen ab. Aber jede Hilfe war vergebens. Die Besatzung konnte die schweren Lenzpumpen nicht an Bord hieven. So blieb nichts anderes übrig, als so viel von Bord zu retten, wie möglich war. Am Freitag, dem 18. Dezember 1981 um 13.15 Uhr musste die „Gotland II“ aufgegeben werden, und kurz darauf versank sie. Dabei riss sie noch Güter und Instrumente im Millionenwert mit sich. Aber alle Männer wurden gerettet und nach McMurdo gebracht, von wo sie ihre ver frühte Heimreise antraten und so die unglückliche Expedition beendeten.
1982/83 GANOVEX III : Zur Expedition GANOVEX-III 1982-83, die mit dem Schiff .POLAR QUEEN“ durchgeführt wurde, leisteten vier Hughes 500 D-Helikopter von der kanadischen Firma Uftair International wertvolle Hilfe. Die Ullie-Marleen-Hütte war Hubschrauberstützpunkt. Zur Expedition GANOVEX-IV 1984-85 kamen drei Helikopter vom Typ Ecureuil AS 350 der deutschen Firma Agrarflug Ahlen zum Einsatz. Da kein Expeditionsschiff zur Verfügung stand, wurden die Hubschrauber zuvor nach Neuseeland transportiert und von dort mit US-Flugzeugen nach McMurdo geflogen. Diese Helikopter dienten zum Aussetzen automatischer Navigationshilfen für die aeromagnetischen Messflüge der Forschungsflugzeuge POLAR-2 und-4. Ausserdem unterstützten sie die Feldarbeiten und Transportaufgaben. Auch bei den folgenden GANOVEX-Expeditionen setzte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe immer wieder Hubschrauber ein. Es nahmen 15 Wissenschaftler an der Expedition teil.
1984/85 GANOVEX IV : Die geologischen Forschungen im Nordvictorialand wurden von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover organisiert. Das Hauptlager „Gondwana“ wurde mit den beiden Flugzeugen „Polar 2“ und „Polar 3“ vom Typ DO 228 angeflogen –
Die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover organisierte vierte geologische und physikalische Erkundung des Nordviktorialandes fand ohne ein Expeditionsschiff statt. Hauptträger der Forschungen stellten die bei den Spezialflugzeuge „Polar 2“ und „Polar 3“ vom Typ DO 228 dar, die auf der Route München (16.10.84) – Malaga – Las Palmas – Dakar – Recife (Brasilien) – Euenos Aires – Porto Mont – Punta Arenas (26.10.84, dort Umrüstung,Abflug 12.11.84) – chilenische Station Tte.Marsh (15.11.) – Rothera – Filchner-Station (Auftanken) – – Südpol-Station (19.11.) – McMurdo (20.11.84) ihren Einsatzort in der Antarktis erreichten.
GANOVEX-IV dauerte drei Monate. Hauptziel der Forschungen war nicht die Suche nach Bodenschätzen, sondern die Frage, wie der ehemalige Urkontinent Gondwana auseinander gebrochen ist, zu dem auch die Antarktis gehört. Für den Forschungsstützpunkt „Gondwana“-Station, der bei 74°38′ südlicher Breite und 164013’östlicher Länge aufgebaut ist, gab es ebenfalls einen runden Cachet Die beiden Forschungsflugzeuge landeten während ihres Rückfluges nach Deutschland am 30.1.1985 am Südpol.
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover, bereitet für den nächsten Südsommer 1984/85 unter der Bezeichnung GAiOVEX IV eine weitere Antarktis-Expedition ins Nord-Victoria-Land vor. Die Expedition wird voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte 1984 aufbrechen und im Februar 1985 zurückkehren. Im Gegensatz zu den drei vorangegangenen GANOVEX-Unternehmungen liegt der Schwerpunkt dieses Mal auf geophysikalischen Erkundungen des Untergrundes unter dem Eis. Das Kernstück des wissenschaftlichen Programms wird die magnetische Vermessung eines ca. 165.000 km2 grossen Gebietes aus der Luft sein. Das Zielgebiet erstreckt sich vom Ross-Meer quer über das Transantarktische Gebirge hinein. In diesem Streifen ist nur das Transantarktische Gebirge einigermassen bekannt, weil es über das Eis hinausragt. Die Kenntnis der Geologie dieses Gebirges gibt wichtige Anhaltspunkte für die Interpretation der Messdaten aus den benachbarten eisbedeckten Gebieten. Die Expedition wird in enger Zusammenarbeit mit den USA (National Science Foundation, U.S. Geological Survey) und Neuseeland (Antarctic Division des Department of Scientific end Industrial Research – DSIR) durchgeführt. Diese Staaten, die ca. 400 km entfernt ihre Hauptstationen McMurdo und Scott Base betreiben, erbringen auch die logistischen Voraussetzungen für den Transport in die Antarktis. So sollen ExpeditionsmannschaFt, Ausrüstung und Hubschrauber mit Hercules-Flugzeugen von Neuseeland nachMcMurdo geflogen werden. Die Dornier-Messflugzeuge werden mit eigener Kraft den langen Anflug über Afrika, Südamerika und den Südpol antreten. Die geplanten Flugoperationen sollen mit deutschen Flugzeugen vom Typ Dornier 228 ausgeführt werden, von denen eines vom Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung zur Verfügung gestellt, das andere direkt vom Hersteller gechartert wird. Die Maschinen sind für den Einsatz mit Kufen versehen, so dass sie problemlos auf geeigneten Schneeflächen landen können. Zur Unterstützung der parallel verlaufenden wissenschaftlichen Kontrollarbeiten am Boden ist der Einsatz von drei kleinen Hubschraubern sowie Motorschlitten vorgesehen. Alle Arbeiten werden von der im Januar 1983 errichteten deutschen Gondwana-Station (74°38’S, 164°13’E) ihren Ausgang nehmen. Hier lagern bereits 750 Fässer mit insgesamt 150.000 Litern Flugtreibstoff. Ein Schiff als Basis steht bei dieser GANOVEX-Expedltion erstmals nicht zur Verfügung. Insgesamt werden an der Expedition ca. 50 Wissenschaftler. Piloten, Mechaniker, Elektroniker, Vermessungsingenieure, Logistiker, Bergführer und andere teilnehmen.Die wissenschaftlichen Untersuchungen sollen Auskunft geben über die Grenze zwischen dem Transantarktischen Gebirge und dem Ross-Meer
- die Lage des unter dem Eis verborgenen Übergangs zwischen diesem Gebirge und dem ostantarktischen Schild
- die inneren Strukturen der unter dem Eis verborgenen Gesteine
- den möglichen Zusammenhang zwischen Strukturen, die bei den bisherigen Arbeiten im Ross-Meer und im Gebirge gefunden wurden.
Nan erhofft sich vom Einsatz der Geophysik Informationen über die Bereiche, die wegen Eisbedeckung oder ihrer Tiefenlage der direkten Beobachtung nicht zugänglich sind. Informationen hierzu werden vor allem von den Messungen des erdmagnetischen Feldes bei der Überfliegung erwartet. Mit Radarstrahlen wird die Dicke des Eises festgestellt. Schweremessungen, geoelektrische Messungen vervollständigen die Methoden zur Durchleuchtung des antarktischen Eises. Ziel der Arbeiten ist eine Synthese der bisherigen Onshore- und Offshore- Untersuchungsergebnisse. Aus der Bundesrepublik sind neben Mitarbeitern der BGR Forschungsgruppen der Universitäten Bochum, Braunschweig, Erlangen, München, Münster und Würzburg beteiligt.
Auf der Flugstrecke von Dakar (Senegal) nach Lanzarote (Kanarische Inseln) wurde die „Polar 3“ am 24. Februar 1985 südlich der Ortschaft Argub von Streitkräften der Demokratischen Arabischen Republik Sahara mit einer Rakete aus 2750 Meter Höhe abgeschossen. Aus einem Communique der Polisario geht hervor, dass sie den Abschuss bedauert. Sie habe die „Polar 3“ als ein marokkanisches Aufklärungsflugzeug ähnlichen Typs aufgefasst. Im Communique heisst es weiter, „Die Demokratische Arabische Republik Sahara lässt keine Verletzung des Territoriums, der Gewässer und des Luftraums zu, die zu Kriegsgebieten erklärt worden sind.“ Der Abschuss geht scheinbar auf ein Versagen der Flugsicherung Dakar zurück, die für diesen Abschnitt der Westsahara zuständig ist, und die keine andere Route den westdeutschen Forschungsflugzeugen zuwies. Die „Polar 2“ traf am 2.3. 1985 in München ein.
1985/86 GANOVEX Equipment Recovery : Nach Abschluss von GANOVEX IV war beabsichtigt, in zweijährigem Rhythmus weitere GANOVEX-Expeditionen zu entsenden. Finanzielle Gründe verhinderten das jedoch, und tatsächlich konnte die nächste GANOVEX erst 4 Jahre später. im Südsommer 1988/89, unternommen werden. Deshalb nahm die BGR die Gelegenheit wahr, in der Gondwana-Station lagerndes Material nach Hannover zu schaffen, als die italienische Antarktis-Expedition 1985/86 mit MS Polar Queen im Süd-Victoria-Land tätig war. Der als Logistiker für die Antarktisunternehmungen der BGR tätige Jürgen Kothe begleitete die italienische Expedition und barg in der Gondwana-Station vor allem die Skidoos und das Zeltmaterial. Statt dort ungepflegt in der Kälte bis zur nächsten GANOVEX zu lagern, konnte das Material sachgemäss instandgesetzt, gewartet und in Hannover gelagert werden, um beim nächsten Gebrauch in der Antarktis garantiert einsatzbereit zu sein.
1988/89 GANOVEX V : Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover setzte seine im Südsommer 1979-80 begonnenen Forschungen im Nordviktorialand mit der Expedition „GANOVEX-V“ in der Sommersaison 1988-89 fort. Das B G R charterte dazu das norwegische Forschungsschiff „Polar Queen“. Am 1. Dezember 1988 lief das Schiff aus dem neuseeländischen Hafen Wellington aus. An Bord waren 52 Expeditionsmitglieder, 15 Wissenschaftler kamen direkt aus Hannover. Beteiligt waren auch Forscher aus Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Italien und den USA. Während des ersten Expeditionsabscbnittes konnte die „Polar Queen“ schon am 6.Dezember 1988 bis 5 Meilen an die vor Jahren errichtete Station „Gondwana“ herankommen. Auf dem Randeis entstand ein erstes Expeditionstionslager. Am 12.Dezember konnte die Terra Nova Bay erreicht werden. Mit den vier neuseeländiscben Helikoptern wurden sieben Anssenlager und Messstatlonen auf dem Festland bis in 2000 Meter Höhe errichtet. Zum Forschungsteamgehörte auch eine Vulkanologin. Neben der geologischen Kartierung wurde ein geophysikalisches Messprogramm durchgeführt. Bei GANOVEX-V stand die Erforschung der tieferen Krustenstruktur des transantarktischen Gebirges als Hauptthematik auf dem Fbrschungsprogramm. Auf der Gondwana-Station wurde ein weiteres Gebäude errichtet, welches Küche, Dusche und Aufenthaltsraum aufnimmt. Zur Energiegewinnung setzte am diesmal Sonnengeneratoren ein.Am 10.Januar 1989 verliess die „Polar Queen“ die Terra Nova Bay, um in Neuseeland das wissenschaftliche Personal auszutauschen. Im zweiten Expeditionsabschnitt, der bis März 89 dauerte, wurden mit den Hubschraubern 500 km nördlicher magnetische Messungen im Nordviktorialand fortgesetzt, die zu GANOVEX-IV mit den Polarflugzeugen des AWI erstmals erfolgten. Mit den Helikoptern drangen Expeditionsteilnehmer in das noch weitgehend unbekannte Oates-Land vor. Dabei stellten sie fest, dass die auf den Landkarten verzeichneten zwei Terra- Nova-Inseln nicht vorhanden sind. Diese „Inseln“ waren 1961 von einer australischen Expedition entdeckt wurden, die die mit Gesteinsschutt bedeckten Eisberge für Land angesehen hatten. Die GANOVEX-Forscher untersuchten durch Radarmessungen die Blaueisfelder des Nordviktorialandes. Sie fanden dabei 199 Meteorite aus dem Weltall.
1990/91 GANOVEX VI : Die sechste Antarktisexpedition der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover führte zur Jahreswende 1990/91 wieder ins Nordviktorialand. 50 Wissenschaftler und Techniker waren am Forschungsunternehmen beteiligt. Als Expeditionsschiff war das norwegische MV Polarqueen im Einsatz.
Drei Monate dauerten die geologisschen und geophysikalischen Forschungen zur Entstehungsgeschichte und Struktur der Antarktis. Das Kernstück des Forschungsprogrammes waren aeromagnetische Befliegungen des Untersuchungsgebietes durch die deutschen Forschungsflugzeuge Polar 2 und 4. Diese hatten die lange Flugstrecke in die Antarktis mit Zwischenlandungen in Tte Marsh, Rothera, Filchner, Südpol und McMurdo zurückgelegt. Das Flugprogramm konnte nur zum Teil geschafft werden. Zum einen herrschten sehr schlechte Wetterverhältnisse, zum anderen fiel die Polar 4 nach einer harten Landung aus und musste mit der Polarqueen nach Deutschland transportiert werden. Ibberhalb weniger Minuten kann sich der antarktische Himmel bedecken. Schneetreiben setzt ein , dann sind am Boden keine Konturen mehr erkennbar. Die Piloten können dann nur schwer die Höhe ihrer landenden Maschinen abschätzen.
Neben den deutschen Polarforschern, die vom BGR Hannover, AWI Bremerhaven, ZIPE Potsdam, den Universitäten Münster, Frankfurt, Mainz und Würzburg kamen, waren ausländische Wissenschaftler am Unternehmen beteiligt. Sie stammten aus den Niederlanden und vom US-Geologicak Survey.
1992/93 GANOVEX VII : Die Expedition wurde wieder von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) durchgeführt. Expeditionsleiter war Dr. Roland, es wurde das Schiff „PolarQueen“ eigesetzt, es waren Forscher der verschiedenen Institute BGR, AWI, DLR, Uni Frankfurt/M u.a. sowie aus Holland, USA und Neuseeland beteiligt, den Hubschrauber-Service erledigten die Amerikaner sowie ein Team aus Australien. Italien führte diesmal keine eigeAntarktis-Expedition durch sondern beteiligte sich mit einem Team zur Aeromagnetic-Forschung im Programm LIRA – Gitara, dabei wurde auch die italienische Station in der Terra-Nova-Bay benutzt. Erstmals führte die BGR im Rahmen von GANOVEX auch Forschungen im Marie-Byrd-Land durch, Projekt GAMBLE im Camp „La Gorce“, dabei wurde auch die Südpol-Station besucht.
1999/2000 GANOVEX VIII : Die Saison 1999/2000 sollte auf diesem Teil der Erde mit der Rückkehr der POLAR DUKE und der GANOVEX-VIII-Truppe zu Ende gehen. Das Projekt hiess NOVOGIMEX steht für „Northern Victorialand Oatesland German Italian Marine Expedition“ unter der Leitung von Dr. Christian Reichert von der BGR in Hannover.
Die eigentliche Aufgabe lag in der seismologisch-magnetischen Schweremessung in der Antarktis, wozu man besondere Geräte an Bord installiert hatte. Die POLAR DUKE hatte 6 Norweger, 1 Kanadier und 5 Filipinos als Crew an Bord, dazu 12 deutsche Wissenschaftler, 2 Italiener und einen Norweger.
Man verliess Lyttelton am 11. März, um in Wellington auf der Nordinsel leichten Treibstoff an Bord zu nehmen, der auf der Südinsel nicht verfügbar war, und erreichte Wellington am Sonntag. In der Planung stand ein Zusammentreffen mit der TANGAROA vor der Auckland-Insel, um einen weiteren Wissenschaftler an Bord zu nehmen. Danach sollte es in Richtung Ross-Meer, via Balleny-Inseln zum Cook-Schelfeis gehen.
Dann kam aber die unvorhergesehene Überraschung, die alles ändern sollte. Weil angeblich eine Genehmigung für das Operationsfeld in der Antarktis nicht vorlag, orderte der deutsche grüne Umweltminister das Unternehmen zurück. Ein nicht sach- und gebietskundiges Gremium in Deutschland stufte das Unternehmen in die höchste Sicherheitskategorie 3 ein, und somit hatte der Minister keine andere Wahl, als das Unternehmen zurück zu beordern, denn die Genehmigung war im äussersten Fall für Kategorie 2 erteilt.
Diese kostenträchtige Entscheidung in zweifacher Mio.-Höhe, die dem deutschen Steuerzahler aufgelastet wird, stiess hier bei Fachleuten auf Unverständnis und Kritik, zumal man hier das Unternehmen nur unter Kat. 1 einstufte. Um nicht alles verloren zu geben. verlagerte man das Unternehmen auf die südtasmanische See und strich das Zusammentreffen mit der TANGAROA und setzte die bei den italienischen Wissenschaftler im neuseeländischen Bluff aus.
Das Wetter war so schlecht. 35 – 60 Knoten Wind und 12 m hohe See. Dann verlor man zu allem Übel in dieser hohen See noch ein ausgesetztes 3000 m langes Kabel im Wert von 6 Mio. DM und kehrte dann frustriert bereits am 6. April nach Lytte1ton zurück.
Nach 2000 fanden noch folgende GANOVEX Expeditionen statt: 2005/06 GANOVEX IX und 2009/10 GANOVEX X