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Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht)
Die "Reise-Hepatitis" Die spezifischen Gesundheitsrisiken bei
Reisen in tropische und subtropische Länder werden von Reisenden
unterschätzt. Viele Urlauber sind sich der Gefahren durch
Infektionskrankheiten, die bei uns relativ selten sind, in
vielen Reiseländern aber häufig vorkommen, nicht bewusst. Die
Hepatitis A steht hinter Durchfall-Erkrankungen und Malaria an
dritter Stelle der wichtigsten Reiseinfektionen in tropischen
Ländern. Besonders gefährdet sind Reisende in Länder, in denen
ein hohes Infektionsrisiko besteht (Indischer Subkontinent
Pakistan, Bangladesch, Nepal, Indien). Zu einer guten
Ferienplanung gehört es deshalb, sich (2) 4 bis 6 Wochen vor
Abreise beim Haus-ARZT/IN über die Risiken von
Infektionskrankheiten im Ferienland zu informieren und
entsprechende Schutzmassnahmen zu treffen.
Verbreitung der Hepatitis A
Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Es lassen sich jedoch
Gebiete mit höherem und niedrigerem Risiko unterscheiden,
entsprechend den hygienischen Bedingungen dieser Länder:
- Länder mit hohem Hepatitis A-Risiko sind die Tropen und
Subtropen, z. B. Asien, Zentralafrika, der Nahe und Mittlere
Osten, aber auch Teile Süd- und Mittelamerikas und
verschiedene Mittelmeerländer.
- Länder mit mittlerem Hepatitis A-Risiko sind
beispielsweise südeuropäische Länder, grosse Teile
Lateinamerikas und Südafrika.
- Länder mit geringem Hepatitis A-Risiko:
USA, Kanada, nordeuropäische Länder und die Schweiz.
Wer kann sich infizieren?
Etwa die Hälfte aller Hepatitis A-Infektionen, die jährlich
in der Schweiz gemeldet werden, sind unerwünschte
Reisemitbringsel. Touristen in Hoch- und Mittelendemiegebieten
sind daher die Hauptrisikogruppe.
Einem hohen Infektionsrisiko unterliegen Camper, Tramper und
lndividual-Reisende, die oft "unterhalb" von westlichen
Hygienestandards reisen, den Kontakt zur einheimischen
Bevölkerung suchen und sich in den landesüblichen Garküchen
verpflegen. Aber auch Reisende, die sich nur in sehr guten oder
sogar 5-Sterne-Hotels aufhalten, sind dadurch nicht geschützt.

Die Anzeichen einer Hepatitis A
Nach der Infektion mit dem Hepatitis A-Virus beträgt die Zeit
bis zum Ausbruch der Erkrankung 20 bis 45 Tage, im Durchschnitt
etwa 4 Wochen (Inkubationszeit).
Erste Anzeichen sind unspezifische Beschwerden wie
Appetitlosigkeit und Uebelkeit, oft mit Müdigkeit,
Kopfschmerzen und Fieber. Häufig vermutet man dann eine
Grippe... bis dann die Anzeichen einer Gelbsucht - Gelbfärbung
der Augen und Schleimhäute, später auch der Haut - zur richtigen
Diagnose führen.
Bei Ausbruch der Erkrankung klagen die Patienten oft über
Oberbauchschmerzen und Durchfall, der Stuhl verfärbt sich hell,
Urin dagegen nimmt eine bräunliche Farbe an.
Die eindeutige
Diagnose kann der Arzt auf Grund einer Blutunter suchung stellen.
Es dauert etwa 4-8 Wochen, manchmal einige Monate, bis der
Hepatitis A-Kranke sich besser fühlt und wieder arbeitsfähig
ist. Die Schwere der Erkrankung ist altersabhängig.
Bei Säuglingen und kleinen Kindern verläuft Hepatitis A meist
mild oder ohne klinische Anzeichen. Bei zunehmendem Alter
verstärken sich die Symptome.
Chronische Fälle gibt es bei der Hepatitis kaum. Dies ist
häufiger bei der Hep B oder C der Fall.
Wie schützt man sich vor Hepatitis A?
Für Reisende in Endemiegebiete ist das Einhalten einer
persönlichen Hygiene (Händewaschen!) oberstes Gebot. Bei Reisen
in Tropen hat der Spruch "Cook it, boil it, peel it or forget it
( «Koch', brüh', schäl' oder vergiss es!») noch immer seine
Gültigkeit. Auf ungekochte Speisen wie Salate, rohe Früchte oder
auf unzureichend gegarte Fische und Meeresfrüchte sollte man am
besten ganz verzichten und Trinkwasser - auch zum Zähneputzen -
nur abgekocht verwenden. Grösste Vorsicht ist auch bei Speiseeis
und Eiswürfeln geboten.
Dank eines Impfstoffes ist es heute möglich, einen
praktisch 100%igen Schutz vor der Hepatitis A-Infektion zu
erzielen. Mit einer weiteren Impfung 6-12
Monate nach der Grundimmunisierung oder vor einer weiteren
Tropenreise kann ein Langzeitschutz, der mindestens 10 - 20 (30)
Jahre anhält, erreicht werden.

Wie kommt es zur Infektion?
Die Hepatitis A wird durch direkten Kontakt mit infektiösem
Stuhl oder durch indirekten Kontakt über verunreinigte
Lebensmittel übertragen. Unsaubere sanitäre Anlagen, die von
vielen Personen benutzt werden- z. B. auf Campingplätzen -
stellen eine grosse Gefahr dar. Verunreinigte Lebensmittel wie
z. B. rohes ungeschältes Obst, Gemüse und Salate, nicht
abgekochtes Trinkwasser - auch als Eiswürfel oder Speiseeis -
können ebenfalls Infektionsquellen sein. Eine besondere
Gefahrenquelle können alle Arten von Meeresfrüchten sein, die
aus verunreinigten Gewässern stammen. In Muscheln und Austern
kann sich das Hepatitis A-Virus anreichern. Wenn Krustentiere
und Meeresfrüchte roh oder unvollständig gegart verzehrt werden,
erhöht sich das Infektionsrisiko um ein Vielfaches.
Wer soll sich impfen lassen?
Für Reisende in Länder mit grossem Hepatitis A Aufkommen. Die
Impfung sollte (10 bis) 14 –28 Tage vor Abreise vorgenommen
werden. Sie ist fast schmerzlos und gut verträglich (Spritze in
Oberarm).
Reisenden, welche an der Hapatitis C erkrankt sind, wird
ebenfalls eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen, da die
Krankheit schwerer verlaufen kann.
Bei Kindern sollte man individuell vorgehen: man kann eine
Impfung empfehlen, wenn eine oder mehrere der folgenden
Kriterien zutreffen
- wenn die Reise in ein Hochrisikoland führt,
- es sich um einen Langzeitaufenthalt handelt,
- regelmässig tropische Länder besucht werden und
- man genügend Zeit bis zur Abreise hat. In diesem Falle
kann der Impfstoff Havrix junior zur Anwendung kommen.
Bezahlt die Grundversicherung e
die Hepatitis A Impfung?
Nein- ausser bei seltenen gewissen Grunderkrankungen.
Besteht eine Zusatzversicherung, bezahlt die
Kasse einen Teil.
Havrix 1440/720- der Hepatitis A Impfstoff
Havrix enthält inaktivierte Viren aus Zellkulturen. Nach der
Impfung bildet das Immunsystem schützende Antikörper. Der
Impfschutz beginnt 2 Wochen nach Impfung. Nach 4 Wochen wird ein
nahezu 100%iger Schutz erreicht, der rund 1 Jahr anhält.