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Dr. Matthew Bennell (Donald Sutherland) arbeitet beim Gesundheitsamt der Stadt San Francisco. Eines Tages erzählt ihm seine Kollegin und gute Freundin Elizabeth Driscoll (Brooke Adams) davon, dass ihr Lebensgefährte sich seltsam verhält und sie meint, er sei nicht mehr derselbe. Matthew tut sein Bestes, um sie zu beruhigen und glaubt an eine Beziehungskrise, weshalb er seinen Freund Dr. David Kibner (Leonard Nimoy), einen angesehenen Psychiater und Autor, zur Rate zieht, der ebenfalls an eine Krise in der Beziehung der beiden glaubt.
Jedoch beschleicht auch Matthew das Gefühl, dass in letzter Zeit in der Stadt, in der er sein ganzes Leben verbrachte, etwas nicht stimmt und vor allem die Menschen sich verändern. Als sein Bekannter Jack Bellicec (Jeff Goldblum) eine schreckliche Entdeckung auf der Arbeit seiner Freundin Nancy (Veronica Cartwright) macht, bestätigt sich Matthews Verdacht. Als er Alarm schlagen will und die Behörden versucht zu verständigen, merkt er, dass er nun im Fadenkreuz einer unbekannten Macht gelandet ist, die nun ihn und seine Freunde gnadenlos verfolgen und überall überwachen.
Scherben und eine veränderte WeltAuch wenn es Autor Jack Finney nach eigenen Angaben amüsiert, Interpretation seines bislang viermal verfilmten Romans Die Körperfresser kommen zu lesen, so muss man die Geschichte wie auch ihre Adaptionen vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit betrachten. Während sich Don Siegel in seiner Verfilmung Die Dämonischen noch sehr an die Vorlage hielt, weicht Philip Kaufmans Version vom Roman ab, verlagert die Handlung nach San Francisco und verändert vor allem das Ende der Geschichte. Herausgekommen ist ein bedrückender Film, der bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat und wie eine Parabel auf Konformismus zu verstehen ist, doch aus heutiger Sicht noch eine andere Lesart nach sich zieht. Die Körperfresser kommen ist in der Adaption Philip Kaufmans und des Drehbuchautors W. D. Richter einen Parabel auf Kollektivismus, dessen Versprechungen sowie die Zersetzung des Individuums innerhalb der oppressiven Masse.
Alles beginnt mit einer zerschlagenen Windschutzscheibe, als Matthew Bennell ein Restaurant verlässt, dessen Inhaber er gerade eine Verwarnung wegen angeblichen Rattenfäkalien in dessen Vorräten gegeben hat. Die Scheibe nimmt er schweigend zur Kenntnis, und diese bleibt auch über die Dauer der nächsten Tage bestehen, während sich um ihn herum die Welt und die Menschen, die sie bewohnen, bis zur Unkenntlichkeit verändern. Fast könnte man denken, es handle sich bei dem Bild um eine Art Vorläufer der Broken-Windows-Theorie, nach der ein Abweichen von der Normalität schnell behoben werden müsse, bevor es zu einem totalen Verfall kommen kann.
Jedoch ist die Veränderung bereits präsent, in der Atmosphäre, im Wasser wie auch in der Erde und sie macht sich schleichend auf den Weg, die komplette Kontrolle an sich zu reissen. Kaufman inszeniert eine langsame Umkehr des Normalen hin zu einer neuen „Normalität“, wo es nicht mehr darum geht, dass sich die Welt dem Menschen anpassen muss, sondern das Individuum in seinem Kern verkehrt wird. Das Monströse ist nicht mehr länger „das Andere“, wie in vielen Science-fiction oder Horror-Geschichten, denn es wird zum Normalen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis man sich dem anpasst.
Macht im KollektivDie Erzählweise wie auch die visuelle Herangehensweise hat bei Die Körperfresser kommen bisweilen etwas Dokumentarisches und bedient sich in seiner Bildsprache dem Paranoia-Kino der 70er Jahre (z.B. Zeuge einer Verschwörung von Alan J. Pakula). Wirklich brillant bei Kaufmans Film ist das Sounddesign, über das sich schon von der ersten Minute an das Fremde einschleicht, bis es in einem Schrei mündet, der für die Invasoren als Signal dient, wenn man einen weiteren Abtrünnigen gefunden hat. Der schrille Schrei wird zu einem Schrei der Masse und wird begleitet von schrecklich verzerrten Gesichtszügen, die nochmals den Triumph des Kollektivs über das Individuum betonen.
Dieses Kollektiv findet für das Monströse dann immer wieder ein Narrativ, wie es der von Leonard Nimoy gespielte Kibner macht, der sogleich sich einer psychologischen Theorie bedient, um die „Neurose“ seiner Patientin in einer verständlichen, einfach zu konsumierenden Diagnose zu verpacken. Gerade solche Momente sind noch viel bedrückender als die Special Effects, noch viel schauriger als die Enthüllung des Masterplans der Invasoren, denn sie führen vor Augen, dass es vielleicht jene gibt, welche diese neue Normalität nicht angreifen, sondern sie mit offenen Armen akzeptieren und zu Kollaborateuren werden.