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Therapie
oder
Therapeutik (grch.), die
Lehre
[* 2] von der Behandlung der
Krankheiten. Die allgemeine
Therapie lehrt hauptsächlich,
auf welche Art man durch Untersuchung des
Kranken, Diagnose und Kenntnis des natürlichen Verlaufs der
Übel die Heilanzeigen findet, und welche
Mittel im allgemeinen zur
Erfüllung der Heilanzeigen dienen können. Die specielle
Therapie zeigt das
Verfahren bei den einzelnen
Krankheiten in ihren verschiedenen
Arten und Formen und geht sodann in der Klinik (s. d.)
zu der Behandlung der einzelnen Krankheitsfälle über.
Man pflegt ein Heilverfahren, das auf dem
Grund des gerade herrschenden
Systems aufgebaut ist, eine rationelle Behandlung zu
nennen.
Da aber bisher noch kein einziges mediz.
System eine durchgängig untrügliche
Therapie entwickelt hat, so zieht der rationelle
Arzt außer diesem auch die Erfahrung zu Hilfe (Erfahrungs
therapie oder empirische Behandlung) und
berücksichtigt daneben auch noch die Individualität des
Kranken
(Eklekticismus, praktischer
Takt). Eine
«Encyklopädie der
Therapie», hg. von Liebreich, erscheint seit 1895 in
Berlin.
[* 3]
Die Zahl der Lehrbücher der allgemeinen wie der speciellen
Therapie ist ungemein groß.
Über allgemeine
Therapie schrieben
Richter, Ruete,
Schüßler, Hoffmann, von Ziemssen u. a. Die specielle
Therapie wird
der Natur der Sache gemäß stets mit der speciellen Pathologie verbunden; hierher gehören die Werke von Wunderlich,
Virchow,
Lebert, Niemeyer, von Ziemssen,
Gerhardt, Liebermeister,
Eichhorst, Leube,
Strümpell, Jürgensen,
Nothnagel, Penzoldt und
Stintzing
u. a.
Über die Geschichte der
Therapie vgl.
Petersen, Hauptmomente in der geschichtlichen
Entwicklung der medizinischen
Therapie (Kopenh.
1877). (S.
Elektrotherapie.)
Über Photochromatische Therapie s. d.