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Jagdhornblasen
Das Horn
Das Horn ist neben den einfachen Schlaginstrumenten wohl das älteste Musikinstrument. Viel wird über den Ursprung unserer heutigen Jagdhorntradition spekuliert. Es gibt auch weder einen eindeutigen Anfangspunkt noch eine einheitliche geschichtliche Linie. In praehistorischer Zeit wurden als Signal- und Jagdhorn Tierhörner benutzt. Auch Josuas Priester bliesen im 13. Jahrhundert v. Chr. bei der Belagerung Jerichos nicht auf Posaunen, sondern auf Widderhörnern. Die Etrusker stellten Hörner aus Terrakotta her, die Germanen bliesen auf Bronzeluren. Erst die Römer entwickelten die ersten gewickelten Hörner aus Metall.
Nachdem die Kunst konische Rohre zu wickeln im frühen Mittelalter in Vergessenheit geraten war, taucht sie im ausgehenden Mittelalter in Deutschland wieder auf. Im Mittelalter wurden auf Tierhörnern oder einfachen leicht gebogenen Blechhörnern sehr einfache, meist eintönige Signale geblasen, die lediglich zur Verständigung dienten. Darstellungen deutscher Parforcehörner gehen bis 1502 zurück. Von dort aus gelangten diese wahrscheinlich nach Frankreich. Michael Praetorius beschreibt 1619 in seinem "Syntagma musicum" verschiedene deutsche Horntypen. 1637 beschreibt Marin Mersenne in Frankreich ähnliche Hörner.
In Frankreich
In Frankreich war die Jagdtradition aufgrund des damaligen Reichtums an den Königshöfen sehr ausgeprägt. Insbesondere unter Louis XIV. nahmen die Jagden eine nahezu operettenhafte Gestalt mit viel Prunk, Ballett und Feuerwerk an. Es wurde auf Halbmonden und gegen Ende der 70er Jahre des 17. Jahrhunderts auf zunächst 1 -windigen C-Hörnern mit einer Rohrlänge von nur 2,27 Metern geblasen, die äußerlich und mit ihrem kleinen Tonumfang und Klang dem heutigen deutschen B-Parforcehorn (ein Ton tiefer) ähneln. Dieses Horn in C, sowohl 1 -und später auch 2 -windig, war bis weit über das Jahr 1710 hinaus in Gebrauch. In den folgenden 25 Jahren hielt wahrscheinlich aus Böhmen kommend, erst das 1 -windige 4,5m Horn in Frankreich Einzug. Das 3 -windige D-Horn wurde erst gebaut nachdem zwischen 1785 und 1831 die englische Reitkappe in Frankreich Einzug hielt. Die verschiedenen Hornarten wurden zu dieser Zeit nebeneinander verwendet. Entscheidend für ihren Einsatz waren nicht etwa ihre Musikeigenschaften, sondern einzig die Hutform und der Brustumfang des Jägers.
Graf Franz Anton Sporck
Doch zurück in den deutschen Sprachraum. In einer Zeit, in der das höfische Leben Frankreichs allgemein in Europa Maßstäbe setzte, kam der aus Niedersachsen stammende böhmische Graf Franz Anton Sporck auf seiner Reise durch die Metropolen 1680 nach Versailles. Vom Prunk beeindruckt, legte er zu hause sein Schloß und seinen Garten nach französischem Vorbild an.
Auch gründete er einen Hubertusorden und hielt Jagden nach französischem Vorbild ab, und erhielt noch zu Lebzeiten den Titel "Oberster Parforcejäger Europas". Er schickte 1682 zwei seiner Jäger zur Ausbildung nach Versailles. Diesen standen nach ihrer Rückkehr wahrscheinlich die modernen Hörner aus Nürnberg und Wien zur Verfügung, denn die Hornbauer in diesen Regionen waren bereits durch das corno da caccia, das zu dieser Zeit Einzug in die europäischen Konzertsäle hielt, im fortschrittlichen Hornbau geübt.
Die berühmtesten Hornbauer dieser Zeit waren J.H. Eichentopf, M. Leichamschneider, und die Nürnberger Ehe und Haas. Bereits Isaac Ehe (1586-1632) gilt als Europas bester Blechinstrumentenbauer seiner Zeit und als Begründer der berühmten Hornbauer-Dynastie. Auf diesen Hörnern war auf Grund der größeren Rohrlänge von 3,69-4,5m (F bis D) ein viel größerer Tonumfang und damit eine völlig neue Musik möglich. Im Laufe der Jahre wurden die Hörner immer stärker mensuriert. Diese Hörner gelangten nach Paris und auch zu Marquis de Dampierre und so zum zweiten male eine bedeutende Hornentwicklung von Deutschland nach Frankreich. Erst um etwa 1720 taucht jedenfalls das D-Horn auch in Frankreich auf, damals aber noch, wie schon oben beschrieben, anders mensuriert und gewickelt als heute, mit einem über weite Strecken zylindrischen Rohr. Alle Autoren sind sich darin einig, daß Böhmen ab dieser Zeit die führende Rolle in der europäischen Parforcehornmusik inne hielt. Aus dieser, auch in Deutschland und Österreich heute noch bedeutenden Epoche, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerte, ist sehr schöne Literatur für das ES-Horn hervorgegangen. Es fand in dieser Zeit auch der Übergang vom Jagdhorn zum Orchester-Waldhorn statt. Die Blütezeit dieser Epoche wurde unter Leopold Kozeluh erreicht, der 1792 Mozarts Nachfolger als Wiener Hofkapellmeister wurde. Das Veranstalten von Parforcejagden und die Haltung von Hundemeuten erwies sich jedoch als äußerst kostspielig, so daß im deutschsprachigen Raum ab etwa dem Ende des 18. Jahrhunderts nur noch wenige Parforcejagden abgehalten wurden. Und auch in Frankreich setzte die Revolution der glorreichen höfischen Jagdtradition ein Ende. In Deutschland behielt das Parforcehorn seinen traditionellen großen Durchmesser, in Frankreich setzte sich mit der modernen Trompmusik das 3 -windige D-Horn durch.
Schon hatte er den Bogen gespannt, um ihn zu erlegen, da erblickte er zwischen den Geweihstangen des Hirsches ein leuchtendes Kreuz. Betroffen sank er in die Knie. Jetzt vernahm er eine Stimme, die ihn mahnte, über den Dingen dieser Welt das ewige Leben nicht zu vergessen. Diese Erscheinung beeindruckte Hubertus derart, daß er sich mit ganzer Seele Gott zuwandte. Er verließ den Hof, verzichtete auf seine Ämter, verschenkte sein Vermögen an die Armen und zog sich in die Einsamkeit der Ardennen zurück, wo er eine Zeitlang als Einsiedler lebte. Dann begab er sich zu Bischof Lambert von Maastricht, der den Verwandelten belehrte und zum Priester weihte. Im Jahre 708 starb der hl. Lambert, und sein Bistum war verwaist. Papst Sergius, der heilige Mann, erhielt in einem Gesicht die Weisung, den Pilger Hubertus zum Nachfolger des Ermordeten zu weihen. Als Hubertus sich heftig wehrte, die Würde anzunehmen, erschien ein Engel vom Himmel, der ihn die bischöfliche Stola umlegte, worauf er, den Willen Gottes erkennend, sich alsbald fügte. Mit dieser himmlischen Stola konnte er später als Bischof viele heilen. Der Geweihte zog nach Maastricht zurück, um sein ihm von Gott auferlegtes Amt zu übernehmen. Er waltete als Bischof viele Jahre lang zum Segen des Landes und missionierte vor allem in seinem früheren Jagtgebiet, den Ardennen, unter großer Mühsal und Anstrengung, denn dort waren zu dieser Zeit die heidnischen Bräuche noch fest verwurzelt. Die Reliquien des hl. Lambert übertrug er in ein wunderschönes Gotteshaus, das er ihm zu Ehren hatte erbauen lassen. Der hl. Hubertus verlegte 721 seinen Bischofssitz von Maastricht an diesen Ort, der später den Namen Lüttich erhielt und sich zu einer reichen Stadt entwickelte. Im Jahre 727 holte Gott den rastlosen Missionar viel zu früh zu sich.
Hubertus wurde 656 oder 658 geboren. Er war der älteste Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Als Jüngling kam er an den Hof Theiderichs III. von Burgund und wurde von diesem zum Pfalzgrafen erhoben. Da er die Gunst des Fürsten besaß und durch ausgezeichnete Klugheit alle seine Missionen erfüllte, gelangte er bald in die höchsten Stellungen des Reiches. Hubertus vermählte sich nun mit der schönen Floribana von Löwen; doch nur kurzes Eheglück war ihm beschieden, da sie nach der Geburt ihres ersten Kindes Floribertus starb. Er empfand unsäglichen Schmerz über den frühen Tod seiner Gemahlin, und um seinen Kummer zu vergessen, stürzte er sich nun um so heftiger in allerlei weltliche Vergnügen. Da geschah es, daß er, in den tiefen Wäldern der Ardennen seiner Lieblingsbeschäftigung, der Jagt, nachgehend, einen kapitalen Hirsch aufspürte. Zur Verwunderung des leidenschaftlichen Jägers blieb der Hirsch ruhig vor ihm stehen.