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Honduras
Einwohner: 8 Mio
Fläche: 112 000 km2
Hauptstadt: Tegucigalpa
Sprache: spanisch
Währung: Lempira
Strom: 110 Volt
Bericht
Datum: 21.06.12
Ort: Leon
Ein ereignisreicher Tag geht heute dem Ende zu. Punkt 8 Uhr bin ich in San Miguel abgefahren und bin so gegen 8.45 Uhr am Border zu Honduras gekommen. Wie immer vor einem Grenzübergang halte ich etwa 5 km vorher noch an um für den Übergang alles bereit zu haben. Sämtliche Ausweise und die Unterlagen der Kradvagabunden kontrollierte ich und im gleichen Augenblick hält ein Auto neben mir an und ein gut englisch sprechender etwa 30 jähriger Mann stieg aus dem Auto und kam auf mich zu. Ob ich nach Honduras einreisen will, war seine Frage. Ja, sagte ich. Dir kradvagabunden hatten in Ihrem Bericht geschrieben, dass sie auch ein Grenzhelfer engagierten um über die Grenze zu kommen. Sie hatten keine guten Erfahrungen gemacht. Was soll ich machen? Ich bin mir bewusst, dass das Prozedere sehr aufwändig wird und deshalb habe ich mich entschlossen, auch so ein Grenzhelfer zu nehmen. 20 Dollar verlangte er für seine Dienste. Er zeigt mir wo wie was und verlangte von mir mein Pass und alle sonstigen Ausweise. Die gab ich Ihm, nachdem er mich angewiesen hat beim Zollgebäude zu parken. Dann verschwand er und kam wieder zurück und verlangte für Immigration 45 Dollar und für Versicherung, Kopien und Permit kam er wieder und verlangte immer wieder Geld bis auf 80 Dollar. Ich musste eigentlich nichts machen ausser Warten. Es muss sehr aufwendig sein. Immer wieder kam er aus dem Zollgebäude und ging in den Kopie-Shop. Das Spiel wiederholte sich sicher 4 Mal. Ich war immer am Warten. Während dem Warten kam plötzlich ein Wohnmobil mit einer Französischen Nummer. Er hat ebenfalls einen Helfer genommen und gesagt, dass es fast unmöglich sei, die Bürokratie zu durchschauen. Er ist schon mehr als ein Jahr unterwegs. Er ist in Argentinien gestartet und sein Ziel ist ebenfalls Anchorage, doch für das lässt er sich noch 2 Jahre Zeit. Nicht schlecht!! Etwas später kam ein Ami-Wohnmobil. Der winkte mir zu und ich ging auf Ihn zu. Es war ein Paraguayer mit seiner Frau. Sie haben das Wohnmobil in den USA gekauft und überführen es jetzt nach Paraguay. Ich war völlig erstaunt, dass der perfekt Deutsch geredet hat und wollte natürlich wissen, wieso dass er diese Sprache beherrscht. Er erklärte mir, dass er in Paraguay in einer Deutschen Siedlung aufgewachsen sei und er dort immer noch lebe. Er hätte auch Deutsch in der Schule gehabt und bei Ihm zuhause wurde nur Deutsch gesprochen. Ich habe mich echt gewundert, dass es das gibt. Auch er hat einen Helfer angestellt und meinte dasselbe, wie der Franzose, dass die Bürokratie unmöglich zu verstehen sei und er könne perfekt Spanisch. Wir haben uns dann verabschiedet und eine gute Reise gewünscht. Es war eine Bruthitze und ich suchte irgendwo einen Schattenplatz, wo ich trotzdem noch mein Töff im Auge haben konnte. Dazwischen kam wieder Polizei und kontrollierte am Töff die Fahrzeugnummer und dann kam noch die Desinfektion und sprühte die Räder ein. Ich war immer noch am Warten. Schlussendlich, um 11.37 Uhr war's auf meinem Navi, konnte ich dann weiter. Der ganze Helferlohn mit eingerechnet hat mich der Übergang 105 Dollar gekostet. Ich bin mir sicher, dass wenn ich's selber gemacht hätte, um einiges günstiger gekommen wäre, doch die Sache mit dem Töff ist sowas von kompliziert, dass ich dann einfach froh war, die erste Tageshürde genommen zu haben.
Jetzt war ich in Honduras!! In Honduras bot sich mir das gleiche Bild wie in El Salvador. Schmutz und nochmals Schmutz, unglaubliche gefährliche Strassen mit unzähligen Schlagbadewannen. Das ist kriminell hier zu fahren. Eines musste ich auch wieder nehmen, als ich hinter einem Lastwagen fuhr. Das haut dich fast aus dem Sattel und für die Vorderachse ist das sicher nicht gut. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, dass ich heute auch noch den Nicaragua Border machen werde. Ich habe deshalb auch kein Geld für Honduras gewechselt. Aufgetankt hatte ich noch in El Salvador und das Benzin müsste eigentlich locker bis nach Leon reichen. Die 130 km bin ich dann peinlich genau in den Geschwindigkeits-Limiten gefahren. D. h., wegen den Schlagbadewannen lag auch eine höhere Geschwindigkeit gar nicht drin. Ich wurde vorher gewarnt, dass die Polizeikontrollen äusserst fiess verlaufen können und man darf denen einfach nichts anbieten, was zu einer Verzeigung führen könnte. Es war eine Bruthitze so um 36 Grad. Ich hatte während der Durchfahrt durch Honduras 3 Polizeikontrollen und 1 Militärkontrolle. Alle gingen mit durchwinken ohne Probleme vorbei. Die Landschaft die sich mir in Honduras bot war wie El Salvador und Guatemala. Grün, Grün und nochmals Grün. Wie in einem Treibhaus. Etwa gegen 14.30 Uhr kam ich am Border zu Nicaragua an und die Grenzhelfer kamen wie die Hornissen auf mich zu. Soll ich jetzt das Spiel wieder machen wie in Honduras? Ich war völlig fertig von der Hitze und der Fahrerei, dass ich mich entschloss auch wieder so ein Helfer zu nehmen und ebenfalls für 20 Dollar. Na ja, der Border hat mich Schlussendlich auch wieder 100 Dollar gekostet, aber ich konnte dann wiederum mit fast 2 Stunden Wartezeit durch. Das war mein kurzes Gastspiel in Honduras.
Bemerkung zu Honduras
Ich kann den Schlusssatz von El Salvador nur wiederholen. Meine Eindrücke: Der Schmutz, Unrat, sehr gefährliche Strassen, alles Vergittert, viel Polizei, viel Militär, Arm aber nicht hungernd, sehr freundliche Leute.