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Die liberalen Eliten des 19. Jahrhunderts schrieben die Schweizer Geschichte als grosse Erfolgsstory. Selbst die Reformationskriege wurden zum heimlichen Beleg eidgenössischen Gemeinsinns umgedeutet: Die Legende von den reformierten und katholischen Soldaten, welche 1529 das gemeinsame Milchsuppenmahl dem Kampf vorgezogen hätten, sollte nationalen Zusammenhalt stiften. In Zug funktionierte dies nicht.
Die Erinnerung der Zuger galt der Schlacht auf dem Gubel. Auf der Anhöhe oberhalb von Menzingen hatten 1531 einige hundert Männer aus den Berggemeinden das reformierte Heer überfallen und ein Massaker angerichtet. Die Reformationskriege waren entschieden, Zug blieb katholisch, und rund um die Schlacht entwickelte sich eine Erinnerungskultur, die vor 1848 in Konkurrenz zur reformierten und danach im Schatten der nationalliberalen Erinnerungskultur stand. Das stolze Gedenken an das nächtliche Blutbad prägte das Zuger Selbstverständnis: Es schuf Helden, mobilisierte Massen und legitimierte noch Jahrhunderte nach der Schlacht eine katholische Weltanschauung. Allerdings brachte es auch Konflikte: Das Gedenken wurde politisch instrumentalisiert, gesellschaftliche Gruppen wurden vom gemeinsamen Erinnern ausgeschlossen.
Das reich illustrierte Buch erzählt von einem komplexen erinnerungsgeschichtlichen Fall. Zugleich schafft es Einblicke in die Geschichte des schweizerischen katholischen Milieus und in die Vergangenheit des Kantons Zug, in der sich die Entwicklungen grösserer Räume spiegeln.