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Der Nachrichtendienst
Die Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA) bildete bis 2000 den Schweizer Nachrichtendienst. Als Untergruppe der Gruppe für Generalstabsdienste war die UNA Teil der Armee. Für die Vorbereitungen während des Kalten Krieges war die Arbeit des Nachrichtendienstes zentral, da die durch ihn beschafften Informationen zur Lagebeurteilung und zu entsprechenden Vorkehrungen führten.
Während des Kalten Krieges waren die Nachrichtendienste, umgangssprachlich die "Geheimdienste", der unterschiedlichen Machtblöcke Europas besonders aktiv. Die UNA beschaffte Informationen über Funkaufklärung und über Zusammenarbeit mit sogenannten "befreundeten Nachrichtendiensten", also mit Nachrichtendiensten aus dem Westblock.
Oberst Albert Bachmann wurde beauftragt, den sogenannten "ausserordentlichen Nachrichtendienst" aufzubauen. Ziel war es, mittels eines eigenen Netzes von Agenten Informationen zu beschaffen. 1979 wurde Oberleutnant Kurt Schilling, welcher als Spion im Auftrag Bachmanns in Österreich ein Manöver auskundschaften sollte, bei seiner Spionagetätigkeit verhaftet. Nach dem darauffolgenden Abgang Bachmanns wurde der ausserordentliche Nachrichtendienst unter dem Decknamen P-27 in der UNA weitergeführt. Auch das Projekt-26 (siehe Kapitel "Widerstandsvorbereitungen") war Teil der UNA.
Der höchstsrangige Landesverräter der Schweiz, Brigadier Jean-Louis Jeanmaire, war zwar kein Spion eines ausländischen Nachrichtendienstes, verriet aber dennoch als geheim eingestufte Informationen. Der Kommandant der Luftschutztruppen gab dem russischen Militärattaché, mit dem er befreundet war und welcher ein Verhältnis mit Jeanmaires Frau hatte, vertrauliche Informationen weiter. Jeanmaire flog auf und wurde wegen Landesverrats zu 18 Jahren Zuchthaus und Degradierung verurteilt.
Auch ausländische Nachrichtendienste waren während des Kalten Krieges auf Schweizer Boden aktiv. Nach Ende des Kalten Krieges wurde beispielsweise 1998 bei Belfaux ein vergrabener Koffer mit Übermittlungsgeräten, Waffen und Geld von Bundes- und Kantonspolizei sichergestellt. Der Koffer war mit Sprengstoff gesichert gewesen, platziert hatte ihn der sowjetische Nachrichtendienst KGB.1
- 1: Foehr (2009)