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Geschichte
Es mag erstaunen, dass man hier auf die Familien von Erlach, von Bonstetten, von Fellenberg und auf Heinrich Pestalozzi stösst. Aber es ist so: Diemerswil hat eine reich befrachtete Geschichte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das kleine Dorf am äussersten Südosthang des Frienisbergs 1257 als „Diemarswile“. Woher der Name genau stammt, ist nicht überliefert. Sehr wohl überliefert ist aber, dass es im Brandwald, einem Waldstück, von dem aus man über die ganze Ebene blicken kann, einen hallstattlichen Grabhügel aus der Eisenzeit gibt, der 1855 gefunden und freigelegt wurde.
Das älteste Haus im Dorfkern, erbaut am Ende des 18. Jahrhunderts, ist ein kleines, einzigartiges und eigenwilliges Gebäude mit einem gemauerten und unterkellerten Sockel und einem Ofenhausteil, das „Ofehüsi“. Ganz in der Nähe befindet sich der Gasthof, ein voluminöser Riegelbau aus dem Jahre 1873.
Richtung Oberlindach stösst man auf das Schulhaus von 1827, in dem noch heute eine Mehrklassenschule beheimatet ist. Pestalozzi würde bestimmt heute noch die Gastfreundschaft in Diemerswil zu schätzen wissen, lebte er doch im Alter eine Weile als Gast von Philipp Emanuel von Fellenberg in der Mettlen. Der Pädagoge von Fellenberg hatte 1799 das Landgut Hofwyl übernommen und mit der Zeit verschiedene Lehranstalten gegründet. In der Mettlen in Diemerswil unterhielt er einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb.
Am südlichen Ende des Dorfes findet man drei Landwirtschaftsbetriebe. Zwischen 1918 und 1926 befand sich ein Grossteil dieser Gebäude im Besitz der Chocolat Tobler in Bern. Die Firma nutzte die Häuser als Feriensiedlung für Angestellte und deren Kinder.
Richtung Schüpberg kommt man an der Riedmatt vorbei. Hier findet sich ein Stöckli aus dem 19. Jahrhundert, ein in der Gemeinde einmaliger Riegelbau mit Malereien und Inschriften. Weiter Richtung Schüpberg, am nordwestlichen Rand des Dorfes, befindet sich die Siedlung Kohlholz.
Auch der Adel machte in Diemerswil Station und liess sich von der atemberaubenden Aussicht verzaubern: Junker und Hauptmann von Steiger besass einen Herrschaftssitz am östlichen Dorfrand, an dessen Stelle 1870 Philipp Emanuel von Fellenberg ein Schloss bauen liess. Die Grundrisse dieses Prachtbaus sind im Archiv der Nationalbibliothek erhalten geblieben. Nach von Fellenbergs Tod wechselten die Besitzer mehrmals. Unter ihnen war die Familie von Erlach, die den Besitz als Jagdschlösschen nutzte. Bevor das Schloss abgerissen wurde – es gibt verschiedene Quellen zum Zeitpunkt des Abbruchs, die einen sprechen von 1965, die anderen von 1969 – besass Frau von Bonstetten das Anwesen. Sie war auch die Letzte, die darin wohnte.
Heute ist Diemerswil ein kleines, aber eigenständiges Dorf mit rund 200 Einwohnern, einem hervorragenden Restaurant und einer Mehrklassenschule.