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Die Regierung hat die Botschaft über die bauliche Erweiterung des Bündner Kunstmuseums zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Das Museum benötigt eine grössere Ausstellungsfläche und zeitgemässe Infrastrukturen. Der bestehende Sulserbau soll dazu einem Neubau weichen. Dies zeigt auch das Ergebnis eines zwischenzeitlich abgeschlossenen Architekturwettbewerbes.
Die heutige betriebliche und bauliche Situation ist für das am Churer Postplatz gelegene Bündner Kunstmuseum aufgrund eines seit Jahrzehnten bestehenden Platzmangels äusserst unbefriedigend. Bereits in der kantonalen Museumskonzeption von 1976 wurde für das Kunstmuseum ein Raumbedarf von 3'800 Quadratmetern ausgewiesen. Die zwischenzeitliche Renovation, Restaurierung und der Umbau des Museums von 1987 bis 1990 brachten keinen markanten Raumgewinn. Mit rund 1'900 Quadratmetern steht dem Kunstmuseum heute die Hälfte des vor 36 Jahren definierten Raumbedarfs zur Verfügung.
Neuzeitliche Räume für Werke und Ausstellungen
Die von der Regierung nun vorgeschlagene bauliche Erweiterung des Museums soll die infrastrukturellen Mängel beheben und neuzeitliche Museumsräumlichkeiten schaffen. Die Botschaft, welche der Grosse Rat in der Junisession beraten wird, sieht eine zusätzliche Ausstellungsfläche von rund 2'700 Quadratmetern vor, womit der aktuelle Flächenbedarf des Museums von total 4'600 Quadratmetern vollständig abgedeckt würde. So könnten in Zukunft ein angemessener Anteil der Bündner Kunstsammlung präsentiert und vermehrt attraktive Wechselausstellungen von anderen Kunstmuseen übernommen werden.
Heute können in der Dauerausstellung des Museums in der Villa Planta vom gesamten Kunstbestand nur gerade drei Prozent dem Publikum gezeigt werden, und ein minimales Raumangebot für Wechselausstellungen im sogenannten Sulserbau verunmöglicht zunehmend attraktive Museumskooperationen. Zudem können Standards bezüglich Sicherheit und Raumklima nicht eingehalten werden.
Sulserbau soll durch Neubau ersetzt werden
Verschiedene im Vorfeld der Museumsplanung eingeholte Machbarkeitsstudien zeigten, dass aufgrund der knappen Platzverhältnisse auf dem Museumsareal die nötige Erweiterung ohne Abbruch des als grundsätzlich erhaltenswert eingestuften Sulserbaus kaum oder nur mit erheblichen Nachteilen zu realisieren wäre.
Die Resultate eines aus Zeitgründen parallel zur Botschaftserarbeitung durchgeführten Architekturwettbewerbes bestätigen nun die Ergebnisse dieser in der Botschaft vorgestellten Vorstudien. Sämtliche der 18 eingegangenen Projekte sehen den Ersatz des für Kunstausstellungen nur bedingt geeigneten Sulserbaus vor. Als Wettbewerbssieger wurde von der eingesetzten Jury das Architekturbüro Barozzi Veiga aus Barcelona mit seinem Projekt "Die Kunst der Fuge" erklärt. Auf dem zweiten Platz folgt das Projekt "Hyllis" vom Architekturbüro EM2N aus Zürich. Den dritten Rang erzielte das Projekt "Alberto" von Valerio Olgiati aus Flims.
Nach Ansicht des Preisgerichts besticht das Siegerprojekt durch die präzise und klare Setzung in sein architektonisches Umfeld. Gut proportionierte Räume für die Sammlung und eine flexible Raumstruktur für Wechselausstellungen überzeugten auch im funktionalen Bereich. Das Architekturbüro Barozzi Veiga hat schon mehrere Bauten für die Kultur ausgeführt und Wettbewerbe für Kunstmuseen gewonnen, so u.a. denjenigen für das musée des beaux arts in Lausanne im letzten Jahr.
Zu zwei Dritteln durch grosszügige Schenkung finanziert
Die Investitionskosten für die Museumserweiterung betragen 28.5 Mio. Franken. Diesen Bruttoinvestitionen stehen 20 Mio. Franken Einnahmen aus einer zweckgebundenen Schenkung gegenüber (Regierungsmitteilung vom 07.06.2011
). Somit verbleibt für den Kanton eine Nettoinvestition von 8.5 Mio. Franken. Vorgesehener Baubeginn ist im Oktober 2013. Eine Eröffnung des erweiterten Kunstmuseums wäre im September 2015 möglich.
Ausstellungshinweis:
Alle 18 Projekte des international ausgeschriebenen Architekturwettbewerbes werden vom 3. bis 29. April 2012 im Bündner Kunstmuseum in Chur öffentlich ausgestellt. Der Eintritt zur Ausstellung der Projekte ist frei. Der Bericht des Preisgerichts kann zudem auf der Homepage des Hochbauamts Graubünden unter www.hochbauamt.gr.ch
eingesehen und heruntergeladen werden.
Auskunftspersonen:
- Regierungsrat Mario Cavigelli, Vorsteher Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement, Tel. 081 257 36 01
- Markus Dünner, Vorsteher Hochbauamt Graubünden, Tel. 081 257 36 31
- Stephan Kunz, Direktor Bündner Kunstmuseum, Tel. 081 257 28 68
Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden