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Im November 2020 wurde bei Günther Ketterer ein Tumor im Gallengang entdeckt. Eine Form von Krebs, die nomalerweise in kurzer Zeit zum Tod führt. Drei Jahre später baut er sein soziales und kulturelles Engagement wieder aus – dank einem Medikament, welches zur Behandlung seiner Diagnose eigentlich noch nicht zugelassen ist.
Am 4. November 2020 stand mir im Spiegel plötzlich ein gelber Mann gegenüber. Ich sah aus wie ein Neugeborenes, das Gelbsucht hat. Um herauszufinden, was da los sein könnte, habe ich den Hausarzt konsultiert. Der hat mich dann schnurstracks in die Notaufnahme des Inselspitals geschickt. Die Ärzte im Inselspital erklärten mir, dass ich gelb sei, weil ein Tumor meinen Gallengang verschlossen. Die ganzen Giftstoffe der Leber wanderten in den Körper und traten durch die Haut aus.
Keine zwei Wochen später, am 17. November, wurde ich bereits operiert. Der Tumor um den Gallengang und die Gallenblase wurden entfernt und die Leber direkt an den Dünndarm angeschlossen. Bereits im Januar 2021 wurde die Chemotherapie gestartet.
Der gelbe Mann hat mir anfangs keine Angst gemacht. Ich hatte ja keine Ahnung was los war und hoffte, dass es etwas harmloses wie Hepatitis sein könnte. Ich bin ja kein Medizinmann. Je weiter die Untersuchungen voranschritten, umso schlimmer wurde es. Bis mir die Ärzte dann sagten, dass ich einer der schlimmsten Krebsarten habe, die man haben kann.
Als ich langsam realisiert habe, dass mein Leben an einem seidenen Faden hängt, habe ich angefangen über mein Leben nachzudenken. Nicht nur darüber, wie mein Leben enden soll, sondern vor allem darüber, was ich getan habe. Ich konnte mich an so einiges erinnern, das ich gut fand. Zusammen mit meiner Frau habe ich beschlossen, eine Biografie verfassen zu lassen, so dass zumindest unsere Kinder zurückschauen können. Ob sie sich veröffentlichen lässt, wird sich noch zeigen.
Nach vier Monaten Chemotherapie war klar, dass diese nicht wirkt. Die CT-Bilder zeigten nur wachsende Metastasen. Mein Onkologe Dr. Ferdinando Cerchiello erklärte mir, dass ich ohne alternative Therapie sterben würde. Anfang Mai wurde mir angeboten, bei einer Studie der Firma Merk AG aus den USA mitzumachen. Bei dieser Studie werden zwei Medikamente kombiniert, die bisher nur für andere Krebsarten verschrieben worden sind. Die Firma wollte eine Zusalssung für weiter Tumorarten erwirken und es sollte getestet werden, ob die beiden Medikamente in Kombination vergräglich sind (Phase 2 Studie). Für mich war die Studienteilnahme der einzige Weg, dem Tod zu entrinnen.