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Otto Schläpfer
Palmares: Schweizermeister 1948 (mit Davos) & 1961 (mit ZSC), Schweizer Cupsieger 1960 & 1961 mit dem ZSC, 2 x Topskorer Nati A, 230 Spiele / 380 Tore für den ZSC, International 5 x WM / 2 x Olympia, über 100 Länderspiele.
Auf die Saison 1953/54 hin wechselte der 22-Jährige Otto Schläpfer von Lausanne aus beruflichen Gründen ins Hallenstadion. Die erste Meisterschaftspartie ging auf der Monruz-Eisbahn in Neuenburg 4:1 verloren. In der Presse wurde seine Leistung wie folgt festgehalten: «Der neue Stürmer Schläpfer, gerade von einer Erkältung genesen, liess seine Reflexe vermissen.» Bereits im zweiten Meisterschaftsspiel am 05.12.1953 in der KA-DE-WE zu Bern netzt Schläpfer ein erstes mal ein.
Bereits in seiner zweiten Saison belegte Schläpfer das Amt des Captains. Am 08.12.1954 schoss Schläpfer den HC Ambri Piotta fast im Alleingang ab. Von den acht Zürcher Toren steuerte Schläpfer selbst deren fünf bei. Am 27.12.1954 war Arosa zu Gast. Das Arosa, dass letztmals vor vier Jahren ein Meisterschaftsspiel verloren hatte, im Hallenstadion. Das kongeniale Sturmduo Schläpfer/Spielertrainer Maguire spielte gross auf. Schläpfer erzielte ein Tor und schickte im Schlussdrittel Maguire dreimal auf die Reise, was dieser zu drei Toren zum 6:2 Endstand nützte. Arosa, welches die Gebrüder Poltera und Trepp übermässig strapazierte (während des gesamten Spiels verliessen die Drei das Eis für nur sieben Minuten!), erinnerte an eine angezählten Boxer, der nicht mehr reagieren konnte. Zum Ende der Saison reichte es dann den Arosern dennoch zum Meistertitel.
Zum ersten Heimspiel der Saison 1955/56 kam der Schweizermeister Arosa zu Gast. Das Spiel war ein einziges Spektakel. Die Partie wurde von zwei überragenden Spielern geprägt – Hans-Martin Trepp und natürlich Otto Schläpfer. Die beiden waren beim 8:8 Endstand je vierfache Torschützen. Auch im Heimspiel gegen Davos zeichnete sich Schläpfer erneut als vierfacher Torschütze aus. Der ZSC schloss diese Saison auf Platz vier ab und Schläpfer wurde dank seiner 25 Tore dritter der nationalen Torschützenliste.
Nachdem man sich die letzten Saisons der Spitze angenähert hatte, musste die Saison als Rückschlag bezeichnet werden. Diese wurde auf dem fünften Rang abgeschlossen, allerdings mit einem grossen Rückstand auf die Spitzenplätze. Schläpfer war diese Saison zeitweise verletzt. Als unrühmlichen Negativpunkt darf sicher der Cupfinal bezeichnet werden, welcher in Neuenburg sang und klanglos vmit 0:14 verloren wurde.
Auf die Saison 1957/58 hin übernahm Max Thierstein das Präsidentenamt. Dieser wollte mit einer straffen und strengen Organisation einen neuen Teamgeist schaffen. Auch arrivierte Stars sollen sich in Zukunft ein Aufgebot verdienen. Seiner Meinung nach sei der ZSC die letzten Jahre unter Wert geschlagen worden. Erste Früchte trug das strenge Regime beim vielbeachteten vorsaisonalen Turnier zu Mailand. Das erste Saisonspiel konnte man in Lausanne 6:4 gewinnen. Schläpfer, für sein 100. Spiel im ZSC geehrt, erzielte dabei halb grippegeschwächt zwei Tore. Bereits das zweite Saisonspiel brachte das erste Stängeli. Schläpfer erzielte einmal mehr Tore am Laufmeter und steuerte vier Treffer zum 11:1-Sieg bei. Die erste Saison unter Thierstein resultierte dann der dritte Rang. Zum Saisonschluss wurde dann leider der Cuphalbfinal in Lausanne 1:6 verloren. Allerdings kam die Niederlage erst im Schlussdrittel (1:5) zu Stande.
In der Saison 1958/59 wurde die erste Meisterschaftshälfte auf dem vierten Platz abgeschlossen, dies mit vier Siegen und drei Niederlagen. Als am 25.01.1959 wieder einmal Arosa im Hallenstadion gastierte, amtete der rekonvaleszente Schläpfer als Coach. Der eigentliche Trainer Beach spielte ja jeweils auch noch mit. Das «Trainerdebut» von Schläpfer konnte mit 10:6 als erfolgreich gewertet werden. Gegen Ambri war dann Schläpfer wieder auf dem Eis und steuerte drei Tore zum 8:2-Sieg bei. Kurz darauf stand das Auswärtsspiel in Basel an. Schläpfer, noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, demonstrierte wieder einmal seine unglaubliche Klasse. Zum 8:4-Sieg steuerte er sagenhafte sechs Tore bei. Nun lief die Torfabrik wieder. Kurz darauf, bei der 6:9-Niederlage in Lausanne, erzielte Schläpfer wieder vier Tore. Am 19.02.1959 gastierte dann der Aufsteiger und überraschender Leader aus Bern in Zürich. Schläpfer liess für einmal dem Duo Beach / Schubiger das Toreschiessen, bereitete aber mindestens vier Treffer zum 10:4-Sieg vor. Aufsteiger Bern wurde dann doch noch Meister und der ZSC beendete die Meisterschaft wie im Vorjahr auf dem dritten Platz.
Auf die Saison 1959/60 hin verliess der Spielertrainer Beach den ZSC. Otto Schläpfer war zu Stelle und beerbte diesen. Als «Assistenten» während der Spiele wurden Schläpfer Präsident Thierstein sowie Materialwart (!) Hunziker zur Seite gestellt. Das erste Meisterschaftsspiel konnte dann auch gleich in Neuenburg mit 8:3 gewonnen werden. Die Doppelfunktion Spieler / Trainer schien den Torinstikt Schläpfers nicht zu beeinträchtigen, schoss er doch vier Tore.
Zwischendurch waren auch noch Spiele mir der Nati zu bestreiten. Am Länderspiel vom 12.12.1959 in Ambri gegen Italien bestritt Schläpfer sein 100. Nati-Spiel. Der Verband war allerdings der Ansicht, dass es erst das 99. sei und ehrte Schläpfer ein Spiel später in der damaligen Tchechoslowakei. Laut Medienberichten sollen dabei die Tchechischen Spieler einen «Affentanz» aufgeführt haben.
Im siebten Saisonspiel erlitt der ZSC im St. Margrethenpark dann die erste Niederlage. Die Tabellenspitze konnte dennoch mit drei Punkten Vorsprung auf Davos gehalten werden.
Im Februar machte dann eine Krise bei den Schläpfer-Mannen halt. Hintereinander wurden die Spiele gegen Ambri, Davos und Bern verloren. Die Meisterschaft war aber noch nicht verloren und bereits im nächsten Spiel wurden die Young Sprinters mit 9:4 wieder zurück über den Röstigraben geschickt. Schläpfer selbst erzielte dabei drei Tore. Ein unglaublicher Torgarant! Was heute undenkbar erscheint, war dazumals gang und gäbe.
Der ZSC absolvierte sein letztes Meisterschaftsspiel (9:2 gegen Basel) und führte die Tabelle mit einem Punkt Vorprung auf Davos und deren drei auf Bern an. Davos hatte aber noch ein Spiel zu spielen, Bern gar deren zwei. So blieb den Cracks nichts anderes übrig, als aus der Ferne zu beobachten, wer sich nun den Titel sichern würde. Davos bezwang dann schon bald darauf den SCB mit 6:2 und war wieder Schweizermeister. Somit erreichte Schläpfer in seinem ersten Trainerjahr die Vizemeisterschaft. Mehr noch, man war bis auf einen Punkt auf den Meister herangekommen.
Zu Saisonbeginn 1960 /61 ging es zum ersten Mal nach Kloten. Allerdings noch nicht auf Meisterschaftsniveau, aber die Auslosung des Cup-Sechzehntelfinals erbrachte dieses Derby. Mit 17:1 wurden die Flughafenstädter gedemütigt.
Am alljährlichen Precisacup setzte sich dann der ZSC erneut durch. Bei der kleinen Feier im Restaurant Marktplatz, resp. Trüübli-Bar, dann der Schock: Präsident Thierstein, gerademal 37 Jahre alt, erlag mit Pokal in den Händen einem Herzschlag.
Bis zum ersten Saisonspiel in Lausanne zeigte sich die Mannschaft aber gut erholt vom Schock. Spielertrainer Schläpfer war mal wieder der überragende Mann mit sieben Toren beim 12:4-Sieg. Nach acht Runden zierte dann der ZSC die Tabellenspitze mit zwei Punkten Vorsprung auf Visp. Mitte Februar konnte sich der ZSC von seinen Verfolgern in der Tabelle absetzen. Sieben Punkte Vorsprung auf den zweiten Young Sprinters, welche allerdings zwei Spiele weniger absolviert hatten. Zwischendurch qualifizierte sich der ZSC auch noch für den Cupfinal, dies nach einem Sieg in Aarau gegen den SC Basel mit 7:3. Das Double war nun sehr nahe. Nachdem Davos auch noch 9:4 niedergekantert wurde, fehlte noch genau ein Punkt zum dritten Meistertitel der Geschichte. Dieser sollte am 16.02.1961 zu Neuenburg gegen den zweitplatzierten Gegner eingespielt werden. Das Spiel, welches lange auf Messers Schneide stand, konnte im Schlussdrittel mit zwei Toren von Ehrensperger entschieden werden. Natürlich, nicht nur das Spiel war zugunsten der Zürcher entschieden, sondern auch die Meisterschaft. Es war im Übrigen das letzte Mal, dass eine Mannschaft mit einem Spielertrainer Meister wurde. Am 23.02.1961 stand noch der Cupfinal gegen Visp an. In diesem setzte sich der ZSC mit 5:3 durch und gewann somit das erste Mal in der Clubgeschichte das Double. Ein schöner Erfolg für Spielertrainer Schläpfer und seinen Mannen. Die Meisterprämie von einer Uhr sowie 100 Franken hatten sich die Cracks wahrlich verdient. Allerdings konnten sich die Spieler nicht lang an den Uhren erfreuen, denn die nachträglich angebrachten Gravuren zogen die Mechanik zu stark in Mitleidenschaft.
Auch die letzte Saison Schläpfers beim ZSC (1961/62) lief gut an. Gleich zu Saisobeginn wurde die Young Sprinters auswärts (auch zu dieser Zeit war das Hallenstadion zu Saisonbeginn jewels andersweitig belegt) mit 14:2 niedergekantert. Spieletrainer Schläpfer erzielte nicht zum ersten mal in seiner Karriere fünf Treffer. Am 07.12.1961 gastierte Ambri zum Cuphalbfinal auf dem Dolder. Völlig überraschend verlor der Cupholder mit 2:3. Schon früh war der Traum von einer Wiederholung des Doubles geplatzt. Nur vier Tage später bot sich dem ZSC Gelegenheit zur Revanche in der Meisterschaft. Der meistgenannte Abstiegskandidat aus der Valascia überraschte erneut und entzauberte den ZSC mit 8:1. Damit war auch die erste Meisterschaftsniederlage bezogen.
Das nächste Spiel gegen Bern war somit bereits ein Messgrad, in welche Richtung sich die Meisterschaft entwickeln würde. Die erste Linie mit Schläpfer – Ehrensperger – Berchtold zeigte sich gegenüber den Ambri-Spielen stark verbessert und skorte im Startdrittel viermal. Zum Schlussresultat von 11:5 steuerte Schläpfer drei Tore bei. Nach einer zwischenzeitlichen Hausse kam es dann zum dritten Aufeinandertreffen mit Ambri. Wie in den vorangegangenen Duellen behielt Ambri auch dieses mal die Oberhand und siegte im Hallenstadion mit 4:3. Somit wuchs der Rückstand in der Tabelle nach zehn Spielen auf vier Verlustpunkte gegenüber Visp an.
Die Visper, erst in ihrer zweiten Saison in der Nationalliga A, liessen sich die Butter nun nicht mehr vom Brot nehmen. Mit Ihren Spielerpersönlichkeiten wie Salzmann, Pfamatter und den Truffer-Brüdern konnten sie den Meistertitel bereits frühzeitig sichern. In der letzten Runde kam es wie der Zufall so will, zum Duell des neuen gegen den alten Meister. Schläpfer, welcher in der Zwischenzeit in der Verteidigung spielte, konnte die 3:4-Niederlage zum Saisonausklang auch nicht verhindern.
Am Dolderturnier ende Februar, stand Schläpfer dann zum letzten mal im Dienste des ZSC auf dem Eis. Das Spiel ging mit 5:13 gegen GC verloren.
Auf Ende Saison hin hatte der ZSC nicht nur den Abgang von Otto Schläpfer zu verkraften, sondern auch noch zwei weitere, nämlich Otto Schubiger und Rolf Härry. Schläpfer heuerte danach beim A-Neuling Kloten als Trainer an und wurde mit den Elite-Junioren, welche er nebenbei auch noch betreute, dreimal Meister. Danach widmete sich Schläpfer seiner beruflichen Laufbahn. Einmal noch sollte er beim ZSC einspringen, in der Saison 1967/68, und rettete den ZSC prompt vor dem Abstieg.