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Historisch
bedeutende Gebäude
in Buch
Schulhaus
Die Einrichtung von Schulen auf dem Lande war eine Folge der Reformation um 1519. Der Leseunterricht sollte den Leuten ermöglichen, die Bibel selber zu lesen.
Freilich dauerte es seine Zeit, bis alle Dörfer über eine Schule verfügten.
Der erste uns bekannte Lehrer in Buch war 1615 Urban Keller von Siblingen. Von einem regelmässigen Schulbesuch konnte damals kaum die Rede sein. 1642 beschwerte sich Dekan Melchior Hurter über die Eltern, welche die Kinder weder im Sommer noch im Winter zur Schule schickten. Noch 1752 musste der Rat die Eltern ermahnen, ihre Kinder auch sommers in die Schule zu lassen.
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts versahen auswärtige Schulmeister den Schuldienst in Buch. Zuweilen muss es sich um tüchtige Leute gehandelt haben. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stiegen gleich zwei Schulmeister Johannes Christ und Hans Jakob Stillemann zur Würde eines Untervogtes auf. Seit 1760 lehrte ein Bucher, Michael Genner, die Jugend das Lesen und Schreiben. Bis 1802 blieb das Schulmeisteramt in den Händen dieser Familie. 31 Jahre lang unterrichtete sodann der gelernte Zimmer- mann Johannes Ruh. Weniger lang hielt es sein Sohn Benedikt im Amte aus. Seine Wirkungszeit dauerte nur sechs Jahre. Ein tüchtiger Lehrer war sein Nachfolger Michael Schlatter von Hemmental. 1846 in sein Amt eingesetzt, blieb er darin bis 1878. Er war der einzige Lehrer, der sich in Buch ein Haus baute.
Als gegen Ende der fünfziger Jahre die zulässige Zahl von 60 Schülern pro Abteilung überschritten wurde, musste ein zweiter Lehrer angestellt werden. Bis 1916 bestanden zwei Abteilungen. 1916 bis 1931 unterrichtete wieder ein Lehrer alle Schüler. 1931 bis 1947 waren wieder zwei Lehrer an der Schule tätig. Bis 1964 kam man dann wieder mit einem Lehrer aus. Dasselbe gilt erneut seit 1976.
Als Schulzimmer diente anfänglich die Wohnstube des Lehrers. 1727 wird erstmals ein Schulhaus in Buch erwähnt. Dieses dürfte mit dem 1742 genannten Gemeindehaus identisch sein. Das Haus befand sich im Hinterdorf. 1799-1804 muss es, den Rechnungen zufolge, gründlich umgebaut worden sein. Vermutlich richtete die Gemeinde damals Wohnzimmer für die Gemeindearmen darin ein. 1836 hatte das Schulzimmer eine Erneuerung nötig. Mit der Teilung der Schule 1857 wurde auch die Frage nach einem zweiten Klassenzimmer akut. Nachdem man sich anfänglich der Baukosten wegen gegen die Teilung gesträubt hatte, fand man schliesslich in der Mühle ein Schullokal. Der Plan eines Schulhausneubaus blieb jedoch bestehen.
Nach dem Kirchenbau ging man ernsthaft an die Sache heran. Endlose Trödlereien um den Bauplatz verzögerten jedoch den Bau. Zuletzt einigte man sich auf den jetzigen Standort, wo 1864 mit dem Bau begonnen wurde. Die Gemeinde hatte, im Bestreben zu sparen, die billigste Offerte von Konrad Schneider, Bäcker in Dörflingen, angenommen. 1865 war dieser nach Neunkirch verzogen und zeigte keine grosse Lust mehr, den Bau zu vollenden. Trotz Androhung massiver Abzüge liess er sich nicht mehr auf dem Platze blicken, so dass die Baukommission die Sache selber an die Hand nehmen musste. Am 10. November 1865 konnte das Gebäude in Anwesenheit des Vizepräsidenten des Erziehungsrates, Antistes Mezger, eingeweiht werden.
1928/29 ersetzte man die primitiven Abort- anlagen durch einen zeitgemässen Abortanbau. Der Plan, ein öffentliches Bad darin einzurichten, kam nie zur Ausführung. Tiefgreifende Änderungen am Innenausbau brachte die Renovation von 1958/59. Die Lehrerwohnung im Erdgeschoss wurde ausgehöhlt und an ihrer Stelle ein neues Schulzimmer eingerichtet. Im ersten Stock diente das bisherige Schulzimmer fortan Gemeinde- und Vereinszwecken. Auf der Westseite, über dem neuen Schulzimmer, wurde eine zweckmässige und sonnige Lehrerwohnung eingebaut.
Die Teilung der Gesamtschule im Herbst 1964 beanspruchte den Gemeindesaal erneut als Schulzimmer. Dessen gleichzeitige Weiterbenützung als Gemeinde- und Vereinslokal kam aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Nachdem andere Lösungen nicht befriedigen konnten, beschloss die Gemeindeversammlung am 13. April 1966 den Bau einer Mehrzweckturnhalle in Elementbauweise.
Anfang 1967 konnte der Neubau bereits benutzt werden. Am 23. Juni 1967 wurde er in einer gelungenen Einweihungsfeier offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Eine gehaltvolle Ansprache des Erziehungsdirektors Dr. H. Wanner setzte dem Fest einen besonderen Glanzpunkt auf. Mit dem Turnhallenbau verbunden war eine Neugestaltung der ziemlich verwahrlosten Turnanlagen im Freien. Längst möchte man die anfänglich umstrittene Turnhalle nicht mehr missen, denn während der kurzen Zeit ihres Bestehens hat sie ihre Existenzberechtigung mehr als einmal schlagend bewiesen.
Nach dem Turnhallenbau formierte sich 1967 eine Damenriege auf freier Basis. 1873 traten etliche Eltern an den Gemeinderat wegen der Einrichtung einer Kleinkinderschule heran. Die Gemeinde zeigte sich aber nicht geneigt, diese zugegebenermassen nützliche Institution zu unterstützen, Sieben Jahre später richtete dann ein privater Verein im alten Schullokal eine Kinderschule ein. Anfang der neunziger Jahre wurde sie in das Haus «Zur alten Post» verlegt. 1894 erwarb der Verein für die Kleinkinderschule von Johann Brütsch dessen Schmiede im Ausserdorf und gestaltete den russigen Raum zu einem freundlichen Schulzimmer um. 1924 wurde dieses vergrössert, und 1960 baute man der Kindergärtnerin, die seit 1913 im Armenhaus wohnte, eine Wohnung über dem Schulzimmer ein. Ende 1971 übernahm die Einwohnergemeinde Gebäude und Verpflichtungen des Kinderschulvereins.