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Heinz und Hannelise Weder Stiftung, Bern
Heinz Weder (1934-1993) ist in Berneck (Rheintal) als Sohn eines Bankverwalters aufgewachsen. Nach der Handelsmatur in St. Gallen hat er in Basel kurze Zeit in der Coop-Verwaltung, dann in Genf in einer Bank gearbeitet. Genf blieb für ihn eine wichtige Stadt, weil da die Freundschaft mit dem Schriftsteller Ludwig Hohl ihren Anfang nahm.
Danach hat er sich in Bern niedergelassen, wo er - seinen Neigungen entsprechend - die Buchhändlerschule besuchte und ein paar Jahre bei Francke als engagierter Buchhändler arbeitete. Dank seiner Vielseitigkeit wurde er in die Leitung des medizinischen Verlags Hans Huber, Bern, berufen. Nach zwanzig Jahren in diesem Betrieb wurde er Lektor im Gustav Fischer Verlag Stuttgart.
Die Begegnung mit der Übersetzerin Hannelise Hinderberger, seiner späteren Frau, beeinflusste sein schriftstellerisches Schaffen. Er fühlte sich stark zur Welt des Surrealismus hingezogen, was seine Werke „Der Makler”, „David Schelling und Sabine” und „Brunke” beweisen.
Herausragend sind seine zahlreichen Hörspiele (u.a. „Ich möchte mit dir Schwäne fliegen sehen”) und seine Lyrik.
Als Verfasser von Essays über Robert Walser, Ludwig Hohl, Rodolphe Toepffer etc., als Herausgeber eines Ulrich Bräker-Lesebuchs und verschiedener Anthologien (bei Manesse), als Rezensent und Feuilletonist an verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften (NZZ, Bund, Du) und schliesslich als Herausgeber einer eigenen Zeitschrift namens „Tantalus” hat sich Heinz Weder auf vielseitigste Art für die Literatur, für Buch und Sprache eingesetzt.
Auch innerhalb der Malerei entdeckte er immer neue Ausdrucksmöglichkeiten. Eine kleine Anzahl seiner Aquarelle sind in der Anthologie „Traum aus schwarzen Krügen” zu finden, zarte, überraschende Zeichen seines vielschichtigen, nie erlahmenden Schaffens. Ein Herzstillstand hat diesem Schaffen ein unerwartetes Ende gesetzt. Heinz Weder ist am 2. Mai 1993 in seinem Heim in Riggisberg (BE) gestorben.