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Lispeln und Stottern bei Kindern
Ein Kind entwickelt seine Sprache in seinen ersten drei Lebensjahren. Dieses Erlernen setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
- zuerst kommt die Aussprache einzelner Buchstaben und Worte
- dann der Wortschatz und
- zuletzt die Grammatik
In den darauf folgenden Jahren verfeinert es seine Sprachentwicklung weiter. Es kommt aber auch vor, dass Störungen auftreten und diese Entwicklung sich verzögert.
Das Lispeln (Sigmatismus)
Diese Aussprachstörung ist eine der häufigsten Sprachstörungen. Das Kind erlernt hier den Wortschatz und die korrekte Grammatik. Es setzt aber einen oder mehrere Laute durch nicht existierende oder fehlerhafte Laute ein. Am häufigsten werden dabei das S und andere Zischlaute falsch ausgesprochen, weil die Zunge zwischen statt hinter den Zähnen bleibt.
Wenn Ihr Kind lispelt - bis zum dritten oder vierten Lebensjahr - brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Das kann zu seiner normalen Sprachentwicklung dazu gehören. Sollte sich das Lispeln Ihres Kindes nicht legen, sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an, damit dieser abklären kann, ob die Ursache körperliche oder psychische Wurzeln haben könnte.
Auch das Ausfallen der Milchzähne kann das Lispeln verschwinden lassen. Auch wenn Ihr Kind lispelt, reagieren sie gelassen. Druck oder das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, könnte es nur noch verstärken. Wenn Ihr Kind eine Geschichte erzählt, hören Sie ihm aufmerksam zu und lassen Sie es ausreden. Das Vorwegnehmen der Worte oder das Korrigieren kann frustrieren und das Gefühl vermitteln, dass etwas falsch ist.
Das Stottern
Das ungewollte Unterbrechen des Redeflusses beginnt bei Kindern zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren. Laute, Silben und Worte werden wiederholt oder gedehnt. Oft erlebt das betroffene Kind dadurch körperlichen Anstrengungen, es kann sich dadurch verkrampfen und sein Gesicht verziehen.
Seien Sie beruhigt, zirka 80% aller Kinder sind vor ihrem vierten Lebensjahr vom Stottern betroffen. Vier von fünf verlieren es vor der Pubertät von alleine wieder. Erst in der Pubertät zeigt sich ob Ihr Kind das Stottern verliert oder ob es chronisch wird. Bei vier bis fünf Mal mehr Knaben als Mädchen bleibt das Stottern bestehen.
Ursachen von Stottern können genetische Veranlagungen oder Funktionsstörungen im Gehirn sein. Was zudem zur Entstehung beiträgt sind organische, psychische, soziale oder sprachliche Faktoren. Sollte sich das Stottern Ihres Kindes nicht legen, sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an.
Seien Sie sich immer bewusst, dass Stottern nichts mit Intelligenz oder Persönlichkeit zu tun haben, sondern lediglich eine Sprachstörung ist.
Auch wenn Ihr Kind stottert, reagieren sie gelassen. Druck oder das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, könnte es nur noch verstärken. Wenn Ihr Kind eine Geschichte erzählt, hören Sie ihm aufmerksam zu und lassen Sie es ausreden. Auch hier gilt, das Vorwegnehmen der Worte oder das Korrigieren kann frustrieren und das Gefühl vermitteln, dass etwas Falsch ist.