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Quelle: DUDEN-Newsletter vom 1. Februar 2016
Wenn wir schwierige Wörter buchstabieren wollen, bedienen wir uns der Deutlichkeit halber oft markanter Kennwörter, die wir uns auch schon einmal ganz spontan selbst ausdenken.
Es gibt dafür in den deutschsprachigen Ländern auch Empfehlungen, die in entsprechenden Normen festgehalten worden sind. In Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheidet sich das Buchstabieralphabet geringfügig. Was aber auffällt: Bis auf einige Ausnahmen kommen primär Personennamen vor.
Das Schweizer Buchstabieralphabet
A wie Anna
Ä wie Ärger
B wie Berta
C wie Cäsar
Ch wie Charlotte
D wie Daniel
E wie Emil
F wie Friedrich
G wie Gustav
H wie Heinrich
I wie Ida
J wie Jakob
K wie Kaiser
L wie Leopold
M wie Marie
N wie Niklaus
O wie Otto
Ö wie Ökonom
P wie Peter
Q wie Quelle
R wie Rosa
S wie Sophie
Sch wie Schule
T wie Theodor
U wie Ulrich
Ü wie Übermut
V wie Viktor
W wie Wilhelm
X wie Xaver
Y wie Yverdon
Z Zürich
Spannend ist auch die Geschichte des Buchstabieralphabets. Fangen wir doch einmal 1890 an. Da wurden im Berliner Telefonbuch den Buchstaben ganz einfach Zahlen zugeordnet. Ganz einfach? Den Namen Abel buchstabierte man beispielsweise: eins, zwei, fünf, zwölf. Das war – muss man sagen – dann doch nicht so ganz einfach und daher führte man 1903 Kennwörter für Buchstaben ein. Das klappte besser. Abel buchstabierte man nun: Albert, Berta, Emil, Ludwig.
Insgesamt lautete die Buchstabiertafel damals: Albert, Ärger, Berta, Cäsar, David, Emil, Friedrich, Gustav, Heinrich, Isidor, Jacob, Karl, Ludwig, Marie, Nathan, Otto, Ökonom, Paul, Quelle, Richard, Samuel, Theodor, Ulrich, Überfluss, Viktor, Wilhelm, Xanthippe, Ypsilon, Zacharias.
Kleine Änderungen nahm man in Deutschland 1926 vor, erhebliche Änderungen gab es dann aber 1934. Unter nationalsozialistischer Herrschaft waren da besonders biblische Namen betroffen, die als jüdisch aufgefasst und daher «arisiert» wurden. So wurde aus David Dora, aus Jacob Jot, aus Nathan Nordpol, aus Samuel Siegfried und aus Zacharias Zeppelin. Übrigens hat zu dieser Zeit auch Ypsilon für «Y» nicht überlebt. Hier hielt man damals Ypern anscheinend für angemessener, der Name der westflandrischen Stadt, bei der deutsche Truppen am 22.4.1915 zum ersten Mal in grossem Umfang Giftgas eingesetzt hatten …
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland nur zwei der biblischen Namen restituiert: Samuel und Zacharias. David, Nathan und Jakob fehlen weiterhin in der Buchstabiertafel. Immerhin hat Ypsilon wieder Ypern verdrängt.
In Österreich wurde kein einziger der biblischen Namen wieder in die Buchstabiertafel aufgenommen.
Verwendung des Newsletterinhalts mit freundlichem Einverständnis des Bibliographischen Instituts Berlin