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Die entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen sind seltener als andere rheumatische Krankheiten, haben aber oft einen schweren, teils invalidisierenden Verlauf. Der Wortteil „System“ weist daraufhin, dass es sich um Vorgänge handelt, die sich an bestimmten Organsystemen abspielen und die somit generalisiert stattfinden, d.h. über den Körper verteilt. Bei den Kollagenosen sind vornehmlich Bindegewebe (Bindegewebssystem) und Gefässe verschiedener Organe betroffen, bei der Vaskulitis (Mehrzahl: Vaskulitiden) sind es die Gefässe (Blutgefässsystem) bei der Myositis (Plural: Myositiden) Muskelfasern.
Vaskulitiden und Kollagenosen werden gelegentlich auch dem Weichteilrheumatismus zugerechnet, was Überschneidungsbereiche in der Einteilung rheumatischer Erkrankungen aufgezeigt.
Es kann als „Gerüst“ des Körpers bezeichnet werden, da es in allen Organen vorkommt. Bindegewebe besteht aus Zellen und einer Grundsubstanz, die aus Eiweissen, Kohlenhydratverbindungen und unterschiedlichen Fasertypen aufgebaut ist – je nach Bindegewebstyp.
Sie entsteht, indem das Immunsystem körpereigenes Gewebe schädigt. Es werden sog. Autoantikörper gebildet.
Das griechische Wort ρεύμα (Rheuma) bedeutet Strömung, Fliessen.
Schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Medikament, das besonders bei rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommt (Mehrzahl Antirheumatika). NSAR bedeutet „nicht steroidales Antirheumatikum“, also ohne Kortison.
Entzündung eines Gelenks, bisweilen hervorgerufen durch eine Autoimmunreaktion, manchmal in Zusammenhang mit einer viralen oder bakteriellen Infektion. Der Übergang zu Arthrose kann fliessend sein.
schmerzhafter, destruktiver (zerstörender) Vorgang an einem Gelenk durch Abnützung, als Folgezustand einer anlagemässigen Deformation, nach unfallbedingtem Gelenkschaden oder nach Arthritis.
Durch Verschleissvorgänge bewirkt.
Die Arme und Beine; im Gegensatz dazu werden Kopf und Rumpf nicht als Extremitäten bezeichnet.
Generalisierte Erkrankung des Bindegewebesystems hauptsächlich verursacht durch immunologische oder autoimmune Vorgänge.
Dies ist ein natürliches Hormon der menschlichen Nebennierenrinde. In verschiedenen chemischen Abwandlungen als Medikament eingesetzt hat es stark entzündungshemmende und auch Schmerz lindernde Eigenschaften. Nachteile nach längerer und höheren dosierten Anwendung sind: Verminderung der Infektabwehr, Osteoporose, Hautveränderungen, Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Blutdruck- und Blutzuckeranstieg.
Erkrankung vieler Gelenke. Die der Arthritis beigefügte griechische Vorsilbe πολύ- (poly) heisst „viel“ oder sinngemäss „vielfach“.
Degenerative Veränderungen an den Rückenwirbeln, insbesondere an den kleinen Wirbelgelenken.
Entzündung eines Rückenwirbels, vom griechischen σπόνδυλος (Spondylos), der Wirbel, abgeleitet. Die Nachsilbe „-itis“ bedeutet generell Entzündung.
Kombination von Symptomen, die für eine Krankheit typisch sind.
Entzündungsvorgänge in der Wand von kleinen und/oder grossen Blutgefässen. Damit verbunden sind oft auch Muskelschmerzen, Kopfweh und andere Beschwerden. Mehrzahl: Vaskulitiden. Abgeleitet vom lateinischen vasculum, das (Blut-)Gefäss. Die Endsilbe „-itis“ bedeutet generell Entzündung.
Entzündliche Vorgänge und/oder Abnützungserscheinungen, die an praktisch allen Bindegewebsstrukturen vorkommen können, an Haut, Knorpel, Nerven, Blutgefässen, Herzklappen, Narben, Sehnen sowie an Muskeln.
Hauptursache von Vaskulitiden, Kollagenosen und einigen Arthritisformen sind Autoimmunprozesse, bei denen sich das Abwehrsystem (Immunsystem) gegen körpereigenes Gewebe richtet und dieses mit der Zeit schädigt. Myositiden können zudem direkt durch Infektionen, chemische Substanzen (z.B. Medikamente) und genetische Faktoren ausgelöst werden.
Als Vaskulitis (Mehrzahl Vaskulitiden) bezeichnet man Entzündungen in Blutgefässwänden, die durch Autoantikörperreaktionen ausgelöst werden, z.B. infolge Virusinfektion (Grippe-, Hepatitisviren) oder infolge bestimmter Medikamente oder Allergene. Verschiedentlich kommt es zum Absterben (Nekrose) von Gefässen.
Unter dem Oberbegriff Kollagenosen werden generalisierte Krankheiten des Bindegewebssystems zusammengefasst.
Ihre Bedeutung liegt in den häufig schweren Manifestationen an inneren Organen. Art und Schweregrad der Symptome variieren stark, besonders typisch sind Muskel- und Gelenkschmerzen, häufig auch ein Raynaud-Phänomen. Zudem bestehen fast immer allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit, Fieber, Haut- und Schleimhautveränderungen sowie Lichtüberempfindlichkeit. Daneben sind Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme), Trockenheit von Mund und Auge, Thrombosen und Embolie möglich.
Als Beispiele für Kollagenosen sind insbesondere zu erwähnen:
Bei den Myositiden handelt es sich um Gruppen von unterschiedlichen Muskelerkrankungen. Hauptcharakteristika sind das Auftreten von entzündlichen Veränderungen in der Skelettmuskulatur sowie Muskelschwäche und -atrophie (Muskelschwund). Abhängig von der Art der Erkrankung entwickeln sich die Symptome akut, innerhalb einiger Tage oder Wochen, oder chronisch schleichend, innerhalb von Monaten oder Jahren. Am stärksten betroffen ist meist die rumpfnahe Muskulatur von Armen und Beinen, oft aber auch jene von Kopf und Hals, was zu Schwierigkeiten beim Halten des Kopfes und beim Schlucken führen kann. Muskelschmerzen kommen vor, je nach Form der Krankheit auch Hauterscheinungen und Beeinträchtigung von inneren Organen, insbesondere von Herz und Lunge.