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Das Haus "Villa Sonnenschein" entstand 1900 im Auftrag des Fabrikantenehepaars Peter und Nina Zai-Kappeler. Planautor war Architekt Jacques Kehrer in Zürich. Besonders reizvoll ist der das Gebäude umgebende englische Park, der ursprünglich den ganzen Ostabschnitt der Turgi-Halbinsel einnahm und durch den hindurch ein langer Weg bis zum Springbrunnen vor dem östlichen der beiden Verwaltungsgebäude der Spinnerei führte. Seltener Baumbestand (Ginkgo). - Die in Formen der Gotik und der deutschen Renaissance gehaltene, motivreich gegliederte Villa weist auf der Süd-, Ost- und Nordseite asymmetrisch platzierte geriegelte Dreieckgiebel auf; die Eingangsfassade auf der Westseite präsentiert einen Mittelrisalit unter kielbogiger Jugendstil-Verdachung. Zwei südseitige Balkone zeigen Masswerkbrüstungen; die Fenster und das Hauptportal sind durch Tier-, Masken- und Blumenreliefs aus Kunsstein belebt. In den Giebeln geschnitzte Sonnen als Anspielung auf den Hausnamen. Zur vollständig erhaltenen Ausstattung des Salons gehören ein mannshohes Täfer mit Blendarkaden und gotisierenden Akanthusreliefs, ein bogenförmiger Verandaausgang unter à jour gearbeitetem Masswerk, ferner ein Buffet, ein Tisch, diverse Stühle und eine entzückende Jugenstil-Uhr. Das Boudoir im Obergeschoss birgt eine originale Neurokoko-Möblierung.
Die Villa ist eine Mischung verschiedener Stile, wie das zu jener Zeit üblich war. Die Architekten suchten in der Vergangenheit nach bekannten Stilformen und machten daraus ein Ganzes. Die Architektur zwischen 1880 und 1914 musste vor allem "repräsentativ" sein und "eindrucksvoll, ansehnlich, etwas darstellend". In der Schweiz wurden viele öffentliche Gebäude in dieser Bauweise erstelle: Museen, Kirchen, Theater, Bahnhöfe, Denkmäler, Universitäten.
In der Villa Sonnenschein finden sich Formen der Gotik, der deutschen Renaissance und des Jugenstils.