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1. November 1986
Bei einem Grossbrand auf dem Gelände des Basler Chemiekonzerns Sandoz in der Schweizerhalle bei Muttenz am 1. November 1986 werden giftige Chemikalien mit dem Löschwasser in den Rhein gespült: Es kommt zur grössten Umweltkatastrophe, die der Fluss je erlebte. Das Löschwasser floss in den Rhein und löste ein grosses Fischsterben aus. Insbesondere Pestizide wie Disulfoton, Thiometon, Parathion, oder Fenitrothion löschten auf einer Länge von 400 km die gesamte Aalpopulation aus. Das dynamische Fliessgewässer-System und die Organismen haben sich in wenigen Monaten vom Unglück erholt. Jedoch wurde die Einwanderung exotischer Arten stark begünstigt, die unvorteilhaft auf das ökologische Gleichgewicht wirken. Der in den Rhein gelangte rote Farbstoff bewirkte zwar eine starke Färbung des Wassers, war selbst aber harmlos.
2. November 1917
In der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 erklärte sich Grossbritannien einverstanden mit den zionistischen Bestrebungen, in Palästina eine nationale Heimstätte des jüdischen Volkes zu errichten. Dabei sollten die Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften gewahrt bleiben. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen. Am 31. Oktober 1917 war die Eroberung von Beerscheba unter dem britischen General Edmund Allenby erfolgt und somit hatte die Eroberung Palästinas durch britische Truppen eingesetzt, welche bis Dezember 1917 faktisch beendet wurde. Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der zionistischen Weltorganisation gerichtet. Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk errichten zu dürfen.
3. November 1957
Die Hündin Laika war das erste Lebewesen, das vom Menschen gezielt in eine Umlaufbahn um die Erde befördert wurde. Im Rahmen der Mission Sputnik 2 wurde sie am 3. November 1957 an Bord des sowjetischen Raumflugkörpers ins All geschickt. Ihre Rückkehr zur Erde war zwar nicht vorgesehen, dennoch überraschte ihr früher Tod. Über den Zeitpunkt ihres Todes und die Todesursache herrschte jahrzehntelang Unklarheit. 2002 wurde bekannt, dass Laika einige Stunden nach dem Start der Rakete starb, vermutlich an Überhitzung und Stress. Die Mission gilt dennoch als Erfolg. Die Erkenntnisse aus Sputnik 2 ermöglichten erst die bemannte Raumfahrt mit Juri Gagarin.
4. November 1922
Die Arbeiten dieser letzten Grabungssaison begannen am 1. November 1922. Am 4. November 1922 stießen die Arbeiter im Tal der Könige im Grabungsareal am Grab Ramses VI. auf eine steinerne Treppenstufe. Die mit Schutt verfüllte Treppe wurde freigelegt und eine vermauerte Türöffnung mit unbeschädigten Siegeln der Nekropole wurde sichtbar. Das altägyptische Grabmal im Tal der Könige ist die Ruhestätte des Pharaos Tutanchamun uas der 18. Dynastie. Es gilt durch seine öffentlichkeits- und medienwirksame Entdeckung in fast unberührtem Zustand im Jahr 1922 durch den britischen Archäologen Howard Carter als die populärste Grabstätte in Ägypten: Habe endlich wunderbare Entdeckung im Tal gemacht. Prächtiges Grab mit intakten Siegeln. Bis zu Ihrer Ankunft wieder zugeschüttet. Gratulation; telegrafierte Howard Carter nach London. Als 62. entdecktes Grab im Tal der Könige erhielt es die Bezeichnung KV62.
5. November 1982
Das Wasserkraftwerk Itaipu im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien ging als grösstes der Welt in Betrieb. Seine 20 Turbinen werden von den Wassermassen des Rio Paraná angetrieben. Die Leistung beträgt seit Ende Oktober 2005 14‘000 MW. Der Bau des Kraftwerks kostete rund sieben Milliarden US-Dollar. Bis zur Fertigstellung des Drei-Schluchten-Stausees in der Volksrepublik China im Jahr 2006 war Itaipu bezüglich der Leistung das grösste Kraftwerk der Erde überhaupt. Seine Errichtung hat die Umwelt irreparabel verändert. Einige Tausend Ureinwohner verloren für immer ihre Heimat, insgesamt mussten etwa 40‘000 Menschen - vor allem Guarani-Indianer - umgesiedelt werden. Für die Errichtung der Talsperre wurden grosse Flächen subtropischen Regenwaldes abgeholzt. Noch grössere Flächen verschwanden ebenso in den Fluten wie auch die Wasserfälle Sete Quedas bei Guaíra, die denen des Iguaçu nahezu ebenbürtig gewesen waren.
6. November 1771
Alois Senefelder wurde am 6. November 1771 in Prag geboren (†26.2.1834 in München). Der Erfinder entwickelte mehrere neue Druckverfahren, darunter das Hochdruckverfahren mit geätzten Kupferplatten. Später erfand er zunächst die Flachdruckmethode der Schwarzweiss-Lithografie (1797), die er zur Farblithografie mit Solnhofener Plattenkalk, der als das weltweit beste Material für lithografische Druckplatten gilt, weiterentwickelte (1826). Er gründete mehrere Druckereien, unter anderem 1806 in München eine Steindruckerei, in der er besonders Musikalien und Landkarten herstellte. Die ersten Briefmarken vieler Länder wurden im Lithographie-Verfahren, im Steindruck, hergestellt.
7. November 1801
Der italienische Physiker Alessandro Volta präsentierte am 7. November 1801 die nach ihm benannte Voltasche Säule auf Einladung des ersten Konsuls Napoleon Bonaparte in Paris. Diese erste brauchbare elektrische Stromquelle (Batterie) bestand aus Kupfermünzen, Zinkplättchen und salzwasserhaltiger Pappe, die aufeinander gestapelt wurden. Zuvor konnte Volta nachweisen, dass galvanische Elektrizität und Reibungselektrizität von gleicher Natur und Wirkung sind und damit den Streit mit Luigi Galvani beenden. Das neue Gerät erweckte in der damaligen wissenschaftlichen Welt ungeheures Interesse. Fast alle Akademien Europas wählten Volta zum Mitglied. Die Wissenschaft setzte ihm ein bleibendes Denkmal, indem sie die Einheit der Spannung mit Volt bezeichnete.
8. November 1895
Der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen (*27. März 1845 in Lennep bei Remscheid; †10. Februar 1923 in München) entdeckte am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Dafür erhielt er 1901 als erster einen Nobelpreis für Physik. Seine Entdeckung revolutionierte unter anderem die medizinische Diagnostik und führte zu weiteren wichtigen Erkenntnissen des 20. Jahrhunderts, z. B. der Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität.
9. November 1993
Nach dem Beschuss durch kroatische Truppen stürzte in Mostar die berühmte "Stari Most" über der Neretva ein. Sie war ein Symbol des Zusammenlebens der verschiedenen ethnischen Gruppierungen in Mostar. Die von 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaute Brücke ist in die Liste des Welterbes der UNESCO als kulturelles Denkmal der höchsten Kategorie eingetragen. Die Kroaten hatten beschlossen, Mostar zu einer rein kroatischen Stadt zu machen. Im Mai 1993 begann der Angriff auf den moslemischen Ost-Teil der Stadt. Die Moslems leisteten ein Jahr lang verzweifelt Widerstand. Erst massive Drohungen des Westens beendeten 1994 das Gemetzel. Die Brücke wurde in der Zwischenzeit wieder aufgebaut und am 23. Juli 2004 feierlich wiedereröffnet.
10. November 1969
Sesamstrasse ist der Titel einer der erfolgreichsten Fernsehserien für Kinder im Vorschulalter. Sie wurde am 10. November 1969 zum ersten Mal ausgestrahlt. Die halbstündigen Folgen setzen sich aus sechs bis zehn kleineren, meist thematisch voneinander unabhängigen Einzelbeiträgen zusammen, die eine inhaltlich zusammenhängende Rahmenhandlung unterbrechen. Neben sketchartigen oder lehrreichen Puppendialogen, Trickfilmen und Kinderliedern gibt es oft auch Realfilmbeiträge über einfache Situationen aus dem Kinderalltag oder über die Herstellung eines Produkts. Berühmte Figuren aus der Sesamstrasse sind: Big Bird (Bibo), Ernie und Bert, Kermit, Miss Piggy und das Krümelmonster.
11. November 397
Martin von Tours (*um 316/317 in Savaria, römische Provinz Pannonia prima, heute Szombathely, Ungarn; †8. November 397 in Candes bei Tours in Frankreich) war der dritte Bischof von Tours. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der orthodoxen, anglikanischen sowie der evangelischen Kirche geehrt. Der Martinstag wird in vielen Gebieten mit Umzügen und anderem Brauchtum begangen. Da Martins Leichnam in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde, feiern vor allem die Kindergärten ein Laternenfest. Auch in der Deutschschweiz ist dieser Brauch als „Räbeliechtli-Umzug“ bekannt. Der Namenstag des Heiligen fällt auf den 11. November (Martinstag), dem Tag der Grablegung Martins.
12. November 1920
Italien und das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) unterzeichneten am 12. November 1920 den Vertrag von Rapallo. Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches war ein Streit um die Zugehörigkeit der Hafenstadt Fiume (Rijeka) entstanden. Während der Friedenskonferenz von 1919 eroberte der italienische Soldat und Dichter Gabriele D'Annunzio an der Spitze einer italienischen Freischar die Stadt. Über ein Jahr konnte er sich als Kommandant behaupten, Italien wagte nicht, gegen den populären Dichter vorzugehen. Durch den Vertrag von Rapallo wurde Fiume zum Freistaat erklärt, aber italienisch regiert. Der Freistaat wurde im Vertrag von Rom (Freundschaftsvertrag zwischen Italien und SHS) am 27. Januar 1924 aufgelöst und das Territorium geteilt, die Stadt kam an Italien, die Nachbarstadt Sušak kam zum SHS-Königreich. Die Hafenverwaltung wurde gemeinsam ausgeführt. Fiume (Rijeka) hatte zu dieser Zeit ca. 46‘500 Einwohner, 28‘911 waren Italiener und 10‘927 Kroaten.
13. November 1907
Der französische Ingenieur und Fahrrad-Hersteller Paul Cornu entwickelte den weltweit ersten bemannten Hubschrauber, fliegendes Fahrrad genannt. Bei dem Erstflug am 13. November 1907 in Lisieux, Calvados, Frankreich erreichte er eine Höhe von etwa 30 cm und 20 Sekunden Flugzeit. Der 260 kg schwere Hubschrauber wurde dabei von einem 24 PS Antoinette-Motor angetrieben, der über eine zentrale Achse mittels Riemen zwei gegenläufige Drehflügel antrieb. Diese Bauweise, bei der sich die Drehmomente der beiden Rotoren ausgleichen, wurde später als Tandem-Konfiguration bei einer Reihe von Hubschraubern eingesetzt. Das fliegende Fahrrad erwies sich jedoch als nicht steuerbar und so wurde es nach ein paar Flügen aufgegeben. Die Grundprobleme der Flugstabilität und des Antriebs konnten erst 1936 gelöst werden.
14. November 1901
Der Wiener Arzt Karl Landsteiner gab am 14. November 1901 die Entdeckung der drei Blutgruppen A, B und 0 bekannt. Ein Jahr später wurde die vierte und seltenste Blutgruppe AB entdeckt. Die Entdeckung ermöglichte die Bluttransfusion, verbesserte damit die Operationstechnik entscheidend und konnte in der Gerichtsmedizin etwa für den Vaterschaftsnachweis oder die Identifikation von Blutflecken erfolgreich angewandt werden. Bis dahin starben viele Menschen während einer Blutübertragung, niemand kannte die Ursache. Landsteiner erhielt 1930 den Nobelpreis. Mit dem US-Amerikaner Alexander Solomon Wiener entdeckte er 1940 das Rhesus-Faktor-System, mit dessen Kenntnis die Risiken bei Blutübertragungen nochmals reduziert wurden.
15. November 1908
Der Kongo wurde am 15. November 1908 zur belgischen Kolonie erklärt. Zuvor war das Gebiet eine Privatdomäne des belgischen Königs Leopold II. 1885 wurde der Kongo-Freistaat als sein Besitz von der Berliner Konferenz bestätigt. Leopold II., der das Land nie selbst besuchte, liess die Bevölkerung grausam misshandeln und zu unmenschlicher Zwangsarbeit verdingen. Man schätzt, dass die Bevölkerung zwischen 1880 und 1910 um zehn Millionen Menschen dezimiert wurde. Nach schwerer Kritik am Umgang des Königs mit seinem Land und nach dem Tod des Monarchen übernahm der belgische Staat das Gebiet und fügte es als Belgisch-Kongo in seinen Kolonialbesitz ein. Die Methoden änderten sich jedoch nicht. Die Belgier praktizierten ein menschenverachtendes Kolonialregime.
16. November 1831
Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz stirbt am 16. November 1831 in Breslau (*1. Juli 1780 als Carl Philipp Gottlieb Claußwitz in Burg bei Magdeburg). Er war ein preussischer General, Heeresreformer und Militärtheoretiker. Clausewitz wurde durch sein unvollendetes Hauptwerk Vom Kriege, das sich mit der Theorie des Krieges beschäftigt, bekannt. Seine Theorien über Strategie, Taktik und Philosophie hatten grossen Einfluss auf die Entwicklung des Kriegswesens in allen westlichen Ländern. Seine Theorien werden bis heute an Militärakademien gelehrt und finden auch im Bereich der Unternehmensführung sowie im Marketing Anwendung.
17. November 1869
Der Sueskanal, auch Suezkanal, ist ein Schifffahrtskanal in Ägypten zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues, der das Mittelmeer über den Isthmus von Sues mit dem Roten Meer verbindet und der Seeschifffahrt dadurch den Weg um Afrika erspart. Er wurde am 17. November 1869 eröffnet. Seine Länge über Land beträgt 162,25 km. Der Kanal bildet die Grenze zwischen Afrika und Asien. Der Kanal kann von allen Schiffen (Handels- und Kriegsschiffen) aller Nationen zu allen Zeiten (Friedens- und Kriegszeiten) zu gleichen Bedingungen benutzt werden. Dies wurde in der nach wie vor geltenden Konvention von Konstantinopel vom 29. Oktober 1888 vereinbart.
18. November 1626
Die bedeutendste katholische Kirche, der Petersdom in Rom, wurde nach einer Bauzeit von 120 Jahren von Papst Urban VIII. am 18. November 1626 geweiht. Der Dom enthält 44 Altäre, acht kleinere Kuppeln und ungefähr 800 Marmor-, Bronze- und Gipssäulen. An dem Bauwerk waren neun Künstler als Bauleiter beteiligt, unter ihnen Michelangelo, Rafael und Bramante. Bramante war der erste Bauleiter, von ihm stammt der Grundriss. Michelangelo entwarf vor allem die Riesenkuppel in Anlehnung an die Florentiner Domkuppel von Brunelleschi. Die Anlage des Petersplatzes schuf Bernini in den Jahren 1656 bis 1666. Die Kirche ist über dem Grab des Apostel Petrus erbaut, schon 324 befand sich an dieser Stelle eine von Konstantin I. errichtete Basilika.
19. November 1969
Pelé (*23. Oktober 1940 in Três Corações), eigentlich Edson Arantes do Nascimento, ist ein ehemaliger brasilianischer Fußballspieler und Sportminister. Er gilt als einer der besten Fußballspieler der Geschichte. Pelé wurde von der FIFA zum Weltfußballer des vergangenen Jahrhunderts und vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Pelé begann seine Karriere im Profifußball 1956 beim FC Santos. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde er für die Seleção ausgewählt. Er spielte bis 1974 beim FC Santos und schoss für den Klub 1‘088 Tore in 1‘114 Spielen. Er wechselte ein Jahr nach seiner letzten Saison bei FC Santos in die USA zu den New York Cosmos, wo er bis 1977 spielte. Am 19. November 1969 schoss er im Maracanã-Stadion sein tausendstes Tor, das er publikumswirksam als Elfmeter verwandeln konnte. Aus Anlass dieses Rekordes wurde eine brasilianische Sonderbriefmarke herausgegeben. Staatspräsident Médici genehmigte einen Feiertag.
20. November 1975
Francisco Franco, mit vollem Name Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo (*4. Dezember 1892 in Ferrol, Galicien), stirbt am 20. November 1975 in Madrid. Unter seiner Führung führten rechte Militärs im Juli 1936 einen Staatsstreich gegen die im Februar 1936 demokratisch gewählte republikanische Regierung Spaniens durch. Er regierte das Land nach dem Sieg der Aufständischen im Spanischen Bürgerkrieg von 1939 bis zu seinem Tod diktatorisch. Sein Herrschaftssystem wird ebenso wie die zugrundeliegende Ideologie als Franquismus bezeichnet. Franco wurde in Spanien als El Caudillo bezeichnet. Im Jahre 1946 führte er in Spanien die Monarchie wieder ein, ohne allerdings einen König zu ernennen. Franco blieb Regent des Königreichs Spanien bis 1975.
21. November 1694
Voltaire wird am 21. November 1694 als François Marie Arouet in Paris geboren (†30. Mai 1778 ebenda). Er war einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung. Mit der Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie am weltanschaulichen Monopol der katholischen Kirche war er als Aufklärer ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution. In der Darstellung und Verteidigung dessen, was er für richtig hielt, zeigte er ein umfangreiches Wissen und Einfühlungsvermögen in die Vorstellungen seiner zeitgenössischen Leser. Sein präziser und allgemein verständlicher Stil, sein oft sarkastischer Witz und seine Kunst der Ironie gelten als unübertroffen.
22. November 1963
Hier ist eine Eilmeldung aus Dallas, Texas: Drei Schüsse wurden heute im Zentrum von Dallas, Texas, auf den Konvoi des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy abgeschossen. Bis zur endgültigen Todesnachricht verharrten die Völker ganzer Erdteile in lähmender Spannung - an jenem sonnigen Freitagmittag, dem 22. November 1963. Mehrere Schüsse haben den Präsidenten in den Kopf und den Gouverneur in die Schulter getroffen. Beide werden ins nahe Parkland Memorial Hospital gebracht und schlimme Minuten beginnen. Dallas, wenige Minuten später die Nation und bald darauf die ganze Welt bangen um Kennedy, der in den zwei Jahren seiner Präsidentschaft für viele zur Symbolfigur einer jungen und liberalen Politik und einer neuen Ära geworden ist. Die Ärzte ringen um das Leben Kennedys. Vergebens, wie der Sprecher des Weißen Hauses um 13 Uhr bekannt gibt: The President died approximately 25 minutes after the attack took place - Der Präsident starb etwa 25 Minuten nachdem der Überfall stattgefunden hat.
23. November 1890
Wilhelm Alexander Paul Friedrich Ludwig von Oranien (* 19. Februar 1817 in Brüssel) war von 1849 bis 1890 als Wilhelm III. König der Niederlande und Grossherzog von Luxemburg sowie von 1849 bis 1867 Herzog von Limburg. Ebenfalls hatte er die Titel: Prinz von Oranje-Nassau und Prinz der Niederlande. Er stirbt am 23. November 1890 in Het Loo. Da nach dem Tod von König Wilhelm III. dessen Tochter Wilhelmina auf den niederländischen Thron gelangt, erlischt die Personalunion mit Luxemburg, da dort eine rein männliche Thronfolge vorgesehen ist. Luxemburg wird souveränes Grossherzogtum unter Adolf I. aus dem Hause Nassau.
24. November 1859
Der britische Naturforscher Charles Darwin widerlegte in seinem Werk "Die Entstehung der Arten durch natürliche Auslese" die christliche Schöpfungsgeschichte. Es folgte Begeisterung bei jüngeren Wissenschaftlern, Entsetzen bei den etablierten Wissenschaftlern und bei der Kirche. Die Theorie der Evolution durch natürliche Selektion wurde erstmals ausführlich in seinem am 24. November 1859 erschienenen Buch The Origin of Species dargestellt. In den 1930er Jahren wurde die von Darwin herausgestellte natürliche Selektion mit den mendelschen Regeln zur Vererbung verbunden. Durch ihre deskriptiven und kausalen Aussagen wurde diese Theorie zum zentralen organisierenden Prinzip der modernen Biologie und liefert eine fundierte Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde.
25. November 1975
Die Niederlande entliessen ihre ehemalige Kolonie Niederländisch-Guyana in die Unabhängigkeit. Seit 1948 hatte das Gebiet bereits einen Autonomiestatus innerhalb des Königreichs. Johan Henri Eliza Ferrier wurde der erste Präsident. Die katastrophale Wirtschaftslage des südamerikanischen Landes trieb viele Einwohner zur Emigration in die Niederlande. Insgesamt verliessen 140‘000 Menschen das Land. In den ersten Jahren nach Erhalt der Unabhängigkeit gab es eine funktionierende parlamentarische Demokratie, die durch einen Militärputsch am 25. Februar 1980 von Desi Bouterse und 15 weiteren Offizieren beendet wurde. 1981 schlug das Land einen sozialistischen Kurs ein, 1990 folgte ein weiterer Militärputsch. Unter internationalem Druck - unter anderem durch die sinkende finanzielle Unterstützung der Niederlande - wurde 1987 die demokratische Ordnung mit Hilfe der sogenannten alten Parteien aus der Zeit vor 1980 wiederhergestellt. Seit 1987 wird die Staatsführung somit wieder demokratisch gewählt, jedoch haben einige der alten Militärs immer noch Einfluss auf die Politik und den Alltag des Landes.
26. November 1832
Die erste Strassenbahn der Welt geht am 26. November 1832 in New York City mit Pferden in Betrieb. Die Betreiberin war die New York and Harlem Railroad Company mit drei Waggons, die insgesamt 30 Menschen transportieren konnten. Das Transportmittel Strassenbahn sollte im Zuge der Industrialisierung auf Grund der Mobilisierung der Arbeiter grosse Verbreitung in den Industrieländern der ganzen Welt finden. Die erste europäische Pferdestrassenbahn wurde 1855 in Paris eingerichtet, danach in London im Jahr 1861, in Berlin im Jahr 1865 und in Basel im Jahr 1881.
27. November 1095
Auf der Synode von Clermont rief Papst Urban II. am 27. November 1095 in einer flammenden Predigt zum ersten Kreuzzug auf, um der Ostkirche gegen die muslimischen Seldschuken beizustehen. Die Fürsten stellten daraufhin gut bewaffnete Ritterheere auf, die sich in Byzanz sammelten. 1098 wurde nach monatelanger Belagerung Antiochia eingenommen. Ein türkisches Heer belagerte daraufhin die Stadt, die Kreuzritter konnten die Belagerung jedoch durchbrechen und sich den Weg nach Jerusalem freikämpfen. Nach vierwöchiger Belagerung wurde die heilige Stadt am 13. Juli 1099 eingenommen. Die Kreuzritter richteten dabei ein entsetzliches Blutbad an. Ihr Schlachtruf war: Deus lo vult - Gott will es. Nach der Eroberung wurde das Königreich Jerusalem gegründet.
28. November 1848
Bern gewinnt die Abstimmung zur Hauptstadtfrage der Schweiz in der Bundesversammlung gegen Zürich und Luzern und wird damit zur Bundesstadt erhoben. Bei der Gründung des schweizerischen Bundesstaates entstand eine Kontroverse darüber, ob die Schweiz eine Hauptstadt haben solle und welche. Sie endete in einem gut eidgenössischen Kompromiss: Am 28. November 1848 wählten der National- und Ständerat die Stadt Bern als Bundessitz der Schweiz, sie wird jedoch nicht Haupt-, sondern Bundesstadt genannt und ist nur de facto, jedoch nicht de jure Hauptstadt der Schweiz.
29. November 1814
1812 erfand Friedrich Koenig die Zylinderschnellpresse, die den Buchdruck revolutionierte. Am 29. November 1814 wurde die Londoner Zeitung The Times als erste Tageszeitung der Welt mit dieser Zylinderdruckmaschine sowie mit Dampfmaschinenkraft hergestellt, denn ihr innovativer Verleger John Walter (der Jüngere) hatte Friedrich Koenig eine Maschine abgekauft. Dies markierte einen Meilenstein in der Geschichte der Drucktechnik, der die Produktion von 1100 Exemplaren pro Stunde erlaubte und damit die Ära der Massenblätter einläutete. Nachdem Koenig diverse Patente erworben hatte, überwarf er sich mit seinen Finanziers: Diese wollten die patentierten Druckmaschinen ausschließlich in ihren eigenen Druckereien einsetzen, während Koenig an der industriellen Herstellung hoher Stückzahlen seiner Maschinen interessiert war.
30. November 1874
Winston Churchill wird am 30. November 1874 in Woodstock, England, geboren (†24. Januar 1965 in London). Er modernisierte von 1911 bis 1915 die britische Kriegsmarine für die Auseinandersetzung mit Deutschland. 1919 initiierte Churchill die alliierte Intervention im russischen Bürgerkrieg und leitete während des Zweiten Weltkriegs das britische Kriegskabinett. Dabei formte er 1941 die Allianz aus Grossbritannien, den USA und der Sowjetunion gegen die Achsenmächte, musste aber 1943 die Unterordnung unter die USA hinnehmen. Während der Konferenz von Potsdam unterlag er bei den britischen Parlamentswahlen und prägte als Oppositionsführer den Begriff des Eisernen Vorhangs. Als Würdigung seiner historischen und politischen Werke wurde ihm 1953 der Literaturnobelpreis verliehen. Im selben Jahr wurde er auch geadelt.