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Ca. 70% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist Grasland – ideal für die Milchviehhaltung.
Das Wasserland Schweiz bietet beste Bedingungen für Futterbau und Kuhhaltung.
Die Schweiz ist ein Grasland. Nur 11% der fast 9 Tonnen Futtermittel werden importiert.
Umweltgerechte Landwirtschaft: möglichst wenig in den Nährstoffkreislauf eingreifen.
Die Schweiz ist ein Wasserland. Als eines der wasserreichsten Länder Europas mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 1500 mm/Jahr, bietet die Schweiz optimale Bedingungen für den Futterbau und somit für die Haltung von Milchkühen. Doch wie sieht die Wassernutzung in der Schweizer Landwirtschaft konkret aus und weshalb sind internationale Durchschnittszahlen irreführend?
Wasser ist die wichtigste Ressource der Welt. Die weltweite Landwirtschaft hat mit 70% einen beträchtlichen Anteil am „Wasserverbrauch“, während die Industrie für 20% und die Haushalte für 10% verantwortlich sind. Wasser bewegt sich grundsätzlich in einem Kreislauf, weshalb Wasser nicht wirklich verbraucht, sondern allenfalls umgesetzt wird.
Gemäss der Food Agriculture Organization of the United Nations (FAO) ist die Nutztierhaltung für 8% des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich. Das Tränken und der Bedarf an Wasser für die Reinigung der Ställe machen einen kleinen Anteil aus (zusammen ca. 0.6%). Auch die nachgelagerten Prozesse der Fleisch- und Milchverarbeitung sind mit nur 0.1% marginal. Weltweit fällt mit 7% der grösste Teil auf die Bewässerung im Futtermittelbau. Die Schweiz ist jedoch eine Ausnahme, da hierzulande Wiesen und Weiden aufgrund der hohen Niederschläge kaum bewässert werden müssen.
Wasser ist einer der wenigen Rohstoffe, der in der Schweiz in grossen Mengen vorkommt. Die Niederschlagsmenge bewegt sich um die 1500 mm pro Jahr, wodurch das Agrarland kaum bewässert werden muss. Der Anteil des Landwirtschaftssektors an der Frischwassernutzung beläuft sich deshalb nur auf knapp 2%. Mit 74% fällt der Löwenanteil auf die Industrie, weitere 24% fallen auf die Haushalte. In Bezug auf die Wasserressourcen eignet sich die Schweiz daher generell sehr gut für die Landwirtschaft und speziell gut für die Nutztierhaltung.
Die Wasserreserven und die Niederschlagsmengen variieren weltweit stark. Die Nutzungszahlen von Wasser müssen regional interpretiert werden. Die Unterscheidung zwischen Bewässerungslandwirtschaft und Regenlandwirtschaft ist entscheidend: Niederschlagsarme Länder haben „Wasserstress“, sie leiden also unter Wasserknappheit. Wenn sie eine intensive Milch- und Fleischproduktion betreiben, verschärft sich die Wasserknappheit weiter, da das Futter für die Tiere nur mit intensiver Bewässerung angebaut werden kann (Bewässerungslandwirtschaft). In niederschlagsreichen Ländern wie beispielsweise der Schweiz ist dies nicht der Fall, die Bewässerung erfolgt auf natürliche Weise (Regenlandwirtschaft).
Es werden immer wieder Vergleiche über die für die Produktion von Lebensmitteln benötigten Wassermengen gemacht. Ein Mass für die Wassernutzung ist der sogenannte Wasser-Fussabdruck (engl. Waterfootprint). Ein Liter Milch hat gemäss „waterfootprint.org“ einen Wasser-Fussabdruck von 1000 Litern. Diese Aussage muss jedoch relativiert werden. Der Wasser-Fussabdruck deckt nämlich grundsätzlich die direkte Wassernutzung (bspw. zum Trinken und Waschen) sowie die indirekte Nutzung ab (Wasser, das für die Erzeugung von Waren und Dienstleistungen erforderlich ist). Diese indirekte Wassernutzung wird mit dem Begriff „virtuelles Wasser“ umschrieben und stellt den grössten Teil der genutzten Wassermenge dar.
Virtuelles Wasser besteht aus drei Komponenten:
Virtuelles grünes Wasser
Bezeichnet das Volumen von genutztem Regenwasser.
Virtuelles blaues Wasser
Bezeichnet das Volumen von Oberflächenwasser und Grundwasser, das während der Produktionsprozesse genutzt wird. In der Landwirtschaft sind dies Wassermengen, welche zur Bewässerung auf die Felder ausgebracht und dort entweder von den Pflanzen aufgenommen werden oder verdunsten.
Virtuelles graues Wasser
Bezeichnet das Volumen von Süsswasser, das benötigt wird, um die Schadstoffbelastung aufzunehmen.
Schweizer Milchwirtschaft braucht kein künstliches Wasser
Eine exakte Aufteilung der virtuellen Wassernutzung eines Liters Schweizer Milch gibt es nicht. Es existiert allerdings eine Studie (Mekonnen, M., Hoekstra, A. (2011)), welche einen globalen Durchschnitt für graslandbasierte Milch erfasst.
Gemäss dieser Studie stammt der grösste Teil (91%) des genutzten Wassers für die Produktion von graslandbasierter Milch aus virtuellem grünem Wasser, also Wasser, das natürlicherweise vorhanden ist. In der niederschlagsreichen Schweiz müssen die Futterpflanzen für Nutztiere (Gras, Weizen, etc.) nicht künstlich bewässert werden. Aus ökologischer Sicht ist ein höherer Anteil an grünem Wasser im Produktionsprozess zu bevorzugen.
Das Konzept des Wasser-Fussabdrucks ist mit Vorsicht zu geniessen. Die Zahlen beruhen auf globalen Durchschnittswerten und sind für die landwirtschaftliche Produktion der wasserreichen Schweiz nicht gültig.