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Honig,
die süße
Substanz, die die
Bienen, besonders die
Honigbiene
(Apis
[* 2] mellifica
L., s.
Biene),
[* 3] aus den
Nektarien der
Blüten sammeln, in ihrem Organismus verarbeiten und in ihrem Wachsbau (Waben) aufbewahren.
Farbe und Güte des
Honig hängt von
den
Pflanzen ab, aus deren
Blüten er gesammelt ist; auch ist die Art und
Weise seiner Bearbeitung durch
Menschenhand darauf von Einfluß. So ist der Klee
honig weiß wie Schmalz, der Buchweizenhonig gelb, der Heidehonig braun.
Fast immer bewahrt der
Honig das
Aroma der
Pflanze, von deren
Blüten er gesammelt wurde. Den
Linden-, den Akazien
honig
erkennt man sofort. Der Narbonner und der spanische
Honig duften nach Rosmarin,
Thymian, Lavendel u. s. w. Frischer
Honig ist viel
aromatischer als älterer, weil sich das
Aroma durch
Verdunstung verliert.
Wachsen in der
Gegend, wo
Bienenzucht
[* 4] getrieben wird,
viele giftige
Pflanzen mit nektarreichen
Blüten
(Aconitum, Rhododendron,
Azalea, Oleander), so kann der
Honig giftige Eigenschaften bekommen.
Der beste (reinste)
Honig ist der Schleuderhonig, der mittels der Honigschleuder (Centrifuge) aus den Waben herausgebracht
wird. Imker, welche Mobilzucht betreiben, d. h. Bienenwohnungen mit beweglichen Waben benutzen,
gewinnen ihren sämtlichen
Honig mittels der Schleuder.
[* 5] Der
Stabil-Imker dagegen, der den Strohkorb mit festem
Bau benutzt,
muß den
Honig auf andere
Weise von dem
Wachs scheiden,
d. i. ihn auslassen und seimen. Dies geschieht entweder auf kaltem oder
auf warmem Wege.
Den auf kaltem Wege gewonnenen
Honig, der an Reinheit und Güte dem Schleuderhonig kaum nachsteht, nennt man ausgelassenen
Jungfernhonig,
weil er ebenso gut und schön ist wie der in zarten Waben stehende sog.
Jungfernhonig.
Allen auf warmem Wege ausgelassenen
Honig nennt man Seimhonig. Durch dieses
Verfahren wird der Honig sowohl in
Farbe
wie in
Geschmack beeinträchtigt.
Endlich hat man noch den Preßhonig. Bei dem Auslassen des Honig bleibt immer noch etwas Honig in
den Rückständen; um diesen auch noch auszuscheiden, bringt man die erwärmten Rückstände in einen
leinenen
Beutel
[* 6] und bringt sie unter eine
Presse.
[* 7] Dieses Produkt ist natürlich das schlechteste. Der Scheibenhonig kommt mit
den Waben in den
Handel. Sind die Waben jung und zart, so ist der Scheibenhonig sehr wohlschmeckend und daher ziemlich
teuer.
Honigfälschung kommt nicht selten vor; so wird der mit Recht gerühmte Alpenkräuterhonig künstlich hergestellt. Fälschungen mit Mehl, [* 8] mit Stärke [* 9] und Malzsirup sind nicht selten. Auch füttert man Stärkesirup, und wenn er von den Bienen in den Zellen bedeckt ist, verkauft man die Waben als Scheibenhonig. Guter Honig muß dick, aber klar und rein sein. Der ungereinigte Honig ist stets ein Gemenge von mehrern Zuckerarten (Traubenzucker und Schleimzucker oder Chylariose) und Säuren, wie es scheint, etwas Ameisensäure.
Aus neuern Untersuchungen folgt, daß die Bienen die Beschaffenheit des Zuckers, den sie zu Honig verarbeiten, nicht zu verändern vermögen, es sei denn, daß der von den Bienen gesammelte Zucker [* 10] eine Spaltung in Rechtstraubenzucker und Linksschleimzucker erlitte. Guter Honig kann Jahr und Tag aufbewahrt werden. Den ausgeschleuderten und ausgelassenen Honig bewahrt man in gut glasierten Töpfen oder Glashäfen auf, schützt ihn vor dem Zutritt der Luft und der Feuchtigkeit durch einen 1 cm dicken Wachsüberguß und bindet die Gefäße mit Pergamentpapier oder besser noch mit einer Schweinsblase zu. Der Aufbewahrungsort muß kühl und luftig sein; die Temperatur des Raums darf im Sommer nicht über 15° R. steigen. Alter Honig, der stark krystallisiert ist, wird durch Einstellen ins warme Wasserbad wieder flüssig und dadurch schmackhafter.
Wenngleich ziemlich überall Honig gewonnen wird, so bildet derselbe doch nur in Norddeutschland, in der Schweiz, [* 11] Rußland, Polen, auf Malta, in Spanien [* 12] und Frankreich sowie neuerdings in Amerika [* 13] einen bedeutenden Handelsartikel. Der Honig wird verspeist, besonders auf Brot, [* 14] und ist ein gesundes, insonderheit Kindern dienliches Nahrungsmittel. [* 15] Seine größte Verwendung findet der Honig in der Fabrikation von Lebkuchen oder Pfefferkuchen und in der Bereitung des Met. Letzterer wird in großen Mengen ¶