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Der berühmte Gedichtzyklus in neuer Übertragung T. S. Eliots epochales Langgedicht »The Waste Land« (1922) beeinflusste die Dichtung der ganzen westlichen Welt. Es veränderte auch Eliot selbst, denn die Frage nach dem spirituellen Überleben im »öden Land« der Moderne trieb sein Werk voran. Die Summe seines Nachdenkens steht in den »Four Quartets«, der grossen Spätdichtung, die er zwischen 1935 und 1942 verfasste. Die »Vier Quartette« sagen noch einmal die Welt aus, wie sie im Geist des Menschen überliefert und in den vier Jahreszeiten und den vier Elementen – Luft, Erde, Wasser, Feuer – sinnlich fassbar ist. Sie führen an vier Orte aus Eliots Biographie: »Burnt Norton«, »Little Gidding«, »Dry Salvages« und, zuletzt, »East Coker« - ein Dorf im englischen Somerset, von wo Eliots Vorfahren einst nach Amerika auszogen und wo des Dichters Asche beigesetzt wurde: »In meinem Ende ist mein Anfang.« Fünfzig Jahre nach dem Tod Eliots legt der Lyriker Norbert Hummelt, der 2008 bereits »The Waste Land« in ein rhythmisch-schwungvolles Deutsch überführte, die »Vier Quartette« in einer Neuübertragung vor, einem Dialog über die Zeiten hinweg, dicht an den Fügungen des Originals, der Eliots einzigartige Gedankenmusik ganz neu zum Klingen bringt.
Wir lassen niemals vom Entdecken Und am Ende allen Entdeckens Langen wir, wo wir losliefen, an Und kennen den Ort zum ersten Mal.
Rezension
"Es ist ein Glück, dass Norbert Hummelt mit seiner Neuübersetzung einen weiteren Zugang zu Eliots Dichtung schafft ... " Mario Osterland, Signaturen 02.12.2015
Portrait
Thomas Stearns Eliot, Amerikaner englischer Abstammung, geb. am 26. September 1888 in Saint Louis, Missouri/USA, verbrachte dort, calvinistisch erzogen, seine Kindheit und Jugend. Nach Studienjahren in Harvard, Paris, München und Oxford lebte er ab 1914 in London. 1917 veröffentlichte er seine frühen Gedichte. Von 1925 an war er Mitarbeiter im Verlag 'Faber und Faber'. Mit dem Erwerb der britischen Staatsbürgerschaft trat er 1927 zur anglikanischen Hochkirche über. 1948 erhielt Eliot den Nobelpreis für Literatur. Ausgehend von den literarischen Klassikern wie Vergil, Dante oder Shakespeare schuf er eine im Versmass freie, abstrakte Lyrik und gab der englischen Sprache neue Impulse. Der Erneuerer der amerikanischen Lyrik und des religiösen Dramas starb am 4. Januar 1965 in London. Norbert Hummelt, Jahrgang 1962, lebt bei Köln. Derzeit lehrt er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.