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Um solche Interventionsziele zu finden, verglich die Studie «Determinants of unemployment in Multiple Sklerose (MS): The role of disease, person-specific factors, and engagement in positive health-related behaviors» 252 Personen mit MS im Alter von 20 bis 64 Jahren, die mindestens Teilzeit arbeiteten. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen eingeteilt: «gefährdet» oder «nicht gefährdet» für Arbeitslosigkeit. Von den Teilnehmenden wurden 67 als gefährdet definiert, weil sie in Erwägung zogen, ihr Arbeitspensum zu reduzieren oder ihren Arbeitsplatz in naher Zukunft aufzugeben. Beide Gruppen wurden anhand von Faktoren wie Krankheitsmerkmalen, Persönlichkeit und gesundheitsbezogenem Verhalten verglichen. Die Gruppen wiesen erhebliche Unterschiede auf.
Unterschiedliche Faktoren
Faktoren im Zusammenhang mit dem individuellen Krankheitsverlauf, der Persönlichkeit des Betroffenen sowie spezifische gesundheitsbezogene Verhaltensweisen gehören zu den wichtigsten Bestimmungsgrössen, die Menschen mit Multipler Sklerose einem erhöhten Risiko von Arbeitslosigkeit aussetzen können. Zu diesen Faktoren gehören relativ häufig auftretende Krankheitssymptome wie Müdigkeit (Fatigue), mangelnde Selbstwirksamkeit (Glaube an die eigenen Fähigkeiten, die Folgen der Krankheit zu meistern), Schlafprobleme, Schmerzen, Angstzustände und Depressionen. Bei den gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen wurden vor allem bei der bewussten Ernährung sowie bei der Frage nach regelmässigen körperlichen und geistigen Übungen erhebliche Unterschiede gefunden, die das Risiko einer Arbeitslosigkeit bei MS beeinflussen können. MS-Betroffene, die als nicht gefährdet gelten, arbeitslos zu werden, waren im Vergleich zu risikogefährdeten Betroffenen eher mit positiven gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen (gesunde Ernährung, Bewegung) und sozialen und intellektuellen Aktivitäten verbunden.
Insgesamt waren die Faktoren, die beide Gruppen am deutlichsten unterschieden, der Krankheitsverlauf, die Müdigkeit, die Selbstwirksamkeit und die Ernährung. Diese Faktoren gilt es bei personalisierten Interventionen für MS-Betroffenen zu berücksichtigen, um den Beschäftigungsstatus zu erhalten und/oder geeignete Arbeitsräume zu schaffen.
«Diese Studie weist auf mehrere Faktoren hin, die mit dem Risiko einer Arbeitslosigkeit zusammenhängen und für eine frühzeitige Intervention geeignet sein könnten», fasste Lauren Strober, Leiterin der Studie und Forscherin am Center for Neuropsychology and Neuroscience Research der Kessler Foundation, ihre Ergebnisse zusammen. «Wir haben demografische, individuelle und Krankheitsfaktoren sowie gesundheitsbezogene Verhaltensweisen und die damit verbundenen Risiken für Arbeitslosigkeit als bedeutsam gefunden. Weitere Forschung ist sicherlich erforderlich, vor allem in Bezug auf die Wirksamkeit unterschiedlicher Interventionsmöglichkeiten. Fachleute, die MS-Pflege leisten, sollten sich der möglichen Auswirkungen dieser Diagnose auf die künftige Beschäftigung bewusst und bereit sein, einzugreifen, bevor Einzelpersonen das Erwerbsleben verlassen.»