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Themenbereich Kinder- und Jugendpolitik
Der Themenbereich Kinder- und Jugendpolitik befasst sich mit den Herausforderungen und Fragestellungen bei der Umsetzung der Kinderrechte in der Schweiz. Aus juristischer Sicht geniessen Kinder nicht nur den Schutz der zahlreichen allgemeinen Menschenrechtsabkommen. Sie werden zusätzlich durch die UNO-Kinderrechtskonvention von 1989 geschützt, welche auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und sich in einem Vertragsstaat aufhält, kann sich auf dieses Übereinkommen berufen.
Als Mitgliedstaat dieses Übereinkommens muss die Schweiz für eine diskriminierungsfreie Anwendung der darin enthaltenen Rechte für alle Kinder unter ihrer Hoheitsgewalt sorgen. Weitere Grundsätze des Übereinkommens sind insbesondere die vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls bei Entscheidungen, die das Kind betreffen, die Sicherstellung des Überlebens und der Entwicklung des Kindes in grösstmöglichem Masse sowie die Gewährleistung des Rechts auf freie Meinungsäusserung des Kindes zu allen Angelegenheiten, die es betreffen.
Schwerpunkte im Themenbereich Kinder- und Jugendpolitik bilden unter anderem folgende Aspekte:
- Schutz von Minderjährigen vor jeglicher Form von Diskriminierung, Misshandlung oder Vernachlässigung,
- Fragen der Umsetzung von unabhängigen Mechanismen auf kantonaler und Bundesebene zur Überwachung der Anwendung der Kinderrechtskonvention und zur Entgegennahme von individuellen und kollektiven Klagen von Kindern,
- Verwirklichung einer kinderfreundlichen Justiz (child-friendly justice) durch die differenzierte Berücksichtigung des Kindes seitens der zivil- und strafrechtlichen Gerichtsbehörden sowie der Verwaltung,
- Entwicklung von Verfahren, welche die Voraussetzung schaffen, dass Kinder als Rechtssubjekte in ihren unterschiedlichen Lebenskontexten (familiär, schulisch, lokal, etc.) partizipieren können.
Kompetenzen
Der Themenbereich Kinder- und Jugendpolitik wird vom Centre interfacultaire en droits de l'enfant (CIDE) der Universität Genf (ehemaliges Universitätsinstitut Kurt Bösch/IUKB) und dem Internationalen Institut für die Rechte des Kindes (IDE) in Sitten geleitet. Beide Institute verfügen über ausgewiesene Fachkompetenz und Expertentätigkeit bei nationalen und internationalen Organen (u.a. UNO-Ausschuss für die Rechte des Kindes oder verschiedene Expertengruppen, welche Empfehlungen für den Europarat erarbeiten). Zudem organisieren die beiden Institute regelmässig Weiterbildungen zu diversen Problemstellungen im Bereich Kinder und Jugend, die sich an Personen aus der Praxis richten. Darüber hinaus werden die Institute von den kommunalen-, kantonalen- und Bundesbehörden sowie von Organisationen der Zivilgesellschaft regelmässig zu aktuellen Fragen im Bereich Kinder und Jugendpolitik konsultiert.
Dienstleistungen
Das SKMR dokumentiert und evaluiert auf Mandatsbasis die Umsetzung der menschenrechtlichen Normen in der Schweiz, stellt Informationen über Standards und Best Practices bereit, erarbeitet anwendungsorientierte Studien und bietet Weiterbildungs- und Beratungsangebote an. Das SKMR richtet sich mit seinen Dienstleistungen an Bundes-, Kantons- und Gemeindebehörden, private Institutionen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft.