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Subjektive Beschwerden der Anwohner in der Umgebung des Senders IBB Oberlaindern: Ergebnisse der Nachstudie
Der Sender wurde nach langem, zermürbendem Kampf gegen einen übermächtigen Gegner bereits am 31.12.03 für immer abgeschaltet und anschliessend abgebrochen. Bleibt die Frage, wie geht es den Anwohnern heute?
Die 2007 durchgeführte Studie von Dr. phil. Tina Theml zu dieser Frage wurde unterdessen als „wissenschaftlich“ anerkannt und in der Fachpresse publiziert.
Der Sonderdruck aus Heft 4/07 kann bei www.umwelt-medizin-gesellschaft.de bestellt, oder als Fotokopie mit Fax bei Gigaherz.ch 031 731 04 28 angefordert werden.
Zusammenfassung
von Tina Theml
publiziert bei Gigaherz.ch, am 27.5.8
Im Rahmen der dargestellten Fragebogen-Nachstudie wurde der Frage nachgegangen, ob sich die im Jahre 2001 als erhöht erfassten Beschwerden der nahe des Kurz- und Mittelwellensenders des International Broadcasting Bureau (IBB) Oberlaindern wohnenden Bürger nach Stilllegung des Senders im Jahre 2003 verändert haben.
Zusammenfassend zeigte sich bei der aktuellen Nachstudie im Frühjahr 2007 in der Gruppe der 44 Personen, die erneut an der Studie teilnahmen, ein deutlicher Rückgang der mit der Beschwerdenliste von v. Zerssen erfassten subjektiven Beschwerden. Während im Jahre 2001 noch über die Hälfte der 44 Personen erhöhte Beschwerden hatte, lag deren Anteil im Jahre 2007 nur mehr bei 6,8 %. Über 80 % der 44 Teilnehmer hatten nun der Norm entsprechende Beschwerdenausprägungen.
Die mittleren Gesamtbeschwerden der 44 Teilnehmer Oberlainderns, die im Jahre 2001 im Vergleich zur Eichstichprobe noch deutlich erhöht waren, lagen im Jahre 2007 im unauffälligen und mit der Eichstichprobe übereinstimmenden Normbereich. Der Rückgang der Beschwerden von 2001 zu 2007 war dabei statistisch signifikant.
Während im Frühjahr 2001 vor allem die Items zu Schlafstörungen, Nacken-/Schulterschmerzen und Energielosigkeit überdurchschnittliche Ausprägungen anzeigten und Konzentrationsschwäche und Taubheit in Händen/Füßen grenzwertig erhöht waren, entsprachen im Frühjahr 2007 alle Beschwerden den Erwartungswerten aus der Eichstichprobe.
Der zeitliche Zusammenhang des Beschwerderückgangs mit der Stilllegung des Senders legt eine kausale Beziehung zwischen Senderaktivität und Beschwerden nahe. Andere bedeutsame Ursachen für den Rückgang der Beschwerden wurden nicht identifiziert.
Mitteilung der Redaktion:
Der obige Beitrag ist als Wissenschaftlicher Originalbeitrag gekennzeichnet und unterlag einem speziellen Peer-Review-Verfahren unter Beteiligung des Wissenschaftlichen Beirats. Eingang: 19.10.2007. Annahme des revidierten Manuskripts: 22.11.2007
Abstract
Health complaints of the residents of the broadcasting transmitters in Oberlaindern: Results of the follow-up study
The follow-up study refers to the question, which course the health complaints of the residents of the former short-wave transmitters and medium wave transmitter in Oberlaindern/Bavaria have taken, since the transmitters were decommissioned in 2003. Physical and mental well-being was measured using a standardised and validated questionnaire (the „Beschwerdenliste“ by v. Zerssen). The follow-up study revealed a significant decrease of health complaints in the 44 residents, who took part in the study both in 2001 and in 2007. While in 2001 more than half of the study participants had considerably increased health complaints in comparison to the norm sample, in 2007 only 6.8 % of the participants still had increased complaints. The decrease of the health complaints from 2001 to 2007 was statistically significant. While in 2001 sleep disturbances, pain of the back of the neck or shoulders, lack of energy, lack of concentration and numbness in hands or feet were particularly increased, in 2007 all documented complaints had a normal level, as compared to the norm sample.
umwelt medizin gesellschaft 20(4): 309-317
Autorin: Dr. phil. Tina Theml, Dipl.-Psychologin, Schlesierstr. 70, 81669 München, Tel.: 089/51997071, Fax: 089/51997072, E-Mail: <email-pii>.
Mitteilung der Gemeinde Valley vom 11.04.08 (Standortgemeinde des ehemaligen Senders)
publiziert bei Gigaherz.ch, 27.5.08
Eine neue Studie zur Wirkung von Elektrosmog/
Ergebnisse der Nachstudie über subjektiven Beschwerden der Anwohner in der Umgebung des Senders Oberlaindern des Internationalen Broadcasting Bureau
Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren,
Wir freuen uns, wenn der beiliegende aktuelle Forschungsbericht Ihre Aufmerksamkeit finden würde. Es handelt sich um eine Vorher-Nachher-Studie zu Befindlichkeitsstörungen in der Umgebung eines starken Radiosenders in Oberlaindern, Gemeinde Valley.
Die Daten zeigen, dass während des Senderbetriebes erhebliche Einschränkungen des Wohlbefindens und der Gesundheit bei den Anwohnern auftraten. Drei Jahre nach dem Abbau der Sendeanlagen sind die Symptome wieder auf Normalmaß zurückgegangen. Die Aenderungen sind statistisch signifikant.
Der Rückgang der Gesundheitsbeschwerden und Befindlichkeitsstörungen ist erfreulich und zeigt, dass das Bemühen um die Stilllegung des Senders voll berechtigt war. Wir danken allen, die uns im Kampf gegen den Sendebetrieb unterstützt haben!
Gleichwohl sind die Ergebnisse beunruhigend, weil der Sender die geltenden Grenzwerte im wesentlichen eingehalten hat. Diese Grenzwerte haben die Anwohner also nicht schützen können! Der Verdacht, die Befragten hätten systematisch Symptome übertrieben, lässt sich durch die Daten entkräften. Die (anonymen) Angaben der Befragten sind sehr differenziert und folgen dem Symtomprofil der Normstichprobe. Allerdings sind die Syrnptome wesentlich stärker ausgeprägt.
Wir bedauem nach wie vor, dass staatlicherseits versäumt wurde, frühzeitig eine Langfriststudie über die vermutete Häufung von Krebsfällen im Senderbereich in Auftrag zu geben.
Da es bei der Grenzwertdebatte und der Frage der Häufung von Krebsfällen um alle Bürger geht, hoffen wir, dass diese Studie möglichst vielen Entscheidungsträgern zugänglich gemacht wird. Vielleicht können Sie mit dazu beitragen. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüssen
Gemeinde Valley
gez. Huber Josef, 1. Bürgermeister
Grafik aus der Studie von Tina Theml
mit Kommentar von Hans-U. Jakob (Gigaherz.ch):
Untersucht wurden 2001 und 2007 je 44 Personen aus der Umgebung der Sendeanlagen.
Die E-Feldstärken bei den Betroffenen lagen zwischen 0.3 und 3V/m, das heisst 10 bis 100 mal unter den von der ICNIRP* empfohlenen Grenzwerte. Der Sender wurde Ende 2003 stillgelegt und anschliessend abgebrochen.
Von 44 Befragten lebten 2001 nur gerade 16 beschwerdefrei
Von denselben Befragten lebten 2007 jetzt 36 beschwerdefrei
Von 44 Befragten klagten 2001 deren 23 über Gesundheitsstörungen
2007 waren es unter denselben 44 Personen noch gerade 4.
Fragliche Befunde hatten 2001 5 Personen und 2007 noch 4
*Die ICNIRP nennt sich internationale Strahlenschutzkommission, ist jedoch keine Behörde, sondern lediglich ein Verein industriefreundlicher Wissenschafter mit Sitz in München. Die ICNIRP ist weder eine Unterorgansiation der WHO noch der UNO, wie viele Regierungen gerne und oft behaupten. Keine Nation der Welt kann jemanden in die ICNIRP delegieren oder von dort abberufen. Die Mitglieder wählen sich gegenseitig selbst oder setzen sich nach Bedarf auch gegenseitig selber ab.