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Jedes Jahr stecken sich weltweit etwa 20 Millionen Menschen mit Hepatitis E an, über 3 Millionen erkranken akut und gut 50'000 sterben an der Folgen des Virus. Das Hepatitis-E-Virus verhält sich ähnlich wie das Hepatitis-A-Virus. Es wird meistens über Trinkwasser übertragen, das mit virushaltigem Kot verunreinigt ist. Ein chronischer Verlauf der Infektion ist extrem selten. In gewissen Ländern z.B. in Asien, China, Indonesien, Afrika, dem Nahen Osten und Mexiko ist es zu grossen Epidemien mit Tausenden von Erkrankten gekommen. In der Schweiz traten bis jetzt kaum Krankheitsfälle auf – auch nicht bei Menschen, die in diese Länder gereist waren.
Die Inkubationszeit beim Hepatitis-E-Virus dauert drei bis acht Wochen. Meist verläuft die Krankheit ohne Symptome. Es können aber auch die typischen Hepatitis-Symptome wie Gelbfärbung der Haut und Augen, vergrösserte Leber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber auftreten. Die Infektion dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Besonders gefährdet sind Schwangere, weil das Virus zu Fehl- und Totgeburten oder zu Leberversagen führen kann.
Derzeit gibt es keine spezifische Behandlungsmöglichkeit für Hepatitis E. Es wird empfohlen, sich körperlich zu schonen und ganz auf Alkohol und leberbelastende Medikamenten zu verzichten. Ratsam ist auch eine kohlenhydratreiche und fettarme Ernährung. Ein Hoffnungsschimmer ist ein Impfstoff, der kürzlich in China entwickelt und lizenziert wurde.
Zwei Faustregeln bieten einen gewissen Schutz: in den Verbreitungsgebieten das Trinkwasser immer abkochen und den Grundsatz befolgen «Cook it, boil it, peel it or leave it» (Gare es, koche es, schäle es oder lass es sein).