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Der Arbeitsmarkt wird in den Industrieländern erst 2015 wieder dasselbe Niveau wie vor der Weltwirtschaftskrise erreichen, prophezeit die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). In den letzten beiden Jahren gingen weltweit über 30 Mio. Stellen verloren.
Bis anhin rechnete die in Genf ansässige ILO mit einer Erholung des Arbeitsmarktes bis 2013. Wie Raymond Torres, der Direktor des ILO-Instituts für soziale Fragen, erklärte, verschlechterten sich die Perspektiven unterdessen in verschiedenen Ländern. Er stützt seine Aussagen auf eine Studie mit dem Titel "Von einer Krise zur anderen?".
Die während der Krise 2008 und 2009 gestarteten staatlichen Ankurbelungsprogramme hätten die Lage etwas entschärft, jetzt würden sie aber Sparprogrammen Platz machen, sagte Torres. Die Ursachen der Krise seien indessen nicht korrekt angegangen worden.
Für das laufende Jahr rechnen die ILO-Fachleute mit einer Arbeitslosenquote von 6,5%. Das entspricht weltweit 210 Mio. Arbeitslosen.
Die Studie weist auf neue Wolken über dem Arbeitsmarkt hin. Darunter fallen die Langzeitarbeitslosen. In 35 Ländern, aus denen Daten vorhanden sind, waren 40% der Stellensuchenden über ein Jahr lang ohne Arbeit.
Zwischen Jahresbeginn 2009 und 2010 nahm die Langzeitarbeitslosigkeit um 9% zu. In den Vereinigten Staaten erhöhte sich die durchschnittliche Dauer der Stellensuche von 25 Wochen im August 2009 auf 33,6 Wochen im August 2010.
Besonders viele Jugendliche leiden unter der Arbeitslosigkeit. Mehr als 20% der 15- bis 24-Jährigen standen im ersten Trimester in den 27 EU-Ländern auf der Strasse, in Spanien waren es gar 40%.
swissinfo.ch und Agenturen