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Brennende Wälder und Abholzung, vertriebene indigene Gemeinschaften: Das sind die Auswirkungen der Produktion von Soja und anderen Agrarprodukten im brasilianischen Amazonas. Nun sollen eine neue Eisenbahn und eine Wasserstrasse die Güter noch schneller ins Ausland transportieren. Juarez Munduruku ist Teil der indigenen Gemeinschaft der Munduruku in der Tapajós Region, im Herzen des Amazonas. Für ihn haben die geplanten Projekte verheerende Auswirkungen.
Welche Auswirkungen werden die geplanten Infrastrukturprojekte auf die lokalen indigenen Gemeinschaften haben?
Juarez Munduruku: Unser Lebensraum steht bereits jetzt unter grossem Druck. Es gibt insgesamt sechs Häfen im Tapajós, diese Zahl wird sich auf 40 erhöhen. Ausserdem müssen Wasserkraftwerke gebaut werden, um die Ferrogrão-Eisenbahn mit genügend Energie zu versorgen. Dadurch würde das Dorf, in dem meine Gemeinschaft lebt, überflutet. Wir werden unsere Heimat also verlassen müssen. Die Regierung spricht von Umsiedlung, aber in Wahrheit werden wir vertrieben.
Ist es bei anderen Infrastrukturprojekten zur Vertreibung indigener Gemeinschaften gekommen?
Ja, das war der Fall beim Belo Monte-Staudamm. Die Regierung versprach den dort lebenden Gemeinschaften, dass sie eine Entschädigung erhalten würden. Aber ich weiss, dass sie bis heute nichts erhalten haben. Wir glauben nicht mehr an diese leeren Versprechungen und kämpfen deshalb gegen diese neuen Projekte.
Gibt es Beispiele von Firmen, die eine positive Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften schaffen konnten?
Nein. Sie erzählen zwar der Öffentlichkeit, dass es eine Zusammenarbeit mit uns gibt, indem sie eine öffentliche Anhörung veranstalten. Doch die ist weit weg in einer grossen Stadt, so dass wir meistens nicht anwesend sein können und unsere Bedenken nicht gehört werden. Dennoch veröffentlichen die Firmen später Berichte, oft in Fremdsprachen, in denen sie behaupten, sie hätten uns konsultiert und wir seien mit den Projekten einverstanden.
Was sind Ihre Forderungen an die brasilianische Regierung?
Wir erwarten von der brasilianischen Regierung zwei Dinge. Erstens soll der Staat unsere Territorien demarkieren und als offizielles indigenes Territorium anerkennen, wie es in der brasilianischen Verfassung steht. Auf diese Weise können Unternehmen nicht mehr behaupten, dass diese Gebiete Niemandsland sind und unsere Existenz leugnen. Zweitens muss der Staat sicherstellen, dass wir bei allen geplanten Projekten tatsächlich konsultiert werden.