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Die „Basler Zeit“ wurde schon früher mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Die Uhren in Basel gingen seit dem späten Mittelalter um eine Stunde vor, sie zeigten beim höchsten Sonnenstand nicht 12 Uhr, sondern 1 Uhr an. In Basel zählte man jeweils den Beginn der neuen Stunde.
Während einiger Jahrhunderte gingen die Uhren in Basel (und der näheren Umgebung) also um eine Stunde vor. Das wurde weit über die Grenzen hinaus bekannt, auch hin und wieder belächelt. Tatsächlich hat man früher bei den mittelalterlichen Horen jeweils die beginnende Stunde gezählt, dieses Prinzip wurde in Basel offensichtlich auf die modernen Stunden übertragen.
Die Sonnenuhr am Martinsturm wurde im späten 16. Jahrhundert angebracht. Sie wurde auf die übliche Art berechnet – der Schatten des Stabes zeigt bei Sonnenhöchststand senkrecht nach unten. Man schrieb an diese Stelle jedoch nicht 12 sondern 1 Uhr. Es wurde also der Beginn der ersten Nachmittagsstunde angezeigt.
Heute geht die Sonnenuhr am Martinturm verglichen mit der mitteleuropäischen Winterzeit um eine halbe Stunde vor, respektive gegenüber der Sommerzeit eine halbe Stunde nach. Der Lauf der Sonne ist nicht so gleichmässig wie die Uhrwerke. Die halbe Stunde trifft am 15. April, am 15. Juni, am 1. September und am 25. Dezember zu. Während der übrigen Zeit differiert sie je nachdem bis zu 15 Minuten.
Zur Basler Zeit gibt es auch eine nette Legende: Im Mittelalter sollte ein Überfall auf Basel stattfinden. Verräter in der Stadt hätten genau um Mitternacht das Stadttor für die Feinde öffnen sollen, war abgesprochen worden. Der Torwächter hörte aber davon und liess den Zwölfuhrschlag ausfallen und schlug gleich ein Uhr. Das verwirrte die Angreifer und Verräter, so dass der Überfall misslang. In Erinnerung daran habe man in Basel beschlossen, von nun an die Uhren um eine Stunde vorgehen zu lassen.
Die Stadt Basel ging erst 1798 zur allgemein mitteleuropäischen Zeitrechnung über.