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Eines Tages verspürten die Jünger des Herrn grossen Hunger. Sie gingen in ein Haus, um für fünf Soldi einen Laib zu kaufen. Die Bäckersfrau hiess sie einen Augenblick warten, weil das Brot noch im Backofen sei. Als sie den Laib aus dem Ofen nehmen wollte, war er wie durch ein Wunder so gross geworden, dass sie ihn nicht mehr zur Ofentür herausziehen konnte und ihn deshalb in Stücke zerschneiden musste. Jetzt wollte ihn die Frau nicht mehr für fünf Soldi geben, weil er zu gross sei. Die Jünger gingen deshalb aus der Backstube, um anderswo Brot zu kaufen. Am nächsten Ort wiederholte sich derselbe Vorfall. Hierauf traten sie in eine dritte Backstube, und die Bäckerin sagte zu ihnen: «Nehmt nur das Brot und lasst es euch schmecken, da habt ihr einen Laib, wie ich keinen grössern finden kann, auch wenn man ihn besonders hergestellt hätte.»
Die Jünger nahmen den Laib und verzehrten ihn, denn sie hatten $ einen tüchtigen Hunger. Als sie satt waren, sprachen sie zu ihrem Meister: «Was gebt ihr dieser guten Frau zum Dank dafür, dass sie uns einen so grossen Laib Brot für so wenig Geld überliess?» Und der Meister gab tiefsinnig zur Antwort: «Ihr gutes Herz soll sie behalten. Es wird ihr helfen, alle Trübsal und Widerwärtigkeiten dieser Welt zu überwinden. Als Lohn aber wird man ihr unterdessen in jener andern, höhern Welt einen schönen Platz bereiten.»
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.