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<h2>SubmittedText<h2><p>Seit 2014 sind 438 000 Personen mehr in die Schweiz ein- als ausgewandert. Je nach Szenario des Bundesamtes für Statistik leben 2035 bis zu 10 Millionen Personen in der Schweiz. Bis 2050 scheint auch ein Anstieg der Bevölkerung auf fast 12 Millionen möglich. Dies würde bedeuten, dass 2050 3 330 000 oder fast 40 Prozent mehr Personen in der Schweiz leben als 2020, was einem durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungswachstum von 2 Prozent entsprechen würde. In einem absoluten Kontrast präsentiert sich die demographische Entwicklung in anderen europäischen Ländern. Die Bevölkerung in Deutschland wird zwischen 2020 und 2050 um 1 Prozent sinken, diejenige in Italien um gar 4 Prozent, während die Weltbevölkerung zwischen dem gleichen Zeitraum um 25 Prozent steigen wird. </p><p>Der Bundesrat wird um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:</p><p>1. Befürwortet der Bundesrat eine Bevölkerungsentwicklung, dass - je nach Szenario - per 2035 resp. 2040 die Schweiz mehr als 10 Millionen Einwohner hat?</p><p>2. Welche Folgen einer 10-Millionen-Schweiz sieht der Bundesrat für die Verkehrs- Energie- und übrigen Infrastruktur, die Immobilienpreise, den Arbeitsmarkt und die Umwelt (Siedlungsdruck)?</p><p>3. Wie viele zusätzliche Quadratkilometer Landverbrauch verursacht eine "10-Millionen-Schweiz"?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat strebt kein Bevölkerungswachstum an. Mit seinem Handeln verfolgt er nicht das Ziel, die Bevölkerungsentwicklung zu beeinflussen. Diese wird in erster Linie durch die Wirtschaftslage und die Standortattraktivität der Schweiz im Vergleich zum Ausland bestimmt. Das Referenzszenario des Bundesamts für Statistik geht von 10 Millionen Einwohnern im Jahr 2040 aus und dient dem Bundesrat als Planungsgrundlage.</p><p>2. Perspektivarbeiten wie z. B. für Verkehr und Energie berücksichtigen die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums und dienen als Planungsgrundlage für die Infrastrukturentwicklung.</p><p>Unterschiedliche Faktoren beeinflussen die Immobilien- und Arbeitsmärkte. So kann z. B. neben dem Bevölkerungswachstum auch der Reallohnanstieg, der Wohnflächenbedarf pro Person, bau- und raumplanerische Vorschriften oder die Zinsentwicklung zu steigenden Immobilienpreisen führen. Der jährlich erscheinende Monitor "Personenfreizügigkeit und Wohnungsmarkt" zeigt die entsprechenden Auswirkungen auf. Bezogen auf den Arbeitsmarkt ist darauf hinzuweisen, dass sich die Zuwanderung von Arbeitskräften in die Schweiz über die letzten Jahrzehnte entsprechend dem Bedarf der Schweizer Wirtschaft entwickelt hat. Die Branchenszenarien 2017-2060 zeigen die Auswirkungen unterschiedlicher Bevölkerungsentwicklungen auf den Arbeitsmarkt auf.</p><p>3. U.a. die Revision des Raumplanungsgesetzes sowie die stark gestiegenen Immobilienpreise dürften dazu beigetragen haben, dass pro Einwohnerin und Einwohner in jüngerer Zeit weniger Quadratmeter Boden konsumiert werden als zuvor. Zwischenergebnisse der Arealstatistik 2013/18 zeigen, dass in den letzten Jahren die Siedlungsflächen erstmals schweizweit weniger stark gewachsen sind als die Bevölkerung. Durch die konsequente Umsetzung einer haushälterischen und geordneten Bodennutzung sowie Lenkung der zusätzlichen Bevölkerung in zentrale und gut erschlossene Lagen können Kantone und Gemeinden den zusätzlichen Flächenverbrauch bremsen.</p>  Antwort des Bundesrates.