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Um was geht es in der Studie?
Eine Befragung des Versicherungsunternehmens Swiss Life hat den Einfluss von Berufswegen und Haushaltsformen auf die Rentenlücke bei Männern und Frauen untersucht. Die Studie zeigt Vorsorgerisiken auf, die sich aufgrund von Teilzeitarbeit, Scheidung und Konkubinat ergeben.
Was ist das Ergebnis?
Karrierewege und Familienmodelle in der Schweiz sind im Umbruch. Der Anteil an unverheirateten Paaren mit Kindern hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt. Jedes fünfte Paar mit Kindern unter fünf Jahren ist inzwischen unverheiratet, 2010 war es erst gut jedes zehnte. Mütter aus unverheirateten Partnerschaften sind laut Studie mit einem durchschnittlichen Pensum von 58 Prozent in höheren Arbeitspensen beschäftigt als verheiratete Mütter (45 Prozent).
Die starke Zunahme von berufstätigen unverheirateten Müttern führt zu neuen Herausforderungen in der Altersvorsorge. Teilzeitarbeitende unverheiratete Mütter sind bei einer Trennung oder dem Tod des Partners schlechter abgesichert als verheiratete.
Inwiefern sind Mütter schlechter abgesichert?
Gemäss Swiss Life erhalten Rentnerinnen knapp einen Drittel weniger Rente als Männer. Ausschlaggebend dafür sind die unterschiedlich hohen Erwerbseinkommen von Frauen und Männern. Unterschiedliche Einkommen seien eine Folge der Reduktion des Arbeitspensums bei Müttern nach Geburten. Tiefere Erwerbseinkommen würden dann später in der beruflichen Vorsorge zu tieferen Renten führen und die Sparmöglichkeiten in der dritten Säule einschränken.
Was für eine Rolle spielen Familienmodelle?
Die Rentendifferenz ist bei heutigen pensionierten Verheirateten am grössten. Sie hat aber geringere unmittelbare finanzielle Auswirkungen. Zwei Drittel der befragten verheirateten Paare haben in der Studie angegeben, dass sie ihr Einkommen zusammenlegen würden.
Gemäss Swiss Life werde aber das Risiko einer Scheidung unterschätzt. Obwohl eine Scheidung für beide Menschen negative finanzielle Folgen hätte, würden sich nur ein Viertel der verheirateten Männer und sogar nur ein Fünftel der verheirateten Frauen mit den Konsequenzen auf die persönliche Altersvorsorge auseinandersetzen. Die Rentendifferenz bei den heute Geschiedenen beträgt 15 Prozent.
Weshalb arbeiten Frauen immer noch im Durchschnitt weniger als Männer?
Eine Erklärung für die unterschiedliche Arbeitsmarktbeteiligung der Geschlechter ist der Swiss-Life-Studie zufolge das klare Rollenbild. Das Arbeitspensum der Männer liegt im Schnitt bei 93 Prozent, jenes der Frauen bei 54 Prozent. Die Umfrage zeigt zudem, dass für einen Drittel das knappe und teure Angebot an Krippenplätzen ein Grund für keinen oder einen Teilzeitjob ist.
(sda/hap)