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Robert Zünd - Das Säen, ohne Jahr
Öl auf Leinwand
40 x 62,8 cm
Robert Zünd - Die Ernte, ohne Jahr
Öl auf Leinwand
40 x 62,8 cm
Robert Zünd (1827-1909) ist bekannt für seine atmosphärischen und lichtdurchfluteten Landschaftsmalereien. Seine Motive beinhalten oftmals bäuerliche Szenen oder Landschaften, die sich jedoch durch die Abwesenheit jeglicher Anzeichen der Industrialisierung oder Technologisierung auszeichnen, wie auch in den beiden Werken Das Säen und Die Ernte.
Ein riesiger Baum, der von Zünd detailreich ausgearbeitet wurde, nimmt in der Bildmitte von Das Säen das kompositorische Gegenüber eines säenden Bauerns ein. Die beiden Elemente teilen die Landschaft in eine wildere linke Bildhälfte und eine akkurate rechte Bildhälfte. Eine Gegenüberstellung, die von Zünd jedoch in vollkommener Harmonie dargestellt wird, so dass die beiden Welten im Einklang verschmelzen.
In dem Gemälde Die Ernte ist das bäuerliche Treiben in der ganzen Landschaft verteilt. Wieder durchschneidet ein Weg das Bild in zwei Hälften und auch hier werden eine Seite von einer Baumgruppe und die andere von einer Menschengruppe eingenommen. Zünds Vorstellung dieser idealisierten bäuerliche Lebensweise, die in vollkommener Harmonie mit der Natur lebt, übersetzte er hier in kompositorische Elemente.
Fruchtbare, sonnendurchflutete und paradiesische Landschaften wie in diesen beiden Werken entsprechen Zünds idealisierter Kunstauffassung. Seine naturalistischen aber doch stark idealisierten Darstellungen verleihen seinen Werken eine besondere Atmosphäre und eine romantische Sehnsucht. Der Schriftsteller Gottfried Keller beschrieb Zünds Darstellung nach einem Besuch in seinem Atelier als «ideale Reallandschaft oder reale Ideallandschaft», was das Werk und die Kunstauffassung Zünds in präzisen Worten beschreibt.