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Orsolya Nyakas
Die Dirne
Libretto von Luc Bondy nach dem gleichnamigen Drama von Arthur Schnitzler
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
«Etwas Unaufführbareres hat es noch nie gegeben». So radikal äusserte sich Arthur Schnitzler selbst über die zehn Dialoge, die er unter dem Arbeitstitel Liebesreigen 1897 verfasste. Er sollte Recht behalten. Kein anderes Stück der Weltliteratur erregte einen ähnlichen Skandal quer durch die Gesellschaftsschichten des Fin de siècle wie diese Schilderung. Der grosse Theaterkritiker Kerr, der Schnitzler geraten hatte, den Titel in Reigen zu verkürzen, erachtete es zwar als voll «komischer Kraft» und frivoler Freude und als das «Dekameron unserer Tage». Doch es änderte nichts: vielfach verboten, wurde es erst 1920 uraufgeführt. Die Uraufführung war denn auch Anlass für die richterliche Aufhebung des Aufführungsverbots. Der skandalöse Beischlaf, so wurde festgestellt, werde gar nicht gezeigt, womit die Aufführung nicht unsittlich sei.
Philippe Boesmans’ 1993 uraufgeführte Oper macht das Prinzip des Reigens musikalisch und nutzt jene Lücke, die Schnitzler auf der Bühne lässt: Szene für Szene wird ein Partner ausgetauscht und damit die eine Hand eines Begehrenden in die nächste gereicht.
Musikalische LeitungKevin John Edusei
BühneKathrin Frosch
RegieMarkus Bothe
KostümeJustina Klimczyk
DramaturgieKatja Bury
Orchester Berner Symphonieorchester