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Der Pfadigruss ist eine international verbreitete Tradition, welche auch heute noch teilweise verwendet wird, wenn sich zwei Pfadis begrüssen.
Beim Pfadigruss strecken Pfadfinderinnen und Pfadfinder die mittleren drei Finger der rechten Hand in die Höhe und legen den Daumen über den kleinen Finger. Die Bedeutung des Handzeichens geht über hundert Jahre zurück. Der Daumen über dem kleinen Finger symbolisiert den Schutz des Schwächeren durch den Stärkeren. Die drei mittleren Finger symbolisierten ursprünglich die drei Pflichten, welche in Grossbritannien zur Gründungszeit die Basis des Pfadiversprechens bildeten: Die Pflicht gegenüber Gott und König, die Pflicht zur Hilfe gegenüber seinen Mitmenschen und die Pflicht gegenüber dem Pfadigesetz. Heute versinnbildichen diese drei Finger die Suche nach Sinn und Ziel des Lebens, die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und eine stetige Auseinandersetzung mit sich selbst.
Einfacher zu erklären ist der Wolfsgruss, welchen die jüngeren Mitglieder der Pfadibewegung gebrauchen. Zeigefinger und Mittelfinger werden dabei hochgehalten und stehen für die Wolfsohren. Der Daumen, der sich über Ringfinger und kleinen Finger legt, symbolisiert wiederum den Stärkeren, welcher die Schwächeren beschützt.
Zur Begrüssung reichen sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder traditionsgemäss die linke Hand.
Warum sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf der ganzen Welt die linke Hand geben, ist umstritten. Es gibt dafür verschiedene Erklärungen. Warum dabei manche Personen zusätzlich den kleinen Finger abgespreizen und mit dem kleinen Finger des Gegenübers verschränken, ist zusätzlich unklar.
Der Ursprung dieser Tradition ist wahrscheinlich in Afrika zu suchen, wo Baden-Powell die folgende Legende zu Ohren gekommen sein soll:
Der Erzählung nach soll es zwei benachbarte Stämme gegeben haben, welche stets Streit hatten und erbitterte Kriege gegeneinander führten. Eines Tages aber war einer der beiden Stämme des Konflikts überdrüssig und man entschied, sich mit den ungeliebten Nachbarn zu einigen. Nach einer gewissen Zeit trafen die beiden Streitvölker wieder aufeinander Anstatt jedoch eine bewaffnete Auseinandersetzung zu suchen, warf das Oberhaupt des friedlich gesinnten Volkes seine Waffen weg und reichte als Zeichen seiner Freundschaft und seines Vertrauens seinem Gegenüber die linke Hand. Immer wenn man von nun an mit der linken Hand begrüsst wurde, wusste man, dass es um freundschaftliche Begegnungen ging und konnte dies auch als eine Art geheimes Erkennungszeichen verstehen.
Als Baden-Powell später die Pfadibewegung gründete, war ihm klar, dass Mädchen und Jungen geheime Zeichen lieben. Er führte die Begrüssung mit der linken Hand als solches Zeichen des gegenseitigen Vertrauens und der Freundschaft ein. Diese Bedeutung wird auch dadurch untermalt, dass die linke Hand näher beim Herzen liegt.
Die Pfadibewegung hat international dieselben Erkennungszeichen. Die Weltbund der Pfadfinderinnen (WAGGS) wird durch das dreiblättrige Kleeblatt symbolisiert während der Weltbundes der Pfadfinder (WOSM) die Lilie das Erkennungszeichen gewählt hat.
Wie beim Pfadigruss durch die drei gestreckten Finger werden bei Lilie und Kleeblatt durch die drei Blätter die Suche nach Sinn und Ziel des Lebens, die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und eine stetige Auseinandersetzung mit sich selbst versinnbildlicht.
Im internationalen Kontext soll der im mittleren Blatt eingebrachte Strich zudem eine Kompassnadel darstellen, welche dem Pfadfinder und der Pfadfinderin immer den richtigen Weg weist. Der Kreis um beide Symbole soll die Zusammengehörigkeit aller Mitglieder der Pfadibewegung symbolisieren. Die beiden Sterne erinnern an Gesetz und Versprechen und ihre Bedeutung für die Pfadibewegung.
Die Pfadibewegung Schweiz ist beiden Weltverbänden angeschlossen und trägt somit beide Erkennungszeichen in ihrem Logo. Die Lilie repräsentiert die Knaben und Männer, das Kleeblatt die Mädchen und Frauen unseres Verbandes.
Auf der ganzen Welt tragen die Mitglieder der Pfadibewegung ein Pfadihemd, welches sie als Pfadfinder und Pfadfinderinnen kennzeichnet und untereinander verbindet.
Ein erster Entwurf des Pfadihemdes entstand, als der spätere Gründer der Pfadibewegung, Robert Baden-Powell, als Offizier der englischen Armee in Afrika stationiert war. Die strapazierfähige Bekleidung sollte das Arbeiten unter verschiedenen klimatischen Bedingungen erlauben. Sie war einfach, zweckmässig und unterschied sich durch ihren Kragen von der Uniform der Armee.
Die Idee einer einheitlichen Bekleidung für Pfadfinderinnen und Pfadfinder hatte jedoch nicht nur praktische, sondern auch ideelle Gründe. Das Pfadihemd als solches beseitigte nämlich alle gesellschaftlichen, nationalen und religiösen Trennungen. Ob reich oder arm, alle trugen dieselbe Uniform. Wer das Pfadihemd trug, war ein Mitglied der Pfadibewegung und man fragte nicht, woher er kam.
Auch heute noch ist das Pfadihemd ein Symbol der Internationalität und weltweiten Zusammengehörigkeit der Pfadibewegung geblieben, und dient keinen konformistischen Bestrebungen. Die Farbe des Hemdes war schon zu Gründungszeiten khaki.
Die verschiedenen Altersstufen der Pfadibewegung Schweiz unterscheiden sich heute jedoch durch ganz unterschiedliche Hemdfarben:
Die Wölfe (8 - 11 Jahre) tragen türkisfarbene Hemden, die Pfadis (12 - 15 Jahre) traditionelle khakifarbene Hemden, die Pios (16 - 18 Jahre) ein rotes und die Rover (ab 18 Jahren) ein grünes Pfadihemd.
Zur traditionellen Bekleidung eines Mitgliedes der Pfadibewegung gehört jedoch nicht nur das Pfadihemd, sondern auch ein Foulard, welches um den Hals getragen wird. Die Idee für das Pfadifoulard, oft auch Pfadikrawatte genannt, entstammt ebenfalls Baden-Powells Zeit in Afrika. Dieses wurde aber nicht aus ästhetischen Gründen entworfen, sondern hatte einen ganz praktischen Zweck: es sollte den Nacken tagsüber vor der starken Sonneneinstrahlung schützen. Doch auch als Taschentuch oder Verband bei Verletzungen war das Foulard zu gebrauchen. Seine Multifunktionalität machte es schliesslich zu einem Teil der Pfadibekleidung.
Heute dienen die verschiedenfarbigen Foulards den einzelnen Pfadigruppen als Erkennungszeichen. So kann jede Gruppe ihr eigene Pfadifoulard gestalten und gerade bei internationalen Anlässen werden die Foulards als Geste der Freundschaft oft untereinander getauscht.
Die ersten Exemplare zu Gründungszeiten waren jedoch allesamt grün. Der Pfadiknoten im Foulard wurde übrigens erst später erfunden. Er sollte die Pfadfinderinnen und Pfadfinder daran erinnern jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen. Sobald diese Tat vollbracht worden war, konnte der Knoten gelöst werden.
Jedes Mitglied der Pfadibewegung trägt bei uns einen eigenen Pfadinamen. Wenn sich zwei Pfadis begegnen, sprechen sie sich normalerweise mit diesem Übernamen an. Nicht in allen Ländern brauchen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Umgang miteinander solche Pfadinamen. In der Schweiz ist die Verleihung eines individuellen Übernamens jedoch zu einer Tradition geworden. Die sogenannte Pfaditaufe signalisiert den heranwachsenden Jugendlichen, dass sie in der bestehenden Gruppe aufgenommen worden sind und ihren Platz in dieser gefunden haben.
Die Kinder und Jugendlichen tragen den erhaltenen Pfadinamen während ihrer gesamten Zeit bei der Pfadi und werden durch diesen auch ein Stück weit geprägt. Deswegen ist bei der Auswahl eines passenden Namens viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Bezeichnungen sollen schliesslich möglichst einzigartig sein und positive Eigenschaften oder besondere Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen zum Ausdruck bringen.
Schon in den Anfängen der Pfadibewegung formulierte deren Gründer Baden-Powell ein Pfadigesetz, welches den Jugendlichen seine Ideale vor Augen führen sollte. Auf Baden-Powells Entwurf aufbauend haben verschiedene Pfadiverbände eigene Formulierungen entwickelt, die sich inhaltlich meist geringfügig unterscheiden und dem Zeitgeist ein wenig angepasst wurden.
Ein solches Gesetz ist nicht als strenges Reglement zu verstehen. Vielmehr soll es den Mitgliedern der Pfadibewegung einen Leitfaden geben, an welchem sie sich im Rahmen ihrer Entwicklung orientieren können. Wenn die Pfadfinderinnen und Pfadfinder sich nicht an ihr Gesetz halten, werden sie deswegen nicht bestraft.
Das Gesetz der Pfadibewegung Schweiz besteht aus folgenden acht Punkten:
Wir Pfadi wollen...
Auch das Pfadiversprechen ist ein Tradition und steht in engem Zusammenhang mit dem Pfadigesetz. Das Ablegen des Versprechens ist freiwillig, die Pfadis bekräftigen damit die Absicht, die wesentlichen Punkte des Pfadigedankens auch im eigenen Alltag umzusetzen und bestätigen ihre Zugehörigkeit zur Pfadibewegung. Der Wortlaut des Pfadiversprechens hat sich im Laufe der Zeit stetig verändert. So betonen die neueren Texte, dass die Pfadis das Versprechens freiwillig ablegen sollen und selbst dafür verantwortlich sind ihr Versprechen einzuhalten.
In der Pfadibewegung Schweiz wird heute der folgende Text zum Versprechen verwendet:
Ich verspreche, mein Möglichstes zu tun, um
(Im Vertrauen auf Gott und) zusammen mit Euch allen versuche ich, nach diesem Versprechen zu leben.
Quelle: www.scout.ch