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Eine wissenschaftliche Arbeit, von der Hausarbeit bis hin zur Bachelorarbeit, die zur Benotung eingereicht werden und dafür entweder gedruckt und geheftet oder gedruckt und gebunden werden muss, punktet natürlich nicht nur rein auf der Inhaltsebene. Auch die formalen Vorgaben müssen eingehalten werden, was Formatierung, Nummerierung, ein einheitlich gestaltetes Literaturverzeichnis sowie Zitation im Text anbelangt. So ist neben dem ordentlich gestalteten Deckblatt deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit auch ein gut strukturiertes Inhaltsverzeichnis Pflicht.
Schließlich muss dem Leser/dem Betreuer gleich von Anfang an präsentiert werden, wie die Arbeit strukturiert ist. Ein schön gestaltetes und transparent gegliedertes Inhaltsverzeichnis für die Hausarbeit oder Bachelorarbeit vermittelt einen ersten positiven Eindruck.
In erster Linie zeigt sich hier eines, nämlich dass du weißt was du tust beziehungsweise getan hast, und der Leser nicht im Chaos versinkt wenn er die Arbeit liest. Ohne ein Inhaltsverzeichnis sind längere Arbeiten ohnehin schwer nachzuvollziehen. Doch was gibt es beim Erstellen des Inhaltsverzeichnisses zu beachten?
Inhaltsverzeichnis
Definition
Das Inhaltsverzeichnis ist die Visitenkarte einer wissenschaftlichen Arbeit, buchstäblich ihr „Aushängeschild“. Es steht in direktem Zusammenhang mit der Gliederung, das heißt, die formal schön ausgestaltete Form der Gliederung, die der Arbeit vorangestellt wird und direkt nach dem Titelblatt steht. Auch sind hier sämtliche Verzeichnisse aufgelistet. Die angegebenen Überschriften und Seitenzahlen müssen mit dem Text übereinstimmen.
Um hier Fehler zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Inhaltsverzeichnis in Word automatisch zu erstellen. Anhand des Inhaltsverzeichnisses lassen sich auch Schwachstellen in der Gliederung erkennen, beispielsweise wenn ein wichtiger Überpunkt auf nur einer Seite abgehandelt wird, während sich ein Unterpunkt auf mehrere Seiten erstreckt.
Häufig gestellte Fragen
Das Inhaltsverzeichnis ist das Aushängeschild deiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit und zeigt, was der Leser von dieser Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation erwarten kann. Hast du bereits eine Literaturrecherche gemacht, hast du dir sicher zuerst das Inhaltsverzeichnis angeschaut und geprüft, ob der Inhalt Mehrwert für deine Studienarbeit bietet.
Um Interesse beim Leser zu wecken, solltest du also auch die Gliederungspunkte in deinem Literaturverzeichnis prägnant formulieren.
Egal ob du Word oder Open Office nutzt, jedes Textverarbeitungsprogramm erleichtert dir die Erstellung deines Inhaltsverzeichnisses, durch eine automatische Formatierung. In der Regel musst du nur die richtige Nummerierung des jeweiligen Gliederungspunktes beachten und die richtigen Abständige werden automatisch generiert.
Wenn du spezielle Fragen zur Erstellung in Word hast, findest du bei Youtube sehr viele Tutorials dazu oder du schaust dir unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung an: Zu Inhaltsverzeichnis in Word erstellen
Wenn du beispielsweise eine Danksagung in deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation vor dem Inhaltsverzeichnis integriert hast, sollte die Seitennummerierung erst im Inhaltsverzeichnis beginnen, jedoch (je nach vorheriger Seite) bei z.B. Seite 2 oder 3.
- Wähle “EINFÜGEN” – “Kopf- und Fußzeile”
- Dann “Seitenzahlen”
- „Seitenende“
- „Einfache Zahl 3“
- Fertig – In der Fußzeile erscheinen nun die Seitenzahlen.
Das Inhaltsverzeichnis hat nichts mit dem Quellenverzeichnis bzw. den Quellenangaben zu tun, außer, dass du im Inhaltsverzeichnis die Quellen als eigenen Gliederungspunkt angibst. Das Inhaltsverzeichnis ist mehr eine Gliederung deiner wissenschaftlichen Arbeiten, während das Quellenverzeichnis die von dir verwendete Forschungsliteratur angibt.
Selbstverständlich brauchst du keine automatische Verbindung zwischen deinen Überschriften und dem Inhaltsverzeichnis. Das ist oftmals eine nette technische Spielerei, die aber für Technik-Anfänger manchmal schwierig umzusetzen ist. Du kannst auch ganz „normal“ das Inhaltsverzeichnis deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation händisch erstellen.
Video-Tutorial
Unsere Doktorandin Bianca erklärt dir in nur 4 Minuten was du über das Inhaltsverzeichnis in Bachelorarbeit & Hausarbeit wissen solltest.
Tipps & Vorlagen
Tipp 1: Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen sind „Gliederungs-Nummern und die ersten Buchstaben der Überschriften […] nach Gliederungsebenen einzurücken und an vertikalen Fluchtlinien auszurichten“ (Rossig & Prätsch 2005: 91), denn nur so werden Hierarchieebenen von über- und untergeordneten Punkten deutlich; vgl. hierzu Vorlage 1.1 und 1.2.
Tipp 2: Elemente außerhalb des Textes, welche in das Inhaltsverzeichnis mitaufgenommen werden müssen, erhalten keine Ordnungsziffer und werden nur linksbündig mit aufgenommen (vgl. Theisen 2013: 210), dazu gehören verschiedene Verzeichnisse wie Abkürzungsverzeichnis, Symbol-und Darstellungsverzeichnis sowie der Anhang und das Quellenverzeichnis, aber auch das Vorwort.
Vorlage Inhaltsverzeichnis 2
(adaptiert von Bänsch & Alewell 2013: 92)
Vorlage Inhaltsverzeichnis 3
(adaptiert von Rossig & Prätsch 2005: 92)
Tipp 3: Die Überschriften der einzelnen Abschnitte müssen informativ formuliert sein aber trotzdem knapp gehalten werden (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 252) und hinter Überschriften steht nie ein Satzzeichen (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 90); siehe auch Blogbeitrag Gliederung.
Tipp 4: Der Textteil der Arbeit muss natürlich mit Seitenzahlen versehen werden: „Der freie Raum zwischen dem letzten Wort in jeder Zeile kann in einem Inhaltsverzeichnis bis zur Seitenangabe horizontal mit Punkten aufgefüllt werden“ (Theisen 2013: 211), dies erleichtert dem Leser die Übersicht.
Vorlage Inhaltsverzeichnis 4
(adaptiert von Samac, Prenner & Schwetz 2009: 59)
Tipp 5: Es müssen mindestens zwei Unterpunkte sein, ansonsten ist der Unterpunkt an sich überflüssig: „Gibt es ein Unterkapitel ‚3.1‘ oder ‚3 a‘, muss auch ein ‚3.2‘ oder ‚3 b‘ folgen“ (Andermann, Drees & Grätz 2006: 85).
Zu beachten: Die Erstellung des Inhaltsverzeichnisses soll auch als Kontrollmöglichkeit dienen, um zu sehen ob die verschiedenen Punkte auch der richtigen Ordnungsstufe zugewiesen wurden und ja nach Wichtigkeit der Punkte auch die Seitenanzahl die ihnen gewidmet wurde im Verhältnis ist (vgl. Theisen 2013: 211). Schließlich muss unbedingt vermieden werden, dass beispielsweise ein Punkt der in der Gliederung auf der dritten oder vierten Ebene liegt eine größere Anzahl von Seiten füllt wie ein Punkt auf der zweiten Ebene. Zeigt das Inhaltsverzeichnis ein gewisses Ungleichgewicht an, muss sofort die Logik des eigenen Gedankengangs in Abstimmung auf die Forschungsfrage geprüft werden.
Gestaltung
Alle geschriebenen Textseiten der wissenschaftlichen Arbeit werden durchnummeriert, und die Aufgabe des Inhaltsverzeichnisses der Bachelorarbeit oder Hausarbeit ist es, „alle Bestandteile einer Arbeit und deren Position im Text nach[zu]weisen, die durch eine Seitenzahl ausgewiesen wird; ein Inhaltsverzeichnis ohne Seitenangaben ist unbrauchbar“ (Theisen 2013: 210). Die erklärt sich natürlich von selbst: der Leser soll die Möglichkeit haben schnell verschiedene Abschnitte deiner Arbeit nachschlagen zu können; dazu müssen die Seitenzahlen die im Inhaltsverzeichnis stehen natürlich mit denen im Text übereinstimmen.
Das Inhaltsverzeichnis umfasst nicht nur die Gliederung, selbst wenn diese das Kernstück bildet, sondern auch „alle Vortexte, der Anhang und sämtliche Verzeichnisse müssen ausnahmslos im Inhaltsverzeichnis erfasst werden: Aus diesem Grund sollte ein Inhaltsverzeichnis unmittelbar nach dem Titelblatt stehen“ (Theisen 2013: 210).
Das Inhaltsverzeichnis der Bachelorarbeit oder Hausarbeit muss natürlich alle Überschriften genauso enthalten, wie sie in der Arbeit verwendet werden (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 58), dementsprechend darf es auch keine Gliederungspunkte im Text geben, welche nicht in das Inhaltsverzeichnis mitaufgenommen wurden (vgl. Theisen 2013: 210). Dies ständig zu prüfen beziehungsweise am Ende den Überblick zu behalten ist gerade bei längeren Arbeiten eine sehr zeitintensive Aufgabe.
Daher sollten Inhaltsverzeichnisse am besten nie manuell sondern immer mit Hilfe des Textverarbeitungsprogramms erstellt werden, damit das Programm Änderungen von Überschriften und Seitenzahlen automatisch für dich aktualisiert (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 252).
Wie du eine Inhaltsverzeichnis in Word erstellst erfährst du ausführlich mit allen Tipps und Tricks in unserem Blog-Beitrag:
Muster für das Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
- Das Inhaltsverzeichnis ist die „Visitenkarte“ der Bachelorarbeit oder Hausarbeit und soll einen schnellen Überblick über den logischen Aufbau der Arbeit geben
- Das Inhaltsverzeichnis bildet die Gliederung ab und auch der roten Faden soll deutlich sichtbar sein; ist ein gewisses Ungleichgewicht zu erkennen (gleich wichtige Punkte unterscheiden sich stark in der Seitenanzahl die sie umfassen), deutet dies auf Schwachstellen in der Logik der Gliederung hin
- Das Inhaltsverzeichnis steht direkt nach dem Titelblatt und enthält neben der Gliederung auch sämtliche Verzeichnisse (diese erhalten aber keine Klassifizierungsnummer)
- Die im Inhaltsverzeichnis angegeben Überschrift sowie die Seitenzahl muss mit den Überschriften und Seitenzahlen im Text übereinstimmen
- Es empfiehlt sich, das Inhaltsverzeichnis von einem Textverarbeitungsprogramm erstellen zu lassen, damit es einfacher aktualisiert werden kann und keine Fehler unterlaufen
- Das Inhaltsverzeichnis muss sorgfältig und übersichtlich gestaltet werden, da es der ersten Eindruck deiner Arbeit ist, den der Leser/der Betreuer bekommt (siehe Formatierungs- und Gestaltungstipps)
Quellennachweise
Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.
Bänsch, Axel & Dorothea Alewell. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.
Gruber, Helmut, Birgit Huemer & Markus Rheindorf. 2009. Wissenschaftliches Arbeiten – Ein Praxisbuch für Studierende. Wien: Böhlau Verlag.
Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8.Aufl. Wien: Facultas.
Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014. Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.
Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.
Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.
Stickel-Wolf, Christine & Joachim Wolf. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.
Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.
Winter, Wolfgang. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. 2. Aufl. Frankfurt: Redline Wirtschaft.