Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03555.jsonl.gz/1003

Wer hat Magdalena Martullo-Blocher (SVP) in den Nationalrat gewählt? Ein erster Blick in die Panaschierstatistiken der Wahlen 2015 zeigt, dass Martullo-Blocher insbesondere von der eigenen Partei getragen wird. Von ihren fast 19’000 Stimmen erhält sie lediglich etwa 3’500 Stimmen von Wählerinnen und Wähler ausserhalb der Partei. Trotz insgesamt drittbestem Resultat ist sie somit bei der Panaschierrangliste nur auf dem siebtem Platz und wird von den Nichtgewählten Gasser (GLP) und Michel (FDP) überholt.
Bei Ankündigung der Kandidatur im April 2015 wurde befürchtet, dass Martullo-Blocher bei den Mitte-Parteien, insbesondere der FDP, viele Panaschierstimmen holen könnte. Ein erstes Fazit ist aber, dass das Team Martullo-Blocher und Brand nicht in erster Linie Panaschierstimmen abgegrast haben, sondern direkt die Wählerinnen und Wähler der Mitte-Rechts-Parteien gewonnen haben. Die Ausweitung der Parteibasis führt dazu, dass Martullo-Blocher mit 15’372 und Heinz Brand (SVP) mit 18’127 eigene SVP-Parteistimmen auf den Sitz im Nationalrat gehoben haben.
Auch Brand konnte im Vergleich zu 2011 ausserhalb der Partei wenig zulegen. Während Martin Candinas (CVP) dank Bisherigen-Bonus seine Panaschierstimmen fast verdoppelt, gewinnt Brand nur etwa 1’000 zusätzliche Stimmen.
Panaschierstatistik der Nationalratswahlen 2015 / Graubünden
Grafik: Top 20 Panaschierkönige und -königinnen.
Den Bestwert 2015 erreicht Martin Candinas (CVP), wobei wohl einerseits der Bisherigen-Bonus gespielt hat. Andererseits führt die Listenverbindung in der Mitte dazu, dass FDP- und BDP-WählerInnen ihre Stimmen an Candinas geben können, ohne, dass diese für die Sitzverteilung „verloren“ gehen. Candinas überholt Gasser, der weniger Panaschierstimmen als letztes Mal erreicht, wohl auch weil wenige Stimmberechtigte von seinen Wahlchancen überzeugt waren.
Für die weiteren Nationalratskandidatinnen und -kandidaten in den Top 10 kann festgestellt werden, dass Duri Campell (BDP) sowohl innerhalb der Partei wie auch ausserhalb der Partei im Vergleich zu Felix mehr überzeugt hat. Anders bei der FDP, wo Michael Pfäffli (FDP) dank der Listenstärke vor Hans-Jürg Michel (FDP) zum Zuge gekommen wäre, obwohl Michel mehr Stimmen erreicht hat. Das höhere Resultat von Michel ist auf mehr Panaschierstimmen zurückzuführen, d.h. Unterstützung ausserhalb der Partei, während Pfäffli innerhalb der Partei bevorzugt wurde.
Bei der SP schliesslich zeigt sich, dass Silva Semadeni (SP) wohl dank Bisherigen-Bonus über die Parteigrenze hinweg überzeugen konnte. Innerhalb der SP hat Parteipräsident Pult aber rund 500 Stimmen Vorsprung auf Semadeni. Die zusätzlichen Panaschierstimmen von Semadeni, fast 1’000, sichern ihr trotzdem weitere vier Jahre in Bern.