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22.06.2018 Aurillac (Puy Mary)
Aufgrund der frühen Morgenstunde beginne ich den historischen Stadtrundgang, für den nichts offen zu sein braucht. Die Eglise Notre Dame aux Neiges ist noch geschlossen. Ich durchquere noch einmal den Place du Square Vermenouze, besichtige die Statue des droits de l’homme (1890), laufe zum Gravier, unterdessen ein Parkplatz, immerhin ist noch ein Musikpavillon (1890) vorhanden. Etwas weiter unten steht die Statue von Gerbert (Papst Sylvester II). Wunderschön sind die mittelalterlichen Häuser entlang der Jordanne, die sich im morgendlich stillen Wasser spiegeln. Ich besuche den Marché aux Fromages; heute gibt es dort gerade noch einen fest installierten Käseladen. Die Eglise St. Géraud ist noch geschlossen. Ueber die Place St. Géraud und am Hopital abbatial St-Geraud (17. Jhdt) gelange ich zum Chateau St. Etienne. Heute ist das Vulkanmuseum darin untergebracht, welches ich aber nicht besuche. Ueber die Rue du college mit vielen mittelalterlichen Residenzen gelange ich zum Maison Consulaire (1580), das einer Burg in nichts hintennach steht. Ueber das Theater und die ebenfalls geschlossene Chapelle votive Notre Dame d’Aurinques gelange ich zur Rue Vermenouze, wo namentlich zwei mittelalterliche Hauseingänge bemerkenswert sind. Ich gelange zum L’Hotel de Ville, orange bemalt (1803), erkunde die engen Gassen des angrenzenden Viertels. Zurück am Square komme ich noch am Palais de justice (1872) und dem Monuments aux Morts (1927) vorbei. Die Kirche Notre Dame aux Neiges ist nun offen. Sie ist einschiffig, hat auf jeder Seite drei Kapellen, wobei die zweite zur Salle des Cordeliers. Hier findet sich eine weitere schwarze Madonna. Angeblich soll es in der Auvergne so viele schwarze Madonnen geben, weil sie eine Kombination aus Isis und Maria sei, und Isis sei als schwarze Frau dargestellt worden. Der Jardin des Carmes auf dem Gelände des ehemaligen Karmeliterklosters ist nichts Besonderes. Das Museum der Archäologie und der Kunst sollte geöffnet sein, ist aber geschlossen. Den Rundgang schliesse ich mit der modernen Halle „Cristal“ ab, die aber irgendwie nicht in das Stadtbild passt. Ich hole nun den Scooter, kaufe mir etwas zu essen und fahre Richtung Puy Mary. Mein erster Halt ist bei der Site de Laverniere in Velzic. An diesem stillen Picknickplatz am Ufer der Jordanne verzehre ich die erste Hàlfte meines gigantisch grossen Camembert-Sandwichs. Einen kurzen Halt lege ich beim Lac des Graves in Lascelle ein. Der See ist aber in Privatbesitz. Die Gorges de Jordanne in Saint-Cirgues de Jordanne sind leider noch geschlossen, da in Frankreich ja von 12 bis 14:30 Uhr alles zu ist. So fahre ich weiter Richtung Col du Pas de Peyrol, obwohl meine Tankuhr nur noch drei Balken anzeigt. Doch Tankstellen gibt es hier eh nicht. Deshalb fahre ich ganz vorsichtig und langsam, um möglichst wenig Benzin zu verbrauchen. Am Col du Pas de Peyrol (1589 m) stelle ich den Scooter ab und beginne, auf den rund 300m höher gelegenen Gipfel des Puy Mary zu steigen. Mit meinem üblichen Speed kriege ich nun Probleme, da der Weg enorm steil ist und sich meine Luftröhre mit dickem Schleim füllt. Trotzdem schaffe ich es bis zum Gipfel, wo die Rundsicht toll ist. Beim Herunterlaufen huste ich nur noch. Als ich ganz vorsichtig zurückfahre, stoppe ich kurz beim zweiten Pass, dem Col de Redondet (1531 m). Wo immer es geht, lasse ich den Scooter im Neutral rollen, doch der Wind bläst dermassen stark, dass er mich an einer Stelle trotz der abfallenden Strasse zum Stillstand bringt. Ich gelange wieder zu den Gorges de la Jordanne, die nun offen sind. Die Tickets werden von einer Deutschen verkauft, die mir noch einige Tipps auf den Weg mitgibt. Ich laufe die feuchte und moosige Schlucht, wo mit Hilfe der EU Brücken und Stege eingerichtet wurden, damit man der Jordanne entlang laufen kann. An einer Stelle hat es eine grosse Menge Kaulquappen, gleich daneben ein Schwarm kleiner Fische, die angreifen, jedoch wegen der Grösse der Kaulquappen unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen. An einer Stelle muss man hoch auf- und wieder absteigen, um über eine Felspartie zu gelangen. Am Ende des Weges hat es einen dreistufigen Wasserfall über moosige Felsen. Schliesslich komme ich mit einem noch recht komfortablen Tankinhalt wieder nach Aurillac, wo ich bei E. Leclerc wieder auftanken kann.