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Ich bin in Engi aufgewachsen und bin heute «ä urchigä Heiwehengeler». Wir wohnten in Engi in der Allmeind, direkt beim damaligen Mädchenheim. Zirka 30 Mädchen aus Italien lebten im Heim, einzig eine, Helvetia, kam aus dem Tessin. Alle arbeiteten in der Weberei Sernftal (heutige Weseta) und waren alle (ausser d’Gurrä, die etwas älter war) sehr nett. Drei Nonnen hatten die Aufsicht und für den Gottesdienst gab es eine kleine Kapelle im Untergeschoss. Jeden Sonntag kam ein Pfarrer (mit einem kleinen FIAT) aus Schwanden und hielt eine Predigt und es wurde gesungen. Katholiken aus dem Chlytal besuchten den Gottesdienst. Alle arbeiteten in der Weberei, denn einheimisches Personal war nicht genug vorhanden. Einheimische hatten kaum Kontakt mit den Mädchen (Sprache) und wenn die Mädchen aus der Weberei nach Hause kamen, verschwanden sie sofort im Heim. Einzig zum Wäschewaschen mussten sie in die Waschküche, die in unserem Haus war.
Ein Erlebnis bleibt mir lebenslänglich in Erinnerung. Oftmals musste ich im Spätherbst für unser Schwein in der den Schlafsälen gegenüber liegenden Küche «Härdöpfel» sieden. Da ist mir und einem Schulkollegen die Idee gekommen, gesottenen Kartoffeln in die Schlafsäle und auf die Fenstersimse zu werfen. Das hatte zur Folge, dass es nach der Reklamation der Bewohner zwei, drei «Singälä» als Lohn gab. Ein Einwohner, der Witwer wurde, hatte das Glück, dass er eine Frau fand im Heim. All das war eine Zeit, an die man sich immer erinnert.
Thes Marti, ä urchigä Heiwehengeler
us Geroldswil