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Worauf achten wir bei einem Lulav?
Es sind viele und verschiedene Halachot über die Kaschrut von Lulav und den anderen Arten. In vielen Vorschriften geht es um sehr kleine äußerliche Details der 4 Arten, die oft auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar sind. Im Talmud und vor allem in den Auslegungen der Rischonim herrschen verschiedene Methoden über die Kaschrut der 4 Arten.
Hier eine kurze Zusammenfassung einiger wichtigen Dinge, auf die man bei einem Lulav zu achten hat, weil sie von ständiger Aktualität sind:
Die Länge eines Lulavs beträgt mindestens 32 cm (Maße nach Rav Chaim Nae) bzw. 38 cm (Maße nach Chason Isch). Was Tora-Gebote betrifft, so ist zu empfehlen nach dem Chason zu gehen.
Es geschieht, dass die Blätter des Lulavs statt gebündelt zu sein, leicht auseinander gehen. Wenn sie nicht zu weit voneinander abstehen (weit voneinander weg), so ist der Lulav nach Schulchan Aruch koscher. (Schulchan Aruch, סימן תרמ"ה סעיף א'). Jedoch: Bei einem Mehadrin-Lulav (höhere Kaschrut) haben die Blätter stets geschlossen und gebündelt zu sein (Mischna Brura).
Der Lulav ist so geschaffen, dass er aus vielen Doppelblättern besteht, die aus einem gemeinsamen großen Zweig emporwachsen. Doppelblatt bedeutet: Jeder einzelne Blattzweig des Lulavs besteht aus 2 identischen Blattseiten, die aneinander kleben. Wenn man den Lulav vor sich hat und ihn öffnet, so sieht man, dass es immer einen mittleren Blattzweig gibt, der in der Mitte bis in die obere Spitze des Lulavs geht. Wenn dieser mittlere Blattzweig gespalten ist, so ist der Lulav nicht koscher, und darauf hat man sehr zu achten (!) Gespalten bedeutet: Die beiden miteinander verbundenen Blätter kleben nicht mehr aneinander und sind keine Einheit mehr. Wenn eine solche mittlere Blattspaltung eingetreten ist, und die beiden Blätter in der Mehrheit ihrer Länge gespalten sind, soist der Lulav am ersten Tag nicht zu gebrauchen. In den restlichen Tagen von Sukot jedoch kann er verwendet werden. (siehe Schulchan Aruch + RaMa in סעיף ג)
Worauf man noch zu achten hat: Die Spitze des mittleren und höchsten Blätterzweiges darf nicht gebrochen, abgeschnitten oder abgehackt sein. Hier gelten nun folgende Methoden:
Nach dem Schulchan Aruch ist ein Lulav nicht koscher, wenn die oberen Blattspitzen aller oberen Blattzweige gebrochen sind. Wenn jedoch nur die mittlere obere Blattspitze des mittleren und höchsten Blätterzweiges gebrochen ist, so ist der Lulav nach dem Schulchan Aruch immer noch im Notfall koscher. Viele tendieren jedoch nach der Meinungen vieler Rischonim zu gehen (RaN, RaSchba), wonach es schon ausreicht, dass sogar wenn nur die obere Blattspitze des mittleren Blattzweiges alleine gebrochen ist, der Lulav nicht mehr koscher ist. (siehe hierzu Schulchan Aruch + RaMa in סעיף ו). Praktisch bedeutet dies: Man hat sehr genau, die oberen Blattspitzen des Lulavs zu untersuchen (besonders die mittlere und hohe Blattspitze). Man hat darauf zu achten, dass die Spitzen des Lulavs ganz und unversehrt sind. Wichtig zu wissen: Oft befinden sich auf den grünen Lulav-Blattspitzen etwas längliche braune Stacheln. Diese Stacheln sind nicht ein halachischer Bestandteil der Lulavspitze, daher können sie abgebrochen sein.
Ein Lulav, dessen Blätter schon nicht mehr grün sind, sondern bräunlich sind, gilt als ausgetrocknet. Ein solcher Lulav ist nicht verwendbar – und zwar für die gesamten Sukot-Tage. Hierbei gilt: Wenn die Mehrheit der Blätter ausgetrocknet ist (also nicht mehr grün ist), so ist der Lulav nicht koscher (siehe im Schulchan Aruch סעיף ה).
Um einen Lulav über die gesamte Sukot-Zeit frisch und grün zu halten, sollte man ihn z.B. in ein nasses Handtuch einwickeln, damit er seine Frische behält.
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