Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03515.jsonl.gz/2379

Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen mit einer Behinderung. Davon sind zwischen 110 und 190 Millionen schwer behindert, wie die jüngsten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank darlegen. Fast 46 Prozent der über 60-Jährigen sind behindert, bei den Kindern unter fünf Jahren beträgt der Anteil dagegen weniger als fünf Prozent. Der vor einigen Tagen in Genf veröffentlicht Bericht zeigt weiter, dass der Anteil an Behinderten in den vergangenen 40 Jahren weltweit von 10 auf 15 Prozent gestiegen ist. Der Anstieg seit den 70er Jahren erklärt sich vor allem dadurch, dass die Menschen immer älter werden und chronische Gesundheitsprobleme wie Diabetes und Krebs zunehmen.
Ungenügende Massnahmen
Die über 300-seitige Publikation weist überdies darauf hin, dass nur wenige Länder angebrachte Massnahmen getroffen haben, um den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung gerecht zu werden. Die Palette der Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind, geht von Ausgrenzung und Diskriminierung über unzureichenden Zugang zu medizinischer Hilfe bis zu ungenügenden Kommunikationsmöglichkeiten. Dadurch weisen diese Menschen einen schlechteren gesundheitlichen Zustand auf und haben weniger Erfolg in der Ausbildung. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist es für sie schwieriger, sich zu behaupten, und sie leben öfters in Armut als gesunde Menschen.
Der Bericht empfiehlt den Regierungen, Menschen mit Behinderung den Zugang zu allen Basisdiensten zu gewähren. Auch sollen sie in Spezialprogramme investieren und einen nationalen Strategieplan für Behinderte verabschieden. Den Regierungen wird weiter nahegelegt, die Sensibilisierung zu fördern und Studien und Ausbildungen zu unterstützen, die sich dem Thema widmen. Dabei sei es wichtig, dass die Regierungen bei ihren Bemühungen Betroffene miteinbeziehen.