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Nach einer offiziellen Ausschreibung im Februar wurden elf Tenorsänger für die Interpretation des Kühreihens bei der Fête des Vignerons 2019 ausgewählt. Von den neunzig Bewerbern waren ein Drittel Profimusiker und drei Frauen. In die Vorauswahl schafften es zweiundvierzig Kandidaten, allesamt Laienmusiker mit solider musikalischer Ausbildung, Kompetenzen als Solisten und reichlich Chorerfahrung.
Vierzig Sänger von 18 bis 65 Jahren wurden zu einem ersten Vorsingen am 11. April ins Chalet des Colombettes (FR) eingeladen und stellten sich dort zwei Jurys vor: einer Fachjury unter dem Vorsitz von Nicolas Fragnière und eine Laienjury, deren Aufgabe es war, die Aussprache der Kandidaten beim Dialekt und ihre Eignung für die Rolle zu bewerten.
Das zweite Vorsingen mit den übrigen neunzehn Kandidaten fand am 1. Mai in Anwesenheit der Musikjury und den Komponisten der Fête des Vignerons 2019 statt. Elf Sänger wurden am Ende ausgewählt. Sie sind im Alter von 29 bis 58 Jahren und üben die unterschiedlichsten Berufe aus: Landwirt, Elektriker, Lehrer, Ingenieur oder auch Leiter der Strassenmeisterei. Neun von ihnen leben im Kanton Freiburg und zwei im Kanton Waadt.
Die elf ausgewählten Sänger sind folgende Personen: Vincent Brodard, 49 Jahre, aus Echarlens; Fabien Crausaz, 42 Jahre, aus Rue; Sébastien Descloux, 35 Jahre, aus Châtelard; Pascal Ducrest, 50 Jahre, aus Bouloz; Sylvain Egger, 30 Jahre, aus Vuadens; Nicolas Flotron, 34 Jahre, aus Forel (Lavaux); Mériadec Limat, 39 Jahre, aus Etoy; Clément Monney, 32 Jahre, aus Fribourg; Michel Rolle, 50 Jahre, aus Villarvolard; José Romanens, 58 Jahre, aus Marsens und Kevin Uldry, 29 Jahre, aus Romanens. Bis zur Fête werden sie von den beiden Chorleitern des Chœur des Armaillis, Nicolas Fragnière und Marc-Antoine Emery, begleitet.
Die Entscheidung zugunsten eines Sängerensembles statt eines einzelnen Solisten deutet auf einen neuen Geist des Kühreihens hin, so François Murisier, Präsident des künstlerischen Rates der Fête des Vignerons. «Im 19. Jahrhundert, nämlich bei der Fête von 1819, seit der der Kühreihen zum Programm gehört, wurde er von einer Gruppe, einem Ensemble interpretiert. Wir wollten den Geist des traditionellen Lieds wiederbeleben, das einen tiefen Sinn in sich birgt, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es gemeinsam von Hirten auf der Alm gesungen wurde. Ausserdem wollten wir vermeiden, dass eine zu grosse Verantwortung auf den Schultern eines einzelnen Sängers, zumal eines Laienmusikers, lastet.» Die elf Sänger, die allesamt Laien sind, verbindet, so François Murisier weiter, «herausragende stimmliche Fähigkeiten, aber auch andere wesentliche Vorzüge, die in unseren Augen sehr wichtig sind. Dazu zählen Stilsicherheit, die Fähigkeit, den Text zur Geltung zu bringen, eine gute Aussprache im Dialekt und die nötige Glaubwürdigkeit, auch in der Tracht der Senner ganz natürlich zu wirken.»
Diese elf Sänger treten die Nachfolge von Interpreten des Kühreihens an, die unvergessen geblieben sind, wie Robert Colliard 1927, Roger Cochard 1955, Bernard Romanens 1977 oder auch Patrick Menoud, Pierre Brodard und Vincent Brodard, die drei Solisten der Fête 1999.
Der Kühreihen, dessen derzeitige Version aus der Feder von Abbé Bovet stammt, reiht sich in eine lange Tradition Schweizer Alpengesänge ein. Er ist seit 1819 integraler Bestandteil der Fête des Vignerons. Nachdem er durch Jean-Jacques Rousseau Beachtung fand, der ihn verbreitete, wurde der Kühreihen von Liszt, Rossini und zuletzt von Thierry Lang, I Muvrini und Bastian Baker aufgegriffen.
Bei der Show im Sommer 2019 kommen die Interpreten des Kühreihen nach der Krönung der besten Weinakkordanten der Fête zusammen mit der Gruppe der Armaillis und den Alphornspielern auf die Bühne. Sie werden eine naturweisse Tracht mit Poya-Motiven tragen. Die Stimmenarrangements und die Komposition der Harmonien liegen in den Händen der Hauptkomponistin der Fête, Maria Bonzanigo.