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Die bösen Tiere
- Donnerstag, 15. November 2007, 20:05 Uhr
Warum der Mensch gegen so viele Tiere Krieg führt
- Schweizerdeutsche Film Version (CH)
- Hochdeutsche Film Version (3sat)
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Viele bekämpfen Ratten, Tauben und Kakerlaken. Bauern klagen über Wildschweinschäden, Fischer über Kormorane und Förster über Hirsche, welche Jungbäume fressen. Der Wolf passt den Schäfern nicht und Hausbesitzer verfluchen die Marder. Landauf landab befinden sich die Eidgenossen - und nicht nur sie - im Clinch mit ungeliebten Zeitgenossen aus der Natur.
Einst lebten Tiere und Menschen in Harmonie nebeneinander - auch wenn die Steinzeit vielen heutigen Zeitgenossen als barbarisch gilt. Menschen zogen in Familienverbänden als Jäger und Sammlerinnen durch die Natur und töteten diejenigen Wildtiere, die sie zum Leben brauchten oder die ihnen gefährlich wurden. Dieses Töten geschah mit Respekt vor den Geistern des Lebens und war eingebettet in besondere Rituale: Die Tiere, von denen die Menschen lebten, waren auch Teil ihres spirituellen Lebens, sie verkörperten Gottheiten, Totems oder Ahnen.
Menschen der Steinzeit holten junge Wölfe in ihre Lager, zogen sie auf und zähmten sie. Aus dieser Beziehung gingen über viele Generationen Hunde hervor: die ersten Haustiere des Menschen. Dann kamen Schafe und Ziegen dazu, die die Menschen von der Jagd auf Wildtiere unabhängig machten. Gleichzeitig hatten sie nun etwas zu verlieren, wenn Wölfe oder Bären ihre Haustiere angriffen. Dieser Konflikt «Mensch gegen die Natur», der vor rund 8000 Jahren seinen Anfang nahm, besteht bis heute auf verschiedensten Ebenen.
Die Entwicklung des Ackerbaus verschärfte die Situation. Als der Mensch begann, Nutzpflanzen anzubauen, waren sofort hungrige Mäuler aus der Natur zur Stelle, um mitzuessen. Grosse und kleine Tiere, aber auch mikroskopische Lebewesen wie Bakterien, Pilze und auch Viren, vermehren sich sofort, wenn irgendwo eine unnatürliche Häufung von Tieren oder Pflanzen einer bestimmten Art auftritt, von der sie profitieren können. Die natürlichen Feinde dezimieren dann die häufige Art - etwa die Pflanzen auf einem Feld - so lange, bis die natürliche Dichte wiederhergestellt ist. Wenn der Mensch aber etwas von seinen Nutzpflanzen in Gärten und auf den Äckern haben wollte, musste er seine Kulturen gegen hungrige Tiere verteidigen. Von da an bezeichnete er sie als Schädlinge.
Je mehr Einzelinteressen der Mensch im Laufe seiner Kulturgeschichte entwickelte, desto mehr Tiere kamen ihm dabei in die Quere. «NETZ Natur» zeichnet diese wechselvolle, dynamische und oftmals auch amüsante Geschichte nach und zeigt, wie die Menschen mit unseren Konkurrenten aus der Natur zusammenleben können, ohne einen ständigen Vernichtungskrieg gegen sie führen zu müssen.