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Das politische System der Schweiz
Bis 1848 war die Schweiz kein Staat im eigentlichen Sinne, sondern ein Staatenbund – ein lockeres Bündnis zwischen unabhängigen Kantonen. Erst mit der Bundesverfassung von 1848 wurde die Schweiz zu einem modernen Staat. Gemäss Bundesverfassung wird die Schweiz über eine föderative, direkte Demokratie regiert.
Nachfolgend stelle ich euch einige zentrale Merkmale des politischen Systems der Schweiz vor.
Willensnation
Die Schweiz wird als Willensnation bezeichnet, da Sie weder eine einheitliche Sprache, Kultur oder Religion besitzt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Bürger bewusst gewillt sind, in einem gemeinsamen Staatswesen zu leben.
Staatsebenen
Die Schweiz kennt drei staatliche Ebenen: Den Bund, die Kantone und die Gemeinden. Das Volk ist der Souverän (der Träger der Souveränität) und ist somit die letzte politische Instanz der Schweiz.
Direkte Demokratie
Dank der direkten Demokratie kann das Stimmvolk mittels Referendum (Abstimmung über eine Vorlage des Parlaments) und Initiativen (Verlangen nach einer Revision der Bundesverfassung) direkt Einfluss nehmen auf die Politik. Eine Studie aus 2008 ergab, dass rund die Hälfte aller Volksabstimmungen weltweit in der Schweiz stattfinden.
Und so kann hier über fast alles abgestimmt werden. Über die Finanzierung eines neuen Schulhauses in der Gemeinde ebenso wie über die Frage, ob die Wehrpflicht abgeschafft werden sollte. Der Vorteil der direkten Demokratie ist, dass die Stimmbürger nicht nur das politische Personal wählen, sondern konkret über Sachfragen abstimmen können. Der Nachteil ist, dass wegen den vielen Mitspracherechten Entscheide lange dauern können.
Parlament und Bundesrat
Alle vier Jahre werden ausserdem die Mitglieder des 246-köpfigen Parlaments neu gewählt. Dieses besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern. Dem Nationalrat (200 Sitze), der das Volk repräsentiert und dem Ständerat, der die Kantone (46 Sitze) repräsentiert.
Durch dieses System erhalten bevölkerungsschwächere Regionen mehr Gewicht. Das Parlament entwirft Gesetzte und wählt die Landesregierung: den Bundesrat. Der Bundesrat besteht aus sieben Mitglieder verschiedener Parteien.
Neutralität
Die Neutralität ist einer der wichtigsten Grundsätze der Aussenpolitik der Schweiz. Sie bedeutet, dass sich die Schweiz nicht an bewaffneten Konflikten zwischen anderen Staaten beteiligt. Die schweizerische Neutralität ist selbstgewählt, dauernd und bewaffnet, jeder Schweizer Mann ist grundsätzlich verpflichtet Militärdienst zu leisten.
Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.