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Was ist die Rolle, Aufgabe und Verantwortung eines Verbandspräsidenten?
Michel Rendu: Präsident eines Verbandes zu sein, ist nicht nur ein Titel, sondern auch eine Menge Arbeit und persönliches Engagement.
Ich übernahm diese Aufgaben nicht nur innerhalb der Genfer Sektion, sondern auch innerhalb des Zentralkomitees als Träger neuer Ideen.
Was war deine Vision und dein Programm für den Verband?
1991 übernahm ich die Präsidentschaft der Genfer Sektion und dafür braucht es vorgängig einige Überlegungen und Diskussionen, damit ich zusagen konnte.
Mein Ziel war es, enger mit den anderen Verbänden unserer Berufsgruppe d.h. AGAP, AGFPA, AGAGA, IRFA, zusammenzuarbeiten. Wir haben dieses Ziel erreicht und konnten gemeinsam etwa dreissig Konferenzen organisieren.
Ohne die Mitarbeit eines treuen und verfügbaren Vorstands hätte ich dieses Programm niemals realisieren können. Ich danke allen sehr herzlich.
Im Alter von 75 Jahren hast du beschlossen, dass es an der Zeit ist, sich zur Ruhe zu setzen.
Ich hätte mit der gleichen Freude und der gleichen Begeisterung weitermachen können, aber alles hat ein Ende!
Die Entscheidung, in den Ruhestand zu treten, wurde in kollegialer Weise mit dem gesamten Gremium getroffen.
Ich werde meinen Nachfolger mit all meiner Energie begleiten, damit dieser Wechsel harmonisch und nachhaltig ist.
Was war das grösste Ereignis, das dich am meisten geprägt hat?
Ich werde über zwei wichtige Ereignisse sprechen:
Erstes Ereignis im Jahr 2011: Ich wurde von einer wichtigen französischen politischen Partei im Rahmen der Präsidentschaftswahlen 2012 eingeladen. Ich hatte die Ehre an einem wichtigen Treffen dieser Organisation das Gesundheits- und Sozialsystems der Schweiz vorzustellen. Diese Präsentation war ein grosser Erfolg.
Zweites Ereignis im Jahr 2012: Herr Bruno Pfister, damaliger CEO von Swisslife, folgte unserer Einladung und präsentierte seine Vision zur Entwicklung des BVG und des Rentenumwandlungssatzes.
Was ist deine Philosophie oder was sind deine Prinzipien, die dein Leben geleitet haben?
Die herausfordernden Aufgaben der Aussendienstarbeiten im Management, die Übernahme der Präsidentschaft eines Tennisclubs sowie andere ehrenamtliche Tätigkeiten haben mich gelehrt: «Wenn ich nicht die Wahl habe zu wählen, nehme ich die Wahl der anderen» sowie «Wenn man mich aufregt, ist meine Aufmerksamkeit geweckt, nicht mein Zorn»
Diese Philosophie oder diese Prinzipien haben mich wahrscheinlich davor bewahrt, in schwierigen Situationen die Tür zuzuschlagen.
Was warst du für ein Vater?
Ich denke, ich war für meiner Tochter ein fürsorglicher, ehrgeiziger und verantwortungsvoller Vater.
Ich verstand schnell, dass sie den Charakter einer Kämpferin hat. Als Mitglied der Schweizerischen Tennis-Nationalmannschaft konnte sie ihren Charakter zum Ausdruck bringen, lernen zu kämpfen, zu gewinnen und zu verlieren. Ich bin stolz auf ihren beruflichen Erfolg.
Was wirst du jetzt tun, was sind deine Pläne?
Zum Glück habe ich viele Leidenschaften.
Ich liebe Musik. Ich spiele Gitarre und Klavier, weil ich in meiner Jugend in einem Orchester war. Tennis, Skifahren und Tauchen sowie Reisen - wenn es die Situation erlaubt - werden einen Grossteil meiner Zeit in Anspruch nehmen.
Zum Abschluss: Wenn du deine Karriere noch einmal von vorne anfangen könntest, was würden Du ändern?
Als Kind wollte ich Schneider werden! Ich habe ein Gespür für Stoffe. Ich habe vielleicht eine grosse Karriere als Designer verpasst (lacht)! Wer weiss?
Wenn ich darüber nachdenke, würde ich schlussendlich nichts ändern, wenn ich alles noch einmal von Anfang machen müsste.