Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/71197

<h2>SubmittedText<h2><p>Um die Bahnverbindungen zwischen dem Kanton Jura, dem Berner Jura sowie der Region Grenchen und der Bundesstadt zu verbessern, wird der Bundesrat beauftragt, in Zusammenarbeit mit den SBB folgenden Vorschlag zu prüfen:</p><p>a. kurz- und mittelfristig: Einführung eines direkten Zuges von Grenchen (Nord) via Lyss (nicht via Biel) nach Bern, der zweimal morgens und zweimal abends verkehrt, mit einem guten Anschluss, wenn möglich auf dem gleichen Bahnsteig, für die Reisenden aus Pruntrut, Delsberg und Moutier, welche die Bahnverbindung Jura-Biel benutzen;</p><p>b. die Möglichkeit, dass dieser Zug auch das Industriegebiet und die Quartiere im Osten von Biel anfährt und in Mett anhält;</p><p>c. langfristig: die Einführung einer direkten Verbindung Pruntrut-Delsberg-Moutier-Grenchen-Lyss-Bern (nicht via Biel).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat folgt dem Ziel, eine nachhaltige Mobilität mit einer bedürfnisgerechten, landesweiten Verkehrsversorgung sicherzustellen. Allerdings muss die SBB den Fernverkehr gemäss Leistungsvereinbarung eigenwirtschaftlich betreiben. Die Gestaltung des Fahrplanangebotes im Fernverkehr ist ein sehr komplexer Ablauf und liegt in der Zuständigkeit der Transportunternehmungen, im Fall der Bahnlinien Jura-Bern bei der SBB. Die SBB konsultiert beim Fernverkehrskonzept jedoch regelmässig die betroffenen Kantone. Der Bundesrat vermeidet bewusst den Eingriff in die Fahrplangestaltung der SBB, welche auf der operativen Ebene angesiedelt ist.</p><p>Auf Basis der Stellungnahme der SBB zu den Vorschlägen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung.</p><p>Die Bahnlinie Delsberg-Biel wird heute von einem stündlichen Fernverkehrsangebot (ICN Basel-Biel-Lausanne/Genf) bedient. In Biel besteht vom ICN Anschluss zum Interregio nach Bern. Mit Einführung von "Bahn 2000", erste Etappe, konnten gewisse Anschlussverbindungen im Knoten Delsberg nicht mehr angeboten werden. Deshalb verkehren in der Spitzenzeit Regionalexpresszüge zwischen Biel und Delsberg. Der Bund beteiligt sich an dieser defizitären Ergänzungsleistung solange, bis die ursprüngliche Situation im Knoten Delsberg wieder hergestellt wird. Der Fahrplan dieser Regionalexpresszüge ist teils auf die Interregiozüge, teils auf die S-Bahn Biel-Bern ausgerichtet. Die Einführung neuer Angebote würde dem genannten Regionalexpress Kundenpotenzial entziehen und dessen Kostendeckungsgrad weiter verschlechtern.</p><p>a. Einführung eines Zuges Grenchen-Nord-Bern unter Umgehung von Biel</p><p>Das vorgeschlagene neue Angebot Grenchen-Nord-Bern unter Umgehung von Biel würde mit rund 150 Personen pro Tag eine zu geringe Nachfrage aufweisen, um die Betriebskosten zu decken. Selbst bei Berücksichtigung einer künftigen Nachfragesteigerung durch das neue Angebot würde dieses Defizit bestehen bleiben. Der Abgeltungsbedarf müsste also von der öffentlichen Hand getragen werden, was angesichts der finanziellen Situation bei Bund und Kantonen und des erwarteten Kostendeckungsgrades nicht zweckmässig wäre. Zudem fehlen zurzeit für die Führung eines Direktzuges Grenchen-Lyss-Bern (ohne Halt Biel) genügend attraktive Trassen.</p><p>b. Halt in Biel-Mett zur Erschliessung der Industriezone</p><p>Das Industriequartier Biel-Mett liegt grösstenteils nicht bei der neuen oder alten Haltestelle Biel-Mett, sondern an der Kantonstrasse Biel-Solothurn. Es kann deshalb besser durch die Buslinie erschlossen werden, welche auch den Hauptbahnhof Biel bedient.</p><p>Zudem kann die Haltestelle Biel-Mett bei einer Umfahrung von Biel nicht angefahren werden. Sie wurde vor einigen Jahren auf den Damm verlegt, um Abkreuzungskonflikte mit dem ein- und ausfahrenden Güterverkehr zu vermeiden und gleichzeitig das Zentrum von Biel-Mett besser zu erschliessen. Ein Halt der vorgeschlagenen Direktzüge würde deshalb einen neuen Perron mit Zugängen bedingen. Der damit verbundene Nutzen rechtfertigt aus heutiger Sicht die verhältnismässig hohen Kosten dieser Massnahme nicht.</p><p>c. Einführung eines Angebotes Pruntrut-Delsberg-Grenchen-Lyss-Bern</p><p>Das Passagieraufkommen zwischen Delsberg, Moutier und Grenchen einerseits und dem Raum Lyss / Bern andererseits beträgt insgesamt knapp 400 Personen pro Tag. Das Potenzial pro Stunde und Richtung ist jedoch auch bei diesem Zug bei weitem zu gering, um ein wirtschaftliches Angebot zu gestalten. Ausserdem stösst eine direkte Verbindung durch den Grenchenbergtunnel auf ein Kapazitätsproblem, da die Strecke zwischen Grenchen-Nord und Courrendlin eingleisig ist. Ein Doppelspurausbau wäre aufgrund der Topographie sehr kostspielig.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.