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Gewisse Archivalien sind zwar dem Format nach Bilder, der Funktion nach jedoch vielmehr Texte. Dies gilt in erster Linie für Retrodigitalisate von seitenbasierten Vorlagen wie Amtsdruckschriften oder Karteikarten. Für solche Unterlagen empfiehlt sich die Wahl eines Archivformats, welches ihrer Funktion Rechnung trägt. Aus diesem Grund wird hier die Möglichkeit der Verwendung von PDF/A-2 als Archivformat für solche Unterlagen untersucht. Damit können zwei wesentliche Vorteile erreicht werden: Eine Abfolge von Seiten kann auf einfache und direkt verständliche Art abgebildet werden, und das Archivformat kann gleichzeitig als Zugangsformat dienen.
PDF/A-2 kann Bild in einer Vielzahl von Codierungen und Komprimierungen enthalten, welche ihrerseits auf ihre Archivtauglichkeit hin untersucht werden müssen. Für die erwähnten Arten von Unterlagen kann auch eine verlustbehaftete Komprimierung in Betracht gezogen werden, und zwar aus zwei Gründen:
Die technischen Eigenschaften von PDF/A-2 sind im Kapitel zu den Textformaten ausführlich beschrieben. Dort ist auch ein detaillierter Vergleich mit den Versionen 1 und 3 möglich. Für die Verwendung als Archivformat für Bild empfiehlt sich Version 2 insbesondere deshalb, weil sie die Verwendung der JPEG2000-Komprimierung erlaubt, welche ausdrücklich empfohlen wird.
Hier erfolgt einzig die Kurzbewertung von PDF/A-2 für die Verwendung als Format zur Archivierung von Bilddaten.

Offenheit: 4
Lizenzfreiheit: 3
Verbreitung: 4
Funktionalität: 3
Implementierung: 4
Speicherdichte: 3
Verifizierbarkeit: 3
Best Practice: 3
Perspektive: 3
Formatklasse: B
PDF/A-2 ist für die Archivierung von Bild geeignet. Speziell empfohlen wird es für die Archivierung retrodigitalisierter Unterlagen in Seitenform wie Amtsdruckschriften und Karteikarten. Innerhalb von PDF/A-2 sind verschiedene Bildformate und Komprimierungsalgorithmen möglich, welche die archivischen Eigenschaften massgeblich mitbestimmen und sorgfältig ausgewählt werden müssen. Empfohlen wird die Verwendung von PDF/A-2 mit der JPEG2000-Komprimierung.
Die in PDF/A erlaubte Komprimierungsart JBIG2 speichert gleichwertige Symbole nur einmal ab und verwendet diese mehrfach im ganzen Dokument. Dieses Verfahren nennt sich "Pattern matching and substitution" (PMS) und führt bei bestimmten Implementierungen und Einstellungen dazu, dass in Textdokumenten einzelne Zeichen durch andere ersetzt werden. Da der Fehler irreversibel ist und nicht festgestellt werden kann, ob das verlustbehaftete PMS-Verfahren eingesetzt wurde oder nicht, empfiehlt die KOST, beim Erstellen von PDF-Dateien vorerst auf die Kompressionsart JBIG2 zu verzichten. Für Details siehe https://kost-ceco.ch/cms/index.php?jbig2-compression_de.
KaD Version 5.1, Dez. 2017 - last update: georg.buechler - Wed, 29 Nov 2017 [11:25:38]