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Lektüre des Ortes
Altendorf wurde in seiner Entwicklung dreimal in Ost-West- Richtung durchschnitten: Der erste Schnitt markiert die nach und nach ausgebaute Kantonsstrasse. Der zweite Schnitt geht auf den Bau der Bahnlinie im Jahr 1875 zurück. Mit dem Bau der Autobahn A3 im Jahr 1973 erfolgte der dritte und wohl tiefste Schnitt. 2004 wurde mit der Autobahneindeckung erfolgreich eine Bewegung quer zur beschriebenen Durchschneidung gestartet.
Mit dem Neudenken der Schulanlage geht das Potential einher, das Zentrum rund um den historischen Ortskern zu stärken und zu einer neuen «Mitte» zu entwickeln. Neben den schulischen Nutzungen können Synergien mit den öffentlichen Angeboten der bestehenden Mehrzweckhalle, der neuen Turnhalle und dem
Städtebauliche Strategie
Basierend auf der obigen Leseart des Ortes können folgende vier städtebauliche Ziele formuliert werden:
- Stärkung des öffentlichen Charakters des Schulareals -> Bildungscampus mit Zentrumsfunktion
- Bestehende Wegverbindungen vernetzen, weiterführen und stärken
- Entflechtung von Fuss- und motorisierten Verkehr, -> übersichtliche Erschliessung mit klaren Adressen
- Aussenräume freihalten und in ein Gesamtkonzept einbinden
Konkret bezogen auf das Neubauvolumen äussern sich die obigen Grundsätze in einem kompakten Fussabdruck, der möglichst viel Freiraum offenlässt. Die Staffelung des Volumens reagiert
zweiseitig geschickt auf den Kontext. Auf der Nordseite entsteht eine gestaffelte Fassade, die zum Schulhaus Burggasse einen angemessenen Abstand einnimmt, Durchblicke ermöglicht, und den neuen Haupteingang markiert. Auf der Südseite wird eine kleine Platzsituation erzeugt, die die ankommenden Fussgängerwege empfängt und einen separaten Eingang für den Kindergarten ausformuliert.
Kindergarten
Der separate und gedeckte Zugang zum Kindergarten ist geschützt vom restlichen Schulareal und orientiert sich zu einem angemessenen Platz. Die beiden Haupträume des Kindergartens entlang der Westfassade und dem parallel verlaufenden Aussenraum werden über einen grosszügigen Garderobenbereich erschlossen. Das Layout ermöglicht gute Verbindungen innerhalb der Räume und ist übersichtlich. Dank der Anordnung im Erdgeschoss profitiert der Kindergarten zudem von einer überhohen Raumhöhe von 3.6m, was das Ausbilden von Gallerien und Nischen begünstigt.
Primarschulhaus
Die Raumstruktur des Neubaus ist über alle Geschosse hinweg in zwei Zimmerschichten unterteilt, welche sich nach Osten bzw. Westen orientieren. Zwischen diesen zwei Zimmerschichten liegt eine mittige Kernzone, die die vertikale Erschliessung sowie sämtliche Nebenräume aufnimmt.
Der Neubau wird über den gedeckten Eingangsbereich am nordseitigen Haupteingang betreten. Die Eingangshalle dient gleichzeitig auch als Foyer für den Versammlungssaal, der sich zum Pausenplatz hin orientiert. Der Versammlungssaal ist in drei gleichgrosse Raumkammern unterteilbar, wovon die mittlere Raumkammer auch über das kleinere, südwestliche Entrée erschlossen ist.
Eine grosszügige, zentrale Treppe führt in eine offene Mittelzone im ersten Obergeschoss. Zusammen mit den unmittelbar angrenzenden Garderobenhallen bietet sich dieser Bereich optimal als Lernzone und erweiterten Unterrichtsraum an. Dank zwei separaten Fluchttreppen lässt sich diese Zone entsprechend flexibel möblieren und bildet eine wertvolle Ergänzung zum vorhandenen Raumangebot.
Das Highlight des ersten Obergeschosses ist der Mittagsraum, der sich zum Pausenplatz orientiert. Dank raumhohen, öffenbaren Fenstern lässt sich der Raum beinahe zu einem Aussenraum verwandeln. Der aussenliegende Sonnenschutz gewährleistet eine effiziente Verschattung. Nördlich der Küche befinden sich an zentraler Lage das Lehrerzimmer sowie das Büro der Sonderpädagogik. Das Clustern dieser beiden Büroeinheiten fördert Synergien und den Austausch.
Im westseitigen Gebäudeflügel befinden sich die ersten Klassenzimmer mit ihren zugehörigen Gruppenräumen. Um eine hohe Flexibilität und gute Überschaubarkeit zu gewährleisten sind die Gruppenräume dabei jeweils zwischen zwei Zimmer eingespannt.
Über die nun verjüngte Treppe gelangt man in das zweite Obergeschoss. Auch hier befindet sich im westseitigen Gebäudeflügel wieder ein Cluster aus drei Klassen. Die Ostseite bietet Platz für die schulergänzende Betreuung und den Religionsunterricht. Das Logopädiezimmer kann bei Nichtbedarf auch als Gruppenraum für das angrenzende KlassenzimmVer genutzt werden.
Über die erneut verjüngte Treppe erreicht man das dritte Obergeschoss, welches sich als eine Hommage an das Handwerk versteht. Hier oben kann in einer offenen Atelierstimmung gearbeitet werden. Die Handarbeits- und Werkräume orientieren sich alle nach Westen. Das Highlight auf diesem Geschoss ist aber ohne Zweifel die Dachterrasse mit dem Dachgarten. Diese kann zum kleben, sprühen oder malen genutzt werden.