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Kalte Luft ist aufgrund der höheren Dichte schwerer als warme Luft. In klaren Nächten sammelt sich daher die kälteste Luft nicht etwa am Berghang, sondern zuunterst im Tal.
Kaltluftsee
Im Oberengadin sinkt in der Nacht die kalte Luft die Berghänge hinunter und sammelt sich an der tiefsten Stelle, in der Ebene bei Samedan, an. Da die kalte Luft aufgrund der Topografie nicht weiter abfliessen kann, bildet sich ein sogenannter Kaltluftsee. Am kältesten wird es in einer klaren und windstillen Nacht. Ausserdem führt ein schneebedeckter Boden zu stärkerer Abstrahlung in der klaren Nacht und somit zu tieferen Temperaturen. Auch in den kommenden Nächten sinken die Temperaturen in Samedan wieder jeweils auf rund -25 Grad.
Weitere Kälte-Hotspots der Schweiz
In der Schweiz gibt es auch ausserhalb des Oberengadins weitere bekannte Kälte-Hotspots, wie zum Beispiel die Alp Hintergräppelen im Toggenburg oder den Ort La Brévine im Neuenburger Jura, wo in klaren Winternächten oft Temperaturen wie im Gefrierschrank herrschen. So wurde in La Brévine am 12. Januar 1987 mit -41.8 Grad die bisher tiefste Temperatur in der Schweiz gemessen. Auch dort liegt der Grund für die besonders kalten Nächte in der Mulden- oder Pfannenform der Landschaft, wo sich die kalte Luft jeweils ansammelt.