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Religionsbezogenes Hören als kulturelle Handlung: (Zu)Hören und Audition in freikirchlichen und alternativ-spirituellen Gemeinschaften
Im Zuge des Cultural Turn gerieten vermehrt die Sinne in den Fokus sozial-, geistes- und kulturwissenschaftlicher Forschung. Fand zunächst vor allem das Visuelle Beachtung, folgten -mit etwas zeitlicher Distanz - Studien zum Auditiven sowie Betrachtungen und Rekonstruktionen des Hörens in der Geschichte. Auch die Religionswissenschaft entwickelte einen eigenen Forschungszweig: In der Religionsästhetik bildet das sinnlich-körperliche Erleben religiöser Erfahrung den Kern des Forschungsinteresses.
Bisherige Untersuchungen des Auditiven haben vor allem das Medium selbst zum Gegenstand – Musik, Predigt-Aufnahmen, Radio. Hier wird jedoch ein anderer Zugang gewählt: Indem (Zu)Hören als Handlung mit verschiedenen Modi verstanden wird, die kontextabhängig erlernt und weitergegeben werden, wird das Verständnis von "Hören" als ausschließlich rezeptiver Vorgang infrage gestellt. Mit Fragen wie: "Welche Formen des (Zu)Hörens treten in religiösen/spirituellen Gemeinschaften auf?" und: "Wie werden diese erlernt und weitergegeben?" rückt Hören als religiöse Praxis in den Mittelpunkt.