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Unter dem Sammelbegriff «Schaumwein» fallen alle Weine, die eine zweite Gärung in der Flasche oder im Druckbehälter durchlaufen und dabei mit Kohlensäure angereichert werden. Schaumweine stehen unter Druck, weshalb die Flaschen stets mit Korken verschlossen sind. Da sie aus Stillweinen gewonnen werden, sind die schäumenden Exemplare ebenfalls in verschiedensten Varianten (lieblich, trocken, weiss, rot, rosé...) erhältlich. Bestimmte Rebsorten wie Riesling, Pinot Noir, Pinot Meunier oder Chardonnay sind für die Schaumwein-Herstellung prädestiniert.
Die ersten Nachweise der Schaumweinherstellung stammen aus der französische Abtei Saint-Hilaire, deren Mönche schon um das Jahr 1540 Weine in Flaschen abfüllten und dort weitergären liessen, wobei die entstehende Kohlensäure in der Flasche gefangen blieb. Diese Urmethode umfasste jedoch keine fachgerechte Entfernung des Hefesatzes, weshalb sie heutzutage kaum mehr angewandt wird. Im 17. Jahrhundert waren es schliesslich die Engländer, die auf den Geschmack schäumender Champagner-Weine kamen. Diese liessen sie als Stillweine aus Frankreich importieren - die zweite Gärung in der Flasche war von den Weinproduzenten nicht vorgesehen und fand erst im Nachhinein statt. Der Engländer Christopher Perret schrieb im Jahr 1662 erstmals darüber, wie man die kontrollierte Flaschengärung beim Champagner durch die Zugabe von Hefe und Zucker herbeiführen könne. Dennoch wird als Erfinder des Champagners häufig Dom Pérignon zitiert, der einige Jahre später damit begann, das Flaschengärungsverfahren zu perfektionieren.
Der wohl angesehenste Schaumwein ist der Champagner aus Frankreich, der nach dem klassischen Flaschengärungsverfahren entsteht. Champagner nimmt weltweit die Rolle eines Luxusgetränks ein - seine aufwendige Herstellung und die zumeist lange Reifung auf der Feinhefe haben zur Folge, dass die französischen Schaumweine mitunter am teuersten sind. Champagner ist ganz klar eine Klasse für sich, weshalb er auch bei Drinks.ch eine eigene Kategorie einnimmt.
Ebenfalls weit bekannt ist der italienische Prosecco, der als Spumante (Schaumwein) oder Frizzante (Perlwein) erhältlich ist. Prosecco wird hauptsächlich aus der Rebsorte Glera gewonnen und nicht in der Flasche, sondern im Druckbehälter vergoren. Der Asti Spumante und der Franciacorta sind weitere Schaumweine aus Italien, der international hohes Ansehen geniessen.
Im deutschsprachigen Raum nimmt der Sekt eine besondere Stellung ein. Dieser wird in seiner einfachsten Form aus südeuropäischen Tafelweinen hergestellt und in der Kellerei durch das industrielle Tankgärverfahren mit Kohlensäure versetzt. Besonders hohe Qualitäten bieten der Winzersekt und der Crémant, da diese zu 100% aus den eigenen Trauben des Winzers bestehen.
Mit dem Cava besitzt auch Spanien seinen eigenen Schaumwein - dieser entsteht im grossen Stil in der Weinregion Penèdes bei Barcelona aus typisch katalonischen Rebsorten. Er wird nach demselben Verfahren wie der Champagner produziert.
Bei den allermeisten Schaumweinen handelt es sich um Cuvées - sie werden also aus Weinen verschiedener Jahrgänge und verschiedener Rebsorten zusammengestellt, um eine gewisse Harmonie zu erzielen. Nur die hochwertigsten Jahrgänge werden zu den eher seltenen Jahrgangs-Schaumweinen weiterverarbeitet.
Schaumweine sind sofort trinkreif und sollten nicht gelagert werden. Die ideale Trinktemperatur liegt zwischen 6 und 10°C, weshalb die Schaumweinflaschen einige Stunden vor dem Verzehr im Kühlschrank aufbewahrt und während dem Trinken im Eiskübel kaltgestellt werden sollten.
Mit ihrer prickelnden Kohlensäure eignen sich Schaumweine als Begleiter zu leichten Speisen wie z.B. Meeresfrüchte, Fisch, Vorspeisen, Salate und Appetithäppchen. Meist werden Schaumweine als Aperitifgetränk bzw. als "Willkommensgetränk" bei Empfängen gereicht. Mit Sekt, Champagner und Co. stossen die Menschen besonders gerne bei Anlässen und Veranstaltungen an. Zudem gibt es eine ganze Reihe an Cocktails, die mit Schaumweinen zubereitet werden, wie z.B. Hugo, Aperol Spritz, French 75, Bellini, Kir Royal, Bowle oder Mimosa.
Schaumweingläser können verschiedene Formen annehmen. Am weitesten verbreitet sind die schmalen, hochgezogenen Flöten und die etwas breitbauchigeren Tulpen, da sie die Perlage - also die feinen, aufsteigenden Bläschen - besonders gut zur Geltung bringen. Zudem kann sich die Kohlensäure aufgrund des schmalen Glasranddurchmessers nicht so schnell verflüchtigen. Schaumweinschalen, die den Cocktailschalen sehr ähnlich sind, waren früher sehr beliebt, werden heutzutage aber meist nur noch der Ästhetik wegen eingesetzt. Derweil raten viele Experten dazu, Schaumweine in Weissweingläsern zu servieren, damit sich die Aromen optimal entfalten können.