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Gute bis sehr gute Schweizerbilanz!
Nationaltrainer Reto Gisler reiste mit drei Freistilringern nach dem polnischen Katowice. Am ersten Wettkampftag traten Randy Vock (-60 kg; RS Freiamt) und Stephan Reichmuth (-74 kg; RC Willisau) auf die Matte. Der Freiämter konnte seinen ersten Kampf gegen einen Litauer mit 8:4 Punkten gewinnen, verlor dann aber den Fight gegen den Franzosen mit 0:10 Punkten. Somit klassierte er sich im neunten Schlussrang von 18 Startenden.
Stephan Reichmuth, welcher vor einigen Wochen bei den Aktiven überraschend den 5. Rang belegen konnte, startete sehr gut in seinen Wettkampf. Die ersten beiden Gegner aus Tschechien und Weissrussland fegte er frühzeitig mit 10:0 Punkten von der Matte. Im Halbfinal gegen den Ukrainer ging er bis zur Pause mit 2:0 Punkten in Führung. Der Osteuropäer wurde in der Folge immer stärker. Beim Stand von 2:2 verletzte sich der Willisauer. Was vorerst nur als Nasenbluten zu sehen war, stellte sich im Nachhinein als leichte Gehirnerschütterung heraus, was zur Folge hatte, dass diese Partie mit 2:10 Punkten verloren ging. Zum Kampf um die Broncemedaille konnte Reichmuth nicht mehr antreten, da die Verletzung schlussendlich doch zu gravierend war. Schade, denn der Willisauer hätte sehr gute Chancen gehabt, eine Medaille zu erkämpfen. So blieb ihm der sehr gute fünfte Schlussrang im Starterfeld von 24 Ringern.
Hartes Los für Christen
Nicolas Christen trat in der 66 kg Gewichtsklasse an. Von den 21 Startenden loste er sich den Kämpfer aus Moldawien aus. Es war von Anfang an klar, dass dies kein gutes Los war, denn in der unteren Tableauhälfte fanden sich sozusagen alle grossen Ringernationen ein, weshalb ein Weiterkommen sehr, sehr schwierig werden würde. Die Kämpfe zeigten dann auch, dass das Niveau, generell über die zwei Wettkampftage gesehen, sehr hoch war. So überraschte es nicht, dass einige Juniorenringer bei den Aktiven bereits Medaillen gewinnen konnten.
Nicolas Christen startete gegen den Moldawier sehr gut. Nach zwei Minuten Kampfzeit stand es 4:4, bevor der Osteuropäer bis zur Pause mit 8:5 in Führung ziehen konnte. Eine Aktion am Mattenrand brachte dem Gegner vier Punkte ein, was in der Folge eine zu grosse Hypothek bedeutete. Der Moldawier machte in der Folge nicht mehr allzu viel und verwaltete seinen Vorsprung geschickt, bzw. er konnte die Angriffe von Nicolas Christen kontern und so zum Schlussresultat von 6:14 Punkten vollenden. Der Moldawier verlor seinen zweiten Kampf gegen den Türken und wurde schliesslich Elfter. Nicolas Christen klassierte sich auf dem 14. Schlussrang, wobei er von den Erstrundenverlierern als Zweitbester abschloss, da sein Kampf über die volle Zeit von sechs Minuten ging und er viele Einzelpunkte erkämpfte. Gewonnen wurde die 66 kg Gewichtsklasse vom Ringer aus Georgien. Dahinter klassierten sich die Kämpfer aus Aserbeidschan, Weissrussland und Polen.
Michael Jauch, Aktivtrainer der RR Schattdorf, war selbst vor Ort und attestierte Nicolas Christen einen guten, aggressiven Kampf geliefert zu haben. Kleine taktische Fehler seien brutal ausgenutzt worden, insbesondere die vier Punkte am Mattenrand seien einer Vorentscheidung gleichgekommen. Fazit des Vereinstrainers: Nicolas Christen kann mit starken Ringern kämpfen, muss aber, um diese Fights für sich entscheiden zu können, seine Fehlerquote verkleinern, um dem Gegner keine leichten Punkte zu ermöglichen.
Nächster EM-Kampf für Christen am 22. Juni 2014
Nicolas Christen wird am gleichen Wettkampfort auch noch im griechisch-römischen Stil antreten. Auch hier wird er versuchen, sein Gewicht bis auf 66 kg zu reduzieren. Alleine dies ist schon eine starke Leistung, denn zwei Mal mehrere Kilos ohne Substanzverlust zu verlieren, ist nicht so einfach. Zudem ist innert weniger Tage ein weiteres Mal eine optimale Wettkampfvorbereitung zu machen, was einiges an mentaler Stärke voraussetzt.
Der Urner tritt zu diesem Wettkampf an, damit ein Kaderringer, welcher derzeit die Lehrabschlussprüfung absolviert, im August an den Weltmeisterschaften in Zagreb (Kroatien) teilnehmen kann. So oder so darf Nicolas Christen mit seinem vorbildlichen Einsatz eine hohe Leistungsbereitschaft attestiert werden.