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Das Haus an der Hirschmattstrasse 1 ist ein unscheinbarer Eckbau aus den Fünfzigerjahren. Doch es steht an einem geschichtsträchtigen Ort. Das Hirschmattquartier entstand Ende des 19. Jahrhunderts hier, ausserhalb der Grenzen der mittelalterlichen Stadt Luzern. Ernst Maass, ein bekannter Surrealist, der während des Zweiten Weltkriegs von Berlin nach Luzern kam, symbolisiert dies in seinem Fassadenrelief an der Westfassade des Hauses – mit Stadttor, Stadtmauer und dem Wasser, das einst durch den Hirschengraben floss.
Bedeutend war der Vorgängerbau, ein elegant-schlichtes Biedermeierhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das auch „Schiffhütte“ genannt wurde (obwohl sich die ursprüngliche Schiffhütte nicht hier, sondern an der Stelle des heutigen Luzerner Theaters befunden hatte).
Bedeutend war der Bau wegen seiner Bewohner: Hier lebte Philipp Anton von Segesser, Vordenker der katholisch-konservativen Partei, der Luzern während vierzig Jahren (1848–1888) im Nationalrat vertrat und von 1863 bis 1867 und von 1871 bis 1888 auch Regierungsrat war. Sein Vater hatte das Haus im Jahr 1823 gekauft. Der zweite berühmte Bewohner des Hauses war Albert Zust, konservativer Regierungsrat von 1920 bis 1929 und Ständerat von 1929 bis 1943. Zust starb 1952. Nach seinem Tod wurde das Biedermeier-Haus abgerissen und 1955 von den Waadt-Versicherungen durch den heutigen Bau ersetzt.
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