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Unteraargletscher
Gletscher der Berner AlpenDer Unteraargletscher im Kanton Bern ist ein Alpengletscher, der in den aufgestauten Grimselsee mündet. Er speist sich aus dem Altschnee von Finsteraarhorn und Lauteraarhorn und thront am äußersten Ende der Schreckhornkette. Mit einer Gesamtoberfläche von 39 km² ist er einer der größten Gletscher der Alpen. Gemeinsam mit dem Oberaargletscher bildet er die Quelle der Aare, die den Unteraargletscher als Bergbach bei 1879 m verlässt.
Der Unteraargletscher als Wiege der GletscherforschungForscher des 19. Jahrhunderts errichteten auf dem Unteraargletscher, unterhalb eines großen Steins, ein Basislager, das sie "Hôtel des Neuchâtelois" nannten. Von dort aus unternahmen sie zahlreiche Expeditionen, um ihre Aufzeichnungen zur Vermessung der Berner Alpen zu vervollständigen und auch Informationen zum Ursprung von Gletschern, deren Bewegungen und Eigenschaften zu gewinnen. Der Unteraargletscher wird daher als Geburtsstätte der Gletscherforschung angesehen. Die Wissenschaftler stillten jedoch dort nicht nur ihren Wissensdurst, sondern nutzten die schöne Umgebung auch, um sich zu entspannen, Feste zu feiern und ihrem sportlichen Ehrgeiz beim Bergsteigen nachzugehen.
LauteraarhütteAls der Felsblock, unter dem das besagte Basislager errichtet war, auseinanderbrach, ließ der vermögende Fabrikant Dollfuss ein neues Quartier errichten. Doch auch dieses war nicht für die Ewigkeit gemacht und so wurde 1931 an dem ehemaligen Standort des Pavillon Dollfuss die Lauteraarhütte erbaut, die bis heute wegen ihrer einmaligen Lage häufig von Bergsteigern genutzt wird. Sie befindet sich im Eigentum des Schweizer Alpenclubs.
GletscherrückzugBeobachtungen zeigen, dass der Unteraargletscher seit 1900 deutlich an Substanz verlor, jedoch haben moderne Untersuchungen gezeigt, dass der Gletscher weiter oben teilweise noch bis zu 400m dick ist. Doch auch die Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit während der letzten 100 Jahren bereitet den Forschern Sorge. Immer wieder wird diskutiert, die Mauern des Grimselstausees zu erhöhen, um den zunehmenden Schmelzwassermassen Herr zu werden. Da die Erbauung der Staumauern in den späten 1920er Jahren bereits schon ihren Teil dazu beigetragen hat, dass sich die Gletscherzunge zurückzog, sieht man bei einem Ausbau des Stausees allerdings große Gefahren für die Umwelt. Naturfreunde bangen vor allem um die Flora, die in dieser Form auf anderen Gletschern kaum vorzufinden ist und daher besonderen Schutz verdiene.
TourismusFrüher war der Unteraargletscher als Sehenswürdigkeit sehr beliebt, heute hat er jedoch durch sein verändertes Erscheinungsbild an Beliebtheit verloren. Vom ehemaligen weißen Gletscher ist heute leider nicht mehr viel zu sehen, im unteren Teil befinden sich nur noch Geröll und Schutt. Folgt man aber dem Wanderpfad auf der Nordseite des Grimselsees, so zeigt sich die Vielseitigkeit der Alpen auf wunderbare Weise, denn der Weg führt durch verträumte Moorlandschaften hindurch zu der wilden Schönheit der Eismassen der Aargletscher.
Weiterführende Linkshttp://de.wikipedia.org/wiki/Unteraargletscher
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