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Glacière de Monlési
Die Glacière de Monlési ist eine Eishöhle nordwestlich der Ortschaft Couvet im Val de Travers. Dank kalter Luft, welche im Winter in die unten abgeschlossenen Hohlräume fliesst und im Sommer nicht entweichen kann, gibt es in ihrem Innern das ganze Jahr über Eis, obwohl in dieser Höhenlage im Freien eine Jahresmitteltemperatur von rund fünf Grad Celsius herrscht.
Unterwegs zur Eishöhle. Ihr Eingang liegt auf rund 1100 Metern Meereshöhe und ist frei zugänglich.
Der grösste Zugangsschacht ist zwischen Bäumen und Büschen versteckt. Er ist über 20 Meter tief.
Der Zugang erfolgt über einen steilen Pfad und eine Leiter.
Am Boden des Schachts liegt Mitte Juni noch viel Schnee. Hier montieren wir die Steigeisen.
Am Grund des Schachts herrschen an diesem heissen Sommertag Temperaturen von nur wenigen Grad Celsius über Null.
Zwischen der Höhlendecke und dem grossen Eiskörper (unten) gibt es einen Hohlraum, der stellenweise kaum einen Meter hoch ist; weiter hinten wird er allerdings höher.
Duch Öffnungen in der Höhlendecke tropft Wasser ins kalte Höhleninnere und bildet im Winter und Frühling Stalaktiten, Stalagmiten und Säulen aus Eis.
Unterwegs zwischen dem Eingsangsschacht (links oben) und einem zweiten (rechts oben). Im Eis sind von der Höhlendecke gefallene Felstrümmer eingefroren.
Infolge der langsamen Fliessbewegung des grossen Eiskörpers (unten) ist die Eissäule rechts gebrochen. Dadurch hat sich rechts unten ein Spalt gebildet.
Die Akkumulation des Eiskörpers erfolgt durch gefrierendes Schmelzwasser, das in die Höhle eindringt. Im Winter fliesst kalte Luft über die hoch gelegenen Eingänge in die Höhe und bleibt im Sommer hier liegen.
Das Gestein führt dem Eis von den Seiten langsam etwas Wärme zu; der Eiskörper schmilzt auch von unten her ganz langsam und senkt sich dabei leicht. Deshalb bildet sich oben ein Hohlraum, in dem sich die drei Personen aufhalten.
In der näheren Umgebung der Zugangsschächte beleuchtet schwaches Tageslicht Eisstalaktiten und -säulen sowie die von mineralischen und biologischen Überzügen verfärbte Höhlendecke.
Über den Sommer bleibt es in der Höhle kalt, da wegen der stabilen Luftschichtung keine Zirkulation stattfindet. Die beim Schmelzprozess benötigte latente Wärme wird in erster Linie dem Eis entzogen, sodass sich die Eismasse sich kaum erwärmen kann.
Steigt man aus der Höhle und anschliessend durch den Schacht an die Oberfläche, wird es sehr schnell sehr viel wärmer!
Schematischer Querschnitt durch Schächte und Höhlen der «Glacière» mit eingetragenen Temperaturen im Sommer. Anders als hier gezeigt ist die Eismasse stellenweise bis dreissig Meter dick (Informationstafel bei der Glacière).
Analoge Darstellung für den Winter. Die Eimasse ist im engeren Sinn kein Gletscher, da sie mehrheitlich nicht durch Schneeakkumulation gebildet wird und kleiner als eine Hektare gross ist.
|Fotos: Jürg Alean, anlässlich einer Exkursion der Schweizerischen Gesellschaft für Schnee, Eis und Permafrost, SEP am 16. Juni 2012 mit Canon EOS 5DII, Objektiv 17-40mm, meist mit Blende 9 oder 11; im Höhleninnern 6400 ASA ohne Blitz aber gelegentlich Aufhellen mit Taschenlampen; Belichtungszeiten bis 10 Sekunden ab Stativ.|