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Vitroparcours
Land des Glases und der Glasmalerei: Die Stadt und die Region Romont haben eine lange Geschichte mit Glas.
Kunst, Industrie, Innovation: Glas in all seinen Formen prägt die Region.
Bereits 1924 wurde in Romont eine Glashütte (Pernet et Cie) betrieben. Sie produzierte ein hochwertiges, hochtemperaturbeständiges Glas (Chlorsilikat), ein Vorläufer des heutigen «Pyrex». Das Patent für dieses Verfahren wurde jedoch nicht angemeldet.
Eine Glasfabrik, Electroglass, wurde 1935 in Romont gegründet. Sie führte den ersten elektrischen Schmelzofen der Schweiz ein. Andere Unternehmen, die mit dem Material Glas arbeiteten, siedelten sich in Folge in der Gegend an.
1919 gründete eine Vereinigung von katholischen Künstlern und Architekten die Gruppe St. Luc um den Genfer Maler Alexandre Cingria, mit dem Ziel, die sakrale Kunst in der französischen Schweiz zu erneuern. Ein Architekt aus Romont, Fernand Dumas, war in diesem Kreis sehr aktiv. Cingria hielt sich zwischen 1926 und 1945 häufig in Romont auf, da ihm regelmäßig die finanziellen Mittel fehlten. Er wohnte in der Auberge du Lion-d'Or, wo sich die Gruppe traf, um die Welt neu zu gestalten und die Sakralkunst zu revolutionieren. Sowohl die Glasmalerei als auch die Hinterglasmalerei spielten eine wichtige Rolle in den Kreationen der St. Luc-Gruppe.
Als beschlossen wurde, das Schloss von Romont durch die Umwandlung in ein Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, erinnerten sich die Initianten an die historische Verbindung von Romont zu Glas und Glasmalerei und widmeten die Institution diesem Thema. 1981 wurde das Schweizerische Glasmalerei-Museum eröffnet, das 2006 in Vitromusée Romont, das Schweizerische Museum für Glasmalerei und Glaskunst, umbenannt wurde.
Die Präsenz des Museums hat die Bewohner und die Gemeinden der Region auf die Glasmalerei aufmerksam gemacht. Jedes neue Gebäude, jede Renovierung oder Restaurierung setzte sich mit dem Thema auseinander. Viele Sakralbauten in der Region wurden mit hochwertigen zeitgenössischen Glasmalereien ausgestattet. Einheimische sowie international bekannte Künstler sind vertreten. Schulen haben bemalte Glasfenster in ihre Anbauten oder Neubauten integriert. Einkaufszentren, Nachtclubs, Privatpersonen: Alle «denken» Glasmalerei. Daher weist die Region Romont auf relativ kleinem Gebiet eine seltene Dichte an zeitgenössischer Glasmalerei auf. Die älteren Werke werden nicht vernachlässigt, sondern restauriert, gepflegt und aufgewertet.
Die Fülle dieser Werke hat es möglich gemacht, Routen zur Entdeckung zeitgenössischer Glasmalerei zu schaffen: Der Glasmalereipfad kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden – zwischen Feldern und Wiesen, von blumengeschmückten Bauernhöfen in einladende Dörfer, von Kapellen zu Kirchen. In Romont selbst führt der Vitroparcours die Besucher entlang der Stadtmauern. Der Spaziergang ist lehrreich: Während sie die Aussicht auf die umliegende Landschaft geniessen, erweitern Familien, Gruppen und Schulen an acht unterhaltsamen Stationen ihr Wissen rund um Glas.