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Im Zentrum von Loulé sind neue Schilder mit dem Symbol der Jakobswege aufgetaucht. Tatsächlich ist die iberische Halbinsel von Jakobswegen durchzogen. Aber ein Pilgerweg von Loulé aus?
Via Lusitana und Caminho português
Vom Algarve aus gibt es den Pilgerweg Via Lusitana ins spanische Santiago de Compostela. Er beginnt in Vila Real de São António und führt östlich, nahe der spanischen Grenze nach Norden und verbindet sich weit oben im galicischen Ourense mit dem mozarabischen Jakobsweg, der in Granada beginnt und auch Ruta de la Plata genannt wird.
Ein anderer Pilgerweg ist der Caminho português. Viele Pilger beginnen ihn in Porto, weil von dort aus die Markierung gut ist, während sie von Lissabon aus noch als ein Wagnis gilt.
Und vom Algarve aus?
Dem Verein Espaço Jacobeu (AEJ) ist es ein grosses Anliegen, die Etappe des Caminho português vom Algarve aus mit seiner Authentizität und seinen Eigenheiten bekannt zu machen und ihn wieder zu aktivieren.
Das Teilstück der Algarve beginnt in Faro und führt über Loulé, Almodôvar immer weiter nördlich über Lissabon und Porto.
Tatsächlich gibt es wenige, systematische Aufzeichnungen der Pilgertradition nach der Rückeroberung von den Mauren, die den Pilgerweg eindeutig belegen. Die Anerkennung der Etappe wurde von Spezialisten durchgeführt, die die Existenz dieser Pilgerstrecke des Jakobsweges dennoch bestätigen konnten.
Der Beginn in Faro rechtfertigt sich nach Ansicht des Vereins, durch die Rückeroberung von Faro durch D. Paio Peres Correia der dem Santiagoorden angehörte. Die Hauptkirche S. Clemente in Loulé wird zudem mit der Symbolik des Apostels Jakob in Verbindung gebracht und der Verehrung Unserer Lieben Frau von Pilar, der ersten Marienerscheinung in der Geschichte des Christentums.
Nicht zuletzt gibt es viele Spuren des Santiagoordens im Algarve. Der Pilgerweg setzt sich nach dem Teilstück im Algarve weiter über Gebiete fort, die mit portugiesischen Stätten des Santiagoordens in Verbindung stehen wie Alcácer do Sal und Palmela.
Der Verein hat den Jakobsweg Caminho português aufgrund seiner Einzigartigkeit für den Titel als Weltkulturerbe bei der UNESCO vorgeschlagen. Dabei geht es dem AEJ nicht nur um die historische Bedeutung sondern um die Wiederbelebung dieses bedeutenden Patrimoniums.