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dipl. Arch. ETH/SIA

BÜCHER BOOKS
|Schreiben war schon immer Leidenschaft. Das erste Buch vollendete ich 1965: "Chemische Versuche für Studenten und Laboranten", 148 Seiten Chemie...||To write has always been my passion. The first book I finished in 1965: "Chemische Versuche für Studenten und Laboranten" ("Chemical Experiments for Students and Lab Technicians"), 148 pages full of chemistry...|
|Es folgten die grossen Tagebücher "Der Engländer" 1965-66 mit 220 Seiten, "Der Kanadier" 1968 mit 357 Seiten, "Der Gymnasiast" 1971 mit 447 Seiten, "Der Motorradfahrer" 1989 mit 506 Seiten.||Writing diaries was one of my favourite occupations: 1965/66 "Der Engländer" ("The Englishman") with 220 pages, 1968 "Der Kanadier" ("The Canadian") with 357 pages, "Der Gymnasiast" ("The Gymnasium") 1971 with 447 pages, "Der Motorradfahrer" ("The Biker") 1989 with 506 pages.|
|Das bisher aufwändigste Werk ist jedoch die gezeichnete und durch eine Handlung in Textform ergänzte imaginäre Reise durch das Römische Reich zur Zeit des Kaisers Caracalla mit dem Titel "Ich und Onkel Gaius" (1997), beginnend und endend in Augusta Raurica bei Basel, Schweiz. In der Folge einige Text- und Bildbeispiele.||So far the most important work, however, is "I and Uncle Gaius" (1997), an imaginary journey through the Roman Imperium at the time of emperor Caracalla, richly illustrated by many black and white ink drawings, the journey beginning and ending at Augusta Raurica near Basel, Switzerland. Below you see some examples (text in German only - sorry!).|
|Noch war es draussen finstere
Nacht. Aber alle Hausbewohner waren auf den Beinen. Ein grosser Reisekorb mit meinen
Sachen war gepackt und auf einen Wagen geladen worden. (...) Von unseren Bediensteten nahm
ich im Hof Abschied, nur zwei von ihnen und meine Eltern begleiteten mich von der
Oberstadt hinunter zum Hafen. Dort wurde mein Gepäck auf einem flachen Schiff verstaut.
Rundum herrschte lebhaftes Arbeiten und Treiben, denn es wurde ein ganzer Konvoi für die
Fahrt den Rhein hinunter zusammengestellt. (...) Eines der Schiffe schien überladen zu
sein, denn ein paar Männer begannen mit dem Umlad von einigen Kisten auf ein anderes
Boot. Mein Vater gab mir letzte Ratschläge, was ich alles zu machen und nicht zu machen
habe, aber dies alles hatte er mir in den letzten Tagen schon mehrmals gesagt. (...)
Mutter war ganz still. Ich war sehr aufgeregt, und als die Leute endlich einstiegen,
verabschiedete ich mich schnell von meinen Eltern. Mutter küsste mich ganz fest.
Vater umarmte mich und gab mir sogar die Hand, wie einem Erwachsenen. Das hatte er vorher
noch nie gemacht. Die Seile wurden gelöst, und die Schiffe trieben auf den breiten Strom
hinaus. Hinter uns dämmerte langsam der Morgen.

(Die Reise den Rhein hinunter führt am ersten Tag bis zum Hafen von Strassburg, am zweiten bis Altrip, am dritten bis Mainz, am vierten nach Bingen)
Am folgenden Morgen fuhren wir sehr früh weg, als es noch tiefe Nacht war. Im Morgengrauen sah ich dann links und rechts gleich vom Strom aus aufsteigende felsige Berge. Der Strom wurde sehr reissend, und die Schiffsleute hatten ordentlich zu tun, die fünf Schiffe beieinander zu halten. Und ausgerechnet an diesem Tag, wo die Fahrt so gefährlich war, regnete es in Strömen. Nach einigen Stunden legten die Schiffer am rechten Ufer an. Dort befand sich ein kleiner Tempel, und wir gingen alle hin, um den Genii Loci, den hiesigen Stromsirenen, ein Bittopfer für gute Fahrt darzubringen. Diese Wasserdämoninnen würden sonst die Schiffe ins Unglück locken, erzählten die Schiffsleute. Ich glaube natürlich nicht an solche Märchen. Aber sicherheitshalber opferte auch ich eine kleine Münze.
(...) Am sechsten Reisetag fuhren wir erneut sehr früh weg und erreichten erst spät abends die reiche und grosse Colonia Agrippinensis (Köln).

|(Von Köln aus führt die
Weiterreise den Rhein hinunter an die Nordsee und über den Ärmelkanal nach Britannien.)

Zum Frühstück, das man mir anbot, hatte ich überhaupt keinen Appetit. Nach etwas Brot und Wasser wurde mir ganz komisch, und dann wurde mir ziemlich schlecht. Die Schiffsleute lachten über mich und sagten dann aber, ich solle entweder am Schiffsrand stehen und immer zum Land blicken, oder ich solle mich wieder hinlegen. Ich versuchte beides, aber ich fühlte mich ganz furchtbar schlecht. Dabei war solch schönes Wetter!
(Nach der Landung in Dover beginnt die tagelange, weite Reise in den Norden des römischen Reiches, an den Hadrianswall)
Am folgenden Morgen ging mein Gastgeber mit mir zu den örtlichen Beneficiarii (Verwaltungsbeamten). Wir erkundigten uns nach einer Reisemöglichkeit für mich. Als der Optio, ein höherer Unteroffizier, erfuhr, dass mein Onkel Gaius Annaeus Lucanus Otho sei, den er offenbar kannte, war er bemüht, für mich eine Mitreisemöglichkeit bei einem Armeetransport zu erreichen. Er sprach mit mehreren Offizieren, während ich in seinem Büro längere Zeit wartete. Dann aber erfuhr ich, dass ich am übernächsten Tag bei einem Schnelltransport nach Norden mitreisen könne.
(...) Am Morfgen meines einunddreissigsten Reisetages fuhren und ritten wir auf einer matschigen Strasse durch Bergland zur Grenze unseres Reiches. Gegen Abend sah ich vor mir das enttäuschen kleine Ziel: Vindolanda, ein Grenzkastell mit davorliegendem kleinem Dorf, alles beinahe im tiefen Morast versinkend. Wir durchfuhren die schmale Gasse zwischen den ärmlichen Häusern zum Kastelltor, das noch offen stand. Nach wenigen Schritten hielten wir vor der Kommandantur an, ich stieg steif gefroren vom Wagen. Zusammen mit dem Transportführer begab ich mich durch den kleinen Hof zum Büro des Kastelladjudanten, der mich ganz verblüfft ansah, weil ich ganz offensichtlich nicht hierher gehörte. Dann aber schien er zu merken, wer ich sein könnte, grinste breit und deutete hinter mich. Ich drehte mich um, und da kam auch schon mein Onkel Gaius auf mich zu gerannt. Ich hätte ihn beinahe nicht erkannt, denn er trug nicht die feine stadtrömische Kleidung, sondern einen groben, braunroten Wollmantel über einer braunen, etwas schmutzigen Tunica. Aber am meisten entstellte ihn ein Schnurrbart, wie ihn nur die Barbaren tragen. Wenn ihn meine Mutter so sähe...

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