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Es gibt eine ganze Anzahl von Gemüsearten, welche die Winterkälte überstehen ohne dass diese geerntet und eingelagert werden müssen. Solche Gemüse werden nach und nach, je nach Bedarf, während des Winters geerntet.
Allgemeines
Gemüse, das im Winter draussen bleibt, darf nicht zu früh gepflanzt werden, damit dieses im Herbst nicht in der Vollreife steht. Zu stark ausgereiftes Gemüse verliert an Frosthärte. Auch Düngungen nach August beeinträchtigen die Haltbarkeit der Gemüse, die draussen bleiben.
Es ist überaus sinnvoll, frosthartes und nicht ausgereiftes Gemüse im Garten stehen zu lassen und erst bei Bedarf zu ernten. Dadurch entfallen die Einlagerungsarbeiten im Herbst und der Platz, welcher für die Lagerung dieser Gemüse freigehalten worden ist, kann anderweitig genutzt werden. Ausserdem wird das Gemüse durch die Frosteinwirkung weicher (Federkohl, Lauch), der Geschmack weniger aufdringlich und es kann besser verdaut werden (Kohlgewächse).
Rosenkohl
Rosenkohl wird heute meistens so gepflanzt, dass dieser im Herbst geerntet und eingefroren werden kann. Rosenkohl kann aber auch draussen stehenbleiben und während des Winters geerntet werden. Für eine überwinterung im Freien ist es wichtig, dass Rosenkohl erst in der ersten Hälfte Juni gepflanzt wird. Gedüngt wird bis Ende Juli, anfangs August. Spätere Düngungen beeinträchtigen die Frosthärte. Damit sich die Röschen gleichmässig entwickeln, werden die Spitzen der Pflanzen Ende September ausgebrochen. Die Röschen entwickeln sich in der frostfreien Zeit über den Winter zur vollen Grösse. Die Blätter werden zum Schutz der Röschen nicht zurückgeschnitten. Wo die Pflanzen zu hoch geworden sind, werden diese mit einem Stab gestützt.
Das ständige einwirken von Frost- und Tauwetter nimmt dem Rosenkohl den aufdringlichen Geschmack und erhöht so den Genuss und die Bekömmlichkeit.
Geerntet wird im Winter. Sind die Pflanzen gefroren, die Röschen langsam auftauen lassen.
Rosenkohl enthält, wie auch andere Kohlgewächse viel Calcium und ist deshalb für die Erhaltung der Knochenstärke sehr wichtig.
Federkohl
Federkohl wird Juni/Juli gepflanzt. Er ist sehr robust und wird kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen. In einem nahrhaften Gartenboden gedeiht Federkohl besonders schön. Keine Düngung mehr ab anfangs August.
Federkohl ist schwer verdaulich und sollte vor der ersten Ernte ein paarmal richtig durchfrieren.
Geerntet werden die Blätter von unten nach oben im Winter. Am besten wenn die Blätter gefroren sind. Dann lassen sich auch evtl. Weisse Fliegen und ihre Rückstände leicht mit kaltem Wasser abwaschen. Federkohlblätter langsam auftauen lassen.
Federkohlblätter ergeben ein feines Kohlgemüse mit viel Calcium und Vitamin C. Federkohlblätter können auch, fein geschnitten, als Salatzugabe verwendet werden.
Lauch
Lauch, der auf dem Gartenbeet überwintert, sollte nicht ausgereift sein. Der Reifegrad lässt sich im Herbst leicht feststellen. Sind die Deckblätter unten am Stängel (in Bodennähe) noch geschlossen und kaum aufgerissen, sind die Pflanzen noch nicht ausgereift und der Lauch kann draussen stehenbleiben. Sind die Deckblätter aber aufgerissen, womöglich noch über mehr als einer Schicht, so ist die Reife bereits fortgeschritten. Um allzu grosse Verluste zu vermeiden muss solcher Lauch geerntet und wettergeschützt gelagert werden.
Lauch, der auf dem Gartenbeet stehen bleibt kann über den ganzen Winter, wenn der Boden nicht zu fest gefroren ist, geerntet werden.
Weisskabis und Kohl (Wirz)
Späte Pflanzungen von Bergkabis, Spitzkabis und Wirz können draussen bleiben, sofern die Kopfbildung noch nicht abgeschlossen ist. Die Ernte erfolgt dann über den Winter bis ca Februar.
Gefrorene Köpfe langsam auftauen lassen.
Es ist sehr praktisch, wenn Kabis und Kohl im Winter direkt ab dem Gartenbeet geerntet werden kann. Das einst harte Kraut wird weich und erhöht den Genuss. Dazu entfällt beim Kohl der Verlust durch Fäulnis im Lager.
Nüsslisalat und Winterlathugino
Dort wo im Frühherbst (bis Ende August) leere Gartenbeete mit einer Mischsaat von Nüssler und Winterlathugino (Schnittsalat) angesät wurden, kann in einer frostfreien Zeit auch im Winter Schnittsalat geerntet werden. Dadurch erhält der Nüsslisalat mehr Platz und entwickelt sich über den Winter um im Frühjahr oder zum Teil auch im Winter, an frostfreien tagen, geerntet zu werden.
Wurzelgemüse
Schwarzwurzeln, Pastinaken, Topinambur oder auch die Wurzeln vom Brüsseler sind ebenfalls winterhart. Ist aber ein Eindringen von Mäusen während der Winterzeit zu befürchten, ist es sinnvoll, diese wertvollen Wurzelgemüse zu ernten und vor Mäusen sicher zu lagern.