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Kontroverse Szene beim Spiel zwischen den Western Sydney Wanderers und Canberra in der australischen W-League. Jada Mathyssen-Whyman, die Torhüterin des Heimteams, bleibt ausserhalb des Strafraums verletzt am Boden liegen. Der Ball ist weit vom Tor entfernt, es wäre den Gegnerinnen ein Leichtes, ihn ins Seitenaus zu spielen und so die Pflege der angeschlagenen Keeperin zu ermöglichen.
Doch die Frauen von Canberra United entscheiden sich anders. Sie spielen weiter und die australische Nationalspielerin Ellie Carpenter bringt die Gäste 1:0 in Führung.
Am Ende trennen sich die Teams 2:2, doch das Führungstor gibt zu reden. Sicher: Die Regeln besagen, dass solange gespielt wird, bis der Schiedsrichter die Partie unterbricht. Aber der Anstand und die ungeschriebenen Regeln sagen: In so einer Szene, vor allem wenn der Ball auf Höhe der Mittellinie ist, wird nicht aufs Tor geschossen.
Torschützin Carpenter bedauerte es nach dem Spiel nicht, geschossen zu haben. «Ich sah ein Tackling und ich sah ein leeres Tor. Also habe ich es versucht und ich habe getroffen. Ein Tor ist ein Tor», sagte die 18-Jährige zu Fox Sports. Als der Reporter nachhakt, ob sie immerhin ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe, antwortete sie: «Nein, nicht wirklich.»
Canberras Trainer Heather Garriock störte sich ebenfalls nicht am Führungstreffer ihres Teams. «Ich denke überhaupt nicht, dass das ein umstrittenes Tor ist, so ist der Sport», sagte sie zum «Sydney Morning Herald».
Wie man sich in so einer Situation auch verhalten kann, zeigte einst ausgerechnet Paolo Di Canio. Das italienische Raubein stoppte einst in aussichtsreicher Position, als der gegnerische Goalie verletzt am Boden lag. Dafür erhielt Di Canio von der FIFA einen Fairplay-Preis – eine Auszeichnung, die Ellie Carpenter definitiv nicht erhalten wird.