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"Meine Geschichte erzählt Anne Franks Geschichte dort weiter, wo Annes Tagebuch aufhört. Sie ist sozusagen eine Fortsetzung des Tagebuch der Anne Frank, die Geschichte, die sie selbst nicht mehr erzählen konnte. Aber ich kann es, weil ich überlebt habe. Ich erzähle die Geschichte eines Mädchens, das so alt ist wie Anne, mit dem sie in Amsterdam gespielt hat, und diese Geschichte zeigt, was Anne - und uns allen - geschehen ist, nachdem man uns verraten und verhaftet hatte: ...Der Uniformierte war Dr. Mengele, der über Leben und Tod entschied ... Wir versuchten alle, möglichst aufrecht zu stehen und sicher dreinzuschauen, aber wir waren jämmerlich unterernährt und bis auf die Knochen abgemagert ... Als ich an der Reihe war, winkte er mich nach rechts. Ich drehte mich um und wartete auf Mutti. Zu meinem Entsetzen sah ich, wie ein Kapo sie brutal nach links stiess. Ich schrie ... ich zitterte am ganzen Körper und meine Zähne schlugen aufeinander, als ich zusehen musste, wie man meine Mutter mit den anderen Frauen abführte. Das war der schlimmste Moment meines Lebens. Ich dachte, ich würde sie nie mehr wiedersehen." Eindringlicher Bericht vom Überleben einer Fünfzehnjährigen in Auschwitz, die - anders als ihre Stiefschwester Anne Frank - das KZ überlebte.
Portrait
Eva Schloss, geboren 1929 in Wien als Eva Geiringer, lebte in Amsterdam auf derselben Strasse wie Anne Frank und war dort auch manchmal zu Besuch. Sie überlebte Auschwitz gemeinsam mit ihrer Mutter, die später Otto Frank, den Vater von Anne Frank, heiratete. Heute lebt sie mit ihrem Mann Zvi Schloss in London. Sie hat drei Töchter und fünf Enkel.