Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/2367

Externer Inhalt
Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.
Szene aus Leo McCareys Kurzfilm "Liberty" aus dem Jahr 1929 mit Stan Laurel und Oliver Hardy. Das Filmfestival Locarno widmet McCarey, einem Pionier der Filmkomödie, seine grosse Retrospektive. (zVg)
zVg(sda-ats)
Sein Name ist Laien kaum bekannt, seine Werke dafür umso mehr: Leo McCarey war ein Pionier des Kintopp à la Laurel und Hardy und der Screwball-Komödie mit Stars wie Cary Grant. Das Filmfestival Locarno widmet diesem dreifachen Oscar-Preisträger seine Retrospektive.
Der 1898 geborene McCarey begann in den 20er-Jahren als Gag-Schreiber und später Regisseur für den bekannten Produzenten Hal Roach, dessen Studios im Volksmund "Laugh Factory" genannt wurden. Mit 28 Jahren war McCarey bereits Vizepräsident der Roach-Studios. Gemeinsam prägten Roach und er die goldenen Jahre des komischen Stummfilms und führten unter anderen das Duo Dick und Doof (Laurel & Hardy) zu Weltruhm.
Mit dem Aufkommen des Tonfilms wurde McCarey mit Komödien bekannt. So drehte er unter anderem "Duck Soup" mit den Marx Brothers (1933) und "The Awful Truth" mit Cary Grant (1937). Ende der 30er-Jahre ging er allmählich von der Komik zum Melodrama über.
Höhepunkte seiner Karriere waren 1944 "Going My Way" mit Bing Cosby, gefolgt von "The Bells of St. Mary's" mit Ingrid Bergman als Nonne. 1937 und 1944 gewann er den Oscar als bester Regisseur und 1945 den Oscar für das beste Original-Drehbuch. "An Affair to Remember" mit Deborah Kerr und Cary Grant - ein Remake seines Films "Love Affair" von 1939 - war 1957 McCareys letzter grosser Erfolg. 1969 starb er 70-jährig in Santa Monica.
Mehr als bloss Nostalgie
"Es ist in unseren Augen an der Zeit, dass der Name McCarey seinen verdienten Platz einnimmt", schreibt Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter des Filmfestivals von Locarno, in einer Mitteilung vom Dienstag. "Wir sind überzeugt, dass seine Kunst, sein Sinn für Tempo und seine Eleganz für die neuen Generationen von Zuschauern und Filmemachern anregend und stimulierend sind."
Ausserdem erinnere die Retrospektive sicher viele Zuschauer an ihre Kindheit. "Doch das herzliche Lachen mit Laurel & Hardy ist mehr als nur eine nostalgische Heraufbeschwörung sorgloser Momente, sondern es gemahnt uns an die unverbrüchliche visionäre und wohltuende Kraft der Komik."
Die 71. Ausgabe des Locarno Festival findet vom 1. bis 11. August 2018 statt.
www.locarnofestival.ch
SDA-ATS