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Die über einstündige Abflug-Verspätung von LX18 vor 9 Tagen wirft immer weitere Fragen auf.
So zeigt sich nun, dass der dafür verantwortliche Ex-Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand nicht zufällig herausgepickt wurde.
Vielmehr stand sein Name auf einer wichtigen Liste der amerikanischen Behörden, die sich um die Sicherheit des Flugverkehrs und der Passagiere kümmern.
Es geht um eine sogenannte „Secondary Security Screening Selection“, also die Auswahl von Personen, die nach der ordentlichen Sicherheitskontrolle durch die Flughafenpolizei ein 2. Mal von einem speziell dafür Zuständigen in die Zange genommen werden.
Diese Kontrolle findet am Gate statt, dort, wo die Gäste die Maschine besteigen.
Ob Hildebrand wie von einem Zeugen berichtet bei der Kontrolle mit seiner Begleiterin bereits in der 1. Klasse des Flugs nach Newark weilte, als er sein Handgepäck vorzeigen musste, ist nicht klar.
„Nach welchen Kriterien die US-Behörden die sogenannte ‚Secondary Security Screening Selection‘ vornehmen, wird den Airlines nicht bekannt gegeben“, meinte eine Swiss-Sprecherin letzte Woche auf Anfrage.
„SWISS lässt die Kontrolle gemäss Vorgaben durch die Behörden durchführen.“
Hildebrand hatte in einer ersten SMS-Antwort ausgeführt, dass er eine Dose mit Vitaminen bei sich hatte, um die es bei der Kontrolle gegangen sei.
Der Finanzmanager mit hoher Aufgabe bei Blackrock, dem grössten weltweiten Vermögensverwalter, reagierte nicht auf weitere Fragen zur US-Sicherheitsliste.
Ein Insider vermutet, dass Hildebrand wegen dessen Ehepartnerin auf der Liste stünde. Margarita Louis-Dreyfus stammt aus St.Petersburg und wurde dank der Heirat mit dem Ex-Adidas-Besitzer reich.
Die am Flughafen für die grosse Sicherheitskontrolle zuständige Zürcher Kantonspolizei habe korrekt gearbeitet, hiess es bei der Swiss.
„Da Pulver oder pulverähnliche Substanzen nur auf Flügen in die USA Sicherheitsrestriktionen unterliegen, wird dies im sogenannten Secondary Security Screening geprüft.“
Der Flug Richtung New York hob in Zürich-Kloten mit 72 Minuten Verspätung ab. Unter Swiss-Captains gab der Fall zu reden. Normalerweise würde bei Passagieren mit „falscher“ Fracht an Bord kurzer Prozess gemacht.
Innert Minuten würden „Normalos“ aus der Maschine geworfen, falls sie sich renitent zeigten.
Bei Philipp Hildebrand hingegen kam es zu einem langen Hin-und-her. Der einstige Notenbanker und bekannte Schweizer wollte offenbar die Anordnungen des Sicherheitsprüfers nicht einfach befolgen.
„Die oberste SWISS Leitung war nicht involviert“, sagte die Sprecher der Airline auf die Frage, ob die Geschäftsleitung der Airline sich für Hildebrand ins Zeug gelegt habe.
Der Pilot holte die Verspätung weitgehend wieder auf. Durch mehr Speed und entsprechend höheren Kerosinverbrauch? „Es sind keine Mehrkosten entstanden“, so die Swiss.