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|Maria Luisa Wiget||Fides Auf der Maur|
Text aus:
Maria Luisa Wiget, Bildhauerin
Eine Monographie von Fides Auf der Maur
Foto: Maria Luisa Wiget beim Modellieren in ihrem ersten Atelier in Lugano 1925
© 1996 Fides Auf der Maur, Zürich
Maria Luisa Wiget wurde am 22. November 1901 in Brunnen geboren. In ihrem Elternhaus herrschte grosses Interesse an Kunst, Musik und Literatur. Ihre Vorliebe für Zeichnen und Modellieren stiess auf viel Verständnis und wurde auch entsprechend gefördert. Der in den 20 er Jahren ungewöhnliche Weg ihrer Berufswahl wurde schon im Elternhaus entscheidend geebnet.
Ihr Bildhauerstudium absolvierte Maria Luisa Wiget an der "Academie de la Grande Chaumière" in Paris. Dort studierte sie unter anderem bei Despiau und längere Zeit bei Bourdelle, der wiederum ein Schüler von Auguste Rodin war.
Im Tessin war die Künstlerin schon in jungen Jahren sehr gefragt, erhielt verschiedene Preise und einige bedeutende, öffentliche Aufträge.
Von 1938-1947 weilte sie in Amerika. Dort erhielt sie viele Anregungen im New Yorker Atelier des russischen Künstlers Alexander Archipenko (1867-1964), dem Vater der modernen Plastik.
1947 entschloss sich Maria Luisa Wiget aus familiären Gründen in die Schweiz zurückzukehren. Für ihre Laufbahn war dieser Entscheid sehr einschneidend. Es war ihr gelungen, in einer vom zweiten Weltkrieg geprägten Zeit in Amerika Fuss zu fassen. Sie realisierte viele anspruchsvolle Aufträge und schuf sich auch als Lehrerin an verschiedenen Kunstschulen in New York einen Namen.
Umso schwerer war der berufliche Start in Schwyz, wo sie isoliert von einem anregenden, künstlerischem Umfeld, eine neue Existenz aufbauen musste.
Für eine Künstlerin waren die Probleme, sich durchzusetzen, noch wesentlich schwerer als heute. Eine Frau mit Hammer und Meissel, daran mussten sich die Schwyzer erst noch gewöhnen. Als kunstschaffende Frau genoss sie oft nicht dasselbe Vertrauen wie ihre männlichen Berufskollegen. Das zeigte sich darin, dass grosse Aufträge in dieser Zeit vielfach nicht einer Frau zugetraut wurden. Nie liess sich Maria Luisa Wiget auf bequeme "Arrangements" ein und das "Ellbögle" kam für sie nicht in Frage.
Lange Zeit konnte sie an keiner grossen Ausstellung teilnehmen. Eine enorme Kraft musste in Maria Luisa Wiget stecken, dass sie in all den Jahren den Mut nicht verlor und ohne grössere Resonanz unbeirrt ihren Weg ging.
Erst in späten Jahren erhielt sie vermehrt bedeutende Aufträge und somit Anerkennung. Einige ihrer ausdrucksstarken Werke sind heute in Schwyz und Umgebung der Öffentlichkeit zugänglich und sind Zeugen ihrer grossen künstlerischen Fähigkeiten.
Bis ins hohe Alter von 99 Jahren lebte Maria Luisa Wiget in ihrem Haus in Schwyz und arbeitete noch regelmässig in ihrem Atelier.
Am 5. Dezember 2001 verstarb die Künstlerin Maria Luisa Wiget nur wenige Tage nach ihrem 100. Geburtstag.
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Fides Auf der Maur" kann im Shop bestellt werden.