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1933-1945
Bewahren der Freiheit
Bewahren der Freiheit hiess von 1933 bis 1939 zunächst eine kritische Distanz gegenüber den Vorgängen in Deutschland zu halten und aufmerksam zu beobachten, wie Deutsche sich hier verhielten - und vor allem auch, was gewisse Schweizer unternahmen. Mit dem verstärkt aggressiven Ton der Nazipropaganda und ihrem Werben für ein Neues Europa unter deutscher Hegemonie wuchs die Ablehnung in weiten Kreisen, aber auch eine gewisse, recht konkrete Ohnmacht. Was konnte man dieser Gewalt entgegenstellen?
Als Antwort entstand - vom Vorsteher des Departements des Inneren, Bundesrat Philipp Etter (ZG, kath. kons.) angestossen - die Idee der "Geistigen Landesverteidigung": Eine aktiv geförderte Rückbesinnung des ganzen Volkes auf seine Wurzeln, die alte Stärke der Freiheit, Demokratie und Einigkeit und auf den festen Willen, diese Werte zu verteidigen.
Es galt, das alle - Romands, Ticinesi, Rätoromanen und Deutschschweizer - Verbindende lebendig zu halten und im Bewusstein gegenwärtig zu machen.
Ein Hauptanlass dazu war die Schweizerische Landesausstellung von 1939. Sie erreichte ihr Ziel in hohem Masse und der Kriegsausbruch mit Blitzangriff und "Ausradieren" des freien Polens innert wenigen Wochen liess den alten Schlachtruf "Freiheit oder Tod!" zum Grundgedanken werden. Man war zum Äussersten entschlossen und blieb das auch bis die Friedensglocken läuteten am 8. Mai 1945.
In den folgenden Kapiteln und Unterkapiteln werden Beiträge homosexueller Frauen und Männer an diese Entschlossenheit zur geistigen und damit auch aktiven Landesverteidigung sichtbar gemacht.
Ernst Ostertag, September 2010