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In der äthiopischen Konfliktregion Tigray und umliegenden Gebieten verzeichnet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) einen Zustrom an Verwundeten. Deshalb würden Krankenhäuser nun vorrangig unterstützt, etwa bei der Wiederherstellung von Infrastruktur, teilte das Komitee am Freitag mit.
«Viele Gemeinden sind von der anhaltenden Gewalt besonders betroffen - vor allem an Orten, an denen medizinische Nothilfe schwer zu bekommen ist», sagte IKRK-Experte Nicolas von Arx. An die Konfliktparteien appellierte er, medizinische Einrichtungen und Zivilisten zu schonen.
Allein im Juli habe das Rote Kreuz medizinische Ausrüstung zur Behandlung von 1100 Schwerstverletzten, 3330 Leichtverletzten und insgesamt 24 000 Kranken geliefert. Neben dem Gondar-Universitätshospital würden auch Krankenhäuser in Sekota und Lalibela versorgt. Nach Angaben der Vereinten Nationen verschlechtert sich die humanitäre Lage rapide. Die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) berichtet von Problemen für humanitäre Konvois, überhaupt in die Region zu gelangen. Dort bräuchten etwa 5.2 Millionen Menschen dringend Hilfe.
Die Regierung des nordostafrikanischen Landes hatte im November eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die TPLF dominierte Äthiopien mehr als 25 Jahre lang, bis Regierungschef Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten. Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen etwa 112 Millionen Einwohnern haben die ethnischen Spannungen unter Abiy zugenommen. (aeg/sda/dpa)