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Aus dem Winzerfest entsteht eine ganze Lavaux-spezifische Kulturbewegung. Um das Fest herum werden Verbindungen geknüpft, es kommt die Lust auf, raffiniertere Musik zu singen. Viele lokale Gesellschaften haben sich auf die Musik eingelassen, einschliesslich ernste Musik, dank des Winzerfestes und seiner Chorwerke, die zu einem erheblichen Teil zur Identität des Kantons beitragen.
Ursprüngliche Bewegung
Diese ursprüngliche Bewegung hat sich zu Beginn des XX. Jahrhunderts abgezeichnet. Seitdem laden die Gesangsvereine – die Vereine von Chexbres, Epesses, Grandvaux, Lutry beziehungsweise Vevey zählen zu den bedeutendsten – Komponisten dazu ein, ein Repertoire zu bereichern, das sich entfernt vom monodischen Gesang der rein mündlichen Tradition oder dem Trinklied: unter anderem Gustave Doret, Charles Mayor, Carlo Boller, Carlo Hemmerling, Robert Mermoud, Jean Balissat, Michel Hostettler, Patrick Bron beziehungsweise Dominique Gesseney-Rappo, die sich selbst auf Texte qualitativ hochwertiger Autoren gestützt haben, nach dem Muster von René Morax, Geo-H. Blanc oder Emile Gardaz.
Jean Villard-Gilles
Es gibt eine Person, die untrennbar mit Saint-Saphorin verbunden ist: Jean Villard-Gilles, Chansonnier, sinnbildliche Figur des Waadtlands. Einige Jahre nach der Entstehung einer seiner bekanntesten Kompositionen, nämlich La Venoge, lässt sich Jean Villard-Gilles in diesem Dorf des Lavaux nieder und verbringt dort die letzten zwanzig Jahre seines Lebens.
Als neue Heimat für mehrere berühmte Künstler (Pianisten, Violinisten, Dirigenten), wie das Streichquartett Flonzalet ist Lavaux beziehungsweise sein Umland auch der Schauplatz des 1983 gegründeten Cully Jazz Festival – das es verstanden hat, sich neben dem Montreux Jazz Festival zu behaupten – und des Septembre musical (Musikalischer September) und des Festival de musique classique (Klassikfestival) Vevey-Montreux.
Bibliografie : WAVRE, Pierre, « Musique », in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier de candidature de Lavaux au patrimoine mondial de l’UNESCO, Cully, Janvier 2006, p. 34.