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Vor fünf Jahren beschäftigte sich David M. Levy in einem sehr lesenswerten Buch (Scrolling Forward: Making Sense of Documents in the Digital Age) mit der Natur von Dokumenten. Er spannte dabei einen weiten Bogen von der antiken Pergamentrolle bis zum elektronischen Dokument des Programmierers. Levy bleibt dabei bemerkenswert vorurteilslos und immun gegenüber allen Hypes der Dot-com-Jahre. Als Computerwissenschafter, der nach dem Studium in England Buchbinderei und Kaligraphie erlernte, kennt er beide Welten bestens.
In seinem neusten Artikel (More, Faster, Better: Governance in an Age of Overload, Busyness, and Speed) spinnt Levy einen der Fäden weiter, den er in seinem Buch 2001 aufgenommen hatte: Was ist aus Vannevar Bushs Vision geworden, wonach des Internet (oder Memex, wie Bush die Mikrofilm-Variante des Internets 1945 nannte) dereinst die moderne Informationsflut in Schach halten wird.
Bushs Hoffnung muss wohl als widerlegt gelten, und so plädiert Levy heute dafür, von der Umwelt- und Naturschutzbewegung zu lernen, und Reservate einzufordern, in denen der Mensch vor der Informationsflut verschont wird.