Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03392.jsonl.gz/2579

Taraxacum officinale
Familie
Asteraceae (Korbblütler)
Vorkommen
Ursprünglich in Westasien und Europa beheimatet, ist der Löwenzahn mittlerweile so gut wie auf der gesamten Nordhalbkugel zu finden und stellenweise auch auf der Südhalbkugel.
In gemäßigten Zonen fühlt er sich sehr wohl und kann sich dort an so gut wie jeden Standort anpassen. Man findet ihn in großen Mengen auf Wiesen, Feldern und in Gärten, aber selbst in Mauerritzen und zwischen Pflastersteinen kann er sich behaupten.
Beschreibung
Der Löwenzahn verankert sich mit seiner kräftigen, langen Pfahlwurzel fest in der Erde. Zusätzlich treten zahlreiche Seitenwurzeln auf. Die ganze Pflanze führt von der Wurzel bis zur Blüte weißen Milchsaft, welcher sich an der Luft braun verfärbt.
Oberhalb der Erde tritt der Löwenzahn zuerst mit einer bodenständigen Rosette auf, welche aus verschieden tief gesägten oder gespaltenen, lanzettlichen 5 – 25 cm langen Blättern gebildet wird. Die Blätter sind in Abhängigkeit vom Standort unterschiedlich geformt und jedes Blatt ist anders, es lassen sich keine Blätter finden, die deckungsgleich sind. In der Mitte der Blattrosette erhebt sich röhrenartig der hohle Stengel, der kein Blatt mit sich in die Höhe nimmt.
Schon früh im Jahr beginnt der Löwenzahn zu blühen, taucht ganze Wiesen in sonniges Gelb. Dabei öffnen sich die einzelnen Zungenblüten der Scheinblüte ringförmig von außen nach innen. Bei Wolken, Regen oder in der Nacht schließen sich die grünen Hüllblätter mit der Blüte. Nach der Blüte schließen sich die Hüllblätter ein letztes Mal und öffnen sich dann, um die reifen Früchte dem Wind zu übergeben. Die leuchtend gelbe Blüte hat sich in eine weiße, kugelrunde Pusteblume verwandelt.
Inhaltsstoffe
Bitterstoffe, Triterpene, Flavonoide, Gerbstoffe, Mineralien (hoher Gehalt an Kalium), Inulin
Wirkung
Löwenzahn bewirkt eine Steigerung der Aktivität von Leber und Niere.
Auf Grund des Bitterstoffgehaltes kommt es zu einer Anregung der Verdauungssäfte und des Gallenflusses, wodurch er bei Appetitlosigkeit oder dyspeptischen Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen eingesetzt wird.
Volksmedizin
In der Volksmedizin wird der Löwenzahn vielfältig eingesetzt. Durch seine leber- und nierenanregende Wirkung wird er zur Entschlackung und Entgiftung eingesetzt, aber auch zur unterstützenden Behandlung von Allergien und Hautkrankheiten. Begleitend bei Gicht und Rheuma wird er geschätzt, ebenso zur Stärkung des Allgemeinbefindens geschwächter Menschen. Sein Milchsaft wurde früher gegen Warzen und Hühneraugen verwendet.
Anthroposophische Medizin
Im Wesen des Löwenzahns lassen sich polare Bildeprinzipien erkennen: einerseits fest verankert durch seine Pfahlwurzel, dem Irdischen zugewandt, andererseits mit Blütenstengel und Blüte dem Kosmischen entgegenstrebend. Er zeigt einen starken Bezug zu den Aufbaukräften und zum Flüs-sigen. Und damit zur Leber und den sich ständig im Fluss befindlichen Stoffwechselprozessen der Leber. Wie auch der Löwenzahn ist auch die Leber durch Anpassung und Umwandlung geprägt. So verwundert es nicht, dass der Löwenzahn dort zum Einsatz kommt, wo eine Anregung der Stoffwechseltätigkeit des Leber-Galle-Systems angestrebt wird.
Löwenzahn bei Weleda
Der Löwenzahn wird im eigenen Heilpflanzengarten angebaut, welcher nach den Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft bewirtschaftet wird. Verwendet werden die frischen ganzen Pflanzen zur Blütezeit.