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In der Nacht auf Mittwoch und Donnerstag geht der diesjährige NHL-Entry-Draft über die Bühne. Wir verraten dir, um was es dort geht, wer die heissesten Talente sind und auf welche Schweizer du achten musst.
Der NHL-Entry-Draft ist ein Event, bei dem jährlich die aktuell 31 Teams der NHL die Rechte an den besten Eishockey-Junioren im Alter von 17 bis 20 Jahren (selten auch älter) sichern können. Wenn ein Team sich die Rechte an einem Spieler gesichert hat, darf er bei keiner anderen NHL-Organisation unterschreiben, es sei denn, die Rechte sind abgetauscht worden.
Der Draft besteht aus sieben Runden, wobei jedes Team in jeder Runde ein Draft-Recht (Draft-Pick) zur Verfügung und somit zumindest theoretisch sieben Picks pro Draft hat. Je früher ein Draft-Pick ist, desto wertvoller ist er.
Die Reihenfolge der Draft-Picks ab Runde 2 ist die umgekehrte Version der NHL-Rangliste. Das schlechtplatzierteste Team der Saison (dieses Jahr sind es die Detroit Red Wings) wählt zuerst, der Stanley-Cup-Sieger (Tampa Bay Lightning) zuletzt.
In der ersten Runde bestimmt die Draft-Lotterie, welches Team den Nummer-1-Pick erhält. Es ist ein komplizierter Modus, aber einfach gesagt: Jede der 15 Mannschaften, welche die Playoffs verpasst haben, hat eine Chance darauf. Je schlechter die Saison war, desto grösser die Chance auf einen guten Pick.
Die New York Rangers. Sie haben den zweiten Teil der Draft-Lottery für sich entschieden und als Play-In-Teilnehmer diesen Sommer den Hauptpreis abgestaubt. An zweiter Stelle ziehen die Los Angeles Kings. Danach sind die Ottawa Senators an der Reihe.
Ja. Deshalb ist die Anzahl von sieben Picks pro Draft nur theoretisch. Draft-Rechte sind ein üblicher Gegenwert bei Spieler-Trades. Dieses Jahr haben die New Jersey Devils dank Trades mit Arizona und Vancouver in der ersten Runde gleich drei Picks.
Manchmal versuchen Teams im Vorfeld des Drafts auch noch, weiter nach oben zu klettern, indem sie mehrere schlechtere Draft-Picks oder Spieler gegen einen guten Pick tauschen.
Eigentlich hätte der Draft dieses Jahr in Montreal stattfinden sollen. Wegen der Coronavirus-Pandemie ist nun aber alles anders. Zum ersten Mal findet der NHL-Draft rein virtuell statt. Das heisst, die Teams und ihre General Manager und Scouts befinden sich in einem Draft-Room in ihrer jeweiligen Stadt und geben die Picks via Liveschaltung bekannt.
Die erste Runde beginnt in der Nacht auf Mittwoch um ein Uhr morgens. Die zweite Runde beginnt am Mittwochabend um 17.30 Uhr.
Dass das virtuelle Format durchaus funktionieren kann, hat die NFL bei ihrem Draft im vergangenen April bereits bewiesen.
Die Experten sind sich einig: Alexis Lafrenière ist der beste Spieler dieses Draft-Jahrgangs und wird deshalb an erster Stelle gezogen. Der Flügel bringt das gesamte Paket mit: Torgefahr, Kreativität und einen Körper, mit dem er sich auch auf NHL-Niveau sogleich durchsetzen sollte. Dahinter wird es eng: Sowohl der Kanadier Quinton Byfield als auch der Deutsche Tim Stützle könnten an zweiter Position gedraftet werden.
Der Schweizer mit den besten Draft-Karten ist Stürmer Simon Knak. Der Flügel steht bei den Portland Winterhawks in der Western Hockey League (WHL) unter Vertrag. Doch weil die WHL den Spielbetrieb noch nicht so bald wieder aufnimmt, trainiert und spielt der Klotener derzeit beim HC Davos. Experten sehen ihn als Kandidat für die vierte Runde.
Damit ist Knak noch höher im Kurs als Théo Rochette (Quebéc Remparts/QMJHL). Der Sohn von Ex-Schiedsrichter Stéphane Rochette wurde einst als Kandidat für die späte erste Runde gehandelt. In den letzten anderthalb Jahren ist er in der Gunst der Scouts aber stetig gesunken.
Noch ist nicht klar, ob Rochette überhaupt für die Schweiz auflaufen wird. Der 18-Jährige besitzt auch die kanadische Staatsbürgerschaft und hat zuletzt auf U17-Stufe für kanadische Junioren-Auswahlen gespielt. Definitiv fällt der Entscheid aber erst, wenn er an einem offiziellen IIHF-Event für eines der beiden Länder antritt. Der Fall in den Draft-Rankings spricht eher wieder für eine Länderspielkarriere mit der Schweiz.
Weitere Schweizer Kandidaten für die hinteren Runden des Drafts sind Noah Delémont (EHC Biel), Nicolas Müller (Michigan State University/NCAA) und Dario Allenspach (EV Zug).
Es scheint so. Deutschland und Österreich haben im diesjährigen Draft deutlich heissere Eisen im Feuer als die Schweiz. Insbesondere der DEB darf sich auf ein fantastisches Draft-Jahr freuen. Tim Stützle (Adler Mannheim) gilt als sicherer Top-3-Kandidat. Mit John Jason Peterka (EHC München) und Lukas Reichel (Eisbären Berlin) gibt es noch zwei weitere Deutsche, die für die späte erste oder frühe zweite Runde gehandelt werden. Sie sind nach Leon Draisaitl (#3, 2014) und Moritz Seider (#6, 2019) weitere Beweise für die gute Arbeit, die im deutschen Nachwuchs zuletzt geleistet wurde.
Österreich hat dank Marco Rossi (Ottawa 67's/OHL) ebenfalls einen Kandidaten für die Top-10 des Drafts. Der Center wurde in der Organisation der ZSC Lions ausgebildet und wird wohl spätestens an achter oder neunter Position gezogen. Auch der 20-jährige Benjamin Baumgartner (HC Davos) ist dieses Jahr als Overager noch ein Kandidat.
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