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«Mohammed» war 2014 der beliebteste Vorname für neugeborene Buben in Grossbritannien. Dies geht aus einer Umfrage der Website Babycentre hervor, an der über 56'000 Mitglieder teilgenommen haben. Ganz überraschend kommt die Nachricht nicht, denn der Online-Elternratgeber hat erstmals die verschiedenen Schreibweisen (Muhammad, Mohammed, Mohammad, usw.) zusammengezählt.
Der «Guardian» bemängelt, dass dieser Kunstgriff konsequenterweise auch bei Varianten wie «Oliver» und «Ollie» angewendet werden müsste. Gleichzeitig räumt die Zeitung ein, es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Name des islamischen Propheten offiziell Platz Eins erklimmt.
Dass der muslimische Bevölkerungsteil mit nur 4,8 Prozent den meistgewählten männlichen Vornamen stellt, erklärt sich der «Guardian» mit einer geringeren Variation in der Namensgebung im Vergleich zu anderen Gruppen.
Aus demselben Grund ist «Mohammed» auch in Israel der Spitzenreiter. Allerdings taucht er dort in den offiziellen Behördenlisten nicht auf, weil diese ausschliesslich jüdische Namen enthalten, wie die Tageszeitung «Haaretz» erklärt. Ganz konsequent ist die israelische Einwohnerkontrolle allerdings nicht: Die Spitzenposition belegt der Name Yosef – weil die arabischen Yusefs stillschweigend miteingerechnet werden.
Und in der Schweiz? 2013 erhielten 73 Neugeborene den Namen «Mohammed» oder eine verwandte Schreibweise – gleich oft wie Christian. Gemäss dem Vornamentool des Bundesamt für Statistik landet er damit ungefähr auf Rang 120. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung in der Schweiz ist vergelichbar mit Grossbritannien, doch stammen die meisten aus dem Balkan und der Türkei, wo klassische arabische Namen wie «Mohammed» offensichtlich weniger verbreitet sind. (kri)