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Ausführliche, historiografische Bearbeitungen der selbstorganisierten Kunstorte in der Schweiz finden sich bis anhin nur rudimentär. Zum einen ist das der Komplexität des Gegenstands geschuldet: Selbstorganisation lässt sich genauso schlecht mit einem fixen begrifflichen Vokabular (Off-Space, Projektraum etc.) fassen, wie sich die Dauer der Aktivitäten, die ökonomischen Parameter oder die inhaltlichen Stossrichtungen vergleichen lassen. Zum anderen kommt der Impuls zur Archivierung der eigenen Aktivitäten weniger aus einer reglementarischen Notwendigkeit, denn der Selbstverantwortung der AkteurInnen, die sich bei langjährigen, subventionierten Initiativen zwar aufdrängt, doch bei ephemeren Zusammenarbeiten alles andere als selbstverständlich ist. Welche Strategien der Dokumentation trifft man dennoch in der Selbstorganisation und welche Rolle spielen offizielle Institutionen wie das Schweizerische Kunstarchiv von SIK-ISEA für die Aufarbeitung? Der Vortrag möchte anhand konkreter Beispiele aus dem laufenden Forschungsprojekt historiografische Problemfelder selbstorganisierter Kunstorte skizzieren und fragen, inwiefern dabei alternative, dezentrale oder partizipative Formen der Geschichtsschreibung relevant werden.