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Hohe Herzbelastung beim Freizeit- Eishockey
|a -- Atwal S, Porter J, MacDonald P. Cardiovascular effects of strenuous exercise in adult recreational hockey: the Hockey Heart Study. CMAJ 2002 (5. Februar); 166: 303-7 [Link]|
|Zusammerfasser(in):|
|Kommentator(in):|
|infomed screen Jahrgang 6 (2002)
, Nummer 4

Datum der Ausgabe: April 2002
Studienziele
Eishockey ist in Kanada ein beliebter und weit verbreiteter Freizeitsport, der den Körper stark belastet. Ziel der Untersuchung von Januar/März 2000 war es, einerseits das kardiovaskuläre Risikoprofil der Freizeit-Eishockeyspieler zu erheben und andererseits die Belastungen für Herz und Kreislauf während des Spiels zu untersuchen.
Methoden
In diese kanadische Querschnittsuntersuchung wurden männliche Freizeit-Hockeyspieler aufgenommen, die mehr als 35 Jahre alt waren. Ausgeschlossen wurden Männer mit einer kardialen Vorgeschichte. Neben der Erhebung der klassischen Risikofaktoren wurde bei jedem Studienteilnehmer vor, während und nach einem Spiel ein Langzeit-EKG registriert. Analysiert wurden die EKG in Bezug auf das Verhalten der Herzfrequenz während und nach der Belastung, auf Rhythmusstörungen und auf ST-Veränderungen.
Ergebnisse
Auf den fünf Hockey-Eisflächen, welche für die Studie ausgewählt wurden, waren etwa 2'500 Freizeitspieler aktiv. Von diesen wurden 113 in die Studie aufgenommen, ihr mittleres Alter betrug 43 Jahre. 60% der Männer waren mindestens 3mal pro Woche körperlich aktiv, ihr kardiovaskuläres Risiko insgesamt geringer als bei einer altersentsprechenden Durchschnittsbevölkerung. Bei 3 von 4 Spielern überstieg die gemessene maximale Herzfrequenz während des Spiels die berechnete, altersentsprechende Maximal-Herzfrequenz (HFmax). Bei allen überstieg sie die Zielfrequenz von 55-85% der berechneten HFmax. Die Zielfrequenz wurde im Durchschnitt während 30 Minuten überschritten. Eine Minute nach Belastungsende war die Herzfrequenz durchschnittlich um 4,5 Schläge gesunken. Je ein Untersuchter gab während des Spiels eine Episode mit Palpitationen bzw. Thoraxschmerzen an, bei 15 fanden sich im EKG ST-Senkungen und bei 2 eine ventrikuläre Tachykardie. Bei keinem dieser Männer konnte mittels Fahrrad- Ergometrie und Myokardszintigrafie eine koronare Herzkrankheit belegt werden.
Schlussfolgerungen.Die vorliegenden Befunde belegen, dass die meisten Freizeit- Eishockeyspieler über 35 ihr Herz beim Spiel über die berechnete, altersentsprechende Maximal-Herzfrequenz hinaus belasten. Knapp ein Fünftel hatte während des Spiels pathologische EKG-Befunde von unklarer Bedeutung. (WE)
Die vorliegende Studie widerspiegelt nicht das durchschnittliche Sportverhalten von 43jährigen Schweizern: Eishockey gehört bei uns nicht zu den üblichen Freizeitaktivitäten, 3mal pro Woche dürften die Wenigsten trainieren. Was können wir dieser Studie trotzdem entnehmen? 1. Wettkampfmässiger Sport führt zu extremen Belastungen jenseits der üblicherweise empfohlenen Belastungsintensitäten. 2. Bei diesen Extrembelastungen können bei knapp einem Fünftel dieser sonst kardial gesunden Sportlern pathologische Befunde erhoben werden. 3. Die Relevanz dieser Befunde bleibt offen, es erfolgte weder eine Abklärung auf eine strukturelle Herzerkrankung, noch wurde zum Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit eine Angiografie durchgeführt. Fazit: Wer in mittlerem Alter von Freizeitsport gesundheitlich profitieren will, soll Wettkampfsport meiden, seine Herzfrequenz beim Sport mittels Pulsuhr kontrollieren und sich im Ausdauerbereich bis maximal 85% der maximalen altersgemässen Herzfrequenz (HFmax = 220 minus Lebensalter) belasten.
Werner Eugster
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Hohe Herzbelastung beim Freizeit- Eishockey (April 2002)
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