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In jeder Mannschaftssportart, in der es eine Qualifikation und anschliessende Playoffs gibt, werden die letzten Partien zeitgleich angesetzt, damit es nicht zu Kungeleien kommen kann. Im Eishockey als Beispiel werden gar die letzten beiden Qualirunden so terminiert.
(Bernhard Windler) Swiss Volley hat auch so gehandelt und lange im Voraus alle Partien der letzten Runde auf 17:30 Uhr festgelegt. Nur eines hat man vergessen: Weil nur 7 Teams in der NLA spielen, ist die Situation Ende Februar 2022 so, dass die letzte Runde ohne Volley Schönenwerd gespielt wird. Die Solothurner haben ihre Qualifikation mit der Heimniederlage gegen Amriswil abgeschlossen und müssen nun tatenlos zusehen und hoffen, dass zwischen den drei anderen Spitzenteams keine Absprachen getroffen werden. Sollte Lausanne in Näfels gewinnen und Chênois in Amriswil mindestens einen Satz holen, fällt «Schöni» auf Rang 4 in der Qualifikationstabelle zurück und wird den Playoff-Halbfinal gegen Amriswil bestreiten. Bei anderen Konstellationen könnte es passieren, dass sie auf Position 2 aufsteigen, ohne zu spielen. Volley Amriswil fällt bei dieser Rechnerei eine Schlüsselrolle zu: Man hat es mehr oder weniger in den eigenen Händen, seinen Gegner fürs Halbfinale zu bestimmen. Eine solche Konstellation dürfte es eigentlich nicht geben!
Wer Coach Juan Manuel Serramalera und auch das Team kennt, weiss, dass diese Rechnereien für sie nicht von Belang sind. Sie trainieren hart, auf dass sie mit Beginn der Playoffs in Höchstform sind. Und sie wissen auch, dass sie alle Teams schlagen müssen, wenn sie das grosse Ziel, nämlich den Meistertitel, erreichen wollen.
Chênois hat in den letzten drei Runden durchzogene Resultate geliefert. Anfangs Februar kam es in Näfels gewaltig unter die Räder. Alle drei Sätze gingen glasklar an die Glarner. Drei Tage später unterlag man in einem Nachholspiel Volley Schönenwerd mit 2:3, ehe am vergangenen Samstag Lausanne UC mit 3:2 und 15:13 im fünften Satz niedergerungen werden konnte. Das Team lebt weitgehend von einem Zuspieler, der die Passeurfinten liebt, und einer bärenstarken Mitte mit dem 38-jährigen Dejan Radic und dem Holländer Maikel van Zeist. Und Diagonalangreifer Strahinja Brzakovic fällt seit Jahren in den Schweizer Volleyballhallen als effektiver Dia auf, der auch Amriswil schon häufig Probleme bereitet hat. Die Thurgauer konnten die beiden bisherigen Meisterschaftsspiele für sich entscheiden. Das Heimspiel endete 3:0, währenddem die Partie in Genf mit 24:22 im fünften Satz hauchdünn zugunsten Amriswils ausfiel. Als die beiden Teams im November im Rahmen des europäischen CEV-Cups aufeinandertrafen, gewann jede der Mannschaften das Heimspiel, doch Chênois qualifizierte sich dank des Gewinns des Golden Sets für die folgende Runde.
LINDAREN Volley Amriswil hat in den letzten Partien zu überzeugen vermocht. Sowohl im Cuphalbfinal gegen Näfels als auch am vergangenen Samstag in Schönenwerd spielten Serramaleras Leute richtig gut. Ihre grosse Stärke ist die Ausgeglichenheit, was das Verteidigen für den Gegner äusserst schwierig macht. Und dass Luis Sosa immer besser in Form kommt, ist augenscheinlich. Wenn er von Dima Filippov gut eingesetzt wird, ist seine Smashhöhe derart hoch, dass der gegnerische Block meist machtlos ist.
Das Amriswiler Team macht momentan viel Freude, und es gibt keinerlei Anzeichen, dass dies ändern könnte.
Herren 2 / NLB
Die Herren 2 treffen am Samstag vor dem NLA-Spiel daheim um 14 Uhr auf VBC Züri Unterland.
Damen 1 / 2. Liga
Die Damen 1 empfangen am Sonntag um 15 Uhr daheim Volley Uzwil 1.