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Donnerstag, 6. Oktober 2016
Am Vormittag schauten wir uns zuerst mal im Dorf um. Am Ufer der Lagune fand gerade nach der Markt statt. Nicht für Touristen, sondern für den täglichen Bedarf.
Nachher fuhren wir in das Landesinnere. Zuerst besuchten wir die historische Stätte von Santa Cristina in der Nähe von Paulilátino. Diese Anlage besteht aus 3 Teilen:
Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist eine Wallfahrtskirche, deshalb ist sie auch umgeben von einer ganzen Anzahl einstöckiger Pilgerhäuschen.
Wenige hundert Meter davon hat man vor ein paar Jahrzehnten ein Nuraghisches Brunnenheiligtum gefunden. Oberirdisch ist inmitten einiger Olivenbäume ausser ein paar Mauerkreisen fast nichts zu sehen. aber eine präzis gemauerte Basaltsteintreppe durch eine dreieckige Öffnung mit 25 Stufen hinunter in ein Kuppelgewölbe mit einem kreisrunden Wasserbecken, in das durch ein gefasstes kleines Loch das zum Strahl gebündelte Sonnenlicht fällt. Auch die Decke des Treppenhaus wurde treppenförmig gestaltet, eine Art Himmelstreppe.
Die Nuragher waren ein bronzezeitliches Volk in Sardinien, welches ca. von 1800 – 500 vor Christus auf der Insel lebte und unzählige Bauten, vor allem Türme erschufen. Von den geschätzten etwa 10’000 auf ganz Sardinien gebauten Rundtürme (Nuraghen) sind noch zahlreiche (mehr als 6’000) als Ruinen vorhanden. Ein solcher Turm befindet sich auch in der Nähe des Wallfahrtskirche Cristina, zusammen mit ein einigen Fundamenten von runden Nuragher-Häuser, die später von den Römern in rechteckige Gebäude umgebaut wurden.
Von dort fuhren wir weiter ins Landesinnere. Im Vorbeifahren haben wir noch im Endbahnhof Sorgono der FdS eine richtige Dampflok gefunden, die aber nur noch Schrott war. Es handelt sich um die Lok FDS 1 (FDS ist die Vorgängergesellschaft der heutigen FdS) mit der Achsfolge 1’C, gebaut 1914 von Breda mit der Fabrikationsnummer 1537.
Auch der Bahnhof wird nur noch in den Sommermonaten von touristischen Zügen (Trenino verde) angefahren und sah entsprechend desolat aus.
Eine weitere stündige Fahrt über gebirgige, kurvenreiche Strassen führte uns nach Barumini zu der Nuraghen-Festung Su Nuraxi (ausgesprochen: Suh Nurahschi). Diese ca. 1500 vor Christus begonnene und mehrfach erweiterte Komplex gehört zu den grössten bronzezeitlichen Festungen im westlichen Mittelmeerraum und ist in die Liste der UNESCO-Kulturwelterbe aufgenommen worden. Wir kommen gerade rechtzeitig für die letzte Führung um 18 Uhr an (die Anlage kann nur mit Führung besichtigt werden), und wir sind die einzigen Teilnehmer der Führung. Wir bekommen sozusagen eine Privat-Führung! Der Guide zeigt uns alles ganz genau und ausführlich. So erfahren wir auch, dass die ganze Anlage (sie umfasste in den Glanzzeiten bis zu elf Türme) erst wieder 1951 entdeckt und freigelegt worden ist. Und dass die Höhe etwa 18 m betrug, wobei heute nur noch etwa 12.5 m vorhanden sind.
Da es langsam eindunkelt, machten wir uns auf den etwa einstündigen Rückweg nach Cábras.