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Zucht gesunder und funktioneller Beauceron's
Die Mitglieder des SKBF haben an der Generalversammlung wichtige und zukunftsweisende Weichen für die Beauceronzucht gestellt.
Die Prioritäten, nach denen zukünftig Beaucerons für die Zucht selektioniert werden, sind neu gewichtet worden. Wichtigste Kriterien sind die phänotypische Gesundheit und die Funktionalität der zur Zucht verwendeten Beaucerons.
Grösste Gefahr für die Gesundheit jeder Hunderasse, liegen in rezessiv und in polygen vererbten Krankheiten und Defekten (z.B. HD). Solche unerwünschten Anlagen können sich während mehreren Generationen unbemerkt in der Hunderasse ausbreiten, bis genügend Anlageträger vorhanden sind und die Krankheiten oder Defekte „plötzlich“ auftreten. Solche Krankheiten oder Defekte erst dann züchterisch erfolgreich zu bekämpfen ist schwierig und oft für die Züchter mit einschneidenden Massnahmen verbunden.
Merle und Cryptic-Merle
Eine solche Bedrohung für die Rassegesundheit des Beaucerons ist das Cryptic-Merle (auch Krypto-Merle). Es hat seinen Namen erhalten, weil die Anlageträger mit blossem Auge nicht identifizierbar sind. Sie sehen aus, wie normale schwarz-rote Beaucerons. Vererben jedoch an 50% Ihrer Nachkommen das Cryptic-Merle-Gen, an das die gleichen Defekte beim Gehör und den Augen gekoppelt sein können, wie beim Merle-Gen. Das Cryptic-Merle kann, wenn es homozygot vorhanden ist, also wenn Vater und Mutter das Gen weitergegeben haben, bei einzelnen Nachkommen schwerste Schädigungen des Innenohrs (Taubheit, Gleichgewichtsstörungen) und schwerste Schädigungen der Augen hervorrufen.
Gentest hilft den Züchtern
Damit es gar nie soweit kommen kann, wird mit dem neuen Reglement „Zuchtvoraussetzung und Zuchtstrategie“ der Gentest für alle in der Schweiz zur Zucht eingesetzten Beaucerons obligatorisch. Damit werden Träger des Cryptic-Merle-Gen's zuverlässig erkannt und Risikoverpaarungen können vermieden werden, respektive sind verboten.
Bei Harlekin-Beaucerons und schwarz-roten Beaucerons die Träger des Cryptic-Merle-Gens sind, muss durch standartisierte Untersuchungen belegt werden, dass Augen und Gehör vollkommen gesund sind, bevor diese Hunde die Zuchtzulassung erhalten. Zudem werden die Züchter verpflichtet, diese Augen- und Gehöruntersuchungen auch bei Welpen aus Verpaarungen mit Merle-Anlageträgern vor der Abgabe an die neuen Besitzer durchführen zu lassen. Damit haben Welpenkäufer grösstmögliche Sicherheit, dass ihr neues Familienmitglied frei von solchen Erberkrankungen ist.
Das neue Zuchtreglement des SKBF ist bezüglich der Vermeidung von unerwünschten Erbdefekten und der Förderung der Zucht gesunder Beaucerons zur Zeit wohl das fortschrittlichste Zuchtreglement für Beaucerons in Europa.