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Margrit Strub engagierte sich ab 1908 in der Basler Arbeiterbewegung, insbesondere im Sozialdemokratischen Abstinentenbund und im Komitee für Sexualberatung und Geburtenregelung. Während des Zweiten Weltkriegs war sie in der Flüchtlingshilfe tätig.
Tochter des Emil Saxer (Fabrikant) und der Bertha, geborene Trümpy. Heirat 1908 mit Walter Strub. Drei Söhne.
Margrit Saxer wuchs in Lenzburg in einer gutbürgerlichen Fabrikantenfamilie auf. Ihr Vater, Mitbesitzer der Fleischwarenfabrik Saxer und Rohr, verliess die Familie 1917 nach dem Verkauf der Fabrik an die Firma Hero. Magrit Saxer besuchte von 1893 bis 1898 die Gemeindeschule und von 1898 bis 1901 die Mädchen-Bezirksschule in Lenzburg. Danach absolvierte sie von 1901 bis 1902 einen Französischkurs im Töchter-Pensionat des Lehrschwestern-Instituts vom Heiligen Kreuze Menzingen im Kanton Zug. Saxer entschied sich, Primarlehrerin zu werden. Sie schloss 1905 die Ausbildung am Aargauischen Lehrerinnenseminar ab.
Danach arbeitete sie von 1906 bis 1907 als Lehrerin in Framont im Bruche-Tal, einer Gemeinde im damaligen Reichsland Elsass-Lothringen. Von 1907 bis 1908 war sie als kaufmännische Angestellte beim Lenzburger Baumeister Theodor Bertschinger tätig.
Am 12. Dezember 1908 heiratete Saxer Walter Strub, den späteren Gewerbeinspektor des Kantons Basel-Stadt. Nach der Heirat lernte Strub-Saxer über das politische Engagement ihres Ehemanns die Basler Arbeiterbewegung kennen. Sie schloss sich der Basler Sektion des Schweizerischen Sozialdemokratischen Abstinentenbunds an, in dem sie als Aktuarin im Vorstand wirkte.
Nach der Geburt der drei Söhne engagierte sich Strub-Saxer ab 1931 als Sekretärin im Komitee für Sexualberatung und Geburtenregelung. Ab 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland, nahmen Strub-Saxer und ihre Familie sozialistische und kommunistische Flüchtlinge aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien auf. Gemeinsam mit Alwine Bigler und Luise Wyss organisierte Strub-Saxer zudem nach 1936 die Basler Spanienhilfe. Die Frauen sammelten und flickten gebrauchte Kleidung und verschickten diese an notleidende Familien in Spanien.
Strub blieb zeitlebens politisch aktiv. Sie war Mitglied im Genossenschaftsrat des Allgemeinen Consumvereins. Zudem schrieb sie regelmässig im Basler ‹Vorwärts›.
Margrit Strub-Saxer starb am 31. August 1970 in Riehen.
Autorin / Autor: Franziska Schürch | Zuletzt aktualisiert am 5.1.2023
Strub, Walter (1882–1938). Dokumentensammlung: 1 Mappe.
Archiv der Familie Strub, Riehen: PA 901.
Monteil, Annemarie: Heiri Strub, 80 Jahre Intensität. In: Jahrbuch z’Rieche 1995. S. 110–121.