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Hans Reutlinger, Fritz Künzli, René Botteron und Simon Gössi – das waren/sind alles Schweizer Fussball Nationalspieler, welche ihre Karriere beim FC Glarus begannen. Endlich hat es mit Simon Gössi wieder mal ein ehemaliger Junior des FC Glarus bis zum Schweizer Nationalspieler gebracht.
Simon Gössi gehört seit Juni 2019 der Schweizer Futsal Nationalmannschaft an und absolvierte bisher acht Länderspiele und schoss dabei vier Tore.
Das achte Länderspiel absolvierte er am Dienstag-Abend (09. November 2020) beim Play-Off-Rückspiel zur UEFA Futsal-EM in Deutschland. Dabei konnte er in der 29. Minute das entscheidende dritte Tor für die Schweiz erzielen, welches der Schweiz nun ermöglicht in der zweiten Gruppenphase ab Februar 2021 um ein Ticket für die EM-Endrunde spielen.
Die Schweiz hatte sich in der ersten Qualifikationsphase als einer der fünf besten Drittplatzierten für die Playoffs qualifiziert. Die Europameisterschafts-Endrunde findet vom 19. Januar bis 6. Februar 2022 in den Niederlanden statt.
Nachdem die Schweiz wenige Tage zuvor im Hinspiel die Deutschen mit 4:2 bezwingen konnten (zwei Tore von Simon Gössi), verloren sie nun 5:3. Dieses Resultat reicht jedoch für die Qualifikation zur zweiten Gruppenphase aufgrund der mehr erzielten Auswärts-Tore. Die Schweiz machte es jedoch unnötig spannend. Als Simon Gössi in der 29. Minute sein viertes Länderspieltor erzielte, führte die Schweiz mit 2:3. Danach zündeten die Deutschen ein regelrechtes Feuerwerk. Zwei Minuten vor Schluss erzielten die Gastgeber das 5:3. Nun waren die Deutschen nur noch ein Tor von der Qualifikation entfernt. Die Schweizer konnten jedoch mit letzter Kraft das Resultat halten.
Der FC Glarus möchte seinem ehemaligen Junior, Simon Gössi, zu diesem Erfolg gratulieren.
Doch was ist Futsal eigentlich?
Futsal gehört heute zur meistgespielten Hallensportart der Welt und hat seinen Ursprung in Südamerika, in Uruguay. Das Wort Futsal entstammt aus der Verbindung von „Futbol de Sala“ und/oder „Futebol de salão“.
Die Regeln sind ähnlich wie bei „normalen“ Fussball, mit folgenden Abweichungen.
- Es wird ohne Banden gespielt
- Es wird ein Ball (Gr. 3) benützt, welcher praktisch nicht „springt“
- Tacklings jeglicher Art (von vorne, von hinten, von der Seite) sind untersagt
- Nach dem 5. Foul eines Teams folgt bei jedem weiteren Foul ein Penalty
- Flüssiges Spiel mit fliegendem Wechsel
- Ball wird nach einem Out mit dem Fuss gespielt
Die für Futsal typische Dynamik des Spiels und die geforderten Ballfertigkeiten sind für viele Topspieler eine ausgezeichnete Schule. Auch der dreifache Weltfussballer des Jahres Lionel Messi und andere Superstars wie Pelé, Zico, Cristiano Ronaldo oder Xavi haben ihren Erfolg im Fussball letztlich den Künsten zu verdanken, die sie sich in der Halle angeeignet haben. Entsprechend würdigen viele dieser Topspieler den Futsal und seinen Einfluss auf ihre Karriere:
Lionel Messi (Argentinien)
„Als ich klein war, spielten wir in Argentinien auf der Strasse und im Verein Futsal, das machte riesig Spass. Futsal hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin.“
Cristiano Ronaldo (Portugal)
„In meiner Kindheit in Portugal spielten wir nur Futsal. Das kleine Spielfeld half mir, meine Beinarbeit zu verbessern. Beim Futsal fühlte ich mich frei. Ohne Futsal wäre ich nie so weit gekommen.“
Ronaldinho (Brasilien)
„Viele meiner Tricks und Moves habe ich mir beim Futsal angeeignet. Noch heute behandle ich den Ball ähnlich wie damals als Futsal-Spieler.“
David Villa (Spanien)
„Futsal erfordert eine bessere Technik als Fussball. Auch körperlich musst du anders präsent sein, denn obwohl die Spielzeit im Futsal kürzer ist, saust man ständig herum.“
Ronaldo (Brasilien)
„Ich kam in die Futsal-Liga, als ich zwölf war. Die Beinarbeit musste hervorragend sein, denn im Futsal musst du dem Gegner auf engstem Raum ausweichen können. Die Herausforderung, auf so kleinen Feldern zu spielen, hat mir immer sehr gefallen.“
Beim FC Glarus wird seit Jahren über den Winter in den Hallentrainings (vor allem bei den Junioren) mit dem Futsal trainiert.