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Pakistan hat angesichts eines starken Anstiegs an Fällen von Kinderlähmung eine weitere Notimpfkampagne gestartet. Das sagte der Chef des Anti-Polio-Programms, Babar Bin Atta, am Montag.
Die Kampagne soll demnach drei Tage lang in 46 Bezirken des Landes durchgeführt werden. Seit Jahresbeginn seien bereits 58 Polio-Fälle registriert worden.
Der Grossteil der Notimpfkampagne konzentriere sich auf die nordwestliche Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, wo seit Januar 44 Polio-Fälle bestätigt wurden.
Laut Atta weigern sich viele Familien, ihre Kinder impfen zu lassen. In Pakistan herrschen weiter Gerüchte, der Impfstoff würde eingesetzt, um muslimische Kinder unfruchtbar zu machen oder gesundheitliche Probleme zu verursachen. In den am stärksten betroffenen Gebieten wurde nun eine Öffentlichkeitskampagne gestartet.
In den vergangenen Jahren hatte ein Uno-finanziertes Polio-Impfprogramm geholfen, die Ausbreitung der Krankheit zu kontrollieren. Die Zahl der betroffenen Kinder war im Jahr 2018 auf 12 zurückgegangen, verglichen mit 304 im Jahr 2014.
Die diesjährigen Impfbemühungen allerdings verliefen unruhig. Ende Mai hatten die Behörden sieben Privatschulen geschlossen, nachdem Schulverwaltungen Kinder dazu anstifteten, nach der Impfung gesundheitliche Probleme vorzutäuschen.
Videos von den vermeintlich kranken Kindern gingen viral. In der Folge wurden Mitarbeiter einer laufenden Impfkampagne angegriffen, Hunderte Eltern weigerten sich, ihre Kinder impfen zu lassen.
Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem 2018 und auch in diesem Jahr Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polioviren gemeldet wurden. (aeg/sda/dpa)