Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03608.jsonl.gz/2337

Die Beiträge zur Altertumskunde enthalten Monographien, Sammelbände, Editionen, Übersetzungen und Kommentare zu Themen aus den Bereichen Klassische, Mittel- und Neulateinische Philologie, Alte Geschichte, Archäologie, Antike Philosophie sowie Nachwirken der Antike bis in die Neuzeit. Dadurch leistet die Reihe einen umfassenden Beitrag zur Erschließung klassischer Literatur und zur Forschung im gesamten Gebiet der Altertumswissenschaften.
Das Buch behandelt Alkaios Frg. 140 V. (marmairei de megas domos ...). Die sprachliche, stilistische, geschichtliche und literarische Analyse ist ausführlich und durch die gesamte griechische Literatur weiterverfolgt. Die Abhandlung versucht die bisher oft widersprüchlich vorgeschlagenenen Interpretationen dieses Textes zu übertreffen: sie werden als eine hartnäckige "Luftspiegelung" (in der Bedeutung des ital. "miraggio" im Titel) betrachtet. Die vorgeschlagene Deutung fasst den Text als eine "revolutionäre" Ode auf, mit der sich der verbannte Dichter an die in seiner Heimat gebliebenen Freunde und Verschwörer wendet. Um den Tyrannen zu stürzen, sollen sie zu den Waffen greifen, die den Feinden weggenommen und im großen Tempel geweiht wurden. Die sollten nicht nur vorangegangene Heldentaten beweisen, sondern auch in dem bevorstehenden angekündigten Sturm gegen den Tyrannen tatsächlich benutzt werden. Eine "Brief-Ode", die als solche nicht überraschen soll, da Alkaios eine weitere Nachricht an die Freunde im Frg. 400 V. schickt. Das Beispiel des Alkaios setzt sich in der gesamten klassischen Kultur durch, spiegelt Sinn und Bedeutung nicht nur des Alkaios selbst wider, sondern jeder weiteren Komposition, die zu dieser Gattung gehört und im Buch aufgezeigt und erforscht wird.
Autorentext
Benedetto Marzullo, Universität Tor Vergata, Rom,Italien.