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Sus scrofa Wildschweine sind äusserst anpassungs- und lernfähig.
Die moderne Landwirtschaft bietet ihnen mit grossen Getreide- und Maisfeldern den Wildschweinen ideale Bedingungen: Die Tiere leben punkto Ernährung wie im Schlaraffenland.
Verwandschaft
Das Wildschwein gehört zur Familie der Schweine. Es ist ein Paarhufer, aber ein Nichtwiederkäuer. Das Wildschwein ist durch viele Unterarten in Europa, Asien und China vertreten.
Geschichte
Das europäische Wildschwein ist eines der ältesten Jagdtiere des Menschen. Es ist die Stammform unseres Hausschweines. Das Wildschwein ist mit dem Hausschwein kreuzbar.
Lebensraum
Das Wildschwein ist in Eurasien weit verbreitet. Wildschweine gelten als ausgesprochene Waldbewohner. Als anpassungsfähige Tierart können sie verschiedene Lebensräume vom Meeresniveau bis auf 2000 m über Meer besiedeln. Wichtig sind Deckungsmöglichkeiten, Ruhe, Nahrung und Feuchtstellen zum Suhlen. Wildschweine schwimmen ausgezeichnet.
Benennung
Das männliche Tier heisst Keiler, das weibliche Bache, das Jungtier Frischling, ein Jährling Überläufer.
Lebensweise
Eine Wildschweinrotte besteht aus einer oder mehreren Familiengruppen, das heisst aus Weibchen, Frischlingen und Überläufern. Die Tiere sind mütterlicherseits miteinander verwandt. Es existiert eine Rangordnung, bei der das Alter entscheidender ist als die Körperkraft.
Fortpflanzung
Die Brunft, Rauschzeit genannt, findet zwischen November und Januar statt. Erbittert kämpfen Keiler um das Paarungsvorrecht. Nur das stärkste Männchen gelangt zur Paarung. Der Brunftbeginn geht von der Leitbache aus. Ihre Paarungsstimmung überträgt sich auf die ganze Rotte. Die Synchronisation der Weibchen hat die nahezu gleichzeitige Geburt aller Frischlinge zur Folge. Nach einer Tragzeit von 16 Wochen kommen 4-6 Frischlinge zur Welt. Die Bache polstert einen geschützten Wurfkessel mit trockenem Pflanzenmaterial aus. In dieser „Geburtshütte“ bleiben die Jungtiere einige Zeit. Wenn die Bache einen Warnlaut ausstösst, verharren die Frischlinge regungslos im Dickicht. Mit ihrem gestreiften Fell sind sie ausgezeichnet getarnt. Jeder Frischling hat ab der vierten Woche seine eigene Zitze bei der Mutter. Die Jungen werden drei Monate lang gesäugt.
In guten Eichen- oder Buchenjahren sind die Wildschweine bereits mit 7 Monaten geschlechtsreif!
Ernährung
Wildschweine sind Allesfresser. Pflanzliche und tierische Nahrung wird angenommen, einschliesslich Kleinsäugern, Fallwild und Aas. Mit Vorliebe verspeisen sie Eicheln, Buchennüsse, Wurzeln, Schnecken, Käfer, Engerlinge, Regenwürmer, Mäuse und Maulwürfe. In landwirtschaftlichen Gebieten fressen Wildschweine Getreide, Mais und Kartoffeln. Die Rüsselscheibe ist mit empfindlichen Tastorganen ausgestattet. Zusammen mit dem feinen Geruchssinn finden Wildschweine z.B. einzelne Maiskörner in der Erde.
Geschlechtsmerkmale
Der Keiler hat eine massige Gestalt. Die Eckzähne, Hauer genannt, sind gross und sichtbar. Diese gefährliche Waffe setzt er im Kampf gegen Rivalen ein. Die Bache ist etwas kleiner und leichter gebaut. Gewicht und Grösse können je nach Nahrung stark variieren. Ein Keiler wird in der Schweiz 100 bis 150 kg schwer. Die Widerristhöhe beträgt 60 bis 120 cm.
Spezielles
Herrschaft der Weibchen
Ältere Bachen führen eine Rotte an. Die ganze Gruppe profitiert von der Erfahrung und Vorsicht einer Führerin. Die Weibchen leiten mit ihren Duftdrüsen die Brunftzeit ein und laden dadurch die Keiler ein, sich der Weibchengruppe anzuschliessen. Die Aufzucht und Führung der Frischlinge ist Sache der Bachen.