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Mit 900 MW Leistung ist Nant de Drance eines der leistungsstärksten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Das 600 Meter unter der Erdoberfläche zwischen den Stauseen Emosson und Vieux Emosson gelegene Kraftwerk wird nach der vollständigen Inbetriebnahme eine Kapazität von 20 Millionen kWh haben. Als überaus flexibles Kraftwerk übernimmt es zudem eine bedeutende Rolle für die Stabilisierung des europäischen Stromnetzes und die Versorgungssicherheit der Schweiz.
900MW
Leistung des Kraftwerks Nant de Drance, die derjenigen des Kernkraftwerks Gösgen entspricht
6
Anzahl Francis-Pumpturbinen mit einer Leistung von je 150 MW
20Millionen kWh
die Speicherkapazität der Anlage, die der von 400 000 Batterien für Elektroautos entspricht
2.
Der Stausee Emosson ist zurzeit das zweitgrösste Staubecken der Schweiz, nach jenem von Grande Dixence, und mit seinen 180 Metern die fünfthöchste Staumauer der Schweiz.
5Minuten
Zeit, die Nant de Drance benötigt, um aus dem Volllast-Pumpbetrieb in den Volllast-Turbinenbetrieb zu wechseln; und weniger als 10 Minuten, um vom Turbinenbetrieb zum Pumpbetrieb zu wechseln.
80%
Wirkungsgrad des Kraftwerks, d. h. einer der zurzeit höchsten Wirkungsgrade eines Pumpspeicherkraftwerks
25Mio. m3
Speicherkapazität des Stausees Vieux Emosson; mehr als 6500 olympischen Schwimmbecken
2Länder
Das in den Stausee Emosson geführte Wasser wird in der Schweiz und in Frankreich gesammelt.
425m
Höhe der beiden Vertikalschächte, welche die Staubecken Vieux Emosson und Emosson verbinden, d. h. 100 Meter höher als der Eiffelturm (324 Meter)
7m
Durchmesser der beiden Vertikalschächte
194m
Länge der Maschinenkaverne; dies entspricht der Länge von zwei Fussballfeldern
20Stunden
Benötigte Zeit für die vollständige Entleerung des Stausees Vieux Emosson.
17km
Länge der unterirdischen Stollen des Kraftwerks Nant de Drance
Eine der Prioritäten von Nant de Drance und der zuständigen Konzessionsbehörden besteht darin, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Mit einer Summe von zweiundzwanzig Millionen Schweizer Franken werden insgesamt 15 entsprechende Massnahmen umgesetzt. Diese sollen die Umweltauswirkungen ausgleichen, die der Bau des Pumpspeicherkraftwerks und der Höchstspannungsleitung, die das Werk mit dem Stromnetz verbindet, mit sich bringen.
Die Projekte werden von der Nant de Drance SA geleitet und von einer Gruppe bestehend aus Vertretern des WWF, von Pro Natura, der zuständigen öffentlichen Körperschaften, des Kantons Wallis sowie des Bundesamts für Energie.
Die meisten Massnahmen zielen darauf ab, bestimmte lokale Biotope zu renaturieren, insbesondere Feuchtbiotope. Diese sollen wiederbesiedelt werden mit Tier- und Pflanzenarten, die in der Schweiz oder vom Aussterben bedroht sind.
- In unmittelbarer Umgebung des Kraftwerks werden vier Massnahmen umgesetzt. In Châtelard, in Bierle (Gemeinde Trient), auf dem Col de la Gueulaz und am Fusse der Staumauer Vieux Emosson. Diese Orte wurden beim Bau des Kraftwerks genutzt, um das Aushubmaterial der Stollen und der Kavernen zwischenzulagern. Jetzt sollen sie renaturiert und die Biodiversität gefördert werden. Zudem ist die Errichtung eines Lehrpfads in Châtelard geplant.
- Die elektrische Freileitung der Salanfe SA wurde unter die Erde verlegt. Sie verlief zwischen dem Werk Miéville und Salanfe und wurde als gefährlich für Vögel eingestuft.
- In Salvan wurden Rodungsarbeiten durchgeführt, um das Weideland wieder nutzbar zu machen. In Kürze sollen zusätzlich Feuchtbiotope angelegt werden. Diese Massnahme wird in Zusammenarbeit mit den Landwirten und Viehzüchtern der Region umgesetzt und leistet einen Beitrag zur Unterstützung der Alplandwirtschaft.
- In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vernayaz wurde das trockengelegte Feuchtgebiet Fond du Mont wieder unter Wasser gesetzt. Im Rahmen dieses Projekts soll ebenso der Canal de la Lantze renaturiert werden. Stromabwärts in Miéville werden ausserdem kleine Teiche entlang der Salanfe angelegt.
- In Vernayaz wird das Flussbett des Trient verbreitert, indem der bestehende Damm zwischen der SBB-Brücke und der Autobahnbrücke versetzt wird. So entsteht ein Auengebiet und das Wasser hat wieder mehr Platz, um sich auszubreiten. Zusätzlich sollen bestimmte Biotope abseits des Trient-Flussbetts angelegt werden.
- In der Gemeinde Dorénaz ist bereits ein Projekt zum Schutz des Gebirgsbachs Alesse im Gange. Zudem wurde dort ein Feuchtbiotop entlang des rechten Ufers der Rhone angelegt.
- Das Flussbett der Rhone wird von der Mündung des Trient bis zur Dorénaz-Brücke vergrössert, um dem Fluss insbesondere bei Hochwasser mehr Platz einzuräumen. Diese Massnahme wird als vorrangig angesehen und im Rahmen der 3. Rhonekorrektion mit finanzieller Beteiligung der Nant de Drance SA durchgeführt.
- In der Nähe von Martigny soll rhoneaufwärts eine Massnahme umgesetzt werden, die «Lac des Sables» genannt wird. Sie besteht darin, einen Baggersee zu sanieren und Feuchtbiotope anzulegen.
- In der Gemeinde Martigny wurden Biotope in einem Waldgebiet entlang des Canal de Bienvenue angelegt, um die Amphibien-Population zu vergrössern, insbesondere die Population der Gelbbauchunken.
- In Saxon hat die Nant de Drance SA bereits ein Projekt zum Schutz der Kanäle dieser Gemeinde umgesetzt. Die dortigen Kanäle wurden vergrössert und revitalisiert, um die Biodiversität zu fördern.