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Der Uebergang bietet keine besondern
Schwierigkeiten, sofern der Bergschrund an der Flanke des Tour nicht zu stark klafft und man den Abstieg
nach
Saleinaz durch die
Felsen rechts vom Couloir nimmt.
Die Bresche ist schon von Alfr. Wills 1857 bemerkt worden, doch datiert
der erste Uebergang erst vom an welchem Tag F. und W. H. Pollock mit François Couttet und
Ed. Tournier aus Chamonix sich vom
Col de Balme über den
Col du Chardonnet nach Chamonix begaben.
d'Anzeindaz(La) (Kt. Waadt,
Bez. Aigle).
2177 m. Charakteristisch geformter Bergkopf 50 Minuten sw. über den
Hütten von
Anzeindaz,
die ihrerseits von der Station
Gryon der elektrischen Bahn
Bex-Chesières in 3 Stunden erreicht werden. Schöne Aussicht auf
den Zirkus von
Anzeindaz. Beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste von
Gryon.
dePeilz(La) (Kt. Waadt,
Bez. Vevey).
384 m. Gem. und kleine Stadt am N.-Ufer des
Genfersees, naheVevey und
mit dieser Ortschaft zu einer einzigen grossen Siedelung verschmolzen. Station der Simplonbahn, der Dampfboote auf dem
Genfersee
und der elektrischen Trambahn
Chillon-Vevey-Plan. 5 km wnw.
Montreux und 20 km osö.
Lausanne. Postbureau, Telegraph, Telephon. 247
Häuser, 2417 Ew.
(wovon 386 Katholiken). Eine lokale Zählung vom Jahr 1906 ergab 3008 Ew. Pfarrei. Weinbau. Einige schöne
Landgüter und
Villen.
Der
Ort scheint schon zur Römerzeit besiedelt gewesen zu sein, da man hier ziemlich viele römische Münzen und eine kleine
Merkurstatue aufgedeckt hat. Im Kartular von
Haut Crêt wird 1163 ein Philippus de Turre erwähnt. 1228 bestand in
La Tour eine dem h. Theodul geweihte
Kapelle. Der
Ort war zunächst ein befestigter Posten, wo man von dem aus
Burgund kommenden und auf dem Wasserweg ins Wallis
weiter zu transportierenden Salz den
Zoll erhob. Zwischen 1248 und 1250 verkaufte
Philippe de
La Tour alle ihm vom
Grafen von
Genevois übertragenen Rechte an Peter von Savoyen, nach dessen
Tod
La Tour 1268 an seinen treuen Vogt Hugues de Palaisieux überging.
Peters Nachfolger,
Graf Philipp, zog aber diese Besitzung wieder an sich und überliess dafür dem Hugues den
Turm und die
Herrschaft zu
Cudrefin. Am St. Urbanstag 1288 bestätigte Amadeus V. der StadtLa Tour eine Reihe von
Freiheiten,
die sie 1282 von Philipp erhalten hatte und die dann von fast allen seinen Nachfolgern ohne Anstand jedesmal neu bestätigt
worden sind. Nachdem das Original des Freiheitsbriefes und die bisherigen Bestätigungsurkunden 1476 in Flammen aufgegangen
waren, verlangten und erhielten die Bürger von
La Tour in
Turin ausgestellte Doppel, die im Archiv der
kleinen Stadt heute noch aufbewahrt werden. Zur Zeit der Burgunderkriege kam nämlich über
La Tour im Jahr 1476 ein Unglück,
von dem sich der
Ort nur mit Mühe wieder erholen sollte. Der von den Bernern gegen,
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den in Lausanne sein Heer formierenden Karl den Kühnen ausgesandte Vogt des Ober Simmenthales, Zurkinden, überschritt den
Col de Jaman und erschien am frühen Morgen des 8. Juni vor den Toren von La Tour, welches sich nach tapferer Verteidigung ergeben
musste, worauf Garnison und Bevölkerung hingerichtet und die Stadt angezündet und geplündert wurde.
Die Ueberlebenden erhielten 1483 eine Steuerfreiheit auf die Dauer von 4 Jahren, die nach Ablauf dieser Frist auf weitere 4 Jahre
verlängert ward.
Das Schloss war so arg mitgenommen worden, dass 1491 nur noch der grosse Turm sich in bewohnbarem Zustand befand. Der Herzog
von Savoyen gab seiner Nichte Luise, die sich mit Franz von Luxemburg vermählt hatte, 1497 die Gerichtsherrschaft
Vevey, zu der auch La Tour gehörte, als Mitgift in die Ehe mit. Die von den Bernern 1536 besetzte Herrschaft wurde auf Betreiben
des Königs von Frankreich dem Franz von Luxemburg 1547 wieder zurückgegeben, musste aber Bern
huldigen.
Nachdem sie noch mehrfach den Besitzer gewechselt, kam sie 1565 um den Preis von 1840 Goldgulden an Bern,
womit sie ihren Rang als
besondre Herrschaft verlor. Bei der Reformation übertrug man den Kirchendienst in der St. Theodulkapelle dem Helfer von Vevey
und seit 1584 dem dritten Pfarrer dieser Ortschaft. Durch Beschluss vom wurde dann La Tour de Peilz
zur besondern Pfarrei erhoben. An Stelle der ehemaligen Kapelle trat 1794 eine neue Kirche. Der Ort ist 1450 und 1451, 1566, 1612 und 1613 von
der Pest schwer heimgesucht worden. Von Ortsbürgern sind zu nennen James und François Hugonin als Offiziere
in englischen Diensten (18. und 19. Jahrhundert), der holländische General Louis de Mellet († 1811) und der 1818 geborne
Pfarrer J. Ph. Trottet, der sich in Stockholm und dem Haag ausgezeichnet hat. Erwähnenswert ist auch die 1574 gestiftete
«Noble Société des Mousquetaires de La Tour». Die Etymologie des Wortes «Peilz»
ist bis jetzt noch nicht befriedigend erklärt.
La Tour de Peilz ist Hauptort des das Zentrum des Bezirkes Vevey umfassenden Verwaltungskreises, dem die Gemeinden La Tour de Peilz,
Blonay und Saint Légier-La Chiésaz mit zusammen 4566 Ew. angehören. Vergl. Naef, A. Notes descriptives et historiquessur la villede La Tour de Peilz.Lausanne 1892.