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Und hier noch unser Freitagabend-Märchen.
Es war einmal ein kleines Land, das lag nicht hinter, sondern in den sieben Bergen. Ein kleines, bescheidenes Land, bewohnt von fleissigen, erfindungsreichen Zwergen, einigen Gnomen und ein paar wenigen viehzüchtenden Sennen. Mit Geschick und Glück hatte es das Ländchen verstanden, sich aus den Kriegen zwischen Orks, Elfen und anderen Grossmächtigen seit über 100 Jahren herauszuhalten. So hatte es das einst mausarme Bergenland zu beträchtlichem Wohlstand gebracht. Die Grossmächtigen der Welt brachten ihr Geld den Gnomen, während die fleissigen Zwerge bastelten und erfanden, was das Zeugs hält und die Produkte ihres Fleisses und Erfindungsgeistes in die ganze Welt verkauften.
Da begab es sich, dass immer mehr junge Zwerge lieber Gnomen sein wollten, denn das Programmieren und Erfinden schien ihnen zu langweilig und anstrengend. Weitsichtige Zwerge, vor allem aus der Weichwaren-Zunft, warnten vor der Gefahr, dass es bald nur noch Gnomen gäbe. Ein ganzes Jahr zogen sie durch die Lande
zu den kleinen Zwergen und versuchten, sie fürs Erfinden, Programmieren und organisierte Computer-Bändigen zu begeistern.
Doch viele der Weich- und Hartwaren-Zwerge kümmerte das nicht gross, sie beschäftigten sich lieber damit, sich in einem ihrer vielen, vielen Zwergenvereine gegenseitig den Bauch zu pinseln, auf die anderen Zwergenvereine herabzublicken und lauthals zu beklagen, dass man im Lande immer nur über die Gnomen und sogar die Hirten rede, aber niemand sie - die fleissigen Zwerge - ernst nähme.
Das Jammern und Klagen wurde der rehäugigen Prinzessin, die zusammen mit 4 Zwergen, einem in die Jahre gekommenen Däumling und einem (etwas tollpatschigen) Riesen die Regierung bildete, zuviel. Sie rief im Herbst die Chefzwerge der wichtigesten Bastlerfirmen und -Vereine zu einem geheimen Treffen an einem geheimen Ort (es war der Spielplatz der jungen und reichen Such-Zwerge) mitten in der Hauptstadt der Gnome.
Wie immer beklagten sich die Chefzwerge: "Zu wenig, man müsste halt, man hätte sollen und überhaupt war das alles zuwenig, zuviel, am falschen Ort, zur falschen Zeit und wir haben sowieso keine Zeit und schon gar kein Geld und es sollte nur noch einen Verein geben aber der soll sein wie unserer", sagten die Oberzwerge, Herren über Tausende von Bastel-, Programmier-, Integrier- und Beratungszwergen.
Prinzessin Rehauge hörte genau zu und befand, nun sei genug der Konjunktive. Sie richtete ihre Rehaugen genau auf den Vertreter der mächtigsten Weltzwergefirma und befahl ihm und seinen Kollegen (mit erstaunlicher Autorität), ihr bis Januar ein fertiges Konzept für einen einzigen, schönen, einflussreichen Zwergenverband aufs Pult zu legen.
Und da niemand sterben wird, werden wir im nächsten Jahr ganz viel Bewegung unter den Schweizer ICT-Verbänden erleben und selbst die Swico wird mitmachen. (Christoph Hugenschmidt)