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Fiescherthal
oder Viescherthal (Kt. Wallis, Bez. Goms). Rechtsseitiges Nebenthal zum Thal der Rhone, in das es bei Fiesch und gegenüber Aernen ausmündet. Das Hintergehänge vom Fieschergletscher erfüllt, der am Finsteraarrothorn in 2805 m beginnt und nach S. absteigt, um 8 km tiefer unten durch den Felssporn des Titer in zwei Zungenenden gespalten zu werden, denen je ein Quellarm des Fiescherbaches oder der Eau Blanche entfliesst. Von hier bis zu seiner Mündung hat das Thal noch eine Länge von 5 km. Es zeichnet sich durch seine angebaute flache Sohle vor allen andern Querthälern dieser Gegenden aus und bietet dem Auge die schlagendsten landschaftlichen Gegensätze dar. Im N. wird der Horizont über dem furchtbar zerklüfteten, mit weissen und grünen Eisnadeln übersäten und mit schwarzen, erdigen Streifen gebänderten Gletscher abgeschlossen durch die stark zerrissenen hohen Felswände des Distelgrates und die nackten Felsausläufer des Wasenhorns; im W. steigen dunkle Wälder steil zu den Grashalden der Strahlhörner und des Eggishorns auf, während die mit saftigen Alpweiden bestandenen und mit Weilern und Hütten übersäten Hänge der O.-Seite ein glänzendes Gemälde alpiner Lieblichkeit bilden. Die mittlere Höhe des Thales im Fiescherboden 1115 m. Das Thal früher als Fundstätte von prachtvollen Krystallen weit bekannt; 1757 entdeckte man in einer Felshöhle zahlreiche solcher Krystalle von 6-14 Zentnern Gewicht, deren schönste von den Franzosen zur Zeit der Eroberung des Ober Wallis mitgenommen wurden und heute Zierden der Pariser Museen sind.