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Artillerie - Funkgerät SE-109 / K 1 A

überarbeitet am 31.8.2010

Ende der Dreissigerjahre wurde von Zellweger, Uster, als Nachfolger der
TL Station, ein kompaktes Patrouillenfunkgerät
entwickelt, das unter der Bezeichnung K1 resp. K1 A bei der Artillerie zum
Einsatz kam.
Das K 1A-Gerät besteht aus einem Apparatekasten mit einem Batteriefach, der 20,5 kg auf die Waage bringt, dazu ein Kasten mit Reservematerial mit ebenfalls 20 kg Gewicht.
Im Gerät werden die Röhrentypen Tungsram KF 4 M und CB 220 M eingesetzt:
Der Sender arbeitet mit einer Oszillatorstufe (V1a), einer Frequenzverdoppler-
und einer Endstufenröhre (V2a, V3a). Das in je einem System von V5(a) und V6(a) verstärkte
NF-Signal vom Mikrophon wird von der Modulatorröhre V8(a) der Endstufe zugeführt.
Betrieben wird das Gerät entweder mit einer 6V Heizbatterie und zwei 60 V Anodenbatterien, die im Batteriefach im unteren Geräteteil Platz finden, oder mit einem Handkurbelgenerator. Neben diesem sind im Reservematerialkasten zwei Ersatzröhren CB 220 M, sechs Stück KF 4 M, eine Heiz- und zwei Anodenbatterien und ein Schubfach mit einer Ersatz- Mikrophonkapsel und Ersatz für die im Gerät verbauten Eisenwasserstoffwiderstände.Die Bedienung ist relativ unproblematisch:
Die Frequenz wird mit dem grossen Frequenzschalter, der auch als Skalenzeiger dient, gewählt, durch Zusammendrücken der beiden Tasten an der Spitze des Frequenzschalters kann dieser verschoben werden und rastet beim Loslassen in 20 kHz-Abstäden ein, mit einer Empfangsfeinabstimmung kann um +/- 80 kHz nachgestimmt werden.
Der Betriebsschalter hat ähnlich wie bei anderen Geräten von Zellweger in der Mitte die 0-Stellung, nach links wird in den Telegraphie-, nach rechts in den Telephoniemodus geschaltet, wobei die Empfangslautstärke jeweils bis zum Anschlag des Potis zunimmt.
Mit dem Ringschalter an der Sprechgarnitur wird das Gerät aktiviert, mit dem Knebelschalter unter dem Messinstrument kann in Stellung schwarz-rot die Anodenspannung und in Stellung gelb-blau die Heizspannung kontrolliert werden, bei Handkurbelgeneratorbetrieb ist die Betriebsspannung vom "Kurbler" auch an einem Voltmeter am Generatorkasten kontrollierbar. Bei gedrückter Sendetaste am Mikrophon oder Morsetaste muss mit der Antennenabstimmung auf maximalen Ausschlag am Antennenstrominstrument abgestimmt werden.
Als Reichweite wurden im flachen Gelände 5 km in Telephonie und 10 km in Telegraphie angegeben, unter optimalen (Sicht)bedingungen von einem erhöhten Standort konnten 20 bis 40 km erreicht werden.
Offenbar ging der Grossteil der Geräte verloren indem die als geheim klassifizierten Funkgeräte nach ihrer Ausmusterung in einem Bergsee versenkt wurden... - falls sich irgendwo ein unbenutztes K 1 oder K 1A findet - ich hätte gewiss Interesse daran.
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© 5/2009 Martin Bösch