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Kündigung des INF-Abrüstungsvertrag – eine Chance?
Die Kündigung des INF-Abrüstungsvertrags durch die Vereinigten Staaten von Amerika und der Russländischen Föderation, welches durch das Fehlen von Kontrollmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten Schwächen aufweist, kann als Chance für ein zukünftiges Abrüstungsabkommen gewertet werden. Die strategische Landschaft hat sich seit der Vertragsunterzeichnung stark verändert. Die Volksrepublik China mit einem Militärbudget, welches in den letzten 15 Jahren um 740% auf EUR 230 Mrd./Jahr (Russland EUR 66 Mrd./Jahr) gestiegen ist, stellt nicht nur für die Vertragsländer eine Herausforderung dar.
Ein neuer INF-Abrüstungsvertrag soll weltweiten Bedrohungsszenarien gerecht werden und weitere Länder wie China, Indien, Pakistan, Iran oder Nordkorea inkludieren, welche möglicherweise Mittelstreckenraketen entwickelt und stationiert haben.
Damit die Europäer nicht die Leidtragenden dieser Entwicklung sind, sollten sie eine aktive Rolle bei der Ausarbeitung der Verträge einnehmen. Durch ein schnelles Vorgehen kann verhindert werden, dass Europa Schauplatz einer neuen Rüstungsspirale wird und unnötige Mittel in Aufrüstungsprojekte fließen.
Marcel Zwygart, MA, FOW-Vorstandsmitglied, 10.02.2019, Wien.
https://www.nzz.ch/meinung/inf-vertrag-europa-wird-zum-schauplatz-der-atomaren-aufruestung-ld.1458093
Das im Artikel „Däumchen drehen auf dem Frachter“ am Rande angeschnittene „Abkommen zwischen Moskau und Kiew von 2004“ stellt ein Schlüsseldokument dar.
Der Vertrag wurde bis heute von keinem der beiden Vertragsparteien offiziell aufgekündigt. Durch die Errichtung der „Brücke bei Kertsch“ sowie der von ihnen erwähnten Blockade der Straße von Kertsch, scheint sich jedoch das Recht des Stärkeren“ durchzusetzen. Das Abkommen mit dem Namen „On Ratification of the Treaty for Cooperation in Utilizing the Azov Sea and the Kerch Strait between Ukraine and the Russian Federation“ regelt den Schiffsverkehr im Azowschen „Meer“ sowie der Straße von Kertsch. Das Asowsche „Meer“ und die Straße von Kertsch werden als interne Gewässer der beiden Staaten betrachtet. Nicht-Kommerzielle Schiffe unter der Flagge der Russländischen Föderation sowie der Ukraine haben das Recht auf freie Navigation im Asowschen „Meer“. Auch Schiffe aus anderen Ländern können mit einer Einladung eines Vertragspartners, sowie der Genehmigung des einen oder anderen Vertragspartners, die Straße von Kertsch und das Asowsche „Meer“ befahren. Es findet zurzeit eine klare Verletzung dieses Vertrages statt.
Marcel Zwygart MA, FOW-Vorstandsmitglied, 10.02.2019, Wien
https://www.derbund.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Daeumchen-drehen-auf-dem-Frachter/story/28203614
INF Vertrag beenden und neuen Aufrüstungswettlauf lancieren ?
Im Jahre 1987 haben sich die Grossmächte darauf geeinigt, den Rüstungswettlauf durch die Abschaffung aller Mittelstreckenwaffen mit einer Reichweite zwischen 500 – 5‘500 km zu beenden.
Seit Jahren werden die Waffenmodernisierungs-Programme Russland‘s im Westen mit Sorge beobachtet.
Russland hat einen neuen Marschflugkörper 9M729 entwickelt und in den Dienst gestellt, der möglicherweise grössere Reichweite hat als die erlaubten 500 km, was die Russen bestreiten. Dadurch würde die strategische Situation in Europa sich zu seinen Gunsten verändern und dabei den INF Vertrag von 1987 verletzen. Auf diplomatischer Ebene finden Gespräche zwischen den USA, den NATO Partnern und Russland zur Bereinigung der Situation durch den Verzicht auf diese Waffe statt. Sollte das nicht gelingen und würden die USA den INF Vertrag kündigen, gibt es folgende Möglichkeiten: Entweder im Westen wieder nachrüsten oder ein wirksames Raketenabwehrsystem in Europa stationieren. Weil beide Massnahmen für die Europäer sehr unpopulär sind, soll auf die Einhaltung des INF vertragen gepocht und Russland zum Verzicht auf die neue Waffe veranlasst werden. Erschwerend kommt hinzu, dass China ebenfalls Mittelstreckenraketen entwickelt, welche durch den INF Vertrag nicht gedeckt sind.
Quellen: Süddeutsche Zeitung vom 26.1.2019
NZZ 23.10.2018 https://www.nzz.ch/international/dass-trump-den-inf-vertrag-neu-aushandeln-will-ist-nicht-abwegig-ld.1430584
und http://strategische-studien.com/2019/01/24/russische-nuklearwaffen-im-mittelstreckenbereich/
Fünf Jahre nach der Maidan-Revolution braucht Kiew dringend Reformerfolge, um die Menschen im Land zu halten. Einer davon ist die Dezentralisierung. Sie weckt in der Provinz grosse Hoffnungen.
https://www.nzz.ch/international/die-ukraine-traeumt-vom-ende-der-abwanderung-ld.1436295
Marcel Zwygart, MA, FOW-Vorstandsmitglied, Wien, 03.02.2019
Jeder Tag kann der richtige sein für den Aufbruch in ein neues Leben – oder auch nicht. Dies sagen sich auch die schätzungsweise 1000 Migranten, die derzeit in Zelten am Ärmelkanal hausen und auf die Gelegenheit warten, von Frankreich nach Grossbritannien zu gelangen. Immer mehr entscheiden sich für die gefährliche Überfahrt per Boot, da es für die Migranten immer schwieriger wird, sich als blinde Passagiere in einem Lastwagen zu verstecken. Waren 2017 erst 13 Bootsüberfahrten registriert worden, waren es 2018 bereits 71, 57 davon allein in den Monaten November und Dezember. Die NZZ-Auslandkorrespondenten Nina Belz und Markus M. Haefliger haben sich aufgemacht an die Kanalküste und haben dort unter anderem die Migranten Mohsen und Hami getroffen.
https://www.nzz.ch/international/das-paradies-liegt-jenseits-des-aermelkanals-ld.1453476?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2019-1-24
Marcel Zwygart MA, FOW-Vorstandsmitglied, Wien, 03.02.2019