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Bisphenol F (BPF) ist eine chemische Verbindung, die in Kunststoffen verwendet wird. Sie wurde auch in Senf aus weissen Senfkörnern nachgewiesen. Das BLV stuft die Gesundheitsrisiken von BPF in Senf als gering ein.
Die Senfpflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), zu der auch Kohl, Rettich, Raps oder Rucola gehören. Der scharfe Geschmack entwickelt sich bei der Herstellung des Senfs. Wenn die Senfkörner in einer Flüssigkeit gemahlen werden (Essig oder Wein), wird eine enzymatische Reaktion gestartet, welche zum charakteristischen Geschmack führt. Bei dieser Reaktion entsteht auch BPF.
Zur Herstellung des Senfs können schwarze, braune oder weisse Senfkörner benutzt werden. Wie BPF genau gebildet wird, ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass es im Zusammenhang mit Sinalbin steht, der Verbindung, welche nach der Gärung den Senfgeschmack entwickelt. Sinalbin kommt nur in den weissen Senfkörnern vor und führt zur Bildung von BPF. Weisse Senfkörner werden zur Herstellung der milden Senfsorten verwendet. Die schwarzen und braunen Senfkörner, die zur Herstellung scharfer Senfsorten verwendet werden, enthalten kein Sinalbin und bilden kein BPF.
Vorkommen und Bewertung
Bisphenol F wird wie Bisphenol A (BPA) zur Herstellung von Epoxidharzen verwendet. Im Gegensatz zu BPA-Harzen sind Harze auf der Basis von BPF seit 2005 in Konservendosen verboten. Sie können jedoch z.B. für die Beschichtung grosser Lagertanks verwendet werden.
Die Laborstudie des BLV konnte nachweisen, dass BPF bei der Herstellung des Senfs gebildet wird. Eine Kontamination des Senfs durch die Verpackung konnte ausgeschlossen werden.
Über die Toxizität von BPF ist wenig bekannt, sie scheint aber ähnlich wie jene von BPA zu sein. Der Stoff gilt auch als schwach hormonaktiv. Bei Tierversuchen wirkte die schwächste Tagesdosis (20 mg/kg Körpergewicht) toxisch. Eine nicht toxische Dosis wurde nicht bestimmt.
Die durchschnittliche Portionengrösse für Senf liegt in der Schweiz bei rund 8 g. Die höchste in Senf gemessene Konzentration von BPF betrug 8,35 mg/kg. Wenn eine Person das Zehnfache einer durchschnittlichen Portion konsumieren würde, das heisst 80 g pro Tag, würde ihre Aufnahme von BPF rund 2000 Mal tiefer als die toxische Dosis beim Tier liegen. Nach derzeitigem Kenntnisstand erachtet das BLV diese Marge als ausreichend gross, um die Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit BPF als gering einzustufen.
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Letzte Änderung 17.05.2017