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Entstehung von B15
Bilder von Wettersatelliten, aufgenommen zwischen dem 20. und 24. März 2000 zeigen das Loslösen eines grossen Eisberges vom Ross Ice Shelf. Seine Bezeichnung lautet B15 und die Ausmasse sind gigantisch. Der Eisberg hat eine Länge von 295 Kilometer und er ist 37 Kilometer breit. Der Koloss ragt 40 bis 60 Meter aus dem Wasser und zwischen 160 und 250 Meter unter Wasser. B15 ist der grösste je gemessene Eisberg, seit 1960 erstmals die Überwachung mit Satelliten möglich wurde. Bis anhin war A20 mit einer Fläche von 95 x 95 Kilometer der 1986 vom Larsen Ice Shelf, in der Weddell-Sea abbrach, der Spitzenreiter.
Das Kalben von B15 konnte schon Jahre zum voraus erwartet werden. So sah man erstmals 1992 auf Satellitenfotos eine feine Rissbildung parallel zur Shelfeiskante verlaufend, der im September 1996 schon 240 Kilometer lang war.Das Kalben von B15 konnte somit vorhergesagt werden, nur das Timing ist sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich vorauszusagen. Das Kalben von B15 ist eine natürliche Konsequenz der Weiterentwicklung die bei Gletschern auftreten und hat nichts mit der Klimaerwärmung zu tun.
Grosse Gletscher und Shelfeis kalben regelmässig. Wie bei unseren Gletscher wandern sie und brechen am Ende ab. Im Bereich der Abbruchstelle von B15 ist die Fliessgeschwindigkeit des Shelf Eises 900 Meter im Jahr. Der Lambert Gletscher, der "schnellste" und auch grösste Gletscher der Erde, ist ebenfalls in der Antarktis und die Fliessgeschwingigkeit des Eises beträgt bis zu 1'200 Meter im Jahr. Entstanden sind die Gletscher und das Shelfeis durch Schneefall und dessen Vereisung.
Wie kommt ein Eisberg zu seinem Namen
Die Antarktis ist in vier Quadrate aufgeteilt. Quadrat A = 0-90 Grad / atlantischer Sektor, B = 90-180 Grad / pazifischer Sektor, C = 180-270 Grad / australischer Sektor, D = 270-360 Grad / indischer Sektor. Das NIC registriert jeden Eisberg der länger als 10 Seemeilen ist. Der Eisberg wird durch den Buchstaben gekennzeichnet , der dem Sektor in dem er entstanden ist entspricht, zudem erhält er eine Zahl. Somit ist B15 der fünfzehnte Eisberg im Sektor B. Wenn der Eisberg in mehrere Teile zerfällt, die ebenfalls grösser als 10 Seemeilen sind, wird er zusätzlich mit aufsteigenden Buchstaben versehen, zB. B15A, B15B, B15C. usw.
Wanderung von B15
Der Eisberg B15 der sich im März 2000 vom Ross Ice Shelf losgelöst hat, bewegte sich vorerst nördlich und zerbrach im Juli 2000 in 3 Teile (B15A, B15B, B15C).
Gleichzeitig drehten sich die 3 Teile im Gegenuhrzeigersinn, d.h. der östliche Teil in Richtung Norden (September 2000). Ab Oktober 2000 entfernte sich B15B von B15A und es entstand B15D. Alle B15 Eisberge entfernten sich anschliessend aus der Ross Sea ausser B15A. Dieser drehte sich bis er in nordsüdlicher Richtung stand, er wanderte zusätzlich von der Meeresströmung angetrieben westwärts. In dieser Position ist B15A seit November 2001 stationär. Es ist nicht abzusehen wann der Gigant seine Wanderung fortsetzt, da er zur Zeit im Süden an Ross Island und im Norden an Franklin Island hängt (Stand 1.10.02).
Östlich von B15A löste sich im Mai 2002 ein weiter Eisberg mit dem Namen C18, dem einige Wochen später C19 folgte. C19 ist wieder ein gigantischer Eisberg mit einer Fläche von 195 x 30 Kilometer. Dieser entfernte sich relativ schnell nach Norden ins offene Meer. Von ihm spricht eigentlich niemand. Wie lange B15A vor McMurdo hängen bleibt kann nicht so einfach beantwortet werden. Wegen seiner unendlichen Grösse ist es auch schwierig die Lebensdauer von B15A vorauszusagen, es dürfte aber mehrere Jahre dauern bis er weggeschmolzen ist. Es ist sehr interessant seinen weiteren Weg zu verfolgen.
Auswirkung auf die Tierwelt
Seit Oktober 2001 versperrt B15A den Weg für die Adeliée und Kaiserpinguine, die auf Ross Island und der näheren Umgebung brüten. Durch dieses Ereignis erreichen die Pinguine ihre Brutstätten erst verspätet oder gar nicht. Einige Kolonien in der Nähe des Eisberges wurden deshalb von den Pinguinen aufgegeben. Durch den Eisberg und das Packeis, das grosse Teile der Ross Sea bedeckt gibt es nur geringe Mengen von Plankton, das sich nur bei eisfreiem Gewässer und Licht richtig vermehrt. Ein Beobachtungssatellit der NASA hat enthüllt, dass dies einen Rückgang von 40% der Menge Plankton zur Folge hat. Es fehlt also ein wichtiger Teil der Nahrungskette, was sich auch auf andere Lebewesen wie Krill, Fische, Vögel usw. auswirkt.
9.10.2003 Neues von B15A
Nachdem seit November 2001 der Eisberg B14A unbewegt zwischen Franklin Island und Ross Island ausharrte kommt jetzt, nach 2 Jahren, wieder Bewegung in die Geschichte. Am 9.10.2003 entdeckt der Satellit NOAA-16 einen Riss quer durch den Eisberg. Die Trennung erfolgt im Verhältnis ¾ zu ¼ und der kleinere Teil wird neu als B15J registriert.
15.04.2005 - B15 A auf Kollisionskurs
Kollision mit dem Drygalsky Eis Zunge von der ein 8 Kilometer langes Stück abbricht und zusammen mit B15 A weiter nach Norden driftet.
04.11.2005 – B15A zerbricht
B15 A zerbricht in mehrere Teile und verlässt die Ross Sea.