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Linke und rechte Gehirnhälfte
Transkript zum Video:
Herzlich willkommen hier nun bei Piano Improvisations. Jetzt geht’s los. Du möchtest vermutlich schon lange improvisieren am Klavier, das heißt dich hinsetzen und etwas nach Gehör und nach Gefühl spielen können. Das ist das, was die meisten Erwachsenen suchen, die zu mir in den Unterricht kommen. Und sie merken dann relativ rasch: okay, es braucht relativ viele Komponenten, die wir zuerst lernen müssen. Das heißt, wir müssen zuerst Klavier lernen, bevor wir wirklich Klavierspielen können.
Ich möchte dir hier bei Piano Improvisations ein paar Konzepte zeigen. Ich kann natürlich nicht das Ganze abdecken. Improvisation ist ein riesengroßes Gebiet, aber ich zeige dir hier in diesem Kurs die Basics dazu. Und zunächst möchte ich dir einfach sagen: Es gibt wie zwei verschiedene Arten von improvisieren, improvisieren lernen. Die eine, das hat mit den Gehirnhälften zu tun, das eine betrifft die linke Hirnhälfte und das andere die rechte Gehirnhälfte. Vermutlich hast du schon ein bisschen davon gehört: Unsere zwei Gehirnhälften, die funktionieren ein bisschen anders. Die linke ist fürs Logische zuständig und die rechte fürs Kreative, jetzt einmal ganz salopp ausgedrückt. Wenn ich jetzt von der rechten Gehirnhälfte spreche, dann ist damit gemeint, das sind die Ideen, die dir zufliegen, die du aus dem Bauch spielst, die du auf dem Herzen hast, die du einfach so hörst, die kommen – das ist das Kreative. Und wenn ich jetzt beginnen möchte, improvisieren zu lernen auf dem Klavier und mich nur auf die rechte Gehirnhälfte konzentrieren würde, dann hätte ich das so genannte Trial-and-Error-Prinzip. Also ich würde dann irgendwie so anfangen, wenn ich ein C habe, C-Dur kennen wir bereits aus dem PianoStarter, ist völlig easy und wenn ich hier jetzt einfach einzelne Melodien spielen würde, so nach dem Zufallsprinzip, hier habe ich alle Tasten, dann könnte sich das so anhören [Musik] – ah, okay, das ist gut, okay, ah, okay, ja, okay. Also du merkst, ich habe jetzt hier einen Haufen falscher Noten gespielt, ich hab sie einfach ausprobiert [Musik] – ja, sie mögen vielleicht sich zum Teil gut anhören, aber hier fehlt total eine Struktur. Das heißt, in diesem Moment habe ich die Sprache der Improvisation überhaupt nicht verstanden. Ich werde einfach ein bisschen ausprobieren und dann mit der Zeit werde ich merken, okay, dieser Ton der hört sich jetzt mäßig gut an, aber ja, dieser, ja, okay, dieser, okay, ah, die hören sich jetzt irgendwie richtig an. Also, wenn ich mich nur auf die rechte Gehirnhälfte konzentrieren würde, dann hätte ich ganz viel Trial and Error drin und die meisten Leute, die so vorgehen, die verlieren auch ein bisschen den Spaß dann daran, weil es ist immer so ein bisschen ausprobieren: Ja, ich kann das nicht richtige und die denken dann von sich nach einer gewissen Zeit: Ich glaube, ich bin nicht talentiert. Das ist falsch. Du hast einfach die falsche Methodik gewählt.
Jetzt, was wir in diesem Kurs vor allem anschauen werden, wir werden uns auf die linke Gehirnhälfte konzentrieren. Wir werden einzelne Bausteine lernen des Improvisierens. Du kannst dir vorstellen, das ist wie wenn du eine Sprache lernst, da musst du zuerst einmal die Wörter kennen, du musst dies anwenden können und dann beginnst du langsam Sätze zu bilden und mit der Zeit kannst du eine ganze Geschichte erzählen. Das Geschichtenerzählen das ist später wieder mit der rechten Gehirnhälfte verknüpft – kommt viel später dann in diesem Kurs. Okay, jetzt, wenn ich weiß zum Beispiel jetzt habe ich hier einen C-Dur Akkord und jetzt werde ich hier einfach die ersten fünf Töne dieses Akkords benutzen der entsprechenden Tonleiter. Das heißt, wenn ich jetzt hier den C-Dur spiele, kann ich einfach die ersten fünf Töne vom c weg so nach oben spielen und das wird sich gut anhören. Wenn ich hier den F spiele, ich werde hier jetzt die zweite Umkehrung benutzen, dann kann ich einfach von F-Dur ausgehen, da spiele ich vom Ton F und ich werde einfach die ersten fünf Töne der dazugehörigen Tonleiter spielen.
Ich beginne einfach mit f wieder mit dem ersten Finger, du brauchst im Moment überhaupt nicht zu wissen, was das für eine Tonleiter darunter ist, es hört sich einfach gut an, that’s it. Und wenn ich hier zum Beispiel noch ein a-Moll spielen würde, erste Umkehrung hier, dann werde ich einfach hier wiederum vom a aus die ersten fünf Töne spielen. Also mit der rechten Hand einfach vom Ton a aus einfach so nach oben die ersten fünf Töne und vom g nochmals dasselbe und es wird sich immer richtig anhören. Jetzt angenommen ich hätte eine Akkordfolge, die wäre zum Beispiel C, Am, F und dann G – das hört sich gut an, das ist etwas, was viel vorkommt in der Popmusik – dann könnte ich zum Beispiel so etwas spielen [Musik] – hört sich gut an, jetzt habe ich den Am, ich gehe mit der rechten Hand nach oben, spiele einfach von a aus, dann F-Dur, einfach vom f aus und beim G einfach vom g aus. Hat sich alles richtig angehört.
Wenn ich da jetzt ne Pulsation darunterlegen würde und ich würde einfach Achtelnoten verwenden, dann hätte ich sowas [Musik] – eins und zwei und drei, vier, eins und zwei und drei, vier, eins und zwei und drei, vier, eins und zwei und drei, vier – zuerst hab ich immer Achtel und der letzte Ton ist ne halbe Note, auf die drei, vier, eins und zwei und drei, vier. du kannst es direkt jetzt mit mir mitspielen, probieren weil das geht. Mit der linken Hand spiele ich jetzt einfach halbe Noten, der Akkord, wirklich easy. [Musik] Genau.
Und jetzt merkst du, das ist vermutlich jetzt nicht wahnsinnig kreativ, das ist mir klar, aber es hört sich richtig an. Also du kannst dich darauf verlassen, wenn du das so mal spielst, dann wird es sich einfach mal richtig anhören und das ist ja auch schon ziemlich gut. Okay, bis hier hin. Ich hoffe, das war verständlich diese Einführung für dich. Denk unbedingt daran, linke – rechte Gehirnhälfte: linke ist fürs Logische zuständig – das ist hier logisch, was ich dir erklärt habe, es ist nachvollziehbar. Und die rechte, die kommt dann später, wenn wir die Sachen, die wir hier gelernt haben, so die einzelnen Bausteine, wenn wir die kreativ miteinander verknüpfen.