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Bereits sind wir wieder auf dem Weg nach Hause in der Schweiz auf der Autobahn. Die Europameisterschaft 2019 ist Geschichte und hat für mich einen bitteren Abschluss gefunden. Nachdem ich vor der letzten Fahrt noch auf dem zweiten Rang lag, wären zwei Tasks im vorderen Drittel ausreichend gewesen um den Schweizer Doppelsieg komplett zu machen. Leider geriet ich bei der zweiten Zielanfahrt in eine kleine Ansammlung von Ballonen. Ich versuchte so hoch wie möglich noch etwas nach rechts zu korrigieren, jedoch nicht über den Ballon des Engländers Marcus Green zu geraten, weil ich dann den Marker gar nicht beim Ziel hätte abgeben können. Bereits Minuten zuvor versuchte ich diese Situation zu verhindern und stieg in eine langsamere Windschicht um dieser Gruppe zu „entkommen“. Irgendwann musste ich aber runter, um den Linksdreher in Richtung Ziel zu erreichen und im Abstieg beschleunigte ich so stark, dass ich eben doch wieder von hinten an die anderen Ballone andockte. Ein Video der letzten Sekunden der Zielanfahrt gibts im Beitrag auf der Webseite. Marcus Green (im quergestreitften Kubicek-Racer hinter dem gelb-grünen RCM-Ballon) markerte auf 1.17 Meter und erhielt dafür 967 Punkte während mein Ballon von seinem blockiert wurde und nicht nach rechts korrigierte. Ich markerte auf 15.82 Meter, erhielt dafür 265 Punkte und verlor drei Ränge im Gesamtranking. In den vorangehenden Fahrten verpasste ich es mit kleineren Fehlern bei Zielanfahrten und durch etwas nötigere und auch unnötige Strafpunkte eine grössere Differenz zur Konkurrenz aufzubauen. Dadurch war dieser Lapsus im letzten Task überhaupt ausreichend um die Medaille zu verpassen und natürlich haben die drei Piloten welche mich noch überholt haben, an diesem Morgen eine gute Leistung gezeigt.
Gestern Abend fand dann in der nähe von Palma in einer würdigen Umgebung die Siegerehrung statt. Stefan Zeberli wurde hochverdient zum fünften Mal Europameister. Silber holte Laurynas Komza aus Litauen vor Nicolas Schwartz aus Frankreich auf dem dritten Rang. Mit mir auf dem fünften Platz, Marc Blaser auf dem sechsten und René Erni auf dem 24. Rang gelang uns als Schweizer Team erneut der Gewinn der offiziellen Nationenwertung vor Frankreich und Litauen. Nach dem offiziellen Teil genossen wir die Show im Son Amar. Durchaus eine empfehlenswerte Adresse in Palma de Mallorca.
Direkt im Anschluss an die Siegerehrung verliessen wir Mallorca mit der Fähre in Richtung Barcelona. Mit etwas physischer und zeitlicher Distanz wird die EM 2019 in guter Erinnerung bleiben. Angesichts des Trainingsstandes vor der Anreise nach Mallorca ist die erneute Platzierung unter den besten fünf an einem internationalen FAI-Event natürlich ein grosser Erfolg. Die Erwartungen im Verlaufe des Aufenthalts auf der Insel sind bei allen Beteiligten gestiegen und die Medaille war in Griffweite. Ballonfahren ist aber eine Sportart und lebt von Spannung und Positionskämpfen. Dazu gehört manchmal auch, die eigene Position wieder hergeben zu müssen.
Ich gratuliere den Gewinnern und bedanke mich beim Schweizer Nationalteam mit den Coaches Ralph und Beat, insbesondere bei Stefan Zeberli und seinem Team für die tolle Zeit und das enorme Engagement im gemeinsamen Ferienhaus. Vielen Dank auch an die Leser dieses Blogs fürs Daumen drücken. Zuletzt ein herzliches Dankeschön an die wichtigsten Personen für diesen Erfolg: Danke Hanni, Edi, Elsbeth, Christian, Helen und Thomas! Es hat Spass gemacht und es wäre ohne euch nicht möglich gewesen!