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Die Ausstellung «La métamorphose de l‘art imprimé. Zeitgenössische Westschweizer Editionen und serielle Unikate» stellt siebzehn neue Arbeiten von drei Generationen an Künstlerinnen und Künstlern der Suisse Romande vor. Diese als Brückenschlag Projekt kuratiert von David Khalat, Direktor der Edition VFO, und Bernard Vienat, Direktor des Genfer Vereins art-werk erforscht neben den gegenwärtigen künstlerischen Schaffensweisen in der Romandie auch die Frage, was Druckgraphik und Edition heute sein kann. Natürlich kann diese Frage nicht in ihrer Gänze beantwortet werden, jedoch umspannt die Métamorphose der Druckgraphik in dieser Ausstellung ein weites Feld von Cibachrome über Linolschnitt, Siebdruck, Inkjet und Aquatinta-Radierungen, bis hin zu Collagen, thermoformierten Plastiken und Wandskulpturen, und untersucht damit das Schaffen mit zeitgenössischen Editionen in der Westschweiz und darüber hinaus. Denn auch wenn die Ausstellung im Titel die geografischen Angaben trägt, ist sie wie die zeitgenössische Kunst durch Internationalität geprägt und zeigt die Kunstschaffenden als Botschafter in der Welt, ob Olivier Mosset, der in Arizona lebt, Valérie Favre, die die Professur für Malerei an der UdK Berlin innehat oder die Wahlschweizer Carmen Perrin und Alfredo Aceto, die ursprünglich aus Bolivien und Italien stammen.
Viele der Arbeiten für die Ausstellung sind als serielle Unikate konzipiert und spielen so mit der Frage, was eine Originalgraphik, eine Edition, ein Multiple oder Unikat alles sein können: Alfredo Aceto konzipierte eine grosse Filzkrawatte als Wandobjekt, das Beuysisch anmutende Werk wurde immer mit einer vom Künstler ausgesuchten anderen Krawattennadel versehen. Philippe Decrauzat hat drei neue Serien an Werken geschaff en, die sich auf seinen letzten Film Replica (2019) beziehen: Darunter elf Cibachrome Unikate sowie 22 verschiedene Ausschnitte des Barcelona Pavillons von Mies van der Rohe, sowie 22 Inkjets einer geometrisch-abstrakten Repräsentation einer Filmrolle. Valérie Favre produzierte zwei neue Collagierte Siebdruckarbeiten, die sich mit der Thematik von Gender und Identitätspolitik auseinandersetzen, indem sie künstlerische und historische Bezüge zu Virginia Woolf sowie dem Zürcher Max Bill untersuchen. Sylvie Fleury hat vier grosse Banner in kleinstauﬂ agen mit dem Slogan „She-Devils on Wheels“ konzipiert; jedes der vier Werke in verschiedenen Farben wurde mit einer Schablone Handgesiebdruckt und händisch mit Markennamen-Nieten versehen. Drei lachsförmige Gemälde von Louisa Gagliardi sind wie auch Ihre Originale als Photoshop Malereien per Inkjet Druck auf Karton realisiert und zeigen Menschen, die aus den eingegliederten Räumen und Objekten erwachsen - jede Arbeit wurde dabei von der Künstlerin per Hand mit einem Nagellack-Finish überarbeitet. Olivier Mosset hat ein goldenes Raster im Siebdruck produziert - das minimalistische Gitter, eine Urform der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts, bezieht sich auf ein Kunst am Bau Projekt in der Region Barolo in Italien. Carmen Perrin untersucht mit ihrer Aquatinta Radierung „ACIDES“, die Wirkung der Säure für den Tiefdruck, die linguistisch-objektive Form des Mediums der Ätzung wird dabei als Referenz in einem Farbspektrum von hell nach dunkel dargestellt. Denis Savary hat zwei raumgreifende Arbeiten der Archiv-Narrative rund um Corinna Bille und Salvador Dalí kreiert: ein grosses plastisches Objekt einer erotisch anmutenden schwarzen Erdbeere - „Corinna“ - aus bemaltem, thermoformiertem Plastik sowie eine Serie von sieben überlebensgrossen Sonnenschirm Unikaten, die als Linolschnitt mit dem Titel „Figueras” produziert wurden; sie beziehen sich auf die Geburtsstadt von Salvador Dalí, der unter anderem das Logo und die Farbgebung der Sonnenschirme für die Firma Chupa Chups konzipiert hatte.
Parallel zur Ausstellung erscheint Ende Januar eine vollständig bebilderte bilinguale (D, FR) Publikation im Verlag für Moderne Kunst, Wien, mit Beiträgen von unter anderem Dr. Christian Rümelin (Direktor des Cabinet d‘arts graphiques, Genève und Präsident der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft), Dr. Laurence Schmidlin (Kuratorin des Musée Cantonale des Beaux-Arts, Lausanne) David Khalat (op. cit.) und Bernard Vienat (op. cit). Auch wird ein Teil der Ausstellung im Januar an der Kunstmesse Art Geneve präsentiert.