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Jahrestage sind einfach großartig! Der zweihundertste Geburtstag von Franz Liszt - dem herausragenden, heroisch verehrten Künstler, dem Star des romantischen 19. Jahrhunderts - hat Joseph Moog zum Anlass genommen, eine Anthologie seltener Transkriptionen und Paraphrasen zu präsentieren.
In diesem großzügigen Programm führt uns der junge Virtuose auf bisher kaum erforschte Pfade, mit Anklängen an Bach, Beethoven, Schubert und Rossini und Schauplätzen wie einer Kathedrale, einer Oper, einem Ball oder der zarten Intimität eines romantischen Salons, die die außergewöhnliche Vielseitigkeit von Franz Liszt in jeder Situation veranschaulichen.
Als Ergänzung zu diesen Transkriptionen und Paraphrasen wählte Joseph Moog die zweite Ballade, ein seltenes Zeugnis des introvertierten Liszt, das mit dem spritzigen Valse-Impromptu kontrastiert, das dieses herausragende Recital abschließt.
Liszt, Klavierwerke
Im Werkkatalog von Franz Liszt verweisen mehr als die Hälfte der Nummern auf Transkriptionen, Paraphrasen oder Arrangements. Von Bach bis Beethoven, von Schubert bis Schumann, von Bellini bis Wagner oder Verdi, ganz abgesehen von einigen seiner eigenen Kompositionen – Liszt hat sich an allem versucht, hat alles aufgenommen, alles neu geschaffen, und das in den verschiedensten Genres: Stücke für Orgel, für Sinfonieorchester, Opern, Lieder, Stücke für Klavier zu zwei Händen, aber auch zu vier Händen, für zwei Klaviere, für Kammerorchester, für Stimme und Orchester. Kein anderer Komponist hat sich dieser Aktivität mit einem solchen Eifer und so ausgiebig gewidmet wie er.
Man führt oft Liszts Grosszügigkeit und seine aufgeklärte Liebe für die Werke anderer an, um dieses Phänomen zu erklären: Gibt es einen schöneren Ausdruck der Bewunderung als die Transkription? Es wäre jedoch anzufügen, dass der geniale Autor dieser Transkriptionen sich die Originalwerke fast immer zu Eigen macht. Alles, was er anrührt, macht er zu Liszt. Und dennoch respektiert er die bearbeiteten Werke. So werden etwa Beethovens Sinfonien, auf Klavier zu zwei Händen reduziert, zu einem Werk von hoher pianistischer Virtuosität, ohne je den Beethoven’schen Geist zu verraten. Ebenso sind die Transkriptionen von Schuberts Liedern, obschon zwangsläufig «überladen», da sie die Stimme in den Klavierpart integrieren müssen, gleichzeitig eine ehrerbietige Hommage an die Schubert’sche Strenge und Schmucklosigkeit. Der Schriftsteller André Suarès hat das Paradox von Liszts altruistischen und doch persönlichen, skrupulösen und zugleich freien Transkriptionen in einem wunderbaren Satz zusammengefasst: «Man könnte meinen, er gebe dem, was er bewundert, seinen Namen».
So ist denn auch die Entfernung zwischen Liszts «Originalkompositionen» und seinen Transkriptionen nicht so gross, wie man meinen könnte. Die Kunst des Schöpfers erhält Nahrung von der Kunst des Transkriptors. Man hat aufgezeigt, dass seine Klaviersonate, das wichtigste Werk, das er diesem Instrument gewidmet hat, auf dem Prinzip der Variation-Repetition beruht, dem gleichen Prinzip, das seinen Transkriptionen zugrunde liegt.
Wenn in der vorliegenden DC Transkriptionen und «Originalwerke» gleichrangig nebeneinander gesetzt werden, so hat das also durchaus seine Berechtigung: In jeder dieser Kompositionen ist der ganze Liszt präsent. [..]
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Joseph Moog
Mit seinen 21 Jahren gehört Joseph Moog bereits international zu den herausragenden jungen Pianisten. Besondere Aufmerksamkeit erweckt er durch sein hochvirtuoses Spiel, seine reife Musikerpersönlichkeit und durch seine Kompositionen, die er regelmäßig im Rahmen seiner Recitals vorstellt.
Als Solist trat Joseph Moog mit zahlreichen Orchestern auf wie u.a. der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, der Slowenischen Philharmonie, der Deutschen Streicherphilharmonie, dem Tschaikowsky Sinfonieorchester des Moskauer Rundfunks, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Münchner Rundfunkorchester. International konzertierte er u.a. im Wiener Konzerthaus, Salzburger Festspielhaus, Prager Rudolfinum, in Rio de Janeiro, Tel Aviv, Ljubljana, Basel, Paris und Joensuu. 2008 wurde sein Debüt im „New Grand National Theatre“ in Peking vom staatlichen Chinesischen Fernsehen mitgeschnitten und landesweit ausgestrahlt.
Joseph Moog arbeitete mit renommierten Dirigenten wie Andrey Boreyko, Aleksander Vedernikov, Christoph Poppen, Shao-Chia Lü, Ari Rasilainen, En Shao, Juanjo Mena, Howard Griffiths oder Michael Sanderling.
An bedeutenden Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, den Sommets Musicaux de Gstaad, dem Rheingau Musikfestival, dem Oberstdorfer Musiksommer, den Festspielen Mecklenburg Vorpommern und den Schwetzinger Schloss-festspielen ist Joseph Moog ein gefragter Gast.
Zahlreiche Auszeichnungen, wie der Förderpreis 2008 für Junge Künstler des Landes Rheinland-Pfalz, der Rhein-Mosel Musikpreis 2008, der Förderpreis des Schleswig-Holstein Festivals 2006, und der Prix Marguerite Dütschler 2006 der Sommets Musicaux de Gstaad, dokumentieren den Werdegang des jungen Pianisten. Er ist Preisträger der Orpheum-Stiftung Zürich und mit der Verleihung des Musikpreises des „Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen“ 2006 erfuhr die künstlerische Entwicklung von Joseph Moog eine besondere Würdigung. Seit kurzem ist er Stipendiat der Mozartgesellschaft Dortmund und wurde zum Young Steinway Artist ernannt.