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| Cyprian von Karthago († 258) - Briefe

29. Brief
1. Kapitel
1 Cyprianus entbietet seinen Gruß den Presbytern und Diakonen, seinen Brüdern.
Damit eurer Kenntnis, teuerste Brüder, nicht etwa verborgen bleibt, was man mir geschrieben hat und was ich darauf antwortete [Brief 28], habe ich euch eine Abschrift der beiden Briefe übersandt, und ich glaube, daß euch meine Erwiderung nicht mißfallen wird. Aber auch das mußte ich euch in meinem Briefe mitteilen, daß ich aus zwingendem Grunde an den Klerus in der Stadt ein Schreiben gerichtet habe. Und weil ich mich dazu der Vermittlung von Klerikern bedienen mußte und doch recht wohl weiß, daß sehr viele von den Unsrigen abwesend sind, die wenigen aber, die bei euch weilen, kaum für die Anforderungen des täglichen Dienstes ausreichen, so war es notwendig, einige neue Boten aufzustellen. So wisset denn, daß ich den Saturus zum Lektor und den Bekenner Optatus zum Subdiakon gemacht habe. Wir hatten die beiden ja schon länger auf gemeinsamen Beschluß für die Aufnahme in den Klerus in Aussicht genommen; denn den Saturus haben wir am Ostertage schon wiederholt als Lektor verwendet und den Optatus haben wir, als wir jüngst zusammen mit den als Lehrer tätigen Presbytern die Lektoren einer sorgfältigen Prüfung unterzogen, unter die unsere Katechumenen unterrichtenden Lektoren aufgenommen, um erst festzustellen, ob sie auch wirklich all die Anforderungen erfüllen, die man an die Anwärter eines kirchlichen Amtes stellen muß. Ich habe also in eurer Abwesenheit keineswegs etwas Neues vorgenommen, sondern unter dem Zwang der Not lediglich etwas vollzogen, was schon früher in gemeinsamer Beratung von uns allen vorgesehen war.
Ich wünsche euch, teuerste Brüder, stetes Wohlergehen! Gedenket unser und grüßet die Brüdergemeinde! Lebet wohl!
1: Inhalt: Dieser Brief, in dem Cyprian seinem Klerus in Karthago von der Ernennung des Saturus zum Lektor und des Optatus zum Subdiakon Mitteilung macht, ist bezeichnend für die Sorgfalt, mit der er bei der Auswahl seiner Kleriker vorging. Geschrieben im Jahre 250.