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Roma locuta – Gedanken aus Sicht eines Laien
Zur Instruktion der Kongregation für den Klerus
Es ist ein irritierendes Dokument, das die Kleruskongregation ausgearbeitet hat. In 126 Abschnitten wird die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde dargestellt beziehungsweise gefordert. Zu Beginn der Instruktion wird Papst Franziskus zitiert, dass es darum geht «neue Wege zu suchen». Und im Abschnitt 11 wird darauf hingewiesen, dass «es einer erneuerten Dynamik bedarf, die es ermöglicht, … die Berufung aller Getauften, … Verkünder des Evangeliums zu sein, wieder zu entdecken». Diese eigentlich positiven Ansätze macht das vorliegende Dokument dann aber zunichte, indem es die «neuen» Wege in der Vergangenheit sucht. Die Instruktion ist ein Aufzählen von Vorgaben und Regelungen, die einzig die Priester ins Zentrum stellen und alle anderen der Kirche angehörigen Personen zu reinen Zudienern degradieren.
Das Dokument wirkt auch sehr heterogen. Im ersten Teil (Abschnitt 24) wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass «die Verkündigung des Evangeliums durch Männer und Frauen geschieht …», doch werden solche Sätze dann durch die Anordnung relativiert, dass ein Laie zwar in einem Wortgottesdienst, nicht aber in einer Eucharistiefeier predigen darf (Abschnitt 99). Die Kleruskongregation erwähnt auch mit keinem Wort die Frauen und Männer, die sich durch ihr Theologiestudium für Leitungsaufgaben qualifizieren. Das Verbot, die Pfarreileitung einer nicht geweihten Person auf Dauer anzuvertrauen, zeigt deutlich auf, dass für die Kleruskongregation nur allein die Priester zählen. So kommen Fragen auf. Wird mit der Instruktion angestrebt, die Pfarreileitungen von nicht geweihten Frauen und Männern in den deutschsprachigen römisch-katholischen Kirchen rückgängig zu machen? Wie viele Pfarreien würden in der Schweiz führungslos, wenn diese Instruktion durchgesetzt wird? Wie gehen wir Laien damit um? Wie viele Kirchenaustritte würden folgen? Irritierend ist für mich auch, dass der Papst diese rückwärtsgewandte Instruktion approbiert hat!
Ich hoffe, die Schweizer Bischofskonferenz und unser Bischof Felix lassen dieser Instruktion nicht zu viel Bedeutung zukommen. Eine deutliche Stellungnahme ist wünschenswert. Die heutige Zusammenarbeit zwischen Priestern, Theologinnen, Theologen und Laien in unserer Regionalkirche, die vielfach auf Augenhöhe stattfindet, darf nicht einem römischen Papier geopfert werden. Sonst ist zu befürchten, dass es den in der katholischen Kirche trotz aller Probleme ausharrenden Frauen und Männern immer mehr schwerfällt, den Zusatz «römisch» weiter zu verwenden.
Thomas Briellmann, Angehöriger der Pfarrei Heiliggeist, Basel