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Je leichter das Leben in einer Arbeits- und Konsumentengesellschaft wird, desto schwerer ist es, den Druck und Zwang des Notwendigen, die das gesellschaftliche Leben treiben und antreiben, auch nur wahrzunehmen, weil die äusseren Kennzeichen der Notwendigkeit, die Mühe und Plage, fast verschwunden sind. Die Gefahr einer solchen Gesellschaft ist, dass sie, geblendet von dem Überfluss ihrer wachsenden Fruchtbarkeit und gefangen in dem reibungslosen Funktionieren eines endlosen Prozesses, vergisst, was Vergeblichkeit ist.
Vorhin habe ich in meinem Tagebuch von 1992 geblättert. Ich hatte vor fünfzehn Jahren offenbar Arendt gelesen, Eichmann und gleich darauf Vita activa.
(Die Lektüre hat mich gemäss eigener Tagebuchaussage sehr beeindruckt. Heute wüsste ich kaum mehr, dass ich die Bücher überhaupt je gelesen hatte. So ist Lesen vielleicht doch lediglich ein Bluff aus der Vergangenheit oder ein Hirntraining, das man auch in anderer Form absolvieren könnte.)
Für die Quellenangabe
Zitat: Hannah Arendt in „Vita activa“.
Bild: Lotte Köhler, NY, fotografierte Arendt an der Universität von Chicago. Quelle für dieses Bild ist die Library of Congress, die die Fotografin leider unerwähnt lässt.