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Technischer Bericht NTB 90-03
Zur Tektonik des Südschwarzwaldes
Dieser Bericht befasst sich hauptsächlich mit der Spröddeformation im Südschwarzwälder Grundgebirge. Im Verlauf der strukturgeologischen Studie dieses Gebietes war einerseits die Notwendigkeit einer Verfeinerung der Datenerhebung mittels neuer Messpunkte erkannt worden, andererseits zeigte sich der Bedarf von weitergehenden Informationen über die Rolle der Störungen im kristallinen Sockel.
Der vorliegende Bericht versucht vor allem der zweiten Zielsetzung gerecht zu werden. So werden in seinem ersten Teil die Grundlagen der Schollentektonik vorgestellt und entsprechende Modelle und Entwicklungssequenzen diskutiert. Die Beschreibung von ausgewählten Diskontinuitäten (Blattverschiebungen, Weitungsstrukturen) ergänzt die allgemeine Diskussion der Schollentektonik. Es werden, soweit möglich, Beispiele aus dem Untersuchungsgebiet ausgewählt, doch sind auch Beschreibungen aus der Literatur zitiert, da im Südschwarzwälder Grundgebirge nur wenige Fallstudien strukturgeologisch in genügender Tiefe analysierbar sind.
Im zweiten Teil wird die Diskussion der generellen Aspekte der Spröddeformation des Grundgebirges durch geographisch und thematisch eingegrenzte Spezialstudien ergänzt. Es handelt sich dabei um eine Auswertung von Daten aus der Zeit des Baues des Kavernenkraftwerkes Wehr, um eine regionale Studie im Gebiet zwischen Waldshut und Grafenhausen, in der die Beziehung von morphostrukturellen Elementen zum tektonischen Bau des Sockels untersucht wird, und um eine Spezialstudie im Gebiet zwischen Hauenstein und Waldshut, in der die tektonische Bedeutung einer Reihe von NNW-SSE streichenden Tälern abgeklärt wird. Die Spezialstudien werden schliesslich unter dem Gesichtspunkt der Beschaffung, Auswertung und Extrapolierbarkeit von strukturgeologischen Daten diskutiert.