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Unwetter im Rückblick
Tornado in Schauerlinie
Kurzlebiger Wirbelsturm bei Stade
Ein Tornado hat am Nachmittag des 13. Januar 2004 im niedersächsischen Drochtersen-Assel (Kreis Stade) erheblichen Sachschaden verursacht. Mehrere Dächer wurden abgedeckt und zahlreiche Fenster beschädigt. Nach Augenzeugenberichten wurde bei einem Gebäude das gesamte Dach angehoben und verschoben. Die Lebensdauer des Tornados betrug etwa 25 Sekunden.
Begünstigt wurde die Entwicklung des Tornados durch eine kräftige Höhenströmung und einer von West nach Ost durchziehenden Schauerlinie. In 1500 Meter Höhe herrschten in Norddeutschland mittlere Windgeschwindigkeiten von 100 km/h. Durch die großen Unterschiede zu deutlich geringeren Geschwindigkeiten in Bodennähe (in der Meteorologie spricht man dabei von "Windscherung") und einer Änderung der Windrichtung mit der Höhe konnte die Luft zur Rotation angeregt werden.
Typisch für solche Gebilde ist zumindest in Europa eine geringe Lebensdauer; in Verbindung mit der typischerweise geringen räumlichen Ausdehnung des "Tornado-Rüssels" sind somit meist kleine Gebiete betroffen. In Assel beschränkten sich die Schäden auf ein etwa 300 Meter langes und 50 Meter breites Areal.