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Die Fasnacht wurde im Mittelalter in Basel wie im Reste des Reichs gefeiert. Nach der Reformation verlor der Aschermittwoch an Bedeutung in den protestantischen Gegenden – es wurde weitergefeiert. Allerdings versuchten die Kirche und die Behörde alle Maskierungen und Fasnachtsfeiern zu verbieten mit der Begründung, die Reformation habe die 40tägigen Fasten aufgehoben, und damit seien auch die vorausgehenden Lustbarkeiten überflüssig geworden.
Am Montag nach der Fasnacht im Jahre 1540 wurde eine militärische Musterung durchgeführt. Der noch heute benutzte Name „Morgenstreich“ bedeutet „Tagwache“ zur Musterung. Anschließend sind die Zünfte mit ihren Fahnen und Zeichen durch die Straßen marschiert. Danach wurde acht Tage lang gefeiert. Wahrscheinlich war dieser Termin ein alter, vorreformatorischer Musterungs-termin. Die Zeichen, die mitgeführt wurden, waren wohl Tiermasken, wie sie heute noch in Kleinbasel zu finden sind: Löwe, Greif und Wilder Mann.
Anfang des 18. Jahrhundert wurde man etwas toleranter gegenüber Fasnachtsfeiern. Zu dieser Zeit zogen nun militärisch formierte Züge der einzelnen Quartiere durch die Straßen, unter die sich auch Masken mischten. Während immer wieder Erlasse gegen das Mitführen von Waffen erlassen wurden, blieben Trommler und Pfeifer ein unentbehrliches Element. Fackelträger spendeten Licht.
Seit dem frühen 19. Jahrhundert weiterte sich die Fasnacht aus und nahm Elemente von dem „Fasching“ und „Carneval“, die in anderen Gegenden gefeiert wurden, auf. Während des Jahres 1848 wurden erstmals Transparente eingeführt, die seit der Französischen Revolution für patriotische Feste populär waren. Sie wurden immer künstlerischer ausgestaltet.
Von Zeit zu Zeit versuchten die Behörden die Fasnacht zum Kinderfest umzugestalten, da zuviel Unfug getrieben wurde. Die Erwachsenen siegten aber immer wieder. Aber schon 1855 bezeichnete die «National-Zeitung» die Fasnacht als «Eigentum des Volkes». Auch die Masken, z.B. die Waggis, die Bauernmaske aus dem Elsaß, wurden von Zeit zu Zeit angegriffen, aber sie ist heute der geradezu klassische Maskentyp.
Seit 1859 gibt es den Begriff der „Clique“ für einen Fasnachtclub. Immer mehr wurde die Fasnacht organisiert und die Tradition gepflegt. So wurde 1876 die Verwendung von Blasinstrumenten beim Morgenstreich protestiert. Auch die Etablierung eines großen Umzugs statt der vielen kleinen Umzüge wurde für den Morgenstreich abgelehnt. 1910 wurde ein Comité gegründet. Besonders der Theaterverein «Quodlibet» war dafür verantwortlich.
Seit 1861 ist das fastnächtliche Nationalmenu belegt: Mehlsuppe und Zwiebelwähen in Verbindung mit heißer Schokolade. Und seit 1871 gibt es wohl die Guggenmusik. Seit 1948 konzentrieren die Guggenmusiken am Dienstag auf den Straßen, und seither ist der «Guggezyschtig» fester Bestandteil der Fasnacht.