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Was knallt da? Urknall oder Urschwung?
Sicher hast Du auch schon davon gehört, dass die Welt durch einen sogenannten Urknall entstanden sein soll. Lass Dich nicht beunruhigen durch diese Theorie, die ja keineswegs bewiesen ist. Wer nicht an einen Schöpfergott glaubt, mag ja begeistert sein von dieser Idee. Aber woher soll denn die riesige Energie stammen, die anfänglich in einem Punkte ohne Ausdehnung vorhanden gewesen sein soll? Auch die fragwürdige Entdeckung eines Gottesteilchens hilft uns da nicht weiter. Soll dieses Higgs-Teilchen vielleicht Gott ersetzen, von dem die ganze Schöpfung ihren Anfang nahm?
Zunächst ein paar Worte zur Urknall-Theorie: Die Weltentstehungstheorien lassen sich nicht durch Erfahrung, also durch direkte Beobachtung begründen. Sie können eigentlich nur durch physikalische Theorien erschlossen werden. Ohne die Allgemeine Relativitätstheorie von Einstein läuft da nichts. Albert Einstein, der zunächst fest an ein fixes Universum glaubte, das sich weder ausdehnen noch zusammenziehen kann, erkannte bald, dass nach seiner ursprünglichen Theorie seine Ansicht vom fixen Weltall nicht gehalten werden konnte. Aber zum Glück gab es ja Erweiterungen zur Relativitätstheorie, in denen eine Integrationskonstante, die Lambda-Konstante, auftritt. Damit konnte Einstein die Stabilität des Weltalls begründen, indem er der Lambda-Konstante einen von Null verschiedenen Wert zuwies. Doch es zeigte sich bald, dass sich das Universum doch ausdehnt, und Einstein nahm wieder an, dass die Annahme einer von Null verschiedenen Konstante überflüssig sei.
Aber es gibt keine plausible Erklärung dafür, warum diese Konstante gleich Null sein muss. Im Gegenteil, man kann durch die Annahme eines positiven Wertes der Konstante ein sich ausdehnendes All konstruieren, das keinen Urknall erfordert und zudem den grossen Vorteil hat, dass die Entstehung der Galaxien und Galaxienhaufen reibungslos eingebaut werden kann, während dies mit dem Standard-Modell, das Lambda = 0 annimmt, nicht möglich ist, weil nicht genügend Zeit dafür zur Verfügung steht. Und was tritt nun an die Stelle des Urknalls zu Beginn der Entstehung der materiellen Welt?
Nach der neuen Theorie, die bereits um 1990 herum im Institut für Astrophysik in Bonn entwickelt wurde, steht am Anfang der Entwicklung der materiellen Welt nicht der Urknall sondern der Urschwung oder Urumschwung. Darnach war ursprünglich ein unendlicher Raum vorhanden, der mit dem überaus energiereichen Quantenvakuum erfüllt war. Darin enthaltene Energie zog sich auf einen am unendlichen Raum gemessen relativ kleinen Raum zusammen, und darin entstanden dann die materiellen Teilchen in einem Vorgang, der Big Bounce (Urschwung) genannt wird. Darauf dehnte sich das Universum wieder aus, und es entstanden die Galaxien und Galaxienhaufen, wie man sie heute kennt.
Der Leiter des Bonner Institutes hiess Wolfang Priester. Zusammen mit Hans-Joachim Blome entwickelte er die neue Theorie. Priester scheute sich nicht, von einem ursprünglichen unendlichen göttlichen Raum zu sprechen. Er verstarb am 9. Juli 2005 in Bonn. Wer mag, soll sich ruhig im Internet umsehen. Man findet in WIKIPEDIA sowohl Einträge über Wolfgang Priester wie über die Big Bounce-Theorie.
Ist es nicht bedenklich, dass man heute in den Medien fast nur die Urknall-Theorie vorgesetzt bekommt, während die Big Bounce-Theorie kaum erwähnt wird. Immerhin wurde im Jahre 1991 vom deutschen Fernsehen eine Sendung mit Priester ausgestrahlt. Natürlich ist die ‚neue‘ Theorie kaum vertreten, weil die grosse Mehrheit der Astrophysiker die Urknall-Theorie vertritt, obwohl diese gravierende Mängel aufweist. Aber was ist schon ein Viertel-Jahrhundert in der Geschichte der Wissenschaften. Es kam öfters vor, dass neue, geniale Theorien es sehr schwer hatten mit einer Anerkennung unter den Gelehrten!