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Der Oktober gilt seit dem Mittelalter als Rosenkranzmonat und ist – wie der Mai – als Marienmonat der Gottesmutter geweiht. Die Legende erzählt, dass der hl. Dominikus den Rosenkranz aus der Hand der Gottesmutter empfangen haben soll. Der Rosenkranz ist eines der schönsten und wirkungsvollsten Gebete überhaupt.
Manche denken es ist altmodisch, Aberglaube und monoton. Schauen wir was ein „moderner“ Student einst erlebte: Ein Student fuhr mit dem Zug nach Paris. Er saß einem Mann gegenüber, der das Aussehen eines reichen Landwirts hatte. Der Mann betete den Rosenkranz. „Verehrter Herr“ – redete der Student ihn an: „Glauben Sie denn noch an diese veralteten Dinge? Folgen Sie meinem Rat, werfen Sie Ihren Rosenkranz aus dem Fenster und lernen Sie, was die Wissenschaft sagt.“
„Wissenschaft? Vielleicht können Sie mir das erklären?“ – so antwortete der alte Mann bescheiden und mit Tränen in den Augen. Der Student sah die innere Bewegtheit seines Reisegefährten. Um seine Gefühle nicht noch mehr zu verletzen, sagte er etwas verlegen: „Geben Sie mir bitte Ihre Adresse. Ich sende Ihnen dann ein paar Unterlagen zu dem Thema“. Der Student warf einen Blick auf die Visitenkarte, die der Herr aus einer inneren Jackentasche hervorgeholt hatte, und wurde sehr still. Auf der Karte stand gedruckt: „Louis Pasteur, Direktor, Institut für die wissenschaftliche Forschung, Paris“.
Der hl. Papst Johannes Paul II hat gerne den Rosenkranz gebetet. Er hat gesagt: „Den Rosenkranz beten ist nichts anderes, als mit Maria das Leben von Jesus zu betrachten”. Maria ist nicht das Zentrum – das ist Jesus. Sie ist aber in diesem Gebet der Weg, der uns zum Zentrum führt. Ich bin überzeugt, wir dürfen den Rosenkranzmonat durchaus als Einladung verstehen, an dem Gebetsleben der Heiligen und unserer Vorfahren im wahrsten Sinne des Wortes anzuknüpfen.
Warum nicht mal schauen, wo ist der alte Rosenkranz der Oma geblieben? Wenn man ihn betet, ist man mit ihr verbunden. Warum nicht einen Rosenkranz, der von der Auferstehung handelt, für einen der Verstorbenen beten. Als Liebesbeweis, als Wiedergutmachung, als Fürbitte bei Gott, Möglichkeiten gibt es viele.
Ich glaube auch, in unserer glaubensdünnen Zeit tut es uns selber gut, hin und wieder zu bedenken, dass Jesus für mich Blut geschwitzt hat. Das heißt, er hat sich um mich Sorgen gemacht. Oder ein anderes Beispiel aus den Geheimnissen: „Den du o Jungfrau zu Elisabeth getragen hast.“ Mich führt das immer wieder zu der Frage, ob ich denn auch diesen Jesus zu anderen Menschen trage. Die sogenannten Geheimnisse aus dem Leben Jesu wollen mit unserem Leben in Verbindung gebracht werden.
Ich freue mich, dass in unserer Pfarrgemeinde der Rosenkranz häufig gebetet wird. Wer gerne den Rosenkranz betet oder sich mal wieder diesem Gebet öffnen möchte, den lade ich im Oktober ganz herzlich zu unseren Rosenkranzgebeten, täglich um 18.00 Uhr, ein. Ich wünsche uns, dass wir im Gebet die Nähe Jesu erfahren können.