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Der UFSP Human Reproduction Reloaded | H2R lädt sie herzlich ein zum Vortrag von Dr. Christina Benninghaus. Sie arbeitet seit Januar 2022 am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bielefeld. Zuvor war sie als DAAD-Fachlektorin für Geschichte am Wadham College in Oxford tätig. Moderiert wird der Vortrag von Sabine Stettler.
Wann: 13. November 2023, 16:15 - 17:45 CET
Wo: RAI-G-041
Was bedeutet es, keine Kinder bekommen zu können? Wie erleben Menschen den Prozess, indem sich ihre Unfruchtbarkeit bzw. die Unfruchtbarkeit ihrer Paarbeziehung herausstellt? Welche Strategien (z.B. der medizinischen Behandlung oder der Adoption) stehen ihnen offen? Mit wem sprechen sie (nicht)? Was gibt ihnen Kraft? Was verschlimmert das Leiden? Wie verarbeiten sie die Erfahrung, unfruchtbar zu sein? Solche Fragen werden für die Gegenwart in ethnologischen, soziologischen und psychologischen Studien bearbeitet. Kann man dergleichen Fragen auch für die Vergangenheit stellen? Fanden sich Menschen in der Zeit um 1900 - also vor der Entstehung der Reproduktionsmedizin wie wir sie kennen - leichter mit ihrem Schicksal ab? Wo suchten sie Hilfe? Und wie beeinflussten sie die Entwicklung von medizinschen Diagnose- und Behandlungsangeboten und Adoptionspraxen? Basierend auf medizinischen Fallakten, auf zeitgenössischen Publikationen, auf Selbstzeugnissen und Adoptionsakten eröffnet der Vortrag einen historische Perspektive darauf, was es bedeuten konnte, in der von starken sozialen Gegensätzen gekennzeichneten Gesellschaft des Kaiserreichs und der Weimarer Republik ungewollte kinderlos zu sein.