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Manifestationen von Weltanschauungen in Bildungskontexten in Vergangenheit und Gegenwart
Erarbeitung erster Grundlagen am Beispiel des Kantons Schwyz 1850-1980 – Analysen, Prozessbeschreibungen und Interpretationen
Der Einfluss religiöser Weltanschauungen auf die auch der religiösen Neutralität verpflichteten Volksschule manifestierte sich in der Zentralschweiz im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und bis weit ins 20. Jahrhundert in der Form der Katholischen Pädagogik und ihrer politischen Forderung nach der konfessionellen Staatsschule. Die Idee der konfessionellen Staatsschule basierte auf dem Konzept eines offenbarungstheologisch begründeten pädagogischen Systems (Katholische Pädagogik), welches sich aus einer positiven Auslegung des Artikels 21 der Bundesverfassung von 1874 ableitete. Zum einen beeinflussten politische Prozesse seit dem schweizerischen Kulturkampf auf allen Gesellschaftsebenen die Relevanz und Wirksamkeit des Systems der Katholischen Pädagogik. Zum anderen waren es konkrete mentalitäts- und philosophiegeschichtliche Prozesse, welche den Einfluss der Katholischen Pädagogik mit der entsprechenden konfessionellen Staatsschulidee im konkreten Bildungskontext positiv oder negativ verstärkten. Prototypisch für den zentralschweizerischen Bildungskontext können Entwicklungen und Prozesse am Beispiel des Kantons Schwyz exemplarisch dargestellt werden. Die Darstellung erfolgt aufgrund der Analyse von gesetzlichen Grundlagen und Schulorganisationen, Lehrplänen der Volksschule, Lehrmitteln und konkretem Schulleben. Konflikthafte Auseinandersetzungen werden im Einflussbereich der Katholischen Pädagogik überprüft und dargestellt. Dieses Projekt leistet einen ersten Beitrag zum Diskurs über weltanschauliche Setzungen in Bildungszielen der Vergangenheit. Gleichzeitig ermöglichen die Erkenntnisse aus diesem Projekt Wirkungen in aktuellen Bildungszielen zu analysieren.
(Projektleitung: Guido Estermann, Jolanda Nydegger, Projektdauer: 08/2017 - 08/2019, Projektfinanzierung: Interne Projektförderung)