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Wilde - der Mann mit den traurigen Augen
Schauspiel
Stückinfo
Schweizer Erstaufführung
Bei flirrender Hitze steigt Gunter eine Station zu früh aus dem Zug. Er ist ein Arzt ohne Grenzen auf der Heimreise, der ein Jahr in Osteuropa verbracht hat, und zu Hause erwarten ihn seine Eltern. Übernächtigt und verwirrt gerät er in einen Alptraum, der immer bedrohlichere Ausmasse annimmt.
In kargen Sätzen lässt Händl Klaus Figuren und eine Welt entstehen, die zwischen Höflichkeit und gepflegter Monstrosität changiert. Drei Brüder sprechen Gunter am Bahnsteig an und führen den vor Durst fast Willenlosen durch die leeren Strassen bis in ihre Wohnung. Unterwegs wird er Zeuge, wie die drei einen alten Mann zusammenschlagen. Er beteuert immer wieder, dass er den nächsten Zug nehmen muss und ruft nach der Polizei. Seine Eltern rechnen noch heute mit seiner Ankunft.
Aber die Brüder können ihn mit immer neuen Argumenten gefügig machen. In ihrer Wohnung soll er ihre Schwester von einer seltsamen Krankheit heilen. Er hat plötzlich Schwierigkeiten, seinen Beruf auszuüben. Seine Hände zittern, es fliesst Blut. Er kann nicht mehr fort, denn sein Pass ist verschwunden. In dem Haus gibt es nach einem Brand kein Licht. Gunter verliert die Orientierung.
Mit den Uraufführungen von "Wilde - Der Mann mit den traurigen Augen" und "Dunkel lockende Welt" - beide von Sebastian Nübling inszeniert - wurde Händl Klaus 2004 und 2006 zum Berliner Theatertreffen und zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Händl Klaus, ausgebildeter Schauspieler, erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine schriftstellerische Tätigkeit und lebt am Bieler See, in Wien und in Berlin.
Marcel Keller, Grenzgänger zwischen Bildender Kunst und Theater, war zunächst als Bühnenbildner an den Münchner Kammerspielen und dem Schiller Theater Berlin tätig, bevor er sich der Regie zuwandte. Seine Theaterarbeit führte ihn an Theater und Opernhäuser in Stuttgart, Wien, Leipzig, Paris, Bosten und Toronto. Im Herbst 2006 zeigt das Leopold Hösch Museum Düren eine Werkschau seiner Kunstprojekte.