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Zur Zeit vergeht kein Tag, ohne dass nicht ein prominenter Fussballer den Klub wechselt. Und noch viel hitziger geht es in der Gerüchteküche zu und her. Wer sind die mächtigen Strippenzieher im Hintergrund? Ein Überblick.
Der Portugiese ist eine der mächtigsten Figuren im Weltfussball. Diesen Status verdankt der Portugiese in erster Linie zwei Landsleuten, die er berät: Cristiano Ronaldo und Trainer José Mourinho. Dank Beteiligungen an den Transfers «seiner» Spieler verdiente Mendes schon weit mehr als eine Milliarde Euro. Er spricht fünf Sprachen und hat angeblich stets vier Smartphones bei sich, Mendes gilt als Workaholic. Konkurrenten bezeichnen ihn bisweilen als «skrupellos», doch seine Klienten schwärmen von Jorge Mendes in den höchsten Tönen.
«Pizzaiolo» nennen sie den Spielerberater, der als Sohn italienischer Auswanderer in Holland aufwuchs. «Alles, was ich kann, habe ich im Restaurant gelernt», sagte Raiola einst zu «11 Freunde», aber Pizza habe er nie gebacken. Heute bäckt er ganz grosse Brötchen, wie beispielsweise den Transfer Paul Pogbas zu Manchester United. Raiola ist unkonventionell, was sich auch darin ausdrückt, dass er zu wichtigen Terminen mitunter in Adiletten auftaucht. Geld sei ihm schon lange nicht mehr wichtig, sagt Raiola, der mittlerweile in Monaco lebt. Davon hat er auch längst mehr als genug.
Barnett fand den Weg ins Leben als Agent durchs Cricket und er machte sich einen Namen als Manager von Box-Weltmeister Lennox Lewis. Sein Königstransfer war jener von Gareth Bale zu Real Madrid für die Weltrekordablöse von 100 Millionen Euro.
Mit ihrer Firma wickelten die zwei Brasilianer den Mega-Transfer Neymars vom FC Santos zu Barcelona ab. Dabei waren sie vermutlich auch im Bilde darüber, dass Barça eine falsche Ablösesumme veröffentlichte, um weniger Steuern bezahlen zu müssen. Als der Deal aufflog, trat Barcelona-Präsident Sandro Rosell zurück.
Als «König des südamerikanischen Fussballs» bezeichnet ihn das «Forbes Magazine». Felicevich geniesst in der Branche einen guten Ruf, er gilt als pragmatischer Verhandler und als Vaterfigur vieler Spieler.
Glaubt man dem «Focus», ist Struth «ein Mann, bei dem alles Gold wird, sobald er es in Händen hält.» Er gründete mit 25 Jahren seine erste Firma, die Büromaterial verkaufte. An der WM 2006 machte er viel Geld mit der Idee, Nationalflaggen fürs Auto zu verkaufen. Anschliessend gründete der langjährige Kollege von Manager Rainer Calmund seine Agentur «SportsTotal», die Spieler mit einem Marktwert von insgesamt 300 Millionen Euro unter Vertrag hat.
Als «Edelberater» wurde der langjährige Spielerberater auch schon bezeichnet. Weil er lieber ausgewählte Kundschaft betreut, als sein Geld durch Quantität zu verdienen. Wittmann und seine Firma «Rogon» haben gute Verbindungen nach Brasilien. Der 57-Jährige ist mit Ex-Tennis-Spielerin Anke Huber verheiratet, der frühere Nationalspieler Mario Basler ist sein Schwager.
Die englische Firma «Base Soccer Agency» betreut insgesamt 236 Spieler. Sie ist vor allem in Grossbritannien tätig.
Als Medienverantwortlicher des DDR-Verbands begleitete er den ersten Transfer von Ost nach West, jenen von Andreas Thom 1990. Der Wechsel lancierte Neubauers Laufbahn als Berater, denn in der Zeit der Wende benötigten viele DDR-Spieler einen kompetenten Ansprechpartner. Später holte er unter anderem Raul zu Schalke und transferierte Sami Khedira zu Real Madrid.
In den 80er-Jahren war er selber Bundesliga-Profi, spielte bei Köln, Eintracht Frankfurt, dem HSV und in Dortmund. Kroth ist besonders in Japan ausgezeichnet vernetzt, was ihn bei Transfers dortiger Fussballer zu einem gefragten Ansprechpartner macht.
Drei Jahre lang studierte Fezali Medizin, er wollte Schönheitschirurg werden. Dann sattelte er um, transferierte den Iraner Mehdi Mahdavikia nach der WM 1998 in die Bundesliga und er hatte den Fuss in der Tür, die er nicht mehr zugehen liess. «Man verdient schon nicht schlecht als Berater», gab er «RP Online» mal Auskunft, fügte aber hinzu: «Als Schönheitschirurg hätte ich mehr verdient.»
Als Stürmer war Kucharski in den 90er-Jahren beim FC Aarau, mit Polens Nationalteam nahm er 2002 an der WM teil. Er und Lewandowskis anderer Berater, Maik Barthel, haben nicht den besten Ruf. Sie gelten als geldgeil, versuchen angeblich des Öfteren, den Goalgetter von Bayern München anderen Klubs anzubieten.
Der jüngere Bruder von Startrainer Pep Guardiola gilt als berechnender Typ. Spieler nannte er auch schon «Marken, die man vergrössern muss» und in einem seiner raren Interviews sagte er: «Wir müssen darauf achten, dass sie richtig mit der Presse sprechen, über soziale Medien ihren Fans nahe sind. Das hilft uns, Firmen zu finden, die die Spieler sponsern wollen.»
Wofür der Brasilianer steht, wird schon beim Blick auf den Namen seiner Firma klar: Euro Export Assessoria e Propaganda. Bertolucci hat seine Finger oft im Spiel, wenn ein brasilianischer Fussballer nach Europa wechselt oder innerhalb des alten Kontinents einen neuen Klub sucht.
De Bruynes Transfer von Wolfsburg zu Manchester City war das Meisterstück des Belgiers. 75 Millionen Euro legten die Engländer letztlich auf den Tisch – wohl auch deshalb so viel, weil die Bayern angeblich auch Interesse hatten. Dabei rief de Koster selber in München an und lud sich zu Verhandlungen ein. Später sagte er dazu: «Ich habe die Bayern nicht benutzt, um den Preis in die Höhe zu treiben. Ich bin kein Teppichhändler.»