Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03119.jsonl.gz/2430

Seit sechs Jahren kämpfen Imker in Deutschland vor Gericht für Schutzmassnahmen für ihre Bienen vor gentechnisch verändertem Mais. Denn in Bayern wurde zwischen 2005 und 2008 auf Versuchsflächen Gentech-Mais von Monsanto angebaut. Die Bienenhäuser der Kläger standen ein bis drei Kilometer von den Feldern entfernt. Als bekannt wurde, dass auf den Feldern gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, haben die Imker die Bienenhäuser sofort weiter weg gebracht. Aber da war es schon zu spät.
Im Honig wurde gentechnisch veränderte DNA gefunden. Als die Imker deswegen vor Gericht zogen wurde festgestellt, dass der Honig durch die Verunreinigung mit Pollen des Gen-Mais „wesentlich beeinträchtigt“ sei. Dadurch konnte der Honig nicht mehr als Lebensmittel zugelassen werden, die ganze Ernte musste vernichtet werden. Die Imker würden sich sogar strafbar machen, wenn sie den Honig verschenken würden.
In einem lange dauernden Rechtsstreit wollten die Kläger nun einen Schutz vor den Mais-Pollen erwirken. Jetzt blitzten sie beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aber ab. Als Begründung wird unter anderem genannt, dass der Monsanto-Mais wohl erst wieder verwendet wird, wenn sich die Zulassung als Lebensmittel auch auf dessen Pollen erstreckt. Konkret heisst das für die Imker nun, dass sie selber auf ihre Bienen aufpassen müssen. Aber wie sollen sie ihren Bienen erklären, dass sie zu einem Feld fliegen dürfen, zu einem anderen aber nicht?
Bild: Merdal [CC-BY-SA-3.0], vom Wikimedia Commons