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Der Effingerhort gehört zur Von Effinger Stiftung. Sie geht aus der allgemeinen Sorge des übermässigen Alkoholkonsums in der damaligen Gesellschaft hervor. Durch die Industrialisierung und den grossen gesellschaftlichen Umwälzungen im 19. Jhd. stieg der Alkoholkonsum in der Bevölkerung besorgniserregend an. Ganz dem Zeitgeist um die Jahrhunderwende entsprechend, sah die letzte von Effinger, Julie von Effinger auf Schloss Wildegg, es als ihre Pflicht, sich der Bekämpfung des Alkoholkonsums zuzuwenden.
Der alte Kernenberghof ob Holderbank war alter Effingerbesitz, der jedoch 100 Jahre vorher verkauft wurde. Die Julie von Effinger kaufte diesen 1910 wieder zurück und stiftete ihn am 14.02.1911 dem Zweck, "dem Laster der Trunksucht zu steuern und dadurch zur sittlichen und sozialen Hebung der von ihm geknechteten Mitmenschen beizutragen [...]." Julie von Effinger verstarb im Herbst 1912. Der alte Kernenberghof schien dem Stiftungsrat bald nicht mehr geeignet für eine Trinkerheilanstalt. Im Frühsommer 1914, also knapp vor Beginn des Ersten Weltkriege,s konnte das erste Haus bezogen werden. Nun, im Jahre 2017 wird schon bald das fünfte bezogen werden.
Das Reha Haus ist die älteste Einrichtung der Stiftung und wurde 1914 erbaut. Es bietet stationäre Langzeitentwöhnungs-Behandlungen für alkohol- und medikamentenabhängige Personen. Zur Einrichtung gehören diverse Wohn- und andere Bauten, der neueste ist, wie erwähnt, bezugsbereit. Zeitgleich ist die Umgebung zu gestalten und Bestehendes in die neue Umgebung anzupassen. Hier kommt nun Schulthess Gartenbau zum Zuge. Die Entwicklung der Arbeiten illustrieren die folgenden Aufnahmen:
Ein zentraler Platz ist das verbindende Element zwischen den einzelnen Häusern.
Die Gestaltung des Platzes wird von Stahl dominiert: Stahlbänder bilden den Abschluss, Sitzbänke sind aus Stahl, ihre seitlichen Treppenstufen und die Pergola ist ebenfalls aus Metall. Einen Ausschnitt des Planes des Landschaftsarchitekten finden Sie hier.
Als besondere Herausforderung gestaltet sich die extrem steile Böschung zu den Fenstern im Untergeschoss. Da die Gebäude in den Jurahang gebaut sind,
muss mit Hangdruck gerechnet werden. Zudem herrscht permanent feuchtes Bodenklima, was ebenfalls zu Unstabilität des Bodens/Böschung führen kann.
Eine solide Böschungsfixierung ist somit zwingend. Sie wird hier mit Geogitter der Firma Sytec befestigt. Das Prinzip dieser Böschungsfixierung ist hier kurz erklärt.
Zugang zum Neubau wird mit Verbundsteinen verlegt. Der Verbindungsweg zwischen bestehenden Häusern und Neubau ist asphaltiert.
Neben dem Neubau dominiert eine Reihe von Gewächshäusern die Umgebung. Deren Zufahrt wird ebenfalls ins Gesamtkonzept aufgenommen. Zudem wird die alte Terrassierung rückgebaut und mit Geotextilien fixiert. Der vielbefahrene Weg neben den Gewächshäusern wird ebenfalls mit einer einfachen Teerschicht befestigt. Der Zugang zu den einzelnen Häusern wird mit Verbundsteinen verlegt, so ist ein sauberer und ebener Zutritt möglich.