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Warum sind die Flöten immer hinter den Geigen versteckt? Und warum können die Tuben in der Orchester Aufstellung nicht direkt neben dem Dirigenten sitzen und einen Teil des Rampenlichts des Orchesters einnehmen, das ohnehin von den Streichern eingenommen wird?
Wenn wir an die «traditionelle» Aufstellung eines Orchesters denken, denken wir an die Geigen direkt links vom Dirigenten und die Bratschen in der Mitte, mit den Holzbläsern und dann dem Schlagzeug hinter ihnen. Die Celli und Kontrabässe befinden sich in der Regel rechts vom Dirigenten, dahinter die Blechbläser.
Die lauten Bläser hinten, die leiseren Streicher vorne – klingt logisch, oder?
Nun, bis vor etwa 100 Jahren gab es dieses Format nicht. Vielmehr saßen die zweiten Geigen den ersten Geigen gegenüber, wo normalerweise die Celli sitzen.
Diese Orchester Aufstellung trug dazu bei, den «antiphonalen» – oder konversationellen – Effekt in den Streichern zu unterstützen, den Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts wie Mozart, Elgar und Mahler oft in ihre Musik geschrieben haben.
Die Orchester Aufstellung der 19 Instrumenten
Doch dann, Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts, kam Leopold Stokowski und veränderte das Spiel. Stokowski, der vor allem als Dirigent des Philadelphia Orchestra bekannt ist, war der Meinung, dass die bisherige Anordnung nicht die beste Klangprojektion bot, und experimentierte daher radikal mit verschiedenen Sitzordnungen.
«Bei einer Gelegenheit entsetzte er die Philadelphianer, indem er die Bläser und Blechbläser vor den Streichern platzierte», sagt Courtney Lewis, Musikdirektor des Jacksonville Symphony Orchestra. «Der Vorstand war empört und argumentierte, dass die Bläser ’nicht genug zu tun hätten, um eine gute Show zu liefern›.
«In den 1920er Jahren nahm er jedoch eine Änderung vor, die sich durchsetzte: Er ordnete die Streicher von oben nach unten und von links nach rechts an, mit dem Argument, dass die Musiker einander besser hören könnten, wenn sie alle Geigen zusammen aufstellen. Die ‹Stokowski-Verschiebung›, wie sie bekannt wurde, wurde von Orchestern in ganz Amerika übernommen.»
Im Hinblick auf die Lautstärke ist es sinnvoll, alle Geigen gemeinsam vorne aufzustellen. Ein Orchester hat 20 Geigen und zwei Tuben, weil die Tuben viel lauter sind als die Geigen – nach der gleichen Logik sollten also auch die Geigen vorne stehen, damit sie gehört werden können.
Es spricht auch einiges für die visuelle Schönheit, die Geigen an die Spitze zu stellen. Die schwungvolle Bewegung von zwanzig Geigenbögen, die sich gemeinsam im Einklang bewegen, ist ziemlich hübsch – und man könnte argumentieren, dass es eine Schande wäre, dies zu ändern.
Aber ist es nicht an der Zeit, dass die Dirigenten ihren inneren Stokowski kanalisieren und die Sitzordnung wieder ändern, nachdem sie jahrelang hübsche, einheitliche Geigen gesehen haben? Dann könnten vielleicht auch die Tuben endlich etwas Zeit im Rampenlicht genießen.