Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/512

|Face Music - Projects - Folk-Centre Pesnokhorki|

P & C December 1998
- last update 03-2016

Folk-Zentrum Pesnokhorki
Seit zwanzig Jahren leitet Olga Abramowa, Absolventin des Saatskonservatoriums in Saratow an der Wolga, Schülerin von Professor Lew Christiansen, das Folklore-Zentrum in Barnaul.
- 1979 gründete Olga Abramowa in der Altairegion ihr eigenes Ensemble unter dem Namen Pesnokhorki. Sie vermittelt als Lehrerin und Leiterin der Abteilung für Volksmusik in der Barnauler Musikfachschule traditionelles Volksgut, das sie in all den Jahren in der Altai-Region gesammelt hatte.
Ihr Engagement und die hervorragenden Kenntnisse wurden zum Vorbild vieler ihrer Studenten. Einige sind in ihre Fussstapfen getreten und leiten heute eigene Zentren und Ensembles.
Olga Abramowas Talent und ihre hervorragende Führung hat in Sibirien diese aussergewöhnliche Situation geschaffen, dass heute in den Schulen das nationale Volksgut der Russen und Kosaken vermittelt und gelehrt wird.
Das Ensemble hat seit über 20 Jahren durch Konzerte das von Olga Abramowa gesammelte Liedergut bekannt gemacht und zur Wiederherstellung einer traditionellen Volkskunst beigetragen. Dies geschah nicht nur innerhalb der Altai-Region, sondern in ganz Russland, und sogar im Ausland fand das Ensemble Annerkennung für seine Aktivitäten.
- 1995 hat Olga Abramowa mit den Ensemblemitgliedern, unter Beistand des Kulturzentrums der Sibirienkosaken, mit Jurij Beloserzew an der Spitze, und der Administration des Industrialnyj Stadtbezirks der Stadt Barnaul, mit Gennadij Kulikow an der Spitze, das Kinder- und Jugend-Folklorezentrums "Pesnokhorki" gegründet. Dort unterrichten heute 50 Lehrkräfte ungefähr 600 Kinder und Jugendliche.
- 1998 hat das Ensemble seine ersten zwei Compact Disks in der Schweiz eingespielt, die von der Firma Face Music veröffentlicht wurden: ein Album mit russischen Liedern aus dem Altai und eines mit Kosakenliedern.
Das Ensemble erreichte mit Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals innerhalb Russlands und auch im Ausland hohes Ansehen und erhielt dafür Preise oder Diplome:
Gastreisen des Ensembles führten nach:
- Rumänien, Ungarn, Polen, Deutschland, Spanien, Schweden und der Schweiz.
Vieles hat das Ensemble zur Wiederbelebung der Kosaken-Gesangstradition beigetragen. Es sind "neue Seiten" in der Geschichte der sibirischen Folklore aufgeschlagen worden, vor allem mit den sogenannten "strelowyje pesni" der Kosaken, den Festliedern, die früher in Konzerten nicht aufgeführt wurden und die vielen Folkloreforschern unbekannt waren.
Gerade in dieser Periode begann die unermüdliche Sammlertätikeit, und das Studium der slawischen Folkstraditionen im Altai in Russland erste Früchte zu tragen. Das gesammelte Material wird im Zentrum systematisch zusammengestellt und nun auch publiziert. Bis heute sind sechs Sammelbände mit Liedergut zur traditionellen Kultur aus dem Altai erschienen:
Die Bildung und erzieherische Tätigkeit der Pädagogen im Zentrum zeichnen sich durch originelle und zeitliche Methoden aus, die auf Erfahrungen heutiger pädagogischer Erkenntnisse gründen. Im Pädagogischen Zentrum wird in Klassen unterrichtet. Aufgabe des Zentrums "Pesnokhorki" ist die Vermittlung der traditionellen Volkskultur der Slawen im heutigen Russland. Ziele des Zentrums sind, einen Beitrag zu leisten zur:
Die Gründung dieses Kinder und Jugend-Folklorezentrums (KJFZ) gab dem Ensemble Pesnokhorki Sinn und Inhalt für seine Suche nach schöpferischer Kreativität sowie das Sammeln von Erfahrungen mit der heranwachsenden Generation, an welche dies alles weiterzuvermittelt werden soll.
Ensemble "Pesnikhorki"2000
Angebot für Kinder und Jugendliche im KJFZ:
- Das KJFZ unterrichtet in den Schulen der Stadt Barnaul in Klassen traditionelle Kosakenkultur und slawische Volkskunst zwecks der Entwicklung von schöpferischer Kreativität und sozialer Anpassung in die Gesellschaft sowie als Vorbereitung auf das Lernen in der Schule. Pädagogen des KJFZ arbeiten auch mit Kindern im Vorschulalter und in Kindergärten in der Stadt Barnaul.
- Das KJFZ veranstaltet jährlich Weiterbildungskurse für Lehrer in den Fächern "Folklore in der Schule".
.
- Das gesammelte Material wird im KJFZ für Volkskunst und Ethnographie ausgewertet und im ethnographischen Museum ausgestellt.
Übersetzung aus dem Russischen: Grigori Agalzew, Zürich (2000)