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Der britische Bekleidungsanbieter French Connection Group Plc hat nach jahrelangem Bemühungen eine neue Eigentümerin gefunden. Am Montag teilte das Unternehmen mit, dass der Verwaltungsrat einem Übernahmeangebot der eigens gegründeten Gesellschaft MIP Holdings Ltd. zugestimmt habe. Im Rahmen der Vereinbarung wird MIP alle Aktien des Bekleidungsunternehmens zum Stückpreis von 0,30 Britischen Pfund erwerben. Der Unternehmenswert von French Connection wird damit auf etwa 28,98 Millionen Britische Pfund (33,9 Millionen Euro) taxiert. Unmittelbar vor der Abgabe des Übernahmeangebots am 22. September hatte der Börsenkurs lediglich bei rund 0,23 Britischen Pfund gelegen.
Ein Bieterkonsortium um den zweitgrößten Aktionär Apinder Singh Ghura erhält den Zuschlag – Konzernchef Marks tritt ab
Hinter der Bietergesellschaft stehen neben Apinder Singh Ghura, der bereits 25,4 Prozent der Anteile hält und damit zweitgrößter Aktionär von French Connection ist, auch Amarjit Singh Grewal und KJR Brothers Limited, eine Firma der Brüder Rafiq Daud Patel und Gafoor Daud Patel sowie weiterer Familienangehöriger. Alle Beteiligten sind seit Langem in der britischen Textilindustrie tätig und durch Geschäftsbeziehungen miteinander vertraut. Am Montag beteiligten sich auch die Investmenthäuser Gordon Brothers International LLC und Aurelius Finance Company Limited im Rahmen einer Kapitalerhöhung an der Gesellschaft.
Ihr Angebot wurde vom Verwaltungsrat von French Connection nun einstimmig befürwortet. Damit sicherte sich die Bieterin auch die Unterstützung von CEO und Chairman Stephen Marks, dem mit einem Anteilspaket von 39,1 Prozent größten Einzelaktionär des Unternehmens. Marks werde nach der Übernahme seine Posten aufgeben und sich aus dem Verwaltungsrat zurückziehen, erklärte das Unternehmen.
In einem ersten Schritt will MIP nun ein Kaufangebot für alle Aktien unterbreiten, die derzeit noch nicht Apinder Singh Ghura gehören. Sobald diese Transaktion vollzogen ist, wird auch er seine Anteile an MIP veräußern. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Übernahme im vierten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen wird.
Nach der Übernahme sind weitere Ladenschließungen geplant
Die French Connection Group, zu der neben der Hauptmarke auch die Labels Great Plains und You Must Create (YMC) gehören, hat seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und war bereits mehrfach auf der Suche nach einem Käufer. Zwar konnte das Unternehmen durch umfassende Sparmaßnahmen, darunter zahlreiche Ladenschließungen, erste Erfolge bei der Restrukturierung erzielen. Umbrüche in der Einzelhandelsbranche und die Folgen der Covid-19-Pandemie hätten aber dazu geführt, dass die finanzielle Flexibilität für die Fortsetzung der Reformen „beschränkt“ bleibe, teilte der Bekleidungsanbieter mit. Zwar glaube das Management weiterhin daran, dass die aktuelle Strategie geeignet sei, „langfristig für Wachstum und Profitabilität zu sorgen“, mit der Annahme des Übernahmeangebots erhielten die derzeitigen Aktionäre aber „unmittelbare, sichere und attraktive Bareinnahmen“, die in ihrer Höhe das mittelfristige Potenzial des Unternehmens berücksichtigten, erläuterte das Unternehmen.
Nach der Übernahme wird MIP demnach zusammen mit CFO Lee Williams und COO Neil Williams, die ihre Posten der Geschäftsführung behalten sollen, das Sortiment und die Kostenstrukturen analysieren und eine Strategie umsetzen, die auf zukünftiges Wachstum und Rentabilität ausgerichtet ist. Bestandteil der Pläne sei eine weitere „Rationalisierung“ des Filialportfolios, verkündete French Connection. Diese ziele darauf ab, durch die Aufgabe unprofitabler Standorte die anhaltenden Verluste zu stoppen, aber gleichzeitig eine „sichtbare Präsenz“ in den britischen Einkaufsstraßen aufrechtzuerhalten.
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