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Das Gasthaus «Löwen» sieht heute von aussen noch fast aus wie vor hundert Jahren: weisse Fassade, grüne Balken. Und die Wände erzählen Geschichten von über 600 Jahren.
- Jass und Tanz: Der «Löwen» war für die Dorfbevölkerung ein wichtiger Treffpunkt. Vor allem in den 1960er- und 70er-Jahren sei das Gasthaus gut besucht gewesen, man habe sich dort einfach getroffen, erinnert sich die 79-jährige Anwohnerin Hedi Gantenbein.
- Unterhaltungen: Sowohl die Theater- als auch die Turnerunterhaltungen fanden ab Beginn des 19. Jahrhunderts im Estrich des «Löwen» statt. Der Estrich war ein Saal und für diese Unterhaltungen gedacht. Die Decke war jedoch zu tief und hatte extra ein Loch, damit die Barrenturner ihre Beine auch ganz strecken konnten.
- Salezer Jahrmarkt: Dieser fand jeweils vor dem «Löwen» statt, und die Bevölkerung strömte dahin. Danach ging man «z' Tanz», erzählt Hedi Gantenbein.
- Salzhandel: Bis ins 19. Jahrhundert war das Gasthaus «Löwen» auch zentral für den Salzhandel in der Region Werdenberg.
- Mord an Johann Philipp von Hohensax: Berühmt wurde das Gasthaus wegen des Mordes am Freiherr Johann Philipp von Hohensax. Dieser traf sich mit Richtern und Amtsleuten in der Gaststube zur Verkündigung von Urteilen, und ihm wurde bei einem Trunk danach von einem Verwandten mit einem Messer den Schädel gespaltet. Der Freiherr verstarb acht Tage danach an den Verletzungen. Der Grund für dieses Verbrechen: Die katholischen und reformierten Teile der Familie stritten sich um das Erbe des Vaters.