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Schon vor Christus bestand die Dekoration im Winter aus immergrünen Pflanzen. Sie verkörpern Lebenskraft. Und um böse Geister zu vertreiben und den Frühling zu begrüssen, wurden zur Sonnenwende grüne Zweige und Äste in den Dörfern, Städten und zum Beispiel Mistelzweige an Häusern angebracht. Mit der Zeit wurden auch ganze Bäume ins Haus geholt und geschmückt. Das symbolisierte die Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.
Bei Römern, Germanen und Kelten war es üblich, am 25. Dezember mit grünen Lorbeerzweigen oder Kränzen die Sonnenwende zu feiern.
Im Mittelalter stellte man Zweige von Obstbäumen ins Zimmer, die um Weihnachten blühen sollten. Weil die Zweige jedoch nicht immer pünktlich blühten, bevorzugte man mit der Zeit immergrüne Pflanzen, etwa Stechpalmen, Kiefern, Fichten oder Lorbeer.
Im 15. Jahrhundert soll die Bäckergilde im Breisgau auf die Idee gekommen sein, einen Tannenbaum aufzustellen und diesen mit Lebkuchen, Nüssen, Äpfeln und getrockneten Früchten zu schmücken – in der Schweiz auch mit Käse. Die Kinder durften sich daran gütlich tun. Damals war ein Tannenbaum allerdings ein Luxus, weil er in den Wäldern noch nicht so zahlreich zu finden und dementsprechend recht teuer war. Nur wohlhabende Bürger konnten sich einen Weihnachtsbaum leisten.
Martin Luther und andere Reformatoren erklärten den Weihnachtsbaum zum Weihnachtssymbol der Protestanten, während die Krippe lange Zeit ausschliesslich zur katholischen Weihnacht gehörte. Erst später anerkannte auch die katholische Kirche den Tannenbaum als Weihnachtssymbol.
Ab 1800 wurde der heimlich geschmückte Weihnachtsbaum, dessen Kerzen am Heiligabend erstmals angezündet werden, mit den Geschenken darunter, der Kern der deutschen Weihnacht. In ausländischer Wahrnehmung war das ein typisch deutscher Brauch.
Von den Deutschen übernahmen die Niederlande, Russland, Italien und dann andere Länder die Idee, einen Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schmücken.
Deutsche Auswanderer und Matrosen brachten den Christbaum schliesslich nach Nordamerika. Es wird berichtet, dass 1832 der ausgewanderte Schriftsteller Karl Follen in Cambridge und 1833 der ausgewanderte Jurist Gustav Körner in Illinois als typisch deutsche Sitte den Weihnachtsbaum in die USA brachten. Über den öffentlich platzierten Weihnachtsbaum in Illinois wurde im ganzen Land berichtet.
In New York wurde der erste Weihnachtsbaum jedoch erst im Jahr 1912 öffentlich aufgestellt.
«Weihnachten» von Joseph von Eichendorff
Markt und Strassen steh‘n verlassen.
Still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen.
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt.
Tausend Kindlein steh‘n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern.
Bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heiliges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit.
Steigt´s wie wunderbares Singen:
O Du gnadenreiche Zeit.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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