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Unter dem Titel «Konjunktur und Innovationsverhalten» hat die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) im Januar 2011 eine Studie abgeschlossen, die im Auftrag der Kommission für Technologie und Innovation entstanden ist. Im Zentrum der Studie stehen zwei Fragen:
Wie stark beeinflussen konjunkturelle Schwankungen die Investitionen in neue Produkte und Prozesse?
Welcher Unternehmenstyp zeigt ein vorwiegend konjunkturell prozyklisches, antizyklisches oder unsystematisches Verhalten bei Investitionen in Forschung und Entwicklung (F+E)?
Die Studie basiert auf der Auswertung von Daten aus regelmässig durchgeführten Umfragen der KOF, aus ökonometrischen Untersuchungen, strukturierten Interviews bei Unternehmen und Verbänden sowie Daten aus der Literatur. Es handelt sich um die Beobachtung grundsätzlicher Zusammenhänge und nicht um kausale Aussagen.
Die Autoren kommen zum Schluss, dass der Anteil der Unternehmen, die sich prozyklisch verhalten, leicht grösser ist als jener, die sich unsystematisch verhalten. Firmen mit antizyklischem F+E-Investitionsverhalten sind klar in der Minderzahl.
Grössere Firmen scheinen einen Schwerpunkt auf prozyklische Produktinnovationen zu setzen, mittelgrosse eher auf prozyklische Prozessinnovationen, während kleinere Unternehmen den Fokus auf eine Reduktion der Personalkosten legen (antizyklisch).
Als besonders ausgeprägt prozyklisch wird unter anderem das Innovationsverhalten in der Elektronikindustrie und im Maschinenbau taxiert, während die Chemie sich mehrheitlich antizyklisch verhält. Als unsystematisch bezeichnet die Studie beispielsweise das F+E-Investitionsverhalten in der Metallindustrie.
Auf den ersten Blick stehen diese Erkenntnisse im Widerspruch zur Tatsache, dass die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) 2009 und vor allem 2010 förmlich überschwemmt wurde von Projektanträgen. Dieser Schein trügt: In Forschung und Entwicklung gut vernetzte Unternehmen haben ein antizyklisches Innovationsverhalten, sind also überdurchschnittlich kooperativ (open innovation).
Und F+E-Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen zeigen gemäss KOF-Studie grundsätzlich eine prozyklische Dynamik. Die «Gesuchswelle» bei der KTI verlief denn auch einigermassen parallel zum konjunkturellen Aufschwung.
Die Schlussfolgerungen der Autoren der KOF-Studie enthalten weitere Details.
Betreffend KTI möchte Swissmem noch einmal betonen, dass für 2011 ausreichende Fördermittel zur Verfügung stehen und Projektgesuche, die 2010 mit dem Prädikat «approved but not funded» zurückgewiesen wurden, jetzt mit den nötigen Anpassungen – und mit guten Erfolgschancen – wieder eingereicht werden können.