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Eine junge Frau kommt zu mir in die Praxis und berichtet, dass sie furchtbare Angst verspürt, wenn sie nur daran denkt, eventuell eine Spritze bekommen zu müssen. Aus diesem Grund meidet sie jeglichen Arztbesuch, auch wenn er angebracht wäre, aus Angst sie bräuchte eine Spritze. Sie weiss überhaupt nicht, woher diese Angst stammt; sie kann sich nicht an irgendeine Episode erinnern, die ein Auslöser für ihre Phobie sein könnte.
Frau M. (Name geändert) möchte die Angst soweit überwinden, dass sie mindestens einen Termin zu einer „normalen“ Routineuntersuchung (zum Beispiel beim Frauenarzt) vereinbaren und wahrnehmen kann. Am besten wäre es für sie, auch dann zum Arzt gehen zu können, wenn sie eventuell eine Spritze bekommen müsste.
Frau M. kam zwei Mal in eine kinesiologische Behandlung. Der Ursprung ihrer Ängste stammte aus einer frühkindlichen Erinnerung, die ihr nicht mehr bewusst war, die aber noch die Ängste auslöste.
Frau M. war anschliessend längere Zeit im Ausland, so dass wir keinen Kontakt mehr hatten.
Ein Jahr später meldete sich Frau M. wieder zu zwei Sitzungen. Sie berichtete, dass sie zum Glück in der Zwischenzeit nie eine Spritze benötigt hätte, dass sie aber ohne Schweissausbrüche und Panikattacken dabei sein konnte, als ihre Grossmutter eine Spritze bekam. Ausserdem berichtete sie, dass sie problemlos über eine Hängebrücke laufen konnte, etwas was sie früher nie geschafft, jedoch in den ersten Sitzungen nie angesprochen hatte.
Frau M. möchte gerne weiter an ihren Ängsten arbeiten. Sie möchte nicht mehr von ihnen beherrscht werden, sondern frei entscheiden können.
Ich habe die Behandlung an unterschiedliche Methoden angelehnt (z. B. Touch for Health, Applied Physiologie, Mental Feld Therapie), habe Frau M. auch Ihre Angst zeichnen lassen, um diese dann bewusst loszuwerden.
Ein halbes Jahr später treffe ich sie an einem Fest wieder. Sie strahlt, kommt zu mir und zeigt mir stolz ihr Ohr und sagt: „Das warst du!“ Ich verstehe zunächst nicht was sie meint, aber dann sehe ich das Piercing und freue mich mit ihr, dass sie es fertiggebracht hat, mutig das zu tun, worauf sie Lust hat.
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