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Drei Jahre lang haben 82 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Fachexpertinnen und Fachexperten Daten zum Wandel der Biodiversität in der Schweiz seit 1900 zusammengetragen und analysiert. Die Ergebnisse der Studie wurden im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010 als Buch veröffentlicht. Die vorliegende Broschüre fasst die wichtigsten Resultate und Kernbotschaften zusammen.
Die Gesamtanalyse zeigt mit wenigen Ausnahmen starke Verluste an Biodiversität zwischen 1900 und 1990. Viele Arten, die einst häufig waren, haben drastische Arealverluste und sinkende Populationsgrössen hinnehmen müssen.
Seit den 1990er-Jahren haben sich die Bestandsrückgänge bei vielen Arten sowie die Flächenverluste bei bestimmten Lebensräumen verlangsamt. In wenigen Einzelfällen fand eine positive Entwicklung statt. Diese an sich erfreulichen Tendenzen sind teilweise auf die ergriffenen Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität zurückzuführen. Sie sind aber auch eine Folge des schlechten Zustands der Biodiversität – wo nur noch wenig vorhanden ist, kann auch nur noch wenig verloren gehen. Vor allem im Mittelland ist die Biodiversität auf einem bedenklich tiefen Niveau angelangt. Viele Leistungen der Ökosysteme wie die Erholungsfunktion, die Abpufferung von Klimaänderungen und der Hochwasserschutz sind mit einer so stark reduzierten Biodiversität nicht mehr garantiert. Die Prognosen bis 2020 zeigen, dass eine echte Trendwende unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht möglich ist.
Quelle: Forum Biodiversität Schweiz