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Actares erwartet von Credit Suisse ambitioniertere und konkretere Schritte, die aufzeigen, dass sie die Klimakrise ernst nimmt. Dafür fordert Actares einen konkreten Zeitplan, bis wann welche Massnahmen vorgesehen sind, um einerseits bis spätestens im Jahr 2050 1.5°C-kompatibel zu sein, andererseits die Veröffentlichung der quantitativen TCFD-Berichterstattung (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) voranzutreiben. Unerlässlich ist, dass die Gruppe transparent kommuniziert, welche Forderungen sie in ihren Dialogen mit Unternehmen im Rahmen der Klimarisikostrategie stellt.
Actares – Aktionariat für nachhaltiges Wirtschaften – begrüsst die 2019 eingeführte, gruppenweite Klimarisikostrategie. Jedoch werden darin weit ambitioniertere Ziele vermisst. Der vom Weltklimarat IPCC vorgegebene Weg zur Begrenzung der Erwärmung auf 1.5°C bedeutet, dass die Treibhausgasemissionen bis 2030 um die Hälfte, und bis 2050 auf Netto Null gebracht werden müssen – um überhaupt eine 50-prozentige Chance zu haben, das 1.5°C-Ziel zu erreichen. Actares fordert von Credit Suisse, dass ihre Klimarisikostrategie auch Kreditvergaben und das Asset Management, kurzum alle Finanzdienstleistungen, einbezieht. Die Unterstützung von Kunden im Übergang zu kohlenstoffarmen und klimaresistenten Geschäftsmodellen ist begrüssenswert. Actares erwartet, dass transparent kommuniziert wird, welche Forderungen Credit Suisse an Unternehmen stellt, und was die Konsequenzen sind, wenn Unternehmen die Forderungen nicht im vereinbarten Zeitrahmen erreichen.
Hände weg von fossilen Brennstoffen
Credit Suisse schreibt in ihrem Bericht zur Unternehmensverantwortung 2019, dass sie «längst erkannt hat, welche Rolle sie bei der Bewältigung der Herausforderungen gegen den Klimawandel und bei der Förderung des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft spielen können und auch sollten». Der Bericht «Banking on Climate Change 2020» zeigt auf, dass Credit Suisse seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens mehr als 57 Milliarden Dollar an Unternehmen im Bereich von fossilen Brennstoffen zur Verfügung gestellt hat. Obwohl die Finanzierung in den letzten zwei Jahren zurückgegangen ist, bleibt Credit Suisse weiterhin federführend im europäischen Vergleich. So ist der Bankkonzern zwischen 2016 und 2019 führend in der Finanzierung von Kohleminen im europäischen Vergleich. Die im November 2019 von Credit Suisse veröffentlichten neuen Weisungen schliessen in Zukunft unter anderem die Finanzierung von neuen Minenprojekten für thermische Kohle aus. Doch bis wann verabschiedet sich Credit Suisse aus der Finanzierung von bestehenden Kohleminen und Kohlekraftwerken?
Wichtig ist jetzt, dass die Corona-Krise die bisherigen Anstrengungen im Bereich Klima- und Umweltpolitik nicht verlangsamt, sondern von Credit Suisse als Chance betrachtet wird. Actares fordert daher, dass auch in der Klima- und Umweltpolitik von Credit Suisse in neuen Dimensionen gedacht wird. Banken haben eine zentrale Rolle in der Vergabe von Krediten. Jetzt ist die Möglichkeit, die Weichen zu stellen für eine effektive Bekämpfung der Klimakrise.