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Die Schrift Via Lucis entstand 1641/42 in London. In ihr entwickelt Johann Amos Comenius (1592-1670) erstmals einen ausführlichen Entwurf seines Vorhabens, «alles allen auf allseitige Weise» zu lehren und dadurch ein Zeitalter globalen Friedens heraufzuführen. Hierbei gelangt er zu einem originellen, philosophisch fundierten Geschichtsverständnis, in dem sich divergierende zeitgenössische Extrempositionen aufheben, die bislang in unbewältigtem Nebeneinander vorlagen: Chiliastischer Drang zur Weltgestaltung und augustinische Weltrelativierung sowie baconianisch-quantitative und rosenkreuzerisch-qualitative Wissenschaftskonzeptionen wechseln einander nicht mehr krisenhaft ab, sondern bilden in harmonischer Koordination die Achsen einer umfassenden Orientierung. Diese Geschichtsauffassung erweist sich als verbindendes Band, das die verschiedenen Tätigkeitsbereiche des Comenius (Theologie und Philosophie, Pädagogik und Politik, Sprachwissenschaft und Naturforschung) zu einem einzigen, in sich kohärenten «pan-sophischen» Projekt zusammenfügt. So entsteht ein zeitübergreifendes Modell für die Bewältigung geschichtlicher Krisen.
Autorentext
Der Autor: Uwe Voigt wurde 1965 geboren. Von 1985 bis 1992 studierte er Philosophie, Psychologie und Theologie in Bamberg und Innsbruck; seit 1993 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Philosophie I an der Universität Bamberg. Zahlreiche Veröffentlichungen v.a. auf dem Gebiet der Comenius-Forschung, darunter Übersetzung und Kommentierung von: J.A. Comenius, Der Weg des Lichtes øerste vollständige deutschsprachige Ausgabe der 'Via Lucis'; erscheint als Bd. 484 der 'Philosophischen Bibliothek' im Felix Meiner-Verlag (Hamburg)!.