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Max Horlacher wurde 1931 in Fricktal/AG geboren. 1960 gründete er die Horlacher AG in Möhlin AG.1983 entwickelte er ein muskelkraftbetriebenes Leichtbau-Flugzeug von 46 kg, das sich mit einem Veloähnlichen Tretmechanismus in die Luft erheben konnte.
Einen ersten Kontakt zum Bau von Automobilen erhielt der junge Horlacher über seinen Onkel und Götti Paul Horlacher, der in Colmar Karosserien für Bugatti baute und welcher Mitbesitzer der "Carosserie Gangloff" war, welche heute in der Oldtimer-Welt ein Begriff ist. Zuerst musste der junge Max allerdings Keramikmaler lernen. In seinem Beruf entwickelte er einen kleine Brennofen für Bastler. Sein Götti Paul offerierte ihm ein Stage im Elsass und schon bald kam er in Kontakt mit dem Autosport, war in Le Mans am 24-Stunden-Rennen. In seiner ersten eigenen Werkstatt nach der Gründung seiner Firma 1960 entwickelte er mit Kollegen sein erstes Auto.
In der eigenen Firma produzierte er zuerst Kunststoffteile für Schindler. So entstand eine Produktionspalette für Kunststoff-Verkleidungen für Bahnen, aber auch für Stühle und Fassadenteile. Eine eigentliche Pionierstellung erlangte er mit seiner Leichtbauweise. 1985 gründete er in seiner Firma die Abteilung Fahrzeugbau. In den folgenden gut 20 Jahren sind nicht weniger als 14 Prototypen entstanden, welche Verbundwerkstoffe so einsetzten, dass sie sowohl Energieeffizienz als auch Insassensicherheit anboten.
Den eigentliche Anstoss zum Fahrzeugbau gab ihm Kaspar Villiger, der nachmalige Bundesrat, der im Verkehrshaus Luzern das von Horlacher gebaute leichte Muskelkraftflugzeug "Pelargos" sah und sich mit Horlacher in Verbindung setzte. Villiger wollte eigentlich an der Tour de Sol teilnehmen; sein Autobauer war aber letztlich nicht in der Lage, das gewünschte Auto zu bauen. Da sprang Horlacher ein und konstruierte in kürzester Zeit ein erstes Modell.
Seine Firma entwickelt bis heute Innenverkleidungen und Verschalungen für Schweizer und europäische Bahnen und Flugzeuge. Als Pionier einer neuen Solarepoche erhielt Max Horlacher zusammen mit René Jeanneret von der Ingenieurschule Biel den Ehrensolarpreis 2015.
Die grosse Palette von Horlacher-Fahrzeugen reicht vom Migros MEV1 im Jahre 1985, über das sog. "Ur-Ei", eine flugzeugkabinenähnliche Konstruktion mit Solarzellen zu verschiedensten Modellen, die mit "Horlacher sport", "Horlacher city", "Horlacher carbon" und Namen wie "Consequento", "Saxikurier", "Pick-up", "Pantila electric Coupé" oder "TATZI people mover" auf den Strassen auftauchten und Furore machten. Die Fahrzeuge zeichnen sich primär aus durch ihre Leichtbauweise, sind aber allesamt wunderschön anzuschauen, effizient und gut zu fahren. Wie alle in der Schweiz entwickelten Elektromobile reichte es aber nie zu Grossserien, obwohl gerade Horlacher von einigen Kunden bemerkenswerte Aufträge erhielt.
Die nachfolgende Bildauswahl zeigt die breite Palette von Fahrzeugen, die aus der Fertigung Max Horlacher stammen. Durch Klick auf das Bild wird dieses grösser und der Untertitel sichtbar, der Typ und Jahrgang zeigt.
Wenn man sich mit dem erfreulich rüstigen Firmengründer heute unterhält, bekommt man viel Bemerkenswertes zu hören. So sei sein "Pick-up", ein Gebrauchsfahrzeug im Arbeitseinsatz, sein insgesamt bestes Fahrzeug gewesen. Mit dem Modell "Sport" hat er bisher mehr als 200'000 Kilometer zurückgelegt.Seine längste Strecke in den 1990er Jahren habe er mit einer Hochtemperaturbatterie erreicht auf der Strecke Fricktal-Luzern-Klausen-Möhlin.Er konnte seine Fahrzeuge allerlei Prominenz vorführen, am berühmtesten ist seine Präsentation vor dem amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, der sich natürlich auch in sein Auto setzte und begeistert war.
Viele seiner Fahrzeuge haben an den Tour de Sol-Fahrten teilgenommen. Horlacher war damals quasi Dauergast und hat auch zahlreiche Spitzenresultate erreicht. Anfänglich war er dieser Veranstaltung gegenüber eher kritisch eingestellt wegen der Produktion von Strom mit Solarzellen auf dem Fahrzeug. Da hatte er von Anfang an die richtige Erkenntnis, dass Strom - wenn schon - auf dem Hausdach und nicht auf dem Fahrzeug produziert werden sollte. Und dass der Strom nicht aus Kohle oder Uran gewonnen werden sollte, sondern mit erneuerbarer Energie, war für ihn selbstverständlich.
Er bedauerte natürlich, dass das Elektromobil anfänglich mit den damals üblichen Bleibatterien viel zu schwer war. Mit seiner Leichtbauweise versuchte er, dagegen zu halten. Beim Eisenbahnwagen hatte er damit bemerkenswerten Erfolg, sind die Züge damit nicht nur leichter sondern auch energieschonender geworden. Er kämpfte auch früher als Andere für die Reinhaltung der Luft und hat z.B. den Dieselmotor schon sehr früh als schlechte Alternative zum Elektromotor bezeichnet. Heute ist er hochzufrieden, dass es gelungen ist, in den letzten 30 Jahren die Leistung der Batterien zu verdreifachen und den Preis zu senken. Das hielt man damals für unmöglich. So ist er immer seiner Philosophie treu geblieben, dass man Verbesserungen nur erreichen kann, wenn man nicht von Anfang an "Nein" sagt. Seine Entwicklungen und sein Erfolg mit der Leichtbauweise haben ihm inzwischen mehr als recht gegeben und er darf sich mit Fug und Recht als Pionier einer Entwicklung bezeichnen, die auf Leichtbau, auf Effizienz und Umweltverträglichkeit gesetzt hat.
Aus dem Jahre 2012 stammt ein interessanter Artikel, der verschiedene Aspekte von Max Horlachers Schaffen zeigt. >>hier