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Im Folgenden ein paar wichtige Fakten und Entwicklungen zum Olympia-Gastgeberland.
Das Land
Brasilien ist mit rund 205 Millionen Einwohnern eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Das Land umfasst nahezu die Hälfte der Fläche Südamerikas. Es gehört zu den aufstrebenden Schwellenländern in der Weltwirtschaft, auch wenn es in den letzten Jahren in eine Schwächephase abglitt. Brasilien ist eine Republik mit bundesstaatlicher Struktur.
Politik
In den vergangenen Jahren hat sich das politische Klima nicht zuletzt durch viele Skandale und wachsende soziale Spannungen immer mehr verschlechtert. Das Land ist politisch instabiler geworden. So wurde kurz vor den Olympischen Spielen die seit 2011 regierende linke Präsidentin Dilma Rousseff nach einer Serie von Korruptionsskandalen in ihrem Umfeld für 180 Tage vom Amt suspendiert. Wie es an der Spitze des Staates weitergeht, ist offen. Übergangspräsident ist seit Mai der bürgerliche Politiker Michel Temer.
Das Land ist in sich zerrissen zwischen zwei grossen politischen Strömungen: dem bürgerlichen Lager, das die wirtschaftlich starken Bundesstaaten im Süden des Landes dominiert, und der Arbeiterpartei PT von Rousseff und ihrem Vorgänger Lula da Silva, die im eher armen Norden des Landes ihre Hochburg hat.
Olympia
Nach der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 stemmt Brasilien mit den Olympischen Spielen das zweite globale Grossereignis innerhalb zweier Jahre. Gut elf Milliarden Dollar hat das ökonomisch angeschlagene Land nach Darstellung des Instituts der deutschen Wirtschaft in und für die Sommerspiele investiert. Im Vergleich zu den russischen Investitionen für die Winterspiele vor zwei Jahren von schätzungsweise über 50 Milliarden Dollar sei das "fast schon bescheiden", lautet der Befund des Instituts.
Korruption
Eines der grössten Probleme neben Armut und der wieder wachsenden sozialer Ungleichheit ist die Korruption. Dabei spielen Brasiliens grösster Konzern, das Ölunternehmen Petrobas, sowie seine Zulieferer eine zentrale Rolle.
Wirtschaftsentwicklung
Nach einer tiefen Rezession ist die Brasilien, das zu den zehn grössten Volkswirtschaften der Welt zählt, auf dem Weg zurück zu wirtschaftlichem Wachstum. Für 2016 rechnen Experten mit einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent bei weiter sinkenden Ein- und Ausfuhren. Haupt-Lieferländer von Produkten aus dem Ausland sind China, gefolgt von den USA und Deutschland. Als Abnehmerland brasilianischer Produkte liegen China und die USA vorne.
Im kommenden Jahr halten Experten wieder ein Wachstum von 0,5 bis 1,5 Prozent für möglich. Die im Vorjahr noch mit 9 Prozent sehr kräftige Teuerung soll in diesem Jahr auf rund 4,5 Prozent sinken. Langfristig gilt Brasilien trotz seiner Schwierigkeiten als grosser Wachstumsmarkt der Zukunft, nicht zuletzt wegen seiner grossen Bevölkerung und des damit grossen Binnenmarktes.
Mittelmacht
Brasilien gehört mit China, Indien, Russland und Südafrika der wichtigen Schwellenländer-Gruppe BRICS und der G20-Gruppe der wichtigsten Schwellen- und Industrieländer an, die als das wichtigste Koordinationsforum der weltweiten Wirtschafts- und Finanzpolitik gilt.
Rohstoffe und Produkte
Vor acht Jahren wurden grosse Erdöl- und Erdgasvorkommen an der südöstlichen Atlantikküste entdeckt. Darüber hinaus verfügt Brasilien aber auch über weitere wichtige Rohstoffe wie Uran, Seltene Erden, Zinn, Platin, Mangan, Gold und Eisenerz.
(Reuters)