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Massenmediale Einflussmöglichkeiten auf das Image von Sozialhilfekontexten
Eine empirische Untersuchung über die massenmedialen Einflussmöglichkeiten auf das Image von Sozialhilfekontexten
Die Sozialhilfe gilt als öffentlich-rechtliche Leistung, welche durch Steuermittel finanziert wird. Sie ist das letzte Auffangnetz der sozialen Sicherung in der Schweiz. Hierzulande hat jede Person das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Dieses Recht wird mittels der Sozialhilfe gewährt und richtet sich an Menschen in Notlagen.
Die Sozialhilfebeziehenden, die Institutionen und deren Mitarbeitende geraten häufig in mediale Kritik. Einzelfälle, bei welchen etwas schiefgelaufen ist, wie beispielsweise bei einem Sozialhilfemissbrauch, werden medial besonders oft publiziert. Die Logik der Massenmedien folgt der Abbildung von Sachverhalten, welche von der Norm abweichen. Die Stilmittel der Dramatisierung, Personifizierung und Skandalisierung werden gezielt eingesetzt und vermitteln gehäuft verzerrte Sozialhilferealitäten. Die Autorin fragt sich, weshalb die Sozialhilfekontexte immer wieder in die mediale Kritik geraten und wie sich diese Art der Berichterstattung auf das Image der Sozialhilfekontexte auswirkt. Aus diesen Überlegungen hat sich folgende Fragestellung gebildet:
Welche Rolle können die massenmedialen Einflussmöglichkeiten bei dem Image von Sozialhilfekontexten spielen?
Die Fragestellung wird mittels quantitativer und qualitativer Methoden beantwortet. Hierzu wurde zum einen ein standardisierter Fragebogen konzipiert, welcher durch 702 Teilnehmende aus der Deutschschweiz beantwortet wurde, und zum anderen wurde ein strukturiertes Leitfadeninterview erstellt, welches mit Expertinnen und Experten aus den Medien, der Sozialhilfe und der Politik geführt wurde.
Die Ergebnisse besagen, dass sich die medial thematisierten Einzelfälle, bei welchen etwas schiefgelaufen ist, negativ auf das Image der Sozialhilfekontexte auswirken. Das Image wird von der Mehrheit der Befragten als negativ eingestuft und Folgen wie Stigmatisierungen oder Abstimmungen zuungunsten der Betroffenen werden dadurch gefördert. Als Fazit kann gesagt werden, dass die oftmals skandalisierte und faktenfreie Berichterstattung über Sozialhilfekontexte deren Image massgebend negativ prägt. Auch konnte ermittelt werden, dass das Wissen über die Sozialhilfe mehrheitlich gering und das Vertrauen in die Berichterstattung entsprechend klein ist.
Hinzu kommt, dass die Öffentlichkeitsarbeit der Sozialen Dienste als zu mangelhaft empfunden wird. Diese mediale Scheu seitens der Sozialdienste im Umgang mit den Medien wirkt sich ebenso kontraproduktiv auf die Thematik aus, denn dadurch werden Falschrealitäten bezüglich der Sozialhilfekontexte kaum korrigiert und die Stigmatisierung der Betroffenen sowie die Verunsicherung bei der Bevölkerung nimmt zu.