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Wald
Naturreservat Widum
Den Wald sich selber überlassen
2,5 % der Schweizer Waldfläche sind als Waldreservate ausgeschieden. Bis 2030 sollen es 10 % sein, lautet ein Ziel des Waldprogramms Schweiz (WAP-CH). In Naturwaldreservaten wie dem Reservat „Widum“ in Illnau-Effretikon wird die Entwicklung ganz der natürlichen Dynamik überlassen.
Die Holzkorporation Ottikon ZH nutzte den unwegsamen Waldteil nur noch spärlich, weil der Holzerlös nicht einmal mehr die Erntekosten deckte. Die Voraussetzungen waren also gut, um aus dem elf Hektaren grossen «Widum» ein Naturwaldreservat zu machen. Unter Naturwaldreservat versteht man ein Waldgebiet, in dem die Entnahme von Holz und sonstige wirtschaftliche Nutzung untersagt ist. Der Wald wird im Wesentlichen der natürlichen Entwicklung überlassen, so dass im Idealfall nach langer Zeit eine neue Urwald-Wildnis entstehen kann.
2002 schloss also die Holzkorporation mit dem Kanton Zürich einen entsprechenden Vertrag ab: Gegen eine Entschädigung verzichtet sie auf weiteren Holzschlag. Bäume dürfen jetzt wirklich alt werden, umfallen, Totholz bilden.
13 % der Schweizer Waldfläche sind seit 50 Jahren oder länger nicht mehr bewirtschaftet worden. Doch diese Flächen liegen grösstenteils an schlecht zugänglichen Standorten in den Bergen. Deshalb ist es besonders im Mittelland dringlich, neue Waldreservate auszuscheiden, auch wenn sie wie das «Widum» eher klein sind.