Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03215.jsonl.gz/264

In den US Streitkräften ist 2019 ein Revirement zu verzeichnen. Auch beim Marine Corps gibt es einen Wechsel. Der Kommandant General Robert B. Neller tritt nach regulärer vierjähriger Amtszeit in den Ruhestand. Er wird durch Generalleutnant David H. Berger abgelöst, der zum Viersterngeneral aufsteigt.
Im Vereinten Stab der Stabschefs werden drei der sechs Positionen wechseln, und falls Admiral John Richardson, Chief of Naval Operations, auch noch ersetzt werden sollte, was erwartet wird, sind es sogar vier. Einzig der Stabschef der Luftwaffe, General David L. Goldfein und der Chief of the National Guard Bureau, General Joseph L. Lengyel, bleiben.
Der 38. Kommandant
Berger wird der 38. Commandant of the Marine Corps (CMC) sein. Nach dem Abschluss seiner Studien in Tulane wurde Berger Inf Of im Corps. Er erwarb sich weitere intellektuelle Meriten, so weist er je einen Master in Internationaler Politik von der John Hopkins Universität und in Militärstrategischen Studien auf. Des weiteren ist er Absolvent der Infanterieschule des Heeres, des US Marine Corps Command and Staff Colleges, der US Marine Corps School of Advanced Warfighting, der Ranger School des Heeres.
Irak, Kosovo, Afghanistan
In «DESERT STORM» 1991 diente er als Kompaniekommandant und Operationsoffizier im 2. Aufklärungsbataillon. Später kommandierte er das 3rd Batallion/8th Marines, zuerst in Okinawa und dann in Haiti. Als Oberst kommandierte er die 8. Regimentskampfgruppe in Fallujah, also in jenem Gefecht, in dem Jim Mattis die 1. Marinedivision führte und Joe Dunford Stabschef derselben Division war.
Als Kdt Stv der 2. Marinedivision war Berger Stabschef der KFOR im Kosovo. 2012 diente er als Kdt der 1. Marinedivision in Afghanistan, danach folgte das Kommando über die I Marine Expeditionary Force und dann über alle Marine Corps Truppen im Pazifik.
Beste Voraussetzungen
Ende August 2018 wurde er zum Chef des Marine Corps Combat Development Commands ernannt, das die Strukturen und die Doktrin des Corps entwickelt. Als Architekt des Corps ist er nun zum Chef des Corps berufen worden. Berger verfügt über reiche Erfahrungen im Mittleren Osten und Westpazifik.
Die jüngsten Entwicklungen, vermehrt Einsätze von vorgeschobenen Stützpunkten aus und in küstennahen, stark verteidigten Regionen zu führen, sind beste Voraussetzungen für Berger. Er sammelte Erfahrungen mit dem neuen Flugzeug F-35B, das erstmals im Einsatz mit der 13th Marine Expeditionary Unit an Bord der USS Wasp (LHD-1) stand.
Berger wird über ein Marine Corps von 186 200 Mann und 38 500 Reservisten verfügen. Es sind Beschaffungen von 3,1 Mia $ geplant, so 357 gepanzerte und 587 weitere Fahrzeuge, 6 CH-53K Helikopter und zehn weitere F-35B, Dronen und 25 155mm Geschütze. Die amphibischen Schiffe werden über das Budget der Navy beschafft. Das Marine Corps arbeitet weiterhin intensiv daran, in enger Zusammenarbeit mit der Navy seine Fähigkeiten zu Einsatz in einem expeditionary Umfeld zu verbessern.
Weit grössere Distanzen
Angesichts des veränderten und bedrohlicher werdenden sicherheitspolitischen Umfeldes stehen dabei wieder Aufgaben im traditionellen Rahmen (high-end war), selbstredend mit moderneren Mitteln und Verfahren, im Vordergrund.
Jüngste Aktivitäten zeigen, dass das Corps wieder vermehrt in Norwegen, in der Ostsee und im Fernen Osten übt, auch mit amphibischen Operationen, allerdings über weit grössere Distanzen, als bisher und unterstützt von mobilen schwimmenden Stützpunkten und künftig neuen Luftkissenfahrzeugen mit einer Reichweite von bis zu 400 km, die damit erheblich über jener der bisherigen LCAC von 200 km liegt.
Jürg Kürsener