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Mir Lüt uf em Land si so lustig und froh
Mir füehren es Lebe,'s chönnt besser nit goh,
Drum chömet, ihr Städter, betrachtet dä Stand
Und lehret au schätze der Bur uf em Land.
Zwor Chummer und Sorge git's überall gnueg,
Bim Cheiser und Künig, wie dusse bim Pflueg;
Isch eine nur zfriede, so lebt er scho froh,
Ne jede muess schaffe, Gott will's halt eso.
Am Morge früeh use zur Arbeit uf's Feld,
Mer lön-is nit gruse, es bringt is jo Geld;
Wie meh dass mer schaffe, wie meh goht is i,
Das isch so nes Lebe, 's chönnt besser nit si.
z Mittag, wenn es heiss isch, wenn d Sunne so brönnt,
So isch is es Stündli am Schatte au gönnt;
Denn schaffe mer wieder mit doppeltem Muet,
Mer juchze und singe und meine's no guet.
Si d Sterne am Himmel, so goht me denn hei,
Me sitzt denn vor d Hüser und zellt no e chlei,
De leit me si nieder und "Bhüet di Gott, Welt!"
Am Morge früeh wieder zur Arbet uf 's Feld.
So goht's bi de Bure fast alli Tag zue,
Mir bruche nüt z fulke, denn z werche git's gnue,
's chunnt eis halt uf 's ander, Johr i und Johr us,
Bald duss uf der Matte, bald dinne im Hus.
Im Winter do schafft me halt nit eso viel,
Me sitzt denn bim Ofe und het sie frei still;
Wenn d Meideli spinne, si d Buebe au do,
Sie lache und schwätze und si derbi froh.
So isch es es Lebe bi eus uf em Land,
Drum chömet, ihr Städter, betrachtet dä Stand.
Und müesse mer schaffe, es isch is jo glich,
Der Friede im Herze macht glücklich und rich.
Über das Lied
(Der Bauernstand)
In der Sammlung Alpenlieder (Basel, E. Knop, um 1830) und im Schweizer Liederbuch von 1834 wird der Solothurner Alois Glutz als Verfasser und Erfinder der Melodie bezeichnet. Das Lied muss früh populär geworden sein; man begegnet ihm um 1834 schon sprachlich angepasst in einem Lützelflüher Liederheft (handschriftlich). Eine von derjenigen der "Alpenlieder" etwas abweichende Singweise aus dem Aargau macht mir Herr Rud. Zschokke bekannt.
Das Lied mit seinem harmlosen Optimismus bildet ein Gegenstück zu dem älteren, ebenfalls schweizerischen, aber nur entstellt und durch J. R. Wyss zweifelhaft verbessert auf uns gekommenen Klagelied:
"Isch es nid es elängs Lebe
Um en arme Burestang?
Öb me sött der Name träge,
lieber gieng men us em Lang.
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's heisst nur: Bur, schaff! Bur, bring die Straf!
Bur, zahl baar us, sünst chunnst um ds Hus!
Bur, schaff Zins, lueg wo de 's nimmst!"
usw., dreizehn Strophen, ein merkwürdiges Kulturbild aus dem 18., wenn nicht 17. Jahrhundert (Bauernkrieg), wie Kretzschmer vermutet (Erk-Böhme III).
Str. 6, V. 2 fulke: faulenzen.
Quelle: Im Röseligarte, Schweizerische Volkslieder