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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
30. Kapitel: Die „Geistigen“ stehen nicht über dem Demiurgen
3.
Ist denn nun ein größeres, herrlicheres, klügeres Werk durch sie aus ihrem Heiland oder von ihrer Mutter gemacht worden als die, welche von dem geschaffen worden, der dies alles angeordnet hat? Welche Himmel haben sie gefestigt, welche Erde gegründet, welche Sterne hervorgebracht, welche Lichter angezündet? Welche Bahnen haben sie den Sternen gewiesen, welchen Regen, welchen Frost oder, was sonst nach Zeit und Zone erforderlich ist, haben sie der Erde zugeführt? Welche Hitze oder Trockenheit ferner haben sie angeordnet, welche Flüsse haben sie steigen, welche Quellen entspringen lassen? Mit welchen Blumen oder Bäumen haben sie die Erde geschmückt, wieviele Lebewesen, vernünftige oder unvernünftige, alle schön von Gestalt, haben sie geschaffen? Wer kann all das übrige, was durch Gottes Kraft hervorgerufen und durch seine Weisheit gelenkt wird, im einzelnen aufzählen oder die Größe der Weisheit Gottes, des Schöpfers, ergrübeln? Zu schweigen von der Größe der unvergänglichen Dinge, die über dem Himmel sind, den zahllosen Engeln, Erzengeln, Thronen, Herrschaften und Mächten. Welchem dieser Werke wollen sie sich gegenüberstellen? Können sie, die doch als seine Geschöpfe aus seiner Hand stammen, auch nur ein einziges derartiges Werk aufweisen, das durch sie oder von ihnen gemacht wäre? Hat sich nämlich der Heiland oder ihre Mutter — wir wollen ihre eigenen Ausdrücke beibehalten, um sie mit ihren eigenen Worten der Lüge zu überführen — des Demiurgen bedient, um das Abbild der im Pleroma befindlichen Dinge aller derer, die sie bei dem Heiland schaute, herzustellen, dann hielt sie ihn für mächtiger und geeigneter, ihren Willen auszuführen, weil sie das Abbild so großer Dinge nicht durch einen schlechteren, sondern durch einen besseren herstellte.