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Horrorfilm
Japan 1966
Alternative Titel Yotsuya kaidan; 四谷怪談
Regie Shiro
Toyoda
Drehbuch Toshio Yasumi nach der Story von Tsuruya Nanboku
Darsteller Tatsuya Nakadai, Mariko Okada, Junko Ikeuchi, Kanzaburo Nakamura, Mayumi Ozora
Länge 105 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 14
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 1.11.08
© Bilder Artsmagic, Screenshots molodezhnaja
STORY
Japan Mitte des 19. Jahrhunderts: Durch den Tod seines Fürsten ist Iemon Tamiya (Tatsuya Nakadai) zum herrenlosen Samurai geworden. Er hat kein Geld und keine Zukunft mehr. Als er erfährt, dass sein Schwiegervater seine Töchter, also auch Iemons Ehefrau Oiwa (Mariko Okada), in die Prostitution verkaufen will, tötet er den Alten kurzerhand. Bald darauf wird ihm erklärt, dass er wieder eine Aufstiegschance hat, wenn er die schöne Osode (Junko Ikeuchi) heiraten würde. Von Osodes Vater bekommt er ein Gift, das Oiwa ahnungslos zu sich nimmt. Davon stirbt sie nicht, aber ihr Gesicht ist fürchterlich entstellt. Iemon meuchelt sie und einen Bediensteten, der die Hintergründe kennt. Danach nagelt er beide an die Türe und wirft ihre Leichen in den Sumpf. Während Iemon sich nun daran macht, Osode zu heiraten, wird er von Oiwas Geist heimgesucht.
REVIEW
Die Geistergeschichte von Yotsuya ist ein Klassiker der japanischen Populärkultur: Tsuruya Nanboku schrieb sie 1825 als Kabuki-Stück, später wurde sie mehrfach fürs Kino adaptiert. 1956 zum Beispiel als Ghost Story of Yotsuya, drei Jahre darauf von Genre-Maestro Nobuo Nakagawa und 1994 von Kinji Fukasaku als Crest of Betrayal. Anno 1966 nahm sich der seit den Stummfilmjahren aktive Shiro Toyoda (1906-1977, "Portrait of Hell") des Stoffes an. Seine Version ist trotz bescheidener Lauflänge etwas zäh und wirkt bisweilen holprig. Es ist zu lesen, dass eine 190-minütig Fassung in Japan existiert, was ich jedoch weder bestätigen noch glauben kann. Dazu müssten dann schon einige Nebenhandlungen unnütz aufgeblasen worden sein.
Im Vergleich zu vorherigen Interpretationen zieht "Illusion of Blood" vor allem visuell den Kürzeren. Toyoda schuf zwar ein paar ansprechende Bildkompositionen, doch der letzte Kick fehlt. Das gilt auch für die Dramaturgie: Zwar sind die Kaidans, die japanischen Geistergeschichten, oft nicht die grossen Spannungsreisser, doch sie erzeugen immerhin mit einer geschickt aufgebauten Story ein wohliges Schauergefühl. Hier will sich das nur selten einstellen. Zu viel Zeit verbraucht der Film mit dem Aufbau, zu wenig eindrücklich kommen die späteren Geister-Erscheinungen herüber.
Dem allem zum Trotz ist "Illusion of Blood" halbwegs sehenswert. So gibt Superstar Tatsuya Nakadai (Goyokin, "Sword of Doom", The Wolves) einen brauchbaren Protagonisten ab, indem er anfänglich noch ein paar Sympathien auf seiner Seite hat und die ziemlich schnell wieder verspielt. Er agiert zwar am Rande der Übertreibung, doch das verleiht dem oft blutleeren Film wenigstens etwas Leben. Seine weiblichen Co-Stars Mariko Okada ("Samurai" I-III) und Junko Ikeuchi (Tora-San's Love Call) sind solide, dasselbe gilt für die restliche Besetzung.
Und dann ist da noch das Finale, das endlich etwas Stimmung in die Bude bringt: Erst mit Action, dann mit einem Hauch von Wehmut. Doch es ist viel zu wenig, viel zu spät. "Illusion of Blood" ist letztendlich nett anzuschauen und alles andere als übel, aber im Vergleich zu anderen Fassungen enttäuscht er leicht. Zu lang, zu wenig spannend, zu einfallsarm umgesetzt. Gerade für eine Geschichte, die dutzendfach verfilmt wurde, müsste sich ein Regisseur einen neuen Ansatz einfallen lassen. Etwas, was seine Vision von jener anderer Filmemacher unterscheidet. Gerade das fehlt hier und lässt das Werk ins Mittelmass abfallen.
MEINE
DVD
GB, Code 2, PAL
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Japanisch 2.0 mit englischen Untertiteln.
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