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Alfred Vogel wurde in Aesch geboren und wuchs dort auf. Schon in seiner Kindheit lernte er von seinem Vater und seiner Grossmutter vieles über die Fauna und Flora der Gegend. In seiner Jugend begann er sich für die Reformbewegung einzusetzen, wurde mit siebzehn Jahren Vegetarier, referierte über Rohkost und wurde aufgrund des Ersten Weltkriegs Pazifist. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre und führte von 1920 bis 1932 ein Reformhaus in Basel, wo er auch sein erstes Labor für Kräuterheilkunde einrichte. An Kongressen und durch Studienaufenthalte bildete sich Vogel weiter und vertiefte seine Kenntnisse in organischer Chemie und in der Vitaminlehre. In den 1930er-Jahren eröffnete er weitere Reformhäuser in Bern, Solothurn und Zürich. Von 1929 bis 1931 publizierte er seine eigene Zeitschrift «Das Neue Leben», die später von «A. Vogels Gesundheitsnachrichten» ersetzt wurde.
1933 verlegte Vogel seinen Wohnort nach Speicher (AR), wo er eine Anerkennung als Naturarzt erhielt. Er war Präsident der dortigen Reformhaus-Gesellschaft und gründete 1935 das Laboratorium Bioforce in Trogen. Auf dem Hätschen in Teufen erwarb er 1937 ein ehemaliges Kinderheim, in dem sich von 1937 bis 1957 seine Wohnung sowie ein Kur- und Kinderheim, das Diätkurhaus Vogel und die Produktionsstätte für seine Heilpflanzen-Präparate befanden. Vogel stellte insbesondere Frischpflanzensäfte und -extrakte her. Am bekanntesten ist sein Werk «Der kleine Doktor» von 1952, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Die deutsche Ausgabe erscheint im Januar 2015 in der 73. Auflage. Neben seiner Arbeit als Naturarzt, Heilpflanzengärtner und Autor hielt Vogel Vorträge in Europa und reiste Ende der 1950er-Jahre in die USA, um sich weiteres Wissen anzueignen. 1952 erhielt er die Ehrendoktorwürde für medizinische Botanik der Universität Kalifornien, Los Angeles. 1953 entdeckte er bei Sioux Indianern in Süddakota die ihm noch unbekannte Echinacea purpurea (Roter Sonnenhut), die er später in der Schweiz anpflanzte und aus ihr eines seiner bekanntesten Präparate (Echinaforce) herstellte. 1960 wurde das Diätkurhaus Vogel in eine Naturheilpraxis umstrukturiert. Die Produktion der Heilpflanzen-Präparate wurde ab 1963 in der neuen Bioforce AG in Roggwil (TG) fortgesetzt, womit auch die Grossproduktion der Naturmedikamente begann (mit Niederlassungen in fünfzehn Ländern gehört sie heute zu den bedeutendsten Herstellerinnen von Naturheilmitteln und Reformprodukten). Vogels Reisen führten ihn nach Asien, später Afrika (1969) und Ozeanien (1979), wo er sein Wissen vor allem im Kontakt mit indigenen Völkern erweiterte. In Montreal und Kapstadt eröffnete er die ersten Reformhäuser.
Vogel gilt als einer der erfolgreichsten Schweizer Naturärzte des 20. Jahrhunderts. Er bemühte sich insbesondere auch um die Anerkennung der naturheilkundlichen Erkenntnisse durch die akademische Medizin. 1976 wurde das Heimatmuseum in Aesch mit einer Ausstelung über Vogel eingeweiht und 1991 in Teufen das Alfred-Vogel-Museum eröffnet. Seit 1980 war Vogel Mitglied der International Academy of Biological Medicine und 1982 erhielt er die Priessnitz-Medaille der Deutschen Heilpraktikerschaft. Die Ehrenmitgliedschaft der Schweizerischen Ärztegesellschaft für Erfahrungsmedizin (SAGEM) wurde ihm 1984 verliehen. Im selben Jahr gründete er die Alfred-Vogel-Stiftung, deren Zweck in der Weiterführung, Erhaltung und Förderung des naturheilkundlichen Gedankenguts des Stifters und der von ihm begründeten Betriebe vorsah.
Quelle: https://personenlexikon.bl.ch/Alfred_Vogel