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Namaste ihr alle!
Hier ein für mich wichtiger Text von Brahma das, dem Editor der Sanga-Newsletter von Srila Tripurari Maharaja.
Amar Guru - Jagat Guru
Die Geweihten scheinen oft der Tatsache nicht ins Gesicht sehen zu wollen, dass Krishna-Bewusstsein und die Wahl des Guru in erster Linie auf unmittelbarer Erkenntnis/Eingebung (intuition) und auf Glaube gründet, und nicht auf Intelligenz und Philosophie. Wer kannte damals irgend etwas vom Vedanta, als sie Srila A. C. Bhaktivedanta Swami als ihren Guru auswählten?
Seelen, die über bhakti-sukriti verfügen, oder in anderen Worten, Personen die zur Bhakti vorbestimmt sind, werden das Gaudiya-Vaishnavatum willkommen heissen. Andere werden die Gaudiya-Logik und -Philosophie zurückweisen, und den Weg gehen, der ihnen durch ihre eigenen Gefühle und inneren Bedürfnisse diktiert wird.
Der grosse Prediger Madhvacharya sagte, dass man die Existenz Gottes weder mit Logik noch Philosophie verwirklichen oder beweisen könne und Jiva Goswami sagte, dass die Logik nicht schlüssig und die Erfahrung der letztendliche Beweis sei.
Das Gaudiya Verständnis des Guru-tattva ist, dass Krishna der ursprüngliche/letztendliche (ultimately) Guru ist, der durch verschiedene Personen (oder Gurus) in einer Vielfalt von Wegen herab steigt. Darüber sagt Jiva Goswami in seinem Kommentar zur Gopal Tapani Upanishad, dass Krishna ursprünglich/letztendlich (ultimately) der Guru ist und dass Krishna auch die geläuterte Intelligenz ist, durch die Er als Guru zu erkennen ist.
Deshalb ist es korrekt zu sagen, dass die Wahl des Guru einfach eine Sache des Glaubens ist, und ich kann hinzufügen, dass Glaube weitgehend ein Sache der Eignung (eligibility) ist. Krishna steigt als Guru durch den Vollkommenen und den Unvollkommenen herab und die Seelen werden auf der Grundlage ihrer Aufrichtigkeit und Befähigung (Glaube) zu einem bestimmten Vertreter hingezogen. Auf diese Weise werden alle meistens fühlen, dass ihre eigene Wahl des Guru die beste ist. Und wenn man in Betracht zieht, dass Glaube gleich Befähigung/Aufrichtigkeit ist (das Entsprechungsprinzip; Anm. Sacimata), dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es die beste Wahl für jede Person zu diesem Zeitpunkt ist.
Srila Shridhara Maharaja sagte, der beste Guru sei derjenige, der einem am meisten helfe und das göttliches Vertrauen (shraddha: göttliches Vertrauen, ein Geschenk Sri Radhas; Anm. Sacimata) müsse in all seinen Formen respektiert werden. Er lehrte uns auch, dass es nicht die Angelegenheit von jemandem sei, das Vertrauen eines anderen in den Guru zu stören und dass diejenigen, die dieses Vertrauen der anderen mit dem lauten Gesang von „amar guru jagat guru“ (mein guru ist der grösste guru) angreifen würden, das niedrigste Verständis des Guru in sich trügen, weil es diesem Verständnis daran mangle, das Herabsteigen der Göttlichkeit durch eine Vielzahl von Strömen zu erkennen. Diese Situation ist es, die wir heute in der philosophischen Landschaft des zeitgenössischen Gaudiya Vaishnavatums vorherrschend finden.
Bhaktivinoda Thakura sagt, dass amar-guru-jagat-guru-Verfechter sich eigentlich auf einer selbstischen Ebene befänden, da sie die Wahl ihres Guru als die beste und einzig logische Wahl hervorstellen möchten. Auf diese Weise stellen sie sich selber als die besten und einzig logischen Geweihten in den Vordergrund. Mit anderen Worten, all diese Beweisführungen über den Guru sind höchst egoistisches Sektierertum.
Hingegebene Geweihte werden angewiesen, sich nicht durch all dieses Sektierertum überwältigen zu lassen. Das gibt es auf den niedrigeren Stufen aller Religionen und wir alle sind in unseren Bemühungen im Krishna-Bewusstsein fortzuschreiten davon berührt.
Rupa Goswami erklärt uns, wirklicher Fortschritt sei daran zu messen, wie rein wir die heiligen Namen singen könnten und fähig wären, die materielle Anhaftung und Sinnenbefriedigung hinter uns zu lassen und nicht daran, wie gut die Argumente zu Gunsten irgend eines bestimmten Guru sind.
Srila Sridhara Maharajas Buch „Shri Guru und Seine Barmherzigkeit“ erörtert die relativen und absoluten Aspekte des Guru. (Es ist in englisch und deutsch erhältlich).
Und hier noch etwas von Swami Tripurai: „Es ist unsere Ansicht, dass alle Geweihten Demut entwickeln sollten und wir den heiligen Namen singen, indem wir Sinnenbefriedigung im Verhältnis zu unserer Verwirklichung aufgeben - visaya chadiya se rase majiya muke bolo hari hari! Wenn ein jeder dem zustimmen kann und es auch tatsächlich tut, wird es keine Probleme geben. Dies ist, was wir lehren. Alles andere ist oberflächlich.“
Nitai-Gaura Haribol
Sacimata