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Joseph Esperlin, Basel, 1761
Ölmalerei auf Leinwand
H. 116,5 cm, B. 157,5 cm
bezeichnet unten rechts:
Joseph Esperlin pinxit 1761
Inv. 1998.132.
Wie kleine Erwachsene
Joseph Esperlin (1707–1775), ein aus Süddeutschland stammender, bedeutender Porträtist und Ausstattungsmaler, ist seit 1757 in Basel bezeugt; wohlhabende Basler Familien gehörten zu seinen wichtigsten Auftraggebern. Mit psychologischem Gespür und gekonnter Wiedergabe stofflicher Einzelheiten porträtierte er die drei Kinder des Bandfabrikanten, Mitgliedes des geheimen Rates und Dreierherrn Hieronymus Wieland-Keller und seiner Frau Anna Maria beim Damespiel. Alle drei sind – entsprechend der französischen Rokokomode – wie Erwachsene gekleidet. Dies hebt deutlich die vornehme Herkunft der Kinder hervor und betont schon früh ihre Geschlechterrolle.
Insgesamt entsprangen dieser Ehe ein Sohn und drei Töchter; eine Tochter verstarb bereits acht Tage nach ihrer Geburt, eine andere, Anna Margaretha (1749–1773), hier im Bild links als Zwölfjährige dargestellt, erreichte nur das Alter von 24 Jahren. Bei den anderen Kindern handelt es sich um die jüngste Tochter Maria Magdalena (geb. 1754), hier erst sieben Jahre alt, und den dreizehnjährigen Johann Conrad Wieland (1748–1818). Letzterer genoss – so die Leichenrede – «eine seinem Stande angemessene sorgfältige Erziehung.
Um die französische Sprache zu erlernen wurde er im Jahr 1759 nach Moempelgard [Montbéliard] gesandt, um seine Handlungs-Kenntnisse zu erweitern, reiste Er im Jahr 1765 nach Lyon.» Von Maria Magdalena berichtet die Leichenrede des Vaters: «Die jüngste Tochter lebte ganz nur für Ihren Sie zärtlich liebenden Herrn Vater, der auch von Ihr zärtlich geliebt ward.»