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In der traditionellen Architekturdarstellung fiel es deutlich einfacher, einen planimetrischen Riss – Grundriss, Aufriss, Seitenriss oder Querschnitt – anzufertigen als eine Perspektive. Selbst Parallelprojektionen sind durch Verschieben der Risse unter dem Transparentpapier einfach zu erstellen. Die Planimetrie entspricht auch am ehesten der architektonischen Ordnung aus Raster und Symmetrie und wurde bereits in altägyptischen Darstellungen verwendet. Die konstruierte Perspektive dagegen wird erst seit dem 15. Jahrhundert beherrscht. Planimetrien erleichtern darüber hinaus eine objektive Vermittlung von Massen und Proportionen und damit die Kommunikation. Historische Gemälde und Fotografie dagegen verwenden die Perspektive, jedoch ohne sich der Geometrie notwendigerweise bewusst zu sein. Sie ermöglichen eine stärkere Immersion, da die Interpretation der planimetrischen Projektion entfällt. Diese beiden Entwicklungslinien der Darstellung verlaufen weitgehend unabhängig voneinander. Erst die Digitalisierung ermöglicht auf Grundlage desselben virtuellen Modells beide Projektionsarten. Vor allem aber vereinfacht es die Digitalisierung, beide Projektionsarten bereits bei der Erstellung des virtuellen Modells zu nutzen. So kann nicht nur die Modellierung der Entschlüsselung archäologischer Fragestellungen dienen, durch architektonische Gestaltung kann selbst ein abstraktes virtuelles Modell für die wissenschaftliche visuelle Vermittlung archäologischer Hypothesen genutzt werden.