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Technischer Bericht NTB 92-08
Hydrochemische Synthese Nordschweiz:Dogger-, Lias-, Keuper und Muschelkalk-Aquifere
Mit dem vorliegenden Bericht zur Hydrochemie von Grundwässern aus Muschelkalk-, Keuper-, Lias- und Dogger-Aquiferen wird der dritte und letzte Teil einer umfassenden hydrochemischen Synthese der Wässer aus Aquiferen der Nordschweiz und angrenzender Gebiete vorgelegt. Die verwendeten Daten sind im Wesentlichen die Ergebnisse des Nagra-Regional- und Überwachungsprogramms, die durch eine Anzahl veröffentlichter Fremd-Analysen ergänzt wurden. Auf dieser Grundlage war es möglich, formationsspezifische Unterschiede zwischen den Wässern herauszuarbeiten, wobei sich hierzu besonders Verhältnisse von Nebenbestandteilen und Isotopenzusammensetzungen gelöster Bestandteile eignen. Tiefengrundwässer aus Muschelkalk- und Keuper-Aquiferen sind geprägt durch die Lösung von Gips/Anhydrit und Steinsalz, teilweise auch durch Kationenaustausch oder Mirabilit-Lösung. Bei den tiefen Lias- und Dogger-Wässern bestimmen dagegen vorwiegend Kationenaustauschprozesse und die Vermischung mit marinen Porenwässern die Wasserzusammensetzung. Anhand charakteristischer, hydrochemischer Eigenschaften lassen sich durch den Vergleich in einigen Fällen Vermischungen von Komponenten aus unterschiedlichen Aquiferen erkennen. So konnte nachgewiesen werden, dass Wässer im aufgeschobenen Muschelkalk-Aquifer des Faltenjura-Südrands (Baden/Ennetbaden, Windisch/Birmenstorf) über bedeutende Anteile von Na-Cl-Grundwässern aus tiefen Aquiferen verfügen, die vermutlich über Störungen zuströmen können. Im Muschelkalk des Tafeljuras existieren solche wasserwegsamen Verbindungen im Bereich des Nordrands des Nordschweizer Permokarbontrogs sowie im Westen, wo der Tafeljura durch die Bruchtektonik des Rheingrabens beeinflusst ist.