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Die Sprache der Dinge
Wir sprechen ja in dieser Rubrik gelegentlich über Konsumbotschaften, meine Damen und Herren, die Sprache der Dinge, Geltungskonsum, die performativen Aspekte des Besitzes, wenn ich es ausdrücken soll wie ein französischer Soziologe.
Das lässt sich natürlich auch direkt ins Unmittelbar-Politische übersetzen. So hat die «New York Times» festgestellt, dass Hillary Clinton zu einer Botschaft der Versöhnung ansetzte, als sie für ihren ersten Auftritt nach ihrer Wahlniederlage am 9.11. einen Ralph-Lauren-Hosenanzug mit violettem Revers anlegte, also Rot (für die Republikaner) und Blau (für die Demokraten) in einer Farbe vereinte, indem sie das Land zur Einheit beschwor. Und Michelle Obama setze diese Signale fort, als sie sich für das erste Treffen mit ihrer Nachfolgerin Melania Trump im Weissen Haus für ein violettes Kleid von Narciso Rodriguez entschied. Die «New York Times» nannte das «a nice bit of color diplomacy». (Narciso Rodriguez ist der Sohn kubanischer Emigranten und verkörpert eine typisch amerikanische Erfolgsgeschichte; er ist ebenfalls der Designer des schwarz-roten Kleides, dass Michelle Obama damals bei der Siegesrede ihres Mannes 2008 in Chicago trug.)
Diktator-Chic
Was Melania Trump angeht, so hat immer noch kein Label offiziell verlautbart, sie einzukleiden. Sie trug Schwarz beim Treffen mit Michelle Obama, was einige Kommentare hervorrief, doch es ist zu früh, um beurteilen zu können, ob und wie Melania Trump ihre Kleider sprechen lässt. Ihr Mann hingegen bevorzugt eine eindeutige Sprache der Dinge. Schon vor der Wahl waren überall Fotos des Penthouse im Trump Tower zu sehen, dessen innenarchitektonischer Modus, für den ich das Etikett «Casinostil» vorschlagen möchte, unlängst sehr treffend von Ian Hislop auf der BBC-Show «Have I Got News for You» bezeichnet wurde, nämlich als «late Gaddafi». Oder «perhaps early Saddam», wie Hislop fortfuhr, jedenfalls: «a riot of vulgar dictator chic».
Hillary hätte offenbar Blumenmuster fürs Weisse Haus bevorzugt. Was sagt uns das?