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Wie auch die ersten zwei Wintermonate war der Februar deutlich wärmer als üblich. Die mittlere Temperatur in Mörschwil-Bitzi lag bei unwinterlichen 4.4°C und damit 3°C über dem Normwert.
Die Niederschlagsmenge beträgt etwa 82 mm, wobei aufgrund des Schneefalls am Montagabend noch einige Milimeter dazukommen.
Die Summe liegt mit +51% klar über dem langjährigen Mittelwert der Umgebung.
Die erste Woche war frühlingshaft warm mit Höchstwerten von bis zu 13.5°C. Am 8. und 9. Februar blies ein starker Wind. Die Spitze gemessen von meiner Wetterstation war 50.6 Km/h in geschützter Lage. Im Lehn, auf einem Hügel nahe meiner Wetterstation mass ich mit dem Handwindesser eine Windspitze von 90 Km/h. Per Definition ist das eine schwere Sturmböe.
Schnee fiel bis zum Monatsende nur selten und in extrem bescheidenen Mengen.
Der 21. und der 22. Februar schienen den Frühling einzuläuten. Es wurden Höchstwerte von 16.1 bzw. 17.9°C erreicht.
Am 25.Februar kam aber der Winter wieder zurück und brachte gleich 10 Zentimter Neuschnee. Auch am letzten Tag des Monats kam abends nochmals ein wenig Schnee zustande.
Ich möchte die Langfristprognose analysieren. Am 1.Februar lautete sie wie folgt:
„Der Februar wird voraussichtlich zu warm. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt nach meinen Berechnungen bei etwa 80%, das ist eine relativ klare Prognose.“
„Wahrscheinlich wird die Abweichung zwischen +1 und +3°C liegen.“
„Eine Tendenz beim Niederschlag ist unsicher, derzeit scheint er eher trocken als nass zu werden.“
Es war relativ klar, dass der Februar zu warm würde, was sich nun bestätigt hat. Die tatsächliche Abweichung lag mit +3°C am oberen Ende der möglichen Varianten, aber nicht darüber. Entgegen der Prognose wurde der Februar zu nass. Sie war aber bezüglich des Niederschlags ohnehin sehr unsicher, worauf ich hingebwiesen habe.
Extrem warmer Winter
Zwar erinnerten die wenigen Schneefälle und eine Kaltphase im Januar daran, dass es Winter ist, doch sonst lagen die Temperaturen nicht selten im frühlingshaften Bereich. So ist es nicht verwunderlich, dass der vergangene Winter dem bisherigen Rekordmildwinter 2006/2007 den Platz streitig macht. Die mittlere Temperatur in Mörschwil-Bitzi war 3.7°C, in einem durchschnittlichen Winter sind es etwa 1.1°C. Damit war der vergangene Winter 2.6°C wärmer als normal, was durchaus als extrem eingestuft werden kann.
Laut Meteonews setzte der Winter 2015/2016 in St.Gallen einen neuen Meilenstein in der Klimatologie. Seit 1864 war der Winter noch nie so warm! Dort lag die Temperatur bei 3.8°C und damit sogar 3.5°C über dem Normwert. Dass es in St.Gallen nicht kälter als in Mörschwil ist, ist ebenfalls ungewöhnlich. Die Ursache waren die Nebellagen im Dezember. Ein Hoch brachte in höheren Lagen sehr viel Sonnenschein und sehr warme Luft, während es in den Nebelgebieten, wie auch Mörschwil meist viel kühler war.
Nachfolgend sehen Sie die Abweichungen der einzelnen Monate seit dem Betrieb meiner Wetterstation vom Temperaturnormwert. Die Daten sind grob homogenisiert, da die Wetterhütte und der Temperatursensor im Verlauf der Datenreihe gewechselt wurde.
Die Werte bezeichnen die Temperaturabweichungen von Dezember/Januar/Februar und fett die des Gesamtwinters.
2011/2012: -.-°C / +1.0°C / -5.1°C / -.-°C
2012/2013: +0.3°C / +0.2°C / -3.0°C / -0.8°C
2013/2014: -0.3°C / +2.2°C / +3.0°C / +1.6°C
2014/2015: +1.4°C / +1.7°C / -1.7°C / +0.5°C
2015/2016: +2.6°C / +2.1°C / +3.0°C / +2.6°C
Es war der wärmste Winter seit Messbeginn Ende 2011. Auch der Mildwinter 2013/2014 wurde übertroffen.
Der Winter startete im Dezember 2015 windig und mild, danach war der Monat meist trocken und teils neblig, teils sonnig. Mit einer Niederschlagssumme von nur 24.8 mm war er der trockenste Monat seit Messbeginn vor etwas mehr als vier Jahren. Schnee gab es den ganzen Monat hindruch keinen und an Weihnachten war es sonnig bei angenehm warmen 12°C.
Genau zum Jahreswechsel wechselte auch das Wetter. Zwar blieb es eher mild, doch täglich fiel Regen, gemischt mit einzelnen Flocken. Am 14.Januar wurde es kälter und es fiel seit Wochen wieder einmal ein klein wenig Schnee. Danach folgten etwas stärkere Schneefälle, sodass immerhin 10 Zentimeter erreicht wurden. Auch die Temperatur sackte in den Keller: Am Morgen des 18. wurden -11.8°C verzeichnet. Der 18. und der 19. Januar waren die einzigen Tage in diesem Winter, an denen die Temperatur nie über 0°C stieg. Es blieb noch eher kalt und eine zusätzliche Neuschneeauflage kam dazu.
In der letzten Woche war das kurze Winterintermezzo aber schon vorbei und die Temperatur wurde wieder frühlingshaft. Am letzten Januartag regnete es 33.9 mm. Für den Winter ist das eine relativ grosse Tagessumme.
Den Februar habe ich oben schon beschrieben.
Habe ich den Mildwinter vorhergesagt?
Ich werde die Vorhersagen vom 21. und 30.November 2015.
Am 21. November kam ich in einer ausführlichen Betrachtung der potenziellen Einflussfaktoren zu folgenden Ergebnissen:
„Die Indizien, die auf einen milden Winter schliessen lassen, sind zahlreicher, als die, die für einen Kaltwinter sprechen. Deswegen erwarte ich einen überdurchschnittlich warmen Winter 2015/2016.“
Viel zu sagen gibt es dazu nicht, der Winter wurde wie erwartet zu warm.
Auch für die einzelnen Monate war die Vorhersage korrekt:
„Der Dezember wird voraussichtlich mit etwa 75% Wahrscheinlichkeit wärmer als normal.
Der Januar scheint unsicherer zu sein. Insgesamt überwiegen aber die Indizien für einen eher warmen Verlauf.
Auch für den Februar sage ich derzeit eher überdurchschnittliche Temperaturen voraus.“
Die folgende Aussage war dann doch noch falsch:
„Wahrscheinlich werden zwei Wintermonate zu mild, in einem der drei Monate wird die Witterung aber wahrscheinlich kippen, sodass es wahrschienlich nicht durchgehend mild ist.“
Manchmal kippt die Temperatur in einem Mildwinter in einem Monat noch. Dies trat jedoch nicht ein und stand im Widerspruch zur obigen Aussage.
Die Langfristprognose vom 30. November 2015 lautete wie folgt:
„Der Dezember wird wahrscheinlich wärmer als normal. Derzeit gehe ich von häufigeren Westlagen aus, die milde Luft heranführen. Insgesamt erwarte ich ein Monatsmittel, das etwa 0.5 bis 2°C über dem langjährigen Mittelwert liegt.
Im Januar erhöhen sich voraussichtlich die Chancen auf eine Kälteperiode etwas, doch insgesamt ist auch hier von einem milden Monat mit 0 bis 1.5°C Abweichung ins Positive zu erwarten.
Voraussichtlich kommen Winterfreunde am ehesten gegen das Ende des Winters auf ihre Kosten. Der Februar wird voraussichtlich eher etwas unterkühlt verlaufen.“
Die Prognosen für den Dezember und Januar stimmten wieder ungefähr, wobei der Januar noch milder als vorhergesagt wurde. Genaue Abweichungen lassen sich aber über mehrere Monate nicht vorhersagen. Dass Winterfreunde am ehesten gegen das Winterende auf ihre Kosten kommen, war nicht gerade falsch. Schliesslich wurde es nun Ende Februar noch winterlich, wenn auch nicht richtig kalt. Trotzdem war der gesamte Februar viel zu warm.