Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03188.jsonl.gz/1081

Auf einer Höhe von fast 900 Metern herrscht in Magglingen ein ganz besonderes Klima. Der Ort wird durch die Berge des Jura vor den vorherrschenden Westwinden geschützt und liegt oft über den Nebelschwaden des Bieler-, Murten- und Neuenburgersees. Diese klimatischen und topografischen Gegebenheiten (der Blick auf die Alpen ist einzigartig) veranlassten einen Hotelier 1877, während des grossen Schweizer Tourismusbooms im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, dort ein Hotel zu bauen. Magglingen und sein «Grand Hotel», das dank der 1887 eröffneten Standseilbahn leicht zu erreichen ist, waren bis in die Zwischenkriegszeit relativ erfolgreich, doch die Kriege und die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre führten zu einem Rückgang der Touristenzahlen.
Das Grand Hotel (Kurhaus) wurde 1944 von der Schweizerischen Eidgenossenschaft aufgekauft und zum Standort der neuen Eidgenössischen Sportschule auserkoren. Hier sollten nach dem Willen des Bundes Turn- und Sportleiter ausgebildet werden. Auch wenn die Gründung anfänglich eher einen militärischen Hintergrund hatte, wurde die Eidgenössische Sportschule in Magglingen schnell zum Pionierzentrum des Sports in der Schweiz. Damals wurden hier Kurse organisiert und die ersten wissenschaftlichen Forschungen über Sport betrieben. Ausserdem wurde die Sportschule als Dokumentationszentrum genutzt und zu dem Ort, an dem die Institution «Jugend und Sport» ihre Verwaltung einrichten sollte.
Dank des Sportförderungsgesetzes von 1972 wurden viele neue Sportanlagen erstelltMartin Schwendimann
Vor allem die Sportanlagen – von der ersten 1947 erbauten Turnhalle über das Schwimmbad und die verschiedenen Aussenanlagen (Langlaufloipen, Mannschaftsspielfelder usw.) bis hin zur 1976 erbauten Halle Ende der Welt – sorgten für die Entwicklung des Standortes und die Ausstrahlung von Magglingen auf die ganze Schweiz. Die Geschichte der Entwicklung von Sportanlagen schreibt vor allem eine Architekturgeschichte, an der die parallele Entwicklung der Sportdisziplinen gemessen werden kann (beispielsweise die Vervielfachung der Linien auf dem Boden der Sporthallen). Auch wenn es keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen «Jugend und Sport» und der Architektur der Sportanlagen gibt, sei darauf hingewiesen, dass die Politik der Entwicklung von Sportanlagen, die weitgehend von den Magglinger Diensten geleitet wurde und die insbesondere durch die Bestimmungen des Gesetzes von 1972 ermöglicht wurde, entscheidend zum Erfolg von J+S beigetragen hat.
Magglingen, das mit der Aufnahme des Sports in das Ressort eines Bundesrates zum Sitz des «Bundesamtes für Sport» wurde, verkörpert nach wie vor eine Sportausbildung Swiss Made. Auch wenn hoch über dem Bielersee vor allem die «J+S-Expertinnen und -Experten» ausgebildet werden, so schwebt der Geist von Magglingen über der gesamten Schweizer Sportwelt und erfüllt jede Sporthalle von Sissach bis Mendrisio, von Sainte-Croix bis Samedan.
Beitrag teilen