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Ist Schwefel schädlich für nützliche Insekten?
Schwefel ist ein für nützliche Insekten schädlicher Stoff, wenn er in hohen Dosen angewendet wird. Die Produzenten greifen auf Strategien zurück, um die Dosis zu begrenzen. Es kommen neue Produkte z.B. auf pflanzlicher Basis auf den Markt, die den Schwefeleinsatz reduzieren sollen.
Schwefel wird auch von der konventionellen Landwirtschaft geschätzt
Im Obst-und Weinbau wird Schwefel zur Bekämpfung der Krankheit namens Echter Mehltau eingesetzt. Die üblichen chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, die zur Bekämpfung eingesetzt werden, schützen die nützliche Insekten (oder „Nützlinge“) tendenziell mehr als Schwefel. Diese chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verlieren jedoch allmählich ihre Wirksamkeit. Infolgedessen neigen konventionelle Winzer dazu, ein chemisch-synthetisches Pflanzenschutzmittel mit Schwefel zu mischen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Dies zeigt auch die Grenzen der Schädlingsbekämpfung mit Chemikalien auf.
Schwefel wird zur Bekämpfung des Echten Mehltaus (hier am Apfel)
Die Dosis ist wichtig
Flüssiger Schwefel wird mit einer Dosierung von 3 bis 6 kg/ha pro Behandlung gespritzt. Die durch pulverisierten Schwefel ausgebrachten Mengen können jedoch bis zu 25 kg/ha pro Anwendung betragen.
In hohen Dosen eingesetzter Schwefel kann für Nützlinge wie Raubmilben schädlich sein. Vor allem pulverisierter Schwefel schadet Nützlingen, gerade wegen der höheren Dosen.
Biologische und konventionelle Winzer bevorzugen flüssigen Schwefel in begrenzter Dosis, um die Nützlinge nicht zu gefährden.
Für Biowinzer basiert die Schädlingsbekämpfung hauptsächlich auf der Verwendung von Schwefel, aber andere Produkte können als Alternative oder Ergänzung verwendet werden (siehe weiter).
Landwirtschaftsberater, die Bioproduzenten genau beobachten, berichten, dass diese die Empfehlungen gut befolgen und sehr sparsam mit Schwefel umgehen. Bei flüssigem Schwefel sind die derzeit verwendeten Mengen relativ niedrig und erreichen selten die maximal zulässigen Dosen. Er ist daher umso weniger schädlich für die Nützlinge.
Im Weinbau zum Beispiel, wo Schwefel am meisten verwendet wird, verwenden nahezu alle Produzenten (biologisch oder ÖLN) Schwefel.
Biowinzer verwenden etwas mehr Schwefel, aber keine chemisch-synthetischen Produkte, die für die Nützlinge auch schädlich sind.
Echter Mehltau an Trauben
Reduktion des Schwefeleintrags
Gegenwärtig tauchen neue Naturprodukte auf dem Markt auf, wie Kaliumbikarbonat und Pflanzenextrakte, welche die natürlichen Abwehrkräfte stimulieren. Diese Produkte tragen bereits zu einer Verringerung des Schwefeleinsatzes durch ökologische und konventionelle Weinbauern bei.
Laut INRA ist Stifenia®, ein Extrakt aus Bockshornkleesamen (Trigonella), wirksam gegen Echten Mehltau in Weintrauben (in der Schweiz aktuell nicht zugelassen).