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Die erste Orgel mit 11 Registern wurde 1922 von Zimmermann, Basel, gebaut.
Die weitere Verwendung dieser Orgel erwies sich bei der Kirchen-
renovation von 1936 als unzweckmässig, weshalb das Instrument der urnerischen Gemeinde Meien im Meiental verkauft wurde, wo es heute noch steht.
Damit die alten Fresken überall frei sichtbar und zugänglich sind, kam eine übliche Platzierung einer Orgel auf der Empore oder an einer der Seitenwände nicht in Frage. Es blieb lediglich die vordere Wand, doch die Kirche hat keinen Chor im üblichen Sinne, und so wurde in die vordere Wand eine Orgelnische eingebaut, in welche die Orgelpfeifen sowie das Instrument samt freistehendem Spieltisch zum Vorwärtsspielen eingepasst wurden.
Die heutige Orgel wurde erbaut von der Firma ⇒ Orgelbau Goll Luzern
Die Traktur ist vom Spieltisch bis unter die Windladen mechanisch. Dort werden die mechanischen Tastendrücke über eine spezielle Relaisstation (keine Barkermaschine) in pneumatische Winddrücke umgesetzt, die dann über entsprechende Bleirohre die Ventile steuern. Durch die relativ kurzen Bleirohre hält sich die Ansprechverzögerung, verglichen mit einer voll pneumatischen Orgel, in Grenzen.
Die Fresken (vier Evangelistensymbole Matthaeus, Marcus, Johannes und Lucas) an den Seiten der Orgelnische stammen von Walter Eglin (1895 – 1966) aus Diegten BL.
So entstanden die „Vier Evangelisten“ in Anlehnung an den alten Freskenzyklus abwechslungsweise mit den Hintergrundfarben dunkelrot und türkisblau.
Der Kirchenvater Hieronymus* hat für jeden Evangelisten ein Symbol geschaffen:
Matthäus – erhält das Symbol des Menschen.
Marcus – wird dargestellt als Löwe.
Lucas – wird als Stier gesehen.
Johannes – erhält das Zeichen eines Adlers.
Diese Symbolik drückt tiefsinnig die vierfache Gestalt des Herren-Bildes aus:
Die vier Symbole zeigen nacheinander die menschliche, die prophetische, die priesterliche und die göttliche Seite des Erlösers.
Aus: Wuppertaler Studienbibel, „Das Evangelium des Matthäus“, erklärt von Fritz Rienecker, Seiten 4f.
Gegen die Darstellung des Stiers als Symbol des Evangelisten Lucas entstand damals in der Bevölkerung Widerstand. Walter Eglin löste dieses Problem, indem er den Stier ganz diskret auf der Bibel, welche die Engelsfigur in den Händen hält, darstellte. [Mitgeteilt von Frau Hedi Tschopp-Koch]
Hieronymus*
Sophronius Eusebius, Kirchenvater, geb. um 340 in Stridon in Dalmatien aus christlichem Hause, 379 in Antiochien zum Presbyter geweiht, seit 382 Lehrer in Rom, ging 385 nach Palästina, gest. 30. September 420 als Mönch in Betlehem.
Aus: Brockhaus, Handbuch des Wissens, 1929
Das Wappen der Stadt Basel über dem Chorbogen, gemalt von Otto Plattner, erinnert daran, dass Ziefen in den Trennungswirren loyal zur Stadt hielt, von den Aufständischen schwer heimgesucht wurde und in den Kämpfen zwei Mann verlor.