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Die an der Schnittstelle zwischen Syrien, Zypern und Anatolien gelegene antike Landschaft Kilikien teilt sich in das westliche, gebirgige »Raue Kilikien« (gr. Kilikia Tracheia, lt. Cilicia Aspera) und die östliche, von den Flüssen Tarsus Çayı (antik Kydnos), Seyhan (antik Saros, hethitisch wohl Šamri) und Ceyhan (antik Pyramos, hethitisch wohl Puruna) durchzogene »Kilikische Ebene« (gr. Kilikia Pedias, lt. Cilicia Campestris), die heutige Çukurova um die Großstadt Adana.
Während das Raue Kilikien nur wenige agrarisch nutzbare Ebenen aufweist und daher im Verlauf der Geschichte zumeist nur dünn besiedelt gewesen sein dürfte, handelt es sich beim Ebenen Kilikien um ein flaches, wasserreiches Alluvialland und damit um eine der fruchtbarsten und agrarisch ertragreichsten Regionen der heutigen Türkei. Diese Situation spiegelt sich in einer Vielzahl von Ruinenhügeln (arabisch Tell, türkisch Höyük) wider, die Zeugnis über die Besiedlungsdichte der Region im Laufe der Geschichte geben. Die Ebene wird eingerahmt von den beiden Hochgebirgen Taurus und Amanus und grenzt an den Golf von Alexandrette (İskenderun).
Das Meer und die hohen Gebirgszüge verleihen der Region eine gut geschützte Lage, doch ermöglichen leicht passierbare Pässe wie die »Amanische Pforte« (heute »Bahçe-Pass«) und die »Syrische Pforte« (heute »Bailan- Pass«) über den Amanus sowie die »Kilikische Pforte« und das Tal des Göksu-Flusses (antik »Kalykadnos«) Zugang zu Nord-Syrien einerseits und Zentral-Anatolien andererseits. Die Landschaft war folglich in ein überregionales Verkehrs- und Handelsnetz einbezogen. Daher bestanden Kontakte zu den Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens.
In der vorklassischen Antike wurde das Ebene Kilikien Qawa, Que, Kizzuwatna, Ḫume oder Ḥiyawa genannt.