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Geschichte CH
In prähistorischer Zeit besiedelte der Braunbär das ganze Land. Bereits um das Jahr 1500 war er aber nahezu aus dem gesamten, damals schon durchgehend besiedelten und weitgehend entwaldeten Mittelland verschwunden. Zwischen 1800 und 1850 wurden die letzten Braunbären der Nordalpen erlegt. Auch die Jurapopulation verschwand in dieser Zeit. Länger überlebte die Art in den Bündner und Tessiner Alpen. Das Aufkommen moderner Gewehre liess hier die Zahl der Bärenabschüsse nochmals hoch-schnellen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Braunbär bloss noch im südöstlichen Teil der Schweiz - Unterengadin, Val Müstair und Val dal Spöl - zugegen. 1904 erfolgte der letzte Abschuss auf Schweizer Gebiet, 1923 die letzte Sichtbeobachtung. Schon bald nach der Ausrottung des Braunbären begann die Diskussion über den Wunsch seiner Rückkehr in die Schweiz. Potenziell geeignete Habitate finden sich in den Tessiner und Bündner Alpen in Verbindung mit den waldreichen Alpen-gebieten Italiens, aus denen der Braunbär einwandern kann.
Die vermutlich letzte Bärenbeobachtung im Schweizerischen Nationalpark.
Die Postkarte enthält auf der Rückseite eine detaillierte Schilderung der Begegnung:
"Es war anfangs Oktober 1904, als eine Doppelschildwache bei Punt Purif am Spöl im Schweizerischen Nationalpark einen grossen Bären sah. Der Bär kam durch die Geröllhalde westlich Punt Purif herunter und näherte sich dem Posten auf ca. 100 m. Die Soldaten sahen ganz deutlich den grossen Kopf und die grossen Tatzen. Auch am Gang erkannten sie das Tier als Bären. Der eine der Soldaten gab dann zwei Schreckschüsse ab, worauf sich der Bär in riesigen Sprüngen entfernte. Als ich davon hörte, begab ich mich sofort nach Punt Purif und fand die Spur auf dem linken Spölufer im weichen Waldboden. Zernez, 29. Dezember 1914. Lieut. Adank, Bat 92, 2. Komp. - Mitglied des Schweiz. Bund für Naturschutz." © Archiv SNP, Zernez
Der letzte historische Bärenabschuss der Schweiz.
Der letzte Bär auf Schweizer Gebiet wurde am 1. September 1904 im Val S-charl erlegt. Es war ein 116 kg schweres Weibchen.
Seit der sporadischen Wiedereinwanderung von Bräunbären in den Kanton Graubünden ist bereits am 14. April 2008 wieder ein Bär geschossen worden, der durch seine fehlende Menschenscheu eine Gefahr darstellte.