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Kuhmilch und Milchprodukte
Dies sind die aktuellen Empfehlungen zur Einführung von Kuhmilch und Kuhmilchprodukten:
- Unverdünnte Kuhmilch (Vollmilch) wird im ersten Lebensjahr frühestens ab 11 Monaten empfohlen, da sie sehr viel Eiweiss enthält und dadurch die Niere stark belastet.
- Ab 6-8 Mt. kann dem Früchtebrei wenig Vollmilchnaturjoghurt beigefügt werden.
- Frühestens ab 8-10 Mt. kann mit Wasser verdünnte Vollmilch (1/2-2/3 Milch) für den Getreidebrei oder den Schoppen verwendet werden. Der Schoppen muss dann allerdings mit einem Getreidepulver angereichert werden, damit eine genügende Sättigung erreicht wird. Die gesamte Tagesmenge sollte 300 ml Vollmilch aber nicht übersteigen.
- Milchprodukte wie Quark, Frischkäse (Petit Suisse, Petit Gervais, etc.) und Käse sollten im ersten Jahr möglichst noch ganz gemieden werden, da die Eiweissmenge noch höher ist als in Joghurt und Milch.
- Mit ca.12 Monaten wird empfohlen, den Säuglingsmilchschoppen auf normale Kuh(voll)milch umzustellen. Damit ein langsamer Übergang gewährleistet werden kann und die Kinder den neuen Geschmack der Kuhmilch besser akzeptieren, können Sie ein paar Tage lang noch die halbe Menge Säuglingsmilch zubereiten und die andere Hälfte des Schoppens mit normaler Vollmilch auffüllen.
- Eine Zugabe von Getreide-, Schoggi-, Ovo- oder Jemaltpulver ist bei einer ausgewogenen Ernährung nicht notwendig, alle diese Produkte enthalten nämlich sehr viel Zucker. Wenn es aber nicht ohne geht, möglichst sparsam dosieren.
- Mit 3,3 -4 dl Milch und Milchprodukten pro Tag ist Ihr Kind im 2. Lebensjahr optimal mit Calcium und Protein versorgt und es bleibt noch genügend Appetit, um von anderen Nahrungsmitteln weitere lebenswichtige Nährstoffe zu erhalten. Achten Sie also darauf, dass der Milchkonsum ab einem Jahr täglich 3-4 dl beträgt. Junior- oder Wachstumsmilchen sind in der Regel nicht notwendig.
- Milchdrink enthält nur wenige Fettsäuren, da diese aber im Kleinkindalter für die Hirnentwicklung wichtig sind, wird höchstens bei übergewichtigen Kindern dazu geraten. Rohmilch sollte für Kleinkinder aus hygienischer Sicht abgekocht werden. Pastmilch muss nur leicht erwärmt werden und wird empfohlen, da sie im Gegensatz zu UHT und Rohmilch sehr schonend erhitzt wurde und somit am wenigsten wertvolle Nahrungsteile zerstört wurden.
- Falls Ihr Kind die Vollmilch nicht verträgt oder es die empfohlene Menge nicht trinkt wenden Sie sich unbedingt an den Kinderarzt oder die Mütterberaterin.
- Manche Mütter möchten ihre Kinder alternativ oder vegan ernähren und benutzen Frischkornmilch, Mandelmilch oder Reismilch. Diese Nahrungen sind für Säuglinge überhaupt nicht geeignet. Je nach Rezept ist der Proteingehalt zu gering, die Proteinqualität unzureichend und es bestehen Mängel in der Vitamin- und Mineralstoffzusammensetzung. Bei Säuglingen, die auf diese Weise ernährt werden, sind nicht mehr zu behebende Entwicklungsstörungen keine Seltenheit. Auch Milchernährung auf Basis von Ziegenmilch, Schafsmilch oder Stutenmilch ist nicht empfehlenswert. Ziegenmilch enthält zudem noch einen besonders geringen Gehalt an Folsäure und Vitamin B12.
Letzte Aktualisierung: 05.2016, MR / BH