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Günther Gumpert
Günther Gumpert (* 17. April 1919 in Krefeld; † 22. März 2019) war ein deutsch-amerikanischer Maler informeller Abstraktion. Er lebte und arbeitete in Washington.
Günther Gumpert konnte 1937 gerade noch ein Kunststudium in Krefeld und Wuppertal beginnen, bevor er den gesamten Zweiten Weltkrieg als Soldat in Frankreich, Rumänien und Russland durchleben musste. Danach entdeckt er in Köln die zuvor verdrängte Moderne, insbesondere Paul Klee und gerät in den Kreis um die legendäre Wuppertaler Galerie Parnass von Rolf Jährling.
Das Leben im Deutschland der Nachkriegsjahre liess sich jedoch für ihn nicht mit seinen Erlebnissen des Krieges vereinbaren. So ging er auf Wanderschaft nach Paris, Spanien, Marokko, Genf, Zürich, Brissago, Ramatuelle, wieder Paris, wo er von 1956 bis 1967 ein ständiges Atelier hatte, Tuberkulose-Aufenthalt in Davos, Jugoslavien, Italien, ab 1960 mehrheitlich Rom, ab 1967 ständig in Washington. Ein Nomade, der überall auf seinem Weg sein malerisches Lied einer wunderbar lyrischen Abstraktion sang.
Gumpert lebt intensiv wie kaum ein anderer die innere Notwendigkeit der Grossen Abstraktion, welche im Krisenjahr 1948, als Alles im ausbrechenden Kalten Krieg zum zweiten Mal zusammenbrach, zum weltübergreifenden Stil wurde, zu einem Weltenbrand. Als das ganze Ausmass der Katastrophe, nun auch sämtliche Aspekte des Holocaust, erkannt war, hatte die Kunst nur eine Antwort, die Sprachlosigkeit. Realität oder Figur, gar Mensch war für fast zwei Jahrzehnte und für diese Generation nicht mehr darstellbar. Dennoch wurde die Abstraktion zur "Weltsprache", die einzige, welche die Kunst je kannte. Gumpert ist einer ihrer grossen Poeten.