Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/1399

Ceraphanien
oder Cerophanien (lat.-grch.), durchscheinende Bilder aus Wachs. Um die Form derselben anzufertigen, wird geschmolzenes und unter Zusatz von Terpentinöl beliebig gefärbtes Wachs in einer etwa 2 mm starken Schicht aus einer Glasplatte ausgebreitet. Mittels Griffel aus Elfenbein oder Knochen [* 3] werden sodann die lichten Teile der Zeichnung durch entsprechende Verdünnung der Wachsschicht erzeugt, während man die dunkeln Schatten [* 4] durch angemessene Verstärkung [* 5] dieser Schicht erzielt.
Die so gebildete Wachstafel wird mit einem Rande umgeben, innerhalb dessen ein Gipsbrei eingegossen wird; nachdem letzterer
getrocknet ist, wird die Glasplatte abgehoben. Von der Gipstafel erhält man wiederum Wachsabgüsse,
indem man sie mit einem Rande umgiebt, mit Wasser tränkt und das mit
Terpentinöl versetzte
Wachs ausgießt.
Ceraphanien hießen auch
Transparentmalereien auf Shirting mit Wachsfarben, die für Fensterdekorationen und Rouleaux verwendet werden.