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So konnte anhand von 27 Tieren von einem halben bis zu 250 Kilo Gewicht gezeigt werden, dass die Aufnahmefähigkeit der Lunge für Sauerstoff steigt, wenn die Muskelzellen bei der Arbeit mehr Sauerstoff benötigen. Dies führte zur Theorie der Symmorphose, die besagt, dass der Körper bei Mensch und Tier nur so viel Struktur «baut», als er für eine Funktion benötigt.
«Bewahrt euch das unabhängige Denken!»
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Weibel auch in vielen Gremien aktiv, mehrmals als deren Präsident, und amtete von 1984-85 als Rektor der Universität Bern. Als solcher war es ihm ein Anliegen, die Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm rauszuholen und in die Gesellschaft zu bringen, weshalb er 1986 im Zusammenhang mit dem Haus der Universität die Akademische Kommission gründete, aus der 2002 das Forum Universität und Gesellschaft wurde. Auf die Frage, was er heutigen jungen Forscherinnen und Forschern raten würde, sagt Weibel: «Es braucht heute einen grösseren Effort, um sich ein unabhängiges Denken zu bewahren in einem so stark strukturierten Lehrsystem.» Er empfiehlt zu sehen, dass Medizin eine Dienstleistung sei, aber auch eine Wissenschaft, welche diese Dienstleistung verbessern könne. Für Entdeckungen sei es wichtig, Schwachpunkte im bisherigen System zu erkennen, und dranzubleiben – dies könne zu grossen Erfolgen führen: «Bewahrt euch das unabhängige Denken!»