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Die Anfänge der Konzentrativen Bewegungstherapie (KBT) gehen einerseits zurück auf die körperorientierten Ansätze der Psychotherapeuten Wilhelm Reich, Georg Groddeck und Sandor Ferenczi, andererseits auf die Gymnastikarbeit von Elsa Gindler.
Die erste Wurzel der KBT ist in der Arbeit eines Münchner Arbeitskreises von Psychotherapeuten in den 30er Jahren zu sehen, die Bewegung und Leiblichkeit in die Psychotherapie einbezogen. Der deutsche Arzt Georg Groddeck verband in seiner Behandlung von funktionellen und psychosomatischen Beschwerden eine Art tiefer Bindegewebsmassage mit dem therapeutischen Gespräch. Er kommunizierte mit Worten und Händen, um Verspannungen zu lösen und die Atmung zu erweitern.
Die zweite Wurzel führt zur Gymnastikarbeit von Elsa Gindler, die in Berlin zu Beginn der 20er Jahre lebte und wirkte. Sie stellte das Erleben von Atem, Spannung und Entspannung in den Mittelpunkt ihrer Körperarbeit. Elsa Gindler gab dabei keine Übungen vor, sondern forderte dazu auf, die jeweils passende Bewegung selbst zu finden, mit Bewusstsein zu verfolgen und zu durchdringen. Durch das konzentrative Erspüren des Körpers in seiner Ganzheit sollte die Wahrnehmung für das eigengesetzliche Funktionieren des Organismus und die Wachheit im Alltag entwickelt werden, sollten die Menschen „erfahrbereit“ werden.
Gertrud Heller, eine Schülerin von Elsa Gindler, nutzte die Bewegungsarbeit therapeutisch. Aufgegriffen wurde ihr Ansatz in den 50er Jahren vom Arzt und PsychotherapeutenProf. Dr. Helmuth Stolze
Prof. Dr. Helmuth Stolze, der die Methode weiterentwickelte und ihr den Namen „Konzentrative Bewegungstherapie“ gab. Er stellte sie an den Lindauer Psychotherapiewochen 1958 vor, wo sie seitdem ein fester Programmbestandteil ist. Er verbreitete sie weiter in Kursen, arbeitete dabei zunächst mit Gertrud Heller, ab 1963 mit Miriam Goldberg zusammen.
Unter klinischen Bedingungen arbeitete Christine Gräff erstmals mit der KBT.
Ein zunächst informeller Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie fand sich in Deutschland 1975 auf Initiative von Dr. Ursula Kost zusammen. Erste Weiterbildungsrichtlinien wurden erarbeitet. Die Methode wurde lehrbar gemacht und theoretisch untermauert.
Der Psychoanalytiker Prof. Dr. med. Hans Becker trug mit dazu bei, dass die KBT in die tiefenpsychologische Psychotherapie eingeordnet wurde. Entwicklungspsychologische, systemische und lerntheoretische Denkmodelle fanden in die Theoriebildung ebenso Eingang wie Erkenntnisse der Säuglingsforschung und der Objektbeziehungstheorie.
Seit Mitte der 90er Jahre werden wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit der KBT-Methode an Universitäten und Kliniken durchgeführt. Link zu Forschung in der KBT
- 1977 wurde der Deutsche Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie (DAKBT) als eingetragener Verein gegründet.
- 1980 gründete sich der Österreichische Arbeitskreis für KBT (ÖAKBT).
- Im Jahr 2000 erfolgte die Gründung des Schweizer Arbeitskreises für Konzentrative Bewegungstherapie (CHKBT).
- Der Europäische Arbeitskreis für KBT (EAKBT) ist der europäische Dachverband für KBT und wurde im Jahr 2001 gegründet. Er hat seinen Sitz in Basel. Über den EAKBT sind die einzelnen europäischen Vereine (Belgien, Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Slowakei) im EAP (European Association for Psychotherapy) vertreten.