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Faszination GUGE, vergessenes Königreich in Westtibet
Das alte Königreich Guge, heute zum Teil in Tibet(China) und zum Teil in Indien gelegen, hat eine reiche Geschichte und Kultur zu bieten, bis hin zum Kloster von Tabo, der ältesten im Originalzustand erhaltene Tempelanlage des tibetischen Kulturraums. Das Historische und Völkerkundemuseum St. Gallen widmet dem Königreich eine Ausstellung mit Fotos, Bildern und Objekten, die teilweise erstmals in der Schweiz zu sehen sind. Ausstellungsdauer noch bis zum 11. Juni 2017.
Das Königreich Guge wurde Ende des 10. Jahrhunderts von vertriebenen Angehörigen der zentraltibetischen gegründet. Im 11. Jahrhundert erfolgte dann von Guge aus die endgültige Bekehrung des gesamten Tibets zum Buddhismus, und bis ins 17. Jahrhundert erlebte das Königreich zwei „Goldene Zeitalter“, in denen der westtibetische Kunststil in Klöstern wie Tabo, Tholing und Tsaparang zur Vollendung gebracht wurden.
Kurz vor der chinesischen Kulturevolution, die all diese tibetischen Klöster zerstörte, bereiste 1947 der deutsche Gelehrte, Mönch und Künstler Lama Anagarika Govinda die Region um den heiligen Berg Kailash. Sein Buch „Der Weg der weissen Wolke“, ein Bestseller, trug wesentlich dazu bei, das Interesse an Tibet, seiner Kultur und seinem Schicksal zu fördern.
Im Jahre 1947 heirate Govinda die indische Malerin, Fotografin, Autorin und Komponistin Li Gotami, die 1906 in Bombay geboren wurde. In Indien und in Europa erhielt sie eine umfassende künstlerische Ausbildung, von der sie Vieles in die Forschungsreisen mit ihrem Mann einbringen konnte. Sie übernahm auf gemeinsamen Expeditionen den Part der fotografischen Dokumentation, wofür sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde
„Li gotami war anagarika govindas. Sie entstammte einer Parsi-Familie und war, wie schon erwähnt, umfassend vor allem in den Künsten gebildet. Einige ihrer Aufnahmen sind in St Gallen zu sehen. Sie fertigte, wie ihr Mann, Pausen von Malereien an, vor allem von jenen, die im Roten Tempel von Tsaparang dem Leben Buddhas gewidmet sind. Es gibt rührende Geschichten von ihr, mit welcher Hingabe sie sich trotz minus 20 Grad ihren Aufgaben widmete und welche Entbehrungen sie bereit war, auf sich zu nehmen. Nach Rückkehr aus Westtibet vervollständigte sie die Pausen durch Farbgebung. Diese Werke sind heute in einem Museum in Indien ausgestellt“ trägt Peter van Ham, Kurator der aktuellen Ausstellung, zum Artikel bei.
Begleitveranstaltungen im HVM, Museumstrasse 50, St. Gallen:
Sonntag, 19. März 2017, 11 Uhr „Mönche vom Bodensee in Guge?“ mit Peter van Ham
Sonntag, 30. April 2017, 11 Uhr „Guge-Symbol für die Situation in Tibet“ mit Löten Dahortsang, Kloster Rikon
Sonntag, 21. Mai 2017, 11 Uhr bis 17 Uhr zu verschiedenen Aspekten der Ausstellungmit Peter van Ham