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Holzschädlinge können beträchtliche Schäden an verbautem Holz verursachen. Durch Vorbeugemassnahmen kann Holz vor Holzschädlingen geschützt werden. Sollten Anzeichen für einen aktiven Befall bemerkt werden, ist es je nach Befallsort und Ausmass des Befalls ratsam, Bekämpfungsmassnahmen zu treffen oder eine Firma mit Fachbewilligung für die Verwendung von Holzschutzmitteln (FB-H) zu Hilfe zu ziehen.
Zu den Käfern, die Schäden im Holz verursachen, gehören unter anderem Nagekäferarten (Anobium spec.), der Splintholzkäfer (Familie Lyctidae) und der Hausbock (Hylotrupes bajulus). In Mitteleuropa ist der gemeine oder gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum), auch Holzwurm genannt, die verbreitetste Art. Die adulten braunen oder schwarzen 2.5 bis 25 Millimeter grossen Käferweibchen legen, nach erfolgreicher Begattung, in Rissen und Spalten im Holz oder in alte Bohrlöcher ihre Eier ab. Die aus den Eier schlüpfenden Larven fressen sich ins Holz, wobei sie eine papierdünne Schicht auf der Holzoberfläche intakt lassen. Je nach Käferart, Holzart und Umweltfaktoren, fressen die Larven während zwei bis 10 Jahren, bis sie sich verpuppen und als Käfer beim Ausfliegen aus dem Holz charakteristische Löcher hinterlassen. Die adulten Käfer fressen kein Holz, ihr Dasein dient einzig und alleine der Fortpflanzung.
Verschiedene Ameisenarten, wie die glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus) oder die Rossameisenarten (Camponotus sp.), können in feuchtem, durch Pilze vorgeschädigtem Holz ihre Nester bauen und dabei tragende Strukturen beschädigen. Diese Ameisenarten ernähren sich im Freien z.B. von Honigtau und Aas.
Holzzerstörende Insekten befallen Holz erst ab einer gewissen Holzfeuchte. Als Beispiel, der gewöhnliche Nagekäfer befällt Holz ab einer Holzfeuchte von 16 %. In beheizten Innenräumen liegt die Holzfeuchte bei ca. 8 – 10 %. Gefährdet ist Holz zum Beispiel in feuchten Kellern oder Dachböden. Der Befall konzentriert sich in der Regel auf das Splintholz. Das Kernholz wird nur selten angegriffen. Holz im Aussenbereich wird in der Regel nicht befallen.
Eine Reihe vorbeugender Massnahmen können getroffen werden, um einen Befall vorzubeugen. Entscheidend dabei ist, dass die Holzfeuchtigkeit niedrig gehalten wird. Dazu gehört die Wahl einer robusten Holzart, konstruktive Holzschutzmassnahmen sowie verschiedene Produkte (Wetterschutzmittel, Verglasungsmittel), die das Holz, falls nötig, vor Witterungseinflüssen, Insekten und Pilzen schützen. Weitere Informationen dazu siehe Materialschutz/Holz.
Um eine Einschleppung zu verhindern, sollten Holz und Holzprodukte sorgfältig auf Ausfluglöcher untersucht werden, bevor sie erworben oder in Gebäude gebracht werden.
Holzschädigende Käfer können, anhand der Ausfluglöcher im Holz und am Boden vorhandenen und/oder aus den Löcher rieselndem Sägemehl, erkannt werden. Diese Zeichen alleine sind jedoch nicht ausreichend um festzustellen, ob es sich um einen aktiven Befall handelt. Sägemehl kann auch noch lange nachdem der Käfer ausgeflogen ist, aus dem Bohrloch rieseln und ist daher kein Zeichen für einen aktiven Befall. Es ist gut möglich, dass ein Holzelement mit zahlreichen Ausfluglöchern verlassen wurde, da die Holzfeuchtigkeit sank oder das Holz zu alt wurde (holzzerstörende Käfer bevorzugen junges Holz).
Ein aktiver Befall kann durch die Entstehung neuer Ausfluglöcher nachgewiesen werden. Um diese zu bemerken, können vorhandene Löcher mit Wachs verschlossen werden oder ein Blatt Papier kann auf das Holz geklebt werden. Die Käfer und Larven selbst werden selten gesehen.
Das Aussehen und der Ort der Ausfluglöcher ist, für die jeweilige Käferart, charakteristisch:
- Nagekäfer: Ausfluglöcher rund und scharfkantig, 1- 4 Millimeter Durchmesser, in Nadel- oder Laubholz;
- Splintholzkäfer: Ausfluglöcher rund mit ausgefransten Rändern, 1 Millimeter Durchmesser, in Laubholz; und
- Hausbock: Ausfluglöcher queroval, 3x7 Millimeter, in Nadelholz.
Bei einem aktiven Befall sind die Kaugeräusche der Larven, in warmen Nächten (mit einem Stethoskop), sogar hörbar.
Ausfluglöcher auf Brennholz stammen von Frischholzkäfern, die verbautes Holz (Trockenholz) nicht befallen.
Am Befallsort eines Nagekäfers kann auch der Blaue Fellkäfer (Korynetes caeruleus) oder Ameisenwespen (Bethylidae) präsent sein. Die Larven des Fellkäfers und der Ameisenwespen ernähren sich von den Larven des Nagekäfers, beschädigen das Holz aber nicht. Ameisenwespen können aus Bohrlöchern (z.B. in Balken über Sofas oder Betten) herunterfallen und Menschen stechen, wenn sich diese auf sie setzen.
Holzbefallende Ameisen können anhand der Ameisenstrassen vom Nest ins Freie, anhand vom Auswurfmaterial aus dem Holz oder anhand von zahlreichen, geflügelten Ameisen im Innenräumen erkannt werden.
Ein Befall durch holzzerstörende Käfer oder Ameisen hängt immer mit einer zu hohen Holzfeuchtigkeit zusammen. In Kombination mit der Bekämpfung sollten darum auch die Feuchtigkeitsquellen beseitigt werden, um einen Neubefall zu verhindern.
Die Bekämpfung eines aktiven Befalls ist vom Befallsobjekt, vom Befallsausmass und vom ausgehenden Risiko abhängig. Ein kleines, freistehendes Holzobjekt kann mit einfachen Massnahmen behandelt und der Befall bekämpft werden. Tragende Bauhölzer und grossflächig befallene Hölzer sollten durch eine Firma mit Fachbewilligung für die Verwendung von Holzschutzmitteln FB-H begutachtet werden.
Ein befallenes kleines, freistehendes Holzobjekt oder Möbel kann, umgehend oder nachdem eine Aktivität nachgewiesen wurde, durch eine Kälte- oder Wärmebehandlung von holzzerstörenden Insekten befreit werden. Bei einer Temperaturbehandlung besteht das Risiko, dass Schäden an Furnieren, Klebstellen und Kunststoffteilen entstehen können. Kleine Holzgegenstände können im Backofen oder in der Sauna bei 60 °C für 12 Stunden oder im Tiefkühlgerät bei -18 °C für eine Woche behandelt werden. Bei Minustemperaturen können Möbel, vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. in Plastik eingehüllt) ein paar Tage nach draussen gestellt werden. Wertvolle Holzobjekte können von einer Fachperson in einer Klimakammer erhitzt werden.
Alternativ zur Hitze- oder Kältebehandlung kann ein kleinflächiger Befall mit einem Verglasungsmittel behandelt werden, welches im Holz Kristallisationsvorgänge auslöst. Die Produkte werden in der Regel vorbeugend eingesetzt. Bei bereits bestehendem Befall verklebt das Produkt die Larven in ihren Gängen und adulte Käfer können das Holz nicht mehr als Nahrungsquelle erkennen.
Ein grossflächiger Befall von verbautem Holz sollte umgehend oder nachdem eine Aktivität nachgewiesen wurde, von einer Fachperson (mit Fachbewilligung Holzschutz) begutachtet werden. Je nach Befall kann eine Firma eine kontrollierte Hitzebehandlung mit Mikrowellen, Infrarotstrahlern oder Hochfrequenzstrahlern durchführen oder Verglasungsmittel oder Holzschutzmittel einsetzen.
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Letzte Änderung 05.05.2020