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Werden Patienten mit HNO-Tumoren bestrahlt, kann Honig offenbar einer Schleimhautentzündung im Mund-Rachen-Bereich vorbeugen. Zudem scheint Honig auch vor Gewichtsverlust zu schützen.
Eine Mukositis im Mund-Rachenbereich gehört zu den Komplikationen bei Strahlentherapie und Chemotherapie im HNO-Bereich (HNO = Hals-Nasen-Ohren).
Diese Schleimhautentzündungen können dazu führen, dass die Bestrahlung nicht in der gewünschten Dosis oder in den erforderlichen Intervallen erfolgen kann, was die Erfolgsaussichten vermindert. Darüber hinaus kann die Mukositis zu Infektionen mit Bakterien und Pilzen führen, aber auch zu Schmerzen und Problemen beim Essen und Trinken, wodurch ein deutlicher Gewichtsverlust eintreten kann.
Auf diese Folgen weisen Wissenschaftler um Dr. Hye Kyung Cho von der Gachon-Universität in Incheon hin (Laryngoscope 2015, online 16. März).
Da inzwischen oft Honig als nebenwirkungsarmes Mittel zur unterstützenden Wundheilung bei Verbrennungen, Hauttransplantationen, Ulzera und postoperativen Wundinfektionen eingesetzt wird, haben die Wissenschaftler um Cho untersucht, ob es entsprechende Studien auch zur vorbeugenden Anwendung bei Patienten mit Kopftumoren und Halstumoren gibt.
Die Wissenschaftler fanden neun Studien, in denen oral verabreichter Honig gegen Placebo oder gegen keine Therapie verglichen wurde, bei Patienten, die aufgrund eines Kopftumors oder Halstumors eine Strahlentherapie oder Radiochemotherapie (Kombination von Strahlentherapie und Chemotherapie) bekamen.
An den neun Studien hatten total 476 Patienten teilgenommen.
Patienten mit Honigtherapie entwickelten insgesamt signifikant seltener eine moderate bis schwere Mukositis als bei Prophylaxe mit Placebo oder keiner Behandlung.
Die Heterogenität der analysierten Studien war allerdings sehr hoch – in einigen Studien zeigten sich also sehr ausgeprägte Effekte, in anderen praktisch keine.
Die Wissenschaftler trennten nun die Patienten in solche mit Radiochemotherapie und solche mit alleiniger Strahlentherapie. Dabei schienen nur die Patienten mit Radiotherapie signifikant von der Honigprophylaxe zu profitieren, nicht jedoch die mit Radiochemotherapie.
Entwickelte sich eine Mukositis, so trat diese bei Honigtherapie in den ersten drei Behandlungswochen signifikant seltener auf, danach aber nicht mehr.
Mit Honigtherapie seltener Gewichtsverlust
Keine statistisch belastbaren Differenzen zwischen Patienten mit und ohne Honig zeigten sich bei Superinfektionen mit Bakterien und Pilzen, allerdings trat in den Honiggruppen hochsignifikant seltener ein Gewichtsverlust auf.
Hier fand sich in den Resultaten auch keine bedeutsame Heterogenität. Für alle statistisch signifikanten Ergebnisse fanden die Wissenschaftler einen klinisch relevanten Effekt.
Eine orale Honigtherapie vor oder nach Strahlentherapie scheine also in der Lage zu sein, die negativen Auswirkungen einer Strahlentherapie auf Mund- und Rachenschleimhaut zu mildern, schreiben die Wissenschaftler.
Den ausbleibenden Effekt auf das Auftreten von Superinfektionen erklären sich die Forscher damit, dass in den Placebogruppen oft Zuckersirup eingesetzt wurde, der aufgrund seiner osmotischen Eigenschaften möglicherweise ebenfalls das Bakterien- und Pilzwachstum hemmt.
Da an den meisten der Studien nur sehr wenige Patienten teilgenommen hatten, sollten die Resultate mit einer gewissen Zurückhaltung betrachtet und möglichst durch größere Untersuchungen überprüft werden.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/885541/hno-radiatio-honig-verhindert-mukositis.html
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/lary.25233/abstract
Kommentar & Ergänzung:
Der Apitherapie (Therapie mit Bienenprodukten) werden sehr viele Heilwirkungen zugesprochen, die zum teil auch fragwürdig sind. Es gibt aber auch sehr interessante Anwendungsbereiche, die zunehmend auch wissenschaftlich erforscht werden.
Dazu gehört auch die Anwendung von Honig gegen Mukositis.
Siehe auch:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch