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Vor 10 Jahren nahm der Albtraum von Kaoru und Yasuko Hasuike, Hitomi Soga sowie Yaushi und Furie Chimura ein Ende. 1978 von nordkoreanischen Agenten aus verschiedenen Regionen Japans verschleppt, durften sie 2002 wieder in ihre Heimat zurück. Es war das Resultat von Premierminister Junichiro Koizumis historischen Treffens mit Kim Jong-il in Pjöngjang (Asienspiegel berichtete).
Zunächst als Geisel zurückgelassen, folgten 2004 die in Nordkorea aufgewachsenen Kinder der ehemaligen Entführten nach Japan. Auch Sogas Ehemann, der 1965 nach Nordkorea desertierte US-Soldat Charles Robert Jenkins, durfte nach 39 Jahren aus Nordkorea ausreisen.
Heute leben die beiden mit ihren Kindern auf der kleinen Insel Sado, Präfektur Niigata. Hitomi Soga arbeitet als Pflegerin, während Jenkins als Touristenmagnet in einem Souvernirshop arbeitet. Ihre fast 30-jährigen Kinder haben inzwischen fliessend Japanisch gelernt und beide eine Arbeit gefunden, wie die Asahi Shimbun berichtet.
Während eines Ausflugs entführt
Die Familien Hasuike und Chimura haben sich mit ihren Kindern ebenfalls gut in die japanische Gesellschaft eingelebt, wie sie in einer Pressekonferenz berichteten. Am meisten Sorgen bereitete ihnen die Integration ihrer Kinder, da diese in Nordkorea aufgewachsen waren. Doch auch sie hätten sich alle sprachlich und beruflich gut integriert.
Trotz der Rückkehr ins Leben, lassen den 56-jährigen Kaoru Hasuike die bis heute ungeklärten Entführungsfälle nicht los. Als Student in Tokio besuchte Hasuike 1978 seine damalige Freundin und spätere Frau in deren Heimat Kashikawazaki in der Präfektur Niigata, wo die beiden schliesslich entführt wurden. In Nordkorea mussten sie wie die meisten Entführten den nordkoreanischen Spionen Japanisch lehren. Es wurde zu einem 24 Jahre dauernden Albtraum.
Ungeklärte Fälle
Gemäss der Regierung in Tokio hat Nordkorea in den 1970er- und 1980er-Jahren 17 Japaner entführt. Sie fordert seit Jahren mehr Informationen über die Verschollenen. Pjöngjang spricht derweil von 13 Fällen. 8 Japaner seien in der Zwischenzeit gestorben, die Akte damit geschlossen.
Der Fall der 1977 entführten Megumi Yokota steht stellvertretend für das anhaltende Misstrauen beider Länder. 2002 erklärte Nordkorea die Japanerin für tot und übergab Tokio einen Teil ihrer verbrannten sterblichen Überreste. Ein DNA-Test ergab jedoch, dass es sich dabei nicht um Megumi Yokota handeln konnte. Der öffentliche Einsatz ihrer Eltern blieb über die Jahre erfolglos. Megumi Yokotas Schicksal ist bis heute ungeklärt.
Hasuikes Hoffnung
Kaoru Hasuike fordert von der japanischen Regierung alles für die Sicherheit und Rückkehr der Entführten zu tun. Solange diese Personen weiterhin verschollen blieben, könne er sich über seine eigene Rückkehr nicht wirklich freuen, sagte er gegenüber ANN News. Hasuike kann nicht verstehen, weshalb sich in dieser Angelegenheit nichts mehr bewege. Denn er glaubt an eine Lösung des Konflikts. Die neue Führung in Pjöngjang sei offener für neue Ansätze, gibt er sich zuversichtlich.
Bislang hat Diktator Kim Jong-un in dieser Beziehung jedoch keine Änderung der offiziellen Sichtweise angedeutet. Solange bleiben die Entführungsfälle das grösste Hindernis in der Normalisierung der Beziehungen beider Länder.