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Haus- und Wohnungsbau – Drei plus vier gleich sieben
Trigon am oberen Juraweg 2 – 6
In Bezug auf die Bebauung des oberen Jurawegs konnte das bestehende Konzept weiterentwickelt werden, das ich schon einige Jahre zuvor anlässlich eines Wettbewerbs für eine Wohninitiative erarbeitet hatte. Weil nämlich eine von der Gemeinde festgelegte Aussichtsschneise eingehalten werden musste, blieb ein dreieckiges Baufeld übrig, wodurch sich zusammen mit den gemäss Bauvorschriften zulässigen Gebäudelängen usw. wie selbstverständlich das realisierte Dreiecks-Konzept ergab. Die drei möglichen Doppel-Einfamilienhäuser mussten so in die Ecken des Dreiecks gedrückt werden, dass die minimalen Gebäudeabstände von 6,50 Meter eingehalten werden und trotzdem vernünftige Grundrisse entstehen konnten. Dadurch ergab sich ein Innenhof, der zur Begegnung und fussläufigen Erschliessung der 6 Haushälften genutzt wird. Die privaten Aussenräume wurden an die Aussenseiten der Bebauung gelegt, wo mehr Licht, Luft und Weitsicht möglich ist. Durch die Nordhangsituation sowie die dem Strassenverlauf angepasste, halbgeschossig versetzte Bauweise ergaben sich jeweils in den Sockelgeschossen 3 Einliegerwohnungen und 3 Gästezimmer. Die Farbgebung unterscheidet die 3 Häuser in den Mittelteilen nach den Grundfarben Pastell-Grün (etwa Mint), Pastell-Blau (etwa Lavendel) und Pastell-Rot (etwa Lachs). Die Flügelteile als Verbindungselemente sind in warmem Gelb gehalten, das auch die Verbindung schafft zu den gegenüberliegenden Häusern 11–17 des unteren Jurawegs.
Die farbliche und räumliche Gestaltung gibt diesem Ensemble an der sogenannten Solothurner Riviera ein fast mediterranes Flair. Unter der Betondecke des Innenhofes befindet sich eine etwa sechseckige, stützenfreie Einstellhalle für 10 Autos und 30 Fahrräder, die ein der Fahrbewegung adäquateres Einparken und Wenden ermöglicht, trotzdem aber nicht mehr Platz benötigt als eine gewöhnliche rechtwinklige Anordnung. Rechtlich ist dieser Siedlungsteil genossenschaftlich organisiert. Energietechnisch wird die Sommerwärme in einem flächigen, 44 Zentimeter starken Erdregister unter der Fundamentplatte gespeichert und mittels einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Winter wieder verfügbar gemacht. Die frische Luft kommt direkt von draussen – die verbrauchte Luft wird in Bodennähe mit nur 5 Pa abgesaugt und via Wärmetauscher wieder nach draussen geleitet. Trotz erheblicher Widerstände konnte im hangseitig hinteren Teil unter der Aussichtsschneise, aber von oben belichtet, ein erster Bauabschnitt eines «KunstSchauDepots» für die Stiftung Trigon errichtet werden, das Werke des «Anthroposophischen Kunst-Impulses» aller Bildenden Künste (also auch Architektur-Modelle und -Zeichnungen der Pionier-Generation) lagert und ausstellt.
Vierfältigkeit am unteren Juraweg 11 – 17
Durch die Grösse und den schwierigen Umriss der Parzellen hat sich hier ein Konzept mit vier Zweifamilienhäusern ergeben. Die Innen- und Aussenräume sind so angeordnet, dass trotz der dichten Bebauung freie Aussicht und optimale Belichtung gewährleistet sind. Es wurde der Versuch gemacht, die Bauten in das Siedlungs-Mycel auf der Südseite des Goetheanums so zu integrieren, dass wesentliche Gestaltungsmerkmale insbesondere der Eurythmiehäuser und von Haus de Jaager aufgegriffen wurden. Am augenfälligsten ist wohl die kleeblattartige Viergliedrigkeit der einzelnen Bauten, die durch die Kreuzsymmetrie der Grundrisse entsteht. Sowohl in der Stellung und der Auffächerung der Achsen zum Goetheanum hin, als auch in der Dachgestalt, zeigen sie ihre Verwandtschaft zu den Eurythmiehäusern. Die im Entwurfsprozess zugrunde gelegte Idee von jeweils zwei sich rechtwinklig durchdringenden Körpern wird durch eine unterschiedliche Farbgebung sichtbar gemacht. Dabei werden die Farbabstufungen nach unten zum Goetheanum hin immer dunkler und rötlicher. Rechtlich sind zwei der Häuser in Privatbesitz, die beiden anderen sowie alle zugehörigen Grundstücksanteile wurden jeweils nach Fertigstellung ins Eigentum der Stiftung Trigon übertragen. Energietechnisch wurde eine ähnliche Lösung umgesetzt wie am oberen Juraweg, nur konnten hier Agena-Kissenkollektoren schön in die Dachgauben integriert werden, sodass Wasser-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz kamen. So können alle Häuser ohne Öl oder Gas ökologisch und kostengünstig mit Sonnenwärme beheizt und angenehm entlüftet werden. ●
«KunstSchauDepot»
Die Stiftung TRIGON baut seit ihrer Gründung eine eigene Kunstsammlung mit Schwerpunkt «Anthroposophischer Kunstimpuls» auf. Deren Werke werden nun im KunstSchauDepot archiviert und gezeigt.
Neben einer Dauerausstellung, die einen Über-blick über die Sammlung der letzten hundert Jahre bietet, werden zweimal jährlich Sonderausstellungen gezeigt. Die meisten Kunstwerke können von Privatpersonen und Institutionen auch auf Zeit gemietet werden. In der Regel ist werktags von 17.00 – 18.30 Uhr geöffnet. Der Wunsch nach speziellen Öffnungszeiten und Führungen kann unter <email-pii> oder Telefon +41 61 701 60 44 angemeldet werden.