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Einen Tag nach dem Sieg im Nationenpreis gibt es beim CSIO St. Gallen wieder einen italienischen Erfolg. Emilio Bicocchi gewinnt das Jagdspringen, Steve Guerdat wird Dritter.
Emilio Bicocchi, der 40-jährige Militärreiter der Luftwaffe aus Grosseto in der Toskana wird von seinen Kollegen "toskanischer Express" genannt. Extrem schnell war der fröhliche Südländer auch im Jagdspringen über 14 Hindernisse und 16 Sprünge, bestückt mit zwei Alternativsprüngen und einigen Abkürzungen, unterwegs.
Im Ziel wies Bicocchi mit dem von einem italienischen Studenten geliehenen Pferd genau 89 Hundertstel Vorsprung auf den in Belgien lebenden Brasilaner Yuri Mansur mit Chaganus und 1,18 Sekunden vor Steve Guerdat mit der elfjährigen Stute Happiness auf. "Ich hatte schon am Morgen ein gutes Gefühl. Call Me ist ein sehr wendiges und geschicktes Pferd", sagte der stolze Sieger.
Guerdat mit Köpfchen
"Ich ging nicht das letzte Risiko ein und hatte die Sonderprämie von 50'000 Franken im Hinterkopf. Im GP werde ich aber auch den Sieg im Kopf haben", sagte der geschlagene, aber keineswegs enttäuschte Guerdat. Die "Clear Round Challenge" für fehlerlose Ritte in der GP-Qualifikation am Donnerstag, dem Nationenpreis, dem Jagdspringen und im GP belohnt den Reiter noch zusätzlich. Happiness ist ein schnelles Pferd. Sie hat schon internationale Speed-Prüfungen in Paris und Calgary gewonnen. Im GP wird der Jurassier aber umsatteln - entweder auf Lummen-GP-Siegerin Hannah oder seine grösste EM-Hoffnung Bianca.
Hinter dem drittplatzierten Jurassier klassierten sich im Jagdkurs die in Frankreich wohnhafte Schwyzerin Nadja Peter Steiner mit Capuera und der Ur-Schwyzer Philipp Züger aus Galgenen mit dem Schimmel-Hengst Castus auf den Plätzen vier und fünf. Den schnellsten Ritt zeigte allerdings der Ire Dermott Lennon. Der Weltmeister von 2002 verschätzte sich aber mit der 15-jährigen Lou-Lou an der tückischen Tripple-Barre - und aus war der Traum vom Sieggeld von 20'000 Franken.
Ins Preisgeld ritt auch der Seeländer und TV-Experte Daniel Etter als Achter. Er vertraute dem Zangersheider Hengst I am Samourai, blieb ohne Abwurf, war aber um mehr als drei Sekunden langsamer als der "toskanische Express" von Bicocchi, der sich mit seinen Erfolgen in St. Gallen in der Weltrangliste um einige Plätze verbessern wird. Derzeit rangiert der EM-Kandidat, der schon an zwei Weltmeisterschaften Italien vertrat, an 130. Stelle.
SDA-ATS