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Afrika ist daran, sein Image als Kontinent der Armut und Hoffnungslosigkeit abzuschütteln: Einige der Länder südlich der Sahara gehören zu den am raschesten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Auch in sozialen Bereichen gibt es noch nie dagewesene Fortschritte, etwa bei der Kindersterblichkeit oder der Bildung. Ein Bericht bestätigt diese Entwicklungen – zeigt aber auch auf, dass noch viel zu tun bleibt.
Der «Wirtschaftsausblick für Afrika 2012», den die Afrikanische Entwicklungsbank, die OECD und die Uno publizierten, nimmt die Jugendarbeitslosigkeit unter die Lupe. Trotz immensen Wirtschaftswachstums seien von 2000 bis 2008 nur sechzehn Millionen Jobs für junge Menschen (15 bis 24 Jahre) entstanden. Heute seien in Afrika vierzig Millionen Jugendliche arbeitslos – sechzig Prozent aller Arbeitslosen. Wirtschaftswachstum allein reiche nicht, um das riesige Potenzial dieser jungen Menschen auszuschöpfen. Die Staaten müssten vielmehr für «einschliessendes Wachstum» sorgen, indem sie auch informelle und ländliche Wirtschaftssektoren entwickeln, weiter in Bildung investieren und ihre Exporte diversifizieren.
In einem Kapitel über Kapitalflucht stellt der Bericht zudem fest, dass in Afrika pro Land jedes Jahr durchschnittlich 447 Millionen US-Dollar illegal weggeschafft werden. Dabei sind ölreiche Länder fast dreimal stärker von Kapitalflucht betroffen als ressourcenarme Staaten. Rohstoffreiche Länder weisen zwar auch ein fast dreimal so hohes Pro-Kopf-Einkommen auf – haben die Armut aber weniger stark reduziert als die ressourcenarmen Staaten. Wäre das Fluchtgeld in Afrika investiert worden, so die Schätzungen des Berichts, wäre das Durchschnittseinkommen um etwa vier Prozent gestiegen – und die Armut um etwa fünf Prozentpunkte zusätzlich reduziert worden.