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Artmarket.com: Kann Frieze 2021 die Geschwächte Position von London auf dem Markt für Zeitgenössische Kunst Wieder Stärken? (Siehe Neuester Artprice-Bericht)
Paris (ots/PRNewswire) –
Während sich der Hongkonger Kunstmarkt rasant entwickelt, ist London verhältnismäßig weniger attraktiv als noch vor zehn Jahren. Christie“s, Sotheby“s und Phillips verkaufen nun gewisse Meisterwerke aus dem Westen – zum Beispiel von Basquiat, Still, Richter und Ghenie – in Asien statt in London, was eine allgemeine Verschiebung des globalen Kunstmarkts nach Osten widerspiegelt. Artprice nimmt dieses Phänomen in seinem letzten Bericht über den zeitgenössischen Kunstmarkt etwas genauer unter die Lupe.
Auktionsumsatz im Segment der Bildenden Künste: Hongkong vs. London
Calmed Tensions (1937) von Wassily Kandinsky, 29,4 Millionen US-Dollar bei Sotheby“s London, das bisher beste Auktionsergebnis in Großbritannien in diesem Jahr:
Thierry Ehrmann, CEO und Gründer von ArtMarket.com und seiner Abteilung Artprice: „Großbritannien hat (mit 17% des globalen Auktionsumsatzes im ersten Halbjahr 2021) von Frankreich (7%) wenig zu befürchten, allerdings zieht Hongkong (14%) einen steigenden Anteil des gehobenen Marktes an, insbesondere Werke der zeitgenössischen und der Nachkriegskunst mit größerer Bedeutung im Sinne der Soft Power. Ich erwarte, dass sich London intensiv darum bemühen wird, seine Position in diesem Marktsegment zu halten.“
Verlagerung des Marktes nach Osten
Das wichtigste Gemälde von Gerhard Richter, das in den letzten drei Jahren zu einer Auktion gelangte, Abstraktes Bild (649-2) (1987), wurde von Sotheby“s in Hongkong um 28 Millionen US-Dollar versteigert. Ursprünglich in den späten 1980ern von der Galerie Löhrl in Düsseldorf gehandelt, wurde das Bild in New York von der Galerie Barbara Mathes weiterverkauft. Jedoch beschloss Patrick Drahis Auktionshaus (Sotheby“s) am 6. Oktober 2020, es in eine prestigeträchtige Abendversteigerung in Hongkong aufzunehmen, wo es 10 Millionen US-Dollar mehr einbrachte als sein hoher Schätzwert von 18 Millionen US-Dollar.
Der Weg dieses Gemäldes spiegelt Richters Erfolg auf dem internationalen Kunstmarkt, aber auch die Realität des globalen Kunstmarktes klar und deutlich wider: Hongkong wird schnell zu dem, was New York vor zehn Jahren für europäische Künstler war: ein formidabler Beschleuniger. Die großen Auktionshäuser sehen Hongkong als neuen Markt für ikonische Exponate, aber auch als Marktplatz, der junge aufstrebende Stars schnell fördern kann.
In diesem Jahr boten Christie“s und Sotheby“s – zum allerersten Mal – insgesamt drei große Werke von Jean-Michel Basquiat in Hongkong an, wo sie ihre Schätzpreise entweder erreichten oder erheblich überschritten. Zusammen generierten die drei Gemälde über 100 Millionen US-Dollar, ein Drittel des gesamten bisherigen Aktionsumsatzes des Künstlers in diesem Jahr. Hongkong wird also zum weltweit zweitgrößten Marktplatz für diesen „teuflischen“ Künstler, nach New York.
Zwei gänzlich unterschiedliche Strukturen
Politisch gesehen erleben die Städte London und Hongkong beide gerade Schlüsselmomente in ihrer Geschichte… aber während in der ersteren die Kunstverkäufe in den letzten fünf Jahren nach unten gehen, erlebt letztere ein außergewöhnliches Wachstum in diesem Bereich.
Ja, die beiden Marktplätze haben nach wie vor sehr unterschiedliche Strukturen. Großbritannien muss zwar gerade mit ansehen, wie seine frühere Kolonie in puncto Auktionsumsatz im Segment der Bildenden Künste aufholt, hat aber dank seiner langen Kunstmarktgeschichte ein viel dynamischeres und differenzierteres Angebot. Die britische Hauptstadt steht seit dem 19. Jahrhundert im Zentrum von internationalen Kunstauktionen, während Hongkong erst seit Beginn dieses Jahrtausends, also nicht mehr als 20 Jahre eine wichtige Marktdrehscheibe ist.
Das ist mehr oder weniger der Kontext des globalen Kunstmarkts zu Beginn von Londons Frieze Art Fair in dieser Woche, und zweifellos hoffen viele ihrer Organisatoren und Teilnehmer, dass London mit einer klugen Mischung aus Alten Meistern und ultrazeitgenössischen Kunstwerken wieder ins Rampenlicht des internationalen Kunstmarkts rückt.
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Marktbericht 2020/21 für zeitgenössische Kunst von Artprice & Artmarket.com:
Artprice by Artmarket“s 2020 Global Art Market Report, veröffentlicht im März 2021:
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