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WC Snowshoe
Forster gewinnt das Rennen, Schurter die Gesamtwertung
Für Lars Forster ist eine komplizierte Saison erfreulich zu Ende gegangen. Der 26-jährige Europameister von 2018 feierte beim Saisonfinal in Snowshoe (USA) seinen ersten Weltcupsieg. Nino Schurter, welcher sich am Freitag mit dem Sieg im Short Race den siebten Triumph im Gesamtweltcup gesichert hatte, belegte trotz eines Defekts den zweiten Platz.
Er stürzte zum Auftakt, kämpfte monatelang um den Anschluss und krönte die turbulente Saison mit seinem ersten Weltcupsieg: Lars Forster, der seit längerem hoch gehandelt worden ist und auf diese Saison zum Scott-Team von Nino Schurter wechselte, schlug zu, als es ihm nicht mehr zugetraut wurde. Der Joner, in dieser Saison noch ohne Topresultat, triumphierte bei der Saison-Derniere im US-Bundesstaat West Virginia dank eines Antritts in der Schlussphase fünf Sekunden vor seinem Teamkollegen, der damit den bedeutsamen 33. Weltcupsieg verpasste. Dritter wurde der Franzose Maxime Marotte. „Ich habe gelitten. Aber heute lief alles perfekt“, konnte Forster zum Abschluss der Saison festhalten.
Während sich Forster lange als unauffälliger Mitfahrer versteckte, wurde Schurter wohl durch den Defekt am Hinterrad, den er in der sechsten der neun Runden erlitten hatte, um den 33er-Meilenstein gebracht, mit dem er auch in dieser Sparte mit seinem französischen Vorreiter Julien Absalon gleichgezogen wäre. Eine Woche nach dem Gewinn des achten WM-Titels und zwei Tage, nachdem er mit dem Sieg im Short Track den siebten Triumph im Gesamtweltcup vorzeitig perfekt gemacht hatte, hinterliess der Bündner in Abwesenheit seiner härtesten Widersacher Mathias Flückiger und Mathieu van der Poel erneut den stärksten Eindruck. Ehe er einen knapp 30-sekündigen Boxenstopp einlegen musste, hatte er das Rennen gemeinsam mit dem Brasilianer Henrique Avancini angeführt. In der Folge kämpfte er sich an die Spitze zurück und setzte in der Schlussrunde mit Forster vom Rest des Feldes ab. Erst im Kampf um den Sieg fehlte ihm schliesslich die Kraft. Dennoch freute er sich mit seinem Teamkollegen: „Ich mag es ihm von Herzen gönnen. Er hatte eine extrem harte Saison.“
Mit 32 Tagessiegen liegt Schurter zum Ende einer weiteren erfolgreichen Saison in der Bestenliste damit weiterhin einen Erfolg hinter Absalon, der den Gesamtweltcup seinerzeit ebenfalls siebenmal gewonnen hat. Während der Schweizer mit acht WM-Titeln die Nase um drei Längen vorne hat, weist der vor einem Jahr zurückgetretene Absalon zwei olympische Goldmedaillen vor und damit eine mehr als Schurter. Ehe Schurter vor drei Jahren in Rio de Janeiro triumphierte, hatte er an seinen ersten beiden Spielen 2008 in Peking und 2012 in London Bronze und Silber gewonnen.
Die Zahlen zeigen, dass Tokio 2020 im Vergleich der beiden langjährigen Dominatoren das Zünglein an der Waage spielen könnte. Absalons Bestmarken dienen Schurter seit längerem als Ansporn, ein Triumph in Japan im kommenden Sommer wäre das fehlende Puzzleteil, das im Duell auf Augenhöhe den Ausschlag zu Schurters Gunsten geben würde. Allerdings muss Schurter dazu noch einmal zu einem ganz grossen Wurf ansetzen. Hält der Ausnahmekönner Mathieu van der Poel an seinen Plänen fest, wird er in Tokio im Cross-Country auf Goldjagd gehen. Dass der 24-jährige Holländer Schurter schlagen kann, hat er in dieser Saison mehrfach bewiesen. Zu den Herausforderern gehört neben Van der Poel und Mathias Flückiger jetzt auch Lars Forster.
Angeschlagene Neff wird von Courtney abgefangen
Jolanda Neff ist der vierte Gewinn des Gesamtweltcups im letzten Rennen der Saison entglitten. Die geschwächte Ostschweizerin kam bei der Derniere in Snowshoe (USA) nicht über Platz 11 hinaus und wurde von der Amerikanerin Kate Courtney noch abgefangen. Der in einer bestechenden Form in die Saison gestarteten, gegen Ende aber nachlassenden dreifachen Saisonsiegerin Courtney reichte ein 5. Rang, um sich bei letzter Gelegenheit doch wieder an der gesundheitlich angeschlagenen Neff vorbeizuschieben. Den Tagessieg holte sich die französische Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot vor der Niederländerin Anne Terpstra und der Britin Annie Last. Beste Schweizerin war Linda Indergand als Neunte.
Mit vier Gesamtsiegen wäre Neff mit der Rekordhalterin Gunn-Rita Dahle Flesja gleichgezogen. Stattdessen triumphierte die 23-jährige Kalifornierin Courtney gut ein Jahr nach ihrem überraschenden WM-Titel in Lenzerheide zum ersten Mal. Für Neff resultierte der 2. Schlussrang, der bestens zu ihrer Saison passt und den Neff als „logisch“ bezeichnete: Bis auf den vierten Vollerfolg an der EM blieb sie 2019 im Cross-Country ohne Sieg. In vier der sieben Weltcuprennen belegte sie den 2. Platz, wie auch an der WM vor einer Woche in Kanada. „Ich war körperlich nicht in dem Zustand, in dem ich normalerweise bin. Ich gab alles, was ich noch hatte“, erklärte Neff, ohne näher auf die Probleme einzugehen. Mit der Saison könne sie trotzdem sehr zufrieden sein. „Es macht mich stolz, wie ich alles gehandelt habe. Aus diesen Erfahrungen kann ich viel Gutes mitnehmen.“
Der Schweizer U23-Fahrer Filippo Colombo errang seinen dritten Saisonsieg. Der 21-jährige Tessiner setzte sich vor dem Spanier Jofre Cullell und dem deutschen Maximilian Brandl durch und schloss die Saison als Gesamtzweiter ab. Der vorzeitig als Gesamtsieger festgestandene rumänische Weltmeister Vlad Decalu begnügte sich zum Abschluss mit Platz 4. sda