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Das vier Phasen-Prinzip
1. Form und Struktur
In der ersten Phase erlernt der Schüler die Bewegungsstrukturen, welche für das Nahkampf-System und die Erweiterung der menschlichen Reaktion grundlegend sind.
A.S.C.-Systemform
Die Form dient als Speichermedium für technische Abläufe. Sie stärkt und stählt den Körper und gibt uns ein Feedback über die eigene Körperbeherrschung und den Stand der Fähigkeiten. Durch regelmässiges Üben wird die Funktionalität des Körpers routiniert und die einzelnen, dazugehörigen Anwendungen lassen sich schneller vom Körper abrufen. Die Form (Kata) wurde zum Zweck des Unterrichts entworfen. Durch diese Entwicklung konnte dieses System definiert werden, Meilensteine wurden festgelegt und ein optimiertes Trainings-Programm erstellt. Die entworfene Form ermöglicht es ein strukturiertes Training für die Schüler zu gestalten.
Stand- und Strukturübungen
Mit diversen Übungen wird der ganze Bewegungsapparat geschult und gestärkt. Es wird darauf hin gearbeitet, dass man in jeder Position, auf jedem Zentimeter des Bewegungsverlaufs die Kontrolle und somit auch die Balance aufrecht erhält. Dies funktioniert nur, wenn eine perfekte Gewichtsverlagerung im richtigen Moment stattfindet. Um ein Gespür für diesen Moment zu finden, lernt jeder sich innerhalb gewisser Strukturen zu bewegen. Das Gleichgewicht soll von innen her Kontrolliert werden, sobald wir versuchen von aussen ins Lot zu korrigieren (Z.B. durch schwingen der Arme), ist es meist schon zu spät. Mit einem stabilen Stand und einem gut strukturierten Aufbau ist die halbe technische Arbeit getan.
Kraft- und Ausdauertraining
Ein gutes Martial Arts Training fördert stets Körper und Geist. Alle Fitnessübungen sind gezielt darauf ausgelegt, die Funktionalität des Körpers für das Ausüben des ganzen Systems zu verbessern. „Ohne Präzision ist Kraft wertlos!“ Kraft und Ausdauer wird grössten Teils durch Strukturübungen gefördert. Um allerdings ein umfassendes, abwechslungsreiches Programm zu bieten und eine gute Funktionalität und Fitness zu garantieren, bedienen wir uns an Übungen aus verschiedenen anerkannten Trainingsmethoden.
2. Technisches Training
In der zweiten Phase werden diese Bewegungen in Partner-Übungen umgesetzt, um die Techniken aus Form- und Strukturtraining als Anwendung umzusetzen, um somit das Verständnis für die Grundübungen zu vertiefen.
Routinetraining (Abwehr / Block)
Die elementarsten Anwendungen aus der Form werden durch stetiges Wiederholen perfektioniert. Durch Routineübungen wird vorwiegend das Abwehr-und Kontersystem geschult, bis hin zur blinden Automatisierung der Bewegungsabläufe. Die entstehenden Automatismen sind das Fundament zur Umsetzung der verschiedenen Techniken im Kampf. Ohne diese antrainierten Reflexe, sind die meisten Folgetechniken etc. „nutzlos“ für den Anwender.
Entledigungstechniken (Hebel- und Wurftechniken)
Es werden verschiedene Haltegriffe angewandt. Einhändige-, zweihändige Griffe, Griffe an Kleidungsstücken, Griffe an Extremitäten, wie auch am Klammergriffe am Torso werden in diversen Variationen ausgeführt. Daraufhin werden Befreiungs-/ Entledigungstechniken eingesetzt. Die Entledigungstechniken sind elementar, denn die meisten Auseinandersetzungen finden auf eher engem Raum oder unter Bedrängnis statt. Ist man unter Einwirkung Dritter in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, muss man möglichst schnell und effizient für Freiraum sorgen.
Schlag- und Tritt-Training
Der technische Aspekt der verschiedenen Schlag- und Trittvariationen wird durch die Systemform ausreichend unterrichtet. Durch stetes repetieren gehen die Bewegungsabläufe nach und nach in Fleisch und Blut über. Ausführungen von Angriffen, welche nicht innerhalb der Form trainiert werden, müssen individuell gefördert werden.
Bewegungsdynamik (Falltraining / akrobatische Elemente)
Der menschliche Körper ist zu erstaunlichen Dingen im Stande. Das Falltraining sorgt dafür, dass wir beim Hinfallen die Kontrolle über die Sturzrichtung erlangen, und diese zu unseren Gunsten umleiten können. Wir lernen nicht einfach „richtig hin zu fallen“, sondern die verlorene Kontrolle über den Körper noch im Flug zu übernehmen, um geschmeidig wie eine Katze wieder auf die Beine zu kommen.
Der akrobatische Teil der Ausbildung richtet sich vor allem auf Bodenelemente, da Sprünge oft sehr Risikoreich sind in ihrer Anwendung.
Selbstverteidigung
Die Nahkampf-Techniken des A.S.C.-Systems werden Anhand von situativen Bespielen als „Trockenübung“ erlernt. Im Vordergrund steht das Herantasten an die technischen Abläufe im Nahkampf. Sobald die Grundlagen erarbeitet sind, kann die Intensität gesteigert werden bis hin zum Drill.
3. Drill
Als dritte Phase werden diverse Drill-Varianten bewältigt. So kann überprüft werden, wie tief die technischen Abläufe schon in der Reaktion verankert sind. Hier lernt man unter hoher körperlicher Belastung und mentalem Druck, seine Konzentration aufrecht zu erhalten.
Technischer Drill
Verschiedene Techniken werden unter Leistungsdruck abwechslungsweise ausgeführt. Das Ziel der Übung ist die Techniken über einen bestimmten Zeitraum so effizient und so oft wie möglich umzusetzen.
Situations Drill
Während des Drills wird man entweder von einem oder mehreren Gegner angegriffen.
Die „Aggressoren“ können unter anderem auch bewaffnet sein. Beim Situations-Drill wird nicht
explizit auf die Technik geachtet, sondern mehr auf das instinktive Verhalten. Es gibt immer einen oder mehrere „Aggressoren“ (aggressive Angreifer) und einen „Defensor“ (Verteidiger). Die Aufgabe des Defensors ist es, die Situation zu entschärfen.
Durchhalte Drill
Willensstärke, Kraft und Ausdauer begegnen beim Durchhalte Drill einer grossen Herausforderung. Abwehren, kontern, Schlag- und Trittkombinationen ausführen, sprinten und Liegestützen machen, dies wird so lange in beliebiger Reihenfolge wiederholt, bis der / die Schüler / -in aufgibt. Die Leistung wird an der Anzahl Minuten gemessen die man durchhält.
Nahkampf Drill
Der Nahkampf Drill besteht aus abwechselndem Angreifen, Verteidigen und Fitnessübungen. Das Ziel ist möglichst viele Runden à 15 Sekunden am Stück zu überstehen. 15 Sekunden Angreifen,15 Sekunden Verteidigen,15 Sekunden Liegestützen, usw. Im Unterschied zum Durchhalte Drill, hier wird nicht mit vorgegebenen Techniken aus dem Routinetraining gearbeitet, der Angreifer schlägt spontan und nach eigenem Ermessen. Zu dem läuft keine konstante Zeit, sondern ein Rundenintervall.
4. Free Flow
Freefight
Die vierte und letzte Phase ist der freie Kampf. Dieses Training kostet viel Konzentration und Disziplin und setzt einen gesunden, kräftigen Körper voraus. Da nicht die gleichen Regeln wie im sportlichen Wettkampf gelten, erfordert dies umso mehr Aufmerksamkeit… denn alles ist möglich.
Es braucht Zeit bis ein gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist und die Grenzen des eigenen Körpers wie auch die des Gegners erkannt werden. Denn die Verletzungsgefahr für Laien ist riesig.
Selbst erfahrenen Kämpfern empfiehlt es sich, eine Schutzausrüstung zu tragen.
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