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Wer darf in Liechtenstein eine Wohnung mieten?
Mit einem gültigen Reisedokument und gegebenenfalls einem Visum darf jeder als Tourist nach Liechtenstein einreisen und sich längstens drei Monate im Land aufhalten. Doch wie steht es um eine langfristige Wohnsitznahme?
Das Aufenthaltsrecht in Liechtenstein ist sehr restriktiv. Ausländische Staatsangehörige können nicht ohne Weiteres Wohnsitz nehmen. Wer längerfristig in Liechtenstein wohnen möchte, benötigt eine behördliche Aufenthaltsbewilligung. Auch ein Arbeitsvertrag mit einem Liechtensteiner Unternehmen berechtigt nicht zur Wohnsitznahme.
Studierende können für ein Semester oder ein Studienjahr eine Kurzaufenthaltsbewilligung L beantragen und dürfen während deren Gültigkeit in Liechtenstein wohnen. Solange das Studium andauert, kann die Bewilligung nach Ablauf wieder neu beantragt werden. Wer beabsichtigt, länger als ein Jahr in Liechtenstein zu wohnen, kann um eine Aufenthaltsbewilligung B ansuchen. Eine solche berechtigt zu einem Aufenthalt bis zu 5 Jahren und kann in der Folge verlängert werden. An Staatsangehörige ausserhalb der Schweiz und dem EWR-Raum können die Bewilligungen L und B nur erteilt werden, wenn es sich um Führungskräfte, Spezialisten oder andere qualifizierte Arbeitnehmer handelt. Nach einem ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren können EWR-Staatsangehörige sowie deren Familienangehörige um die Daueraufenthaltsbewilligung D ansuchen, Schweizer Staatsangehörige um die Niederlassungsbewilligung C.
Wer in Liechtenstein keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, muss nachweislich über finanzielle Mittel von CHF 2’600 pro Monat verfügen bzw. für mindestens 5 Jahre eine Bankgarantie in Höhe von CHF 156’000 stellen können. Damit soll vermieden werden, dass ein Antragsteller Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss. Zudem wird ein umfassender Krankenversicherungsschutz erwartet.
Beschränkte Anzahl jährlich erteilter Bewilligungen
Die Liechtensteiner Regierung vergibt jährlich 72 Bewilligungen an Bürger aus dem EWR-Raum – 56 an Erwerbstätige und 16 an nicht erwerbstätige – und deren 17 an Staatsangehörige aus der Schweiz (zwölf an Erwerbstätige, fünf an nicht erwerbstätige). Drittstaaten-Angehörige können nur eine Aufenthaltsbewilligung erhalten, soweit es sich um eine Führungskraft, einen Spezialisten oder einen anderen qualifizierten Arbeitnehmenden handelt.
Die Hälfte der Bewilligungen an EWR-Bürger wird verlost, die übrigen direkt von der Landesregierung vergeben. Verlosungen finden im Frühling und im Herbst statt. Eine erteilte Bewilligung ermächtigt zum Familiennachzug. Andererseits erlischt das durch Auslosung erworbene Recht zur Wohnsitznahme, wenn die ordentliche Anmeldung nicht innerhalb von 6 Monaten ab Empfang der Benachrichtigung wahrgenommen wird.
Eine weitere Möglichkeit zur Wohnsitznahme stellt die Ersatzanstellung dar. Meldet sich eine Person mit einer Bewilligung B, C oder D ins Ausland ab, wird sie pensioniert oder stirbt sie, so kann das Unternehmen die freiwerdende Stelle innert sechs Monaten mit einer bewilligungspflichtigen Person nachbesetzen und eine entsprechende Bewilligung einholen. Wird innert der genannten Frist kein Gesuch eingereicht, erhöht sich die Anzahl der zu vergebenden Bewilligungen bei der Bewilligungsvergabe oder der Auslosung, je nachdem nach welchem Verfahren die ursprüngliche Bewilligung erteilt wurde.
Voraussetzung zur Wohnsitznahme
Sobald eine Bewilligung rechtskräftig erteilt wurde, kann ein Mietvertrag für eine Wohnung in Liechtenstein unterzeichnet werden – selbstverständlich unter Berücksichtigung der geltenden Bewilligungsdauer.