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Wir denken über Liebe als etwas, das es nur in binären Zuständen gibt: Entweder ist sie da, oder sie fehlt. Doch Liebe hat viel mehr mit Prioritäten zu tun: Durch unsere Taten zeigen wir, was wir mehr lieben als anderes.
Dies demonstriert Greg Forster eindrücklich im zweiten Kapitel seines Buches “The Joy of Calvinism” anhand eines eigenen Beispiels: Er brachte beste Voraussetzungen für eine akademische Laufbahn mit, fand jedoch nach seinem PhD-Studium keine Anstellung. So blieb ihm das Postdoc-Studium – kaum bezahlte Arbeit für einen Professor. Seine Frau musste wärend dieser Zeit 100 % arbeiten, um den Lebensunterhalt der Familie decken zu können. Greg merkte, wie dies seiner Frau gesundheitlich zu schaffen machte (später fand man heraus, dass es krankheitsbedingt war).
Nach dem ersten Postdoc wurde ihm ein zweites Postdoc-Studium bei einem berühmten Professor an einer renommierten Fakultät angeboten. Nun galt es für ihn Prioritäten zu setzen: Wenn er die Liebe zu seiner Frau über seine Liebe zum akademischen Lehrbetrieb setzte, hiess das: Das Angebot abzulehnen. Er tat es (und weiss heute, dass dies der Einstieg in eine andere Art von Arbeit war, als er sich ursprünglich vorstellte).