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Strom für Basel!
Elektrifizierung als probates Mittel gegen die Wirtschaftskrise
Das Jahr 1899 war für Basel ein besonderes Jahr, nicht nur weil dem Grossen Rat die Pläne für den Erweiterungsbau des Rathauses in seiner heutigen Form vorgelegt wurden, zu denen sich Grossrat Professor Heusler eher abfällig äusserte «(man würde) dem Neubau den Charakter eines Festungsbaus geben (…)», sondern auch weil in diesem Jahr mit der Gründung des Elektrizitätswerkes Basel (EWB) die Elektrifizierung der Stadt im grossen Stile eingeläutet wurde. Denn ab dann ging es rasant voran: Im Jahre 1900 brannten erstmalig 41 Lichtbogenlampen, die die nächtliche Stadt in ein ganz neues Licht rückten.
Doch das Herz der Basler Pioniergeister der Elektrifizierung schlug schon Jahrzehnte vorher. So kamen die ersten Turbinen zur Stromerzeugung bei exklusiven Anlässen des finanzstarken «Basler Daigs» zum Einsatz, um den Feierlichkeiten mittels Beleuchtung das passende Ambiente zu verleihen. Parallel versuchte die Bevölkerung die Elektrifizierung auf Allmend bei der sich lange skeptisch verhaltenden Regierung voranzutreiben. Treiber waren Privatleute, die das Ende der bereits viel zulange anhaltenden Wirtschaftskrise in der Elektrifizierung der Stadt sahen. Doch auch Hoteliers verlangten nach Elektrifizierung, weil sie sich dadurch finanzkräftige Touristen versprachen.
Mehr Strom für Basel!
Nach der Gründung des Elektrizitätswerkes Basel (EWB) liess der Wirtschaftsaufschwung tatsächlich nicht lange auf sich warten. Zu den ersten Kunden zählten Hotels, wie das Traditionshotel Schweizerhof am Centralbahnplatz, und Handwerksbetriebe, wie die Basler Bandweberei. Als eine der ersten öffentlichen Einrichtungen bezog auch bald die Basler Strassen-Bahn (BStB) Strom vom EWB.
Um die zunehmende Nachfrage nach einer öffentlichen Stromversorgung sicherzustellen, beteiligte sich der Kanton Basel-Stadt am Kraftwerk Augst-Wyhlen. Mit dem Entscheid des Kraftwerkbaus änderte sich auch die Organisationsform des Elektrizitätswerkes. War es bis anhin dem Gas- und Wasserwerk angegliedert, wurde es im Frühjahr 1908 als eine Gemeindeanstalt in die Selbstständigkeit entlassen. Das geplante Kraftwerk Augst, das eine kantonale Unternehmung war, sollte vom EWB verwaltet werden. Bündelung von Kompetenz in einer Hand lautete schon damals die Devise.
Wirtschaftskrise und Weltkrieg als Motor für die Elektrifizierung
Während der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre wurden sogar Nebenräume und Wohnungen, die bis anhin nicht elektrifiziert wurden, mit elektrischen Installationen versehen. Man wollte Arbeitslose Elektroinstallateure sinnvoll beschäftigen. Gleichzeitig versuchte man die Wirtschaft mit dem Kauf von elektrischen Geräten - Propagandaaktion des EWB – positiv zu beeinflussen. Das Geld musste wieder in Umlauf kommen.
Die Mobilmachung im Zweiten Weltkrieg hatte ebenfalls einen starken Einfluss auf die Elektrifizierung. So sorgte vor allem die Kohlerationierung zu einer Reduzierung der Gasproduktion. Was bald zu einer Substitution des Gases durch Elektrizität führte, die grösstenteils durch Wasserkraft erzeugte wurde.
Bild: Propagandaplakat "Schweizerfrauen kocht elektrisch"
Um die rasant wachsende Nachfrage nach Elektrizität in den Nachkriegsjahren decken zu können beteiligte sich das EWB an weiteren Kraftwerken, wie etwa an dem im Jahr 1955 in Betrieb genommenem Kraftwerk Birsfelden, dessen ersten Pläne aus der Mitte der 1880er Jahre stammten.
Investitionen in die Leistungsfähigkeit des Stadtnetzes
Zunehmender Kraftwerkbau und ungehemmter Energiekonsum zwangen das EWB zum kontinuierlichen Ausbau seines Verteilnetzes. Die in den letzten Jahrzehnten entstandenen Unterwerke Steinenbachgässlein, Volta, Birsbrücke und Margarethen reichten längst nicht mehr aus. So machte man sich an den Bau weiterer Unterwerke: Kleinbasel (1956), Wasgenring (1960) und Jakobsberg (1969). Alle Unterwerke verband man sukzessive mit einer Ringleitung, um die Versorgungssicherheit der Stadt jederzeit gewährleisten zu können. Ab 1958 mussten sämtliche Kabel durch neue mit einem grösseren Querschnitt ersetzt werden, da die alten zu leistungsschwach waren. Wo immer möglich, ersetzte man Freileitungen durch unterirdische Kabel. 1964 erfuhr auch die Strassenbeleuchtung eine Modernisierung: Glühlampen wurden durch leuchtkräftigere Gasentladungslampen ersetzt.
Die Ölpreiskrise 1973/74 – ein Paradigmenwechsel
1969 verfügte das EWB nur noch über geringe Energiereserven. Man machte sich bereits Überlegungen dazu, wie die Bevölkerung zum möglichst sparsamen Umgang mit Energie angeregt werden könne. 1971 fiel der Entscheid, die Installation von elektrischen Raumheizungen nur noch in Ausnahmefällen zu genehmigen. Ebenfalls in den 1970er Jahren entschied sich das Basler Stimmvolk – nach einer eindrücklichen gewaltfreien Anti-Atom-Bewegung – gegen den Bau eines Atomkraftwerks in Kaiseraugst. Der Regierungsrat beschloss als erste Reaktion eine Reihe von Massnahmen, die den Umgang mit Energie in Basel auf ganzer Linie optimieren sollten. Darunter Energiesparmassnahmen, eine Beteiligung am Kraftwerk Kembs und nicht zuletzt deutliche Tariferhöhungen. Als einschneidenste Massnahme wurde das Energieleitbild beider Basel im Jahr 1977 dem Grossen Rat vorgelegt, das neue Aspekte der Energiepolitik beinhaltete, wie die staatliche Förderung des Energiesparens und die regionale Zusammenarbeit der bis anhin konkurrierenden Versorgungsunternehmen.
«Industrielle Werke Basel IWB» geht auf neuen Wegen
1978 war es dann soweit: Aus den ehemaligen Konkurrenten Gas- und Wasserwerk und dem Elektrizitätswerk Basel entstanden die heutigen Industriellen Werke Basel (IWB). 1983 erliess der Regierungsrat das Energiespargesetz, das ausdrücklich die Förderung von erneuerbaren Energien vorsah. Die Ära der erneuerbaren Energien in Basel war eingeläutet.
IWB beteiligte sich in den darauffolgenden Jahrzehnten an weiteren Wasser-, Wind- und Solarkraftwerken. 1998 wurde das Kleinkraftwerk Neuewelt bei Münchenstein fertiggestellt – das sich zu 100% im Besitz von IWB befindet. Im Jahr 2009 folgten Beteiligungen am Windkraftwerk Juvent – dem grössten Windpark der Schweiz –, 2011 und 2012 an Windparks in Frankreich und Deutschland sowie dem Bau des Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance. 2014 wurde eine Vision wahr: IWB produziert in eigenen Anlagen mehr erneuerbaren Strom als ihre Kunden verbrauchen.
Bild: Windpark Juvent
Smart. Integriert. Rundum versorgt.
Im Dezember 2015 verabschiedete der Verwaltungsrat die Strategie smart IWB 2020. Die Eckpfeiler der Strategie stellen die Weiterführung der klassischen Versorgung der Kunden mit Energie aus erneuerbaren Quellen sowie das Angebot von weiteren ergänzenden Dienstleistungen. Dazu gehört auch die zunehmende Verbreitung des Internets in der Haus- und Energietechnik, das ein Schlüsselkriterium für die zentrale Energieversorgung darstellt.
Eine statische, zentrale Energieversorgung – das ist inzwischen Geschichte. IWB entwickelt neue Produkte und Dienstleistungen und verknüpft diese mit bestehenden Ressourcen Immer mit dabei: Kunden. Denn nur so können Lösungen innovative und smarte Lösungen entstehen, die echten Mehrwert bieten. Der Fokus liegt dabei auf der zunehmend lokalen – also dezentralen – Stromproduktion, eine nachhaltige Wärmeproduktion, moderne Mobilität und Kommunikation.
Dazu gehört die Sonnenbox, unsere modulare Solarlösung mit höchster Effizienz und Rendite. Mit der Option Sonnenbox Speicher wird darüber hinaus die virtuelle Zwischenspeicherung überschüssigen selbstproduzierten Solarstroms geboten. Ergänzt werden kann das Paket mit der Chargebox, die sich nahtlos in dieses System einreiht. Sie ermöglicht das Laden von Elektrofahrzeugen.
Strom ist in Basel allgegenwärtig seit über 100 Jahren. Dank IWB - mit höchster Versorgungssicherheit.