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In der Übersicht
Unter international tätigen Schweizer Unternehmen werden im zweiten Teilprojekt Unternehmen verstanden, welche ihren Hauptsitz in der Schweiz haben und im Ausland regelmässig wirtschaftlich tätig sind. Die besondere Herausforderung für diese Unternehmen besteht darin, dass sie gleichzeitig in unterschiedlichen Werte- und Kulturräumen agieren und dabei einer stark globalisierten Umwelt gerecht werden müssen. Es ist deshalb besonders anspruchsvoll, ethisch korrektes Verhalten, Transparenz und Compliance im täglichen Geschäftsleben umzusetzen.
Mithilfe der im ersten Teilprojekt entwickelten Integritäts-Risiko-Indikatoren sollen die Unternehmen befähigt werden, die heute geforderte prinzipienbasierte Compliance in Übereinstimmung mit ISO 19600 umsetzen zu können. Die prinzipienbasierte Compliance fordert – im Gegensatz zur regelbasierten Compliance – dass die Mitarbeitenden sich an den Werten des Unternehmens als Leitplanken orientieren, um sich in der jeweiligen Situation richtig verhalten zu können. Die Mitarbeiter sind aufgefordert, eigenständig zu denken und Entscheidungen zu treffen, die für das Unternehmen förderlich sind.
Für die Implementierung einer regelbasierten Compliance sind die Werte der Organisation elementar. Diese dienen dazu, Verhaltensweisen zu definieren, welche insgesamt als Unternehmenskultur bezeichnet werden. Die Umsetzung und Adaption dieser Werte können unter dem Begriff der Integrität («Das Richtige tun, auch wenn niemand hinschaut») subsumiert werden.
Die Integration von Integritäts-Risiko-Indikatoren in das unternehmensweite Risk Management des Unternehmens soll das Unternehmen in die Lage versetzen, Integritäts-Risiken (wie beispielsweise Korruption) frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Massnahmen zeitgerecht ergreifen zu können.