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Ben Sulayem setzte sich bei der an der FIA-Generalversammlung in Paris vorgenommenen Wahl gegen den Briten Graham Stoker durch. Auf den neuen Präsidenten, einst ein begeisterter und erfolgreicher Rallye-Fahrer, entfielen knapp zwei Drittel der Stimmen. Ben Sulayem war bisher Präsident des Motorsport-Verbandes seines Landes und ist in dieser Funktion einer der führenden und einflussreichsten Automobilsport-Funktionäre in der arabischen Welt. Seit 13 Jahren sitzt er auch im Motorsport-Weltrat, der obersten Motorsport-Behörde.
Mit Ben Sulayem haben die Zuständigen der FIA einen Mann mit Visionen gewählt und sich gegen einen Kandidaten entschieden, der vorab die von Todt eingeschlagene Richtung weiterführen wollte. Der 69-jährige Stoker ist seit zwölf Jahren FIA-Vizepräsident und gilt als rechte Hand des Franzosen.
Ein CEO fürs Alltagsgeschäft
Ben Sulayem, der erste Nicht-Europäer in diesem Amt, will die Spitze der FIA umgestalten. Er hat angekündigt, für die operative Leitung des Verbandes einen Geschäftsführer anzustellen. «Das Alltagsgeschäft ist nicht Sache des Präsidenten», begründet er seinen neuen Weg. Auch hat er den Willen geäussert, die Beteiligung am Autorennsport weltweit zu erhöhen.
«Die Formel-1- und die Rallye-Weltmeisterschaft stehen auf gesunden Füssen. Aber die Sportwelt braucht mehr als das.» Die Umsetzung der Pläne will er einerseits mit Veranstaltungen auf regionaler Ebene, andererseits mit kostengünstigen Einstiegsmodellen von Autos etwa in der Rallye-Szene bewerkstelligen.
Der Plan für mehr Transparenz
Ein weiteres grosses Anliegen ist Ben Sulayem die Verbesserung der Transparenz bei der FIA. Mit der Geheimniskrämerei soll vorab im finanziellen Bereich Schluss sein. «Transparenz ist wichtig, wenn man in der Welt ernst genommen werden will.» Bei seinem Vorgehen orientiert er sich an den führenden Weltverbänden und nimmt sich das Internationale Olympische Komitee zum Beispiel. «Auf der Website des IOC sind alle Konten aufgeführt. In diese Richtung muss es auch bei der FIA gehen.»
Der 75-jährige Todt war 2009 als Nachfolger des im vergangenen Mai verstorbenen Engländers Max Mosley FIA-Präsident geworden. Vor acht und vier Jahren war er wiedergewählt worden. Ben Sulayem hatte sich schon bei Todts erster Wiederwahl eine Gegenkandidatur überlegt, seine Bewerbung dann aber zurückgezogen.