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Das Projekt untersucht die gesellschaftliche Bedeutung kirchlicher Frauengemeinschaften in der Ostschweiz anand des solzialen Wirkens, welche Frauen in institutionellem Rahmen während des 20. Jahrhunderts aus religiöser Motivation geleistet haben. Die Aufarbeitung erfolgt aus überregionaler und überkonfessioneller Sicht. Mit den erhobenen Daten wird eine Dokumentation erstellt, auf deren Grundlage sich die bisher primär als binnenkirchliches Phänomen behandelte religiöse Frauengeschichte in einen größeren Zusammenhang einordnen lassen wird. Historischer Hintergrund ist die Aufgabenteilung zwischen Staat und Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die das Konzept kirchlich-sozialer Institutionen bis weit ins 20. Jahrhundert prägte. Der Bewältigung sozialer Aufgaben nahmen auf katholischer Seite die neu entstehenden Frauenkongregationen wahr, auf reformierter Seite die weiblichen Diakoniewerke. In beiden Konfessionen bestanden ähnliche ideelle Voraussetzungen: Bestimmend war ein religiöses Verständnis, welches den Dienst an den Nächsten als Weg zum persönlichen Heil verstand.
Das Projekt verbindet regionalgeschichtliche mit nationalen und internationalen Fragestellungen. Frauen- und konfessionsgeschichtliche Aspekte der Entwicklung katholischer und evangelischer Schwesterngemeinschaften werden mit einem kulturgeschichtlichen Methodenansatz untersucht. Die Studie wird die Auswirkungen der sozialen Betätigung von Frauengemeinschaften auf die Gesellschaft darstellen und die Frömmigkeitspraxis sowie den Alltag innerhalb dieser Gruppen beschreiben. In den Blick kommen sowohl die einzelnen Schwestern und Diakonissen (Subjektforschung) als auch die kollektiv konstruierten Identitäten. Die Arbeit wird aus kultur- und frauengeschichtlicher Perspektive einen Beitrag leisten zur Beschreibung von Prozessen, welche moderne Gesellschaften formten.