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Ob für E-Mails oder inzwischen auch auf Instagram und so: Am Klammeraffen führt im Internet kein Weg vorbei. Aber ist das @-Zeichen wirklich eine Online-Zeiterscheinung? Dieser Frage bin ich auf den Grund gegangen.
Auf dem Bild einer uralten Schreibmaschine hab ich ein @-Zeichen entdeckt. Ein Witz? Nein. Der liebevoll genannte Klammeraffe scheint schon viel älter zu sein, als ich bisher angenommen hatte.
Aber woher kommt das @-Zeichen? Also los, googeln. Als Erstes stosse ich auf einen umfassenden Artikel aus dem Jahr 1997. Bereits zu Beginn des Internetzeitalters war der Klammeraffe ein grosses Thema. Der «Die Zeit»-Autor Hanno Kühnert musste damals noch in tonnenschweren Informatik-Duden nachschauen und wurde nicht fündig. Chip.de will 20 Jahre später wissen: «At» kommt vom lateinischen Wort «ad», was so «zu» bedeutet. Eine andere Theorie des Online-Ratgebers lautet: Das @-Zeichen kommt von der Masseinheit Arroba. Diese wurde im 16. Jahrhundert auf der iberischen Halbinsel benutzt. Was hat das 16. Jahrhundert bitte mit dem Internet zu tun?! Eine Erklärung gibt es offenbar: Die Spanier und Franzosen nennen das @-Zeichen Arroba. Ein Beweis ist aber nicht vorhanden. Auf diese Theorie ist auch übrigens auch der Autor von «Die Zeit» gestossen. Nachdem er sich durch dutzende Bücher gewälzt hatte. Und im Archiv entdeckte er eine schwedische Zeitung, die 1994 meinte, das @-Zeichen könnte sogar aus dem 6. oder 7. Jahrhundert stammen. Ich zitiere: «Die Rundungen von a und d seien ineinander verschmolzen, der Aufstrich des d sei dann schwungvoll nach links gezogen worden.» Der motivierte Journalist unterlag im Gegensatz zu heute keiner Zeichenbeschränkung, deshalb hat er munter weiter recherchiert und alles aufgeschrieben. Ich will euch damit nicht langweilen. Aber wenn ihr wollt, lest seinen Artikel.
Programmierer Ray Tomlinson ist für das moderne @-Zeichen verantwortlich
Wie dem auch sei: Fest steht, dass der Programmierer und Hacker Ray Tomlinson 1972 für die damaligen Computernetze den Postversand ins Leben rief. Er forschte nach einem Zeichen, das niemals im Namen eines Menschen auftauchen und als eindeutiger Trenner funktionieren würde. Auf der Tastatur seiner Schreibmaschine, dem Model 33 Teletype, fand er das @-Zeichen. Praktischerweise bedeutete es «bei» und erfüllte somit die Aufgabe. Links steht die Person, dazwischen das «at» und rechts die zugehörige Domain. Aber: In den 70er-Jahren war der Klammeraffe das Steuerzeichen zum Löschen einer Zeile. Tomlinsons Computerfreunde waren also not amused. Trotzdem setzte sich der Programmierer durch. Aber ist das nicht immer so bei neuen Ideen? Zuerst motzen sie und am Schluss machen doch alle mit?