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Die meisten liefen ungeschützt durch den gesundheitsgefährdenden Smog. Ärzte hatten die Behörden aufgefordert, die Laufveranstaltung zu verschieben.
Nach Nieselregen am Samstag war die Feinstaubkonzentration in Neu Delhi zwar gesunken. Der Wert war nach Angaben der US-Botschaft am Sonntag aber immer noch neunmal höher als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.
Bei der festgestellten Feinstaubkonzentration von 214 Mikrogramm der Kleinstteilchen pro Kubikmeter Luft empfiehlt die WHO eigentlich, sämtliche Anstrengungen im Freien zu unterlassen.
Einige Marathon-Läufer klagten dann auch über Beschwerden: "Meine Augen brennen, meine Kehle ist trocken, meine Nase läuft", beklagte der 30-jährige Teilnehmer Rohit Mohan.
Der Sieger des Männerrennens, der Äthiopier Birhanu Legese, zeigte sich hingegen unbeeindruckt von den Warnungen. Die Luftverschmutzung sei "gar nicht so schlimm" gewesen, fügte der Sportler hinzu. "Ich würde sagen, es war perfekt zum Laufen."
Die indische Medizingesellschaft hatte das Oberste Gericht des Landes dazu aufgefordert, die Sportveranstaltung wegen der gefährlichen Luftverschmutzung zu verschieben. Das lehnte das Gericht vor wenigen Tagen jedoch ab.
Die Veranstalter des Rennens versprachen, alles mögliche zu tun, um die Bedenken zu zerstreuen. Zwar hatten auch die Organisatoren eingeräumt, dass der "Zustand der Luftqualität nicht förderlich" sei. Die Strecke wurde zum Marathon dann mit Salzwasser bespritzt und der umliegende Verkehr wurde eingestellt.
In Neu Delhi und den umliegenden Provinzen waren wegen der hohen Feinstaubwerte tagelang zehntausende Schulen geschlossen. Die Behörden hatten zudem Fahrverbote für Lastwagen erlassen und alle Bauaktivitäten gestoppt.
Als Hauptverursacher der Luftverschmutzung gelten die 50'000 Diesel-Lastwagen, die jede Nacht durch die indische Hauptstadt fahren, und brennende Stoppelfelder in der Umgebung.
Neu Delhis Luftqualität ist mit dem einsetzenden Winter oft besonders schlecht, weil kalte Luft den Smog in Bodennähe hält. Neu Delhi ist laut einer WHO-Studie aus dem Jahr 2014 weltweit die Hauptstadt mit der schlimmsten Luftverschmutzung. Laut WHO können die gefährlichen Feinstaubpartikel zu chronischer Bronchitis, Lungenkrebs und Herzkrankheiten führen.
(SDA)