Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03286.jsonl.gz/3328

Schweizer Männer finden sich zu dick
In einer Studie über das Gesundheitsverhalten in Europa stehen die Schweizer generell gut da. Während Frauen eher über depressive Symptome klagen, fühlt sich die Mehrheit der Männer übergewichtig., 3. Januar 2017 um 08:08
Die wichtigsten Ergebnisse
- Frauen klagen generell häufiger über depressive Symptome als Männer. In der Schweiz sind es 9,3 Prozent der Frauen gegenüber 4,7 Prozent der Männer. Die Schweiz weist damit in diesem Punkt zusammen mit Finnland und Norwegen die tiefsten Raten auf.
- Frauen klagen auch häufiger über starke Kopf- und Rückenschmerzen als Männer.
- In ganz Europa fühlen sich Männer häufiger übergewichtig als Frauen. Von den Schweizer Männern finden sich 52,5 Prozent zu dick, bei den Frauen beträgt der Anteil 29,9 Prozent. Damit liegen die Schweizer europaweit im Mittelfeld. In Deutschland etwa fühlen sich 60 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen zu dick.
Schweizer generell zufrieden mit der Gesundheit
- Schweizer sind zusammen mit den Iren am zufriedensten mit dem allgemeinen Gesundheitszustand. Nur 2,3 Prozent der Männer und 3,9 Prozent der Frauen klagen über einen schlechten oder sehr schlechten Gesundheitszustand. Am unzufriedensten sind die Menschen in Ungarn, Estland und Litauen.
- 20,4 Prozent der Männer und 22,3 Prozent der Frauen fühlen sich durch eine Krankheit eingeschränkt. Dies ist im europäischen Vergleich ein tiefer Wert.
- Chronische Krankheiten wie Herz- und Kreislaufprobleme, Bluthochdruck und Diabetes sind in der Schweiz im Vergleich zum europäischen Ausland wenig verbreitet. Rund 14 Prozent der Bevölkerung klagt über Bluthochdruck.
Männer rauchen und trinken mehr als Frauen
- Geht es um das Risikoverhalten, liegt die Schweiz im Mittelfeld. 28,5 Prozent der Männer und 24,9 Prozent der Frauen geben an zu rauchen; 37,6 Prozent der Männer und 16,7 Prozent der Frauen rauchen sogar 20 oder mehr Zigaretten pro Tag.
- Männer neigen eher zum Alkoholkonsum als Frauen. 39,8 Prozent der Schweizer Männer trinken mindestens einmal pro Woche Alkohol. Bei den Frauen sind es 20,8 Prozent. Alkoholexzesse sind in Portugal ein Problem, wo 17,5 Prozent der Männer sich mindestens einmal wöchentlich ins Koma trinken. In der Schweiz geben 5,5 Prozent der Männer und 1,8 Prozent der Frauen an, sich mindestens einmal wöchentlich ins Koma zu trinken.
- Im Mittelfeld liegen die Schweizer, wenn es um körperliche Aktivität geht. 22 Prozent der Bevölkerung treibt einmal alle drei bis vier Tage Sport.
Gesundheitsversorgung top
- Geht es zum den Zugang zur Gesundheitsversorgung, ist die Schweiz top: «Nur» 4,8 Prozent der Männer und 8,1 Prozent der Frauen geben an, dass ihre medizinischen Bedürfnisse nicht befriedigt worden sind. Holland und Österreich haben ähnlich tiefe Werte. Am anderen Ende der Skala liegen Länder wie Finnland, Polen oder Israel.
- Frauen konsultieren häufiger als Männer Spezialisten und setzen auf alternative Behandlungsmethoden. In der Schweiz ist der Anteil der Frauen, die auf Alternativmedizin setzen, mit 56,7 Prozent besonders hoch (Männer: 39,7 Prozent).
Artikel teilen
Loading
Comment
2 x pro Woche
Prämienverbilligung: Nationalrat hält am Ausbau des Systems fest
Anders als der Ständerat will der Nationalrat den Ausbau der Prämienverbilligungen nicht vor sich herschieben. Er hält am indirekten Gegenvorschlag fest.
Horrender Lohn im Luks-Verwaltungsrat gibt zu reden
Der VR-Präsident des Luzerner Kantonsspitals hat in den letzten Jahren satte Lohnerhöhungen erhalten. 2021 soll die Luzerner Regierung damit die eigenen Vorgaben gesprengt haben.
Die Spielsucht in der Schweiz hat sich verdoppelt – nun handeln die Kantone
Eine neue eGames-Studie zum Online-Geldspielverhalten in der Schweizer Bevölkerung zeigt besorgniserregende Zahlen. Jetzt schalten sich die Kantone ein.
Neue Studie zeigt: Wir leben länger und auch länger gesund
Schweizerinnen und Schweizer haben gesunde Lebensjahre dazugewonnen – Männer etwas mehr als Frauen. Das zeig eine Studie in «Swiss Medical Weekly».
Genfer Gesundheitspolitikerin hat den Lead bei der Tabakprävention
Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle ist die neue Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz. Sie will die Volksinitiative «Kinder ohne Tabak» strikt umsetzen.
Psychiatrie: UPD schreibt Verluste und kündigt deshalb die Tarifverträge
Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern können mit den derzeitigen Tarifen nicht kostendeckend arbeiten. Zudem sind zentrale Angebote unterfinanziert.
Vom gleichen Autor
Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden
Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.
Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie
Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.
Spitalfinanzierung erhält gute Noten
Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.