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«Pfeile gegen die Sonne», die vollständig überarbeitete und um ein Nachwort ergänzte Studie, die Thomas Collmer in vierter Auflage dem «Dichter Jim Morrison» gewidmet hat, ist ein Vorzeigebeispiel des weitläufigen Essays.
Mit seinem schier tausendseitigen Textgarten legt Collmer, der zugleich das engagierte Magazin «Rollercoaster» herausgibt, das Gründlichste vor, was je über Jim Morrisons Gedichte und Lyrics geschrieben worden ist. Die beiden Bände erhellen innovativ, weitsichtig und nicht zuletzt mit politischer Verve die intellektuelle Biografie des Dichtersängers. Der Autor arbeitet im Schnittfeld von Philosophie und Literaturwissenschaft, Magie und Psychologie, Popkultur und Soziologie. Zug um Zug führen seine Gedanken in die an Geheimnissen reiche Mystik von Morrisons Dichtungen ein.
Collmer begreift Morrison als «repräsentativen Poeten seiner Zeit, der exemplarisch ihre Widersprüche ausgedrückt hat». Dem Doors-Sänger gelang dies, weil er zwei Prinzipien mit bedingungsloser Konsequenz befolgte: «Sein Leben mit grösstmöglicher Intensität leben und so weit wie möglich eine im eigenen Wesen angelegte Fähigkeit visionär-poetischer Imagination entwickeln». In Morrisons Fall war dies kein ungefährliches, aber produktives Unterfangen.