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Hochverehrter Herr & Freund!
In Beilage beeile ich mich, Ihnen die Abschrift einer Depesche1 Maraini's zu übermitteln.
Diesen Augenblick erhalte ich Ihr gestriges geschätztes Schreiben2. Ich verdanke Ihnen die in demselben enthaltenen Mittheilungen über die Situation in Italien bestens.
Ich erinnere mich in der That nicht, von Ihnen vernommen zu haben, daß Hr. Schenk sich gegen Ihren Antrag, die Competenzen des Bundes hinsichtlich der Genehmigung des Tracé's des Gotthardbahnnetzes durch ein Regulativ grundsätzlich zu fixiren, ausgesprochen habe.3 Ich muß Ihre daherige Mittheilung überhört haben. Soll nun aber der Widerspruch des Hrn. Schenk ge| nügen, um einen Antrag aufzugeben, der auf den besten Gründen beruht? Ich würde es sehr bedauern, wenn die Verhältnisse im Bundesrathe so beschaffen wären, daß sie dieß nothwendig machen würden!
Ich denke, die Vorlage des Tracé's der sämmtlichen Tessin'schen Thalbahnen an den Bundesrath werde bald nach der Mitte des nächsten Monates erfolgen können.4 Es wird dabei hinsichtlich des Anschlusses der Gotthardbahn an die Verbindungsbahn Camerlata –Chiasso von einer Supposition ausgegangen werden müssen, da über diesen Punct trotz der Schritte, die der Bundesrath gethan haben wird, zur Zeit noch völlige Ungewißheit herrscht.5
Mit freundschaftlicher Hochachtung
Ihr
Dr A Escher
Zürich 28 Octr 1872.