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Ausbau von Angebot und Infrastruktur
Dank dem Vier-Meter-Korridor am Gotthard können Sattelauflieger (Anhänger von Sattelschleppern) mit vier Metern Eckhöhe grundsätzlich mit jedem Güterzug im Nord-Süd-Verkehr durch die Schweiz gefahren werden. Solche Transporte müssen nicht mehr zu separaten Zügen zusammengestellt und über spezielle 4-Meter-Trassen am Lötschberg gefahren werden.
Die Passagiere im Personenverkehr profitieren ebenfalls vom Vier-Meter-Korridor auf der Gotthardachse. Bei grosser Nachfrage können Doppelstockzüge eingesetzt werden.
Für den durchgängigen Vier-Meter-Korridor zwischen Basel und Chiasso respektive Ranzo waren rund 170 Anpassungen an der Strecke erforderlich. Es handelte sich um ca. 20 Tunnel mit ungenügendem Profil und ca. 150 «Hindernisse» auf der offenen Strecke wie beispielsweise Signalanlagen, Perrondächer oder Fahrstromanlagen. Sie wurden bis Ende 2020 angepasst.
Das grösste Einzelprojekt des Vier-Meter-Korridors auf der Gotthardachse war der 2.5 Kilometer lange Bözbergtunnel im Kanton Aargau. Es wurde eine neue, parallel zum altenen Tunnel verlaufende doppelspurige Röhre von 2.7 Kilometern Länge gebaut. Der alte Tunnel wird nun als Dienst- und Rettungsstollen genutzt.
Massnahmen in Italien
Damit der Vier-Meter-Korridor seine volle Wirkung entfalten kann, müssen die Sattelauflieger mit der Bahn bis zu den Umschlagterminals westlich und östlich von Mailand transportiert werden können. Deshalb investierte die Schweiz 120 Millionen Franken für den Ausbau der Luino-Linie zum 4-Meter-Korridor. Zusätzliche 148 Millionen investiert die Schweiz bis 2028 in Italien, damit auch auf der Strecke südlich des Simplon Züge mit 4-Meter-Ladungen verkehren können. Die 4-Meter-Ausbauten auf der Strecke zwischen Chiasso und Mailand bezahlte Italien selber.