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Der Dämonenwind: Eine Wetterfolklore
Lange bevor die moderne Wissenschaft begann, die Prozesse zu verstehen, die unser Wetter erzeugen, haben sich die Menschen ihre eigenen Erklärungen ausgedacht. Viele dieser Berichte waren fantastischer Natur, mit bösen oder wohlwollenden Göttern, Monstern und Geistern, die die Elemente kontrollierten. In dieser Serie werden wir einige dieser alten Mythen erforschen und die Wissenschaft dahinter teilen. Wetter + Mythologie = Wetterforschung!
Für die frühen Menschen muss der Wind ein erschreckendes Mysterium gewesen sein. In einer Minute konnte die Luft ruhig und ruhig sein, und in der nächsten könnte ein heftiger Sturm aufsteigen und Gebäude platt machen oder Bäume entwurzeln. Noch beunruhigender war, dass diese mächtige Kraft unsichtbar war. Es kam ohne Vorwarnung und obwohl die Verwüstung, die es hinterließ, nicht zu leugnen war, wurde die Ursache nie gesehen.
Um die scheinbaren Launen des Windes zu erklären, personifizierten ihn die alten Japaner in Form von Fūjin, einem bösartigen Dämon. Als große, schwerfällige Gestalt mit dunkler Haut und zerzaustem Haar dargestellt, trug Fūjin nur einen Pelzschurz – oft ein Leopardenfell – und trug eine große Tasche über seinen Schultern, die den Wind eindämmte. Wenn er wütend wurde, drückte er den Sack zusammen, und heftige Luftstöße entwichen und schlugen über die Landschaft.
Heute wissen wir, dass der Wind einfach ein Teil der Natur ist, ohne eigenen Willen. Obwohl es nützlich oder verheerend sein kann, bläst es ohne Rücksicht auf seine Wirkung auf den Menschen.
Wind tritt auf, wenn zwischen einem Bereich der Erdoberfläche und einem anderen Luftdruckunterschiede bestehen. Luft bewegt sich auf natürliche Weise von Gebieten mit höherem Druck in Gebiete mit niedrigerem Druck. Manchmal ist der Druckunterschied gering, was zu einer leichten Brise führt. Zu anderen Zeiten ist der Unterschied größer, was zu heftigen Winden führt, die sich schneller als 400 Meilen pro Stunde bewegen (der schnellste jemals aufgezeichnete Wind wurde am 10. April 1996 auf Barrow Island, Australien, mit 253 Meilen pro Stunde gemessen).
Aufgrund der Erdrotation bewegt sich die Luft jedoch nicht geradlinig vom Punkt des höchsten Drucks zum Punkt des niedrigsten Drucks. Die Erdrotation drückt die Luft nach rechts. Dieses Phänomen, das als Coriolis-Effekt bezeichnet wird, bewirkt, dass Luft im Uhrzeigersinn um Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel und gegen den Uhrzeigersinn um Tiefdruckgebiete strömt. Auf der Südhalbkugel passiert das Umgekehrte.
Bevor wir jedoch über den Luftdruck Bescheid wussten, hatten die Japaner keine andere Erklärung für den Wind als die Launen eines tobenden Dämons. Und so wurde Fūjin geboren.