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Im Normalfall würde in diesem Jahr eine reine Wald-WM mit den Disziplinen Mitteldistanz, Langdistanz und Staffel stattfinden. Da jedoch die 2020 geplante Sprint-WM der Coronavirus-Pandemie zum Opfer gefallen ist, werden zusätzlich zu den drei Walddisziplinen auch noch ein Sprint und eine Mixed-Sprintstaffel durchgeführt. Somit gibt es neun Medaillensätze zu gewinnen.
Von der letzten WM in diesem Rahmen vor drei Jahren in Lettland kehrten die Schweizer mit zehn Podestplätzen (2/3/5) zurück. Von daher ist die Zielsetzung eher tief angesetzt, jedenfalls sind in sämtlichen Rennen Top-3-Klassierungen möglich. Drei der sechs angestrebten Medaillen sollen in den Staffel-Wettbewerben geholt werden. Vor zwei Jahren in Norwegen belegten die Männer lediglich Rang 6.
Wegen Corona absolvierten die Schweizer weniger Trainingslager wie geplant in Tschechien. Viele aus dem Team reisten allerdings noch individuell dorthin, jedenfalls ist Cheftrainer Kilian Imhof überzeugt, dass «wir gut vorbereitet sind». Das ist auch notwendig, warten doch anspruchsvolle Läufe auf die Athletinnen und Athleten.
Die Mitteldistanz-Rennen werden in einem technisch herausfordernden Berggelände mit steilen Hängen ausgetragen, die anderen beiden Walddisziplinen (Langdistanz und Staffel) in typisch tschechischem Sandsteingelände. Der Sprint findet in Terezin (Theresienstadt) statt, eine im 18. Jahrhundert als Festung errichtete Stadt in Nordböhmen mit dementsprechend vielen Mauern. Der Ort erlangte Bekanntheit, weil dort die Nazis im Zweiten Weltkrieg ein Konzentrationslager errichtet hatten.
Als Stärke des Teams sieht Imhof die gute Mischung aus erfahrenen und jungen Athletinnen und Athleten. Während Daniel Hubmann bereits seine 16. WM bestreitet, sind mit Paula Gross sowie Joey Hadorn, Riccardo Rancan, Jonas Egger und Noah Zbinden gleich fünf WM-Neulinge dabei.
Der 38-jährige Hubmann kehrte von den letzten sechs Weltmeisterschaften stets mit mindestens einer Medaille zurück – im Sprint tritt er als Titelverteidiger an. Insgesamt gewann er achtmal Gold und stand er 28 Mal auf dem Podest. «Meine Vorbereitung verlief gut», sagt Hubmann. «Ich konnte in den letzten Monaten planmässig trainieren.» Ausserdem fühlt er sich aufgrund vieler Einheiten in Tschechien wohl im dortigen Gelände.
Bereit scheint auch der Weltcup-Gesamtführende Matthias Kyburz zu sein. Der 31-jährige Aargauer sicherte sich im Mai nicht nur zwei Titel an der Sprint-EM in Neuenburg, er entschied auch alle interne WM-Selektionsläufe zu seinen Gunsten. Insofern stimmt die Form und das Selbstvertrauen. Die Motivation ist umso grösser, als er letztmals 2016 an einer WM in einer Einzeldisziplin auf dem Podest gestanden hat. Damals gewann er Gold in der Mitteldistanz und Silber im Sprint. In der Königsdisziplin dagegen kam Kyburz bisher nicht über den 4. Platz hinaus. Nun bietet sich ihm eine weitere Gelegenheit, diese Lücke zu schliessen.
Der grösste Schweizer Hoffnung bei den Frauen ist die 23-jährige Simona Aebersold. Die neunfache Junioren-Weltmeisterin trumpfte vor zwei Jahren bei ihrem WM-Debüt in der Elite-Kategorie mit zweimal Silber (Mittel und Staffel) und einmal Bronze (Lang) gross auf. Diese Leistungen will sie nun bestätigen. Sie verbrachte im Hinblick auf die WM viel Zeit in Tschechien, weshalb sie sich dort «wirklich zu Hause fühlt».