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Die italienische Originalversion des Evergreens «Azzurro» ist fürwahr ein Meisterwerk des Komponisten Paolo Conte. Ein italienischer Jüngling trauert darin seiner Liebsten nach, die im Flugzeug von dannen zieht. Wenn der Interpret Adriano Celentano also von himmelblauen Nachmittagen singt, meint er nicht etwa das strahlendschöne italienische Wetter. Vielmehr umschreibt er damit die melancholische, drückende Stimmung, die ihn gefangen hält. Er schnappt sich folglich den nächstbesten Zug und will seiner Liebsten nachfahren. Dabei erkennt er, dass der Zug der Wünsche in der entgegengesetzten Richtung unterwegs ist.
Dolce Vita anstatt Sehnsucht
Das Potential der Melodie erkannte man auch im deutschsprachigen Raum. Die beschriebene Handlung allerdings schätzte man als viel zu dramatisch ein. Das hiesige Publikum sollte lieber mit italienischem Dolce Vita zufriedengestellt werden. So blieb von «Azzurro» lediglich die wörtliche Übersetzung «himmelblau» übrig.
Der deutsche Interpret Peter Rubin verkörperte den rechtschaffenen Traumschwiegersohn, der sich nach einem Posten als Direktor und finanzieller Unabhängigkeit sehnt.
Ein Achtungserfolg
Die deutsche Version von «Azzurro» wurde ein Achtungserfolg und landete 1968 auf Platz 17 der deutschen Hitparade. Auch Vico Torriani brachte im selben Jahr eine eigene Version heraus. Peter Alexander zog 1988 nach. Bei ihm wurde der Text nochmals umgekrempelt. Seine witzige und charmante Spielerei rund um die Farbe blau wurde dann allerdings kein Hit mehr.
Stars und Hits im Rampenlicht
Im «Schlagermosaik» nimmt Roger De Win jeden Montag einen Schlagertitel unter die Lupe und bringt interessante Fakten ans Licht.