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Für Google ist es lukrativ, mit Hilfe von Drittanbieter-Cookies zu verfolgen, wofür sich Menschen interessieren. Anzeigen, die sich an den Interessen der Nutzer orientieren, konvertieren mit einer höheren Klick-Rate und sind daher sowohl für Werbetreibende als auch für Google wertvoller, da diese Art von Anzeigen zu einem höheren Preis verkauft werden kann. Doch viele Browser blockieren Cookies mittlerweile bereits automatisch.
Google hat auf das langsame Sterben von Drittanbieter-Cookies reagiert, indem es eine neue Methode zur Verfolgung von Nutzern eingeführt hat, die Federated Learning of Cohorts (FLoC) genannt wird. FLoC ist eine Methode, um Menschen auf der Grundlage ihres Surfverhaltens ein Interesse zuzuordnen. Diese Browsing-Muster werden verwendet, um Benutzer in Interessengruppen zu kategorisieren.
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) nennt FLoC in einem verlinkten Dokument "eine beängstigende Technologie", die einfach eine neue Möglichkeit darstellen soll, Browsern zu erlauben, Profile von Nutzern zu erstellen. Laut der EFF selbst vermeidet diese Technologie die Datenschutzrisiken, die von Cookies von Drittanbietern ausgehen, schafft aber gleichzeitig neue Datenschutzrisiken. Zum Beispiel kann FLoC nicht-datenschutzrechtliche Bedenken wie Diskriminierung und proaktives Targeting verschärfen. Ausserdem befürchtet die EFF, dass Backdoors zum Browser-Fingerprinting durch Werbetreibende führen könnten; die EFF fordert Google und die Browserhersteller deshalb auf, das Cross-Site-Tracking für Werbezwecke ganz zu entfernen.
Gegenwind für Googles Cookie-Ersatz FLoC
Gegenwind für Googles Cookie-Ersatz FLoC
(Quelle: EFF)
19. April 2021 - Der von Google vorgeschlagene FLoC-Ansatz, um das Cookie-Tracking durch anonyme Benutzergruppenbildung für den Werbemarkt zu retten, erhält Gegenwind. Neben Browser-Entwicklern, die FLoC in Chromium-Clones ausbauen, sperren sich auch die Wordpress-Entwickler gegen den Ansatz.
Die Entwickler von zwei Chromium-Klonen, Brave und Vivaldi, haben derweil eine gemeinsame Erklärung abgegeben, dass FLoC in die falsche Richtung ziele, wie "The Verge" berichtet. Sie haben daher FLoC-Erweiterungen zu dessen Blockierung in den Chromium-Code ihrer Browser aufgenommen. Die Suchmaschine Duckduckgo bietet ebenfalls eine eigene Erweiterung an, mit der Chrome-Nutzer FLoC blockieren können. Und auch die Entwickler des CMS Wordpress haben sich des Themas angenommen und ein Dokument mit dem Titel "Proposal: treat FLoC as a security concern" veröffentlicht. (swe)