Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/265559

<h2>SubmittedText<h2><p><span style="color:black;">Nach dem neuen Gesundheitsberufegesetz gehört die Osteopathie zur medizinischen Grundversorgung. Das Studium ist in der Schweiz erst seit kurzem möglich. Zuvor mussten OsteopathInnen ihren Masterabschluss an einer ausländischen Hochschule machen. Bis Februar 2025 müssen die OsteophatInnen gemäss den Übergangsbestimmungen über eine schweizerische Bewilligung verfügen, ansonsten ihre Praxen schliessen.&nbsp;</span></p><p>&nbsp;</p><p><span style="color:black;">Das mit der Prüfung der ausländischen Abschlüsse betreute Schweizerische Rote Kreuz (SRK) scheint systematisch die Prüfung der Gleichwertigkeit der ausländischen Diplome zu verweigern. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine entsprechende Beschwerde gutgeheissen. Das SRK musste gerichtlich gezwungen werden, die Gesuche materiell zu prüfen. Das SRK lehnt die Anerkennungen auch weiterhin grossmehrheitlich ab (2020 null und 2021 drei pos. Entscheide; vgl. Physio mit 874 pos. Entscheide), allerdings mit anderen Begründungen. Die Europarechtlerin, Astrid Epiney, ist der Meinung, dass ein pauschales Nichteintreten auf ein Gesuch um Anerkennung unzulässig sei und eine Verletzung des Diskriminierungsverbotes geprüft werden müsse.</span></p><p>&nbsp;</p><p>Das SRK verlangt von den Osteopath*innen Ausgleichsmassnahmen: Anpassungslehrgang mit Prüfung oder Prüfung auf Stufe Master FH. Nur, diese Ausgleichsmassnahmen können gar nicht erbracht werden. Der verlangte Anpassungslehrgang an der Haute école de santé Fribourg (HEdS) ist bis weit über 2025 hinaus ausgebucht, und ein Master FH in der Deutschschweiz wird erstmals 2026 angeboten. In der italienischen Schweiz besteht gar kein Lehrgang.&nbsp;<br>A<span style="color:black;">b dem nächstem Jahr verlieren hunderte von OsteopathInnen ihre Zulassung – es droht eine bedeutende medizinische Unterversorgung.&nbsp;</span>Der Bundesrat übt die Aufsicht über die Prüfung der Gleichwertigkeit aus.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Was hat der Bundesrat im Rahmen seiner Aufsichtsfunktion unternommen, um ein faires, rechtsstaatliches und diskriminierungsfreies Bewilligungsverfahren <span style="color:black;">zu gewährleisten?&nbsp;</span></li><li><span style="color:black;">Wie beurteilt der Bundesrat die Bewilligungspraxis des SRK im Hinblick auf das Freizügigkeitsabkommen?</span></li><li>Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit die drohende Unterversorgung im Bereich der Osteopathie verhindert werden kann?&nbsp;</li><li>Ist der Bundesrat bereit, dem Parlament eine Verlängerung der Übergangsfrist im Gesundheitsberufegesetz zu beantragen?</li></ol>