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Die lesbische Liebesgeschichte aus den 50er Jahren «Anders als die Andern» von Ida Erne ist soeben erschienen. 1990 hat Erne die Lesbenforscherin und Literaturwissenschaftlerin Madeleine Marti kontaktiert, damit diese ihr helfe, den Text an einen Verlag zu bringen. Damals fehlte die Zeit, doch heute, mehr als 30 Jahre später, erscheint die Erzählung nun posthum.
«Anders als die Andern» ist eine lesbische Liebesgeschichte – und eine Coming-out-Erzählung. Drei Aspekte daran zeichnen sie besonders aus: So wurde der Text in den 50-er/60er-Jahren, also der Nachkriegszeit, in der Schweiz geschrieben, die Autorin stammt nicht etwa aus dem Bildungsbürgertum, sondern aus der Arbeiterklasse, und sie thematisiert in der Erzählung nicht eine klassische Zweierbeziehung, sondern eine Dreiecksgeschichte.
Diese drei Punkte machen die Erzählung auch heute noch lesenswert. Literarisch jedoch ist der Text eher simpel gehalten: Die Geschichte wird in einfachen Worten erzählt und die Handlung läuft linear ab. Dies aber mindert den Wert des für die damalige Zeit aussergewöhnlichen Textes nicht.