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Magengeschwür
Synonym: Ulcus ventriculi, peptisches Geschwür
Ein Magengeschwür entsteht, wenn die Schleimhaut im Magen an einer Stelle beschädigt ist. Es gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts und entsteht meist, wenn die aggressive Magensäure die Schleimhaut angreift. Die Schleimhautdefekte können auch im Zwölffingerdarm auftreten und dort ein Geschwür hervorrufen; die Beschwerden und die Behandlung ähneln denen des Magengeschwürs. Von den Geschwüren sind vor allem Menschen über 50 betroffen.
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Symptome
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Ist Ihnen bei nüchternem Magen häufig übel?Haben Sie Schmerzen im Oberbauch?Leiden Sie unter Völlegefühl oder müssen Sie erbrechen?
Dann könnte es sich um ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür handeln. Zu den ersten Anzeichen zählen Übelkeit und Erbrechen von blutigem Mageninhalt, Druck- oder Völlegefühl im Bauch, wenig Appetit oder auch die Abneigung gegen bestimmte Speisen, Magenbrennen und Unregelmässigkeiten beim Stuhlgang. Auch Herzstechen oder Kreislaufprobleme können auf ein Geschwür im Magen hindeuten. Die Symptome sind allerdings sowohl bei einem Magen- als auch bei einem Zwölffingerdarmgeschwür sehr unspezifisch, sie können ebenso auf viele andere Krankheiten hinweisen. Experten schätzen, dass bis zu einem Drittel der Betroffenen sogar völlig symptomfrei ist. Bei ihnen fällt die Erkrankung erst auf, wenn es zu schwerwiegenderen Komplikationen kommt.
Zeigen sich bei einem Zwölffingerdarmgeschwür Symptome, handelt es sich dabei meist um starke Schmerzen in der Magengegend auf nüchternen Magen oder nachts. Die Schmerzen können bis in den Rücken ausstrahlen und sind für den Patienten recht genau lokalisierbar. Isst der Betroffene etwas, bessern sich die Beschwerden schnell. Anders verhält es sich bei einem Magengeschwür: Hier treten die Schmerzen unabhängig vom oder unmittelbar nach dem Essen auf.
Insgesamt können die Beschwerden denen eines Reizmagens ähneln. Sie werden über mehrere Wochen und Monate immer heftiger. Einige Betroffene merken, dass sie Alkohol und Kaffee schlecht vertragen, auch Süsses und stark gewürzte Speisen schlagen ihnen wortwörtlich auf den Magen.
Wann zum Arzt?
Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie blutig erbrechen oder im Stuhl Blutspuren feststellen. Das kann ein Hinweis auf ein Magengeschwür oder eine ernstere Erkrankungen sein.
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Behandlung
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Die Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren orientiert sich an der Ursache der Erkrankung und daran, wie weit fortgeschritten sie ist. Bei vielen Betroffenen heilt das Geschwür auch innerhalb weniger Monate von allein ab. In solchen Fällen ist die Rückfallquote allerdings hoch, sie liegt zwischen 40 und 80%. Eine medikamentöse Behandlung verkürzt die Behandlungszeit und senkt die Rückfallquote deutlich.
Ist das Bakterium Helicobacter pylori als Verursacher identifiziert worden, verschreibt der Arzt eine antibiotische Therapie, um den Erreger abzutöten. Diese setzt sich aus zwei Antibiotika und einem Magensäurehemmer zusammen und wird über sieben bis zehn Tage hinweg eingenommen; der Magensäurehemmer idealerweise bis zu vier Wochen, damit das Geschwür vollständig abheilen kann. Bei den Antibiotika handelt es sich meist um Clarithromycin und Amoxycillin oder Metronidazol, als säurereduzierende Medikamente werden Protonenpumpen-Inhibitoren und H2-Rezeptor-Antagonisten verwendet. Bei dieser sogenannten Eradikationstherapie kommt es nach erfolgreicher Behandlung sehr selten zu Rückfällen.
Wird das Magengeschwür durch Medikamente gegen Schmerzen oder Rheuma ausgelöst, wird der Arzt diese zunächst einmal absetzen, sofern das gefahrlos möglich ist. Gleichzeitig empfiehlt er ein säurereduzierendes Medikament. Erfolgreich sind hier Protonenpumpen-Inhibitoren wie Omeprazol, Pantoprazol, Rabeprazol und Esomeprazol, die die Säureproduktion unterdrücken und so der Schleimhaut die Chance geben, sich zu regenerieren. Werden sie nicht mehr ständig von der Magensäure gereizt, brauchen die Geschwüre in der Regel gut zwei Wochen, bis sie abgeheilt sind. Falls es aus medizinischen Gründen nicht infrage kommt, das Schmerz- oder Rheumamittel abzusetzen, muss dazu dauerhaft ein Magensäurehemmer eingenommen werden. Nur so kann verhindert werden, dass es zu schweren Komplikationen mit dem Geschwür kommt.
Heilt ein Magengeschwür selbst nach Monaten nicht ab oder treten schwere Komplikationen auf, kann eine Operation sinnvoll oder notwendig sein. Zu solchen Komplikationen gehören Magenblutung, -durchbruch und -verengung sowie der Verdacht auf Magenkrebs.
Zu einer erfolgreichen Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren gehört es auch, die äusseren Einflussfaktoren zu reduzieren. Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten und trinken Sie Kaffee nur in Massen. Steht Stress als Auslöser in Verdacht, bemühen Sie sich um mehr Entspannung im Alltag. Achten Sie auf eine magenfreundliche Kost mit milden und gut verträglichen Speisen. Was gut vertragen wird, ist individuell unterschiedlich. Als magenbelastend werden in der Regel Kaffee, Alkohol, stark gewürzte Speisen und Süssigkeiten wahrgenommen.
Sind die Beschwerden moderat, kann sich der Betroffene mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten über einen kurzen Zeitraum selbst behandeln. Antazida hemmen und binden die Magensäure. Hilfreich können auch eine Rollkur mit Kamillentee sowie Heilkräutertees aus Fenchel, Anis oder Süssholzwurzelextrakt sein. Die pflanzlichen Heilmittel sollten allerdings innert weniger Tage Linderung verschaffen. Ist das nicht der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entwickelt sich schleichend über mehrere Wochen und Monate hinweg. Entsprechend sind die Beschwerden – sofern sie auftreten – auch lang anhaltend und nehmen im Verlauf zu.
Es kann allerdings auch zu plötzlichen, anfallartigen Komplikationen kommen. Dazu gehören Blutungen, ein Magen- oder Darmdurchbruch und eine Magenverengung.
Blutungen
Etwa jeder fünfte Patient mit einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür bekommt Blutungen im Magen oder im Zwölffingerdarm. Sind die Blutungen schwach, ist vor allem eine anhaltende Müdigkeit festzustellen. Auf Dauer können kleinere Blutungen zu Blutarmut (Anämie) führen. Schweissausbrüche, ein schneller Puls, zu niedriger Blutdruck, Erbrechen von Blut oder starker Durst können auf stärkeren Blutverlust hinweisen. Im Extremfall führt das bis zum Schockzustand. Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin wird beim Kontakt mit der Magensäure in schwarzes Hämatin umgewandelt, erbrochener Mageninhalt sieht dann aus wie Kaffeesatz. Bei schwarzen Blutbeimengungen im Stuhl spricht man vom sogenannten Teerstuhl. Im Fall von Blutungen sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen – die Situation kann lebensbedrohlich sein.
Magen- oder Darmdurchbruch
Eine ebenfalls lebensbedrohliche Komplikation ist der Magen- oder Darmdurchbruch. Dabei durchbricht das Geschwür die Magen- oder Darmwand, der Mageninhalt gelangt in den Bauchraum. Der Betroffene bekommt heftige Schmerzen im Oberbauch, der angespannt und sehr hart wird. Meist geht der Magendurchbruch mit einem Schockzustand einher. Hier muss sofort operiert werden, um das Leben des Patienten zu retten.
Magenverengung
Heilt ein Geschwür am Magenausgang ab, kann es dabei zur Narbenbildung kommen. Dadurch wird der Magenausgang mehr und mehr verengt, es entsteht eine sogenannte Stenose. Die erschwert den Weitertransport des Nahrungsbreis, er wird stattdessen erbrochen. In der Folge kommt es zu Gewichtsverlust, der Wasser- und Salzhaushalt des Körpers gerät aus dem Gleichgewicht.
Das Risiko für Komplikationen steigt, wenn das Geschwür einen Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern hat, der Betroffene älter als 60 Jahre ist oder es im Vorfeld bereits Komplikationen mit einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür gegeben hat.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Die Magensäure ist im nüchternen Zustand eine etwa 0,5%ige Salzsäure, die für das Verdauen der Nahrung zuständig ist. Damit der Magen sich nicht selbst verdaut, ist seine Wand von innen durch eine Schleimhautschicht geschützt. Wird zu viel Salzsäure erzeugt oder kommt es aus anderen Gründen zu Lücken in dieser Schicht, greift die Säure die Magenwand an. Bei Verletzungen über die obere Muskelschicht hinaus tief in die Magenwand hinein sprechen Fachleute von einem Geschwür, einem Ulkus. Sitzt die Verletzung im Magen, handelt es sich um ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi), sitzt sie im Zwölffingerdarm, ist es ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni).
Die mit Abstand häufigste Ursache für ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür ist eine durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufene Magenschleimhautentzündung. Bei rund drei Vierteln der Patienten, die ein Magengeschwür haben, kann der Keim nachgewiesen werden. Handelt es sich um ein Zwölffingerdarmgeschwür, findet sich Helicobacter pylori sogar bei 99% der Betroffenen. Das Bakterium siedelt bei etwa der Hälfte der gesunden Erwachsenen in Magen und Darm. Es kann die Magensäure neutralisieren und nistet sehr dicht in der Magenschleimhaut. Beim Stoffwechsel gibt Helicobacter pylori unter anderem Ammoniak und verschiedene Zellgifte ab. Die schützende Schleimschicht bekommt Lücken, die Magensäure kann die Magenwand angreifen.
Auch die Einnahme sogenannter nicht-steroidaler Entzündungshemmer (NSAID) über einen längeren Zeitraum kann ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür verursachen, da die Medikamente die Produktion der Schleimschicht verringern. Bekannte NSAID sind unter anderem Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure. Sie erhöhen das Risiko eines Geschwürs um das Vierfache. Noch grösser, nämlich 16-mal so hoch wie bei der Normalbevölkerung, ist das Risiko, wenn die NSAID mit Glukokortikoidpräparaten kombiniert werden.
Rauchen fördert die Säureproduktion und damit auch die Entstehung von Geschwüren; Alkohol kann ebenfalls zu Entzündungen der Schleimhaut führen. Auch extremer psychischer oder körperlicher Stress kann die Geschwürbildung begünstigen.
In sehr seltenen Fällen sind die Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus), eine angeborene Anomalie der Blutgefässe in der Magenwand (Dieulafoy-Läsion) oder Tumore in der Bauchspeicheldrüse, die das die Magensäure steigernde Hormon Gastrin ausschütten (Zollinger-Ellison-Syndrom), für die Geschwüre verantwortlich. Sehr selten ist auch, dass bei Menschen der epidermale Wachstumsfaktor fehlt, der für die Reparatur der Schleimhautschicht verantwortlich ist. Das kann Magengeschwüre begünstigen.
Auch eine genetische Veranlagung kann zu einem Ulkus führen. Bei Menschen mit der Blutgruppe 0 wurde ein erhöhtes Auftreten von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren nachgewiesen.
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts. Pro Jahr erkranken 50 von 100’000 Menschen an einem Magengeschwür, 150 von 100’000 an einem Zwölffingerdarmgeschwür. Männer und Frauen sind von Magengeschwüren gleich häufig betroffen, aber Männer leiden dreimal so häufig am Zwölffingerdarmgeschwür wie Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eines der beiden Geschwüre entwickelt, nimmt ab dem 40. Lebensjahr deutlich zu.
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Vorbeugung
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Lebensstil und Ernährungsweise können entscheidend dazu beitragen, dass sich die Schleimhaut im Magen nicht entzündet. So können Geschwüre oft verhindert werden.
Ernährung
- Eine klassische Schonkost wird heute nicht mehr empfohlen. Jeder Betroffene sollte für sich selbst herausfinden, welche Speisen er verträgt und welche nicht. Fette, gebratene und schwer verdauliche Speisen wie Hülsenfrüchte und Kohl sowie Zitrusfrüchte sollten erfahrungsgemäss nur in Massen gegessen werden. Das Gleiche gilt für Alkohol und Kaffee, Menschen mit empfindlichem Magen verzichten darauf am besten ganz.
- Essen Sie viel Gemüse, am besten gedünstet oder schonend gegart.
- Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und kauen Sie gründlich.
- Essen Sie höchstens zwei Portionen Fleisch pro Woche, am besten fettarme Sorten wie Geflügel und mageres Rindfleisch.
- Essen Sie zwei bis drei Portionen Seefisch pro Woche, um wichtige Vitamine und Mineralstoffe zu bekommen.
- Essen Sie Speisen nicht direkt aus dem Kühlschrank, sondern lassen Sie sie erst eine Weile bei Zimmertemperatur stehen. Auch sehr heisse Speisen können den Magen reizen.
Lebensstil
- Rauchen Sie nicht, da Zigaretten das Risiko von Krankheiten des Verdauungstrakts steigern.
- Vermeiden Sie Stress, sorgen Sie für ausreichend Ruhephasen sowie genügend Schlaf und Entspannung, zum Beispiel durch Yoga oder Meditation.
- Treiben Sie regelmässig Sport, um die Verdauung in Schwung zu bringen.
Wenn Sie regelmässig Medikamente nehmen müssen, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko eines Magengeschwürs erhöhen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob eventuell eine präventive Einnahme von säurereduzierenden Medikamenten sinnvoll ist.
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TopPharm hilft!
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Ihr persönlicher Gesundheits-Coach berät Sie gern zu allen Fragen rund um Magengeschwüre. Er weiss, welche Medikamente und Heilpflanzenpräparate Ihre Beschwerden lindern können und wann der Gang zum Arzt notwendig ist.
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Wirkstoffe
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