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Blues All Over The Place
Die Verleihung der Grammys fand in der Nacht auf Montag, den 27. Januar im Staples Center in Los Angeles statt. Die Veranstaltung wurde überschattet von der Nachricht des Todes des langjährigen «Hausherrn des Staples Centers», des bei einem Unfall verstorbenen Basketballspielers Kobe Bryant, und ansonsten gab es die üblichen Preise für die angesagten Musiker und Musikerinnen des Tages. Das heisst bei den dreiundsechzigsten Grammys, es gab Preise für Lizzo (Pop Solo Performance), Billie Ellish (Record, Album & Song of the Year, Best Pop Vocal Album sowie Best New Artist) oder die Chemical Brothers (Best Dance Recording & Album). Daneben gibt es aber auch die in den Nachrichten nie genannten Kategorien, etwa den Blues. Während der Blues in den letzten Jahren mehr und mehr marginalisiert worden war, konnte diesmal mit Gary Clark Jr. wenigstens ein Bluesman abräumen – wenn auch in überraschenden Kategorien.
Unter den mit dem Blues assoziierten Künstlern ist Gary Clark Jr. der grosse Sieger. Mit seinem aktuellen Album This Land, das auch mit viel Genre-Toleranz nicht sofort als Blues-Album zu kategorisieren ist, hat er drei Grammys geholt – Clark gewann in den Kategorien «Best Rock Performance», «Best Rock Song» und «Best Contemporary Blues Album». Durch Clarks Sieg gingen die anderen Nominierten leer aus. Es waren dies: Larkin Poe mit dem Album Venom & Faith, Robert Randolph & The Family Band mit Brighter Days, Sugaray Rayford mit Somebody Save Me sowie Southern Avenue mit Keep On. Gary Clark Jr. musste auch eine Niederlage einstecken: In der Kategorie «Best Music Video» unterlag er dem Titel Old Town Road von Lil Nas X & Billy Ray Cyrus.
Das goldene Grammophon für den Sieger in der Sparte «Best Traditional Blues Album» ging an Delbert McClinton & Self-Made Men + Dana für das Album Tall, Dark & Handsome. Die unterlegenen Nominierten hier waren: Kingfish von Christone «Kingfish» Ingram, Sitting On Top Of The Blues von Bobby Rush, Spectacular Class von Jontavious Willis sowie mein persönlicher Favorit: Baby, Please Come Home von Jimmie Vaughan.
Die vollständige Liste der Siegerinnen und Sieger sowie der weiteren Nominationen ist hier zu finden. Es lohnt sich ein Blick drauf, weil es immer wieder Überraschendes zu entdecken gibt. Freuen konnte sich nämlich auch Angelique Kidjo (Best World Music Album). Willie Nelson gewann seinen elften Grammy für Ride Me Back Home als beste Country Solo Performance (sein erster war 1979 und im Jahr 2000 erhielt er bereits dem Lebenswerk-Grammy) und einen Gramm verliehen bekam auch Michelle Obama für die Audiobook-Version ihrer Autobiographie Becoming.