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Ich mag die schoene Erzaehlsprache dieser Autorin sehr !!! Eine selbstbewusste feminine Sprache, die abwechhslungsreich die Handlung des Romans einbettet und durch den tollen Schmoeker fuehrt. Ich hatte bereits oefter Buecher von ihr gelesen und habe schoene Stunden damit verbracht !!!
Henrietta, genannt Jette lebt im Deutschland der Jahrhundertwende, in der das Leben hart und entbehrungsreich ist. Ihr Vater,der sehr fortschrittlich dachte und für Jette, deren größter Wunsch es ist Lehrerin zu werden, Geld gespart hat, um sie ins Lehrerinnenseminar zu schicken, ist tot, und ihre Mutter versucht die beiden... Henrietta, genannt Jette lebt im Deutschland der Jahrhundertwende, in der das Leben hart und entbehrungsreich ist. Ihr Vater,der sehr fortschrittlich dachte und für Jette, deren größter Wunsch es ist Lehrerin zu werden, Geld gespart hat, um sie ins Lehrerinnenseminar zu schicken, ist tot, und ihre Mutter versucht die beiden mit Näharbeiten durch zu bringen.Als das Geld nicht mehr reicht und ihre Mutter ihr gesteht, dass sie auch Jettes Ersparnisse für den Lebensunterhalt aufgebraucht hat,ist Jette am Boden zerstört. Aus der Traum vom Lehrerinnenseminar, statt dessen soll Jette als Dienstmädchen arbeiten.Durch eine Lüge bringt Jette ihre Mutter dazu, einen ihr völlig fremden Missionar in Deutsch- Südwest zu heiraten, in der Hoffnung, dass das Leben in Afrika besser wird als in Deutschland.Werden sich ihre Wünsche und Hoffnungen erfüllen ? Gina Mayer, deren Bücher mich bisher immer fasziniert haben, hat sich diesmal einem Thema angenommen, dass um die Jahrhundertwende und Anfang des 20. Jahrhunderts viele Menschen betraf.Die Auswanderung vieler Deutscher nach Amerika, oder in eine der deutschen Kolonien, da das Leben in Deutschland wenig Zukunft versprach.Das Leben war hart und entbehrungsreich und gerade für Frauen, deren Männer verstorben waren oder die keinen Mann in Deutschland fanden,war es die einzige Möglichkeit,einen ihnen fremden Mann in einem Land zu heiraten, in denen Knappheit an deutschen Frauen herrschte. Deutsch-Südwest, um das es hier in diesem Buch geht, war deutsche Kolonie und die Deutschen hatten es sich zur Aufgaben gemacht, den "Hottentotten" den "wahren Glauben " zu bringen. Gina Mayer erzählt, wie es den Menschen zu dieser Zeit in ihrer neuen Heimat erging, welche Schwierigkeiten ihnen das Land und ihre Bewohner abverlangten und welche Schwierigkeiten die Liebe zwischen Schwarz und Weiß mit sich brachte. Gina Mayer besticht in diesem Buch wieder mit einer guten Recherche und fesselndem Schreibstil.Sie selbst erzählt in ihrem Nachwort, dass sie mit ihrem Mann die Orte des Geschehens in diesem Buch aufgesucht hat und das merkt man dieser Geschichte auch an. Es werden viele Themen in diesem Buch gestreift, das wichtigste ist aber schon die Schwierigkeit der Missionierung und die Arroganz der Deutschen, mit denen sie das Land der Farbigen in Besitz nahmen.Das daraus Schwierigkeiten entstanden, ist nach dem Leben dieses Buches für jeden nachvollziehbar. Das Einzige, was ich an diesem Buch etwas schade fand war, dass diese Thematik schon etwas an der Oberfläche bleibt. Ich hätte mir gewünscht,dass diese Themen etwas ausführlicher, bzw. tiefgreifender behandelt worden wären.Alles in allem hat mir diese Buch aber wieder gut gefallen und ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen. (4,5 Sterne)
Das einzige, was mir an diesem Buch nicht gefällt, ist der Titel. Suggeriert er doch einen von diesen seichten Auswandererromanen. Und das ist dieses Buch ganz gewiss nicht. Es handelt von einer starken jungen Frau, ihrem etwas unterkühlten Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrer ersten großen Liebe. Und diese... Das einzige, was mir an diesem Buch nicht gefällt, ist der Titel. Suggeriert er doch einen von diesen seichten Auswandererromanen. Und das ist dieses Buch ganz gewiss nicht. Es handelt von einer starken jungen Frau, ihrem etwas unterkühlten Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrer ersten großen Liebe. Und diese Liebesgeschichte kommt ohne jeden Kitsch aus. Was so wildromantisch klingt, ist es leider ganz und gar nicht. Schonungslos und glaubhaft beschreibt Gina Mayer die Zustände in Afrika - vor allem in den Missionen und das Schicksal der Auswanderer, die auf eine bessere Zukunft hofften und ihre Hoffnungen oftmals begraben mussten. Gina Mayer stellt die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß sehr eindringlich dar. Auch die Liebesgeschichte zwischen Henrietta und Petrus wird überschattet von der fehlenden Akzeptanz auf beiden Seiten. Gina Mayer gibt Henrietta eine Stimme, lässt sie erzählen von ihren Träumen und Sehnsüchten und auch von ihren Albträumen, die sie so oft heimsuchen. Henrietta trägt so viele Schuldgefühle in sich. Vor allem fühlt sie sich schuldig am traurigen Schicksal ihrer Mutter. Sie ist hin- und hergerissen und diese innere Zerrissenheit macht ihr sehr zu schaffen. Der Originaltitel „Die Wildnis in mir“, unter dem die Geschichte bereits 2011 in einem anderen Verlag erschienen ist, passt meiner Meinung nach viel besser zu dieser sehr nachdenklich machenden Geschichte. Ich mag den Schreibstil von Gina Mayer sehr … jedes Mal aufs Neue. Dies ist schon mein 3. Buch von ihr in diesem Jahr. Das ist für mich eher selten und gleichzeitig ein großes Kompliment an Gina Mayer. Sie schafft es immer wieder, mich zu fesseln. Kurze prägnante Sätze, manchmal ein bisschen unterkühlt und dabei so aussagekräftig, dass ich manchmal eine Gänsehaut vor Begeisterung bekomme. Mein Lieblingssatz steht auf Seite 65: „Henrietta träumte von Afrika, doch bald würde sie aufwachen.“ Da wurde mir beim Lesen heiß und kalt und nichts könnte diese Geschichte besser beschreiben als dieser eine Satz. Gina Mayer geizt nicht mit solchen kurzen Andeutungen und sagt damit so viel aus. Ich habe mal wieder jeden Satz genossen! Fazit: Eine bittersüße Liebesgeschichte, glaubhaft und eindringlich erzählt!