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Die Schweiz wird nicht mit Armut in Verbindung gebracht, jedoch ist sie auch hierzulande für einige Menschen Realität. Im Jahr 2020 lebten laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) in der Schweiz rund 8,5% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Dies entspricht etwa 722'000 Personen. Am stärksten betroffen sind Alleinstehende, Personen ohne nachobligatorische Ausbildung, Nichterwerbstätige oder Einelternhaushalte mit minderjährigen Kindern.
Über eine Million Menschen sind armutsgefährdet, weil sie ein deutlich tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung haben. Die Armutsgrenze lag 2020 durchschnittlich bei 2'279 Franken pro Monat für eine Einzelperson und bei 3'963 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Wer in der Schweiz arm ist, kann mit dem Lohn beispielsweise nicht den Lebensunterhalt bewältigen, die Krankenkasse bezahlen oder einen angemessenen Wohnraum mieten. Die Folgen sind häufig ein Ausschluss aus der Gesellschaft, die Reduzierung sozialer Kontakte und eine Perspektivenlosigkeit.
Es gibt keine einheitliche Definition von Armut. Sie wird aber grundsätzlich durch die Verfügbarkeit von Einkommen und Vermögen bestimmt und betrifft alle Lebensbereiche, von Ausbildungsperspektiven über die Gesundheit bis zur Sicherheit. Personen, die von Armut betroffen sind, können den minimalen Lebensstandard einer Gesellschaft nicht erreichen.
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Beim Begriff Armut wird zwischen relativer und absoluter Armut unterschieden. Die relative Armut bezeichnet den Zustand, wenn Personen im Vergleich zu anderen ein eingeschränktes Leben führen müssen und nicht am «normalen» gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Als absolut arm gelten Personen, welche unter dem materiellen Existenzminimum leben, die sich nur gerade die für den Lebenserhalt notwendigen Güter leisten können oder sogar auf diese verzichten müssen. Absolute Armut bedroht das Überleben. In der Schweiz wird selten von absoluter Armut gesprochen, da z. B. Hunger und Obdachlosigkeit dank der vielen öffentlichen und privaten Hilfsangebote eine Ausnahme sind.
Armut hat unterschiedliche Ursachen, meist sind es aber gesellschaftliche, politische und ökonomische Gründe. Kurzarbeit, temporäre Arbeitsverhältnisse oder fehlende Kinderbetreuungsplätze können mitverantwortlich für Armut sein. Häufig sind Kinder aus armen Familien auch im Erwachsenenalter von Armut betroffen, da sie bereits mit schlechteren Startbedingungen (z. B. in der Bildung) konfrontiert werden.
Auch ältere Menschen sind in der Schweiz von Armut betroffen – in diesem Fall wird von Altersarmut gesprochen. Sie betrifft häufig Seniorinnen und Senioren, welche über keine berufliche oder private Vorsorge verfügen.
Sie müssen Ergänzungsleistungen beziehen, weil die Rente und Bezüge aus der Pensionskasse und AHV nicht ausreichen und können sich den üblichen Lebensstil nicht leisten, wodurch auch sie eine Ausgrenzung erleben.
Betroffene finden hier Unterstützungsangebote:
Quellen: