Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03452.jsonl.gz/1022

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Wetterextreme immer häufiger vorkommen. Ob Hitzewellen oder extreme Regenfälle, die Rekorde häufen sich. Um diesen Trend noch zu stoppen, fordern die Wissenschaftler die Halbierung des weltweiten CO2-Ausstoss bis 2050.
In den letzen Wochen wurden in Paris Rekord Temperaturen von 40° Celsius gemessen. Kein unerwartetes Ereignis: Die Wissenschaftler des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) konnten nachweisen, dass in den letzten 25 Jahren die Hitzewellen fünfmal häufiger geworden sind. Solche Hitzewellen können Dürren, Waldbrände und Ernteverluste auslösen.
Die 2000 Wissenschaftler, die letze Woche in Paris für die Vorbereitung der Weltklimakonferenz zusammen gekommen sind, fordern deshalb die Halbierung des weltweiten CO2-Ausstosses. Nur diese starke Reduktion kann die Erderwärmung noch stoppen.
Neben Hitzewellen häufen sich auch die Rekord-Regenfälle. Diese Regenfälle könne verheerende Fluten auslösen und Schaden an Mensch und Eigentum verursachen. Eine statistische Analyse von Regendaten aus den Jahren 1901-2010, gewonnen aus Tausenden von Wetterstationen weltweit, zeigt für den Zeitraum seit 1980 einen Anstieg solcher Rekord-Regen-Ereignisse um 12 Prozent verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel*. Weil der Trend nach oben weist, beträgt die Zunahme von Rekord-Regenfällen im letzten der untersuchten Jahre sogar 26 Prozent, so Lehmann vom PIK.
Diese Rekorde brechende Abnormität ist auf den verschiedenen Kontinenten der Erde unterschiedlich ausgeprägt; feuchte Regionen erleben eine stärkere Zunahme, trockene eine weniger starke. In den Ländern Südost-Asiens wurde eine Zunahme von Rekord-Regenfällen um volle 56 Prozent verzeichnet, in Europa um 31 Prozent. Andere Regionen hingegen beobachten eine Abnahme von Rekord-Regen. Im Mittelmeer-Raum beträgt diese Abnahme 27 Prozent, im Westen der USA 21 Prozent. Beide Regionen sind von Trockenheit bedroht.
Der ausgeprägte Trend zu vermehrten Rekord-Regenfällen ist natürlich beunruhigend, so Coumou. Aber weil dieser Trend übereinstimmend ist mit der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung, kann er auch vom Menschen wieder gedreht werden – nämlich wenn sie den Ausstoß von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen rasch und stark reduzieren.
*Lehmann, J., Coumou, D., Frieler, K. (2015): Increased record-breaking precipitation events under global warming. Climatic Change [DOI: 10.1007/s10584-015-1434-y]