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Die freisinnige Denkweise existierte vorerst durch die liberale Bewegung. Kurz nach dem Beginn der Restauration (1815-1830 Wiederherstellung der Bourbonenmonarchie) bilden sich Gruppen von Personen mit revolutionären Ideen (Radikale), zusammengesetzt aus Unabhängigen, Gewerbetreibenden und Industriellen. Literarischer und Handelskreis Freiburg (Cercle littéraire et de commerce Fribourg), Gewerbe und Artbeitskreis Bulle (Cercle des arts et métiers Bulle).
Am 14. November 1847, am Ende des Sonderbundkrieges, wurde die Kapitulation von Freiburg in Belfaux zwischen General Dufour und den Vertretern der Freiburger Regierung unterzeichnet. Am Tag danach hat eine Voksversammlung, „die Generalversammlung aller Bürger des Kantons Freiburg“, sich im Theater von Freiburg vereint und hat den Grossen Rat aufgelöst, indem vorläufig eine provisorische Regierung ernannt wurde, zusammengesetzt aus Freisinnigen, Gegnern des alten Regimes.
Mit der Machtübernahme der Freisinnigen unter dem Impuls eines Visionären, Julien Schaller, profitiert der Kanton Freiburg von einer kompleten politischen und rechtlichen Umstrukturierung. Die Anzahl der Bezirke wird von 13 auf 7 reduziert, ein Staatsratn bestehend aus 7 Mitgliedern, wird eingeführt sowie die Demokratisierung der Wahl des Grossen Rates (Abschaffung des Zensussystems). Als oberste juristische Instanz wird ein Kantonsgericht geschaffen. Die obligatorische Schulpflicht wird erweitert bis zur Sekundarstufe. Es entstehen das Lehrerseminar und die Kantonsbibliothek. Die freisinnige Regierung erstellt ein wichtiges gesetzgebendes Werk, indem sie moderne Gesetze einführt für die Justiz, das Bildungs- und Gesundheitswesen, den Strassenverkehr, usw. Ende 1848 tritt dieser modernisierte Kanton der neuen helvetischen Eidgenossenschaft bei. Trotz bemerkenswerten demokratischen und sozialen Fortschritten macht sich dieses Regime sehr schnell unbeliebt, wegen seines heftigen Antiklerikalismus und der darauffolgenden Verhaftung des Bischofs.
1852 findet „Die Protest-Volksversammlung von Posieux“ statt. Anlässlich der Wahlen von 1856 werden Magistraten und Abgeordnete der freisinnigen Partei nicht wiedergewählt, ausgenommen diejenigen des Murtenbiets. Die neue konservativ-liberale Regierung wählt jedoch Julien Schaller zum Ständerat, um den Bau der Eisenbahn durch unseren Kanton zu sichern. Schliesslich wird Julien Schaller Direktor der Berner Eisenbahnen (BLS). Die Freisinnige Partei Freiburgs entsteht gegen 1863, während die Freisinnige Partei der Schweiz 1894 gegründet wird. Ab 1881 wird das Aufkommen der christlichen Republik unter Georges Python begünstigt durch die katholischen Verbände, insbesondere dem Piusverein, sowie der Schweizerischen Studentenvereinigung. Ziel der katholisch-konservativen Mehrheit war es, eine christliche Demokratie zu errichten, in der die Soziallehre und die politischen Theorien der Kirche angewandt würden. Die Freisinnigen wurden so auf Kantonsebene ausgegrenzt, da sich der Kanton zusehends der freisinnigen Eidgenossenschaft immer mehr entgegensetzte.
Die Einführung des Proporzsystems hat 1921 den Freisinnigen erlaubt, 11 Sitze im Grossen Rat zu erobern. Auf der Ebene des Staatsrats hingegen musste bis 1946 zugewartet werden, um die Wahl des freisinnigen Kandidaten Pierre Glasson zu erleben. (1907 wurde der Freisinnige A. Weissenbach in den Staatsrat gewählt). 1972 wird die zweifach freisinnige Initiative bezüglich der Ständeratswahl und derjenigen der Oberamtmänner durch das Volk sowie die Einführung des obligatorischen Finanzreferendums angenommen.
1981 prägt das Ende der absoluten Mehrheit der CVP im Staatsrat mit der Wahl von zwei Freisinnigen, zwei Sozialdemokraten und drei CVP Vertretern.
1991 verlieren die Freisinnigen ihre beiden Sitze im Staatsrat, doch 1996 gewinnen sie mit der Wahl von Claude Lässer wieder einen Sitz infolge der Allianz zwischen CVP und FDP.
Im 2001 übernehmen die Freisinnigen Maurice Ropraz und Christophe Chardonnens das Oberamt des Greyerz- und des Broye-Bezirks. Im Staatsrat erhält Pascal Corminboeuf im ersten Wahlgang als Einziger genügend Stimmen. Da Jean-Luc Baechler, Pascal Friolet, Benoît Rey und Romain Barras das Rennen aufgeben, werden Michel Pittet, Urs Schwaller, Isabelle Chassot, Ruth Lüthi, Claude Grandjean und Claude Lässer in stiller Wahl als gewählte Mitglieder des Staatsrates erklärt.
Im 2003 behält Jean-Paul Glasson seinen Sitz im Nationalrat. Der Greyerzerbezirk löst eine Flutwelle aus mit drei Gewählten: einen FDP-, einen SVP- und einen SP-Vertreter. Der Ständerat, Jean-Claude Cornu, wird nicht wieder gewählt. Da die Freisinnigen noch nie im 2. Wahlgang einen Ständeratssitz gewonnen haben, überlassen sie diesen dem Sozialdemokraten Alain Berset. Und dies ungeachtet der gemeinsamen Liste mit der CVP.