Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03152.jsonl.gz/1637

Erst gegen Ende des 18. und im frühen 19. Jahrhundert entstanden die Nationalflaggen im heutigen Sinne, als nämlich durch die französische Revolution die bürgerlichen Freiheiten und damit auch der Staat und seine Symbole zum Allgemeingut wurden. In Anlehnung an die maritimen Flaggen wurden diese Nationalflaggen nun einfacher, leichter zu erkennen und auch billiger herzustellen - sie bestanden meist aus
farbigen Stoffbahnen. Als Vorbild diente die französische Trikolore, welche in ganz Europa, ja auch in Südamerika, viele Nationalflaggen beeinflusste. Im Januar und Februar 1798 brachen unter dem Einfluss der französischen Revolution in mehreren Landesteilen der damaligen Eidgenossenschaft Aufstände aus, die Waadt machte sich am 24. Januar 1798 von Bern unabhängig und Anfangs März hatten französische Truppen die alte Eidgenossenschaft überrannt.
Am 19. März wurde unter dem Druck der Fremdherrschaft die einheitliche Helvetische Republik ausgerufen, und am 14. April führten die helvetischen Räte eine dreifarbige Kokarde ein, nämlich grün, rot und stroh-gelb. Am 13. Februar 1799 dann wurde eine neue Fahne eingeführt: Diese war natürlich eine Trikolore, im waagrechten Streifenmuster Grün, Rot, Gelb . Diese Fahne darf als die erste schweizerische Nationalflagge überhaupt bezeichnet werden, auch wenn sie von der Mehrheit der Bevölkerung nicht geliebt wurde und schon Anfang 1803 wieder verschwand. In unseren Museen befinden sich noch einige Militärfahnen der Helvetischen Republik, mit goldenen Inschriften auf dem roten Streifen (z.B. Helvetische Republik oder République Helvétique auf der Vorderseite und Liberté, Unité, Egalité auf der Rückseite).