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Die normannischen Besatzer regieren das Land mit eiserner Faust. Aber es gibt einen, der Widerstand leistet. Der den Reichen nimmt und den (angelsächischen) Armen gibt: "Robin Hood" von Richard Carpenter ist zweifellos eine der besten TV-Serien der 80er-Jahre und gilt für viele als die ultimative Umsetzung der Legende um den Räuber aus dem Sherwood Forest, so authentisch wirkt sie.
Das geniale Konzept dieser Serie, die bei Kochmedia Film auf 8 Blu-rays dieser Tage veröffentlich wurde, ist die Mixtur aus einerseits Action und Abenteuer und Zauberei und Mystik andererseits. Während die normannischen Besatzer durch Sheriff von Nottingham Robert de Rainault sowie dessen Steward Sir Guy of Gisburne verkörpert werden und bei der Unterdrückung ihrer Untertanen den Segen der Kirche bekommen, teilen Robin Hood und die Seinen eine andere Art der religiösen Empfindung. Robin Hood lebt mit den Seinen als Teil des Waldes, er ist untrennbar mit der Natur verbunden, die ihn umgibt. Robin erscheint immer wieder ein Waldgott mit Namen Herne. Dieser soll tatsächlich zur Zeit Heinrich VIII. im Windsor Forest gelebt haben. Auch in den Aufzeichnungen Shakespeares, die zur Komödie "Die lustigen Weiber von Windsor" angefertigt wurden, spielt dieser Waldgott eine Rolle. Robin Hood als Vorreiter der "Grünen"? Ja, so könnte man die Serie durchaus interpretieren, denn in den Achtziger begann auch die Ökologiebewegung. Von Herne bekommt Robin of Loxeley übrigens auch seinen nome de guerre "Hood", was sich von "hooded", also "Der Behütete" aber auch "The Hooded Man", "Der Mann mit der Kapuze/Kappe/Haube" ableitet.
Aber auch das Setting der Serie kann sich sehen lassen. Die durchwegs authentizitätbemühte Darstellung des mittelalterlichen Lebens, die Kostümierung der Darsteller, die Drehorte im Norden und Westen Englands, in echten Burgen, in Waldgebieten und in nachgebauten mittelalterlichen Dörfern sind eine Sache. Die Atmosphäre der Zeit wirkt durch Protagonisten wie Tempelritter, Assassinen, apokalyptisch anmutende Flagellanten und lepröse Pilger durchwegs authentisch. Selbst die mittelalterlichen Judenverfolgungen werden mit der Schilderung eines Pogroms aufgegriffen und kritisch thematisiert. Robins Mitstreiter sind ebenfalls ein bunter Haufen: Much, Will Scarlett, John Little (genannt Little John), Bruder Tuck, Nasir (ein Sarazenenkrieger) und Lady Marion (Tochter des Kreuzritters Sir Richard of Leaford), die zum Ende der Pilotfolge Robins Frau wird. In den ersten beiden Staffeln ist Robin of Loxley (dargestellt vom britischen Schauspieler Michael Praed) Anführer der Gesetzlosen. In der dritten Staffel wiederum wird der Grafensohn Robert of Huntingdon (gespielt von Sean Connerys Sohn Jason Connery) in den Mittelpunkt gerückt, da Praed an den Broadway ging.
Die Kultserie um den großherzigen Räuber aus dem Sherwood Forest, erscheint erstmals auf Blu-ray mit umfangreichem Bonusmaterial bei Koch Media. Die irische Celtic-Folk-Band Clannad steuerte den Soundtrack zur Serie bei, der auf dem Album Legend veröffentlicht wurde und mehrere Auszeichnungen gewann.
Auch Emanzipation spielt in dieser Serie aus den Achtzigern eine wichtige Rolle: Marion nimmt bald selbst den Bogen in die Hand.