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Die Perspektive zählt zu den zentralen Gestaltungsmitteln in der Fotografie. Durch die Wahl der geeigneten Perspektive lässt sich die Bildwirkung massgeblich steuern, denn die Darstellung von Objekten aus einem anderem Winkel vermittelt einen anderen Eindruck dieser Objekte.
Die Perspektive beschreibt, aus welcher Position heraus Objekte im Raum wahrgenommen werden und in welchem linearen Verhältnis diese Objekte zueinander in Bezug auf den Kamerastandort stehen. Eine Änderung der Perspektive kann somit nur durch eine Neuanordnung der Objekte oder durch einen Standortwechsel herbeigeführt werden, woraus folgt, dass die Perspektive immer an den Kamerastandort gebunden ist. Eine veränderte Brennweite führt deshalb zu keinem Perspektivwechsel, sondern lediglich zu einem anderen Abbildungsmassstab.
Folgende Möglichkeiten stehen einem Fotografen für einen Perspektivwechsel zur Verfügung: Erstens kann der Abstand zum gewünschten Motiv verringert oder vergrössert werden. Dies führt dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Bildvorder- und Bildhintergrund ändert. Zweitens kann die relative Höhe der Kamera zum Motiv verändert werden, wodurch die Motive selbst anders wahrgenommen werden. Drittens ist es möglich, den Betrachtungswinkel zu ändern, um neue Ansichten eines Motivs zu erhalten.
Es existieren verschiedene Zentralperspektiven, die das Verhältnis zwischen Kameraposition und Objekt beschreiben:
Die wohl gebräuchlichste Perspektive ist dabei die Normalperspektive. Bei dieser Perspektive werden Objekte frontal fotografiert, wodurch eine Umgebung natürlich wahrgenommen wird, da sie «auf Augenhöhe» ist. Sie wird oft in der Portraitfotografie verwendet, findet aber auch bei allen anderen Anlässen Anwendung. Trotz der häufigen Verwendung bietet diese Perspektive wenig Abwechslung, da sie einen eher neutralen Eindruck vermittelt.
Weiterhin ist die Vogelperspektive zu nennen, bei der Objekte von oben fotografiert werden. Gerade, wenn eine geringe Grösse bei Menschen, beispielsweise bei Kindern, betont werden soll, eignet sich diese Perspektive in besonderem Masse. Sowohl Menschen als auch Gegenstände wirken durch die Sicht von oben kleiner und fragiler.
Soll eine gegenteilige Atmosphäre erzeugt werden, eignet sich die Froschperspektive. Motive werden von unten fotografiert, auf diese Weise wirken sie gross, können aber auch das Gefühl von Stärke, Bedrohung oder Dominanz hervorrufen.
Es ist ein Abwägungsprozess, wann welche Perspektive zum Einsatz kommt. Man sollte sich im Vorfeld darüber bewusst sein, dass die Wahl der Perspektive die Stimmung eines Bildes massgeblich beeinflusst und welche Stimmung erzeugt werden soll. In jedem Fall macht es Sinn, verschiedene Perspektiven zu testen und sich für die passende zu entscheiden.