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Cuno Amiet, Martha Cunz und Oskar Tröndle im Dialog mit Katsushika Hokusai, Andô Hiroshige und weiteren Kunstschaffenden
08.07.2017 – 08.10.2017
Graphisches Kabinett
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfährt die japanische Kunst in Europa grosse Verbreitung. Zahlreiche Kunstschaffende begeistern sich für den sich daraus entwickelnden Japonismus und schufen, beeinflusst vom japanischen Farbholzschnitt, Werke in japanischem Stil, so auch Vertreter der Schweizer Moderne. Die Ausstellung im Graphischen Kabinett widmet sich den entsprechenden Mehrplattenholzschnitten von Cuno Amiet (1868–1961), Martha Cunz (1876–1961) und Oskar Tröndle (1883–1945) und zeigt sie im Kontext japanischer Farbholzschnitte. Die vom Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen konzipierte Ausstellung wird in Teilen übernommen und mit Werken aus der eigenen Sammlung ergänzt. Im Zentrum stehen die meisterhaften Blätter von Martha Cunz, von denen das Kunstmuseum Solothurn 2013 ein grosses Konvolut aus dem Nachlass der Künstlerin erwerben konnte. Auch die Farbholzschnitte der Solothurner Künstler Cuno Amiet und Oskar Tröndle zeigen in der Flächigkeit und der Konzentration auf Muster und Ornament den Einfluss japanischer Kunst und erlangen durch die Vereinfachung der Form eine grosse künstlerische Kraft. Dass die stilistischen Eigenschaften des Japonismus auch in Zeichnungen und Gemälden umgesetzt wurden, wird anhand von Beispielen aus der Sammlung gezeigt, so etwa mit Werken von Félix Vallotton (1865–1925) oder Giovanni Giacometti (1868–1933).
Schweizer Trachten in Kunst und Kunstgewerbe
02.09.2017 – 07.01.2018
Ganzes Parterre
Das Kunstmuseum Solothurn besitzt mehrere Hauptwerke, in denen die Tracht als Bildmotiv auftritt. Dazu gehören Beispiele der Schweizer Malerei um 1900, wie die Gemälde "Richesse du soir" (1899) von Cuno Amiet (1868–1961), "La noble contrée" (1903) von Edmond Bille (1878–1959) oder "Mädchen aus dem Haslital" (um 1906) von Max Buri (1868–1915). Die damalige Häufung von Trachtendarstellungen bezieht sich auf eine allgemeine Tendenz der Jahrhundertwende zum Regionalismus. Bereits 100 Jahre zuvor malt der Luzerner Josef Reinhard (1749–1824) seine Zyklen von "Personen in Nationaltracht". Finden Romantik und Jugendstil ein enzyklopädisches, touristisches oder nationalistisches Interesse am Thema, prägen in den 1930er Jahren die Bedürfnisse des "Landi-Geistes" die patriotische Motivwahl. Derzeit erfährt die Tracht neue Popularität, sowohl in der Werbung wie an Volksfesten. Die Ausstellung vereint Werke von der Romantik bis zur Gegenwart und umfasst Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Video- und Plakatkunst sowie kunsthandwerkliche Gegenstände. Neben Bildnissen sind auch viele Genreszenen des ländlichen Lebens und Brauchtums zu sehen. Im Bereich des zeitgenössischen Kunstschaffens widmen sich vor allem Frauen der Tracht, wie Pipilotti Rist (*1962) oder Anka Schmid (*1961) mit ihrer fulminanten, vom hitzigen Appenzeller Paartanz ausgehenden Video-Installation "Hierig-Heutig" (2008).
Kuratiert mit Marcel Just.
Zum 40. Geburtstag des Musée Barbier-Mueller, Genf
02.09.2017 – 04.02.2018
Nordwestsäle des ersten Stocks
Nachdem das Kunstmuseum Solothurn 2016 der Solothurner Sammlerin Gertrud Dübi-Müller (1888–1980) eine Ausstellung gewidmet hat, ist das heurige 40-Jahr-Jubiläum des Musée Barbier-Mueller ein schöner Anlass, auch ihren Bruder Josef Müller (1887–1977) mit einer kleinen Hommage zu würdigen. Sie fällt just ins 40. Todesjahr des ehemaligen Kustos unseres Hauses. Zu den Glanzstücken des Genfer Museums gehören Skulpturen der Arts primitifs, die einst Josef Müller gehört haben. Bei den entsprechenden Leihgaben handelt es sich um Werke aus Schwarzafrika und dem Jemen, aus Ozeanien und Mexiko. Die geographische Weite der Exponate betont den globalen Anspruch der Arts primitifs als "Weltkunst". Die archaischen Skulpturen aus Stein und Holz, die durch ihre Ausdruckskraft begeistern, werden integriert in eine Ausstellung ausgesuchter Gemälde der Josef Müller-Stiftung, die der Sammler 1969 für das Kunstmuseum Solothurn errichtet hat. Neben Meisterwerken von Braque, Hodler, Léger, Matisse und Renoir können auch selten ausgestellte Gemälde unbekannterer Maler entdeckt werden. Spannend ist der Vergleich zwischen den Figuren der Arts primitifs und den Bildern der Moderne. Auch hier interessierte sich Josef Müller für die Gestalt und den ursprünglichen Aspekt des "Primitiven", das sich wie in den Gemälden von Georges Rouault (1871–1958) in betonter Materialität und markanter Zeichnung zeigt.