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Soziale Sicherungssysteme sind das Ergebnis menschlichen Handelns. Sie zeugen vom Engagement einzelner Frauen und Männer, vom Einfluss politischer Gruppierungen und organisierten Interessen, von politischen Konflikten und Kompromissen. Dieser Bereich präsentiert Personen und Gruppierungen, die die Entwicklung der Sozialen Sicherheit in der Schweiz massgeblich mitgeprägt haben. Ebenso enthält er einige Profile von Betroffenengruppen. Darin spiegeln sich die Auswirkungen des Sozialstaats auf den Alltag der Menschen in der Schweiz.
Ende 19. Jahrhundert setzten sich international vernetzte Sozialreformerinnen und Sozialreformer für die Soziale Sicherheit der einfachen Bevölkerungsschichten ein. Sie engagierten sich in Fragen der Hygiene, der Vorsorge und der gesundheitlichen Sicherheit am Arbeitsplatz und führten in der Armenfürsorge neue Methoden ein. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts gewann das Fachpersonal des Bundesamts für Sozialversicherungen sowie der einzelnen Sozialversicherungszweige an Gewicht gegenüber den zivilgesellschaftlich organisierten Expertinnen und Experten der Sozialreform.
Verschiedene Organisationen und Verbände beeinflussten die Entwicklung der Sozialen Sicherheit massgeblich mit. Gewerkschaften griffen die Ideen der Gegenseitigkeit und Solidarität zwischen den Arbeitnehmenden auf und bevorzugten zunächst selbstverwaltete Hilfsvereine, bevor sie im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunehmend sozialstaatliche Einrichtungen befürworteten. Auf der anderen Seite standen die Arbeitgeberverbände dem entstehenden Sozialstaat zuerst ablehnend gegenüber, dann kooperativ, ohne dabei jedoch die eigenen Interessen aus den Augen zu verlieren. Als „Sozialpartner“ handelten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften Gesamtarbeitsverträge aus und wurden bei sozialpolitischen Fragen konsultiert.
Auch die politischen Parteien hatten historisch unterschiedliche Einstellungen gegenüber dem Sozialstaat. Die FDP war massgeblich am Aufbau des Sozialstaats beteiligt, nimmt aber in jüngster Zeit vermehrt kritische Positionen dazu ein. Die CVP war zunächst kritisch eingestellt gegenüber staatlichen Sozialversicherungen, vertrat aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrheitlich zustimmende Positionen. Auch die SP legte ihre anfängliche Skepsis gegenüber dem Sozialstaat ab und wurde zu einem wichtigen Förderer. Die SVP schliesslich profiliert sich seit jüngerer Zeit als Kritikerin der sozialstaatlichen Vorlagen.