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Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert regelmässig ihre Länderrisikobewertung. Während die Liste der Hochrisikoländer in der Regel keine grossen Überraschungen birgt, steht dieses Mal tatsächlich auch ein europäisches Land auf der Liste. Für Finanzintermediäre ist dies eine weitere Herausforderung, der sie sich stellen müssen.
Ausgangslage und aktuelle Hochrisikoländer
Ende Juni 2018 identifizierte die FATF acht Länder mit Mängeln bei der Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (AML/CFT): Äthiopien, Pakistan, die Republik Serbien, Sri Lanka, Syrien, Trinidad und Tobago, Tunesien und Jemen. Obwohl sich diese Länder verpflichtet haben, ihre AML/CFT-Regelungen und nationalen Compliance-Bemühungen weiterzuentwickeln und zu verbessern, gelten sie derzeit in Bezug auf AML/CFT als Hochrisikoländer. Die Demokratische Volksrepublik Korea und Iran werden weiterhin als Hochrisikoländer eingestuft.
Inmitten von Europa
Im Februar 2018 hat sich die Republik Serbien auf höchster politischer Ebene verpflichtet, mit der FATF zusammenzuarbeiten, um die Wirksamkeit ihres AML/CFT-Regimes zu stärken. Sie wird daher weiter überprüft und unterliegt einer verstärkten Aufsicht durch die FATF. Trotzdem stufte die FATF die Republik Serbien nach wie vor als Hochrisikoland ein – Finanzintermediäre müssen also geeignete Massnahmen ergreifen.
Stellen Sie sich eine Retailbank vor, die eine Reihe serbischer Kunden mit Sitz in der Schweiz betreut. Wie bei anderen in der Schweiz lebenden ausländischen Staatsangehörigen gibt es die üblichen Verbindungen zum Heimatland, die zu finanziellen Transaktionen mit diesen Ländern führen.
Müssen Finanzintermediäre nun die Beziehungen mit einer Verbindung zur Republik Serbien als Beziehungen mit erhöhtem Risiko kennzeichnen? Die Antwort ist einfach: Ja, spätestens ab 1. Januar 2020. Das Gleiche gilt beispielsweise für pakistanische Unternehmen und Einzelpersonen, die häufig Offshore-Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen.
Wann gilt eine erhöhte Sorgfaltspflicht?
Die revidierte Geldwäschereiverordnung der FINMA ist sehr explizit und legt folgende Kriterien für Beziehungen fest, die eine erhöhte Sorgfaltspflicht erfordern (u.a.):
- Wohnsitz der Vertragspartei, der kontrollierenden Person oder des wirtschaftlich Berechtigten in einem FATF-Risikoland;
- Staatsangehörigkeit der Vertragspartei oder des wirtschaftlich Berechtigten in einem FATF-Risikoland;
- Geschäftstätigkeit der Vertragspartei oder des wirtschaftlich Berechtigten in einem FATF-Risikoland; oder
- wiederkehrende Zahlungen in und aus einem FATF-Risikoland.
Diese Anforderungen führen dazu, dass eine beträchtliche Anzahl an Kundenbeziehungen als Kunden mit erhöhtem Risiko einzustufen ist. Damit einhergehend sind diese Kundenbeziehungen wiederkehrenden Überprüfungen zu unterziehen und durch das Top-Management zu genehmigen.
Generell werden Finanzinstitute bei Transaktionen mit FATF-Hochrisikoländern genau hinschauen. Daher sollte man die neuen Umstände nicht vernachlässigen und sich entsprechend vorbereiten. Sind interne Prozesse und Kontrollen nicht angemessen (z.B. Transaktionsüberwachung), können Geschäftsbeziehungen mit anderen Finanzintermediären (z.B. US-Finanzintermediäre, Korrespondenzbanken) sogar auf der Kippe stehen.
Banken tun sich zum Teil schwer, kostendeckende Preismodelle anzuwenden. Das Management sollte sich Gedanken machen, wie sich diese Entwicklungen auf die internen Kosten auswirken und wie oder ob diese Kosten an die betroffenen Kunden weitergegeben werden können.
Fragen, die sich Finanzinstitute stellen müssen
- Wie sieht unsere Kundenpopulation/-struktur in Bezug auf FATF-Hochrisikoländer aus?
- Eignen sich unsere Prozesse, um neue/geänderte FATF-Hochrisikoländer zu identifizieren?
- Haben wir die notwendigen Risikokriterien, um betroffene Beziehungen zu identifizieren?
- Sind unsere Überwachungsroutinen wirksam zur Identifizierung und Kennzeichnung von Kundenbeziehungen, die von der FATF-Länderliste mit erhöhtem Risiko betroffen sind?
- Verfügen wir über ausreichende Ressourcen für die regelmässige Überprüfung zusätzlicher Beziehungen mit erhöhtem Risiko, einschliesslich der Genehmigung durch das Top-Management?
- Müssen wir unsere bestehende Berichterstattung ändern?
- Müssen wir interne Richtlinien und/oder Handbücher ändern?
Unsere Services und weitere Informationen: