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access_time veröffentlicht 02.10.2020
SARS-CoV-2-Mutanten und Infektiosität
Prof. Dr. med. Reto Krapf
COVID-19 Kurz und bündig
SARS-CoV-2-Mutanten und Infektiosität
02.10.2020
Das sogenannte «spike»-(S-)Protein von SARS-CoV-2 bindet an das «angiotensin-converting enzyme»-(ACE-)2-Molekül, wodurch das Virus in den Wirt gelangen kann.
100 verschiedene Mutationen im S-Protein (RNA-Viren weisen im Vergleich zu DNA-Viren eine sehr hohe Mutationsrate auf) wurden in Bezug auf die Infektiosität des Virus in vitro analysiert. Die im Verlaufe der Pandemie erfolgte Mutation der 614. Aminosäure von Asparaginsäure (D) zu Glycin (G) ist heute dominant (D614G) und erhöht die Infektiosität, ist also aggressiver, allein und in Kombination mit anderen Mutationen. Mutanten, die im Bereich der Rezeptorbindungsstelle weniger glykosiert sind (also weniger Glukose gebunden haben), sind andererseits deutlich weniger infektiös. Die Arbeit identifizierte auch Mutanten, die die Viren resistent auf monoklonale Anti-SARS-CoV-2-Antikörper machte. Wichtige Informationen für die Antikörper- und Vakzineentwicklung.
Foto: BSIP SA, Alamy Stock Photo