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Scarabaeus
Die Zuger- und Oberdorfstrasse sind zwei wichtige Adern des öffentlichen Lebens in der Stadt Wädenswil. Zahlreiche kleine und grosse Geschäfte liegen entlang der beiden schräg aufeinander zulaufenden Strassen oder im Spickel dazwischen.
Weil es sich bei der Zugerstrasse um eine vielbefahrene Kantonsstrasse handelt, ist der Kreisel am Schnittpunkt der beiden Achsen allerdings bloss für Autofahrer attraktiv. An diesem wichtigen, aber schwierigen Punkt hat die Uster AG zwei Häuser durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt.
Der kubische Neubau namens Scarabaeus steht dicht an der Strasse, Treppenstufen und eine Baumreihe schaffen Distanz zum Verkehr. Zwei in einem hellen Erdton verputzte Obergeschosse ragen über dem verglasten Erdgeschoss aus und schützen den Vorplatz vor Regen und Sonne.
Hinter den grossen Scheiben ist eine medizinische Praxis eingezogen.
Im Zentrum von Wädenswil gelegen, ist das Gebäude über ein sanftes Gefälle zum See hin geplant. Die Lage des Gebäudes ist tangential zu einem Kreisel, der die Oberdorfstrasse und die Zugerstrasse vor dem Schulhaus Glärnisch verbindet und nicht weit entfernt von Migros, Bank, Apotheke und Denner. Städtebaulich gesehen, war das Gebäude als zeitgenössischer Bau geplant, der sich jedoch durch die Verwendung ortstypischer Elemente gut in den baulichen Kontext eingliedert und seiner Lage gerecht wird. Aufgrund der prominenten Lage in der Nähe vom Schulhaus Glärnisch und dem Zentrum Oberdorf wurde der geplanten Farb‐ und Materialgestaltung des Neubaus grosse Bedeutung zugemessen. Die Körnigkeit der Stadt wurde bei der Planung des Gebäudes untersucht, und versucht, das Volumen zu maximieren und sich gleichzeitig sanft in die umgebende Stadtstruktur einzufügen. Die städtebauliche Identität und Adressierung ist durch die Treppe und Bepflanzung im Eingangsbereich berücksichtigt.
Das Projekt wurde aufgrund des Fussabdruckes «Scarabaeus» genannt.
Auf dem Grundstück standen ursprünglich alte Mehrfamilienhäuser, die vor Baubeginn abgerissen wurden. Mit Ausnahme der Gewerbefläche, die rund die Hälfte des Erdgeschosses einnimmt, dient Scarabaeus dem Wohnen. Ein längs durch das Gebäude verlaufender Korridor erschliesst die 19 Eigentumswohnungen und teilt das Gebäude in zwei Hälften – oder Flügel, was die Uster AG zum Namen inspirierte.
Der Neubau tritt als viergeschossiger Körper auf, mit Wohnungen und Gewerbefläche im Sockelgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen. Die Wohnungen haben zwischen 2,5 und 3,5 Zimmer. Die volumetrische Erscheinung, insbesondere des Attikageschosses, ist durch grosse Terrassen und Weitsicht gekennzeichnet. Die Gestaltung des Volumens spielt mit zwei verschiedenen Elementen, die übereinander angeordnet sind und jeweils eine eigene Farbe in Erdtönen haben (unten helles erdbraun, oben ein dunkleres erdbraun). Die doppelfarbige Fassade unterstreicht das architektonische Konzept. Die Schaffung eines Solitärbaukörpers schafft individuelle, besonnte und charakteristische Wohnräume.
Ein Glas‐Fassadenteil im Erdgeschoss, wo sich die Rückenzentrumpraxis befindet, ergänzt den resultierenden Gesamteindruck des Bauvolumens. Die Fenster im quadratischen Format und mit gleichen Massen sind harmonisch in der Fassadenfläche platziert. Die Grundrisse lassen die Grenzen zwischen Innen‐ und Aussenraum verschwimmen und sind kompakt und harmonisch angedacht. Die Übergänge vom privaten zum gemeinschaftlichen Aussenraum verläuft sanft. Dank der durchdachten Aufteilung der Grundrisse, der Trennung von Wohn‐ und Schlafbereich, lassen sich die Wohnungen vielfältig möblieren bzw. nutzen und bieten gleichzeitig ein ruhiges Wohnumfeld mit grösstmöglicher Privatsphäre.
Das Projekt nutz Erdsonden als Energiekonzept.
Der grosszügige, teils gedeckte Freiraum vor dem Baukörper lädt mit den Bäumen zum Flanieren und Verweilen ein. Die Aussenfläche öffnet sich gegen die Strasse und schafft rückwärtig einen grün gestalteten Freiraum für die Eigentümer.