Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/2149

Frank Sinatra war ein begnadeter Sänger, ein cleverer Geschäftsmann und ein umschwärmter Frauenheld. Mit Liedern wie «Strangers In The Night», «Fly Me to the Moon» oder «My Way» bleibt er unsterblich. Seine Übernamen waren Ol’ Blue Eyes und, wegen seiner charakteristischen Stimme, The Voice.
Mit Künstlerkollegen wie Dean Martin und Sammy Davis Jr. gehörte er dem sogenannten Rat Pack an. Seine unzähligen international erfolgreichen Hits, darunter auch «New York, New York», bescherten Sinatra Weltruhm – seine Alben wurden mehr als 250 Millionen Mal verkauft. Er erhielt den Oscar als Bester Nebendarsteller für den Film Verdammt in alle Ewigkeit sowie eine Nominierung als bester Schauspieler für Der Mann mit dem goldenen Arm. Daneben spielte er in weiteren Filmen mit, unter anderem in dem Musical Die oberen Zehntausend mit Grace Kelly.
Vater war Boxer und die Mutter Hebamme
Sinatra war der Sohn italo-amerikanischer Eltern, die beide als Kinder mit ihren Eltern um die Jahrhundertwende an die Ostküste der Vereinigten Staaten gekommen waren. Sein Vater, Anthony Martin Sinatra (1894–1969), stammte aus Palermo, Sizilien, war Profiboxer und arbeitete als Feuerwehrmann und Kneipier. Seine Mutter, Natalina Dolly Sinatra (1896–1977), kam aus dem norditalienischen Lumarzo bei Genua und arbeitete als Hebamme.
Sinatra war ein überaus produktiver Künstler, der in den 54 Jahren zwischen 1939 und 1993 insgesamt knapp 1300 Lieder im Studio einspielte und in seiner Bühnenkarriere zwischen 1933 und 1995 mit live dargebotenen Interpretationen rund 1900 verschiedener Lieder sein musikalisches Vermächtnis aufbaute. Dabei war er vielfach ein Mann der Superlative. Von 1940 bis 2007 etwa verging kein Jahr, ohne dass wenigstens ein Sinatra-Titel in den Billboard-Charts (Singles beziehungsweise Alben) aufgetaucht wäre. Sein Capitol-Album Come Dance with Me hielt sich ab 31. Januar 1959 ganze 140 Wochen in den Billboard-LP-Charts, neun weitere Alben blieben dort länger als ein Jahr.
Im Guinness-Buch der Rekorde
Zwischen Januar 1961 und August 1963 veröffentlichte Sinatra insgesamt 14 verschiedene komplett neu eingespielte Alben, von denen 12 in die Top-30 der Billboard-Charts kamen. Sinatra selbst gewann seit der Einführung des Preises 1958 bis 1995 achtzehnmal den Grammy und erhielt weitere 25 Nominierungen (postum kamen weitere Preise und Nominierungen hinzu). Für seine musikalischen Fernsehshows gewann er viermal den Emmy. Mit seinem Konzert im Fussballstadion Maracana in Rio de Janeiro im Januar 1980 vor 175 000 Zuschauern war Sinatra bis 1988, als Tina Turner an gleicher Stelle mehr Zuhörer anlockte, im Guinness-Buch der Rekorde vertreten.
Die letzten Jahre des Superstars
Am 1. November 1996 wurde Sinatra wegen einer leichten Lungenentzündung für eine Woche ins Krankenhaus eingeliefert. Am 9. Januar 1997 erlitt er einen Herzinfarkt, konnte zwar bereits nach acht Tagen das Hospital wieder verlassen, trat aber seither nicht mehr bei öffentlichen Veranstaltungen in Erscheinung und war zunehmend ans Bett gefesselt. Den 1997 getroffenen Beschluss des US-Kongresses, ihn mit der Goldenen Ehrenmedaille auszuzeichnen, erlebte er zu Hause am Bildschirm.
Am 14. Mai 1998 ereilte Sinatra erneut ein Herzinfarkt, dessen Folgen er noch am selben Abend im Cedars-Sinai-Krankenhaus von Los Angeles erlag. Zu seinen Ehren wurden in Las Vegas für drei Minuten die Lichter der Stadt ausgeschaltet, das Empire State Building in New York City wurde, in Anspielung auf seinen Spitznamen Ol’ Blue Eyes, drei Tage in blaues Licht getaucht. Im Anschluss an eine vom Erzbischof von Los Angeles Roger Kardinal Mahoney in Los Angeles gehaltene Totenmesse wurde Sinatra am 20. Mai 1998 in Cathedral City in Kalifornien beigesetzt.