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Sinuslift
Der Begriff Sinuslift setzt sich zusammen aus:
- Sinus maxillaris = Kieferhöhle
- Lift = liften, anheben
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren, welches zum Aufbau des Knochen des Oberkiefers und zur Stabilitätsgewinnung eines oder mehrerer Zahnimplantate eingesetzt wird. Falls im Oberkiefer-Seitenzahnbereich eine zu geringe Knochenhöhe besteht und ein Implantat gesetzt werden soll, so muss die Entscheidung zwischen einem kurzen Implantat oder einer normalen Implantatlänge mit internem oder externem Sinuslift gefällt werden.
Da ein längeres Implantat eine bessere Stabilität gewährt und eine vorteilhafte Druckverteilung im Knochen erlaubt, ist der Sinuslift ein oft durchgeführtes, bewährtes Verfahren.
Was versteht man unter Sinuslift?
Ein Sinuslift, auch Sinusbodenelevation genannt, ist eine OP Technik, die zum Schutze der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) im Oberkiefer und zur Höhengewinnung für eine Implantation durchgeführt wird. Sie ist erforderlich, falls dort eine zu geringe vertikale Knochenhöhe vorliegt.
Rechts und links, seitlich der Nasengegend befinden sich die Kieferhöhlen (Nasennebenhöhlen). Sie dienen der Lufterwärmung, Befeuchtung und Reinigung; helfen, da sie hohl sind, das Gewicht des Kopfes zu reduzieren, und verstärken die Resonanz der Stimme.
Da der Sinus maxillaris ein luftgefüllter Hohlraum ist, ist es nicht möglich, ein Implantat dort hinein zu drehen, dies würde zu Irritationen führen und verständlicherweise nicht zur Stabilisierung des Implantats. Es muss also zu einer Erhöhung des Knochenniveaus kommen, worauf wir im folgenden Text gerne eingehen möchten.
Alle nachfolgenden Verfahren haben gemein, dass die Schleimhaut der Kieferhöhle (= Schneidersche Membran) angehoben werden muss, um den darunter liegenden Knochen zu erhöhen. Durch das Anheben/Liften des Kieferhöhlenbodens wird ein Hohlraum geschaffen, der mit neuen Knochen ausgefüllt wird. Dieser neue Knochen wird verwendet, um ein Implantat stabil zu verankern.
Interner Sinuslift - Indirekter Sinuslift
Der interne Sinuslift, auch interne Sinusbodenelevation oder indirekter Sinuslift genannt, kommt zum Einsatz, wenn nur wenige Millimeter Höhe (sicher bis 3 mm, in Einzelfällen bis 5 mm) zusätzlich zur Ausgangssituation benötigt werden. Dabei erfolgt das Verfahren nur im Bereich des Implantats.
Massgeblich ist, dass zuerst die Implantatbohrung, bis kurz unter den knöchernen Boden der Kieferhöhle, erfolgt. Durch diese Bohrung hindurch geht man nun mit sogenannten Osteotomen punktuell in die Tiefe, klopft vorsichtig auf das Ende des Instruments und schiebt somit die Schleimhaut der Kieferhöhle und den Knochen hoch. Das Implantat, das daraufhin gesetzt wird, hält mit seiner Spitze die Schleimhaut und den Knochen hoch, die in dieser Position verheilen und das Implantat stabilisieren und verankern.
Das Verfahren ist sehr minimalinvasiv, erfordert keine zusätzliche Schnittführung und dauert nur wenige Minuten. Knochenersatzmaterial ist nicht erforderlich, es wird lediglich der patienteneigene Knochen und das Blut des Patienten verwendet.
Externer Sinuslift - Direkter Sinuslift
Der externe Sinuslift, auch als externe Sinusbodenelevation, lateraler Sinuslift oder direkter Sinuslift bezeichnet, wird bei grösserem Knochenbedarf benötigt. Das Zahnfleisch wird seitlich des Kieferkamms abpräpariert, vorsichtig zur Seite gehalten und ein separater Zugang in die Tiefe, zur Kieferhöhle hin gewählt. Der Knochenaufbau erfolgt in diesem Fall nicht über das Implantatbohrloch. Durch das seitliche Zugangsfenster wird die Schleimhaut der Kieferhöhle mit abgerundeten Instrumenten nach oben geschoben. Sowohl die Fensterung des Kieferknochens, als auch die vorsichtige Ablösung der Kieferhöhlenschleimhaut können mit Hilfe der Piezochirurgie minimalinvasiv und atraumatisch erfolgen.
Der entstehende Hohlraum wird mit Eigenknochen und/oder Knochenersatzmaterial gefüllt. Hierbei kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, eine Mischung aus Eigenknochen und Ersatzmaterial zu verwenden (z.B. Beta-Tricalciumphosphat). Somit vereint man die Standzeit, Langzeitstabilität des Ersatzmaterials mit den guten Eigenschaften des patienteneigenen Knochens.
Gerne besprechen wir die Versorgungsmöglichkeiten und die Materialauswahl persönlich mit Ihnen in der Praxis.
Nasal-Lift / Nasenlift
Der Nasal-Lift ist eine Abwandlung des internen Sinuslifts. Falls im Frontzahnbereich die Knochenhöhe zu gering ist, so kann auch hier mit feinen Osteotomen die Schleimhaut nach oben geschoben und durch zeitgleich gesetzte Implantate nach oben gehalten werden. Man schiebt nicht die Schleimhaut der Kieferhöhle, sondern die Schleimhaut der Nase nach oben, daher die Bezeichnung Nasal-Lift. Der Ablauf ist identisch mit dem des internen Sinuslifts, einzig die Region unterscheidet sich.
Intralift
Beim Intralift wird die Schleimhaut, wie beim internen Sinuslift, über das Bohrloch des Implantats hingehend angehoben. Mittels Piezotomie mit feinen diamantierten Spitzen wird ein Wasserstrahl in das Bohrloch gelenkt. Dieser hebt die Schleimhaut an, sodass Knochenersatzmaterial, Eigenknochen oder direkt das Implantat gesetzt werden können. Da die Technik von ungesehenen Rupturen der Membran begleitet werden kann (eventuelle Eröffnungen der Kieferhöhle, die unbemerkt bleiben), wenden wir diese Technik erst nach Abwägung der Alternativen an.
Sinuslift mit gleichzeitigem Implantat
Beim internen Sinuslift und Nasenlift sollte das Zahnimplantat gleichzeitig gesetzt werden, um die dazugewonnene Knochenhöhe aufrechtzuerhalten. Beim externen Sinuslift ist das gleichzeitige Implantieren dann möglich, wenn genügend Höhe zur Verankerung des Implantats besteht. Die eigene Restknochenhöhe des Patienten sollte mindestens 3 mm betragen; andernfalls ist ein zweizeitiges Vorgehen notwendig.
Bei Alpine BioDental versuchen wir, soweit es möglich ist, den Sinuslift mit der Sofortimplantation zu kombinieren. Dadurch können, trotz wenig Knochen, unangenehme Mehrfacheingriffe vermieden werden und der Patient kommt schnell und unkompliziert zum Ziel.
Einschränkung nach einem Sinuslift
Ein Sinuslift ist ein operativer Eingriff, der von bestimmten OP-spezifischen Einschränkungen begleitet wird. Die folgenden drei Massnahmen dienen dazu, dass kein zusätzlicher Druck in den frisch operierten Kieferhöhlen aufgebaut wird:
- Die wichtigste Einschränkung nach einem Sinuslift ist das Schneuzverbot bzw. Nasenblasverbot. Sie sollten sich bitte für zwei Wochen nach dem Eingriff nicht die Nase schnäuzen, um Druck zu vermeiden.
- Niesen Sie bitte mit geöffnetem Mund, sodass auch hierbei Druck entweichen kann und nicht aufgebaut wird. Schlucken Sie das Niesen nicht herunter.
- Bitte fliegen Sie während zwei Wochen nach dem Eingriff nicht, tauchen Sie nicht, erklimmen Sie bitte keine hohen Berge, machen Sie keinen intensiven Sport, heben Sie keine schweren Gegenstände hoch und spielen Sie keine Blasinstrumente.
Risiken durch einen Sinuslift
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei einem Sinuslift unterschiedliche Risiken, die Sie wissen sollten.
- Es kann zu Wundschmerz nach der OP kommen, der bei Bedarf mit natürlichen Schmerzmitteln oder Pharmazeutika wie z.B. Ibuprofen, Paracetamol oder Mefenacid gemildert werden kann. Es hilft sehr, nach der OP die Wange zu kühlen. Eine leichte Schwellung ist möglich und schon wenige Tage nach der OP rückläufig.
- Wundheilungsstörung oder Infektion sind sehr seltene Risiken des Eingriffs, die im Verdachtsfall bitte in der Praxis abgeklärt werden sollten.
- Ein Nachblutungsrisiko ist, wie bei jeder chirurgischen Behandlung, möglich. Eine geringe Nachblutung ist normal und unproblematisch. Sollte es hingegen stärker bluten, befeuchten Sie ein sauberes Baumwolltuch und drücken es für ca. 30 Minuten auf die blutende Stelle. Kontaktieren Sie Ihren Zahnarzt oder Oralchirurgen.
- Selten kann es zu einer offenen Kieferhöhle kommen. Dabei handelt es sich um eine seltene Komplikation, die auch als Mund-Antrum-Verbindung (MAV) bezeichnet wird. In einem solchen Fall sollte eine Infektion der Kieferhöhle vermieden und die schnelle Heilung der Kieferhöhlenschleimhaut gefördert werden. Dafür sind Massnahmen wie Ozon, A-PRF, dichter Wundverschluss und atraumatische OP-Techniken sehr empfehlenswert.
Dr. Josephine Phillips
Beim Sinuslift gehen wir atraumatisch vor und verwenden Eigenknochen oder verträglichen Knochenersatz. Gern helfen wir Ihnen weiter.
Häufige Fragen zum Sinuslift
Im folgenden Text möchten wir gerne auf häufige Fragen eingehen, die unsere Patienten uns bezüglich der OP “Sinuslift” stellen.
Eine Sinuslift-OP kann entweder intern oder extern erfolgen (siehe oben).
Ein interner Sinuslift hat üblicherweise eine Dauer von nur wenigen Minuten. Der Lift beschränkt sich lokal auf den Bereich, in dem die Implantatspitze zu stehen kommt und wird von der Implantatbohrung und Insertion begleitet.
Ein externer Sinuslift dauert länger als ein interner Sinuslift. Er ist aufwendiger und erfordert ein langsames, vorsichtiges, gezieltes Vorgehen. Insgesamt ist mit einer OP-Dauer von ca. einer Stunde zu rechnen.
Nach einem internen Sinuslift tritt beinahe keine Schwellung auf. Diese wird, falls zeitgleich ein Zahn entfernt wird, eher durch die Extraktion ausgelöst, als durch den minimalinvasiven, punktuellen internen Sinuslift.
Nach einem externen Sinuslift kann es, verglichen mit dem internen Sinuslift, eher zu einer Schwellung kommen. Die Schwellung ist erfahrungsgemäss gering, da wir sehr vorsichtig operieren und die Wundregion so klein wie möglich gehalten wird. Sollte tatsächlich eine Schwellung auftreten, würde sie sich üblicherweise nur lokal auf die Region der Wange beschränken. Nach drei Tagen ist die Schwellung rückläufig und verschwindet in den Tagen nach der OP vollständig.
Da sich im Unterkiefer kein Sinus (also keine Kieferhöhle) befindet, kann auch kein Sinuslift im Unterkiefer durchgeführt werden.
Hier hingegen liegt der Nervus mandibularis in seinem Kanal. Bei sehr geringem Knochenangebot sind Lateralisationen des Nerven in Erwägung zu ziehen, in Abwägung sämtlicher anderer Techniken des Knochenaufbaus, die im Unterkiefer erfolgen können.
Der Sinuslift ist eine lange bewährte, klassische OP-Technik, um zusätzliche Knochenhöhe im Oberkiefer zu gewinnen.
Erfahrungen während der OP: Die Behandlung ist schmerzfrei, da sie unter lokaler Anästhesie durchgeführt wird. Eventuell spüren Sie leichten Druck; sie hören zudem die Geräusche unserer Instrumente. Die Geräusche sind mit denen einer Zahnfüllung vergleichbar.
Erfahrungen nach der OP: Nach einem Sinuslift geht es unseren Patienten sehr gut. Eine Schwellung, leichter Wundschmerz oder Hämatombildung (blauer Fleck) sind möglich, verheilen aber sehr bald. Diese sind, wenn überhaupt, nur wenige Tage nach der OP zu spüren. Da wir lediglich kleine Zugänge wählen und nicht an dem Gewebe ziehen, machen unsere Patienten gute Erfahrungen mit dem Eingriff.
Die Erfolgsquote eines Sinuslifts liegt bei weit über 90%. So wird der Wert in der Literatur angegeben. Selbstverständlich ist die Erfolgsquote höher, wenn die Behandlung von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt wird. Die Technik erfordert ein sehr vorsichtiges, behutsames Vorgehen.
Nein, eine offene Kieferhöhle kommt bei einem Sinuslift selten vor. Es handelt sich hingegen um eine seltene Komplikation dieser Behandlung.
Da wir die Zugangsfenster klein gestalten und sehr vorsichtig mit der Kieferhöhlenschleimhaut umgehen, sind Perforationen unwahrscheinlich. Das individuelle Risiko hängt mit der Beschaffenheit der Schleimhaut (der Dicke) und der Form der Kieferhöhle zusammen (die man im Röntgenbild beurteilen kann).
Falls tatsächlich die seltene Situation einer Perforation eintritt, können wir diese direkt in der Behandlung verschliessen, sie mit A-PRF, Kollagenmembran und feinen Nähten der Schleimhaut je nach Situation decken.