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Themenstarter
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- Die neuere Erkenntnis, dass die Multiple Sklerose durch EBV mitausgelöst werden könne, stärke die Hypothese, dass auch der ME/CSF eine Virusinfektion vorausgehen könnte.
- Die Hypothese, dass die ME/CSF autoantikörpervermittelt ist, hat zu unkontrollierten Therapiestudien geführt. Eine solche Studie zur Immunadsorption führt nun auch Prüß durch, allerdings ist sie randomisiert, Placebo-kontrolliert und multizentrisch angelegt. Gleichzeitig erfolgt hier eine Suche nach Biomarkern – sowohl immunologisch als auch in der Bildgebung. Antworten erhofft man sich in 12 Monaten.
- Im Auftrag des Gesundheitsministeriums hat das IQWIG einen Bericht zum aktuellen Kenntnisstand verfasst, der allerdings nur eine vage Empfehlung zur sogenannten Graded Excercise Therapy und zu einer kognitiven Verhaltenstherapie ausspricht. Dies werde allerdings von den Betroffen oft abgelehnt, weil sie ihre Erkrankung als psychisch missverstanden empfinden, so Prüß. Dennoch könnten die empfohlenen Interventionen den Patienten helfen, besser mit der Krankheit zu leben. ...
Hier berichtet IQWIG (11.2.2022):
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS):
aktueller Kenntnisstand
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Fazit
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) bezeichnet eine komplexe und chronische Erkrankung, die in schweren Fällen zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit führen kann. Die Definition und Diagnose von ME/CFS ist aus verschiedenen Gründen schwierig. Dazu zählen die vielschichtige Symptomatik und das Fehlen eines etablierten Biomarkers. International werden verschiedene Kriterienkataloge zur Diagnose vorgeschlagen, die alle rein symptombasiert sind. Nach jüngeren Kriterienkatalogen zur Diagnose ist ME/CFS insbesondere durch das Leitsymptom der Symptomverschlimmerung nach Anstrengung (Post-exertional Malaise (PEM)) gekennzeichnet, hinzu kommen verschiedene Symptome wie eine schwere und anhaltende Fatigue, Schmerzen, Schlafstörungen und kognitive Störungen.
Auf Basis der aktuell empfohlenen kanadischen Konsensuskriterien zur Diagnose von ME/CFS liegt die Schätzung zur Prävalenz unter Erwachsenen in Deutschland bei etwa 70 000 Erkrankten. Für Kinder und Jugendliche liegen keine zuverlässigen Zahlen vor. Es erscheint zudem plausibel anzunehmen, dass es infolge der SARS-CoV-2-Epidemie zu einem Anstieg der ME/CFS-Prävalenz kommen kann, da Post-COVID-Patientinnen und Patienten teilweise die ME/CFS-Diagnosekriterien erfüllen.
Obwohl die Erkrankung 1969 in die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) aufgenommen wurde, sind bis heute – trotz Forschung in verschiedenen Bereichen – die Ursachen der Krankheit ungeklärt.
Die bestehende diagnostische Unschärfe und damit schwierige Abgrenzung von anderen Erkrankungen sowie die begrenzte Berücksichtigung der Erkrankung in der Ausbildung der Gesundheitsberufe behindern eine bedarfsgerechte Versorgung. ...
Grüsse,
Oregano