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Wenn in der Sommerhitze die Luft flirrt, verschwimmen die Konturen der Gegenwart und die Gedanken schweifen ab. Hinter der Realität von 2017 tauchen dann die Bilder von gestern auf, Erinnerungen an ein erlebtes oder erzähltes Basel. War es besser damals? Auf jeden Fall war es anders. Davon erzählen die Bilder einer kleinen Sommerserie, die das Staatsarchiv und barfi.ch ab dem 26. Juni veröffentlichen. Wer mag, ist herzlich eingeladen, seine Erinnerungen mitzuteilen!
Wer hat diese Fotos gemacht?
Hans Bertolf wurde am 16. September 1907 in Basel geboren, wo er auch aufwuchs. Nach dem Besuch der oberen Realschule verliess er Basel und setzte seine Ausbildung in Deutschland an der avantgardistischen Kunst- und Gewerbeschule Bauhaus in Dessau fort. Nach dreijähriger Lehrzeit arbeitete er für das Theater in Dessau in verschiedenen Funktionen, bevor er in einem Fotoatelier in Berlin eine Anstellung fand und in Kopenhagen das materialsparende Verfahren Polyphoto kennen lernte. Darauf erhielt und erfüllte er den Auftrag, in Berlin vier Polyphoto-Filialen zu eröffnen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kehrte Bertolf Mitte der 1930er Jahre nach Basel zurück. Als selbständiger Fotograf war er für die Zeitschriften „Tip“ und „Brückenbauer“, schliesslich als Pressefotograf exklusiv für die National-Zeitung tätig. Bertolf war ein ausgesprochener Tierliebhaber und zählte einen Langhaardackel, einen Papagei, Wellensittiche, Fische und Schlangen zu seinen Haustieren. Ausserdem war er über Jahrzehnte als Tambour an der Basler Fasnacht aktiv (junge „Lälli“, „Revoluzzer“).
Am 12. Juni 1976 starb Hans Bertolf in Basel während der Erledigung eines Fotoauftrags.
Nach seinem Tod betreuten Hans Bertolfs Ehefrau und eine seiner Töchter das umfangreiche Fotoarchiv. Bertolfs direkte Nachkommen übergaben den fotografischen Nachlass dann im Jahr 2001 dem Staatsarchiv Basel-Stadt zur Aufbewahrung und entschlossen sich ein Jahr später, den Bestand dem Staatsarchiv als Geschenk zu überlassen.
Was ist in diesem Fotoarchiv alles drin?
Das Fotoarchiv umfasste bei der Ablieferung 12 063 Umschläge, in denen sich durchschnittlich 8-12 Negative befanden und die in Bezug auf den jeweiligen Fotoauftrag mit Titel und Datum angeschrieben waren. Die Umschläge waren in drei Hauptserien gegliedert, die teilweise noch Unterserien enthielten. Diese hervorragende Gliederung und die verständliche Beschriftung des Materials sind nicht selbstverständlich und bedeuteten für das Staatsarchiv bei der Erschliessung eine enorme Erleichterung, konnten doch sowohl die Ordnung als auch die die Informationen auf den Umschlägen mit wenigen Anpassungen übernommen werden (d. h. teilweise wurden die Orthographie angepasst, Abkürzungen ausgeschrieben sowie Dialektausdrücke mit hochdeutschen Begriffen ergänzt). Da eine Überprüfung jeder einzelnen Verzeichniseinheit den vertretbaren Aufwand überschritten hätte, können Titel und Inhalt nach wie vor Orthographiefehler und Abkürzungen enthalten.
Bei der Digitalisierung der Negative wurden diese in archivkonforme Umschläge verpackt und die Umschläge mit der entsprechenden Signatur gekennzeichnet. Für jeden vorhandenen Umschlag wurde dann nach fotografischen Kriterien (Schärfe, Belichtung etc.) jeweils ein Negativ ausgewählt und digitalisiert. Für die Benutzung bedeutet dies, dass für jedes Dossier (oder jeden Umschlag) von den durchschnittlich 8-12 Negativen jeweils nur ein Bild online zugänglich ist. Die übrigen Negative können nur vor Ort eingesehen werden. 14 Umschläge enthalten keine Negative und 131 Umschläge enthalten beschädigte Negative, von denen keines digitalisiert werden konnte.