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1. Auflage
von Kristin Conzelmann, Martin Kersting
Eignungsdiagnostik. Einzel- und Gruppentest.
Der Arbeitseffizienztest (AET) erfasst, wie effizient, also wie fehlerfrei und schnell, jemand Aufgaben mit komplexen Informationen eines vergleichsweise geringen Schwierigkeitsgrades bearbeitet. Der AET stellt sowohl Anforderungen an das schlussfolgernde Denken als auch an die Arbeitsgedächtniskapazität und die Bearbeitungsgeschwindigkeit. Er erlaubt daher eine simultane Messung der genannten drei etablierten Fähigkeiten. Die Aufgaben des AET provozieren sowohl den Neuerwerb einer Fertigkeit als auch die Entwicklung von Routinen. Somit grenzt sich der Test sowohl gegenüber Konzentrations-/Geschwindigkeitstests als auch gegenüber Aufgaben des schlussfolgernden Denkens ab. Der AET umfasst zwei Aufgaben, die Aufgabe E-Mails Bearbeiten (EM) und die Aufgabe Gehaltsbestimmung (GH).
Bei der Aufgabe EM wird die Bearbeitung des E-Mail-Posteingangs simuliert. Das Bearbeiten der Aufgabe geschieht durch die Einsortierung der E-Mails in einen von drei verschiedenen Ordnern: Bearbeiten, Weiterleiten oder Speichern. Zusätzlich muss beim Einsortieren berücksichtigt werden, in welchem Quartal die E-Mail versendet wurde und ob sie aus der eigenen oder einer fremden Firma stammt. Am Ende ist eine Lösungsziffer auf dem Lösungsbogen zu markieren.
Bei der Aufgabe GH muss das monatliche Gehalt von Außendienstmitarbeitern einer Firma bestimmt werden. Die Testpersonen erhalten dazu eine Übersicht mit verschiedenen Tabellen und eine Kurzbeschreibung mit formalen Informationen (z.B. Alter) zum Mitarbeiter. Anhand der Mitarbeitermerkmale muss die Testperson ein Fixum sowie eine leistungsabhängige Provision miteinander verrechnen. Irrelevante Informationen (z.B. Angaben zum familiären Status) müssen für die Berechnung des Gehalts ausgeblendet werden. Im Anschluss an die Verrechnung von Fixum und Provision wird das Ergebnis in eine Gehaltsgruppe übertragen, die auf dem Antwortbogen markiert werden muss. Die beiden Aufgaben können sowohl einzeln als auch gemeinsam eingesetzt werden.
Hinweis: Eine weniger komplexe Version der Aufgabe EM ist bereits im WIT-2 enthalten.
Die Zuverlässigkeit des Tests wurde über die Berechnung der internen Konsistenz (.89 für EM, .80 für GH und .91 für den Gesamtwert), der Split-Half-Reliabilität (.82 für EM, .86 für GH und .88 für den Gesamtwert) sowie der Retest-Reliabilität (5 Monate; .77 für den Gesamtwert) bestimmt.
Die Gültigkeit wurde durch umfangreiche Studien zur Konstruktgültigkeit des Tests (Strukturanalysen sowie Untersuchungen zur konvergenten und diskriminanten Validität) sowie zur Kriteriumsvalidität nachgewiesen.
Arbeitseffizienz-Gesamtwert, sowie E-Mails Bearbeiten (N = 747) und Gehaltsbestimmung (N = 770).
Die Bearbeitung der Aufgabe EM nimmt 22 Minuten in Anspruch, die der Aufgabe GH 28 Minuten, jeweils inklusive der Instruktion. Werden beide Aufgaben eingesetzt, dauert die Testung also 50 Minuten.
In Anwendung seit 2012.
2012