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Unter der ersten romanischen Kirche, erbaut 1124, fand man Fundamente einer undatierten Kapelle. 1318 wurde die neue gotische Kirche gebaut, erst später wurde der heilige Jakobus, einer der zwölf Apostel, als Hauptpatron verehrt. Der Turm wurde vom Vorgängerbau übernommen, Schiff und Chor vollständig neu und grösser gebaut. Weil die Kirche 1540 baufällig und zu klein war, wurde sie umgebaut. Der Chor wurde vergrössert, die Sakristei südlich angebaut und der Turm aufgestockt. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche barockisiert. Abgesehen von Veränderungen bei verschiedenen Renovationen im Inneren blieb sie in ihren Ausmassen gleich. Die Pfarrkirche steht seit 1896 unter dem Schutz der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Im Dachstock haust die bedrohte Fledermausart „Grosse Mausohr“. In Sommernächten, beim Eindunkeln, kann man beim kleinen Fenster an der Nordseite des Turmes beobachten, wie die Fledermäuse ihre Behausung verlassen und sich auf nächtlichen Insektenfang begeben.
Ebenfalls unter dem Schutz der Eidgenossenschaft steht das Beinhaus. Ein genaues Baudatum ist nicht bekannt, doch man ermutet, dass es 1509 gleichzeitig mit dem neuen Friedhof eingeweiht worden ist. Es ist bis heute im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben. Geweiht ist es den 14 Nothelfern, deren Ölbild an der Eingangswand hängt. Der spätgotische Flügelaltar ist um 1520 datiert. Die Malereien im Chorbogen aus dem Jahr 1517 mit dem Thema „Jüngstes Gericht“ sind nur noch fragmentarisch erhalten. Im Glockenturm hängen zwei Glöckchen, wovon das eine, gemäss einer Sage, von einem gewissen Uly Beeler nach dem Kappelerkrieg 1531 aus dem Kirchturm von Horgen mitgenommen worden sei. Er soll es auf seinen Schultern bis nach Steinen getragen haben.
Die Schädel und die Knochen stammen von aufgehobenen Gräbern und waren früher nicht hinter einem Gitter geschützt. So konnte es schon mal vorkommen, dass die Dorfjungs mit den Schädeln einen Streich spielten. Noch heute wird das Beinhaus als Aufbahrungsort für die Verstorben genutzt.
Text: Urs Affolter
Lektorat: Hansjörg und Albert Koller, Rosmarie und Willy Bulgheroni, Franz Fries
Gesprochen von Erich Ettlin