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Seit etwa zwanzig Jahren werden in den Austernzuchten vermehrt sogenannte triploide Austern eingesetzt.
Austern haben normalerweise wie die meisten Lebewesen einen doppelten Chromosomensatz, sie sind diploid.
Die triploide Auster besitzt einen dreifachen Chromosomensatz und entsteht aus der Kreuzung einer weiblichen Auster mit doppeltem (diploidem) und einer männlichen Auster mit vierfachem (tetraploidem) Chromosomensatz.
Das Phänomen der Polyploidie (Lebewesen mit mehr als zwei Chromosomensätzen) kommt auch in der Natur vor, allerdings sehr selten.
Neu ist, dass ein Verfahren entwickelt wurde um triploide Austern in grosser Menge zu züchten. Das Patent hierzu wurde 1998 eingereicht.
Im Gegensatz zur diploiden Stammauster ist die Triploide steril, sie kann sich also nicht vermehren.
Damit stellt die triploide Auster einen wirtschaftlichen Vorteil für die Produktion dar, da Austern während ihrer Reproduktionsphase sowohl in Geschmack wie Konsistenz -sagen wir mal- gewöhnungsbedürftig sind und man sie in dieser Zeit nicht verkaufen kann.
Außerdem verwendet die triploide Auster ihre gesamte Energie auf ihr Wachstum und nicht, wie bei diploiden Austern zu einem grossen Teil für ihre Fortpflanzung. Mit andern Worten sie wächst schneller und ist das ganze Jahr verfügbar.
Triploide Austern dürfen in Frankreich nur in Brutbetrieben und Laboratorien des Institut Français de l’Exploitation de la Mer (IFREMER) erzeugt werden. Genaue Zahlen über ihren Einsatz in den Austernzuchten sind mir nicht bekannt, aber es wird geschätzt, dass heute etwa 30 bis 50 Prozent der Austern triploide sind.
Es bleibt festzuhalten, dass es sich bei triploiden Austern um eine Kreuzung handelt und nicht um eine genetische Modifikation da das Erbgut nicht verändert wird. Das gleiche Prinzip wird auch in der Fischzucht (Lachs, Forelle) genutzt und schon etwas länger im Obst und Gemüseanbau (kernenlose Trauben, Äpfel, Wassermelonen, Kartoffeln, Spargeln etc.).
In Frankreich hat sich eine kritische Gegenbewegung gebildet unter dem Namen Ostréiculteurs Traditionnels, haben sich einige Dutzend Austernzüchter zusammengetan und verpflichten sich ihre Austern nur auf die traditionelle Art im Meer zu vermehren. Sie lehnen also auch die Austernvermehrung in Brutanlagen (Écloseries) als unnatürlich ab, bleiben aber eine kleine Minderheit unter den rund dreitausend französischen Austernbetrieben.
Es besteht keine Deklarationspflicht für triploide Austern. Wer also sicher sein will keine solchen zu konsumieren kann sich an die Liste der Ostréiculteurs Traditionnels halten oder Bio-zertifizierte Austern kaufen. Für das Bio Label dürfen keine Triploiden verwendet werden, wohl aber Austern aus Bio-zertifizierten Écloseries und aus natürlicher Vermehrung im Meer. Mehr zu Bio Austern hier.