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Tausende Kilometer herrenloser Netze treiben in unseren Ozeanen. Diese Geisternetze gingen von Schiffen verloren, wurden ins Wasser entsorgt, haben sich unter Wasser verfangen oder wurden von Stürmen weggerissen. Jedes Jahr verfangen sich abertausende von Fischen, Vögeln und Meeressäugern darin und sterben. Und die Netze können nahezu endlos weiterfischen. Allein für die Ostsee wird geschätzt, dass Geisternetze mehrere hundert Tonnen Kabeljau pro Jahr fangen, ohne dass der Fang jedoch genutzt werden kann.
Die Netze verwittern nur extrem langsam, und werden so zusammen mit dem ganzen anderen Müll in unseren Meeren zu einer immer grösseren Bedrohung für die Fischbestände. Wie viele Geisternetze genau in den Ozeanen schwimmen ist nicht bekannt, die UN-Landwirtschaftsorganisation FOA schätzt aber, dass etwa ein Zehntel des gesamten Mülls in den Meeren aus Netzen besteht – dies wären rund 700’000 Tonnen.
Verschiedene Projekte arbeiten daran, die Anzahl Geisternetze zu reduzieren. Der WWF zum Beispiel hat 2011 und 2012 in 82 Tagen bereits 27 Tonnen Netze aus der Ostsee geborgen. Dies ergab eine Länge von 135 Kilometern. Trotzdem kommen jährlich immer wieder 5’500 bis 10’000 neue herrenlose Netze hinzu.
Am sinnvollsten wäre es also zu verhindern, dass die Netze überhaupt im Meer landen. Zwar ist in den EU-Fischereiverordnungen vorgeschrieben, dass der Verlust von Netzen vermieden werden sollte und es müssen Vorrichtungen an Bord sein, womit diese wieder eingefangen werden können. Doch viel scheint das nicht zu nützen, da Kontrollen und Strafen fast unmöglich sind. Umweltschützer fordern deshalb, dass Netze mit Marken versehen werden, mit welchen der Besitzer identifiziert werden kann. So können erstens die Besitzer bestraft werden, wenn sie ihre Netze verloren haben und es würde auch einen Anreiz bieten, Geisternetze aus dem Meer zu bergen. Vor allem sollten aber Netze nicht mehr aus unverrotbaren Kunststoffen hergestellt werden, sondern aus Materialien, welche sich biologisch abbauen.
Bild: Doug Helton [Public domain], via Wikimedia Commons