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Wirkstoff: Biotrockenmasse mit lebensfähigen Bakterien E. coli Stamm Nissle 1917.
Hilfsstoffe: Maltodextrin, Talkum, Methacrylsäure Polymerisat, Macrogol, Triethylcitrat, Glycerol, Titandioxid (Farbstoff E 171), Eisenoxid (Farbstoff E 172), Gelatine, Bienenwachs, Carnaubawachs, Schellack.
Der Anteil an verdaulichen Kohlenhydraten liegt unter 0,01 BE/Kapsel.
1 magensaftresistente Kapsel enthält:
Mutaflor mite: Biotrockenmasse mit 0,5–5× 109 lebensfähigen Bakterien E. coli Stamm Nissle 1917.
Mutaflor: Biotrockenmasse mit 2,5–25× 109 lebensfähigen Bakterien E. coli Stamm Nissle 1917.
Colitis ulcerosa in der Remissionsphase.
Für die individuelle Dosierung stehen Mutaflor mite Kapseln und Mutaflor Kapseln zur Verfügung. Es sollte einschleichend mit Mutaflor mite dosiert werden, folgende Schemata haben sich bewährt:
1.–4. Tag 1 Kapsel Mutaflor mite täglich, am 5.–6. Tag 1× 2 Kapseln Mutaflor mite täglich. An den folgenden Tagen 1× 3 Kapseln Mutaflor mite täglich. Sobald 3 Kapseln Mutaflor mite pro Tag gut vertragen werden, kann man zunächst auf 1 Kapsel Mutaflor pro Tag übergehen und dann auf 2 Kapseln pro Tag steigern.
Vom 1.–4. Tag 1 Kapsel Mutaflor mite täglich. Ab dem 5. Tag 1× 2 Kapseln Mutaflor mite pro Tag.
Die gesamte Tagesdosis soll zu einer Mahlzeit, möglichst zum Frühstück, unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
Bei Colitis ulcerosa liegen Erfahrungen aus kontrollierten Studien über eine Anwendungsdauer von 12 Monaten vor. Zur Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa sollte Mutaflor kontinuierlich eingenommen werden.
Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates.
Nach einer Antibiotika-Therapie soll mit der Anwendung von Mutaflor 5 Tage zugewartet werden.
Sollten akute Unverträglichkeitserscheinungen auftreten ist die Behandlung sofort abzubrechen.
In-vitro-Daten zeigen, dass gegen gramnegative Bakterien gerichtete Antibiotika und Sulfonamide die Wirksamkeit von Mutaflor einschränken können.
E. coli Stamm Nissle 1917 ist ein physiologischer Darmbewohner des Menschen und wird nicht resorbiert. E. coli Stamm Nissle 1917 wird seit 1917 zur Behandlung funktioneller und chronisch entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt. Bisher sind keine teratogenen Wirkungen bekannt geworden. Des Weiteren zeigten klinische Studien bei Früh- und Neugeborenen eine gute Verträglichkeit von Mutaflor. Auswirkungen auf Schwangerschaft und Stillzeit sind daher nicht zu erwarten. Mutaflor kann während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.
Mutaflor hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
Gelegentlich (>1/1000, <1/100) auftretende Blähungen verschwinden meist bei Reduzierung der Dosis. Alternativ kann versucht werden, die Tagesdosis auf mehrere Einzelgaben aufzuteilen.
Sehr selten (<1/10’000) wurden Veränderungen der Stuhlkonsistenz und/oder Stuhlfrequenz, Abdominalschmerz, Borborygmus, Meteorismus, Übelkeit oder Erbrechen beobachtet.
In sehr seltenen Fällen (<1/10’000) wurden Hauteffloreszenzen, Erytheme oder Hautschuppungen beobachtet.
Sehr selten (<1/10’000) wurden Kopfschmerzen beobachtet.
Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.
Mutaflor enthält als Wirkstoff einen definierten nicht pathogenen Stamm von Escherichia coli (Stamm Nissle 1917) in lebensfähiger Form. Die Wirkungen von Mutaflor wurden in In-vitro-Experimenten, Tiermodellen sowie in klinischen Studien nachgewiesen.
Der Darmflora kommt, neben z.B. genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen, eine grundlegende Bedeutung in der Aetiopathogenese chronisch entzündlicher Darmerkrankungen zu. Der Wirkmechanismus von E. coli Stamm Nissle 1917 begründet sich einerseits auf seinem Antagonismus gegen pathogene Keime sowie andererseits auf seinen immunmodulatorischen Eigenschaften.
Der Stamm bildet antimikrobielle Substanzen, auf denen u.a. der Antagonismus gegen pathogene Keime beruht.
Mit Hilfe spezieller Haftorganellen (normale Typ-I- und F-1C-Fimbrien) kann sich der Stamm an der Darmwand anheften. Der Stamm ist gut beweglich, was einen Vorteil für die Besiedlung des Dickdarms darstellt.
Früh- und Neugeborene zeigen nach Kolonisierung mit dem E. coli Stamm Nissle 1917 eine signifikante Erhöhung der IgA- und IgM-Spiegel in Stuhlfiltraten und im Serum. Aus Einzeluntersuchungen ergeben sich Hinweise für eine Erhöhung von IgA im Speichel.
In-vitro-Versuche ergaben eine signifikante Steigerung der sekretorischen Leistungen von Mausmakrophagen. Die Produktion von Interleukin 6 (= Interferon b2) und Sauerstoffradikalen wurde signifikant erhöht. Zusätzlich wurde eine erhöhte Produktion von Tumornekrosefaktor (TNF) nach Induktion der Makrophagen durch E. coli Stamm Nissle 1917 nachgewiesen. Ex-vivo-Untersuchungen an Mausmakrophagen bestätigten die signifikant erhöhte Freisetzung von Interleukin 6 und Sauerstoffradikalen. Eine Erhöhung der TNF-Sekretion wurde in diesen Experimenten jedoch nicht nachgewiesen.
Des Weiteren konnte ex vivo eine Steigerung der Zytotoxizität von Mausmakrophagen gegenüber intrazellulären Parasiten (Leishmania donovani) und somit eine Verstärkung der Abwehr von intrazellulären Keimen gezeigt werden.
Der Mutaflor-Stamm produziert kurzkettige Carbonsäuren, die für den Energiehaushalt der Kolonmukosa von Wichtigkeit sind, die Kolonmotilität und -durchblutung anregen und die Natrium- und Chloridresorption fördern.
Der Mutaflor-Stamm ist in der Lage, verschiedene Kohlenhydrate, Zuckeralkohole und andere Substrate unter Sauerstoffverbrauch abzubauen. Dadurch wird ein anaerobes Milieu im Kolon erzeugt.
Kontrollierte, mono- und multizentrische klinische Vergleichsstudien an Patienten in einem Alter von 19–78 Jahren belegten statistisch signifikant (p= 0,0059; 0,003) über einen Beobachtungszeitraum von ≤12 Monaten eine zu 5-ASA nicht unterlegene Wirksamkeit bezüglich der Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa.
Die Mutaflor-Kapseln sind magensaftresistent überzogen und lösen sich erst im terminalen Ileum bzw. Colon auf. Der Wirkstoff E. coli Stamm Nissle 1917 besiedelt als physiologischer Keim den Darm, wird nicht resorbiert und unterliegt keiner Metabolisierung.
Er wird über die Fäzes ausgeschieden.
E. coli Stamm Nissle 1917 hat keine toxischen oder pathogenen Eigenschaften. Er bildet keine Enterotoxine, ist nicht enteroinvasiv, zeigt keine pathogenen Adhäsionsmerkmale, bildet kein Hämolysin, ist nicht serumresistent, zeigt keine uropathogenen Eigenschaften, ist empfindlich gegenüber den üblichen auf gramnegative Bakterien gerichteten Antibiotika und zeigt keine Hinweise auf eine immuntoxische Wirkung.
Keine bekannt.
Keine bekannt.
12 Monate.
Verfalldatum Exp.: beachten.
Bei 2–8 °C lagern (im Kühlschrank).
Keine.
00684 (Swissmedic).
Mutaflor Kaps 20. (B)
Mutaflor Kaps 100. (B)
Mutaflor mite Kaps 20. (B)
Vifor SA, Villars-sur-Glâne.
August 2012.
|Kat.||Bzeichnung||Exf||Pub||SL|
|B||Mutaflor mite, capsules 20 Kapsel(n)||11.17||25.10||Ja|
|B||Mutaflor, capsules 20 Kapsel(n)||0.00||0.00||Nein|
|B||Mutaflor, capsules 20 Kapsel(n)||56.92||81.75||Ja|