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Rom, eine „Smart City“ der Antike
Damit eine Stadt prosperieren kann, muss sie mit der Umgebung und ihrer Geologie harmonieren. Zu diesem Schluss kommen Geologin Donatella de Rita und Archäologin Chrystina Häuber von der Geological Society of America in einer Studie, in der sie das Rom und Neapel der Antike miteinander verglichen haben.
Im Gegensatz zu Neapel war Rom laut den beiden Wissenschafterinnen in vorrepublikanischer Zeit eine „Smart City“. Smart war die Stadt, weil ihr Wachstum die Natur ihrer Umgebung nicht substanziell veränderte. Die Gründe dafür orten sie darin, dass die Wirtschaft damals vor allem auf der Landwirtschaft basierte, Rom über genügend Wasserressourcen verfügte und sich gewissermassen selber versorgen konnte.
Im Vergleich dazu war Neapel, das als Hafenstadt im Gegensatz zu Rom sein wirtschaftliches Wachstum mehrheitlich dem Handel verdankte, geprägt von seiner geologisch schwierigen Lage. Nicht nur wegen des Vesuvs, sondern auch weil die Stadt grösstenteils auf felsigem Küstengrund errichtet worden war, weil sie über weniger Ressourcen verfügte und in ihrer unwirtlicheren Umgebung weniger Landwirtschaft gedieh. Die Folge: Neapel wuchs vor allem in die Höhe und nicht in die Breite.
„Die Geologie hat viel zum damaligen Reichtum Roms beigetragen, weil man dort auf mehr Ressourcen zurückgreifen konnte und weniger Naturgefahren ausgesetzt war als in Neapel“, folgern die Forscherinnen in ihrer Studie. Rom habe sich frei von Hindernissen etwa in Richtung der Albaner Hügel ausbreiten können. Dies wiederum habe den Bau von Viadukten ermöglicht, die viel zum Gedeihen der Landwirtschaft und zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Stadt beigetragen hätten. (mai)