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Kantate zur Ratswahl, für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompete I-III, Pauken, Oboe I+II, Streicher und Basso continuo
Der alljährlich am Bartholomäustag (24. August) in der Leipziger Nikolaikirche zelebrierte Ratswechsel bildete den Höhepunkt der kommunalen Herrschaftsrepräsentation und bedeutete für Bach als städtischen Director musices eine ehrenvolle Zusatzaufgabe. Daher zeichnen sich seine Ratswechsel-Musiken durch hohe Qualität und grosse Besetzung aus; die aus einer langwierigen Entstehungsgeschichte hervorgegangene und bis in die 1740er-Jahre mehrfach wiederaufgeführte Kantate BWV 120 weicht davon nur insofern ab, als sie den Gegensatz von «Stille» und «Jauchzen» in die Folge einer verhalten pulsierenden Eröffnungsarie und eines nachgestellten Tutti-Chores übersetzte, den Bach später für das «Etexpecto» seiner h-Moll-Messe umfassend revidierte. Der bezaubernden Sopranarie «Heil und Segen» merkt man ihre zwischenzeitliche Umwidmung zu einer Hochzeitsmusik an; zudem hat Bach, der selbst ein herausragender Geiger war, sie auch als Sonatensatz für Violine und Cembalo hinterlassen.