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ERSTER TEIL
Die allegorische Figur Bellezza (Schönheit) betrachtet sich in einem Spiegel, voller Zweifel, wie lange sie sich ihrer Reize wohl noch erfreuen könne. Die Einflüsterungen von Piacere (Vergnügen) zerstreuen zunächst ihre Sorgen, doch Tempo (Zeit) und Disinganno (Ernüchterung / Klarheit) treten zum Wettstreit an, um die Schönheit dem «wahren Vergnügen» eines enthaltsamen Lebens zuzuführen.
In rascher Folge wechseln die Argumente: Piacere preist die Sorglosigkeit der Jugend, Tempo malt die grauenvollen Folgen der Vergänglichkeit aus, während Disinganno den Pfad der Tugend weist. Die zentrale Szene des ersten Teils ist dem Reich des Vergnügens gewidmet. Bellezza wird verunsichert, da - trotz aller Versprechungen Piaceres - Tempo und Disinganno es immer wieder schaffen, sie mit ihren Argumenten nachdenklich zu stimmen.
ZWEITER TEIL
Tempo offenbart Bellezza das Reich der Wahrheit. Zunächst verschliesst Bellezza ihre Augen davor, doch mehr und mehr in die Enge gedrängt, stellt sie sich schliesslich dem Gedanken an ihre Vergänglichkeit. Sie entsagt allem Schmuck, zerstört den trügerischen Spiegel, der ihr ewige Schönheit vorgaukelt und verwünscht den Umstand, das Vergnügen jemals kennengelernt zu haben. Als Nonne will sie einsam in einem abgelegenen Kloster ihr Leben beenden. In ihrer Schlussarie bittet sie den auserwählten Botschafter des Himmels um Beistand.