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NEW YORK (awp international) - Der Traum von einem schicken Leben scheint ausgeträumt: Der Freund einer Disney-Sekretärin hat sich schuldig bekannt, aussenstehenden Investoren streng geheime Quartalszahlen des Unterhaltungskonzerns angeboten zu haben. Sein Mandant übernehme die volle Verantwortung dafür, sagte sein Anwalt vor einem Gericht in Manhattan. Nach Angaben des "Wall Street Journal" vom Dienstag erwarten den 30-Jährigen nun bis zu zwei Jahre und neun Monate Gefängnis.
Die Freundin des Angeklagten arbeitete im Büro der Kommunikationschefin von Disney und hatte damit Zugang zu der noch unveröffentlichten Zwischenbilanz des Unterhaltungsriesen. Der Freund kontaktierte nach Wissen der Ermittler im März eine ganze Reihe von Finanzfirmen, ob sie nicht Interesse daran hätten. "Ich werde Zugang zu Disneys Quartalszahlen vor deren Veröffentlichung am 3. Mai haben", schrieb er demnach in Briefen. "Ich kann sie zu einem Preis zur Verfügung stellen, den wir später festlegen können."
Statt auf das Angebot einzugehen, meldeten sich zahlreiche Hedge-Fonds bei der Bundespolizei FBI. Die stellte dem Mann eine Falle. Verdeckte Ermittler trafen sich mit ihm in New York. Der Mann strich laut der Staatsanwaltschaft 15 000 Dollar ein und versprach die Lieferung der Zahlen. Die Ermittler nahmen das Treffen auf Video und Tonband auf und liessen den Mann später hochgehen.
Seine Freundin, die nicht mehr bei Walt Disney arbeitet, erwartet ein getrenntes Verfahren. Sie ist momentan auf Kaution auf freiem Fuss. Sie hatte, so die Anklage, von den Plänen ihres Freundes gewusst. Er versprach ihr demnach teure Designer-Handtaschen, sie wünschte sich obendrein noch Schuhe. Den Ermittlern der Börsenaufsicht SEC liegen verräterische E-Mails der beiden vor.
Insiderinformationen sind bares Geld wert, lässt sich doch daran abschätzen, wie sich der Börsenkurs entwickelt. Deshalb ist der Handel mit derlei Daten streng verboten. Nur ein beschränkter Kreis kennt die Informationen vor der Veröffentlichung. Insiderhandel kommt dennoch immer wieder vor. Bekanntester Fall in jüngster Vergangenheit war der Hedgefonds Galleon. Gründer Raj Rajaratnam soll Mitarbeiter von grossen US-Konzernen geschmiert und mit den Infos Millionen verdient haben./das/so/DP/enl
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