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Einkommensschwächere Haushalte werden entgegen einer verbreiteten Annahme nicht zunehmend aus den städtischen Zentren verdrängt. Das zeigt eine Studie der Wohnmobilität in sechs grossen Agglomerationen.
Im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) ist die Universität Genf der Frage nachgegangen, ob das Leben in den Kernstädten für Menschen mit niedrigem Einkommen wirklich bald unerschwinglich wird. Die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse geben mindestens zum Teil Entwarnung.
Die Analyse in den Jahren 2010 bis 2014 hat gemäss BWO gezeigt, dass die Kernstädte zwar mehr Wegzüge als Zuzüge Erwerbstätiger verzeichnen. Rückläufig sei deren Zahl aber hauptsächlich infolge des Wegzugs gut situierter Haushalte. Durch den Zuzug eher ärmerer Personen wird der Rückgang laut BWO sogar abgemildert.
Untersucht wurde mit der Studie die individuelle Wohnmobilität erwerbsfähiger Personen in den Agglomerationen von Zürich, Basel, Bern, Lugano, Lausanne und Genf. Wohlhabendere Personen wählen demnach als neuen Wohnort bevorzugt Gemeinden, deren Bevölkerung einen ähnlichen sozialen Status aufweist.
Die Mobilität von Personen mit sehr begrenztem Budget unterscheidet sich gemäss den Autoren klar von derjenigen der Gruppen mit mittlerem und hohem Einkommen: Einkommensschwache Personen zögen deutlich weniger häufig um, und wenn doch, dann meistens innerhalb ihrer Wohngemeinde, vor allem wenn sie in einer Kernstadt leben. Zögen sie dennoch aus der Kernstadt weg, liessen sie sich vor allem in einer anderen eher ärmeren Gemeinde der Agglomeration nieder. (sda)