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….Mir scheint das zu sehr auf der Basis abstrakter Denkweise zu beruhen, die ist ziemlich männlich einseitig, das soll bitte nicht als Angriff auf die Männlichkeit verstanden werden, sondern als Vorschlag dieses Denken so zu durchleuchten, begreifen und zu verstehen, wie es sich durch die meisten erlebbaren, sichtbaren und unsichtbaren Lebensbereiche unserer Gesellschaft zieht. ...
Abgesehen davon, dass „DIE Denkweise“ - aus welchem Grunde auch immer – als weiblich betrachtet wird und „DER Denkansatz“ als männlich, so gilt „DAS Denken“ als geschlechtsneutral und ist damit von dem Geschlecht des Denkenden unabhängig, und hängt viel mehr von der gesellschaftlichen Situation ab, in welcher er sich jeweils befindet.
Deshalb gibt es jedoch noch genauso wenig zwei verschiedene Arten der Logik für Besitzende und für Besitzlose, wie es die gesellschaftskritischen Rationalisten der Frankfurter Schule behaupteten, wie es zwei Personen in ein- und demselben Körper gibt, wie nicht nur die Priester sondern auch die Freudianer wie Arno Grün behaupten, um damit dem Verbrecher die Absolution für seine Taten zu erteilen, für die er nicht büßen will, indem sie behaupte, es sei sein anderes Ich gewesen – auch wenn es manchmal tatsächlich den Anschein hat, dass der Wankelmütige nicht alleine in seinem Kopfe wohnt, wenn er einmal zu dem tendiert, was er tun soll und ein anderes Mal dazu, was er tun will.
….Es bedarf meist auch der Notwendigkeiten und der Voraussetzungen für eine Planung und die sind eben oft nicht geplant, sondern erst heimlich und dann unheimlich sichtbar gewachsen (Corona), entstanden. …..
Die notwendigen Voraussetzungen für eine Planung sind immer andere, als die für die Durchführung des Planes, wobei die Planung zwar notwendig sein kann, um komplizierte Vorgänge geistig vorwegzunehmen, indem man sie sich zumindest als hypothetisches Szenario vorstellt, aber alleine dennoch nicht hinreicht, um sie auch erfolgreich in die Tat umzusetzen.
Da erfordert es ein gewisses Improvisationsgeschick, um auf Ereignisse angemessen reagieren zu können, die man nicht in seine Pläne miteingeschlossen hat – nicht, weil man etwa zu leichtsinnig war, oder über zu wenig Erfahrung verfügte, sondern weil man sich nicht auf alle vorstellbaren Umstände vorher einstellen KANN.
Diese Flexibilität ist nur begrenzt trainierbar, und hängt wesentlich von der Beschaffenheit des Temperamentes der jeweiligen Person ab.
So muss Einer, der eher schwerfällig reagiert, entsprechend mehr Vorsorge treffen, als Jemand, der sich schnell auf geänderte Umstände einstellen kann, und dementsprechend auch in der Lage ist, altbewährte Prinzipien über Bord zu werfen, um sich nicht selber mit einem Wissen zu blockieren, welches früher mal lebensnotwendig für ihn war, aber heute nur noch hinderlich auf dem Wege zum Erfolg ist.
Dieses Wissen betrifft auch die als allgemeingültig geltenden, von den Eltern vermittelten Weltbilder, deren Sinn darin besteht, mit seinem Leben besser klar zu kommen, was natürlich dann nicht der Fall ist, wenn man ganz anders lebt, als man es von den Eltern vorgelebt und als optimal und somit richtig dargestellt bekommen hat, um für sie nicht nur als liebens- sondern auch versorgenswert gelten zu dürfen.
Wenn nun im Weltbild der Antike alles Passive mit der Eigenschaft der Weiblichkeit und alles Aktive mit der der Männlichkeit identifiziert wird, so dient das natürlich nur der Veranschaulichung, und bedeutet nicht etwa, dass es deshalb keine aktiven Frauen oder passive Männer gibt.
Da das passiv abwartende Hoffen auf bessere Zeiten natürlich auch ein aktiver Akt ist, den man willentlich bewirken oder auch verweigern kann, habe ich ihn der besseren Unterscheidung wegen als passivisch bezeichnet – so, wie auch das passivische Nichthandeln im Sinne eines „Nichteingreifens in den Lauf der Dinge“, zum fälschlicherweise meist als rein aktivisch betrachteten Handeln dazugehört.
….Auch hier ist ein Gespür von Dringlichkeiten und das Drängen sich damit zu befassen, was dann gerne als Ungeduld interpretiert wird, auch mal ganz nützlich, sowie man ein Gespür für das Aufbringen von Geduld oder auch Duldsamkeit in bestimmten Situationen sogar zwingend aufbringen muss. …..
Das, was Jemand tun sollte und was er tun soll, ist genauso zweierlei, wie das, was er tun müsste, und das, was er tun muss, denn im ersten Falle handelt es sich um eine Idealvorstellung davon, was er unter den jeweiligen Umständen tun sollte, was sich jedoch niemals vollständig in die Tat umsetzen lässt, und im zweiten Falle um die unausweichliche Folge der vorherigen Voraussetzungen, die etwa ein Diener entweder auf eine für seinen Herren positive Weise erfüllt hat, um dafür belohnt zu werden, oder aber auf eine negative, sodass er von ihm dafür bestraft wird.
Das Schicksal hingegen ist ebenso wenig ein Person, die Jemanden bestrafen kann für das, was er falsch gemacht hat, sodass seine Bemühungen erfolglos waren, wie auch die sogenannten „herrschenden Umstände“, keine bestechlichen Personen sind, welche man sich mit einem kleinen Opfer gewogen stimmen kann.
Insofern lässt sich auch mit Hilfe von Menschenopfern kein Regen erzwingen, wie es die Mayapriester vorgaben, um ihre angebliche Macht über die Elemente zu demonstrieren, sondern man muss ausreichend große Wasser-Reservoirs anlegen, um dort in der Regenzeit genügend Wasser für die Trockenperiode sammeln zu können, und ansonsten hoffen, dass dann auch genügend Regen fällt, weil man sonst auswandern muss in Gebiete, wo das Überleben leichter ist.
Die Entscheidung hängt nicht von einem Gespür ab, weil dieses auch von dem abhängig ist, was früher mal Gültigkeit hatte, sondern von dem Toleranzspielraum, den man im Plan A einkalkuliert hat, bevor man zum besser geeigneten Plan B übergeht.
….Wenn der Mensch in aussichtslosen Situationen weiter macht, dann t u t er zwar was, aber ich sehe darin eher die Furcht darüber, dass er meint, wenn er nichts täte, frühzeitig untergehen werde. ….
Was die Motivation beim aktiven Tun betrifft, so entspringt die weniger der Furcht davor, das Falsche zu tun, als vielmehr dem Impuls des Rastlosen, der sich in blinder Betriebsamkeit darüber hinwegzutäuschen versucht, dass er damit genauso wenig erreicht, als wenn er nicht aktiv handelte, wobei er am Ende seines fruchtlosen Bemühens immerhin sagen kann, dass er seinem Temperament entsprechend sein Bestes gegeben habe – nach dem Motto: „ Wer nicht kämpft, hat den Kampf bereits verloren, bevor er überhaupt damit angefangen hat!“
Das gilt allerdings auch für den Kampf gegen seinen eigenen Starrsinn, mit dem er – wenn er Nichts dagegen unternimmt – unweigerlich die falschen Maßnahmen ergreift, nachdem das, was früher noch als richtig gilt, heute genau das Falsche geworden ist, weil er es selbst beim besten Willen nicht zu verhindern vermochte, und auch für die Zukunft nicht zu verhindern vermag, solange er sich weigert, es überhaupt als falsch zu anerkennen.
Dass er Frucht davor hat, aufgrund seiner nicht ausreichenden Macht, untergehen zu können, ist ein ganz natürliches Regulativ, was den Übermut des Größenwahnsinnigen verhindert, der meint, er sei allmächtig und damit auch auf keine Unterstützung durch Andere angewiesen, womit er seinen Untergang nur noch mehr beschleunigt, weil Niemand ohne einen Anderen lange zu überleben vermag.
….Wenn er soweit entkräftet ist, ist es eher der Überlebenstrieb als der Mut der ihn zum Weitermachen antreibt, vielleicht folgt der Mut wenn es ihm gelingt sich auf's Neue zu stärken. …
Dieser sogenannte „Mut der Verzweiflung“ ist eher eine unwillkürliche Panikreaktion, mit der man dazu tendiert, das Kind mit dem Bade auszugießen – nur, um sich selber in Sicherheit zu bringen - , womit man Alles noch viel schlimmer macht, als es ohnehin schon ist, weil man damit nicht nur sich selber, sondern auch noch Anderen schadet, anstatt eines willentlich aufgebrachten Vorsatzes, noch einmal sein Glück zu versuchen, indem man es selber mitbewirkt, anstatt darauf zu warten, dass es Einem von alleine in den Schoß fällt.
Die eigene Stärkung durch Regeneration hingegen ist ein natürliches Gebot der Vernunft, welches auch aus der Einsicht der eigenen, begrenzten Leistungsfähigkeit resultiert, um sich nicht durch unvernünftiges Handeln selber mehr zu schaden als zu nützen – nur, um zu beweisen, dass man willentlich dazu in der Lage ist.
Insofern ist auch die unangenehme Kritik am eigenen Verhalten eine Chance zur Erkenntnis dessen, wozu man NICHT in der Lage ist, sodass man sich besser mit dem begnügt, was man zu leisten imstande ist - wozu auch die mutige Inanspruchnahme der Hilfe seitens seiner Mitmenschen gehört - , und ansonsten den Vater im Himmel einen guten Mann (gewesen) sein lässt, anstatt vergeblich darauf zu hoffen, dass auch ein Toter die Bitten eines Lebenden noch erhören möge, wozu der bekanntlich nur solange in der Lage ist, wie er selber noch lebt, und über seine Ressourcen frei von hinderlichen Umständen verfügen kann.