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Die BBC spricht von einer «gewaltigen Überraschung»: Kim Yo Jong, die jüngere Schwester von Kim Jong Un, wird der nordkoreanischen Delegation angehören, die zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele nach Pyeongchang reisen wird. Seit Wochen wird über ihren möglichen Besuch spekuliert, «doch wenige dachten, dass es dazu kommen werde», so die BBC.
Die Reise von Kim Yo Jong darf in der Tat als spektakulär bezeichnet werden. Denn sie ist weitaus mehr als nur die kleine Schwester des «irren» Diktators. Kim Yo Jong gilt als seine vielleicht engste Vertraute. Kim Jong Un sendet damit ein Signal der Entspannung nach Süden, nachdem sich das Verhältnis vor allem zum Erzfeind USA in den letzten Tagen weiter eingetrübt hat.
Allzu viel ist nicht bekannt über Kim Yo Jong. Sie soll 30 Jahre alt sein und die gleiche Mutter haben wie Kim Jong Un. Von 1996 bis 2000 lebte sie unter einem falschen Namen mit ihrem Bruder in Liebefeld und besuchte wie er die International School of Berne. Später soll sie in Pjöngjang Informatik studiert und auch Kurse an einer europäischen Universität besucht haben.
Kim Yo Jong gilt als ehrgeizig. Schon ihr Vater, der frühere Herrscher Kim Jong Il, soll sie gegenüber Diplomaten als politisch interessiert bezeichnet haben. Heute sagt man ihr nach, sie kontrolliere den Personenkult um ihren Bruder und dessen öffentliches Image. Zeitweise war sie Vizedirektorin in der Agitations- und Propagandabteilung des Regimes.
Im Herbst 2015 fiel sie laut südkoreanischen Medien zeitweise in Ungnade, nachdem es bei Auftritten von Kim Jong Un zu Pannen gekommen war. Heute ist Kim Yo Jong mächtiger denn je. Im Oktober wurde sie ins Politbüro berufen, das Machtzentrum der Arbeiterpartei. Die südkoreanische Zeitung «Chosun Ilbo» spekulierte kürzlich, sie habe ausserdem die Aufsicht über die Staatssicherheit übernommen.
Diese Funktion bekleidete früher ihr Onkel Jang Song Thaek. Er hatte dem «Baby-Diktator» nach dem Tod von Kim Jong Il Ende 2011 dabei geholfen, seine Macht zu konsolidieren. Zwei Jahre später wurde er festgenommen und an die Wand gestellt. An seine Stelle trat Kim Yo Jong. Sie soll einige Funktionen des Bruders übernommen haben, als dieser sich 2014 einer medizinischen Behandlung unterziehen musste.
Über das Privatleben der Schwester ist wenig bekannt. Sie ist angeblich mit einem Sohn von Choe Ryong Hae verheiratet, der «rechten Hand» des Machthabers. 2015 soll sie ein Kind bekommen haben. Mit ihrer Reise an die Olympischen Spiele sorgt sie für eine Premiere: Noch nie hat ein Mitglied der Kim-Dynastie den verfeindeten Bruderstaat im Süden besucht.
Die Bestätigung durch das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium hat zu Spekulationen geführt, wonach sie eine Botschaft ihres Bruders im Gepäck mitführen wird. Ein Treffen von US-Vizepräsident Mike Pence mit Kim Yo Jong oder dem 90-jährigen Kim Yong Nam, der als protokollarisches Staatsoberhaupt die nordkoreanische Delegation anführt, ist trotzdem wenig wahrscheinlich.
Im juristischen Tauziehen um den Wikileaks-Gründer Julian Assange soll sich am Montag entscheiden, ob der Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA in die nächste Instanz geht. Der High Court in London will um 10.45 Uhr (Ortszeit) mitteilen, ob er der Argumentation von Assanges Anwälten, die vor den britischen Supreme Court ziehen wollen, folgt oder eine Berufung untersagt. In diesem Fall würde die Entscheidung über die Auslieferung in die USA an das britische Innenministerium verwiesen. Assanges Verlobte, Stella Moris, wollte vor Ort sein und eine Erklärung abgeben.