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In den neunziger Jahren gab es verschiedene Überlegungen, das Spitalwesen im Kanton St. Gallen umzustrukturieren, um Kosten zu sparen und gleichzeitig eine hohe Behandlungsqualität zu gewährleisten. Das Spital Walenstadt war dabei mehrmals an Pilotprojekten beteiligt. Im Jahr 1994 startete das Golbalkreditsystem als dreijähriges Pilotprojekt für die St. Galler Spitäler, an dem sich neben dem Spital Walenstadt auch die Spitäler Rorschach und St. Gallen beteiligten.
Mehr Eigenverantwortung
Damit konnte das Spital Walenstadt selbst über sein Budget verfügen, denn statt jedem einzelnen Budgetposten wurde nur noch der Gesamtbetrag, der Globakredit von Parlament genehmigt. Gutes Wirtschaften wurde damit attraktiv.
Selbst über Budget verfügen
Für das Spital war dieses System interessant, weil es über seine Budgets selbst verfügen konnte. Das Parlament genehmigte keine detaillierten einzelnen Budgetposten mehr, sondern nur noch einen einzigen Betrag, den Globalkredit. Brauchte das Spital mehr Geld als vorgesehen, musste das Spital das Defizit zur Hälfte selbst decken. Im Gegenzug erhielt das Spital auch 50 Prozent der eingesparten Mittel zur freien Verfügung im Rahmen des Leistungsauftrags. Für das Spital Walenstadt rechnete sich dieses System bereits im ersten Jahr, als das Spital deutlich unter dem Budget blieb. So wurde ein Betrag von 500'500 CHF zur weiteren Verwendung erwirtschaftet.
Neue Leitungsstruktur
Ebenfalls 1995 wurde die Zusammensetzung der Spitalleitung neu geregelt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Leitung aus dem ärztlichen Leiter, dem Verwaltungsleiter, allen Chefärzten und der Pflegedienstleitung bestanden. In der neuen Spitalleitung waren Verwaltung, Pflegedienst und ÄrztInnen paritätisch durch je eine Person vertreten, wodurch die Spitalleitung auf drei Personen reduziert wurde. Diese Struktur wurde beibehalten, bis das Spital Walenstadt 2003 Teil der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland wurde.
Mit Quadriga zur Spitalregion
Im Rahmen des Strategieprojektes Quadriga wurden 2003 die neun Spitäler im Kanton St. Gallen zu vier Spitalregionen zusammengefasst. Das Hauptziel war dabei die Sicherung der Qualität der medizinischen Versorgung bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Für Walenstadt bedeutete dies einen gemeinsamen Spitalverbund mit den Regionalspitälern Altstätten und Grabs. In der Folge wurden administrative Dienstleistungen zentralisiert, um Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen. Das Spital Walenstadt erhielt dadurch einen neuen Verwaltungsrat, eine neue zentrale Geschäftsleitung in Rebstein und einen Chefarzt als Leitung vor Ort.
Departementalisierung
Als Reaktion auf die Einführung von swiss DRG wurde 2011 eine neue Führungs- und Organisationsstruktur in der SR RWS entwickelt. Daraus entstand eine horizontale Departementsstruktur, die seit 2014 umgesetzt wird. Dabei ist die gesamte SR RWS standortübergreifend in Ressorts und Fachbereichen organisiert.