Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03400.jsonl.gz/1585

« ZurückWeiter »
Band XXIX. No. 7.
14. Februar 1885.
Concurrenzen und Submissionen.
Hessischer B.-V.: Elektrische Beleuchtung der Jutespinnerei in Cassel. 131
wechselbar. Das Ausheben der Schare kann nur bei ganz
Um den Landwirten die Anschaffung der Grubber zu
Eggen. Zur oberflächlichen Bodenlockerung werden die Eggen verwendet, welche zum sehr grossen Teile von Schmieden und Stellmachern auf dem Lande angefertigt werden, was bei ihrer Einfachheit sehr wohl zulässig ist. Trotz aller von Zeit zu Zeit auftauchenden neuen Constructionen bleiben die seit Jahrzehnten bewährten Constructionen fast ausschliesslich im Gebrauche, und nur bei den seltener angewendeten Wieseneggen sind mit Beibehaltung der älteren Formen auswechselbare Zähne angewandt worden.
Die Walzen dienen teils zum Verdichten und Ebenen des Bodens, teils auch zum Zertrümmern der an der Erdoberfläche befindlichen Schollen, welche der Egge ausweichen.
Zum Verdichten und Glätten hat man glatte Cylinder, zum Schollenbrechen bei mildem Boden Ringelwalzen, bei welchen die Walze dem Umfange nach viele Schneiden hat. Auf hartem Boden wirken die Schneiden nicht genügend; man macht deswegen auch Spitzen oder Stacheln und vereinigt dieselben neuerdings oft mit Schneiden in einer Walze, als Cambridgewalze.
Da die einfachen Walzen sich bei Breiten von 2m bis 3m nicht wohl überall dem Boden gleichmässig anschmiegen können, so ist auch die Arbeit derselben nicht gleichmässig, und man geht deswegen mehr und mehr zu vielteiligen Walzen über, welche sich wie bei der dreiteiligen Cambridgewalze in Fig. 11 unabhängig von einander dem Boden anpassen und doch noch so grosse Gewichte haben, dass sie hinreichen,
Fig. 11.
Wühlschar angebracht, das in Fig. 9 nur ebenso tief gestellt ist, wie der Pflug selbst. Bei der Arbeit verstärkt eine Kette das Wühlschar; beim Umwenden des Pfluges wird es aber durch einen kleinen Hebel um einen wagerechten Drehzapfen am Rahmen so gedreht, dass seine Spitze, wie in Fig. 10, bis zum Rahmen heraufkommt und den Boden nicht aufwühlen kann.
Der Vorzug des beschriebenen Gerätes gegenüber einem PAuge und einem Wühler, die hinter einander gehen, besteht zunächst darin, dass man ein verhältnismässig billigeres Geräte bekommt, weil man das Wühlschar auch durch einen zweiten Pflugkörper ersetzen kann, wenn nur gepflügt werden soll, dann aber hauptsächlich in der besseren Lockerang, weil kein Zugtier mehr über den gelockerten Boden wegschreiten muss.
Grubber, Exstirpatoren oder Cultivatoren dienen zur Lockerung der Ackerkrume auf sehr verschiedene Tiefen. Sie sind stets mehrscharig und gehen deswegen am besten auf 3 oder mehr Rädern, und wenn sie verschiedenen Zwecken dienen sollen, macht man die Schare an den Stielen aus
um auch einzelne sehr harte Schollen zu zerdrücken. Man
A. Wüst.
Sitzungsberichte der Bezirksvereine.
100 mal seien dieselben zusammen-
gekommen, teils zu Ausflügen, teils zu Sitzungen; mögen die Be
strebungen, welche sie beseelten, in dem engeren Vereine des grossen Versammlung am 7. October 1884. Vorsitzender: Hr.
Vereines deutscher Ingenieure weiter blühen und zur gegenseitigen
Hierauf erstattet der Schriftführer seinen Bericht über die Haupt-
Hr. Brandau erhält das Wort zu einem Vortrage über ConHerren, deren Namen der Redner vorträgt, bilden noch heute einen currenzen und Submissionen.
des
Ingenieure
Versammlung vom 16. December 1884. Vorsitzender: Hr. Bosse. Schriftführer: Hr. Bock. Anwesend 22 Mitglieder und Gäste.
Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit einer Uebersicht über die im Laufe des Jahres stattgefundenen Sitzungen, Ausflüge und Commissionsarbeiten und erstattet im Namen der Patentcommission Bericht über deren Sitzungen und Beschlüsse.
Die Rechnung des Jahres 1884, für welche dem Vorstande Entlastung erteilt wird, ergiebt einen Ueberschuss von 156 M 73 Pf.
Nach der Wahl des Vorstandes für das Jahr 1885 stattet Hr. Plümer dem statutengemäss scheidenden Vorsitzenden Hrn. Bosse im Namen des Vereines dessen warmen Dank für seine umsichtige Leitung des Vereines im verflossenen Jahre ab.
Hr. Bock erhält hierauf das Wort zu einer Reihe technischer Mitteilungen über den in neuerer Zeit so sehr in Aufnahme gekommenen feuerfesten Putz, nach dem Erfinder Rabitz-Putz (D. R.-P. No. 3789 und 4590) genannt, mit welchem man imstande sei, 5cm dicke Wände von unbeschränkter Grösse leicht und billig herzustellen; ferner über die Fabrikation und Anwendung der sog. Terrazzoplatten aus Marmorabfällen und Portland-Cement, und endlich über ein von ihm erfundenes Trockenverfahren für frische Mauersteine, Thonwaren und Cementsteine.
Die Gründe für die Anwendung des Submissionsverfahrens seien:
1) Bewahrung der Beamten vor Versuchung und Ver
leumdung; 2) Ermittlung des richtigen Preises des nach Menge, Be
schaffenheit, Lieferzeit usw. genau bestimmten Gegenstandes der Lieferung durch die sachverständigen
Lieferanten. Diese letztere Ermittlung zwinge die Unternehmer zu eingehender Ausarbeitung und Berechnung, auch wenn sie später die Ausführung nicht bekämen; denn in seltensten Fällen unterzögen sich die Beamten der ausschreibenden Behörde solcher Ausarbeitung.
Das Wort Submission bedeute Unterwerfung; aber diese solle nicht einseitig geschehen, auch die Behörde solle sich den ausgeschriebenen oder vereinbarten Bedingungen streng unterwerfen; sie dürfe nicht ohne Schadloshaltung der Bieter einen Termin aufheben, den Umfang der Lieferung nach dem Zuschlage ändern usw.
Die Schwierigkeit, die Lieferungsbedingungen richtig festzustellen, wachse mit der Grösse des Gegenstandes derselben; deshalb solle man ihn lieber in mehrere kleine Aufträge zerlegen. Viele Schwierigkeiten seien zu vermeiden, wenn man
wenn man in stärkerem Masse das Concurrenzverfahren in Anwendung brachte, welches, entgegen der Submission auf materielle Lieferung, darauf abziele, die zur Ausführung eines Unternehmens erforderliche geistige Arbeit zu gewinnen. Es habe den Nachteil, dass nur einer oder einige der Bewerber durch den bezw. die ausgesetzten Preise belohnt würden, während die übrigen eine fertige Arbeit umsonst lieferten. Dieser Grund hindere viele, und zwar gerade die tüchtigsten Kräfte des betr. Faches, sich an solchen Concurrenzen zu beteiligen. Man solle deshalb darauf bedacht sein, möglichst auch die nicht belohnten Arbeiten als schätzbares Material zu mässigem Preise zu erwerben.
Jedenfalls sei es geboten, für beide Verfahren genaue Vorschriften und Regeln aufzustellen, damit die gegenseitigen Rechte und Pflichten unzweifelhaft festständen.
Versammlung vom 11. November 1884. Vorsitzender: Hr. Bosse. Schriftführer: Hr. Bock. Anwesend 14 Mitglieder und mehrere Gäste.
Hr. E, Plümer nimmt das Wort zu einem Vortrag über die Ausstellung für Handwerkstechnik in Dresden), mit Vorzeigung verschiedener Werkzeuge und Apparate.
Hierauf macht Hr. Ledebur die nachstehenden Mitteilungen über seine Erfahrungen betr. die elektrische Beleuchtung der Jutespinnereiin Cassel. Seit den letzten Jahren, bis zu welchen die Beleuchtung mit elektrischem Lichte noch in den Kinderschuhen steckte, seien bereits einige bemerkenswerte Fortschritte zu zeichnen, und werde diese Beleuchtung um so mehr vervollkommnet werden, je grösser der Bedarf von Maschinen und Lampen und je stärker der Wettkampf werde; in dieser Beziehung sei es freulich, dass die Swanlampe ihren Platz neben der Edisonlampe behauptet habe. Was die dynamo-elektrischen Maschinen betreffe, so wende man jetzt geteilte Bürsten an; sei man während des Betriebes gezwungen, die Bürsten gegen frische umzuwechseln, so tausche man erst die eine Hälfte und dann die andere um, ohne dass in der Beleuchtung eine Störung entstehe. Grössere Fortschritte scheinen in der Anfertigung der Glühlampen gemacht zu sein. Der Preis einer Lampe von 18 bis 20 Kerzen sei von 6 bereits auf 5 M mit 10 pct. Rabatt herabgegangen, und ersetze die Swan-Comp. alle auf dem Transport zerbrochenen Lampen. Die Anfertigung sei so vervollkommnet, dass die Brenndauer die früher garantirte von 800 Stunden bedeutend übersteige. Im allgemeinen seien die Swaplampen den Edisonlampen vorzuziehen; sie geben bei gleicher Stromstärke ein helleres Licht und sollen weniger Kraft gebrauchen. Die Befestigung der Edisonlampen mittels Schrauben habe den Nachteil, dass die herabhängende Lampe sich oft durch Erschütterungen losrüttele und beim Herabfallen zerbreche, ferner, dass die Arbeiter sich leicht daran vergreifen und die Schraube durch zu heftiges Anziehen abdrehen. Endlich stelle sich die Swanlampe durch den Ersatz der auf dem Transporte zerbrochenen Lampen billiger, während die Edison-Gesellschaft diese Zugeständnisse versage. Besondere Beachtung verdienten die von der elektrotechnischen Fabrik in Cannstatt in den Handel gebrachten Bernsteinlampen; dieselben haben hohle Kohlenbügel, welche aus einem aus Seide gefertigten Schlauche hergestellt werden. Hier sei also die leuchtende Oberfläche bedeutend grösser, und werden die Lampen daher mit einer Leuchtkraft von 50, 100 und mehr Kerzen hergestellt. Leider müssten bislang immer zwei Lampen hinter einander geschaltet werden, um sie bei älteren Anlagen anzuwenden, da sie nur für die halbe Spannung construirt seien, und habe dieser Umstand ihrer Verbreitung im Wege gestanden.
Der Redner hat jetzt eine Anzahl Bernsteinlampen für Normalstrom (100 Volt) bestellt und behält sich vor, dem Vereine seine Erfahrungen inbetreff derselben mitzuteilen,
ver
er
Eingegangen 24. und 31. December 1884. Niederrheinischer Bezirksverein. Versammlung am 7. October 1884. Vorsitzender: Hr. R. M. Daelen. Schriftführer: Hr. Rademacher. Anwesend 30 Mitglieder und 3 Gäste.
Hr. Diss teilt folgendes mit über: Stampf betonarbeiten und praktische Verwertung des Betons
als Baumaterial. »Nachdem in den letzten Jahren in eingehendster Weise Versuche auf Druck- und Zugfestigkeit von Betonkörpern vorgenommen und in Fachschriften besprochen wurden, was bereits den Beton - Arbeiten wesentlich Vorschub leistete, soll der Zweck meines heutigen Vortrages insbesondere sein, darauf hinzuweisen, zu welcher Bedeutung diese Arbeiten auf dem Gebiete des Bauwesens vorangeschritten sind.
Eigentlich ist das Betoniren eine alt bekannte Sache, und muss vor langen Jahren darin grosses geleistet worden sein; hat man doch_bis zu Anfang dieses Jahrhunderts bei den Pyramiden in Egypten sich nicht erklären können, wie es. möglich gewesen sei, so grosse Blöcke zu handhaben, während die Wissenschaft in der Neuzeit festgestellt hat, dass dieselben aus einem dem Beton ähnlichen Conglomerat hergestellt wurden.
Die frühere, besonders für Fundamentirungszwecke angewandte Methode, den Cement in einem mehr füssigen, dem Mörtel ähnlichen Zustande zu verwenden, ist weit kostspieliger als die Anwendung des Stampf betons, welcher bei trocknerem Verfahren, durch das Verdichten mit weniger Cementzusatz, bei geringerem Volumen bedeutend widerstandsfähiger wird.
Eine allgemeine Verbreitung hat bis heute dieses Verfahren in Deutschland noch nicht gefunden, immerhin aber ist es hier mehr angewandt worden, als in England und Frankreich, ungeachtet es in diesen Ländern früher bekannt und trotzdem dieselben in der Cementfabrikation Deutschland vor einem Jahrzehnt noch voraus waren.
Man unterscheidet folgende Arten von Beton-Mischungen:
1) für Unterlage zu allerlei Böden auf festem Untergrunde, bestehend aus einer Mischung von 10 bis 12 Teilen Kies zu 1 Teil Cement.
2) für Gewölbe und Fundamente, mit einer Mischung von 3 Teilen Sand und 6 Teilen Kies zu 1 Teil Cement.
3) für wasserdichte Arbeiten sowie zum Ersatze für Quader-Steine: 3 Teile Sand und 5 Teile Kies zu 1 Teil Cement.
4) für Fussböden, bei stark in Anspruch genommenem Belage: 1 Teil scharfer Sand zu 1 Teil Cement; bei Lagerund Kellerräumen u. dergl.: 11/2 Teile Sand zu 1 Teil Cement.
Diese Mischungen sind jedoch nur dann ausreichend, wenn ausser bestem Portland - Cement ein reines Kies- und Sandmaterial verwendet wird, dabei ein gehöriges Vermengen und flottes Verarbeiten durch schichtenweises Einstampfen stattfindet, weil sonst die erforderliche Festigkeit, selbst bei mehr Cementzusatz, nicht erreicht wird. Besonders bei Constructions-Arbeiten ist ein rasches Verarbeiten geboten.
5 Z. 1885, S. 28 u. f.
1
Band XXIX. No. 7.
14. Februar 1885.
Niederrheinischer Bezirksverein: Stampfbeton und Beton als Baumaterial.
133
Papierfabrik O. Eichhorn in Jülich; zwischen T-Trägern 1,45m Spannweite, Widerlager 0,24m, Scheitel 0,12m stark, mit 2750kg/qm
Chr. Andreae in Mülheim a. Rh.; zwischen Steinwiderlagern von 0,42m Höhe, 0,13m Scheitelstärke und 3,74m Spann
/qm. Felten & Guilleaume in Köln; d. lfd. m eines Gewölbes von 2,75m Spannweite, 0,55m Widerlager und 0,13m Scheitelstärke wurde mit 7000kg belastet.
3) Wasserdichte Arbeiten, Fundamentirungen und
Betonbauten. In welchem Masse der Stampfbeton in der letzten Zeit auch für wasserdichte Arbeiten, wie Gasometerbassins, praktische Verwendung gefunden, dafür spricht die Thatsache, dass gegenwärtig die Firma Dykerhoff & Widmann ein solches Bauwerk von 32m Dmr. in Crefeld ausführt.
Erwähnenswert ist auch die Ueberwölbung der Wupper in Elberfeld mittels Stampfbetons; das Gewölbe erhält 10m Spannweite auf eine Länge von 200 Ifd. m.
Das Betonirungssystem ist yon nicht unwesentlichem Einfluss auf die Cementproduction gewesen, was die nachfolgenden Zahlen über Zunahme der Production in sieben Jahren beweisen, welche mir von den betreffenden Fabriken mitgeteilt worden sind.
1) Stampf-Beton als Bodenbelag. Es ist festgestellt, dass kein anderes Material, bei wirklich guter Ausführung, geringere Abnutzung zeigt, als der Stampf beton, und verweise ich u. a. auf eine Notiz im Frankfurter Stadt-Anzeiger vom 30 September 1883, worin es heisst: » Angestellte Untersuchungen haben ergeben, dass der Cementbeton in der Markthalle trotz des auf demselben herrschenden immensen Verkehres viel weniger angegriffen worden ist, als der daselbst ebenfalls angewandte Granita.
2) Stampf-Beton für Gewölbe u. dergl.
Solche Gewölbe, zwischen Eisenträgern oder gemauerten Widerlagern angebracht, haben den Vorteil, dass sie selbst bei sehr starken Belastungen mit verhältnismässig flachen Bögen und geringer Scheitelstärke ausgeführt werden können, so dass gegenüber den Gewölben aus Ziegelsteinen Raum gewonnen wird. Für Herstellung ebener bezw. profilirter Decken ist der Cementbeton sehr gut anwendbar, und wurde u. a. von mir im Opernhause zu Frankfurt a/M. die Cassetten-Einteilung der Decken vorbetonirt und der Putz bezw. die StuccaturArbeiten unmittelbar ohne weiteres Hilfsmittel mit dem Beton verbunden, was sich sehr gut bewährte.
Ueber die Belastungsproben dieser Gewölbe aus Beton erlaube mir folgendes amtliche Protokoll mitzuteilen:
»Zwei nebeneinanderliegende Kappen, die grössere von etwa 1,20m Spannweite, sind auf gewölbter Sandunterlage am 6. August 1fd. J. mit 51/2cm Stich aus gewaschenen runden Bachkieseln und reinem Cement derartig hergestellt, dass der Kieselbeton verhältnismässig wenig Cement enthielt und folglich eine löcherige Masse bildete. Nachdem die Masse, welche mit der Schaufel fertig eingebracht und etwas gestampft wurde, einigermassen abgebunden war, ward nach zwei bis drei Stunden noch ein sogenannter Guss, d. h. etwa 1 Ctr. Cement dünn in Wasser aufgelöst, mit der Giesskanne über die etwa 69m grosse Fläche gegossen, welcher aber nur stellenweise hier und da die Löcher des Betons bis zur Unterkante ausfüllte.
Die beiden Kappen sind am Morgen des 8. August ausgeschalt und am Freitag den 10. d. Mts. vormittags 11 Uhr mit 10 Stück Sand- und Kiessäcken von je 1 Ctr. belastet worden. Am heutigen Tage wurden diese gegen 11 Uhr um 10 Stück vermehrt, und um 111/ Uhr trug die grössere Kappe alle 20 Sandsäcke im Gewicht von 20 Ctr. sowie ausserdem noch 12 Personen, also insgesammt etwa 35 Ctr., d. h. auf 14m:
35
35
etwa 12 Ctr. 600kg. 21/2.145 Es wurden sodann 10 Säcke = 10 Ctr, als ruhende Last auf der Kappe gelassen und 4 Stück in einer Reihe zu gleicher Zeit von Brusthöhe auf dieselbe geworfen, darauf dieselben 4 Stück von Höhe des nächsten darüberliegenden Podestes in gleicher Weise auf dasselbe fallen gelassen, ohne dass am Gussgewölbe irgend welche Veränderungen bemerkt wurden.
Nach Abräumung der sämmtlichen Sandsäcke wurde dasselbe ferner durch 4 senkrecht wie Steinjungfern von 4 Leuten geführte Kanthölzer von 1 bis 14/2m Länge und 15cm Seite von oben herab gleichzeitig gestossen. Beim 7. Stofs schälte sich eine Fläche von etwa 20 bis 259cm unten ab, und fielen bei den weiteren Stössen immer mehr Brocken flacher Art und einzelne Kiesel unten ab, so dass beim 14. Stofs an einer Stelle der Guss durchstossen war. Beim Auflegen des Richtscheites zeigten die stehengebliebenen Stücke aber immer noch ihre wagrechte Oberfläche, wie auch das, was unten nicht direct unter dem Bereich des Stössels abgeblättert war, noch vollständig die gewölbte Form wie früher hatte. Unmittelbar an dem Loch trugen die vorspringenden Stücke noch die Last eines Mannes, ohne abzubrechen.
Die Dicke des Gewölbes zwischen den 141/2cm hohen Trägern betrug nach Abrechnung der in Wirklichkeit durch Zusammenpressung des Sandes nur 5cm ausmachenden Wölbung 141/2 bis 5 = 91/2, also rd. 10cm im Scheitel.« Frankfurt a. M., 11. August 1877.
gez. Becker, Baumeister. Ferner erwähne ich einige Höchstbelastungen, welche an den von meiner Firma Diss & Dücker ausgefübrten Gewölben vor deren Benutzung vorgenommen wurden.
1
Cementfabrik Stern in Stettin
125 000 230 000 Schifferdecker & Söhne in Heidelberg. 80 000 200 000 Oppelner Cementfabrik in Oppeln
67 000 140 000 Chr. Lothary & Co. in Mainz
20 000 130 000 Beckumer Cementfabrik in Beckum
35 000
60 000 Bonner Cementfabrik in Bonn
60 pct. Zunahme Es sei hier noch eine Mitteilung des Geh. Regierungsrat Reuleaux erwähnt, welche derselbe gelegentlich eines Vortrages über die Ausstellung in Sidney im Centralverein für Handelsgeographie zu Berlin am 22. April 1880 gemacht hat; derselbe sagte: »der deutsche Cement war unbestritten der weitaus beste; namentlich hat der sogenannte Sterncement der Stettiner Firma Toepffer, Grawitz & Co. alle Concurrenten aus dem Felde geschlagen; die angestellten Untersuchungen ergaben das Resultat, dass derselbe 16 bis 20 pct. besser ist, als der beste englische Cement, der bisher allgemein als der vorzüglichste bezeichnet wurde.<
Ein ganz besonders concurrenzfähiges Baumaterial ist der Beton in Gegenden, wo Kies und Sand billig zu beschaffen sind und teils aus den angrenzenden Flüssen, teils aus Baugruben gewonnen werden.
In hiesiger Gegend, woselbst Kies und Sand billig zu haben sind, haben die Betonarbeiten in den letzten Jahren einen grossen Aufschwung genommen, und dürfte dies schon daraus zu entnehmen sein, dass meine Firma in diesem Jahre über 18 000t Cement in Rheinland und Westfalen und etwa 2500t ausserhalb verarbeitet hat.«
Bei der Verhandlung fragt Hr. Dr. Stammer den Vortragenden nach dem chemischen Vorgange beim Erhärten des Cementes und bemerkt, dass es interessant sein würde, die Ansicht eines Fachmannes der Praxis zu hören, weil die Meinungen der Chemiker darüber verschiedene seien. Da Hr. Diss keine Auskunft zu geben vermag, teilt Hr. Dr. Stammer folgendes als seine Ansicht mit:
» Als Grund des Erhärtens des Cementes werden nach den bisherigen Untersuchungen folgende chemische Vorgänge angegeben: Durch das Erhitzen von Silikaten mit Kalk bei einer Temperatur, welche unterhalb des Schmelzpunktes liegt, werden die Silikate aufgeschlossen, d. h. so verändert, dass sie später bei Gegenwart von Wasser der Einwirkung von Säuren und Basen zugänglich sind. Diese Einwirkung
1.
deutscher Ingenieure.
gestaltet sich bei den Cementen unter Bildung fester, dem Wasser widerstehender Substanzen folgendermassen:
1. Ein Teil des Kalkes bildet mit der Thonerde der
Silikate Kalkaluminat (Thonerdekalk). 2. Ein anderer Teil verbindet sich mit der Kieselsäure
des Thones zu kieselsaurem Kalk, welcher mit dem
Thone Doppelsilikate bildet. 3. Die Silikate nehmen zum Teile noch Kristallwasser
auf und werden dadurch zu Zeolithen. 4. Die im Wasser aufgelöste Kohlensäure bildet an der
Oberfläche des Cementes mit dem Kalk unlöslichen kohlensauren Kalk und verhindert dadurch, dass dieser ausgewaschen werde, bevor der Cement er
härtet ist.« An der weiteren Verhandlung beteiligen sich die Herren Daelen, Ebner, Guntermann, Rademacher, und findet die Ansicht des Hrn. Dr. Stammer vielseitig Zustimmung.
Hr. Daelen zeigt die in der August-Sitzung erwähnten Schweissproben 1) vor. Hr. Riemer hat gleichfalls Schweissversuche mit Flusseisenblechen angestellt und zeigt einige Proben, welche anscheinend eine gute Schweissung aufweisen; dieselben sind dadurch gewonnen, dass die Flusseisenbleche packetirt und in einem Schweissofen geschweisst wurden. Die mit den verwendeten Blechen angestellten Zerreissversuche haben ergeben: 42 bis 50kg Festigkeit, 14 bis 26 pCt. Dehnung,
26 bis 50 pCt. Contraction, während die aus den Packeten angefertigten Probestäbe im Mittel nur
33kg Festigkeit, 7,5 pCt. Dehnung, 13 pct. Contraction aufgewiesen haben. Nach diesen Versuchen scheint also das Flusseisen beim Schweissprocess eine erhebliche Einbusse an Festigkeit, Dehnung und Contraction zu erleiden.
Versammlung vom 4. November 1884. Vorsitzender: Hr. R. M. Daelen. Schriftführer: Hr. Rademacher. Anwesend 50 Mitglieder und 4 Gäste.
Hr. Geisler hält einen Vortrag über Ventilatoren, welcher als besonderer Bericht in der Zeitschrift erscheinen wird.
Hr. Lentz erläutert die Construction und Verwendung der Torpedoboote, nicht allein derjenigen der preussischen Marine, sondern auch aller anderen Staaten, und giebt auch einen geschichtlichen Ueberblick,
Der Vortrag ruft eine lebhafte Verhandlung hervor und soll dem• nächst ausführlich in der Zeitschrift erscheinen.
Am 22. November unternahm der Bezirksverein einen Ausflug zur Besichtigung einiger Fabriken in der nächsten Umgebung von Düsseldorf, an welchem sich 26 Mitglieder beteiligten.
Der nächste Besuch galt dem Oberbilker Stahlwerk und gab Gelegenheit, über die Herstellung des Flussstahles in den SiemensMartin-Herdschmelzöfen sowie über die Verarbeitung desselben zu Bandagen, Achsen und Schmiedestücken einen Ueberblick zu gewinnen. Die mechanische Werkstatt dient vornehmlich zur Fabrikation fertiger Radsätze für Eisenbahnwagen.
Das Werk wurde vor etwa 20 Jahren von der Firma C. Pönsgen, Giesbers & Co. begründet und war eines der ersten, in welchem in Deutschland der Bessemer - Process praktisch betrieben wurde. Der Uebergang zu dem Herdschmelzverfahren erfolgte vor etwa 3 Jahren, weil dieses für die genannten Specialitäten besser geeignet erscheint.
In der darauf besichtigten Maschinenfabrik von Malmedie & Hiby in Oberbilk werden Maschinen zur Verarbeitung von Draht zu Stiften, Nieten, Holzschrauben, Drahtgeweben, Ketten usw. hergestellt, welche durch ihre höchst sinnreichen Constructionen und genaue Ausführung für den Mechaniker ein besonderes Interesse bieten. Um das in Aussicht genommene Programm ganz durchzuführen, konnte leider auf die Besichtigung nicht so viel Zeit verwendet werden, wie dem Wunsche der Beteiligten entsprach.
Da in der Werkzeugmaschinenfabrik von Ernst Schiefs die in ausgedehnter Weise angebrachte elektrische Beleuchtung trotz eingetretener Dunkelheit eine eingehende Besichtigung gestattete, so bildete deren Besuch den Schluss des Ausfluges. Diese Anlage hat in den letzten Jahren eine bedeutende Ausdehnung erfahren und besitzt jetzt Räumlichkeiten, Werkzeuge und sonstige Einrichtungen, wie solche zur Herstellung aller Arten und Grössen von Werkzeugmaschinen bis zu den schwersten Modellen nach den heutigen Erfahrungen erforderlich sind. Die dazu gebörige Eisengiesserei ist in entsprechender Weise eingerichtet und soll trotz ihrer bereits bedeutenden Ausdehnung eine baldige Erweiterung erfahren.
Es würde den Rahmen eines kurzen Berichtes überschreiten, in eine sachliche Beschreibung der Einzelheiten einzugehen, welche bei
diesem Ausfluge das Interesse der Teilnehmer erregt haben; dieselbe hat jedenfalls ihren Zweck, einen Einblick in einen Teil unserer heimischen Industrie zu gewinnen, in vollem Masse erfüllt, und den Besitzern und Leitern der Werke gebührt der Dank des Vereines für ihr Entgegenkommen.
Versammlung vom 2. December 1884. Vorsitzender: Hr. R. M. Daelen. Schriftführer: Hr. Rademacher. Anwesend 35 Mitglieder und 1 Gast.
Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten zeigt Hr. Rademacher ein Stück von einem gusseisernen Handrade vor. Das Handrad, von einer unterirdischen Wasserhaltungsmaschine der Zeche Erin bei Castrop herrührend, hat 7 Jahre in der Grube bei einer Teufe von 270m unter Wasser gelegen. Das Material ist gar nicht mehr als Gusseisen zu erkennen, lässt sich vielmehr mit dem Messer leicht beschneiden, ist sehr leicht und gleicht eher einem Stücke Graphit als Gusseisen, obgleich die Form des Handrades noch deutlich erkennbar und die Oberfläche stellenweise noch ganz glatt ist.
Hr. Guntermann übernimmt es, das Material zu analysiren und über den Befund demnächst zu berichten.
Hr. Geisler macht, anknüpfend an seinen Vortrag in der letzten Versammlung, Mitteilungen über Versuchsresultate mit dem von ihm construirten Grubenventilator, welche mit seinem früheren Vortrage zusammen Aufnahme in der Zeitschrift finden werden.
Hr. Dellmann knüpft an die Frage der Schweissbarkeit von Flusseisen an, welche die Versammlung schon mehrfach beschäftigt hat, und zeigt eine Probe vor, welche eine gute Schweissung nachweisen sollte. Die Bruchfläche zeigt indes, dass das Material nicht vollständig geschweisst hatte. In der sich hieran schliessenden Verhandlung bemerkt Hr. Rademacher, dass, wenn
man eine Schweissung durch Zerreissversuche prüfen wolle, die Stücke nicht aufeinander, sondern voreinander geschweisst werden müssten. Lege man die Stücke aufeinander, so entstehe eine lange Schweissfuge; es trete das seiner Zeit von Hrn. Balcke so treffend bezeichnete Verfilzen der Berührungsflächen ein, und brauche der Probestab nicht in der Schweissstelle zu reissen.
Von der Versammlung wird eine Commission, bestehend aus den Herren Balcke, Daelen, Dellmann, Eckardt, Rademacher und Riemer, gewählt, welche die zur Klarstellung der Frage geeigneten Schritte veranlassen und demnächst hierüber berichten soll.
Hr. Oeking erläutert eine von dem Maschinenmeister Frantz in Sulzbach construirte Stopfbüchsenliderung (Z. 1884, S. 271).
Hr. Büttgenbach legt zum Schluss eine Reihe bildlicher Darstellungen über den Bergbau in Japan und die Verhüttung der dort gewonnenen Erze vor, welche interessanten Bilder ihm durch einen für fiscalische Zwecke dort beschäftigten deutschen Ingenieur zugesandt worden sind. Die verschiedenen Photographien von Gebirgslandschaften zeigen, dass dieser Bezirk, welcher hoch im Norden Japans liegt, sehr gebirgig ist und sich wohl zur Gewinnung der Erze mittels Stollenbetriebes eignet, indem durch Anlagen geeigneter Stollen bedeutende Bauhöhen gewonnen werden. Das Land trägt einen üppigen Pflanzenwuchs und soll Holz von vorzüglicher Beschaffenheit hervorbringen; dasselbe wird bei der Gewinnung und Bearbeitung der Erze in sehr verschwenderischer Weise angewendet. Der Bergwerksbezirk hat eine grosse Ausdehnung und ein sehr reiches Vorkommen von Silber, Kupfer, Blei und sonstigen Erzen. Die Gewinnung und Verhüttung wird noch in der alt herkömmlichen Weise getrieben wie vor Jahrhunderten. Ueber die Art der Aufbereitung, Verhüttung, der Ablieferung und des Transportes legt der Vortragende ein interessantes Bild vor. Dasselbe ist durch einen japanischen Ingenieur und, man könnte sagen, Künstler in origineller und sehr anschaulicher Weise dargestellt, so dass man ohne Erklärung oder Beschreibung die dargestellten Verrichtungen sofort begreift. Selbe unterscheiden sich wenig von den vor Jahrhunderten in den westlichen Culturländern gebräuchlichen Methoden. Man bemerkt dabei, dass verhältnismässig viele Frauen zur Verrichtung der Arbeiten in Anspruch genommen werden, welche dann z. B. bei Scheide- und Klaubarbeiten die Kinder auf den Rücken tragen. Auch sind einige sehr interessante praktische Handgriffe beobachtet, wie z. B. Anwendung von Bambusmatten zu vielen Zwecken, auch als Schutz gegen strahlende Wärme.
Die eigentümliche Art der Darstellung dieser Bilder, welche mit grosser Gewandtheit, ohne Federstrich, blos mit dem Pinsel ausgeführt sind, die lebhaften Farben, in welchen die Gewänder colorirt, die grosse Mannigfaltigkeit der Stoffbehandlung, die richtige, wenn auch für unsere Anschauungen sonderbare Auffassung der Stellungen, Bewegungen und Verkörperungen sowie der Ausdruck der Gesichter bekunden die geniale und künstlerische Hand des Ausführenden, so dass die Darstellung, vom japanesischen Standpunkt aus beurteilt, ein wirkliches Kunstwerk ist.
Interessant erscheint noch die Mitteilung, dass vom Staate aus jetzt grosse Anstrengungen gemacht werden, um die althergebrachten unwirtschaftlichen Zustände zu ändern.
1) Z. 1884, S. 947.