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Fulvio Pelli ist ein distinguierter, sympathischer Herr aus einer sympathischen Ecke der Schweiz. So kommt er aber in den Medien meistens nicht rüber. Elefantenrunde und Arena sind Plattformen, wo der Präsident der FDP seine Stärken nicht optimal ausspielen kann. Deshalb finde ich die Idee eines Filmes, wo er ausführlicher zu Wort kommt und von einer anderen Seite gezeigt wird, strategisch sehr gut. Der Film ist handwerklich auch makellos gemacht.
Die Botschaft „weiter so“ ist aus Sicht der FDP richtig. Allerdings frage ich mich, wie man die Botschaft emotionalisieren kann. Im Wahlkampf kann man nicht allen gefallen, sondern muss eine Konfliktlinie bedienen. Deshalb wird der Film der FDP wohl kaum 400‘000 Mal weitergeleitet werden, wie derjenige von Tagesschau-Moderator Charles Clerc damals bei der Abstimmung über die Erweiterung der Personenfreizügigkeit.
Die Angst, die Sache auf den Punkt zu bringen, spiegelt sich aber vor allem im Slogan der FDP. Der Zweck eines Slogans ist es, die Botschaft prägnant auf den Punkt zu bringen. Jener der FDP - „aus Liebe zur Schweiz“ - tönt intuitiv zu sehr nach einer Anbiederung oder Kopie der SVP. Zu wenig wird hier die eigene Botschaft resümiert und der Unterschied zur Konkurrenz herausgearbeitet.
Wenn ich den Werbefilm der FDP bewerten müsste, würde ich deshalb folgendes sagen: Handwerk: Note 6, Konzept und Strategie: Note 5, Botschaft: Note 4.5, Slogan: Note 3.
Dieser Blog war ursprünglich den Schweizer National- und Ständeratswahlen 2011 gewidmet. Meine Analysen zum Wahlkampf sind hier nach wie vor einsehbar. Da die Anzahl Leser auch nach dem eidgenössischen Wahljahr hoch blieb, habe ich beschlossen, diesen Blog weiterzuführen. Jetzt blogge ich hier in etwas loserem Abstand über den Amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2012 sowie über politisches Marketing allgemein. Dabei geht es mir weiterhin um das Handwerk und nicht um eine parteipolitische Stellungnahme.
Zur Person
Dr. Louis Perron ist Politologe und politischer Berater. Während den letzten Jahren hat er mehr als fünfzehn schwierige Wahlkämpfe im In- und Ausland gewonnen. In der Schweiz ist er aktiv in allen drei Sprachregionen und in mehr als der Hälfte der Kantone. Neben zahlreichen Kandidaten, Parteien und Verbänden gehör(t)en auch Firmen wie Coop, Swisscom und die SBB zu seinen Kunden. Im Ausland beriet er unter anderem zwei Präsidenten, einen Vizepräsidenten, zwei Kabinettsmitglieder sowie zahlreiche Senatoren.
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