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Die Monetary Authority of Singapore (MAS) befragt im Vorfeld einer geplanten regulatorischen Überarbeitung die im Stadtstaat tätigen Kryptowährungsunternehmen. Sie möchte mehr über die Firmen erfahren, um die mit ihren Aktivitäten verbundenen Risiken besser abschätzen zu können.
Laut anonymen Bloomberg-Quellen hat die MAS einen Fragebogen an verschiedene Antragsteller und Inhaber ihrer Lizenz für digitale Zahlungen verschickt. Da die Fragen bereits im vergangenen Monat versendet wurden, erwartet die Behörde baldige Antworten.
Risikoanalyse der MAS
Mit der Umfrage hofft die MAS, die Verflechtung und die finanzielle Beständigkeit der Kryptowährungsunternehmen in ihrem Zuständigkeitsbereich zu beurteilen. Folglich bittet sie um spezifische Informationen über ihre Geschäftstätigkeit und Bestände. Aus einer den Firmen zugeschickten Tabelle geht hervor, dass die Aufsichtsbehörde Daten über die grössten Tokenbestände der Firmen und die wichtigsten Kreditgeber und Kreditnehmer anfordert. Darüber hinaus möchten sie die verschiedenen verliehenen Beträge und die gewichtigsten Token kennen, die über dezentrale Finanzprotokolle eingesetzt wurden.
Um die mit der Eröffnung einer Kryptowährungsbörse verbundenen Risiken besser zu verstehen, bittet die MAS auch um Informationen von lokalen Kryptobörsen. Sobald eine Börse die begehrte Lizenz für digitale Zahlungen erhält, möchte die Aufsichtsbehörde die notwendigen Prozesse bis zum Betriebsstart verstehen. Bislang hat die MAS nur etwas mehr als 10 Genehmigungen von fast 200 Antragstellern erteilt.
Überarbeitung des Krypto-Rechtsrahmens
Die Schritte kommen im Vorfeld einer erwarteten Überarbeitung der Regulierungsvorschriften für Kryptowährungen in Singapur. Damit versucht der Stadtstaat, die jüngsten Auswirkungen der diversen einstürzenden Unternehmen abzumildern. Ravi Menon, der geschäftsführende Direktor der MAS, hatte die Branche bereits auf die Vorschriftserweiterungen aufmerksam gemacht.
„Von Lizenznehmern und Antragstellern wird erwartet, dass sie die MAS über alle Ereignisse informieren, die den Betrieb des Unternehmens wesentlich behindern oder beeinträchtigen – einschliesslich aller Angelegenheiten, die seine Solvenz oder seine Fähigkeit, seine finanziellen, gesetzlichen, vertraglichen oder sonstigen Verpflichtungen zu erfüllen, beeinträchtigen könnten,“ – Sprecher der MAS
Das Regulierungssystem des Stadtstaates für Kryptowährungen wurde in letzter Zeit besonders unter die Lupe genommen. Grund dafür ist der jüngste Ausfall mehrerer Unternehmen, die in dem Stadtstaat wichtige Geschäfte tätigen. Dazu gehören der Zusammenbruch des Hedgefonds Three Arrows Capital und der Plattformen Zipmex, Hodlnaut und Vauld. Der Einsturz dieser Unternehmen machte deutlich, dass es in Singapur keine umfassenden Regeln für das Risikomanagement von Kryptofirmen gibt.