Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/742

Fieber bei Menschen
|Gründe für die Messung der Körpertemperatur |
Die Messung der Körpertemperatur ist in der Medizin von grosser Bedeutung. Eine Reihe von Krankheiten wird durch charakteristische Veränderungen der Körpertemperatur gekennzeichnet. Bei anderen Erkrankungen kann der Verlauf der Krankheit durch die Messung der Körpertemperatur nachvollzogen werden, und der Arzt kann die Effektivität einer Behandlungsmethode anhand der Körpertemperaturwerte bewerten. Fieber ist eine Reaktion auf krankheitsspezifische Stimuli, bei der der Körper die normale Körpertemperatur verändert, um die körpereigenen Abwehrmechanismen zu unterstützen. Fieber ist die häufigste Form der pathologischen (krankheitsbedingten) Erhöhung der Körpertemperatur.
Wichtige Hinweise für die Messung
Die gemessene Körpertemperatur hängt immer davon ab, an welcher Körperstelle die Temperatur gemessen wurde. Aus diesem Grund gibt es, entgegen der anders lautenden weit verbreiteten Meinung, keine allgemeine Normaltemperatur.
Auch die Körpertemperatur einer gesunden Person verändert sich im Tagesverlauf und in Abhängigkeit von den ausgeführten Tätigkeiten. Bei einer rektalen Temperaturmessung ist die Körpertemperatur im Normalfall aufgrund physiologischer Ursachen am Abend um 0,5 °C höher als zu anderen Tageszeiten. Die Körpertemperatur ist ausserdem auch nach jeder körperlichen Anstrengung erhöht.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Kerntemperatur und der Oberflächentemperatur. Die Oberflächentemperatur wird an der Hautoberfläche gemessen und ergibt sich aus der Temperatur im Körperinneren und der Umgebungstemperatur. Die Kerntemperatur wird durch das Einführen eines Thermometers in eine Körperöffnung gemessen und gibt die Temperatur der Schleimhaut an.
|Temperaturmessung an verschiedenen Körperstellen |
Die verlässlichste Kerntemperaturmessung ist eine rektale Messung. Bei dieser Art der Messung ist die Streuung der Ergebnisse gering und die Genauigkeit besonders hoch. Der Normaltemperaturbereich liegt ungefähr zwischen 36,2°C und 37,7°C.
Bei Frauen ergibt eine vaginale Temperaturmessung im Vergleich zu einer rektalen Messung bei vergleichbaren Messstabilität eine geringfügig niedrigere Körpertemperatur (im Durchschnitt 0,1 °C bis 0,3 °C).
Eine orale Messung kann als bukkale Messung (in der Wange) oder als sublinguale Messung (unter der Zunge) durchgeführt werden. In beiden Fällen liegt die gemessene Temperatur unter dem Messwert einer rektalen Messung (ungefähr 0,3 °C bis 0,8 ° C), wobei eine sublinguale Messung einer bukkalen Messung vorzuziehen ist.
Messungen der Körperoberflächentemperatur werden von medizinischem Personal im Normalfall in der Achselhöhle (axillare Messung) sowie in der Leistenbeuge vorgenommen. Dabei wird die jeweilige Extremität gegen den Körper gepresst, um den möglichen Einfluss durch die Umgebungstemperatur zu reduzieren. Dies ist jedoch nur in einem bestimmten Masse möglich und darüber hinaus dauert diese Art der Messung sehr lange. Bei erwachsenen Patienten liegt die Temperatur bei einer axillaren Messung unter dem Messwert einer rektalen Messung (ungefähr 0,5 °C bis 1,5 °C)! Bei Kindern fällt dieser Unterschied zum Messwert bei einer rektalen Messung geringer aus.
Ohrthermometer messen die Temperatur des Trommelfells mit einem Infrarotsensor. Die Spitze des Thermometers wird einfach in den Gehörgang eingeführt und das Messergebnis steht nach nur einer Sekunde fest! Neben der einfachen Anwendung ist diese Messmethode auch sehr zuverlässig, sofern die Verlässlichkeit für klinische Zwecke nachgewiesen ist. Sorgfältig konstruierte Ohrthermometer messen mit einer sehr hohen Messgenauigkeit und einer geringen Streuung der Ergebnisse. Ein optimal geformte Thermometerspitze bildet die Voraussetzung für genaue Messergebnisse bei Kleinkindern und Kindern.
Stirnthermometer werden als am wenigsten störend empfunden und stellen daher die angenehmste Möglichkeit dar, die Körpertemperatur zu messen. Das Stirnthermometer wird auf die Stirn des Patienten aufgelegt und mit einem Infrarotsensor wird der höchste Messwert ermittelt, während ein zweiter Sensor die Umgebungstemperatur misst. Die Auswertung der Differenz dieser beiden Messwerte ergibt unter Berücksichtigung klinischer Ausgleichsrechnungen die Körpertemperatur, die auf der LCD-Anzeige angegeben wird.
Genauigkeit der Temperaturmessung
Es ist wichtig, zwischen der technischen Genauigkeit, mit der das Thermometer eine Messung ausführt, und der klinischen Verlässlichkeit einer bestimmten Messmethode zu unterscheiden. Die Messgenauigkeit des Thermometers wird unter idealisierten Bedingungen nach den massgeblichen technischen Normen bestimmt, um die Qualität des Messinstruments zu garantieren. Hochwertige Thermometer nach dem aktuellen Stand der Technik messen mit einer Messgenauigkeit von +/- 0,1 °C. Die technische Genauigkeit und die klinische Verlässlichkeit dürfen bei der Verwendung des Thermometers nicht verwechselt werden. Die menschliche Körpertemperatur, die je nach Körperstelle und Zeitpunkt der Messung schwankt, hängt von physiologischen Ursachen ab und muss von Fehlfunktionen des Thermometers abgegrenzt werden. Die Messgenauigkeit hängt vor allem davon ab, ob das Thermometer korrekt benutzt wird (siehe Bedienungsanleitung!).
Thermometrie daten:
|Körperstelle der Messung:||Typische Mindest-|
temperatur im Normalbereich in °C
|Typische Maximal-|
temperatur im Normalbereich in °C
|Modus für den maximalen Kontaktmesswert |
Typische Messdauer in Sekunden
|Rektal||36.6||38.0||-|
|Oral||35.5||37.5||Bis zu 1.1|
|Achshöhle||34.7||37.3||Bis zu 1.9|
|Ohr||35.5||37.7||Bis zu 1.2|
|Stirn Berührungslos||35.4||37.4||Bis zu 1.2|