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Der frei werdende Sitz im Vorstand der Auslandschweizerorganisation ASO bleibt vakant, die Wahl wurde auf März verschoben. Wie erwartet wird Jacques-Simon Eggly neuer Präsident.Dieser Inhalt wurde am 17. August 2007 - 15:50 publiziert
Die rechtskonservative SVP hatte Anspruch auf einen Sitz im ASO-Vorstand angemeldet, eine Kandidatur aber nicht fristgerecht eingereicht. Mit dem Aufschub der Wahl wird ein möglicher Polit-Krach vorerst abgewendet.
"Die Wahl ist auf Antrag von Remo Gysin, Mitglied des ASO-Vorstandes verschoben worden. Der Kongress ist seinem Argument gefolgt, dass es sinnvoller sei, die Wahl auf nach den eidgenössischen Wahlen im Herbst zu verschieben. Dies um sicherzustellen, dass es sich beim neuen Vorstandsmitglied tatsächlich um ein gewähltes und aktives Mitglied des Parlaments handelt", sagte ASO-Pressesprecher Marc Demierre gegenüber swissinfo.
Denn es sei von herausragender Wichtigkeit, so Demierre weiter, dass mindestens ein Vorstandsmitglied der ASO in den eidgenössischen Räten vertreten sei. Der 150-köpfige Auslandschweizerrat, der den zehnköpfigen Vorstand wählt, verschob die Wahl auf den kommenden März.
Um den Sitz beworben hatten sich der sozialdemokratische Genfer Nationalrat Carlo Sommaruga, der freisinnige Schaffhauser Ständerat Peter Briner und als Vertreter der Schweizerischen Volkspartei (SVP) der Zürcher Nationalrat Hans Kaufmann. Letzterer meldete seine Kandidatur allerdings zu spät an und wollte mittels Motion doch noch zur Wahl zugelassen werden.
Ohne Wirren verlief hingegen die Wahl des Präsidenten: Der einzige Kandidat, der liberale Genfer Nationalrat Jacques-Simon Eggly, löst den bisherigen Präsidenten Georg Stucky ab.
Vertreter der Auslandschweizer-Gemeinschaften
Der Rat setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der grossen Auslandschweizer-Gemeinschaften zusammen. Die grossen Gemeinschaften sind stärker vertreten als kleine.
"Die Mitglieder des Rats sind im Allgemeinen sehr stark in ihrer Gemeinschaft verankert. Sie stehen im Kontakt mit den Schweizer Institutionen vor Ort. Sie sind Multiplikatoren: Sie bringen Erfahrungen und Kenntnisse aus ihren Gemeinden in die alte Heimat und verbreiten zuhause die Botschaften und Informationen aus der Schweiz", sagte ASO-Direktor Rudolf Wyder.
Angemessenes politisches Gewicht?
Die Auslandschweizerinnen und –schweizer werden immer zahlreicher. Sie gelten bei den meisten politischen Parteien mittlerweile als "wichtiger Faktor im politischen Entscheidungsprozess", wie Rudolf Wyder sagte.
Trotzdem ist es schwierig, den Einfluss der fünften Schweiz auf die Politik ihres Heimatlandes abzuschätzen. Sie haben zwar seit 1992 das Recht, brieflich an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen und stellen damit ein "beachtliches Wählerpotential dar", sagte der Politologe Wolf Linder gegenüber swissinfo. "Da ihre Stimmen aber auf die Kantone verteilt sind, versickert dieses Potential."
Und so gibt Bemühungen von sozialdemokratischer Seite, für die Auslandschweizer einen virtuellen 27. Kanton zu bilden. Die ASO zeigt sich da skeptisch. Sie setzt eher auf spezielle Auslandschweizer-Wählerlisten der Parteien und fordert die Einführung der elektronischen Stimmabgabe bis spätestens 2011.
swissinfo und Agenturen
ASO-KONGRESS – 17. BIS 19. AUGUST
Thema des 85. Jahreskongress ist "Die humanitäre Rolle der Schweiz und Genfs".
Vor den Vertreterinnen und Vertretern der Fünften Schweiz werden Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sowie Jakob Kellenberger, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Reden halten.
Der Kongress bietet auch die Möglichkeit, zwei Monate vor den Parlamentswahlen mit führenden Köpfen der grossen politischen Parteien zu diskutieren.
Ausserdem hält das oberste Organ der Auslandschweizerorganisation (ASO), der Auslandschweizerrat, am Freitag eine ihrer zwei Jahrestagungen ab.
Dieses "Parlament" setzt sich aus 160 Delegierten aus dem Ausland (sie müssen mindestens drei Fünftel ausmachen) sowie Vertretern aus den für die Fünfte Schweiz tätigen Institutionen und der Schweizer Öffentlichkeit zusammen.
DIE FÜNFTE SCHWEIZ
Ende 2006 lebten 645'000 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. Das sind 11,1% mehr als im Jahr 2000.
Fast zwei Drittel von ihnen leben in der Europäischen Union. Die meisten in Frankreich (171'732), Deutschland (72'384) und Italien (47'012).
Ausserdem leben 71'984 Schweizer Staatsangehörige in den USA, 36'374 in Kanada, 21'291 in Australien, 15'061 in Argentinien, 13'956 in Brasilien, 12'011 in Israel und 8'821 in Südafrika.
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