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Basler Verkehrs-Betriebe (BVB)
Be 8/8 351–354, 357 (ex BERNMOBIL; 2004–2008)

Auf Weisung des Herstellers mussten per 13. März 2004 kurzfristig alle 28 COMBINOs stillgelegt werden, nachdem sicherheitsrelevante Mängel aufgetreten waren. Der BVB gelang es trotzdem, den fahrplanmässigen Trambetrieb vollständig aufrecht zu erhalten. Kurzfristig wurden neben dem konventionellen Rollmaterial Fahrzeuge der BLT, zur Ausmusterung vorgesehene Anhänger und ein Museumsfahrzeug eingesetzt. Ferner wurden Revisionen zurückgestellt und der Fahrbereitschaft aller zur Verfügung stehenden Fahrzeugen höchste Priorität beigemessen.
Um den Betrieb mittelfristig aufrecht erhalten zu können bemühte sich die BVB, kurzfristig Ersatzfahrzeuge zu beschaffen. So konnte mit BERNMOBIL und dem Seco erreicht werden, dass fünf ausgediente Berner Gelenkwagen, die nach Osteuropa hätten verschenkt werden sollen, vorübergehend in Basel eingesetzt werden können. Am 11. Mai 2004 traf mit dem Be 8/8 717 (später 357) das erste dieser Fahrzeuge in Basel ein.
Die 16 dreiteiligen Gelenkwagen Be 8/8 für die Städtischen Verkehrsbetriebe Bern wurden von der SWS gebaut und konstruktiv von Gelenktriebwagen der Bremgarten–Dietikon-Bahn abgeleitet. Sie verfügten über vier Monomotor-Triebdrehgestelle, Bauart Schlieren. Der längs liegende BBC-Motor trieb über Kegelgetriebe beide Achsen an. Die Abstützung der drei Kastenteile erfolgte über Kugeldrehkränze auf die Wiegenträger und über die Flexicoilfedern auf die Drehgestellrahmen. Der Wagenkasten war in selbsttragender leichter Stahlbauweise gefertigt und komplett elektrisch verschweisst. Beim Innenausbau des Fahrgastraums wurde auf einfache und leicht zu reinigende Bauelemente Wert gelegt: Wandverkleidungen aus Kunstharzplatten, Fahrgastsitze aus Pressholzschalen, 220-Volt-Fluoreszenzröhrenbeleuchtung. Die fünf elektropneumatisch betätigten, vierflügligen Falttüren mit lichter Weite von 1'100 mm besassen Glaseinsätze bis zur Bodenhöhe und Einklemmschutz. Ein Einstieg war speziell für Kinderwagen mit einer zusätzlichen Lichtschranke gesichert. Die Fahrzeuge hatte einen Heckfahrschalter.
Betriebsbremse war wie gewöhnlich die elektrische Widerstandsbremse. Jedes Drehgestell hatte zwei Schienenbremsmagnete mit einer Zugkraft von je 5,6 Tonnen. Elektropneumatisch gesteuerte Federspeicherbremsen wirkten Bremsscheiben. Eine elektronische Einrichtung verhinderte Schleuder- und Gleitvorgänge. Die gemeinsame Fahrmotor-Schaltapparatur bestand aus einheitlichen elektropneumatischen Hüpfern. Diese wurden generell für die Stufenschaltung, Motorabtrennung, Fahr- und Bremsumschaltung sowie für die Fahrtrichtungsschaltung verwendet. Die Steuerung erlaubte ein nahezu ruckfreies Beschleunigen und Bremsen. Die Fahrzeuge waren nicht traktionsfähig, hingegen konnten Anhänger mitgeführt werde.
Die Gelenkwagen wurden 1973 in Bern in Betrieb genommen und trugen bei der Ablieferung die Nummern 1–16. Ursprünglich besassen sie den damals üblichen SVB-Anstrich olivgrün/beige, seitlich geschmückt mit dem Bernerwappen. 1987 erhielten sie die neuen Wagennummern 711–726. Im Rahmen eines neuen Corporate Identity der Berner Verkehrsbetriebe wechselte der Aussenanstrich der meisten Wagen ab 2001 auf Rot.
Nach Basel kamen die Wagen 711–714 und 717, welche bereits zur Abgabe nach Iasi (Rumänien) vorgesehen waren. Sie erhielten die BVB-Betriebsnummern 351–354 und 357. Anpassungen waren insbesondere bei den Einrichtungen für den Anhängerbetrieb nötig. Alle fünf Wagen trugen in Bern zuletzt eine Vollwerbung. Zwar wurden die Aufschriften entfernt, die Folien mit den entsprechenden Grundfarben jedoch belassen. So präsentierten sich die Be 8/8 in Basel recht bunt.
Beim Brand des Depot Wiesenplatz am 18. August 2004 wurde der Be 8/8 351 (ex 711) irreparabel beschädigt. Die übrigen vier Achtachser blieben bis im Frühjahr 2008 in Betrieb und kamen anschliessend doch noch nach Iasi.