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Der Mongoleneinfall 1241; dagegen Schwammel, Über die angebliche Mongolenniederlage bei
Olmütz,
[* 2] in »Sitzungsberichte der
königlichen
Akademie der
Wissenschaften« 1860, Bd. 33). Das vierte Gedicht
schildert den
Sieg über Vlaslaw, von welchem der Chronist
Kosmas berichtet, das fünfte ein altböhmisches
Turnier; das sechste
feiert den
Sieg der heidnischen Häuptlinge Zaboj und Slavoj über einen christlichen
Feldherrn Lüdek
(Ludwig?) angeblich 805. Der Rest besteht aus kleinern Liedern im Volkston ohne besondere
Aufschriften. Die Echtheit der ist
ebenso eifrig angefochten wie verteidigt worden. Unter den slawischen
Linguisten äußerte zuerst
Kopitar vielfache Bedenken;
in neuerer Zeit haben Feifalik (»Die ,Wien
[* 3] 1860),
[* 7] 1) in
Preußen
[* 11] (poln. Krolewiec, lat. Regiomontum; hierzu der Stadtplan),
befestigte Hauptstadt der preuß.
ProvinzOstpreußen
[* 12] u. des Regierungsbezirks gleichen
Namens,
Krönungs- und dritte Residenzstadt
der
Monarchie, liegt unter 54° 42' nördl.
Br. und 20° 29' östl. L. v. Gr., 4,8
m ü. M., zu beiden Seiten des
Pregels, 7,5 km vor seiner Mündung in das
Frische Haff und im
Knotenpunkt
der
Linien Seepothen-Eydtkuhnen,
Königsberg-Kranz und
Königsberg-Labiau der Preußischen
Staats- und
Pillau-Prostken der Ostpreußischen Südbahn,
auf hügeligem
Boden und besteht aus den drei Hauptteilen:
Altstadt (um die alte
Burg im 13. Jahrh. entstanden), Löbenicht
und Kneiphof
(Insel). Zu jedem dieser Teile gehören Vorstädte (die ältesten im N.: Steindamm, altes
Fischerdorf, wo die älteste
Kirche, St. Niklas, steht, und Tragheim; auf dem Südufer: St.
Anton oder Vordere Vorstadt, St.
Georg oder Hintere Vorstadt, Haberberg etc.), welche seit
der Vereinigung jener drei
Städte (1724) zum
Weichbild gezogen wurden.
Unter den
Distrikten, in welche das heutige Königsberg geteilt ist, sind die auf dem rechten Pregelufer
die vornehmsten. Sie bestehen aus den ältesten Stadtteilen, welche mit den auf dem linken Flußufer gelegenen und mit der
Kneiphofinsel durch sieben Fahrbrücken und die neue
Eisenbahnbrücke (eiserne Gitterbrücke) verbunden sind. Die
Altstadt
zeigt trotz der engen Bauart eine regelmäßige
Anlage: eine Langgasse mit ihrenParallelen, von Querstraßen
durchschnitten.
Geräumiger und stattlicher zeigt sich in gleicher
Anlage der Kneiphof, dessen Langgasse sich bis vor kurzem noch als Sitz
des einstigen Großbürgertums oder der reichen
Kauf- und Handelsherren der vorigen
Jahrhunderte darstellte. Die Löbenichtsche
Langgasse, einst Sitz der reichen Großbürger der Malzbräuerzunft, besteht jetzt fast nur aus Wohngebäuden.
Das einstige
Rathaus am Altstädtischen
Markt ist noch als ein der Stadt gehöriges Gebäude vorhanden und wird zu verschiedenen
öffentlichen und privaten
Zwecken benutzt.
Das früher Löbenichtsche
Rathaus ist schon längst in Privatbesitz übergegangen und umgebaut. Das Kneiphofsche
Rathaus in der
Brotbänkenstraße (1695 umgebaut), ist jetzt Amtslokal desMagistrats, in dem danebenliegenden Kneiphöfschen
Junkerhof befindet sich der Sitzungssaal der
Stadtverordneten. Der Altstädtische
Junkerhof wurde 1875 zu
Läden umgebaut. Von
den mittelalterlichen
»Artushöfen« hat sich keine
Spur erhalten. Unter den sieben Marktplätzen hat einzig der
Markt der
Altstadt
noch altertümliches Aussehen.
Schloßthor, und am Ende der Südseite erhebt sich der 84,5 m hohe Schloßturm, von dessen Galerie man die ganze Stadt und
Umgegend und das Frische Haff übersieht. Außer dem Dom und der neuen, in gotischem Ziegelbau errichteten Altstädtischen
Kirche mit einem von massenhaften Pfeilern getragenen Schiff
[* 20] wird unter den 15 Kirchen der Stadt ein architektonisch
interessantes oder altes Gebäude vergebens gesucht. Der Dom, jetzt die Kneiphofsche Stadtkirche, wurde 1333 vom Hochmeister
Luderus von Braunschweig
[* 21] im gotischen Stil gegründet und 1856 einer durchgreifenden Restauration unterworfen. Er ist 92,3 m
lang und 25,7 m breit.
Der schlanke, 50 m hohe Turm und
[* 22] die schönen drei Schiffe
[* 23] machen einen majestätischen Eindruck; letztere
enthalten einen figurenreichen Altar
[* 24] und manche interessante Grabdenkmäler, darunter das des MarkgrafenGeorgFriedrich und
das prächtige Marmormonument des Kanzlers von Kospoth. An der Nordseite des Doms befindet sich ein offener Bogengang, die
sogen. Stoa Kantiana, und daran ein dem Andenken Kants gewidmeter und mit dessen Büste geschmückter kapellenartiger
Raum, unter dessen Steinboden die Gebeine des großen Philosophen ruhen.
Ein Denkmal Kants (Nachbildung der am Denkmal Friedrichs II. in Berlin
[* 25] befindlichen Statue von Rauch) wurde 1864 in der Nähe des
Schlosses errichtet, sein mit einer Marmortafel geziertes kleines ehemaliges Wohnhaus
[* 26] befindet sich wenige
Schritte davon in der Prinzessinstraße. Auf die genannten ältesten Stadtteile beschränkt sich noch heute der Handel, daher
die Handels- und Verkehrsanstalten meistens hier zu finden sind. Die neue Börse, nach dem Plan H. Müllers in Bremen
[* 27] im italienischen
Renaissancestil mit einem Aufwand von 1¾ Mill. Mk. erbaut und 1875 vollendet,
das imposanteste Gebäude der Neuzeit und zugleich Sitz des Vorsteheramtes der Kaufmannschaft, steht auf dem südlichen Pregelufer.
In der Nähe liegen die Bahnhöfe.
[* 28] Die neuesten Stadtteile sind die nördlich vom Schloß gelegenen, die, in der herzoglichen
Zeit gar nicht oder spärlich bebaut, den meisten Raum für die Erweiterung bei zunehmender Bevölkerung
[* 29] darboten. Hinter dem Schloß bis an den Steindamm und die Vorstadt Tragheim dehnte sich der fürstliche Tiergarten, jetzt Paradeplatz,
aus; nach O. erstreckt sich, 9,35 Hektar groß, der Schloßteich, dessen Ufer mit reichem Baumwuchs in wohlgepflegten Gärten
bestanden sind.
Eine durchgreifende Änderung in der Bauart ging von der Königsstraße (ehedem »Neue Sorge«) aus, besonders
seit FriedrichWilhelm I. sich 1731 hier ein Palais erbaut hatte. Letzteres ist seit 1810 der Universitätsbibliothek eingeräumt
und der ebenfalls in der Königsstraße gelegene Jägerhof 1843 der durch Theodor v. Schöns Einfluß gestifteten Malerakademie
gewichen. Das moderne Königsberg zeigt fortgesetzt das Bestreben, diese höher gelegenen und
darum gesündern Stadtteile immer dichter zu bebauen.
Das schöne, durch einen 1885 begonnenen Umbau erheblich erweiterte Bussesche Postgebäude, die oben erwähnte neue Kirche derAltstadt, das neue Universitätspalais, zu dem 1844 beim 300jährigen Jubelfest der Universität der Grund gelegt wurde (nach
StülersPlänen 1865 vollendet), das Stadttheater (vonVal. Müller), die drei neuen Gerichtsgebäude auf
dem Theaterplatz, die Halle
[* 30] des Börsengartens am Schloßteich gehören zu den nennenswertesten Bauten des heutigen Königsberg. Sie
liegen alle in der Nähe des größten und schönsten Platzes der Stadt, des Parade- oder Universitätsplatzes, den seit 1852 das 5 m
hohe bronzene Reiterstandbild FriedrichWilhelms III. (von Kiß) schmückt, und als dessen Avenue die elegante
Tragheimer Pulvergasse angesehen werden kann.
In der Mitteltragheimer Straße ist in den letzten Jahren ein neues Regierungsgebäude, zugleich als Sitz des Oberpräsidiums
für Ostpreußen, entstanden, während das stattliche Landeshaus der Provinzialverwaltung in der Königsstraße errichtet
ist. Die frühern schönen Spaziergänge der Königsberger: der Philosophendamm, wo Kant einst lustwandelte,
und das bepflanzte Glacis zwischen dem Roßgärter und dem Königsthor werden kaum mehr benutzt, seitdem die erstere zum Eisenbahnviertel
gezogen und vor das genannte Thor die Mehrzahl der Kirchhöfe verlegt ist. Zur Zeit bilden die Hufen vor dem Steindammer
Thor den Hauptvergnügungsplatz für das KönigsbergerPublikum.
Der Bau der Festungswerke, welche die Stadt jetzt einschließen, begann erst 1843 unter FriedrichWilhelm IV. Sie stehen in
Verbindung mit einer großen Kette von Außenwerken, welche die nächste, ehedem so ländlich angenehme Umgebung der Stadt gänzlich
verändert haben, und eine Linie von detachierten Forts, die zum größten Teil jetzt schon vollendet sind,
trägt solche Veränderungen noch auf Meilenweite hinaus. Den zum Teil geschmackvoll ausgeführten neuen Festungsthoren,
unter denen neben dem Königs- und dem FriedländerThor das Steindammer Thor am beachtenswertesten ist, haben sämtliche Stadtthore
der frühern Enceinte weichen müssen, wie die alten innern Stadtthore dem immer weiter sich ausdehnenden
Straßenverkehr. Die riesigen Werke der Ostseite dienen der Garnison als Kasernen; eine Kavalleriekaserne samt Reitplatz ist
auf der Nordseite neben den Festungswerken geschaffen worden.
Die Zahl der Einwohner belief sich 1885 mit der Garnison (ein Grenadierreg. Nr. 1, 2 Füsilierbat.
Nr. 33, ein Infanteriebat. Nr.
41, 2 Infanteriebat. Nr. 43, ein Kürassierreg. Nr.
3, ein Feldartilleriereg. Nr. 1, ein Fußartilleriereg. Nr. 1 und
ein Trainbat. Nr. 1) auf 151,151 Seelen gegen 112,123 im J. 1871. Darunter befanden sich 139,795 Evangelische, 6174 Katholiken
und 4155 Juden. Industrie und Handel sind sehr bedeutend. Als besonders hervorragend kann namentlich die
Eisenindustrie (Guß und Maschinenbau) bezeichnet werden.
Der Ertrag stellte sich durch Dampfbaggerei (Schwarzort) auf 670, durch Bergwerksbetrieb (Palmnicken und Kraxtepellen) auf
1030, durch Taucherei, Stechen, Schöpfen und Lesen auf 85 Doppelzentner. Der Handel, begünstigt durch Eisenbahnverbindungen,
namentlich aber durch die LageKönigsbergs an einem schiffbaren Fluß, dessen Mündung durch das Frische Haff
vor den Meeresfluten gesichert ist, hat der Stadt eine bedeutende Stelle unter den Handelsplätzen des Nordens verschafft.
Der äußere Hafen von Königsberg befindet sich in Pillau. Viele Schiffe müssen hier leichtern, da das Haff nur durch Baggerungen Tiefgang
erhält, viele werden in Pillau selbst umgeladen. Eine Besserung dieser den Verkehr erschwerenden Kalamität
steht durch Anlage¶