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Chamossaire, denen sich 1902 das Volkssanatorium beigesellte. Alle diese Anstalten können zusammen 600 Kranke aufnehmen.
Ein ehemaliges Frauenasyl ist 1903 zu einer Kinderheilstätte umgewandelt worden, die ohne Zweifel noch einer bedeutenden
Zukunft entgegengeht. Endlich ist auch noch eine mit 30-40 Krankenbetten ausgerüstete Anstalt für chirurgische Behandlung
von Tuberkulose bei Kindern zu nennen.
Das
Wasser von Leysin stammt aus einer Reihe von benachbarten Quellen, die aus der Moränendecke, dem Flysch oder den Schichten
roter Kreide kommen. Solche Quellen sind u. a. die von
Le Feydey und Brion, welch' letztere in einer
Schlucht am Fuss der
Tour de Mayen
entspringt und durch eine 3 km lange Leitung zum Reservoir von
Le Feydey geführt wird. Dazu hat Leysin
noch einen Teil (etwa 500 Minutenliter) der Quellen von
Coussy erworben, die in etwa 1500 m links über der
Grande Eau zwischen
La Forclaz und dem
Lac des Chavonnes zu Tage treten. Ihr
Wasser wird in stählernen Leitungen quer durch
das Thal geführt und von hier bis nach Leysin durch einen Siphon nahezu 700 m hoch hinaufgehoben.
Die Terrasse von Leysin bildet geologisch eine Mulde aus jurassischen Gesteinen, in die auch noch schieferige und kalkige
Schichten von roter Kreide (Neocom und obere Kreide) und tonig-schieferiger Flysch eingefaltet sind.
Der eine der Muldenschenkel steigt bis zur
Tour d'Aï auf, während der andere sich an den Fuss des
Hanges gegen das Thal der
Eau Froide anlehnt. In dieser Mulde sammelt sich das
Wasser, das in den
Cascades de Fontanney zwischen
Aigle und
Fontanney zu
Tage tritt. Vergl. den Art.
Fontanney (cascades de). Einige Teile des Plateaus von Leysin sind etwas sumpfig,
weil der Boden aus schwer durchlässigem schieferigem Flysch und lehmigem Moränenmaterial besteht.
Nachdem der Postwagenverkehr mit dem
Rhonethal bis 1892 blos bis
zum Dorf Leysin ging, wurde er 1893 bis nach
Le Feydey hinauf
ausgedehnt, dessen Postbureau (jetzt Leysin-Gare) heute wichtiger ist als dasjenige im
alten Dorf. Eine
blosse Postwagenverbindung konnte aber dem rasch aufblühenden Kurort auf die Länge nicht genügen. So ging man an den Bau
einer von
Aigle ausgehenden elektrischen Zahnradbahn nach System Abt, die 1900 eröffnet wurde und aus zwei Abschnitten besteht:
1) der StrassenbahnAigleGare-Pont de la
GrandeEau-GrandHôtel d'Aigle, mit einer maximalen Steigung von
9,8% und einer Länge
von 1,9 km; 2) der StreckeAigle Dépôt (an der
Brücke über die
Grande Eau)-Leysin, die von 430 m bis 1393 m steigt und 4,84
km lang ist; mittlere Steigung 19%, maximale Steigung 23%, die Radien der Kurven schwanken zwischen 80 und 200 m.
Diese Linie hat zahlreiche Kunstbauten erfordert; sie zählt 3
Tunnels von zusammen 222 m Länge (der grösste ist 154 m lang),
mehrere Brücken, Wasserdurchlässe etc. Die Triebkraft wird von der Société romande d'Électricité geliefert, deren Werk
in Le
Vuargny die Wasserkraft der
Grande Eau ausbeutet. In Leysin erscheint ein Wochenblatt. 1232: Leissins; 1355: Lisin; 1402:
Lesin, dann Leysins.
Bibliographie.
Artikel «Leysin» im Dictionnaire histor... du cant. deVaud von Martignier und A. de Crousaz, ferner zwei Leysin betitelte
illustrierte Prospekte. - Secrétan, Louis, et Th. Exchaquet: La station climatique de Leysin. - Ferner
die Rapports annuels du comité der Sanatorien und des Volkssanatoriums. - Lecoultre, H. Leysin (in der Bibliothèque universelle.
1891). - IIe Rapport du Conseil d'administration duChemin deferAigle-Leysin. - De la Harpe, E. Panorama de Leysin; publiépar laSociété de Leysin. - Secrétan, Louis. Climatologie hivernale de Leysin; observations météorologiquesde 1887 à 1890 (in der Revue médicale de la SuisseRomande. Janvier 1891).
Das rings von Wiesen und ertragreichen Obstbäumen umrahmte Dorf galt früher wegen der gegen O. zu sehr geschützten Lage
und der gegen W. liegenden Sümpfe, sowie wegen des. Mangels an gutem Trinkwasser als ungesund. Die seither ausgeführten
Sanierungsarbeiten haben aber diesen Uebelständen zu einem grossen Teil abgeholfen. Neue Kirche seit
1902; die alte Kirche wird noch zuweilen von Wallfahrern besucht, die das Andenken des im 18. Jahrhundert im Geruche der
Heiligkeit gestorbenen und durch seine Teufelsbeschwörungen einst weitherum bekannten Pfarrers Maret ehren wollen.
Dieses seiner ganzen Länge nach von der Salence entwässerte Gehänge trägt 4 Sommerweiden und viele Maiensässe, auf dessen
bekanntestem, dem Mayen d'Ovronnaz, seit einigen Jahren ein kleiner Gasthof steht, der als Sommerfrische
und als Ausgangspunkt für den Besuch der Ramberthütte und der benachbarten Gipfel benutzt wird. Uebergang über die Scharte
der Frête deSailles (2599 m) nach Bex. Leytron war einst der Sitz eines schon 1219 genannten Vitztums (vicedominus); zu Ende
des 13. Jahrhunderts waren Grundeigentümer die Ritter von Mar, deren Besitz durch Heirat an die Im Thurn (Châtillon) und
später an die Monthéolo überging, die ihn zu Ende des alten Régime an den Staat Wallis
verkauften.
Daneben bestanden in Leytron noch einige kleinere Lehen, wie eine erbliche Jagdherrschaft (saltérie). In
Saillon, Riddes und Leytron wohnten abwechslungsweise die aus Aosta stammenden Edeln von Le Châtelard, die in Isérables und
BovernierLehen innehatten. Später bildete Leytron eine der vier zum Panner von Saillon gehörenden «Städte». Das Dorf ist
um die Mitte des 16. Jahrhunderts durch eine Feuersbrunst zerstört und durch die Ausbrüche der Losenze
zu wiederholten Malen (so besonders 1771) verwüstet worden und hat auch oft unter Bergstürzen, die von den Felswänden des
Mont Ardeva niedergegangen sind, gelitten.
Heute sind die vom Berg niedergebrochenen und vom Wildbach angeschwemmten Schuttmassen mit ausgezeichneten Reben bepflanzt.
Die ältesten Weinberge sind Eigentum der Bewohner von Isérables, die jeden Herbst die Trauben durch ihre
Esel oder durch ihre die gefüllten Körbe auf dem Kopf tragenden und nebenbei emsig strickenden Frauen mühsam in ihr wildes
Hochthal hinauf schaffen lassen. 2 km w. vom Dorf Leytron öffnet sich die Schlucht der Salence, an deren Wänden ein Steg klebt
und die neben anderen Sehenswürdigkeiten auch eine eisenhaltige Quelle birgt und ein seltsames Felsgebilde,
die sog. Tête du Géant (Kopf des Riesen), aufweist. Fund eines Grabes aus der zweiten Eisenzeit (La Tène Periode). 1219: Leitrun;
1231: Leytrun.