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Wie empathisch Kinder reagieren, hängt von der Feinfühligkeit ihrer Bezugspersonen ab, wie die Ludwig-Maximilians-Universität München (D) am Dienstag mitteilte. Je feinfühliger die Mütter auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingingen, desto besser waren die Kinder schon im zweiten Lebensjahr in der Lage, mit Fremden Mitgefühl zu zeigen.
«Ein Kind könnte nicht überleben ohne feinfühlige Bezugspersonen, die mitfühlend handeln. Die Kinder lernen von ihnen, mit negativen Emotionen umzugehen. Dadurch sind sie in der Lage, das später selbst auch anzuwenden», wurde Studien-Hauptautor Markus Paulus in der Mitteilung zitiert. Damit zeige die Studie auch, dass Mitgefühl nicht angeboren sei, sondern sich im Kontext sozialer Interaktionen entwickle.
Muss sich im Spiegel erkennen
Um Mitgefühl zu erfahren, muss ein Kind den Forschenden zufolge zwischen seinem Selbst und einem anderen Menschen unterscheiden können. Diese Fähigkeit entsteht erst im Laufe des zweiten Lebensjahres. Sie lässt sich zum Beispiel auch daran beobachten, dass Kinder sich im Spiegel erkennen.
Für die Studie, die in der Fachzeitschrift «Cognitive Development» veröffentlicht wurde, beobachtete das Team von Forschenden 127 Mutter-Kind-Paare über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren bei Verhaltensexperimenten. Zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten wurden in spielerischen Situationen Zeichen des Mitgefühls der Kinder erfasst. Dabei beobachteten die Kinder, wie sich eine andere Person leicht anstiess und Schmerzen empfand. Verglichen wurde die Reaktion der Kleinen mit ihrem Verhalten, wenn sie sahen, wie eine andere Person lachte.