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Am 6. Juni 1944 springt Tom Rice über der Normandie aus dem Flieger. Unter ihm Feindesland. Nazis, die in das Dunkel der Nacht feuern, um die Alliierten Fallschirmjäger zu stoppen.
Bereits beim Apsrung läuft alles schief. Der 22-Jährige will sich aus der Tür schwingen, bleibt aber an der linken Achselhöhle hängen. Es schlägt ihn an die Seite des Flugzeugs und es schwingt ihn wieder ins Innere. Rice streckt seinen Arm durch, kann sich schliesslich befreien und segelt in horrendem Tempo dem Boden entgegen.
Der Fallschirm geht auf. Das Tempo verlangsamt sich. Rice selber bekommt keine Kugel ab, doch sein Fallschirm wird getroffen. Dennoch übersteht er den Sprung unbeschadet und findet sich auf dem europäischen Festland wieder.
Zusammen mit seinen Kameraden fügt er in der Folge der Hitler-Armee eine schmerzhafte Niederlage zu, von der sie sich nie mehr richtig erholen sollten.
«Es war der schlimmste Sprung, den ich je hatte», sagt Rice rückblickend. Den Mut hat er dadurch aber nicht verloren. Im Gegenteil.
Denn heute, 75 Jahre später, hat es der Mann aus Kalifornien erneut getan. Im Alter von 97 Jahren ist er über der Normandie aus einer C-47 gesprungen.
Nur, dass dieses Mal niemand auf ihn schoss, sondern bei der Landung Presse und Freunde auf ihn warteten. Der Sprung wurde im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag des D-Days durchgeführt, die heute und morgen in England und Frankreich stattfinden.
Der 97-Jährige legt zwar eine etwas ruppige Landung hin, meint danach aber: «Es lief perfekt, ein perfekter Sprung. Ich fühle mich grossartig. Ich würde nochmals hochgehen und es nochmals tun.» Respekt! (cma)