Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03419.jsonl.gz/1527

Doppelkindergarten
Adresse
6242 Wauwil
LU
Architektur
Der Doppelkindergarten besticht durch qualitätsvolle und abwechslungsreiche Aussen- und Innenräume. Den Cometti Galliker Geissbühler Architekten ist ein feingliedriger, leichter Bau gelungen, welcher der für die 1990er-Jahre vielschichtigen Detailierung entspricht. Die Leichtigkeit des Dekonstruktivismus wurde auf eine beschauliche Bauaufgabe im ländlichen Raum übertragen.
Chronologie
Der Wauwiler Doppelkindergarten wurde im Rahmen eines Wettbewerbs im Jahre 1991 von den Architekten Hans Cometti, Alexander Galliker und Dieter Geissbühler konzipiert, der Bau im darauffolgenden Jahr realisiert.
Lage
Der Doppelkindergarten liegt an der Dorfstrasse, am westlichen Ende des Wauwiler Schulareales. Der Freibereich im Osten des Doppelkindergartens geht unmittelbar in das Pausenareal der angrenzenden Schulhäuser über. Im Unterschied zu den restlichen Gebäuden der Schulanlage ist der Kindergarten mit seiner Schmalseite zur Hauptstrasse hin ausgerichtet. Das Hauptgeschoss ist ins Gelände eingetieft und um einen innenhofartigen Vorbereich ergänzt, der von einer Materialisierung in Sichtbeton geprägt ist. Der Vorbereich ist von der Dorfstrasse her über eine Rampe und vom Pausenplatz über eine Rutschbahn erschlossen.
Beschreibung
Dem zweigeschossigen Kubus ist ein eingezogenes Pultdach aufgesetzt, der Versatz mit einem Oberlichtband bestückt. Die Blechverkleidung des Pultdachs ist über die Traufe hinweggezogen und schliesst die grossen Fenster auf der Westseite mit ein: Der Aufsatz wird zum eigenständigen Bauvolumen und kippt leicht aus der Fassadenflucht. Das Hauptgeschoss ist mit einer leicht zurückversetzten, geschosshohen Fensterfront zum Garten geöffnet und mit einer filigranen Stützenreihe gefasst. Die Ostseite ist mit einem Bandfenster durchzogen, das das Motiv des Oberlichts wiederholt. Das Hauptgeschoss ist auch hier vollständig verglast, der Freibereich mit einem Vordach geschützt. Das ob des verglasten Hauptgeschosses und des zurückgesetzten Dachaufsatzes schwebend anmutende Obergeschoss ist mit Eternit verkleidet. Es ergänzt den in Sichtbeton geformten Aussen- und Sockelbereich. Dessen Schauseite im Süden ziert eine asymmetrisch platzierte Fensterscheibe – auf der gleichartigen Gegenseite verbindet ein Nebeneingang den Kindergarten mit der höher gelegenen Schulebene.
Die Räume des Doppelkindergartens sind um einen Funktionskern gespiegelt. Die Atmosphäre ist geprägt von horizontal geschalten Sichtbetonwänden, Holzträgern und Holzschalungen.
Literatur