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Der Franzose Alexandre Dumas der Ältere (1802–1870) gehörte schon zu Lebzeiten zu den populärsten Schriftstellern Europas. Seine bekanntesten Romane, «Die drei Musketiere» und «Der Graf von Monte Christo», erschienen nur ein Jahr nach der Erstveröffentlichung auf Deutsch. Beide Romane gehören zu den meistverfilmten literarischen Vorlagen. So wurde der Fechtwettkampf der Musketiere erstmals 1898 kinematographisch umgesetzt – als Einminüter.
Unter den Dutzenden mehr oder weniger werkgetreuen Adaptionen befindet sich auch eine schweizerische: Der Zürcher Exploitation-Pionier Erwin C. Dietrich machte daraus «Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere» (1971) mit Ingrid Steeger in der Hauptrolle.
Die bei Fans beliebtesten Verfilmungen sind wohl die zwei Starvehikel von Richard Lester (1973 und 1974). Als bisher letzte schaffte es 2011 Paul W. S. Andersons Europudding in unsere Kinos, der ausser 3D-Technik höchstens Schnittgewitter-Kopfschmerzen bescherte.
Höchste Zeit also für eine neue Version. Dafür spannten die Produktionshäuser Pathé, Canal+ und M6 mit Constantin Film sowie dem ZDF zusammen. Unter der Regie von Martin Bourboulon, bekannt für die Komödien «Mama gegen Papa» I und II, gibt’s nun einen Zweiteiler, der das Ganze weniger als klassischen Mantel-und-Degen-Film angeht denn als actiongeladenes Historiendrama. Der Auftakt «D’Artagnan» läuft jetzt in den Kinos, «Milady» folgt am 14. Dezember.
Der junge Draufgänger D’Artagnan (François Civil) kommt nach Paris, wo er sich sogleich mit den drei Musketieren Athos (Vincent Cassel), Aramis (Romain Duris) und Porthos (Pio Marmaï) anlegt. Doch anstatt sich auf Leben und Tod zu duellieren, spannen sie zusammen, um gegen die Verschwörer um Kardinal Richelieu und Milady (Eva Green) zu kämpfen.
Auch wenn die Story hinlänglich bekannt ist, wirkt «D’Artagnan» durchaus frisch und dynamisch. Dies liegt einerseits an der sauberen Choreographie der Kampfszenen, andererseits am modernen Anstrich, den die Drehbuchautoren Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière ihren Figuren verpassen. Und dennoch wirkt die Adaption angenehm traditionell, weshalb sie das junge wie das gestandene Publikum gleichermassen ansprechen dürfte.
Abenteuerfilm
D: François Civil, Vincent Cassel, Romain Duris, Eva Green
F/D/E 2023, ab 14. April 2023 im Kino