Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/2073

Happy Birthday Robert Crump (78)!
Zwischen 1965 und 1972 erschien sein Comicstrip FRITZ THE CAT, der 1972 als Animationsfilm in die Kinos kam. Er erzählt die Geschichte des sex- und drogensüchtigen Katers Fritz. Der Kultfilm war damals erst ab 18 zugelassen, heute würde er wohl gar nicht mehr zugelassen. Auch daran erkennt man, wie prüde, intolerant und humorlos die westliche Öffentlichkeit geworden ist.
Die Woke-Bewegung ist der/die/das wieder aufgewachte Bünzli aus grauer Vorzeit.
COMIC, das Magazin für Comic-Kultur schrieb:
Ein versoffener, rüdiger Kater
Er säuft, er ist ein Mann ohne Moral und Ethik, er nimmt Drogen, er behandelt Frauen wie Dreck, er ist die Person gewordene Antithese zur Hippie-Bewegung der 1960er Jahre: Robert Crumbs Fritz the Cat ist all das und noch mehr, denn mit dem Establishment kann er auch nicht. Ein wütender junger Mann spricht hier, verklausuliert in den Underground-Comics einer Zeit, in der alles im Aufbruch war – auch das Medium selbst.
Aus heutiger Sicht sind die Eskapaden von Fritz mindestens kurios, manchmal auch abstoßend, durchaus aber immer noch faszinierend. (…)
Crumbs berühmteste Schöpfung war dabei so etwas wie die Speerspitze, was weniger an den Comics selbst, sondern an dem Umstand lag, dass Ralph Bakshi einen Zeichentrickfilm inszenierte, der 1972 weltweit für Furore sorgte und mehr als 100 Millionen Dollar einspielte. Das machte Fritz und seinen Schöpfer bekannter, als es noch so viele Comic-Geschichten jemals hätten tun können.
Damit wurde aber auch der Anfang vom Ende eingeläutet. 1964 ersonnen und 1965 erstmals publiziert, ließ Crumb seinen Antihelden 1972 mit der Geschichte „Fritz the Cat Superstar“ sterben, weil er das Gefühl hatte, dass der Film seiner Schöpfung nicht gerecht geworden war. Darum erlaubt er dem Kater eine letzte Sexkapade, bevor er zulässt, dass dessen Geliebte ihm einen Eispickel in den Hinterkopf rammt.
(…)