Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/176627

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht den Fall Jürg Jegge und weitere Missbräuche von Pädokriminellen und entsprechende Vorfälle in Institutionen (Schulen, Kirchen, Heime, Vereine usw.) während der Sechziger- bis Achtzigerjahre im Lichte der Reformpädagogik aufzuarbeiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat verurteilt sexuelle Übergriffe auf Minderjährige aufs Schärfste. Weder in der Vergangenheit noch heute waren bzw. sind sie in irgendeiner Weise zu rechtfertigen.</p><p>Die obligatorische Schule und die Heimerziehung liegen in der Zuständigkeit der Kantone, welche die Aufsicht in diesem Bereich ausüben. Vereine und Kirchen unterliegen ebenfalls nicht der Aufsicht des Bundes. Eine historische Aufarbeitung von sexuellen Übergriffen durch (Sozial-)Pädagogen im Lichte der Reformpädagogik ist deshalb in erster Linie Sache der Kantone und nicht des Bundesrates.</p><p>Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat bereits die Abklärung der Hintergründe des Falls Jürg Jegge in Auftrag gegeben. In einem ersten Schritt soll die damals geltende Rechtslage bezüglich sonderpädagogischer Massnahmen und Sonderschulung aufgearbeitet werden. Zudem soll die Frage geklärt werden, ob die damaligen rechtlichen Vorgaben von den Behörden und den involvierten Personen eingehalten wurden. Neben dem Bericht zu diesen Fragestellungen umfasst der Auftrag gemäss Medienmitteilung der Bildungsdirektion vom 16. Mai 2017 auch die Aufbereitung der relevanten Akten, damit diese für eine allfällige spätere bildungshistorische Auswertung verwendet werden könnten.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.