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NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Die Ölpreise sind am Mittwoch trotz eines Anstiegs der Ölreserven in den USA gestiegen. Im Nachmittagshandel kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juli um 1,06 US-Dollar auf 113,59 US-Dollar, während der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zeitgleich ebenfalls leicht zulegte, 15 Cent auf 99,74 Dollar.
Zunächst waren die Ölpreise im frühen Handel vor der Veröffentlichung der Daten zu den Ölreserven in den USA gefallen, wobei der Preis für Brent-Öl zeitweise um etwa ein Prozent auf 111,50 Dollar abgerutscht war. Im weiteren Handelsverlauf hätten dann aber Anleger zunehmend die günstigen Preise zum Einstieg am Ölmarkt genutzt, hiess es von Händlern.
Laut US-Regierung waren die Rohölreserven in der grössten Volkswirtschaft der Welt in der vergangenen Woche überraschend leicht gestiegen. Die Lagerbestände an Benzin hatten den Angaben zufolge ebenfalls zugelegt, während die Reserven an Heizöl und Diesel geschrumpft waren. Neben den jüngsten Daten zu den Ölreserven hätten auch Meldungen über Flugausfälle in Europa im Zuge einer Wolke aus Vulkanasche aber kaum Auswirkungen auf die Ölpreise gezeigt, hiess es von Händlern. Vor rund einem Jahr war bei einem ähnlichen Vulkanausbruch in Island der internationale Flugverkehr über einen längeren Zeitraum gestört und der Kerosinverbrauch stark gesunken.
Analyst André Saenger sieht allerdings in dem Konflikt im Jemen Aufwärtspotenzial für die Ölpreise. Das Land am Golf von Aden droht laut Medienberichten im Bürgerkrieg zu versinken. Sollte dies eintreffen, könnte sich der Jemen ähnlich wie Somalia zu einem Stützpunkt für Piraten entwickeln. Dann dürften Öltransporte auf dem Seeweg durch das Rote Meer Richtung Suezkanal noch unsicherer werden.
Unterdessen ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ebenfalls gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel (159 Liter) am Dienstag im Durchschnitt 107,30 US-Dollar. Das waren 1,84 Dollar mehr als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./jkr/he
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