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«Die Fastenzeit bietet uns die Möglichkeit, darüber nachzudenken, was wir wirklich brauchen. Wenn wir auf Unnötiges verzichten, werden wir etwas Wundervolles erleben: Wir haben mehr Freude an dem, was wir besitzen. Wir schätzen das, was uns lieb ist, und gehen sorgfältiger damit um. So kann aus weniger im Handumdrehen mehr werden.»
Diese Worte aus dem diesjährigen Fastenkalender der ökumenischen Kampagne beschreiben treffend, dass es beim Fasten nicht nur ums Essen geht, sondern um meinen gesamten Lebensstil. Dabei kann ich die Erfahrung machen, dass ich Verzicht nicht zwingend als Verlust erleben muss. Eine einfache Lebensweise kann auch zu mehr Lebensfreude führen.
Auch ausserhalb einer religiösen Fastenkultur gibt es Menschen, die nach dem Prinzip einer freiwillig gewählten Einfachheit leben und darin Lebenssinn und Erfüllung finden. Ein Coach, der sich der Bewegung des Minimalismus zuordnet, sagt: «Das Wichtigste ist die genaue Beobachtung des eigenen Konsumverhaltens. Es geht hierbei nicht nur um Güter, die man kauft, sondern auch um Treffen mit Freunden, Dinge, die man liest, Social Media Posts, die man beantwortet etc. Die grundlegende Frage ist immer: Brauche ich das wirklich? Ist es Begehren oder Notwendigkeit?»
Schon der griechische Philosoph Diogenes soll freiwillig auf Besitz verzichtet und in einem Fass gelebt haben.
Bild von Jean-Léon Gérôme (wikimedia).