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Waldreservat Val Cama - Val Leggia
Region:
Mesolcina, Gemeinden Cama, Leggia und Verdabbio
Höhe:
Von ca. 450 m.ü.M. oberhalb von Ogreda bis an die Waldgrenze auf ca. 2'100 - 2'200 m.ü.M.
Grösse:
Naturwaldreservat: 1'200 Hektaren, Sonderwaldreservat: 378 Hektaren = Total 1'578 Hektaren = 15 km2 (grösstes Waldreservat der Schweiz ausserhalb des Nationalparkes)
Schutzvertrag:
Im Jahre 2006 haben die Gemeindeversammlungen von Cama, Leggia und Verdabbio dem Waldreservat zugestimmt.
Am 19. Oktober 2007 wurde der Schutzvertrag zwischen den Vertragspartnern besiegelt und trat auf den 1. Januar 2008 in Kraft.
Besonderheiten:
Das Waldreservat reicht von 450 m ü. M. bis an die Baumgrenze von 2'200 m ü. M. Der grösste Teil des Naturwaldreservats garantiert durch den Prozessschutz die natürliche, dynamische Entwicklung des Waldes ohne menschliches Eingreifen. In den Sonderwaldreservaten wird die traditionelle Alpwirtschaft mit Beweidung fortgesetzt oder wieder eingeführt. Damit wird auch die Vielfalt der halboffenen Kulturlandschaft mit ihren Pflanzen und Tieren gefördert. Mindestens 24 unterschiedliche Waldgesellschaften wurden festgestellt. Vom Hopfenbuchenwald über Kastanien- und Eichenwälder reicht das Spektrum der Wälder zu Ahorn-, Erlen, Buchen- und Tannenwäldern bis hin zu Fichten- und Lärchenwäldern sowie Legföhrenbeständen an der Baumgrenze; ein riesiger Reichtum. Der Prozessschutz ermöglicht Erkenntnisse über die Entwicklung ungenutzter Waldgesellschaften und Waldstrukturen besonders am Schluss der Waldentwicklung und des Baumlebens auf der Alpensüdseite. Aus der Sicht des Wanderers ergeben sich romantische Aus- und Einsichten in Wälder an Felsabstürzen und Schluchten mit mächtigen, knorrigen Bäumen, aber auch stehendem und liegendem Totholz.
Die drei Täler sind nur mit Wanderwegen erschlossen, Strassen gibt es keine.
Eine Besonderheit ist auch die Alp de Lagh im Val Cama:
Seit dem Jahre 2004 ziehen nach vielen Jahren der Vergandung wieder Kühe, Ziegen, Schafe, Wollschweine und Geflügel auf die Alp de Lagh. Alte, gefährdete Nutztierrassen notabene, denn es wurde eine ProSpecieRara-Alp ins Leben gerufen, unterstützt vom Fond Landschaft Schweiz.
Pro Natura Engagement:
Pro Natura entschädigt die Gemeinden für den Ertragsausfall mit Fr. 370'000.-, die zum grossen Teil in das Landschaftsentwicklungskonzept Val Cama einfliessen werden.
Die Hauser-Stiftung kommt für den Beitrag von Pro Natura auf.
Schutzstatus:
Naturwaldreservat und Sonderwaldreservat auf kommunaler Ebene unter Mitwirkung von Pro Natura und dem Kanton Graubünden.
Verhalten im Schutzgebiet:
Hunde an die Leine nehmen (im ganzen Val Cama).
Wanderung ins Val Cama
Günstigste Besuchszeit:
Frühsommer bis Herbst
Anreise:
Mit der Rhätischen Bahn von Chur bis Thusis oder der SBB bis Bellinzona. Von dort mit dem Postauto bis Cama.
Wanderroute:
Von Cama (350 m) im Misoxtal über die Autobahnbrücke zu dem Weiler Ogreda. Hier gibt es eine Möglichkeit zum Parkieren.
Der Weg ins Val Cama führt im unteren Teil durch einen der höchstgelegenen Kastanienwälder des Misox gefolgt von Buchen- und Fichtenwäldern. Nach ca. 2,5 bis 3 stündigem Fussmarsch öffnet sich auf 1280 Meter ein imposanter Talkessel mit steilen Flanken. Hier eingebettet liegt der malerische Cama-Bergsee (1265 m). An der linken Seeseite liegt die Alp de Lagh.
- Höhenunterschied: 930 m
- Zeitbedarf: ca. 2,5 bis 3 Stunden (nur Hinweg)
- Anforderung: Bergwanderung mit steilem Aufstieg.
Ausrüstung:
Landeskarte 1:25000: Blatt 1294 Grono, (ev. 1314 Passo San Jorio); Wanderschuhe, Proviant, ev. Utensilien für Übernachtung.
Weitere Wanderungen:
Ins Val Leggia führt ebenfalls ein Wanderweg.