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Marie Stämpfli-Ernst (1784–1836), die Witwe des Buchdruckers Gottlieb Stämpfli (1770–1807), begründetet zu Beginn des Jahres 1814 die wöchentlich erscheinende Zeitung «Schweizer Freund». Ab 1815 gab Ludwig Albrecht Haller (1773–1837) die Zeitung heraus. Das konservative, regierungstreue Blatt war zu dieser Zeit die einzige von der Regierung bewilligte politische Zeitung in Bern und unterstand einer strengen Zensur; politische Nachrichten über Bern waren nicht erlaubt.
Ab Anfang April 1829 wurde die Publikation unter dem neuen Titel «Neue Schweizer Zeitung» herausgegeben. Die Ausrichtung war weiterhin regierungstreu und aufgrund der anhaltenden Zensurordnung wurden primär Meldungen aus dem Ausland oder Geschichten über die europäischen Höfe publiziert. Anfang des Jahres 1831 wurde das Blatt jedoch von den Zensurbestimmungen befreit und den Lesern wurde in einer Ankündigung dargelegt, dass aus dem Nachrichtenblatt eine Meinungszeitung werde. Fortan wurde die Zeitung als Mittel in der politischen Auseinandersetzung gegen die Liberalen eingesetzt.
Eine aus jungen Patriziern bestehende private Aktiengesellschaft übernahm die bis dahin von der Regierung gelenkte Zeitung und publizierte diese ab 1831 unter dem Titel «Allgemeine Schweizer Zeitung».
Das Parteiblatt der konservativen Stadtberner Patrizier lieferte sich 1831 gegen die Liberalen und ihr Publikationsorgan «Berner Volksfreund» eine harsche Auseinandersetzung rund um die Volksabstimmung über die neue Verfassung. Im Gegensatz zu den Liberalen wurde die «Allgemeine Schweizer Zeitung» dabei nicht durch die Zensur gehemmt. Nach dem Antritt der liberalen Regierung positionierte sie sich als Oppositionsblatt und machte sich weiterhin die Bekämpfung des liberalen Volkstaats zum Hauptinhalt. 1846 wurde die Zeitung mit der Machtübernahme der Radikalen eingestellt.