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Geschichte des Ägeritals
Unterägeri als politische Gemeinde gibt es seit 1798, die eigene Geschichte von Wilägeri oder Wilen, wie es früher genannt wurde, beginnt aber schon lange vorher.
Die seit dem frühen 19. Jahrhundert immer wieder entstehenden Nutzungskonflikte konnten 1886 durch die dauerhafte Verteilung des offenen Allmendlandes gelöst werden. Das Land blieb wie der Wald weiterhin Eigentum der Korporation. Die Abgabe von Allmendland zu Bauzwecken seit den 1830er Jahren prägt bis in die Gegenwart die Siedlungsentwicklung.
Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die vormals gleichförmigen Gemeinden Oberägeri und Unterägeri völlig verschieden. Während Oberägeri landwirtschaftlich-kleingewerblich geprägt blieb, entstanden in Unterägeri in den 1830er und 1840er Jahren zwei Spinnereien, welche die Antriebskraft der Lorze nutzten. Die Fabriken veränderten die Sozial-, Wirtschafts- und Siedlungsstruktur nachhaltig. Die Einwohnerzahl nahm enorm zu, was den Bau der neuen Pfarrkirche veranlasste. Nach der Betriebsaufnahme der zweiten Spinnerei (1846) entstand in ihrer Umgebung innert weniger Jahre eine neue Siedlung, Neuägeri, die ihren frühindustriellen Charakter bis heute bewahrt hat.
Nach langer Stagnation setzte nach dem Zweiten Weltkrieg eine starke Zuwanderung ein. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdoppelte sich die Bevölkerung auf über 7000 Personen. Unterägeri wurde zu einer beliebten Wohngemeinde, bewahrte aber trotz starker baulicher Entwicklung sein dörfliches, immer noch stark von der Entwicklung im 19. Jahrhundert und den 1979 stillgelegten Spinnereien geprägtes Aussehen.
Seit 2009 führt ein ortskundlicher Weg mit 66 Informationstafeln durch Unterägeri. Noch mehr über die Unterägerer Geschichte erfahren Sie in der 2003 erschienenen doppelbändigen Ortsgeschichte Ägerital – seine Geschichte.
Kontakt:
Dr. Renato Morosoli
Gemeindearchivar
Seestrasse 2
Postfach 79
6314 Unterägeri
<email-pii>

Hier finden Sie Informationen über das Wappen von UnterägeriWappen_Unteraegeri_Text.pdf (PDF, 1.11 MB)