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Der FCB-Erfolg gegen Trabzonspor war matchentscheidend für den Schweizer Platz im UEFA-Ranking. Die Schweiz wird in den Top-15 verbleiben.
Es war ein Fünfkampf um einen Verbleib in den Top-15 im UEFA-Ranking zwischen der Schweiz, Ukraine, Tschechien, Norwegen und Dänemark, bei dem zwei Länder am Ende auf der Strecke blieben.
Letztlich erwischte es die Skandinavier. Sporting Lissabon war eine zu hohe Hürde für Midtjylland (Gesamtskore 5:1), Bodø/Glimts 0:1-Pleite bei Lech Poznan führt nach dem torlosen Hinspiel zum Ausscheiden.
Da sowohl Dänemark als auch Norwegen nun keine Teams mehr im Europacup haben, können sie keinen Boden mehr gut machen.
Schweiz schielt nach oben
Bessere Stimmung herrscht hingegen in der Schweizer Fussballszene. Dank des Coups von Basel gegen den türkischen Meister Trabzonspor kommen 0.5 Punkte dazu, ausserdem erhielt der FCB am Freitagmittag mit Slovan Bratislava einen machbaren Gegner im Conference-League-Achtelfinal zugelost – eine gute Ausgangslage, um weiter fleissig punkten zu können.
UEFA-Rankin
Die UEFA-Länderrangliste bestimmt, wie viele Mannschaften international antreten können und wie viele Qualifikationsrunden sie überstehen müssen.
Je höher ein Land eingestuft wird, desto einfacher wird es für die Vereine, die Hauptrunden der Champions League, Europa League und Conference League zu erreichen.
Massgeblich sind die in den letzten fünf Spielzeiten erzielten Punkte. Ein Verein kann 2 Punkte für einen Sieg und 1 Punkt für ein Unentschieden erzielen. In der Qualifikationsphase wird nur die Hälfte der Punkte vergeben. Die Gesamtpunktzahl jeder Nation wird durch die Anzahl der Mannschaften, die international spielen dürfen, geteilt.
Für die Schweiz bedeutet dies, dass ihre Punkte durch 4 geteilt werden, da es heuer 4 spielberechtigte Mannschaften gab (FC Zürich, FC Basel, Young Boys und FC Lugano).
Dies bedeutet:
- Sieg für einen CH-Klub:
+0,5 Punkte für die Rangliste (0,25 in der Qualifikationsphase)
- Unentschieden für einen CH-Klub: +0,25 Punkte (+0,125 in der QF)
Aktuell belegt die Schweiz knapp vor der Ukraine den 13. Rang. Und falls sich der FCB länger auf der europäischen Bühne präsentieren kann, ist gar ein Sprung in der Theorie nach oben noch möglich (wenn auch sehr unrealistisch). Das auf dem 11. Platz liegende Serbien hat beispielsweise keinen Vertreter mehr am Start. Für die fehlenden 2.7 Punkte müsste der FCB aber sechs Siege hintereinander reihen – und damit in den Final vorstossen.
Bemerkenswert: Basel hat es in die Top 20 der Teams geschafft, die in den letzten fünf Spielzeiten am meisten Punkte sammeln können.
Unabhängig von den FCB-Resultaten dürfen sich die hiesigen Fussballklubs bereits freuen. Denn nun darf auch der Zweite der Meisterschaft in der übernächsten Saison noch um einen Platz in der Champions League spielen.
Das ist wichtig, da selbst ein Ausscheiden auf dem Weg in die Königsklasse noch kein definitives Europacup-Aus bedeutet.
Gute Ausgangslage
Der amtierende Meister FC Zürich scheiterte im Sommer in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League an Qarabag, konnte sich danach über Umwege für die Europa-League-Gruppenphase qualifizieren. Die Verlierer in der Quali rutschten in der Wettbewerbskette (Champions League / Europa League / Conference League) eine Stufe tiefer, ehe sie ganz ausschieden. Kurzum: In der nächsten und (voraussichtlich) übernächsten Saison (da noch eine UEFA-Reform ansteht) haben der Erste und Zweite in der Super League gleich drei Chancen, in eine Gruppenphase zu kommen.
Oder anders formuliert: Der Meister wird mindestens in der Europa-League-Gruppenphase landen, der Vizemeister mindestens in den Playoffs zur Conference League.
Der Dritt- und Viertplatzierte in der Meisterschaft steigen in der zweiten Quali-Runde der Conference League ein, der Sieger im Cup wird in der dritten Quali-Runde für die Europa League eingreifen (und ist damit mindestens in der Conference League).
Ein weiteres Zückerchen ist die Tatsache, dass in der nächsten Saison die aus Schweizer Sicht schwache Spielzeit 2018/2019 (nur 3.9 Punkte) aus der Wertung fällt.
Die Erleichterung, wie im Vorjahr mit fünf Schweizer Klubs vertreten zu sein, ist auch bei SFL-Sprecher Philippe Guggisberger gross: «Unglaublich spannender und am Ende überaus positiver Abend für den Schweizer Fussball!» twitterte er.
Historischer Zuschauerrekord in der Super League
Ebenfalls erfreulich sind für die Liga die Zuschauer-Zahlen. Gemäss SFL-Meldung strömten so viele Fans in die zehn Stadien der Super-Ligisten wie nie zuvor in der Geschichte des Schweizer Fussballs. Nach 21 Runden haben durchschnittlich 13'159 Fans ein Meisterschaftsspiel besucht. Europaweit liegt die Schweiz damit auf Rang 8.
Bei neun Klubs liegt der aktuelle durchschnittliche Fanaufmarsch im Vergleich zur gesamten Vorjahressaison im Plus, am stärksten beim Tabellenführer YB (+3390 Zuschauer). Aufsteiger Winterthur trägt dank oft ausverkaufter Hütte ebenfalls zum guten Resultat bei, speziell im Vergleich zum letztjährigen Absteiger Lausanne.