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Silver Kordic, Berater bei Migrationsproblemen, in der SF Rundschau zum Thema Zwangsehen:
Das [die arrangierte Ehe] ist für Menschen aus dem Westbalkan eine Tradition, eine ganz normale Vorgehensart und -weise. Kurzfristig eingefädelt werden sie durch diese Umstände [dass nur die Ferien für diese Verheiratung bleiben]. In Städten und grösseren Agglomerationen auf dem Balkan, in Kosovo, Bosnien usw., ist diese Tradition, insbesondere wenn es sich um Kennenlernen, Verloben, Heiraten geht, nicht mehr bekannt. Hier [in der Schweiz] hingegen leben die Leute viel stärker nach diesen traditionellen Art und Weise. Das ist ein Paradox. Das kann man nicht rechtfertigen, aber versuchen zu erklären dadurch, dass die Menschen, die vor 20, 30, oder 40 Jahren hierher gekommen sind, ihre Vorstellungen in ihren Köpfen konserviert haben. Diese Konserve ist nicht einfach zu öffnen.
Wenn du jetzt besispielsweise eine Ehefrau aus dem Westbalkan hierher holen möchtest, dann sollte sie schon vom 3. oder 5. Tag an mit einem Sprachkurs anfangen müssen. Diese Sprachkurse müssten mindestens drei oder eher sechs Monate dauern – intensiv, den ganzen Tag, damit diese jungen Opfer, die Sprache lernen, Kontakte knüpfen und merken können, dass hier eine ganz andere Lebensweise geführt wird.»
Kordic in den Bundesrat!