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versus FPD Registration des ApHC
oder rassereiner, "Original" Foundation Appaloosa versus registrierter Appaloosa (reinrassiger)
Ein registrierter Appaloosa darf gemäss Appaloosa-Zuchtreglement verpaart werden mit registrierten Vollblütern (Thoroughbred), registrierten Arabern, registrierten Quarter Horses oder einem anderen registrierten Appaloosa. All diese Fohlen aus obgenannten Verpaarungen sind dann ebenfalls registrierte Appaloosa, das heisst sie sind beim Mutterverband ApHC USA als reinrassiger Appaloosa registrierbar.
Auch wenn diese offiziell registrierte Appaloosa sind, können sie sehr viel Fremdblut in den Adern führen und nach genetischer Terminologie zu den "old lined", "Original" Foundation Appaloosa nicht mehr rasserein (purebred) sein.
Ein kleines Beispiel:
"X" ist ein registriertes Appaloosa-Fohlen mit den typischen Appaloosa Merkmalen und den typischen Appaloosa Zeichnungen.
Der Vater ist ein registrierter Appaloosa, die Mutter ein Quarter Horse; also wäre das Fohlen "X" schon nur noch 50% appaloosarassig obwohl es beim ApHC als reinrassiger Appaloosa eingetragen werden kann.
Die Eltern des registrierten Appaloosa Vaters sind wiederum zu einem Teil registrierter Appaloosa und zum anderen Teil ein Quarter Horse. Dies reduziert den Appaloosablutanteil auf zwei Generationen hinaus gesehen schon nur noch auf 25 % Appaloosablut, das heisst in unserem Beispiel 75% Quarter Horse Blut.
Wenn diese Vorgaben auf mehrere Ahnengenerationen hinaus so vorliegen, wie dies so oft heutzutage in Europa und auch in den USA der Fall ist, hat man nur noch einen verschwindend kleinen Teil echten Gründer-Appaloosa Blutes in den Adern der modernen Appaloosa, diejenigen oft zu mehr als 90% "farbige Quarter Horses", "farbige Vollblüter", "farbige Araber" oder eine Mischung aus diesen Rassen sind, aber sicher keine rassereinen Appaloosa.
Das würde im Stammbaum dann folgendermassen aussehen:
Tabelle 1
Der Appaloosa "X" ist gemäss ApHC ein echter, reinrassiger Appaloosa mit offiziellen Registrierungspapieren. In Tat und Wahrheit hat "X" aber über Generationen hinweg alles zusammengezählt in der 5. Ahnengeneration ("X" wird als 1. Generation gezählt) gerade mal 1/16 Appaloosa und 15/16 Quarter Horse. Oder anders ausgedrückt: unter den 32 Ahnenpferden von "X" sind gerade mal 4 Pferde registrierte Appaloosa!
Ausserdem ist es absolut möglich, dass der registrierte Appaloosa in der dargestellten 6. Generation nicht auf Gründer Appaloosa (F-Nummern), oder Appaloosa aus den Zahlen bis 69‘999 gehen, da viele Appaloosapferde erst danach ins Zuchtbuch aufgenommen wurden!
Anmerkung: ein solcher, reinrassiger, registrierter Appaloosa hätte 0% FAHR Prozente (siehe auch Beispiel Tabelle 2)
Also: ein registrierter, sogenannter reinrassiger Appaloosa ist nicht automatisch ein rassereiner (purebred) Appaloosa.
Beim rassereinen Appaloosa wurde über Generationen hinweg mit Zuchtpferden aus den alten Linien, Appaloosa x Appaloosa, mit möglichst wenig Verdünnung der genetischen Basis durch Fremdrassen gezüchtet. Die rassereinen, "old lined" Appaloosa gehen zu einem hohen Blutanteil (75% und mehr) auf die Gründer Appaloosa zurück (Appaloosa mit F-Nummer/Foundation Appaloosa und Appaloosa bis zu den Registriernummern #69999).
Bestrebungen von Zuchtvereinigungen wie FAHR, IPAA, ICAA, AAA und weitere, die versuchen den rassereinen Appaloosa als eigene Rasse zu bewahren und zu verbreiten, gehen zwar verschiedene Wege in der Registrierung, aber allen ist eigen, dass die registrierbaren Pferde einen hohen Anteil an Gründer Appaloosa Blut haben müssen und gewisse Merkmale, die durch die Fremdrassen eingekreuzt worden sind, nicht haben dürfen.
- das Pferd muss beim ApHC USA registriert sein
- der Foundation Appaloosa muss mindestens 75% Appaloosa in seinem ganzen Stammbaum führen (das zu registrierende Pferd gilt als 1. Generation), wobei die Pferde mit einer F-Nummer und alle Gründerpferde bis zur Nummer #69900 als rasserein, also als 100% Appaloosa gezählt werden
à siehe Beispiel Stammbaum DREA Bluhawks Pataha nachfolgend, Tabelle 2
und darf in den ersten vier Generationen nur 1 Nicht-Appaloosa vorhanden sein
- die Grösse muss mindestens 142cm betragen
- keine Ponyabstammung, Paint- oder Pinto-Merkmale, keine Kaltblutmerkmale haben und kein Albino sein
- aus keiner Linie von bekannten Hypp (Hyperkalemic Periodic Paralysis) Trägern sein; z.B. das Quarter Horse "Impressive"
- das Grau-Gen ist untersagt
- das Pferd darf kein Überbiss haben
- ebenso sind Kryptorchiden oder Monorchiden nicht registrierbar (nicht abgestiegene Hoden, oder Ein-Hoder)
Der historische Foundation Appaloosa war nicht nur eine Indianer Legende, sondern hat sich in vielen verschiedenen Bereichen bewiesen. Man kann viele grossartige Foundation Appaloosa nennen, die hervorragend abgeschnitten haben, sowohl in zuchtspezifischen Belangen, wie auch in rasseübergreifenden Veranstaltungen aller Sparten. Sie fielen auf durch ausgesprochene Vielseitigkeit, Ausdauer und familienfreundliche Dispositionen. Darüber hinaus zeigen sie ihre Überlegenheit in der Leistungsbereitschaft, ist ein gutes all-around Pferd und fällt durch seine ungewöhnliche, oft getupfte Fellfärbung auf…Die Mitglieder der Organisation (FAHR) sind überzeugt, dass es eine Tragödie wäre, dass eine solch herausragende Rasse dem Untergang geweiht wäre…
Tabelle 2: DREA Bluhawks Pataha mit FAHR Prozenten
Im Vergleich dazu das FPD Programm (Foundation Pedigree Designation) des ApHC USA:
Ein registrierte Appaloosa "X" aus Tabelle 1 wird nun mit einem anderen registrierten Appaloosa "X" mit gleicher Ahnen-Rassetafel gepaart. Das Produkt daraus wiederum mit einem registrierten Appaloosa mit gleichem Schema weiter verpaart usw., und das während 5 Generationen. Das resultierende Pferd wäre für den ApHC ein 100% Foundation Appaloosa.
Es liegt aber auf der Hand, dass ein solch benannter Foundation Appaloosa in keiner Art und Weise den authentischen, "old lined" Foundation Appaloosa entspricht, wie sie z.B. FAHR bewahren möchte.
Tabelle 3
Im FPD Programm werden nur die Anzahl registrierter Appaloosa in den ersten 4 Generationen vor dem zu registrierenden Pferd gezählt. Wenn man also alles nur Appaloosa zählt (insgesamt 30 Appaloosa), so ist der für das FPD Programm registrierte Appaloosa ein 100%iger Foundation Appaloosa. Mit jedem Nicht-Appaloosa in den ersten 5 Generationen sinkt der Prozentsatz FPD. Ein Appaloosa ist FPD Programm registrierbar, wenn er mindestens 77%, also 23 Appaloosa in den 4 vorhergehenden Generationen aufweist (Stand 2009; ab 2019 braucht es mindestens 80%, also 24 Appaloosa und so fort). Alle Varianten zwischendurch sind möglich und denkbar.
Im Gegensatz dazu wäre derselbe Appaloosa aus Tabelle 3 NICHT FAHR registrierbar, da er nicht mindestens 75% Foundation Appaloosa Ahnen in seinem Pedigree hat (die Appaloosa "X" aus der Ahnenkonstellation von Tabelle 1 führen nahezu 0% "purebred" Appaloosa Blut in den Adern und trotz Verpaarung untereinander werden daraus nicht mehr FAHR Prozente!
Ein Foundation Appaloosa aus dem FPD Programm kann also keineswegs vergleichbar mit den authentischen, old-lined Foundation Appaloosa sein.
Die Double Forest Ranch Foundation Appaloosa sind alle im FAHR registriert oder registrierbar, ebenso die Nachkommen aus deren Verpaarungen.
Bewusst wurde für die Registrierung der Fohlen beim ApHC USA auf einen Eintrag im FPD Programm verzichtet. In der Schweiz gibt es im Gegensatz zu den USA und gewissen europäischen und anderen Ländern an Turnieren keine Foundation Appaloosa Klassen, in der die FPD registrierten Appaloosa starten könnten. Somit erwächst dem Besitzer eines solchen Pferdes durch die FPD Registrierung kein ersichtlicher Vorteil.
Trotzdem, dass die DFR (Double Forest Ranch) Foundation Appaloosa zu 100% FPD registrierbar wären, ist für uns der Umstand viel wichtiger, dass sie den Richtlinien und Zuchtidealen von FAHR u.Ä entsprechen und in allen Belangen authentische, "Original" Foundation Appaloosa sind, so ähnlich den ursprünglichen Nez Percé Appaloosa wie heutzutage noch möglich.
Anmerkung der Double Forest Ranch Zucht:
Ein ausgezeichneter, "Original" Foundation Appaloosa entsteht nicht nur durch Einhaltung von Organisations-Richtlinien und noch weniger durch Prozent Ausrechnungen und Zahlen-Jonglieren am Stubentisch! → mehr dazu im Blogbeitrag "Die Problematik Papiere und Prozente zu züchten"