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Da wir momentan Ferien haben, reisten wir schon am Donnerstag morgen in die Lenzerheide, um einige Tage unserer Ferien dort zu verbringen und um die Strecke optimal besichtigen zu können. Leider regnete es aber die meiste Zeit und so konnten wir diese geplanten Ferientage nicht so richtig geniessen. Mir gefiel die neue Strecke auf Anhieb sehr gut. Diese hat der Mountainbikefahrer Ralf Näf mit seinem Team gebaut und somit freute ich mich riesig auf das Rennen am Sonntag.
Ich freute mich auch so sehr auf diesen Wettkampf, weil es meine erste Gelegenheit in diesem Jahr war, um UCI-Punkte zu sammeln. Die einzige Bedingung, zu diesen Punkten zu kommen, war, in die Top-20 zu fahren. Ein weiterer Grund, weshalb ich mich auf das Rennen freute, war auch, dass ich von der Nationalmannschaft aufgeboten wurde. Dies bedeutete für mich auch, dass ich in den Nati-Kleidern starten durfte.
Am Sonntag war endlich schönes Wetter und ich bereitete mich wie gewohnt auf den Rennstart vor. Ich war etwas aufgeregt, denn ich bin noch nie an einem Rennen gestartet, an welchem 110 Fahrer am Start waren und von diesen 110 Fahrern kamen etwa 1/4 aus dem Ausland. Sogar der aktuelle Europameister aus Dänemark, Simon Andreassen, war am Start.
Da ich noch keine UCI-Punkte hatte, konnte ich nicht wie gewohnt in der ersten oder zweiten Reihe starten, sondern etwa in der sechsten. Da der Startaufstieg sehr lang und hart war, wusste ich, dass ich dort sehr viele Fahrer überholen kann. Der Startschuss fiel und die Positionskämpfe für die erste enge Abfahrt begannen. Ich persönlich kam sehr gut weg und konnte bis zur Einfahrt in die erste Abfahrt sehr viele Fahrer überholen. Die erste Abfahrt glich aber eher einer "Massenschlägerei" als einem Bikerennen, denn der Trail war für 110 Biker einfach zu schmal und somit entschied ich mich mit meinem Bike den Abhang hinunter zu rennen und nicht zu fahren. Leider fuhr ein Fahrer in mich hinein und ich ging zu Boden, somit verlor ich einige Ränge, aber ich konnte schnell wieder aufstehen und weiter rennen. Unten angekommen, konnte ich endlich auf mein Bike steigen und die ersten Fahrer überholen. Da es auf der Strecke wenige Überholmöglichkeiten gab, war es sehr schwierig viele Fahrer auf einmal zu überholen.
Von der ersten Runde kam ich als 28. zurück, dies hat mir meine Mutter, die mir in der Tech- und Feedzone eine Trinkflasche gab, zugerufen. Jetzt war mein Ehrgeiz gepackt, denn ich wollte wie gesagt in die Top-20 fahren um UCI-Punkte zu bekommen. Ich fühlte mich sehr gut und konnte bis in die letzte Runde noch einige Fahrer überholen. Nachdem ich eine Gruppe mit etwa vier Fahrern überholt hatte, sah ich vor mir keine Fahrer mehr, der Abstand zu den auf dem Trail vor mir liegenden Fahrern war leider zu gross geworden und ich hatte somit keine Chance noch weitere Fahrer einzuholen.
Die letzten zwei Runden versuchte ich zwar noch mit einem Kollegen aus der Nationalmannschaft die vordere Gruppe einzuholen, aber vergeblich. Auf den letzten Kilometern der Runde gelang es mir nur noch einen Fahrer einzuholen und den Nati-Kollegen abzuhängen.
Im Ziel angekommen, vernahm ich, dass es leider nur für Platz 22 gereicht hat und ich somit keine UCI-Punkte bekomme. Darüber war ich ein wenig enttäuscht. Im Nachhinein bin ich aber doch super zufrieden mit meinem Rennen, welches ich gefahren bin und auf der Rangliste sah ich, dass ich sogar sechstbester Schweizer war und somit bin ich sehr optimistisch für die Schweizermeisterschaft am kommenden Wochenende in Lostorf. Ich werde alles daran setzen, ein Top- Resultat zu erreichen. In Lostorf werde ich auch nicht mit dem Startplatz zu kämpfen haben, denn dort werde ich voraussichtlich mit der Nummer 3 an den Start gehen.