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Der Sprecher vom Bistum Chur äusserte sich neulich:
Was den Staat betrifft, so hat er die Ehe bisher nicht deswegen privilegiert, weil Mann und Frau sich ganz doll lieben, sondern weil sie oft für Nachkommenschaft sorgen.
Was aber auch die Kirche betrifft.
Klar, es scheint, dass die Ehe für eine grosse Anzahl nur noch dafür ist, um Kinder zu zeugen, denn letztes Jahr liessen sich 17'000 Paare scheiden, davon 10'000 Paare, die 1 bis 15 Jahren verheiratet waren – vermutlich haben einige davon wieder geheiratet oder hatten keine Kinder. Tatsache aber ist, dass aus diesen geschiedenen Ehen 12'900 unmündige Kinder hervorgingen.
Im Vergleich liessen sich 7000 Paare nach einer Dauer von 16 bis 50 Jahre scheiden. Sollte die Ehe nur dafür da zu sein, um Kinder zu zeugen, dann ist die auf Dauer angelegte Ehe, wie es in katholischen und anderen Kreisen ausgelegt wird, nicht mehr zeitgemäss und somit ein Auslaufmodell ist/wäre.
Nicht überraschend für mich ist der Rückgang der geschlossenen Ehen zwischen Schweizern.
1970 heirateten noch 34'860 Schweizer Paare, danach nahmen die Ehen zwischen diesen bis ins Jahr 2016 (trotz Bevölkerungswachstum) kontinuierlich auf 19’800 ab! Zeitgleich nahm die Anzahl an binationalen und ausländischen Ehen von 11'800 auf 21'800 zu.
Davon:
- 15'100 Schweiz/Ausland
- 3800 Ausländer gleicher Nationalität
- 2900 Ausländer unterschiedlicher Nationalität
Die Gesamtzahl an Hochzeiten hat sich jedoch seit 50 Jahren nicht gross verändert. Eine Nachkommenschaft zu 50% aus Schweizer Ehepaaren?
Laut einer Studie wurden in den letzten zwanzig Jahren 407’000 binationale und ausländische Ehen geschlossen. Davon waren 292'650 binationale, 62'850 Ausländer/Ausländer und 51'500 Ausländer gemischt. Aus dieser Gruppe wurden 130'260 Scheidungen gezählt. Währenddessen registrierten die Standesämter 422'468 Heiraten zwischen Schweizern und 229'056 Scheidungen. In der Gruppe der Schweizer wurden damit vergleichsweise deutlich mehr Scheidungen registriert. Was eine Scheidungsrate über die zwanzig Jahre von 45% binational und Ausländer, und 55% bei Schweiz/Schweiz ergibt.
Statistik dazu:
Heiraten nach Staatsangehörigkeitskategorie der Ehepartner
Man kann also davon ausgehen, dass letztes Jahr bei den 10'000 Ehen (mit Kindern) in etwa gleichviele Ehen von Schweizer- Paaren wie von binationalen- und Ausländer-Paaren geschieden wurden.
Dies Zahlen zeigen aber auch, dass die Schweizer offen für ein Zusammenleben mit unterschiedlichen Nationalitäten sind, und, dass die Zuwanderung von Ausländern den heiratswilligen Schweizern eher zuspricht als das eine Ablehnung vorhanden ist.