Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/3093

von Georg Brunner
Die Entwicklung der Form des Hufeisens ist schon seit längerem Gegenstand von Forschungen in Archäologie und Kulturgeschichte. Da das Hufeisen ist seit dem 11. Jahrhundert mit Hufnägeln befestigt wurde, scheinen auch die verwendeten Nägel sich in ihrer Form im Laufe der Zeit entwickelt zu haben.
Der Autor unterscheidet 7 verschiedene Hufnageltypen, die sich in der Form des Nagelkopfes der Nagelhalses und des Nagelschaftes unterscheiden. Da ein bestimmter Typ auch nur zu einer bestimmten Form von Hufeisen passt, kann die Hufnagelform auf Grund dieser Abhängigkeit mit dem (besser datierbaren) Hufeisen zeitlich eingegrenzt werden.
Um dem Pferd im weichen Boden besseren Halt zu geben, werden an den Enden der Ruten der Hufeisen Stollen angebracht. Wie die Untersuchung zeigt, gibt es seit dem 18 Jh. auch aufgeschweisste, steckbare oder schraubbare Stollen, die häufig verloren gingen, und deshalb oft auf alten Wegstrecken gefunden werden.
Durch diese Typologie des Hufnagels und der Stollen erhält die Wegeforschung eine neue Möglichkeit der Datierung einer Wegstrecke. An ausgewählten Beispielen von Wegstrecken im Bündnerland, am Gotthard und im Jura werden dadurch teils die schon bekannte Datierung bestätigt, teils aber auch die bisherigen Datierungsvorschläge angezweifelt oder berichtigt.
, Georg : Eine Typologie von Hufnägeln als Mittel für Datierungen
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 12. Jahrgang 2007, Heft 1, 1 - 10.