Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/1260

In den ersten sechs angeschafften Stationen G1,5K, den grossen 1,5 kW Kurzwellenstationen
verrichtete ein Lorenz EO 509/I Allwellenempfänger als Stationsempfänger den Dienst,
in der später angeschafften Geräteserie ab No. 15 wurde die Lorenz - "Brotkiste"
durch den moderneren Allwellenempfänger E41 von Zellweger, Uster, ersetzt.
Der Lorenz EO 509/I ist ein als Geradeausempfänger konzipierter Zweikreis - Vierröhrenempfänger.
Das Gerät verfügt über zwei Antenneneingänge, über einen Verkürzungskondensator kommt
es auch mit weniger langen Antennen zurecht.
Die zwölf Bandbereiche lassen sich mit einem wuchtigen Spulenrevolver schalten,
der nach Abheben des Gehäusedeckels sichtbar wird, die Frequenzablesung erfolgt
an einer Logskala am rechten Rand des Gehäusedeckels, eine Eichtabelle auf dem Deckel
de Empfängers ordnet den Logskalenwerten die entsprechenden Frequenzen zu, alternativ
kann auch mit Eichkurven gearbeitet werden.
Ein Drehkondensator “Korrektur” erlaubt es, die beiden Abstimmkreise in exakten
Gleichlauf zu bringen.
Nach einer HF-Verstärkerstufe (MF 2) folgt die Audionstufe (MF 2),
danach zwei Niederfrequenz - Verstärkerstufen (MF 2, MF 2), das Gerät erlaubt nur Kopfhörerempfang.
Zum Empfang unmodulierter Morse-Aussendungen (CW) kann durch Anziehen der Rückkopplung
über den Schwingungseinsatz hinweg der Pfeifton des Schwingaudions herbeigezogen werden.
Ein Hochfrequenz - Sperrkreis kann zur Ausblendung eines Störsenders im Bereich 1000 - 3750 kHz
eingesetzt werden, des weiteren lässt eine schaltbare 900 Hz - Tonselektion nur das 900 Hz
Morse- oder Hellschreibersignal passieren.
Ähnlich wie bei vergleichbaren deutschen (Marine-) Empfängern aus den dreissiger Jahren
ist der EO 509 noch mit einem Kristalldetektor zum Notempfang bei Ausfall
der Batteriestromversorgung ausgerüstet.
Der Lorenz - Empfänger ist ein Beispiel eines klassischen deutschen Marineempfängers:
wegen der Möglichkeit der Abstrahlung eines Oszillatorsignals über die Empfangsantenne,
und dadurch dem Risiko angepeilt zu werden, wurden bei der deutschen Marine noch
bis in die späten Dreissigerjahre hinein Geradeausempfänger mit einem Audion mit
regelbarer Rückkopplung als Standard eingesetzt.
Die Empfangseigenschaften (Sensitivität und Trennschärfe) reichten nicht an die
Resultate der von den U.S. amerikanischen Entwicklern bevorzugten Superhetempfänger
heran, so galt der Lorenz - Empfänger nach seinem Erscheinen unter den Schweizer Funkern
schon bald als technisch überholt, wenig empfindlich und zum Hellempfang nicht
ausreichend frequenzstabil und wurde in der später angeschafften zweiten Serie der
Funkstation G1,5K durch den Doppelsuperhet Zellweger E41 ersetzt.