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Die Anfänge des Sommer-Alpinismus reichen in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Das Bergdorf Pontresina mitten im Bernina Massiv gelegen, war für das Sommer-Bergsteigen geradezu prädestiniert. Die Berge auf der rechten Talseite um Piz Alv, Piz Languard und Las Sours waren schon früh von Jägern bezwungen worden. Nun ging es um das eigentliche Hochgebirge.
Nachdem bereits 1835 der Palü-Ostgipfel von Oswald Heer, Meuli und Alexander Flury unter Führung von Johann Madutz – Gian Marchet Colani war vermutlich auch dabei – bezwungen worden war, gelang 1850 dem Alpinisten, Topographen und späteren Oberforstinspektor Johann Coaz die Erstbesteigung des Piz Bernina (4049 m ü. M.). Mit Ausnahme des Piz Roseg, den die Engländer A. W. Moore und Horace Walker mit dem Meiringer Führer Jakob Anderegg erstmals bezwangen, wurden die Erstbesteigungen fast ausnahmslos von Einheimischen oder unter der Leitung einheimischer Bergführer vollbracht.
Weitere Erstbesteigungen:
Meilensteine im Engadiner Alpinismus:
Der Piz Bernina oder auch "König der Berge" genannt, ist der einzige Viertausender der Ostalpen. Mit 4049 m ü. M. ist er somit auch der höchste Berg dieser Gegend. Der Piz Bernina gehört wie seine Nachbarn Piz Palü, Piz Roseg und Bellavista zur Berninagruppe oder einfach zur Bernina. Über den Bergstock verläuft die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien.
Der Berg besteht aus drei Gipfeln, deren mittlerer der höchste ist. Etwas niedriger und kaum vom Hauptgipfel abgesetzt ist der Südgipfel Spalla (La Spedla, 4020 m ü. M.). Über dessen Südwest- und Südostgrat verläuft die Staatsgrenze. Der Hauptgipfel liegt also – auch wenn dies von italienischer Seite oft anders dargestellt wird – ganz auf Schweizer Gebiet. Nördlich des Hauptgipfels steht jenseits der markanten Berninascharte der Nordgipfel (Piz Bianco bzw. romanisch: Piz Alv). Der Nordgipfel ist Endpunkt des firnigen Teils des Nordgrats, des bekannten Biancograts. Er gilt als schönster Eisgrat der Alpen.
Der Piz Bernina ist im Südwesten über die Scerscen-Scharte mit dem 3971 m ü. M. hohen Piz Scerscen verbunden. Im Südosten ist er durch die vergletscherte Fuorcla Crast' Agüzza (3591 m ü. M.) von der Crast' Agüzza (3854 m ü. M.) getrennt. Im Norden endet der Biancograt in der Fuorcla Prievlusa (3430 m ü. M.), dahinter steigt der Kamm wieder bis zum Piz Morteratsch (3751 m ü. M.) an.
Der Berg entwässert in der Hauptsache über Morteratsch- und Tschiervagletscher in die Flaz und später in den Inn. Die Südseite der Spalla entwässert über die Val Scerscen via Lanterna und Mallero zur Adda.
Nach Westen hin ist er durch die Fuorcla Bellavista genannte Scharte von der Bellavista abgesetzt. Nach Osten und Süden fällt er zum Vadret da Palü (Palügletscher) und zum Gletscherplateau des Altipiano di Fellaria ab. Nordseitig fusst der Piz Palü im Persgletscher, der sich weiter unten mit dem Morteratschgletscher vereinigt. Nach Nordosten ist er durch die Fuorcla Pers-Palü vom Piz Cambrena getrennt. Wie die ganze Berninagruppe wird der Palü den Ostalpen zugerechnet.
Mit seinen drei Gipfeln und vier nordseitig eingelagerten Hängegletschern, die von drei sich ebenmässig aus dem Persgletscher erhebenden Pfeilern getrennt werden, gilt der Palü als einer der schönsten Gletscherberge überhaupt. Zu seiner Bekanntheit trägt bei, dass er seine Schauseite der Diavolezza zuwendet, deren Bergstation jährlich von tausenden Touristen bequem per Bergbahn erreicht wird.
Die Höhe des Haupt- oder Mittelgipfels (Muot dal Palü) wird vom Schweizer Bundesamt für Landestopografie zurzeit mit 3900 m ü. M. angegeben. Der Ostgipfel (Piz Palü Orientale) ist mit 3882 m ü. M. nur wenig niedriger. Der felsige Westgipfel (Piz Spinas) kotiert bei 3823 m ü. M.
Das Palü Massiv befindet sich etwa 13 km südsüdöstlich von Pontresina. Die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien verläuft von der Bellavista im Westen kommend über den Piz Spinas in Richtung Mittelgipfel bis zum Punkt 3898 m ü. M. der Landeskarte und biegt dann, anfänglich einem kurzen Felsgrat folgend, nach Süden auf das Gletscherplateau Altipiano di Fellaria ab. Der Hauptgipfel liegt somit zur Gänze auf Schweizer Territorium.