Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/259382

<h2>SubmittedText<h2><ol><li>In welchen Branchen fehlen am meisten Lernende? Was unternimmt der Bund zusammen mit den Kantonen und der Wirtschaft?</li><li>Wie schätzt der Bundesrat die Konkurrenz zwischen der Berufsbildung und den Gymnasien und Fachmittelschulen ein? Nehmen die Schulen den Lehrbetrieben die Lernenden weg?&nbsp;</li><li>Das Angebot an Schulen wir regional bzw. kantonal gesteuert. Diese Lernenden fehlen dann in den Betrieben. Findet hier eine Abstimmung mit dem Bund und der Wirtschaft statt? Wie könnte die Steuerung bzw. Abstimmung verbessert werden?</li><li>Wie kann sichergestellt werden, dass die Berufsbildung auch weiterhin bei den Jugendlichen auf Interesse stösst?</li><li>Profitieren Absolventinnen und Absolventen einer Berufsbildung gleichermassen von Austauschprogrammen wie Erasmus? Was plant der Bundesrat, um Auslandaufenthalte während oder nach einer beruflichen Grundbildung zu fördern und vereinfachen?</li></ol><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">(1, 4) Gemäss Zahlen des vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation in Auftrag gegebenen Nahtstellenbarometers blieben auf Lehrbeginn 2023 vor allem Lehrstellen in der Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen (Sekretariatsdienste, Call Centers, Kongressveranstalter etc.), im Baugewerbe und im Gastgewerbe unbesetzt. Der Lehrstellenüberhang in den letzten Jahren war auch ein Ergebnis der rückläufigen Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger zwischen 2006 und 2017. Wie der Bildungsbericht Schweiz 2023 (Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung, 2023) aufzeigt, steigt jedoch seit dem Schuljahr 2017/18 diese Zahl wieder an. Mittelfristig wird die Anzahl der besetzten Lehrstellen wieder zunehmen. Die Verbundpartner der Berufsbildung – Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt – setzen sich gemeinsam dafür ein, die Attraktivität der Berufsbildung sicherzustellen. Bund und Kantone stellen dafür die Rahmenbedingungen bereit. Die Wirtschaft nimmt mit der Definition der Bildungsinhalte sehr direkt Einfluss auf das Angebot an Lehrberufen. Ausserdem informieren die Verbundpartner Jugendliche und deren Umfeld umfassend über die vielfältigen Möglichkeiten der Berufsbildung, z.B. durch einen gut ausgebauten Berufswahlprozess, die kantonale Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung sowie durch Berufsinformationen und Schnupperlehrmöglichkeiten. Der Bund unterstützt dabei die Verbundpartner, beispielsweise durch finanzielle Beiträge an regionale Berufsmessen oder an die Durchführung von Berufsmeisterschaften (SwissSkills).</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">(2) Zwischen 2005 und 2022 verteilten sich die Lernenden der Sekundarstufe II gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik ziemlich stabil auf die verschiedenen Bildungswege: knapp zwei Drittel in der beruflichen Grundbildung, etwas über ein Viertel in allgemeinbildenden Ausbildungen (Gymnasium, Fachmittelschule) und der restliche Prozentsatz in der Vorbereitung auf eine Berufsmaturität oder in einer Übergangs- oder Zusatzausbildung</span><span style="font-family:Arial; color:#454545; background-color:#ffffff">.</span><span style="font-family:Arial"> Gemäss Bildungsbericht Schweiz ist kein genereller Trend in Richtung Allgemeinbildung zu beobachten. Jedoch gibt es grosse kantonale und sprachregionale Unterschiede wie auch Differenzen zwischen urbanen und ländlichen Gegenden. In einigen Kantonen sind zudem Verschiebungen zwischen betrieblich organisierten und vollschulischen Berufsbildungen zu beobachten.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">(3) Die Berufsbildung ist gemäss Berufsbildungsgesetz (BBG; SR 412.10) eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Eine entsprechende Abstimmung auf nationaler Ebene ist gewährleistet. Die Mittelschulen (Gymnasien und Fachmittelschulen) sind ein Angebot in der Zuständigkeit der Kantone. Die Kantone berücksichtigen bei der Festlegung des Bildungsangebots auch die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft. Die Abstimmung zwischen Angeboten der Berufsbildung und der Allgemeinbildung erfolgt nicht auf nationaler Ebene; eine Verständigung mit den Kantonen könnte bei Bedarf im Rahmen der Bildungszusammenarbeit von Bund und Kantonen erfolgen.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">(5) Die Förderung von internationalem Austausch und Mobilität im Bereich der Berufsbildung ist Bestandteil der «Schweizer Lösung», welche die Schweiz autonom umsetzt, solange keine Assoziierung an das EU-Programm Erasmus+ erzielt werden kann. Die internationale Mobilität von Jugendlichen während und unmittelbar nach der beruflichen Grundbildung ist in den letzten Jahren besonders stark gewachsen. Der Bundesrat sieht mit der BFI-Botschaft 2025-2028 vor, den Austausch und die Mobilität in allen Bildungsbereichen – inklusive Berufsbildung – weiterhin zu fördern. Um dafür noch bessere Voraussetzungen zu schaffen, strebt der Bundesrat die Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ an.</span></p></div>