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Die in der Botschaft zur AP22+ vorgeschlagenen Massnahmen zur Reduktion der Stickstoffüberschüsse kommen bei vielen Bauern nicht gut an. Anstatt mit Einschränkungen wollen sie das Problem mit technischen Mitteln lösen.
Anfang letztes Jahrhundert gelang es dem Chemiker Fritz Haber erstmals, Stickstoff aus der Luft in einem technischen Verfahren in Ammoniak umzuwandeln: Der Kunstdünger war erfunden. Mit einem Kilogramm mineralischem Stickstoff konnte auf einen Schlag 12 kg mehr Getreide geerntet werden. Vorher mussten die Landwirte mit dem Stickstoff auskommen, den der natürliche Stickstoffkreislauf hergab. Bakterien fixieren dabei den Stickstoff aus der Luft im Boden, von wo ihn die Pflanzen als Nitrat und schliesslich auch die Menschen und Tiere mit dem Essen – beispielsweise in Proteinen – aufnehmen, ehe sich der Kreis mit der Abgabe der Exkremente wieder schliesst. Habers Kollege Carl Bosch entwickelte die grosstechnische Produktion von Stickstoff und ermöglichte so erst das in der Menschheitsgeschichte beispiellose Wachstum der Weltbevölkerung. Heute stehen überall auf der Welt die nach den beiden Erfindern benannten Haber-Bosch-Anlagen. Ohne sie müsste ein Drittel der Menschen hungern.