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Abtei zur Heiligen Maria zu Fulda Die Anfänge des Klosters liegen in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. 1626 legte der Fuldaer Fürstabt, Johann Bemhard Schenk zu Schweinsberg (1623 bis 1632), den Grundstein zum Bau von Kirche und Kloster unter dem Titel Mariä Aufnahme in den Himmel. Schon 1626 hatten vier aus der Abtei Zella im Eichsfeld berufene Benediktinerinnen in einem Haus bei der Severikirche in Fulda das Gotteslob eröffnet. 1631 konnte der inzwischen 15 Mitglieder zählende Konvent in das neue Stadtkloster (Nonnengasse) eingeführt werden. Die 1630 nach Zella zurückgekehrten Gründungsschwestern waren in demselben Jahr durch vier Nonnen aus der Abtei Kühbach (Diözese Augsburg) abgelöst worden, von denen 1630 Salome von Pflaumern (1630 - 1654) zur Priorin gewählt worden war. Der Gründerabt Johann Bernhard kam am 16. November 1632 am Rande der Schlacht bei Lützen durch eine Schwedenkugel ums Leben. So war das Kloster seines Beschützers und auch seiner materiellen Versorgung beraubt. Die durch Statuten zu seinem Unterhalt verpflichteten Pröpste fuldischer Nebenklöster versagten völlig. Siebenmalige Flucht vor Feindtruppen in den Jahren 1631 bis 1640, Ausplünderung, bittere Armut und jahrelanger Hunger stellten die von ihrer starkmütigen Priorin zusammengehaltene kleine Kommunität auf die Zerreißprobe. Priorin Salome sollte die erst 1658 unter Fürstabt Joachim von Gravenegg (1644 - 1671) erfolgende wirtschaftliche Sanierung des Klosters nicht mehr erleben. 1678 konnte die Klosterkirche, die ein halbes Jahrhundert unvollendet geblieben war, endlich geweiht werden.
Auch in den folgenden Jahrhunderten mußte der zumeist kleine Konvent wiederholt um seine Existenz ringen: 1802 bei der Säkularisation des Hochstiftes, als den Nonnen die Übernahme einer Mädchenvolksschule aufgezwungen wurde (bis 1875); im Kulturkampf (1875 bis 1887), als sie ins Exil gingen und im französischen Dorf Drouville bei Nancy tapfer zusammenhielten; schließlich 1942, als ein Klausurteil der Wehrmacht überlassen und dadurch die Vertreibung der Schwestern verhindert wurde. Papst Leo XIII. erhob 1898 das Kloster zur Abtei und ernannte die damalige Priorin, Benedikta Reinhardt, zur ersten Äbtissin (1898 -1908). Ihre Nachfolgerin, Scholastika Kronlage (1908 - 1925), bahnte die geistige Annäherung an die Beuroner Kongregation an, die sich unter Äbtissin Lioba Trost (1925 - 1938, gest. 1953) mit der am 18. Juni 1931 von Rom gestatteten Übernahme der Beuroner Konstitutionen, adaptiert für das unter bischöflicher Jurisdiktion stehende Kloster, konkretisierte. Unter der vierten Äbtissin, Maura Lilia (1939 - 1977), empfing die Gemeinde geistige Impulse aus der liturgischen Bewegung und aus der von P. Odo Casel inspirierten Theologie. P. Simon Stricker und P. Stephan Hilpisch aus der Abtei Maria Laach waren von 1935 -1950 bzw. 1950 -1970 Spirituale in Fulda. 1978 - 1997 leitete Maria Wegener als Äbtissin die Kommunität. 1982 gelangten die Bemühungen um die Zugehörigkeit der Abtei zur Beuroner Kongregation mit der Inkorporation zum Ziel. Seit 1997 wird das Kloster von Priorin-Administratorin Benedikta Krantz geleitet. Das monastische Stundengebet wird in sieben Tageszeiten vollzogen. Alle Horen werden in lateinischer Gregorianik ganz gesungen, nur die Vigilien - mit Ausnahme der Feste - in deutscher Sprache. Die Eucharistie wird täglich als Choralamt gefeiert.
Klösterliche Tätigkeitsbereiche sind: die Paramentenstickerei und eine Schnitzbzw. Holzintarsienwerkstätte; Bereitung von Essenzen für Kräuterliköre; seit 1957 die Herstellung des patentierten Kompostaktivators »Humofix«, dazu das in eigenen Gärten erprobte Engagement für biologisch-ökologisch orientierten Gartenbau, verbunden mit der Herausgabe einer Schriftenreihe. In den fünfziger Jahren baute Sr. Lioba Munz das Atelier für Email- und Goldschmiedekunst auf und arbeitet seither mit drei Mitschwestern an kirchlichen Großaufträgen. 1962 und 1964 erhielt die Abteikirche durch zwei Werke der Künstlerin, das Triumphkreuz und den Flügelaltar, ihren markanten Schmuck. 1957 begann die Mitarbeit einer, 1963 die mehrerer Schwestern an der von Prof. P. Kassius Hallinger OSB (Rom - Münsterschwarzach) geleiteten Edition des »Corpus Consuetudinum Monasticarum«. Eine im Jahre 1806 von der nassauisehen Regierung erlassene Verordnung, die den Gymnasialgottesdienst in die Klosterkirche verlegte, wurde von der Bemerkung begleitet, die Nonnen sollten den »zwecklosen lateinischen Choralgesang« aufgeben. Damit formulierte sich eine bleibende Herausforderung. Wie Bonifatius Sinn und Bestimmung des von ihm 744 gegründeten Erlöserklosters in dessen schlichter Präsenz »mitten zwischen den Völkern« seines Missionsgebietes sah (Br. Nr. 86), so sehen die Benediktinerinnen des ausgehenden 20. Jahrhunderts ihr »zweckloses«, vom Opus Dei getragenes Dasein und Gemeinschaftsleben inmitten einer progressiven Stadt als ihren Grundauftrag an. Die geschichtlich gewachsene Verbundenheit mit dem bischöflichen Stuhl, der enge Kontakt zur Ortskirche, verstärkt durch die von ihr gestellten Liturgen, die Vertrautheit mit den sozialen und geistigen Anliegen der Umwelt geben dem Stadtkloster eine besondere Chance, den Mitmenschen bei der Gottsuche zu helfen.Der Konvent zählt 42 Schwestern.
Grüsse Schwedenkugel
P.S. Ich bin aber kein Heiliger
Moderation Zeitpunkt: 22.08.06 14:40 Aktion: Forumswechsel Kommentar: Falsches Forum - Aufgrund der jugendlichen Unerfahrenheit zum Tatzeitpunkt diesmal ohne Sperrfolgen.