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Die meisten bekannten Teesorten kommen aus China, Indien oder Japan. Hier hat die Herstellung von Tee eine lange Tradition, aber auch in anderen Ländern erfreut sich das Aufgussgetränk großer Beliebtheit. Einige Regionen haben ihre eigenen, ganz besonderen Teesorten hervorgebracht, wie den Mate-Tee aus Südamerika oder Tee aus Johanniskraut, welcher seine Wurzeln in Europa hat. Der aus Südafrika stammende Rooibos-Tee wird im Gegensatz zur Camelia sinensis erst seit kurzer Zeit hergestellt. Das südafrikanische Nationalgetränk überzeugt durch seinen fruchtig-würzigen Geschmack und wird mit zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften in Verbindung gebracht.
Rooibos: Einzigartige Anbauregion
Seit wann der Tee, den man im deutschsprachigen Raum auch als Rotbuschtee bezeichnet, in Südafrika getrunken wird, ist umstritten. Laut Wissenschaftlern findet die Kultivierung seit ungefähr 300 Jahren statt. Rooibos, dessen wissenschaftlicher Name Aspalathus linearis lautet, gehört zur Pflanzenart der Hülsenfrüchtler und stammt aus der Provinz Westkap in Südafrika.[1] Das Anbaugebiet liegt rund 200 km nördlich von Kapstadt in den Zederbergen und ist das einzige auf der Welt. Die strauchartige Pflanze wird ein bis zwei Meter hoch und muss zwischen einem und anderthalb Jahre alt sein, bevor sie das erste Mal geerntet werden kann. Dies geschieht zwischen Dezember und April, wobei die traditionelle Ernte per Hand vielerorts einer maschinellen Ernte gewichen ist.[2]
Ist Rooibos-Tee gesund? Die Studienlage
Um Rooibos-Tee ranken sich viele Mythen. Ihm werden einige gesundheitsfördernde Eigenschaften wie antioxidative und schlaffördernde Wirkungen zugeschrieben. Gleichzeitig soll er reich an Mineralien sowie weiteren Nährstoffen sein und vor Herz-Kreislauf-Krankheiten schützen. Bei genauerer Betrachtung der Inhaltsstoffe fällt die Bewertung dieser Aussagen allerdings ernüchternd aus. Eine Tasse Rooibos-Tee enthält lediglich 1,67 mg Magnesium, 1,09 mg Kalzium und 7,12 mg Kalium. Auch Eisen, Fluor und Zink sind nur in verschwindend geringen Mengen vorhanden.[3]
Als wichtiger Nährstofflieferant kann Rooibos somit nicht bezeichnet werden. Die antioxidative Wirkung sowie der Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnten wissenschaftlich ebenfalls noch nicht nachgewiesen werden – hier fehlt es an validen Studien. Im Gegensatz zur Camelia sinensis gibt es wenig wissenschaftliche Abhandlungen um die aus Südafrika stammende Pflanze und ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften.[4] Rooibos ist allerdings koffeinfrei und enthält keine Gerbstoffe. Er wird so zum idealen Tee vor dem Schlafengehen. Auch für Menschen mit Magenproblemen, die mit koffeinhaltigen Tees wenig anfangen können, ist Rooibos-Tee daher eine gute Wahl.
Pestizide und krebserregende Stoffe in Rooibos-Tee?
In der Vergangenheit ist Rooibos-Tee in die Schlagzeilen geraten, weil in manchen Teesorten krebserregende Stoffe nachgewiesen werden konnten und die Belastung durch Pestizide zu hoch war. Diese negativen Ergebnisse aus Laboruntersuchungen betreffen leider viele Teesorten, insbesondere vorportionierten Tee in Teebeuteln und nicht nur den aus Südafrika stammenden Rotbuschtee. Die Pestizidbelastung stammt aus einer übermäßigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und die krebserregenden Stoffe gelangen durch mitgeerntete Pflanzen in den Tee. Für Rooibos-Tee gilt damit das Gleiche, wie für alle anderen Teesorten: Teetrinker müssen auf die Qualität achten, damit sie ihren Tee sorgenfrei genießen können. Dann ist Rooibos-Tee ebenso ungefährlich wie jede andere Teesorte.[5]
Rooibos: Eine vom Aussterben bedrohte Pflanze
Teetrinker schätzen Rooibos-Tee vor allem aufgrund seines fruchtig-süßen Geschmacks und des fehlenden Koffeins. Die Pflanze ist laut einiger Wissenschaftler jedoch aufgrund des Klimawandels vom Aussterben bedroht. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Lebensdauer der Sträucher in den vergangenen Jahrzehnten von rund zwölf Jahren auf fünf Jahre gesunken ist. Hierfür werden klimatische Veränderungen in den Zederbergen verantwortlich gemacht. Um die Kulturpflanze zu erhalten, wird in Südafrika versucht, sie durch Kreuzungen widerstandsfähiger zu machen.[6] Für Fans der südafrikanischen Teesorte besteht also Hoffnung, dass sie ihr Lieblingsgetränk auch in Zukunft noch genießen können.
[5] Ebd.