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(De Geer, 1773)
- DE: Gewöhnliche Strauchschrecke
- EN: Common Dark Bush-cricket
- FR: La Decticelle cendrée
- IT: Folidottera cinerea
- Syn.: Locusta aptera Charpentier, 1825 | Gryllus cinereus Gmelin, 1789
Morphologie
Die Grundfarbe von Pholidoptera griseoaptera ist unauffällig braun, gräulich oder rötlich-braun. Es fehlen kontrastreiche Zeichnungen. Die Halsschild-Seitenlappen sind höchstens am Hinterrand schmal und hell gesäumt. Die Seiten von Halsschild, Brust und Hinterschenkel sind oft dunkel, manchmal auch nur gefleckt. Der sichtbare Teil der männlichen Vorderflügel ist etwa so lang wie der Halsschild und hellbraun gefärbt. Diejenigen des Weibchens sind schuppenförmig und ragen nur knapp unter dem Halsschild hervor. Die Cerci des Männchens sind gerade bis leicht nach innen gebogen und tragen einen kräftigen Innenzahn im ersten Drittel. Die Legeröhre ist sichelartig nach oben gebogen und verläuft gleichmässig in eine dunkle Spitze. Die Larven sind vor allem in den frühen Stadien an den Körperseiten sehr dunkel und über den Rücken hellbraun gezeichnet. Die Grundfarbe und ein heller Ring unterhalb der Hinterknie sind charakteristisch.
Gesang
Der mässig laute Spontangesang von Pholidoptera griseoaptera besteht aus kurzen, schrillen Versen, die aus 3 Silben bestehen. Anders als bei Pholidoptera fallax nimmt man die Verse aber meist als ein einzelner „zrit“-Laut wahr, da die Silben schneller wiederholt werden. Nur bei tiefen Temperaturen kann man die einzelnen Silben deutlich wahrnehmen. Wie bei Pholidoptera fallax ist die erste Silbe deutlich leiser als die beiden folgenden. Die Verse werden in variablen Abständen von 0,5-3 s geäussert. Das Frequenzspektrum zeigt ein Maximum bei ca. 25 kHz. Mehrere benachbarte Männchen singen oft alternierend oder synchronisieren ihre Gesänge. Bei hohen Individuendichten sind Rivalitäten häufig. Dabei erzeugen die Männchen vielsilbige, hart ratternde Verse von unterschiedlicher Dauer. Dabei kann es durchaus zu Tätlichkeiten kommen, wie wir es auch bei Tettigonia cantans beobachtet haben.
Spontangesang von Pholidoptera griseoaptera - DE, Bayern, Haselbrunn bei Bayreuth, 20 °C, abends.
Spontangesang von Pholidoptera griseoaptera - CH, SH, Hallau, 8 °C, sehr kalte Nacht.
Wechselgesang zweier ♂♂ von Pholidoptera griseoaptera mit mehrsilbigem Rivalengesang - CH, BE, Boltigen im Simmental, 27 °C, halbschattig.
3-silbiger Vers aus dem Spontangesang von Pholidoptera griseoaptera - CH, SH, Hallau, 8 °C, sehr kalte Nacht.
Verbreitung
Pholidoptera griseoaptera ist von Nordspanien über ganz Frankreich, Mitteleuropa und die Balkanhalbinsel bis in die Türkei verbreitet. Die östlichsten Vorkommen liegen im Kaukasus. Im Norden Europas reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Süden Grossbritanniens und Skandinaviens. In der Schweiz zählt Pholidoptera griseoaptera zu einer der häufigsten Arten und ist in allen Landesteilen bis in eine Höhe von knapp 2000 m verbreitet. In Deutschland ist die Art im Süden flächendeckend verbreitet, gegen Norden wird das Verbreitungsgebiet lückiger.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Pholidoptera griseoaptera sind von Juni bis November zu finden.
Die Eier werden in Totholz und in den Erdboden abgelegt. Dabei kann ein Weibchen bis über 200 Eier ablegen. Es werden feuchte und gut besonnte Eiablageplätze bevorzugt. Die Eier überdauern zwei Winter, bis die Larven zwischen April und Mai schlüpfen. Anschliessend durchlaufen sie 7 Stadien. Die ausgewachsenen Männchen singen sowohl am Tag als auch in der Nacht, oft kopfüber nach unten gerichtet und gut in der Vegetation versteckt. Pholidoptera griseoaptera ernährt sich von Blüten, Blättern und kleinen Arthropoden.
Lebensraum
Pholidoptera griseoaptera bevorzugt höhere und dichtere Strukturen. Dabei besiedelt sie langgrasige Wiesen, Weiden, Böschungen, Hochstauden- und Schlagfluren. Genauso findet man die Art entlang von Waldrändern, in Gebüschen und Hecken oder Gärten und Parkanlagen im Siedlungsbereich. Als eine der wenigen Arten lebt Pholidoptera griseoaptera auch in Wäldern, sobald Licht und schützende Vegetation vorhanden sind. Die Larven halten sich bevorzugt in der Krautschicht auf.
Gefährdung & Schutz
Pholidoptera griseoaptera gehört zu den häufigsten Arten Mitteleuropas. Sie ist nicht gefährdet und auch im Siedlungsbereich anzutreffen.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Pholidoptera griseoaptera gleicht den anderen Arten der Gattung Pholidoptera, unterscheidet sich aber anhand der Halsschildzeichnung. Ihr fehlt eine deutliche, helle und breite Randzeichnung am Unter- und Hinterrand der Halsschild-Seitenlappen. Auch die Antaxius-Arten tragen einen hellen, breiten Saum auf den Halsschild-Seitenlappen, die Cerci der Männchen sind breit abgeflacht und die Körperunterseite ist orange. Yersinella raymondii ist kleiner, schlanker, langbeiniger und deutlich zweifarbig mit einem hellbraunen Rückenbereich und dunklen Körperseiten. Die Cerci des Männchens von Yersinella raymondii haben zudem keinen Innenzahn. Der Spontangesang von Pholidoptera griseoaptera kann vor allem bei tiefen Temperaturen mit demjenigen von Pholidoptera fallax verwechselt werden. Bei vergleichbaren Temperaturen dauern die Verse von Pholidoptera fallax länger.