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Die Schweiz und die Sowjetunion
Der Weg zur Wiederaufllahme der Beziehungen mit Moskau
Zwischen 1918 und 1946 hatte die Schweiz keine Beziehungen zu Russland. Sie waren abgebrochen worden, weil die Schweiz den kommunistisch gewordenen Staat bezichtigt hatte, sich über seine Berner Mission in die innenpolitischen Querelen des Generalstreiks eingemischt zu haben. Obwohl die handelspolitischen Kontakte zu Russland und spiiter zur Sowjetunion nicht vôllig unterbunden wurden, stellten diese "beziehungslosen Zeiten" für die Schweiz eine Ausnahmesituation dar. Normalerweise bedeutete die Neutralitiit, dass unser Land diplomatische Kontakte mit allen Ländern zu unterhalten suchte. Rigoroser Befürworter der diplomatischen Nichtanerkennung war der Vorsteher des Politischen Departementes in den zwanziger und dreissiger Jahren, Bundesrat Giuseppe Motta. Er stützte sich dabei auf eine damais in der Schweiz weit verbreitete antisowjètische Haltung. Vor allem im bürgerlichen Lager befürchtete man, dass eine Anerkennung Tür und Tor für die kommunistische Propaganda öffnen würde.
Erst die veränderte internationale Situation nach 1942, ais die Vereinigten Staaten, Grossbritannien und die Sowjetunion sich zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Hitler-Deutschland zusammenschlossen, brach die rigorose Abwehrhaltung der Schweiz auf. Bundesrat Marcel Pilet-Golaz hatte zwar versucht, die Politik Mottas fortzusetzen, aber er geriet von Ende 1942 an in immer härtere Bedrängnis. lm Sommer 1944 machte Pilet via London den Versuch, mit Moskau Gesprllche aufzunehmen. Doch der Kreml zeigte ihm die kalte Schulter und lehnte nun seinerseits die Normalisierung ab. Erst nach Ende des Krieges gelang es Pilets Nachfolger Max Petit pierre, zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. lm Sommer 1946 wurden zwischenden beiden Staaten die diplomatischen Kontakte wieder hergestellt.
Ideologie statt Aussenpolitik
Die Auseinandersetzung um die Anerkennung der Sowjetunion durch die Schweiz ist mehrmals Gegenstand historischer Untersuchungen geworden. Ein Vergleich der bisherigen Forschungen zeigt, dass die Ergebnisse in den wesentlichen Grundzügen übereinstimmen. Unterschiede gibt es nur in der Setzung von einzelnen Akzenten. Hier scheiden sich die Geister.
Als erstem und lange ais einzigem wurden in den sechziger Jahren dem Basler Historik