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Der schottische Clan ist mindestens 800 Jahre alt und gehört seit Anbeginn zum schottischen Adel. Heute ist der Clan eine der wichtigsten britischen Adelsfamilien. Sie stellten Barone, Vizegrafen, Grafen, Markgrafen und Herzöge.
Der Legende nach stammen sie vom Schotten Sholto Douglas ab, der im 8. Jahrhundert gelebt haben soll. Dessen Sohn Marius Douglas soll sich mit Karl dem Grossen verbündet haben. Marius wurde in Italien sesshaft und nahm den Namen Mario Scoto an. Er soll den entführten Papst Leo III. gerettet haben (Quelle). Er heiratete in den italienischen Adel und aus seiner Familie entstand höchstwahrscheinlich die Adelsfamilie Marescotti, aus der wiederum die Ruspoli Familie hervorging, die heute noch zu den wichtigsten italienischen Adelsfamilien gehört. Die Ruspoli Familie wird in diesem Beitrag aber nicht behandelt.
Der Clan brachte viele britische Politiker und hochrangige Militärs hervor. Sie brachten auch viele Künstler, Autoren, Philosophen usw. hervor sowie Bischöfe von schottischen Kirchen. Dieser Beitrag konzentriert sich aber auf Verbindungen zur Wirtschaftselite und zur Freimaurerei.
Britischer Adel
Freimaurerei
Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. Die schottische Freimaurergrossloge besteht seit 1736 und wurde seit Anbeginn von schottischen Clans geführt. Mehrere Mitglieder des Douglas Clans waren Grossmeister der schottischen Grossloge:
- Graf James Douglas (1702-1768) war der vierte Grossmeister der schottischen Grossloge.
- Sein Sohn Graf Sholto Douglas (1732-1774) wurde ebenfalls Grossmeister. Er heiratete in den schottischen Hamilton Clan, der mehrere schottische Grossmeister stellte.
- Sholtos Sohn Graf George Douglas (1761-1827) wurde ebenfalls Grossmeister. Er war Lord High Commissioner der Generalversammlung der Church of Scotland, eine schottisch-presbyterianische Kirche. Das Amt des Lord High Commissioner besetzten meist Adlige, viele davon aus schottischen Clans. Mehrere davon waren Freimaurer.
- Baron Archibald Campbell Douglas (1835-1908) aus einem anderen Familienzweig war ebenfalls Grossmeister. Sein gleichnamiger Neffe (1870-1929) war ebenfalls Grossmeister.
(Quelle)
Die schottischen Grossmeister James und Sholto (Vater und Sohn) waren auch Grossmeister der indischen Freimaurer (Quelle: auf Seite 26). Die Freimaurerei wurde von britischen Kolonialisten nach Indien gebracht.
Der schottische Grossmeister James Douglas war auch Grossmeister der Premier Grand Lodge of England, welche die erste Freimaurergrossloge der Welt war und 1717 gegründet wurde. (Quelle) Aus dieser wurde 1813 die United Grand Lodge of England, die bis heute als eine der weltweit wichtigsten Logen gilt. Sie wird traditionell von der britischen Königsfamilie geführt (Quelle). Mehr als 20 Mitglieder des britischen Königshauses waren Freimaurer und manche auch Grossmeister (Quelle).
Mary Victoria Douglas-Hamilton (1850-1922) heiratete in die monegassische Königsfamilie. In zweiter Ehe heiratete sie in den ungarischen Adel. Ihr Vater Herzog William Hamilton war Grossmeister der schottischen Freimaurer. Die Herzöge von Hamilton sind die Clan-Chefs des Hamilton Clans. Sie haben auch Blut des Douglas Clans in sich und tragen seit dem 19. Jahrhundert den Familiennamen Douglas-Hamilton. Noch weitere Grossmeister der schottischen Freimaurer waren mit dem Douglas Clan verwandt.
Der Douglas Clan war auch in schottischen Provinzlogen vertreten.
Montagu-Douglas-Scott
Durch Heiraten in die englische Adelsfamilie Montagu und den schottischen Scott Clan entstand der Familienzweig Montagu-Douglas-Scott. Dieser Familienzweig hat persönlichen Kontakt zu den britischen Royals. Alice Montagu-Douglas-Scott (1901-2004) heiratete in die britische Königsfamilie.
Viele Mitglieder des Douglas Clans wurden in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Herzog Walter Montagu-Douglas-Scott (1806-1884) und Baron Alec Douglas-Home (1903-1995) waren Präsidenten des Geheimrates.
Douglas-Home
Baron Alec Douglas-Home war auch britischer Premierminister. Er war Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Bilderberg-Treffen und leitete somit das Elitetreffen (Quelle). Er besuchte den Economic Club von New York und hielt dort eine Rede (Quelle). Der Club lädt erlesene Gäste zum Essen ein, um über Wirtschaft und Politik zu diskutieren. Bemerkenswerte Mitglieder wären Rockefeller, Botín, Roosevelt, Agnelli und Bush.
Sein Neffe Charles Douglas-Home (1937-1985) schrieb als Journalist für britische Zeitungen. Er kannte Baron Evelyn Baring und schrieb seine Biographie. Evelyn kam aus der Baring Familie, die schon seit 300 Jahren zu den wichtigsten britischen Bankiersfamilien gehört. Nachdem der Medienmogul Rupert Murdoch 1981 die britische Zeitung „The Times“ übernahm, ernannte er 1982 Charles Douglas-Home zum Herausgeber. Charles führte die Zeitung noch bis zu seinem Tod 1985. Unter seiner Führung setzte die Times verstärkt auf Adelsklatsch. (Quelle)
Der Journalist Mark Douglas-Home (*1951) besetzte leitende Positionen bei schottischen Zeitungen.
Graf David Douglas-Home (*1943) ist der derzeitige Clan-Chef des Home Clans. Der Politiker war Vorsitzender der britischen Privatbank Coutts, die seit 1692 besteht und damit zu den ältesten Banken der Welt gehört.
Bemerkenswerte Heiraten
Der Douglas Clan heiratete in sehr viele schottische Clans sowie in englische und irische Adelsfamilien. Sie heirateten auch in Familien, die wirtschaftlich aktiv waren:
- Die Frau von Lord Francis George Montagu-Douglas-Scott (1879-1952) hatte eine Schwester (Ruby), die Graf Rowland Thomas Baring heiratete. Der Graf kam aus der Baring Familie, die schon seit 300 Jahren zu den wichtigsten britischen Bankiersfamilien gehört. Eine weitere Schwester (Violet) heiratete in die Astor Familie, die im 19. Jahrhundert zu den mächtigsten und reichsten Familien der USA gehörte und im 20. Jahrhundert in den britischen Adel aufgenommen wurde. (Quelle)
- David Henry George Montagu-Douglas-Scott (1945-2001) heiratete in die Harmsworth Familie (Quelle). Diese gehört schon seit 100 Jahren zu den wichtigsten Zeitungsunternehmern Grossbritanniens.
- John Douglas (1865-????) heiratete Olga Edith Reuter (Quelle). Die Reuter Familie kontrollierte damals die weltweit führende Presseagentur Reuters.
- Rachel Cecily Douglas-Scott-Montagu (circa 1870-1962) hatte eine Tochter (Dorothy), die in die Pease Familie heiratete (Quelle: 1 und 2). Diese ist eine der wichtigsten britischen Bankiersfamilien und gehörte früher zu den Pionieren der Eisenbahn.
- Markgraf David Douglas (*1929) hat einen unehelichen Sohn namens Ambrose Jonathan Carey. Dieser leitete oder leitet noch immer eine britische Sicherheits- und Geheimdienstfirma. Careys Halbschwester heiratete den saudischen Geschäftsmann Salem bin Laden. (Quelle) Salem kam aus der saudischen Unternehmerfamilie Bin Ladin, die eng mit der saudischen Königsfamilie verbunden ist. Das bekannteste Mitglied der Familie ist Osama bin Laden, das ehemalige Oberhaut der Al-Qaida. (Quelle)
Kolonialverwalter
Wie viele Clans kamen sie während der britischen Kolonialherrschaft weltweit zu Einfluss.
Sir John Douglas (1836-1885) war Gouverneur von Ceylon (das heutige Sri Lanka).
Baron Howard Douglas (1776-1861) war Vizegouverneur der kanadischen Provinz New Brunswick. Sein Sohn Baron Robert Percy Douglas (1805-1891) war Vizegouverneur der Kanalinsel Jersey.
Viele Ehepartner und Verwandte waren als Kolonialverwalter tätig
Douglas Clan in Schweden und Russland
Der Schotte Robert Douglas (1611-1662) war Feldmarshall im Dienste der schwedischen Königsfamilie und wurde von ihnen zum Grafen geadelt. Dieser Familienzweig brachte mehrere schwedische Politiker und hochrangige Militärs hervor. Sie heirateten in schwedische Adelsfamilien. Graf Ludvig Douglas (1849-1916) war zudem schwedischer Aussenminister. Sein Grossvater mütterlicherseits war Ludwig I., Grossherzog von Baden.
Graf Gustaf Douglas (*1938) und seine beiden Söhne sind wirtschaftlich aktiv. 2019 wurde ihr gemeinsames Vermögen auf 7 Milliarden US-Dollar geschätzt und sie gehören damit zu den reichsten Schweden (Quelle). Sie besitzen knapp 80% von „Investment AB Latour“. Die beiden Söhne sind derzeit im Vorstand von Latour. Die Investmentgesellschaft Latour besitzt mehrere kleinere Unternehmen, deren jährliche Umsätze bei 10 bis 500 Millionen US-Dollar liegen. Latour ist derzeit auch an grösseren Unternehmen beteiligt. Die wichtigsten wären:
- Securitas AB (10,91% Anteil und 29,58% Stimmrechte). Latour ist der grösste Aktionär von Securitas. Das schwedische Unternehmen gehört zu den grössten Sicherheitskonzernen der Welt. Die Dienstleistungen umfassen Wachen und Patrouillen, Ermittlungen, Hausalarmsysteme, Sicherheitsberatung und Versorgung mit Wachhunden. Zum Securitas-Konzern gehört auch die US-Sicherheitsfirma Pinkerton. Diese besitzt „hochqualifizierte Agenten“, die vermögende Privatpersonen, Promis, königliche Familien und Diplomaten schützen (Quelle). Seit mehreren Jahrzehnten gibt es weltweit eine schleichende Privatisierung der Sicherheitskräfte. Laut einer Guardian-Analyse von 2007 lebt mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung in Ländern, in denen mehr private Sicherheitskräfte als öffentliche Polizisten beschäftigt sind. Auch vermehrt Reiche und Superreiche gehören zu den Kunden der Sicherheitsindustrie. Auch die Ölindustrie setzt auf private Sicherheitskräfte, die Ölpipelines bewachen. Seit der Jahrtausendwende gibt es immer mehr private Sicherheitsfirmen, die Soldaten und Geheimdienste zur Verfügung stellen, die inzwischen weltweit in Kriegs- und Konfliktgebieten aktiv sind (Quelle).
- Assa Abloy (9,5% Anteil und 29,4% Stimmrechte). Latour ist der grösste Aktionär von Assa Abloy. Der weltweit aktive schwedische Konzern hat sich auf die Sicherheit von Türen, Toren und Eingängen spezialisiert. Das reicht von einfachen Türschlössern bis hin zu Hightech Türen, die sich nur mit Karten oder den richtigen biometrischen Daten öffnen lassen. Auch die Sicherung von Villen ist ein Geschäftsfeld und somit werden auch Reiche zur Kundschaft gehören. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Sicherung von Eingängen von militärischen und staatlichen Einrichtungen (Quelle). Assa Abloy ist eines der grössten schwedischen Unternehmen.
- Sweco (26,94% Anteil und 20,98% Stimmrechte). Gehört zu den zehn grössten Architekturbüros der Welt.
- Fagerhult AB (Anteil 46,3%). Der schwedische Konzern gehört zu den führenden Beleuchtungsherstellern Europas.
Der Schwede Melker Schörling ist ein Geschäftspartner von Graf Gustaf Douglas. Neben der Douglas Familie besitzt er die meisten Stimmrechte von Securitas und Assa Abloy. Das Vermögen von Melker und seiner Familie wird auf 9,7 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Graf Gustaf Douglas leitete den staatlichen Fernsehsender SVT2 und die „Dagens Nyheter“, die zu den wichtigsten schwedischen Zeitungen gehört und sich im Besitz der Bonnier Familie befindet.
Graf Archibald Douglas (1910-1992) arbeitete für die „Stockholms Enskilda Bank“, eine der grössten schwedischen Banken. Die Bank wird von der Wallenberg Familie kontrolliert, die als die mächtigste Familie der schwedischen Wirtschaftselite gilt. Graf Archibald war auch Direktor von Investor AB, wodurch er die Wallenberg Familie höchstwahrscheinlich kannte. Er war Vorsitzender der schwedisch-amerikanischen Handelskammer in New York.
Graf Archibald Douglas (1883-1960) gehörte zur Führung des schwedischen Militärs. Auf seinen Befehl wurde im 2. Weltkrieg ein Konzentrationslager für Kommunisten errichtet (Quelle).
Bemerkenswerte Heiraten des schwedischen Zweiges
- Archibald Douglas (*1949) heiratete in die österreichische Königsfamilie. (Quelle)
- Graf Charles Robert Douglas (1880-1955) heiratete in die Hochadelsfamilie Hohenzollern, die früher den Thron von Preussen und Rumänien besetzte. (Quelle: 1 und 2)
- Gräfin Elisabeth Douglas (*1940) heiratete in die bayrische Königsfamilie. (Quelle)
- Gräfin Rosita Douglas (*1943) heiratete Herzog John Spencer-Churchill, ein Verwandter des britischen Premierministers und Freimaurers Winston Churchill. (Quelle)
Russland
Gustav Otto Douglas (1687-1771) stand im Dienste der schwedischen Armee. Er geriet 1709 in russische Kriegsgefangenschaft. 1714 trat er als Oberst in russische Dienste und wurde 1717 zum russischen Generalgouverneur von Finnland ernannt. 1738 wurde er russischer Generalgouverneur von Estland. Das ein Kriegsgefangener innerhalb weniger Jahre in die russische Elite aufgenommen wurde, scheint mir schon äussert bemerkenswert. Zum russischen Adel gehörte zu der Zeit auch ein Familienzweig des schottischen Bruce Clans, der führende Positionen bei der russischen Armee besetzte (Quelle). In den folgenden Jahrzehnten wurden auch Zweige der schottischen Clans Armstrong und Barclay in den russischen Adel aufgenommen (Quelle). James Francis Edward Keith, der Sohn eines britischen Grafen aus dem Keith Clan, wurde 1740 der zweite Grossmeister der russischen Freimaurer. Er war ein Cousin des schottischen Grafen John Keith (circa 1699-1758). Dieser war Grossmeister der englischen und schottischen Freimaurer. (Quelle)
Douglas Clan in Australien
Der Douglas Clan unterhält bis heute Kontakte zu seinen Verwandten in Australien (Quelle).
John Douglas (1828-1904), der Neffe eines Markgrafen aus dem Douglas Clan, emigrierte von Grossbritannien nach Australien, wo er in die Politik ging. Er wurde Premierminister des australischen Bundesstaates Queensland. Er war Freimaurer. (Quelle) Zwei seiner Söhne waren Richter am Obersten Gerichtshof von Queensland (Quelle).
Ein weiterer Sohn heiratete die Tochter von Thomas Beirne. Der Ire Thomas Beirne gehörte zu den reichsten Geschäftsmännern der australischen Kolonialzeit. Er war einer der wenigen Millionäre in Australien. Papst Pius XI. verlieh ihm den Gregoriusorden, da er katholische Interessen in der Kolonie Australien vertrat. (Quelle)
Ein Urenkel des Einwanderers John ist der australische Politiker Alex Douglas (*1958).
Australien war früher eine britische Kolonie. Heute gehört Australien zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind. Die britische Königsfamilie stellt heute noch das Staatsoberhaupt von Australien.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.