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John Henry Mackay kommt in Greenock (Schottland) zur Welt.
Karl Henckell kommt in Hannover zu Welt. Er hat zwei ältere Brüder, Karl Wilhelm (1857-1936), der 1877 in die USA auswanderte, wo er als Tierarzt praktizierte, und Georg Gustav Adolf (1859-1942) sowie eine ältere und eine jüngere Schwester, Bertha Friederike (1861-?) und Anna Dorothea Wilhelmine (1871-1928).
Otto Erich Hartleben kommt in Clausthal zur Welt. Hartleben wuchs nach dem Tod seiner Eltern zunächst bei seinem Grossvater in Hannover auf. Zu seinen Jugendfreunden in Hannover zählten Karl Henckell, Arthur Gutheil und Alfred Hugenberg.
Richard Strauss kommt in München zur Welt.
Frank Wedekind kommt in Hannover zur Welt.
Paul Kampffmeyer kommt in Berlin zur Welt.
Karl Henckell macht das Abitur in Kassel.
Im Frühjahr hält sich Karl Henckell in Berlin auf. Er lernt die Brüder Heinrich und Julius Hart kennen.
Umsonst. Ein sociales Nachtstück von Karl Henckell erscheint in Berlin (Commission bei Wilhelm Issleib).
Moderne Dichter-Charaktere herausgegeben von Wilhelm Arent, mit Einleitungen von Hermann Conradi und Karl Henckell erscheint in Berlin. Die Sammlung enthält neben Gedichten von Arndt, Conradi und Henckell auch Gedichte von Heinrich und Julius Hart und Erich Hartleben.
Online: Moderne Dichter-Charaktere (Zentralbibliothek Zürich) und Moderne Dichter-Charaktere (Universitätsbibliothek Paderborn).
Poetisches Skizzenbuch von Karl Henckell mit einem Vorwort von Heinrich Hart erscheint (J. C. C. Bruns’ Verlag, Minden i. Westf.). Es ist den Brüdern Heinrich und Julius Hart, “den muthigen Streitern für eine große und männliche Poesie, in Freundschaft, Liebe und dankbarer Verehrung gewidmet.” Die Sammlung enhält Das Lied des Steinklopfers, eines der bekanntesten Gedichte von Henckell, das zudem von Richard Strauss vertont wurde.
Karl Henckell studiert im Wintersemester 1885/86 in München.
Karl Henckell lässt sich in Zürich nieder und beginnt ein Studium an der Universität Zürich.
Gründung des Ulrich-Hutten-Bunds, dessen Vorsitz Karl Henckell übernimmt.
John Henry Mackay kommt nach Zürich, wo er bis 1891 lebt.
Karl Henckell wohnt an der Schönbühlstrasse 24 im Zürcher Stadtquartier Hottingen.
Karl Henckells Gedichtband Amselrufe und John Henry Mackays Sturm, die beide im Verlags-Magazin (J. Schabelitz) in Zürich erschienen sind, werden aufgrund des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie verboten.
Quelle: Amtsblatt der Königlich Württembergischen Verkehrsanstalten, 21. März 1888, Nr. Nr. 34, S. 143. Online
Karl Henckell wohnt an der Englischviertelstrasse im Züricher Stadtqurtier Hottingen.
Katl Henckell wird Bürger der Gemeinde Stallikon bei Zürich und erhält dadurch das Schweizer Bürgerrecht.
Die zweite Auflage der Amselrufe von Karl Henckell erscheint im Verlags-Magazin (J. Schabelitz), Zürich.
Die zweite, durchgesehene und vermehrte Auflage von Der Sturm von John Henry Mackay erscheint im Verlags-Magazin (J. Schabelitz), Zürich. Die dritte und vierte Auflage der Gedichtsammlung erscheinen in den 1890er Jahren im Verlag von Karl Henckell.
Online: Der Sturm.
Karl Henckell erhält die Landrechtsurkunde des Standes Zürich und damit das Schweizer Bürgerrecht.
Trutznachtigall von Karl Henckell erscheint im Verlag von J. H. W. Dietz in Stuttgart.
Die Anarchisten. Kulturgemälde aus dem Ende des XIX. Jahrhunderts von John Henry Mackay erscheint im Verlags-Magazin (J. Schabelitz), Zürich.
Karl Henckell veröffentlicht das Flugblatt Der Fall Peus.
Der Arzt und Dichter Leopold Jacoby übersiedelt nach Zürich.
Bertha von Suttner beginnt mit der Herausgabe der Zeitschrift Die Waffen nieder.
Das Buch der Freiheit von Karl Henckell erscheint im Verlag der Expedition des Berliner “Vorwärts” Berliner Glocke in Berlin. Der Band enhält neben eigenen Gedichtem etwa auch Gedichte von Leopold Jacoby, Otto Erich Hartleben, Detlev von Liliencron, John Henry Mackay, Heinrich und Julius Hart, Hermann Conradi und Otto Julius Bierbaum.
Online: Buch der Freiheit.
In Neuland. Ein Sammelbuch moderner Prosadichtung erscheint von Karl Henckell die Erzählung Der Rettungsengel. Herausgegeben wurde die Anthologie von Cäsar Flaischlen (Verlag des Vereins der Bücherfreunde, Berlin). Sie enthält u. a. auch Texte von Heinrich und Julius Hart, Otto Erich Hartleben und John Henry Mackay. Die Schlussstücke gestaltete Fidus.
Online: Der Rettungsengel.
Richard Strauss widmet die Vier Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, op. 27, zum Hochzeitstag “Meiner geliebten Pauline zum 10. September 1894 als Morgengabe”. Der Text des Lieds Nr. 1 Ruhe, meine Seele stammt von Karl Henckell, der Text des Lieds Nr. 2 Cäcilie von Heinrich Hart sowie die Texte der Lieder Nr. 3 Heimliche Aufforderung und Nr. 4 Morgen von John Henry Mackay.
Karl Henckell beginnt mit der Veröffentlichung der Reihe Sonnenblumen.
Die Monographie Karl Henckell. Ein moderner Dichter von Franz Blei erscheint.
In der Schweizer Dichtermappe ist Karl Henckell mit einem Beitrag vertreten neben Gottfried Keller, Adolf Frey oder Carl Spitteler sowie Leopold Jacoby.
Karl Henckell hält im Vereinshaus des Kaufmännischen Vereins in Zürich den zweiten Vortrag über zeitgenössische Autoren des deutschen Literatur.
Letzten Donnerstag hielt Karl Henckell im Vereinshaus des Kaufmännischen Vereins den zweiten Vortrag über zeitgenössische Autoren der deutschen Litteratur. Er verstund es, in seinen “Plaudereien” das Interesse der zahlreichen Hörerschaft ausgezeichnet rege zu halten. Man konnte du wertvolle Einblicke in die Werkstätten moderner Meister thun. Und was vor allem aus ungemein sympathisch berührte: der anerkannt hochbegabte Dichter hat für seine Mitkämpfer auf dem Felde der neuen Dichtung nur glänzende Anerkennung ihrer Leistungen. In diefer freien Dichterseele hat der Neid keinen Raum. Eine solche Wahinehmung ist in einer Zeit, da kleinliche Rivalität düstere Schatten auf gar manches Streben fallen läßt, doppelt erfreulich. Nächsten Donnerstag findet der dritte und letzte dieser geschätzten litterarischen Abende statt.
In: Grütlianer, 44. Jahrg., 12. März 1895. Nr. 30, S. 2. Online
Leopold Jacoby stirbt in Zürich.
Von Paul Kampffmeyer erscheint Geschichte der modernen Gesellschaftsklassen in Deutschland.
Die Nr. 14 des 2. Jahrgangs der Sonnenblumen ist Leopold Jacoby gewidmet ebenso der beigelegte Anzeiger. Dieser enthält den Text “Eine Schulerinnerung”, eine Würdigung von Jacoby sowie das Gedicht “Der tote Dichter”.
Karl Henckell veröffentlicht in seinem Verlag Cunita von Leopold Jacoby, Mis Chindli. Ein Liederkranz für junge Mütter von Sophie Hämmerli-Marti, die Gedichtsammlung Passifloren von Gertrud Pfander sowie Ada Negri. Ein Vortrag.
Karl Henckell widmet dem Samariterverein Neumünster in Zürich das Gedicht Dem Samariterverein Neumünster zu seiner 10jährigen Stiftungsfeier zu dessen 10jähriger Stiftungsfeier.
Das Lied Nr. 1 Verführung von Richard Strauss mit dem Text von John Henry Mackay der Vier Gesänge für eine Singstimme mit Begleitung des Orchesters, op. 33, wird in Berlin uraufgeführt.
Im Verlag von Karl Henckell erscheinen 12 Komponisten-Postkarten mit Rahmenzeichnungen von Fidus an (Beethoven, Mozart, Weber, Wagner, Chopin, Rossini, Flotow, Schubert, Kreutzer, Brahms, Lortzing, Mendelssohn-Bartholdy).
Henckell hinterlegt die Karten als geistiges Eigentum mit dem Erscheinungsdatum 6. April 1898 (Schweizerisches Handelsamtsblatt, 16 . Jahrg., 12. Juli 1898, Nr. 202, S. 851, Nr. 840, Online).
Karl Henckell und Anny Haaf-Haller heiraten in Zürich.
Aus Anlass des 70. Geburtags von Arnold Böcklin am 16. Oktober 1897 veröffentlicht Karl Henckell in seinem Verlag eine Sammlung von Gedichten unter dem Titel Arnold Böcklin gewidmet von Karl Henckell.
Karl Henckells Vater Arnold Henckell stirbt in Lenzburg.
Im Verlag von Karl Henckell erscheinen 12 Postkarten mit Porträts und Versen von Dichtern (Gottfried Keller u. a.). Die Rahmen der Porträts stammen von Fidus.
Henckell hinterlegt die Karten als geistiges Eigentum mit dem Erscheinungsdatum 30. Dezember 1897 (Schweizerisches Handelsamtsblatt, 16 . Jahrg., 13. April 1898, Nr. 115, S. 474, Nr. 823, Online).
Die Sammlung Gedichte von Karl Henckell erscheint im eigenen Verlag. Der Band enthält ganzseitige Illustrationen und zahlreiche Vignetten von Fidus.
Im Verlag von Karl Henckell erscheinen 12 Komponisten-Postkarten mit Rahmenzeichnungen von Fidus (Beethoven, Mozart, Weber, Wagner, Chopin, Rossini, Flotow, Schubert, Kreutzer, Brahms, Lortzing, Mendelssohn-Bartholdy).
Gertrud Pfander stirbt in Davos.
Richard Strauss schreibt Fünf Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte, op. 41. Der Text des Lieds Nr. 2 In der Campagna stammt von John Henry Mackay.
Der Drucker und Verlagsbuchhändler Jakob Schabelitz stirbt in Zürich.
Anlässlich der Heirat von Fidus und Elsa Knoll stellt Otto Grautoff eine Mappe mit 46 Blättern zusammen, darunter Beiträge von Karl Henckell, Thomas Mann und Rainer Maria Rilke.
Karl Henckell und Frank Wedekind werden Mitglieder des in München gegründeten Goethebunds zum Schutze freier Kunst und Wissenschaft mit dem Zweck, “die Freiheit der Kunst und der Wissenschaft im Deutschen Reich gegen Angriffe jeder Art zu schützen”.
Quelle: Georg Hirt, “Der Goethebund”, in: Das Buch von der Lex Heinze. Ein Kulturdokument aus dem Anfange des zwanzigsten Jahrhunderts, hrsg. von Otto Falckenberg, Commissionsverlag von L. Staackmann, Leipzig 1900, S. 63-66. Online
Karl Henckell zieht nach Rüschlikon bei Zürich, wo er an der Seestrasse 290 wohnt. Gleichzeitig verlegt der Verlag Katl Henckell & Cie. den Geschäftssitz dorthin. Der Hesellschafte August Schuster.
Karl Henckell gehört zu den Mitunzeichnern für ein Denkmal für Georg Herwegh in Liestal.
Der 1. Literarische Abend des Lesezirkels Hottingen im Grossen Tonhallesaal in Zürich ist der Erinnerung an Arnold Böcklin gewidmet. Die Würdigung nahm der Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin vor. Umrahmt wurde die Feier von musikalischen Darbietungen des Tonhalleorchesters. Am Schluss wurden Böcklin-Lieder von Karl Henckell rezitiert und durch Böcklins Bilder angeregte Metamorphosen des Komponisten Hans Huber vorgetragen.
Quelle: Hans Holenweg, “‘Der grösste deutsche Maler der Gegenwart’. Vor hundert Jahren starb Arnold Böcklin”, in: Neue Zürcher Zeitung, 13./14. Januar 2001, Nr. 10, S. 85. Online
Karl und Anny Henckell ziehen nach Berlin-Charlottenburg. Henckell wird Vorsitzender der Neuen Freien Volksbühne in Berlin
Unter dem Titel Freunde und Gefährten. Meisterdichtungen auf einzelnen Blättern erscheinen im Berliner Verlag Schuster & Löffler von John Henry Mackay im Verlag mehrere Serien, als deren Vorbild die Sonnenblumen von Karl Henckell gedient haben dürften.
Mein Liederbuch. Ausgewählte Gedichte I von Karl Henckell erscheint.
Der erste Band der Lieder aus dem Rinnstein, gesammelt von Hans Ostwald erscheint in Karl Henckells Verlag. Die Sammlung enthält die Gedichte Für Freund und Feind von Robert Reitzel, Die Verstossenen und Die Verlorenen von John Henry Mackay, Der Tantenmörder und Brigitte B. von Frank Wedekind, Lied des Steinklopfers, Seht dort ihr Zwei, Die Dirne und Die Engelmacherin von Karl Henckell.
Karl Henckell widmet dem Reichsparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), der vom 13. bis 20. September 1903 in Dresden tagt, in der Sächsischen Arbeiter-Zeitung das Gedicht Empor schlug die Welle.
Karl Henckells Mutter Bertha stirbt in Aarau.
Karl Henckell hält im Sozialwissenschaftlichen Bildungsverein in Wien einen Vortrag über das Jüngste Deutschland.
Detlev von Liliencron stirbt in Alt-Rahlstedt.
Im Weitergehen. Neue Gedichte von Karl Henckell erscheint in München mit einer Titelradierung von Hubert Wilm.
Die Biographie Karl Henckell, ein Dichterbild von Magda Jansen erscheint.
Im Verlag J. Michael Müller in München erscheinendie vier Bände Gesammelte Werke von Karl Henckell.
Karl Henckell stirbt in Lindau am Bodensee.
Karl Henckell wird in Konstanz kremiert.
Über die Trauerfeier berichtet die Arbeiter-Zeitung:
In der Halle des Krematoriums zu Konstanz am Bodensee war am Freitagnachmittag eine eindrucksvolle Trauerfeier. Wenn die Zahl der Teilnehmer der Bedeutung des Toten entsprochen hätte, wäre der weite Rundbau des Hauses viel zu klein gewesen. Aber der da Abschied nahm, haßte die dekorativen Aeußerlichkeiten des Daseins, er wollte auch ohne Zeremonien bestattet werden und außer seiner engsten Familie nur ein paar Freunde um sich wissen. So waren denn nebst des Dichters Gattin nur seine Verwandten, von Henckells Freunden nur Hedwig Forstreuter, Fritz Droop, Norbert Jacques, Andersen-Nexö und Frau, K. F. Schmidt, Johannes Timm und Tomarkin (Bern) zugegen.
Und es wird ausgeführt:
Die freien schweizerischen Berge grüßen im Strahl der Sonne über den See, den Karl Henckell zwei Menschenälter lang geliebt und besungen hat. Es ist ein stiller, hehrer Abschiedsgruß und ein Symbol zugleich, das Bindung heißt. Wie in Meersburg das Grab der Annette v. Droste das Land der Alemannen mit der niedersächsischen Erde verbindet, so steht von nun an die Urne Karl Henckells wie ein unvergeßliches Denk- und Dankmal an der Brücke zwischen Deutschland und der Schweiz, die er als seine zweite Heimat liebte.
Arbeiter-Zeitung, 42. Jahrg., 10. August 1929, Nr. 219, S. 7. Online
Karl Henckell im Spiegel seiner Umwelt. Aufsätze, Briefe, Gedichte als Gedenkschrift gesammelt und herausgegeben von Karl Friedrich Schmid mit dem Beitrag “Karl Henckell und der Sozialismus” von Paul Kampffmeyer erscheint.
Anny Henckell stirbt in Zürich. In den letzten beiden Jahren ihres Lebens wohnte sie an der Witikonerstrasse 68 in Zürich.
Anny Henckell wird kremiert und in einem Urnengrab auf dem Friedhof Rehalp in Zürich beigesetzt.
John Henry Mackay stirbt in Berlin-Charlottenburg.
Paul Kampffmeyer stirbt in Berlin-Wilhelmshagen.
Richard Strauss stirbt in Garmisch-Partenkirchen.
In der Zeitschrift Die Rheinlande erscheint “Ein kleines Curriculum” von Karl Henckell, ein Text über den Autor von W. Sch. und die vier Gedichte “Anders”, “Ruhe, meine Seele!”, das Richard Strauss vertonte, “Träumer” und “Belvoir” aus dem Sammelband Gedichte. Dieser umfasse, wird bemerkt, “die von ‘überflüssigem Kram’ gereinigte ‘lyrische Habe’ aller früheren Lyrikbücher Henckells”. Zu den Illustrationen von Fidus wird geurteilt: “Die Zeichnungen des bekannten Künstlers sind zum Teil von größtem Reiz, haben aber dadurch gelitten, daß er dem Buchdruck seinen feinen Strich opferte und großzügig wurde, was seiner Natur augenscheinlich zuwider ist.”
Die Rheinlande, Juli 1901, S. 31-32 und S. 34. Online
Karl Henckell veröffentlicht in seinem Verlag eine Auswahl seiner Gedichte unter dem Titel Neuland, Ausgewählte Gedichte II mit Titelrahmen und Schlusskranz von Fidus.