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|Signatur||F 1012_006_A|
|Bestand||F_1012 Erklärung von Bern (EvB) [TON]|
|Bestandesbeschrieb|
Auch: Déclaration de Berne (DB), Dichiarazione di Berna (DB). — Audiobestand von Public Eye (ehemals: Erklärung von Bern): Radioaufnahmen, Konferenzmitschnitte, Interviews.
|Abstract||Die Aufnahme umfasst zwei Vorträge einer Entwicklungspolitischen Tagung, wobei nicht ersichtlich ist, um was für eine Veranstaltung es sich dabei handelt. Im ersten Referat sprich Rosemarie Meier über das Thema Medikamentenkonsum in der Schweiz. Die zusammengestellten Daten zum Medikamentenkonsum in der Schweiz illustrieren eine hohe Bereitschaft, Medikamente zu konsumieren. Anhand verschiedener Beispiele aus der Werbung für Beruhigungs-, Schmerz-, Anregungs- und Schlafmittel kann die Referentin aufzeigen, welche Werte und Normen diese illustrieren und dass Personen, welche die Erwartungen der Gesellschaft nicht erfüllen können, dieses Ziel mit dem Medikamentenkonsum erreichen würden. Der Konsum dieser Mittel habe damit auch die Funktion der Anpassung an Werte und Normen unserer Gesellschaft wie etwa berufliche und private Rollenanforderungen zu erfüllen bzw. dem Rollendruck gerecht zu werden, sozialen Aufstieg zu erreichen oder mit Doppelbelastungen umgehen zu können. Dabei erscheint der Referentin als bezeichnend, dass Frauen mehr Medikamente konsumieren als Männer und erklärt dies etwa mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft und weiblichen Reaktionsweisen auf Konflikte. Die Ursachen des zunehmenden Konsums von stimmungsbeeinflussenden oder leistungssteigernden pharmazeutischen Mitteln sieht Meier in der Vereinzelung der heutigen Menschen, den immer höheren Leistungsanforderungen in Berufsleben und Freizeit, der zunehmenden Entfremdung und Komplexität des heutigen Lebens, den zunehmenden Bedrohungen durch ungebremstes Wirtschaftswachstum, in Umweltzerstörung und Wettrüsten. Die Rednerin geht davon aus, dass die Kolonisierung der „Dritten Welt“ weiterhin anhält, indem ihr unsere Wirtschaftsformen und die dazugehörigen Werte aufgedrängt werden. Daher erscheint ihr auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten, Normen und Machtstrukturen wichtig. |
Im zweiten Vortrag spricht Marcel Bühler über das Thema Pharmaexporte in die „Dritte Welt“ und deren entwicklungspolitische Folgen. Er zeigt den aktuellen Weltmarkt und die Bedeutung von Pharma-Exporten für die Schweizer Exportwirtschaft auf. Innerhalb des, von Konzernen der Ersten Welt beherrschten, Weltmarkt pharmazeutischer Produkte ist die Schweiz nach der BRD und den USA das drittgrösste Exportland. Die „Dritte Welt“ ist dabei ein wichtiger Absatzmarkt. Die Bedeutung des Pharmahandels für die Schweizer Wirtschaft stuft er als immens ein, wobei neben Ciba-Geigy, Roche, Sandoz auch eine Vielzahl kleinerer Firmen eine Rolle spielen. Während die „Dritte Welt“ die Rohstoffe exportiert, werden die pharmazeutischen Produkte fast gänzlich in der „Ersten Welt“ produziert und fixfertig geliefert. Diese einseitige, unausgewogene Arbeitsteilung vertieft die Abhängigkeit von Ländern in der „Dritten Welt“ von den Pharma-Multis der „Ersten Welt“ und wird vom Redner als „Fortsetzung der kolonialen Abhängigkeit“ bezeichnet. Diese entwicklungspolitische Konsequenz der Arbeitsteilung zwischen „Dritter“ und „Erster Welt“ in der Pharma-Industrie kann, laut Bühler, für Personen, die für eine gerechtere Welt kämpfen und für die Länder der „Dritten Welt“ nicht weiter hingenommen werden. Denn während die Rohstoffpreise fallen steigen die Arzneimittelpreise, sodass sich Länder der „Dritten Welt“ zunehmend verschulden müssen, um eine Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können.
Die Tonbandaufnahme umfasst zwei Signaturen (F1012_006 Seite A und B) und dauert insgesamt 95 Minuten.
|Copyright||Unbekannt|
|Geopolitik|
|Objektträger|
|Sprache|
|Archivbezug||Erklärung von Bern (EvB), Déclaration de Berne|