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«Wir müssen mehr tun», sagte Selenska am Donnerstag bei einer Konferenz unter den Titel «Russia's war on children» in Riga. Jedes Land und jede internationale Organisation könne der Ukraine dabei helfen, die von Russland verschleppten Kinder zurückholen.
Nach Angaben aus Kiew hat die Ukraine bislang knapp 20 000 Kinder identifiziert, die nach Russland oder in russisch besetzte Gebiete der Ukraine gebracht worden sein sollen. Nur mehrere Hundert davon seien bisher zurückgekehrt. «Wir werden für jedes unserer gestohlenen Kinder kämpfen - egal, wie viele Ressourcen dafür benötigt werden», sagte die ukrainische First Lady.
Lettlands Präsident Edgars Rinkevics warf Russland vor, durch die gewaltsame Verschleppung absichtlich die Identität ukrainischer Kinder zu zerstören und tiefe emotionale und psychologische Traumata zu verursachen. Dies sei ein Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht und könne als Kriegsverbrechen eingestuft werden, sagte Rinkevics.
An der zweitägigen Konferenz nahmen auch neun ukrainische Kinder teil, denen es gelungen ist, aus Russland nach Hause zurückzukehren. Sie schilderten ihre Erfahrungen. «Ich bin heute hier, um mit meiner Geschichte zu helfen, alle Kinder so schnell wie möglich zurückzuholen», sagte eines der Kinder.
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat wegen der Verschleppung Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa erlassen. Russland weist die Vorwürfe zurück.