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PET, PE, PLA – in der Welt des Kunststoffs gibt es viele Abkürzungen und unverständliche chemische Bezeichnungen. Dieses Glossar bietet Unterstützung und erklärt die wichtigsten Begriffe kurz und knapp.
PET, weitere Kunststoffe und Fremdstoffe
PET
Vielseitig einsetzbar und rezyklierbar
Polyethylenterephthalat – auch PET genannt – wird zu 100 Prozent aus Erdöl oder Erdgas produziert. Aus rund 1,9 kg Rohöl entsteht etwa 1 kg PET. Die Moleküle von PET bestehen aus Sauerstoff (O), Wasserstoff (H) und Kohlenstoff (C). Dank seiner chemischen Struktur werden bei der vollständigen Verbrennung nur Wasser (H2O), Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Bei der Aufbereitung von PET kann gegenüber der Neuproduktion 50 Prozent Energie gespart werden.
PE
Für Milchflaschen geeignet
Für die Herstellung von Milchflaschen wird der Kunststoff Polyethylen verwendet. Obwohl dieser Kunststoff ebenfalls aus Erdöl oder Erdgas gewonnen wird, unterscheidet sich PE von PET grundlegend durch seinen chemischen Aufbau. Während PET der Polyesterfamilie zugeordnet wird, gehört PE zur Familie der Polyolefinen. Ungefärbtes PE ist milchig-trüb und weicht bei Temperaturen über 80 Grad Celsius auf.
PLA
Biologisch abbaubar
PLA steht für Polylactide / Polymilchsäure, wird aus pflanzlichen Stoffen wie Mais hergestellt und ist damit theoretisch kompostierbar. Die biologische Abbau- und Kompostierbarkeit ist jedoch nur unter kontrollierten Bedingungen möglich. PLA-Flaschen können nicht im Kompost entsorgt werden und sind nicht rezyklierbar, sondern werden verbrannt.
PlantBottle
Rezyklierbar trotz Zuckeranteil
Die PlantBottle™ von Coca-Cola ist genauso leicht, stabil und rezyklierbar wie eine herkömmliche PET- Getränkeflasche. Im Gegensatz zu PET besteht diese Kunststoffart jedoch nicht komplett aus Erdöl oder Erdgas. Die Flasche setzt sich aus 51 Prozent Neu-PET, 35 Prozent R-PET und 14 Prozent pflanzlichen Rohstoffen zusammen – genauer gesagt aus Zuckerrohrsaft bzw. Melasse (Nebenprodukt der Zuckerproduktion).
Möglich macht dies die pflanzliche Herstellung von Monoethylenglykol (MEG), einem Bestandteil im PET, der bis anhin aus Erdöl bestand. Deswegen kann die PlantBottle™ wie andere PET-Getränkeflaschen im herkömmlichen PET-Sammelbehälter entsorgt werden.
Fremdstoffe
Fremdstoffe (oder Substanzen) in Lebensmitteln und Trinkwasser führen häufig zu kontroversen Diskussionen. PET-Recycling Schweiz beobachtet diese Thematik als Sammelorganisation intensiv. Allgemein lässt sich sagen, dass die Nachweisbarkeit einer Substanz zunächst nichts über deren Gesundheitsrisiko aussagt. Betreffend Gefährdungspotenzial für den Menschen ist die Anwesenheit von Stoffen im Konzentrationsbereich unterhalb von einigen Mikrogramm bis Nanogramm in den meisten Fällen völlig belanglos. Nur weil ein Stoff nachgewiesen werden kann, ist er noch lange nicht gesundheitsschädigend. Entscheidend ist die Dosis! In der Schweiz unterliegen Mineralwasser und Lebensmittel gesetzlichen Vorlagen. Die Einhaltung festgelegter Grenzwerte wird vom BAG streng kontrolliert.
Acetaldehyd (AA)
In PET-Flaschen kann sich AA bei der Herstellung und Lagerung bilden. Der Migrationsgrenzwert liegt in der Schweiz und in der EU bei 6 mg/kg. Bis heute lagen die gefundenen Werte stets weit unter den gesetzlichen Vorschriften.
Antimon
Das BAG schätzt das Risiko beim Konsum grosser Mengen antimonhaltigen Wassers als minim ein und kommt zum Schluss: «Das Gesundheitsrisiko durch Migration von Antimon aus der PET-Verpackung in Mineralwasser ist somit vernachlässigbar klein.
Benzol
Benzol (auch Benzen) ist eine organisch-chemische Kohlenwasserstoff-Verbindung. Von Natur aus kommt sie in Erdöl, Erdgas und Steinkohle vor und entsteht bei Verbrennungsprozessen. Normalerweise wird Benzol über die Atemluft (Emissionen von Autos und Heizungen und Tabakrauch) aufgenommen. Aufgrund der weiten Verbreitung sind Spuren von Benzol in Wasser und Lebensmitteln zu finden. Die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken werden jedoch beim Getränkekonsum als gering eingestuft.
Bisphenol A (BPA)
Bisphenol A (BPA) ist eine synthetische Substanz und wird für die Herstellung von verschiedenen Polycarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen verwendet. Bei der Herstellung von PET-Flaschen wird kein Bisphenol A verwendet.
Nanotechnologien
Unter Nanotechnologie wird ein Vielzahl von verschiedenen Technologien und Materialen zusammengefasst, die im Nanometermassstab (1 Nanometer = 1 milliardstel Meter) angesiedelt sind. Nanotechnologien werden heute vor allem in Kosmetikprodukten, Lacken und Farben, Lebensmittelverpackungen und in Textilien eingesetzt. Alle bisherigen Studien zu Nanomaterialen in Lebensmittelverpackungen und Textilien mit PET-Anteil kommen zum Schluss, dass ein Übertreten von Nanopartikel auf die Lebensmittel oder auf den Menschen weitgehend ausgeschlossen werden kann.
Umwelthormone und Östrogene Aktivitäten
In einer umfassenden Studie hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aufgezeigt, dass die gemessenen minimen östrogenen Aktivitäten in Mineralwässern, die in der Schweiz verkauft werden, für den Verbraucher kein gesundheitliches Risiko darstellen. Folglich konnte zwischen Mineralwässern in PET- und in Glasflaschen kein Unterschied festgestellt werden. Das liegt daran, dass die gemessenen hormonaktiven Stoffe über andere Wege in das Wasser gelangen. Denn bei der Herstellung von PET-Getränkeflaschen werden keine hormonaktiven Stoffe und Weichmacher eingesetzt.
Uran
Uran ist ein auf der Erde natürlich vorkommendes Element und ist in verschiedenen Gesteinen und Mineralien sowie in Wasser, im Boden und in der Luft enthalten. Uran kann auf zwei Wegen in Lebensmittel gelangen: durch natürliche Prozesse oder durch menschliches Einwirken. Da Uran wasserlöslich ist, wird der Uran-Gehalt von Wasser massgeblich durch die regionale Herkunft bestimmt und steht in keinem Zusammenhang mit der Lebensmittelverpackung.