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Das Wichtigste in Kürze
- Simonetta Sommaruga schliesst ein neues Klimaabkommen mit dem Inselstaat Vanuatu ab.
- Dabei werden Solarpaneele von Schweizer Firmen auf den bewohnten Inseln eingerichtet.
- Die Schweiz hat eine Vorreiterrolle, wenn es um internationale Abkommen geht.
Die Schweiz kann sich in ihren Bemühungen gegen die Klimaerwärmung auf ein weiteres internationales Abkommen stützen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat am Weltklimagipfel im schottischen Glasgow einen entsprechenden Vertrag mit dem Inselstaat Vanuatu unterzeichnet.
Vonseiten Vanuatus war bei der Unterzeichnung der Minister für den Klimawandel, Bruno Leignkone, vertreten. Das teilte eine Mediensprecherin Sommarugas am Donnerstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Als Hauptprojekt ist geplant, dank Schweizer Technologie Solaranlagen auf den 60 bewohnten Inseln Vanuatus miteinander zu verbinden.
Klimaneutralität um bedrohte Staaten zu retten
Erwartet wird, dass dies insbesondere die Benutzung grosser elektrischer Infrastrukturen erleichtert. Dies ist insbesondere für das Trocknen von Mangos von Bedeutung. Der Inselstaat gehört zu jenen Ländern, die durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Immer häufiger wird er zudem von verheerenden Tropenstürmen getroffen, weil durch die Klimaerwärmung extreme Wetterlagen öfter vorkommen.
Hintergrund der Vereinbarung sind die Bestimmungen des Pariser Klimaabkommens. In diesem hat sich die Schweiz 2017 dazu verpflichtet, ihren Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Artikel 6 des Abkommens erlaubt es Staaten, ihre Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte im Ausland zu kompensieren. Die auf diese Weise im Ausland erzielten Emissionsverminderungen kann die Schweiz an ihr nationales Reduktionsziel anrechnen.
Die Schweiz nimmt bei derartigen Abkommen eine Vorreiterrolle ein
Das Klimaabkommen mit Vanuatu ist das insgesamt fünfte seiner Art. Im Oktober 2020 hatte die Schweiz den weltweit ersten solchen Staatsvertrag mit Peru abgeschlossen. Einen Monat später mit Ghana in Westafrika. Im laufenden Jahr folgten weitere Klimaabkommen mit Senegal sowie mit Georgien.
Weitere Verträge dürften in nächster Zeit abgeschlossen werden, namentlich mit Thailand. Von Nichtregierungsorganisationen gab es in der Vergangenheit auch Kritik an den Vereinbarungen, während bestimmte Staaten sie begrüssen. Im Bundesparlament drehen sich die Diskussionen darum, den Anteil von klimaschädlichen Emissionen durch die Schweiz auf einen Viertel zu begrenzen.
Am Mittwoch hatte die Schweiz am Klimagipfel zugesagt, im Jahr 2040 keine Last- und Lieferwagen mehr zu verkaufen. Insgesamt sollen ab 2030 mindestens 30 Prozent «saubere» neue Fahrzeuge verkauft werden. Im Jahr 2050 will die Schweiz vollständig klimaneutral sein.
Simonetta Sommaruga sucht den Dialog an der Weltklimakonferenz
In Glasgow führt Sommaruga auch Gespräche über einen für alle Staaten akzeptablen Fahrplan zur Erreichung der Klimaziele. Gemeinsam mit ihrem ruandischen Amtskollegen hat sie vom Präsidenten des Uno-Klimagipfels, Alok Sharma, ein entsprechendes Mandat erhalten. Einige Staaten pochen auf mehr Flexibilität in der Frage, wann sie ihre Anstrengungen beim Klimaschutz offenlegen müssen.
Vor den Gesprächen zum Klima-Fahrplan hatte die Schweizer Umweltministerin am Mittwoch den britischen Premierminister Boris Johnson getroffen. Sie haben über den Fortgang der Verhandlungen am Klimagipfel gesprochen. Das Schweizer Team in Glasgow gebe sein Bestes, schrieb Sommaruga gleichentags auf Twitter.