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Kaltes und heisses Wasser sowie Gold
Wir sind auf der pazifischen Seite geblieben, dort hatte es einige interessante Dinge zu besichtigen. Je näher man Aukland kommt, desto besser werden die Strassen aber es hat auch ein mehrfaches an Autos auf der Strasse. Wir sind frühzeitig an die Seite der Tasman See gefahren weil im Osten eine Schlechtwetter Front im Anmarsch ist, und die Wetteraussichten ganz im Norden noch passabel sein sollen.
Der Pazifikküste entlang (die Strassen verlaufen immer ca. 10 km in Hinterland) bis zum Beginn der Halbinsel Cormorandel. Tags darauf an Auckland vorbei an die Tasmanseeküste
Kaltes Wasser
Keine 15 km von Rotorua, wo alle paar Meter in einem Loch Wasser kocht, hier mehrere Quellen mit Wasser von ca. 10 bis 12°C. Und alle Quellen bringen 4000m3 pro Stunde!!! Das reicht um einen kleinen Fluss zu speisen, der nach 800 m bereits in den See nördlich Rotorua mündet.
Europäische Gänse
Im 1. Weltkrieg wurden viele Neuseeländer eingezogen und auf die Schlachtfelder des Elsass geschickt. Auch viele Maori waren dabei. An den Hamurana Springs war einer der kriegerischsten Maoristämme ansässig. Der kalte Fluss brachte Nahrung im Überfluss. Zum Dank an die eigenen Krieger, die im 1. Weltkrieg ihren Mut bewiesen, liess der Chief des Stammes einig 100 Redwoodbäume pflanzen.
Heute sind diese Redwoods, die gleiche Baumart wie diejenigen in Kalifornien, bereits ca. 60 m hoch. In 200 bis 300 Jahren werden es 90m bis 100m sein.
Der Waldboden ist voll mit den Samenfrüchten der Redwoods. Diese sind im Vergleich zu anderen Bäumen winzig klein.
Und am Fluss selber wieder Farne
Das Wasser ist glasklar, kalt und enorm fischreich
Wasserpflanzen (eher grün) ernähren unzähliche Entenvögel
Und im klaren Wasser ebensoviele Fische
Erst ca. 60 M hoch
Blick von unten nach oben
Gold
In der Region hat es immer noch einige aktiv schürfende Goldminen. Die wollte ich mir ansehen um mir ein Bild zu machen wie das genau funktioniert.
Die Goldherstellung aus Minen ist unwahrscheinlich aufwendig. Millionen von Tonnen Gestein müssen abgetragen werden um ein paar Kilo Gold und Silber zu gewinnen. Und doch scheint sich die Sache zu rentieren solange man im Golderz 3% und mehr Goldanteile findet.
Ein gewaltiges Loch. 280 m Tief. Darauf früher ein 180 m hoher Berg. Also insgesamt ca. 440m abgetragen. Das hatten sie in dieser Mine ca. 1930 erreicht. Tiefer ging nicht mehr, der Transport nach oben war teurer als der Ertrag der Mine.
Zuerst war die Martha Mine, dann der Ort Waiu. Vom Ort aus sieht man gar nichts, man muss ca. 100 m nach oben um dann staunend vor dem Loch zu stehen.
Seit ca. 1950 wird unter Tags abgebaut. Man ist vom grossen Loch aus den Gold führenden Erzen nach. Und das ist immer noch so.
Bis in die 90 Jahre haben sie den Abraum (also nicht Gold führendes Gestein), und das ist mehr als 95% des gesamthaft geförderten Golderzes und Gesteinsmenge, mit diesen Riesenlaster von ganz unten an der Mine bis oben hin gekarrt. Die 90 Tonnen Fracht wurde so in 35 nach oben gefahren.
Ziel war das Förderband, das alles, Gesteine und Golderz in die 5,5 km entfernte Goldaufbereitung transportiert.
Förderband Start
Die Mine ist im Moment nach Erdbeben verschüttet. Da immer noch Golderz in genügender Menge gefördert werden kann, soll sie Ende 2019 wieder in Betrieb gehen.
Auf der Tour mit einem Ex Minenarbeiter trafen wir auf dem Aussichtspunkt diese beiden Truthähne.
Kein Gold in Sichtweise
Ich wollte das genau Wissen. Zum Glück war unser Führer wirklich vom Fach
Das sind goldhaltige Gesteine. Hier mit ca. 3% Goldanteil. Und nur dieses Gold/Silber Erz kommt in die Endverarbeitung
Und das ist die Goldfabrik. In einem Talkessel, von nirgends einsehbar, auf eigenem Grund der ca. 4’000 Ha beträgt. Um den goldführenden Erzschichten unter Tags zu folgen, müssen immense Mengen an Gestein entfernt werden. Dieses wird nochmals 5 km hinter der Fabrik zu riesigen Schutthalden aufgetürmt. Diese Schutthalden werden wieder begrünt.
Und jetzt wird es interessant. Dieses Geröll führt ca. 3% Gold. Da es max. um 10% der Gesamtgesteinsmenge ausmacht, kann man sagen, alles was aus dem Berg kommt, hat 3 Promille Gold !!! Diese Mine fördeert jährlich 100’000 Unzen Gold (3’200 kg Gold), dies ergibt einen Wert von ca. CHF 112 Millionen .
Und das Golderz wird in einer Brechmaschine zerkleinert wie sie jeder Steinbruch hat.
Danach kommt das zerkleinerte Golderz (max 10 cm Durchmesser) mit ebensovielen gleich grossen Stahlkugeln in die graue, sich drehende Trommel. Die Stahlkugeln machen aus dem Golderz Pulver. Mit Cyanid wird das Gold (und Silber) gebunden, es schwimmt im Rühbecken oben auf. Dann wird Aktivkohle dazugegeben. Das Gold (Silber) Cyanid Gemisch bindet sich an die Kohleteile und kann abfiltriert werden. Danach wird das Cyanid chemisch gebunden und entfernt, es verbleibt ein Aktivkohle Gold-Silber Gemisch. Das Gold Silber wird geschmolzen, die Aktivkohle verbrennt. Das Cyanid wird zurückgewonnen und wieder verwendet.
Hot Water Beach
Unser Ziel für diesen Tag. Uns fazinierte, dass man am Strand buddeln kann, und dann in seinem eigenen Hot Pot sitzt. Soviel zur Ausgangslage. Ideal sei es bei Ebbe zu Buddeln, dann ist das heisse Wasser direkt unter dem Sand!!! Soweit das Tourismusmarketing.
Wir sind wegen dem Verkehr und wegen der längeren Tour bei den Goldgräber gut 2 Stunden nach Ebbe angekommen. Sofort eine Schaufel gemietet, sich in Badekleider gestürtz und ab an den Strand.
Die Flut war in vollem Gange, hat die Löcher im Bereich der Ebbe schon gefüllt. Dort hätten Dutzende gegraben, kein Heisswasser, auch bei Ebbe. Weiter hinten am Strand (10m!!!) haben die gegraben, die wie wir zu spät dran waren. Dafür haben die hinten schneller und härter gebuddelt als die an der Ebbfront und sind auch auf Heisswasser gestossen, in ca. 2m Tiefe!!
Das hat diejenigen, die auch weiter hinten gegraben haben, zu noch schnellerem Schaufeln veranlasst. Der Schüttwinkel von Sand sei mal angenommen 45°. Begonnen zu graben haben sie ca. 2 -3Meter voneinander entfernt. Ergebniss: Der Sand vom einen Loch flog ins Nächste. Keine gute Stimmung am Strand!! Und kolabierende Löcher, alls ist in sich zusammengefallen.
Die einen haben begonnen, den wärmer werdenen Sand steiler aufzubauen. Nur wie wieder raus? Dass sie heisse Füsse bekamen, haben wir nur daran gemerkt, dass aufeinmal nach Kessel gerufen wurde um kaltes Meerwasser ins Loch zu schütten, denn das Heisswasser, wenn auch wenig, war ziemlich heiss. Und einfach so das warme Loch aufgeben an die vielen wartenden Kot Pot Fans, das wollten sie auch nicht.
Und dann gab es die, die waren völlig fertig vom Graben und habe sich, sobald er erste Anschein von warmem Wasser zu spüren war, einfach hingelegt, so dass niemend ihr Hot Pöttchen nehmen konnte. Nicht für lange, denn im Nebenloch wurde ja immer noch gegraben und der Sand musste ja wohin!!!
Und ich? Habe Schaufel Schaufel sein lassen. Dafür war es mehr als erbaulich zuzusehen, wie Menschen wie die Wilden graben um an besagtes Hot Water hernazukommen. Es heisst ja Hot Water Beach, also mus auch Hot Water her. Und das betrifft nicht nur die Jüngeren am Strand, es gab auch richtige Oldies Löcher. Und die buddelten fast noch verbissener!
90 Miles Strand, unteres Ende. Ab hier beginnt ein Strand von ca. 150 km Länge, bis auf 2 kleine Wassereinflüsse durchgehend. Hier wird auf 90 Meilen um den grössten Snapper gefischt, Preissumme 10’000 NZ$ (ca. CHF 7’000) sowie wer am schnellesten mit einem Fahrzeug durchrast, der Strand ist ja auch hier Strasse.
Immer nach Norden
Dieser Fels beendet den 90 Miles Strand.
Eine Basstölpel Kolonnie. Bettelndes Küken
Auch mit Picksen gibt es nichts
Bis der Altvogel etwas hergibt vergeht ziemlich viel Zeit
Schlussendlich gibt es dann doch etwas. Foto Fütterung von einem anderen Jungvogel
Unten tost das Meer
Und oben sonnen sich die Basstölpel
Fast flügge Jungvögel, sie trainerien auf Ort schon fleissig Flügelschlagen
In den nächsten Tagen weichen wir der Regenfront aus und fahren nach Norden bis ans Nordkap
Bis bald
Paul