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Zehn Schweizer Podestplätze beim Saisonfinale
Die Schweizer Nationalmannschaft im Skitourenrennen, das SAC Swiss Team, reist mit einer positiven Bilanz vom letzten Weltcuprennen der Saison nach Hause. Zehnmal stand am vergangenen Wochenende in Prato Nevoso (ITA) ein Athlet oder eine Athletin des Schweizer Teams auf dem Podest. Die Oberwalliserin Victoria Kreuzer holte gar den Gesamtweltcupsieg im Vertical. Bei den Junioren heisst der Sieger des Sprint-Gesamtklassements Thomas Corthay.
Bei den ISMF-Weltcuprennen Mondolé Ski Alp kämpften die weltbesten Skitourenrennläuferinnen und -läufer zum Saisonabschluss nochmals um wertvolle Weltcuppunkte. Am Freitag ging es als Erstes in die Vertikale. Der Überflieger der Saison, der Spanier Kilian Jornet, zeigte einmal mehr sein Ausnahmetalent und gewann das Rennen nach 28 Minuten und fünf Sekunden. Zweiter wurde der Deutsche Anton Palzer (28‘26‘‘). Auf den hervorragenden dritten Platz lief der Fribourger Rémi Bonnet (28‘54‘‘). Der 21- Jährige, der gleichzeitig den zweiten Platz im Gesamtklassement holte, zeigte sich sehr zufrieden mit seiner Leistung: „Von Beginn weg konnte ich mir den dritten Platz sichern. Ich versuchte alles, noch auf die zweite Position vorzurücken, doch am Ende reichte es nicht.“ Für ein weiteres Top-10 Resultat sorgte der Berner Oberländer Werner Marti (Grindelwald). In einem hart umkämpften Schlusssprint sicherte er sich den vierten Platz.
Obwohl bei den Damen die Kräfte nicht ganz für einen Podestplatz reichten, holte sich Victoria Kreuzer (Fiesch VS) dank ihrem vierten Platz den Sieg im Gesamtweltcup. Sie zeigte ein starkes Rennen und viel Kämpferherz. Die Waadtländerin Jennifer Fiechter (Leysin) trug mit ihrem fünften Platz zum tollen Schweizer Gesamtresultat bei. Gewonnen wurde das Rennen von Laetitia Roux (FRA), der amtierenden Vizeweltmeisterin. Zweite wurde ihre Landsfrau Axelle Mollaret.
Ein weiteres Highlight waren der zweite Platz von Marianne Fatton (Dombresson NE) und der dritte Platz von Eugénie Tornay (Orsières VS) in der Kategorie Espoirs. Für Tornay war dies der erste Podestplatz im Vertical in dieser Saison.
Der Freitag stand im Gegensatz zur Elite nicht ganz so sehr im Zeichen des Schweizer Nachwuchs. Die jungen Athleten des SAC Swiss Team spürten die lange Saison etwas in ihren Beinen und konnten ihre Kräfte nicht wie gewünscht mobilisieren. Der Bündner Arno Lietha (Fideris) fuhr als bester Schweizer dennoch auf Platz 4.
Einzelrennen: Jennifer Fiechter mit erstem Weltcupsieg
Mit 2000 Höhenmetern und 20 Kilometern war das Einzelrennen vom Samstag mit Abstand auch das längste der Saison. Leider hatte das Schweizer Team an diesem Tag nicht nur mit den schwierigen Streckenverhältnissen, sondern auch mit Materialproblemen zu kämpfen. Ski- und Schuhbrüche waren die Folge. So mussten unter anderen Rémi Bonnet, Werner Marti und Iwan Arnold das Rennen vorzeitig aufgeben. Der Schweizer Routinier Martin Anthamatten (Zermatt VS) erzielte mit dem fünften Platz das beste Schweizer Resultat. Kilian Jornet kam einmal mehr mit den anspruchsvollen Verhältnissen am besten zu Recht. Er entschied nach 2h10‘48‘‘ auch das vierte Einzelrennen der Saison für sich. Zweiter wurde Anton Palzer (2h11‘25‘‘), Dritter der Italiener Matteo Eydallin (2h13‘42‘‘).
Jennifer Fiechter zeigte ein sensationelles Rennen und kämpfte souverän von Anfang bis Schluss. Nach der Ziellinie belegte sie hinter Laetitia Roux den zweiten Platz. Doch aufgrund einer Zeitstrafe, mit der die Französin wegen eines zu leichten Skis bestraft wurde, hiess die neue Siegerin Jennifer Fiechter. Über ihren ersten Weltcupsieg freute sich die Waadtländerin sehr. Das Podest komplettierten die Zweitplatzierte Axelle Mollaret (FRA) und die Drittplatzierte Katia Tomatis (ITA).
In der Kategorie Espoirs zeigte Eugénie Tornay in dieser Saison einen tollen Steigerungslauf. Von Rennen zu Rennen machte die Unterwalliserin Punkte gut und fuhr gegen Ende gar auf das Podest. So auch beim Einzelrennen in Prato Nevoso, bei dem sie den guten dritten Platz erzielte.
Im Gegensatz zum Vortag entsprach der zweite Renntag eher den Schweizer Nachwuchsathleten. Um 14 Sekunden verpasste Thomas Corthay dennoch das Podium und wurde Vierter.
Thomas Corthay holt den Sprint-Gesamtweltcupsieg bei den Junioren
Am Sonntag starteten die Athletinnen und Athleten zum Sprint. Mit Iwan Arnold, Werner und Marcel Marti waren gleich drei Schweizer Athleten im Finallauf dabei. Jedoch spürten die Schweizer Herren die Auswirkungen der langen Saison etwas in den Beinen und konnten nicht mehr ganz so frisch in den Finallauf starten. Am schnellsten war einmal mehr der Italiener Robert Antonioli. Hinter ihm erreichte Anton Palzer als Zweiter das Ziel. Iwan Arnold wurde verdient Dritter. Werner Marti verpasste mit Platz 4 knapp das Podium. Sein Bruder Marcel Marti wurde Fünfter und Martin Anthamatten trug mit Platz 10 zu einem weiteren Top-10 Resultat bei.
Marianne Fatton und Jennifer Fiechter waren in den Vorläufen sowie im Final immer wieder etwa gleich schnell und sorgten mit ihrem vierten und fünften Platz für ein gutes Resultat. Laetitia Roux sowie die beiden Spanierinnen Claudia Galicia Cotrina und Marta Garcia Farres waren für dieses Mal einen Zacken besser. Jennifer Fiechter bewies mit ihrer Leistung aber einmal mehr, dass sie eine vielseitige Athletin ist und auch nach einer langen Saison noch in die Top-5 fahren kann. Im Hinblick auf die nächste Saison gilt es für die Espoir-Athletin Marianne Fatton zu analysieren, wo ihre Reserven liegen, damit es künftig auch bei der Elite aufs Siegertreppchen reicht. In der Kategorie Espoirs holte die Neuenburgerin in elf Rennen beeindruckende zehn Podestplätze. Im Rennen belegte sie vor der Italienerin Alba de Silvestro den ersten Platz. Ein weiterer Beweis für die mentale Stärke der Schweizer Espoir-Frauen war der dritte Platz von Déborah Chiarello. Trotz dem kräftezehrenden Einzelrennen vom Vortag zeigte die junge Läuferin eine starke Leistung.
Ganz zuoberst aufs Podest steigen und gleichzeitig den Sieg im Gesamtweltcup holen, konnte Thomas Corthay bei den Junioren. Der Walliser siegte mit einem Vorsprung von vier Sekunden vor dem Spanier Inigo Martinez de Albornoz Marqués. Simon Bellabouvier (FRA) wurde Dritter. Arno Lietha, der zweite Schweizer im Finallauf spürte an diesem letzten Rennwochenende die lange Saison. Für ihn gab es am Schluss Rang 5.
Fazit der Saison 2016: „In der Königsdisziplin müssen wir etwas aufholen“
Auch wenn das SAC Swiss Team an diesem Rennwochenende einmal mehr von Materialproblemen heimgesucht wurde, zieht Bernhard Hug, Disziplinenchef Skitourenrennen, eine positive Bilanz: „Die Ziele, die wir uns Anfang Saison gesteckt haben, haben wir erreicht. Insbesondere der Gewinn der Nationenwertung an der Heim-EM hat mich enorm gefreut. Unser Team zeichnet sich durch routinierte Athleten wie Martin Anthamatten aus, die der Mannschaft Halt geben. Gleichzeitig haben unsere Espoirs-Athletinnen und –athleten für grossartige Resultate gesorgt und fleissig Medaillen gesammelt.“ Für nächste Saison gilt es den immer wiederkehrenden Materialproblemen auf den Grund zu gehen, erklärt Bernhard Hug. „Wenn ich mir unsere Resultate anschaue, wäre ohne Material-bedingte Zwischenfälle noch mehr möglich gewesen“, resümiert der Disziplinenchef und blickt bereits in die Zukunft: „Insgesamt steht für nächste Saison sicherlich die Königsdisziplin, das Einzelrennen, wieder im Fokus. Wir werden daraufhin arbeiten, dass wir künftig auch da auf das Siegertreppchen steigen können.“