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Keiner der 21 Bewerberinnen und Bewerber erreichte im ersten Wahlgang das absolute Mehrheit von 21'790 Stimmen. Am besten schnitten die beiden bisherigen FDP-Staatsräte Alain Ribaux und Laurent Favre mit 18'630 beziehungsweise 18'520 Stimmen ab. Ihre Parteikollegin Crystel Graf erreichte mit 12'576 Stimmen Platz 5.
Der bisherige SP-Staatsrat Laurent Kurth landete mit 16'890 Stimmen auf Platz 3, gefolgt von seiner Parteigenossin Florence Nater mit 13'956 Stimmen. Die beiden bisherigen SP-Staatsräte Jean-Nathanaël Karakash und Monika Maire-Hefti waren nicht zur Wiederwahl angetreten.
Grüne unter den Erwartungen
Schlechter als erwartet schnitten im ersten Wahlgang die Grünen ab. Ihnen war zugetraut worden, dass sie einen der bislang drei Sitze von der SP erobern könnten. Ihr Kandidat mit dem besten Ergebnis, Roby Tschopp, erhielt 11'623 Stimmen und kam lediglich auf Platz 7.
Er lag damit noch hinter dem dritten SP-Kandidaten Frédéric Mairy mit 11'700 Stimmen. Tschopps Parteikolleginnen Brigitte Leitenberg und Mireille Tissot-Daguette belegten die Plätze 11 und 13.
Möglicher Frauenbonus
Das Risiko eines Neuenburger Staatsrats ohne weibliche Mitglieder, was ein Novum seit 1997 gewesen wäre, führte offenbar dazu, dass mehr Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen einer Frau gaben. Nater (SP) und Graf (FDP) dürften davon profitiert haben.
Bemerkenswert ist auch, dass Sarah Blum von der Partei der Arbeit (PdA), die den 10. Platz belegte, in ihrer Heimatstadt La Chaux-de-Fonds das beste Resultat aller Bewerberinnen und Bewerber erzielte.
Ribaux, der Kandidat mit dem besten Ergebnis im ersten Wahlgang, sprach im Radiosender RTN von einer grossen Genugtuung". "Die Tatsache, dass die drei bisherigen Staatsräte auf den ersten drei Plätzen landeten, zeigt, dass die «Bevölkerung über die geleistete Arbeit nicht verärgert ist».
Links-Grün in der Defensive
Nater ist mit dem Ergebnis des sozialdemokratischen Trios zufrieden. «Es gab einen Fraueneffekt zu meinen Gunsten, aber nicht nur das», sagte sie. «Der einzige Nachteil ist, dass die linke Mehrheit wanken könnte.»
Die Partei werde sich entscheiden müssen, ob sie im zweiten Wahlgang am 9. Mai mit den Grünen oder mit einer Dreierliste antrete, um die linke Mehrheit in der Regierung zu verteidigen.
FDP bei Parlamentswahlen vorne
Bei den Grossratswahlen deuteten die vorläufigen Ergebnisse auf einen Sieg der FDP hin. Nach Auszählung von 20 der 27 Gemeinden lagen die Freisinnigen mit 36,31 Prozent der Stimmen deutlich in Führung.
Die SP kam auf einen Wähleranteil von 18,05 Prozent, die Grünen auf 15,9 Prozent und die SVP auf 8,76 Prozent. Die PdA erhielt 7,54 Prozent der Stimmen, die Grünliberalen 6,22 Prozent und die Mitte 4,02 Prozent.
Die Ergebnisse in den grösseren Städten, die mehrheitlich eher links und für die Grünen stimmen, dürften diese Stimmenanteile noch verändern. Bei der Wahl in den Grossen Rat, die nach dem Proporzverfahren erfolgt, bewarben sich 525 Kandidaten um einen der 100 Sitze.
Die durchschnittliche Wahlbeteiligung lag bei 32,48 Prozent. Im Jahr 2017 waren es 34,2 Prozent für den Staatsrat und 33,3 Prozent für den Grossen Rat.