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Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) hat nach 2006 und 2012 wieder einen umfassenden Bericht über den Zustand der Gewässer im Kanton Zürich erarbeitet. Der Bericht zeigt, dass sich die Gewässerqualität trotz steigender Beanspruchung des Gewässerumfelds durch Mensch und Wirtschaft gegenüber der letzten Untersuchungsperiode in vielen Bereichen nochmals verbessert hat.
Die intensive Nutzung der Einzugsgebiete führt jedoch zunehmend zu einer Belastung der Seen, Flüsse, Bäche und des Grundwassers. Ungenügende Wasserqualität, fehlende natürliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere, Hitze oder Trockenheit führen dazu, dass die Gewässer immer weniger in der Lage sind, sich selbst zu regenerieren. Für das Fehlen der natürlichen Lebensräume sind insbesondere die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten Verbauungen von Bächen und Flüssen verantwortlich.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden grosse Anstrengungen unternommen, um die Belastung der Gewässer zu reduzieren. Die Siedlungsentwässerung wurde ausgebaut, die Reinigungsleistung der Abwasserreinigungsanlagen (ARA) kontinuierlich verbessert. Vermehrt finden sich aber Mikroverunreinigungen in den Gewässern, die sich bereits in sehr tiefen Konzentrationen negativ auf Gewässerlebewesen auswirken können.
Bis 2035 werden die grössten Kläranlagen im Kanton deshalb mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgestattet, mit der Mikroverunreinigungen eliminiert werden können. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft soll mit einem nationalen Aktionsplan reduziert werden. Untersuchungen zeigen aber, dass selbst bei einem Verbot von belastenden Stoffen diese erst nach und nach aus der Umwelt verschwinden. Insbesondere aus dem Grundwasser lassen sich eingetragene Stoffe höchstens langfristig wieder entfernen.
Aufgrund des Klimawandels steigen die Wassertemperaturen an. Bei den Seen haben die milden und kurzen Winter der vergangenen Jahre zu einer schlechten Durchmischung der Wassermassen geführt. Als Folge hat sich bei einigen Seen die Rücklösung von Phosphor aus den Ablagerungen in der Tiefe verstärkt, wodurch sich eine weitere Gesundung verzögert. Aber nicht nur die veränderten Temperaturverhältnisse, sondern auch der Mangel an natürlichen Lebensräumen hat massive Auswirkungen auf die Artenvielfalt unserer Seen und Flüsse. So sind etwa die Fangerträge der Angelfischer in den Fliessgewässern seit den späten 1980-er Jahren um über 60 Prozent zurückgegangen. Aus diesem Grund gilt es nun, durch Ausscheidung des Gewässerraums langfristig den notwendigen Platz für die natürlichen Funktionen der Gewässer und für Revitalisierungen zu sichern.
Durch das Bevölkerungswachstum und die intensive Landwirtschaft gerät die Ressource Wasser zunehmend unter Druck. Zum heutigen Zeitpunkt ist das Grundwasser nach wie vor von meist guter Qualität und ausreichend vorhanden. Diesen hohen Standard gilt es aufrechtzuerhalten. Dazu müssen negative Trends rechtzeitig erkannt und frühzeitig wirksame Gegenmassnahmen ergriffen werden. Weitere Anstrengungen zur Reduktion von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft in Gewässern und Grundwasser sind nötig. Ziel ist es, qualitativ hochwertiges Trinkwasser auch weiterhin ohne oder nur mit minimaler Aufbereitung gewinnen zu können.
Aufgrund des Klimawandels zeichnen sich in Zukunft längere Phasen der Trockenheit ab. Damit geht ein höherer Wasserbedarf einher. Auch die wachsende Bevölkerung wird zu einem erhöhten Wasserverbrauch beitragen. Umso wichtiger ist es, dass die Zürcherinnen und Zürcher weiterhin verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umgehen. Nur so wird auch in Zukunft die Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser gesichert sein.
Der Bericht «Wasser und Gewässer 2018» mit ausgewählten Fokusthemen sowie eine Kurzfassung findest man hier!
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