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Sie ist der Häuptlingvon Lula Pergoletti Livia Anne Richards Romandebüt «Anna der Indianer» erzählt in herrlich unverblümter Sprache von der unkonventionellen Anna, die Winnetou statt Squaw sein will.
«Wenn Anna wieder einmal den Kürzeren zieht und es schmerzt, dann weint sie nicht, das wäre tödlich. Sie stellt sich dann vor, sie wäre ein Indianer. Ein sehr grosser Indianer. Dann würde sie mit tiefer Stimme sagen: He, du Wurm! Komm mal her, ich mach dich kalt!» Da Anna das einzige Mädchen im ganzen Dorf ist, muss sie beim Spielen immer die Squaw sein. Einmal aber darf sie den Winnetou spielen, nachdem sie eine schauderhafte Mutprobe hat über sich ergehen lassen. Anna ist ein aussergewöhnliches Mädchen. Ihren besten Freund Ander mit seinen feuerroten Haaren und der seriösen Kleidung kann nur sie sehen. Wenn Anna etwas will, setzt sie sich durch. Als Erwachsene gibt sie sich grosse Mühe, eine angepasste Frau zu sein. Aber wenn sie sich nicht konzentriert, ist sie ganz der Indianer von früher.
«Anna der Indianer» heisst das Romandebüt der Berner Regisseurin und Theaterautorin Livia Anne Richard, die bis 2016 künstlerische Leiterin des Theaters Matte war. Das Buch porträtiert die etwas zerstreute, komplexe und liebenswerte Protagonistin Anna, für die Konvention ein Fremdwort ist. Es beinhaltet Bruchstücke aus Annas Kindheit, Jugend und schliesslich Erwachsenenleben und behandelt Themen wie Freundschaft, Liebe, das Frauwerden und Frausein in sehr direkter, leichtfüssiger Sprache.
Livia Anne Richard «Anna der Indianer, 2020
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