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Nach dem "Lagebericht 2000" des Schweizerischen Bauernverbandes SBV gingen 1999 im Vergleich zum Vorjahr sowohl der Rindvieh-, als auch der Schweinebestand um 2 Prozent zurück: Rindvieh gab es 1999 rund 1,61 Millionen und Schweine knapp 1,5 Mio. Stück.
Im ersten Halbjahr 2000 war das Gesamtgewicht der Schlachtkörper inländischer Tiere mit 177,022 Tonnen um 7,2 Prozent geringer als im Vorjahr. Bei den Schweinen lag die Anzahl Schlachtungen um 4 und beim Rindvieh um 10,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Bis Ende Mai 2000 ist nach den bisher vorliegenden, provisorischen Erhebungen 5,6 Prozent mehr Milch abgeliefert worden als vor Jahresfrist. Geflügelfleisch wurde im gleichen Zeitraum 13 Prozent mehr produziert als in der Vergleichsperiode 1999. Auch die Eierproduktion hat zugenommen und zwar um 3,3 Prozent.
Die Wetterfee begünstigte Raps, Gerste und Obst
Die gesamte offene Ackerfläche ging im Jahre 2000 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um knapp 1,555 Hektaren oder 0,5 Prozent auf 289,000 ha zurück. Vor allem Getreide wurde weniger angebaut. Bei den Ölsaaten verlor der Raps etwas an Terrain, die Sonnenblumen hingegen legten zu. Die Zuckerrübenfläche wurde im laufenden Jahr gegenüber 1999 um rund 500 ha ausgedehnt, was einer Zunahme von 3 Prozent entspricht.
Die Ernteerträge waren beim Raps mit einer Gesamternte von 42,000 Tonnen überdurchschnittlich und auch bei der Gerste gut. Die Brotgetreideernte wurde jedoch durch die ungünstige Witterung beeinträchtigt: Mengenmässig waren die Erträge zwar hoch, die Qualität hingegen litt unter dem Regen. So wuchs der Roggen fast vollständig, der Weizen zu rund einem Viertel aus. Bei den Kartoffeln und Zuckerrüben werden die Vorjahresergebnisse voraussichtlich übertroffen werden. Der Obstbau hatte Glück mit dem Wetter, so dass auf eine reichliche Erdbeerenernte eine ebenfalls erfreuliche Kirschenernte folgte. Bei den Äpfeln wird in diesem Jahr mit einer um 12 und bei den Birnen mit einer um 16 Prozent höheren Ernte gerechnet als 1999. Am meisten gelitten unter den Wetterkapriolen hat der Gemüseanbau: Trotz einer guten Startphase können die Gemüsepflanzer lediglich auf ein mittelmässiges Jahr zurückblicken.
Insgesamt besseres Kosten-Ertrags-Verhältnis
Die seit dem Mai 1997 beobachtete Preis-Kosten-Schere in der landwirtschaftlichen Produktion hat sich dank der spürbaren Erholung einzelner Produzentenpreise im ersten Halbjahr 2000 nicht weiter geöffnet. Der Produzentenpreisindex erholte sich weitgehend von den Verlusten im letzten Jahr. Zwar verlor der Teilindex für pflanzliche Erzeugnisse aufgrund der gesunkenen Erlöse bei Getreide und Gemüse etwas von seinem Wert. Dies wurde jedoch bei den tierischen Erzeugnissen durch die besseren Erträge für Schlachtvieh wettgemacht. Dort führte das geringere Angebot an Schlachttieren zu einem Preisanstieg von 22,2 Prozent bei den Schweinen, von 34,3 Prozent bei den Kälbern und von 48,5 Prozent bei den Rindern. Hingegen mussten die Produzenten von Milch, Eiern und Geflügel Preiseinbussen hinnehmen.
Die Kosten – im Einkaufsindex landwirtschaftlicher Erzeugnisse sichtbar – stiegen leicht: Für Energie- und Schmierstoffe, für den Unterhalt von Gebäuden und Maschinen, für Veterinärdienstleistungen, für Investitionsgüter und für Löhne und Zinsen mussten die Schweizer Landwirte im ersten Halbjahr 2000 mehr bezahlen.
Der "Lagebericht 2000" kostet 30.- Franken und kann beim SBV bestellt werden. Tel. 056 462 51 11, Fax 056 441 53 48, Internet: www.bauernverband.ch
Über die diesjährigen Weizenernte informiert ein Beitrag im Mediendienst 2476 vom 3. August 2000.