Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03244.jsonl.gz/2264

Der US-amerikanische Internetkonzern AOL will das Social Network Bebo, das man erst vor zwei Jahren für 850 Millionen Dollar gekauft hatte
, entweder verkaufen oder schliessen. Damals hiess es noch, das weltweit drittgrösste Soziale Netzwerk solle die eigenen Messaging-Dienste AIM und ICQ ergänzen.
In einer Mitteilung an die Angestellten schrieb Jon Brod, Executive Vice President von AOL Ventures, Bebo habe sich in den vergangenen Jahren schlecht entwickelt und es seien grosse Investitionen nötig, um das Unternehmen am Leben zu erhalten. AOL sei zurzeit nicht in der Lage, die nötigen Mittel bereit zu stellen.
Gemäss comScore verzeichnete Bebo im Februar fünf Millionen "unique visitors" in den USA – was einem Rückgang von 12 Prozent verglichen mit dem Vorjahr entspricht. Zum Vergleich: Ebenfalls im Februar registrierte Facebook 111,8 Millionen "unique visitors", was einer Verdoppelung der Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
AOL möchte sich neuerdings als Anbieter von Nachrichten, Entertainment und diversem anderen Content profilieren. Nun werden alle Geschäftsbereiche, die nicht ins Konzept passen, wieder verkauft. So übernahm vor wenigen Wochen das britische Affiliate-Netzwerk Digital Window, an dem Axel Springer und die PubliGroupe mehrheitlich beteiligt sind, von AOL den Online-Werbedienstleister Perfiliate, der in Grossbritannien, den USA und in Skandinavien unter dem Namen Buy.at operiert. Zudem soll bald auch der Instant-Messaging-Dienst ICQ verkauft werden. (mim)