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HIV und Rauchen – Rauchstopp wird immer wichtiger!
Das Zigarettenrauchen verursacht am meisten vermeidbare Todesursachen. Bei den HIV-positiven Patienten gibt es einen grösseren Anteil an Rauchern als in der Allgemeinbevölkerung (40% vs. 17%) und weniger Patienten, die aufhören zu rauchen (32% vs. 52).
Rauchen auch für HIV-Patienten zum Problem
Nun, da die antiretrovirale Therapie zu einer deutlichen Verbesserung der Lebenserwartung von HIV-Patienten geführt hat, erleben HIV-Patienten auch vermehrt Folgeerkrankungen vom Rauchen. Daher hat ein US-amerikanisches Forscherteam sich mit dem Einfluss des Rauchens sowie des Rauchstopps auf die Lebenserwartung von HIV-Patienten beschäftigt. Reddy et al haben mithilfe einer Computersimulation und der Daten der North American AIDS Cohort Collaboration die Lebenserwartung von HIV-Patienten berechnet. Als Grundlage der statistischen Analyse wurde bei allen HIV-Patienten eine CD4 Zahl von 380 Zellen/µl und ein Alter von 40 Jahren bei Aufnahme in die HIV-Kohorte, eine Adhärenz der antiretroviralen Therapie von 89% und eine Wirksamkeit derselben von 93% angenommen. Dabei wurden drei verschiedene Gruppen untersucht und miteinander hinsichtlich ihres Überlebens verglichen: Raucher, Ex-Raucher und Nicht-Raucher.
HIV-Patienten profitieren von einem Rauchstopp
Die Lebenserwartung von männlichen HIV-Patienten war 65 Jahre bei Rauchern, 71 Jahre bei Ex- und 72 Jahre bei Nicht-Rauchern. Weibliche Patienten wiesen auch in der HIV-Kohorte eine längere Lebenserwartung auf verglichen mit den männlichen HIV-Patienten (68 Jahre bei Rauchern, 73 Jahre bei Ex-Rauchern, 74 Jahre bei Nicht-Rauchern). Männer und Frauen, die bei Aufnahme in die HIV-Kohorte mit 40 Jahren aufhörten zu rauchen, lebten 6 bzw. 5 Jahre länger. Besonders positiv wirkte sich gemäss Reddy et al. ein früher Rauchstopp auf die Lebenserwartung aus. Es zeigte sich jedoch auch für 60-jährige Patienten ein Überlebensvorteil bei Rauchstopp (s. Abbildung: Lebenserwartung bei HIV-pos., gut behandelten Männern[links] und Frauen [rechts] je nach Raucherstatus).
Rauchen hat einen stärkeren Einfluss auf die Lebenserwartung als die HIV-Infektion
Patienten, die eine sehr gute Adhärenz zu der antiretroviralen Therapie haben und regelmässige Verlaufskontrollen wahrnehmen, profitieren besonders von einer Raucherintervention. Ihre Lebenserwartung wird doppelt so stark vom Rauchen negativ beeinflusst als von der HIV-Erkrankung selbst. Sie verlieren 9 Jahre durch das Rauchen und 4 Jahre durch die HIV-Infektion. Bei Patienten mit einer mässigen Therapiecompliance und unregelmässigen Verlaufskontrollen haben HIV-Infektion und Rauchen denselben Einfluss auf die Lebenserwartung. Neben der fortlaufenden Motivation dieser Patienten, die antiretrovirale Therapie regelmässig einzunehmen, sollte deshalb eine standardisierte Rauchintervention einen hohen Stellenwert einnehmen. Rauchstopp-Programme sind ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Lebenserwartung aller HIV-Patienten und auch zur Senkung von Gesundheitskosten.
Foto von Emil_95