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Unter der Rubrik «Zoom» stellen wir jeweils eine Region oder spezifische Volksgruppe vor, die vom Evangelium bisher noch wenig oder gar nichts gehört, geschweige denn erlebt hat. Diesmal richtet sich der Fokus auf eine Stadt im Oman. Sie ist das Zentrum in einer Region, auf der eine göttliche Verheissung liegt. In Jesaja 43, 19 steht über sie geschrieben: «Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ich will einen Weg in der Wüste bereiten und Ströme in der Einöde.»
Glanzvolle Vergangenheit
Sur ist eine wunderschöne kleine Hafenstadt im Osten des Omans und liegt etwa 150 km südöstlich der Hauptstadt Maskat. Sur ist das Zentrum der nördlichen Sharqiya-Gegend und blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit als Seehandelsstadt zurück. Schon aus vorislamischer Zeit sind Handelsbeziehungen nach Ostafrika überliefert, doch seine Blütezeit als Handelsstadt hatte Sur vom 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Noch heute kann man die Werften besichtigten, in denen die Dhaus, die traditionsreichen Holzboote, gefertigt wurden. Abhängig von der vorherrschenden Windrichtung führten die Seerouten nach Ostafrika (wo Sansibar zum Sultanat Oman gehörte), nach Indien oder bis in den Golf von Basra. 1856 wurde das Sultanat geteilt, Sansibar ging verloren und dadurch brach der Warenverkehr mit Ostafrika zusammen. Parallel dazu wurde der einträgliche Sklavenhandel zunehmend geächtet. Dadurch verblasste im 19. Jahrhundert allmählich der Glanz Surs. Das Aufkommen von Dampfschiffen, die Öffnung des Suez-Kanals und die Zerstörung der Stadt durch saudi-arabische Wahhabiten führten zum weiteren Niedergang. Sur verkümmerte immer mehr zu einem unbedeutenden Fischerort. Unter dem heutigen Sultan, der 1970 an die Macht kam, erhielt die Stadt wieder Aufwind, und die Modernisierung hielt auch in Sur Einzug.
Gegenwart zwischen Tradition und Moderne
So blieb die Stadt, die heute etwa 72‘000 Einwohner hat, nicht in der Vergangenheit stecken, sondern investiert in die Zukunft. Im Norden Surs gibt es ein kleines Industriegebiet. Durch den Bau einer grossen Gasverflüssigungsanlage, einer Meerwasserentsalzungsanlage sowie eines Kraftwerks wird die Entwicklung der Stadt vorangetrieben. Darüber hinaus verfügt Sur über ein Krankenhaus, eine Universität, eine Fachhochschule und auch einen kleinen Flughafen in der Nähe. Tourismus und traditioneller Fischfang sind wesentliche Einkommensquellen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung im Land ist unter 15 Jahre alt. Die Regierung hat ein grosses Interesse daran, Einheimische zu fördern und investiert daher viel Geld in die Ausbildung.
Während die Menschen vor 1970 sehr traditionell und abgeschirmt von der Aussenwelt lebten, läutete der neue Sultan die Moderne ein. Doch obwohl sich vieles geändert hat, sind die Omanis stolz auf ihre Kultur und darauf bedacht, sie zu bewahren. Zu ihrer Tradition gehört auch die Religion. Schon zu Lebzeiten Mohammeds nahmen sie den muslimischen Glauben an. Der Grossteil der Omanis gehört der islamischen Gruppe der Ibaditen an. Die zweitwichtigste Gruppe sind Sunniten. Sur und seine Umgebung sind noch konservativer als die Hauptstadt. Die religiösen Führer haben Autorität und geniessen grossen Respekt in der Bevölkerung. Die Omanis sind als sehr freundliche und offene Menschen bekannt, doch dauert es oft längere Zeit, bis tiefe Freundschaften entstehen.
Vernachlässigte Region
So wie die anderen Länder der arabischen Halbinsel, wurde auch der Oman lange Zeit in der Missionsgeschichte vernachlässigt und muss als unerreichtes Land bezeichnet werden. Im Oman existiert keine einheimische Gemeinde! Sur und der Osten des Landes gehören zu den Gebieten, in denen das Evangelium noch am wenigsten verbreitet ist. In dieser Region ist kein omanischer Nachfolger Jesu bekannt! Ausserdem gibt es bisher kaum ausländische Jünger, die hier arbeiten. Doch die Leute in Sur sind neugierig und haben Fragen zum Glauben und Leben der Christen.
Durch den Ölreichtum und die weise Herrschaft ihres Regenten ist der Oman zu Wohlstand gekommen. Den Menschen geht es äusserlich gut. Doch durch die schöne Fassade schimmert die grosse geistliche Not hindurch. Der materielle Reichtum macht die Menschen gleichgültig in Bezug auf Gott. Hinzu kommt, dass viele in Aberglauben und okkulten Praktiken gefangen sind.
Du wirst gebraucht!
Gott wünscht sich, dass in Sur etwas Neues entsteht: eine Gruppe von Nachfolgern Jesu, die ihn immer mehr kennen und lieben lernt, ihn verehrt und seine gute Nachricht weiterträgt. Wer ist bereit, dieses Anliegen für die Stadt Sur zu teilen? Wer betet dafür, dass Omanis im Osten des Landes offen werden und ein Bedürfnis haben, Jesus kennen zu lernen? Wer geht zu diesen Menschen, um mit ihnen zu leben, damit sie Zugang zur Wahrheit Gottes bekommen und die Freiheit und Erlösung durch Jesus Christus kennen lernen?
Es werden Arbeiter gebraucht, die sich von Gott berufen lassen, nach Sur zu ziehen um dort zu leben, zu arbeiten, sich in die Menschen zu investieren und so das Licht Jesu in diese dunkle Stadt hineinzutragen.
Naher Osten