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Lay summary
Ziel des Projekts ist, die Möglichkeiten deliberativer Reformen in der existierenden Politik auszuloten. Deliberation wird dabei als Prozess des argumentativen und respektvollen Abwägens von Argumenten und Alternativen definiert. In den letzten Jahren ist Deliberation zum Fokalpunkt in der politischen Philosophie geworden. Viele Deliberationstheoretiker erwarten, dass deliberative Prozesse politische Entscheide begünstigen, die Gemeinwohlinteressen befördern.Im Projekt geht es um die "analytische" und "strukturelle" Dimension deliberativer Politik. Die "analytische" Dimension fokussiert auf die Bedingungen, unter denen Deliberation in der realen Politik funktionieren kann. Hier besteht die Herausforderung darin, einen einheitlicheren analytischen Ansatz zu entwickeln, um deliberative Prozesse und die daraus resultierenden Politikergebnisse besser zu verstehen. So bilden beispielsweise politische Institutionen (wie Konkordanz) oft lediglich einen Rahmen für deliberatives Handeln; damit deliberative Ideale aber verwirklicht werden können, müssen die Institutionen mit bestimmten Akteurscharakteristika (wie deliberative Prädispositionen), einer spezifischen Gruppenzusammensetzung (z.B. ein hoher Anteil von Frauen) und deliberativen Dynamiken (wie einem entsprechenden "Framing" des Themas) zusammenspielen. Dies führt zu einer Mehrebenen-Konzeption von Deliberation, wobei hierarchich höher angesiedelte Faktoren (wie Institutionen) hierarchisch tiefer angesiedelte Faktoren (wie Akteurscharateristika) beeinflussen können. So können beispielsweise Institutionen die Effekte von Akteurscharakteristika vergrössern (oder verkleinern). Empirisch werden die Hypothesen anhand von Experimenten und Beobachtungsstudien überprüft. Die Experimente bilden die Logiken der verschiedenen institutionellen und akteursrelevanten Charakteristika nach. Die Experimente werden mit Beobachtungsstudien zu parlamentarischen Entscheidungsprozessen ergänzt, um so die externe Validität der experimentell gewonnenen Einsichten zu überprüfen. Dabei wird auf eine umfangreiche Datenbank zu Parlamentsdebatten in der Schweiz, Deutschland, USA und Grossbritannien zurückgegriffen. In einem zweiten Schritt untersucht das Projekt die "strukturelle" Dimension deliberativer Reformen. Hier geht es insbesondere um die Frage, ob Bürgerinnen und Bürger mehr Deliberation in der Politik wünschen und ein entsprechendes Verhalten ihrer politischen Repräsentanten auch akzeptieren würden (oder ob sie den kompetitiven Debattenstil aktueller Politik bevorzugen). Dieser Frage wird anhand von Fokusgruppen in der Schweiz und Grossbritannien überprüft.