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Die Zahl von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen ist in Brasilien auf über 4000 geklettert. Wie die Zeitung «O Globo» unter Verweis auf Daten des Gesundheitsministeriums berichtete, gibt es derzeit pro Woche rund 200 neue Verdachtsfälle.
Das sich rasant ausbreitende, von Mücken übertragene Zika-Virus, steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren die sogenannte Mikrozephalie beim Kind auslösen. Diese führt meist wegen des zu kleinen Gehirns zu geistiger Behinderung.
Mit dem zuvor als eher harmlos geltenden Zika-Virus - Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen - sollen sich in Brasilien bereits mindestens 500'000 Menschen infiziert haben.
Staatspräsidentin Dilma Rousseff kündigte einen energischen Kampf an - am 13. Februar sollen im Rahmen eines Aktionstages bis zu 220'000 Soldaten helfen, die weitere Ausbreitung der virenübertragenden Stechmückenart Aedes aegypti einzudämmen und deren Eiablageplätze zu zerstören. Bisher gibt es keine Impfung gegen das Zika-Virus.
Im berühmten Sambadrom, wo Hunderttausende Menschen ab Ende kommender Woche den Karneval feiern werden, versuchen Spezialisten in Schutzanzügen mit Insektenbekämpfungsmitteln und Saugern der Aedes-Mücke den Garaus zu machen und jede Infektionsgefahr mit dem Zika-Virus oder Dengue-Fieber zu vermeiden.
Zum Karneval werden rund eine Million Menschen erwartet. Auch für die Olympischen Spiele in Rio im August wurden bereits besondere Schutzmassnahmen angekündigt.
In Kolumbien wurde am Dienstag (Ortszeit) Gesundheitsalarm wegen Zika ausgerufen. Alle unter einer Höhe von 2200 Metern liegenden Ortschaften sollten Notvorsorge treffen, erklärte das Gesundheitsministerium.
Öffentliche und private Kliniken sollten Massnahmen in Kraft setzen, um den erwarteten Anstieg der Fälle beherrschen zu können. Bisher wurden in Kolumbien bereits mehr als 13'000 Infektionen registriert. Die Behörden rieten Frauen dazu, gewollte Schwangerschaften zu verschieben.
US-Präsident Barack Obama rief bei einem Treffen mit Gesundheitsexperten zu grösseren Anstrengungen bei der Erforschung des Zika-Virus auf. Man brauche eine verbesserte Diagnostik, zudem müssten Impfstoffe und Heilungsansätze entwickelt werden, sagte er.
Alle Amerikaner müssten sich über das Virus informieren können und wissen, wie sie sich vor einer Infektion schützen könnten, sagte Obama nach dem Treffen am Dienstag (Ortszeit) laut Angaben des Weissen Hauses.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese Woche vor einer Ausbreitung des Virus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gewarnt. (SDA)Publiziert am 27.01.2016 | Aktualisiert am 27.01.2016