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Machine Learning Modellprognosen für eidgenössische Volksabstimmungen
Abstimmungsprognosen und Resultate für die Abstimmungen vom 15. Mai 2022
Auf dieser Plattform werden verschiedene Machine Learning Modelle eingesetzt zur Prognose der Ausgänge eidgenössischer Abstimmungen basierend auf der Analyse der Abstimmungsbüchlein zwischen 1979 und 2017. Die Modelle haben gelernt, aufgrund der Beschreibung der Ausgangslage, der Argumente der Befürworter und Gegner sowie des Gesetzestextes das Abstimmungsresultat vorherzusagen.
Die Prognosen der Abstimmungsausgänge können seit 2017 online auf dieser Plattform nachvollzogen werden. Die Prognosen des Ja-Stimmenanteils sowie der Anzahl Stände werden zusätzlich seit September 2021 offline erstellt. Weitere Informationen sind im Hintergrund zu finden.
Die Prognosen und Resultate der Abstimmungen vom 15. Mai 2022:
Änderung des Filmgesetzes:
Prognose: Ja (Ja-Stimmenanteil 53.0%, 12.5/23 Stände)
Resultat: Ja (Ja-Stimmenanteil 58.4%, 17.5/23 Stände)
Änderung des Transplantationsgesetzes:
Prognose: Ja (Ja-Stimmenanteil 64.5%, 17/23 Stände)
Resultat: Ja (Ja-Stimmenanteil 60.2%, 20/23 Stände)
Übernahme der EU-Verordnung über die Europäische Grenz- und Küstenwache (Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands):
Prognose: Ja (Ja-Stimmenanteil 52.2%, 11.5/23 Stände)
Resultat: Ja (Ja-Stimmenanteil 71.5%, 23/23 Stände)
Der mittlere absolute Fehler (MAE) der Regressionsmodelle für die Prognose des Ja- Stimmenanteils respektive der Anzahl Stände beträgt 8.5 % respektive 4.8 Kantone. Die Genauigkeit des online verfügbaren Klassifikationsmodell über die letzten 46 eidgenössischen Volksabstimmungen beträgt 80.4 %.
Kommentar zu den Prognosen und Resultaten für die Abstimmungen vom 15. Mai 2022
Das prognostizierte dreifache Ja wurde am Abstimmungstag bestätigt. Sowohl das (online verfügbare) Klassifikationsmodell, welches den Abstimmungsausgang prognostiziert, als auch das Regressionsmodell, welches spezifisch den Ja-Stimmenanteil berechnet, lagen in Bezug auf den Abstimmungsausgang richtig.
Für die Änderung des Filmgesetzes sowie die Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands war der Ja-Stimmenanteil 5 respektive 19% höher als prognostiziert. Für das Transplantationsgesetz fiel das Resultat 4 % tiefer als prognostiziert aus.
Das Regressionsmodell, welches das Ständemehr prognostiziert, hat für alle drei Vorlagen die Anzahl befürwortenden Stände unterschätzt, am meisten betreffend die Erweiterung des Schengen-Besitzstandes. Das Ständemehr spielte bei diesen Vorlagen, bei denen es sich um drei Gesetzesreferenden handelte, allerdings keine Rolle in Bezug auf den Abstimmungsausgang.
Die Prognosen wurden zwei Monate vor der Abstimmung berechnet. Mit einer Abweichung von 4 respektive 5 % in Bezug des Ja-Stimmenanteils für die Änderung des Filmgesetzes respektive des Transplantationsgesetzes waren die Prognosen zudem recht genau und lagen innerhalb des Fehlerbereichs der Modelle von 8.5 %. Überraschend war die mit einem Ja-Stimmenanteil von über 71 % angenommene Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands. Diese deutliche Annahme dürfte auf den Krieg in der Ukraine und dem damit verbundenen Bedürfnis nach geschützten Grenzen zurückzuführen sein. Die grundsätzliche Kritik am Vorgehen der europäischen Grenztruppen dürfte deshalb in den Hintergrund gedrängt worden sein.
In der jüngeren Vergangenheit hat die Corona-Pandemie etliche Male zu Abstimmungsresultaten geführt, welche staatskritisch und im Widerspruch zu den Parlaments- und Bundesratsempfehlungen standen. Der Einfluss der Pandemie wurde diesem Sinne am heutigen Abstimmungstag nicht bestätigt und womöglich durch den Krieg in der Ukraine als neuen Einflussfaktor abgelöst.
Prognosen weiterer im Hintergrund verfügbaren Machine Learning-Modelle sind hier zu finden.
Letzter update: 15. Mai 2022