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Hmong-Dorf, Laos
Keine Elektrizität, kein Wasser aus dem Duschkopf, keine Vorabendserien aus dem Fernseher. Ein braungebrannter Junge mit mandelförmigen Augen rennt über den staubigen Weg, unter seinem Arm klemmt ein schillernder Gockel.
Der Hund lässt sich nicht davon beeindrucken, faul liegt er auf dem Boden, nur die Ohren ragen gespitzt in die Luft. Wie ein schwerer Teppich liegt Trägheit über dem Dorf, die nur durch das hektische Flattern der mageren Hühner durchbrochen wird.
Der Rauch des Kochfeuers mischt sich mit dem Staub der Trockenzeit und hinterlässt ein kratziges Gefühl in der Kehle. Braune Bäume und strohige Halme durchziehen das satte Grün der Wälder. In dieser Jahreszeit gibt es nicht viel zu tun, die Reisfelder sind trockengelegt und der grösste Teil des Gartens besteht aus dicken Erdbrocken. Nur der Kohl kann sich behaupten, sein helles Grün wirkt unecht.
Kochen, waschen, Holz hacken. Vier Männer stehen in der stechenden Sonne um einen Rohbau herum, zwei klettern auf dem Dach und nageln die Bretter fest. Sie sagen, es sei das trockenste Jahr. Sie glauben, dass die Chinesen Schuld daran sind. Die Chinesen, die eben auch das Geld bringen. Yalee hofft, dass sie irgendwann sein Stück Land kaufen.
Plötzlich johlen die Männer los, lassen alles liegen und rennen ins Zentrum des Dorfes. Was los sei? Yalee deutet auf zwei Stiere, die sich mit gesenkten Köpfen gegenüberstehen. Seine braunen Augen funkeln und das ganze Gesicht grinst mit.
„Sie kämpfen, wir trainieren sie.“
„Wieso?“, frage ich.
Er zuckt mit den Schultern.
Da verstehe ich: Dies ist ihre Art von Vorabendserie.