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Ghana: Bildung eröffnet Chancen
Jirapa liegt im Norden Ghanas. Hier wirken Franziskanerinnen bereits seit über achtzig Jahren. Sie errichteten ein Krankenhaus, damit die Menschen in der nahen und weiten Umgebung eine gute medizinische Versorgung bekommen. Da auch hier Mädchen häufig keine Möglichkeit haben, eine weiterführende Schule zu besuchen und einen Beruf zu erlernen, haben die Franziskanerinnen vor mehr als sechzig Jahren die St. Francis High School eröffnet. Hier haben Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit, eine Ausbildung als Krankenschwester, Erzieherin, Lehrerin, Modedesignerin oder Ernährungsberaterin zu absolvieren.
Einen Beruf zu erlernen, schafft eine Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu fü̈hren und mit dem eigenen Verdienst die Familie ernähren zu können. Das ist ein Weg heraus aus bitterer Armut. Doch das Schulgebäude für den Praxisunterricht ist mittlerweile so marod, dass dort nicht mehr unterrichtet werden kann. Die Wände sind rissig, das Dach undicht, das Abwassersystem funktioniert nicht mehr ebenso wenig wie die Elektrik, die ganz ausfällt oder Funken sprühen lässt. Daher können zurzeit keine weiteren Schülerinnen aufgenommen werden.
Schwester Martha bittet uns um unsere Hilfe, damit das Gebäude zügig renoviert werden kann und 60 Schülerinnen die Schule für ihre berufliche Bildung wieder besuchen können.
Syrien: Die Verletzungen des Krieges
Der Krieg in Syrien geht im Südwesten nach wie vor weiter. Immer wieder gehen vereinzelt ziellose Mörsergranaten im Ostteil von Aleppo nieder. Sie sind eine große Gefahr für die Bevölkerung. Die Lage in diesem Teil der Stadt ist sehr schwierig. Der Wiederaufbau erfolgt nur schleppend. Schulen sind nur teilweise geöffnet, weil die Gebäude zerstört sind oder Lehrkräfte fehlen. Wasser- und Stromversorgung funktionieren kaum. Ost-Aleppo gleicht einer Trümmerlandschaft. In dieser Trümmerlandschaft leben Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die durch den Krieg Arme oder Beine verloren haben. Kinder mit Kriegsverletzungen am Kopf, die nicht fachgerecht medizinisch behandelt wurden, bleiben irreparabel. Ein Leben lang.
Manche haben Gehör- und Sehfähigkeiten verloren oder leiden an zerebraler Kinderlähmung. Alle Kinder im Alter von bis zu neun Jahren haben nur Krieg erlebt. Alle leiden an Kriegstraumata. Die Franziskaner in Aleppo stehen den Menschen bei, wo immer sie können. Sie sind bei ihnen geblieben und waren für viele die einzige Rettung.
Pater Firas und seine Mitbrüder haben ein umfangreiches Programm entwickelt, in dem von Kriegsschäden betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene Hilfe erhalten. Es beinhaltet unter anderem Schul- und Förderunterricht, Sprachförderung, physische Rehabilitationsangebote und berufliche Förderprogramme. Insgesamt sind es 1 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Kriegsschäden, die in diesem Programm Hilfe erfahren. Pater Firas bittet uns um Unterstützung, damit diese wichtige Arbeit weitergeführt werden kann.
Brasilien: Sauerstoff geht aus - Hunger kommt
Die Bewohner in der brasilianischen Millionenstadt Manaus und in Alenquer im Amazonasgebiet stehen am Abgrund. Das Corona-Virus bringt Verzweiflung, Angst, Schmerz und Tod an jede Ecke, in die Häuser, in die Familien. Das gesamte Gesundheitssystem ist kollabiert. Patienten werden an den Krankenhaustüren abgewiesen. Medizinisches Personal steht vor leeren Sauerstofftanks und muss hilflos zusehen, wie die Menschen sterben. Wieder sind nicht nur die Kliniken überfüllt. Wieder werden zahllose Gräber ausgehoben.
Diesmal geht den Krankenhäusern mitten im Regenwald auch der Sauerstoff aus. Das ist das Dramatischste. Die Bewohner Manaus‘ hangeln sich von Stunde zu Stunde, von Sauerstofflieferung zu Sauerstofflieferung. Das Leben vieler Menschen hängt an einem seidenen Faden. Und zusätzlich breitet sich Hunger aus. In Alenquer benötigen die Franziskanerinnen in ihrem Krankenhaus, es ist das einzige in der Gemeinde, dringend eine Sauerstoffmaschine, damit sie Sauerstoff selbst herstellen können und nicht auf Lieferungen von aussen angewiesen sind. Schwester Nila setzt alles in Bewegung, um irgendwie an Mittel zu kommen. Sie bittet uns um schnelle Hilfe. Auch im Krankenhaus von Manaus gibt es kaum noch Sauerstoff.
Pater Paolo bittet uns um dringende Hilfe für einen Sauerstoffgenerator, damit die Patienten in der Intensivstation atmen können. Eine weitere Katastrophe ist der Hunger. Er trifft gerade die Ärmsten. Die Verzweiflung der Menschen wird immer grösser. Angst vor dem Hungertod breitet sich aus. Pater Carlo möchte kleine Lebensmittelpakete in regelmässigen Abständen an 100 der ärmsten Familien im Zentrum von Manaus und in den Stadtrandbezirken verteilen. Auch Desinfektionsmittel und Schutzmasken sollen sie erhalten. Die Franziskanerinnen und Franziskaner in Alenquer und Manaus brauchen dringend unsere Unterstützung, damit sie ihre wichtige tägliche Arbeit weiterführen und Leben retten können.
Kenia: Grosses Leid mildern
Schwester Domitilla und ihre Mitschwestern wirken in drei Slums von Nairobi. Sie leisten eine unschätzbare Arbeit an Aidskranken. Durch eine straffe Organi- sation und den Einsatz von 130 Freiwilligen ist es ihnen gelungen, mit wenigen Mitteln 2 000 Patientinnen und Patienten, die in grossem Elend leben, zu helfen. Meist sind es Mütter, die mit zwei oder mehr Kindern in winzigen Einzimmerwohnungen leben müssen. Viele von ihnen waren zur Prostitution gezwungen, um mit ihren Kindern zu überleben. Aids schwächt die Frauen.
Sie können nicht mehr für ihre Kinder da sein oder das Bett verlassen. So kümmern sich die Kinder um ihre kranken Mütter. Die Lage ist herzzerreißend. Schwester Domitilla ist in diesen Slums tagtäglich im Einsatz und unterstützt, wo sie kann. Die Probleme sind vielfältig. Meist geht es um Lebensnotwendiges wie Nahrung für die Kinder der Erkrankten, medizinische Versorgung der Kranken, Hilfe beim Finden eines Bettes im Krankenhaus, Wohnraum, wenn die Miete nicht mehr bezahlt werden kann.
Letztlich kümmern sich die Schwestern auch um Beerdigungen, wenn die Familien sie nicht finanzieren können. Die Aufklärung der Bevölkerung ist den Franziskanerinnen auch ein großes Anliegen. Schwester Domitilla bittet uns um Hilfe, damit sie gemeinsam mit ihren Mitschwestern und den freiwilligen Helferinnen diese wichtige Arbeit an der Menschenwürde weiterführen und grosses Leid lindern können.
Kamerun: Ein Brunnen für das St. Francis Krankenhaus
Der Bürgerkrieg in Kamerun spitzt sich weiter zu. Zivilisten werden angegriffen und getötet. Auch Schulen und Krankenhäuser bleiben nicht verschont. Weil die Welt mit der Corona-Krise beschäftigt ist, finden solche Krisenherde bedrohlicher Gewalt kein Gehör. Die Frankenziskanerinnen des Krankenhauseses St. Francis of Assisi haben selbst im letzten Jahr bittere Erfahrungen der Gewalt erleben müssen. Dennoch arbeiten sie weiter und sind für die Kranken da.
Neben den Gefahren des Bürgerkriegs ist Wassermangel eines der grössten Probleme. Die staatliche Wasserversorgung wird in Trockenzeiten hart rationiert, ist oft unzuverlässig und kostet sehr viel Geld. Das sind Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal, wie wir sie uns hier in der Schweiz nicht vorstellen können. Schwester Victoire schreibt uns:
„Während der Wasserknappheit passen wir die Erwartungen an die Patientenversorgung an und müssen immer wieder Entscheidungen treffen, die die Gesundheit unserer Patienten beeinträchtigen. Aufgrund der Corona-Krise ist die Situation noch schwieriger geworden, da unser Personal und die Patienten die Hygiene-Massnahmen zur Eindämmung des Virus nicht einhalten können.“ Wie auch, wenn es kaum Wasser gibt. Schwester Victoire bittet uns um schnelle Hilfe, damit spätestens im April ein Brunnen gebaut werden kann.
Kamerun: Mit Kanistern auf dem Kopf
Etwa eineinhalb Meter breit ist der kleine Bach in der Nähe von Bangang. Durch schmale Pfade tragen die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule der Franziskanerinnen Kanister, um am Bach braunes Wasser zu schöpfen.
Der Weg zurück ins Dorf ist deutlich kräftezehrender als der Hinweg. Mit den gefüllten Kanistern auf dem Kopf begeben sich die Mädchen und Jungen zurück ins Dorf. Wasser wird den ganzen Tag über gebraucht. Sauberes Trinkwasser ist ein grosser Mangel in der Berufsschule, was die Franziskanerinnen gerade in der Trockenzeit vor grosse Herausforderungen stellt. Die Corona-Krise hat die Situation deutlich verschärft. Wasser zum Händewaschen fehlt ebenso. Zurzeit besuchen alle jene Mädchen und Jungen die Schule, die vor den Abschlussprüfungen stehen.
Das sind insgesamt 896 Schülerinnen und Schüler. Diese Kanister, die sie am Bach füllen, stehen dann neben den Waschbecken, damit sie sich regelmässig die Hände waschen können. Es ist ein unglaublicher Aufwand, diese Kanister den gesamten Tag über gefüllt zu halten.
Schwester Beatrice sendet ihren Hilferuf zu uns. Sie bittet uns um eine dringende Unterstützung von 15 400 Franken, damit auf dem Schulgelände endlich ein Brunnen gebaut werden kann und sauberes Trinkwasser zugänglich wird.
Uganda: Umdenken ist gefordert
Die Ernteerträge sinken rapide, die landwirtschaftliche Methode ist weder wirtschaftlich noch zeitgemäss und trägt nicht zum Erhalt der Schöpfung bei. Die Franziskanerinnen auf der St. Isidore Farm in Buluba sind jetzt gefordert, umzudenken. Die Corona-Krise tut ihr übriges. Lebensmittel werden immer knapper.
Die nächste kleine Regenzeit steht bevor. Jetzt wollen die Schwestern, allen voran Schwester Bernadette, sie ist die Leiterin der Farm, zügig ihre Anbaumethoden auf umweltschonende und nachhaltige Bodenbewirtschaftung umstellen. Die Bodenfruchtbarkeit und die Förderung der Biodiversität werden durch Direktsaat, permanente Bodenbedeckung, Fruchtfolgesysteme, organischen Dünger und mechanische Unkrautbekämpfung gesteigert.
All das führt zu gesunden Nahrungsmitteln. Da die Franziskanerinnen mit den Produkten ihrer Farm über 100 Witwen und Witwer, 80 Waisenkinder und die alten Menschen im Dorf mit Nahrungsmitteln unterstützen, ist es wichtig, eine gute Produktivität zu erlangen und gleichzeitig die Schöpfung neu zu beleben. Die bewirtschafteten Felder der Schwestern dienen den umliegenden Bauern dann als Vorbild für nachhaltige Landwirtschaft.
Damit die neue Aussaat zeitgerecht beginnen kann, bittet Schwester Bernadette uns um eine Hilfe von 27 500 Franken für Saatgut, organischen Dünger, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, 800 Spezialsäcke für die Lagerung der Ernte sowie für Lehrgänge zu nachhaltiger Landwirtschaft.
Indien: Einstehen für Kinder
Chennai, die indische Metropole, pulsiert. In ihr finden sich prunkvoller Reichtum neben absoluter Armut. Kinder, die auf der Strasse leben, sich in feuchten Winkeln und dunklen Löchern Schlafplätze suchen, die kaum zu essen haben und ausgebeutet werden an Leib und Seele.
Die Organisation SEEDS hilft den Strassenkindern seit Jahren. Pater Joseph leitet diese Organisation, die das Wohl der Strassenkinder in den Vordergrund stellt. Mit dem neuen Ansatz, Kinder zu befähigen, ihre Rechte zu kennen und für sie einzustehen, möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Organisation dafür sorgen, dass Kinder gerade aus zerrütteten Verhältnissen in Chennai erst gar nicht von zu Hause weglaufen. Kinder, die täglich in den Bahnhöfen ankommen, werden betreut wieder zu ihren Eltern gebracht. Sind die Eltern unauffindbar, finden sie in Kinderheimen ein fürsorgliches Zuhause. In einem Trainings- und Partizipationsprogramme in zwölf Slums geschult werden.
Für diese wichtige Arbeit bittet Pater Joseph uns um eine Unterstützung von 25 600 Franken für den Unterhalt von 34 Heimkindern, für Fortbildungen und Gehälter von Lehrkräften.
Indien: Aktive Lebensgestaltung
Zerdrückt, vertrieben, niedergetreten, zerstört und zur Schau gestellt – das bedeutet das Wort „dal“ aus dem Wortstamm von „Dalit“.
Dieses Wort bezeichnet das Leben von Millionen Menschen. Fast ein Fünftel der gesamten indischen Bevölkerung gehört zur Volksgruppe der „Dalit“. Doppelt gezeichnet sind hier Frauen und Mädchen. Sie können kein selbstbestimmtes Leben führen und leiden massiv unter Diskriminierung und Versklavung. Mädchen müssen auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, Hausarbeit verrichten und werden im Alter von 15 oder 16 Jahren verheiratet. Um ihnen bessere Lebenschancen zu bieten, führen die Franziskanerinnen in Pudupalayam seit sechs Jahren ein College.
Insgesamt besuchen 1.215 Schülerinnen im Alter von 17 bis 20 Jahren diese Schule. Alle kommen aus sehr armen Familien. Hier erhalten die Mädchen eine gute Schulausbildung. Sie lernen, ihr Leben selbst aktiv zu gestalten. Schwester Mary schreibt uns, dass das Fundament des Schulgebäudes durch harsche Klimabedingungen regelrecht ausgewaschen ist. Es muss dringend mit Stahlträgern verstärkt werden. Auch Wände und Böden haben Risse. Eine Sanierung des Gebäudes ist jetzt unvermeidlich geworden. Finanzielle Mittel stehen keine zur Verfügung.
Für die Sanierung des Gebäudes bittet Schwester Mary uns um einen Beitrag von 34 100 Franken.