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Ein solches «A Thorium Breeder Reactor» (ATBR) genanntes Konzept wird - neben anderen - seit 1997 im indischen Kernforschungszentrum Bhabha Atomic Research Centre (BARC) in Mumbai entwickelt, wie V. Jagannathan und Usha Pal in einem Vortrag an der 12th International Conference on Emerging Nuclear Systems (ICENES) vom 21.-26. August 2005 in Brüssel berichteten.
Gegenüber der internationalen Kernenergie-Nachrichtenagentur NucNet präzisierte Jagannathan, Leiter der Leichtwasser-Reaktorphysik-Sektion des BARC, nach seinem Vortrag: «Der ATBR ist eine Idee, die im Hinblick auf die Einführung von Thorium im grossen Massstab entwickelt wird. Durch die Wahl verschiedener Kühl- und Moderatormittel ist er leicht an ein mittleres oder schnelles Spektrum anzupassen - und wir führen die Studien weiter.» Im Beitrag erinnern die Autoren an die strategischen Vorteile für Indien, den Thorium-Brennstoffkreislauf zu erschliessen, und geben Einzelheiten der Brenn- und Brutelementkonfiguration bekannt. Im vorgestellten Konzept ist der Spaltstoffverbrauch gegen das Erbrüten spaltbaren Materials so weit optimiert, dass der ATBR mit einer Kernladung während zwei Jahren unterbrechungsfrei zu betreiben ist, ohne dass externe Eingriffe in die Moderation nötig sind. Gemäss den Autoren ist es möglich, den ATBR als Plutoniumbrenner zu betreiben. Das erbrüteteThorium-233 sei weitgehend proliferationssicher. Die ingenieurtechnische Machbarkeit des Konzepts, die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit im Betrieb sind indessen - entgegen Berichten in Tagesmedien - gemäss einer Mitteilung des BARC noch nicht geklärt.
Die Beiträge zur ICENES-Tagung, die das belgische Forschungszentrum SCK-CEN organisierte, werden in einer Spezialausgabe der Elsevier-Fachzeitschrift Energy Conversion and Management erscheinen.
Source
P.B. nach BARC, Medienmitteilung, 27. August, und NucNet, 5. September 2005