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Den vielfältigen Begründungen gemeinsam ist, dass die weibliche Genitalbeschneidung eine tief verankerte Tradition darstellt. Man geht heute davon aus, dass die Beschneidung ihren Ursprung im alten Ägypten hat.
Es werden vor allem folgende Begründungen für FGM/C genannt:
- Tradition: Viele praktizierende Gemeinschaften berufen sich auf die kulturelle Tradition – man pflegt die Mädchenbeschneidung weiter, weil es schon «immer» so gehandhabt wurde.
- Soziale Norm: In Gemeinschaften, in welchen FGM/C weit verbreitet ist, entscheidet die Beschneidung über die Zugehörigkeit des Mädchens zu Familie und Gesellschaft oder aber über dessen Ausschluss. Die Beschneidung ist Teil der Erziehung, um das Mädchen auf das Erwachsenwerden und die Ehe vorzubereiten. Oft ist FGM/C eine Bedingung, um überhaupt heiraten zu dürfen.
- Sexualität: Die Beschneidung soll die Libido der Frau verringern und sicherstellen, dass sie vor der Ehe keine sexuellen Beziehungen hat und ihrem Mann während der Ehe treu bleibt. Zudem existiert teilweise die Vorstellung, dass die sexuelle Befriedigung der Männer durch die Beschneidung erhöht wird.
- Religion: Die Beschneidung wird in verschiedenen Religionsgemeinschaften – sowohl in christlichen wie auch muslimischen und anderen – durchgeführt. Häufig wird von praktizierenden Gemeinschaften die Religion als wichtiger Grund für die Praktik der Beschneidung genannt. Allerdings gibt es in keiner Weltreligion einen schriftlichen Beleg, der die Beschneidung verlangt. Zudem wurde der Brauch der Beschneidung bereits vor der Entstehung des Christentums oder des Islams gepflegt.
- Ästhetische Gründe: In gewissen Gemeinschaften gelten unbeschnittene Genitalien als unschön oder unrein.
- Kulturelle Identität und Zugehörigkeit: Im Migrationskontext kann die weibliche Genitalbeschneidung zudem die Funktion haben, eine Verbindung zum Herkunftsland zu erhalten. Dies kann dazu beitragen, die kulturelle Identität aufrechtzuerhalten.