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Zusammenfassung von Studierenden der Seiten 31-50
1.) Entwicklungsverläufe spezifischer Fähigkeiten
Spezifische Fähigkeiten – Teil1:
Zusammenfassung Stefan Voramwald
Hören, singen, nachsingen
- Frühkindliche Auffassung von Musik an sog. „Konturmerkmalen“ und Veränderungen.
- Kinder haben eine angeborene Fähigkeit zur Reaktion auf unterschiedliche Tonhöhen, die im ersten Lebensjahr durch weitere Erfahrungen mit Klängen differenziert wird.
- Kinder im Alter von 12-18 Monaten: vokale Spiele, Klangexperimente
- Zweijährige: Können zusammenhängende Abschnitte aus Liedern singen, meistens mit falschen Tonhöhen
- Dreijährige: Haben die Fähigkeit, ganze Lieder zu singen, wobei die Tonhöhen noch nicht stimmen.
- Vierjährige: Einzelne Vierjährige können bereits ganze Lieder richtig singen
- Fünfjährige: Sinn für Tonalität => ziemlich genaues Hören/Singen (Tonhöhen)
Tempo- und Takthalten
- ein Tempo zu halten ist von körperlichen Reifungsprozessen abhängig, weil man sich bei der Überprüfung an muskuläre Reaktionen halten muss, die willentlich und kontrolliert ausgeführt werden müssen.
- Halten des Tempos ist für 3 bis 4 Jährige möglich, allerdings bereitet es ihnen Schwierigkeiten, bspw. im Takt zur Musik zu Gehen.
- 6-8 Jahre: Kinder verbessern sich im Synchronisieren eines vorgegebenen Grooves.
- Mit dem 3er Takt haben Kinder grössere Mühe als mit dem 2er.
Melodisches Gedächtnis
- Tonhöhen können bis zum ca. sechsten Lebensjahr in der Regel nicht korrekt in Relation gebracht werden (höher-tiefer).
- Korrekte gesangliche Wiedergabe von Melodien: ca. ab dem dritten Schuljahr.
- Polyphone Auffassung: ab dem 8. Jahr
- Erkennen von Kompositionsprinzipien (Spiegelung, Krebs, etc.): ab dem 13. Lebensjahr.
Harmonisches Verständnis
- Unterscheidung Konsonanten und Dissonanten: einfacher, als das Merken von Harmonieabläufen.
- Knaben im Alter von ca. 8 Jahren bzw. Mädchen im Alter von 6 Jahren reagieren auf Konsonanz positiver als auf Dissonanz
- Schüler mit Instrumentalunterricht haben keinen Vorteil bezüglich Harmoniegefühl.
Spezifische Fähigkeiten – Notation:
Zusammenfassung von LuziaMueller
- Idee: Aus der Art und Weise, wie Kinder Musik aufschreiben, soll erschlossen werden, in welche Form und an welche Symbole geknüpft Kinder Musik am ehesten verstehen.
4 – 5-jährige: Sie können Rhythmen nachklatschen. Zur Aufzeichnung des Rhythmus malen sie Hände oder Schlegel.
5 – 6-jährige: Zum Aufzeichnen eines Rhythmus werden bereits ‚Schriftsymbole’ verwendet. Dabei spielt es noch keine Rolle, ob Klänge und Symbole ‚zusammen passen’. Mögliche Schreibweisen wären:
I I I I I I I I : Anzahl Striche = Anzahl Schläge
OO…OO… : Der Rhythmus wird bereits beachtet. Auch ‚ungeschulte’ Erwachsene notieren auf diese Art.
8-jährige: Akzente, Gruppierungen und Dauer können im Rhythmusverständnis ergänzt werden.
- Gegenüber dieser figuralen Schrift steht die metrische Notation.
Bei der metrischen Notation werden den verschieden langen Einheiten unterschiedliche Symbole zugeordnet:
o o o o
und / oder die Aufzeichnung gibt eine räumlich-analoge Notation wieder, welche Impulse in der Zeit abbilden:
____
Zu einer metrischen Notationsform kommt es in der Regel nur, wenn durch gezielten Unterricht darauf hingewiesen wird.
7 – 12-jährige: Auch wenn die Schüler mit der Notenschrift vertraut sind, bevorzugen sie wegen ihrer besseren Lesbarkeit, noch die figurale Form der Notation.
Lehrer sollten daher nicht ausschliesslich den metrischen Aspekt der Musiknotation betonen; es könnte sonst sein, dass sie zum einen die Wichtigkeit des figuralen Aspektes zu wenig berücksichtigen, zum anderen, dass sie sich den Kindern gegenüber in unverständlichen Termini ausdrücken, deren Sinn der Kindern mangels abstraktem Wissen verborgen bleibt.Upitis schlägt vor: Sobald ein Kind in der Lage ist, nach figuralen Beschreibungen einen einfachen Rhythmus zu liefern motorisch einen Schlag zu halten die metrische Hierarchie versteht (langsam = Viertel, schnell = Achtel) sollte es in die Standardnotation eingeführt werden.
2.) Allgemeine Kennzeichen des Entwicklungsverlaufs
Zusammenfassung von Nadine Petitat
Allgemeine Kennzeichen des Entwicklungsverlaufs
Aus der Art und Dauer der Zuwendung zu Schallquellen werden bevor Kinder überhaupt sprechen können, musikalische Auffassungsleistungen erschlossen. Kinder können schon früh Konturen der menschlichen Stimme wahrnehmen und einzelne Töne daraus unterscheiden. Die Erfolge der Suzuki-Methode zeigt, dass Kinder, welche schon früh Musik hören und nachahmen, von klein auf auffassungsfähig für Musik sind. Vierjährige können bereits Klangfarben von Cello, Klarinette und Klavier unterscheiden und beschreiben. Sie können Melodien sicher auseinander halten und exakt wiederholen.
Musikalisches Tun als grundlegende Ausdrucksform musikalischen Wissens
Viele Studien an Kindern im Vorschulalter verweisen auf die ausschlaggebende Bedeutung der Möglichkeit, das musikalische Wissen durch musikalische Tätigkeiten ausdrücken zu können. In einer Studie zeigte sich deutlich, dass Kinder, welche auf einem Instrument spielen können, theoretisch und praktisch besser zurechtfanden, als Kinder, die sich nur in Worte fassen konnten. Zudem fand Amanda Ward Finnell heraus, dass Kinder zuzüglich zu Gesangsunterricht etc., Keyboardunterricht nahmen, höhere Werte der Tonhöhenunterscheidungen in einem standardisierten Verfahren erzielten. Bei Vorschulaltrigen überprüfte John W. Flohr die Auffassungsfähigkeit im Zusammenhang mit Improvisation. Dreijährige sind in der Lage, ihr freies Spiel auf Xylophonen durch Wiederholen bestimmter Muster zu strukturieren. Fünfjährige produzieren rhythmische und melodische Wiederholungen sowie einige Dreierrhythmen; sie können einen Schlag durchhalten. Die Fähigkeit zur Unterscheidung und Reaktion auf Aspekte der Lautstärke und Klangfarbe sind sehr früh vorhanden. Jedoch entwickelt sich die Auffassung von Tonhöhen und Rhythmen erst später, gefolgt vom Auffassen von Harmonien.
Entwicklung der Enthaltungsfähigkeit
Einfache und komplexe Auffassungsleistungen werden unterschieden. Bei den einfachen Auffassungsleistungen orientieren wir uns mit Vorrang an sensorischen Funktionen und bei den komplexen Auffassungsleistungen verwenden wir motorische Verhaltensäußerungen in Reaktion auf musikalische Reize, deren Nuanciertheit und Treffsicherheit sowohl von Reifungsprozessen der sensomotorischen Koordination als auch von Gedächtnisfunktionen und der Möglichkeit abhängen, neue Erfahrungen mit dem bereits vorhandenen Wissensstand zu vergleichen. Kinder unter fünf Jahren können entweder Lieder nach der Melodie oder nach dem Sprachrhythmus des Textes singen. Erst nach dem fünften Lebensjahr lernen sie beide Merkmale gleichzeitig zu beachten. Sieben jährige Kinder haben Schwierigkeiten zu erkennen, dass sich ein durchlaufender Schlag nicht verändert, wenn er von einem Rhythmus überlagert wird. Erst während des Schulalters entwickelt sich die Fähigkeit, formale Operationen auszuführen, also Problemlösungen, Einzelheiten und ihre Relationen abstrakt fassen zu können. Zuvor können Kinder nur wenige Aspekte gleichzeitig bearbeiten (z.B. können Kinder die Höhe und Breite von Gefässen in Rechnung stellen, jedoch nicht in Bezug auf die Flüssigkeitsmenge kompensatorisch anwenden). Kinder ab dem neunten Lebensjahr können die Beziehungen zwischen Tönen der Tonleiter und die Grundfunktionen der harmonischen Kadenzen erfassen und anwenden. Sie verstehen das Kadenzschema und können unterscheiden, ob eine von Harmonien begleitete Melodie abgeschlossen ist oder nicht. Aus der Sicht der Forscher ist das Begreifen der Unabhängigkeit und wechselseitigen Durchdringung musikalischer Elemente von entscheidender Bedeutung für das planvolle selbständige Musizieren.