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<h2>SubmittedText<h2><p>Eine Impfung gegen Sars-CoV-2 wird sehnlichst erwartet. Selbst wenn sich in letzter Zeit Anzeichen auf eine mögliche baldige Verfügbarkeit mehren, sind wichtige Fragen bezüglich Wirkungen wie Immunitätsschutz und Risiken noch unklar. Unter Annahme einer guten Wirksamkeit eines Impfstoffes muss der Bundesrat mit den Kantonen eine Impfstrategie entwickeln. In diesem Zusammenhang ersuchen wir den Bundesrat, folgende Fragen zur Impfstrategie zu beantworten.</p><p>1. Gemäss Berichten haben die verschiedenen Impfstoffe verschiedene Eigenschaften, basieren auf unterschiedlichen Technologien, unterscheiden sich bezüglich Lagerung und Haltbarkeit. </p><p>a. Wie stellt sich der Bundesrat die logistische Verteilung vor und inwiefern wurden hier bereits die nötigen Vorbereitungen getroffen?</p><p>b. Wie ist die Zuteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen Bund und Kantonen?</p><p>c. Welche Funktion haben Ärzte/Hausärzte und Apotheker in der Impfstrategie? Inwiefern wurden diese in die Vorbereitungen miteinbezogen?</p><p>2. Gewisse Personen haben aufgrund einer überstandenen COVID-19-Erkrankung Antikörper entwickelt und sind somit zumindest teilweise immun gegen das Virus.</p><p>a. Welche Erkenntnisse bestehen aktuell bzgl. Immunität gegen COVID-19?</p><p>b. Inwiefern wird diese (Teil-)Immunität in die Impfstrategie miteinbezogen?</p><p>c. Welche Rolle spielen dabei Antikörpertests?</p><p>d. Wann werden diese Antikörpertests breit eingesetzt werden können?</p><p>e. Wie beurteilt der Bundesrat die Möglichkeit eines sogenannten Immunitätszertifikates?</p><p>f. Wie hoch muss die Immunität in der Bevölkerung sein, damit ein "normales" gesellschaftliches Leben wieder möglich wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die logistische Verteilung wird in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen erarbeitet, die wichtigsten Vorbereitungen wurden bereits getroffen. Der Bund ist für den Kauf, zentrale Lagerung und Vertrieb in die Kantone zuständig. Mit der Auslieferung der Impfstoffe an die Kantone sind diese zuständig für die weitere Verteilung und die Impfmassnahmen. Vertreterinnen und Vertreter der Apotheken (Pharmasuisse) und der Ärzteschaft (FMH) wurden von Beginn weg in die Planung miteinbezogen. Welche Rolle sie bei der konkreten Impfung letztendlich spielen werden, hängt von Liefereinheiten und den Eigenschaften sowie Anforderungen der Impfstoffe ab. Dazu fehlen aktuell noch die notwendigen Daten.</p><p>2.</p><p>a) Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass einmal erkrankte Personen mehrere Monate geschützt sind. Die wissenschaftliche Datenlage ist aber noch nicht ausreichend, um dies definitiv beurteilen zu können.</p><p>b) Eine vorgängig durchgemachte Erkrankung wird aktuell für einen Entscheid zur Impfung nicht berücksichtigt, vor allem, weil die Dauer des Schutzes nach einer Erkrankung nicht klar ist. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden jedoch laufend beurteilt und berücksichtigt.</p><p>c) Antikörpertests spielen für den Impfentscheid aktuell keine Rolle, insbesondere da zum heutigen Zeitpunkt die Aussagekraft des Tests betreffend Schutz vor Erkrankung durch nachgewiesene Antikörper begrenzt ist.</p><p>d) Antikörpertests können bereits jetzt in Ausnahmefällen für individuelle Fragestellungen (z.B. im Rahmen des kantonalen Contact Tracing) eingesetzt werden. Allerdings ist der Nutzen der Antikörpertests wie unter 2. c) erwähnt beschränkt. Ausserhalb von Studien empfiehlt das BAG daher zum aktuellen Zeitpunkt Antikörpertests nicht.</p><p>e) Ein Zertifikat, welches eine Impfung bestätigt, ist vorgesehen. Es ist möglich, dass gewisse Länder die Einreise von einer Impfung abhängig machen. Ein in der Frage formuliertes Immunitätszertifikat hingegen ist nicht vorgesehen. So ist ein positiver Antikörpertest nicht mit Immunität, respektive einem Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus, gleichzusetzen.</p><p>f) Zum heutigen Zeitpunkt gehen die Expertinnen und Experten davon aus, dass rund 60 Prozent der Bevölkerung immun sein müssen, damit das Virus nicht mehr frei zirkuliert und ein "normales" gesellschaftliches Leben wieder möglich ist.</p>  Antwort des Bundesrates.