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1919-1930
Weimarer Republik
Der Tätigkeitsbereich
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs unter preussischer Führung 1918 begannen sich freiheitliche Tendenzen in der neu gegründeten Weimarer Republik zu regen und durchzusetzen. Daran war die sich nun entfaltende intellektuelle politische Linke stark beteiligt.
1919 entstand unter Führung von Magnus Hirschfeld das erste sexologische Forschungszentrum, das Institut für Sexualwissenschaft in Berlin-Tiergarten. Ihm wurde das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee als "Abteilung für Sexualreform" beigeordnet. Im Umfeld des Instituts wurden sowohl Aussprachen, Beratungen, Informationen zu spezifischen Themen und diverse Vorträge angeboten, als auch Zeitschriften und Bücher herausgegeben. Zusammenkünfte und Kongresse wurden ebenfalls organisiert, neue Gruppierungen gegründet oder bestimmten Gruppen Unterkunft gewährt. Opfer des § 175 erhielten juristische Beratung, psychologische Betreuung und notfalls Sozialhilfe.
Ab 1919 erschien die Wochenzeitung Die Freundschaft. Im selben Jahr wurde der "Berliner Freundschaftsbund" gegründet, der sich 1920 zum überregionalen "Deutschen Freundschaftsverband, DFV" wandelte und als solcher nebst dem Wissenschaftlich-humanitären Komitee auch im Ausland (unter anderem in der Schweiz) tätig war. Die Freundschaft wechselte später ebenfalls ihren Namen in Freundschaftsblatt. Sie erschien bis 1933 und war auch in der Schweiz erhältlich.
1922 nannte sich der Freundschaftsverband neu "Bund für Menschenrecht" und gab als Vereinszeitschrift die Blätter für Menschenrecht heraus.
1923 erschien ein weiteres Heft, Die Insel. Es war illustriert und wurde rasch so populär, dass es schliesslich eine Auflage von über 100'000 erreichte. Doch die Machtübernahme durch die Nazis Ende Januar 1933 bedeutete für alle Zeitschriften und Organisationen das Aus.
Ernst Ostertag, März 2004