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Kaffee: Gesünder ohne Milch
Kaffee wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, das ist längst kein Geheimnis mehr. Das dunkle Bohnengetränk schützt unter anderem die Gehirnzellen und die Gefässe, vor Diabetes und vielleicht sogar vor Depressionen. Auch gegenüber manchen Krebsarten könnte Kaffee einen präventiven Effekt entfalten.
Österreichische Forscher fanden nun einen Mechanismus, der möglicherweise hinter der gesundheitsfördernden Wirkung steckt. Wie sie in mehreren Fachmagazinen berichten, stösst Kaffee einige Stunden nach dem Konsum auf Ebene der Zellen eine Art Entrümpelung und Entgiftung an. Ausgelöst werde die zelluläre Müllabfuhr vor allem beim kontrollierten Fasten.
In ihrer Studie ging es den Forschern darum, die positiven Effekte des Nahrungsverzichts auch ohne Fasten herbeizuführen. Sie verabreichten Mäusen entweder koffeinhaltigen oder koffeinfreien Kaffee. Eine Kontrollgruppe erhielt nur Wasser. Anschließend untersuchten sie die molekularen Prozesse in den Zellen der Tiere. Die Forscher stellten fest, dass eine bis vier Stunden nach dem Trinken des Bohnensaftes ein Prozess in Gang gesetzt wurde, den man als Autophagie ("Selbstverdauung") bezeichnet – und zwar unabhängig davon, ob der Kaffee Koffein enthielt oder nicht. Dabei handelt es sich um einen Aufräummechanismus in den Zellen, bei dem etwa fehlgefaltete Proteine oder alte Zellbestandteile abgebaut werden. So reinigen und entgiften sich die Zellen selbst. Der Kaffeekonsum schaltete den Mechanismus in allen von den Wissenschaftlern untersuchten Organen an: der Leber, den Muskeln und dem Herz. Die Forscher vermuten, dass bestimmte im Kaffee enthaltene Pflanzenstoffe die Autophagie ankurbeln - sogenannte Polyphenole.
Diese Wirkung entfaltete entkoffeinierter Kaffee ebenso wie die herkömmliche Variante mit Koffein. Vom Wachmacher-Bestandteil des Kaffees hängt die Zell-Entrümpelung also offenbar nicht ab. „Wir vermuten daher, dass die im Kaffee enthaltenen Polyphenole – das sind sekundäre Pflanzenstoffe – die Autophagie hervorrufen“, sagt Studienautor Frank Madeo von der Karl-Franzens-Universität in Graz.
All denjenigen, die maximal von der gesundheitsfördernden Wirkung des Kaffees profitieren möchte, geben die österreichischen Forscher einen Tipp an die Hand: Auf Milch im Kaffee verzichten - gerade bei der ersten Tasse am Morgen nach einer nächtlichen Fastenperiode. Denn tierisches Eiweiss - allen voran die Aminosäure Methionin - könne den Autophagie-Prozess deutlich einbremsen, wie die Wissenschaftler in einer vorher durchgeführten Studie zeigten. Madeo empfiehlt deshalb: „Trinken Sie Kaffee mit gutem Gewissen, aber am besten schwarz oder mit pflanzlich basierter Milch wie Sojamilch, Mandelmilch oder Kokosmilch.“
Quelle: Madeo F. und Ruckenstuhl C. et al.: Coffee induces autophagy in vivo, Cell Cycle, 25. April 2014.
Stand: 6/14, BH