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Eigentlich muss man bei Nebenwirkung und Gegenanzeiger einer Droge, wie z. B. Tee immer bei der Apotheke nachfragen oder die Packungsbeilage anschauen. Leider gibt weder unser so genannte Teefach-Geschäft richtige Auskunft über die Auswirkung des Tees, noch könnte man die Packungsbeilage dazu erhalten. Ich bin weder Mediziner noch Experte von Fach Gesundheitswesen und kann an diese Stelle keine autoritäre Aussage machen. Man muss nicht an meine Wörter glauben.
Wovon spreche ich denn eigentlich hier? Oolong und Gesundheit? Vor Tausendjahren schrieb Lu Yu sein Wissen und Reflexion über Tee in seiner legendären Teebibel „Cha Jing (das Buch des Tees, 760 A.C.) nieder, wie ein guter Tee sein sollte und wie er wirkt.
In dem ersten Kapitel schrieb er über die Biographie des Tees – die Entstehung des Namens und Geburtsorten. Er bezeichnete allerdings, dass der wild gewachsene Teebaum besser als Kultur-Teebaum sei, die Purpur-farbigen Tipps besser als grüne sei und leicht gerollte Blatt (wie z. B. der originale Tie Guanyin-Baum) besser als flache Teeblatt sei. Tee aus schattigen Tälern sollte man nicht trinken, weil dieser Tee die Lebensenergie stagniert.
Die Wirkung des Tees geht über den Geschmack. Er wirkt abkühlend und bringt die Energie (Qi) nach unten fließen. Menschen, die ein einfaches Leben führt und einen unkomplizierten Lebensstil lebt, könnten den Genuss des Tees richtig kosten. Für Lu Yu ist der Tee nicht nur ein Genussmittel, sondern ein Getränk, das Menschen im Leben begleitet. Tee schmeckt nicht dominant und oft nur sehr subtil und dezent. Menschen, die ein einfacheres Leben führen, könnten mit der Einfachheit des Tees besser im Einklang zu sein.
Wenn der Körper zu warm, zu durstig, wenn man unter Kopfschmerzen, Schwindel, Druck im Brust und Gelenk-Schmerzen leidet, ist Tee ein Hilfsmittel – vergleichbar mit göttliche Getränke. Aber wenn der Tee in falschen Zeitpunkt gepflückt wird oder falsch hergestellt ist oder mit anderen Kräutern beliebig gemischt wird, ist das Teetrinken wie kranke Energie zu tanken!
Tee kann sogar zur Katastrophe führen, wenn man den Tee aus falschem Anbaugebiet trinkt – das ähnliche Prinzip wie Gingsen (Rensen). Gingsen aus dem Gebiet Shangdang enthält die beste Wirkung, während der aus Südkorea nur bedingt wirkt…
Heute werden meiste Oolongtees nicht mehr in der richtigen Zeitpunkt gepflückt. Meistens werden Tipps gepflückt und begehrt anstatt die reifen offenen Blätter. Junge Tipps sind einfacher zu rollen, zu formen und zu verkaufen, weil der heutige Geschmack der Konsumenten den erfrischenden grünen Tee bevorzugt. Diese Art von grünem Oolong reizt die Magenschleimhaut und verursacht Magenschmerzen und Kreislauf-Problem. Viele unwissende Menschen betrachten solche Symptome als Nebenwirkung von Tee. Eigentlich liegt das Problem an den Herstellungsfehlern!
Lu Yu hat uns auf einen wichtigen Punkt aufmerksam gemacht – das Cocktail des Tees. Heute ist man nicht mehr zufrieden mit dem einfachen Geschmack des Tees. Es muss irgendwie Mandarinen-, Zimt oder Vanille-Geschmack sein. Bevor man einen Teeladen entdeckt, erfährt man bereits von dem Parfum! Dieses Cocktail-Verhalten bringt uns selten zu dem wahren Tee-Genuss nah, sondern eher von dem einfachen Geschmack des Tees befremdet zu sein. Gesundheitlich wirkt es laut Lu Yu eher bedenklich…
Oolongs, die nicht aus reifen Teeblätter bestehen und falsch hergestellt wird – zu wenig gewelkt, zu wenig fermentiert etc, würde ich als „gesundheitlich bedenklich“ bezeichnen.