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Die Scheuermann-Krankheit, auch als Morbus Scheuermann, Adoleszentenkyphose oder juvenile Kyphose bezeichnet, ist eine der häufigsten Ursachen der strukturellen Kyphose bei Jugendlichen und führt häufig zu Haltungsschwäche und Rückenschmerzen.
Symptome
Die Anamnese einer Haltungsschwäche ist das häufigste klinische Merkmal. Die Eltern bemerken oft zunehmenden Kyphose und Haltungsprobleme bei ihren Kindern, und bringen sie anschließend zur Abklärung. Das Einsetzen der Manifestationen beginnt in der Pubertät und die Symptome sind abhängig von der Lage. Diejenigen, die betroffene thorakale Wirbel haben, haben oft nur leichte Fehlstellung und kaum Schmerzen. Diejenigen, die thorakolumbare Kyphose haben, können stärkere Fehlstellungen und Schmerzen haben. Mit Lokalisierung in Lendenwirbeln können die Schmerzen noch ausgeprägter sein. Über 80% der Patienten mit thorakolumbalen Kyphosen klagen über intermittierende Schmerzen im unteren Rücken. In den meisten Fällen kann der Schmerz mit Ruhe vergehen [10]. Die Fehlstellung im oberen Wirbelsäulenbereich lässt sich am besten in einer vorne gebeugten Position feststellen. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist erheblich verringert.
Neurologisch
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Psychische Belastung
Dies ist für die Jugendlichen oft eine hohe psychische Belastung. Ggf. kann die Anbindung an Selbsthilfegruppen hilfreich sein. Die Jugendlichen erhalten zudem Rückenschulungen. [eref.thieme.de]
Eine andere Spätfolge bei Morbus Scheuermann, die häufig heruntergespielt wird, aber mindestens einen so hohen Stellenwert besitzt wie die oben genannten körperlichen Beschwerden, ist die psychische Belastung von Patienten. [dr-gumpert.de]
Die häufigste Beschwerde dieser Patienten ist die psychische Belastung in Bezug auf die Haltungsschwäche. Wenn die Kyphose mehr als 50 beträgt, sind Schmerzen häufig. [symptoma.de]
Systemisch
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Wachstumsstörung
Durch die erhöhte mechanische Belastung und die Wachstumsstörung der Wirbelkörper bilden sich radiologisch sichtbare Dellen in den Grund- und Deckplatten, die sog. Schmorl-Knötchen Schmorl-Knötchen. [eref.thieme.de]
Bei der Scheuermann-Krankheit ist diese Kyphose – bedingt durch Wachstumsstörungen der Wirbelkörper und die Bildung von Keilwirbeln – oft stärker ausgeprägt als normal. [beobachter.ch]
Die Scheuermann-Krankheit ist eine im Jugendalter auftretende Wachstumsstörung der Brustwirbelsäule. Typischerweise bildet sich im Alter zwischen zehn und 15 Jahren ein so genannter Rundrücken aus. [medinfo.de]
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Pathologe
Der Dresdner Pathologe G. Schmorl beschrieb 1930 die für die Erkrankung typischen, unter dem Begriff „Schmorl-Knötchen“ bekannt gewordenen Bandscheibeneinbrüche. [eref.thieme.de]
Muskuloskeletal
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Rückenschmerz
Die wichtigsten sind: Rückenschmerzen Rückenschmerz Morbus Scheuermann Haltungsverfall mit Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit Bildung eines Rundrückens Die Erkrankung ist sehr häufig (20 % aller Jugendlichen), aber meist harmlos. [eref.thieme.de]
Vom Morbus Scheuermann betroffene Patienten leiden gehäuft unter Bewegungseinschränkungen, Rückenschmerzen und degenerativen Veränderungen der Bandscheiben. [flexikon.doccheck.com]
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Schmerz in der Wirbelsäule
Die Schmerzen in der Wirbelsäule strahlen manchmal in Arme und Beine aus oder sorgen für zusätzliche Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Rückenschmerzen sind also oftmals Spätfolgen von Morbus Scheuermann. [beuthel.de]
Diagnostik
Ein gewisses Maß an Kyphose ist normal bei allen Menschen. Eine Kyphose mehr als 50˚ wird als pathologisch angesehen [11]. Röntgenologische Untersuchungen helfen bei der Identifizierung der Diagnose [12]. Typische Ergebnisse sind:
- Keilwirbel
- Starre Kyphose
- Schmale Zwischenwirbelräume
- Verkalkung der Zwischenwirbelräume
- Unregelmäßigkeiten an den Wirbelfläche
- Schlecht ausgebildete Wirbelplatten
- Schmorl-Knorpelknötchen oder Vorfälle des Nucleus pulposus
Nach Sorenson umfassen die Kriterien zur Diagnosebestätigung von Morbus Scheuermann drei Komponenten:
- Kyphose größer als 40˚
- Unregelmäßigkeiten in den Endplatten mit schmalen Zwischenwirbelräumen
- Drei aufeinander folgende Wirbelkörper mit Keilwirbelform von mindestens 5°
Histologischen Untersuchungen können ein reduziertes Verhältnis von Kollagen zu Proteoglycan zeigen. Mittels elektronenmikroskopischen Untersuchungen können auch Anomalien festgestellt werden.
Therapie
Physiotherapie, Orthesen und Chirurgie sind die drei wichtigsten Optionen in der Behandlung der Scheuermann-Krankheit. Physiotherapie ist bei Patienten im pubertären Wachstumsschub sinnvoll. Sie hilft, Schmerzen zu reduzieren, insbesondere wenn die Kyphose nur ein kurzes Segment betrifft. Jedoch kann Physiotherapie das Fortschreiten der Krankheit nicht verhindern. Eine geeignete sportliche Aktivität kann auch empfohlen werden. Manche sportlichen Aktivitäten helfen, die Fehlhaltung zu kontrollieren. Sportarten wie Rudern, Radfahren und Gewichtheben sind jedoch nicht zu empfehlen. Orthesen sind für Patienten mit Kyphose von mehr als 50˚ sinnvoll. Die Behandlung ist wirksam bei der Korrektur der Kyphose bei Patienten, die ein ausreichendes Wachstumspotenzial haben. Mit ausreichenden Wachstumsschüben können Keilwirbel durch kompensatorisches Wachstum reduziert werden. Compliance ist für ein gutes Ergebnis von großer Bedeutung.
Eine Operation ist nur selten für Patienten mit Scheuermann-Krankheit notwendig. Inakzeptables kosmetisches Aussehen und Rückenschmerzen sind die beiden Indikationen, für die eine Operation empfohlen wird. Spondylodese ist eine Option für Patienten mit Kyphose größer als 75˚, vor allem, wenn der Patient nicht auf nicht-chirurgische Maßnahmen anspricht. Nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel können verwendet werden, um Schmerzen zu lindern. Beschränken der Aktivität hilft auch, Schmerz zu reduzieren.
Prognose
Patienten mit Kyphosen kleiner als 50˚ haben üblicherweise keine Probleme im Erwachsenenalter. Die häufigste Beschwerde dieser Patienten ist die psychische Belastung in Bezug auf die Haltungsschwäche. Wenn die Kyphose mehr als 50˚ beträgt, sind Schmerzen häufig. Bei Patienten mit mehr als 70˚ Kyphose kann die Erkrankung auch im Erwachsenenalter fortschreiten [9]. Wenn thorakolumbale Wirbelkörper betroffen sind, ist der Schmerz stärker. Frühe Diagnose und Behandlung der helfen bei der Linderung der Symptome.
Ätiologie
Die Ätiologie scheint multifaktoriell zu sein. Osteochondritis der Grund- und Deckplatten wird als einer der ursächlichen Faktoren bei der Entwicklung dieser Erkrankung gesehen. Mechanische Faktoren und Trauma werden ebenfalls mit dem Auftreten in Verbindung gebracht [1]. Erbliche Faktoren scheinen an der Entstehung der Krankheit beteiligt sein, aber die Art der Vererbung oder Anwesenheit von genetischen Markern sind noch nicht eindeutig festgelegt [4]. Erhöhte Körpergröße und BMI können auch mit der Entwicklung dieser Erkrankung verbunden sein [5]. Juvenile Osteoporose scheint auch eine Rolle bei der fortschreitenden Kyphose zu spielen. Die Scheuermann-Krankheit ist mit endokrinen Störungen, entzündlichen Erkrankungen und bestimmten neuromuskulären Störungen verbunden.
Epidemiologie
Die Inzidenz von Morbus Scheuermann ist sehr unterschiedlich in verschiedenen Studien. Sie reicht von 1% bis 15% und die Differenz ergibt sich aus den unterschiedlichen vorgegebenen Schwellwerten der Kyphose. Die Prävalenz der Erkrankung in den USA beträgt etwa 0,4 bis 8%. Widersprüchliche Berichte bestehen auch in Bezug auf die Verbreitung der Krankheit in den zwei Geschlechtern. Sie tritt in der Regel bei Kindern zwischen dem Alter von 13 und 16 Jahren auf [6]. Die Diagnose wird nur selten bei Kindern unter 10 Jahren gestellt. In einer Studie hatten etwa 30% der sehr großen Mädchen die Erkrankung [7].
Pathophysiologie
Scheuermann hatte aseptische Knochennekrose als ursächlichen Faktor dieser Krankheit angenommen. Aber einige spätere Studien zeigten, dass Schwächung der knorpeligen Ringapophysen der Wirbelkörper zu Scheuermann-Krankheit führt. Ringapophysen stellen die Wachstumsregionen der Wirbel dar. Eine Reihe von Theorien wurden vorgeschlagen, um die Pathogenese dieser Erkrankung zu erklären. Dazu gehören mechanische, metabolische und endokrinologische Theorien.
Eine der Theorien besagt, dass die Ringapophysen während dem pubertären Wachstumsschub geschwächt sind. Durch erhöhten Druck während der Wachstumsschubes wird das Volumen der Bandscheiben verringert und es kommt zur Keilwirbelbildung.
Eine genetische Komponente scheint an der Entwicklung der Krankheit beteiligt zu sein, ist aber nicht klar definiert. Gehäuftes Auftreten in Familien und bei eineiigen Zwillingen sind Beweise für das Vorhandensein einer erblichen Komponente bei dieser Erkrankung. Eine autosomal-dominante Vererbung wurde in einigen Fällen nachgewiesen [8]. Hormonelle Störungen wurden mit der Entwicklung der Krankheit und Nebenwirkungen wie Größe und Gewichtszunahme [6] in Verbindung gebracht.
Prävention
Prävention der Erkrankung ist nicht möglich, da sie durch verschiedene Faktoren verursacht wird. Aber zukünftige Funktionsstörungen und Probleme können durch adäquate Behandlung verhindert werden.
Zusammenfassung
Die Scheuermann-Krankheit, auch als Morbus Scheuermann, Adoleszentenkyphose oder juvenile Kyphose bezeichnet, entsteht durch Wachstumsstörung der Grund- und Deckplatten der thorakalen Wirbelkörper oder thorakolumbalen Wirbelkörper [1]. Sie ist eine der häufigsten Ursachen der strukturellen Kyphose bei Jugendlichen und führt zu einer Haltungsschwäche und Rückenschmerzen [2]. Die Erkrankung wurde von Scheuermann im Jahre 1921 beschrieben, zwei Varianten der Krankheit wurden später von Alexander beschrieben - die klassische Form und die traumatischen Form [3]. In der klassischen Form treten Veränderungen zwischen T7 bis T10 auf, während die traumatische Form durch Änderungen im thorakolumbalen Übergang charakterisiert ist. Die Missbildung der Wirbel ist mit Schmerzen verbunden. Eine frühzeitige Diagnose hilft bei der erfolgreichen Behandlung der Erkrankung, meist unter Verwendung von nicht-chirurgischen Interventionen wie Physiotherapie und Orthesen.
Patientenhinweise
Die Scheuermann-Krankheit, auch als Morbus Scheuermann, Adoleszentenkyphose oder juvenile Kyphose bezeichnet, ist eine Entwicklungsstörung der Wirbelsäule gekennzeichnet durch einen Rundrücken oder Buckel. Schmerzen können, müssen aber nicht auftreten. Jeder Mensch hat einen Biegung der Wirbelsäule (Kyphose) am oberen Rücken und diese ist Teil der S-Form einer normalen Wirbelsäule. Eine Biegung von mehr als 45˚ wird als anormal bezeichnet. Patienten mit Scheuermann-Krankheit haben eine übermäßiges Kyphose.
Die tatsächliche Ursache der Krankheit ist noch nicht vollständig festgelegt. Viele Faktoren sind an der Entwicklung beteiligt. Mechanische Faktoren, hormonelle Störungen, schlechte Körperhaltung und genetische Faktoren können dazu beitragen. Sie wird in der Regel bei Kindern zwischen 13-16 Jahren festgestellt.
Diejenigen mit milder Form der Krankheit haben oft keine Symptome. Die Symptome erscheinen üblicherweise während der Pubertät und die Schwere kann von der Stelle der übermäßigen Kyphose abhängen. Patienten, die starke Kyphose am unteren Rücken haben, können Schmerzen und einen auffallend flachen Rücken haben. Schmerzen, wenn vorhanden, werden stärker mit Bewegung. Der Grad der Schmerzen kann von einer Person zur anderen variieren. Röntgen ist die häufigste Diagnose-Technik, um Scheuermann-Krankheit zu bestätigen. Physiotherapie, Orthesen und Chirurgie sind die drei wichtigsten Optionen in der Behandlung der Scheuermann-Krankheit. Physiotherapie wird empfohlen, wenn die Kyphose in der oberen Wirbelsäule vorhanden ist und weniger als 50˚ beträgt. Auch sportliche Aktivität kann in diesem Fall helfen. Orthesen sind hilfreicht für Patienten, die Kyphose von über 50˚ haben und noch in der Wachstumsphase sind. Die einzige Voraussetzung für den Erfolg dieser Technik, ist die Compliance des Patienten, die Stütze kontinuierlich zu tragen. Schmerzmittel und Ruhe werden empfohlen, um Schmerzen im Zusammenhang mit der Krankheit zu reduzieren. Eine Operation wird für Kyphosen größer als 70˚ empfohlen.
Quellen
- Ristolainen L, Kettunen JA, Heliövaara M, Kujala UM, Heinonen A, Schlenzka D. Untreated Scheuermann's disease: a 37-year follow-up study. Eur Spine J. 2012;21(5):819-824.
- Lowe TG, Line BG. Evidence based medicine: analysis of Scheuermann kyphosis. Spine. 2007 1;32(19 Suppl):S115-9.
- Alexander CJ. Scheuermann’s disease: a traumatic spondylodystrophy? Skeletal Radio. 1977;1:209-221.
- Damborg F, Engell V, Andersen M, et al. Prevalence, concordance, and heritability of Scheuermann kyphosis based on a study of twins. J Bone Joint Surg Am. 2006;88(10):2133-2136.
- Tsirikos AI, Jain AK. Scheuermann's kyphosis; current controversies. J Bone Joint Surg Br. 2011;93(7):857-864. doi: 10.1302/0301-620X.93B7.26129.
- Fotiadis E, Kenanidis E, Samoladas E, Christodoulou A, Akritopoulos P, Akritopoulou K. Scheuermann's disease: focus on weight and height role. Eur Spine J. 2008;17(5):673-8.
- Skogland LB, Steen H, Trygstad O. Spinal deformities in tall girls. Acta orthop Scand. 1985;56:155-157.
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- Haveman LM, van Es HW, ten Berge-Kuipers M. [Complaints of back pain in childhood: find curable causes]. Ned Tijdschr Geneeskd. 2008;152(7):353-8.
- Sugrue PA, O'Shaughnessy BA, Blanke KM, et al. Rapidly progressive Scheuermann's disease in an adolescent after pectus bar placement treated with posterior vertebral-column resection: case report and review of the literature. Spine (Phila Pa 1976). 2013;38(4):E259-62.
- Summers BN, Singh JP, Manns RA. The radiological reporting of lumbar Scheuermann's disease: an unnecessary source of confusion amongst clinicians and patients. Br J Radiol. 2008;81(965):383-5.