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Polaris
Regie: Soudabeh Moradian
Darst.: Alicja Bachleda, Bahram Radan, Coby Ryan McLaughlin, Roya Taymourian, Tasha Smith, Elisabeth Röhm u.a.
Nachts in Los Angeles: Weil eine Bombe in ihrem Haus entdeckt wurde, können die iranisch-amerikanische Fotografin Baran und ihr Mann Poorya nicht in ihr Apartment zurückkehren. Der Filmmusikkomponist Daniel bietet ihnen spontan Unterschlupf, er wohnt mit seiner Frau Christine in einer benachbarten Villa. Im Moment ist er allein, seine Frau ist mit Freunden ein paar Tage weggefahren. Die Stimmung ist beklemmend, nicht nur wegen der Überwachungskameras, die im Haus installiert sind. Die traumatisierte Kriegsfotografin Baran fühlt sich sichtlich unwohl und wird von Angstzuständen geplagt. Die Beziehung zu Poorya scheint zerrüttet. Dieser ist in undurchsichtige Geschäfte verwickelt und hat Geldprobleme – er will möglichst rasch zurück in den Iran, wo auch Barans kranke Mutter lebt. Baran will jedoch unter keinen Umständen zurückkehren, denn die gesellschaftlichen Einschränkungen für Frauen im Iran machen es für die emanzipierte junge Frau unmöglich, dort zu leben. Zudem ist sie auf der aussichtslos scheinenden Suche nach einem Jungen, den sie bei einem Bombenangriff im Irak aus den Augen verlor und der sich möglicherweise in den USA befindet. Doch je weiter die Nacht fortschreitet, desto grösser werden die unausgesprochenen Konflikte, und die Geheimnisse aus Barans früherem Leben lassen sich nicht länger verbergen … «Polaris» ist ein mehrfach preisgekröntes, wendungsreiches psychologisches Drama über Migration, kulturelle Differenzen, Kriegstraumatisierung und die Rechte von Frauen und Kindern, das mehr andeutet als zeigt und sich vor allem in den Köpfen des Kinopublikums entfaltet. Die unabhängige iranisch-amerikanische Filmemacherin Soudabeh Moradian, 1972 in Teheran geboren, emigrierte 2009 in die USA und arbeitet als Drehbuchautorin, Regisseurin, Cutterin und Filmdozentin in Los Angeles. «Polaris» ist ihr Spielfilmdebüt. Zuvor machte sie sich einen Namen mit Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen – darunter für den Kultursender Arte – zum Alltag in Iran, zu Frauenrechten oder psychologischen Auswirkungen des Krieges.