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Zug, 6300
|Kolorierte Radierung von Carl Schütz, Wien Österreich, 19. Jahrhundert|
"Ansicht der GROSSEN ALLEE im PRATER beim CAFFÉEHAUS"
Höhe: 37cm, Breite: 45,4cm, in gutem Zustand!
In Wien wurde das Naturerlebnis mit der Öffnung des Praters 1766 unter Kaiser Joseph II. auch für die allgemeine Bevölkerung erlebbar. Während der Sommermonate konnte sich das aufstrebende Bürgertum bis zum Sonnenuntergang beim Spaziergang oder bei sportlichen Aktivitäten vergnügen, und als 1775 auch die Einlassgitter fielen, war der Park schliesslich zu jeder Jahres- und Tageszeit zugänglich. Man traf sich beim Ausreiten, Flanieren und ab 1786 auch in den ersten Kaffeehäusern. 1781 wurde am Ende der viereinhalb Kilometer langen Hauptallee anstelle eines Jagdschlösschens das Lusthaus von Isidore Canevale (1730?1786) errichtet, welches Treffpunkt und Bühne des eleganten Lebens in Wien war und auch vom Kaiser gerne besucht wurde.
Der Prater wurde sogar so beliebt, dass der sonntägliche Messebesuch rückläufig wurde, weshalb Kaiser Joseph II. das gesamte Gebiet an Sonn- und Feiertagen wieder sperren und erst nach 10.00 Uhr Vormittags öffnen liess.
Dieser wichtige Erholungsraum der Wiener Bevölkerung wurde 1775 mit der Öffnung des kaiserlichen Augartens erweitert, an dessen Hauptportal die Inschrift "Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs Ort von Ihrem Schätzer" immer noch zu lesen ist.