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Öffentl. Gebäude der Römerzeit, dessen Ursprünge in den grossgriech. Städten Siziliens und Süditaliens liegen. Von dort breitete sich dieser Bautyp rasch nach Mittel- und Norditalien aus und wurde schliesslich in den Westprovinzen des Röm. Reichs eine der wichtigsten Architekturformen, v.a. als überdachte Erweiterung des Forums. Die Gestalt der B., die häufig auch von der Militärarchitektur beeinflusst wurde, konnte von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein: Gewöhnlich besteht die B. aus einem hohen Mittelschiff, an das sich auf zwei oder auch auf allen vier Seiten durch Säulen abgetrennte Seitenschiffe anfügen. Sie kann Apsiden und Nebengebäude besitzen, z.B. eine Kapelle für den Kaiserkult, Archive oder Verwaltungsräume. Die röm. B. war ein Mehrzweckgebäude, das eine grosse Menschenmenge aufnehmen konnte; sie diente in erster Linie als Gerichtsgebäude und als Handelsbörse. Die ältesten bekannten B.en, auf dem Forum bzw. in dessen unmittelbarer Nähe gelegen, sind die von Pompeji und Rom (2. Jh. v.Chr.). Eine der berühmtesten ist die mit zwei halbrunden Apsiden versehene Basilica Ulpia in Rom, die Trajan auf seinem Forum hatte errichten lassen. Aus versch., bis heute kontrovers beurteilten Gründen übernahmen die Christen für ihre ersten Kirchen die Form der B., obwohl diese ein sehr alter und zudem profaner Bautyp war.
In der röm. Schweiz finden sich B.en in den Kolonien Iulia Equestris (Nyon) und Augusta Raurica (Augst), sowie in den Hauptstädten des Wallis, Octodurus (Martigny), und der Civitas der Helvetier, Aventicum (Avenches). Alle diese B.en liegen an der Schmalseite des Forums. Die B. von Colonia Iulia Equestris, die älteste und grösste (ca. 90 x 27 m) in der Schweiz, wurde wahrsch. in den ersten beiden Jahrzehnten n.Chr. gebaut. Sie hatte zunächst zwei Stockwerke. Kurz nach 100 n.Chr. erhielt sie ein Mittelschiff mit zwei gegenüberliegenden halbrunden Apsiden; doppelstöckige Säulenreihen gliederten den Raum. Ungewöhnl. ist, dass auch der Vicus Lousonna (Lausanne-Vidy) eine B. (ca. 70 x 17 m) besass. Im zweiten Viertel des 1. Jh. n.Chr. erbaut, bestand sie aus zwei durch eine Reihe von zwölf Pfeilern getrennten Schiffen sowie einem separaten grossen Saal.
Literatur
– R. Fellmann, La Suisse gallo-romaine, 1992, 117-120
– A. Nünnerich-Asmus, B. und Portikus, 1994
– J.B. Ward Perkins, Architecture romaine, 1994
– P. Gros, L'architecture romaine 1, 1996, 235-260
Autorin/Autor: Daniel Paunier / AW