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Studium
Der Name "Ethnologie" leitet sich vom griechischen ethnos, "Volk, Völkerschaft" ab und ist daher wörtlich mit "Wissenschaft von den Völkern" zu übersetzen. Die Geschichte der Ethnologie spiegelt den Wandel ihres Selbstverständnisses und ihres Gegenstandes wider. Im 19. Jahrhundert und während des kolonialen Imperialismus beschäftigte sich die Ethnologie vorwiegend mit aussereuropäischen Gesellschaften, die im Gegensatz zur eigenen so genannten "modernen" Gesellschaft als "primitiv", "traditionell", "schriftlos", "geschichtslos" oder als "Naturvölker" angesehen wurden. Es hat sich aber gezeigt, dass keine dieser kategorialen Unterscheidungen zur Beschreibung des Gegenstandes der Ethnologie geeignet ist. Der neueren Ethnologie hingegen geht es heute um das Verstehen und Erklären von Handlungen, die Menschen verschiedener Gesellschaften oder Milieus voneinander unterscheiden oder die sie gemeinsam haben.
Ethnologie in diesem Sinne ist eine Wissenschaft, welche das Handeln von Menschen verstehen und in seinen natürlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen und Zusammenhängen erklären will. Vor allem geht es ihr um das Verstehen und Erklären von Handlungen, die Menschen verschiedener Gesellschaften oder Milieus voneinander unterscheiden oder die sie gemeinsam haben.
In der Regel beschäftigen sich Ethnologen heute mit relativ kleinen und überschaubaren Lebenszusammenhängen, die durch den direkten persönlichen Austausch der Gruppenmitglieder geprägt sind (engl. face-to-face-societies). Die Einbettung sozialer Handlungen in größere Zusammenhänge ist eine weitere, die erste ergänzende Perspektive der Ethnologie. Damit können lokale, regionale, nationale bis globale Zusammenhänge gemeint sein. In der Ethnologie werden heute alle in den Sozial- und Kulturwissenschaften gängigen Methoden angewandt. Eine besondere Bedeutung kommt der lang andauernden Teilnahme an den zu untersuchenden Lebenszusammenhängen zu. Diese oft ein Jahr oder länger dauernde Feldforschung war und ist konstituierend für die Ethnologie als wissenschaftliche Disziplin.
Das Studium der Ethnologie kann an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel mit dem Lizentiat und seit dem Wintersemester 2005/2006 auch mit einem Bachelor abgeschlossen werden. Ein Master-Studium Ethnologie wird ab dem Wintersemester 2006/2007 angeboten.
Wichtigste persönliche Voraussetzung für das Studium der Ethnologie ist ein intensives und dauerhaftes Interesse an anderen Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhängen, in denen sie leben. Darüber hinaus sollte ein Interesse an dem Alltag dieser Menschen als der wichtigsten Sphäre ihrer Lebenswelt sowie die Bereitschaft, sich selbst auf diesen Alltag einzulassen, vorhanden sein. Ausserdem sind überdurchschnittliche Sprachkenntnisse Studienvoraussetzung. Englisch und Französisch werden sowohl aktiv wie passiv vorausgesetzt. Aufenthalte an Universitäten im ferneren Ausland sind sehr empfehlenswert und können im Rahmen von Austauschprogrammen gefördert werden. An spätere Berufsfelder werden Studierende durch Praktika herangeführt. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Museum der Kulturen in Basel besteht die Möglichkeit zu einem Museumspraktikum.
Regionale Spezialgebiete des Ethnologischen Seminars in Basel sind Afrika (vor allem West-, Zentral- und Ostafrika) und Ozeanien (vor allem Melanesien). In diesen Regionen wird von den Mitarbeitern des Ethnologischen Seminars auch regelmässig geforscht.
In sachthematischer Hinsicht liegen die Schwerpunkte auf den Bereichen Theorie und Methoden (vor allem der phänomenologischen Ethnologie), der angewandten Ethnologie und sozialen Organisation (vor allem der Medizin, Migration, Städte) sowie der Ethnologie der Kultur (vor allem Kunst, Medialität und Kontext religiösen und künstlerischen Ausdrucks).
In methodischer Hinsicht werden am Ethnologischen Seminar Basel vor allem qualitative und interpretative Ansätze vertreten. Ein Akzent liegt auf der Erschliessung von Methoden, die den gegenwärtigen Wandel sozialer Organisation unter den Bedingungen der Globalisierung aus der Perspektive der Akteure erfassen können.
Darüber hinaus werden Lehrveranstaltungen zu den von den Dozierenden vertretenen Spezialgebieten angeboten: u.a. Ethnologie der Geschlechter, Kognitive Anthropologie, Materielle Kultur und Museumsethnologie, Musikethnologie, Visuelle Anthropologie, Moderne und Globalisierung, Staat und Staatlichkeit.
Ein Praktikum soll Einblicke in Berufsfelder vermitteln: Es bietet Studierenden die Möglichkeit, praktische, persönliche, soziale und fachliche Erfahrungen im Berufsalltag in Bezug auf das Studium zu machen, und die zukünftige Berufsplanung kritisch zu reflektieren.
Obwohl heute die Aussichten, in Museen und Universitäten eine Anstellung zu finden gering sind, haben EthnologInnen gute Chancen in vielen Berufsfeldern, die sich mehr und mehr mit interkultureller Kommunikation auseinandersetzen müssen. Heute arbeiten Ethnologen beispielsweise im Journalismus, in der Entwicklungszusammenarbeit, im Tourismus, in der Erwachsenenbildung, aber auch in grossen internationalen Organisationen und Unternehmen. Studierende sollten sich bereits bei der Ausrichtung ihres Studiums, der Wahl der Nebenfächer und Praktika bereits an möglichen Berufsfeldern orientieren.

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