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Ein Drittel (33%) der Schweizer Bevölkerung unterstützt im Jahr 2021 die Aussage, dass Konsum und Besitz von Cannabis gleich reguliert sein sollten wie für Alkohol. 32% sind für eine Legalisierung von Cannabis, aber mit einer strengeren Regulierung als für Alkohol. 8% befürworten einen straffreien Konsum und Besitz von Cannabis trotz Verbot. Damit äussern sich insgesamt knapp drei Viertel (72%) der Bevölkerung in der Schweiz zugunsten einer liberaleren Regulierung von Cannabis. 2018 lag dieser Anteil bei 58%. Männer sprechen sich häufiger für eine Legalisierung aus als Frauen.
Der Konsum von Cannabis mit einem Tetrahydrocannabinol (THC)-Gehalt von mindestens 1% ist in der Schweiz grundsätzlich verboten. Seit 2013 kann der Konsum von Cannabis durch erwachsene Personen mit einer Ordnungsbusse von 100 Fr. bestraft werden. Der Besitz von bis zu 10 Gramm Cannabis für den eigenen Konsum ist dagegen nicht strafbar (BAG, 2022).
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
Seit einigen Jahren gibt es in verschiedenen Ländern Bestrebungen, bestehende Cannabisregulierungen zu überdenken, um die negativen Folgen der Kriminalisierung des Konsums zu beseitigen und damit einhergehende Schäden zu minimieren. Beispielsweise erlauben bereits manche Länder (Georgien, Kanada, Malta, Mexiko, Südafrika, Thailand, Uruguay) sowie einige US-Bundesstaaten den Anbau, Handel und Konsum von Cannabis sowohl für den medizinischen als auch für den Freizeitgebrauch unter bestimmten Bedingungen. Auch in der Schweiz finden hierzu Diskussionen statt. Dabei geht es aus der Perspektive der öffentlichen Gesundheit in einem ersten Schritt darum, ergebnisoffene und wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte zur Frage der optimalen Regulierung von Cannabis durchzuführen. In diesem Zusammenhang können Bevölkerungsbefragungen Aufschluss über die Akzeptanz bestimmter Regulierungsformen und –massnahmen geben.
Der Indikator zeigt, wie viele Personen ausgewählte Regulierungen von Cannabis befürworten bzw. ablehnen. Die Daten für das Jahr 2021 stammen aus der Online-Befragung «Einstellung Legalisierung und Regulierung Cannabis», welche vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut «Forschungsstelle Sotomo» im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG durchgeführt wurde (n ≈ 2900). Die Daten 2018 entstammen der Omnibus-Erhebung «Gesundheit und Lifestyle» (n ≈ 5600). Die nächste Erhebung zu Einstellungen zur Regulierung von Cannabis wird voraussichtlich 2024 stattfinden.
Die Befragten schätzten ein, wie aus ihrer Sicht mit THC-haltigem Cannabis als Genussmittel umgegangen werden soll. Bei der Befragung 2021 wurden folgende Antwortmöglichkeiten zur Verfügung gestellt:
Der Konsum und Besitz von Cannabis sollte ...
Die Grafik zeigt den Anteil Personen, welche der jeweiligen Aussage zugestimmt haben. 100% entspricht der Anzahl Personen unter Ausschluss derjenigen, welche die Frage entweder gar nicht oder mit "weiss nicht" beantwortet haben. Bei bestimmten Fragestellungen kann die Antwortkategorie «weiss nicht» (Meinungslosigkeit) jedoch eine valide Antwort darstellen. Bei der Studie 2021 wurden die Antwortkategorien «keine Antwort/weiss nicht» gemischt, so dass deren separate Anteile nicht ausgewiesen werden können. Bei der Umfrage 2018 war die Antwortkategorie "weiss nicht" nicht verfügbar. Entsprechend wird nun auf die Darstellung dieser beiden Kategorien verzichtet. Im Vergleich zu einer früheren Version dieses Indikators führt dies nun zu einer Abweichung der Zahlen.
Datenbruch zwischen 2018 und 2021: Die Ergebnisse dieser Datenjahre sind aufgrund einer leicht anderen Formulierung der Fragen nur bedingt vergleichbar. Aufgrund der neuen Befragung werden die Daten mit der Altersgrenze 18+ gezeigt (vorher 15+). Dies bedingt eine leichte Abweichung der Zahlen für das Jahr 2018 im Vergleich zur früheren Version dieses Indikators.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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