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Dem Vater war die zunehmende musikalische Beschäftigung seines Sohnes bald ein Dorn im Auge. Es kam zum Konflikt mit dem tyrannischen, nur aufs Militärische und aufs Ökonomische fixierten Vater. Brutale körperliche und seelische Züchtigungen durch Friedrich Wilhelm gehörten zur Erziehung in der königlichen Familie. Mit 18 Jahren versuchte Friedrich gemeinsam mit seinem Freund, Hans Hermann von Katte, zu fliehen. Die schlecht geplante Flucht flog auf und Katte wurde vor den Augen Friedrichs hingerichtet. Er selber wurde inhaftiert.
Als Friedrich eine eigene Hofhaltung bekam, baute er sogleich eine eigene Kapelle auf und verpflichtete Johann Joachim Quantz als Flötenlehrer. Er konnte den Geiger Johann Gottlieb Graun, den Bruder, den Komponisten Carl Heinrich Graun sowie Franz Benda, ebenfalls Geiger und Komponist, für seine Kapelle gewinnen. Vier Jahre später war seine Kapelle auf 16 Musiker angewachsen.
Mit der Thronbesteigung Friedrichs wurde Berlin ein bedeutendes musikalisches Zentrum. Die Zahl der Hofmusiker in Sanssouci wurde auf 42 verdoppelt. Johann Adolph Hasse und Carl Philipp Emanuel Bach waren hinzugekommen. Unter ihrem Einfluss entstand die „Berliner Schule“, die einen neuen, den „empfindsamen“ Stil entwickelte. Friedrich galt als ausgezeichneter Flötist. Seine reiche musikalische Phantasie wurde vor allem durch Quantz und Franz Benda geprägt. Gerühmt wurde vor allem die Sanglichkeit seiner langsamen Sätze. Was Friedrich als Komponist geschaffen hat, stammt vor allem aus den Jahren als Kronprinz: 121 Flötensonaten, 6 Flötenkonzerte, zwei Sinfonien, ein Doppelkonzert für Oboe und Flöte sowie ein Klavierkonzert. Wieweit er sich beim Komponieren hat helfen lassen, bleibt Gegenstand der Spekulation. Es wird vermutet, dass sich Friedrich vor allem um das Komponieren der Hauptstimme gekümmert hat, die harmonische Ausarbeitung der Begleitung überliess er anderen.
Am 7. Mai 1747 empfing Friedrich Johann Sebastian Bach. Friedrich spielte ein Thema vor und bat Bach, darüber eine Fuge zu improvisieren. Das „Königliche Thema“ lässt sich so schwer kontrapunktisch variieren, dass davon ausgegangen wird, Friedrich habe es bewusst vorbereitet (oder eher vorbereiten lassen), um Bach auf eine möglichst schwere Probe zu stellen. Am 7. Juli schloss Bach das Werk ab und widmete es unter dem Namen „Musicalisches Opfer“ dem preussischen König.
War der König nicht in Kriegsangelegenheiten unterwegs, gehörte die abendliche Musik in Sanssouci zum üblichen Tagesablauf. Charles Burney, ein englischer Musikgelehrter, berichtete nach einem Besuch nach England: „Sein Spiel übertraf in manchen Punkten alles, was ich bisher unter Liebhabern oder selbst von Flötisten von Profession gehört habe." Nur die Kurzatmigkeit des 58-Jährigen bemängelte er: Es war bei ihm „Atemnehmen nötig, ehe die Passage zu Ende gebracht war“. Als Friedrich wenig später seine Schneidezähne verlor, war es aus mit dem Flötenspiel.
Aus dem Siebenjährigen Krieg gegen Österreich, Russland und Frankreich war Friedrich ausgebrannt zurückgekehrt. Der Esprit des Kronprinzen war verflogen. Zurück blieb ein alter, kriegsmüder Mann, der sich nicht mehr wusch und im abgeschabten Uniformrock herumlief mit einer verstaubten, abgetragenen Perücke auf dem Kopf.
Er war Herrscher und Feingeist zugleich. Er verstand es, sowohl mit Truppenaufmarschplänen als auch mit Notenblättern umgehen zu können. Diese Mischung hat stark zur Faszination von Friedrich dem II. beigetragen. (Den Titel Friedrich der Grosse erhielt er schon zu Lebzeiten)
Neben der Beschäftigung mit Musik widmete er sich dem Studium der Philosophie, Geschichte und der Poesie. Ausserdem schrieb er wichtige politische Schriften, in denen er sein Verständnis des aufgeklärten Absolutismus darlegte. Selber bezeichnete er sich als „Ersten Diener" des Staates.
Das Gemälde von Adolph Menzel “Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci” entstand 1852, also mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Tod des Königs. Wie kein anderes Bild hat es dazu beigetragen, dass die Nachwelt seither in Friedrich dem Großen weniger den Kriegsherren als den Feingeist sieht.
Eine Interpretation zu diesem Bild findest Du bei Wikipedia unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Fl%C3%B6tenkonzert_Friedrich_des_Gro%C3...
Ein Bild und seine Geschichte: Ein Beitrag aus dem Spiegel http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.htmldid=52666753&aref=image03...
Eine musikalische Kostprobe: http://www.youtube.com/watch?v=835WGEBNviY