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Geometria del compasso
Nachdem man bewiesen hatte, dass alle Konstruktionen mit einem festen Zirkel und einem Lineal machbar sind, beschäftigten sich die Mathematiker mit Konstruktionen, die mit Hilfe eines einzigen Instruments lösbar sind. Zu diesen Instrumenten gehörten unter anderem: ein Lineal; ein Lineal mit zwei festen Punkten; ein zweiteiliges Lineal, bei dem man die beiden Teile parallel gegeneinander verschieben kann; ein "Lineal", bei dem zwei Teile senkrecht aufeinander stehen oder einen anderen Winkel bilden, usw. Doch dann wartete Lorenzo Mascheroni mit einer Sensation auf, die die gesamte mathematische Welt überraschte. In seiner Publikation Geometria del compasso bewies er 1797, dass jede Konstruktion mit Zirkel und Lineal auch mit einem beweglichen Zirkel allein ausgeführt werden kann. Geraden werden durch zwei Punkte definiert, die man als Schnittpunkte von Kreisbogen erhält.
Obwohl man 1928 herausgefunden hat, dass der dänische Mathematiker Georg Mohr dies in seinem Werk Euclides Danicus bereits 1672 bewiesen hatte, bezeichnet man "Nur-Zirkel-Konstruktionen" auch heute noch als "Zirkelkonstruktionen des Mascheroni".