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Am 4. Juni 2021 um 16 Uhr findet zu Ehren von Martin Spiess, der seit 1986 als Professor für Biochemie am Biozentrum tätig ist, eine Abschiedsveranstaltung statt. Auf dem Programm stehen eine Begrüssungs- sowie Dankensrede durch den Direktor des Biozentrum, Prof. Alex Schier sowie der Rektorin der Universität Basel, Prof. Andrea Schenker-Wicki, eine Würdigung von Spiess’ wissenschaftlichen Errungenschaften durch seinen langjährigen Weggefährten am Biozentrum Prof. Michael N. Hall sowie Martin Spiess’ Abschiedsvorlesung mit dem Titel «In and out of membranes». Interessierte, die online an der Veranstaltung teilnehmen möchten, werden gebeten sich unter diesem Link zu registrieren.
Transportwege von Proteinen in der Zelle
Seit Anbeginn lag der Fokus von Spiess’ Forschung auf dem Transport von Membranproteinen in der Zelle. Membranen begrenzen unsere Zellen nach aussen und teilen das Zellinnere in unterschiedliche Reaktionsräume und Organellen auf. Sie bestehen aus einer Lipidschicht und darin eingebetteten Proteinen. Diese Membranproteine übernehmen vielfältige Aufgaben, so sorgen sie unter anderem dafür, dass eine Vielzahl von Stoffen wie Hormone oder andere Proteine von der Zelloberfläche ins Innere der Zelle oder aus der Zelle wieder hinausbefördert werden.
Spiess' Forschungsgruppe untersuchte die Transportmechanismen von Proteinen innerhalb der Zelle, insbesondere wie sie in die Zellmembran eingebaut bzw. hindurchgeschleust werden und auf diese Weise an ihren Bestimmungsort gelangen. So werden die im Endoplasmatischen Retikulum gebildeten Proteine in Vesikel sortiert, zum Golgi-Apparat gebracht und von dort weiter zur Zelloberfläche transportiert. Spiess lieferte unter anderem grundlegende Erkenntnisse zur Funktion des Translokons, einer Proteinschleuse, die einzelne Proteinabschnitte je nach Eigenschaft in die Membran integriert oder durch sie hindurch fädelt. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf dem Transport und der Sekretion von Peptidhormonen.
Engagierter Forscher, Lehrer und Dekan
Spiess publizierte im Laufe seiner Karriere über 100 Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften. Sein Studium der Biochemie nahm er 1974 an der ETH Zürich auf, wo er 1982 promovierte. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology und dem Whitehead Institute for Biomedical Research in Cambridge, USA, kehrte er an die ETH Zürich zurück. 1986 wurde er ans Biozentrum der Universität Basel berufen, wo er zunächst als Assistant und Associate Professor und seit 2004 als ordentlicher Professor für Biochemie forschte und lehrte. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit machte sich Spiess als Dekan der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät verdient. Seine erste Amtszeit dauerte von 2010 bis 2012, die zweite begann 2017 und endete letzten Januar. Darüber hinaus ist Spiess Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Vereinigungen sowie gewähltes Mitglied der renommierten «European Molecular Biology Organization» (EMBO) und seit kurzem Präsident der Stiftung Pro Entomologia.
Flyer mit Programm
Kontakt: Kommunikation, Katrin Bühler