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Adam Fantillis Instagram-Profil ziert eine kleine Flagge von ... Italien. Dazu viele Fotos, wie er mit seiner Familie das Heimatland seiner Vorfahren besucht oder Pasta kocht. Am Samstag (15.20 Uhr Schweizer Zeit) streift sich der 18-Jährige aus einem Vorort von Toronto aber - natürlich - das rote Leibchen mit dem Ahornblatt über, um in Lettland im Duell der ungeschlagenen Teams der Gruppe B gegen die Schweiz anzutreten.
Vater Giuliano Fantilli hatte von Eishockey keine Ahnung, ehe er den kanadischen Nationalsport kennen- und lieben lernte. Er wurde heissblütiger Fan der Boston Bruins und steckte seine Söhne Luca und den zwei Jahre jüngeren Adam mit dem Virus an. Vor allem Adam galt schon früh als Riesentalent und erfüllte bis jetzt sämtliche Erwartungen.
In Riga ist Fantilli im 23-köpfigen kanadischen Team (noch) der einzige Spieler ohne NHL-Vertrag. Das wird sich ändern, der Teenager könnte beim Draft Ende Juni als Nummer 2 hinter Connor Bedard gezogen werden. An der WM sind die Einsatzminuten des linken Flügels noch eher spärlich. Das ist durchaus gewollt. Fantilli sei in erster Linie hier, um zu lernen, betonen Spieler und Teamchef. Bisher hat sich der Hochtalentierte zwei Assists gutschreiben lassen.
"Diese Jungs spielen schon viel länger als ich", betont der Youngster nach den ersten vier Spielen. "Sie wissen, wie sie ihre Stöcke und ihre Körper einsetzen müssen. Es ist ein reiferes Spiel. Das ist der grösste Unterschied." Bisher stand Fantilli nur mit anderen Junioren auf dem Eis.
Im Gegensatz zu den meisten seiner Landsleute entschied er sich aber nicht für eine der grossen kanadischen Juniorenligen, sondern für das Team der Universität von Michigan in den USA, wo schon sein älterer Bruder gespielt hatte. In der abgelaufenen Saison wurde als erst dritter "Freshman" (Neuling) nach den späteren NHL-Stars Paul Kariya und Jack Eichel zum besten College-Spieler des Jahres gewählt. Zudem führte er Kanada im Januar zusammen mit Bedard zur Goldmedaille an der U20-WM.
Die Zukunft Fantillis ist also rosig. In der Gegenwart ist er noch der Lehrling. Kanadas Chefcoach André Tourigny, in der NHL Trainer des Schweizer Verteidigers Janis Moser bei den Arizona Coyotes, zeigt sich beeindruckt vom Lerneifer des Youngsters: "Etwas vom Ersten, das er sagte, war, dass er um die Profis sein und sehen wolle, wie sich diese den ganzen Tag verhalten, wie sie denken, wie sie miteinander umgehen. Das ist die richtige Einstellung, das gefällt mir." Die älteren Spieler helfen Fantilli dabei.
"Ich hatte gleich am ersten Abend ein gutes Gespräch mit ihm", erzählt Kanadas Captain Tyler Toffoli, ein 31-jähriger Veteran mit der Erfahrung von über 800 NHL-Spielen. "Es ist schwer zu glauben, wie jung er noch ist und dass er noch nicht einmal gedraftet wurde. Er liebt dieses Spiel und ist ein schneller Lerner. Wir werden viel Spass haben."
Die Schweizer werden das am Samstagnachmittag verhindern wollen. Es geht auch um den möglichen Gruppensieg und das Recht, für den Viertelfinal in Riga bleiben zu dürfen. Die Kanadier haben mit Fantilli zwar einen zukünftigen Superstar in ihren Reihen, das Team von Patrick Fischer aber mit Nico Hischier und Kevin Fiala zwei der derzeit grössten Nummern der NHL.
(sda)