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Die Literatur zu Wohlfahrtsstaatenreformen betont, dass eine der wichtigsten Erkenntnisse der Forschung im letzten Jahrzehnt die Multidimensionalität von Wohlfahrtspolitik ist. Dies bedeutet, dass Individuen nicht bloss „für“ oder „gegen“ Sozialpolitik sind, sondern dass sie spezifische Präferenzen in unterschiedlichen Bereichen haben. Diese Multidimensionalität eröffnet Möglichkeiten für Trade-Offs und Kompromisse, da die Kosten einer Dimension mit dem Nutzen einer anderen Dimension ausgeglichen werden können. Eine grosse Schwierigkeit – sowohl für Forscher als auch politische Entscheidungsträger – ist jedoch, dass die relative Wichtigkeit, die Individuen oder soziale Gruppen den unterschiedlichen Dimensionen beimessen, fast unmöglich ist mit Standardumfragen zuverlässig zu beobachten.
Hier kommen neue methodologische Innovationen in öffentlicher Meinungsforschung dazu. Conjoint analysis ist eine experimentelle Umfragemethode, die erlaubt zu messen, ob Veränderungen in der Zusammensetzung eines Reformpakets zu Meinungsumschwüngen in der ganzen Bevölkerung, oder in spezifischen Gruppen, bewirken.
Die momentane Schweizer Rentenreform („Altervorsorge 2020“) ist ein ehrgeiziger Versuch, das gesamte System der Altersvorsorge zu reformieren. Es bietet deshalb die perfekte Möglichkeit, Einsicht in Wohlfahrtsstaatentheorie betreffend Multidimensionalität und conjoint analysis zu verbinden. Dies ist der Grund warum wie eine Panelstudie durchführen werden, die den politischen Reformprozess begleitet. Wir erheben die Daten in einer Onlineumfrage an drei Zeitpunkten. Das longitudinale Design erlaubt uns die Evaluation der Auswirkung der sich veränderten Debatte in den Medien über die spezifischen Gewichtung, die verschiedene soziale und politische Gruppierungen (Pensionären, Parteifunktionäre, etc.) spezifischen Aspekten der Reform zuschreiben.