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Geschichte der GV Subsilvania
Vorgeschichte
Am 31. August 1841 versammelten sich in Schwyz zehn befreundete Studierende unter dem Landammann Karl Styger, um gemeinsam über die gegenwärtige Lage in welcher sich die Schweiz befand, zu diskutieren.
Wenige Monate zuvor hatte die radikale Aargauer Regierung beschlossen, alle Klöster auf ihrem Boden aufzuheben. In der Folge wurde dieser Beschluss durchgeführt, und die Mönche und Schwestern gewaltsam aus ihren eigenen Klöstern verjagt. Dieses Vorgehen rief bei den konservativen Kantonen, vor allem in der Innerschweiz, grosse Entrüstung hervor.
Unter diesen Umständen wurde an diesem Augustabend der „Schweizerische Studentenverein“ gegründet, als Zeichen der Wehrbereitschaft gegen die revolutionären und antikirchlichen Machenschaften der Radikalen.
Im Jahr 1843 wurden in Freiburg, Schwyz und Luzern die ersten Sektionen gegründet, und in der Folgezeit entstanden im In- und Ausland an zahlreichen Gymnasien und Hochschulen zahlreiche Sektionen, welche das Ziel hatten, die konservativen Studenten zu sammeln und zu stärken.
In der Folgezeit entstanden auf dem Boden der Urschweiz neben der Sektion in Schwyz bloss 1848 noch eine Sektion in Einsiedeln, sowie eine kurzlebige Sektion in Engelberg (1856) und Altdorf (1859).
Gründung 1860
Im Schuljahr 1859/60 sammelten sich aber in Sarnen einige Schüler, welche ebenfalls eine Sektion gründen wollten, und organisierten sich in einem literarischen Verein namens „Ens“. Am 30. Juni 1860 gab der Rektor die Erlaubnis zur Gründung einer Sektion, und am 2. Juli 1860 konnte die Sektion Sarnen mit neuen Schülern offiziell konstituiert werden.
Die Zeit bis 1887
Durch die beiden Mitglieder Alois Lochmann und Theodor Wirz konnten die ersten Jahre glücklich überstanden werden.
Nach einer unfreiwilligen Suspendierung in den Jahren 1872/73, sowie 1874/75, blühte das Sektionsleben immer stärker auf. Am 29. Juli 1876 durfte die erste Fahne geweiht werden, und bereits am 20. Juli 1882 konnte sie durch das zweite Banner abgelöst werden. Durch die Unterstützung durch den Rektor, den Präfekten und den anderen Professoren war das Verhältnis zur Schule sehr positiv bestimmt.
Wöchentlich fanden wissenschaftliche Vorträge statt, und ein eigenes Freiblatt konnte herausgegeben werden. Dazu kamen zahlreiche weitere Anlässe und Ausflüge.
Für das 25. Jubiläum fand das Zentralfest des Schweizerischen Studentenvereins 1885 in Sarnen statt.
Die Jahrhundertwende
Die Sektion, welche bisher noch keinen eigenen Namen besass, wählte 1887, aus Anlass über die 400. Jahrfeier des Heiligen Bruder Klaus, den Namen „Subsilvania“ (Lateinisch für Unterwalden). Durch zahlreiche wissenschaftlichen Abhandlungen geachtet, wurde die Subsilvania 1890 durch den Centralpräsidenten Augustin mit folgenden Worten geehrt: „Die Gymnasialsektionen haben ein Ideal, nämlich die Sektion Subsilvania“.
In die Zeit der 1890er Jahre fallen auch die Bemühungen, der Sektion einen akademischeren Anstrich zu geben, etwa durch die Einführung eines Komments, und der Anschaffung der Chargierfläuse.
1898 schlossen sich die Altherren zur Alt-Subsilvania zusammen, um die Aktivitas moralisch und finanziell besser unterstützen zu können.
1899 schrieb der damalige Centralpräsident Cahannes schliesslich: „Die Subsilvania ist zur blühendsten unserer Gymnasialsektionen herangewachsen“.
Am 28. Mai 1903 konnte die dritte Fahne geweiht werden, und im Mai 1909 konnte, freilich ein Jahr zu früh, das 50. Jahr-Jubiläum der Subsilvania durchgeführt werden.
Die Krisenjahre
Die Zeit zwischen 1910 und 1920 war eine der schwierigsten, welche die Sektion zu bestehen hatte. Durch sture Kommentschinderei und zu starker Veräusserlichung wurden einige Seiten, welche die Subsilvania bis anhin gepflegt hatte, stark vernachlässigt. Obwohl bereits 1910 der Trinkkomment reduziert, und noch vor dem Krieg der Trinkzwang abgeschafft wurde, geriet die Subsilvania in eine Krise. Einerseits war nach Kriegsausbruch 1914 fast die Hälfte der Aktiven im Militärdienst, andererseits brach in der Aktivitas betreffend den notwendigen Reformfragen ein grosser Streit aus, weshalb die Subsilvania, wieder zwangsweise, 1915/16 vom Rektor und dem Centralpräsidenten suspendiert wurde. Was über 50 Jahre lang durch grosse Bemühungen geschaffen war, wurde in einer unseligen Stunde riskiert.
Nach der Aufhebung der Suspendierung versuchten die Aktiven, das Zerstörte wieder aufzubauen, was bis 1920 auch gelang.
Neuer Aufbruch
Ab 1920 war die Subsilvania wieder auf dem Stand aus der Zeit vor dem Krieg. Am 3./4. Juni 1928 konnte die vierte Fahne eingeweiht werden, und 1935 konnte das 75. Stiftungsfest gefeiert werden, mit einer stattlichen Anzahl von 64 Aktiven. Wenige Jahre zuvor hatte der Subsilvaner Ludwig von Moos seine Matura abgeschlossen.
Aber auch in dieser Zeit kam plötzlich ein Weltkrieg dazwischen. 1939 mussten die meisten Aktiven ihre rote mit der feldgrauen Mütze tauschen. Dennoch konnte das Aktivenleben auch in dieser schweren Zeit stets hochgehalten werden. Der soziale Gedanke rückte in den Vordergrund, und es konnten zahlreiche arme Familien besucht und beschenkt werden. 1945 entwickelte sich dann aus der „ersten Friedensweihnachtsfeier“ die jährliche Weihnachtsfeier, die 1958 in Adventsfeier umbenannt wurde.
Um auch den schwer getroffenen, ausländischen Verbindungen zu helfen, übernahm die Subsilvania die Patenschaft über die heute noch bestehende K.T.St.V Alemannia zu Innsbruck. Am 1. Juni 1947, eine Woche nach der Heiligsprechung des Vereinspatrons Bruder Klaus, konnte schliesslich das fünfte Banner geweiht werden.
In den 1950er Jahren rückte das sportliche und soziale Engagement in den Vordergrund. Zusammen mit der Angelomontana und der Struthonia wurde 1953 in Engeberg ein Skitreffen durchgeführt, und 1959 fand ein grosses Handballturnier statt.
Alljährlich wurden auch im Waisenhaus Sarnen eine St. Nikolausbescherung organisiert, und 1959 hielt die Subsilvania ein Ferienlager für arme Stadtkinder ab.
Im selben Jahr durften die Subsilvaner die Wahl ihres Ehrenphilisters Ludwig von Moos in den Bundesrat feiern, nicht zuletzt unter der Teilnahme ihres aktiven Burschen Flavio Cotti.
Die Studentenunruhen
Mit 59 Mitgliedern konnte die Subsilvania in ihr zweites Jahrhundert starten. Zunächst konnten die Anlässe wie bis anhin durchgeführt werden. Die Mitgliederzahl bewegte sich auch nach den Studentenunruhen 1968 auf einem sehr hohen Niveau, im Gegensatz zu den meisten anderen Sektionen des Schweizerischen Studentenvereins.
Doch langsam drangen auch von aussen Veränderungen in die Subsilvania. Die Rolle des Internats wurde in den 1970er Jahren langsam kleiner. Zunächst gelang es der Subsilvania, einen grösseren Teil der Kandidaten um 1980 unter den Aktiven zu finden. Doch innerhalb weniger Jahre brach diese Zahl ein. Besass die Subsilvania um 1985 noch über 40 Aktive, veränderte sich die Zahl um 1995 auf 4 Aktive. Die veränderten Zeiten hatten der traditionsreichen Subsilvania zu stark am Fundament gerückt, als dass sie unter diesen Voraussetzungen längere Zeit bestehen konnte.
Sistierung und Neuaufbruch
Als das Internat im Jahr 2000 geschlossen wurde, schloss auch der letzte Aktive, freilich ein Externer, seine Matura ab. In den folgenden Jahren blieb es still um die Sarner Sektion, obwohl das Couleurstudententum, gerade in der Innerschweiz, neuen Auftrieb gelang. Die ebenfalls sistierte Struthonia erreichte innerhalb weniger Jahre wieder einen Bestand von 40 Aktiven, und die Angelomontana konnte von Jahr zu Jahr mehr Füxe aufnehmen
An dieser Entwicklung kam auch der alte Kantonsteil nicht vorbei. Im Sommer/Herbst 2006 konnten sieben Interessenten für den Schweizerischen Studentenverein und die Subsilvania an der Kantonsschule Sarnen geworben werden. Am 17. November 2006 fand schliesslich die Reaktivierung der Subsilvania statt.
Die Lehrerschaft ist der reaktivierten Sektion positiv eingestellt, und die Aktiven betätigen sich mit grossem Eifer am Wiederaufbau der neuen Sektion.
Mike Bacher v/o Archiv