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Der menschliche Organismus verfügt über die Fähigkeit, verletztes oder geschädigtes Körpergewebe zu ersetzen bzw. zu regenerieren. Durch natürlichen Zelltod, Verletzungsereignisse und Degeneration ist erforderlich, dass die „Reparatur“ und der Ersatz der Körperzellen gewährleistet sind.
Zum heutigen Zeitpunkt weiss man, dass die Regenerationsfähigkeit des Organismus auf der Existenz von Stammzellen beruht. Die adulten Stammzellen besitzen wie die embryonalen Stammzellen die Fähigkeit sich selbst zu erneuern oder sie können den Differenzierungsweg zu einem bestimmten reifen Zelltyp einschlagen. Die Blutstammzellen (hämatopoetischen Stammzellen) zum Beispiel, die sich im Knochenmark selbst erneuern, schlagen selbst den Weg zum voll funktionsfähigen Zelltyp ein. Sie werden so zu einem einsatzfähigen Blutkörper (Erythrozyt, Thrombozyt oder Leukozyt).Die Hoffnung, dass man eines Tages viele Krankheiten mit Stammzellen behandeln kann, gründet sich auf den grossen Erfolg der seit langem etablierten Transplantationen von Knochenmark (das hämatopoetische Stammzellen enthält) bei Leukämie, anderen Krebs- und erblichen Bluterkrankungen.
Bis vor wenigen Jahren glaubte man, dass adulte Stammzellen ausschliesslich sich nur in Zelltypen eines einzigen Organsystems differenzieren könnten. So glaubte man, dass zum Beispiel hämatopoetische Stammzellen sich nur in Blutzellen bilden könnten. Jüngste Forschungsergebnisse erbrachten jedoch sehr erstaunliche Resultate. Unter bestimmten Bedingungen beteiligen sich die hämatopoetischen Stammzellen auch an der Produktion anderer Gewebetypen. Zum Beispiel konnte man in kürzlich vergangener Zeit sehr viel darüber lesen, dass mit körpereigenen Stammzellen aus dem Knochenmark, die Regeneration des Herzens nach einem Infarkt sichtbar verbessert werden konnte.
Adulte Stammzellen aus dem Knochenmark zeigten auch in anderen Geweben wie bei der Regeneration von Leber- und Hirngewebe Entwicklungspotezial. Die Mechanismen dieser Stammzellen sind jedoch weitgehend Unerforscht. Man könnte sich aber Vorstellen, adulte Stammzellen genetisch so zu verändern, dass sie in grösserem Umfang körpereigene Substanzen bilden, die ein krankhaftes Defizit ausgleichen könnten.Stammzellen des Blute bildeten Systems (hämatopoetische Stammzellen) sind die bislang am besten untersuchte adulte Stammzellensystem und gehören zu den wenigen Zellen, die im menschlichen Organismus isoliert werden konnten. Am meisten findet man diese Zellen in der Nabelschnur eines neugeborenen Kindes. Im Knochenmark sind sie allerdings selten zu finden, nur etwa einmal pro 10’000 Knochenmarkzellen. Man kann sie durch eine durch eine Knochenmarkpunktion aus dem peripheren Blut gewinnen.
Die Nutzung hämatopoetischer Stammzellentransplantate bei Patienten ist zwar durch die sehr geringe Verfügbarkeit der für eine erfolgreiche Transplantation geeigneten Menge begrenzt, dennoch ist die Stammzellentransplantation eine Art Standarttherapie in der Hämatologie geworden – die einzige verfügbare und erfolgreiche Anwendung von Stammzellen in der klinischen Routine, ein echter medizinischer Fortschritt. Wenn Stammzellen etwa des eines Krebspatienten selbst transplantiert werden, ist keine Abstossung zu befürchten. Ein Restrisiko, dass nicht eliminierte Krebszellen mit dem Stammzellentransplantat erneut zugeführt werden, bleibt.
In diese Richtung wäre auch mein Therapieverfahren geplant gewesen. Mit beginn der zweiten Chemotherapie wurden meine Schwestern auf Ihre Kompatibilität mit meinem Blutzellen getestet, was negativ ausfiel. Durch die Chemotherapie wurden meine adulten Stammzellen fast ganz vernichtet. Nur ein kleiner Rest, den der Körper braucht um sich selber wieder zu regenerieren, blieb Übrig. Kaum zeigten sie eine erste Reaktion, förderten wir mit einem Medikament diesen Vorgang. Der Vorteil ist nicht nur, dass meine Blutwerte schneller wieder erholt hatten, sondern auch dass diese hämatopoetischen Stammzellen so aus dem Knochenmark an das Blut freigegeben werden. So kann man diese mit einem ganz einfachen Verfahren herausfiltern. Die gewonnen Zellen werden mit Hilfe eines Konservierungsstoffes eingefroren. Wenn genug von diesen Stammzellen eingelagert werden konnten, werden mit einer Hochdosis – Chemotherapie sämtliche Stammzellen vernichtet. Der Körper ist nachher nicht mehr fähig, selber neue Zellen zu bilden.
Jetzt kommen die eingefrorenen Stammzellen wieder zum zug. Sie werden aufgetaut und über die normale Infusion dem Körper zurückgegeben. Die körpereigenen hämatopoetischen Stammzellen, sammeln sich wieder im Knochenmark an und bilden selbstständig neue und Zellen. Ein kleines Risiko besteht darin, dass der Körper diese Stammzellen nicht annimmt. Bei einer sogenante Fremdspende, ist dieses Risiko aber bedeutend höher. Da diese Zellen „Gesund“ sind, ist die Heilungschance sehr hoch und effizient.
Bei mir war es so, dass mein Knochenmark zu wenig dieser hämatopoetischen Stammzellen frei gab, damit eine Sammlung hätte durchgeführt werden können. Auch versuchten wir es mit einer dritten und einer vierten Chemotherapie. Aber auch diese beiden Versuche scheiterten an zu wenigen Stammzellen.
Leider ist es nicht möglich diese Versuche unbegrenzt durchzuführen, da sich das Knochenmark resp. die Zellen mit der Zeit nicht mehr erholen würden. Bei meiner ersten Therapie dauerte es 19 Tage bis meine Zellen sich wieder erholten. Bei der zweiten Therapie brauchte mein Körper bereits 26 Tage und bei der dritten waren es 37 Tage. Man befürchtete bereits, dass sich der Körper nicht mehr selber erholen würde. Die vierte „Mini“ – Therapie war nur noch ein weiterer Versuch einer Sammlung.
Der menschliche Organismus verfügt über die Fähigkeit, verletztes oder geschädigtes Körpergewebe zu ersetzen bzw. zu regenerieren. Durch natürlichen Zelltod, Verletzungsereignisse und Degeneration ist erforderlich, dass die „Reparatur“ und der Ersatz der Körperzellen gewährleistet sind.