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Die russische Atomstroiexport hat der Jordan Atomic Energy Commission (JAEC) im Januar 2012 das Angebot unterbreitet, in Jordanien vier Druckwasserreaktoren des russischen Typs WWER-1200 zu bauen und zu betreiben. Das Kernkraftwerk wäre anfangs ganz in russischer Hand. Auf längere Sicht könnten Investoren Anteile übernehmen, wobei Russland die Aktienmehrheit halten würde. Ein ähnliches Abkommen hat Russland bereits mit der Türkei getroffen.
Jordanien plant seit geraumer Zeit, in die Nutzung der Kernenergie einzusteigen. Im Mai 2010 hatte die JAEC drei Reaktortypen in die engere Wahl genommen: den kanadischen Candu-6 (700 MW) der Atomic Energy of Canada Limited (AECL), den russischen WWER-1000 (AES-92) der Atomstroiexport sowie den französisch-japanischen Atmea-1 (1000 MW) der Areva und der Mitsubishi Heavy Industries (MHI). Die JAEC will sich bis Ende März 2012 für einen der drei Typen entscheiden. Der Baubeginn der ersten Einheit ist für 2013 vorgesehen und die Inbetriebnahme soll um 2020 folgen. Die zweite Einheit soll den ersten Strom rund fünf Jahre später abgeben.
Der Leiter der JAEC betonte, dass das zusätzliche Angebot Russlands auf das parallel laufende Auswahlverfahren keinen Einfluss habe.
Steigerung auf 8000 MW
Heute sind knapp 2000 MW elektrische Leistung im Land selbst verfügbar. Die beiden ersten bereits seit einigen Jahren geplanten Nuklearblöcke würde sie auf 4000 MW verdoppeln. Mit den vier weiteren von Russland vorgeschlagenen Einheiten stünden Jordanien zusätzliche 4000 MW elektrischer Leistung zur Verfügung, was die bis dann im Land verfügbare Produktionskapazität auf insgesamt 8000 MW erhöhen würde.
Quelle
M.B. nach WNN, Mitteilung, 7. März 2012