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Sie hat nur eine Aufgabe, nämlich Eier zu legen und damit für den Nachwuchs zu sorgen. Sie ist die einzige Biene im Volk, die befruchtete Eier legen kann. Nach ihrem Schlupf braucht sie ein paar Tage bis zur Geschlechtsreife, dann fliegt sie ein paarmal zum Begattungsflug aus und wird von 10 – 20 Drohnen begattet. Dies, damit die Genvielfalt sichergestellt ist. Sobald sie ihre ersten Eier legt, verlässt die Königin den Bienenstock nicht mehr, d.h. nur dann wieder, wenn das Volk schwärmt. Die Königin ist nicht „Befehlshaberin“, sie ist „Dienerin“. Es ist das Volk, das entscheidet.
Auch sie haben nur eine Aufgabe, nämlich die Königinnen zu begatten. Nach dem Begattungsakt sterben sie. Durch ihre Anwesenheit helfen sie gelegentlich mit, die Brut warm zu halten. Und sie stimulieren das Volk. Sie dürfen oft in verschiedene Bienenstöcke fliegen, wogegen fremde Arbeiterinnen mit Vehemenz vertrieben werden.
Während ihres kurzen Lebens haben sie ganz verschiedene „Berufe“. Zuerst im Stockinnern, in der Dunkelheit. Man nennt sie in dieser Zeit „Stockbienen“. Wenn sie anschliessend mit der Sammeltätigkeit beginnen und sich dem Sonnenlicht zuwenden, werden sie „Flugbienen“ genannt. Die Entwicklung zu den verschiedenen Berufen hängt mit der Entfaltung der verschiedenen Drüsentätigkeiten zusammen.
Nach dem Schlüpfen
1 – 2 Tage Putzbiene: Sie säubert die Zellen, aus denen Bienen geschlüpft sind und versieht die Zelle mit einer dünnen Propolis-Schicht. So ist die Zelle für die nächste Eiablage der Königin bereit.
3 – 12 Tage Ammenbiene: Sie füttert die Larven, nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind mit ihrem Futtersaft, einer Art „Ammen-Milch“. Dieser Futtersaft entstammt den Futtersaftdrüsen im Kopf der Biene. Nach dem Schlüpfen aus dem Ei erhalten alle Larven dieses Kopfdrüsensekret der Ammenbienen, bis sie nach ein paar Tagen auch Pollen verdauen können.
12 – 20 Tage Baubiene: Mit Hilfe des Wachses, das als kleine Wachsblättchen aus den Wachsdrüsen, die jetzt voll entwickelt sind, ausgeschwitzt wird, bauen die Arbeiterinnen gemeinsam ihre Waben. Bei 30°C ist das Wachs geschmeidig. Im Team werden vollkommen gleichmässige Waben gebaut.
Nektarabnehmerin: Herstellung und Einlagerung von Honig: Die Stockbienen nehmen den Flugbienen den Nektar ab. Dieser ist flüssig wie Wasser. Durch das Weitergeben von Stockbiene zu Stockbiene wird er mit Enzymen aus den Futtersaft- und Speicheldrüsen angereichert und eingedickt, sodass aus dem Nektar schlussendlich der feine Honig entsteht. Ist der Wassergehalt des Honigs entsprechend gesunken, werden die Vorratszellen mit frischem Bienenwachs luftdicht verschlossen. In der Imkersprache heisst dieser Vorgang „verdeckeln“. Für das Schweizer Qualitätsgütesiegel „Goldsiegel“ darf der Wassergehalt 18,5% nicht übersteigen.
Wächterbienen: Die Giftdrüsen füllen die Giftblase. Damit können Bienen den Beruf als Wächterinnen ausüben. Sie beschützen den Eingang am Flugloch vor Eindringlingen aller Art.
Weitere Aufgaben:
Weiterverarbeiten von Pollen zu Bienenbrot und von Harzen zu Propolis
Der Pollen, der Eiweisslieferant für die Bienen, wird von den Sammlerinnen selber in die Waben abgelegt. Die Stockbienen bereichern und vermischen den Pollen mit eigenen Drüsensekreten und Honig. Die kompakt gefüllten Wachszellen werden schlussendlich mit einer feinen Schicht aus Honig und Propolis versiegelt. Es entsteht eine Milchsäuregärung, die für eine bessere Haltbarkeit sorgt. Das daraus entstandene Produkt, heisst Bienenbrot.
Der Grundstoff für das Propolis sind Harze von Bäumen und Knospen. Schon während dem Sammeln werden durch die Mandibeldrüsen (Oberkieferdrüsen) den Harzen Sekrete beigemischt. Dem Rohmaterial werden durch die Stockbienen Wachs und Pollen zugefügt.
Hofstaat der Königin: Die Königin hat immer einen Hofstaat um sich, der sie beschützt und füttert.
Heizen und kühlen: Die Brut braucht eine Temperatur von 34 - 35° C. Die Bienen haben die Fähigkeit, zu heizen oder zu kühlen.
Ab dem 20. Tag ihres Lebens werden aus den Stockbienen „Sammlerinnen“. Die jungen Sammlerinnen beginnen ihre Flugkünste in der Mittagszeit, zuerst im nahen Umkreis des Bienenstocks bis sie dann ihre Sammeltätigkeit im Umkreis von bis zu 3 km antreten. Wir wiederholen hier kurz, welche „Rohstoffe“ sie aus der Natur holen:
Zwei Fähigkeiten seien hier noch erwähnt:
Noch viel mehr wäre zu sagen, denn die Geheimnisse und Fähigkeiten des Bienenvolkes sind immens.