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Ganz unverkrampft unwissenschaftlich lässt sich ein Germanismus wie folgt beschreiben: ein deutsches Wort, dass sich in einer anderen Sprache eingebürgert hat. Um dieses Phänomen zu veranschaulichen, haben wir ein besonders hübsches Bild aus dem Sprachraum Ex-Jugoslaviens gefunden. Dort hat die einstige Herrschaft der Habsburger-Monarchie einige Spuren im Wortschatz gewisser Dialekte der Sprache hinterlassen, die heute politisch korrekt als BKS bezeichnet wird (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch).
Aber genug doziert. Kommen wir zu unserem Rätsel: was könnte folgende Notiz auf dem Amaturenbrett dieses auf dem Balkan verkehrenden Buses wohl bedeuten? (Nema heisst frei übersetzt: es hat kein; nema problema heisst beispielsweise kein Problem.)
Richtig, dieser Bus hat keinen Rückwärtsgang (mehr). Der Zettel mahnt den Chauffeur wohl zu vorausschauendem Rangieren, weil sich ein solches Gefährt ohne Rückwärtsgang nur schwer wieder aus dem Parkplatz eines Busbahnhofes hinausbringen lässt.
Zum Thema Germanismen haben wir – ebenfalls unverkrampft unwissenschaftlich – auf Wikipedia einen passenden Eintrag gefunden.
«Im Bosnischen bezeichnet rikverc den Rückwärtsgang eines Fahrzeugs, das am besten rostfraj (rostfrei) zu sein hat.»
Rostfraj wird betreffendes Gefährt wohl kaum sein – abgenutzt wie das Armaturenbrett daherkommt. Jedem Schweizer Verkehrspolizisten würde ein solches Vehikel den Puls in lebensbedrohliche Höhen treiben. Uns hingegen gefällt es. Westeuropäer sind bei solchen Anblicken wohl geneigt dazu, von «Balkan-Schlendrian» zu sprechen. Dem entgegnen wir. Was solls? Solange er fährt und seine Passagiere sicher ans Ziel bringt. Und in der Tat würde es bisweilen auch uns nicht schaden, etwas mehr zu sagen:
«Nema problema!»