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In einer Stadt, in der es alle 200 Meter einen Coiffeur gab, lief Grobenschlacht seit Monaten mit einer völlig versträhnten Frisur herum. Ein Grossteil der Salons kam deshalb nicht infrage, weil er fürchten musste, dass sich dort die zwanghafte Originalität und Augenzwinkerei bei der Namensgebung auch in der Schnitttechnik niederschlagen würde und er kein Bedürfnis verspürte, auszusehen, als empfehle ihn sein angeborener Optimismus für eine Position im mittleren Kader. Lieber erweckte er den Eindruck, auf Integration in die menschliche Gesellschaft nicht allzu viel Wert zu legen, und klebte am Morgen den Spiegel ab, um würdevoll in den Tag zu starten.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.