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Kräuter aus dem Kloster
Quittenbaum
Eine Quitte war der «goldene Apfel» aus der griechischen Mythologie.
Eris, die Göttin der Zwietracht, warf ihn mit der Aufschrift «der Schönsten» aus Rache in die Tafelrunde der Götter, zu der sie nicht eingeladen worden war. Die Frucht wurde zum Zankapfel (von da kommt der Begriff) zwischen den Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite. Sie erkoren den trojanischen Königssohn Paris zum Schiedsrichter. Dieser überreichte die Frucht Aphrodite, der Göttin der Liebe. Als Belohnung half sie ihm, die schönste Frau der Welt zu entführen: Helena von Griechenland. In der Folge entbrannte der Kampf um Troja.
Seit her gilt die Quitte als Frucht der Aphrodite. Ihr Genuss bringt Liebe, Fruchtbarkeit und Glück. Als Nahrungsmittel war und ist vor allem Quittenmus beliebt. Dieses ist Namensgeber für eine Süßigkeit, die wir gar nicht mehr mit ihrem Ursprung in Verbindung bringen: Die Portugiesen nannten das Quittenmus «Marmelo» (Honigapfel) – und erfanden so gewissermaßen die «Urmarmelade».
Reife Quitten haben eine goldgelbe, glatte Schale und einen aromatischen Duft. Geerntet werden sie meist in der ersten Oktoberhälfte. Als Heilmittel verwendet man die Kerne, die bei der Herstellung der Konfitüre gewonnen werden. Damit sich der Quittenschleim aus den Samen lösen kann, lässt man einen Teelöffel davon in einer Tasse mit lauwarmem Wasser mehrere Stunden quellen. Das ergibt ein mildes Abführ- oder – bei Entzündungen der Mund- und Rachenhöhle – Gurgelmittel.
Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin