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Die Begriffe Panikattacke und Panikstörung sind nicht synonym. Die Panikattacke ist der Prototyp des akuten, intensiven und zeitlich begrenzten Angstanfalls. Sie kann bei allen Angststörungen auftreten. Drei Arten von Panikattacken sind zu unterscheiden:
Unerwartete Panikattacken gehören zur Panikstörung. Situationsgebundene können bei Sozialen und Spezifischen Phobien auftreten. Situationsbegünstigte Panikattacken kommen bei der Panikstörung vor, rechtfertigen aber die Diagnose nicht und treten mitunter auch bei Spezifischen und Sozialen Phobien auf.
Hauptkriterium der Panikstörung (Lebenszeitprävalenz 2–3%) sind wiederkehrende unerwartete, nicht durch äussere Umstände ausgelöste Panikattacken. Sie erreichen meist innerhalb von 1–3 Minuten ihr Maximum und klingen in der Regel innerhalb 10–30 Minuten ab. Gelegentlich können sie aber auch einige Stunden andauern.
Die Symptomatik variiert. Typisch ist der plötzliche Beginn mit vegetativen Symptomen wie:
Viele erleben die Hilflosigkeit im Angstanfall als eine Angst vor Kontrollverlust, als Befürchtung, «den Verstand zu verlieren» oder «verrückt zu werden»[2]. Entfremdungsgefühle in Bezug auf sich selbst und die Umgebung (Depersonalisation und Derealisation) oder Todesangst verstärken die traumatische Erfahrung.
Da Gesunde Angst weder in dieser Intensität noch ohne Beziehung zu konkreten Gefahren kennen, bleibt die Angst dieser Patienten für viele Menschen rätselhaft und befremdlich. Sucht der Betroffene in seiner Not den Arzt auf, ist Verständnis entscheidend. Die Behandlungsnotwendigkeit ergibt sich weniger aus der Anzahl der von ICD geforderten Symptome, als aus dem subjektiven Leidensdruck.
Zwei Sonderformen der Panikattacken sind zu beachten: Manche Patienten haben alle somatischen Symptome einer Panikattacke, ohne dass sie Angst empfinden. Sie suchen besonders häufig medizinische Nothilfe auf. Eine schwerere Form der Erkrankung stellen Panikattacken aus dem Schlaf heraus dar, die bei bis zu einem Drittel der Patienten mit Panikstörung vorkommen[5].
Die früher unter den Begriffen Herzneurose, Effort Syndrom etc. bekannten, angstbesetzten Herzwahrnehmungen, werden heute als Subtyp der Panikstörung verstanden[1].
Bei wiederholten Panikattacken entwickelt sich eine «Angst vor der Angst» (antizipatorische Angst). Die häufigste und schwerwiegendste Behinderung ist das Hinzutreten einer Agoraphobie[7]. Der Spontanverlauf ist oft episodisch, nicht selten aber anhaltend und schwer beeinträchtigend[1]. Unter optimaler Therapie ist die Prognose günstig.