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Florianópolis oder Floripa, wie die Inselstadt auch von den Brasilianern genannt wird, ist die einzige Hauptstadt Brasiliens, die nicht auch die grösste Stadt ihres Bundesstaates ist – die Stadt Joinville ist grösser!
Gründung: 23. März 1726
Lage: 3 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 508.826 (Stand 2020)
Grösse/km2: 671,5 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 627,24 Einw./km2
Regenzeit: unterschiedlich je nach Jahreszeit
Die Stadt ist in zwei Teile gespalten: der eine, mit 424,4 km² ist eine Insel, die Ilha de Santa Catarina, und der andere, mit 12,2 km² liegt auf dem Kontinent. Diese beiden Stadtteile sind durch die 842 Meter lange Hercílio-Luz-Brücke und die 1.330 Meter lange Colombo-Sales-Brücke verbunden. Der Stadtkern befindet sich auf der Insel – auf dem Festlandteil haben sich in erster Linie Industrien niedergelassen. Die Santa-Catarina-Insel hat eine längliche Form, mit einer durchschnittlichen Länge von 54 km und einer durchschnittlichen Breite von 18 km. Sie liegt parallel zum Kontinent, getrennt durch einen 500 Meter breiten Kanal, mit einer durchschnittlichen Tiefe von 28 Metern. Von Brasília ist sie 1.673 km entfernt – 705 km von São Paulo – 1.144 km von Rio de Janeiro und 1.850 km von Bueneos Aires/Argentinien.
Während der Hochsaison im Sommer erreicht die Bevölkerung von rund 400.000 Bürgern mehr als 1 Million, durch die vielen Touristen, die dann hier herkommen. “Floripa”, wie die Stadt von den Touristen genannt wird, ist ein beliebtes Urlaubszentrum besonders für die Paulistas, die von der 700 Kilometer-Strecke hierher nicht abgeschreckt werden, denn das ist keine Entfernung in Brasilien – und neuerdings haben auch die argentinischen Nachbarn die Strände von Santa Catarina für sich entdeckt.
In dem auf der Insel gelegenen Teil von Florianópolis herrscht eher eine Kleinstadt-Atmosphäre. Man kommt hier sehr gut zu Fuss zurecht und auch die landschaftlichen Sehenswürdigkeiten der Insel – zu denen besonders aussergewöhnlich schöne Strände gehören – sind von hier aus leicht zu erreichen. Die Insel steckt voller interessanter Kontraste. Ihre urbane Seite, die sich aus dem Stadtzentrum, der kontinentalen Region und aus den touristischen Bade-Resorts zusammensetzt, vibriert in Rhythmus des 21. Jahrhunderts. In den ländlichen Kommunen im Innern der Insel dagegen, oder unter den Fischern am Meeresufer, wird die Zeit noch am Kommen und Gehen von Ebbe und Flut gemessen, an den verschiedenen Jahreszeiten und am Wechsel des Mondes.
Diese Kontraste bewirken einen ganz eigenen Lebensstil in dieser Stadt und seiner Bevölkerung – übersetzt in Lebensqualität: die Stadt hält den zweiten Platz an der Spitze menschlicher Entwicklung unter allen 5.000 Städten Brasiliens. Und es ist kein Zufall, dass Florianópolis als Hauptstadt mit der besten Lebensqualität Brasiliens bezeichnet wird.
Florianópolis hat ausreichende Kapazität für Grossveranstaltungen, Messen, Kongresse, Konventionen, sportliche Wettkämpfe, Shows und andere Spektakel. Hier gibt es mehr als 100 Hotels der gehobenen oder touristischen Kategorie – mit 16.000 Betten nur in den Hotels. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Pousadas, viele davon haben internationales Niveau. Insgesamt sind das annähernd 500 Unterkünfte. Der Internationale Flughafen Hercílio Luz ist inzwischen brasilianischer Charter-Champion während der sommerlichen Hochsaison. Und sogar die Kreuzfahrt-Schiffe haben die Stadt entdeckt.
Die Dienstleistungs-, Unterhaltungs- und Freizeit-Struktur ist komplett und perfekt. Grosse Shopping-Center, Tanzlokale, Bars und Restaurants aller Stil- und Geschmacksrichtungen lassen keinen Wunsch offen – die lokale Gastronomie basiert auf Meeresfrüchten, aber die ganze internationale Küche ist in dieser Stadt vertreten – viel Spass beim Entdecken. Selten findet man eine vergleichbare Vielfalt von Ökosystemen in einem einzigen Gebiet, wie das auf der Santa-Catarina-Insel der Fall ist. Und noch seltener ist die Pflege und der Schutz dieser Biodiversifikation in den urbanen Einzugsgebieten. Florianópolis besitzt eine interessante Kombination aus den verschiedensten Natur-Attraktionen, die es zum bevorzugten Ziel solcher Besucher machen, die am liebsten ihre Ferien mit Aktivitäten in der Natur verbinden, sei es am Meer, in den Bergen, im Atlantischen Regenwald, an Seen und Flüssen, in Mangrove-Wäldern, auf Meeres-Inseln oder zwischen Sanddünen – Florianópolis bietet das alles und noch einiges mehr!
Die Strände im Norden der Insel haben ruhiges Wasser und eine sehr gute touristische Infrastruktur: Praia de Jurerê, Praia Canasvieiras und Praia dos Ingleses sind die meist frequentierten – besonders von Argentiniern.
Im Osten, dem offenen Meer zugewandt, befindet sich die Lagoa da Conceição und die Strände Praia da Joaquina, Praia Mole und Barra da Lagoa – bevorzugte Areale der jüngeren Generation, dort sind die Surfer in ihrem Element. Der Süden ist dagegen etwas ländlicher – Strände wie Praia da Armação und Pântano do Sul sind reizvoll wegen ihrer Ruhe, mit bunten Fischerbooten und den zum Trocknen aufgespannten Netzen.
Der Geist der Menschen von den Azoren-Inseln, die vor 250 Jahren hier einwanderten, prägt die Insel immer noch. Ihre Fischerboote, ihre Spitzen-Klöpplerinnen, ihre Folklore, ihre typische Küche und ihre koloniale Architektur sind bis auf den heutigen Tag präsent und eine Bereicherung des Tourismus, der der Insel Einnahmen bringt, welche die fehlende Gross-Industrie kompensieren. Kleine antike Siedlungen wie Santo Antônio de Lisboa und Riberão da Ilha widerstehen erfolgreich dem Vorrücken der Moderne.
Der Tourismus auf der Insel geht ausserhalb der Saison (Mitte Dezember bis Ende Februar) deutlich zurück. Aber die Stadt bereitet sich darauf vor, ihre Besucherzahlen auch während der übrigen Monate des Jahres zu erhöhen, denn ausser den Monaten Juni/Juli/August, die in der Regel ziemlich kalt ausfallen, bleiben noch sechs Monate übrig, in denen man Aktivitäten wie Drachenfliegen, Wanderungen, Fahrradfahren, Reitausflüge, Segeln, Surfen oder Tauchen wunderbar durchführen kann. Ein ganz besonders günstiger Monat ist der Oktober: er ist sonnig, klar und mild, kaum Regen, weite Sicht über und unter Wasser – und die Temperatur frühlingshaft warm.
Als zweitälteste Stadtgründung von Santa Catarina ist Florianópolis auch eine historische bedeutsame Stadt und die Remineszensen ihrer Vergangenheit findet der Besucher überall in der Altstadt – den gut restaurierten kolonialen Gebäuden, den Jahrhunderte alten Kirchen und Kapellen, in den kulturellen und folkloristischen Manifesten, im Kunsthandwerk und sogar in der Gastronomie. Es gibt zahlreiche Museen, in denen man in die Geschichte der Region eintauchen kann und es gibt interessante antike Forts – insgesamt fünf – die allein von ihrer Positionierung auf der Insel einen eindrucksvollen Ausflug bieten: die am leichtesten zu erreichenden sind das Forte Sant’Ana – unter der Brücke Hercílio Luz, das heute als ein Waffenmuseum eingerichtet ist und das Forte de São José da Ponta Grossa, an der Praia do Forte – zwischen den Stränden Praia de Jurerê und Praia Daniela.
Die Forts Santa Cruz de Anhatomirim und Santo Antônio de Ratones befinden sich auf Inseln in der Baía Norte, man erreicht sie während eines angenehmen Ausflugs per Schiff. Und schliesslich das Fort Nossa Senhora da Conceição ist das einzige, welches noch nicht restauriert wurde – es befindet sich auf der Insel von Araçatuba, vor der Praia dos Naufragados, im extremen Süden der Santa-Catarina-Insel.
Catedral Metropolitana
Erbaut 1773 an derselben Stelle, wo Dias Velho die erste Kapelle der Stadt errichten liess. Sehenswert in den Innenräumen ist die Skulptur “Flucht aus Ägypten”, aus Holz geschnitzt in Lebensgrösse.
(Praça XV de Novembro)
Palácio Cruz e Souza
Ein im eklethischen Baustil errichteter Regierungspalast aus dem 18. Jahrhundert, der entsprechend seinem rosaroten Verputz auch “Palácio Rosado” genannt wird. Er war Residenz der kolonialen Administratoren, der Präsidenten der Provinz und der republikanischen Gouverneure. Der Eingang wird von der Meeresgöttin Anfitrite und der Schutzpatronin des Bundesstaates, Santa Catarina, begrenzt. Sein Inneres ist ganz mit Marmor ausgelegt und mit Möbeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert dekoriert. Sein Name ist eine Referenz an den bekannten catarinensischen Dichter. Seit 1979 beherbergt der Palast das Historische Museum von Santa Catarina.
(Praça XV de Novembro – Zentrum)
Teatro Álvaro de Carvalho
Das Theater-Gebäude der Stadt wurde 1857 errichtet und unter dem Namen Teatro Santa Isabel eingeweiht. Im Laufe seiner Existenz diente es als Ballsaal, Raum für politische Versammlungen, Konferenzsaal, Kino und Unterbringung für Gefangene der Föderalistischen Revolution. 1955 wurde es radikal reformiert, lediglich vier Wände des Originals blieben bestehen. Ab 1982 beherbergte es das Kultur-Zentrum und gegenwärtig ist es Bühne für das Festival Nacional de Teatro – Theater-Festival.
(Praça Pereira Oliveira, 26)
Casa de Victor Meirelles
Geburtshaus des bekannten brasilianischen Malers, eins der ältesten noch erhaltenen Gebäude überhaupt – Stil aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Ein kleines doppelstöckiges Gebäude – der erste Stock diente dem Vater des Malers als Ladengeschäft, während der zweite die Wohnung der Familie enthielt. Denkmalgeschützt und restauriert 1950 – seither enthält es das Museu Victor Meirelles.
Mercado Público
Alte Konstruktion aus dem Jahr 1898 in kolonialem Stil – der Markt besitzt 144 Boxen, in denen Fisch, Fleisch, Kunsthandwerk, Kleidung und Schuhe verkauft werden. Dazwischen einige Kioske und Bars – an Samstagen kann man im Pátio Musikdarbietungen erleben.
(Rua Conselheiro Mafra, 255)
Antiga Alfândega
Das antike Zollgebäude, stammt aus dem Jahr 1875, in neo-klassischem Stil, beherbergt das Zollamt und in einem anderen Teil die Vereinigung Bildender Künstler.
(Rua Conselheiro Mafra, 141)
Lagoa da Conceição
Die ersten Siedler von den Azoren liessen sich um 1748 an einer Stelle nieder, die auch heute noch einer der traditionellen Treffpunkte der Bevölkerung von Florianópolis ist: die Lagoa da Conceição, etwa 8 km vom Zentrum. Rund um diese Lagune läuft die Avenida das Rendeiras, sie ist die Verkaufsstrasse der traditionellen Spitzenklöpplerinnen, die hier in 14 Häusern ihre weit über die Stadt hinaus bekannten Produkte anbieten. Ausserdem liegen um die 20 Quadratkilometer der Lagune herum einige der sehenswertesten historischen Gebäude aus der Kolonialzeit und die Kirche Nossa Senhora da Conceição da Lagoa steht ebenfalls dazwischen. Abends ist die Lagoa ebenfalls beliebter Treffpunkt der Intellektuellen, Künstler, Poeten und anderer Bohemiens, die sich in diversen Bars, Restaurants und anderen Lokalen vergnügen.
Santo Antônio de Lisboa
Der Distrikt stammt ebenfalls aus der Zeit der Einwanderer von den Azoren – wurde 1751 gegründet und liegt 20 km nördlich vom Stadtzentrum. Die Nachfahren betreiben die Zucht von Austern – die alten Gebäude aus historischer Zeit sind teilweise noch erhalten. War die erste Siedlung auf der Insel mit einer gepflasterten Strasse – erhalten bis zum heutigen Tag. Der Ort beherbergt die Kirche Nossa Senhora da Necessidade – gebaut 1750, das älteste Gotteshaus der Insel, auf einem Hügel gelegen – das Museu O Mundo Ovo, von Eli Heil, und die Strände Cacupé, Santo Antônio de Lisboa und Sambaqui.
Riberão da Ilha
War einst ein Dorf der Einwanderer von den Azoren – gegründet im Jahr 1809 – es liegt im Südwesten der Insel, 27 km vom Stadtzentrum. Sehenswert sind seine typischen Häuser aus jener Zeit, mit der Kirche Nossa Senhora da Lapa do Riberão, aus dem Jahr 1750, in portugiesischem Kolonialstil. Rundherum liegen einige kleinere Strände mit grobem, dunklen Sand und einem stets ruhigen Meer, so ruhig wie die Oberfläche eines Sees. Sehenswert ist auch das lokale Museu Etnológico. In diesem Distrikt liegt der höchste Gipfel der Insel, der Morro do Riberão, mit 650 Metern.
Lagoa do Peri
Antike Bucht, die durch Ablagerungen verschlossen wurde. Sie befindet sich oberhalb des Meeresspiegels. Ihre Oberfläche beträgt zirka 5 km² – sie ist die grösste Süsswasserlagune des Küstengebiets. Das Wasser ist ruhig, gut zum Angeln, für Bootsausflüge und Kajak – ausserdem hat die Lagune schöne Strände mit guter Infrastruktur. Sie liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebiets Lagoa do Peri.
(In der Nähe von Riberão da Ilha, im südlichen Abschnitt der Insel)