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Die Schweizer Regierung lanciert in den USA eine Initiative, um die Bande mit Amerikanern, die Schweizer Wurzeln haben, enger zu knüpfen.
Mit dem Projekt "Swiss Roots" will die Schweiz auch mehr Präsenz in den USA markieren und die "transatlantische Freundschaft" verstärken.
Über eine Million Amerikaner haben Schweizer Wurzeln, und einige von ihnen gehören zur Elite in den USA: Robert Lutz, Vizepräsident von General Motors, die Filmschauspielerin Renée Zellweger, der Handelsdelegierte Rob Portman, die Sängerin Cyndi Lauper oder Ben Roethlisberger, der gegenwärtige Star des American Football im Super-Bowl-Gewinnerteam der Pittsburgh Steelers.
Bern möchte dank diesem Reservoir an US-Persönlichkeiten, die einen Draht zur Schweiz haben, den Dialog mit der amerikanischen Gesellschaft wieder aufnehmen, der über Jahre getrübt war durch Kontroversen um nachrichtenlose Vermögen, den Irak-Krieg und die Behandlung von Gefangenen auf Guantanamo.
Ein Ort des Austauschs
"Das Projekt 'Swiss Roots' soll ein Ort des Austauschs sein, von dem wir uns engere Kontakte mit den Amerikanern erhoffen, die Schweizer Wurzeln haben oder an der Schweiz interessiert sind, sei das kulturell, touristisch, politisch, wirtschaftlich oder beruflich", sagt Raymond Loretan, Generalkonsul in New York.
Loretan präsidiert zusammen mit dem Schweizer Botschafter in Washington, Christian Blickenstorfer, "Swiss Roots".
Mehrere Faktoren hätten bei dieser Idee eine Rolle gespielt, erklärt der Schweizer Generalkonsul, nicht aber die schmerzhafte Affäre der nachrichtenlosen Vermögen von Holocaust-Opfern des Zweiten Weltkrieges.
"Ich glaube, wir haben die Phase überwunden, während der die Schweiz am Pranger stand, besonders in New York", sagt Loretan gegenüber swissinfo.
Loretan verneint auch, dass die Initiative lanciert worden sei, um den Weg zu einem Freihandels-Abkommen mit den USA zu ebnen. "Swiss Roots" sei dabei lediglich "eine willkommene Begleiterscheinung".
Ausgelöst habe die Initiative 2004 das Projekt einer Ausstellung über die Schweizer Immigration in Ellis Island am Fuss der Freiheitsstatue, so Loretan.
Die Agenda der Events
Kernstück der Aktivitäten bildet eine "Swiss-Roots"-Website, von der swissinfo-Webfactory erstellt, die am 29. März in Washington offiziell lanciert wurde. Hier können Besucher per Genealogie-Suchmaschine in Erfahrung bringen, ob ihr Name schweizerischer Herkunft ist und ob sich vielleicht gar Verwandte in ihrem Usprungsland ausmachen lassen.
Zahlreiche Kulturveranstaltungen, Postautofahrten durch die Vereinigten Staaten, ein Sängerfest, Käsetage und eine Basler Fasnachtsgruppe sollen den Amerikanern 2006 die Schweiz näher bringen.
Sieben überregionale Veranstaltungen werden zudem helfen, Besucherinnen und Besucher auf die Website zu locken.
Der Bundesbrief von 1291 wird zum ersten Mal in der Geschichte im Ausland gezeigt, anlässlich der Ausstellung "Sister Republics" in Philadelphia im Juni, im Beisein von Altbundesrat Arnold Koller.
Limitierte Mittel
Insgesamt sind 100 Veranstaltungen vorgesehen. Das Projekt ist vorderhand zeitlich limitiert. Für Raymond Loretan sind die Finanzen "das Haupthindernis, das wir antreffen werden".
"Swiss Roots" ist lediglich für das Jahr 2006 finanziert. Und dann? "Wir denken darüber nach. Natürlich würden wir die Site und die Datenbank gerne weiterführen, aber das hängt von den zur Verfügung stehenden Mitteln ab."
Das Budget für 2006 beträgt 1,2 Mio. US-Dollar. "Das ist ein Minimum. Wir haben 400'000 Dollar für das Marketing. Das reicht für New York. Für die ganzen Vereinigten Staaten ist dieser Betrag jedoch lächerlich", so Loretan.
swissinfo, Marie Christine Bonzom, Washington
(Übertragung aus dem Französischen: Andreas Keiser)
In Kürze
Am Projekt "Swiss Roots" sind Präsenz Schweiz, Pro Helvetia und Schweiz Tourismus beteiligt.
Ein Höhepunkt ist die Ausstellung "In kleiner Zahl Mit grosser Wirkung" auf der New York vorgelagerten "Einwandererinsel" Ellis Island.
Die Ausstellung über Schweizer Immigration in die USA wird am 29. Juli von Bundesrat Pascal Couchepin eröffnet.
"Swiss Roots" beteiligt sich auch am Amerikanisch-Kanadischen Jodlerfest in Toledo, Ohio vom 15. –18. Juni 06.
Fakten
1,2 Mio. Amerikanerinnen und Amerikaner haben Schweizer Wurzeln.
Die Namen von mehr als 5000 amerikanischen Dörfern und Städten haben einen schweizerischen Ursprung.
Die meisten Amerikaner mit Schweizer Wurzeln leben in Kalifornien, im Staate New York, in Ohio, Pennsylvania und Wisconsin.