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Das Finanzsystem und die Regulierungsherausforderungen im Wertschriftenclearing und bei Verrechnungssystemen
Niklaus Blattner, Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank
«Seventh Conference of Central Securities Depositories», Luzern, 12.06.2003
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Vollständiger Text in Englisch: "The Financial System and the Regulatory Challenges in Securities Clearing and Settlement Systems"PDF (49 KB)
Das Finanzsystem soll der Zuteilung wirtschaftlicher Ressourcen für produktive Anlagemöglichkeiten, dem Austausch von Risiken und dem Sammeln und Verarbeiten von Informationen dienen; ausserdem stellt es Clearing- und Verrechnungsdienstleistungen zur Verfügung. Das Finanzsystem kann auch als dynamische Antwort der Institutionen und Prozesse auf die wechselnden Unvollkommenheiten wie Informations- und Transaktionskosten verstanden werden. Weil sie den Marktaustausch von komplexen finanziellen Marktdienstleistungen erleichtern, können die Central Securities Depositories (CSDs), International Central Securities Depositories (ICSDs) und Central Counterparties (CCPs) als Mittel zu gesteigerter Effizienz betrachtet werden. Das wiederum erleichtert den Aufbau von Kapital und die technologische Innovation, die der Durchführung von Anlageprojekten zugrundeliegen. Ein langfristiger wirtschaftlicher Wachstumsprozess wird somit unterstützt und die wirtschaftliche Wohlfahrt entsprechend verstärkt.
Trotz dieser Effizienzsteigerungen besteht jedoch noch Raum für Verbesserungen. Finanzielle Systeme sind weiterhin von Unzulänglichkeiten des Marktes betroffen wie beispielsweise asymmetrische Informationen, negative Externalitäten und Wettbewerbsbeschränkungen. Diese Unzulänglichkeiten stellen nicht nur eine Herausforderung für die Privatmarktinfrastruktur dar, sie bestimmen auch die Verantwortlichkeiten und Interventionen der Regulierungs- und Aufsichtsbehörden. Im Bereich Clearing- und Verrechnungssysteme sind diese Behörden mit einigen bekannten Herausforderungen konfrontiert. Es besteht ein Bedürfnis, einen gemeinsamen Zugang und ein gemeinsames Verständnis in bezug auf die zugrundeliegenden Fragen zu definieren und anzuwenden, die Risikodimensionen grenzüberschreitender Wertschriftentransaktionen angemessen anzugehen und gleich lange Spiesse zwischen grossen Depotbanken und den Erbringern von Clearing- und Verrechnungsdienstleistungen zu schaffen. Angesichts dieser Herausforderungen ist es angezeigt, die Regeln und Vorschriften in bezug auf Wertschriftenclearing und Verrechnungssysteme sowie die Art und Weise wie Regulierungs- und Aufsichtsverantwortlichkeiten in die Praxis umgesetzt werden, einer kritischen Neubeurteilung zu unterziehen. Ein vorwiegend nationaler Zugang und eine grundlegend sektorale Lösung, in der Zahlungssystemüberwacher und Wertschriftenaufsichtsbehörden nicht auf integrierte Weise zusammenarbeiten, erfüllen die Bedürfnisse des Marktes nicht mehr.
Schliesslich gibt es keine Alternative zu einer engen Zusammenarbeit zwischen privaten Marktteilnehmern und Regulierungs- und Aufsichtsbehörden. Ich bin überzeugt, dass eine Zusammenarbeit basierend auf Vertrauen zwischen den Erbringern dieser Finanzdienstleisungen und den Regulierungsaufsichtsbehörden der Schlüssel bleibt zur weiteren erfolgreichen Entwicklung eines effizienten und sicheren Finanzsystems, das in Zukunft schnell wechselnden Bedürfnissen gerecht werden kann.