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Wimbledon-Ticker: Williams trifft im Wimbledon-Final auf Kerber ++ Schweizer Juniorin Küng im Halbfinal ++ Nadals unfreiwilliges Date mit einer älteren Dame
Parallel zur Fussball-WM findet im Südwesten von London das wichtigste Tennis-Turnier des Jahres statt. Hier halten wir Sie mit einem Tagesticker über die wichtigsten Geschehnisse auf dem Laufenden.
Kein deutscher Final: Williams macht Görges platt
Serena Williams bestreitet dabei zum zehnten Mal einen Wimbledonfinal. Die 36-jährige Amerikanerin, die das Turnier im letzten Jahr wegen ihrer Schwangerschaft verpasst hatte, gewann im Halbfinal ohne Probleme 6:2, 6:4 gegen die als Nummer 13 gesetzte Deutsche Julia Görges. Als Nummer 181 der Welt ist Williams die schlechtestklassierte Wimbledonfinalistin der Geschichte. Sie gewann im Südwesten Londons ihre 20. Partie in Folge und strebt ihren achten Titel an.
Im Final kommt es zu einer Neuauflage des Endspiels von vor zwei Jahren gegen die sechs Jahre jüngere Deutsche Angelique Kerber. Damals siegte Williams in einem hochklassigen Spiel in zwei knappen Sätzen. Nun verloren beide auf dem Weg in den Final nur je einen Satz. Williams wäre die erste Mutter seit Evonne Goolagong-Cawley 1980, die in Wimbledon triumphiert.
Schweizer Juniorin Küng im Halbfinal
Leonie Küng verblüfft beim Juniorinnen-Turnier von Wimbledon weiterhin. Die 17-jährige Schaffhauserin, die als Qualifikantin das Hauptfeld erreichte, setzte sich in einem packenden Viertelfinal-Duell 7:6 (7:3), 7:5 gegen die als Nummer 13 gesetzte French-Open-Finalistin Caty McNally aus den USA durch. Nun spielt sie am Freitag gegen die als Nummer 10 gesetzte Chinesin Wang Xiyu um den Einzug in den Final.
Kerber schlägt Ostapenko und steht im Wimbledon-Final
Die Deutsche Angelique Kerber erreicht zum zweiten Mal nach 2016 den Wimbledonfinal.
Die Bezwingerin von Belinda Bencic im Achtelfinal zeigte gegen die Lettin Jelena Ostapenko eine nahezu perfekte Leistung und gewann in gerade mal 68 Minuten 6:3, 6:3. Die French-Open-Siegerin des letzten Jahres hatte zuvor noch keinen Satz abgegeben.
Vor zwei Jahren gewann Kerber das Australian und das US Open und wurde die Nummer 1 der Welt. Den Final in Wimbledon verlor die 30-jährige Linkshänderin aber gegen Serena Williams. Die sechs Jahre ältere Amerikanerin könnte am Samstag erneut die Finalgegnerin sein. Williams spielt im zweiten Halbfinal gegen Julia Görges, die ihrerseits einen rein deutschen Final perfekt machen könnte.
Nadals unfreiwilliges Date mit einer älteren Dame
Del Potro und Nadal bieten den Fans am Mittwoch Spektakel pur. Selbst beim Stand von 1:1 (40:40) im fünften Satz ist der Spanier noch wieselflink unterwegs. Für Lacher sorgt ein Ballwechsel, bei dem Nadal am Ende im Publikum landet. Mit Vollspeed jagt er einem Ball hinterher, kann nicht mehr rechtzeitig abbremsen und muss deshalb über die Bande springen. Zum Glück verletzt sich bei dieser Aktion weder Nadal noch ein Zuschauer. Und so bleibt uns dieser Ballwechsel in bester Erinnerung, auch das glückliche Gesicht einer älteren Dame, die Nadal so nah kommt, wie das sonst nur seine Freundin tut.
Nadal setzt sich am Ende mit 7:5, 6:7 (7:9), 4:6, 6:4, 6:4 durch und steht erstmals seit 2011 im Halbfinale des Rasenturniers. Dort trifft er auf Novak Djokovic.
Machen Kerber und Görges deutsches Endspiel perfekt?
Heute ist in Wimbledon ein ganz besonderer Tag für das deutsche Damen-Tennis. Möglicherweise enden die Halbfinals beim Rasenturnier in London mit einem Tennis-Wunder und zwei deutschen Finalistinnen: Angelique Kerber und Julia Görges.
Die 30 Jahre alte Kerber tritt im ersten Halbfinale auf dem Centre Court nachmittags gegen die Lettin Jelena Ostapenko an. Anschliessend steht die 29-jährige Görges der US-Amerikanerin Serena Williams gegenüber.
DIE HISTORIE: Ein deutsches Wimbledon-Finale bei den Damen gab es lediglich 1931. Ohnehin ist es ein für die Tennis-Statistiken besonderer Halbfinal-Tag: In der Geschichte des Profitennis seit 1968 haben es noch nie zwei deutsche Damen in Wimbledon im gleichen Jahr ins Halbfinale geschafft. 25 Jahre ist es her, dass zwei deutsche Tennisspielerinnen bei einem Grand Slam unter den besten Vier waren: Das war nach Angaben der WTA 1993, als Steffi Graf bei den French Open Anke Huber besiegte.
ANGELIQUE KERBER – JELENA OSTAPENKO: Die Kielerin trifft zum ersten Mal auf die Lettin. Auch die 21-Jährige aus Riga hat schon einen Grand-Slam-Titel gewonnen, sie gewann 2017 die French Open. Bekannt ist Ostapenko für ihren risikoreichen Stil. Auf ihrem Weg bis ins Halbfinale hat sie noch keinen Satz abgegeben. In der Weltrangliste steht Kerber momentan auf Platz zehn, Ostapenko ist Zwölfte. Nach ihrem enttäuschenden Jahr 2017 gehört Kerber in dieser Saison wieder zu den stabilsten Spielerinnen auf der Tour. «Ich habe sehr viel aus den beiden letzten Jahren gelernt, besonders mental, dass ich mich auf meinen Weg fokussieren muss», sagt sie. 2016 stand die zweimalige Grand-Slam-Siegerin in Wimbledon schon einmal im Endspiel.
JULIA GÖRGES – SERENA WILLIAMS: Dreimal standen sich die beiden bislang gegenüber, dreimal hat Görges gegen die US-Amerikanerin keinen Satz gewonnen. Auch zuletzt bei den French Open in Paris unterlag die 29-jährige Bad Oldesloerin. Williams will beim zweiten Grand-Slam-Auftritt nach der Geburt ihrer Tochter Olympia ihren achten Wimbledon-Titel gewinnen. Görges bestreitet zum ersten Mal ein Grand-Slam-Halbfinale und belohnt sich damit auch für ihren neu eingeschlagenen Weg mit dem Umzug nach Regensburg und dem Wechsel zu Trainer Michael Geserer. «Es braucht Zeit und viel Arbeit, aber alles war es wert dafür, dass ich jetzt am Donnerstag ein Halbfinale gegen Serena Williams spiele», sagte Görges.