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Zentralasien war seit Mitte der 1940er-Jahre eine wichtige Uranproduktionsregion in der ehemaligen Sowjetunion. Der Uranbergbau und die Erzaufbereitung in Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan führten zu einer grossen Menge radioaktiv kontaminierten Materials, das in Abraumhalden und Deponien gelagert wurde. Diese blieben nach der Schliessung der meisten Minen Mitte der 1990er-Jahre unsaniert zurück und stellten eine Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung dar. Zu den Gefahren gehörten zum Beispiel die mögliche Verschmutzung von Grund- und Oberflächenwasser.
Um die Hinterlassenschaften von Uranabbau und -verarbeitung zu sanieren, unterzeichnete die EBWE im Januar 2017 mit Kirgistan eine Rahmenvereinbarung. Die Aufräumarbeiten begannen in Schekaftar im Juli 2020. Die Sanierungsarbeiten wurden vom Environmental Remediation Account for Central Asia (ERA) finanziert, der von der EBWE verwaltet wird. Grösste Geldgeberin ist die EU, aber auch Belgien, Litauen, Norwegen, Spanien, die Schweiz und die USA haben bisher Beiträge geleistet.
Ende März 2022 hat die EBWE verkündet, dass die Sanierungsmassnahmen in Min-Kusch und Schekaftar– trotz Schwierigkeiten wegen der Covid-19-Pandemie – fristgerecht und unter dem veranschlagten Budget abgeschlossen werden konnten. «Beide Standorte wurden im Dezember 2021 beziehungsweise Februar 2022 von den kirgisischen Behörden zertifiziert und abgenommen», so die EBWE. Bei den Massnahmen wurde insbesondere auch auf die Nachhaltigkeit geschaut, was den zwei Dörfern in den kommenden Jahren zugutekommen soll.
Einzelheiten zu den abgeschlossenen Sanierungsmassnahmen
Schekaftar liegt im südwestlichen Teil des Landes nahe der usbekischen Grenze. Dort wohnen rund 3700 Menschen. Die Siedlung wurde 1944 im Rahmen der Entwicklung des Uranbergbaus gegründet. Gemäss EBWE befanden sich die meisten Minenstandorte im Dorf und in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Die Sanierungsarbeiten vor Ort hätten die Schliessung von Minenöffnungen, die Beseitigung von Abraumhalden sowie den Abriss und die Entsorgung von Bergbauanlagen umfasst.
«Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in Schekaftar erhielten die Anwohner neue Flächen für die private, kommunale und geschäftliche Nutzung», erklärte die EBWE die nachhaltigen Massnahmen und ergänzte: «Zum Umfang der Arbeiten gehörte auch die Modernisierung wichtiger lokaler Infrastrukturen wie einer Wasserleitung, die nun eine zusätzliche und dringend benötigte Wasserversorgung für die Bevölkerung gewährleistet, sowie einer Brücke und von Strassen.»
Das Dorf Min-Kusch, was auf Kirgisisch «tausend Vögel» bedeutet, liegt etwa 130 Kilometer südlich von Bischkek am Ufer des Min-Kusch-Flusses im Tian-Shan-Gebirge. Wie Schekaftar wurde auch dieses Dorf zur Unterstützung des Uranbergbaus errichtet. Laut EBWE leben heute noch rund 3200 Menschen in Min-Kusch, das durch das Einstellen des Uranbergbaus in den späten 1960er-Jahren und nach der Auflösung der Sowjetunion stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. «Der Abriss der ehemaligen Erzverarbeitungsanlage ermöglichte die Schaffung sauberer, ebener Flächen, die nun für Gemeinschaftszwecke genutzt werden können, darunter auch ein Ort für traditionelle Nomadensportarten», erläutert die EBWE die durchgeführten Arbeiten und geht auf die nachhaltige Wirkung ein: «Dies wird dazu beitragen, durch die Anziehung von Touristen mehr lokale Einnahmen zu erzielen.» Weitere Sanierungsarbeiten, die von der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) finanziert würden, seien noch im Gang, so die EBWE. Zur GUS gehören Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, die Ukraine und Usbekistan.
Quelle
B.G. nach EBWE, Medienmitteilungen, 28. Juli 2020, 15. September 2021 und 28. März 2022
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