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Die meisten künstlichen Radionuklide gelangen direkt über Einleitung von Abwässern oder indirekt über den Niederschlag in die Gewässer. Neben den kontinuierlichen Messungen mit NaI-Sonden (URAnet aqua), werden in den Flüssen zusätzlich Wasserproben genommen, um im Labor selbst kleinste Spuren von künstlicher Radioaktivität nachzuweisen. Dies erlaubt die bewilligten Abgaben durch Betriebe zu erfassen und die gesamte Radioaktivität, welche die Schweiz verlässt, zu bilanzieren.
Diese empfindlichen Messungen werden von der Eawag durchgeführt – im Rahmen des vom BAG koordinierten Probenahmeplans. Wasserproben aus Aare und Rhein werden bei Hagneck, Klingnau und Pratteln als grossvolumige, monatliche Sammelproben entnommen. Entsprechend dem jeweiligen Abfluss werden pro Tag automatisch zwischen 20 und 40 Proben genommen, was monatliche Sammelproben zwischen 50 L und 200 L ergibt.
Die Station Hagneck liegt stromabwärts des Kernkraftwerks Mühleberg an der Mündung der Aare in den Bielersee. An der Station Klingnau weiter stromabwärts werden zusätzlich die Abgaben der Kernkraftwerke Gösgen und Beznau überwacht. An der Station Pratteln werden schliesslich auch die Abgaben des Kernkraftwerks Leibstadt berücksichtigt. Komplementär zu den Wasserproben werden an den genannten Standorten auch regelmässig Schwebestoffproben gesammelt. Zusätzlich werden stichprobenartig Grundwasser–, Fisch–, und Wasserpflanzenproben untersucht.
Die Aktivitäten der Radionuklide in allen Proben werden an der Eawag mittels Gammaspektrometrie bestimmt, wobei die Radionuklide in den Wasserproben durch eine Eisenhydroxidfällung aufkonzentriert werden. Durch diese Methode werden auch kleinste Mengen von Radioaktivität erfasst (im Bereich von Milli-Becquerel pro Liter – mBq/l), für welche die automatischen Messsonden zu wenig empfindlich sind. Die Radionuklid-Fracht ergibt sich aus dem Produkt der gemessenen Aktivität und der während der Sammelperiode abgeflossenen Wassermenge. Die aus den Messungen abgeschätzten Radionuklid-Aktivitäten können anschliessend mit den von den Unternehmen deklarierten Angaben verglichen werden. Die Schwebestoffproben werden mit Hilfe von Sedimentfallen als monatliche Sammelproben gesammelt. Die Fisch– und Wasserpflanzenproben (ohne Wurzeln) werden unmittelbar stromabwärts der Kernkraftwerke entnommen, wobei die Fische filetiert und die Wasserpflanzenproben gereinigt werden, um eine Partikelkontamination mit Radionukliden zu vermeiden. Die Sediment–, Fisch– und Wasserpflanzenproben werden vor der Analyse gefriergetrocknet. Die spezifische Aktivität dieser Proben wird in Bezug auf das Trockengewicht angegeben.
Die Karte zeigt die Probenahmestandorte für empfindliche Messungen, die Standorte mit NaI-Detektoren (URAnet aqua) sowie Standorte mit Trinkwasserentnahme.