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Rede von Albert Ramaj am 24. September 2016 in Luzern anlässlich der Eröffnung der Ausstellung über Mutter Teresas Briefe
«Es ist wundervoll, was du für die Menschen tust. Wir finden es grossartig, dass du den Menschen dein Leben opferst. Wir möchten Dir Herzlich danken. Für Deine Arbeit, und dass du Menschen wieder Hoffnung gibst. Wir hoffen, dass du noch lange Nächstenliebe ausüben kannst. Wir Grüssen Dich herzlich.»
«Wir müssen ihnen sagen, dass mit Ihnen ein Wunder auf die Welt gekommen ist.»
«Wir sind so dankbar, dass wir an einem schönen Ort wohnen dürfen. Aber wir beten auch für die Armen.»
«Ist Dir Jesus schon einmal begegnet? Wir glauben, er ist Dir schon begegnet oder er hat schon mit dir gesprochen. Du könntest doch sonst die grosse Kraft gar nicht finden.»
So schrieben Schülerinen und Schülern aus Rigi-Klösterli an Mutter Teresa im Jahre 1979. Solche Briefe von Schweizern an Mutter Teresa sind sehr zahlreich.
Im Rahmen einer Forschungsarbeit im Staatsarchiv Luzern im Jahre 2003 bin ich auf einige Dokumenten des Nachlasses von Eugen Vogt gestossen. Ein Name, der mich sofort aufhorchen liess, ist er doch unweigerlich mit Mutter Teresa verbunden. In diesen Akten fanden sich zahlreiche Briefwechsel zwischen Eugen Vogt und Mutter Teresa, aber auch viele andere Dokumente über das Leben und das Werk von Mutter Teresa.
Basierend auf diesen Dokumenten, Fotos und Briefe wurde bis heute ein paar Schriften veröffentlich. So sollten die Menschen einerseits erfahren, welchen Beitrag die Schweizer für Mutter Teresa geleistet haben, anderseits auch welche intensiven Beziehungen es zwischen Mutter Teresa und der Schweiz gab.
Der Name Eugen Vogt ist besonderes über seine Publikationen über Mutter Teresa bekannt. Er war der einzige, der sehr genau über die Familiengeschichte von Mutter Teresa geschrieben hat. Zum Beispiel ist er der einziger Autor, der darauf aufmerksam machte, dass Mutter Teresa vier Geschwistern hatte und nicht zwei, wie es in verschiedenen Büchern über Mutter Teresa behauptet wird. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, dann fragt man sich: Woher hatte er die genaue Information über sie? Die Antworten konnte man in den Unterlagen im Staatsarchiv Luzern finden.
Ich habe mich selber mit der Familiengeschichte von Mutter Teresa befasst. Nicht in erster Linie, weil sie Albanerin war, sondern weil der Pfarrer, der Mutter Teresa getauft hat, aus meiner Familie stammt. Sein Name war Zef Ramaj. Er war 1910, als Mutter Teresa geboren wurde, Pfarrer in Skopje, dem Geburtsort von Mutter Teresa.
Wenn man einige der Dokumente und Rundbriefe vom Schweizerischen Hilfswerk für Mutter Teresa mit dem Sitz in Luzern gelesen hat, kann man darüber nur staunen, was die Schweizerinnen und Schweizer für Mutter Teresa geleistet haben, besonders Eugen Vogt, Johanna Schürch-Röösli, Hans Burkart Elisabeth und Caspar Arquint.
Vom 1964 bis 1992 hat das Schweizerisches Hilfswerk für Mutter Teresa mit Sitz in Luzern 45 Millionen Franken für Mutter Teresa gesammelt. Das ist grossartig, was diese Menschen gemacht haben. Man wollte es aber nicht nur bei der finanziellen Hilfe belassen. Dem Hilfswerk ging es auch darum, die Menschen in der Schweiz auf das Werk von Mutter Teresa aufmerksam zu machen. Die Menschen sollten erfahren, was da in der Ferne durch Mutter Teresa gewachsen ist.
Deshalb hat man in verschiedenen Schulen, Orten, Pfarreien, Institutionen in der Schweiz Vorträge organisiert, Videos, Plakate und Dias gezeigt. So wurde in der Schweiz das Werk von Mutter Teresa bekannt gemacht.
Mutter Teresa war ständig im Kontakt mit dem Hilfswerk. Wenn man in den Dokumenten im Staatsarchiv Luzern blättert, sieht man das. Viele Schweizer Schülerinnen und Schülern haben Briefe an Mutter Teresas geschrieben, und Mutter Teresa hat auf einige Briefe auch persönlich geantwortet. Wir haben die Schülerinnen und Schülern von damals gesucht und einige von ihnen sind heute hier anwesend. Wir haben ihnen die Kopien von diesen Briefen geschickt und sie sie waren sehr erstaunt und erfreut, dass die Briefe im Archiv bewahrt wurden.
Sie zeigten sich sehr berührt über diese Ausstellung. Damals waren sie zwischen zehn und 13 Jahre alt, heute sind sie erwachsene Menschen. Sie sind natürlich sehr emotional, denn einige von Ihnen sehen sich heute nach 40 Jahren wieder. Damals waren sie jung und haben etwas für die Armen gemacht. Sie haben gebastelt und verkauft und das Geld an Mutter Teresa geschickt. Mutter Teresa hat persönlich diesen jungen Menschen Briefe geschrieben und sich bei ihnen bedankt. Das war schon sehr berührend für die Jugendlichen; heute als Erwachsene umso mehr, wenn man die eigenen Briefe an Mutter Teresa oder die Antworten von ihr liest.
1979 bekam Mutter Teresa den Friedensnobelpreis, und bei der Verleihung hat Sie die Schweiz nicht vergessen. Auf Einladung von Mutter Teresa war Eugen Vogt persönlich bei der Verleihung in Oslo dabei. Mutter Teresa hat aus Oslo folgendes an die Blick-Leser geschrieben
«Gott möge euch lieben für die Zuneigung, die ihr mit eurer Spende unseren Armen bekundet habt. Mein Dank bestehe in einem Gebet für euch alle, dass wir einander mögen, so wie Jesus Christus jeden von uns lieb hat. Und dass durch diese Liebe Frieden in die Welt einkehre.»
Nachdem wir uns entschieden hatten, diese Ausstellung zu organisieren, machten wir uns auf die Suche nach weiteren Dokumenten und Briefen von Mutter Teresas. Die Suche hat sich gelohnt: Wir haben Menschen, Familien gefunden, die sich damals sehr für Mutter Teresas Hilfswerk engagiert haben. Einige von ihnen haben Mutter Teresa mehrmals getroffen, sie haben viele Briefe an sie geschrieben und auch Antworten bekommen, besonderes die Familien von Eugen Vogt und Caspar Arquint. Leider leben die beiden Herren nicht mehr, aber ihre Kinder sind heute anwesend, und Dank ihnen konnten wir noch mehr über ihr grossartiges Engagement für die Armen erfahren, natürlich inspiriert von Mutter Teresa. Die Beiden Familien haben uns auch ihre Unterlagen, Dokumente, Dias, Briefe, Fotos und vieles mehr zur Verfügung gestellt und so möglich gemacht, dass wir mehr über Mutter Teresas Beziehungen zu Schweiz erfahren konnten – vielen Dank.
Vor kurzem wurde Mutter Teresa heilig gesprochen. Als es bekannt wurde, dass sie heiliggesprochen wird, beschlossen wir, eine Ausstellung mit den Briefen und Dokumente von und über Mutter Teresa zu organisieren. Dank der grossen Unterstützung des Staatsarchivs Luzern, besonderes von Frau Heidi Blaser und Herrn Jürg, wurde diese tolle Ausstellug realisiert. Es ist auch zu erwähnen, dass eine ähnliche Ausstellung – in einer erweiterten Form – im Geburtsort von Mutter Teresa, in Skopje, genau an ihrem Geburtstag stattgefunden hat. Anfangs September ist auch in New York eine Ausstellung zur Stande gekommen. In Prishtina und Tirana folgen nächste Woche weitere Ausstellungen mit ähnlichem Inhalt.