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Aktualisiert: 15. Sept.
Ein Bericht von med. vet. Bianca Valente 13.09.2022
Mit zunehmendem Alter kann es vorkommen, dass eine Katze ihr Verhalten allmählich ändert, und dies ohne offensichtlichen Grund. Sie beginnt grundlos laut zu miauen, wirkt desorientiert und wird reizbar. Dann ist es wichtig, die ersten Anzeichen von Katzendemenz zu erkennen, damit unterstützende Massnahmen ergriffen werden können, und Ihre Katze das älter werden gut meistert - trotz ihrer Senilität!
Wie bei den Menschen, kommt es auch bei alternden Haustieren zu Veränderungen der körperlichen und geistigen Gesundheit. Die altersbedingte Demenz bei Katzen, auch bekannt als kognitives Dysfunktionssyndrom (KDS), kann mit zunehmendem Alter der Katze auftreten und steht in direktem Zusammenhang mit der Alterung des Gehirns. So beginnen die kognitiven Fähigkeiten der Katze im Alter von 10-12 Jahren zu schwinden, und eine Demenz tritt in der Regel nach dem 15. Lebensjahr auf.
Sie kann das Bewusstsein, das Lernen, den Schlaf, die Geselligkeit, das Gedächtnis und die Reaktionsfähigkeit beeinflussen und ebenfalls Angstzustände hervorrufen.
Die genauen Ursachen sind unbekannt, aber genetische Faktoren können bei der Entstehung dieser Erkrankung eine Rolle spielen. Sie ist in der Regel das Ergebnis von Zellveränderungen, die mit der Alterung des Gehirns einhergehen. Sie kann aber auch durch eine verminderte Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns infolge einer Herzerkrankung, eines hohen Blutdrucks oder einer Anämie verursacht werden.
Symptome der Demenz
Unter dem Vorwand, dass die Katze "alt" ist, werden die mit dieser Störung verbundenen Symptome leider häufig übersehen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können jedoch die Lebensqualität älterer Katzen erheblich verbessern.
Wenn Sie die häufigsten Symptome dieser Störung kennen, können Sie die ersten Anzeichen von Senilität bei Ihrer Katze besser erkennen. Es ist daher wichtig, Ihre alternde Katze zu beobachten und zu überwachen.
Dies sind die häufigsten Symptome:
Räumliche oder zeitliche Desorientierung
Veränderung der sozialen Interaktionen (Ausweichen, Reizbarkeit, Aggressionen).
Ängstlichkeit, Unruhe
Übermässige oder fehlende Fellpflege
Veränderungen im Schlafzyklus
Unsauberkeit bei Urin oder Kot
Veränderungen im Aktivitätsniveau
Übermässige Lautäusserungen
Verlust von erlernten und antrainierten Verhaltensweisen
Appetitlosigkeit, Lethargie
Die meisten dieser Symptome können auch bei Katzen beobachtet werden, die an diversen typischen Krankheiten älterer Katzen leiden. Wenn Sie einige dieser Symptome bei Ihrer Katze feststellen, empfehlen wir Ihnen, sie von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Er kann dann Untersuchungen durchführen, um Systemerkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion, Niereninsuffizienz, Diabetes, Bluthochdruck, ...), Schmerzen (Arthrose, Zahnprobleme) oder Störungen im Gehirn (Taubheit, Schlaganfall, Tumor, ...) auszuschliessen. Das kognitive Dysfunktionssyndrom ist eine Ausschlussdiagnose, d. h. diese Störung wird erst dann diagnostiziert, wenn andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden, obwohl die Diagnose anderer Krankheiten ein KDS nicht ausschliesst.
Behandlungen und Unterstützung
Ohne Behandlung werden sich die Symptome der Demenz mit der Zeit verschlimmern, und diese Erkrankung kann leider nicht geheilt werden. Es gibt jedoch viele Massnahmen, die man als Katzenhalter ergreifen kann, um den kognitiven Verfall seiner Katze zu verlangsamen und die klinischen Anzeichen zu verbessern.
In einem ersten Schritt geht es vor allem darum, eine hochwertige, auf ältere Katzen abgestimmte Nahrung zu verfüttern. So werden hochwertige Spezialnahrungen mit Antioxidantien, den Vitaminen E und C, Selen und Omega-3-Fettsäuren zur Unterstützung der kognitiven Funktionen angereichert.
Es ist auch von entscheidender Bedeutung, die geistige Stimulation der Katze aufrechtzuerhalten. Das Lebensumfeld der Katze ist nämlich ein Schlüsselelement bei der Vorbeugung kognitiver Dysfunktion. Eine ständige Aktivierung in Form von Training, Spielen, Übungen und neuem Spielzeug kann helfen, die kognitive Funktion aufrechtzuerhalten. Man kann z. B. Futterautomaten verwenden, die die Katze spielerisch zum Nachdenken zwingen und sie geistig beschäftigen. Man kann auch Kratzbäume in der Nähe von Fenstern aufstellen, damit die Katze beobachten kann, was draussen vor sich geht. Es gibt auch Spiele, Tunnel und Kratzbretter, die die Katzen anregen, und Möglichkeiten zum Erkunden, Klettern, Beobachten und Jagen bieten. Die tägliche soziale Interaktion mit der Katze stellt ebenfalls eine Bereicherung dar. Man sollte mit ihr reden, ihr Aufmerksamkeit schenken, mit ihr schmusen und mit ihr spielen. Letzteres fördert auch die körperliche Bewegung.
Gleichzeitig kann jede Veränderung der Umgebung und jede Neuigkeit die Symptome der Senilität verschlimmern und Angstzustände hervorrufen. Die Anpassungsfähigkeit der Katze nimmt mit zunehmendem Alter ab. Es ist deshalb wichtig, plötzliche Veränderungen im Alltag und im Umfeld der Katze zu vermeiden. Deshalb empfehlen wir Ihnen, immer dieselben Rituale und Zeiten beizubehalten (z. B. die Fütterungszeit) und zu versuchen, nichts im Haus zu verschieben, insbesondere Möbel, Wasser- und Futterschüsseln sowie das Katzenklo. Die Katze wird sich so jederzeit gut im Haus zurechtfinden, und das Risiko, dass sie verwirrt wird oder sich verirrt, wird verringert.
Manchmal wird es notwendig, den Lebensraum der Katze zu verkleinern. Sie kann sich in einem einzigen Raum sicherer fühlen und es kann von Vorteil sein, ihr Territorium auf diesen einen Raum zu beschränken.
Bei Angstzuständen oder Verwirrtheit helfen synthetische Pheromone die Katze zu beruhigen. Manchmal kann die Angst so gross sein, dass ein Tierarzt angstlösende Medikamente verschreiben muss.
Dank der Fortschritte in der Tiermedizin sind wir heute in der Lage, die Beschwerden einer Demenz bei alten Katzen zu erkennen. Und obwohl der Umgang damit eine Herausforderung darstellt, helfen diese Massnahmen, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Katze zu erhalten. Es gibt also keinen Grund mehr, dem Altern Ihrer Katze mit Sorge entgegenzusehen, da es möglich ist, sie in diesem Lebensabschnitt mit Gelassenheit zu begleiten!