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Der weltweit grösste Distributor will rasch wachsen. O-Töne von einer Investorenkonferenz und ein paar Spekulationen.
Der weltweit grösste Distributor, Ingram Micro will den Umsatz in den nächsten drei Jahren jährlich um sieben bis 10 Prozent steigern. Dies sagte CEO Greg Spierkel gestern an einer Investoren-Konferenz in Kalifornien, deren Aufzeichnung und Präsentationen im Internet zu finden sind.
Ingram habe nach einem heftigen Einbruch zwischen 2001 und 2002 die Firma "in Ordnung gebracht" (Spierkel: "we fixed the company") und sei nun völlig auf Umsatz- und Gewinnwachstum ausgerichtet. Der Megadisti setzte 2006 über 30 Milliarden Dollar um, bei einem jährlichen Wachstum von 10 Prozent wäre man bis 2010 dann bei 40 Milliarden. Man will aber nicht nur mehr verkaufen, sondern auch mehr verdienen: 1,5 Prozent operative Marge seien erreichbar, versprach Spierkel den Anlegern.
Erreichen will Spierkel diese hohen Ziele durch den Ausbau des Sortiments und durch den Vorstoss in benachbarte Märkte (UE, High-End). Zudem will man mit Zukäufen sowohl in bestimmten Marktsegmenten wie auch Regionen wachsen und das Dienstleistungsangebot für Reseller, das Ingram bislang vor allem in den USA forciert hat, ausbauen. Ingram wolle jedes Quartal neue Services auf den Markt bringen, so Spierkel.
So weit so gut - interessanter sind einige Details zum europäischen Markt, die Hans Koppen sagte. Man wolle die Marktanteilsverluste in Deutschland, die letzten Herbst durch die Probleme im Münchner Lager entstanden, wieder aufholen, so Koppen. Koppen erwähnte auch die "Rationalisierungsangstrengungen eines Herstellers", die Ingram geschadet hätten. Ob er HPs "Schönheitskonkurrenz"
unter den Distributoren vom Winter/Frühjahr 2005/2006 meinte?
"Pockets of opportunity"
Spierkel sprach von "Pockets of Opportunity" (gelegentliche Chancen), die für Übernahmen genutzt werden sollen. Und davon, dass in Europa der Massstab nicht beim Erzkonkurrenten Tech Data, sondern bei italienisch/spanischen Disti Esprinet - der übrigens selbst davon spricht, der grösste europäische Disti zu werden - liege.
Dies verleitet natürlich zu Spekulationen: Ingram Micro ist in der Schweiz immer noch "nur" der viertgrösste Distributor. Gleichzeitig wäre Actebis Schweiz eigentlich zu haben.
Ingram sei bereit, höhere Risiken als die Konkurrenz auf sich zu nehmen, sagte Spierkel. Affaire à suivre... (Christoph Hugenschmidt)