Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/871

Geografie
Die Gemeinde Frauenkappelen liegt etwa 7 km westlich der Stadt Bern. Neben der Gemeinde Bern grenzt Frauenkappelen an die Gemeinden Wohlen (im Norden) und Mühleberg (im Westen und Süden). Die Fläche von Frauenkappelen beträgt rund 930 ha. Davon sind ca. 380 ha Kulturland, 376 ha Wald, 90 ha Gewässer, 43 ha Gebäude- und Hofbereiche sowie 41 ha Strassen.
Landschaftlich ist die Gemeinde geprägt durch den Wohlensee, der im Norden die Gemeindegrenze bildet, das steile bewaldete Ufer und die zur südlichen Gemeindegrenze sanft abfallenden Kulturland- und Siedlungsflächen. An vielen Stellen des Gemeindegebietes besteht Fernsicht in die Alpen und den Jura. Der tiefste Punkt der Gemeinde (Wohlensee) liegt 482 m ü. M., der höchste Punkt 653 m ü. M. (Spilwald).
Geologie
Der Rücken, auf dem sich Frauenkappelen befindet, besteht aus Gesteinen der Unteren Süsswassermolasse. Sie wurden vor etwa 25 Mio. Jahren während der Alpenbildung von Flüssen ins damals trockene Vorland geschwemmt. Die heute vorhandenen Sandsteine entsprechen den damaligen Flussläufen mit ihren Sandbänken.
Wie die vielen in die Molasse reichenden Sodbrunnen im Dorfgebiet zeigen, sind die Molassegesteine zum Teil leicht wassserführend. Dabei fliesst das Wasser vor allem in den aufgelockerten Bereichen der Sandsteine. Die Ergiebigkeit dieser Brunnen ist deswegen im Allgemeinen gering.
Im grössten Teil des Gemeindegebietes wird der Molassefels von einer Grundmoräne überlagert. Wie anhand einzelner Findlinge festgestellt werden kann, wurde diese während der letzten Eiszeit vor rund 15’000 Jahren vom Rohnegletscher abgelagert.
Die Moränen verwittern zu lehmigen bis sandigen und eher schlecht durchlässigen Böden, wie sie im ganzen Gemeindegebiet vorhanden sind.
Geschichte
Um die Jahrhundertwende zum 11. Jahrhundert gab es am Ort der heutigen Kirche eine Kapelle (Capella), die der heiligen Jungfrau Maria gewidmet war. Später – in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts – wurde bei dieser Kapelle ein Frauenkloster errichtet. Das Augustinerkloster, das erstmals 1240 erwähnt wird, war klein und zählte wohl nie mehr als 20 Nonnen. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde anstelle der Kapelle eine Klosterkirche gebaut, deren Ostwand noch erhalten ist. Das Kloster wurde 1486 wieder aufgehoben. Aufgrund alter Klosterrechte wurde nach der Reformation, im Jahre 1528, ein Pfarramt errichtet. In den Jahren 1574 − 1576 wurde die baufällige Klosterkirche zum heutigen Kirchenraum umgebaut. Die Gemeinde nannte man zunächst Cappelen im Forst. Auf dem noch erhaltenen Klosterspiegel von 1251 steht noch der lateinische Name: CAPELLA IN FORESTA. Erst viel später wurde der heutige Name Frauenkappelen gebräuchlich.
Am Anfang umfasste das heutige Frauenkappelen drei Höfe: den Frauenhof (Dorf), den Wohleihof und den Jaggisbachhof. Dazu kam später ein grösseres Gut, das zur Mühle Riedbach gehörte. Bereits vor der Reformation wurde ein kleines Gut vom Frauenhof abgetrennt, auf dem um 1680 ein kleines Schlössli gebaut wurde. Der heutige Stockbau an der Murtenstrasse 35 entspricht in den Proportionen dem einstigen Schlössli.
In der Entwicklung des Ortes hat die Strasse Bern – Gümmenen − Murten eine wichtige Rolle gespielt. Entlang der Murtenstrasse liessen sich ab Anfang des 17. Jahrhunderts einzelne Gewerbetauner nieder. Nach dem Bau der ersten eigentlichen Landstrasse in der Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte das Gewerbe entlang der Strasse einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Wappen
Das Kreuz erinnert an das ehemalige Kloster, die Bischofstäbe an dessen direkte Unterstellung unter den Bischof von Lausanne. Schon vor 300 Jahren in ähnlicher Form als Ortswappen verwendet, erfuhr das Wappen die heutige Gestaltung 1932.
Die Mehrzweckanlage “Zälgli”: Die Heimat des TSVF
Da die Einwohnerzahl von Frauenkappelen ausgangs der Siebzigerjahre rasch anwuchs, sah sich die Gemeinde gezwungen, zusätzliche Räumlichkeiten und einen Ersatz für den in die Jahre gekommenen “Bärensaal” zu schaffen. Man beschloss, den wachsenden Bedürfnissen der Bevölkerung und der verschiedenen Vereine mit dem Bau der Mehrzweckanlage Zälgli gerecht zu werden.
Am 8./9. Mai 1982 wurde die neue Anlage mit Turnhalle, Handarbeits- und Werkraum, Reserveschulzimmer, einem grossen Gemeindesaal, einem Feuerwehrmagazin und einigen Zivilschutzräumen mit einem Fest eingeweiht. Für den Turnverein war dies ein ganz besonders wichtiges Ereignis: Endlich konnten nach vielen Jahren in der Fremde die Turnstunden wieder im Heimatdorf durchgeführt werden. Wegen fehlender Infrastrukturen wie Turnhalle und Aussenanlagen wurden die turnerischen Aktivitäten des TV und der Schule seit den Sechzigerjahren in Oberbottigen (Gemeinde Bern) ausgeübt.
Während sich die Situation für das Wintertraining für den Turnverein damit wesentlich verbesserte, war das Aussentraining in den Sommermonaten auf den rudimentären Anlagen mehr schlecht als recht durchführbar. Während vielen Jahren fand das Leichtathletiktraining auf den Sportanlagen in Allenlüften (Gemeinde Mühleberg) statt. Verschiedene Vorstösse zur Verbesserung der Situation scheiterten. 1998 änderte sich die Ausgangslage: Ein ehemaliger italienischer Internierter während des 2. Weltkrieges schenkte der Gemeinde als Dank für die Gastfreundschaft 1,25 Millionen Franken. Diese sollten für gemeinnützige Projekte verwendet werden. Nach einem Ideenwettbewerb und diversen Inputs seitens des TSV wurde unter anderem der Bau eines Allwetterplatzes und eines neuen Rasenfeldes beschlossen. 2002 konnten die neuen Anlagen in Betrieb genommen werden. Seither kann das gesamte Trainingsprogramm in Frauenkappelen durchgeführt werden.
Einkaufszentrum „Westside“
Rund 42 Jahre hat es gedauert von den ersten Gedanken zur Stadterweiterung in Bern-Brünnen bis zur Eröffnung des Freizeit- und Einkaufszentrums Westside. Ein erstes Projekt aus dem Jahre 1972 wurde ein Opfer der «Ölkrise», ein zweites mit 6’000 Wohnungen und rund 4’000 Arbeitsplätzen lehnte das Volk 1978 an der Urne ab. Nach einer Reihe weiterer Projekte sagten die Bernerinnen und Berner im Jahr 2000 «JA» zum ausgereiften Grossprojekt in Bern-Brünnen.
Zur Realisierung eines Freizeit- und Einkaufszentrums gründete die Genossenschaft Migros Aare kurz darauf die Neue Brünnen AG. Noch im selben Jahr beauftragte diese im Rahmen eines eingeladenen internationalen Architekturwettbewerbs den Stararchitekten Daniel Libeskind mit der Realisierung des heutigen Projekts. Seine eigenständige, visionäre Architektur und die perfekte Einbettung in die Umgebung fanden bei Fachleuten und in der Öffentlichkeit grossen Anklang.
Im August 2003 erteilte der Regierungsstatthalter die Baubewilligung für das Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, rund acht Monate später folgte dann die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion und im Dezember wurde sie auch vom kantonalen Verwaltungsgericht bestätigt. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts wurde jedoch ans Bundesgericht weitergezogen. Dieses wies die Beschwerde im Juni 2005 ab.
Mit dem Spatenstich im Herbst 2005 konkretisierte sich die grösste private Baustelle der Schweiz. Nachdem im Frühling 2006 die Bauarbeiten zur Autobahnüberdeckung abgeschlossen wurden, legte die Neue Brünnen AG zusammen mit Daniel Libeskind bereits am 28. April 2006 den Grundstein für das Freizeit- und Einkaufszentrum Westside. Im September 2007 wurden der Rohbau und im Februar 2008 praktisch alle Verträge mit den Mietern abgeschlossen. Im April 2008 starteten die Arbeiten am Innenausbau. Am 8. Oktober 2008 wurde das Freizeit- und Einkaufszentrum Westside feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
Das Dorf und seine Vereine
Die Vielfalt und Anzahl der Vereine in unserem Dorf ist sprichwörtlich. Für praktisch jeden Geschmack steht in Frauenkappelen ein entsprechendes Angebot zur Verfügung. In unserer Gemeinde ist die Konkurrenz der Stadt Bern deutlich zu spüren. Die Vereine sind deshalb ständig bestrebt, das in der Stadt gebotene kulturelle Programm durch eigene Anlässe sinnvoll zu ergänzen. Neben dem Turn- und Sportverein gibt es noch folgende Vereine:
- Badminton-Plausch-Club
- Feldschützengesellschaft
- Frauenkappelen 2015 Mittelländisches Turnfest
- Kavalleriereitverein Bümpliz und Umgebung
- Kleinkaliberschützen
- Landfrauenverein Oberbottigen und Umgebung
- Motorsportfreude Frauenkappelen
- Musik Plus
- Musikgesellschaft
- Ortsverein
- Pferdefreunde Wohleiberg
- Theatergruppe Bünifäger
- Trachtengruppe Oberbottigen
- Turn- und Sportverein