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Marmota marmota Murmeltiere gehören zu den bekanntesten Alpenbewohnern. Mit ihrem ausgeprägten Familienleben haben sie die Menschen schon immer fasziniert. Das Murmeltier ist das grösste Nagetier der Schweiz. Sechs bis sieben Monate lang dauert der Winterschlaf.
Verwandschaft
Das Murmeltier gehört zur Ordnung der Nagetiere, zur Familie der Hörnchen und zur Unterfamilie der Murmeltiere. In Nordamerika und Asien leben verwandte Arten.
Geschichte
Das Murmeltier besiedelte während der Eiszeiten die Kaltsteppen Mitteleuropas. Nach dem Abschmelzen der Eiszeitgletscher haben sich die Murmeltiere in die hohen und kühlen Lagen im Gebirge zurückgezogen.
Lebensraum
Der anpassungsfähige Nager bewohnt Geröllhalden, Alpweiden, Wiesen und lichte Wälder auf einer Höhe von 1300 – 3000 m über Meer.
Benennung
Das männliche Tier heisst Bär, das weibliche Tier Katze, das Jungtier Kätzchen.
Lebensweise
9/10 des Lebens verbringt ein Murmeltier in seinem Bau! Murmeltiere leben in Sippen. Das eigene Territorium wird gegenüber sippenfremden Artgenossen verteidigt.
Fortpflanzung
Im Frühling nach dem Erwachen findet die Paarung in der Schlafhöhle statt. Die Weibchen werden von mehreren Männchen begattet. 34 Tage dauert die Tragzeit. Nackt, blind, taub und zahnlos werden die 30 Gramm leichten Jungtiere geboren. Den Wurfbau verlassen sie erstmals im Alter von 6 Wochen. Mindestens so lange werden sie gesäugt. Im Alter von zwei Jahren sind Murmeltiere geschlechtsreif.
Ernährung
Saftige Kräuter bilden den Hauptteil der rein pflanzlichen Nahrung. Im Sommer werden täglich 1 bis 1 1/2 kg Pflanzen gefressen.
In wenigen Monaten müssen die Fettvorräte für den Körper aufgebaut werden. Am Ende des Sommers beträgt der Fettanteil 20% des Körpergewichtes. Ungesättigte Fettsäuren, Linolsäure und Linolensäure helfen mit, dass der Winterschlaf mit möglichst wenig Energie- und Gewichtsverlust überstanden wird. Im Frühling, nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf, liegt oftmals noch Schnee. Deshalb müssen die Fettvorräte ausreichen, um die ersten kargen Wochen gut zu überstehen.
Geschlechtsmerkmale
Es sind keine äusserlichen Unterschiede festzustellen. Ausgewachsene Tiere sind deutlich grösser als die Jährlinge.
Spezielles
Geburtenkontrolle durch Stress!
Murmeltiersippen kennen eine Geburtenkontrolle. Innerhalb der Familie paaren sich mehrere erwachsene Tiere. Weil aber eine Familie nicht mehr als einen Wurf Jungtiere durch den Winter bringen kann, unterdrückt die Mutter jede Trächtigkeit ihrer Töchter. In häufigen Rangkämpfen geht das dominante Weibchen als Siegerin hervor. Das erzeugt bei den Töchtern so viel Stress, dass sie ihre Trächtigkeit abbrechen.