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46 cm.
Urhobo
Nigeria
Holz
Helmut und Marianne Zimmer, Zürich.
Ohne Sockel / without base
400.00 CHF
800.00 CHF
2,048.05 CHF
In der flachen Küstenregion des Nigerdeltas schwellen die zahlreichen Flüsse mit ihren Hunderten von Flachwasser-Nebenflüssen in der Regenzeit zu einem wahren Labyrinth aus Bächen und Wasserwegen an, die mit der Lagunenküste verbunden sind. Diese fischreichen Gewässer sind die Lebensgrundlage der ansässigen Völker und ermöglichten als Transportwege Handelskontakte zwischen benachbarten Ethnien sowie mit Europäern.
In dieser Umgebung wurden Wassergeister (edjorame) als spirituelle Kräfte für das Gedeihen und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung bedeutend. Diese Mächte befinden sich im Wasser als Ganzes, das ebenso unter ihrer Kontrolle steht wie deren Nutzer. Regelmässige Tänze zu Musik und Gesang (oworu) dienen zwar vielfach der Unterhaltung, haben aber gewöhnlich auch tieferen Sinn in der Verehrung dieser Wassergeister um sich deren Wohlwollen zu sichern.
Diese weibliche Maske gehört zur Vielfalt der Wesen die an diversen Anlässen in einem weissen Kleid auftreten. Der weisse Kalk der sich an den Ufern der Flüsse ablagert ist der Übergang zwischen Land und Wasser. Er symbolisiert auch im Tanz die spirituelle Schnittstelle zwischen den Welten. Am wahrscheinlichsten handelt es sich um eine jugendliche Schönheit (omotokpokpo) die auch als Braut oder Kind des Geistes verstanden wird. Hinweise dafür sind die kunstvolle Frisur, die eindrücklichen Skarifizierungen und die krustige polychrome Fassung. Die rote Farbe soll dabei an den schönen Ton der mit Öl eingeriebenen Haut erinnern und steht allgemein für Fruchtbarkeit, Schönheit, Klasse und Würde.
Weiterführende Literatur:
Foss, Perkins (2004). Where Gods and Mortals Meet. New York: Museum for African Art.