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© Marcel Burkhardt
Nistkästen sind keine natürlichen Brutplätze, sondern nur Ersatzkonstruktionen, z.B. für Nischen und Spalten in Felsbändern oder Baumhöhlen. Sie sollten den Vögeln das bieten, was diese auch bei der Auswahl eines natürlichen Brutplatzes beachten: Schutz vor Raubtieren, vor Hitze, Kälte und Regen, einen guten An- und Abflug.
Als Baumaterial eignen sich Fichte und andere einheimische Hölzer in der Stärke von 20 mm. Geschraubte Verbindungen sind wesentlich dauerhafter als genagelte. Nehmen Sie unbedingt verzinkte Schrauben. Wichtig ist die Grösse des Einfluglochs. Achten Sie auf die genaue Einhaltung der angegebenen Masse, damit sich möglichst keine unerwünschten Mitbenützer wie Stare und Tauben einstellen. Will man nebst den Staren auch Sperlinge vom Eindringen in die Kästen abhalten, hilft nur das Verschliessen der Öffnungen vom Herbst bis zum Eintreffen der Segler. Eine solche Konstruktion kann auch über Drahtzüge fernbedienbar gemacht werden. Sie darf aber nicht die Vögel gefährden (Verletzung an Drähten usw., hängen bleiben, ungewolltes Verschliessen der Löcher). Ovale resp. halbkreisförmige Öffnungen sind runden Löchern vorzuziehen, weil sie der Form des einfliegenden resp. ausfliegenden Vogels besser entsprechen und andere Vogelarten eher abweisen. Die Kanten des Einfluglochs sollten gerundet sein, damit die Vögel beim Einfliegen ihre Federn nicht beschädigen.
Bei akuter Gefährdung durch Marder empfiehlt es sich, auf der Kastenseite mit dem Einflugloch ein Metallblech anzubringen, wobei die Kanten zu schleifen sind. Wir empfehlen Ihnen, die Front als Klappe zu konstruieren, was Ihnen Kontrollen und gelegentliche behutsame Reinigungen ermöglicht. Der Kasten muss innen unbehandelt bleiben; aussen kann er farblich der Umgebung angepasst werden, wobei auf die Verwendung giftfreier Produkte zu achten ist.
Es gibt auch die Möglichkeit, Konstruktionen aus Beton oder Eternit herzustellen. Dafür können wir keine verbindlichen Angaben machen. Die in dieser Anleitung besprochenen Baupläne und Hinweise müssen sinngemäss auf das jeweilige Baumaterial übertragen werden.
Alle Seglerarten bevorzugen einen Standort nicht zu dicht über dem Boden. Die Mindesthöhe beträgt bei Mauer- und Fahlsegler 3 m, beim Alpensegler 5 m. Vermeiden Sie es, die Kästen an ungünstigen Stellen mit Hindernissen wie Bäumen und Drähten im Anflugbereich zu platzieren. Die Orientierung in eine bestimmte Himmelsrichtung ist nicht nötig. Der Standort sollte ein möglichst günstiges Klima aufweisen, d.h. warm, aber nicht der prallen Sonne ausgesetzt, und geschützt vor Luftzug, Kälte und Feuchtigkeit. Nistkästen können einzeln oder auch mit geringem Abstand voneinander in Serie montiert werden. Achten Sie bei der Befestigung auf eine solide, dauerhafte Ausführung und kontrollieren Sie Ihre Konstruktion im Abstand von einigen Jahren. So verhindern Sie, dass Personen durch herunterfallende Kastenteile gefährdet werden.
Wir stellen Ihnen 2 Varianten eines Grundmodells vor, die sich in der Position des Einfluglochs (6 x 3 cm) voneinander unterscheiden. Für die Montage an Dachuntersichten ist es von Vorteil, wenn der Kastendeckel auf beiden Seiten 2–3 cm vorsteht, da so die Schrauben direkt durch den Deckel befestigt werden können. Bei der Variante mit dem Einflugloch im Boden ist das Anbringen einer Anflugleiste fakultativ. Eine Leiste im Kasteninneren ist hingegen empfehlenswert. Sie trennt den Nestbereich vom Einflugbereich und verhindert weitgehend die Verkotung der Fassade und den Absturz von Jungvögeln. Nistkästen mit Einflugloch im Boden sollten nur für hoch über dem Boden gelegene Standorte verwendet werden.
Bei der Montage auf einem Flachdach ist besonders auf eine gute thermische Isolation der Kastenoberseite zu achten, da es sonst durch die Sonneneinstrahlung im Kasteninnern unerträglich heiss werden kann. Ebenso muss der Kasten gegen das Eindringen von Nässe geschützt sein.
Konstruktionsmässig einfacher, aber in der Montage schwieriger sind Grosskästen mit fast beliebig vielen Einzelabteilen, zu denen jeweils ein eigener Eingang führt. Diese Modelle sind besonders gut für die Montage an Industrieanlagen, Brücken u.ä. geeignet.
Diese Niststeine können fertig bei verschiedenen Firmen (z.B. Schwegler-Produkte, Küpfer + Gäumann, Murtenstrasse 328, 3027 Bern, 031 991 05 65) bezogen werden. Sie werden in die Hauswand eingebaut und eignen sich deshalb vor allem bei der Konstruktion von Neubauten. Solche Niststeine haben sich z.B. in den Niederlanden und in Deutschland sehr gut bewährt. In diesem Land werden häufig, doch mit etwas geringerem Erfolg, auch spezielle Nistziegel ("dakpannen") eingesetzt (Firma Waveka). In wärmeren Gegenden raten wir hingegen davon ab.
An Häusern mit Schrägdächern lassen sich zwischen den einzelnen Sparren Bruthöhlen einrichten, die optisch optimal integriert werden können. Dazu werden ins (allenfalls verbreiterte) Stirnbrett Einfluglöcher gebohrt. Dann schraubt man die Kastenböden zwischen jeweils zwei Sparren. Dahinter wird je ein Deckel montiert, idealerweise mit einem Scharnier an der Vordachschalung, so dass sich der Kasten öffnen lässt. Bei starker Dachneigung empfehlen wir zudem den Einbau eines Brettchens, damit die Nistunterlage horizontal wird.
Auch Alpensegler nisten in Einzelkästen, obwohl sie als Koloniebrüter wie die Fahlsegler gerne in grossen Räumen gemeinsam brüten. Die hier genannten Masse sind Minimalangaben. Grössere Kästen erhöhen die Erfolgsaussichten. Im übrigen gelten die gleichen Anmerkungen wie bei den Mauerseglerkästen.
Auch für diesen Kasten gelten die gleichen Bemerkungen wie beim Mauersegler.
Autoren: Dominik Pfluger, Alfred Engeler, Iris Scholl und Hans Schmid
Mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL, Pro Natura und Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz.
© Schweizerische Vogelwarte, CH-6204 Sempach
Scholl, I. (2004): Nistplätze für Mauer- und Alpensegler. Schweizer Vogelschutz & Schweizerische Vogelwarte, Zürich und Sempach. 32 S. (Bezug: Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach)
© Schweizerische Vogelwarte & SVS/BirdLife Schweiz, Sempach & Zürich, 2013
Autoren: K. Bollmann & N. Zbinden
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Mauersegler anlocken