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Eine Verschmelzung von Monsanto und Syngenta würde weiteren Fusionen und Übernahmen den Boden bereiten. Monsanto hat Kreisen zufolge Syngenta wegen einer möglichen Übernahme kontaktiert. Dadurch würde ein Riese auf dem Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt mit einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) entstehen.
Es würde nicht einfach sein, dafür grünes Licht von den Wettbewerbsbehörden zu erhalten - falls das überhaupt dazu kommt. Um kartellrechtlichen Bedenken zuvorzukommen, plane Monsanto eine Transaktion, bei der ein Teil des kombinierten Geschäfts verkauft wird, so eine informierte Person.
Grosses Interesse an Soja- und Mais-Saatgut
Die grössten Bedenken dürften sich auf den grossen Marktanteil bei Soja- und Mais-Saatgut des kombinierten Unternehmens beziehen. Das Geschäft von Syngenta in diesem Bereich könnte bei mehreren Konzernen Interesse wecken - so bei Dow Chemical Co., BASF SE oder Bayer AG, sagte Colin Isaac von Atlantic Equities LLP in London. Auch Private-Equity-Firmen könnten auf entsprechende Angebote einen Blick werfen.
Das Saatgutgeschäft von Syngenta «wäre ziemlich einfach zu verkaufen, bei guten Bewertungen», erklärte Isaac in einem Telefoninterview. «Die Leute schauen ständig, wie sie Anteile kaufen können.» Aufgrund der Übernahmespekulationen war die Aktie von Syngenta am Montag in Zürich so stark gestiegen wie seit 2008 nicht mehr. Auch DuPont Co. käme als Käufer für abzustossende Geschäftsteile in Frage, sagte Bill Selesky, Analyst bei Argus Research Co.
Aufspaltung bei Dow Chemical gefordert
Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit. Bei Dow Chemical hatte der aktivistische Investor Dan Loeb früher einmal eine Aufspaltung gefordert, und CEO Andrew Liveris hatte angeregt, dass das Unternehmen seine Landwirtschaftssparte abstösst.
Sollte Monsanto nun ein sehr viel stärkerer Konkurrent werden, könnte das ein Auslöser dafür sein, dass der 60 Millarden Dollar schwere Konzern ernsthafter erwägt, aus diesem Geschäft auszusteigen, sagte James Sheehan von SunTrust Banks Inc. Und DuPont und deren Saatgutsparte Pioneer würden in diesem Segment gerne zugreifen, erklärte er.
«Attraktiver Deal»
«Das ist der Deal, von dem ich immer erwartet habe, dass er passiert», sagte Isaac von Atlantic Equities im Telefoninterview. «Er ist attraktiv für Pioneer, und er ist attraktiv für Dow, wenn es darum geht, das Portfolio auf das Chemiegeschäft zu fokussieren und viel Geld einzunehmen.»
Sollte Dow nicht direkt an DuPont verkaufen wollen, dann könnten beide Konzerne ihre Landwirtschafssparten auch in einer separaten Einheit vereinigen, schlug Selesky von Argus vor.
«Anfang für weitere Transaktionen»
Welche Variante auch immer umgesetzt werde: Die Agrarchemiebranche steht unter Druck, weiter zu konsolidieren, weil sich das Wachstum abschwäche und die Rohstoffpreise sänken, sagte Martin Lehmann vom 3v Asset Management. «Ein Monsanto-Syngenta-Deal wäre der Anfang für weitere Transaktionen.»
(bloomberg/dbe)