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An einer solchen Studie beteiligten sich Mitte der 1950er-Jahre auch die Neurologische Universitätspoliklinik und die Psychiatrische Universitätsklinik in Basel. Der Biologe H. P. Rieder wollte dabei drei Fragen nachgehen: Unterscheidet sich der Urin von Kranken und Gesunden in seiner Wirkung auf Spinnen? Gibt es Parallelen zwischen den Netzen, die unter Einfluss von Urin von Kranken, und Netzen, die unter Drogeneinfluss entstanden sind? Ergibt sich allenfalls daraus ein Weg zur Identifikation der Substanz, die Psychosen auslöst?
Dafür wurden von Patienten mit einer diagnostizierten Schizophrenie und von Pflegern – als Vergleichsgruppe der "Normalen" – insgesamt mehrere hundert Liter Urin gesammelt. Mit verschiedenen chemischen Verfahren stellte man danach aus dem Urin diverse Extrakte her, die anschliessend im Forschungslaboratorium – mit Zuckerwasser vermischt – den Spinnen verfüttert wurden. Die Ergebnisse publizierte Rieder im November 1957 in der Zeitschrift "Psychiatria et Neurologia".
Er kam dabei zu keinem eindeutigen Schluss – auch wenn gewisse Veränderungen im Netzbau sichtbar wurden. Eine Ähnlichkeit mit Netzen, die unter Einfluss bekannter psychoaktiver Substanzen wie LSD oder Meskalin entstanden sind, konnte er nicht feststellen.