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Meschendorf in Siebenbürgen
Schon am Namen merkt man es: Meschendorf ist ursprünglich ein Deutsches Dorf, wie viele andere in Siebenbürgen auch. Das Dorf wurde im 14. Jahrhundert unter dem Namen Messendorf und etwas später als Mesche erstmals erwähnt.
Vor über 800 Jahren siedelten Deutsche nach Rumänien aus und liessen sich einerseits im Banat (Banater Schwaben) und in Siebenbürgen (Siebenbürger Sachsen) nieder.
Die grosse Stärke der Siebenbürger Sachsen war es, sich über all die Jahre ihre Kultur, ihre Religion und ihre Sprache zu erhalten.
Noch bis zum 2. Weltkrieg lebten in Meschendorf gegen 800 Personen, die meisten davon waren Sachsen. Viele von ihnen kamen nicht mehr aus dem Krieg zurück, wurden nach Kriegsende nach Russland verschleppt oder wanderten später nach Deutschland aus. So nahm die Bevölkerungszahl im Dorf ab und auch der Anteil Sachsen sank stetig.
Als Muttenz seine Hilfe im Dezember 1989 begann, lebten im Dorf über 400 Menschen. 130 davon waren Sachsen, der Rest Rumänen und Romas. Inzwischen pendelte sich die Einwohnerzahl bei rund 350 Personen ein. Die Zusammensetzung hat sich jedoch stark verändert, leben doch heute nur noch 2 Sachsen, ca. 120 Rumänen und gegen 230 Romas in Meschendorf. Die allermeisten Sachsen haben Rumänien nach dem Sturz von Ceasescu in Richtung Deutschland verlassen.
Die Befürchtung, dass auf Grund dieser Entwicklung unsere Hilfe im Dorf schwieriger werden könnte, hatte sich glücklicherweise nicht bewahrheitet.
Im Gegenteil, eines der grössten Erschwernisse, der Neid unter den Volksgruppen, hat sich merklich gebessert. Auch die sprachlichen Probleme konnten dank 3 Rumänen, welche Deutsch gelernt haben und einem Sachsen der noch im Dorf lebt, aufgefangen werden.
Das früher stark hierarchische Gefälle zwischen den Sachsen und den Rumänen ist heute nicht mehr vorhanden. Die Menschen haben gemerkt, dass ein Zusammengehen für sie besser ist, als ein Gegeneinander stehen.
Auf Grund der Hausnummern lässt sich sagen, dass es 205 Häuser im Dorf gibt, wobei nur noch ca. 110 davon bewohnt sind. Leider sind viele der verlassenen Häuser zerfallen, was dem Dorfbild sehr schadet. Auch der Mangel an Geld und Baumaterialien während der Kommunistenzeit hat dazu geführt, dass viele Häuser in einem schlechten baulichen Zustand sind. Glücklicherweise wurden in den letzten Jahren einige Häuser durch Zuzüger aus Rumänien aber auch aus dem Ausland renoviert resp. neu aufgebaut.
Die meisten Familien im Dorf sind Selbestversorger. Sie leben von der Milch, welche sie an private und staatliche Milchverarbeitungsfirmen verkaufen. Nur wenige haben das Glück, eine feste Anstellung zu haben. Ausser im Kindergarten und an der Schule gibt es keine Stellen im Dorf. Zusätzliche Arbeitsplätze wurden durch unser Hilfswerk und durch ein neues, aus England initiiertes Landwirtschafts-Projekt geschaffen, welches auf der ehemaligen Staatsfarm aufgebaut wurde.
Wie Sie nach Meschendorf kommen, was Muttenz in all den Jahren dort bewirkt hat aber auch was Sie dort alles sehen und erleben können, sehen und lesen Sie den nächsten Kapiteln.