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20’166 Frauen mit Einzelschwangerschaften nahmen an der dänischen Studie der Universität Aarhus teil. Die Frauen wurden unter anderem nach der Dauer des Kinderwunsches sowie zu künstlichen Befruchtungen befragt.
8% der Teilnehmerinnen hatten eine künstliche Befruchtung hinter sich: 4% wurden schwanger nach einer Insemination oder einer Hormonbehandlung; 4% nach einer in-vitro Fertilisation (IVF) oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Bei der ICSI wird das Spermium direkt in die Eizelle gespritzt; bei der Insemination wird das Spermium bloss in den weiblichen Genitaltrakt eingeführt.
Bereits früher wurde beobachtet, dass die Zahl der Totgeburten nach künstlichen Befruchtungen höher war als nach natürlichem Geschlechtsverkehr mit Schwangerschaftsfolge. Bis heute gab man der schlechten Fruchtbarkeit (Subfertilität) sowohl bei der Frau als auch beim Mann die Schuld dafür.
Die Resultate der aktuellen Studie unterstützen diese These aber nicht: Es gab 16.2 Totgeburten auf 1000 Schwangerschaften nach IVF oder ICSI – das ist viermal so hoch wie nach natürlichen Befruchtungen. Die Totgeburtenrate bei Frauen mit schlechter Fruchtbarkeit – unerfüllter Kinderwunsch seit länger als 12 Monaten – betrug 5.4 auf 1000 Schwangerschaften. Damit war die Zahl nicht viel höher als bei Frauen, die schnell natürlich schwanger wurden.
Die Forscher räumen ein, dass es möglich sei, dass Frauen, welche eine IVF/ICSI in Anspruch nehmen, auf Grund ihrer sehr schlechten Fruchtbarkeit häufiger Totgeburten erleiden. Das Argument wird allerdings dadurch relativiert, dass die Zahl der Totgeburten nach Insemination oder Hormonbehandlung sehr niedrig war (2.3 auf 1000 Schwangerschaften).
Einschränkung der Studie: Es wurden nur Einzelschwangerschaften berücksichtigt. Nach IVF oder nach ICSI kommt es aber häufig zu Mehrlingsschwangerschaften, wo es ebenfalls häufiger zu Totgeburten kommt. Dasselbe gilt für Schwangerschaften mit einem „vanishing twin“: Bei bis zu 10% aller IVF-Behandlungen „verschwindet“ während der Schwangerschaft einer der beiden Zwillinge.
Andere Risikofaktoren wie Alter der Schwangeren, Body-Mass-Index, Ausbildungsniveau, Rauchen, Alkohol und Kaffee wurden als mögliche Erklärung für Totgeburten ausgeschlossen.