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Aktualisiert: 13. Apr. 2022
Erinnere dich an einen Traum und achte auf das Gefühl, das du dabei hast. Wo im Körper fühlst du den Traum? Nimm dir Zeit.
Traumdialog
Als Einstimmung zum Thema, erwähne ich im Folgenden ein Gespräch über einen Traum. "Erzähle mir einen Traum." "In meiner Jugend hatte ich immer denselben Traum. Ich lag zwischen zwei Matratzen, zuerst war es kuschelig angenehm warm, dann wurde es immer erdrückender."
"Wenn du an diesen Traum denkst, was für ein Gefühl hast du dabei?""Ein Gefühl des Erstickens, der Atemlosigkeit, des Gefangenseins. Mir kommt die Filmszene mit der Müllpresse im Todesstern bei Star Wars in den Sinn und die erinnert mich an dieses Gefühl."
Traum in der Psychologie
Je nach der Lehrmeinung, die ein Psycholog oder eine Psychologin über Träume vertritt, wird er oder sie unterschiedlich an das Traumgeschehen herangehen.
Aus der Sicht der Körperpsychotherapie habe ich gelernt, dass ich die Traumszene nicht bestimmten Themen zuordnen kann und dass ich keine Expertin für die Interpretation der Trauminhalten bin. Ich gehe davon aus, dass nur die Träumenden über ihr Innenleben Bescheid wissen. Wenn ich dem Menschen in seiner Welt und in seiner Beziehung zum Umfeld aufmerksam und ohne Wertung folge, kann ich in dieser Verbundenheit dem Gegenüber Gedanken, die mir zum Traum einfallen, äussern. So hätte ich im eingangs erwähnten Beispiel weiter fragen können: «Als die Müllpresse stoppte, was war da für ein Gefühl?».
Träumen und Körperpsychotherapie
Der Psychotherapeut Eugene T. Gendlin legte in seiner Arbeit vor allem Wert auf «das Wie», die Art und Weise des Erlebens und weniger auf «das Was», den Inhalten und Themen. In seinem Buch «Let your body interpret your dreams» befasst er sich mit dem Umgang mit Träumen. Gendlin weist in seinem Buch darauf hin, dass es wichtig sei, sich während der Zeit zwischen dem Schlaf und dem Wachzustand mit den Träumen zu befassen. Er bemerkt, dass sich die Menschen am Morgen nicht mehr an ihre Träume erinnern würden. Was aber bleibe, sei ein Gefühl im Körper und wenn die Menschen bei diesem Gefühl blieben, dann komme die Erinnerung wieder. Gendlin nannte dieses Gefühl «felt sense». Für ihn war es zentral, immer wieder zwischen dem «felt sense» und den Einfällen des Träumers hin- und herzupendeln. Es brauche Geduld bis sich der «felt sense» offenbare. Eine schnelle Zuschreibung oder Erklärung stünden dieser Offenbarung im Wege.
Gendlin macht in seinem Buch Vorschläge, wie wir mit Träumen umgehen können.
So sollten wir ausgehend von diesem «komischen Gefühl im Körper» uns fragen, was am Traum das Wichtigste war. Können wir den Traum in drei Schritte erzählen? Können wir die Rolle eines Inhalts in unserem Traum übernehmen? Während wir uns diese Gedanken machen, bewegt sich in unserem Erleben etwas Neues? Die Antworten brächten uns dem «felt sense» näher, sonst sollten sie beiseite gelegt werden.
Wichtig ist, voreingenommene Deutungen zu überprüfen. Das können wir tun, indem wir uns das Gegenteil fragen und beide Bedeutungen mit dem «felt sense» überprüfen und auf kleine Regungen achten.
Sind die Träume schwierig und angsteinflössend, sollten wir den Traum zum «felt sense» weiterführen, indem wir uns fragen, wie die Situation stattdessen weitergehen könnte und was passieren sollte, damit der Traum an Kraft verliert.
Wenn dich Träume interessieren, probiere die Methode von Gendlin, damit du dich beim Aufwachen wieder an den Traum erinnerst und herausfinden kannst, was für eine Bedeutung dein Traum für dich hat.
Ich wünsche dir süsse Träume.
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