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In Japan gibt es 98 Flughäfen. Vier davon wurde auf riesigen künstlichen Inseln im Meer gebaut. Den Anfang machte 1994 der Kansai International Airport in der Bucht von Osaka. Dieser sollte den Stadtflughafen Itami entlasten. Um Lärmklagen und Proteste wegen Landenteignungen wie in Narita (Asienspiegel berichtete) zu verhindern, hatte man sich zu diesem Schritt entschlossen. Der ungewöhnliche Standort hatte auch den Vorteil, dass man hier ungestört einen 24-Stunden-Betrieb einführen konnte. 10,5 Quadratkilometer gross war die Insel bei ihrer Eröffnung. Das 1,7 Kilometer lange durchgehende Terminal-Gebäude wurde vom renommierten Architekten Renzo Piano entworfen.
Der Flughafen hatte jedoch einen Schönheitsfehler. Die Insel sinkt wegen der Bodenbeschaffenheit in der Bucht jährlich ein paar Zentimeter ab. Das hielt die Bauherren nicht davon ab, 2007 einen zweite Start- und Landebahn und ein weiteres Terminal-Gebäude zu bauen und so das Gelände auf 13 Quadratkilometer zu erweitern. Das Absinken konnte zwar nicht gestoppt, aber entscheidend verlangsamt werden. Heute ist der Kansai International Airport mit über 23 Millionen Passagieren pro Jahr nach Haneda und Narita in Tokio der wichtigste Flughafen Japans. Er hat sich vor allem zu einem Hub für Flüge innerhalb Asiens entwickelt.
Ein zweiter Flughafen in derselben Bucht
Der Kansai International Airport blieb nicht alleine. In derselben Bucht eröffnete 2006 der Flughafen Kobe, ebenfalls auf einer aufgeschütteten Insel. Der Bau dieses Projekts war umstritten und bis heute kämpft der Inlandsflughafen, der vor allem von der Billigfluggesellschaft Skymark Airlines benutzt wird, mit finanziellen Schwierigkeiten. 3 Millionen Passagiere zählt der Kobe Airport pro Jahr. Spektakulär ist die Verbindung zwischen dem Kobe- und dem Kansai-Airport. Dank des Bay Shuttle-Schnellboots umgeht man komplett den Stadtverkehr und ist nur 30 Minuten beim anderen Flughafen.
Nagoya zieht nach
In der Bucht von Ise bei Nagoya eröffnete 2005 ein ebenso spektakulärer Flughafen wie der in Osaka. Für den Chubu Centrair International Airport wurde ebenfalls eine künstliche Insel in der Bucht erschaffen. Heute zählt der Flughafen 10 Millionen Passagiere und bietet auch Direktflüge nach Europa an. Wie in Kansai herrscht hier 24-Stunden-Betrieb. So hat sich der Ort zu einem Geheimtipp für Passagiere entwickelt, die die grösseren Hubs Tokio und Osaka meiden möchten. Nagoya liegt zudem geographisch und verkehrstechnisch ideal zwischen den beiden anderen Metropolen des Landes (Asienspiegel berichtete).
Die kleinen Insel-Flughäfen
Auch in der Grossstadt Kitakyushu im Süden Japans zog man es vor, auf dem Meer einen Flughafen zu bauen. 2006 eröffnete der Kitakyushu Airport, der dank seiner Offshore-Lage ebenfalls rund um die Uhr angeflogen werden kann und so den Stadtflughafen von Fukuoka hätte entlasten sollen. Mit rund 1,3 Millionen bleibt das Passagieraufkommen aber gering. Der Ort bietet neben Inlandsverbindungen eine Reihe von Flügen nach Südkorea und China an.
So etwas wie der Vorgänger all dieser Flughäfen ist der Nagasaki Airport, der auf einer Insel in der geschützten Bucht von Omura gebaut wurde. Doch im Gegensatz zu den vorherigen Beispielen handelt es sich hierbei nicht um eine künstliche Insel. Vielmehr nutzte man hier eine bestehende Insel, ebnete ihr Gelände ein und fügte aufgeschüttetes Land hinzu.