Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03348.jsonl.gz/1505

Johann Josef Raemy ist am 24. April 1938 als ältestes von acht Kindern den Eltern Johann und Jeanne, geb. Corpataux, in die Wiege gelegt worden. In der Plötscha, Oberschrot, wuchs er auf dem landwirtschaftlichen Heimwesen seiner Eltern auf, wo er in den schwierigen Nachkriegsjahren keine leichte Kindheit und Jugend erlebte.
Die Schule besuchte er in Plaffeien. Danach zog es ihn nach Bulle, wo er während vier Jahren auf einem Bauernbetrieb die französische Sprache erlernte. Später arbeitete er in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Villars-sur-Marly. Bei der GFM absolvierte er die Lastwagenprüfung und war einige Zeit als Car-Chauffeur tätig. Anschliessend wechselte er zum Transport-Unternehmen Zumwald in Freiburg.
1962 heiratete er Trudy Philipona und das junge Paar zog ins neu erworbene Heimwesen auf der Allmend in Giffers, wo auch seine vier Kinder zur Welt kamen. Er war für seine Familie ein treu besorgter Gatte und Vater.
So oft wie nur möglich zog er sich in die Bergwelt, in seinen geliebten Plasselbschlund zurück, um dort Kraft zu tanken. Viel Freude erlebte er mit seinen Enkelkindern, die wie Sonnenstrahlen seinen Alltag erhellten. Schwere Schicksalsschläge waren der Tod seiner Schwiegertochter Liliane und seines Bruders Alfons.
1975 legte er das Fundament für sein Lebenswerk, dem er bis zu seinem Tode treu war. Er absolvierte Kurse und baute so den Bestattungsdienst Raemy auf, der heute im ganzen Oberland und darüber hinaus einen sehr guten Ruf geniesst. Seiner verschwiegenen, einfühlsamen und einfachen Art ist dies sicher zu verdanken. Mit Leib und Seele begleitete er die Trauerfamilien in ihrer leidvollen Situation. Es tat ihm sehr weh, als ihn die heimtückische Krebskrankheit in den letzten zwei Jahren immer mehr in seiner Tätigkeit einschränkte.
Josi ist seinen Weg gegangen, wie niemand vorher und niemand nachher ihn gehen wird. Auf seine Art hat er seinen Rucksack gepackt und getragen. Manchmal hat er dort drin auch die schwere Last der andern mitgetragen. Er war Stütze der Angehörigen. Er war Wegbegleiter in schweren Stunden. In der Stille, in Gottes schöner Natur, hat er Kraft geschöpft für seinen nicht alltäglichen Beruf.
Nun hat er die Wanderung auf dieser Welt beendet, den Wanderstock abgelegt und sein Weg hat ihn am 26. April 2010 in die ewige Heimat geführt. Eing.