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Autor: Guido Bielmann
Frauensiegerin Jane Muia gewann überlegen das Frauenrennen, nachdem sie schon in der ersten der zehn 600-m-Runden sich abgesetzt hatte. Muia ist keine Geringere als die Siegerin des Murtenlaufes im Oktober. Seither hat sie auch am Hallwylersee, in Glarus und Rapperswil gewonnen. «Jetzt noch den Basler Stadtlauf, dann geht es wieder nach Hause nach Kenia», meinte Muias Manager, der ebenfalls den Männersieger betreut.
Ein Schweizer Manager, der übrigens vor dem Rennen ganz gemütlich auf einem Stuhl sitzend eine dicke Zigarre rauchte, abseits des Getümmels und fast dort, wo Momente später Röthlins Muni sich widerspenstig zeigte (siehe Kasten unten). Das Bild erinnerte irgendwie mehr an einen Viehhändler am Munimärit von Bulle als an einen Läufermanager an der Corrida.
Valérie Lehmann auf Rekordjagd
Zweite Frau wurde Patricia Morceli aus Cham, nachdem sie zur Rennhälfte die mit einer Erkältung gestartete Sabine Fischer distanziert hatte. Morceli hatte an der EM in Barcelona den Marathon nach 30 km aufgegeben: «Danach bin ich in ein wochenlanges Loch gefallen, und ich dachte an Rücktritt.» Sie habe sich erst mit ihrer persönlichen Bestzeit von 1:13:50 am Luzern-Halbmarathon wieder aufgefangen, versicherte sie.
Valérie Lehmann (TV Bösingen) lief als erste Freiburgerin auf den 11. Rang: «Es war sehr hart, ich habe ziemlich gelitten. Im September habe ich pausiert. Ich bin ja in meinen Saisonplanungen voll auf den Sommer fixiert und bin im Herbst jeweils erst im Aufbau.» Die 30-Jährige will im Winter an der Hallen-SM über 3000 m ihre Silbermedaille vom Vorjahr bestätigen und auch ihren Freiburger Rekord von 9:41 verbessern. Auf der Bahn hält sie die Kantonalrekorde über 800, 1000 und 1500 m. Nächsten Sommer möchte sie auch denjenigen über 600 m knacken.
Bandi gegen Schaffner
Auch der Männersieger Frederick Musyoki Ndunge hat im Oktober den Murtenlauf und seither die gleichen Läufe wie Jane Muia gewonnen. Sein Familiennahme sei Ndunge und nicht Musyoki, erklärte übrigens sein Manager.
Hinter einer Reihe Afrikanern, darunter Chengere (Murtenlaufsieger 2003 und 2007) und einem Australier lief der Berner Philip Bandi als erster Schweizer auf den 7. Rang. Er kämpfte auf den acht 1-km-Runden in der gleichen Gruppe wie der Jurassier Jérôme Schaffner, welcher in der vorletzten Runde ein paar Meter vor Bandi passiert war und in der Schlussrunde den Berner wieder vorbeiziehen lassen musste. Bandi will sich nächste Saison für sein Versagen an der EM in Barcelona rehabilitieren: «Die zwei vergangenen Saisons waren insgesamt nicht zufriedenstellend. So kann ich nicht aufhören», sagte er. Deswegen hat er sich zu seiner vielleicht letzten Saison aufgerafft und startet nächstens an der Cross-EM.
Auf dem 13. Rang folgte Christian Belz, der an der EM in Barcelona Vierter über 10 000 m geworden war.
Stähli vor Brügger
In einer zweiten Verfolgergruppe der Männer liefen die Freiburger Stephen Stähli und Michel Brügger (beide TV Bösingen). In der vorletzten Runde setzte sich Stähli ab. Er war vor drei Wochen an der Militär-WM im Marathon gestartet und auf 2:37 Stunden gekommen: «Ich bekam schon nach 25 km Krämpfe und konnte mich dann nicht mehr verausgaben. So erholte ich mich schnell wieder, sonst hätte ich heute hier in Bulle nicht starten können.» Jedenfalls fand Stephen Stähli inzwischen Gefallen am Marathon und will im April in Zürich unter 2:30 Stunden laufen.
Michel Brügger schwärmte von der Ambiance in Bulle, auch wenn ihm in der letzten Runde die Kraft gefehlt hatte. Brügger hat sich klare Ziele gesetzt und will es kommende Saison nochmals wissen: «Ich habe mein Arbeitspensum reduziert, um voll trainieren zu können.» Mit 120 km pro Woche will er sich eine Basis schaffen, um nächste Saison seine Bestzeiten verbessern zu können.