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Asylsuchende Minderjährige sind leichte Beute für Menschenhändler
Genf - "Kinderschutz zuerst", fordert die Stiftung Terre des hommes. Laut einer von ihr erstellten Studie verschwinden immer wieder unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche, die in der Schweiz Asyl suchen.
Pro Jahr kommen rund 600 unbegleitete Minderjährige in die Schweiz und beantragen Asyl, schreibt die Internationale Föderation von Terre des hommes und die Stiftung Terre des hommes in einer Medienmitteilung. Sie werden aufgegriffen und an die entsprechenden Empfangszentren verwiesen, wo sie manchmal gar nicht erst ankommen.
Wie etwa im Falle von nigerianischen Mädchen, die laut Terre des homme vor rund eineinhalb Jahren am Genfer Flughafen auftauchten - aber nie im ihnen zugeteilten Empfangszentrum in Vallorbe ankamen. Die Mädchen wurden später in Deutschland und Italien als Prostituierte aufgegriffen. Anhand ihrer Fingerabdrücke konnten sie identifiziert werden.
Viele minderjährige Asylsuchende tauchen auch während des Asylverfahrens, spätestens aber nach einem abschlägigen Asylentscheid ab. Offizielle Zahlen dazu sind laut Terre des hommes nur schwer erhältlich. Die Stiftung schätzt jedoch, dass bis zu 50 Prozent der jugendlichen Asylsuchenden ausreissen.
Die Stiftung fordert deshalb "Kinderschutz kommt vor Migrationsabwehr" und gibt verschiedene Empfehlungen ab. So etwa sollen die Minderjährigen in erster Linie nach den Normen des Kinderschutzes behandelt werden, und nicht unter dem Blickwinkel der illegalen Einwanderung.
Die Stiftung fordert zudem keine Zwangsrückschaffungen ins Herkunftsland, wenn nicht eine minimale Garantie besteht, dass die Grundrechte der Kinder dort respektiert werden.