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Im Jahr 2017 definierte die WHO erstmals eine Liste mit Krankheiten, welche das Potenzial haben, einen Notfall von internationaler Tragweite auszulösen. Diese Liste wurde im Jahr 2018 um die «Krankheit X» ergänzt. Gemeint ist damit ein noch nicht bekannter Krankheitserreger, von dem man nicht weiss, ob er beim Menschen Krankheiten und eine gravierende internationale Ansteckungswelle auslösen kann.
Auch in der medizinischen Fachzeitschrift «MMW - Fortschritte der Medizin» heisst es in einem Artikel von 2019, dass «Krankheit X» seit 2018 auf der Liste der WHO aufgeführt und damit ein unbekannter Krankheitserreger gemeint sei, welcher eine Pandemie auslösen könne. Risiken würden dabei zum einen von Erregern ausgehen, welche von Tieren auf den Menschen überspringen, zum anderen von bereits bekannten Erregern, die sich weiterentwickeln.
Die Expertengruppe der WHO fordert, die Diagnostik zu verbessern, auch für weitere Krankheiten, die das Potenzial haben, einen Gesundheitsnotstand auszulösen. Bestehende Medikamente und Impfstoffe sollen demnach verbessert werden. Es solle in Grundlagenforschung investiert werden, um unter anderem Übertragungswege zu erkennen. Konkret soll zu den Krankheitserregern in den Bereichen Tests, Behandlungen und Impfstoffe geforscht werden.
Die gezielte Forschung und Entwicklung von Gegenmassnahmen gegen Krankheitserreger sei für eine schnelle und wirksame Reaktion im Falle einer Epidemie oder Pandemie entscheidend, zitiert die WHO den Exekutivdirektor ihres Programms für gesundheitliche Notfälle Michael Ryan.
Pandemievorbereitung in Grossbritannien
Nicht nur auf internationaler Ebene wird eine bessere Prävention auf künftige Pandemien angestrebt. Bereits heute beteiligen sich einzelne Staaten daran, wie etwa Grossbritannien. Anfang August 2023 stellte die britische Health Security Agency (UKHSA) ihr Zentrum für die Entwicklung und Bewertung von Impfstoffen (VDEC) vor. Das Zentrum soll sich auf die Impfstoffentwicklung für Grossbritannien, aber auch für die internationale Gemeinschaft spezialisieren. Das Zentrum befasst sich eigenen Angaben zufolge insbesondere mit Impfstoffen gegen Krankheitserreger, für die es noch keine Impfstoffe gibt sowie mit Impfstoffen, die nicht zugelassen sind oder die verbessert werden müssen.
Das VDEC hat beispielsweise Tests zur Messung der Impfstoffwirksamkeit gegen bakterielle Infektionen entwickelt. Ob diese Tests für die Bekämpfung ähnlicher oder gar bedrohlicherer Krankheitserreger mit Pandemiepotenzial nützlich sind wird derzeit evaluiert. So beschreibt die Britische Gesundheitsbehörde ihre Vorbereitung zur Bekämpfung von «Krankheit X».
Auch in einem aktuellen Blogbeitrag der UKHSA und in einem Erklärtext des UK Vaccine Network, einem Zusammenschluss von Behörden, Wissenschaft und Pharmaindustrie, ist die Rede von Vorbereitungen in Anbetracht der «Krankheit X». Bevor entsprechende Impfstoffe zugänglich gemacht würden, seien umfangreiche Studien auch betreffend Sicherheit und Wirksamkeit notwendig, schreibt die britische Gesundheitsbehörde.
Medienmitteilung von 2019, Wikipedia-Eintrag von 2020
Aus einer Medienmitteilung aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass sich die britische Gesundheitsbehörde schon länger für die Bekämpfung von «Krankheit X» engagiert ist und dazu mit internationalen Partnern zusammenarbeitet. Bereits 2019 schrieb die Behörde, dass das Pandemie-Risiko mit der gestiegenen Mobilität und dem Klimawandel gestiegen sowie die öffentliche Gesundheit gefährdet sei.
In der Online-Enzyklopädie Wikipedia wurde ein englischsprachiger Artikel über die «Krankheit X» im Jahr 2020 erstellt, wie aus dem Bearbeitungsverlauf hervorgeht.