Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03121.jsonl.gz/1484

Seit 125 Jahren stellt Keramik Laufen im namensgebenden Ort im Kanton Baselland qualitativ hochstehende Produkte her. Was mit einem Werk für Ziegel und Backsteine begann, hat sich bis heute zu einem internationalen Unternehmen mit einem grossen Namen entwickelt.
Zur Zeit der Firmengründung von Laufen Ende des 19. Jahrhunderts waren rund 80% der Schweizer Bevölkerung noch in der Landwirtschaft tätig. Doch eine visionäre Gründergeneration, die das Land industrialisierte, war bereits am Wirken. So kam es, dass Joseph Gerster-Roth, Johann Spillmann und Albert Borer am 4. Juli 1892 im Gasthaus Lamm in Laufen zusammensassen und die Tonwarenfabrik Laufen AG gründeten.
Waschtischfabrikation seit 1928
Der Standort Laufen spielte bei den Gründungsgedanken eine wichtige Rolle, wie Klaus Schneider, Geschäftsführer Keramik Laufen AG und Similor AG, am ersten grossen Event zum Jubiläum in Laufen ausführte. Das natürliche Lehmvorkommen in der Region, das Wasserkraftwerk, der Eisenbahnzugang und die langjährige Tradition im Umgang mit Lehm boten die perfekte Ausgangslage für die erfolgreiche Herstellung von Ziegeln und Backsteinen. Die Nachfrage nach den Produkten war so gross, dass sich schon bald der Bau eines zweiten Werks aufdrängte. Die neue Fabrik, die 1898 den Betrieb aufnahm, diente hauptsächlich der Herstellung von Strangfalz- und Nasenziegeln sowie von Drainierröhren.
1925 kam es auf die Initiative von Guido Gerster, Direktor und Verwaltungsrat der Tonwarenfabrik Laufen, zur Gründung der «AG für keramische Industrie Laufen», die «als erstes und bis heute einziges Schweizer Unternehmen», wie Schneider betonte, Keramik für den heimischen Sanitärmarkt herstellt.
In den ersten Jahren wurden hauptsächlich Spülsteine produziert. Die Waschtischfabrikation erfolgte erst ab 1928. Der Laufener Feuerton wurde auf dem Schweizer Markt rasch bekannt, was zur Folge hatte, dass in den Jahren 1928 bis 1930 weitere Brennöfen in Betrieb genommen wurden. Im Jahr 1934 ergänzten eine neue Fabrik zur Herstellung von Wandplatten aus Steingut und 1938 der Bau des Steinzeug-Bodenplattenwerks das mittlerweile beachtliche Imperium. Weitere Industriezweige wurden mit der Produktion von Elektroporzellan und Porzellan-Geschirr erschlossen.
Expansion ins Ausland
1952 unternahm Keramik Laufen die ersten internationalen Schritte und baute im brasilianischen Campo Largo ein Werk für die Herstellung von Wand- und Bodenplatten auf. Die Produktion wurde 1955 aufgenommen. Ein weiterer Schritt in der Internationalisierung erfolgte 1967 mit der Übernahme der österreichischen Oespag mit ihren beiden Produktionsstandorten in Gmunden und Wilhelmsburg.
Im Jahr 1970
verteilte sich die Firmengruppe auf die Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien und Brasilien und beschäftigte rund 4000 Mitarbeiter. Um den unterschiedlichen Bedingungen der einzelnen Betriebe gerecht zu werden und um eine adäquate Organisationsstruktur zu
bieten, wurde die Keramik Holding AG Laufen gegründet. 1991 expandierte die Firma erneut und kaufte zwei weitere Produktionsstätten in der Tschechischen Republik dazu.
Innovationen aus Laufen
«Keramik Laufen war schon immer ein ausgesprochener Spezialist für Keramik und gibt das Know-how von Generation zu Generation weiter», sagte der Laufen-CEO. Auf einige Innovationen ist man besonders stolz. 1932 führte das Unternehmen das Material KILVIT – ein porzellanartiges Erzeugnis, das härter als Feuerton ist und dessen Druckfestigkeit 3200 kg/cm2 erreicht – ein. KILVIT ist ein Akronym und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben K (Keramische), I (Industrie), L (Laufen) und VIT (Vitreous China) zusammen. Noch heute wird Vitreous China, neben Feinfeuerton und SaphirKeramik, in der Produktion eingesetzt.
1982: ein wichtiger Schritt
Im Jahr 1982 präsentierte Keramik Laufen auf der Fachmesse Ceramitec in München das von ihr entwickelte Druckgiessverfahren. Bereits in den 1960er-Jahren wurde der Grundgedanke dieses Verfahrens vom damaligen Direktor Gerold Spieler aufgenommen. Unter viel Aufwand gelang es dem Mitarbeiter Bruno Jung, ein poröses Formenmaterial zu entwickeln, das alle nötigen Eigenschaften für eine industrielle Verarbeitung besass und den entsprechenden Anforderungen genügte. Ein Versuchsbetrieb mit zunächst kleineren Artikeln wurde Ende der 1960er-Jahre in Gang gesetzt. Danach wagte man sich an die Herstellung von Waschbecken. 1979 wurde das Waschtisch-Modell Majola 170 bereits serienmässig im Druckguss gefertigt. «Mit der Entwicklung der SaphirKeramik stellte Keramik Laufen 2013 eine weitere bahnbrechende Weltneuheit vor», so Schneider, «und hat mit ihr einen neuen Trend in der Badgestaltung gesetzt.»
Design im Fokus
Unter dem Titel «The bathroom that’s a Porsche» wurde international auf die erste Design-Kollektion 1989/1990 von Laufen aufmerksam gemacht. Das mit der Porsche Design Group entwickelte Konzept erregte grosse Aufmerksamkeit, auch wenn es, wie Schneider ausführte, nicht so erfolgreich war. Der Ansatz zum Komplettbad war aber für Keramik Laufen entscheidend.
Mit der ersten Präsentation des «Bagno Alessi» betrat das Unternehmen im Jahr 2002 erneut Neuland. Die Geschäftsleitung sagte seinerzeit voraus, dass dank des Partners Alessi «die Sanitärkeramik in ganz neue Dimensionen katapultiert wird» und sollte damit recht behalten. «Ich freue mich heute noch sehr über diesen Erfolg», sagte Schneider. «Denn seither kreiert Keramik Laufen gemeinsam mit renommierten Designern regelmässig aussergewöhnliche Badkonzepte.»
Verkauf der Firma und Investition in den Standort Schweiz
Mit dem Ziel, sich fortan auf die Kernaktivität Sanitärkeramik zu fokussieren, erfolgte in den 1990er-Jahren eine Umstrukturierung des Konzerns. 1999 übernahm Roca die Keramik Holding AG. Mit dieser Transaktion ist der weltweit zweitgrösste Anbieter für Sanitärprodukte entstanden. Die Roca-Gruppe bekannte sich von Beginn an klar zu Keramik Laufen und zum Produktionsstandort Schweiz, was sich unter anderem in bedeutenden Investitionen äusserte. 2009 eröffnete das Laufen Forum. Das zweigeschossige Ausstellungsgebäude aus Sichtbeton trägt die Form eines Waschtisches aus der Palomba Collection.
2007 stiess die Similor AG, einer der ältesten Armaturenhersteller der Welt, mit ihren Marken Arwa, Similor Kugler und Sanimatic zur Roca-Gruppe. Im Jahr 2009 bezog das Unternehmen die neu erbaute Fabrik in Laufen. «Mit der Verlegung der Similor nach Laufen ist zusammengekommen, was zusammengehört: nämlich hochstehende Sanitärkeramik und Armaturen für Bäder und Küchen», schloss Klaus Schneider seine Tour d’Horizon durch die Geschichte des Unternehmens.
125-Jahr-Feier bei Laufen
Am Event in Laufen traten auch der Architekt Giuseppe Gerster, Enkel des Firmenmitbegründers Joseph Gerster-Roth, der interessante Einblicke in die Geschichte der Fir-mengründerfamilie erlaubte, sowie Referenten zum Thema Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Branche auf. Laufen feiert heuer sein 125-Jahr-Jubiläum gemeinsam mit Kunden, Geschäftspartnern und Medienvertretern, weitere Anlässe wie der Tag der offenen Tür am 24. Juni sind vorgesehen.
Über die SaphirKeramik
Die SaphirKeramik wurde während einer jahrelangen Zusammenarbeit zwischen Dr. Werner Fischer, Entwicklungsleiter von Laufen, der Universität in Prag und dem Keramikinstitut im deutschen Meissen entwickelt. Für die ersten Versuche bis hin zur industriellen Fertigungsreife zeichnet das Laufen-Werk im österreichischen Gmunden, das auf die Produktion von Kleinserien im Handgiessverfahren spezialisiert ist, verantwortlich.
Nach der Lancierung 2013 ist die Nachfrage nach den SaphirKeramik-Produkten stark angestiegen, weshalb Keramik Laufen die industrielle Fertigung an ihrem Hauptsitz in Laufen weiterentwickelte und eine Druckgussmaschine konstruierte, die speziell auf die Produktion der anspruchsvollen Modelle ausgerichtet ist. Seit Januar dieses Jahres läuft die Testproduktion, seit März sind die ersten verkaufsfähigen Produkte verfügbar.
Nachhaltigere Lösung
Die SaphirKeramik von Keramik Laufen ist eine sehr harte und biegefeste Keramik, die erstmals im Bad-Design sehr dünne, aber äusserst robuste Keramikwandungen und zugleich definierte Kanten erlaubt – enge Kantenradien von 1–2 mm sind möglich, während bei traditioneller Keramik 7–8 mm State of the Art sind. Der Begriff ist verwandt mit Saphirglas, wie es von Armbanduhren bekannt ist, das ebenfalls mit Korund-Beimischungen zu einem besonders harten Material wird. Die neue Keramik ermöglicht nicht nur eine präzisere und schlankere Formensprache, sondern hat auch funktionale und ökologische Vorteile: So wird beispielsweise bei den Waschtischen mit weniger Material mehr funktionaler Raum gewonnen. Dabei geht die SaphirKeramik genauso hygienisch und sicher mit Trinkwasser um und lässt sich ebenso vollständig recyceln wie die traditionelle Keramik. Auch in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit kann sie überzeugen. Dank der vereinfachten Struktur der Keramikteile ist ein geringerer Materialaufwand notwendig. Das wirkt sich positiv auf den Rohstoffverbrauch, auf den Energieverbrauch beim Brand, in der Produktion und beim Transport und somit auf die Umweltbilanz aus.
Mittlerweile hat Keramik Laufen zahlreiche Bad-Produkte aus SaphirKeramik in sein Sortiment integriert. Neben den Waschtischen der Komplettbadkollektion Kartell by Laufen und den Waschtischschalen der Kollektion Living SaphirKeramik gehören auch die Waschtische der Kollektionen Val und Ino zu diesem exklusiven Kreis.
Über das Dusch-WC von Laufen
Beim Dusch-WC Cleanet Riva sind die Duschfunktionen und das mehrstufige Hygienekonzept im geschlossenen Keramikkörper integriert. Nur ein Drehknopf aus hochwertigem Edelstahl am WC-Sitz offenbart den zusätzlichen Komfort. Der Knopf wird durch Drehen und Drücken bedient, weshalb auch Gäste des Hauses einfach damit zurechtkommen. Über ihn wird auch die Wassermenge reguliert, der Duschstab positioniert und die gespeicherten Nutzerprofile abgerufen. Eine separate Taste direkt neben dem Bedienknopf stellt zudem die Lady-Funktion bereit. Optisch ist Riva klar von anderen Dusch-WCs zu unterscheiden.
Anspruchsvolle Herstellung
Für die Herstellung von Riva greift das Unternehmen auf seine langjährige Erfahrung und das Fachwissen in der Keramikproduktion zurück. Da die Elektronik und Kunststoffteile in den Keramikkörper verbaut werden, sind die Toleranzen bei Riva geringer als bei anderen Produkten. Beim Brennprozess schwindet die Masse asymmetrisch um zirka 11%, weshalb die Produktion von Riva äusserst anspruchsvoll ist. Des Weiteren ist Riva mit der spülrandlosen Technologie ausgestattet und mit der Oberflächenveredelung LCC versehen. «Unser Dusch-WC ist ein Produkt, das die seit Januar 2017 in Kraft getretenen, verschärften Kriterien hinsichtlich der Namensgebung ‹Swiss Made› erfüllt. Angefangen vom Design, das aus der Feder des Luzerner Designers Peter Wirz von Vetica stammt, bis zur Produktion, die in unserem Werk in Laufen stattfindet», bestätigt Klaus Schneider, Geschäftsführer Keramik Laufen AG und Similor AG.