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Die ersten typischen Hanfblätter sind bereits zu sehen. Die Pflanze besitzt nun alle Voraussetzungen um ihr volles Potential auszuschöpfen. In dieser vegetativen Phase (Wachstumsphase) legt der Strauch, unter optimalen Bedingungen, einiges an Größe und Gewicht zu.
Einführung
Zu diesem Zeitpunkt besitzt die Hanf-Pflanze erste kleine Blätter, die Wurzeln werden kräftiger und das ganze Wurzelsystem breitet sich aus. Es folgen weitere Blätter-Paare und der Strauch wächst langsam im die Höhe. In diesem Fall kann langsam durchaus sehr zügig sein; unter sehr guten Bedingungen gewinnt Hanf während der Wachstumsphase bis zu 5 cm an Höhe pro Tag! Es folgen erste Verzweigungen, an welchen wiederum weiteres Laubwerk zu wachsen beginnt. In dieser Phase ist das Ziel der Pflanze eine möglichst gute Ausgangslage für die spätere generative Phase zu bilden: Die Produktion von Chlorophyll (Blattgrün) wird gesteigert und die Pflanze bildet so viele Blätter, wie es die Umgebungsbedingungen zulassen. Das im Laubwerk vorhandene Chlorophyll wandelt das aufgenommene Licht zu Zucker um, welcher dann wiederum zurück in die Wurzeln geführt wird.
“Das Wachstum der Pflanze vom vegetativen niveau bis zur blüte zu beobachten, gleicht einer surrealen Erfahrung.”
Zitat: Ed Rosenthal – Marijuana Growers Handbuch
Zugleich ändert sich der Nährstoff-Bedarf des Hanfes bzw. steigt in dieser Zeit an. Für ein gutes Gedeihen benötigt die Pflanze Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Spurenelemente und Schwefel. Sollte eines davon nicht genügend vorhanden sein, kann sich das durch Mangelerscheinungen an Blättern oder Zweigen äußern. Da der Strauch zusammen mit seinen Wurzeln immer grösser wird, steigt auch der Wasser-Bedarf erheblich.
Gegen Ende der Wachstumsphase kann man die Geschlechter der Pflanze endlich identifizieren. Dies ist aber nicht immer ganz so einfach und kann auch mal zu Verwirrung führen. Männliche Hanf-Sträucher sind oft grösser und stärker als ihre weiblichen Artgenossen. Zusätzlich bekommen die Pflanzen teilweise erste Blütenstände (die Vorblüte) zwischen Blattstängel und Hauptstängel, an welchen man das Geschlecht erkennen kann.
Werden die Tage kürzer und die Nächte länger, beginnt die Pflanze mit der Einleitung der Blütenphase (Das gilt nur für photoperiodische, also nicht Auto-Flower Pflanzen). Zu Beginn des Reifeprozesses wird in der Pflanze ein Hormon (Phytochrom) produziert. Durch das rote Lichtspektrum, welches im Sonnenlicht sowie auch im künstlichen Licht vorkommt, verändert dieses Hormon sich in seine inaktive Form. Solange die Pflanze also noch genug Licht erhält, kann das Phytochrom kein kritisches Niveau erreichen. Gegen Ende des Sommers, wenn die Tage kürzer werden, wird dieses Niveau dann irgendwann Tag für Tag überschritten. Hat sich dieser Zusand über fünf Tage hinweg nicht geändert, wechseln die Pflanzen in die generative Phase.
Die Pflege während der Wachstumsphase
Ein neuer Topf: Durch das Volumen des Topfes kann man Einfluss auf die Größe der Pflanze nehmen. Je grösser dieser gewählt wird, desto mehr Platz haben die Wurzeln um sich auszubreiten und somit können sie mehr Nährstoffe aufnehmen, das führt wiederum zu mehr Wachstum. Zu Beginn werden oft kleine Töpfe verwendet, das bringt einige Vorteile mit sich: Man benötigt weniger Platz, so können die Pflanzen in der Wohnung gehalten werden, während es Draußen noch zu kalt ist. Zudem kann man die Nährstoff-Zufuhr besser kontrollieren.
WICHTIG: Die Töpfe müssen unten Löcher haben, damit überflüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Optimal verwendet man zusätzlich passende Topf-Untersetzer.
Ventilator aufstellen: Wer seine Sträucher im Freien stehen hat, der benötigt natürlich keinen Ventilator. Doch stehen die Pflanzen in einem Raum, sollte die Luft immer in Bewegung gehalten werden. Der Wind wird so imitiert, wodurch die Pflanze stärker bzw. ihr Stamm robuster wird.
Nährstoffe Anpassen: Nach dem Umtopfen benötigen die Pflanzen einige Zeit, bis sie sich an die neue Umgebung gewöhnt haben. Einige Tage danach wird man durch deutliches Wachstum darauf aufmerksam gemacht, dass es nun an der Zeit für neue Nährstoffe ist. Ein Teil davon bietet das Medium (z.B. Erde), doch für eine gute Ernte reicht das meist nicht aus. In der Regel werden Dünger mit Stickstoff, Phosphor und Kalium (N-P-K) verwendet in den Verhältnissen 1:1:1, 3:5:5 oder 3:4:2. Zusätzlich sind oft in eher kleinen Mengen Mikronährstoffe vorhanden. Durch Düngemittel die im Verhältnis weniger Stickstoff (N) haben, können die Stiele dicker und stabiler werden, doch ist eine frühe Blüte beabsichtigt ist viel Stickstoff von Vorteil. Da die meisten Dünger Einfluss auf den ph-Wert des Wassers haben, sollte dieser immer kontrolliert und angepasst werden (z. B. mit Salpetersäure, wenn der pH-Wert zu hoch ist).
Wasser gießen: Hanf bevorzugt ein feuchtes Medium, aber auf keinem Fall zu viel Nässe (Wurzeln benötigen Sauerstoff)! Man gießt bis die Erde vollständig feucht ist. Danach sollte man erst wieder Wasser geben, wenn die Erde auch rund 1 cm unter der Oberfläche trocken ist. Das Wasser darf weder zu kalt, noch zu warm sein. Raum-Temperatur ist ideal. Am besten bekommen die Pflanzen das Wasser morgens, bzw. bei Indoor Anlagen gleich nach dem das Licht angeht.
Pflanzen regelmäßig mit Wasser besprühen: Die Hanf-Pflanze ist zusätzlich in der Lage über das Blattwerk Feuchtigkeit aufzunehmen. Gerade wenn die Luftfeuchtigkeit zu tief oder es zu heiß ist, kann man der Pflanze mit einem Wasserzerstäuber aushelfen. Werden die Sträucher aber unter aktiven Beleuchtung gehalten (z.B. Natriumdampflampen) darf man AUF KEINEM FALL mit Wasser besprühen solange das Licht an ist oder bevor es angeht, da es sonst zu Verbrennungen auf den Pflanzen kommen kann.
Regelmäßige Kontrollen: Es ist sehr wichtig alle Pflanzen in regelmäßigen Abständen genau zu inspizieren. Hanf kann durch verschiedene Faktoren geschädigt werden. Wenn Insekten, Parasiten oder Schimmelpilze in einer Zucht Fuß fassen, kann schnell eine ganze Ernte verloren gehen. Sollten Abnormalitäten auftauchen, muss man sofort reagieren. Beim Indoor Anbau ist es auch wichtig, die Temperatur, sowie die Luft-Feuchtigkeit stetig im Auge zu behallten. Die Farbe des Laubes ist ein wichtiger Indikator. Sind die Blätter sehr hell grün bis gelblich, könnte das ein Hinweis auf Stickstoff-Mangel sein.
ph– und Ec-Wert des Mediums kontrollieren: Diese beiden Werte sollte man immer mal wieder kontrollieren. Ein stark abweichender ph-oder Ec-Wert kann dazu führen, dass die Pflanze nicht mehr in der Lage ist, Nährstoffe aufzunehmen.
Sauber halten: Wird Indoor angebaut, ist es sehr wichtig, die Umgebung sauber zu halten! Die Gegebenheiten, die von der Hanf-Pflanze bevorzugt werden, sind auch für viele Schädlinge und Parasiten ebenso ideal. Trägt man dann noch Schmutz von Draußen in die Zucht, geht man ein hohes Risiko ein. Auch Haustiere sollte man von den Pflanzen fern hallten.
Männliche Pflanzen aussortieren: Das Ziel der meisten Grower sind Pflanzen mit möglichst großen Blüten, welche keine Samen aufweisen. Würde man die männlichen Hanf-Pflanzen nicht aussortieren, sobald sie als solche erkennbar sind, hätte man aber sehr viele Samen und nicht so üppige Blüten, da diese von den Pollen befruchtet werden. Aus diesem Grund werden nur die weiblichen Pflanzen am Leben gelassen.
Die generative Phase einleiten: Wer seine Pflanzen Indoor Anbaut, muss den Pflanzen einen geregelten Tag/Nacht Rhythmus bieten, damit diese gut gedeihen können. Während der Wachstumsphasen wird meistens mit 18h Tag und 6h Nacht gearbeitet. Sobald der Zyklus auf 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht gewechselt wird, leiten die Pflanzen die generative Phase ein. Wird Auto-Flower Saatgut verwendet, wechseln die Pflanzen automatisch und unabhängig vom Lichtzyklus in die Blütenphase.
Beim Outdoor-Anbau bietet die Sonne der Pflanze den natürlichen Licht-Zyklus und damit den Zeitpunkt für den Wechsel in die Blütenphase. Werden die Tag kürzer und die Nächte länger, leitet die Pflanze den wechseln ein.
nur durch regelmässige kontrollen erreicht man das gewünschte resultat
Die tägliche Check-Liste während der Wachstumsphase
Optimaler Weise sollte man seine Pflanzen jeden Tag begutachten und sämtliche Parameter überprüfen. Wer im Freien anbaut kann natürlich viele Faktoren nicht beeinflussen, doch auch hier gibt es einiges zu machen. Wir haben hier eine kurze Check-Liste mit den wichtigsten Dingen für den Täglichen Besuch bei den Pflanzen zusammengestellt.
Indoor, Outdoor sowie auch im Gewächshaus:
- Jede Pflanze auf folgende Dinge kontrollieren (Sollte einer dieser Punkte mit vorhanden sein muss SOFORT reagiert werden):
- Schädlinge
- Parasiten
- Schimmel
- Insekten
- Verfärbungen an Blättern oder Stielen
- Nach unten hängende bzw. schlaffe Blätter
- Ein-/Aufgerollte Blätter
- Bei jeder Pflanze einzeln die Feuchtigkeit im Medium kontrollieren und wenn nötig giessen
- ph-Wert Wasser: zwischen 5.5 und 6.5
- Ec-Wert des Wassers sollte zwischen 0.4 und 0.6 liegen
- Wasser-Temperatur: 20 – 25 Grad Celsius
- Sind die Geschlechter erkennbar? Wenn ja:
- Männliche Pflanzen entfernen
- Check Luft-Temperatur, sollte zwischen 21 – 29 Grad Celsius liegen, optimal sind 22 – 26 Grad Celsius
- unter 20 Grad: die Pflanzen wenn möglich an einen wärmeren Ort stellen oder für wärmere Temperaturen sorgen
zusätzlich bei Indoor Anbau:
- Check Luft-Feuchtigkeit, optimal: 40 – 55%
- Denn Arbeit- und Anbau-Bereich regelmäßig reinigen
- Mindestens 1x pro Woche:
- ph-Wert Medium kontrollieren: 5.5 – 6.5
- Funktioniert der Aktivkohlefilter noch?
- Wenn nötig austauschen
- Staub von Aktivkohlefilter entfernen
- Sämtliche Elektro-Installationen auf Feuchtigkeit und Funktion kontrollieren
- Wird ein Bewässerung-System verwendet?
- Wenn ja: Alle Schlauchverbindungen auf Dichtigkeit überprüfen
- Zeitschaltuhr auf Funktion überprüfen
- Macht die Lüftung auffällige Geräusche? Wenn ja:
- Sämtliche Befestigungen und Verbindungen kontrollieren und allenfalls anziehen
- Funktioniert der Lüfter noch richtig? (Die Lagerung des Laufrades kann mit der Zeit Geräusche machen)
Verantwortung
Verantwortung ist auch beim Hanf-Anbau ein wichtiges Thema! Die gesetzliche Situation ist im Moment nicht einfach und man muss sich ZWINGEND ZUERST damit auseinander setzten. Sollte man sich nicht an die geltenden Gesetze hallten muss man mit teuren Bussen rechnen.
Wer sich für eine Indoor betriebene Zucht entscheidet, nimmt zusätzlich einiges an Verantwortung auf sich. Eine gute Indoor-Anlage (auch eine kleine) benötigt einiges an Elektroinstallationen. Nicht selten muss man eine Lampe oder ein Lüfter selbst verkabeln. Wer nicht genau weiß, wie diese Installationen funktionieren, sollte sich unbedingt HILFE SUCHEN! Zusätzlich fließt in diesen Systemen sehr viel Strom, zuerst sollte man also auch kontrollieren, was die Sicherungen Zuhause aushalten. Auf keinem Fall sollte Nässe an die elektronischen Komponenten gelangen! Wird irgend eine dieser Strom führender Teile nass, muss dieses zwingend gleich vom Strom abgekoppelt werden und erst danach kann man sich an die Bereinigung der Schäden und Spuren machen.
Hanf-Pflanzen mögen es, wenn die Luft feucht ist. Doch das ist für die meisten Gebäude ein großes Problem! Schimmel und auch viele Insekten können sich in dieser feuchtwarmen Umgebung genau so ideal verbreiten. Aus diesem Grund ist eine gute Belüftung sehr wichtig. Wir empfehlen in Wohnungen den Einsatz einer Growbox, diese kann unabhängig zur Raumluft belüftet und klimatisiert werden. Doch auch mit solch einem System ist eine gute Belüftung des eigentlichen Raumes sehr wichtig. Wer sich nicht daran hält, kann schon nach wenigen Wochen vom Schimmel an Wänden und Decken heimgesucht werden.