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Im Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1991 hat Marlis Beck-Ciprian bedeutende Wädenswilerinnen vorgestellt. Der letzte Ausschnitt ihres Beitrages galt Thekla Lehnert, der Schwägerin von Brauereibesitzer Fritz Weber-Lehnert. Leider war es damals nicht möglich, weitere Informationen über die in München lebende Schriftstellerin beizubringen, die häufig bei ihrer Schwester in der Villa Weber an der Einsiedlerstrasse 9 zu Besuch weilte und von 1956 bis 1967 auch hier Wohnsitz nahm. Auch eine Porträtaufnahme war 1991 nicht aufzutreiben. Dank der Mithilfe eines Verwandten, Dr. Dietrich Iselin in Spiegel bei Bern, können diese Ergänzungen nun erfolgen.
Thekla Lehnert (links), Buchumschlag von 1957 mit Zeichnung von Martha Stutz (unten).
Gleichberechtigung war der 1879 geborenen Thekla Lehnert schon früh ein selbstverständliches Anliegen. Ihr Wesen war geprägt von Humor, Selbstironie, literarischem Wissen und grosser Fantasie. Diese Eigenschaften vor allem waren es, die sie auch zur Abfassung zahlreicher Märchen für Erwachsene veranlasste und befähigte.
In der Öffentlichkeit trat Thekla Lehnert von ihrem 77. Altersjahr an in Erscheinung, in den zwölf Jahren 1956 und 1967, da sie in Wädenswil lebte. Damals erschienen ihre Märchenbücher, unter anderem 1957 im Verlag A. Stutz & Co. in Wädenswil die Sammlung «Von Tanzenden Blumen und brennenden Steinen», 1958 «Ritt durch die Nacht und andere Märchen» und 1959 «Plauderbächlein und Märchen fürs ganze Jahr».
Peter Ziegler