Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03095.jsonl.gz/827

Schottland wurde durch den Act of Union 1707 mit England zum Königreich Großbritannien vereinigt. Nach dem Wahlsieg der Labour Party bei den Unterhauswahlen 1997 ließ der neu gewählte Premierminister Tony Blair ein Referendum in Schottland abhalten. Die schottische Bevölkerung stimmte mit überwältigender Mehrheit für ein eigenes Parlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs.
Seit 1999 sind ein eigenes Parlament, Erster Minister (vergleichbar mit Ministerpräsidenten und Landeshauptleuten) und Kabinett für die meisten Aspekte der Innenpolitik verantwortlich. Der Amtssitz dieser Institutionen ist das St. Andrew’s House in Edinburgh.
1999 wurde die Regierung noch als the Scottish Executive bezeichnet. Spätestens ab 2007 wurde jedoch die Bezeichnung Scottish Government verwendet. Die schottische Regierung unter Alex Salmond (SNP), die sich seit der Wahl 2011 auf eine absolute Mehrheit im Parlament stützen konnte – hatte angekündigt – während der laufenden Legislaturperiode eine Abstimmung zur Unabhängigkeit durchzuführen.
Am 15. Oktober 2012 einigten sich der britische Premier David Cameron und Salmond auf einen Zeitpunkt und Eckpunkte des Referendums. Am 18. September 2014 durften die schottischen Bürger endgültig darüber abstimmen, ob Schottland ein souveräner, unabhängiger Staat werden oder weiterhin Teil des Vereinigten Königreichs bleiben sollte.
Nach dem amtlichen Endergebnis der Abstimmung, das am Morgen des 19. September 2014 vorlag, stimmte die Mehrheit der Wahlberechtigten am Vortag auf die Frage, ob Schottland ein unabhängiges Land sein und sich von Großbritannien abspalten solle, mit Nein. 55,3 Prozent stimmten gegen und 44,7 Prozent für eine Abspaltung. Die Wahlbeteiligung war mit 84,6 Prozent außerordentlich hoch.
Nach dem Rücktritt Salmonds nach dem gescheitertem Unabhängigkeitsreferendum ist seit dem 19. November 2014 Nicola Sturgeon von der SNP First Minister Schottlands.
Nach der Parlamentswahl 2016 wurde Nicola Sturgeon am 17. Mai 2016 vom schottischen Parlament zur Ersten Ministerin wiedergewählt und am 18. Mai 2016 bildete sich das Kabinett Sturgeon II.
Bei einem Referendum am 23. Juni 2016 stimmten die Wähler des Vereinigten Königreich mehrheitlich für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union („Brexit“). In der Europäischen Union zu sein oder nicht zu sein, dies ist für Großbritannien heute keine Frage mehr aber für Schottland dafür umso mehr? Hinzu kommt für Schotten und Nordiren eine zweite Hamlet-Frage:
Im Vereinigten Königreich zu bleiben oder nicht? Entweder oder – sehr unenglisch eigentlich? Tatsächlich zwingt niemand die EU oder Großbritannien, Schottland oder Nordirland sich so wie Hamlet zu verhalten.
Warum sollten Schottland und Nordirland nicht in der EU bleiben und im Vereinigten Königreich? Warum sollte nicht sogar auch London für diese Option votieren? Alles – was nottut – ist eine Abkehr von jener Verbissenheit, die sich als Logik tarnt und die Hamlet – nicht zufällig – im deutschen Wittenberg gelernt hatte.
Wittenberg war damals die Wirkungsstätte des Theologen Martin Luther, welcher die erfolgreichste supranationale Institution Europas – nämlich die katholische Kirche – zerstört hatte.
1521 – achtzig Jahre vor der Uraufführung des Shakespeare-Dramas – hatte Luther auf dem Reichstag zu Worms pathetisch ausgerufen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Hierfür wird er in Deutschland bis heute verehrt, obwohl seine Kompromisslosigkeit zwei Jahrhunderte Gemetzel im Namen der Religion und die Verwüstung Deutschlands zum Ergebnis hatte. Hätte er stattdessen gesagt: „Hier stehe ich – ich kann auch anders“, es wäre allen Europäern viel Leid erspart geblieben!
Das Brexit-Referendum war nicht rechtlich, wohl aber politisch bindend. Und was es besagte, war: Die Engländer und Waliser wollen raus aus der EU, die Schotten und die Nordiren wollen drinbleiben. Sollen sie doch, meinen die Einen!
Und es gibt einen Präzedenzfall. 1984 schied Grönland aus der EU aus, blieb aber Teil des dänischen Königreichs. Grönland ist zwar nicht England; eher ist es mit Wales vergleichbar. Entscheidend ist aber das Prinzip: Ein Königreich kann Mitglieder und Nichtmitglieder der EU umfassen. Statt Brexit also Engxit und Walexit.
Anfangs Juni 2017 werden wir uns aufmachen, mit der Fähre von Amsterdam nach Newcastle upon Tyne zu shippern (Fährkosten inkl. DFDS Luxuskabine Euro 544.50). Westlich von Newcastle werden wir als erstes den Hadrian-Wall aufsuchen und dann in weiteren Wochen auch das Hochland-Schottlands zu besuchen. Unter der Kategorie „Schottland„ können sie hier die aktuellsten Berichte möglichst zeitnah lesen. Wir wünschen ihnen viel Spass.
Geldnoten in England, bzw. Schottland
Schottische Pfundnoten werden im südlichen England keine angenommen wohingegen englische Pfundnoten in Schottland akzeptiert werden. Mit einzelnen Pfundmünzen hat man dagegen in England keine Mühe, diese wieder loszuwerden.
Auch wenn England oder Wales etwas anderes behaupten, England akzeptiert grundsätzlich nur ihre eigenen dort gedruckten Pfundnoten. Es gibt immer noch genügend Geschäfte in England, die die schottischen Pfund Noten geradewegs ablehnen. Kurios, aber tatsächlich üblich!
Generell werden in Gross Britannien von vielen verschiedenen Geldinstituten Geldnoten ausgeben. Dies führt zu einer Vielzahl von verschiedenen Banknoten. Es gibt also eine 10 Pfund Note der Bank of Scotland, eine der Bank of England, eine der Bank of Wales, usw.
Dagegen ist in Schottland das Bezahlen mit der Kreditkarte gang und gäbe. Fast überall kann man mit der Kreditkarte bezahlen. Allerdings kann die EC Karte nur zum Geldabheben am Automaten verwendet werden. Zum Bezahlen in Geschäften oder im Restaurant wird die EC Karte nicht akzeptiert.
https://walkhighlandsandislands.com/camera/last.jpg