Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/1925

GG 250
Arrianou Periplous Euxeinou Pontou. Tou autou periplous tēs erythras thalassēs. Annōnos periplous libyēs. Ploutarchou peri potamōn kai orōn, Epitomē tōn tou Strabōnos geōgraphikōn.
Arriani & Hannonis periplus. Plutarchus de fluminibus & montibus. Strabonis epitome. Basel: Johannes Froben und Nicolaus Episcopius 1533. 4°.
Stolz mit griechischem Kolophon erscheint hier der griechische Erstdruck der beiden geographischen Schriften des aus Bithynien stammenden römischen Offiziers und Staatsbeamten Flavius Arrianus (um 95-175): seine Beschreibungen der Küsten des Schwarzen und des Roten Meers. Seine beiden Hauptwerke, die Aufzeichnungen der Philosophie des Stoikers Epiktet und die Anabasis Alexanders, sind erst 1535 in Venedig erschienen; Frobens Druck ist der erste griechische Druck einer Schrift Arrians, nachdem auch lateinisch zuvor nur erst der Zug Alexanders erschienen war (Venedig und Pesaro). Eine griechische Gesamtausgabe seiner Schriften ist erst 1792-1811 erschienen.
Herausgeber bei Froben ist Sigismund Gelenius, gewidmet hat er seine Ausgabe dem Arzt Anselmus Ephorinus aus Friedeberg in Schlesien. Dieser hatte in Krakau, wo er studierte, des Plinius Naturalis Historia herausgegeben und zwei Nachdrucke von Schriften des Erasmus veranlasst. Als Präzeptor besuchte er mit seinem Zögling den Erasmus in Freiburg und Bonifacius Amerbach in Basel, mit denen er, mit Amerbach bis 1540, durch Briefwechsel verbunden blieb. 1532-1537 weilte er, zunächst in Padua, wo er 1534 in Medizin promovierte, in Italien; später Stadtarzt von Krakau. Man wisse aus Plinius, beginnt Gelenius, dass sehr viele Griechen die Meeresumrahmung der Welt beschrieben hätten, die jedoch alle nicht greifbar seien. Deshalb lege man, um hierin abzuhelfen, aus der Frobenschen Offizin hier die recht gute Beschreibung des Flavius Arrianus vor, eines Römers, Befehlshabers in Kappadokien unter Hadrian, der das Griechische wie ein Grieche beherrscht habe. Auch Hanno, der die Welt selber umfahren habe, werde, wie jener noch nie gedruckt, überhaupt kaum erwartet, willkommen sein (der Karthager Hanno hatte um 510 v. Chr. versucht, Afrika zu umschiffen; erhalten ist die griechische Übersetzung seines Berichts, die hier, wohl aus der selben nicht genannten Handschrift, ebenfalls zum erstenmal im Druck erscheint). Die Auszüge aus Strabo empfehle ihre inhaltreiche Kürze (die Geographia selber war bis dahin griechisch erst ein Mal, 1516 bei Aldus Manutius, erschienen, oft lateinische Ausgaben; auch diese Epitome erscheint hier zum erstenmal). Und auch die Schrift Plutarchs, aus Stilgründen kaum des Plutarch von Chäronea (was auch heute gilt), gehe, wie die zahlreichen Zitate zeigten, auf alte Quellen zurück. - Der Widmung voran stellt Gelenius eine kurze Würdigung Arrians aus Volaterranus (Raffaele Maffei, aus seinen auch in Basel gedruckten enzyklopädischen Commentaria urbana); hierin sind auch die bis dahin noch nicht gedruckten Schriften angeführt, und dass beide sich (handschriftlich) in der Bibliotheca Vaticana befänden.
B c IV 60 Nr. 1
Bibliothekskatalog IDS
Signatur: Bc IV 60:1