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Germaine Tillion (links) und Geneviève de Gaulle-Anthonioz sind neu im Panthéon.
Mehr Frauen in nationaler Ruhmeshalle
In Frankreich sind zwei Widerstandskämpferinnen in die Gedenkstätte Panthéon aufgenommen worden. Der Frauenanteil bleibt tief.
Zwei Widerstandskämpferinnen und zwei Widerstandskämpfer haben neu einen Platz in der nationalen Ruhmeshalle Panthéon. Die geehrten Frauen sind Geneviève de Gaulle-Anthonioz (1920-2002), eine Nichte von General Charles de Gaulle, und die renommierte Ethnologin Germaine Tillion (1907-2008). Beide Frauen waren in der Résistance aktiv und überlebten das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Präsident François Hollande begründete ihre Wahl damit, dass beide sich lebenslang für Gerechtigkeit und gegen Ausgrenzung engagiert haben.
Lebenslanges Engagement
Germaine Tillion, Ethnologin und Direktorin an der École pratique des hautes études, ist Autorin des Buches «Frauenkonzentrationslager Ravensbrück». Dieses gilt als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Dokumente über das Frauenkonzentrationslager der Nazis. Sie engagierte sich später gegen Straflager und gegen den Algerienkrieg. Geneviève de Gaulle-Anthonioz setzte sich für Arme und Obdachlose ein. Sie war über drei Jahrzehnte Präsidentin der Hilfsorganisation ATD Quart Monde.
4 Frauen und 71 Männer
Neu haben 4 Frauen und 71 Männer im Panthéon ein Ehrengrab. Bisher waren nur zwei Frauen in der Ruhmeshalle: Die Physikerin und zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie und Sophie Berthelot. Die Frau des Chemikers und Politikers Marcellin Berthelot liegt allerdings nur im Panthéon, weil sie nicht von ihrem Mann getrennt werden sollte. Aktivistinnen von «Osez le féminisme» und «La Barbe» engagieren sich seit Jahren für mehr Frauen in der nationalen Gedenkstätte. Es gehe um einen Grundsatzentscheid, Frauen endlich anzuerkennen, sagte Anne-Cécile Mailfert, Sprecherin von «Osez le féminisme». Um den Frauenanteil deutlich zu erhöhen, solle die Regierung nur noch Frauen ernennen. Dieser Aufforderung ist François Hollande nicht nachgekommen. Der Frauenanteil bleibt deshalb tief.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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