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Die Geschichte Griechenlands zu behandeln würde für sich ein grosses Kapitel beanspruchen. Es kann hier nur darum gehen, einige Schwerpunkte zu setzen, die letztlich wichtig sind für die weitere Geschichte Europas, die diese massgebend beeinflusst haben.
Wer kennt nicht die fantastische abenteuerlichen Geschichte des Odysseus, der auf seiner Fahrt „vieler Menschen Städte gesehen und ihre Lebensart erkundet hat“. Dieses Versepos umfasst viele tausend Verse und wird uns von einem Dichter überliefert, den die Griechen „den Erzieher von ganz Griechenland“ genannt haben, von Homer (um 800 v. Chr.). Von ihm erfahren wir über die frühe Zeit der Griechen, den Trojanischen Krieg (um 1200 v. Chr.) und die Zeit danach. Neigte man früher dazu, die Dichtung Homers in den Bereich der Legenden zu verweisen, so hat der Deutsche Altertumsforscher Heinrich Schliemann (1822 – 1890) bewiesen, dass Homer nicht nur ein begnadeter Dichter, sondern auch ein verlässlicher Vermittler seiner Zeit gewesen ist.
Charakteristisch für die griechische Epoche ist, dass sich das Eisen gegenüber dem Kupfer und der Bronze immer mehr durchsetzt. Von den Phöniziern übernehmen die Griechen das phonetische (aus einzelnen Lauten bestehende) Alphabet. So unterschiedlich die Griechen verschiedener Regionen auch sind, was sie verbindet ist ein nationales Bewusstsein, das mit dem Namen Hellas die gesamte griechische Welt umschreibt. Gemeinsam ist ihnen auch ein Pantheon (ein "Götterhimmel") von Göttern mit dem Göttervater Zeus an der Spitze und grosse Heiligtümer und Orakelstätten wie das von Delphi. In der zerklüfteten Landschaft Griechenlands ist wichtigste politische, wirtschaftliche und soziale Einheit ist die kleinräumige Polis, der Stadtstaat, von denen es unzählige gibt, die alle eifersüchtig auf ihre Unabhängigkeit bedacht sind. Die politischen Formen wechselten zwischen Monarchie (Königtum), Oligarchie (Herrschaft der Wenigen) Tyrannis (unrechtmässige Herrschaft eines Einzelnen), und – was für uns bis heute Bedeutung hat – der Demokratie (gr. demos = Volk und kratein = herrschen; Volksherrschaft).
Die andauernden Uneinigkeiten der Griechen untereinander provozieren auch fremde Herrscher. Als der Perserkönig Darius I aber 490 v. Chr. die Athener bei Marathon angreift, unterliegt er ihnen trotz grosser Überzahl. Der Meldeläufer, der die freudige Nachricht in das 40 Kilometer entfernte Athen übermittelt, bricht bei seiner Ankunft tot zusammen, legt aber mit seiner Tat den Grundstein zu einem Lauf, der heute noch olympische Disziplin ist. Erstaunlich wenn man bedenkt, dass griechische Meldeläufer i.d.R. weit grössere Strecken zurückgelegt haben.
Aufgaben und Recherchen
Wieso ist die Geschichte Griechenlands wichtig für die Geschichte Europas allgemein?
Welchem Mann verdanken wir wesentliche Erkenntnisse über die Frühgeschichte Griechenlands?
Wer kann als „Vater aller Griechen“ gelten und warum?
Nenne drei Dinge, die die Griechen trotz aller Unterschiede zu „Griechen“ machen. Unter welchem Namen geschieht das? Warum wird Griechenland nie zu einer Einheit?
Eine wichtige Stätte für die Griechen war die Orakelstätte, von denen es verschiedene im Lande gab. Welches war die berühmteste und was wurde dort eigentlich getan?
Erkläre den Begriff „Tyrannis“.
Erkläre den Begriff „Monarchie“.
Erkläre den Begriff „Demokratie“ und leite den Begriff ab!
Nenne fünf wichtige (!) Einrichtungen einer Polis und ihre Funktion!
Erkläre kurz, was es mit dem Marathonlauf auf sich hat. Was ist das Besondere daran? (Überlege dir, wie im damaligen Griechenland Nachrichten verbreitet werden!)