Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/42862

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat, die Massnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um die missbräuchliche Verwendung von Anglizismen oder Amerikanismen in den Texten zu vermeiden, die in der Bundesverwaltung und in den Unternehmungen des Bundes in den Landessprachen verfasst werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bundesverwaltung hat die Aufgabe, ihre Texte in einer klaren, einfachen und möglichst allgemein verständlichen Sprache zu verfassen. Diesem Ziel läuft die unkritische Verwendung von Lehnwörtern, namentlich die zurzeit grassierende Verwendung von Anglizismen und Amerikanismen, die oft nur von bestimmten Personengruppen verstanden werden, zuwider.</p><p>Angesichts dieser Situation hat die Bundeskanzlei im Mai 2001 eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, die Verwendung von Lehnwörtern in den offiziellen Texten des Bundes zu studieren. Diese Arbeitsgruppe hat sich folgende Ziele gesetzt:</p><p>1. Sie will für die Bundesverwaltung Empfehlungen zur Vermeidung von Anglizismen und anderen Lehnwörtern ausarbeiten, ohne dabei jedoch puristische Absichten zu verfolgen. Zudem soll berücksichtigt werden, dass jede Amtssprache ihre eigenen Besonderheiten und Ausdrucksmittel hat und die verschiedenen Sprachgemeinschaften auf Anglizismen und andere Lehnwörter mit unterschiedlicher Sensibilität reagieren.</p><p>2. Sie will das Phänomen der Verwendung von Anglizismen in der Bundesverwaltung weiter verfolgen und eine interaktive Intranet- und Internetseite einrichten und unterhalten. Diese soll dazu dienen, Anglizismen zu sammeln, bei denen sich die Frage stellt, wie mit ihnen umzugehen ist; sie bietet ihren Benutzerinnen und Benutzern die Möglichkeit, ihre Meinungen auszutauschen, und ermöglicht eine weite Verbreitung von Informationen und Wortalternativen mittels einer mehrsprachigen Wortliste.</p><p>Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch der Entwurf des Sprachengesetzes. Dieses soll den Gebrauch der Amtssprachen regeln und statuiert, unter anderem, den Grundsatz, dass der Bund in einer sachgerechten, klaren und auf das Zielpublikum ausgerichteten Sprache kommunizieren muss.</p><p>Zusammenfassend kann man, mit Blick auf laufende Bemühungen innerhalb der Bundesverwaltung und auf das erwähnte Gesetzesprojekt, festhalten, dass die Problematik der Anglizismen erkannt worden ist und damit dem Anliegen des Postulats heute schon Rechnung getragen wird. Die Bundesverwaltung wird auf dem eingeschlagenen Weg fortfahren; sie setzt dabei vor allem auf gute Information und Anregungen und zieht diese einer starren Regelung vor.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.