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Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin
Das Botulinumtoxin ist eine biologische, also natürlicherweise in der Umwelt vorkommende Substanz. Es wird von einem Bakterium, Clostridium botulinum, produziert und gilt als das potenteste natürliche Gift auf der Erde. In den geringen Dosen angewendet führt das Toxin aber nicht zu einer Vergiftung des Körpers, sondern kann bei vielen Erkrankungen, insbesondere des Nervensystems und der Muskulatur, ungemein hilfreich sein. Spritzt man es in einer sehr geringen Dosis in einen verspannten Muskel, blockiert es die Schnittstelle zwischen Nerv und Muskel und löst die Verkrampfung der Muskelfasern.
Seit rund 10 Jahren wird das Botulinumtoxin sehr erfolgreich in der Behandlung von Blasenstörungen eingesetzt, so etwa bei der überaktiven Blase. Die Überaktivität des Blasenmuskels führt zu verstärktem Harndrang, häufigem Wasserlassen und auch zu unwillkürlichem Harnverlust, einer sogenannten Dranginkontinenz. Die Injektionsbehandlung der Harnblase mit Botulinumtoxin ist ein kleiner operativer Eingriff unter örtlicher Betäubung. Die Blaseninnenwand wird zunächst mit Hilfe eines örtlichen Betäubungsmittels unempfindlich gemacht. Während einer Blasenspiegelung wird dann das in Kochsalzlösung aufgelöste Toxin mit einer feinen Injektionsnadel von innen in die Blasenwand gespritzt. Nach fünf bis sieben Tagen entfaltet der Wirkstoff dort seine Wirkung und dämpft den überaktiven Blasenmuskel für bis zu zwölf Monate. Treten wieder Beschwerden auf, kann die Injektion wiederholt werden.