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Forschung aus Sikundur
Vier Forschungsstationen
Unser Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP betreibt vier Forschungsstationen in den für Orang-Utans typischen Lebensräumen auf Sumatra. Die Station in Sikundur wurde vom SOCP im Jahr 2013 in Betrieb genommen. Als damals nach einem geeigneten Standort für eine Forschungsstation gesucht wurde, fiel die Wahl auf eine von der «Leuser International Foundation» aufgebaute und nur noch sporadisch betriebene Station.
Abholzung
Sikundur befindet sich am östlichen Rand des Leuser-Ökosystems. Ein Grossteil des Primärregenwaldes vor Ort fiel in den 1970er- und 1980er-Jahren dem Holzschlag zum Opfer. Glücklicherweise konnte man Ende 1990 bereits eine natürliche Regeneration des Waldes feststellen. Es war aber zunächst unklar, ob der Regenwald in diesem Gebiet auch wieder als Lebensraum für Orang-Utans geeignet sein wird.
Einzigartige Forschungsergebnisse
Anfangs der 2000er-Jahre wurden in Sikundur von Dr. Eva Knop und Dr. Serge Wich interessante Daten erhoben. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen bestätigten, dass Orang-Utans in Gebiete zurückkehren, welche einst vollständig zerstört worden sind – solange ein genügend grosses Nahrungsangebot besteht. Diese Ergebnisse zeigen, welchen Wert die Forschung in Sikundur hat. Bis vor wenigen Jahren fehlte es nämlich an Wissen über das Leben von Sumatra-Orang-Utans in weniger produktiven oder degradierten Landschaften. Auch gab es bisher keine detaillierten Langzeitstudien über Orang-Utans an der Ostseite des Leuser-Ökosystems.
Sikundur war nämlich eine Region, die aufgrund der niedrigen Orang-Utan-Dichte (= wenige Orang-Utans in einem bestimmten Gebiet), der geringen Lebensraumproduktivität (= wenig Nahrung) und der starken menschlichen Besiedlung von der Forschung weitgehend ignoriert wurde. Die Forschenden suchten bisher eher nach Gebieten mit einer hohen Orang-Utan-Dichte, wie Suaq Balimbing – der Standort einer weiteren Forschungsstation von uns – um möglichst viele Daten zu erhalten.