Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/566

Frederick, Lord, brit. Staatsmann, seit dem
Tode seines
Vaters 1790 zweiterGraf von
Guilford,
geb. studierte in
Eton und Oxford
[* 2] und reiste drei Jahre auf dem Festland. Seit 1754 Unterhausmitglied, nahm er
regen Anteil an den
Debatten, wurde 1759 im Schatzamt angestellt, trat unter
Georg III. 1766 in Pitts (s. Chatham) und
Graftons
Ministerium und übernahm 1767 das Schatzkanzleramt. Er zeigte sich den Wünschen des Königs völlig
gefügig, und als das Ministerium 1770 zerfiel, beauftragte ihn
Georg mit der Leitung des neuen, die er zwölf Jahre in der
Hand
[* 3] behielt. Er hielt sich versöhnlicher gegen
Amerika,
[* 4] unterwarf die
Ostindische Compagnie der
Aufsicht der
Krone und erfreute
sich einer entschiedenen Beliebtheit.
Aber der König drängte ihn zu gewaltsamen Maßregeln gegen die amerik.
Kolonien, die sich gegen den von England ihnen auferlegten
Theezoll erhoben. Die Antwort war 1775 der
Ausbruch des
Krieges und die amerik.
Unabhängigkeitserklärung (s.
Vereinigte Staaten von Amerika).
North wollte zurücktreten; nur der Wunsch
Georgs hielt ihn im
Amt, bis er endlich März 1782 der wachsenden
Opposition weichen mußte. Die folgenden Whigministerien Rockinghams und Shelburnes bekämpfte North und schloß mit
dem aus dem
Kabinett geschiedenen extremen
WhigFox eine Koalition, die April 1783 Shelburne verdrängte.
In dem folgenden Koalitionsministerium
Portlands wurde NorthStaatssekretär des Innern; bald aber benutzte
Georg eine von ihm beeinflußte ungünstige
Oberhausabstimmung über die von
Fox vorgelegte Ostindia-Bill, um Dez. 1783 das ihm im höchsten
Grade mißliebige Ministerium
zu entlassen und mit der
Berufung des jüngern Pitt eine neue
Ära zu eröffnen. North starb -
Vgl. außer den Werken
vonLecky und Lord Mahon: Correspondence of
George III. with Lord North (2 Bde., Lond.
1867).