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| Hippolytus von Rom († um 235) - Canones (Canones Hippolyti)

26. Canon. Über die Anhörung des Wortes Gottes in der Kirche und das Gebet in derselben.
Wenn eine feierliche Versammlung des Wortes Gottes wegen vorbereitet wird, sollen Alle ohne Ausnahme eilen, [S. 32] dahin zu kommen, und wissen, daß sie es vielmehr vorziehen müssen, das Wort Gottes zu hören als jede Herrlichkeit dieser Welt zu genießen, und es sich zum großen Schaden anrechnen, wenn sie mal die Noth abhält, das Wort Gottes zu hören. Auch sollen sie sich oft von ihren Geschäften frei zu machen suchen, um in der Kirche zusammen zu kommen, und tapfer den Neid des Feindes austreiben, besonders wenn Jemand in der Wissenschaft erfahren ist. Wenn ein Solcher hört, was er nicht wußte, wird er um so mehr Gewinn haben, denn der Herr ist an dem Orte, wo das Andenken an seine (göttliche) Majestät gefeiert wird, und es steigt der Geist auf die Versammlung herab und gießt über Alle seine Gnade aus. Ist aber ein Mensch schwankenden Herzens unter ihnen, so lehne er sich auf die Übrigen, weil du gehört hast, daß sie beständig im Geiste sind.1 Selbst die zu Hause durch das eigene Nachdenken2 ergriffen werden, erlangen das doch nicht, was sie in der Kirche hören würden. Jeder bemühe sich daher mit dem größten Eifer, die Kirche zu allen Zeiten zu besuchen, wo in ihr Gebete gehalten werden.
1: Philipp. 1, 27.
2: A ratione kann wohl nicht füglich anders wiedergegeben werden.