Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/2722

Der Rock of Cashel mit seiner dramatischen Silhouette von Kirchengebäuden des Mittelalters erhebt sich steil über der fruchtbaren Ebene des Flusses Suir im Herzen von Munster.
Die Ursprünge des Machtzentrums des Rock of Cashel gehen zurück auf das 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. als der Clan der Eoganacht, die Nachkommen von Eogan Mor erstmals in Erscheinung traten. Conall Corc – ein Nachkomme von Eogan Mor – gilt als Begründer des Königtums Cashel. Eogonacht-Dynastien breiteten sich in ganz Munster aus und bis in das 10. Jahrhundert hinein hatten nur Eogonacht-Könige Anspruch auf den Titel als Hoher König. Ein ungewöhnliches Merkmal des Königstums Cashel war, dass eine Reihe seiner Könige auch Geistliche waren.
Laut Ueberlieferung taufte der Heilige Patrick die Enkel von Conall Corc in Cashel. Es wird berichtet, dass sich während der Taufe der spitz zulaufende Bischofsstab des heiligen Mannes in den Fuss von Oengus bohrte, der dies im Glauben, dass es sich um einen wichtigen Teil der Zeremonie handelte, schweigend ertrug.
Im Jahre 1101 übereignete Muircheartach Ua Briain, König von Cashel, den Rock of Cashel der Kirche. Mit diesem klugen Schachzug erhöhte er sein Ansehen als Reformer der Kirche und nahm gleichzeitig seinen alten Feinden ihren angestammten königlichen Sitz.
Im Jahre 1111 wurde Irland zum ersten Mal in territoriale Diözesen aufgeteilt und auf der Synode von Kells 1152 ging aus Rom die Genehmigung ein, vier Erzbistümer einzurichten.
Seit 1111 besass Cashel mit Sicherheit eine grosse Kirche wenn nicht gar eine Kathedrale. Es sind keine Aufzeichnungen über den Bau der Kathedrale bekannt weshalb auf Grund der Architektur das 13. Jahrhundert angenommen wird. Nachdem katholische durch protestantische Bischöfe abgelöst wurden und sich 1750 der Amtsinhaber darüber geärgert hatte, dass er mit seiner neuen Kutsche nicht mehr den steilen Berg hinauf käme wurde der Rock of Cashel endgültig verlassen. Schon vorher machte der Hügel schwere Zeiten durch wobei die Plünderung durch Lord Inchiqin im Auftrag des englischen Parlaments im Jahre 1647 zu erwähnen ist.
Der Status einer Kathedrale wurde an die in der Stadt gelegene St. John übertragen und die alte Kathedrale zerfiel. 1848 fiel das Dach in sich zusammen. Ebenso ein Teil des Wohnturms.
Der Rundturm als ältestes Gebäude auf dem Felsen ist datiert auf das Jahr 1101. Rundtürme waren meistens frei stehende Glockentürme welche zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert gebaut wurden. Sie stehen nur an wichtigen Kirchen und ihr Eingang liegt häufig gegenüber dem Westtor.
Der Rundtum von Cashel ist 28 Meter hoch und bis hinauf zu einem kegerlförmigen Steindach vollständig erhalten. Sein Rundbogentor befindet sich in beträchtlicher Höhe über dem Boden und hatte hölzerne Plattformen die durch Leitern verbunden waren. Auf der obersten Plattform befanden sich die Glocken und vier gleichmässig grosse, oben dreieckig zulaufende Fenster.