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Planerische, ökonomische und soziologische Untersuchung des Carreiseverkehrs und Konzepte für einen Standortentscheid.
Der Carparkplatz am Sihlquai Ende der 90er-Jahre.
Der Carparkplatz in Zürich ist einer der interessantesten Orte der Stadt. Bis 1980 hielten die Cars vor dem Opernhaus. Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung des Opernhauses wurde ein Ersatzstandort gesucht und vor einem leerstehenden Gewerbegebäude am Anfang der Limmatstrasse gefunden. Die Opernhaussanierung löste die Jugendproteste 1980 aus und führte zur Besetzung des leer stehenden Gebäudes in dem sich dann bis 1982 das Autonome Jugendzentrum AJZ befand. Nach seiner Schleifung erhielt der Carparkplatz seine heutige Grösse. Das ständige Provisorium an prominenter Lage geriet in der Folge durch grosse Pläne für Bahnhofsausbauten immer wieder unter Druck.
Um einen definitiven Standort für den Carreiseverkehr in Zürich vorschlagen zu können, erhielt Archipel vom Tiefbauamt den Auftrag die Funktion und Bedeutung des Carreiseverkehrs zu erheben und Anforderungen an Ersatzstandorte zu definieren. Bald zeigte sich, dass der Carreiseverkehr ein dunkler Fleck in der zürcherischen Tourismuslandschaft ist. Archipel befragte Carunternehmungen und Reisende, analysierte Fahrpläne, schätzte Frequenzen, Umsätze und Umweltauswirkungen. Aus dieser Grundlagenstudie ergaben sich Folgeaufträge für die Suche nach alternativen Standorten.
Eine Erkenntnis der Studien war, dass sich seit der Inbetriebnahme der S-Bahn die Verkehrsbeziehungen im Grossraum Zürich so zu verändern begannen, dass alternative Standorte für den Carreiseverkehr durchaus denkbar wären.
Die intensive mehrjährige Beschäftigung mit einem ephemeren und ungeliebten Element der städtischen Infrastruktur schärfte unser Verständnis für Stadtentwicklungsprozesse und die komplexen Verknüpfungen zwischen Politik, Planung und Verkehr.
Faltblatt Car-Umsteigeanlage Bahnhof Altstetten als PDF (658 KB)