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Im Dorfzentrum an der Poststrasse gelegen. Zur Klosteranlage gehören die Klosterkirche, das Konventsgebäude und die von der Klostermauer umfriedete Gartenanlage, insgesamt ein Areal von 42.50m x 35.50m. Zusammen mit dem Schloss bildet die Kirche des Frauenklosters eine markante Häusergruppe am Rand des historischen Dorfkerns.
Auf dem abgewalmten Satteldach der Kirche sitzt ein achteckiger Dachreiter gekrönt von einer Halbfigur Maria im Strahlenkranz aus dem Jahre 1620. Die Klosterkirche ist nach Osten ausgerichtet und entspricht in der räumlichen Anordnung den Baugewohnheiten der Schweizer Kapuzinerprovinz. Abweichend sind lediglich der polygonale Chorabschluss und der Einbau der hölzernen Empore aus den 1650er Jahren. Die Orgel aus den Jahren 1925/26 stammt von Kuhn AG in Männedorf. Der Tabernakel stammt von Peter Tannheimer. Die Kirche hat neben der Empore 120 Sitzplätze.
Die Glocke wurde im Jahre 1895 von Jakob Egger in Staad gegossen.
Geschichte
Bereits im Spätmittelalter gab es eine Schwesterngemeinschaft in Appenzell. Deren Gebäude lag auf dem Areal des Friedhofs. Beim Dorfbrand von 1560 wurde es ein Raub der Flammen. Trotz Wiederaufbau des Schwesternhauses löste sich die Gemeinschaft 1583 auf. 1613 erfolgte im Geist der Tridentinischen Reform eine Neugründung als Kapuzinerinnenkloster. Zunächst wohnten die Schwestern im „Schloss“. 1618-1620 wurde auf dem angrenzenden Grundstück die erste Klosterkirche im Spätrenaissancestil erbaut. Federführend waren die Misoxer Meister Giovanni Altern und Andrea Toscano. Der angrenzende Klosterbau erfolgte 1680-82.
Renovationen des Klosters erfolgten in den Jahren 1833, 1860-1866 und 1889-1893. Im 19. Jahrhundert wurde das Innere der Kirche mehrfach verändert. Die Innenrenovation von 1967/68 unter August Inauen und der Oberaufsicht der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege verfolgte zwei Ziele: Anpassungen an die Leitgedanken des II. Vatikanischen Konzils sowie die Rückgewinnung des ursprünglichen Raumcharakters.
Seit der Aufhebung der Klostergemeinschaft im Jahr 2008 wird die denkmalgeschützte Anlage inklusive Klostergarten und -laden von der Stiftung Kloster Maria der Engel betrieben. Das Klostergebäude dient aktuell als Pilgerherberge und Gästehaus. Seit 2021 läuft eine Spendensammlung für eine Totalsanierung der Anlage.
|offen
|Das Kloster ist tagsüber geöffnet
|Bezirk
|Appenzell
|Eigentümer
|Stiftung Kloster Maria der Engel, Poststrasse 7, Appenzell
|Besonderes
|Regelmässig Gottesdienste. Klosterladen mit Produkten aus dem Klostergarten. Übernachtungsgäste werden in der Klosterherberge willkommen geheissen.