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Kilchberger: Archiv 1996 bis 2002
Als Favoriten galten die Nordost- und Innerschweizer, am Abend des 1. September 1996 jubelten jedoch die Berner. 13 Jahre nach seiner Schlussgangteilnahme am Eidgenössischen in Langenthal liess sich Niklaus Gasser als Kilchberger Sieger feiern. Dies bedeutete den ersten Berner Triumph seit Hans Münger 1957. Der Erfolg der Mutzen erstaunte umso mehr, weil sie mit Silvio Rüfenacht und Adrian Käser auf zwei Zugpferde verzichten mussten.
Niklaus Gasser bezwang im Anschwingen den Muotathaler Heinz Suter, ehe er gegen Eugen Hasler als Verlierer vom Platz musste. Mit zwei weiteren Erfolgen über Bertrand Egger sowie André Riedo verblieb der Oberaargauer im Rennen. Vor dem Ausstich lag Gasser gemeinsam mit seinem Oberländer Weggefährten Christian von Weissenfluh an zweiter Stelle, 0,25 Punkte hinter dem führenden Schaffhauser Urs Bürgler.
Erfolgreiche Revanche
Die Glanzleistung gelang dem Berner Altmeister im fünften Gang, indem er den amtierenden Schwingerkönig Thomas Sutter besiegte. Dabei nahm Gasser am Appenzeller erfolgreich Revanche für die Niederlage, die er am Eidgenössischen 1995 in Chur im siebten Gang bezog.
Im Schlussgang traf Gasser auf den um sieben Jahre jüngeren Nordwestschweizer Rolf Klarer. Der Baselbieter bezwang im fünften Gang Christian von Weissenfluh, derweil Urs Bürgler die Führung durch einen Gestellten gegen Eugen Hasler abtreten musste. In einem Endkampf, der hin- und herwogte, siegte Gasser 30 Sekunden vor Ablauf der Zeit des auf 15 Minuten angesetzten Schlussganges mit seinem berühmten Kurz.
Während die als Favoriten angetretenen Innerschweiz ihren besten Mann – Eugen Hasler – nur auf Rang vier brachten, blieb den Nordostschweizern in Person von Urs Bürgler immerhin der Ehrenplatz. Dahinter klassierten sich mit Res Hadorn und Christian von Weissenfluh zwei weitere Berner. Eugen Hasler sah sich mit drei Gestellten konfrontiert. So auch im Anschwingen gegen Thomas Sutter, in der Wiederholung des Schlussganges von Chur.
Nordostschweizer Triumphzug
Sechs Jahre später, am 1. September 2002, dominierte erneut der Regen. Dies hatte zur Folge, dass nicht pünktlich zum ersten Gang begonnen werden konnte und die Mittagspause sich um 20 Minuten nach hinten verschob.
Auf dem Platz gaben zwei Nordostschweizer den Ton an: Christian Vogel und Jörg Abderhalden. Vogel legte Stefan Strebel, Gregor Rohrer und Christian Dick auf den Rücken. Jörg Abderhalden setzte sich gegen Daniel Odermatt, Jörg Käser sowie Roger Brügger durch. Christian Vogel setzte seinen Siegeszug im vierten Gang gegen Daniel Lüthi fort. Jörg Abderhalden musste in einem unterhaltsamen Duell beim Gestellten gegen Matthäus Huber erstmals Punkte abgeben.
Daniel Odermatts Husarenstück
Im fünften Gang wurde Christian Vogel der um 1,25 Punkte hinter ihm liegende Nidwaldner Daniel Odermatt zugeteilt. Dieser witterte seine Chance und bezwang den bis dato führenden Zürcher. Damit stand Odermatt anstelle von Vogel im Schlussgang. Jörg Abderhalden kam gegen Thomas Zindel zu seinem vierten Sieg. Im Schlussgang liess der Schwingerkönig von 1998 in Bern nichts mehr anbrennen. Obwohl Abderhalden ein Gestellter zum Festsieg genügt hätte, wollte er auch den letzten Gang gewinnen. Einen Kurz/Lätz-Angriff Odermatts konterte Abderhalden in der dritten Minute mit Kreuzgriff zu seinen Gunsten.
Nordostschweizer Doppelsieg
Arnold Forrer sorgte für einen Toggenburger Doppelsieg. Nach einem resultatlosen Auftakt gegen Heinz Suter gewann der amtierende Schwingerkönig drei Duelle, so auch im vierten Gang gegen den Innerschweizer Hoffnungsträger Martin Grab. Eine mögliche Schlussgangteilnahme sah Forrer durch eine Punkteteilung gegen Roger Brügger entschwinden. Im letzten Gang bettete Forrer den Emmentaler Franz Schlüchter ins Sägemehl. Martin Grab, Saisondominator und Siger an den Bergfesten auf dem Brünig, der Rigi und der Schwägalp, kam dank zwei Zehnern im Ausstich gegen Edi Philipp und Markus Thomi noch auf Rang drei.