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Kinder werden in ihrer Entwicklung durch zwei Faktoren geprägt: Die Gene, die sie erben, und die Erfahrungen, die sie in sehr jungen Jahren mit ihren Bezugspersonen machen. Die Neurobiologie hat im Gehirn in jüngster Zeit Hinweise gefunden, dass das Verhalten der Eltern grossen Einfluss auf die Ausreifung des kindlichen Gehirns hat. Dazu gehört auch die spätere Fähigkeit, Stress zu regulieren. Durch Bindungserfahrungen entsteht Oxytocin, ein Stoff, der Stresshormone hemmt. Hat der Fötus oder der Säugling Stress, weil die Mutter während der Schwangerschaft oder kurz danach grosse Belastungen erlebt, dann wirkt sich das auf die Zahl der Rezeptoren für Hormone wie das Stresshormon Cortisol und das Sozialhormon Oxytocin aus. Dies hat langfristige Wirkungen: Entwickelt ein Kind in der frühen Kindheit ein weniger gut funktionierendes Oxytocin-System, hat es meist auch als Erwachsener schlechtere Chancen, sein eigenes Stresssystem zu dämpfen.
Feinfühlige Eltern sind für ein Kind im ersten Lebensjahr die allerbeste Burnout-Prophylaxe. Ein Kind, das bereits im Bauch der Mutter mit hohem Cortisolpegel leben musste, kommt mit überschiessendem Temperament zur Welt. Es benötigt ganz besonders einfühlsame Bezugspersonen, die mit grosser Geduld auf das Kind eingehen und mit erheblicher Oxytocin-Ladung tröstend auf sein Stresssystem einwirken.
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