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Veröffentlicht am 18. Juni 2012 von Eddie Brand0
Molyneux über Microsofts ausbleibende Bewerbung des PCs als Spieleplattform
In einem Interview mit Games Industry mockierte sich Haudegen Peter Molyneux über das auch an der E3 gänzlich ausbleibende Werben von Microsoft für den PC als Spieleplattform. Das Grundgerüst, d.h. die Hardware und das Windows-Betriebssystem, sei milliardenfach vorhanden, es gäbe immer mehr PC-Spieler und sämtliche Demos der Xbox 360-Spiele würden während der Show auf dem PC laufen, weil sie dort schlicht besser aussehen – dennoch habe es nicht ein Wort zugunsten der Plattform gegeben.
Einerseits ist diese Aussage damit zu relativieren, dass ein aktuelles Windows und PCs an sich keine Werbung benötigen, da beides sozusagen zur Grundausstattung des modernen Haushalts gehören, während Konsolen und deren neue Technologien wie das SmartGlass eben völlig eigenständige, zusätzliche Produkte darstellen, die aktiv beworben werden müssen. Es wäre schlicht kontraproduktiv an einer solch einflussreichen Messe zu konstatieren, dass alle Spiele auf dem PC besser aussehen, anstatt neue Hardware und die Spiele selbst zu bewerben.
Anderseits erscheint die Aussage insofern interessant, als heutzutage die Konsolen auf einem dermassen kostenintensiven technischen Niveau gefertigt werden, dass es sehr schwierig ist, in diesem Bereich als Hardware-Hersteller schlussendlich kein horrendes Verlustgeschäft einzufahren. Gleichzeitig bieten Handys und der PC – die schon allein aufgrund ihrer inzwischen essentiellen Primärfunktionen gekauft werden – nebenbei zusätzlich kostengünstiger Spiele an und bedürfen dafür keiner zusätzlichen Hardware, oder im Falle des PCs der Beschaffung leistungsstärkerer Komponenten, um ihn von einem handelsüblichen Arbeitsrechner in einen Gaming-PC zu verwandeln. Die gegenüber Konsolen relativ offene Modularität von Desktop-Computern ermöglicht ausserdem kontinuierlicheren technologischen Fortschritt, was eine tendentiell höhere Aufrüstfrequenz bewirkt und ein technisches Grundverständnis voraussetzt. Trotzdem ist eine Aufrüstung des Heimrechners inzwischen nicht wesentlich teurer als die Beschaffung einer neuen, zeitgemässen Konsole.
Im Endeffekt jedoch bleibt es ungeachtet dieser Annäherung bezüglich Kosten und Funktionen eine Frage des Know-hows für die Hardware-Installation und der Geduld für Problembehebungen. Da Spiele nunmal für die meisten in erster Linie ein Mittel zur Entspannung bedeuten, wird dies der überwiegenden Mehrheit der Videospieler auch weiterhin Grund genug sein, der Plattform PC diesbezüglich fernzubleiben. Als PC-Spieler würde ich mich natürlich über mehr Werbung freuen, aber aus der pragmatischen Perspektive erscheint es völlig legitim, dass Microsoft den Heimrechner an der E3 nicht promotet.