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Bei einem ehemaligen Hufrehepferd muss das ganze Leben auf die Fütterung geachtet werden. Es ist darauf zu achten, dass das Pferd jeden Tag das gleiche Futter - in den gleichen Mengen - verabreicht bekommt. Sollte dennoch eine Umstellung auf ein anderes Futter nötig sein, muss dieses sehr langsam angewöhnt werden.
Begonnen wird dabei mit ganz kleinen Mengen, welche alle 3-4 Tage bis zur geplanten Endmenge gesteigert werden. Dabei ist auf gute, aber energiearme Futterqualität zu achten. Dem Pferd sollten auch nicht zu viele Zusatzfutter verabreicht, und diese nicht gemischt werden. Dies könnte sonst schnell die Darmflora durcheinanderbringen was einen erneuten akuten Hufreheschub begünstigen würde.
Hier gilt die Regel: Weniger ist mehr.
Folgendes Futter ist für ein ehemaliges Hufrehepferd bedenkenlos:
Belohnungen für das Pferd für geleistete Arbeit oder zur Begrüssung:
Hier empfiehlt sich ein Apfel oder Apfelschnitze frisch oder getrocknet. Auch "Guddelis" ohne Zusatzstoffe wie beispielsweise Minze, Karotten, Bananen usw. können dem Pferd gefahrlos verabreicht werden.
Auch hier gilt: Weniger ist mehr.
An Ruh- und Feiertagen, an welchen das Pferd nicht gearbeitet wird, empfiehlt es sich, die Belohnungen ins Futterprogramm einzubauen. Auf keinen Fall sollte laufend die Art der Belohnung geändert werden. Je weniger Abwechslung ein Pferd bei der Fütterung bekommt, desto besser ist seine Verdauung.
Die Verfütterung eines Mash ist nie verkehrt, da es Darm und Magen schmiert.
Ein Salzleckstein sollte dem Pferd immer zur Verfügung stehen. Die Ausnahme gilt hier bei Stuten mit säugendem Fohlen bei Fuss. In diesem Falle ist der Salzleckstein derart zu platzieren, dass das junge Fohlen nicht an den Leckstein herankommt.
Folgende Futtermittel sind fur ein ehemaliges Hufrehepferd Zeit seines Lebens verboten:
*) Zum Thema Karotten folgende Randnotiz
Als wir den Betrieb unserer Station für hufkranke Pferde im Jahre 2002 aufgenommen haben, mussten wir nach den Wochenenden immer wieder feststellen, dass Hufrehepferde, welche eine akute Hufrehephase durchstanden haben, plötzlich zum Wochenbeginn Anzeichen eines erneuten akuten Hufreheschubes zeigten. Lange Zeit wussten wir nicht, warum gerade nach den Wochenenden urplötzlich solche Probleme auftraten.
Erst mit der Zeit haben wir festgestellt, dass über das Wochenende durch die Pferdebesitzer grosse Mengen an Karotten an die betroffenen Pferde verfüttert wurden. Es hat sich gezeigt, dass Karotten die Eigenschaft haben, schlagartig einen erneuten akuten Hufreheschub auslösen zu können.
Weder Biologen, Tierärzte noch andere Futterfachleute konnten uns erklären, warum Karotten eine Entzündung wieder aufflammen oder fördern können.
Aufgrund der vorliegenden Situation wurde bei uns ein Karottenverbot eingeführt. Seit der Einführung dieser Massnahme wurden nach den Wochenenden keinerlei Unregelmässigkeiten mehr verzeichnet.
Der Markt bietet ferner eine grosse Auswahl Futtermitteln an, in welchen Karottenschnitzel enthalten sind. Auch solche Produkte stellen eine Gefahr für ehemalie Hufrehepferde dar.
Für ehemalie Hufrehepferde verbotene Futtermittel
Nachstehende Futtermittel sollten ganz abgesetzt oder nur dann verfüttert werden, wenn eine langsame Angewöhnungszeit sichergestellt ist:
Der Weidegang im Frühjahr
Das Anweiden im Frühjahr sollte nicht zu früh beginnen. Lieber etwas zuwarten und langsam beginnen. Das Pferd sollte nicht sofort - wenn das erste Gras spriesst und grünt - ausgelassen werden.
Beim Anweiden mit ca. 5-10 Minuten (1-2mal täglich) beginnen und im Abstand von 3-4 Tagen die Zeit entsprechend verlängern. Kann es vom Betriebsablauf eingerichtet werden, sollte das Pferd erst nach 12.00 Uhr auf die Weide gelassen werden. Nach der Anweidung ist darauf zu achten, dass das Pferd täglich Weidegang erhält. Pausen infolge Schlechtwetter sind unbedingt zu vermeiden.
Gefährlich ist gefrorenes Gras oder das Weidenlassen von Pferden im Frühling oder Spätherbst, bei sehr kalten oder sonnigen Tagen.
Die Problematik von frisch geerntetem Heu und Gras – Hufrehegefahr
Der guten Ordung halbert möchten wir alle Pferdebesitzer auf die Problematik von frisch geerntetem Heu aufmerksam machen. Frisch geerntetes Heu beginnt in der ersten Phase zu "schwitzen" - sprich macht einen Gärungsprozess - durch, sofern das Heu bei der Ernte eine Restfeuchte von mehr als 15% aufweist. Gerade in dieser Phase vermehren sich Bakterien und Keime wegen des geradezu idealen Klimas (feucht/warm) sehr stark.
Es ist unschwer abzusehen, was eine solche Mischung von „Pferdefutter“ in einem Pferdemagen auslösen kann. Gaskoliken – aufgrund der explosionsartigen Vermehrung der angesprochenen Bakterien und Keime im Magen/Darmtrakt des Pferdes - können die Folge sein. Nicht selten führt dieses Unverständnis zum Tod eines Pferdes. Wir geben ferner zu bedenken, dass eine solche Kolik – sofern das Pferd die ganze Tortur überlebt - letztendlich auch zu einer Hufrehe führen kann. Eine für jede Equidenart lebensbedrohliche Situation!
Achten Sie deshalb darauf, dass frisch geerntetes Heu unbedingt 6-8 Wochen vor der Verfütterung gelagert werden sollte. Bei Grossballen ist diese Zeitspanne aufgrund der hohen Verdichtung des Heues unter Umständen erheblich zu verlängern – da die „Ausschwitzphase“ mehr Zeit benötigt.
Auch frisch gemähtes Gras unterliegt einem Gärprozess. Geben Sie deshalb ihrem Pferd nur kleine Mengen an frischem Gras, welches das Tier auch sofort „verfuttern“ soll. Grössere Mengen frischen Grases – ungefressen in der Boxe liegengelassen - bilden wiederum die Voraussetzung dazu, dass infolge des eintretenden Gärprozesses die Gefahr einer Kolik und/oder die Hufrehegefahr von Stunde zu Stunde ansteigt.
Es versteht sich von selbst, dass schlecht riechendes, graues oder mit Schimmel durchsetztes Heu nicht verfüttert werden darf. Hier nützt auch das Aufschütteln mit der Gabel und Liegenlassen an der Luft nichts. Solches „Futter“ muss auf jeden Fall entsorgt, und darf auf keinen Fall verfüttert werden, ohne dabei unter Umständen schwere gesundheitliche Folgen der so „versorgten“ Tiere in Kauf nehmen zu müssen.
Beim Tierarztbesuch ist Vorsicht geboten
Bei Tierarztbesuchen und der Verabreichung von Medikamenten ist unbedingt daran zu denken, das man ein ehemaliges Hufrehepferd vor sich hat. Die Medikamentenverabreichung ist mit dem Tierarzt inbezug auf ein Hufreherisiko abzusprechen. Besondere Vorsicht ist bei der Verabreichung von Cortison geboten - mit der Ausnahme von cortisonhaltigen Augensalben.
Cortisonhaltige Medikamente können schlagartig einen neuen akuten Hufreheschub auslösen und sollten nur in Notfällen eingesetzt werden. Muss trotzdem auf diese Massnahme zurückgegriffen werden, sollten propylaktisch die Hufe des betroffenen Pferdes über 3-4 Tage mit Eis gekühlt werden (Kryotherapie). Es empfiehlt sich, die Hufe des Pferdes während einer längeren Zeitspanne im Auge zu behalten und regelmässig zu kontrollieren.