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Das Luzerner Weinjahr 2022 zählte wettermässig zu den besten. Der trockene und warme Sommer liess die Trauben früh und voll ausreifen. Die Ernte ist mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr und mit 517 Tonnen nur unwesentlich tiefer als im Rekordjahr 2018. Das Potenzial für einen Spitzenjahrgang ist vorhanden.
Für die Luzerner Winzerinnen und Winzer verlief das Weinjahr 2022 wettermässig ideal. Nur der starke Hagelschlag im Vorjahr führte zu einem lückenhaften Austrieb. Nach einem milden Winter und einem schönen und trockenen Frühjahr begann die Blüte bereits Ende Mai, drei Wochen früher als im 2021. Die Hagelschläge im Sommer führten in einzelnen Lagen, insbesondere um den Pilatus, zu Schäden an den Trieben und Trauben.
Der Pflanzenschutz war kein grosses Problem in diesem Jahr, Krankheiten wie Echter und Falscher Mehltau fanden keine guten Bedingungen vor. Der Herbst blieb trocken und mehrheitlich schön. Einzig die letzte Woche September brachte überdurchschnittlich viel Regen. Der Oktober war wiederum warm und trocken. Die noch hängenden Trauben konnten, unterstützt durch kühle Nächte, ideal ausreifen.
Potenzial für einen Spitzenjahrgang
Die Lese begann am 26. August und endete am 7. November mit der Ernte von Wintertrollen, den Trauben aus Seitentrieben. Sie verlief infolge gesunder Trauben speditiv und fand bei besten Bedingungen statt. Ende September war ein Grossteil der Trauben gelesen. Bei der Sorte Pinot Noir (Blauburgunder) wurden im Durchschnitt 95 Grad Oechsle und bei der Sorte Riesling-Silvaner 79 Grad Oechsle gemessen.
Den höchsten Wert erreichte einmal mehr die robuste Frühsorte Solaris mit 100 Grad Oechsle. Die Mehrheit der Sorten erreichte Werte von über 90 Grad Oechsle. Die gemessenen Zuckergehalte waren im Durchschnitt nur in den Ausnahmejahren 2003 und 2018 höher. Durch den hohen Reifegrad, die guten Säurewerte und die ausgeglichene Reife ist das Potenzial für einen Spitzenjahrgang gegeben.
Hohe Erntemengen
Geerntet wurden rund 517 Tonnen Trauben. Das sind 663 Gramm pro m² und eineinhalbmal so viel wie der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Der Anteil der geernteten weissen Trauben ist mit 296 Tonnen deutlich höher als jener der roten Trauben mit 221 Tonnen. Die Höchstmengen für die AOC-Weinernte im Kanton Luzern wurde bei den roten Sorten auf 1000 g/m² und bei den weissen Sorten auf 1200 g/m² festgelegt.
96 Prozent der Ernte wurde zu Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung «AOC Luzern» verarbeitet, der Rest ist «Schweizer Landwein». Der Markt wird nach der tiefen Vorjahresernte diese grosse Menge Wein verkraften können, wenn die Nachfrage nach lokalen Weinen weiter so gut bleibt.
Die Weinlesekontrolle der Dienststelle Landwirtschaft und Wald erfasste 58 Sorten auf einer Fläche von 79 Hektaren. 34 Prozent der Rebfläche wird mit PIWI-Sorten (pilzwiderstandsfähig) und 16 Prozent nach den Richtlinien des biologischen Landbaus bewirtschaftet. Erhoben wurden 55 Weinbaubetriebe.