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Dachten Sie auch, dass Schildkröten ihren Panzer als Schutz gegen Räuber entwickelten? Das stimmt so nicht. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Panzer aus einem anderen Grund gebildet wurde.
Eine neue Studie, die im Journal „Current Biology“ publiziert wurde, soll den wirklichen Grund für die Entwicklung des Schildkrötenpanzers herausgefunden haben. Er soll nicht als Schutzschild gegen Räuber entwickelt worden sein, sondern aufgrund der Grab-Tätigkeiten der Schildkröten.
Um das Graben zu vereinfachen, haben sich womöglich die Rippen ausgeweitet und sind zu einem Schild verschmolzen. Dass es auch gleich als Schutz gegen Feinde fungiert, ist eher ein netter Nebeneffekt. Die Urahnen der heutigen Schildkröte, Eunotosaurus africanus, gruben sich in die Erde um den harschen Bedingungen der Süd-Afrikanischen Umgebung, wo sie lebten, zu entfliehen, so Tyler Lyson, Hauptautor der Studie.
Aus den aktuellen und fossilen Schildkröten folgerten die Forscher, die unter anderem auch von der Universität Zürich sind, dass die Ausweitung der Rippen der erste Schritt zur Panzerbildung war. Da diese Entwicklung wesentliche Auswirkungen auf die Fortbewegung und Atmung hatte, konnten die Forscher nicht nachvollziehen, welchen Vorteil die Rippenausweitung brachte. Denn der Körper wird steifer, die Bewegungen langsamer, die Schrittlänge kürzer und es stört die Atmung.
Der Durchbruch kam mit dem Fund von 260 Millionen Jahre alten Fossilien der „Proto-Schildkröte“ Eunotosaurus africanus im Karoo-Becken in Südafrika. Dabei wurde das wichtigste Exemplar von einem achtjährigen Jungen auf der Farm seines Vaters gefunden. Das 15 Zentimeter grosse Fossil hat ein noch gut erhaltenes Skelett mit Händen und Füssen.