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Das 1989 eröffnete Museum ist im ehemaligen Sekunderschulhaus von Curio untergebracht und zeigt eine Sammlung zahlreicher Dokumente zu Kultur und Geschichte des Malcantone.
Zur Zeit läuft ein komplexes Forschungsprojekt, das sich mit der Tessiner Architektur und dem Tessiner Handwerk in den vergangenen Jahrhunderten befasst. Gerade auf diesem Gebiet brachte der Malcantone einige der grössten Leistungen hervor, wie das Werk des berühmten Architekten Domenico Trezzini aus Astano und anderer nach Russland ausgewanderter Künstler beweist. An diesem Projekt beteiligen sich auch andere Institutionen, die aus dem Tessin und ausserhalb des Tessins stammen. Die ständige Ausstellung, die in zwei grossen und vier kleinen Sälen untergebracht ist, nimmt das ganze Erdgeschoss ein. Die erste der beiden grossen Säle ist der bäuerlichen Kultur gewidmet.
In einer raschen, aber wirkungsvollen Synthese werden Beschäftigungen und Lebenssituationen der Bevölkerung des Malcantone bis um die Mitte des 20. Jahrhunderts gezeigt: Jagd, Fischerei, Landwirtschaft, Handwerk, Viehzucht, Weinbau, verschiedene Bräuche und Traditionen.
Im zweiten grossen Saal sind die “Tavole del tempo” (Zeittafeln) untergebracht, eine originelle Komposition von Bildern, die in drei Ebenen über eine Länge von gut sechzehn Metern in Form von Übersichtstafeln angeordnet sind. Diese Tafeln erlauben es dem Besucher, die Entwicklung der Region Malcantone zeitlich zu situieren und räumlich zu visualisieren.
Die vier kleinen Säle sind den Themen Wohnen - die Küche als Herz des Hauses - Religion (die Pfarreien des Malcantone stellen abwechselnd Kirchengeräte, Paramente und Dokumente aus) und Auswanderung gewidmet. Hier sind, neben Architekten, Städtebauern und Graveuren von Weltruf - es seien, stellvertretend für alle, nur Domenico Trezzini und Giacomo Mercoli genannt - die bescheideneren Berufe dargestellt: Gipser und Stukkateure, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in den Zeichenschulen von Curio und Breno ausgebildet wurden, und Kalkbrenner, die zu den meistverbreiteten Berufen unter den saisonalen Auswanderern des Malcantone gehörten.
Öffnungszeit: Wegen Restaurationsarbeiten am Gebäude geschlossen. Beschränkte Museumsbesuche für Einzelne oder Gruppen auf Anfrage möglich.
Tags: deutsch