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1000 – Antananarivo
Zentrum und Hauptstadt Madagaskars ist Antananarivo. Nach wie vor.
Renivohitra wird die Stadt auch genannt, Bauch der Mutter. Tatsächlich ist Antananarivo eine Stadt, (früher) eine Provinz und kurzum das Zentrum Madagaskars.
Historisch waren die drei Hügel unbedeutend. Doch der junge Lokalfürst Andrianampoinimerina, der auf dem 20 km entfernten Hügel Ambohimanga sass, strebte nach Macht, Einfluss und territorialer Ausdehnung. Das gelang ihm durch Diplomatie, Krieg und Polygamie: er heiratete die Töchter anderer Fürsten. Schliesslich wechselte er seinen Wohnsitz zu den drei blauen Hügeln namens Analamanga. Seither ist Antananarivo das Zentrum der madagassischen Welt.
Auch die Franzosen konnten daran nichts ändern. Der Namensänderung in Tananarive genügte nicht. Kaum war der nationalistische Diktator Ratsiraka an der Macht, änderte er koloniale Ortsnamen und aus Tananarive wurde Antananarivo. Die Bevölkerung nennt den Ort einfach Tana.
Vor hundertfünfzig Jahren bestand die Siedlung und mithin die Hauptstadt des Merina-Reiches aus ein paar Dörfern rings um die Hügelkuppe, auf deren Spitze der Palast stand. Aus den Dörfern wurden heutige Quartiere. Die Stadt ufert mehr denn je aus und frisst sich hinein in die ehemaligen Sümpfe und Reisfelder.
Heute hat Antananarivo drei Millionen Einwohner und zählt man die Agglomeration dazu, sind es eher fünf Millionen. Kolonialfrankreich wollte keine Dezentralisation und den madagassischen Präsidenten gelang es nicht, die zentrale Funktion von Antananarivo zu brechen.
Heutzutage gibt es 23 Regionen statt 6 Provinzen. Es gibt sechs internationale Flughäfen und mehr Universitäten als Finanzierungen. Doch in Antananarivo wird nach wie vor die Geige gespielt.