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Kürzlich habe ich einen spannenden Artikel zum Thema Lügen und Vertrauen gelesen. Der Sprachwissenschaftler Lakoff erklärt aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive, was es mit den Lügen von US-Präsident Trump auf sich hat. Trump wird fast täglich dabei ertappt, dass seine Äusserungen nicht den Fakten entsprechen. Obwohl also klar ist, dass er lügt, hat dies keine Folgen für die Person Trump in der Rolle des Präsidenten der USA. Warum nicht? Lakoff schreibt, dass es eben keine Rolle spielt, ob die Äusserungen von Trump den Fakten entsprechen oder nicht. Dies deshalb, weil er sich in der Rolle als Führer der Nation sieht, und nicht als Experte, der wegen seines Fachwissens und Könnens als Präsident qualifiziert ist. Weil die AnhängerInnen von Trump ihm als Autoritätsfigur und nicht als Experte vertrauen, hat die Kritik von Fachleuten und Experten auch keine Auswirkungen. Trump ist sich der Kraft der Sprache bewusst: so verneint er z.B. den Klimawandel nicht nur in seinen Voten, er verbietet den Gebrauch des Worts «Klimawandel» in sämtlichen Berichten und Dokumenten der öffentlichen Verwaltung.
Die Entwicklung, dass die Glaubwürdigkeit von Aussagen nicht von Fachwissen und Können abhängt, sondern von der Autorität der Person, gibt es auch bei uns. Dies ist besorgniserregend, gerade auch im Hinblick auf unsere Abstimmungen und Wahlen. Als Wählerin gibt es für mich nur etwas: Bevor ich eine wichtige Aussage glaube, prüfe ich nicht nur, wer sie äussert, sondern auch auf welchen Quellen und Fakten sie beruht. Das schafft Vertrauen.
Melanie Mettler
GLP-Stadträtin