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The Last Emperor
Regie: Bernardo Bertolucci
Darst.: John Lone, Joan Chen, Peter O’Toole, Ying Ruocheng, Victor Wong, Ryūichi Sakamoto, Maggie Han, Ric Young, Vivian Wu, Cary-Hiroyuki Tagawa u.a.
In einem bildgewaltigen Monumentalepos rollt Bernardo Bertolucci die bewegte Lebensgeschichte von Pu Yi auf, des letzten Kaisers von China, der vom Himmelssohn zum Sohn des Volkes umerzogen wurde. Als Zweijähriger wird Pu Yi zum Kaiser gekrönt, mit sechs Jahren muss er bereits abdanken, da 1912 in China die Republik ausgerufen wird. Für Pu Yi ändert sich vorerst nichts. Mit seinem Hofstaat lebt er weiterhin in der Verbotenen Stadt; seine einzige Verbindung zur Aussenwelt ist sein schottischer Lehrer Reginald Johnston. 1924 verliert Pu Yi endgültig den Kaisertitel und wird aus dem Palast verjagt. Mit seinen Ehefrauen flüchtet er in die in japanischem Hoheitsgebiet gelegene Hafenstadt Tianjin. Dort führt er das Leben eines westlichen Playboys und lässt sich 1932 von den Japaner:innen zum Kaiser des Marionettenstaates Mandschuko ausrufen. Auf der Flucht gerät er in russische Kriegsgefangenschaft und wird fünf Jahre später nach China ausgeliefert. Als Verräter und Konterrevolutionär wird er in ein Umerziehungslager gebracht und nach seiner Wandlung zum «neuen Menschen» begnadigt. Er darf nach Peking zurückkehren und fristet bis zu seinem Tod 1967 ein bescheidenes Dasein als Gärtner. Bertoluccis in jeder Hinsicht spektakuläres Historiendrama – als erste westliche Produktion erhielt «The Last Emperor» eine Drehgenehmigung für die Verbotene Stadt – gewann zahlreiche Preise, darunter neun Oscars in allen nominierten Kategorien. «The Last Emperor» ist Ryūichi Sakamotos berühmteste Filmmusik. Wie es zur Zusammenarbeit zwischen ihm und Bertolucci kam, schildert Tobias Stosiek auf br-klassik.de: «Sakamoto sollte eigentlich nur eine kleine Rolle im Film übernehmen. Erst nach dem Dreh bat ihn der Regisseur, doch auch ein bisschen Musik zu machen. Und Sakamoto? Lies sich nicht lange bitten und komponierte binnen einer Woche 45 neue Stücke. 1988 erhielt er den Oscar dafür. Zu Recht: Wie eine Feder lässt Sakamoto die Streicher hier einschweben, schiebt sie dann behutsam auf melancholische Walzerschaft und balanciert dabei trittsicher zwischen westlicher und fernöstlicher Musiktradition.» Für seinen legendären Soundtrack wurde Sakamoto nicht nur mit einem Oscar, sondern auch mit einem Grammy und einem Golden Globe geehrt.