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Mögliche Gründe für diese Art von "Wochenend-Effekt" seien schlechtere personelle Ausstattung und ein höheres Arbeitspensum. Im Detail konnte die Studie aber die Ursachen nicht klären, wie es im Online-Fachjournal "Critical Care" hiess.
Das Team um Zajic hatte in einer Analyse die Daten von rund 147'000 Patienten ausgewertet, die zwischen 2012 und 2015 auf 119 österreichischen Intensivstationen behandelt wurden. Rund 57 Prozent dieser Patienten waren Männer, der Altersschnitt lag bei 68 Jahren. Rund 17 Prozent der Patienten - knapp 26'000 Männer und Frauen - kamen am Wochenende auf die Intensivstation.
Insgesamt starben knapp 14'000 der erfassten Patienten noch während ihres teils mehrtägigen Aufenthalts auf der Intensivstation. Menschen, die an einem Wochentag eingeliefert wurden, traf es dabei deutlich seltener. So waren es bei Patienten, die an einem Mittwoch aufgenommen wurden, rund acht Prozent. Bei Einlieferung an einem Samstag oder Sonntag waren es jeweils mehr als 13 Prozent.
Gleichzeitig ist der Anteil der Patienten, die am Wochenende auf der Intensivstation sterben, geringer als an Wochentagen. Das könnte den Forschern zufolge damit zusammenhängen, dass Patienten seltener am Wochenende von der Intensivstation entlassen werden. Dadurch liegen dort am Samstag und Sonntag auch Menschen, deren Sterberisiko vergleichsweise gering ist.
"Die Schwere der Krankheit und der Grund für die Aufnahme variierten auffallend zwischen Wochenenden und Wochentagen", heisst es in der Studie. Samstags und sonntags gab es deutlich weniger geplante Operationen.
Diese hatten allerdings häufiger einen tödlichen Ausgang als zwischen Montag und Freitag. "Das höhere Sterberisiko nach Eingriffen am Wochenende könnte am Fehlen von erfahrenen Mitarbeitern oder an zu wenigen Ressourcen liegen."
Die Studienautoren empfehlen den Spital-Betreibern, ihre Strukturen zu überarbeiten. "Equipment, Expertise und Mitarbeiter müssen in derselben Quantität und Qualität an jedem Tag der Woche zur Verfügung stehen."
Die österreichischen Forscher legen Wert darauf, dass ihre Ergebnisse nicht zwangsläufig auf andere Länder übertragbar seien. André Gries, der sich bei der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin speziell mit Notaufnahmen beschäftigt, sieht ähnliche Probleme wie in der österreichischen Studie geschildert auch bei kleineren Spitälern in Deutschland.
"In manchen Häusern gibt es zwei Aggregatzustände: Werktags und ausserhalb des Werktags. Dort könnten wir auch Unterschiede aufgrund der Einlieferungszeit erkennen, denke ich."
Gries zufolge, der auch ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme im Universitätsklinikum Leipzig ist, seien zwar grosse Spitäler und Universitätskliniken zu jeder Uhrzeit gut besetzt, kleinere Häuser hätten aber häufiger mit Personalengpässen zu kämpfen. Generell seien Fach-Experten anderer Abteilungen zu Randzeiten schwieriger zu erreichen.
(SDA)