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Ausgerechnet, möchte man meinen: AMD verleibt sich für 334 Millionen Dollar das kalifornische Startup-Unternehmen SeaMicro ein, das bisher mit "Mikro"-Servern mit sehr niedrigem Energieverbrauch auf Basis von Atom-Prozessoren des Erzrivalen Intel von sich reden machte.
Die höchste Serverdichte verspricht das Unternehmen mit dem neuesten Produkt, dem SM1000-XE mit 64 Intel-Xeon-Prozessoren (s. Bild), der es mit der Hälfte des Energieverbrauchs, einem Drittel des Platzberdarfs und der 12-fachen Bandbreite pro Kern mit den leistungsstärksten Servern aufnehmen soll. Während die "Atom-Server" am besten für hoch parallelisierbare Anwendungen wie Hadoop, Web 2.0, Wetter-Simulation und Extreme Analytics, weniger aber für Datenbanken geeignet sind, adressieren die neuen Xeon-Server von SeaMicro explizit auch Datenbank-Workloads wie MySQL, MongoDB und CouchDB.
Bisher sind in allen SeaMicro-Lösungen Intel-CPUs verbaut. Im zweiten Halbjahr sollen aber schon die ersten Lösungen mit besonders sparsamen Opteron-Prozessoren wie dem 4256 EE von AMD auf den Markt kommen. Der Einsatz von ARM-Prozessoren war bei SeaMicro ebenfalls schon länger in Planung. Spannend ist nun, ob es auch mit AMD als Besitzer dabei bleibt, und natürlich vor allem auch, ob SeaMiro auch in Zukunft noch Intel-Systeme entwickeln und vertreiben wird. Dies dürfte vor allem davon abhängen, ob der Chiphersteller AMD SeaMicro als eigenständiges Investitionsobjekt sieht, oder eher als Mittel, um die eigenen CPUs im Mikroservermarkt hoffähig zu machen.
SeaMicro-CEO Andrew Feldman bleibt dem Unternehmen erhalten und wird die Leitung des von AMD neu geschaffenen Bereichs Data Center Server Solutions übernehmen. Den Baranteil der Kaufsumme in Höhe von 281 Millionen Dollar will AMD aus den Reserven aufbringen. Der Intel-Herausforderer erwartet, dass sich der Deal im neuen Geschäftsjahr bereits positiv bemerkbar machen werde. (kh/hjm)