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Wir wollten das Ausmass solcher Verunreinigungen bei starken Regenfällen dokumentieren und quantifizieren. Das ist eine Herausforderung, denn solche Ereignisse sind relativ selten, und man muss vor Ort sein, wenn sie stattfinden. Obwohl diese Ereignisse in Münchwilen im Jahr 2019 an 118 Kalendertagen auftraten, dauerten sie meist nicht lange an. Bei starken Regenfällen gibt es viele andere potenzielle Quellen für die Kontamination eines Flusses mit Antibiotikaresistenzen, was unsere Forschung weiter erschwert. Dazu gehört der Oberflächenabfluss, der Erde in den Fluss transportiert, etwa von Feldern und Wiesen, die möglicherweise gedüngt wurden. Auch die Sedimente im Fluss werden durch die schnellere Strömung aufgewirbelt.
Durch den Einsatz moderner Sequenzierungstechniken zur Unterscheidung von Mikroben aus verschiedenen Quellen konnten wir diese Einträge voneinander unterscheiden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Abwasserüberlauf eindeutig die Hauptquelle für Antibiotikaresistenzen im Fluss ist. In vielen Kläranlagen, so auch in Münchwilen, durchläuft der Überlauf zumindest einen Sedimentationsprozess, bevor er in den Fluss eingeleitet wird. Dennoch waren die Antibiotikaresistenzen nach der Sedimentation immer noch sehr hoch.