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Welche Bedeutung hat das Tool „Wissensleverage“ in der Produktentwicklung? Wann ist Wissen besonders wertvoll?
Wenn die Wettbewerbsvorteile in einem Geschäftsbereich realisiert werden konnten, ist dies gegebenenfalls auch in anderen Bereichen möglich. Aus der bereits bestehenden Struktur zur Nutzung einer Ressource ergeben sich möglicherweise Hebelwirkungen für den Einsatz in anderen Geschäftsbereichen. Dazu der Wert einer Wissensressource ermittelt werden und das Wettbewerbsumfeld detailliert auf Substitute der Ressource untersucht werden:
Was wäre die Folge gewesen, wenn Apple das bestehende Wissen nicht transferieren konnte?
Das Unternehmen wäre wahrscheinlich untergegangen. Es hätte neue Konzepte, Ziele, Strategien, Produkte, usw. gegeben.
Zeigen Sie die grundsätzliche Bedeutung von Technologiemapping auf.
Die Technologie-Anwendungsmatrix basiert auf der einfachen Beobachtung, dass viele grossartige Erfolgsgeschichten von Unternehmen wesentlich durch eine einzelne oder eine Reihe verbundener Technologien ermöglicht wurden. Die Grundidee der Technologie-Anwendungsmatrix besteht darin, dass die Aufdeckung neuer Produktideen mit den Technologien beginnt, welche das Unternehmen beherrscht.
Zeigen Sie die Anwendung von Technologiemapping an zwei unterschiedlichen Beispielen auf.
Beispiel 1: In den 1980er-Jahren ärgerte sich James Dyson über die Performance seines Staubsaugers und entwickelte daraufhin in langjähriger Arbeit den beutellosen Staubsauger mit revolutionärer Zyklonentechnologie und damit konstanter Saugkraft. Kernkompetenz dieser Entwicklung ist der besondere Motor. Dyson hat seitdem verschiedene Produkte entwickelt und erfolgreich im Markt platziert, die zunächst nichts mit dem ursprünglichen Produkt Staubsauger zu tun hatten, jedoch mit den beschriebenen Kompetenzen, neue Märkte zu erobern. Beispiele hierfür sind Händetrockner, Haartrockner, Luftreiniger und Ventilatoren. Beispiel 2: In den 1980er-Jahren bestand das Kerngeschäft von Pixar darin, Kurzfilme für Promotion-Zwecke zu erstellen. Unter der Führung von Steve Jobs entwickelte Pixar ab Ende der 1980er-Jahre eine ganze Reihe von Technologien, insbesondere grundlegende Softwaresysteme zur Grafikerstellung wie Marionette, RingMaster und RenderMan. Aus diesen Technologien entwickelte Pixar eine ganze Reihe verschiedenster Produktanwendungen. Die Softwareprogramme wie Marionette und RingMaster waren das Kernwissen. Pixar wendete diese Programme in seinen Werbefilmen an. Auch Logos für einige prominente Unternehmen wie IBM wurden erstellt bzw. überarbeitet. Andere Softwareprodukte, insbesondere RenderMan, verkaufte Pixar als eigene Produkte. RenderMan galt lange Zeit als Industriestandard in der 3-D Computergrafik. Mit der 1995 erschienenen „Toy Story“ erzielten Pixar und Disney in Co-Produktion einen riesigen Erfolg mit Einnahmen von über 360 Mio. US$ weltweit. Pixar ist damit ein Beispiel für ein Unternehmen, das aus einer Reihe von SoftwareTechnologien verschiedenste Produktanwendungen (Werbefilm, Logos, Softwarelizenzen und Kinofilme) geschaffen hat.
Beschreiben Sie (kurz) folgende Instrumente der Kundeneinbindung und nennen Sie je ein konkretes Beispiel: - Ideenwettbewerbe - Empathic Design - Netnography - Lead-User-Ansatz - Virtuelle Ideen Community
Ideenwettbewerbe: Durch einen Ideenwettbewerb werden Beiträge zu einem bestimmten Thema von externen Personen (Kunden etc.) eingereicht und prämiert. Beispiel: myStarbucksIdea ist eine Plattform, bei der man Ideen veröffentlichen und bewerten kann. Empathic Design: Beim Empathic Design werden Kunden mit bereits bestehenden Produkten in ihrer eigenen gewohnten Umgebung beobachtet. Danach werdem dem Kunden Fragen dazu gestellt. Beispiel: Bosch’s Handkreissägen wurden durch Kunden genutzt und dabei befragt, was manverbessern könnte. Netnography: Netnography verwendet interpretative Forschungsansätze auf Online-Kanälen, um zu analysieren, was die Kunden im Internet diskutieren, welche Probleme sie haben und was sie auf Social Media- Plattformen interessiert. Beispiel: Nivea nutzte Netnography in den frühen Phasen des Produktentwicklungsprozesses für eine Innovation im Deodorantbereich. Ein Deo ohne Rückstände auf der Kleidung war tatsächlich eine grosse Marktlücke. Lead-User-Ansatz: Lead User sind kreative und zumeist technisch sehr versierte Nutzer, deren Bedürfnisse den Anforderungen des Massenmarktes vorauseilen. Ein Lead-User hat Bedürfnisse, welche der Massenmarkt noch nicht hat. Ein Lead User kann diesen zukünftigen Bedarf formulieren und bedeutende technologische oder marktbezogene Trends vor anderen Nutzern adaptieren. Beispiel: Hängevorrichtungen von Hilti. 12 Lead-User haben sich für eine Zusammenarbeit mit Hilti qualifiziert und ein neues Produkt erarbeitet. Virtuelle Ideen Communities: Eine virtuelle Ideen-Community nutzt das Internet, um mit den Kunden in einer digitalen Umgebung zu kommunizieren. Ideen-Communities sind webbasierte Lösungen, welche Kundenwissen in die frühen Phasen des Innovations- entwicklungsprozesses einbringen. Das Unternehmen stellt dabei eine virtuelle Community-Plattform zur Verfügung, auf der Kunden ihre Innovationsideen hochladen. Diese können von anderen Mitgliedern kommentiert und weiterentwickelt werden. Beispiel: Cisco suchte ein neuen Million-Dollar-Geschäft und bot 250’000 USD für die beste neue Geschäftsidee.
Was sind sog. schwache Signale? Welche Bedeutung können sog. schwache Signale bei der Entwicklung von disruptiven Technologien haben?
Schwache Signale sind: • Informationen aus der Unternehmensumwelt mit relativ unstrukturiertem Inhalt • haben Hinweischarakter auf Innovationen, Diskontinuitäten bzw. Bedürfnisse • weisen auf vage, utopische oder unrealistisch erscheinende Ideen hin • behandeln schleichende Veränderungen − manifestieren sich in intuitivem und weichem Wissen • sind qualitativer Natur und sind hinsichtlich ihrer Auswirkungen sehr unpräzise • ermöglichen keine genaue Interpretation, sondern stellen unklare und schlecht strukturierte Probleme dar • sind Resultat von Vermutungen und Informationspathologien Schwache Signale sind bereits in frühen Stadien einer Veränderung wahrnehmbar. Es entsteht der Eindruck, dass mit Risiken oder Chancen zu rechnen ist. Die konkreten Chancen und Bedrohungen sind dabei noch nicht erkennbar, aber es zeichnet sich bereits ab, dass die dahinter liegenden „Issues” für das Unternehmen von strategischer Bedeutung sind. Im Laufe der Zeit verstärken sich jedoch diese schwachen Signale und werden immer konkreter Suchfelder für schwache Signale • Signale in anderen Marktsegmenten • Kundendefinition: Unerkannte Bedürfnisse in neuen Kundengruppen • Signale Produkteigenschaften: Reichweite der Produkt- und Serviceangebote
Nennen Sie vier mögliche Quellen von Technologietrends
Nur Bild
Was ist eine Patentanalyse und welche Informationen können aus einer Patentanalyse herausgefunden werden?
Eine direkte Informationsquelle für Innovationen (Geschäftspatente): • Finden sich neue Informationen in Patenten, die derzeit noch nicht durch andere Informationsquellen bekannt sind? • Praxisbezug: Konkrete Empfehlungen für Unternehmen ableiten • Patente können Grundlage für weitere ähnliche Innovationen sein Vorteile der Patentauswertung sind: • Patente sind eine Grundlage für die eigene Entwicklung einer Technologie. Bereits angemeldete Patente bilden oft die Grundlage für weitere ähnliche Innovationen. • Neue, detailliertere Informationen über Akteure, Anwendungsfelder und Entwicklungen im Technologiefeld. Beispielsweise können neue Marktteilnehmer aus entfernten Branchen aufgedeckt werden.
- • Die Branchenanalysen mittels Geschäftsprozesspatenten zeigt die Dominanz neuer Markteilnehmer (u.a. Informatik, Wissenschaftler) Aktive Erfinder sind Experten im Technologiefeld & können von Unternehmen als Kooperationspartner oder Angestellte akquiriert werden