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Chrissu in Zermatt (VS)
Da das Stroh nicht den ganzen Bedarf an Trichchni deckte, sammelten die Leute im Frühjahr oder im Herbst die abgefallenen Nadeln der Lärchen und Arven. Im Mai war der Waldboden meist genügend getrocknet, so konnten die Leute in den Wäldern das Chris sammeln. Sie taten das bei aufgehendem Mond und verwendeten dazu einen kleinen Eisenrechen. Das gesammelte Chris schichteten sie unter einer Arve zu einem Haufen auf, so war es besser gegen Regen und Schnee geschützt…..
Chrissu in Zermatt (VS)
Hatte man das Chris bei abgehendem Mond gesammelt, konnte man eine böse Überraschung erleben. Ein Mann hatte nicht auf den Mond geachtet. Sein Chris war feucht geworden und in der Kälte des Winters gefroren. Als er es nicht verladen konnte, kam er auf die Idee, es zu sprengen. Das Resultat war, dass das Chris in alle Himmelsrichtungen verstreut wurde und der gute Mann mit leeren Händen dastand. Das Chrissen war nicht unumstritten. Es be- raubte den Boden des Schutzes und der Nährstoffe und entblösste die Wurzeln. So gab es während des Zweiten Weltkrieges eine Zeit, während der es verboten war. Auf Anordnung des Kreisförsters wurden Kontrollen durchgeführt und eventuelle Chrishüüfe zerstört. Zu erwähnen bleibt noch, dass die Leute von Chris sprachen, solange die trockenen Lärchennadeln noch im Wald lagen, im Stall nannten sie diese Trichchni.
Quelle:
- Klaus Julen / Oswald Perren, Eine vergessene Welt, Die Berglandwirtschaft in Zermatt, Rottenverlag 1998, Seite 96