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Einen Tag vor dem WM-Eröffnungsspiel regelte der FIFA-Kongress, wer die erste WM mit 48 teilnehmenden Teams ausrichten darf. Wenig überraschend, aber überraschend deutlich fiel die Wahl der Versammlung aller Mitgliederverbände auf das Projekt der drei Nationen. Dieses setzte sich mit 134:65 Voten bei einer Enthaltung (der abwesende Kosovo) durch. Die vier involvierten Länder waren ebenso von der Stimmabgabe ausgeschlossen wie drei US-Territorien. Nach den Skandalen um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 (Katar) durfte erstmals nicht mehr die FIFA-Exekutive alleine entscheiden.
Marokkos Kandidatur des Königreichs hatte in einem Prüfbericht der FIFA deutlich schlechtere Noten erhalten. Das nord- und mittelamerikanische Staatentrio hatte mit Einnahmen von über 14 Milliarden Dollar geworben, elf davon würden auf die FIFA und die Verbände entfallen. Den Ausschlag für die Vergabe dürfte unter anderem auch gegeben haben, dass Marokko fast die Hälfte weniger Ertrag versprochen hatte. Zudem muss das siegreiche Projekt «United 2026» keine neuen Stadien errichten; in Marokko, das zum fünften Mal in den letzten 24 Jahren mit dem Vorhaben einer WM-Organisation scheiterte, wären es neun Neubauten gewesen.
Trump gratuliert
Gänzlich unumstritten war «United 2026» trotz des relativ deutlichen Ergebnisses – zur Wahl reichte die einfache Mehrheit von 104 Voten – indes nicht. Unter anderem der deutsche Fussballbund kritisierte Donald Trump dafür, sich in den Wahlkampf eingemischt zu haben. Der US-Präsident hatte Ländern, die nicht für den amerikanischen Dreierbund stimmen würden, mit politischen Konsequenzen gedroht. Auf Twitter feierte Trump den Sieg der Kandidatur. «Gratulation – ein grosses Ergebnis harter Arbeit!» schrieb er.
Die USA wird zum zweiten Mal nach 1994 eine WM organisieren, für Mexiko ist es die dritte nach 1970 und 1986, Kanada wird erstmals zum Zug kommen. Vorgesehen ist, dass 60 Partien in den USA ausgetragen werden und je zehn in den beiden anderen Ländern. Am Eröffnungstag steigen Partien mit allen drei organisierenden und vorqualifizierten Nationen. Der Final soll in Dallas, Los Angeles oder New York/New Jersey stattfinden.
Schweiz stimmte für «United 2026»
Der Schweizerische Fussballverband (SFV) votierte für die siegreiche Dreierkandidatur. Präsident Peter Gilliéron erklärte, dass er sich bewusst nicht im Vorfeld festgelegt habe, sondern dass er die letzten Präsentationen der beiden Kandidaturen und Dossiers nochmals habe sehen wollen. «Das Herz sprach für Marokko, der Kopf für die USA/Kanada/Mexiko», begründete Gilliéron seine Wahl.
Er sagte, dass der Schweizer Entscheid insbesondere auf dem Technischen Bericht der FIFA basiere. «Auch bezüglich Nachhaltigkeit und Finanzen überzeugte diese Kandidatur. Und sie wird wohl ausschliessen, dass wir im Jahr 2026 Stimmen hören werden, die fragen, wie man im Jahr 2018 nur diese Kandidatur habe bevorzugen können.»