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Beim Weltcup-Lauf in Val di Sole hat Weltmeister Nino Schurter seinen dritten Saisonsieg eingefahren. Er bewzingt dabei den Südtiroler Gerhard Kerschbaumer in einem packenden Finish mit sechs Sekunden Vorsprung. Dritter wird Mathieu van der Poel. Hinter dem Brasilianer Henrique Avancini gelingt Florian Vogel als Fünfter erneut der Sprung aufs Podium.
Beim Weltcup-Lauf in Val di Sole hat Weltmeister Nino Schurter seinen dritten Saisonsieg eingefahren. Er bewzingt dabei den Südtiroler Gerhard Kerschbaumer in einem packenden Finish mit sechs Sekunden Vorsprung. Dritter wird Mathieu van der Poel. Hinter dem Brasilianer Henrique Avancini gelingt Florian Vogel als Fünfter erneut der Sprung aufs Podium.
Das Rennen in Val di Sole zeigt sich mit einem ungewöhnlichen Rennverlauf. Erst zeigt sich der Italiener Luca Braidot an der Spitze, und dann kommt es zu einer unüblich frühen Attacke von Nino Schurter. «Ich habe gemerkt, dass Mathieu am Berg Mühe hatte und habe attackiert. Meine Hoffnung war, dass Braidot mitgehen kann», erklärt Schurter zu dieser Situation. Doch Braidot kann nicht, und so hat der Schweizer ganz schnell 25 Sekunden Vorsprung. «Ich dachte schon: Oh, das war etwas früh, um alleine zu fahren», so Schurter. Er bleibt in der Folge dann auch nicht alleine. Den Anschluss gelingt jedoch nicht Mathieu van der Poel, sondern einem anderen Italiener. Der ehemalige U23-Weltmeister Gerhard Kerschbaumer macht insbesondere am Berg einen souveränen Eindruck. Der 27-jährigeSüdtiroler löst sich aus der Verfolgergruppe, verringert den Rückstand auf zehn Sekunden. So bleibt es erst mal, bis sich Schurter entschliesst, nicht mehr mit Macht den Vorsprung zu verteidigen.
«Wenn Mathieu dahinter gewesen wäre, hätte ich es nicht gemacht. Aber der Abstand zu ihm war schon gross genug. So war es ideal, mit Kerschbaumer zusammen die letzten eineinhalb Runden zu fahren», erläuterte Schurter. Erst am letzten Berg versucht Gerhard Kerschbaumer zu attackieren. Doch Schurter hält das Hinterrad seines Konkurrenten. Und wer in den vergangenen Jahren die Rennen im Val di Sole verfolgt hat, der wusste, was jetzt kommt: Vor der letzten Abfahrt sprintet Schurter an Kerschbaumer vorbei, so wie er es auch schon mit Julien Absalon gemacht hat. Auf dem Weg nach unten gibt es keine Überholmöglichkeit mehr, und Schurter nimmt ein paar Sekunden mit auf die Fläche. Das reicht ihm für den 29. Weltcup-Sieg. «Ich hätte es Kerschbaumer vor eigenem Publikum auch gegönnt. Aber versuchen musste ich es natürlich», sagt ein gelöster Nino Schurter, dem jetzt noch vier Siege zur Rekordmarke von Julien Absalon fehlen.
Aus der Verfolgergruppe wird Mathieu van der Poel Dritter – sichtlich enttäuscht. Er wollte seinen ersten Cross-Country-Sieg einfahren. Hinter dem Niederländer kämpfte Florian Vogel mit dem Brasilianer Henrique Avancini um Rang vier. In der vorletzten Runde kann sich Avancini leicht absetzen und verteidigt den Vorsprung bis zum Schluss zum ersten brasilianischen Weltcup-Podium überhaupt. Florian Vogel erleidet in der letzten Abfahrt noch Hinterrad-Defekt, doch das ändert nichts mehr an seinem fünften Rang. «Ich hatte ein super Rennen, super Beine. Mein Ziel war Podest, wenn man es auf Top Fünf erweitert, dann hat das auch geklappt. Ich bin super happy. Das Rennen hat riesige historische Bedeutung für mich. Ich bin es schon x-mal gefahren und hier 2008 Vize-Weltmeister geworden, hinter meinem Idol Christoph Sauser und vor einem anderen Idol: Ralph Näf. Deshalb hat das Rennen hier grosse emotionale Bedeutung, es ist für mich quasi das Saison-Highlight», gibt er im Ziel Einblick in eine besondere Perspektive.
Thomas Litscher fährt erstmals in dieser Saison unter die besten Zehn. Er kämpft in der zweiten Verfolgergruppe und kann sich dort über die gesamte Distanz halten. «Konstant von Anfang bis Ende», urteilt er selbst. «Ich war mir nicht sicher, wie ich das Etappenrennen im Engadin verdaut habe, deshalb wollte ich nicht übers Limit gehen. Sicher hätte ich es auch tun können, aber dann hätte es mich vielleicht aufgestellt», so Litscher..
U23: Colombo verpasst Podest um 14 Sekunden
Im U23-Rennen feiert der Norweger Petter Fagerhaug seinen dritten Weltcup-Erfolg gefeiert. Fagerhaug siegt mit 18 Sekunden Vorsprung auf Joshua Dubau aus Frankreich und 20 Sekunden vor dem Rumänen Vlad Dascalu. 14 Sekunden dahinter fährt der Schweizer U23-Meister Filippo Colombo als Vierter über die Ziellinie.
Filippo Colombo gehört zur fünfköpfigen Spitzengruppe, die sich Anfang der zweiten von sieben Runden bildet. Er versucht erst einmal, mit Fagerhaug mitzuhalten, entschliesst sich dann aber, seinen eigenen Rhythmus zu suchen. «Er war einfach zu schnell. Deshalb habe ich mein Tempo gesucht», so Colombo. Fagerhaug beginnt in der dritten Runde ein Solo, das ihm seinen zweiten Saisonsieg einbringt. Dahinter bilden Albstadt-Sieger Joshua Dubau und der US-Amerikaner Christopher Blevins ein Verfolger-Duo. In der Schlussrunde kann sich Dubau entscheidend absetzen, während von hinten Colombo in seiner Dreier-Gruppe näher an Blevins herankommt und den Amerikaner passieren kann. Nove-Mesto-Sieger Vlad Dascalu nutzt in der Schlussrunde eine technische Passage zu einer Attacke. Colombo sitzt zu dem Zeitpunkt hinter dem Hardtail fahrenden David Nordemann und kann nicht gleich reagieren. So öffnet sich eine Lücke, die er nicht mehr geschlossen bekommt.