Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03535.jsonl.gz/2234

Anreise
Die Hauptstadt Paro erreicht man am schnellsten mit der staatlichen Druk Air ab Bangkok oder Delhi. Ein Retourbillett ab Bangkok kostet 850 Franken, die Businessklasse rund 1000 Franken.
Alternative: Die neue private Fluggesellschaft Tashi Airlines fliegt von Bangkok oder Kalkutta nach Paro.
Beste Reisezeit
April bis Mai/Juni oder Mitte September bis Mitte November. Liebste Monate für den Helvetas-Mitarbeiter Werner Christen: November und Februar, «weil es dann wenig regnet und die Sonne oft scheint. Ich mag die Übergangszeiten.» Von Juni bis Anfang September ist Monsunzeit. Weil viele Passstrassen nicht asphaltiert sind, eignet sich der Sommer für eine Bhutan-Reise nicht. Die Winter sind klar und bieten eine gute Fernsicht. In Thimphu kann es tagsüber im Dezember bis zu 15 Grad warm werden. Nachts fällt das Thermometer aber unter 0 Grad Celsius.
Reisen in Bhutan
Bhutan-Reisende bezahlen pro Person und Tag rund 250 Dollar für die Unterkunft in einfachen und sauberen Hotels, Vollpension, Reiseleitung, Transport im Mietwagen mit Chauffeur und Eintritte inklusive. In der Nebensaison im Sommer und im Winter fällt dieser Preis auf 200 Dollar.
Schweizer benötigen für die Einreise ein Visum, welches das Reisebüro organisiert. Es kostet mindestens 40 Franken.
Übernachten
Als Nonplusultra gelten die Aman-Resorts. Sie befinden sich über fünf Täler verteilt, jeweils mit Sicht auf Bergkulissen: in Paro, Thimphu, Punakha, Gangtey und Bumthang. Besonders beeindruckend ist das Amankora Bumthang, das sich in der Nähe des gleichnamigen Städtchens befindet. Für Aman typisch, besteht die grosszügige Anlage nur aus 16 Suiten (bei 55 Angestellten!), zu denen man durch einen riesigen, steinverkleideten Gang gelangt. Die Suiten bestechen durch viel Raum und holzverkleidetes Interieur. Zur Anlage gehört ein Essraum mit einer über fünf Meter hohen Decke und einem allerdings relativ kleinen Spa sowie einem Kloster mit 20 jungen Mönchen, denen einzig die Aman-Gäste abends um 18.30 Uhr beim Beten zusehen dürfen.
Zwei empfehlenswerte Aman-Alternativen: Erst Anfang Oktober 2013 eröffnete die Gangtey Goenpa Lodge mit zwölf grosszügigen Suiten, jeweils mit Rüegg-Cheminées ausgestattet, am Anfang des wenig besuchten Phobjikha-Tals.
Mehr zu dieser Unterkunft auf Easternsafaris.com.
Die Lodge wird von der Holländerin Patty und ihrem US-amerikanischen Mann Chris Liebe geführt. Küchenchefin ist die Schwedin Sara aus Luleå. Das kleine Dorf Gangtey Goenpa befindet sich 3000 Meter über Meer und ist deshalb bekannt, weil im Tal die vom Aussterben bedrohten Schwarzhalskraniche überwintern. In der Regel landen sie Anfang November in Bhutan. Im Sommer 1987 und 1991 war Reinhold Messner hier auf der Suche nach dem legendären Yeti.
Oberhalb des Flughafens Paro befindet sich das Hotel Uma by Como mit 29 Zimmern, einem schönen Spa mit Schwimmbad und dem Bukhari-Restaurant, das zu den besten des Landes gehört. In diesem runden Raum mit riesiger Glasfront tafeln selbst ranghohe Politiker und auch mal der König. Trotzdem sind die Preise der Gerichte, darunter diverse bhutanische Spezialitäten, tiefer als in der Schweiz.
Essen und Trinken
Man darf im Land keine kulinarischen Höhenflüge erwarten. Die Speisen wiederholen sich: Meist gibt es diverse Gemüse, Pilze, Reis und ab und zu Huhn. Als Spezialität gilt Chilisalat mit Frischkäse. Getrunken wird Tee, Bier und unter den Einheimischen gerne auch Whisky. Wein ist meist nur in Form von australischen Massenprodukten verbreitet.
Gut zu wissen
Die Dzongs, Klosterburgen, nur mit langen Kleidern betreten. Im Innern des Tempels, wo die Mönche beten, ist es verboten zu fotografieren.
Trinkgelder sind nicht üblich und werden offiziell nicht gebilligt. Allerdings erwarten inzwischen Reiseleiter als Zeichen der Zufriedenheit eine monetäre Anerkennung.
Am 23. Februar fand übrigens zum ersten Mal ein internationaler Marathon und Halbmarathon statt – mit Ziel im Dzong von Punakha.
Im Land gibt es 40 Prozent Analphabeten. In der Verfassung von Bhutan steht, dass mindestens 60 Prozent des Landes bewaldet sein müssen. Heute sind es gegen 70 Prozent.
Und: Das Königreich hat sich verpflichtet, für immer CO2-neutral zu sein. Jetzt ist es sogar CO2-negativ. Zitronengrasöl als Raumspray (beliebtes Souvenir) ist 100 Prozent bio!
Wer mehr über Bhutan wissen möchte, sollte die Gesellschaft Schweiz-Bhutan kontaktieren: www.bhutan-switzerland.org
Autor: Reto Wild
Fotograf: Reto Wild