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Eines der westlichen Grundstücke an der Ringmauergasse kaufte 1603 der Prädikant Heinrich Dachstein von der Witwe Michael Kellerhals. Er hinterliess das Haus seiner Witwe und sieben Töchtern, die durch ihr zurückgezogenes Leben dem Hause den Namen „Klösterli“ zuzogen. Einen vollständigen Neubau unternahm 1727 Daniel Ringier, Dekan zu Zofingen. Von ihm erbte das Haus sein Sohn Hauptmann Hieronimus Emanuel Ringier (1715-1779). Nach dessen Tod besassen Sigmund Ringier (1760-1795) und dann sein Stiefbruder Georg Gränicher (1740-1819), beide Junggesellen, das Klösterli. Aus jener Zeit datieren das mit Gold versehene Eisenportal, die Stukkaturen und Tapeten im Innern Loggienanbau auf der Nordseite.
Das Klösterli ist innerhalb der intakten Altstadt Zofingen das einzige Patrizierhaus mit einem parkähnlichen Umschwung. Es befindet sich in ruhiger Lage in unmittelbarer Nähe des zentralen Thutplatzes. Neben dem alten Baumbestand der Eingangspartie gehört auch ein alter Brunnen mit eigener, verbriefter Wasserzufuhr zum grosszügigen Umschwung. Das Areal ist mit einer Quadermauer umgeben, in die an der südwestlichen Ecke ein steinernes Gartenhaus unter Zeltdach eingebaut ist. Das schmiedeeiserne Portal zwischen hohen Sandsteinpfeile
rn mit Urnenaufsätzen trägt die Jahreszahl 1784. Die ganze Anlage steht unter Denkmalschutz.
Der dreigeschossige Bau unter Walmdach weist in der Fassadendurchbildung starke Ähnlichkeit mit dem fast gleichzeitig erbauten Sennenhof auf, so in der Aufteilung der Fenster (oberste Reihe stichbogig mit markierten Schlusssteinen, Ecklisenen mit Quaderteilung). An der nördlichen Schmalseite ist eine hölzerne Loggia mit toskanischen Säulen auf gemauertem Unterbau angefügt, sie trägt ein Ringier-Wappen und die Gartenfassade eine Tafel mit der Wappenallianz Ringier-Suter.
Im Innenausbau zeigt sich noch einmal die Verwandtschaft mit dem Sennenhof, so in den Türen mit geschweifter Füllung. Sämtliche Messingtürschlösser und Beschläge sind im Original erhalten und funktionstüchtig. Das Vestibül ist, wohl von Georg Gränicher, mit einer Empirestukkatur aus Pilastern und Rundbögen ausgestattet worden. Der Kachelofen im Erdgeschoss, von P. Gnehm 1783, mit seiner blauen Landschaft auf weiss ist sehr reizvoll. Besonders bemerkenswert sind in der Beletage die herrschaftlichen hohen Zimmer mit zum Teil prächtigen Stukkdecken, ein mit Nussbaumholz ausgekleidetes Kassettenzimmer, sowie das einmalige Tapetenzimmer und die ausserordentlich schönen Parkettböden. Das Untergeschoss besteht aus zwei grossen parallelen Gewölbekellern.