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Jonenhof
Adresse
8911 Rifferswil
ZH
Architektur
Mit dem Jonenhof in Rifferswil entstand ein kompaktes Ensemble, das mit einfachen und reduzierten Volumina kraftvolle gestalterische Gesten erzeugt. Die Siedlung dokumentiert die Umstrukturierung in der Landwirtschaft der Nachkriegszeit und veranschaulicht die angestrebte materielle wie auch formale Einheitlichkeit von Wohnhaus und Stallscheune. Erfrischend heben sich die imposanten Pultdächer und Fassaden in Sichtbackstein und Holz von den traditionellen Fachwerkbauten der Region ab. Auf die zunehmende Mechanisierung und Rationalisierung reagierte Heinz Hess mit einer dezidiert modernen Architektursprache.
Chronologie
Der Jonenhof wurde 1962 nach Plänen des Zürcher Architekten Heinz Hess erbaut. Damals umfasste er zehn Hektar. 1984 erfolgte ein Generationenwechsel, der Hof wurde um ein Stöckli und einen Schopf erweitert. In den 1990er-Jahren konnte der Betrieb auf 24 Hektaren vergrössert werden. Der Viehbestand umfasste nun rund zwanzig Kühe und zehn Rinder. 1996 wurde die Viehwirtschaft aufgegeben und der Betrieb umgestellt. Seither sind Hippotherapie und elf Pferdeeinstellplätze im Angebot, für die 2002 ein neuer Stallteil errichtet wurden. Der Jonenhof steht unter Denkmalschutz.
Lage
Der Jonenhof befindet sich am nördlichen Dorfrand von Rifferswil. Wohnhaus und Ökonomiegebäude stehen leicht zurückversetzt parallel zur Albisstrasse, die das Areal südseitig erschliesst und vom Knonaueramt über den Albispass weiter ins Sihltal führt. Die Anlage liegt in einem locker bebauten Wohngebiet, das sich teils auch aus anderen landwirtschaftlichen Gebäuden zusammensetzt. In Richtung Norden sind weite Felder und Ackerland vorhanden.
Beschreibung
Der Jonenhof umfasste ursprünglich ein Wohnhaus und eine Stallscheune, beide Gebäude sind immer noch mehrheitlich in ihrem bauzeitlichen Zustand erhalten. Das zweigeschossige, in Hanglage gesetzte Wohnhaus ist aus rotem Sichtbacksteinmauerwerk errichtet. Es weist ein mit Welleternit gedecktes, gegen Norden geneigtes Pultdach auf, das durch einen konvexen Absatz unterbrochen wird. Das minim auskragende Dachgeschoss ist seitlich mit vertikalen Brettern verschalt. Die meisten Fenster sitzen bündig unter dem verschalten Dachgeschoss. Nur das Panoramafenster an der West- und der Wintergarten an der Ostseite durchbrechen diese Kante. Der leicht eingezogene Haupteingang liegt an der Südfassade. Die Verschalung des markanten Dachs schliesst hier das Obergeschoss mit ein. Grosse Holztore erschliessen an der West- und Nordfassade im Sockelgeschoss die Maschinenremise und die Garage, zudem führt der westseitige Nebeneingang zum Keller, Wasch- und Garderobenraum. An mehreren Stellen gibt es schmale, aneinandergereihte vertikale Öffnungen.
Das Ökonomiegebäude weist dieselbe Materialisierung auf: Der untere Bereich ist mit rotem Sichtbackstein gemauert, das nordseitig geneigte und mit Welleternit gedeckte Pultdach ist an Stirn- und Traufseiten holzverschalt. Gegen Süden kragt das Dach massiv aus, die Dachuntersicht ist gerundet. Die Südfassade zeichnet sich durch ein Fensterband aus, das sich über die gesamte Fassadenlänge erstreckt. Eine zylinderförmige Ausbuchtung dient als Strohabwurf. Im Osten ist eine eingeschossige Rotunde unter Flachdach angebaut. Das mit regelmässig angeordneten, hochrechteckigen Schlitzen rhythmisierte Volumen wurde ehemals als Kälberstall und Melkkammer genutzt. Die Nordseite ist als Wagenremise konzipiert.
Literatur
Themen