Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/58136

<h2>SubmittedText<h2><text><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, an zentraler Stelle im Internet alle vom Bund und von Unternehmungen im Besitz des Bundes extern in Auftrag gegebenen Studien, Evaluationen und Berichte zu veröffentlichen, soweit sie nicht dem Geheimhaltungsvorbehalt unterliegen. Er bezeichnet dabei die auftraggebende Bundesstelle oder Unternehmung, den Auftragnehmer sowie die entstandenen Kosten und das zu belastende Budget. Die Veröffentlichung geschieht vorzugsweise über einen Link auf der Einstiegsseite der schweizerischen Bundesbehörden, der direkt zu den Studien führt, analog beispielsweise zur Systematischen Rechtssammlung des Bundes.</p></text><h2>FederalCouncilResponseText<h2><text><p>Die Motion will eine Publikationspflicht zum einen für die Bundesverwaltung schaffen (erster Teil), zum anderen für Unternehmen im Besitz des Bundes (zweiter Teil). Da es sich um zwei voneinander unabhängige Fragen handelt, ist die Motion teilbar.</p><p>1. Teil Bundesverwaltung</p><p>Am 1. Januar 2006 wird voraussichtlich das Öffentlichkeitsgesetz in Kraft gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt werden daher amtliche Dokumente der Bundesverwaltung der Öffentlichkeit zugänglich sein, sofern nicht die gesetzlichen Ausnahmebestimmungen anwendbar sind. Der Begriff des amtlichen Dokumentes umfasst auch Gutachten und Studien, unabhängig davon, ob sie intern erstellt oder der Bundesverwaltung im Rahmen eines Auftrages mitgeteilt wurden.</p><p>Der Anspruch auf Zugang zu amtlichen Dokumenten gilt von Gesetzes wegen als erfüllt, wenn das Dokument in einem Publikationsorgan oder auf einer Internetseite des Bundes veröffentlicht ist (Art. 6 Abs. 3 des Öffentlichkeitsgesetzes). Die elektronische Publikation ist eine effiziente Möglichkeit, dem Öffentlichkeitsprinzip in der Bundesverwaltung Genüge zu tun. Die Motion weist in diese Richtung.</p><p>Bereits heute werden Expertenberichte von den Ämtern teilweise auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Weiter können gewisse Studien auch auf der Datenbank Aramis eingesehen werden. Mit dem Ziel einer verbesserten Koordination und Transparenz wurde diese Datenbank vor einigen Jahren für den Bereich der Forschungsprojekte und Entwicklungsvorhaben erstellt und ist über Internet unter http://www.aramis-research.ch der Öffentlichkeit zugänglich.</p><p>Die Bundeskanzlei wird darüber hinaus im Sinne der Motion weitere Schritte in Angriff nehmen. Im Vordergrund steht, die heutige "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)" entsprechend abzulösen. Zurzeit werden darin hauptsächlich Entscheide der bestehenden Rekurskommissionen des Bundes publiziert. Auf den 1. Januar 2007 werden diese Rekurskommissionen ins neue Bundesverwaltungsgericht übergeführt. Dieses wird selber für die Publikation seiner Entscheide besorgt sein. Damit entfällt der grösste Bestandteil der heutigen Publikationen in der VPB. Die Bundeskanzlei beabsichtigt deshalb, sich auf die Gewährleistung der Publikation und des Zuganges intern oder extern erstellter Gutachten und Studien zu konzentrieren. Angestrebt wird eine effiziente, kostengünstige und benutzerorientierte Lösung, wie sie die Motion verlangt.</p><p>2. Teil Unternehmen im Besitz des Bundes</p><p>Das Öffentlichkeitsgesetz kommt auch auf Organisationen und Personen ausserhalb der Bundesverwaltung zur Anwendung, soweit sie hoheitlich handeln. Insoweit steht ein Zugang auch zu ihren Dokumenten grundsätzlich offen. Allerdings kann der Bundesrat diesen Unternehmen nicht vorschreiben, wie sie den Zugangsanspruch umzusetzen haben. Das liegt in der Autonomie der Unternehmen. Die Motion kann daher vom Bundesrat in diesem Punkt nicht umgesetzt werden.</p></text>