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Roland Roos
Prügelei
Eine Prügelei stellt für Roland Roos einen Moment dar, bei dem ungeahnte Seiten des Menschen offengelegt werden. Während des Projekts «Invent the Future with Elements of the Past» wird er einen Workshop für Prügelei an verschiedenen Kunsthochschulen anbieten. Dieser Workshop beinhaltet einerseits Analysen, wie Prügeleien entstehen, damit solche Mechanismen gezielt angewendet werden können, anderseits physisches Training, um die nötige Technik zu erlernen sowie eine Prügelei unter den TeilnehmerInnen.
In Venedig hat Roland Roos sich sowohl mit Cedric Price wie auch Lucius Burckhardt beschäftigt. Obschon Price ein Architekt war, der praktisch nichts gebaut hat, war es die Materie, welche Roos an seiner Arbeit interessierte. Bei Burckhardt und seinem „kleinstmöglichen Eingriff“ beschäftigt ihn dessen Arbeit als Soziologe, die darin bestand Menschen zu überzeugen und Blickweisen und Wahrnehmungen zu verändern. Roos sieht den kleinstmöglichen Eingriff darin, dass man durch Überzeugen ein Umdenken erreichen kann. Wenn man jedoch jemanden überzeugen will, muss man nicht nur die Sprache des Anderen sprechen, sondern sollte sich auch mit dessen Strukturen auseinandersetzen und diese verstehen lernen. Burckhardt hat seine Ideen und Theorien nicht nur verkündet, sondern immer auch in Projekten experimentell erforscht, also gleichsam im Physischen erprobt. Aufgrund der Materialisierung wird die Idee oder der Plan mit der Wahrnehmung geprüft und gegebenenfalls angepasst. Für Roos ist der kleinstmögliche Eingriff dann erfolgreich, wenn er das vorerst Unmögliche möglich gemacht hat - der Rest ist dann lediglich noch die physische Verkörperung.