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Finne
oder Akne, ein sehr gewöhnlicher Hautausschlag, der vorzugsweise im Gesicht, [* 2] nächstdem am Rücken, an der Brust u. s. w. auftritt. Er beruht auf einer Entzündung und Verschwärung der Talgdrüsen der Haut, [* 3] welche eine fette, dickflüssige Masse (den sog. Hauttalg) absondern. Verstopft sich die Drüsenmündung, so staut der Hauttalg in den Drüsensäckchen an, dickt ein und vertrocknet in der Nähe der Öffnung, wobei er durch den von außen beigemischten Staub u. dgl. sich schwärzlich färbt.
Drückt man eine so verstopfte Talgdrüse aus, so dringt der dicke Hauttalg wurstförmig hervor und ähnelt einem Würmchen mit schwarzem Kopfe. Daher entstand der Name Mitesser (comedo). Übrigens kommen wirklich zuweilen kleine Tierchen in diesem Hauttalge vor, die Haarbalgmilben (s. d., Demodex folliculorum Sim.), welche jedoch mit bloßem Auge [* 4] kaum aufzufinden sind und auf das Hautorgan keinen weitern schädlichen Einfluß üben. Entweder infolge der Anhäufung des Hauttalgs oder aus andern, tiefer liegenden Ursachen entzünden sich häufig die Talgdrüsen, schwellen an und verursachen kleine, rote Erhebungen der Haut, welche man, wenn sie den erwähnten schwarzen Punkt zeigen, punktierte Akne nennt.
Diese
Entzündung oder Schwellung kann sich wieder zerteilen oder zur
Eiterung fortschreiten, oder endlich
ohne
Vereiterung sich vergrößern.
Tritt
Eiterung ein, so bildet sich eine kleine Pustel, welche bald vertrocknet, abfällt
und eine allmählich verschwindende rote
Erhebung, selten eine kleine Narbe zurückläßt. Zieht sich die
Entzündung ohne
Eiterung in die Länge, so entsteht eine chronische Schwellung um die
Talgdrüse, ein sog.
Akneknoten,
welcher sich auf der
Haut durch eine flache rote
Erhebung verrät.
Tritt gleichzeitig um die Knoten eine beträchtliche Gefäßerweiterung ein, so erhält man die Acne rosacea (Kupferrose,
Burgundernase), welche häufig Trinker, namentlich
Wein-und Branntweintrinker, heimsucht. Die
Krankheit tritt gewöhnlich zuerst
während der Pubertätsentwicklung
auf und verschwindet nach derselben meist wieder. Reizungen der
Haut,
Unreinlichkeit, Diätfehler und Verstopfung begünstigen zwar die Entstehung der
Finne, aber ihre eigentliche
Ursache liegt in
einer nicht weiter erklärlichen
Disposition.
Der Einfluß sexueller
Excesse auf die
Entwicklung der
Finne wird sicher in ganz ungerechtfertigter
Weise überschätzt.
Heilung
ist nur in frischen Fällen möglich, in veralteten nur Besserung.
Alle Reizungen der
Haut durch Reiben, kaltes Waschen, Erhitzen
und schroffe Temperaturwechsel sind zu meiden, die festen Pfröpfe aus den
Talgdrüsen behutsam und vorsichtig auszudrücken.
Zum Waschen ist reines Regenwasser, sehr verdünnte
Tier- oder
Mandelmilch zu benutzen oder dem Waschwasser
etwas
Borax,
[* 5] flüssige
Glycerinseife oder
Benzoetinktur zuzusetzen.
Auch Schwefelpasten, das Kummerfeldsche Waschwasser, Schwefelsandseife und milde Fettsalben erweisen sich vielfach nützlich. Innere Mittel helfen nichts; sog. blutreinigende Mittel und starke Abführkuren schaden meist mehr als sie nützen, denn die Krankheit liegt nicht in einer «Schärfe des Blutes». Doch sind Verstopfung und Diätfehler streng zu meiden, und die habituell Verstopften können mit Vorteil eine gelinde Abführkur, z. B. eine Molken- und Traubenkur, benutzen.