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Statt 6 Jahre Primar- und 6 Jahre Sekundarschule soll die Schulbildung ab 2019 aus 8 Jahren Grundausbildung und 4 Jahren Sekundarschule bestehen. Ob die Primarschule oder die Sekundarschule diese Klassen anbieten, ist noch nicht klar
Sinnvolle Entwicklung
Der Vorschlag der kongolesischen Regierung, die Grundausbildung auf 8 Jahre zu erhöhen, ist sinnvoll. Vorausgesetzt, dass die SchülerInnen in den Klassen 7 und 8 praktische Ausbildung erhalten, die sie für ihr späteres Leben brauchen könnten. Der Lehrplan in der jetzigen 6jährigen Primarschule ist sehr darauf ausgerichtet, dass die Kinder die Prüfungen am Ende von jedem Schuljahr bestehen können. Nur wer diese Prüfung besteht, kann in die nächsthöhere Klasse aufsteigen.
Nur 25% der Kinder haben eine 6jährig Schulbildung
Im Kongo sind die Primarschulen nicht gratis, obwohl das Gesetz dies vorschreibt. Weil der staatliche LehrerInnen-Lohn ganze 70 USD beträgt, verlangen alle Schulen Schulgeld. In unsrer Schule sind das 1,5 USD pro Monat. Eltern, die nicht zahlen können, leisten Arbeit in unsren Projekten oder ziehen eine Ziege auf. Kongolesische Familien haben 6 bis 12 Kinder. Die meisten Eltern auf dem Land können nicht für alle Kinder das nötige Schulgeld aufbringen. Das heisst, viele Kinder gehen überhaupt nicht zur Schule und viele verlassen die Schule vor Erreichen der 6. Klasse. Nach Angaben des Erziehungsministeriums erreichen nur 16% die 6. Klasse ohne Wiederholung. Viele Eltern nehmen Kinder aus der Schule, die mehrmals die Jahresschluss-Prüfung nicht bestehen, um anderen ihrer Kinder den Schulbesuch zu ermöglichen. Das sehen wir auch in unserer Schule. In der ersten Klasse sitzen jeweils bis 70 Kinder, die 6. Klasse erreichen nur etwa 30. Man kann also annehmen, dass im Kongo nur etwa 25% der Kinder überhaupt über 6 Jahre Schulbildung verfügen, davon verlässt die Hälfte frühzeitig die Primarschule, und ca. 50 Prozent gehen gar nicht zur Schule,
8 Jahre obligatorische Grundbildung
2018 hat die kongolesische Regierung beschlossen, die obligatorische Grundausbildung von 6 auf 8 Jahre zu verlängern. Bringt das eine Verbesserung? In unsrer Schule gehen zwischen 20 und 50 Prozent nach der 6. Klasse weiter in die Schule. Von den 190 Kindern, die in unsrer Schule seit der Gründung die 6. Klasse erreichten, konnten aber nur 10% die 6jährige Sekundarschule beenden. Das wird sich mit der neuen Regelung kaum ändern. Vielleicht erhalten einige die Chance, wenigstens die zwei zusätzlichen Primarschuljahre 7 und 8 zu besuchen und ein Abschlusszeugnis zu erhalten.
Wer bietet die Klassen 7 und 8 an
Diese Frage scheint nicht endgültig geklärt. Bei unserm Besuch im Kongo im November 18 sagte eine befreundete Schulleiterin, sie hätte bereits mit Bauen begonnen für die zusätzlichen Klassen. Jetzt heisst es, die bisherigen Sekundarschulen bieten die Klassen 7 und 8 an. Wie es wirklich weitergeht, wird sich 2019 weisen, wenn die neue Regierung ihre Arbeit aufnimmt.
Was bedeutet das für unsere Schule
Die lokalen Behörden haben immer wieder gewünscht, dass wir eine Sekundarschule bauen. Wir haben Ihnen erklären müssen, dass das unsere Kapazitäten übersteigt. Wir verfolgen die Entwicklung aber aufmerksam. Wir prüfen auch, ob es Wege gibt, dass wir die zwei zusätzlichen Schuljahre anbieten können, damit wir unsere Schüler mit einem Zertifikat entlassen können. Essentiell dafür sind aber zusätzliche Räume.
(Link zu neu bauen)