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| Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)

Zweites Buch [337—361]
25. Die Neuerung des Eudoxius von Germanicia und der von Basilius von Ancyra und Eustathius von Sebaste gegen ihn bewiesene Eifer
Germanicia ist eine an der Grenze von Cilizien, Syrien und Kappadozien gelegene Stadt und gehört zur Provinz Euphratesia. Der Vorsteher der dortigen Kirche, Eudoxius, begab sich, sobald er vom Tode des Leontius Kenntnis erhielt, nach Antiochien, riß den bischöflichen Stuhl an sich und verwüstete gleich einem wilden Eber den Weinberg Gottes1. Er verbarg nämlich nicht wie Leontius seine schlimme Gesinnung, sondern kämpfte ganz offen gegen die apostolische Lehre und bereitete denjenigen, die ihm zu widersprechen wagten, mannigfache Widerwärtigkeiten. In jener Zeit führte in Ancyra, [S. 151] der Hauptstadt von Galatien, Basilius, der Nachfolger des Marcellus, das Steuerruder der Kirche; Eustathius dagegen leitete die Kirche von Sebaste, der Hauptstadt von Armenien. Als diese Bischöfe von der Ungerechtigkeit und der Verfolgungswut des Eudoxius Kunde erhielten, brachten sie dessen Gewalttätigkeit schriftlich zur Kenntnis des Kaisers Konstantius. Dieser weilte nämlich noch in dem westlichen Reichsteile, wo er nach der Beseitigung der Tyrannen die von diesen geschlagenen Wunden zu heilen suchte. Beide waren Günstlinge des Kaisers und erfreuten sich wegen ihres lobenswerten Lebenswandels des allergrößten Einflusses bei demselben.
1: Ps. 79, 14 [Ps. 80, 14].