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Spielthema
Die Spieler finden sich in Hab & Gut in der Rolle von Börsenspekulanten der Gründerzeit wieder. Die aufstrebenden Industriebarone versuchen nun mittels Handel von Rohstoffaktien fette Gewinne einzusacken. Allerdings ist nicht nur der Kontostand Gewinn entscheidend: Wer am Ende des Spiels von allen Spielern am wenigsten Geld wohltätigen Zwecken vermacht hat, scheidet kurz vor Spielende aus.
Spielausstattung
In der Schachtel befinden sich ein Spielplan, der die aktuellen Kurswerte der gehandelten Waren zeigt, sechs Kurssteine, fünf Spendetafeln, fünf Kartenhalter aus Holz, ein schwarzer Startspielstein in Form eines Zylinders, 54 Kurskarten (9 je Ware), 60 Aktienkarten (10 je Ware) und Geld in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500.
Spielziel
Gewinner ist derjenige Spieler, der am Ende des Spiels das meiste Geld hat. Vorausgesetzt, er ist nicht derjenige Spieler, der am wenigsten von seinem Geld gespendet hat.
Spielablauf
Zu Beginn des Spiels wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt. Die Kurssteine der sechs Waren wird auf den Kurswert 40 gestellt. Es gibt folgende Waren, welche die Spieler erwerben können: Kohle, Weizen. Kaffee, Kautschuk, Tee und Salz. Nun werden so viele Kartenhalter benötigt, wie Spieler teilnehmen. Die Kartenhalter werden dann zwischen den Spielern aufgestellt. Somit hat jeder Spieler einen Kartenhalter auf seiner linken und einen auf seiner rechten Seite. Jetzt werden die 54 Kurskarten gemischt und acht davon an jeden Spieler verteilt. Diese stecken die erhaltenen Karten in den linken Kartenhalter. Eventuell übrig bleibende Karten werden verdeckt zur Seite gelegt. Jeder Spieler erhält Geld im Wert von 300 und eine Spendentafel. Der jüngste Spieler beginnt und stellt den Startspieler-Zylinder vor sich hin.
Das Spiel selbst findet in zwei Abschnitten statt. Jeder Abschnitt besteht aus 4 Runden, jede dieser Runden ist in zwei Durchgänge unterteilt. Im ersten Durchgang einer Runde werden maximal drei Aktien von Waren gekauft oder verkauft. Im zweiten Durchgang werden die Aktienkurse der Waren mit den Kurskarten verändert.
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Kauf und Verkauf von Aktien
Beginnend mit dem Startspieler darf jeder Spieler nacheinander bis zu drei Aktien kaufen oder verkaufen. Kaufen und verkaufen zur gleichen Zeit ist nicht erlaubt, man muss sich also entscheiden: entweder oder. Beim Kauf muss der Spieler Geld im Wert des aktuellen Aktienkurses an die Bank bezahlen und erhält dann eine Aktienkarte der gewünschten Karte. Beim Verkauf erhält der Spieler von der Bank Geld im Wert des aktuellen Aktienkurses und gibt die Aktienkarte dann wieder ab.
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Spenden
Jeder Spieler darf, wenn er möchte, pro Runde maximal eine seiner Aktie wohltätigen Zwecken spenden. Dazu legt er eine seiner Aktien verdeckt auf ein freies Feld der Spendentafel. Aktien, die auf der Spendentafel abgelegt worden sind, werden am Ende des ersten und des zweiten Abschnittes verkauft. Der Verkaufserlös wird ebenfalls auf der Spendentafel abgelegt und gehört nicht zum Barvermögen des Spielers.
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Aktienkurse verändern
Im zweiten Durchgang einer Runde muss jeder Spieler, beginnend beim Startspieler, die Aktienkurse verändern. Dazu nimmt der Spieler, der an der Reihe ist, je eine Kurskarte vom linken und eine vom rechten Kartenhalter. Die Kurskarten zeigen eine Ware und eine Veränderung des Kurswertes von +6 bis -6. Eine dieser zwei Karten führt des Spieler normal aus, z.B. bei Kaffee +2 setzt er den Kaffee-Stein auf dem Aktienspielbrett zwei Felder nach rechts; Der Wert des Kaffees steigt. Die zweite Karte führt er nur zur Hälfte aus, z.B. würde der Warenstein bei Weizen -6 nur drei Felder nach links bewegt; Der Wert des Weizens sinkt. Haben alle Spieler die Aktienkurse verändert, gibt der Startspieler den Startspielerzylinder an seinen linken Nachbarn ab. Dieser Beginnt die nächste Runde.
Nach vier Runden endet der erste Abschnitt. Die Kartenhalter sind nun leer. Jeder Spieler verkauft nun seine gespendeten Aktienkarten an die Bank und erhält dafür Geld gemäss dem aktuellen Aktienkurs der Waren. Das Geld wird auf die Spendentafel gelegt. Nun werden die 54 Kurskarten erneut gemischt und wie zu Beginn des Spieles acht an jeden Spieler verteilt. Diese stecken die Karten wieder in den Kartenhalter der linken Seite. Das Geld auf der Spendentafel darf von allen Spielern jederzeit nachgezählt werden, damit die noch zu leistenden eigenen Spenden abgeschätzt werden kann. Der zweite Spielabschnitt beginnt. Die Aktienkurse bleiben bestehen und auch die Spieler spielen mit ihrem aktuellen Vermögen und den noch nicht verkauften Aktien weiter.
Nach vier weiteren Runden endet auch der zweite Abschnitt. Alle Spieler verkaufen die im zweiten Abschnitt gespendeten Aktien und legen den Erlös auf die Spendentafel. Nun zählen alle Spieler das gespendete Geld. Der Spieler mit dem kleinsten Spendenbetrag scheidet nun aus dem Spiel aus.
Alle Spieler, die noch im Spiel sind, verkaufen nun alle ihre Aktien (auch wenn es mehr als drei Aktien sind) und zählen ihr Geld. Der Spieler mit dem grössten Vermögen ist Gewinner des Spiels.
Spielbewertung
Zu Beginn des Spiels sind die Begriffen Abschnitt, Runde und Durchgang etwas verwirrend. Hat man aber erstmal erkannt, wie sich das Spiel in die verschiedenen Bezeichnungen aufteilt, dann sind die (restlichen) Regeln relativ einfach zu verstehen.
Hab & Gut ist ein vermeintlich gradliniges Aktien-Spiel. Zwei Elemente geben diesem Spiel aber einen äusserst fiesen und unterhaltsamen Dreh: Das Spenden von Aktien und die Kurskarten, die man sich zur Hälfte mit zwei seiner Mitspieler teilt.
Auf der einen Seite ist man ständig im Dilemma, ob man nun genug Geld gespendet hat, um nicht auszuscheiden. Andererseits will man nicht unnötig Geld spenden, das einem dann am Ende des Spiels zum Sieg fehlen könnte. Da die gespendeten Aktien auch immer nur nach vier Runden in Geld umgewandelt werden, kann es auch mal passieren, das eine scheinbar Geld bringende Warenkarte nicht mehr viel Wert hat.
Je weniger Spieler am Spiel teilnehmen, um so kleiner ist die Anzahl an unbekannten Kurskarten und um so berechnender kann das Spiel angegangen werden. Spielen mehr Spieler mit, um so mehr Glück muss man haben, um auf das richtige Pferd in Form einer ertragsreichen Warenkarte zu setzen.
Schliesslich kann gesagt werden, dass Hab & Gut ein angenehmes Aktienspiel ist, dass sich mit dem Spendenzwang und den Kurskarten auf den Kartenhaltern von anderen Spielen dieses Genres abheben kann. Die schönen Illustrationen und das Material des Spiels runden den positiven Gesamteindruck ab.
Alain