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Ich bin es also. Der Auserwählte, der Auserkorene, der Berufene, der VORZEIGEFREIBURGER. (Stand so–und nicht zum ersten Mal–in dieser Zeitung.) Man kniet vor mich nieder (zum Beispiel am letzten Samstag an der Jazz Parade), man legt mir Früchte vor die Füsse (zum Beispiel Häppöriggompfi, ebenfalls an der Jazz Parade), man opfert mir Jungfra… gut, die nicht gerade. Noch nicht.
Vielleicht wären Sie auch ein Vorzeigefreiburger. Ich zum Beispiel esse am Tag mindestens 750 Gramm Greyerzer, saufe dazu zwei Flaschen Vully und bete noch vor dem Frühstück das Lioba bäuchlings vor dem heiligen St. Niklaus. Wöchentlich steige ich auf den Moléson, die Kaiseregg und das Putzhorn und brünzle in die Gärten der Exilberner, trage zum Schlafen das Jumbo-Hemd von Gagnon und liege auf einem Chomutow-Kissen. Während ich meinen Kühen mit einem wasserfesten Edding die schwarze Farbe auftrage, wispere ich ein dreifaches Magnifikat den Hühnern ins Nest. Für einen Vorzeigefreiburger ist das das Mindeste, finde ich.
Liebe Leute, ich bin kein Vorzeigefreiburger. Ich bin ein hundsgewöhnlicher Bürger, singe lediglich Lieder über das Leben, gebe da und dort Konzerte und schreibe für dieses und jenes Musik. Es wäre mir lieber, ihr nennt mich nicht «Vorzeigefreiburger», sondern «Messias» … ups, sorry, «Gustav» wollte ich sagen. Nennt mich Gustav. Oder Hans. Oder wie ihr wollt … (Jetzt ja keinen Scheiss machen, Gustav. Der Wohnmacher hat im Nu ein Kreuz gezimmert.)
Pascal Vonlanthenalias Gustav ist Musiker und lebt in Freiburg. Als Kulturschaffender ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigemRhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.
«Den Hühnern wispere ich ein dreifaches Magnifikat ins Nest. Für einen Vorzeigefreiburger ist das das Mindeste.»