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Autor: Klaus Vonlanthen
Als «Schnuppe» bezeichnet man laut Duden den abgebrannten Kerzendocht, der noch nachglüht; mit «schnuppen» das Säubern des wertlosen Dochtabfalls, verwandt mit dem Wort «Schnupfen». Sternschnuppen können wir also einerseits deuten als kurzes Nachglühen von Sternen oder andererseits als Schnupfen, als ob die Sterne niesen würden. Und weil Niesen im Körper kurzfristig eine Entspannung und ein Glücksgefühl auslöst, ist dies vielleicht der Ursprung der Idee, dass man beim Entdecken einer Sternschnuppe einen Wunsch frei hat, vorausgesetzt man ist geistesgegenwärtig genug und behält den Wunsch streng für sich, was eine verlässliche Erfolgsstatistik natürlich stark erschwert.
Der Meteor
«Sternschnuppe» ist die volkstümliche Bezeichnung für einen kleinen Meteor, ein grosser heisst Feuerball oder Bolide. Meteore sind kurze Leuchterscheinungen, die entstehen, wenn Metall- oder Gesteinskörner, so genannte Meteoroiden, von der Erde angezogen werden, in die Atmosphäre eindringen und dort wegen der Luftreibung verglühen oder verdampfen. Davon fallen täglich mehrere Milliarden auf die Erde, mit einer Gesamtmasse von bis zu 10 000 Tonnen. Die Lichtspur ist übrigens nicht der verglühende Körper selbst, sondern stammt von den elektrisch geladenen Luftmolekülen entlang der Bahn, die sich wieder mit den entrissenen Elektronen vereinen.
Der Meteoroid
Viele Meteoroiden stammen ursprünglich aus dem Asteroidengürtel, der ringförmigen Schutthalde zwischen der Mars- und der Jupiterbahn. Andere treten gruppiert auf. Diese stammen von Kometen ab, die auf ihrer Bahn kleine Teilchen hinterlassen. Jedes Jahr durchquert die Erde z. B. die «Spur» des Kometen Swift-Tuttle. In den Nächten vom 17. Juli bis zum 24. August, mit dem Maximum am 12. August, können bis zu 100 Meteore pro Stunde beobachtet werden, die scheinbar alle aus dem Sternbild des Perseus zu kommen scheinen. Deshalb heisst dieser Meteorschwarm «die Perseiden». Eine andere bekannte Gruppe sind die Leoniden vom 14. bis 21. November, die scheinbar aus dem Sternbild des Löwen kommen.
Die Körner, die als Sternschnuppen verglühen, haben typischerweise einen Durchmesser von 1 mm bis 10 mm. Noch kleinere sind von Auge nicht sichtbar. Meteoroiden mit der Grösse eines Reiskorns liefern Leuchtspuren von über einer Sekunde.
Die Meteoroiden bilden zusammen mit den Kometen und Asteroiden die Kleinkörper des Sonnensystems, wie sie vor drei Jahren in Prag neu definiert wurden.
Der Meteorit
Sehr viel seltener sind Stücke grösser als 1 kg. Diese verglühen nicht vollständig in der Luft und fallen schliesslich mit lautem Knall auf die Erdoberfläche. Diese Fundstücke auf der Erde heissen Meteoriten.
Im Kanton Freiburg sind zwei Einschläge von Meteoriten dokumentiert: Im Juli 1903 in Menziswil bei Tafers (Masse 29 g) und am 25. Dezember 1926 in Ulmiz (Masse 76 g).
Der Niedergang in Ulmiz erfolgte am Weihnachtsmorgen um 6.30 Uhr, vor dem Bauernhaus von Alfred Aeberhard, der eben dabei war, seine Kühe am Brunnen vor dem Gehöft zu tränken. Mit grossen Sprüngen retteten sich die Kühe wieder in den Stall, als mit lautem Knattern etwas auf den gefrorenen Boden schlitterte. Da es noch dunkel war, ging Alfred Aeberhard erst frühstücken und entdeckte nachher etwa ein Dutzend inzwischen erkalteter zerbrochener Gesteinsstücke, gesamthaft in der Grösse einer Baumnuss. Die Stücke sind im Naturhistorischen Museum in Freiburg zu besichtigen.