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Wohnsiedlung Hardau I, Zürich
Wettbewerb, offen, 2017/18
2. Rang
mit Demuth Hagenmüller & Lamprecht Architekten GmbH, Zürich
Bauherrschaft: Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Das Grundstück liegt an der Schnittstelle zwischen zwei unterschiedlichen Stadtstrukturen: Das Dogma der Blockrandstadt trifft auf eine gebaute Stadtutopie aus den 1960er Jahren nach den Plänen von Max P. Kollbrunner. Wir schalgen zwei Baukörper vor, die in ihrer Setzung auf diese diametral unterschiedlichen Stadtstrukturen reagieren: Der Baukörper entlang der Hardstrasse ist als einfache Häuserzeile an die Baulinie gesetzt und führt die Linienführung des Blockrands fort. Den zweiten Baukörper sehen wir als Baustein im Sinne der freien Setzungen aus den 1960er Jahren im Inneren. Er besitzt wie die benachbarten Zeilen einen Zug in die Tiefe, erfährt aber eine seitliche Staffelung, welche zwei unterschiedliche Freiräume generiert, die spezifisch auf ihr Gegenüber reagieren. Zum Hardaupark hin findet die Zeile ihren Abschluss in einem Kopfbau, der den Parkraum visuell abschliesst, die räumliche Durchlässigkeit aber trotzdem bewahrt.
Beide Baukörper entwickeln sich über 7 Geschosse, reagieren aber jeweils unterschiedlich auf ihren Kontext: Die Zeile an der Hardstrasse reagiert auf die zulässige Regelbauweise mit fünf Geschossen: Der untere Bereich wird mit Erkern besetzt und weist ein eigenständiges Fassadenbild auf, während die beiden zusätzlichen Geschosse, die durch den Arealbonus möglich werden, als Attikageschosse in Erscheinung treten. So wird eine zukünftige Entwicklung im Sinne der Stadtverdichtung vorweggenommen und eine zonenkonforme Traufkante ausgebildet, an welche sich problemlos anknüpfen lässt. Der innere Baukörper reagiert dagegen auf die Siedlung Hardau II und bildet vier untere Geschosse aus, die mit den länglichen Zeilen in Dialog treten. Darüber werden drei Panoramageschosse erstellt: Eine Superposition von zwei unterschiedlichen Grundriss- und Fassaden-Typologien, die zu einer Einheit werden.
Die Setzung der Gebäude schafft gefasste und typologisch eindeutige Freiräume. In unmittelbarer Nähe zueinander lassen sich drei unterschiedliche Qualitäten von Freiräumen finden: Die urbane Hardstrasse mit einer Allee, der introvertierte Gemeinschaftshof zwischen den beiden Gebäuden der neuen Siedlung Hardau I, sowie die Parklandschaft mit dem Hardaupark und den parkartigen Umgebungsflächen von Hardau II. Der Hof lebt von der räumlichen und funktionalen Dichte. Er fungiert als Erschliessungsraum, Treffpunkt, Spielplatz und als individueller Aufenthaltsraum. Sein ruderaler und wilder Charakter bildet einen Kontrast zur aussenliegenden Parklandschaft. Er weckt nicht den Eindruck einer abgeschlossenen Gestaltung, sondern lädt zum Mitgestalten, Verändern und Einnehmen ein.
Auszug aus dem Jurybericht:
'Insgesamt liegen die Stärken des Projekts in der klaren städtebaulichen Setzung und in der differenzierten Freiraumgestaltung. (...) Der gefasste Hofraum zwischen den beiden Siedlungsteilen, von dem aus sämtliche Wohnungseingänge erreichbar sind, ist als zentraler Siedlungsmittelpunkt abseits des öffentlichen Stadtparks glaubhaft.'