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Wann und wie entstand das Projekt für das Innovationsquartier blueFACTORY?
Im Jahr 2010 kündigte die Firma Feldschlösschen an, die Bierproduktion in der Cardinal-Brauerei im Stadtzentrum von Freiburg einzustellen. Angesichts dieser definitiven Schliessung entschieden der Kanton und die Stadt Freiburg, das Grundstück der Brauerei zu gleichen Teilen zu kaufen. Die beiden Eigentümer verfolgen das gemeinsame Ziel, aus dieser Industriebrache ein neues Stadtquartier zu formen. Darin soll einerseits Innovation entstehen, andererseits soll das Quartier auch künstlerische und kulturelle Aktivitäten sowie Wohn- und Grünflächen beherbergen. Es definiert sich über eine nachhaltige Ausrichtung und versucht, den CO2-Ausstoss zu begrenzen. Es positioniert sich damit als «Low carbon» Quartier.
Nach dem Abbau der Produktionsanlagen begann im Jahr 2012 der Bezug des Geländes. Seit 2014 koordiniert eine Aktiengesellschaft die Entwicklung des Innovationsquartiers – die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG. Das Aktienkapital ist im Besitz der Stadt und des Kantons Freiburg.
Wie sehen die Entwicklungsstufen für das Innovationsquartier blueFACTORY aus?
Von 2014 bis heute konzentrierte sich die Entwicklung des Quartiers auf die Umnutzung und Aufwertung der bestehenden Gebäude. Im 2014 wurde der Anbau 2 renoviert. Im darauffolgenden Jahr wurde die Blaue Halle umgebaut, darin entstanden Arbeitsstätten, Ateliers und eine Konstruktionswerkstatt. Im 2016 wurde auch die Halle 1 umgebaut; das geschützte Gebäude A wird laufend gepflegt. Heute arbeiten nicht weniger als 180 Personen in diesen vier Gebäuden (Stand Januar 2018).
In den nächsten Etappen werden neue Gebäude errichtet sowie Grünflächen und Verbindungen für den Langsamverkehr geschaffen. Bei der Gestaltung werden die fünf denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände berücksichtigt – den Schlot und das Silo, das Pförtnerhäuschen, die Abfüllhalle (Graue Halle), das Verwaltungsgebäude (Gebäude A) und ein Untergeschoss. Die städtebauliche Entwicklung des Innovationsquartiers ist in einem kantonalen Nutzungsplan (KNP) definiert. Dieser wurde im November 2017 in eine öffentliche Vernehmlassung geschickt und im Juli 2018 von der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) genehmigt.
Wann wird der Anbau 2 abgerissen, um Platz für den Bau des Gebäudes des smart living lab zu schaffen?
Gemäss jüngster Planung (Mai 2019) wird der Anbau 2 Ende des Jahres 2020 abgerissen – die Abrissarbeiten werden ab November 2020 beginnen. Die Unternehmen und Einheiten, die in diesem Gebäude angesiedelt sind, werden sicher bis im Oktober 2020 dort eingemietet sein können.
Welche Möglichkeiten haben die Unternehmen, die aktuell im Anbau 2 eingemietet sind, auf dem blueFACTORY-Areal bleiben zu können, bis der erste Neubau – das Gebäude B – in Betrieb genommen wird?
Derzeit wird von Projektleiter Yanick Jolliet eine Machbarkeitsstudie erstellt. Bis Mitte 2019 sollten Antworten vorliegen, welche dann den Mietern von Anbau B mitgeteilt werden. Die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG ist gewillt, alle aktuell in diesem Gebäude tätigen Innovationsakteure auf dem Gelände zu halten und ihnen als erste Priorität eine interne Lösung auf dem Areal zu bieten.
Ist blueFACTORY auf nationaler Ebene anerkannt?
blueFACTORY ist Teil des Westschweizer Netzwerks des Schweizerischen Innovationsparks (Switzerland Innovation). In diesem Rahmen ist das Quartier für seine Fachkompetenzen im Bereich Lebens- und Wohnraum der Zukunft anerkannt. blueFACTORY beherbergt mit dem Smart Living Lab nämlich eine Forschungsplattform, die sich mit Lebens- und Wohnräumen der Zukunft befasst. Das Smart Living Lab vereint Kompetenzen der Universität Freiburg, der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Die verschiedenen Forschungsgebiete reichen von der Materialforschung über erneuerbare Energien bis hin zu den Geisteswissenschaften. Im Quartier befindet sich ausserdem das Building Innovation Cluster – eine Netzwerk- und Innovationsplattform für Unternehmen aus der Bau- und Energiebranche.
Der Schweizerische Innovationspark hat fünf Standorte in der ganzen Schweiz. Er fördert Innovationen, indem Zusammenarbeiten zwischen Schweizer Hochschulen und nationalen sowie internationalen Unternehmen unterstützt werden. Der Innovationspark trägt zudem zur Ansiedlung von innovativen Unternehmen und Forschungspartnern in der Schweiz bei. Der Westschweizer Standort Park Network West EPFL umfasst den Innovationspark der ETH Lausanne und Biopôle (Waadt), Microcity (Neuenburg), Energypolis (Wallis), blueFACTORY (Freiburg) und den Campus Biotech (Genf).
Verfügt das Innovationsquartier blueFACTORY über Gemeinschaftsräume, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind?
Im Februar 2018 eröffnete das Lokal «Les Menteurs» im Gebäude A von blueFACTORY. Dieses Café-Restaurant, in dem Humor und Gemütlichkeit grossgeschrieben werden, ist öffentlich zugänglich. Das Lokal eignet sich für einen morgendlichen Kaffee ebenso wie für gemütliche Treffen am Feierabend. Es bietet eine von lokalen Gerichten geprägte Küche, die auf verschiedene Ernährungsstile zugeschnitten ist. Die Menus werden aus frischen und lokalen Produkten zubereitet, wobei das Tierwohl und die Umwelt respektiert werden. Das Lokal «Les Menteurs» wird während einer Periode von vier Jahren auf dem Gelände von blueFACTORY betrieben. Der Betrieb beeinträchtigt das denkmalgeschützte Gebäude A nicht, da sämtliche Infrastrukturen mobil sind.
Andere Räumlichkeiten des Innovationsquartiers, beispielsweise die Blaue Halle oder die Graue Halle, sind bei bestimmten Anlässen und Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Agenda mit kommenden Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite von blueFACTORY.
Warum werden im Innovationsquartier blueFACTORY kulturelle Veranstaltungen organisiert?
Ziel des Projekts blueFACTORY ist es, die Industriebrache in ein neues Quartier der Stadt Freiburg zu verwandeln. Dafür muss blueFACTORY einerseits Innovationsaktivitäten beherbergen, andererseits soll es auch Funktionen eines Stadtquartiers erfüllen, wie etwa Verbindungen für den Langsamverkehr, Grünflächen, Wohnungen und sozio-kulturellen Aktivitäten. Diese Bedingungen sind in der Nutzungs-Charta des Geländes definiert.
blueFACTORY hat die Aufgabe, bestehende Kulturschaffende und Akteuren aus Wirtschaft, Innovation und Gesellschaft miteinander zu vernetzen. Die Organisation von kulturellen Veranstaltungen unterstützt dieses Vorhaben. Im Februar 2018 wurde mit Martin Schick ein Kulturmanager ernannt, um in blueFACTORY eine Plattform für die Vermittlung zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Er wird auf dieser Grundlage ein kulturelles Angebot schaffen, das die gemeinsame Nutzung und den Austausch von Ressourcen fördert. In diese Arbeit wird er die Nutzenden des Quartiers sowie Kulturschaffende aus Freiburg und aus anderen Regionen einbeziehen.
Der dadurch entstehende Dialog zwischen Künstlern, Kulturschaffenden, Unternehmern, Forschenden und Bevölkerung soll systematische Überlegungen über eine Welt anstossen, die sich zu Beginn der vierten industriellen Revolution in einer bisher ungekannten Geschwindigkeit verändert. Letztere wird unsere Beziehungen zu anderen sowie die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, fundamental verändern. Das Quartier soll dabei verschiedene Blickwinkel ermöglichen. Diese Vielfalt ist eine grundlegende Voraussetzung für das Entstehen von Innovation.
Ich möchte meine Organisation gerne im Innovationsquartier blueFACTORY ansiedeln. Wie muss ich vorgehen?
Die Aktiengesellschaft Bluefactory Fribourg-Freiburg AG ist für die Entwicklung des Innovationsquartiers und für die Vermietung von Flächen zuständig. Wenn Sie interessiert sind, Ihre Organisation im Innovationsquartier anzusiedeln, nehmen Sie am besten Kontakt mit der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG auf. Entweder per Telefon (026 422 37 09) oder per E-Mail (<email-pii>).
Bitte beachten Sie, dass Plattformen, Unternehmen oder andere Organisationen, die sich auf dem Gelände ansiedeln wollen, die Kriterien der blueFACTORY Nutzungs-Charta erfüllen müssen. Ausserdem sind Mieter von blueFACTORY angehalten, ein Verfahren zur Messung sowie – soweit wie möglich – Massnahmen zur Reduktion ihres CO2-Ausstosses anzuwenden.
Was ist unter der Blauen Wirtschaft zu verstehen, die von blueFACTORY gefördert wird?
Die von blueFACTORY unterstütze Blaue Wirtschaft fördert Produktionsmethoden, die zugleich nachhaltig, rentabel und wettbewerbsfähig sind. Dieses Modell orientiert sich an der Funktionsweise der Natur und soll zu innovativen Lösungen beitragen, bei denen Abfallprodukte genutzt und der Verbrauch von Energie, Wasser und anderen Rohstoffen optimiert wird. Das Ziel ist eine schadstoffarme Wirtschaft, die Arbeitsplätze, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Wertschöpfung schafft.
blueFACTORY fördert die Prinzipien der Blauen Wirtschaft, indem sie sich für Initiativen öffnet, die weniger Abfällen produzieren und mit denen sich der Verbrauch von nichterneuerbaren natürlichen Ressourcen senken lässt. Im Innovationsquartier werden verschiedene Produkte, Dienstleistungen und Technologien entwickelt, die zur Erhaltung der Umwelt beitragen. Zudem ist blueFACTORY ein «Low-carbon» Quartier: Indem es den Langsamverkehr unterstützt und die CO2-Bilanz seiner Gebäude und seiner Mieter aktiv verbessert, folgt es ebenfalls den Prinzipien der Blauen Wirtschaft.
Wer leitet das Projekt blueFACTORY?
Die Leitung des Projekts wird von einer Aktiengesellschaft wahrgenommen – der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG. Dessen Aktionäre sind der Kanton und die Stadt Freiburg; beide verfügen je über die Hälfte der Aktien.
Die städtebauliche Entwicklung des Quartiers ist in einem kantonalen Nutzungsplan (KNP) definiert, der die Benutzung des Grundstücks sowie Bauauflagen umfasst. Dieses Werkzeug liegt in den Händen des Kantons Freiburg. Die Stadt Freiburg und die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG konnten sich an dessen Erarbeitung beteiligen. Das Dokument wurde im November 2017 in eine öffentliche Vernehmlassung geschickt und im Juli 2018 von der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) genehmigt.
Warum soll in Freiburg ein Innovationsquartier entstehen?
blueFACTORY ist ein Werkzeug der Innovationspolitik des Kantons Freiburg. Nach zehn Jahren mit einer günstigen Konjunktur erfährt Freiburg ein verlangsamtes Wachstum mit weniger Exporten. Zukunftsträchtige, innovative Projekte wie blueFACTORY sind deshalb wichtig, um Unternehmen anzuziehen, die akademische und industrielle Kompetenzen sowie die Nähe zu neuen Technologien und innovative Konzepte suchen.
Ausserdem positioniert sich Freiburg mit blueFACTORY auf der wissenschaftlichen und technologischen Landkarte der Schweiz. Der Standort ist vom Bund anerkannt und Teil des Westschweizer Netzwerks des Schweizerischen Innovationsparks (Switzerland Innovation). Er verfügt über spezifische Kompetenzen im Bereich Lebens- und Wohnraum der Zukunft. Wie alle Standorte des Schweizerischen Innovationsparks fördert blueFACTORY den Wissenstransfer zwischen den Akteuren der Wissenschaft und der Wirtschaft: Hier sind die Universität Freiburg, die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg und die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne tätig. Diese Institutionen arbeiten insbesondere im Rahmen des Zentrums für die Erforschung und Entwicklung von Wohnformen der Zukunft zusammen – dem Smart Living Lab.
In den Jahren 2012 und 2013 entstanden in der Region Freiburg zwei weitere Standorte, die sich mit Innovationsförderung befassen: Le Vivier und das Marly Innovation Center. Diese beiden Standorte ergänzen blueFACTORY.
Wer koordiniert die Entwicklung des Innovationsquartiers blueFACTORY? Auf welcher Grundlage?
Die Entwicklung des Innovationsquartiers wird von der Aktiengesellschaft Bluefactory Fribourg-Freiburg AG koordiniert. Die städtebauliche Entwicklung des Quartiers ist in einem kantonalen Nutzungsplan (KNP) vorgeschrieben und umfasst die Nutzung des Grundstücks sowie Bauauflagen. Der KNP ist ein Werkzeug in den Händen des Kantons Freiburg, an dessen Erarbeitung sich die Stadt Freiburg und die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG beteiligten. Das Dokument wurde im November 2017 in eine öffentliche Vernehmlassung geschickt und im Juli 2018 von der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) genehmigt.
Ich will auch ein Unternehmen oder ein Start-up gründen. Verfügt blueFACTORY über Strukturen, die mich bei diesem Vorhaben unterstützen können?
Fri Up ist vom Kanton Freiburg beauftragt, die Gründung von Unternehmen kostenlos zu unterstützen. Professionelle Coaches beantworten die Fragen der Unternehmer, analysieren ihre Bedürfnisse und beraten sie bei der Fortsetzung ihrer Projekte. Für die innovativsten Start-ups bietet Fri Up ein umfassendes Begleitprogramm, das auf die Projekte zugeschnitten und praxisorientiert ist. Ebenso unterstützt es die Suche nach Finanzierungen. Unternehmer können sich zu tiefen Preisen ins Gründerzentrum von Fri Up einmieten – im blueFACTORY-Gelände in Freiburg, in Murten oder in Vaulruz.
Wie kann ich mich über Neuigkeiten aus dem Innovationsquartier blueFACTORY informieren?
Neuigkeiten aus dem Innovationsquartier werden als News auf der Webseite von blueFACTORY aufgeschaltet.
Ausserdem berichtet die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG in einem regelmässig verschickten elektronischen Newsletter über Aktualitäten aus dem Innovationsquartier. Der Newsletter informiert über Aktivitäten der Mieter, Ereignisse und Veranstaltungen sowie über die jüngste städtebauliche Entwicklung des Quartiers. Er erscheint in Deutsch und Französisch. Sie können den Newsletter abonnieren, indem sie das Feld ganz am Ende dieser Seite ausfüllen.
Ist blueFACTORY eine neue Kultureinrichtung in Freiburg?
Nein, es nicht das Ziel, aus blueFACTORY eine neue Kultureinrichtung in Freiburg zu machen. blueFACTORY hat die Aufgabe, bestehende Kulturschaffende und Akteuren aus Wirtschaft, Innovation und Gesellschaft miteinander zu vernetzen. Im Februar 2018 wurde mit Martin Schick ein Kulturmanager ernannt, um in blueFACTORY eine Plattform für die Vermittlung zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Er wird auf dieser Grundlage ein kulturelles Angebot schaffen, das die gemeinsame Nutzung und den Austausch von Ressourcen fördert. In diese Arbeit wird er die Nutzenden des Quartiers sowie Kulturschaffende aus Freiburg und aus anderen Regionen einbeziehen.
Im Jahr 2017 sammelte blueFACTORY erste Erfahrungen als Vermittlungsplattform. Im Quartier fanden mehrere Veranstaltungen des Festivals Belluard Bollwerk International, eine Veranstaltung zu elektronischer Musik des Schweizer Museums für elektronische Musikinstrumente (SMEM) sowie Kunstperformances statt, die vom Freiburger Zentrum für zeitgenössische Kunst Fri Art ausgesucht wurden. blueFACTORY beherbergte mit Aqua Expo ausserdem eine interaktive Ausstellung über die Trinkwasserversorgung, die von Freiburger Wasser organisiert wurde.
Welche Räumlichkeiten können zurzeit im Innovationsquartier blueFACTORY gemietet werden?
Derzeit sind keine Flächen zu vermieten.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG per Telefon (026 422 37 09) oder per E-Mail (<email-pii>).
blueFACTORY wird als «Low-carbon» Quartier bezeichnet. Es heisst auch, dass «Zero-carbon» Räumlichkeiten bereitgestellt werden. Was bedeuten diese Begriffe?
blueFACTORY ist ein «Low carbon» Quartier, weil die zuständige Aktiengesellschaft Bluefactory Fribourg-Freiburg AG sowie die Mieter auf dem Gelände Schritte unternehmen, um ihren CO2-Ausstoss zu senken. Die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG verbessert aktiv die CO2-Bilanz ihrer Gebäude. Die Mieter des Quartiers sind angehalten, den CO2-Ausstoss ihrer Aktivitäten zu messen und diese soweit wie möglich zu reduzieren. Dabei werden sie von der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG unterstützt. Bei der weiteren städtebaulichen Entwicklung werden Langsamverkehr und Grünflächen gefördert.
Im Weiteren hat die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG gemäss der Nutzungs-Charta von blueFACTORY den Auftrag, ihren Mietern künftig «Zero Carbon» Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Dieser Begriff bedeutet nicht, dass das Quartier oder die Gebäude kein CO2 mehr verursachen, sondern dass die bei Bau und Betrieb entstehenden Emissionen kompensiert werden. Damit das Ziel «Zero Carbon» erreicht werden kann, wird die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG Massnahmen zur Kompensation eines gleich grossen CO2-Volumens ausserhalb des Quartiers einleiten. Eine Möglichkeit besteht darin, erneuerbare Energie mit einem geringen Kohlestoff-Ausstoss ins Elektrizitäts- oder Fernwärmenetz einzuspeisen. Eine solche Lösung ist denkbar, sobald die in blueFACTORY installierten Infrastrukturen einen Überschuss an umweltfreundlicher Energie produzieren. Zurzeit ermöglichen die ersten Solarpanels auf dem Dach der blauen Halle in den Sommermonaten einen Selbstversorgungsgrad von etwa 70% des Gesamtverbrauchs des Quartiers.
Warum wurde die Form einer Aktiengesellschaft (Bluefactory Fribourg-Freiburg AG) gewählt, um das ehemalige Cardinal-Gelände in ein Innovationsquartier umzuwandeln?
Aufgrund ihrer flexiblen Struktur, der Möglichkeiten für die Weiterentwicklung und der potentiellen Attraktivität für neue Investoren wählten der Kanton und die Stadt Freiburg die Form einer Aktiengesellschaft (AG) für die Führung des Innovationsquartiers blueFACTORY. Die Aktiengesellschaft Bluefactory Fribourg-Freiburg AG (BFF AG) ist klar vom blueFACTORY-Quartier zu unterscheiden. Die BFF AG ist eine von mehreren Gesellschaften des Quartiers. Als dessen Besitzerin ist die BFF AG aber eng mit dem Quartier verbunden.
Über die Aktiengesellschaft definieren Kanton und Stadt Freiburg die Inhalte der Statuten und die Ziele der Gesellschaft. Zugleich erlaubt die Aktiengesellschaft, die Risiken für den Kanton und die Stadt Freiburg zu begrenzen, da sie bei allfälligen Schulden nur mit dem Gesellschaftsvermögen haften.
Warum braucht die Entwicklung des Innovationsquartiers blueFACTORY Zeit?
Das Projekt blueFACTORY soll eine Industriebrache (die ehemalige Cardinal-Brauerei mit fünf historischen, denkmalgeschützten Gebäuden) in ein neues Quartier der Stadt Freiburg verwandeln. Das Quartier soll Innovationsaktivitäten, aber auch Wohnungen, Grünflächen und soziokulturelle Aktivitäten umfassen und sich durch einen geringe CO2-Ausstoss auszeichnen. Diese Umwandlung stellt ein langfristiges Unterfangen dar und erfordert eine detaillierte Planung und viel Koordinationsarbeit zwischen der Stadt und dem Kanton Freiburg, die das Projekt gemeinsam tragen.
Seit 2014 haben sich die Arbeiten auf die Gründung der Aktiengesellschaft Bluefactory Fribourg-Freiburg AG und auf die Steuerung des Projekts konzentriert. Ebenso standen grundlegende Analysen, die Bereitstellung der bestehenden Gebäude und die Verringerung der CO2-Emissionen im Vordergrund. Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf den Bau neuer Gebäude sowie auf die Schaffung von Grünflächen und Verbindungen für den Langsamverkehr. Ein Kantonaler Nutzungsplan (KNP), der im November 2017 in eine öffentliche Vernehmlassung geschickt wurde, definiert die Benutzung des Geländes und die Baubedingungen. Dieser wurde im Juli 2018 von der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) genehmigt. Sämtliche Neubauten können erst nach der Bewilligung des KNP errichtet werden.
Wie viele Unternehmen sind auf dem Gelände von blueFACTORY angesiedelt und in welchen Branchen sind diese tätig? Gibt es noch andere Mieter im Innovationsquartier?
Das Innovationsquartier blueFACTORY zählt 30 Start-ups und KMU (Stand Februar 2018). Diese sind in den Bereichen saubere Energien, digitale Technologien, neue Werkstoffe, Recycling, Lichttechnologie, Elektrotechnik, Beratung, Bildung und Kommunikation tätig.
Neben Start-ups und KMU beherbergt blueFACTORY zwei Vereine, die Private bei ihren Innovationsprojekten unterstützen, und vier Technologieplattformen. Im Quartier befinden sich auch die Sammlung des Schweizerischen Museums für elektronische Musikinstrumente (SMEM) und das Cardinal Biermuseum Freiburg. Seit Februar 2018 ist ausserdem das Restaurant «Le Menteurs» geöffnet und für die Öffentlichkeit zugänglich.
Alles in allem arbeiten im Innovationsquartier über 250 Personen. Die vollständige Liste der Mieter finden Sie auf der blueFACTORY-Webseite unter der Rubrik «Mieter».
Warum wird auf dem Gelände von blueFACTORY ein Restaurant betrieben, wenn es doch in der Stadt Freiburg bereits viele davon gibt?
Im Innovationsquartier blueFACTORY arbeiten über 250 Personen. Mit dem Lokal «Les Menteurs» haben die Mieter einen Ort für spontane Treffen, Geschäftsessen und für die Organisation von Veranstaltungen. Ausserdem fördert dieser Gemeinschaftsraum den Austausch zwischen den Menschen, die in den verschiedenen Gebäuden des Quartiers arbeiten. Bisher gab es im Quartier keinen solchen Treffpunkt und kein Verpflegungsangebot, sondern nur Cafeterias oder Food-Trucks.
Das Café-Restaurant ist auch öffentlich zugänglich und zieht Bewohnerinnen und Bewohner aus der Region in das blueFACTORY-Quartier. Damit ermöglicht es ihnen einen neuen Blickwinkel auf das Gelände, das später zu einem neuen Quartier der Stadt Freiburg werden soll. Ein abwechslungsreiches Quartierleben ist für die Entwicklung des Projekts blueFACTORY von grosser Bedeutung.
Wird blueFACTORY bestehende kulturelle Einrichtungen ersetzen?
Nein, blueFACTORY hat nicht die Aufgabe, bestehende kulturelle Einrichtungen zu ersetzen. Das Quartier soll bestehende Kulturschaffende und Akteuren aus Wirtschaft, Innovation und Gesellschaft miteinander vernetzen. Im Februar 2018 wurde mit Martin Schick ein Kulturmanager ernannt, um in blueFACTORY eine Plattform für die Vermittlung zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Er wird auf dieser Grundlage ein kulturelles Angebot schaffen, das die gemeinsame Nutzung und den Austausch von Ressourcen fördert. In diese Arbeit wird er die Nutzenden des Quartiers sowie Kulturschaffende aus Freiburg und aus anderen Regionen einbeziehen.
Die Zusammenarbeiten mit Kulturschaffenden tragen dazu bei, dass das Quartier zugänglich und die Industriegebäude aufgewertet werden. Sie können zudem Synergien zwischen Akteuren mit verschiedenen Horizonten schaffen.
Ist es möglich, Flächen oder Räumlichkeiten im Innovationsquartier blueFACTORY für Veranstaltungen zu mieten?
Welche CO2-Bilanz weist das Innovationsquartier blueFACTORY auf?
Die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG begann im Jahr 2015 mit der Messung der CO2-Bilanz des Innovationsquartiers. Die Bilanz bewertet die Summe der CO2-Emissionen, die über ein ganzes Jahr bei der allgemeinen Bewirtschaftung von Gebäude A, Anbau 2, der Blauen Halle, Halle 1 und des Pförtnerhäuschens entstehen. In Zukunft werden auch neue Bauten berücksichtigt.
Im Juni 2017 präsentierte die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG die CO2-Bilanz von blueFACTORY für das Jahr 2016. Die berücksichtigten Emissionen beliefen sich auf 517 tCO2. In diesem Jahr wurden zwei Wärmepumpen in Betrieb genommen und eine Ölheizung wurde durch eine mobile Pellet-Heizung ersetzt. Der ganze Elektrizitätsbedarf des Geländes wurde auf Ökostrom umgestellt. Zudem wurde den Mietern in Zusammenarbeit mit der Go Electric Sàrl ein Elektrofahrzeug zur Verfügung gestellt. Diese verschiedenen Massnahmen haben es möglich gemacht, die CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 2015 um 30% zu senken.
Im Jahr 2017 erzeugte blueFACTORY 409 Tonnen CO2 (tCO2). Der CO2-Ausstoss des Areals konnte gegenüber den 517 tCO2 aus dem Jahr 2016 um über 100 Tonnen gesenkt werden, obwohl sich das Innovationsquartier in dieser Zeit weiterentwickelt hat. Mit dieser Senkung der Emissionen, deren Volumen 100 Hin- und Rückflügen von Genf nach New York entspricht, konnten die für das Jahr 2017 gesteckten Ziele erreicht werden. Die Reduktion ist vor allem auf die Nutzung von erneuerbaren Energien für die Beheizung der Gebäude und für Elektrizität zurückzuführen.
Eine Herausforderung der Zukunft wird sein, die durch die Mobilität anfallenden CO2-Emissionen zu senken. Diese machen fast 66% des gesamten CO2-Ausstosses des Innovationsquartiers aus.
Welche Rolle spielen der Kanton und die Stadt Freiburg?
Der Kanton und die Stadt Freiburg halten jeweils die Hälfte des Aktienkapitals der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG. Als Hauptaktionäre bestimmen sie über die Statuten der Aktiengesellschaft, über die Gesellschaftsvereinbarung sowie über die Nutzungs-Charta des Geländes von blueFACTORY.
Ausserdem ist der Kantonale Nutzungsplan (KNP), der die städtebauliche Entwicklung des blueFACTORY-Quartiers definiert, ein Instrument in den Händen des Kantons Freiburg. Die Stadt Freiburg und die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG waren an der Erarbeitung des KNP beteiligt. Das Dokument wurde im November 2017 in eine öffentliche Vernehmlassung geschickt und im Juli 2018 von der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) genehmigt.
Wird auf dem Gelände von blueFACTORY eine Kleinbrauerei eingerichtet?
Zurzeit ist kein konkretes Projekt für eine Kleinbrauerei in Vorbereitung. Der Vertrag, den der Kanton Freiburg, die Stadt Freiburg und die ehemalige Besitzerin des Geländes – die Feldschlösschen AG – beim Kauf der Cardinal-Brauerei unterzeichneten, legt bestimmte Bedingungen für neue Brau-Tätigkeiten im blueFACTORY-Quartier fest.
Sollte die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG selber oder durch eine Drittperson ein öffentliches Lokal oder ein Restaurant auf dem Gelände betreiben (so wie dies mit dem Lokal «Les Menteurs» der Fall ist), dürfen ausschliesslich Biere und andere Getränke der Feldschlösschen-Gruppe ausgeschenkt und verkauft werden. Diese Verpflichtung endet nach einer fünfjährigen Betriebsdauer des Lokals, spätestens aber 20 Jahre nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags (Erwerb durch Kanton und Stadt).
Während 25 Jahren nach dem Kauf des Grundstücks sind sämtliche neuen Brautätigkeiten untersagt. Sollte demnach eine unabhängige Kleinbrauerei ihre Aktivitäten auf dem Gelände planen, ist dazu eine Einigung mit Feldschlösschen erforderlich.
Wie viele Forschungszentren und Plattformen befinden sich auf dem Gelände von blueFACTORY?
Vier Technologieplattformen sind auf dem Gelände von blueFACTORY tätig: das Biofactory Competence Center (BCC), das Swiss Integrative Center for Human Health (SICHH), das Smart Living Lab und Innosquare. Diese Plattformen wirken an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie und bieten Dienstleistungen in Forschung, Entwicklung, Ausbildungen und öffentlich-private Partnerschaften in verschiedenen Bereichen an. Die Stärken dieser Kompetenzzentren sind ihr Humankapital und ihre hochstehende Ausstattung. Die Akteure können sich in verschiedenen Clustern vernetzen.
Das Biofactory Competence Center (BCC) ist ein Kompetenzzentrum für die modulare Produktion in der Biopharmazie.
Das Kompetenzzentrum Swiss Integrative Center for Human Health (SICHH) befasst sich mit der menschlichen Gesundheit und ist in den Bereichen Biowissenschaften, personalisierte Medizin und Materialwissenschaften aktiv. Sein Handlungsfeld reicht von der Medizintechnik über Lebensmitteltechnologien, Pharmazie, Biotech bis hin zu Kosmetik.
Das Smart Living Lab ist ein Forschungszentrum, das sich mit Lebens- und Wohnräumen der Zukunft befasst.
Innosquare ist eine Plattform, die drei Cluster und drei Kompetenzzentrum vereint. Die Cluster sind auf Akteure der Kunststoffbranche (Swiss Plastic Cluster), der Energie- und Baubranche (Building Innovation Cluster) und der Ernährungswirtschaft (Cluster Food & Nutrition) ausgerichtet. Die Kompetenzzentren sind in den Entwicklungsgebieten Kunststofftechnik (Plastics Innovation), Sicherheit und Bordsysteme (Rosas) und Digitaldruck (iPrint) spezialisiert. Letzteres ist im Marly Innovation Center angesiedelt.
Wie kann ich mich über Aktivitäten und Veranstaltungen informieren, die im blueFACTORY-Quartier organisiert werden?
Sie finden die Agenda mit den Aktivitäten und Veranstaltungen auf der Webseite von blueFACTORY.
Ausserdem berichtet die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG regelmässig in einem elektronischen Newsletter über die Aktualitäten aus dem Innovationsquartier. Der Newsletter informiert über Aktivitäten der Mieter, Ereignisse und Veranstaltungen sowie über die jüngste städtebauliche Entwicklung des Quartiers. Er erscheint in Deutsch und Französisch. Sie können sich anmelden, indem Sie das Anmeldeformular am Ende dieser Seite ausfüllen.
Wie kann ich mich über die aktuellsten städtebaulichen Entwicklungen des Innovationsquartiers blueFACTORY informieren?
Ab 2018 berichtet die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG regelmässig in einem elektronischen Newsletter über Neuigkeiten aus dem Innovationsquartier. Der Newsletter informiert über Aktivitäten der Mieter, aktuelle Ereignisse und Veranstaltungen sowie über die jüngste städtebauliche Entwicklung des Quartiers. Er erscheint in Deutsch und Französisch. Sie können sich anmelden, indem Sie das Anmeldeformular am Ende dieser Seite ausfüllen.
Ich habe auch innovative Ideen. Kann ich diese im blueFACTORY-Quartier weiterentwickeln?
FabLab ist Teil eines weltweiten Netzwerks aus lokalen Laboren, das Werkzeuge für digitale Fabrikationsmethoden zur Verfügung stellt. Die Organisation bietet Privaten ausserdem operative, technische, finanzielle und logistische Unterstützung an. Die ersten geschäftlichen Aktivitäten können im FabLab entwickelt werden. Sobald ein erstes Wachstumsstadium erreicht ist, müssen sie sich jedoch ausserhalb des Labors aufstellen.
Welche Massnahmen werden unternommen, um die CO2-Bilanz des Innovationsquartiers blueFACTORY zu verbessern?
Das Innovationsquartier wird mit Ökostrom versorgt. Auf dem Dach der blauen Halle wurden auf einer Fläche von 1'800m2 Solarpanels installiert. Zurzeit ermöglicht dies in den Sommermonaten einen Selbstversorgungsgrad von rund 70% des Gesamtverbrauchs.
Zudem sind die Mieter des Innovationsquartiers aufgefordert, ihre CO2-Emissionen ihrer Aktivitäten zu messen und soweit wie möglich zu verringern. Die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG lässt ihnen jährlich einen Fragebogen zukommen, um die Entwicklung der CO2-Emissionen des Quartiers zu verfolgen.
Schliesslich beherbergt blueFACTORY verschiedene Technologie-Projekte, die zu einem geringeren CO2-Ausstoss beitragen. Einer der Mieter auf dem Gelände – Plastic Omnium – ist beispielsweise der Schweizer Leader im Bereich der PEM-Brennstoffzellen. Diese Technologien basieren auf Wasserstoff und ermöglichen, den Einsatz von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Zudem können Mieter ein Elektroauto ausleihen und für berufliche Fahrten verwenden.
Welche Rolle hat der Verwaltungsrat?
Der Verwaltungsrat ernennt den Direktor der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG und beaufsichtigt dessen Tätigkeit.
Er setzt sich aus mindestens fünf und maximal sieben Mitgliedern zusammen, welche allesamt von der Aktionärsversammlung ernannt werden. Ein Mitglied des Staatsrats des Kantons und eines des Gemeinderats der Stadt Freiburg vertreten die initialen Aktionäre. Zudem haben Aktionären, die mindestens 10% des Aktienkapitals halten, das Recht, ein Mitglied zu ernennen. Alle anderen Mitglieder des Verwaltungsrates werden von Kanton und Stadt Freiburg gemeinsam ernannt.
Welche Rolle hat die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG?
Die am 12. Februar 2014 gegründete Bluefactory Fribourg-Freiburg AG hat den Auftrag, das Innovationsquartier blueFACTORY zu fördern, zu entwickeln, aufzubauen, zu betreiben und zu beleben. In einer ersten Phase widmete sich die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG der Vermietung der bestehenden Flächen an Unternehmen, Vereine und Technologieplattformen. In einer zweiten Phase, nach der Verabschiedung des Kantonalen Nutzungsplans (KNP), kann sie neue Flächen für Innovationsaktivitäten, Dienstleistungen und Wohnungen schaffen.
Entsprechend dem Kantonalen Nutzungsplan (KNP), der die Nutzungsbedingungen und die Baubedingungen auf dem Grundstück festlegt, wird die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG auch die städtebauliche Entwicklung des Innovationsquartiers blueFACTORY begleiten. Dabei werden Grünflächen und Verbindungen für den Langsamverkehr geschaffen sowie der Rahmen für kulturelle Aktivitäten berücksichtigt.
Wie erfahre ich, wenn sich im Innovationsquartier blueFACTORY neue Organisationen ansiedeln?
Die laufend aktualisierte Liste mit den Mietern von blueFACTORY finden Sie unter diesem Link.
Ausserdem berichtet die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG regelmässig in einem elektronischen Newsletter über die Aktualitäten aus dem Innovationsquartier. Der Newsletter informiert über Aktivitäten der Mieter, Ereignisse und Veranstaltungen sowie über die jüngste städtebauliche Entwicklung des Quartiers. Er erscheint in Deutsch und Französisch. Sie können sich anmelden, indem Sie das Anmeldeformular am Ende dieser Seite ausfüllen.
Wie viele öffentliche Mittel wurden bis heute in blueFACTORY investiert?
Bei der Gründung im Jahr 2014 verfügte die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG über ein Kapital von 25 Millionen Franken, davon 24 Millionen in Form von Anlagevermögen (historischer Wert des gekauften Grundstücks sowie von stadtplanerischen Studien, welche der Kanton und die Stadt Freiburg der AG bei ihrer Gründung übertrugen) und eine Million liquides Kapital. Seit 2016 besitzt die Aktiengesellschaft ausserdem zwei verzinste, rückzahlbare Darlehen: 5 Millionen Franken erhielt sie vom Kanton Freiburg; 5 Millionen Franken von der Stadt Freiburg.
Zudem unterstützt der Kanton Freiburg vier Projekte auf dem Gelände von blueFACTORY direkt. Das Swiss Integrative Center for Human Health (SICHH) erhielt ein rückzahlbares Darlehen in der Höhe von 12 Millionen Franken. Das BioFactory Competence Center (BCC) besitzt ein rückzahlbares Darlehen in der Höhe von 600'000 Franken und eine Bürgschaft von 3 Millionen Franken. Der Verein Innosquare erhielt eine nichtrückzahlbare Finanzhilfe von 2 Millionen Franken. Und schliesslich verfügt das Smart Living Lab (SLL) über einen Verpflichtungskredit des Kantons in der Höhe von 26,2 Millionen Franken. In Verbindung mit dem SLL finanziert der Kanton ausserdem drei Lehrstühle der EPFL Fribourg mit 4,5 Millionen Franken pro Jahr; ebenso unterstützt er mit 1,3 Millionen Franken Lehrstühle der Universität Lausanne (UNIL) und Forschungsgruppen der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HTA).
Bei diesen Projekten handelt es sich allesamt um nicht gewinnorientierte Technologieplattformen (öffentlich-private Partnerschaften) oder Vereine. Sie werden als Einrichtungen (oder Gesellschaften) des blueFACTORY-Quartiers betrachtet, sie sind jedoch vollkommen unabhängig von der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG.
Wer wird die weiteren Entwicklungsschritte des Quartiers finanzieren?
Für die Finanzierung von bestimmten Aufwänden werden private Investoren gesucht. Potentielle Investoren sind einerseits Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen oder Investitionsfonds. Andererseits kommen auch Unternehmen in Frage, die sich längerfristig im blueFACTORY-Quartier ansiedeln wollen. Gemäss dem Entscheid des Verwaltungsrats der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG könnten sich diese privaten Investoren über die Errichtung eines Baurechts (Art. 779 ZGB) am Projekt beteiligen. Alle Regelungen über die Errichtung einer Baurechtsdienstbarkeit werden dem Kanton und der Stadt Freiburg zur Genehmigung unterbreitet, die weiterhin als Hauptaktionäre walten.
Der Kanton Freiburg entschied im Jahr 2017, seine Investitionen für den Neubau des Smart Living Labs auf dem Gelände von blueFACTORY um 5 Millionen Franken aufzustocken. Der vorgesehene Betrag erhöht sich dadurch von 20 auf 25 Millionen Franken.
Wozu dient die Nutzungs-Charta von blueFACTORY?
Die Nutzungs-Charta gibt die Kriterien für die Auswahl von Projekten, Nutzern und Unternehmen vor, die sich auf dem blueFACTORY-Gelände ansiedeln. Das Quartier soll in erster Linie Technologieplattformen, Start-ups sowie industrielle Ableger und Unternehmen beherbergen. Entsprechend den Bedürfnissen dieser Firmen verfügt das Quartier über Unternehmen, die administrative und technische Dienste, Zusammenarbeiten sowie strategische Beratungen für Start-ups anbieten. In einem geringeren Ausmass muss blueFACTORY über Flächen zur Förderung des Quartierlebens verfügen. Dazu zählen zum Beispiel Betriebe zur Verpflegung, Grünflächen, Wohnungen oder Räume für Kunst und Kultur.
In der Nutzungs-Charta von blueFACTORY ist auch das «Low carbon-Engagement» der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG und der Mieter des Grundstücks festgeschrieben. Die Bluefactory Fribourg-Freiburg AG soll zu einem späteren Zeitpunkt «Zero carbon» Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Die Mieter sind ihrerseits dazu aufgefordert, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren.
Die Nutzungs-Charta wurde im Jahr 2014 durch den Kanton und die Stadt Freiburg ausgearbeitet. Als bindendes Dokument stellt sie einen Anhang zur Aktionärsvereinbarung der Bluefactory Fribourg-Freiburg AG dar.