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Als wäre das Erklimmen des Mount Everest nicht bereits schwer genug: Der berühmte Hillary Step, ein Felsabsatz kurz unter dem Gipfel des höchsten Berges der Welt, ist abgebrochen.
Der nepalesische Bergführer Pema Chhiri Sherpa bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Montag den entsprechenden Bericht eines britischen Bergsteigers. Der 37-jährige Nepalese war in diesem Jahr Mitglied einer Gruppe, die den Aufstieg bis auf den Gipfel des Mount Everest mit Seilen befestigte. Dabei habe er gesehen, dass der 12 Meter hohe Felsabsatz auf rund 8760 Metern Höhe nicht mehr existierte.
Der Hillary Step war benannt nach Edmund Hillary, dem Neuseeländer, der im Jahr 1953 zusammen mit dem nepalesischen Bergführer Tenzing Norgay als erster Mensch den Gipfel des Mount Everest bestieg. Die Felsformation war die letzte grosse Hürde vor dem Gipfel des Berges.
Bereits 2016 hatte es Spekulationen gegeben, dass sie während eines schweren Erdbebens im April 2015 kollabiert sein könnte. Im vergangenen Jahr liess sich das wegen schlechter Wetterbedingungen aber nicht bestätigen.
«Wir wissen noch nicht sicher, was das in Zukunft für Bergsteiger bedeutet», sagte Sherpa. «Der Hillary Step war steil und nicht leicht zu erklettern. Aber ohne ihn dürfte es deutlich schwieriger werden, Seile dort zu befestigen.»
Drei Todesfälle am Wochenende
Am Everest kamen derweil am Wochenende mindestens drei Bergsteiger ums Leben. Ein US-Bürger, ein Slowake und ein Australier starben nach Angaben vom Montag auf dem höchsten Gipfel der Welt. Sie erlagen vermutlich der Höhenkrankheit.
Zudem wurde ein indischer Bergsteiger vermisst. Zu ihm brach der Kontakt am Samstag ab, nachdem er den Gipfel erreicht hatte. Sein nepalesischer Sherpa wurde oberhalb von 8000 Metern bewusstlos und mit Frostbeulen aufgefunden. Nach dem Inder wurde eine Suche eingeleitet.
In den vergangenen drei Tagen wurden rund ein Dutzend Alpinisten auf dem Mount Everest gerettet, wie Rettungskräfte mitteilten. Viele Bergsteiger hatten am Wochenende eine Wetterberuhigung genutzt, nachdem die Saison bislang von wechselhaftem, sehr windigem und ungewöhnlich kaltem Wetter geprägt war.
Kurze Bergsteigersaison
Am Montag wollten sich mehr als hundert Bergsteiger am Südhang des Mount Everest auf den Weg zum Gipfel machen, bevor das Wetter wieder umschlägt. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert von April bis Ende Mai, wenn die Wetterbedingungen am besten sind.
Mit den drei Todesopfern erlebte das «Dach der Welt» sein tödlichstes Wochenende seit dem Lawinenunglück mit 18 Toten im Jahr 2015. Insgesamt starben in dieser Saison auf dem Mount Everest damit fünf Bergsteiger, so viele wie in der gesamten Saison 2016. Ende April stürzte der Berner Extrembergsteiger Ueli Steck in den Tod. (sda/dpa/afp)