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<h2>SubmittedText<h2><p>In Anbetracht der völlig neuen Weltanschauung, die der Aufschwung der digitalen Technologien herbeigeführt hat, wird der Bundesrat gebeten, im Zuge des Dialogs Digitale Schweiz den Auftrag des schweizerischen Bildungssystems in seinem Grundsatz zu überdenken. Es genügt nicht, die Jungen mit Tablets und einschlägigen Applikationen vertraut zu machen. Sie müssen mit dem erforderlichen Werkzeug ausgerüstet werden, um mit dieser neuen Informationsquelle umgehen und die digitale Technologie in einer ständig vielfältiger werdenden Lebenswirklichkeit effizient einsetzen zu können. Mit einer grundlegenden Überarbeitung bestimmter Ansätze der Schulbildung kann ein erfolgreicher Übergang in die digitale Wirtschaft gewährleistet werden.</p><p>Die heutige Herausforderung besteht darin, gesichertes von vermeintlichem Wissen zu unterscheiden. Tatsächlich müssen alle in der Lage sein, die Informationen in der "Informationsflut" aus dem Internet zu hierarchisieren, zu vergleichen, zu filtern und einzuordnen. Dies kann jedoch nur dann gelingen, wenn man weiss, wie Wissen geschaffen wird (Grundlage jedes wissenschaftlichen Prozesses). Aus diesem Grund müssen diese Kompetenzen bei den Jungen gefördert werden, wenn möglich schon während der obligatorischen Schulzeit.</p><p>Die andere grosse Herausforderung besteht darin, die Möglichkeiten, unser Gedächtnis in die Cloud auszulagern, voll auszuschöpfen. Alle gewinnen Zeit (Auswendiglernen wird überflüssig) und haben unmittelbaren Zugang zu einer quasi unbegrenzten Anzahl von Inhalten und von Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen. Daraus entsteht ein gemeinsames, interaktives Werk. Der Form und dem Inhalt der Inputs sind keine Grenzen gesetzt, der Schaffensprozess ist iterativ, alle Formen von Intelligenz können sich einbringen.</p><p>Im Gegensatz dazu steht das traditionelle Bildungssystem mit strengeren Normen und Hierarchien, das in erster Linie zwei Arten von Intelligenz verlangt: eine logisch-mathematische und eine verbale. Demgegenüber sollte der Vielfalt mehr Platz eingeräumt werden. Damit würden die Schülerinnen und Schüler gut auf die zukünftigen Berufsbilder vorbereitet, und dem schulischen Scheitern könnte entgegengewirkt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Aus Sicht des Bundes kommt der Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) eine zentrale Bedeutung zu, um den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen. Der Bundesrat hat deshalb in seinem Bericht zu den "Rahmenbedingungen digitale Schweiz" die Ausgangslage im Bereich der Bildung analysiert und die verschiedenen bereits bestehenden Massnahmen dargestellt. Die Schweiz ist insgesamt sehr gut aufgestellt. Dennoch ist es aus Sicht des Bundesrates wichtig, hier weiter zu investieren. Aus diesem Grund hat er im Rahmen seiner Strategie Digitale Schweiz entschieden, die Frage der Bildung zu vertiefen und bis Sommer 2017 einen weiteren Bericht vorzulegen.</p><p>Da Fragen nach den Folgen, Chancen und Risiken der Digitalisierung den pädagogischen Alltag von der obligatorischen Schule über Berufsbildung, Gymnasien und Hochschulen bis hin zur Weiterbildung berühren, verfolgt der Bund einen koordinierten Ansatz. Im Rahmen der bildungspolitischen Zusammenarbeit koordinieren Bund und Kantone deshalb ihre Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung der IKT im Bildungswesen.</p><p>Die Ziele der obligatorischen Schule werden im Rahmen der kantonalen Schulhoheit interkantonal über sprachregionale Lehrpläne harmonisiert. Die dort verankerten Ziele im Umgang mit IKT sind die Förderung des Verständnisses für Medien und ihre verantwortungsvolle Nutzung, der Erwerb von Anwenderkompetenzen sowie "Grundkonzepte der Informatik verstehen und zur Problemlösung einsetzen". Im Bereich der gymnasialen Ausbildung wurde 2011 eine Stärkung der Mint-Fächer beschlossen, welche die Anzahl der Mittelschülerinnen und Mittelschüler mit Mint-Schwerpunktfach erhöhen soll. Zudem ist geplant, die Informatik als Grundlagenfach oder obligatorisches Fach zu verankern. Die Umsetzung erfolgt in den einzelnen Kantonen.</p><p>Die Berufsbildung in der Schweiz zeichnet sich besonders durch den direkten Bezug zur Arbeitswelt aus. Alle Berufsbilder der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung werden laufend überprüft und an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst. Auch werden bei allen beruflichen Grundbildungen im allgemeinbildenden Unterricht der Einsatz und der Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien als eigenständiger Kompetenzbereich vermittelt. Zudem erarbeiten Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt 2017 in Zusammenarbeit mit Experten der Wissenschaft eine Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Berufsbildung, in welcher auch die Herausforderungen durch die Digitalisierung aufgegriffen werden.</p><p>Eine aktive Rolle nimmt der Bund auch in Sachen Berufsbildungsforschung ein. Er fördert diese mit dem Ziel, eine dauerhafte Infrastruktur auf international anerkanntem wissenschaftlichem Niveau zu erreichen. Auch dank den Forschungsresultaten kann die Schweizer Berufsbildung stetig weiterentwickelt werden. Das Kompetenzzentrum der Berufsbildungsforschung "Dual-T" untersucht beispielsweise, inwiefern die Technologien den spezifischen Anforderungen der dualen Berufsbildung entsprechen, und sieht die Technologien vielmehr als Unterstützung für die Lernaktivitäten und weniger als Instrument, um auf vorgefertigte Online-Inhalte zuzugreifen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der sozialen Interaktion. Es werden dabei auch digitale Hilfsmittel konzipiert, die für die Erarbeitung neuer Lernaktivitäten verwendet werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.