Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/1654

Im Frühling 2018 haben wir kleine und grosse Dinge an den Ufern der Reuss gesammelt. PET-Flaschen, Aluminiumdosen, Schuhe, eine Schreibmaschine, Fahrräder, Trottinette, Autofelgen, etc. etc. Aus diesen Dingen entstand der vier Meter hohe Totempfahl namens «Anangu». Die Ignoranz vieler Menschen gegenüber unserem Planeten Erde liess dieses Kunstwerk wachsen und zu einem Mahnmal unserer Konsumgesellschaft werden.
Anangu ist eine Selbstbezeichnung verschiedener australischer Stämme der Aborigines in der Western Desert Region. Der Begriff Anangu stammt aus den dort gesprochenen indigenen Sprache und bedeutete ursprünglich „Mensch“. Totempfähle werden von Indianern der amerikanischen Nordwestküste aus verschiedenen Gründen errichtet: Sie erzählen die Geschichte einer Familie, repräsentieren die Stellung einer Familie innerhalb der Gemeinschaft oder erinnern an Verstorbene. Totempfähle beinhalten in ihren Darstellungen verschlüsselte Botschaften und sind oft mehrdeutig. (Quelle Wikipedia)
Ausserdem veranlasste das Buch „Tribe“ von Sebastian Junger einen Totempfahl als Symbol zu nehmen. Junger beschreibt in seinem Buch: Das Vermüllen sei ein perfektes Beispiel für ein alltägliches Symbol der Uneinigkeit in der Gesellschaft. Es bringt die Vorstellung auf den Punkt, dass man allein dasteht, dass da kein gemeinsames Ethos ist, den Versuch zu unternehmen, etwas Gemeinsames zu schützen. Es ist die Verkörperung einer Denkart: Jeder Mensch ist sich selbst der Nächste. Wenn man Müll auf den Boden wirft, sieht man sich offenbar nicht zu der Welt gehörig, in der man umhergeht.
Eine Studie von www.theoceancleanup.com, die in der Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass das globale Flusssystem zwischen 1,15 und 2,41 Millionen Tonnen Plastikabfälle pro Jahr in die Ozeane der Welt befördert. Seit 2017 schwimmen über 10 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer.
Der Totempfahl soll mit seiner «Entstehungsgeschichte» beschriftet auf Wanderschaft gehen und z. B. auf Pausenplätzen von Schulen, auf Rastplätzen, in Fussgängerzonen oder an Spazierwegen aufgestellt werden. Dort macht er aufmerksam auf unser überall gegenwärtiges Plastik- und Microplastikproblem in unserer Natur, in unseren Flüssen, Seen, Weltmeeren, in unseren Fischen und in unseren Bäuchen.
Wir bedanken uns herzlich bei Sponsoren und Helfern:
Simon Vineo Tauscher, Louis Moser, Stephan und Marlon Nyffenegger,
Phileas Mischke, Adrian van Velsen, Bernd Maresch, Robert Kühnis, u.v.m.