Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/1467

Affenpocken Indikationen InfektionskrankheitenDie Affenpocken sind eine virale Infektionskrankheit, die vom Affenpockenvirus (MPXV) ausgelöst wird, das zur selben Gattung und Familie wie die Pocken gehört. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen. Innert etwa drei Tagen entsteht ein Hautausschlag am ganzen Körper, der sich ausgehend von Flecken zu Papeln, Blasen und Pusteln entwickelt und der innert zwei bis drei Wochen abheilt. Die Erkrankung kann Komplikationen und Todesfälle verursachen. Die Übertragung erfolgt beim Kontakt mit den Läsionen, infektiösen Tieren, über die Atemwege sowie über kontaminierte Gegenstände und Oberflächen. Für die Vorbeugung werden Hygienemassnahmen empfohlen und es steht ein Impfstoff zur Verfügung. Die Therapie erfolgt in der Regel symptomatisch. Antivirale Arzneimittel wie Tecovirimat sind in den USA und in der EU zugelassen.Symptome
Innert drei Tagen entwickelt sich der Hautausschlag, der zuerst mit Flecken, dann mit Papeln, Blasen und schliesslich Pusteln einher geht. Nach der Schorfbildung heilt der Hautausschlag innert zwei bis drei Wochen wieder ab.
Die ersten Läsionen treten im Mund und im Gesicht auf. Innert eines Tages ist der ganze Körper betroffen, auch die Mundschleimhaut, die Genitalien sowie die Hand- und Fusssohlen. Hunderte bis tausende Läsionen treten auf, mit einem Durchmesser von 0.5 bis 1 cm.
Der Verlauf ist in der Regel mild, aber es kann zu schweren Verläufen und Todesfällen kommen. Zu den Komplikationen gehören eine Enzephalitis, eine Dehydratation, Augenerkrankungen, bakterielle Superinfektionen, eine Sepsis und eine Lungenentzündung. Die zentralafrikanische Variante ist gefährlicher als die westafrikanische Variante.Ursachen
Die Affenpocken sind eine virale Infektionskrankheit. Der Erreger ist das Affenpockenvirus (Monkeypox virus, MPXV), ein doppelsträngiges DNA-Virus aus der Familie der Pockenviren (Poxviridae), zu welcher auch die Menschenpocken gehören (Variola major, Variola minor). Beide Viren stammen aus der Gattung Orthopoxvirus.
Der erste Fall wurde 1970 in Afrika in der Demokratischen Republik Kongo beschrieben und das Virus ist seit dem Jahr 1958 bekannt. Die Affenpocken werden hauptsächlich in Afrika beobachtet. Im Jahr 2022 wurden verschiedene Fälle in Ländern ausserhalb Afrikas gemeldet. Affenpocken sind vor allem bei Personen zu erwarten, die von einer Afrikareise zurückkehren. Auch nach Tiertransporten wurden vereinzelt Fälle gemeldet.
Das Virus kann von Tieren, Fleisch, Blut, Menschen oder über kontaminierte Gegenstände oder Oberflächen übertragen werden.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch über die Atemwege erfordert gemäss der Literatur relativ grosse Tröpfchen und einen längeren Kontakt. Affenpocken sind weniger stark ansteckend als Atemwegserkrankungen wie die Grippe oder Covid-19. Die Infektionsketten brechen vergleichsweise schnell ab.
Auch beim Kontakt mit den Läsionen, Kleidung oder Bettwäsche, bei Tierbissen und dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch ist eine Ansteckung möglich.
Die Inkubationszeit liegt zwischen 5 bis 21 Tagen.
Es handelt sich um einen Zoonose, bei welcher afrikanische Nagetiere und nicht Affen das Reservoir bilden. Affen werden als Fehlwirte angesehen.Diagnose
Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Anamnese, der klinischen Symptome und mit Labormethoden gestellt (z.B. PCR, Antikörper- oder Antigennachweis, Kultur, Elektronenmikroskopie). Zu den Differentialdiagnosen gehören andere Hauterkrankungen wie beispielsweise die Pocken (seit den 1970er-Jahren ausgerottet), die Windpocken, die Masern, bakterielle Hauterkrankungen und allergische Hautreaktionen.Vorbeugung
- Kontakt mit Erkrankten und infektiösem Material vermeiden.
- Kontakt mit infektiösen Tieren und ihrem Fleisch vermeiden.
- Erkrankte isolieren.
- Händedesinfektion, Oberflächendesinfektion
- Schutzkleidung, Schutzmasken, Schutzbrillen, Handschuhe
Es steht ein Impfstoff zur Verfügung, der für die Vorbeugung der Affenpocken und Menschenpocken zugelassen ist. Aufgrund der engen Verwandtschaft mit den Pocken schützt die Impfung auch vor den Affenpocken. In der EU ist der Markenname Imvanex® und in den USA Jynneos®. Weil heute nicht mehr gegen die Pocken geimpft wird, ist das Risiko einer Ansteckung erhöht.Behandlung
Die Behandlung erfolgt in der Regel primär symptomatisch. In der Literatur werden die folgenden antiviralen Arzneimittel erwähnt:
- Tecovirimat (Tpoxx®, Tecovirimat SIGA) ist in den USA und in der EU für die Behandlung von Infektionen mit Pockenviren zugelassen (Affen-, Menschen- und Kuhpocken).
- Cidofovir und Brincidofovir (CMX001)
- Antikörper (Immunglobuline)
- Alakunle E., Moens U., Nchinda G., Okeke M.I. Monkeypox Virus in Nigeria: Infection Biology, Epidemiology, and Evolution. Viruses, 2020, 12(11), 1257 Pubmed
- Arzneimittel-Fachinformation (USA)
- Brown K., Leggat P.A. Human Monkeypox: Current State of Knowledge and Implications for the Future. Trop Med Infect Dis, 2016, 1(1), 8 Pubmed
- Centers for disease control and prevention (CDC)
- Morand A., Delaigue S., Morand J.J. Review of poxvirus: emergence of monkeypox. Med Sante Trop, 2017, 27(1), 29-39 Pubmed
- Robert Koch Institut (RKI)
- Sklenovská N, Van Ranst M. Emergence of Monkeypox as the Most Important Orthopoxvirus Infection in Humans. Front Public Health, 2018, 6, 241 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.