Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/3706

Symbiose
Was hat Eigenverantwortung und Fremdverantwortung mit Symbiose zu tun? Eigenverantwortung ist die gesunde, unabhängige Grundhaltung, durch welche der Mensch für das eigene Denken, Fühlen und Handeln Verantwortung übernimmt. Im Gegensatz dazu steht die symbiotische Abhängigkeit, welche es verunmöglicht, eigenverantwortlich zu handeln.
Was ist Symbiose?
Symbiose ist eine wechselseitige Abhängigkeit. Die einzige gesunde Symbioseform beim Menschen findet zwischen Säugling und Mutter statt und beschränkt sich auf die ersten beiden Lebensjahre (Stillzeit). In ihr bildet sich das Grundgefühl des Geliebt- und Angenommenseins (Urvertrauen).
Die ungesunde, abhängige Symbiose hat ihren Ursprung in ungelösten emotionalen Verschmelzungen mit dem Elternhaus. In dieser Symbiose wird für das eigene Denken, Fühlen und Handeln keine Verantwortung übernommen. Der Mensch lebt somit in der Fremdverantwortung. Kann der Mensch sich nicht aus dieser Abhängigkeit lösen, verhält er sich wie ein Süchtiger. Er ist süchtig nach Anerkennung oder Liebe. Er tut alles, um die Anerkennung und Liebe vom Gegenüber zu erhalten; dabei braucht er das Gegenüber, um zu leben. Es wird ihm unmöglich, die eigene Identität zu finden respektive diese zu entwickeln. Hat das Gegenüber keine Nährstoffe mehr, die es liefern kann, um die Identität des anderen zu füttern, wird die Symbiose zerplatzen: Es kommt zum Eklat.
Wie wir uns konstruktiv aus Symbiosen lösen können und lernen, erfüllte Beziehungen auf Augenhöhe zu leben, ist ein zentrales Thema unserer Beratungstätigkeit.