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Gespart bei der Arbeitslosenversicherung – um welchen Preis?
Wirkung der AVIG-Revision von 2011 auf berufliche Reintegration von arbeitslosen Personen mit und ohne Migrationshintergrund
Eine erfolgreiche Integration auf dem Arbeitsmarkt gilt als ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Arbeitslosigkeit führt bei den Betroffenen zusätzlich zu finanziellen Einbussen auch zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebenszufriedenheit. Die Arbeitslosenversicherung hat das Ziel, im Falle der Arbeitslosigkeit betroffene versicherte Personen zu schützen. Im Rahmen der 4. AVIG Revision im April 2011 wurde unter anderem der maximale Taggeld-Anspruch für registrierte arbeitslose Personen mit einer Beitragszeit zwischen 12–17 Monaten von 400 Tagen auf 260 Tage verkürzt.
In der vorliegenden Arbeit wurden die Wirkungen dieser Reform für Personen mit und ohne Migrationshintergrund untersucht. Auf der Basis von verknüpften Administrativ- und Umfragedaten konnte gezeigt werden, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betroffenen sowie die Auswirkungen der Reform je nach Migrationsstatus der arbeitslosen Personen stark unterscheiden. Diese wurden anhand von zwei Faktoren, der Anzahl bezogener Taggelder und dem Einkommen zwei Jahre nach dem Arbeitslosigkeitsbeginn, beleuchtet: Anhand von hierarchischen Regressionsmodellen konnte gezeigt werden, dass Personen mit Migrationshintergrund tendenziell eine längere Arbeitslosigkeitsdauer und ein deutlich tieferes Jahreseinkommen nach der Arbeitslosigkeit haben als Personen ohne Migrationshintergrund. Zudem wurden anhand des Differenz-von-Differenzen Ansatzes die Interaktionseffekte zur Analyse der Reformwirkung berechnet. Diese zeigten, dass sich die Dauer der registrierten Arbeitslosigkeit nach der Revision für Personen mit Migrationshintergrund stärker verkürzt. Jedoch wurde die Hypothese nicht bestätigt, dass die Einkommensdifferenz zwei Jahre nach dem Arbeitslosigkeitsbeginn zwischen Personen ohne und mit Migrationshintergrund nach der
Revision grösser wird. Allerdings sind weitere Analysen notwendig, um konkrete Auswirkungen der Revision auf die Qualität der gefundenen Stelle und das Einkommen nach der Arbeitslosigkeit spezifisch für wenig verdienende Personen mit Migrationshintergrund sowie für Personen mit einer Herkunft ausserhalb der EU/EFTA-Staaten zu betrachten.