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eiu ausgefranztes zerrissenes Ansehen geben. In andern Fällen ist der Augenliedrand callös, schwielicht mit gleichzeitig bestehendem Verluste der Cilien. Nicht nur die Augenliedhaare, sondern auch die Haare der Augenbraunen gehen zuweilen verloren. Die gebildete Kahlheit ist bleibend oder vorübergehend.
Am häufigsten beobachtet man diese Verbildung im Gefolge der variolösen Entzündung, und gewöhnlich auf eine unheilbare Weise gesetzt, da durch die vorausgegangene Ulceration die Haarzwiebel zerstört, ein Substanzverlust am Augenliedrande bewirkt wurde. Die zurückbleibenden Narben werden bei jedem Temperaturwechsel röther und sichtbarer. Durch Psorophthalmie wird zuweilen eine ähnliche Verbildung bewirkt. Die Syphilis, indem sie impetiginöse Geschwüre auf dem behaarten Theile des Kopfes, in den Augenbraunen, welche tief und um sich greiffend sind, hervorruft, giebt Anlass zur unheilbaren Kahlheit der Augenbraunengegend, kann selbst die Cilien zerstören, und die Augenliedränder verbilden. Das Scrophelübel bedingt oft impetiginöse Geschwüre der Augenlieder, welche Geschwüre und Verbildung der Ränder, und Verlust der Cilien bedingen. Oft verhärten sich die Augenliedränder bei scrophulöser Ophthalmie, während die Cilien ausfallen. Bei vermehrter Schleimabsonderung kleben die Augenliedhaare zusammen, beim unvorsichtigen Oeffnen der Augenliedspalten werden sie ausgerissen etc. *).
*) Die Phthiriasis der Augenbraunen und Augenlieder ver. Die Augenbraunen und Cilien dienen dem Auge zum Schutze gegen das grelle Licht, indem sie dasselbe beschatten; die Augenbraunen leiten den von der Stirne abfliessenden Schweiss und andere Feuchtigkeiten vom Auge ab. Wahrschein. lich kommt denselben ein, uns noch verborgener Nutzen zu. Je irritabler das Auge ist, desto buschiger sind die Haare der Augenlieder und der Augenbraunen; je irritabler, je mehr aus der Augengrube hervorragend das Auge ist, desto empfindlicher ist der Verlust der Cilien; chronische Entzündungen sind die Folge desselben. Die Entstellung macht das Uebel noch unerträglicher,
dient hier Berücksichtigung, da sie oft Madarosis zur Folge hat, und mit Ulceration des Augenliedrandes oder der Augenbraunen verknüpft ist. Eine ganz besondere Art der Filzläuse scheint sich in diesen Theilen einzunisten. Sie stecken in kleinen ulcerirten Stellen und bedecken diese so, dass der nicht aufmerksame Beobachter dieselben für Schleimkrusten halten könnte. Unrein
Zeigt die bestehende Narbe den vorausgegangenen Substanzverlust und die Zerstörung der Haarzwiebeln an, so ist das Uebel unheilbar; sind aber die Haarzwiebeln vorhanden, so ist die Hoffnung zum Nachwachsen derselben gegründet. Verhütet wird das Uebel durch zweckmässige Bekämpfung der bestehenden Ulceration und der dieser zu Grunde liegenden Ursache. * Bei der Behandlung sucht man die der fehlerhaften Stimmung der Theile zu Grunde liegenden Momente zu entfernen, wobei man das bestehende Allgemeinleiden berücksichtiget, und die productive Thätigkeit aufzuregen sucht. Der ersten Absicht entsprechen die Mercurialien in Salbenform; um die zweite Indication zu erfüllen, wird das Knochenmark, ein für diesen Fall gerühmtes Mittel angewandt *). .
zu inleiden aufzures iercuria
liche, cachektische Individuen leiden vorzugsweise an diesem seltenen Uebel, welches dem Gebrauch einer Mercurialsalbe, am besten des rothen Präcipitats, sicher weicht, wobei jedoch gehörige Berücksichtigung der bestehenden Säftekrankheit zu nehmen ist. (Sauvages, No
sologia method. T. 2. p. 603. Plenk, im a. W. S. 14). *) Die Anwendung dieser Mittel geschieht so, dass man
täglich einige Male mittelst eines Miniaturpinsels die genannten Mittel den. Augenlicdrändern aufstreicht. Beer
Von dem Entropium, von der Trichiasis
. und Distichiasis.
Die Einwärtswendung des Augenliedrandes und der Cilien, wobei sowohl die Cilien als die äussere Kante des Augenliedrandes im normalen Zustande, die fehlerhafte Richtung nach innen ausgenommen, sich befinden können, wird Entropium genannt. Entweder haftet das Uebel nur an einem, oder an beiden Augenliedern, entweder zieht es über die ganze Länge des Augenliedraudes, oder beschränkt sich auf einzelne Stellen desselben. Die äussere Kante des Augenliedes liegt an dem Augapfel an, und die Cilien sind mit ihren Spitzen gegen denselben hingerichtet.
Eine der vorzüglichsten Ursachen dieses Uebels ist die Blepharoptosis, eine Erschlaffung der Haut, des Zellgewebes und der Muskeln des Augenliedes, und Auflockerung dieser Theile, zuweilen verbunden mit ödematöser Anschwellung des Augenliedes. Durch das Gewicht der herabhängenden Hautfalte wird der Rand des Augenliedes umgewendet, was um so mehr möglich ist, da der Tarsus seine Spannkraft verloren hat. Die den Bulbus berührenden Cilien reizen das Auge, und rufen die Thätigkeit des Orbicularis hervor, wodurch die Inversion des Augenliedrandes unterhalten und vermehrt wird. Wird die Haut in eine Falte gefasst, und das Augenlied in die Höhe und vom Bulbus abgezogen, so erkennt man die regelmässige Bildung des Augenliedrandes, sowohl der innern als der äussern Kante desselben, und die Cilien treten in ihre normale Richtung. Sobald
(im a. W. 2. B. S. 25) hält es für unnöthig, Mittel, welche das Wachsen der Cilien befördern sollen, anzuwenden, indem, wenn die Haarzwiebeln vorhanden sind, ohoc. Beihülfe der Kunst, dieselben wieder wachsen; im Falle aber die Haarzwiebeln verloren sind, an keinen Ersatz der Haare gedacht werden könne.
aber das Augenlied sich überlassen wird, so kehrt das Uebel in seinen frühern Zustand zurück. Blutgeschwülste, Abscesse, welche lange nicht geöffnet oder zertheilt wurden, die lange fortgesetzte Anwendung erweichender Mittel, Verwun. dungen des Augendeckels und der Augenbraunen, wenn sie nicht durch die erste Vereinigung geheilt werden, köpnen die Entstehung dieses Zustandes, besonders wenn schon eide Prädisposition, welche sich durch eine Verlängerung der Haut am äussern Augenwinkel, und durch allgemeine Schlaff heit äussert, vorhanden ist, bedingen).
Chronische Entzündung und Anschwellung des Augenliedrandes, Verbildungen und Verschrumpfun. gen des Tarsus, Narben an der innern Kante des Augenliedrandes durch vorausgegangene Ulceration oder Verwundung, diese Ursachen bedingen eine andere Art des Entropiums. Die Haut, das Zellgewebe und die Muskeln sind hier contrahirt, der Augenliedrand ist rerhärtet, geröthet und geschwol. len, verbildet, indem die innere und äussere Kante nicht mehr erkannt zu werden vermag. Wenn man auch das Augenlied vom Augapfel abzieht, so bleibt dennoch die Verbildung des Augenliedrandes, und wenn nicht eine grosse Hautfalte gemacht wird, so bleiben die Cilien gegen den Augapfel gerichtet.
Die Trichiasis ist jener Augenfehler, welcher in einer gegen den Bulbus gekehrten Richtung der Cilien, welche fehlerhaft ausmünden, besteht. *) Der Levator palpebrae superioris ist geschwächt, so dass
er das obere Augenlied, dessen Gewicht jetzt grösser ist, nicht gehörig zu erheben vermag; der anhaltend gereizte Zustand des Orbicularis setzt dem Levator palp. sup, ein beträchtliches Hinderniss entgegen. Der spastische Zustand des Orbicularis wurde als Ursache des Entropiums angegeben. Baratta (Osservazioni pratiche sulle principali malattie degli occhi. 1. V. p. 100 ) zieht die. ses in Zweifel, und ich glaube, dass man hier die Wirkung mit der Ursache verwechselt.
noch die cd vom Andermag
Die Trichiasis besteht zuweilen nach der ganzen Länge des Augenliedrandes, oder ist nur auf we-, nige Wimpern beschränkt *). Alles, was die Cilien an einem oder an beiden Augenliedern, blos einzelne oder mehrere, von ihrer zweckmässigen Richtung fortwährend abzuziehen vermag, bedingt die Trichiasis. · Der Augenliedrand und der Tarsus sind normal gestellt, wodurch sich Trichiasis vom Entropium unterscheidet. Die Cilien sind aber von ihrer zweckmässigen Richtung abweichend, sie haben eine fehlerhafte Ausmündung und sind gegen den Augapfel gerichtet.
.: Wenn durch eine Conjunctivitis, welche in das Parenchym des Augenliedes eingreift , Anschwellung, Vernarbung, Verhärtung, besonders der Meibom'schen Drüschen und deren Ausführungsgänge, der Haarżwiebeln etc. entsteht, so werden die Cilien zum Theile ausfallen, und die nachwachsenden werden von ihrer zweckmässigen Richtung abweichen, da sie durch einen der krankhaften Zustände gezwungen werden, fehlerhaft auszumünden, des Widerstandes wegen, den sie an ihrer normalen Ausmündungsstelle finden. Sind die Augenwimpern einmal von ilirer normama len Ausmündung abgewichen, so lassen sie sich nicht mehr zu zweckmässiger Richtung zurückführen.
Die Distichiasis (Distichosis) besteht durch eine doppelte Cilienreihe, deren eine an der äussern Kante des Augenliedrandes regelmässig ausmündet, deren andere an der innern Kante ausmindend, gegen den Bulbus gerichtet ist, und durch Pseudocilien gebildet wird. Dieser Augenfehler ist gesetzt durch eine Cilienreihe krankhaften Ursprungs, wobei die normale Cilienreihe, *) Demours (im a. W. 1. B. S. 405) bemerkt, die Tri
chiasis häufiger am untern als obern Augenliede gefunden zu haben. Er verwechselt Trichiasis und Entropium wie Scarpa (im a. W. 1. B. S. 119).