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Was wird unter Nuklearmedizin verstanden?
Die Nuklearmedizin ist eine medizinische Fachrichtung, die radioaktive Substanzen zur Untersuchung von Stoffwechselvorgängen in Organen und zu therapeutischen Zwecken einsetzt.
Für Diagnosezwecke wird dem Patienten ein sogenannter „Tracer“ (eine mit einem radioaktiven Isotop verbundene physiologische Substanz) in der Regel intravenös verabreicht. Die Radioaktivität wird mittels der physiologischen Substanz in das zu untersuchende Organ geleitet. Abhängig vom Stoffwechsel des jeweiligen Organs wird mehr oder weniger Radioaktivität von ihm angereichert. Eine eventuelle Erkrankung führt zu Veränderungen bei dieser Fixierung.
Nach einer unterschiedlich langen Wartezeit (unmittelbar bis zu mehreren Stunden nach der Injektion) werden die Bilder mit einer Gammakamera (Szintigraphie, SPECT-CT) oder eine PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie in Verbindung mit einem Scanner) aufgenommen. Die Wahl der verwendeten Geräte hängt von der durchzuführenden Untersuchung ab, wobei auch die jeweils injizierte radioaktive Substanz nicht die gleiche ist.
Welche Risiken bestehen beim Einsatz dieser Technik?
Der Strahlenschutz wird in der Nuklearmedizin sehr ernst genommen. Die Geräte werden regelmässig geprüft und erneuert, um sehr gute Ergebnisse mit einer möglichst geringen Injektion von Radioaktivität zu erzielen. Die Dosis, der ein Patient bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung ausgesetzt ist, entspricht der einer radiologischen Untersuchung. Ein Team von Strahlenschutzexperten gewährleistet die Überwachung der Dosen.
Untersuchung von Schwangeren:
Radiologische Untersuchungen und MRT sind zu vermeiden.
Wenn die Mutter stillt, muss die Milch über einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden nach der Szintigraphie abgepumpt und entsorgt werden. Bei Schwangeren werden Szintigraphien der Lunge zur Lokalisierung einer Lungenembolie mit einer sehr geringen Dosis Radioaktivität durchgeführt.
Bildgebende Verfahren
Szintigraphie
Ein Gerät zeichnet die vom Patienten ausgesandten Gammastrahlen auf und erzeugt funktionale Bilder. Man kann auch Aktivitätskurven erstellen, um z.B. die Nierenfunktion abzubilden oder die Aktivität eines linken Körperteils mit der eines rechten Körperteils zu vergleichen. Diese Methode wird häufig bei der Suche nach einer Stressfraktur oder einer Knochenerkrankung eingesetzt. Für die Untersuchung der Lunge werden zwei radioaktive Tracer verwendet, wobei einer eingeatmet und der andere injiziert wird. Mit dieser Technik wird vor einer Operation in Zusammenarbeit mit einem Pulmonologen die Lungenfunktion untersucht und nach einer Lungenembolie gesucht. Zur Bestätigung der Parkinson-Erkrankung kann auf Anfrage eines Neurologen eine Hirn-Szintigraphie (Datscan) durchgeführt werden. Im Bereich der Endokrinologie werden Szintigraphien der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse durchgeführt. Diese Untersuchungen werden häufig bei Hormonstörungen beziehungsweise bei Knotenbildungen der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüse durchgeführt. Eine Herzszintigraphie ist bei Symptomen indiziert, die Anzeichen einer koronaren Herzerkrankung sein können (Engegefühl, starke Brustschmerzen, Kurzatmigkeit). Für diese Untersuchung wird gemeinsam mit einem Kardiologen ein Belastungstest durchgeführt, bei dem der Tracer verabreicht wird. Das Ergebnis zeigt die Aktivität des Herzmuskels und kann zur Diagnose einer Mangeldurchblutung oder eines Herzinfarktes eingesetzt werden.
PET-SCAN
Das PET-CT-Verfahren wird bei onkologischen, kardiologischen und neurologischen Untersuchungen sowie bei der Suche nach Infektionsherden verwendet. In der Onkologie dient diese Technik dazu, das Vorhandensein von Krebs zu bestätigen. Da der gesamte Körper des Patienten untersucht wird, kann auch beurteilt werden, ob Tumorzellen andere Organe befallen haben (Metastasen). Mit der PET-CT können auch quantitative Werte ermittelt werden, die zur Überwachung von Tumorzellen dienen, um festzustellen, ob die Behandlung anschlägt und ob sich der Krebs verringert.
Im Rahmen der Therapie werden von der Nuklearmedizin Radiopharmaka eingesetzt, um kranke Zellen zu zerstören. Durch eine Szintigraphie oder PET-CT vor der Behandlung kann sichergestellt werden, dass die Radioaktivität insbesondere von den erkrankten Zellen aufgenommen wird. Anschliessend wird dem Patienten ein spezifisches Radiopharmakon für die zu zerstörenden Zellen verabreicht. Bestimmte Therapien können ambulant durchgeführt werden, da der Patient das Institut für Nuklearmedizin, nachdem er seine Infusion erhalten hat, wieder verlassen kann.