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«Am 16. Mai 1929 trafen sich 270 Vertreter der amerikanischen Filmindustrie im Festsaal des Hollywood Roosevelt Hotels, um in dieser Runde Filmschaffende für 'besondere Leistungen' mit einer goldenen Statuette auszuzeichnen – dem 'Oscar®'. In der nur 15-minütigen Veranstaltung wurden Preise in zwölf Kategorien vergeben, darunter auch die Auszeichnung für die 'Beste Hauptdarstellerin', die die 22-jährige Janet Gaynor für gleich drei Filmrollen erhielt.
Als Julianne Moore im Jahr 2015 ihren Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegennahm, wurde die dreieinhalbstündige Verleihung weltweit von etwa einer Milliarde Menschen am Bildschirm verfolgt. Seit 1929 wurden insgesamt 73 Künstlerinnen als 'Best Actress' geehrt, einige von ihnen sogar mehrmals. Sie stehen für Schauspielkunst und Glamour und verkörpern dabei verschiedenste Geschlechterbilder und Rollenmodelle. Viele von ihnen wurden zu Identifikationsfiguren für mehrere Generationen von Frauen, aber auch Männern.
Die Ausstellung 'Best Actress – Oscars®. Rollen. Bilder' ist eine Hommage an diese 73 Frauen, die bis heute mit dem Oscar® als beste weibliche Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurden. Der Blick auf 86 Jahre 'Best Actress' offenbart Konstanten und Veränderungen in Hollywoods Frauenbild, in dem sich immer auch gesellschaftliche Tendenzen widerspiegeln. Zugleich steht der Preis für die raffinierte Inszenierung von Weiblichkeit und deren Klischees, die sich in den Filmkostümen und ebenso in den für die Oscarnacht entworfenen Roben offenbart.» (Aus dem Pressetext der deutschen Kinemathek, Berlin)