Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03255.jsonl.gz/1966

| Tertullian († um 220) - Gegen Hermogenes. (Adversus Hermogenes)

33. Cap. Rückblick auf das Bisherige.
Wenn Hermogenes sie aber etwa in seinen Farbentöpfen gefunden haben sollte — denn in der hl. Schrift kann er sie nicht gefunden haben, — dann genügt die Thatsache, dass Gott alles geschaffen hat, und es andererseits nicht feststeht, dass er es aus der Materie erschaffen hat. Auch wenn letztere existiert hätte, würden wir sie als von Gott geschaffen ansehen, da wir als unanfechtbare Einrede den Satz aufrecht erhalten würden, dass nichts unerschaffen sei ausser Gott. Gegen diesen Satz kann man immerhin noch so lange Bedenken haben, bis das Dasein der Materie, an der Hand der Schrift geprüft, dahin schwindet. Die Hauptsache lässt sich bequem in den Worten zusammenfassen: Ich finde nur Dinge, die aus nichts geschaffen sind, weil ich erkenne, dass alle geschaffenen Dinge, die ich sehe, früher nicht da waren. Auch wenn etwas aus etwas anderem erschaffen wurde, so hat es seinen Ursprung aus etwas Geschaffenem; z. B. die Pflanzen, das Vieh und das Menschengebilde selbst gingen aus der Erde, die schwimmenden und fliegenden Tiere aus dem Wasser hervor. Solche Ursprünge von andern aus ihnen gemachten Dingen dürfte man allenfalls Materien nennen, aber von Gott erschaffene.