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Crystal Castles ist vertonte Pornografie, die aus einer Atari-Arcade-Box zuckt. Ein brachiales Gewitter aus Synthesizer, Stromgitarre und analogen Schlagzeug-Beats. Und irgendwo, ein paar Sphären darüber, eine klare zerbrechliche Stimme, bei der man dauernd das Gefühl hat, dass sie demnächst vom Gewitter zerstört wird. Crystal Castles sind Ethan Kath und Alice Glass aus Toronto.
Um das Duo ragen zahlreiche Entstehungsmythen, die meisten jedoch sind aus Fragmenten aus verschieden zwielichtigen Quellen zusammengesetzt und so abstrus, dass sich eine zuverlässige Rekonstruktion nicht bewerkstelligen lässt. Die einzig annähernd offizielle Version besagt, dass die Karriere des Torontoer Duo mehr oder weniger zufällig ins Laufen kommt, als eine Studio Jamsession der Band 2005 übers Web das Licht der Öffentlichkeit erblickt.
Gehypt von der MySpace-Community wird die Session zur Demo und das Demo zur Single. 2008 folgt dann das selbstbetitelte Debüt-Album, das wie Elektropunk aus einem Vintage-Radio daherkommt und von der britischen Musikzeitschrift NME auf Platz 39 der besten Alben des vergangenen Jahrzehnts gewählt wird. Im Mai dieses Jahres erschien das zweite, ebenfalls selbstbetitelte Album der Band. Die aktuelle Tour bringt das Duo aus Nordamerika nun auch nach Europa und in die Schweiz. Am 10. November lässt Crystal Castles das Fri-Son in Fribourg in 8-Bit-Manier explodieren. Man darf gespannt sein, was sich die Sängerin Alice Glass für Fribourg ausgedacht hat, zeichnen sich doch die Live-Auftritte des Duos vor allem durch ihre aggressive und chaotische Art aus. Verglichen mit einem Auftritt von Crystal Castles ist Kokain ein Beruhigungsmittel.