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Barodet
(spr. -deh), Désiré, franz. Politiker, geb. zu Sermesse (Saône-et-Loire) als Sohn eines Lehrers, ward anfangs zum geistlichen Stand bestimmt, ging aber bald zum Lehrfach über und wurde 1847 angestellt. Wegen seiner republikanischen Ansichten 1849 abgesetzt, ward er zuerst Hauslehrer, dann Agent und Fabrikant in Lyon. [* 2] Nach dem Sturz des Kaiserreichs 1870 war er eins der Häupter der radikalen Partei daselbst und wurde 1871 von Thiers auf Wunsch des Conseil municipal zum Maire von Lyon ernannt, welches Amt er aber niederlegen mußte, als die Nationalversammlung durch ein besonderes Gesetz vom die Zentralmairie von Lyon aufhob und die ¶
forlaufend
Munizipalbehörden wegen ihrer radikalen Tendenzen der Regierung unterordnete. Die radikale Partei stellte ihn darauf zu ihrem
Kandidaten bei einer Nachwahl in Paris
[* 4] gegen den gemäßigten Republikaner Rémusat auf, und
Barodet errang 27. April einen glänzenden
Sieg, welcher den Sturz Thiers' zur Folge hatte, da die Legitimisten in der Versammlung ihn zum Anlaß nahmen,
um Thiers ein Mißtrauensvotum zu erteilen.
Barodet schloß sich in der Nationalversammlung der äußersten Linken, in der Deputiertenkammer
der republikanischen Linken an und ist einer der Führer der Radikalen.