Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03511.jsonl.gz/1191

Ist das autobiographisch? Eigentlich sollte seit den 60-er Jahren, nach Roland Barthes› provokanten, eigensinnigen Aufsatz «Der Tod des Autors» diese Frage nicht mehr gestellt werden. Barthes feierte die Geburt des Lesers, denn nur der Leser könne dem Text Sinn geben. In seinen Publikationen erforschte Roland Barthes gesellschaftliche Phänomene und entfachte damit Debatten, die heute immer noch unsere Sicht auf die Welt erhellen.
Barthes (1915-1980) war Philosoph und Mitbegründer der Semiotik, der Wissenschaft der Zeichensysteme. Er studierte klassische Literatur und war als Lehrer, Bibliothekar und Lektor in Ägypten, Rumänien und Ungarn tätig. 1976 folgte er nach langjähriger Lehrtätigkeit in Paris dem Ruf ans Collège de France auf den eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für „Literarische Semiotik“. Dort zählte u.a. Chantal Thomas zu seinen Studentinnen. In ihrer Dokumentation verbinden Chantal Thomas und Thierry Thomas Ausschnitte aus zahlreichen Radio- und Fernsehinterviews der 1950er bis 1970er Jahre zu einer filmischen Hommage, die den musikbegeisterten Roland Barthes auch von seiner privaten Seite zeigt.