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Wenn ich mit meiner Kamera durch die Gegend streune, lege ich gerne ab und an eine Pause ein, setze mich irgendwo hin, trinke einen Kaffee oder etwas erfrischendes und beobachte meine Artgenossen, so auch in Grasse, der Parfumstadt schlechthin. Die „Dame“ fiel mir nicht sofort auf, genau genommen wurde ich auf sie hin gewiesen. Sie war sicherlich mehr als siebzig Jahre alt, sehr dünn, trug einfache, aber gepflegte Kleidung, ihr Haar war erstaunlich dicht, sogar recht präzise frisiert, wirkte aber dennoch etwas schmuddelig. Es war nicht eindeutig auszumachen, ob es sich einfach um eine alte Dame, die an jenem Tage es nicht für notwendig erachtet hatte, sich „in Schale zu schmeissen“, oder aber ob es sich um eine Randständige handelte. Sie unterhielt sich mit einer weitaus jüngeren Frau, wobei nicht zu erkennen war, in welcher Beziehung die beiden zueinander standen, ich konnte auch nicht ihrer Konversation lauschen, dazu waren sie zu weit weg. Ich beobachtete sie eine Zeit lang und richtete nebenbei meine Kamera ein; diesen Anblick einzufangen, ohne aufzufallen, sollte kein leichtes Unterfangen werden, schließlich befand ich mich im Blickfeld jener Dame, die ich insbesondere aufgrund einer ihrer Eigenarten ablichten musste. Sie bediente sich kaum einer Körpersprache, aber die wenigen Bewegungen, die auszumachen waren, waren ungewöhnlich. Wahrscheinlich hatte sie sich eine Zeit lang in entsprechenden Kreisen bewegt, die Art, wie sie Teile ihrer Konversation mit der jüngeren Frau durch bestimmte Handbewegungen unterlegte, liessen diesen Schluss zu. Aber ihre Hände wiesen gesondert eine ganz andere Eigenartigkeit auf: Sie hatte übermässig lange Fingernägel, natürlich gewachsen und nicht künstlich konstruiert. Geschätzt acht bis zehn Zentimeter lange, natürlich gewachsene Fingernägel, nur die von Zeige- und Mittelfinger waren kürzer! Aus welchem Grund auch immer waren der Dame ihre Fingernägel wichtig.