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"As old as the industry - as modern as the hour"
Eine kurze Darstellung der Geschichte von Riley ist ein Ding der Unmöglichkeit: zu bedeutend ist die technische Diversität, zu breit die Palette aller Modelle, zu zahlreich die Entwicklungsschritte, zu gross die Erfolge und zu wechselvoll die Unternehmensgeschichte.
Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Rileys erfolgreiche und bedeutende Industrielle im Textilien- und Webereimaschinengeschäft in Coventry. Mit dem Erlass von Gesetzen zur Einschränkung der Kinderarbeit zwischen 1875 und 1880 geriet auch Riley in Schwierigkeiten. Percy Riley, einer der 5 Söhne, fand ein neues Tätigkeitsfeld für Riley mit dem Kauf der Fahrradfabrik Bonnick & Co. 1896 änderten sie den Namen in Riley Cycle Co. Ltd. und legten so den Grundstein zu einer über fünf Jahrzehnte dauernden Ära des britischen Autobaus. Die in Fahrradtechnik unbewanderten Rileys schafften es, sich im stark umkämpften Fahrradgeschäft durch Neuerungen und Qualität bis um 1911 erfolgreich zu behaupten.
Das erste Riley-Auto,
gebaut von Percy Riley in seinem 16. Lebensjahr!
Percy Riley war schon damals überzeugt vom Potenzial des Explosionsmotors als Antriebsquelle, allerdings nicht nur für weiterentwickelte Zwei- und Dreiräder, sondern auch für Fahrzeuge mit vier Rädern. Sein erster «Riley», in eigener Regie zusammen mit zwei Brüdern gebaut, kam 1898 an die Öffentlichkeit und war das erste Auto mit einer mechanischen Einlassventilsteuerung und mit abnehmbaren Rädern! Die Idee war so erfolgreich, dass im Jahre 1912 nicht weniger als 183 Autohersteller (aus Gründen des Patentschutzes) ihre Räder von Riley beziehen mussten. Darunter befanden sich zum Beispiel Rolls Royce, Pierce Arrow, Renault, Panhard, Hispano Suiza und Mercedes; letztgenannte brauchten die Räder auch für ihren berühmten Mercedes «Blitzen».
A complete 1907 Riley Nine Tri-car. (B & R Scott).
Zahlreiche weitere technische Neuheiten sollten später folgen: sich überschneidende Ventilöffnungszeiten mit entsprechender Leistungssteigerung, das mit Federkraft operierende Schaltgetriebe mit permanentem Zahneingriff oder, im Jahre 1927, der berühmte Riley Nine - Motor mit zwei hochliegenden Nockenwellen, schräg gestellten Ventilen und einem halbkugelförmigen Brennraum. Dieser Motor war für die damalige Zeit revolutionär. Er wurde bis zum Ende von Riley – Mitte der 1950er Jahre – dank seiner Leistung, Effizienz, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit in der Grundkonstruktion beibehalten.
1928 Grangeworth Saloon
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Diese Beispiele belegen, wie Riley in der Automobiltechnik Meilensteine setzte. Riley liess weit über 100 Erfindungen patentieren, welche die Entwicklung des Automobils nachhaltig beeinflusst haben. Bereits vor 1914 glänzte Riley regelmässig mit Spitzenpositionen in zahlreichen Speed Trials, Bergrennen und Zuverlässigkeitsfahrten mit verschiedenen Ausführungen ein- bis vierrädriger Motorfahrzeuge. Dies war eine gute und auch notwendige Voraussetzung, um am Markt überhaupt bekannt und somit erfolgreich zu werden. Mit Sport- und Rennversionen wurden in den 20er und 30er Jahren denn auch in schöner Regelmässigkeit viele Rennen gewonnen. So belegten zum Beispiel Rileys in Le Mans im Jahre 1934 gleich die Ränge 2, 3, 5, 6, 12 und 13.
Riley Brooklands 9 HP
Nach dem 1. Weltkrieg begann eine beinahe hektische Produktion von neuen Motoren und Modellen. Rund um den neu entwickelten 9HP-Motor und dem verwandten 6-Zylinder entstand eine breite Palette an Autos mit einem Image aus Leistung, Zuverlässigkeit, Komfort und Eleganz. Die Kundschaft war stilvoll und sportlich, pflegte aber das Understatement und liebte gerade deshalb Fahrzeuge wie den «Monaco» (der meistverkaufte), den «Stelvio» und den «Mentone» oder die Modelle «Biarritz», «Gamecock», «Lincock», «Lynx», «Falcon», «Kestrel», «Merlin» und «Adelphi». Nicht zu vergessen sind natürlich auch die zahlreichen «Sporting Rileys», wie der «MPH», der «Imp» oder «Brooklands», «Sprite», «Ulster TT» und «E.R.A.» mit einem 2.5 Liter Riley-Motor.
Riley MPH 1933
1935 war das letzte positive Jahr für Riley. Die Produktion der enormen Modellvielfalt und der Rennbetrieb waren zu aufwändig geworden. 1938 wurde Riley von Lord Nuffield übernommen und in die Morris-Gruppe integriert. Die Modellpalette, zwar noch immer unter der Leitung von Victor Riley, wurde radikal gestrafft. Dies alles geschah noch kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs, als auch Riley die Produktion ein-, respektive auf Kriegswirtschaft umstellen musste.
Riley Sprite
Aber bereits 3 Monate nach dem Victory Day 1945 kündigte Riley die Nachkriegsmodelle der neuen RM - Serie an, derweil andere englische Hersteller noch Vorkriegsmodelle anboten. England musste damals zur Devisenbeschaffung die Exporte übermässig forcieren. Aus diesem Grund waren Rileys in England nur schwer zu erhalten, ganz im Gegensatz zu den zahlungsfähigen Exportmärkten, wozu vorab Kanada, Australien und Neuseeland sowie die Schweiz gehörten.
Riley Kestrel
Bis und mit dem Modell «Pathfinder» - dem letzten "wirklichen Riley" - produzierte die BMC – Gruppe insgesamt 28'065 Exemplare der RM – Serie und ein Drittel davon wurde exportiert. Bis 1969 zierten die berühmten, blauen «Riley Diamonds» die Kühlergitter der BMC - Produkte, wie «Two Point Six», „4 / 72“, «One Point Five» und «Elf».
Riley RMA
1969 kam das endgültige Aus der Marke RILEY und damit auch das Ende einer bedeutenden Ära des englischen Automobilbaus. Der Markenname gehört jetzt BMW.
Exakt 100 Jahre nach der Gründung der Riley Cycle Co. Ltd. wurde das erste Riley-Centennial gefeiert, an welchem 600 Rileys aus der ganzen Welt teilnahmen.
Two Point Six / Elf Mark I