Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03262.jsonl.gz/1929

Nach wie vor sitzt Novak Djokovic in einem Hotelzimmer in Melbourne, bevor sein Rekurs verhandelt und er am Montag vermutlich ausser Landes verwiesen wird. Der Fall der serbischen Weltnummer 1, die sich um eine Ausnahmebewilligung für die Teilnahme an den Australian Open bemüht hatte, beschäftigt Menschen weltweit.
Im besonderen Mass trifft dies auf all jene zu, die Djokovic persönlich kennen und schätzen. So wie Boris Becker. «Wir stehen uns so nahe, dass ich ihn schon beinahe als Familienmitglied betrachte», schreibt der 54-jährige Deutsche in einem Gastbeitrag bei der englischen «Daily Mail».
Wie in jeder Familie gäbe es manchmal Uneinigkeiten. «Und in diesem Fall macht er einen grossen Fehler, indem er er sich nicht gegen Covid-19 impfen lässt», hält Becker fest. «Das ist ein Fehler, der den Rest seiner Karriere gefährdet und seine Möglichkeit, sich als ‹Greatest Player of All Time› (‹GOAT›) zu etablieren.»
Djokovic habe eine extreme Diät und einen extremen Lebensstil, um sich auf dem Platz die besten Chancen zu verschaffen, erläutert Becker. «Letztendlich muss man sagen, dass er die richtigen Entscheidungen getroffen hat, das zeigen die Resultate. In diesem Fall jedoch macht er sich das Leben selbst sehr schwer.» Selbst wenn er nun doch noch in Australien bleiben dürfe, werde dies die schlechteste Vorbereitung sein, die er je auf ein Grand-Slam-Turnier gehabt habe. «Aber wenn sich jemand davon erholen kann, dann er.»
Becker war zwischen 2013 und 2016 Djokovics Trainer, in jener Phase war der Serbe höchst erfolgreich. Ihm gelang damals unter anderem der Karriere-Grand-Slam, also Turniersiege an den wichtigsten vier Events des Jahres. Nun wird Djokovic vom Kroaten Goran Ivanisevic trainiert, mit dem Becker nach der Ankunft des Trosses in Melbourne Kontakt hatte. «Ich tauschte Nachrichten mit ihm aus, während Novak in einem anderen Raum am Flughafen sass.»
Mit Djokovic selber habe er bislang nicht reden können, so «Bobbele» in der «Daily Mail» weiter. «Ich würde ihm dringend raten, sich impfen zu lassen», schreibt Becker und weiss gleichzeitig: «Ob er auf mich hören würde, ist eine andere Frage.»
Er akzeptiere, dass er als Mensch in den Fünfzigern einen anderen Blick auf die eigene Gesundheit habe als Zwanzig- und Dreissigjährige, «die sich unbesiegbar fühlen». Seine eigenen Kinder in diesem Alter habe er in Gesprächen überzeugt, sich impfen zu lassen. «Wird Novak diesen Schritt wagen? Ich bin mir nicht sicher, ob er das tun wird.»
Wenn er sich nicht impfen lasse, werde Djokovic dies eines Tages bereuen. «In zehn Jahren wird er zurückblicken und feststellen, dass er einen Fehler gemacht hat.» Denn es gehe nicht nur um Australien. Es sei eine Tatsache, dass wir derzeit in einer anderen Welt leben würden als vor der Corona-Pandemie, «und es wird ihm sehr schwer fallen, das Leben eines Tennisprofis zu führen, der ohne Impfung herumreist. Es gibt Regeln, und egal ob man diese mag oder nicht, man muss sie akzeptieren.»
Djokovic sei nun 34 Jahre alt, viel Zeit bliebe ihm nicht mehr, um seine Ziele zu erreichen. «Als jemand, der ihn gern hat, weiss ich, dass er leiden wird. Er wird schockiert sein über die Behandlung, die er erfährt, in einem trostlosen Zimmer, wo die Mahlzeiten durch die Tür geschoben werden.» (ram)
Der SC Bern hat für die kommenden zwei Jahre vom HC Davos den Stürmer Fabian Ritzmann verpflichtet. Der 20-Jährige bestritt für die Bündner bislang 20 Spiele. Zwischenzeitlich kam Ritzmann auch bei den Ticino Rockets in der Swiss League zum Einsatz.