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Der Regierungsrat hat die Klimastrategie Thurgau genehmigt und dem Grossen Rat mit einer Botschaft zur Kenntnisnahme überwiesen. Die Klimastrategie definiert die relevanten Sektoren, Ziele und Handlungsfelder, in denen der Kanton Thurgau aktiv werden will. Konkrete Massnahmen folgen mit dem Massnahmenplan Klima, mit dessen Ausarbeitung dieses Jahr begonnen wird.
Die vom Regierungsrat genehmigte Klimastrategie umfasst die Bereiche Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel gleichermassen. Sie weist aus, wie eine wirksame Klimapolitik in den kommenden Jahren im Kanton Thurgau aussieht, um die gesetzten Klimaziele erreichen zu können. Die Klimastrategie Thurgau fokussiert auf die direkten (auf dem Kantonsgebiet emittierten) Treibhausgasemissionen und formuliert dazu quantitative Ziele. Es werden aber auch die indirekten Emissionen (durch das Konsumverhalten ausserhalb des Kantons ausgestossen) berücksichtigt, dazu gibt es qualitative Ziele.
In 15 verschiedenen Sektoren mit den entsprechenden Handlungsfeldern zeigt die Strategie einerseits auf, wie sich die Treibhausgasemissionen bis 2050 entwickeln müssen, um die Klimaschutzziele zu erreichen, andererseits wie die Anpassung an den Klimawandel erfolgen soll, um die Herausforderungen der Auswirkungen durch den Klimawandel zu meistern.
Die Projektleitung für die Erstellung der Klimastrategie lag beim Amt für Umwelt. Damit die Strategie möglichst breit abgestützt ist und praxisnahe Massnahmen daraus abgeleitet werden können, wurde sie in enger Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt und dem Amt für Energie erstellt. Zudem wurde sie mit weiteren betroffenen Ämtern abgeglichen und einer kantonsinternen Vernehmlassung unterzogen.
Von Mai bis August 2022 konnte sich die Öffentlichkeit zur Klimastrategie äussern. Die Verantwortlichen haben aufgrund der Rückmeldungen die Strategie angepasst und der Regierungsrat genehmigte sie nun im Dezember. Die Klimastrategie Thurgau bildet die Basis für den Massnahmenplan Klima, der konkrete Massnahmen enthalten soll. Dieser wird ab Anfang 2023 erarbeitet.
Die Schweiz und somit auch der Kanton Thurgau sind bis jetzt überdurchschnittlich stark vom Temperaturanstieg betroffen. Die durchschnittliche Temperatur hat seit Beginn der Industrialisierung nachweislich um 2°C, im Thurgau um 1.9°C, zugenommen. Der Anstieg ist damit doppelt so hoch wie im globalen Mittel.
Der Klimawandel stellt eine Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dar, die gemeinsam angegangen werden muss. Die Schweiz hat am 6. Oktober 2017 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und sich damit verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren und bis 2050 das Netto-Null-Ziel zu erreichen. Das heisst, dass Quellen und Senken von Treibhausgasemissionen bis dann in einem Gleichgewicht sein müssen. Die zu diesem Zeitpunkt noch ausgestossenen Emissionen müssen somit der Atmosphäre mittels Senken dauerhaft entzogen werden. Der Kanton Thurgau nimmt seine Verantwortung in der Klimapolitik wahr und will analog zum Bund bis ins Jahr 2050 das Netto-Null-Ziel erreichen.