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Hitzetage als Normalität
Wenn die Temperaturen auf über 30 Grad steigen, dann spricht man in Japan von «manatsubi», von heissen Tagen. Bereits Anfang Juni, vor dem abrupten Einbruch der Regenzeit, stieg das Quecksilber in diese unangenehmen Höhen. Auf der Nordinsel Hokkaido war es gar zeitweise 37,8 Grad. Für die klimatisch gewöhnlich eher kühle Region war dies ein neuer Rekordwert.
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Solch gefährlich heisse Tage könnten laut dem japanischen Umweltministerium in den nächsten Jahrzehnten jedoch zum Alltag werden, falls sich die Klimaerwärmung so weiterentwickelt. War es zwischen 1984 und 2004 im ganzen Land während durchschnittlich drei Wochen im Jahr über 30 Grad, könnten sich die heissen Tage in den nächsten Jahrzehnten mehr als verdoppeln.
So wird beispielsweise befürchtet, dass in Tokio bis zum Ende des Jahrhunderts während 110 Tagen das Quecksilber auf über 30 Grad ansteigen wird. Heute sind es schon durchschnittlich 48,5 Tage. In Okinawa könnte dieser Wert auf über 180 Tage, also die Hälfte des Jahres, anwachsen. Aktuell sind es durchschnittlich 96 heisse Tage im Jahr in des südlichsten Präfektur des Landes.
Tropische Niederschläge
Das Umweltministerium rechnet allgemein damit, dass die Temperaturen in den letzten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts um 4,4 Grad ansteigen werden, falls nichts gegen die Klimaerwärmung unternommen wird. Die Zahl der kalten Tage unter Null Grad werden in Japan dadurch abnehmen, tropisch anmutende Regenfälle zunehmen. Tage mit gewöhnlichem Niederschlag werden gleichzeitig immer weniger.
Bis im Herbst will das Umweltministerium die möglichen Auswirkungen dieses Klimawandels auf die verschiedenen Branchen skizzieren. Die japanische Regierung will derweil bis im nächsten Sommer konkrete Gegenmassnahmen formulieren, um diese Entwicklung zu bremsen. Ziel ist es, den Temperaturanstieg auf 1,1 Grad und die zusätzliche Anzahl heisser Tage möglichst stark zu drosseln.
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