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Safran -die Nahrung der Seele-!
Das Gewürz der Sinne -Farbe, Geschmack, Duft-; und die meist
gebrauchte Arznei der Hippokratiker.
Seit 4000 Jahren von den alten Kulturvölkern des Zweistromlandes Euphrat und Tigris zur Kulturpflanze hoch gezüchtet, ging Safran schon früh den Weg nach Griechenland. Heimkehrende Kreuzritter brachte die kostbare Pflanze ins übrige westliche Europa. Aus La Manche, dem Land des Don Quijote -eine der grössten Theaterfiguren-, dort wo sich riesige Windmühlräder -Windenergie- drehen, ernten die Spanier 70 % ihres Safranertrages.
In der (Theater) Literatur nimmt der Safran einen hohen Stellenwert ein. So lesen wir Im Hohelied Salomos: „Du bist gewachsen wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten,...Narde, Safran und Kalmus, Zimt und Weihrauchbäume..." und im antiken Griechenland wurde der Safran als Duftstoff geschätzt, wie Aristophanes in seinem Theaterstück „Wolken" mitteilt. Blüten oder Griffel wurden in Theatern und Hallen ausgestreut.
Kaiser Hadrian liess die Statuen im Theater mit duftender Safranessenz salben und eigens Götterbilder konstruieren, aus deren düsenähnlichen Poren die Safranbrühe hervorquoll, wenn der Kaiser es befahl. Shakespeare meint in seinem Wintermärchen: "Ich muss Safran haben zum Färben der Apfelkuchen" .Franz Grillparzer erwähnt den Safran in „König Ottokars Glück und Ende" zweimal . Im 3. Aufzug: „Von Lein und Safran gelb und blau gestrickt"; und im 4. Aufzug: „Nicht eine Stadt, kein Haus, nicht eine Scholle gab er dahin von Österreichs weitem Grund... kein Blättchen Safran, den sie dort gewinnen!"
Der Safran hatte auch eine rituelle Bedeutung, wie aus den vielen Safranfresken in den Heiligtümern zu schliessen ist.
Der Safran
stand mit der Verehrung der Natur und der Fruchtbarkeit in Zusammenhang. Safran war in der griechischen Götterwelt der strahlenden Göttin der Morgenröte Eos, der „Tempelhüterin" geweiht. Sie war
von einem gelben Safranschleier umhüllt und öffnete mit ihren Rosenfingern die Pforte des Himmels. Es hiess, Safran würde überall dort erblühen, wo der Göttervater Zeus seine Gemahlin Hera liebte
und deswegen wurden die antiken Brautbetten als Stätten der ehelichen Liebe mit Safranblüten bestreut.
Aber auch ein rauschhafter Gebrauch des Safran war üblich, denn erstaunlicherweise eignet
er sich zum Wein, ganz besonders zum süssen Trank des Dionysos.
Die gelbe Farbe -ein Symbol der Sonne.