Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03564.jsonl.gz/2686

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) bezeichnet eine Kennzahl zur Beurteilung einer Aktiengesellschaft. Das KBV wird errechnet, indem der Kurs einer Aktie durch den Buchwert je Aktie geteilt wird.
Um diese Rechnung durchführen zu können, muss allerdings erst der Buchwert je Aktie ermittelt werden. Hierfür nimmt man den Buchwert einer Gesellschaft (welcher im Grunde ihr bilanziertes Eigenkapital inklusive aller Immobilien, Anlagen und Maschinen darstellt) und dividiert ihn durch die Anzahl der Aktien des Unternehmens.
Hat ein Unternehmen zum Beispiel einen Buchwert von 6’000 Millionen Schweizer Franken, während 300 Millionen Aktien in Umlauf sind, kommt man auf einen Buchwert pro Aktie von 20 Franken. Wird dieser durch den aktuellen Aktienkurs von 25 Franken geteilt, entsteht ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8.
Es gibt allerdings keine allgemeine Faustregel, wie dieser errechnete KBV-Wert zu interpretieren ist. Da es sich beim KBV um eine substanzorientierte Kennzahl handelt, ist eine Differenzierung nach Branchen unerlässlich.
Unternehmen der Maschinenbau- oder Automobilbranche haben aufgrund grosser Produktionsanlagen automatisch mehr Substanz als zum Beispiel Softwarefirmen oder ähnliche Unternehmen. Dies schlägt sich auch im Kurs-Buchwert-Verhältnis nieder.
Wirklich aussagekräftig ist das KBV also nur, wenn es für den Vergleich von Unternehmen mit ähnlicher Vermögensstruktur genutzt wird.
Ein KBV von weniger als 1,0 bedeutet grundsätzlich, dass ein Unternehmen an der Börse weniger wert ist als alle seine Immobilien, Lagerhallen und weiteren Vermögenswerte zusammen. Solche Aktien sind also zu besonders günstigen Preisen zu kaufen.
Allerdings ist zu bedenken, dass sich der Buchwert verhältnismässig leicht manipulieren lässt. Immobilien fliessen etwa häufig zum Preis in den Buchwert mit ein, den das Unternehmen seinerzeit für den Kauf bezahlt hat. Der aktuelle Verkaufspreis kann weitaus geringer ausfallen. Eine entsprechende Anpassung der Bilanz wird seitens vieler Unternehmen so lange wie möglich hinausgezögert.