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Karate hat, wie die meisten asiatischen Kampfkünste, seinen frühesten Ursprung in China. Mönche entwickelten besondere Bewegungs- und Atmungsübungen zur Erhaltung der Gesundheit und Vitalität. Diese Mönche waren auch in den Kampfkünsten bewandert, da sie an den Klöstern gelehrt wurden und einen wichtigen Teil der Bildung darstellten. Auf dem Handelsweg gelangten diese „Karatesamen“ nach Okinawa, eines der südlichsten Eilande der vielen japanischen Inseln.
Nach einer langen Zeit politischer Unruhen wurde 1479 eine neue Sho-Dynastie errichtet. Wie auch bereits sein Vorgänger Sho-Hashi im Jahre 1429, verbot der neue König Sho Shin als eine der ersten Amtshandlungen das Tragen von Waffen, sowohl für Adelige, wie auch für Bauern. Um neue Aufstände zu verhindern, wurden sämtliche Waffen beschlagnahmt. Zusätzlich musste der gesamte okinawische Adel in der neuen Hauptstadt Shuri leben.
Als Konsequenz entstanden zwei Schulen der Selbstverteidigung. Die eine Tode wurde hauptsächlich von Mitgliedern des Adels entwickelt, die andere Ryukyu Kobudo zumeist von Bauern und Fischern mit Einbezug von Arbeitsgeräten als wirkungsvolle Waffen. Heute noch werden Kampfkünste mit Waffen gelehrt, die in ihrem Aussehen an diese früheren Werkzeuge erinnern (z.B. Sai und Tonfa).
Die verschiedenen Sippen hielten diese Techniken lange Zeit geheim. Sie wurden nur im Versteckten, innerhalb der eigenen Familie oder im sehr engen Bekanntenkreis unterrichtet. Dies hatte natürlich zur Folge, dass sich verschiedene Kampfstile entwickelten, die in ihrem Ursprung aber ähnlich waren. Man geht davon aus, dass sich aus dem reinen Selbsverteidungssystem Tode unter weiteren Einflüssen (vor allem China) die okinawische Kampfkunst Okinawa-Te entwickelte, welche im 20. Jahrhundert in Karate umbenannt wurde.
Kara bedeutet leer und Te Hand – der Weg der leeren (waffenlosen) Hand. Die ersten beiden Karatestile nannten sich Shorin-Ryu und Shorei-Ryu. Aus diesen beiden ältesten Karatestilen entwickelte sich über Jahrzehnte das moderne Karate.
Die bekanntesten Meister des Karate reisten in der Neuzeit von Okinawa aus, auf die grössten japanischen Inseln (Honshu, Kyushu) und liessen sich dort nieder. Das Karate wurde einer breiten Bevölkerung vorgestellt und zugänglich gemacht.
Die wichtigsten Lehrer jener Zeit waren:
- Gichin Funakoshi (1868 – 1957); Shotokan
- Kenwa Mabuni (1889-1952); Shito-Ryu
- Chojun Miyagi (1888 – 1953); Gojo-Ryu
- Hironori Ohtsuka (1892 – 1982); Wado-Ryu
Diese Meister gründeten ihre eigenen Schulen und entwickelten bedeutungsvolle Kata, die heute einen sehr wichtigen Stellenwert im Karate-Training einnehmen. Jeder dieser Grossmeister interpretierte und gewichtete das Karate ein wenig anders und so hat heute jeder der verschiedenen Karatestile seine eigenen Vorzüge und technischen Schwerpunkte.
Von Japan aus trat das Karate seinen Weg nach Übersee an. In Europa wurde es erstmals um 1946 in Paris demonstriert und gelehrt. In der Schweiz formierten sich in den frühen Sechzigerjahren in der Westschweiz erste Trainingsgemeinschaften.