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“Traumschiff”, “Schwarzwaldklinik” und “Die Peter-Alexander-Show”: Drei der erfolgreichsten Formate der deutschen Fernsehgeschichte sind mit dem Namen Wolfgang Rademann verbunden. Der aus ärmsten Verhältnissen stammende Fernsehproduzent hatte seit Ende der 60er Jahre ein Näschen für den Geschmack der Deutschen wie kein Zweiter. Am Sonntag ist er mit 81 Jahren in Berlin gestorben.
Dass der am 24. November 1934 in Neuenhagen bei Berlin geborene Rademann zum Fernsehen kam, ist Zufall. Nach der Volksschule lernte er Schriftsetzer. Mit 17 kündigte er und arbeitete als Journalist. Zunächst in Ost-Berlin, nach seiner Flucht 1958 in den Westen für das Berliner Boulevardblatt “B.Z.” und die Illustrierte “Stern”.
Dem “Stern” kurbelte Rademann mit leichten Geschichten die Auflage an. Auf diesem Weg bekam der junge Journalist auch direkten Kontakt zu den grossen Stars und wurde Pressechef von Caterina Valente, Pierre Brice und schliesslich Peter Alexander.
Alexander wurde für Rademann zur wichtigsten Begegnung seines Lebens. 1969 fragte dessen Frau Rademann, ob er nicht für das ZDF eine Show mit ihrem Mann produzieren wollte. Rademann wollte – und schaffte es, die vielfältigen Begabungen des Peter Alexander perfekt in Szene zu setzen.
Die “Peter Alexander Show” sahen regelmässig an die 30 Millionen Menschen. “Das war meine schönste TV-Zeit”, sagte Rademann einmal. Und er zeigte viel Gespür für die vom Publikum gewünschte Unterhaltung. “Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre” oder “Die Wencke Myhre Show” waren weitere Erfolge.
Harald Juhnke besuchte der Produzent Ende der 1970er Jahre und engagierte ihn für die Sketch-Serie “Ein verrücktes Paar” mit Grit Böttcher.
Zu den erfolgreichsten Sendungen von Rademann, der gut vierzig Jahren in einer Fernbeziehung ohne Trauschein mit Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek lebte, gehörten aber auch die ZDF-Reihen “Die Schwarzwaldklinik” und “Das Traumschiff”.
Seit 1981 wird das “Traumschiff” nach der Idee von Rademann produziert. Die Art, wie Rademann fast 35 Jahre das “Traumschiff” machte, verrät viel über seine Erfolgsgeschichte. Er hatte keine Mitarbeiter und entschied alles alleine.
Rund 500 Produktionen verantwortete Rademann insgesamt, in aller Regel leichte Stoffe. “Ausgestrahlt, und dann darf es bitte wieder vergessen werden”, sei sein Motto, sagte er einmal. Er sei ein “vordergründiger Unterhaltungsmacher”.
(SDA)