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Portrait der Gemeinde
Geschichtliches
Im 12. Jahrhundert gehörte Surava zum Besitz der Herren
von Belfort, die auch die Burg Belfort erbauten. Die Freiherren
von Vaz erweiterten sie dann. Vom letzten Freiherr von Vaz
erbten die Grafen von Toggenburg 1337 den Sitz, der ihnen
bis 1436 blieb. Die Erben veräusserten die Burg an die
Grafen von Montfort, die 1441 die Beelis von Davos aus Untervögte
einsetzten. Im Schwabenkrieg von 1499 verbrannten die Bündner
die Burg, die seither als Ruine über dem Dorfe Surava
steht. Bis 1725 gehörte Surava kirchlich und bis 1875
politisch zur Gemeinde Brienz.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich in Surava
eine kleine Industrie mit Bäckerei und Zwiebackfabrik
Laim, Schmiede Hess, Töpferei, Zündholzfabrik Engler,
Kartätscherei Friberg, Mühle Mathis Sägerei
und Färberei Bossi, was dem Dorf den Namen "Industrieort"
eintrug.
Alle diese Betriebe profitierten von der Wasserkraft des Mulognbaches,
bis er 1912 von der Gemeinde gefasst wurde. Oberhalb des Bahnhofs
wurde 1920 das Kalkwerk mit Ofen gebaut, welches schon bald
technisch erneuert und nach dem zweiten Weltkrieg auf andere
Produktionen umfunktioniert wurde. Hier wurde auch Glaswolle
erfunden und patentiert. Nach dem Brand von 1949 wurde das
Werk zwar wieder aufgebaut und mit alten Maschinen betriebsbereit
gemacht, jeoch nicht mehr genutzt.
Das Dorf Surava brannte 1854 ab. Die Flachdachbauten der Zwiebackfabrik
Laim gehörten in jene Zeit, da Häuser im Biedermeierstil
erbaut wurden.
Sehenswürdigkeiten
Als eigentliche Sehenswürdigkeit dürfte die katholsiche
Kirche Son Sieri (St. Georg) gelten. 1611 wurde sie eingeweiht.
Ende des 17. Jahrhunderts in Schiff und Chor erhöht und
am Turm verändert. Über dem Portal ist der heilige
Georg, der den Drachen tötet (-> Wappen), gemalt.
Im Innern steht der Hochaltar aus Holz, welcher aus der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt und mit einer reichen
Architektur die ganze Abschlusswand des Chores füllt.
Die zwei übereinstimmenden Seitenaltäre unter dem
Chorbogen datieren aus dem Jahr 1662.
Der Crap Furo - steil und gleichzeitig filigran
ragt er am Nordfuss des Piz Mitgel und südlich oberhalb
von Surava in den Himmel. Seine schlichte Einfachheit täuscht
nur im ersten Augenblick über seine imposante Erscheinung
hinweg. Vor Jahrtausenden entstanden, ist er noch einer der
wenigen Felstürme, welcher Wind und Wetter erfolgreich
getrotzt hat. Der weiche Kalkstein, aus dem der Crap Furo
besteht, ist nicht nur ein Überbleibsel einer jahrtausend
alten Geschichte, er steht auch genau in der geometrischen
Mitte des Kantons Graubünden.