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Etwa ein Viertel der Bevölkerung Ecuadors lebt in Armut. Das SRK arbeitet in zwei abgelegenen Regionen, in denen die Menschen besonders stark unter den prekären Lebensbedingungen leiden.
Das SRK erreicht mit seinen Gesundheitsprogrammen über 10 000 Menschen, besonders der stark benachteiligte Bevölkerungsgruppen der indigenen Gemeinschaften im nördlichen Amazonasgebiet und der afro-ecuadorianische Minderheit an der nördlichen Pazifikküste Ecuadors. Ob im Amazonas oder an der Küste, die abgelegenen Dörfer sind oft nur mit dem Boot oder zu Pferd über Saumpfade erreichbar.
Gesundheitsversorgung via Boote
Mehrmals jährlich besuchen Ärzte und Zahnärzte gemeinsam mit von RIOS ausgebildeten Gesundheitshelfern sowie Hebammen die weit verstreut lebenden Gemeinschaften. Sie behandeln Kranke, untersuchen Schwangere und impfen Kinder. Die mobilen medizinischen Teams nutzen die Besuche in den Dörfern, um die Bevölkerung in Spanisch und Kichwa (indigene Sprache) über Themen wie Hygiene, Schwangerschaft sowie gesunde Ernährung zu informieren. Aufklärung und Prävention sowie Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten sollen zudem die stark verbreiteten Teenager-Schwangerschaften reduzieren. Radiosendungen unterstützten die Präventionsarbeit.
Kampf der Tuberkulose
Für die Prävention und Behandlung der hochansteckenden Tuberkulose (TB) wurden zuvor bereits im Amazonas mit der dörflichen Bevölkerung wirksame Methoden entwickelt. Zusammen mit einer Selbsthilfeorganisation leistet das SRK Präventions- und Unterstützungsarbeit nun in Esmeraldas, vor allem für die mehrheitlich dort lebende afro-ecuadorianische Bevölkerung.
Hebammen und traditionelle Heilkunde
Das SRK unterstützt die Ausbildung von traditionellen Hebammen und fördert die Zusammenarbeit mit lokalen Heilern. Sie kennen zahllose Heilpflanzen, die im tropischen Regenwald heimisch sind und als natürliche Apotheke Teil der traditionellen Heilkunde sind. So wird nicht nur die wichtige Verbindung zwischen der westlichen und der traditionellen Medizin als Teil des Gesundheitsansatzes gestärkt, sondern auch die Hebammen. Dadurch kann das nationale Programm «Müttersterblichkeit = 0» in abgelegenen Regionen Ecuadors (besser) seine Wirkung entfalten.
Stärkung der Partner
RIOS – Red Internacional de Organizaciones de Salud – ist die regierungsunabhängige Gesundheitsorganisation, mit der das SRK in Ecuador seit 15 Jahren Projekte zur Gesundheitsförderung durchführt. Die vom SRK eng begleitete RIOS hat in den Amazonas-Provinzen Sucumbíos und Orellana die indigenen Gemeinschaften beim Aufbau ihrer Organisation unterstützt, ebenso eine afro-ecuadorianische Frauenorganisation in der Küstenprovinz Esmeraldas. Diese sind Projektpartner und tragen wesentlich zur medizinischen Grundversorgung und zur Etablierung regionaler Gesundheitsnetzwerke bei.
Unterstützung nach heftigem Erdbeben
Nach dem schweren Erdbeben im April 2016, bei dem 30 000 Menschen ihr Obdach verloren, leistete das SRK zusammen mit RIOS und dem Ecuadorianischen Roten Kreuz Soforthilfe. In Zusammenarbeit mit der nationalen Rotkreuzgesellschaft werden in vier Gemeinden in der Provinz Manabí die Trinkwassersysteme wiederhergestellt und verbessert, wie auch die Bevölkerung in Hygienemassnahmen geschult.