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Salz (Salinen oder Sal
* 6
Salz.
(
Phosphate), Verbindungen der Phosphorsäure mit Basen, finden sich weitverbreitet in der Natur, besonders
ist phosphorsaurer Kalk ( Apatit,
[ * 3] Phosphorit) ein regelmäßiger Bestandteil vieler Gesteine
[ * 4] und bildet die Hauptmasse der Knochen
[ * 5] (s. Phosphor). Gewöhnliche Phosphorsäure (Orthophosphorsäure) H 3PO 4 bildet drei
Reihen Salze. 1 Molekül derselben gibt mit 1 Molekül Natronhydrat zweifachsaures (sogen. saures) Salz
[ * 6] NaH 2PO 4 ,
mit 2 Molekülen Natronhydrat einfachsaures (sogen. neutrales oder gewöhnliches) Salz Na 2HPO 4 und mit 3 Molekülen
normales (sogen. basisches) Salz Na 3PO 4.
Von den normalen Phosphorsäuresalzen sind die der
Alkalien in Wasser löslich und reagieren stark alkalisch,
die übrigen lösen sich nur in verdünnten Säuren, und diese Lösungen enthalten saure Salze. Beim Neutralisieren von Phosphorsäure
mit Natronhydrat entsteht das gewöhnliche phosphorsaure Natron Na 2HPO 4 , welches aber noch alkalisch
reagiert, aus Metallsalzlösungen meist unlösliches basisches Salz fällt und beim Erhitzen pyrophosphorsaures
Salz gibt.
Die zweifachsauren
Salze sind in Wasser löslich, reagieren schwach sauer und geben beim Erhitzen metaphosphorsaures Salz. Pyrophosphorsäure
bildet zwei Reihen Salze, von denen die normalen R 4P 2O 7 ^[R 2P 2O 7] alkalisch, die sauren H 2R 2P 2O 7
schwach sauer reagieren. Die der Alkalienmetalle sind in Wasser löslich, die andern nicht, doch lösen
sie sich zum Teil in überschüssigem phosphorsauren Natron.
Die
Lösungen bleiben beim Erhitzen unverändert, beim Kochen mit Säuren aber und beim Schmelzen mit Alkali entstehen die Salze der
gewöhnlichen Phosphorsäure. Metaphosphorsäure bildet nur eine Reihe Salze, und man kennt nur die der Alkalimetalle, welche
in Wasser unlöslich sind. Die Salze der gewöhnlichen Phosphorsäure sind, ins Blut gespritzt, ganz unschädlich,
die der Pyrophosphorsäure sind heftige, die der Metaphosphorsäure schwache Gifte.
Phosphorsaures Ammoniak (NH 4) 2HPO 4
^[(NH 4 2HPO 4] findet sich im Guano, entsteht beim Neutralisieren von Phosphorsäure mit Ammoniak, bildet große, farblose,
leicht lösliche Kristalle,
[ * 7] verwittert an der Luft und hinterläßt saures Salz, welches beim Erhitzen Metaphosphorsäure
liefert. Phosphorsaures Natronammoniak ( Phosphorsalz, Sal microcosmicum) Na(NH 4)HPO 4 + 4H 2O ^[Na(NH 4HPO 4+4H 2O]
findet sich im Guano, entsteht beim Neutralisieren von Phosphorsäure mit gleichen Teilen Soda und Ammoniak, bildet farblose Kristalle
mit 4 Molekülen Kristallwasser, schmeckt stechend salzig, verwittert, ist leicht löslich, schmilzt leicht, gibt beim Erhitzen
metaphosphorsaures Natron, welches beim Schmelzen Metalloxyde löst und sehr charakteristische Färbungen
annimmt; es dient daher als Lötrohrreagenz. Phosphorsaures Bleioxyd PbHPO 4 , aus überschüssigem Bleizucker
durch gewöhnliches phosphorsaures Natron gefällt, ist farblos, amorph, unlöslich; eine Verbindung desselben mit Chlorblei
findet sich in der Natur als Pyromorphit. Phosphorsaures Eisenoxydul Fe 3(PO 4) 2 + 8H 2O ^[Fe 3(PO 4) 2+8H 2O]
findet sich als Vivianit, im Raseneisenerz, in manchen Torfsorten, die es oberflächlich schön blau färbt,
auch in fossilen Knochen.
Aus
Eisenvitriol fällt gewöhnliches phosphorsaures Natron farbloses Salz, welches in Wasser unlöslich ist, an der Luft sich
durch Oxydation schnell bläut und offizinell ist. Phosphorsaures Eisenoxyd findet sich im Braun- und Raseneisenerz, im Grüneisenstein
und im blau angelaufenen Vivianit. Aus Eisenchloridlösung wird durch gewöhnliches phosphorsaures Natron
ein weißes Salz Fe 2(PO 4) 2 + 4H 2O ^[Fe 2(PO 4) 2+4H 2O] gefällt, welches amorph und unlöslich ist.
Pyrophosphorsaures
Eisenoxyd Fe 4P 6O 21 + 9H 2O wird aus Eisenchloridlösung durch pyrophosphorsaures
Natron als weißer Niederschlag gefällt, ist unlöslich in Wasser, löst sich aber mit grünlicher Farbe in pyrophosphorsaurem
Natron, und aus dieser Lösung fällt Alkohol weißliches amorphes pyrophosphorsaures Eisenoxydnatron 2Na 4P 2O 7
^[2Na 4P 2O 7. Fe 4P 6O 21 + 14H 2O , welches mild salzig schmeckt, in kaltem
Wasser sich langsam löst, durch kochendes Wasser zersetzt wird und als mildes Eisenmittel arzneiliche Verwendung findet.
Mit zitronensaurem
Ammoniak gemischt, bildet das pyrophosphorsaure Eisenoxyd ein Präparat, welches eine amorphe, gelblichgrüne,
leicht lösliche Masse darstellt, mild eisenartig schmeckt und als leichtverdauliches Eisenmittel benutzt
wird. Basisch phosphorsaurer Kalk Ca 3P 2O 8 findet sich mit Fluorcalcium im Apatit und Phosphorit,
bildet auch den Hauptbestandteil der Knochen, der Koprolithen, des Sombreroguanos und ähnlicher Guanosorten.
Phosphorsuperchlorid -
* 8 Seite 13.14.
Geringe Mengen phosphorsauren Kalks finden sich in der Ackererde und in den Gewässern. Er wird aus ammoniakhaltiger
Chlorcalciumlösung durch phosphorsaures Natron gefällt, ist farblos, amorph, in kaltem Wasser kaum, bei Gegenwart von Ammoniaksalzen,
Chilisalpeter, Kochsalz etc. reichlicher löslich. Leicht löst er sich in Säuren und selbst in kohlensäurehaltigem Wasser,
und in letzterer Form nehmen ihn die Pflanzen aus dem Boden auf. Man benutzt ihn arzneilich und hat vorgeschlagen,
ihn auch bei der Ernährung zur Begünstigung der Knochenbildung zu verwenden. Für diesen Zweck genügt ein Präparat, welches
man durch Lösen von Knochenasche in Salzsäure, Fällen mit Ammoniak und Auswaschen des Niederschlag erhält. Den natürlichen
phosphorsauren Kalk benutzt man als Dünger, zur Darstellung von Phosphorsäure, Phosphor, Milchglas, als Material
für die Kapellen beim Probieren, als
¶
mehr
Putzpulver etc. Neutraler phosphorsaurer Kalk CaHPO 4 + 4H 2O findet sich in Harnsteinen und in den
Bodensätzen, welche der Harn bisweilen bildet; er wird aus Chlorcalciumlösung durch gewöhnliches phosphorsaures Natron gefällt,
ist unlöslich in Wasser und zerfällt durch Kochen mit Wasser in saures und basisches Salz. Saurer phosphorsaurer Kalk Ca 4H 4P 2O 8
entsteht bei Behandlung des basischen oder neutralen Salzes mit Säuren, bildet
farblose Kristalle, verwittert bei 100°, nimmt an der Luft wieder Wasser auf, löst sich in Wasser und verwandelt sich beim
Kochen der Lösung in das neutrale Salz und Phosphorsäure.
Mit basischem Kalkphosphat, mit
Eisenoxyd und Thonerde gibt das saure Salz neutralen phosphorsauren Kalk
und Eisenoxyd- und Thonerdephosphat. Das saure Salz wird zur Bereitung der Phosphorsäure nach alter Methode und des Phosphors
dargestellt, auch ist es Bestandteil des Superphosphats und dient in mehr oder weniger reinem Zustand zur Darstellung von Backpulver,
in der Zuckerfabrikation und zum Harten von Steinen. Basisch phosphorsaures Kupferoxyd findet sich als Libethenit,
Tagilit und in andern Mineralien. Es ist blau oder grün, in Wasser unlöslich.
Phosphorsaure
Magnesia Mg 3(PO 4) 2 ^[Mg 3(PO 4) 2] findet sich in Getreidesamen und Knochen und wird aus der Lösung
von Magnesiasalzen durch gewöhnliches phosphorsaures Natron als farbloser, kristallinischen sehr schwer löslicher Niederschlag
gefällt. Phosphorsaure Ammoniakmagesia ^[richtig: Ammoniakmagnesia] (NH 4)MgPO 4 + 6H 2O ^[(NH 4)MgPO 4+6H 2O]
findet sich in der Natur als Struvit, in manchen Harnsteinen und in faulendem Harn und wird aus einer mit Salmiak und Ammoniak
vermischten Lösung von Magnesiasalzen durch gewöhnliches phosphorsaures Natron gefällt, ist farblos, kristallinisch, sehr
schwer löslich in Wasser, besonders in ammoniakalischem, leicht in Säuren, hinterläßt beim Glühen pyrophosphorsaure
Magnesia Mg 2P 2O 7 . Man bedient sich dieser Verbindung in der chemischen Analyse zur Bestimmung der
Phosphorsäure und der Magnesia.
Schwefelmilch - Schwef
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Schwefelsäure.
Phosphorsaures
Natron Na 2HPO 4 + 12H 2O findet sich im Blut und in andern tierischen Flüssigkeiten
und entsteht beim Neutralisieren von Phosphorsäure mit kohlensaurem Natron. Man bereitet es aus Knochenasche, indem man
diese mit Schwefelsäure
[ * 9] behandelt, die vom abgeschiedenen schwefelsauren Kalk getrennte Lösung von saurem phosphorsaurem Kalk mit
kohlensaurem Natron neutralisiert und zur Kristallisation bringt.
Man kann auch ein aus phosphorsaurem
Kalk bestehendes Mineral, wie Apatit, Sombrerit, mit Eisenoxyd, Sand und Kohle im Schachtofen
[ * 10] einschmelzen und das erhaltene Phosphoreisen im Flammofen mit schwefelsaurem Natron behandeln. Hierbei
entsteht Schwefeleisen, Eisenoxyd und phosphorsaures Natron, welches mit Wasser ausgezogen wird. Es bildet große, farblose Kristalle,
schmeckt kühlend salzig, verwittert leicht, ohne zu zerfallen, reagiert schwach alkalisch, ist leicht löslich, absorbiert
in Lösung viel Kohlensäure, schmilzt leicht, wird wasserfrei und gibt beim Glühen pyrophosphorsaures Natron.
Man benutzt es als mildes Abführmittel, auch bei
Gicht, Rheumatismus, Steinkrankheiten etc. Pyrophosphorsaures
Natron Na 4H 2O 7 + 10H 2O bildet luftbeständige Kristalle, reagiert alkalisch, ist weniger
löslich als das gewöhnliche Salz, schmilzt beim Erhitzen und erstarrt zu einer farblosen kristallinischen Masse. Man benutzt
es beim Hartlöten, beim Härten und Schweißen von Gußstahl, in der Glas- und Porzellanfabrikation, zum
Verzinnen etc. Phosphorsaure Thonerde findet sich in der Natur als Wavellit, Gibbsit,
Kalait, Lazulith, als Rodondophosphat etc.