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Ähnlich wie die Ruptur des Ventrikelseptums kann es in der Folge eines ausgedehnten akuten Myokardinfarktes auch zu einer Ruptur des freien Kammerwand kommen. Während beim Ventrikelseptumdefekt ein Infarkt im Bereich der gemeinsamen Wand zwischen rechter und linker Kammer vorliegt, liegt bei der Ruptur der freien Ventrikelwand meistens ein Vorderwand- oder Seitenwand-Infarkt vor.
Das Intervall zum akuten Myokardinfarkt ist ähnlich. Die Beschwerden beruhen auf einer Einblutung in den Herzbeutel mit mehr oder weniger schneller Ausbildung eines Herzbeutelergusses (Perikarderguss) mit den Zeichen einer Perikardtamponade.
Der Herzbeutelsack (im Normalfall ein virtueller Raum mit wenig Flüssigkeit) füllt sich plötzlich mit einer grösseren Blutmenge, die nicht ausweichen kann. Dies führt zu einer raschen Drucksteigerung im Perikard mit zunehmender Füllungsbehinderung der Herzkammer. Unbehandelt führt das Krankheitsbild in der Regel rasch zum Tode. Liegen bei einem Patienten bereits Verwachsungen des Herzens mit dem Herzbeutel vor, spricht man von gedeckter Ventrikelruptur; dies kann eine tödliche Perikardtamponade verhindern. Sehr häufig kommt es dann nach Abheilen des akuten Ereignisses zur Ausbildung einer Herzwandaussackung (Ventrikelaneurysma).
Jede Ventrikelruptur sollte unmittelbar nach Diagnosestellung chirurgisch versorgt werden, wobei häufig aufgrund des schnellen Verlaufs der Patient vor Erreichen des Operationssaales verstirbt. Ziel der Operation ist es, den rupturierten Wandbereich mit Hilfe der extrakorporalen Zirkulation und im kardioplegischen Herzstillstand mit einem Kunststoffflicken (Alternative: Perikardflicken) zu überdecken. Vereinzelt kann die Perforation auch durch einfache Übernähung versorgt werden.
Das Sterblichkeitsrisiko ist trotz erfolgreicher Blutstillung hoch und im Wesentlichen abhängig von der Ausdehnung des Infarktareals und den bereits Schock-bedingten Organschädigungen.
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