Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/2490

Im letzten Teil der BärnerbärSerie «Sommergespräche» verrät Regierungsrätin Beatrice Simon, wofür sie zuletzt zu wenig Zeit hatte und wer ihr das Leben schwer macht.
Wo erreichen wir Sie gerade?
Da ich bereits seit einigen Tagen wieder den Arbeiten in der Finanzdirektion nachgehe, selbstverständlich in meinem Büro am Münsterplatz.
Wie verbrachten Sie denn Ihre Sommerferien – und mit wem?
Eigentlich war vorgesehen, dass wir in diesem Jahr erneut für einige Tage an die Costa Brava reisen, um dort Freunde zu treffen. Besonders gefreut habe ich mich auf die Tatsache, dass uns in diesem Jahr unsere Tochter mit ihrem Ehemann und unserer ersten kleinen Enkeltochter begleiten wollten. Endlich plante ich mir die notwendige Zeit zu nehmen, um mich mit meiner Enkelin ausgiebig zu beschäftigen. Vernünftigerweise haben wir diesen Aufenthalt aber sistiert und mein Mann und ich entschieden uns, in erster Linie Kurzaufenthalte in der Schweiz – zum Beispiel am Genfersee oder in Kandersteg – einzuplanen.
Konnten Sie abschalten oder begleiteten Sie gewisse politische Themen auch in den Ferien?
Eigentlich war vorgesehen, dass wir in diesem Jahr erneut für einige Tage an die Costa Brava reisen, um dort Freunde zu treffen. Besonders gefreut habe ich mich auf die Tatsache, dass uns in diesem Jahr unsere Tochter mit ihrem Ehemann und unserer ersten kleinen Enkeltochter begleiten wollten. Endlich plante ich mir die notwendige Zeit zu nehmen, um mich mit meiner Enkelin ausgiebig zu beschäftigen. Vernünftigerweise haben wir diesen Aufenthalt aber sistiert und mein Mann und ich entschieden uns, in erster Linie Kurzaufenthalte in der Schweiz – zum Beispiel am Genfersee oder in Kandersteg – einzuplanen.
Konnten Sie abschalten oder begleiteten Sie gewisse politische Themen auch in den Ferien?
Aus Erfahrung weiss ich, dass es für mich jeweils nicht einfach ist, die politischen Themen zu verdrängen, wenn ich daheim bin. Dies war auch in diesem Jahr so, da ich jederzeit erreichbar sein musste.
Was haben Sie in Ihren Ferien am meisten genossen?
Für mich sind es die Momente, in denen ich in den Ferien jeweils die Dinge machen kann, welche sonst in meinem politischen Alltag zu kurz kommen. Ein Buch zu lesen, mich mit Freunden zu treffen oder eben einfach einmal die Seele hängen zu lassen.
Wie sieht für Sie ein perfekter Ferientag aus?
Für mich sind im Sommer jeweils die warmen, sonnigen Tage sehr wichtig. Wenn ich dann unter einer schattigen Pergola sitzen und mich mit guten Freunden unterhalten kann, ist für mich der Tag perfekt.
Als wie hoch würden Sie Ihr Energielevel beschreiben?
Wie ich schon angesprochen habe, wurden die freien Tage in diesem Jahr immer wieder mit politischen Aufgaben und Absprachen mit dem Gesamtregierungsrat unterbrochen. Dies führte dazu, dass ich nun, wie ich bereits festgestellt habe, die «Akkus» nicht ganz geladen habe.
Welche Lektüre nahmen Sie mit in die Ferien?
In diesem Jahr habe ich mich bewusst vor allem mit Unterhaltungslektüre beschäftigt, die mich in den Süden entführte. So habe ich verschiedene Krimis gelesen, welche alle in der Provence spielen.
Wenn Sie wünschen könnten: Mit welcher prominenten Person hätten Sie sich in diesen Ferien gerne mal unterhalten und wieso?
Für mich gilt ganz klar: Am liebsten unterhalte ich mich mit Personen, welche ehrlich und offen sind, ob sie nun prominent sind oder nicht. Trotzdem habe ich seit Jahren den Wunsch, einmal mit Kurt Aeschbacher zu plaudern oder den Sänger Zucchero treffen zu können.
Wofür hatten Sie in den letzten Wochen und Monaten zu wenig Zeit?
Genau für solche wunderbaren Augenblicke mit Menschen, mit denen ich mich über Gott und die Welt unterhalten kann.
Was war für Sie das bis dato wichtigste politische Geschäft in diesem Jahr?
Für mich haben jeweils alle politischen Geschäfte die gleiche Wichtigkeit.
Wenn Sie eine Art Halbjahresbilanz ziehen: Was haben Sie gut und was weniger gut gemacht?
Dieses Urteil überlasse ich sehr gerne der Bevölkerung des Kantons Bern. Je nach Sichtweise und politischer Gesinnung werden die Antworten sicher ganz anders ausfallen. Dem bin ich mir bewusst und versuche jeweils, den Weg zu finden, der mir als der richtige für den Kanton Bern erscheint.
Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spass?
Wie Sie ja diesem Interview bereits entnehmen konnten, ist mir der Kontakt zu Menschen sehr wichtig. Mein Job ermöglicht mir, mich beinahe jeden Tag mit interessanten Menschen zu treffen.
Worüber haben Sie sich 2020 am meisten geärgert?
Immer mehr Politikerinnen und Politiker akzeptieren den Entscheid der Mehrheit nicht mehr und suchen Mittel und Wege, um gefällte Beschlüsse zu hinterfragen oder umzustürzen. Das führt schlussendlich zu Verzögerungen, welche die gezielte Arbeit mehr als erschweren.
Was hat Sie am meisten gefreut?
Für mich sind es die Momente, in denen beispielsweise mir unbekannte Personen auf mich zukommen und das spontane Gespräch suchen.
Gibt es etwas, das Sie in Bezug auf das Coronavirus anders gemacht hätten als der Bundesrat?
Grundsätzlich hat der Bundesrat gute und weitsichtige Entscheide getroffen. In zwei, drei Jahren werden wir wohl alle wissen, was die zuständigen Behörden damals hätten besser machen können. Der Bundesrat musste sich aber auf das stützen, was man damals über das Coronavirus wusste – und das war leider sehr wenig.
Wie viele Reservemasken bunkern Sie zuhause?
Da ich gelegentlich den öffentlichen Verkehr für meinen Arbeitsweg benutze, habe ich natürlich einige Masken daheim. Vermehrt benutze ich aber in den letzten Tagen auch Stoffmasken.
Hatte die Pandemie für Sie auch Vorteile?
Sie glauben gar nicht, wie leer meine Agenda an den Abenden oder am Wochenende plötzlich war.
Worauf haben Sie sich nach den Sommerferien am meisten gefreut?
Da ich meinen Job grundsätzlich sehr gerne ausübe, freue ich mich in erster Linie auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Finanzdirektion.
Was bereitet Ihnen schon jetzt Kopfzerbrechen?
Als Finanzdirektorin muss ich leider auf die coronabedingten schlechten Finanzaussichten des Kantons Bern hinweisen. Die Pandemie fällt genau mit einer finanziell schwierigen Entwicklung zusammen. Wie wir diese Situation meistern wollen, wird uns allen noch viel Kopfzerbrechen bereiten.
Wem oder was könnten Sie stundenlang zuschauen?
Ich staune immer wieder über die Wunder der Natur. Hier gibt es so viel zu sehen und zu bewundern. Gleichzeitig bewundere ich die Pracht unserer Berge im Berner Oberland sehr gerne.
Wohin geht Ihre nächste Reise?
Im Moment getrauen wir uns gar nicht, grössere Ferienpläne zu schmieden, da sich die Situation rund um Corona beinahe täglich ändern kann. Noch steht im Herbst ein Kurzausflug zu Freunden in Lothringen auf dem Programm, welche vor rund drei Jahren dorthin ausgewandert sind.
Wem möchten Sie zum Schluss gerne einen Rat geben und wie lautet er?
Ich betone seit Jahren immer wieder die vier M: Man muss Menschen mögen – das möchte ich allen Leuten ans Herz legen.
Ganz ehrlich: Wie gerne haben Sie diese Fragen beantwortet?
Ich bin mir bewusst, dass es zu meiner Arbeit gehört, den Medien Auskunft zu geben, was ich eigentlich auch gerne mache.
Yves Schott