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Herr Blocher, ich habe da noch ein paar Fragen
In seinem heutigen Interview mit der NZZ wünscht sich Alt-Bundesrat Christoph Blocher ein Europa der Vaterländer. Wörtlich sagt er: Meines Erachtens wäre ein Europa richtig, wie es de Gaulle propagiert hatte: ein Europa der Vaterländer. Konkret wünscht sich Blocher, dass die EU langsam wieder aufbricht und die Nationalstaaten mehr Bewegungsraum erhalten.
Das mag ja auf den ersten Blick ganz hübsch klingen – es ergeben sich daraus aber ein paar konkrete Fragen:
Herr Blocher, was ist für Sie ein Vaterland? Unterscheiden sich «Vaterland» und «Nation»? Und was heisst das für die Schweiz?
Wie, meinen Sie, sollen die Katalanen und die Basken das Konzept «Europa der Vaterländer» interpretieren?
Was bedeutet «Europa der Vaterländer» für die Schotten, die ihr Vaterland weiterhin in der EU sehen und deshalb aus Grossbritannien austreten möchten?
Was heisst «Europa der Vaterländer» für die Zypern-Frage, wo der Norden vom «Vaterland» Türkei beherrscht wird und der Süden sich ein vereinigtes «Vaterland Zypern» wünscht?
Wie sollen aus Ihrer Sicht die Kurden den Begriff «Europa der Vaterländer» interpretieren?
Wie, glauben Sie, wird ein Konzept «Europa der Vaterländer» im Balkan wirken, wo sich nach wie vor die «Vaterländer» Serbien, Kosovo und Albanien unversöhnlich gegenüberstehen und ihrer Ansicht nach überlappen?
Was bedeutet «Europa der Vaterländer» für die Krim und für die Ukraine?
Und schliesslich: Wenn Sie von «Vaterland» sprechen – welcher Faktor ist Ihrer Meinung nach entscheidend dafür, dass ein Mensch einen Staat als Vaterland bezeichnet? Die Geburt? Der Alltag? Die Identifikation? Das Fan-Potenzial der Nationalmannschaft? Der Pass? Was bedeutet das für einen Secondo, der in der Schweiz aufgewachsen ist? Ist das Vaterland notwendigerweise ein Staat? Kann es auch eine Region sein? Kann Europa Vaterland sein?