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Inhalt:
- Paralympische Spiele: das Wichtigste in Kürze
- Eine kurze Geschichte der Paralympischen Spiele
- Paralympics: teilnehmende Sportarten
- 5 interessante Fakten zu den Paralympics
Paralympische Spiele: das Wichtigste in Kürze
Wer hat die Paralympics gegründet und welche Athleten dürfen an den Wettbewerben teilnehmen? Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen rund um die Paralympischen Spiele.
Was sind die Paralympics?
Die Paralympics sind ein sportlicher Wettbewerb, an dem Sportler mit Körperbehinderung und zu einem geringeren Prozentsatz auch mit geistiger Behinderung teilnehmen. Sie stellen das Pendant zu den Olympischen Spielen dar, an denen nicht behinderte Sportler zu Wettkämpfen antreten. Im deutschsprachigen Raum sind die Paralympics als Paralympische Spiele bekannt.
Was bedeutet „Paralympics“?
Die Benennung Paralympics wird offiziell seit den Olympischen Spielen 1988 in Korea verwendet. Davor wurden die Spiele zum Beispiel als „Olympia für Behinderte“ bezeichnet. Für die Wortzusammensetzung Paralympics gibt es unterschiedliche Erklärungen:
- paraplegic (englisch für querschnittsgelähmt) und Olympic (Olympia)
- paralysis (englisch für Lähmung) und Olympic
- para (griechisch für neben oder sich anschließend) und Olympic
Am geläufigsten ist heutzutage die Deutung als „para“ für neben den Olympischen Spielen beziehungsweise sich den Olympischen Spielen anschließend, da nicht nur Athleten mit Querschnittslähmungen an den Spielen teilnehmen.
Wann finden die Paralympischen Spiele statt?
Die Paralympics finden alle vier Jahre direkt im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele und die Olympischen Winterspiele statt. Der nächste Austragungsort ist Paris 2024. Seit den Sommerspielen 1988 in Seoul und den Winterspielen 1992 in Albertville finden die Paralympics an den gleichen Austragungsorten wie die Olympischen Spiele statt.
Wer darf an den Paralympics teilnehmen?
An den Paralympischen Spielen dürfen Athleten teilnehmen, die mindestens eine der folgenden zehn Beeinträchtigungen aufweisen:
-
1. Beeinträchtigung der Muskelkraft
2. Beeinträchtigung der passiven Beweglichkeit
3. Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen
4. Unterschiedliche Beinlängen
5. Kleinwuchs
6. Muskelhypertonie (gesteigerte Muskelspannung)
7. Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination)
8. Athetose (Bewegungsstörung mit ausfahrenden Bewegungen)
9. Beeinträchtigung der Sehfähigkeit
10. Intellektuelle Beeinträchtigung
Gehörlose und Organtransplantierte dürfen nicht an den Paralympics teilnehmen. Sie haben eigene Weltspiele, die Deaflympics und die World Transplant Games.
Geistige Behinderung bei den Paralympics: im Abseits?
Auch wenn „intellektuelle Beeinträchtigung“ offiziell als ein Merkmal gelistet wird, das eine Teilnahme an den Paralympics ermöglicht, sind Athleten mit geistigen Behinderungen stark unterrepräsentiert. Aufgrund eines Skandals bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, bei dem die Athleten des spanischen Basketballteams ihre geistige Beeinträchtigung vortäuschten, waren Sportler mit geistiger Behinderung rund 12 Jahre von den Paralympics ausgeschlossen. 2012 wurden bei den Spielen in London wieder drei Sportarten für geistig behinderte Athleten geöffnet: Leichtathletik, Schwimmen und Tischtennis. Doch noch immer machen Sportler mit geistiger Behinderung einen geringen Prozentsatz an den teilnehmenden Athleten aus. Auch die Klassifizierung ist wenig individuell: als geistig beeinträchtigt gelten alle Sportler, die einen IQ unter 75 haben.
Paralympics-Klassifizierung und „Klassifizierungsdoping“
Sportler, die an Wettbewerben im Behindertensport teilnehmen wollen, müssen sich auf nationaler und internationaler Ebene für ihren Sport klassifizieren lassen und erhalten eine Startklasse sowie einen Status. Für die Teilnahme an einem Wettbewerb des jeweiligen Sports müssen die Sportler die Mindestkriterien für die Zulassung erfüllen und werden über ein Punktesystem in eine Startklasse eingeteilt. In der Leichtathletik gibt es zum Beispiel 50 Startklassen.
Diese Klassifizierung steht immer wieder in der Kritik. Bei den Paralympics in China 2022 entbrannte abermals ein Streit um das sogenannte Klassifizierungsdoping, bei dem Athleten mit Teillähmungen zum Beispiel in eine Klasse mit stärker eingeschränkten Sportlern eingeteilt werden und so einen Vorteile haben können. Auch die Klassifizierung für geistige Behinderung ist weiter umstritten, da sie international sehr unterschiedlich gehandhabt wird.
SWR Sport hat das Thema Klassifizierung im Para Sport näher beleuchtet:
Eine kurze Geschichte der Paralympischen Spiele
1948 fanden in Aylesbury (England) die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer, die Stoke Mandeville Games, statt. Sie wurden am selben Tag wie die Olympischen Spiele von London ausgetragen. Gründer war der deutsch-britische Neurologe Sir Ludwig Guttmann, der einen Sportwettbewerb für Kriegsversehrte austragen wollte.
Die ersten „Weltspiele der Gelähmten“
1960 wurden die neunten Stoke Mandeville Games als erste „Weltspiele der Gelähmten“ in Rom ausgetragen, wenige Wochen nach den Olympischen Spielen von Rom und mit ähnlichen Wettkämpfen. Es nahmen 400 Athleten, alles Rollstuhlfahrer, aus 21 Nationen teil. Diese Spiele gelten als die ersten offiziellen Paralympics, auch wenn es noch bis 1988 dauerte, dass sie auch so bezeichnet wurden.
1976 starteten bei den fünften Paralympischen Spielen in Toronto erstmals auch Sehbehinderte und Amputierte. Seitdem haben sich die Paralympics für immer mehr Behinderungsgruppen geöffnet und ziehen größere Mengen an Athleten und Zuschauern an.
Im folgenden Video können Sie Bilder der ersten „Paralympics“ 1960 sehen:
Paralympics heute
Von den 1970ern in die 2020er: Die Paralympics haben sich heute als eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Veranstaltung im Behindertensport etabliert. Doch wie in den Jahrzehnten zuvor werden sich die Paralympischen Spiele auch zukünftig verändern (müssen).
Ein besonders interessantes Themen ist die Förderung und Anerkennung von Behindertensport, die in Deutschland noch ausbaufähig ist, wie diese Kommentare von Holger Gerska und DW-Redakteurin Melanie Last anschaulich machen. Auch bei den Para Sportarten könnte es Veränderungen geben. Moderne Action-Sportarten, die schon bei den Olympischen Spielen ausgetragen werden, sind bisher nicht Teil der Paralympics, wie zum Beispiel Skateboarden oder Surfen.
Paralympics: teilnehmende Sportarten
Rund 28 Sportarten nehmen aktuell (Stand 2022) bei den Paralympischen Spielen teil, 22 davon bei den Sommerspielen und sechs bei den Winterspielen. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Sportarten aus dem Programm genommen, wie 2016 Segeln, oder es werden neue Sportarten mit in den Wettkampf aufgenommen, wie Para Badminton 2020.
Sportarten bei den Paralympische Sommerspielen
Die folgenden Sportarten sind Teil der Paralympischen Sommerspiele (Stand 2022):
- Para Bogenschießen
- Para Leichtathletik
- Para Boccia
- Para Radsport
- Para Dressursport
- 5er Fußball
- Goalball
- Para Judo
- Para Taekwondo
- Para Gewichtheben
- Para Kanu
- Para Rudern
- Para Sportschießen
- Para Schwimmen
- Para Badminton
- Para Tischtennis
- Para Triathlon
- Sitzvolleyball
- Rollstuhlbasketball
- Rollstuhlfechten
- Rollstuhlrugby
- Rollstuhltennis
Para Bogenschießen
Bogenschießen gehört zu einer der ältesten Para Sportarten und ist seit 1960 ein paralympischer Sport. Kein Wunder, denn das Bogenschießen wird schon lange als Rehabilitationssport ausgeübt, besonders von Rollstuhlfahrern. Das Regelwerk ist fast identisch mit dem des internationalen Bogensports.
Im folgenden Video wird der paralympische Bogenschütze Matt Stutzman porträtiert:
Para Leichtathletik
Die Leichtathletik ist ebenfalls schon seit 1960 Bestandteil der Paralympics. Die Wettkämpfe ähneln denen der Olympischen Spiele. Nicht vertreten sind:
- Gehwettbewerbe
- Hürden- und Hindernisläufe
- Stabhochsprung
- Mehrkämpfe
Statt dem Hammerwurf wird der Keulenwurf ausgetragen. Die Sportler werden in unterschiedliche Startklassen eingeteilt, in denen auch Hilfsmittel zugelassen sind, wie spezielle Prothesen. Blinde Sportler setzen einen Guide (Führer), der mittläuft, oder einen Caller (Zurufer), der akustische Signale gibt, ein.
Im Video von Team Deutschand Paralympics wird Para Leichtathletik vorgestellt:
Para Boccia
Boccia ist seit 1984 paralympisch. Die Sportler treten in vier Klassen an. Der Sport, bei dem ein Lederball so nah wie möglich an eine weiße Kugel geworfen werden muss, ist keine olympische Sportart.
Im Video der Paralympic Games wird Boccia genauer erklärt:
Para Radsport
Der Straßen-Radsport ist seit 1984 eine paralympische Disziplin. Der Bahn-Radsport folgte 12 Jahre später, im Jahr 1996. Da die Auswahl der Räder sehr groß ist (Zwei- und Dreiräder, Handbikes sowie Tandems) bietet der Para Radsport vielen unterschiedlichen Athleten die Möglichkeit, den Sport auszuüben. Voraussetzung ist, dass die Sportler entweder die obere oder die untere Körperhälfte bewegen können.
Im folgenden Video wird der Para Radsport näher vorgestellt:
Para Dressursport
Dressursport ist seit 1996 Teil des paralympischen Programms. Es ist die einzige Disziplin aus dem Reitsport, die bei den Paralympics ausgetragen wird. Fehlen den Athleten bestimmte Körperteile, können diese durch Prothesen ersetzt werden, um die Kommunikation mit dem Pferd zu ermöglichen. Athleten mit geistiger Behinderung sind vom Para Dressursport ausgeschlossen.
Die Hessenschau hat die Para Dressurreiterinnen Angelika Trabert und Claudia Schmidt besucht und interviewt:
5er Fußball
5er Fußball ist eine Blinden-Sportart, die seit 2004 zum paralympischen Programm gehört. Beim 5er Fußball besteht eine Mannschaft aus fünf blinden Sportlern und einem sehenden Torwart. Hinter dem Tor ist ein Guide aufgestellt, der Zurufe gibt. Der Ball enthält Rasseln, die bei Bewegung Geräusche machen. Die Sportler haben eine Sehschwäche oder sind blind. Aufgrund der Chancengleichheit müssen sie eine lichtundurchlässige Brille tragen.
Sehen Sie hier, wie Blindenfußball funktioniert:
Goalball
1976 wurde Goalball zur paralympischen Disziplin für Männer. Seit 1984 treten auch Frauen im Goalball an. Die Sportart wurde schon nach dem Zweiten Weltkrieg von blinden Kriegsversehrten entwickelt. Goalball ist nicht Teil der Olympischen Spiele. Wie auch beim 5er Fußball tragen alle Sportler lichtundurchlässige Brillen.
Im folgenden Video von Team Deutschland Paralympics wird die Sportart erklärt:
Para Judo
Judo ist seit 1988 paralympisch. Teilnehmen dürfen sehbehinderte und blinde Judoka. Das Regelwerk richtet sich nach dem des Internationalen Judoverbandes. Der einzige Unterschied zur Austragung bei den Olympischen Spielen besteht darin, dass sich die Sportler vor Wettkampfbeginn berühren dürfen, damit sie sich besser orientieren können.
Hier können Sie die Top-Momente der Para Judo-Wettkämpfe bis zu den Sommerspielen 2020 sehen:
Para Taekwondo
Taekwondo wurde 2020 paralympisch. Die körperbehinderten Athleten treten in drei unterschiedlichen Gewichtsklassen an. Seh- und geistig behinderte Sportler nehmen nicht an den Taekwondo-Wettkämpfen teil.
Im folgenden Video werden die Taekwondo-Highlights der Paralympischen Spiele 2020 gezeigt:
Para Gewichtheben
Seit 1964 ist Gewichtheben paralympisch. Der Sport durfte jedoch anfangs nur von Menschen mit Rückenmarksschädigung ausgeübt werden. Seit 1992 dürfen alle Athleten mit Körperbehinderungen teilnehmen. 2020 durften erstmals Frauen im Para Gewichtheben antreten.
Im Video von Team Deutschland Paralympics wird Para Gewichtheben vorgestellt:
Para Kanu
Para Kanu ist erst seit 2016 eine Paralympics-Sportart. Die Athleten starten in drei Klassen und die Wettkämpfe finden auf Bahnen über 200 Meter statt.
Para Kanute Tom Kierey stellt Para Kanu vor:
Para Rudern
Seit 2008 ist Rudern paralympisch. Die Disziplin wird auch als „angepasstes Rudern“ bezeichnet, da die Ausrüstung auf die körperlichen Voraussetzungen der Sportler angepasst ist. Die Wettkämpfe werden in drei Bootsklassen ausgeführt:
- Frauen/Herren
- Mixed-Doppelzweier
- Mixed-Riemenvierer mit Steuermann
Paralympics-Teilnehmerin Sylvia Pille-Steppat zeigt Ihnen, wie Para Rudern funktioniert:
Para Sportschießen
Sportschießen wird seit 1976 bei den Paralympics ausgeübt. Das Regelwerk ist identisch mit dem des Internationalen Schießsport-Verbandes (ISSF). An den Wettkämpfen des Schießsports dürfen alle körperlich behinderten Athleten teilnehmen.
Im Video der Sportschau wird der Para Sportschütze Tim Focken, der 2020 an den Paralympics teilnahm, porträtiert:
Para Schwimmen
Das Schwimmen ist ein Urgestein unter den paralympischen Disziplinen und gehört seit 1960 zu den Paralympics. Die Sportart wird nach den Regeln des Internationalen Schwimmsport-Verbandes (FINA) ausgeübt und steht allen Athleten mit Behinderungen offen. In zwei Punkten unterscheidet sich das paralympische Schwimmen vom olympischen Schwimmen:
- 1. Blinde Schwimmer haben Assistenten, die die Sportler vor einer Wende mit einem langen Stab am Kopf berühren.
- 2. Es dürfen verschiedene Starts ausgeführt werden, wie zum Beispiel der Start aus dem Wasser.
Im Video wird der sehbehinderte Schwimmer Taliso Engel vorgestellt, der Gold bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio geholt hat:
Para Badminton
Badminton wurde erstmals 2020 bei den Paralympics in Tokio in das paralympische Programm aufgenommen. Beim Para Badminton treten Athleten mit unterschiedlichen körperlichen Behinderungen gegeneinander am. Die Regeln sind identisch mit denen der olympischen Wettkämpfe, nur die Feldgröße wird individuell angepasst.
Im folgenden Video von Team Deutschland Paralympics wird Para Badminton erklärt:
Para Tischtennis
Tischtennis ist schon seit 1960 Teil der Paralympics. Neben Athleten mit unterschiedlichen körperlichen Behinderungen dürfen seit 2012 auch Sportler mit geistiger Behinderung an Wettkämpfen teilnehmen. Das Regelwerk ist bis auf wenige Ausnahmen für Rollstuhlfahrer identisch mit dem der Olympischen Spiele.
Im Video von handicapsporttv lernen Sie Para Tischtennis näher kennen:
Para Triathlon
Der Sport, bei dem drei Sportarten in einem Wettbewerb ausgeführt werden, ist seit 2016 paralympisch. Die 750 Meter schwimmen, 20 Kilometer Rad fahren und 5 Kilometer laufen werden nach den Regeln der International Triathlon Union (ITU) ausgeführt.
Das Video der Paralympic Games zeigt die Triathlon-Highlights der Paralympics 2020:
Sitzvolleyball
Sitzvolleyball ist seit 1980 paralympisch. Teilnehmende Athleten haben meistens Behinderungen an der unteren Körperhälfte, es dürfen jedoch auch Sportler antreten, die Einschränkungen an den Armen haben. Netzhöhe und Spielfeldgröße sind geringer als bei den Olympischen Spielen, das Regelwerk ist jedoch identisch. Auch beim Sitzvolleyball treten Mannschaften von sechs Sportlern gegeneinander an, mit dem Ziel, den Ball auf den Boden des gegnerischen Spielfelds zu spielen.
Tipp:
Im folgenden Video werden die Regeln von Sitzvolleyball erklärt:
Rollstuhlbasketball
Schon seit 1960 ist Rollstuhlbasketball Teil des Paralympischen Programms. Spielfeldgröße, Spielzeit und die meisten Regeln sind identisch mit den Olympischen Spielen.
In unserem Magazin-Artikel „Rollstuhlbasketball: Korbjagd auf fünf Rädern“ verraten wir Ihnen alles Wichtige zu den Regeln, der Klassifizierung und der Geschichte des Sports. Und in unserem Shop finden Sie die passenden Basketballtrikots für Ihr (Para) Basketballteam.
Hier sehen Sie die Highlights des Rollstuhlbasketballs bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio:
Rollstuhlfechten
Rollstuhlfechten ist wie auch Rollstuhlbasketball schon seit 1960 paralympisch. Der Sport wird statisch ausgetragen. Das bedeutet, dass die Rollstühle der Athleten am Boden befestigt sind. Die Sportler können in drei Waffengattungen antreten: Degen, Florett und Säbel.
Wie Rollstuhlfechten funktioniert, sehen Sie hier:
Rollstuhlrugby
Rollstuhlrugby wurde 1977 in Canada von Tetraplegikern (eine Form der Querschnittslähmung) erfunden. Bis der Sport, der damals noch den Namen „Murderball“ trug, paralympisch wurde, dauerte es noch 23 Jahre. Seit 2000 werden Wettkämpfe im Rollstuhlrugby bei den Paralympics ausgetragen, wobei jeweils vier Spieler pro Mannschaft gegeneinander antreten. Der Sport steht allen Sportlern offen, die Einschränkungen an ihren Extremitäten haben.
Im Video von Team Deutschland Paralympics wird der Para Sport Rollstuhlrugby vorgestellt:
Rollstuhltennis
Seit 1992 ist Rollstuhltennis paralympisch. Teilnehmen dürfen Athleten mit Behinderungen der unteren Extremitäten. Das Spiel richtet sich nach den Richtlinien des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF). Beim Rollstuhltennis darf der Ball jedoch zweimal auf dem Feld aufkommen.
Wie Rollstuhltennis funktioniert, können Sie im folgenden Video sehen:
Sportarten bei den Paralympische Winterspielen
Bei den Paralympischen Winterspielen können Athleten in den folgenden Sportarten antreten (Stand 2022):
Sehen Sie hier Eindrücke der letzten Paralympischen Winterspiele 2022 in Peking:
Para Ski Alpin
Ski Alpin gehört seit den Paralympics 1976 zum Wettkampfprogramm. Neben Athleten mit Körperbehinderungen treten auch Sportler mit Sehbehinderungen an. Athleten, die einen Rollstuhl nutzen, üben den Sport mit einem Mono- oder Bi-Ski aus. Folgende Disziplinen gehören zum Para Ski Alpin: Abfahrt, Super-G, Super-Kombination, Slalom und Riesenslalom.
Im Video wird die Sportart Para Ski Alpin vorgestellt:
Para Ski nordisch
Zum Ski nordisch zählen Para Ski Langlauf und Para Biathlon. Para Langlauf ist seit 1976 paralympisch, Para Biathlon gehört seit 1988 zum Wettkampfprogramm der Paralympics.
Wie Para Ski nordisch funktioniert, sehen Sie hier:
Para Eishockey
Para Eishockey, auch als Schlitteneishockey bezeichnet, ist seit 1994 paralympisch. Die Athleten haben Behinderungen der unteren Extremitäten und nutzen zur Bewegung auf dem Eis einen speziellen Schlitten, gesteuert durch zwei mit Spikes versehene Schläger.
Lernen Sie Para Eishockey genauer kennen:
Rollstuhlcurling
Beim Rollstuhlcurling, das 2006 paralympisch wurde, treten vier Spieler pro Team gegeneinander an. Teilnehmen dürfen Athleten, die Einschränkungen der unteren Extremitäten haben. Im Gegensatz zum olympischen Curling wird der Boden vor dem Stein nicht gewischt.
Im folgenden Video wird Rollstuhlcurling erklärt:
Para Snowboarding
Snowboarding ist erst seit 2014 paralympisch. Es treten Menschen mit Behinderungen der oberen und unteren Extremitäten in zwei Wettkämpfen (Snowboardcross und Banked Slalom) gegeneinander an. Dabei fahren sie gegen die Zeit.
Erfahren Sie mehr über Para Snowboard:
5 interessante Fakten zu den Paralympics
Von der erfolgreichsten zur ältesten Sportlerin – zum Abschluss gibt es noch fünf interessante Fakten zu den Paralympischen Spielen:
- Erfolgreichste Para Sportlerin ist die US-amerikanische Schwimmerin Trischa Zorn, die von 1980 bis 2004 aktiv war. Sie hat im Laufe ihrer Karriere 41 Gold-, neun Silber- und fünf Bronzemedaillen gewonnen.
- Einziger Sportler, der eine Medaille bei den Olympischen Spielen und den Paralympics gewonnen hat: Der Ungar Pal Szekeres gewann Bronze für Fechten bei den Olympischen Spielen 1988. Nach einem Busunfall gewann er Gold im Rollstuhlfechten bei den Paralympics in Barcelona 1992.
- Die älteste Sportlerin, die jemals an den Paralympics teilgenommen hat, war Libby Kosmala. Sie trat mit 74 Jahren in Rio 2016 beim Sportschießen an.
- Keine Sportart mehr: Dartchery, eine Mischung aus Dart und Bogenschießen, war Teil der ersten Paralympics 1960.
- Ewiger Para Medaillenspiegel (Stand 2022): Deutschland liegt auf Platz 3, Großbritannien auf Platz 2 und die USA auf Platz 1.
Paralympics: Sport kennt keine Grenzen
Seit den ersten Paralympischen Spielen 1960 mit weniger Sportarten und Zuschauern, haben sich die Paralympics zu einem weltweit anerkannten und wichtigen Wettbewerb im Para Sport entwickelt. Alle zwei Jahre machen sie deutlich, dass sportliche Höchstleistung trotz oder gerade mit einer Behinderung möglich ist. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre Paralympics und die eine oder andere neue Sportart. Wenn Sie sich für weitere Themen rund um Sportgeschichte, Wettkämpfe und den Para Sport interessieren, dann empfehlen wir Ihnen folgende Artikel aus unserem Magazin:
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