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Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Grossbritannien
27 November 2021
Die Beziehung zwischen der Schweiz und Grossbritannien hatte ihre Blütezeit im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert und endete mit Churchills berühmter Rede und seinem Aufenthalt in Zürich im Jahr 1946.
Ironischerweise konzentrierte sich die aus 13 Kantonen bestehende Eidgenossenschaft bis zum Einmarsch der Franzosen 1798 auf den Ewigen Frieden mit Frankreich.
Nach der verheerenden Niederlage der Eidgenossen bei Marignano (1515) gegen den französischen König schloss der König 1516 einen attraktiven Frieden für und mit der Eidgenossenschaft, den Ewigen Frieden.
Dieser Vertrag wurde 1777, am Vorabend der Französischen Revolution (1789), sogar ratifiziert. In jenem Jahr hatte die Schweiz in den angelsächsischen Ländern aber bereits seit langem Kultstatus. Zahlreiche Schriftsteller, Historiker, Reisende, Politiker, Diplomaten und Kaufleute lobten das politische System, die Organisation des Staates und das Funktionieren der Eidgenossenschaft in den 13 Republiken.
Ganz ohne Kritik kam die Schweiz allerdings nicht aus, so zum Beispiel im Bezug auf die Besatzung/Eroberung von Aargau, Thurgau und Waadt. Edward Gibbon, Charles Dickens, Conan Doyle, John Ruskin, William Turner, Mark Twain, Thomas Cook und Lord Byron stellen nur einige berühmte Schriftsteller und Reisende dar.
Diese Aufmerksamkeit ging Hand in Hand mit der zunehmenden Aufmerksamkeit und Idealisierung der Natur und der beeindruckenden Berglandschaften. Schliesslich war es auch die Zeit von Jean-Jacques Rousseau, der sich lange Zeit in der Schweiz aufhielt.
Vor allem britische und amerikanische Schriftsteller hatten grosse Bewunderung für die politische Organisation und die Funktionsweise der Eidgenossenschaft. Diese Anerkennung und Bewunderung beruhte im Übrigen auf Gegenseitigkeit.
Die Schweiz übernahm 1848 wichtige Teile der amerikanischen Verfassung von 1787 und England war für die Schweiz „eine in eine monarchistische Decke gehüllte demokratische Republik“.
Genf war sogar zwei Jahrhunderte lang eine Art Wallfahrtsort wegen seiner Calvin-Akademie. Vor allem nach der Glorious Revolution von 1688 in England war Genf bis zur Französischen Revolution 1789 ein Ziel für die Grand Tour und englische Intellektuelle.
Der erste Beitrag über Genf erschien 1761 von George Keate „A Short account of the Republic of Geneva“. Viele würden folgen. Edmund Burke hingegen war von Bern begeistert, ebenso wie u.a. David Hume, Alexis de Toqueville und De Montesquieu.
Nach den Napoleonischen Kriegen, der neuen Eidgenossenschaft von 22 Kantonen im Jahre 1815 und der neuen Verfassung von 1848, der Grundlage der heutigen Schweiz, sollte sich die angelsächsische Aufmerksamkeit auf den touristischen Aspekt der Schweiz, die technologische Entwicklung des Landes und den Handel konzentrieren.
Englische Ingenieure spielten beispielsweise eine wichtige Rolle beim Bau des Schweizer Eisenbahnnetzes. Auch die zahlreichen Grand Hotels zeugen noch heute von der Blütezeit des (englischen) Tourismus, und der Export und Import von Waren aus angelsächsischen Ländern nahm enorm zu.
In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die heutigen grossen Handelsströme zwischen den angelsächsischen Ländern und der Schweiz gelegt.
Grossbritannien wurde zu einer grossen Stütze und Zuflucht während und nach Napoleon (Wiener Kongress, Sonderbundskrieg von 1847 und die preussischen Ansprüche auf Neuenburg im Jahr 1856).
Der erste ernsthafte Test in der uralten Beziehung ist der Bauernkrieg in Südafrika (1900-1902). Zwei Weltkriege später spielt die Schweiz in der Wahrnehmung und Erfahrung der angelsächsischen öffentlichen Meinung keine wesentliche Rolle mehr.