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Johnny Tapia gestorben
29.05.2012 21:14 Uhr
28.05.2012 - Der ehemalige Weltmeister in drei Gewichtsklassen, Johnny Tapia (45), ist von Polizeibeamten tot in seiner Wohnung in Albuquerque (New Mexico) aufgefunden worden. Derzeit deutet nichts auf ein Fremdverschulden hin.
Tapias Leben außerhalb des Rings war von zahlreichen Tragödien geprägt: seine Mutter wurde ermordet, als Tapia gerade mal acht Jahre alt war, sein Vater starb bereits von Tapias Geburt. Während eines Großteils seines Lebens hatte Tapia immer wieder mit psychischen Problemen zu kämpfen, die ihn des Öfteren auch zu Drogen greifen ließen. Vier Mal war Tapia nach Überdosen bereits für klinisch tot erklärt worden, zuletzt im März 2007. Sein Schwager und sein Neffe, die ihn im Krankenhaus besuchen wollten, kamen bei einem Verkehrsunfall auf den Weg dorthin ums Leben.
“Mi vida Loca” hatte Tapia in großen Buchstaben auf seinen Oberkörper tätowiert, und sein verrücktes Leben spiegelte sich auch zweifellos in seiner Persönlichkeit im Ring wider. Unvergessen ist seine Ringschlacht von 1999 gegen Paulie Ayala, die vom Ring Magazine zum “Fight of the Year” gekürt wurde.
Seinen ersten WM-Titel (damals im Superfliegengewicht) konnte Tapia im 1994 gegen Henry Martinez holen, nach zahlreichen Titelverteidigungen folgte dann 1997 die Titelvereinigung gegen den Lokalrivalen Danny Romero. 1998 gewann Tapia gegen Nana Yaw Konadu den WBA-Titel im Bantamgewicht, nach der Niederlage gegen Ayala konnte Tapia den WBO-Titel gegen Jorge Eliecer Julio gewinnen. Nach dem verlorenen Rematch gegen Ayala wechselte Tapia gleich um zwei Gewichtsklassen nach oben, wo er IBF-Federgewichts-Champion Manuel Medina schlagen konnte.
Seit der klaren Niederlage gegen Marco Antonio Barrera (2002) ging es mit Tapias Karriere langsam aber stetig bergab. Zwischen 2003 und 2011 kämpfte Tapia nur mehr sporadisch, zuletzt stand er im Juni 2011 im Ring, wo er den Journeyman Mauricio Pastrana nach Punkten besiegen konnte. In seiner 23 Jahre dauernden Profikarriere konnte Tapia 59 seiner 66 Kämpfe gewinnen (fünf Niederlagen, zwei Unentschieden). Durch seinen Tod verliert der Boxsport eine seiner schillerndsten und gleichzeitig tragischsten Figuren.