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Der Bau von Schutzbauten war nicht nur für die kämpfende Truppe üblich, sondern hatte auch bei der Luftwaffe einen sehr hohen Stellenwert. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche
Flugfelder und ganze Flugplätze in den Bergtälern des Reduits erstellt. Der Flugplatz Mollis war auch einer jener Flugplätze.

Im Jahre 1936 schloss die Armee einen Pachtvertrag über 16.5 ha Land in Mollis. Es wurde eine Zufahrtsstrasse errichtet, Planierungsarbeiten abgeschlossen und im selben Jahr fand der erste
WK einer Fl Kp auf der Graspiste von Mollis statt. Im folgenden Jahr wurde ein Hangar erstellt und eine 900 Meter lange Graspiste errichtet. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die
Fliegerstaffel 20 - mit 9 Beobachterflugzeugen des Typs C35 - in Mollis stationiert. Diese Fliegerstaffel blieb bis 1999 dem Flugplatz Mollis - mit wechselnden Flugzeugtypen (40-48 Morane,
49-55 Mustang, 58-78 Venom, 79-93 Hunter, 94-99 Tiger) - treu.
Während des zweiten Weltkriegs fanden rege Bautätigkeiten statt. So wurde 1942 die Graspiste auf 1100 Meter verlängert und 1943 eine Hartbelagspiste von 900 Meter Länge und 40 Meter Breite
errichtet. Ebenso wurden 3 Flugzeugunterstände U-43 und 4 Retablierungsunterstände gebaut. 1944 kamen zwei Kommandobaracken dazu und 1945 noch eine zusätzliche Kommando- und Funkbaracke.
Nach dem Krieg wurde die Piste nochmals verlängert und in den frühen 1950er Jahren wurde das Flugplatzareal in den Besitz des Bundes übernommen. 1955 wurde der letzte WK der Fl St 20 mit P-51
Mustang Flugzeugen durchgeführt. Für das nun aufkommende Jet-Zeitalter wurde 1957 der Flugplatz Mollis wieder ausgebaut. Die Hartbelagpiste wurde auf 1900 Meter verlängert, eine Flugdienstkanzel
oben im Berg wurde errichtet, und es wurden 2 Flugzeugauffanganlagen errichtet. 1958 fand dann der erste WK mit DH-112 Venom-Jetflugzeugen auf dem Flugplatz Mollis statt. 1959 wurde dann doch
noch angefangen, Löcher in den Fels zu sprengen. Dies jedoch nicht für die Flugzeuge selber, sondern für eine Fels-Untertankanlage. 1964 wurde einer weiterer Stollen, dieses Mal für das KP,
in den Felsen gesprengt.
Am Flugplatz Mollis wurden - im Gegensatz zu 6 anderen Flugfeldern im Reduit - keine Felskavernen für die Flugzeuge gebaut. Der Schutz der Flugzeuge war daher im Vergleich zu anderen
Gebirgsflugplätzen eher bescheiden und die Flugzeuge mussten sich mit betonierten Unterständen begnügen. Ab 1969 wurden die drei bestehenden U-43 Unterstände umgebaut zu U-43/68 Unterständen.
Bis 1973 wurden zwei neue Unterstände U-69 errichtet und 1979 kam nochmals ein neuer Unterstand U-72 dazu. Ein U-72 bot Sicherheit gegen 3 bar Druck von aussen, war weitgehend autark, verfügte über
eine Notstromgruppe und bot Unterkunft für 4 Flugzeuge und 30 Mann Besatzung (ein Fliegerzug).
Für die Truppe wurden im Laufe der Jahre einige ASU in der Umgebung des Flugplatzes errichtet. Diese waren die einzige geschützte Unterkunft, bis 1980 die unterirdische Truppenunterkunft TRUFF errichtet
wurde.
Die Fl St 20 hat in der Zwischenzeit ihren Flugzeugtyp wieder gewechselt und flog den Hunter. In den Jahren 1977 und 1985 führte diese Fliegerstaffel auf dem Autobahnabschnitt N3 bei Flums Start- und
Landeübungen durch. 1994 wurde dann der F-5E Tiger bei der Fl St 20 eingeführt. Im Oktober 1999 fand dann der letzte WK auf dem Flugplatz Mollis mit Jetflugzeugen statt. Vom Jahre 2000 bis 2007 waren
nur noch Hubschrauber der LT Abt 3, resp. des LT Bat 3 in Mollis stationiert. Vom 10. Januar bis 3. Februar 2007 fand der letzte WK mit Allouette III und SP/Cougar statt. Dies war denn auch der letzte
WK der Fliegertruppe auf dem Flugplatz Mollis.
Seit 01.01.2008 wurde der Flugplatz Mollis aus dem Inventar der Armee gestrichen und wird nun von einem privaten Verein, welcher den umliegenden Gemeinden gehört, als ziviler Flugplatz geführt.

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