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Das grosse Gewässer, welches ehemals von Gontenschwil weit herab durchs Kulmerthal zur Aargegend gereicht haben soll, wird Gondelisee geheißen. Ein Burgvogt soll Quecksilber hineingegossen und es so trocken gelegt haben. Nach andern Berichten führte ein Graf dieses Landstriches mit der angeblichen Stadt Hegnau (vergl. No. 52 Dornstrauch zu Oberkulm) Krieg, die man ebenfalls in das Thal versetzt. Da er sie nicht erobern konnte, so mussten seine sieben starken Söhne dem See einen Durchbruch graben und dadurch die Stadt ersäufen. Von ihr blieb nichts übrig, als das hier noch zahlreiche Geschlecht der Hegnauer, mit denen jedoch die gleichfalls vorkommenden Hagnauer nicht zu verwechseln sind, die von einem elsässischen Schlosse ihren Namen ableiten.
An dem hier gelegenen Seeberge fand man vor Jahren einen eisernen Ring in die Felsen eingetrieben; an ihm sollen die Sennen ihr Vieh, wenn sie es im See tränkten, und die Schiffer ihre Kähne angebunden haben. Die Berghöhe heisst Seblihügel; von da habe der Leuchtthurm über den See hingeschaut.
Gleichen Ursprung giebt sich der Weiler Seeberg, der gegen Wyl hin liegt und zum Dorfe Leimbach gehört. Letzteres nennt auch eine seiner Häuserreihen die Seegasse, wie das noch höher gelegene Dorf Menzikon eine Wassergasse hat und einen Dorftheil, der die Arche heisst.
Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 6
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.