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Der Kinderarzt Dr. Friederichs (Heiligenstadt BRD) hat in einer Pilot-Studie nachgewiesen, dass bei AD(H)S (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, teilweise mit Hyperaktivität) die Verordnung von Methylphenidat (Ritalin) auf einen Viertel der üblichen Dosis reduziert werden kann, wenn nach MKH verordnete Prismenbrillen getragen werden.
Im Weiteren sind sich die Symptome des sogenanntem AD(H)S und einer erheblichen Winkelfehlsichtigkeit (assoziierten Heterophorie) einander sehr ähnlich. Dies wäre interessant für weitere wissenschaftliche Abklärungen.
Ein paradigmatisches Fallbeispiel findet sich hier.
Die Messung der WF stellt bei AD(H)S unter medikamentöser Behandlung gewisse Probleme, da die verwendeten Substanzen wie Methylphenidat oder Atomoxetin sympatomimetisch wirken, d.h. unter anderem den Muskeltonus der äusseren Augenmuskeln verstärkend. Diesen versucht ja die Messung nach MKH abzubauen. Es ist also schwieriger, eine vollständige Entspannung des Augenmuskeltonus zu erreichen, wenn solche Medikamente eingenommen werden. Es besteht immer die Tendenz, vor allem bei Untersuchern mit wenig Erfahrung, "zu geringe" Winkel zu messen, oder die Messung kann bei überschiessendem Muskeltonus widersprüchlich werden. Im Zweifelsfall müssen deshalb diese (sympatomimetischen) Medikamente vor der Messung abgesetzt werden.
Die Tatsache, dass Methylphenidat (Ritalin) wie auch ähnliche Medikamente einen günstigen Effekt auf die Lese/Schreibstörungen haben, lässt sich wahrscheinlich in ähnlicher Weise dadurch erklären, dass es als adrenerge Substanz auch die Augenmuskeln stärkt, solange es wirkt, also eine Art "Augenmuskeldoping".