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Da wir unseren Heimflug erst fĂĽr den Abend geplant hatten, blieb uns nochmals fast ein ganzer Tag, fĂĽr weitere Besuche und Besichtigungen in Wien.
Vielleicht ist es ja unüblich, erst am letzten Tag eines Städtebesuches eine Stadtrundfahrt zu machen. Doch im Nachhinein muss ich sagen, dass viele unserer Eindrücke bestätigt wurden, ein paar Beobachtungen haben jetzt auch Erklärungen erhalten und trotzdem haben wir noch genügend Neues während der Busfahrt gesehen.
Vielleicht zuerst zu den Erklärungen: KĂĽrzlich habe ich geschrieben, Wien habe eine vergleichsweise flache Skyline, nur unterbrochen durch eine Unzahl von KirchtĂĽrmen. So mag dieser Eindruck wohl daher kommen, dass die Habsburger ganz bestimmte Bauvorschriften hatten, die es zum Beispiel nicht zuliessen, dass „private“ Gebäude mehr Stockwerke aufwiesen als diejenigen der Habsburger. Die Vorschriften gingen sogar noch weiter, indem auch Länge und Breite der Häuser die Kubatur von habsburgerischen Häusern nicht ĂĽberschreiten durften. Sogar der Baustiel musste eher dem Barock entsprechen. NatĂĽrlich gab es, vor allem nach Siegen oder sonstwie eroberten Gebieten immer wieder Phasen, in denen auch andere Baustiele, wenigstens fĂĽr kurze Zeit, akzeptiert wurden.
Eine weitere Ergänzung habe ich bezĂĽglich des Praters erhalten: Die Abstammung des Wortes „Prater“ sei nicht restlos geklärt. Es könnte spanischen oder italienischen Ursprungs sein, was in beiden Fällen soviel wie Platz bedeuten solle. Es könnte aber auch österreichischen Ursprungs sein, und damit eher einen Zusammenhang mit Bräteln, also Grillieren, in weitestem Sinne als auch ein Festplatz sein. Diese Version wĂĽrde auch die frĂĽheren Zwecke des Praters unterstĂĽtzen. Dazu muss man wissen, dass der heutige VergnĂĽgungspark nur in einem ganz kleinen Teil des Praters steht. Der Prater war zur habsburgischen Zeit eine riesige Auenlandschaft, durchzogen von vielen Armen der Donau. Er diente dem damaligen Adelsgeschlecht vor allem der Jagd und der Fischerei.
Die Stadtrundfahrt führte uns nach den grossen und geschichtlich wichtigen Gebäuden wie Hofburg, Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum, dem Rathaus, dem Parlament, dem Burgtheater und der Börse unter anderem auch an das Unterwasser-Krawina-Haus. Dort wurden wir für einen kurzen Fotohalt aus dem Bus gekippt.
Die Aufnahmen waren bald gemacht. Vielleicht etwas verwähnt durch die bisherigen Tage und der vielen „imperialen“ EindrĂĽcke von Gebäuden, war ich persönlich von dieser Häuserzeile mindestens ein klein wenig enttäuscht. Hätte mir da eine schönere, frischere Präsentation gewĂĽnscht. Ich hatte jedenfalls einen deutlich besseren und saubereren Eindruck der Arbeiten von Friedensreich Unterwasser.
Anschliessend fuhr der Bus noch auf die Donau-Insel, hinüber in das Neue Wien. Neue Wohnideen mit Blöcken bestehend aus Appartements und Büroräumlichkeiten auf engstem Raum, Uno-City und der Donauturm, das mit 252 Metern und drehbarem Restaurant an der Spitze das höchste Gebäude der Stadt.
Nach diesem Abstecher in das Neue Wien, geht’s dann wieder in die museale Welt zurück, vorbei am Johann Strauss Denkmal, dem Musikverein, der Karlskirche mitten durch die schmalen Gassen der Innenstadt, bevor uns der Bus dann ganz in der Nähe der Oper und des Hotels Sacher wieder in die Freiheit entlässt.
Unser letzter Museumsbesuch gehört der Karlskirche. Während im Bus davon die Rede war, dass diese Kirche nach dem Sieg über die Türken gebaut wurde und deshalb auch die beiden Säulen davor, ähnlich Minaretten, dem osmanischen Reich abgeschaut worden seien, sprach der Audioguide in der Kirche von einem Gelöbnis des Kaisers Karls an seinen Namenspatron Karl Borromäus, um damit die Pest in Wien besiegen zu können. Auf den beiden Säulen vor der Kirche sei das Leben von Karl aufgezeichnet.
Wie dem auch immer sei: Die Kirche präsentiert sich mit einem wider Erwarten ziemlich hellen Innenraum. Auch hier führt uns ein Audioguide an den Bildern und sonstigen Sehenswürdigkeiten in der Kirche vorbei. Das Beeindruckenste ist allerdings: Die Kirche wird derzeit innwendig renoviert. Dazu ist ein Baulift aufgestellt, der auch für touristische Zwecke verwendet werden kann. So gelangen wir für einmal buchstäblich in Griffnähe er Kuppelbilder und der vergoldeten Ornamente. Mit einem letzten Treppensteigen gelangen wir dann noch in die Kuppel der Kirche und erhalten so ein weiteres Mal einen Überblick über Wien.
Zum letzten Mal und zum Abschied aus Wien genehmigen wir uns im Café Mozart, einen Mozart-Kaffee zusammen mit einem Stück Mozart-Torte.
So beenden wir diesen interessanten und erlebnisreichen Aufenthalt in Wien. Im Vergleich zu dem was Wien sonst noch bieten wĂĽrde, sicherlich nur ein kleiner Ausschnitt. Wer weiss, vielleicht kommen wir hier wieder einmal vorbei.