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Manchmal ist es schon seltsam wie sich eine Musik über die Jahre „entwickelt“. Als Mulholland Falls 1996 als Score-CD erschien war ich nicht überaus begeistert. Ja, hübsch. Gut gemacht. Gefühlvoll. Nun, 15 Jahre später bringt Kritzerland den gesamten (knapp 11 Minuten mehr Musik abzüglich Song und Bonus Track) Score von Grusin zu diesem mit Nick Nolte, John Malkovich, Michael Madsen und Jennifer Connely besetzten, in den im Los Angeles der 50er spielenden, recht harten und düsteren Copfilm heraus und die Musik zeigt einiges von Grusin, das seine Kompositionen so zugänglich macht – das liegt aber weniger an der kompletten als an der Musik an sich.
Das Hauptthema ist ein wunderbarer Ohrwurm à la Grusin. Er verwendet es als Titelthema den gesamten Score durch und als schwelgerisches Liebesthema (wobei hier desöfteren mit dem Zweitmotiv eingeführt und als Hauptinstrument auf Klavier, Querflöte, Oboe und später Saxophon – Max and Kate Walk/Kate Leaves – gesetzt wird).
In Main Title ist das Hauptthema zunächst vom Klavier mit einer dezenten Synthesizer- und Streicherbegleitung zu hören, später übernehmen Holzbläser und die Violinen gehen in ein zweites Hauptmotiv über, ehe Hörner das Hauptthema übernehmen und die Oboe schliesslich mit dem Zweitmotiv abrundet. Die Stimmung erinnert teilweise an John Williams’ Presumed Innocent oder Alan Silvestris Hauptthema aus Shattered. Mit dem Verlauf des Scores setzt Grusin im Hauptthema auch eine gedämpfte Trompete ein und in Max Watches Film/Flashback unterlegt er zur Spannungsteigerung zusätzlich Blechbläser.
Gleich danach (Drive to Perino’s) ist ein weiteres Motiv, das Grusin unter das Thema legt, zu hören (Bassklarinette, Klarinette, Violas, Celli und akzentuierte Perkussion – Hihat, Ride – sowie Klavier). Dieses findet mit und ohne Hauptthema desöfteren Verwendung. Grusin untermalt damit etwa Fahrten (Drive to Falls, typisch Grusin in der Verwendung mit der Triangel) oder gefahrvoll-mystische Momente (Projection Room).
Um diese drei Motive dreht sich Grusins Komposition und wenn sie ab und an mal etwas repetitiv erscheint, so ergibt sich dennoch eine der schönsten von Grusins späten Filmmusiken und wohl auch eine, die hie und da in den persönlichen Grusin-Top-Ten auftauchen dürfte. Zum Schluss ist auch noch der passende Song „Harbor Lights“, der auch auf der Edel-CD zu finden war und ein Main Title mit geändertem Beginn zu hören.