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Es heisst: «Nomen est omen». Diese lateinische Redensart drückt aus, dass der Name eine Person kennzeichnet. Freier übersetzt: Der Name ist Programm. Abstruse Beispiele dafür, was damit heutzutage gemeint ist, bekommt man derzeit bei Callcentern, die ihren Mitarbeitenden mit fremden Namen empfehlen, bei der Ausübung ihrer Arbeit einen Schweizer Namen zu verwenden. Weil: Ein fremder Name von Schweizer Kunden als Zeichen empfunden werden könnte, dass der Träger nicht vertrauenswürdig sei. In der Folge könne man nur mit einem Namen, der ins «Programm» passe, auch richtig erfolgreich fürs Unternehmen arbeiten.
Ich kenne die Bürde eines fremden Namens bereits aus meiner Kindheit, obwohl es keinen schöneren Namen als «Angelone» geben kann. Wer sonst heisst schon «grosser Engel»? Aber was nützte mir dieser schöne Name, wenn ihn niemand auf Anhieb verstand? Wenn er mich sofort als «Ausländer», als «Tschingg» verriet? Wenn er auch später im Job so viele dazu animierte, mich in vereinfachtem Hochdeutsch dümmlich anzusprechen? Wie oft wünschte ich mir insgeheim, Hinz oder Kunz zu heissen…
Aber niemals wäre es mir in den Sinn gekommen, dass man mein «persönliches Seconda-Problem» als «grundsätzliches Unternehmensproblem» betrachten könnte, das die Erreichung der Unternehmensziele gefährdet. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass man von aussen dazu angehalten werden könnte, seinen Namen zu ändern, um erfolgreicher zu arbeiten.
Würdet ihr, liebe Leserinnen und Leser, meine Geschichten «anders» lesen, wenn ich Frau Engel hiesse? Würdet ihr euch mir gegenüber verbundener fühlen? Mich sympathischer finden, ernster nehmen? Mir dann eher glauben oder gar mehr vertrauen?
Was meint ihr dazu? Würdet ihr euren Namen ändern?