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1233 berief Bischof Heinrich von Thun Mönche aus dem Bettelorden der Dominikaner nach Basel, die durch Predigten, Anhörung der Beichten und Werke der Nächstenliebe seelsorgerisch in der Stadt wirken sollten. Für den Bau eines Klosters wies er ihnen einen Garten vor dem damaligen St. Johannstor zu. Schon bald nach ihrer Ankunft begannen sie auch mit der Errichtung ihrer Klosterkirche, von der nach dem Grossen Erbeben 1356 nur der Chor stehen blieb. Alles andere stürzte ein. Nach dem Wiederaufbau konnte der Wandel der Zeit dem Gotteshaus bis heute nichts mehr Wesentliches anhaben, im Detail aber musste sich die Predigerkirche allerhand gefallen lassen:
1529 entriss ihr der Bildersturm im Zusammenhang der Reformation das meiste der kostbaren Innendekoration; in der Zeit zwischen 1750 bis 1854 lagerte das städtische Salzamt die Mineralien in der Kirche, was entsetzlich am Mauerwerk nagte; 1805 schafften unzufriedene "Santihansler" den berühmten Totentanz in einem Anflug von geduldeter Selbsthilfe mit Gewalt aus der Welt. Obwohl die Predigerkirche seit 1614 auch dem Gottesdienst der französischen Gemeinde diente, wurde sie stetiger Vernachlässigung preisgegeben. Dies führte soweit, dass die Regierung 1876 erklären musste: "Der äussere Zustand der Predigerkirche mit ihrem ruinenähnlichen Chor und den baufälligen Fenstern und Nischen ist für eine Stadt wie Basel nachgerade ungeschicklich geworden; es dürfte nun an der Zeit sein, den in dieser Richtung wohlbegründeten Klagen des St. Johann-Quartiers gerecht zu werden." Der Grosse Rat verschloss sich denn auch dieser dringend gewordenen Notwendigkeit nicht und bewilligte den Kredit von Fr. 132'000,- zur Totalrestauration. Trotz "möglichst grosser Schonung der alten Formen" erhielten die Fassaden teilweise ein neues Gesicht, indem unter anderem in die Westfassade drei überdachte Portale eingelassen, der Eingang der Nordfassade unter das vierte Fenster des Seitenschiffs verschoben und der störende Choranbau abgetragen wurden. Das neu erstandene Gotteshaus wurde schliesslich 1877 der seit 1870 von Rom getrennten christkatholischen Gemeinde für kultische Zwecke überlassen, in deren Eigentum die Kirche 1911 überging.