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Renato Neves, Präsident des brasilianischen Rohstoffkonzerns Vale, warnt die Schweiz. Der Steuerstreit seiner Firma mit dem eidgenössischen Fiskus könnte andere multinationale Unternehmen von einer Niederlassung in der Schweiz abbringen.
Neves nahm in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» Stellung zu dem «Konflikt oder dem Missverständnis» bei der direkten Bundessteuer. Dass sein Unternehmen die Schweiz wieder verlasse, sei nicht spruchreif. Einige multinationale Unternehmen könnten sich aber angesichts des Konflikts zweimal überlegen, ob sie ihren Sitz in die Schweiz verlagern sollen.
Neves wies Vorwürfe zurück, Vale habe Steuervorteile missbraucht. Die für die Vorteile ausgehandelten Bedingungen seien mehr als erfüllt, sagte er gegenüber der Zeitung.
Er bestreite nicht, dass Steuerüberlegungen den Standortentscheid mit beeinflusst hatten. Hinzu seien aber weitere Standortvorteile wie die gute Ausbildung der Angestellten gekommen. Darum habe Vale 2006 Brüssel verlassen und sei nach St-Prex VD gezogen.
Der Vale-Präsident rechnet nicht mit einer gütlichen Einigung im Konflikt mit der eidgenössischen Steuerverwaltung. Vale verteidige seine Interessen und werde seine Argumente vor Gericht geltend machen.
Vale muss für die Jahre 2006 bis 2009 rund 212 Millionen Franken direkte Bundessteuer nachzahlen. Die eidgenössische Steuerverwaltung kam zum Schluss, das Unternehmen habe die Bedingungen für eine steuerliche Vorzugsbehandlung nicht vollständig erfüllt.
Die Steuerbefreiung für die direkte Bundessteuer wurde deshalb nachträglich von von 80 auf 60 Prozent gesenkt. Gemeinde- und Kantonssteuern zahlt Vale nicht.
(vst/sda)