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DMZ – INTERNATIONAL ¦
Patricia Jungo ¦
#mittelländische ¦
Das Pentagon könnte vor Jahrzehnten Experimente mit Zecken als potentielle biologische Waffen durchgeführt haben; dies auch mit Beteiligung eines Schweizer Forschers. Diese Befürchtungen spricht ein US-Politiker aus. Das Thema, welches eher nach einem zweitklassigen Science-Fiction-Film tönt, beschäftigt zurzeit die US-Politik. Laut Bericht von «Spiegel Online» beabsichtigt der Republikaner Chris Smith, Vertreter des US-Bundesstaates New Jersey im Repräsentantenhaus, diesbezügliche Informationen vom Pentagon zu verlangen. Dabei geht es um Experimente, die möglicherweise in den Jahren 1950 bis 1975 stattgefunden haben. Smith will herausfinden, ob zu dieser Zeit wirklich Experimente um Zecken und andere Insekten als Biowaffen gemacht worden sind. Man soll Tiere so manipuliert haben, dass diese die Krankheit Lyme-Borreliose an Feinde weitergeben konnten. Smith schliesst dabei nicht aus, dass einige Insekten aus den Pentagon-Laboren entwichen waren und so Schaden in der Bevölkerung angerichtet hatten. Basierend auf den Schätzungen des US-Zentrums zur Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) infizieren sich in den USA jedes Jahr rund 300'000 Menschen mit Borreliose, in der Schweiz sind dies laut Bundesamt für Gesundheit jährlich 10'000 Menschen. Zur Bekämpfung der Krankheit werden Antibiotika eingesetzt; wird sie nicht behandelt, kann dies in einigen Fällen Lähmungen zur Folge haben. Die Übertragung auf den Menschen passiert durch Zeckenbisse. 1981 entdeckte der Schweizer Willy Burgdorfer die Lyme-Borreliose. Laut Kris Newby von der Stanford School of Medicine war Burgdorfer jedoch nicht nur als Bakteriologe tätig. Er soll auch Forschungen an Biowaffen durchgeführt haben. Dies steht in Newbys Buch mit dem Titel «Bitten: The Secret History of Lyme Disease and Biological Weapons», auf welches sich der Politiker Chris Smith nun stützt. Smith nimmt die dort aufgestellte Behauptung auf, gemäss welcher Burgdorfer (1925-2014) Zecken mit Erregern ausgestattet haben soll. Diese Erreger waren dazu gedacht, »schwere Behinderungen, Krankheiten oder sogar Todesfälle bei möglichen Feinden» auszulösen. Während einer Debatte im Repräsentantenhaus betonte Smith, die Amerikaner hätten auch in dieser Sache das Recht auf die Wahrheit. Er schliesst es nicht aus, dass einige der manipulierten Zecken mit Absicht freigelassen wurden. Gemäss «Spiegel Online» gehört Smith' Antrag zur Untersuchung der Vorgänge zu einem Gesetzentwurf über Verteidigungsaufgaben. Die Befragung des Pentagons hinsichtlich der Vorwürfe, ist noch unklar.