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Die Erlösung des Geistes in der Materie
Die in der Materie «schlafende» oder begrabene Gottheit
Im Zusammenhang mit der Unterwelt, die ja das Unbewusste symbolisiert, wies C.G. Jung auch auf die kollektive Dimension hin:
Nicht der Mensch ist in erster Linie erlösungsbedürftig, sondern die im Stoff verlorene und schlafende Gottheit. [… Das Augenmerk des Alchemisten …] ist daher […] auf die Befreiung Gottes aus der Dunkelheit des Stoffes gerichtet. Indem er dieses Wunderwerk tut, fällt ihm dessen heilsame Wirkung sekundär zu [5].
Die grosse Mutter in der Unterwelt
Wer ist diese in der Materie («im Stoff») verlorene oder schlafende Gottheit?
Bereits die ersten Überlieferungen erzählen, dass die grosse Mutter, das Leben selbst, in die Unterwelt geraten ist.
[S. Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der Unterwelt.]
Auch die Bibel hat diesen Gedanken übernommen, indem sie schreibt, dass die ganze Schöpfung (und damit das grosse Weibliche) auf Erlösung aus der Knechtschaft und Gebundenheit in der Materie harrt [Röm 8,22, Bibelserver].
Die Feuerprobe des Helden: der Weg durch die Unterwelt
Doch die ersten Überlieferungen erzählen auch, dass die grosse Mutter die Unterwelt als ihren eigenen Herrschaftsbereich erhalten hat (s. Schöpfung und Fall in Sumer). Sie ist damit Herrin über Leben und Tod, Schicksalsgöttin und Inhaberin der Lebenskraft in der Materie (s. «Ich bin die Herrin der Unterwelt»). Damit steht es auch in ihrer Macht, ihrem Günstling, der sich als ihr Sohn in der Liebe bewährt hat, Vollmacht über die Materie zu verleihen, sodass er Wunder wirken kann [6].