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Vielleicht hast du noch nie von PCOS gehört, bis du selbst mit einer Diagnose konfrontiert wurdest. Tatsächlich ist es aber ein sehr verbreitetes Phänomen. 5% bis 10% aller Frauen weltweit werden mit PCOS diagnostiziert (Medling, S. 1). Viele von ihnen machen sich Sorgen über Unfruchtbarkeit oder Schwierigkeiten, schwanger zu werden. In diesem Artikel erkläre ich dir, was PCOS ist, wie es mit Unfruchtbarkeit in Verbindung steht, welche Zusammenhänge die Diagnose mit der Pilleneinnahme haben kann und wie ich selbst trotz PCOS-Diagnose ganz natürlich schwanger wurde. Zudem teile ich am Schluss noch meine Empfehlungen für Frauen, die mit PCOS diagnostiziert wurden. Ich möchte dir damit Mut machen und Hoffnung geben, denn ich bin überzeugt, dass es einen ganzheitlichen und natürlichen Weg gibt, um sich trotz PCOS-Diagnose gesund zu fühlen und schwanger zu werden.
Was ist PCOS?
PCOS steht für Polyzystisches Ovarialsyndrom (englisch: polycystic ovary syndrome). Diese sehr häufig diagnostizierte Krankheit trägt ihren Namen, weil sie durch viele kleine Zysten in den Eierstöcken gekennzeichnet ist. Dazu kommen unregelmässige Menstruationszyklen (Oligomenerrhoe) oder ein Ausbleiben der Menstruation (Amenerrhoe) sowie erhöhte Ausschüttung von männlichen Geschlechtshormonen, die auch als Androgene bezeichnet werden (Krüger, S. 100 – 101). Über die Ursache von PCOS herrscht zurzeit keine Einigkeit (Gottfried, S. 255).
Ist PCOS gleich Unfruchtbarkeit?
Der erhöhte Spiegel an Androgenen führt dazu, dass die Eizellen nicht richtig heranreifen können. Sie bleiben oft in ihrem unvollständig entwickelten Zustand als kleine Bläschen in den Eierstöcken. Es kommt daher zu weniger Eisprüngen. Wenn eine Frau weniger Eisprünge hat, ist sie natürlich weniger fruchtbar (Gottfried, S. 254).
Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, ist zwar reduziert, aber keineswegs ausgeschlossen (Vitti, S. 80). Es gibt sehr viele Erfahrungsberichte von Frauen, die trotz PCOS schwanger wurden. Unter anderem werde ich dir gleich auch von meiner Erfahrung berichten, bei der keine Hormontherapien oder Medikamente nötig waren. Meiner Meinung nach ist es in sehr, sehr vielen Fällen möglich, das Hormonsystem mit Lebensstil- und Ernährungsanpassungen ins Gleichgewicht zu bringen und damit auch die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Falls du einen Kinderwunsch hast, empfehle ich dir also, dich von deiner PCOS-Diagnose nicht entmutigen zu lassen, sondern dich darauf zu fokussieren, wie du deinen Hormonhaushalt natürlich ins Gleichgewicht bringen kannst.
PCOS-Diagnose und die Pille
Meine intensive Beschäftigung mit den Themen Menstruationszyklus und Hormonbalance begann, als ich nach dem Absetzen der Pille mehrere Monate lange keine Periode hatte. Natürlich verunsicherte mich dies, wodurch ich einen Frauenarzt aufsuchte. Dieser diagnostizierte bei mir PCOS.
Ich habe in den Titel dieses Artikels bewusst «PCOS-Diagnose» statt «PCOS» geschrieben, da ich mir nämlich nicht sicher bin, ob ich dieses Syndrom wirklich habe. Ehrlichgesagt kann ich mich nicht erinnern, dass bei einem Bluttest erhöhte Androgenwerte festgestellt wurden. Im Ultraschallbild waren nur vereinzelt und sehr ungenau kleine Zysten zu erkennen. Mein Frauenarzt meinte, dass man sie nicht sehen könne, weil meine Blase zu voll sei. PCOS wird häufig nach dem Absetzen der Pille diagnostiziert, sobald ein unregelmässiger Menstruationszyklus vorherrscht, ohne dass die weiteren Merkmale dieser Krankheit genau untersucht werden (Krüger, S. 100-101).
Der unregelmässige Menstruationszyklus kann jedoch auch eine temporäre Folge des Absetzens der Pille sein (Krüger, S. 80, S. 101). Selbst wenn der Androgenspiegel erhöht ist, muss dies nicht unbedingt ein lebenslanger Zustand sein oder mit PCOS zusammenhängen. Es ist auch hier möglich, dass es einen Zusammenhang mit dem Absetzen der Pille gibt. Durch die Einnahme der Pille wird der Androgenspiegel gesenkt, was zum Beispiel eine reinere Haut zur Folge hat. Es kann also sein, dass die Hormone nach dem Absetzen etwas durcheinandergeraten und als Gegenreaktion vorübergehend mehr Androgene gebildet werden, wodurch einige Frauen an Pickeln und erhöhter Körperbehaarung leiden (Krüger, S. 99).
Wie ich trotz PCOS-Diagnose schwanger wurde
Erstmals ging es mir gar nicht darum, schwanger zu werden. Ich wollte einfach nach dem Absetzen der Pille wieder einen regelmässigen Menstruationszyklus bekommen. Dennoch teilte mir mein Frauenarzt mit, dass ich wieder auf ihn zukommen solle, falls ein Kinderwunsch auftreten würde, da er mir in diesem Fall künstliche Hormone verschreiben müsste. Ansonsten könne ich mich einfach damit abfinden, dass ich mein Leben lang unregelmässige und seltene Menstruationszyklen haben würde, was keine weiteren Komplikationen mit sich bringen würde. In diesem Moment wusste ich jedoch tief in mir drinnen ganz genau, dass es eine andere Lösung geben musste. Also begann ich viel zu recherchieren. Ich las zum Beispiel das absolut lebensverändernde Buch «Woman Code» von Alisa Vitti, welches mich sehr ermutigte, meinen Lebensstil möglichst hormonfreundlich zu gestalten. In meiner Ausbildung als Gesundheitscoach am Institute for Integrative Nutrition fokussierte ich mich besonders auf alles, was direkt und indirekt mit dem Hormonsystem zu tun hat. Nach und nach begann ich, Änderungen konkret in meinem Leben umzusetzen, und erhielt tatsächlich – zum ersten Mal seit meiner ersten Periode – einen regelmässigen Menstruationszyklus. Als 2018 der Kinderwunsch kam, wurde ich ganz natürlich schwanger, hatte eine problemlose Schwangerschaft und Geburt und bin jetzt glückliche Mutter einer gesunden Tochter.
Meine Tipps bei PCOS
Suche dir einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin aus, dem/der du vertraust. Siehe ihn/sie als kompetenten und wertvollen Begleiter auf deinem Gesundheitsweg, aber gib die Verantwortung über deine Gesundheit nicht ab. Du spürst am besten, was für dich richtig ist, und kannst durchaus mehrere Quellen und Begleiter beiziehen.
Gehe die Probleme in Bezug auf deinen Menstruationszyklus ganzheitlich an, indem du bei Ernährungs- und Lebensstilanpassungen beginnst. Falls du dazu mehr wissen oder dabei begleitet werden möchtest, interessiert dich vielleicht das Weibliche Energie Online Programm.
Es gibt eine Vielzahl an natürlichen Kräutern und Gewürzen, die bei PCOS helfen können. Bevor du auf künstliche Hormone zurückgreifst, würde ich diese nutzen, natürlich als Ergänzung zu den Lebensstil- und Ernährungsanpassungen.
Denke positiv! Unsere Körper streben eigentlich immer nach Gesundheit. Wenn wir ihnen die passenden Umstände bieten, dann können sie das auch fast immer erreichen. Vielleicht möchte dir dein Körper mit den Symptomen, die du hast, etwas sagen? Vielleicht passiert das alles FÜR dich und nicht gegen dich? Vielleicht ist das jetzt endlich eine Chance, deine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und wertvolle Veränderungen vorzunehmen? Du kannst entscheiden, wie du über deine Situation denkst. Positiv denken hilft. Es gibt so viele Frauen, die trotz PCOS(-Diagnose) schwanger wurden. Weshalb sollte es also nicht auch bei dir klappen?
Alles Liebe
Lisa
Quellenverzeichnis
Gottfried, Sara (2019): Die Hormonkur. So bringen Sie Ihren Hormonhaushalt natürlich ins Gleichgewicht. Kirchzarten bei Freiburg: VAK Verlags GmbH.
Krüger, Laura (2020): In Balance mit Ayurveda. Wie du deine Hormone natürlich regulierst und dich ins Gleichgewicht bringst. München: riva Verlag.
Medling, Amy (2018): PCOS 101. Your Guide to Health and Hope. PDF Booklet.
Vitti, Alisa (2014): WomanCode. Perfect Your Cycle, Amplify Your Fertility, Supercharge Your Sex Drive, and Become a Power Source. New York: HarperCollins Publishers.