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«Meine Haut war wie verbrannt»
Jahrelang wurden Megans Ekzeme mit Steroiden behandelt. Als die Britin merkte, dass sie von dem cortisonähnlichen Stoff abhängig war, blieb ihr nur eines übrig – Entzug!
Wie eine Folter», bezeichnet Megan Crome die Zeit, als sie sich selbst einem Entzug von Steroid-Produkten (eine Art Cortison) aussetzte. Seit Jahren hatte sie diese auf ärztlichen Rat benutzt. Die Londonerin leidet seit ihrem sechsten Altersjahr unter Ekzemen am ganzen Körper, die trotz verschriebener Therapie immer schlimmer wurden. Die heute 27-Jährige erinnert sich daran, wie ein Lehrer zu ihr sagte, sie solle ihr schlechtes Make-up vom Gesicht nehmen. «Dabei war es mein Ekzem, das nässte und Schorfe bildete», erinnert sich Crome.
Im College ging es ihr etwas besser. Doch als sie mit 18 Jahren anfing zu arbeiten, kam die Krankheit zurück – «wie ein Racheengel», sagt sie. Zu dieser Zeit wurde ihr die Steroid-Creme Elocon verschrieben. Trotzdem verbreiteten sich die nässenden Wundschorfe mehr denn je. Mit der Zeit realisierte sie, dass diese Ausschläge anders waren als ihre ursprünglichen Ekzeme. Anfang 2021 ging ihr «endlich ein Licht auf» beim Lesen eines Internet-Forums über Anzeichen für eine Abhängigkeit von Steroiden: Es waren genau die Schorfe, die sie halb verrückt machten.
Die junge Frau entschied, die Steroid- und Feuchtigkeitscremes sofort abzusetzen. Doch alles wurde noch viel schlimmer: Nach der langjährigen Therapie war sie nun auf kaltem Entzug. Sechs Wochen konnte sie nicht mehr arbeiten, musste sich von ihrer Mutter Claire pflegen lassen: «Es war die Hölle. Meine Haut fühlte sich an, als hätte ich eine hochgradige Verbrennung, und war trocken wie die Wüste. Ich konnte nicht einmal meine Haare kämmen oder mich anziehen, weil meine Arme bei jeder Bewegung schmerzten.» Wochenlang lag sie ausgestreckt auf dem Sofa. «So schlecht hatte ich mich in meinem Leben nie gefühlt. Ich sah nicht mehr sehr menschlich aus.»
Im Juni 2021 ging es der Marketing-Fachfrau endlich besser, sie konnte zurück zur Arbeit, hatte allerdings immer noch rote Flecken im Gesicht. «Es gab seither diverse Rückfälle, bei denen sich mein Körper anfühlt wie damals beim Entzug. Damit muss ich wohl noch ein paar Jahre leben, während sich mein Körper langsam selbst heilt.» Sie möchte anderen diese Torturen ersparen und deshalb vor einer Steroid-Abhängigkeit warnen. «Wenn man die Anzeichen kennt, kann man handeln.» Bei ihr habe es lange genug gedauert.