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Anthologie, herausgegeben von Milo Dor, der im Vorwort schrieb, dass dieses Buch eine Kriegserklärung an den schlechten Geschmack eines Publikums sein soll, (...) das noch immer an den Autoren des ruhmlos untergegangenen "tausendjährigen Reichs" mit rührender Liebe hängt und sich in Zweifelsfällen mit schlafwandlerischer Sicherheit für den Kitsch entscheidet, an die Ignoranz der Wirtschaftswundermanager, deren einzige Lektüre das Telephonbuch ist (...)
. Mit diversen Zeichnungen, Radierungen, Bildfragmenten.
Veröffentlichung von Marlen Haushofer: Entfremdung.
(Seite 146 - 151.)
Über den Autor/Herausgeber:
Milo Dor (geb 7. März 1923 in Budapest, gest. 5. Dezember 2005 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller. Als gebürtiger Serbe wuchs er im Banat und später in Belgrad auf. Dor besuchte das Gymnasium, und bereits als Schüler war er Mitglied der kommunistischen Jugend und versuchte sich als Lyriker in serbokroatischer Sprache. 1940 wurde er der Schule verwiesen, weil er einen Schulstreik organisiert hatte. 1941 legte er als Externer sein Abitur ab. Er war aktiv in der jugoslawischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung. 1942 wurde er verhaftet; Gefängnis- und Lageraufenthalte folgten. 1943 schoben ihn die Deutschen als Fremdarbeiter nach Wien ab. 1944 folgte eine erneute Verhaftung und Schutzhaft.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Dor in Österreich. Er studierte bis 1949 Theaterwissenschaft und Romanistik an der Universität Wien und war gleichzeitig als deutsch schreibender Journalist tätig. Ab 1951 war er Mitglied der Gruppe 47 um Hans Werner Richter. Seit den Fünfzigerjahren verfasste er eine Reihe von Büchern in Autorengemeinschaft mit Reinhard Federmann.
Milo Dor war Verfasser von historischen Romanen und Kriminalromanen, Reportagen, Drehbüchern und Hörspielen, Herausgeber von Dokumentationen und Anthologien; von Bedeutung sind auch seine zahlreichen Übersetzungen aus dem Serbokroatischen. Zu seinen bekanntesten Werken zählt die Trilogie „Die Raikow Saga“ bestehend aus den Romanen „Tote auf Urlaub“, „Nichts als Erinnerung“ und „Die weiße Stadt“. Held dieser Romane ist die autobiographisch gefärbte Figur des Mladen Raikow.
Dor lebte mit seiner zweiten Frau, mit der er seit 1955 verheiratet war, bis zu deren Tod im Jahr 2002, dann allein, hauptsächlich in Wien, aber auch in Rovinj auf der kroatischen Halbinsel Istrien. Sein Sohn ist der bekannte österreichische Filmemacher Milan Dor.
Milo Dor starb am Morgen des 5. Dezembers 2005 in einem Wiener Krankenhaus an Herzversagen.
Weitere Informationen über Milo Dor:
http://de.wikipedia.org/wiki/Milo_Dor