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Der Pinot Noir ergibt für sich allein hervorragende Produkte und unterscheidet sich damit von seinem grossen Gegenspieler im Bordelais, dem Cabernet-Sauvignon. Dieser wird kaum separat, sondern meist in Kombination mit anderen Bordeaux-Rebsorten verwendet.
Le Prince des bons vins
Der einflussreichste Förderer des Pinot Noir war Philipp II. der Kühne. Seine steten Bemühungen für das Wohlergehen des burgundischen Reblandes (und damit der Traubensorte Pinot Noir) trugen ihm den Übernahmen Prince des bons vins ein.
Bei jeder Gelegenheit rührte er die Werbetrommel und als er – infolge Heirat – 1384 zu flandrischen Besitzungen kam, erschloss er dort neue Märkte.
Aber nicht allein die Verbreitung der Weine lag ihm am Herzen, sondern auch deren Qualität. So erliess er 1395 Vorschriften über Sorten und Produktionsmethoden.
Während seiner Regentschaft tauchte in den Schriften zum ersten Mal der Name Pinot auf (meistens geschrieben als Pynos oder Pineau) der nach und nach an die Stelle der Bezeichnungen Morillon, Noirien und Auvernat trat, ohne diese jedoch ganz zu verdrängen. Besonders der populäre Name Noirien blieb weiter bestehen und so entstand schliesslich die Bezeichnung Pinot Noir.
Die Wiege des Pinot Noir
Tatsächlich erzielt der Pinot Noir im Burgund die schönsten Resultate. Seine guten Eigenschaften bringt er dank optimaler Voraussetzungen zur Geltung. Ein an Mineralstoffen (Kali, Phosphorsäure, Eisenoxyd) reicher Kalkboden, oft trocken und steinig an der Oberfläche und mit rissigen, zerklüfteten Felsen im Untergrund sowie vom Nordwind geschützte, ost- und westwärts gerichtete Hanglagen.
Diese Rebsorte erträgt das kühle Klima besser als zuviel Wärme, was auch ihre Verbreitung bis an die nördliche Weinbaugrenze erklärt (Ostschweiz, Deutschland).
Champagner
Erwähnenswert auch, dass der gleiche Pinot Noir – zusammen mit seinem weissen Verwandten (Chardonnay) – die Traubensorte der Champagne ist.
Hervorragende Rot- und Weissweine werden demnach aus der selben Rebsorte gewonnen.
(Der Saft der Traubenbeeren ist farblos, und erst bei der Gärung gelangt der in den Beerenhäuten enthaltene Farbstoff in den Wein.
Wird, wie in der Champagne, der Saft sehr rasch von den Beeren getrennt, kann aus roten Trauben ein weisser Wein bereitet werden).
Farbe
A propos Farbe. Vor gut drei Jahrhunderten waren die Weine von Pommard und Volnay von sehr hellem Rot und bekannt unter der Bezeichnung Oeil de Perdrix. Vielleicht wurde ihnen sogar noch etwas Chardonnay beigegeben, aus Sorge, sie könnten sonst zuviel Farbe haben.
Die Zeiten änderten sich. Nun dominiert das andere Extrem – der dunkle, alkoholreiche und manchmal fast opulent-süssliche Rotwein. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Originaler Burgunder, insbesondere aus der Côte de Beaune, ist mittelgewichtig in Farbe und Körper, fruchtig und subtil.