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Bereits im 17. Jahrhundert stand im Dorf am heutigen Standort der Dorfbrunnen. Das Wasser stammte aus der Quelle im Buchschachen. Beim laufenden Brunnen holten die umliegenden Bewohner mit der Stize das nötige Wasser für den Haushalt oder besorgten da die wöchentliche oder halbjährliche Wäsche. Die Zuleitung und Brunnen wurden damals von der Dorfbrunnengesellschaft unterhalten. Insgesamt waren es 12 Mitglieder, welche mit Rechten und Pflichten im Grundbuch vermerkt sind. Am 21. März 1902 fand die offizielle Gründungsversammlung der Wasserversorgung statt. Die Initianten wurden durch die Bürgergemeinde mit einem Beitrag von Fr. 7‘000.00 unterstützt. Es wurden der dreiköpfige Vorstand nebst zwei Beisitzern gewählt. Noch am Gründungstag wurde mit den Landbesitzern im Sidenmoos und Brunnenmoos die Verträge für drei Quellen und die Durchleitungsrechte gegengezeichnet.
Im August 1902 erfolgte bereits die Bauvergabe an den Bauunternehmer Emanuel Thalmann von Malters, welcher die Quellfassungen in Regie und die übrigen Bauarbeiten im Akkord übernahm. Es wurden damals für die Quellleitungen geteerte, schmiedeiserne Röhren und für die Hauptleitung gusseiserne Wasserrohre mit einer Lichtweite von 80 bis 120 mm verwendet. Das Reservoir in der Streuweid fasste 21 m3. Das Bauwerk wurde durch den kantonalen Feuerwehrinspektor, Herr Bucher aus Sursee geprüft und er zeigte sich befriedigt über die Ausführung des Projektes und lobte den fortschrittlichen Sinn der Marbacher. Die gesamten Baukosten inklusive Reservoir und sieben Hydranten beliefen sich auf Fr. 36‘027.85. Die Wasserversorgung organisierte ebenfalls den Löschdienst. Kommandant Louis Glanzmann organisierte vier Hydrantenabteilungen mit je einem Chef, einem Wendrohrführer, einem Hydrantier und sechs Mann.
Der häusliche Wasserbezug wurde durch Haupthahnen und Nebenhahnen verrechnet. Der Haupthahnenzins betrug pro Jahr Fr. 25.00, derjenige für einen Nebenhahnen Fr. 8.00 und für die Kraft wurden Fr. 30.00 erhoben. Anhand der Protokolle ist zu vernehmen, dass diese Kostenrechnung immer wieder Schwierigkeiten mit sich brachte, weil bei Trockenheit mit Wasser nicht gespart wurde. Die 1960 eingeführten Wasseruhren stiessen bei den Mitgliedern nicht überall auf Freude, brachte aber wesentliche Einsparungen im Wasserverbrauch. Ohne Unterlass berichtet das Protokoll vom steten Bemühen umd die Suche nach Quellen und Unterhaltsarbeiten von Reservoir und Wasserleitungen.
Bauliche Erneuerungen der Wasserversorgungswerke und stete Entwicklung in Marbach
Mit der Eröffnung der Sesselbahn im Jahre 1954 auf die Marbachegg erlebte Marbach einen touristischen Aufschwung und wird heute als Fremdenverkehrsort eingestuft. 1966 entschloss sich die Genossenschaft für eine Totalsanierung des Reservoirs Streuweid mit Haupt- und Hausanschlussleitung mit unzähligen Abstellschiebern. Die Gesamtkosten beliefen sich auf Fr. 681‘000.00. Das Netz der WVM zählte nun bereits 96 Hausanschlüsse und 39 Hydranten. Mit dem Bau von Ferienhäusern im Pfrundmoos und Erschliessung des Gebietes Hinterbrücke bis Siberslehn erfolgte 1976 der Neubau des Reservoirs Sidenmoos. Diese Erweiterugen und die veränderten Lebensgewohnheiten der Bezüger erforderten neue, grössere Wasserquellen. Der Ruf nach Grundwasser verstummte, als der Kostenvoranschlag der beauftragten Firma vorlag.
Im Jahre 1981 konnte mit den Gebrüdern Fankhauser auf der Alp Imbrig der Quellkauf mit einem Dienstbarkeitsvertrag abgeschlossen werden. Mit der Neufassung und der Ableitung der ergiebigen Quellen war der Zulauf für die WVM gesichert und es konnten acht Alpungsbetriebe erschlossen werden.
1982 wurden in den Reservoirs UV-Filter zur Entkeimung installiert. Wesentliche Erleichterung für die Wartungsarbeiten brachte 1995 die Erstellung der Güterstrasse ins Sidenmoos. In den Jahren 1999 und 2000 wurde die Quellzuleitung in begehbaren Sammelschächten zusammengefasst. Die bestehenden Reservoirs Streuweid und Sidenmoos wurde die Umwälzung des Lösch- und Trinkwassers verbessert. Die bisherige Fernmeldeanlage zur Betriebswarte zum Dorfschulhaus wurde durch eine moderne Funkanlage mit digitalen Datenaufzeichnungen ersetzt. Diese qualitätssichernden Massnahmen lösten Kosten von insgesamt Fr. 300‘000.00 aus.