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Der Kalkofen
Gebrannter Kalk war bis in unser Jahrhundert das gebräuchliche Bindemittel für die Herstellung von Mörtel und Verputz. Erst mit dem Aufkommen des Zementes verlor er im Baugewerbe seine vorherrschende Bedeutung. Auch Kalköfen, die in der Regel in der Nähe von Kalksteinvorkommen anzutreffen waren, sind damit aus dem Landschaftsbild verschwunden. Nur einige dieser stillen Zeugen alter Baukunst haben sich erhalten, so auch ein Ofen im Schlund auf etwa 1780 m.ü.M., östlich der Alpe Frid, der im Sommer 1991 restauriert worden ist.
Die Herstellung von Kalk erfolgte in mehreren Schritten. Am Anfang stand der Kalkofen, in den man die an Ort gewonnenen Kalksteine, zusammen mit viel Holz nach bestimmten Regeln in mehreren Schichten einlegte und während 2-3 Tagen bei etwa 1000 Grad erhitzte. 4-5 Tage vergingen, bis die Steine durchgeglüht waren, weitere 2-3 Tage brauchte es bis zur Abkühlung. Danach vermischte man das weissliche Kalkpulver mit Wasser; die dadurch entstandene zähflüssige Kalkmilch wurde bis zum Gebrauch auf der Baustelle in einer Erdgrube (Sumpfbad) gelagert. Erst dann stellte man auf der Baustelle mit Sand und Wasser und weiteren Beigaben den benötigten Kalkmörtel her.