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Dietschibergbahn (Luzern)
|Kürzel||DBB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1912-08-10|
|Betriebseinstellung||1978-09-30|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1912 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Gleichstrom; ab 1947 Drehstrom) DBB war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Sie führte in der Stadt Luzern vom Haldenquartier, wo sich etliche (Luxus-)Hotels befanden, auf den als Ausflugsziel beliebten Dietschiberg, der damals auch «Kleine Rigi» genannt wurde. Bei der Bergstation lud ein Terrassen-Restaurant zum Verweilen ein. Ein erstes Konzessionsgesuch zur Erschliessung des Dietschibergs datierte bereits aus dem Jahr 1896. Mit dem Bau beauftragt war die Bell Maschinenfabrik AG Kriens. In den Wintermonaten verkehrte die DBB nicht. Sie verfügte nur über offene Personenwagen, bot aber eine II. und III. Klasse an.
Die touristisch ausgerichtete DBB konnte die (finanziellen) Erwartungen angesichts der bald nach der Eröffnung eintretenden Kriegslage nicht erfüllen. Zählte man 1913 fast 61'000 Reisende, waren es 1915 gerade noch 16'200. Im gleichen Zeitraum wurde das Transportangebot (Züge pro Tag) um rund 75 Prozent reduziert. Trotzdem rutschten die Betriebsergebnisse in die roten Zahlen, und der Passivsaldo stieg kontinuierlich an. Die schwebenden Schulden bezifferten sich 1920 auf 95'000 Franken, was die DBB neben den Anleihen zusätzliche 5000 Franken an Zinsen kostete. Der Stand des Reservekontos lag bei null Franken. Die Erhöhung des Anleihekapitals nach 1915 nützte der DBB nichts, da die zugesicherten 78'000 Franken (bis 1920) gar nicht einbezahlt wurden.
Die Baukosten der zweischienigen, hauptsächlich auf Dämmen und in Einschnitten errichteten DBB waren mit knapp 333'000 Franken pro Bahnkilometer sehr moderat (Stand 1920). Tunnels benötigte sie keine, an Brückenbauten und Durchlässen waren 150 Meter zu erstellen. Den mit Abstand grössten Kostenfaktor stellte der Unterbau dar, auf den 36 Prozent aller Aufwendungen entfielen. Dahinter folgte der Landerwerb mit bemerkenswerten 17 Prozent. Das lag weit über dem Durchschnitt aller Standseilbahnen. Die Kosten für ihren Güterwagen gab die DBB mit 1448 Franken an.
1977 zerstörte ein Grossbrand das Restaurant auf dem Dietschiberg, was dessen Attraktivität als Ausflugsziel empfindlich beeinträchtigte. Ein Jahr später stellte die DBB den Betrieb mangels Publikumsinteresse ein. Die darauf gegründete Vereinigung «Pro Dietschibergbahn» setzte sich zwar jahrelang für eine Wiederaufnahme des Betriebs ein, doch gelang es ihr nicht, Geldgeber für die dazu benötigten rund 4.5 Mio. Franken zu finden. 1997 löste sich der Verein auf, und die Bahn wurde abgebrochen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.