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7. Dezember
Es dauerte nur wenige Minuten und schon tummelten sich ganz viele Feuergeister auf dem Dach. Erst als Hugo Harms einen grossen Tannenbaum aus der Reihe hervorholte, damit ein Kunde ihn gut betrachten konnte, wurde das Feuer bemerkt. «Feuer» schrie er aus Leibeskräften. «Feuer, das Dach brennt.». Er wies seinen Knecht an «lauf Hans, hole Eimer aus dem Schuppen», dann drehte er sich um und brüllte «alle Mann eine Kette bilden. Stellt euch auf, vom Brunnen bis zum Haus». Zu der Zeit wussten die Menschen noch was das bedeutet und wie wichtig es war schnell zu handeln. In Null Komma Nichts war eine Menschenkette vom Brunnen bis zum Haus gebildet. Hannes war zur gleichen Zeit mit den Eimern beim Brunnen. Er füllte den ersten mit Wasser und reichte sie dem Mann am Anfang der Menschenkette. Der Mann reichte den Eimer zum nächsten in der Kette und so wanderte der Eimer voll Wasser zum Haus. Dort stand ein sehr grosser Mann auf einem der Tische und schüttete das Wasser aufs Dach.
Den leeren Eimer warf er einem der Kinder zu. Der Junge der ihn aufgefangen hatte rannte zum Brunnen und brachte ihn Hannes, damit er erneut gefüllt werden konnte. Auf diese Art wanderte ein Eimer voller Wasser nach dem anderen zum Feuer und als leerer Eimer zurück zum Brunnen. Die Löschaktion dauerte nur 10 Minuten und dann war das Feuer auf dem Dach gelöscht. Die Katastrophe war abgewendet, das Bauernhaus unversehrt und das Dach nur an einer kleinen Stelle schwarz verkohlt.
Die Männer wischten sich den Schweiss von der Stirn und betrachteten ihr Werk. «Danke» rief Hugo Harms. Er lehnte sich erleichtert an die Hauswand und drückte ganz fest die Hand seiner Frau. «Das war knapp» flüsterte sie und der Bauer nickte.
Der oberste Hoffeuergeist hatte es sich schon vorher in der Pfeife von Opa Karl bequem gemacht und das ganze Spektakel von dort aus beobachtet. Er war erleichtert, dass das Bauernhaus nicht lichterloh gebrannt hat. Obwohl ein richtiger Hausbrand das Herz eines jeden Feuergeistes höherschlagen lässt, wusste er doch auch, dass kein Herd und kein Ofen in einem abgebrannten Haus angezündet würden. Als Oberhaupt der Feuergeister vom Bauernhof wollte er das sein Volk überlebt und dazu musste immer irgendwo ein Feuer brennen oder zumindest eine Kerze an sein.
«Das war sehr knapp» murmelte er in die Pfeife von Opa Karl und beschloss in Zukunft keinen fremden Feuergeist mehr ins Haus zu lassen. Wie er das anstellen sollte, wusste er noch nicht. Feuergeister kommen und gehen einfach in ein Feuer, wie es ihnen gefällt.
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