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Anstieg des Milchpreises im Jahr 2020
Im Jahr 2020 erhöhte sich der Produzentenpreis für Milch in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % und betrug 66.04 Rp./kg.
Auch die Konsumentenpreise für die meisten Milchprodukte verzeichneten eine Zunahme. In den letzten zehn Jahren entwickelten sich die Preise je nach Milchart unterschiedlich. Dabei spielen vor allem die Verwertungsart, das Herstellungsverfahren sowie die Marktlage im In- und Ausland eine Rolle.
Höhere Nachfrage und Preise
Der Produzentenpreis für Milch erhöhte sich im Laufe der letzten vier Jahre kontinuierlich und erreichte im Jahr 2020 schliesslich einen Stand von 66.04 Rp./kg, was gegenüber 2019 einem Anstieg um 1.81 Rp./kg entspricht (siehe Grafik S. 2). Diese Zunahme im Jahr 2020 lässt sich unter anderem durch die gestiegene Nachfrage nach Milchprodukten im Detailhandel erklären. Dadurch erhöhten sich die Konsumentenpreise der meisten Milchprodukte. Diesbezüglich ist zu beachten, dass die Milchmarktsituation im Jahr 2020 durch die Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie geprägt war. Die Schliessung der Gastronomiebetriebe führte zu einer Zunahme des Konsums der Privathaushalte und dadurch zu einer erhöhten Nachfrage im Detailhandel. Auch der Rückgang des Einkaufstourismus trug zum Nachfrageanstieg in der Schweiz bei.
Unterschiedliche Milchpreisentwicklung
Die Produzentenpreise entwickelten sich je nach Milchart unterschiedlich. Während der Produzentenpreis für konventionelle Milch im 2020 zunahm (+2,9 % auf 65.11 Rp./kg), sank jener für Biomilch leicht (–0,5 % auf 81.16 Rp./kg). Diese Entwicklung widerspiegelt jene der Nachfrage. Denn im Jahr 2020 wurde mehr Biomilch, aber weniger konventionelle Milch produziert. Bei der konventionellen Milch nahm 2020 der Produzentenpreis für Molkereimilch stärker zu (+3,6 % auf 60.19 Rp./kg) als für Käsereimilch (+1,1 % auf 73.77 Rp./kg). Es gilt zu beachten, dass für die Molkereimilch am wenigsten bezahlt werden muss. Sie wird hauptsächlich zu Konsummilch, Butter, Milchpulver, Konsumrahm, Jogurt und Industriekäse (z. B. Mozzarella) verarbeitet.
Wenn man den Produzentenpreis für Milch über einen langen Zeitraum betrachtet, zeigt sich eine Entwicklung, die durch erhebliche Schwankungen gekennzeichnet ist. Nach einem Rückgang zwischen 2000 und 2007 verzeichnete der Durchschnittspreis für Milch gesamtschweizerisch einen starken Anstieg und kletterte im Jahr 2008, einem durch die Rohstoffknappheit geprägten Jahr, auf 78.29 Rp./kg. Anschliessend war er rückläufig und erreichte 2016 seinen tiefsten Stand (60.64 Rp./kg). Erwähnenswert ist, dass der Milchpreis im Jahr 2009, das durch den weltweiten Rückgang der Preise für Milchprodukte und die Aufhebung der Milchkontingentierung in der Schweiz gekennzeichnet war, einen aussergewöhnlich starken Einbruch erlitt. Der Preisrückgang im Jahr 2009 war bei der Molkereimilch stärker als bei der Käsereimilch.
Preise über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre
Im Jahr 2020 erreichte der gesamtschweizerische Produzentenpreis für Milch einen Stand, der über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag (+3,4 %). Je nach Art der Verwertung zeigt sich, dass im Jahr 2020 verglichen mit dem Durchschnitt der zehn letzten Jahre der Produzentenpreis bei der konventionellen Milch sowohl für Molkereimilch (+1,7 %) als auch für Käsereimilch zulegte (+1,5 %). Der Preis für Biomilch lag 2020 über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (+2,1 %).