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Alain Riedo, Direktor der Freiburger Handels- und Industriekammer, ist ins Fadenkreuz der amerikanischen Justiz geraten. In einer Anklageschrift vom 15. Oktober listet das Gericht von Südkalifornien neun Anklagepunkte gegen Riedo auf. Ihm wird namentlich Korruption, Urkundenfälschung und Verschwörung vorgeworfen.
Schmiergelder nach China
Die vorgeworfenen Taten soll Riedo zwischen 2002 und 2009 begangen haben, als der Freiburger im Kader der amerikanischen Gesellschaft Maxwell Technologies war. Dies berichtet das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS unter Berufung auf das «Wall Street Journal». Gemäss dem Staatsanwalt hatte Riedo einen Mittelsmann engagiert, um über Schmiergeldzahlungen an Verkaufsverträge in China zu kommen. Insgesamt sollen so zwischen 2002 und 2009 über zwei Millionen Dollar an Angestellte von chinesischen Staatsbetrieben geflossen sein.
Riedo, von der «Liberté» kontaktiert, gab sich wortkarg: «Ich habe erst am Donnerstagabend von der Anklage erfahren, die Anklageschrift habe ich noch nicht zu Gesicht bekommen», so Riedo. «Aber ich weise alle Anschuldigungen gegen mich kategorisch zurück.»
Der Verwaltungsratspräsident der Handels- und Industriekammer, René Jenny, betonte, dass die Unschuldsvermutung gelte. «Wir haben vollstes Vertrauen in Riedo.»
Maxwell übernahm 2002 das von Alain Riedo geführte Unternehmen Montena Components mit Sitz in Rossens, das Kondensatoren herstellt. Riedo blieb bis Juli 2009 Chef der Firma, nahm dann aber wegen Uneinigkeit mit der Zentrale in den USA den Hut. Im Dezember 2009 trat Riedo den Posten als Direktor der Freiburger Handelskammer an. bearbeitet von mos/FN