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Über den Grund, an dieser Stelle eine Kirche zu errichten, ist viel spekuliert worden. Die Spannbreite der Vermutungen reicht von einem alemannischen Wodan-Heiligtum, über eine alte Einsiedelei, bis hin zu einer Wegkreuzkirche. Tatsächlich steht Kirchbözberg im Kreuzungspunkt einer Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Rhein und dem Schweizer Mittelland und dem sogenannten «Landsknechtenweg», einer Bözbergstrasse, die vom Fricktal über den Bözberg und durch das Iteletälchen in das unterste Aaretal führte (Max Baumann).
Das erste, im 11. Jahrhundert errichtete Gotteshaus, war ein rechteckiger Saal von 17.5 Metern Länge und 9.05 Metern Breite. Von dieser Kirche haben sich die etwa 4.5 Meter hohen Längsmauern erhalten. Diese sind Bestandteil des bestehenden Mauerwerks. Das vordere Drittel des Raumes war durch eine Schrankenmauer vom Laienraum abgetrennt.
Im Rahmen einer Renovation wurde der Laienraum im 12. Jahrhundert entlang den Aussenwänden mit gemauerten Sitzbänken und im Zentrum mit einem Taufstein versehen.
Irgendwann in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts muss es in der Bözberger Kirche zu einem Brandunglück gekommen sein. In der Folge wurde in der Nordostecke des damaligen Gotteshauses ein Turm errichtete und gleichzeitig ein Chorbogen eingezogen, der als Abtrennung zwischen Laienraum und Altarbereich vorgesehen war.
Im Spätmittelalter ist die Kirche auf der Westseite mit einer Vorhalle und an der Südwand durch eine kleine Kapelle erweitert worden.
Knapp ein halbes Jahrhundert vor der Reformation kam es 1483 zu einem grossen Umbau der Bözberger Kirche. Damals sind der fünfseitig geschlossene Chor und die Seitenkapelle angebaut worden.
Im Reformationsjahrzehnt erfolgte wohl 1522 die Erhöhung des Kirchenschiffs um etwa 2 m. Gleichzeitig wurden neue Fenster und eine neuer Dachstuhl eingebaut. Die Bauzeit ist heute belegt durch eine dendrochronolgische Altersbestimmung (Jahrringmethode) des für den damaligen Dachstuhl verwendeten Föhrenholzes.
Für die Zeit um 1680/85 ist der Einbezug der Vorhalle in den Kircheninnenraum anzusetzen, was wiederum eine Erhöhung der alten Mauern und die Errichtung eines neuen Dachstuhls nach sich zog. Auch die heute noch bestehenden Fensteröffnungen dürften damals entstanden sein. Eine Empore wurde im 18. Jahrhundert errichtet, um dem beachtlichen Bevölkerungswachstum mit zusätzlichem Platz Rechnung zu tragen.
Ein letzter grosser
Schritt in der Baugeschichte der Bözberger Kirche war der Abbruch des alten,
zwischenzeitlich baufällig gewordenen Turms im Jahr 1825 und der
Turmneubau von 1834 auf der Westseite des Gotteshauses. Ende der
1860er-Jahren wurden eine Innenrenovation sowie die Verstärkung des Dachstuhls
ausgeführt. Das dafür verwendete, jüngst dendrochronologisch untersuchte Holz
stammt aus den Jahren 1867–1869.
Die Nordseite der Kirche Bözberg mit dem Turm aus dem Jahr 1834
Bis heute sind in mehr oder weniger regelmässigen Abständen 1882, 1937, 1961 und 1983 Renovationen im Innenbereich und ausserhalb des Gotteshauses vorgenommen worden. Besonders mit der letzten Renovation 1983 ist es gelungen, durch die geschickte Wahl von geeigneten Materialien und handwerklichen Techniken der Bözberger Kirche wieder einen speziellen Charakter zu verleihen. So konnte unter anderem das alte Kanzelpostament aus der Berner Zeit, das man anlässlich einer früheren Renovation entfernt und in der Aussenanlage verbaut hatte, für die neue Kanzel wieder in seine ursprünglichen Funktion zurückversetzt werden.