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Unser Gründungs-Mitglied Curt Schild wurde 90-jährig
Der 1930 in Solothurn geborene ETH-Maschinenbauingenieur war von 1955 bis 1958 bei Porsche als Praktikant tätig. Nach einem Jahr bei der Smith Motor Accessories in England trat er 1960 dem ACS (Automobil Club der Schweiz) bei und wurde Leiter Technik und Sport. Zu Beginn der Sechzigerjahre wird mit Curt Schild als Delegierter des ACS ein weiterer Eidgenosse in die Commission Sportive Internationale CSI aufgenommen, wo man ihn bald zum Präsidenten der Kommission für Technik und Homologation ernannte. Später leitete er die technische Kommission der Weltmotorsport-Behörde FISA (Féderation Internationale du Sport Automobile). Dies führte zwangsläufig auch Mal zu Differenzen mit namhaften Herstellern wie Enzo Ferrari oder Ferdinand Pieëch, damaliger Chefkonstrukteur bei Porsche.
Schild engagierte sich Anfang der 1980er für eine Reglementsreform bei der FISA und geriet dabei immer mehr auch mit dem damaligen provokativen FISA-Präsidenten Jean-Marie Balestre zusammen. Curt setzte sich auch damals für die Begrenzung des Energieverbauchs ein, Ecclestone war jedoch strikte dagegen. 1982 kam es dann im Rahmen des GP von Monaco zum Bruch mit der FISA und fortan konzentrierte sich Curt wieder nur auf Aktivitäten beim ACS. Doch nur wenige Jahre später wurde er Anfangs 90er-Jahre nochmals Mitglied einer FISA-Kommission, nämlich jener für Elektro- und Solarfahrzeuge. 1993 erfolgte dann die Integration der FISA in die FIA. Curt war auch Vize-Direktor des ACS und blieb dem Verein bis heute treu und ist auch nach 60 Jahren noch Mitglied des ACS.
FISA-Vertreter Curt Schild im Gespräch mit Marc Surer und ATS-Teamchef Günther Schmid. Quelle: autosport Magazin 03-2017, von Jürg Kaufmann
An der Gründungsversammlung vom 9. September 1980 der ASVER (Association suisse des véhicules électriques routiers, vorrmaliger Name der heutigen e’mobile) vertrat Curt Schild den ACS als Mitgründer. Er war von 1988 bis 1997 sogar deren Vize-Präsident. Als Vater des Grand Prix Formula E, welcher er ab 1986 zusammen mit dem ACS und unserem langjährigen ECS-Präsidenten Wilfried Blum organisierte, war er sich nicht zu schade, als Rennleiter diese On-Road-Meisterschaften zu coachen. Er betrachtete Elektro- und Solarmobile als Schrittmacher für zukünftige Produkte und konnte sich damit als ACS-Direktor natürlich etwas vom TCS abheben, welcher ja auch Gründungsmitglied von ASVER / e’mobile war. Curt Schild war stets ein treuer Besucher des Standes von e’mobile, welcher langezeit durch Wilfried Blum organisiert wurde, am Autosalon in Genf. Von 1985 bis zu seiner Pensionierung 1995 wirkte Curt auch noch als Mitglied der Jury “Auto des Jahres” mit.
Quelle: autosport Magazin 03-2017, von Jürg Kaufmann
Im Anschluss an die Tour de Sol 1986, wurde der “Fahrer- und Konstrukteursverband Solar- und Elektrobile der Schweiz”, kurz FKVS gegründet. Bereits wenige Jahre später, entstand auf Anregung von Wilfried Blum am 5. Juni 1993 in Bern, unter dem Patronat des damaligen Bundesrates Alfons Ogi, der neue Verein ECS Elektromobilclub der Schweiz. Curt war als damaliger Vertreter vom ACS und vom ASVER eines der Gründungsmitglieder des ECS und Mitglied des ersten Vorstandes. Er gehörte dem Vorstand die ersten Jahre an, blieb jedoch bis heute Mitglied des Vereines.
Curt Schild am Autosalon in Genf 1996 // Bild zur Verfügung gestellt durch Susanne Wegmann
Am 20. November 2010 wurde Curt Schild als Legende des Automobilrennsports in der «Wall of Fame des Schweizerischen Autorennsports» im Autobau-Museum in Romanshorn aufgenommen. Auf der «Wall of Fame» werden alle jene Persönlichkeiten geehrt, die sich in den vergangenen über 100 Jahren als Rennfahrer, Techniker, Teammanager, Kommissionäre oder in anderer Charge auf herausragende Weise um den Schweizer Motorsport verdient gemacht haben. Zusammengestellt wurde die Liste durch eine Jury von Kennern des Motorsports. Die Ehrenliste beginnt bei den Gebrüdern Dufaux sowie Louis Chevrolet, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts für Aufsehen sorgten. Die Ehrentafel im Autobau in Romanshorn dokumentiert damit auch ein Stück Schweizer Sportgeschichte.
Heute lebt Curt Schild in der Senevita Seniorenresidenz Multengut in Muri bei Bern. Wir wünschen ihm von ganzen Herzen alles Gute zu seinem Jubiläum, beste Gesundheit und dass er seinen Ruhestand noch möglichst lange geniessen darf.
Bern, 27.09.2020
Der ECS-Vorstand