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Normale (a) und
vergrößerte (b) Prostata:
Verengung der Harnröhre bei vergrösserter Prostata
(1) Harnblase,
(2) Prostata,
(3) Harnröhre,
(4) Mündung der Harnleiter,
(5) Mündung der Samenleiter
Eine benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine häufig auftretende gutartige Prostatavergrösserung. Gutartig bedeutet, dass zwar eine übermässige Zunahme der Zellanzahl vorliegt, diese allerdings nicht aggressiv abläuft wie beim Prostatakrebs. BPH und Prostatakrebs sind nicht das gleiche! Anders als bei einer Krebs-Erkrankung wuchert das Prostatagewebe nicht unkontrolliert, wächst nicht in andere Strukturen hinein, streut nicht und kann auch keine Tochtergeschwülste bilden. Zudem betrifft eine Prostatahyperplasie die innere Prostata-Zone, die direkt die Harnröhre umgibt, während eine Krebs-Erkrankung bevorzugt die äussere Zone (periphere Zone) befällt.
Für eine benigne Prostatahyperplasie gibt es einige Ursachen. Die häufigste Ursache ist wahrscheinlich die Umstellung des Hormonhaushalts im Alter, wenn die Produktion von Testosteron langsam abnimmt. Tatsächlich sind etwa die Hälfte aller Männer zwischen 51 und 60 Jahren von einer vergrösserten Prostata betroffen. Bei über 80-jährigen Männern liegt die Zahl der Betroffenen sogar bei 90 Prozent.
Daran erkennen Sie eine vergrößerte Prostata
Wie erkennen Sie nun eine gutartige Prostatavergrösserung? Die Symptome sind zu Beginn kaum auffällig. Der Mann bemerkt eventuell eine Abschwächung des Harnstrahls oder dass er allmählich länger auf der Toilette bleibt als noch vor ein paar Jahren. Dies hängt mit der Einengung der Harnröhre und dem steigenden Druck auf die Blase zusammen. Häufiger Harndrang in der Nacht, ein verstärkter Harndrang und ein Nachträufeln von Harn nach der Blasenentleerung sind typische Anzeichen einer sich vergrössernden Prostata.
Wächst die Prostata weiter, ruft sie zunehmend stärkere Beschwerden hervor. Diese Symptome unterscheiden sich folgendermaßen:
- Obstruktive Beschwerden, die durch die Einengung der Ausflussbahn hervorgerufen werden. Beispiele sind ein schwacher Harnstrahl oder sogar ein Harnverhalt, ein unterbrochener Harnstrahl, Nachträufeln und Restharngefühl (Grund dafür kann eine unvollständige Blasenentleerung sein).
- Irritative Beschwerden, die durch eine Beeinträchtigung oder Reizung des Gesamtsystems von Blase und Prostata hervorgerufen werden. Beispiele sind häufiger Harndrang in kleinen Mengen, häufiges Wasserlassen in der Nacht sowie starker und manchmal plötzlicher Harndrang, der nicht zurückgehalten werden kann (Inkontinenz).
Manchmal treten bei einer Vergrösserung der Prostata auch Schmerzen beim Wasserlassen auf oder Blut befindet sich im Urin durch die zu grosse Belastung der Venen am Blasenausgang. Bei manchen Männern ist durch die BPH auch die Erektionsfähigkeit eingeschränkt oder es kommt zu einem verminderten Samenerguss bei der Ejakulation.
Besteht die Einengung der Harnröhre durch die angewachsene Prostata über einen längeren Zeitraum, steigt das Risiko, dass auch die Blase selbst Schaden nimmt. Muss sie einen immer höheren Widerstand überwinden, um den Urin nach draussen zu befördern, wächst der Blasenmuskel, während die Blasenwand an Elastizität verliert. Es bilden sich kleine Aussackungen in der Wand. Mit der Zeit lässt die Kraft des Blasenmuskels nach, die Blase entleert sich nicht mehr vollständig und der nun nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibende Restharn kann Ursache von Blasenentzündungen sein. Harnwegsinfekte, Blasensteine und ernste Komplikationen wie Nierenstau oder Harnverhalt können die Folge sein. Ein kompletter Harnverhalt ist ein Notfall und muss schnell behandelt werden!