Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03102.jsonl.gz/1786

Am Donnerstag, 14. Oktober 2021, 15:00 Uhr, zeigen wir Der Himmel über Berlin von Wim Wenders, Deutschland 1987, mit Bruno Ganz als Engel Damiel und Otto Sander als Engel Cassiel, ca. 130 Min.
Handlung
Die Engel Damiel und Cassiel treten als Beobachter der Welt auf, insbesondere in Berlin. Sie können nicht in das Leben der Menschen eingreifen und sich ihnen nicht zu erkennen geben. Sie können ihnen jedoch neuen
Lebensmut einflössen. Das Leben der Engel ist rein geistig, sinnliche Empfindungen sind ihnen unzugänglich. Der Wunsch, am Leben der Sterblichen und deren Empfindungswelt teilzuhaben, wird bei Damiel so gross, dass er
dafür bereit ist, auf seine Unsterblichkeit zu verzichten. Mit seinem Harnisch als Startkapital wird er in die Welt hineingeworfen. In einer Trapezkünstlerin, die sich scheinbar von der Erdschwere löst, findet er seinen Gegenpart.
Hintergrund
Zu den Orten des Films gehören der Engel auf der Berliner Siegessäule (wobei es sich hier um einen Studionachbau handelt), der Potsdamer Platz (vor der Neubebauung), der Lesesaal der dortigen Staatsbibliothek zu Berlin,
der Anhalter Bahnhof und die Langenscheidtbrücke in Berlin-Schöneberg. Die Aussenaufnahmen für den Zirkus spielen auf dem Gelände des heutigen Theodor-Wolff-Parks (Kreuzberg), im Hintergrund sieht man das
Tommy-Weisbecker-Haus. Für die Bunkerszenen wurde der Hochbunker Pallasstrasse zum Drehort. Die Konzertszenen und die abschliessende Akrobatikszene spielen in den Relikten des Hotel Esplanade (Berlin), das mittlerweile versetzt und in
das Sony-Center integriert wurde. Dort treffen Damiel und die Trapezkünstlerin bei einem Konzert von Nick Cave & the Bad Seeds das erste Mal aufeinander.
Das Lied vom Kindsein von Peter Handke zieht sich als Leitmotiv durch den gesamten Film, die einzelnen Strophen wurden jeweils gesondert eingespielt. Weitere Texte, auf die sich der Film bezieht, sind Prolog für eine Liebe, Anrufung
der Welt (1987) und Das Gewicht der Welt(1977) von Peter Handke, Über den Begriff der Geschichte (1940) von Walter Benjamin, die Duineser Elegien (1923) von Rainer Maria Rilke, die Odyssee (ca. 8. Jahrhundert v. Chr.) von Homer und
die Anfangsworte des Buches Genesis.
Als Hommage an den französischen Kameramann Henri Alekan (1909-2001), der sich im Grunde bereits im Ruhestand befand und Wenders den Gefallen tat, für seinen Film Der Himmel über Berlin doch noch mal hinter dem
Sucher Platz zu nehmen, trägt der darin vorkommende Zirkus den Namen Circus Alekan.
Kritiken
Der Himmel über Berlin erreichte international grosse Anerkennung, bei dem US-Filmkritikerportal Rotten Tomatoes besitzt er - basierend auf 49 Kritiken - eine positive Bewertung von 98 %.
«Eine poesievolle Liebeserklärung an das Leben, an die Sinnlichkeit und an die Begrenztheit des irdischen Daseins.» Lexikon des internationalen Films
Vorverkauf per internet empfohlen, Covid-Zertifikat erforderlich, keine Pause