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Der Pass liegt auf 815 m, südlich von Tavannes und verbindet das Birstal mit dem Tal der Schüss. Aufgrund der fehlenden Ausweichmöglichkeiten wurde er ab der Römerzeit bis zur Eröffnung des Autobahntunnels 1997 durchgehend benutzt. Sein Name leitet sich vom lat. petra pertusa (durchschlagener Fels) ab. Die von Petinesca her kommende, durch das namengebende Felsentor auf der Passhöhe führende Römerstrasse verband die beiden röm. Militärstrassen Avenches-Solothurn-Augst und Besançon-Mandeure-Kembs. Archäolog. Sondierungen des Trassees bei Tavannes datieren die Strasse in die 2. Hälfte des 1. Jh. Die 159 x 96 cm grosse Inschrift an der Nordseite des P. nennt Marcus Dunius Paternus, den duumvir der helvet. Kolonie Aventicum, als Bauherrn der Strasse. Die Weiheformel zu Ehren der Kaiser datiert die Inschrift um das Jahr 200 und bezieht sich wohl auf die Erneuerung und den Ausbau der schon bestehenden Strasse und die künstl. Verbreiterung des natürl. Felsentors zu einem Tunnel.
Urkundlich erwähnt wurde der P. erstmals 1179. Er markierte die Grenze zwischen den Diözesen Lausanne und Basel bis zur Reformation sowie zwischen der Propstei Moutier-Grandval und der Vogtei Erguel. Die 1752 erbaute Strasse durch die Schluchten von Court und Moutier und über den P. verband die Städte Basel und Biel. Sie wurde sowohl durch den Post- als auch durch den Touristenverkehr rege benutzt. 1797 ging der Pass mit dem südl. Teil des Fürstbistums Basel an Frankreich über. Nachdem das Gebiet 1815 an Bern gefallen war, verbreiterte der Kanton die Strasse ab Bözingen bis nach Courtelary. 1874 wurde der Eisenbahntunnel durch den P. bzw. die Linie Sonceboz-Tavannes eröffnet. Der Autobahntunnel durch den P. markierte eine wichtige Etappe beim Bau der A16 (Transjurane).
Literatur
– G. Walser, Röm. Inschr. in der Schweiz 2, 1980, 34 f.
– C. Gerber, La route romaine transjurane de P., 1997
– SPM 5, 398
– IVS Dok. BE 39
Autorin/Autor: Martin Bossert