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Spuren des paläolithischen Menschen auf gemeinschaftlicher Lagerstätte angetroffen. Im Rheinthal und in Frankreich aufgefundene
Moschusochsenschädel, die hin und wieder die Spuren menschlicher Thätigkeit erkennen lassen, sowie die in den Höhlen des
Périgord, im Keßlerloch bei Thayingen (Kanton
[* 14] Schaffhausen)
[* 15] und anderwärts aufgefundenen bearbeiteten Renntiergeweihe beweisen, daß der
paläolithische Mensch diese Gegenden zu einer Zeit bewohnt hat, wo das Klima
[* 16] Nord- und Mitteleuropas ein
kälteres gewesen ist als heutzutage. Während die Funde von Taubach (unweit Weimar)
[* 17] andeuten, daß der Mensch der ältern S.
das heutige Thüringen während der der letzten Vergletscherung vorausgehenden Interglazialepoche (zwischen zwei Vergletscherungen
fallende wärmere Zwischenperiode) bewohnt hat, zeigen die Funde von der Schussenquelle (Oberschwaben),
bestehend in einer nordische Moose
[* 18] enthaltenden, unmittelbar auf der Rheingletschermoräne gelegenen Kulturschicht, daß der
Mensch hier während der letzten Vergletscherungsepoche lebte.
Man fand auch Stücke farbiger Erde zum Bemalen des Körpers und zum Teil höchst primitive Schmuckgegenstände (durchbohrte
Tierzähne, welche, mit Darmsaiten zur Kette aneinander gereiht, getragen wurden, Knochen
[* 21] kleiner Tiere, Schneckengehäuse und
Muscheln,
[* 22] StückeJet, Plättchen von Renntierhorn u. dgl.).
Die in französischen Höhlen, im Keßlerloch und anderwärts aufgefundenen Gravierungen in Renntierhorn u. Mammutelfenbein
und die aus diesem Material hergestellten Schnitzereien beweisen eine gewisse Begabung für bildnerische Thätigkeit.
Als Material für die primitiven Geräte, welche in paläolithischen Fundstätten angetroffen werden, dienten vorzugsweise
Feuersteinknollen, die den Gegenstand eines ausgedehnten Handelsverkehrs bildeten und zum Teil durch
primitiven Bergbau
[* 23] (s. Schmutzgruben) gewonnen wurden. In der Nachbarschaft der Feuersteinlager entstanden auch jene Feuersteinwerkstätten,
von wo aus die Umgebung mit Werkzeugen und Waffen
[* 24] versehen wurde. Solche Werkstätten wurden in Frankreich zu Pressigny le Grand,
in Belgien
[* 25] auf dem rechten Ufer der Trouille, unweit Spiennes, aufgedeckt.
Letztere lassen die von Menschenhand hergestellten Steinobjekte sicher von jenen Steinfragmenten unterscheiden, welche
durch zufällige Zersplitterung ohne Mitwirkung
des Menschen entstehen. Indem von den Feuersteinknollen
messerförmige Späne oder Splitter abgesprengt werden, bleiben in der Regel jene charakteristisch geformten Steinkerne (nuclei,
s. Tafel »Kultur der Steinzeit«) übrig. Arbeitssteine, ovale Steine mit Aushöhlungen an einer oder beiden Oberflächen, dienten
als Hämmer oder Schnitzer.
Die Schlagsteine (Schlagkugeln) zeigen auf den Rändern die Spuren der mit ihnen ausgeführten Schläge.
Die Steinmesser (s. Tafel) sind dünne, zweischneidige, einer Barbierlanzette ähnelnde, länglich-ovale
Splitter, die Schabsteine (s. Tafel) im allgemeinen von mehr unregelmäßiger Form. Sehr häufig finden sich
in den ältern paläolithischen Fundstätten mandelförmige Steinäxte (s. Tafel), die wahrscheinlich vermittelst Tiersehnen
an einem Holzstiel befestigt, aber auch als Meißel
[* 28] oder Pfrieme verwendet wurden.
Steinobjekte von drei- oder viereckiger Form, die auf der einen Seite flach, auf der andern mehr oder weniger gewölbt, 2½-5½
Zoll lang, 1½ bis 2½ Zoll breit sind, und die eine wenn auch nicht scharfe, doch sehr starke Schneide
besitzen, werden vorzugsweise in den Küchenabfallhaufen Dänemarks angetroffen und in der Regel als kleine Steinbeile bezeichnet,
von Steenstrup aber als Angelschnurgewichte gedeutet. Von Schleudersteinen unterscheidet man einfache, roh bearbeitete Feuersteinstücke
und runde, etwas abgeflachte, zierlich gearbeitete Scheiben.
Aus Feuerstein hergestellte Sägen
[* 29] (s. Tafel) gehören in paläolithischen Fundstätten ebenfalls nicht
zu den Seltenheiten. Die Pfeilspitzen (s. Tafel) der ältern Stadien der paläolithischen Zeit sind
von plumper, dreieckiger Gestalt, später finden sich leichter und besser gearbeitete, rautenförmige, blattförmige oder
mit Widerhaken versehene Stücke, und daß gegen das Ende der ältern S. eine bedeutende Vervollkommnung in der Herstellung
der Geräte und Waffen stattgefunden hat, beweisen die kunstvoll gearbeiteten, meist lorbeerblattförmigen
Dolch- und Speerspitzen (s. Tafel), wie sie in jüngern paläolithischen Fundstätten wiederholt
angetroffen wurden.
Die relativ hohe Entwickelungsstufe, welche der Mensch der jüngern S. im Vergleich zum paläolithischen
Menschen einnimmt, äußert sich zunächst in der außerordentlich sorgfältigen und stellenweise einen nicht geringen
Geschmack bekundenden Herstellung der Waffen und Werkzeuge, die zum Teil auch bedeutende Dimensionen aufweisen. So fanden sich
z. B. in Skandinavien sorgfältig gearbeitete Steinäxte, welche 33 cm lang sind und in der Mitte eine Breite
[* 33] von 55-57 mm und eine Dicke von 35-38 mm aufweisen. Die neolithischen Feuersteingeräte sind nicht von Knollen
[* 34] abgeschlagene
Steinsplitter, sondern von allen Seiten bearbeitete Steinstücke. Dieselben sind geschliffen oder mehr oder weniger sorgfältig
gemuschelt, d. h. es sind aus dem Feuerstein Teilchen in muschelförmigem Bruch herausgehoben. Neben einfachen,
beiderseits zur Schneide konvex sich zuschärfenden Axtblättern finden sich Steincelte,
¶
Als Hämmer (s. Tafel) werden Äxte bezeichnet, die statt der Schneide eine mehr oder weniger abgestumpfte Fläche tragen, während
Hammeräxte an einem Ende die Schneide der Axt, am andern die Fläche des Hammers besitzen. Zur Befestigung des keilförmigen
Steinbeils am hölzernen Stiel wurde es in einen Einschnitt an dem umgebogenen Ende eines krummen Holzgriffs gesteckt und
mit kreuzweise umgelegten Riemen oder mit einer Schnur befestigt, oder man höhlte ein StückHirschhorn oder Renntiergeweih
zu einer das Steingerät teilweise umfassenden Hülse
[* 37] aus, welche dann am dicken Ende einer Holzkeule
oder eines Stockes befestigt wurde.
Anderseits wurden die Steinäxte, um einen hölzernen Stiel hindurchzustecken, durchbohrt. Rau hat nachgewiesen, daß man das
härteste Gestein mit einem hölzernen Stab
[* 38] oder einem cylinderförmigen Knochen, den man in schnelle Umdrehung versetzt, unter
Anwendung von Sand und Wasser durchbohren kann. Auch ein zugespitztes Hirschhornstück oder ein an einem
Holzstab angebrachter spitzer Feuerstein, der mit Hilfe einer an einem Bogen
[* 39] befestigten, sich auf- und abwickelnden Schnur in
schnelle Umdrehung versetzt wurde, fand vielfach Verwendung.
Zur Zerteilung eines großen Steinblocks bediente man sich einer an einem hin- und herschwingenden Baumast befestigten Feuersteinsäge,
mit der man den Block von verschiedenen Seiten ansägte, während die übrigbleibende Verbindung mit dem
Meißel durchgesprengt wurde. Besonderes Interesse knüpft sich an die aus Nephrit und Jadeit hergestellten Geräte, da die Herkunft
des Materials mehr oder weniger zweifelhaft ist (vgl. Nephrit). Die aus Knochen und Horn hergestellten Objekte der jüngern S.
bekunden zum Teil hervorragende technische Fertigkeit.
Aus diesen Materialien hergestellte Angelhaken, Harpunen und Stechspeere für den Fischfang, ferner knöcherne Pfrieme, Meißel,
Dolche, Pfeil- und Lanzenspitzen, aus Rippen des Hirsches oder der Kuh hergestellte Kämme zum Flachshecheln und ähnliche Objekte
gehören nicht zu den Seltenheiten. Aus Holz
[* 40] gefertigte Gegenstände, wie Speerstangen, Bogen, Kämme aus
Buchsbaumholz, aus einem Baumstamm ausgehöhlte Kähne u. dgl., haben sich ebenfalls hier und
da erhalten. Die neolithischen Schmuckgegenstände zeichnen sich vor den paläolithischen durch größere Mannigfaltigkeit
aus.
Die Fundstätten der jüngern S. sind über ganz Europa
[* 41] zerstreut, und auch außerhalb Europas werden dieselben häufig angetroffen;
ganz besonders reich aber hat sich Skandinavien erwiesen. Außer den gewöhnlichen neolithischen Objekten
finden sich im N. und O. Schwedens aus Schiefer hergestellte Altertümer, die man für Überreste der S. der Lappen hält und
als arktische Steinkultur bezeichnet. Außerordentlich reich an neolithischen Fundstücken ist Rügen, von wo aus in prähistorischer
Zeit ein großartiger Export von Feuersteingeräten stattfand.
besetzten Vorderzehen mit breiten, platten Nägeln, stummelartiger Hinterzehe, kurzen, schmalen Flügeln und statt des Schwanzes
mit einem Büschel zerschlissener Federn. Die Steißfüße sind vollkommene Wasservögel, welche ausgezeichnet tauchen, unter
Wasser sich sehr schnell fortbewegen, auch auf dem Wasser ruhen und in einem schwimmenden Nest aus nassen Stoffen brüten. Das
Gelege besteht aus 3-6 Eiern, welche von beiden Eltern gezeitigt werden. Sie nähren sich von Fischen,
Insekten,
[* 57] Fröschen, verschlucken auch Pflanzenteile und ihre eignen Federn, welche sie sich aus der Brust rupfen.
Das Nest steht in der Nähe von Schilf auf dem Wasser, und das Weibchen legt drei weiße Eier.
[* 61] Die Jungen werden von der Mutter
beim Schwimmen oft auf dem Rücken, beim Fluge nicht selten zwischen den Brustfedern versteckt getragen.
Man jagt ihn des kostbaren Federpelzes halber. Der Zwergsteißfuß (P. minorL.), 25 cm lang, 43 cm breit, oberseits glänzend
schwarz, unterseits grauweiß, dunkler gewölkt, an der Kehle schwärzlich, an Kopf-, Halsseiten und der Gurgel braunrot; das
Auge
[* 62] ist braun, der Zügel gelbgrün, der Schnabel an der Wurzel
[* 63] gelbgrün, an der Spitze schwarz, der Fuß
schwärzlich. Er ist wie der vorige weit verbreitet, weilt in Deutschland vom März, bis die Gewässer sich mit Eis
[* 64] bedecken,
und überwintert in Südeuropa.
Man findet ihn an bewachsenen Teichen, in Brüchern und Morästen, er lebt wie der vorige, fliegt aber
schlecht und deshalb sehr ungern, nährt sich hauptsächlich von Insekten, nistet im Schilf und legt 3-6 weiße, schwach gefleckte
Eier (s. Tafel »Eier II«),
welche in 20 Tagen ausgebrütet werden. Der Ohrensteißfuß (P. auritusL.), 33 cm lang, 60 cm breit,
an Kopf, Hals und Oberteilen schwarz, mit breitem, goldgelbem Zügel, an Oberbrust und Seiten lebhaft braunrot,
an Brust und Bauchmitte weiß, das Auge ist rot, der Schnabel schwärzlich, der Fuß graugrün, bewohnt den gemäßigten Gürtel
[* 65] der Alten Welt. Die Eier (s. Taf. »Eier II«) sind weiß, lehmgelb gefleckt.
(griech.), Grabstein, gewöhnlich ein viereckiger, nach oben sich etwas verjüngender und mit Blätter- oder
Blumenverzierungen (Anthemien) gekrönter Pfeiler, welcher den Namen des Verstorbenen trägt (s. Abbildung).
Mitunter finden
sich auch auf der S. Reliefdarstellungen, die sich auf das Leben des Geschiedenen beziehen. In makedonischer und römischer
Zeit wird die S. niedriger und breiter und meist mit einem Giebel besetzt.
privatrechtlichen Verkehr setzt die S. in der Regel einen Auftrag seitens der zu vertretenden Person voraus (s. Mandat). Handelt
es sich dagegen um die Vertretung eines öffentlichen Beamten, so wird der Stellvertreter oder Vikar (s. d.) in der Regel von der
vorgesetzten Dienstbehörde bestellt. Dem als Volksvertreter gewählten Beamten fallen die Kosten der
S. nicht zur Last. Die S. des deutschen Reichskanzlers (Generalstellvertretung durch einen Vizekanzler oder Spezialvertretung
durch die Chefs der Reichsämter) ist durch Reichsgesetz vom geordnet. Bei gekrönten Häuptern wird zwischen S. und
Regentschaft unterschieden. Letztere ist auf die Dauer berechnet und tritt kraft gesetzlicher Bestimmung
ein, während man unter S. die auf Anordnung des Monarchen selbst eintretende vorübergehende Vertretung versteht.
Karl, lyr. Dichter, geb. zu Elberfeld,
[* 75] widmete sich in einer Seidenweberei daselbst dem kaufmännischen
Beruf, zu dem er auch nach einem kurzen Versuch, als Schauspieler eine künstlerische Zukunft zu gewinnen, zurückkehrte und
bis 1880 (in den letzten 30 Jahren als Prokurist) thätig war. Seitdem lebt er in Wiesbaden.
[* 76] S. gehört
als Dichter zu der kleinen Gruppe der »Wupperthaler Poeten«, welche im materiellen Treiben ideale Gesinnungen zu wecken und zu
erhalten bemüht waren und eine freisinnige und freudige Auffassung des Daseins dem trüben Wupperthaler Pietismus
entgegensetzten. Er veröffentlichte: »Gedichte« (Elberf. 1858, 3. Aufl.
1880);
hohe Stäbe, an welchen in bestimmter Höhe Trittklötze angebracht sind, auf denen man, sich an den Stangen
selbst festhaltend, stehen und gehen kann. Sie sind ein gymnastisches Belustigungsmittel, während eine andre Art Stelzen,
die ungefähr eine Ellehoch undoben so breit sind, daß sie an die Fußsohle festgeschnallt oder gebunden
werden können, besonders von den Äquilibristen zum Stelzentanz benutzt werden. Beide Arten sind übrigens in Marschländern
sehr gebräuchlich, um sumpfige oder überschwemmte Stellen zu durchschreiten, namentlich im franz. Departement des Landes,
woselbst die Schäfer sich den ganzen Tag auf ihren S. bewegen. Zu Namur
[* 79] fand früher alljährlich zum Karneval
ein zweistündiger Kampf zwischen zwei Armeen auf S. statt.
Das Gefieder ist am Hinterkopf zu einem Schopfe verlängert, oberseits hell aschgrau, am Hinterhals gräulichfahl, an den
Halsseiten u. Unterteilen schmutzig graugelb, Nackenschopf, Schwingen, Bürzel und Unterschenkel schwarz, die Steuerfedern
weiß, graubraun, schwarz, an der Spitze wieder weiß; das Auge ist graubraun, der Schnabel dunkel hornfarben,
an der Spitze schwarz, Wachshaut und Lauf gelb. Er bewohnt die steppenartigen EbenenAfrikas vom Kap bis 16° nördl. Br., lebt
meist paarweise, läuft und fliegt vortrefflich und ist berühmt als Schlangenvertilger. Er nistet auf Büschen oder Bäumen
und legt 2-3 weiße oder rötlich getüpfelte Eier, welche das Weibchen in sechs Wochen ausbrütet. Die
Tötung des Stelzengeiers ist am Kap streng verboten. In der Gefangenschaft hält er sich gut, wird auch recht zahm.
[* 73] kamen im 15. Jahrh., wie es scheint zuerst in Spanien,
[* 82] auf, wo sich diese Mode eine Zeitlang mit der der
Schnabelschuhe
[* 83] vereinigte. Schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. kam sie hier wieder in
Abnahme, wogegen sie erst jetzt in England, Italien
[* 84] und besonders in Frankreich (unter dem Namen patins) Verbreitung fand. Allerdings
gewannen sie im Norden
[* 85] insofern praktische Bedeutung, als der Straßenschmutz zur Benutzung hölzerner Unterschuhe zwang,
die im Haus abgelegt wurden. Sie wurde hier in dem Maß übertrieben, daß man sie, nach Art eines förmlichen
Piedestals, bis zu 2 Fuß hoch trug und auch durch die Farbe derselben die Aufmerksamkeit zu erregen suchte. In Deutschland fand
diese Mode weniger Anklang. Trotz häufiger Verbote kam man, wenn auch in mäßigerer Anwendung, immer wieder
auf sie zurück S. die Abbildungen.
Franz, ausgezeichneter österreich. Dialektdichter, geb. zu
Großpiesenham bei Ried in Oberösterreich als der Sohn eines Bauern, besuchte, für den geistlichen Stand bestimmt, die Gymnasien
zu Salzburg
[* 86] und Graz
[* 87] und sollte im Seminar zu Linz
[* 88] die Weihen empfangen, verließ aber, weltlich gesinnt,
das Berufsstudium und ging nach Wien,
[* 89] wo er sich erst als Jurist, dann als Malerakademiker versuchte, bis er sich einer wandernden
Schauspielertruppe anschloß. In dieser Laufbahn lernte er SophieSchröder kennen, die ihn in der Deklamation unterrichtete.
Nach Auflösung der Truppe kehrte der mehr als 30jährige Sohn, von der Bäuerin-Mutter geholt, in die heimatliche
Hütte zurück, wo er nun seine zerstreuten Dialektgedichte ordnete und herausgab (»Lieder in obderennsscher Mundart«, Wien 1836; 2. Aufl.
1844),
die einen durchschlagenden Erfolg hatten. Es folgten »NeueGesänge« (Wien 1841, 2. Aufl. 1844)
¶
mehr
von gleichem Wert nach, und nun gehörte S. ganz dem dichterischen Beruf an, indem er als wandernder Sänger, seine eignen
Gedichte vortrefflich vortragend, Österreich
[* 91] und Bayern
[* 92] jahrelang durchzog. Weiter veröffentlichte er drei BändeErzählungen
(»Prosa«, Regensb. 1845);
und Stechzeug,Meißel zur Bearbeitung des Holzes, haben eine gerade, einseitig oder zweiseitig zugeschärfte
oder eine bogen- oder winkelförmige Schneide. Zu der ersten Klasse gehört der 3-50 mm breite Stechbeitel, dessen Zuschärfungsfläche
mit der gegenüberstehenden Fläche einen Winkel
[* 95] von 8-30° bildet. Der englische Lochbeitel ist sehr viel
dicker, 1,5-25 mm breit und hat einen Zuschärfungswinkel von 25-35°. Die Kantbeitel sind lange und starke Stechbeitel für
Wagner mit einer niedrigen Rippe auf der Seite, wo die Zuschärfung liegt, so daß der Querschnitt ein gedrücktes Fünfeck
[* 96] bildet.
Zur zweiten Klasse gehört das Stemmeisen mit dünner Klinge und 12-36 mm breit. Zur dritten Klasse gehören
die Hohleisen mit rinnenartiger Klinge und ein- oder zweiseitig zugeschärfter Schneide, deren Mitte bei den Hohleisen der
Zimmerleute weit vorsteht. Der Geißfuß hat zwei gleichlange, geradlinige Schneiden, welche unter einem Winkel von 45-90°
zusammenstoßen. Stemm- und Stechzeuge dienen zum Wegnehmen von Holzteilen, zur Bildung von Einschnitten,
Ausarbeitung von Vertiefungen und Löchern etc. Stemmmaschinen zum Ausstemmen von Zapfen
[* 97] und durch Langlochbohrmaschinen erzeugten
Nuten besitzen einseitig scharf geschliffene Meißel, die sich hin und her, resp. auf und ab bewegen und dabei in das auf dem
Arbeitstisch liegende Holz einschneiden, welches nach jedem Schnitt um die Stärke
[* 98] eines Spans vorrückt.
Derselbe soll wegen seiner finanziellen Ergiebigkeit zuerst im verkehrsreichen Holland (seit 1624) in Gebrauch gekommen sein.
Er ist überall da anwendbar, wo einer zu belastenden Leistung eine Schriftlichkeit zu Grunde liegt, die der Zahlungspflichtige
überreicht oder empfängt. In diesen Fällen können sowohl Stempelbogen (gestempeltes Papier) als aufzuklebende,
für den Gebrauch bequemere Stempelmarken benutzt werden, in andern bedient man sich auch wohl
gestempelter Umschläge (Banderollen,
z. B. beim Tabak),
[* 100] die bei dem Gebrauch zerrissen werden, während der Stempelbogen durch das Beschreiben, die Stempelmarke
durch Durchstreichen oder Ausdrücken eines Zeichens für weitere Verwendungen unbrauchbar gemacht (nullifiziert,
kassiert) wird.
1) der Fixstempel, welcher mit einem festen Geldbetrag für die einzelne in Anspruch genommene öffentliche Leistung
heute meist in der Form der Stempelmarke eintritt;
2) der Klassenstempel, bei welchem nach gewissen Merkmalen (Bedeutung des Gegenstandes, verursachte Kosten) die verschiedenen
Fälle in Klassen eingeteilt werden und innerhalb der einzelnen Klassen Festempel zur Anwendung kommen;
3) der Dimensionsstempel, dessen Höhe sich nach der Ausdehnung
[* 101] des Gegenstandes (Zeitung, Prozeßakten)
richtet, an welchen der S. angeknüpft wird;
die Kunst, Figuren und Buchstaben in Stempel von Metall je nach Erfordernis des Abdrucks vertieft
oder erhaben darzustellen. Zu den Stempelschneidern gehören daher auch die Petschaftstecher und die Schriftschneider, doch
findet die eigentliche Anwendung der S. besonders für Münzen und Medaillen statt.
Zahlen und sich oft wiederholende kleine
Zeichen (Sternchen, Kreuze etc.) werden mit besondern Bunzen eingeschlagen.