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Als Völkerwanderung bezeichne ich die Annahme, dass die Gattung Homo ihren Ursprung in Afrika hatte und dass sich deren Angehörige von dort über die ganze Erde verbreiteten haben - aber immer so, dass sie zuvor jeweils Völker gebildet haben.
Die "Völkerwanderung" ist also vor allem eine ideologische Erzählweise, die nicht verstandene Verteilungsverhältnisse durch ein bekanntes Pattern rationalisiert, das die Besetzung des amerikanischen Kontinent beschreibt.

Es gibt in dieser Wanderungs-Geschichte zwei Stufen. Zuerst geht es darum, dass der Mensch die Erde überhaupt besiedelt hat und innerhalb der Zivilisationsgeschichte geht es um die "Völkerwanderung" im engeren Sinne, die die Wanderbewegung vor allem germanischer Gruppen im Zeitraum vom Einbruch der Hunnen nach Ostmitteleuropa ca. 375/376 beschreibt, die eine Fluchtbewegung anderer Völker in diesem Raum auslösten, bis zum Einfall der Langobarden in Italien 568 verstanden.
Diese "Völkerwanderung" fällt in die Spätantike und bildet damit ein Bindeglied zwischen der klassischen Antike und dem Beginn des europäischen Frühmittelalters, da man sie beiden Epochen zurechnen kann. Die Völkerwanderung stellt allerdings keinen einheitlichen und in sich abgeschlossenen Vorgang dar. Vielmehr spielten bei den Wanderungsbewegungen der zumeist heterogen zusammengesetzten Gruppen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, wobei in der neueren historischen und archäologischen Forschung viele Einzelaspekte der Völkerwanderung sehr unterschiedlich bewertet werden.
395 kam es nach dem Tod des römischen Kaisers Theodosius I. zu einer faktischen Reichsteilung, wenngleich immer noch nominell zwei Kaiser gemeinsam über das Imperium herrschten und Gesetze für beide Teile Gültigkeit besitzen sollten. 382 und 418 wurden vertragliche Regelungen zwischen der römischen Reichsregierung und den Westgoten getroffen, was schließlich eine Ansiedlung der Goten auf römischem Territorium zur Folge hatte. Auch die Franken wurden auf römischem Boden angesiedelt und übernahmen als Foederaten Aufgaben des Grenzschutzes im Nordosten Galliens. Nach dem Rheinübergang von 406 und dem Eindringen der Vandalen und Sueben in das Westreich zeichnete sich langsam, aber zunehmend der Zusammenbruch der weströmischen Verwaltungsordnung ab. Im Zusammenhang mit diesem Prozess kam es schließlich 476/80 zum Zusammenbruch des Weströmischen Reiches, während das Oströmische Reich die Völkerwanderungszeit weitgehend intakt überstand. Auf dem Boden des westlichen Imperiums entstanden demgegenüber im 5. und 6. Jahrhundert germanisch-romanische Reiche, die die Kultur Europas im Mittelalter entscheidend prägen sollten.