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Artikel «Chaos in Venezuela – Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren» von SRF News beanstandet
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Mit Ihrer E-Mail vom 9. Februar 2019 haben Sie den Online-Artikel «Chaos in Venezuela – Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren» vom 20. Januar 2019 auf SRF News beanstandet. Ihre Eingabe erfüllt die formalen Voraussetzungen an eine Beanstandung. Somit kann ich auf sie eintreten.
A. Sie begründeten Ihre Beanstandungwie folgt:
«Beim Beitrag <Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren> handelt es sich offensichtlich um eine falsche Information.
Die Brücke wurde noch gar nicht in Betrieb genommen gemäss Wikipedia (vgl. unten), und gemäss «Die Welt» am 06.02.2019 [1]
Auch der Grenzübergang sei seit einiger Zeit geschlossen.
Hier wird durch SRF nicht sachgerecht informiert.
Da ich gezwungen bin SRF zu finanzieren, verlange ich eine offizielle Berichtigung durch SRF!»
Sie fügen, wie oben angemerkt, Ihrer Beanstandung einen englischsprachigen Wikipedia-Beitrag an. Dieser ist im Anhang zu finden.
B. Ihre Beanstandung wurde der zuständigen Redaktion zur Stellungnahme vorgelegt. Frau Sandra Manca, Bereichsleiterin SRF News, schrieb:
Besten Dank für die Gelegenheit, zur Beanstandung von Herrn X Stellung zu nehmen.
Die Beanstandung bezieht sich auf folgenden Artikel.[2]
Im Artikel wird beschrieben, dass die Armee in Venezuela eine Brücke an der Grenze zu Kolumbien blockiert hat.
Herr X kritisiert, dass die im Artikel erwähnte Brücke gar nie in Betrieb genommen worden sei. Es handle es sich also um eine nicht sachgerechte Information.
Herr X hat insofern recht, dass die Brücke gar nie in Betrieb war. Tatsache ist aber auch, dass Venezuelas Präsident diese Brücke im Zusammenhang mit der Diskussion um Hilfslieferungen blockieren liess und damit absichtlich ein Symbol der Abschottung geschaffen hat.
Da dies im ursprünglich publizierten Artikel nicht deutlich wurde, haben wir nach Eingang der Beanstandung eine Präzisierung vorgenommen. Neu heisst es:
«Die Brücke Tienditas nahe der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta wurde mit dem Auflieger eines Tanklastzugs und zwei Containern gesperrt, wie kolumbianische Medien berichteten. Die Brücke war zwar nie in Betrieb, die Sperrung gilt aber als Symbol für die Abschottung Venezuelas gegenüber dem Nachbarn Kolumbien.»
Die Beanstandung trifft aber einen Nebenpunkt der Berichterstattung, weshalb die Sachgerechtigkeit auch ohne die erwähnte Präzisierung gegeben war.
Wir bitten Sie die vorliegende Beanstandung in diesem Sinne zu beantworten.
C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung des Artikels. Sie kritisieren in Ihrer Beanstandung, dass die Information im Online-Artikel «Chaos in Venezuela - Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren» nicht sachgerecht war. Im ursprünglichen Artikel wurde für das Publikum nicht deutlich, dass die blockierte Brücke gar nie in Betrieb war. Wie Sie der Stellungnahme der Bereichsleiterin von SRF News, Frau Sandra Manca, entnehmen können, hat Ihre Beanstandung dazu geführt, dass der Text präzisiert wurde. Insofern hat Ihre Beanstandung Wirkung gezeigt; den Verantwortlichen von SRF News, die rasch gehandelt haben, gebührt dafür ein entsprechendes Lob.
Allerdings schätze ich das Nichterwähnen der «funktionslosen» Brücke, nicht als Nebenpunkt in der Berichterstattung ein, wie dies Frau Sandra Manca anführt. Die Bedeutung der Sperrung einer länderverbindenden Brücke in einem Krisengebiet, die tatsächlich genutzt wird und bei der der Verkehr komplett blockiert wird, ist grundsätzlich anders einzuschätzen, als wenn es sich lediglich um die «symbolische» Sperrung einer noch nicht eröffneten Brücke handelt. Auch wenn Venezuelas Präsident diese Brücke im Zusammenhang mit der Diskussion um Hilfslieferungen blockieren liess und damit absichtlich ein Symbol der Abschottung geschaffen hat, verändert sich der Sinn und die Aussage, wenn man als Leser oder Leserin weiss, dass die Brücke noch gar nie in Betrieb war. Der Online-Artikel war zwar nur in einem kleinen Punkt nicht sachgerecht, dieser reichte aber aus, den Bericht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass ich Ihre Beanstandung unterstützen kann.
D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Manfred Pfiffner, stellvertretender Ombudsmann
Anhang:
Tienditas Bridge
From Wikipedia, the free encyclopedia

Tienditas International Bridge

Carries

6 divided lanes and pedestrians

Crosses

Locale

Official name

Puente internacional Las Tienditas

History

Construction start

January 24, 2014

Opened

Not open

Statistics

0 vehicles per day

Tienditas International Bridge
Location in South America
History
The bridge's construction began on January 24, 2014[1]and was planned to take no longer than 20 months. The costs were estimated around $32,000,000 and was split equally between the Venezuelan and Colombian governments.
It is the fifth international bridge between the two countries. The bridge itself is actually made of three approximately 280-metreparallel bridges built over the Tachira River, two bridges with three lanes in each direction and a pedestrian bridge. Immigration and customs facilities are located on each side of the bridge.
The crossing was completed in early 2016, but due to political tensions between Colombia and Venezuela since 2015, the bridge has not been opened to traffic.[2]
References
- S.A, El Pais. "Inicia construcción de puente Las Tienditas que unirá a Cúcuta con San Antonio, Venezuela". www.elpais.com.co.
- Opinión, Diario la. "Tienditas, el puente de 40 millones de dólares que no han estrenado". La Opinión.
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