Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/62789

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass die bisherige Präsentation der Ausstellung an neun Ausstellungsorten auf grosses öffentliches Interesse gestossen ist und sich die Kombination der Wanderausstellung mit Rahmenveranstaltungen für die erwünschte breite Auseinandersetzung mit den Ergebnissen bewährt hat?</p><p>2. Können Aussagen gemacht werden, wie das Angebot von Schulen genutzt wurde? Könnte gerade von der Schulseite her ein spezielles Interesse an der weiteren Nutzung der Ausstellung bestehen, weil neue Lehrmittel aufgrund der Forschungsergebnisse der Unabhängigen Expertenkommission erschienen sind oder nächstens erscheinen?</p><p>3. Ist der Bundesrat bereit, aufgrund einer positiven Interessenabklärung für weitere Ausstellungsorte die finanzielle und organisatorische Verantwortung über 2005 hinaus zu gewährleisten und diese neu einem Departement zuzuteilen? Wo könnte - in einer längerfristigen Perspektive - die Ausstellung fix installiert werden?</p><p>4. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass die Ausstellung auch ein Element des schweizerischen Beitrages zur Holocaust-Erinnerung und -Forschung ist, wozu die Schweiz sich mit ihrem Beitritt vor einem Jahr zur "Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research" verpflichtet hat?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Seit 2002 konnte die Ausstellung in zehn Institutionen gezeigt werden; dies dank der finanziellen Unterstützung des Fonds "Projekte gegen Rassismus und für Menschenrechte" und des EDA sowie dank der Mitarbeit des Käfigturm/Ein Politforum des Bundes, des VBS und des BBL. Die Ausstellung hat in der Öffentlichkeit, aber auch in den Schulen ein breites Echo gefunden. Der Bundesrat stellt fest, dass dadurch Diskussionen über die Rolle der Schweiz und der Schweizer während des Zweiten Weltkrieges haben stattfinden können und dass Zeitzeugen zu Wort kommen konnten, wie er es sich am 22. März 2002 anlässlich der Veröffentlichung des Schlussberichtes der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz/Zweiter Weltkrieg ("Bergier-Kommission") gewünscht hatte. Der Bundesrat ist aber der Ansicht, dass es nicht alleine an ihm liegt, eine solche Debatte zu organisieren. Er begrüsst deshalb die verschiedenen Bemühungen im Dienste der Diskussion, der Analyse und der Vermittlung historischer Erkenntnisse.</p><p>2. Die Ausstellung zum Bergier-Bericht sowie jene, die auf Gesprächen mit Zeugen der Kriegsjahre gründet ("Archimob"), haben Tausenden von Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, diese Periode unserer Geschichte besser zu kennen zu lernen. Es liegt an den zuständigen Institutionen und Organisationen, die Resultate der jüngeren Forschung in den Unterricht zu integrieren.</p><p>3. Die Ausstellung ist ursprünglich nicht als Wanderausstellung konzipiert worden. Montage, Demontage sowie Transport haben sich deshalb als sehr teuer erwiesen. Als Wanderausstellung kann die Ausstellung deshalb nicht erhalten werden. Allerdings hat sich das Schweizerische Landesmuseum in Zürich auf Anfrage bereit erklärt, die Ausstellung und ihre Inhalte zu bewahren und zu präsentieren. Auf diese Weise soll es der Öffentlichkeit und insbesondere den Schulen ermöglicht werden, sich auch künftig mit dem Thema auseinander zu setzen. Eine dauernde Installation der Ausstellung entspricht auch dem Wunsch des Bundesrates. Deshalb wird die Ausstellung im Dezember 2005 nach der letzten Etappe ihrer Wanderschaft dem Schweizerischen Landesmuseum in Zürich übergeben, damit sie dort auf Dauer eingerichtet werden kann.</p><p>4. Die Mitgliedschaft der Schweiz in der "Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research" hat ihren Niederschlag nicht nur in der Ausstellung zum Bergier-Bericht, sondern auch in der historischen Forschung, in einem Tag des Gedenkens, in Internetseiten und Lehrmitteln gefunden.</p>  Antwort des Bundesrates.