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Am 7. November 1917 übernahmen die kommunistischen Bolschewiki unter Lenin die Macht in Russland – was bedeutete das für die Schweiz? Im Schlachthaus wird Shakespeare zum primitiven Splatter-Theater – was steckt dahinter?
Die Oktoberrevolution hatte auch Auswirkungen auf die Schweiz
Vor hundert Jahren veränderte ein Ereignis die Welt nachhaltig. Am 7. November 1917 kam es in Russland zur Oktoberrevolution (Oktober deshalb, weil damals in Russland noch der julianische statt der gregorianische Kalender benutzt wurde). Es war die zweite Revolution, die das Land innert kürzester Zeit erschütterte. Die Bolschewiki vertrieben die sozialistisch-liberale Regierung, welche im Februar/März 1917 den Zaren an der Macht ersetzt hatte. Es kam zu einem Bürgerkrieg, der schliesslich von der Roten Armee gewonnen wurde und zur Gründung der Sowjetunion führte (1922).
Damals gab es in der Schweiz weder Radio noch Fernsehen noch irgendeine andere Quelle, über welche die Bevölkerung umfassend und schnell informiert werden konnte. Es gab zwar Berichte in Zeitungen, doch vieles blieb damals im Dunkeln. Der Alltag war dominiert vom damals tobenden Ersten Weltkrieg (1914-1918). Die Welt war sich also kaum bewusst, dass an diesen Tagen im November in der damaligen russischen Hauptstadt Petersburg Weltgeschichte geschrieben wurde. Nicht vorauszusehen war, dass die russische Revolution und die damit verbundene Gründung der Sowjetunion die Weltpolitik bis ans Ende des 20. Jahrhunderts beeinflussen würde. Was es gab, waren offizielle Berichte von Diplomaten, welche damals auch die Schweiz erreichten:
Heute können Historiker und Historikerinnen daraus Schlussfolgerungen ziehen, wie die Menschen die Ereignisse damals wahrgenommen haben. Michael Spahr hat mit Sacha Zala, dem Historiker und Leiter des Forschungsprojektes Diplomatische Dokumente der Schweiz, über die Revolution gesprochen und darüber, wie diese sogar zum Rücktritt eines Bundesrates geführt hat:
Der Film «Oktober» (1927) vom sowjetischen Regisseur und Filmpionier Sergei Eisenstein:
Shakespeare als blutiges Chasperli-Theater
Das neue Stück «Metzgete in Anusblietschwil» des Splätterlitheaters polarisiert: «Fantastisch» finden die einen, «primitiv und pubertär» die anderen. Gisela Feuz hat sich ein eigenes Bild davon gemacht: