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September 2023
Als in den 1790er Jahren revolutionäre Bewegungen auf die Schweiz übergriffen, schlug der Kanton Bern zur Stärkung des innereidgenössischen Zusammenhalts die Schaffung eines gemeinsamen Festes für Katholiken und Protestanten vor. Offiziell eingeführt wurde der Bettag erst 1832. Einzig der Kanton Genf scherte aus und feiert noch heute den Bettag an einem Donnerstag, zehn Tage vor dem Rest der Schweiz.
Von der Volksfrömmigkeit inspirierte Feste gab und gibt es in der islamischen Welt fast überall. Nicht zur Freude des traditionalistischen Islam, der sie seit je bekämpft. Ein Beispiel dafür ist die Feier zur Geburt des Propheten Mohammed an Mawlid an-Nabi (Mouloud). Zum einen wird dieses Fest im Koran und in der Sunna (Überlieferung des Propheten) nicht erwähnt. Zum andern fürchteten die Hüter der islamischen Orthodoxie und fürchten noch immer, dass – ähnlich wie in der christlichen Weihnacht – dies eine Art Vergöttlichung des Propheten Mohammed nach sich ziehen könnte, obwohl dieser gemäss dem Islam wie Jesus nur ein Mensch ist. Mawlid an-Nabi wird seit dem 11. Jahrhundert von Sunniten wie Schiiten gefeiert. Das von Theologen verschiedener islamischer Strömungen legitimierte Fest ist seit osmanischer Zeit (14. Jh.) tief im sunnitischen Islam verwurzelt. Dass das Fest sich derart erfolgreich durchsetzen konnte, ist vor allem den Sufi-Bruderschaften zu verdanken.