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Wer ans frühe Mittelalter denkt, hat meist das Bild ungebildeter Krieger und abgeschieden lebender Mönche im Kopf. Die enorme Vielschichtigkeit der schwäbisch-alemannischen Gesellschaft zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert verdient deshalb umso mehr eine fundierte Gesellschaftsanalyse. Die Mischung aus rechtlichen und historiografischen Quellen ermöglicht einen solchen Einblick.
Die Bezeichnung «Kriegergesellschaft» mag eigentümlich klingen, beschreibt aber nichts anderes als das Gros der Akteure, die in der Vielfalt des behandelten Quellenmaterials auftauchen, und zwar vom Ackerbauern bis zum Grafen. Das Fundament hierfür bilden Untersuchungen zu Stand und Aufstiegsmöglichkeiten von hörigen Mägden und Knechten sowie zur Entwicklung der Verwaltungstätigkeit des Klosters St. Gallen. Vielfach waren Fähigkeiten und Aufgaben wichtiger als die Herkunft. Sich selbst von einschränkenden Regelungen des Waffentragens befreiend, konnten zwischen Bruderkriegen, Ungarneinfällen und Investiturstreit selbst Hörige und Kleriker zur leistungsorientierten Kriegergesellschaft gehören. Untersucht werden dabei auch Parallelen einer gesellschaftlichen Transformation um das Jahr 1000 zu den Umbrüchen während der Völkerwanderungszeit. Mit einem Schwerpunkt auf frühmittelalterlichen Urkunden, Chroniken und Gesetzestexten können Veränderungen in der Schriftlichkeit sowie Tendenzen der Dezentralisierung und Militarisierung festgestellt werden, welche für die klassischen Erscheinungen des hohen Mittelalters grundlegend waren.
«Der Historiker Rafael Wagner beschreibt in seinem Buch eine mittelalterliche Gesellschaft, die viel weniger kriegerisch war, als dies allgemein angenommen wird.»
«Gleichzeitig kann festgehalten werden, dass, sollte irgendwann einmal eine neue Sozialgeschichte des (Früh-)Mittelalters geschrieben werden, Wagners regional angelegte, jedoch darüber hinausreichende Enzyklopädie ein elementarer Baustein sein wird.»
«In seinem Buch ‹Schwertträger und Gotteskrieger› zeigt Autor Rafael Wagner die politische und militärische Organisation des Bodenseeraumes vom 9. bis zum 11. Jahrhundert auf. […] Der Verfasser legt viel interessantes Material vor […].»
«[...] Wagner deserves credit for addressing the still significant lacunae in the military history of the Swabian region in the period before the First Crusade.»