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Diese Einschätzung vertritt die MEAG. Doch noch sieht der Asset-Manager der Munich Re und Ergo keinen Grund zum Rückzug auf breiter Front.
"Im Moment sind Anleihen aus Emerging Markets wie viele andere Märkte für festverzinsliche Anlagen aus dem Gleichgewicht, weil Risiken nicht angemessen bewertet werden und viele Anleihen negative Renditen haben", erklärte Daniel Mumzhiu, Portfoliomanager bei der MEAG, die rund 15 Milliarden Euro an Schwellenmarktschulden verwaltet. Auch wenn es schwierig sei, vorherzusagen, wann dieses Ungleichgewicht ende, sollten Anleger nicht vergessen, dass ein Ausstieg wegen der eher geringen Liquidität in den Anleihemärkten von Schwellenländern schwieriger sei.
Der in München ansässige Vermögensverwalter mit Kapitalanlagen von 252 Milliarden Euro sieht für viele Entwicklungsländer wie Russland, Indonesien oder Mexiko eine Verbesserung der Fundamentaldaten. Dennoch seien die künftigen Erträge solcher Staatsanleihen nicht unabhängig von externen Faktoren wie den Zinssätzen in den USA und in Europa sowie den Aktienmärkten der Industrienationen, sagte Mumzhiu.
"Wir sind vorsichtig bei unserer Auswahl und setzen derzeit vor allem auf Schulden in lokaler Währung aus Ländern wie Russland, Indonesien und Mexiko", sagte er. "Russland ist etwas losgelöst von externen wirtschaftlichen Risiken trotz der vorhandenen Sanktionen, und wir sehen auch, dass der Rubel in der Lage ist, andere Schwellenländerwährungen zu schlagen, auch dank der Bewegung bei den Ölpreisen."
Anzeichen von Übertreibung
Bei Schwellenländeranleihen in harten Währungen bleibt Mumzhiu zufolge Argentinien der Favorit der MEAG. Grund dafür seien die noch attraktiven Renditen in Verbindung mit positiver Reform und wirtschaftlicher Dynamik. Dabei vermeide der Vermögensverwalter das lange Ende der Zinsstrukturkurve.
"Wir beobachten einige Anzeichen von Übertreibung, die zeigen, wie verzweifelte Investoren Renditen suchen. Etwa Argentiniens erfolgreicher Verkauf einer 100-jährigen Anleihe im Juni oder Tadschikistans Emission einer 10-jährigen Anleihe im September", so Mumzhiu. "Wir haben keine von beiden gekauft. Argentiniens Historie von Zahlungsausfällen spricht gegen ein hundertjähriges Investment in Anleihen des Landes. Allerdings könnten sich taktische Gelegenheiten ergeben, sollten sich diese Anleihen deutlich verbilligen."
Die Nachfrage nach der ersten Dollar-Anleihe Tadschikistans vor rund einem Monat war so hoch gewesen, dass die ehemalige Sowjetrepublik den Bond rund 90 Basispunkte unter der ursprünglichen Orientierung hatte platzieren können.
(Bloomberg)