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Haus-im-Haus-Prinzip
Zwischen Juli 2009 und September 2010 hat der Kanton St. Gallen zusammen mit den Architekten Isa Stürm und Urs Wolf die Lokremise umgebaut. Das bedingte eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Lokremise, mit den denkmalpflegerischen Auflagen und mit den Optionen der kulturellen Nutzung. Heute unterteilen drei selbständige Kuben im «Haus-im-Haus-Prinzip» den Rundbau in vier verschiedene Zonen – zwei Theaterzonen, eine Kunst- und Performancezone sowie eine Allgemeinzone im Eingangsbereich mit Restaurant. In den Kuben sind ein Kinosaal, eine Restaurantküche und eine Theatergarderobe samt Nebenräumen installiert. Ein sichelförmiger Anbau im runden Innenhof gewährleistet den unabhängigen Zugang von der Eingangszone zu den Theatersälen und Nebenräumen. Die vier offenen Raumzonen, die durch die Einheiten ausgeschieden werden, machen die grosszügige Weite des Innenraumes der Lokremise mit seinem frühindustriellen Raumcharakter erlebbar.
Pionierbau
Das grösste erhaltene Eisenbahn-Runddepot der Schweiz ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Die Lokremise wurde von 1903 bis 1911 als Pionierbau der Bahninfrastruktur errichtet und bis Ende der 80er Jahre als Lokdepot genutzt. Der Umbau dieses Industriedenkmals aus der Hochblüte der Textilindustrie zu einem Kulturprojekt war für alle involvierten Baufachleute eine grosse Herausforderung.