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Die Überschüsse legten nur noch um 10,1 Prozent zum Vorjahresmonat auf 680,3 Milliarden Yuan (90 Milliarden Euro) zu, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten des Statistikamtes in Peking hervorgeht. Im Juli hatte das Plus noch 16,4 Prozent betragen.
Die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt hat an Schwung verloren, da die riesige Industrie zunehmend mit Gegenwind zu kämpfen hat. So wuchs die Produktion im August so langsam wie seit über einem Jahr nicht mehr. Ein Grund dafür ist, das Corona-Ausbrüche immer wieder Betriebe lahm legen. Auch weltweit gestiegene Preise für Rohstoffe dämpfen die Profitabilität, ebenso die Kampagne Pekings zur Senkung der Kohlenstoffemissionen. Hinzu kommt ein anhaltender Mangel an wichtigen Teilen wie Halbleitern, wodurch vielerorts die Produktion gedrosselt werden musste. Das harte Vorgehen der Behörden gegen Immobilienspekulationen und die Neuverschuldung von Bauträgern für Projekte drückt zudem die Nachfrage nach baubezogenen Waren und Dienstleistungen.
"Die Epidemie breitet sich in einigen Gebieten immer noch aus, die Preise für Massengüter sind insgesamt hoch, die Kosten für die internationale Logistik sind geklettert, und der Mangel an Chips treibt die Kosten der Unternehmen in die Höhe", sagte Zhu Hong vom Statistikamt. Um die steigenden Preise für Rohstoffe einzuhegen, will China im nächsten Monat mehr Industriemetalle aus seinen staatlichen Lagerbeständen versteigern. Das hat es seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben. Anfang des Monats gab China auch erstmals Rohöl aus seinen strategischen Reserven frei.
Die Aussichten für die Hersteller haben sich jedoch weiter eingetrübt, da China die Kontrollen des Stromverbrauchs von energieintensiven Unternehmen verschärft hat, um die Klimaziele zu erreichen. Das geht zulasten der Produktion. "Wir gehen davon aus, dass das Wachstum der Industriegewinne in den kommenden Monaten weiter zurückgehen wird", erwarten die Analysten des Finanzhauses Nomura. "Wir glauben, dass die Verlangsamung im September aufgrund von schweren Stromausfällen in vielen Regionen noch stärker ausfallen könnte."
Von Januar bis August stiegen die Gewinne der Industrieunternehmen im Jahresvergleich um 49,5 Prozent auf umgerechnet 740,6 Milliarden Euro. Die Verbindlichkeiten legten stiegen Ende August um 8,4 Prozent zu.
(Reuters)