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Wissen Sie, warum Sie auf Fotos nicht wirklich glücklich aussehen, auch wenn Sie dabei laut „Cheese“ gesagt haben? Schauen Sie sich das mal genau im Spiegel an und achten Sie dabei besonders auf Ihre Augen. Was fehlt?
Ein echtes Lächeln wird vom Unterbewusstsein gesteuert, weshalb man es kaum kontrollieren kann. Sie können jedoch darauf achten, was ein natürliches, warmes Lächeln ausmacht: Man zieht dabei nicht nur die Mundwinkel hoch, sondern auch die Wangen; es entstehen kleine Fältchen um die Augen und die Augenbrauen bewegen sich leicht nach unten.
Schauen wir uns aber zunächst ein paar verschiedene Möglichkeiten an, wie man lächeln kann. Dominante Menschen wollen erklärtermassen nicht unterwürfig erscheinen und lächeln daher schlicht und einfach nicht [Bild 1]: Denken Sie beispielsweise an Wladimir Putin oder Clint Eastwood – beide wirken fast immer aggressiv oder zumindest verstimmt.
Ein emotionsloser, dominanter Gesichtsausdruck kann schnell sarkastisch wirken: Es reicht schon, die Mundwinkel zu einem krummen Lächeln zu verziehen – die widersprüchlichen Mundbewegungen spiegeln dabei die für Sarkasmus typische Ambivalenz wider.
Es gibt noch andere Möglichkeiten, zu „lächeln“: Stellen Sie sich vor, Sie fahren Auto und müssen abrupt bremsen. Wenn Ihnen schliesslich bewusst wird, dass Sie fast den Vordermann gerammt hätten, sind Ihre Augen dann weit aufgerissen, die Lippen zurückgezogen und der Unter- und Oberkiefer zusammengepresst? Dieses Körpersignal wird oft mit defensivem oder aggressivem Verhalten in Verbindung gesetzt – man zeigt die Zähne (könnte also beissen) und wirkt so angriffslustig.
Es ist gut möglich, dass Sie Ihr „natürliches“ Lächeln nicht verbessern können, da ein echtes Lächeln unterbewusst geschieht. Man zieht ja auch lediglich die Mundwinkel zurück, wenn man „Cheese“ sagt. Allerdings kann man sich beispielsweise eine lustige Situation lebhaft vorstellen, wenn man fotografiert wird – oder die Crew hat so viel Spass, dass das ansteckend wirkt. Das Ergebnis ist dann ein aufrichtiges Lächeln. [Bild 2 vs 3]
Körperausrichtung
Sie kommen zu spät zu einer Party bei Freunden und klingeln an der Türe. Der Gastgeber öffnet die Tür und schüttelt Ihnen die Hand. Stellen Sie sich folgende Szenarien vor: Im ersten steht Ihr Gastgeber während des Händedrucks frontal vor Ihnen, im zweiten dreht er sich leicht seitlich (und legt eventuell auch seine linke Hand auf Ihren Oberarm). Bei welchem der beiden Szenarien fühlen Sie sich willkommener? [Bild 4 vs 5]
Genauso wie ein Schreibtisch zwischen einem Chef und seinem Angestellten kann auch die Körperhaltung wie eine Barriere wirken, als ob man seinem Gegenüber im Weg stehen wollte – auch wenn man eigentlich eine einladende Geste ausführt. Begrüssen Sie Ihre Gäste also so, dass diese sehen können, was hinter Ihnen ist und versperren Sie ihnen nicht den Weg. Stehen Sie auch nicht mitten im Türrahmen, sondern leicht seitlich davon weg.
Je grösser Sie sind, desto dominanter können Sie zudem wirken, da Sie auf Ihre Mitmenschen herabblicken [Bild 6].
Ein Gesicht aus einer tieferen Perspektive zu betrachten ist nicht nur ein typisches filmisches Mittel, um Dominanz auszudrücken, sondern wird auch von Fotografen verwendet. Wenn die Kamera perfekt ausgerichtet ist, blicken Sie gerade hinein, ohne Ihr Kinn zu heben oder zu senken [siehe Artikelbild 7].
Im ersten Bild wirkt der Mann dominant oder gar arrogant, im zweiten vermittelt er eher einen unterwürfigen Eindruck.
Körpersprache spricht Bände
Ein echtes Lächeln, kombiniert mit der richtigen Körperausrichtung (eine Schulter zur Kamera gerichtet, leicht gedrehter Oberkörper) vermittelt einen einladenden, ehrlichen und offenen Eindruck der fotografierten Person, insbesondere in Kombination mit Körpersignalen, die sie aktiv und dynamisch wirken lassen.
Nachdem es letzten Monat um die Ausrichtung der Handflächen ging, wird im letzten Teil dieser Eröffnungsreihe, der nächsten Monat erscheint, schliesslich die Wichtigkeit von Kleidern, Körperpflege und der Stellenwert von Accessoires in der Businessfotografie thematisiert.
Ganz herzlichen Dank an das Neo Zürich, das uns die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Das Essen ist immer noch sehr zu empfehlen!