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Photophon
[* 1] (griech.), ein von Bell 1880 erfundenes Instrument zur hörbaren Übertragung der menschlichen Sprache [* 2] in größere Entfernung mit Hilfe eines Bündels Lichtstrahlen, beruht auf dem Verhalten des Selens gegen das Licht. [* 3] Das Selen besitzt die merkwürdige Eigenschaft, daß sein Leitungsvermögen für Elektrizität [* 4] mit der Intensität der Beleuchtung [* 5] schwankt, und man kann eine lichtempfindliche Selenzelle herstellen, wenn man zwei feine Messingdrähte, in Gestalt flacher Spiralen zusammengerollt, auf ein Glimmerblatt so legt, daß sie sich gegenseitig nicht berühren, und sie dann mit Selen überzieht. Durch eine Linse [* 6] a (s. Figur) fällt nun Sonnenlicht auf einen Spiegel [* 7] b von dünnem Glas [* 8] oder Glimmer, welcher durch die in einen Schalltrichter gegen seine Rückseite gesprochenen Worte in entsprechende Schwingungen gerät und diese Schwingungen auch den Lichtstrahlen mitteilt. Die von dem Spiegel zurückgeworfenen
[* 1]
^[Abb.:
Bells
Photophon (schematische
Darstellung).]
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mehr
Lichtstrahlen gelangen durch die Linse c in den parabolischen Spiegel e der Empfangsstation, in dessen Brennpunkt sich die Selenzelle
d befindet, welche mit dem Telephon g in den von der galvanischen Batterie f ausgehenden Strom eingeschaltet ist. Bei dieser
Vorrichtung ist also der Lichtstrahl der eigentliche Träger
[* 10] des Schalles, während die Batterie und die
Selenzelle nur Teile des Empfangsapparats bilden. Auch elektrisches, Drummondsches und selbst das Licht einer Petroleumlampe
sind zum Betrieb des
Photophons geeignet.
Man kann indes auch das Selen völlig entbehren, und es genügt, das von dem durch gesprochene Worte vibrierenden Spiegel reflektierte
Licht auf eine dünne Hartgummiplatte in einem Hörrohr fallen zu lassen. Außer dem Hartgummi sind auch
viele andre, ja vielleicht alle Körper für den von einem vibrierenden Spiegel reflektierten Lichtstrahl empfindlich; wenigstens
fand Bell nur in der Kohle und im Glas zwei Substanzen, welche sich unempfindlich zeigten. Ob und welche praktische Bedeutung
das
Photophon sich erringen wird, muß die Zukunft lehren; es bedarf keiner Leitung und besitzt
darin einen wesentlichen Vorzug vor dem Telephon, während es anderseits von der Beschaffenheit der Atmosphäre abhängig ist,
welche nicht immer die Entsendung von Lichtstrahlen auf weitere Entfernungen gestattet. S. Radiophonie.
Vgl. Bell, Das
Photophon (Leipz.
1880).