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Wenn man von Kohlenhydraten spricht, spricht man auch von Zucker, denn daraus bestehen sie. Kohlenhydrate sind hautpsächlich da, um dem Körper Energie zur Verfügung zu stellen. Unterteilt werden diese Kohlenhydrate nach ihrer Größe: Einfachzucker , Zweifachzucker und Mehrfachzucker.
Einfachzucker bestehen wie der Name schon sagt aus einem Einfachzuckermolekül, "Zwei"fachzucker aus 2-10 Einfachzuckermolekülen und Mehrfachzucker aus 10 bis 500 oder mehr Einfach-zuckermolekülen. Da Zucker bloss als Einfachzuckermoleküle vom Darm ins Blut geschleusst werden kann, gelangen Einfachzucker, zuwelchen die Glucose gehört, sofort ins Blut und erhöhen den Blut-zuckerspiegel sehr schnell. Mehrfachzucker wie Stärke die aus 500 oder mehr Einfachzuckermolekülen bestehen, müssen im Darm erst aufgespalten werden und gelangen so viel langsamer ins Blut und lassen den Blutzuckerspiegel auch langsamer ansteigen.
Doch Kohlenhydrate sind viel zu komplex, um sie einfach in 3 Kategorien einzuordnen. Ausserdem kann ein Produkt wie zB. ein Getreidekorn zu Flocken oder Popcorn industriell verarbeitet werden, was so wieder einen anderen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Gerne erkläre ich in den nächsten Seiten, wie geeignet die häuffigsten Lebensmittel für unsere Tiere sind.
Sind die Grundbausteine alles Zucker-Arten. Sie sind hauptsächlich in Obst, Honig und süssem Gemüse enthalten.
Glucose (Traubenzucker)
Glucose gelangt vom Dünndarm sehr schnell ins Blut was den Blutzuckerspiegel kurzzeitig enorm ansteigen lässt. Das passiert, da Glukose der wichtigste Energielieferant ist und deshalb den Körper mit Hilfe von Insulin mit Energie versorgen muss.
Fructose (Fruchtzucker) bitte ganzen Text lesen, nicht vom ersten Satz täuschen lassen
Fructose gelangt vom Dünndarm nur langsam ins Blut, da der Körper Fructose nicht zur Energiegewinnung benötigt. Insulin ist für die Aufnahme der Fructose nicht erforderlich. Man sagt daher: Fructose wird Insulin unabhängig verstoffwechselt.
Grössere Mengen Fructose überfordert den Dünndarm jedoch sehr schnell. Er kann die Fructose nicht vollständig ans Blut weiter geben. So gelangt ein Teil der Fructose in den Dickdarm. Gewisse Bakterien im Dickdarm vermehren sich blitzartig und produzieren gleichzeitig eine Menge Gase und Säuren, welche schlimme Verdauungsbeschwerden hervorrufen können. Ausserdem entstehen in der Leber durch den Fructose-Abbau grosse Mengen an Harnsäure. Ein hoher Harnsäurespiegel kann die Sensibilität der Zellen gegenüber Insulin beeinträchtigen. Man spricht von einer Insulinresistenz.
Eine nur leichte Insulinresistenz bei grösserem Verzehr von Fructose führt jedoch bereits schon zu einer sogenannten Fettleber. Die Muskulatur kann aus Glucose nur noch wenig Glykogen herstellen und einlagern. Dadurch fehlen dem Körper wichtige Energiereserven. Da die Glykogenbildung offenbar nicht mehr gelingt, stellt der Körper aus allen eintreffenden Kohlenhydraten jetzt Fett her. Eine andere Alternative hat er nicht. Da die Leberzellen nie so stark von einer Insulinresistenz betroffen sind wie die Muskelzellen, wird das Fett in der Leber eingelagert. Auf diese Weise entwickelt sich schleichend eine Fettleber, die das Organ zunehmend grösser und schwerer werden lässt. Ein Grossteil des auf die Weise entstandenen Fettes gelangt zurück in den Blutkreislauf und wird unter anderem auch in Fettdepots eingelagert und macht den Körper dick.
Wie bereits geschildert, kann ein erhöhter Frcutoseverzehr zur Insulinresistenz führen. In dieser Situation reagieren die Körperzellen nicht mehr auf das Insulin, so dass grosse Mengen davon im Blut verbleiben. Ein hoher Insulinanteil im Blut signalisiert dem Gehirn, dass gleichzeitig auch ausreichend Glucose zur Energieversorgung der Zellen bereit steht.
Das ist so weit auch richtig, doch leider gelangt die Glucose aufgrund der Insulinresistenz nicht in die Zellen. Diese Information hat das Gehirn jedoch nicht, daher wird auch die Fettverbrennung als alternative Energieversorgung nicht veranlasst. Somit hemmt ein hoher Insulinspiegel den Fettabbau, was letztlich ebenso zur Gewichtszunahme führt wie die Tatsache, dass ein Übermass an untätigem Insulin im Blut die Leber veranlasst, Zucker in Fett umzuwandeln.
Oligosaccharide bestehen aus 2-10 Einfachzuckermolekülen. Da nur Einfachzucker aus dem Darm ins Blut geschleust werden können, muss der Zwei- oder Dreifachzucker zuerst in diese zwei oder Drei Moleküle aufgespalten werden, was einen langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels erzeugt.
Enthalten in Obst, süsses Gemüse, Zuckerrohr, Zuckerrüben, keimendem Getreide, Malz, Milchprodukten
Saccharose (Rohr- oder Rübenzucker)
Saccharose besteht aus Glucose und Fructose.
Maltose (Malzzucker)
Maltose besteht aus zwei Teilen Glucose. Maltose entsteht im Körper beim Abbau von Stärke und Glykogen. Sie entsteht auf natürlichem Weg beim Keimen von Getreide,
Lactose (Milchzucker)
Lactose besteht aus Glucose und Galactose.
Mehrfachzucker können aus bis zu 500 Einfachzuckermolekülen oder mehr bestehen. Da nur Einfachzucker aus dem Darm ins Blut geschleust werden können, muss der Mehrfachzucker zuerst in jedes einzelne Molekül aufgespalten werden, was einen langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels erzeugt.
Enthalten in Getreideprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
Die wichtigsten Polysaccharide in Bezug auf Diabetes:
Stärke
Kommt hauptsächlich in Getreide und Hülsenfrüchte vor. Sie besteht aus Amylose und Amylopektin. Durch die Stärke im Getreide kann Brot hergestellt werden.
Glykogen
Wird aus Glucose-Einheiten aufgebaut und setzt sich in Leber und Muskelzellen ab. Glykogen dient der kurz- bis mittelfristigen Speicherung und Bereitstellung des Energieträgers Glucose.
Polysaccharide als Gerüstkohlenhydrate oder auch Ballaststoffe:
Zellulose
Ist der Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden und gehört zu den Gerüstkohlenhydraten. Es besteht aus tausenden von Glucose-Molekülen und wird hauptsächlich durch bakterielle Cellulase abgebaut.
Pektine
Kommen in Stengel, Blüten, Wurzeln und grünen Blätter , also in eher "zähen/harten" Pflanzenteilen von Pflanzen vor und gehören ebenfalls zu den Gerüstkohlenhydraten.
Inulin
Besteht aus Fuctose-Molekülen. Inulin kommt vorallem in Pflanzen der Korbblütler vor: Topinambur, Chiccoée, Löwenzahn, Zichorie etc. oder Doldenblütler wie z.B. der Pastinake. Inulin hat präbiotische Eigenschaften. Inulin wird Insulin unabhängig abgebaut, da es aus Fructose-Molekülen besteht und beeinflusst so den Blutzuckerspiegel nicht.
Wie bereits erwähnt, ist das Thema Kohlenhydrate und Diabetes bei Kleinnager nicht einfach in 3-4 Sätzen erläutert. Die erste Unterteilung in Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker ist die erste Sortierung. Wir haben gelernt, Einfachzucker ist das ungeeigneteste Kohlenhydrat und sollte weitgehendst vermieden werden. Zweifachzucker gehen etwas langsamer ins Blut, sollten aber trotzdem möglichst vermieden werden. Mehrfachzucker, also Getreide und Hülsenfrüchte können aus bis zu 500 verschiedenen Zuckermolekülen bestehen und gehen deshalb um ein vielfaches langsamer ins Blut. Aber Achtung, Getreide ist nicht gleich Getreide! Und getrocknetes Gemüse ist nicht gleich frisches Gemüse! Auf der nächsten Seite schauen wir uns die Futterbestandteile von handelsüblichen Futtermarken einmal an.