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zurückgehalten werden. Die Verarbeitung dieser Rohware zu S. geschieht erst in einigen größern indischen Städten, namentlich
aber in Singapore, nach welchem Hafenplatze die Rohstärke von Sumatra und Borneo aus in großen Mengen gebracht wird; diese
Versendung geschieht noch in feuchtem Zustande in Zuckerbrotformen.
Die Bereitung von Perlsago aus dieser rohen Sagostärke wird in Singapore fast nur von Chinesen betrieben
und besteht in einem Körnen der noch feuchten
Stärke mittels siebartiger Vorrichtungen und nachherigem schnellem Trocknen
in erwärmten Pfannen, wodurch die
Stärke teilweise verkleistert wird. Die Ausfuhr von S. aus Singapore soll sich auf jährlich 200000
Zentner belaufen. Außer dem Perlsago, von dem man weißen, gelben und braunen unterscheidet, kommt auch
eine Sagosorte aus Indien in den Handel, die aus eckigen Stückchen von verschiedner Gestalt und Größe besteht.
In neuerer Zeit wird auch aus dem Kassawamehle S. gefertigt, der unter dem Namen brasilianischer S. in den Handel kommt;
er ist weiß und opak, nicht hyalin, wie der ostindische. Eine andre Sorte, die aber nicht in unsern
Handel kommt, ist der javanische S.;
er ist gelblich und hat einen gewissen Beigeschmack;
man fertigt ihn aus dem Stärkemehl
von Arenga saccharifera. In Deutschland und Frankreich wird sehr viel inländischer S. aus Kartoffelstärkemehl, sog.
Kartoffelsago, bereitet;
er leistet dasselbe wie der indische und ist dabei billiger.
Die herkömmliche Art der Fabrikation ist folgende: Die angefeuchtete
Stärke wird mittels eines Bürstenwerkes durch ein
Sieb getrieben;
die durchfallenden Klümpchen kommen in ein Rollfaß, das etwa 25 Umgänge pro Minute macht, und runden sich
dadurch ab.
Die Masse wird dann in Blechkästen in einem Trockenofen auf 70-80° C. erhitzt und kurze
Zeit einem Dampfstrome ausgesetzt, der durch oberflächliche Kleisterbildung die Körnchen glasiert. Dieselben werden dann
durch Sieben in verschiedne Größennummern geschieden.
Nach einer andern Fabrikationsmethode wird die feuchte
Stärke aus einem Cylinder mit durchlöchertem
Boden ähnlich wie
Fadennudeln gepreßt, nur mit dem Unterschiede, daß durch eine Einrichtung der Maschinerie die heraustretende Masse immer
sofort in kurzen Enden abgestoßen wird. Diese Stückchen werden auf einem
Tuche ohne Ende fortgeführt, wobei sie schon etwas
austrocknen, kommen in das Rollfaß und schließlich in einen eisernen, rotierenden Cylinder, in welchem sie
getrocknet und schließlich durch Dampf geglättet werden.
Guter S. muß beim Kochen in Wasser oder Bouillon nur bis zur doppelten Größe der Körner gallertartig aufquellen, ohne
zu zerfallen. In Halle, Magdeburg, Schweinfurt, Neuwied etc. sind Fabriken, die Kartoffelsago
fertigen. - Zoll: S. und Sagosurrogate, ferner Sagomehl s. Tarif im Anh. Nr. 25 q 1.
(Saibling,Salmling,Gold- und Rotforelle,
Rötel und Ritter), Salmo SalvelinusL., ein Lachsfisch von 30-75
cm Länge und bis 10 kg schwer, vorkommend in den Alpenseen in großer Tiefe, daher nur zur Laichzeit fangbar, nach Alter,
Geschlecht und Aufenthalt verschieden gefärbt und geformt, Gegenstand lokalen Handels und Verbrauchs,
selten
in Teichen gehalten. - Zoll s.
Lachs.
(Salvia, engl. sage, frz. sauge, holl.
zelf, salie, ital. salvia), artenreiche Pflanzengattung aus der Familie
der Lippenblütler,
Kräuter und Halbsträucher. Dahin gehörend der Edel-, Garten-, Königs-, Kreuz-, gemeine, Tugend-S.,
S. officinalisL. (engl. common S., shop, frz. S. des montagnes),
Kulturpflanze der Gärtner, im kleinen vielfach, besonders als Einfassungen, gebaut, auch als Apothekerpflanze, immergrüner
Halbstrauch, bis 0,6 m hoch und meist niedriger gehalten, mit blauvioletten Blüten, stark, aber angenehm
aromatisch in allen Teilen, besonders den runzlich, unterseits weißhaarigen Blättern
(Folia Salviae), riechend und deshalb
auch in der Küche, zu weingeistigem
Extrakt, zu wohlriechendem Wasser - Aqua Salviae - und zur Darstellung von
Salbeiöl verwendet.
Der S. kommt als Wiesensalbei, S.pratensisL., wild vor, verwildert in ganz Südeuropa, kultiviert nur
in Gärten. Muskateller-S. (stinkender S., Scharlachkraut), S. SclareaL., in Südeuropa gebaut, wird oft dem
Wein zugesetzt,
um den Muskatellergeschmack zu erzielen, oder mit
Hefe in Gärung versetzt zur Darstellung von Clary wine. - Zoll: Getrocknetes
Kraut gem. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2.
(Radix oder tubera Salep); ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus den Wurzelknollen
verschiedner Arten des vielartigen Geschlechts Orchis, Knabenkraut, Nagwurz und sonst noch vielfach mit volkstümlichen Namen
belegt. Die Lebensweise der Orchideen, so weit sie Erdbewohner sind (denn die prachtvollen Arten der feuchten Tropenwälder
leben auf Bäumen), ist so beschaffen, daß die Knolle, welche die Blätter und den Blütenschaft treibt,
zugleich neben sich eine junge Knolle erzeugt, welche das Leben der Pflanze im künftigen Jahre fortsetzt. Bei dem Ausgraben
im Herbst wird nur diese junge, volle Knolle, nicht die alte verschrumpfte, genommen.
Die Knollen der vielerlei Arten mögen sich in ihren Bestandteilen wohl alle gleichen; der bessern Form
und Behandlung wegen hält man sich aber nur an diejenigen Arten, welche rundliche oder länglichrunde
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Knollen haben, und läßt gewöhnlich solche weg, die ihre Knollen spalten oder fingerförmig teilen. Indes kommen doch auch,
namentlich in Österreich, gefingerte Knollen als „Händchensalep“ in Gebrauch. Zu den kompakt knolligen Arten gehören
O. Morio, auf feuchten Wiesen und Triften stellenweise sehr häufig, O. mascula, auf ähnlichen Standorten, die stattliche
O. militaris (Helmbuschorchis), auf Hügelland und Kalkboden im Gebüsch, und einige andre.
Früher kamen die Salepknollen nur aus dem Orient, über Konstantinopel und Smyrna, und der Bezug dauert noch fort; es ist
aber jetzt auch deutsche Ware in gute Aufnahme gekommen und wird von den Droguisten selbst bevorzugt, da sich
ein rein weißes Pulver aus ihr darstellen läßt, was bei der orientalischen selten thunlich ist. Die deutschen Knollen
sind daher gesucht und teurer als jene. Der deutsche S. wird im Rhöngebirge, Spessart, Odenwald, Nassau etc.
gesammelt.
Man brüht die Knollen mit heißem Wasser, wobei die äußere Haut sich loslöst, und trocknet sie dann
im Backofen oder, an Fäden aufgereiht, an andern warmen Stellen. Die Größe der Stücke variiert von der einer Haselnuß
bis zu der einer welschen Nuß; die Farbe ist gelblichweiß, die der orientalischen, welche teilweise auch größere Stücke
bildet, bräunlich. Die Hauptbestandteile der Knollen sind eine reichliche Menge Stärkemehl und eine
noch größere eines tragantähnlichen Schleims (Bassorin), der in Wasser stark aufquillt, ohne sich eigentlich zu lösen.
Durch die Behandlung mit heißem Wasser werden beide Stoffe aufgequellt, die Stärke wird in Kleister verwandelt, daher denn
die Stücke nach dem Trocknen durchscheinend, hornartig erscheinen.
Durch diese Behandlung mit heißem Wasser verlieren sie zugleich ihren bittern Geschmack und unangenehmen
Geruch. Der Geschmack ist dann nur fade und schleimig; eine starke Nährkraft kann die Substanz nicht besitzen, sie bildet
eben nur ein schleimiges, reizmilderndes und einhüllendes Mittel. Man gibt es besonders Kindern in Fällen von Schwäche,
Abzehrung, Ruhr u. dgl. in
Form von Salepschleim, der durch Behandlung des gepulverten S. mit kochendem Wasser hergestellt wird, indem zu 1 Teil Pulver 100 Teile
Wasser genommen werden. Mit der Hälfte Wasser wird schon eine steife Gallerte erhalten. Der Stoff wird auch zum Appretieren
von Seidenzeugen ziemlich viel benutzt.
Das Pulvern der Knollen macht Schwierigkeiten; es wird häufig schon von den größeren Droguenhandlungen
selbst besorgt. Es kommt aber auch unechter gepulverter S. häufig vor, der aus Kartoffeln gemacht ist. Man darrt diesen,
um ihn spröde und gelblich zu machen, und pulverisiert ihn. - S.-wurzel ist zollfrei. Das daraus bereitete Stärkemehl s.
Tarif Nr. 25 q 1.