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Neuromama, das vom Handel ausgesetzte und 35 Milliarden Dollar schwere Unternehmen, ist jetzt wohl nur noch ein Zombie. Die US-Aufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hatte die Firma am 15. August wegen "potenziell manipulativer Transaktionen" und Sorgen zur "Identität der Personen, die die Kontrolle haben", vom Markt verbannt.
Am Montag dieser Woche durfte der Handel wieder aufgenommen werden. Doch nicht eine einzige Aktie wechselte an dem Tag den Besitzer. Neuromama, das die Lizenzierung von Technologie-Patenten zu seinen vielen Projekten zählt, zog in diesem Jahr mehr kritische Blicke auf sich, nachdem sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf 35 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) mehr als vervierfacht hatte, basierend auf knappem Volumen.
Vor der Aussetzung war der Marktwert von Neuromama - dessen Sitz im Südwesten Sibiriens lag und später an einen Standort nahe dem mexikanischen Tijuana verlegt wurde - sogar grösser als der des Autoherstellers Tesla Motors.
Die Totenglocke läutet
Trotz des nun aufgehobenen Banns dürfte das, was am Montag passiert ist, die Zukunft der Firma sein, sagen Experten. Unternehmen erholen sich nur selten von aufsichtsrechtlichen Eingriffen dieser Art. Neuromama wurde in eine dunkle Ecke gedrängt - den so genannten grauen Markt - wo Firmen in aller Regel Probleme haben, überhaupt gehandelt zu werden. "Typischerweise ist das die Totenglocke", sagt Tom Sporkin, ein ehemaliger Anwalt der SEC und heute Partner bei BuckleySandler. "Die SEC macht so etwas nicht, es sei denn, es gibt einen guten Grund dafür".
Die Saga um Neuromama markiert nur einen weiteren Tag am Handelsplatz der OTC Markets Group. Er ist das Zuhause von 2500 Unternehmen mit einem Marktwert von zusammen mehr als 80 Milliarden Dollar, die Investoren "keine Informationen" zur Verfügung gestellt haben. OTC Markets stuft 200 weitere Firmen - darunter Neuromama - als so riskant ein, dass es diese online mit einem Totenkopf versieht als Warnung für potenzielle Investoren. "Diese Unternehmen sind tot, wandern aber noch immer umher", sagt Richard Johnson, Analyst bei Greenwich Associates. "Sie sollten ausgeputzt werden."
Die SEC hat bei Buchprüfern, Anwälten und Broker-Dealern, die den Handel von Zombie-Unternehmen ermöglichen, die Schrauben angezogen. Dennoch ist es für die Behörde manchmal schwierig, die Aktien von Betrügern fern zu halten, die oft die Kurse manipulieren, um illegale Gewinne zu erzielen.
Arglose Investoren sollen geschützt werden
Die SEC entfernte seit 2012 insgesamt mehr als 800 ruhende Strohfirmen vom Handel. Judy Burns, eine Sprecherin der Behörde, wollte auf Nachfrage von Bloomberg keinen Kommentar abgeben.
Neuromama war es gelungen, fast drei Jahre lang, oberhalb eines Marktwertes von 3 Milliarden Dollar gehandelt zu werden. Um auf einen solchen Marktwert zu kommen, kann ein Unternehmen 1 Milliarde Aktien ausgeben und eine davon für jeden Betrag veräussern. Danach wird der Titel einfach für 3 Dollar zurückgekauft. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Neuromama seinen Marktwert auf diese Weise begründet hat.
Der aufsichtsrechtliche Stopp für Neuromama sei ein positives Signal, sagt Cromwell Coulson, CEO der OTC Markets Group. "Wir betrachten dies als einen Erfolg der Zusammenarbeit mit Brokern, um diese Wertpapiere proaktiv auszusperren", sagt Coulson. "Im weiteren Verlauf, durch die Zusammenarbeit mit der Branche, wollen wir sicherstellen, dass es Restriktionen gibt - so dass einfache Investoren sie nicht aus Versehen kaufen.
(Bloomberg)