Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03593.jsonl.gz/311

Jankas Klassierung kommt im doppelten Sinn überraschend. Zum einen gehört die Saslong nicht zu den bevorzugten Strecken des Bündners.
Über Platz 9 ist er in der Abfahrt im Grödnertal noch nicht hinaus gekommen. Zum anderen zählt Janka zu jenen, die sich an eine Abfahrtspiste herantasten und deshalb im ersten Training eine gewisse Vorsicht walten lassen. Auf die Bestzeit von Mayer büsste er lediglich 15 Hundertstel ein.
Neben Janka klassierte sich auch Patrick Küng in den ersten zehn. Der Weltmeister, der vor zwölf Monaten in Val Gardena seine letzten Rennen vor dem Rückzug im Januar wegen anhaltender Probleme mit der Patellasehne im linken Knie bestritten hatte, belegte Platz 9. Auch Beat Feuz ist in der Rangliste für seine Verhältnisse nach der ersten Übungsfahrt weit vorn klassiert. Der Emmentaler nimmt zeitgleich mit dem Norweger Kjetil Jansrud, dem Doppelsieger von Val d'Isère, Rang 11 ein.
Für Mayer ist Platz 1, auch wenn er lediglich im ersten Training zustande gekommen ist, gleichbedeutend mit der Versöhnung mit der WM-Strecke von 1970. Vor einem Jahr war der Kärntner gleichenorts schwer gestürzt und hatte komplizierte Frakturen am sechsten und siebenten Brustwirbel erlitten. Für Mayer war damals die Saison vorzeitig zu Ende gegangen.
Die Bestzeit tut der gesamten Speed-Equipe des ÖSV gut. Das enttäuschende Abschneiden am vergangenen Wochenende in Val d'Isère hat interne Unruhe ausgelöst und in der Öffentlichkeit harsche mediale Kritik ausgelöst. Mit Platz 17 war Mayer in der Abfahrt der noch bestklassierte Österreicher gewesen, was der fünftschlechtesten Bilanz in einer Weltcup-Abfahrt gleichkam.