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Geschichte
Vor der Entdeckung Amerikas lebten in Venezuela viele verschiedene Indianerstämme. Als am 5. August 1498 Christoph
Kolumbus auf seiner dritten Reise erstmals den Südamerikanischen Kontinent betrat, entdeckte er zuerst die Halbinsel
Paria im östlichsten Teil Venezuelas.
Die eigentliche Erkundung der karibischen Küste Venezuelas geschah auf einer Expedition durch Alonso Ojeda, Juan de
la Cosa und Americo Vespucci. Auf dieser Reise, während der Jahre 1499 und 1500, fanden die Entdecker im See von
Maracaibo und weiter westlich in den Lagunen Häuser auf Pfählen, die sie an die Stadt Venedig erinnerten. Die sie
dann Klein - Venedig nannten, später entstand daraus Venezuela.
Ab 1500 liesen sich die Spanier wegen der Perlenfischerei zuerst auf der Insel Cubagua, vor der Insel Margarita,
nieder. Als die Spanier auch das Festland besiedelten, stiessen sie auf Indiostämme, die durch die Spanier später
fast ausgerottet wurden. Die Namen einiger der sich damals tapferen aber auf lange Sicht wirkungslosen widersetzenden
Indianer sind überliefert und allgegenwärtig: die bekannteste Rumsorte heisst "Cacique", das grösste Hotel in
Caracas heisst "Tamanco"; auch sonst stösst man oft auf die Namen dieser Indioführer.
Die Durchdringung des Landes im 16. Jahrhundert auf der Suche nach El Dorado, dem legendären Goldschatz, ging
schnell voran. Im 16. Jahrhundert wurden bereits fast alle wichtige Städte gegründet.
Venezuela war für die Spanier nicht die wichtigste Kolonie des damaligen Kolonialreiches und wurde am Anfang von
Santo Domingo aus verwaltet. Die Unzufriedenheit der im Land geborenen Kreolen trug dazu bei, dass schon früh die
Tendenzen da waren zur Loslösung der Kolonie vom Mutterland. Eine der ersten Unabhängigkeitsbewegungen war die
Verschwörung von Francisco de Miranda. am 19.April 1810 wurde der Generalkapitän (Der Verwalter von Venezuela)
abgesetzt und ein Nationalkongress gebildet. Ein Jahr später rief dieser Kongress die erste Republik aus. 1812
zerbrach diese Republik, Francisco de Miranda wurde von den Spaniern gefangengenommen.
In den Jahren 1812/1813 führte Simón Bolívar einen schnellen und erfolgreichen Befreiungsfeldzug in Kolumbien.
Am 7.August 1813 zog Bolívar mit seinem Heer triumphierend in Caracas ein, wo ihm in der Kirche San Francisco der
Titel "El Libertador" (der Befreier) verliehen wurde. In den folgenden Jahren kämpfte er mit seinem Heer in fast
ganz Südamerika für die Unabhängigkeit. Am 7. August 1819 schlug Bolívar mit einem kleinen, schlecht gerüsteten
Heer die Königstreuen. Diese entscheidende Schlacht führte zur Unabhängigkeit der drei Staaten Venezuela, Kolumbien
und Ecuador, die damals noch den einzigen Staat Gross-Kolumbien bildeten. Die letzte entscheidende Schlacht auf
venezolanischem Boden in den Befreiungskriegen war die auf dem Feld von Carabobo am 24. Juni 1821. Simón Bolívar zo
sein ganzes Heer zusammen und erst mit dieser siegreichen Schlacht war die Befreiung vom Spanischen Königreich
endgültig.
Am 28. Dezember 1830, nur wenige Tage nach dem Tod Simón Bolívar, löste sich Gross-Kolumbien auf. Venezuelas erster
Präsident wurde José Antonio Páez. Die folgenden Jahre wurden unruhig, die Verfassung wurde wiederholt neu
geschrieben. 1854 wurde unter dem Präsidenten Monagas die Sklaverei abgeschafft. Nach 1863 wechselten die Präsidente
häufig. Von 1910 bis 1935 herrschte der Diktator Gómez danach folgten wieder in raschem Wechsel mehrere Präsidenten,
von 1952 bis 1958 dann der Diktator Pérez Jiménez. Seit 1958 lösen sich verschiedene Präsidenten ab.