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Wie entsteht Abendrot
Ob blau oder rot, die Farbe des Himmels hat mit dem Sonnenlicht zu tun, das sich durch unsere Atmosphäre bewegt. Treffen Sonnenstrahlen auf winzige Partikel in der Atmosphäre – Moleküle oder Aerosole – wird das Licht daran gestreut. Dabei gilt: Je kürzer die Wellenlänge des Lichts, desto stärker wird die jeweilige Farbe gestreut. Von sichtbarem Licht hat Blau die kürzeste Wellenlänge und wird somit am stärksten gestreut. Der Himmel erscheint blau. Am Abend oder am Morgen scheint die Sonne in einem flacheren Winkel auf die Erde. Das Sonnenlicht muss eine grössere Distanz durch die Atmosphäre zurücklegen. Der blaue Anteil des Lichts wird daher bereits sehr früh in der Atmosphäre gestreut. Die Lichtstrahlen, die uns erreichen, enthalten kaum mehr blaues Licht. Übrig bleibt vor allem rotes Licht, das eine längere Wellenlänge hat. Der Himmel färbt sich rötlich.
Waldbrand produziert Aerosole
Bei einem Waldbrand entsteht eine grosse Rauch- und Aschewolke. In ihr werden kleine Teile wie etwa Russpartikel in die Atmosphäre transportiert. Einmal in luftiger Höhe angekommen, können diese Aerosole das Sonnenlicht streuen und tragen so zu ausgeprägten Himmelsfarben bei. In Kalifornien nur wenige Kilometer südwestlich des Yosemite Nationalparks brennen mehrere Wälder. Der jüngste Brand begann am 22. Juli und wütete auf rund 192 km². Das ist mehr als die Fläche des Kantons Appenzell Innerrhoden. Dabei wurden riesige Mengen an Russpartikeln und anderen Aerosolen in die Luft katapultiert.
Per Luftpost in die Schweiz
In der untenstehenden Grafik kann man die Herkunft der Luft über der Schweiz zurückverfolgen. Die Luft, die in den letzten Tagen für imposante Abendrote sorgte, kommt teilweise aus dem Waldbrandgebiet in Kalifornien. Weil sie mit Russpartikel und Aerosolen angereichert ist, leuchtete der Himmel über der Schweiz stärker als sonst.