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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als «ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. (Stand 8.5.2014) Nach dieser Definition wäre vermutlich jeder krank und bedürfte medizinischer Behandlung – und die Pillen lassen die Kassen klingen. Sind denn alle Behinderten als krank anzusehen? Das ist absurd, entspricht wohl aber dem kranken Zeitgeist, in dem Kinder, die im Sinne der Eltern nicht perfekt sind, einfach abgetrieben werden. Dabei vergessen wir, dass wir in Gottes Augen perfekt sind.
So betrachten wir Gesundheit als relativ. Dem Einen mag es genügen, wenn er die alltäglichen Aufgaben ohne Beschwerden verrichten kann, dem Anderen mag es dienen, wenn er seine Einsamkeit nicht mehr so lähmend empfindet. Aus diesem Grund stimmen wir vor Therapiebeginn unseren Behandlungsauftrag gemeinsam ab. Dabei gilt es, unrealistische Wünsche, dass zum Beispiel ein Tumor innerhalb von zwei Wochen von selbst verschwinden soll, genauso zu relativieren wie der blockierende Glaubenssatz, dass es gar nicht mehr möglich sei, gesund zu sein.