Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03622.jsonl.gz/905

So gewinnen Sie Jahre!
Ein gesunder Lebenswandel macht sich bezahlt: Wer sich viel bewegt, nicht raucht, ausgewogen isst und wenig Alkohol trinkt, lebt bis zu zwölf Jahre länger als Gesundheitsmuffel!
Jede und jeder weiss: Wer seine Freizeit hauptsächlich vor der Flimmerkiste verbringt, dabei eine Tafel Schokolade oder eine Tüte Chips verdrückt, den Durst mit Bier löscht und dazu noch Zigarette um Zigarette pafft, tut sich und seinem Körper nichts Gutes.
Ein Team um die Forscherin Dr. Elisabeth Kvaavik wollte es aber genauer wissen: Welches dieser Laster – Zigarette, Bier, schlechte Ernährung oder Bewegungsmangel – ist der grösste Killer?
Um dies herauszufinden, befragten die Wissenschafter Mitte der 80er-Jahre rund 4900 britische Erwachsene über ihren Lebensstil. Für jeden der möglichen vier Risikofaktoren gab es einen Punkt:
- Rauchen
- Übermässiger Alkoholkonsum (mehr als eine Flasche Bier pro Tag)
- Trägheit (weniger als zwei Stunden Aktivität pro Woche)
- Ungesunde Ernährung (weniger als drei Portionen Obst und Gemüse pro Tag).
In den folgenden 20 Jahren wurden sämtliche Todesfälle und Todesursachen der Studienteilnehmer erfasst. Dabei zeigte sich klar: Wer gesund lebt (0 Risikopunkte), hat eine durchschnittlich zwölf Jahre längere Lebenserwartung als Menschen, die sich allen vier Gesundheitsrisiken aussetzen! Von den Menschen ohne «Laster» starben im Zeitraum von 20 Jahren nur 8,3 Prozent. Bei einem Laster waren es bereits 18 Prozent, bei zwei Lastern 24 Prozent, bei vier Lastern 29 Prozent.
Trägheit ist der grösste Killer
Welches Laster aber fördert den vorzeitigen Tod am stärksten? Das Resultat überrascht: Es sind nicht die Chips und das Bier, sondern der Bewegungsmangel!
Gemäss der Langfriststudie («Health and Lifestyle Survey, HALS») steigt das Sterberisiko innerhalb von 20 Jahren folgendermassen:
- Zu wenig Bewegung: 56 Prozent
- Rauchen: 52 Prozent
- Schlechte Ernährung: 31 Prozent
- Viel Alkohol: 26 Prozent
Raucher sterben überdurchschnittlich oft an Krebs, während Bewegungsmuffel vor allem wegen Herz-Kreislauf-Krankheiten ihr Leben verlieren.
Die Schweiz ist sportlicher geworden
Die gute Nachricht ist: Die Schweizer Bevölkerung bewegt sich heute mehr als im Jahre 2000. Vor allem Frauen und ältere Menschen haben sportlich zugelegt. So das Ergebnis einer Studie des Bundesamtes für Sport (2008). Zwei Drittel der Befragten treiben mindestens einmal pro Woche Sport. Am beliebtesten sind Velofahren, Walking/Wandern, Schwimmen und Skifahren – in dieser Reihenfolge.
Die schlechte Nachricht ist: Jeder Vierte treibt nach wie vor keinen Sport. Wem regelmässiger Sport ein Gräuel ist, der kann dies mit Bewegung im Alltag ausgleichen, indem er täglich 10000 Schritte geht. Dies zu erreichen ist allerdings nicht ganz einfach: Ein Büromensch macht im Tag etwa 3000, eine Verkäuferin 5000 Schritte. Es lohnt sich darum immer, zwei Busstationen früher auszusteigen oder Treppen zu steigen statt Lift zu fahren.
Für immer schlank mit Sport
Bewegung ist nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Figur wichtig. Wer seine Linie ohne Diät über Jahre halten will, kommt nicht um Sport herum, und zwar eine Stunde pro Tag. So das Ergebnis einer US-Studie der Harvard Medical School, an der 34000 Amerikanerinnen teilgenommen haben. 30 Minuten Bewegung pro Tag helfen zwar, chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes vorzubeugen, reichen langfristig aber nicht, um Übergewicht zu verhindern. Von den Teilnehmerinnen konnten nur 13 Prozent ihr Ausgangsgewicht über Jahre ohne Diät halten – durch täglich mindestens eine Stunde intensiven Sport.