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Die Liste der Länder mit den grössten Erdölreserven erklärt Weltgeschichte
Sechs der zehn wichtigsten Erdölländer waren oder sind von US-Kriegen oder -Sanktionen betroffen. Ohne Erkenntnis der Politik und der Wirkung des Geldes ist eine Eskalation unvermeidlich.
Manchmal muss man nur ein bisschen aufmerksam sein und schon stellt sich Erkenntnis ein. Was zeigt uns zum Beispiel der Blick auf die zehn Länder mit den grössten Erdölreserven?
Sechs von ihnen waren in den letzten 30 Jahren in Kriege mit den USA verwickelt oder von Sanktionen betroffen.
Diese Feststellung führt zu einer aufschlussreichen Frage:
Warum kaufen die reichen USA, die grossmächtigen Vertreter der freien Marktwirtschaft, ihnen das Öl nicht einfach ab, wenn sie selber nicht genug haben?
Die möglichen Antworten sind natürlich spekulativ, aber deswegen nicht unlogisch:
- Ihr Geld, der Dollar, wird von den Lieferanten nicht als wirklich wertvoll betrachtet. Das trifft zu auf Venezuela, Iran, Irak, Russland und Libyen, die alle Erdöl für andere Währungen als den Dollar verkaufen wollten.
- Die USA können auf Dauer den Marktpreis nicht bezahlen. Tatsächlich verzeichnen sie seit Jahrzehnten das grösste Handelsbilanzdefizit aller Staaten. Der Dollar besteht im Wesentlichen aus unbezahlbaren Schulden. Sein Wert wird mit globaler Militärpräsenz aufrecht erhalten nach dem Prinzip «Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt».
- Die USA befolgen die Regeln der freien Marktwirtschaft nicht wirklich, sondern beabsichtigen, die Ölreserven anderer Länder unter ihre Kontrolle oder sogar in ihren Besitz zu bringen. Das ist zugegebenermassen nur eine Vermutung, allerdings gestützt durch eine Fülle von Hinweisen, darunter die «Bekenntnisse eines Econmic Hitman» von John Perkins.
Das von Perkins beschriebene Prinzip ist folgendes:
- Ein Land wird überzeugt, Kredite aufzunehmen, oft unter Bestechung der Eliten. Wichtiger Geldgeber ist die vergleichsweise laxe Weltbank.
- Die wirtschaftlichen Regeln werden zu Gunsten des Gläubigers und zum Nachteil der betroffenen Bevölkerung geändert, falls nötig mit dem Druck des strengen Int Währungsfonds und seinen «Strukturanpassungen» Die Ressourcen fallen unter die Kontrolle ausländischer Konzerne.
- Widerstand der betroffene Regierungen wird durch Unterstützung oppositioneller Parteien, militanter Gruppen oder mit regime change bekämpft.
- Führt das nicht zum Ziel, werden die widerständigen Regierungschefs beseitigt.
- Und als ultima ratio: Krieg.
Zur Zeit wird das Problem zwischen den USA und ihrem nach China zweitmächtigsten Widersacher, Russland, auf den Schlachtfeldern der Ukraine bearbeitet. Das ist natürlich keine Lösung. Die Lösung würde vielmehr in einem wirklich freien Markt bestehen, in dem alle Länder ihr Öl zu dem Preis und gegen die von ihnen bevorzugte Währung verkaufen.
Erstaunlich, was ein kurzer Blick auf die Liste der Länder mit den grössten Erdölreserven alles verrät. Die Idee dazu verdanke ich der amerikanischen Journalistin Caitlin Johnstone und ihrem Artikel «Study US Foreign Policy By Looking At Oil Reserves»
Hinter der inneren Schwäche des Dollars (und aller anderen westlichen Währungen) steht natürlich die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die privaten Banken. Um den Gang der Dinge auf der Welt zu begreifen, ist ein Verständnis der Gesetze des Geldes unabdingbar. Am einfachsten habe ich sie im Buch «Strategie der friedlichen Umwälzung» beschrieben. Das Buch ist leider ein paar Monate vor der Pandemie erschienen (im September 2019). Aber es erklärt die Geldschöpfung aus dem Nichts so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig.
Ein paar Stunden Vertiefung sind unumgänglich, um zu erkennen, wie das verrückte Geld die Welt (und unser Verhalten) regiert, in welches Desaster es uns führt und wie wir uns befreien können.
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Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. "Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen".