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Gekonnter Bogen zwischen zeitgeschichtlichem und individuellem Wendepunkt.
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Frankreich, Paris, Anfang 2015. Der Mittvierziger Jonas Becker, der bisher in Berlin gelebt hat, zieht nach Paris. In eine kleine Wohnung in der Rue Oberkampf. Er hat eine Trennung hinter sich und seine Selbständigkeit in seiner Agentur über Bord geworfen und will nun, in der „Stadt der Liebe“, als freier Schriftsteller a... Frankreich, Paris, Anfang 2015. Der Mittvierziger Jonas Becker, der bisher in Berlin gelebt hat, zieht nach Paris. In eine kleine Wohnung in der Rue Oberkampf. Er hat eine Trennung hinter sich und seine Selbständigkeit in seiner Agentur über Bord geworfen und will nun, in der „Stadt der Liebe“, als freier Schriftsteller arbeiten. Warum gerade Paris? Jonas will eine Biografie über den gleichermaßen berühmten wie wenig erfolgreichen älteren Schriftsteller Richard Stein schreiben und dieser Lebemann wohnt seit einigen Jahren in der französischen Hauptstadt. Es läuft gut an. Der Verlag bezahlt seine Miete, er lernt Richard Stein, den er nun fast täglich trifft, näher kennen und eine Liebschaft mit der Französin Christine bahnt sich an. Tagsüber Interviews, nachts Amüsement mit Christine in den Pariser Kneipen, Bars und Bistros. Und dann ereignet sich, schon wenige Tage nach seiner Ankunft, eine einschneidende Begebenheit: das Attentat auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Ganz Paris und seine Einwohner geraten in den Ausnahmezustand. Auch weitere Geschehnisse sorgen für Wirbel. Die beiden Schriftsteller kommen sich näher und Jonas erfährt, dass Richard in Amerika einen Sohn hat. Elias kam mit hochgesteckten Zielen und vielen Träumen in die USA und ist jetzt dort irgendwie verschollen. Schließlich machen sich die beiden Männer auf den Weg, um den verlorenen Sohn aufzuspüren, der abzustürzen droht. Ein Roadmovie beginnt... Die Geschichte zog mich in ihren Bann und ich konnte in Windeseile eintauchen und versinken. Es geht letztlich um die Verstörung und Sinnsuche im Großen und Kleinen. Eine Stadt sucht Sinn und Halt nach einem katastrophalen Anschlag und Jonas sucht Sinn und Halt in seinem Leben, das er kürzlich völlig umgekrempelt hat. Auch Elias sucht Sinn... und braucht Halt. Hilmar Klute ist ein scharfsinniger Beobachter und hat hier einen bravourösen Bogen geschlagen zwischen zeitgeschichtlichem und individuellem Wendepunkt. Kurswechsel in der Gesellschaft. Kurswechsel im persönlichen Leben. Der Autor erweckt seine Figuren und Handlungsorte durch seine wortgewaltige Sprache und ausdrucksstarken Bilder zum Leben. Er schreibt tiefgründig, unterhaltsam, ironisch und humorvoll, benutzt treffende Formulierungen und regt zum Nachdenken an. Mir gefallen Klutes ausdrucksstarke und pointierte Sprache und sein bildgewaltiger Schreibstil. Ein Highlight.
Oberkampf
Roman
Beschreibung
Wie führt man ein selbstbestimmtes Leben in einer erschütterten Welt? Hilmar Klute erzählt in schwebenden, wunderschönen Sätzen von einem, der nach Paris geht, um dort als Künstler frei zu leben. Doch dann geschieht der Anschlag auf Charlie Hebdo – und auf einmal scheint alles anders zu sein. Oder?
Atmosphärisch dicht und mit vielen Wendungen beschreibt der Roman, wie gefährdet die lange für sicher gehaltenen Vorzüge unserer westlichen Zivilisation geworden sind.
Produktdetails
|Einband||gebundene Ausgabe|
|Seitenzahl||320|
|Erscheinungsdatum||20.08.2020|
|Sprache||Deutsch|
|ISBN||978-3-86971-215-4|
|Verlag||Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch|
|Maße (L/B/H)||20.8/13.2/3.5 cm|
|Gewicht||440 g|
|Auflage||1. Auflage|
|Verkaufsrang||3299|