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Wer kennt nicht die verschiedenen Porträts von Zwingli? Aber sind sie alle echt? Echt, das heisst in unserem Falle zu Lebzeiten von Zwingli erstellt. Bis weit ins 16. Jahrhundert müssen wir davon ausgegen, dass es sich bei den sogenannten Porträts um mehr oder weniger frei gestaltete Darstellungen handelt. Bei Zwingli datiert das erste Porträt von Hans Asper nach 1531, als sehr wahrscheinlich nach seinem Tod auf dem Schlachtfeld zu Kappel. Die weiten Bilder von Zwingli malte Asper 1549, achtzehn Jahre nach dem Tod Zwinglis.
Dasselbe gild für unseren Komtur Konrad Schmid. Das uns aus der Schule bekannte, von K. Meyer in Zürich 1825 gestochene Bild basiert wohl auf einer ebenso fiktiven älteren Abbildung im Meissschen Geschlechterbuch.
Die neuere Geschichtsforschung bemüht sich daher, möglichst authentische Abbildungen aufzuspüren.
Dies ist sehr wahrscheinlich bei Huldrych Zwingli gelungen. Es existiert ein reformatorischer Druck von 1521 mit dem sinnbildlichen Tite: Die göttliche Mühle. Darauf sind Luther und Erasmus namentlich erwähnt; Erarmus schaufelt das gemahlene Gut in einen Sack; Luther knetet in einer Mulde den Brotteig. Im Hintergrund dieser zwei Personen verteilt einer weitere Person, sehr wahrscheinlich Huldrych Zwingli, das Brot, das heisst die Bibel an Kirchenmänner (Pabst, Bischof, Probst und Mönch), die diese Gabe aber verweigern
Es war uns einen Versuch wert, unseren Komtur ebenfalls aufzufinden. Trotz allem Suchen wurden wir jeodch auf reformatorischer Seite nicht fündig. Auf der Gegnerseite fand sich aber tatsächlich ein Holzschnitt von 1527, also zu Lebzeiten von Konrad Schmid; er ist als Mann mit umgehängtem Johannitermantel (Kriegskreuz) dargestellt. Es handelt sich um eine Flugschrift.
Inwieweit diese Abbildung tatsächlich unseren letzten Komtur wiedergibt, wird sehr wahrscheinlich nie ganz geklärt werden.
Allerdings ist die Vermutung eines individuellen Porträts nicht von der Hand zu weisen, da Schmid wie auch Zwinglis Gegner Thomas Murner längere Zeit in Basel und Luzern weilten.