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Sein Gehalt als Zollbeamter war bescheiden, und doch waren die Wände seiner Wohnung in der Pariser Rue Rivoli dicht behängt mit Werken von Renoir, Monet, Manet und Cézanne. Dass es Victor Chocquet (1821–1891) gelang, eine der bedeutendsten Sammlungen von Bildern der Hauptvertreter des Impressionismus zusammenzutragen, liegt darin begründet, dass er als einer der Ersten das Zukunftsweisende der neuen Stilrichtung erkannt hat. Hinzu kommt eine tiefe Freundschaft, die ihn mit den Malern, hauptsächlich mit Cézanne, verband, den er auch wie kaum ein anderer von Beginn an förderte und sich ungeachtet der scharfen Kritik selbstlos für die Anerkennung von dessen Schaffen in der Öffentlichkeit einsetzte.
Chocquets Kunstbegeisterung wurde jedoch nicht von einem Impressionisten, sondern von einem Romantiker ausgelöst: Eugène Delacroix (1898–1863). Der französische Maler soll ihm die Augen geöffnet und das Verständnis für die moderne Malerei ermöglicht haben, weshalb er auch einige seiner Papierarbeiten in seine Sammlung aufnahm. Für dessen Meisterwerke reichte das Geld jedoch nicht.
Das Besondere der 1899 aufgelösten Sammlung machten zweifellos die vielen Werke Cézannes aus. Ein anderer wichtiger Pfeiler sind die Porträts: Kein Sammler wurde so oft porträtiert wie der mutige Mäzen Victor Chocquet. Erstmals nach der Versteigerung der Sammlung wird hier ein wichtiges Ensemble der Bildnisse von Renoir und Cézanne wieder zusammenführt.
Die Ausstellung im Römerholz ist die erste, die Chocquets Sammlung gewidmet ist und ihrer Geschichte nachgeht. Und sie stellt die Verbindung zur Sammlung des Hausherrn Oskar Reinhart her, der in den frühen 1920er-Jahren selbst ein bedeutende Sammlung u. a. auch von impressionistischen Werken, aufzubauen begann.
Sammlung Oskar Reinhart Am Römerholz
Winterthur ZH. Bis 7. 6., Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr, Publ. CHF, www.roemerholz.ch