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Die Olympischen Sommerspiele werden verschoben. Ein Entscheid mit Signalwirkung für die ganze Sportwelt.
Auch das grösste Sportspektakel der Geschichte kann also nicht wie geplant vom 24. Juli bis zum 9. August stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele von Tokio, fast sechs Milliarden Dollar teuer, werden verschoben. Entweder auf ein späteres Datum in diesem Jahr oder auf das nächste Jahr.
Kein Sportereignis, auch nicht die Fussball-WM, hat nur annähernd die politische Ausstrahlung der Olympischen Sommerspiele. Im globalen Milliardenkonzern mit den fünf Ringen sind 206 Länder angeschlossen, mehr als der UNO (193). Die TV-Rechte für die Winterspiele 2018 und die nun verschobenen Sommerspiele 2020 sind für 4,1 Milliarden Dollar verkauft worden. Der grösste Teil dieser Summe ist bereits an das IOC überwiesen worden.
Die Verschiebung ist machbar. Das Geschrei mag gross sein, aber am Ende des Tages ist es ein Problem, das mit Geld gelöst werden kann. Und dieses Geld ist vorhanden. Das IOC verfügt über mehr als eine Milliarde Reserven und hat also die Mittel, um die Veranstalter zu entschädigen, die wegen der olympischen Verschiebung nun Weltmeisterschaften in grossen Sportarten ebenfalls verschieben oder absagen müssen. Mit Terminkollisionen muss die internationale Sportwelt in den nächsten Monaten leben lernen.
Die Kosten für die Verschiebung tragen ohnehin zum grössten Teil die Versicherungen und der japanische Steuerzahler. Die internationalen Sportverbände leben zu einem schönen Teil auch von den Zahlungen, die sie vom IOC für die Teilnahme an den Olympischen Spielen bekommen. Viele Verbände haben den Verlust dieser Entschädigungen versichert.
Und doch sind die Auswirkungen dieser Verschiebung erheblich. Die Welt-Virus-Krise hat auch das grösste und politisch mächtigste Sportspektakel gestoppt. Die Signalwirkung wird erheblich sein. Mit dem Hinweis darauf, dass selbst die Olympischen Spiele nicht stattfinden können, werden nun weltweit bis im August immer mehr Sportanlässe und Meisterschaften verschoben oder abgesagt.
Die Schweizer Fussballmeisterschaft, die Bundesliga und andere grosse Fussballligen oder die Champions League doch noch zu Ende spielen? Formel-1-Rennen und Töff-GP mit sechsstelligen Zuschauerzahlen inszenieren? Tennis-Turniere austragen, wenn nicht einmal das olympische Weltspektakel stattfinden kann? Das wird nun auch politisch in den Zeiten der grössten Krise unseres Jahrhunderts zunehmend schwieriger. Und wenn die Welt nach und nach zur Normalität zurückfindet, so kann es sehr wohl sein, dass vorerst Massenveranstaltungen (dazu gehören Fussball- oder Hockeyspiele) noch nicht bewilligt werden.
Es muss nicht so schlimm kommen. Aber niemand weiss, was die nächsten Wochen bringen. Immer mehr zeichnet sich ab, dass ein geordneter, regulärer Sportbetrieb erst ab September möglich sein wird. Nicht einmal mehr der Start unserer Eishockey-Meisterschaft am 18. September ist sicher.