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Im Jahre 1935 konstruierte John Faul, Yachtwerft in Horgen, auf Bestellung von Cäsar Grob, Fabrikant aus Horgen, einen 10,5 Meter langen und 2,5 Meter breiten Weekend-Motorkreuzer. Nach nur fünfmonatiger Bauzeit konnte das Schiff Anfang 1936 an den Besteller ausgeliefert werden. Bestückt mit einem der ersten V8-Kermath-Benzinmotoren erreichte das Boot eine Geschwindigkeit von zirka 25 km/h. Das Schiff, das auf den Bauplänen noch den Namen HANNY II trug, wurde nach der Fertigstellung auf den Namen ÉLJEN getauft.
Der Weekend-Kreuzer war 1936 im neu erbauten Bootshaus der werfteigenen Hafenanlage in Horgen stationiert. Bereits eineinhalb Jahre später liess Cäsar Grob ein neues, ebenfalls 10 Meter langes Boot auf Kiel legen und gab die ÉLJEN an Zahlung. Die ÉLJEN wurde am 5. Oktober 1937 durch die Bauwerft an den Zürcher Metzgermeister Otto Pünter verkauft. Das Schiff blieb weiterhin auf der Werft in Horgen stationiert. Leider brach schon bald der 2. Weltkrieg aus, die private Schifffahrt wurde stark eingeschränkt und später ganz verboten.
1944 kaufte Marcel Hintermann die ÉLJEN und liess das Schiff in einigen Bereichen abändern. Er gab dem Schiff auch den Namen AJAX. Aufgrund von Hinweisen und mündlichen Aussagen dürfen wir davon ausgehen, dass Marcel Hintermann durch den leichten Kreuzer HMS AJAX, dem Flaggschiff des Commodore Harwood (Chef eines britischen Kreuzergeschwaders, das im Dezember 1939 die Schlacht vor dem Rio de la Plata führte) zur Namensgebung inspiriert wurde. Nach wie vor blieb die AJAX im Hafen der Yachtwerft Faul in Horgen in einem gedeckten Standplatz.
1974 musste Marcel Hintermann aus Gesundheits- und Altersgründen auf den Wassersport verzichten. Deshalb verkaufte er die AJAX seinem Freund Henry Heusser aus Zürich. Durch Erbgang ging die AJAX dann 1998 auf dessen Sohn Daniel über.
Mit Kaufvertrag vom 3. März 2006 erwarb der Oldtimer Boot Club Zürichsee (OBCZ) die AJAX, um sie als wichtigen Zeitzeugen bootsbauerischen Schaffens auf dem Zürichsee zu erhalten und weiterzubetreiben. Die Finanzierung gelang mit einem Beitrag des Lotteriefonds des Kantons Zürich, eigener Mittel und Sponsoren (je zu einem Drittel). Die AJAX wird so zum Club- und Flaggschiff des OBCZ. Um sie erhalten und betreiben zu können, errichtete der OBCZ am 16. April 2007 die Stiftung Historische Zürichsee Boote (Stiftung HZB) und machte so dieses schöne Schiff auch der Öffentlichkeit zugänglich.
Noch heute präsentiert sich die M/L AJAX so, wie anlässlich des Stapellaufs von 1936. Sie ist eine würdige Vertreterin schweizerischer Bootsbaukunst und gilt als eines der schönsten Oldtimerboote auf dem Zürichsee.