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Nach einem 7 Kilometer langen Stau vor der Stadt sind wir endlich in Berlin. Mit der S-Bahn gelangen wir von unserem Standort aus gut in die Stadt. So sind wir wenigstens der Meinung. Aber wie könnte es denn anders sein, ab morgen wird die Strecke saniert und ist gesperrt. Doch es gibt natürlich einen Ersatzbus. Wir überlegen uns aber auch, einen P&R anzusteuern und von dort aus mit der U-Bahn in die Hauptstadt Deutschlands zu gelangen. Nach dem Lesen der jeweiligen Bewertungen der Parkplätze kommen wir jedoch davon wieder ab. Kommentare wie; Auto war weg, Auto stand ohne Räder da, oder alles war abgeschraubt, sind keine Ausnahmen. Die Option Fahrrad verwerfen wir auch gleich wieder, denn in Berlin wird so etwa alle 17 Minuten ein Rad geklaut.
So steigen wir am nächsten Morgen in diesen Bus, welcher auch gerade angekommen ist. Am Steuer sitz ein Syrer (oder so…), welcher diese Strecke heute wohl zum ersten Mal fährt. Da er kein Wort Deutsch spricht und den Weg nicht kennt, braucht es einen Herrn, welcher ihm den Weg erklären kann. Natürlich kann er ihn nicht verstehen. Also braucht es einen zweiten Herrn, welcher übersetzt. Fazit; es sind drei Mann beschäftigt, um den Bus in die Stadt zu bringen. Zu unserem Leid mischt sich noch ein älterer Fahrgast in die Wegweisung ein, was dazu führt, dass sich der Weg noch länger gestaltet. Doch nach fast einer Stunde sind wir dann doch am Ziel.
Die Stadt hat so einiges zu bieten, gilt sie doch als Weltstadt der Kultur, Politik, der Medien und der Wissenschaften. Auch trägt sie den Titel „Stadt des Designs“ und gehört immerhin zu den meistbesuchten Zentren unseres Kontinenten.
1244 wurde „Berlo“ (Sumpf) erstmals urkundlich erwähnt. Die Familie Hohenzollern regierte die Stadt von 1415-1918. Während dieser Zeit wurde Berlin Mitglied des Handelsbundes HANSE, wovon sie jedoch 1518 wieder ausgeschlossen wurden. Nach dem ersten Weltkrieg wurde 1918 die Republik ausgerufen und 1920 war Berlin die drittgrösste Stadt der Welt. 1938 zerstörte das NS-Regime das damals überaus wichtige Judenviertel, dabei wurden 50‘000 Menschen umgebracht. Von 1943-45 zerstörten britische Bomber den grössten Teil der damaligen Stadt. 1945 ist Berlin dann in vier Sektoren aufgeteilt worden. Einen Amerikanischen, einen Britischen, einen Französischen und einen Sowjetischen. Durch einen ewigen Streit der Ost- und Westparteien wurde 1949 die Stadt zweigeteilt. Da dieser Streit jedoch immer weiterführte und 1961 eskalierte, wurde die Trennung mit der Mauer gefestigt. Diese stand bis zur politischen Wende in der DDR um 1989. Da wurde die Mauer wieder geöffnet.
Einzelne Teile dieser legendären Mauer sind noch zu sehen. Auch der damalige Grenzübergang und heutiges Mahnmal „Checkpoint Charlie“ ist zu besichtigen. Ein weiteres Muss ist das Brandenburger Tor sowie das höchste Gebäude in Deutschland, der 368 Meter hohe Fernsehturm. Die Liste kann hier fast endlos weitergeführt werden. Unser Ziel ist aber heute das Pergamonmuseum mit seinen beeindruckenden Rekonstruktionen längst vergangener Tage. Hier ist zum Beispiel das Markttor von Milet, oder das Ischtar Tor mit seiner prächtigen Prozessionsstrasse von Babylon in Originalgrösse zu sehen.
Am nächsten Tag nehmen wir den westlichen Teil der Stadt in Angriff. Die erste Station ist das KaDeWe (Kaufhaus des Westens), ein 1907 eröffnetes Luxuswarenhaus. Auf 60‘000 Quadratmetern und 7 Stockwerken bieten hier höchstklassige Marken und internationale Designer ihre Produkte an. Alles nur vom Feinsten, edelsten und natürlich vom teuersten. Nicht weit davon entfernt ragt der zerbombte und ausgebrannte Turm der Gedächtniskirche immer noch hoch in den Himmel auf. Sie ist heute Mahnmal des Friedens. Nun fehlt uns noch der Kurfürstendamm. 1542 als Dammweg vom Berliner Schloss zum Jagdschloss angelegt, ist die breite Strasse heute Einkaufs- und Ausgehmeile. Gegen Abend glauben wir, alles uns Wichtige gesehen zu haben und begeben uns auf den Heimweg.