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"Bündner Baumeister in der Westukraine: Gesellschaft und Erbe der Renaissance (1560-1660)"
Nachdem L'viv/Lwów/Lemberg im Jahre 1527 beinahe komplett niedergebrannt war, ging es darum das Zentrum der Woiwodschaft Ruthenien innerhalb des Königreichs Polen wiederaufzubauen. Am Wiederaufbau der Stadt waren Baumeister aus verschiedenen Regionen beteiligt, unter anderem auch aus dem Gebiet der heutigen Kantone Graubünden und Tessin. Über diese Baumeister sprachen die Historikerin Olha Martynyuk und die diplomierte Architektin Alla Martynyuk-Medvetska in einem Vortrag für die Historische Gesellschaft Graubünden. Sie erklärten darin, wie beispielsweise an der Mariä-Himmelfahrt-Kirche, welche bereits vor dem Brand stand, aber danach neu aufgebaut werden musste, mehrere Bündner Baumeister beteiligt waren. Die räthischen Bürger, die aus beruflichen Gründen in die Westukraine auswanderten, beteiligten sich darüber hinaus auch am sozialen und politischen Leben der Stadt und ihrer Umgebung. So kam es, dass sich die Baumeister in lokale Adelsfamilien einheirateten, die polnische Sprache erlernten oder zu politischen Amtsinhabern wurden.