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Infosperber hatte am 6. Juli darüber berichtet: Demokraten gaben Millionen aus, um Trump-Kandidaten in den Vorwahlen zu unterstützen. Die taktische Absicht: Wenn die Republikaner bei den Zwischenwahlen im Herbst extreme Trump-Anhänger aufstellen, rechnen sich einige Demokraten bessere Wahlchancen aus. Jetzt haben bei Vorwahlen der Republikaner tatsächlich einige extreme Trumpisten gewonnen – mit demokratischer Unterstützung. Die «New York Times» schrieb von einem «zynischen Tiefpunkt».
Beispiel 1: Peter Meijer war einer der zehn mutigen Republikaner, die im Januar 2021 für die Amtsenthebung von Donald Trump gestimmt hatten. Jetzt verlor Meijer, bisheriger Kongressabgeordneter aus Michigan, die Ausmarchung bei den Vorwahlen. Gewonnen hat am 2. August ausgerechnet John Gibbs, der erklärt hatte, es sei «rein mathematisch unmöglich», dass Trump die Präsidentenwahl verlor. Meijer verlor die Vorwahl gegen Gibbs mit weniger als 4000 Stimmen. Es kann also durchaus sein, dass Gibbs nur dank der Hilfe der Demokraten gewann. Das Parteikomitee der Demokraten finanzierte ein Wahlkampf-Video mit 435’000 Dollar über Gibbs, das nicht erwähnte, dass Gibbs die Lüge von der gestohlenen Wahl verbreitete. Vielmehr wurde im Video erklärt, dass Gibbs für eine harte Einwanderungspolitik und eine patriotische Erziehung in den Schulen eintrete. Das berichtete der NZZ-Korrespondent in Washington.
Beispiel 2: In Maryland gaben demokratische Gouverneure etwa zwei Millionen Dollar aus, um den Trump-Anhänger Dan Cox gegen einen gemässigten Republikaner zu unterstützen. Cox war am 6. Januar 2021 bei der Demonstration in Washington dabei, die zum Sturm aufs Capitol führte. Auch er verbreitet immer noch, dass Präsident Biden die Wahl gestohlen habe. Cox gewann die Vorwahlen.
Beispiel 3: Dough Mastriano soll am 6. Januar 2021 Busse gechartert haben, um Demonstranten in die Haupstadt zu bringen. Der demokratische Gegenkandidat der kommenden Zwischenwahlen finanzierte mit 855’000 Dollar ein Wahlvideo, das Mastriano als republikanischer Kandidat favorisierte. Mastriano gewann die Vorwahl in Pennsylvania.
Ein politisches Aktionskomitee, das mit Nancy Pelosi verbunden ist, hatte die rechtsextreme republikanische Kandidatin Lori Saine für das Repräsentantenhaus in Colorado unterstützt. Doch Saine verlor die Vorwahl zugunsten der gemässigteren Barbara Kirkmeyer.
Gegen diese fragwürdigen taktischen Manöver gibt es auch unter den Demokraten Kritik. Gegenüber Politico erklärte die demokratische Abgeordnete Stephanie Murphy: «Keine Wahl ist es wert, die eigenen Werte aufs Spiel zu setzen.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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