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Erich Bödeker kommt am 11. April 1904 in Recklinghausen (Ruhrgebiet) zur Welt. Nach der Volksschule wird er, erst vierzehnjährig, Bergmann. Er übt diesen Beruf 41 Jahre lang aus, davon 35 Jahre unter Tag. 1959 wird er wegen Silikose (Staublunge) frühzeitig pensioniert, arbeitet aber als Hausschlachter und Landwirt in Recklinghausen weiter.
In dieser Zeit beginnt er naive Holz- und Betonplastiken zu schaffen, die er farbenfroh bemalt. Zur Darstellung gelangen Tiere und Menschen, darunter seine Freunde, Künstler, Politiker, Berühmtheiten wie Brigit Bardot und er selbst. Schnell findet er seinen eigenen Stil, der sich durch Originalität, Witz und Unbefangenheit auszeichnet. Bödeker ist bestrebt, das Gesehene möglichst genau abzubilden und seine Figuren treffend zu charakterisieren. Sein mit über hundert Figuren bevölkertes Grundstück wird zu einem beliebten Treffpunkt für Sammler und Kunstinteressierte.
1961 macht Bödeker Bekanntschaft mit Thomas Grochowiak, dem damaligen Direktor der Museen Recklinghausen und Oberhausen, der ihm eine Ausstellung im Recklinghauser Rathaus vermittelt. Es folgen zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. 1970 unternimmt Bödeker eine Reise nach Jugoslawien, um an der “1. Triennale für naive Kunst” teilzunehmen und gewinnt dort prompt den ersten Preis für Skulptur. 1971 stirbt Bödeker auf seinem Anwesen, um geben von seinen Figuren.
1988 erscheint sein Werkverzeichnis im Rahmen einer grossen Wanderausstellung (Stuttgart, Hamburg, Recklinghausen, München, Hannover) bei der Edition Cantz, Stuttgart.
Erich Bödeker gilt heute als einer der bedeutendsten naiven Künstler.