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«Aua!» rufen wir in der Deutschschweiz, wenn wir uns in den Finger geschnitten haben, «Aïe!» erschallt es aus der Romandie in der gleichen Situation. Prof. Dr. George van Driem, ordentlicher Professor für historische Sprachwissenschaft und geschäftsführender Direktor des Instituts für Sprachwissenschaft der Universität Bern: «Der Ausruf ‹Aua!› wird bei Schmerzen nicht international verwendet, sondern ist sprachspezifisch. In vielen Sprachen gibt es sogar unterschiedliche Ausrufe für unterschiedliche Arten von Schmerzen.» In Dzongkha, der Landessprache von Bhutan, zum Beispiel werde der Ausruf «’Atsa!» verwendet, wenn es wegen Verbrennung wehtue, «’Ala!», wenn man sich den Kopf oder Zeh gestossen habe.
«Ouch!»
«Die unterschiedlichen Ausrufe fühlen sich für die Sprecher natürlich an, und die Menschen sind erstaunt, wenn sie entdecken, dass andere Menschen wie zum Beispiel Europäer diese vollkommen natürlichen Ausrufe nicht kennen», sagt van Driem. In vielen englischsprachigen Ländern sagen die Menschen übrigens auch nicht «Aua!», sondern «Ouch!».
Fluchen lindert Schmerzen
Oftmals folgt dem ersten «Aua»-Schrei ein saftiger Fluch. Das ist duchaus sinnvoll, denn wer flucht, empfindet weniger Schmerz. Das zeigen mehrere Untersuchungen der britischen Universität Keele. Für eine Studie mussten die Teilnehmer so lange wie möglich ihre Hand in eiskaltes Wasser tauchen. Dabei durften sie entweder fluchen oder ein neutrales Wort sagen. Das Ergebnis: Fluchen erhöhte Schmerztoleranz und Herzfrequenz und reduzierte das Schmerzempfinden. Die Flucher konnten ihre Hände ausserdem länger ins Eiswasser halten. Es zeigte sich aber auch: Je öfter jemand fluchte, desto kleiner war der schmerzlindernde Effekt. Wie genau Fluchen Schmerzen lindert, ist noch unklar. Die Forscher vermuten, dass es die Verbindung zwischen der Angst vor dem Schmerz und dem Schmerzgefühl unterbricht.
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- Quellen
Drogistenstern
Ordentlicher Professor für historische Sprachwissenschaft und geschäftsführender Direktor des Instituts für Sprachwissenschaft der Universität Bern: Prof. Dr. George van Driem
Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Universität Keele