Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03370.jsonl.gz/3170

Patrick Wood
Kürzlich verfasste ich für meine Abonnenten auf PatrickWood.Substack.com einen Artikel. Nach gründlicher Überlegung bin ich zum Schluss gekommen, dass er als dringende Warnung an die Allgemeinheit weitergegeben werden muss. Ein totaler Verlust der Realität könnte bevorstehen. Während der Großen Panik von 2020 erlebten wir bereits, wie ein Großteil der Bevölkerung scheinbar den Bezug zur Realität verlor. Dies könnte nur ein Vorbote dessen sein, was uns erwartet.
Das Konzept mag schwer zu fassen sein und vielleicht müssen Sie es mehrmals durchlesen. Bitte tun Sie dies, um nicht der Illusion zu erliegen.
Es gibt ein wichtiges Wort, das Sie kennen sollten: Simulacrum. Es klingt kompliziert, ist jedoch unverzichtbar. In der Tat, es ist essenziell.
Laut Collins bedeutet es: „1) ein Bild; 2) eine unscharfe Vorstellung; eine Illusion; 3) eine Scheinhandlung; eine Täuschung.“
Das Cambridge Dictionary definiert es als: „etwas, das eine andere Sache nachahmt oder darstellt“.
Die Purdue University beschreibt es als: „Etwas, das die Realität durch seine Darstellung ersetzt.“
1981 diskutierte Jean Baudrillard das Konzept in seinem Aufsatz „The Precession of Simulacra“. Er unterschied zwischen der Darstellung und dem Simulacrum und erklärte, dass während die Darstellung versucht, die Simulation als falsche Darstellung zu interpretieren, die Simulation die gesamte Struktur der Darstellung als Simulacrum umfasst. Das sind die verschiedenen Entwicklungsstadien eines Bildes:
- es ist das Spiegelbild einer tiefen Wirklichkeit
- es verdeckt und entleert eine tiefe Wirklichkeit
- es verschleiert die Abwesenheit einer tiefen Wirklichkeit
- es hat keinen Bezug zu einer Realität;
- Es ist sein eigenes reines Simulacrum.
Das Simulakrum ist mehr als nur eine Verdrehung der Wahrheit – es stellt infrage, ob es überhaupt eine absolute Wahrheit gibt.
In unserem menschlichen Streben nach Verständnis findet sich eine verzerrte Wirklichkeit. Diese Verzerrung manifestiert sich in einem stetigen Prozess: Erst erkennen wir die Realität, dann wird sie verzerrt wahrgenommen, danach wird sie simuliert und schlussendlich in ein Simulakrum transformiert. Was einst real war, wird von einer künstlichen Realität überlagert.
Ein praktisches Beispiel: Bis 2025 könnte Künstliche Intelligenz (KI) 90 Prozent aller Online-Inhalte produzieren. Das Spektrum reicht von Nachrichten bis zu sozialen Medien. Eine Lawine von KI-betriebenen gefälschten Konten wird den digitalen Raum überfluten.
Nina Schick, eine Vordenkerin im Bereich KI, hebt hervor: „Generative KI wird neue Dinge erschaffen, die bisher als einzigartig menschlich galten. Jedes digitale Medium – sei es Text, Video oder Audio – kann von generativer KI erzeugt werden. Bis 2023 wird diese Technologie branchenübergreifend Anwendung finden.“
Was bedeutet das für uns? Wenn wir 2025 zurückblicken, könnte es scheinen, als hätte sich seit 2023 wenig verändert, obwohl die Realität eine andere ist.
Warnung: Wir stehen womöglich am Rand eines Abgrunds, in dem die Realität zerfällt.
Ein Simulakrum ist nicht einfach eine andere Art von Realität. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was real ist.
Es ist kein „neuer Blickwinkel“ und auch keine „alternative Realität“. Es ist schlichtweg die Abwesenheit von Realität. Und die Gefahr besteht darin, dass Milliarden von uns in diese Abwesenheit hineingezogen werden könnten.
Während die Welt fasziniert auf die blendenden Simulakren starrt, die sich ständig weiterentwickeln, verschwindet die echte Realität unbemerkt. Es ist, als würde sie durch die Hintertür entweichen, während niemand hinschaut.