Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3825

Am Abend des 14. Nissan beginnt in Israel das Passahfest. Zu einem Seder, welcher nach einer bestimmten Ordnung gefeiert wird, lädt man Familienangehörige, Freunde und Alleinstehende ein. Die Juden feiern Passah seit ca. 3‘500 Jahren.
Diese Feier ist so gestaltet, als wäre man damals in der Passahnacht selbst dabei gewesen. Mittels einer Nacherzählung (der Haggada) und ganz bestimmten Zutaten wird die Geschichte des Volkes Israel vom Auszug aus Ägypten und Gottes Taten „gesehen“, „gerochen“, „gehört“, „geschmeckt“ und „gefühlt“. Mittlerweile gibt es weit über 1‘000 verschiedene Varianten dieser Feier - fast jede Familie hat ihre Eigene.
Die Vorlage für unsere „Haggada“ richtet sich nach der „Haggada“, welche heute in messianischen Gemeinden in Israel verwendet wird. Bei dieser Art der Feier ist unverkennbar, dass Gottes Gnade erst in Jesus Christus ihre Erfüllung findet.
Nachdem nun alle in „kleinen Familien“ an Sechsertischen Platz genommen hatten, begrüsste Roman Bamert, als „Hausvater“, alle „Familienangehörigen, Freunde und Alleinstehenden“. Silvia Käser, als „Frau des Hauses“, sprach den Segensspruch und zündete die Kerzen an. Roman wiederholte den Segensspruch auf Hebräisch.
Der Abend verlief nun nach einer genauen Abfolge in geführten Handlungen, lesen von Bibeltexten und Segenssprüchen. Zur Einführung stellt ein Kind die Frage: „Warum feiern wir den Passah-Seder?“ Die Antwort folgt aus 5. Mose 6, 20-25. Es folgt der Hinweis auf die Passahfeier von Jesus mit seinen Jüngern, die notwendige Reinigung und Heiligung (äusserlich durch Füsse waschen - haben wir nicht gemacht, innerlich durch ein kurzes Innehalten), untermalt durch verschiedene Bibelstellen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Mit dem ersten Kelch Wein (bei uns Traubensaft), erfolgt die eigentlich Eröffnung und Heiligung der Sederfeier.
Durch in Salzwasser getauchter Petersilie erinnern wir uns an die vergossenen Tränen des Volkes Israel in der Sklaverei und Zwangsarbeit. Die Matze (gesalzenes oder ungesalzenes ungesäuertes Brot) erinnert an das Brot des Elends der Israeliten. Es folgt ein weiterer Kelch Wein, der Kelch des Gerichts in Erinnerung an die Plagen in Ägypten. Wir singen ein Loblied. Dann der Kelch der Erlösung, der Segensspruch über die Matzen, der Aufbruch in die Befreiung. Der Meerrettich treibt uns die Tränen in die Augen, in Erinnerung an die Tränen Israels. Wir essen das Fruchtmus, welches wirklich aussieht wie der Lehm der Ziegel, in Erinnerung an die Ziegel in der Sklavenarbeit. Das gekochte Ei soll an die Zerstörung des Tempels erinnern. Nun folgt die eigentliche Sedermahlzeit (Reis und Pouletfleisch).
Der dritte Kelch wird in Gedenken an die Erlösung, den Tod und die Auferstehung von Jesus getrunken. Es folgt der Kelch des Lobpreises, welchen wir mit einigen Liedern zu uns nehmen. Unsere Sederfeier wird abgerundet mit einem Kaffee und feinstem Fruchtsalat.
Roman und dem ganzen Team sei herzlich gedankt, für ihren Einsatz zu diesem interessanten und spannenden Abend.
Marco Quero
Am Abend des 14. Nissan beginnt in Israel das Passahfest. Zu einem Seder, welcher nach einer bestimmten Ordnung gefeiert wird, lädt man Familienangehörige, Freunde und Alleinstehende ein. Die Juden feiern Passah seit ca. 3‘500 Jahren.