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Countdown — Wenn du erscheinst, weiss ich, dass es wichtig wird. Daran lässt du keine Zweifel. Du beginnst mit einem Countdown. Im Hintergrund erklingt epische Musik. Du zeigst mir die Umrisse ferner Länder, in denen die grössten Städte eingezeichnet sind. Feine Linien verbinden sie. Diese leuchten blau oder rot. Doch du lässt mir keine Zeit. Es ist dringend, wir müssen weiter. Du schwenkst von deinem Heimatland über den ganzen Kontinent. Die Linien zwischen den Städten werden dicker, leuchtender. Und dann zeigst du mir die Erde aus dem Weltall. Erst jetzt sehe ich das ganze Ausmass: Der Erdball wird von einem riesigen Netz aus Linien umhüllt. Sie alle münden in deiner Heimatstadt.
Das bist du – oder auch nicht. Denn du bist vielseitig und kannst auch auf dem Boden bleiben. Dann zeigst du mir Bilder aus aller Welt: Menschen, die jubeln, die protestieren, die kämpfen. Und überall sind Kameras. Mittendrin stehen Reporter*innen mit ernster Miene, in schusssicheren Westen. Aufregend ist das.
Es gibt dich erst seit einigen Jahrzehnten. Obwohl du heute in unzähligen Ausführungen daherkommst, ist deine Zukunft ungewiss. Du bist bedroht. Für viele Menschen warst du lange Zeit ein fester Bestandteil ihres Abends. Doch das Interesse an dem, was du ankündigst, schwindet. Fernsehnachrichten werden heute weniger angeschaut als noch vor ein paar Jahren. Dadurch sehen auch immer weniger Leute dir zu, geliebtes News-Intro.