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Am 27. August einigten sich die Teilnehmer der 18. Vertragsstaatenkonferenz der CITES (Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei-lebender Tiere und Pflanzen) darauf, die Exporte wild gefangener afrikanischer Elefanten – von Ausnahmefällen und Notsituationen abgesehen – auf Arterhaltungsprogramme in ihren natürlichen Lebensräumen zu beschränken sowie auf Fälle, in denen sich daraus nachweislich ein Nutzen für den Arterhalt in Afrika ergibt. Aktuell werden mehr als 30 wilde Elefantenbabys in Gehegen in Simbabwe gefangen gehalten, die für den Export in Zoos auf anderen Kontinenten, hauptsächlich in China, bestimmt waren. Die CITES-Beschlüsse der diesjährigen CoP18 sind gemäss Konvention unverzüglich in Kraft getreten. Die Exporte können nicht fortgesetzt werden, ohne dass gegen die neuen Regelungen verstossen würde.
GENF. Die Europäische Union (EU) leistete einen massgeblichen Beitrag zu diesem historischen Beschluss, der von der Koalition für den afrikanischen Elefanten (AEC) initiiert worden war – einer Gruppe von über 30 afrikanischen Staaten, die den vollständigen Schutz der Elefanten innerhalb der CITES fordern. Von Seiten der EU wurde betont, dass sie in den letzten zehn Jahren keinen lebenden Elefanten importiert hätte und dies auch in Zukunft nicht beabsichtige. Die EU verdient Anerkennung für ihr Handeln und als Förderin der Artenvielfalt weltweit. Nun sind wir alle dafür verantwortlich, dass die 30 wilden Elefantenbabys wieder in ihren natürlichen Lebensraum eingegliedert werden. Insbesondere dürfen keine Versuche unternommen werden, diesen neu getroffenen CITES-Beschluss zu unterwandern, indem jetzt «Ausnahmefälle» oder «Notsituationen» geltend gemacht werden und so eine Hintertüre offen gehalten wird, um die Exporte der in Simbabwe gefangen gehaltenen Elefanten zu genehmigen.
«Wenn diese geplanten Exporte stattfinden würden, würden die Export- und Importländer gegen internationales Recht verstossen», erklärt Dr. Rosalind Reeve, CITES-Projektleiterin der David Shepherd Wildlife Foundation und Rechtsberaterin der Fondation Franz Weber.
«Wir müssen begreifen, dass diese Elefantenkälber traumatisiert sind», erklärt Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber. «Sie wurden in freier Wildbahn gefangen und von ihren Familien getrennt. Wir dürfen ihnen nicht noch mehr Leid und Misshandlung zumuten. Der lange Transportvorgang würde massiven Stress auslösen, und die Elefanten wären zu einem trostlosen, einsamen Leben in Gefangenschaft verdammt. Ihren komplexen biologischen und sozialen Bedürfnissen würde dies nie gerecht. »
«Für diese 30 bereits gefangenen Elefantenkälber existieren praktikable Lösungen innerhalb von Simbabwe, um sie wieder in die Wildnis einzugliedern und freizulassen», erklärt Karen Trendler vom NSPCA (National Council of Societies for the Prevention of Cruelty to Animals), einer Organisation, die sicherstellt, dass der Schutz wildlebender Tiere gemäss dem Gesetz von Südafrika und Simbabwe aufrechterhalten und beachtet wird. «Es gab mehrere Programme in den Ländern des südlichen Afrika, in denen sowohl in Gefangenschaft aufgezogene als auch wild gefangene ‚gezähmte und abgerichtete‘ Elefanten erfolgreich in eine wilde Population integriert wurden. Einige konnten sogar nach acht oder mehr Jahren in Gefangenschaft wieder eingegliedert werden.»
Durch den historischen Entscheid der CITES erhalten diese 30 Elefantenbabys die Chance, ihr Leben in der Wildnis zurückzuerhalten. Nun liegt es an der Weltgemeinschaft, mit Nachdruck deren Wiedereingliederung zu unterstützen, und somit die Rückkehr in die Freiheit zu ermöglichen.
Zusätzliche Informationen
Projektseite – Kein Handel mit bedrohten Arten!
Projektseite – Stopp dem Handel mit Elefantenbabys
Infoflyer CITES Proposals Elefanten: Englisch, Französisch
Medienmitteilung vom 30. August 2019 (PDF)