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Fawn* und Cream Pembroke CorgisIn einem Artikel über "Die Vererbung der Fellfarbe beim Pembroke Welsh Corgi", der sich über drei Ausgaben der PWCCA Newsletter 1995/96 zog, schreibt Patti Gustafson:
Das Problem, die rote Farbe beim Corgi zu bewahren, besteht schon seit langem. In der dritten Auflage ihres Buches "The Welsh Corgi" von 1946 erklärt uns Thelma Gray, dass der Pembroke "stark an einen Fuchs erinnert und die Tatsache, dass sein Fell oft von einem satten dunklen Rot oder einem Rot-Sable ist, verstärkt diesen Eindruck. Die kräftigen fuchsartigen Nuancen sind am beliebtesten."
Roter, unkupierter Pembroke, geb. 2013
Der rote Corgi von Gestern verschwindet zunehmend. Das "tiefe Rot", "dunkle Rot", "satte Fuchsrot", "leuchtende Rot" sieht man nur noch selten. Warum ist die Mehrheit unserer Corgis jetzt fawn oder golden? Werden wir nach weiteren 10 Jahren nur noch Fawns und Creams haben?
Das uralte Mittel, um dem Verblassen des Rots entgegen zu wirken, welches wir entweder nicht benutzen oder das nicht wirkt, besteht darin, immer wieder auf einen tricolor Partner zurückzugreifen. Pat Curties (Lees) weist darauf hin in ihrem Artikel im 1957 Corgi League Jahrbuch "Die Farbvererbung beim Pembroke", wo sie schreibt "obwohl gewisse Leute nicht einig sind, so meine ich, dass es, um ein gutes Rot zu erhalten, wichtig ist, immer wieder für eine Auffrischung mit reinem tricolor oder reinem schwarz mit Brand-Blut zu sorgen, ansonsten die Farbe in den folgenden Generationen dazu neigt, immer heller zu werden, bis die Mehrheit der Welpen eine helle, ziemlich unattraktive Sandfarbe zeigen, mit viel cremefarbenen Abzeichnungen im Gesicht".
Als eine Seitenbemerkung möchte ich hier darauf aufmerksam machen, dass wenn Pat Curties von "tricolor" spricht, sie die Black-Headed Tris meint. Red-Headed Tris waren in den fünfziger Jahren nicht üblich und wurden allgemein als Red- oder Sable-Headed Tricolor bezeichnet, um sie von den häufiger vorkommenden Black-Headed Tris zu unterscheiden. Heute ist genau das Gegenteil der Fall und bei Gesprächen oder in Richterberichten ist mit dem Begriff "Tricolor" meistens der üblichere Red-Headed Tri gemeint, während der seltener vorkommende Black-Headed Tri mit seiner vollen Farbbezeichnung genannt wird.
W.H. Harding teilt Pat Curties' Ansicht in seinem 1958 Corgi League Artikel "Die Genetik der Farbvererbung beim Pembroke Corgi". "Es ist eine eigenartige Tatsache, dass Schwarz anscheinend eine stimulierende Wirkung auf das Rot hat. Eine Zuchtlinie, die völlig frei vom Gen für Schwarz ist, neigt dazu, zu einem blassen Rot oder einer goldenen Farbe zu degenerieren..."
Fawn Pembroke
"Fawn"-Headed" tricolor Pembroke
In der Dezember 1982 Ausgabe der Pembroke Welsh Corgi Newsletter, wundert sich der Redaktor Ron Shakely (Ehrstag): "Wir fragen uns, wo die rote Farbe geblieben ist. Der leuchtend rote Hund ist beinahe verschwunden, und es scheint niemanden zu stören. Man sagt, dass ein guter Hund keine schlechte Farbe haben kann, aber gewisse Farben sind attraktiver als andere. Dass im Standard die Farben Golden und Fawn erlaubt sind, scheint zu einer Toleranz für extrem blasse Farben geführt zu haben, oft zusammen mit viel Weiss; und die Sable-Zeichnung ist mehrheitlich auf einem braunen statt einem roten Hintergrund zu sehen, was dem Hund ein unnötig unansehnliches Aussehen verleiht."
Und in einem Interview in Corgi Quarterly (Sommer 1986) sagte Derek Rayne, Richter und Züchter von Pemwelgi Corgis: "Wir wollen nicht, dass die Corgis ein zu helles Braun werden; wenn man stets zwei Hellrote miteinander verpaart, erhält man schliesslich einen Hund, der beinahe eine beige Farbe hat, und das ist nicht gut. Ich versuchte immer, ab und zu einen dunkelroten oder tricolor Corgi beizuziehen, um die roten Nuancen zu stärken und zu einem mehr fuchsartigen Rot zurückzukehren, welches die ursprüngliche Farbe ist, die man viel zu selten sieht. Wir haben heute bereits einige dieser sandfarbenen Corgis, die ziemlich verwaschen aussehen".
Die Fellfarbe wird von Gen-Paaren bestimmt, d.h. ein Gen kommt vom Rüden und ein Gen von der Hündin. Das wichtigste Gen-Paar für die Fellfarbe des Pembrokes, stammt von der Agouti oder A-Serie (siehe The Inheritance of Coat Color in Dogs von Clarence Little). Gemäss Little wird die Fellfarbe des Pembroke von den Genen der A Serie bestimmt und zwar von "ay" für die einfarbige rote Farbe, und "at" für die Brandabzeichen beim schwarzen Hund, den wir allgemein als Tricolor bezeichnen. Beim Pembroke ist das rote Gen (ay) dominant gegenüber dem tricolor Gen (at) oder verdeckt es.
Sable, gemäss dem erläuternden Text zum "Illustrated Study of the Pemborke Welsh Corgi Standard" (1975), ist "Rot durchsetzt mit schwarzen Haaren, um einen mit Bleistift gezeichneten Effekt hervorzubringen. Das Sable-Muster variiert in Intensität und Ausdehnung, meist in der Form einer spitz zulaufenden Kappe, oder manchmal beschränkt es sich auf Ohren, Kragen, "Feen-Sattel" und Rute." Oft ist die schwarze Zeichnung auf dem Rot das Resultat von schwarzen Spitzen an sonst roten Haaren. Sable Hunde mit schwarzen Haarspitzen ("tipped" sables) sind rote Hunde mit schwarzen Eumelanin Haaren, üblicherweise auf Rücken, Kopf, Ohren und Rute.)
Diese Aufnahmen zeigen die Veränderung der Fellfarbe vom mausfarbenen Braun neugeborener Corgi Welpen bis zum Durchbruch der Farbe des Fells des erwachsenen Hundes, der meist im Alter von 8 Wochen beginnt.
Neugeborne Pembroke Welpen. Der kleine Welpe ganz links ist die rote, weiter oben abgebildete Hündin.
Einer der Welpen der roten Hündin im Alter von 5 Wochen
Der gleiche Welpen im Alter von 8 Wochen
Im Alter von 9 Wochen. Die rote Farbe beginnt durchzubrechen.
Im Alter von 11 Wochen
Im Alter von 4 Monaten. Jetzt sind nur noch wenige schwarze Haare vorhanden.
Seit Patti Gustafson ihren Artikel geschrieben hat, sind 20 Jahre vergangen und die Verblassung der roten Farbe schreitet weiter voran.
Stephanie S. Hedgepath, Richterin und Pembroke Züchterin (Jimanie) schreibt, dass sie bereits in den 1980er Jahren vereinzelte cremefarbene Pembrokes gesehen hat. "Es scheint jedoch, dass sie in letzter Zeit vermehrt auftauchen. Diese Pembrokes mögen "weiss" erscheinen, mit schwarzer Nase und dunkeln Augen, aber es handelt sich um die Farbe "Cream" und nicht um Chinchilla oder Silber oder wie auch immer jemand diese Farbe nennen mag, um sie mehr exotisch erscheinen zu lassen und vielleicht einen höheren Preis für sie zu erzielen."
Dieser süsse Welpe hat noch deutliche sable Zeichnungen am Kopf und schwarze Härchen am Körper.
Nach und nach verschwanden die schwarzen Zeichungen und das helle Fawn vermischte sich mit den weissen Abzeichen, so dass der Hund weiss erscheint. NB die dunklen Augen und schwarze Nase!
Aber was sind diese cremefarbenen Pembrokes?
Um die Farbgenetik der Hunde zu verstehen, braucht man nur diesen einfachen Schlüssel: Es gibt zwei Pigmenttypen, welche die Fellfarbe der Hunde (und den meisten anderen Säugetiere) bestimmen: Eumelanin und Phäomelanin, beides Formen von Melanin. Alle Fellfarben und Fellmuster beim Hund werden von diesen zwei Pigmenten bestimmt. Jedes hat eine "Standard"-Farbe und kann durch verschiedene Gene modifiziert werden.
Schwarz ist die "Standard"-Eumelaninfarbe für Hunde. Ein Hund, der nicht homozygot für Leberfarbe (bb) oder das Verdünner-Gen (dd) ist, hat schwarzes Eumelanin. Das heisst, er wird eine schwarze Nase und in der Regel braune Augen haben (Eumelanin beeinflusst auch die Augenfarbe), und das vorhandene Eumelanin in seinem Fell wird schwarz sein.
Phäomelanin produziert die Farbe "Rot", vom tiefen Rot eines Irish Setters bis zum hellen Cream. Das Phäomelanin ist nur sichtbar im Haarkleid und hat keinen Einfluss auf die Farbe der Augen, Nase oder Fussballen.
Die beiden cremefarbenen Welpen haben etwas Schwarz an den Ohren und Wangen und schwarze Haare am Kopf und Körper.
Einer der beiden Welpen als Junghund. Die schwarzen Zeichnungen sind verschwunden und man sieht einen cremefarbenen Hund mit weissen Abzeichen.
Diese Aufnahme zeigt den gleichen Hund im Alter von 2 Jahren. Die Farbe ist nun so stark verblasst, dass der Hund sozusagen weiss erscheint. Auch dieser Hund hat dunkle Augen und eine schwarze Nase.
Bis vor kurzem dachte man, dass der C-Locus für die Intensität des Phäomelanins verantwortlich war, das den Unterschied zwischen dem satten Rot eines Irish Setters und dem beinahe reinen Weiss gewisser Rassen wie z.B. dem Samojeden oder dem Deutschen Schäferhund verursacht.
Es hat sich nun jedoch gezeigt, dass elfenbeinfarbige und weisse Hunde nicht die gleichen Mutationen auf dem C-Locus haben. Sponenberg und Rothschild beschreiben eine Farbe, die sie mit I (für Intensität) bezeichnen, und die nur das Phäomelanin verdünnt:
I =intensives Rot, nicht verdünnt.
I = co-dominant, so dass i/i Hunde bleicher sind als I/i Hunde.
Dieses Gen wurde jedoch noch nicht vollständig identifiziert. Die Hypothese ist, dass es das Phäomelanin im Fell heller oder dunkler erscheinen lässt. "Verdünnte" Phäomelanin-Farben werden manchmal mit "cremefarben, gelbbraun, aprikosenfarben, zitronengelb (lemon), usw. bezeichnet. (Augen, Nase usw. sind nicht betroffen!)
Patti Gustafson schreibt dazu: "Eine solche Theorie würde die vielen verschiedenen Rotnuancen beim Corgi erklären und ebenfalls, warum es so schwierig ist, von den inzwischen etablierten blassen Farben weg zu kommen. Diese aufhellenden Faktoren beeinflussen ja auch das Rot bei den tricolor und die Grundfarbe der sable Corgis.
"Aber auch hier sieht man, dass eine Infusion von Tricolor oder dunkelrotem Pigment notwendig wäre, um mehr Hunde mit der "guten roten" Farbe zu bekommen, und falls eine solche Infusion nicht bewusst durchgeführt würde, wären die Chancen, das satte Rot zurückzugewinnen, sehr gering."
Kommentar von Simon Parsons, Rasserichter und Mitherausgeber von Dog World:
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass allein die Benutzung eines tricolor Partners kräftigere Farben erzeugen sollte. Es hängt wohl eher davon ab, wie kräftig das Brand (Rot) des betreffenden tricolor Partners ist!"
Der gegenwärtige amerikanische Standard für den Pembroke Corgi lautet:
Farbe: Einfarbig Rot, Sable, Fawn, Schwarz mit Brand, mit oder ohne Weiss (diese Farben gelten auch im englischen Standard). Weiss ist zulässig an Beinen, Brust, Hals (entweder teilweise oder als Kragen), Schnauze, Bauch und als schmale Blesse am Kopf. Sehr schwere Fehler: "Whitelies" - Hunde mit weisser Körperfarbe mit roten oder dunklen Abzeichen.
Whitelies
Die Farbe "Cream" ist weder im amerikanischen noch englischen Standard für Pembrokes erwähnt, aber ein Hund von einer so hellen Farbe, dass er weiss erscheint, würde wahrscheinlich auch als "Whitely" betrachtet, und ein Richter dürfte einen solchen Hund vermutlich disqualifizieren, sollte er im Ring erscheinen.
Stephanie S. Hedgepath hat noch nie einen rein cremefarbigen Pembroke auf einer offiziellen AKC-Ausstellung gesehen. Auch Richterin und Züchterin Anne Indergaard (Annwn) aus Norwegen hat noch keine cremefarbenen Corgis angetroffen, wenn sie in Europe, Australien oder den USA richtete.
"Whitelies" und "Creams" sollten nicht für die Zucht verwendet werden. Abgesehen von ihrer Farbe unterscheiden sie sich im Wesen jedoch nicht von den korrekt gefärbten Corgis und sind ausgezeichnete Familienhunde.
http://www.doggenetics.co.uk/
Coat Color Alleles in Dogs by Sheila Schmutz, 2013
*)In der deutschen Version des Standards ist die Farbe "Fawn" mit "Rehfarben" übersetzt. Aber wer hat schon einen rehfarbenen Pembroke gesehen? Da die Amerikaner und die Engländer die hellen, blassroten oder goldenen Pembrokes mit "fawn" bezeichnen, habe ich für diese Übersetzung ausschliesslich den Begriff "fawn" gewählt. - ANo