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«Ausländer nicht zugelassen»
Die 1976 gegründete Konsho Gakuen Schule in Kugayama in der Präfektur Saitama bildet Köche, Konditoren und Ernährungswissenschaftler aus. Es handelt sich um eine private Bildungsinstitution, wie sie es überall in Japan gibt. Die Konsho Gakuen unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von anderen Schulen. Im Anmeldeformular für die angehenden Studenten heisst es ausdrücklich, dass «Ausländer nicht zugelassen sind».
Die Regelung sorgte über die Jahre nie für Aufsehen. Erst einem Peruaner, der in Kugayama aufgewachsen war und sich 2012 für die Kochschule anmelden wollte, fiel der Paragraph auf, wie die Mainichi Shimbun berichtet. Auf Nachfrage liess die Schule verlauten, dass es sich um einen Grundsatz handle, der bereits seit der Gründung der Schule existiere. Daran werde nichts geändert.
Für den Peruaner, der in Japan aufgewachsen war und für den die Muttersprache Japanisch war, war es das erste Mal, dass er wegen seiner Herkunft auf Probleme stiess. Er entschied sich schliesslich schweren Herzens eine Kochschule im weiter entfernten Ikebukuro in Tokio zu besuchen.
Halbherzige Begründungen
Die Bildungsbehörde der Präfektur Saitama, die über den Highschool-Lehrer des Peruaners vom Fall hörte, schaltete sich dennoch ein. «Wir wünschen uns eine faire Auswahl gemäss den Fähigkeiten und der Eignung der Studenten», schrieb sie der Kochschule. Eine offizielle Reaktion blieb jedoch aus.
Erst im direkten Gespräch legte die Schule laut der Mainichi Shimbun halbherzige Begründungen vor. Man fürchte um Probleme mit Studenten, die keine legale Aufenthaltsbewilligung hätten. Ein anderes Mal hiess es laut NHK News, dass es schlichtweg zu aufwendig sei, einen Ausländer bis zur Stellensuche zu begleiten.
«Japanese Only»
Der Fall weckte böse Erinnerungen an den neulichen Fussballskandal, als eine Fan-Gruppe der J-League-Mannschaft Urawa Red Diamonds aus derselben Präfektur vor dem Tribüneneingang ein Transparent mit den Worten «Japanese Only» anbrachte (Asienspiegel berichtete).
Entsprechend sensibilisiert thematisierten die Medien den Fall der Konsho Gakuen. Auch das Ministerium für Arbeit sowie das Bildungsministerium haben die Kochschule in Saitama kritisiert. Selbst wenn es sich um eine private Bildungsinstitution handle, gelte der Grundsatz, dass jedem gleiche Chancen in der Bildung garantiert werde.
Der Druck hat Wirkung gezeigt. Nach zwei Jahren des Widerstands hat sich die Schulleitung laut Sankei Shimbun für den Paragraphen und die Missverständnisse, die damit aufgekommen seien, bei den Behörden entschuldigt. Ab dem kommenden Schuljahr werde die Regelung gestrichen. Damit dürfen Ausländer künftig die Schule in Kugayama besuchen.
Schulden angehäuft
Für den peruanischen Studenten kommt diese Korrektur zu spät. Er hat in Tokio die Kochschule inzwischen abgeschlossen. Weil er jedoch für die Ausbildung am weiter entfernten Ort gezwungen war, ein Studentendarlehen aufzunehmen, hat er sich entschieden, noch nicht sofort eine Stelle in der Gastronomie anzutreten. Stattdessen arbeitet er zurzeit als Zeitarbeiter in einer Fabrik, wo er einen vergleichsweise besseren Lohn verdient, um die Schulden möglichst schnell zurückzahlen zu können.
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