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Am 11. August 2021 teilte Namibia mit, dass der Staat nicht genannte Käufer für 57 lebende afrikanische Elefanten gefunden habe, von denen 42 exportiert werden sollen. Nachdem die Fondation Franz Weber (FFW) das Sekretariat des Übereinkommens über den inter-nationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES), die Schweizer Behörden und Namibia selbst vergeblich dazu aufgefordert hatte, diese Verkäu-fe zu verhindern, wandte sie sich Anfang September an die Europäische Union (EU) – und die schweigt.
Am 3. Dezember 2020 veröffentlichte das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus von Namibia (MEFT) eine Ausschreibung für den Verkauf von 170 freilebenden Elefanten aus vier kommerziellen Zuchtgebieten im Norden des Landes. Am 11. August 2021 bestätigte das MEFT, dass es (nicht näher genannte) Käufer für 57 wilde Elefanten gefunden habe, von denen 42 exportiert werden sollen.
Gestützt auf eine im Frühling 2021 vor Ort durchgeführte Untersuchung reagierte die FFW sofort und forderte Namibia auf, diese Verkäufe zu unterlassen. Die FFW bot dem Land ihre Unterstützung dabei an, andere Lösungen für die Konflikte zwischen Mensch und Elefant zu finden – die als Grund für die Verkäufe angeführt wurden – als die geplanten Exporte. Gleichzeitig ersuchte sie das CITES-Sekretariat und die Schweizer Behörden (die Schweiz ist der Depositarstaat des CITES-Übereinkommens) schriftlich darum, Namibia an seine internationalen Verpflichtungen zu erinnern, die die Ausfuhr lebender Elefanten aus ihrem natürlichen Lebensraum verbieten. Seitdem herrscht Funkstille.
Doch Namibia hat vor Ort bereits damit begonnen, ganze Familiengruppen von Elefanten einzufangen, und es existieren Gerüchte über die potenziellen Käufer – bei denen es sich um Betreiber von Einrichtungen für Tiere ausserhalb Afrikas handeln soll. Doch einen freilebenden Elefanten einzufangen, um ihn in einem Zoo oder einer ähnlichen Anlage unterzubringen, hat verhängnisvolle Folgen – für die wilden Elefantenpopulationen ebenso wie für die einzelnen Elefanten, die so zu einem elenden Leben in Gefangenschaft verdammt sind. Insbesondere in Namibia könnte der geplante Fang dazu führen, dass eine seltene, an die Wüstenbedingungen der Kunene-Region angepasste Elefantenart ausstirbt.
Die FFW beschloss daher, sich an die EU zu wenden, und forderte sie gemeinsam mit der britischen Organisation David Shepherd Wildlife Foundation (DSWF) in einem Brief vom 6. September 2o21 auf, Namibia zur Vernunft zu bringen. «Die EU hat sich in ihrer Biodiversitätsstrategie dazu verpflichtet, die Fauna und Flora der Welt zu schützen. Sie ist eine mächtige Verhandlungspartnerin bei allen internationalen Angelegenheiten: Daher ist es ihre Aufgabe, zu verhindern, dass die wilden afrikanischen Elefanten ihren Familienverbänden entrissen und in Zoos auf der ganzen Welt transportiert werden», erklärt Vera Weber, Präsidentin der FFW.
Heute appellieren wir insbesondere an Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission, Verfechter der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 und Vertreter des einflussreichsten CITES-Partners, in diesem dringenden Fall zu intervenieren und den namibischen Umweltminister Shifeta Pohamba aufzufordern, diesen grausamen und unnötigen Transport von wilden Elefanten zu stoppen.