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Ursprung
Das Huhn stammt vom Dinosaurier ab. Es kann besser gehen als fliegen und
hat daher starke Beinmuskeln. Die Körpertemperatur liegt bei 40 bis 42 Grad Celsius.
Vorfahren und Verwandte
unserer Hühner
Die wilden Kammhühner, von denen unsere Haushühner abstammen, sind in verschiedenen warmen Gebieten Asiens zu Hause: Indien, Burma, Amman, Malakka, Sumatra und Java. Die Einteilung der Hühnerrassen im Mittelmeerraum, Europa und Asien hat nichts mit der Urheimat zu tun. Es handelt sich hier um domestizierte Hühner, die zu verschiedenen Zeiten aus Asien nach Europa und in die Mittelmeerländer gebracht und dort weitergezüchtet wurden. Es gibt vier Arten von Kammhühnern: Bankiva-, Sonnerath-, Lafayette- und Gabelschwanzhuhn. Heute gilt das Bankivahuhn als wichtigster Vorfahr der Haushühner. Es ähnelt im Temperament den Kampfhühnern, in der Färbung den italienischen Hühnern und ist von der Grösse her ein "Urzwerg". Man nimmt aber an, dass auch die anderen Arten an der Entstehung einiger Haushuhnrassen beteiligt sind. Bankiva-, Sonnerath- und Lafayettehuhn ähneln sich in der Lebensweise.
Domestizierung
Hühner wurden zuerst wahrscheinlich nur als Opfertiere und zu Hahnenkämpfen gehalten. Wie es danach weiterging, scheint niemand genau zu wissen. Eier und Fleisch werden aber auch schon lange genutzt. Etwa vor 4000 Jahren soll das Seidenhuhn domestiziert worden sein. Es gelangte früh aus Tibet nach China und ist in Marco Polos Reisebericht erwähnt. Chabos soll es schon mehr als 1000 Jahre geben, aber auch Bantams und die 1860 im Chinesischen Kaiserpalast entdeckten Zwerg-Cochins, die "Palast-Hühnchen", gelten als sehr alte Rassen. Von China aus wurden im 14. oder 15. Jahrhundert v. Chr. Haushühner nach Ägypten und Persien und von dort aus nach Südeuropa eingeführt. Griechen und Römer hielten Hühner bereits Jahrhunderte vor der Zeitrechnung. Zu Germanen und Kelten kamen Hühner anscheinend nicht über den Alpenwall, sondern etwa 600 v. Chr. direkt aus dem Osten. Und noch heute recht urtümliche Haushühner, die in Südamerika zu finden sind, scheinen aus dem lebenden Proviant handeltreibender polynesischer Seefahrer zu stammen. Sie sind Ahnen der Araucanas und Zwerg-Araucanzis. Wahrscheinlich waren Hühner in unserem Kulturkreis zuerst Kult- und Opfertiere.
Soziales Verhalten
Domestizierte Hühner sind wie ihre Vorfahren von Natur aus sozial, also Gemeinschaftstiere. Hält man ein einzelnes Huhn, vereinsamt es, wird apathisch und verkümmert.
Rangkämpfe der jungen Hennen.
Rangkämpfe junger Hennen sind nicht heftig und fast immer rasch entschieden. Die Unterlegene zieht sich zurück, wird aber nicht verfolgt. Bei tiergerechter Haltung demonstriert die Überlegene ihre Macht weder an der gemeinsamen Futterschüssel noch später beim Besetzen des Legenestes. Kritisch wird es erst, wenn Hennen glucken und brüten, reizbar und in Verteidigungsstimmung sind. Dann vertreibt die ranghöhere Glucke die andere oft durch Schnabelhiebe auf den Kopf.
Gefiederpflege
Hühner putzen und glätten ihr Gefieder mehrmals am Tag und lassen sich jedesmal viel Zeit dazu. Alle Federn werden mit dem Schnabel geordnet und leicht eingefettet als Schutz gegen Feuchtigkeit. Kratzen mit der Kralle am Kopf, Strecken und Spreizen beider Flügel nacheinander, meist zusammen mit dem Bein derselben Seite und gründliches Ausschütteln des ganzen Gefieders gehören in weiterem Sinn zum Putzverhalten.
Staubbad
Das Staub- oder Sandbad ist ein Teil der Gefiederpflege. Gebadet wird nur bei einer gewissen Mindesttemperatur von etwa 20° C, am liebsten in noch stärker erwärmter, trockener, Erde, Sand oder im Einstreu aus Hobelspänen.
Sinnesorgane
Hühner sind wie alle Vögel Augentiere. Die Farben Rot, Gelb, Grün werden unterschieden, reines Blau aber nicht wahrgenommen. Das Huhn hat eine andere Farbscala.
Das Hörvermögen scheint zwar nicht die gleiche Rolle zu spielen wie das Sehen, ist aber gut. Es ist an einen komplizierten Hörapparat gebunden, in dem sich auch Rezeptoren (Empfängerzellen) zur Regulierung des Gleichgewichts und der Muskelspannung finden. Hühner haben keine Ohrmuschel. Das äussere Ohr beginnt mit dem fast kreisrunden Eingang, der von der Ohrscheibe umgeben und von kleinen Federn verdeckt ist.
Die für den Geruchssinn entscheidenden Riechzellen befinden sich in der Riechschleimhaut der Nasenhöhle. Sie nimmt bei allen Vogelarten nur einen kleinen Teil der Nasenschleimhaut ein, und auch das Riechzentrum im Endhirn ist nur mässig entwickelt. Das erklärt die geringe Leistungsfähigkeit des Geruchssinns, von der man durch zahlreiche Experimente weiss.
Vorlieben für bestimmtes
Futter, Ablehnen von nicht einwandfreiem und schlechtem Wasser, trotz Durst,
sind Zeichen für vorhandenes Geschmacksempfinden. Geschmacksknospen, die den
Geschmackspapillen der Säugetiere entsprechen, sitzen bei Hühnern nicht auf der
Zunge, sondern in der Unterzungenschleimhaut, am Rachengrund bis hin zum Eingang
der Speiseröhre und in der Rachenmuskulatur.