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Estramustin und Clozapin beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen und Agranulozytose
Mechanismus
Unter Therapie mit Clozapin besteht ein erhöhtes Risiko für Granulozytopenien und Agranulozytose. Unter Estramustin sind ebenfalls myelosuppressive Nebenwirkungen beschrieben, wodurch es in Kombination mit Clozapin zu additiven Effekten kommen kann.
Effekt
Die Kombination ist in der Literatur nicht explizit untersucht. Generell gibt es zur gleichzeitigen Therapie mit Zytostatika und Clozapin nur wenige Fallberichte in der Literatur. Aufgrund der gewichtigen Indikationen der beiden Arzneistoffe besteht ein therapeutisches Dilemma [Pakhre A, 2016][Sankaranarayanan A, 2013]: Unter Estramustin kann es gemäss Schweizer Fachinformation sehr häufig zu unerwünschten Wirkungen wie Leukozytopenien und häufig zu Thrombozytopenien kommen. In Kombination mit Clozapin kann es zu additiven Effekten bis zur Agranulozytose kommen. Einige Fallberichte beschreiben Chemotherapien unter Clozapin-Gabe ohne Auftreten von Agranulozytose, ebenso existieren jedoch auch Fallberichte zu persistierenden Neuropenien und Agranulozytose unter Kombination mit Chemotherapeutika [Overbeeke MR, 2016][Frieri T, 2008][Goulet K, 2008][Cunningham NT, 2014]. Unerwünschte kardiale Effekte sind unter beiden Arzneistoffen beschrieben. In Kombination mit Clozapin sind additive Effekte möglich.
Empfehlung
Die Kombination sollte vermieden werden. Gemäss der Schweizer Fachinformation für Clozapin ist die Anwendung bei Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen unter denen das Agranulozytose-Risiko erhöht sein kann, kontraindiziert. Der Einsatz eines anderen Neuroleptikums mit geringerem Agranulozytose-Risiko sollte patientenindividuell erwogen werden. Ist die Gabe von Clozapin zwingend notwendig muss eine engmaschige kardiale Überwachung sowie sorgfältige Monitorisierung des Blutbildes durchgeführt werden. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis muss patientenindividuell abgewogen werden und sollte regelmässig re-evaluiert werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018