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Landwirtschaftsminister Ricardo Buryaile hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Mitte Dezember den Import von lebenden Rindern aus dem Nachbarland nach fast 20 Jahren erstmals wieder zugelassen, um auf diesem Weg eine schnellere Aufstockung des Tierbestandes im eigenen Land zu ermöglichen und das Fleischangebot auf dem heimischen Markt zu erhöhen.
Aufstockung um 12 Millionen Rinder
Soeben teilte der Nationale Dienst für landwirtschaftliche Qualitätssicherung (Senasa) in Buenos Aires mit, dass mit Uruguay das für die Einfuhr notwendige Sanitärabkommen vereinbart worden sei. Erlaubt sei demnach die Lieferung von Mast- und Schlachttieren, die in Uruguay geboren seien und bei denen die Einhaltung von Hygienestandards garantiert werde.
Zudem dürfe das Fleisch dieser Tiere ausschliesslich in Argentinien verkauft werden. Die Kammer der Fleischindustrie (Cámara de la industria y comercio de carnes y derivados de la República Argentina - CICCRA) reagierte verhalten auf die Massnahme. Diese könne nicht mehr sein als ein Signal an die heimische Rinderfleischbranche, den Tierbestand zu vergrössern. Notwendig sei eine Aufstockung des argentinischen Rinderbestandes um etwa 10 Millionen Tiere. In Uruguay würden aktuell aber nur insgesamt 12 Millionen Rinder gehalten, womit die Fähigkeiten des Nachbarlandes, Lebendvieh zu liefern, begrenzt seien.
Bestand nahm um 9 Millionen ab
In Argentinien schwächelt die Rindfleischproduktion als Folge von Dürren, der Verdrängung durch den lukrativeren Soja- und Weizenanbau sowie Handelsrestriktionen der früheren Regierung unter Christina Fernandez de Kirchner bereits seit längerem. So verringerte sich der Rinderbestand laut Angaben des Instituts zur Förderung von argentinischem Rindfleisch (Instituto de Promoción de la Carne VacunaArgentina - IPCVA) zwischen 2007 und 2015 umfast 9 Millionen auf rund 51 Millionen Tiere.
Der neue Staatspräsident Mauricio Macri wertet die Rindfleischproduktion jedoch als wichtige Wachstumsbranche des Landes. Vor diesem Hintergrund hat er im Dezember die Ausfuhrabgaben auf Fleisch abgeschafft. Zuvor waren die Verbraucherpreise für Rindfleisch in Argentinien trotz der Exportbeschränkungen kräftig gestiegen.
Beispielsweise waren in der Hauptstadt Buenos Aires laut Zahlen des IPCVA im Januar dieses Jahres für ein Kilogramm Rindfleisch durchschnittlich 103,48 Peso (6,95 Franken) zu zahlen. Das waren gut 50% mehr als im Vorjahresmonat, allerdings 2% weniger als im Dezember.