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Beschaulichkeit statt Gigantismus
Wenn es um die Medaillenvergabe an wichtigen internationalen Wettkämpfen geht, sind die Schweizer Nordisch-Kombinierer kaum mehr ein Thema. Das war 1994 anders: An den Olympischen Spielen in Lillehammer erreichten sie im Teamwettbewerb mit Hippolyt Kempf, Andreas Schaad und Yves Cuendat die Bronzemedaille.
Im Alter von gut 20 Jahren weilte ich damals unter den Zuschauern. Am ersten Tag verfolgte ich im Skisprungstadion, der Lysgardsbakkene Hoppanlegg, das Springen. Der Vorsprung oder Rückstand für den Start in die Loipe wird jeweils aus dem Ergebnis des Skispringens errechnet. Die Nacht verbrachte ich in Lillehammer auf einer Bahnhofsbank – allerdings im Gebäude, denn draussen war es etwa -25 Grad kalt.
Tags darauf dann pilgerten Massen an Zuschauern zum Birkebeineren Skistadion auf der Anhöhe bei Lillehammer. Die Norweger sind eine langlaufbegeisterte Nation, und selbst beim Teamwettbewerb der Nordisch Kombinierer – sicher nicht die olympische Paradedisziplin – standen Zehntausende an der Loipe.
Lillehammer 1994, das waren die bisher letzten Winterspiele ohne den so kritisierten Gigantismus. Das Städtchen hatte damals etwas über 20 000 Einwohner – kein Vergleich zu den Grossstädten Nagano (1998), Vancouver (2010) oder Peking (2022). Sportbegeisterte schwärmen noch heute von damals. Wunderbar die beschaulichen Verhältnisse oder die kleine Einkaufsstrasse im Zentrum des Städtchens.