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3.1 Grossmünster: Zwingliplatz
Zwingliplatz vor dem Grossmünster
Zwingliplatz mit Blick auf Chorherrenstift und Grossmünster
Huldrych Zwingli
Zwingli 1484-1531
Der aus Wildhaus stammende Huldrych Zwingli wirkte nach seinen Studien als Pfarrer in Glarus und Einsiedeln. Ende 1518 wurde er als Leutpriester ans Grossmünsterstift in Zürich berufen. Er war ein belesener und gelehrter Humanist, und vor allem ein ausgezeichneter Prediger. Als kritischer Beobachter seiner Zeit entwickelte er Visionen für eine bessere Zukunft. Politisch setzte er sich dafür ein, mit den „Fremden Diensten“ aufzuhören. Ebenso entschieden trat Zwingli für eine grundlegende kirchliche Erneuerung ein. Die Beschäftigung mit den biblischen Schriften und das Studium des Evangeliums sollten im Mittelpunkt des Gemeindelebens stehen. Deshalb liess er in den Kirchen alles entfernen, was vom Hören des Wortes Gottes ablenkte: Altäre, Bilder, Skulpturen.
Heinrich Bullinger
Bullinger 1504-1575
1531 verlor Zwingli für seine Überzeugung in der Schlacht bei Kappel sein Leben. Heinrich Bullinger führte als Pfarrer am Grossmünster das Werk des Reformators fort. Eine Skulptur rechts neben dem Hauptportal, am Fuss des Nordturmes erinnert an ihn. Mit seinem weitreichenden Beziehungsnetz verschaffte er den reformierten Kirchen eine dauerhafte Gestalt.
Dank der Feder Bullingers wissen wir, dass am 12. Dezember 1524 auf Geheiss der politischen Behörde hin die Überreste von Felix und Regula aus den Särgen in der Zwölfbotenkappelle entfernt wurden.
Wiederauftauchen der Reliquien
Barocker Hochaltar in der Andermatter Pfarrkirche 1716. Im oberen Teil des Altares die Standbilder von Felix (links) und Regula (rechts)
Die Häupter von Felix und Regula tauchten dann im 17. Jahrhundert in der katholischen Innerschweiz wieder auf. Ein Mann aus dem Urserental, so besagt die Überlieferung, habe 1524 die Reliquien gerettet. Sie werden heute in Andermatt in der Peter-und-Paul-Kirche noch immer verehrt. 1950 schenkte man der neuen Kirche St. Felix und Regula in Zürich zwei Stücke der Reliquien, wobei die neue Kirche auch noch Reliquien erhielt, die bereits im 10. Jahrhundert ins Kloster Einsiedeln gebracht worden waren. Eine anthropologische Untersuchung 1986/87 ergab, dass Knochen des Regula-Hauptes von zwei Individuen aus römischer Zeit stammten, vielleicht Menschen, die auf dem Gräberfeld beim Grossmünster beigesetzt worden waren.
Chorherrenstift mit Kreuzgang
Mitte: Blick in den West- und Südflügel des Kreuzgangs des Chorherrenstifts.
Der markante und grosse Bau zu unserer Linken bietet seit 1976 dem Theologischen Seminar der Universität Raum. In früher Zeit befand sich an dieser Stelle das Chorherrenstift mit seinem noch immer erhaltenen Kreuzgang – einer Oase der Stille.
Das Chorherrenstift wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen und von Gustav Albert Wegmann durch einen Neubau ersetzt. Wenigstens in der Substanz mittelalterlich ist nur noch der Kreuzgang. Wegmann hat ihn damals zerlegt und dann wieder in das Geviert des Gebäudes eingefügt.
Aquatinta Franz Hegis, vor 1840
Zwingli reformierte das Chorherrenstift. Er reduzierte die Zahl der Pfründeninhaber und verwendete die frei werdenden Einkünfte für soziale Aufgaben sowie die Erneuerung des höheren Schulwesens. Erst 1832 wurde das Stift aufgehoben.
Der Kreuzgang sieht noch immer so aus, wie ihn Franz Hegi vor dem Umbau Wegmanns dargestellt hat.

||Auf dem Zwingliplatz

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||Wir bleiben auf dem Zwingliplatz.