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von Armand Baeriswyl
Im Eingangsgeschoss des massiven Turmes von Schloss Spiez sind im Verputz von Fensternischen zahlreiche Ritzzeichnungen aus der Zeit um 1300 erhalten geblieben. Bei einer Neugestaltung des Museums 2012 wurden die Zeichnungen dokumentiert und gereinigt.
Mehrere Ritter auf ihren Pferden sind durch ihre Wappen und ihren Helmschmuck (Zimier) identifizierbar: die Herren von Weissenburg, die Herren von Ringgenberg, die Grafen von Neuenburg-Nidau und die Grafen von Greyerz. Zwei Darstellungen zeigen die Turnierform des Lanzenkampfs (Tjost) zwischen zwei Rittern.
Derartige Darstellungen sind nur indirekt zu datieren. Stilistische Kriterien im engeren Sinn versagen bei solchen Zeichnungen. Präziser zu datierende Elemente sind die dargestellten Helme und die Schilde, die die Ritzzeichnungen von Spiez höchstwahrscheinlich in die Zeit um 1300 datieren.
Inhaltlich sind die Spiezer Darstellungen ein typisches Produkt der ritterlichen Adelskultur des 13. und 14. Jh. Zentrales Element dabei ist das Wappen und der Helmschmuck. Die Lebensnähe der vielen Details Rüstungen, Lanzen, Pferde, Wappen lassen stark vermuten, dass es junge Knappen waren, die im späten 13. oder frühen 14. Jh. das Erlebte als Ritzzeichnung wiedergaben.
, Armand : Eine Turnierdarstellung aus der Zeit um 1300 Die Ritzzeichnungen von Schloss Spiez
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 19. Jahrgang 2014, Heft 1, 8 - 14.