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Basel, um 1600
Jakob Christoph Mentzinger
Silber gegossen und getrieben, ziseliert, punziert,
graviert, teilweise vergoldet
H. 20,7 cm
Inv. 1914.597.
Eine herausragende Gruppe unter den vielfältigen Trinkgefässen in Tiergestalt bilden silberne Eulen- oder Kauzenpokale, von denen das Museum zwei Basler Exemplare besitzt. In Basel ist durch eine Inventarnotiz auch das älteste bekannte Maserholz-Eulengefäss schon 1548 nachzuweisen. Die Darstellung des Vogels, der mit Bellen bewehrt auf dem Eulenstock sitzt, bezieht sich auf seine Rolle als Lockvogel bei der Beizjagd und konnte analog dazu als Verlockung zur Trunksucht verstanden werden. Darüber hinaus boten die ungewöhnlichen Eigenarten der Eulenvögel eine Fülle allegorischer, oft mit Inschriften verknüpfter Deutungsmöglichkeiten. Der Basler Goldschmied Jakob Christoph Mentzinger (1562-1637), der sich seit 1587 in Neuenburg am Rhein aufgehalten hatte, war 1601 in seine Heimatstadt zurückgekehrt; um 1606 trat er in schwedische, später in venezianische Kriegsdienste. Sein 1614 entstandenes Bildnis als Offizier in polnischen Diensten ist im Museum erhalten.