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Sandra Brügger verpasst an den Amateurbox-WM der Frauen in Astana knapp das Olympia-Ticket. Die Baslerin scheitert in den Viertelfinals.
Im Kampf um einen Startplatz im Limit bis 60 kg in Rio de Janeiro verlor Brügger gegen die Finnin Mira Potkonen nach vier Runden mit 0:3 Richterstimmen. Mit einem Halbfinal-Vorstoss hätte sich die 36-jährige Brügger auch mindestens WM-Bronze gesichert. "Sandra hat gut gekämpft, Potkonen setzte aber die klareren Treffer", sagte Frauen-Nationaltrainer Michael Sommer.
Brügger hatte sich bei ihrem bislang grössten Erfolg, dem Gewinn von EM-Silber im Jahre 2007, im Final der Irin Katie Taylor beugen müssen. Taylor, die 2012 Olympia-Gold gewann und als beste Frauenboxerin überhaupt im Amateurbereich gilt, steht in Astana ebenfalls in den Halbfinals.
An den Frauen-WM in Astana werden insgesamt zwölf Olympia-Tickets vergeben; Medaillensätze gibt es indes in zehn Gewichtsklassen. Bei der ersten (europäischen) Olympia-Qualifikations-Möglichkeit in Samsun war Brügger ebenfalls vorzeitig gescheitert. An Olympischen Spielen ist das Frauenboxen seit London 2012 und in drei Limits (51, 60 und 75 kg) vertreten.
Brügger war lange Jahre von Arnolds Gjergjajs aktuellem Trainer Angelo Gallina trainiert worden. Mittlerweile wird sie von Sommer gecoacht, der auch Gallinas Nachfolger als Frauen-Nationaltrainer ist.
Brügger ging zu Beginn des laufenden Olympia-Zyklus noch davon aus, dass sie aufgrund der Altersbeschränkung für die Spiele in Rio de Janeiro nicht mehr in Frage kommen würde. Doch dann erhöhte der Amateur-Weltverband AIBA die Altersgrenze auf 40 Jahre.
Theoretisch wäre für Brügger damit ein weiterer Qualifikations-Anlauf für Tokio 2020 möglich. Laut Sommer wird sie aber nach den EM im Herbst dieses Jahres ihre internationale Karriere beenden. Eliana Pileggi (aktuell in den Limits 48 bis 51 kg), Fiona Wyss (54 kg) und Naomi Gertsch (60 kg) stuft Sommer als aussichtsreichste Anwärterinnen auf eine Qualifikation für Tokio 2020 ein, wo allenfalls mehr als nur drei Kategorien bei den Frauen ausgetragen werden.
Bei den Männern hegen für Rio noch drei Schweizer Hoffnungen auf eine Olympia-Qualifikation. Davide Faraci (bis 75 kg), Vahram Khudeda (bis 69 kg) und Uke Smajli (81 kg) erhalten Mitte Juni in Baku eine letzte Qualifikations-Möglichkeit. Die Schweiz war letztmals 1972 in München bei Olympia im Boxen vertreten.
sda-ats