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Mikroschadstoffe sind organische Spurenstoffe oder Schwermetalle, die in der aquatischen Umwelt in sehr geringer Konzentration vorkommen. Sie gelangen durch verschiedene Einstiegspfade (sogenannte Entry Paths) und Sektoren wie Industrie, Landwirtschaft oder Haushalte ins Wasser. Menschliche Aktivitäten wie Landwirtschaft, Industrieproduktion, Reinigung, Medizin (Pharmazeutika) oder Hygiene zählen somit zu den ursächlichen Aktivitäten von Mikroschadstoffen in aquatischen Ökosystemen.
Mikroschadstoffe können via Punktquellen (z.B. Überläufe von Kläranlagen) oder diffusen Quellen (z.B. Abfluss aus landwirtschaftlichen oder städtischen Gebieten) ins Wasser gelangen. In der Abteilung Umweltsozialwissenschaften verstehen wir Mikroschadstoffe nicht als ein rein technisches, sondern vor allem als ein soziales Problem. Die Kernfrage ist nicht, wie Mikroschadstoffe eliminiert werden können, sondern wie Individuen und die Gesellschaft mit der unvermeidlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit Mikroschadstoffen leben können und welche Massnahmen als angemessen oder ausreichend für den Umgang mit dem Problem wahrgenommen werden.