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Die Berechnung der Buchdruckerentwicklung erfolgt mit Hilfe eines Computermodells aufgrund der täglich von MeteoSchweiz gelieferten Temperaturen. Auf einem 2km-Raster wird die Populationsentwicklung schweizweit berechnet und auf Karten dargestellt, wann und wo welche Generation des Käfers zu fliegen begonnen hat (d.h. mind. 10% der Käfer sind geflogen). Für die einzelnen Wirtschaftsregionen der Schweiz (nach LFI) werden für unterschiedliche Höhenlagen (zwischen 400m und 1500m) und Expositionen (Nord/Süd) detailliertere Informationen berechnet. Dazu wurden pro Region für jede Höhenlage und Exposition fünf repräsentative Punkte ausgewählt und deren Tagestemperaturen gemittelt. Das Modell berechnet für jede Generation den Beginn des Käferausflugs sowie den Zweitflug dieser Käfer, wenn sie ausfliegen, um eine zweite Brut (Geschwisterbrut) anzulegen. Zusätzlich wird der zeitliche Verlauf des Flugs und die Verteilung der Entwicklungsstadien unter der Rinde, d.h. der weissen Stadien (Eier, Larven, Puppen) und der Jungkäfer angegeben. Bis zum aktuellen Zeitpunkt basiert die Modellierung auf den tatsächlichen, täglichen Meteodaten. Die in die Zukunft prognostizierte Entwicklung bis zum Jahresende simuliert das Modell mit den durchschnittlichen Temperaturen der letzten 10 Jahre.
Diese Modellierung liefert aktuelle Angaben zur regionalen Entwicklung des Buchdruckers, ersetzt jedoch nicht das lokale Monitoring vor Ort im Bestand.
Überwinterte Käfer: Adulte Käfer der letzten Generation des vergangenen Jahres, die im Stamm oder in der Bodenstreu überwintert haben.
Zweitflug: Adulte Käfer, die bereits eine erste Brut angelegt haben, und die nach einem Regenerationsfrass ein zweites Mal ausfliegen, um eine weitere, sogenannte Geschwisterbrut anzulegen.
1. Generation: Von den überwinterten Käfern im Frühling angelegte Generation. Entwickelt sich während des Frühlings und schwärmt im Sommer (bei 2 Generationen pro Jahr) oder erst im nächsten Frühling (bei 1 Generation)
2. Generation: Von den Käfern der ersten Generation im Frühsommer angelegte Generation. Entwickelt sich im Sommer/Herbst und schwärmt grösstenteils im nächsten Frühling (bei 3 Generationen bereits im laufenden Spätsommer). Das Stadium der Überwinterung hängt vom Verlauf der Temperatur nach der Eiablage ab, üblicherweise ist es das Adultstadium.
Weisse Stadien: Eier, Larven und Puppen.
Jungkäfer (RF): Käfer, die unter der Rinde nach Abschluss des Puppenstadiums den Reifungsfrass (RF) durchführen. Dieser muss abgeschlossen sein, bevor sie ausfliegen können.
- Der Ausflug der Käfer steht bevor: Borkenkäferfalle zur Kontrolle aufstellen
Die Empfehlung erfolgt, sobald 90% der zum Ausflug der überwinternden Käfer benötigten Temperatursumme erreicht ist.
- Die Käfer haben mit dem Ausflug begonnen: Ab jetzt sollten die Bäume auf Frischbefall kontrolliert werden.
Diese Empfehlung erfolgt, wenn ein Fünftel der jeweiligen Generation ausgeflogen ist.
Jakoby O., Stadelmann G., Lischke H., Wermelinger B., 2016: Borkenkäfer und Befallsdisposition der Fichte im Klimawandel. In: Wald im Klimawandel. Grundlagen für Adaptationsstrategien (Eds. Pluess A.R., Augustin S., Brang P.). Bundesamt für Umwelt BAFU, Bern; Eidg. Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf; Haupt, Bern, 247–264.