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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Fünftes Buch
XI. Kapitel
69.
[S. 179] 1. Es ist also schön, wenn Isokrates im Panathenaikos, nachdem er die Frage vorausgestellt hatte: "Wen nenne ich also gebildet?", so fortfährt: "An erster Stelle, die sich bei den Tag für Tag eintretenden Aufgaben gut zu helfen wissen und in ihrem Urteil stets das Richtige treffen und in der Regel das Zuträgliche zu finden verstehen.
2. Sodann diejenigen, die immer so, wie es schicklich und gerecht ist, mit denen verkehren, mit denen sie in Berührung kommen, und die unangenehmen und lästigen Eigenschaften der anderen gelassen und leicht ertragen, sich selbst aber so gefällig und bescheiden als möglich gegen ihre Umgebung betragen.
3. Ferner diejenigen, die ihre Leidenschaften beherrschen, sich von Unglücksfällen nicht allzusehr niederbeugen lassen, sondern sich im Unglück männlich verhalten und so, wie es der Natur würdig ist, deren wir teilhaftig geworden sind.
4. Viertens, und das ist das Wichtigste, diejenigen, die sich von Glückfällen nicht verderben lassen, unter ihrer Wirkung nicht die Haltung verlieren und nicht übermütig werden, sondern in der Reihe der Verständigen bleiben."
5. Dann setzt er seiner Schilderung noch die Krone auf: "Von denen aber, die nicht nur in einer dieser Beziehungen, sondern in allen ihr seelisches Verhalten im Gleichmaß bewahren, von denen sage ich, daß sie verständige und vollkommene Menschen sind und alle Tugenden besitzen."1
6. Siehst du, wie auch die Griechen das gnostische Leben, obwohl sie es nicht so kennen, wie man es verstehen muß, doch verherrlichen? Was aber die Erkenntnis ist, das wissen sie nicht einmal im Traum.2
1: Isokrates, Panathenaikos p. 239 A-C.
2: Vgl. Strom. V 57,2.