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Die Figuren, die Tom Hanks beschreibt, sind so vielfältig wie seine Filmrollen. Und auch wenn es ihnen – im Unterschied zu seinen Rollen – etwas an Tiefgang mangelt: Die Geschichten des Schauspielers sind lesenswert. Denn Hanks schreibt unterhaltsam, witzig und bildhaft.
Eine Geschichte etwa dreht sich um ein Liebespaar. Sie ist besessen von Ernährung und Fitness, er macht wohl oder übel mit. In einer anderen Geschichte machen Vater und Sohn einen gemeinsamen Ausflug. Der Sohn entdeckt dabei zufällig ein gut gehütetes Geheimnis seines Vaters.
Eine weitere Geschichte erzählt von einer alleinstehenden Mutter mit drei Kindern. Sie zieht in eine neue Nachbarschaft und lernt, ihre Vorurteile abzulegen.
Seine Geschichte findet sich im Buch wieder
In diesen Geschichten zeigen sich wohl Hanks’ Erfahrungen als Familienmensch. Heute ist er vierfacher Vater, aufgewachsen ist er in einer Patchwork-Familie.
Als Tom Hanks zehn Jahre alt war, waren beide Eltern schon je dreimal geschieden. Er selbst sagt, das habe ihn nicht traumatisiert, sondern eher verwirrt. Diese Erfahrungen seien in sein Buch eingeflossen.
Hanks denkt über die USA nach
In den Geschichten setzt sich Hanks auch mit den USA auseinander – wenn er beispielsweise eine pathetische Einbürgerungsfeier beschreibt oder schildert, wie zwei Kriegsveteranen Weihnachten verbringen.
Für letztere Geschichte wurde Hanks von einem seiner Filme inspiriert: «Saving Private Ryan». Dort spielt er einen Offizier während der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Die Frage, was mit einem Menschen passiert, der aus dem Krieg zurückkehrt, liess Hanks danach nicht mehr los. Die Geschichte «Heiligabend 1953» entstand.
Themen, die ihm unter den Nägeln brennen
Tom Hanks hat die 17 Geschichten seines ersten Buches vor allem unterwegs geschrieben – in Flugzeugen, in Hotels, während Pausen am Filmset. Wieso schreibt ein produktiver Schauspieler mit eigener Produktionsfirma auch noch ein Buch?
Der Grund sei «a fire in the belly» – ein Feuer im Bauch – so Tom Hanks. Damit meint er wohl Themen, die ihm unter den Nägeln brennen. Themen, die er schon lange mit sich herumträgt oder zu denen ihn jemand inspiriert hat. Und von denen er glaubt, dass sie diskutiert werden müssen.
Buchhinweis
Tom Hanks: «Schräge Typen». Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence. Piper, 2018.
Bis über die persönlichen Grenzen hinaus
Auffallend ist, dass überall die grundsätzliche Frage hineinspielt, was in einem Menschen vorgeht, der eine persönliche Grenze überschreitet.
Diese Frage hat Tom Hanks in seinen Filmen schon oft ausgelotet – zum Beispiel in «Cast Away» oder «Apollo 13». Nun nähert er sich auch in seinen Geschichten möglichen Antworten zu dieser Frage an.
Keine Munro, aber …
Eine Kritikerin hat über Tom Hanks’ Erstling geschrieben: «‹Schräge Typen› zu lesen ist, als würde man herausfinden, dass Alice Munro die grösste Schauspielerin unserer Zeit ist.» Dieser Vergleich hinkt, das sind zu grosse Fussstapfen für den Schriftsteller Hanks.
Aber seine Erzählungen sind – trotz teilweise schlechter Übersetzung – lesenswerte Lektüre. Sie unterhalten, entspannen, regen an und stimmen nachdenklich.
Ein guter Beobachter
In vielen Geschichten findet man den typisch amerikanischen Humor. Und viele Erzählungen lassen erahnen, dass Hanks ein guter Beobachter und Menschenkenner ist.
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