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Bauvorhaben wie Hochwasserschutzprojekte, welche einen mitunter einen grossen Landbedarf erfordern, haben in einem demokratisch und rechtsstaatlich strukturierten Staatswesen wie demjenigen der Schweiz viele politische, rechtliche und finanzielle Hürden zu überwinden. Die Planungs-, Genehmigungs- und Realisierungsverfahren können viele Jahre dauern.
Die von Hochwasser betroffen Gemeinden können die Schutzprojekte allein miteigenen Ressourcen bewältigen. Der Bund und die Kantone beteiligen sich an diesen Projekte mit ihren Fachleuten und unterstützen die Projekte mit namhaften Geldbeträgen. Bei Grossprojekten übernimmt der Bund die Hauptlast der Finanzierung. Durch die Subventionierung sichert sich der Bund ein gewichtiges Mitspracherecht.
Der Bund schreibt u.a. vor, dass die Hochwasserschutzmassnahmen für geschlossene Siedlungen und weitere wichtige Infrastrukturbauten wie Werkanlagen und touristische Anlagen für ein HQ100-Ereignis (ein Hochwasser, welches nach statistischen Berechnungen alle 100 Jahre auftreten kann) einen vollständigen Schutz gewährleisten müssen.
In die Projektprozesse sind viele Akteure beteiligt, allen voran die Bundesbehörden sowie die involvierten Kantons-und Gemeindebehörden. In den Planungsverfahren und in den Realisierungsprozessen sind zahlreiche Fachleute u.a. aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung und dem Baugewerbe involviert. Bei Hochwasserschutzprojekten, welche in Bau- oder Landwirtschaftszonen gebaut werden, müssen auch immer die Landeigner in das Genehmigungsverfahren miteinbezogen werden. Öffentliche Auflagen mit Einsprachemöglichkeiten werden in den Planungsprozess eingebaut.
Das Hochwasserschutzprojekt Engelberger Aa mit ihren Zuflüssen begann mit dem dem folgenreichen Hochwasserereignis im August 2005 im Engelbergertal. Die Genehmigungs- und Realisierungsphase begann nach intensiven Planungsarbeiten im Jahr 2008 und dauert bis voraussichtlich 2016.
Die Bauarbeiten der 1. Bauetappe dauern voraussichtlich bis 2018. Während dieser Bauetappe werden die Gerinneflächen der Engelberger Aa ausgeweitet, das Sohlengefälle im Flusslauf ausgeglichen, die Uferböschungen auf der rechten Flussseite erhöht sowie drei Brücken (Rohrbrücke, Ziegelbrücke, Sodbrücke) ersetzt.
In einer nachfolgenden Bauetappe wird ein Geschieberückhalteraum beim Bannwald gebaut.
Eine weitere Bauetappe beschäftigt sich in den darauf folgenden Jahren mit der Optimierung der Hochwasserschutzsituation im Gebiet zwischen der Talstation der Bergbahnen, dem Eugenisee und dem Schluchtbeginn.
Im Verlauf der Projektentwicklung mussten die beteiligten Akteure neben guten Sachkenntnissen viel Geduld, Kompromiss- und Dialogbereitschaft sowie Beharrlichkeit aufbringen.