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Der Verdienstausfall sei beträchtlich, «da wir eine gut funktionierende Produktionsstätte haben». Dies sagte Konzernchef Jean-Bernard Lévy am Freitag in Paris. Die Verhandlungen mit dem französischen Staat über Einzelheiten eines Ausgleichs seien bereits weit fortgeschritten.
Lévy bestätigte den staatlichen Zeitplan für das umstrittene Atomkraftwerk nahe der deutschen Grenze, das bis Sommer 2020 vom Netz gehen soll. Fessenheim ist das älteste noch laufende Kernkraftwerk Frankreichs und gilt Kritikern schon seit langem als Sicherheitsrisiko.
Präsident Emmanuel Macron hatte 2018 im Rahmen neuer Leitlinien für die Energiepolitik auch ankündigt, dass im Zeitraum von 2025 bis 2035 – über Fessenheim hinaus – zwölf Atomreaktoren geschlossen werden sollen. Für diese Abschaltungen gebe es bisher kein Szenario und keine Liste mit Reaktoren, hiess es bei EDF.
Der Stromerzeuger bereitet auf Anfrage der Regierung Unterlagen für den möglichen Neubau von Atommeilern im Land vor. Zielmarke sei dafür die Jahresmitte 2021, sagte Lévy bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr. Macron hatte gesagt, eine Entscheidung über den Bau neuer Reaktoren vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) solle nicht vor 2021 fallen.
EDF gehört mehrheitlich dem französischen Staat. Die Gruppe ist auch international tätig, 2018 nahm der weltweit erste EPR im chinesischen Taishan den Betrieb auf. In Grossbritannien wird das EPR-Atomkraftwerk Hinkley Point C gebaut.