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Das Schloss Schauensee war nie als Wehranlage ausgebaut. Eigentlicher Auslöser für den Bau war der Bedarf der damaligen Herrschaften, in der Region Luzern an der Nord-/ Süd-Achse einen Überwachungspunkt zu haben an der Brünigroute. Das Schloss Schauensee übernahm damals mit den Burganlagen von Grisigen (über Horw) und Obernau diese Funktion. Das Trio stand dabei in einer ganzen Reihe von Burganlagen vom Südufer des Küssnachter Beckens bis an den Pilatusfuss. Im deckenbild der Galluskirche können die drei Burgen bewundert werden.
Schloss Schauensee wurde konzipiert als «Feudalbau» und diente wohlhabenden Stadtbürgern vor allem als Sommersitz. Weil das Schloss direkt auf einer Felsnase gebaut wurde, fehlt das sonst übliche Burgverliess. Später war das Schloss Verwaltungsgebäude für die Vogteien Kriens und Horw und damit faktisch das erste «Gemeindehaus» von Kriens.
Immer wieder soll Schloss Schauensee auch bekannte Zeitgenossen beherbergt haben. Auch wenn deren Aufenthalte weder urkundlich nachgewiesen noch auf der Zeitachse zweifelsfrei zugeordnet werden können – Franz von Assisi oder Bruder Klaus sollen Schloss Schauensee als ihr Nachtquartier genutzt haben. So jedenfalls will es die Sage: Bruder Klaus, bekannter Mystiker, Landesvater und Einsiedler («Stecket eure Grenzen nicht zu weit!») war damals für seine Vermittlertätigkeit beim Stanser Verkommnis oft in der Innerschweiz. Dabei übernachtete er auf Schloss Schauensee – in einem bescheidenen Zimmer im zweiten Obergeschoss (Heiligenzimmer). Der Sage nach soll es eine unterirdische Verbindung zwischen Schloss und Galluskirche geben... Eine Statue neben dem Eingang zur Galluskirche weist noch heute auf die Verbindung von Pfarrer Haimo Amgrund und Bruder Klaus hin.
In der letzten Phase der privaten Nutzung war Schloss Schauensee Wohnhaus. Wegen der schlechten Heizmöglichkeit gab es häufige Mieterwechsel. Letzter Mieter war der Luzerner «Banquier» Ernst Brunner, der im Schloss zwischen 1959 und 1963 rauschende Feste gab, Schlosskonzerte durchführte und das Schloss als Kulisse nutzte für seinen extravaganten Lebensstil. Brunner zog 1963 nach Kastanienbaum, wo er kurze Zeit später seinem Leben ein Ende setzte, als die Bankenkommission seine «Banquierstätigkeit» kritisch durchleuchtete. Ein DOK-Film von SRF zeigt diese Geschichte noch heute auf.
Das Schloss Schauensee wurde nach der Übernahme durch die Gemeinde Kriens vollständig saniert. Heute ist es dank seiner Lage und seinem markanten Baustil das Wahrzeichen der Stadt Kriens. Es dient repräsentativen Anlässen (Empfänge) und kann für private Anlässe (zivile Trauungen, Hochzeitfeste, Familienfeiern, Jubiläen, Geburtstags- und Firmenfeiern) gemietet werden.