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Seit 35 Jahren solidarisches Wirken unter Freunden
Der Kreis Huttwil der Union Schweizerische Philanthropische Gesellschaft besteht seit 1982. Mit einer Fahrt nach Alberswil/LU und mit der Besichtigung des «Erlebnis-Betriebes Agrovision Burgrain» feierte der Verein Ende Oktober seinen 35. Geburtstag – und pflegte dabei, was ein wichtiger Teil des Vereins-Credos ist: Freundschaft und Beisammensein.
Die Philanthropische Gesellschaft ist eine ausschliessliche Männer-Vereinigung, bestehend aus verantwortungsbewussten und engagierten Menschenfreunden, «die überzeugt sind, dass Freundschaft, Solidarität und Toleranz notwendig sind – nicht nur für sie selber, auch für die Nächsten und für die Welt, in der wir leben»; so lautet der kurze Beschrieb des Kreises Huttwil UNION Schweizerische Philantropische Gesellschaft an den «Unter-Emmentaler». Grund genug, nach dem Ursprung und nach der Bedeutung der Gesellschaft zu suchen.
Die Schweizerische Philantropische Gesellschaft ist dezentral gegliedert und umfasst über 50 lokale Sektionen, die sich Kreise oder Höfe nennen. Mit Sitz der Zentralverwaltung in Biel wird die Vereinigung gesamtschweizerisch von einem Zentralvorstand geleitet. Sie umfasst rund 2700 Mitglieder und feiert nächstes Jahr ihren 175. Geburtstag.
Die Union wurde 1843 in Sonvilier im Tal von Saint-Imier durch die beiden jungen Männer Fritz Marchand und Jules-Cesar Wille gegründet – absolut im Geheimen. Als die Gesellschaft gegründet wurde, grassierten in der Schweiz, speziell im Jura, Arbeitslosigkeit und grosse Armut.
Die Gründer der Philanthropischen Gesellschaft fanden sich zusammen um im kleinsten Kreis solidarisch zu wirken. Gegner fanden sich aber allzuschnell.
Die so genannte Fonjallaz-Initiative versuchte die Union – nebst den Freimaurer-Logen und der Odd Fellows-Organisation – zu verbieten. 1937 verwarf das Schweizervolk diese Volksinitiative wuchtig. Allerdings führte diese Initiative zu einer Schwächung der Mitgliederzahl der Philanthropischen Gesellschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg diese aber wieder stark an; bis zur Erholung der Wirtschaft. Seit den 1980er-Jahren schrumpft die Gesellschaft erneut; Überalterung macht sich bemerkbar.
Grosser Einsatz für eigenen Kreis
Dem wollten um 1980 die Huttwiler Freunde Albert Ruf udn Otto Mühle entgegenwirken. Mit grossem Einsatz bemühten sie sich darum, in der Region Huttwil, Langenthal, Langnau i.E. und Sumiswald einen neuen Kreis zu gründen. Die aus dieser Region stammenden Freunde – so nennen sich die Mitglieder untereinander – gehörten damals zum Kreis Burgdorf. Sie begrüssten das Vorhaben.
Am 5. Juli 1982, im Schloss Thunstetten, wurde die Gründung Tatsache; 32
Freunde bildeten nun den Kreis Huttwil. Albert Ruf übernahm den Vorsitz, das heisst das Amt als Hofmeister. Ihm zur Seite standen die Hofräte Hanspeter Grädel, Walter Sohm, Otto Mühle, Bernhard Bracher und Wolfgang Rau. Der Kreis Huttwil wird aktuell von Hansruedi Lauber, Goldiwil (bei Thun), präsidiert. Vizepräsident ist Walter Halter aus Eriswil.
Unzählige schöne Abende, die bereichernden Monatsversammlungen, Vorträge, Filmvorführungen und weitere Zusammenkünfte prägten fortan das Wirken und sein des Hofes Huttwil. Das gemeinsame Essen im Anschluss an die Anlässe rundet jeweils das unionistische Gedankengut ab und kittet die engen Freundschaften. Jeweils im Oktober ist das Kegeln im Restaurant Rössli, Wyssachen, ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Jahresprogramms.
Bei allem geht auch der Ursprungsgedanke, das solidarische Wirken, nicht vergessen. Im Rahmen der «Aktion des offenen Fensters» setzt sich die Union für die Mitmenschen ein und unterstützt mit grosszügigen Beträgen Behinderte, Gruppen, Heime und Familien in Not sowie benachteiligte und hilfsbedürftige Personen, vor allem in der Region Huttwil.
Das Weiterleben des Gedankenguts soll auch in Zukunft gewährleistet sein. Um einige junge Freunde zu erreichen will der Kreis Huttwil der Union Schweizerische Philanthropische Gesellschaft die «Werbetrommel» künftig wieder vermehrt rühren.
Bis heute ist die Vereinigung eine reine Männergesellschaft. Als Dank dafür, dass die Frauen ihre Männer im «menschenfreundlichen Club» mitmachen lassen, werden sie zuweilen zu einer Veranstaltung eingeladen, etwa an die Weihnachtsfeier, an Musikvorträge oder weiteres.
Zudem pflegt der Kreis Huttwil den Kontakt mit den Kreisen Thun und Bern; sie bilden gewissermassen eine Domäne, welche die Freundschaft pflegen. Bei den Domänentreffen sind die Frauen ebenfalls willkommen.
Im Jubiläumsjahr, Mitte Juni, musste der Kreis Huttwil von Susanne und Marco Lüthi und «seinem Bären» in Eriswil Abschied nehmen; das Restaurant wurde Ende Juni geschlossen.
Inzwischen haben schon mehrere Monatsversammlungen im neuen Stammlokal, im Restaurant Kleiner Prinz in Huttwi, stattgefunden.
Mit einer Fahrt nach Alberswil und mit der Besichtigung des Erlebnis-Betriebes «Agrovision Burgrain» feierte der Kreis Huttwil der Union Schweizerische Philanthropische Gesellschaft Ende Oktober seinen 35. Geburtstag.
Von Liselotte Jost-Zürcher