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Kohle- und Öl-Züge bekommen in Deutschland auf der Schiene Vorrang vor anderen Gütertransporten und dem Personen-Verkehr. Die Bundesregierung beschloss am Mittwoch eine Verordnung, mit der die Versorgung von Kraftwerken oder von Regionen mit knappen Benzin- und Diesel-Beständen gesichert werden soll.
Passagiere der Bahn könnten «durch den Ausfall von Schienen-Personenverkehren betroffen» sein, heisst es in der Verordnung. Verkehrsminister Volker Wissing sprach von einer anspruchsvollen Aufgabe, da wegen Niedrigwassers auch Binnenschiffe weniger transportieren könnten.
Man müsse deshalb überlegt priorisieren: «Das ist keine leichte Entscheidung, weil es im Zweifel bedeutet, dass in diesen Fällen andere Züge warten müssen.»
Noch wichtiger: Militärtransporte
Einzig Militärtransporte sollten noch Priorität vor Kohle-Zügen haben. Deutschland liefert Rüstungsgüter zur Unterstützung der Ukraine und ist auch Transitland für solche. Militärgüter werden wegen ihres Gewichts ganz überwiegend über die Schiene transportiert.
«Um eine unmittelbare Gefährdung oder Störung der Energieversorgung in Deutschland zu vermeiden ist somit auch eine abweichende logistische Planung von Energieträger-Tansporten erforderlich geworden», hiess es zu Begründung.
Zusätzliche Verspätungen für ICE und Regionalzüge
Die Priorisierung gelte auch angesichts des Niedrigwasser-Problems für die Binnenschifffahrt. Für den Personenverkehr könnte das zusätzliche Verspätungen bedeuten: ICE oder Regionalzüge müssten im Zweifel warten. In den vergangenen Monaten war bereits vor allem wegen der chronischen Probleme im Schienenetz ohnehin fast jeder zweite Fernzug zu spät.
Die Verordnung konzentriert sich auf bestimmte Bahn-Korridore, die das vielbefahrene Rheintal und auch grosse Teile Ostdeutschlands umfasst.
(reuters/mbü)