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|Amsterdam 1928

Anzahl Länder: 46
Olympische-Disziplinen: 109
Total Athleten: 2’883
Frauen: 277
Männer: 2’606
|RANGLISTE|
|1° USA||22||18||16|
|2° Deutschland||10||7||14|
|3° Finnland||8||8||9|
|0° Brasilien||0||0||0|
Brasilianische Delegation 1928
Anzahl Athleten: 0
Bei der Olympiade von Amsterdam fehlte zum ersten Mal die Anwesenheit des Barons von Coubertin in der Organisation. Der damalige Präsident des Olympischen Kommittées (IOC) und Initiator der ersten Olympiade der modernen Zeit, hatte sich 1925 von seinem Posten zurückgezogen – enttäuscht durch eine “Verfälschung der olympischen Ideale“ wie er es nannte.
Brasilien blieb diesen Spielen ebenfalls fern, aus finanziellen Gründen. Auf der anderen Seite gaben Malta, Panama und Rhodesien (heute Zimbabwe) auf dieser Olympiade ihr Debüt – insgesamt waren es 46 Länder!
Wieder beherrschten die Athleten aus den USA das Geschehen, mit einem Ergebnis von 22 Goldmedaillen, 18 silbernen und 16 bronzenen Medaillen. Die insgesamt geringere Medaillenzahl ist die Folge der wenigeren sportlichen Disziplinen, um die in Amsterdam gestritten wurde: lediglich 16!
Eine Zeitlang war es sogar nicht sicher, ob dieser Event überhaupt stattfinden würde. Die holländische Regierung machte eine Reihe von Auflagen, weil sie Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Ländern infolge des Ersten Weltkrieges fürchtete. Sogar die Kirche übte Druck aus, um zu verhindern, dass das Land keiner “heidnischen Veranstaltung“ Vorschub leiste.
Allen ist von der Olympiade in Amsterdam die Geste des Australiers Henri Pierce in Erinnerung geblieben: Während des Viertel-Finales im Rudern hielt der Athlet plötzlich inne, um einer Entenfamilie den Vortritt zu lassen. Seine noble Geste brachte ihm viel Lob ein, und einen nicht enden wollenden Applaus, als er später sogar Gold gewann.
Ein anderer hervorragender Teilnehmer war der nordamerikanische Schwimmer Johnny Weissmüller, der später den ersten Film-Tarzan spielte: Er errang 10 Medaillen, zwei davon in Gold.Auch Frauen waren in Amsterdam mit dabei – bei der Leichtathletik und der Gymnastik. Insgesamt erhielten Athleten aus 28 Ländern Gold, ein Rekord, der 40 Jahre lang Bestand haben sollte. Der Japaner Miki Oda gewann den Dreisprung und war damit der erste Asiate, der bei einer Olympiade etwas gewann. Beim Schwimmen tat sich ein weiterer Japaner hervor: Yoshiyuki Tsuruta erhielt eine Goldmedaille beim 200m-Brust.
Zum ersten Mal in der Geschichte brannte das olympische Feuer während des gesamten Wettbewerbs – man hatte es auf einem extra dafür errichteten Turm innerhalb des Geländes entzündet.