Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/2285

Amtlich wird mitgeteilt: Das Politische Departement hat unverzüglich die schweizerische Gesandtschaft in Washington über die Bombardierung von Schaffhausen unterrichtet und sie angewiesen, bei der amerikanischen Regierung die sich aufdrängenden verschiedenen Schritte zu unternehmen. Weitere Instruktionen werden erteilt werden, sobald die erwarteten Schadenberichte vorliegen werden.
Am Samstagnachmittag hat Bundesrat Pilet den Gesandten der Vereinigten Staaten in Bern, Harrison, empfangen, der ihm persönilch sein schmerzliches Bedauern über den unerklärlichen Irrtum, dem die Stadt Schaffhausen tragischerweise zum Opfer gefallen ist, ausdrückte.
Der schweizerische Gesandte in Washington, Minister Bruggmaun, sprach sofort im Staatsdepartement vor, sobald er durch die Presse die Nachricht von der Bombardierung Schaffhausens erhalten hatte, um sich zu erkundigen, ob amtliche Nachrichten darüber eingetroffen seien.
Aussagen des Kommandanten des amerikanischen Geschwaders
Der Kommandant eines der amerikanischen Geschwader, die Schaffhausen bombardierten, gab der United Preß in London folgende Erklärung ab:
„Mit tiefster Bestürzung haben wir von dem Fehlbombardement Kenntnis genommen. Es tut uns furchtbar leid, daß dies geschehen konnte. Die Communiqués der amerikanischen Heeresluftwaffe werden die Situation erklären. Wir wurden einfach durch den Wind von unserem Kurs abgetrieben, da die Windgeschwindigkeit höher war, als man erwartet hatte.
Der Kommandant der Bombergruppe hatte keine Ahnung, daß die Bomben aus Schweizergebiet abgeworfen wurden, und viele von unseren Leuten wissen es jetzt noch nicht. Sie alle werden es im Laufe des Sonntags erfahren, und ich weiß, daß sie ausnahmslos sehr niedergeschlagen sein werden.“
Der Eindruck in Italien
Die Bombardierung von Schaffhausen hat in Italien einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Radioemissionen und die Zeitungen vom Sonntag vermittelten Einzelheiten über den Angriff und die Schwere der Schäden. Dabei wurde die Bevölkerung der friedlichen Stadt im neutralen Nachbarlande der Sympathie versichert. Es wurde darauf hingewiesen, daß das Schicksal Schaffhausens ein sprechendes Beispiel dafür sei, was jeden Tag den bombardierten italienischen Städten widerfahre.