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Allgemeines und Zielsetzung
Die Grundzüge des Straf- und Massnahmenvollzugsrechts sind in den Art. 74 bis 92 des Strafgesetzbuchs geregelt. Die Umsetzung dieser Grundsätze bleibt dagegen der Gesetzgebung der Kantone überlassen. Zahlreiche Regelungen finden sich damit in kantonalen Vollzugserlassen sowie in Vereinbarungen und Richtlinien der Konkordate. Die Kantone sind zur Vollstreckung der freiheitsentziehenden Urteile verpflichtet und haben die hierfür notwendigen Einrichtungen bereitzustellen (Art. 372 und 377 StGB).
Der Strafvollzug hat das soziale Verhalten des Gefangenen zu fördern, insbesondere die Fähigkeit, straffrei zu leben (Art. 75 StGB).
Aus diesem Vollzugsziel lässt sich die Aufgabe der Vollzugsbehörden ableiten, Angebote für soziale Lernprozesse zwecks Rückfallverhütung zu machen. Diese haben die intensive Auseinandersetzung mit der Tat und der Opferproblematik, die Wiedergutmachung und die Entwicklung von Strategien zur Rückfallprävention zu umfassen. Die künftige Legalbewährung hängt aber auch wesentlich vom sozialen Umfeld ab, weshalb die Pflege und der Ausbau wertvoller Kontakte zu Bezugspersonen ebenso wichtig sind wie die deliktpräventive Arbeit mit dem Gefangenen.
Die JVA Lenzburg sieht ihre Hauptaufgabe darin, dem Gefangenen zu einem künftig eigenverantwortlichen Lebensweg zu verhelfen, auf dem er die Rechte und die Würde seiner Mitmenschen achtet und respektiert. Als Wegleitung, das Leben in der Zwangsgemeinschaft auf menschliche Art zu regeln, dient die Hausordnung. Die in den Vollzugsplänen mit dem Gefangenen vereinbarten Ziele können nur dann erreicht werden, wenn auch er zu aktiver Zusammenarbeit bereit ist.