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The Residents aus San Francisco sind der Inbegriff der Kultband. Noch immer weiss niemand genau, wer hinter der seit fast 40 Jahren aktiven Gruppe tatsächlich steckt. Interview gaben sie kein einziges. Seit jeher gibt es Bandfotos, immer wieder gab es Liveauftritte, aber die Gesichter der Akteure sind immer hinter Masken versteckt. Ende der 70er-Jahre entstand ihr bekanntestes Outfit, die legendären «Eyeballs», überdimensionale Augäpfel welche anstelle des Kopfes aus den adretten Anzügen ragen. Immer waren auf Residents-Fotos vier Menschen zu sehen, die Band hat aber schon früh erklärt, dass dies nicht zwingend bedeuten muss, dass vier Leute dazugehören, sie statt dessen der Vorstellung der Hörerschaft entsprechen wollen, dass seit den Beatles eine richtige Rockband vier Mitglieder haben muss. Wilde Spekulationen löste es aus, als sie auf einer Tour 1985 mit drei Eyeballs und einem Totenschädel auftraten. Was es damit auf sich hat, dass auf der aktuellen Tour erstmals in ihrer Karriere nur drei Residents auf der Bühne stehen werden, wird sich vielleicht auflösen, vielleicht auch nicht. Es gäbe hunderte Geschichten aus der Karriere dieser Ausnahmeband zu erzählen. Angefangen damit, dass der Name entstand weil der A&R-Manager von Warner Brothers ihnen 1971 ihr Demo zurücksandte und den Umschlag, da die Band schon damals anonym agierte, an The Residents (die Einwohner) der Absenderadresse schickte. 1979 spielten sie eine Platte mit Eskimo-Musik ein, oder dem was sie sich darunter vorstellten. 1980 veröffentlichten sie «The Commerical Album», eine Platte mit 40 Songs in einer exakten Länge von 60 Sekunden. Hintergrund war, das Konzept der gängigen Radiohits – innerhalb von etwa 3 Minuten wird je 3 mal Refrain und Strophe wiederholt – zu brechen und sich auf das Wesentliche, also eine Minute zu beschränken. In den 80er- und 90er-Jahren erstaunten sie mit monumentalen Werken wie der «Mole Show», deren Tournee sie an den Rand des finanziellen Ruins brachte, oder «The King & Eye», ihrer Umsetzung der Geschichte von Elvis Presley. Interpretationen von Songs von unantastbaren Grössen wie James Brown, Hank Wiliams, George Gershwin, den Rolling Stones oder Beatles gehören sowieso zu wichtigen Pfeilern ihrer Karriere. Vor 10 Jahren, auf ihrer letzten grossen, aufwändigen Tour zum Album «Wormwood», namen sie sich einer noch grösseren und bekannteren Thematik an und leuchteten die dunkelsten und gewalttätigsten Stellen der Bibel aus. The Residents gastieren nun erstmals überhaupt in Bern! Von ihrem neuen Programm «Talking Light» wissen wir nicht allzuviel, ausser, dass der Fan auf jeden Fall auf seine Kosten kommen wird, denn wenn man sich die Songliste der US-Auftritte von «Talking Light» anschaut, erkennt man mehr als nur den einen oder anderen Klassiker der Bandgeschichte.Vorher gibt uns die One Man-Band Sexomodular aus Zürich die Ehre. «Extreme Synthesizing» nennt er sein Tun, und abgesehen davon, dass er elektronische Gerät benutzt und zumindest einen Teil seiner Auftritte maskiert bestreitet, gibt es keine gewichtigen Paralleln zu den Residents. Jedoch muss man einen seiner eigenwilligen, musikalisch spritzigen Auftritte gesehen haben.