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Wie kann man das optimale Reifestadium für Silomais definieren?
Wenn die Maisstärke aufgrund ihres hohen Futterwertes als der wichtigste Bestandteil von Silomais anzusehen ist, müsste ein Vergleich von Silomaissorten, ähnlich wie bei Körnermais in einem Stadium stattfinden, bei dem die maximale Stärkeleistung jeder einzelnen Sorte erreicht ist. Da die neue Siloreifezahl aus dem TS-Gehalt der Gesamtpflanze errechnet wird, kann sie dieses Reifestadium nur näherungsweise wiedergeben; denn im Unterschied zum Erntegut Körnermais besteht Silomais aus verschiedenen vegetativen und generativen Bestandteilen mit unterschiedlichen Gewichtsanteilen an der Gesamtmenge mit unterschiedlichen TS-Gehalten und unterschiedlichem Futterwert. Es kommt hinzu, dass vor allem die Abreife der Restpflanze, aber auch das Verhältnis Korn-/Restpflanze stark von standort- und anbautechnischen Einflüssen bestimmt wird (z. B. N-Düngung, Bestandesdichte, Krankheiten). Das optimale Reifestadium für die Silonutzung wäre dann erreicht, wenn eine Sorte bei der Ernte ihr Stärkepotenzial möglichst erreicht hat (ca. 60 % TS im Korn), aber in der Restpflanze noch nicht zu trocken ist (ca. 20-22 % TS), um eine verlustfreie Ernte und gute Dichtlagerung im Silo zu ermöglichen. Auch die Verholzung der Restpflanze dürfte noch nicht soweit fortgeschritten sein, dass die Verdaulichkeit stärker abfällt. Aufgrund des unterschiedlichen Abreifeverhaltens der Restpflanze im Verhältnis zum Korn, erreichen Sortentypen, deren Restpflanzen im Verhältnis zum Korn entweder zügig abreifen oder lange grün bleiben, ihr Optimum für die Silomaisernte auch bei unterschiedlichen GTS-Gehalten.
Möglicherweise lässt sich der Sachverhalt mit Hilfe folgender Beispiele verdeutlichen:
A Silomaisernte bei niedrigen GTS-Gehalten (z. B. 28-30 %):
Sortentyp mit früher Restpflanzenabreife Restpflanzenreife bei 20-22 %: optimal für Ernte, Verdichtung und Futterwert, Körner am Anfang Teigreife (ca. 45 % TS). Möglicher Stärkezuwachs nicht nutzbar, Verschiebung des Erntetermins nicht ratsam.
Sortentyp mit länger grün bleibender Restpflanze Restpflanzenabreife bei ca. 18 %: hoher Anteil von Reservezucker, hohe Verdaulichkeit; Körner in der Teigreife ca. 55 % TS. Möglicher Stärkezuwachs durch Umlagerung und Neuassimilation noch nicht genutzt. Verschiebung des Erntetermins möglich.
B Silomaisernte bei höheren GTS-Gehalten (z. B. 32-35 %)
Sortentyp mit früher Restpflanzenabreife Restpflanzenreife bei 24-26 %: evtl. fortgeschrittenes Lager bzw. Fusariumbefall mit dem Risiko von Toxinbelastung und Verdichtungsproblemen. Körner sind in der Teigreife, aber optimales Silomaiserntestadium evtl. schon überschritten.
Sortentyp mit länger grün bleibender Restpflanze Restpflanzenreife bei 22-24 %: noch rel. hoher Zuckergehalt, gute Fusariumtoleranz, gute Verdichtung im Silo; Körner physiologisch reif (ca. 55-60 % TS): hohe Stärkequalität, verbesserte Dichtlagerung über hohes spezifisches Gewicht durch hohen Kornanteil bei hohen Stärkegehalten.