Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/774

Avacopan, ein neues steroidsparendes Medikament bei der ANCA-Vaskulitis?
Avacopan for the Treatment of ANCA-Associated Vasculitis
Jayne D et al. N Engl J Med 2021;384(7):599
In dieser placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde bei Patienten mit einer ANCA-assoziierten Vaskulitis (Granulomatose mit Polyangiitis oder mikroskopische Polyangiitis) Avacopan mit einer Glukokortikoidtherapie verglichen.
Avacopan ist ein kleines Molekül, das den C5a Rezeptor antagonisiert und damit die Komplementaktivierung hemmt, die eine wichtige Rolle in der Pathogenese der ANCA-Vaskulitiden spielt.
166 Patienten mit ANCA-Vaskulitis erhielten 2 mal 30 mg Avacopan während 52 Wochen, 165 erhielten Prednison, initial 60 mg p.o. mit anschliessendem Ausschleichen bis Ende der 20. Woche. Zusätzlich erhielten die Patienten eine Remissions-Induktionstherapie mit Cyclophosphamid gefolgt von Azathioprin oder Rituximab ab Woche 15.
In den primären Studienendpunkten Remission nach 26 und 52 Wochen zeigte sich nach 26 Wochen kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen, während nach 52 Wochen die Remissionsrate in der Gruppe mit Avacopan höher war als unter Prednison. In den sekundären Studienendpunkten zeigte sich eine deutlichere Verbesserung der Nierenfunktion und weniger Nebenwirkungen unter Avacopan als unter Prednison. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass auch die Avacopan Patienten während der Studie zum Teil noch Prednison erhielten (als Grundtherapie oder Behandlung von Flares), die kumulative Prednisondosis betrug dabei in der Avacopangruppe 1349 mg, in der Prednisongruppe 3655 mg.
Diese grosse Multicenterstudie zeigt, dass Avacopan anstelle von Prednison eine gute Wirkung zeigt in der Therapie der ANCA-Vaskulitiden bei weniger schweren Nebenwirkungen. Dieses neue Medikament könnte deshalb interessant für Patienten sein, bei denen Prednison wegen relevanter Komorbiditäten (z.B. Diabetes, Psychosen) wenn möglich nicht oder nur in geringer Dosis gegeben werden sollte.
Autor:
Dr. med. Thomas Langenegger
Baar