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Project
The Egg – ein minimalinvasives Neurochirurgisches Trainingsmodul
Automatically Closed · 2012 until 2014
Fournier Jean-Yves, Engel Doortje, Tasman Abel-Jan
Type
Range
Units
Status
Start Date
End Date
Financing
Keywords
Partner
Brief description/objective
Die gesamte Inzidenz von Hirntumoren beträgt etwa 15 per 100.000 pro Jahr. Davon sind die etwa die Hälfte primäre hirneigene maligne Tumore. Schädelbasistumoren sind dabei selten, und betragen ungefähr 1% aller maligne Tumoren (Origitano et al., 2002). Die meiste Schädelbasistumoren sind jedoch (benigne) Meningeomen (Schick und Hassler, 2005), und
machen damit nur etwa 8% aller intrakraniellen Tumoren aus (Uttley et al., 1989, Yamashita et al., 1980). Im Durchschnitt sind diese Patienten bei Diagnosestellung zwischen 50 und 60 Jahre alt,
Frauen sind fast vier Mal häufiger betroffen als Männer (CBTRUS 2002). Demgemäß sind Tumoren der vorderen Schädelbasis eine seltene Krankheit. Klinisch haben sie dagegen für den betroffenen Patient eine grosse Bedeutung. Diese Patienten präsentieren sich mit Ausfall der Visus, Geruchssinn und/oder hormonelle Entgleisungen durch Beeinträchtigung der Hypophyse.
Diese Tumoren können entweder ‚von oben‘ durch eine Schädeleröffnung (sog. Kraniotomie) angegangen werden, oder transnasal, das heißt durch die Nasenhaupthöhle und die
Nasennebenhöhlen. Die ersten transnasalen Zugänge wurden bereits in 1907 durch Herrn Schloffer in Österreich beschrieben (Schloffer, 1907). In den Jahren danach wurden Instrumenten
und Techniken weiter entwickelt. Diese Methoden kommen heutzutage regulär zum Einsatz bei der Entfernung von verschiedenen Tumoren der vorderen Schädelbasis. Diese Tumoren werden weiterhin auch mittels Kraniotomie angegangen. Der Zugangsweg wird pro Fall individuell überlegt. Die Erfahrung und Präferenz des Chirurgen spielen jedoch auch eine grosse Rolle.
Vorteile von einem transnasalen Zugang sind eine deutlich kleinere Wundfläche und das Vermeiden der Hirnretraktion. Nachteil ist dass sich durch eine kleinere Öffnung weniger Übersicht
nach lateral ergibt. Dies kann einen Problem darstellen bei grösseren Tumore (>3 cm Diameter). Zur Behebung dieses Problem wurde das Endoskop anstatt einem Mikroskop eingesetzt. Die Endoskopie wurde hierbei von Urologen und HNO-Ärzten abgeguckt und übernommen (Grosvenor and Laws, 2008). Im Gegensatz zu einem Mikroskop das mindestens 15 cm von der Tumorhöhle entfernt bleibt, wird ein Endoskop eingebracht bis sogar in der Tumorhöhle, wodurch auch kleine Reste des Tumors intraoperativ gesichtet und entfernt werden können (Schwartz et al., 2006).
Obwohl die Anwendung des Endoskops in der Hals-Nasen-Ohren Chirurgie schon seit Jahrzehnten eine Routine ist, hat sich die Anwendung des Endoskops in der Neurochirurgie erst in den letzten 15 Jahren zur Operation von Läsionen der Sella Region und der vorderen Schädelgrube verbreitet. Die Verteidiger der klassischen Methode mit Verwendung des Mikroskops argumentieren, unter anderem, dass die räumliche Orientierung dank der binokularen Sicht besser sei. Die Anwender des Endoskops stellen hingegen die bessere anatomische
Orientierung dank der breiten „panoramischen“ Sicht. Eine experimentelle Studie hat anhand eines stark abstrahierten Modells (Tasman et al., 1998a, b) gezeigt, dass die Arbeit am Endoskop trotz des monokularen Blicks genauer und schneller war als die Arbeit mit dem Mikroskop. Diese Arbeit wurde mit 20 HNO-Ärzten durchgeführt, die alle mit der endoskopischen Arbeit vom Anfang der Ausbildung an vertraut gemacht wurden, weniger als mit dem Mikroskop. Dahingegen hat ein neurochirurgischer (NCH) Assistenzarzt in Ausbildung nur selten wenn überhaupt die Gelegenheit, direkt mit einem Endoskop zu arbeiten: die Routine und der grösste Teil seiner Ausbildung findet am Mikroskop statt. Aufgrund dieser seltenen Gelegenheiten, mit dem Endoskop zu arbeiten gibt es Bedarf an Trainingsoptionen ausserhalb des Op-Saals. Anatomische Präparate sind zwar ideal zum Trainieren, jedoch teuer für Assistenzärzte in Ausbildung und nur ein bis 2 Mal im Jahr für die meisten möglich. Trainings-Softwares sind vorhanden, sind aber noch teurer und die meisten bieten kein taktiles feedback. Wir möchten mit diesem Projekt ein Trainnigsmodul entwickeln, der ein wiederholtes häufiges Training der Bewegungen einer Hypohysenoperation erlaubt. Das Modell sollte auch erschwinglich bleiben.
Hypothese:
1) Die zweidimensionale endoskopische Arbeit ist besser (genauer und schneller) als die Arbeit unter dem Mikroskop, mit nochmaliger Demonstration, dass der Verlust der dritten Dimension nicht zu Nachteilen führt.
2) Das Lernpotential von NCH-Ärzten in Ausbildung ist grösser für die endoskopische Arbeit als für die mikroskopische Arbeit.
3) Die Qualität einer endoskopisch unterstützten transsphenoidalen Tumorentfernung ist experimentell besser als eine mikroskopisch unterstützte transsphenoidale Tumorentfernung.