Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03333.jsonl.gz/2699

Rom; Mzst. Trier, wohl 16./17. Jh.
Inv. 2010.232.1.-25.
„Fälschungen“ können durchaus interessanter als die nachgeahmten Originale sein, auch wenn sie von früheren Generationen einfach als „nicht echt“ ausgesondert und beiseite gelegt wurden. Denn zum einen stellt sich stets zunächst die Frage, ob sie als zeitgenössische minderwertige Falschmünzen oder zur Täuschung von Sammlern oder gar als Nachschöpfung und eine Art Medaille anzusehen sind; jede dieser Möglichkeiten eröffnet wieder Perspektiven auf die Wirtschaft, Geistesgeschichte und Kunst der jeweiligen Epoche.
Im Fall von frühen „Fälschungen“ oder Nachahmungen, wie den sorgfältig ausgeführten Güssen nach konstantinischen Münzen wird deutlich, wie weit das Verständnis antiker Münzen in der Renaissance reichte: Während die Darstellungen Konstantins des Grossen und der Lupa Romana sehr präzise wiedergegeben werden, haben sich beim Helm der Roma-Büste sowie in den Legenden Fehler eingeschlichen; auch die Münzstätten-Kürzel auf den Rückseiten sind entstellt, wurden also nicht vollständig verstanden. Gleichwohl lassen deren Reste die Vorbilder aus der Münzstätte Trier erkennen, was zu einer Entstehung dieser Nachahmungen im hiesigen Raum durchaus passt.