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Der Mond gelangt 73 Minuten komplett in den Kernschatten der Erde. Die maximale Verfinsterung wird um 4.47 Uhr MESZ erreicht. Der interessante Teil der Mondfinsternis endet um 6.25 Uhr MESZ mit dem Ende der partiellen Phase, das heisst der Mond verlässt den Kernschatten, wobei zuletzt der Mondrand rechts unten aus dem Schatten tritt. Der Vollmond ist zu diesem Zeitpunkt nur noch 8° über dem West-Horizont zu sehen, die Morgendämmerung ist bereits merklich fortgeschritten.
Früher wurde jeweils der zeitlich nächste Vollmond um die Tagundnachtgleiche, also beim Herbstbeginn stattfand als Ernte-Vollmond genannt. Der Name Erntemond bezieht sich auf die Erntezeit, da die Bauern in vielen Ländern ihre Bodenerträge nicht nur am hellen Tag ernten, sondern auch in der Nacht, die mit dem Mondlicht erhellt ist. Diese Bedeutung des Erntemondes spielt in den Zeiten moderner Landwirtschaft keine Rolle mehr. Allerdings kann der aufmerksame Beobachter auch heute noch leicht nachvollziehen, warum der Erntemond so besonders war: Dieser Vollmond ist nämlich tatsächlich ein wenig anders als andere Vollmonde, er scheint sich vielmehr gleich über mehrere Nächte hinzuziehen.
Normalerweise geht der Mond nämlich in jeder Nacht im Schnitt etwa 50 Minuten später auf. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich unser Begleiter in knapp einem Monat einmal um die Erde dreht und die Erde selbst in 24 Stunden einmal um die eigene Achse. In der Zeit des Erntemondes lässt sich allerdings eine zunächst verblüffende Beobachtung machen: In mittleren nördlichen Breiten scheint der Mond einige Tage lang fast zur gleichen Zeit am Horizont zu erscheinen.
Der Grund dafür ist, dass die gedachte Bahn des Mondes am Himmel rund um die herbstliche Tagundnachtgleiche auf der Nordhalbkugel nur einen sehr schmalen Winkel zum östlichen Horizont hat. Das führt dazu, dass sich die Mondaufgänge nur noch um rund eine halbe Stunde jede Nacht verschieben. So entsteht der Eindruck, der Mond würde für einige Abende hintereinander immer fast zur gleichen Zeit aufgehen. Zu Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel ist es übrigens umgekehrt: Dann ist der Winkel zwischen der gedachten Bahn des Mondes am Himmel und dem östlichen Horizont am steilsten – die Mondaufgänge können sich daher von Abend zu Abend um deutlich mehr als die normalen 50 Minuten verschieben.
Da sich bei Vollmond Sonne und Mond auf genau entgegengesetzten Seiten der Erde befinden, geht der Vollmond zu der Zeit auf, zu der die Sonne untergeht. Wir sehen die über dem Horizont aufgehende Mondscheibe also rund um den kalendarischen Herbstanfang an mehreren Tagen hintereinander zur etwa gleichen Zeit am Abendhimmel – für die Landwirte früher eine wichtige Hilfe bei der Ernte.
Dank des Mondaufgangs zu Sonnenuntergang erscheint uns der Erdtrabant dicht über dem Horizont zudem oft in ein rötliches Licht getaucht und erinnert dabei fast an einen riesigen Kürbis – und dieser ist ja fast zum Sinnbild der nun bald beginnenden Jahreszeit geworden.
Von Bedeutung ist diese Erscheinung allerdings noch bei vielen Moslems, basierend auf:
- dass der Mond grösser als sonst erscheint (ist aber eine Täuschung),
- dass beim Sonnenuntergang Sonne und Mond gleichzeitig am Horizont zu sehen sind;
- dass der Mond eine leicht rötliche Färbung annimmt, während der Zeit, in der die Sonne untergeht.
Hier sei Folgendes zitiert: «Sonne und Mond sind im Quran öfters zusammen erwähnt (Siehe Verse) und das ist genau, was wir in der Erntemond-Phase am Horizont beobachten können. Der Monat Ramadan soll ein klares Zeichen am Himmel sein. Das Wort SCHAHR, das mehr oder weniger als ‚Monat’ verstanden wird, bedeutet auch ‚bekannt’ oder ‚in voller Grösse’. Vers 2:185 besagt: ‚...wer den Monat bezeugt...’. Es handelt sich also um ein Himmelszeichen, das nicht zu übersehen ist beziehungsweise wir bezeugen können.»
Fast ist man geneigt zu sagen, dass endlich – nach 7,5 Jahren – wiederum einmal eine totale Mondfinsternis bei uns eintrifft. Zum Beobachten braucht es «bloss» die Augen. Auch Feldstecher dürfen eingesetzt werden. Damit dürfte der rote Vollmond noch prächtiger erscheinen. Ein freier Westhorizont verlängert die Beobachtungszeit.
Zusammengefasst von Paul Furrer, Chur
Anzufügen ist, dass die Sternwarte Mirasteilas in Falera bei schönem Wetter am 28. September 2015 um 3 Uhr öffnet, um Interessierten die Möglichkeit zu bieten, die Finsternis auch an den Teleskopen und am Binokular zu beobachten.
Über die Telefonnummer 081 921 65 65 erhalten Sie am Sonntag 27. September, ab 18 Uhr Auskunft, ob der Anlass stattfindet.