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Ich fand in der näheren Umgebung des Bauplatzes in Neugablonz keine Bauten, die mir als Referenzen hätten dienen können. Eine Erinnerung an eine damalige sudetendeutsche Architektur im heutigen Tschechien konnte ebenfalls nicht aktiviert werden. Um den genossenschaftlichen Neubauten bezüglich Farben ein eigenes Gesicht zu geben, war es umgekehrt notwendig, Distanz zu halten zu einigen besonders „fröhlichen“ und „warmen“ Farben, die in der Nachbarschaft vorkamen.
Für die Farbgebung in der sehr grossen Tiefgarage fand ich Inspiration in den kalten Türkisfarben des massiven Eises im Eisspeicher, dem zentralen Element des Energiekonzeptes der Siedlung.
Die Überbauung an der Reichenbergstrasse wurde 2019 mit dem Baupreis der Stadt Kaufbeuren ausgezeichnet.
Das Prinzip der Sanierung des Kirchgemeindehauses war die Erhaltung, bzw. Neuinterpretation der hohen architektonischen Qualität. Auch was Farbentscheide anging, war klar, dass der Kanon der 1950er-Jahre nur neu belebt werden musste. Einen künstlerischen Hinweis dafür fand ich im Märchenbuch „Dornröschen“, das 1959, also dem Baujahr des Kirchgemeindehauses erschienen war; die Illustrationen von Felix Hoffmann gaben praktisch die zu verwendende Palette vor.
Um einen grossen Innenhof, der nicht weiter von der Metallbaufirma Surber genutzt werden sollte, schlossen sich zahlreiche alte Wohnblöcke entlang der Hohl-, Sihlfeld- und Ernastrasse, welche erneuert werden sollten. Zudem wurden Neubauten, die den alten Ring aufbrechen sollten, geplant. Wichtige Referenz im Bezug auf Architektur und Farbigkeit war die ABZ-Siedlung Sihlfeld von 1928. Die Altbauten behandelte ich konservativ, d.h., dass lediglich verschüttete Qualitäten wieder hervorgeholt werden mussten. Für die Neubauten entlang der neu geschaffenen Gasse fand sich ein kühles Himbeer-Rot, während die ausssen liegenden Fassaden sich farblich an den bestehenden Kontext dieser Strassen anpassten.
Diese Siedlung am grünen Rand von Uitikon sollte ursprünglich in neutralem Grau gebaut werden, was aber der Gemeinde nicht gefiel. Mich erinnerten die massiven Baukörper in der Landschaft an Felsformationen in Bildern der Juras von Gustave Courbet. Ich schlug vor, von seinen farbigen Grautönen für die Siedlung zu lernen.
Der geringe Umfang der Farbpalette, die für die Eternitverkeidung der Fassaden zur Verfügung stand, war mir sehr willkommen. Die beiden Sockelgeschosse, die das Standardrot erhielten, wurden mit Spalierpflanzen bewachsen. Die oberen Geschosse werden durch weisse Bänder vertikal gegliedert.
Die Länge der Autogarage könnte dazu verleiten, zu schnell zu fahren. Gelbe „Fussgängerstreifen“, die auf die Hauszugänge weisen, ragen darum in die Fahrspur hinein. Grosse blaue Kreise sollen das Fahrverhalten zusätzlich mässigen. Sie stellen, in übergrosser Braille-Blindenschrift, eine kleine Hommage an die Künstlerin Emma Kunz dar, die unweit von hier wirkte.
Der Bauplatz der beiden Wohnblöcke in Ginsheim-Gustavsburg liegt unweit des Zusammenflusses von Rhein und Main bei Mainz. Ausserdem stehen alte grosse Villen, auf die das Farbkonzept ebenfalls einging, aufgereiht an derselben Landstrasse. Die beiden Graugrüntöne symbolisieren die beiden Flüsse und nehmen Farben der Villen auf.
In einem Wohnblock in Töss sollte die bedrückende Stimmung in den Korridoren aufgehellt werden. Diese endeten an einer Glastüre, die statt eines freien Ausblicks nur den Zugang auf die Nottreppe boten. Mit horizontalen Streifen farbiger Folien, die den Rhythmus der Treppenstufen aufnehmen, konnte die beengte Situation optisch gelöst werden.
Die umfassende Erneuerung einer ganzen Gruppe von Altstadt-Liegenschaften ermöglichte die seltene Chance einer zusammenhängenden farblichen Gestaltung. Dabei konnten einzelne Häuser nur aufgefrischt, andere aus einer gewissen Belanglosigkeit erlöst werden.
Das Alters- und Pflegeheim Platten in Meilen baute 2019/ 2020 einen grossen Ersatzneubau für den ich die Farben der Fassaden, der allgemeinen Räume und privaten Zimmer vorschlagen konnte.
Der Kindergarten in Mergentheim an der deutschen "romantischen Strasse“ wird nach pädagogischen Prinzipien von Pfarrer Kneipp, bekannt durch seine Bäderkur, geführt. Vor dem Gebäude gibt es dementsprechend diverse Wasserspiele für die Kinder. Die auf den Hof gerichtete Fassade erhält symbolisch sechs „Wasserfarben“ als kleine Hommage an den Lebensreformer Kneipp.
Die Sprachschule bezog neue Räume, die bisher als Büroräume genutzt wurden. Zweck des Umbaus und des Farbkonzepts war es, daraus Schulräume in symphatischer Lernumgebung zu schaffen.
Die Fassaden-Farben dieses Wohn- und Gewerbekomplexes im Zentrum Dübendorfs unterstanden der zwingenden Bewertung durch die Stadtbildkommission.