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Adapter zu Objektiven mit M42-Gewinde und Exakta-Bajonett
Mit der Zeit hat sich das eine oder andere Pentax Takumar oder Carl Zeiss Jena Objektiv zur Sony Nex und Canon EOS 5D gesellt. Hier in dem Artikel sind allgemeine Informationen zu den Objektiven und Adaptern aufgeführt.
Pentax M42-Bajonett
Pentax, oder besser Asahi Optical, baute 1952 die erste (japanische) Spiegelreflexkamera. Anfänglich hatte Pentax ein M37-Schraubgewinde, welches sie 1962 auf M42 änderten. Die Objektive dazu nannten sie Takumar. Die Super-Takumare hatten bereits eine erste Form von Vergütung um Flares zu vermeiden. Sie hatten den Ruf, zu den Besten ihrer Generation zu gehören und nur von Zeiss übertroffen zu werden.
Das 50mm 1.4 Takumar von 1964 galt lange Zeit als das beste Standardobjektiv. Pentax waren auch die Ersten, welche den Rückschwingspiegel und die TTL-Messung einbauten. Auch wenn man häufig liest, dass Pentax das Pentaprisma sowie die Spiegelreflex erfanden, so war hier doch Contax-Zeiss Ikon (Dresden) der Erfinder. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg arbeitete Zeiss bereits an einer Spiegelreflex mit Pentaprisma. 1947 führten sie das M42-Schraubgewinde ein, bauten 1949 die erste serienmässige Spiegelreflex-Kamera inklusive des Pentaprismas mit der Contax S. Den Kunstnamen "Pentax" verkauften die Dresdner an Asahi Optical und verwendeten für ihre Exportkameras ab 1953 den Begriff "Pentacon" (Penta-prisma plus Con-tax).
Sony Nex 5n, Pentax Takumar 85/1.9
Die Haptik der manuellen Pentax-Objektive aus dieser Zeit ist grossartig und kein Vergleich mit den heutigen Plastikdingern. Der Körper ist aus Metall und die Zahlen und Skalen sind eingraviert. Gerade die Schärfentiefe-Skala ist bei Weitwinkel auch heute noch bei Blendenvorwahl sehr nützlich.
Exakta
Im Werk der Firma Ihagee in Dresden wurden seit 1912 Kameras wie die Photorex oder ab 1921 die Spiegelreflex Plan Paff-Reflex gebaut. 1936 erschien die Kine-Exakta, welche erstmals Kleinbild-Film in einer Kamera mit festem Lichtschacht (mit Lupe) und Wechselobjektiven verwendete. Sie hatte bereits damals eine kürzeste Verschlusszeit von 1/1000s und einen Schlitzverschluss. Die Objektivpalette umfasste damals 38 bis 500mm von z.B. Meyer-Optik Görlitz, Schneider oder Carl Zeiss.
Das Exakta-Bajonett hat allerdings nur 37mm Innendurchmesser und daher etwas eng für Springblendenübertragung. Die Objektive von Carl Zeiss Jena und auch Schneider-Kreuznach erhalten aussen am Tubus einen Hebel, welcher die Objektive auf den voreingestellten Wert schliesst. Schneider-Kreuznach und Meyer-Görlitz bauten bereits 1954 das lichtstärkste SLR-Standard-Objektiv (50/1.9 Xenon) der Welt, dies bei ganzen 165 Gramm Gewicht, das Lichtstärkste SLR-Objektiv war seit 1948 das Carl Zeiss Jena Biotar 75/1.5.
Letzteres ist allerdings zu keinem vernünftigen Preis auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Selbst die damals unbedeutenden japanischen Hersteller Nikon, Canon und Pentax produzierten Objektive für das Exakta-Bajonett. Nach dem M42 Gewindeanschluss war das Exakta-Bajonett dasjenige mit dem umfangreichsten Angebot an Objektiven.
Canon EOS 5D Mark 2.5, Carl Zeiss Jena Biometar 80mm f/2.8, Baujahr 1955
Achtung: Die Exakta A/B etc sind Mittelformatkameras mit Wechselobjektiven, deren Objektive in etwa ein M39 Gewindeanschluss haben, aber ein anderes Auflagenmass wie die Kine-Exakta und sich daher an der Sony Nex oder Canon EOS nicht auf unendlich fokussieren lassen, sollten sie denn einen Fokussierring haben, dieser war in den Kameras eingebaut.
1939 meldete Karl Nüchterlein, Mechaniker und Konstrukteur in den Ihagee-Kamerawerken und Entwickler der Kine-Exakta, ein Patent zur Messung des Lichtes in einer Spiegelreflexkamera an. Die Idee konnte allerdings erst 1960 umgesetzt werden, als geeignete CdS-Messzellen hergestellt werden konnten. Nach dem Krieg wurde die Produktion der Kine-Exakta in den Hallen der ehemaligen Zeiss Ikon AG wieder aufgenommen. War die Marke Exakta in den 1950ern noch Innovativ, so verebbte der Elan in den 1960ern schnell und 1964 wurde die Entwicklungsabteilung Pentacon unterstellt und 1968 ganz in dem VEB Pentacon Kombinat integriert. Da die DDR kaum in neue Anlagen und Techniken investiert, geht es langsam aber stetig bergab.
Carl Zeiss Jena
Die Firma Carl Zeiss Jena wurde 1856 gegründet. Der Wissenschaftler Paul Rudolph kreierte für Carl Zeiss solche klassischen Objektivkonstruktionen wie Tessar, Planar, Biogon und Sonnar. 1900 bauten weltweit 6 Firmen Zeiss-Objektive in Lizenz. Nach dem Krieg wurde Carl Zeiss in die zwei Teile Carl Zeiss Oberkochen (Objektive für Zeiss Ikon, Rollei, Hasselblad, Contax, Yashica) und Carl Zeiss Jena getrennt.
Warum die alten Objektive?
Die heutigen Linsen haben sicher die bessere Vergütung und dadurch weniger Flares und Ghosts sowie die höhere Auflösung, doch dadurch verlieren sie auch an Charakter und sind der Konkurrenz gleich, welche auch ihre Optiken optimiert und der Zeit anpasst. Überspitzt gesagt geht das Licht durch das Objektiv, ohne dass dieses Spuren hinterlässt. Alte Objektive hingegen haben ihren eigenen Fingerabdruck.
Nun kann man mit Adaptern Fremdobjektive an ein anderes Bajonett anpassen. Hier eignen sich Kameras mit geringem Auflagenmass, lässt dieses doch noch Spielraum um ein Übergangsstück dazwischen zu schrauben.
Nachfolgend eine Auflistung des Bajonetttyps und seines Auflagenmasses:
Sony Nex, A7, A7r, A9: 18.0mm
micro Four Thirds: 20.0mm
Leica M: 27.8mm
Olympus F (Pen): 28.95mm
Canon FD:42.0mm
Canon EF: 44.0mm
Exakta (KB): 44.7mm
M42 (Pentax, Pentacon, Contax S): 45.46mm
Pentax K:45.46mm
Nikon F: 46.5mm
Ein kleineres Auflagenmass wie zB FD an Canon EF zu adaptieren braucht Zwischenlinsen. Diese Adapter sollte man meiden, hat das Ergebnis des Systems nichts mehr mit der Leistung des Objektives zu tun. Leider lassen sich Objektive mit Exakta-Bajonett nicht richtig an Canon EF adaptieren, die "Füsse" des Exakta-Bajonetts ragen zu weit nach hinten und der Spiegel kann daran schleiffen (es geht um 0.05mm).
Es gibt Adapter, bei denen funktionierts, nur kann dort in der Regel nicht auf unendlich fokussiert werden. Bei Objektiven mit M42 gibt es keine Probleme an der Canon, es sei denn, das Objektiv schaut zu weit in den Spiegelkasten der Kamera, wie das Carl Zeiss Jena Biotar 58/2 von 1955.
Canon EOS 5D Mark 2.5, Carl Zeiss Jena Biotar 58mm f/2.8, Baujahr 1955
Wie aus obiger Tabelle ersichtlich ist, hat Sony mit der Nex eine Kamera geschaffen, welche das kleinste Auflagenmass hat und so ziemlich alles daran adaptiert werden kann. Ob nun ein Nikon-Objektiv mit AI, AI-S, D oder non AI adaptiert werden soll spielt keine Rolle, werden vom Adapter in der Regeln keine elektrischen Signale an die Sony oder Canon übermittelt. Und Exakta sowie Takumare hatten eh noch nichts elektronisches eingebaut.
Adapter
Auf dem linken Bild ist der Quenox-M42-Adapter zur Canon EOS zu sehen. Er funktioniert recht gut,einzig das der Strich der Blende nicht mittig ist (aktuelle Blende ist nicht am höchsten Punkt) stört etwas, hat aber auf die Funktion keinen Einfluss. An den Takumar-Objektiven hat es am Bajonett einen Stift. Bei beiden Adaptern wird dieser Stift hineingedrückt und man arbeitet im Liveview-Modus mit der aktuellen Blende. Das Carl Zeiss Jena Biometar 2/58mm klemmt am Steg und kann nicht auf unendlich fokussiert werden. Schleifft man den Steg etwas ab, dann kann man zwar an der Canon 5D auf unendlich fokussieren, aber der hinterste Teil des Objektives ist zu weit im Spiegelkasten und der Spiegel touchiert leicht.
Beim links abgebildeten Adapter (No-Name) für die Sony-Nex wird ein Inbusschlüssel mitgeliefert und man kann das Bajonett ausrichten, damit die Mitte des Objektives und somit die aktuelle Blende oben ist. Als ich das Takumar 85mm 1.8 erhielt, hatte ich schon die Befürchtung, dass die Blende klemmt. Im Adapter hat es eine Flanke, welche an der "Nase" schleift, welche der Kamera die Blende anzeigt. Ich habe die Flanke in dem Bereich des Adapters etwas abgefeilt und schon läuft die Blende einwandfrei und ohne klemmen. Den Mitnehmer gibt es seit den S-M-C-Objektiven.
Beim Pentax S-M-C 50mm 1.4 ging der Schärfering von Nah nur bis etwa 3 Metern, dann klemmte es. Der hinterste Glaskörper kommt aus dem Tubus heraus und ragt in die Kamera oder besser den Adapter hinein und klemmt sich zusammen mit der Nase fest. Hier reicht es nicht, nur am Ort der Nase zu feilen, sondern die ganze Flanke im Adapter wird mit dem Dremel um einen Millimeter abgenommen.
Exakta auf Sony E
Bis jetzt habe ich das Carl Zeiss Jena Sonnar 4/135mm und Tessar 2.8/50mm damit ausprobiert. Das Aufsetzen und entfernen geht überraschend gut. Die Objektive haben eine Markierung, welche mit dem roten Punkt am Adapter übereinstimmen muss und mit einer Fünfteldrehung rastet das Objektiv ein. Zum Entfernen drück man leicht auf den Hebel und dreht gegen den Uhrzeigersinn bis zur Markierung. Man muss sich achten, das man nicht über die Markierung hinaus dreht, es hat keinen Anschlag.