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getreten war, so geht hieraus hervor, daß er besondere Neigung und Geschick in kunstindustriellen Berufszweigen besessen, für diese auch bereits wohlbegründeten Ruf erworben haben muß. Daß er sich damals schon mit der Idee seiner Erfindung der Buchdruckerkunst beschäftigt haben mag, scheint aus mehrfachen Aussagen der Zeugen in dem Prozeß hervorzugehen, wiewohl dieselben auch nur als auf das Spiegelmachen sich beziehend gedeutet worden sind; die Erfindung der Drucklettern in derjenigen Form und Beschaffenheit, welche allein ihre Zusammensetzung für den Druck ermöglichen, ferner die Erfindung einer entsprechenden Farbe für solchen Abdruck waren aber sicherlich kein Werk kurzer Hand, [* 2] da ja nicht allein die Typen und die Farbe, sondern auch alles Werkzeug zu deren Herstellung erfunden und geschaffen werden mußte. Es steht somit fast außer Zweifel, daß jene unklaren, wohl absichtlich verschleierten Aussagen in dem Dritzehnschen Prozeß sich auf die ersten Anfänge der Buchdruckerkunst beziehen; ob dieselbe wirklich von ihm dort geübt worden, das ist, selbst angesichts eines als Straßburger Preßerzeugnis Gutenbergs erachteten, in der Nationalbibliothek zu Paris [* 3] befindlichen Donatus-Restes, durchaus nicht außer Zweifel.
Daß Gutenberg bis zum März 1444 in Straßburg [* 4] gewesen, ist durch Urkunden über Geldoperationen seinerseits nachweisbar; von da ab bis 1448 fehlen jedoch alle Nachrichten, und die erste, die wir wieder erhalten, betrifft ein Darlehen, das er, nach Mainz [* 5] zurückgekehrt, von einem Mainzer Verwandten, Arnold Gelthuß, empfangen hatte. Sein Mühen in Straßburg war augenscheinlich ein vergebliches gewesen, und mit dem Verlust des Vertrauens, das seine Freunde daselbst in ihn gesetzt, war auch Vermögen und Kredit verloren gegangen, so daß seine Rückkehr nach Mainz eher eine gezwungene als freiwillige gewesen sein mag.
Hier hat er seine auf die Buchdruckerkunst bezüglichen Versuche unstreitig sofort wieder aufgenommen, und daß sie schon weit gediehen sein mußten, beweist, daß es ihm sehr bald gelang, an dem reichen Mainzer Bürger Johann Fust eine Stütze zu finden. Er schloß mit diesem unterm einen Vertrag, wonach Fust dem Gutenberg 800 Gulden in Gold [* 6] zu 6 Proz. Zinsen darleihen, dieser aber damit »das Werk vollbringen solle«, während all sein Werkzeug dem Fust als Unterpfand dienen würde.
Blieben sie nicht einig, so habe Gutenberg dem Fust die 800 Guld. wiederzugeben, sein Werkzeug aber sei dann hypothekenfrei. Außerdem sollte Fust jährlich 300 Guld. »für Kosten, Gesindelohn, Hauszins, Pergament, Papier, Tinte etc.« zahlen, eine Bedingung, welche von diesem niemals erfüllt worden ist. Gutenberg, der mit Eifer an die »Vollbringung des Werkes« gegangen sein mag, sah indes seine Mittel noch vor Erreichung seines Ziels wieder schwinden und mußte abermals 800 Guld. von Fust aufnehmen, die dieser ihm gewiß nicht gegeben hätte ohne Aussicht auf sichern Erfolg.
Was Gutenberg inzwischen geschaffen, ist nicht genau festzustellen; vermutlich beschäftigte er sich mit Herstellung der Typen zu der 36zeiligen Bibel; [* 7] dieselben sind benutzt beim Druck eines Donats, dessen erhaltener Rest die handschriftliche Jahreszahl 1451 trägt, sowie sie auch neben einer andern kleinern Type zum Druck von Ablaßbriefen, deren noch eine ansehnliche Anzahl Exemplare erhalten sind, gedient haben. Daß letztere nicht von Holztafeln gedruckt worden sein können, wird durch das Vorkommen eines umgekehrten Buchstaben in einem derselben unwiderleglich bewiesen.
Die Annahme, Gutenberg habe sich zuerst beweglicher Buchstaben aus Holz [* 8] bedient, ist längst zurückgewiesen, weil deren Anwendung, ganz abgesehen von der ungeheuern und zeitraubenden Mühe des Schneidens jeder einzelnen der Tausende von Typen, eine technisch unmögliche gewesen sein würde. Wahrscheinlicher ist, daß er zuerst die Typenstempel aus Holz schnitt, sie in Sand abformend und danach gießend; bald aber wird er auch von diesem unzulänglichen und langsamen Verfahren abgegangen sein und seine Stempel in thunlichst hartes Metall geschnitten haben, welche er dann durch Einschlagen in ein weicheres in Formen oder Matrizen umwandelte für den Guß der Typen.
Die Regelmäßigkeit und Gleichmäßigkeit der Lettern der 36zeiligen Bibel spricht hierfür. Der Schriftguß ist somit nicht minder eine Erfindung Gutenbergs als die der Druckpresse, denn vor ihm hatten sich die Formschneider und Briefdrucker, wie schon erwähnt, zur Herstellung ihrer einseitigen Drucke wahrscheinlich ausnahmslos des Reibers bedient; die 36zeilige Bibel jedoch nicht minder als die 42zeilige und der Psalter von 1457 sind so vollendete Druckleistungen und zeigen ein so genaues Passen der Seiten aufeinander (Register), daß ihre Herstellung nur auf einer Druckpresse erfolgt sein kann. Auch die Druckfarbe, die bei den Holztafeldrucken vor Gutenberg meist in mattem Erdbraun erscheint, ist von ihm seinen Zwecken angepaßt und vervollkommt worden, so daß man behaupten darf, das Verdienst der Erfindung der Buchdruckerkunst gebühre in ihrem vollen Umfang ganz allein Gutenberg; was seine Gegner und Nachfolger dem entgegengesetzt, ist durch die Thatsachen widerlegt. Sein Erfolg aber beschleunigte sein Verderben.
Bald nach der Vollendung der 36zeiligen Bibel, von welcher vermutlich nur eine geringe Auflage gedruckt worden war, wurde der Druck einer andern, ebenfalls in lateinischer Sprache, [* 9] aber mit kleinern Typen, der heute als 42zeiligen bezeichneten, begonnen. Beiliegende Tafel gibt das getreue Faksimile eines Blattes derselben. Sie war indes noch nicht vollendet, als Fust mit der Forderung, Gutenberg solle ihm alle dargeliehenen Kapitalien nebst Zinsen zurückzahlen, an diesen herantrat.
Der Umstand, daß Fust recht wohl wissen mußte, solche Rückzahlung sei Gutenberg gerade jetzt am wenigsten möglich, sowie die ganze Fassung des Kontrakts und die zaudernde Erfüllung desselben durch Fust hat diesen in den nur zu begründeten Verdacht gebracht, er habe es von Anfang an darauf angelegt, den für seine Erfindung begeisterten, in Geldsachen jedoch unpraktischen Gutenberg und mit ihm auch dessen Erfindung selbst ganz in seine Hand zu bekommen, was ihm denn auch vollkommen gelang, nachdem er sich nach der andern Seite vorsichtig gedeckt und sich in Peter Schöffer einen Ersatz für die technische Weiterführung an Stelle Gutenbergs verschafft hatte.
Schöffer, ein aus Gernsheim gebürtiger Schönschreiber, mag in Gutenbergs Druckerei vielleicht nur als Illuminator und Rubrikator der fertig gedruckten Bogen, [* 10] in welchen die großen Anfangsbuchstaben an den freigelassenen Stellen nachzutragen waren, beschäftigt worden sein, vielleicht war er auch als Typenzeichner oder Setzer thätig; als es Fust gelungen war, Gutenberg die Druckerei und alle fertigen Drucke aberkennen zu lassen, tritt er an dessen Stelle und wird schließlich Fusts Schwiegersohn. Im Oktober 1455 reichte Fust seine Klage, auf Rückzahlung von 2026 Guld. einschließlich Zins und Zinseszins lautend (er gab vor, selbst einen Teil ¶
PRAEFACIO
^[Monarchianischer Prolog zum Lukasevangelium, 4./5. Jahrh. n. Chr.]
LUcas, sirus · natione antiocensis · arte medicus · discipulus apostolorum · postea paulum secutus usque ad confessionem eius seruiens domino sine crimine : nam neque uxorem umquam habuit neque filios : septuaginta et quatuor annorum obiit in bithinia · plenus spiritu sancto. Qui cum iam scripta essent euangelia · per matheum quidem in iudaea · per marcum autem in italia : sancto instigante spiritu in achaie partibus hoc scripsit euangelium : significans etiam ipse in principio ante suum alia esse descripta.
Cui extra ea quae ordo euangelice dispositionis exposcit · ea maxime necessitas laboris fuit : ut primum grecis fidelibus omni perphetatione venturi in carnem dei cristi manifestata humanitate ne iudaicis fabulis attenti : in solo legis desiderio tenerentur : uel ne hereticis fabulis et stultis solicitationibus seducti exciderent a veritate elaboraret : dehinc · ut in principio euangelii iohannis natiuitate presumpta · cui euangelium scriberet et in quo electus scriberet indicaret : contestans in se completa esse · quae essent ab aliis inchoata.
Cui ideo post baptismum filii dei a perfectione generationis in cristo implete · repetendae a principio natiuitatis humane potestas permissa est : ut requirentibus demonstraret in quo apprehendens erat per nathan filium dauid introitu recurrentis in deum generationis admisso · indisparabilis dei praedicans in hominibus cristum suum · perfecti opus hominis redire in se per filium faceret : qui per dauid patrem venientibus iter praebebat in cristo. Cui luce non immerito etiam scribendorum actuum apostolorum potestas in ministerio datur : ut deo in deum pleno et filio proditionis extincto · oratione ab apostolis facta · sorte domini electionis numerus compleretur : sicque paulus consummationem apostolicis actibus daret · quem diu contra stimulus recalcitrantem dominus elegisset. Quod et legentibus ac requirentibus deum · et si per singula expediri a nobis utile fuerat : sciens tamen quod operantem agricolam oporteat de suis fructibus edere · vitauimus publicam curiositatem : ne non tam volentibus deum demonstrare videremur · quam fastidientibus prodidisse.
Explicat praefacio Incipit euangelium secundum lucam : Prohemium ipsius beati luce in euangelium suum
^[Luk. 1, 1] QUoniam quidem multi conati sunt ordinare narrationes quae in nobis complete sunt rerum · sicut tradiderunt nobis qui ab inicio ipsi viderunt · et ministri fuerunt sermonis : visum est et michi assecuto omnia a principio diligenter ex ordine tibi scribere optime theophile : ut cognoscas eorum verborum de quibus eruditus es veritatem. .1.
FUit in diebus herodis regis iudee sacerdos quidam nomine zacharias de vice abia · et uxor illi de filiabus aaron : et nomen eius elizabeth. Erant autem iusti ambo ante deum : incedentes in omnibus mandatis et iustificationibus domini sine querela. Et non erat illis filius · eo quod esset elizabeth sterilis : et ambo processissent in diebus suis. Factum est autem cum sacerdotio fungeretur zacharias in ordine vicis sue ante deum : secundum consuetudinem sacerdotii sorte exiit ut incensum poneret ingressus in templum domini. Et omnis multitudo populi erat orans foris hora incensi. Apparuit autem illi angelus domini : stans a dextris altaris ¶
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des Geldes »bei Christen und Juden« aufgenommen zu haben),
ein; am 6. Nov. erfolgte im großen »Refender« der Franziskaner der Rechtsspruch, der Gutenberg zur Rechnungslegung und Zahlung verurteilte oder, wenn ihm letzteres nicht möglich, Fust in seine kontraktlichen Rechte einsetzte. Der unglückliche Erfinder mochte jetzt wohl zu spät die Perfidie seines Teilhabers durchschaut und diesem Mann gegenüber seine Rechte verloren gegeben haben, denn er war nicht selbst im Gerichtssaal erschienen, sondern hatte nur einen ihm befreundeten Pfarrer und zwei seiner Gesellen gesandt: »den Verlauf der Sache zu hören und zu sehen«. Im Begriff, endlich die Frucht seiner jahrelangen Mühen einzuheimsen, wurde ihm dieselbe auf eine zwar gesetzmäßige, nicht minder aber sehr perfide und schmerzliche Weise entrissen.
Gutenberg, obwohl nahe an 60 Jahre alt, blieb ungebrochenen Mutes, war ihm doch seine Erfindung gelungen! Dieser letztere Umstand verschaffte ihm sehr bald anderweitige materielle Hilfe; ein Konrad Humery, nach einigen ein Arzt, nach andern »Pfaff und Jurist«, wurde sein Gelddarleiher. Die Typen der 36zeiligen Bibel, wahrscheinlich als nicht mit Fusts Geld geschaffen, scheinen in die neue Druckerei, welche er jetzt gründete, hinübergenommen worden zu sein, und mit diesen oder gleichartigen druckte er zunächst kleinere undatierte Schriften, während er gleichzeitig an den Schnitt der kleinern Type ging, die zur Herstellung seines großen Werkes, des »Katholikon« (»Joannis de Janua summa quae vocatur Catholicon«),
einer grammatisch-lexikalischen Kompilation, diente, die 748 Folioseiten zu 2 Spalten mit 66 Zeilen auf jeder derselben umfaßt und die Jahreszahl der Vollendung, 1460, aber nicht den Namen Gutenbergs trägt, wie denn dieser überhaupt auf keinem seiner Drucke angetroffen wird, ein Umstand, der sich nur durch die Annahme erklären läßt, daß entweder der Meister sich selbst genug war in seinem Schaffen und sein Erfolg ihm mehr galt als aller Beifall der Welt, oder - daß er sich nicht als Drucker öffentlich nennen durfte, wollte er nicht unbefriedigte Gläubiger aus frühern Perioden sich auf den Hals locken und seine Thätigkeit abermals ernstlich gefährden.
Ob Gutenberg nach der Erstürmung von Mainz durch Adolf von Nassau, den Gegenbischof Diethers von Isenburg, zu dem die Mainzer standen, wobei die Fust und Schöffersche Druckerei in Flammen aufging, noch fortgefahren hat, daselbst zu drucken, oder ob er schon vorher seine Druckerei nach Eltville im Rheingau [* 13] verlegt hat, wo der Nassauer Hof [* 14] hielt, und wo sie dann seine Verwandten mütterlicherseits, Nikolaus und Heinrich Bechtermüntze, übernahmen, ist nicht historisch nachweisbar, ebensowenig, was noch unter seiner eignen Leitung gedruckt worden ist, obwohl ihm noch eine Anzahl kleiner Bücher und wahrscheinlich mit voller Berechtigung zugeschrieben wird. Am trat er in einen wohlverdienten Ruhestand; Kurfürst und Bischof Adolf von Nassau nahm ihn durch Dekret lebenslänglich als Hofdienstmann auf für den »angenehmen und willigen Dienst, den sein lieber getreuer Johannes Gutenberg ihm und seinem Stift geleistet«.
Gutenberg wurde hierdurch aller materiellen Sorgen für die Zukunft enthoben, genoß die ihm gewährte Ruhe indes nicht lange: in den letzten Tagen des Januars 1468 hat ihn der Tod abgerufen, wie aus dem erst 1876 wieder aufgefundenen Totenbuch des Dominikanerklosters zu Mainz, in dessen Kirche sich die Grabstätte des Geschlechts der Gensfleisch befand, hervorgeht. Das Grabmal selbst ist unentdeckt geblieben, da die Kirche 1793 bei der Beschießung von Mainz durch die Franzosen zerstört worden ist.
Nachfolger Gutenbergs.
Die dem Humery verschrieben gewesene Druckerei Gutenbergs ging auf die Bechtermüntze über, von denen sie an die Brüderschaft des gemeinsamen Lebens, die sogen. Kogelherren, zu Mariathal in der Nähe Eltvilles kam, in deren Händen sie bis 1508 verblieb, in welchem Jahr sie von ihnen an Friedrich Hewmann, Buchdrucker im Kirschgarten zu Mainz, verkauft wurde.
Nachdem 1455 Fust die Druckerei Gutenbergs an sich gebracht, nahm er Peter Schöffer zum Teilhaber, und 1457 brachten sie das noch heute als außerordentliche Druckleistung anzuerkennende und berühmte Psalterium zu stande, zugleich das erste Druckwerk, welches Drucker und Druckort namhaft macht und Jahr und Tag des Erscheinens genau anführt. Der Text desselben ist mit einer großen Missaltype gedruckt und mit prächtigen Initialen in zwei Farben geziert; die wenigen davon noch vorhandenen Exemplare gehören zu den größten typographischen Schätzen.
Bereits wurde eine zweite Auflage des Werkes vollendet; Schöffer veranstaltete 1490 eine dritte, 1502 eine vierte und sein Sohn Johann 1516 eine fünfte. Die spätern Ausgaben gleichen aber nicht an Vollendung der ersten, und dieser Umstand sowie der kurze Zeitraum, welcher zwischen der Veröffentlichung derselben und dem erzwungenen Auftritt Gutenbergs liegt, läßt schließen, daß der Erfinder selbst es war, welcher den Plan entwarf zu dem Psalter, die Vorarbeiten dazu ausführte und vielleicht einen Teil des Werkes auch selbst noch druckte; auch sprechen Charakter und Schönheit der Schrift für Gutenbergs Urheberschaft.
Von den großen, in zwei Farben gedruckten Initialen, deren exakte Herstellung oft die Bewunderung Gelehrter und Sachverständiger erregt hat, ist indes neuerdings mit ziemlicher Gewißheit nachgewiesen worden, daß sie nicht auf die heute übliche Weise des gleichzeitigen Zweifarbendrucks erzeugt worden sind, sondern daß man die Farben auf die in Metall geschnittenen Typen mit dem Pinsel gemalt und sie dann gleichzeitig mit dem vorher eingeschwärzten Text zum Abdruck gebracht hat.
Von Fust und Schöffers größern Druckwerken sind noch zu erwähnen das am beendigte »Rationale Durandi«, ferner die »Constitutiones Clementis«, datiert vom und eine lateinische Bibel vom gedruckt mit der Texttype der »Constitutiones«. Diese sämtlichen Typen sind aber in Schnitt und Guß minder vollkommen als die von Gutenberg hergestellten Schriften, was der lange gehegten Ansicht widerspricht, daß Schöffer erst die Erfindung Gutenbergs durch Verbesserung des Schriftgusses zur Vollendung gebracht habe, eine Ansicht, die in den die Wahrheit verschweigenden Schlußschriften Fust und Schöffers und namentlich in der ruhmredigen Anmaßung des letztern und seiner Nachkommen ihren Grund hatte.
Von ihrer Thätigkeit nach der Erstürmung von Mainz ist aus den Jahren 1462-1464 wenig nachzuweisen, wenn auch aus der Anwendung der Bibeltype hervorgeht, daß die Druckerei bei dem Hausbrand nicht ganz zerstört worden sein kann. Erst die Jahre 1465 und 1466 bringen wieder größere Druckwerke: »Bonifacius VIII. liber sextus decretalium«, »Cicero de officiis« und die »Grammatica vetus rhythmica«;
Fust aber war schon 1462 nach Paris gereist, um seine Bibeln dort zu verkaufen, ¶