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Kurz bevor er Selbstmord beging, verwandelte Jorge Barón Biza die Katastrophe im Zentrum seines Lebens in ein literarisches Meisterwerk. In Die Wüste und ihr Samen beschwört er einen radikalen Formverlust. Dieser Roman führt in eine Sphäre, in der Linien, Konturen, Grenzen keinen Halt mehr geben und vom Menschsein nichts bleibt als ein Schwindel.
Beim Unterschreiben der Scheidungspapiere schüttet der Vater der Mutter Säure ins Gesicht. Der gemeinsame Sohn ist anwesend, es ist der Moment, in dem er zu erzählen beginnt. Von den hilflosen Versuchen der ersten Minuten, den Schaden zu begrenzen, von der seltsamen Erleichterung, als er erfährt, dass sich der Vater eine Kugel in den Kopf geschossen hat, von der Reise an der Seite der Mutter nach Mailand zu einem Spezialisten, von seiner ganz persönlichen Höllenfahrt durch Bars und Bordelle. Und eben immer, immer, immer wieder vom Gesicht der Mutter, dieser sonderbaren Masse Fleisch, die auseinander, ineinander, übereinander läuft und in den sonderbarsten Farben leuchtet ...
Moderner Klassiker, argentinisches Kultbuch, Schocklektüre
Erscheint in 12 Ländern
Autorentext
Jorge Barón Biza schrieb auf der Klappe seines 1998 im Selbstverlag erschienenen Buches: »1942 wurde ich geboren, ausgebildet in Gymnasien, Kneipen, Redaktionen, Irrenhäusern und Museen in Buenos Aires, Freiburg im Üechtland, Rosario, Villa María, La Falda, Montevideo, Mailand und New York. Ich las Mann, übersetzte Proust, lebte dreißig Jahre von meiner Arbeit als Korrektor, Ghostwriter, Journalist (von Psychatrieheftchen bis Zeitschriften des Hochfeuilletons) und als Kunstkritiker.« 2001 beging Barón Biza in Buenos Aires Selbstmord.