Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03331.jsonl.gz/1399

Das Vertrauen in die Schweizer Institutionen, das politische Interesse, die Häufigkeit der Teilnahme an eidgenössischen Abstimmungen, die politische Position und die Meinung zur Chancengleichheit zwischen der schweizerischen und der ausländischen Bevölkerung, die in der Schweiz lebt, gelten als Indikatoren der Lebensbedingungen sowie der Integration und des sozialen Zusammenhalts.
Das Vertrauen in die Schweizer Institutionen, das politische Interesse, die Häufigkeit der Teilnahme an eidgenössischen Abstimmungen, die politische Position und die Meinung zur Chancengleichheit zwischen der schweizerischen und der ausländischen Bevölkerung, die in der Schweiz lebt, gelten als Indikatoren der Lebensbedingungen sowie der Integration und des sozialen Zusammenhalts.
Grosses Vertrauen in die Polizei, das Rechtssystem und das politische System
Das Vertrauen der Bevölkerung ab 16 Jahren in die Schweizer Institutionen (Polizei, Rechtssystem, politisches System) ist insgesamt hoch. 64,4% der Bevölkerung haben grosses Vertrauen (8 bis 10 auf einer Skala von 0 für «überhaupt kein Vertrauen» bis 10 für «voll und ganzes Vertrauen») in die Polizei. In Bezug auf das Rechtssystem sind es 52,8%, in Bezug auf das politische System 44,9%.
Frauen haben seltener grosses Vertrauen in die drei genannten Institutionen als Männer und Schweizerinnen und Schweizer seltener als ausländische Staatsangehörige. Lediglich 37,5% der Schweizerinnen haben nach eigenen Angaben grosses Vertrauen in das politische System der Schweiz.
Mit dem Alter erhöht sich das Vertrauen in die Polizei, dasjenige in das politische System nimmt ab und dasjenige in das Rechtssystem bleibt gleich. Das Einkommen und das Bildungsniveau beeinflussen das Vertrauen in die Polizei nur geringfügig. Personen mit hohem Einkommen sowie solche mit Tertiärausbildung haben mehr Vertrauen in das politische System und in das Rechtssystem als die übrige Bevölkerung.
Bei Personen in schwierigen finanziellen Verhältnissen wie beispielsweise armutsgefährdeten oder von materieller Entbehrung betroffenen Personen sowie bei Einelternhaushalten und Arbeitslosen ist das Vertrauen in die Schweizer Institutionen hingegen weniger hoch.
Massiv geringeres politisches Interesse und deutlich tiefere Teilnahme an eidgenössischen Abstimmungen bei sozioökonomisch benachteiligten Personen
2017 interessieren sich 30,9% der ständigen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren stark (8 bis 10 auf einer Skala von 0 für «überhaupt nicht interessiert» bis 10 für «sehr fest interessiert») für Politik. 64,6% der in der Schweiz lebenden Schweizer Staatsangehörigen ab 18 Jahren nehmen nach eigenen Angaben an mindestens acht von zehn eidgenössischen Abstimmungen teil.
Das politische Interesse und die Teilnahme an eidgenössischen Abstimmungen steigen bei Personen über 50 Jahren stark an und sind bei Männern deutlich grösser als bei Frauen, was besonders auf das politische Interesse zutrifft. 38,2% der Männer interessieren sich stark für Politik, bei den Frauen sind es 23,8%. Gleichzeitig nehmen 68,3% der Männer und 61,2% Frauen an mindestens acht von zehn Abstimmungen teil. Beim politischen Interesse ist der Geschlechterunterschied somit deutlich ausgeprägter als bei der Teilnahme an eidgenössischen Abstimmungen.
Der Anteil der Personen, die nach eigener Aussage an mindestens acht von zehn eidgenössischen Abstimmungen teilnehmen oder politisch stark interessiert sind, erhöht sich mit dem Bildungsniveau oder dem Einkommen. Bei finanziell schlecht gestellten Personen (armutsgefährdete oder von materieller Entbehrung betroffene Personen sowie Einelternfamilien) sinkt die Teilnahme an eidgenössischen Abstimmungen stärker als das politische Interesse. So sind beispielsweise von materieller Entbehrung betroffene Personen 1,2-mal weniger an Politik interessiert und sie nehmen 1,4-mal weniger häufig an eidgenössischen Abstimmungen teil als die übrige Bevölkerung.
Politische Position weniger von der wirtschaftlichen Situation beeinflusst als von Alter und Geschlecht
Insgesamt positionieren sich 10,8% der Bevölkerung ab 16 Jahren politisch ganz links (Werte von 0 bis 2 auf einer Skala von 0 für «ganz links» bis 10 für «ganz rechts», 5 entspricht «in der Mitte»), 13,3% ganz rechts (8 bis 10 von 10) und 34,9% in der Mitte. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 5,1 steht die Schweizer Bevölkerung politisch eindeutig in der Mitte.
Alter und Geschlecht haben einen grossen Einfluss auf die politische Position. Der Anteil der politisch links eingestellten Personen nimmt mit dem Alter zugunsten der politischen Mitte ab. Frauen stehen deutlich weniger häufig ganz oder eher (6 bis 7 von 10) rechts als Männer. Das Gleiche gilt für Personen in dicht besiedelten Gebieten gegenüber solchen in dünn besiedelten Regionen. Ausländerinnen und Ausländer positionieren sich etwas weniger häufig ganz rechts als Schweizer Staatsangehörige; dies überwiegend zugunsten der Mitte.
Das Bildungsniveau, das Einkommen, die Armutsgefährdung und das Risiko materieller Entbehrung beeinflussen die politische Position kaum. Personen mit einer Tertiärausbildung stehen politisch weniger häufig in der Mitte, dafür häufiger links.
Nahezu drei von vier Personen sind für Chancengleichheit zwischen der schweizerischen und der ausländischen Bevölkerung, die in der Schweiz lebt
Bei der Frage «Sind Sie dafür, dass die Ausländer in der Schweiz die gleichen Chancen haben sollten wie die Schweizer oder dafür, dass die Schweizer bessere Chancen haben sollten?» sind 70,2% der Befragten ab 16 Jahren der Meinung, dass alle gleiche Chancen haben sollten. Lediglich 25,0% finden, dass Schweizer Staatsangehörige bessere Chancen haben sollten und 4,8% hatten dazu keine Meinung.
Bei den 16- bis 24-Jährigen sprachen sich über 80% für gleiche Chancen für die ausländische und schweizerische Bevölkerung aus. Mit dem Alter nimmt dieser Anteil ab. Bei Personen ab 75 Jahren beträgt er 59,2%.
Ausländerinnen und Ausländer sind insgesamt eher für Chancengleichheit als Schweizerinnen und Schweizer (75,2% gegenüber 68,5%). Bei den ausländischen Staatsangehörigen befürworten 80,2% der Personen aus Nord- und Westeuropa und 77,0% der Personen aus Südeuropa die Chancengleichheit.
Die Bevölkerung in dicht besiedelten Gebieten ist gegenüber einer Schweiz mit Chancengleichheit positiver eingestellt als jene in dünn besiedelten Regionen (74,7% gegenüber 63,7%).
Je höher das Bildungsniveau oder je höher das Einkommen, desto eher befürworten Personen eine Schweiz, in der die schweizerische und ausländische Bevölkerung, die in der Schweiz lebt, die gleichen Chancen haben sollen. Armutsgefährdete (65,9%) oder von materieller Entbehrung betroffene Personen (66,8%) sprechen sich etwas weniger häufig für Chancengleichheit aus.
Weiterführende Informationen
Grundlagen und Erhebungen