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"Dune II", "Command & Conquer" oder "Blade Runner": Den Westwood Studios verdankt die Spielewelt eine Reihe erstklassiger Titel verschiedener Genres. Petroglyph Games ist mit etlichen Veteranen von Westwood so etwas wie der inoffizielle Nachfolger des legendären Studios. Mit "The Great War: Western Front" liefern sie nun ein im Ersten Weltkrieg angesiedeltes RTS ab, das das Zeug zum Hit haben könnte.
Im angelsächsischen Raum spricht man anders als hierzulande nicht vom Ersten Weltkrieg, sondern bezeichnet den ersten unter Beteiligung sämtlicher damaligen Grossmächte stattgefundenen Krieg als Great War. Unter Historikern gilt er als einer der grausamsten militärischen Konflikte der Geschichte, denn der Einsatz von Giftgas oder Flammenwerfer gegen Menschen oder die Massen an schrecklich entstellten Soldaten durch Treffer des Artillerie-Trommelfeuers werden nur durch die Verbrechen Nazi-Deutschlands an Grausamkeit in den Schatten gestellt. Dennoch strahlen die gigantischen Schlachten des Ersten Weltkriegs bis heute eine grosse Faszination aus und scheinen wie gemacht für ein Echtzeitstrategie-Spiel. Wohl auch deshalb hat sich das in Las Vegas ansässige Studio Petroglyph Studios in "The Great War: Western Front" für dieses Setting entschieden. Wir hatten die Gelegenheit, einen der vier Spielmodi des RTS vorab anzuspielen, und verraten euch im Folgenden, warum PC-Spieler den für Anfang 2023 angekündigten Titeln unbedingt im Hinterkopf behalten sollten.
Alliierte oder Mittelmächte?
Wie es sich für ein ernst zu nehmendes Strategiespiel gehört, müsst ihr nicht zwingend auf der Seite der Siegermächte kämpfen, sondern dürft unter anderem in der Kampagne von "The Great War: Western Front" auch die Kontrolle über die Mittelmächte übernehmen. Dabei reiht Petroglyph aber nicht einfach Missionen aneinander, in denen ihr etwa deutsche, britische, französische oder später US-amerikanische Einheiten in der Schlacht befehligt. Ihr übernehmt zudem die Rolle des Oberkommandierenden, der auf einer grossen, rundenbasierten Strategiekarte sämtliche Verbände koordiniert, Frontschwerpunkte verlagert und sogar die Forschung vorantreibt, um die Truppen mit neuen, stärkeren Waffen auszurüsten. Petroglyph bezeichnet dies als Theater-Modus, im Prinzip handelt es sich aber um eine Strategiekarte, vergleichbar mit 4X- beziehungsweise Globalstrategie-Spielen wie "Civilization" oder "Total War". Wie der Theater-Modus respektive die Strategiekarte im Detail funktioniert, wissen wir allerdings noch nicht.
Die Schlachten selbst finden in Echtzeit statt, wobei ihr die Zeit in jedem Moment pausieren könnt, um eure Aktionen besser zu planen. So etwas wie einen Basenbau gibt es zwar nicht, wohl aber eine Basis. Dort könnt ihr mit durch im Kampf verdienten Ressourcenpunkten neue Einheiten anfordern und entsprechend nachrücken lassen. Darüber hinaus ist es möglich, zeitlich begrenzt Luftunterstützung anzufordern, wenn der Gegner etwa Jagdflieger einsetzt oder auch einen Zeppelin, der Bomben über euren Stellungen abwirft. Normalerweise habt ihr auch die Möglichkeit, eigene Stellungen auszuheben, was jedoch nicht in allen der vier Spielmodi möglich sein wird. Die sind zum Teil nämlich limitiert, damit ihr eure Taktik an die gegebenen Möglichkeiten anpassen müsst. Natürlich spielt immer eure vermutlich überwiegend stationäre Artillerie eine bedeutende Rolle, auf die wir an späterer Stelle noch genauer eingehen werden. Noch nicht ganz klar ist, wie genau das Spiel mit dem Einsatz chemischer Waffen wie Senf- oder Chlorgas umgeht. Gasangriffe und vermutlich auch spezielle Abwehrmechanismen dagegen kommen definitiv vor, aber wir vermuten, dass Petroglyph insbesondere in Bezug darauf eher zurückhaltend sein wird. Immerhin verstiess der Giftgas-Einsatz bereits damals gegen geltendes Kriegsrecht und wurde nach dem Ersten Weltkrieg explizit durch die neue Fassung der Genfer Konvention als Verstoss gegen das Völkerrecht geächtet. Insbesondere in der deutschen Kampagne wäre es allerdings seltsam, wenn der Giftgaseinsatz nur eine unbedeutende Nebenrolle spielen würde oder generell keine Flammenwerfer-Einheiten existieren würden, die, wie es ein französischer Weltkriegsveteran einmal sagte, die Feinde wie Ungeziefer bei lebendigem Leib verbrannten. Neben der sozusagen zweigeteilten Kampagne wird "The Great War: Western Front" zudem reguläre Einzelszenarios (Skirmish-Modus), Mehrspieler-Optionen und einen "Historischen Modus" bieten, in dem ihr sechs bedeutende und/oder kriegsentscheidende Schlachten nachspielt. Eine davon konnten wir in unserem Hands-on ausprobieren.