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Als Kostüme, in Memes auf T-Shirts… die Faultiere sind auf der Trendwelle.
Tiergattung und weiter wissenswertes
Das Faultier ist unter dem wissenschaftlichen Namen «Folivora» bekannt und gehört zu den Säugetieren. Folivora ist lateinisch und wird aus den Wörtern «Blatt» und «verschlingen» zusammengesetzt. Zudem sind sie mit dem Ameisenbären und dem Gürteltier verwandt und werden in zwei Arten unterschieden: in die Zweifinger-Faultiere und die Dreifinger-Faultiere.
Sie erreichen eine durchschnittliche Grösse von rund 50 cm (können bis zu 80 cm werden), werden etwa gleich alt wie Ameisenbären oder Gürteltiere (in Zoos wurde schon 50 Jahre erreicht), haben ein rundliches Gesicht, lange Gliedmassen, die gebogenen Klauen dienen als Hacken, sind Einzelgänger, leben auf Bäumen, sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und leben in den tropischen Regenwäldern von Süd- und Mittelamerika.
Weitere Eigenschaften neben ausruhen sind,
dass den Faultieren die Schneidezähne fehlen, was ungewöhnlich für Säugetiere ist. Ebenfalls ist die Fellrichtung verkehrtherum – eine evolutionäre Anpassung der Faultiere, damit das Regenwasser ablaufen kann. Ihr Gehör und Sehsinn sind miserabel. Die Faultiere sind kurzsichtig und von einer gekrümmten Hornhaut betroffen. Dafür sind der Geruchs- und Tastsinn gut entwickelt. Sie bewegen sich nur sehr langsam und verlassen die Bäume nur selten. Jedoch ist den wenigsten bekannt, dass sie sehr gute Schwimmer sind. Sie ernähren sich ausschliesslich von Laub. Die Zweifinger-Faultiere ernähren sich zudem von Insekten, Früchten und kleineren Wirbeltieren. Die natürlichen Feinde sind grosse Katzen, Greifvögel, Schlangen und werden den Faultieren meist beim Abstieg eines Baumes zum Verhängnis.
Wieso hängen die Tiere stundenlang?
Wenn wir das Wort Faultier hören, bekommen wir von unserem inneren Auge meist das Bild des Tieres wie es an einem Ast hängt, mit dem Rücken nach unten, und sich eine sehr sehr lange Ruhepause gönnt. Zudem spielt sich unser innerer Film wie in Zeitlupe ab, da sich das Faultier nur langsam bewegt. Das geschieht, weil sie aus der energiearmen Blattnahrung und der langen Verdauung (bis zu 150 Stunden) einen niederen Stoffwechsel haben. Dies führt dazu das sie bis zu 20 Tagen inaktiv sind und sich kaum bewegen.
Unterschied zwischen den Zweifinger und die Dreifinger-Faultiere
Die Dreifinger-Faultiere haben acht bis zehn Halswirbel, was ihnen enorme Beweglichkeit ermöglicht. Die Zweifinger-Faultieren dagegen haben fünf bis sieben Halswirbel, ihr Hals ist also deutlich kürzer und unbeweglicher.
Bedrohung Mensch
Der Mensch wird durch die Regenwaldrodung zum grössten Feind für die Faultiere. Zudem werden sie immer mehr gejagt, da sie gerne als Haustiere gehalten werden.
Geschichtlicher Rückblick:
Die Erforschung der Tiere fand bereits im 18. Jahrhundert statt. Erst ein Jahrhundert später begann die Hochphase der Forschung, als die Verwandtschaft der baumbewohnenden heutigen Faultiere mit den bodenbewohnenden gegenübersteht. Es dauerte jedoch nochmals ein weiteres Jahrhundert bis anatomische Untersuchen diese Annahme widerlegte. Bis heute sind 90 weitere Arten bekannt (Ausgestorbene mitgezählt). Auch im Fell kann ein Unterschied festgestellt werden. So haben die Dreifinger-Faultiere zwei Schichten (bestehend aus dem kurzen und sehr dichten Unterfell und das lange und strohige Deckhaar). Die Zweifinger-Faultiere weisen dagegen nur das Deckhaar auf.