Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03363.jsonl.gz/2446

Informationen: Was sind psychosoziale Belastungen?
Wie kann man psychosoziale Belastungen messen?
Welche Angebote bestehen für Arbeitgeber und Arbeitnehmende?
Um was geht es?
Was ist Stress?
Wie wirkt sich Stress auf die Gesundheit aus?
Was können Arbeitnehmende tun?
Was können Arbeitgeber tun?
Psychosoziale Risiken sind Merkmale der Arbeitssituation, die bei den Mitarbeitenden psychischen oder physischen Schaden verursachen können. Die Merkmale beziehen sich auf die Gestaltung und die Organisation der Arbeit und von Arbeitsprozessen sowie auf soziale Verhältnisse bei der Arbeit, und können bei den Arbeitnehmenden zu Stress und in der Folge zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.
2012 waren gemäss Bundesamt für Statistik 56% der erwerbstätigen Männer und 52% der erwerbstätigen Frauen mit mindestens drei Risikofaktoren konfrontiert. Beispiele für solche Risikofaktoren sind:
Weiterführende Informationen:
Stress am Arbeitsplatz ist die Folge eines Ungleichgewichts zwischen einerseits Belastungen und Anforderungen einer Situation (Stressoren: Zeitdruck, Arbeitsunterbrechungen, Arbeitsplatzunsicherheit, usw.) und andererseits den jeweiligen Möglichkeiten (Ressourcen: Erholung, Wertschätzung, unterstützendes Vorgesetztenverhalten, Handlungsspielraum, usw.), um darauf zu reagieren. Dies wird als unangenehm empfunden, kann das Wohlbefinden der Mitarbeitenden einschränken und beeinflusst die Einstellung zur Arbeit.
Die von Stress betroffenen Arbeitnehmenden verfügen nicht über genügend Ressourcen am Arbeitsplatz, um die vorherrschenden Belastungen bewältigen zu können. Studien zeigen, dass rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung mehr Belastungen als Ressourcen am Arbeitsplatz aufweist (Job Stress Index 2014; 2015; 2016) und knapp die Hälfte der Arbeitnehmenden über ein instabiles Gleichgewicht zwischen Belastungen und Ressourcen verfügt.
Weiterführende Informationen
Wesentlichen Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit der Arbeitnehmenden hat die Erholung. Findet in Phasen mit hohen Belastungen keine genügende Erholung mehr statt, befinden sich die Betroffenen in einem dauernden Anspannungszustand mit steigendem Erholungsbedürfnis, der, wenn er über längere Zeit anhält, zu Erschöpfung führen kann. Wichtig ist, dass genügend Zeit zur Erholung vorhanden ist, und diese Zeit auch effektiv genutzt wird. In der Schweiz fühlt sich jeder vierte Arbeitnehmende ziemlich bis sehr erschöpft. Personen, die sich erschöpft fühlen, haben ein erhöhtes Risiko krank zu werden.
Psychische Folgen von anhaltendem Stress sind beispielsweise Reizbarkeit, Interessensverlust, Energiemangel, Depressionen, Erschöpfung und Burnout.
Physische Folgen können Muskel- und Gelenkschmerzen, Schulter- und Rückenschmerzen, Herzkreislaufstörungen sowie Magen-Darm Beschwerden (u.a.) sein.
Zudem verschlechtert sich bei lange anhaltenden Stressphasen auch das eigene Gesundheitsverhalten bezüglich Ernährung und Konsum von Alkohol und Nikotin. Auch die Arbeitszufriedenheit, die Motivation der Arbeitnehmenden und die Leistungsfähigkeit sinken, wenn Arbeitnehmende über längere Zeit unter Stress leiden.
Weiterführende Informationen:
Mit unterschiedlichen Bewältigungsstrategien können die Arbeitnehmenden ihre Belastungen reduzieren und die eigenen Ressourcen aufbauen. Die Arbeitnehmenden können sich innerhalb und ausserhalb des Unternehmens über Weiterbildungsangebote mit Fokus auf individuelle Stressbewältigungsstrategien informieren (vgl. die untenstehende Liste).
Für die Wahl der geeigneten Massnahmen ist es wichtig, die Ursachen von Stress zu kennen. Falls diese in der Arbeit selber zu finden sind (Anforderungen, Organisation, Zeitvorgaben, Stimmung usw.), empfiehlt es sich für die Arbeitnehmenden, Unterstützung bei den Vorgesetzten oder den Arbeitskolleginnen und –kollegen zu suchen. Weitere Anlaufstellen können das Personalmanagement, die Personalkommission oder die Personalverbände Schweizerischer Bankpersonalverband und Kaufmännischer Verband Schweiz sein.
Mitarbeitende, die auf die Zeiterfassung gemäss Vereinbarung der Sozialpartner der Bankbranche verzichten, erhalten von ihren Arbeitgebern Zugang zu einer Befragung mit «FWS Job-Stress-Analysis». Sie erhalten nach Abschluss der Befragung ein Feedback mit Hinweisen auf individuelle Risiken.
Weiterführende Informationen:
Beratung für Arbeitnehmende durch die Sozialpartner der Bankbranche (Arbeitnehmerseite):
Stress kostet die Schweizer Unternehmen gemäss der Job Stress Index-Studie jährlich ca. 5.7 Milliarden Franken. Davon lassen sich ca. 25% auf Fehlzeiten und 75% auf die verminderte Leistungsfähigkeit als Folge von anhaltendem Stress zurückführen.
Mit den geeigneten Informations- und Präventionsmassnahmen können Arbeitgebende die Stressbelastung und die damit verbunden Folgen für Mitarbeitende und Unternehmen senken resp. verhindern.
Die paritätische Kommission der Sozialpartner der Bankbranche hat die untenstehende Liste mit weiterführenden Informationen zum Umgang mit psychosozialen Risiken sowie zum Aufbau eines systematischen betrieblichen Gesundheitsmanagements in Unternehmen zusammengestellt. Zudem verweist die paritätische Kommission auf die von der Stiftung „Gesundheitsförderung Schweiz“ geführte Liste mit Beratungsangeboten.
Weiterführende Informationen:
Beratung für Arbeitgeber durch die Sozialpartner der Bankbranche (Arbeitgeberseite)
Mit Befragungen zur individuellen Situation können psychosoziale Risiken erkannt werden. Das Risikoprofil ergibt sich aus dem Zusammenspiel zwischen Belastungsfaktoren und den persönlichen Ressourcen. Die Sozialpartner der Bankbranche empfehlen für eine erste Einschätzung den Kurzcheck „Stress no Stress“. Für Mitarbeitende, die auf die Zeiterfassung verzichten, haben sie zudem eine besondere Befragung entwickelt.
Der Kurzcheck „Stress no Stress“ ermöglicht eine persönliche Standortbestimmung. Mitarbeitende erhalten ein Bild über ihre Stressbelastung am Arbeitsplatz und erfahren mehr über ihre Stressquellen. Die Ergebnisse helfen, Stress besser zu verstehen, Stress-Signale zu erkennen und den Stress mit gezielten Massnahmen abzubauen.
Zugang zur Befragung „Stress no Stress“
Die Sozialpartner der Bankbranche haben in Zusammenarbeit mit der Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz» eine Befragung entwickelt, die auf dem bewährten Befragungskonzept «FWS Job-Stress-Analysis» beruht. Die Befragung richtet sich ausschliesslich an Mitarbeitende, die auf die Arbeitszeiterfassung verzichten. Es handelt sich um eine Begleitmassnahme des Gesundheitsschutzes. Die Kriterien für den Verzicht sind in einer Verordnung des Bundesrates sowie in der Vereinbarung der Sozialpartner der Bankbranche über die Arbeitszeiterfassung geregelt.
Zugang zur Befragung «FWS Job-Stress-Analysis»
(Für die Teilnahme an der Befragung ist ein Zugangscode erforderlich, den alle betroffenen Mitarbeitenden von ihrem Arbeitgeber erhalten).
Bei Betroffenheit durch psychosoziale Risiken suchen Arbeitnehmende und Arbeitgeber gemeinsam nach Lösungen. Vielfach können Probleme im Gespräch und dank Beratung und internen Angeboten des Arbeitgebers angegangen werden. Darüber hinaus besteht eine Vielzahl von Angeboten durch externe Berater, die sich in Bezug auf Umfang und Ansatz der Beratung unterscheiden. Das geeignete Angebot hängt stark vom individuellen Bedarf respektive vom gewünschten Beratungs- und Betreuungsumfang ab.
Im Bereich der medizinischen Vorsorgeanalyse verfügen die Sozialpartner der Bankbranche über eine Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmedizin ifa. Das ifa ist unter anderem auf die Messung der Herzratenvariabilität spezialisiert. Diese gibt Auskunft über den Zustand des inneren Nervensystems und zeigt chronischen Stress und allenfalls ein Burnout an.
Mitglieder eines der drei Sozialpartner der Bankbranche profitieren von attraktiven Sonderkonditionen für die Messung der Herzratenvariabilität. Bei Interesse stehen die untenstehenden Kontaktpersonen zur Verfügung.
Die Sozialpartner der Bankbranche stehen sowohl auf Arbeitgeber- als auf Arbeitnehmerseite für weitere Auskünfte zur Verfügung:
Arbeitnehmerseite:
Arbeitgeberseite: