Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03647.jsonl.gz/2392

Die Band Hellvetica* rund um die beiden Walliser Blood-&-Honour-Mitglieder Silvan Gex-Collet und Martin Schwery hatte ihren ersten bekannt gewordenen Auftritt im September 2005. Es handelt sich um keinen geringeren Anlass als das ISD-Memorial-Konzert im Crazy Palace in Gamsen VS, welches etwa 500 Neonazis aus dem In- und Ausland anlockte.
Ein Journalist der Rundschau filmte das Konzert mit versteckter Kamera, und Aufnahmen des extrem antisemitischen, sogenannten «Blutliedes», welches die Schweizer Rechtsrock-Band Amok gespielt hatte, gelangten an die Öffentlichkeit. Es folgte ein medialer Aufschrei, sowohl Martin Schwery wie auch Silvan Gex-Collet mussten sich mit 16 weiteren Angeklagten im Nachhinein vor den Richtern verantworten, da sie als Mitveranstalter des Konzertes identifiziert wurden.
Im August 2006 sollte ein weiterer Auftritt im benachbarten Italien gemeinsam mit der Tessiner Band «The Bombers» aus dem Raum Lugano und einer italienischen Band folgen, der aber durch antifaschistische Arbeit verhindert werden konnte.
Silvan Gex-Collet, Elektromechaniker aus Glis VS, war bereits einige Jahre zuvor aufgefallen: Er war Mieter eines Lokals, welches der regionalen Neonaziszene als Treffpunkt und Veranstaltungsort diente – auch ein Konzert von Hellvetica und Indiziert fand in diesen Räumlichkeiten statt. Ab Frühling 2006 betrieb Gex-Collet einen Tattoo-Shop in Naters unter dem Namen «No Retreat», welcher regelmässig rechtsextreme Kundinnen und Kunden aus dem Ausland anlockte. Nachdem dieser aufgrund öffentlichen Druckes schliessen musste, verlagerte Gex-Collet seine Aktivität in sein Heimatdorf zurück, wo er mit seiner Firma GexTex GmbH seit 2015 einen kleinen Textil-Shop mit Motiven aus dem hauseigenen «Nordic Thunder»-Tattoo Studio betreibt.
Ab 2007 wurde es ruhig um Hellvetica. Im Jahr 2009 lancierten Silvan Gex-Collet und Martin Schwery ein neues Bandprojekt unter dem Namen «Knallhärd». Bisher scheint diese Band jedoch weder Konzerte gespielt noch Tonträger veröffentlicht zu haben. Einzig auf einem Rechtsrock-Sampler anlässlich des zehnten Jahrestags der Anschläge auf das World-Trade Center tauchte im Jahr 2011 ein Lied der Newcomer-Band auf, wie der Rechtsextremismus-Kenner Hans Stutz berichtete. Ansonsten zeugt nur ihre äusserst magere Präsenz auf Facebook und auf Youtube von ihrer Existenz.
* Nicht zu verwechseln mit der 2004 gegründeten, gleichnamigen Schweizer Trash/Deathmetal Band