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Ein merkwürdiger Anruf erreicht die drei ???. Eine Frau scheint sich in grossen Schwierigkeiten zu befinden. Doch bevor die Detektive Näheres erfahren, unterbricht eine kratzige Stimme das Gespräch: "Hände hoch oder es knallt!" Als Justus, Peter und Bob kurz darauf auch noch ein Gemälde der jüngst verstorbenen und bekannten Künstlerin Caroline di Santo erben, ist ihre Verwirrung komplett. Was steckt hinter den geheimnisvollen Ereignissen? Eine spannende Suche beginnt...
Die Drei Fragezeichen
Fall 204
Das Rätselhafte Erbe
Marco Sonnleitner
Hardcover - 2019.03
ISBN: 9783440154946
eBook - 2019.03
ISBN: 9783440157961
Verlag: Kosmos
Seiten: 144
Kapitel
1. Peter tobt
2. Ein merkwürdiger Anruf
3. Letzte Worte
4. Der Drachenberg
5. Der letzte Wille
6. Weitere Geheimnisse
7. Mausefalle
8. Der Mann ohne Gesicht
9. Hände hoch...
10. Jagd auf den Königinnenmörder
11. Das Phantom
12. Fragen über Fragen
13. Eine stille Bewunderin
14. Der Schlüssel
15. Blutige Zeichen
16. Eine schmerzhafte Begegnung
17. 1:20
18. Im Haifischbecken
19. Verräterische Erinnerung
20. Das Geheimnis der Familie di Santo
Peter tobt
Bob Andrews stellte sich auf die Zehenspitzen und sah gespannt zu der Strassenkreuzung. Gleich mussten sie hinter dem hohen gelben Haus auftauchen und um die Ecke flitzen. "Da vorne kommen sie!", rief er, als er den ersten Radrennfahrer entdeckte. "Eine kleine Spitzengruppe hat sich abgesetzt! Und da ist Peter!" Bob deutete aufgeregt nach vorne. "Da! Siehst du ihn? Das rote Trikot und der blau-weisse Helm! Das ist er! Er hat sich nach vorne gekämpft und liegt an vierter Stelle!"
Justus Jonas reckte den Hals. "Ja, du hast recht. Aber das Hauptfeld ist dicht dahinter." Er nickte zu dem grossen Verfolgerfeld, das jetzt ebenfalls am Ende der Salsipuedes Street auftauchte. "Die holen vielleicht noch auf."
Bob beugte sich über das Absperrgitter und blickte nach links. Unter dem neongrünen Werbebanner eines Fun-Sport-Geschäftes glänzte die weisse Ziellinie in der Sonne. Justus und er hatten vorhin versucht, noch etwas näher an den Zielbereich heranzukommen. Doch wegen der zahlreichen Besucher, die bei diesem ersten Rocky-Beach-City-Classic dabei sein wollten, hatte sich das als unmöglich erwiesen. "Noch ein guter halber Kilometer bis zum Ziel, schätze ich. Und die Spitzengruppe hat vielleicht dreissig Meter Vorsprung. Wird wirklich knapp."
"Komm schon, Peter, du schaffst das!", stiess Justus hervor und registrierte überrascht, dass er seine Daumen zwischen Mittel- und Zeigefinger geklemmt hatte.
Normalerweise waren Sportveranstaltungen nicht so seine Sache. Oder Sport überhaupt. Was auch die paar Kilo zu viel erklärte, die Justus beständig mit sich herumtrug. Aber heute war das etwas anderes. Heute galt es, Peter anzufeuern, seinen Freund und Detektivkollegen. Wochenlang hatte der auf dieses Ereignis hintrainiert, hatte viel von seinem Ersparten in den Umbau seines Rennrades gesteckt und war die Strecke wieder und wieder abgefahren. Am Ende hatte Peter behauptet, er könnte den Stadtkurs durch Rocky Beach auch mit geschlossenen Augen abfahren. Was Justus dann allerdings doch bezweifelt hatte.
Und dieses erste Radrennen durch Rocky Beach hatte nicht nur zahlreiche Zuschauer angelockt, die den Rennfahrern an diesem Sonntagnachmittag unter der sengenden Sonne Kaliforniens zujubelten, sondern Radsportler von nah und fern. Darunter einige, die sehr gut in Form zu sein schienen.
Profis waren bei diesem Rennen zwar nicht zugelassen, aber jedes Mal, wenn die Radfahrer auf dem Stadtkurs - den sie zehnmal durchfahren mussten - an Justus und Bob vorbeigeflitzt waren, hatten die beiden Jungen etliche muskelbepackte und gut austrainierte Athleten bestaunen können, die sich an der Spitze des Feldes einen erbitterten Kampf lieferten.
Unter ihnen hatte sich Peter die ganze Zeit hervorragend gehalten. Und jetzt lag er richtig weit vorne, hatte sogar die Chance, aufs Siegerpodest zu fahren oder womöglich das Rennen zu gewinnen!
Justus drängte sich neben Bob an die Absperrung heran. "Los, Zweiter! Zeig's ihnen!", rief er laut.
"Ja, Peter! Tritt rein! Hopphopphopp!", stimmte Bob mit ein und ließ seine Faust kreisen.
Die Spitzengruppe näherte sich den beiden Detektiven. Peter ging jetzt aus dem Sattel und schob sich neben den Drittplatzierten. Ganz kurz sah er dabei auch nach hinten. Wie an einer Perlenkette aufgereiht, jagte das Hauptfeld hinter ihm her.
Vierhundert Meter vor dem Ziel hatte Peter den dritten Platz erobert. Nur die Nummer 116, ein schon etwas älterer, drahtiger Mann in einem grünen Rennanzug, und die 34, ein stämmiges Muskelpaket in pinkfarbenem Trikot, lagen noch vor ihm.
Der Zweite Detektiv nahm die Menschenmenge am Strassenrand nur aus den Augenwinkeln wahr. Wie eine riesige, bunt gesprenkelte Wand flog sie rechts und links an ihm vorbei. Auch die Anfeuerungsrufe, die Jubelschreie und die Stimme des Rennkommentators drangen nur wie durch Watte zu ihm durch. All seine Sinne waren auf die beiden Radrennfahrer vor ihm fokussiert, denen er sich Zentimeter für Zentimeter näherte.
Peter spürte den Adrenalin-Schub förmlich. Die Chance zu gewinnen mobilisierte in seinem Körper ungeahnte Kraftreserven. Als hätten sich irgendwo in ihm Schleusen aufgetan, pulsierte auf einmal neue Energie durch seine Muskeln. Er biss die Zähne zusammen, nahm den Kopf noch ein wenig tiefer und trat wild entschlossen in die Pedale.
"Just! Just!" Bob zerrte hektisch an Justus' Ärmel. "Peter kriegt sie! Er kriegt sie!"
Justus schien das Gezupfe gar nicht zu bemerken. "Ja, ich sehe es! Unglaublich! Und es sind nur noch dreihundert Meter!"
Gleich würde Peter an ihnen vorbeirauschen. Wahrscheinlich würde er sie weder sehen noch hören, dennoch gaben Justus und Bob ihr Bestes und feuerten ihren Freund lautstark und gestenreich an.
"Peter! Ja! Du schaffst es!"...