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Schweine sind neugierige Tiere, die einen erheblichen Teil ihrer Zeit der Erkundung ihrer Umgebung sowie dem Sammeln, Tragen und Manipulieren von Nahrungsmitteln widmen. Dabei ist Wühlen für die Tiere essentiell: Sie verwenden etwa ein Fünftel ihrer aktiven Zeit für diese Tätigkeit, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.
Wenn Schweine aufgrund einer kargen Stalleinrichtung kein Erkundungsverhalten zeigen können, steigt das Risiko anormaler Verhaltensweisen wie Ohr- und Schwanzbeissen. Für Biobetriebe und andere Labelbetriebe kann das Bereitstellen von Wühlarealen eine Möglichkeit sein, die Ausläufe für die Schweine attraktiver zu machen und die Buchten sauberer zu halten. Wühlareale erhöhen die Nutzung des Auslaufs nachweislich und können zu einer verminderten Ammoniakbildung durch gezielte Steuerung des Ausscheidungsverhaltens beitragen.
Stroh, Strohhäcksel und hygienisierter Kompost
Als Wühlmaterial kommen Stroh, Strohhäcksel und hygienisierter Kompost in Frage, wobei letzterer für das Wühlverhalten am besten geeignet ist. Während eines Praxisversuchs des FiBL hat sich gezeigt, dass das Material bei feuchter Witterung regelmässig gewechselt werden muss, da feuchte Bereiche zum Harnen und Koten genutzt wurden. Bei trockener Witterung hielten die Schweine das Areal über lange Zeit sauber.
Das Wühlareal sollte auf jeden Fall überdacht sein und die Einstreutiefe mindestens dreissig Zentimeter betragen. Neben einem schmalen Eingang sollten die Wände mindestens achtzig Zentimeter hoch sein, um zu verhindern, dass die Schweine Material in den restlichen Teil der Bucht bringen. Idealerweise sollte das Wühlareal so angelegt werden, dass es mechanisch zu reinigen ist.
Maximilian Knoll, FiBL
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.07.2020