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Herbert Bucher – der Maestro der Männerchöre
Im Mai 2017 ist Herbert Bucher im Alter von 73 Jahren verstorben. Als Dirigent hatte er 21 Jahre lang den Sängerverein Thalwil geleitet, bis er 2008 den Chor an Jasmine Asatryan übergab. Es war sein Verdienst, dass der Sängerverein zusammen mit den ebenfalls von ihm geleiteten Stadtsängern Zürich mehrmals im ausverkauften grossen Saal der Zürcher Tonhalle auftreten konnte.
Seine musikalische Ausbildung absolvierte der am 4. April 1944 in Dagmersellen geborene Musikdirektor (SBDV) an der Kirchenmusikschule Luzern und am Konservatorium Zürich, das er mit dem eidgenössischen Diplom als Musikpädagoge verliess. Nach acht Semestern an der Musikakademie Zürich erhielt Bucher 1986 auch noch das Diplom als Blasmusikdirigent. Seine Leidenschaft gehörte jedoch dem Chorgesang. Er musizierte mit verschiedenen Männerchören aus den Kantonen Aargau und Zürich, darunter der Sängerverein Thalwil und das 1978 von ihm gegründeten Ensemble „Die Herberts“. Mit Auftritten an Sängerfesten, in Kirchen und Konzertsälen wie der Tonhalle in Zürich erwarb der Berufsmusiker fachliche Anerkennung und höchste Auszeichnungen. Bemerkenswert sind die Grosskonzerte mit seinen „Bucherchören“ und bekannten Opernstars als Solisten, für die er siebzehn Mal bis zu 200 Sänger auf die Bühne holte. Unvergessen bleiben für den Sängerverein Thalwil die Auftritte mit Simon Estes, Francisco Araiza oder Elena Moşuc in der Tonhalle. Bei Buchers Abschiedskonzerten von Thalwil in der reformierten Kirche und der Tonhalle wirkten der Tenor Zoran Todorovich und die Sopranistin Gina Morenga als Solisten mit. Am Flügel begleitete, wie so oft über die Jahrzehnte, der vielseitige Pianist André Desponds den Chor.
Buchers musikalisches Repertoire war breit gefächert und reichte von traditionellen Volksliedern über klassische Chorstücke bis hin zu Opern. Für die Thalwiler Sänger bleibt er vor allem mit bestimmten internationalen Volksliedern, Spirituals und Opernchören in Erinnerung sowie seinen trockenen Sprüchen während der Proben, in denen er ruhig und mit klaren musikalischen Vorstellungen das Beste aus seinen Sängern herauszulocken vermochte. Das Publikum bedankte sich immer wieder mit begeistertem Beifall und ausverkauften Konzerten dafür.
Herbert Bucher, der als noch nicht ganz 23-Jähriger seinen ersten Männerchor, die Harmonie Baden (heute Badener Sänger), übernahm, verabschiedete sich im Sommer 2013 nach einer langen Karriere als Musikdirektor mit einem „Best of …“-Konzert in den Ruhestand. Der Liederkranz Wettingen hatte ihn kurz zuvor für sein über 40-jähriges Engagement für den Männerchor zum Ehrendirigenten ernannt und sang, mit vielen Gastsängern zu einem grossen Chor verstärkt, Höhepunkte aus früheren Auftritten.
Am Morgen des 10. Mai 2017 verstarb der erkrankte Herbert Bucher. Neben seiner Frau Susanna, einer Tochter und Freunden werden ihn auch unzählige Sänger in herzlicher Erinnerung behalten. Am Trauergottesdienst in der katholischen Kirche Kirchdorf brachten viele von ihnen dem bemerkenswerten Menschen und Chorleiter mit dem russisch-orthodoxen Kirchenlied „Tiébié paiom“ einen ergreifenden letzten Gruss dar.
Auslese geflügelter Worte unseres Maestros:
(aus vergangenen Ausgaben der Sängerposcht)
Meine Herren, die Wahrheit liegt nicht im Notenblatt, sie liegt bei mir!
Jetzt müend er öi emal eis märke, im Notenblatt findet ihr de Bucher nöd!
Wänn er dänn fertig g'lueged händ, chönd er mers säge, dänn chömer dänn wieder wiiter singe!
Dänked dra: Mir sind kei Läsestube, mir sind da zum Tön produziere, jetzt müend er nöd studiere, sondern ganz eifach de Turbo laufe la!
Chömer jetzt ächt das no usswändig lehre: Dä Texscht heisst halleluja!
Losed, ich ha nüüt gäge falschi Töön, ich ha nur öppis gäge Töön wo'n ich nöd cha g'höre!
Händ er's nonig begriffe? De letschti Ton hät entweder en halbe Schlag oder er isch dänn fertig, wenn der Bucher abwinkt!