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Das WortStilleben"verweist auf die Darstellung regloser Gegenstände. Dieser Gattungsbegriff hat sich in der europäischen Kunsttradition zu Anfang des 17. Jhds. manifestiert – hier unterscheidet man Bücher-, Fisch-, Frühstücks-, Küchen-, Gebäude-, Vanitas-, Blumenbilder oder noch weitere Kategorien. Wie entwickelte sich diese Strömung in der Kunst? Über Burgund und Südfrankreich gelangte diese Idee zunächst in die Niederlande. Es waren im 15. Jhd. etwa Robert Campin, Rogier van der Weyden und Jan van Eyck, die realistisch etwa Blumenbilder erschufen, Landschaften malten, Innenräume, Stoffe und auch Gebrauchsgegenstände. Objekte wie Blumen-vasen, Bücher, liturgisches Gerät, Kannen, Wasserbecken und andere liess man gruppiert in den Werken als Stilleben-Elemente anordnen. Marienbildnisse waren in diesem Zusammenhang auch zum Teil Blumenbilder: Iris und Lilie wurden (gepaart mit Waschgeräten etwa) als Symbol für Mariens Reinheit eingesetzt. Religiöse Bilder, die mit Symbolen versehen sind, konnten auch als Triptychon entstehen: Ein berühmtes Beispiel ist das Braque-Triptychon von Rogier van der Weyden (ca. 1450). Jesus Christus wird (im Mittelteil des Werkes) von Maria und Johannes begleitet. In den Aussenflügeln befinden sich Darstellungen Maria Magdalenas und auch welche von Johannes dem Täufer. Schliesst man das Triptychon, erscheint links ein Totenkopf und rechts ein Kreuz (mit einer Bibelinschrift, hier aus dem Buch Jesus Sirach). Ebenfalls befinden sich Blumenvasen als Aussenbildnis auf den Diptychen. Auf 1504 nun datiert man das früheste Stilleben, welches man in der Kunstgeschichte für"selbständig"erklärt hat. Der Künstler war Jacopo de Barbaris (1440 – 1516). Das Bild stellt ein Rebhuhn, Eisenhandschuhe und Armbrustbolze dar und hatte seinerzeit den Zweck, als Bestandteil einer Wandverkleidung oder einer Schrankwand (in einem Jagdschloss) diese optisch anzureichern. Es ist ihm dieses Stilleben (auf einer Holztafel) augentäuschend realistisch gelungen und begründete somit erstmals, dass reglose Gegenstände das Hauptmotiv auf einem Gemälde bilden. Stilleben (ohne diesen Gattungsbegriff) sind bereits aus der griechischen Antike bekannt. Damals waren es vor allem Trauben, die gemalt wurden – ab 1337 begann man, Ähnliches in der Baroncelli-Kapelle (Florenz) zu versuchen. Urheber war dort Taddeo Gaddi. - Natürlich kann man auch heute noch Stilleben aller Art (und auch Nachdrucke) in der Schweiz kaufen. Dies ist ebenso auch im Online-Shop möglich.