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Um Aufschlüsse über die schriftsprachlichen Stärken und Schwächen von Lehrlingen und Lehrtöchtern zu erhalten, wurden im Schuljahr 1991/92 Aufsätze von Schülern einer Zürcher Berufsmittelschule auf ihre formalen Qualitäten hin untersucht. […] Beinahe jede oder jeder dritte schreibt jedoch dezidiert ungern: «freiwillig nie» oder «nur wenn es unbedingt notwendig ist». […] Über alle Kategorien sprachlicher Korrektheit (orthographisch-interpunktionelle, grammatische, semantische) betrachtet, ist durchschnittlich auf 16,6 Wörter einmal eine Sprachregel verletzt worden. […] Bei knapp drei Vierteln aller sprachlichen Irrtümer handelt es sich um Verstösse gegen die Regeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung. […] Am häufigsten, d. h. in 40 Prozent aller Fälle, wurde gegen Interpunktionsregeln verstossen. Vier von fünf dieser Fehler betreffen die Kommasetzung, vor allem jene im zusammengesetzten Satz. In zwei von fünf Orthographiefehlern geht es um die Gross- bzw. Kleinschreibung, in einem von fünf um die Getrennt- und Zusammenschreibung; beide Gebiete der Rechtschreibung gelten als besonders schwierig. Da sich die Schreibung leicht überprüfen lässt, werden Texte oft auf Grund ihrer orthographischen Qualität als gut oder schlecht beurteilt — vorschnell, wie die Analyse der Lehrlingstexte vermuten lässt, konnte doch kein signifikanter Zusammenhang zwischen der orthographischen Fehlerdichte und den übrigen formalen Qualitäten eines Aufsatzes eruiert werden.
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Wyss Kolb, Monika
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