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Der in den späten 1960ern und frühen 1970ern unter der Führung von Luciano Vistosi besonders aktive italienische Glashersteller Vistosi ist bekannt für seine Kollaborationen mit italienischen Spitzendesignern wie Gae Aulenti, Vico Magistretti und Angelo Mangiarotti.
Die Ursprünge der Firma Vistosi können bis ins 16. Jahrhundert zu der in Murano ansässigen Glasmacher-Familie Vincenzo Gazzabins zurückverfolgt werden. Obwohl die Familie Gazzabin über Jahrhunderte aktiv war, unterbrach der Untergang der Republik Venedig im 19. Jahrhundert die Glasbläserei in der Region. 1945 eröffnete Guglielmo Vistosi, ein Nachkomme Gazzabins, das Familien- Glasgeschäft unter dem Namen Vistosi neu. Guglielmo verstarb 1952 und sein Bruder Oreste und seine beiden Söhne Gino und Luciano traten die Nachfolge an.
Der in Venedig geborene Luciano Vistosi (1931-2010) wuchs in Murano auf und setzte sich das Ziel, Produkte nach der neuesten Technik und Ästhetik herzustellen. Seine ersten Glaskollektionen—von denen einige weiterhin hergestellt werden—entwarf er unter dem Pseudonym Michael Red. 1968 hatte er seine erste Ausstellung in der Alfieri Galerie in Venedig. Ende der 1960er legte er seinen Schwerpunkt auf Skulpturen aus geblasenem Glas. Unter Lucianos ikonischen Werken sind die Beleuchtungskörper Neverrino (1960er), Bissa (1968), Bissona (1968) und Onfale (1978).
Ab den 1960ern arbeitete Vistosi mit einigen der größten Namen im Design zusammen, darunter Gae Aulenti (1927-2012), Liisi Meronen Beckmann (1924-2004), Adalberto Dal Lago (geb. 1937), Michele De Lucchi (geb. 1951), Vico Magistretti (1920-2006), Alberto Meda (geb. 1945), Eleonore Peduzzi Riva (geb. 1937), Ettore Sottsass (1917-2007), und Marco Zanuso (1916-2001). Obwohl die meisten Produkte dieser Zusammenarbeiten gut dokumentiert sind, ist es mitunter schwer, die zahlreichen exzentrischen Einzelstücke und limitierten Auflagen eindeutig zuzuordnen, zu datieren und zu authentifizieren.
Die zumeist weißen oder durchsichtigen in den 1960ern und 1970ern produzierten Stücke nahmen sowohl den Minimalismus als auch den Exzess der 1980er vorweg. Diese formbetonten Objekte sind häufig charakteristisch geschwungen oder gestreckt. Bemerkenswerte Arbeiten aus dieser Zeit sind Alessandro Pianons Pulcino Glasvogel Kollektion (1961), Fulvio Bianconi’s Ih che bei oder „Oh wie schön” Serie (c. 1963) und Eleanore Peduzzi-Rivas großer S621 Teller (1971), welcher Teil der Dauerausstellung des MoMA ist.
1967 zeigte Vistosi erstmals die inzwischen ikonischen Giogali Leuchten mit gläsernen Verbindungen, entworfen von dem italienischen Architekten, Bildhauer und Designer Angelo Mangiarotti (1921-2012). Diese revolutionären und unglaublich erfolgreichen Kronleuchter und Lampen bestehen aus Glasringen in einer Vielzahl von Anordnungen. Ab den 1970ern und 80ern war Vistosi außerdem mit Magistrettis Alega Lampe (1970), De Lucchis Vega Tischlampe (1982) und verschiedenen Designs von Albert Leclerc und Ettore Sottsass erfolgreich.
Luciano führte die Firma bis 1984. Es gibt unterschiedliche Versionen davon, wer das Unternehmen anschließend übernahm. Manche Quellen sagen, dass Vistosi von dem Beleuchtungsspezialisten Aurelian Toso erworben wurde, während andere behaupten, dass Maurizio Albarelli 1985 das Ruder übernahm. Laut Vistosis eigener Homepage wurde das Unternehmen allerdings 1989 von dem italienischen Geschäftsmann Giancarlo Moretti übernommen. In den frühen 90ern schloss die Fabrik, wurde aber einige Jahre später mit Hilfe von Giancarlos Sohn, Matteo Moretti, wieder eröffnet. Dieser Wiederbelebung der Marke Vistosi folgte auf eine grundlegende Umstrukturierung der Produktions- und Handelssektoren. Ende des vergangenen Jahrhunderts übernahm Vistosi die Marken Alox, Triade, und G2 um einen breiter gefächerten Markt zu erreichen. Das Unternehmen arbeitet weiterhin mit wichtigen Designern zusammen um hochwertige Beleuchtung herzustellen.