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Entstanden 1988 erzählt The Rescue von einer gewagten Rettungsaktion Jugendlicher, die zur Befreiung ihrer nach einem Einsatz von Nordkoreanern gefangen genommenen Navy Seal Väter ansetzen. Mit dem Film einen Hit im Fahrwasser von Rambo und Iron Eagle zu landen, zerschlug sich allerdings an den Kinokassen und bei uns blieb der Film trotz VHS eine grosse Unbekannte. Wäre da nicht diese Intrada CD, es wäre unbestritten so geblieben. Doch ein Bruce Broughton aus der Silverado, Young Sherlock Holmes und The Presidio Ära, kaum ein Fan des heute 69jährigen Komponisten dürfte um diese CD herum kommen.
Broughtons ausgedehntes Hauptthema ist in „Main Titles“ zu hören. Zunächst kurz angespielt in einer beginnenden Spannungspassage (Snares, Holzbläser, später E-Gitarre, Schlagzeug, Synthesizer) sind es die Holzbläser, die das Thema komplett vortragen. Doch erst in „Diving Seals“ ist es in seiner Vollkommenheit zu hören (Solotrompete, danach Hörner). Hier lässt es durchaus J*A*G erahnen. Eine hübsche Variante des Themas, wiederum für Holzbläser über Woodblocks, ist in „Preparations“ zu hören. Broughton wird es immer wieder aufgreifen, auch nur in Teilen, wozu es sich bestens eignet. Zu Beginn zurückhaltend, später vermehrt, lässt Broughton fernöstliches aufkommen, so zB. in „J.J.“ nur um diese Klänge rasch wieder mit einer hippen Version des Hauptthemas abzulösen oder in „At the Border“ mit der Querflöte und zum Ende von „Boat Chase“ sowie in „Dejected“ clever das Hauptthema „tarnend“, recht lustig gemacht. Vielleicht darf man den ein oder anderen Suspensetrack etwas auf die langatmigere Bank schieben, selbst wenn sie so verspielt wie in „To the Prison“ daherkommen.
The Rescue lässt freilich einiges Action ertönen. Highlights sind die furiosen und spannungsreichen „Boat Chase“, „The Rescue“ und das heroische „The Plane! The Plane!“ (mit E-Gitarren Einlage für die US-Hymne). Diese stehen Broughtons ähnlich gelagerten Stücken aus Silverado und Young Sherlock Holmes fast in nichts nach. Nur selten scheinen ruhige Momente durch: Elektronisch in „Preparations“ und oft in einen Track eingebunden, immer aber sind eine Prise Gefahr und Bedrohungslage mit von der Partie.
Witzig Bruce Broughtons Aussage in den Liner Notes: „At one point Armin (Steiner) said, ‚Boy, Bruce, you really like that Silverado rhythm, don’t you?‘ I looked at him an thought ‚Oh, yeah, I’m doing that too much‘. There’s something (da dum da dum dum) that’s all thouogh it… so I stopped doing that.“ So viel Selbsterkenntnis ist nicht von vielen Komponisten zu hören. Früher wie heute.
The Rescue wäre ein mir bis anhin unbekannter Actionscore von Bruce Broughton, der stellenweise auch für Fans sinfonischer Filmmusiken des Komponisten einiges bereit hält, hätte es nicht dereinst ein recht gut klingendes, jedoch nicht komplettes Bootleg gegeben. Auch auf dem Mehrfach-CD-Promo-Sampler war The Rescue nicht enthalten. Die Intrada CD präsentiert die Musik in Gänze und so wie von Broughton erdacht wurde (im Film scheinen einige Stücke der Schere zum Opfer gefallen zu sein, wie im Booklet zu lesen).
Guter Score, tolle Präsentation. Bitte mehr davon!