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Wenn sich Wahrheit schlicht nicht lohnt
In den USA ist ein spektakulärer Rechtsstreit im Gang: Dominion Voting Systems hat den Nachrichtensender «Fox News» auf Schadenersatz wegen Verleumdung verklagt. Fox hatte behauptet, die Wahlmaschinen von Dominion hätten bei der Präsidentschaftswahl 2020 Wahlbetrug ermöglicht. Dominion sagt, Fox habe gewusst, dass diese Behauptung falsch war. Prozessunterlagen zeigen jetzt, dass das stimmt: Starmoderatoren wie Sean Hannity und Tucker Carlson haben in internen Textnachrichten über die Lügen des Trump-Teams gelästert. Diese Woche hat die «New York Times» dazu die Aussagen von
Einsteins Hirn
«Einsteins Hirn» heisst Franzobels neuer Roman. Und das Verrückte an der Geschichte ist: Sie ist wahr. Am 18. April 1955 stirbt Albert Einstein im Princeton Hospital, New Jersey. Er ist 76 Jahre alt. Thomas Harvey, der Pathologe am Spital, nimmt die Autopsie vor. Der Fall ist klar: Einstein ist an einem Aortenaneurysma gestorben. Es gäbe keinen Grund, weitere Untersuchungen an der Leiche vorzunehmen. Trotzdem eröffnet Harvey Einsteins Schädel und entnimmt ihm das Gehirn. Er will dem Genie Einsteins auf die
Guns n‘ Rosé
2020 hat sich die Zahl der Frauen unter den republikanischen Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus verdoppelt. Alle neuen weiblichen Abgeordneten sind dem erzkonservativen Flügel zuzuordnen: Sie stehen mit ihren politischen Positionen deutlich rechter als ihre männlichen Vorgänger. Das Credo der radikal rechten Frauen in Amerika lautet «faith, family, freedom», also: «Religion, Familie, Freiheit». Es sind die drei Güter, die in den USA in ihren Augen heute bedroht sind. Der Einfluss der konservativen Frauen ist in allen Bereichen des amerikanischen Alltags spürbar. Bei
Imperium der Schmerzen
Die Familie Sackler gehört zu den reichsten Familien der Vereinigten Staaten. Forbes schätzt das Vermögen der Familie auf rund 14 Milliarden Dollar und schreibt, Sacklers hätten «so legendäre Familien wie die Buschs, die Mellons und die Rockefellers hinter sich gelassen». Und wie diese berühmten Familien sind Sacklers freigebig: Ihr Name prangt an Museen, Universitäten und Krankenhäusern auf der ganzen Welt. Nur an einem Ort fehlt der Name: Die Firma, mit der die Familie reich geworden ist, heisst nicht Sackler, sondern
Ein Mann mit vielen Talenten
Langdon Taft ist etwas festgefahren: Er ist gesund, er hat Freunde (naja: einen Freund), ein grosses Haus und etwas Geld. Und doch fühlt er sich, als wäre der Zug stehen geblieben, aber noch nicht angekommen. Er neigt deshalb dazu, sich eher früher als später am Tag der Whiskey-Flasche zu widmen. Da taucht eines Tages ein geschmeidig-eleganter Mann namens Dangerfield auf, der ganz offensichtlich mit teuflischen Talenten ausgestattet ist. Dangerfield bietet Taft an, dass der sich sieben Monate lang seiner Talente
Barbara Colpi: «Teletext ist für mich nach wie vor die beste Erfindung»
Das 188. Fragebogeninterview über Mediennutzung – heute mit Barbara Colpi, seit Juli 2022 USA-Korrespondentin für Radio SRF und SRF News. Sie sagt, sie verwende Facebook «ganz nach der ursprünglichen Idee, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben» und habe deshalb «nicht über 500 Freunde». Colpi findet, man müsse unbedingt mehr Bücher lesen: «Persönlich muss ich mir immer wieder Oasen zum Bücher-Lesen schaffen. Und es macht mich jedes Mal glücklich, wenn es mir gelingt.» Natürlich konsumiert sie viele Medien, das gehört
Viviane Manz: «Ich glaube unbedingt an das Lesen»
Das 184. Fragebogeninterview über Mediennutzung – heute mit Viviane Manz, USA-Korrespondentin von Fernsehen SRF. Sie sagt, wenn sie aus den USA in die Schweiz schaue, dann sei sie «dankbar, dass die Medien in der Schweiz nicht so polarisiert sind wie in den USA.» Wer in den USA CNN und FoxNews schaue, lebe in «komplett verschiedenen Welten, in denen die Moderatorinnen und Moderatoren ihr Publikum auf ihre politische Linie einschwören». Fake News seien der Grund, weswegen sie nachts manchmal wach liege:
Ins All
Am 12. April 1961 umrundete Jurij Gagarin mit dem Raumschiff Wostok in etwas mehr als 100 Minuten als erster Mensch einmal die Erde. Dieser Erfolg der sowjetischen Raumfahrt löste in den USA Panik aus. Die Welt war damals durch den Eisernen Vorhang in zwei Teile geteilt. Die Sowjetunion hatte es geschafft, die Fortschritte ihres Raumfahrtprogramms geheim zu halten. Von den Erfolgen auf dem Weltraumbahnhof in der kasachischen Steppe drang nichts nach aussen – und von den Misserfolgen schon gar nicht.
Wie glaubwürdig sind die Medien?
Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle über die fatale Wirksamkeit der russischen Propaganda geäussert. Dazu haben mich eine Reihe von Fragen und Kommentaren erreicht. Es sind zwei Fragen und eine Feststellung: Was ist mit der Nato – verbreitet die nicht auch Propaganda? Zweite Frage: Wie viel Geld investieren die USA für Propaganda in europäischen Ländern? Und die Feststellung: Unsere Medien sind auch nicht mehr glaubwürdig. Vor allem diese Feststellung hat mich beschäftigt. Sind die Medien wirklich nicht mehr
Eine Frage der Chemie
Den amerikanischen Autor John Irving kennen Sie bestimmt. Er hat wunderbar ausufernde, versponnene Romane geschrieben. Seine Figuren, etwa Garp, Owen Meany oder Homer Wells, bleiben einem für alle Zeiten im Gedächtnis. So eine Romanfigur von Irvingscher Qualität hat jetzt die kalifornische Autorin Bonnie Garmus geschaffen und das gleich mit ihrem ersten Roman «Eine Frage der Chemie». Mit einem kleinen, aber gewichtigen Unterschied zu Irving: Ihre Figur ist eine Frau. Sie heisst Elisabeth Zott und sie ist Chemikerin. Eine brillante zumal.