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Die kinetische Fassade des MegaFaces-Pavillons
Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi
MegaFaces ist ein plattformübergreifendes Projekt, das digitale, skulpturale und architektonische Innovation miteinander verbindet. Es wurde für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2014 in Sotschi vom Londoner Architekten Asif Khan konzipiert und von iart entwickelt und realisiert. Auftraggeber ist das russische Telekommunikationsunternehmen MegaFon.
Die kinetische Fassade des MegaFaces-Pavillons konnte — vergleichbar mit einem beweglichen Nagelkissen — dreidimensionale Objekte räumlich nachbilden und so menschliche Gesichter plastisch darstellen. Sie zeigte 3D-'Selfies' von Besuchern des Gebäudes sowie Sportfans aus ganz Russland und gab so jeder und jedem die Möglichkeit, das Gesicht der Olympischen Winterspiele zu werden. Ganz nach MegaFons Kampagne für die Olympischen Spiele: 'Create your own Olympic History'.
11'000 teleskopische Aktuatoren
Die kinetische Fassade des MegaFaces-Pavillons wurde von iart bis ins kleinste Detail entwickelt und realisiert. 18 x 8 Meter gross, bestand sie aus insgesamt 11'000 teleskopischen Zylindern, so genannte Aktuatoren. Die Aktuatoren konnten einzeln angesteuert werden und waren an der Spitze mit einer transluzenten Kugel ausgerüstet, in der sich eine RGB-LED befand. Wie Pixel eines Bildschirms stellte jeder von ihnen einen Bildpunkt der Gesamtfassade dar, konnte als Teil einer dreidimensionalen Form bis zu zwei Meter aus- und einfahren oder als Teil eines Bildes oder einer Farbbildsequenz die Farbe ändern.
Gesichtsscans aus dem 3D-Fotoautomaten
Eigens von iart für das Projekt entwickelte 3D-Fotoautomaten im Innern des Gebäudes und an verschiedenen Standorten in Russland erstellten 3D-Gesichtsscans und sendeten die Daten im Minutentakt an die kinetische Fassade. Die Fotoautomaten nahmen gleichzeitig fünf Fotografien aus leicht unterschiedlichen Winkeln auf, wodurch sich der Scanning-Prozess einfach und augenblicklich gestaltete.
Ein von Scott Eaton entwickelter Algorithmus transformierte und positionierte die 3D-Gesichtsmodelle unter Berücksichtigung von Tageslicht, Grösse, Rotation, Form und zusätzlicher Farbgebung. Im Anschluss fügte iarts elektronisches Scheduling-System die aufbereiteten Gesichtsmodelle in eine Timeline ein. Zuletzt wurden die Bilder in Steuerdaten umgewandelt und an die einzelnen Aktuatoren geschickt. Damit niemand die Anzeige seines Gesichts verpasste, informierte ein externes System die Teilnehmer per SMS und auf Bildschirmen vor dem Pavillon über den exakten Zeitpunkt.
Die erste grossflächige 3D-LED-Fassade
An der Fassade des MegaFaces-Pavillons wurden gleichzeitig bis zu drei, je acht Meter hohe Porträts angezeigt — 3500 Mal grösser als das Original — grösser als das Gesicht der Freiheitsstatue. Es ist das erste Mal, dass diese Art von Technologie für ein Projekt dieser Grösse eingesetzt wurde. MegaFaces ist die erste grossflächige 3D-LED-Wand der Welt.
Das Gesicht als universelles Kommunikationsmittel
Asif Khans Konzept für MegaFaces wurde von der Art, wie sich die Welt um uns herum verändert und wie Architektur darauf reagieren kann, inspiriert. Während tausenden von Jahren haben Menschen Porträts verwendet, um ihre Geschichte und Gesichter in der Landschaft, in der Architektur und durch Kunst im öffentlichen Raum zu verewigen. Heute nutzen wir dazu das Internet. 'Selfies', 'Emoticons', 'Facebook' und 'FaceTime' sind zu universellen Werkzeugen der Kommunikation im digitalen Zeitalter geworden und das Gesicht bleibt auch in diesen neuen Medien die vorherrschende Kurzschrift.
iart konnte sich mit diesem Projekt erneut als interdisziplinärer Partner mit fundiertem Engineering-Know-how unter Beweis stellen. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit für den Beatbox Pavillon von Coca-Cola an der Olympischen Sommerspielen 2012 in London, war dies das zweite gemeinsame Projekt von Asif Khan und iart.
Ausstellungsort
Olympiapark Sotschi 2014
Leistungsphasen
Konzeption, Planung, Realisierung und Betrieb
Projektdauer
1 Jahr
Eröffnung
7. Februar 2014
Ausstellungsdauer
1 Monat
- ADC Wettbewerb 2015: Bronze-Nagel
- D&AD Awards 2015: Graphite Pencil
- 94th ADC Annual Awards: Gold Cube
- Xaver Award 2015: Best Expo Project
- The Globes 2015
- Media Architecture Biennale Award 2014
- FAMAB Award 2014: Gold
- Swiss ICT Award 2014
- German Design Award 2015: Winner
- Red Apple International Advertising Festival 2014: Gold
- Red Dot Award: Communication Design 2014 (Winner)
- Iconic Awards 2014: Best of Best
- SEGD Global Design Awards 2014
- Cannes Lions Innovation Grand Prix 2014
- Golden Award of Montreux 2014: Gold