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Am Dienstagmorgen regnete es und so war unsere Motivation nicht allzu gross. Darum dauerte es bis 9 Uhr, ehe Frank, Thomas und ich auf den Trail zurückkehrten. So liefen wir den ganzen Tag im Regen und Wind und ich war froh, als ich am späteren Nachmittag bei Meile 474 (Km 763) mein Zelt aufstellte und in den Schlafsack schlüpfen konnte.
Da sich das Wetter über Nacht besserte, konnte ich meine Regenjacke am nächsten Morgen wieder versorgen. Die Stimmung war sehr speziell, als die ersten Sonnenstrahlen durch die tief hängende Wolkendecke schienen. Nach ungefähr 6 Kilometern kamen wir ins Green Valley und wir fuhren von dort aus per Autostopp zur Casa de Luna. Dies ist ebenfalls ein Haus in dem ein älteres Ehepaar wohnt und die Hiker in ihrem grossen Garten übernachten lassen. Dort assen wir Pancakes zum Frühstück und gingen gegen Mittag wieder auf den Trail zurück. Nach einem Aufstieg führte der Weg über eine Hügelkette parallel zur Mojave-Wüste, in die ich dann Tags darauf kam. Kurz bevor ich unseren Zeltplatz erreichte, kam ich bei Meile 500 vorbei. Das sind etwas mehr als 800 Kilometer und das auf den Tag genau einen Monat nachdem ich in Campo gestartet bin!
Gestern führte der Trail nach unten in die Mojave-Wüste. Wegen dem vielen Regen in den letzten Monaten, blühte alles und Tausende von Schmetterlingen flogen überall herum. Gegen Mittag war ich bei einer Ansammlung von Gebäuden am Highway 138, die Hikertown genannt werden. Dort traf ich auf Nadia und Marco, die ebenfalls den PCT wandern und auch aus Luzern kommen. Es war definitv sehr speziell, nach über einem Monat wieder Menschen ausserhalb eines Videochat zu hören, die Schweizerdeutsch sprechen. Da der Trail die nächsten 35 Kilometer dem Los Angeles Aqueduct entlang führte und ich einen Teil davon unbedingt bei Tageslicht laufen wollte, ging ich im Gegensatz zu Frank und Thomas, die um der Hitze zu entfliehen für die nächsten zwei Tage ausschliesslich in der Nacht laufen wollten, am frühen Abend wieder zurück auf den Trail. Ich wurde dafür mit einer wunderschönen Landschaft belohnt und ich lief an diesem Tag total 64 Kilometer, um das L.A. Aqueduct hinter mich zu bringen. Um ca. 1:30 Uhr war ich in einem Canyon bei Meile 542 (Km 872) wo ich nur noch meine Isomatte aufblies und sofort in meinem Schlafsack einschlief!
Heute schlief ich solange ich konnte. Ich verbrachte den Tag im Schatten unter einem grossen Baum und gegen 16 Uhr, als die grösste Hitze des Tages vorbei war, machte ich mich wieder auf den Weg. Ich lief bis Meile 555 (Km 894) durch einen der grössten Windparks der Welt, der Strom für mehr als 450 000 Haushalte produziert. Morgen sind es noch 4 Kilometer bis zum Highway nach Tehachapi, wo ich die nächsten Tage auf einem Campingplatz verbringen werde.