Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/1063

Normal 0 21 false false false DE-CH JA X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;}
«Healthcare bekommt eine Amazon-Behandlung» titelte die Financial Times kürzlich. Zusammen mit dem Rückversicherer Berkshire Hathaway und der Grossbank JP Morgan baut man zunächst für die Angestellten dieser drei Unternehmen und möglicherweise auch für Dritte eine gemeinsame Non-Profit-Krankenkasse auf, welche den rasanten Kostenanstieg des Gesundheitswesens in den USA zumindest für die eine Million Angestellten dieser drei Beteiligten brechen soll.
Zuvor hatte es in den Medien monatelang Spekulationen um einen Eintritt von Amazon in das US-Apothekengeschäft gegeben. Dabei wurde oft übersehen, dass Amazon genau das bereits vor 19 Jahren schon einmal versucht hatte: 1999 hatte ein gewisser Jeff Bezos die Mehrheit an Drugstore.com gekauft, weil er dachte, dass das, was mit Büchern und CDs funktioniert, auch mit Pillen klappt. Grund für den Misserfolg aus Sicht des Amazon-CEO: Die etablierten US-Krankenkassen sind «zu gross, um disruptiert zu werden». Ausnahmen wie der Nischenanbieter Oscar bestätigen die Regel. Eine Handvoll grosser Kassen dominiert den Markt und eine sehr komplexe und teure Regulierung verhindert zuverlässig das Aufkommen von neuen Wettbewerbern.
In Umrissen zeichnet sich ab, wie die drei, die ein «smartes Konglomerat» bilden, wie das im FinTech-Jargon heisst, die Kosten senken können: Versicherte, die von ihren behandelnden Ärzten ein Rezept bekommen, können dieses scannen und damit wird geprüft, ob es nicht ein günstigeres Generikum gibt. Zudem prüfen die Firmen, ob sie nicht als eine Art «Direktversicherer» ihrer Angestellten auftreten sollen, wobei sie die Prämiengelder selber sammeln und verwalten, um potenzielle grössere Verluste aufzufangen. In den USA können grosse Firmen dies so handhaben.
Der Vorstoss von Amazon, Berkshire und JP Morgan ist nicht der erste Angriff auf «Cuba», wie in den USA das Krankenkassenquartett Cigna, United Health, Blue Cross und Aetna bzw. Anthem immer wieder bezeichnet wird. Bereits seit 2016 haben IBM, der Telecom-Netzbetreiber Verizon und American Express eine ähnliche Vereinbarung getroffen. Die Einsparungen waren beträchtlich. Der jüngste Vorstoss ist zwar auf den ersten Blick eine kleine Angelegenheit: Der einen Million neu im Verbund versicherten Personen stehen 250 Millionen weitere Kunden der «Cuba»-Kassen gegenüber. Aber an der Börse zeigte sich, wie die Investoren die längerfristige Entwicklung einschätzen: Am Tag der Ankündigung verloren die «Cuba»-Aktien zwischen 3 und 7 Prozent.