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Zermatt Festival: Mélodie am Matterhorn
Sie ist einer der Höhepunkte am Zermatt Festival (31.8.-16.9.2012): Wenn Mélodie Zhao, die junge Schweizer Pianistin mit chinesischen Wurzeln am 7. September 18 Jahre alt wird, steht ihr die Welt offen - zu Füssen liegt sie ihr bereits. Das Zermatt Festival heisst sie und 82 weitere Musiker willkommen. Ein weiterer Höhepunkt: Die Uraufführung von "Der Bergmensch" von Daniel Schnyder.
Mélodie Zhao wird hochgelobt für ihre musikalische Sensibilität und bewundert für die frühe Reife, allerschwerste Stücke zu spielen. Schon mit 13 Jahren spielte sie die "24 Etüden" Chopins ein: eine Weltpremiere, in Bezug auf das Alter der Interpretin als auch auf die Qualität der Interpretation. Ihr erstes Solo-Rezital gab sie im zarten Alter von zehn im Genfer Palais de l'Athénée: ein Programm von 70 Minuten!
Mélodie Zhao ist ein Ausnahmetalent, das auf Westschweizer Boden gedeiht, genauer: in Saint-Prex am Genfer See, wo sie mit ihrer Familie lebt. Sie ist vielfach ausgezeichnet: mit dem François Dumont-Preis für die beste Interpretation einer Beethoven-Sonate, für ihre Studienerfolge am Genfer Konservatorium, an dem sie mit 13 und 16 Jahren den Bachelor und den Master für ihre Interpretationen als Solo-Künstlerin erreichte. 2009 bis 2011 war sie Solistin des Migros-Kulturprozent und gab am 12. Oktober im Liszt-Jahr 2011 ein ausverkauftes und umjubeltes Konzert in der Victoria Hall in Genf.
Reife Technik und Interpretation
Die noch nicht volljährige Zhao, die mit drei Jahren Klavierunterricht an Chinas Zentralem Konservatorium in Peking erhielt, trat bisher vor allem an Schweizer Festivals wie den Sommets Musicaux Gstaad, Davos Festival oder dem Zürich Festival auf und spielte mit Orchestern aus der Schweiz und China wie dem Kammerorchester Lausanne, dem Shanghai Philharmonieorchester, Zürcher Kammerorchester oder dem Sinfonieorchester des chinesischen Nationalballetts. Zhao spielt hoch virtuose Werke verschiedener Stilrichtungen aus allen Epochen. Mit nur 17 Jahren entwickelt sie den Ehrgeiz, die schwersten Stücke zu spielen, in höchster technischer, aber auch interpretatorischer Vollendung. Zuletzt erhielt sie ein Stipendium der Leenaards Stiftung und gilt als ganz grosses Talent mit einer erfolgversprechenden Zukunft. Im Konzert in der Zermatter St. Mauritius Pfarrkirche spielt Zhao frühe ausgereifte Kompositionen des jungen Beethoven sowie Sonaten von Franz Liszt.
Die Berge musikalisch: ein vertieftes Erlebnis
Es war im Jahr 2011, als der Schweizer Komponist Daniel Schynder, seit vielen Jahren ansässig in New York, das Zermatt Festival besuchte und mit dem Scharoun Ensemble Berlin wandern ging. Die Idee für ein Stück reifte heran, eine gemeinsame Performance, eine Uraufführung in Zermatt: "Alle Musiker, obwohl in Berlin ansässig, sind passionierte Bergmenschen geworden", wunderte sich Schnyder über die wanderwütigen und enthusiastischen "Berliner Philharmoniker" – acht Solisten des weltberühmten Orchesters, die sich 1983 als Scharoun Ensemble zusammengetan hatten und das Zermatt Festival von seiner Geburtsstunde an prägen. Obwohl Schnyder Wahl-New Yorker ist, vermisst auch er als Exil-Schweizer die Berge und hat seine Überlegungen und Wahrnehmungen auf dem Ausflug mit dem Scharoun Ensemble zum Anlass genommen, um über die Rezeption der Alpen in der klassischen Musik sowie musikalische Schweizer Traditionen in einem neuen Kontext zu reflektieren. Das Resultat heisst "Der Bergmensch", gespielt in drei Sätzen namens "Steinuhr", "Stubete" und "Ötzis Tod" - eine spannende Hommage, eine neue, fremde Klangwelt und – doch so vertraut?
Einführungen in die Kultur am Berg
Drei Wochen lang erklingt ab Ende August in den Dorfkirchen und Traditionshotels Zermatts klassische Musik, proben Musiker von Weltrang in der Öffentlichkeit: ein aussergewöhnliches, kulturelles Angebot, so anspruchsvoll wie die Gäste Zermatts und dem Selbstverständnis einer Destination gemäss, die von jeher Künstler in ihren Bann schlug.
Wie es an vielen Musikhäusern auf der ganzen Welt seit Jahren Tradition ist, können sich auch in Zermatt Interessierte während einer Stunde in die wichtigsten Konzerte einführen lassen. Drei Musikwissenschaftler sind zu Gast, die sich mit den aufzuführenden Werken profund auseinander gesetzt haben und ihr Wissen in gediegener Atmosphäre den Interessierten weiter geben: Laura Möckli, Christoph Riedo und Yaël Hêche. Die kostenlosen Veranstaltungen finden im Zermatterhof jeweils eine Stunde vor den vier Hauptkonzerten statt.
Konzert mit Mélodie Zhao am Klavier
Samstag, 1. September 2012, 19.30 Uhr, Pfarrkirche St. Mauritius Ludwig van Beethoven Sonate Nr. 8 in c-Moll Pathétique op. 13; Sonate Nr. 21 in C-Dur Waldstein op. 53; Franz Liszt Mephisto-Walzer Nr. 1 S. 51, Der Tanz in der Dorfschenke sowie Franz Liszts Sonate in h-Moll S. 178.
Uraufführung "Der Bergmensch"
Samstag, 8. September 2012, 19.30 Uhr, Pfarrkirche St. Mauritius mit dem Scharoun Ensemble Berlin, Zermatt Festival Orchestra, Daniel Schynder Composer in Residence und Saxophon, Stefan Schulz Bassposaune; Der Uraufführung gehen Werke von Georg Philipp Telemann und Franz Schubert vorweg.
Tickets in Zermatt
- Zermatt Tourismus, Bahnhofplatz 5, Zermatt,
Mo-So 8.30 – 18 Uhr
- Credit Suisse, Bahnhofstr. 57, Zermatt,
Mo-Fr 9 – 12 und 14 – 17.30 Uhr
- an der Abendkasse
Tickets telefonisch
+41 (0)27 967 30 88, Mo-Fr 9 – 17 Uhr