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Eine gewaltige Aufgabe im Dienste des Vaterlandes erfüllte die Gotthardbahn in militärischer Hinsicht während der beiden Weltkriege.
Die schnellen Truppentransporte trugen wesentlich zur Sicherheit des Landes bei.
Der Gotthard gehörte zum Reduit der Schweiz. Darum wurden er und die Bahnanlagen streng bewacht.

Während des 1. Weltkrieges bewacht ein bewaffneter Bähnler das Portal des Gotthardtunnels in Göschenen

Truppen bewachen während des 1. Weltkrieges die Strecke der Gotthardbahn, hier zwischen dem Strahloch- und dem Leggistein-Kehrtunnel
Im Auftrage des Armeekommandos hatte der damalige Militäreisenbahndirektor im November 1940 für den Oberbefehlshaber der Armee, General Guisan, eine Zugskomposition in Erstfeld zusammenzustellen.
Im Falle einer weiteren Kriegsmobilmachung hätten für den Sonderzug eine elektrische und eine Dampflokomotive gestellt werden müssen.
Vom gleichen Zeitpunkt an waren für eine allfällige Aufnahme des Zuges in Gurtnellen, Wassen und Göschenen dauernd bestimmte Geleise frei zu halten.
Die 2 K-Wagen waren mit Sandsäcken zu beladen und an der Spitze und am Schlusse des Zuges als Splitterwehren einzusetzen.Im weiteren war ein angemessener Vorrat an Lebensmitteln und Kohlen auf die einzelnen Wagen verteilt.
Der Generalszug diente dem Oberbefehlshaber dazu, die Kommandogeschäfte vom mobilen Kommando-Posten aus mit seinem persönlichem Stab jederzeit und überall zu erledigen.
Dazu war der Zug bestens ausgerüstet, führte er doch neben Aufenthalts- und Arbeitsplätzen einen eigentlichen Hotelbetrieb mit.
In einer Mittelkabine des Schlafwagens war von der Wagon-Lits die Betteinrichtung entfernt worden. Diese Kabine wurde mit Tisch und Stuhl ausgestattet und diente dem General als Arbeitsraum.
In den AB4ü-Wagen wurden in den einzelnen Coupés Tische für Arbeitsplätze eingebaut. Ein Gepäckwagen F4 war mit Schlafstellen versehen worden und diente der Wach- und Begleitmannschaft als Unterkunft.
In voller Besetzung mit General und Stab war der "Generalszug Gotthard" auf Bahnstrecken und Bahnhöfen nur während der Inspektionsreisen anzutreffen.
Während des Aktivdienstes benutzte der General die Stammkomposition für mehrere solcher Inspektionsfahrten.
Bei den etwa 6 Tage dauernden Fahrten wurde dem Kommandozug ein gedeckter Güterwagen J mit Stirnwandtüren beigegeben, der zur Beförderung des Autos des Generals diente.
Am 12. März 1941 inspizierte der General in Begleitung hoher Offiziere des Armeekommandos und der Betriebsgruppendirektion II militärische Objekte wie Brücken und Tunnels auf der Gotthardlinie.
Die Bundesbahnen stellten für diese Inspektionsfahrt ab Luzern den Roten Pfeil Nr. 205 zur Verfügung.
Begreiflicherweise erregte dieses Fahrzeug mit den höchsten Spitzen unserer Armee bei der Bevölkerung sofort Aufsehen. Die Kunde, „der General kommt“, lief wie ein Feuer durch das Urner Reusstal hinauf.
Die Schuljugend begrüsste General Henri Guisan mit Gesang und Blumen.
Die Bevölkerung von Erstfeld bemerkte die auf dem Bahnhof abgestellten Eisenbahnwagen wohl, konnte aber nie hinter die herabgelassenen Sonnenstoren und die Fenster mit Verdunkelungsanstrich blicken.
Gemäss Vertrag mit den SBB wurde für die SBB-Wagen keine Miete erhoben. Der Unterhalt wurde zu eigenen Lasten übernommen, mit Rücksicht darauf, dass die AB4ü-Wagen bei Bedarf für den zivilen Verkehr verwendet werden durften.
Hingegen musste gemäss Vertrag mit der CIWL für den Stillstand des Speise- und Schlafwagens Fr. 1.- je Wagen/Tag bezahlt werden.
Bei Fahrten mit dem Generalszug wurden Fr. 10.- je Tag für den Speisewagen und Fr. 20.- je Tag für den Schlafwagen erhoben.