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Laut Schätzungen sollen gerade mal 5 % der Tiefsee erforscht sein. Von den rund 300 Mio. km2 Meeresboden haben wir nur sehr ungenaue Karten. Wir waren auf dem Mond. Warum wissen wir so wenig über unseren eigenen Planeten?
Rund 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, 70 Prozent unseres Sauerstoffs werden von Pflanzen im Wasser produziert und 70 Prozent der Weltbevölkerung leben in Küstenregionen. Das Meer ist also nicht nur eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde, sondern spielt eine entscheidende Rolle im Leben vieler Menschen. Es erscheint deshalb geradezu absurd, dass wir über den Ozean, die «blaue Lunge» unseres Planeten, weniger wissen als über den Mond.
Im 19. Jahrhundert ging man sogar davon aus, dass die Tiefsee völlig unbelebt sei, weil man ab einer gewissen Wassertiefe mit früheren Methoden schlicht keine Tiere mehr nachweisen konnte. Heute wissen wir, dass sich die Tiefsee durch eine unglaubliche Artenvielfalt auszeichnet, die mit den Regenwäldern durchaus mithalten kann.
Aktuelle Themen wie Überfischung, Vermüllung und Klimawandel sollten Grund genug sein, die Meeresforschung weiter voranzutreiben. Doch ein ganz entscheidender Grund darf nicht vergessen werden: Das Meer ist eine Schatzkammer und überreich an natürlichen Ressourcen.
Der Marianengraben im westlichen Pazifischen Ozean ist der tiefste Punkt der Erde. Er liegt bei 11 km unterhalb des Meeresspiegels und ist ca. 2400 km lang.