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1. Ein Boot für den Herrn Jesus
«Er aber stieg in eins der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land hinauszufahren, als er sich aber gesetzt hatte, lehrte er die Volksmengen vom Schiff aus» (Lk 5,3).
Simon Petrus, von Beruf Fischer am See Genezareth, besass offensichtlich ein eigenes Boot, das er zum Fischfang benutzte. Die ganze Nacht hindurch hatte er sich bemüht, einen ordentlichen Fischfang zu machen, aber ohne Erfolg. Gerade war er damit beschäftigt, die Netze auszuwaschen.
Mitten in seine emsige Beschäftigung hinein bittet ihn der Rabbi, der ganz in der Nähe zu den Volksmengen gesprochen hatte, ihm sein Boot zur Verfügung zu stellen, um vom Wasser aus besser zu den Leuten reden zu können. Bereit, dieser Bitte zu entsprechen, unterbricht Petrus das Auswaschen der Netze, und fährt den Meister einige Meter aufs Wasser hinaus. Auf diese Weise verschafft er dem Herrn Jesus ein ganz besonderes «Rednerpult».
Mit anderen Worten: Die Hilfsmittel für seine berufliche Tätigkeit setzte Petrus ein, um dem Herrn Jesus eine Möglichkeit zu geben, die Volksmengen zu unterweisen. Diese Bereitwilligkeit wird vom Meister in überwältigender Weise belohnt: Simon Petrus konnte kurz darauf den vielleicht grössten Fischfang seines Berufslebens an Land ziehen.
2. Eine Lektion für uns
Beim Nachdenken über diese Szene kommt die Frage auf, was wir wohl in unserem Berufsleben dem Herrn Jesus zur Verfügung stellen könnten, damit Er dadurch zu den Menschen um uns her «reden» kann. Dabei können wir an jede berufliche Tätigkeit im weitesten Sinn denken. Ob es sich dabei um die vielfältigen Arbeiten der Hausfrauen handelt, ob es um praktische Tätigkeiten, die Arbeit im Büro oder um Managementaufgaben geht – bei allem sollten wir uns die Frage stellen, inwiefern der Herr Jesus unser Berufsleben benutzen kann, um die Menschen mit seiner Botschaft zu erreichen. Fühlen wir uns überhaupt angesprochen, wenn Er nach unserem «Schiff» fragt? Sind wir bereit, unsere berufliche Tätigkeit dem Herrn als «Plattform» für Ihn zur Verfügung zu stellen? Oder sehen wir darin ausschliesslich die Möglichkeit des Geldverdienens, der Karriereentwicklung und der Selbstverwirklichung? Haben wir unsere Tätigkeiten einmal in dieser Weise vor Ihm überdacht?
Dabei geht es nicht um unser Reden, sondern vielmehr um unser Verhalten. Die Menschen neben uns beobachten sehr genau, wie wir uns verhalten, ob wir in Stresssituationen ausrasten, ob wir in Notsituationen verzweifeln, ob wir uns bei Misserfolgen mit Kraftausdrücken abreagieren und, und, und. Wir werden nicht nur in kritischen Situationen beobachtet. Wie «feiern» wir beispielsweise unsere Erfolge? Merkt man uns an, dass wir uns nichts einbilden, bescheiden bleiben und unserem Herrn dafür danken, dass Er uns – bei der Organisation des Haushalts, bei der Erziehung der Kinder, bei der Arbeit in der Werkstatt und im Büro – Kreativität, Kraft und Gelingen geschenkt hat?
Den immensen Wert eines guten Zeugnisses durch unser Verhalten betont Petrus in seinem ersten Brief: «Damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel … ohne Wort gewonnen werden mögen» (1. Pet 3,1).
Paulus schrieb an die Gläubigen in Korinth: «Er ist für alle gestorben, damit die, die leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist» (2. Kor 5,15). Lasst uns mit der Hilfe des Herrn auch unser Berufsleben als Chance verstehen, dass Er durch unser Verhalten zu den Menschen reden kann.
Abschliessend wollen wir uns kurz an die Belohnung erinnern, die Petrus sozusagen als «Dankeschön» für seine «Leihgabe» erhielt: ein aussergewöhnlicher Fischfang, den er allein nicht bewältigen konnte! Das war die Antwort des Herrn. Und wir können sicher sein, unser Herr hat sich nicht verändert. Wer Ihm sein Berufsleben in dieser Weise zur Verfügung stellt, wird ebenso reichlich belohnt werden.