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Mithin erhält der Landwirt von einem Euro an Konsumentenausgaben für Lebensmittel noch 22 Cent. Darauf hat der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) vergangene Woche in einer Pressemitteilung hingewiesen.
Bei Milch- und Milcherzeugnissen habe der Anteil 2015 genau bei 38% gelegen, bei Fleisch und Fleischwaren bei rund 18%. Am niedrigsten sei der Erlösanteil bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnissen mit knapp 5%. Entsprechend stellen laut RLV die landwirtschaftlichen Produzentenpreise für Backweizen nur noch einen geringen Kostenfaktor bei der Brotherstellung dar.
So entfielen bei einem Brötchen weniger als 7% des Verkaufspreises auf den Getreideanteil. Für die Herstellung eines Brötchens benötige der Bäcker etwa 34 g Mehl, was bei einem Ausmahlungsgrad von etwa 75% etwa 45 g Weizen entspreche. Um den Brötchenpreis um nur 1 Cent anzuheben, müsste sich der Getreidepreis verdoppeln, so der RLV. Schwerwiegender in der Preiskalkulation der Bäcker wirkten sich dagegen die Kosten für Energie und Löhne aus.
Der Verband wies auch darauf hin, dass sich von 1950 bis 2015 der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters auf mehr als das 23-Fache erhöht habe, die Brotpreise dagegen nur um das Elffache. Deshalb habe sich der Industriearbeiter im Jahr 2015 für seinen Stundenlohn mehr als doppelt so viel Brot kaufen können als noch vor 65 Jahren.
Der Weizenerzeugerpreis habe 2015 in etwa auf dem Niveau von 1950 gelegen. Bezogen auf das Endprodukt habe der Landwirt hier nur rund 7 % erlöst, verglichen mit noch zwei Drittel des Brotpreises im Jahr 1950.