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Ein Test der Konsumentenschutzorganisationen SKS, ACSI und FRC haben 40 Poulet- und Truthahnhfleischprodukte von diversen Grossverteilern auf antibiotikaresistente Bakterien untersucht. Das Resultat ist beängstigend: Fast die Hälfte der Proben wiesen resistente Keime auf, davon fast 70 Prozent solche, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Schweizer Produkte waren dabei weniger häufig belastet als ausländische Ware. Allerdings ist auch die Hälfte des Geflügelfleisches in der Schweiz Importware.
Die multiresistenten Keime entstehen immer häufiger, da Geflügel über längere Zeit und oft auch nur vorbeugend mit Antibiotika behandelt wird. Aus der Schweiz ist nicht bekannt, wann und in welcher Dosis die Tiere Antibiotika erhalten, nur die Gesamtmenge ist bekannt. Eine Studie der Hochschule Hannover und der Universität Leipzig konnte aber zeigen, dass ein deutsches Poulet während seines 39-tägigen Lebens 10 Tage lang Antibiotika erhält. Umgerechnet auf einen Menschen würde das bedeuten, dass wir 20 Jahre lang Antibiotika einnehmen würden! Diese lange und hohe Belastung mit Medikamenten führt dazu, dass sich Bakterien mit Mutationen entwickeln können, welche somit resistent werden.
Resistente Keime können beim Menschen zu Infektionen führen, welche kaum oder nur sehr schlecht behandelt werden können. Der auf 42 Prozent der Fleischproben gefundene Campylobacter zum Beispiel ist der häufigste bakterielle Verursacher von Magen-Darm-Infekten in der Schweiz und Europa. Jährlich sterben in Europa schätzungsweise 25’000 Personen an Infektionen mit resistenten Bakterien.
Die Konsumentenschutzorganisationen fordern deshalb, dass Antibiotika nur noch bei Krankheitsfällen und nicht vorbeugend verabreicht werden darf. Zudem sollte der Antibiotikaverbrauch genauer erfasst werden.
Bild: Rainer Z … [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons