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Anne à Payerne07. Juni 2018
Das Porträt steht im Vordergrund dieses Werkes. Um die Linie des Porträts hinterlässt die vorherige erstmalige gemalte Figur ihre Spuren. Sie umgibt den Körper des Mädchens wie eine Aura. Der nüchterne Ausdruck des Gesichts steht für die Reinheit der Kindheit aus. Der Mund besteht nur aus einem einzigen Strich, die Nase aus einem kleinen Punkt. Die runden und braunen Augenlider sind ebenfalls nur mit einem dünnen kurzen Strich gemalt, die gelbgrüne Farbe des Gesichtes erinnert einen Leinenstoff. Zwischen den Details des Gesichts, der klaren Formen des Körpers, der Farben des Hintergrundes, entstehen Tiefe und Spannung.
Das Spiel des menschlichen Daseins
Der obere Teil des Kleides, mit breiten durchsichtigen, milchigen Streifen, ist mit hellen gelben Tönen bestreut, die sich gegen unten verstärken. Einen grossen flachen Kragen, in dem sich rosarot mit hellblau vermischt, bedeckt die Schultern. In der Nähe der Arme trennt die dunkelblaue Farbe der Körper von dem roten Hintergrund. Das Mädchen wirkt wie ein Kind, das nicht gerne betrachtet wird. Ihre steifen Arme neben ihrem Körper passen sich dem weiten Kleid an. Das Mädchen trägt blonde Haare mit dunkelbraun gemischt. Sie sind Kinn lang und sind vorne länger als hinten.
Ein sprechendes Kunstwerk
In dieser künstlerischen Arbeit kommt die verborgene Kindheit zum Vorschein. Auch wenn das Mädchen steif steht, der Betrachter spürt seine eigene Geschichte. Der rote Hintergrund lässt seine Lebendigkeit erscheinen. Der Name des Ortes im Titel stammt aus der Epoche, wo die Kunstmalerin ihr Studio in Avenches, in der Nähe von Payerne im Kanton Waadt, installiert hatte und wo sie regelmässig zwischen den deutschen-französischen Sprachregionen reiste. Der Ort wurde zufällig gewählt, das Kunstwerk hätte gerade so gut «Anne in Lausanne» benannt werden können.
Das Ölbild auf Leinwand misst 60 cm hoch und 80 cm breit. Es hat einen 5,5 cm breiten Rahmen aus hartem Holz. Das Kunstwerk wurde 2006 fertig gemalt und wurde selten ausgestellt.