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Tinizong-Rona
Die ehemalige Gemeinde Tinizong-Rona entstand am 1. Juli 1998 aus dem Zusammenschluss der beiden Ortschaften Tinizong und Rona.
Oberrona (Ruegnas) war bereits früher ein Teil der ehemaligen Gemeinde Tinizong und lediglich das an der Julierstrasse gelegene Rieven war die eigentliche, ehemalige Gemeinde Rona. Das heutige Wappen symbolisiert den Zusammenschluss, indem es die zwei früheren Hoheitszeichen vereint.
Das Strassendorf Tinizong liegt auf einer rechtsseitigen Terrasse auf einer Meereshöhe von rund 1200 m. Es ist die oberste Ortschaft des Sotgôt. Südlich des Dorfes steigt die Strasse markant an. Diese enge, steile und stark bewaldete Talstufe gilt als Trennung zwischen dem Sotgôt (unter dem Wald) und dem Surgôt (über dem Wald) und ist auf einen Bergsturz zurückzuführen.
Tinizong wird erstmals zur Römerzeit als Tinnetione im Itinerarium Antonini urkundlich erwähnt. In karolingischer Zeit war Tinizong Sitz eines Königshofes. Im ausgehenden Mittelalter bis ins Jahr 1834 nahm die Ortschaft mit der Port eine wichtige Stellung als Durchgangsort für den Passverkehr ein. Mit dem Beschluss des Grossen Rats aus dem Jahr 1834, die Portzölle und die Transportvorrechte aufzuheben, verlor Tinizong seine wichtige Stellung als Verkehrs- und Umladeort. Im Jahr 1610 zerstörte ein Brand den Hauptteil des Dorfes und Teile der Blasiuskirche aus dem 9. Jahrhundert. 1631 übernahmen die Kapuziner die Pfarrei. Unter ihnen entstand der heutige sehenswürdige Barockbau. Der kostbare gotische Flügelaltar stammt aus dem Jahre 1512.
In der Val d'Err wurden Manganerze (Stahlveredler) abgebaut, darunter die sehr seltenen Erze Tinzenit, Parsettensit und Sursassit, deren Namen auf die Herkunft schliessen lassen.