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Früher zur Zeit, als die Menschen noch gläubig und fromm waren, ließen sich im Kanton Aargau, wenn das Korn auf dem Felde in Blüte trat, oftmals zwei liebliche Kindergestalten, ein Knabe und ein Mädchen, erblicken. Lange blonde Locken rollten über ihr leuchtendes Gewand und blaue Augen strahlten aus ihrem verklärten Antlitz. So schwebten sie, kaum die Halme der Flur berührend, ihre Hände wie zum Segen erhoben, in leichtem Schritte dahin und verschwanden, lange noch einen hellen lichten Schein hinterlassend.
Dem Erscheinen dieser Kinder aber, welche man die Kornengel nannte und von dem die Sage ging, dass sie die Geister zweier im Korn verirrter Geschwister, die so ihren Tod fanden, gewesen, folgte regelmäßig ein außerordentlich fruchtbar Jahr.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.