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Matthias, Steinmetz und Baumeister, geboren zu Altbach bei Eßlingen, Sohn von Hans Böblinger (gest. 1482), der seit 1440 an der
Liebfrauenkirche in Eßlingen gebaut hatte. Matthias Böblinger war seit 1474 am Münster in Ulm thätig und wurde 1480 Kirchenmeister
an demselben. 1483 begab er sich nach Frankfurt, von wo aus man sein Gutachten über den Weiterbau des
Domturms gefordert hatte. Als 1492 der schon bis zu einer Höhe von 237 Fuß gebrachte Münsterturm in Ulm den Einsturz drohte,
mußte er vor der Volkswut fliehen. 1496 ging er nach Eßlingen, wo er die gotische Pyramide der Frauenkirche
vollendete. Er starb 1505.
Steinmetzenfamilie im 15. Jahrh. Als ihr Stammvater ist Hans Böblinger zu bezeichnen, der 1440 unter Matthias
Ensinger Werkmeister der Frauenkirche in Eßlingen wurde und 1463 die selbständige Leitung erhielt. Er
starb 4. Jan. 1482. Von seinen Söhnen war der tüchtigste Matthias. Dieser schuf 1474 den Ölberg zu Ulm, wurde 1480 Kirchenmeister
am Münster, baute seit 1485 die Katharinenkirche zu Eßlingen. Er starb 1505 zu Eßlingen als einer der meist beschäftigten
Künstler seiner Zeit. Sein Bruder Markus arbeitete 1484 an der Frauenkirche zu Eßlingen und starb daselbst 1492; Lukas wurde 1487 Werkmeister
am Dom zu Konstanz.