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Vergessen Sie Alan Greenspan, die Fed oder Marcel Ospel, verantwortlich für die Kreditkrise sind sie alle nicht, sondern die Hormone, schreibt die Financial Times. John Coates vom Cambridge Institut ist zu diesem Ergebnis gekommen, als er die Zusammenhänge zwischen natürlichen Steroiden und Risikoverhalten bei Investmentbankern auf einem Londoner Trading Floor untersuchte.

Steroide wie Testosteron und Cortisol beeinflussen unsere Stimmung, unser Gedächtnis und unser Verhalten. Testosteron zum Beispiel steigt bei Männern, wenn sie sich auf einen Wettbewerb vorbereiten und steigt weiter bei den Gewinnern, während er bei den Verlierern fällt. Der Gewinner, ausgestattet mit einem erhöhten Testosteron-Haushalt, steigert sein Vertrauen und Risikoverhalten und dies führt zu noch grösseren Möglichkeiten auch das nächste Mal als Gewinner vom Platz zu gehen - auch bekannt unter dem Begriff Sieger-Mentalität.
Allerdings haben ab einem gewissen Punkt die erhöhten Steroidwerte einen negativen Effekt auf Erfolg und Ueberleben. Bei Tieren wurde beobachtet, dass sie bei einer Aufwärtsspirale der Testosteronwerte irgendwann ihre Elternpflichten vernachlässigen. Das Risikoverhalten führt zu gefährlichem Benehmen für die eigene Spezies.
Ist es möglich, dass dies auch bei Finanzmärkten vorkommen kann? Diese Frage stellte sich John Coates als er während der "Dotcom-Blase" an der Wall Street arbeitete. Laut seinen Beobachtungen hatten damals zahlreiche Händler ein manisches Verhalten an den Tag gelegt, gepaart mit dem Glauben der eigenen Unfehlbarkeit. Beides deutete darauf hin, dass das Testosteron eine Erklärung liefern könnte.
Zurück in Cambridge begann er Proben von Testosteron und Cortisol von einer Gruppe von Händlern von London zu sammeln und auszuwerten und tatsächlich stiegen die Testosteronwerte, wenn die Gewinne überdurchschnittlich waren. Cortisol, ein Stresshormon, hingegen erzählte eine andere Geschichte. Im Wettbewerb verlangsamt Cortisol die Verdauung und andere länger andaunernde Körperfunktionen. Cortisol wird vorallem bei Unsicherheit - volatilen Marktphasen und dementsprechend schwankenden Gewinnen - ausgeschüttet.
Testosteronwerte steigen bei steigenden Märkten und führen bei lang andauernden Phasen zu irrationalem Verhalten. Uebermässiges Cortisol hingegen steigert das Gefühl von Angst und sieht Gefahren, wo keine sind. Cortisol steigt vorallem in Crashphasen - sogenannten Sell-Offs.
Was für die Gruppe von Börsenhändlern gilt, dürfte auch für Investoren richtig sein - sofern sie männlich sind, schreibt John Coates und empfiehlt, damit irrationales Verhalten nicht so oft vorkommt, mehr Frauen und ältere Männer an die Trading-Pulte zu lassen, damit die Risiken minimiert werden können.
Der Text ist gekürzt. Das Original in ganzer Länge gibts hier: Traders should track their hormones
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Geschrieben von: egghat , am 16-04-2008 10:35
passt ganz gut zur These, dass Frauen die besseren Anleger sind ...
Geschrieben von: robert , am 17-12-2008 11:24
Etwas mehr Östrogene würden also das Risiko minimieren ? Interessant... ;-)
Geschrieben von: martin r, am 17-12-2008 21:41
A risk is lovely
ist sicher ein eher maskuliner Spruch.
Aber die Ergebnisse müssen ziemlich lang gefüttert werden: die Damen stehen eher auf long.
Der Witz von Madoff's Strategie bestand aber darin, einen auf Sicherheit zu machen und gleichzeitig über ca 10 Jahre Riesengewinne per anno (im Durchschnitt über 10 %) zu präsentieren: da muß der Verstand komplettemente ausgeschalten sein.
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