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In den Ländern Dänemark, Italien und Österreich und weiteren sechs Ländern könnte es sein, dass sich die Lohnlücke erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts schliesst.
In den Ländern Dänemark, Italien und Österreich und weiteren sechs Ländern könnte es sein, dass sich die Lohnlücke erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts schliesst.
Bis die Differenz der Löhne zwischen Frauen und Männern EU-weit auf null ist, könnten laut Berechnung des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) noch über 80 Jahre vergehen. Der Gewerkschafts-Dachverband teilte mit, dass es ohne Gegenmassnahmen noch bis zum Jahr 2104 gehe, bis der sogenannte Gender Pay Gap geschlossen sei. Gender Pay Gap bedeutet so viel wie Lohnlücke zwischen Mann und Frau.
Die Studie sagt aus, dass es zwischen den verschiedenen EU-Staaten stark variiert, wann die ungleiche Bezahlung endet. In Deutschland zum Beispiel müssten Frauen noch 101 Jahre warten, um gleichviel wie Männer zu verdienen. Auch in Tschechien würde es circa noch so lange dauern. In Frankreich würde es sogar mehr als 1’000 Jahre dauern.
Im vergangenen Jahr lag in Deutschland der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 17.72 Euro 20% unter dem von Männern mit 22.61 Euro. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. Somit ist Deutschland eines der Länder mit den höchsten Lohnunterschieden der EU. 2018 betrug der Unterschied 21%, und 2014 waren es 22%.
Für seine Berechnung beruft sich der Gewerkschaftsbund auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat. Demnach hat sich die Lohnlücke im EU-Durchschnitt in den letzten acht Jahren nur um einen Prozentpunkt geschlossen. In Frankreich waren es sogar nur 0.1%.
In den drei EU-Staaten Rumänien, Luxemburg und Belgien könnte der Gender Pay Gap schon Ende dieses Jahrzehnts geschlossen sein, falls der Trend so fortläuft. Rumänien steht da ganz vorne auf der Liste. Es könnte sein, dass bereits im Jahr 2022 der Lohn gleich ist. An zweiter Stelle steht Luxemburg mit dem Jahr 2027 und kurz danach im Jahr 2028 Belgien. In den drei Ländern Dänemark, Italien und Österreich und weiteren sechs Ländern könnte es dagegen sein, dass sich die Lohnlücke erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts schliesst. In Irland, Polen und Portugal und weiteren sechs Ländern ist eine Angleichung noch nicht abzuschätzen, da dort die Verdienst-Spanne weiter auseinanderdriftet.
Bei ihrem Antritt im vergangenen Jahr hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Geschlechtergerechtigkeit zu einem wichtigen Thema ausgerufen und angekündigt, Transparenzmassnahmen für Löhne vorzulegen.
Der Gewerkschaftsbund kritisierte, dass es aber bislang kaum Bewegung gegeben habe. „Wir fordern die Kommissionspräsidentin nachdrücklich auf, Kommissarin Dalli zu unterstützen und die Massnahmen zur Transparenz der Löhne zu priorisieren“, teilte die stellvertretende EGB-Generalsekretärin, Esther Lynch, mit. Dies sei dringend erforderlich, um Fortschritte bei der Gleichstellung zu erzielen.
Kategorie
News
Publiziert am
15.10.2020
Hashtag
#diewirtschaftsfrau #politik