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Wenn Sie einen Text schreiben, dann geht es in erster Linie um Ihre Leser. Ihre Leserinnen wollen geführt werden, sie wollen verstehen, um was es im Text geht, sie wollen mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel erfahren. Damit das gelingt, braucht Ihr Text vor allem eins: Einen roten Faden.
Interessanterweise ist der rote Faden in Texten schwer zu finden. Denn wenn er vorhanden ist, bleibt er meist unsichtbar, erst wenn er fehlt, dann fällt das auf. Dann nämlich, wenn ein Text schwer verständlich ist und Sie sich nach der Lektüre fragen: Um was ging es eigentlich? Oder wenn Sie nach ein paar Sätzen aufgehört haben zu lesen.
Wie aber finden Sie den roten Faden und wie sorgen Sie dafür, dass Sie ihn während des Schreibens nicht verlieren? Ich stelle Ihnen einige Möglichkeiten vor.
Allen Methoden gemeinsam ist, dass Sie niemals mit dem Schreiben beginnen, sondern immer zuerst Ihren Denkapparat einschalten und ein paar Vorbereitungen treffen. Überlegen Sie sich bei jedem Text, an wen er sich richtet, was seine Hauptaussage ist und was Sie damit erreichen wollen.
Nur schon damit stellen Sie einen «kleinen» roten Faden sicher.
Aus dem Leben gegriffen: Mit Beispielen zum roten Faden
Hauchen Sie Ihrem Text Leben ein und arbeiten Sie mit einem Beispiel aus dem echten Leben. In meinem Beitrag zum Aufbau und Konzept von Broschüren habe ich das gemacht und eine Wohnbaugenossenschaft beschrieben, die eine Broschüre erstellen will.
Das funktioniert mit fast allen Themen: Stellen Sie sich vor, wie eine konkrete Person vorgehen würde und beschreiben Sie dies.
Zum Beispiel: Sie sind eine Liegenschaftsverwaltung und möchten einen Blogbeitrag zum Thema «Lüften im Winter» verfassen. Stellen Sie die fiktive Mieterin Sandra in den Mittelpunkt und erzählen Sie eine kurze Geschichte, wie Sandra das mit dem Lüften macht und welche Probleme sie bekommt, wenn sie nicht richtig lüftet.
Der Vorteil an dieser Methode ist, dass es Sie daran hindert, Gedankensprünge zu machen und vom Thema abzukommen. Denn wenn Sandra plötzlich auf dem Balkon mit den Nachbarn grilliert, ist das für Ihre Kernaussage nicht mehr relevant.
Zudem machen Beispiele Ihren Text lebendig.
Die Metapher: Mit einem Gleichnis zum roten Faden
Sie können Ihren Text entlang einer Metapher verfassen. Überlegen Sie sich ein Gleichnis, das zu Ihrem Thema passt, das aber nicht zu nah verwandt ist. Denn dann würden Sie Ihre Leser verwirren.
Eine Metapher hält Ihren Text zusammen, lockert ihn auf und macht ihn anschaulich.
Achten Sie aber darauf, dass Sie eine einfache Metapher verwenden, eine, die Ihre Leser kennen.
Lesetipp: Anika Lamer hat einen schönen Beitrag dazu geschrieben «Eine Dach-Metapher für Ihren Text»
Für Architekten: Mit einem Bauplan zum roten Faden
Wenn Sie gerne strukturiert vorgehen, dann ist diese Methode für Sie die richtige. Sie ist besonders geeignet für längere Texte, die in mehrere Abschnitte gegliedert werden müssen.
Erstellen Sie ein provisorisches «Inhaltsverzeichnis» für Ihren Text: Eine Einleitung, die das Problem kurz umschreibt, ein Hauptteil, der das Problem und die Lösung erörtert, eine Zusammenfassung oder ein Fazit, dass das Thema abrundet.
Notieren Sie dann zu jedem Teil einige Stichworte, die Ihnen einfallen. Was möchten Sie zu den einzelnen Unterpunkten sagen?
So bauen Sie das Fundament Ihres Textes und stellen sicher, dass er beim Schreiben nicht einstürzt.
Und dann fangen Sie an zu schreiben, zu jedem Kapitel nur genauso viel wie es braucht.
Die «Aufräummethode»: Mit Brainstorming zum roten Faden
Mit dieser Methode wird’s zunächst einmal chaotisch: Sammeln Sie alle Gedanken, die Ihnen zum Thema einfallen. Notieren Sie diese, je nachdem, was Ihnen zusagt, handschriftlich auf einem Zettel, direkt in Ihrem Textverarbeitungsprogramm oder von mir aus auf einer Rolle Klopapier.
Fragen Sie auch andere Personen, was ihnen spontan zum Thema einfällt.
Lesen Sie, was andere zum Thema geschrieben haben, notieren Sie sich interessante Punkte, ergänzen Sie das Gelesene um eigene Gedanken.
Füllen Sie Ihre Wissenslücken und recherchieren Sie zum Thema.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie genügend wissen und genügend Ideen gesammelt haben, geht es ans Aufräumen: Schauen Sie, welche Gedanken zusammenpassen, bilden Sie thematische Blöcke. So bringen Sie eine Struktur in die «Ideenschnipsel». Überlegen Sie sich, welche Informationen in die Einleitung gehören, welche in den Hauptteil, welche in den Schluss.
Und dann fangen Sie an zu schreiben.
Lesetipp: Michelle Sandmeier hat im Bernetblog einen lesenswerten Artikel zur Methode «Brainwriting», d.h. schriftliches Brainstormen in Gruppen, geschrieben.
Zusammenfassung und Fazit
Welche Methode Sie verwenden, hängt von Ihrer Persönlichkeit ab und davon, wie viel Schreiberfahrung Sie haben. Die verschiedenen Möglichkeiten können auch gemischt werden, allerdings ist dabei der letzte Schritt sehr wichtig:
Überarbeiten Sie Ihren Text gründlich und fragen Sie sich dabei immer, ob der rote Faden noch vorhanden ist und Sie nicht vom Thema abgedriftet sind.
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