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Der erste Test für jede Weltanschauung ist, dass sie erklärt, was sie erklären soll. Eine Weltanschauung hat einen breiten Bezugsrahmen; sie versucht, die Grundzüge der Wirklichkeit umfassend zu erfassen. Wenn sie uns keine Erklärung für wichtige Aspekte des Lebens gibt – Fragen nach dem Sinn, der Moral und der Sterblichkeit -, ist etwas nicht in Ordnung, denn diese Fragen sind immerwährend und relevant.
Das zweite Kriterium ist die innere logische Kohärenz. Die wesentlichen oder konstitutiven Elemente einer Weltanschauung müssen widerspruchsfrei miteinander übereinstimmen.
Das dritte Kriterium, nach dem Weltanschauungen bewertet werden sollten, ist die Kohärenz. Dieser Test ist mit der Kohärenz verwandt, geht aber darüber hinaus und besagt, dass die wesentlichen Aussagen einer Weltanschauung eng miteinander verknüpft und begrifflich verbunden sind.
Das vierte Kriterium ist die sachliche Angemessenheit. Dies betrifft die historische und empirische Dimension des Lebens. Eine Weltanschauung kann in sich konsistent sein, aber in Bezug auf die Realität, die sie zu beschreiben versucht, inkonsistent.
Die existenzielle Lebensfähigkeit ist das fünfte Kriterium. Es handelt sich um eine Art faktische Angemessenheit, die sich jedoch auf die innere Realität des Menschen konzentriert. Nur weil jemand behauptet, dass eine bestimmte Weltanschauung “für mich funktioniert”, heißt das nicht, dass diese Weltanschauung existenziell lebensfähig ist. Die Behauptung, eine Weltanschauung sei existentiell lebensfähig, bedeutet, dass sie ohne philosophische Heuchelei bejaht werden kann.
Mit der Lebensqualität verwandt, aber positiver formuliert, ist das sechste Kriterium, die intellektuelle und kulturelle Fruchtbarkeit. Wenn eine Weltanschauung (1) wirklich erklärend, (2) in sich konsistent, (3) kohärent, (4) sachlich angemessen und (5) existentiell lebensfähig ist, dann sollte sie kulturelle und intellektuelle Entdeckungen, Kreativität und Produktivität anregen. Wenn eine Weltanschauung der Realität entspricht, sollte sie ihre Anhänger motivieren, diese Realität mit Zuversicht und Energie anzunehmen und zu meistern.
Siebtens: Die radikale Ad-hoc-Anpassung ist ein wichtiges negatives Kriterium für die Prüfung von Weltanschauungen. Wenn eine Weltanschauung mit potenziell entkräftenden Gegenbeweisen konfrontiert wird, kann ein Anhänger seine Kernaussagen anpassen, um die Gegenbeweise zu berücksichtigen.
Achtens: Wenn alle Dinge gleich sind, sind einfachere Erklärungen unnötig komplexen vorzuziehen.
Zusammengefasst (S. 72):
Wenn eine Weltanschauung nicht erklären kann, was sie zu erklären verspricht, wenn sie in ihren eigenen Begriffen keinen Sinn ergibt (innere Konsistenz), wenn sie nicht beschreiben kann, was es gibt (objektive und innere Realität), wenn sie dem Leben keinen verständlichen Sinn gibt oder wenn sie intellektuell und kulturell nicht produktiv ist, dann ist sie von der Betrachtung ausgeschlossen. Ich werde argumentieren, dass das Christentum diese Tests besser besteht als alle seine Konkurrenten.
Hinweis: Das Standardwerk “Christian Apologetics” gibt es in der erweiterten Auflage mit Hörbuch.