Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/3013

Vom 29.6.2011 bis zum 16.3.2012 findet die fünfte Reihe der BHSF Werkstattgespräche statt. Im Film “True Lies” (1994) von James Cameron spielt Arnold Schwarzenegger einen Geheimagenten, der sich als Computer-Spezialist ausgibt. Seine Frau ahnt davon nichts, was spätestens dann zu Komplikationen führt, als sie sich scheinbar mit einem Gebrauchtwagenhändler einlässt, der sich als Geheimagent ausgibt. Ins Spiel geraten ausserdem eine arabische Terrororganisation sowie eine psychopathische Kunsthändlerin namens Juno Skinner.
Der grossartig flache Film soll uns als Ausgangslage für tiefer gehende Fragen dienen (aber nicht, dass Flachheiten nicht auch möglich wären!). Denn als Architekten werden wir darauf getrimmt, dass es immer um die ganze Wahrheit geht und man sich nicht verbiegen darf. Einzelne Persönlichkeiten, aber auch Bücher und Filme nähren diese Vorstellung.
Aber geht es in der Architektur und im Städtebau immer um die Wahrheit? Ist sie denn überhaupt immer klar erkennbar, und wenn ja, woran? Enthüllt sie sich erst nach und nach? Ist es manchmal besser, zu lügen, um ans Ziel zu kommen, oder geht das nie gut? Wie geht man damit um, wenn man selbst belogen werden soll oder sogar belogen worden ist? Wie sind nachträgliche Ver- und Erklärungen der architektonischen Arbeit zu beurteilen?
Der Film stellt uns aber auch die Frage, wie wir uns als Architekten selbst sehen bzw. wie wir von aussen gesehen werden. Sind wir Geheimagenten im Computerverkäufer-Gewand, Autoverkäufer, die sich als Geheimagenten ausgeben, psychopathische Kunsthändlerinnen oder am Ende gar belogene Hausfrauen, die schliesslich Blut lecken und sich zur Agentin wandeln?