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Die Al Sabah Familie ist schon seit über 250 Jahren die Königsfamilie von Kuwait. Die Al Sabah Familie bzw. Kuwait ist schon seit 120 Jahren mit der britischen Elite verbündet. Das Familienvermögen wurde auf 360 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle).
Der Staat Kuwait ist nur halb so gross wie die Schweiz. Trotzdem belegt Kuwait aktuell Platz 5 auf der Liste der Länder mit den grössten bekannten Ölreserven (Quelle). Es ist also sehr viel Öl auf kleinem Raum. 2019 belegte Kuwait Platz 6 der weltweit grössten Ölexporteure (Quelle). Die Währung des Landes ist der Kuwait-Dinar, der die wertvollste Währung der Welt ist.
Sabah bin Jaber (circa 1700-1762) war der Begründer der Familiendynastie. Er war der erste Herscher der Stadt Kuwait und regierte sie von 1752 bis 1762. Die Stadt gehörte bis dahin zum Osmanischen Reich. Nachdem Sabah bin Jaber dem osmanischen Sultan seine Treue erklärte, durfte er und seine Familie die Stadt selbständig regieren. Das war die Gründung des Scheichtums Kuwait.
Muhammad Al-Sabah (1838-1896) herrschte von 1893 bis 1896 über Kuwait und hielt die Freundschaft zur osmanischen Elite aufrecht. Er lehnte die britische Kolonialelite ab und weigerte sich den Briten den Besitz eines Hafen in Kuwait zu erlauben. Die britische Kolonialelite besass weltweit Häfen und hatte ein globales Netz von Handelsrouten aufgebaut. Muhammad Al-Sabah verbündete sich zudem mit den Osmanen gegen die katarische Königsfamilie, die bereitwillig mit der britischen Kolonialelite kooperierte (Katar stand seit 1868 unter dem Einfluss der Briten). Sein Halbbruder Mubarak Al-Sabah (1837-1915) und weitere Verwandte wollte hingegen die damalige Weltmacht Grossbritannien als Partner. Nachdem sich Muhammad nicht bekehren liess, wurde er von seinen Familienangehörigen eigenhändig ermordet. Daraufhin bestieg der Halbruder Mubarak den Thron.
Mubarak Al-Sabah herrschte von 1896 bis 1915 über Kuwait. Er legte den Grundstein für die britisch-kuwaitische Freundschaft, die bis heute Bestand hat. Er hatte bereits in den 1860er Jahren Kontakte zur britischen Kolonialelite und er lernte Lewis Pelly kennen. Lewis war Offizier der East India Company, welche die wichtigste britische Handelskompanie war. Sein Onkel, der britische Baron John Pelly, war Gouverneur der Bank of England (britische Zentralbank).
Nach seiner Machtübernahme, hielt Mubarak den Kontakt zur osmanischen Elite aufrecht. Diese misstraute ihm aber. Scheinbar zurecht: 1899 schloss Mubarak im Geheimen einen Vertrag mit den Briten, durch den Kuwait de facto zu einem britischen Protektorat umgestaltetet wurde. Im 1. Weltkrieg verbündete sich die Al Sabah Familie mit den Briten gegen das Osmanische Reich. Mubarak wurde mit zwei Orden der britischen Queen Victoria geehrt. Seither haben alle Emire (Könige) von Kuwait mindestens einen Orden von der britischen Königsfamilie erhalten.
Kuwait war noch bis 1961 ein britisches Protektorat und wurde dann zu einer unabhängigen Monarchie. Es war zugleich die Gründung des heutigen Staates Kuwait. Seither hatte das Land acht Premierminister, die neben dem jeweiligen Emir (König) die Regierung führen. Alle acht Premierminister kamen aus der Al Sabah Familie (Quelle).
Trotz der erlangten Unabhängigkeit war die Familie weiterhin mit dem britischen Königshaus verbunden.
Der aktuelle Emir (König) von Kuwait ist Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah (*1929). Dieser kennt Queen Elisabeth II. und ihren Mann Philip (Quelle) sowie Prinz Charles (Quelle). Er hat auch Kontakt zur spanischen Königsfamilie (Quelle 1, Quelle 2).
Der Premierminister Nasser Al-Sabah (*1940) besuchte die Queen bei ihrem 60 jährigen Jubiläum der Thronbesteigung. Es waren 58 Könige zu Gast (Quelle).
Mindestens 10 Prinzen aus der Al-Sabah Familie waren an der britischen „Royal Military Academy Sandhurst“, die wohl elitärste Militärakademie der Welt. Alle Königsfamilien der ölreichen Monarchien schicken einzelne Söhne nach England an diese Akademie. Vermutlich erlernen sie dort Kenntnisse über Kriegsführung sowie Verwaltung und Kontrolle von Militär und Geheimdiensten. Neben vielen britischen Adligen waren fast alle Königsfamilien der Welt an der Akademie vertreten. Hier eine Liste der bemerkenswerten Absolventen. Auch Emir/König Saad Al-Salim Al-Sabah (1930-2008) besuchte die Akademie (Quelle).
Enge Verbündete der Al Sabah Familie sind die Königsfamilien von Saudi-Arabien, Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Jordanien. Enger diplomatischer Kontakt besteht zudem zu den Königsfamilien von Katar und Bahrain. All diese Länder waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts britische Kolonien/Protektorate (Quelle). Alle diese Länder, bis auf Jordanien, sind reich an Erdöl. Alle diese Länder gehören zur Arabischen Liga, die vermutlich einflussreichste internationale Organisation der arabischen Elite. Alle diese Königsfamilien haben Kontakt zu der britischen Königsfamilie und teilweise auch zu anderen europäischen Königsfamilien. Neben diplomatischen Treffen gibt es auch gegenseitige Besuche auf Hochzeiten und Beerdigungen.
Ich glaube die europäischen und die arabischen Königsfamilien sind sich einig, dass die Monarchien in den ölreichen Staaten erhalten bleiben sollen und die arabischen Monarchen im Interesse der Rohstoff-Elite über das Öl wachen sollen. Die arabischen Monarchen erhalten dafür Schutz (beispielsweise wurde Saddam Hussein erst nach dem Angriff auf den kleinen Ölstaat Kuwait international geächtet). Die Staaten Katar, Kuwait und Bahrain sind kleiner als die Schweiz und wären im Kriegsfall auf Schutz angewiesen, den sie sicherlich auch bekommen würden.
Heute führen mehrere arabische Königsfamilien Staatsfonds, die teilweise dreistellige Milliardenbeträge verwalten. Der erste Staatsfonds der Welt war die „Kuwait Investment Authority“ und wurde 1953 von der kuwaitischen Regierung gegründet (Quelle).
2020 war die „Kuwait Investment Authority“ der viertgrösste Staatsfonds der Welt und verwaltete ein Vermögen von 592 Milliarden Dollar, von dem ein grosser Teil aus dem Ölgeschäft stammt (Quelle). Der Fonds hält Anteile an fast allen der grossen Unternehmen (inklusive Banken) in Kuwait und ist oft Hauptaktionär. Die „Kuwait Investment Authority“ ist inzwischen weltweit aktiv. Zurzeit ist sie mit 6.80% am deutschen Automobilkonzern Daimler beteiligt.
Der Staatsfonds untersteht dem kuwaitischen Finanzministerium. Ahmad Al Abdullah Al Sabah (*1952) und Salem Abdulaziz Al Sabah (*1951) leiteten das Finanzministerium. Salem war Gouverneur der kuwaitischen Zentralbank, stellvertretender Premierminister und im Vorstand des Staatsfonds. Ahmad war auch Ölminister und Vorsitzender der Burgan Bank, die 2019 die zweitgrösste Bank Kuwaits war. Die Familie besetzt noch viele weitere Positionen in der kuwaitischen Politik und Wirtschaft. Die Familie führt zur Zeit auch den Vorstand der Kuwait Projects Company (Quelle) , eines der grössten Unternehmen Kuwaits, das im Nahen Osten und Nordafrika aktiv ist. Die Hauptgeschäftsbereiche sind Finanzdienstleistungen, Medien und Immobilien.