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Der 100-Meter-Wolkenkratzer im Zentrum Neapels ist natürlich nicht zu übersehen. Der Bau der Società Cattolica Assicurazioni überragt die Altbauten um ihn herum um ein Mehrfaches. Und doch haben die Architektin Stefania Filo Speziale und ihre Partner Carlo Chiurazzi sowie Giorgio Di Simone 1956 bis 1958 eine Lösung gefunden, wie sich der Bau in die Umgebung einfügen kann: Ein an der Schmalseite angedockter Vorbau nimmt die Masse der umliegenden Häuserreihe auf.
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Die Moderne in Neapel kann, im Gegensatz etwa zu den zum Teil brutalistischen Bauten in Mailand, schlicht übersehen werden. Allen diesen Bauwerken sei die Haltung gemein, sich auf die Stadt zu beziehen, sagte Umberto Napolitano, Co-Kurator der Ausstellung, am Mittwoch an einer Medienführung. Die Schau fusst im Übrigen auf einem Buch, das er mit dem Pariser Büro LAN (Local Architecture Network) herausgegeben hat.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeit von 1930 bis 1960, während der viel Neues gebaut wurde in der Stadt. Da ist natürlich der Faschismus, der hier so viel weniger protzig daherkommt als anderswo. Und da sind die Bauten der Nachkriegszeit, die weder reine architektonische Selbstverwirklichung noch Monumente der Renditevermehrung sind.
Die Ausstellungsmacher haben eine treffende Lösung gefunden für die schwierige Aufgabe, Stadtentwicklung in einem Museum auf eine sinnliche Art zu zeigen. Natürlich sind da die Fotografien der 16 Bauten, die herausgegriffen wurden. Aber auf für Laien schwierig zu lesende Pläne und Konstruktionszeichnungen wurde verzichtet.
Dreidimensionale Abbildungen
Herausragende Elemente der Ausstellung sind filigrane, minutiös den Originalen nachempfundene reliefartige Modellausschnitte der Bauten und vor allem der immer wieder verblüffenden Fassadengestaltung. Mit diesen dreidimensionalen Abbildungen lassen sich Details mithin der Wert, den die Architektinnen und Architekten auf Details gelegt haben, sehr gut nachempfinden.
Eines der verblüffenden Details dieser Ausstellungen ist die Gegenüberstellung zweier dreidimensionaler Fassadendarstellungen eines Sozialbaus der Nachkriegsjahre 1946 bis 1947. Die eine Darstellung zeigt den Urzustand des Baus, die zweite, den Zustand mit all den von den Bewohnerinnen und Bewohnern vorgenommenen Änderungen im Verlauf der Zeit. Es scheint, dass man sich zwei unterschiedlichen Bauten gegenübersieht.
Flankiert werden diese Architekturbetrachtungen durch Filme, welche die Stadt und vor allem ihre Bewohnerinnen und Bewohner trefflich vor Augen führen.
Die Ausstellung "Napoli Super Modern" im Schweizerischen Architekturmuseum S AM in Basel läuft bis 21. August.