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Wer im Reinraum oder im ESD-Bereich Handschuhe tragen muss, kann mit dem Problem einer Handschuh-Allergie konfrontiert sein. Vielen bekannt ist etwa eine Latexallergie, die manche beim Tragen von Latexhandschuhen erleiden. Welche Symptome bei einer Allergie gegen Handschuhe auftreten, welche Alternativen es insbesondere zu Latexhandschuhen gibt und welche Handschuh-Allergien noch existieren, erfahren Sie in diesem Artikel.
Eine Handschuh-Allergie kann aufgrund von verschiedenen Stoffen hervorgerufen werden, die in den Handschuhen enthalten sein können, darunter Latex. Es kann aber bei allen Handschuhmaterialien auch eine nicht-allergische irritative Kontaktdermatitis auftreten, also eine Hautentzündung durch Irritation. Im Grunde kann es beim Tragen von Handschuhen – je nach Material – zu drei verschiedenen Reaktionen kommen:
Die nicht-allergische irritative Kontaktdermatitis entsteht etwa durch Chemikalien, die bei der Handschuhproduktion verwendet wurden, den Puder beziehungsweise Endotoxine, die aus der Zufuhr des Produktionswassers stammen. Folgende Symptome können bei der nicht-allergischen irritativen Kontaktdermatitis vom Handschuhtragen unter anderem verursacht werden:
Die allergische Kontaktdermatitis kann durch Vulkanisationsbeschleuniger, Weichmacher, Stabilisatoren, Antioxidanten, Biozide, Konservierungsmittel, Prozessbeschleuniger und andere Stoffe, die sich in oder an den Handschuhen befinden, verursacht werden. Auch Latex selbst kann eine allergische Kontaktdermatitis auslösen.
Wer Latexhandschuhe verwendet und allergische Reaktionen erleidet, ist also möglicherweise gar nicht auf den Latex allergisch, sondern auf den in den Handschuhen enthaltenen Weichmacher, Vulkanisationsbeschleuniger oder andere Stoffe. Weichmacher und Vulkanisationsbeschleuniger kommen aber auch in Nitrilhandschuhen vor. Bei einer Allergie gegen Vulkanisationsbeschleuniger kann man jedoch spezielle Nitrilhandschuhe nutzen, die keine solche Beschleuniger enthalten.
Folgende Symptome können bei einer Kontaktallergie etwa gegen Vulkanisationsbeschleuniger unter anderem auftreten:
Vinylhandschuhe können sowohl bei einer Latexallergie eine Alternative zu Latexhandschuhen darstellen als auch eine Alternative zu Handschuhen, in denen Vulkanisationsbeschleuniger enthalten sind. Allerdings sind in Vinylhandschuhen in der Regel Weichmacher enthalten, etwa Phthalate, die ebenfalls zu allergischen Reaktionen führen können, und zwar unter anderem mit folgenden Symptomen:
Bei einer Naturlatex-Allergie handelt es sich um eine Allergie gegen Latex-Proteine, weshalb man hier auch von einer Protein-Allergie spricht. Diese Allergie kann sogar zu einem anaphylaktischen Schock führen, der im schlimmsten Fall tödlich endet.
Folgende Symptome können sich bei einer Naturlatex-Allergie (Protein-Allergie) unter anderem zeigen:
Gerade im Reinraum-Bereich waren Latexhandschuhe weit verbreitet. Für Allergiker gegen Latex sind diese Handschuhe jedoch ein grosses Problem. Heute gibt es mit den immer häufiger genutzten Nitrilhandschuhen aber eine Alternative zu Latexhandschuhen, da Allergien gegen Nitril seltener sind und dieser künstlich hergestellte Synthesekautschuk mittlerweile zu erschwinglichen Preisen produziert wird.
Lesen Sie auch unseren Artikel «Nitrilhandschuhe vs. Latexhandschuhe – warum der Trend zu Nitril geht».
Da manche allergische Reaktionen beim Tragen von Nitrilhandschuhen – wie bereits angesprochen – auf die darin enthaltenen Vulkanisationsbeschleuniger zurückzuführen sind, sollte man darauf achten, dass keine solchen Vulkanisationsbeschleuniger im jeweiligen Nitrilhandschuh enthalten sind. Zu den Vulkanisationsbeschleunigern – auch Akzeleratoren genannt – gehören etwa Aldehyde-Amine, Benzothiazole, Dithiocarbamate, Dithiophosphate, Guanidine, Mercaptobenzothiazol, Paraphenylenediamine, Thiazole, Thiocabamyl Sulfenamide, Thirourea und Thiurame.
Folgende Nitrilhandschuhe sind vulkanisationsbeschleunigerfei:
Im Falle einer Hautirritation bei der Verwendung von gepuderten Handschuhen kann auch zunächst versucht werden, puderfreie Handschuhe zu nutzen. Denn der Puder kann Reaktionen im Rahmen der nicht-allergischen Kontaktdermatitis, der allergischen Kontaktdermatitis und der Latexallergie (Protein-Allergie) auslösen. Im Übrigen kann Puder über die Raumluft inhaliert werden und dadurch allergische Symptome auslösen oder verstärken.
Wer bereits weiss, dass er eine Latexallergie hat, etwa wegen einer ärztlichen Diagnose, oder wer eine Latexallergie vermutet, sollte weder gepuderte noch puderfreie Latexhandschuhe verwenden. Denn eine allergische Reaktion auf Latex kann – wie bereits erwähnt – zu einem anaphylaktischen Schock führen, der im schlimmsten Fall tödlich enden kann.
Wenn Sie weitere Hilfe bei der Auswahl der richtigen Handschuhe benötigen, können Sie sich mit unseren Ansprechpartnern vom abovo-Onlineshop in Verbindung setzen.
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