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Machen wir uns einmal bewusst, dass es eine Zeitepoche ohne Zahlen gab. Bewusstsein, Denk- und Lebensweise waren für uns unvorstellbar anders als heute. Abmachungen wurden nicht mittels Kalender und Uhr vereinbart, sondern anhand des Sonnen- oder auch Mondstandes. Für die meisten der heutigen Generation sind Zahlen blosse Ziffern zum Rechnen. Doch Zahlen haben einen kosmischen Ursprung, denn sie entstammen dem Universum, der göttlichen Schöpfung. Sie wurden vor ca. 4’500 Jahren durch die Sumerer eingeführt, welche grossartige Mathematiker und Begründer der Astrologie waren. Diese haben „die Zeitspanne eines Sonnenumlaufs“ (1 Jahr) in 12 Abschnitte (Monate) eingeteilt, entsprechend dem Tierkreis. Weiter den Tag in 2 mal 12 Stunden und den Kreis in 360 Grad (30 mal 12). Dies geschah zum besseren Verständnis und diente auch zur Vorausberechnung bestimmter Himmelsereignisse wie zum Beispiel Sonnen- oder Mondfinsternisse.
Auch wenn wir schon seit ca. 2 Jahrtausenden nach dem Dezimalsystem rechnen, zählen wir immer noch bis 12, um erst ab der drei-zehn auf den Zehner zu wechseln (nicht nur in deutscher Sprache). Die 12 ist auch die einzige Zahl, die einen Namen erhielt: Dutzend, resp. Gros für 144 (12×12).
Um auch die Wochentage verständlicher zu gestalten, wurden diese benannt. Zu mesopotamischen Zeiten waren 7 Planeten von Merkur bis Saturn (der letzte von Auge sichtbare) bekannt. Mit eingeschlossen sind, wie in der Astrologie üblich, Sonne und Mond. Was also lag näher, als diese Namen auf die Wochentage zu übertragen.
Der römische Kaiser Konstantin (Februar um 285 bis Mai 337n.Chr.) übernahm dieses nach astrologischem Prinzip gestaltete Wochen-System und beschloss, dieses auf den römischen Kalender zu übertragen. Er machte den ersten Tag der Woche zum Ruhetag; dieser sollte auch der Huldigung an die Schöpfung dienen. Dies geschah am Konzil von Nicäa im Jahre 325. Dieses neue römische System wurde mit kleinen Änderungen fast überall in Westeuropa übernommen.
Besser nachvollziehbar sind die Namen der Wochentage in einer dem Lateinischen (römischen) verwandten Sprache.
Der Sonntag als 1. Tag und Neubeginn der Woche ist der strahlenden (dominanten) Kraft der Sonne zugeordnet. (Solis = Domenica, Dimanche)
Der Mon(d)tag bekam den Namen des Mondes (Lunar = Lunedi, Lundi).
Der Dienstag ist benannt nach dem Mars, dem römischen Kriegsgott. (Martis =, Martedi, Mardi). Der germanische Kriegsgott heisst Ziu (auch Tiu genannt). Daraus leitet sich der Dienstag ab.
Merkur, der Götterbote und Vermittler wichtiger Botschaften ist Namensgeber des Mittwochs (Mercuri = Mercoledi, Mercredi). Im Wortteil „Mitt“ ist der Ursprung des Namens noch zu erkennen, jedoch aus Unkenntnis der Herkunft wurde dieser Tag als Wochenmitte (miss-)verstanden.
Der Donnerstag ist dem Jupiter geweiht (Jovis = Giovedi, Jeudi). Dieser jüngste Sohn des Saturni wurde auf den Thron des Olymps erhoben und herrschte fortan als Zeus über Regen, Blitz und Donner.
Am Freitag werden wir an die Liebesgöttin Venus erinnert (Veneris = Venerdi, Vendredi). Die nordgermanische Liebesgöttin heisst Freya, daraus leitete sich der deutsche Name für diesen 6. Tag der Woche ab.
Bleibt noch der Samstag und der Saturn (Saturni = Sabato, Samedi). Er ist der Ordnung und der vollbrachten Taten gewidmet.
Saturn steht in der Astrologie nebst der Ordnung und Strukur, Handlungen und Grenzen auch für die Zeit. Der griechische Name für Saturn ist Chronos. Daraus abgeleitet und im Zusammenhang mit der Zeit kennen wir z.B. Chronologie, Chronometer, Chronograph.