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| Opferzahl steigend - Schwer beschädigte Infrastruktur

Gegenwärtig leben 367'141 Menschen in 2'300 Evakuierungszentren. Die Zahl in den Zentren schwankt von Tag zu Tag, denn einige Menschen kehren in ihre Häuser zurück oder werden von Freunden aufgenommen. Rund 21'000 Menschen sind erneut aus der von der Katastrophe betroffenen Gebieten weggezogen. Auffallend ist, dass die noch in den zerstörten Gebieten Zurückgebliebenen meisten ältere Leute sind. In Natori, Miayagi, mussten 600 Leute evakuiert werden, davon rund 70% ältere Personen.
Die Nationale Polizei meldet, dass bisher 8'199 Menschen als tot registriert wurden. 12'722 Personen werden weiterhin vermisst. Die Regierung nimmt an, dass das Unglück über 20'000 Opfer gefordert hat.
Weiterhin stehen 150'000 km2 Landfläche oder 38% der vom Tsunami überschwemmten Gebiete noch unter Wasser. Aus 62% der überschwemmten Landfläche ist das Wasser abgeflossen. In den Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima sind 190 km der insgesamt 300 km Uferbefestigungen entlang der Küste zerstört oder schwer beschädigt worden. 130'000 Infrastrukturobjekte wurden durch den Tsunami beschädigt, davon sind 14'600 komplett zerstört. Mehr als 1'360 Strassen, 48 Brücken und drei Eisenbahnlinien wurden weggespült.
713'000Menschen in 452'000 Haushalten sind weiterhinohne Strom. 2,3 Millionen Menschen in 938'000 Haushalten leben ohne Wasserversorgung.
Nach dem Hauptbeben vom 11. März 2011 wurden 262 weitere Erdstösse mit einer Magnitude über 5,0 registriert. Das M 9,0 Erdbeben hat die Halbinsel Ojika, Miyagi, 5,3 m südostwärts verschoben und dabei 1,2 m abgesenkt.
Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi machen die Sicherungsarbeiten leichte Fortschritte. In den von der Feuerwehr unter dem Einsatz ihres Leben gekühlten Reaktorblöcken scheint sich die Sicherheitslage zumindest nicht wesentlich zu verschlimmen. Ernste Sorgen bereitet weiterhin der Reaktorblock 3, wo sich in den Brennstäben auch sehr giftiges Plutonium befindet. Im Innern des Reaktors 3 stieg zunächst der Druck wieder an.
Quelle: OCHA Regional Office for Asia Pacific, 20. März 2011 (Text: RAOnline)