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Australien ist eine der führenden Nationen, wenn es um den Schutz der Antarktis geht. Während sich nun die internationale Organisation zum Schutz der antarktischen Gewässer ab heute in Hobart trifft, hofft Australien, dass in diesem Jahr ein Meeresschutzgebiet der Ostantarktis in ihre Liste der Errungenschaften zum Schutz des Südpolarmeeres aufgenommen wird. Dabei könnte eine kürzlich veröffentlichte Studie über die Bedeutung von Krill im globalen Kohlenstoffkreislauf eine bedeutende Rolle spielen.
Die Leiterin der australischen Delegation bei der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), Gillian Slocum, sagte, die Organisation habe seit ihrer Gründung im Jahr 1982 bedeutende Erhaltungsgewinne erzielt. Der Schlüssel dazu ist eine dramatische Reduzierung der Seevogelsterblichkeit durch Beifang und die nahezu vollständige Beseitigung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei im CCAMLR-Gebiet. «In der Vergangenheit haben Fischereitätigkeiten jedes Jahr mehrere tausend Seevögel wie beispielsweise Albatrosse getötet. Durch die von der CCAMLR eingeleiteten Änderungen der Fangpraktiken ist die Zahl der getöteten Tiere auf rund hundert zurückgegangen, und diese Zahl nimmt weiter ab», sagte Gilian Slocum. «Dank der Bemühungen aller CCAMLR-Mitglieder ist der Fang illegaler Fischerei von mehr als 11,000 Tonnen im Jahr 2001/02 auf null im Jahr 2018/19 gesunken. Ein Schwerpunkt der gegenwärtigen Arbeit der CCAMLR ist die geordnete und vorsorgliche Entwicklung der Krillfischerei, wobei die besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Schätzung der Populationsgrösse und zur Festlegung nachhaltiger Fanggrenzen herangezogen werden.»
Auf der diesjährigen Tagung wird ein Arbeitsplan erörtert, der spezifische Empfehlungen zu einer wichtigen Erhaltungsmassnahme enthält, die vor der Fischereisaison 2021/22 überarbeitet und umgesetzt werden soll. Dies stellt sicher, dass die aktuellsten Daten und Analysen verwendet werden, um sicherzustellen, dass die Krillfischerei weiterhin nachhaltig ist. Gilian Slocum sagte, dass diese Erhaltungsergebnisse auf Konsensvereinbarungen beruhen, deren Entwicklung einige Zeit in Anspruch nimmt. «Sie sind ein Beweis für die Stärke der kollektiven Entscheidungsfindung, die durch die internationale Zusammenarbeit der CCAMLR erreicht werden kann», sagte sie. «Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas, MPAs) haben für Australien weiterhin Priorität. Wir werden weiterhin mit anderen Nationen zusammenarbeiten, um ein repräsentatives System von MPAs im Südpolarmeer zu etablieren.» Australien unterstützt gemeinsam mit der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten den Vorschlag für ein MPA für die Ostantarktis und legt ihn beim diesjährigen CCAMLR-Treffen erneut vor. «Wenn die MPA für die Ostantarktis eingerichtet ist, werden sie markante Tiefseeriffe und Nahrungsgebiete für Meeressäugetiere, Pinguine und andere Seevögel schützen,» meint Gilian Slocum weiter. Das vorgeschlagene MPA würde auch wissenschaftliche Referenzzonen bereitstellen, um das Verständnis der Auswirkungen der Fischerei ausserhalb von Schutzgebieten und der Folgen des Klimawandels für die Ökosysteme des Südlichen Ozeans zu erleichtern.
Gerade die Krillfischerei wird dieses Jahr wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen. Denn diese Woche empfahlen Wissenschaftler, die globale Bedeutung von antarktischem Krill im globalen Kohlenstoffkreislauf besser zu untersuchen. Die Arbeit, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications erschienen ist, zeigt, dass Krill in der biogeochemischen Pumpe von Kohlenstoff und anderen Nährstoffen eine wichtigere Rolle einnimmt als bisher angenommen. Daher plädieren die Wissenschaftler, verstärkt sich der Frage der Menge an Krill im Südpolarmeer und seinen Auswirkungen auf die biologischen und geochemischen Prozesse in der Antarktis und global zu widmen. Die Hauptautorin der Arbeit, Dr. Emma Cavan vom Imperial College in London erklärt: «Dadurch, dass antarktischer Krill Phytoplankton frisst und Kohlenstoff und nährstoffreiche Kügelchen ausscheidet, die auf den Meeresboden sinken, sind die Krebstiere ein wichtiger Teil des Kohlenstoffkreislaufes und ein Hauptmitwirkender bei der Düngung des Ozeans mit Eisen und anderen Nährstoffen.» Da das Südpolarmeer global eine der grössten Kohlenstoffsenken ist, aber gleichzeitig die Informationen über den Anteil, den Krill an dieser Senke bildet, unbekannt sind, sollte die CCAMLR diese Überlegungen in die Entscheidung über die Krillfischerei miteinfliessen lassen. «Die Ökosysteme des Südpolarmeeres und die chemischen Prozesse sind hoch komplex und nur wenig bekannt. Unsere Wissenslücken über das Ausmass der Auswirkungen von Krill auf den Kohlenstoffkreislauf, sind bedenklich, weil die Krillfischerei die grösste in der Region ist,» sagt Dr. Cavan.
Mehr zum Thema Krill und Kohlenstoff findet ihr hier.
Quelle: Australian Antarctic Division / British Antarctic Survey