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Der Begriff: «Littering» ist das unachtsame, achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen am Ort wo sie anfallen.
«Populärer Irrtümer» zum Littering: Sackgebühren oder fehlende Abfalleimer sind keine Ursachen für Littering. Das wurde durch verschiedene Studien mehrfach bestätigt.
«Nur die Jugendlichen littern!» Das stimmt so nicht: Es besteht lediglich eine leichte Tendenz, dass Personen zwischen 15 und 25 etwas häufiger littern als andere Altersgruppen. Littering ist kein Minderheitproblem, sondern wird von der gesamten Gesellschaft verursacht (seecon GmbH, 2008)
Abfallfraktionen: Take-Away- und Getränke-Verpackungen (Abfälle aus «fliegender Verpflegung»), aber auch Zigaretten und Gratiszeitungen werden hauptsächlich gelittert.
Etwa 30% des unterwegs anfallenden Abfalls wird gelittert und auch Gemeinden und Städte ohne Sackgebühr haben Littering-Probleme.
Stückzahlen: Auf ein Jahr gesehen entstehen durch fliegende Verpflegung gut 470 Mio. Abfallstücke im öffentlichen Raum, welche zum grössten Teil auch dort entsorgt werden (korrekt oder gelittert). Etwa 210 Mio. Abfallstücke werden durch Zeitungen, Flyer und Broschüren erzeugt (Stand 2005). Die Zahl der restlichen Materialien beläuft sich auf ca. 160 Mio. Stück. Insgesamt erzeugt die fliegende Verpflegung also rund 50 bis 55% der Abfallstücke, Zeitungen und Flyer rund 25% und die restlichen Gebinde etwa 20% (Quellen: seecon GmbH, 2008, Litteringstudie der Universität Basel, 2004/2005, IG DHS, 2003). Diese Zahlen beinhalten keine Zigaretten. Obwohl Masse und Auffälligkeit von Zigaretten im Vergleich zur fliegende Verpflegung weniger von Bedeutung sind, stellen sie auf Ebene der Stückzahl aber den grössten Littering-Anteil dar.
Ökologie: Einmal gelitterte Materialien lassen sich in der heutigen Handhabung kaum mehr trennen. So werde wertvolle Ressourcen wie Glas, Karton, Kunststoffe oder Aluminium nicht in den Stoffkreislauf zurückgeführt und dem Recycling entzogen.
Kosten: Die Beseitigung gelitterter Abfälle verursacht gegenüber der Entsorgung von Abfalleimer-Abfällen und den Abfällen aus Haushalten überproportionale Kosten.
Kosten: Drei Viertel der littering-bedingten Reinigungskosten in der Schweiz von CHF 190 bis 200 Mio. Franken pro Jahr entfallen auf die Gemeinden und Städte. Urbane Grosszentren tragen fast die Hälfte dieser Rund CHF 144 Mio. Franken.
Kosten: Esswaren- (Take-Away) und Getränkeverpackungen sorgen in Gemeinden im öffentlichen Raum für mehr als die Hälfte der gesamten littering-bedingten Reinigungskosten, dicht gefolgt von Zigaretten.
Vergleich zur kommunalen Entsorgung: Etwa CHF 85 Franken (durchschnittliche Nettokosten) pro Kopf und Jahr kostet uns die Entsorgung von Abfällen aus Haushalten im Kanton Zürich (Kehricht und Separatsammlung, Stand: 2010). Mit dem Littering kommen etwas weniger als CHF 20 Franken pro Kopf und Jahr dazu. Das heisst: die relativ hohen Mehrkosten von rund einem Fünftel tragen im Moment die Steuerzahler.
Saubere Veranstaltungen: Was an öffentlichen Veranstaltungen und Grossanlässen eingeübt und vorgelebt wird ist prägend für unser individuelles (Freizeit-)verhalten und den Umgang mit öffentlichen Räumen. Veranstaltungen, die Abfall vermindern und Littering eindämmen, erhalten ein positives Image und sind bei immer mehr Städten, Gemeinden und Sponsoren im Trend. Als einfache und wirksame Prinzipien gegen die Abfallflut haben sich bei vielen Anlässen das Mehrwegsystem und die Minimierung der Verpackungen bei Esswaren durchgesetzt.
Das AWEL steht seit 2005 mit der Lancierung des Künstler-Mehrwegbechers hinter Mehrweg-Lösungen und unterstützt saubere Veranstaltungen.