Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03107.jsonl.gz/506

In der Schweiz soll auf Basis von Zielen und Indikatoren ein Monitoring-System für die Erhaltung und Nachhaltige Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL) aufgebaut werden. Eine Arbeitsgruppe der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Kulturpflanzen (SKEK) hat in den vergangenen Monaten einen Entwurf für solche Ziele und Indikatoren erarbeitet. Dieser Entwurf von Zielen und Indikatoren wird den Mitgliedern der SKEK und weiteren Beteiligten zugestellt, um kritische Kommentare einzuholen. Auf Basis dieser Konsultation werden die Ziele und Indikatoren definiert und 2022 zum ersten Mal überprüft.
Hintergrund
Das Monitoring der Erhaltung und der Nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL) mittels Zielen und Indikatoren, ist wichtig um Trends zu erkennen, für die Frühwarnung vor dem Verlust der genetischen Vielfalt und für die Planung von Massnahmen. Nur wenn wir wissen, wie es um die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von PGREL in der Schweiz steht, können wir die richtigen Massnahmen ergreifen um die Vielfalt zu sichern.
In der Schweiz beschränkt sich das jährliche Monitoring bisher auf ein Ziel mit einem Indikator. Im Rahmen der Umsetzung der Sustainable Development Goals in der Schweiz wurde folgendes Ziel definiert: «Die Landwirtschaft erhält und fördert die einheimische genetische Vielfalt für Ernährung und Landwirtschaft, einschliesslich der wilden Verwandten der landwirtschaftlich genutzten Arten. Damit trägt sie wesentlich zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von einheimischen Sorten landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und von Schweizer Nutztierrassen bei.». Im Rahmen des Monet-Indikatorensystems wurde für dieses Ziel folgender Indikator gesetzt:
«Anzahl pflanzengenetischer Ressourcen (Akzessionen) in der Nationalen Datenbank für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der PGREL.»
In den Umweltzielen Landwirtschaft wurde dann ebenfalls ein Ziel zur Agrobiodiversität definiert:
«Die Landwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von einheimischen Sorten landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und von Schweizer Rassen. Sie erhält und fördert die genetische Vielfalt von einheimischen wildlebenden Verwandten der Kulturpflanzen, von einheimischen Wildpflanzen, die für Ernährung und Landwirtschaft genutzt werden, sowie von anderen einheimischen, schwerpunktmässig auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche vorkommenden wildlebenden Arten.» Zur Messung dieses Ziels gibt es jedoch kein Indikatorensystem.
Auf internationaler Ebene hat die "Commission on Genetic Resources for Food and Agriculture" der FAO für die Umsetzung des Globalen Aktionsplans drei Ziele (Erhaltung, Nachhaltige Nutzung und Insititutionen/Human Capacities) und 63 Indikatoren definiert. Diese werden, wenn auch lückenhaft, ebenfalls in der Schweiz im Rahmen der Berichterstattung an die FAO sporadisch erhoben.
An der Jahresfachtagung der SKEK im November 2020 wurde die Thematik vorgestellt und diskutiert. In der Diskussion herrschte der Tenor, dass bezüglich Monitoring (Ziele und Indikatoren) in der Schweiz noch Defizite bestehen und dass die SKEK sich dieser Aufgabe, gemeinsam mit Partnern, annehmen soll. Der Vorstand der SKEK hat daraufhin die Gründung einer Arbeitsgruppe[1] beschlossen. Zu Beginn der Arbeit wurde festgelegt, dass man sich bei der Arbeit auf pflanzengenetische Ressourcen beschränkt und als Ausgangslage die Ziele und Indikatoren der FAO benutzen wird.Die Resultate der Arbeitsgruppe liegen nun vor und Ihre Meinung wird benötigt!
Ihre Meinung ist gefragt!
Hier finden Sie eine Excel-Tabelle mit den drei allgemein formulierten Ziele und 16 Indikatoren zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Nutzpflanzendiversität. Die meisten davon wurden von der FAO übernommen und teilweise an die schweizerischen Bedingungen angepasst.
Die Indikatoren gliedern sich in drei Ziele: Erhaltung, nachhaltige Nutzung, institutionelle und menschliche Kapazitäten. Es wäre denkbar zu einem späteren Zeitpunkt auch für die einzelnen Indikatoren quantitative Ziele zu formulieren. Um die Arbeit für die Erhebung der Indikatoren im Rahmen zu halten, ist die jetzige Anzahl eher an der oberen Grenze. Es sollen schlussendlich eher weniger als die im Entwurf vorgeschlagenen 16 Indikatoren sein. Zu einzelnen Indikatoren sind auch offene Fragen vermerkt. Es ist nicht Sinn dieser Umfrage diese Fragen zu klären (dies muss dann spätestens vor der ersten Datenerhebung 2022 gemacht werden). Doch können Sie gerne Ihre Meinung dazu äussern, wenn Sie dies möchten.
[1] Mitglieder der Arbeitsgruppe Nutzpflanzendiversität in der Schweiz: Beate Schierscher-Viret, Agroscope; François Meienberg, ProSpecieRara; Jodok Guntern, Forum Biodiversität Schweiz; Waltraud Kugler, SAVE-Foundation; Felix Jähne, GZPK; Tizian Zollinger, Zollinger Gemüse; Niklaus Bolliger, Pomaculta; Bettina Hänni, Agroscope; Agnès Bourqui und Maximilian Jacobi, SKEK.
Am besten lernt man mit allen Sinnen – sehen, fühlen, riechen und schmecken Sie die Fruchtsorten...MORE
Rechte für Bäuerinnen und Bauern sind eine essenzielle Grundlage für eine umweltverträgliche und...MORE