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Armutsniveau in Europa blieb laut EU-Studie während Pandemie stabil
Höchster Anstieg im Vereinigten Königreich, Einkommensungleichheit ging insgesamt zurück
Brüssel (ots)
Das Armutsniveau in der EU ist nach den vorläufigen Ergebnissen einer neuen Studie im Zeitraum 2019-2020 stabil geblieben - trotz der durch die Pandemie ausgelösten schweren Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrisen. Allerdings ist dabei zwischen Ländern und verschiedenen Bevölkerungsgruppen eine ausgeprägte Heterogenität zu beobachten.
Laut der Studie The Geography of COVID, durchgeführt von dem auf regionale Analysen spezialisierten europäischen Kooperationsprogramm ESPON, ist der Prozentsatz der von Armut gefährdeten Personen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie um durchschnittlich 1,21% gesunken.
Die größte Veränderung bei der Anzahl an Familien mit Einkommen unterhalb der Schwelle zum Armutsrisiko verzeichnete das Vereinigte Königreich, mit einem geschätzten Anstieg von 85,4%.
Es folgten Island (32,6%), Deutschland (25%) und Lettland (9,9%).
In diesen Ländern führte die Gesundheitskrise zu einer Zunahme der Armut.
Die Forscherinnen und Forscher betonten, dass etwa die Hälfte der Nicht-EU-Staaten deutliche Unterschiede zu den Werten vor der Pandemie verzeichneten.
In Italien waren die Regionen Basilikata, Friaul-Julisch Venetien und die Emilia-Romagna am stärksten betroffen, gefolgt von der Lombardei, der Toskana, Molise und Sardinien.
Dank der Unterstützung und den von den Regierungen während der Pandemie ergriffenen Maßnahmen sei die Einkommensungleichheit in den europäischen Ländern sogar gesunken.
Wie der Studienbericht erklärt, hätte die Krise ohne Unterstützung die Gruppen mit niedrigem Einkommen noch härter getroffen und zu ernsten Konsequenzen für die schwächsten Bevölkerungsgruppen und zu deutlicheren Unterschieden innerhalb der Länder geführt. Die größten Ungleichheiten sind innerhalb eines Landes, zwischen Städten und Regionen zu beobachten gewesen.
Den Forscherinnen und Forschern zufolge lässt sich dies dadurch erklären, dass die Verantwortung für die Sozialpolitik in vielen Ländern bei den regionalen Regierungen liege. Diese hätten daher spezifische Interventionen auf lokaler Ebene implementiert, um den ärmsten Familien zu helfen und die Auswirkungen der Krise abzumildern - insbesondere durch direkte finanzielle Unterstützung oder andere Maßnahmen zur Steigerung der Kaufkraft.
Pressekontakt:
Nikos Lampropoulos
Press and Media Project Expert
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www.espon.eu