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Es gibt etliche Mutmassungen um den rätselhaften Tod des berühmten Erfinders Rudolf Diesel. Sie reichen bis hin zu der Theorie, Diesel sei von Staats wegen umgebracht worden. Aber auf einen Umstand sind bis jetzt nur wenige gekommen...
Nämlich die Frage aufzuwerfen, was der verehrte Herr denn eigentlich bei seiner letzten Abendmahlzeit auf der Schiffspassage von Antwerpen nach Harwich zu sich genommen hat, bevor er sich von den Mitreisenden verabschiedete und zu seiner Kabine begab, ohne je dort einzutreffen. Wobei es weniger darum geht, was er an Speisen verzehrt, sondern vielmehr darum, was ihm an Getränken verabreicht worden ist.
Hatte er womöglich einen über den Durst getrunken? So etwas mögen einige gewiefte Gastronomen erwogen haben, wobei sie gewisse Getränkemischungen mit seinem Namen in Verbindung brachten. So zum Beispiel jenen Mix aus Cola und Bier, den sie «Diesel» nannten, weil er farblich an den für Dieselmotoren geeigneten Kraftstoff erinnerte. War es am Ende so ein Mix, der ihn umgehauen hat?
Manche Kneiper scheuten sich allerdings, Diesel mit Diesel gleichzusetzen und zogen den Ausdruck «Moorwasser» vor. Andere bezogen sich auf die Stadt, in der sie das Gesöff mit ihrem Spezialbier «Alt» gemixt ausschänkten und nannten es «Krefelder». Wieder andere boten es als «Schmutz», «Dünnpfiff» oder gar als «Schweinebier» an. Lediglich Gastwirte aus der Wetterau belies-sen es bei der fast anmutig wirkenden Bezeichnung «Gestreiftes», während die Saarländer «Gespritztes» dazu sagen. Etwas weniger galant kann man das finden, was sich in französisch sprechenden Teilen der Schweiz eingenistet hat und als «Mazout» in mancher Beiz gereicht wird. Das heisst nämlich übersetzt «Heizöl».
Zu Verwechslungen könnte «Kalter Kaffee» führen. Denn weder mit einem Kännchen kaltem noch heissem Kaffee dürfte sich Herr Diesel umgebracht haben. Allenfalls mit der Flüssigkeit, die im Rheinland «Kalter Kaffee» heisst und gleichfalls nichts anderes als Bier mit einem Schuss Cola darstellt. Oder war es gar «Schwuchtel», der ihm den Garaus machte? Hinter Schwuchtel verbirgt sich Kölsch mit Apfelschorle. Und - last not least - hinter «Drecksack» Kölsch mit Cola.
Dagegen spricht allerdings, dass man von all diesen Mischungen schlechterdings betrunken werden kann. Zumal in kleineren Mengen genossen nicht. Dazu waren sie, den Alkoholanteil betreffend, einfach nicht hochprozentig genug.
Die wahrscheinlichste Variante des ungeklärten Todes ist jedoch die, dass unser legendärer Erfinder zu sehr dem Kowalsky vertraut hat. Nein, nein, ein Herr Kowalsky hat Diesel nicht im Auftrag des deutschen Kaisers ermordet! Mit Kowalsky ist gar kein Mann gleichen Namens gemeint. So nennt sich eine Mischung aus Bier und Schnaps, und die könnte dem Herrn Diesel im Dusel nicht bekommen sein, so dass er seine Kabine nicht erreichte. Sondern dass eine immens hohe Drehzahl zur Selbstzündung geführt und ihn willenlos schwankend über Bord gespült hat.
Moral: Hütet euch vor Kowalsky! Diesel ist nur halb so gefährlich.