Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03585.jsonl.gz/714

herausmodelliert. Der Name Tschingellochtighorn(tschingel = «gürtelförmige,
lange Felswand»; lochtig = schriftdeutsche Endung -lach, also «ähnlich»)
bedeutet «einen Berggipfel, der zwar keine langgestreckten Felswände aufweist,
aber doch etwas mit einem
Tschingel gemein hat durch seine massigen Felsenkolosse, die verhältnismässig nur kurze Ausläufer
haben»
(Jos. Leop. Brandstetter).
(Kt. Uri und Graubünden).
Etwa 2785 m. Auf der Siegfriedkarte
«Im Fad» genannter, aber nicht kotierter
Uebergang in der Düssistockkette zwischen den Strahligen
Stöcken (2933 und 2910 m) und den
Tschingelstöcken (2841, 2877 und 2851 m);
Der Führer durch die UrnerAlpen des
A. A. C. Zürich
sagt folgendes: «„Im
Fad“ nennen die Jäger und Strahler des
Maderanerthales ein Rasenband in der südl. Steilwand von Punkt 2841 m
(der
Tschingelstöcke); für eine Firnlücke hat dieser Name weder Sinn noch Berechtigung. Es wird daher der Name Tschingellücke
vorgeschlagen, da eine andre Benennung nicht existiert.»
Der
Tschingelpass ist schon seit langer Zeit bekannt und begangen gewesen und soll schon am von
Polier de
Bottens zu Pferd überschritten worden sein, welche Nachricht aber wohl mit Vorsicht aufzunehmen ist.
(Kt. Uri
und Graubünden).
2841, 2877 und 2851 m.
Drei schuttbedeckte flache Graterhebungen in der Düssistockkette zwischen den
Strahligen
Stöcken und dem
Stotziggrat. Können vom Hotel S. A. C. im
Maderanerthal, von Hinterbalm und
der Alp Cavrein über den
Resti-Tschingelfirn ohne grosse Schwierigkeiten bestiegen werden, bieten aber kein besonderes Interesse.
In den Felsspalten des
Weisshorns und Tschirpen findet man Potentilla caulescens und auf dem
Schiefer Campanula cenisia.
Der Tschirpen ist leicht zu ersteigen und wird von den
Aroser Kurgästen öfters
besucht.
Hauptdolomit, obere Rauhwacke, Schichten des Rät und Muschelkalk setzen den Gipfel zusammen.
Aber der Muschelkalk
der
SO.-Seite liegt in überschobener Stellung direkt auf dem Hauptdolomit. Im
Aelpli wie auf der
NW.-Seite des
Stockes folgt
der Hauptdolomit unmittelbar auf kristallinen Schichten.
(Kt. Graubünden,
Bez. Albula).
2748-2006 m. Zusammen mit dem Hochthälchen
Mulix Zweigast des linken Seitenthals
der
Albula, das sich beim Sommerdörfchen
Naz (1745 m) 4 km oberhalb
Bergün zum Hauptthal öffnet. Die Spaltung in die beiden
Thalzweige findet in der Alp
Mulix (2006 m) 1,2 km oberhalb
Naz statt. Von hier greift Tschitta in westl.,
Mulix in südl. Richtung in die
Piz d'Errkette hinauf. Beide eröffnen interessante Einblicke in eine grossartig-wilde und
schöne Bergwelt.
Das zwischen dem
Piz d'Aela der
Bergünerstöcke und den
Bergen der
Piz d'Errkette verlaufende Hochthälchen ist von hohem landschaftlichen
Reiz und imposanter Grösse der Felsgestaltung. Für den Botaniker und Entomologen bietet es grosse Seltenheiten. In botanischer
Beziehung sind zu nennen: Chaerophyllum Villarsii, Laserpitium Gaudini, Cerinthe alpina, Heracleum sibiricum,Phyteuma Halleri, Achillea macrophylla (in
Rots);
Primula viscosa und P. muretiana;
Pedicularis recutita, P. tuberosa, P.incarnata, P. atrorubens und P. Vulpii, Coeloglossum albidum und C. viride (auf Falô).
Auch der Geologe findet in Tschitta
reichste Anregung und namentlich überraschende Verhältnisse in der Tektonik der Schichten. Während
das Thälchen in graue, grüne und rote Bündnerschiefer,
Haupt- und Arlbergdolomit eingeschnitten ist, sitzen an den
Gräten
und Gipfeln der
S.-Seite und teilweise auch an den
Tschimas da Tschitta¶
mehr
triadische Kalke auf grünem Granit der Errgruppe; an den untern Thalhängen folgen sie unter demselben.