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Im Dezember 2019 unterschrieben die Provinzen New Brunswick, Ontario und Saskatchewa eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit, um die Entwicklung und den Einsatz von SMR in Kanada gemeinsam voranzubringen. Alberta schloss sich im April 2021 den drei Provinzen an.
Bereits im März 2021 hatten vier öffentlichen Energieversorger die Machbarkeitsstudie «Feasibility of SMR Development and Deployment in Canada» präsentiert. Die Energieversorger sind Bruce Power (Ontario), NB Power (New Brunswick), Ontario Power Generation (OPG, Ontario) und SaskPower (Saskatchewan). Als weiteren Schritt veröffentlichen die Regierungen der vier Provinzen ein Jahr darauf, am 28. März 2022, ihren Strategieplan «A Strategic Plan for the Deployment of Small Modular Reactors».
Kanada mit emissionsarmer Energie versorgen
Gemäss Strategieplan sind fortgeschrittene SMR eine sichere und zuverlässige Energiequelle, die Strom und Wärme liefert. Sie seien zudem emissionsarm, würden zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen und die Dekarbonisierung Kanadas unterstützen. Das im Projektverlauf erworbene Technologiewissen könnte weltweit vermarktet werden.
Der Strategiebericht hält fünf anzugehende Schwerpunktbereiche bei der Entwicklung und dem Einsatz von SMR in Kanada fest:
- Durch das frühzeitige Einführen von SMR und das Fördern von drei separaten Projekten, die sowohl netzgebundene als auch netzunabhängige Anwendungen abdecken, soll Kanada eine technologische Vorreiterrolle einnehmen und Weltmarktführer für SMR werden.
- Ein starker regulatorischer Rahmen für die Kernenergie soll gefördert werden, der sich auf die Gesundheit und Sicherheit von Bevölkerung und Umwelt konzentriert und gleichzeitig angemessene Kosten und Fristen gewährleistet.
- Zusagen der Bundesregierung zur finanziellen und politischen Unterstützung neuer SMR-Technologien sollen sichergestellt werden. Diese führen zu enormen wirtschaftlichen Vorteilen im ganzen Land und tragen zum Erreichen der Emissionsreduktionsziele bei.
- In Zusammenarbeit der Provinzen mit der Bundesregierung, den Kernkraftwerkbetreibern und der Entsorgungsorganisation NWMO soll ein fundierter Plan für die Entsorgung radioaktiver Abfälle aus SMR ausgearbeitet werden.
- Es werden Möglichkeiten zum Beteiligen indigener Gemeinschaften und zum Einbezug der Öffentlichkeit geschaffen.
Verschiedene SMR-Technologien sollen umgesetzt werden
«Da SMR ein breites Spektrum an Leistungsstufen, Auslegungen, technologischen Reifegraden und Anwendungsmöglichkeiten abdecken, haben die Energieversorger drei verschiedene SMR-Projektvorschlägen entwickelt», heisst es im Strategieplan. Die Machbarkeitsstudie aus 2021 habe gezeigt, dass diese Projektvorschläge kommerziell und technisch umsetzbar seien. Die folgenden SMR-Projektvorschläge bilden die technologische Basis des Strategieplans:
Projekt 1: Ein SMR im Netzmassstab mit 300 MW soll bis 2028 am neuen SMR-Standort in Darlington in der Provinz Ontario gebaut werden. Im Dezember 2021 wählte die Betreiberfirma OPG den Reaktorhersteller GE Hitachi Nuclear Energy mit seinem kleinen Siedewasserreaktor BWRX-300 als Technologieentwicklungspartner aus. Standortvorbereitungsarbeiten haben bereits begonnen. Ebenfalls sollen in der Provinz Saskatchewan zwischen 2034 und 2042 bis zu vier 300-MW-SMR realisiert werden und der erste davon bis 2034 in Betrieb gehen.
Projekt 2: Zwei fortschrittliche SMR der Generation IV sollen in New Brunswick entwickelt und am Standort des Kernkraftwerks Point Lepreau eingesetzt werden. ARC Clean Energy will seinen ARC-100 (einen natriumgekühlten schnellen Reaktor mit einer Leistung von 100 MW) bis 2029 betriebsbereit haben. Bis Anfang der 2030er-Jahre will zudem Moltex Energy seinen 300-MW-Stable Salt Reactor – Wasteburner (SSR-W) und sein System zur Rückgewinnung ausgedienter Brennstoffe am Standort Point Lepreau in Betrieb nehmen.
Projekt 3: Mikroreaktoren sind primär als Ersatz für Dieselgeneratoren in abgelegenen Gemeinden und Bergwerken ausgelegt, können aber auch zum Erzeugen von Heizwärme genutzt werden. Entwicklung und Einsatz von Mikroreaktoren sollen vorangetrieben werden, und zwar von Global First Power – einem Joint Venture der OPG mit der Ultra Safe Nuclear Corporation (USNC) – sowie von Bruce Power in Zusammenarbeit mit der Westinghouse Electric Company. Geplant ist der Einsatz von Demonstrationsanlagen in Kanada Mitte der 2020er-Jahre. Global First Power plant den Bau des 5-MW-Mikroreaktors MMR in den staatlichen Chalk River Laboratories in Ontario und will diesen im Jahr 2026 in Betrieb nehmen.
Der Strategieplan enthält auch Massnahmen, die den Provinzen dabei helfen zu entscheiden, ob sie die SMR-Pläne weiterverfolgen können und wollen. Als Entscheidungsgrundlage dienen detaillierte Planungsarbeiten, die durchgeführt werden müssen. Zudem werden die Provinzregierungen Projektrisiken und die Vorteile von SMR gegeneinander abwägen.
Kanada als weltweites Vorzeigebeispiel
Der Plan der vier Provinzen ist ambitioniert, die Beteiligten wie Todd Smith, Energieminister von Ontario, geben sich aber zuversichtlich und selbstbewusst: «Wir wissen, dass die Welt auf uns schaut, wenn es um SMR geht, und ich bin zuversichtlich, dass unser Ruf als globales Kompetenzzentrum für SMR noch stärker werden wird. Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen auf der Suche nach erschwinglicher, zuverlässiger und sauberer Energie sind, werden SMR unseren Vorteil im Bereich der sauberen Energie ausbauen und uns dabei helfen, neue Investitionen zu sichern, die in unserer gesamten Provinz Arbeitsplätze schaffen werden.»
Quelle
B.G. nach Regierungen der Provinzen Alberta, New Brunswick, Ontario und Saskatchewan, Medienmitteilungen, 28./29. März 2022
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