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Chronologischer Überblick über die Entstehung der drei Embleme der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung
1864: Verabschiedung der Ersten Genfer Konvention zur Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde. Das Rote Kreuz auf weissem Grund wird als Schutzzeichen für Spitäler, Ambulanzen und Sanitätspersonal in bewaffneten Konflikten völkerrechtlich anerkannt. Das Emblem wurde in Anlehnung an die weisse Parlamentärflagge und in farblicher Umkehrung der Schweizer Flagge gewählt. Es war wichtig, dass das Symbol einfach, von weit her erkennbar, allen bekannt und einheitlich genutzt werden konnte. Dem Kreuz wurde keine religiöse Bedeutung zugeordnet.
1876: Im russisch-türkischen Krieg verwendet das osmanische Reich den Roten Halbmond auf weissem Grund. Andere muslimische Staaten folgen diesem Beispiel im Laufe der Jahre. Zudem entscheidet sich das Persische Reich für den Roten Löwen mit Sonne auf weissem Grund.
1929: Der Rote Halbmond und der Rote Löwe mit Sonne werden neben dem Roten Kreuz als Schutzzeichen völkerrechtlich anerkannt (Überarbeitung der Genfer Konventionen)
1949: Die Genfer Abkommen werden nach dem zweiten Weltkrieg überarbeitet und in ihrer heutigen Form verabschiedet. Darin werden auch das Rote Kreuz, der Rote Halbmond und der Rote Löwe mit Sonne als Schutzzeichen bestätigt (GK I, Art. 38). Die diplomatische Konferenz lehnte den Antrag des Staates Israel, den Roten Davidstern (Magen David Adom) als weiteres Emblem anzuerkennen, mit knapper Mehrheit ab. Hauptgrund dafür ist die starke religiöse Symbolik des Davidsterns.
1980: Die Islamische Republik Iran verzichtet auf die Verwendung des Roten Löwen mit Sonne und nimmt stattdessen den Roten Halbmond an. (Sie behält sich jedoch ein Rückgriffsrecht vor.)
1992: Die Debatte um die Embleme geht nach der Entscheidung von 1949 weiter. Einige Hilfsgesellschaften wollten den Roten Halbmond und das Rote Kreuz gemeinsam benutzen und der Staat Israel und die israelische Hilfsgesellschaft beharrten weiterhin auf die Nutzung des roten Davidsterns als Schutzzeichen. Dadurch war es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz nach den Statuten der Bewegung nicht möglich, die israelische Hilfsgesellschaft als Teil der Bewegung anzuerkennen. Es wurde deshalb vorgeschlagen, ein vollständig neutrales, neues und zusätzliches Emblem zu schaffen. Zu diesem Zweck wird 1999 eine Arbeitsgruppe gebildet. Der daraus hervorgehende Vorschlag, ein Roter Kristall auf weissem Grund als weiteres Schutzzeichen zu etablieren, wurde 2005 an einer diplomatischen Konferenz der Vertragsstaaten der Genfer Konventionen verhandelt.
2005: Mit der Verabschiedung des dritten Zusatzprotokolls zu den Genfer Konventionen im Dezember 2005 wird der Rote Kristall als drittes Schutzzeichen beschlossen. Die Möglichkeit im Innern des Roten Kristalls ein zusätzliches Symbol zu platzieren, löst verschiedene Emblem bezogene Probleme der Bewegung*. Der Staat Israel und die israelische Hilfsgesellschaft Magen David Adom haben sich mit dieser Lösung ebenfalls einverstanden erklärt.
2006: An einer ausserordentlichen Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Konferenz wurden die Statuten der Bewegung entsprechend angepasst (Embleme gemäss Genfer Konventionen und ihren Zusatzprotokollen). Nach Anerkennung durch das IKRK kann der Magen David Adom durch die Generalversammlung der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften als Mitglied aufgenommen werden.
2007: Das Dritte Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen tritt in Kraft und schliesst den Prozess der Schaffung des dritten Schuttzeichens – dem Roten Kristall – ab. (Der Rote Löwe mit Sonne ist immer noch völkerrechtlich anerkannt, wird aber faktisch nicht mehr genutzt.)
* Eine Nationale Gesellschaft, die sich für den Roten Kristall entschieden hat, kann in ihrem Hoheitsgebiet zu Kennzeichnungszwecken in den Roten Kristall eines der völkerrechtlich anerkannten Schutzzeichen oder eine Kombination davon einfügen. Zudem hat sie das Recht, ein anderes Zeichen einzufügen, sofern dieses vor der Verabschiedung des dritten Zusatzprotokolls tatsächlich verwendet und den Vertragsstaaten der Genfer Konventionen und dem IKRK gemeldet worden war. Im Inland darf die Nationale Gesellschaft sogar nur das zusätzliche Zeichen verwenden auch wenn dieses kein völkerrechtlich anerkanntes Schutzzeichen ist. Das einzige Beispiel hierfür ist der von der israelischen Nationalen Gesellschaft Magen David Adom genutzte Rote Davidstern.