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- Der tschechische Milliardär Petr Kellner ist bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen.
- Der 56-Jährige galt als reichster Tscheche.
- Zum Unglück kam es bereits am Samstag bei einer Helikopter-Skitour nahe dem Knik-Gletscher in Alaska, wie US-Behörden mitteilen.
Ministerpräsident Andrej Babis und der Sprecher von Präsident Milos Zeman, Jiri Ovcacek, kondolierten der Familie Kellner und zeigten sich schockiert. Es sei eine «unwahrscheinliche Tragödie», so Babis. «Der Präsident der Republik schätzte Petr Kellner für seine geschäftlichen Erfolge und bedauert seinen tragischen Tod zutiefst», twitterte Ovcacek.
Beim Absturz starben vier weitere Menschen, darunter der Pilot. Die Ursache ist noch unklar. Die Beisetzung Kellners werde im engsten Familienkreis erfolgen, berichtete die Agentur CTK unter Berufung auf eine Sprecherin seiner Investmentgruppe PPF.
Auf die Frage, wie Kellner zum reichsten Mann Tschechiens wurde, meint SRF-Korrespondentin Sarah Nowotny: «Das kommt darauf an, wen man fragt: unsaubere Geschäfte sagen die einen, gute Beziehungen die anderen.» Das erste sei Spekulation, das zweite klar: «Kellner hatte so gute Beziehungen in der tschechischen Politik, dass er nach dem Ende des Kommunismus die grösste staatliche Versicherung privatisieren durfte.»
Immer wieder hiess es: Tschechien sei zu nett zu China, um Kellners Geschäften nicht zu schaden.
Und er habe später so gute politische Beziehungen zur chinesischen Politik gehabt, dass er als erster Ausländer in China Kredite an Private vergeben durfte. «Immer wieder hiess es: Tschechien sei zu nett zu China, um Kellners Geschäften nicht zu schaden.»
Das Magazin «Forbes» schätzte Kellners Vermögen auf umgerechnet knapp 15 Milliarden Euro. PPF ist neben der EPH-Gruppe zu 50 Prozent an dem Lausitzer Braunkohleförderer Leag beteiligt. Weitere Beteiligungen sind das Kreditunternehmen Home Credit, das vor allem in Russland und China aktiv ist, die Medienfirma CME mit dem Privatfernsehsender Nova und der Onlinehändler Mall.cz.
Der am 20. Mai 1964 in Nordböhmen geborene Kellner hatte mit dem Verkauf von Kopiergeräten begonnen. Er hinterlässt vier Kinder, darunter die international erfolgreiche Springreiterin Anna Kellnerova.
Steve Jobs Tschechiens oder Lord Voldemort?
In Tschechien galt Kellner als rätselhafte Figur. Dies bestätigt auch Nowotny: «Seine Angestellten nannten ihn Lord Voldemort wie den Gegenspieler des Zauberlehrlings Harry Potter.» Kellner sei selten öffentlich aufgetreten – und Handwerker, die auf seinem Grundstück zu tun hatten, hätten eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben müssen.
Im Kellner-Konzern PPF war sein Geist allgegenwärtig, weiss Nowotny. Er habe seinen Angestellten die Vorgabe gegeben: «Ihr sollt den Gewinn alle paar Jahre verdoppeln!» Tschechische Medien verglichen Kellner als Chef mit dem Apple-Gründer Steve Jobs.
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