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Die Gründung des Champagnerhauses wird auf das Jahr 1776 in Reims datiert. Der britische Champagner-Spezialist Tom Stevenson merkt allerdings an, dass die wirklichen Anfänge des Hauses Roederer bei der Champagnermarke Dubois Père et Fils zu suchen sind, die dem Onkel von Louis Roederer, Nicolas-Henri Schreider, gehörte. Er stellte seinen Neffen im Unternehmen 1827 ein und vererbte es ihm bei seinem Tod 1833 schliesslich. Der benannte das Haus und die Marke in Louis Roederer um und startete eine Kampagne, die dem Champagner sowohl in den USA als auch in Russland zu erheblicher Popularität verhalf.
Nach dem Tod Louis Roederers im Jahre 1870 übernahm sein Sohn Louis Roederer II. die Geschäfte. Sein Vater hatte es geschafft den jährlichen Umsatz von 100.000 Flaschen auf 700.000 zu steigern. Louis Roederer II. erreichte im Jahr 1872 die fantastische Zahl von 2.500.000 Flaschen,
Wie auch sein Vater, so schaffte es Louis Roederer II. den Zarenhof in Russland für seinen Champagner zu begeistern. Eine Anekdote aus der turbulenten Endphase der Monarchie in Russland verweist hierbei auf eine besondere Flasche aus klarem Glas, die speziell für den Zar Alexander II. verwendet wurde, damit Giftbeimischungen eventuell erkennbar gewesen wären. 1876 wurde dieser Champagner in klarer Flasche und ohne Einbuchtung am Boden erstmals an den Zaren ausgeliefert. Der Verzicht auf die Einbuchtung am Boden beruhigte die Zarenfamilie, denn so verschwand ein kleiner Raum, der sich zum verstecken einer Sprengladung angeboten hätte.
Bereits 1880, im Alter von gerade einmal 34 Jahren, verstarb Louis Roederer II. und hinterliess seiner Schwester Léonie und ihrem Ehemann Jacques Olry das Champagnerhaus. Auch Léonie Olry verstarb nur wenige Jahre später und gab so das Haus an ihre Kinder Louis-Victor und Léon Olry weiter. In ihren letzten Stunden bat sie die Söhne noch, den Namen Roederer an ihren eigenen anzufügen und so weiter am Leben zu erhalten.
Die neuen Herren des Hauses Roederer wurden schließlich mit allerhand Problemen konfrontiert. Der erste Weltkrieg und die Russische Revolution vernichteten auf einen Schlag ihren grössten Absatzmarkt Russland. Übrig blieben unbeglichene Rechnungen und ein riesiger Lagerbestand an viel zu süssem Champagner, den außer den Russen niemand wirklich haben wollte.
Hinzu kam die Prohibition in Amerika und der Börsencrash von 1929, der die Absatzzahlen von Louis Roederer in Amerika und Europa erheblich sinken liess.
1932, nach Léon Olry-Roederers Tod, übernahm seine Witwe Camille Olry-Roederer die Geschäfte und bewerkstelligte es, das Champagnerhaus wieder zurück in die Champagner-Spitzengruppe zu bringen. Sie führte das Haus über 40 Jahre und ist ein weiterer Beleg dafür, dass grosse Champagner und engagierte sowie geschäftstüchtige Witwen scheinbar Hand in Hand gehen.
Rebsorte:
40% Pinot noir, 40% Chardonnay und 20% Pinot Meunier
Vinifikation:
in Eichenfässern gereifte Weine der drei Rebsorten der Champagne, die aus verschiedenen von Louis Roederer ausgewählten Crus stammen. Er reift 3 Jahre im Keller und mindestens 6 Monate nach dem Dégorgement.
Degustationsnotiz Gaumen:
Ausgewogenheit zwischen Jugendlichkeit und Reife, Verführung und Charakter, Frische und Weinigkeit – der Brut Premier ist ein entfalteter und strukturierter, eleganter und energischer Assemblagewein mit einzigartigen Vibrationen. Strukturiertes Gerüst, absolut weinige Reichhaltigkeit und Länge. Er ist komplett, komplex, modern und kraftvoll zugleich und doch stets ein großer Klassiker
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