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Für die Reduzierung des Herbizideinsatzes im Ackerbau und die Verbesserung der Wirksamkeit alternativer Bekämpfungsmethoden werden neue Methoden und Tools entwickelt. Eine Bestandsaufnahme.
Aktuell wird den Landwirten empfohlen, bei der Unkrautbekämpfung in verschiedenen Kulturen «Bekämpfungsschwellen» anzuwenden: Bei Überschreitung einer bestimmten Unkrautdichte wird davon ausgegangen, dass die Kosten für die Herbizidanwendung geringer sind als die zu erwartenden Einbussen durch Ernteausfälle. Diese Methode erlaubt es, die Schädlichkeit einzelner Unkrautarten abzuschätzen, aber es ermöglicht keine nachhaltige und optimale Bekämpfung der gesamten Unkrautflora. Dazu müssen präventive und kurative Massnahmen für die jeweilige Kultur und über die gesamte Fruchtfolge zum Einsatz kommen, basierend auf dem Grundsatz des integrierten Pflanzenschutzes. Die Umsetzung dieser Massnahmen erfordert neue Entscheidungshilfen, die andere Kriterien als nur die Unkrautdichte berücksichtigen, und eine Unkrautbekämpfung mit so wenig Herbiziden wie möglich erlauben.
Geeignete alternative Indikatoren
Neue Indikatoren wurden bereits entwickelt. Diese werden zurzeit in der Forschung angewandt, um die Schädlichkeit von Unkräutern besser einschätzen zu können. Die aussagekräftigsten Indikatoren sind der Zeitraum des Auflaufens der Unkräuter im Vergleich zum Kulturstadium, sowie Bodenbedeckung und Biomasse der Unkräuter insgesamt und pro Unkrautart. Die Schwierigkeit besteht darin, diese Indikatoren in der Praxis einfach und zuverlässig zu messen. Die Forschungsgruppe Herbologie Ackerbau von Agroscope entwickelt aktuell eine Methode, mit der das Volumen der Unkräuter visuell geschätzt wird. Eine Verfeinerung der Methode mit neuen Bildanalyseverfahren ist vorgesehen.
Nächster Schritt: Entwicklung von Modellen
Der nächste Schritt bei der Entwicklung von Entscheidungshilfen für Landwirte ist die Konzipierung von Modellen für eine nachhaltige Unkrautbekämpfung. Das vom INRAE entwickelte Modell FLORSYS ermöglicht es Wissenschaftlern schon heute, den Effekt verschiedener Anbausysteme auf die Unkrautdynamik und den Ertrag in einer virtuellen Parzelle über mehrere Jahre zu evaluieren. Derzeit wird daran gearbeitet die Ergebnisse dieses Modells in ein einfach und schnell anzuwendendes Tool zur Entscheidungshilfe für die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren.
Fazit
- Die «Unkraut-Bekämpfungsschwellen» sind nützlich, um die Schädlichkeit einzelner Unkrautarten abzuschätzen, aber sie ermöglichen keine nachhaltige und optimale Bekämpfung der gesamten Unkrautflora.
- Die Unkrautdichte allein ist kein aussagekräftiger Indikator für die Schädlichkeit von Unkräutern: Es gibt andere Indikatoren und es werden Methoden entwickelt, um diese in der Praxis anwenden zu können.
- Die Modellierung der Effekte von Anbausystemen auf Unkrautflora und Erträge bildet die Grundlage der Entwicklung leistungsfähiger Entscheidungshilfe-Tools.
Wissenschaftlicher Artikel
Nachhaltige Unkrautbekämpfung: auf dem Weg zu neuen Methoden und Tools