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Tätigkeitsbereiche
Abklärung
Eine logopädische Abklärung ist dann angezeigt, wenn sich die Eltern Sorgen bezüglich der Sprachentwicklung ihres Kindes machen und/oder wenn ein Kind in einem oder mehreren der folgenden Bereiche auffällt:
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Was wird in der logopädischen Abklärung geprüft?
Vor jeder logopädischen Therapie findet eine ausführliche Abklärung statt.
Deren Ergebnisse dienen als Grundlage für die Festlegung der Therapieziele, der Therapiemethode und der Therapieschwerpunkte.
Die Erstabklärung soll folgende Fragen beantworten:
Wie sind die kommunikativen Fähigkeiten des Kindes entwickelt?
Wie versteht das Kind Sprache?
Wie kann es sich sprachlich ausdrücken?
Welche Ursachen könnten den Schwierigkeiten zugrunde liegen?
Welche Auswirkungen und welche Bedeutung hat die Sprachauffälligkeit für das Kind und seine Bezugspersonen? Welche auf seine schulische Entwicklung?
Sind Spezialuntersuchungen anderer Fachpersonen nötig (z.B. genaue Abklärung des Gehörs, der Augen oder der Motorik)?
Nach der Erstabklärung führt die Logopädin mit den Eltern ein beratendes Gespräch. Gemeinsam wird das weitere Vorgehen festgelegt. Folgende Massnahmen sind möglich:
Beratung der Eltern und Lehrpersonen
Kontrollen zur Beobachtung der weiteren Entwicklung des Kindes
Regelmässige Therapie
Keine weiteren logopädischen Massnahmen
Weiterleitung an andere Fachstellen
Die sprachlichen Fähigkeiten spielen in der kindlichen Entwicklung eine Schlüsselrolle, vor allem für die geistige und soziale Entwicklung des Kindes sowie später für die schulische Laufbahn.
Bei Spracherwerbsstörungen ist die Früherkennung und allfällige Therapie im Alter von 2 bis 3 Jahren zentral. Dadurch können sekundäre Probleme (wie z.B. Aggressionen, Verweigerung der Kommunikation, Rückzugsverhalten) vermieden oder zumindest vermindert werden.
Ein Hinweis auf eine Störung im Spracherwerb kann sein, wenn das Kind mit 2½ Jahren nur einzelne Wörter spricht und grosse Mühe hat, seine Bedürfnisse und Gedanken sprachlich mitzuteilen.
Das Sprachverständnis ist die Grundlage der Kommunikation. Kinder verstehen schon einfache, alltägliche Äusserungen, bevor sie die ersten Wörter sprechen. Wenn ein Kind Fragen häufig mit «Ja» beantwortet, ohne entsprechend zu handeln, kann dies auf ein verzögertes und unsicheres Sprachverständnis hinweisen. Diese Kinder verstehen Anweisungen ausserhalb des alltäglichen Geschehens kaum oder nur ungenau. Sie interessieren sich auch mit drei Jahren noch kaum für Geschichten und Bilderbücher, weil sie den Zusammenhängen nicht folgen können.
Wortschatz- und Wortfindungsprobleme können sich in folgenden Beobachtungen zeigen: Das Kind hat Mühe, Dinge oder Tätigkeiten differenziert und korrekt zu benennen. Es sucht oft und lange nach dem richtigen Wort. Das Kind benutzt häufig so genannte Passe-partout-Wörter, wie z.B. «machen» für verschiedene Handlungen oder «Ding» anstelle des treffenden Wortes.
Bereits im Alter von vier Jahren sollte der Grammatikerwerb weitgehend abgeschlossen sein. Ein vierjähriges Kind kann sich also schon in ganzen und korrekten Sätzen ausdrücken. Umstände und Zusammenhänge kann es erkennen und in Nebensätzen ausdrücken.
Wenn ein Kind in diesem Alter falsche oder keine Artikel verwendet und die Wortreihenfolge im Satz umstellt, kann dies auf einen verzögerten Grammatikerwerb hinweisen. Das Kind sagt zum Beispiel: «Papa mit Auto wegfahren.» statt «Papa fährt mit dem Auto weg.»
Wenn ein dreijähriges Kind schwer verständlich spricht, ist eine logopädische Abklärung sinnvoll. Wenn nur die Aussprache der Laute S, Z, X, R oder SCH betroffen ist, kann bis zum Kindergartenalter zugewartet werden.
Die mangelnde Steuerung und Kraft der Lippen- und Zungenmuskulatur ist eine mögliche Ursache bei Kindern, die Auffälligkeiten in der Aussprache zeigen. Viele dieser Kinder haben eine offene Mundhaltung. Dadurch hat die Zunge eine falsche Ruheposition und ist zu schlaff. Die offene Mundhaltung führt zudem zu einer gewohnheitsmässigen Atmung durch den Mund, was die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten erhöht.
Wenn ein Kind falsch schluckt, indem es die Zunge beim Schlucken gegen oder zwischen die Zähne presst, wird die Zahnstellung negativ beeinflusst. Dies kann zum einen die korrekte Aussprache verunmöglichen und zum anderen eine Zahnkorrektur zur Folge haben. Erfolgt kein mundmotorisches Training mit Korrektur des Schluckmusters, erzielt die Zahnspange nur eine kurzfristige Verbesserung der Zahnstellung.
Es gibt zwei verschiedene Arten von Redeflussstörungen: Das Poltern und das Stottern.
Beim Poltern spricht das Kind zu schnell und verhaspelt sich häufig. Es verschluckt Wortteile, bildet unfertige Sätze und es hat Mühe, ein Erlebnis in sinnvoller Reihenfolge zu erzählen. Wenn diese Kinder bewusst langsam sprechen, verbessert sich der Redefluss.
Beim Stottern wird der Redefluss durch Blockaden, Dehnungen und Wiederholungen von Wort- oder Satzanfängen, Wortteilen oder ganzen Wörtern unterbrochen. Bei starkem Stottern können auch Verkrampfungen im ganzen Körper auftreten. Im Gegensatz zu polternden Kindern nützt es bei stotternden Kindern nichts, wenn man sie zum langsamen Sprechen anhält.
Mutismus ist die Bezeichnung für eine emotional bedingte Störung der sprachlichen Kommunikation. Sie ist gekennzeichnet durch eine andauernde Unfähigkeit, in bestimmten Situationen oder mit bestimmten Menschen zu sprechen, obwohl dies in anderen Situationen gelingt (selektiver Mutismus). In schweren Fällen kann die betroffene Person mit niemandem in sprachliche Kommunikation treten (totaler Mutismus).
Der Verdacht auf eine Stimmstörung besteht dann, wenn die Stimme des Kindes länger als vier Wochen heiser, verhaucht, gepresst, zu laut oder zu leise klingt.
Wenn ein Kind immer durch die Nase oder wie mit einer verstopften Nase spricht, kann eine Störung des Stimmklangs vorliegen (offenes oder geschlossenes Näseln). Ursachen dafür können Polypen, zu grosse Mandeln, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder ein ungenügender Abschluss zwischen Rachen und Nasenraum sein. Falls der Stimmklang eines Kindes auffällt, ist eine ärztliche Abklärung nötig.
Wenn ein Kind im Lesen- oder Schreiben über längere Zeit folgende Auffälligkeiten zeigt, kann eine Lese-Rechtschreibstörung zugrunde liegen:
Wenn ein Kind nur mühsam Lesen und Schreiben lernt und keine Freude daran entwickelt, weil es zu anstrengend ist, empfehlen wir eine genaue Abklärung der Augen.
Spracherwerb
Sprachverständnis
Wortschatz und Wortfindung
Grammatik
Aussprache
Mundmotorik und Schlucken
Redefluss
Mutismus
Stimme und Klang
Schriftspracherwerb
(Lesen und Schreiben)