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Von «Nintendinitis» bis zum «Wii-Knie»: Von Zeit zu Zeit hört man, dass sich Menschen beim Nintendo-Spielen verletzt haben. Niederländische Forscher kommen nun aber zum Schluss, dass solche Vorfälle die Ausnahme sind.
Ist Nintendo-Spielen ein ungefährliches Hobby? Mit dieser Frage hat sich ein niederländisches Forschungsteam auseinandergesetzt - und sie mit «In der Regel schon» beantwortet. Das vierköpfige Team um Maarten B. Jalink von der Universität Groningen hat 38 medizinische Artikel gesammelt und analysiert, die Verletzungen von Nintendo-Spielern thematisieren. Das Ergebnis dieser Metastudie ist jetzt in der Weihnachtsausgabe der medizinischen Fachzeitschrift «The BMJ» veröffentlicht worden.
In den Fachartikeln werden demnach verschiedene Beschwerden erwähnt: Mehrfach taucht der Begriff «Nintendinitis» auf, der Daumen- und Handprobleme beschreibt, die mit dem Bedienen eines Nintendo-Controllers in Verbindung stehen. Nintendinitis ist nicht die erste derartige Wortschöpfung, es gibt auch den «Playstation-Daumen» und das «Space-Invaders-Handgelenk». Ebenfalls ein origineller Begriff: das «Wii-Knie». Darunter fallen Knieverletzungen, die beim Spielen mit der Konsole Wii entstehen, die auch mithilfe von Bewegungen bedient wird. So soll sich etwa eine junge Frau die linke Kniescheibe ausgerenkt haben, während sie per Bewegungssteuerung Tennis auf der Wii spielte und hinfiel.
Welche Verletzungen auftreten, ist den Auswertungen zufolge vor allem davon abhängig, wie ein Spiel gesteuert wird. Traditionelle, verkabelte Controller etwa würden mit Sehnenentzündungen im Daumen assoziiert. Das Hantieren mit dem bewegungsempfindlichen Wii-Controller dagegen könne zu Muskelproblemen führen.
Aus den Fachartikeln erwähnen die Forscher den Fall eines Jungen, der 1991 unter Nackenschmerzen gelitten haben soll - als Folge von nur 30 Minuten spielen mit dem Gameboy. Zwei andere Quellen beschreiben Inkontinenz-Fälle, bei denen insgesamt vier Jungs vergassen, auf die Toilette zu gehen, während sie «Super Mario Bros.» spielten. Eine Frau, die zehn Tage in Folge jeweils sechs bis acht Stunden virtuell Bowling spielte, klagte einem weiteren Bericht zufolge über eine Nervschädigung im Handbereich.
Insgesamt kommt es laut der niederländischen Metastudie aber selten zu Verletzungen beim Nintendo-Spielen - gerade angesichts der Verkaufszahlen der Konsolen, die in die Hundertmillionen gehen. Nintendo-Spielen sei eine vergleichsweise sichere Aktivität, lautet das Studien-Fazit, wenn der Spieler regelmässig Pausen macht und an ungefährlichen Orten spielt. (mbö)