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"Thai-Pillen" sind viel gefährlicher als Ecstasy
Der Konsum kann zum Verlust des Gedächtnisses führen
Medienmitteilungen, fedpol, 17.03.2000
Das Bundesamt für Polizei (BAP) warnt vor Pillen thailändischen Ursprungs (im Milieu "Thai-Pillen" genannt), wie sie in Biel von der Kantonspolizei Bern in grosser Anzahl sichergestellt worden sind.
Erst Laboruntersuchungen verdeutlichten, dass es sich bei diesen erstmals vor zwei Jahren in der Schweiz sichergestellten "Thai-Pillen" nicht wie ursprünglich angenommen um Ecstasy, sondern um Methamphetamin handelte. Methamphetamin wirkt viel stärker und birgt daher ein sehr grosses Gefahrenpotential sowie ein sehr hohes und schnelles Abhängigkeitspotential.
Der Konsum dieser Tabletten kann keinesfalls mit dem Konsum von Ecstasy-Tabletten verglichen werden, sondern muss dem extrem gefährlichen Konsum von Crack (= Kokainkristalle) gleichgestellt werden. Die Symptome des Konsums der Thai-Pillen, die stark nach Vanille schmecken und etwas kleiner als Ecstasy-Tabletten sind, können wie folgt beschrieben werden:
- Das sehr starke Aufputschmittel macht euphorisch, steigert massiv die Aggressivität, führt zu überhöhtem Selbstvertrauen und erhöhter Aufmerksamkeit und gibt dem Konsumenten ein Gefühl von überschäumender Energie.
- Der hohe oder regelmässige Konsum des Rauschmittels führt zu Nervosität, Reizbarkeit und Wahnvorstellungen, was eine plötzliche und unberechenbare Gewaltbereitschaft zur Folge hat.
- Die Wirkung hält zwischen 8 und 24 Stunden an.
- Der Konsum führt zu Appetitlosigkeit, chronischen Schlafstörungen und schlussendlich zu schweren und irreparablen psychischen Störungen und Depressionen.
- Gemäss den derzeitigen medizinischen Erkenntnissen kann der Konsum zu einem teilweisen oder sogar gänzlichen Verlust des Gedächtnisses führen. Die Folge davon ist die Invalidität.
Die Thai-Pillen haben sich in den vergangenen zwei Jahren über die ganze Schweiz flächendeckend verbreitet. Der illegale Markt in der Schweiz ist sehr gross und es muss davon ausgegangen werden, dass bisher mehrere 100'000 Pillen umgesetzt wurden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass diese Pillen im Vergleich zu Ecstasy billiger sind. Die Konsumenten gehören verschiedensten Alters- und Gesellschaftsschichten an.