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Die Neuen in der Liga zeigen allen den Meister. Das Extension-Team aus Las Vegas reitet auf einer unglaublichen Erfolgswelle. 101 Punkte aus bisher 75 Spielen sprechen für sich. Die Golden Knights sind das erfolgreichste Neueinsteiger-Team in der Geschichte des amerikanischen Profisports. Doch wie ist es dazu gekommen? Eine Analyse des Expansion-Draft Verlaufs und verschiedener Saisonverläufe.
Hintergrund
Mit der Neustrukturierung der Divisionen vor Beginn der Saison 2013/14 ergab sich bei der Aufteilung der 30 Franchises ein regionales Ungleichgewicht zwischen der Western und Eastern Conference. Während in der Eastern Conference 16 Teams beheimatet waren, spielten in der Western Conference lediglich 14 Mannschaften.
In der Sommerpause 2015 eröffnete die Ligaleitung der NHL Bewerbungen für ein mögliches Expansion-Franchise, das zur Spielzeit 2017/18 den Spielbetrieb aufnehmen sollte. Neben Las Vegas reichte auch die franko-kanadische Metropole Québec City eine Bewerbung ein. Letztlich setzte sich die Bewerbung von Las Vegas jedoch durch, was die NHL am 22. Juni 2016 bekanntgab. Bereits im März 2016 waren die grundlegenden Abläufe für einen Expansion Draft festgelegt worden.
Der Draft ging wie folgt von Statten: Vegas konnte einen Spieler jedes Teams auswählen. Damit nicht alle Stars selektiert werden, konnte das jeweilige Team eine Liste mit geschützten Spielern einreichen.
Der Grundbaustein
Bei besagtem Draft hat Vegas geliefert. Bei diversen Teams konnte Sportchef George McPhee Deals aushandeln. Vegas selektioniert nicht den Spieler den das andere Team behalten will, dafür bekommen sie zusätzlich zu ihrer Wahl noch einen Bonus.
Florida: Vegas erhielt mit der Wahl von Jonathan Marchessault zusätzlich Reilly Smith von den Panthers und schickte im Gegenzug ein Viertrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2018 nach Florida.
Columbus: Die Golden Knights erhielten für die Wahl von William Karlsson zusätzlich ein Erstrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2017 sowie ein Zweitrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2019. Im Gegenzug übernahmen die Golden Knights den Vertrag von David Clarkson, der aufgrund einer Verletzung mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Spiel mehr absolvieren wird.
Minnesota: Las Vegas erhielt für die Wahl von Erik Haula zusätzlich Alex Tuch und schickte ein Drittrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2017 oder 2018 nach Minnesota.
Anaheim: Vegas erhielt für die Wahl von Clayton Stoner zusätzlich Shea Theodore.
Pittsburgh: Die Golden Knights erhielten für die Wahl von Marc-André Fleury zusätzlich ein Zweitrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2020.
Alleine mit diesen Deals hat sich Vegas zusätzlich zu einem sehr soliden Startgoalie einen Zweitrunden-Draftpick ergattert. Jonathan Marchessault, William Karlsson, Reilly Smith und Erik Haula, vier von Vegas’ Top 5 Punktesammler gehen auch auf diese Deals zurück. Shea Theodore hat zudem am dritt-meisten Eiszeit des Teams.
Eine gute Ausbeute und ein eminent wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Saison.
Der Coach
Doch nicht nur der GM nimmt Einfluss auf das On-Ice-Geschehen: Ein guter Coach ist so wertvoll wie ein Top-Goalgetter. Eben so einen Trainer konnte mit Gerard Gallant verpflichtet werden. Nachdem er die Panthers in der Spielzeit 2015/16 an die Spitze der Atlantic Division geführt hatte, wurde er im November 2016 entlassen.
Nach einem halben Jahr ohne Arbeitgeber wurde Gallant Mitte April 2017 von den Vegas Golden Knights als erster Cheftrainer der Franchise-Geschichte vorgestellt. Wenig später stand er als Assistent von Jon Cooper bei der Weltmeisterschaft 2017 hinter der Bande und gewann dort mit der kanadischen Nationalmannschaft die Silbermedaille.
Auch er ein enorm wichtiger Faktor bei den Knights.
Die Overachiever
Die oben erwähnten Punktesammler haben natürlich ebenfalls Einfluss. Was nützt eine gute Selektion wenn der Auserwählte nicht liefert?
Jonathan Marchessault: 72 Spiele, 24 Tore, 69 Punkte
Der Center hat sein Potential schon oft angedeutet. Doch weder bei Tampa, noch bei Florida kann er sich genug beweisen um unverzichtbar zu sein. Dies trotz einer 30 Tore-Saison in 2016/17.
William Karlsson: 75 Spiele, 39 Tore, 66 Punkte
Der 25-jährige Schwede ist überraschenderweise der beste Torschütze des Teams. Er hat seine bisher beste Punktausbeute (25) bereits mehr als verdoppelt!
Reilly Smith: 66 Spiele, 22 Tore, 60 Punkte
In der Saison 2015/16 hat er bereits einmal 50 Punkte zusammengekriegt.
Trotzdem hat Florida auch ihn aufgegeben.
Im Abschluss lässt sich sagen:
– Florida hat mit der Abgabe von Marchessault, Smith und indirekt auch Gallant eine nicht unerhebliche “Mitschuld” am Erfolg von Vegas.
– George McPhee hat seinen Job mehr als gut erledigt.
– Gerard Gallant hat sein Team im Griff. Sowohl im Powerplay, Penaltykill als auch Shots-for und -against belegt sein Team immer mindestens die Top 13.
Aufgrund dieser und noch mehr Faktoren grüsst Vegas zurecht von der Tabellenspitze!
Bild: Wikimedia Commons