Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03308.jsonl.gz/2441

Eine Ikone des Surrealismus, was man in seiner Bedeutung etwa
„sich gegen traditionelle Normen äussern“ ausdrücken kann.
Diese Kunstbewegung entstand um 1920 vom Dadaismus abgeleitet.
Dass Meret Oppenheim in diese Welt passt, wussten vielleicht unbewusst ihre Eltern schon früh, als sie ihr den Namen wegen Meretlein dem liebreizenden Hexenmädchen aus einem Roman von Gottfried Keller gaben.
Sie wurde in Berlin geboren, die Familie zog dann aber in die Schweiz.
Mit 18 brach sie die Schule ab um in Paris Malerin zu werden. In den 1930er Jahren
eine Ungeheuerlichkeit!
Mit Max Ernst, Hans Arp, Alberto Giacometti findet sie bald Freunde mit gleicher Geisteshaltung und diese Herren waren fasziniert von ihren Arbeiten und luden sie ein im Salon des Surindépendants auszustellen.
In diesen elitären Kreisen von Künstlern, wo auch André Breton und Marcel Duchamp verkehrten, entstanden etliche Kunstobjekte.
Legendär ist ein gefertigter Armreif mit Pelzbesatz, gegen den Pablo Picasso 1936 im berühmtem „Café de Flore“ gestichelt haben soll:
„Man könne wohl alles mit Pelz überziehen.“ „Genau“, soll Oppenheim entgegnet haben, warum nicht auch die Tasse vor mir auf dem Tisch?
„Déjeuner en fourrure (Frühstück im Pelz)“ ist bis heute eine ihrer berühmtesten und wichtigsten surrealistischen Werke.
Ein Leben lang wehrte sich Meret Oppenheim gegen das damals geltende Frauenbild und steht für eine grundlegende „Androgynität des Geistes“
Mit boshaft-witzigen Bildern provoziert sie gerne und treibt die Emanzipation der Frau voran.
„Es sind die Künstler, die träumen für die Gesellschaft“ und sie hat damit nie aufgehört, ungeachtet der weltpolitischen Abgründe in dieser Zeit und der Krieg zwang sie 1937 in die Schweiz zurück zu kehren.
Von Träumen, Mythen und Spielen liess sich Meret Oppenheim schon immer anregen, fand ihre Materialien in der Natur und auf der Strasse.
Sie verbindet unerwartete Elemente zu etwas Neuem und gilt zurecht als Visionärin mit Eigensinn.
Auch sie durchlebte eine längere Schaffenskrise und finanzielle Durststrecke und ihr intensives Schaffen begann erst 1958 wieder.
So kann es einem im Leben ergehen, man darf sich davon aber nicht zu fest beirren lassen und soll Träume mal intensiver mal unbewusster, jedoch stetig weiter verfolgen! Denn jedem seine Zeit wird kommen! <3
Model: Tizi
Fotos: artworks.ds