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Letzten Freitag ist in Panama die 64. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC unter dem Vorsitz des Schweizer Kommisars Bruno Mainini zu Ende gegangen. Zum Bedauern der Schweizer Delegation konnte in der Frage der Quote für den Indigenen-Walfang von Grönland (Dänemark) keine einvernehmliche Lösung gefunden werden; dafür begrüsst man den Wechsel zu einem Zweijahresrhythmus der Tagungen, wie das Bundesamt für Veterinärwesen BVET mitteilte.
Als Hauptgeschäft an der diesjährigen Tagung in Panama galt es, die Quoten für den Walfang der indigenen Völker neu festzulegen. Nachdem die Kommission im Jahr 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang beschlossen hat, sind die Fangquoten für die Indigenen die einzigen Quoten, welche die Kommission periodisch zuteilt. Im Gegenzug müssen die Indigenen nachweisen, dass der Walfang für ihre Ernährung und die Erhaltung der kulturellen Traditionen nötig ist. Der wissenschaftliche Ausschuss muss zusätzlich bestätigen, dass die zugesprochenen Quoten die bejagten Bestände nicht gefährden. Während den Indigenen von Alaska (USA) und Chukotka (Russland) sowie von St. Vincent und den Grenadinen die Quoten für den Walfang für sechs weitere Jahre erteilt werden konnte, gelang dies für Grönland (Dänemark) nicht.
Grönland hatte es versäumt, überzeugend darzulegen, wieso der Status quo der Fangquoten nicht ausreiche und die beantragte Erhöhung nötig sei. Dies hat dazu geführt, dass nach Abschluss der Tagung die Indigenen von Grönland keine Quotenzusicherung für ihren Walfang haben. Wie diese Angelegenheit weiter verfolgt wird, ist nun Gegenstand von politischen Konsultationen.
Die Ablehnung der Schaffung eines Walschutzgebietes im Südatlantik war jedoch absehbar. Dieser Vorstoss ist seit mehreren Jahren umstritten und erreichte in der Abstimmung die nötige ¾-Mehrheit nicht.
Für eine Überraschung sorgte zudem Südkorea: Das Land kündigte offiziell an, künftig wissenschaftlichen Walfang betreiben zu wollen. Jeder Mitgliedstaat des internationalen Walfangübereinkommens kann einen entsprechenden Antrag stellen. Zentral ist, dass beim wissenschaftlichen Walfang die Tiere nicht getötet, sondern andere Analysemethoden eingesetzt werden. Zudem muss die Verhältnismässigkeit zwischen dem Eingriff in die Walpopulation und den Forschungsresultaten gewahrt werden.
Die Schweiz hat sich immer dafür eingesetzt, dass wissenschaftliche Untersuchungen an Walen nach Möglichkeit mit nicht letalen Methoden durchgeführt werden sollten. Bedingt der Forschungszweck ausnahmsweise dennoch die Tötung von Tieren, so vertritt die Schweiz die Ansicht, dass, entsprechend unserer Tierschutzgesetzgebung, zur Erreichung des Forschungsziels die kleinste notwendige Anzahl Tiere einzusetzen ist. Die Schweiz unterstützte auch Resolutionen zur Beendigung des wissenschaftlichen Walfangs im antarktischen Schutzgebiet.
Bild: Dan Shapiro (Wikimedia Commons)