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Marco De Mutiis, Panoramaaufnahme mit dem Smartphone, 2020
Die Computergestützte Fotografie verbindet Computerprogramme, digitale Sensoren, moderne Optik und andere Technologien, um neue Verfahren der Bildgebung und Bildverarbeitung zu entwickeln. Im Gegensatz zur analogen Fotografie, die mit Linsen und lichtempfindlichem Material arbeitet, kommt bei diesen Verfahren eine
Software zur Analyse der visuellen Daten und zur Herstellung oder Bearbeitung eines Bildes zum Einsatz. Ein einfaches Beispiel für solche Bildgebungssysteme ist die Panorama-Funktion von Smartphone-Apps und , bei der ein Algorithmus mehrere Bilder berechnet und zu einem nahtlosen, kontinuierlichen Bild zusammenfügt. Eine komplexere Anwendung in der computergestützten Fotografie findet sich in den Algorithmen des sogenannten oder Bildverstehens, also Programmen, die Bildinformationen analysieren und verarbeiten, wie zum Beispiel Software für die Gesichts- und Objekterkennung, automatische Bildbearbeitungsprogramme oder Filter, mit denen man die Kamera-Live-Bilder auf dem in Apps wie Snapchat and Instagram modifiziert.
Ariana Grande @moonlightbae mit Hunde-Filter auf Snapchat, 2016
Die computergestützte Fotografie findet gegenwärtig in vielen Anwendungen und Prozessen Verwendung, und ihre Definition hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Sie hat zwar nicht den einen Ursprung, aber eine der ersten Anwendungen war die so genannte HDR-Fotografie (High Dynamic Range), einem Verfahren, das 1993 von Steve Mann (*1962) eingeführt wurde. Bei HDR werden mehrere Bilder unterschiedlicher Belichtung digital zu einem einzigen Foto mit stärkeren Farben und Kontrasten zusammengefügt.
Mariano Szklanny, High-dynamic-range (HDR) Fotografie aus drei Bildern zusammengesetzt, aufgenommen in Cerro Tronador, Argentinien, 2009, CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
Computeralgorithmen sind zu einem wichtigen Bestandteil der Fotografie geworden, da sie die Art und Weise, wie wir Bilder herstellen und mit ihnen umgehen, grundlegend verändert haben. Spezielle Kamerasysteme wie Tiefenkameras oder Lichtfeldkameras enthalten beispielsweise eine Software, die visuelle Daten mit Tiefeninformationen erzeugt, die es der Kamera ermöglichen, ‹in 3D zu sehen›. Die sogenannte oder ‹erweiterte› Realität, und computergenerierte Bilder sind Beispiele dafür, wie Algorithmen und Software unseren Begriff von Fotografie erweitern und verändern, weg von der Erfassung von Licht und hin zu verschiedenen Arten des Sehens.