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In wohl einem der härtesten Markenrechtskämpfe der Modebranche versucht Adidas, seine Streifen rechtlich zu schützen. Das Unternehmen argumentiert, dass die vier Streifen von Thom Browne seinem eigenen Drei-Streifen-Logo zu ähnlich seien.
Der Sportartikelkonzern und die in New York ansässige Luxusmarke, die jetzt zu Zegna gehört, liegen seit Jahren wegen der Verwendung von Streifen im Streit. Diesmal klagt Adidas auf 867.225 US-Dollar (rund 808.400 Euro) Schadenersatz und 7 Millionen US-Dollar (6,53 Millionen Euro) Umsatzverlust.
Adidas erklärte in seiner Klageschrift, sein Logo sei ein erkennbarer „Indikator für die Herkunft von Adidas-Artikel” und existierte „lange bevor Thom Browne begann, ein ähnliches Motiv zu vertreiben, zu vermarkten, zu bewerben, zum Verkauf anzubieten oder zu verkaufen“. Adidas argumentiert, dass die Marke von Thom Browne „seine Drei-Streifen-Marke in einer Weise imitiert, die geeignet ist, bei Verbraucher:innen Verwechslungen hervorzurufen und die Öffentlichkeit hinsichtlich der Herkunft, des Sponsorings, der Assoziation oder der Zugehörigkeit zu täuschen”, was wiederum „die Marke Adidas und ihr äußerst wertvolles [Markenzeichen] irreparabel schädigt”.
In den einleitenden Bemerkungen des Gerichts argumentierte Adidas’ Rechtsbeistand, dass Thom Browne „absichtlich gestreifte Markenzeichen in seine Designs integriert hat, um mehr Aufmerksamkeit auf seine Sportbekleidungskategorie zu lenken”.
Adidas meldet Umsatz von Logo-Produkten mit über 3 Milliarden US-Dollar
Adidas wies darauf hin, dass die Streifen auf dem US-Markt seit 1952 verwendet werden und dass das Unternehmen über ein Werbebudget von 300 Millionen US-Dollar (279.49 Millionen Euro) pro Jahr verfügt. Die Markenstreifen haben das Unternehmen zu einem Milliardengeschäft gemacht, wobei der Umsatz mit seinen Logo-Produkten 3,1 Milliarden US-Dollar (2,89 Milliarden Euro) beträgt.
Adidas reichte erstmals im Juni 2021 eine Klage wegen Markenrechtsverletzung gegen Thom Browne ein, obwohl das Unternehmen bereits seit 2007 ein Vier-Streifen-Motiv verwendet, das als Erkennungszeichen für die schicke Schneiderei und die sportlichen Linien der Marke gilt.
„Drei Streifen sind nicht dasselbe wie vier horizontale Balken”, sagte Thom Browne-Anwalt Robert Maldonado. „[Adidas] ist am Lenkrad eingeschlafen und zu spät aufgewacht”, berichtet WWD. Dem Anwaltsteam von Thom Browne zufolge hat Adidas der Verwendung der Streifen durch Browne „zugestimmt” und sogar vorgeschlagen, vier statt drei Streifen zu verwenden.
Die Gerichtsentscheidung wird in der gesamten Branche Widerhall finden, da es nach Ansicht von Mode-Insidern kaum Überschneidungen zwischen Adidas-Sportartikeln und Thom Brownes High-End-Kleidung gibt. Behauptungen, dass Kund:innen sich zwischen einer 80 US-Dollar-teuren Adidas-Trainingsjacke und einer 900 US-Dollar-teuren Thom Browne-Trainingsjacke irren könnten, werden wahrscheinlich nicht standhalten, aber die Vorstellung, dass das Geschäft von Thom Browne nach fast zwei Jahrzehnten zunichte gemacht werden könnte, wäre sehr umstritten.
Dieser übersetzte Artikel erschien ursprünglich auf FashionUnited.uk.