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Am 29. September 1856 dampfte die „Spanisch-Brötli-Bahn“ zum ersten Mal von Zürich über Baden (1847) nach Brugg. Schon kurze Zeit danach wanderte ein Zweig der Familie Lang vom ca. 30 Kilometer entfernten ländlichen Oftringen nach Brugg; denn das neue Verkehrsmittel Eisenbahn übte eine magische Anziehungskraft auf meinen Ur- Urgrossvater Samuel Lang aus. 1872 beförderte ihn die Bahn zum Brugger Bahnhofvorstand. Damals waren die Zeiten bei der Bahn noch nicht so hektisch und nebst dem Hauptberuf bei der Eisenbahn hatte er noch genügend freie Zeit um als Bezirksrichter zu amten - oder bei der Planung der damals noch einspurig betriebenen Bözbergbahn (Eröffnet wurde sie 1875) als Bahnhofinspektor mitzuwirken. Auch die Tätigkeit als Gastwirt gehörte schon zu einer seiner grossen Leidenschaften. Am 15. August 1895 kaufte Samuel Lang den Gasthof gegenüber dem Bahnhof in Brugg, um ihn knapp 2 Jahre später, am 5. April 1897, an seinen Sohn Emil weiter zu verkaufen. Eine Eisenbahner- und Gastgeberdynastie nahm damit seinen Anfang.
Die eigentliche Geburtsstunde der „Terminus (Modell)-Eisenbahn in Brugg“ wurde mit Fritz Langs Hochzeit am 15. September 1924 eingeläutet. Als hätte sie’s geahnt brachte Elsi, seine Frau, eine noch heute fahrtüchtige, uhrwerkgetriebene, blecherne Märklin-Eisenbahn der Spurgrösse 1 (Massstab 1:32, Spurweite 45 mm) aus dem elterlichen Geschäft mit in die Ehe. Ab 1926 baute Fritz Lang (3. Generation in Brugg) eine erste stationäre Modell-Bahnanlage auf dem damals noch kleinen Dachboden (Estrich) des Hotels. Nach der Erweiterung des Hotels im Jahr 1956 errichtete mein Vater Friedrich Lang (4. Hoteliers-Generation in Brugg) eine neue Modellbahnanlage auf dem Estrich in seiner Baugrösse 1 mittels von ihm selbst gebauten Schienen und Weichen.
50 Jahre nach der Gründung der „Terminus Railroad“ in Brugg, am 21. Dezember 1974, führten wir die zweite Baugrösse - die sogenannte Spur 0 (Null) im Massstab 1:45 mit 32 mm Spurweite - ein. Jetzt wandelte sich die Spielbahn von der bis anhin alten Blecheisenbahn mit wenig Vorbildcharakter zur wahren Modelleisenbahn. Möglichst exakte Vorbildtreue, Puffer an Puffer fahren verbunden mit Modellkupplungen gehörten ab jetzt zum Standard. Die alten Personalzimmer im Dachgeschoss des Hotels wurden mangels Nachfrage aufgehoben und der neu geschaffene Platz der Modellbahn zur Verfügung gestellt. Die 300 Quadratmeter Raumfläche ermöglichten es unserer Familie, neu ca. 750 Meter Geleise in den beiden Spuren „1“ und „0“ zu verlegen. Alleine die neue Fahrstrecke in Spur 1 ist 133 Meter lang, diejenige der Spur 0 sogar 185 Meter! Hier haben die Züge „Auslauf“ und beissen sich nicht gleich ins eigene Zugs-ende. Der Minimalradius beider Spurgrössen wurde auf 185 cm festgelegt (bedingt durch die Raumbreite und Topografie unter dem Dach) und die maximale Steigung beträgt weniger als 2%. Das Thema der Anlage ist „Eisenbahnen der Normalspur (1‘435mm) ab den Anfängen um das Jahr 1835 bis zur Neuzeit“. Die Modellzüge sind unsere Hauptakteure auf der Anlage - von Landschaft ist noch wenig zu sehen (Zeitmangel zum Bau – wir sind ja nur ein kleines “Familienunternehmen“ und kein Verein!). Die Züge sind Epoche gerecht zusammengestellt und hoch detailliert. Gefahren wird mit allen gängigen Stromsystemen für Modellbahnen im analogen wie auch im digitalen Betrieb - in Spur 0 auf einem 2-Schienengleis und in Spur 1 mit einem Mittelleiter (Dreileiter-Gleis), da sich die alten 100-jährigen TIN-PLATE (Weissblech)Fahrzeuge nicht auf 2-Leiter isolieren lassen, sich aber immer noch fahrtüchtig auf der Anlage bewegen!
Besichtigen lässt sich die Anlage nach Absprache mit der Hoteldirektion. Der Eintritt ist frei.