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Am britischen TV-Sender Sky, der militärisch mit der BBC-Konkurrenz mithält, analysierte erneut der kundige Air Vice Marshal Sean Bell die Lage:
- Den Luftangriff auf eine Erdölraffinerie und drei Treibstofflager bei Odessa ordnete er unter den ständigen Auftrag an die russischen Streitkräfte ein, in der ganzen Ukraine kritische Infrastruktur zu zerstören, namentlich Anlagen der Energieversorgung.
- Zudem markierten die Luftwaffe und die Marine Präsenz. Die Raffinerie und die Lager gerieten nicht nur unter den Raketenbeschuss von vier Kampfjets, sondern waren auch dem Feuer der Schiffsartillerie im Golf von Odessa ausgesetzt. Die Kriegsschiffe hatten zuvor ihre Rohre eingeschossen.
Kürzer, sicherer
Einen logistischen Aspekt brachte Air Vice Marshal Bell zur Verlagerung des Schwergewichts auf die Ostfront ins Spiel:
- Namentlich an der Nordfront habe die russische Logistik phasenweise versagt. Der stockende Nachschub an Diesel, Munition und Nahrung habe zum Erliegen des Vormarsches vor den Toren von Kiew beigetragen.
- Im Donbass und auch an der Charkow-Front seien die Nachschublinien wesentlich kürzer und sicherer. Charkow liegt von der russischen Grenze 40 Kilometer entfernt, Luhansk 50, Donezk 70. Das erleichtert die Logistik, zumal die Transportwege durch Gebiete mit russischstämmiger Bevölkerung führen und in den Oblast seit 2014 Depots angelegt wurden.
Nahe Luftstützpunkte
Auf den aviatisch-taktischen Aspekt machte der hochrangige Luftwaffenoffizier Bell ausdrücklich aufmerksam. Für die russische Luftwaffe vereinfache rein schon der geografische Vorteil das Eingreifen in den Erdkampf (Close Air Support CAS). Von den nahen Flugplätzen im Militärbezirk Süd seien die Fronten gut zu erreichen und für die Piloten sicherer als an der Nordfront.