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Grosse Mehrheit der Europäer lehnt Mercosur-Handelsabkommen ab
Die überwältigende Mehrheit der Bürger in Deutschland, Frankreich, Belgien, Irland, Österreich und Spanien ist gegen das bevorstehende Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Das belegt eine neue unabhängige Umfrage.
Die Verbraucherorganisation SumOfUs fordert die EU auf, angesichts der anhaltenden Regenwaldbrände das Freihandelsabkommen mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay abzusagen und liess dazu Bürger/innen mehrerer Länder befragen.
Für die Umfrage, die zwischen dem 13. und 25. September durchgeführt wurde, erhielten die Befragten Informationen über das EU-Mercosur-Handelsabkommen sowie dessen mögliche Auswirkungen auf die Rindfleischpreise in der EU und die Abholzung des Amazonasregenwalds.
Von den Befragten, die eine Meinung zum Handelsabkommen äußerten, waren 82 Prozent der Meinung, das Abkommen sollte gestoppt werden, 18 Prozent sprachen sich für eine Fortführung aus. Insgesamt gaben 63 Prozent der Befragten an, das EU-Mercosur-Handelsabkommen sollte gestoppt werden, während 14 Prozent sich für eine Fortführung aussprachen. 24 Prozent der Befragten gaben an, keine Meinung zu dieser Frage zu haben.
Europaweit sprach sich eine deutliche Mehrheit der Befragten mit einer Meinung gegen das Handelsabkommen aus: Die Ablehnung der Mercosur-Abkommens betrug 89 Prozent in Frankreich, 88 Prozent in Österreich, 80 Prozent in Irland, 80 Prozent in Deutschland, 79 Prozent in Belgien, 78 Prozent in Spanien.
Die Regierungen von Frankreich, Irland, der Slovakei und Luxemburg gaben bereits zu bedenken, dass das Mercosur-Abkommen zur weiteren Abholzung des Regenwaldes führen wird. Sie drohten damit, den Deal in der jetzigen Form zu blockieren. Das österreichische Parlament sprach sich im September für ein mögliches Veto Österreichs gegen das Abkommen aus.
David Norton, Kampagnenmanager bei SumOfUs, sagt hierzu: «Die Umfrage beweist, dass die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer sich einig ist: Sie lehnen das Mercosur-Handelsabkommen ab. Für günstiges Rindfleisch den Amazonasregenwald abzuholzen, das kann nicht die Handelspolitik der EU sein. Die Umfrageergebnisse sollten die Regierungen der EU-Staaten darin bestärken, das Abkommen abzulehnen - denn es hätte katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt und uns alle.»
Bereits zuvor hatte eine Koalition von 340 zivilgesellschaftlichen Organisationen ein Ende der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern gefordert, unter anderem wegen der Verschlechterung des Umweltschutzes in Brasilien. Mehr als 250'000 Bürger/innen hatten diese Forderung in einer SumOfUs-Petition mit ihren Unterschriften unterstützt.
Das Handelsabkommen könnte bereits Ende 2020 zum Abschluss kommen. Es würde niedrigere Zölle für Rindfleisch und Sojabohnen vorsehen, die von den Mercosur-Staaten nach Europa exportiert werden. Diese Produkte stehen in engem Zusammenhang mit der illegalen Rodung des Regenwaldes in Brasilien, die unter dem Präsidenten Jair Bolsonaro dramatisches Ausmaß angenommen hat und im Verdacht steht, die Brände im Amazonasregenwald verursacht zu haben. Durch die Brände wurden bis jetzt rund eine Million Hektar des Regenwalds vernichtet.
Widerstand gegen das Mercosur-Abkommen regt sich auch in der Schweiz. Die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus informiert hier über die Zusammenhänge und stellt eine ausführliche Broschüre gratis zur Verfügung.
Sie kann unter diesem Link bestellt werden.
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Quelle: SomeOfUs
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