Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03518.jsonl.gz/55

Die «Washington Post» veröffentlichte kürzlich einen Meinungsartikel, der eine Umbenennung der George-Washington-Universität in der US-Hauptstadt verlangt. Im Artikel des Studenten Caleb Francois geht es um das Erbe der US-Sklaverei, um Rassismus und die Forderung nach einem schwarzen Rektor. Der Autor beklagt, dass es zu wenige afroamerikanische Studierende und Professoren gebe sowie keine afrikanischen Sprachen gelehrt würden. All diese Probleme seien Folgen von systematischem Rassismus, institutionalisierter Ungleichbehandlung und weisser Vorherrschaft.
Eine Möglichkeit, etwas gegen diese Situation zu tun, sei eine Umbenennung der Universität. Problematisch sei der Name des ersten Präsidenten der USA, weil dieser Sklaven auf seinen Plantagen arbeiten liess. Der Autor schlägt vor, die Universität künftig nach Frederick Douglass zu benennen – einem ehemaligen Sklaven, der im 19. Jahrhundert zum Schriftsteller und einflussreichen Kämpfer gegen die Sklaverei wurde. Francois endet sein Plädoyer: «Ein neuer Name würde die Anstrengungen der Universität für Rassengerechtigkeit zementieren und ihr Versprechen zum Wandel bestärken.»
Interessant ist, dass dieser Artikel in einer Zeitung erscheint, die den Namen des Gründervaters im Namen trägt, in einer Stadt, die nach ebenjenem Gründervater benannt wurde. Natürlich war George Washington kein Heiliger. Jedoch wird einmal mehr klar: Der Versuch, diverse Denkmäler herunterzureissen, ist noch lange nicht fertig. In einem Kommentar zum Artikel schreibt ein kritischer Leser: «Wenn ihr danach strebt, George Washington zu canceln, dann werden die Demokraten nie mehr eine Wahl gewinnen.» (dj)