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Hirnanhangdrüse
- An folgenden Standorten
- St.Gallen
Die Hypophyse liegt geschützt an der Hirnbasis innerhalb einer knöchernen Struktur, dem Türkensattel. Wir unterscheiden den hinteren Anteil, den Hypophysenhinterlappen von dem vorderen Anteil, dem Hypophysenvorderlappen.
Im Hypophysenhinterlappen wird nebst dem Wasserhaushalt-regulierenden Antidiuretischen Hormon auch das Hormon Oxytocin gespeichert, welches die Wehen und den Milcheinschuss nach der Geburt reguliert.
Im Hypophysenvorderlappen werden Hormone gebildet, die einerseits auf periphere, Hormon-produzierende Organe Einfluss nehmen (TSH, ACTH, LH/FSH) und andererseits direkt am peripheren Gewebe wirken (GH, Prolaktin). Die Bedeutung dieser Hormone wird im Folgenden erklärt:
TSH (=Schilddrüsen-stimulierendes Hormon)
Es steuert die Schilddrüse bezüglich der Produktion von Schilddrüsenhormonen und reguliert somit den Stoffwechsel. Eine Schilddrüsen-Unterfunktion führt zu Gewichtszunahme, Verstopfung, stumpfen Haaren, trockener Haut, Kälteintoleranz, Müdigkeit und Gemütsschwankungen. Bei einer Überfunktion beklagen Betroffene vor allem Durchfall, Gewichtsabnahme, Haarausfall, Wärmeintoleranz bzw. übermässiges Schwitzen und Herzrasen.
ACTH (=Nebennierenrinden-stimulierendes Hormon)
Dieses steuert vor allem die Bildung unseres „Stresshormons“ Cortisol in der Nebennierenrinde. Bei einem Mangel an Cortisol kommt es nebst einem „Leistungsknick“ aufgrund von Störungen im Salz- und Wasserhaushalt zu starken Kreislaufstörungen (Schwindel, „Schwarzwerden“ vor den Augen, Kollaps). Ebenso werden Übelkeit, Erbrechen und Unterzuckerungen angegeben. Bei der Überproduktion von Cortisol klagen Patienten über eine schnelle Gewichtszunahme innert kurzer Zeit, einen hohen Blutdruck, einen roten Kopf, Kopfschmerzen und rötlich verfärbte Geweberisse am Körper.
LH (=luteinisierendes Hormon) und FSH (=Follikel-stimulierendes Hormon)
Dies sind die so genannten Geschlechtsdrüsen-stimulierenden Hormone. Sie sind einerseits für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale verantwortlich, andererseits steuern sie bei der Frau die Eierstockfunktion (Reifung der Eizellen, Eisprung) und Bildung der weiblichen Hormone (Östrogen, Progesteron). Beim Mann wird die Testosteronproduktion und Spermienbildung im Hoden reguliert. Besteht ein Mangel an LH/FSH leidet die Frau unter Zyklusstörungen, d. h. unregelmässigen bis fehlenden Monatsblutungen und sexueller Unlust. Männer beklagen Erektions- und Potenzstörungen nebst sexueller Unlust. Im Verlauf kann auch die Achsel- und Schambehaarung zurückgehen.
GH (=Wachstumshormon)
Das GH wirkt via Leber auf den Stoffwechsel, die Körperfettverteilung, die Muskulatur und das Wachstum. Bei einem Überschuss an Wachstumshormon finden wir unter Jugendlichen überdurchschnittlich grosse Menschen (Gigantismus), Erwachsene fallen mit extrem grossen Akren (Händen, Füsse, Nase, Zunge) auf. Ein Mangel an GH wirkt sich bei Kindern als fehlendes Körperlängenwachstum aus, sie sind sehr klein. Bei Erwachsenen erkennt man eine deutliche Fettansammlung am Bauch, die Muskelmasse nimmt ab.
Prolaktin
Dieses Hormon fördert direkt das Brustwachstum und die Milchproduktion. Bei einer vermehrten Bildung beklagen Frauen Zyklusstörungen und Milchfluss, während Männer an sexueller Unlust und Impotenz leiden.