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Kleinstrukturen | Realisiert im Oktober 2018 | Kloster Fahr
Schon länger engagiert sich das Naturnetz im Auftrag des Naturschutzvereins Boppelsen für die Förderung der Geburtshelferkröte. Dieser seltene Froschlurch, im Volksmund wegen seines glockenartigen Rufes auch "Glögglifrosch" genannt, ist in vielerlei Hinsicht einzigartig unter den einheimischen Amphibien: Er pflanzt sich an Land fort, worauf die Laichfäden von den Männchen bis zum Schlüpfen auf dem Rücken getragen werden. Erst wenn der Laich reif ist, begeben sich die Männchen zu einem Gewässer, wo sie die Kaulquappen ins Wasser entlassen. Die Larven verbringen oftmals einen Winter im Gewässer vor der Metamorphose zum adulten Tier und sind mit einer Länge von bis zu 9 cm mit Abstand die grössten Kaulquappen in den Schweizer Gewässern. Während die Geburtshelferkröte im Bezug auf das Laichgewässer relativ anspruchslos ist, stellt sie recht spezifische Anforderungen an ihren Landlebensraum. Sie braucht Unterschlupfe in unmittelbarer Nähe des Gewässers, in denen sich die Tiere tagsüber verstecken können und von wo aus die Männchen während der Paarungszeit mit ihren Rufen Weibchen anlocken können.
Im Feuerwehrweiher in Boppelsen gibt es eine grosse Population der Geburtshelferkröte. Jedes Jahr führt der Naturschutzverein mit freiwilligen Helfern und Zivis vom Naturschutz eine Rettungsaktion für die Kröten durch, bei der die Tiere während des Putzens des Teichs durch die Gemeinde aus dem Wasser gefischt und in Eimern in Sicherheit gebracht werden (Link). Zur Förderung der Population hat das Naturnetz dort zudem letztes Jahr eine Hangverbauung aus grobem Lägernkalk gebaut, das den männlichen Tieren während der Paarungszeit als Rufwarte dienen soll (Link). Um die grosse Population beim Feuerwehrweiher breiter abzustützen, sollte nun in diesem Herbst ein nahegelegener Weiher im Naturschutzgebiet Bacheren aufgewertet werden.
Vereinzelt wurden dort schon rufende Männchen beobachtet, die Geburtshelferkröten scheinen das Gewässer also zu nutzen. Der Weiher war jedoch undicht und es fehlte an geeigneten Rufwarten. Die Zivis vom Naturnetz haben diesen Problemen deshalb während zweier Tage im Herbst abgeholfen. Die undichte Stelle des Teichs wurde identifiziert und mit Spundbrettern und einer Schicht verdichtetem Pressschlamm abgedichtet. Damit der Teich beim nun zu erwartenden Ansteigen des Wasserpegels nicht einfach über die Wiese abläuft und diese vernässt, gruben die Zivis zudem einen Überlaufkanal, den sie mit Steinen auskleideten, damit der Landwirt diesen problemlos mit dem Traktor überqueren kann.
Neben dem Teich erstellten sie einen Steinwall, wie sie ihn bereits im letzten Jahr beim Feuerwehrweiher gebaut hatten. Dazu mussten sie zuerst eine etwa einen halben Meter tiefe Grube ausheben, die sie anschliessen mit Sand und Steinen auffüllten. Die Grube dient als frostsicheres Winterquartier für Amphibien und andere Kleintiere. Darüber errichteten sie den einen Meter hohen Steinwall aus groben Lägernkalkschroppen. Da im Gebiet ein paar Bäume umgefallen waren, die beim Mähen im nächsten Jahr im Weg sein würden, zersägten sie diese und schichteten das Holz neben dem Steinwall zu einer Beige, die ebenfalls als Unterschlupf und Rufwarte dienen wird.
Nun war alles bereit für den Einzug der Geburtshelferkröten in ihren neuen, verbesserten Lebensraum. Wir freuen uns bereits auf weitere Projekte zur Förderung dieser einzigartigen Amphibienart in Boppelsen.
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