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Metaanalyse
Verfahren zur Berechnung der gemittelten Effektstärke über eine Anzahl empirischer Studien und zur Identifikation von Studienmerkmalen, welche mit der Größe der Effekte in Zusammenhang stehen.
Metagedächtnis
Hiermit wird das Wissen über das Gedächtnis und seine Vorgänge be-zeichnet
Mikrogenetische Methode
Diese Methode besteht darin, das kindliche Denken nicht nur anhandMethode einer Aufgabe, sondern mit Hilfe von Aufgabenbatterien zu mehreren Zeitpunkten zu untersuchen.
Moral
Eine Form normativer Überzeugungen, die das Erleben, Bewertungen und Handlungen leiten. Indikatoren sind das Wissen über geltende Normen, Urteile über moralisch gebotenes Verhalten, das normentsprechende Verhalten und moralische Gefühle (wie Schuldgefühle nach Normverlet-zungen). Unterschieden werden verschiedene Stufen der Moralentwick-lung, wie z. B. die heteronome (fremdbestimmte) und die autonome (selbst-bestimmte, verinnerlichte) Moral.
Moralisches Dilemma
Methode zur Untersuchung der moralischen Urteilsfähigkeit. Erfasst wer-den Urteile über Situationen, in denen sich zwei soziale Normen im Widerspruch befinden
Moratorium
Nach Marcia ein Identitätszustand, in dem verschiedene Optionen erkun-det werden, aber das Eingehen von Festlegungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.
Multidirektionalität
Verschiedene Aspekte eines Verhaltensbereiches (z. B. fluide und kristal-lisierte Intelligenz) können unterschiedliche Richtung und Stärke der Ver-änderung zeigen.
Multifinalität
Dieser Begriff beschreibt, dass ein und dieselbe Bedingung zu verschie-denen Entwicklungsergebnissen führen kann.
Objektpermanenz
Wissen, dass ein Objekt auch dann noch existiert, wenn es nicht zu sehen ist
Persönlichkeit
Das Gefüge von relativ zeitstabilen Verhaltensbereitschaften (Persönlich-keitseigenschaften) eines Menschen. Zentrale Persönlichkeitsmerkmale sind nach dem Modell der „Big Five“ Neurotizismus, Extraversion, Offen-heit, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit.
Prägung
Irreversible Form des Lernens, die während eines meist kurzen, genetisch festgelegten Zeitabschnitts (der sogenannten sensiblen Phase) durch Reize aus der Umwelt ausgelöst wird.
Querdisparation
Verrechnung des Unterschiedes der Abbildungen auf den Netzhäuten beider Augen, wodurch Wahrnehmung von Tiefe entsteht.
Resilienz
Psychische Widerstandsfähigkeit, die dadurch ersichtlich wird, dass von widrigen Lebensumständen Betroffene eine bessere Entwicklung nehmen, als eigentlich angesichts dieser Umstände zu erwarten wäre
Rouge Test
Verfahren zur Testung, ob ein Kleinkind bereits ein inneres Abbild von eigenen Äußeren hat und einen unbemerkt auf der Stirn abgebrachten Farbklecks im Spiegel erkennt und wegwischt.
Selbstkonzept
Bild von sich selbst. Es umfasst im weitesten Sinne selbstbezogenes Wissen, Überzeugungen und Selbstbewertungen.
Selbstregulation
Psychische Vorgänge, mit denen Menschen ihre Aufmerksamkeit, Emo-tionen, Impulse und Handlungen steuern. Sie umfasst u. a. die Fähigkei-ten, Absichten durch zielgerichtetes Handeln zu verwirklichen und auf kurzfristige Befriedigungswünsche zugunsten längerfristiger Ziele zu ver-zichten.
Stabilität
Unverändertheit eines Merkmals über die Zeit hinweg. Man unterscheidet die Stabilität der mittleren Ausprägung eines Merkmals (Niveaustabilität), der Rangreihe der Ausprägung in einer Gruppe von Personen (korrelative Stabilität), der Rangreihe von Merkmalen innerhalb einer Person (ipsative Stabilität) und der Faktorstruktur eines Merkmals (strukturelle Stabilität).
Still Face Paradigma
Methode zur Untersuchung sozialen Verhaltens von Säuglingen. Die Be-zugsperson unterbricht hierbei für einen kurzen Moment ihre Interaktion mit dem Kind, verharrt passiv und reagiert nicht auf das Kind.
Stufenmodelle
Sie nehmen an, dass die menschliche Entwicklung als Durchlaufen von qualitativ unterschiedlichen Entwicklungsstufen gekennzeichnet werden kann. Diese Stufen sind universell (gelten für alle Menschen in allen Kul-turen), irreversibel (sie können nur in einer Richtung durchlaufen werden) und sie bauen aufeinander auf. Meist wird zudem angenommen, dass das Durchlaufen der Stufen zu einem jeweils höheren Entwicklungsstand (z. B. größerer Leistungsfähigkeit) führt
Theory of mind
Das Verständnis dafür, was psychische Prozesse sind und wie diese das menschliche Handeln beeinflussen. Ein Beispiel dafür ist das Verständnis dafür, dass Überzeugungen von der Realität abweichen können.
Temperament
Schon in der frühen Kindheit beobachtbare emotionale und aufmerksam-keitsbezogene Reaktion und Selbstregulation. Typische Temperaments-merkmale sind Aktivität, Regelmäßigkeit biologischer Rhythmen sowie Annäherung – Vermeidung bei neuen Reizen. Hat eine starke genetische Grundlage.
Visuelle Klippe
Versuchsaufbau von E. Gibson und Walk (1960) eines simulierten Ab-grunds, um die Fähigkeit zur Tiefenwahrnehmung bei Säuglingen zu untersuchen
Zone proximaler Entwicklung
Diese Zone umfasst die Spanne zwischen dem spontanen Können eines Kindes und dem Können, was es maximal unter Anleitung zeigen kann. Damit ist das kognitive Potenzial eines Kindes angesprochen.
Was bedeutet nach Wygotsky, dass das Intermentale das Intramentale konstruiert?
Nach Wygotsky entsteht und verändert sich kindliches Denken durch die Interaktion zwischen dem Kind und einer anderen Person, und zwar dadurch, dass das Kind den Inhalt der Interaktion internalisiert. Der Austausch zwischen dem Kind und einer anderen Person (das Intermentale) wird zur Gedankenwelt inner-halb des Kindes (das Intramentale).
Was besagt der Ansatz der mikrogenetischen Methode nach Wygotsky?
Dieser Ansatz besteht darin, das kindliche Denken nicht nur anhand einer Aufgabe zu untersuchen, sondern mit Hilfe von Aufgabenbatterien. Hierdurch soll in unterschiedlichen Aufgabenkontexten und z.B. an eng aufeinander folgenden Untersuchungszeitpunkten der genaue „Moment der Entwicklung“ aufgefangen werden. Wygotsky wollte den Prozess der Veränderung des kindlichen Denkens damit erfassbar machen
Warum führt ein verbessertes Wissen zu einer verbesserten Gedächtnisleistung?
Man geht davon aus, dass das Wissen wie ein Netzwerk organisiert ist, bei dem miteinander verwandte Inhaltsbereiche enger beieinander angesiedelt sind als wenig verwandte Inhalte. Neue Stimuli aus einem Inhaltsbereich, zu dem ein reichhaltiges Netzwerk existiert, werden daher mit vielen anderen thematisch verwandten Inhalten vernetzt. Die Wahrscheinlichkeit, einen neuen, vernetzten Inhalt zu erinnern ist wegen der vielen Zugänge im Vergleich zu neuen Inhalten, die in ein wenig reichhaltiges Netzwerk oder in gar kein bestehendes Netzwerk eingeordnet werden können, größer.
Ab wann können Kinder wissenschaftlich denken, was muss bei der Interpretation relevanter Ergeb-nisse beachtet werden?
Wissenschaftliches Denken ist ab dem Vorschulalter (ab 4 Jahren) möglich, wenn die Aufgabenstellungen an die kognitiven Voraussetzungen der Kinder im Hinblick auf ihre informationsverarbeitenden Prozesse wie Verarbeitungskapazität, Strategieeinsatz, aktiviertes Vorwissen und ihr Metagedächtnis angepasst sind. Zu beachten ist, dass bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen Vorwissen in das Urteil einfließt und dadurch entstehende Interferenzen das Schlussfolgern behindern können.
Worin bestehen die Charakteristiken der Sprachpragmatik des Vorschulalters?
Vorschulkinder beachten das Alter des Gesprächspartners und vereinfachen z.B. ihre Sprache, wenn sie mit jüngeren Kindern sprechen. Sie setzen sprachliche Konventionen wie z.B. Höflichkeit ein und verwenden bestimmte pragmatische Sprachkategorien, wenn sie dazu aufgefordert werden. Sie haben aber Schwie-rigkeiten, sich auf den Wissenstand des Gegenübers einzustellen.
Welche Argumente sprechen dafür, dass der Spracherwerb biologische Wurzeln hat?
Es gibt Hinweise auf eine angeborene Bereitschaft zum Spracherwerb wie den schnellen und geordneten Spracherwerb, der nicht allein aufgrund von Lernen und kommunikativen Einflüssen zu erklären ist. Kinder äußern sich zudem teilweise auf eine Art, welche sie sicherlich noch nie von Erwachsenen gehört haben. Außerdem findet sich von Geburt an ein extremes Bedürfnis, selbst bei gehörlosen Kindern, sprachähnliche Laute zu äußern. Des Weiteren ist das Entwickeln von Sprache nur Menschen und keinen anderen Lebe-wesen vorbehalten. Es existieren zwei für die Produktion und Verstehen von Sprache spezifische Hirnareale. Bereits das Gehirn sehr junger Kinder reagiert differenziert auf Sprache (Mismatch Negativity MMN). Es gibt eine angeborene Universalgrammatik und einen angeborenen Spracherwerbsmechanismus.
Anhand welcher vier Stufen kann man die Herausbildung eines Interesses beschreiben?
Am Anfang steht ein durch Anreize aus der Umwelt getriggertes situationales Interesse. Dieses kann über eine gewisse Zeit und über ähnliche Situationen hinweg aufrechterhalten werden (aufrechterhaltenes situ-ationales Interesse), sich dann zu einer Beschäftigung mit dem Interessengegenstand vorrangig aus eige-nem Antrieb entwickeln (entstehendes individuelles Interesse) bis hinzu einem voll entwickelten individuellen Interesse, das aus eigenem Antrieb verfolg wird und auch bei Misserfolgen und anderen Frustrationen beibehalten wird.