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Hochverehrter Herr und Freund
Gestern habe ich mit Herrn Heer die Angelegenheit Hellwag einlässlich besprochen. Danach ersuchte H. Herrn Heer vor einiger Zeit er möchte eine Besprechung mit der GDirection veranlassen.1 Herr Heer habe zugesagt unter der Bedingung dass auch die Gotthard| direction einverstanden sei. Diese habe das Einverständniss erklärt «insofern die Besprechung die Lösung des Verhältnisses mit Hellwag und nicht die Consolidirung zum Gegenstand habe.» Auf diesem Fusse sei dann am letzten Dienstag die Conferenz zu Stande gekommen2, an der Hellwag mit Brunner3 und Zingg | mit Zemp theil genommen hätten. Hellwag habe sich zum Rücktritt wenn auch nicht verpflichtet, doch bereit erklärt gegen eine Abfindung von Fr. 250 000. Herr Heer hätte hierauf diese Bedingung als eine unmögliche erklärt und die beiden Theile an das contractgemässe Schiedsgericht4 gewiesen, womit die Sache abgethan | gewesen sei.
Ich habe Herrn Heer dringend gebeten, sich nicht in die Sache weiter einzulassen. Er erklärt mir, dass er durchaus nicht die Absicht habe «seine Finger weiter in die Angelegenheit zu stecken» u ich darf annehmen, dass von seiner Seite wirklich nichts weiteres geschehen werde;5 zudem | glaube ich sicher zu sein, dass der Bundesrath seinerseits sich auf nichts einlassen wird.
Ich weiss nicht, ob dieser Brief um 920 noch abgeht, wenn es nicht geschieht, so bitte ich um Entschuldigung; ich bin seit 8 Uhr an einem fort gestört.
Mit freundschaftlichem Grusse
Ihr
E Welti
Bern 12. Nov. 1878.