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December 13, 1993 / erstellt am: January 14, 2008

Text, Schule für Gestaltung / Bewertung: 5
Die GebärmaschineTexte zu einer Arbeit in der Grafikfachklasse in Biel zum Thema «Mensch und Maschine»:
«Die Zeugungsfrequenz wird durch die Regulierungsanzeige (Einheit 3 rem) im Gleichgewicht gehalten. Nimmt die absolute Population weltweit zu, geht die Zeugungsfrequenz zurück. Nehmen dagegen die Todesfälle zu, steigt die Zeugungsfrequenz an. Die Geburtenrate wird weltweit durch das Überwachungsnetzwerk SYW gesteuert und regional kontingentiert.
Um temporäre Ungleichheiten autzuheben, kann die Selbstregulierung aufgehoben werden, setzt aber nach spätestens 3 tagen automatisch wieder ein, um Missbräuche und Fehlkalkulationen zu vermeiden. Temporäre Ungleichgewichte können durch mangelnde Bedürfnisabklärungen entstehen und regulieren sich in der Regel von selbst.»
«In Designateliers werden neue Prototypen entworfen, die durch Optimierung fortlaufend verbessert werden. Die phänotypische Erscheinung richtet sich nach immer wieder neu definierten Idealvorstellungen, die ständig durch das Überwachungsnetzwerk SYW verbreitet werden.
Tendenziell bewegt man sich von den althergebrachten männlichen und weiblichen Phänotypen weg und sucht den idealen androgynen Split mit einer Anima-Animus-Symbiose. Nach wie vor sind die Phänotypen durch die Hormone Testosteron und Androsteron manipulierbar.»
«Prototypen m1 und w1 sind frei manipulierbar, müssen jedoch mit den Normen des Überwachungsnetzwerkes SYW übereinstimmen. Neudefinitionen können unter Berücksichtigung der ethisch-humanistischen Grundsatzkonventionen direkt vorgeschlagen werden.
Der angestrebte androgyne Split befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Der momentane Entwicklungsstand kann durch Monitorumschaltung auf a3 verfolgt werden.»
«Bevor die Spermien in der Uteruszentrifuge mit den Keinzellen vermischt werden, müssen die Keimzellen zuerst genotypisch, phänotypisch und archetypisch transormiert und kompatibilisiert werden. Um diese Reaktion zu ermöglichen braucht es geringe Mengen von Keimdrüsenhormonen, die wiederum durch Enzyme gesteuert werden. Verfeinerte Steuerungsmechanismen werden von der internen Rechnungszentrale übernommen.»
«Jeder Genotypus beinhaltet ein Chromosomenprogramm mit eigenem Gencode. Es werden grob drei Genotypen (A, B und C) unterschieden, die jedoch frei reguliert werden können. Der Code wird nach Standort, Determination und Substanz zusammengesetzt. Bereits vorhandene Chromosomenprogramme können editiert werden. Durch Abrufen einzelner Programme leuchtet auf, ob ein Mangel, ein Überschuss oder eine durchschnittliche Anzahl Gene vorhanden sind. Durch anhaltendes Drücken des darunterliegenden Knopfes kann das Programm editiert werden bis die Leichtdiode erlischt.»
«Bei Systemstörungen oder allfälligen embryonalen Missbildungen leuchtet je nach Dringlichkeit die entsprechende Warndiode auf. Bei Alarmstufe 1 und 2 reagiert das interne Überwachungssystem automatisch und beginnt mit der Fehlereruierung und leitet die nötigen Behebungsmassnahmen ein. Bei Alarmstufe 3 und 4 muss durch manuelles Einstellen der Fehler behoben werden. Bei Nichtreagieren nach Alarmstufe 4 wird eine Zurückbildung und Abtreibung des Embryos eingeleitet. Alarmstufe 5 tritt jedoch nur sehr selten ein, dank weitsichtiger Planung und Überwachung der Anlage.»
«Auf dem Monitor können die Entwicklungsstadien mitverfolgt werden. Der Computer wählt jeweils die beste Kameraposition von alleine aus. Der Zerzrhythmus des Embryos kann durch Einschalten der Mikrofone C1 und C2 abgehört werden.»