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Das Händewaschen dient zur Eindämmung der Übertragung von Mikroorganismen (Grippeerreger, Norovirus etc.) und so zur Infektionskontrolle. Da sich die Keime in feuchter Umgebung besser vermehren, gilt es die Hände sofort nach dem Waschen zu trocknen. Es gibt verschiedene Trocknungssysteme, welche in öffentlichen Toiletten Verwendung finden: Papierhandtücher (Einzelblatt oder Rolle), Baumwollhandtuchrollen, Warmlufthändetrockner oder Drucklufthändetrockner.
Hygiene
Eine Studie, welche im Februar diesen Jahres im ‘Journal of Applied Microbiology‘ erschien, untersuchte die Verbreitung von Bakterien durch Trocknungssysteme. Die Drucklufttrockner schnitten hierbei am schlechtesten ab (Handtuchrollen wurden in dieser Studie nicht berücksichtigt). Das Experiment zeigte, dass die Bakterien durch die Druckluft bis zu 3 m weit geschleudert werden und so einen grösseren Raum kontaminieren. Mit der Absorption durch Papierhandtücher werden die Keime dagegen nur ca. 25 cm weit getragen. Zudem werden mit der Druckluft 1300-mal mehr Keime umhergewirbelt als beim Trocknen mit Papiertüchern. Der Warmlufttrockner (Föhn) ist ebenfalls eine Bakterienschleuder, wenn auch nicht in gleich hohem Mass. Dyson, ein Vertreiber dieser Drucklufttrocknungssysteme, wehrt sich jedoch gegen diese Ergebnisse und kritisiert die Studie. Dabei wurden die Hände in einer Bakterienlauge eingetaucht und direkt (ohne Waschen) getrocknet, dies entspreche nicht dem natürlichen Vorgehen. Beim normalen Waschvorgang würde nie solch hohe Bakterienverseuchung produziert. Tatsache ist dennoch, dass Keime weiter geschleudert werden können, als bei der Absorption und Trocknung durch Papierhandtücher.
Ökobilanz
Die CO2-Äquivalent-Produktion wird durch den Warmlufthändetrockner angeführt. Durch die lange Benutzungsdauer von 30-50 Sekunden werden hier am meisten Treibhausgase produziert. Danach folgen die Papierhandtücher, welche bei der Herstellung grosse Mengen davon verursachen (übrigens, neu produzierte sowie recycelte). Der Drucklufttrockner schneidet in dieser Kategorie am besten ab. Beim Wasserverbrauch sieht die Reihenfolge ähnlich aus. Am wenigsten Wasser verbrauchen die Stoffhandtuchrollen, gefolgt vom Druckluftmodell. In Bezug auf den Bodenverbrauch zeigt die Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT), dass neu produzierte Papierhandtücher mit Abstand am meisten Raum benötigen, gefolgt von der Stoffhandtuchrolle.
Auch in Sachen Energieverbrauch ist der Drucklufttrockner Sieger. Trotz hohen generellen Energieverbrauchs wird durch die kurze Trocknungsdauer (10 Sek.) nur wenig Strom benötigt. Im Vergleich zum Warmlufthändetrockner und den Papierhandtüchern braucht er massiv weniger Energie.
Ökologisch gesehen ist der Drucklufttrockner also die beste Lösung. Papierhandtücher sind wenig umweltschonend und somit die schlechteste Alternative.
Je nach Gewichtung der Kriterien ‘Keimbelastung‘ und ‘ökologische Verträglichkeit‘ wird ein anderes Produkt vorgezogen. Aus ökologischem Aspekt ist der Drucklufttrockner klar vorzuziehen. Wenn die Hände vor dem Trocknen gründlich mit Seife (pH-neutral ist optimal) gewaschen werden und der Waschvorgang zwischen 20-30 Sekunden dauert, sollten die Keime bis auf ein Tausendstel eliminiert werden können. Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem verfügen, sollten, wenn möglich, auf Einweghandtücher zurückgreifen.
Zu Hause sollten Sie ein Stoffhandtuch verwenden, welches Sie regelmässig bei 60°C waschen.
Weiterführende Informationen/Quellen:
Journal of Applied Microbiology, Evaluation of the potential for virus dispersal during hand drying: a comparison of three methods
Dyson, Händetrocknungssystem
MIT, Ökobilanz von Händetrocknungssystemen
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Händewaschen