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Ein leidenschaftliches Lied für Toleranz und Gewissensfreiheit. Nationaler Erzählpreis 1999. Mit Vorwort von Javier Pérez Escohotado
1517 stellt Martin Luther seine 95 Thesen gegen Ablässe in der Wittenberger Kirche, ein Ereignis, das das Schisma der Weströmischen Kirche provozieren wird. Im selben Jahr wurde Cipriano Salcedo in Valladolid geboren. In einer Zeit des politischen und religiösen Umbruchs wird dieser blosse Zufall von Daten ihr Schicksal tödlich bestimmen. Als wohlhabender Kaufmann wird er sich mit den protestantischen Strömungen in Verbindung setzen, die auf heimliche Weise auf der Halbinsel eingeführt wurden, aber die Verbreitung dieser Bewegung wird nach und nach durch das Heilige Amt unterbrochen.
Durch die lebenswichtigen und spirituellen Abenteuer von Cipriano Salcedo zeichnet Delibes mit Meisterhand ein anschauliches Porträt des Valladolides aus der Zeit Karls V., seiner Menschen, Sitten und Landschaften. Aber der Ketzer ist vor allem eine Untersuchung der menschlichen Beziehungen in all ihren Aspekten; die Geschichte von Männern und Frauen aus Fleisch und Blut, die mit sich selbst und mit der Welt, in der sie gelebt haben, kämpfen.
Ein leidenschaftliches Lied für Toleranz und Gewissensfreiheit, ein unvergesslicher Roman über menschliche Leidenschaften und die Quellen, die sie bewegen.
Rezension in El cultural