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Musst du dauernd aufs WC rennen oder erlebst selten einen Orgasmus? Möglicherweise ist deine Beckenbodenmuskulatur zu schwach. Doch extra dafür gibts ein besonderes Trainingsgerät.
Man muss sich die Beckenbodenmuskulatur wie eine Hängematte vorstellen, auf der die Gebärmutter, die Harnblase und andere Organe liegen. Sie umschliesst die Vagina, die Harnröhre und den Anus.
Mit einer starken Muskulatur lässt sich der Harndrang besser kontrollieren und auch zurückhalten. Die Scheide wird besser durchblutet und bei der Geburt fallen die Wehenschmerzen geringer aus.
Auch bei der sexuellen Lust spielt der Beckenboden, der die Vagina ringförmig umfasst, eine wichtige Rolle. Eine gestärkte Beckenbodenmuskulatur sorgt dafür, dass die Vagina den Penis fester umschliessen kann – das erhöht deren Stimulation und somit die Chance auf einen Orgasmus. Ausserdem ziehen sich die Muskeln beim Höhepunkt unwillkürlich in kürzeren Abständen zusammen. Ein trainierter Beckenboden trägt auch dazu bei, dass diese Kontraktionen leichter ausgelöst werden. Die Muskeln lassen Frau die Erregung deutlicher spüren und ihr Orgasmus wird umso intensiver.
Es gibt spezielle Geräte, die beim Training der Beckenbodenmuskulatur helfen können. Zum Beispiel der KGOAL. Dieses Gerät wird (mithilfe eines Gleitgels) vaginal eingeführt. Dann gibt es zwei Optionen: Entweder man drückt die Muskulatur nach eigenem Gefühl zusammen, bis das Gerät vibriert. Auf diese Weise bestimmt man selbst, wie stark und wie häufig die Vibrationen auftreten. Option zwei: Man verbindet den KGOAL mit der dazugehörigen Spiele-App. Die Spiele dienen als Trainingseinheiten, die fünf Minuten lang ausgeführt werden. Um Resultate zu spüren, sollte man die Muskulatur mindestens zwei-drei Mal die Woche trainieren.
Aufgrund von Alterung, Übergewicht oder nach einer Geburt können diese Muskeln stark elastisch werden und zum Beispiel zu Inkontinenz führen.
Daniela Schardinger, Schweizer Chefin von «Gynial», einer Firma, die sich mit Verhütung und Frauengesundheit beschäftigt, bestätigt, dass 15 Prozent der 30-40-jährigen Frauen an Harninkontinez leiden. Bei der Gruppe der 40-50-Jährigen steigt die Prozentzahl auf 25 an. Während der Schwangerschaft kommt es bei jeder zweiten dazu und bei einem Drittel in der Zeit danach.
Die Fachfrau in Gesundheitsgymnastik, Tatjana Koschewnikowa kann dank ihrer Beckenbodenmuskulatur 14 Kilogramm mit ihrer Vagina heben. Damit hat sie es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
Laut der italienischen Urologin Maria Angela Cerruto von der Universität Verona wirken sich High Heels positiv auf die Beckenbodenmuskulatur aus. Eine Fusshaltung, wie sie durch Stilettos erreicht werde, verbessere die Kontraktionskräfte der Beckenbodenmuskeln. Die Ärztin hat dafür eine kleine Studie an knapp 70 Frauen durchgeführt und meint, eine positive Tendenz gefunden zu haben. Doch es gibt auch andere Meinungen: «Das Tragen von High Heels hat eher negative gesundheitliche Auswirkungen auf den Fuss. Ich bezweifle, dass alleine das Tragen von High Heels ein gezieltes Beckenbodentraining z.B. nach einer Geburt ersetzen kann», meint Daniela Schardinger.