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Bei der qualitativen Methodik geht es um das Beschreiben, Interpretieren und Verstehen von Zusammenhängen.
|Anzahl der Untersuchungseinheiten:||Wenige|
|Annahmen:||Wenig gefestigtes Wissen über Wirkungszusammenhänge|
|Ausgangspunkt:||Bedarf an vertieften Informationen|
|Fokus:||Wissen der Akteure/Akteurinnen steht im Zentrum|
|Absicht:||Theoriekonstruktion|
Eignung
Qualitative Datenerhebungsmethoden erlauben es, einen bestimmten Untersuchungsgegenstand im Detail und in der Tiefe zu untersuchen. Dabei können auch neue und nicht erwartete Informationen hervorgebracht werden. Dies kann zu einem tiefen Verständnis des Untersuchungsgegenstandes führen, erschwert aber Verallgemeinerungen über den konkret betrachteten Gegenstand hinaus. Die qualitative Befragung bzw. Beobachtung zeichnet sich durch eine unverzerrte und umfassende Informationen liefernde Herangehensweise aus und ist hierdurch überall dort geeignet, wo man eine differenzierte und ausführliche Beschreibung individueller Meinungen und Eindrücke benötigt. Insbesondere zur Sammlung von detaillierten Verbesserungsvorschlägen und zur Erkundung von Ursachen (für Sachverhalte wie beispielsweise Unzufriedenheit) sind qualitative Methoden ideal.
Erhebung
Qualitative Daten werden mit folgenden Verfahren erhoben:
- Verschiedene Formen von Interviews (Einzelgespräche, Gruppeninterviews, Fokusgruppen)
- Dokumentenanalyse
Stichprobengrösse
Über die Anzahl der Gespräche, die geführt werden sollen, gibt es in der Literatur keine einheitliche Meinung. Die Vorstellung von einer geeigneten Stichprobengrösse bewegt sich zwischen einigen wenigen Gesprächen und rund 200 Personen, wobei in Abhängigkeit der untersuchten Fragestellung ab einer gewissen Anzahl Gespräche eine theoretische Sättigung eintritt. Das heisst, dass sich der Erkenntnisgewinn durch zusätzliche Gespräche nicht weiter steigern lässt. Die erforderliche Stichprobengrösse ist im Allgemeinen deutlich geringer als bei quantitativen Verfahren. Bei der Zusammensetzung der Stichprobe gelten die Grundsätze des theoretical sampling, das heisst, die Stichprobe sollte den theoretischen Überlegungen und der Fragestellung angepasst werden, heterogen zusammengesetzt sein und möglichst typische Vertreter enthalten.
Auswertung
Bei qualitativen Erhebungsverfahren erfolgt die Auswertung anhand verschiedener Formen der Inhaltsanalyse. Diese Formen gehen von der Zusammenfassung und der schrittweisen Reduktion des Datenmaterials aus. Wichtig: Auch qualitativ gewonnene Daten können quantitativ ausgewertet werden.
|Vorteile||Nachteile|
|Flexible Anwendung der Methode, die Methode passt sich an den Untersuchungsgegenstand an und nicht umgekehrt.||Die Anforderungen an die Qualifikation der beobachtenden oder interviewenden Person sind recht hoch, die Qualität der Daten ist zu einem gewissen Teil auch davon abhängig.|
|Die Offenheit des Vorgehens ermöglicht es, neue, bisher unbekannte Sachverhalte zu entdecken.||Die Auswertung ist vor allem im Vergleich zu den quantitativen Methoden relativ aufwändig.|
|Da die Teilnehmenden keinerlei Vorgaben haben, erhält man eher wahre und vollständige Informationen über die subjektive Sicht der Gesprächspartner.||Aus qualitativen Daten kann man keine zahlenmässigen Mengenangaben ableiten.|
|Der Fokus wird von den Teilnehmenden selbst bestimmt, dadurch liegt er vor allem auf den für sie relevanten Sachverhalten.|
|Durch die persönliche Interaktion gibt es die Möglichkeit, Hintergründe zu erfragen und Unklarheiten zu beseitigen.|
|Hohe inhaltliche Validität durch nicht prädeterminierte Vorgehensweise|
|Tieferer Informationsgehalt durch offene Befragung|
|Größere Subjektivität der Ergebnisse|