Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03432.jsonl.gz/2346

Achtung: Anmeldungen geschlossen.
Die Universität Bern testet eine Selbsthilfe-App für Menschen mit sozialer Angst. Das Programm ist neu für Smartphones adaptiert worden; die Vorgänger-Version für den PC hatte sich bereits in einer klinischen Studie bewährt.
Menschen mit sozialer Angst befürchten häufig, dass sie auffallen, unangemessen wirken, vor anderen eine schlechte Leistung zeigen, etwas Unpassendes sagen, sich ungeschickt verhalten und blamieren oder dass sie wegen der Angst auffällig erröten, schwitzen oder zittern.
Soziale oder Leistungssituationen führen oft zu starker Angst und Anspannung; Betroffene vermeiden solche Situationen häufig oder ertragen sie nur unter intensiver Angst.
Die Studie richtet sich an Menschen, die
Eine Teilnahme ist unabhängig vom Wohnort möglich.
Die Studie prüft, ob sich ein erprobtes, PC-basiertes Selbsthilfeprogramm auch für den Einsatz auf Smartphones eignet.
Die TeilnehmerInnen werden hierzu in 3 Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe nutzt die neue Smartphone-App, eine weitere das bisherige, PC-basierte Selbsthilfe-Programm. Die dritte Gruppe wird ebenfalls die App benutzen, davor aber 12 Wochen warten. Diese Wartegruppe ermöglicht den Test, ob das Programm tatsächlich wirkt oder ob die Belastungen nach einer Zeit bereits von selbst nachlassen.
Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen dafur, dass die Nutzung des Behandlungsprogramms Ängste reduzieren und die Lebensqualität verbessern kann. Da die in dieser Studie realisierten Programme in genau dieser Form aber noch nie wissenschaftlich untersucht wurden, handelt es sich bei den erwarteten positiven Effekten um Hypothesen, die gegebenenfalls nach Studienabschluss durch die wissenschaftlichen Resultate untermauert werden können.
Theoretisch und auf der Basis bisheriger Untersuchungen muss nicht mit Nebenwirkungen oder einer Verschlechterung Ihres Zustandes (z.B. Zunahme der Ängste) gerechnet werden. Wir möchten Sie aber darüber informieren, dass wir die Frage, ob eine traditionelle Psychotherapie für Sie geeigneter bzw. wirksamer wäre, aufgrund der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht beantworten können. Das bedeutet letztlich, dass der Aufwand, den Sie durch die Teilnahme an der Studie bzw. dem Programm betreiben, in einer traditionellen Psychotherapie möglicherweise besser investiert wäre. Falls Sie sich vor, während oder nach der Teilnahme an der Studie für eine traditionelle Psychotherapie entscheiden, beraten wir Sie deshalb gerne auch bezüglich anderen Behandlungsformen und Angeboten in Ihrer Wohnumgebung.
Je nach Gruppe wird entweder ein PC-basiertes Selbsthilfeprogramm eingesetzt, das Sie online bearbeiten, oder dasselbe Material, aber in Form einer App für Ihr Smartphone. Die Hauptkomponente sind in beiden Fällen acht Kurseinheiten, die aufeinander aufbauen und im Wochenrhythmus bearbeitet werden sollten. Dafür benötigen Sie ca. 40–60 Minuten. Ergänzend werden Sie angeleitet, möglichst täglich bestimmte Übungen in Ihren Alltag zu integrieren. Die Behandlung erfordert also auch einigen Aufwand, wobei Sie sich die Zeit und die Arbeit mit dem Programm selbst einteilen können. Insgesamt dauert das Programm 12 Wochen. Währenddessen werden Sie von einem Psychologen/einer Psychologin der Abteilung Klinische Psychologie der Universität Bern unterstützt. In einer Art Email-System, welches in das Programm integriert ist, können Sie schriftlich und auf elektronischem Weg jederzeit Fragen stellen. Zusätzlich erhalten Sie einmal in der Woche ein kurzes schriftliches Feedback von Ihrem Psychologen/Ihrer Psychologin, der/die nachvollziehen kann, wie Sie das Selbsthilfeprogramm genutzt haben.
Das Selbsthilfeprogramm basiert auf dem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapieansatz. Zunächst wird Ihnen erklärt, welche Faktoren die sozialen Ängste verstärken und aufrechterhalten. Danach werden Sie in verschiedenen Übungen schrittweise angeleitet, diese Faktoren zu beeinflussen. Ziel ist es, durch verändertes Verhalten und Denken, die Ängste zu reduzieren und zu bewältigen.
Falls Sie sich für eine Teilnahme interessieren und per E-Mail anmelden, senden wir Ihnen ausführlichere Informationen und eine Einverständniserklärung via E-Mail.
Abklärung: Falls sie diese Unterlagen unterschrieben zurücksenden, klären wir mit Ihnen ab, ob sich eine Studienteilnahme in Ihrem Fall eignet. Dazu erfragen wir persönliche Angaben wie Alter und Geschlecht und Angaben zu den Ängsten und eventuellen anderen Problemen. Dies geschieht per Fragebogen und beansprucht Sie für etwa 40 Minuten. Danach bitten wir Sie um einen Termin für ein Telefon-Interview, um die Ängste detaillierter abzuklären. Hierfür sollten Sie sich ungefähr 45 Minuten Zeit reservieren. Falls eine Teilnahme ungeeignet ist, empfehlen wir bei Interesse passendere Angebote; in jedem Fall können Sie aber unsere App gratis nutzen.
Zulosung: Alle Teilnehmer werden einer der drei Studiengruppen (App-, PC- oder Wartegruppe, siehe Studienziel) zugelost. Diese zufällige Aufteilung verspricht Gruppen mit weitestgehend gleichen Startbedingungen, sodass wir die Wirkung des Programms möglichst fair und objektiv einschätzen können.
Dauer: Die Behandlung oder Wartezeit dauert 12 Wochen. Während des Programms werden acht aufeinander aufbauende Kurseinheiten à 40–60 Minuten angeboten, zusammen mit verschiedenen Übungen und Kontakt zu einer Psychologin oder einem Psychologen.
Abschluss: Zum Ende bitten wir Sie um ein zweites Interview (à ca. 20 Minuten) und außerdem darum, die Eingangsfragebögen erneut auszufüllen (ca. 40 Minuten). Das ermöglicht uns, die Wirkung des Programms einzuschätzen. Sechs Monate später würden wir gerne noch ein paar weitere Fragen online an Sie richten, um die Stabilität der Wirkung einzuschätzen.
In dieser Studie werden persönliche Daten von Ihnen erfasst. Dies geschieht via Internet, schriftlich und telefonisch. Wir haben folgende Massnahmen getroffen, um die Vertraulichkeit dieser Daten zu gewährleisten:
Die Studie wird am Institut für Psychologie der Universität Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Berger von Dipl.-Psych. Timo Stolz durchgeführt und vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert.Bei Fragen wenden Sie sich bitte an <email-pii> oder an <email-pii>
Universität Bern
Psychologisches Institut
Prof. Dr. Thomas Berger
Fabrikstrasse 8
CH - 3012 Bern
Tel. +41 (0) 31 631 34 07
Nein. Die Teilnahme ist für Sie und Ihre Krankenkasse kostenfrei. Für Ihre Arbeit mit dem Programm erhalten Sie keine finanzielle Entschädigung.