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Impfstrategie
Erstes Ziel einer Impfung gegen Covid-19 ist es, besonders gefährdete Personen zu schützen und damit schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu reduzieren. Damit soll als zweites Ziel die Belastung der Spitäler und Pflegeheime reduziert und das Funktionieren des Gesundheitssystems gewährleistet bleiben. Drittes Ziel ist schliesslich, die negativen Auswirkungen der Pandemie zu reduzieren und die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Deshalb haben bei der Covid-19-Impfung die folgenden Zielgruppen Priorität (in absteigender Reihenfolge):
- Besonders gefährdete Personen (noch keine generelle Impfung von schwangeren Frauen)
- Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
- Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder, betreuende Angehörige) von besonders gefährdeten Personen
- Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnern, z.B. Behindertenheime)
Weil die Verfügbarkeit der Impfstoffe am Anfang begrenzt ist, erhalten folgende Personen als Erste einen Impftermin:
- Personen ab 75 Jahren
- Personen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf, unabhängig vom Alter
- Personen, die in einem Alters- und Pflegeheim wohnen. Auch das Personal, das mit Bewohnern in den Alters- und Pflegeheimen in Kontakt steht, hat die Möglichkeit, sich gleichzeitig impfen zu lassen.
Wenn genügend Impfstoffe verfügbar sind, haben alle anderen Erwachsenen ab 16 Jahren (Impfstoff von Pfizer/BioNTech) oder ab 18 Jahren (Impfstoff von Moderna) die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Diese Personen können dann gleichzeitig mit der Zielgruppe 3 in altersabsteigender Reihenfolge geimpft werden. Dies ist möglich, da die meisten besonders gefährdeten Personen bereits geimpft und dadurch sehr gut vor einer Erkrankung geschützt sind. Zudem steigt das Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus mit zunehmendem Alter.
Kinder und Jugendliche: Die Impfung von Kindern und Jugendlichen ist noch nicht vorgesehen. Es fehlen momentan noch die entsprechenden Studiendaten für diese Gruppen.
Schwangere: Bei bestimmten Formen von chronischen Krankheiten für eine schwere Covid-19-Erkrankung oder bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko (z.B. Gesundheitspersonal) kann eine Impfung in der Schwangerschaft sinnvoll sein. Wenn Sie schwanger sind und eine chronische Krankheit haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Genesene: Die Impfung wird empfohlen, auch wenn Sie bereits am neuen Coronavirus erkrankt waren. Daten weisen darauf hin, dass Sie mindestens sechs Monate vor einer erneuten Ansteckung geschützt sind. Sechs Monate nach der Erkrankung empfehlen wir Ihnen die Impfung mit einer Impfdosis. Auf die zweite Impfdosis kann verzichtet werden.
Dadurch wird die Immunabwehr zusätzlich gestärkt und Sie sind optimal geschützt.
Ausnahmen:
- Besonders gefährdete Personen sollen bereits drei Monate nach der Erkrankung, ebenfalls mit nur einer Impfdosis, geimpft werden.
- Besonders gefährdete Personen mit geschwächtem Immunsystem sollen nach drei Monaten geimpft werden. Sie erhalten zwei Impfdosen im Abstand von etwa vier Wochen.
Ein Antikörpertest soll nicht erfolgen und wird ausdrücklich nicht empfohlen. Denn ein Antikörpertest gibt keinen Aufschluss darüber, wie lange jemand nach einer bestätigten Infektion immun ist.
Diese Schweizer Impfstrategie, die Impfziele sowie die Priorisierung der Zielgruppen orientieren sich an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie unterscheiden sich nicht wesentlich von den Impfstrategien anderer Länder wie zum Beispiel Frankreich, Österreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich und den Niederlanden.
Auch wenn eine Impfung vor einer Erkrankung schützt, ist heute noch nicht bekannt, ob sie auch vor einer Übertragung des Coronavirus schützen wird. Bis auf Weiteres bleiben die Hygiene- und Verhaltensregeln wichtig, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen.