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Marsala – legendärer alkoholverstärkter Wein
Der Marsala gehört mit dem Madeira, dem Sherry und dem Porto zu den weltberühmten und legendären alkoholverstärkten Weinen. Doch im Gegensatz zu den anderen Likörweinen wird der Marsala noch immer verkannt.
Die westsizilianische Provinz Trapani, wo der Marsala erzeugt wird, ist zwar ein traditionelles Weinbauland, gilt aber erst seit rund 200 Jahren als Herkunftsgebiet des gespriteten Gewächses. Ohne den Spanischen Erbfolgekrieg im 18. Jahrhundert gäbe es heute wahrscheinlich weder Marsala noch Portwein oder Sherry. Denn diese drei Weine verdanken ihre Entstehung der Rivalität zwischen England und Frankreich und insbesondere den Streitigkeiten um ihre jeweilige Stellung im damaligen Europa. John Woodhouse, Kaufmann und Kenner von Port, Sherry und Madeira, „erfand“ 1773 den Marsala, indem er in jedes 400-Liter-Fass, das er nach England verschiffte, acht Liter Weingeist schüttete.Der damalige Marsala war ein rustikaler Wein mit hohem Alkoholgehalt, der vorwiegend aus drei typischen sizialianischen Rebsorten gekeltert wurde: Grillo, Catarratto und Inzolia. Er schmeckte stark und leicht salzig, ähnlich extrem trockenem Sherry. Leider führten in der Folge Misswirtschaft und liederliche Qualitäten dazu, dass der Marsala als zweitklassig eingestuft wird. Ein wichtiges Signal in Richtung Qualitätssteigerung war das DOC-Disziplinar. Manche Marsalas sind heute deshalb sehr viel besser als je zuvor. 1969 erhielt er die DOC, in der die einzelnen Stile festgelegt wurden. Marsala Fine und Superiore wird nach traditioneller Manier Weingeist zugesetzt; am angesehensten ist jedoch der ungesüsste Vergine, der nach zehn Jahren in der Solera das Etikett stravecchio (sehr alt) tragen darf. Dieser trockene, bernsteinfarbene Wein mit intensivem Geschmack ist ein vorzüglicher Begleiter zu süssen Naschereien wie marrons glacés und sizialianischem Marzipan. Aber auch für Saucen wird Marsala verwendet.