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Die Geschichte der Post beginnt im tiefen Mittelalter. Noch vor 1675 wurde die erste amtliche Postverbindung zwischen Süddeutschland, Südfrankreich und der damaligen Schweiz etabliert.
Im Jahre 1675 wurde der Ratsherr von Bern, Beat Fischer auf dieses lukrative Geschäft aufmerksam und baute mit dem Willen der eidgenössischen Stände seine private Post zur schnellsten Post Europa‘s aus. Ueber 150 Jahre verpachtete der bernische Staat sein Postregal an Fischer und seine Nachkommen.
Erst im Mai 1798 nach der Besetzung durch Napoleon wird die Post der Helvetischen Republik dem französischem Muster angepasst. Die erste eidgenössische Post scheiterte jedoch an den mannigfaltigen Rechtsstrukturen der noch jungen Helvetischen Republik. Nach der Gründung der modernen Schweiz 1848, der Einführung der ersten Briefmarke 1850 und den ersten Bahnpostwagen 1857 wird die Post zum Dauerkunden der aufstrebenden Bahngesellschaften. 1874 wird in Bern der Weltpostverein der UNO gegründet. Die UPU mit 191 Mitgliedsstaaten regelt noch heute die internationale Zusammenarbeit im Brief und Paketverkehr.
1906 mit dem Aufkommen des Reiseverkehrs und dem dichten Poststellennetz gründete die Post den Postcheckdienst und erzielt schon im ersten Jahr einen Umsatz von über 450 Millionen Franken. Dies erforderte schliesslich die Gründung der Nationalbank um die im Umlauf befindliche Geldmenge einigermassen kontrollieren zu können.
Noch vor dem Durchbruch des Postautos 1918 wurde die Flugpost etabliert und 1920 wurde schliesslich die Post, Telegrafen und Telefongesellschaft PTT gegründet.
Mit der Einführung der gesamtschweizerischen Postleitzahlen am 1. Oktober 1964 ging es Schlag auf Schlag. Erster Postomat 1978, Einführung des Rufbussystem 1995, Teilung der PTT in zwei Unternehmensbereiche wie Post oder Swisscom 1998 und schliesslich der Umstruktierung, sprich Schliessung von zahlreichen Poststellen so auch in allernächster Nähe – in Winterberg und Kempthal – um nur zwei Beispiele zu nennen.
2002 war der Start des Projektes REMA welches allerdings erst 7 Jahre später fertig war. Zwischenzeitlich wurde noch das Projekt YMAGO lanciert um Poststellen landesweit zum Kiosk umzubauen, den privaten Papeterie-Geschäften zu konkurrenzieren und gleichzeitig den noch heute gültigen Auftrag im Kerngeschäft – die Briefpost-Zustellung – zu vernachlässigen. Mit der Aufstellung eines Virtuellen-Postschalters wollte man die Bevölkerung im Internetzeitalter abholen was aber nur mit erheblichen Mehrkosten für Kunden und komplizierten Strukturen seit 2008 dahinserbelt. Der übliche Mailverkehr sowohl Geschäftlich wie Privat findet eben ohne die Post statt. Da ändern auch die neu aufgestellten Plattformen wie Incamail oder Postmail nichts an dieser Tatsache.
Wenn nun heute die Post in Wind- und Wasserkraftwerke oder in Kioske investiert, ihre Schalterhallen direkt vermietet kommt sie ihrem Kerngeschäft keinen einzigen Schritt näher. Indem sie beispielsweise den Direktkontakt mit Postbediensteten im täglichen Verkehr verunmöglicht entfernt sie sich immer mehr vom Service-Publik zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Fehler im Zustellverkehr mit Privaten nehmen markant zu und im Geschäftsverkehr muss sie mit unlauteren Mitteln ihr Gebaren vor der Wettbewerbskommission offenlegen.
Liebe Post, es ist eben nicht getan wenn sie eine Familie von mehreren erwachsenen Personen auseinander dividieren und jede einzelne Person mit gleichem Namen und gleicher Adresse von ihren Agenten als „Juristische-Person“ bezeichnen lassen, nur um die Nachsendung der Briefpost noch etwas lukrativer zu gestalten. Ich glaube nicht, dass es die Zusteller schätzen würden, wenn für jede Juristische Person mit gleichem Namen und gleicher Adresse ein anderer Auftrag zu bewältigen wäre. Wenn bereits der Name Meier im gleichen Quartier offenbar nicht zu bewältigen ist, dann werden sicherlich auch die unterschiedlichen Aufträge der Juristischen Personen mit gleicher Adresse scheitern. Vielleicht sieht ja die Zukunft der Post so aus, dass jede Juristische Person in einem Mehrfamilienhaus seinen eigenen Briefkasten zu installieren hätte. Dieses Mal aber vielleicht nicht mehr mit Namen sondern mit der fünzehnstelligen AHV- bzw. Sozial-Nummer. Oder die Steuerrechnung des Ehepaares von Herrn und Frau Schweizer. Halbiert der Pöstler die Rechnung etwa fein säuberlich auf die zwei Juristischen Personen oder bezahlt etwa die Post gleich selber die Steuerrechnung? Mit den maximierten Gewinnen wäre das ja vielleicht möglich!