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Entwickelt wurde das Risikomodell von Forscher Joel Podgorski von der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag), wie diese am Donnerstag mitteilte. Die bisher genaueste und detaillierteste Risikokarte im globalen Massstab von Grundwasser-Arsenverschmutzung erschien kürzlich im Fachmagazin «Science». Die Eawag gilt als eines der weltweit führenden Institute in diesem Bereich.
Ein Drittel der Weltbevölkerung bezieht ihr Trinkwasser sowie Wasser zur Bewässerung aus Grundwasservorräten. Bevölkerungswachstum und Wasserknappheit erhöhen den Druck auf diese Ressource. Viele Brunnen sind jedoch gemäss Mitteilung der Eawag mit natürlich vorkommendem Arsen kontaminiert.
Wer das Halbmetall über längere Zeit einnimmt, riskiert Leber-, Nieren- und Herzschäden sowie Krebs. Viele Experten erachten die gesundheitlichen Auswirkungen dieses Trinkwassers als die «grösste Massenvergiftung in der Geschichte der Menschheit», wie es in der Mitteilung heisst.
Toxische Arsenkonzentrationen fanden Eawag-Forschende um Michael Berg namentlich in Kambodscha, Vietnam oder im Amazonasgebiet. Zudem entwickelten sie regionale Arsen-Risikokarten für China, Pakistan und Südostasien. Neu haben die Forschenden um Podgorski nun ein globales Risikomodell erstellt.
Gemäss diesen umfassenden Berechnungen sind zwischen 94 und 220 Millionen Menschen potentiell von einer Arsenbelastung im Trinkwasser betroffen. Nebst einigen bekannten Hotspots wie Teile von Süd- und Südostasien identifizierten die Forschenden auch bislang unbekannte Gebiete wie die Sahelzone und andere Gegenden Afrikas als potenziell arsenverschmutzte Regionen.
Um die Arsenbelastung einzelner Grundwasserbrunnen zu bestimmen, sind die Modellierungen allerdings zu wenig hoch aufgelöst, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die Karten dienen laut Michael Berg als Grundlage, um herauszufinden, wo gezielte Arsentests durchgeführt werden sollten.