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Der stetige Zuwachs (Flynn-Effekt) hielt aber nur bis in die 1990er Jahre an. Dann begannen sich die Zuwächse einzubremsen oder stagnierten. In einigen Studien wurde mittlerweile gar festgestellt, dass IQ-Werte in gewissen Ländern wieder sinken, dass es also zu einer Umkehr des Effekts gekommen sei.
Das Abbremsen habe man global beobachten können, die Umkehr sei aber noch sehr uneinheitlich und es seien auch nicht alle Domänen der Intelligenz betroffen, erklärt Intelligenzforscher Jakob Pietschnig gegenüber Radio SRF.
Aber es macht Angst. Was kann man aus solchen Erkenntnissen schliessen?
Angst haben muss man nicht. Man muss sich vor Augen halten, was sich hier potenziell umkehrt.
Sind es unsere geistigen Fähigkeiten?
Ich vergleiche es gerne mit einem Zehnkampf, da gibt es verschiedene Disziplinen: Sprint, Speerwurf, Hochsprung et cetera. Möchte ein Athlet besser werden, könnte er anfangen eine Disziplin, zum Beispiel den Weitsprung, vermehrt zu trainieren. Seine Gesamtleistung steigt.
Nein, wir werden nicht dümmer.
Sie steigt aber nur solange, bis der Athlet durch vermehrtes Training nur noch eine relativ kleine Zunahme der Leistung erreicht, also relativ wenig zusätzliche Punkte erhält, weil er gleichzeitig die anderen Disziplinen vernachlässigt hat.
Und übersetzt auf die Intelligenz bedeutet das?
Er ist kein schlechterer Athlet. Er ist jetzt einfach ein Spezialist. Und genauso sollten wir das mit den kognitiven Fähigkeiten auch sehen. Eine Umkehr des Flynn-Effekts heisst nicht, dass wir alle dumm werden, sondern, dass unsere Fähigkeiten anders benötigt werden.
M.E. fördert unser Gesellschaftssystem, dass immer mehr "Papierli-InhaberInnen" zur Stärkung des eigenen Ichs meinen, das Leben bis hin zum Sterben anderer kontrollieren zu müssen.
Wir verlieren immer mehr an fundamentalen Freiheiten, auch wenn wir uns etwas anderes weismachen wollen.
C-O-R-A
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