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Text: International 5.5
Fotos: Robert Deaves
Aspire (POL 17, Mateusz Kusznierewicz, Przemysław Gacek, Edward Wright) gewann die 5,5-Meter-Weltmeisterschaft 2023 im Yacht Club Costa Smeralda, Porto Cervo, nach einer engen Serie mit Artemis (NOR 57, Kristian Nergaard, Johan Barne, Trond Solli-Saether). Die letzten paar hundert Meter der letzten Wettfahrt waren entscheidend für eines der knappsten Ergebnisse der letzten Zeit.
An fünf Tagen, vom 25. bis 29. September, wurden die umkämpfte Wettfahrten bei Bedingungen von 5-18 Knoten Wind und teils sehr hohen, kurzen Wellen gesegelt, was den 34 Seglern aus 10 Nationen eine sehr anspruchsvolle Regattawoche bescherte, aber auch perfektes Wetter bei angenehmen Temperaturen.
Die Weltmeisterschaft wurde mit zwei böigen Läufen bei 15-18 Knoten eröffnet, welche das fast neue high-tech Boot (ohne Backstagen, ohne Trimmruder) Jean Genie dominierte und ohne größere Probleme gewann. Doch dann wurde es für diese Starkwindboot für den Rest der Woche schwieriger wegen den schwächeren Winden. In den nächsten sieben Wettfahrten gab es sieben Sieger, aber nur zwei Teams hatten die nötige Konstanz, um den Titel zu erkämpfen: Artemis und Aspire.
Nachdem Aspire am dritten Tag bei sehr leichtem Wind einen 8. und 5. Rang ersegelten und Artemis eine zwei Zweite erzielte, wurde es in der Punktewertung sehr eng, jedoch wuchs der Abstand zum Verfolgerfeld. Der vierte Tag war entscheidend, denn diese beide Teams gewannen jeweils eine Wettfahrt, so dass es am letzten Tag zu einem Showdown kam.
Es war ein spannender Finaltag, an dem wegen des schwachen Windes nur eine Wettfahrt möglich war. Aspire musste mehr als einmal aufholen, da der mehrfache Weltmeister Artemis den besseren Start erwischte und früh in Führung lag.
Artemis rundete die Topmarke als Zweiter, knapp hinter Ku-Ring-Gai III (AUkS 66, John Bacon, James Mayjor, Terry Wetton), während Aspire als Neunter zurückfiel und noch viel zu tun hatte. Auf dem Vorwindkurs drang Aspire bis auf Platz vier vor, so dass der Titel sicher schien, doch dann trennte sich Aspire auf dem zweiten Vorwindkurs von Artemis und verloren drei Plätze. Die Anspannung auf dem Boot war spürbar, aber sie beruhigten sich und überholten auf dem letzten Vorwind genügend Boote, um wenige 100 Meter vor dem Ziel die Gesamtführung zu übernehmen und die Zielline als Fünfte zu überqueren und damit den Titel mit nur einem Punkt Vorsprung gewinnen konnten. Für Aspire war dies der erste Versuch, den Weltmeistertitel zu erringen, und es war auch der erste 5,5-Meter-Titel, den Polen je gewonnen hat.
Ku-Ring-Gai III sicherte sich eine wohlverdiente Kugel und den dritten Platz in der Gesamtwertung. Es ist das erste australische Boot, das eine Medaille seit Frank Tolhurst im Jahr 1989 gewinnt.
Neben den 23 ‚Modern‘ Booten waren auch sechs Classics 5,5-Meter-Boote (Langkiel) und fünf Evolutions-Boote im Rennen.
Endergebnisse der WM nach 9 Rennen
1 Aspire POL 17 (Mateusz Kusznierewicz, Przemysław Gacek, Edward Wright)
24 Punkte
2 Artemis (NOR 57, Kristian Nergaard, Johan Barne, Trond Solli-Saether) 25
3 Ku-Ring-Gai III (AUS 66, John Bacon, James Mayjor, Terry Wetton) 42
4 John B (BAH 26, Gavin McKinney, Mathias Dahlman, Lars Horn Johannessen) 47
5 New Moon III (BAH 25, Mark Holowesko, Christoph Burger, Peter Vlasov) 49
6 Girls on movie (GBR 41, Louise Morton, Andrew Mills, Sam Haines) 55
7 The Jean Genie (GBR 43, Peter Morton, Andrew Palfrey, Ruairadh Scott) 57
8 Ali Baba (SUI 224, Flavio Marazzi, Julie Marazzi, Eline Marazzi) 62
Für Flavio Marazzi und seinem Familienteam ist eine spezielle Gratulation angebracht, segelte er doch mit seinen beiden Töchtern (12 und 15-jährig) in diesem starken Feld auf den 8 Schlussrang, womit sie bestes Schweizer Boot sind. Bravo.
Die internationale 5.5m Flottenpräsidentin Louise Morton steuerte ihr Boot auf den super 6.ten Schlussrang, knapp vor ihrem Ehemann Peter – beide segeln auf den neusten Booten der Flotte, welche auf Starkwind ausgelegt und dort fast unbesiegbar sind.
Komplette Rangliste:
Unmittelbar vor der Weltmeisterschaft segelten neun Boote vom 21. bis 23. September um den traditionellen Scandinavian Gold Cup.
Das einzigartige Format sieht vor, dass nach drei Wettfahrten nur die Sieger im Wettbewerb verbleiben. Nachdem die Weltmeister von 2018, New Moon III (BAH 25, Mark Holowesko, Christoph Burger, Peter Vlasov) und The Jean Genie (GBR 43, Peter Morton, Andrew Palfrey, Ruairadh Scott) die ersten beiden Rennen gewonnen hatten, mussten die Teams wegen den zu starken oder zu schwachen Winden zwei Tage auf die letzten Rennen warten.
Peter Morton‘s Boot The Jean Genie, welches an ihrer ersten Wettfahrt im Jahr 2022 sowohl den Scandinavian Gold Cup als auch die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, hat bei Windstärken über 15 Knoten deutliche Vorteile und gewann die letzten beiden Läufe mühelos und kann somit den Gold Cup wieder mit nach Cowes UK zurücknehmen.