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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Autobahntunnel San Salvatore hat sich heute Morgen in der Südröhre ein Stück Betonwand gelöst und ist auf die Fahrbahn gefallen. Einige Fahrzeuge wurden von den Trümmern getroffen. Nur durch ein Wunder kam es nicht zu einem Unfall mit katastrophalen Folgen. Man stelle sich nur vor, was passiert wäre, wenn das Wandstück in der abendlichen Stosszeit mit extrem dichtem Verkehr im Tunnel abgebrochen wäre. Die Bilder lassen einen sprachlos zurück. Wie ist ein solcher Einsturz in unserem Land möglich? Es drängen sich gewisse Fragen auf Bundesebene auf, da die Zuständigkeit für solche Infrastrukturen beim Bundesamt für Strassen liegt. Daher frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Welche Kontrollen, und in welcher Anzahl, wurden in den Tessiner Tunnels durchgeführt, insbesondere im San-Salvatore-Tunnel?</p><p>2. Wie ist der Unterhalt dieser Infrastrukturen generell organisiert?</p><p>3. Welche Gründe haben zum Wandabbruch geführt? Waren sie vorhersehbar?</p><p>4. Kann der Bundesrat den Strassenbenützerinnen und -benützern auf den Tessiner Autobahnen eine sichere Fahrt durch die Tunnels garantieren?</p><p>5. Hält es der Bundesrat für nötig, dass bei den Tessiner Tunnels die Kontrollen vertieft und die Unterhaltsarbeiten verstärkt werden?</p><p>6. Als Folge des Zwischenfalls ist eine Kontrolle des gesamten Tunnels nötig, und es müssen Unterhalts- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Wie wird der Verkehr nun in Richtung Süden geführt und der Verkehrsfluss garantiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Seit dem 1. Januar 2007 werden die Tunnels der Nationalstrasse alle fünf Jahre vom Bundesamt für Strassen (Astra) visuell inspiziert.</p><p>Der zu Beginn der Sechzigerjahre konzipierte und erbaute Tunnel Melide-Grancia (San Salvatore) wurde überdies mehreren vertieften Untersuchungen unterzogen, die Röhre in Fahrtrichtung Süden letztmals im Herbst 2013, die Röhre in Fahrtrichtung Norden letztmals im Frühling 2015.</p><p>Die letzte Sanierung von baulichen Elementen und elektromechanischen Anlagen erfolgte zwischen 2012 und 2015. Danach fand eine Inspektion im Oktober 2016 statt. Aufgrund von neu festgestellten Mängeln wurde im Januar 2017 erneut eine Inspektion durchgeführt.</p><p>2. Im Auftrag des Astra führt die Gebietseinheit des Kantons Tessin, die unter der Verantwortung des Tiefbauamtes des Kantons Tessin steht, einmal jährlich den betrieblichen Unterhalt durch. Dieser umfasst sowohl die vollständige Reinigung des Tunnels (Seitenwände, Gewölbe, Signalisation, Kanalisationen usw.) als auch die Kontrolle der technischen Ausrüstungen (Sicherheitseinrichtungen, Lüftung, Signalisationen, elektrische Anlagen). Die Gebietseinheit nimmt bei Bedarf auch notwendige kleinere Reparaturen an der Infrastruktur vor.</p><p>Grössere Instandsetzungen werden hingegen im Rahmen der vom Astra gesteuerten Sanierungsprojekte ausgeführt. Die im Tunnel Melide-Grancia (San Salvatore) in den vergangenen Jahren erfolgte Sanierung betraf den Ersatz der elektromechanischen Anlagen und des Lüftungssystems, nachdem zuvor das Tunnelgewölbe saniert worden war. Zudem wurden lokale Dichtungsinjektionen vorgenommen und wurde ein neuer Strassenbelag eingebaut.</p><p>3. Derzeit eruiert das Astra zusammen mit externen Fachleuten die genauen Ursachen für diesen unvorhergesehenen Wandabbruch. Die Gründe für den Einsturz der Tunnelwand sind noch nicht bekannt.</p><p>4. Die Bauten der Nationalstrasse müssen häufig in einem komplexen geologischen Umfeld errichtet werden. Deshalb werden die Tunnels gemäss den aktuell gültigen Normen, Richtlinien und Standards regelmässig kontrolliert und unterhalten. Das Astra setzt alles daran, die Sicherheit der Strassenbenutzer zu gewährleisten.</p><p>5. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass sich die bestehenden Verfahren der Zustandserfassung und des Unterhalts der Tunnels entlang der Nationalstrassen bewährt haben. Nach dem jüngsten Zwischenfall wurden im Tunnel Melide-Grancia (San Salvatore) ausserdem zusätzliche Präventivmassnahmen wie Drainage-Entlastungsbohrungen, detaillierte Aufnahmen, Kontrollmessungen und lokale Verstärkungsmassnahmen getroffen, um zu verhindern, dass sich ein solches Ereignis wiederholen kann. Parallel dazu laufen die Detailabklärungen zu den Ursachen.</p><p>6. Die zu verrichtenden Arbeiten in den beiden Tunnelröhren erfolgen ausschliesslich nachts. Während dieser Zeit wird der Verkehr durch die nicht von den Arbeiten betroffene Tunnelröhre im Gegenverkehr geführt. Mit dieser Massnahme sollen die Verkehrsbehinderungen minimiert werden.</p>  Antwort des Bundesrates.