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Das DRIP-Projekt (Dam Rehabilitation and Improvement Project) hat zum Ziel mittelfristig die 5'254 Staudämme in Indien zu rehabilitieren. Weiter sollen die Ingenieure, welche sich um den Betrieb und Unterhalt dieser Bauwerke kümmern, ausgebildet werden. HYDRO Exploitation SA wurde mit dieser Aufgabe beauftragt.
Indien besitzt nach USA (10'000) und China (7'000) weltweit am drittmeisten Staudämme. Diese Staudämme dienen nur zu etwa 20% der Energieproduktion. Ihr Hauptzweck sind die Bewässerung und der Hochwasserschutz.
Das DRIP Projekt ist zu 80% von der Weltbank finanziert und es werden insgesamt 2.2 Milliarden USD in die Erhaltung und Verbesserung der Staudämme in Indien, von denen einige mehr als 100‑jährig sind, investiert. Die Ausbildung von Dammingenieuren ist auch Teil dieses Projektes.
HYDRO Exploitation wurde beauftragt eine solche Ausbildung für den Betrieb und Unterhalt von Staudämmen im Allgemeinen und von hydromechanischen Teilen und Leittechnik im Speziellen durchzuführen. Ziel war es den grossmehrheitlich jungen Bauingenieuren einen Überblick über den Betrieb und Unterhalt von Staudämmen zu geben. Dies mit einer sehr praxisorientierten Ausbildung mit vielen Beispielen aus unserem Erfahrungsschatz.
Der erste Tag der fünftägigen Ausbildung diente dazu praktische Beispiele zur Dammsicherheit aufzuzeigen, mit einem speziellen Augenmerk auf die Instrumentierung von Staudämmen und dem Aufzeigen der verschiedenen Funktionstests.
Anschliessend wurde anhand von praktischen Beispielen aus unseren Anlagen der Betrieb und Unterhalt von mechanischen Equipments von Staudämmen erklärt. Die Teilnehmer führten dabei auch praktische Übungen durch.
Der Bereich Leittechnik wurde den anwesenden Ingenieuren, welche bisher nicht oder kaum mit Leittechnik in Kontakt gekommen sind, anhand eines von unseren Lehrlingen erstellten Modelles eines Plattenschiebers, praktisch erklärt. Dabei konnten die Staudammverantwortlichen am SCADA sehen was mit Leittechnik möglich ist und wie sie diese Technologie bei ihren Dämmen nutzen könnten.
An vierten Tag der fünftägigen Ausbildung wurde der Krishnagiri Staudamm im Bundesstaat Tamil Nadu besucht. Es handelt sich um einen 1957 erstellten Schwergewichtsstaudamm, welcher aus Natursteinen gebaut wurde. Mit dem eigens für dieses Training entwickelten DRIP O&M Assessement Tool konnten die Teilnehmer danach eine Bewertung dieses Staudammes durchführen mit dem Ziel Verbesserungspotential im Bereich Sicherheit, Überwachung und Notfallmanagement zu erkennen.
Die Ausbildung in englischer Sprache war für die Trainer Patrick Métrailler, Jean-Marie Pierroz und Elmar Kämpfen eine sehr interessante Erfahrung aber auch eine grosse Herausforderung.
Die Teilnehmer der beiden Ausbildungswochen gaben uns ein sehr positives Feedback zu dieser Ausbildung und wir hoffen, dass wir in Zukunft in Indien und auch in anderen Schwellenländern unsere Erfahrung und unser Wissen in massgeschneiderten Ausbildungen weitergeben können.