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85. Jahre Sportschützen Buchackern: 1923 bis 2008Am Bettag 16. September 1923 gründeten sieben Buchackerer, 16 bis 22 Jahre jung, den Verein unter dem Namen Flobertclub Buchackern. Dieser Name wurde im Mai 1941 in Sportschützen Buchackern umgewandelt. Was als typischer Dorfverein begann, ist heute ein Regionalverein, dessen Einzugsgebiet vom Boden- bis zum Zürichsee und bis ins Obertoggenburg reicht. Viele der heute rund 40 Aktivmitglieder sind in Buchackern und Umgebung aufgewachsen und fühlen sich auch nach ihrem Wegzug dem Verein verbunden. Dass so grosse Distanzen unter die Räder genommen werden, zeugt auch vom guten Vereinsklima. 1965 trat erstmals eine Frau dem Verein bei. Heute ist die schiessende Frauenschar auf neun angewachsen und drei Frauen wirken im sieben Personen umfassenden Vorstand mit.
Noch am Gründungstag radelten die sieben Pioniere im Dorfbann herum, suchten und fanden südöstlich des Dorfes Land für einen Schiessplatz. Dort errichteten sie dann einen überdachten Feldstand mit vier Scheiben und Schussrichtung Biessenhoferweiher. Das Schiessen auf dieser Anlage war mühsam, mussten doch immer wieder fürs Zeigen der Schüsse Pausen eingelegt werden. So wurde 1928, unterhalb des damaligen Restaurants „Linde“ und neben dem Feuerweiher, ein Schützenhaus mit fünf Zugscheiben im Frondienst erstellt.
Ein Schritt in die Moderne war 1967 der Neubau der Schiessanlage ausserhalb des Dorfes an der Eppishauserstrasse. Das benötigte Land wurde vom Mitbegründer Ernst Stump zur Verfügung gestellt. Die Frondienstler arbeiteten unter Leitung von Emil Christen. Die Anlage wurde mit acht handbetriebenen Doppel-Laufscheiben ausgerüstet. Die Drahtseile, mit denen die Scheiben hin- und hergekurbelt wurden, mussten vor jedem Schiessen installiert und nach Schiessende wieder demontiert werden.
Bereits 1924 führten die Flobertclubler das erste Schützenfest durch und 1926 folgte schon das zweite. Beide organisiert auf improvisierten Feldständen mit bis zu 12 Scheiben. Mit einem Standweihschiessen feierte man 1928 den Neubau des Schützenhauses in unmittelbarer Nähe des Dorfzentrums. Mit 338 Teilnehmern war das
1. OKSV-Verbandsfest 1931 in Buchackern ein voller Erfolg, obwohl der 50-m-Verband (OSPSV) zum Boykott dieses Anlasses aufgerufen hatte.
Erst 1968 folgte mit dem 12. OKSV-Verbandsfest das nächste und grösste Schützenfest in der Buchackerer Vereinsgeschichte. Mit diesem von 729 Schützinnen und Schützen (davon 498 Verbandsmitglieder) besuchten Fest weihte man die ausserhalb des Dorfes erstellte Schiessanlage feierlich ein. Am Standweihschiessen 1994 lobten die 428 Teilnehmenden den schmucken umgebauten Schiessstand. Mit der erfolgreichen Durchführung des 22. und 24. OKSV-Verbandsfestes 1998 (347 Teilnehmende) bzw. 2008 (236 Teilnehmende) stellten die Sportschützen ihr Organisationstalent einmal mehr unter Beweis.
Die Vereinsgeschichte ist geprägt von langen Amtsperioden: So war Robert Stump (1905 bis 1986) während 57 Jahren (1927 bis 1984) Präsident und Walter Zihlmann
(1917 bis 2005) hatte das Kassieramt 60 Jahre (1938 bis 1998) inne.
Auch im Verband waren Buchackerer stark engagiert: Auf Initiative der Sektion Buchackern wurde 1930 in Mauren TG der Ostschweizerische Flobertschützen- Verband (heute OKSV) gegründet. Während 50 Jahren (1930 bis 1980) wirkte Robert Stump als Verbandspräsident. Seit 2006 steht mit Thomas Mäder wieder ein Buchackerer an der Verbandsspitze. Und Peter Brugger wirkt seit 1987 im OKSV- Vorstand mit.
Matchschiessen stets gefördert
Seit der Vereinsgründung konnten die Buchackerer Sportschützen etliche Siege in Sektions-, Gruppen- und Einzelwettkämpfen feiern. Und in diesem Jahr erzielten sie ein weiteres Mal neue Verbandsrekorde im Sektionswettkampf (98.619 P.) und im Sektionsmatch (286.600 P.). In jüngster Zeit beeindruckte vor allem die Siegesserie im Sektionsmatch mit 20 Erfolgen von 1987 bis 2008. Das Matchschiessen und die Förderung junger Talente wurde bei den Sportschützen stets gross geschrieben. Einer der grössten Förderer war der 1990 allzu früh verstorbene Herbert Stump. So erstaunt es auch nicht, dass seit 1980 17 Mal ein Buchackerer als OKSV-Schützenkönig gefeiert werden konnte. Acht Siege gehen dabei auf das Konto von Bläsi Burch. Im vergangenen Jahr wurde mit Patrick Zihlmann erstmals ein Schütze Schweizermeister, der – wie Bläsi Burch – das Schiesshandwerk in Buchackern lernte.
Gegenwärtig ist Buchackern die mitgliederstärkste Sektion im OKSV. Die Mitgliederzahl zu halten und der Überalterung Einhalt zu gebieten, gelingt nur, wenn Jugendliche dauerhaft für den Schiesssport begeistert werden können.
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