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Immer wieder lässt sich die Phantasie der Menschen in der ganzen Welt durch Vögel oder wilde Tiere anregen. Ihre Gesänge, Farben, Verhaltensweisen, Jagdtaktiken, Intelligenz und Wanderungen gehören zu den beeindruckendsten Wundern der Natur. Leider sind rund 15 Prozent der Vogel-, 25 Prozent der Säugetier- und 20 Prozent der Reptilienarten vom Aussterben bedroht (mehr als 1000 Vogel- und 450 Säugetierarten). In den letzten Jahren hat der Verlust von Lebensräumen durch die Gier des Menschen in den Wäldern und Feuchtgebieten der Tropen beängstigend zugenommen, so dass eine immense Anzahl von Vogelarten und Wildtieren vom Aussterben bedroht sind.
Helfen Sie mit, sich für eine intakte Tierwelt und intakte Naturreservate stark zu machen, damit diese unerfreuliche Entwicklung der Zerstörung ein Ende finden kann.
Art und Unterart
Die Art oder Spezies ist die wichtigste taxonomische Einheit, und jeder weiss ungefähr, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Der Steinadler Aquila chrysaetos ist eine Art, die sich von der Schleuereule unterscheidet, welche wiederum eine andere Art als die Silbermöwe Larus argentatus ist. Dennoch ist es sehr schwierig, eine genaue Definition dafür zu finden. Man könnte sagen, dass eine Art aus Gruppen sich tatsächlich oder möglicherweise miteinander fortpflanzender natürlicher Populationen besteht, die von vergleichbaren Gruppen genetisch isoliert ist, sich mit ihnen also nicht kreuzt. Das bedeutet, dass sich alle Steinadler miteinander fortpflanzen können, dies aber nicht mit anderen Adlerarten tun.
Nun leben Steinadler nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika. Der dazwischen liegende Atlantik verhindert, dass sie sich begegnen und miteinander paaren können. Würde man die geographische Isolation aufheben, beispielsweise bei einem in Gefangenschaft gehaltenen Paar, würden sie nicht nur möglicherweise, wie in der oben gegebenen Definition, sondern wohl auch tatsächlich miteinander brüten, denn sie gehören zur selben Art. Leider sind die Verhältnisse nicht immer so eindeutig, und Taxonomen müssen ihre Entscheidungen manchmal nach anderen Kriterien fällen, denn es ist kaum möglich, mit allen Vogelarten Kreuzungsexperimente durchzuführen. So kommt es, dass in verschiedenen Büchern auch oft verschiedene Anzahlen von Vogelarten angegeben werden, je nachdem, welcher Auffassung sich ein Autor angeschlossen hat.
Bei einigen Vogelarten mit sehr weiter Verbreitung treten zwischen den Angehörigen verschiedener geographischer Populationen leichte Unterschiede in der Färbung, Grösse oder Stimme auf. Wo sie aufeinander treffen, brüten sie jedoch zusammen, gehören also derselben Art an. Solche auf eine bestimmte geographische Region beschränkten Gruppen von Populationen, die sich von Angehörigen derselben Art aus anderen Regionen mehr oder weniger deutlich abgrenzen lassen, werden als Unterarten oder Subspezies bezeichnet. Um sie zu kennzeichnen, wird an den binären wissenschaftlichen Namen noch eine dritte Bezeichnung angehängt. Unsere europäische Rauchschwalbe heisst Hirundo rustica rustica, während die rötlichere nordamerikanische Unterart Hirundo rustico erythrogaster genannt wird.
|REICH: Tierreich (alle Tiere)

STAMM: Chordata (alle Tiere mit dem Stützorgan Chorda)
UNTERSTAMM: Vertebrata (alle Wirbeltiere)
KLASSE: Aves (alle Vögel inkl. der fossilen Zahnvögel)
UNTERKLASSE: Neornithes (alle heutigen Vögel)
ORDNUNG: Strigiformes (alle Eulen)
FAMILIE: Tytonidae (Schleiereulen)
GATTUNG: Tyto (Schleuereulen)
ART: alba (die Schleuereule)
Die folgende Zusammenstellung listet alle Vogelordnungen auf, charakterisiert sie kurz und weist auf Verwandtschaftsbeziehungen mit anderen Ordnungen hin.
Die hinter dem wissenschaftlichen Namen der Ordnung stehende Zahl gibt an, wie viele verschiedene Vogelarten ihr jeweils zugerechnet werden.
1 Struthioniformes: 1
Nur eine Art, der grosse, flugunfähige afrikanische Strauss. Zahl der Zehen auf zwei reduziert, davon eine sehr klein.
Nandus sind grosse, flugunfähige Laufvögel Südamerikas mit nur drei Zehen.
3 Casuariformes: 4
Zu dieser Ordnung flugunfähiger australischer Vögel mit nur drei Zehen gehören die Familien Dromaiidae (Emu; 1 Art) und Casuariidae (Kasuare; 3 Arten).
4 Apterygiformes: 3
Kiwis sind mittelgrosse, flugunfähige, nachtaktive Vögel Neuseelands, denen die Nasenlöcher an der Schnabelspitze einen guten Geruchssinn verleihen. Sie sind vielleicht mit den ausgerotteten Moas der Ordnung Dinornithiformes verwandt, mit denen sie von manchen Systematikern in der Ordnung Apterygiformes vereinigt werden.
5 Tinamiformes: 46
Steisshühner bilden eine recht primitive Ordnung aus Mittel- und Südamerika, die mit den echten Hühnern trotz einer gewissen Ähnlichkeit aber nicht verwandt ist. Einige Merkmale erinnern an die Flachbrustvögel, doch fliegen sie immerhin über kurze Entfernungen und tragen einen schwachen Brustbeinkamm. Wahrscheinlich sind sie am nächsten mit den Nandus aus der Ordnung Rheiformes verwandt, zumal diese gleichfalls in Südamerika vorkommen.
6 Sphenisciformes: 18
Pinguine sind eine durch die Umbildung der Flügel in kräftige Ruder extrem an das Leben im Meer angepasste Vogelordnung der Südhalbkugel. Früher hielt man sie für so verschieden von allen anderen Vögeln, dass man sie in einer eigenen Oberordnung (Impennes) von ihnen abtrennte. Wahrscheinlich sind sie aber mit den Röhrennasen Procellariiformes nahe verwandt, zumal einige fossile Pinguinarten gleichfalls Röhrennasen trugen. Sie leben von der Antarktis nordwärts bis zum Äquator.
7 Gaviiformes: 5
Seetaucher brüten an Binnengewässern im Norden der Nordhalbkugel, überwintern aber meist auf dem Meer. Sie tauchen im tiefen Wasser nach Fischen und sind daran durch Schwimmhäute zwischen den Zehen angepasst. Wahrscheinlich haben sie gemeinsame Vorfahren mit den Charadriiformes.
8 Podicipediformes: 21
Lappentaucher, kleine bis mittelgrosse Tauchvögel, brüten an Binnengewässern, können aber den Winter auf dem Meer verbringen. Ihre Zehen tragen Schwimmlappen. Obwohl sie meist in die Nähe der Seetaucher gestellt werden, sind sie mit diesen nicht verwandt, und ihre tatsächliche Stellung ist noch nicht ganz geklärt.
9 Procellariiformes: 110
Zur Ordnung der Röhrennasen gehören vier Familien: Albatrosse (Diomedeidae), Sturmvögel (Procellariidae), Sturmschwalben (Hydrobatidae) und Lummensturmvögel (Pelecanoididae). Viele Arten haben einen sehr langen Armflügel, der ihnen ausdauerndes Segeln über dem Meer ermöglicht. Charakteristisch sind auch die röhrenförmigen Nasenlöcher. Die Brutbiologie ist bei allen Arten ähnlich, denn sie legen nur ein Ei und die Jungen entwickeln sich sehr langsam.
10 Pelecaniformes: 62
Eine weitere Ordnung von vorwiegend am Meer lebenden, fischfressenden Vögeln, zu der sechs Familien in drei Unterordnungen gehören: Phaethontes mit der einzigen Familie Phaethontidae (Tropikvögel), Fregatae mit der Familie Fregatidae (Fregattvögel) und Pelicani mit den vier Familien Sulidae (Tölpel), Phalacrocoracidae (Kormorane), Anhingidae (Schlangenhalsvögel) und Pelecanidae (Pelikane). Mit Ausnahme der Kormorane sind alle Familien recht klein. Ein gemeinsames Merkmal dieser Arten ist, dass alle vier Zehen durch Schwimmhäute miteinander verbunden sind.
Die Skelette von Albatrossen und Fregattvögeln zeigen einige Übereinstimmungen und lassen eine Verbindung zwischen diesen beiden Ordnungen vermuten. Auch eine Verwandtschaft mit den Ciconiiformes ist möglich.
11 Ciconiiformes: 117
Schreitvögel sind grosse, langbeinige Vögel, die sich meist von Fischen und Amphibien, aber auch von Insekten und kleinen Säugetieren ernähren. Die Ordnung wird von drei grossen Familien gebildet, nämlich den Reihern (Ardeidae), den Störchen (Ciconiidae) und den Ibissen (Threskiornithidae), dazu noch von zwei ungewöhnlichen Familien mit jeweils nur einer Art, nämlich den Schattenvögeln (Scopidae) mit dem Hammerkopf, und den Schuhschnäbeln (Balaenicipitidae).
Weiter ist noch die kleine Familie der Flamingos (Phoenicopteridae) mit fünf Arten eingeschlossen, die sonst oft als eigene Ordnung Phoenicopteriformes behandelt wird und möglicherweise eine Bindeglied zwischen den Ciconiiformes und den Anseriformes darstellt. Vielleicht hatten Flamingos aber auch einen gemeinsamen Vorfahren mit den Stelzenläufern und Säbelschnäbelern (Recurvirostridae) aus der Ordnung der Charadriiformes. Es wurden Verbindungen zu den Ruderfüssern und den Kranichvögeln gesehen, und die Störche haben wahrscheinlich einen gemeinsamen Vorfahren mit den hier zu den Greifvögeln gestellten Neuweltgeiern.
12 Anseriformes: 150
Die grösste Ordnung der Entenvögel wird weitgehend von der Familie der Anatidae mit den bekannten Schwänen, Gänsen, Enten und Sägern gebildet. Als Wasservögel tragen sie Schwimmhäute zwischen den Vorderzehen. Doch auch die nur aus drei Arten bestehende Familie der südamerikanischen Wehrvögel (Anhimidae), die mit ihren hakenförmigen Schnäbeln gar nicht an Enten erinnert, gehört hierher und scheint einem recht urtümlichen Seitenast zu entspringen.
13 Falconiformes: 290
Die Ordnung der Greifvögel wird hier sehr weit gefasst und schliesst fünf Familien ein, von denen jedoch drei heute meist als eigene Ordnungen betrachtet werden. Die grösste Familie sind die Accipitridae (Habichtartige), zu denen u.a. die Adler, Milane, Weihen, Altweltgeier, Seeadler, Habichte und Bussarde gehören. Sie ernähren sich überwiegend von erbeuteten Tieren, teilweise auch von Aas. Zusammen mit den beiden jeweils nur aus einer hochspezialisierten Art bestehenden Familien Pandionidae (Fischadler) und Sagittariidae (Sekretäre) werden die Accipitridae heute meist als Ordnung Accipitriformes (Greifvögel) zusammengefasst. Der Fischadler ist fast weltweit verbreitet und daran angepasst, Fische durch Stosstauchen zu erbeuten, während der Sekretär nur in Afrika vorkommt und vorwiegend Schlangen frisst. Falken (Falconidae) sind eine sehr einheitliche Familie aus kleinen bis mittelgrossen Arten, die sich von Insekten, kleinen Säugetieren und besonders von im Flug erbeuteten Vögeln ernähren. Sie werden oft als eigene Ordnung Falconiformes von den Accipitriformes abgetrennt.
Auch die Karakaras oder Geierfalken (Daptriidae) aus Amerika, vorwiegend Insekten- und Aasfresser, die aber auch im Gegensatz zu den anderen Arten viel pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, gehören zu den Falken. Schliesslich werden die Neuweltgeier (Cathartidae) aus Amerika in dieser Auflistung als Familie der Greifvögel betrachtet. Sie sehen zwar wie Geier aus und sind gleichfalls Aasfresser, doch zeigen neuere Forschungen, dass sie viel näher mit den Streitvögeln verwandt und deshalb besser in eine eigene Ordnung Cathartiformes zu stellen sind.
14 Galliformes: 274
Zu den Hühnervögeln zählen die Megapodiidae (Grossfusshühner) Cracidae (Hokkohühner), Phasianidae (Hühner), Meleagridae (Truthühner), Tetranidae (Rauhfusshühner) und Numididae (Perlhühner), wobei oft nur die ersten drei als eigene Familien und die anderen als Unterfamilien der Phasianidae betrachtet werden. Die meisten Arten sind am Boden lebende Vegetarier, und ihre Jungen sind Nestflüchter. Oft wird auch der Hoatzin in dieser Ordnung geführt, scheint aber eher ein Kuckuck zu sein.
15 Gruiformes: 190
Die Kranichvögel formen eine sehr verwirrende Ordnung mit zwölf Familien, von denen einige wenig erforscht und sehr klein sind (vier Familien werden nur von einer einzigen Art, vier weitere von weniger als zehn Arten gebildet). Auf den ersten Blick sehen sie sich nicht besonders ähnlich.
Alle leben eher am Boden als auf Bäumen, Kraniche und Rallen besonders in Feuchtgebieten, einige Rallen sogar im Wasser. Die Nester liegen meist am Boden oder schwimmen zwischen den Wasserpflanzen, nur einige Arten brüten höher. Zu dieser Ordnung gehören die Stelzrallen (Mesitornithidae; oft als eigene Ordnung Mesitornithiformes betrachtet) oder Trappen (Otididae). Die Verwandtschaftsbeziehungen der Kranichvögel zu anderen Ordnungen sind noch etwas unklar. Die rallenähnlichen Blatthühnchen scheinen eine Verbindung zu den Charadriiformes herzustellen, wie auch das Trappenlaufhühnchen vielleicht eher mit den Regenpfeifern und Höhenläufern aus dieser Ordnung verwandt ist.
16 Charadriiformes: 337
Die Wat-, Möwen- und Alkenvögel bilden eine sehr grosse Ordnung, die in drei Unterordnungen aufgeteilt wird. Die Charadrii, auch Regenpfeifer- oder Schnepfenvögel, meist aber Watvögel oder Limikolen genannt, bewohnen meist Feuchtgebiete aller Art, von Mooren über Meeresküsten bis zu Ufern von Binnengewässern. Zu dieser Unterordnung gehören 13 Familien Jacanidae (Blatthühnchen), Rostratulidae (Goldschnepfen), Dromadidae (Reiherläufer), Haematopodidae (Austernfischer), Ibidorhynchidae (Ibisschnäbel), Recurvirostridae (Stelzenläufer), Burhinidae (Triele), Glareolidae (Brachschwalben), Charadriidae (Regenpfeifer), Pluvianellidae (Magellanläufer), Scolopacidae (Schnepfen, u.a. mit Strandläufern, Wasserläufern, Wassertretern), Thinocoridae (Höhenläufer) und Chionidae (Scheidenschnäbel). Die antarktischen Scheidenschnäbel bilden den Übergang zur nächsten Unterordnung, den Lari oder Möwenvögeln mit den vier Familien Stercorariidae (Raubmöwen), Laridae (Möwen), Sternidae (Seeschwalben) und Rynchopidae (Scherenschnäbel). Alle Arten sind elegante Flieger, die sich meist am Wasser ernähren. Als dritte Unterordnung leben die Alcae mit der einzigen Familie Alcidae (Alke) ausschliesslich auf dem Meer, wo sie meist an Steilklippen brüten. Die 3 Unterordnungen unterscheiden sich sehr deutlich im Aussehen und Ernährungsweise.
17 Pterocliformes: 16
Flughühner leben in Trockengebieten Südeuropas, Afrikas und Asiens. Einerseits zeigen sie Gemeinsamkeiten mit den Regenpfeifern, andererseits mit den Tauben, und vermitteln wahrscheinlich zwischen der vorigen und der folgenden Ordnung.
18 Columbiformes: 300
Taubenvögel sind eine grosse Ordnung mit weltweiter Verbreitung. Alle heute noch lebenden Arten gehören zur Familie Columbidae (Tauben). Mit ihnen verwandt waren die drei ausgerotteten Arten der Familien Raphidae (Dronten): Die berühmte Dronte, auch Dodo genannt, von der Insel Mauritius, die Réunion-Dronte und der Einsiedler von der Maskareninsel Rodriguez.
19 Psittaciformes: 342
Papageien, zu denen u.a. auch die Kakadus und Sittiche gehören, bilden eine grosse und farbenprächtige Ordnung, die fast ausschliesslich in den Tropen verbreitet ist. Alle Arten zeigen eine charakteristische, an das Verzehren von Früchten und Samen angepasste Schnabelform. Der hohe Grad ihrer Spezialisierung macht es schwer, Beziehungen zu anderen Ordnungen herzustellen.
20 Cuculiformes: 159
Zu den Kuckucksvögeln gehören die afrikanischen Turakos (Musophagidae) und die weltverbreiteten Kuckucke (Cuculidae). Kuckucke sind dafür bekannt, dass sie ihre Eier in Nester anderer Vogelarten legen, doch trifft dies keineswegs auf alle Arten zu. Die Turakos werden heute oft als so deutlich von den Kuckucksvögeln getrennt betrachtet, dass man ihnen eine eigene Ordnung (Musophagiformes) zubilligt. Der südamerikanische Hoatzin, einziger Vertreter der Familie Opisthocomidae, wurde früher für einen Hühnervogel gehalten, dann zu den Kuckucken gesellt und wird heute oft in einer eigenen Ordnung (Opisthocomiformes) geführt.
21 Strigiformes: 174
Eulen sind als eine nachts nach Beute jagende Ordnung sehr deutlich von den anderen Vögeln abgegrenzt. Nur die Schleiereule weicht so sehr ab, dass man ihr eine eigene Familie (Tytonidae) zugesteht. Neuere Untersuchungen lassen sogar vermuten, dass sie mit allen anderen Eulen (Familie Strigidae) gar nicht näher verwandt ist, sondern nur als Anpassung an die identische Lebensweise ähnliche Merkmale entwickelt hat. Eulen scheinen in Beziehung zu den Falken und Schwalmvögeln zu stehen.
22 Caprimulgiformes: 109
Schwalmvögel verbringen den Tag meist gut getarnt in einem Versteck und jagen nachts im Flug Insekten, weshalb sie überwiegend in südlichen Regionen vorkommen. Alle haben sehr breite Schnäbel, um die Beute leichter erhaschen zu können.
Die fünf Familien dieser Ordnung sind die Steatornithidae (Fettschwalme), Podargidae (Eulenschwalme), Nyctibiidae (Tagschläfer), Aegothelidae (Höhlenschwalme) und Caprimulgidae (Nachtschwalmen). Der Fettschwalm ist der einzige Vertreter seiner Familie und weicht von allen anderen Angehörigen der Ordnung dadurch ab, dass er sich von grossen, ölhaltigen, stark duftenden
Die fünf Familien dieser Ordnung sind die Steatornithidae (Fettschwalme), Podargidae (Eulenschwalme), Nyctibiidae (Tagschläfer), Aegothelidae (Höhlenschwalme) und Caprimulgidae (Nachtschwalmen). Der Fettschwalm ist der einzige Vertreter seiner Familie und weicht von allen anderen Angehörigen der Ordnung dadurch ab, dass er sich von grossen, ölhaltigen, stark duftenden Früchten ernährt, die er mit Hilfe seines gut entwickelten Geruchssinn nachts findet. Schwalmenvögel sind möglicherweise mit den Eulen verwandt.
23 Apodiformes: 429
In der Ordnung der Segler sind drei Familien untergebracht: Die fast weltweit vorkommenden eigentlichen Segler (Apodidae), die nahe verwandten Baumsegler (Hemiprocnidae) Südost-Asiens und die Kolibris (Trochilidae). Die winzigen, farbenprächtigen Kolibris Amerikas unterscheiden sich so deutlich von den beiden anderen Familien, dass sie besser in eine eigene Ordnung (Trochiliformes) gestellt werden. Allerdings bildet der kurze Arm (Humerus) ein gemeinsames anatomisches Merkmal, aus dem sich dann jedoch verschiedene Flugweisen entwickelt haben.
24 Coliiformes: 6
Die Mausvögel sind mit einer einzigen Familie (Coliidae) und sechs Arten auf Afrika beschränkt. Diese ungewöhnlichen Vögel sind deutlich von anderen Ordnungen getrennt, doch wurden Verbindungen zu den Papageien angenommen.
25 Trogoniformes: 39
Alle Trogone gehören zur Familie Trogonidae und leben in den Wäldern Mittel- und Südamerikas, wo sie sich überwiegend von Früchten ernähren, oft metallisch grün. Die Beziehungen zu anderen Ordnungen sind auch hier noch nicht ganz geklärt.
26 Coraciiformes: 204
Rackenvögel zeichnen sich oft durch ihr farbenprächtiges Gefieder aus. Zu den grossen Ordnungen gehören neun bis zehn Familien: Alcedinidae (Eisvögel), Todidae (Todis), Momotidae (Sägeracken), Meropidae (Spinte), Coraciidae (Baumracken; hier einschliesslich der oft als eigene Familie angesehene Erdracken (Brachypteraciidae), Leptosomidae (Kurole), Upupidae (Wiedehopfe), Phoeniculidae (Baumhopfe) und Bucerotidae (Nashornvogel).
Es ist nicht klar, ob diese vielfältige Gruppe wirklich in einer Ordnung untergebracht werden sollte, da es keine Hinweise auf einen gemeinsamen Vorfahren gibt. Bei einigen Familien werden Verbindungen zu den Spechtvögeln, bei anderen dagegen sogar zu den Sperlingsvögeln gesehen.
27 Piciformes: 381
Zur Ordnung der Spechtvögel gehören neben der grossen Familie der Spechte (Picidae) noch die mittelgrosse Familie der Bartvögel (Capitonidae) und vier kleine Familien: Glanzvögel (Galbulidae), Faulvögel (Bucconidae), Honiganzeiger (Indicatoridae) und Tukane (Ramphastidae). Es scheint so starke Verbindungen zu den Rackenvögeln zu geben, dass vorgeschlagen wurde, die Glanz- und Faulvögel in diese Ordnung zu stellen. Die südamerikansichen Tukane werden als spezialisierte Abkömmlinge der Bartvögel betrachtet.
28 Passeriformes: 5414
Die mit Abstand grösste Ordnung sind die Sperlingsvögel, zu der etwa 60 Prozent aller Vogelarten gerechnet werden. Die ganze Gruppe zeigt so viele Übereinstimmungen, dass ihre Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren angenommen wird. Traditionsgemäss wurde die Ordnung in vier Unterordnungen aufgeteilt., von denen zwei sehr klein sind. Die Schreivögel (Eurylaimi) bestehen nur aus der tropischen Familie der Breitrachen (Eurylaimidae) mit 14 Arten, und die australischen Menurae (Leierschwänze) aus den Leierschwänzen (Menuridae) und Dickichtvögeln (Atrichornithidae) mit jeweils zwei Arten. Nach neueren Ergebnissen sind die Menurae jedoch keine primitive Unterordnung der Passeriformes, sondern sollten neben den Paradiesvögeln (Paradisaeidae) und Laubenvögeln (Ptilonorhynchidae), mit denen sie auf demselben Kontinent leben, in die Unterordnung der Singvögel gestellt werden.
Die beiden anderen Unterordnungen sind sehr viel grösser. Hier werden etwa zwölf Familien mit 1108 Arten zu den Tyrannen oder Bronchienschreiern (Tyranni) gezählt, einer überwiegend in der neuen Welt, besonders in Mittel- und Südamerika vorkommenden Unterordnung. Innerhalb der Tyrannen können zwei grössere Gruppen unterschieden werden. Die erste wird von den Tyrannidae (Tyrannen), Cotingidae (Schmuckvögel), und Pipridae (Schnurrvögel) gebildet, wobei sich die eigentlichen Tyrannen und die Schmuckvögel in vielen Merkmalen so sehr überschneiden, dass in den letzten Jahren ganze vorher für Schmuckvögel gehaltene Gattungen zu den Tyrannen gestellt wurden. Zur zweiten grösseren Gruppe gehören die Ameisenvögel (Formicariidae), Baumsteiger (Dendrocolaptidae), Töpfervögel ( Funariidae) und Bürzelstelzer (Rhinocryptidae). Alle Familien beider Gruppen leben nur in Amerika.
Während einige Mitglieder dieser Unterordnung offensichtlich miteinander verwandt sind, wurden andere den Tyrannen zugeordnet, obwohl die Situation keineswegs klar ist. Dazu gehören die Pittas (Pittidae) aus den Tropen der Alten Welt, die Jalas oder Lappenpittas (Philepittidae) von Madagaskar und die neuseeländischen Maorischlüpfer (Xenicidae oder besser Acanthisittidae). Sie zeigen nicht nur wenig morphologische Ähnlichkeit mit den eigentlichen Tyrannen, auch ihre Verbreitung lässt wenig Verbindung zu dieser überwiegend südamerikanischen Unterordnung erkennen.
Die letzte und grösste Unterordnung der Passeriformes sind schliesslich die Singvögel oder Oscines (heute aber meist Passeres genannt). Sie wird von etwa 57 Familien und 4288 Arten gebildet. Einige grössere Familien sind zum Beispiel die Lerchen (Alaudidae), Schwalben ((Hirundinidae), Würger ( Laniidae), Zaunkönige (Troglodytidae), Drosseln (Turdidae), Sänger (Muscicapidae), Zweigsänger (Sylviidae), Meisen (Paridae), Ammern (Emberizidae), Stärlinge ( Icteridae), Finken (Fringillidae), Webervögel (Ploceidae), Sperlinge (Passeridae), Stare (Sturnidae), Paradiesvögel (Paradisaeidae), und Rabenvögel (Corvidae).
Die auf der Basis von DNA-Untersuchungen durchgeführten neueren Forschungen lassen erwarten, dass es in der Klassifizierung der Passeriformes zu weiteren tiefgreifenden Änderungen kommen wird. Ein vollkommenes und den natürlichen Verwandtschaftsbeziehungen der Vögel nahe kommendes System wird noch lange auf sich warten lassen.
Quelle:
Die grosse Enzyklopädie der Vögel. Orbis-Verlag, München 1996, ISBN 3572008107