Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03423.jsonl.gz/346

Erst kürzlich hatte Guinea einen Ebola-Ausbruch für beendet erklärt. Nun wird ein Fall im Nachbarland Elfenbeinküste registriert. Sorge macht, dass er die Millionenmetropole Abidjan betrifft.
Im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste ist der erste Fall der lebensgefährlichen Ebola-Krankheit seit mehr als einem Vierteljahrhundert registriert worden. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Nacht zum 15.08.2021. Bei der infizierten Person handelt es sich laut der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um eine 18-Jährige, die aus dem Ort Labé in Guinea auf dem Landweg in die Wirtschaftsmetropole Abidjan gereist und dort am 12. August nach einem Fieberschub im Krankenhaus behandelt wurde. Sie wurde mittlerweile isoliert. Es sei der erste Ebola-Fall in der Elfenbeinküste seit 1994, so die WHO.
"Es ist extrem besorgniserregend, dass dieser Ausbruch in Abbdjan erklärt wurde - einer Metropole mit mehr als vier Millionen Menschen", erklärte die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti. Sie kündigte ein Team von WHO-Expert:innen an, das den Behörden in der Elfenbeinküste bei der Kontaktverfolgung und Behandlung helfen soll. Auch die Africa CDC sagte Unterstützung zu. Nach ihren Angaben beriet die Regierung in einem Krisentreffen die weiteren Schritte.
Als unwahrscheinlich gilt eine Verbindung mit einem früheren Ausbruch im benachbarten Guinea, das sich erst am 19. Juni als Ebola-frei erklärt hatte. Dort waren seit dem 14. Februar zwölf Menschen am Ebola-Virus gestorben.
Guinea hatte vor knapp einer Woche auch den ersten Todesfall durch das Marburg-Fieber in Westafrika bekanntgegeben. Das Marburg-Virus gehört zur gleichen Familie wie das Ebola-Virus, löst hohes Fieber und Muskelschmerz aus und kann mit heftigen Blutungen aus Augen und Ohren einhergehen.
Bei einem Ebola-Ausbruch in Westafrika hatten sich zwischen 2014 und 2016 in Guinea, Liberia und Sierra Leone 28.000 Menschen infiziert, mehr als 11.000 starben. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo war ein Ausbruch mit etwa 2.300 Toten im Juni 2020 nach fast zwei Jahren für beendet erklärt worden.