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Professor Dr. Christopher Hogwood
Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Herrn Prof. Christopher Hogwood in Würdigung und Anerkennung seiner grossen Verdienste um die Musikforschung und seiner darauf fussenden Tätigkeit als Cembalist und Dirigent, die ihn zu einem herausragenden Vertreter der historisch orientierten Aufführungspraxis gemacht hat.
Christopher Hogwood wurde am 10. September 1941 in Nottingham geboren. Er studierte klassische Philologie und Musik in Cambridge und in Prag. Zu seinen musikalischen Lehrern zählen Thurston Dart, Raymond Leppard, Rafael Puyana und Gustav Leonhardt. Nach anfänglicher Tätigkeit in der Academy of St. Martin in the Fields wandte er sich 1967 der historischen Aufführungspraxis zu, und zwar als Gründungsmitglied des bedeutenden Early Music Consort. Hier setzte er sich für die Aufführung von Musik des Mittelalters und der Renaissance ein. 1973 gründete er die Academy of Ancient Music, ein Ensemble, das sich auf historischen Instrumenten der Musik des späten 17. und des 18. Jahrhunderts zugewandt hat. Ihm blieb er bis 1996 als alleiniger Leiter verbunden.
Die Academy of Ancient Music wurde rasch zu einem der bedeutendsten Ensembles für die Musik des 18. Jahrhunderts. Zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen etwa der Musik Händels legen davon Zeugnis ab. Besonderer Bedeutung kommt hier der Mitte der 1970er-Jahre ins Werk gesetzten Einspielung von Mozarts Sinfonien zu, die Hogwood gemeinsam mit dem Geiger Jaap Schroeder und dem Musikwissenschaftler Neal Zaslaw verwirklicht hat.
Von 1986 bis 2001 war Christopher Hogwood Artistic Director der Handel and Haydn Society in Boston, von 1987 bis 2002 Music Director und (bis 1998) Principal Guest Conductor des St. Paul Chamber Orchestra, Minnesota. Während er seine Ensembles anfangs noch vom Cembalo aus leitete, dirigiert er inzwischen in der Regel in herkömmlicher Form. Auf diese Weise hat er eine ganze Reihe von bedeutenden Klangkörpern, u.a. als regelmäs¬siger Gastdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich, sowie zahlreiche Opernproduktionen geleitet. Seit einigen Jahren ist er auch als Interpret von Kammerorchester-Kompositionen des 20. Jahrhunderts hervorgetreten, v.a. als erster Gastdirigent des Kammerorchesters Basel (seit 2000). Hogwood hat zudem, fussend auf seiner Tätigkeit als Musiker, zahlreiche wissen¬schaftliche Publikationen und Editionen vorgelegt, darunter eine für die Forschung besonders einschlägige Händel-Biographie. Seit längerem besteht ein wissenschaftlicher Kontakt zum Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich.
Christopher Hogwood erhielt zahlreiche Ehrungen: 1989 wurde er zum Commander of the British Empire (CBE) ernannt, seit 1992 ist er Visiting Professor an der Royal Academy of Music in London, seit 2003 Honorary Professor of Music an der Universität Cambridge.