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Die Schule verdankt ihre Existenz Georges Python (1856-1927), Staatsrat und Bildungsdirektor des Kantons Freiburg (1886-1927). Zunächst hiess sie Katholische internationale Krankenpflegerinnenschule Freiburg. Besser bekannt war sie aber unter dem Namen "Pérolles-Schule", was den Standort widerspiegelt (heute "Campus Pérolles", der verschiedene Hochschulen beherbergt).
Die Schule war in mehr als einer Dimension innovativ, aber sie sah sich in ihren Gründungstagen mehreren Schwierigkeiten gegenüber, da sie anscheinend nicht den Vorstellungen der Leiter der Militärisch-medizinischen Vereinigung der Krankenpfleger entsprach, die damals die Arbeit der pflegenden Frauen auf dem gesamten Gebiet der Schweiz kontrollieren wollten. Eine andere Besonderheit war, dass der Kanton Freiburg sich nicht oder nur zögerlich an den Kosten für diese erste "staatliche" Schule der Schweiz beteiligt hat, und das bis in die 1970er Jahre.
Es dauerte 6 Jahre, bis die Schule ihre 10 ersten Schülerinnen aufnahm. Davor musste eine Vereinbarung ausgearbeitet werden, ein religiöser Orden aus Frankreich gefunden werden, der bereit war, CHF 200'000 zu investieren und nach Freiburg zu kommen, ein Grundstück ausgesucht werden, Gebäudepläne erarbeitet und das Gebäude gebaut werden. Dann galt es, ein Studienprogramm zusammenzustellen und schliesslich die Direktion, die Lehrpersonen und Mentorinnen zu suchen.
Warum "internationale Schule"?
Georges Python hatte Hilfe von seinen Freunden aus Frankreich, insbesondere von J. Bruhnes, der als Professor für Humangeografie an die Universität Freiburg gekommen war. Er nutzte auch "französische Kongregationalisten, die vor den Schurkengesetzen des Combes-Regimes flüchteten". Die Vereinbarung, die von Georges Python und dem Erzbischof in Lyon unterzeichnet wurde, hat auch französische Staatsbürger eingeschlossen.
Warum "katholische Schule"?
Die Gründung der Schule fügt sich in die Idee von Georges Python ein, eine "christliche Republik" zu schaffen, die "die Erneuerung der Eliten über eine Bildung zur Wissenschaft unter der Federführung des Glaubens" anstrebte. Die Gründungsakte schliesst eine französische Diözese ein (Erzbischoftum Lyon, 1 place Fourvière).
Die Krankenpflegerinnenschule Freiburg 1923
Ein einzigartiges Werk
Schauen wir uns nun einige originelle Aspekte der Krankenpflegerinnenschule Freiburg an. Ein Staatsrat und Bildungsdirektor gründet eine Schule. Diese Schule ist weder statutarisch, architektonisch oder finanziell einem Spital angeschlossen, sondern der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. Da klinische Ausbildung damals "in Mode" war, wurde die Schule als "5. Klinik der medizinischen Fakultät" präsentiert (Grossrat am 14. Mai 1912). Wenig verwunderlich also, dass die Schule in der Route des Cliniques lag. Mit dem Geld einer französischen Kongregation wurde vor einem Notar eine Immobiliengesellschaft gegründet: 400 Aktien zu CHF 500 (CHF 200'000), die aus Frankreich kamen und so die Staatsbank des Kantons Freiburg zufriedengestellt werden konnte. Der Staat stellte den Schwestern von St Joseph de Lyon ein Grundstück zur Verfügung, um die Schule zu bauen. Der Staat garantierte auch den Schwestern das Monopol der Krankenpflegeausbildung in Freiburg. Die Ärzte, die an der Schule lehren, dürfen in anderen Krankenpflegeschulen keine Kurse geben.