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Ruby Franke stellte sich öffentlich als perfektes Familienoberhaupt dar und gab ihren über zwei Millionen YouTube-Abonnenten seit 2015 Erziehungstipps. Doch nun scheint die Fassade der liebenden Mutter zu bröckeln, die 41-Jährige wurde überraschend verhaftet.
Der Vorwurf: Kindesmissbrauch. Das ganze flog auf, als eins ihrer Kinder aus dem Haus ihrer Geschäftspartnerin Jodi Hildebrandt in Ivins im US-Bundesstaat Utah durch ein Fenster floh und Nachbarn nach Essen und Wasser fragte. Es hatte Klebeband an den Handgelenken und Knöcheln. Kurz darauf alarmierten die Nachbarn die Polizei.
«Der Anrufer erklärte, das Kind wirke unterernährt und habe offene Wunden», bestätigten auch die örtlichen Behörden. Der Zustand und die Verletzungen sollen so besorgniserregend gewesen sein, dass das Kind zur weiteren Behandlung in ein Spital kam. Die Polizei sprach von «tiefen Schnittwunden durch das Fesseln mit einem Seil».
Weitere Ermittlungen führten die Beamten laut dem US-Sender NBC zu einem nahegelegenen Haus, in dem ein weiteres Kind, in einem ähnlich schlechten Zustand, gefunden wurde. Auch das Kind wurde stationär behandelt. Nach der Hausdurchsuchung kamen vier Minderjährige in die Obhut der Behörden. Auch Jodi Hildebrandt, die Geschäftspartnerin von Ruby Franke, wurde festgenommen.
Für einige ihrer Zuschauer dürfte die Verhaftung nicht überraschend kommen. In der Vergangenheit wurde Franke mehrfach von Zuschauern bei den Behörden gemeldet, Hintergrund hierfür soll ihr strenger Erziehungsstil gewesen sein. Anfang 2023 wurde der YouTube-Kanal eingestellt, warum, ist laut NBC nicht bekannt.
Auch Frankes älteste Tochter, die nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hat, wendete sich an die Öffentlichkeit. Sie postete ein Bild der Verhaftung mit den Worten «Finally», zu Deutsch: «Endlich». Um weitere Beweise gegen ihre Mutter zu sammeln, veröffentlichte sie ein Dokument und bat die Öffentlichkeit, Vorfälle, die ihnen in den YouTube-Videos aufgefallen waren, dort zu dokumentieren.
Der US-Konzern Meta hat einen besseren Schutz von minderjährigen Nutzerinnen und Nutzern vor sexueller Erpressung angekündigt. Meta teilte am Donnerstag mit, es werde erprobt, eine von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützte Software einzusetzen.