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Auf dem Gelände eines weiteren früheren Internats für indigene Kinder in der kanadischen Provinz Saskatchewan sind Medienberichten zufolge Hunderte Gräber entdeckt worden.
«Die Anzahl der nicht gekennzeichneten Gräber wird die bisher bedeutendste in Kanada sein», zitierten örtliche Medien den Bund souveräner indigener Völker (FSIN) am Mittwoch (Ortszeit). Eine genaue Zahl wurde in der Mitteilung nicht genannt. Weitere Details sollen bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gegeben werden.
Vom 17. Jahrhundert bis in die 1990er wurden die als «residential schools» bekannten Einrichtungen von der Regierung verwaltet und finanziert. Betreiber waren grösstenteils Kirchen und religiöse Organisationen. Indigene Kinder wurden ihren Familien entrissen und in diesen Einrichtungen untergebracht, wo sie die Traditionen der europäischen Kolonialisten lernen mussten, um ihre eigenen Sprachen und Kulturen zu vergessen. Gewalt und sexueller Missbrauch gehörten in diesen Schulen zur Tagesordnung.
Das Marieval-Internat südlich der Stadt Regina war von 1899 bis 1997 in Betrieb. Das Volk der Cowessess übernahm den Berichten zufolge die Einrichtung in den 1980ern von der katholischen Kirche. Die Ureinwohner hätten in den vergangenen Wochen das Gelände der Schule sowie einen angrenzenden Friedhof mit Radargeräten nach menschlichen Überresten abgesucht.
Erst Ende Mai war der Fund eines Massengrabs mit 215 Kindern bei einem anderen Internat für Indigene bekanntgeworden. Die Kamloops-Schule wurde zwischen 1890 und 1978 von der katholischen Kirche und später von der kanadischen Regierung betrieben. Nach Bekanntwerden des Falls forderten Vertreter indigener Gruppen, alle früheren Einrichtungen dieser Art untersuchen zu lassen. (aeg/sda/dpa)