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Umsetzung 2. Etappe
Umsetzung der 2. Etappe
Die 1. Etappe der Attraktivierung Bonstettengut im nördlichen Perimeter des Parks Richtung Camping, konnte im Winter 2018/19 termingerecht abgeschlossen werden. Die vielen positiven Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen, dass die Massnahmen gelungen sind. Der Spielplatz, die erweiterte Liegewiese, die Badebucht und die Öffnung des Parks haben die Aufenthaltsqualität erhöht. Die Vervollständigung des Wegnetzes und der Zugang zum Camping Restaurant sind ein Mehrwert, der mit der aktuell laufenden Erneuerung des Campingareals einen guten Abschluss findet.
Start der 2. Etappe
Die zweite Etappe der Massnahmen zur Attraktivierung des Bonstettenparks, die im Stadtrat im Januar 2018 verabschiedet wurde, startet Mitte November 2019 und wird im Frühling 2020 abgeschlossen sein.
Die zweite Etappe konzentriert sich um das Kernstück des Bonstettenguts - den Kanal und die Kanalmündung. Der Kanal des Bonstettenguts ist das Herz der gartenarchitektonisch, schweizweit bedeutenden Anlage. Der Kanal in der Achse des Hauptgebäudes, dem Herrenstock der Campagne Bellerive wurde Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Zuerst als einseitige barocke Parkanlage mit Bezug nach Süden zum «Lustwäldchen». Nach dem Landerwerb durch die Familie Bonstetten Richtung Nordosten um 1925 und der Verlegung der Baumalleen nach Aussen bekam der Kanal eine noch grössere Bedeutung als zentrale Symetrieachse in dem um, 1930 angelegten englischen Landschaftspark.
Noch auf den Fotos aus den 50er Jahren ist der Kanal frei von Schilf. Damit der Kanal seiner Bedeutung wieder gerecht wird, muss er vom Schilf befreit und es soll gesichert sein, dass das Schilf auch in den nächsten Jahren nicht wieder überhand nimmt. Dazu müssen der Boden des Kanals ausgebaggert und die Schilfrhizome entfernt werden. Durch eine niedrige Bepflanzung der Kanalböschung sind weiterhin Einstellplätze für die Fische sichergestellt. Als oekologische Ausgleichsmassnahmen zur Entfernung des Schilfs, wird die künstlich aufgeschüttete Halbinsel, die zuerst als Tennisplatz diente und dann den ehemaligen Spielplatz aufnahm, durch Teil-Ausbaggerung zu einer Kiesinsel. Diese bedeutet in enger Nachbarschaft zum Gwattlischenmoos eine naturschutzmässige Aufwertung des Seeufers. Die Kiesinsel wird nicht begehbar sein.
Als denkmalpflegerische Aufwertung wird die Achse der nördlichen Baumallee mit einem Steg fortgeführt, eine moderne Interpretation der historisch angedachten Symmetrielösung. Der Steg liegt auf dem Gebiet der heutigen Halbinsel und dient in Zukunft als Aussichts- und Beobachtungsplattform mit Sicht auf den See, die Ende des 18. Jahrhunderts angelegt vorgelagerte Insel und das Vogelschutzgebiet Gwattlischen-moos. Die Bepflanzung am neuen Ufer entlang des Uferwegs und der Kiesinsel soll niedrig gehalten werden damit die für die historische Parkanlage zentrale Sicht auf den Thunersee und das Bergpanorama erhalten bleibt.
Abschluss 2. Etappe im Frühling 2020
Die geplanten Arbeiten dauern bis im Frühling 2020. Während der Bauarbeiten bleiben die Wege im Park grundsätzlich offen. Kurzzeitige Sperrungen sind jedoch möglich. Von Mitte Februar bis ca. Ende März 2020 wird die Fussgängerbrücke über den Kanal erneuert. In dieser Zeit kann der Kanal nicht überquert werden. Die Stadt Thun informiert die Bevölkerung mit Plakaten vor Ort über die Wegführung und die geplanten Massnahmen.
Massnahme 2. Etappe Winter 2019/2020
1 Aufwertung Wasserkanal
Entfernung des Schilfs zur Wiederherstellung der Sicht auf die Wasserfläche des Kanals und vom Landsitz Bellerive auf den See
Der Wasserkanal des Bonstettenparks ist für die Schweiz in seiner Art einmalig. Als imposantes, lineares Gestaltungselement in der Symmetrieachse der geometrischen Anlage schafft er eine Verbindung zwischen dem Landsitz Bellerive oberhalb der Gwattstrasse und dem Thunersee. Wichtig ist dabei, dass die Wasseroberfläche des Kanals frei bleibt und das Element Wasser mit seinen vielfältigen Spiegeleffekten die volle Wirkung entfalten kann. Das Schilf soll dauerhaft entfernt und die Kanalböschung gesichert werden.
2 Umgestaltung Kanaleinmündung
Erneuerung der Fussgängerbrücke und Bau eines Stegs als Aussichts- und Beobachtungsplattform, Sanierung der Ufermauern
Die Gestaltung am See wurde von der Familie von Bonstetten nie fertig gebaut, trotz verschiedener ausgearbeiteter Projekte. Es bestanden Vorstellungen von kompletten Hafenanlagen, aber auch sanftere Eingriffe schlichter Ufergestaltungen. Mit dem Bau eines Stegs in Verlängerung der nördlichen Kanalallee soll die Kanaleinmündung in den See fertiggestellt werden. Die vorgeschlagene Gestaltung, der Bau eines Steges als Aussichts- und Beobachtungsplattform ist eine moderne Interpretation der historisch angedachten Symmetrielösung.
3 Pflege Baumalleen
Die beiden Alleen wurden nach 1930 gepflanzt, als Teile des Gestaltungsplans der Gebrüder Mertens aus Zürich umgesetzt wurden. Die verwendeten Baumarten sind Spitzahorn, Rosskastanie. Nachpflanzungen erfolgten mit Linden und Feldahorn. Unterschiedliche Baumarten und Bäume unterschiedlichen Alters prägen die ansonsten gut gepflegten Alleen. Es gilt für die Zukunft ein klares Konzept betreffend Baumarten, Pflege, Unterhalt und Ersatz festzulegen.
4 Aufwertung Kanalauftakt
Becken mit Sitzstufen als Zugang zum Kanal
Historisch war der Auftakt des Kanals eine Attraktion, mindestens seit der Parkgestaltung der Gebrüder Mertens ab 1930. Wenn künftig der Schilfbewuchs im Griff gehalten werden kann, ist die Gestaltung des Kanalzugangs mit einer Treppenanlage und Sommerflor (gemäss Plan Mertens) wieder eine echte Bereicherung. Mit der freien Sicht über den Kanal auf den See kann eine wesentliche Qualität beim Parkeintritt von der Gwattstrasse her wiederhergestellt werden.
5 Neuer Fussweg durch das Lustwäldchen
Das Gwattlischenmoos beinhaltet die grösste zusammenhängende Schilf- und Riedfläche am Thunersee. Es ist ein kantonales Naturschutzgebiet und gleichzeitig ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Heute führt der Fussweg direkt am Feuchtgebiet entlang und stört das Naturschutzgebiet beträchtlich. Deshalb soll die Wegverbindung durch das Lustwäldchen des Bonstettenparks zurück versetzt geführt werden.
6 Ausbaggerung neue Kiesinsel, renaturierte Ufergestaltung
Bildung einer Kiesinsel als neuen Lebensraum für Vögel, ökologischer Ausgleich für die Schilfentfernung im Kanal
Mit der Erstellung eines neuen, attraktiven Spielplatzes beim Campingplatz, in Kombination mit Liegewiese und Badebucht, kann das bisherige Spielplatzgelände renaturiert werden. Im direkten Anschluss an das Gwattlischenmoos entsteht eine nicht begehbare Vogelinsel. Die Kiesinsel und die natürlichen Ufer werden sich zu wertvollen Lebensräumen entwickeln. Die Bepflanzung soll niedrig gehalten werden, damit die Sicht aus dem Park auf den See und die Berge frei bleibt.