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Die Begriffe beziehen sich allgemein auf eine Vermehrung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Das Blutvolumen bleibt meist normal. Die Erythrozyten haben eine auf 120 Tage begrenzte Lebenszeit. Ihre über die Norm gesteigerte Zahl weist auf eine erhöhte Produktion im Knochenmark hin.
Manchmal ist nicht nur die Zahl der roten, sondern auch der weissen Blutkörperchen und der Blutplättchen erhöht. Das Problem einer zu grossen Anzahl zellulärer Blutbestandteile bei gleich bleibendem Blutvolumen liegt in der „Bluteindickung“ mit den Folgen:
Erythrozytose oder Polyzytämie bedeutet Vermehrung der roten Blutkörperchen über den oberen Normalwert.
Polycythaemia vera bezieht sich auf die selbständige Überaktivität des Knochenmarks, einem Tumor (Geschwulst) ähnlich.
Weil keine äussere Stimulation zu erkennen ist, handelt es sich bei der Polycytemia vera um eine sog. primäre Erythrozytose. Demgegenüber ensteht die sekundäre Form durch Stimulation des Knochenmarks, das mit der vermehrten Produktion roter Blutkörperchen reagiert (s. unten, bei Ursachen).
Polyglobulie bedeutet an sich ein Zuviel an Blutkörperchen jeder Art (rote, weisse usw.) pro Milliliter Blut, wird aber oft als Synonym für Erythrozytose oder Polyzytämie verwendet.
Einstich zur Entnahme von Flüssigkeiten oder Gewebe zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken. Verb: punktieren.
Je nach Typ der Polyglobulie oder Erythrozytose bestehen unterschiedliche Ursachen.
Ohne erkennbaren Anlass werden rote, meist auch weisse Blutkörperchen und Blutplättchen im Übermass gebildet. Damit besteht eine Verwandtschaft mit bösartigen Hyperaktivitäten des Knochenmarks (Leukämie); der Übergang in eine akute oder subakute Leukämie ist möglich, aber nicht häufig.
Daneben gibt es die sehr seltene, nicht bösartige, vererbte familiäre Polyzythämie, die mehrheitlich harmlos verläuft.
Unterschiedliche Faktoren können die Produktion von Blutzellen stimmulieren:
Sie entspricht einer Bluteindickung und entsteht durch Flüssigkeitsmangel oder -verlust, bei Austrocknung des Körpers etwa durch wiederholtes Erbrechen, Durchfälle oder ausgedehnte Verbrennungen, aber auch in Stresssituationen (Stress-Erythrozytose). Eine Polyglobulie ist in diesen Fällen nur vorgetäuscht (Pseudo-Polyglobulie), die Gesamtzahl der roten Blutkörperchen ist nicht erhöht, sonderen das Verhältnis von Zellen und Flüssigkeit ist verschoben zugunsten der zellulären Bestandteile.
Die Krankheit tritt im mittleren und höheren Lebensalter auf.
Komplikationen der echten Polyzythämie betreffen hauptsächlich das Herz-Kreislaufsystem und können schon früh auftreten:
Der Arzt untersucht, ob eine Polyglobulie vorliegt und um welche Form es sich handelt. Dazu sind neben Blutanalysen zahlreiche Abklärungen nötig wie Röntgen und Ultraschall, Nieren- und Lungenfunktionstests, Herzuntersuchungen usw. Die Verifizierung der Diagnose erfordert eine Knochenmarkspunktion (s. Begriffsbestimmungen).