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Pterygium (Flügelfell)
Was ist ein Pterygium?
Ein Pterygium (Flügelfell auf Deutsch) ist eine flügelförmige, fleischige Bindehautdegeneration, die auf die Hornhaut wächst. Das Pterygium kann in dem Lidspalt entweder in der Nasennähe (nasal) bei 3 Uhr oder auf der gegenüberliegenden Seite bei 9 Uhr (temporal) auftreten.
Das Pterygium ist eine gutartige Veränderung, die in der Anfangsphase keine Beschwerden verursacht. Später kann es Bindehautirritaion verursachen oder wenn es weiterwächst und das Hornhautzentrum erreicht, wird die Sehschärfe reduziert. Das Pterygium kann die Hornhaut dermassen verformen, dass die betroffene Person mit dem betroffenen Auge doppelt sieht (monokulare Diplopie).
Diese Bindehautdegeneration tritt in der dritten oder vierten Lebensdekade auf. Männer sind häufiger (2:1) betroffen, als Frauen.
Was ist die Ursache des Flügelfells?
Leider ist die genau Ursache der Entstehung eines Flügelfells ist immer noch unbekannt. UV-Licht und Staub spiele eine wichtige Rolle. Die Erkrankung tritt bei Patienten viel häufiger auf, die sich regelmässig draussen aufhalten. Menschen, die in der Äquatornähe wohnen, haben viel häufiger ein Pterygium, als diejenige, die weit weg vom Äquator leben.
Genetische Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen, aber die Genorte wurden noch nicht identifiziert.
Neben dem UV-Licht und Staub können starker Wind, trockene Luft und chronische Augenentzündungen die Entstehung des Pterygiums begünstigen.
Symptome und klinische Zeichen
Patienten mit einem Pterygium können Fremdkörpergefühl, Augenbrennen, Augenjucken, zurückkehrende Bindehautentzündung und Tränenträufeln haben. In den meisten Fällen haben die Patienten lange keine Beschwerden.
Die Erkrankung kann auch ein kosmetisches Problem darstellen, das den Patienten im Alltag stört.
Wie entsteht eigentlich das Pterygium?
Über die Entstehung eines Pterygiums gibt es mehrere Theorien. Das häufige Vorkommen in warmen und trockenen Gebieten weisen auf Umweltfaktoren, wie UV-Licht, Staub und Trockenheit hin. Aktinische Veränderungen wie bei der aktinischen Keratose sind in der Histologie zu sehen.
Laut einer beliebten Theorie werden spezifische Bindegewebszellen, die sogenannten Fibroblasten durch das UV-Licht aktiviert und vermehren sich übermässig. Andere Theorien bevorzugen Immunschwächen, Trockenheit der Augenoberfläche oder Viren.
Die Rückkehr des Pterygiums nach der chirurgischen Entfernung ist sehr wahrscheinlich vielmehr auf das chirurgische Trauma und nicht auf das UV-Licht zurückzuführen, da UV-Schutz dach der Operation die Rückkehr der Erkrankung nicht verringert.
Diagnostik
Das Pterygium kann problemlos an der Spaltlampe diagnostiziert werden. Das charakteristische, flügelförmige, fleischige Erscheinungsbild kann von anderen Veränderungen auf der Augenoberfläche gut unterschieden werden.
Differentialdiagnostisch kommen die Erkrankungen Entzündungspannus und Plattenepithelkarzinom in Frage. Der Entzündunspannus ist weniger dick als das Pterygium, befindet sich oft nicht auf der horizontalen Meridiane (3 Uhr – 9 Uhr Position) und häufig geht mit okulärer Rosazea und Hornhautverdünnung einher. Das Plattenepithelkarzinom entstammt einer Fehlbildung (Displasie des Hornhautepithels (oberste Schicht der Hornhaut).
Ein Pseudopterygium kann nach Augenverletzungen oder chronischen Augenentzündungen auftreten. Diese Veränderung befindet sich nur am Rand der Hornhaut, in den meisten Fällen nicht in der horizontalen Meridiane und ist einseitig.
Manchmal zeigt sich eine Eisenablagerung am Rand des Flügelfells. Diese Eisenablagerung heisst Stocker-Linie.
Das Pterygium tritt häufiger an der 3 Uhr-Position auf. Ein Auge kann gleichzeitig je ein Pterygium an der 3 Uhr- und 9 Uhr-Position haben.
Prävention
Wie kann das Pterygium vermieden werden?
Wir wissen, dass UV-Licht und starker Wind eine grosse Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen. Brillen mit 100% UV-Schutz sollten Personen tragen, die viel draussen arbeiten oder viel Sport im Freien treiben (Surfer). Brillen mit Seitenwänden bieten einen zusätzlichen Schutz gegen den Wind.
Behandlung
Eine Augenirritation kann sehr gut mit künstlichen Tränen behandelt werden. Sollte sich die Bindehaut entzünden, kann der Augenarzt kortisonhaltige Augentropfen (Fluorometholone, Dexafree) für ein paar Wochen verschreiben.
Wenn das Pterygium tief auf die Hornhaut wächst und das Hornhautzentrum gefährdet oder eine starke Hornhautverkrümmung verursacht oder das Auge sich immer wieder entzündet, muss das Pterygium chirurgisch entfernt werden.
Bei der „bare sclera“ Technik wird das Pterygium ausgeschnitten und die Wunde wird nicht genähnt. Diese Technik hat eine inakzeptabel hohe Rezidivrate. Das heisst, nach der Anwendung dieser chirurgischen Technik kehrt das Pterygium in ca 80% der Fälle zurück.
Um die Rezidivrate zu reduzieren, wird eine spezielle chirurgische Technik angewendet. Bei dieser Technik wird die Wunde nach der Entfernung des Pterygiums mit einem autologen Transplantat ausgefüllt. Dieses Transplantat wird in der Regel von der eigenen Bindehaut unter dem Oberlid entnommen. Die Entnahmestelle wird anschliessend zusammengenäht.
Die Wunde nach der Pterygiumentfernung kann auch mit einer Amnionmembran verschlossen werden. Das autologe Transplantat hat eine höhere Erfolgsrate als die Amnionmembran, aber wenn kein Transplantat entnommen werden kann, ist die Amniommembran eine gute Alternative.
Gemäss Studien kann die Verwendung von Mitomycin die Rezidivrate neben dem autologen Transplantat weiter verringern. Der Nachteil ist, dass Mitomycin schwerwiegende Komplikationen verursachen kann. Deswegen muss bei der Anwednung von Mitomycin besonders umsichtig vorgegangen werden.
Nach der Operation muss der Patient antibiotische und kortisonhaltige Augentropfen 4-6 Wochen lang nehmen. Diese Therapie nach dem Eingriff muss streng eingehalten werden.
Zusammenfassung
Das Pterygium ist eine häufige Degeneration der Bindehaut. Es kommt vorwiegend bei Personen vor, die einer übermässigen UV-Lichtstrahlung ausgesetzt sind oder mit viel Staub in Kontakt kommen.
Bei starken Beschwerden und/oder Sehverschlechterung muss das Pterygium chirurgisch entfernt werden. Die Technik mit einem freien, autologen Transplantat etablierte sich.
Bei Fragen rund um das Thema Pterygium können Sie sich jederzeit an unseren Augenarzt in Opfikon neben Oerlikon wenden.