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Missionsreise Kongo
Warum eine Missionreise nach Kongo?
Rücklick: 1. Reise nach Kongo im 1996
In Gemeinschaft 2/1996 stand ein langer Bericht über die Missionsreise der CGAM e.V. in den Zaire.
Das Logo der CGAM e.V.
Seither sind vier Jahre vergangen. In dieser Zeit ist viel geschehen. Die Norddeutschen Gehörlosen haben einen selbständigen Verein gegründet, die Christliche Gehörlosen-Afrika-Mission CGAM e.V. (‹e.V.› bedeutet ‹eingetragener Verein›, Vereinsstatuten und Vorstandsmitglieder sind bei einem Gericht in einem Register eingetragen. Diese Vereine zahlen keine Steuern, wenn sie wohltätige Zwecke verfolgen - ein wenig komplizierter als unser Schweizer Vereinsrecht). Präsident der CGAM ist Josef Schmid. Die CGAM hat die vier Gehörlosenschulen in Lubumbashi, Kolwezi, Kamina (vgl. Gemeinschaft 2/1996) und Kalemie übernommen und seither die Löhne für die Lehrer und Direktoren bezahlt.
In der Gehörlosenschule von Lubumbashi (1996)
Im Zaire hat sich politisch vieles verändert. Der damalige Diktator Mobutu ist gestorben. An seine Stelle kam als neuer Präsident Laurent-Desiré Kabila. Er gab dem Land einen neuen Namen: Demokratische Republik Kongo. Seit einiger Zeit gibt es im Norden und Osten Bürgerkrieg. Die Streitereien zwischen Ruanda und Burundi, zwischen den zwei Völkern Hutu und Tutsi, haben auch den Kongo erreicht. Rebellen kämpfen gegen Kabila und wollen das grosse Land spalten. Viele andere afrikanische Staaten haben sich auf beiden Seiten eingemischt. Die Gehörlosenschule in Kalemie wurde von Rebellen zerstört. Fast alle Missionare und Weissen sind geflohen. In Kamina und Kolwezi ist die politische Lage unsicher.
Aber in Lubumbashi ist es ruhig. Es hat Bus-, Eisenbahn- und Flugverbindungen ins Ausland. Der Vertrauensmann der CGAM, Ngoy Kakudji, schreibt: Man kann problemlos nach Lubumbashi kommen.
Gebärdenchor in der Sonntagsschule von Lubumbashi (1996)
Auf unserer Reise nach Simbabwe hörte meine Frau in einem Restaurant in Lusaka ‹zufällig› (Achtung: Bei Gott gibt es keine ‹Zufälle›!) Spanisch sprechende Stimmen. Tatsächlich, da sprachen drei Soldaten Spanisch! Sie kamen aus Uruguay und arbeiteten für eine internationale UNO-Friedenstruppe im Kongo. Sie bestätigten, dass man in Lubumbashi sicher ist - sogar sicherer als 1996.
Denn damals überfielen hungernde Soldaten von Mobutus korrupter Armee oft Unschuldige und raubten sie aus. Das wenigstens hat unter Kabila aufgehört. Im September wird eine gemischte französisch-rumänische UNO-Truppe in Lubumbashi stationiert sein. Es sollte also ruhig bleiben.
Karte der Demokratischen Republik Kongo
Situation im 2000
Deshalb hat Josef sich entschlossen, Anfang September 2000 zum ersten Mal seit 1996 wieder nach Lubumbashi zu reisen. Meine Frau, Catherine und ich werden ihn begleiten als Dolmetscher für Französisch und ASL (amerikanische Gebärdensprache - die Schulen im Kongo wurden vom gehörlosen Amerikaner Dr. Andrew Foster gegründet und benützen deshalb ASL).
Dr. Andrew Foster (1925-1987)
Es gibt viel zu besprechen nach vier Jahren. Post und Fax haben oft nicht geklappt, viele Fragen sind seit langem offen. Alle Schuldirektoren und alle Lehrer der drei übrig gebliebenen Schulen werden nach Lubumbashi eingeladen. Wir selber können leider nicht nach Kolwezi und Kamina gehen. Es wäre zu gefährlich.
Die CGAM will neue Reglemente, Arbeitsverträge und Strukturen für eine bessere Zusammenarbeit einführen, den Afrikanern mündlich erklären und mit ihnen alles besprechen. Auch der Bürgermeister von Lubumbashi wird eingeladen. Vielleicht unterstützt er später die Schule? Auch Gespräche mit den Eltern der gehörlosen Kinder in Lubumbashi sind geplant. Es wird viele wichtige Besprechungen geben -und damit viel Arbeit für die drei Schweizer DolmetscherInnen. Im Kongo spricht man nur Französisch, Josef Schmid kann aber diese Sprache nicht. Wenn möglich wollen wir auch Kleider und Material mitnehmen. Bitte betet für diese Reise.
Der Abflug ist auf den 28.8.2000 über Johannesburg (Südafrika) geplant, wahrscheinlich über Harare (Hauptstadt von Simbabwe, mit einem gemieteten Bus über Lusaka nach Lubumbashi. Am 8.9.2000 sollten wir auf dem gleichen Weg zurück kommen. Wir danken Euch schon jetzt für alle Gebete.