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Der Soldat in den europäischen Heeren des 18. Jahrhunderts lebt in ständiger Lebensgefahr, ist kontinuierlich strenger Disziplin und harten körperlichen Strafen bei kleinsten Vergehen ausgesetzt und kann im Fall seiner Verwundung auf keinerlei Hilfe hoffen. Ziel der Studie ist es, von diesem Befund ausgehend die zeitgenössischen Überlegungen zur Motivations- und Effizienzsteigerung der Soldaten nachzuzeichnen. Anhand militärwissenschaftlicher Traktate, philosophischer Abhandlungen sowie literarischer Texte werden unterschiedliche Konzeptionen idealer Soldaten nachgezeichnet, die vom stoischen Tugendmuster über den todesbegeisterten Untertan hin zum leidenschaftlichen Familienvater und Nationalkrieger reichen. Dabei wird deutlich, dass der disziplinierte Automat, als welcher der Soldat dieser Zeit oft konturiert wird, bereits in einer Vielzahl historischer Quellen kritisiert und nach vielversprechenderen Alternativen gesucht wird. Die Literatur mit ihren kriegerischen Liebes- und Heldengeschichten partizipiert maßgeblich an dieser Entwicklung: Mit der Verbindung von Mars und Eros in diesen Texten steht auch immer die militärische Ordnung ihrer Gegenwart zur Disposition.
Autorentext
Klaus Wiehl studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Germanistische Linguistik, Englische Literaturwissenschaft und Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth und der Washington & Lee University. Anschließend Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er seit 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist.