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STEINZEIT

BRONZEZEIT
|Steinzeit|
Während der Eiszeiten (600'000 v. Chr. - 10'000 v. Chr.) waren jeweils der grösste Teil der heutigen Schweiz und grosse Teile Österreichs ebenso wie Nordeuropa (England, Irland, Skandinavien, Norddeutschland bis zu den Mittelgebirgen, Polen) mit Eis (Gletschern) bedeckt, das in den Alpentälern 500 - 1200 Meter dick war. Zwischen den Eiszeiten gab es jeweils wärmere Perioden.
In den nicht mit Eis bedeckten Gebieten konnten die Menschen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen (allgemeine Kälte) überleben. An die Gletschergebiete schloss Tundra mit dauernd gefrorenem Boden an (wie im heutigen Sibirien), mit Tieren wie Mammut, Moschusochs, Wollnashorn und Rentier. Die Tundra ging in Steppe über, wo auch Birken, Wacholder und Zwergkiefer wuchsen und Antilope, Wildpferd, Bison, Elch und Höhlenbär zuhause waren. An die Steppe schloss Nadel- und Laubwald an.
Die Menschen der Altsteinzeit (Paläolithikum lebten als Jäger und Sammler, wie Funde von menschlichen Skeletten, Werkzeugen (z.B. Faustkeilen), Waffen und Felsmalereien zeigen. Sie bekleideten sich mit zusammengenähten Fellen und schmückten sich mit Tierzähnen und Schneckenhäuschen. In den Zwischeneiszeiten stiessen die Menschen und Tiere wieder in die Alpen bzw. nach Norden vor.
Gegen Ende der Altsteinzeit kamen Werkzeuge und Waffen aus Feuerstein (Silex) auf. Die Datierung [Zuordnung der Funde zu einer bestimmten Zeit] stützt sich auf verschiedene Methoden, die aber wegen der grossen Zeiträume immer nur eine begrenzte Genauigkeit haben.
Auch in der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) waren die Menschen Jäger, Fischer, Sammler und lebten in kleinen Gruppen in Höhlen, unter Felsvorsprüngen und in Reisighütten, vorzugsweise an der Meeresküste und am Ufer von Seen, Flüssen und Bächen. Sie verfeinerten die Herstellung von Werkzeugen (vorwiegend aus Feuerstein, aber auch aus Tierknochen), erfanden das Beil und begannen erste Haustiere zu zähmen (Hund) und Pflanzen zu züchten. Die Mittelsteinzeit dauerte im Nahen Osten und in Südeuropa von 10'000 - 5'000 v. Chr., in Nordeuropa von 8'000 - 4'000 v. Chr.
In der nun folgenden Jungsteinzeit (Neolithikum) war das Klima nach dem Ende der Eiszeiten deutlich milder, die Landschaft der Schweiz geprägt durch Laubmischwälder, Seen und Moore im Mittelland, durch Weisstannenwälder in den Alpen. Rothirsch, Reh, Bär, Wolf, Wildpferd und viele kleine Säugetiere bewohnten sie.
In Westeuropa entstand die Megalith-Kultur: Aus grossen Steinen wurden tischförmige Grabkammern (Dolmen, Beispiele in der Schweiz: Petit Chasseur im Wallis, Auvernier NE) oder kreisförmige Kultstätten (weltbekannt: Stonehenge, England, kleineres Beispiel: Menhire von Yverdon) gebaut. Die Menschen der Megalith - Kultur wanderten vom Genfersee her in die Schweiz ein, Bauern einer anderen Gruppe aus Süddeutschland in die Ostschweiz.
Mittelsteinzeitliche Kultstätte mit Menhiren bei Yverdon am Neuenburgersee
Die Wohnhäuser wurden von beiden Gruppen aus Holz als Ständerbauten (Pfahlbauten) im flachen ufernahen Wasser oder am Ufer erstellt und mit Schilf gedeckt, die Böden mit Lehm und Rinde gegen Feuchtigkeit isoliert. Auf dem Balkan und im Nahen Osten entstanden dagegen bereits Häuser aus Ziegeln.
Die Pfahlbauten in der Schweiz und in Süddeutschland wurden vor 150
Jahren entdeckt, als der Wasserstand der grossen Mittellandseen
im Winter 1853/54 besonders tief war.
Mehr über Pfahlbauer und Pfahlbauten
Tongefässe wurden hergestellt und verziert (Bandkeramik, Schnurkeramik), Holzgegenstände mit Schnitzereien verschönert. Fäden wurden gesponnen und daraus auf einfachen Webstühlen Stoffe gewebt. Einfache Boote (Einbäume) mit Rudern dienten dem Handel. Das Rad wurde wohl - wie auch das Papier, die Schrift und der Kompass - in China erfunden und tauchte als Vollrad aus Holz um 2600 v. Chr. im Nahen Osten auf. Von dort fand es den Weg nach Europa. Speichenräder sind seit etwa 2000 v. Chr bekannt.
Aus Wildgetreide (Weizen, Gerste, Hirse, Emmer=Flachweizen) sowie Hülsenfrüchten züchtete man ertragreichere Sorten und pflanzte sie systematisch an. Um die Anbaufläche zu vergrössern, wurde Wald gerodet. Dünger war jedoch noch unbekannt. Wenn die Erde ausgelaugt war, zogen die Menschen weiter. Schafe, Ziegen, Schweine, Rinder und Pferde wurden gezähmt und als Nutztiere gehalten, die Milchwirtschaft nahm ihren Anfang.
Verbreitete Funde von kleinen und grossen Frauenfiguren aus Stein und Ton (z.B. die "Venus von Willendorf" an der Donau, Österreich) belegen die Verehrung einer Muttergottheit, die offenbar für Fruchtbarkeit und Ackerbau zuständig gehalten wurde.
Die Kulturen im Nahen Osten (Irak, Palästina, Aegypten: dem so genannten fruchtbaren Halbmond) waren führend. Hier entstand mit Jericho bereits zwischen 8'000 und 6'000 v. Chr. die erste Stadt. Die Arbeitsteilung und die Bildung von Berufen setzten ein. Die Städte wurden auch Zentren des Handels. Wo so viele Menschen zusammenleben, reichen die "natürlichen" Strukturen der Grossfamilie bzw. des Stammes (Rat der Ältesten) nicht mehr aus, eine kompliziertere politische Organisation wurde notwendig. Nach und nach bildete sich ein Gottkönigtum heraus, d.h. ein charismatischer Führer [Persönlichkeit, die andere Menschen begeistern kann] erlangte beinahe absolute Macht und wurde wie ein Gott verehrt. Die ersten Stadtstaaten kannten klare Rangordnungen: König, Priester, Soldaten, Beamte, Handwerker, Händler, Bauern, Sklaven. Um sie verwalten zu können, musste die Schrift erfunden werden. Mit der Zeit wurden aus den Stadtstaaten grosse Reiche. Hochentwickelte demokratische Regierungsformen entstanden dagegen erst später in der Eisenzeit in Griechenland.
Um etwa 5000 v.Chr. wurde im Nahen Osten entdeckt, wie man aus Erz [in Stein eingelagertes Metall bzw. chemische Verbindungen von Metall mit Sauerstoff] reines Metall gewinnen kann. Zunächst wurde Kupfer verarbeitet. Man baute auch Staudämme, um das Wasser der Flüsse in den eher trockenen Gebieten an den Unterläufen besser zu nutzen. Um 3'000 v. Chr. kam es im Gebiet des heutigen Irak zu einer Umweltkatastrophe (Überschwemmungen), die mündlich überliefert und von späteren Generationen im babylonischen Gilgamesch-Epos beschrieben wurde. Diese Geschichte ist in der Bibel als Bericht von der Sintflut mit einer moralisierenden religiösen Bedeutung versehen worden.
Wo und wie genau die Bronze, die erste Legierung durch Verschmelzen von mehreren Metallen (in diesem Fall 70% - 95% Kupfer und 30% - 5% Zinn) entstand, ist nicht geklärt. Einige Forscher gehen auch hier vom Vorsprung der altorientalischen Kulturen aus, andere sehen den Ursprung in Mitteldeutschland, wo Kupfer- und Zinnvorkommen nahe beieinander liegen. Die Bronze ist wesentlich härter sowohl als Kupfer wie auch als Zinn alleine und löste damit bei der Herstellung von Werkzeugen und Waffen eine Revolution aus.
In Mitteleuropa war die Bronze ab etwa 1800 v. Chr. allgemein verbreitet. In der Schweiz wurde im Wallis und im Bündnerland Kupfer abgebaut. Zu Beginn der Bronzezeit wurden Steinwerkzeuge in Bronze nachgebildet, später nach und nach eigene Formen entwickelt. Auch Gold und Silber waren schon bekannt, wegen ihrer Seltenheit aber teuer und wurden nur von sehr reichen Leuten für Schmuck benutzt.
Ausgegraben wurden sowohl zweischalige Gussformen aus Sand- und Speckstein wie auch einschalige aus Ton. Die letzteren gehören zur aufwändigen Technik des verlorenen Gusses. Dabei wurde zuerst ein Modell des gewünschten Gegenstandes aus Wachs geformt, dieses mit Ton eingekleidet, und dann das Wachs herausgeschmolzen. In den entstandenen Hohlraum wurde die flüssige Bronze gegossen und nach dem Erkalten von der Tonhülle befreit. Mit dieser Technik konnten komplizierte, mehrteilige, ineinander verhängte Objekte hergestellt werden.
Die Toten wurden zu Beginn der Bronzezeit in Hockstellung mit angezogenen Beinen mit ihren Waffen und ihrem Schmuck begraben.
In der mittleren Bronzezeit errichtete man Hügelgräber.
In der späten Bronzezeit wurden die Toten verbrannt und die Asche in grossen Urnenfeldern mit Grabbeigaben beigesetzt oder aber in ein Brandschüttungsgrab gestreut.
In der Spätbronzezeit, ab etwa 1100 v. Chr. waren in der Schweiz die Ufer der meisten Mittellandseen bewohnt, in über 70 Ufersiedlungen wurden Tausende von Gefässen, Gewandnadeln, Messern und anderen Bronzegegenständen gefunden, die auch von regen Handelsbeziehungen innerhalb Europas zeugen. Auch auf Anhöhen im Mittelland und im Alpenraum wurde gesiedelt, z.B. am Wittnauer Horn BL und am Montlinger Berg im Rheintal SG. Knochenfunde zeigen, dass die gejagten Tiere gegenüber den gezüchteten nur noch rund 10% ausmachten. Die europäischen Spätbronzeleute lebten im Gegensatz zu den orientalischen in überschaubaren Stammeseinheiten. In der Schweiz trafen von Südwesten und Nordosten her die Einflussbereiche von zwei Kulturen aufeinander, die an der Form ihrer Trinkgefässe unterschieden werden: Die Glockenbecherkultur mit Zentrum in Spanien und die Trichterbecherkultur mit Zentrum in Nordeuropa.
Bald waren die Kupfer- und Zinnvorkommen an der Erdoberfläche erschöpft, die Erze mussten durch Bergbau gewonnen oder gar importiert werden (Zinn z.B. aus England). Dies war nur möglich, indem sich auch in Europa eine Arbeitsteilung durchsetzte und sich die Leute auf verschiedene Berufe spezialisierten. Mit der Spezialisierung nahmen auch die Unterschiede zwischen Armen und Reichen zu, die Gräber begannen sich in der Grösse und in den Grabbeigaben zu unterscheiden.
In der nachfolgenden Eisenzeit (ab 800 v. Chr.) trat in der Geschichte der Schweiz erstmals ein Volk auf den Plan, über das wir nebst Ausgrabungen auch schriftliche Berichte haben: Die Helvetier, ein Stamm aus dem Volk der Kelten.
|Eiszeiten||Pfahlbauer|

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