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Lisa Cronjäger ist Doktorierende am Seminar für Medienwissenschaft der Universität Basel. In ihrem Dissertationsprojekt untersucht sie forstwissenschaftliche Reiseberichte aus dem 19. Jahrhundert. Ausgangsquellen sind die Zustandsbeschreibungen von Wäldern, die der sächsische Forstakademiedirektor Edmund von Berg über seine Forschungsreisen in Skandinavien, Polen, Ungarn und den Alpenländern verfasste. Wie realisiert sich das Ideal der Genauigkeit in der Beschreibung, Vermessung und visuellen Darstellung von Wäldern? In welchem Zusammenhang stehen Konzepte der Nachhaltigkeit mit der Einführung von Forstadministrationen in Europa?
Forstwissenschaftliche Reiseberichte greifen auf eine Vielzahl wissenschaftlicher Praktiken und Medien zurück: Von Kulturtechniken der Vermessung und Kartographie, über botanische Klassifikationen und tabellarische Berechnungen von Holzerträgen, bis zu romantisch inspirierten Darstellungen von Waldzuständen. Die von Forstwissenschaftlern verfassten Reiseberichte des 19. Jahrhunderts hinterfragen die strikte Trennung von Natur- und Humanwissenschaften. Sie sind aufschlussreich in Bezug auf die Frage, welche Bedeutung Ideale der (Un-)/Genauigkeit für die Planung von großflächigen Waldgebieten sowie für Nachhaltigkeitskonzeptionen einnahmen.
M.A. in Kulturwissenschaft, 2017
Humboldt-Universität zu Berlin
ERASMUS-Auslandssemester, 2015
University of Helsinki
B.A. in Kulturwissenschaft und Kunst-/Bildgeschichte, 2013
Humboldt-Universität zu Berlin