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Die israelische Künstlerin Keren Cytter (geboren 1977 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Amsterdam) erzählt Geschichten. Sie tut dies in Form von experimentellem Kino, das aus einer Vielzahl spannender Genres schöpft, vom Film Noir über den fiktiven Dokumentarfilm bis hin zum puren Cinema Verité. Es sind Kurzgeschichten, in denen das Alltägliche mit dem Mysteriösen kollidiert.
Keren Cytter erzählt zugleich normale wie irrwitzige Kurzgeschichten, die eine filmische Gratwanderung zwischen dem Komischen, Grotesken und Tragischen eingehen und gleichzeitig auch als Kommentar zum Medium Film funktionieren. Ihre Filme dokumentieren ihre Umgebung, ihre Freunde und Familie, die als Charaktere in einer Art Traumwelt agieren, in der egozentrische Ziele, tiefliegende Frustrationen, persönliche Bestrebungen und intime Wünsche die Inhalte sind – meistens erinnern sie an steife und amateurhafte Darstellungen von Theater-Sprechproben.
Cytter dekonstruiert traditionelle Erzählstrukturen, indem sie Bilderclips mit nicht harmonisierenden Sprach- und Tonsequenzen, die oftmals mit Untertitel verdoppelt werden, überlagert und dadurch eine oft überraschende und immer arbiträre Realität zusammenwürfelt. Ihre Filme entstehen aus Bild und Sprachcollagen, die auf tatsächlichen wie auch auf fiktiven Begebenheiten und autobiografischem Material basieren. Die Filme besitzen einen besonderen Reiz der durch die innere, psychologische Anspannung der Darsteller verkörpert wird. Sie personifizieren oft eine von existenzieller Angst geplagter und verunsicherten Jugend, die durch ihre geographische und kulturelle Deplatzierung in konstanter Unruhe mit sich selber und ihrer Umgebung sind.