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Seit der Einführung des freien Personenverkehrs vor vier Jahren ist die Zahl der Grenzgänger noch nie so schwach gewachsen wie im ersten Quartal 2006.
Ende März dieses Jahres arbeiteten in der Schweiz 179'400 Grenzgänger aus Ländern der EU, 1,4% mehr als vor Jahresfrist.
Das Wachstum der Anzahl ausländischer Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz ist so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr. Per Ende des ersten Quartals 2006 stieg deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 1,4% auf 179'400 Personen.
Die schwache Zunahme übertrifft immerhin jene der Erwerbstätigen (+0,7%), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Am stärksten nimmt seit fünf Jahren die Zahl der Grenzgänger in den Dienstleistungen für Unternehmen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen zu.
Zunahme wegen Freizügigkeits-Abkommen
Der Anteil der Grenzgänger an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen ist seit März 2001 gestiegen. Damals belief er sich auf 3,7%. Ende März 2005 und 2006 betrug er jeweils 4,3%.
Die jährliche Zuwachsrate belief sich in der Periode 2003-2005 auf 3 bis 3,5%, 2006 hingegen schwächte sie sich stark ab und betrug nur noch 1,4%.
In den letzten fünf Jahren hat die Zahl der Grenzgänger vor allem vor dem Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens stark zugenommen. Seit dem 1. Juni 2002 dürfen Grenzgänger in der Schweiz eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben. Zurzeit machen rund 400 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Starke Zunahme im tertiären Sektor
Zwischen Dezember 2001 und März 2006 ist die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger um 18,7% gestiegen. Die Zunahme erfolgte fast ausschliesslich im Dienstleistungs-Sektor (+36,3%), während die Bestände im sekundären Sektor stabil blieben.
Dennoch sind die Grenzgänger in der Industrie nach wie vor überproportional vertreten: 41% der Grenzgänger, aber nur 24% der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung der Schweiz, arbeiten im sekundären Sektor.
Gefragte Genferseeregion
Am stärksten hat in den letzten fünf Jahren die Zahl der Grenzgänger in der Genferseeregion zugenommen (+45%) und ist nun dort auch am höchsten.
Es folgen der Espace Mittelland und Zürich mit einem Plus von je 23% sowie das Tessin (+18,5%).
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Nach dem Nein des Stimmvolks zum Projekt des Anschlusses der Schweiz an den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) 1992 hat die Regierung den Weg der bilateralen Verträge mit der EU beschritten.
Im Mai 2000 ist ein erstes Vertragspaket von zwei Drittel der Stimmbürger angenommen worden. Unter anderem wurde auch die Freizügigkeit im Personenverkehr ab Juni 2002 eingeführt.
Dank dieser Regelung können in der EU-Niedergelassene frei als Grenzgänger in der Schweiz arbeiten. Die Auflage, täglich über Nacht wieder nach Hause zurück zu kehren, ist von einer Wochenend-Regelung abgelöst worden.
Im Juni 2004 hat die Schweiz die arbeitsrechtliche Vorzugsbehandlung der einheimischen Arbeitnehmer aufgegeben (Behandlung bei der Entlöhnung, oder bei den Einstellungsbedingungen).
Fakten
21% der Wohnbevölkerung der Schweiz sind Ausländer (zirka 830'000 Personen).
Dazu kommen rund 179'000 Grenzgänger (Ausländer, die ihre Niederlassung in einem anderen Land behalten).
Die Zahl der Grenzgänger hat sich in den letzten 5 Jahren um 18,7% erhöht.