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Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Taiwan haben Rettungskräfte Augenzeugen zufolge am Montag eine Frau lebend aus den Trümmern eines Hochhauses geborgen. Mindestens 35 Menschen kamen bei dem Beben der Stärke von 6.4 ums Leben.
Mehr als 100 Personen werden noch vermisst und unter dem eingestürzten Hochhaus in der besonders stark betroffenen Stadt Tainan befürchtet. Von den Toten wurden 33 aus dem Wohnkomplex geborgen. Die Rettungsarbeiten dauerten an.
In dem Hochhaus-Komplex waren rund 260 Bewohner gemeldet. Die Behörden vermuten aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens mehr als 300 Menschen in dem Haus aufhielten – hauptsächlich Verwandte kurz vor dem am Montag beginnenden chinesischen Neujahrsfest. Ausserdem waren offenbar viele Wohnungen an Studenten untervermietet.
Der Einsturz des in den 90er Jahren errichten Gebäudes mit 17 Stockwerken schürte Fragen bezüglich der Qualität der Baumaterialien und Verarbeitung. Yueh Chin-sen, der um acht in dem Komplex verschüttete Familienangehörige bangte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Bewohner hätten über Baumängel und Risse in den Wänden geklagt. Bei früheren Erdbeben habe sich das Gebäude als nicht stabil erwiesen. Am Montag wurde Präsident Ma Ying Jeou am Unglücksort erwartet. (wst/sda/reu/afp)