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In ihren Romanen gehen sie mit seismographischem Gespür zurück in der Geschichte, erkunden nationale Territorien, Geschichten und Träume: Michail Schischkin und Sergej Lebedew.
Sergej Lebedew (*1981 in Moskau) war viele Jahre auf geologischen Expeditionen im Norden Russlands und in Zentralasien unterwegs, bevor er zu schreiben anfing. Sein erster Roman «Der Himmel auf ihren Schultern» stand auf der Long-List des russischen Nazbest-Preises 2011 (aus dem Russischen von Franziska Zwerg, S. Fischer 2013). Zuvor sind in Russland seine Gedichte, Essays und journalistischen Texte erschienen. Der Roman «Menschen im August» (S. Fischer 2015) handelt von den Umwälzungen der 1990er Jahre und fand in Russland erst im Januar 2016 einen Verlag. Sergej Lebedews Zeitung, für die er in den letzten Jahren schrieb, wurde während des Ukrainekonflikts verboten. Im Februar 2017 erscheint sein autobiographisch geprägter Roman «Das Jahr des Kometen» in englischer Übersetzung. Michail Schischkin (*1961 in Moskau) lebt seit 1995 in der Schweiz. Für seine Romane, die in der Tradition von Tschechow, Bunin und Nabokov gehalten sind, wurde er mit allen wichtigen russischen Literaturpreisen ausgezeichnet und für den Roman «Venushaar» (DVA, aus dem Russischen von Andreas Tretner) mit dem Internationalen Literaturpreis 2011 geehrt. Schischkins zweiter Roman «Vzjatie Izmaila» (1999, Ü: Die Eroberung von Ismail), für den der Autor den russischen Booker-Preis erhielt, erscheint im Frühjahr 2017 auf Deutsch. In dieser Generationengeschichte geht Schischkin zurück auf die Eroberung einer türkischen Festung bei Odessa 1790 durch die Truppen Suworows – eine «Liebeserklärung an ein monströses Vaterland».