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Dies stellten zwei Forscherinnen vom Berliner Naturkundemuseum fest, als sie die Stimmentwicklung von in Mittelamerika beheimateten Grossen Sackflügelfledermäusen (Saccopteryx bilineata) untersuchten. Ihre Studie wurde am Freitag von der renommierten Fachzeitschrift «Science» veröffentlicht.
«Da-Da-Da» - alle Kinder weltweit machen diese Phase durch, in der sie intensive, sinnlose Gespräche führen. «Sie brabbeln, um mit ihren Eltern zu interagieren, aber auch, wenn sie allein sind. Offenbar erforschen sie dabei fröhlich ihre Stimme», erklärte die Ko-Autorin der Studie, Mirjam Knörnschild, der Nachrichtenagentur AFP. Genauso verhielten sich die von ihr und ihrer Kollegin untersuchten Fledermäuse.
Fledermäuse kommunizieren mit Ultraschall, aber sie sind auch in der Lage, Töne zu erzeugen, die Menschen hören können. «Für unsere Ohren klingt es wie ein hohes Zwitschern... es ist melodisch», sagte Knörnschild, die seit 2003 zu Fledermäusen forscht. Dass sie aber wie menschliche Säuglinge brabbeln, sei eine Eigenart der Grossen Sackflügelfledermäuse.
«Geschwätzig»
Zwischen 2015 und 2016 hatte Knörnschilds Mitautorin Ahana Fernandez das Gebrabbel von 20 Fledermausbabys in Costa Rica und Panama aufgezeichnet. Diese Fledermausart versteckt sich nicht in dunklen Höhlen, sondern hält sich auf Bäumen auf und lässt sich dadurch gut in freier Wildbahn beobachten.
Diese kleinen Säugetiere besitzen einen Kehlkopf und fangen etwa drei Wochen nach ihrer Geburt an zu brabbeln - bis zu ihrer Entwöhnung ein paar Wochen später. Dabei sind sie laut den Forscherinnen «sehr geschwätzig»: Im Durchschnitt verbringen sie fast ein Drittel ihrer Zeit mit diesen Stimmübungen; meistens dauern sie sieben Minuten am Stück, in einem Fall aber auch bis zu 43 Minuten.
Nur ganz wenige Tiere brabbeln als Baby
Die Forscherinnen verwandelten die Laute in Bilder, sogenannte Spektrogramme und konnten so die unterschiedlichen Silben «mit dem blossen Auge» erkennen, wie Knörnschild erklärte. Insgesamt analysierten sie auf diese Weise 55'000 Silben - und entdeckten zahlreiche Ähnlichkeiten zur Babysprache: So wiederholten sich die Silben immer wieder, hatten keinen Sinn - folgten aber einem bestimmten Rhythmus.
Nur sehr wenige andere Arten weisen diese Eigenart auf: Neben einigen Vögeln gehören zwei Arten von Seidenäffchen dazu sowie vermutlich auch Delfine oder Weisswale.
Dass die Grossen Sackflügelfledermäuse ihre Stimme im Babyalter entwickelten, könnte zum einen daran liegen, dass sie in einer «dunklen, dreidimensionalen Umgebung» navigieren und kommunizieren müssen, vermuteten die Forscherinnen. Zudem ermögliche die möglichst perfekte Beherrschung des komplexen Kommunikationssystems - ähnlich wie beim Menschen - eine Welt voller Möglichkeiten.
*Fachpublikationsnummer DOI: 10.1126/science.abf9279