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Im Winter ist es kalt, und viele Tiere finden weniger zu fressen. Einige Säugetiere – zum Beispiel Murmeltiere, Igel oder Bären – halten deshalb Winterschlaf. Andere sammeln Vorräte, ziehen sich zurück, schlafen viel und bewegen sich nur ab und zu, um ein wenig zu fressen. Das geht aber nur, weil der Körper von Säugetieren und Vögeln so eingerichtet ist, dass er seine Temperatur selbst regulieren kann.
Amphibien und Reptilien, also zum Beispiel Frösche und Eidechsen, können dies nicht. Man nennt sie wechselwarm, denn ihre Körpertemperatur fällt und steigt automatisch mit der Temperatur der Umgebung. Sobald es kühler wird, müssen diese Tiere einen Ort finden, an dem sie für die nächsten Monate ungestört sind. Dann fallen sie in Kältestarre, bewegen sich kaum noch und fressen auch nicht. Die Augen des Tiers sind dabei zwar offen, aber Herz und Atmung sind sehr langsam. Bei den Amphibien und Reptilien in der Schweiz dauert die Winterruhe etwa von Mitte Oktober bis Mitte März. Aber es gibt durchaus Arten, die schon an sonnigen Januar- oder Februartagen hervorkommen, um sich an der Sonne aufzuwärmen.
Winterruhe unter der Erde oder im Wasser
Geeignete Plätze für die Winterruhe sind beispielsweise Höhlen in Baumstrünken, Steinhaufen, Blätterhaufen und Holzstapel. Auch unter der Erde ist ein guter Ort zum Überwintern: Hättest du gedacht, dass sich Tiere wie Blindschleichen bis zu einem halben Meter tief in den Boden eingraben können? Dabei teilen sich oft mehrere Tiere einen guten Überwinterungsplatz, manchmal sogar Schlangen, Blindschleichen und Eidechsen gemeinsam.
Einige Frösche und Molche überwintern im Wasser. Wenn das Gewässer gross genug ist, dass es im Winter nicht bis zum Grund zufriert, wird das Wasser am Grund nicht kälter als 4°C. Dort können Amphibien überwintern, denn der Sauerstoff, den sie über die Haut aus dem Wasser aufnehmen, reicht in der Kältestarre gerade aus. Kleine Tümpel, Sümpfe oder nasse Bodenschichten können im Winter einfrieren – und auch die Tiere darin! Viele Arten würden dies nicht überleben, doch einige sind sogar an solche Situationen angepasst. Von Feuersalamandern und einigen Fröschen ist bekannt, dass sie Temperaturen von –5° C bis –7° C überstehen – man könnte sie also im Winter für einige Zeit in einen Eisblock einfrieren!
Wie überleben die Tiere solchen Kältestress? Ihre Körperflüssigkeit enthält ein natürliches Frostschutzmittel, welches verhindert, dass sich Eiskristalle in den Körperzellen des Tieres bilden und diese schädigen. Solche Gefrierschutzmittel haben sich übrigens auch bei vielen Insektenarten entwickelt. Ein Beispiel dafür ist der Gletscherfloh, der das ganze Jahr im Eis lebt. Das beste Anti-Frost-Protein, das man kennt, wird von einem unscheinbaren Käfer produziert.