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Nach der deutschen Strafprozeßordnung
müssen dazu zwei Gerichtspersonen, ein Beamter der Staatsanwaltschaft, ein Gerichtsschreiber
und ein Gefängnisbeamter zugezogen werden. Der Ortsvorstand hat zwölf Personen aus den Vertretern oder
aus andern achtbaren Mitgliedern der Gemeinde abzuordnen, um der Hinrichtung beizuwohnen. Außerdem ist einem Geistlichen von
dem Religionsbekenntnis des Verurteilten und dem Verteidiger sowie nach Ermessen des die Vollstreckung leitenden Beamten auch
andern Personen der Zutritt zu gestatten.
Der Leichnam des Hingerichteten ist den Angehörigen desselben auf ihr Verlangen zur einfachen, ohne Feierlichkeit
vorzunehmenden Beerdigung zu verabfolgen. An schwangern oder geisteskranken Personen darf die Todesstrafe nicht vollstreckt werden.
IhreVollstreckung ist überhaupt nur zulässig, nachdem die Entschließung des Staatsoberhaupts ergangen ist, von dem Begnadigungsrecht
keinen Gebrauch machen zu wollen. Als militärische Todesstrafe, die in Fällen des Kriegsrechts aber auch gegen
Zivilisten zur Anwendung kommt, ist die Strafe des Erschießens gebräuchlich.
Über die Zulässigkeit der an und für sich ist, seitdem Beccaria für ihre Abschaffung eingetreten, also seit mehr denn 100 Jahren,
Streit. Wenn dabei vielfach Unklarheit herrscht, so kommt dies besonders daher, weil man oft zwei Fragen
nicht gehörig auseinander hält: die rechtsphilosophische, ob dem Staate das Recht zusteht, dem Staatsbürger zur Sühne begangenen
Unrechts das Recht auf die Existenz abzusprechen, und die rechtspolitische, ob es, wofern man und zwar wohl mit Recht die erste
Frage bejaht, zweckmäßig sei, von ebendiesem Recht noch Gebrauch zu machen.