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Confidentiell.
Hochgeachteter Herr Präsident!
Meinem Versprechen gemäß habe ich mich über die Gülterrichtungen, welche Hr. Schindler in der letzten Zeit noch vorgenommen haben soll, erkundigt & zwar bei Hrn. Frank, welcher im Autrage der bestellten Commission die Bücher des Hrn. Sch. untersucht hat. –
Laut den Mittheilungen des Hrn. Frank verhält es sich damit folgendermaßen. Hr. Sch. schuldete Hrn. Oberst Schmid einen Wechsel v. ca 7000 fs., welcher im October abhin fällig war. Vor Verfallzeit habe nun Hr. Schmid von Sch. entweder Zahlung des Wechsels oder Dekung verlangt. Als Hr. Sch. erklärte, daß ihm diese augenbliklich unmöglich sei, habe Hr. Schmid kategorisch die Errichtung | einer Gült auf dem Gute Schönbühl des Hrn. Sch. verlangt, widrigenfalls er Wechselexektuion eintreten laße. Hr. Schindler habe schließlich diesem Drängen nachgegeben & Mitte October auf dem Gute Schönbühl eine Gült v. ca 7000 fs. errichten laßen, welche Hrn. Schmid förmlich abgetreten würde. Bei diesem Anlaße habe sodann Hr. Schindler noch für fernere fs ca 17000 Gülten (angehend den 13-17 8b) auf dem Gute Schönbühl errichten laßen, um das s. Z. bezogene Frauenguthaben damit zu sichern. Andere Gülten seien auf dem Gute Schönbühl seit 1861 nicht errichtet worden. –
Dagegen würde ungefähr zu gleicher Zeit noch eine Gült auf der dem Hrn. Schindler angehörenden Riedmatte im Moos errichtet & zwar behufs Deckung eines Fuhrmann's Wiederkehr, mit dem Sch. seit Jahren in Geschäftsverkehr | stand & dem er ein verkauftes Quantum Hafer, wofür die Billete bereits discontirt waren, nicht liefern konnte. Das sei alles, was in dieser Beziehung gegangen. –
Es scheint mir nicht unwahrscheinlich, daß Hr. Schindler zur Zeit, wo diese Manipulationen stattfanden, noch glauben mochte, die Katastrophe, welche erst Ende October eingetreten zu sein scheint, noch ausweichen & sich kehren zu können, wenn er auch das Schwankende seiner Stellung bereits fühlen mochte. –
Hr. Frank äußerte die Ansicht, daß das Einschreiten des Hrn. Schmid die Katastrophe jedenfalls befördert habe, indem die Kunde von den Gülterrichtungen alsbald Anlaß zu bedenklichen Gerüchten gab. –
Von dieser bemühenden Angelegenheit auf unsere Gotthardtbahnbestrebungen | übergehend, erlaube ich mir bei diesem Anlaße die Frage, ob es nicht angemeßen wäre, unsren Herren Abgeordneten noch vor der abzuhaltenden Besprechung den Finanzplan mitzutheilen? Meines Wißens ist dieß bis dato noch nicht geschehen.
Genehmigen Sie, hochgeachteter Herr Präsident, die erneute Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von
Ihrem freundschaftl. ergebenen
J. Zingg.
Luzern d. 18. Nov. 1864.