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Universität Zürich Irchel – Der Blaue Platz
Vom Entwurf zum Ausführungsmodell 1989
Der 1993-1995 realisierte Blaue Platz der
Universität Zürich-Irchel, der schliesslich Georg Büchner
gewidmete Platz, wandelte sich im Entwurfsprozess von einer klassischen Monumentalität mit zentraler Stele und in der
Achse angelegter Exedra zum offenen Raum.
Ein Denkmalcharakter, wie ihn 1955 Max Bill ostentativ seinem Wettbewerbsprojekt eines Denkmals für Georg Büchner in Darmstadt einverleibte, wurde sukzessiv zurückgenommen und in die Offenheit entlassen, perspektivisch durch schräg ansteigende Betonwände zerschnitten, versetzt akzentuiert durch eine im benachbarten Niveausprung eingelassene gelbe Stele. Mit der Absicht, «alles Historische [zu] vermeiden», hüllte Honegger den Raum mit Stummheit ein, die dennoch - und wohl gerade deshalb - Debatten um Sinn und Zweck des Platzes ausgelöst hat, obwohl diese offensichtlich zutage treten. Der Raum wird durch den Platz nicht einfach besetzt, sondern durch dessen Leere erst geschaffen, und zwar im doppelten architektonisch-räumlichen wie gesellschaftlich-diskursiven Sinn: als «stummer Platz», dessen Leere der Phantasie Platz macht.
Michael Gnehm: “Vom narrativen zum stummen Bild”
Gottfried Honegger
Arbeiten im öffentlichen Raum
ETH Zürich 2007
Gottfreid Honegger hätte den Kunststoffbelag gerne in einem dunkleren Blau ausgeführt.
Das Material wurde aber damals nur in Hellblau produziert.