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WM-Coaches: Erfahrung steht hoch im Kurs
- Samstag, 7. Dezember 2013, 9:27 Uhr, aktualisiert um 10:53 Uhr
Die 32 Nationaltrainer der WM-Teilnehmer standen gestern beim «Final Draw» in Brasilien im Mittelpunkt. Die Coaches sind ein bunt gewürfelter Haufen mit vielen Unterschieden und noch mehr Gemeinsamkeiten.
Der Nationalcoach ist im Durchschnitt 55,5 Jahre alt, stammt vorwiegend aus Europa oder Südamerika und trainiert in der Regel ein Team aus seinem Heimatland - zumindest ist das in Europa so. 10 der 13 teilnehmenden Verbände haben das Vertrauen einem Landsmann geschenkt - Ottmar Hitzfeld (Schweiz), Fabio Capello (Russland) und Fernando Santos (Griechenland) sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Nur europäische Trainer bei europäischen Teams
Einig ist man sich in den UEFA-Ländern darüber, dass nur einer aus Europa ein europäisches Team führen kann. Genauso denkt man in Südamerika - nur die eigenen Coaches sind gut genug, wobei es bei den CONMEBOL-Verbänden keineswegs ein Landsmann sein muss. Nur die drei traditionellen Grossmächte Argentinien, Brasilien und Uruguay kommen ohne ausländische Hilfe aus, während Kolumbien seine Geschicke dem Argentinier Jose Pekerman anvertraut und Ecuador auf den Kolumbianer Reinaldo Rueda setzt.
Gemischt sind die Präferenzen bei den kleineren Föderationen. Asien hat zur Hälfte einheimische Coaches (Südkorea, Australien), die andere Hälfte (Iran, Japan) vertraut auf europäische Hilfe.
Zwei Afrikaner (Nigeria, Ghana) gehen mit einheimischen Coaches zur WM, während Algerien, die Elfenbeinküste und Kamerun europäische Entwicklungshelfer beschäftigen.
Vier deutsche Trainer bei der WM
Völlig uneinheitlich ist die Beschäftigungs-Politik in der CONCACAF-Region: die USA setzen auf den Deutschen Jürgen Klinsmann, Honduras und Costa Rica qualifizierten sich jeweils mit einem Fussball-Lehrer aus Kolumbien. Die Mexikaner haben ihr Trainer-Chaos mit 5 verschiedenen Trainern in den letzten 2 Jahren gelöst, Miguel Herrera wird das Team bei der WM betreuen.
Geopgraphisch gesehen dominieren die Deutschen Trainer (4) vor den Italienern, Portugiesen, Kolumbiern und Argentiniern mit je 3 Coaches. Gar nicht gefragt sind erstaunlicherweise brasilianische, englische, holländische und spanische Ausbildner - nur im eigenen Land kommen sie zum Zug.
Lamouchi mit 42 Jahren der Jüngste
Hoch im Kurs steht offenbar WM-Erfahrung: 20 der 32 Coaches waren schon einmal beim grossen Event dabei, entweder als Spieler oder als Trainer. Rekordhalter sind dabei der Koreaner Hong Myung-Bo (4 Mal als Spieler, einmal als Trainer), Klinsmann (3 Mal als Spieler, 1 als Trainer) sowie der Belgier Marc Wilmots (4 Mal als Spieler).
Der französische Trainer der Elfenbeinküste, Sabri Lamouchi ist mit 42 Jahren der jüngste Coach, Fabio Capello mit 67 der Senior, wobei grundsätzlich gilt: Erfahrung steht hoch im Kurs. 13 der WM-Coaches haben ihren 60. Geburtstag bereits hinter sich, während nur acht Coaches jünger als 50 sind.
Chance auf weitere WM eher klein
Für alle gilt, unabhängig vom Alter: Sie sollten die WM in Brasilien in vollen Zügen geniessen, denn wie der Blick in die Vergangenheit zeigt, sind die Chancen auf eine Rückkehr 2018 bestenfalls mässig: Nicht einmal ein Viertel war schon in Südafrika dabei, vier davon (Hitzfeld, Löw, Del Bosque, Tabarez), kehren mit der gleichen Mannschaft auf die grosse Bühne zurück, während ein Trio das Kunststück mit einer anderen Mannschaft schaffte: der Italiener Fabio Capello mit Russland statt England, der Kolumbier Reinaldo Rueda mit Ecuador statt Honduras und der Portugiese Carlos Queiroz mit dem Iran statt Portugal.
Die Trainer der WM-Teilnehmer
|Gruppe A|
|Brasilien||Luiz Felipe Scolari|
|Kroatien||Niko Kovac|
|Mexiko||Miguel Herrera|
|Kamerun||Volker Finke|
|Gruppe B|
|Spanien||Vicente del Bosque|
|Niederlande||Louis van Gaal|
|Chile||Jorge Sampaoli|
|Australien||Ange Postecoglou|
|Gruppe C|
|Kolumbien||José Pekerman|
|Griechenland||Fernando Santos|
|Elfenbeinküste||Sabri Lamouchi|
|Japan||Alberto Zaccheroni|
|Gruppe D|
|Uruguay||Oscar Tabarez|
|Costa Rica||Jorgé Luis Pinto|
|England||Roy Hodgson|
|Italien||Cesare Prandelli|
|Gruppe E|
|Schweiz||Ottmar Hitzfeld|
|Ecuador||Reinaldo Rueda|
|Frankreich||Didier Deschamps|
|Honduras||Luis Fernando Suarez|
|Gruppe F|
|Argentinien||Alejandro Sabella|
|Bosnien-Herzegowina||Safet Susic|
|Iran||Carlos Queiroz|
|Nigeria||Stephan Keshi|
|Gruppe G|
|Deutschland||Joachim Löw|
|Portugal||Paulo Bento|
|Ghana||Kwesi Appiah|
|USA||Jürgen Klinsmann|
|Gruppe H|
|Belgien||Marc Wilmots|
|Algerien||Vahid Halilhodzic|
|Russland||Fabio Capello|
|Südkorea||Myung-Bo Hong|