Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03573.jsonl.gz/1829

Das Landgut Tribschen ist untrennbar mit dem Namen Richard Wagners verbunden. Der deutsche Komponist verbrachte hier von 1866 bis 1872 mit seiner Familie eine glückliche und kreative Zeit. Inspiriert vom See und von den Bergen schrieb er in Tribschen das Siegfried-Idyll und machte damit Luzern weltbekannt.
Richard Wagner hatte vor seiner Zeit in Tribschen den Vierwaldstättersee bereits viermal besucht und dabei die klassischen Touren zu Rütli, Rigi und Pilatus gemacht. Sein Aufenthalt in Tribschen machte Luzern zu einem Pilgerort für seine Anhänger, darunter König Ludwig II von Bayern oder Friedrich Nietzsche. In Tribschen, das seit 1932 ein Richard-Wagner-Museum beherbergt, fand 1938 unter der Leitung des Stardirigenten Arturo Toscanini auch das erste Openair-Konzert der Internationalen Musikfestwochen Luzern statt. Diese sind heute ein zentrales Element des Luzerner Kultur- und Kongresstourismus.
Das sumpfige Gelände des Tribschenmoos war lange wertloses Land, das man höchstens als extensive Weide nutzte. Zusammen mit der dahinter liegenden Allmend blieb es deshalb bis ins 20. Jahrhundert nahezu unbebaut und bot damit grosse Freiflächen für neue raumgreifende Nutzungsformen wie etwa die Aviatik.
Die Inbetriebnahme der ersten Schweizer Luftschiffstation auf dem Tribschenmoos machte Luzern 1910 zum Ausgangspunkt der touristischen Luftfahrt in der Schweiz. Für das erste Luftschiff «Ville de Lucerne» mit 60 Metern Länge benötigte man einen Hangar, der mit 96 Metern Länge, 45 Metern Breite und 30 Metern Höhe grösser war als alle anderen Gebäude Luzerns. Der enorme Landbedarf der Luftschiffe sowie die Nähe zum touristischen Zentrum machten das Gelände in Tribschen zu einem idealen Standort für die kurze Phase der Schweizer Luftschifffahrt.
Mehr dazu: Ausstellung Halle Luftfahrt im Verkehrshaus der Schweiz.