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Kinder kommen in der heutigen Zeit kaum noch mit unverarbeiteten Nahrungsmitteln in direkte Berührung. Ihr Tagesablauf ist durch Kindergarten und Schule so strukturiert, dass der Umgang mit natürlichen Dingen weitestgehend abhanden gekommen ist. Die wenigsten Kinder wissen, wie Rotkohl in seinem ursprünglichen Zustand aussieht. Oder dass Zucker aus Rüben und Zuckerrohr gewonnen wird.
Unnatürliche Gesellschaftsstrukturen fördern Unwissenheit
Für diese Entwicklung können Kinder nichts, denn sie sind der Vorbildhaltung der Eltern unterworfen. Sie ahmen nach, was Erwachsene vorleben. Da es kaum noch Eltern gibt, die ihrem Nachwuchs zum Mittag ein selbst gekochtes Essen vorsetzen, bei dessen Zubereitung das Kind anwesend sein durfte, fehlt der Bezug gegenüber notwendigen Inhaltsstoffen und einer ausgewogenen Nahrungsmenge.
Der unnatürliche Tagesablauf durch die Arbeitstätigkeit der Eltern geht zu Lasten einer gesunden kindlichen Entwicklung. Die Betreuung eines Kindes im häuslichen Milieu entspricht nicht mehr den Vorstellungen vieler Frauen, da die Tätigkeit als Hausfrau nicht die Anerkennung und Würdigung einer bezahlten und anerkannten Arbeit erhält. Für Kinder kann es hinsichtlich einer gesunden Ernährung jedoch nur von Vorteil sein, wenn sie täglich die Zubereitung der Speisen miterleben könnten.
Der lebensnotwendige Zugang zur Natur geht verloren
Denken wir einige Jahrzehnte zurück und vergleichen den damaligen Tagesablauf mit dem der heutigen Konsumgesellschaft. Kartoffeln, Obst und Gemüse gab es für die Landbewohner direkt aus dem Garten, das Fleisch stand im Stall oder auf der Wiese, die Eier wurden im Hühnerstall eingesammelt und Trinkwasser gab es aus der Pumpe. Auf diese Weise hatten die Menschen eine direkte und selbstverantwortliche Beziehung zu den Dingen, die ihnen als Nahrung dienten.
Heute existiert diese Verbindung nicht mehr. Kinder erhalten Lebensmittel selten in ihrer natürlichen Ursprungsform. Die Fast-Food- Industrie liefert denaturierte und verarbeitete Lebensmittel, deren Bestandteile den Kindern meist nicht bekannt sind. Tiere, deren Fleisch verzehrt wird, sind häufig nur von Bildern vertraut. Bestes Beispiel ist die bekannte Milka-Kuh, die einem Kind, das noch nie eine lebendige Kuh gesehen hat, aufgrund des Wiederholungseffektes von Werbung und farblich entsprechendem Verpackungspapier vermittelt, dass Kühe lilafarben sind.
Ernährung ist ein individueller Prozess
Natürlich sind Fertigprodukte zeitlich gesehen eine enorme Hilfe für berufstätige Eltern. Das Grundproblem liegt darin verborgen, dass wir einen solchen Tagesablauf als normal erachten und Kinder gruppenweise in Fremdbetreuung geben, die die Intensität einer Einzelbetreuung niemals ersetzen kann. Dadurch wird die Massenversorgung eingeführt, die sich mit Fertigprodukten schneller und kostengünstiger umsetzen lässt, als dem Kind und seiner natürlichen Neugierde auf das Leben individuell Rechnung zu tragen.
Mein Tipp:
Investiere daher so viel Zeit wie möglich, um deinem Kind die Natur in all ihren Ausdrucksformen zu zeigen. Gehe mit ihm gemeinsam auf dem Markt einkaufen. Sofern du einen Landwirt oder Bauern in der Umgebung hast, zeige deinem Kind, wo Gemüse und Fleisch vor Ort herkommen. Wie es angebaut wird, wann und in welcher Weise es geerntet wird. So kannst du Kindern den Ursprung der Nahrung nahe bringen, bevor diese andersartig im Supermarkt erscheint.
Weitere Tipps und Anregungen kannst du hier nachlesen.
Für weitere Unterstützung im Bereich kindlicher Ernährung und eigener Verantwortlichkeit, stehe ich dir gerne mit fundiertem Wissen und Erfahrung zur Seite.
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