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Hauptzeugin erhebt schwere Vorwürfe gegen Maxwell
Am zweiten Prozesstag erhebt die erste Hauptzeugin vor Gericht schwere Vorwürfe gegen Epsteins Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell. Zeugin «Jane» war zu Beginn der mutmasslichen Verbrechen erst 14 Jahre alt. Und auch Epsteins Pilot wurde befragt.
Die Frau mit dem Pseudonym «Jane» erzählte vor dem New Yorker Gericht am Dienstag nach übereinstimmenden Medienberichten, dass sie von Maxwell und Epstein 1994 in einem Ferienlager angesprochen worden sei. Danach habe der Multimillionär sie zu sich eingeladen und sie über Jahre missbraucht.
Zeugin belastet Maxwell
Es sei zu «Küssen, Oralsex miteinander, Oralsex mit Jeffrey (und) vollem Geschlechtsverkehr» gekommen, sagte die Zeugin nach Angaben der «New York Times». Maxwell sei bei einigen Handlungen anwesend gewesen. Zudem sei sie mit dem Mädchen unter anderem Unterwäsche kaufen gegangen oder habe sie anderweitig eingeladen. Über ihre Gefühle nach ihrem ersten Missbrauch durch Epstein sagte sie: «Ich hatte Angst und fühlte mich eklig und schämte mich.»
Die Verteidigung stellte die Zeugin, die mittlerweile eine Schauspielerin ist, im Kreuzverhör demgegenüber als Frau dar, die es gewohnt sei, Rollen zu spielen. Auch betonte Anwältin Bobbi Sternheim, dass die Zeugin erst dann einen Anwalt einschaltete, als eine mögliche finanzielle Entschädigung aus einem Fonds möglich erschien.
Der Pilot des «Lolita»-Express wurde auch befragt
Auch Kapitän Larry Visoski, der Epsteins Boeing 727 mehrmals flog, wurde am ersten Prozesstag als Zeuge im Bundesstrafverfahren aufgerufen, berichtet das Newsportal cnbc.com. In Epsteins Privatmaschine sollen Promis wie der ehemalige US-Präsident Bill Clinton oder Prinz Charles mitgeflogen sein. In der Boeing 727 sollen Sex-Orgien hoch über den Wolken stattgefunden haben, weshalb das Flugzeug den Übernamen «Lolita Express» trug.
Maxwell plädiert auf unschuldig
Der Prozess gegen Maxwell war am Montag in New York gestartet und wird schätzungsweise sechs Wochen dauern, die Staatsanwaltschaft stützt sich auf vier Hauptzeuginnen. Ghislaine Maxwell selbst bestreitet die Vorwürfe und plädierte auf nicht schuldig.
Die zu verhandelnden Fälle reichen von 1994 bis 2004, die mutmasslichen Verbrechen sollen in Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und London begangen worden sein. Der mit vielen Prominenten bekannte Multimillionär war vor über zwei Jahren in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden worden, eine Obduktion kam zu dem Schluss, dass es sich um Selbstmord handelte. Einen Prozess gegen ihn gab es deshalb nie.
dpa/che
dpa