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Nach einem wohlverdienten Ruhetag waren die Frauen an ihrem zweiten Wettkampftag bereit, sich Andorra und Frankreich zu stellen. Trotz der schlechten Neuigkeit anfangs nachmittags über den Ausfall von Sarah Kershaw waren Evita Herminjard, Marielle Giroud und Marjana Milenkovic entschlossen, eine Qualifikation für den weiteren Wettkampf zu holen. Um dies zu erreichen, mussten sie unbedingt beide Spiele gewinnen, was sich angesichts der Lage als kompliziert ankündigte. Den Willen, für ihren verletzten Captain alles zu geben, spornte die Frauen an, und sie gingen den beiden letzten Vorrundenspielen mit Vertrauen und Motivation entgegen.
Das erste Spiel fand um 17:55 gegen Andorra statt. Die Mannschaft des Fürstentums galt als leicht schwächer, aber die Abwesenheit von Sarah Kershaw im Schweizer Team verteilte die Karten neu. Nach einem ausgeglichenen Match zu Beginn (4:3 nach 3 Spielminuten), wurde das Spiel schneller. Zuerst gab es einen zwei-Punkt-Wurf der Andorranerinnen, danach eine gute Phase für die Schweizerinnen mit 6 Punkten in Folge (7:10 zu Beginn der zweiten Hälfte). In der Folge blieb das Spiel ausgeglichen, auch wenn der Vorsprung für unsere Nationalmannschaft immer im Schnitt 3 Punkte betrug (11:14 zwei Minuten vor Schluss). Als Marjana Milenkovic die Entscheidung über einen Ball ausserhalb des Spielfelds anfocht, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Nach mehreren Minuten Videoansicht konnten die Schiedsrichter die Situation nicht klar erkennen und blieben auf ihrer anfänglichen Entscheidung bestehen: Ball für Andorra. Eine gute Verteidigung von Marjana und ein entscheidender Rebound von Marielle ermöglichten den Schweizerinnen, den Ball wieder in ihren Besitz zu bringen und einen einfachen Layup zu verwerten. In der letzten Minute spielten sie fast allein und wiederholten einen Steal und Korb nach dem anderen. Endresultat 11:18 in diesem dritten Vorrundenspiel.
Für das zweite Spiel des Tages hatte das Team zum zweiten Mal in zwei Tagen die Ehre, um 21:05 das letzte Spiel des Tages zu bestreiten. Frankreich, welches zuvor Australien geschlagen hatte, erwartete sie kampfbereit. Es gab nichts zu berechnen, um sich zu qualifizieren, musste Frankreich gewinnen und die Schweiz musste gar mit mindestens 3 Punkten Vorsprung gewinnen. Ohne an den Score zu denken, waren die Schweizerinnen bereit zu kämpfen und alles zu geben. Während 5 Minuten hielten Marielle Giroud und Co. den amtierenden Europameisterinnen Stand (7:6 in der Halbzeit). In der zweiten Spielhälfte wurde es schwieriger. Die Erschöpfung aufgrund der Unmöglichkeit, sich auswechseln zu lassen, wurde grösser und trotz den Ermutigungen von Sarah Kershaw, welche hinter dem Schweizer Bank sass, kassierten die Schweizerinnen ein brutales 6:0 in 2 Minuten (13:6 drei Minuten vor Spielschluss). Sie gaben ihr Bestes und blieben bis zum Schluss angriffslustig und konzentriert, ohne je aufzugeben. Ein letzter Korb von Evita während des Schlusspfiffs (20:10) konnte das Ende des niederländischen Abenteuers für unsere Nationalmannschaft nicht verhindern, welche die Vorrunde ehrenvoll abschloss.
Marielle Giroud, Evita Herminjard, Marjana Milenkovic und Sarah Kershaw verlassen Amsterdam ohne Bedauern. Die Schweiz hatte eine neue Mannschaft und keine wirklichen Anhaltspunkte auf dem höchsten Niveau dieses Jahr und kann zufrieden auf diese Ausgabe 2019 zurückschauen. Sie schliesst auf dem dritten Platz ihrer Gruppe ab, hinter Frankreich (Europameister) und Australien (Meister Asiens), mit einer Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen und einem 11. Schlussrang.
Ein grosses Bravo an die vier Spielerinnen für ihren Einsatz und ihre Professionalität während dem gesamten Wettkampf und vor allem Hut ab für ihre Haltung und den Fighting Spirit in jeder Situation, vom Anfang bis zum Schluss.