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Oberwallis
Zum Oberwallis zählt man heute in der Regel den deutschsprachigen Abschnitt des Rhontetals flussaufwärts östlich von Sierre (Siders, 533 m ü.M.). In historischen Zeit wurde auch noch Sitten (Sion, 491 m ü.M.) aus politischen und sprachlichen Gründen zum Oberwallis gezählt.
Goms
Als Goms wird der Talabschnitt östlich von Brig (684 m ü.M.) bezeichnet. Im Goms liegen die Gemeinden (Burgergemeinden) Lax, Bellwald, Binn, Ernen, Fiesch, Fieschertal, Goms, und Obergoms. Die am weitesten talabwärts liegende Gommer Gemeinde ist Lax (1'039 m ü.M.).
Die flächenmässig grösste Gommer Gemeinde ist Fieschertal mit 17'296 ha, was 3,3% der ganzen Kantonsfläche oder rund 29% der Fläche des Goms entspricht. Die grösste Fläche aller Walliser Gemeinde hat Bagnes im Entremont mit 28'221 ha.
Obergoms
Zur Tourismusregion Obergoms gehören allen Gemeinden östlich von Fiesch (1'049 m ü.M.). Der Sitz der Tourismusregion befindet sich im Münster (1'390 m ü.M., Gemeinde Goms).
Zur politischen Gemeinde (Burgergemeinde) Obergoms zählen die drei Gemeinden Oberwald (mit Unterwassern, 1'377 m ü.M.), Obergesteln und Ulrichen (1'346 m ü.M.). Die Verwaltung der Gemeinde Obergoms befindet sich in Obergesteln. In der 15'584 ha grossen Gemeinde lebten 2017 662 Menschen.
Die Gemeinde Obergoms erstreckt sich nach Süden über das Ägenetal bis auf die Nufenen-Passhöhe (Grenze mit Kanton Tessin) und zum Griespass (Grenze zu Italien), nach Osten über Gletsch bis hinauf zum Rhonegletscher und zur Furka-Passhöhe (Grenze zum Kanton Uri) sowie zur Grimsel-Passhöhe (Grenze zum Kanton Bern). Das Geretal,das Saastal und das Gonerli(tal) mit seinen attraktiven Naturlandschaften gehören auch zur Gemeinde Obergoms. Der höchst gelegene Gastronomiebetrieb der Gemeinde ist das Restaurant Nufenenpass, welches auf der gleichnamigen Passhöhe (2'478 ü.M) steht. Die beiden Hotels (Grimselblick und Alpenrösli) auf dem Grimselpass liegenauf rund 2'160 ü.M. an den Ufern des Totensees
Die politische Gemeinde Goms mit Sitz in Gluringen (1'336 m ü.M.) umfasst alle 13 Gemeinden von Niederwald (1'251 m ü.M.) und bis hinauf nach Geschinen (1'351m ü.M.) . Die Gemeinde verfügt über eine Gesamtfläche von 12'916 ha. Die Einwohnerzahl betrug 2017 1'203 Einwohner/innen.
Die Walser - Das deutschsprachige Volk aus dem Oberwallis
Im frühen Mittelalterwurde die Gebiete am oberen Rhonelauf von den Walsern besiedelt. Die Walser waren eine deutsch-sprachiges Bergvolk, welche mit Zähigkeit und Ausdauer Gebiete im Berner Oberland, in Graubünden, in Vorarlberg in Österreich und im Eschental (Formazzatal und Val Antigorio) nördlich von Domodossola in Italien kolonisierte. Die Wurzeln der Volksgruppe der Walser und Ursprünge ihre Besiedlung sind bis heute nur teilweise bekannt.
Die Walser sind Oberwalliser, die vor rund 700 Jahren die höchsten Täler Graubündens besiedelt haben.
Im 13. Jahrhundert überquerten zahlreiche Menschen aus dem Wallis in einer Auswanderungswelle die Alpenpässe nach Osten und wanderten in das Gebiet der Grauen Bünde (Graubünden, Beitritt zur Eidgenossechaft: 1803) ein. Die Landesherren nannten die Einwanderer «Walser».Die Bündner Walser siedelten in den hoch gelegenen Gebirgsregionen, welche damals noch nicht ganzjährig bewohnt waren wie das Safiental. Die Neusiedler erhielten von den Landesherren Freiheiten wie etwa die Sonderrechte bei der Kultivierung von neu gerodetem Land, dem Erbrecht, der Selbstverwaltung und Heirat.
Vals ist eine walserdeutsche Sprachinsel im rätoromanischen Val Lumnezia.Auch im Calfeisental bestand um 1400 zur Blütezeit der Walser im KantonGraubünden eine Walserkolonie mit rund 12 Häusern, worin etwa 100 Einwohner lebten. Die Walser vom heutigen St. Martin am hinteren Ende des Calfeisentals produzierten Häute, Wolle und Käse. Die landwirtschaftlichen Produkte mussten sie Dutzende von Kilometern auf beschwerlichen Saumpfaden talabwärts zu den Handelplätzen am vorderen Talende bei Pfäfers oder Vättis transportieren.
Die Walser gründeten auch die Siedlung Bosco-Gurin im Maggiatal im Kanton Tessin. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein konnte sich die deutsche Sprache in dieser deutschsprachigen Insel im italienischen Sprachraum behaupten.
1815 trat der Kanton Wallis und zusammen mit den Kantonen Neuenburg und Genf der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei. Nur der Kanton Jura (1979) ist noch später beigetreten.