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«Improvisieren im Alltag ist Handeln aus dem Stegreif, ist Tun im Moment – nicht unbedingt ohne Überlegung, aber jedenfalls ohne langwierige Planung. Wir improvisieren vor allem dann, wenn wir uns plötzlich in ungewöhnlichen, überraschenden oder unbekannten Situationen finden, für die wir weder automatisierte noch geplante Verhaltensweisen zur Verfügung haben.» (Dörger/Nickel 2008)
Improvisationstheater ist eine Theaterform, in der Szenen ohne definierte Dialoge oder einstudierte Abläufe gespielt werden. Dafür erhalten die Schauspieler Impulse per Zuruf aus dem Publikum, z. B. einen Ort, einen Beruf, eine Emotion oder eine verwandtschaftliche Beziehung der Schauspieler, welche für die Szene relevant sein soll. Diese Inputs bilden den Rahmen für eine nun spontan gespielte, improvisierte Szene. Innerhalb dieser Grenzen sind die Schauspieler frei, müssen jedoch einige wenige Regeln beachten. Diese haben vor allem zum Ziel, dass sich die Schauspieler gegenseitig gut inspirieren können und dass möglichst keine Blockaden den Spielfluss hemmen. Damit sollen Unbewusstheit, Emergenz und Zufall gefördert sowie Spontaneität erreicht werden. Die gespielte Szene ist einmalig und schafft durch den Einbezug des Publikums zu Beginn eine gewisse Identifikation.
Die Schauspieler gehen dabei mit verschiedenen «unangenehmen» Facetten um, z.B. mit Nichtwissen und Unsicherheit («Wer ist die zweite Person auf der Bühne, und was wird sie gleich sagen?»), mit Druck («Ich muss jetzt etwas beitragen, was die Szene weiterbringt»), mit Risiko («Was passiert wohl, wenn ich das sage? Und was kommt dann?») und mit Konflikten («Was mache ich aus der zerstrittenen Beziehung?»).