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In DER GOTT VON JANE, dem persönlichsten ihrer Bücher, hinterfragt Jane Roberts sowohl das Material, das sie in Trance hervorgebracht hat - die vielen Seth-Sitzungen - als auch ihre eigenen paranormalen Fähigkeiten.
"Dieses Buch", schreibt sie, "ist die Geschichte meiner Bemühungen, Seths Material im täglichen Leben umzusetzen, mich von vielen behindernden kulturellen Überzeugungen zu befreien und die Natur von Impulsen zu erforschen und zu verstehen."
Was Jane Roberts im Laufe dieser persönlichen Reise entdeckt, ist ihre individuelle Verbindung mit dem höheren Bewusstsein - mit "Gott".
...Der Gott von Jane, der Gott von Joe, der Gott von Lester, der Gott von Sarah... Eine Anrufung jenes "Gottes" wäre eine Anrufung an jenen Teil der universellen Kreativität, aus der wir persönlich hervorgehen... Er steht für jene auf andere Weise nicht fassbare Schnittstelle zwischen dem Sein und unserem Leben..." (aus Kapitel 7)
Der GOTT VON JANE war stets mein Lieblingsbuch von Janes so genannten "eigenen", also nicht von Seth diktierten, Büchern. Es repräsentiert, wenigstens für mich, den Punkt, an dem Jane auf dem Höhepunkt ihres Schaffens war. Zu sagen, dieses Buch sei auch heute noch aktuell, ist eine Untertreibung...
Susan M. Watkins, Autorin von "Im Dialog mit Seth"
LESEPROBE
AUS KAPITEL 20
SETH ÜBER DAS FRÜHE CHRISTENTUM, DIE KREUZIGUNG UND ANDERE DAMIT VERWANDTE THEMEN, VON DENEN ICH MANCHMAL WÜNSCHTE, ER WÜRDE SIE VERGESSEN
Am 15. August 1979 beendete Seth in Sitzung 873 INDIVIDUUM UND MASSENSCHICKSAL. Rob und ich waren nicht überrascht. Seit einiger Zeit ahnten wir bereits, dass das Buch bald fertig sein würde. Außerdem begann ich mein Gefühl der Erwartung zu verstehen, da ich anfing, Hinweise auf Seths neues Projekt "aufzuschnappen". In unserer kürzlich durchgeführten privaten Sitzung hatte er diesbezüglich Andeutungen gemacht. Ende Juli kam mir die Wortfolge "TRÄUME, 'EVOLUTION' UND WERTERÜLLUNG" in den Sinn und ich war mir, wenn auch nicht völlig, dennoch ziemlich sicher, dass dies der Titel von Seths nächstem Buch sein würde.
Dennoch war ich auf eine schwierig zu beschreibende Art geschockt, als Seth MASSENSCHICKSAL beendete; ich fühle mich jedes Mal so, wenn Seth ein Buch abschließt. Massenschicksal hatte unsere Sitzungen natürlich dominiert, die sich automatisch um das Buch organisiert hatten. Die Geschehnisse unseres Lebens schienen die These des Buches widerzuspiegeln und zu bestätigen, als ob es als lebendiges Beispiel für welchen Aspekt der Realität auch immer dienen sollte, über den Seth gerade sprach. Und so waren wir, wenn auch nicht überrascht, dennoch irgendwie betroffen.
Wir hatten keine Ahnung, wann Seth sein neues Buch beginnen würde. Wir fragten nicht einmal, sondern zogen es vor, den Sitzungsrhythmus seinen eigenen Gang nehmen zu lassen. Wir hatten einige Vorstellungen über das Thema, denn gegen Ende von MASSENSCHICKSAL begann Seth über die Wichtigkeit von Träumen im von uns üblicherweise Evolution genannten Prozess zu sprechen.
Meine Rolle bei der Produktion von MASSENSCHICKSAL war beendet. Natürlich hatte ich das starke Gefühl von Vollendung, aber, wie immer bei Seths Büchern, weckte es Fragen, die manchmal nicht beantwortbar schienen. Diese Fragen betreffen die Natur der Kreativität und insbesondere der psychischen Kreativität. Wie war jenes Buch jenseits der normalen Domäne meines eigenen Bewusstseins geplant und diktiert worden? Natürlich war Seth "real", aber wie definierten, erklärten oder verstanden wir jene Realität?
Jene Fragen lungern oft in meinem Hinterkopf, aber wenn ich dann jeweils ein neues, vollendetes Seth-Buch vor mir habe, tauchen sie wieder auf, bohrender noch als zuvor. Wie Sie sehen werden, führten einige Bemerkungen Seths, die er gegen Ende August machte, meine Gedanken über all diese Dinge in eine leicht andere Richtung; eine, die mich faszinierte, mich aber auch zu einem gewissen Maß belastete.
Auch wenn meine Rolle für MASSENSCHICKSAL beendet war, so galt das für Rob bestimmt nicht. Nun lag es an ihm, all die Anmerkungen und Verweise auszufeilen, die Sitzungen zu "rahmen", indem er das tägliche Umfeld, in welchem sie entstanden waren, beschrieb, das gesamte Manuskript abtippte und es für die Veröffentlichung vorbereitete. So hoffte Rob sicherlich, dass er in der Zwischenzeit Gelegenheit haben würde, Atem zu schöpfen, während er gleichzeitig vom Gedanken eines neuen Seth-Buches begeistert war. . .
Am Abend des 26. August hatten wir Besuch von einer Physikprofessorin, die ich Greta nenne. Sie kam auf das Thema der Kreuzigung Christi und die zentrale Rolle, welches das Kreuzigungsdrama für das Christentum spielt, zu sprechen. Beinahe sofort kam Seth durch:
"Ihr müsst nicht sterben, um eine spirituelle Wiedergeburt zu erleben. Ihr müsst nicht leiden, um Wissen zu erlangen. . . Die Kreuzigungsgeschichte repräsentierte, mit euren Worten ausgedrückt, den selbstzerstörerischen Aspekt der Spezies jener Zeit. Und sie repräsentiert die selbstzerstörerischen Elemente der Spezies dieser Zeit für jene, die sie noch immer akzeptieren.
"Viele Religionen errichten ihre Methoden und Dogmen und bieten die Hoffnung auf großes Wissen, großes Verständnis und Weisheit an. Nur gibt es da einen Haken: Ihr müsst zuerst sterben! . . . Einige der ursprünglichen Grundsätze des Christentums waren sehr gut, aber dennoch habt ihr noch immer die Geschichte, dass wer leidet und stirbt, in den Himmel kommt, Wissen, Schönheit und Wahrheit erlangt und diesem 'Jammertal' entrinnt."
Wiederum mit freundlichem Humor:
"Stellt euch vor, was geschehen wäre und überlegt euch, wie sich eure religiösen Bücher lesen würden, wenn der Mythos anders lautete. Nehmen wir einmal an, die Geschichte lautete wie folgt: Christus wurde überhaupt nicht gekreuzigt. Er wurde nicht verfolgt. Er wurde nicht gejagt. Er wurde nicht gegeißelt und niemand gab ihm Essig zu trinken. Stattdessen überreichten sie ihm purpurne Gewänder, setzten ihn in Rom in vollen Ornat und nannten ihn Christus, den Sohn Gottes, sagten aber, dass sich das Reich Gottes auf der Erde befindet und dass die Erlösung jetzt stattfindet. Was täten die Priester? Denn Wissen und Freude und Erlösung wären ja wirklich in eurer Griffnähe. Viele Religionen glauben, dass man zuerst durch viele Prüfungen oder durchs Feuer gehen muss. Aber das Christentum glaubt, man müsse zuerst sterben. Nun, für euch ist dies bestimmt die schwerste Prüfung von allen. Und ein miserabler Weg, um Vertrauen zu beweisen. Denn wenn ihr an das Leben glaubt, beweist ihr euer Vertrauen, indem ihr es lebt. Habt den Mut, es zu lieben. Ihr braucht weder Leiden noch Prüfungen . . . "
Seth fuhr fort, indem er erklärte, dass Greta beim Versuch, für sich selbst Prüfungen aufzustellen, an gefährlichen Sportarten teilnahm, und er beantwortete mehrere Fragen, die sie zu anderen Themen stellte. Dann beendete er die Sitzung, indem er zu Rob sagte: "Ich hatte Lust, euch als abendlichen geistigen Imbiss eine kleine Bemerkung über das Christentum zu verabreichen."
Geistiger Imbiss! Nicht für mich, dachte ich. Ich fühle mich jedes Mal, gelinde gesagt, unbehaglich, wenn Seth Christus erwähnt. Was auch immer seine Verdienste sein mögen - mir scheint es, als ob das Christentum so viel Krieg und Unfrieden verursacht hat wie jedes andere Handlungsfeld. Jegliches Material über Christus ist gezwungenermaßen kontrovers, falls es nicht dem Rahmen des Christentums entspricht; aber mehr noch fühle ich für gewöhnlich, dass eine jede solche Information, wie genau sie auch immer sein mag, nur noch mehr Öl ins Feuer gießt.
So sagte ich gestern, als ich gerade auf Seths Abschnitte stieß, zu Rob: "Sind wir wirklich bereit zu veröffentlichen, dass Seth sagt, die Kreuzigungsgeschichte repräsentiere die selbstzerstörerischen Tendenzen der Spezies?"
"Sicher. Warum nicht?", fragte Rob. Er blickte mich kurz an und wandte sich dann wieder seiner eigenen Arbeit zu, offensichtlich ohne meine Bedenken zu bemerken.
"Nun ja, das Christentum basiert auf Kreuzigung und Auferstehung," sagte ich nervös. "Na und?" Er begriff es noch immer nicht, aber seine Unschuld hierbei verblüfft mich immer wieder! Ich musste laut auflachen. "Gott, ich weiß nicht, was ich ohne dich tun würde," sagte ich. Und ich meinte es auch.
Hin oder her - Seths Bemerkungen sollten nur der Beginn sein. Er würde innerhalb einer kurzen Zeitspanne noch zwei weitere Sitzungen über das Christentum und verwandte Themen geben; und insbesondere die eine sollte mich in Gebiete führen, die ich in der Vergangenheit jeweils gemieden hatte. Jene Sitzung wurde am Abend nach Gretas Besuch abgehalten, und in ihr nahm Seth auch auf zwei spezielle Briefe Bezug, die ich am vorhergegangenen Samstag erhalten hatte - Briefe, die mein Gemüt belasteten.
Der erste - was für ein Zufall! - kam von einem Mann, der "mit Seth in Kontakt" stand und mir mitteilen wollte, dass ich Seths Material über Christus verzerrt hatte und dass Seth ihm dies gesagt hatte! Der Briefschreiber verfügte über das richtige Material, welches das Leben Christi und seine Geschichten so wie in der Bibel präsentiert darstellte. "Meine Güte!", brummte ich gereizt zu Rob, als ich den Brief las. "Was ist mit den anderen zwei Personen, die letztes Jahr geschrieben haben, jede mit ihrer eigenen Version vom Leben Christi und sich gegenseitig widersprechend, wobei jede angeblich Korrekturen von Seth enthalten sollte?"
Rob schüttelte nur seinen Kopf.
"Würde der richtige Christus bitte aufstehen?", sagte ich. Ich schrieb dem Mann eine kurze Nachricht und erklärte ihm, es sei ihm freigestellt, über das Leben Christi zu glauben, was er wolle - und dass er nicht mit Seth in Kontakt stünde, sondern mit seiner eigenen symbolisierten Version dessen, von wem oder was er glaube, er oder es sei Seth.
Der Mann hatte gesagt, er sei zu Beginn über sein eigenes Material besorgt gewesen, dass er sich jetzt aber viel besser fühle, da er erkannt habe, dass er nicht dafür verantwortlich sei. Und dies brachte mir meine eigene Haltung ins Bewusstsein, eine, die ich als so selbstverständlich betrachtet hatte, dass mich die Worte des Briefschreibers wirklich schockierten. Ich übernehme die Verantwortung für das Seth-Material und habe das auch immer getan, indem ich es niemals veröffentlichen würde, würde es nicht meinen eigenen Ansprüchen bezüglich Integrität und hervorragender Qualität genügen. Ich glaube, dass wir alle für unsere eigenen "unterbewussten Handlungen", Trancebotschaften oder dergleichen Dinge die Verantwortung übernehmen müssen.