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Streetfotografie
Strassenfotografie bietet Ihnen die Möglichkeit, in eine natürliche Umgebung einzutauchen, diese zu beobachten und in Form von ungezwungenen Schnappschüssen zu dokumentieren.
Wenn Sie Spass am Fotografieren haben und es lieben, spontan und unverfälscht Szenen des Alltags festzuhalten, sollten Sie sich einmal als Strassenfotograf versuchen. Strassenfotografie bietet Ihnen die Möglichkeit, in eine natürliche Umgebung einzutauchen, diese zu beobachten und in Form von ungezwungenen Schnappschüssen zu dokumentieren.
Das Genre Streetfotografie
Kennzeichnend für das Genre der Strassenfotografie ist, dass sich der Fotograf im öffentlichen Raum bewegt. Dabei lichtet er Szenen des Alltags ab, die sich beispielsweise auf Strassen, Plätzen oder in Cafés abspielen können.
Das Genre erlebte in den 1930er-Jahren einen ersten Höhepunkt, aufgrund der in dieser Zeit zunehmend kompakter werdenden Fotoapparate. Diese liessen sich auch als Streetfotografie Kamera verwenden. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte verhalfen zahlreiche Fotografen durch einfühlsame, teilweise auch spektakuläre Aufnahmen der Strassenfotografie zu einer wachsenden Bedeutung und etablierten sie als eigenständige Kunstform.
Zu den bekanntesten und einflussreichsten Fotografen im Bereich der Strassenfotografie zählt der Franzose Henri Cartier-Bresson (1908-2004). Er widmete sich seit dem Beginn der 1930er-Jahre der Strassenfotografie und wurde dabei vor allen Dingen für seine künstlerisch wertvollen Schwarz-Weiss-Fotografien gefeiert. Seine Vorgehensweise beschrieb Cartier-Bresson in der von ihm aufgestellten "Theorie des entscheidenden Augenblicks". Er bringt darin zum Ausdruck, dass es für einen Streetfotografen von elementarer Wichtigkeit ist, sich sensibel und behutsam im öffentlichen Raum zu bewegen. Zu den stilprägenden und bekannten Streetfotografen ist auch der 1924 geborene Robert Frank zu zählen. Berühmt wurde Frank vor allen Dingen wegen seines 1959 erschienenen Bildbandes "The Americans". Er ist eine gross angelegte, mit zahlreichen Strassenfotografien versehene Dokumentation über das Leben der US-amerikanischen Bevölkerung.
Vorbereitung und Motivideen
Einfach durch die Strassen zu gehen und auf Schnappschüsse zu hoffen, ist vor allem am Anfang frustrierend. Trainieren Sie Ihr Auge mit einem bestimmten Vorhaben, einer Motividee, und achten Sie nur darauf: bestimmte Farben, bestimmte Gegenstände, Körperteile, Perspektiven, ruhende oder sich bewegende Motive etc. So entwickeln Sie mit der Zeit einen Blick für Situationen. Seien Sie kreativ und kopieren Sie nicht einfach bereits Gesehenes. Nach der Wahl der Motividee suchen Sie Ihren Ort des Geschehens auf. Warten Sie zunächst einfach ab und achten Sie auf Ihre Umgebung. Ihre Motividee wird erscheinen, früher oder später. Warten Sie nicht zu lang, sondern suchen Sie sich einen neuen Standort. Mit der Zeit gelingt es Ihnen, Situationen vorauszusehen und sich darauf vorzubereiten.
Ausrüstung
Für Strassenfotografie zahlt eines: eine kleine, unauffällige Kamera und möglichst ein lichtstarkes Objektiv für die entsprechende Schnelligkeit zwischen 35 und 50mm. Ansonsten wird Ausrüstung oft überbewertet. Nicht die Kamera fotografiert, sondern Sie. Was Ihr Auge nicht sieht, kann auch die beste Kamera nicht einfangen. Üben Sie mit dem was Sie haben. Sofern Sie nicht blind mit Ihrer Kamera vertraut sind und schnell die nötigen Einstellungen finden, sollten Sie mit dem Automatikmodus den Anfang machen und erst mit entsprechender Übung den bewussten Einsatz von Blende und Verschlusszeit angehen.
Perspektiven und Bildaufbau
Ein spannendes Foto gibt es erst durch einen spannenden Aufbau. Bildkomposition ist dabei das A und O. Lesen Sie darüber, üben Sie, variieren Sie. Verändern Sie Kamerapositionen und Sie bewegen Sie weg vom Alltäglichen. Mit steigender Erfahrung werden Sie die Blende und damit die Schärfentiefe als Gestaltungselement dazu nehmen. Eine eher offene Blende zwischen bei 4 bis 5.5 wäre ein guter Anfang.
Was es in juristischer Hinsicht zu beachten gilt
Das Medienrecht legt grossen Wert auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte. So ist dort verankert, dass bei jedem Personenfoto das Recht der fotografierten Person am eigenen Bild zu berücksichtigen ist. Dementsprechend dürfen Bilder nur dann verbreitet und zur Schau gestellt werden, wenn eine Einwilligung der fotografierten Person vorliegt. Da diese strengen Auflagen in ihrer konsequenten Anwendung einen zu starken Eingriff in die Presse- und Kunstfreiheit darstellen würden, existieren jedoch verschiedene Ausnahmeregelungen. So dürfen Personen auch ohne ihre Zustimmung abgelichtet werden, wenn
- es sich um eine Person aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt, wie es beispielsweise bei Prominenten der Fall ist;
- die Personen auf dem Foto nur als Beiwerk erscheinen;
- es sich um Bilder grosser Menschenmengen handelt, wie sie beispielsweise bei Sportveranstaltungen, Demonstrationen oder Festen anzutreffen sind.
Demzufolge sind im Rahmen von Strassenfotografie entstandene Aufnahmen von grösseren Menschengruppen als juristisch unbedenklich einzustufen. Wenn Sie als Streetfotograf gezielt einen bestimmten Menschen in den Fokus eines Bildes rücken möchten, sollten Sie vorher aber auf jeden Fall um Erlaubnis fragen. Um auf der sicheren Seite zu sein, kann es für Neueinsteiger in den Bereich der Streetfotografie sinnvoll sein, Menschen zunächst von hinten oder als Silhouette zu fotografieren.
Über Streetfotografie gibt es unzählige Artikel und Abhandlungen, mittlerweile auch einige als kostenloses eBooks. Unser kurzer Artikel kann nur an der Oberfläche kratzen. Wichtiger als die Theorie ist es, rauszugehen, zu üben, Vertrauen zu fassen und den eigenen Stil zu entwickeln. Findet man Gefallen daran, bleibt man dabei, wenn nicht, sucht man sich etwas Neues.