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Schweizer Arbeitnehmende sind bei Stress besonders anfällig auf Burnout, wenn sie körperlich inaktiv und mit ihren Lebensumständen unzufrieden sind
Dass Bewegung und Sport in der Lage sind, die gesundheitsschädlichen Folgen einer hohen Stressbelastung abzumildern, ist mittlerweile gut dokumentiert. Ob die Stresspuffer-Wirkung von Bewegung und Sport jedoch von anderen Hintergrundvariablen abhängt, wurde bislang wenig untersucht. Ziel dieser Studie war es deshalb, mit 306 Arbeitnehmer/-innen aus der Schweiz im Rahmen einer Online-Befragung das komplexe Zusammenspiel zwischen Bewegung und Sport, Stress, Burnout-Symptomen und psychologischen Basisbedürfnissen zu erforschen. Aufbauend auf der Selbstdeterminations-Theorie von Deci und Ryan wurde von der Erwartung ausgegangen, dass nicht nur Bewegung und Sport die Beziehung zwischen Stress und Burnout beeinflussen, sondern dass Stress auch dann stärker mit Burnout-Symptomen assoziiert ist, wenn Personen mit ihren Lebensumständen unzufrieden sind, d.h. wenn ihr Bedürfnis nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit unzureichend befriedigt wird. Im Rahmen der vorliegenden Studie zeigt sich, dass bei Personen mit hoher Stressbelastung insbesondere von derjenigen Gruppe signifikant höhere Burnout-Symptome berichtet wurden, die körperlich wenig aktiv und die mit ihren Lebensumständen unzufrieden sind. Bei Personen mit geringer Stressbelastung gaben Personen, die mit ihren Lebensumständen unzufrieden sind, signifikant mehr Burnout-Symptome an, und zwar unabhängig vom Umfang an körperlicher Aktivität.
Die detaillierten Befunde sind in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ nachzulesen:
Gerber, M., Isoard-Gautheur, S., Schilling, R., Ludyga, S., Brand, S., & Colledge, F. (2018). When low leisure-time physical activity meets unsatisfied psychological needs: Insights from a stress-buffer perspective. Frontiers in Psychology, 9, 2097.