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Vor 100 Jahren wurden das Insulin und seine wundersame Wirkung auf Diabetespatienten entdeckt. Der Kanadier Frederick Banting, der am Krankenbett eines sterbenden Kindes sass, entdeckte das Mittel, das das Kind retten würde… Die Geschichte des Insulins, einer bahnbrechenden Entdeckung, die heute 100 Jahre alt ist.
Vor 100 Jahren, am 11. Januar 1922, wurde dem 14-jährigen Leonard Thomson die erste Insulininjektion verabreicht. Er war schwer an den Folgen seines juvenilen Diabetes Typ 1 erkrankt. Der junge Patient, der im Toronto General Hospital auf der Intensivstation behandelt wurde, wog nur noch 29 kg und fiel in ein Koma, weil er keine angemessene Behandlung erhielt. Er war also zu einem schnellen Tod verurteilt. Zur gleichen Zeit interessiert sich ein junger Arzt namens Frederick Banting für den Fall und beschloss, die Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse selbst zu erforschen.
Von einem klinischen Fall zu Bantings experimenteller Forschung
Der Arzt ahnte, dass dieses Organ die Ursache für den schlechten Transport von Glukose ist. In früheren deutschen Untersuchungen wurde bereits eine Verbindung zwischen der Bauchspeicheldrüse und den möglichen Ursachen für die schwere und mysteriöse Krankheit Diabetes hergestellt. Er stellte tatsächlich fest, dass bei Diabetespatienten die Bauchspeicheldrüse ihre Filterfunktion, die den Zuckerstoffwechsel ermöglicht, nicht erfüllt, sodass die Glukose nicht richtig absorbiert werden kann. Dies führt zu einer Störung des Blutzuckerspiegels.
Banting und Best, ein hartnäckiges Forscherduo
Als junger Arzt wurde Frederick Banting von seinen Kollegen zunächst nicht ernst genommen. Doch nach einiger Überzeugungsarbeit wurde ihm von seinem Vorgesetzten John Macleod im Frühjahr 1921 ein provisorisches Labor an der Universität von Toronto zur Verfügung gestellt. Dort konnte er seine Experimente durchführen, begleitet von dem enthusiastischen Medizinstudenten Charles Best, der ihn bei seiner Arbeit unterstützen wollte.
Mithilfe der Bauchspeicheldrüse eines Hundes bestätigten die beiden Wissenschaftler ihre Hypothese, dass die Bauchspeicheldrüse auf natürliche Weise eine Substanz produziert – ein Proteinhormon, das von den Betazellen der Langerhansschen Inseln ausgeschüttet wird -, die den Blutzuckerspiegel reguliert, indem sie Glukose filtert und dann absorbiert. Da es damals noch unbekannt war, tauften sie es auf den Namen «Insulin», auf Lateinisch «insula». Diese «Insel» ist das Herzstück des Zuckerstoffwechsels. Die Injektion führte bei einer Hündin mit Diabetes zum Erfolg: Das kranke Tier lebte wieder auf, als sein Blutzuckerspiegel sank.
Insulin: Eine Wunderbehandlung, die Millionen von Leben rettet
Der Vater des im Koma liegenden Leonard Thompson wollte alles tun, um seinen Sohn zu retten. Der Junge bekam also eine Insulinspritze. Das Wunder geschieht: Leonard wird geheilt! Die Entdeckung war so bahnbrechend, dass bereits 1923 mit der Massenproduktion von Insulin begonnen wurde. Im selben Jahr erhielt der Visionär Frederick Banting für seine Arbeit den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Er entschied sich, den Preis mit Charles Best zu teilen, der ihm die ganze Zeit über zur Seite gestanden hatte. Die Auszeichnung erfolgte nur wenige Monate nach Beginn seiner Forschung und der ersten Insulininjektion. Dank dieser bahnbrechenden Entdeckung können nun Millionen von Diabetikern auf der ganzen Welt ein fast normales Leben führen. Und heute feiern wir den 100. Jahrestag dieses Wunders!