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LaundReCycle - ein wasser- und energieautarker Waschsalon
Südafrikas Wasserressourcen stehen unter Druck und die Entwicklung neuer Lösungen ist dringend notwendig. Ziel des LaundReCycle-Projektes ist einen wasser- und energieautarken Waschsalon zu entwickeln. Dieser benötigt keinen Strom-, Frischwasser- oder Abwasseranschluss und bietet der lokalen Gemeinschaft sozio-ökonomisches Entwicklungspotential.
Während die Stadt Kapstadt bereits 2018 eine schwere Wasserkrise erlebt hat, besteht in anderen Regionen des Landes zunehmend die Gefahr, dasselbe Schicksal zu erleiden. Gleichzeitig haben viele Menschen keinen Zugang zu einer Waschmaschine, wie beispielsweise Bewohner von ländlichen und informellen Siedlungen oder Obdachlose. Während die Nachfrage nach Wäschedienstleistungen stetig steigt, ist die Nutzung von Waschmaschinen häufig eingeschränkt, da der Zugang zu einer stabilen Wasser- und Stromversorgung fehlt.
Ziel des Projektes ist einerseits den Zugang zu Wäschedienstleistungen zu ermöglichen und andererseits einen nachhaltigen Umgang mit Wasser- und Energieressourcen zu fördern. Mit der Entwicklung des wasser- und energieautarken Waschsalons LaundReCycle werden im speziellen die folgenden zwei Ziele verfolgt:
- Wasser- und Energieautarkie: Der LaundReCycle-Container ist eine autonome Einheit, der an Orten ohne direkten Frischwasser-, Abwasser- oder Stromanschluss oder in wasserarmen Regionen installiert werden kann.
- Stärkung der lokalen Gemeinschaft: Der LaundReCycle bietet den Bewohnern Bildungschancen, Einkommensmöglichkeiten und wirtschaftliches Wachstumspotenzial, indem er i) Ausbildung speziell für Jugendliche und Frauen anbietet, ii) Kleinstunternehmen und Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette schafft, iii) die Bewohner, insbesondere Frauen, von der Handwäsche erleichtert und damit mehr Zeit für die Einkommensgenerierung und andere Aktivitäten schafft.
Im Rahmen des Projektes wird der LaundReCycle technisch entwickelt und hinsichtlich seiner ökonomischen Machbarkeit getestet. Der Prototyp an der ZHAW dient der Entwicklung technischer und betrieblicher Aspekte. Anschliessend wird das System nach einem Wissenstransfer von den südafrikanischen Partnern entsprechend adaptiert und in Kapstadt nachgebaut. Ziel des südafrikanischen Prototyps ist den Betrieb zu optimieren und soziale Aspekte zu untersuchen. Anschliessend werden Massnahmen für einen Markteintritt in Südafrika umgesetzt.
Die Technologie des LaundReCycles basiert auf dem sogenannten «Short-Cycling-System» bei dem das Abwasser von der Waschmaschine vor Ort aufbereitet und direkt wieder für die gleiche Nutzung, nämlich Wäsche waschen, wiederverwendet wird. Das System implementiert einen ressourcenschonenden Low-Tech-Ansatz und nutzt natürliche Reinigungsprozesse.
Im ersten Reinigungsschritt wird das Abwasser mechanisch-physikalisch vorgereinigt indem Feststoffe abgetrennt und überschüssiges Waschmittel entfernt werden. Im zweiten Schritt wird das Wasser in Filtersäulen und der grünen Wand biologisch aufbereitet. Wasserverluste werden durch Regenwasser kompensiert. Der Strom stammt aus einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher.
Im Januar 2021 wurde zusammen mit der Schweizer Botschaft die Pilotanlage des LaundReCycles in Kapstadt eröffnet. Mit diesem Schritt startete die Testphase im realen Betrieb. Zusammen mit der NGO Khulisa wird der LaundReCycle sowohl technisch als auch wirtschaftlich getestet und weiterentwickelt.
Auf einen Blick
- Projektleiter/in: Devi Bühler
- Stellv. Projektleiter/in: Prof. Dr. Ranka Junge
- Projektteam: Matthias Frei, Nadine Antenen, Bernard Wessels, Bobby Mabe
- Projektdauer: 2019 - 2021
- Drittmittelgeber: Bund (REPIC-Plattform)
- Projektpartner: Water Rescue, Soweto Structural Steel, Khulisa, Abderhalden Gartenbau AG
- Kontaktperson: Devi Bühler
- Bernard Wessels
- Bobby Mabe