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Folgende Grafiken zeigen die mittleren monatlichen Schneehöhen 2008 auf Stationshöhe im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt aus der Periode von 1971 bis 2000. Die prozentuale Abweichung vom langjährigen Durchschnitt ist farbig dargestellt. Unterdurchschnittliche Schneehöhen sind rot, überdurchschnittliche Schneehöhen blau dargestellt. Die Daten stammen von den Messstationen des SLF, des interkantonalen Mess- und Informationssystems (IMIS) und von MeteoSchweiz.
Über den Monat November (oben) gemittelt waren die Schneehöhen am Alpennordhang und in den nördlichen Teilen Graubündens stark überdurchschnittlich und dies bis in die Täler. In den Tälern Mittelbündens, des Unterengadins und des Oberwallis waren die Schneehöhen im Vergleich zum langjährigen Mittelwert stärker überdurchschnittlich als in den hohen Lagen dieser Regionen. Im südlichen Wallis, in den südlichen Teilen Graubündens und am Alpensüdhang wurden unterdurchschnittliche Schneehöhen gemessen.
Der Dezember (unten) präsentierte sich ähnlich. In den Tälern des Nordens und Südens wurden aber zunehmend unterdurchschnittliche Schneehöhen registriert, während die Werte im Unterwallis über den langjährigen Durchschnitt stiegen.
Das Mittelland und die grossen Alpentäler waren im Januar (oben) deutlich unterdurchschnittlich eingeschneit, während in höheren Lagen die Schneehöhen verbreitet dem langjährigen Durchschnitt entsprachen.
Im Februar (unten) wurden aufgrund der geringen Niederschlagsmenge und des sonnigen Wetters zunehmend auch in höheren Lagen unterdurchschnittliche Schneehöhen registriert.
Im März (oben) wurden vor allem in tiefen Lagen nach wie vor unterdurchschnittliche Schneehöhen gemessen. In hohen Lagen waren die Werte nur leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. Im April (unten) waren besonders in hohen Lagen und am Alpensüdhang die Schneehöhen leicht überdurchschnittlich.
Auf den folgenden Grafiken wird jeweils der Verlauf der manuell gemessenen Schneehöhe (dicke rote Linie) im Vergleich zum absoluten Maximum (obere blaue Linie), dem absoluten Minimum (lila Linie) und dem langjährigen Mittelwert (wenig schwankende grüne Linie) dargestellt. Die Anzahl (n) der Winter seit Messbeginn bis und mit 2008 wird in der Legende erwähnt. Gebiete mit ähnlichem Schneehöhenverlauf im Winter 2008 werden zusammengefasst und anhand repräsentativer Stationen beschrieben.
Typisch für Stationen dieser Gebiete ist der fulminante Winterstart im November. Vom 14. bis zum 17.11.2007 wurden an der Station Mürren, BE neue absolute Schneehöhenmaxima seit Messbeginn registriert. Zahlreiche weitere Stationen in diesen Regionen zeichneten Mitte November neue Schneehöhenmaxima seit Messbeginn auf. Erst die langanhaltende Schönwetter- und Trockenperiode im Februar liess die Schneehöhe unter den langjährigen Durchschnitt fallen. Mit den Schneefällen vom Karfreitag, 21.03.2008 stieg die Schneehöhe wieder über den langjährigen Durchschnitt und blieb bis zum Saisonende vor allem an Stationen oberhalb von 1500 m überdurchschnittlich. Gut zu sehen ist die rasche Schneehöhenabnahme und Ausaperung im warmen Mai.
Als Vertreter der höhergelegenen Stationen dieser Regionen kann die Station Weissfluhjoch, GR herangezogen werden. Der Schneehöhenverlauf ist der obigen Station ähnlich. Der grösste Schneefall mit 62 cm wurde am 11.11.2007 gemessen. Die Wiederkehrdauer eines solchen Schneefalls beträgt an dieser Station ca. 8 Jahre. Im Unterschied zur obigen, tiefergelegenen Station Mürren erreichte die Schneehöhe Ende April Werte in der Nähe des absoluten Maximums seit Messbeginn. Dieser Unterschied ist teilweise auf die hohe Schneefallgrenze während der häufigen und teils ergiebigen Schneefälle im April zurückzuführen.
Einen Winter 2007/08 mit durchschnittlichen bis eher unterdurchschnittlichen Schneehöhen erlebten die Stationen in den südlichen Gebieten der Schweizer Alpen. An der Station Saas Fee, VS fielen bis in den Dezember nur unbedeutende Schneemengen. Die Schneehöhen lagen bis Mitte Januar weitgehend unter dem langjährigen Durchschnitt. Die einzigen bedeutenden Schneefälle wurden am 07.01.2008 (29 cm in zwei Tagen), am 13.01.2008 (50 cm) und am 22.03.2008 (33 cm) registriert. Die Schneehöhe stieg dabei jeweils über den langjährigen Durchschnitt und blieb nach letzterem während mehr als einem Monat bis kurz vor der Ausaperung leicht überdurchschnittlich.
In San Bernardino, GR am zentralen Alpensüdhang wechselten sich überdurchschnittliche mit unterdurchschnittlichen Schneehöhen ab. Nennenswerte Schneefälle wurden am 23.11.2007 (45 cm), am 13.01.2008 (Neuschneesumme von drei Tagen: 92 cm) und am 11.03.2008 (45 cm) gemessen. Während der ausgeprägten Schönwetter- und Trockenperioden in der zweiten Dezember- und Februarhälfte sanken die Schneehöhen deutlich unter den langjährigen Durchschnitt. Die überdurchschnittlichen Niederschläge während des Aprils fielen aufgrund der Höhenlage von San Bernardino meist als Schnee. Aus diesen Schneefällen resultieren die überdurchschnittlichen Schneehöhen von Ende April.
Wenige Stationen verzeichneten Anfang März absolute Schneehöhenminima. An der Station 4SH Simplon Hospiz, 2000 m, VS lag zwischen dem 28.02.2008 und dem 14.03.2008 mit der Ausnahme von einem Tag weniger Schnee als in den 53 Jahren seit Messbeginn.
Niederschlagsperioden mit besonderer Relevanz für die Schnee- und Lawinensituation:
Bis Ende Februar sanken die Schneehöhen mangels Schneefällen kontinuierlich und erreichten in fast allen Gebieten und Höhenlagen Werte unter dem langjährigen Mittel.
Wechselhaft war der Wettercharakter auch im April. Es fiel während des ganzen Monats wiederholt Schnee, sowohl im Norden als auch im Süden.
Die Wasserwertmaxima und der Zeitpunkt der registrierten Maxima hängen von der Höhenlage der jeweiligen Station ab. Stationen oberhalb von 1800 m registrierten die Wasserwertmaxima fast ausnahmslos im April. An ausgewählten Stationen betrugen diese im Mittel 115 % (Standardabweichung 14 %) des langjährigen Mittelwertes der Maxima. An der Station Weissfluhjoch, 2540 m, GR wurden beispielsweise Ende April 1014 mm (Mittelwert 852 mm) Wasserwert in der Schneedecke gemessen.
Stationen zwischen 1500 m und 1800 m registrierten das Maximum zwischen Februar und April. An ausgewählten Stationen betrugen diese im Mittel 92 % (Standardabweichung 14%) des langjährigen Mittelwertes der Maxima. An der Station Rigi Scheidegg, 1640 m, SZ wurden beispielsweise Ende April 398 mm (Mittelwert 421 mm) Wasserwert in der Schneedecke gemessen.
An Stationen zwischen 1000 m und 1500 m wurden die Wasserwertmaxima meist im Februar gemessen. An ausgewählten Stationen betrugen diese im Mittel 76 % (Standardabweichung 16 %) des langjährigen Mittelwertes der Maxima. An der Station Splügen, 1457 m, GR wurden beispielsweise Ende Februar 185 mm (Mittelwert 230 mm) Wasserwert in der Schneedecke gemessen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Stationen, welche bei den meisten Niederschlagsereignissen des Winters 2008 oberhalb der Schneefallgrenze lagen (rund 1500 m), überdurchschnittliche Wasserwerte aufwiesen. An diesen Flachfeldstationen floss während des Winters auch kaum Wasser durch Schneeschmelze ab. In tieferen Lagen dagegen waren einzelne Regenfälle und wiederholte Wärmeeinbrüche dafür verantwortlich, dass ein Teil des Wassers durch Regen und Schneeschmelze bereits während des Winters abfloss.
Die folgenden Schneedeckenstabilitätskarten stellen die Ergebnisse zahlreicher Schneedeckenuntersuchungen in den Schweizer Alpen dar. Diese Schneeprofile wurden nach einheitlichen Kriterien beurteilt und einer von drei Klassen zugeordnet, Die Klassen sind auf den Karten als grüne (gute Schneedeckenstabilität), gelbe (mittlere Schneedeckenstabilität) und rote (schwache Schneedeckenstabilität) Profilsymbole dargestellt. Fast alle Schneeprofile mit Rutschblocktest wurden an Hängen von 30° bis 40° Neigung aufgenommen.
In die Bewertung der Schneedeckenstabilität flossen nebst den Profilen noch weitere Beobachterinformationen zur Schneedecke, zu Lawinenabgängen etc. ein.
Es werden jeweils zwei Karten, eine zu Monatsbeginn und die andere zu Monatsmitte, untereinander gezeigt und beschrieben.
Anfang Dezember war die Schneedecke verbreitet ungewöhnlich gut verfestigt. Sowohl im Norden als auch im Süden gab es bis dato je einen grossen Schneefall und daher kaum Gelegenheit zur Schwachschichtbildung. In den eher schneearmen Gebieten des südlichen Oberwallis, in den südlichen Teilen Mittelbündens und im Oberengadin war die Schneedecke bereits aufbauend umgewandelt und bot eine eher ungünstige Basis für Neuschneeschichten.
Mitte Dezember präsentierte sich bei einer grösseren Dichte an Schneedeckenuntersuchungen ein ähnliches Bild: Insbesondere in den schneereichen Gebieten des Westens und Nordens waren die basalen Schichten der Schneeprofile verbreitet mittel bis gut verfestigt. Im südlichen Oberwallis und im Oberengadin waren die oberflächennahen Schichten (teils auch die gesamte Schneedecke) zunehmend aufbauend umgewandelt.
Das langanhaltende hochdruckbestimmte Winterwetter in der zweiten Dezemberhälfte begünstigte die aufbauende Umwandlung der Schneedecke stark. Anfang Januar waren die oberflächennahen Schichten verbreitet kantig aufgebaut und locker. Im südlichen Oberwallis, am Alpensüdhang und im Engadin hatte sich zunehmend die gesamte Schneedecke umgewandelt. Diese Profile waren zwar zum Zeitpunkt der Aufnahme stabil (grün), bildeten aber eine schwache Basis für Neuschneeschichten.
Mitte Januar war der Schneedeckenaufbau im Westlichen Unterwallis, nördlich einer Linie Rhone-Rhein, im Prättigau, in der Silvretta und im Samnaun noch relativ günstig. Die Hauptgefahr ging dort von frischen Triebschneeansammlungen auf recht gut verfestigtem Altschnee aus. In den Inneralpinen Gebieten, insbesondere im südlichen Oberwallis, in Mittelbünden und im Engadin war der Schneedeckenaufbau verbreitet schwach. Frische Triebschneeansammlungen lagen auf kantig aufgebauten, schwach verfestigten Altschneeschichten. Lawinen rissen oft bis in die Altschneedecke. Am Alpensüdhang waren die kantig aufgebauten Schichten durch wiederholte Schneefälle zunehmend derart überdeckt, dass diese kaum mehr als Schwachschichten wirkten.
Ein praktisch unverändertes Bild präsentierte sich Anfang Februar: Nördlich einer Linie Rhone-Rhein, im Prättigau, in der Silvretta und im Samnaun, sowie am Alpensüdhang ohne Münstertal war der Schneedeckenaufbau meist günstig. Schwache Profile gab es vor allem im südlichen Oberwallis, in Mittelbünden, in Teilen des Engadins und im Münstertal.
Bis Mitte Februar stabilisierte sich die Schneedecke zunehmend auch in den Gebieten mit eher schwachem Schneedeckenaufbau. Fehlende Niederschläge und langandauerndes, hochdruckbestimmtes Wetter mit langen, klaren und kalten Nächten sorgten aber erneut für eine aufbauende Umwandlung der oberflächennahen Schichten und somit für ungünstige Voraussetzungen für Neuschneeschichten.
Die Schneedecke erfuhr Ende Februar an Sonnenhängen erstmals eine Durchfeuchtung bis auf rund 3000 m hinauf. Nordhänge wurden nur unterhalb von rund 2400 m oberflächlich feucht. Im südlichen Oberwallis und in weiten Teilen Graubündens blieben die schwach verfestigten, kantig aufgebauten Zwischen- und Basisschichten in der Schneedecke vor allem an Nordhängen weiterhin erhalten. Lawinen konnten dort nach wie vor in tiefen Schichten der Schneedecke ausgelöst werden. In den übrigen Gebieten war die Schneedeckenstabilität sowohl Anfang als auch Mitte März mittel bis gut.
Die Schneedeckenstabilitätskarte zeigt für den April einen eher schwachen Schneedeckenaufbau im zentralen Wallis, in Mittelbünden, im Grossteil vom Engadin und im Münstertal. Dies wurde auch durch grossflächige, spontane Lawinen, welche bis in tiefe Schichte der Schneedecke rissen, bestätigt. In den übrigen Gebieten war die Schneedeckenstabilität mittel bis gut.
Anfang Mai war der Schneedeckenaufbau verbreitet gut. Die Schneedecke wurde zunehmend auch in hohen und hochalpinen Lagen durchfeuchtet. Insbesondere an Nordhängen in Graubünden waren aber nach wie vor Lawinenauslösungen in tiefen Schichten der Schneedecke möglich.
Der Lawinenaktivitätsindex muss unter folgenden Vorbehalten interpretiert werden: Es wird nicht zwischen spontanen und künstlich ausgelösten Lawinen unterschieden. Zudem ist der Lawinenaktivitätsindex abhängig von den Sichtverhältnissen während der Beobachtung, von der Meldegenauigkeit und der Einschätzung des jeweiligen Beobachters. Im Weiteren gibt es keine regionale Differenzierung. Dennoch können über die gesamten Schweizer Alpen Phasen erhöhter Lawinenaktivität klar von Phasen mit wenig oder keiner Lawinenaktivität unterschieden werden. Deshalb eignet sich der Lawinenaktivitätsindex als Übersicht sehr gut. Die Winterrandmonate November und Mai werden im Lawinenaktivitätsindex nicht dargestellt, weil die Beobachtungsdichte während dieser Monate stark schwankt, was zu zusätzlicher Ungenauigkeit führt. Der Höchstwert (ca. 2200) seit Beginn der Auswertung der Lawinenmeldungen wurde am 09.03.2006 registriert und ist somit rund fünfmal so hoch wie der Maximalwert im aktuellen Winter. Bedingungen für einen solchen Höchstwert sind zahlreiche Abgänge grosser Lawinen und dies auf einem Grossteil der Fläche der Schweizer Alpen. Diese Bedingungen waren im aktuellen Winter nie erfüllt.
Lawinenabgänge sind von mehreren Faktoren abhängig: Stabilität der Schneedecke, die sich mit der Zeit verändert, Neuschnee, Wind, Temperaturschwankungen, Zusatzbelastungen auf die Schneedecke z.B. durch Personen oder Sprengungen, etc. Dadurch ergibt sich, dass die Lawinenaktivität von Tag zu Tag schwankt was in Abb. 24 deutlich zu sehen ist. Die bemerkenswertesten Perioden des Winters 2007/08 (nummeriert) werden im Folgenden beschrieben.
November 2007: Relativ wenig Lawinenaktivität gab es nach dem fulminanten Winterstart ab dem 09.11.2007. Trotz gebietsweise mehr als 2 m Neuschnee innerhalb von sieben Tagen begleitet von starken bis stürmischen Nordwestwinden war die Lawinenaktivität eher gering. Da der Schnee verbreitet auf aperen Boden fiel, fehlten Schwachschichten weitgehend. Bis in mittlere Lagen waren Gleitschneerisse und -lawinen sehr verbreitet.
1: Besonders im Westen und am Alpennordhang verursachte das wechselhafte Wetter mit teils kräftigen Winterstürmen und intensiven Niederschlägen im ersten Dezemberdrittel eine Periode mit erhöhter Lawinenaktivität. Schneefälle und Wind führten zu zahlreichen spontanen Lawinen. Schwachschichten waren oft kantig aufgebaute Schichten in der Altschneedecke und Übergänge zwischen frischen Triebschneeansammlungen und dem Altschnee. In den schneereichen Gebieten nördlich einer Linie Rhone-Rhein, im westlichen Unterwallis und in Nordbünden war die Gleitschneelawinen-Aktivität wie im November unverändert hoch.
2: Während der niederschlagsfreien Zeit von Mitte bis Ende Dezember wurden kaum trockene Schneebrettlawinen registriert. Die Hauptgefahr ging von den Gleitschneelawinen aus.
3: Am 06. und 07.01.2008 war verbreitet eine hohe Lawinenaktivität zu verzeichnen. Neuschnee fiel direkt auf aufbauend umgewandelte Schneeoberflächen oder auf Triebschneeansammlungen, die ihrerseits auf kantig aufgebauten Schichten lagerten. Die Schneedeckenstabilität war dadurch schlecht. Mit einem Anstieg der Schneefallgrenze auf rund 2400 m wurden besonders am Alpennordhang und im Westen der Schweizer Alpen auch zahlreiche gemischte Lawinen und Nassschneelawinen beobachtet.
4: Der zeitweise sehr intensive Schneefall vom 11. bis am 13.01.2008 belastete die nach wie vor schwache Schneedecke weiter. In den neuschneereichen Gebieten des Alpensüdhangs gingen zahlreiche Lawinen bereits während des Schneefalls spontan ab. Im südlichen Oberwallis, in Mittelbünden und im Engadin, wo etwas weniger mächtige Neu- und Triebschneeschichten eine sehr schwache Altschneedecke überlagerten, blieb die Situation für Wintersportler sehr heikel. Etliche Lawinenauslösungen durch Personen und Lawinenunfälle während dieses Zyklus zeugen von der angespannten Lawinensituation. Diese ungenügend überlagerten, kantig aufgebauten Schichten blieben danach über lange Zeit als Schwachschichten erhalten. Sowohl nach jedem Schneefall als auch bei Zusatzbelastung wurden in der Folge immer wieder Lawinenauslösungen in diesen tiefen Schichten der Schneedecke beobachtet. In diesen Zyklus fällt einer der Tage mit der höchsten beobachteten Lawinenaktivität des Winters 2007/08. Nur im Zyklus Nummer 7 wurde noch ein Tag mit ähnlich hoher Lawinenaktivität registriert.
5: Langanhaltendes schönes Winterwetter sorgte ab dem 07.02.2008 für eine Entspannung der Lawinensituation. Immer wieder lösten sich jedoch Gleitschneelawinen, welche auch während dieser Zeit eine Gefahr für Schneesportler und Verkehrswege darstellten.
6: Mit dem anhaltend warmen Wetter und der Durchfeuchtung der Schneedecke nahm die Aktivität von Gleit- und Nassschneelawinen gegen Ende Februar wieder markant zu. Diese lösten sich besonders aus steilen Südhängen. Dies war der erste markante Nassschneelawinen-Zyklus des Winters 2008.
7: Vom 09. bis am 13.03.08 fielen verbreitet 30 bis 50 cm Schnee, gebietsweise auch mehr. Zusammen mit dem vorübergehenden Anstieg der Schneefallgrenze auf rund 2000 m verursachten diese Schneefälle einen der aktivsten Tage gemäss Lawinenindex. Nur im Zyklus Nummer 4 wurde ein Tag mit ähnlich hoher Lawinenaktivität registriert. Lawinen wurden im ganzen Gebiet der Schweizer Alpen beobachtet. Besonders hoch war die Lawinenaktivität im Westen. Grund für die hohe Aktivität war die nach wie vor schwache Altschneedecke in den Gebieten des südlichen Oberwallis, Mittelbündens und des Engadins und die hohe Auslösebereitschaft des Triebschnees in den übrigen Gebieten.
8: Wiederholte Nordstaulagen mit einem markanten Kälteeinbruch und vor allem der intensive Schneefall vom Karfreitag, 21.03.2008 führten in dieser Periode zu zahlreichen Abgängen trockener Lawinen. Nebst frischem Triebschnee wurden nach wie vor Lawinen in kantig aufgebauten Schichten tief in der Altschneedecke ausgelöst.
Zwischen Mitte März und Anfang April wurden besonders viele durch Personen ausgelöste Lawinen registriert.
9: Dieser Zyklus von spontanen gemischten und nassen Lawinen dauerte vom 10. bis am 12.04.2008. Mit einer markanten Erwärmung lösten sich vor allem aus Nordhängen grosse Lawinen. Die grösste Aktivität war in den inneralpinen Gebieten Graubündens, vereinzelte grosse Lawinen wurden aber auch am Alpennordhang registriert.
10: Zwischen dem 18. und 20.04.2008 sorgten am Alpensüdhang oberhalb von rund 1500 m Neuschnee, im Norden hingegen Föhn und Sonne für eine erhöhte Lawinenaktivität.
11: Am 23.04.2008 wurde von den SLF-Beobachtern die grösste Nassschneelawinenaktivität im Winter 2008 registriert. Am Alpennordhang fielen bis zu 90 cm Schnee innerhalb von 3 Tagen. Die Schneefallgrenze lag zeitweise bei 2200 m. Darunter schwächte der Regen die Schneedecke derart, dass sich zahlreiche spontane Nassschneelawinen lösten. Lawinen wurden aus dem ganzen Gebiet der Schweizer Alpen gemeldet.
12: Mit sonnigem Tagesgangwetter und teilweise mit Föhnunterstützung lag die Nassschneelawinenaktivität auch vom 26. bis am 29.04.2008 nochmals auf relativ hohem Niveau.
Mai: Während des Monats Mai verlagerte sich die Nassschneelawinenaktivität zunehmend in höhere Lagen. Aufgrund zunehmender Ausaperung der beobachteten Gebiete und spärlicher Informationen aus dem Hochgebirge wird der Lawinenaktivitätsindex nur bis Ende April erstellt. Insbesondere während der ersten Maihälfte war die Nassschneelawinengefahr einem Tagesgang unterworfen und es kam zunehmend auch in hohen und hochalpinen Lagen zu spontanen Abgängen von Nassschneelawinen.
Auffällig sind die langanhaltenden Perioden in der zweiten Hälfte des Dezembers und des Februars, während derer alle Gebiete der Schweizer Alpen einheitlich mit Stufe 1 (gering) eingeschätzt wurden. Idealerweise fielen diese beiden Perioden auf die Hauptferienzeit. Im Weiteren fällt auf, dass im April noch kaum die klassische Frühjahrssituation mit Gefahrenstufe "gering" am Morgen herrschte. Die Gefahrenstufe "gering" wurde im April nur vom 06. bis am 08.04.2008 für Teile des Tessins verwendet. Eine Doppelkarte mit einer Morgen- und Nachmittagsgefahr (wie sie für eine klassische Frühjahrssituation typisch ist) wurde nur gerade an sieben Tagen herausgegeben. Dabei wurde stets vor mässiger Lawinengefahr am Morgen gewarnt. Für diese Entwicklung war im wesentlichen das dynamische Wetter mit wiederholten Niederschlägen während des Aprils verantwortlich. Erst im Mai (und somit ausserhalb dieser Grafik) herrschten über längere Zeit perfekte Frühjahrsverhältnisse mit geringer Lawinengefahr am Morgen und einem Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf.
Die Gefahrenstufe 4 (gross) wurde meist nur für wenige Gebiete benützt. Es gab nur zwei Tage, an denen mehr als 30% der Fläche mit Stufe 4 (gross) eingeschätzt wurde (13.01.2008 und 22.03.2008). Die Gefahrenstufe 5 (sehr gross) wurde nie verwendet.
Bezüglich der Einschätzung war der Winter 2008 nahe am langjährigen Mittel. Die Gefahrenstufen "gering" und "erheblich" wurden etwas häufiger verwendet. Im Gegenzug wurde weniger häufig vor "mässiger" Lawinengefahr gewarnt als im langjährigen Mittel. Die Gefahrenstufe "gross" wurde halb so häufig verwendet wie im langjährigen Mittel.
Tab. 1: Ausgabedaten der Lawinenbulletins im Winter 2007/08
|Produkt||Datum|
| Situationsbezogene Lawinenbulletins Herbst 2007 ||keine|
|Sporadische Lawinenbulletins zu Winterbeginn 2007||keine|
|Erstes tägliches Lawinenbulletin||08.11.2007|
|Erste Regionale Lawinenbulletins||16.11.2007|
|Letzte Regionale Lawinenbulletins||23.04.2008|
|Letztes tägliches Lawinenbulletin||05.05.2008|
|Letztes sporadisches Lawinenbulletin||30.05.2008|
|Situationsbezogene Lawinenbulletins Sommer 2008|| 13.07.2008 |
14.08.2008
12.09.2008
Während des hydrologischen Jahres 2008 wurden 193 nationale Lawinenbulletins veröffentlicht. Davon erschienen 180 als tägliche Lawinenbulletins zwischen dem 08.11.2007 und 05.05.2008. Die übrigen 13 Buleltins erschienen als sporadische Lawinenbulletins in den Winterrandmonaten oder als situationsbezogene Lawinenbulletins während der Sommer- und Herbstmonate.
Für sieben Regionen wurden zwischen dem 16.11.2007 und dem 23.04.2008 je 160 regionale Lawinenbulletins publiziert.
Bemerkenswerte, schnee- und lawinenrelevante Perioden zwischen Juni und September, nummeriert nach Abbildung 31, sind im Folgenden beschrieben.
1: Mitte Juni in allen Gebieten Schneefälle bis unter 2000 m:
2: Zweite Junihälfte heiss mit einzelnen Gewittern:
3: Erstes Julidrittel wechselhaft, Mitte Juli intensive Schneefälle oberhalb von 2000 m:
4: Ende Juli und Anfang August war es sommerlich warm mit Gewittern.
5: Mitte August beträchtliche Schneefälle im Hochgebirge:
6: Hochdruckbestimmtes Sommerwetter herrschte Ende August.
7: Anfang September kurzes Sommercomeback:
8: Mitte September markante Abkühlung und ergiebige Niederschläge zur Monatsmitte:
9: Die zweite Monatshälfte des Septembers, war mit Bise kalt und wechselhaft, aber meist trocken.