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Die grosszügige Schenkung stammt ursprünglich aus der privaten Sammlung der Konzertpianistin und Klavierpädagogin Maria Luisa Cantos. Cantos kam vor ungefähr 28 Jahren von Spanien in die Schweiz, wo sie in Zürich den Schweizer Konzertmeister und Violinisten des Zürcher Tonhalleorchesters, Angelo Maccabiani, kennen lernte und heiratete. Das Paar widmete sich schon bald ehrenamtlich der Verbreitung und Vermittlung spanischer Musik und Musikgeschichte in der Schweiz, indem es Konzerte und Meisterkurse organisierte. 1982 gründeten sie den Verein «Musica Española Suiza» (MES). 1991 gelang es, die gleichnamige Stiftung ins Leben zu rufen. Während 25 Jahren organisierte der Verein jährlich mehrere künstlerische und pädagogische Veranstaltungen, zu denen spanische Musiker eingeladen wurden. Ab 1996 sammelte Maria Luisa Cantos systematisch die dazugehörenden Noten sowie Tonträger für das Musikarchiv der Stiftung MES.
Da sich die Stiftung keinen hauseigenen Bibliothekar leisten konnte, beschloss Cantos kürzlich, das umfangreiche Material an eine geeignete Stelle zu verschenken, damit die Noten, Bücher, Mikrofilme und Tonträger auch von anderen genutzt werden können. Im Bestand finden sich zahlreiche sehr seltene Materialien des 19. und 20 Jahrhunderts, die zum Teil vergriffen und damit nur noch in Cantos Sammlung einsehbar sind, so zum Beispiel Werke von Soler, Joaquín Nin, Albéniz und Granados.
Über den damaligen spanischen Botschafter lernte die Zürcher Musikwissenschaftlerin Cristina Urchueguía von der Universität Zürich – selbst ebenfalls eine gebürtige Spanierin – die Grande Dame der spanischen Musik kennen und konnte diese davon überzeugen, dass die Musica Española Suiza an der Universität Zürich in guten Händen wäre. Gestern Mittwoch fand die feierliche Übergabe statt, an der neben der Schenkenden auch der Spanische Botschafter in Bern, Fernando Riquelme Lidón, der spanische Generalkonsul in Zürich, Guillermo Brugarolas, und zahlreiche Persönlichkeiten des Schweizer Musik- und Kulturlebens anwesend waren. Ergänzt durch Schenkungen verschiedener Institutionen und Verlage konnte der Bestand noch bereichert werden. Die spanischen Raritäten sind ab sofort nutzbar, Interessenten können sich an das Bibliothekspersonal an der Florhofgasse 11 wenden.