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Wird Linux immer fehlerhafter?8. Mai 2006 um 09:56
Mehr Bugs werden eingebaut als geflickt , meint einer der Chefentwickler.
Mehr Bugs werden neu eingebaut als geflickt, meint einer der Chefentwickler.
Nach dem persönlichen Eindruck von Andrew Morton, einem der Hauptverantwortlichen für die Entwicklung des Linux-"Kernels", wird dieser immer fehlerhafter. (Der Kernel ist die grundlegende gemeinsame Codebasis des freien Betriebssystems, die von allen Distributionen verwendet wird. Dieser Kernel wird durch die mehr oder weniger freiwillige Mitarbeit von Programmierern dauernd weiterentwickelt.)
"Ich glaube, dass der 2.6-Kernel langsam immer 'buggier' wird. Es scheint mir, dass wir mehr Bugs einbauen, als wir gleichzeitig beheben", erklärte Morton gemäss Presseberichten an einer Linux-Tagung in Wiesbaden. Viele der Fehler betreffen anscheinend die Einbindung von Peripheriegeräten.
Morton, der eng mit mit dem "Linux-Vater" Linus Torvalds zusammenarbeitet, stützt seine Aussagen auf die zunehmende Zahl von Mails mit Klagen über Fehler, die er erhalte. Statistisch kann er seine Meinung aber noch nicht belegen – dies will Morton in nächster Zeit versuchen.
Langsamere Weiterentwicklung
Falls die Zahl der Bugs tatsächlich nachweislich zunimmt, so Morton, "müssen wir etwas dagegen tun." Kernel-Entwickler müssten dann einen grösseren Teil ihrer Zeit für das Ausmerzen von Bugs opfern, regt Morton an. Eventuell könnte man einen ganzen Entwicklungszyklus für die Behebung von schon länger bestehenden Bugs reservieren. Dies würde insgesamt das Entwicklungstempo etwas verlangsamen.
Morton kann seinen Eindruck zwar statistisch noch nicht belegen, nennt aber trotzdem einen möglichen Grund dafür: Die meisten Entwickler seien wenig motiviert, an Fehlern zu arbeiten, vor allem wenn diese den Betrieb von Linux auf etwas älteren Computer oder mit älterer Peripherie betreffen würden.
Eigeninteressen bestimmen Entwicklung
Heutzutage, so Morton, sei ein grosser Teil der Leute, die am Linux-Kernel mitarbeiten, bei IT-Unternehmen, inbesondere Hardware-Herstellern, angestellt. Diese Unternehmen hätten hätten vor allem ein Interesse daran, Kernel-Code für ihre aktuellen Produkte zu entwickeln. Den Aufwand, zum Beispiel einen Bug in einem Treiber für ein Gerät zu beheben, dass gar nicht mehr verkauft wird, würden sie hingegen scheuen. Dies sei zwar verständlich, aber, da die Geräte eben noch benutzt werden, trotzdem ein Problem für die Anwender. (hjm)
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