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Sarkozy und Hollande liefern sich Schlagabtausch
François Hollande (l.) und Nicolas Sarkozy (r.) schenken sich nichts. (Keystone)
Mit dem grossen TV-Duell zwischen Nicolas Sarkozy und François Hollande ist am Mittwochabend der französische Präsidentschaftswahlkampf auf die Zielgerade eingebogen. In ihren Wortgefechten sparten die beiden Kandidaten nicht mit aggressiver Rhetorik.
Der Amtsinhaber Sarkozy versuchte mit Angriffen auf das Zahlenwerk im Wahlprogramm seines sozialistischen Herausforderers zu punkten. Hollande dagegen konterte mit dem Hinweis auf die Regierungsbilanz des um eine zweite Amtszeit kämpfenden Staatschefs: «Sie suchen permanent Schuldenböcke, es ist nie Ihre Schuld», sagte Hollande, als Sarkozy auf die Krise verwies.
«Unsere Arbeitslosigkeit ist gestiegen, unsere Wettbewerbsfähigkeit ist gesunken und Deutschland hat es besser gemacht als wir», erklärte Hollande. Sarkozy erinnerte seinen Rivalen daraufhin daran, dass sich dessen Programm nicht am erfolgreichen Modell Deutschland orientiere. «Wettbewerbsfähigkeit ist das Schlüsselwort», betonte Sarkozy.
Haushaltsdefizit abbauen
Ein Topthema des Rededuells waren die Pläne der Kandidaten zum Abbau des französischen Haushaltsdefizits. Hollande will dazu unter anderem Spitzenverdiener deutlich höher belasten. Sarkozy plant, eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in der Verfassung zu verankern.
In der der Europapolitik will Hollande den mühsam ausgehandelten Fiskalpakt neu verhandeln und Ende 2012 die französischen Truppen aus Afghanistan abziehen. Sarkozy hält beide Vorschläge für unverantwortlich. Er hat aber ebenfalls angekündigt, den französischen Truppenabzug vorziehen zu wollen. Geplanter Termin ist Ende 2013.
Erste Analysen zum möglichen Einfluss des TV-Duells auf die Stimmung im Land wurden für Donnerstag erwartet. In beiden Lagern wurde die Rededebatte als mögliche Vorentscheidung im Rennen um die nächste Präsidentschaft gewertet.
Sarkozy 6 bis 8 Prozentpunkte hinter Hollande
In Umfragen lag Hollande bis zuletzt klar vor Sarkozy. Etliche Wähler gaben aber an, noch unentschlossen zu sein. Anhänger des Amtsinhabers hofften, dass er mit einer überzeugenden Vorstellung doch noch einen Stimmungsumschwung auslösen könnte.
Im Lager des Sozialisten herrschte hingegen Gelassenheit. Es sei äussert unwahrscheinlich, dass Sarkozy als Folge des TV-Duells einen Rückstand von rund sieben Prozentpunkten aufhole, hiess es. Meinungsforscher hatten Hollande am Mittwoch bei 53,5 bis 54 Prozent gesehen, Sarkozy bei nur 46 bis 46,5 Prozent.
In der zweiten Runde der französischen Präsidentenwahl sind an diesem Wochenende rund 46 Millionen Franzosen aufgerufen, das Staatsoberhaupt für die kommenden fünf Jahre zu wählen. Sollte Hollande gewinnen, käme 17 Jahre nach dem Ende der Amtszeit von François Mitterrand erstmals wieder ein Sozialist an die Macht. (mz;bru, sda)
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