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Virale Infektionskrankheiten beziehungsweise Virusinfektionen umfassen gewöhnliche Viruserkrankungen, wie etwa Atemwegsinfektionen (Grippe, Erkältungskrankheiten), aber auch jährlich neu auftretende gefährliche Virusinfektionen wie SARS, MERS-Coronavirus oder EBOLA, die sich epidemisch, also über Ländergrenzen hinweg, verbreiten können.
Eine Virusinfektion kann harmlos, aber mitunter auch lebensbedrohlich sein. Umso wichtiger ist es, die Infektion schnell zu erkennen und gezielt zu behandeln. Vor bestimmten Viruserkrankungen schützt eine Impfung. In vielen Fällen kann man durch Hygienemassnahmen einer Virusinfektion vorbeugen und deren Folgen verhindern.
Unter einer Virusinfektion versteht man eine Ansteckung (Infektion) mit Viren. Hierzu kommt es, wenn die Erreger durch die verletzte Haut, über Lebensmittel, Tröpfchen- oder Schmierinfektion in den Körper gelangen und sich dort vermehren.
Anders als Bakterien besitzen Viren keine eigene Zelle und keinen eigenen Stoffwechsel. Vielmehr sind sie für eine Vermehrung auf andere lebende Zellen angewiesen, die sie als Wirt nutzen. Das bedeutet, sie können sich nur innerhalb dieser Wirtszellen vermehren. Dazu docken sie an eine Wirtszelle an und durchdringen ihre schützende Hülle (Zellmembran). Dann bringen sie ihr Erbgut in die Zelle und programmieren diese so um, dass die Wirtszelle beginnt, neue Viren herzustellen und diese freizusetzen. Die Virusvermehrung kann direkt an der Eintrittspforte, etwa den Atemwegen, erfolgen oder, wenn die Viren über Blutbahn, Lymphbahn oder Nerven in ihr Zielorgan gelangt sind.
Eine Virusinfektion kann verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen. Zu den für den Menschen bedeutsamen Viruserkrankungen und ihre Erreger zählen:
Viruserkrankungen können akut, also plötzlich und zeitlich begrenzt, auftreten oder chronisch, also dauerhaft, bestehen.
Eine Virusinfektion kann die Ursache für eine Vielzahl von Krankheiten sein. Dementsprechend existieren auch keine genauen Zahlen, die alle Viruserkrankungen insgesamt erfassen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts verursachen jedoch zum Beispiel Influenza-Infektionen jedes Jahr weltweit etwa 500 Millionen Erkrankungsfälle.
Viruserkrankungen können in jedem Alter auftreten. Allerdings sind manche Altersgruppen besonders schwer von einer Virusinfektion betroffen. Beispielsweise müssen Kleinkinder und ältere Menschen mit einer Grippe häufiger ins Krankenhaus eingewiesen werden. Im hohen Alter ist zudem die Rate der Todesfälle höher.
Eine Virusinfektion macht nicht automatisch krank. Oft kann unser Immunsystem bestimmte Viren, wie etwa Erkältungsviren (Rhinoviren), schnell und wirksam bekämpfen. Erst dann, wenn dies nicht gelingt, kann eine Virusinfektion zu einer viralen Infektionskrankheit führen. Viele Viren sind hochinfektiös und verbreiten sich schnell von Mensch zu Mensch. Aktuelles Beispiel ist das Sars-CoV2-Virus (Corona-Virus). Erschwerend kommt hinzu, dass viele Viren sich ständig verändern. Darauf kann der Körper beziehungsweise das Abwehrsystem oft nicht oder nicht schnell genug reagieren.
Allgemein sind Menschen mit einer Immunschwäche, einer Vorerkrankung oder schlechter medizinischer Versorgung beziehungsweise mangelnden Schutzmassnahmen (Impfungen) besonders gefährdet, an einer Virusinfektion zu erkranken.
Eine Viruserkrankung kann bestimmte Symptome nach sich ziehen, aber auch symptomfrei verlaufen. Beispielsweise zählen zu den typischen Symptomen einer Erkältung (grippaler Infekt) Halskratzen, Schnupfen, Niesen, Husten, Abgeschlagenheit und eventuell leichtes Fieber. Manche Viruserkrankungen gehen aber auch mit starken Symptomen wie hohem Fieber einher oder können Organe befallen und schädigen:
Manche Virusinfektionen, wie etwa Infektionen mit dem Hepatitis B- oder dem Hepatitis C-Virus, können chronisch verlaufen. Das bedeutet, dass die Infektion jahre- bis jahrzehntelang bestehen bleibt. Dadurch kann es zu dauerhaften Schäden, etwa einer schweren Vernarbung der Leber (Leberzirrhose), Leberversagen und manchmal auch zu Leberkrebs, kommen.
Oft erhalten wir schon aufgrund der Symptome und des gehäuften Auftretens (etwa bei einer Grippewelle) Hinweise auf eine Viruserkrankung. Manche Virusinfektionen verursachen zudem typische Symptome (wie etwa der Hautausschlag bei Masern, Röteln oder Windpocken), die die Diagnose erleichtern. In manchen Fällen geben auch Bluttests und Proben von Blut oder anderen Körperflüssigkeiten Aufschluss über die Art und Intensität der Infektion. Zum Nachweis einer Infektion mit dem Corona-Virus entnimmt das medizinische Personal beispielsweise einen Abstrich aus dem Nasen-, Mund-, Rachenbereich oder dem ausgehusteten Sekret. Dieses wird anschliessend im Labor auf das Virus untersucht.
Für eine definitive Diagnose kann man auch Antikörper gegen das Virus nachweisen. Während IgM-Antikörper auf eine frische Infektion hinweisen, sprechen IgG-Antikörper für eine chronische Infektion oder bereits bestehende Immunität. Gewisse Pathogene können ausserdem zu Veränderungen im Gehirn führen. In diesem Fall kann werden für die Diagnose bildgebende Verfahren wie die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie eingesetzt.
Eine virale Infektionskrankheit lässt sich nicht immer vermeiden. In vielen Fällen können jedoch vorbeugende Massnahmen eine Infektion verhindern.
Gegen eine Reihe von Viruserkrankungen existieren Impfstoffe. Dabei unterscheiden Fachleute zwei Formen der Immunisierung:
Vielen Viruserkrankungen können Sie vorbeugen und so sich und andere Personen vor einer Ansteckung schützen. Welche Massnahmen im Einzelnen sinnvoll sind, hängt auch davon ab, wie das Virus übertragen wird. Sinnvoll sind vor allem folgende Tipps:
Der Verlauf und die Prognose einer Viruserkrankung hängt nicht nur von der Art des Erregers ab, sondern auch von der Fähigkeit des Immunsystems, das Virus zu bekämpfen. Von Bedeutung ist auch, ob rechtzeitig eine gezielte Behandlung erfolgt. Allerdings sind trotz moderner medizinischer Möglichkeiten längst noch nicht alle Viruserkrankungen heilbar.