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Die neue Richtlinie stellt einen Kompromiss zwischen verschiedenen Denkrichtungen dar, deren Meinungen zum technischen Zinssatz und zur Methode zur Bestimmung des vom Experten empfohlenen Wertes schon seit jeher auseinandergehen. Im Bemühen zur Berücksichtigung aller Ansätze kann die neue Richtlinie als «Patchwork» betrachtet werden, weil sie die Meinungen zweier Denkrichtungen beinhaltet: Die eine plädiert für die Ermittlung des technischen Zinssatzes aufgrund der erwarteten Rendite der Anlagestrategie (prinzipienbasierter Ansatz); die andere bevorzugt die Bestimmung des technischen Zinssatzes aufgrund eines ökonomischen Ansatzes (Referenzwert für die Bestimmung der Obergrenze).
Bei der Anwendung der neuen Richtlinie wird die Beurteilung der Struktur der Kasse durch den Experten ein zentrales Element darstellen. Die Richtlinie präzisiert ausserdem, dass der technische Zinssatz von Kassen, die einen starken Anteil von Rentenbezügern aufweisen, nahe beim Zinssatz risikoarmer Anlagen liegen sollte.
Diese Präzisierung in Verbindung mit der Definition der Obergrenze deutet darauf hin, in welche Richtung sich die technischen Zinssätze bei einer Richtlinie bewegen würden, bei der im Gegensatz zum prinzipienbasierten Ansatz die von der Anlagestrategie erwartete Rendite eine kleinere Rolle spielen würde als die Struktur der Kasse oder die risikoarmen Zinssätze.
Bei der neuen Richtlinie wird das Gewicht verstärkt auf die Transparenz gelegt, welche der Experte im Rahmen seiner Empfehlung, insbesondere bei seiner Erklärung, wie die Struktur der Kasse berücksichtigt wurde, gewähren muss. Wir erinnern jedoch daran, dass die Verantwortung zur Festlegung des technischen Zinssatzes beim obersten Organ bleibt.
Die alte FRP 4 ist tot – lang lebe die neue FRP 4!
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Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten (SKPE) hat an der 49. Generalversammlung vom25. April 2019 die Revision der Fachrichtlinie 4 (FRP 4) zum technischen Zinssatz mit grosser Mehrheit angenommen.
Nach diversen Revisionsversuchen in den Jahren 2016 und 2017 hat die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten, SKPE, die überarbeitete Fachrichtlinie 4 (FRP 4) zum technischen Zinssatz mit grosser Mehrheit angenommen und in Kraft gesetzt.
Unverändert zur bisherigen Version der FRP 4, muss der technische Zinssatz mit einer angemessenen Marge unterhalb der erwarteten Nettorendite der Anlagestrategie der Vorsorgeeinrichtung liegen. Der Experte berücksichtigt bei seiner Empfehlung zum technischen Zinssatz ausserdem die Struktur und die Merkmale der Vorsorgeeinrichtung.
Anstelle des bisherigen Maximalwertes, dem technischen Referenzzinssatz, wird neu eine Obergrenze für den technischen Zinssatz festgelegt. Die Obergrenze wird gerechnet als durchschnittlicher Kassazinssatz der 10-jährigen CHF Bundesobligationen der letzten 12 Monatswerte, erhöht um einen Zuschlag von 2.5% und vermindert um einen Abschlag für die Zunahme der Langlebigkeit.
Der Zuschlag von 2.5% ergibt sich aus der Renditedifferenz der 10-jährigen Bundesobligationen und dem Pictet BVG-40 Plus Index der Jahre 1998 bis 2017.
Die seit Oktober 2010 bestehende Fachrichtlinie zum technischen Zinssatz einer Vorsorgeeinrichtung ist seit 2012 für alle Pensionskassen-Experten der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten, SKPE, und der Schweizerischen Aktuarvereinigung, SAV, verbindlich einzuhalten.
Die Fachrichtlinie 4 (FRP 4) beschreibt, wie der Pensionskassen-Experte seine Empfehlung über die Höhe des technischen Zinssatzes an das oberste Organ einer Vorsorgeeinrichtung herleiten muss.
Die Fachrichtlinie 4 (technischer Zins) der Kammer der Pensionskassen-Experten geht durch turbulente Zeiten. Zur Klärung der Akzeptanz ihrer Vorlage hat die Kammer im vergangenen Jahr eine Vernehmlassung bei den interessierten Kreisen durchgeführt. Gleichzeitig hat auch die OAK eine Anhörung ihrer eigenen Vorlage veranstaltet. Die Ergebnisse der Kammer-Vorlage wurden jetzt auf ihrer Website publiziert. Zur Vorgeschichte schreibt die Kammer:
Die FRP 4 wurde am 27.10 2010 durch die SKPE verabschiedet und am 23.04.2015 durch die Generalversammlung der SKPE minimal revidiert.
Anlässlich der ausserordentlichen GV vom 24.11. 2017 wurde die Revisionsvorlage FRP 4 mit grossem Mehr abgelehnt. Der Vorstand wurde beauftragt , die Mitglieder zu befragen und auf den Ergebnissen der Befragung basierend eine erneute Revisionsvorlage auszuarbeiten.
Im Frühjahr 2018 wurden die Mitglieder durch die Arbeitsgruppe FRP befragt in welche Richtung die Fachrichtlinie FRP 4 zu entwickeln sei. Auf der Basis der eingegangenen Antworten hat die Arbeitsgruppe FRP die vorliegende Revisionsvorlage „ FRP 4 – Weiterentwicklung 2019 “ erarbeitet.
Über die vorliegende Fassung wurde während der Zeit vom xxx bis 04.12.2018 eine Vernehmlassung durchgeführt. Nachfolgend finden Sie die eingegangenen Vernehmlassungen der Mitglieder und interessierten Kreisen.
Aufgrund dieses Berichts wird die definitive Fassung der FRP 4 erstellt, die voraussichtlich an d er GV vom 25 . April 2019 den Mitgliedern zur Abstimmung unterbreitet wird.
Die eingegangenen Antworten stammen u.a. von Martin Wagner (PK CS), Aon, ASIP, BSV, Pittet, Berag, Allvisa, Deprez, Libera. Daraus einige Zitate:
Martin Wagner:
Grundsatz: Der ursprüngliche Satz ist viel zu schwülstig. Das geht auch einfacher.
(Änderungsantrag): Gestützt auf eine Empfehlung des Experten für berufliche Vorsorge setzt das oberste Organ einer Vorsorgeeinrichtung den technischen Zinssatz fest. Die Empfehlung des Experten beinhaltet eine Begründung und Herleitung.
Dann der Satz ” … Der empfohlene technische Zinssatz soll mit einer angemessenen Marge unterhalb der erwarteten Nettorendite der Vorsorgeeinrichtung liegen, die aufgrund der Anlagestrategie zu erwarten ist. Der Zeithorizont der Erwartung (5 Jahre, 10 Jahre?) ist nicht präzise genug. Sinnvoll präzisiert (Änderungsantrag): Der empfohlene technische Zinssatz soll mit einer angemessenen Marge unterhalb der erwarteten Nettorendite der Vorsorgeeinrichtung liegen, die aufgrund der Anlagestrategie über einen Horizont von ca. 5 bis 10 Jahren zu erwarten ist.
Werner Hug befasst sich in der Januar-Ausgabe der Schweizer Personalvorsorge in seinem Kommentar ebenfalls mit der Fachrichtlinie 4 zum technischen Zins der Kammer der PK-Experten. Hug meint:
Weil die wirtschaftliche Situation sich laufend ändert, ist auch das oberste Organ, der Stiftungsrat, das paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geführte Organ, einzig und alleine für die Vorsorgeeinrichtung verantwortlich. Experte, Aufsicht und Revisionsstellen sind Hilfseinrichtungen. Formeln hin oder her. Denn wichtiger als die aktuariellen Parameter sind das Engagement des Arbeitgebers für die Pensionskasse und das wirtschaftliche Fortkommen der Firma. Besteht sie den Konkurrenzkampf, welche personellen Veränderungen resultieren daraus?
Aus dieser Sicht funktioniert die privatwirtschaftlich geführte Pensionskasse eben wie eine Art Hedge Fund. Wie manage ich Risiken? Dabei sind gesamtwirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen, der Fortbestand der Firma, der Personalbestand des Unternehmens, entscheidendere Faktoren als Zinsentwicklungen, Lebenserwartung und technische Reserven. Der Stiftungsrat muss alle diese Risiken verfolgen und daraus eine optimale Strategie zugunsten der Destinatäre ableiten. Eine nicht ganz einfache, aber herausfordernde Aufgabe, die mit gesundem Menschenverstand zu lösen ist.
Stephan Wyss, PK-Experte Prevanto, hat in der Schweizer Personalvorsorge (Ausgabe September 2017) einen Kommentar zur aktuellen Diskussion über die Neufestlegung der Fachrichtlinie 4 veröffentlicht, in welchem er wie bereits früher in diesen Spalten die Kammer eindringlich vor der Festsetzung zentraler Renditevorgaben warnt. Wyss schreibt:
Die Oberaufsicht Berufliche Vorsorge (OAK BV) laboriert schon seit ihrer Gründung an einem politisch durchsetzbaren und allgemein akzeptierten Alternativkonzept herum, hat sich aber bisher mutlos gezeigt, selbst eine gescheite Weisung zu erlassen. Kritisieren ist eben einfacher als produzieren!
Was will nun die neue FRP 4, die am 24. November 2017 von der SKPE verabschiedet werden soll? Im Wesentlichen wird die Formel für die Obergrenze gestrichen. Damit wäre eine wichtige Voraussetzung für die OAK erfüllt, damit die FRP 4 allgemein verbindlich werden könnte. Ich frage mal provokativ: Ist sie denn das nicht schon längst? Mit der Streichung der Formel will aber die SKPE die Freiheiten bei der Festlegung der erwarteten Nettorenditen einschränken, indem die SKPE für ihre Mitglieder verbindliche Nettorisikoprämien pro Anlagekategorie publiziert. Zudem wird noch etwas genauer auf die sogenannte Marge beziehungsweise auf die Zu- und Abschläge eingegangen, ohne allerdings genau zu sein.
Das tönt doch vernünftig? Ist es aber nicht, weil erstens die SKPE definitiv nicht die Aufgabe hat, Renditen oder Risikoprämien zu schätzen, egal wie viel Rat sie vorher einholt. Und zweitens dürfen erwartete Renditen nicht zentral vorgegeben werden. Die FRP 4 soll ja dazu dienen, das Systemrisiko zu minimieren. Ein Fehler bei der zentralen Festlegung der Renditeerwartungen ist aber dann das grösste Systemrisiko, ausser es werden Bandbreiten dafür gegeben, die sehr weit und dadurch untauglich sind. Wir werden am 24. November 2017 sehen, ob es sich gelohnt hat, die Büchse der Pandora zu öffnen – ich bin skeptisch.
In ihrer Schriftenreihe “Horizonte” behandelt Libera den technischen Zins und seine Bedeutung für die Pensionskassen. Als einfache Faustregel ergibt eine Reduktion des technischen Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte eine Erhöhung des Vorsorgekapitals Rentner um rund 5 Prozent und eine Reduktion des Umwandlungssatzes um rund 0,35 Prozentpunkte. Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen des technischen Zinssatzes auf die Höhe des Umwandlungssatzes. Die Aussicht auf anhaltend tiefe Zinsen verweisen damit auf unausweichlichen Handlungsbedarf.
Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten hat eine Fachrichtlinie (FRP 4) zum technischen Zinssatz erlassen, welche seit dem 1. Januar 2012 gültig ist. Die FRP 4 definiert den technischen Referenzzinssatz, auf dessen Grundlage der Experte für berufliche Vorsorge dem obersten Organ der Pensionskasse seine Empfehlung zum technischen Zinssatz für die Bewertung der Verpflichtungen der Rentenbezüger und gegebenenfalls für die technischen Rückstellungen abgibt. Im Weiteren muss der technische Zinssatz an die Struktur und die Merkmale der Pensionskasse angepasst sein und mit einer angemessenen Marge unterhalb der erwarteten Rendite der Anlagestrategie liegen. Der technische Referenzzinssatz wird gemäss FRP 4 wie folgt festgelegt:
Das so erhaltene Ergebnis wird auf 0,25 Prozent abgerundet.
Es darf jedoch weder unter der Rendite für 10-jährige Bundesanleihen
liegen noch 4,5 Prozent übersteigen.
Der aktuelle Wert des technischen Referenzzinssatzes per 30. September 2012 beträgt unverändert 3,5 Prozent und ist für die Jahresabschlüsse 2012 massgebend. Horizonte kann bei Libera bestellt oder als pdf heruntergeladen werden.
Die Kammer der Pensionskassen-Experten hat den Text ihrer Fachrichtlinie 4 zum technischen Zinssatz auf ihrer Website aufgeschaltet. Der Inhalt mit Formel zur Berechnung sowie das daraus folgende Resultat für das Jahr 2010 (und die vorausgehenden Jahre) hat Erstaunen ausgelöst.
Der technische Referenzzinssatz wird ausgehend vom arithmetischen Mittel
bestimmt, das zu 2/3 mit der durchschnittlichen Performance der letzten 20 Jahre
und zu 1/3 mit der aktuellen Rendite 10-jähriger Bundesanleihen gewichtet wird;
das Ganze wird um 0.5% vermindert. Die Formel lautet damit:
Daraus ergeben sich folgende Referenzgrössen für die Jahre seit 2005:
Bemerkenswert sind nicht nur die grossen jährlichen Schwankungen um bis zu 0,5 Prozentpunkte von einem Jahr aufs nächste, sondern ist auch die absolute Höhe für das laufende Jahr, die deutlich über den sonst abgegebenen Empfehlungen der Kammer liegt. Abweichungen um 0,25% und mehr nach oben sind vom Experten schriftlich zu begründen.
In einem Gespräch mit der Schweizer Personalvorsorge hat Kammer-Präsident Olivier Vaccaro Stellung bezogen. “Natürlich ist der aktuelle Wert des Referenzzinses von 4.25 Prozent zu hoch. Doch in den nächsten Jahren wird er sich gegen 3 Prozent absenken. Was wäre gewesen, wenn wir einen Wert von 3 Prozent vorgeschrieben hätten? Viele Kassen müssten drastisch Beiträge erhöhen oder Leistungen kürzen.” Und weiter: “Die Formel ist nicht sehr wissenschaftlich, das räume ich ein, aber sie hat den Vorteil, dass sie der Entwicklung folgt und sich selber korrigiert.”
Benno Ambrosini und Matthias Wiedmer (Libera) erläutern in einem Beitrag für die Schweizer Personalvorsorge die neue Fachrichtlinie 4 für die Festsetzung des technischen Zinssatzes und zeigen die Änderungen gegenüber der bisherigen Fassung auf.
Die bisherige FRP 4 hat den technischen Referenzzinssatz als «Maximalbetrag » für die Höhe des technischen Zinssatzes vorgesehen. Der technische Referenzzinssatz wurde mit einer von der Vorsorgeeinrichtung unabhängigen Formel definiert. Die neue FRP 4 unterscheidet sich in den Grundsätzen nicht wesentlich von der bisherigen Version. So liegt die neue Obergrenze unter Verwendung von Periodentafeln retrospektiv gesehen auf einem ähnlichen Niveau wie der bisherige technische Referenzzinssatz, wie die Grafik zeigt.
Die FRP 4 sieht vor, dass die Obergrenze in Ausnahmefällen überschritten werden kann. In diesem Fall muss der PK-Experte explizite Gründe liefern, die eine Überschreitung rechtfertigen. Die FRP 4 führt aus, dass ein hoher Umwandlungssatz, die aktuelle finanzielle Situation oder ein Wettbewerbsvorteil aufgrund eines hohen technischen Zinssatzes nicht als Begründung für die Überschreitung gelten. (…)
Die überarbeitete FRP 4 stützt sich auf den bewährten Grundsatz, dass der technische Zinssatz mit einer angemessenen Marge unterhalb der erwarteten Nettorendite der Anlagestrategie einer Vorsorgeeinrichtung liegen soll. Die von der SKPE mit grosser Mehrheit angenommene neue FRP 4 behält diesen Grundsatz bei und ersetzt die vielfach kritisierte Berechnung des technischen Referenzzinssatzes der bisherigen FRP 4 mit einer Obergrenze.
Bislang ist die FRP 4 von der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) nicht zum Mindeststandard erhoben worden. Es ist zu hoffen, dass die neue Version der FRP 4 von der OAK BV als verbindlich erklärt wird und damit die Unterstützung der OAK BV erhält.
Die Diskussion um die Revision der Fachrichtlinie 4 der Kammer der PK-Experten zum technischen Zins dauert an, nachdem die Mitglieder beschlossen haben, die derzeitige Version beizubehalten. In der neuen Ausgabe der Schweizer Personalvorsorge haben Olivier Kern (Präsident) und Stephan Wyss (früherer Präsident) Historie und aktueller Stand der Diskussion dargestellt. Kern schreibt:
Vorerst bleibt also alles beim Alten: die aktuelle FRP 4 ist weiterhin gültig und die Experten und Stiftungsratsmitglieder machen weiter wie bis anhin. Die in den letzten Jahren im Stiftungsrat gemachten Überlegungen können im bestehenden Rahmen weitergeführt werden, sie bleiben aktuell.
Die GV der SKPE hat jedoch mit einer grossen Stimmenmehrheit beschlossen, den Revisionsprozess der FRP 4 weiterzuführen. Die AG FRP wurde beauftragt, eine grossangelegte Umfrage bei den Mitgliedern zu starten und wird in Kürze mit interessierten Mitgliedern einen runden Tisch veranstalten.
Die GV hat sich klar für eine Weiterentwicklung der Fachrichtlinien im Sinn ihrer Mitglieder ausgesprochen. Nur wenn die Mitglieder mehrheitlich das Empfinden haben angehört und miteinbezogen zu werden, kann eine kompromissfähige Lösung entstehen. Eine neue FRP 4 wird dem Wunsch der GV Rechnung tragen müssen und auf Grundsätzen basieren, anstatt wie ein Rezept zu fungieren, das den Experten und dem Stiftungsrat sämtliche Kompetenzen entzieht.
In den AWP-Nachrichten Soziale Sicherheit äussern sich Stephan Skaanes und Alfred Bühler zu den Limiten bezüglich Nutzen und Aussagekraft des von der Kammer der PK-Experten berechneten Referenzzinssatzes in der Fachrichtlinie 4. Sie halten u.a. fest:
Erstens: Im Vergleich zu Marktzinssätzen, welche tägliche Schwankungen aufweisen, war ein vermeintlicher Vorteil des FRP4-Referenzzinssatzes, dass dieser sich «stetiger» verändern sollte. Die starke Veränderung von -0,5-Prozentpunkten zeigt jedoch, dass der FRP4-Referenzwert ebenfalls Schwankungen unterliegt. In den kommenden Jahren werden die hohen Renditen des Pictet Indexes der Neunzigerjahre aus der Durchschnittsbildung herausfallen. Bereits im Jahr 2017 wird deshalb der Referenzzinssatz mit einer hohen Wahrscheinlichkeit unter 2% fallen.
Zweitens: Der Referenzzinssatz von 2,25% liegt deutlich über den aktuellen Kapitalmarktzinsen (Verfallsrendite von 10-jährigen Staatsobligationen von rund -0,5% p.a.). Dies bedeutet, dass die Vorsorgeeinrichtungen für die Finanzierung des technischen Zinssatzes eine Risikoprämie von 2,75% erwirtschaften müssen. Vor zehn Jahren lag diese Risikoprämie bei bedeutend tieferen 1,25%, da damals die durchschnittlichen technischen Zinsen bei 3,75% und die Kapitalmarktzinsen bei 2,5% lagen.
Drittens: Diese hohe zu erwirtschaftende Risikoprämie (2,75%) drängt die Vorsorgeeinrichtungen in risikoreichere Vermögensanlagen. Rentnerlastige Kassen verfügen oft nicht über die dafür notwendige Risikofähigkeit. Ein direkt an den Kapitalmarktzinssatz gebundener Referenzzinssatz (z.B. 10-jährige Zinssätze plus 1,25%) hätte den starken Anstieg der im Referenzzinssatz enthaltenen Risikoprämie verhindert.
Wünschenswert wäre eine einheitliche Bewertung der Rentenverpflichtungen basierend auf Kapitalmarktzinssätzen oder zumindest ein Referenzzinssatz mit konstantem Aufschlag zum Zinsniveau.
In AWP Soziale Sicherheit 15-14 behandelt Stephan Skaanes (PPCmetrics) die absehbare Senkung des technischen Zinses gemäss Fachrichtlinie 4 der Kammer der PK-Experten per 30. September,
Mit 84 Prozent Wahrscheinlichkeit.beträgt der technische Zinssatz ab 30.9.2015 gemäss FRP4-Formel 2,75%. Dies bedeutet eine Senkung um -0,25% im Vergleich zum aktuell gültigen Wert von 3%.
Mit der Fachrichtlinie 4 (FRP 4) legt die Kammer der PK Experten jeweils die Empfehlung für den technischen Referenzzinssatz für die kommenden Jahresabschlüsse fest. Die Berechnung des Referenzzinssatzes basiert dabei zu 2/3 auf der durchschnittlichen Performance des «Pictet BVG-25 plus»-Indexes der letzten 20 Jahre und zu 1/3 auf dem aktuellen Niveau der zehnjährigen Zinssätze von Bundesobligationen. Der Wert wird jeweils per 30. September eines Jahres für das folgende Jahr festgelegt.
In den kommenden Jahren werden die hohen Renditen des Pictet Indexes der Jahre 1995-97 aus der Durchschnittsbildung herausfallen. Bereits im Jahr 2016 wird deshalb der Referenzzinssatz mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auf 2,5% und danach auf 2% fallen.
Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten schreibt in einer Mitteilung:
Die seit Oktober 2010 bestehende Fachrichtlinie zum technischen Zinssatz einer Vorsorgeeinrichtung ist seit 2012 für alle Pensionskassen-Experten der Schweizerischen Kammer der PensionskassenExperten, SKPE, und der Schweizerischen Aktuarvereinigung, SAV, verbindlich einzuhalten. Die Fachrichtlinie 4 (FRP 4) beschreibt, wie der Pensionskassen-Experte seine Empfehlung über die Höhe des technischen Zinssatzes an das oberste Organ einer Vorsorgeeinrichtung herleiten muss.
Die aktuell gültige FRP 4 wird insbesondere wegen der Berechnungsweise des Maximalwertes und der Gültigkeit des Maximalwertes unabhängig von der Struktur der Vorsorgeeinrichtung von aussenstehenden Kreisen kritisiert. Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten, SKPE, hatte den Vorstand und die Arbeitsgruppe Fachrichtlinien vor einem Jahr damit beauftragt, eine Revisionsvorlage zur FRP 4 auszuarbeiten. Die Revisionsvorlage der FRP 4 sah vor, den Maximalwert (Referenzzinssatz) durch einen kassenspezifischen Maximalwert zu ersetzen, welcher auf der erwarteten Rendite der Anlagestrategie der Vorsorgeeinrichtung beruht. Zum Zwecke einer normierten Berechnungsweise war vorgesehen, dass die SKPE für die wichtigsten Anlagekategorien Renditeerwartungen publiziert.
Die ausserordentliche Generalversammlung der SKPE hat am 24.11.2017 die Revisionsvorlage der FRP 4 abgelehnt und den Vorstand und die Arbeitsgruppe Fachrichtlinien beauftragt eine neue Vorlage unter Einbezug aller Experten und Fachverbände auszuarbeiten. Die Pensionskassen-Experten wollen den Vorsorgeeinrichtungen keine zentralisierten Renditeerwartungen vorgeben und damit ein Systemrisiko in der beruflichen Vorsorge fördern.
Die aktuell gültige Fachrichtlinie 4 (FRP 4) bleibt damit weiter in Kraft.
By pwirth in
Der von einer Fachgruppe erarbeitete Vorschlag wurde im November 2016 von der GV deutlich verworfen.
Im November 2017 steht nun die neue Fassung zur Abstimmung. Als Alternative steht auch die Fortführung der bestehenden Fassung zur Debatte. Die OAK, welche über die Verbindlichkeit zu befinden hat, lehnt diese jedoch ab.
Die neue Fassung sieht die Festlegung zentraler Renditeprojekten vor, welche als Basis für die Bestimmung des technischen Zinses bei den Pensionskassen dienen sollen.
Der Vorschlag ist innerhalb der Kammer sehr umstritten, die Swic – Verband der Anlageberater – lehnt ihn entschieden ab.
Material zur bisherigen Diskussion
Matti Leppälä has been appointed as secretary general of the European Federation for Retirement Provision (EFRP), succeeding Chris Verhaegen. Leppälä will start in his new role when Verhaegen steps down in December. She was appointed chair of the EIOPA Occupational Pensions Stakeholder Group earlier this summer.
The EFRP said Leppälä was "very well known to many in the field of pensions policy" given his years of service as director of international, investment and legal affairs at the Finnish Pension Alliance TELA.
Die von der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten erlassenen Fachrichtlinien ergänzen und konkretisieren die gesetzlichen Bestimmungen der Aufgaben des Experten für berufliche Vorsorge. Sie werden jeweils zu Einzelthemen erlassen. Aktuell sind gemäss Darstellung von Parick Spuhler drei Fachrichtlinien in Kraft sowie zwei in Ausarbeitung:
- FRP 1: Deckungsgradberechnung gemäss der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVVZ) Art. 44 BVV2 (13. 3. 2006);
- FRP 2: Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen (13. 3. 2006);
- FRP 3: Teilliquidation (23. 1. 2007);
- FRP 4: Sicherheit gemäss Art. 53 Abs. 2 a BVG (offen);
- FRP 5: Technischer Zinssatz (offen).