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Der brasilianische Stararchitekt Oscar Niemeyer ist am 17. Oktober erneut in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Bereits am Samstag sei der 104-Jährige in das Samaritano Krankenhaus in Rio de Janeiro eingeliefert wurden.
Sein behandelnder Arzt sagte am Mittwoch, er sei in einem “stabilen Zustand.“ Weiter sagte Dr. Fernando Gjorup: “Er ist etwas dehydriert. Er kam zu uns, nachdem er über Übelkeit klagte. Er hat von uns eine Salzlösung bekommen, das ist alles.“ Zudem nehme er normale Nahrung zu sich, wie brasilianische Medien am Mittwoch übereinstimmend berichteten.
Niemeyer lag im vergangenen Mai für rund zwei Wochen mit Lungenentzündung im selben Krankenhaus. Im vorigen Jahr hatte er dort zwölf Tage eine Harnwegsinfektion auskuriert. Im Juni war die einzige Tochter des Architekten, Anna Maria Niemeyer, im Alter von 82 Jahren gestorben.
Der am 15. Dezember 1907 geborene Niemeyer gilt als Wegbereiter der modernen Architektur in Brasilien. Nach seinem Studium der Architektur arbeitete er unter Lucio Costa am Bau des ersten modernen brasilianischen Gebäudes, des Ministeriums für Bildung und Gesundheit in Rio de Janeiro (des heutigen Kulturpalasts). Dabei traf er auf Le Corbusier, der ihn später zu seinem Assistenten machte und ihn in den Planungsstab für das UNO-Hauptgebäude in New York berief. Zusammen mit dem Schweizer entwarf er die neue Hauptstadt Brasiliens. Alle öffentlichen Gebäude Brasilias stammen aus der Hand Niemeyers.
Zu seinen geplanten und realisierten Projekten zählen unter anderem das Interbau-Wohnhaus im Berliner Hansaviertel, das Municipal-Theater in Belo Horizonte und das Nationalstadion in Rio de Janeiro. Auch mit seinen über 100 Jahren plant er noch Gebäude, so den 2012 eingeweihten Neuen Fernsehturm von Brasilia.
Der deutsche Name des Architekten geht auf Konrad Heinrich von Niemeyer (1761–1806) zurück, der 1778 von Hannover nach Portugal auswanderte und dort als Vermessungsingenieur arbeitete. Dessen Vater wiederum war der Generalmajor und Regimentschef des Cavallerieregiments Nr. 8 im Dienste des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg, Jakob Konrad von Niemeyer (1730–1808); er hatte Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, bekannt als Conde de Lippe unterstützt, die spanische Invasion von 1762 in Portugal erfolgreich abzuwehren.