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Durch seinen Sieg in Paris-Bercy überholte Andy Murray Novak Djokovic in der Weltrangliste und steht im Alter von 29 Jahren erstmals an der Spitze der Tenniswelt.
Doch der Vorsprung des Schotten ist trotz einer glänzenden zweiten Jahreshälfte nur minim. Nach Abzug der Punkte der letztjährigen ATP Finals beträgt das Polster 405 Punkte (11'185:10'780), Murray wird Ende November aber noch 275 Punkte verlieren.
Diese hatte er sich im letzten Jahr mit dem Davis-Cup-Triumph der Briten verdient. Unter dem Strich beträgt der Rückstand von Djokovic also nur 130 Punkte.
Komplizierte Rechnung
Bedenkt man, dass in der Londoner O2-Halle insgesamt 1'500 Punkte auf dem Spiel stehen, erkennt man, dass das Rennen um die Nummer 1 offen ist.
Punkteverteilung an den ATP Finals
|Turniersieg||+ 500 Punkte|
|Halbfinalsieg||+ 400 Punkte|
|Gruppenphase||+ 200 Punkte pro Sieg|
Will Murray auch am Jahresende sicher vor Djokovic stehen, benötigt er eines der folgenden Szenarien:
- Murray erreicht dieselben Resultate wie Djokovic.
- Murray verliert im Final gegen Djokovic, hat aber alle 3 Gruppenspiele gewonnen, Djokovic nur 1.
- Murray gewinnt alle 3 Gruppenspiele und scheitert im Halbfinal. Djokovic verliert den Final und gewinnt vorher nur 1 Gruppenspiel.
Spielt der Davis Cup das Zünglein an der Waage?
Weil die Punkte für den Davis-Cup-Sieg erst am 21. November, eine Woche nach den ATP Finals, aus der Wertung fallen, ist es auch möglich, dass Djokovic Murray erst dann überholt. Dies passiert in folgenden Fällen:
- Beide scheitern in der Gruppenphase oder im Halbfinal, Djokovic holt aber in der Gruppenphase einen Sieg mehr als Murray.
- Murray gewinnt 2 Gruppenspiele und scheitert im Halbfinal, Djokovic gewinnt 1 Gruppenspiel und scheitert im Final.
Betrachtet man das Formbarometer der vergangenen Monate, ist Murray klar zu favorisieren. Schaut man sich allerdings die Resultate der ATP Finals in den zurückliegenden Jahren an, liegt der Vorteil bei Djokovic.
Schliesslich hat Murray an diesem Turnier noch nie besser abgeschnitten als der Serbe.
Statistik ATP Finals
|Murray||Djokovic|
|2007||–||RR|
|2008||SF||W|
|2009||RR||RR|
|2010||SF||SF|
|2011||RR/wo||RR|
|2012||SF||W|
|2013||–||W|
|2014||RR||W|
|2015||RR||W|
Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 4.11.2016, 22:20 Uhr
Djokovic wie Federer?
Gewinnt Novak Djokovic in London, gleicht er die Bestmarke von Roger Federer (6 Titel) an den ATP Finals aus.