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Liebe Leserinnen und Leser,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass dies unser letzter Beitrag für die Swigo-Plattform ist. In den vergangenen drei Jahren durften wir über viele Facetten des Golfsports in nah und fern berichten und hoffen, dass Ihnen der eine oder andere Beitrag gefallen hat. Doch bevor wir uns verabschieden, möchten wir Sie noch auf eine letzte kleine Zeitreise entführen, denn in wenigen Tagen werden die weltbesten Spieler in Royal Portrush (NIR) um den prestigeträchtigen Titel „Champion Golfer of the Year“ kämpfen.
Urheber war ein Verstorbener
Seinen Anfang nahm das, was heute ein weltweit Zuschauer in den Bann ziehendes Millionengeschäft ist, 1860 im kleinen Städtchen Prestwick an der Westküste von Schottland. 1859 war Alan Robertson aus St. Andrews verstorben. Er war einer der ersten Golfprofis und verdiente seinen Lebensunterhalt als Caddie, Hersteller von Golfschlägern und Bällen und vor allem mit Wettspielen um Geld. Eine „Disziplin“, bei der er nie besiegt wurde und die ihn zum unbestritten besten Spieler der Welt machte. Damals wurde übrigens ausschliesslich Matchplay gespielt, also Duelle Mann gegen Mann.
Die Mitglieder im Prestwick Golf Club, der damals nur 12 Löcher hatte, kamen auf die Idee, ein Turnier auszurichten um den Nachfolger von Robertson zu erküren und stifteten einen roten, mit Ornamenten und silberner Schnalle verzierten Ledergürtel (in etwa vergleichbar mit den Meistertrophäen im Profiboxen) für den Sieger. Bei der ersten Austragung gewann Willie Park Sr. über drei Runden (36 Löcher) mit 174 Schlägen, zwei besser als der spätere vierfache Champion (1861, 1862, 1864 und 1867) Old Tom Morris, der als Golfplatzdesigner zur Legende wurde.
Keine Trophäe – kein Turnier
Genauso erfolgreich wie Morris Senior war dann sein Sohn Young Tom, der das Turnier von 1868 bis 1870 dreimal in Folge (und dann nochmals 1872) gewann und den Meistergürtel behalten durfte. 1871 standen die Veranstalter deshalb vor einem Problem: Es gab keine Trophäe und die Open Championship fiel aus! Nach einigem Feilschen einigten sich schliesslich die sparsamen Schotten darauf, dass Prestwick, der Royal & Ancient Golf Club von St. Andrews und die Honorable Company of Edinburgh Golfers (die heute in Muirfield ihr Heim hat) je 10 Pfund zur Anschaffung einer neuen Trophäe, dem berühmten Claret Jug (Claret nach dem gleichnamigen Wein und Jug = Krug) beisteuerte. Der Pokal war allerdings erst 1873 fertiggestellt und der Name des Siegers 1872 wurde nachträglich eingraviert. Das Original wird seit 1928 im Clubhaus des R&A ausgestellt und die aktuelle Trophäe wurde 1928 erstmal dem Sieger Walter Hagen überreicht. Seitdem darf der amtierende Champion den Pokal für ein Jahr nach Hause nehmen, muss ihn dann zurückgeben und bekommt dafür eine Nachbildung.
Prestwick seit 1926 aussen vor
Der Platz in Prestwick, der 1882 auf 18 Löcher ausgebaut und auf dem die Open 24 Mal durchgeführt wurde, gehört nicht leider nicht mehr zu den Austragungsorten. Das hat nichts mit der Qualität des Courses zu tun – er gehört noch heute auf die Bucket List jedes Freundes von Linksplätzen – sondern mit seiner Lage. Auf dem schmalen Streifen zwischen Eisenbahnlinie und Meer fehlt schlicht der Raum für Zuschauer, Parkplätze, Einrichtungen für die Medien, Sponsoren und alles andere, was es für solche Grossanlässe eben braucht. Wer einmal in die Region Ayrshire reist und dabei die weltberühmten Links von Royal Troon, Turnberry oder auch Western Gailes auf dem Radar hat, sollte Prestwick, den Geburtsort der Open Championship aber keinesfalls links liegen lassen.
Wir von der Redaktion Swigo wünschen Ihnen weiterhin viel Freude auf den Fairways dieser Welt, viele spannende Begegnungen und vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja einmal bei einem Birdie Open Anlass.
Text: Peter Hodel
Fotos: R&A, Wikipedia, Prestwick Golf Club