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Sie forderten eine schnelle Umsetzung bereits beschlossener beziehungsweise die Erarbeitung weiterer Hilfsmassnahmen. Wie die CAFI betonte, leidet die Branche seit mehreren Monaten nicht nur unter erheblichen Unwetterschäden und Strukturproblemen, sondern auch unter einem rückläufigen Export und niedrigen Preisen.
Überangebot wegen Russland-Embargo
Die Gründe dafür seien die Schwäche der Währungen in wichtigen ausländischen Absatzregionen wie der EU, Russland und Brasilien sowie das Überangebot an Obst auf dem EU-Markt infolge des Russland-Embargos für europäische Ware. Argentiniens Äpfel- und Birnenproduktion befinde sich vor „einer der schlimmsten Krisen ihrer Geschichte“, unterstrich die CAFI und forderte Hilfen unter anderem zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.
Die Kammer argentinischer Exporteure (CERA) zählt hierzu insbesondere die Streichung der Ausfuhrzölle in Höhe von derzeit 5% auf Birnen und Äpfel. Ausserdem müssten den Produzenten mehr Kredite bereitgestellt werden. In Argentinien, wo Äpfel und Birnen in den Monaten Dezember bis Februar geerntet werden, bleiben die Früchte aus Kostengründen derzeit vielfach am Baum, und die Anbauer demonstrieren seit Wochen immer wieder für Unterstützung.
Über 40 Millionen zugesprochen
Ende Januar sagte die Staatsregierung Hilfen zu. Demzufolge sollen die Produzenten zunächst umgerechnet 11,8 Mio. Fr. für das Pflücken der Früchte erhalten. Ausserdem ist vorgesehen, zinsverbilligte Kredite über zusammen 32,1 Mio. Fr. durch die argentinische Nationalbank bereitzustellen. Argentinien produzierte laut CAFI-Angaben in jüngerer Zeit jedes Jahr im Mittel etwa 900'000 t Äpfel und ebenso viele Birnen. Exportiert wurden jährlich durchschnittlich 280'000 t Äpfel und 460'000 t Birnen.
Der voraussichtlich schwächere Auslandsabsatz in dieser Saison entspricht der Entwicklung in weiteren Produktionsländern. Die Weltvereinigung für Äpfel und Birnen (WAPA) erwartet, dass von der Südhalbkugel im laufenden Kalenderjahr mit insgesamt 1,72 Mio. t etwa 5 % weniger Äpfel exportieren werden als 2014.