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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Siebente Unterredung, welche die erste mit Abt Serenus ist, über die Veränderlichkeit der Seele und die bösen Geister.
16. Gleichnis, durch welches gelehrt wird, wie die unreinen Geister die Gedanken der Menschen erkennen.
Denn wie einige Räuber in den Häusern, welche sie räuberisch angreifen wollen, die verborgenen Schätze der Leute auszukundschaften pflegen, indem sie in finsterer Nacht mit vorsichtiger Hand etwas Sand streuen, um die verborgenen Schätze, welche sie mit dem Gesichte nicht erreichen können, durch einen gewissen Klang und ein Geräusch, welches auf das Niederfallen des Sandes antwortet, zu entdecken, wodurch sie zu der ganz sichern Kenntniß jedes Gutes oder Metalles durch den Verrath des hervorgelockten Tones gelangen: so streuen uns auch diese, um den Schatz unseres Herzens zu erforschen, ihre verderblichen Einflüsterungen wie Sandkörner ein; und wenn sie dann sehen, daß ein denselben entsprechender körperlicher Affekt auftaucht, der wie ein Echo aus den innersten Tiefen hervorkommt, so erkennen sie, was in den Abgründen des innern Menschen verborgen sei.