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Dies zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Schweizerischen Nationalfonds auf. Seit den 1950er-Jahren schreitet die Zersiedelung in der Schweiz praktisch ungebremst voran. Der Trend zu mehr Bodenverbrauch wird sich nach Einschätzung des Nationalfonds voraussichtlich bis Mitte dieses Jahrhunderts fortsetzen, wenn auch abgeschwächt.
Eine Gruppe von Forschenden um Felix Kienast der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat dieses Problem im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms “Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden” (NFP 68) untersucht. Mit einer Umfrage bei den Gemeinden sollten die Ursachen hinter der Zersiedelung ergründet werden.
Die Analysen verdeutlichen, dass die Gemeinden nicht isoliert betrachtet werden dürfen, wie der Schweizerische Nationalfonds am Dienstag mitteilte. Raumplanerische Massnahmen und die Entwicklungen einer Gemeinde wirkten sich stets wesentlich auf die umliegenden Gemeinden aus.
Für den effektivsten Einsatz der Instrumente gegen die Zersiedelung sei deshalb eine starke regionale Koordination der Massnahmen erforderlich. Kleine Gemeinden mit geringer Planungskapazität benötigten professionelle Unterstützung, beispielsweise in einem Planungsverbund.
Das Bevölkerungswachstum alleine könne die Zersiedelung und den damit verbundenen Bodenverbrauch kaum erklären. Einen bedeutenderen Einfluss hätten andere Entwicklungen wie beispielsweise die Zunahme der Einzelhaushalte.
Insbesondere die Erreichbarkeit einer Gemeinde für den Verkehr hänge mit der Zersiedelung zusammen. Sobald ein bestimmter Grad der Verstädterung erreicht sei, drehe sich der Effekt der guten Erreichbarkeit und begünstige die Verdichtung, wie Vergleiche über mehrere Jahrzehnte zeigten. So würden gegenwärtig vor allem die relativ gut erreichbaren, aber noch nicht stark verstädterten Agglomerationsgemeinden am stärksten zersiedelt.
Die Umfrage bei den Gemeinden habe eine starke Abhängigkeit von der Grösse der Gemeinden aufgezeigt. So würden in vielen kleinen Gemeinden in der Regel die Gemeindeschreiber die administrative Last der Planungsaufgaben tragen.
Grössere Gemeinden dagegen hätten öfter eine Verwaltungsabteilung, die auch Planungsaufgaben übernehme, oder gar eine eigenständige Abteilung für Raumplanung. Sie seien entsprechend besser in der Lage, neue und komplexere Planungsinstrumente wie Sondernutzungspläne mit städtebaulichen Anforderungen einzusetzen.
Zentren und Agglomerationen unter hohem Siedlungsdruck würden striktere Raumplanungsmassnahmen durchsetzen als kleine und periphere Gemeinden. Dies erfolge etwa durch die Beschränkung von Zonen mit niedriger Dichte, also Einfamilienhausquartiere, oder einer Koordination der Zonierung mit der Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.
Die aktiveren unter den kleinen Gemeinden konzentrierten sich eher auf Massnahmen gegen die Baulandhortung, oder sie setzten minimale Nutzungsziffern ein, was eine kompakte Siedlungsfläche und eine verdichtete Bauweise begünstigen sollte.
(SDA)