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Das Spielzeug der Kinder, die Shampooflasche im Badezimmer und die Outdoorjacke, die wie von Zauberhand Regen abperlen lässt. Kunststoffe gibt es in einer Vielzahl von Zusammensetzungen, Formen
und Farben. Die jährliche, weltweite Plastikproduktion stieg von zwei Mio. Tonnen im Jahr 1950 auf aktuell über 400 Mio. Tonnen, heisst es im «Plastikatlas 2019» der Heinrich-Böll-Stiftung. Und die Produktionsmengen werden auch künftig weiter steigen..
Die Grundzutat jedes Kunststoffs ist Kohlenstoff, die Basis allen Lebens auf der Erde. Er kommt in der Natur häufig als Kalk (oder ganz selten als Diamant) vor und - gebunden mit Sauerstoff - gasförmig als Kohlendioxid. Kohlendioxid ist das Gas, welches alle Lebewesen ausatmen (A) und das bei der Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen – aber eben auch Plastik – entsteht. (B) . Erdöl wiederum
ist eine Mischung von Kohlenstoffverbindungen und besteht aus den Überresten winziger Meerestiere und -pflanzen. Dieses Plankton hat sich über Jahrmillionen tief im Boden unter unseren Meeren in eine
zähe, schwarze Flüssigkeit verwandelt und wird daher auch als «schwarzes Gold» bezeichnet. Um eine Kunststoffverpackung herzustellen, wird Erdöl destilliert. Daraus wird z.B. Ethylen gewonnen und zu Polyethylen polymerisiert. Das Resultat sind lange, haltbare Ketten von Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen (C) . Diese machen den Kunststoff nicht nur beständig gegen Säuren, Laugen und
andere Chemikalien, sondern auch langlebig. Polyethylen zählt zu den meistverwendeten Kunststoffarten. Es wird als Verpackung für Lebensmittel, aber auch für Körperpflegeprodukte wie Shampoo eingesetzt.
Durch die Erdölförderung greift der Mensch in den Kohlenstoffkreislauf ein. Mit dem Wasser- und dem Stickstoffkreislauf gehört dieser zu den drei lebenswichtigen Kreisläufen unserer Erde. Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und Stickstoff sind Grundbausteine des Lebens. Grosse Mengen an Plastikabfällen, die verbrannt werden, erhöhen den CO2-Anteil in der Atmosphäre. Plastikrecycling ist deshalb
neben anderen Massnahmen ein wirksames Instrument zur CO2-Reduktion. Indem wir Plastik verwerten, werden wir seinem Rohstoffwert gerecht. Denn Hand aufs Herz: Würden Sie Ihren alten Goldschmuck,
nur weil Sie ihn nicht mehr tragen, leichtfertig in den Kehricht werfen?