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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
14. Kapitel: Die heidnischen Quellen der Gnostiker
2.
Doch nicht nur bei den Komikern haben sie eine geistige Anleihe gemacht. Auch die Äußerungen der sogenannten Philosophen, die Gott gar nicht kennen, stellen sie zusammen, machen sich so aus vielen, armseligen Lumpen gleichsam einen Teppich und einen luftigen Überwurf mit feiner Rede. Neu ist die von ihnen eingeführte Lehre, insofern sie durch neue Kunstgriffe hergestellt ist, alt aber und wertlos, insofern sie aus alten Dogmen zusammengestoppelt ist, die den Stempel der Unwissenheit und Gottlosigkeit auf der Stirn tragen. Thales von Milet lehrte, das Wasser sei die Ursache und der Ursprung von allem. Wasser und Bythos aber ist ein und dasselbe. — Der Dichter Homer erblickte in dem Ozean den Ursprung der Götter und in der Thetis ihre Mutter, was diese gleichfalls auf den Bythos und die Sige übertragen haben. — Anaximander ferner betrachtete den unbegrenzten Weltenraum als den Anfang aller Dinge, der in seinem Innern keimartig den Ursprung aller Dinge trug, woraus dann die unermeßlichen Welten entstanden. Das haben sie einfach auf den Bythos und ihre Äonen bezogen. — Anaxagoras dann, der auch der Ungläubige genannt wurde, ließ die Lebewesen aus vom Himmel gefallenen Samenkörnern entstehen. Das übertrugen sie auf die Samen ihrer Mutter und nannten sich selbst diesen Samen, wodurch sie sich selbst bei den Verständigen als den Samen des ungläubigen Anaxagoras hinstellen.