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1974 - 1983
1974
Die Oelkrise machte sich bemerkbar: Politiker zogen in Erwägung, die Wanderboote zahlenmässig zu beschränken, Motorboote zu verbieten, Übernachtungen auf den Booten zu verbieten und eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/Std einzuführen… Ganz so schlimm wurde es dann doch nicht gehandhabt. Auch gab es im Gegensatz zum Strassenverkehr zum Glück kein Sonntagsfahrverbot.
An der Langstreckenfahrt vom 22./23. Juni mit Zwischenziel Zürich-Wollishofen nahmen 52 Boote teil (davon nur 17 vorab angemeldet, der Organisator musste sehr flexibel sein…). Die Windverhältnisse waren eher mild, ausser beim Einnachten, als ein Gewitterabwind für Stimmung sorgte. Ansonsten wird von etlichen Flauten berichtet. Das schnellste SCPF-Boot war nach 13 h 44‘ zurück, das letzte brauchte 22 h 58‘. Sieger wurde Engelbert Gassmann jun.
Am 17. August 1974 wurden nicht weniger als zehn Schiffe getauft. Es waren dies die Victory III von C.E. Theiler, die Arete II von Walter Birchler, die Mutz von Ernst Büchel, die Sarass von Engelbert Gassmann, die Krokodil (ein Trimaran) von Willy Bruppacher, die Carioca von Paul Kaiser, die Sunita von Ernst Meier, die Dorima II von Hans Benninger, die Solaris von Fritz Schnyder und Aldo Minorettis Aquila. Genau bis zur Taufe habe der Himmel mit seinen Beigaben zurückgehalten, dann aber seine Schleusen geöffnet. Die Band von Edy Fäh spielte auf und es war eine der schönsten und harmonischsten Schiffstaufen. (aus Pinne Nr. 21 vom Februar 1975)
1975
„Die verwischten Jahreszeiten“: „Aprilwetter haben wir von Januar bis Dezember, Schnee im August, das herrlichste Segelwetter des ganzen Jahres im Dezember und Januar…“ (Jan Wellem, Pinne Nr. 21). Kommt uns das bekannt vor? Von wegen Klimaerwärmung!
Der langjährige Sportchef Hansruedi Henzi mit Übername „Grizzly“ hat sein Amt als Sportchef Ruedi Berger übergeben. Dieser führt ein neues Bewertungsreglement für die Jahresmeisterschaft ein. Kurz darauf plädierte Krokodil (ausgerechnet derjenige mit seiner Katamaran-Rennmaschine!) in der Dezember-Pinne für eine weitere Bewertungsmethode:
„Betrachtet man die Regatta-Resultate unserer Mitglieder, so fällt sicher auf, dass immer die gleichen Boote in der Spitzen- und Schlussgruppe zu finden sind. […] Langsamere Tourenkreuzer haben in Geschwindigkeitsregatten ohne Zeitvergütung überhaupt keine Chance…“
Er sieht eine Lösung des Problems in einer Methode, welche 1951 in England entwickelt worden war: Bewertung nach Yardstickzahlen. Für die damaligen Boote des Clubs ergaben sich beachtliche Werte. Als Beispiel:
- Star, Lacustre, Trias 82
- Soling 84
- H-Boot 85
- Drachen 88
- Neptun 24, Vega, Delanta/Kiel 93
- Folkeboot/Kunststoff 94
- Optima, Varianta, Contest 27 95
- Shark, Esta 700 98
- Corsaire 100
- Optimist 14
Später zeigte sich, dass diese Yardstickzahlen allgemein viel zu tief angesetzt worden waren. Sie mussten in der Folge zweimal angepasst werden.
Es sei ein schönes Jahr mit reichlich Wind, wenig Regen und viel Sonnenschein gewesen, so der Präsident in Pinne Nr. 24. Auch wenn die weltweite Rezession manchem zu schaffen gemacht habe (Kurzarbeit, weniger Verdienst, Umsatzrückgänge).
1976
In Pinne 24 vom März 1976 lesen wir, dass der Vorstand des Zürcher Segelverbands feststellte: „Die heutige Belegung des Zürichsees durch Segelregatten wird in gewissen Kreisen bereits als zu hoch, in anderen gerade noch tragbar angesehen …“ Im Regatta-Kalender des ZSV gab es 1975 immerhin 77 Regatten, davon 72 in den Monaten Mai bis Oktober. Weiter lesen wir: „Die tage- oder gar wochenlange Belegung von Gasthäfen durch Regattaboote bei sich beispielsweise über zwei Wochenenden erstreckenden Anlässen schafft in immer vermehrtem Masse böses Blut bei „Fahrtenleuten“, Wirten usw., während dem die dafür andernorts wieder leer stehenden Bojen auch wieder zu Beanstandungen führen. Ganz im Gegensatz zu früheren Zeiten (als auch die Segler = Regattasegler noch rentablere Gäste der Hafenkneipen waren!).“
Die Abstimmung über den Beitritt zur USY (Union Schweizerischer Yachtsport) als weiterer Dachverband nach dem ZSV stand bevor. Man versprach sich davon, die Nachwuchsprobleme besser lösen zu können. Auch Tourensegler würden vom Ausgleich der Regatta-Resultate mit den USY-Yardstickzahlen profitieren. Der ZSV bemühte sich unterdessen, die Interessen der verschiedenen Clubs (Überschneidungen von Regattakursen, Interessenkonflikte mit der Berufsschiffahrt usw.) zu regeln.
Die Meinungen zum USY-Beitritt waren sehr geteilt, hitzige Diskussionen wurden geführt. Da waren einerseits die ehrgeizigen, zum Teil mit neustem Gerät ausgerüsteten Regatteure, und anderseits die Fahrtensegler. Dem Beitritt zur USY wurde schliesslich trotz viel Widerstand (vor allem gegen die zusätzlichen Kosten) und einigen Austrittsdrohungen zugestimmt. Carioca appellierte in Pinne Nr. 25 an die Toleranz der Mitglieder:
„Wir wollen weder ein vergifteter Regatta-Verein sein, noch eine Ferienhäuschen-auf-dem-Wasser-Kolonie, aber sogar die Vertreter dieser und dazwischen liegender Weltanschauungen müssten sich doch im SCPF wohlfühlen können. Vielleicht hat gerade die USY-Mitgliedschaft für die Gegner eines solchen Anschlusses die Möglichkeit gebracht, dass die angefressenen Regatta-Fans sich nun an allen möglichen externen Anlässen austoben können, ohne dass der Gang der Dinge im SCPF durch solche Tätigkeit allzu sehr gestört wird…“
Schliesslich musste sich die Minderheit der Gegner im Sinne der Demokratie unterordnen, und der SCPF wurde an der Generalversammlung der USY 1976 als Vollmitglied aufgenommen.
Es folgte die provisorische Zuteilung der Yardstickzahlen, eine schwierige Aufgabe für die zuständigen Mitglieder Willi Bruppacher und Max Heuberger. Dennoch wurde bald darüber diskutiert, auch die Clubregatten nach der Yardstickformel auszutragen. Dazu am Ende der Saison der Sportchef in Pinne Nr. 27: „Auf Wunsch einiger Mitglieder wurden die Regatten des Jahres 1976 vergleichsweise nach berechneter Zeit mit Hilfe der Yardstickzahlen berechnet, für die Jahresmeisterschaft wurde das bisherige System angewendet. Die Wertung nach berechneter Zeit hatte nur einen sehr geringen Einfluss auf die Jahresrangliste. Der Fehler ist keinesfalls bei der Qualität der Yardstickzahlen zu suchen, sondern bei der Tatsache, dass wir unsere Anlässe fast durchwegs bei Windstärken um 1 durchführen mussten. Die optimale Wirkung dieser Yardsticks wird jedoch erst bei Windstärken um 3 erreicht.“
Weiter berichtete der Sportchef, dass lediglich 32 der 53 registrierten Aktivmitglieder auf der Rangliste der Jahresmeisterschaft figurierten, und bezeichnete das als „eher magere“ Beteiligung. „Die viel gepriesenen Veranstaltungen ohne Ranglisten waren sehr schlecht besucht (14 gegen 24 Mitgliedern bei Regatten). Damit verlieren diese Veranstaltungen an Stellenwert in der Jahresmeisterschaft.“
Was gibt es Schöneres… (Foto z.V. gestellt von P. und J. Müller)
Die Trimmfahrt geriet zur „Zipfelmützenfahrt“, „Chuenagelfahrt“ oder zum „Ostseetörn“: Kurz vorher noch Schnee bis in die Niederungen… Trotzdem nahmen 19 Boote teil. Sieger wurde Willi Bruppacher auf seinem Trimaran Krokodil.
Schifferpatent Kat. D: Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, wurde erst 1976 durch das Eidg. Binnenschifffahrtsgesetz zwingend vorgeschrieben, nämlich dass es für das Führen von Segelschiffen mit einer Segelfläche von mehr als 15m2 ein Schifferpatent braucht. Alle Mitglieder mussten also nun zur Prüfung antreten! Eine Prüfungskommission wurde eingesetzt, bestehend aus den Herren Läuffer, Berger, Egli und Heuberger.
Ein wenig Statistik (aus Pinne Nr. 25): Von den Bootseignern auf dem Zürichsee waren 88,9% Angestellte, 4,0% Selbständigerwerbende und 7,1% Pensionierte. Und aus Pinne Nr. 24: Der ZSV umfasste 1976 17 Segelclubs mit 3‘000 Mitgliedern mit schätzungsweise 10‘000 Freizeitkapitänen.
1977
Das Jahr begann schwungvoll: Ein Lottomatch brachte das nötige Geld für eine moderne Jolle zu Schulungszwecken. Die Firma EDRA stellte leihweise einen Topper als Ausbildungsboot zur Verfügung. Unter der Leitung von H.R. Henzi fanden am Mittwoch- und Samstagnachmittag bzw. -Abend mit rund 20 Jugendlichen Junioren-Segelkurse auf geborgten Optimisten und der clubeigenen Jolle statt. Die Jungen kamen nicht nur einmal, sondern immer wieder und waren vom Kurs begeistert!
Erstmals wurde die Auffahrtsregatta durchgeführt. Mit Erfolg: 47 Boote nahmen teil, davon 11 vom SCPF. Ein Skipper habe „Auffahrtsregatta“ zu wörtlich genommen und sei kurz vor seinem Heimathafen „aufgefahren“… Der Beste unseres Clubs war E. Werren mit seiner Passat II auf Rang 6 seiner Klasse.
Die Langstreckenregatta mit „Glühwürmchen-Beleuchtung“: Petrus drehte den Windhahn auf und die Flotte brauste flott in Richtung Zürich. Doch wo war in der dunklen Nacht die Wendeboje? Hätten die Kontrollposten nicht gerufen „Ihr könnt wenden!“, hätten die Segler das „Glühwürmchen-Licht“ nie gefunden… Es sei ein tolles Erlebnis gewesen! (Victory II in Pinne 28). Da konnten die Zürcher noch etwas vom gut beleuchteten Zielschiff in Pfäffikon lernen! Die schnellsten nach gesegelter Zeit waren Willi Bruppacher, Emil Werren und Arnold Schiess.
Der Kreuzerpokal oder Die Schlacht bei Horgen vom 2. Oktober 1977 geriet durch böigen, drehenden Wind zum Theaterspektakel. Die Mutigen hätten ihre farbigen Beulen aufgehängt, lesen wir in Pinne Nr. 29, manche Patenthalse und andere aufregende Manöver seien zu sehen gewesen, und sogar ein Mast sei geknickt – 50 Meter vor der Ziellinie! „Eine herrliche Regatta, ein rauschendes Erlebnis!“ schwärmte Carioca in der Pinne. Carioca musste allerdings zähneknirschend den ersten Rang abtreten an einen sogenannten „Werksfahrer“ mit einem nagelneuen Schiff.
Damit der SCPF den Topper für die Junioren behalten durfte, musste er am 8./9. Oktober 1977 eine Topper-Regatta durchführen. 3 Bft von Osten stellten keine allzu grosse Aufgabe für die Teilnehmer. Der jüngste Teilnehmer war 10 Jahre alt, der älteste 70. Es siegten M. Aeppli, B. Heinz und O. Yauk. Es gab einen Wanderpreis für den Sieger und Sturmlaternen für die anderen.
Und nebenbei: Bei Vickers Slingsby in Nordengland sei der welterste Kohlenstofffasermast gebaut worden. Der in eine Rennyacht einzubauende 30 m lange Mast sei rund 40% widerstandsfähiger und 180 kg leichter als ein gleichwertiger Aluminium-Mast, wobei der Luftwiderstand 20% geringer sei (aus Pinne Nr. 29, Beitrag von H.R. Henzi).
1978
Es habe keinen Frühling, einen späten Sommer und dafür einen schönen Spätherbst gegeben…
Die 2. Auffahrtsregatta wurde ein grosser Erfolg: 70 Schiffe in 7 Klassen nahmen teil.
Unter der Leitung von Ernst Meier halfen die Clubmitgliedern eifrig am Hafenfest 1978 mit, am Grill, in der Kaffeestube, an der Bar. Die Zürichsee-Zeitung schrieb: „Sonne, gute Laune, Begeisterung und wahrhaft nautische Stimmung im Festzelt kennzeichneten das grosse Hafenfest, das der Segelclub Pfäffikon SZ zu seinem 15-jährigen Bestehen steigen liess“ … und „… platzte in der Samstagnacht das 1000 Leute fassende Zelt, wo Louis Menar und seine Band für Stimmung und Schwung sorgten, fast aus den Nähten…“ Am Samstagnachmittag hatte H.R. Henzi für die verschiedenen Vereine anspruchsvolle Spiele organisiert, die allen Teilnehmern viel Spass machten.
Anlässlich des Hafenfestes konnte der Club vier neue Junioren-Boote taufen: Einen Optimisten, gestiftet von einem Spender unter dem Symbol MAR; eine Mothe, gespendet von Frau Stehlin; eine Jolle, die auf dem Sihlsee gesegelt wurde, gekauft aus dem Erlös eines Lotto-Matches und eine 420er-Jolle, die im Garten des Präsidenten vor sich hin geträumt hatte.
Jetzt mussten nur noch Trockenplätze für diese Boote gefunden werden, was mit zähen Verhandlungen mit den Behörden sowie der Steinfabrik verbunden war. Denn den schönen Kiesplatz, den wir heute sehen, gab es damals noch nicht. Da war immer noch die Einfahrt zur Steinfabrik, die noch voll im Betrieb war.
Das Bätzimatt-Weekend vom 8./9. Juli fand bei ausgezeichnetem Wind statt, Spi-Wind sei es gewesen, und im Eifer vergass Moby-Dick, die Schoten zu befestigen, so dass der Spi als schöne bunte Flagge waagrecht am Masttop flatterte. Ein Motorbootfahrer kam ihm schliesslich zu Hilfe, und das wildgewordene Ding konnte eingefangen werden. Auf der Bätzimatt wurde dann wieder bis Mitternacht fröhlich gefeiert.
Das geplante Junioren-Segellager am Sihlsee fiel leider ins Wasser, da die Unterkünfte vom Militär besetzt waren. Doch die Idee fand Anklang und man wollte sie bei nächster Gelegenheit umsetzen.
Die Langstreckenfahrt wurde in Klasse 1 (Boote 7,61 m und grösser) von Harry Diggelmann gewonnen, in Klasse 2 (Boote bis 7,60 m) von Eugen Oehninger. Die moralischen Sieger waren aber die Segler Amez-Droz/Schmid, die mit ihrem Folkeboot auf der Höhe von Oberrieden der Arche II zu Hilfe eilten, die in Seenot geraten war. Sie alarmierten die Seepolizei und erreichten trotz dieser Ereignisse noch den 6. Rang!
Juniorenförderung grossgeschrieben: Der Club erhielt noch ein weiteres Junioren-Boot, einen Optimisten, gespendet von Passivmitlied M. Reiser. Bewerber F. Scheidegger hatte 1000 Clubkleber herstellen lassen, die zu Gunsten der Junioren verkauft wurden. Und Aktivmitglied Engelbert Gassmann stellte 11 Kiwi-Jollen bereit für die Junioren-Regatten.
Das Jubiläumsjahr endete mit dem traditionellen Clausabend am 7. Dezember 1978, der gleichzeitig der Clubabend zum 15-jährigen Jubiläum wurde.
1979
Die inzwischen weitherum geschätzte Pinne (Nr. 34 vom Mai 1979) erhielt zu ihrem 10-jährigen Bestehen ein neues Erscheinungsbild: Im A5-Format kleiner als vorher, dafür als attraktive Broschüre mit 20 Seiten und mit Fotos illustriert. Es ging nicht lange, da kamen die ersten Werbeseiten. Die Redaktoren waren P. Krieg, M. Heuberger, W. Kahn und H. Amez-Droz.
Juniorenchef H.R. Henzi hatte im Winterlager gemeinsam mit den Junioren die Juniorenboote mit Schleifpapier und Farbe aufgefrischt, was für alle Beteiligten eine gute Erfahrung war („Der Einsatz aller hat mich entgegen meinen anfänglichen Bedenken positiv überrascht!“)
Der Vorstand konstituierte sich nach der GV vom 9. März 1979 wie folgt: C.E. Theiler - Präsident, E. Meier - Vizepräsident und Protokollführer, R. Berger - Regattapräsident, B. Gutknecht - Aktuar, F. Harder - Kassier, H.R. Henzi - Juniorenleiter, W. Schmid - Materialverwalter.
Naturschutzgebiet Frauenwinkel: Der Vorstand wurde an der Herbstversammlung 1978 beauftragt, gegen die geplante Verordnung zur Regelung der Seenutzung einzusprechen, da diese eine massive Einengung des Wassersports zur Folge hätte. Der Vorstand verfasste eine Einsprache, ebenso wie über 2000 Privatpersonen und der ZSV. Der Bescheid des Regierungsrates war negativ. Gegen diesen konnte man erneut einsprechen, aber nicht als Verein, der nicht einsprachebefugt sei. Man beschloss, diese Beschwerde im Namen von C.E. Theiler als Privatperson durchzuziehen mit Kostenfolge für den Verein, denn nun musste ein Anwalt beigezogen werden. Leider kamen die beauftragten zwei Schwyzer Rechtsanwälte zum Schluss, dass die Sache hoffnungslos sei und man die Verordnung wohl annehmen müsse.
Ein weiterer Streich der Behörde wurde dem Club im Zusammenhang mit dem Bundesgesetz über die Binnenschifffahrt gespielt: Man bekam zwar Gelegenheit zur Vernehmlassung innert einer gewissen Frist, den Text des Gesetzes erhielt man aber auch nach mehreren Anfragen nicht, bis es zu spät war…
Ein neues Segel wurde ausprobiert: Der Flasher, ein Vorgängermodell des Genackers, auch Halbwinder genannt. Giovanni in Pinne 35 war der Meinung, dass dieses Segel in Kürze viele Fans haben würde anstelle des komplizierten Spinnakers!
Familie Vogelbacher zog ins Ausland und überliess ihren Optimisten den Junioren.
Die Langstreckenregatta überschnitt sich mit dem Zürcher Seenachtsfest und musste abgesagt werden. Bei der Distanzfahrt stellte E. Oehninger einen Streckenrekord von 37,9 km auf! Der Juniorenchef musste viel Energie und Fantasie aufwenden, um die praktischen Übungen bei Flaute und Regen interessant zu gestalten.
Am 1. April 1979 trat das neue Binnenschifffahrtsgesetz in Kraft. Dieses wurde an der Herbstversammlung des Clubs präsentiert. Nebst einigen Neuerungen betreffend die Führerscheine durfte man nunmehr keinerlei Wasserabläufe aus dem Schiff mehr haben!
Den Familien-Cup gewann Peter Müller auf Orpheus II. In folgenden Disziplinen musste man sich bewähren: Orientierung, Fragen, Kegeln, Lauf, Pfeilschiessen, Rudern!
Bei idealen Verhältnissen konnte die Topper-Regatta durchgeführt werden. Die Junioren des SCPF erreichten recht gute Ränge. Brigitte Fäh liess sich von einer Kenterung nicht unterkriegen und erreichte noch den 12. Rang.
Anlässlich der Herbstversammlung wurde festgestellt, dass die Teilnehmerzahl an den Regatten zurückgegangen wäre. Rückblickend kann man sagen, dass es eine Verschiebung gab von den Club-internen Regatten zu den ABC-Regatten. Das Familiäre geriet gegenüber dem Sportlichen zunehmend in den Hintergrund, was sich auch auf den Zusammenhalt innerhalb des Clubs bemerkbar machte.
1980 - Beginn eines neuen Jahrzehnts
Präsident C.E. Theiler sagte es in Pinne Nr. 36 treffend: „Die 80iger Jahre haben begonnen. … Wie wir diese Zukunft gestalten möchten, bestimmen die Mitglieder und der Vorstand versucht, das Beschlossene zu vollziehen. … Wir wollen alle in vorderster Reihe mithelfen, die Kameradschaft zu fördern, den Wettkampfsport mit aller Härte und Fairness zu bestreiten, das Clubleben in seiner Geselligkeit zu geniessen, die Natur in all ihrer Schönheit zu pflegen und zu schützen und anzukämpfen gegen die Willkür des Staates, die unserem Sport Einschränkungen auferlegen will.“
Fünf Bootstaufen fanden 1980 statt. Erich und Yvonne Läuffer hatten vier volle Jahre an ihrem Boot gebaut. Wahrlich eine Superleistung! Nubia in Pinne Nr. 36: „Wenn ich eine Flasche Wein nach 10-jähriger Lagerung im eigenen Keller trinke, ist das ein besonderes Gefühl. Was muss es erst für ein Gefühl sein, nach vier Jahren harter Freizeitarbeit ein solches Boot wassern und taufen zu dürfen!“
Der neue Sportchef Fritz Harder, Vorstandsmitglied seit 1972, organisierte mit Erfolg 8 Clubveranstaltungen und 3 zusätzliche Regatten. Böse Zungen behaupteten, der erste von ihm gesteckte Regattakurs hätte noch eine etwas ungewöhnliche Streckenführung gehabt, nämlich in umgekehrter Richtung. Aber nachher sei alles prima gegangen.
Juniorenchef Hansruedi Henzi hatte den Auftrag, nach einem für die Schulung geeigneten Kielboot Ausschau zu halten, dies zur Weiterbildung der jungen Segler, die dem Optimisten entwachsen waren. Bereits hatte ein Spender Fr. 1‘600.-zugesagt. Weniger schön: Wegen Pöbeleien unter den teilnehmenden Jugendlichen weigerten sich die Organisierenden, die Topperregatta wieder durchzuführen… Ansonsten war der Juniorenchef mit der Beteiligung der Jugendlichen an den Segelkursen zufrieden. Es fehlte nur noch der eigene Theoriesaal. Und aus Mitgliederkreisen kam der Vorschlag, die Junioren auf den grossen Schiffen mitsegeln zu lassen, was teilweise sogar gemacht wurde.
Erstmals wurde vom 17. – 19. Oktober 1980 der Congressionals-Cup für ABC-Segler durch die Kreuzervereinigung mit 6 Popcorn-Booten mit unserem Club und in unserem Revier durchgeführt.
Ein heisses Eisen waren immer wieder die Yardstick-Zahlen. Diese sollten einen Ausgleichswert zwischen verschiedenen Segelbooten bringen, jedoch waren immer nur die ersten drei mit der Bewertung zufrieden… Die Berechnung wäre eigentlich einfach: Gesegelte Zeit in sec x 100 : Yardstickzahl. Die Schwierigkeit war aber, den Booten die gerechte Yardstickzahl zuzuteilen. Eine Kommission wurde gebildet, um eine gerechtere Lösung zu finden.
1981
Eine neue Wassersportart war seit ein paar Jahren im Kommen: Das Windsurfen. Segler Orphi berichtete über seine ersten Versuche mit dem neuen Sportgerät: „Ich wusste gar nicht, auf wie viele Arten der Mensch ins Wasser fallen kann…“.
Der Club zählte im Frühling 1981 1 Ehrenmitglied, 59 Aktivmitglieder, 13 Junioren und 55 Passivmitglieder.
Das Jahresprogramm umfasste 8 Veranstaltungen, nämlich die Trimmfahrt (25. April), die Schindelwettfahrt (16. Mai), die Langstreckenfahrt (13./14. Juni), das Weekend (4./5. Juli), der Familien-Cup 8./9. August, die Ufenauregatta (29./30. August), die Distanzfahrt (19. September) und die Schlussregatta (17. Oktober).
1982
Obwohl der Club schon anlässlich der Gründung die Frauen den Männern gleichstellte (damals gar keine Selbstverständlichkeit!), hatte sich erstmals 1982 eine Frau für die Aktivmitgliedschaft beworben und wurde aufgenommen: Marianne Altorfer. Sie war ein engagiertes Mitglied und übernahm verschiedene Aufgaben wie die Mitarbeit in der Redaktion der Pinne, die Organisation von Anlässen, die Zeitmessung bei Regatten usw. Und sie war eine gute Seglerin: 3. Rang in der Jahresmeisterschaft 1982!
Präsidentenwechsel: Nach 19 Jahren Präsidentschaft trat Carl-Emil Theiler als Präsident zurück und aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger wurde der Vizepräsident Ernst Meier.
Das Kielboot für die Junioren konnte dank grosszügigen Spenden angeschafft werden. Das Segel stifteten Segelmacher Hagenbucher und Werftchef Engelbert Gassmann.
Das Veranstaltungsprogramm von 1982 umfasste:
24. April Trimmfahrt
15. Mai Schindelwettfahrt
20. Mai Auffahrts-Kreuzerregatta
12./13. Juni Langstreckenfahrt
3./4. Juli Weekend Bätzimatt
14./15. August Familien-Cup
4./5. Sept. Ufenau-Regatta
25. Sept. Distanzfahrt
16. Okt. Schlussregatten.
Wichtige ABC-Regatten auf dem Zürichsee:
20. Mai SCPF Auffahrts-Kreuzerregatta
22./23. Mai SCMd ABC, HC
19. Juni ZYC Tag- und Nachtregatta
4. Juli SYH Regatta für Daheimgebliebene
8. Juli SCOZ Buchbergderby
21. Aug. ZSC ABC Bächau
18. Sept. SCE Distanzregatta
2. Okt. YCH Einhandregatta
3. Okt. YCH Kreuzer-Pokal
Was macht eine Regatta eigentlich so interessant? –
Orphi in Pinne 42 über die Langstrecken-Regatta: „… der Höhepunkt der Saison. Eine Ausdauerprüfung, bei der man nie weiss, wie lange sie dauern wird und was sie abverlangen wird… Eine Regatta der grossen Eindrücke, der Auseinandersetzungen mit Wind und Wetter, Tag und Nacht, aber auch der Taktik, in der es gilt, den schmalen Streifen Wind zu fassen und den Flauten auszuweichen.“
Schöner kann man es nicht sagen.
Und trotzdem: Die Teilnahme an den Clubveranstaltungen hatte in den letzten Jahren abgenommen. Man überlegte sich, mit den benachbarten Clubs Obersee, Richterswil und Bächau zusammen regionale Veranstaltungen zu organisieren. Grund dafür war sicher das Angebot von ABC-Regatten. Vielen Mitgliedern war es nicht möglich, an allen Veranstaltungen teilzunehmen.
1983 – 20 Jahre Segelclub Pfäffikon
Das Highlight war natürlich der tolle Ausflug zur Feier des 20-jährigen Jubiläums des Clubs: Mit dem Car von Pfäffikon nach Luzern, mit dem Dampfer zum Rütli, weiter nach Flüelen und Gersau (Apéro und Nachtessen im Hotel Lände) und Rückfahrt mit dem Car nach Pfäffikon. Selbstverständlich mit köstlichem Speis & Trank, was in unserem Club Tradition hat!
Zur Aktivierung des Clublebens wurden verschiedene Ideen geprüft. So sollte die Jahresbewertung unterteilt werden in a) eine echte Regattenbewertung, b) in nicht zählende Club-Veranstaltungen. Jugendliche sollten besser einbezogen werden, auch in die gesellschaftlichen Veranstaltungen, auch wenn sie hie und da Probleme brächten.
Bootstaufe: An der Taufe der Seahawk von Peter und Jolanda Müller erschien der Neptun:
(Fotos aus dem Album von Peter und Jolanda Müller)
Der Club hatte immer auch ein attraktives Winterprogramm. Dieses Jahr zeigte Clubmitglied und Weltumsegler Erich Läuffer einige Filme. Bei genug Schnee (in jenen Jahren nicht immer gewährleistet) gab es sogar Skitage.
Trockenstandplätze für die Jollen wurden immer mehr zum Thema. Verschiedene Standorte wurden geprüft, u.a. auf der Wiese vor der Seerosenbar Pfäffikon, bei der Kläranlage Höfe oder auf der Wiese von Erich Kellers Ferienhaus.
Die Langstreckenfahrt war ein Höhepunkt der Saison: 79 Schiffe, auch von 5 Nachbarclubs, gingen an den Start. Davon 21 Schiffe aus dem SCPF. Wind und Wetter haben mitgespielt, und die Regatta wurde ein voller Erfolg. Die Rangverkündigung fand im überfüllten Saal des Hotel Bächau statt.
Der krönende Abschluss der Clubsaison war wiederum die Samichlausfeier, wo der Samichlaus ein ganzes Sündenbuch verlas. Unter anderem bekam Peter Müller einen Fallschirmrucksack mit allen erdenklichen Sicherheitseinrichtungen, da er beim Oberseederby im wahrsten Sinne des Wortes abstürzte und die Hand verletzte. Und es wurde bis spät nachts zu heissen Rhythmen getanzt.
Allen wurde klar, dass der Segelclub Pfäffikon in seinen Grundfesten noch intakt war und mit seiner Mannschaft noch viele Stürme und Festivitäten hart am Wind überstehen würde (so Marianne Altorfer alias Murcel in Pinne Nr. 46).