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Rollkunstlauf erfordert eine hohe Geschicklichkeit und ein gutes Gleichgewicht. Nur selten haben beide Füsse gleichzeitig Bodenkontakt. Rollkunstlauf bedeutet gewandtes Darbieten von Figuren, Sprüngen, Pirouetten und Schritten auf der Lauffläche (=Kür) und genaues Figurenlaufen auf aufgezeichneten Bogen (=Pflicht). Rollkunstlauf kann allein, zu zweit oder in Gruppen ausgeübt werden. Das Kürlaufen besteht aus Einzelelementen und aus einem Programm zur Musik. Folglich ist der Rollkunstlauf eine kompositorische Sportart mit hoher Anforderung an Musikalität, Gewandtheit und Kraftausdauer.

Rollkunstlaufen wird mit Rollschuhen in Hallen oder auf Aussenbahnen durchgeführt.
Zur Ausrüstung gehören Rollschuhe mit vier Rollen und einem Stopper, auch Quads genannt oder seit 4 Jahren auch Kunstlauf-Inlines. Als Kleidung tragen sie oft Kostüme, die dem Kürprogramm oder der Showeinlage angepasst sind.
Der Rollkunstlaufen besteht aus den Disziplinen Einzelllauf, Paarlauf, Rolltanzen, Solotanzen, Schaulaufen, Formationslaufen und Inline-Artistic.
Der Einzellauf besteht aus einem Pflicht- und einem Kürlauf. Beim Pflichtlaufen werden auf einer Acht, auf drei aneinanderfolgenden Bogen und auf Schlingen (6m Durchmesser) vorgegebene Figuren vorgeführt. Da der Läufer jede zu übende Bogenfigur mind. 10 Minuten übt, werden nicht nur Kraftausdauer und Körperspannung verlangt, sondern auch eine gute Konzentrationsfähigkeit.
Im Kürlaufen werden Sprünge, Schritte und Pirouetten geübt und am Wettkampf in einem Kürprogramm zur Musik vorgezeigt. Die verschiedenen Schritte, Sprungelemente und Pirouetten werden der begleitenden Musik angepasst.
Die Kunstläufer präsentieren ihre Choreographien einzeln, als Paar oder in grossen Formationen. Die Artisten müssen das Gerät beherrschen, die Bewegungen des Körpers kontrollieren und den Takt der Musik annehmen können
Im Paarlauf führt eine Frau zusammen mit einem Mann eine Choreographie vor, die Hebungen, Sprünge, Wurfsprünge, Schritte und Pirouetten mit- und nebeneinander beinhaltet. Der Paarlauf besteht nur aus einem Kürprogramm.
Auch der Rolltanz wird im Paar ausgeführt. Es werden Pflichttänze, Originaltanz und eine Kür gelaufen. Dabei sind die Schritte und Figuren, exakt auf den Rhythmus der Musik angepasst. Darum hat im Rolltanzen der Takt zur Musik den grössten Stellenwert. Tanzpirouetten und nur Fantasiesprünge von einer Umdrehung sind erlaubt. Bei Hebungen darf die Dame nicht über den Kopf des Herrn gehoben werden.
Beim Solotanzen läuft im Gegensatz zum Rolltanzen jeder für sich. Der Wettbewerb wird nicht nach Geschlecht unterschieden, d.h. es laufen alle die Damenschritte, jedoch in verschiedene Altersklassen eingeteilt. Als Wettkampfsform müssen zwei Pflichttänze und eine Tanzkür, in welcher mind. ein Sprung von einer Rotation (höchstens zwei) und mind. zwei Pirouetten (nur 3 Umdrehungen) enthalten sind, vorgetragen werden.
Beim Schaulaufen steht der Unterhaltungseffekt im Vordergrund. Gelaufen wird im Solo, Duo, Quartett oder in Gruppen.
Beim Formationslaufen werden in der Gruppe verschiedene Formen, möglichst exakt aufeinander abgestimmt, gelaufen.
Im Gegensatz zum Formationslaufen (Precision) sind die Showgruppen freier in der Choreografie und dürfen Utensilien dazunehmen.
Eine neue Kategorie bildet Inline Artistic. Hier wird nicht mit Rollschuhen, sondern Inline-Skates ähnlichen Schuhen getanzt. Bei dieser Sportart findet kein Pflichtlaufen statt.
Das Pflichtlaufen wird mit einer Punkteskala von 0-10 bewertet (10 ist die höchste Punktzahl).
Das Kürlaufen, Tanzen, Formationslaufen und Inline Artistic werden jeweils mit einer Note für die technische Schwierigkeit des Programms und einer Note für die Ausführung und künstlerischen Gestaltung beurteilt.

Zu Zeiten, als Eiskunstlaufen nur im Winter stattfinden konnte, war Rollkunstlauf der "Trainingsersatz" für Eisläufer während der Sommermonate.
Diese Eigenschaft ist auch der Grund, warum Rollkunstlaufen in seiner Popularität bisher im Schatten des Eiskunstlaufens stand. Heute ist Rollkunstlaufen eine eigenständige Sportart. Eisläufer trainieren auch im Sommer auf dem Eis, somit entwickelt sich eine eigene Sportlergemeinde für das Rollkunstlaufen.