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Eva Mendes, eigentlich Eva de la Caridad Méndez, wurde am 5. März 1974 in Miami, USA, geboren. Ihre Eltern, Eva Pérez Suárez und Juan Carlos Méndez, die aus Kuba eingewandert waren, gehörten der Arbeiterschicht an. Eva war das dritte Kind nach ihrem Bruder Juan Carlos und ihrer Schwester Janet. Nachdem sich ihre Eltern getrennt hatten, kam noch ihr Halbbruder Carlos Alberto hinzu. Nach der Scheidung folgte Eva ihrer Mutter nach Silver Lake, ein Stadtteil von Los Angeles. Trotz ärmlicher Verhältnisse verbrachte sie unter dem Strich eine glückliche Kindheit. Sie waren «eine gute, alte, unausstehliche kubanische Familie», sagt sie heute und lächelt. Eva besuchte die Herbert Hoover High School in Glendale. Dort wurde sie gemobbt, was sie dazu veranlasste, sich fortan durchzusetzen: «Als ich mich endlich gegen meinen Tyrannen wehrte, änderte sich alles für mich.» Nach dem College schrieb sich Eva Mendes an der California State University, Northridge, ein. Ihr Studium der Betriebswirtschaft brach sie allerdings zugunsten ihrer Schauspielkarriere ab.
Eine Bilderbuchkarriere – oder fast
Zur Filmschauspielerei und zum Modeln kam Eva Mendes eher durch Zufall. Ein Nachbar machte Aufnahmen von ihr und schickte sie einem Agenten. Eva Mendes, an der Schwelle zum Erwachsensein, witterte ihre Karrierechancen. Sie engagierte die angesehene Schauspieltrainerin Ivana Chubbuck, weil sie sich in ihren ersten Schauspielengagements nicht wohl fühlte: Sie hatte es satt, in «schrecklichen, billigen, entsetzlichen» Darstellungen mitzuwirken. Aber sie musste sich durchschlagen. Also nahm sie Gelegenheitsjobs an, trat in Werbespots und Musikvideos auf und übernahm erst Gastrollen in Fernsehserien und dann Filmrollen.
Der Durchbruch gelang ihr mit dem Thriller «Training Day» an der Seite von Denzel Washington und Ethan Hawke, in dem sie die Geliebte eines korrupten Polizisten spielt. «Dieser Film hat mein Leben verändert», bekundete sie. Sie wurde damit einem breiteren Publikum bekannt und begann, die Schauspielerei zu mögen. Der Film wurde der Schlüssel zu weiteren Filmrollen. Seither wirkte sie zwischen 2002 und 2014 in rund 25 Hollywood-Filmen mit. Ihre erste Hauptrolle hatte Eva Mendes 2003 in der Komödie «Unzertrennlich» an der Seite von Matt Damon, in der sie eine angehende Schauspielerin darstellt. In «Hitch» (2005) spielte sie die Geliebte eines Heiratsvermittlers (Will Smith). Eva Mendes’ grösster Kassenschlager war der Actionfilm «2 Fast 2 Furious» (2003), der weltweit 336 Millionen Dollar einspielte. «Für mich ist es wichtig, mit einem starken Regisseur zu arbeiten, denn ich weiss, wie sehr ich in die Tiefe gehen kann, wenn ich die richtigen Anweisungen erhalte», so Mendes. Für ihre Filme wurde die Schönheit 2005 mit dem «Capri Global Award» und 2009 mit dem Preis des Giffon Film Festivals ausgezeichnet. Ausserdem erhielt sie zwölf Nominationen für nationale und internationale Filmpreise.
Nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Model erzielte Eva Mendes grosse Erfolge. Sie stand für namhafte Marken wie Calvin Klein, Magnum, Cartier, Reebok und den Haarpflegemittel-Hersteller Pantene vor der Kamera. 2008 zierten ihre Fotos den Campari-Kalender, und mit ihrem Gesicht warb sie für den australischen «30 Days of Fashion & Beauty Event». Als Fotomodell wurde Mendes durch Aufnahmen mit viel nackter Haut bekannt. Im Dezember 2007 posierte sie ohne Kleider für die Kampagne «Lieber nackt als im Pelz» im Auftrag der Tierschutzorganisation PETA. Als sie sich ein Jahr später in einem Werbespot für das Calvin-Klein-Parfüm «Secret Obsession» oben ohne ablichten liess, galt ihr Auftritt als zu freizügig und das US-amerikanische Fernsehen strahlte die Werbung nicht aus.
Warmherzig, ehrlich, humorvoll: Eva Mendes als Person
Eva Mendes steht heute zu ihren kubanischen Wurzeln. Dies war nicht immer der Fall gewesen. Sie erinnert sich, wie sie einst ihren Spanisch sprechenden Eltern auf Englisch antwortete, sie wolle ein normales amerikanisches Mädchen sein. Heute weiss sie, dass ihre Herkunft zu ihr gehört, deshalb gibt sie die kubanische Kultur an ihre Kinder weiter: Sprache, Musik und Essen. Nicht zuletzt deshalb engagiert sie kein Kindermädchen, sondern ihre eigene Mutter, die eine Viertelstunde von ihr entfernt wohnt. Ihre Freunde beschreiben Mendes als warmherzigen, treuen, direkten, ehrlichen und humorvollen Menschen.
Eva Mendes ist sich ihrer Schönheit und ihrer weiblichen Ausstrahlung bewusst und lebt diese auch aus. Wenn sie allein im Haus ist, läuft sie gerne auch einmal unbekleidet herum. Als friedliebender Mensch kann sie nicht verstehen, warum Gewalt in Fernsehen und in Filmen toleriert wird, während Nacktheit schlecht geredet und zensiert wird. Allerdings lässt Eva Mendes sich nicht gerne auf ihr attraktives Äusseres reduzieren: «Ich bin definitiv verantwortlich für das Bild, das ich von mir nach aussen vermittle. Aber es ist auch frustrierend, denn ich möchte nicht, dass sexy das Merkmal ist, das mich auszeichnet. Ich möchte viel lieber, dass mich auch mein Ehrgeiz, mein Wille, mein Intellekt und mein Sinn für Humor definieren.»
Spiritualität ist ein Teil in Eva Mendes’ Leben. Sie wuchs ist in einer streng katholischen Familie auf und wollte als Mädchen sogar eine Zeit lang Nonne werden. In der Zwischenzeit hat der Star sich vom katholischen Glauben entfernt und praktiziert regelmässig transzendentale Meditation, die dem Hinduismus zugeordnet wird. Aber Mendes konvertierte nicht. «Meditation hilft mir, mit den Höhen und Tiefen des Lebens umzugehen, weil sie von einem zentrierten Ort herkommt. Sie fördert auch meine Kreativität.»
Der Star ist an ihren Lebensaufgaben und den Herausforderungen des Berühmtseins gewachsen. Dies betrifft nicht nur ihre schauspielerischen Fähigkeiten, sondern auch ihren Umgang mit Alkohol und anderen Drogen. Zunächst hielt Mendes ihre Sucht über Jahre hinweg geheim. Im Februar 2008 wies sie sich selbst in die Entzugsklinik Cirque Lodge im US-Bundesstaat Utah ein. Zwei Monate später verliess sie die Klinik und hat seitdem weder Alkohol noch andere Drogen angerührt. Mendes ist sich der Folgen des Drogenkonsums bewusst; aus der Erfahrung, die Menschen in ihrem Umfeld mit der Sucht gemacht haben. Sie bewundert und ermutigt Menschen, die bereit sind, die Sucht zu bekämpfen: «Ich bin stolz auf Menschen, die die Entschlossenheit und Furchtlosigkeit mitbringen, ihren Dämonen in die Augen zu schauen, und dann gesund werden.»
Zurzeit Vollzeitmutter
Von 2002 bis 2010 war Eva Mendes in einer Beziehung mit dem Filmproduzenten George Augusto. Es war eine seriöse, aber keine dauerhafte Beziehung. Seit 2011 ist Mendes in einer festen Beziehung mit dem kanadischen Schauspieler, Drehbuchautor und Musiker Ryan Gosling. Sie haben 2016 geheiratet. Zum ersten Mal in einer Beziehung wurde für die Schauspielerin die Familienplanung zum Thema. Im Jahr 2014 bekam das Paar ihre erste Tochter Esmeralda Amada, zwei Jahre später folgte Schwester Amada Lee.
Seit der Geburt ihrer ersten Tochter arbeitet Eva Mendes als Modedesignerin. Sie betreibt ihr eigenes Label für Damenbekleidung. Der feminine und verspielte Stil ihrer Kleidung passt gut zu ihr. Sie engagiert sich auch sozial, zum Beispiel für die McDonalds Kinderstiftung. Erst kürzlich, im vergangenen November, unterstützte sie den «McHappy Day», der durch die Pandemie eingeschränkt war. Mendes kennt die Leistungen der Stiftung für kranke Kinder aus ihrer eigenen Familie: Ein Neffe von ihr litt vor einigen Jahren an einem Neuroblastom.
Derzeit konzentriert sich die 47-Jährige ganz auf die Erziehung ihrer Töchter. Sie gibt ihnen eine strenge Erziehung, die die persönliche Entwicklung fördern soll, und hält sie aus dem Rampenlicht heraus. Über ihre Sprösslinge und die Öffentlichkeit sagt sie: «Da meine Kinder noch so jung sind und nicht verstehen, was es bedeutet, Fotos auf sozialen Medien zu posten, lade ich ihre Bilder nicht hoch. Ich warte, bis sie alt genug sind, um ihr Einverständnis dafür zu geben.»
Die Frage, ob Eva Mendes bei ihrer Rolle als Vollzeitmutter bleiben wird, ist noch offen. Dass sie seit 2014 nicht mehr auf der Leinwand zu sehen ist, bedeutet nicht, dass sie ihre Karriere aufgeben will. «Ich fühle mich sehr glücklich, dass ich meine Zeit mit den Babys verbringen konnte. Aber jetzt sind sie vier und sechs Jahre alt, und ich fange an, den beruflichen Ehrgeiz wieder zu spüren.» Sie räumt ein, dass sie der Kinder wegen bei ihren Rollen wählerisch geworden ist: keine Gewalt, keine übertriebene Erotik. Sie kann sich gut vorstellen, in einem Walt-Disney-Film mitzuspielen. Vielleicht hören wir ja bald von einem neuen Film mit Eva Mendes?
Quelle: Blaues Kreuz 2/2021