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Moritz Keller
Moritz Keller (* unbekannt; † nach 1559)
Lebensbeschreibung[1]
Von P. Moritz ist nur wenig bekannt, Informationen zu Herkunft und Ausbildung fehlen gänzlich. Er war im Solothurnischen in der Seelsorge tätig und wurde von dort durch Abt Johann Spörlin heimgerufen wurde, weil der Konvent fast ausgestorben sei. Die Regierung von Solothurn bat indes, man möge ihn belassen, da er gut wirke. Der Brief ist vom Rat von Solothurn an die Luzerner Regierung gerichtet und vom 20. Juni datiert, "die wielir der Abtiy castenvögt sint, ir wöllent bei gedachtem hern Apte verschaffen, das er mit siner widerberufung abstande". Ein wenig mehr ist aus dem gleichen Schreiben zu erfahren, wie es P. Ignaz Odermatt im vollen Umfang wiedergibt.[2] Moritz Keller war aber Pfarrer von Mümliswil, wo er unter dem 13. Januar 1548 eingetragen ist, allerdings verschrieben als "Moritz Koler", aber als Konventuale von Engelberg. Hier war er zunächst Verweser, dann wurde er am 27. April zum Pfarrer gewählt und blieb dort bis 1559, da er entlassen wurde.[3] Der Grund der Entlassung ist nicht vermerkt. An Tod ist hier allerdings nicht zu denken, da dieser sonst verzeichnet wäre. Es ist auch nicht bekannt, dass er in einer anderen Pfarrei tätig gewesen war. Im obengenannten Brief der Solothurner nach Luzern wird gesagt, Keller sei aus dem Kloster gegangen, weil ihn der Abt zu hart behandelt habe. Man habe ihn verdächtigt, er sei vom Glauben abgefallen. Das stimme nicht. Er lese Messe, spende die Sakramente und sei bei den Leuten beliebt. Sein Weggang vom Kloster wird damit begründet, der Abt habe ihm erklärt, wenn es ihm nicht passe, könne er ja wieder gehen. Jetzt sollte er wieder zurückkehren. Dass ihn Abt Johann Spörlin wieder zurückrief, mag stimmen. Doch scheint die Unzufriedenheit eher noch auf Abt Barnabas Bürki zurückzugehen, da sein Nachfolger nur sehr kurz regierte. Sein Todesdatum ist nicht bekannt. Er scheint nicht mehr ins Kloster zurückgekehrt zu sein. So fehlt er auch im Nekrolog.
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
- StiArEbg cod. 339. Dazu Schmid, P. Alexander O.Cap.: Die Kirchensätze, die Stifts- und Pfarrgeistlichkeit des Kantons Solothurn, Solothurn 1857. Hier ist zu erfahren, dass der Kirchensatz von Mathendorf und Mümliswil bis 1420 dem Freiherrn Johann von Falkenstein gehörte und dann an die Stadt Solothurn verkauft wurde, (vgl. ebd., S. 117) daher "Cornitatus Falkenstein".
- Schmid, Die Kirchenschätze, S. 124.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 96.
- StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.