Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03171.jsonl.gz/1452

Saggi di Dodis 4 (2022/5)
Lelia Ischi
Die «Heimkehrverweigerer». Aserbaidschanische Internierte im Spannungsfeld der schweizerisch-sowjetischen Beziehungen 1945–1948
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, im April 1945: Aus deutscher Kriegsgefangenschaft entkommen, passierte eine Gruppe von Aserbaidschanern in deutscher Uniform die Schweizer Grenze. Sie wurde in der Schweiz interniert und sollte sich wenig später bei der Neuaufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion als besondere Herausforderung erweisen. Der vorliegende Artikel behandelt die Repatriierungsfrage der aserbaidschanischen Internierten als bedeutenden Aspekt der Annäherung zwischen der Schweiz und der Sowjetunion in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ihre Ausschaffung in die Türkei im Jahr 1948 ist in Anbetracht der fragilen Beziehungen zur kommunistischen Grossmacht retrospektiv als aussenpolitisch riskant einzustufen. Denn die Sowjetunion – zu der die offiziellen Beziehungen erst 1946 wieder aufgenommen wurden – hatte eine «restlose» Repatriierung gefordert.
Cette oeuvre est mise à disposition selon les termes de la Licence Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).