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Mikroplastik im Boden
Plastik wird heute überall eingesetzt und gelangt leider auch in die Umwelt. Seit 1950 wurden weltweit etwa 8300 Millionen Tonnen Plastik produziert, von denen 79 % auf Mülldeponien oder in der Umwelt landen (Geyer et al. 2017). Böden sind das Hauptreservoir für Kunststoffabfälle und weisen im Vergleich zu aquatischen Systemen 4 bis 23-mal höhere Kunststoffkonzentrationen auf. Damit sind Böden wahrscheinlich die wichtigsten Senken für Mikroplastik. Gleichzeitig sind sie aber ein wichtiger Teil des terrestrischen Ökosystems und die Grundlage für die menschliche Nahrungsmittelproduktion und Trinkwassergewinnung.
Der emittierte Kunststoff kann unterschiedliche Grössen haben, aber auch grosse Plastikstücke zerfallen mit der Zeit und bilden schliesslich Mikroplastik (1–5000 μm). In der Schweiz ist der Reifenabrieb die häufigste Quelle von Mikroplastik-Freisetzung. Neben dem Reifenabrieb bildet die Landwirtschaft eine der Hauptquellen für Mikroplastik in Böden. Die Hauptquellen für Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden sind die Ausbringung von Klärschlamm, Kompost, die Verwendung von Folien in der Landwirtschaft und Bewässerung. Für die Schweiz ergaben Flussberechnungen für landwirtschaftlich genutzte Böden eine prognostizierte Umweltkonzentration von 200±100 mg kg-1 und zeigten, dass Klärschlamm die Hauptquelle für Mikroplastik ist, gefolgt von der Verwendung von Folien und der Kompostausbringung, während die Streuung nur eine sehr geringe Rolle spielt. Darüber hinaus gibt es diffuse Quellen wie atmosphärische Deposition, oder Littering.
Autor: Moritz Bigalke
Seitenangabe: 60-65
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