Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03228.jsonl.gz/522

Nein, ich bin kein Swiftie. Spontan kann ich tatsächlich keinen einzigen Taylor-Swift-Song aufzählen (was aber auch daran liegt, dass ich ein absoluter Musik-Banause bin und auf der Stelle gecancelt würde, falls je jemand meine Spotify-Playlists zu hören kriegen würde). Natürlich ist der Buzz um ihre Eras Tour aber auch an mir nicht vorbei.
Ich habe mitgekriegt, dass Swift, die bestbezahlte weibliche Entertainerin der Welt, ihren Lastwagenchauffeuren je 100’000 Dollar Bonus bezahlte (berichten verlässliche Quellen), dass sie das Bruttoinlandprodukt von Los Angeles County dank ihrer Konzerte in der Stadt um 320 Millionen Dollar steigern soll (laut einer Studie des California Center for Jobs and the Economy). Und dass sie gemeinsam mit Beyoncé nichts weniger als die gesamte US-Wirtschaft auf den Schultern trägt (okay, das kann ich nicht belegen, das habe ich einem trümmligen Instagram-Meme entnommen).
Natürlich ist an mir auch nicht vorbei, dass Taylor Swift neuerdings den American-Football-Spieler Travis Kelce datet. Diese Woche wurden die beiden zum ersten Mal händchenhaltend gesichtet. Es war auch das erste Mal, dass ich Kelce etwas anderes habe tragen sehen als sein Kansas-City-Chiefs-Trikot mit der Nummer 87: Eine bestickte crèmefarbene Jacke, darunter ein weisses Hemd und eine braune Anzughose mit Bügelfalten.
Fand ich gut. Und fragte mich sogleich, ob an Travis Kelce eine unentdeckte Stilikone verloren gegangen sei, recherchierte und … Nun, was soll ich sagen?
Ich habe gemischte Gefühle.
Da sind, vor allem in letzter Zeit, einige wirklich gute Looks dabei. XXL-Hemden, Anzüge mit überraschenden Details, schicke Schuhe:
Erwähnenswert etwa dieser Anzug mit scheinbar nach aussen gestülptem Innenfutter, getragen Anfang Oktober. Würde ich sofort kaufen, grossartig. Klar, die «Wayne’s World»-Merch-Kappe ist nichts. Und irgendeine Beraterin soll Kelce bitte sagen, dass die Kollaboration mit Louis Vuitton glaubwürdiger wirkt, wenn er die Taschen und Koffer des Hauses nicht ganz so offensichtlich in die Kameras hält. Der Anzug aber: Touchdown.
Je weiter man in Kelces Date, äh, Style History aber zurückgeht, desto mehr Red Flags offenbaren sich einem. Wobei diese Flagge von Ende 2022 mehr orange weht als rot, aber urteilt selbst:
Bezeichnend auch dieser Schneeleopard-Camouflage-Look von 2019:
Irgendwo dazwischen – zwischen den modischen Fehltritten der vergangenen Jahre und den passablen Outfits der letzten Wochen, zwischen relativer Unbekanntheit und öffentlichem Händchenhalten mit Taylor Swift – dann Kelces Auftritt in einem Seidenhemd, das auf den ersten Blick aussieht wie ein Versace-Verschnitt.
In Wahrheit aber, so berichtete er in seinem Podcast «New Heights», hat der US-amerikanische Designer J. Logan Horne das Hemd aus den alten Foulards eines prestigeträchtigen Pariser Modehauses gefertigt, was es optisch zwar nicht weniger trashig, aber doch irgendwie vielschichtiger macht. Travis, er interessiert sich nicht nur für den öffentlichkeitswirksamen Auftritt, sondern auch für die Machart seiner Kleidung.
Ist Travis Kelces Stil-Evolution am Ende also auch Taylor Swifts Verdienst? Wenn die Sängerin die US-Wirtschaft derart beeinflussen kann, dann wohl auch den Geschmack ihrer Dates.