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Prix de Quervain 2015 : Neue Forschungsergebnisse zeigen die Verletzlichkeit von hochalpinen Lebensräumen
Die schweizerische Kommission für Polar- und Höhenforschung der Akademien der Wissenschaften Schweiz hat zusammen mit der Jungfraujochkommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften den Preis am 5. November im Alpinen Museum in Bern verliehen. Prämiert wurden die folgenden Arbeiten: Steven Sylvester von der ETH Zürich; Chrystelle Gabbud von der Universität Lausanne; Matthieu Heiniger von der Universität Genf.
Steven Sylvester von der Universität Zürich hat im Rahmen seiner Dissertation in den Hochanden an exponierten Lagen bislang menschlich unbeeinflusste Ökosysteme untersuchen können und dabei gezeigt, dass die naturnahe Vegetation grösstenteils aus bislang unbeschriebenen Pflanzenarten und Arten mit beschränkten Verbreitungsgebieten bestand, die allesamt nicht an anthropogene Brände und Beweidung angepasst waren. Die natürliche Vegetation hatte zudem eine höhere Biomasse und einen signifikant höheren Waldanteil im Vergleich zu den grasdominierten, anthropogen geprägten heutigen Ökosystemen. Diese Arbeit zeigt auch, dass natürliche Ökosysteme nicht unbedingt unseren vorgefassten Vorstellungen entsprechen und dass es schwierig ist, menschliche Einflüsse auf Ökosysteme zu quantifizieren, ohne geeignete Vergleichsdaten aus natürlichen Systemen zu kennen.
Chrystelle Gabbud von der Universität Lausanne hat in ihrer Masterarbeit den Zusammenhang zwischen Klimavariabilität und der Dynamik des Haut Glacier d’Arolla im Wallis auf drei unterschiedlichen Zeitskalen, im Zeitraum von Jahrzehnten, dem Jahreslauf, und auf täglicher Basis untersucht. Dabei konnten mit diversen Messgeräten und Daten (kartographischen Quellen, digitale Photogrammetrie und Höhenmodelle, Radarmessungen) die sich zeigenden Veränderungen genau den Ablations- und Akkumulationsprozessen zugeordnet werden, welche sich aufgrund der Klima-, Witterungs- und Wetterbedingungen zutragen und entsprechend als Ursachen für die Gletscherdynamik auf verschiedenen Zeitskalen gelten.
Matthieu Heiniger von der Universität Genf hat in seiner sozialgeographischen Masterarbeit die sich alljährlich abspielenden Szenen im Basislager des Everest mittels eines Filmes dokumentiert. Für diese gelungene Arbeit erhält er einen Sonderpreis der Jury. Die Arbeit beleuchtet das Zusammenleben der mehr als 1200 Personen unterschiedlichster Herkunft an diesem extremen Ort.
Der Prix de Quervain wird jährlich ausgeschrieben, alternierend für Polar- bzw. Höhenforschung. Er ist an junge Forschende (bis 35-jährig) gerichtet, die ihre seit maximal zwei Jahren abgeschlossene Master- oder Diplomarbeit, Dissertation oder andere Forschungsarbeit (z.B. Post-Doc) einreichen können. Das Preisgeld beträgt insgesamt 5'000 CHF. Die Schweizerische Kommission für Polar- und Höhenforschung SKPH der Akademien der Wissenschaften Schweiz und die Jungfraujochkommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften fördern mit dem Preis herausragende Nachwuchsforscherinnen und –forscher auf ihrem Gebiet.