Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/1510

Am letzten CHI Genf traf ich, unter anderen, David Broome, den Weltmeister der Springreiter von 1970 und fünfmaligen Olympiateilnehmer (mit zwei Einzelbronzemedaillen). Es waren noch weitere Altmeister in den Palexpohallen anwesend, so Katie Monahan-Prudent, Pierre Durand, Patrick Caron, Peter Weinberg, Henri Prudent und, natürlich, einige Schweizer wie Markus Fuchs oder Philippe Guerdat.
Beim Gespräch mit David Broome dachte ich an die erste Weltcupsaison 1978/79, als Ende März 1979, beim CSIO-W Genf in der Vernets-Halle, die 19 europäischen Finalisten für den ersten Final in Göteborg ermittelt wurden. David ritt damals in Genf, er wurde Vierter. Beim Final in Göteborg von Anfang April 1979 lief es ihm nicht so gut. Umso besser der Amerikanerin Katie Monahan, die den ersten Weltcupfinal erst im Zusatzstechen gegen Hugo Simon verlor.
Fuchs, Durand, Caron, Weinberg
Von den erwähnten Altmeistern ritten Markus Fuchs, Durand, Caron und Weinberg ihre ersten Weltcupqualifikationsprüfungen 1979. Aber bis sich die vier für den Final qualifizieren konnten, dauerte es noch einige Jahre. Markus Fuchs musste bis 1992 warten, um dann in Del Mar Dritter zu werden. 2000 gab es für Markus Platz zwei. 2001 siegte er mit Tinka’s Boy und 2004 wurde er Dritter.
Durand bestritt seinen ersten Final 1985 – er wurde Dritter. Später gab es 1988 und 1990 zwei zweite Plätze. Peter Weinberg wartete bis 1986 auf seinen ersten und einzigen Final. Patrick Caron schaffte bis zu seinem Rücktritt 1985 keinen einzigen Finaleinzug. Auch Henri Prudent bestritt keinen Final. Katie Monahan ritt nach ihrem Beinahesieg von 1979 in sieben weiteren Finals.
Whitaker weiterhin aktiv
Von den 27 Reitern, die 1979 den ersten Final im Göteborger Scandinavium bestritten, ist nur noch einer voll aktiv: der 62-jährige John Whitaker – der später zweimal den Final gewann, 1990 und 1991, beides Mal mit Schimmel Milton. Hugo Simon, der damals im Final siegte, trat erst letztes Jahr vom internationalen Sport zurück. Das Jahr zuvor hatte er, mit 73 Jahren, bei einem Zweistern-CSI in Wiener Neustadt den Grossen Preis gewonnen. Nick Skelton, ein weiterer Finalist von 1979, wurde 2016 als 59-Jähriger Olympiasieger – ein wunderbarer Abschluss einer langen Karriere, während er den Weltcupfinal von 1995 gewann. Nick Skelton hatte übrigens 1979 mit Lastic jene erste Genfer Weltcupprüfung gewonnen. Einige der Starter von 1979 in Göteborg sind weiter in der Pferdesportszene präsent, wie der Amerikaner Bernie Traurig als vielbeschäftigter Trainer. Einige sind verstorben, so Caroline Bradley und Gerd Wiltfang. Der einzige «Alte», der dieses Jahr in Genf ritt, Michael Whitaker, auch schon 57-jährig, bestritt seinen ersten Weltcupfinal «erst» 1980. Die laufende Saison 2017/2018 vom Weltcup der Springreiter ist somit die 40. Saison und der Final von Mitte April 2018 in Paris-Bercy wird die Nummer 40 tragen.
Bordeaux und Göteborg
In der ersten Saison 1978/79 der Europaliga standen neun Wertungsspringen auf dem Programm. Von diesen ist nur noch Bordeaux dabei sowie der damalige Finalort Göteborg. Der von der Messe in Bordeaux organisierte Anlass hat seither allerdings vom Dezember in den Februar gewechselt, und seit einigen Jahren wird bereits in der vierten Halle seit 1978 geritten. Von den acht seither aus dem Weltcupkalender verschwundenen Turnieren zogen sich Genf und ‘s-Hertogenbosch – beide eng mit Rolex als Sponsor verbunden – zurück, nachdem Longines als Weltcupsponsor eingestiegen war. Amsterdam, Wien, Berlin, Dortmund, Birmingham und Antwerpen gaben ihre Turniertätigkeit auf – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – teils verfolgen sie andere Ziele. Von den Turnieren, die in den darauffolgenden Jahren zum Weltcup stiessen, sind noch London-Olympia (seit 1979), Helsinki (seit 1987) und neu wieder Paris-Bercy als Finalort (seit 1981) dabei. Verschwunden sind Dublin, Brüssel und Mailand. Genf, 1979 noch in der Eishockeyarena Les Vernets, wurde für die darauffolgenden Saisons des Weltcups nicht mehr berücksichtigt. Genf war damals, im Zweijahresrhythmus mit Luzern, Austragungsort des Schweizer CSIO mit Nationenpreis. Diese Doppelrolle wollte die FEI nicht. Dazu kam, dass Genf weiterhin darauf bestand, nur jedes zweite Jahr stattzufinden. Daran hielten die Genfer auch fest, als sie nach 1983 auf den Nationenpreis verzichteten. Erst als Genf 1991 von Les Vernets in die grosszügigen Palexpohallen beim Flughafen umzog, wagte man die jährliche Austragung. Zürich stiess 2011 als vorerst zweiter Schweizer Austragungsort zum Weltcup, bis sich Genf 2013 nach dem FEI-Sponsorenwechsel von Rolex zu Longines zurückzog. Ab 2019 wird – nach dem Ende von Zürich – Basel neuer und einziger Schweizer Weltcuport werden.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 6/2018)
Die «PferdeWoche» auf Facebook mit speziellen News und Attraktionen.
Sie haben noch kein Abonnement der PferdeWoche?