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Wieder einmal nutzten die 5. und 6. Klasse der Schule Rütti mit ihren Klassenlehrerinnen die Gelegenheit, Ende August/Anfang September die nahe gelegenen Gletscher Les Diablerets und Tsanfleuron mit einem Bergführer zu erkunden.
Dabei entdeckten die Expeditionisten eine neue Erscheinung: aufgestossene Geröllhaufen der Marmotta Glaziala. Ist dies etwa eine neue Erscheinung aufgrund der Gletscherschmelze?
Marmotta Glaziala
Bei der Gletscherüberquerung entdeckten wir ein einmaliges Phänomen: Ein neues Tier hat sich hier bemerkbar gemacht. Es ist ein murmeltierähnliches Tier. Die Marmotta Glaziala macht auf dem Gletscher dasselbe wie die Maus auf den Feldern: Sie gräbt sich durch das Eis und drückt das Geröll nach oben. Es entstehen einige Marmotta-Glaziala-Dreckhaufen, gut sichtbar auf dem Eis. Unser Bergführer Ueli erklärte uns, dass diese Tiere wegen der Gletscherschmelze nun in höhere Lagen vordringen und sich auf dem Eis am Rande dieses Gletschers bemerkbar machen! Sehr erstaunt betrachteten wir diese aus dem Eis herausragenden Erdgebilde.
Doch als wir uns fragten, was denn die pflanzenfressende Marmotta Glaziala auf fast 3000 Metern Höhe genau frisst, musste Ueli verraten, dass das Ganze nur ein Witz von ihm war! Wir mussten alle sehr lachen, denn es glaubten alle an die Marmotta Glaziala!
Die Erklärung für diese wie Mäusehaufen aussehenden Gebilde: Das Eis schmilzt um den Schmutz herum ab, es bleiben diese Eishaufen übrig, die vom Schmutz bedeckt sind.
LEONIE, LYNN
Die Gletscherexkursion
Wir fuhren mit der Post auf den Col du Pillon und von dort aus mit der Gondelbahn hoch auf Sex Rouge, wo es wärmer war als erwartet. Wir wanderten auf einem sandigen, steinigen und steilen Weg. Als wir am Ziel auf dem Dom ankamen, dem höchsten Punkt auf 2995 m, assen wir das Mittagessen. Später machten einige Schüler auf einem Schneefeld eine Schneeballschlacht. Nachher legte ich mich auf meinen Rucksack mit meiner Freundin. Sie und ich hatten leider Kopfschmerzen, weil wir uns nicht gewöhnt waren in der Höhe. Später wanderten wir über den Gletscher hinunter. Wir durften auch in eine Gletscherspalte rein. In der Gletscherspalte ist es sehr eng gewesen. Jeder, der wollte, wurde einzeln runtergelassen an einem Seil. Wir sind zurückgewandert bis zum Sessellift. Mit diesem sind wir zurück zur Gondel hochgefahren. Der Sessellift war sehr langsam! Zum Schluss waren wir noch auf der Hängebrücke.
Es war ein schöner und erfahrungsreicher Ausflug!
AMALIA
Unser Gletscher
Auf dem Glacier 3000 hat es drei verschiedene, grössere Gletscher: Glacier de Tsanfleuron, Glacier Diablerets und Glacier du Scex Rouge. Und noch zwei kleinere Gletscher: Glacier de Pierredar und Glacier de Prapio.
Seit 1965 fliesst der Gletscher nicht mehr. Somit ist der Gletscher leider tot. Der Gletscher ist in den letzten 150 Jahren ca. einen Kilometer weit zurückgeschmolzen. Ganz früher reichte der Glacier de Tsanfleuron sogar bis zum Sanetschpass hinunter. Der Glacier de Scex Rouge ging früher neben dem Oldenhorn hinunter. Während der Eiszeit bedeckten die Gletscher das ganze Saanenland. All das zeigte uns Ueli Grundisch. Danke für den tollen Ausflug!
JEAN-LUC, TOBIAS
Verhalten auf dem Gletscher
Am 27. August sind wir auf den Tsanfleuron-Gletscher gefahren. Als wir auf dem Pillon waren, trafen wir den Bergführer Ueli Grundisch. Anschliessend marschierten wir über den Tsanfleuron-Gletscher in Richtung Les Diablerets-Gletscher. Als wir dort ankamen, assen wir das Mittagessen. Nach dem Essen liefen wir in einer Einerkolonne und suchten Fossilien und einen Gletscherspalt. Wir durften uns sogar in einen Gletscherspalt abseilen lassen. Doch man darf nur abseilen, wenn man mindestens zu dritt ist. Danach marschierten wir zurück zur Gondelbahn und fuhren zurück zur Rütti. Das war cool, aber sehr anstrengend!
Sehr wichtig auf dem Gletscher: immer eine Sonnenbrille dabeihaben. Immer in einer Einerkolonne marschieren, denn wenn der Vorderste irgendwo hineinfällt, können die anderen ihm rasch helfen, darum sollte man nie alleine auf dem Gletscher sein. Wenn man Anfänger ist, sollte man mindestens zu dritt sein! Aber wenn man ein erfahrener Bergführer ist, kann man auch zu zweit auf einen Gletscher gehen. Auch noch wichtig ist: Wenn man sich in eine Gletscherspalte abseilen lässt, darf man nicht zu lange drin bleiben, sonst würde man einfrieren und man würde immer tiefer hinunterrutschen!
LYONEL, JAN
Die Alpenfaltung
Die Alpenfaltung, die wir erblickten, sah aus wie ein Smiley. Dort findet man wahrscheinlich viele Fossilien, aber es ist zu gefährlich, dorthin zu gehen. Auf dem Gletscher gibt es viele Faltungen. Wir sahen aber nur eine Alpenfaltung. Viele Forscher wollten dorthin, aber es ist zu gefährlich.
Alpenfaltungen entstehen, wenn zwei Erdplatten gegeneinanderdrücken. Das unterschiedliche Gestein der zwei Platten vermischt sich. Das kann man gut an den unterschiedlichen Farben der Steinschichten erkennen. Eine Erdplatte war früher unter Wasser im Meer. Aus dieser Zeit haben sich auch Fossilien von Meerestieren in der Erde vermischt. Die Alpenfaltungen entstanden über viele Millionen Jahre.
AMALIA, MARIO
Gletscherspalte und Bergführer
Ueli war unser Bergführer. Als wir über den Gletscher marschierten, suchte er uns eine breite, tiefe Gletscherspalte, wo er uns abseilen konnte. Um uns abzuseilen, brauchte er ein 30 Meter langes Seil, vier Karabiner, zwei Eisschrauben, Klettergurte, die wir anziehen mussten, und viele starke Kinder!
Sogar Frau Herrmann und Frau Nyffeler trauten sich in die Gletscherspalte hinunter! Wir zogen sie wieder herauf. Anschliessend durften wir noch die Eisschrauben und den Eispickel ausprobieren, das war sehr spannend.
AMANDINE, NOELIA, NILA
Wie kämpfen wir gegen den Schneemangel
Hallo! Wir sind Marco und Mattia. Wir sagen euch, wie man Gletscherschnee aufbewahrt. Um Gletscherschnee aufzubewahren, braucht man Fliess, um den Gletscherschnee abzudecken. Wegen dem Fliess schmilzt der Schnee nicht. Das Fliess ist aus dickem Filz gemacht, der Filz isoliert den Schnee. Jetzt fragt ihr euch, wofür man das braucht. Es ist ganz einfach: Wenn es nächstes Jahr nicht genug schneit, kann man den Schnee aus dem vorderen Jahr noch gebrauchen (und in den letzten Jahren hatte es echt wenig Schnee!). Ausserdem kann man so besser Ski fahren.
Die Meinung von Marco und Mattia: Man könnte einfach einen grossen Boiler voll Wasser unter 0 C° einfrieren und das gäbe … einen künstlichen Gletscher!
MARCO, MATTIA
Was ist ein Gletscherschlund?
Wir waren auf dem Glacier de Tsanfleuron und sahen als Erstes den Gletscherschlund, wo früher ein See war. Ueli Grundisch sagte uns, dass der See eines Abends noch da war und am Morgen war er verschwunden. Ein Gletscherschlund ist ein riesiges, tiefes Schmelzwasserloch. Das Schmelzwasser des fast ganzen Gletschers fliesst ins Loch und danach unter dem Gletscher weiter ins Wallis oder ins Waadtland.
Ueli Grundisch ist ein professioneller Bergführer. Beinahe am Ende des Tages durften wir noch mit ihm in den Gletscherschlund hinunterschauen, dieser war fast 15 Meter tief. Das Erstaunliche war, dass wir am Morgen noch fast kein Schmelzwasser gesehen hatten und am Nachmittag sahen wir einen riesigen Schmelzwasser-Wasserfall. Am Schluss durften wir noch auf die Hängebrücke und von da aus sahen wir bis in den Jura.
Wir danken Ueli Grundisch von Herzen, dass er mit uns mitgekommen ist. Wir durften eine sehr coole Exkursion erleben!
NIKLAS, LORIS
Im Ganzen haben wir zwei Gletscherschlünde gesehen. Am Morgen sagte der Bergführer, dass der Tsanfleuron-Gletscher vor zehn Jahren noch 30 Meter hoch war, und jetzt ist dieser nur noch 20 Meter hoch. Dies erkennt man an der Tiefe dieses grossen Gletscherschlunds.
Noch früher war der Gletscherschlund noch gar kein Gletscherschlund, sondern es gab an dieser Stelle einen Gletschersee, der allerdings eines Morgens ausgelaufen war. Beim Tsanfleuron-Gletscherschlund würde ich unter der Eisschicht nicht Kanu fahren, weil man da erst 500 Jahre später beim Gletschertor wieder rauskäme. Dies dauert so lange, weil der Gletscher sich durch viele Hindernisse kämpfen muss. Allerdings konnte man früher noch in den Schlund gehen und 100 Meter unter der Eisschicht durchspazieren. Heute kann man das nur noch im Winter mit einem Bergführer, denn im Sommer läuft zu viel Schmelzwasser durch und man könnte im Gletscherschlund vom Schmelzwasser mitgerissen werden.
YANIS, LIVIO
Teile des Gletschers
Eine Gletscherspalte ist eine spaltartige Öffnung in der Gletscheroberfläche. Eine Gletscherspalte ist sehr gefährlich, wenn sie mit Schnee oder dünnem Eis überdeckt ist, so dass man reinfallen kann. Gletscherspalten sind je nach Eisdicke des Gletschers 20 bis 200 Meter tief. Durch die Gletscherspalten fliesst Wasser.
Wir wechseln zu den Gletschermoränen. Moränen sind die Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden, sowie die im Gelände erkennbaren Formationen. Das Nährgebiet ist der obere Teil des Gletschers. Im Nährgebiet liegt noch der meiste Teil des Schnees und des Eises. Dort schmilzt der Schnee schneller. Das Zehrgebiet ist der untere Teil des Gletschers, wo im Sommer fast kein Schnee mehr übrig bleibt. Hier liegt auch die Zunge des Gletschers. Die sogenannte Gletscherzunge. Das Gletschertor ist der halbrunde, mehr oder weniger deutlich sichtbare Ausgang am Ende der Gletscherzunge, durch welches der Schmelzwasserabfluss eines Gletschers erfolgt. Aus dem Gletschertor fliesst der Schmelzwasserstrom, die sogenannte Gletschermilch oder der Gletscherbach.
HENRIQUE, LUKI
Moräne und Gestein
Am Morgen liefen wir als Erstes über eine schmutzige Moräne. Es war nass und dreckig, der Dreck klebte an unseren Schuhen. Später wechselte der Untergrund zu Schotter und losem Gestein. Der Bergweg führte uns bis auf den Dôme.
Eine Moräne entsteht, wenn der Gletscher das lose Gestein vor sich herund zur Seite schiebt. Die Wispile ist zum Beispiel auch eine Seitenmoräne aus der vergangenen Eiszeit, ein sogenannter Moränenberg.
Auf unserer Wanderung entdeckten wir sehr schöne und grosse Steine. Einige entdeckten sogar Fossilien. Die Gesteinsarten sind vor allem Kalk und etwas Quarz.
LUIS, VICTOR
Der Diablerets-Gletscher «kalbt»
Mit «Kalben» meint man, dass vorne an der Gletscherzunge ein Stück Eis abbricht. Hier vom Glacier Les Diablerets fällt das Eis ins Tal, bei den Gletschern in Grönland fallen die Eisstücke ins Meer und treiben als gefährliche Eisberge im Meer, bis sie vollends geschmolzen sind. Wir hörten es während dem Mittagessen, wie ein Stück abbrach. Wasser und Sonne lassen den schönen Gletscher kalben. Dieser Vorgang passiert so: Die Sonne bringt das Eis zum Schmelzen. Das Eis schmilzt, das Wasser frisst sich mit der Sonne ins Eis. So bricht ein Stück Gletschereis ab.
Wir danken Herrn Grundisch für seine detailreichen Erklärungen!
LUKAS, MATTHIAS
Blumen auf der Gletscher – Blumen auf über 3000 Metern!
Wir wanderten mit Ueli Grundisch zum Diablerets-Gletscher gewandert und sahen auf fast 3000 Meter Blumen – warum?
Durch die Klimaerwärmung wird es auch dort oben wärmer! Dadurch wachsen sogar dort Blumen. Sobald sich oben Blumensamen und Wasser (Regen) vermischen, wachsen wunderschöne und intensiv farbige Blumen. Sie sind so klein, weil es dort oben sehr frisch ist, und sie sind sehr intensiv, weil es wenig Bienen und andere Insekten gibt, die sie bestäuben.
INDIA, ROSA
Die Gletscherbrücken
Eine Gletscherbrücke stellt eine Gletscherspalte dar, die mit einer 5 cm bis zu einem Meter dicken Schneeschicht bedeckt sein kann. Das Gefährliche der Gletscherbrücken ist, dass die Gletscherspalten nicht sichtbar sind, weil sie mit Schnee bedeckt sind. Die Gletscherspalte darunter ist fast immer sehr tief und ziemlich hart. Wenn man alleine hineinfällt, ist es unmöglich, wieder herauszukommen. Deswegen sollte man nie alleine auf eine Gletschertour gehen und immer angeseilt sein.
Am Schluss durften wir uns noch in eine Gletscherspalte abseilen lassen. Es war kalt, eng, nass, abenteuerlich, aber trotzdem hat es grossen Spass gemacht.
Wir danken unserer Lehrerin für das Organisieren und Ueli Grundisch für die tolle Gletschertour und für die hilfreichen Informationen!
JANINE, LUANA