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(Fürstenrat), im frühern Deutschen Reich Bezeichnung der auf dem Reichstag zu einer Korporation vereinigten
geistlichen und weltlichen Territorialherren, mit Ausnahme der Kurfürsten, die ein besonderes Kollegium bildeten. Man unterschied
darin zwei Bänke, eine geistliche und eine weltliche. Zu den Virilstimmen der hier vertretenen weltlichen
und geistlichen Herren kamen noch 6 Kuriatstimmen, 4 Grafen- und 2 Prälatenbänke. Der Reichsfürstenrat (Reichsfürstenkollegium)
zählte zur Zeit des Westfälischen Friedens 36 geistliche Stimmen, einschließlich der 2 Kuriatstimmen der Prälaten, und 94 weltliche
Stimmen, einschließlich
der 4 Kuriatstimmen der Grafen, nach dem Reichsdeputationshauptschluß von 1803 aber im ganzen noch 131 Stimmen,
einschließlich der 4 gräflichen Kuriatstimmen.
Eigentlich geistliche Stimmen waren darunter nur noch 3, die des Kurerzkanzlers, des Deutschen und des Johanniterordens. Die
übrigen geistlichen Stimmen waren an weltliche Fürsten übergegangen, und die Unterscheidung zwischen geistlicher und weltlicher
Bank hatte somit ihre Bedeutung verloren. Auch auf den Landtagen einzelner größerer Territorien kam es
vor, daß die Fürsten, Grafen und freien Herren sich von den übrigen Adligen absonderten und eine eigne Kurie bildeten, die
denn wohl auch als Fürstenbank bezeichnet wurde.