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Geschichte und Entstehung des Modern Karate Center (M.K.C.) Zürich
Am 1. September 1977 öffnete das MKC an der Militärstrasse in Zürich als zweites Kickboxcenter der Schweiz nach der Karate Academy in Genf seine Pforten. Inzwischen ist aus dem MKC die eigentliche schweizerische Kickbox-Hochburg geworden. Unzählige Elitekämpfer, die heute teilweise eigene Klubs betreiben, lernten ihr Hand- und Fusswerk im MKC.
Sowohl das ursprüngliche Kickboxen als auch das amerikanische Vollkontaktkarate entstanden aus dem Karate. Die Fusstechniken vom Karate wurden mit klassischen Boxtechniken kombiniert und dazu wurden entsprechende Schutzausrüstungen entwickelt. Heute sind unter dem Begriff Kickboxen die verschiedensten Ausprägungen zu finden. Vom Vollkontaktkarate bis zum traditionellen Thai Boxen (Andy Hug).
Vorgeschichte
Die Geschichte des MKC ist eigentlich die Geschichte zweier Kickboxlegenden, Armin Klaus und René Boesch.
Aus Armins Idee, der Eröffnung einer eigentlichen Kickboxschule, entstanden gemeinsame Pläne mit René. Nachdem an der Militärstrasse ein geeignetes Lokal gefunden werden konnte, wurden die Pläne realisiert. Während Armin die Finanzierung, die Administration und das Marketing sicherstellte, leitete René die ersten Trainings im neuen Center und bildete seine Kollegen zu „Kickboxcracks“ aus.
René (derzeit mit dem 7. Meistergrad höchst graduierter Kickboxer der Schweiz) besuchte sein erstes Karatetraining am 1. Oktober 1967 im Karateclub Genf und verschrieb sich in der Folge ganz dem Kampfsport. Auf Grund seiner ausgezeichneten Leistungen stieg er in das Kader der Schweizer Karate-Nationalmannschaft auf und belegte dort von 1971 bis 1978 einen Stammplatz.
Zu dieser Zeit gab es noch keine Unterscheidung nach Gewichtsklassen. René trat mit einem Kampfgewicht von 65kg gegen bedeutend schwerere und größere Gegner an. Um sich gegen diese zu behaupten, verfeinerte und optimierte er mit eiserner Disziplin und unbeugsamen Willen seine Techniken. So erarbeitete er sich Geschwindigkeit, Geschmeidigkeit und Präzision, die es ihm ermöglichten, trotz körperlicher Unterlegenheit jeden Gegner zu schlagen, und kann auf unzählige Erfolge zurückblicken.
Karateweltmeisterschaft von 1975
Anlässlich der Karateweltmeisterschaft von 1975 in den USA wurde René von Bill Wallace – dem Begründer des eigentlichen Kickboxens – für Showkampf im Kickboxen angefragt und in der Folge engagiert. Dies war für René das Schlüsselerlebnis für den Wechsel vom traditionellen Karate zum Kickboxen. Mit ihm wechselten nach dieser Weltmeisterschaft gut 30% der führenden Karatekas der Welt ins Kickboxlager.
Vom zuständigen Trainer für Europa, dem Franzosen Dominique Valera trainiert, brachte René das Kickboxen in die Schweiz. Dies war die Initialzündung für das Schweizer Kickboxen: Von anderen Kampfsportlern unterstützt, wurden fortan Tourniere und Meisterschaften organisiert.
Mit seiner offenen Art knüpfte René rasch nationale und internationale Kontakte. Als kompetenter Vertreter des Schweizerischen Kickboxverbandes im Weltkickboxverband (WAKO) ist er neben dem WAKO-Präsidenten Ennio Falsoni eine der Kernkapazitäten des Kickboxens sowie der Urvater des Schweizerischen Kickboxens.
Noch heute dominiert Renés Kampfphilosophie die Kickboxausbildung in der Schweiz: Technisches Geschick, Kombination, Geschwindigkeit und Weitsicht statt rohe Gewalt.
Armin besuchte sein erstes Karatetraining 1973 und traf anfangs 1974 erstmals mit René zusammen. Fortan trainierte er mit René und wuchs ebenfalls zu einer Kickboxkapazität heran. Im eigenen Kickbox-Center trainierten die beiden zusammen und trieben einander zu Höchstleistungen an. Unter der Führung von René, unterstützt von Dominique Valera, trat Armin wettkampfmäßig in Renés Fußstapfen und konnte eine ebenso erfolgreiche Karriere beginnen.
Mit eisernem Willen und Disziplin sowie seinem Perfektionismus stieg Armin 1984 zum Vizeweltmeister auf und ist heute Träger des 6. Meistergrades. (Den damaligen Weltmeister hat er im Länderkampf besiegt). In der Folge engagierte sich Armin gesamtschweizerisch für den Nachwuchs und diente unter anderem mehrere Jahre als Coach der Schweizer Kickbox-Nationalmannschaft.
Umzug und Erweiterung des Angebotes
Im Rahmen des Umzuges von der Militärstrasse 109 an die Birmensdorferstrasse 94 im November 1991 wurden größere Räumlichkeiten bezogen und gleichzeitig die Kursangebote erweitert. Das MKC bietet nunmehr nebst Kickboxing auch Selbstverteidigungskurse, Aerobic, Tae Bo, Krafttraining, Solarien und ein Dampfbad an. Der Schwerpunkt liegt jedoch nach wie vor beim Kickboxen. Täglich werden Trainings sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene angeboten.
Austritt von René
Im September 2000 entschloss sich René, das MKC nach 23 Jahren zu verlassen und sich vermehrt in seiner eigenen Massagepraxis zu engagieren. Er bleibt jedoch dem Kickboxsport als Präsident des Schweizerischen Kickboxverbandes sowie als Ehrenpräsident des MKC erhalten und gibt sein Können in verschiedenen Workshops und Schulungen an den Nachwuchs weiter.
Die Sensation: Besnik Ramadani 2-facher Weltmeister vom MKC
Besnik Ramadani begann mit 14 Jahren im MKC mit dem Kickboxtraining und verhalf dem MKC im Jahr 2001 zur eigentlichen Sensation: Er wurde mit 20 Jahren Doppelweltmeister, Weltmeister im Light-Contact (-74kg) und Weltmeister im Full-Contact
(-75kg). Ein Jahr später wurde er Europameister (-75kg) und gewann den Worldcup in Piacenza gleich 2x in den folgenden Jahren.
Er kann mittlerweile auf 23 Schweizermeistertitel zurückblicken, die er im
Light-Contact, Full-Contact und Full-Contact mit Low-Kick gewann.
Das MKC
Als führende Kickboxschule der Schweiz hat das MKC in den letzten 30 Jahren unzählige Kickboxer ausgebildet und sie zum Erfolg geführt. Bis heute konnten gut 280 nationale und internationale Titel erkämpft werden. Die Wettkämpfer werden nach wie vor an den Turnieren von Armin persönlich betreut und gecoacht, während René in seiner Funktion als Verbandspräsident den ganzen Turnierbetrieb leitet.
Unter den wachsamen Augen der beiden Koryphäen Armin Klaus und Besnik Ramadani, sowie mehreren Hilfstrainern perfektionieren die Trainingsteilnehmer ihre Technik und ihr Können. Anfänger werden in speziellen Trainings ausgebildet und gefördert. So wird eine solide Basis geschaffen, welche es ihnen ermöglicht, schon bald mit fortgeschrittenen Teilnehmern zu trainieren. Dadurch wird verhindert, dass der Niveauunterschied zu groß ist und sich der Anfänger deswegen überfordert fühlt. Damit wird auch Verletzungen und Unfällen vorgebeugt.
Alle Trainer legen großen Wert darauf, dass keinerlei Prügeleien entstehen oder Anfänger als Sandsack missbraucht werden und dass mit gegenseitigem Respekt und Disziplin trainiert wird. Dies ermöglicht unerfahrenen Teilnehmer mit Elitekämpfer zusammen zu trainieren und auf eigenen Wunsch Sparring mitzumachen.
Das MKC ist auch ein Treffpunkt für Frauen und Männer der verschiedensten Kulturen und Berufsgattungen. War in den Jahren vorher der Frauenanteil eher bescheiden, so werden die Anfängertrainings jetzt zu über 50% von Frauen besucht.
Armin Klaus managt mit seiner offenen und fairen Art das ganze Sportcenter und trägt mit viel Charme zu einer lockeren Atmosphäre bei.
Zukunft und Ziele
Das MKC, an der Birmensdorferstrasse 94, 8003 Zürich, ist die Adresse für Kickboxen, in der Vergangenheit wie in der Zukunft.
Dr. med. Adel Abdel – Latif
12-facher Schweizermeister Kickboxing
Mehrfacher intern. Cupgewinner, Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft
Mister Schweiz 1996, ehemals Mitglied des M.K.C.