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Für Statistiken geraten Menschen in Tortenstücke, Säulen und Kurven, die für politische Argumentationen und ökonomische Kosten-Nutzen-Strategien verwendet werden. Was ist, wenn diese Statistiken Gesichter bekommen? Wie sieht es aus, wenn sich Zug auf einer Bühne durch 100 Menschen vertreten liesse, eine Menge so ausgesucht, dass sie statistisch relevante Aussagen machen kann?
Das deutsch-schweizerische Regie-Trio Rimini Protokoll sucht für ihr Projekt eine Gruppe von 100 Menschen, deren Zusammensetzung exakt einem Bevölkerungsmodell entspricht, das mit dem Amt für Statistik des Kantons Zug erarbeitet wird. Jeder auf der Bühne steht für 1268 ZugerInnen.
Den Aufführungen von «100 % Zug» geht eine monatelange Bekanntenkreis- Kettenreaktion voraus: Nur einen einzigen Menschen wählt die Regie für die Teilnahme an der Inszenierung aus. Dieser bestimmt den nächsten aus seinem Bekanntenkreis, der zweite einen weiteren, bis 100 ZugerInnen beisammen sind, die «100 % Zug» glaubhaft spielen können. «100 % Zug» zeigt einen Darsteller mit 100 Köpfen, der Zug spielt: einen Chor, der kein Lied geübt hat, ein Umfragegebilde, das sich zu immer neuen Gruppenbildern zusammenstellt – flüchtige Porträts von Zugehörigkeit und Gegensätzen, ein Bevölkerungsparlament auf 100 m² Bühne.