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Der verarmte Adelige Don Quijote flüchtet sich regelmässig in die märchenhafte Traumwelt idealisierender Ritterromane und ihrer Helden. Irgendwann kann er nicht mehr zwischen literarischer Traumwelt und Realität unterscheiden. Er wird wahnsinnig und bildet sich ein, selbst ein Ritter zu sein. Da ein echter Ritter ein Pferd braucht, wird Rosinante zum Ritterpferd auserkoren. Don Quijote beschliesst, sich nunmehr voll und ganz den Hauptaufgaben eines Ritters zu widmen: Jungfrauen und Waisen vor dem Bösen in der Welt zu retten.
Don Quijote kann den nüchternen Sancho Pansa als Knappen gewinnen. Sancha Pansa lässt sich trotz seiner im Kern realistischen Weltsicht von den Chancen erfolgreichen Rittertums überzeugen.
Die erhofften Erfolge bleiben aus. In seinem Wahn identifiziert Don Quijote immer wieder Gegner, die keine Gegner sind. Legendär geworden ist sein Kampf gegen Windmühlen, die er für Riesen hält. Quijote will die Realität nicht sehen und verbleibt in seiner Traumwelt. Trotz aller Erniedrigungen und Misserfolge richtet sich Don Quijote moralisch auf und zieht weiter. Seine Würde ist unerschütterlich.
Ursprünglich hatte Cervantes den Roman von 1605/1615 als Persiflage auf die zu seiner Zeit modernen Ritterromane geplant. Dieses Vorhaben weitet Cervantes während des Schreibens erheblich aus. Don Quijote begegnet auf seiner Reise so vielen unterschiedlichen Repräsentanten der spanischen Gesellschaft, dass ein umfassendes satirisches Bild Spaniens zur Zeit Cervantes entsteht.
»Don Quijote« ist ein unvergängliches Meisterwerk der Weltliteratur. Der »Ritter von der traurigen Gestalt« wurde oft kopiert, adaptiert und zitiert.
Endlich auch eine Version für mein Lesegerät.
Vor Jahren habe ich mit dem gedruckten Buch angefangen und des dann verstauben lassen.
Jetzt kann ich es bequem im Bett lesen... endlich!
Don Quijote von der Mancha
von Poldis Hörspielseite am 26.10.2010
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)
Erster Eindruck: Der berühmte Kampf gegen Windmühlen
Don Quijote de la Mancha - welch klangvoller und beeindruckender Name. Doch ist er nur das Werk der Fantasie, den statt gegen heldenhafte Ritter, grausige Riesen oder Ungeheuer zu kämpfen, greift der Mann mit seinem treuen Begleiter Sancho Pansa Windmühlen und Weinschläuche...
Erster Eindruck: Der berühmte Kampf gegen Windmühlen
Don Quijote de la Mancha - welch klangvoller und beeindruckender Name. Doch ist er nur das Werk der Fantasie, den statt gegen heldenhafte Ritter, grausige Riesen oder Ungeheuer zu kämpfen, greift der Mann mit seinem treuen Begleiter Sancho Pansa Windmühlen und Weinschläuche an - sofern er neben dem Dichten Zeit dafür findet...
"Don Quijote de la Mancha", ein jeder dürfte zu mindestens den Titel dieses Weltklassikers kennen, vielleicht sogar mit Windmühlen in Verbindung bringen. Nun gibt es das Werk des Spaniers Miguel de Cervantes Saavedra auch als Hörversion, entstanden durch Deutschlandfunk und hr2, veröffentlicht vom Hörverlag. Es ist ein mutiges Projekt, denn vom klassischen Hörspiel ist "Don Quijote de la Mancha" weit entfernt, was allein schon durch die Buchvorlage gegeben ist. Don Quijote steigert sich immer weiter in seinen Wahn, seine Fantasiewelt hinein, die Geschichte lebt nicht von ihrer Entwicklung - die kaum gegeben ist - sondern von dem Augenblick, der mal heitere, mal skurrile Momente hervorbringt. Auch die hochtrabenden, aber immer humorvollen Dichtungen fließen mit ein und bilden gekonnte Intervalle. Ein anspruchsvolles Werk, das eine mutige Umsetzung verdient und auch bekommen hat. Regisseur Klaus Buhlert inszeniert es als Mischung aus Hörspiel und - buch, lange, gelesene Passagen wechseln sich mit Dialogen, ausschließlich zwischen Don Quijote und Sancho Pansa, ab. So kommt das Werk wunderbar zum Tragen und versprüht eine ganz eigene Note, allerdings sollte man sich bewusst sein, dass hier trotz viel hintergründigem Humor ein anspruchsvolles Werk vorliegt, das zum Nebenbeihören nicht geeignet ist.
Gerade einmal drei Sprecher sind eingesetzt, ein ebenfalls guter Zug, um das Werk zur Geltung zu bringen. Rufus Beck spricht den Don Quijote de la Mancha und beweist sein Talent für komische Rollen. Er trifft immer genau der Figur auf den Kopf und spricht sehr variabel. Sancho Pansa, sein treuer Begleiter, wird von Thomas Thieme gesprochen, auch er kann mit einer punktgenauen Betonung und einer außergewöhnlichen Stimme Punkten. Die weiblichen Parts übernimmt die grandiose Anna Thalbach, in deren Stimme immer ein bisschen Schwermut mitklingt, der die Geschichte bereichert.
Das Stück spielt in Spanien, und so ist auch die akustische Untermalung ausgefallen. Auch hier wurde Mut bewiesen, teilweise wiederholt sich ein und das selbe Geräusch immer und immer wieder, nur einer von vielen passenden und gelungenen Einfällen. Typische Hörspielmusik sucht man vergebens, eine wirklich außergewöhnliche Leistung.
Die Gestaltung ist sehr gelungen, vor schlicht weißem Hintergrund sieht man auf dem Titelbild Don Quijote und Sancho Pansa als eine Art Strichmännchen. Sehr löblich ist das dicke Booklet, das beiliegt: Mit ausführlicher Trackliste, aufschlussreichen Informationen zu Autor, Darstellern und dem Werk selber sowie einem interessanten Interview ist es bestens ausgestattet.
Fazit: Ungewöhnliches Werk, manchmal eher szenische Lesung, voll hintergründigem Humor und mutig inszeniert - ein Klassiker, der seine verdiente Umsetzung bekommen hat.