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Osteoporose ist eine systemische Erkrankung, die vor allem Frauen nach der Menopause betrifft. In der Schweiz sind dies rund 400’000 Personen. Das Risiko, im Alter von 50 Jahren eine osteoporose-bedingte Fraktur zu erleiden, liegt bei etwa 50% (Rheumaliga). Unter Osteoporose versteht man eine pathologische, generalisierte Abnahme der Knochenmasse, was eine geringere Knochendichte und Tragfähigkeit mit sich bringt (ViaMedici).
Eine feste Bindegewebshaut umkleidet unsere Knochen. Direkt darunter liegt die Knochenrinde, die aus der Substantia Compacta besteht, welche wiederum weiter innen in die Substantia Spongiosa übergeht. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine schwammartige Substanz, die das Grundgerüst unseres Knochens bildet. Die Trabekel der Substantia Spongiosa sind entlang der Belastungslinien ausgerichtet. Durch diesen spezifischen Knochenaufbau wird eine optimale Stabilität mit möglichst wenig Knochenmasse ermöglicht. Darüber hinaus wird durch den spongiösen Aufbau auch die Knochenoberfläche vergrössert; so entsteht eine grosse Austauschfläche für den Stoffwechsel. Das richtige Verhältnis ist hier entscheidend. Ausgekleidet wird das Grundgerüst vom Endost, in dem sich das Knochenmark befindet (DocCheck). Das Knochenmark unterteilen wir in ein rotes und ein gelbes. Das rote ist verantwortlich für die Bildung der Blutzellen; aufgrund der vielen Erythrozyten ist es rot. Das gelbe Knochenmark ist nicht an der Blutbildung beteiligt, es besteht hauptsächlich aus Fettzellen.
Wir können die Osteoporose basierend auf ihrer Ursache und Entstehung grob in zwei Arten gliedern. Einerseits gibt es die senile Osteoporose (Typ-II-Osteoporose), welche i.d.R. mit einem verminderten Knochenumbau zusammenhängt, d.h. der natürliche Verlust an Knochenmasse wird in diesem Fall nicht mehr kompensiert, und andererseits gibt es die postmenopausale Osteoporose (Typ-I-Osteoporose), welche oft mit einem erhöhten Knochenumbau assoziiert wird (ViaMedici). Bei beiden Arten kommt es zu einem erhöhten Knochenabbau, allerdings schreitet dieser bei der postmenopausalen Osteoporose schneller voran.
Essentiell für einen gesunden, stabilen Knochen ist das Gleichgewicht zwischen dem Knochenabbau durch die Osteoklasten sowie dem Knochenaufbau durch Osteoblasten. Der Knochen wird besonders anfällig auf Frakturen, wenn die Osteoklasten übermässig aktiv sind und die Osteoblasten dies nicht kompensieren können. Betroffene können sich also schon bei Bagatellen, wie beispielsweise einem kleinen Sturz, die Knochen brechen. Besonders häufig von diesen Frakturen betroffen sind die Wirbelkörper, der Arm, sowie auch der Oberschenkelhals. Frakturen, die eher nicht für eine osteoporotische Ursache sprechen findet man im Bereich des Schädels, der Finger und Zehen.
Patient:innen, die unter Osteoporose leiden, haben oft Schmerzen. Deren Ursache sind aber nicht die Knochenumbauprozesse an sich, sondern viel mehr die Knochenbrüche, die dadurch entstehen. Es gibt unzählige Faktoren, die den Krankheitsprozess begünstigen. Häufig beobachtet man hormonelle Störungen, wie beispielsweise eine verfrühte Menopause oder Essstörungen wie Anorexie mit ausbleibender Periode. Verminderte körperliche Aktivität, genetische Faktoren, bestimmte Medikamente oder auch ein tiefes Körpergewicht (BMI unter 20.0 kg/m2) können eine Rolle spielen.
Die Medikamentöse Therapie bei Osteoporose besteht aus zwei Ansätzen. Einerseits Antiresorptive Medikamente, die den Knochenabbau hemmen, andererseits aus anabol wirkenden Medikamenten, die hauptsächlich den Knochenaufbau fördern. Diese medikamentöse Therapie sollte durch weitere Massnahmen ergänzt werden. Den Patient:innen wird empfohlen, körperlichen Aktivitäten nachzugehen. Hierbei ist das Ziel, Kraft und Ausdauer zu steigern. Um Stürzen vorzubeugen, sollten ein Sehtest durchgeführt und allenfalls Gehilfen verwendet werden. Die Ernährung sollte ebenfalls angepasst werden; Vitamin-D3 und Calcium müssen bei einem Mangel supplementiert werden. Vitamin D hilft unserem Körper bei der Aufnahme vom Calcium, das wiederum in die Knochen eingebaut wird und diese stärkt. Weiter kann es den Muskelaufbau fördern. Die Kombination dieser beiden Aspekte hilft, das Sturz- & und spezifisch das Hüftfrakturrisiko zu senken (Universitätsspital Zürich). Nikotinkonsum gilt es zu vermeiden (ViaMedici).
Mit Untergewicht kommen viele Probleme, eins davon ist eine zu geringe Knochendichte. Diese lässt sich häufig auf einen Calcium-Mangel und damit verbundenen gestörten Stoffwechsel zurückführen. Differenzieren sollte man die Osteoporose bei postmenopausalen Frauen. Aufgrund der hormonellen Umstellung, namentlich einer verminderten Östrogenproduktion, wird vermehrt Knochensubstanz abgebaut. Östrogen hemmt die Osteoklasten, welche für den Abbau der Knochen sorgen und gleichzeitig stimuliert es die Osteoblasten, welche für den Knochenaufbau zuständig sind. Eine verringerte Östrogenproduktion führt dementsprechend zu einem erhöhtem Knochenabbau. Daher sollte bei der Prävention eine hormonelle Ersatztherapie besprochen werden.
Weitere präventive Massnahmen sind folgende: Ein ausgeglichener Lebensstil hilft, um den Bedarf an Calcium, Eiweiss und Vitamin D zu decken. Zudem können ein Verzicht auf Niktoin sowie ein niedriger Alkoholkonsum die Gesundheit der Knochen positiv beeinflussen. Das Beachten der folgenden Punkte kann Ihnen helfen, Ihr persönliches Osteoporoserisiko zu verringern:
Quellen
DocCheck, abgerufen am 1, April 2022 von: https://flexikon.doccheck.com/de/Knochen
Osteoporose.de, abgerufen am 15. April 2022 von: https://www.osteoporose.de/osteoporose/risikofaktoren
Rheumaliga Schweiz, abgerufen am 1. April 2022 von https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/osteoporose
Universitätsspital Zürich, Altersmedizin, abgerufen am 15. April 2022 von: https://www.usz.ch/fachbereich/altersmedizin/angebot/vitamin-d/
ViaMedici: Knochen, Metabolische Osteopathien, Osteoporose, abgerufen am 1.April 2022 von: https://viamedici.thieme.de