Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03338.jsonl.gz/202

Die Stellungnahme ist beim Acco-Verlag (Academic Cooperative) in Löwen als Buch erschienen. Redigiert wurde der Text durch Christian Hoenraet, zugleich Geistlicher in der Diözese Brügge und Direktionsmitglied der belgischen Synatom. Eine französische und eine englische Übersetzung der Schrift ist in Vorbereitung.
Die Arbeitsgruppe umfasst Fachleute aus den verschiedensten Disziplinen, von der Theologie über die Philosophie bis zu den Naturwissenschaften und dem Lehrfach, aber auch Laienvertreter. Ihre Arbeit ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Belgien seine elektrische Energie zu 60% aus Kernkraftwerken bezieht und die neue rot-grüne Regierung angekündigt hat, sie wolle den Ausstieg aus der Kernenergie vorbereiten. Die Arbeitsgruppe geht von der Feststellung aus, alle Energiequellen und Verfahren zur Stromerzeugung wiesen Vorteile wie Nachteile auf und brächten bestimmte Risiken mit sich. Sie kommt daher zum Schluss, nur ein sachlicher Vergleich sei als Entscheidungsgrundlage ethisch vertretbar. Bei einem solchen Vergleich schneide die Kernenergie günstig ab. Für die Umwelt sei ihre Nutzung von Vorteil und die radiologischen Auswirkungen seien minimal. Für die Kernenergie sprächen auch wirtschaftliche Argumente. Den entwickelten Ländern empfiehlt die Arbeitsgruppe daher ihren Einsatz. Eine ethisch verantwortbare Energiepolitik umfasse auch die gleichzeitige Förderung einer rationellen Energienutzung und eine gezielte Entwicklung erneuerbarer Energien. Der Einsatz der fossilen Energien sei vermehrt den Drittweltländern vorzubehalten.
Quelle
P.B. nach Mitteilung von Ondraf und NucNet vom 23. September 1999