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Frage: Letzte Woche fuhr mein 7‑jähriger Sohn mit seinem Scooter zu einem Spielkameraden. Auf dem Nachhauseweg touchierte er ein parkiertes Auto. Dabei wurde dessen Lackierung erheblich beschädigt. Der Autobesitzer verlangt jetzt von mir, dass ich die Reparatur bezahle. Er sagt, ich sei als Elternteil schliesslich verantwortlich für mein Kind und hafte daher für den Schaden, den es anrichtet. Stimmt das, muss ich die Reparatur bezahlen?
Antwort: Nein. Auch Kinder können für Schäden haftbar gemacht werden, die sie verursachen. Entscheidend ist, dass das Kind urteilsfähig ist. Urteilsfähig zu sein bedeutet, dass das Kind die Konsequenzen seines Tuns erkennen und entsprechend handeln kann, um einen Schaden zu vermeiden. Ist das Kind urteilsfähig, ist die Höhe seines Verschuldens ausschlaggebend. Je höher das Verschulden, desto höher der Schadensanteil, der bezahlt werden muss. In den meisten Fällen wird ab einem Alter von 9 Jahren vom Vorliegen einer Urteilsfähigkeit ausgegangen. In Ihrem Fall haftet Ihr Sohn nicht. Er war aufgrund seines Alters nicht in der Lage, den Schaden vorherzusehen. Sie als Eltern können nur verantwortlich gemacht werden, wenn Ihnen nachgewiesen werden kann, dass Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Diese wird mit zunehmendem Alter des Kindes geringer. Je älter das Kind, desto mehr eigene Verantwortung trägt es für sein Handeln. Als Eltern sind sie jedoch nicht verpflichtet, Ihre Kinder so intensiv zu beaufsichtigen, dass Schäden gar nicht geschehen können. Indem Sie mit Ihrem Kind den Umgang mit dem Scooter geübt und ihm auch Anweisungen für das Verhalten im Verkehr gegeben haben, sind Sie Ihre Aufsichtspflicht nachgekommen. Sie haften somit nicht für das Verhalten Ihres Kindes und müssen die Reparatur des Autos nicht bezahlen.