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Seit die Züge vor allem unterirdisch haltmachten, hatten sie einen Grossteil ihrer Attraktivität eingebüsst, zumindest für Bennebräuler, der grosses Vergnügen dabei empfand, die auf dem Perron Wartenden mit einer Mischung aus lethargischem Starren und nervösem Feixen in eine milde Panik zu versetzen. Wenn es ihm gelang, ahnungslose Wartende damit zu einer kopflosen Flucht quer durch die selbst auf dem Land zu Ladenstrassen umgebauten Bahnhofsanlagen zu animieren und dort Unruhe zu stiften, erfüllte ihn dies mit einer tiefen inneren Befriedigung. Unterirdisch wandten sich die Menschen jedoch enerviert ab und starrten minutenlang auf Plakatwände, ehe sie abrupt kehrtmachten und nach Kandersteg fuhren.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben. Es ist ebenso wie «Mordgarten» unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich. www.stpoertner.ch