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Der 7-jährige Mohamed, Mimou genannt, erzählt die Geschichte seines Vaters, des Musikers Houcine Bidra: Im Marokko der 60er Jahre spielt Houcine mit seinem kleinen Orchester auf Festen und Hochzeiten. Wenn verlangt wird, dass die feiernden Frauen nicht von männlichen Blicken gestört werden, geben sich die Musiker dreist als Blinde aus. An Mimous erstem Schultag redet Houcine, der nie zur Schule ging, seinem Sohn ins Gewissen und verlangt, stets Klassenbester zu sein. Mimou hat jedoch nur das Nachbars-Hausmädchen Chama im Kopf, das er mit geklauten Kuchen, aufgeschnappten Zitaten und Gesten zu beeindrucken versucht. Um den Papa nicht zu enttäuschen, fälscht er mit Hilfe seines kommunistischen Onkels seine mässigen Schulnoten. Das geht gut, bis Houcine dahinterkommt. Doch er selbst hat auch ein Geheimnis.
L’orchestre des aveugles, ein einfühlsamer, autobiografischer Coming-of-Age-Film, blickt nostalgisch zurück und porträtiert auch soziale Randfiguren liebevoll, was ihn in Brüssel, Tanger, Montréal und an anderen Festivals zum preisgekrönten Publikumsliebling gemacht hat. (Arab Film Festival Zürich, 2016)