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Wieder mal zu sagen, dass die Volksmusik aus Brasilien (die Música Popular Brasileira) sich durch ihren aussergewöhnlichen Variantenreichtum auszeichnet, ist zwar eine fast schon abgedroschene Wiederholung, aber die ist notwendig, um diese Musik zu definieren! Ihre Geschichte geht auf die Indianer zurück und auf die von den eingewanderten Jesuiten praktizierte Musik. Dieses Zusammentreffen der Jesuiten-Musik und jener der Eingeborenen ist die Vorgeschichte der Volksmusik Brasiliens. Die Evolutionen dieser primitiven Rhythmen, wie zum Beispiel die “Cateretê“ oder der “Cantochão“, sind noch heute bei Volksfesten zu hören.
Die brasilianische Volksmusik wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts stärker – zum Beispiel mit dem “Lundu“, einem afrikanischen Tanz mit Stepp-Partien – oder der “Modinha“, einem Gesang portugiesischen Ursprungs von romantisch-sentimentalem Charakter. Diese beiden Originale – mit afrikanischem und mit europäischem Hintergrund – wechselten sich ab oder ergänzten sich in den unterschiedlichsten und ungewöhnlichsten Formen während einer Entwicklung, welche, zusammen mit anderen nachträglichen Einflüssen, in die brasilianische Volksmusik von heute mündete, und die eine Herausforderung jeglicher Etikettierung oder Klassifikation darstellt.
Während der Kolonialzeit und dem Ersten Imperium erfuhren, ausser den bereits zitierten “Lundu“ und “Modinha“, auch Walzer, Polkas und Tangos aus diversen ausländischen Kulturen in Brasilien eine neue Art des Ausdrucks.
Im 19. Jahrhundert erschienen die Gruppen der “Chorões“, welche europäische Musikstile einführten – zum Beispiel die Mazurka, die Polka und den “Scottish“ – Konstruktionen, die nach brasilianischem Geschmack und auf brasilianische Art und Weise dargeboten wurden. Und nach diesen brasilianisierten Formen entsteht der “Choro“ – und neue Tänze, wie zum Beispiel der “Maxixe“, werden ins volksmusikalische Repertoire aufgenommen.
Zwei andere Dinge, die entscheidend zum Entstehen der Volksmusik in Brasilien beigetragen haben, waren der Carioca-Karneval und das Grammophon. Pixinguinha, João da Baiana, Donga – Autor des Songs “Pelo Telefone“ (Durchs Telefon), der erste Samba aufgenommen 1917 – waren die grossen Künstler jener Zeit.
Der urbane Samba hat sich erst in den 30er Jahren gefestigt, einer Zeit, in der auch die erste “Escola de Samba“ entstand, die “Deixe Falar“ (Lass mich reden), gegründet im Jahr 1929. Später, mit der Popularität des Radios und der Schallplatte, erobert auch die Brasilianische Volksmusik ihren Platz in einer Welt musikalischer Optionen von denen das Brasilien von heute geprägt ist.