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ACTARES, AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften, stellt an der Generalversammlung von Roche vom 2.März 2010 Fragen zu den Studien von Roche mit dem Medikament CellCept in China. Mit grosser Wahrscheinlichkeit stammen die meisten dafür verwendeten Organe von zum Tode verurteilten Häftlingen. ACTARES ist entsetzt, dass es Roche nicht gelungen ist, dies auszuschliessen. Auf Grund der systematisch übertriebenen Vergütungen wird ACTARES den Vergütungsbericht ablehnen.
Der Transplantations-Boom in China stellt einen lukrativen Absatzmarkt für das Medikament CellCept von Roche dar, welches Abstossungsreaktionen nach Transplantationen unterdrücken soll. Freiwillige Organspenden sind in China jedoch aufgrund kultureller Überzeugungen eine Seltenheit. Gemäss den chinesischen Behörden stammen daher rund 90% der in China transplantierten Organe von zum Tode verurteilten Häftlingen.
Bereits 2008 machte ACTARES Roche auf diese zweifelhafte, ethisch und menschenrechtlich nicht vertretbare Herkunft der Transplantationsorgane in China aufmerksam und forderte, dass Roche sich bezüglich der Herkunft seiner Forschungsorgane an international akzeptierte Grundsätze zur Transplantationsmedizin halten sollte.
Roche führte aber weiterhin klinische Studien mit CellCept durch, ohne Aussagen über die Herkunft der Organe machen zu können. Roche verwies lediglich auf das neue chinesische Transplantationsgesetz, das aber die Nutzung der Organe von Gefangenen und Hingerichteten gerade nicht untersagt.
Auch die Legitimität der genannten Forschungsstudien ist anzuzweifeln, da das Medikament bereits seit über zehn Jahren im Einsatz ist. Muss man deshalb annehmen, dass die Studien nicht zu Forschungszwecken, sondern zu Marketingzwecken gemacht werden, um das Medikament CellCept bei den chinesischen Transplantations-Fachleuten bekannt zu machen?
ACTARES verurteilt aufs Schärfste, dass wegen kurzfristiger Geschäftsinteressen die ethischen Grundsätze vergessen gehen. Roche macht sich damit zum Mitverantwortlichen einer verabscheuungswürdigen Praxis, die den Grundsätzen der Menschenrechte zuwider läuft.
Zwischen den guten Verkäufen der Immunsuppressiva und den menschenrechtswidrigen Organentnahmen gibt es einen klaren Zusammenhang. Die pharmazeutischen Firmen profitieren indirekt von den schockierenden Vorgängen. Roche ist auf diesem Markt in China führend. ACTARES ist überzeugt, dass Roche sich mit dem Thema beschäftigen sollte und fordert das Unternehmen auf, sich für die Einhaltung von internationalen Standards einzusetzen, mit Menschenrechtsorganisationen zusammenzuarbeiten und, koordiniert mit andern Lieferanten, die Lieferung dieser Medikamente an Bedingungen zu knüpfen.
Schliesslich sprengen die systematisch übertriebenen Vergütungen für die Unternehmensspitze einen vernüftigen Rahmen. ACTARES wird deshalb den Vergütungsbericht, der der Generalversammlung zur konsultativen Abstimmung vorglegt wird, ablehnen und fordert den Verwaltungsrat auf, künftige Saläre auf ein gesellschaftlich und ethisch vertretbares Mass zu reduzieren.