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Grosse Karsthöhlen sind bedingt durch den Druckunterschied von höher und tiefer gelegenen Höhleneingängen stark bewettert. Die Höhlentemperatur ist in der Regel sehr konstant – sie variiert im Jahresverlauf nur um wenige Zehntelgrade. Umso bemerkenswerter ist es, dass seit den 1990er-Jahren die Höhlentemperaturen massiv gestiegen sind.
Anstieg der Höhlentemperaturen
Die damalige Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel hatte 1989 begonnen, mit neuester Logger-Technologie, die erstmals für solche Zwecke eingesetzt wurde, an verschiedenen Orten in den Karsthöhlen der Melchsee-Frutt die Temperatur in der Höhle zu messen. Heute liegen von bald 3 Jahrzehnte Messreihen im Stundentakt vor wie aus keiner anderen Höhle der Schweiz. Durch die Langzeitmessungen lassen sich Trends beim Höhlenklima ablesen. Resultat: Die Höhlen-Lufttemperatur ist massiv gestiegen.
Studien über die Höhlenbewetterung
Im Winter steigt die gegenüber der Aussentemperatur relativ wärmere Höhlenluft auf (Kamineffekt). Deshalb taut in grossen Höhlensystemen an hochgelegenen Höhlenausgängen der Schnee auf. Im Gegenzug wird die Aussenluft bei tiefen Höhleneingängen angesogen, was zu einer Unterkühlung führt (Ausgangslage für Eishöhlen).
In einem über Jahre dauernden Projekt wurde die Höhlenbewetterung mit Infrarot-Aufnahmen untersucht. Zur Erfassung wurden verschiedene Technologien eingesetzt. Das Resultat ist bemerkenswert. Die Höhlenluft lässt sich mittels Infrarot-Detektion sogar unter der geschlossenen Schneedecke feststellen. Diese Erkenntnisse lassen sich beispielsweise für die Suche nach Wasser in Wüstengebieten umsetzen.