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Faszinierend schnell, unglaublich intelligent und treue Begleiter. Border Collies faszinieren mich schon lange. Sie passen perfekt in ihre FCI Gruppe 1, Hüte und Treibhunde. Der Border Collie ist der Hütehund schlecht hin.
Geschichte:
In der Zeit vor Christi gab es schon Aufzeichnungen von arbeitenden Schäferhunden. Bilder von Wikinger, welche gefallen an den fleissigen Vierbeiner hatten, zeigen auf, wie sie die Hunde auf ihren Schiffen mit in die eigene Heimat nahmen.
Während den Kriegszeiten, wo Nahrungsmangel herrschte, musste eine einfache und gut kontrollierbare Fleischquelle her. Im Gegenteil zum Australian Cattle Dog ist der Border Collie auf Schafe spezialisiert. So wurde ein robuster, schnell lernfähiger Hund gezüchtet, welcher dem rauen Klima im kalten und nassen England trotzte. Wichtig war ebenfalls, dass die Tiere keinen Jagdtrieb hatten und harte Arbeit gut annahmen.
Offizielle Beschreibungen vom heutigen Border Collie stammen aus dem Buch "Treatise on English Doggess" aus dem Jahre 1570.
Der englische Farmer Adam Telfer besass einer dieser Schäferhunde. Seine Hündin bekam im Jahre 1893 einen Wurf mit dem Urgrossvater der heutigen Border Collie Linien, der Rüde Old Hemp.
Old Hemp erwies sich als aussergewöhnlich talentiert und Adam Telfer züchtete mit ihm ca. 400 Nachkommen.
Der Name Border Collie kommt aus seiner Tätigkeit im Grenzland (Border Line) zwischen England und Schottland.
Aussehen:
Border Collie gibt es in den Farben: Schwarz-weiß, Rot, Blau, Blue-merle, Red-merle, Schwarz-weiß gemottelt, Zobelfarben, Australian red und Lilac. Bei allen Farben kann auch Tan, ein heller Braunton in den Abzeichen auftreten. Der FCI Standard erlaubt zwei Fellvarianten. Einerseits wird der Hund mit mässig langem Fell anerkannt, andererseits gibt es den kurzhaarigen Stockhaar Border Collie. Das Haar sollte dicht sein und mit mittlerer Textur.
Der Körperbau ist sehr ausgeglichen, die Hunde sind mehr lang als hoch und ausgesprochen gut bemuskelt. Der Kopf hat einen ausgeprägten Stop.
Wenn ein Border Collie sich bewegt, wirkt es leichtfüssig, fliessend und beweglich. Die Pfoten heben sich nur wenig vom Boden ab, so können sich die Hunde gleichzeitig unauffällig, schleichend und schnell bewegen.
Hündinnen sind ca. 45 - 50 cm hoch und 12 - 18 Kilo schwer. Rüden liegen bei einer Schulterhöhe von 48 - 56 cm und um die 13 bis 22 Kilo.
Charakter:
Der Begriff Schattenhund passt perfekt zum Border Collie. Am liebsten bewegt er sich in unmittelbarer Nähe seines Hundeführers und dies auch gerne ohne Aufforderung. Dein Border begleitet dich also wie ein Schatten.
Dieses Verhalten ist sicher sehr schön, fördert die Bindung von Hund und Mensch, muss aber auch kontrollierbar sein. Ein Border der seinem Rudelführer non stopp folgt, kann penetrant werden. Hier gilt also eine konsequente Richtlinie!
Border Collies sind fordernd, dies mal vorne weg. Wie der Cattle Dog ist auch der Border kein typischer Haushund und braucht tägliche viel Bewegung und geistige Auslastung.
Ausgeglichene Border Collies sind verschmust, kinderlieb und freundlich. Sie sind ihrer Familie und ihrem Hundeführer unglaublich treu und loyal. Im Gegenteil zum Cattle Dog ist der Border Collie auch gegenüber fremden Personen tendenziell freundlich. Hier haben wir kein grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Neuen.
Border Collies gelten als unglaublich intelligent. Dies ist zwar super, wenn man was Neues lernen will, hat aber auch seine negativen Seiten. Border sind sehr sensibel und nehmen jegliche Veränderung extrem war. Dies kann mit der Kombination aus falscher Auslastung zu aggressivem Verhalten führen. Ein gutes Sozialgefüge ist für Border Collie Welpen also ein MUSS!
Als geistig und körperliches Arbeitstier lernen Border Collies schnell und gerne. Werden sie jedoch unterfordert oder wird es ihnen langweilig, hüten sie als Ausgleich und Kompensation.
Doch was genau steckt hinter diesem Hütet Trieb?
Die Meinung, dass Hütehunde wirklich nur hüten wollen ist falsch! Der Hütetrieb ist ein abgeleitetes Jagdverhalten. Border Collies und Co. jagen die Schafe etc. also kontrolliert. Die geduckte Haltung und das "anstarren" der Beute ist ein ganz typisches Verhalten von Jäger.
Ein Missverständnis, dass von vielen Hundeliebhabern falsch gedeutet wird ist die eingeklemmte Rute. Border Collie ziehen ihre Rute eng an den Körper und signalisieren so eine höchste Konzentration.
Im Gegenzug zu Jagdhunden wie der Welshcorgi sollten Border Collies das Vieh nicht verletzten weder hetzen. Beissende und unkontrollierbare Hunde werden also nicht an die Schafe gelassen.
Heute gibt es so genannte Hüte Wettbewerbe oder Leistungshüten. Wie die Hundesportarten BH, Agility, Sani, etc. gibt es auch für das Hüten von Schafen einen Wettkampf.
Folgende Aufgaben muss ein Hütehund zum Beispiel können.
Das Auspferchen beinhaltet das heraustreiben von mindestens 100 Tieren durch zwei Hunde. Danach müssen die Hunde die Herde zusammen halten.
Bei der Brücke wird die Herde von den Hunden über eine Brücke getrieben. Die Schafe dürfen nicht an der Brücke vorbei, sondern müssen geschlossen darüber marschieren.
Bei der Übung mit Hindernissen und Verkehr müssen die Hütehunde dafür sorgen, dass die Schafe den Verkehr nicht behindern und sich so zwischen Hindernissen und Schafen bewegen, dass alle aneinander vorbei kommen.
Das Verhalten im weiten Gehüt bedeutet, dass die Hunde die Herde auf einer sehr grossen Fläche an einer bestimmten Stelle halten. Die Schafe dürfen den markierten Bereich nicht verlassen.
Beim Verhalten im engen Gehüt werden die Schafe auf eine sehr kleine Weide befördert, die Herde darf diesen beschränkten und kleinen Platz nicht verlassen. Dies fordert den Hunden viel ab, da Schafe grundsätzlich die Tendenz haben Enge zu meiden.
Danach folgt noch ein Engweg, wo die Herde durch muss, ohne links und rechts zu fressen.
Zu guter letzte werden die Schafe von den Hütehunden wider eingepfercht.
Diese Punkte werden alle einzeln gerichtet. Bewertungen sind abhängig von Gehorsam, Selbständigkeit und Fleiss.
Spiel und Spass für die hübschen Borderlis:
Sport und Freizeit:
Um die power Tiere muss etwas laufen und sie fordern viel Beschäftigung und artgerechte Haltung. Ein Border Collie braucht neben dem Velofahren und dem Wandern also auch geistige Auslastung.
Da wir nicht alle eine Schafherde besitzen, empfehle ich die Hundesportart Agility. Ich kann aus eigenen Beobachtungen sagen, dass Border Collies die Stars schlechthin sind an den Wettkämpfen! Klar eignen sich die Multitalente auch für andere Sportarten, ich persönlich denke aber das Agility sicher eine sehr gute Auslastung ist!
Ebenfalls empfehle ich dir viele Ballspiele und Beschäftigung mit dem Futtersack!
Meine Meinung zum Border Collie:
Mir wird ein gewisser Drang zur Ausübung von Druck und Leistung nachgesagt. Dies wäre mit einem sensiblen Border sicher nicht die optimale Kombination. Mir gefallen die Tiere optisch extrem und ich bin immer wieder fasziniert von den Leistungen die ich in den Trainings und an den Agilitywettkämpfen sehe!
Ich bedanke mich bei Nadine Meier und Cristina Sanchez für die tollen Fotos! Hübsche Borderlis habt ihr da! :-)