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Als Übergewicht bzw. Adipositas wird das Vorliegen eines über der Norm liegenden Körpergewichtes bezeichnet. Die Einteilung erfolgt über die Berechnung des Body Mass Index (BMI) gemäss der folgenden Formel:
Entsprechend dem errechneten BMI erfolgt die Einteilung in die folgenden Kategorien:
- Untergewicht: BMI < 18.5 kg/m2
- Normalgewicht: BMI 18.5 – 24.9 kg/m2
- Übergewicht: BMI 25.0 – 29.9 kg/m2
- Adipositas: BMI ≥ 30.0 kg/m2
- Grad I: 30.0 – 34.9 kg/m2
- Grad II: 35.0 – 39.9 kg/m2
- Grad III: ≥ 40.0 kg/m2
Gemäss aktuellen Zahlen sind fast die Hälfte der Patienten in der Schweiz übergewichtig oder adipös. Das Auftreten von Adipositas hat über die letzten Jahrzehnte deutlich zugenommen.
Abbildung 1. Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas in der Schweiz in Prozent. (Quelle: Ogna, A. et al. Eur J Nutr (2014) 53: 1281)
Die Ursachen der Adipositas sind sehr vielfältig. Zu den wichtigsten gehören:
Lebensstil
Unsere Vorfahren waren zum einen körperlich sehr aktiv, zum anderen war das Angebot an Nahrung limitiert. Heute ist es umgekehrt – die meisten Menschen gehen einer sitzenden Tätigkeit nach, zugleich sind wir umgeben von einem immensen Angebot an Lebensmitteln. Da die Ausrichtung unseres Körpers eigentlich die ist, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und zugleich, wenn möglich auch „Reserven“ anzulegen, bedeutet die Umstellung auf unseren heutigen Lebensstil eine sehr grosse Herausforderung welcher das Auftreten von Adipositas klar begünstigt. Neben der körperlichen Aktivität sowie der Ernährung beeinflussen auch andere Faktoren des Lebensstils unser Körpergewicht. So kann etwa Schlafmangel das Auftreten der Adipositas fördern.
Genetische Voraussetzungen
Zahlreiche Gene sind bekannt, welche die Entstehung der Adipositas beeinflussen können. Menschen, welche eine Vielzahl von ungünstigen Gen-Varianten tragen, haben ein deutlich höheres Risiko, übergewichtig oder adipös zu werden. Einige wenige und seltene genetische Erkrankungen existieren, bei welche die Veränderung einzelner Gene oder ganz bestimmte Chromosomenstörungen zur Adipositas führen. Hierzu zählen das Prader-Willi Syndrom oder das Bardet-Biedl Syndrom.
Psychologische Faktoren
Bestimmte spezifische psychiatrische Erkrankungen, welche das Essverhalten beeinflussen, wie etwas das Binge-Eating, führen zu Übergewicht und Adipositas. Daneben beeinflussen auch andere psychiatrische Erkrankungen, wie etwa die Depression, das Körpergewicht.
Neuroendokrine Erkrankungen
Die Regulation des Körpergewichts wird wesentlich durch zentrale Steuerungsmechanismen des Hirns sowie durch Hormone beeinflusst. Erkrankungen und Verletzungen des Hirns in bestimmten Regionen (z.B. Hypothalamus) können eine Adipositas begünstigen. Auch gewisse Hormonerkrankungen beeinflussen das Körpergewicht (z.B. das Cushing Syndrom oder die Schilddrüsenunterfunktion.
Medikamente
Eine Vielzahl von Medikamenten ist bekannt, welche das Gewicht (positiv oder negativ) beeinflussen können. Am wichtigsten sind hier Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem (und damit auf Hunger- und Sättigungsgefühl) wirken, vor allem Medikamente, welche bei psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden.
Ziel der Adipositassprechstunde unserer Klinik ist es, im persönlichen Gespräch und Untersuch zusammen mit dem Patienten die Faktoren ausfindig zu machen, welche hauptverantwortlich sind für die Entstehung der Adipositas im Einzelfall. Anschliessend wird ein individuelles Therapiekonzept mit dem Patienten erstellt