Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03258.jsonl.gz/1854

Auf einem Feld im Kanton Bern haben Forscher zusammen mit Sammlern in den letzten drei Jahren hunderte Meteoriten-Stücke ausgegraben. Aus wissenschaftlicher Sicht eine Sensation. Die Stücke stammen vom sogenannten "Twannberg-Meteoriten", einem raren Eisen-Meteoriten.
Das bisher identifizierte Gebiet erstreckt sich über eine Länge von fünf Kilometern, könnte aber bis zu 15 Kilometer lang sein. Es zählt damit zu den drei grössten Streufeldern Europas. Physikalische Untersuchungen zeigen, dass der Himmelskörper vermutlich einen Durchmesser von sechs bis zwanzig Metern besass und demnach eine Masse von 1000 bis zu 30'000 Tonnen besass.
Seltener Eisenmeteorit
Beim Twannberg-Meteoriten handelt es sich um einen äusserst seltenen Eisen-Meteoriten des Typs IIG, der sich durch einen niedrigen Nickel- und einen hohen Phosphorgehalt auszeichnet. Insgesamt sind weltweit nur fünf Fallereignisse dieser Art bekannt, hiess es an der Pressekonferenz. Der Twannberg könnte sich vermutlich als einer der grössten, wenn nicht sogar der grösste Eisenmeteorit dieses Typs erweisen.
Der Twannberg-Meteorit fiel vor etwa 160'000 Jahren auf die Erde und zerbarst bei seinem Eintritt in die Atmosphäre in hunderte Einzelstücke, die bei Twann niedergingen.
Einmaliger Fund
In der Schweiz wurden bisher nur acht Meteoriten gefunden, der Twannberg ist jedoch der einzige, von dem mehr als ein Stück bekannt ist. Das erste Fragment entdeckte 1984 die Bäuerin Margrit Christen, als sie Steine auf einem Feld sammelte. Dabei fiel ihr das ungewöhnliche rostige Stück auf, das "auffällig schwer" gewesen sei.
swissinfo und SRF (Tagesschau vom 18.08.2016)