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Der im Oberengadin gelegene Ort Scoul ist bekannt für seine Mineralquellen – und das nicht erst seit diesem Jahrhundert. Schon im 14. Jahrhundert pilgerten nach Scoul reichere Bürgerleute, die dort mindestens drei Wochen verbrachten, und zwar nicht allein, sondern mit allen ihren Hausangestellten und dem Hausrat. Denn so etwas wie Hotels gab es damals noch nicht. Heute ist der Ort voll mit Hotels, Kuranlagen, Badehäuser, Trinkhallen und –pavillons sowie Mineralwasserfassungen – die schon vor langer Zeit entstanden und heute wie damals Zeugen von einem Kult rund um die Mineralquellen sind. Die Bekanntheit von Scoul trug auch dazu bei, dass im Jahr 1903 ein eigenes Elektrizitätswerk für die Stadt errichtet wurde. Für die Region Oberengadin bedeuteten die Mineralquellen von Scoul eine wahre Innovation der Infrastruktur.
Beginn des Touristen Booms
Die Blütezeit erlebte der Ort und seine Bäderkultur in der Zeit von 1864 bis 1915. Zur gleichen Zeit etablierte sich im Unterengadin auch der Wintertourismus – ausgehend von Pontresina aus, wo ein Hotelier mit britischen Sommergästen eine Wette abgeschlossen hatte und diese dann den Beginn des Wintertourismus in der Schweiz markierte. Beide Regionen des Engadin wurden im Übrigen durch den Bau einer Straße in der Zeit von 1853 bis 1860 miteinander verbunden und der Tourismus konnte von da an in beide Richtungen rollen. 1913 wurde schließlich Scoul auch an die Rhätischen Bahn angeschlossen. Und ab 1927 dürften auf den vorhandenen Straßen im Engadin auch Autos fahren. Heute hat die Stadt Scoul ein bisschen von ihrem Glanz verloren. Doch die Mineralquellen sind nach wie vor beliebt.