Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/3124

Die Wallfahrtskirche Heiligkreuz enthält sakrale Kunst, die bis in die Stilstufe des Rokokos zurückgeht. Der Hochaltar besticht durch die leuchtende Farbigkeit.Ein weiteres Kunst- und Prunkstück ist das Chorgitter, dessen älteste Partie bereits 1593 als Abschrankung verwendet wurde. Das Herzstück ist die Monstranz aus dem 16. Jahrhundert. Es enthält die Kreuzpartikel.
Von grossem kunsthistorischem Interesse sind die Fresken an den Wänden. Sie wurden bei der Restaurierung 1976/77 freigelegt.
Der Hochaltar
In ihrem Aufbau und ihrer Farbigkeit unterscheiden sich die Altäre von Heiligkreuz grundlegend von den ersten frühbarocken Anfängen. Die elegant geschweiften Aufbauten, die übereckgestellten Säulen und die leuchtende Farbigkeit machen sie zu Hauptwerken des Luzerner Rokokos. Der Hochaltar ist auf das Patrozinium der Kirche bezogen und mit dem Gemälde der Kreuzauffindung, die auf die Verehrung des Kreuzes Christi weist, geschmückt. Die Figuren, welche gleichzeitig mit dem Altar entstanden sind, stellen die Apostelfürsten Petrus und Paulus dar. In der Mittelnische des Aufbaus erscheint der Erzengel Michael. Auf dem Gebälk stehen seitlich die heilige Helena mit dem Kreuz in den Händen, das sie in Jerusalem suchen liess und die heilige Margaretha mit dem Drachen.
Das Chorgitter
Ein Kunst- und Prunkstück der ganz besonderen Art ist das Chorgitter, datiert von 1755. Offensichtlich wurden Teile des älteren Gitters von 1593 für diese Abschrankung verwendet. Zur älteren Partie gehört die unterste Zone mit den diagonalen Rundstäben in der Durchstrecktechnik sowie die drittunterste Zone mit den Medaillons und Knotenmotiven. Das lockere, aus flachen Eisenbändern geschmiedete Rankenwerk der zweiten und vierten Zone und der Bekrönung hingegen gehört dem Rokoko von 1755 an.
Die Kreuzpartikel
Die Zisterziensermönche waren grosse Förderer der Kreuzzüge. Durch sie kamen viele Reliquien aus dem Heiligen Land nach Europa. So war es naheliegend, dass Bruder Johannes von Aarwangen aus dem Kloster St. Urban eine solche Reliquie mit in die Einsamkeit nehmen konnte. Unabhängig von ihrer geschichtlichen Echtheit, stellt sich die Frage nach dem Sinn der Verehrung. In der Karfreitagsliturgie zeigt der Priester ein Kreuz und ruft in ergreifender Melodie: „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen! Kommt, lasset uns anbeten.“ Auch der Fassung des Holzsplitters wurde im Laufe der Zeit viel Aufmerksamkeit geschenkt. Aus dem 16. Jahrhundert ist noch eine Monstranz im gotischen Stil erhalten. Diese kostbare Fassung wurde jedoch 1716 für 43 Florine nach Entlebuch verkauft.
1921 schuf der Künstler Anton Stockmann das grosse Silberkreuz. An den Kreuzbalken hat der Künstler Passionsszenen und am Fuss die Leidenswerkzeuge geformt. In der Mitte ist die Partikel gefasst und von echten Smaragden und einem vergoldeten Rankenwerk verziert. Das Reliquiar ist in der Nische über dem Tabernakel zur Verehrung ausgesetzt.
Das Heiliggrab
In der Karwoche wird im Chor der Kirche das barocke Heiliggrab aufgebaut. Nur wenige Kirchen haben diesen einst stark verbreiteten Brauch der Volksfrömmigkeit in die heutige Zeit gerettet. Die Stirnseite der Grabkulisse ist mit Darstellungen des schmerzhaften Rosenkranzes geziert. Oben steht die Inschrift: „Sein Grab wird herrlich sein“.
Im Inneren der Grabeswölbung halten die Soldaten Wache, und auf der anderen Seite sind die Frauen mit den Salbungsgefässen dargestellt. In der Tiefe des Grabes ruht der pietätvoll gemalte Leichnam des Herrn. In der Nische strahlt die Kreuzpartikel, der am Karfreitag die besondere Verehrung gilt.
Kreuzwegstationen
Auf der rechten Seite in der Wallfahrtskirche befinden sich 14 Bildtafeln des Kreuzweges. Sie sind aus dem Jahr 1753. Der Künstler ist unbekannt.
Die Fresken im Chor und an den Längsseiten
Bei der Restaurierung 1976/77 wurden im Chor und an den Längsseiten des Langhauses Fresken entdeckt. Sie sind von grossem kunst- und kulturhistorischem Interesse. Zum einen vermitteln sie einen Einblick in die Kunstauffassung und Maltechnik der Spätgotik. Zum anderen erhält durch die hohe künstlerische Qualität der Innenraum eine zusätzliche Steigerung. Die schwungvolle und sichere Strich- und Pinselführung lässt eine geübte Künstlerhand vermuten.
Thematisch nehmen die Bilder nur teilweise auf den Wallfahrtsort Heiligkreuz Bezug. Die spärlich erhaltenen Malereifragmente im Chor liessen deutlich erkennen, dass hier einer gotischen Tradition entsprechend die heiligen Apostel an die Wand gemalt waren.
Auf der linken Seite des Kirchenschiffes konnten einige Szenen der Passion freigelegt werden. Das Hauptbild ist eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, ein Fresko, das nicht nur durch seine Grösse sondern auch durch die erzählerische und lebendige Bildauffassung den Kirchenraum dominiert.
Die Wandbilder auf der rechten Seite des Kirchenschiffs sind ausschliesslich auf die Heiligkreuzlegende bezogen. In den Fresken wird die Legende der Auffindung des Heiligen Kreuzes durch die Kaiserin Helena erzählt.