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Donnerstag, 12.5.2022
Ein grauer Tag heute…. zwischendurch immer wieder Regenschauer…. wir verzichten auf den für vormittags geplanten Spaziergang in die Innenstadt von Castro-Urdiales. Statt dessen machen wir uns gleich auf den Weg nach Santander.
Als wir am späten Vormittag eintreffen, ist der Stellplatz Parking de Autocaravanas schon fast voll. Der Platz ist recht ruhig gelegen, die Hauptverkehrsstrasse Avenida de la Constitución (S-20) ist zwar in Sichtweite, aber man hört sie nicht, Ver- und Entsorgung ist vorhanden und…. der Platz kostet nichts! Das ist aber nicht der Grund, warum wir diesen Platz anfahren, es ist einfach der einzige zentral gelegene offizielle Platz in Santander. Bei Stadtbesichtigungen legen wir Wert auf offizielle Plätze…. schon allein der Sicherheit wegen.
Zwei Unglücke haben das Aussehen der Innenstadt von Santander entscheidend geprägt:
Am 3. November 1893 explodierte der in Brand geratene Frachter Cabo Machichaco mit 51 Tonnen Dynamit an Bord im Hafen von Santander. 590 Personen verloren bei einer der folgenschwersten Katastrophen in Spanien ihr Leben, 525 Verletzte waren zu versorgen. Die Druckwelle der Explosion zerstörte in der Nähe gelegene Häuser.
1941 wurde die Stadt Opfer eines Grossbrandes, der von der Calle Cádiz in der Nähe der Hafenmolen ausging. Starker Südwind fachte den Brand an und trieb ihn in die Stadt. Das Feuer brannte zwei Tage lang. Es gab ein Todesopfer, ein Feuerwehrmann starb im Einsatz. Tausende von Familien wurden obdachlos. Der Brand zerstörte den historischen Teil Santanders nahezu vollständig. Auch die gotische Catedral de Nuestra Señora de la Asunción (dt. Kathedrale Mariä Himmelfahrt) wurde zerstört und später rekonstruiert. Der Wiederaufbau der Stadt veränderte die ursprüngliche urbane Konfiguration der Stadt zum Teil stark. Historische Gebäude sind in der Altstadt kaum vorhanden.
Unser Stellplatz ist in der Nähe des modernen Campus de Las Llamas der Universidad de Cantabria (UniCan). Um in’s Stadtzentrum zu gelangen, müssen wir einen Hügel überqueren (ca. 70 Höhenmeter). Wir sind hoch erfreut, dass auf dem Gelände der Uni Rolltreppen installiert sind…. aber leider nicht bis oben. Auf dem Hügel sind die Stadtviertel San Roque und Colonia Virgen del Camino….
…. das sind definitiv keine Stadtviertel, in denen man wohnen möchte. Und bei dem grauen Wetter heute sieht alles noch ein wenig trostloser aus.
Auf dem Weg nach unten sieht es nicht viel besser aus….
…. die Wohnblocks sind etwas jünger und haben frischere Farben! 😀
Der Mercado Municipal del Este ist ein Werk des Architekten Antonio Zabaleta und wurde zum Kulturgut der Stadt Santander erklärt. 1842 wurde er erbaut und ist eines der ersten Beispiele für Galerien, die in Spanien zu kommerziellen Zwecken errichtet wurden.
Bei Oropel hat Regulas Armbanduhr eine neue Batterie bekommen
Ein verfallendes Hotel in der Calle Ataúlfo Argenta Músico
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Es handelt sich um das 1905 eröffnete ehemalige Ignacia Palace Hotel….
…. zuletzt war es noch zwischen 1985 und 2014 als Hotel Central in Betrieb, bevor es endgültig schloss.
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Die Plaza de Pedro Velarde, besser bekannt als Plaza Porticada ist ein zentraler und belebter Platz im Zentrum von Santander, der nach dem schrecklichen Brand von 1941, der den grössten Teil des historischen Zentrums der Stadt zerstörte, im neoklassizistischen Herrera-Stil erbaut wurde. Der Platz wurde mitten in der Nachkriegszeit erbaut und 1950 eingeweiht.
Die Statue von Pedro Velarde
Pedro Velarde y Santillán war ein spanischer Artilleriekapitän, berühmt für seinen heldenhaften Tod bei den Dos de Mayo–Aufständen gegen die französische Besetzung Madrids. Er wurde ein beliebter Held und Märtyrer für Spaniens anschliessenden Unabhängigkeitskrieg vom französischen Reich.
Die Iglesia de la Anunciación (Kirche der Verkündigung) in der Calle Juan de Herrera
Die Catedral de Nuestra Señora de la Asunción (dt. Kathedrale Mariä Himmelfahrt)
Die heutige Kathedrale von Santander besteht aus zwei sich überlappenden Kirchen im gotischen Stil. Die untere, die heutige Pfarrei Christi, wurde im ersten Drittel des 13. Jh. erbaut, die obere wurde nach dem Brand der Stadt im Jahr 1941 teilweise wieder aufgebaut und erweitert. Der Komplex wird mit einem Kreuzgang aus dem 14. Jh. vervollständigt.
Wir sind etwa um 14 Uhr bei der Kathedrale…. die «Mittagspause» geht bis 15.30 Uhr (!)…. in dieser Zeit ist die Kirche geschlossen und keine Besichtigung möglich…. schade, aber bei dem schlechten Wetter möchten wir nicht solange warten.
Und so begnügen wir uns mit dem Vorplatz der Kathedrale….
…. einer Marienstatue in der Fassade….
…. und einem Foto durch die Gitterstäbe mit einem Blick auf das Eingangstor!
So hätte es bei schönem Wetter ausgesehen! 😀
Ein Foto der Kathedrale nach dem Brand von 1941
Wir gehen Richtung Jardines de Pereda, einem grossen Park an der Küste. Dort steht das Monumento al Incendio de Santander de 1941 (Denkmal an den Brand von Santander 1941) von José Cobo Calderón.
Das Denkmal für den Brand und den Wiederaufbau von 1941 ist zweifellos eine stille Hommage an ein traumatisches Ereignis, aber es ist auch ein Aufruf an den modernen Menschen angesichts der Macht der Natur und der Fatalität des Feuers, eine tragische Bestätigung der Wesen, die fähig sind, sich aus den Trümmern zu erheben.
Das Centro Botín ist ein 2017 eröffnetes Museum für Moderne Kunst und ein Kulturzentrum. Das Kunstmuseum gehört zu den weltweit führenden Museen der Modernen Kunst. Entworfen wurde das Gebäude von dem Architekten Renzo Piano. Ideeller und materieller Träger der Einrichtung ist die Botín-Stiftung.
Familie Botín ist Gründer der Banco Santander und hält noch heute einen Minderheitsanteil an dem börsennotierten Institut. Seit 2014 wird die Bank von Ana Patricia Botín als Aufsichtsratsvorsitzende geführt, der ältesten Tochter des 2014 verstorbenen, langjährigen Vorstandsvorsitzenden Emilio Botín.
Hinweis auf eine Ausstellung
Der Grúa de Piedra…. der Steinkran diente von 1900 bis Ende des 20. Jahrhunderts im Hafen von Santander dem Be- und Entladen von Handelsschiffen. Es ist derzeit Teil der Promenade am Ufer und hat sich zu einem der repräsentativsten Symbole der kantabrischen Hauptstadt entwickelt, als Spiegelbild seiner Industrie- und Hafentradition.
Zur Zeit ist dort leider eine Baustelle, wir kommen nicht näher an den Kran heran.
Ein anderer Blickwinkel auf die Muelle de Albareda bei Sonnenschein!
Bei uns dominiert dezentes grau! 😀
Grossbaustelle am Paseo de Pereda
Los Raqueros von José Cobo Calderón
Als Raqueros bezeichnete man die armen oder ausgegrenzten Kinder, in der Regel Waisen, die sich in den Häfen der Bucht von Santander aufhielten und sich durch kleine Diebstähle und das Sammeln von Münzen, die von Passagieren und Besatzungsmitgliedern von Schiffen in’s Meer geworfen wurden, in der Hoffnung, dass die Kleinen sie wiederfinden würden, über Wasser hielten. Die Raqueros warfen sich in’s Meer, tauchten, bis sie die Münzen gefunden hatten, und kamen mit ihren kleinen Schätzen wieder an Land.
Monumento a José Hierro
Das von Gema Soldevilla geschaffene Denkmal befindet sich auf dem Paseo Marítimo von Santander und blickt auf das Meer, wie Hierro es wollte und fühlte und trägt so dazu bei, die Liebe zwischen dem Dichter und der Stadt zu verewigen, die ihn in seiner Kindheit aufnahm und mit der er bis zum letzten Augenblick zu leben versuchte.
Die Skulptur ist eine Nachbildung des imposanten Kopfes des Dichters und besteht aus sieben vertikal parallel angeordneten Stahlplatten, die zusammen einen zwei Meter tiefen und zwei Meter breiten Kubus bilden. So wird auf der ersten Tafel die Silhouette seines Kopfes skizziert, während mit der Überlagerung der übrigen Tafeln der Schädel an Tiefe gewinnt und die Gesichtszüge des Autors definiert werden, bis zur letzten Tafel, die den Blick auf das Meer freigibt.
Die Bildhauerin hat sich von den Versen des Dichters inspirieren lassen: Wenn ich sterbe, sollen sie mich nackt ins Meer legen, und deshalb hat sie für ihr Werk das Material entkleidet, und nun bleibt eine verklärte Substanz aus Luft, Licht und dem Wasser der Bucht, die er so sehr liebte.
Der Puerto deportivo (Sportboot- und Yachthafen)
Nochmal der Puerto deportivo mit der Pont-Aven im Hintergrund
Monumento al Marino Mercante (Denkmal für den Seemann der Handelsmarine)
Bronzeskulptur aus dem Jahr 1987 des Bildhauers Ramón Ruiz Lloreda (1926-2002). Sie steht am Eingang der Escuela Técnica Superior de Náutica (Höhere Technische Schule für Nautik) von Santander.
Das Kongress- und Veranstaltungszentrum Palacio de Festivales de Cantabria
Kurioser Baustil…. der Besitzer des blauen Hauses wollte wohl nicht verkaufen! 😀
Der Wanderweg an der Playa de los Peligros und der Playa de la Magdalena ist leider wegen Bauarbeiten gesperrt, wir nehmen die Avenida de la Reina Victoria, eine Strasse mit vielen noblen Villen.
Blick auf das MMC Museo Marítimo del Cantábrico (Kantabrisches Schifffahrtsmuseum)
Monumento a José del Río Sáinz (Denkmal von José del Río Sainz)
Im Volksmund bekannt als «Pick», das Pseudonym, das er in seinen Schriften verwendete (unter anderem neben El Peatón oder Juan del Mar), war er ein Seefahrer, Journalist und grosser Dichter des Meeres. Die Bronzestatue ist das Werk des Bildhauers José Villalobos y Miñor.
Die Halbinsel La Magdalena mit dem königlichen Palacio de la Magdalena, mittlerweile im Besitz der Stadt. Mittlerweile sind wir etwas müde, das Wetter ist nicht so toll, wir sparen uns dem Fussmarsch auf die Halbinsel.
Bis zum Stellplatz ist es jetzt nicht mehr weit, es geht entlang der Playa del Camello, der Primera Playa del Sardinero und der Segunda Playa del Sardinero. Wir haben noch ein paar schöne Ausblickeauf’s Meer…. hier der Roca del Camello.
Am Schluss kommen wir noch am futuristisch wirkenden Palacio de Deportes de Santander vorbei. Die Halle trägt wegen ihrer Form den Spitznamen La ballena (dt. Der Wal).
Schade, dass uns das Wetter heute einen ziemlichen Strich durch die Rechnung gemacht hat…. es war trüb, es kamen immer wieder Regenschauer, aber zum Glück gab’s keinen Dauerregen. Und Restaurants und Bars, wo wir im Trocknen sitzen konnten, gab’s zum Glück auch! 😀
Unsere heutige Wanderung…. 12.6 km
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