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Text und Fotos: Matthias Weinhold
Ehrfurcht vor dem Leben – so lautete das Motto des Vortrag am 15.09.2021, den Fritz von Gunten über den Menschenfreund, Theologen, Philosophen, Arzt und Musiker Albert Schweitzer in der reformierten Kirche Windisch hielt.
Zur Einstimmung spielte Nicolas Venner auf der Orgel Präludium und Fuge, BWV 547, von Johann Sebastian Bach, die mit ihrer Lebendigkeit und Dynamik den ganzen Kirchenraum ausfüllten.
Von all den Informationen möchte ich hier ein paar aufführen, die mir im Gedächtnis geblieben sind: Wer weiss schon, dass der Name des Urwaldspitals «Lambarene» übersetzt «Wir wollen es versuchen» heisst? Oder dass der Staat Gabun 1,2 bis 1,3 Mio. Einwohner hat, die sich auf 26 Ethnien verteilen – so viele wie wir Kantone haben?
Wenn Albert Schweitzer Einstellungsgespräche führte, soll seine letzte Frage immer gewesen sein: «Können Sie lachen?».
Als im Jahre 1956 in Uetendorf, einer Nachbargemeine von Thun, die neue Orgel eingeweiht wurde, deren Entwurf von ihm stammte, war er sogar persönlich anwesend. In seinem gesamten Leben gab er selbst insgesamt 467 Orgelkonzerte.
Im Jahre 2015 wurde in Lambarene der Neubau der Maternité, der Geburtsabteilung, in Anwesenheit einiger Vertreter des Albert-Schweitzer-Werks feierlich eingeweiht. Das erste Kind, ein Junge, der am 24. April wenige Stunden nach der Zeremonie auf die Welt kam, wurde «Albert» genannt. Das erste Mädchen erhielt den Namen «Esther», nach dem Vornamen der Ehefrau des Vortragenden.
Im Jahre 2019 wurde die Verwaltung des Spital von der Schweiz an den Staat Gabun übergeben, aber ohne die tatkräftige Unterstützung des Albert Schweitzer-Werks aus der Schweiz dürfte das Überleben des Spitals nicht gewährleistet sein.
Nach dem Vortrag spielte Nicolas Venner ein moderneres Orgelstück, die Toccata aus der 5. Orgel-Sinfonie von Charles-Marie Widor, dem Orgellehrer von Albert Schweitzer.
Zum Abschluss trat Lisbeth Kuhnt, die Initiantin dieser Veranstaltung, vor die Zuhörerinnen und Zuhörer, um ein paar Bemerkungen über ihre Anfangsidee und die gelungene Umsetzung dieser Veranstaltung zu machen und dankte schon im Voraus allen Anwesenden für ihren persönlichen Beitrag zum Betrieb der Klinik in Lambarene bei der Kollekte am Ausgang. Dies blieb nicht ungehört: CHF 1002,00 können vollumfänglich dem Albert-Schweitzer-Werk überwiesen werden!
«Was würde mein Spital, wenn ich nicht auf die Hilfe aus der Schweiz zählen könnte!» – Zitat aus dem Brief vom 29. April 1930 an die Lehrerin Frl. Anna Joss aus Kröschenbrunnen, die jahrzehntelang Handarbeiten und Lebensmittel nach Afrika schickte.