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Hedge Funds betreiben eine nicht-traditionelle, "atypische", teils aggressive Anlagepolitik. Sie wollen anders sein als alle anderen, eine Alternative zu "Standardfonds".
Sie investieren in nicht-traditionelle Anlagen wie z.B. in Derivate, Rohstoffe wie Weizen oder Kupfer, oder in Fremdwährungen, oder sie setzen Kredite zur Erzielung von Leverage Effekten ein, oder tätigen Leerverkäufe.
Oberstes Ziel der Hedge Fonds ist die Erzielung einer (möglichst stabilen) absoluten Rendite. Nicht nur "relativ gut" sein, sondern absolut, jederzeit[3].
Sie wollen vor allem dann gut abschneiden, wenn es zu Rückschlägen an der Börse kommt. Sie suchen daher Anlagen, welche nicht "mit dem Markt schwimmen", verfolgen also z.B. entweder eine aggressive Anlagepolitik mit Hebelwirkungen, oder - im Gegenteil - Absicherungsstrategien durch Verkäufe in Aktienindex- oder Zinsfutures.
Damit eignen sich Hedge Funds primär zur Diversifikation, als Gegengewicht zu Fonds, deren Erfolg sich im wesentlichen parallel zum Verlauf bestimmter Märkte verhält.
Der Begriff "Hedge Fund" ist allerdings etwas irreführend. Die "Absicherung" besteht in der tiefen oder allenfalls sogar negativen Korrelation der Renditen der Hedge Funds im Vergleich zu den traditionellen Anlagen.
Hedge Funds sind eigenwillige Vehikel. Ihre nicht-traditionelle Anlagepolitik können sie nur verfolgen, wenn sie keinen Anlagerestriktionen unterstehen. Mehrheitlich sind sie als Closed End Funds strukturiert. Viele verlangen von den Anlegern ein hohes Anlagevolumen (z.B. CHF 0,5 Mio. oder mehr) und setzen eine "Lock-up Period" von 1 Jahr oder mehr fest, während welcher der Anleger nicht verkaufen kann.
Die Performance von Hedge Funds ist erfahrungsgemäss überdurchschnittlich [4], kann aber auch grossen Schwankungen unterliegen.
Im Rahmen der Schweizer Anlagefonds-Gesetzgebung können keine inländischen Hedge Funds gegründet werden. Trotzdem gibt es auch für die Schweiz Alternativen:
- Schweizer Anleger haben neuerdings die Möglichkeit, Aktien von Beteiligungsgesellschaften zu erwerben, welche ihre Mittel ihrerseits in mehrere Hedge Funds investieren. Die Aktien dieser HedgeFunds-Gesellschaften sind an der Börse kotiert und können damit so einfach wie "gewöhnliche" Aktien erworben werden. Damit können die den Hedge Funds eigenen Nachteile (grosse Beträge, Sperrfrist bis zur Veräusserung) umgangen werden. Es sind dies zur Zeit die Aktien folgender Gesellschaften, welche zusammen gegenwärtig etwas mehr als CHF 600 Mio verwalten:
- Die Crelnvest (Bank Julius Bär),
- Castle Alternative Invest (LGT Bank in Liechtenstein),
- und Altin (Banque Syz).
- Im Nov. 97 ist die Gründung eines Schweizer Anlagefonds (Kategorie "übrige Fonds mit besonderem Risiko") bewilligt worden, welcher seinerseits in ausländische Hedge Funds investiert (Fund of Funds-Konstruktion).