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Die deutsche Grammatik hat weder politisch noch sozial die Absicht, irgendwen zu diskriminieren, sagt der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Olav Hackstein in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Maskulinum, Femininum und Neutrum können im Deutschen jedes Geschlecht benennen, das zeigten Wörter wie „Liebling“ oder „Zwilling“. „Das Kind“ könne auf ein männliches oder weibliches Kind hindeuten.
Dass Genderbefürworter „man/jedermann“ als männlich deuten, sei ein Missverständnis, bedingt durch die historische Sprachentwicklung: Das Wort hat als Stamm nicht „Mann“, sondern „Mensch“, was vor allem deutlich wird, wenn man die Bedeutung ins Neuhochdeutsche oder Englische zurückverfolgt.
Die Grammatik könne demnach gar nicht diskriminierend sein, „da ihr einziger Daseinszweck darin besteht, eine erfolgreiche und ökonomische Kommunikation zu gewährleisten.“ Daher sei es nötig, zwischen dem sprachlichen System per Spracherwerb und der Sprachverwendung zu unterscheiden. Das System selbst kann nicht diskriminieren, die Sprachverwendung hingegen schon. Daher haben, so Hackstein, Verwaltungen, Behörden, Ministerien oder Universitäten nicht das Recht, die Grammatik zu verändern. Sprachkritik darf sich nicht gegen die Grammatik wenden, sondern nur gegen den Sprachgebrauch. Nur weil ein Wort falsch verstanden werden kann, darf es nicht von oben so verändert werden, dass seine Einordnung im grammatikalischen Kontext verfälscht wird: „Eine sich auf Missverständnissen der sprachlichen Verhältnisse gründende Grammatik- und Sprachkorrektur ist daher sachlich falsch und erweist sich als rein ideologisch motiviert.“