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Die erste Monografie über den bedeutendsten Porträtmaler des Spätbarock im schweizerischen und süddeutschen Raum.
Seinen Zeitgenossen war Johann Rudolf Huber (1668–1748) als Maler, Zeichner, Kunstkenner, Händler und Sammler im schweizerischen und süddeutschen Raum bestens bekannt. Sein umfangreiches Werk ist jedoch nur in geringem Mass öffentlich geworden. Viele seiner grossartigsten Bilder befinden sich bis heute in Privatbesitz. Darin sind die Gründe zu suchen, weshalb Huber weitgehend in Vergessenheit geriet und nun auf seine Wiederentdeckung wartet.
Johann Rudolf Huber liess sich in Basel und Bern zum Maler ausbilden und verbrachte anschliessend Wanderjahre in Italien. Er arbeitete in Venedig in der Werkstatt des Landschaftsmalers Cavaliere Tempesta und verfeinerte seine Kunst an der römischen Akademie bei Carlo Maratta. Nach seiner Rückkehr liess er sich vorerst in Basel nieder, wo er mit dem badischen Markgrafen ins Geschäft kam, bis er schliesslich 1697 an den württembergischen Hof nach Stuttgart berufen wurde. 1700 kehrte er nach Basel zurück, um zwei Jahre später dem Ruf eines Freundes nach Bern zu folgen. Hier erfreute sich das Patriziat an seinen neuartigen, fürstlichen und luftig-frischen Bildnissen. In seiner frühen Berner Zeit begann er ein Werkregister zu führen, das für sein Œuvre und darüber hinaus für die Kunstgeschichte eine einzigartige Quelle darstellt. 1702 hielt er sich erneut im süddeutschen Raum auf, als er von König Joseph I. beauftragt wurde, diesen in Heidelberg nach dem Leben zu malen. Hubers schneller, präziser und dennoch lebendiger Pinselstrich überzeugte seine Kundschaft, sei es im republikanischen Bern oder in den Kreisen des süddeutschen Hochadels vor dem Hintergrund des Spanischen Erbfolgekrieges. 1714 wurde er nach Baden im Aargau bestellt, um den Akt des Friedensschlusses zwischen Frankreich und dem Reich im Bild festzuhalten.
Die Landschaftsmalerei pflegte Huber seit seinem Aufenthalt in Venedig weiter. Mit seinem Malerfreund Felix Meyer besuchte er 1705 den Grindelwaldgletscher, den er vor Ort in Öl skizzierte. Das genaue Abbild der Alpen war ein Thema, das ihn länger beschäftigte. Alpendarstellungen fügte er bereits ab 1704 als topographische Attribute in Bildnisse ein, was im Bildnis des Gelehrten Albrecht von Haller aus dem Jahr 1736 gipfelt.
Johann Rudolf Huber braucht den Vergleich mit den grossen zeitgenössischen Bildnismalern in Paris nicht zu scheuen – künstlerisch ist er ihnen ebenbürtig –, doch nimmt er sich ungewohnte Freiheiten der Darstellung heraus. Er malt seine Kunden fürstlich und freizügig zugleich. Ungekämmt, mit halboffenen Gewändern, die Natur einbeziehend und materielle Auszeichnungen weglassend. Es erstaunt daher nicht, dass Huber mit dem Frühaufklärer Carl Friedrich Drollinger und mit weiteren Basler Gelehrten wie Theodor Zwinger oder Johann Jakob Spreng engste Kontakte pflegte.
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Bibliographische Angaben
|Seitenanzahl||215 arabisch|
|Abbildungen||55 s/w, 18 farbig|
|Format:||16 x 22.6 cm|
|Bindung||Buch, Gebunden|
|ISBN||978-3-7965-2702-9|
|Erscheinungsdatum:||26.11.2010|