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Manfred Gerstenfeld der in Österreich geborene israelische Autor und Experte, ehemaliger Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Jerusalem Center for Public Affairs, starb am Donnerstag, den 25. Februar, im Alter von 84 Jahren in Jerusalem.
Gerstenfeld, der mit dem Lifetime Achievement Award des Journal for the Study of Antisemitism und dem International Leadership Award des Simon Wiesenthal Centers ausgezeichnet wurde, war ein regelmässiger Gastautor bei Audiatur-Online.
Ein Nachruf von Gerald Steinberg
Manfred Gerstenfeld war ein jüdisches Universalgenie und ein hervorragender Schriftsteller, der ein reiches Vermächtnis in vielen verschiedenen Bereichen hinterlässt. 1937 in Wien geboren, musste er mit seiner Familie fliehen und überlebte den Holocaust, indem er sich in einer kleinen Wohnung in Amsterdam versteckte.
In jungen Jahren begann er, für die holländische jüdische Zeitung zu schreiben, darunter eine Artikelserie über die aussterbenden jüdischen Gemeinden in Holland, welche die Erinnerungen der Überlebenden dokumentierten. Als Universitätsstudent besuchte er auch das jüdische Seminar in Holland, während er Abschlüsse in Chemie und Wirtschaft machte. Nach seinem Abschluss machte er sich schnell einen Namen als Experte für internationale Geschäftsstrategien im Kontext der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute Europäische Union) und zog nach Paris.
Nach dem Krieg von 1967 beschlossen Gerstenfeld und seine Frau, ihr Leben nach Israel zu verlegen, und er setzte seine beruflichen Aktivitäten von Jerusalem aus fort. Durch die Erweiterung seiner ökonomischen Kenntnisse erkannte er die wachsende Bedeutung von Umweltfragen und veröffentlichte innovative Forschungen und Analysen zu diesen Themen in fünf Sprachen. Zu seinen Titeln gehören “Environment and Confusion: An Introduction to a Messy Subject” und “Judaism Environmentalism and the Environment”. Im Jahr 1999, im Alter von 62 Jahren, schloss er seine Doktorarbeit auf diesem Gebiet ab.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde Gerstenfeld zu einem führenden Experten für Antisemitismus – insbesondere für die europäische Wiederaufflammung, und er warnte vor den „neuen“ Erscheinungsformen wie der BDS-Bewegung. Seiner Ansicht nach sind diese ideologischen Kampagnen in der Post-Holocaust-Inversion verankert, die Israel und das jüdische nationale Selbstbestimmungsrecht dämonisiert und delegitimiert. In Zusammenarbeit mit Prof. Dan Elazar engagierte er sich intensiv für das Jerusalem Center for Public Affairs, war Vorsitzender des Lenkungsausschusses und gründete das Projekt zu Post-Holocaust-Studien und Antisemitismus. Ausserdem war er Herausgeber der Jewish Political Studies Review. Zwischen 2002 und 2013 veröffentlichte er zehn Bücher zu verwandten Themen.
In Anerkennung seiner Leistungen wurde er mit dem Lifetime Achievement Award des Journal for the Study of Antisemitism, dem International Leadership Award des Simon-Wiesenthal-Center und dem International Lion of Judah Award des Canadian Institute of Jewish Research ausgezeichnet.
In jeder seiner parallelen Berufslaufbahnen diente Gerstenfeld als grosszügiger Mentor und Kollege. Aber er war auch unverblümt – er praktizierte nicht die Kunst der politischen Korrektheit und verbarg seine Kritik nicht, auch nicht an israelischen Offiziellen, die es versäumten, auf die Warnzeichen zu reagieren und die Gefahren ernst zu nehmen.
Manfred Gerstenfeld, hinterlässt ausser seinen zwei Söhnen Dan & Alon Gerstenfeld, ein sehr reiches Vermächtnis, insbesondere für das jüdische Volk.