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In den USA wird das Rad der Geschichte zurückgedreht: Das Parlament im Bundesstaat Utah hat kürzlich eine Vorlage verabschiedet, welche Gold und Silber wieder als Zahlungsmittel erlaubt. Die jeweilige Kaufkraft der geprägten Münzen soll sich nach dem effektiven Marktwert richten. Noch hat Utahs Gouverneur das Gesetz nicht unterschrieben. Doch wird dies weit herum erwartet. Damit wäre der Weg frei für die Wiedereinführung des Goldstandards.
Utah ist nicht der einzige Staat, der neben dem Dollar eine eigene Währung haben will: Entsprechende Vorlagen werden auch in Colorado, Indiana, Iowa, Georgia, Missouri, Montana, New Hampshire, Oklahoma, South Carolina, Tennessee, Vermont und Washington behandelt.
Über 200 Jahre nach der Einführung des Dollars in den USA als Hauptwährung, wenden sich die Gliedstaaten nun wieder von ihm ab. Lokale Politiker nennen dafür zwei Gründe: Erstens sollen Staat und Bürger vor einem möglichen zukünftigen Kollaps des Dollar als offizielle Währung geschützt werden. Zweitens biete die Wiedereinführung von Gold und Silber als Zahlungsmittel einen Schutz vor einer möglichen Hyperinflation und der Vernichtung von Vermögenswerten.
Bernanke: "Gold ist kein Universalheilmittel"
Gold und Silber haben im Zuge der lockeren Geldpolitik von US-Notenbankchef Ben Bernanke in den letzten zwölf Monaten laufend neue Höchstnotierungen erreicht. Die Unze Feingold kostet zurzeit 1418 Dollar. Bernanke hält nichts vom Ausscheren der Gliedstaaten und von einer möglichen Wiedereinführung des Goldstandards.
"Gold ist nicht das Universalheilmittel", sagte er kürzlich. Es sei zwar richtig, dass Gold über lange Perioden für stabile Preise sorgen kann. "Kurzfristig kann es aber aufgrund Veränderungen im Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu heftigen Preisschwankungen kommen". Die USA könnten gar nicht zum Goldstandard zurückkehren, da es nicht genug Gold gäbe, um den Dollar zu unterlegen.
Die USA haben den Goldstandard 1971 einseitig aufgegeben. Der damalige Präsident Richard Nixon brauchte zusätzliche Mittel, um den Vietnam-Krieg zu finanzieren. Danach war es allein an den Zentralbanken, über Zinsen und Geldvergabe zu entscheiden. Das Gold der USA schlummert seither in Fort Knox in Kentucky.
Utah will den Dollar zwar nicht aufgeben, aber seinen Bürgern die Wahl ermöglichen, auf Gold oder Silber als Zahlungsmittel umzuschwenken. Die Gesetzesvorlage erlaubt es Detailhändlern und Dienstleistern, die Edelmetalle als Zahlungsmittel anzunehmen. Auch Steuern und Gebühren könnten so bezahlt werden.