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Der Schweizer Viktor Röthlin erlief am Sonntag an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg die Silbermedaille im Marathon.
Der Obwaldner lief die 42 Kilometer und 195 Meter in der Zeit von 2:11:50. Röthlin musste nur dem Italiener Stefano Baldini den Vortritt lassen.
Marathonläufer Viktor Röthlin hat der Schweiz zum Abschluss der Europameisterschaften in Göteborg doch noch eine Medaille beschert.
Der 31-jährige Innerschweizer musste sich nur dem favorisierten Olympiasieger Stefano Baldini geschlagen geben.
Röthlin realisierte eine Zeit von 2:11:50 Stunden; auf Baldini verlor er 18 Sekunden. Die Entscheidung zu Gunsten des Italieners fiel rund zwei Kilometer vor Schluss, als der Schweizer Rerkordhalter nicht mehr zu folgen vermochte.
Baldini war es auch gewesen, der für die entscheidende Tempoverschärfung gesorgt
hatte. Dieser konnten neben Röthlin nur Co-Favorit Julio Rey aus Spanien, Francesco Ingargiola (Italien) und Helder Ornelas (Portugal) mitgehen.
Silber verdient
Letztere beide mussten allerdings bald abreissen lassen und bei Kilometer 35 erwischte es auch Rey.
Röthlin hat sich Silber redlich verdient. Der in Magglingen, oberhalb von Biel, wohnende Athlet des STV Alpnach zeigte von Beginn weg ein sehr couragiertes Rennen und sorgte eigenhändig dafür, dass das Tempo hoch war.
Bei 16 Kilomtern konterte er einen Vorstoss des Portugiesen Luis Novo und lag eine zeitlang alleine an der Spitze.
"Ich habe gewusst, dass ich ein Risiko auf mich nehme", sagte Röthlin. "Ich wollte allerdings ein langsames Rennen vermeiden und die Spreu vom Weizen trennen."
Der gelernte Elektrozeichner sicherte der Schweiz die insgesamt 22. EM-Medaille, die zehnte in Silber (drei Gold, neun Bronze). Gleichzeitig sorgte er
dafür, dass der nationale Verband zum sechsten Mal in Serie mit mindestens einem Podestplatz von Euromeisterschaften zurückkehrt.
"Gut, aber nicht gut genug"
Mit dem Gewinn der Silbermedaille am Sonntag durch Viktor Röthlin im Marathon nach drei Pleiten am Samstag beendeten die Schweizer die EM in Göteborg.
"Wir waren gut, aber nicht gut genug", so die Bilanz von Leistungssportchef Peter Haas.
Der für ihn persönlich sehr enttäuschende 9. Rang von Alexander Martinez mit 16,80 im Dreisprung, der Sturz von Ivan Bitzi im Halbfinal über 110 m Hürden und das Ausscheiden der 4x100-m-Staffel um 2/100 in den Halbfinals markierten den "schwarzen Schweizer Samstag".
Erst am Sonntag erfüllten sich die Medaillen-Hoffnungen durch den grossartigen Marathonlauf von Viktor Röthlin.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Seit Anfang 2006 ist Viktor Röthlin Profi. Er hat sich minutiös auf diesen EM-Marathon vorbereitet.
Dazu hat er neun Wochen in Kenia trainiert. Dann folgte ein Sommer-Höhentraining im Engadin (Muottas Muragl auf 2450 Meter Höhe).
Die wellige und schattige Strecke in Göteborg, die verhältnismässig vielen Richtungswechsel und die Abschnitte mit Pflastersteinen waren Verhältnisse, die der Schweizer liebt.
Der Obwaldner hält seit 2004 den Schweizer Rekord im Marathon (2:09.55,8).
Viktor Röthlin beendete den diesjährigen New York Marathon auf Platz 7. Bei den Olympischen Spielen in Athen (2004) musste er den Marathon nach 32 Kilometern aufgeben.
Fakten
Die Leichtathletik-Europameisterschaften im schwedischen Göteborg fanden vom 6. bis 13. August statt.
18 Schweizer Athleten konnten sich für die EM qualifizieren.
Seit 1986 reiste die Schweizer Delegation nie mehr ohne Medaille nach Hause.