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Roger Lemon forscht am Institute of Neurology der University College London und erhielt den Preis für seine Arbeiten zur Feinmotorik der Hand. In seiner Koetser-Gedächtnisvorlesung gab er einen Überblick über 35 Jahre Forschung zu den neuronalen Grundlagen der willkürlich gesteuerten, differenzierten Hand- und Fingerbewegungen, wie sie etwa dem Violinspiel zugrunde liegen.
Diese Fähigkeit stellt eine wesentliche Grundlage der kulturellen Entwicklung der Menschheit dar und ist eng gekoppelt an das Vorhandensein eines speziellen Teils des Zentralnervensystems, des kortikospinalen Trakts. Die Untersuchungen von Lemon haben gezeigt, dass die Ausprägung und Stärke des Teils des kortikospinalen Trakts, der die Hirnrinde direkt mit den motorischen Zellen im Rückenmark verbindet, mit der Geschicklichkeit von Hand- und Fingerbewegungen eng korreliert ist.
Diese spezifische neuronale Bahn hat daher im Rahmen des motorischen Systems eine hochspezialisierte Funktion. Wird ihre Funktion zum Beispiel durch einen Schlaganfall geschädigt, kann diese nicht durch andere motorische Bahnen ersetzt werden, und der Patient bleibt in seinen willkürlich gesteuerten Bewegungen, und somit gerade bei Alltagsverrichtungen, beeinträchtigt.
Die Betty und David Koetser Stiftung Die Stiftung wurde 1993 gegründet und unterstützt insbesondere klinische Forschung und Grundlagenforschung in Neurologie und Neurobiologie an der Universität Zürich. Zudem verleiht sie jährlich den mit 20'000 Franken dotierten Preis für herausragende Arbeiten in der Hirnforschung. Zur Person Roger Lemon begann seine Forschung in den 1970er Jahren als Lecturer an der Universität Sheffield und setzte sie als Research Fellow an der Monash-Universität in Australien fort. Er war als Senior Lecturer bei Hans Kuypers in Rotterdam tätig, wechselte als Fellow an die Universität Cambridge und hat seit 1994 den Sobell-Lehrstuhl für Neurophysiologie an der University College London (UCL) inne. Von 2002 bis 2008 war er Direktor des Institute of Neurology am UCL.
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