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Häufig lenken Rückenfiguren auf Bildern den Blick in die Weite und auf das Geschehen in der Ferne. Auf dem Gemälde von Marguerite Frey-Surbek erscheint der Raum hinter dem weiblichen Rückenakt aber überwiegend in dunklen Farben und ist nur vage erkennbar. Als Interieur ist er begrenzt und wirft den Blick zurück auf die Figur, auf die das Licht fällt. Die Frau sitzt auf einem schlichten Hocker, dazwischen ein violettes Tuch oder Kleidungsstück. Mit geneigtem Kopf wirkt sie zusätzlich abgewandt und nach innen gekehrt. Rückenakte wie diese kommen in der Kunst um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf, insbesondere in Frankreich. Frey-Surbek weilt von 1906 bis 1911 selber öfters in Paris und besucht ab 1908 die Académie Ranson bei namhaften Künstlern der Moderne. Schon davor malt sie im ähnlichen Stil einen weiblichen Akt in abgedunkeltem Interieur (heute in der Sammlung des Kunstmuseums Bern). Dabei fallen der betont malerische Farbauftrag und die plastische Modellierung der Figuren auf, geprägt von Zeitgenossen wie Pierre Bonnard oder Édouard Vuilllard in Paris. Gekonnt lässt die Künstlerin beim Rückenakt auch die Farben des Körpers auf dem Hocker, auf dem Tuch und im Hintergrund wieder aufscheinen.
Marc Munter
Bei Rücken-Bildern geht es häufig um den Blick in die Ferne.
Die Figur schaut auf einen wichtigen Hinter-grund.
Zum Beispiel eine Land-schaft.
Hier ist es anders.
Die Frau sitzt in einem Raum.
Er ist dunkel und kaum erkennbar.
Der Kopf ist nach unten geneigt.
Die Frau wirkt nach-denklich.
Das Bild entsteht in einer Zeit häufiger Reisen.
Ab 1908 besucht die Künstlerin eine Akademie in Paris.
Ihr Mal-Stil zeigt den Einfluss von Kunst aus Frankreich.
Sara Smidt