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Karin Müller
Karin Müller (*1966, lebt und arbeitet in Berlin) präsentiert eine Videoinstallation mit dem Titel jetzt wird alles anders, 2005. Auf dem unteren Brett eines Baugerüstes ist ein Monitor platziert, vier Lautsprecher sind unprätentiös in den Ecken des Gerüsts aufgestellt. Den BesucherInnen werden drei rohe Holzbänke als Sitzgelegenheiten geboten, auf der rechten Wand deutet eine graue Fläche eine eilige Übermalung (z.B. einer Wandschrift oder eines Graffiti) an. Das rund 5-minütige Video ist geprägt von dichten, fein abgestimmten Überlagerungen von Found Footage Material, das auch die Audiospur miteinschliesst: Männerbilder schieben sich in rhythmischen Abfolgen übereinander, Satzfragmente werden wiederholt, Bildebenen verschmelzen. Die Arbeit deutet insgesamt eine Situation des Umbruchs an, sowohl auf räumlich-installativer als auch auf gedanklich-konzeptueller Ebene. Die Jury überzeugte insbesondere die Mehrschichtigkeit der Arbeit von Karin Müller, die sich einerseits in einer dezidierten Offenheit, andererseits in präzisen Setzungen äussert. Karin Müller dekodiert die von ihr verwendeten Found Footage Bilder, indem sie die einzelnen Sequenzen in vielschichtigen Montagen miteinander verbindet. Sie verwendet Filmausschnitte verschiedener Hollywood-Produktionen der 60er Jahre bis zur Gegenwart, wobei die weichen, subtilen Überblendungen der Bilder mit dem stakkatoartigen Rhythmus der Tonspur kontrastieren. Auditives und Visuelles bewegen sich in einem Spannungsverhältnis, das durch die rohe Materialästhetik der Installation noch verdichtet wird. Die Jury hebt bei dieser Arbeit die Bewältigung des Raumes, den Einsatz der verschiedenen Medien und deren inhaltliche Verknüpfung hervor.