Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03099.jsonl.gz/2548

Ausschnitt aus der im Stiftsarchiv St. Gallen aufbewahrten Urkunde vom 16. Februar 854. In der Textmitte ist die Ortsbezeichnung Masinang deutlich lesbar.
Historie
Ein Blick in die Geschichte
Die älteste bekannte Erwähnung von Mosnang finden wir in einer Urkunde aus dem Jahr 854 als MASINANG. Im waldreichen Hügelland von Mosnang und seiner Umgebung entstand im 13. Jahrhundert das Amt Tannegg, in welchem die niedere Gerichtsbarkeit dem Bischof von Konstanz zustand. Für die gleiche Zeit - 1217 - ist die Pfarrkirche zum ersten Mal urkundlich bezeugt; die durch Ausgrabungen belegte früheste Kirche dürfte bedeutend älter sein Die Reformation konnte hier nicht dauerhaft Fuss fassen. Schon 1531 kehrten die Einwohner fast vollzählig zum alten Bekenntnis zurück. In den Jahren 1565-1569 wütete in Mosnang eine Pestseuche, welche einen grossen Teil der Bevölkerung dahinraffte.
1693 verkaufte der Bischof von Konstanz das Amt Tannegg samt dem Gericht Mosnang an das nahe Kloster Fischingen; wenige Jahre danach brachte Fischingen auch das Kollaturrecht (Pfarreinsetzungsrecht) an sich. Grosse Teile des heutigen Gemeindegebietes, so die Gegenden um Libingen und Mühlrüti gehörten zum toggenburgischen Gericht Bazenheid. Die hohe Gerichtsbarkeit (Landesherrschaft) hatte der Abt von St. Gallen als Nachfolger der Grafen von Toggenburg seit 1468 inne.
1751 löste sich Libingen von der Mutterpfarrei und 1764 wurde auch Mühlrüti eine selbstständige Pfarrei. Mit dem Untergang der alten Herrschaften und der Bildung des Kantons St. Gallen im Jahr 1803 wurden die drei Pfarreien zur politischen Gemeinde Mosnang zusammengeführt. Der Lindenplatz in Mosnang war 1831-1861 Versammlungsort der alttoggenburgischen Bezirksgemeinden. Auffallend schwer hatte Mosnang unter der grossen Hungersnot von 1816/17 zu leiden. Bei einem Brand am 19. Mai 1886 wurde ein Grossteil des Mosnanger Dorfkerns zerstört.
Zur Deutung des Ortsnamens Mosnang
Einige wollten „Mosnang“ mit „Moos“, also einer Pflanzenart, in Zusammenhang bringen. Für diese Erklärung spricht, dass Moos im Althochdeutschen tatsächlich als „mos“ nachgewiesen ist. Gegen diese Deutung spricht, dass das Gebiet von Mosnang kaum eine Moor- oder Sumpflandschaft gewesen ist.
Mehr Gewicht hat die Deutung, der Ortsname gehe auf die Besiedlung durch einen Alemannen namens Maso zurück. „Maso“ hiess der erste Siedler und „nang“ leitet sich ab von „wanga“ = Wange, sanfte Halde, gewölbtes Gelände.
Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich im Lauf der Jahrhunderte immer wieder gewandelt. Nach dem ersten Urkundenbeleg „Masinang“ von 854 finden wir um 1150, 1217 und 1238 Masinanc, 1338 Mazenang. 1359, 1417, 1457 wird Masnang, lecht abgewandelt 1435, 1442 etc. Massnang geschrieben. 1462 erscheint in Mossnang erstmals der Laut „o“ anstelle des älteren „a“. Der Dialektbezeichnung „Moslig“ kommt „Mosslingen“ in einer Toggenburger Urkunde von 1571 am nächsten.