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Wähler ausserhalb der Städte, Geringverdiener und Männer – sie alle trauten Biden mehr zu, als sie es vor vier Jahren Hillary Clinton zugetraut hätten. Einige Clinton-Wählergruppen wandten sich aber auch vom diesjährigen demokratischen Kandidaten ab.
Hinweis: Dieser Artikel wurde schon kurz vor dem Sieg Joe Bidens publiziert. Die Resultate der Exit Polls hier sind provisorisch. Mehr Infos unten in der Infobox.
Noch bevor in den US-Wahlen 2020 ein Kandidat überhaupt alle benötigten 270 Elektorenstimmen erreicht hatte, wurden die ersten Resultate der Wahlnachbefragungen, die sogenannten «Exit Polls», bekannt.
Vergleichbare Umfragen gab es natürlich auch nach den Wahlen 2016, als Donald Trump gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewann. Vergleicht man die beiden Resultate der demokratischen Kandidaten, zeigt sich, in welchen Wählergruppen Joe Biden mehr Leute überzeugen könnte – denn sie könnten am Schluss den Unterschied ausgemacht haben.
Verschiebungen im Wahlverhalten gab's beispielsweise bei den Einkommensklassen. Wähler aus Haushalten mit Einkommen unter 100'000 US-Dollar gaben ihre Stimme Biden häufiger, als sie es bei Clinton getan hatten.
Insbesondere bei der Wählergruppe zwischen 50'000 und 100'000 US-Dollar Einkommen war die Unterstützung für Joe Biden gross: 56 Prozent wählten ihn, Hillary Clinton wählten nur 46 Prozent von ihnen.
Dass die US-amerikanischen Städte vorwiegend demokratisch stimmen, ist keine Überraschung. Sowohl Clinton als auch Biden holten um die 60 Prozent aller Wähler aus Städten mit mindestens 50'000 Einwohnern.
In den Suburbs und auf dem ländlichen Gebiet allerdings konnte Biden die Wähler offensichtlich deutlich mehr überzeugen als Clinton vor vier Jahren. Bei der Kategorie «Kleine Städte und ländliches Gebiet» stieg die Unterstützung für den demokratischen Kandidaten um 11 Prozentpunkte.
Die ersten «Exit Polls» zeigen auch: Manche Männer, die Hillary Clinton 2016 nicht gewählt hatten, gaben ihre Stimme diesmal Joe Biden. Mit 48 Prozent konnte Biden fast die Hälfte aller männlichen Wähler von sich überzeugen.
Bei den Frauen bewegt sich der Anteil an Demokraten-Wählerinnen ungefähr im gleichen Rahmen.
Interessant wird es auch bei der Frage: «Unabhängig davon, wen Sie heute gewählt haben: Welcher Partei ordnen Sie sich normalerweise zu?»
So konnte Clinton bei den Wahlen «nur» knapp neun von zehn Demokraten dazu bewegen, ihr die Stimme zu geben (89 Prozent). Biden erhielt aus der eigenen Partei mehr Unterstützung (95 Prozent).
Mit 12 Prozentpunkten mehr schien Biden auch bei der Gruppe der Unabhängigen und Vertreter anderer Parteien mehr zu punkten – diese machen gemäss der «New York Times» immerhin rund einen Viertel der Wahlbeteiligten aus.
Allerdings muss Biden in einer Wählergruppe auch einen Dämpfer hinnehmen: Bei der LGBTQ-Community konnte Hillary Clinton nach ersten Erkenntnissen deutlich mehr Stimmen abholen.
Während Clinton noch von knapp acht von zehn Mitgliedern der LGBTQ-Community die Stimme erhielt, gingen nur noch sechs von zehn an Biden. Das ist ein happiger Rückgang von 17 Prozentpunkten – und das, obwohl Biden es laut eigenen Aussagen zur «obersten Priorität seiner ersten 100 Tage im Amt» gemacht habe, ein neues Gleichstellungsgesetz zu verabschieden. Die geplanten Neuerungen findest du hier.