Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03522.jsonl.gz/3080

Das Leben in Huaracopalca
Das Dorf Huaracopalca liegt im Süden Perus auf einer Hochebene in den Anden, in 4600 Meter Höhe und etwa 325 km nordöstlich von der Departements-Hauptstadt Arequipa entfernt. Von den nördlichen Anden mit ihren 6000er-, ganzjährig schneebedeckten Berggipfeln, fällt die hügelige Hochebene auf bis zu 3000 Meter herab. In der unwirtlichen Landschaft von mehr als 4000 Meter (über dem Meeresspiegel) leben seit Urzeiten Peruaner indianischen Ursprungs in kleinen Siedlungen, die zu Dörfern zusammengefasst wurden. Die Einwohner leben mit ihren Familien in selbst gebauten Lehmhütten in ärmlichsten Verhältnissen. Sie ernähren sich von der Zucht von Schafen, Lamas und Alpakas. Mit dem Verkauf der Wolle kommen sie einmal jährlich zu ein wenig Geld, das ein ganzes Jahr reichen muss, und die Mütter stricken und schneidern die Kleider für ihre ganze Familie. Die Männer treiben morgens die Viehherden aus dem offenen Stall ins Tal auf die wenigen Wiesen, wo sie kaum satt werden von spärlichem Gras. In kleinen Läden in der Siedlung kaufen sie Lebensmittel wie Kartoffeln, Bohnen und Mais und kochen daraus hauptsächlich mehlige Suppen. Gegen Mittag bringen die Frauen das Essen zu ihren Männern, damit die Herden beaufsichtigt bleiben. Landwirtschaft ist in Huaracopalca wegen des unfruchtbaren Landes und Klimas nicht möglich. Nicht nur die Tiere, auch die Menschen ernähren sich schlecht. 40 Prozent der Kinder sind mangelhaft und unterernährt. Die medizinische Betreuung fehlt und die Kindersterblichkeit ist in Peru fünfmal höher als bei uns in der Schweiz.
Die Schule in Huaracopalca
Die vom Staat „Bildungsdienstzentrum” genannte Primarschule besteht aus drei Gebäuden, die U-förmig um den Schulhof liegen. Sie enthalten drei Schulklassen, in denen drei Lehrer jeweils zwei Klassen zusammen unterrichten. Vor einigen Jahren haben die Einwohner zwei der drei ebenerdigen Lehmziegelbauten durch neue Häuser aus Ziegelsteinen ersetzt. Das Schulhaus für das fünfte und sechste Schuljahr besteht aber noch aus Lehmziegeln. Es ist baufällig und sollte zur Sicherheit der 18 Schüler dringend ersetzt werden. Erdbeben sind sehr häufig. Erst am 4. April 2013 wurde eines mit der Stärke 6,2 gemessen, und man fürchtet, dass eine Schulklasse mit den Kindern während des Unterrichts einstürzen könnte. Ausserdem sollen zwei Wellblech-Toiletten durch feste Bauten ersetzt werden.