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Das Plutonium in der Uran-Munition der NATO aus dem Balkankrieg stellt keine zusätzliche gesundheitliche Gefährdung dar. Das hat das Labor Spiez festgestellt.
Die vom Labor Spiez gemessenen Plutonium-Werte in Geschossen mit abgereichertem Uran liegen im tiefsten messbaren Bereich, nahe der Nachweisgrenze. Das gefundene Plutonium stelle somit kein zusätzliches Gefährdungspotential dar, schreibt das Verteidigungs-Departement (VBS).
Die Plutonium-Werte liegen zwischen 0,4 und 1,3 Billionstel Gramm pro Gramm abgereicherten Urans. Das VBS verdeutlicht dies mit einem Bild: Dies entspreche einem Pfund Zucker, aufgelöst im Thunersee.
Vier positive Tests
"Wichtig in dieser Sache ist die Quantität", sagte Max Keller, der die Analysen in Spiez leitete. Sie sei so klein, dass sie bezüglich Radioaktivität keine zusätzliche Gesundheits-Gefährdung darstelle.
Nach dem bekannt wurde, dass Munition mit abgereichertem Uran eingesetzt wurde, hatten sich die rund 1'000 Schweizer, die als Soldaten im Kosovo weilten, einem Bluttest unterzogen. Für vier von ihnen verliefen die Tests positiv.
Die Entdeckung von Plutonium wird auf diese vier Fälle Auswirkungen haben. Die vier Soldaten werden weiteren Untersuchungen unterzogen, wie Keller ausführte.
Oberfeldarzt Peter Eichenberger sagte auf Anfrage, das gefundene Plutonium in der Uran-Medizin habe überhaupt keinen Einfluss auf das medizinische Vorgehen, weil es weder von der chemischen Toxizität noch von der Strahlenbelastung her relevant sei.
Täglich erhalte die Ärztegruppe die Resultate von 20 bis 30 Blutuntersuchungen, die bei Menschen durchgeführt wurden, die sich im Kosovo aufgehalten hatten. Es seien zwar gewisse Veränderungen in einzelnen Blutuntersuchungen festgestellt worden, die genauer abgeklärt werden müssen: "Wir haben aber überhaupt keinen Hinweis für irgendeine Leukämie. Es ist deshalb eigentlich sicher, dass die festgestellten Veränderungen nichts mit der Uran-Munition zu tun haben", sagte Eichenberger.
Zu den Munitionssouvenirs, die von Schweizern nach ihrem Einsatz auf dem Balkan abgegeben wurden besteht kein Zusammenhang. In keinem dieser Geschosse sei Uran nachgewiesen worden. VBS-Chef Samuel Schmid hatte die Abklärungen im AC-Labor in Auftrag gegeben, nachdem die ETH-Zürich die möglichen Plutonium-Rückstände in der Uran-Munition thematisiert hatte.
swissinfo und Agenturen