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Für das damals noch junge Unternehmen Porsche spielte die Schweiz in den 1940er-Jahren eine bedeutende Rolle. «Ich würde als Historiker sogar so weit gehen, dass es Porsche ohne die Schweiz heute nicht geben würde», sagt der Leiter des Porsche-Archivs, Dieter Landenberger, im Interview mit «ECO».
Der Hintergrund: Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Konstruktionsbüro Porsche, das an einem Sportwagen tüftelte, knapp bei Kasse, hatte aber bereits umsetzbare Entwürfe. Der Schweizer Unternehmer Rupprecht von Senger glaubte an das Unternehmen. Er unterstützte es finanziell und sicherte sich die Vorverkaufsrechte für die ersten fünf Modelle.
Schweizer Unternehmer schmuggelte für Porsche
Senger griff sogar zu illegalen Mitteln: Zur Fertigstellung schmuggelte er Teile aus der Schweiz nach Österreich, wo die Fahrzeuge anfänglich gefertigt wurden. Am 8. Juni 1948 kaufte Senger für 7000 Schweizer Franken den ersten Porsche-Serienwagen.
Auch sonst spielte die Schweiz immer wieder eine Rolle für den erfolgreichen Start des Unternehmens:
- Im Juli 1948 erschien der weltweit erste Pressebericht über ein Porsche-Fahrzeug in der Schweizer «Automobil Revue», nachdem Journalisten es auf der Bremgarten-Rennstrecke hatten Probe fahren können.
- Der Zürcher Hotelier und Autohändler Bernhard Blank präsentierte 1948 das erste Porsche-356/2-Coupé im Parterre seines Hotels und verhalf ihm so zu Aufmerksamkeit.
- Der erste Messe-Auftritt der Marke Porsche erfolgte im März 1949 am Genfer Salon – damit fanden die Fahrzeuge ihren Weg in die grosse Öffentlichkeit.
Porsche setzt auch heute auf Schweizer Unterstützung – zumindest in der Person von Stephan Schläfli. Der ETH-Ingenieur ist seit Jahrzehnten bei Porsche beschäftigt. Heute ist er für weltweite Behördenkontakte zuständig und verhandelt in internationalen Kunden- und Zulassungssituationen.
Schweizer kaufen oft teuerste Modelle
Die internationalen Märkte sind ihm bestens bekannt – und so räumt er gegenüber «ECO» mit einem Cliché auf. «Man sagt zwar, die Deutschen seien so autovernarrt. Aber der Schweizer Durchschnittsautofahrer ist es genauso», sagt Schläfli.
In der Schweiz sind rund 33'000 Porsche-Fahrzeuge zugelassen. Damit ist die Schweiz eines der Länder mit der höchsten Porsche-Dichte.
Doch nicht nur das: Laut Informationen des Unternehmens kaufe die Schweizer Kundschaft überdurchschnittlich oft hochpreisige Modelle mit bester Ausstattung – meist auch mit Allradantrieb. Auffallen wollen die Schweizer hingegen nicht unbedingt. Sie wählen in der Regel dezente Farben.
«ECO»-Serie
Im Rahmen einer Serie über die deutsche Wirtschaft zeigte «ECO», wie ein Stephan Schläfli den Konzern Porsche erlebt.