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« Das Problem ist, wie verkauft man Tod? Wie verkauft man ein Gift, das jährlich 350’000 und täglich 1’000 Menschen umbringt? Man macht es mit weiten, offenen Freiflächen in der Natur… den Bergen, den offenen Plätzen, dem See mit seinem Ufer, mit jungen, gesunden Menschen, mit Sportlern. Wie könnte der Zigarettenrauch in solch einer Situation schädlich sein? Er kann es nicht, da ist zu viel frische Luft, zu viel Gesundheit, Jugend und Lebendigkeit. So wird er verkauft. »
Fritz Gahagan, ehemaliger Berater von fünf Tabakgesellschaften, 1988
In der Schweiz wurden im Jahr 2011 4’457 Millionen Franken für Zigaretten ausgegeben; das heisst 560.- CHF pro Einwohner/in. Drei Unternehmen teilen sich den schweizerischen Markt wie auch den Weltmarkt: Phillip Morris, British American Tobacco und Japan Tobacco. Weltweit werden jährlich 6’000 Milliarden Zigaretten verkauft, was im Jahr 2009 Einnahmen von schätzungsweise 614 Milliarden Dollar (USD) ergab.
Mit den ersten Warnungen über die Gefahren der Zigarette und dem Bewusstwerden der Bevölkerung, hat die Tabakindustrie immer wieder neue, angeblich weniger schädliche Produkte auf den Markt gebracht: Light-Zigaretten, Menthol-Zigaretten, usw. Aber diese Produkte sind ebenso, wenn nicht gar noch gefährlicher, als die gewöhnlichen Zigaretten.
Die grosse Mehrheit der Rauchenden hat vor dem 21. Lebensjahr mit dem Rauchen angefangen. Und Studien zeigen, dass junge Leute, welche der Zigarettenwerbung ausgesetzt sind, ein höheres Risiko haben, selbst mit Rauchen anzufangen. Die Tabakindustrie kennt diese Fakten und investiert daher erhebliche Summen, um die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für sich zu gewinnen.
Die Tabakindustrie ist enorm erfinderisch wenn es darum geht die Jugend zu erreichen, auch wenn sie dabei vorgibt, sich an die Erwachsenen zu wenden: Medienwerbung und Plakatkampagnen, Promotion in Verkaufsstellen, Sponsoring, Organisation von Gratisfesten, Platzierung ihrer Produkte in Filmen, usw.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann die Werbung für Tabakprodukte „dem Rauchen ein soziales Ansehen verschaffen, den Bemühungen um eine Sensibilisierung für die Gefahren des Tabaks entgegenwirken, den Einfluss der Tabakindustrie auf die Medien, die Welt des Sports und der Unterhaltung stärken.“
Wenn sich durch die Werbung nicht die Anzahl der Rauchenden erhöhen würde, die Tabakindustrie würde darauf verzichten. Die WHO empfiehlt daher ein totales Werbeverbot für Tabak.
Seit dem Frühling 2013 beteiligt sich die Fachstelle Tabakprävention Freiburg – CIPRET an einem Projekt zur Beobachtung der Tabakprodukte-Marketingstrategien in Zusammenarbeit mit dem CIPRET Waadt und Sucht Schweiz. Ziel dieser vom Tabakpräventionsfonds finanzierten Studie ist die systematische Dokumentation, Beschreibung und Analyse der bestehenden Marketingpraxis für Tabakprodukte in der Westschweiz. Tabakwerbung ist in der Westschweiz omnipräsent; sie verwendet subtile Marketingtechniken und richtet sich insbesondere an junge Menschen: Zu diesen Schlüssen kommt das Projekt zur Beobachtung der Tabakprodukte-Marketingstrategien.