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Ungefähr 9.000 Jahre vor Christus fing Menschen an Gerste und Weizen zu kultivieren. Schon früher entdeckten die Menschen wild wachsende Getreideähren und fingen an sie zu sammeln und zu zerkleinern. Da die Vorratslager nicht wasserdicht waren, entdeckten die Menschen vermutlich sehr früh das Mälzen von Getreide. In Wasser eingeweichtes Getreide fängt an zu keimen, dabei entstehen Enzyme. Diese Enzyme spalten die Stärke der Getreidekörner zu Malzzucker. Leider kannten die Menschen der Jungsteinzeit keine Schrift, daher fehlen Dokumente über die Bedeutung von Bier in dieser Zeit.
Der altmesopotamischen Raum, auch als fruchtbaren Halbmond bekannt, ist die Kulturlandschaft in Vorderasien. Von dort kommen die frühsten Nachweise von Bier. Die Ägypter liessen halbfertig gebackenes Brot mit Wasser vergären und so entstand eine Art Bier. Bei den Römern hiess dieses Bier Cervisia, bei den Kelten hiess es Korma und bei den Römern galt es als barbarisches Getränk.
Später entdeckte man, dass Eichenrinde und Kräuter wie Myrte oder Johanniskraut den Geschmack und die Haltbarkeit des Biers verbessern. Um die Rauschwirkung zu erhöhen, wurden auch psychotropische Kräuter wie Bilsenkraut oder Stechapfel hinzugefügt.
Ca. 3.000 v. Christus war Bier ein Grundnahrungsmittel alles Bevölkerungsschichten, einschliesslich des Königshauses. Die Arbeiter für den Pyramidenbau erhielten täglich 2 Krüge Bier und drei bis vier Brote. Sogar den Toten wurde Bier mit ins Grab gelegt. In Ägypten blieben die Brauereien Staatsmonopol.
Einige Auszüge aus der ältesten Bierschankordnung:
Die Wirtin, die sich ihr Bier nicht in Gerste, sondern in Silber bezahlen lässt, oder die minderwertiges Bier ausschänkt, wird ertränkt.
Eine Priesterin, die ein Bierhaus aufsucht oder eröffnet, wird verbrannt.
Die Wirtin, die in ihrer Gaststätte politische oder staatsgefährdende Gespräche duldet, ohne die Gäste der Obrigkeit auszuliefern, wird getötet.
Bierpanscher werden in ihren Fässern ertränkt
Die Babylonier kannten 1700 v. Christus bereits 20 Sorten Bier:
Acht bestanden aus Emmer mit etwas Gerste
Acht bestanden nur aus Gerste
Vier waren Mischbiere, in denen die Gerste überwog
Je mehr Emmer ein Bier enthielt, desto teurer war es. Emmer ist eine Weizenart, die damals viel wertvoller war als Gerste. Die Babylonier kannten unter anderem:
Dünnbier: ein wässriges Gerstenbier
Schwarzbier: ein preiswertes Gerstenbier, dem eine kleine Menge Emmer zugemischt wurde
Feines Schwarzbier: hier bestand die Maische aus 80% geröstetem Emmerkorn und 20% gekeimtem Emmerkorn
Feines Weissbier: Grundbestandteile waren Gerste und Emmer
Rotes Bier: bestand aus 75% Gemisch und 25% gekeimtem Emmerkorn, das Gemisch war Emmerbrot und geröstetes Emmerkorn, also reines Malz
Prima Bier: dunkles Starkbier mit gleichem Anteilen aus Emmerkorn, Emmerbrot und Emmermalz
Lagerbier: war vor allem für den Export nach Ägypten bestimmt und enthielt Emmer und Gerste
Nachbier: man schüttete Maischreste von Gerste und Emmerbier zusammen und versetzte sie nochmals mit Wasser
Bei den frühsten Brauverfahren in Mitteleuropa hat man Fladenbrot in Wasser aufgelöst und mit Hefe zu Bier vergoren lassen. Aufgrund der günstig zu beschaffenden Rohstoffe zur Bierherstellung galt Bier als Alltagsgetränk.
Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es einen geringeren Alkoholgehalt als heute hatte und durch das Kochen der Bierwürze so gut wie keimfrei war. Was man von Wasser damals nicht behaupten konnte. Wegen des Kaloriengehalts war Bier auch eine gute Ergänzung zur oft knappen Nahrung. Im Jahr 1256 bezeichnete der Arzt Aldobrandino Bier als ein Getränkt, dass Magen und Kopf schädigt und einen schlechten Atem verursacht. Seit dem 8. Jahrhundert wurde zwar schon Hopfen angebaut, jedoch erst in 12. Jahrhundert wurde es für die Bierherstellung verwendet. Durch den verwendeten Hopfen wurden die Biere länger haltbar und transportfähiger. Trotzdem setzte sich Hopfenbier erst in 16. Jahrhundert durch.
Aufgrund des hohen Bierkonsums war Bier für die seit dem 15. Jahrhundert bestehende Landessteuerbehörde von grossem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall im Deutschen Reich Produktions- und Verkaufssteuern erhoben.
Im 16. Jahrhundert wurde das Biergeld zu einer der wichtigsten Steuerquellen.
1516 wurde das Reinheitsgebot erlassen, das seit 1919 für ganz Deutschland gilt.
Es besagt, dass zur Herstellung von Bier nur Gerstenmalz, Hopfen und Wasser verwendet werden darf.
Geprägt wurde die Bierherstellung stark von Jacob Christian Jacobser. Er war fest davon überzeugt, dass die Nahrungsmittelproduktion mit Hilfe der Wissenschaft verbessert werden könnte. 1835, im Alter von vierundzwanzig Jahren, erbte er eine Brauerei in Kopenhagen. Daraufhin besuchte er mehrere deutsche Brauereien um seine Kenntnisse zu verbessern. Er entwickelte ein Verfahren mit dem sich ein helles Lagerbier herstellen liess. Der Erfolg setzte ein, als ihm durch den Beschluss des Königs gestattet wurde alte Kellerräumlichkeiten unter den Stadtmauern zu benutzen. Denn bei diesem Bier musste der eigentliche Brauvorgang im Kühlen durchgeführt werden. Die Gunst des Königs war daher ein grosser Wettbewerbsvorteil. Bereits 1847 konnte Jacobser eine grössere Brauerei bauen. Diese errichtete er auf einem Hügel ausserhalb von Kopenhagen. Nach seinem Sohn Carl und diesem Berg nannte er den Betrieb Carlsberg. Bereits im ersten Jahr braute er 350‘000 Liter helles Bier. Inzwischen braut Carlsberg die gleiche Menge in zwei Stunden.