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Tracheoösophageale Fisteln sind Verbindungen zwischen der Luft- und Speiseröhre. Dadurch kann Speichel oder Nahrung in die Atemwege gelangen. Tracheoösophageale Fisteln können angeboren oder im Lauf des Lebens erworben sein. Die Beschwerden sind vielfältig und reichen von Hustenattacken beim Essen bis hin zur Lungenentzündung.
Tracheoösophageale Fisteln sind angeborene oder erworbene Gänge zwischen der Speiseröhre und der Luftröhre. Normalerweise sind keine Verbindungen zwischen diesen beiden Röhren vorhanden. Das Wort „tracheoösophageal“ ist aus zwei Begriffen zusammengesetzt: „Trachea“ ist die Luftröhre und „Ösophagus“ bedeutet Speiseröhre. Beide haben unterschiedliche Aufgaben: Durch die Speiseröhre gelangt die Nahrung in den Magen, während über die Luftröhre die lebenswichtige Atemluft in die Lunge strömt. Im Englischen heisst die Erkrankung „Tracheoesophageal Fistula“ oder einfach TEF.
Tracheoösophageale Fisteln können verschiedenste Ursachen haben. Manchmal sind sie angeboren und Babys kommen schon mit der „falschen“ Verbindung zur Welt. Manche Menschen erwerben den „Kurzschluss“ zwischen Luft- und Speiseröhre jedoch im Lauf ihres Lebens. Fisteln können zum Beispiel nach ärztlichen Eingriffen entstehen, aber auch im Rahmen bestimmter Krankheiten, Entzündungen oder Verletzungen der Luft- und Speiseröhre.
Die Symptome bei tracheoösophagealen Fisteln werden durch die Aspiration von Speichel oder Nahrung ausgelöst. Sie können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und reichen von Hustenattacken bis hin zu einer Lungenentzündung. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ärztinnen und Ärzte können tracheoösophageale Fisteln durch eine Operation oder mit Hilfe eines Stents (Gefässstütze) verschliessen.
Tracheoösophageale Fisteln sind seltene Erkrankungen. Ihre Häufigkeit lässt sich nicht sicher beziffern, weil sie oft im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen oder ärztlichen Eingriffen vorkommen. Daher lässt sich auch kein bevorzugtes Erkrankungsalter festmachen.
Erworbene Fisteln werden am häufigsten bei Menschen gefunden, die unter Speiseröhrenkrebs leiden. Der Tumor dringt durch die Wand der Speiseröhre und Luftröhre hindurch und führt zur Bildung einer Verbindung.
Angeborene tracheoösophageale Fisteln sind dagegen gar nicht so selten. Ungefähr 1 von 2‘000 bis 4‘000 Neugeborenen kommt mit einer Fistel zur Welt.
Die Ursachen der tracheoösophagealen Fisteln können sehr unterschiedlich sein. Üblicherweise unterscheidet man zunächst danach, ob die Fisteln angeboren sind oder im Laufe des Lebens erworben wurden. Folgende Gründe können für die unnatürlichen Gänge zwischen der Luft- und Speiseröhre verantwortlich sein:
Die Symptome bei tracheoösophagealen Fisteln können sehr unterschiedlich ausfallen – je nach Ursache. Beim Schlucken kann jedenfalls über die Fistel Flüssigkeit oder Nahrung von der Speiseröhre in die Luftröhre übergehen – und somit auch in die Lunge gelangen. Dort entstehen dann verschiedene Probleme – oft eine Lungenentzündung.
Die Diagnose der tracheoösophagealen Fisteln beginnt immer (wenn möglich) mit dem Gespräch zur Krankengeschichte, der Anamnese. Bei betroffenen Kindern befragen wir immer die Eltern. Folgende Fragen sind unter anderem für uns interessant:
Ihre Antworten liefern uns erste Hinweise auf die Ursache der Symptome. Meist folgt eine körperliche Untersuchung, bei der wir zum Beispiel den Bereich von Hals und Brustkorb abtasten. Anschliessend setzen wir in der Regel bildgebende Verfahren ein, um möglichen tracheoösophagealen Fisteln auf die Spur zu kommen. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden sind:
Besondere Massnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung von tracheoösophageale Fisteln gibt es nicht. Grundsätzlich gilt: Holen Sie immer ärztlichen Rat ein, wenn Sie ungewöhnliche Symptome bei sich feststellen.
Manchmal sind Infektionen mit Bakterien (z.B. Tuberkulose) Auslöser von tracheoösophagealen Fisteln. Ganz allgemein können Sie Infektionen vorbeugen, indem Sie auf eine ausreichende Hygiene achten und so die Ansteckungsgefahr vermindern. Waschen Sie sich zum Beispiel regelmässig und gründlich die Hände.
Zudem schützt ein starkes Immunsystem vor Infektionskrankheiten. Ihre Abwehrkräfte können Sie schlagkräftiger machen, wenn Sie:
Diese Massnahmen können auch bis zu einem gewissen Mass vor einer Krebserkrankung schützen, zum Beispiel vor Speiseröhren- oder Lungenkrebs. Alkohol und Rauchen spielen bei beiden Krebsarten eine wesentliche Rolle.
Der Verlauf und die Prognose von tracheoösophagealen Fisteln lassen sich nicht allgemein vorhersagen. Beide hängen immer von der Ursache und der Behandlung ab. Allerdings ist die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Fisteln zwischen der Luft- und Speiseröhre oft erheblich eingeschränkt. Ohne ausreichende Behandlung sinkt auch die Lebenserwartung.
Bei Fisteln, die nicht im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung stehen, ist die Behandlung oft erfolgreich, wenn wir sie rechtzeitig diagnostizieren. Bei Fisteln, die im Rahmen einer Krebserkrankung entstehen, beträgt die Überlebenszeit dagegen oft nur einige Wochen bis Monate.
Babys mit angeborenen tracheoösophagealen Fisteln haben nach einer Operation eine sehr gute Prognose.
Die Therapie bei tracheoösophagealen Fisteln richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache.