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Uo) «Eine Kerze für den Frieden ... weil der Streit nicht ruht» (E. Michler) ist symbolisch in Israel von Menschen jüdischen und arabischen Glaubens 1972 entzündet worden, die mit der Gründung des Dorfes <<Neve Shalom/Wahat al Salam» (NSWAS) mit der Bedeutung: «Ort des Friedens» (in beiden Sprachen) aufzeigen wollten: Ein friedliches Zusammenleben zwischen Juden/Jüdinnen und Palästinenserinnen/Palästinensern ist möglich, wenn sie in einer Gemeinschaft gelebt wird, die auf Toleranz, gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit beruht. In ihrem Vortrag sprach Evi Guggenheim, aus Zürich stammende Psychotherapeutin, an der Volkshochschule Steckborn (VHS) in Zusammenarbeit mit den beiden Steckborner Kirchgemeinden, über das Dorf, das sie mit aufgebaut hat. Sie, aus einer jüdischen Familie stammend, ist mit einem Palästinenser verheiratet.
Oase des Friedens
«Neve Shalom/Wahat al Salam» ist heute eine idyllische Dorfkooperative, in der jüdische und palästinensische Bürgerinnen und Bürger Israels miteinander leben. Sie liegt auf einem kleinen Hügel in der Mitte zwischen Jerusalem, Tel Aviv und Ramallah. Alle Dorfbewohnerinnen und -bewohner dieser zweisprachigen «Oase des Friedens>> teilen sich Land, Macht, Verantwortung, Schule und Alltag im gegenseitigen Respekt. Und die Idee trug schnell Früchte: 1977 war die erste Familie auf den Hügel gezogen. Anfang 2011 wohnten bereits über 60 Familien in dem Dorf, weitere werden dazu kommen. Die Anfangsbedingungen, berichtete Evi Guggenheim-Shbeta, seien schwierig gewesen, es habe keinen Baum, kein Wasser und keine Elektrizität gegeben: «Alle mussten sehr viel Pioniergeist mitbringen.» Das Bild, das sie dazu zeigte, sprach für sich: eine einsame, sehr verlassene, baufällige Hütte auf einem Hügel, davor der Grunder von NSWAS, Bruno Hussar. Evi Guggenheim-Shbeta, stellte ihn kurz vor: Er sei im moslemisch geprägten Ägypten als Jude geboren worden. Mit 18 Jahren sei er zum Katholizismus konvertiert und wurde Dominikanerpater: «Er hat die jüdische, moslemische und christliche Identität in sich getragen. In seinem spirituellen Testament habe er angegeben: Der Glaube an den Sieg der Liebe über die Feindschaft ist das wahre und tiefgründigste Ziel von Neve Shalom/Wahat al-Salam.»
Sehnsucht nach Frieden
Die Sehnsucht nach Frieden in diesem arg zerstrittenen Land, nach Verständigung und Toleranz wird wohl entscheidend dazu beigetragen haben, dass es, wie die Referentin berichtete, heute in dem Ort eine Grundschule und den Kindergarten gibt, die von 300 Kindern (die meisten kommen aus den umliegenden Ortschaften) besucht wird: NSWAS ist die erste und grösste binationale zweisprachige und trireligiöse Schule für jüdische und palästinische Kinder in ganz Israel. Bereits von der Kinderkrippe an sprechen die jüdischen und arabischen Erzieherinnen und Erzieher ausschliesslich in ihrer eigenen Sprache mit den Kindern. Damit sei, so Evi Guggenheim-Shbeta, der dieser Gedanke sehr wichtig war, die eigene jeweilige Identität der Kinder gesichert, aber die andere würden sie kennenlernen. Für die Kinder sei das alles völlig selbstverständlich, dass sie mit Kindern anderer Religionen und Identitäten aufwachsen würden und doch sich der eigenen bewusst sein können. Und wenn der «Weihnachtsmann» kommt, dann nicht nur zu den christlichen Kindern, sondern eben zu allen. Evi Guggenheim-Shbeta, sprach aber auch das Problem an, dass die Kinder mit zwölf Jahren die Grundschule verlassen: Ob sie in der Pubertät und in späteren Jahren immer noch von den Erfahrungen profitieren, sei nicht bekannt. Immerhin wurde eine internationale Friedensschule eingerichtet, die in Kursen und Seminaren die Gedanken des Friedens, der Verständigung und des Miteinanders seit 1979 nach aussen weitertragt. Zehntausende von Jugendlichen und Erwachsenen haben die Kurse der Friedensschule besucht und die Schule selbst hat zahlreiche in- und ausländische Auszeichnungen erhalten. Wer etwas mehr erfahren möchte oder Fragen hat oder etwas spenden möchte, kann sich an die Schweizer Freundinnen von «Neve Shalom/Wahat al Salam», c/o Gabriel Oser, Präsident, Gisshübelweg 15, 4105 Biel-Benken wenden, oder per Mail an <email-pii> oder auch die Webeseite www.nswas.ch aufrufen.