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(Kt.,Amtsbez. und Gem. Bern).
So heisst eine Anzahl von Bauernhöfen und Häusergruppen mit zugehörigen Aeckern und
Waldungen in der von der
Aare n. Bern
umflossenen und von der Strasse
Bern-Zollikofen durchschnittenen Halbinsel. Grosse Gastwirtschaft.
An der engsten Stelle der Halbinsel die wichtige Baumwollspinnerei
Felsenau. Beträchtliche Ueberreste
einer prähistorischen Siedelung (vergl. Jahn,
Alb. Antiquarisch-topograph. Beschr. desKant. Bern)
und Funde von diluvialen Säugern.
(Kt.,Bez. und Gem. Zürich).
420 m. Eine der 11 Aussengemeinden der Stadt
Zürich, die am mit dieser vereinigt
worden sind. Bildet zusammen mit
Wollishofen den zweiten städtischen Verwaltungskreis. Liegt zwischen dem linken Ufer des
Zürichsees und der
Sihl. Die ruhige Lage und die schöne Aussicht auf
See und
Alpen haben Enge zu einem
bevorzugten Sitz der wohlhabenden Bevölkerung gemacht, sodass es heute eines der schönsten
Quartiere der Stadt ist. Die
vielen aussichtsreichen Moränenzüge eignen sich ganz besonders zum
Bau vonVillen. Zwei Eisenbahnstationen; 3 Schulhäuser.
Enge hat sich langsamer entwickelt als die übrigen Vororte
Zürichs: zusammen mit
Leimbach 1850: 2277 Ew.;
1870: 3284 Ew.; 1888: 5109 Ew.; 1900: 9763 Ew. Bevölkerung überwiegend reformiert; Kirchgemeinde Enge mit von weither sichtbarer,
schöner neuer Kirche auf dem Moränenzug des
Bürgli (1892-94 erbaut).
La Tène Periode. Ueberreste römischer Siedelungen; beim Quai hat man einen sog. Scramasax (Kurzschwert mit einfacher
Schneide) aus der alemannisch-fränkischen Zeit gefunden. Der Ort erscheint in den Urkunden als Engi zuerst 1210-1218 und bezeichnete
damals den schmalen Landstrich zwischen dem die Sihl begleitenden Moränenzug und dem See. Die Gemeinde
hiess nach den Schutzheiligen der um die Mitte des 14. Jahrhunderts erbauten Kapelle «die Wacht zu den heiligen drei Königen».
Auf ihrem Boden stand das kleine Zisterzienserinnenkloster Seldenau (Selnau). Die ursprünglich der Reichsvogtei Zürich
zustehende
hohe und niedere Gerichtsbarkeit kamen 1218 an die Freien von Schnabelburg und 1304 an den Ritter Rüdiger
Maness den jüngern. 1394 veräusserte Ital Maness die Gerichtshoheit «als von
der Stadt Zürich zu verleihendes Reichslehen, worauf sie nach verschiedenen Handänderungen 1423 an die Stadt Zürich fiel,
welche sie vorübergehend 1394 durch Bestellung eines Vogtes bereits verwaltet hatte und nun eine bleibende Obervogtei errichtete».
Der Burgstall des Rittergeschlechtes der Manesse war die auf einem vorspringenden Grat des Uetlibergs oberhalb
des Höckler gelegene Manegg, die 1303 zum erstenmal erwähnt wird und 1409 in Flammen aufging. Gottfried Keller hat das Andenken
an die heute vollständig vom Erdboden verschwundene Burg in einer seiner Zürcher Novellen verewigt. Enge bildete einen
Teil des Schauplatzes der beiden Schlachten von Zürich
1799, und von hier aus beschoss 1802 der helvetische
General Andermatt die Stadt Zürich.
Bis 1798 war Enge ein Teil der stadtzürcherischen Obervogtei Wollishofen und wurde durch einen Untervogt verwaltet. Mutterkirche
von Enge war bis zur Absonderung im Jahre 1882 die Kirche St. Peter in Zürich.
Im herrschaftlichen Sitz «Belvoir»
wohnte Dr. Alfred Escher († 1882), bekannt als kantonaler und eidgenössischer Staatsmann, als Gründer der Nordostbahn u.
der Schweizerischen Kreditanstalt in Zürich,
sowie als erster Direktionspräsident der Gotthardbahn. Sein Denkmal steht heute auf
dem Platz vor dem Hauptbahnhof der Stadt Zürich. Die prächtigen Gartenanlagen des Belvoirgutes sind jetzt
Eigentum der Stadt, die sie zu einem öffentlichen Park umgewandelt hat. (Vergl. Zeller-Werdmüller, H. Zürcherische BurgenII. in Mitt. der Antiquar. Gesellsch. inZürich.
59, 1895. - Nüscheler, Arn. Ein histor.Gangdurch die Nachbargemeinden der StadtZürich in Salomon Vögelins Werk Das alteZürich.
2. Aufl. 1890; mit Karte). S. auch den Art. Zürich
(Stadt).