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Die Bestimmungen zu den Sozialversicherungen zwischen den EU-/EFTA-Ländern und der Schweiz werden durch das Abkommen über den freien Personenverkehr geregelt, das die Schweiz mit diesen Staaten abgeschlossen hat. Mit diesem Abkommen wurde eine Koordination der Sozialversicherungssysteme dieser verschiedenen Länder eingeführt, die hauptsächlich darauf ausgerichtet ist, den zuständigen Staat und die Koordinationsverfahren festzulegen.
Im Rahmen der Krankenversicherung ist im Abkommen vorgesehen, dass in der Regel jener Staat zuständig ist, in dem die entsprechende Person erwerbstätig ist. So untersteht beispielsweise ein in Frankreich niedergelassener und erwerbstätiger Schweizer dem französischen Krankenversicherungssystem.
Je nach Personenkategorie bestehen spezielle Bestimmungen:
Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie ihre nicht erwerbstätigen Familienmitglieder müssen sich in jenem Land versichern, in dem sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Doch in bestimmten Ländern können die Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie ihre nicht erwerbstätigen Familienmitglieder das Land wählen, in dem sie sich versichern möchten.
Rentnerinnen und Rentner der AHV/IV, der Unfallversicherung und der beruflichen Vorsorge müssen sich grundsätzlich in der Schweiz versichern, wenn sie nicht von ihrem Aufenthaltsland eine Rente beziehen.
Erhält ein Rentner eine Rente von seinem Aufenthaltsland, muss er sich in diesem Land gegen Krankheit versichern. Dies gilt auch dann, wenn die im Aufenthaltsland bezogene Rente unter der entsprechenden Schweizer Rente liegt.
Ist ein Rentner in einem Land wohnhaft, von dem er keine Rente bezieht, und bezieht er eine Schweizer Rente sowie eine Rente eines anderen EU-/EFTA-Staats, muss er sich in jenem Land versichern, in dem er am längsten gegen das Risiko Alter versichert war.
Auch bei diesem Punkt bestehen je nach Land Ausnahmen von den allgemeinen Regeln.
Zum Beispiel haben Rentner wohnhaft in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich oder Spanien und ihre nichterwerbstätigen Familienangehörigen die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreien zu lassen, wenn sie sich dem Krankenversicherungssystem des Wohnlandes anschliessen (Versicherungsoptionsrecht, siehe. Link „übersichtliche Darstellung: Krankenversicherung in der EU“).
In der Schweiz ist die Gemeinsame Einrichtung KVG damit beauftragt, die Zugehörigkeit von Schweizer Rentnerinnen und Rentnern zu einer Schweizer Krankenkasse zu überprüfen.
Diese Personen sind in der Schweiz gegen Krankheit versichert. Wie in den oben erläuterten Fällen besteht je nach Aufenthaltsland die Möglichkeit, den zuständigen Staat zu wählen.
Die Prämien, die von in der Schweiz versicherten Personen zu bezahlen sind, werden abhängig vom Aufenthaltsland berechnet. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit von Prämienverbilligungen. Für weitere Einzelheiten empfehlen wir die Internetseiten, die unter den Links angegeben sind.
In einem EU Staat krankenversicherte Personen müssen sich in der Regel in ihrem Wohnland behandeln lassen. Personen, die in der Schweiz oder einem anderen EU Staat als ihrem EU-Wohnland versichert sind, haben in Ihrem Wohnland Anrecht auf die gleichen Leistungen zu den gleichen Voraussetzungen, wie wenn Sie bei der lokalen Sozialversicherung dort versichert wären.
In der Schweiz versicherte Personen, die in einem EU-Staat wohnen (Grenzgängerinnen und Grenzgänger und ihre Familienangehörigen, Rentnerinnen und Rentner und ihre Familienangehörigen, Bezügerinnen und Bezüger einer Leistung der schweizerischen Arbeitslosenversicherung und ihre Familienangehörigen sowie die Familienangehörigen von Aufenthalterinnen und Aufenthaltern in der Schweiz),haben das Behandlungswahlrecht, d.h. sie können sich wahlweise im Wohnland oder in der Schweiz medizinisch behandeln lassen. Die Versicherten haben für Behandlungen in der Schweiz die volle Kostenbeteiligung wie die in der Schweiz wohnhaften Versicherten zu bezahlen.
Spezialfall: (Ferien)Aufenthalt - Behandlungsort
Alle in der sozialen Krankenversicherung eines EU Staates oder der Schweiz versicherten Personen haben bei Krankheit und Mutterschaft während eines Aufenthalts im Gebiet eines anderen EU-Staates oder der Schweiz bei Vorweisung der europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) oder der provisorischen Ersatzbescheinigung Anspruch auf alle Sachleistungen, die sich unter Berücksichtigung der Art der Leistungen und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer als medizinisch notwendig erweisen.