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Name: Achim Stößer Permalinks: https://tierrechtsforen.de/gleicheheitbenennen

https://tierrechtsforen.de/gleichheitbenennen
Datum: 06.07.20 16:52
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Zitat:
Natürlich gibt es bei allen Vergleichen zwangsläufig Unterschiede. Vollkommen Gleiches kann in diesem Sinn nicht verglichen werden. Dagegen ist es möglich, um das bekannte, jedoch falsche, Schlagwort zu bemühen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, also Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu benennen: "Ich esse lieber Äpfel als Birnen", "Äpfel haben einen höheren Pektingehalt als Birnen" oder "Äpfel gehören wie Birnen zum Kernobst" - dagegen ergibt "Äpfel sind runder als Äpfel" keinen Sinn. Wenn Äpfel mit Äpfeln verglichen werden sollen, müssen es solche mit unterschiedlichen Eigenschaften sein: "Die Äpfel auf der Sonnenseite dieses Baums sind reifer als die auf der Schattenseite", "Die Äpfel an den oberen Zweigen sind genau so groß wie die an den unteren". Dies ist so elementar, daß es bei Obst allgemein einleuchtet - doch in anderen Fällen wird offenbar der Verstand über Bord geworfen: "Auf den Scheiterhaufen der Inquisition starben eineinhalb mal soviele Menschen wie in den Gaskammern der Nazis" wird plötzlich zu einer Relativierung der Greueltaten der Nationalsozialisten, als ob ein solches Verbrechen in irgendeiner Weise weniger grauenhaft würde, wenn es ein anderes vergleichbaren oder auch größeren Ausmaßes gab. Als ob Jack the Ripper durch Jeffrey Dahmer plötzlich zu einem netten Menschen würde. https://antispe.de/txt/legenmachtfrei.html
Diese Banalität scheint für viele so unfassbar zu sein, dass "Philosophen" offenbar ganze Bücher darüber schreiben ...
Zitat:
Äpfel mit Birnen vergleichen? Das geht!
Von Arnd Pollmann
Äpfel und Birnen kann man sehr wohl vergleichen, meint der Philosoph Arnd Pollmann – denn vergleichen kann man nur, was verschieden ist. [...]
Wer Vergleiche dieser Art für anstößig hält, sollte wissen, dass ein Vergleich nicht schon impliziert, dass die verglichenen Phänomene gleich sind. Denn dann verwechselt man „Gleichheit“ mit „Identität“. Wann immer sich zwei Dinge derart ähneln, dass sie nicht bloß gleich, sondern miteinander identisch sind, gibt es keine Unterschiede mehr zwischen ihnen. Wenn es aber keine Unterschiede mehr gibt zwischen X und Y oder genauer zwischen X und X, dann kann man sie auch nicht länger „vergleichen“.[...]
Gleichheit setzt immer ein gewisses Maß an Verschiedenheit voraus, sie ergibt sich jeweils nur in besonderen Hinsichten und im Rückgriff auf das sogenannte tertium comparationis. Man braucht ein passendes Vergleichskriterium. Im Fall der Früchte: Vitamin C oder Destillierbarkeit. [...]
Und wer praktische Diskriminierung anprangern will, muss trotz aller relevanten Unterschiede stets auch die Gleichheit der Dinge im Auge behalten.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/kritik-der-karpologischen-vernunft-aepfel-mit-birnen.2162.de.html?dram:article_id=479872, meine Hervorhebung
Achim