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Buchsbaumzünsler – Achtsam sein und sofort Bekämpfen!
Einschleppung
2007 wurde der Buchsbaumzünsler erstmals im Norden der Schweiz nachgewiesen und bereits zwei Jahre später schon in Zürich und Basel. Ursprünglich stammt der nachtaktive Kleinschmetterling aus Ostasien (Japan, China, Korea). Den weiten Weg in die Schweiz fand er wahrscheinlich als blinder Passagier in den Buchspflanzen welche, auf Grund der Billigimporte, dort für Europa gezüchtet wurden.
Biologie
Der Buchsbaumzünsler überwintert als Raupe in einem Gespinst zwischen Blättern und in Ritzen nahe den Buchspflanzen. Im zeitigen Frühjahr beginnen die 2 cm grossen Raupen zu fressen. Sie durchlaufen, innerhalb von 4 – 6 Wochen, insgesamt sechs Larvenstadien, erreichen dabei 4 bis 5 cm Länge, um sich schliesslich im Mai in der Nähe der Futterpflanzen zu verpuppen. Nach rund drei Wochen schlüpfen die braun-weissen, deltaförmigen Falter (rund 2 x 2 cm Grösse). Tagsüber sitzen sie auf der Unterseite der Blätter, meist auf anderen Pflanzen wie zum Beispiel auf einer Hainbuche. Sie sind gute und schnelle Flieger. Zur Eiablage, auf der Unterseite der Blätter, suchen die Weibchen, in ihrer Lebenszeit von etwa acht Tagen, gezielt nach Buchspflanzen. Im Flachland ist mit zwei oder sogar mit drei Generationen pro Jahr zu rechnen. Mai und August sind die Monate mit der grössten Frasstätigkeit. Es wurden aber auch noch Anfang November junge Raupen an Buchspflanzen beobachtet. Aufgrund der Giftigkeit der Futterpflanze wird der Buchsbaumzünsler von Fressfeinden gemieden und es kann so zu explosionsartiger Vermehrung und Verbreitung des Schädlings kommen.
Schadbild
Die Raupen sind sehr gefrässig. Zuerst werden die Blätter abgeschabt; grössere Raupen verputzen ganze Blätter. Es bleiben nur abgefressene Stiele zurück. Wenn die Blätter verzehrt sind, wird auch noch die grüne Rinde um die Zweige herum bis auf den Holzkörper abgefressen. Im Extremfall ist die ganze Pflanze durch das Gespinst der Raupen eingesponnen und neben Häutungsresten sind auch die hellen Kotkrümel dann nicht mehr zu übersehen. Die Raupen sind gelbgrün bis dunkelgrün sowie schwarzweiss gestreift mit schwarzen Punkten. Sie besitzen weisse Borsten und eine schwarze Kopfkapsel. Zum Schutz halten sich die Raupen in Kammern aus verklebten und eingerollten Blättern auf und sind deshalb meist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Betroffene Pflanzen können sich auch von grösseren Schäden erholen, es ist jedoch mit einem erneuten Befall zu rechnen. Starker Befall führt zu Totalverlust der Pflanzen. Da der Buchsbaumzünsler in Mitteleuropa bis zu drei Generationen pro Jahr hervorbringt.
Direkte Bekämpfung
Bei schwachem Befall kann eine wöchentliche Kontrolle und das Ablesen von Hand bereits ausreichend sein. Es muss insbesondere auch das Innere der Pflanzen kontrolliert werden, da dort der Frass beginnt. Auch das Abspritzen mit einem starken Wasserstrahl oder das Abschlagen von den Blättern und Ästen ist eine gut Methode. Wenn man vorher noch eine Folie unter die Pflanze legt ist das Einsammeln und Entsorgen ein Kinderspiel. Abgestorbene Pflanzen müssen in einem gut verschlossenen Sack der Kehrichtverbrennung zugeführt werden, damit die Falter nicht schlüpfen und weitere Pflanzen befallen können. Befallene Pflanzenteile dürfen unter keinen Umständen auf dem Kompost entsorgt oder der Grünabfuhr zugeführt werden.
Bei grösserem Befall ist eine Behandlung mit einem auf Bacillus thuringiensis (Bakterium) basierenden biologischen Mittel (Delfin) empfehlenswert, welches wirklich nur die Raupen angreift und Nützlinge wie Bienen, Wespen, Hummeln usw. schont. Solche Mittel sind im Fachhandel erhältlich.
Hinweis: Spritzmittel mit Pyrethrinoiden oder Neonicotinoiden sollten vermieden werden, da solche Insektizide Nützlinge wie Bienen, Hummeln und Schlupfwespen abtöten.
Und das Wichtigste zum Schluss, je aufmerksamer jeder Einzelne ist und einen Befall auch in Nachbarsgarten, dem Eigentümer meldet, desto erfolgreicher werden wir sein im Kampf gegen die gefrässigen Raupen.
Quellenangaben
Bilder entnehmen Sie dem Formular unter Dokumente.