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Gemäss IAEO wurden seit 1993 insgesamt 175 Fälle von Kernmaterial-Schmuggel und 201 Schmuggelfälle, die radioaktive Quellen für Industrie und Medizin betrafen, aufgedeckt. Bei 18 dieser Fälle wurden geringe Mengen von hoch angereichertem Uran oder Plutonium gefunden.
Während laut IAEO das Sicherheitsniveau bei Kernanlagen allgemein als sehr hoch erachtet wird, ist dasjenige von medizinischen und industriellen Strahlenquellen in einigen Ländern "beunruhigend tief". IAEO-Experten befürchten, dass mit solchen Quellen eine "schmutzige Bombe" gebaut werden könnte, die mit einem konventionellen Sprengsatz radioaktives Material verstreut. Die Wirkung einer solchen Bombe wäre in Bezug auf Menschenleben nicht verheerend, hätte aber grosse psychologische und wirtschaftliche Konsequenzen.
Im Zusammenhang mit der terroristischen Bedrohung möchte die IAEO mit einer neuen Initiative im Umfang von USD 30-50 Mio. die nuklearen Sicherheits-Standards und -Prozesse weltweit umfassend überprüfen. Diese Initiative wurde von der in London ansässigen World Nuclear Association (WNA) begrüsst. WNA-Generaldirektor John Ritch sagte: "Die notwendigen Massnahmen zum Schutz der friedlichen Nutzung der Kerntechnik sind Teil der globalen Herausforderung, die moderne Gesellschaft gegen diejenigen zu verteidigen, die sie zu zerstören suchen." Ritch erwartet, dass die gegenwärtige Krise die Wichtigkeit einer sicheren Energieversorgung in den Vordergrund rückt, was die Kernenergie eher stärken als schwächen wird.
Quelle
M.S. nach Medienmitteilungen der IAEO und der WNA, 2. November 2001