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Im November 1999 wurde die betriebliche Sicherheit des Kernkraftwerks Gösgen (KKG) von einem internationalen Expertenteam unter Leitung der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEA) beurteilt. Der Bericht liegt nun vor. Das Team kommt zum Schluss, dass die Leitung des KKG bestrebt ist, die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anlage ständig zu verbessern. Das Personal ist für seine Arbeit sehr gut qualifiziert und ausgebildet. In vielen Bereichen konnten Verfahren und Methoden festgestellt werden, die zur Anwendung in anderen Kernkraftwerken empfohlen wurden. Verbesserungsvorschläge, die KKG umsetzen sollte, betreffen u.a. die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und die Erarbeitung von einigen zusätzlichen Verfahrensvorschriften. Die Beurteilung des internationalen Expertenteams deckt sich mit jener der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK).
Die IAEA bietet den Mitgliedsländern die Möglichkeit an, die Kernkraftwerke durch ein internationales Expertenteam überprüfen zu lassen. Die Überprüfung umfasst die betriebliche Sicherheit eines Kernkraftwerkes, d.h. die Bereiche Management und Organisation, Ausbildung des Personals, Betrieb der Anlage, mechanische und elektrische Instandhaltung, Strahlenschutz und Chemie sowie Notfallplanung.
Die Schweiz hat im Jahre 1994 das Kernkraftwerk Leibstadt, im Jahre 1995 die Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 und im November 1999 das Kernkraftwerk Gösgen überprüfen lassen. Derzeit ist ein Expertenteam der IAEA im Kernkraftwerk Mühleberg tätig.
Bei allen bisher beurteilten Werken wurde der hohe Sicherheitsstandard, die gute Ausbildung des Personals und dessen Motivation für seine Arbeit erwähnt. Im Bericht zum KKG wird besonders auf den mustergültigen Zustand der Anlage und die vorausschauende Planung bei der Anstellung von Personal für den Ersatz bei bevorstehenden Pensionierungen hervorgehoben. Ebenso werden die Massnahmen des KKG zur Verringerung der Menge radioaktiven Abfalls gelobt.
Trotz des erreichten hohen Sicherheitsstandards empfiehlt das Team, KKG solle sich vermehrt herausfordernde Ziele auf dem Gebiet der Sicherheit und des Strahlenschutzes setzen. Das Personal sollte noch mehr angehalten werden, bei seinen Tätigkeiten deren Bedeutung für die Sicherheit der Anlage, des Personals und der Umwelt zu hinterfragen. Ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem sollte eingeführt und angewandt werden.
Die Beobachtungen des internationalen Expertenteams decken sich weitgehendst mit der Beurteilung der Sicherheit und des Strahlenschutzes im KKG durch die HSK. Bei Inspektionen und an Aufsichtsgesprächen konnte die HSK feststellen, dass KKG schon viele der Empfehlungen des Expertenteams umgesetzt hat bzw. an deren Umsetzung arbeitet.
Der in englischer Sprache verfasste Bericht der IAEA kann bei der HSK bestellt werden.