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Letztere wohnen insbesondere im Rhodopegebirge und tragen den
Beinamen der Pomaken. Der
Bulgare ist intelligent, mäßig, sparsam,
gastfreundlich; er besitzt Familienliebe und Sittlichkeit, ist aber mißtrauisch, habgierig und ränkesüchtig.
Die Frömmigkeit, wenigstens in den äußern Formen, ist allgemein verbreitet.
Vgl. Zeuß, Die
Deutschen und die Nachbarstämme
(Münch. 1837);
Schafarik,Slaw.
Altertümer (deutsch von Mosig von Ährenfeld, 2 Bde., Lpz.
1843–44);
und
Oberflächengestaltung. Das eigentliche Fürstentum B. grenzt im N. an
Rumänien, von diesem bis auf den östlichsten
Teil der Grenze (gegen die Dobrudscha) durch die Donau geschieden, im O. an das
SchwarzeMeer, im
S. an
Ostrumelien
und das türk. Wilajet Saloniki,
[* 9] im N. an das türk. Wilajet Kossovo
und an das Königreich
Serbien. Es erstreckt sich als ein von W. nach O. langgedehntes Gebiet von 42 bis 44° nördl.
Br. und von 22 bis 28 ½° östl. Lage von Greenwich und umfaßt 64493 qkm.
Die autonome
ProvinzOstrumelien (s. d.) umfaßt die Südabhänge des
Balkan mit den sich daran schließenden Längsthälern
der Giopsa (bulgar. Strjama) und der
Tundža, die Thalebene der obern
Maritza (die Ebene von Philippopel) abwärts bis zu den
Engen unterhalb
Seimenli-Tirnova nebst den Nordabhängen des Rhodopegebirges sowie den nördl.Teil des
Istrandschagebirges mit der
Küste um den Golf von
Burgas am
SchwarzenMeer und grenzt im N. und
W. an das eigentliche B., im
S. an die türk. Wilajets Saloniki und
Adrianopel und im O. an das
SchwarzeMeer. Sie liegt zwischen 41 ⅔ und 43° nördl.
Br. und 23 ½ und 28° östl. Lage von Greenwich und umfaßt 35900 qkm.
Nach der
Abtretung einiger Landstricke an die
Pforte infolge des
KonstantinopelerProtokolls 1886 zählt das jetzt unter bulgar.
Verwaltung stehende Gebiet 99276 qkm (davon entfallen 34783 auf die 6 ehemals ostrumel.
Kreise).
[* 10]
In
natürlicher Hinsicht begreift das eigentliche B. den südl.
Teil des Donautieflandes (rechts des
Stroms)
nebst dem, dasselbe im W. und S. umziehenden Gebirgsbogen des
Balkan (s. d.) bis zu dessen Kamm. Nur auf einer
Strecke von 110 km,
am
Durchbruch des
Isker durch den
Etropol-Balkan, greift B. über den
Balkan nach S. hinüber und umfaßt dort die
Hochthäler im Quellgebiet des genannten
Flusses, sowie die Landschaft an der obern
Struma, also das Gebiet des Vitošgebirges,
des Rilo-Dagh bis zu den nördlichsten
Ketten des Rhodope (Mussalla 2930 m, höchster Punkt des Fürstentums).
Dieser außerhalb des Rahmens des eigentlichen Donaubulgarien fallende Landesteil ist von bedeutender Wichtigkeit als Durchgangspforte
zwischen Rumelien und
Serbien sowie zwischen Donaubulgarien und Macedonien. Den Hauptteil des fast durchweg
gebirgigen
Landes bildet dagegen das nördl.
Vorland des
Balkan, ein allmählich nach N. sich absenkendes Plateau, vorwiegend
aus Gesteinen der Kreideformation
[* 11] in wenig gestörter Lagerung bestehend, in der Nähe der Donau von einer mächtigen Lößdecke
überzogen, die einen fruchtbaren Getreideboden abgiebt.
Die der Donau zueilenden Balkanflüsse:
Isker, Vid,
Osma (Anmerkung des Editors: Osam? ), Jantra,
Lom und viele andere haben
sich steilwandige
Thäler in dieses Plateau eingegraben, welches ebenfalls steil gegen die Donau abfällt. Diese Steilränder,
besonders der gegen die Donau, dem flachen, sumpfigen rumän. Ufer gegenüber,
bieten ebensoviele strategische Verteidigungslinien dar, die in diesem Eingangslande der
Balkanhalbinsel von besonderer Wichtigkeit
sind. Die Donau ist nicht bloß der Schutz des
Landes gegen N., sondern auch die Verkehrsader, welche den größten
Teil der
Ein- und Ausfuhr B.s vermittelt.
Pflanzenwelt zeigt, entsprechend der geogr.
Lage, einen Mischungscharakter von Mitteleuropa und den pontischen
Steppen,
ist aber schon stark von Formen des
Orients durchsetzt. Die höhern
Berge haben über der
Baumgrenze arktische
Weiden und vielerlei
Hochalpenpflanzen in ihren Matten. Südlich des
Balkan besonders gedeihen die prächtigen Ölrosen, Kulturformen von RosacentifoliaL.,gallicaL. und damascenaL. Der
Boden B.s ist in den ebenern Plateauteilen fruchtbar und
besonders für Getreidebau geeignet. Die
Wälder sind in den Ebenen stark verwüstet; nur auf den Nordabhängen des
Balkan,
besonders des
KleinenBalkan, sowie im Rilo- und Rhodopegebirge giebt es noch ansehnliche
Buchen-, Koniferen- und
Eichenforsten.
in dem dürren
Sommer vertrocknen
Gräser
[* 15] und Kräuter, die meisten
Bäche versiegen und das Land nimmt, namentlich im östl.
Teil, ein steppenartiges Aussehen
an. Im allgemeinen ist das Klima gesund;