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Signalement
Rind „Erika", Holstein Friesen, 11 Monate alt
Anamnese
Chronischer Meteorismus seit 3 Wochen, Ruktus ist möglich, das Gas entweicht vor allem im Liegen.
Erstmals dem Bestandestierarzt (BTA) vorgestellt am 3.9.04
Behandlung: Magnet, Metoclopramid, Cobiotic und Borgal
Probleme beim Einführen der Schlundsonde
Klinische Untersuchung
07.09.04
Allgemeines Äusseres:
Dem Typ entsprechendes HF-Rind mit leichter Kyphose und ruhigem Verhalten, in mässigem Nährzustand
(Abb. 1).
Temperatur: 38.5°C, Atemfrequenz: 40 / min, Herzfrequenz: 60 / min
Die Schleimhäute sind blassrosa, das Rind zeigt wenig seromukösen Nasenausfluss. Das Haarkleid ist stumpf, mit Schuppenbildung. Die Augen sind leicht eingesunken und zeigen einen horizontalen Nystagmus.
Die palpierbaren Lymphknoten sind obB.
Subcutan am Hals ist eine fluktuierende Umfangsvermehrung von 20 cm Länge mit flüssigem Inhalt feststellbar. Durch Massage kann der Inhalt weiter nach distal befördert werden. Nach dem Schlucken und beim Ruktus sind peristaltische Bewegungen am Hals sichtbar (Video 1). Dorsal der Umfangsvermehrung kann die V. jugularis gut erfühlt werden.
Bei der Lungenauskultation sind peripher inspiratorisch verstärkte rauhe Atemgeräusche hörbar. Zusätzlich sind über dem Lungenfeld plätschernde Geräusche festzustellen.
Das Rind frisst mit Appetit Heu und Kurzfutter. Der Bissen kann beim Schlucken am Hals gesehen werden. Wiederkauen wurde nicht beobachtet. Beim Vorschieben der Schlundsonde regurgitiert das Rind spontan und man spürt Widerstand. Mit drehenden Suchbewegungen kann die Sonde weitergeschoben werden. Der Pansen ist gefüllt, aber schlecht geschichtet: Eine grosse Gasphase und eine grosse feste Phase sind palpierbar. Die Pansenperistaltik besteht aus anhaltendem hohlem Blubbern. Die Schwing- und Perkussionsauskultation links ist negativ. Rechts sind wenige Darmgeräusche hörbar, daneben kann auch der Pansen gehört werden. Die Schwingauskultation rechts ist positiv.
Kot wird normal abgesetzt. Der Kot ist olivgrün, dünnbreiig, mit vielen Fasern von ca. 1 cm Länge, einzelnen Getreidekörnern und der Geruch ist aromatisch. Rektal kann der grosse Pansen mit grosser dorsaler Gasblase bis weit in den rechten dorsalen Quadranten reichend palpiert werden.
Fragen:
- Welches ist Ihre Problemliste, Ihre Verdachtsdiagnose(n) und welches sind Ihre Differentialdiagnosen?
- Welche Zusatzuntersuchungen führen Sie durch, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen?
Autorin:
Christine Kirchhofer
Wiederkäuerklinik
Universität Bern