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Lebenslauf von Gion Gaudenz
Das Leben von Gion hat mit einer grossen Überraschung für seine Mutter Chatrina Gaudenz-Filli und seinen Vater Jachen Ulrich Gaudenz begonnen. Als ein Knabe geboren war, hat ein weiterer Knabe auf die Welt kommen wollen. So sind die Zwillinge Duri und Gion beide am 15. August 1929 im Dorfteil Runatsch geboren.
In den dreissiger Jahren war die Armut gross in der Gemeinde. Viele Leute klopften an und baten um Hilfe oder um Rat. Auch Kinder anderer Familien wurden aufgenommen. Als Gion ein Schulknabe war, ging es in der Freizeit mit dem Vieh auf die Weiden.
An einem schönen Tag meinte sein Vater, er könne Latein lernen, falls er die Mittelschule und später die Universität besuchen wolle. So hat Gion das Lateinbuch mit auf die Weide genommen.
Mit 16 Jahren sind Gion und Duri ans Gymnasium nach Samedan gegangen. Um die Maturität im Jahre 1950 ablegen zu können sind die Zwillinge nach Schiers gegangen.
Danach ist Gion nach Zürich an die Universität und begann Theologie zu studieren. Er studierte 5 Semester in Zürich, 2 Semester in Rom bei den Valdensern und ein Semester in Basel. Nach dem Abschluss in Theologie trat Gion seine erst Stelle als Pfarrer in Bondo / Soglio / Castasegna an. Vier Jahre bleib er im Bergell. Während dieser Zeit lernte er die für das Bergell zuständige Sozialarbeiterin Rica Ganzoni kennen. Sie verstanden sich so gut, dass sie im Jahr 1958 heirateten. Vom Bergell ging es weiter ins Münstertal nach Sta. Maria / Valchava. Im Jahr 1962 kam die Tochter Anna zur Welt, dann Sohn Steivan und schliesslich 1965 Sohn Nuot. Nach sieben Jahre im Münstertal ging es zurück ins Engadin nach Pontresina. In Pontresina blieb Gion über 3o Jahre. Während dieser Jahre pflegte Gion seine Gemeinde als Pfarrer und Seelsorger.
Gion hat sich für verschiedene Vereine und für mehrere Projekte eingesetzt. Es ging dabei um Themen der Theologie, der Musik, des Gesanges, der Sprache, der Kultur, der Sprachpolitik sowie der Fortbildung der Jugendlichen.
So hat Giona Gaudenz eine neue Auflage des Coral herausgegeben, eine Biografie von Fritschun verfasst und die Bibel ins heutige Romanisch übersetzt.
In der Freizeit war Gion Sammler. Er sammelte Wiesensalat, wilden Spinat, Heidelbeeren, Himbeeren, Preiselbeeren und wilde Johannisbeeren. Auch mit Holz zu arbeiten gefiel ihn sehr.
Nach der Pension zog Gion mit seiner Frau nach Celerina.
Am Montag, den 15 Juni ist Gion Gaudenz für immer eingeschlafen und hat sich auf den Weg zu Gott gemacht.
Ursina Hardegger, Pfarrerin und Kanzellarin der Synode