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London - Gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Dienstag offiziell ein Auslieferungsverfahren begonnen. Assange musste nach seiner Freilassung auf Kaution kurz vor Weihnachten am Dienstag erneut in London vor Gericht erscheinen.
Die schwedische Justiz wirft Assange Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch vor und will ihm den Prozess machen. Der 39-jährige Australier bestreitet die Vorwürfe.
Bei dem Gerichtstermin am Dienstag ging es zunächst um verfahrenstechnische Fragen. Der eigentliche Entscheid über eine mögliche Abschiebung nach Schweden soll im Februar fallen. Den nächsten Termin setzte das Gericht auf den 7. Februar fest.
Assange kündigte nach dem Gerichtstermin am Dienstag an, die Arbeit von Wikileaks fortsetzen zu wollen. Die Veröffentlichung von insgesamt 250'000 diplomatischen Depeschen laufe in Zusammenarbeit mit "grossen und kleinen Zeitungen" weiter und werde "in Kürze passieren".
Angst vor "Verschleppung"Assange soll im August während eines Aufenthaltes in Schweden Sex mit zwei Frauen gehabt und gegen deren Willen kein Kondom benutzt haben. Der Geschlechtsverkehr an sich sei einvernehmlich gewesen. Schweden hatte einen EU-weiten Haftbefehl erlassen, auf dessen Grundlage Assange im Dezember in Grossbritannien festgenommen wurde.
Parallel zu dem Strafverfahren in Schweden wird nach Medienberichten in den USA eine Anklage gegen Assange vorbereitet. Seine Internetplattform Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten Zehntausende Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak sowie den Inhalt vertraulicher diplomatischer Depeschen veröffentlicht.
Die Anwälte von Assange liessen am Dienstag verlauten, die Auslieferung nach Schweden berge das Risiko einer weiteren Auslieferung oder "illegalen Verschleppung" in die USA. Dort sei weder Folter noch Todesstrafe ausgeschlossen.
Unterdessen veröffentlichte Wikileaks am Dienstag eine Stellungnahme. Die Enthüllungsplattform verurteilte darin eine Häufung von Todesdrohungen gegen Assange. Die Organisation zog dabei eine Parallele zu dem jüngsten Attentat auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords in Arizona.
SDA-ATS