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Der Nietvorgang oder das Nieten ist ein Fertigungsverfahren aus der Gruppe F├╝gen durch Umformen, welches die Herstellung einer Nietverbindung beinhaltet. Beim Nieten wird das Hilfsf├╝geteil, das Niet, plastisch umgeformt.
Ein industriell gefertigter Niet hat gew├Âhnlich an einem Ende einen vorgefertigten Setzkopf. Am anderen Ende wird mit verschiedenen Nietwerkzeugen ein Schlie├čkopf gefertigt, um eine Nietverbindung zu schlie├čen.
Auflage auf Gegenhalter und Nietunterlagen
Zu Beginn der Fertigung eines Schlie├čkopfes werden die Niete durch die Nietl├Âcher der zu verbindenden Bauteile gesteckt.
Wichtig ist dabei, dass Niete mit dem korrekten Durchmesser und der korrekten Schaftl├Ąnge zum Einsatz kommen, bzw. Niete mit l├Ąngerem Schaft entsprechend gek├╝rzt werden (Kneifzange, Bolzenschneider o. ├Ą.). Die Faustformel f├╝r die korrekte L├Ąnge zum Anstauchen eines halbrunden Schlie├čkopfes ist:
Schaftl├Ąnge = Gesamtst├Ąrke der zu vernietenden Materialien + 1,5 ÔÇó Schaftdurchmesser.
Das bedeutet: Steckt man den Niet durch die zu verbindenden Materialien, so steht auf der Gegenseite ein St├╝ck von etwa dem anderthalbfachen Durchmesser des Schaftes heraus.
Die Bauteile mitsamt dem Niet werden nun f├╝r die nachfolgende Bearbeitung auf eine geeignete Auflage gelegt, die je nach Art des Nietkopfes aus einem Gegenhalter oder einer Nietunterlage bestehen kann.
Hat der Niet einen ├╝ber die Materialoberfl├Ąche hervorstehenden Setzkopf (z. B. einen halbrunden Kopf), kommen Gegenhalter zum Einsatz, die man in einen Schraubstock einspannt. Der Setzkopf ruht auf dem Gegenhalter in einer Mulde, die seiner Form angepasst ist. Dadurch wird der Setzkopf bei den nachfolgenden Arbeiten nicht verformt. Ein Gegenhalter ist in der Abbildung unter den Bauteilen zu sehen.
Bei Setzk├Âpfen, die mit der Werkst├╝ckoberfl├Ąche b├╝ndig sind (z. B. Senk- und Flachkopfniete), kommen Nietunterlagen zum Einsatz. Diese haben statt der Mulde eine ebene Oberfl├Ąche als Auflage f├╝r Werkst├╝ck und b├╝ndigen Nietkopf. Nietunterlagen werden ebenfalls in den Schraubstock eingespannt. Wahlweise kann man auch einen Amboss oder eine Nietstange anstatt einer Nietunterlage verwenden.
Einziehen des Nietes mit dem Nietzieher/Nietenzieher
Die zu verbindenden Einzelteile liegen beim Einziehen auf dem Gegenhalter bzw. auf der Nietunterlage lose aufeinander. Dabei haben sie zumeist nicht fl├Ąchig miteinander Kontakt, sondern es bleibt ein unregelm├Ą├čiger Abstand (z. B. bei krummen Blechen) bestehen. Der Nietzieher wird von Hand auf den Niet gesteckt (bei manueller Vernietung) oder durch eine Nietmaschine (bei maschineller Vernietung) ├╝ber den hindurchgesteckten Niet geschoben und die Lochr├Ąnder werden vor dem Aufstauchen des Schlie├čkopfes fest zusammengepresst. Bei manueller Vernietung erfolgt das Zusammenpressen durch Schl├Ąge mit einem Hammer auf den Nietzieher. Dabei werden eventuelle W├Âlbungen ausgedr├╝ckt und bei straff sitzendem Niet, z. B. durch ungenaue Bohrungen, werden die Teile ├╝berhaupt erst in Kontakt gebracht und der Niet vollst├Ąndig ins Loch geschoben. Der Nietzieher ist in der Abbildung ├╝ber den Bauteilen zu sehen.
Die zentrale zylindrische Bohrung des Nietziehers ist gr├Â├čer als der Durchmesser des Nietschaftes, sodass sich Niet und Nietzieher im Prinzip nicht ber├╝hren. Dadurch werden ungewollte Verformungen des Nietschaftes (Verbiegen etc.) vor dem Stauchen vermieden. Die Geradheit des Nietes vor dem Stauchen ist wichtig, damit der Niet gerade gestaucht wird, und so ein rotationssymmetrischer Schlie├čkopf geformt werden kann.
Der Nietzieher sorgt in erster Linie daf├╝r, dass die Werkst├╝cke plan zusammenliegen k├Ânnen, jedoch k├Ânnen die flachgepressten Teile auch wieder auseinanderrutschen. Daher muss bei der Verwendung des Nietziehers durch geeignete Ma├čnahmen daf├╝r gesorgt werden, dass die Einzelteile nach dem Entfernen des Nietziehers, und vor dem Stauchen des Nietes, nicht auseinanderrutschen (meist durch Zusammenpressen neben der Nietstelle, etwa durch eine Schraubzwinge).
Stauchen des Schaftes mit einem Hammer
Die Bauteile werden nach dem Einziehen des Nietes nicht von ihrer Auflage (Gegenhalter oder Nietunterlage) genommen, damit sie nicht gegeneinander verrutschen. Der ├╝berstehende Teil des Nietes wird durch senkrechte Schl├Ąge mit der Hammerbahn eines Hammers gestaucht. Durch das Stauchen wird der Niet breiter, bis er das Nietloch ausf├╝llt und sich an die Wandungen des Bohrloches dr├╝ckt. Der Nietschaft darf sich durch die senkrechten Schl├Ąge aber nicht kr├╝mmen.
Vorformen des Schlie├čkopfes mit einem Hammer
Anschlie├čend wird der Niet mit der Hammerbahn so vorgeformt, dass er die ungef├Ąhre Form eines halbrunden Schlie├čkopfes erh├Ąlt. Der Hammer f├╝hrt dabei taumelnde (kegelig kreisende) Bewegungen aus.
Endg├╝ltiges Formen durch den Nietkopfsetzer
Zum Abschluss wird nun der Nietkopfsetzer angewendet, der dem Schlie├čkopf seine endg├╝ltige Form gibt. Alternative Bezeichnungen dieses Werkzeuges sind D├Âpper, Nietkopfmacher (kurz Kopfmacher), Schlie├čkopfformer, Nietkopfformer oder auch K├Âppelmacher.
Der Nietkopfsetzer wird auf den vorgeformten Niet aufgesetzt und durch Schl├Ąge mit einem Hammer wird der Schlie├čkopf in seine endg├╝ltige Form gebracht. Nach M├Âglichkeit sollen dabei Kerben in der Werkst├╝ckoberfl├Ąche, die vom Nietkopfsetzer herr├╝hren k├Ânnen, vermieden werden.
Warmnieten und Kaltnieten
Im Schiffs-, Br├╝cken-, Kessel- und Hochhausbau werden gro├če Niete von mehr als 6 mm Durchmesser ÔÇ×warm“, das hei├čt in rotgl├╝hendem Zustand, genietet. Die nachfolgende Abk├╝hlung l├Ąsst den Niet schrumpfen, wodurch die Blechplatten oder Stahlprofile reibkraftschl├╝ssig und wasserdicht zusammengepresst werden.
F├╝r diesen Vorgang werden drei Personen gebraucht, von denen der Nietenheizer den Niet in einem Holzkohlenfeuer erw├Ąrmt und diese der zweiten Person, dem Gegenhalter, zureicht oder in einen Fangeimer aus Blech zuwirft, diese steckt den warmen Niet mit einer Zange durch das Nietloch und dr├╝ckt den Kopf mit dem Setzeisen fest. Der eigentliche Nieter auf der anderen Seite bearbeitet wie oben beschrieben mit dem Nietzieher und dem zweiten Setzeisen den anderen Kopf. Die Arbeit des Nietenheizers war monoton und oft gef├Ąhrlich. F├╝r verbrannte Nieten oder falsches Werfen musste er eine Strafe zahlen.
Kleinere und speziell Kupferniete werden kalt verarbeitet, jedoch erw├Ąrmen diese sich durch die Schlagwirkung und ziehen dann beim Abk├╝hlen auch die vernieteten Teile eng aneinander.
Quelle: Wikipedia