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Brüssel/Genf/Abidjan - Als Druckmittel gegen die abgewählte Regierung der Elfenbeinküste hat die EU die Vermögen von 88 Politikern des Landes eingefroren. Der Schritt betreffe auch elf Firmen rund um Laurent Gbagbo, verlautete am Freitag aus der EU-Kommission in Brüssel.
Damit will die EU Druck auf den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo ausüben, der sich trotz massiver internationaler Kritik an die Macht klammert. Bereits seit Ende Dezember gelten EU-Einreiseverbote für 78 Persönlichkeiten aus der Elfenbeinküste, "die den Friedensprozess in der Elfenbeinküste behindern."
Im seit Ende November andauernden Machtkonflikt zwischen Gbagbo und dem neu gewählten Präsidenten Alassane Ouattara sind nach Angaben der UNO bereits fast 250 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt 49 Menschen gelten als "verschwunden", sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte am Freitag in Genf.
Mehr als 25'000 Ivorer sind über die Landesgrenzen vor allem ins benachbarte Liberia geflohen. Nach ethnischen Spannungen im Westen des Landes gibt es ausserdem mindestens 16'000 Binnenflüchtlinge.
In einem Interview mit dem Deutschlandfunk schloss Ouattara am Freitag eine Teilung der Macht mit Gbagbo aus. "Gbagbo ist an den Wahlurnen geschlagen worden, das muss er akzeptieren und aus dem Amt scheiden." Am Wochenende wollen die Afrikanische Union und die westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas einen neuen Vermittlungsversuch unternehmen.
SDA-ATS