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Der Türkenbund ist die älteste Fasnachtsorganisation im Oberwallis.
Ende 1902, im kampfbetonten Variantenstreit um die Berner Alpenbahn, “Wildstrubel oder Lötschberg”, schieden sich wie im benachbarten Bern auch am Lauf des Rottens die Geister. Der Walliser Bote aus Visp setzte sich für die Wildstrubelvariante ein. Nur so konnte die Bundeshauptstadt ohne Umweg über Brig erreicht werden. In einer heftig geführten Auseinandersetzung rief der “Walliser Bote” den Brigern spöttisch zu, Brig sei noch lange nicht das Mekka des Oberwallis
Prompt nahm Brig den Fehdehandschuh auf. Am Dreikönigstage anno 1903 liess Ali Ben Müller zur ersten grossen Nationalversammlung zusammenkommen. Eine stattliche Schar versammelte sich dort und beschloss einmütig, die Herausforderung mit dem Schlachtrufe: “Brig ist und bleibt das Mekka des Oberwallis!” zu beantworten. Es entstand der Bund der Türken von Brig.
Der Omnipotente führt den Türkenbund zusammen mit seinem Ministerium.
Weise führt der omnipotente, siebenschwänzige Grossvezier die Bruderschaft. Die weltlichen Angelegenheiten regelt er gemeinsam mit seinem Ministerium. Dieses setzt sich zusammen aus Paschas, Muftis und weiteren Ehrenmännern. Der Goldpascha ist der Hüter der Schatullen. Der Tintenpascha sorgt dafür, dass die Einladungen an die Brüder rechtzeitig eintreffen und schriftlich festgehalten wird, wie das Ansehen des Türkenbunds in der Welt immer weiter steigt.
Der Kasbahmufti regelt die Organisation des beliebten “Gätsch” und kümmert sich auch um den Umzug. Der Scheich vertreibt Fasnachtszeitungen, Plaketten oder Tombolas, damit die Finanzen einigermassen ausgeglichen bleiben. Der Sultan pflegt das Kamel des Grossveziers und hütet die weiteren Schätze des Türkenbunds. Der Kalif gibt das Wirteflugblatt heraus und gibt den durstigen Brüdern den Mundschenk.
Die Emire begleiten das Ministerium auf deren internationalen Reisen.
Das löbliche Emirat el-Muhadschirun besteht aus 30 Brüdern, die mit ihrem Blut geschworen haben, den Grossvezier und sein Ministerium wo immer möglich zu unterstützen. Goldbehangen und in feinste Tücher gehüllt begleiten sie das Ministerium an den Umzügen in Mekka oder weiter weg an den internationalen Anlässen.
Von weitem sichtbar sind jeweils die hohen Türme des Umzugswagens des Emirats. Selbstlos beschenken sie Kinder und beglücken die Damen. Der Omnipotente schätzt die reiche Erfahrung aus diesem Gremium.
Der Orden für besonders verdiente Brüder.
Aus einer so ehrenhaften Bruderschaft wie dem Türkenbund Brig/Mekka ragen neben dem Grossvezier die tanzenden Derwische heraus.
Für besondere Verdienste kann der Omnipotente unter seinen Brüdern den Titel des Derwischs verleihen. Man erkennt sie an der purpurnen Schleife.
Unerfahren, aber nicht mehr ungläubig: die Jungtürken.
Männer allen Alters und jeder Herkunft flehen um die Aufnahme in den edlen Türkenbund Brig/Mekka. Aus den ewig langen Wartelisten pickt der Grossvezier jährlich eine Handvoll Namen heraus, die er dem Hohen Gericht zuführt.
Wer vor Gericht nicht für zu leicht empfunden wurde und der scharfen Klinge des Säbels des Scheitans ausweichen konnte, wird mit einem traditionellen Ritual in die Bruderschaft aufgenommen. Die Jungtürken sind während ihrem ersten Jahr am Aladdin-Gewand zu erkennen.