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F. William Engdahl
Bild: Wikimedia
Im März dieses Jahres leitete Saudi-Arabien einen eindeutig katastrophalen Schritt ein, um seine Rolle als weltweite Öl-Supermacht zurückzugewinnen. Was anfangs darauf abzielte, Russland die Märkte zu entziehen, nachdem dieses sich weigerte, weitere Produktionskürzungen vorzunehmen, hat sich schnell zu einer ungeschickten, ja sogar katastrophalen Wiederholung der saudischen Fehleinschätzung der Ölförderung im Jahr 2014 entwickelt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt leidet die US-amerikanische Schieferölindustrie in der Tat darunter. Die OPEC und Saudi-Arabien befinden sich jedoch selbst in einer tiefen Krise, deren Ausgang die geopolitische Machtkarte des Öls radikal verändern könnte.
In den frühen Märztagen, als sich die Abschaltung der Coronavirus-Pandemie über Europa, den Nahen Osten und Nordamerika ausbreitete, diskutierten die OPEC-Minister bei einem Treffen in Wien darüber, wie die Weltölpreise bei sinkender wirtschaftlicher Nachfrage stabilisiert werden können. Saudi-Arabien als stärkste Stimme in der OPEC forderte im Wesentlichen, dass Russland den Großteil der zusätzlich vorgeschlagenen Fördermengenkürzungen von etwa 300.000 Barrel täglich übernehmen solle, was Russland höflich aber entschieden ablehnte. Zu diesem Zeitpunkt begann Saudi-Arabien auf Befehl des saudischen De-facto-Monarchen Prinz Muhammad bin Salman eine aggressive Strategie des Preisdumpings seines Öls auf besonders europäischen Märkten, um den russischen Absatz zu unterbieten. Das Ergebnis war der schlimmste Einbruch der Ölpreise seit dem Scheitern der saudischen Strategie 2014, die amerikanische Schieferölindustrie in den Bankrott zu treiben.
Was die saudischen Strategen nicht berechneten, war eine……