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Wissen über Biodiversität
Im Allgemeinen wird Wissen als wichtige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für umweltbewusstes Verhalten angesehen. Wenn eine Person nichts über Biodiversität und die Auswirkungen eines allfälligen Rückgangs weiss, wird sie die Gefahr kaum adäquat einschätzen können, und wenn sie die zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten nicht kennt, wird sie sich vermutlich auch bei angemessener Risikoeinschätzung nicht dementsprechend verhalten.
Zudem ist das Wissen innerhalb der Bevölkerung ein Indikator für das allgemeine Interesse an Biodiversität.
In einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2016 gaben 74% der Befragten an, den Begriff Biodiversität schon einmal gehört oder gelesen zu haben. Allerdings zeigte sich, dass 19% derjenigen, die den Begriff schon einmal gehört hatten, diesen nicht definieren konnten. Die restlichen Definitionen waren zu etwa zwei Dritteln zumindest in relevanten Teilaspekten richtig. Am weitaus häufigsten wurde die Definition „Vielfalt bei Natur, Pflanzen und Tieren“ genannt. Die restlichen Antworten betrafen Aspekte, die die Biodiversität zwar beeinflussen, aber keine Definition darstellen (beispielsweise den Konsum von Bioprodukten oder die Wahl der Energieversorgung).
Betrachtet man die Entwicklung, zeigt sich, dass die Biodiversität in den letzten Jahren deutlich an Bekanntheit gewonnen hat: 2009 lag der Anteil derjenigen, die den Begriff schon einmal gehört hatten, bei lediglich 48%. Von diesen waren etwa 60% in der Lage, den Begriff richtig zu definieren. Dieser Anteil blieb über die Jahre hinweg stabil.
In derselben Studie wurden die Befragten aufgefordert, die drei wichtigsten Massnahmen für die Erhaltung der Biodiversität zu nennen. Von allen genannten Massnahmen wurden 57% als richtig bewertet. Diese beinhalteten beispielsweise Massnahmen zur Luftreinhaltung (15%), zur Erhaltung von Lebensräumen (13%), zu Ernährung und Konsum (11%) und landwirtschaftliche Massnahmen wie etwa biologischer Landbau (7%). Als falsch gewertet wurden neben Antworten, die nur einen schwachen oder indirekten Einfluss auf die Biodiversität haben auch Antworten, die sehr allgemein gehalten waren (z.B. Sorge zur Umwelt, Verhalten ändern, Information).
Erwähnenswert ist zudem, dass 52% der Befragten keine drei Massnahmen nennen könnten. 17% konnten oder wollten keine einzige Massnahme auflisten.
Die Resultate deuten darauf hin, dass sich weniger als die Hälfte der Personen bereits eingehender mit dem Thema Biodiversität auseinander gesetzt hat. Dementsprechend ist auch das Handlungswissen – also das Wissen darüber, welche Massnahmen ergriffen werden müssten, um einen Rückgang der Biodiversität zu verhindern – begrenzt. Aus diesem Grund wird der Zustand als mittelmässig bewertet. Erfreulich ist hingegen die Tatsache, dass sich der Bekanntheitsgrad des Begriffs Biodiversität in den letzten Jahren deutlich gesteigert hat. Die Entwicklung wird deshalb als positiv bewertet.
Die Daten stammen aus der Umfrage „Univox Umwelt“, die 2016 von gfs-zürich durchgeführt wurde. Die Befragung wurde telefonisch durchgeführt und erfasst eine Vielzahl von Aspekten der Umweltbelastung, des Umweltbewusstseins und des umweltrelevanten Verhaltens. Die Stichprobe (N=1013) entspricht den Kriterien der Repräsentativität.
Erhoben wurde der Anteil Personen, die den Begriff „Biodiversität“ kennen und korrekt definieren können. Dabei wurde auch die Nennung von Teilaspekten der Biodiversität als richtig gewertet. Als Indikator für fehlendes Wissen wurden neben explizit falschen auch sehr allgemeine Antworten gewertet.
Eine zweite Frage zum Wissen lautete „Welches sind die drei wichtigsten Massnahmen, um die Biodiversität zu erhalten?“, dabei waren keine Antwortoptionen vorgegeben. Hier wird die Anzahl der Massnahmen, die die Befragten nennen können (0-3) als ausschlaggebend gewertet.
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