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Eishockey: Der Farmteam-Gedanke funktioniert
Noch nie zuvor hat das Farmteam GCK Lions in der National League B seine Funktion besser erfüllen können als in dieser Saison. Darunter leiden aber die sportlichen Erfolge.
Keine andere Eishockey-Organisation in der Schweiz funktioniert mit einem Farmteam wie die Lions. Der Grundgedanke: Junge Spieler, entweder noch im Juniorenalter oder knapp darüber, werden auf hohem Niveau ausgebildet und für die oberste Spielklasse vorbereitet. Gleichzeitig dient das Farmteam aber auch dazu, Spieler je nach Bedarf sowohl nach oben wie nach unten abgeben zu können. Verletzte Spieler aus der NLA können vor dem Comeback aufgebaut werden, verletzte Ausländer werden durch die NLAB-Ausländer ersetzt.
Beispiel Niklas Schlegel
Ein Beispiel ist die Torhütersituation. Die unbestrittene Nummer eins bei den ZSC Lions ist Lukas Flüeler. Nach sechs Spielen fiel er wegen Adduktoren-Problemen für längere Zeit aus. Von den übrigen zur Verfügung stehenden Torhütern kristallisiert sich Nilas Schlegel als Ersatz heraus. Er schaffte den Durchbruch in der NLA durch seine unerwarteten Einsätze, wie zuvor Melvin Nyffeler oder Tim Wolf. Dies hatte aber zur Folge, dass Schlegel in der NLB fehlte. Durch Einsätze in der Champions Hockey League und Verletzungen von NLA-Ausländern kamen die GCK-Ausländer ebenfalls in der NLA zum Einsatz und fehlten in der NLB. Zudem waren einige junge Spieler verletzt (zum Beispiel Dominik Diem). Andere durften ebenfalls in der NLA aushelfen. Es ist kein Zufall, dass ZSC-Trainer Marc Crawford oft in Küsnacht anzutreffen war. Er zog das Farmteam aktiv in seine Pläne mit ein. Hatte er im NLA-Team Vollbestand, stellte er immer dem NLA-Team ein bis zwei Spieler zur Verfügung.
Auch mit den Elite-Junioren
Die Mannschaft der GCK Lions ist so jung wie noch nie zuvor. Dennoch spielen meistens nur sieben bis acht Junioren im Team. Der 17-jährige Raphael Prassl konnte in den ersten Runden sogar das Topskorer-Tenue tragen. Die anderen Spieler sind knapp über dem Juniorenalter (ein bis zwei Jahre), aber noch zu wenig erfahren. Jedes Jahr verlieren die Elite-Junioren einen Jahrgang von einmal mehr und einmal weniger Spieler. Einzige Leistungsträger sind auf dem Papier die beiden Ausländer und Captain Tim Ulmann. Alle anderen sind sehr jung, entweder noch unter zwanzig Jahre oder knapp darüber. Neu hatte Manuele Cesio die Verantwotung der ELita-A übernommen und musstee auch ein neues Team aufbauen. Der Start ist nicht wie gewünscht geglückt. Nach Anfangssiegen rutschte die Mannschaft immer mehr Richtung Trennstrich (nach dem sechsten Rang in der ersten Phase). Da stand eine Partie gegen das punktgleiche Ambri-Piotta auf dem Plan, knapp über dem Strich. Raphael Prassl und Marco Miranda aus dem NLB-Team durften aushelfen und waren wesentlich am 4:1-Erfolg beteiligt: Miranda mit drei Treffern und Prassl mit einem. Auch ein Beispiel für gute Zusammenarbeit.
Die Folgen für die NLB
Die Koordination aller Mannschaften funktioniert offenbar sehr gut. Die Verantwortlichen der verschiedenen Stufen sprechen sich ab und melden Bedürfnisse an. Dies hat natürlich zur Folge, dass das NLB-Team der GCK Lions etwas unstabil wird und selten einmal zwei Spiele in Folge in der selben Formation gespielt werden können. Deshalb fehlen auch mehrheitlich die Automatismen. Also sind umso mehr individuelle Leistungen gefragt. Dies hatte auch zur Folge, dass die junge Mannschaft verunsichert wirkte und eine Serie von zwölf Niederlagen einkassieren musste. In den meisten Spielen begegnete sie ihrem Gegner auf Augenhöhe, beging aber zu viele individuelle Fehler und musste sich unnötigerweise geschlagen geben.
Trotzdem erfolgreich
Die meisten Jungen erzielen Fortschritte ("Hockey Skills"), das Umfeld mit Familie, Schule oder Lehre und die Charakterbildung "Life Skills") stimmt ebenfalls. Jetzt fehlt nur noch der "Winning Spirit" respektive der sportliche Erfolg des gesamten Teams. Es wird immer bis zuletzt vorbildlich gekämpft. Gleichzeitig müssen aber alle Beteiligten erkennen und schätzen, dass das Farmteam eben genau für die geschilderten Situationen da ist und dafür unterhalten wird, um der gesamten Organisation zu dienen. Weil die ZSC Lions in der NLA die Playoffs als Leader erreicht haben, wurde das prioritäre Ziel für alle erreicht. Daran ändert auch das allzu frühe Ausscheiden in den Playoffs nichts. Also ist die Organisation auf dem richtigen Weg.