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Armbänder zählen zu den beliebstesten Schmuck- und Mode-Accessoires der heutigen Zeit. Doch sie beherbergen auch eine lange Geschichte und Tradition in vielen verschiedenen Kulturen. Armbänder gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Designs und Farben, hergestellt aus verschiedensten Materialien und besetzt mit Anhängern, Edelsteinen oder anderen Verzierungen.
Inhaltsverzeichnis:
Geschichte
Obwohl der Begriff Armreif technisch ähnlich ist, wird er verwendet, um einen Gegenstand zu beschreiben, der am Oberarm getragen wird: einen Arm-Ring. Der Ursprung des Begriffs „Armband“ stammt aus dem griechischen „brachile“, was „vom Arm“ bedeutet, und vom Alt-Französisch „barcel“. Ein Armband ist auch eine kleine Klammer oder Armschutz (ein Armschutz wird von Bogenschützen verwendet).
Armreifen – hergestellt aus Muscheln, Kupfer, Bronze, Gold, Achat, Chalcedon usw. – wurden bei mehreren archäologischen Stätten in ganz Indien ausgegraben. Die Figur eines tanzenden Mädchens, welches Armreifen trägt, wurde bei Mohenjo-Daro (2600 v. Chr.) ausgegraben. Zu weiteren frühen Beispielen von Armreifen in Indien gehören Kupfer-Teile aus den Ausgrabungen in Mahurjhari – dicht gefolgt von den geschmückten Armreifen des Mauryanischen Reiches (322-185 v. Chr.) und die goldenen Armreif-Stücke der historischen Stätte von Taxila (6. Jh. v. Chr.). Dekorierte Muschel-Armreifen wurden ebenfalls bei mehreren Mauryanischen Stätten ausgegraben. Weitere Verziehrungen der Reifen waren unter anderem Kupfer-Nieten und Blattgold-Einlagen.
Kulturelle Bedeutung
Die Geschichte der ägyptischen Armbänder geht bis ins Jahr 5000 v. Chr. zurück. Man begann mit Materialien wie Knochen, Steine und Hölzer, die religiösen und spirituellen Interessen dienten. Von der National Geographic Society ist das Skarabäus-Armband eines der bekanntesten Symbole des alten Ägyptens. Der Skarabäus stellte die Wiedergeburt und Erneuerung dar. Geschnitzte Skarabäen wurden als Schmuck getragen und auch in die Leinen-Bandagen von Mumien eingehüllt. Ein Mythos besagt, dass der Skarabäus-Gott Khepri die Sonne über den Himmel schob.
Im Jahre 2008 entdeckten russische Archäologen vom Institut für Archäologie und Ethnologie von Novosibirsk, die auf dem Gelände der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge in Sibirien arbeiteten, ein kleines Knochenstück vom fünften Finger eines jugendlichen Hominiden, genannt „X Frau“ (mit Bezugnahme auf die mütterliche Abstammung der mitochondrialen DNA [1]) oder die Denisova-Hominide. Artefakte, darunter ein Armband, die in der Höhle auf der gleichen Höhe ausgegraben wurden, wurden durch die Kohlenstoff-Methode auf die Zeit um 40.000 v. Chr. datiert.
In Bulgarien gibt es eine Tradition, die Martenitsa genannt wird, bei der eine rot-weiße Schnur um das Handgelenk gebunden wird, um Baba Marta zufrieden zu stimmen, um einen früheren Frühling zu bekommen.
In Griechenland existiert eine ähnliche Tradition, bei der ein Armband aus roten und weißen Fäden am ersten Tag des Monats März gewebt und bis zum Ende des Sommers getragen wird. Diese Tradition heißt „Martis“ und soll die Haut des Trägers vor der starken griechischen Sonne schützen.
In einigen Teilen Indiens zeigt die Anzahl und Art der Armreifen einer Frau ihren Familienstand an.
In Lateinamerika werden Azabache-Armbänder getragen, um vor dem „Mal de Ojo“ oder zu deutsch „bösen Blicken“ zu schützen. Man nimmt an, dass der böse Blick aufgrund übermäßiger Bewunderung oder neidischer Blicke anderer ausgelöst wird. Wenn Neugeborene ein Azabache (ein goldenes Armband oder Halskette mit einem schwarzen oder korallen-roten Amulett in Form einer Faust) tragen, wird angenommen, dass sie dies vor dem bösen Blick schützen wird.
Arten
Ein Armband ist ein Schmuckstück, welches um das Handgelenk getragen wird. Armbänder können aus Metall, Leder, Stoff, Kunststoff oder anderen Materialien hergestellt werden und enthalten manchmal Steine, Holz, Muscheln, Kristalle oder Perlen und viele andere Materialien. Armbänder werden auch für medizinische und Identifikations-Zwecke verwendet, wie Allergie-Armbänder und Patienten-Erkennungsbänder und auch Armbänder für neugeborene Babies. In vielen Kulturen, vor allem in Südasien und auf der arabischen Halbinsel, haben sich Armreifen zu vielen Typen weiterentwickelt, die bei verschiedenen Gelegenheiten getragen werden.
Es gibt zwei Grundarten von Armreifen: ein fester Zylinder und einen gespaltenen, zylindrischen Armreif mit Federverschluss. Die dafür primären Unterscheidungsmerkmale sind die Materialien, die verwendet werden, um die Armbänder herzustellen. Diese können Glas, Jade, Metall, Lac und sogar Gummi oder Kunststoff sein.
Ein Faktor, der zum Preis des Armreifs hinzukommt, ist die Artefakte oder die Arbeit, die noch auf dem Metall verrichtet wird. Dazu gehören Stickereien, kleine Glasstücke oder Gemälde oder sogar kleine Anhänger, die am Armreifen befestigt werden. Die Seltenheit einer Farbe und sein einzigartiger Wert erhöhen ebenfalls den Preis. Armreifen aus Lac gehören zu den ältesten Armreifen. Lac ist ein Lehm-artiges Material, welches in Orten wie heißen Öfen zu Armreifen geformt wird.
Heute gibt es auch viele günstige Armbänder, die beliebte Mode- und Schmuck-Accessoires sind. Der Trend wechselt dabei von schmalen und dezenten Armbändern bis zu breiten und auffälligen Armreifen in bunten Farben. Oft sind diese Armbänder oder Armnreifen aus Gummi oder Kunststoff. Doch auch Armreifen aus Silber und Gold sind sehr gefragt.
Bettelarmband
Ein Bettelarmband ist ein Schmuckstück, das um das Handgelenk getragen wird. Es werden dekorative Anhänger oder Schmuckstücke daran gehängt, die die wichtigsten Dinge im Leben des Trägers symbolisieren. Während traditionelle Anhänger daran baumeln, werden die italienischen Einzelstücke auf der Oberfläche des Verbindungsstückes flach daraufgelötet. Bettelarmbänder sind Sammlerstücke, denn die einzelnen Anhänger werden nach und nach gesammelt (selbst gekauft oder auch gerne als Geschenk vergeben).
Klatsch-Armbänder
In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren gab es eine beliebte Modeerscheinung namens „Klatsch-Armbänder“. Das sind flache, mit Filz überzogene Metallstreifen, die sich um das Handgelenk wickeln, wenn man damit leicht auf den Arm schlägt. Diese oft mit Neon-Farben und lebendigen Grafiken geschmückten Armbänder konnten zu günstigen Preisen im Einzelhändler erworben werden. Ein Gerücht besagte, dass „Klatsch-Armbänder“ Blutungen und Stichwunden verursachen und somit kamen sie aus der Mode.
Perlen-Armband
Diese werden aus losen Perlen mit einem Loch in der Mitte hergestellt und durch ein Stück Schnur oder Gummiband durch die Löcher miteinander verbunden. Perlen-Armbänder geraten nie so richtig aus der Mode und sind immer ein gern gesehenes Mode-Accessoire, vor allem zu festlichen Anlässen. Häufig kombiniert werden Perlenarmbänder mit einer passenden Perlenkette.
Armbänder mit Verbindungsstücken
Diese Armbänder werden aus verbindenden oder verknüpfenden Komponenten oder Schmuckstücken hergestellt. Armbänder mit Verbindungsstücken können aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden, wie z.B. Metalle und Edelsteine.
Alternative Gesundheits-Armbänder
Alternative Gesundheits-Armbänder, wie Karma-Armbänder, ionisierte Armbänder, magnetische Armbänder, Kraft-Balance Hologramm-Armbänder etc., sind eine eigene Gruppe – nicht nur aufgrund ihres Designs, sondern auch aufgrund ihrer angeblich vorteilhaften Funktionen. Karma-Armbänder sind aus Holzperlen und können verschiedene Anhänger enthalten. Sie werden mit viel Glück und gutem Karma für diejenigen verbunden, die sie tragen.
Sport-Armbänder
Die Verwendung von gefärbtem Silikon-Kautschuk als Material für die Herstellung von Sport-Armbändern wurde seit Mai 2003 durch das Yellow Lifestrong-Armband von Nike und Lance Armstrong beliebt.[3] Der Erfolg dieser Silikon-Armbänder machte sie zu einem teuren Tool für verschiedene Bewusstseins-, Informations- und Wohltätigkeits-Kampagnen. Dies kann mit den Bewusstseinsbändern für ähnliche Zwecke verglichen werden. Diese Armbänder sind auch als „Baller-Identifikations-Bänder“, „Handgelenksbänder“ oder „Balling-Bänder“ bekannt.
Armreifen
Starre Armbänder sind in der Regel aus Metall, Holz oder Kunststoff und werden als Armreifen bezeichnet. Sie können glatt, strukturiert oder mit Steinen besetzt sein. In Indien sind Glas-Armreifen üblich. Sie werden aus gewöhnlichem Glas hergestellt und meist werden mehrere auf einmal getragen, so dass Armbewegungen einen Klang erzeugen, wie das Klirren eines Windspieles. In Indien ist es auch üblich, dass junge Kinder dünne Goldreifen an ihren Händen und Knöcheln tragen.[2]
Armreifen (auch bekannt als churi oder Choodi) sind traditionelle Ornamente, die vor allem von südasiatischen Frauen in Indien, Pakistan und Bangladesh getragen werden. Es ist Tradition, dass die Braut versucht so viele kleine Glas-Armreifen wie möglich bei ihrer Hochzeit zu tragen und die Flitterwochen enden erst, wenn der letzte Armreif bricht. Armreifen haben auch einen sehr traditionellen Wert im Hinduismus und es wird als unheilvoll angesehen, wenn eine verheiratete Frau keinen Armschmuck trägt. Kleinkinder bis ältere Frau können jede Art von Armreifen tragen. Armreifen aus Gold oder Silber werden für Kleinkinder bevorzugt.
Einige Männer tragen einen einzigen Armreif auf dem Arm oder Handgelenk, der Kada oder Kara genannt wird. Im Sikhismus gibt der Vater einer Sikh-Braut dem Bräutigam einen goldenen Ring, ein Kara (Stahl- oder Eisen-Armreif) und ein Mohra. Chooda ist eine Art von Armreif, der von Punjabi-Frauen am Tag ihrer Hochzeit getragen wird. Es sind eine Reihe von weißen und roten Armreifen mit Steinarbeiten. Nach der Tradition sollte eine Frau nicht die Armreifen kaufen, die sie trägt. Hyderabad in Pakistan ist der weltweit größte Produzent von Armreifen. Während Moradabad Indiens größter Produzent von Armreifen ist.
Design
Ursprünge in Indien
Armreifen sind kreisförmig und, im Gegensatz zu Armbändern, nicht biegsam. Das Wort stammt aus dem Hindi bungri (Glas). Sie werden aus zahlreichen edlen sowie nicht-edlen Materialien wie Gold, Silber, Platin, Glas, Holz, Metalle, Kunststoff usw. hergestellt. Weiße Armreifen aus Muscheln werden von verheirateten Bengali und Oriya Hindu-Frauen getragen. Eine besondere Art von Armreifen werden von Frauen und Mädchen getragen, besonders in der Region Bengal, die gemeinhin als „Bengali Armreifen“ bekannt sind und die teuren Gold-Armreifen ersetzen. Sie werden mit der thermo-mechanischen Verschmelzung von dünnen Goldschichten (Gewicht variiert zwischen 1 bis 3 Gramm) auf einem Bronze-Armreifen hergestellt. Dieser fusionierte Goldstreifen wird danach manuell bearbeitet.
Armreifen sind Teil des traditionellen indischen Schmucks. Sie werden meist in Paaren von Frauen getragen, einen oder mehrere an jedem Arm. Die meisten indischen Frauen tragen am liebsten entweder Gold- oder Glas-Armreifen oder eine Kombination aus beidem. Preiswerte Armreifen aus Kunststoff ersetzen langsam diese gläsernen, aber die aus Glas werden immer noch für traditionelle Anlässe wie Hochzeiten und Festivals bevorzugt.
Die Designs reichen von einfachen bis komplizierten handgefertigten Designs, die oft mit Edelsteinen und Halbedelsteinen wie Diamanten, Edelsteinen und Perlen besetzt werden. Sets von teuren Armreifen aus Gold und Silber erzeugen einen klirrenden Klang. Die Imitationen erzeugen bei Armbewegungen einen eher blechernen Klang.
Design in der Moderne
Die Urspünge der Armreifen liegen also in Indien, doch Armreifen bzw. Armbänder sind in nahezu allen Teilen der Welt ein beliebtes Mode-Accessoire. Die Designs sind sehr vielfältig und variieren je nach Modetrend. Lederarmbänder, Bettelarmbänder, Pandora-Charms, knallige Farben oder dezente Armbänder: die Bandbreite und Auswahl ist immens. Gerne werden Armbänder auch um DIY-Trend (Di it yourself) selbst gemacht.
Personalisierung
Armbänder eignen sich sehr gut, um individuellen und personalisierten Schmuck zu erstellen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise das Sammeln von verschiedenen Anhängern und Figuren, ganz im Sinne des Bettelarmbands. Oder aber es werden Armbänder selbst gemacht. Auch, wenn diese Armbänder nicht aus allen Materialien bestehen können, so kann man aus Stoff, Kunststoff oder Perlen eigene Armbänder gestalten.
Quellen