Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03312.jsonl.gz/455

L’ombra sul passato, «Schatten auf die Vergangenheit», heisst die Skulptur des Tessiner Künstlers Flavio Paolucci am Rigiplatz, die an die Vorstadtkatastrophe von 1887 gedenkt, bei der ein Teil der Uferzone mitsamt einer Häuserzeile in den See rutschte. Paolucci ist einer der vier Kunstschaffenden, die eingeladen wurden im Rahmen der Neugestaltung des Rigiplatzes 1991-1996 ein Kunstwerk mit Mahnmalcharekter beizutragen. Zwei an ihrer Grundfläche zusammentreffende Kegel aus weissem und schwarzem Granit evozieren zunächst die Form einer liegenden Säule und einem Überbleibsel aus den Trümmern der Vorstadtkatastrophe. Mit dem Schriftzug L’ombra sul passato und der Anspielung auf eine am Boden liegenden Säule verweist das Kunstwerk an das historische Ereignis. Der Teil aus dunklem Granit steht für die Katastrophe, die Tod und Verwüstung brachte, der helle Teil für den Wiederaufbau. Die Form der Plastik lässt zudem an die eines Zeigers denken - wie eine Kompassnadel weist sie zwei Himmelsrichtungen - Ost und West, Sonnenauf- und Sonnenuntergang - so als wollte Paolucci sagen: Das Leben geht weiter.
Flavio Paolucci wurde 1934 in Torre im Bleniotal geboren und lebt und arbeitet in Biasca. Er besuchte die kantonale Schule für Malerei in Lugano und die Kunstakademie Brera in Mailand. 1958 erhielt er den ersten Preis der Biennale der jungen Künstler in Gorizia. Ab 1961 weilte Paolucci immer wieder im Ausland, so 1964 und 1967 in Marokko. 1999 erhielt er den Gimmi-Preis (Museum Jenisch in Vevey). Paolucci ist an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland sowie mit Skulpturen im öffentlichen Raum präsent.
Flavio Paolucci, L’ombra sul passato, 1991, Skulptur, Granit, 54 x 420 x 36 cm, Rigiplatz, Eigentum Stadt Zug