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Zwei Fernduelle und ein Vierkampf
Der Schweizer Meister ist schon lange bekannt. Trotzdem fallen in der letzten Runde der Super-League-Saison 2022/23 noch wichtige Entscheidungen.
Zwei Teams können sich am Pfingstmontag zurücklehnen. Für die Young Boys, deren Titelgewinn seit der 31. Runde feststeht, geht es höchstens noch darum, den eigenen Gegentor-Rekord aus dem Jahr 2021 (29) zu egalisieren. Dafür brauchen die Berner im Heimspiel gegen Winterthur ein "clean sheet", dürfen also keinen Treffer kassieren. Auch Luzern kann die Schlussrunde gelassen in Angriff nehmen. Die Innerschweizer bleiben so oder so auf dem 4. Platz und spielen in der nächsten Saison in der Qualifikation für die Conference League.
Zweikampf um den 2. Platz
Gegner des FCL ist das zweitplatzierte Servette. Den Rang wollen die Genfer im Fernduell mit Lugano verteidigen. Es wäre ihre beste Klassierung seit dem Titelgewinn 1999. Ob die Tessiner alles daransetzen werden, Servette noch zu verdrängen, ist indes fraglich. Der Fokus der in Zürich gegen den FCZ spielenden Luganesi dürfte eher auf dem Cupfinal gegen YB liegen, der am Sonntag darauf in Bern stattfindet.
Hinzu kommt, dass der 3. Platz in dieser Saison die Teilnahme am Europacup garantiert, der 2. Rang dagegen nicht. Der Zweitplatzierte startet in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League und muss somit mindestens eine Runde überstehen, um sicher europäisch zu spielen. Der Drittplatzierte beginnt, weil die Cupfinalisten YB und Lugano die Meisterschaft sicher in den ersten drei abschliessen, in der Playoff-Runde für die Europa League und steht damit mindestens in der Conference League.
Vierkampf um den 5. Platz
Die wohl spannendste Entscheidung ist diejenige um den letzten Europacup-Platz. Vier Teams dürfen sich noch Hoffnungen machen, den 5. Platz zu holen und damit in der nächsten Saison die Qualifikation für die Conference League zu bestreiten.
Auf der Pole-Position startet der FC Basel, dem es im Direktduell mit GC (gleich viele Punkte, schlechteres Torverhältnis) um die Ehrenrettung geht. Abgesehen vom europäischen Erfolg mit der Halbfinal-Qualifikation in der Conference League haben die Rot-Blauen eine katastrophale Spielzeit hinter sich. Sie werden in der 20. und letzten Meisterschaft mit der Zehnerliga für ein Novum der unerfreulichen Art sorgen, erstmals eine Saison ausserhalb der ersten drei abschliessen und so wenig Punkte holen wie noch nie. Der bisherige Minusrekord sind die 53 Punkte in der Saison 2020/21.
Umgekehrt ist die Gemütslage bei den Grasshoppers, die mit einem Auswärtssieg erstmals seit 2016 wieder auf europäischer Bühne antreten könnten. Dahinter lauern Zürich (Heimspiel gegen Lugano) und St. Gallen (Heimspiel gegen Sion), die auf ein Unentschieden im St. Jakob-Park hoffen.
Zweikampf um den 9. Platz
Am Tabellenende machen Winterthur und Sion aus, wer die Barrage gegen Lausanne-Ouchy bestreiten muss. Aufsteiger Winterthur nimmt einen Punkt Vorsprung mit ins Fernduell mit den Wallisern. Verliert das Team von Trainer Bruno Berner jedoch in Bern, reicht den Sittenern aufgrund des besseren Torverhältnisses in St. Gallen ein Unentschieden.