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Das Wichtigste in Kürze
- Der englische Premier-Minister wollte eine Brücke zwischen Schottland und Nordirland.
- Somit wollte er die Beziehungen zwischen London und Nordirland wieder stärken.
- Der Tunnel oder die feste Verbindung wird jedoch nicht realisiert.
Boris Johnson wollte eine Brücke zwischen Nordirland und Schottland bauen – eine Idee, die Johnson besonders im Wahlkampf vor dem Brexit propagiert hatte. Nach seinem Wahlsieg hatte er vergangenes Jahr die Machbarkeitsstudie sowohl für eine Brücke als auch einen Tunnel in Auftrag gegeben.
Ein Expertengremium hat die Idee der gigantischen Brücke für zu teuer erklärt. Das Gremium wurde vom britischen Premierminister Boris Johnson beauftragt.
Der am Freitag vorgelegte Bericht kam zum Ergebnis: «Zum jetzigen Zeitpunkt kann der Nutzen nicht grösser sein als die Kosten für die öffentliche Hand». Die Experten empfahlen, das Mega-Projekt nicht weiter zu verfolgen.
Die längste je gebaute Brücke
«Mit den modernsten Technologien des 21. Jahrhunderts im Bereich des Bauingenieurwesens» sei es theoretisch sogar möglich, die Verbindung zwischen den Landesteilen herzustellen.
Das schrieben die Autoren des Berichts. Es hätte sich zudem um «die längste» Brücke gehandelt, die bislang gebaut wurde. Demnach hätte sich die Brücke mit sieben riesigen Hauptpfeilern über 30 Kilometer gezogen.
Die Kosten der Brücke hätten sich wegen des schwierigen Baus in der tiefen, windigen Meerenge auf 335 Milliarden Pfund belaufen. Das sind umgerechnet 412 Milliarden Franken. Der Bau eines Tunnels, wäre zudem aus Sicherheitsgründen und technisch bedingt nur für Schienenverkehr geeignet .
Dieser hätte den Berechnungen zufolge 209 Milliarden Pfund (260 Milliarden Franken) gekostet. Von der Planung des Projekts bis zur Inbetriebnahme hätte es demnach «fast 30 Jahre» gedauert.
Johnsons Liebe zu grossen Infrastrukturprojekten
Verkehrsminister Grant Shapps sagte der BBC nach Vorlage des Berichts, dass das Projekt gestrichen wurde: «Der Tunnel oder die feste Verbindung wird nicht realisiert.»
Befürworter sehen eine Möglichkeit, die Beziehungen Londons zu den Landesteilen Schottland und Nordirland zu stärken, die durch Brexit belastet wird. Johnson ist zudem für seine Vorliebe für grosse Infrastrukturprojekte bekannt.
Als Londoner Bürgermeister wollte er beispielsweise eine neue Brücke über die Themse bauen. Das Projekt scheiterte letztlich an den hohen Kosten von rund 63 Millionen Euro. Auch eine versprochene Hochgeschwindigkeitsbahnverbindung nach Leeds musste die Regierung in London kürzlich aus Kostengründen auf Eis legen.