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Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ereignete sich nördlich des Dorfes Biasca (Valle Leventina) ein gewaltiger Bergsturz. Der Zugang zum Val Blenio wurde durch einen Schuttkegel, bekannt unter dem Namen Buzza di Biasca, verschüttet. Dadurch konnten die Gewässer aus dem Val Blenio nicht mehr abfliessen. Es entstand ein grosser See. Zwei Jahre später brach dieser Damm und die Wassermassen des Sees überschwemmten die Region Bellinzona und die Magadinoebene.
Auf dem Kartenausschnitt des Topographischen Atlas der Schweiz 1:50 000 von 1872 ist der Schuttkegel, dessen Gesteinsmassen sich von der Westflanke des Pizzo Magno lösten, deutlich zu sehen (Felsbrocken sind symbolisch eingezeichnet, „Buzza die Biasca“ steht auf der Karte):
Auf dem gleichen Kartenausschnitt 39 Jahre später sieht auf den ersten Blick alles noch unverändert aus. Beim genaueren Hinschauen entdeckt man jedoch unter der Bezeichnung „Buzza di Biasca“ die Ergänzung „Anno 1512“ (im Historischen Lexikon der Schweiz allerdings am 30. September 1513). Die im Jahr 1911 erstellte Schmalspureisenbahnlinie, die das Val Blenio bis Acquarossa erschloss, ist eingezeichnet. Sie wird wegen des Buzza di Biasca ans linke Ufer des Flusses Brenno gedrängt:
Auf dem gleichen Kartenausschnitt aus dem Jahre 2014 (unterdessen ist es nicht mehr der Topographische Atlas sondern die Landeskarte der Schweiz 1:50 000) hat sich einiges verändert: Das Siedlungsgebiet von Biasca hat sich bis zum Südrand des Schuttkegels (jetzt im Tessinerdialekt „Büza di Biasca“ benannt) ausgedehnt. Die Eisenbahnlinie ist verschwunden, der Betrieb der Bleniobahn wurde nämlich im Jahre 1973 eingestellt. Der nördliche Teil des Büza di Biasca hat eine grosse Veränderung erfahren: Ein Teil des Aushubmaterial des Gotthard Basistunnel NEAT wurde hier während den Jahren 1999 bis 2011 deponiert, auf der Karte als „Deposito NFTA“ erkennbar:
Übrigens: Der Bergsturz von Biasca Anfangs 16. Jahrhunderts kann nicht als Strafe Gottes interpretiert werden: Die Zahl der Atheisten und Konfessionslosen in Biasca nahm erst im Laufe des 19. Jahrhunderts stark zu.