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Die Hochwasser von 1987, 1993 und 2000
Die 1960 abgeschlossene 2. Rhonekorrektion schien den häufigen Überschwemmungen der Ebene ein Ende bereitet zu haben. Tatsächlich trat zwischen 1948 und 1987 kein bedeutendes Hochwasser auf. In den Jahren 1987 und 1993 traten jedoch grosse Sicherheitsmängel an den Tag. Das Oktoberhochwasser 2000 hat dies, obwohl niemand daran zweifelte, erneut bestätigt.
In diesem Jahr wurde in Porte du Scex in der Nähe der Einmündung der Rhone in den Genfersee eine Durchflussmenge von 1380 m3/s gemessen. Das war das grösste Hochwasser des Jahrhunderts. Die Rhone ist in Niedergampel und Getwing, in Evionnaz und in Collonges über die Ufer getreten; in Chamoson brach ein Damm des Flusses, ein anderer auf der Höhe von Varen und Salgesch. Der hohe Pegelstand der Rhone trug zu den Dammbrüchen und Überflutungen des Galdikanals und des Grossen Grabu, des Kanals von Vissigen, des Kanals Sitten - Riddes und des Kanals Leytron - Saillon - Fully bei.
Insgesamt 1100 Hektaren der Ebene wurden überschwemmt und mit Geschiebe bedeckt, wozu auch Industrie- und Wohnzonen gehörten. Tausende von Personen wurden evakuiert, die Autobahn war unbefahrbar, Strassen und Bahnlinien waren unterbrochen und das Telefonnetz sowie die Gasversorgung waren betroffen. Obwohl bereits schlimmgenug, hätte diese Bilanz noch wesentlich katastrophaler sein können. Zum Glück waren die Abflussmengen nahe an der maximalen Kapazität geblieben und hatten sich in der Nähe von Wohngebieten keine Breschen gebildete. Die Situation wäre eine ganz andere gewesen, wenn die Temperatur nicht plötzlich gefallen wäre, sodass ein Teil der Niederschläge als Schnee gefallen war.