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Der Gelehrte Hippokrates wird von vielen als der größte Arzt seiner Zeit angesehen. Er wurde in der Mitte des fünften Jahrhunderts v. Chr. auf der griechischen Insel Kos geboren. Sein Kompendium an medizinischen Schriften war der „Corpus Hippocraticum“. Dieser enthielt unter anderem auch den Hippokratischen Eid, ein Gelübde, das von Medizinern der Antike abgelegt wurde. Der neue Heiler schwor bei den Göttern Asklepios, Panacea, Hygieia und Apollo, dass er das Leben seiner Patienten bewahren, Medikamente und Behandlungen nach bestem Wissen verschreiben und niemals denjenigen Schaden zufügen würde, die sich in seiner Obhut befanden.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es keine gesetzliche Festlegung gegeben, welche die Verwendung der Titel „Arzt“ oder „Heiler“ schützte. Jeder konnte Laienwissen zur Behandlung einer Krankheit oder Wunde verwenden. Der Hippokratische Eid war wohl ein Versuch, eine zunftähnliche Vereinigung von medizinischen Fachkräften zu schaffen, die sowohl von ihren Patienten als auch von Medizinerkollegen anerkannt war, um in dem gefragten Bereich des Gesundheitswesens bestehen zu können. Ob der Hippokratische Eid in der Antike weit verbreitet war, ist unbekannt, doch der Geist, der dem Eid innewohnt, ist allen heutigen Medizinern als Grundsatz für den verantwortungsvollen Umgang mit der Medizin und seinen Patienten vertraut. Das Versprechen zum Schutz und zur Verlängerung des Lebens wird gemeinhin als „hippokratisch“ bezeichnet.