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Jeder Mensch, der sich mit Themen wie Psychotherapie, Psychoanalyse und der Psychologie im Allgemeinen beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen Sigmund Freud. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei Siegmund Freud um den ersten richtigen Psychotherapeuten, und fast alle Theorien im Gebiet der Psychotherapie haben ihren Ursprung in den Theorien von Siegmund Freud.
Siegmund Freud im Privaten
Kommen wir erst einmal zu den Anfängen von Siegmund Freud. Siegmund Freud wurde am 6. Mai 1856 als Sigismund Schlomo Freud in Freiberg in Mähren geboren. Diese Stadt gehörte damals zum Kaisertum Österreich-Ungarn. Seine Familie besaß ein großes Unternehmen im Bereich des Wollhandels. Als das Geschäft der Familie in Folge einer Wirtschaftskrise zusammenbrach, ging die Familie zuerst nach Leipzig und später dann nach Wien. Bereits in jungen Jahren zeigte sich Siegmund Freud als besonders intelligent, sodass er eher als üblich auf das Gymnasium kam und sein Abitur mit Auszeichnung abschloss. Nach seinem Abitur studierte Siegmund Freud Medizin, schloss das Studium erfolgreich ab und promovierte später zum Doktor der Medizin. Nach seinem Studium eröffnete er zuerst seine eigene Praxis und wurde später Professor an einer Universität. Verheiratet war Siegmund Freud mit Martha Bernays, die er 1886 nach vier Jahren Verlobung heiratete. Zusammen mit ihr hatte Siegmund Freud sechs Kinder.
Siegmund Freuds Forschung
Siegmund Freud forschte in verschiedenen Gebieten. Anfangs erforschte er beispielsweise die Auswirkung von Kokain auf den menschlichen Körper. Die überaus schädlichen Auswirkungen dieser Droge waren damals noch nicht bekannt, sodass sie unter anderem zur Leistungssteigerung von Soldaten eingesetzt wurde. Er forschte auch an der sogenannten Hysterie, eine Erkrankung, welche nach damaliger Meinung vor allem Frauen befiel. Für diese Krankheit interessierte er sich seit einem Besuch in Paris, wo der Professor Jean-Martin Charcot an der Heilung der Hysterie durch Hypnose forschte. Bereits während seiner Forschungen über die Hysterie kam er zu der Ansicht, dass hinter der eigentlichen Krankheit Erfahrungen aus der Vergangenheit stecken. Somit fand er an dieser Stelle die Grundlagen der späteren Psychoanalyse, welche die Heilung des Patienten vor allem durch die Aufarbeitung seiner Vergangenheit erreicht. Die Hypnose an sich erschien Freud jedoch nach einiger Zeit der Forschung, in der er als Hypnotiseur bekannt wurde, nicht mehr als zielführend und er wandte sich von dieser Methode weitgehend ab. Im Jahr 1885 wurde Sigmund Freund Privatdozent für Neuropathologie an der Universität Wien. Hier forschte er viel an Kindern, welcher an der sogenannten Hysterie litten.
Die Psychoanalyse
Der bedeutendste Teil von Freuds Schaffen ist mit einiger Gewissheit die Psychoanalyse. Im Jahr 1896 benutzte Sigmund Freud erstmals den Begriff der Psychoanalyse. Diese baute auf seiner Beobachtung der Behandlung von Bertha Pappenheim durch Josef Breuer auf. Dieser konnte die psychischen Beeinträchtigungen von Bertha Pappenheim lösen, indem er mit dieser ihre Vergangenheit und die schlechten sowie traumatischen Erfahrungen, die diese in ihrer Vergangenheit erleben musste, aufarbeitete. Diese Psychoanalyse ist bis heute die Grundlage von fast allen Behandlungen im Bereich der Psychologie, welche auf die Aufarbeitung von Erfahrungen aus der Vergangenheit setzen und in diesen den Grund für psychische Probleme sehen. Nach dieser Entdeckung folgten viele bedeutende Werke und Theorien Freuds, welche alle grundlegend auf dieser Idee basierten. Eine weitere sehr bekannte These von Sigmund Freud ist die des Es, des Ichs und des Über-Ich. Im Es sieht Siegmund Freud die eigentlichen Triebe des Menschen, welche seine Bedürfnisse widerspiegeln. Als Baby verfügt der Mensch nur über dieses Es und alles, was der Mensch tut, zielt auf diese Bedürfnisse ab. Das Ich ist das eigentliche Denken des Menschen, durch das der Mensch bewusste Handlungen vollzieht. Das Über-Ich wiederum sind Normen und Werte, mit denen der Mensch aufgewachsen ist und nach denen er mit seinem Ich handelt.
Flucht vor den Nazis
Die Lehren von Sigmund Freud wurden von den Nazis nicht gerne gesehen. Gerade in der Hinsicht, dass psychisch kranke Menschen von den Nationalsozialisten getötet und nicht behandelt wurden, zeigt, dass sie nichts von den Lehren Freuds hielten. Schon zu Anfang der Nazi-Herrschaft wurden Bücher und Schriften von Freud verbrannt. Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland musste Freud ausreisen, was durch internationalen Druck auch gelang. So kam Freud nach London und konnte hier weiter Patienten behandeln. Aufgrund seiner Erkrankung an Krebs starb er allerdings bereits nach einem Jahr im Exil 1939. Mehr Infos zum Thema Sigmund Freud gibts hier.