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Christoph Schuler [D]: Disco Hass!
Datum (JJJJ MM TT)
– 1988 10 01 [D]
Verlag
– Fabrik Zeitung (Zürich)
Ein Artikel aus der Zeit, als in Zürich unter dem fast zwanzig Jahre alten Bezeichnung «Disco» Tanzveranstaltungen stattfanden. Mit Disco aus den 70er Jahren hatte das nicht mehr viel zu tun. Als «Clubs» wurden die Etablissements aber noch nicht bezeichnet. Das wäre auch lächerlich gewesen, denn es handelte sich vor allem um Fabrik- und Turnhallen. Tanzen kamen die Leute, die vor wenigen Monaten noch in den 80er-Bewegungen aktiv waren, es immer noch waren. In die Agenda aufgenommen wurden damals neben bezahlbaren Wohnraum die Lockerungbzw. Abschaffung des mafiösen Gastro-Oligopols um den korrupten Wirtepolizisten Raphael Huber (1982–1991). Es waren die Jahre als Zürich die Musik von Prince entdeckte und nicht darüber diskutieren, sondern dazu tanzen wollte. Manche erlebten diese Zeit als Befreiung: Ausgehen, Tanzen, sich amüsieren. Eine Zeit lang wurde dann eben ernsthaft darüber diskutiert, wie der entstandeen Konflikt zwischen politisch bewegt sein und hedonistischem Disco-Vergnügen zu lösen sei: Die Formel lautete: Tanzen für die Revolution! Die Anarchistin Emma Goldmann wird wohl eine Rolle gespielt haben, die gesagt hat: «Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?». Semantische Verwandtschaften zwischen «Bewegung» und «Tanz», «Revolution» und «Umdrehung von Schallplatten». Die Definitiv Seite thematisiert den Konflikt anhand von Zitaten aus der Zeit, unter anderem natürlich einem Zitat aus diesem Text von
Schuler.
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