Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03151.jsonl.gz/1154

EWS prüft Beleuchtung der Rigi
Bis der Strom beim Abonnenten – und erst noch bei einem auf der Rigi – ankam, brauchte es Verhandlungs- und Planungsgeschick. EWS verhandelte beispielsweise 1926 mit dem Eigentümer der Pension Unterstetten, Herrn Weber-Dettling. Dieser hegte den Wunsch, sein Haus zu guten Bedingungen an das Verteilnetz von EWS anzuschliessen. Vereinbart wurde, dass EWS die notwendige Übertragungsanlage bis auf den Kabelendverschlusskasten im Hotel auf eigene Kosten erstelle. Von da an aber seien alle weiteren Installationen auf Kosten des Abonnenten zu tätigen. Der Abonnent hatte EWS eine jährliche Stromeinnahme von 450 Franken zu garantieren, resultierend aus dem Anschluss von 40 Lampen, drei Heizöfen, einem Bügeleisen und einem Heisswasserboiler von 200 Litern Inhalt.
Die Arbeiten sollten binnen eines Monats ausgeführt werden. Der Abonnent, also Herr Weber, verpflichtete sich vertraglich, während der Montagearbeiten dem Personal von EWS Verpflegung und Unterkunft zu gewähren. Weiter musste er beim Transport der Materiallieferungen nach Möglichkeit behilflich sein. EWS blieb innovativ, was die touristische Aufbereitung der Rigi anbelangte. Im Sommer 1929 wurde werkintern überprüft, ob das Anleuchten der Rigiwand werbemässig wirkungsvoll sein könnte. Lichtstärke, notwendiges Lampenmaterial, Beleuchtungszustand der Wand, Erstellungskosten – alles wurde einer sorgfältigen Prüfung unterzogen.
Ergebnis: Effektvoll, doch teuer infolge Bereitstellung einer gewaltigen Lichtmenge, so taxierte man das Anleuchten der gesamten Felspartien von Rigi First bis Vitznau. Erschwinglicher, aber durchaus auch als wirksam beurteilte man ein Anleuchten der Bergkonturen von Staffel bis Kulm mit acht bis zehn Grossleuchten von je circa 1‘500 Watt. Und: Zu gerne hätte man das Kulmhotel für die Anschaffung einer Flutbeleuchtung gewonnen. Doch leider blieben die Vorhaben nur auf dem Papier. Übrigens: Das Thema Reklamebeleuchtung war damals absolut aktuell. Von aussen beleuchtet wurde zu jener Zeit bereits das Grand Hotel Axenstein. Und EWS nahm 1929 die Anlage zum Anleuchten des Kirchturms von Weggis in Betrieb.
Reisen Sie mit uns weiter ins Jahr 1910