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Durch den von ihm initiierten «Take a Knee»-Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze wurde Colin Kaepernick weltweit 2016 bekannt. Der damalige Quarterback der San Francisco 49ers löste mit dem Hinknien während der Nationalhymne eine Kontroverse aus und erzürnte den Präsidenten Donald Trump – mit bösen Folgen für ihn selbst: 2017 wurde Kaepernick aus seinem Vertrag bei den 49ers entlassen. Seither hat er trotz unbestrittenen Qualitäten kein neues Team gefunden. Der protestierende Footballer galt als «Persona non grata», seit fast drei Jahren hat er kein Spiel mehr absolviert.
Doch nun könnte der 32-jährige Spielmacher in die reichste Liga der Welt zurückkehren. Wie Kaepernick auf Twitter bekannt gab, will die NFL am kommenden Samstag in Atlanta ein privates Training für den einstigen Super-Bowl-Teilnehmer abhalten, bei dem sich die 32 NFL-Teams vom Leistungsvermögen des Quarterbacks überzeugen können.
Danach soll es auch die Möglichkeit geben, mit dem Free Agent zu sprechen. Wer nicht dabei sein kann, kann sich mit zur Verfügung gestellten Videos von Kaepernicks Können überzeugen. «Ich bin seit drei Jahren in Form und bereit dafür. Ich kann es kaum erwarten, die Cheftrainer und GMs zu sehen», erklärte der Quarterback. Für den Free Agent könnte es die letzte Möglichkeit sein, in die NFL zurückzukehren.
I’m just getting word from my representatives that the NFL league office reached out to them about a workout in Atlanta on Saturday. I’ve been in shape and ready for this for 3 years, can’t wait to see the head coaches and GMs on Saturday.— Colin Kaepernick (@Kaepernick7) November 13, 2019
Aber ist das private Training wirklich eine faire Chance für Kaepernick? Wie ESPN berichtet, habe der Footballer erst am Dienstag von diesem Termin erfahren und innerhalb von zwei Stunden zusagen müssen. Auch die Klubs seien zur gleichen Zeit wie die Öffentlichkeit informiert worden.
Dass die Liga einen solchen Termin anberaumt, ist schon sehr seltsam. Dass das Training an einem Wochenendtag und nicht wie üblich an einem Wochentag (meist Dienstag) stattfindet, noch ungewöhnlicher. Denn am Samstag befinden sich nahezu alle Teams in der unmittelbaren Vorbereitung auf ihre Spiele am Tag darauf. Gut möglich, dass nicht allzu viele Klubs deshalb einen Scout nach Atlanta schicken werden.
Das öffentliche Workout für Kaepernick könnte also zur Farce verkommen und vor allem der NFL nützen. Die Liga könnte – wenn Kaepernick wie vielerorts erwartet keinen neuen Arbeitgeber findet – fortan darauf verweisen, dass man dem gefallenen Superstar ja eine Chance gegeben habe, er diese einfach nicht genutzt habe.
Doch vielleicht hat Kaepernick ja Glück und er kommt tatsächlich bei einem Franchise unter. Mit den Denver Broncos, den Washington Redskins und den Cincinnati Bengals haben zumindest drei Teams auf der Quarterback-Position grossen Bedarf. (pre)