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Zu «Kritisch beleuchtete Rechtskulturen», Neue Zürcher Zeitung, 13. 2. 2007
Nachweis unter presse und internet
Für die unterschiedlichen rechtskulturen in Amerika und Europa führt die NZZ gute und schlechte beispiele an. Es besteht in der tat ein unterschied zwischen gegen 600 000 dollar (kaffeeverbrühung in Amerika) und 0 franken (tödliche verbrühung in der badewanne eines schweizerischen altersheims). Ein schlechtes beispiel ist hingegen die «deutsche» rechtschreibreform, gerade auch angesichts der erfahrungen in anderen sprachen. Einerseits förderte sie auch frappante unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz (und Österreich) zu tage. Anderseits ist die rechtschreibreform aus unserer perspektive ein leuchtendes beispiel der partizipation. Abgesehen davon, dass politiker und juristen das wort «undenkbar» vermeiden sollten, wüssten wir noch ein schlechtes beispiel: Wäre bei uns (und vor allem in Deutschland) heute noch eine umstellung auf meter und kilogramm denkbar? Darüber wird in England und in Amerika mit den genau gleichen argumenten gestritten wie über eine rechtschreibreform bei uns und in England und in Amerika.
Rolf Landolt, vorsitzer des Bundes für vereinfachte rechtschreibung (Zürich)