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Kiffer-Kortex
Cannabis stört Hirnreifung von Teenagern
Cannabis wird in den USA hauptsächlich von Jugendlichen konsumiert. Dies kann schwere Folgen für ihre Hirnentwicklung haben.
Forscher um Professor Dr. Matthew Albaugh vom Department of Psychiatry der University of Vermont in Burlington fanden heraus, dass die Substanz die präfrontale Hirnrinde schrumpfen lässt. Während der Adoleszenz sind die Entwicklung und Myelinisierung des zerebralen Kortex noch nicht abgeschlossen, sodass das junge Nervengewebe während dieser Phase sehr anfällig für Noxen ist, berichten die Wissenschaftler.
Nachdem Tierversuche insbesondere auf eine starke Vulnerabilität des endocannabinoiden Systems hingedeutet hatten, gingen die Kollegen nun der Frage nach, inwiefern Cannabis die Hirnentwicklung beim Menschen beeinflusst. Hierzu werteten sie die Neurobildgebung von 799 Teenagern aus acht europäischen Ländern aus. Bei Studieneinschluss mit durchschnittlich 14 Jahren – keiner der Jugendlichen hatte bis zu diesem Zeitpunkt jemals Cannabis konsumiert – sowie fünf Jahre später wurden die Probanden mittels MRT untersucht. Zusätzlich absolvierten sie unter anderem einen Verhaltenstest zur Impulskontrolle.
Studienergebnisse zeichnen besorgniserregendes Bild
Die Jugendlichen, die zwischen den beiden Untersuchungszeitpunkten angefangen hatten, Cannabis zu konsumieren, wiesen eine dosisabhängige Verschmälerung des linken und des rechten präfrontalen Kortex auf. Die rechtsseitig dünnere Hirnrinde korrelierte dabei mit einer stärkeren aufmerksamkeitsrelevanten Impulsivität.
Die durch den Cannabiskonsum verursachte Kortexverdünnung betrifft genau diejenigen Hirnareale, die – wie PET-Untersuchungen an Gesunden zeigen konnten – reich an Cannabinoid-1-Rezeptoren sind, warnen Prof. Albaugh und Kollegen. Angesichts der zunehmenden Legalisierungsbestrebungen von Cannabis zeichnen die Studienergebnisse insbesondere hinsichtlich der sich noch entwickelnden Gehirne von Jugendlichen ein besorgniserregendes Bild.
Albaugh MD et al. JAMA Psychiatry 2021; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2021.1258.