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Als sich 1841 in Zürich der deutsche Anatomieprofessor Jacob Henle und die junge Näherin Elise Egloff verlieben, steht zwar einer Affäre nichts im Weg, wohl aber der Ehe. Die unerbittlichen Konventionen erlauben den Aufstieg eines hübschen, klugen und lebenssprühenden Nähmädchens zur Professorenfrau nicht. Jacob Henle wagt ein Erziehungsexperiment, in das er zunächst nicht einmal seine nächsten Verwandten einweiht: Elise wird in ein Pensionat gesteckt und soll dort alle für eine Dame der Gesellschaft erforderlichen Fertigkeiten erlernen, um später eine standesgemäße Ehefrau zu werden. Sie leidet unter der Trennung, der Einsamkeit und den hohen Erwartungen, aber der Versuch gelingt: 1846 heiraten die beiden. Nach nur zwei Jahren stirbt Elise an Schwindsucht.
Elise Egloffs und Jacob Henles Geschichte hat schon die Zeitgenossen aufgewühlt. Auerbach schrieb darüber einen Erfolgsroman, Gottfried Keller verkörperte Elise in seiner Novelle Regine. Doch der unmittelbarste und anrührendste Zugang zu dieser großen Liebesgeschichte sind bis heute die Briefe des Paars und der beteiligten Familienmitglieder.
»Eine erstaunliche Geschichte – und erst noch eine wahre: Jacob Henle, Anatomieprofessor in Zürich, begegnet 1841 dem Nähmädchen Elise Egloff und stellt zur eigenen Verwunderung fest, dass er sie liebt... Allerdings: Zu jener Zeit ist dies eine unmögliche Liebe, das ist beiden, Elise und Jacob, durchaus bewusst.«
»Die ungemein lebendig verfassten Briefe – nachzulesen als Auswahl in einem schön aufgemachten Büchlein, herausgegeben von Gunhild Kübler – geben nicht nur Aufschlüsse über die einzelnen Persönlichkeiten, sondern auch über den herrschenden Zeitgeist.«
»Auch die Schweiz hat ihre Pygmalion-Geschichte: ›Der Anatomieprofessor und die Näherin‹ und spielt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist ein Roman in authentischen Briefen, die Gottfried Keller zu seiner Novelle ›Regine‹ anregten.«