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20 Feb 14
Goldhandelsstatistik: Herkunft des Goldes bestätigt Forderung nach mehr Transparenz
Heute hat die Eidgenössische Zollverwaltung erstmals seit 1981 den Import und Export von Gold und Silber aufgeschlüsselt nach Ländern publiziert und damit die unzeitgemässe Geheimhaltung, die sonst für keine anderen Produkte galt, aufgehoben. Die Statistik belegt einmal mehr die zentrale Rolle der Schweiz im internationalen Goldhandel. Es fällt auf, dass die Schweiz auch grosse Mengen an Rohgold aus problematischen Produzentenländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens importiert. In diesen Ländern wird Gold oft unter erbärmlichsten Bedingungen abgebaut. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erwartet weitere Schritte zu mehr Transparenz im Goldgeschäft. Sie fordert den Bundesrat auf, die Goldimporteure zu verpflichten, beim Ankauf von Gold eine weitreichende Sorgfaltspflicht anzuwenden und für Transparenz über die Herkunft des Goldes zu sorgen.
1981 beschloss das Finanzdepartement, auf die Publikation der detaillierten Gold- und Silberhandelsstatistik zu verzichten, wohl um den massiven Goldhandel mit dem südafrikanischen Apartheidregime und der damaligen UdSSR zu vertuschen. Seit dem 1. Januar 2014 wird nun der Import und Export von Gold und Silber wieder den anderen Zollpositionen gleichgestellt und damit eine anachronistische Geheimhaltung aufgehoben.
Die nun zur Verfügung stehenden Import- und Exportzahlen nach Ländern belegen, dass die Schweiz eine zentrale Rolle im weltweiten Goldgeschäft spielt. Auffallend ist beispielsweise, dass die Schweiz – neben den Importen aus den klassischen Goldhandelsländern wie Grossbritannien, USA und Deutschland – grosse Mengen an Rohgold aus Produzentenländern wie Thailand, Ghana, Südafrika, Peru, Burkina Faso, Brasilien, Tansania und Chile importiert. In diesen Ländern wird Gold oft unter schlimmsten Arbeitsbedingungen, unter Missachtung der Rechte der lokalen Bevölkerung und unter massiven Umweltschäden abgebaut.
Die Abbaubedingungen von Gold sind innerhalb der einzelnen Länder sehr unterschiedlich. Mit dem Kauf von Gold bei Produzenten, die Menschenrechte missachten und die Umwelt massiv schädigen, untergraben die Importeure die Bemühungen internationaler Institutionen und der nationalen Regierungen, die illegale und zerstörerische Goldgewinnung einzudämmen. Transparenz vom Produzenten bis zum Konsumenten ist daher eine zentrale Voraussetzung, um das Goldgeschäft sauberer zu machen.
Die GfbV fordert daher den Bundesrat auf, weitere Massnamen zu ergreifen, um vollständige Transparenz im Goldhandel zu schaffen. Zudem sollen die hiesigen Unternehmen verpflichtet werden, ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt und den Menschenrechten wahrzunehmen, die Produktionskette offenzulegen und nur noch bei Firmen einzukaufen, welche nachweisen können, dass ihr Gold aus sauberen Quellen stammt.