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Unüblich viele kleine Patientinnen und Patienten
Seit Wochen sind fast alle Betten im Caritas Baby Hospital belegt. Dieses Jahr hat die Grippesaison im Westjordanland sehr früh begonnen. Viele Kinder leiden an Atembeschwerden, die durch das Respiratorische-Synzytial-Virus (RSV) ausgelöst wurden. Ebenfalls häufig sind andere virale Erkrankungen, die zu Durchfall, Erbrechen oder schweren Erkältungen mit Fieber führen.
Die grosse Zahl an kleinen Patientinnen und Patienten ist für die Jahreszeit ungewöhnlich. Meist beginnt die Grippewelle erst gegen Ende Oktober. Dass dieses Jahr bereits ab September so viele Kinder eine Spitalbehandlung brauchen, hängt mit der Covid-19-Pandemie zusammen. Während der vergangenen Monate haben sich die Menschen geschützt und strenge Hygienemassnahmen wie das Tragen von Masken oder häufiges Händewaschen respektiert; zudem wurden enge Kontakte ausserhalb der Familien vermieden, um sich vor Covid-19-zu schützen. Nun, da viele Vorschriften gelockert und die Schulen wieder offen sind, verbreiten sich virale Krankheiten sehr schnell.
„Es zeigt sich, dass insbesondere Kinder anfälliger auf virale Infekte reagieren, weil ihnen die natürliche Immunität fehlt, die sie durch Infektionen im Vorjahr erhalten hätten“; stellt Dr. Hiyam Marzouqa, Chefärztin des Kinderspitals in Bethlehem fest. „Wir erwarten bis zum kommenden Frühjahr eine steigende Zahl von Atemwegsviren wie Influenza“, stellt Marzouqa fest. Das Spital hat die nötigen Schritte unternommen, um sicherzustellen, dass stets genügend Personal da ist, um sich um die kleinen Patientinnen und Patienten zu kümmern.