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Das Wort Oklahoma stammt aus der Choctaw-Sprache: okla ’der Mensch’ und humma ’rot’, die Zusammensetzung bedeutet so viel wie „Das Land des roten Mannes“. Der Beiname Oklahomas ist The Sooner State. Hintergrund dieses Beinamens waren die Pioniere, die das von den Indianern durch die US-Regierung gekaufte Land vor der legalen Anfangssiedlungszeit besiedelt hatten.
Quelle: Wikipedia
skurrile Wassertürme
Durch graue Industriegebiete und vorbei an unzähligen Schrottwagenhändlern führt die Route 66 hinaus in eine ziemlich eintönige Landschaft. Über die unendlich grosse und leere Ebene schweift der Blick, und man ist direkt froh, wenn das Auge mal irgendwo hängen bleibt. An einem einsamen Windrad etwa oder einem dieser riesigen Kornspeicher, die wie Kathedralen in der Gegend herumstehen. Ja, wirklich, hier ist es oftmals so leer, dass schon ein paar Kühe, die einem über den Zaun hinweg anglotzen, zu einem echten Highlight werden können. Oder einer dieser skurrilen Wassertürme, die aussehen, wie überdimensionale Raumsonden, und schon von weitem eine Ortschaft ankünden. Wobei man allerdings nie so genau weiss, ob dann auch wirklich eine richtige Ortschaft kommt, oder nur eine Ansammlung von windschiefen Bruchbuden mit vernagelten Fenstern.
Oklahoma-City
Oklahoma-City hat es leider nie auf die Hochglanz-Prospekte der Tourismus-Industrie geschafft. Dafür in die Schlagzeilen. Damals, am 19. April 1995, als ein geistesgestörter Typ einen Lastwagen mit zwei Tonnen Sprengstoff vor einem Bürokomplex hochgehen liess. Heute erinnert ein beeindruckendes Mahnmal an die Menschen, die bei dieser schändlichen Tat ums Leben kamen. Zwei freistehende Tore mit den Uhrzeiten 9.01h und 9.03h und dazwischen eine leere Wasserfläche als Symbol für die Zeit (9:02), als die Bombe detonierte. Besonders berührend: die 168 leeren Stühle in der angrenzenden Rasenfläche – jeder für sich ein Symbol für ein nicht zu Ende gelebtes Leben.
100 verschiedene Biere ab Fass
Doch es wäre falsch, Oklahoma-City nur auf dieses tragische Ereignis zu reduzieren. Schliesslich hat die Stadt auch noch anderes zu bieten. Die einzigartige «Bricktown» zum Beispiel, ein ehemaliges Lagerhaus-Quartier aus ziegelsteinroten Gebäuden, das sanft renoviert und dann mit Kultur und neuem Leben gefüllt worden ist. Hier des Abends durch die Strassen zu schlendern, im «Tap Werks» ein paar der über 100 Biere ab Fass zu degustieren und dem bunten Treiben auf den Plätzen zuzuschauen – das ist Lebensqualität pur. Auf Oklahomas to-do-Liste ebenfalls ganz oben: das grosse Cowboy-Museum. In unzähligen Räumen wird einem hier vor Augen geführt, wie das Leben im Wilden Westen damals wirklich war. Und dass die Cowboys im Grunde genommen „armi Sieche“ gewesen waren. Eine ernüchternde Tatsache für einen, der alle Karl-May-Bücher verschlungen hat und eigentlich immer Cowboy werden wollte... . - Tags darauf: Ein paar Meilen ausserhalb von Oklahoma-City flattert eine zerrissene «66er»-Flagge am Strassenrand. Symbolhaft für den nun folgenden Streckenabschnitt, wo die Vergangenheit der Route 66 wie ein offenes Buch vor einem liegt: Häuserruinen, alte Werbeschilder, Auto-Schrottplätze, das volle Programm.