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Parastomale Hernien sind Eingeweidebrüche, die neben einem künstlichen Darmausgang (Stoma) entstehen. Durch das Anlegen eines temporären oder dauerhaften, künstlichen Darmausgangs ist die Stützfunktion der Bauchdecke beeinträchtigt und die Bauchmuskulatur geschwächt. Wenn das Gewebe und die Narbe des Stomas noch nicht genügend zusammengewachsen und gefestigt sind, können parastomale Hernien auftreten.
Die durch den künstlichen Darmausgang entstehende Lücke erweitert sich zu einer Bruchpforte, bei der eine parastomale Hernie entsteht. Der Bruchsack schiebt sich neben dem Stoma nach aussen. Es zeigt sich im Bereich des Stomas eine Vorwölbung. Teilweise verkomplizieren parastomale Hernien die Versorgung des Enterostomas.
Bei einem grossen Anteil der Patienten mit einem Stoma, ca. bei 50 bis 80%, tritt eine parastomale Hernie auf.
Risikofaktoren, die das Entstehen einer parastomalen Hernie begünstigen:
Nach einer Stoma-Operation kann es helfen, spezielle Stützkleidung oder einen Hernien-Stückgürtel zu tragen. Sprechen Sie hier mit Ihrem Stoma-Therapeuten oder Arzt.
Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von Beschwerdefreiheit bis hin zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
ACHTUNG: Bei Fieber, Erbrechen, Übelkeit und plötzlichen kolikartigen Bauchschmerzen könnte es sich um einen eingeklemmten Bruch handeln. Dies kann lebensbedrohlich sein. Rufen Sie uns sofort an oder begeben Sie sich in die nächste Notfallstation eines Spitals!
Um das Risiko für einen Narbenbruch zu senken, hilft es, bei Übergewicht vor der Operation abzunehmen und mit dem Rauchen aufzuhören. Nach einer Bauchwand-Operation können stabilisierende Bauchbinden getragen werden, um das Gewebe während der Wundheilung zu entlasten.
Bei Rückverlegungen des Enterostomas wird die entstandene Bruchpforte geschlossen und mit einer Netzeinlage verstärkt. Wenn es nicht möglich ist, den künstlichen Darmausgang zurückzuverlegen, wird die bestehende Lücke verengt und mit einem Netz verstärkt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Enterostoma an eine andere Stelle zu versetzen und den künstlichen Darmausgang dort bereits zu Beginn mit einem eingelegten Netz zu verstärken. Dies wird jedoch nicht mehr so häufig praktiziert, da der grösste Risiko-Parameter meist der Zustand des Gewebes ist. Auch an der neuen Stelle ist das Gewebe nicht stark anders, so dass es auch dort wieder zu einer parastomalen Hernie kommen könnte.
Bei einem sehr grossen Bruchsack muss in der Operation gleichzeitig versucht werden, die stabilisierende Funktion der Bauchdecke wiederherzustellen. Dies stellt eine grosse Herausforderung für den Chirurgen dar.
Mehr zu den anwendbaren Operationsverfahren lesen Sie hier.