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Einem internationalen Forscherteam mit Schweizer Beteiligung ist es gelungen, Mäuse gegen das H5N1-Vogelgrippe-Virus zu impfen.Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2007 - 17:31 publiziert
Dazu benutzten die Wissenschafter Antikörper von Menschen, welche die Infektion überlebt hatten.
"Unsere Forschung macht es möglich, monoklonale Antikörper (jedes Molekül ist gleich aufgebaut, Red.) für die Therapie zu verwenden", sagte Antonio Lanzavecchia, Direktor des Schweizer Instituts für biomedizinische Forschung in Bellinzona und Co-Autor der am Dienstag veröffentlichten Studie.
Die verwendeten Antikörper hätten bei den Mäusen "sofort eine kurzzeitige Immunität" erzeugt, sagte Lanzavecchia.
Kampf gegen Vogelgrippe-Pandemie
"Wir sind überzeugt, dass sich dies beim Menschen wiederholen lässt", sagte Lanzavecchia. Die Forscher hoffen, einen Weg gefunden zu haben, um eine grosse Vogelgrippen-Epidemie unter Menschen wirksam bekämpfen zu können.
In den Versuchen seien in Testgruppen alle Mäuse ohne Antikörper nach wenigen Tagen gestorben, sagte der Schweizer. Dagegen hätten von den 60 Tieren, die mit Antikörpern gegen einen 2004 in Vietnam aufgetretenen H5N1-Stamm in unterschiedlich hohen Dosen geimpft worden waren, 58 überlebt.
Wenn dies bei klinischen Versuchen bestätigt werde, könne sich der Einsatz von Antikörpern bei einer weltweiten Vogelgrippen-Epidemie als entscheidend erweisen, schrieb Anthony Fauci, Leiter des an der Untersuchung beteiligten US-Instituts für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID).
Schneller Schutz durch Antikörper
Möglich sei dabei sowohl die Heilung von bereits Erkrankten als auch die Immunisierung von gesunden Menschen. Die Autoren verwiesen auf die Vorteile des Einsatzes von Antikörpern im Vergleich zu Impfstoffen: Letztere böten zwar einen lang anhaltenden Schutz, benötigten aber Monate, um wirksam zu werden.
Die Antikörper wirkten dagegen sofort und seien auch relativ einfach industriell herzustellen, hob Lanzavecchia hervor. Der Schutz halte zwar nur für mehrere Monate an. Dies sei aber genug, um gefährdete Teile der Bevölkerung und medizinisches Personal zu schützen.
Die grösste Einschränkung: Zur Herstellung eines Medikaments würden trotz eines beschleunigten Zulassungsverfahrens in Europa und den USA noch drei bis vier Jahre benötigt.
Angst vor weltweiter Epidemie
Experten fürchten, dass das Virus zu einer Form mutieren könnte, das direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte.
In einem solchen Fall drohte eine Pandemie ähnlich der Spanischen Grippe, der 1918/19 weltweit 20 bis 50 Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren.
swissinfo und Agenturen
VOGELGRIPPE
Erstmals wurde das Vogelgrippe-Virus H5N1 1996 in der chinesischen Provinz Guangdong entdeckt und isoliert.
Die ersten Fälle von Vogelgrippe-Erkrankungen beim Menschen wurden ein Jahr später in Hongkong registriert, 18 Personen erkrankten, 6 von ihnen starben.
Gemäss den neusten Zahlen der WHO wurden bisher 307 Fälle von Vogelgrippe beim Menschen bestätigt, 186 davon endeten tödlich.
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