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Werke von Johannes Schultz, Samuel Scheidt, Matthias Weckmann,Johann Erasmus Kindermann, Johann Rosenmüller, Johann Theile
Im Programm , Musicalischer Lüstegarte‘ kommt eine spezielle Eigenheit der deutschen Musik des 17. Jahrhunderts zur Geltung. In Deutschland wurden zur Zeit des Frühbarocks wenig Solosonaten, Canzonen oder gar Diminutionen geschrieben sondern, nebst Vokalwerken mit obligaten Instrumenten, vor allem Ensemblemusik. Viele Intraden und Paduanen und ‚Sinfonie‘ wurden komponiert. In der späteren Zeit schrieben dann Komponisten wie Weckmann oder Theile Sonaten, die für Violine, Cornettino (Quartzink) Posaune und Dulzian konzipiert und spezifiziert waren. In Italien war der Gebrauch der Instrumente als Soloinstrumente in Sonaten und Canzonen wesentlich gebräuchlicher. So ist es nicht verwunderlich, dass der lange Zeit in Italien lebende und wirkende Musiker Johann Rosenmüller nebst einigen recht gross besetzen Sonaten auch solche für Solovioline geschrieben hat.
Der ,Musicalischer Lüstegarte‘ wurde 1622 von Johannes Schultz komponiert und herausgegeben. Schultz, über dessen Leben und weiteren Wirkens wenig bekannt ist, wurde 1582 in Lüneburg geboren und verstarb 1653 in Dannenberg. Er wurde an der braunschweig-lüneburgischen Residenz, wo er als Organist wirkte, vom Fürst August von Wolfenbüttel gefördert. Dessen Nachfolger, Anton Ulrich, holte 1682 Johann Rosenmüller aus seinem 24 Jahre dauernden Italienischen Exil in Venedig nach Wolfenbüttel. Rosenmüllers Nachfolger war der letzte Schütz Schüler Johann Theile (1646-1724).
Ein weiterer Schüler Heinrich Schütz war der 1619 in Thüringen geborene Matthias Weckmann. Dieser wirkte in Dresden, Nykøbing/Dänemark und Hamburg und gilt als überaus phantasievoller und ausdrucksstarker Tonkünstler.
Der Nürnberger Komponist Johann Erasmus Kindermann reiste ähnlich wie Heinrich Schütz vor ihm zu Studienzwecken nach Italien. Es wird berichtet, dass er danach noch persönliche Kontakte mit Francessco Cavalli, Giacomo Carissimi und Girolamo Frescobaldi unterhalten hat.
Samuel Scheidt, 1587 -1654, Halle, gehört zu den wichtigsten deutschen, evangelischen Kirchenmusikern des 17. Jahrhunderts. Er gehört zu den drei grossen S - Schein, Scheidt und Schütz, die sich auch gegenseitig wieder kannten.
Diese Programm ist für Violine, Zink, Posaune, Dulzian und Orgel konzipiert.