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Madagaskar ist die viertgrösste Insel der Erde. Sie liegt vor der Küste Mosambiks im Indischen Ozean. Das Land zählt rund 24 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt mit über einer Million Einwohnern ist Antananarivo. Sie liegt im Hochland auf rund 1000 Metern über Meer. Die höchste Erhebung mit rund 2900 Metern ist der Gipfel des Maromokotro. Die Vegetation Madagaskars besteht grösstenteils aus Buschland und Savannen. Die ursprünglichen Trockenwälder im Westen und die Regenwälder im Osten sind bis zu 90% zerstört. Nur noch wenige grosse und zusammenhängende Waldgebiete blieben bis heute erhalten. Darunter befindet sich auch der Masoala Nationalpark auf der gleichnamigen Halbinsel Masoala.
Dr. Martin Bauert über das Naturschutzprojekt Masoala der Freunde Masoalas und des Zoo Zürich:
Ausgangspunkte zum Masoala Nationalpark sind die Städte Antalaha mit 35‘000 Einwohnern und Maroantsetra mit 25‘000 Einwohnern. Beide Städte verfügen über Flugplätze, die mit Linienflügen miteinander und mit der Hauptstadt verbunden sind. In Maroantsetra befindet sich ein Nationalparkbüro mit Besucherzentrum. Der Nationalpark wurde 1997 gegründet und umfasst rund 2100 Quadratkilometer mehr oder weniger intakter Tiefland- und Küstenregenwälder. Zum Managementgebiet des Nationalparks gehören drei Meeresreservate mit Korallenriffen entlang der Küsten sowie das Spezialreservat Nosy Mangabe, eine kleine bewaldete Insel in der Bucht von Antongil.
Seit 2007 gehört der Masoala Nationalpark zum Weltnaturerbe der UNESCO.
Rund um den Masoala Nationalpark leben über 80‘000 Menschen. In der Pufferzone des Nationalparks kann die lokale Bevölkerung den Wald nachhaltig nutzen. Dabei dürfen Hölzer für den Eigenbedarf geschlagen, Heilpflanzen und pflanzliche Nahrungsmittel sowie Flechtmaterial gesammelt werden. Die Jagd bleibt aber untersagt.
Die Freunde Masoalas engagieren sich zusammen mit dem Zoo Zürich und weiteren Organisationen in diversen Projekten für eine nachhaltigere und effizientere Landwirtschaft, um der lokalen Bevölkerung ein Leben ohne Zerstörung des Waldes zu sichern. Zudem sollen Bildungsprojekte, insbesondere für Kinder und Jugendliche in Form eines freiwilligen Unterrichtsprogramms an Samstagen, den Anwohnern den Wert des Naturschutzes und die damit verbundenen Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen aufzeigen.
Ein positiver Effekt des Nationalparks ist der sanfte Ökotourismus. Verschiedene kleine Lodges sind unmittelbar ausserhalb des Nationalparks und in den Ausgangspunkten Maroantsetra und Antalaha entstanden. So konnten Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Hälfte des Eintrittsgeldes in den Nationalpark ist für Projekte der nachhaltigen Entwicklung reserviert. Touristen leisten so einen direkten Beitrag an das Wohlergehen breiter Bevölkerungskreise rund um den Nationalpark. Weitere Nutzniesser sind die vielen Angestellten des Nationalparkmanagements, die nun einen regelmässigen und gesicherten Lohn erhalten sowie die privat organisierten Bootsfahrer, Träger und die Touristenführer auf der gesamten Halbinsel Masoala.
Der Verein der Freunde Masoalas hat seit seiner Gründung im Jahre 2003 insgesamt 246‘168 Schweizer Franken in Projekte der Bildung und nachhaltigen Nutzung in Masoala investiert (Stand Ende 2016). Schwerpunkte sind das Bildungszentrum in Maroantsetra und der nachhaltige Anbau von Kakao.
Auf der Halbinsel leben mindestens zehn verschiedene Lemurenarten, darunter der Rote Vari, der Mausmaki und das Fingertier (Aye-Aye). Weitere, häufig zu beobachtende Säugetiere sind verschiedene Arten von Igeltanreks und der Madagaskar-Flughund. Unter den zahlreichen Vogelarten sind der auffällige Helmvanga, der eigenartige Seidenkuckuck und der äusserst seltene Madagaskar-Schlangenhabicht erwähnenswert.
Madagaskar, insbesondere die Region Masoala, ist reich an Reptilienarten wie Plattschwanz- und Taggeckos sowie Chamäleons in vielen verschiedenen Arten. Der Tomatenfrosch fühlt sich in Bächen und Tümpeln rund um Maroantsetra sehr wohl. Daneben gibt es eine schier unendliche Vielfalt an weiteren Froscharten zu entdecken. Die Flüsse und Bäche sind reich an teilweise sehr seltenen endemischen Fischarten, an Tieren also, die nur in diesen Gewässern vorkommen und sonst nirgends auf der Welt.
In den drei Meeresschutzgebieten lebt eine grosse Zahl von verschiedenen Korallenarten und Meeresfischen. In der Bucht von Antongil treffen sich von Juli bis August Hunderte von Buckelwalen, um hier ihre Jungen zu gebären. Whale Watching ist zu dieser Jahreszeit von garantiertem Erfolg gekrönt.