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Agglomerationsdiskurse
Die Planungsbestrebungen in Schlieren und das darauf aufbauende Forschungsprojekt sind eingebettet in die professionellen und politischen Agglomerationsdiskurse der Schweiz.
Genealogie der Agglomerationsdiskurse in der Schweiz
Die Räume an den Stadträndern waren in der Schweiz seit Beginn des 20. Jahrhunderts Gegenstand und Ursache städtebaulicher und raumplanerischer Sorge und Intervention. Aber erst mit den Suburbanisierungs- und Periurbanisierungsprozessen der Nachkriegszeit wurde „Agglomeration“ als statistischer und politischer Begriff geprägt, um die urbanisierten Vorortsgebiete zu erfassen und zu steuern. In den 1990er Jahren wurden die Agglomerationsräume schliesslich unter dem Schlagwort der Zersiedelung explizit und umfassend als raumpolitisches, städtebauliches und kulturelles „Problem“ definiert und institutionalisiert, das einer systematischen Intervention bedurfte. Die folgende kurze Genealogie bietet einen kursorischen Überblick über die städtebaulichen und raumplanerischen Agglomerationsdiskurse in der Schweiz seit dem Beginn des 20. Jahrhundert. Sie bilden den Rahmen der gegenwärtigen Versuche und Strategien, die Agglomerationsräume – wie im Stadtentwicklungskonzept Schlieren und in der Ausgangsthese dieses Forschungsprojektes formuliert – wahrzunehmen, zu begreifen, zu ordnen und zu gestalten.
(siehe Text über die Agglomerationsdiskurse von Rohit Jain)
An-/Ästhetik der Agglomeration. Eine Ethnografie der Planungspraxis in Schlieren
Die städtebaulichen und raumplanerischen Agglomerationsdiskurse verbanden stets technokratische, sozialpolitische und ökologische Argumente mit einer ästhetischen Narration. Diese verdichtete sich etwa in den Leitmetaphern der „klumpenförmigen Stadt“, der „Zersiedelung“ und des „Siedlungsbreis“ und implizierte eine räumliche und kulturelle Identitäts- und Formlosigkeit der Agglomeration. Mit seiner Intervention „Zwischenstadt“ (1997) hat Thomas Sieverts eine epistemologische und ästhetische Kritik an der alltäglichen, politischen, städtebaulichen und planerischen Sichtweise auf die Agglomeration geäussert. Er argumentierte, dass eine weitgehende Orientierung an Bildern der urbanen Kernstadt und der ländlichen Dorfidylle die Wahrnehmung der spezifischen Qualitäten der Agglomerationsräume verhindere. Damit eröffnete er den Blick auf die ästhetische Konstruktion der Agglomeration in Städtebau und Raumplanung.
Die Workshops in diesem Forschungsprojekt boten einen Raum, die ästhetische Konstruktion der Agglomeration in der Planungspraxis ethnographisch zu untersuchen. Die teilnehmende Beobachtung an den Workshops erlaubte zu erforschen, wie die ästhetischen Erfahrungen der teilnehmenden Planungsakteure mit Agglomerationsdiskursen, mit planerischem Habitus und institutionellen Handlungslogiken in Beziehung stehen. Der folgende Artikel bietet einen ethnographischen Blick auf diese ästhetische Konstruktion der Agglomeration in der Planungspraxis von Schlieren.
(siehe Text über die Ethnografie der Planungspraxis von Rohit Jain)
R.J.