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A week later Dorian Gray was sitting in the conservatory at Selby Royal, talking to the pretty Duchess of Monmouth, who with her husband, a jaded-looking man of sixty, was amongst his guests. It was tea-time, and the mellow light of the huge, lace-covered lamp that stood on the table lit up the delicate china and hammered silver of the service at which the duchess was presiding. Her white hands were moving daintily among the cups, and her full red lips were smiling at something that Dorian had whispered to her. Lord Henry was lying back in a silk-draped wicker chair, looking at them. On a peach-coloured divan sat Lady Narborough, pretending to listen to the duke’s description of the last Brazilian beetle that he had added to his collection. Three young men in elaborate smoking-suits were handing tea-cakes to some of the women. The house-party consisted of twelve people, and there were more expected to arrive on the next day. „What are you two talking about?“ said Lord Henry, strolling over to the table and putting his cup down. „I hope Dorian has told you about Sibyl’s new plan for decorating tea tables, Gladys. It is a delightful idea.“
Zu Oscar Wilde’s Zeiten – und in meiner Vorstellung von piekfeinen Englischen Haushalten noch heute – war und ist die Tea Time fester Bestandteil des Tagesablaufes. Neue Klatschgeschichten wurden ausgetauscht, politische Vorstösse diskutiert und neuer Schmuck präsentiert. Es wurde lobbyiert, gelästert und hochgestapelt.
Als begnadete Geschichtenjägerin plädiere ich dafür, diese vierte kleine Mahl- und Diskussionszeit wieder einzuführen. Umso mehr, als dass ich kürzlich meine hochstaplerische Ader entdeckt habe, die perfekt zu der Tea Time passt: die Etagèren. Die folgende Anleitung zaubert dir Oscar Wilde mitten in dein Kaffeekränzchen: mit ein bisschen Eleganz, ein bisschen Ironie und bestimmt ganz viel Klasse schmücken die selbstgemachten Präsentierteller jeden Tisch.
Wie die Zubereitung eines guten Tees ist die Auswahl der Zutaten entscheidend. Ich reserviere mir ein paar Stunden an einem freien Nachmittag und streife durch die Brockenhäuser der Stadt. Gesammelt und gekauft werden schmucke Teller in verschiedenen Grössen, Kaffee- und Espressotassen mit Untertellern, Kristallgläser, Cognacgläser mit relativ kurzem Stiel und klitzekleine, geschnörkelte Vasen. Ich kaufe meistens nach Gefühl und noch ohne genaue Vorstellung von einer oder mehreren Etagèren. Zu Hause angekommen lege ich meine Ingredienzien grosszügig aus und beginne, sie nach meinem Geschmack zu kombinieren. Ich überlege mir auch, ob Gladys oder Dorian oder Lady Narborough Empfänger/in meines Geschenkes sein wird, wie ihre Haushalte eingerichtet sind, welches ihre Lieblingsfarben sind und ob sie eher romantisch oder puritanisch veranlagt sind. Hast du dich erst einmal für die Bausteine entschieden, ist die Konstruktion trivial und dauert nicht mehr als 10 Minuten, so lange wie ein Tee ungefähr ziehen sollte. Rüste dich vorgängig mit verschiedenen Arten von Klebestoff aus. Ich habe jeweils Sekundenkleber, Zweikomponentenleim, Cementit und Heissleim zur Hand. Den richtigen Klebestoff zu finden ist eine Sache des Glücks, der Erfahrung und des Ausprobierens. Ich arbeite vorwiegend mit Sekundenkleber, allerdings erfordert dieser Art Leim Entscheidungsfreude und schnelle Handlungen und beschlägt manchmal die Cognac-Gläser. Am besten du experimentierst an einem verstaubten Teller aus deinem Küchenschrank, die Klebemittel lassen sich nämlich kaum mit Lösemittel entfernen. Denk daran, beim Hochstapeln sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!
Verschenkst du die Etagère, bietet es sich an, sie mit leckeren Süssigkeiten und Zucker für die Getränke (in der obersten Tasse) zu füllen. Meine Lieblingsbisquits sind Cantucci und Amaretti. Beide lassen sich an einem Samstagnachmittag nach einfachen Rezepten backen.
Cantucci
Zutaten: 180 g gehäutete Mandeln (das sind die weissen), 250 g Mehl (etwas mehr, falls der Teig zu feucht wird), 180 g Zucker, 1 TL Backpulver, 2 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, ½ Fläschchen Bittermandelöl, 25 g Butter, 2 Eier
- Mehl, Zucker, Backpulver, Vaniellezucker, Salz und Bittermandelöl in einer Schüssel mischen.
- Kalte Butter und Eier zufügen und rasch mit den Händen zu einem festen Teig kneten.
- Die ganzen Mandeln beigeben und in den Teig einarbeiten.
- Teig in Klarsichtfolie wickeln und ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dabei Ofen auf 200 °C vorheizen.
- Teig in drei gleich grosse Stücke teilen und zu ca. 25 cm langen Rollen formen.
- Backblech mit Backpapier auslegen und Teigrollen mit etwas Abstand auf das Blech legen.
- 10-12 Minuten vorbacken. Der Teig geht dabei etwas auf, läuft auseinander und erhält die typische Cantucci-Form.
- Teigrollen aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und fingerdicke, schräge Scheiben schneiden.
- Cantucci auf ein Kuchengitter legen und weitere 8-10 Minuten backen.
- Cantucci vollkommen auskühlen lassen, bevor sie in eine Keksdose gefüllt werden. Sieht nicht nur hübsch aus auf der Etagère, schmeckt auch hervorragend zu Kaffee oder Vin Santo.
Amaretti
Rezept kreiert von den Grosseltern meines Freundes, ehemalige Inhaber einer Bäckerstube.
Zutaten: 350 g gemahlene Mandeln, 200 g Zucker, 100 g Rohrzucker, ½ Päckchen Vanillezucker, 4 Eiweiss, 1 Prise Salz, ½ Fläschchen Bittermandelöl, Puderzucker
- Mandeln, Zucker und Vaniellzucker in einer Schüssel mischen.
- In einer zweiten Schüssel Eiweis mit einer Prise Salz halbfest schlagen.
- Eiweiss und Bittermandelaroma nach und nach zur Mandel-Zucker-Masse geben, bis ein feuchter Teig entsteht.
- Mit einem Teelöffel Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und mit Puderzucker bestäuben. Dabei Ofen auf 200 °C vorheizen.
- Runde Häufchen ca. 10 Min backen. Die Amarettis werden erst nach dem Backen in ihre charakteristische Form gebracht.
- Blech aus dem Ofen nehmen und Amarettis formen: Teighäufchen von allen vier Seiten etwas eindrücken. Am besten funktioniert es, wenn man zwei Teelöffel nimmt und jeweils zwei entgegengesetzte Seiten mit den unteren Teilen der Löffelchen zusammen drückt. Zum Schluss mit der Unterseite eines Teelöffels auf den entstandenen Amaretti-Stern tätschen.
Perfekt abgeschlossen ist das Geschenk mit einer Hand voll Herzteebeuteln, die du mit etwas Fingerspitzengefühl selbst basteln und mit ausgewählten Teesorten füllen kannst:
- Kaufe leere Teebeutel (kriegst du in jeder grösseren Migros) und male von Hand eine Herzform auf die Beutel. Du benötigst hierzu keine Schablone, es ist charmanter und schöner, wenn jedes Teeherzchen seine individuelle Form behält. Obwohl mir da Lady Narborough wahrscheinlich widersprechen würde.
- Bastle nach deinen Ideen Anhänger für die Beutelchen, die die Beschenkten über deren Inhalt informiert. Ich habe farbige Schnüre verwendet und die Anhänger relativ schlicht mit Schreibmaschine beschriftet. Natürlich kannst du auch viktorianisch verschnörkelte Etiketten drucken oder kleine Herzchen basteln oder grosse alte Absenderetiketten verwenden.
- Nähe von Hand oder mit der Nähmaschine etwa 2 mm von der eingezeichneten Linie entfernt die Hälfte einer jeder Herzform zusammen, ohne die Formen zuvor ausgeschnitten zu haben. Schneide danach die gesamte Herzform aus.
- Lege die Schnur deiner Anhänger an gewünschter Stelle in die offene Hälfte der Herzform und nähe sie fest. Lasse dabei ein Loch offen.
- Fülle verschiedene Teesorten in die entsprechend beschrifteten Beutel und verschliesse die Formen komplett.
Dorian Gray stepped up on the dais with the air of a young Greek martyr, and made a little moue of discontent to Lord Henry, to whom he had rather taken a fancy. He was so unlike Basil. They made a delightful contrast. And he had such a beautiful voice. After a few moments he said to him, „Thank you for the tea. It is the only simple pleasure left to us.“
Many thanks to Oscar Wilde, The picture of Dorian Grey, 1891.