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Auf dem abgelegenen Gandhof im stotzigen Luzerner Hinterland wurden der Bauer und seine Frau erschlagen aufgefunden. Kriminalkommissar Gauch macht sich noch vor Tagesanbruch auf, den Doppelmord aufzuklären. Schon bald zeigt sich, dass der Fall viel komplexer ist, als es zuerst den Anschein macht. Gauch lässt sich schliesslich auch auf dem Übersee-Dampfer Liberté einschiffen, wo er kurz vor New York den Bajass, den jugendlichen Täter und ehe-maligen, übel behandelten Verdingbuben der ermordeten Bauersleute stellt und gehen lässt.
Der Autor bedient sich zwar des Genres Kriminalroman, aber «Bajass» ist vor allem eines: eine sinnliche und psychologisch-hochdifferenzierte, grossartige Milieu- und Gesellschafts-studie, die letztlich illusionslos Partei für die Aussenseiter dieser Welt nimmt.
Geboren 1945, wuchs Flavio Steimann als Sohn eines Deutschschweizer Vaters und einer Tessiner Mutter in Emmen, Luzern auf. Er absolvierte Ausbildungen zum Primar- und Sekundarlehrer, bildete sich weiter zum Schulleiter und war auf allen Stufen der Volks- und Berufsschule aktiv. Daneben schrieb Steimann schon immer Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke.1987 erhielt er den Schweizerischen Schillerpreis für seine Erzählung «Aperwind».
Die wichtigsten Werke sind «Passgang» (1986), «Aperwind» (1987) und «Bajass» (2014). «Bajass» wurde 2018 vom Schweizer Radio SRF (Regie Buschi Luginbühl) mit Hanspeter Müller-Drossaart als Sprecher in vier Hörspielfolgen produziert und erfolgreich ausgestrahlt.
Der gebürtige Obwaldner besuchte die Primarschule in Erstfeld, maturierte an der Inter- natsschule des Sarner Kollegiums, wurde an der Schauspiel-Akademie Zürich zum Schau- spieler und Theaterpädagogen ausgebildet und war in den Ensembles vom Theater am Neumarkt, dem Schauspielhaus Zürich und dem Wiener Burgtheater tätig.
Der Öffentlichkeit ist Hanspeter Müller-Drossaart durch markante Auftritte in TV- und Film- Produktionen wie «Lüthi&Blanc», «Grounding» (Mario Corti), «Die Herbstzeitlosen», «Cannabis», «Sternenberg», sowie durch seine Tätigkeit als Vorleser bei Radio und Fernsehen (Literaturclub) bekannt. Mit dem Musical Dällenbach Kari der Thunerseespiele feierte Müller-Drossaart in der Titelrolle grosse Erfolge in Thun, Bern und Zürich. Zusammen mit Theo Ziegler verfasste er für die Tellspiele 2008 das Stück «Comeback Tell», und spielte den Monolog sowohl im Theater Uri als auch in der Hörspielfassung von SRF. 2015 legte er seinen ersten Gedichtband «zittrigi fäkke» in Obwaldner Mundart vor und Urner Lyrikband «gredi üüfe» erschien 2018.