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<h2>SubmittedText<h2><p>Mit dem Bundesgesetz über die zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur wurde die gesetzliche Grundlage für Beschleunigungsmassnahmen und die Leistungssteigerung auf der Strecke Winterthur-St. Gallen sowie für deren Finanzierung aus dem FinöV-Fonds (Finanzierung für die Eisenbahn-Grossprojekte) geschaffen. Die zugehörige Botschaft weist für den Korridor einen Betrag von 140 Millionen Franken aus. Die Inbetriebnahme der Durchmesserlinie brachte neben Verbesserungen auf der Strecke Winterthur-St. Gallen im Raum Wil auch Verschlechterungen, dies als Folge von Trassierungskonflikten. Mit der absehbaren Inbetriebnahme der Ausweichstelle für den Güterverkehr im Raum Elgg werden die Probleme auf der Teilstrecke Winterthur-Wil behoben. Die Konflikte zwischen dem Personenverkehr (internationale Ost-West-Achse Zürich-München), dem nationalen Personenverkehr, dem regionalen Personenverkehr (S-Bahn St. Gallen) sowie dem Güterverkehr auf dem Abschnitt Wil-St. Gallen(-St. Margrethen) haben sich hingegen weiter verschärft und behindern die notwendigen Verbesserungen im Fernverkehr und im S-Bahn-Verkehr im Raum Wil/Fürstenland. Statt in einmalige Infrastrukturmassnahmen zur Behebung der Trassierungskonflikte wird in jährlich wiederkehrende betriebliche Ausgleichsmassnahmen investiert.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Welche vorgesehenen Beschleunigungsmassnahmen und Leistungssteigerungen auf der Strecke Winterthur-St. Gallen (gemäss Planung ZEB) wurden bisher umgesetzt? Welche Massnahmen und Finanzmittel sind noch offen?</p><p>2. Welche Lösungen für die Trassierungskonflikte des Streckenkorridors Winterthur-Wil-St. Gallen-St. Margrethen(-München) hat die in der Antwort zur Interpellation 16.3094 erwähnte Arbeitsgruppe unterdessen erarbeitet?</p><p>3. Welche Massnahmen sind dabei für den von massgeblichen Verschlechterungen betroffenen Raum Wil/Fürstenland im Rahmen des Ausbauschrittes 2030 vorzusehen?</p><p>4. Wann und wie lange ist aus Sicht des Bundesrates der Einsatz von Finanzmitteln für betriebliche Ausgleichsmassnahmen statt für Infrastrukturmassnahmen gerechtfertigt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Auf der Strecke Winterthur-St. Gallen sind diverse Massnahmen für das neue Angebot notwendig. Die neuen Überholgleise für den Güterverkehr und die Anpassungen im Bahnhof Elgg sind im Bau. Geplant werden zudem Zugfolgezeitverkürzungen im Raum St. Gallen und der Bahnhofausbau in Wil für die Halte der 400 Meter langen Fernverkehrszüge und für die Erhöhung der Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten. In St. Gallen-St. Fiden steht der Bau von neuen Abstellgleisen für das Rollmaterial des erweiterten Angebotes kurz bevor. Insgesamt werden die Investitionskosten aller Projekte auf der Strecke zwischen Winterthur und St. Gallen mit rund 100 Millionen Franken veranschlagt.</p><p>Weitere Infrastrukturausbauten wie der laufende Umbau von Winterthur, diverse Erweiterungen der Energieanlagen im Raum Zürich und in Wil sind ebenfalls Voraussetzung für den Angebotsausbau zwischen Winterthur und St. Gallen.</p><p>2. Im Rahmen der Arbeiten der vom Kanton St. Gallen gewünschten Arbeitsgruppe Zürich-St. Gallen, in der es um die anstehenden Angebotsausbauten und Angebotsänderungen ging, konnten für alle betroffenen Regionen gute Lösungswege aufgezeigt werden.</p><p>Die Haltepolitik im Fürstenland sieht die halbstündliche Bedienung der Bahnhöfe Wil, Flawil und Uzwil mit Fernverkehrszügen vor. Dies bedeutet für Flawil und Uzwil eine Verdoppelung der Direktverbindungen nach Zürich. Ab 2019 ist ein weiterer Angebotsausbau des Fernverkehrs in Spitzenzeiten vorgesehen. Stündlich wird ein Fernverkehrszug mit dem Rheintal-Express Richtung Chur verknüpft. Dies bedeutet in beiden Richtungen systematische Direktverbindungen von Rorschach, St. Margrethen, Heerbrugg und Altstätten nach Winterthur, Zürich-Flughafen, Zürich-Oerlikon und Zürich-Hauptbahnhof. Ab 2021 wird mit Einführung des zweistündlichen EC Zürich-Lindau-München der IC Genf-Bern-St. Gallen wieder in Wil/SG halten. Damit wird die Direktverbindung Wil/SG-Bern wiederhergestellt.</p><p>Die umfangreichen Abklärungen der Arbeitsgruppe zum Knoten Wil haben zu keiner anderen als zu der im Referenzkonzept AS 2025 aufgezeigten Lösung geführt. Die integrale Verdichtung der S1 zum Halbstundentakt zwischen Wil und St. Gallen ist nur mit Abfahrten in Wil zu den Minuten 17 und 47 möglich. Mit den Fahrzeitverkürzungen ändern sich automatisch die Abfahrtszeiten in Wil. Dies gilt umso mehr, wenn es mit weiteren Ausbauschritten zu den von der gesamten Ostschweiz angestrebten Fahrzeitverkürzungen zwischen Zürich und Wil kommen sollte.</p><p>3. Wie aufgezeigt gibt es weder jetzt noch im Angebotskonzept AS 2025 für den Raum Wil/Fürstenland eine Verschlechterung des Angebotes. In Wil können jedoch einzelne Umsteigebeziehungen nicht in der heutigen Qualität beibehalten werden. Derzeit werden die Gesamtkonzepte für den nächsten Ausbauschritt 2030/35 erstellt. Hier liegt der Schwerpunkt von Zürich Richtung Ostschweiz besonders auf dem Überlastabbau zwischen Zürich und Winterthur. Diese Massnahmen haben nebst dem Kapazitätsausbau auch die beschleunigte Führung der Züge Richtung Fürstenland, St. Gallen und Rheintal zur Folge.</p><p>4. Mit den Angebotsausbauten und Fahrzeitverkürzungen auf der Strecke Zürich-St. Gallen müssen zwangsläufig die nachgelagerten ÖV-Systeme angepasst werden. Dies verursacht beim Bus vergleichsweise tiefe Kosten. Dabei handelt es sich nicht um betriebliche Ausgleichsmassnahmen, sondern um Weiterentwicklungen, welche die Verbesserungen des Angebotes für alle ÖV-Benutzer ermöglichen.</p>  Antwort des Bundesrates.