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Hochverehrter Herr Präsident!
Soeben erhalte ich durch Hrn. Feer-Herzog die Verantwortung1 des Hrn. Hellwag, welche derselbe, ungeachtet der in der letzten Sitzung des Verwaltungsrathes abgegebenen Erklärung2, die Angelegenheit bis zum Austrage der Sache nicht in die Oeffentlichkeit zu bringen, hat druken lassen, um – wie er sagt – die Circulation unter den Mitgliedern des Verwaltungsrathes überflüssig zu machen. I ch beeile mich, Ihnen sofort ein Exemplar dieser Verantwortung zu übermachen3, die sich namentlich in einen leidenschaftlichen & schmerzlichen Angriff auf Ihre Person gipfelt.4 Ich füge der Brochure bei:5
1. die von Hrn. Schweizer bearbeiteten Auszüge |
aus den Protokollen der Direktion, wobei Ziff.
III. wesentlich nach meinen Notizen ausgeführt
worden ist;
2. den in diesen Auszügen erwähnten Antrag des Hrn. Hellwag zu Anstellungen für den Hochbau vom October 1875;
3. einen Bericht des Hrn. Zähringer6 über die Kosten der Vorstudien für die neuen Linien;
4. eine Copie des Antrages des Hrn. Hellwag v. 31. Jan. 77.7 betreffend die Außerakkordsetzung des Hrn. Favre &
5. den Bericht des Oberingen. v. 7./10. Mai 1878, womit er das neueste Projekt8 begründet. –
Hr. Feer-Herzog ersucht die Direktion, ihm innert 14 Tagen ihre Rükäußerung auf die Brochure des Hrn. H. einzureichen9, mit dem Bemerken, daß dieselbe gleichzeitig die nähern Belege zu der Eingabe der Direktion vom 16. August 10 zu enthalten habe. – |
Es liegt auf der Hand, daß die Akten & Protokolle gar Manches, das zur richtigen Beurtheilung der Vorgänge wesentlich ist, nicht enthalten & daß nur Sie darüber den erforderlichen erschöpfenden Aufschluß ertheilen können. Ich glaube keine Fehlbitte zu thun, wenn ich Sie darum ersuche, den Modus Ihnen anheimstellend. –
Vielleicht wäre es am zwekmäßigsten, wenn die Direktion den Hrn. Dr. G. Vogt um die Abfaßung der Rükäußerung ersuchen würde, was den Vortheil hätte, daß Sie die ganze Materie mit demselben persönlich besprechen könnten.
Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie sehr es mich anwidert, daß Ihre & Anderer Zeit & Thätigkeit mit dieser Hellwagiade in Anspruch genommen werden; allein die Pestbeule muß einmal von der Gotthardbahn entfernt & der Krieg ausgefochten werden. – |
Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichneter Hochachtung
v. Ihrem freundschaftlich ergebenen
J. Zingg.
Luzern d. 29. Sept. 1878. –