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Istvan Kovacs hielt es nicht für nötig, das Martyrium des FC Liverpool am Mittwoch in der Champions League gegen Real Madrid (2:5-Heimniederlage) zu verlängern. Der rumänische Schiedsrichter gab nur drei Minuten Nachspielzeit. Dabei wurden in der zweiten Halbzeit acht Wechsel vorgenommen und drei Tore erzielt, was ebenso viele Spielunterbrechungen (zusätzlich zu den üblichen Unterbrechungen) bedeutete.
Damit sind wir weit von den Standards der letzten Weltmeisterschaft vor knapp zwei Monaten entfernt. In Katar hatten die Offiziellen sehr oft mindestens acht zusätzliche Minuten in der zweiten Halbzeit gewährt. England-Iran wurde in beiden Halbzeiten um insgesamt 27 Minuten verlängert – ein Rekord.
Die FIFA hatte erklärt, dass diese ebenso spektakuläre wie plötzliche Änderung aus dem Wunsch resultierte, die effektive Spielzeit in einem Spiel zu erhöhen. Die Schiedsrichter hielten sich strikt an die Anweisung und die Initiative wurde mit grossem Beifall bedacht. In der Champions League, der Schweizer Super League und überall sonst in Europa wurden jedoch wieder die Standards von vor der Weltmeisterschaft eingeführt, mit durchschnittlich maximal fünf Minuten mehr Spielzeit pro Halbzeit.
«Wir haben keine Anweisungen von der FIFA oder der UEFA erhalten, diese verlängerten Nachspielzeiten weiterzuführen», erklärt Christophe Girard, Chef der Schiedsrichterkommission des Schweizerischen Fussballverbands (SFV). Er selbst habe seinen Männern in Schwarz keine Anweisungen gegeben.« Die Schweizer Schiedsrichter sind einfach von selbst zur Routine vor der WM zurückgekehrt», stellt er fest.
Keiner von ihnen versuchte also, das zu kopieren, was er im Emirat gesehen hatte. Wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte man ihn zurechtgewiesen. «Wir versuchen, Ungleichheiten zu vermeiden. Wenn ein Schiedsrichter im Vergleich zu seinen Kollegen doppelt so viel Nachspielzeit gibt, ist das nicht in Ordnung», sagt Christophe Girard.
Der Schiedsrichterchef ist jedoch für eine Verlängerung der Nachspielzeit und übernimmt dabei die Argumentation des internationalen Verbands.
Warum hat er dann keine Änderungen im Schweizer Fussball eingeführt oder zumindest nach der Weltmeisterschaft in Katar einige Anweisungen in diese Richtung gegeben? «Ich warte auf die FIFA-Studie, die zeigen wird, ob die Verlängerung der Nachspielzeit wirklich die effektive Spielzeit erhöht oder ob es sich nur um Augenwischerei handelt», argumentiert Girard. Und weiter:
Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Anzeigetafeln der vierten Schiedsrichter schon in diesem Sommer verrückt spielen. Die FIFA-Studie wird wahrscheinlich erst in einigen Monaten veröffentlicht.
Bis dahin hofft Christophe Girard vor allem, dass es den Trainern und Ausbildern des SFV gelingt, die Spieler – vor allem Amateure und Junioren – dafür zu sensibilisieren, dass sie diesen Sport nicht pervertieren dürfen, indem sie versuchen, Zeit zu gewinnen. Denn am Ende ist es das Spiel, das diese Zeit verliert.
Sie schreiben das Märchen der Schwedischen Eishockey-Saison: die Spieler des Rögle BK. Nach einer tumultösen Qualifikation inklusive Trainerentlassung war die Mannschaft aus der Stadt Ängleholm auf Platz 9 klassiert und musste sich erst via Vor-Playoffs überhaupt für die entscheidende Meisterschaftsphase qualifizieren. Das gelang mit zwei Siegen gegen Timra. Im Viertelfinal traf Rögle dann auf Qualisieger Färjestad – und eliminierte den Titelfavoriten Nummer 1 mit 4:0-Siegen.