Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/1503

2002: Franz Hohler
|Frauenfeld, Casino||22.02.2002|
|Rorschach, Stadthofsaal||23.02.2002|
|Wil SG, Stadtsaal||28.02.2002|
Franz Hohler hat in die biblische Legende vom frevelhaften Trumbau, der bekanntlich von höchster Stelle mit der sprichwörtlichen babylonischen Sprachverwirrung bestraft wurde, hineingehorcht und dabei festgestellt, dass "wir als späte Opfer des Turms zu Babel mitten im Melting-Pot der Völker- und Sprachenvielfalt sitzen und versuchen, einander zu verstehen". Hohler hat sein neues Programm als satirisch-poetische Reise durch die labyrinthischen Innereien des Turms angelegt, in welchem irdische und überirdische Bewohner herumirren, Fusionsgerüchte für neue Konfusionen sorgen und eine suspekte Firma namens "Turm zu Babel" mit towerumspannenden Softwareprobleme zu kämpfen hat.
Vorgeschichte:
Und sie sprachen: Wohlan, lasst uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis in den Himmel reicht; so wollen wir uns eine Denkmal schaffen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen. Da fuhr der Herr hernieder, um die Stadt zu besehen und den Turm, den die Menschenkinder gebaut hatten. Und der Herr sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine Sprache. Und dies ist erst der Anfang ihres Tuns; nunmehr wird ihnen nichts unmöglich sein, was immer sie sich vornehmen. Wohlan, lasst usn hinabfahren und daselbst ihre Sprache verwirren, dass keiner mehr des andern Sprache verstehe. Also zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, und sie liessen ab, die Stadt zu bauen. Daher heisst ihr Name Babel, weil der Herr daselbst die Sprache alle Welt verwirrt und sie von dort über die ganze Erde zerstreut hat.