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Hinter schlichten Fassaden verbergen sich oft architektonische Kostbarkeiten. Ein Beispiel ist die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaute, spätklassizistische «Villa vor der Stadt» an der Bahnhofstrasse 38 (früher Landstrasse) in Aarau.
Wer die Geschäftsstelle des STV erstmals betritt, stutzt im ersten Moment. Hinter der schlichten grauen Fassade der einstigen Villa des Zement-Barons Friedrich Rudolf Zurlinden (1851–1932) verbirgt sich unerwarteter hochherrschaftlicher Glanz: reich geschnitztes Wandtäfer, eine ebenso prächtig geschnitzte Treppe und zudem eine grossflächige Glasmalerei.
Der Mittelteil des heutigen «Turnerheims» wurde schon zwischen 1850 und 1860 erbaut. Um die Jahrhundertwende wurde das Interieur eingebaut. Nachdem Zurlinden von Aarau wegzog, wurde das Haus der Stadt Aarau vermacht. Die Stiftung wurde jedoch mit der Auflage verbunden, dass dem Eidgenössischen Turnverein (seit 1985 der Schweizerische Turnverband) ein lebenslanges Nutzungsrecht zugestanden wird. Nach der Schenkung des Hauses an den Eidgenössischen Turnverein im Jahr 1928 erfolgte eine symmetrische Erweiterung durch seitliche Anbauten. 1963 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt.
In der einstigen Zurlinden-Villa residiert seit 1930 der Schweizerische Turnverband.
So mancher Mitarbeiter und manche Mitarbeiterin des STV nimmt nur noch unbewusst wahr, wie aussergewöhnlich ihr Arbeitsplatz im Vergleich zu den modernen und monotonen Grossraumbüros ist.
20 Büroräume und drei Sitzungszimmer stehen den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle zur Verfügung. In den drei Tagungsräumen finden jährlich rund 500 Sitzungen statt.