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Oktober 1991:
Eine Petition an das Schwyzer Kantonsparlament fr einen besseren Tierschutzvollzug, die im Parlament zu einer kontroversen Diskussion fhrte. Landwirtschaftsdirektor Gisler, dass unter dem Mantel des Tierschutzes kein Polizeistaat mit grossen Kontrollen aufgebaut werden soll.
Erwin Kessler erhlt den mit 10 000 Fr dotierten Erlenmeyer-Tierschutzpreis.
Die sozialdemokratische Zrcher Regierungsrtin Hedi Lang whlt den tierschutzfeindlichen Agro-Technokraten Rolf Gerber, ehemaliger Sekretr des Zrcher Bauernverbandes, zum Chef des kantonalen Landwirtschaftsamtes. Im Volksrecht erschien dazu eine kritische Stellungnahme von Erwin Kessler mit dem Titel Agro-Mafia-Boss gewhlt.
November 1991:
Zusammen mit dem Schweizerischen Jagdschutz-Verband protestiert der VgT gegen die geplante Durchfuhr von 1.6 Millionen Hasen und Fasanen aus osteuropischen Staaten nach Italien, wo sie ausgesetzt werden sollten, damit die zahmen Tiere von Jgern abgeknallt werden knnen. Der Protest hatte Erfolg: die Durchfuhrbewilligung wurde nicht erteilt. Daraufhin lehnte auch sterreich die Durchfuhr, zur Umfahrung der Schweiz, ab. Ansonsten werden solche Transittransporte - von denen wir und die ffentlichkeit nichts erfahren - vom Bundesamt fr Veterinrwesen routinemssig bewilligt.
In einem Gesprch zwischen dem VgT und dem Schweizerischen Klbermsterverband kam ein Konsens zustande: Klber sollten grundstzlich in Gruppen auf Stroheinstreu gehalten werden. Das Bundesamt fr Veterinrwesen will trotzdem auch in der revidierten Tierschutzverordnung von 1997 die tierqulerische, unntige und sinnlose Einzelhaltung von Klbern weitererlauben.
Vor dem Berner Verwaltungsgericht hatte der VgT mit einer Klage gegen die Berner Baudirektion Erfolg, wegen Verletzung des eidgenssischen Raumplanungsgesetzes bei der Erteilung von Baubewilligungen fr neue Pouletmastfabriken in der Landwirtschaftszone. Solche Bauten drfen nur in Ausnahmefllen mittels eines Ausnahmebewilligungsverfahrens bewilligt werden. Dieser Gerichtserfolg hatte aber leider keine grossen Auswirkungen: Seither ist im Kanton Bern Ausnahmefall zum Normalfall geworden und fr bodenunabhngige Tierfabriken werden seither einfach routinemssig Ausnahmebewilligungen erteilt.
Der VgT stellte dem Thurgauer FDP-Nationalrats-Kandidaten Dr med Hansjrg Lang Fragen zum Tierschutz: Halten Sie es fr verantwortbar, aus wirtschaftlichen Grnden Tierqulerei zu dulden? Betrachten Sie es als Tierqulerei, wenn Khe oder Schweine monatelang so fixiert oder angebunden werden, dass sie keinen Schritt gehen und sich nicht umdrehen knnen? In einem Antwortschreiben vermied es Lang, diese Fragen zu beantworten und gab statt dessen unverbindliche allgemeingehaltene Phrasen zum besten, worauf Erwin Kessler ihn in einem Zeitungsartikel mit dem Titel Lang ist im Tierschutz kurzsichtig als ungeeignet fr den Nationalrat kritisierte. Lang konterte daraufhin mit der Behauptung Erwin Kessler lgt, worauf er von letzterem wegen Ehrverletzung eingeklagte wurde. Die Auseinandersetzung wurde schliesslich vor Obergericht mit einem Vergleich beigelegt. Nationalrat ist Lang nicht geworden.
Gegen eine geplante zonenwidrige neue Pouletmastfabrik in Auw/AG reicht der VgT eine Beschwerde ein.
Der Nationalrat lehnt mit 62:46 eine Petition des VgT, welche ein Importverbot lebender Schlachttiere verlangte, aus handelspolitischen Grnden ab.
Der VgT klagt die KAG wegen unlauterem Wettbewerb ein, weil die KAG Tiere aus konventioneller, unkontrollierter Aufzucht nach der Ausmast als glckliche Freilandtiere bezeichnet. Die Auseinander-setzung lste innerhalb der KAG reformerische Vernderungen aus.
Ende 1991 hatte der VgT 500 Mitglieder.
Januar 1992:
Erwin Kessler erhlt den mit 10 000 Fr dotierten Calida-Preis fr Tierschutz. Whrend der Preisverleihung strmte eine Gruppe Schweinemster den Saal mit einem in ein Calida-Pyjama gekleideten Suli. Etwas spter in der Beiz, verriet einer dieser gegen Erwin Kessler protestierenden Schweinemster in leicht alkoholisiertem Zustand, der Privatdetektiv, den sie auf Erwin Kessler angesetzt htten, um Kompromittierendes zu finden, sei recht teuer.
Gegen die Intensivhaltung auf Vollspaltenbden in der mit ffentlichen Geldern finanzierten Mast- und Schlachtleistungsprfanstalt Sempach protestierte der VgT mit einer Plakat- und Inseratenkampagne. Die Leitung dieses Institutes versprach hierauf eine Umstellung auf Haltung auf Stroh damit die Kampagne abgebrochen wurde. Die Zeitungen titelten Bald whlen die Schweine im Stroh (Luzerner Neueste Nachrichten vom 17.1.92). Das Versprechen wurde jedoch nie erfllt.
Durch Baueinsprache verhinderte der VgT in Frutigen BE den Neubau eines grossen Kaninchenstalles in der Landwirtschaftszone, welcher vom Ornithologischen Verein geplant war. Der VgT offerierte den Rckzug der Einsprache, wenn die Kaninchen in Gruppen mit Auslauf, statt in tierqulerischen Ksten gehalten wrden. Der ornithologische Verein befrchtete schmutzige Pfoten fr die Ausstellungstiere, wenn sie Auslauf htten.
Der VgT reicht Strafklage ein gegen das St Galler Veterinramt, weil bei Tierschutz-Anzeigen die betroffenen Tierhalter jeweils durch Voranmeldung amtlicher Kontrollen gewarnt wurden. Die Anklagekammer wies die Klage ab: eine solche Vorwarnung liege im Ermessen der Beamten.
Eine Einsprache des VgT gegen eine neuen Pouletmastfabrik im Kanton Solothurn wurde vom Baudepartement abgewiesen, vom Verwaltungsgericht jedoch geschtzt. Das Bundesgericht gab dann aber den Bau frei, da der VgT nicht zu raumplanungsrechtlichen Klagen berechtigt sei.
Februar 1992:
Der VgT untersttzte die Volksinitiative fr ein Verbot von Tierversuchen mit einer Inseratenkampagne und dem Hinweis, dass Versuchstiere allein schon durch grausame Haltungsbedingungen geqult werden, was nur dem Profit, nicht aber medizinischen Zwecken dient.
Eine Einsprache gegen eine neue Schweinefabrik in Untergeri wird gegenstandslos, nachdem das Bundesgericht die raumplanungsrechtliche Klagelegitimation des VgT verneinte. Um das Klagerecht des VgT zu verhindern, hat das Bundesgericht das Natur- und Heimatschutzgesetz sehr eng ausgelegt.
In Mosnang SG fhrte der VgT im Namen von Anstssern eine Einsprache gegen eine neue Schweinefabrik in der Landwirtschaftszone. Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab, erteilte die Baubewilligung aber wenigstens mit der Auflage, dass keine Vollspaltenbden gebaut werden durften
Der VgT hat vom Karikaturisten Alexander Blanke eine Karikatur erstellen lassen, welche Bundesrat Delamuraz, dessen Lieblingsgericht Gnsestopfleber ist, als gestopfte Gans zeigt:
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