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Beckenbodentraining zusammen mit anderen Strategien kann die Inkontinenz nach Prostata Operation dramatisch vebessern.
Ein bekanntes Risiko nach einer Prostata Operation ist die Blasenschwäche. Bis 2/3 der Männer leiden für eine gewisse Zeit mehr oder weniger darunter. Oft erholt sie sich, aber bei einigen Patienten kann die Inkontinenz noch nach Jahren ein Problem sein. Patricia Goode, eine Ärztin der Universität von Alabama wollte wissen, was die wirksamste Therapie dagegen ist (JAMA Jan 12).
Beckenbodentraining
Beckenboden Training Erste Übung
clipped von www.prostata.de
- Legen Sie sich flach auf den Rücken und winkeln Sie die Beine an. Zur Kontrolle ruht eine Hand >auf dem Bauch, die andere am Gesäß (bei Wiederholung der Übung abwechseln).
- Einatmen, dabei den Bauch vorwölben, den Rücken ins Hohlkreuz gehen lassen und den Beckenboden entspannen.
- Ausatmen, dabei versuchen, mit dem Kreuz den Boden wegzudrücken, Bauch flach werden lassen, Bauch- und Gesäßmuskulatur bleiben entspannt, Beckenboden kräftig anspannen. Spannung halten, bis Sie bis 10 (5-15) gezählt haben.
Der Beckenboden besteht aus Muskeln und Bindegewebe zwischen den unteren Schambeinästen, den Sitzbeinen und dem Steissbein. Es stützt die inneren Organe von unten. Beim Mann tritt die Harnröhre durch diese Muskeln hindurch. Die Prostata unterstützt den Blasenhals und damit den Blasenverschluss. Nach einer Operation weitet sich der Blasenhals, was die inneren Schliessmuskeln schwächt und die äusseren Schliessmuskeln und den Beckenboden überlastet.
Die Muskeln des Beckenbodens lassen sie wie alle Muskeln trainieren. Den Beckenboden anspannen bedeutet, ihn anzuheben. Man saugt quasi den Damm ins Becken hinein und zieht die Schliessmuskeln von Harnröhre und Darm zusammen. Dies wie bei einem Versuch dem Drang zum Wasserlassen und Stuhlgang nicht nachzugeben. Die Gesäss- und Bauchmuskulatur bleibt dabei aber entspannt.
Verhaltenstraining
Spezielle Übungen können helfen das Blasenentleerungsmuster zu verbessern. So kann man meist die Kontrolle über die Blasenentleerung zumindest teilweise zurückgewinnen. Es können sogar Jahre nach der Operation noch Verbesserungen erreicht werden.
Ziel ist der kritischen Blasenfüllung durch vorbeugendes Wasserlösen zuvorzukommen. So lernt der Betroffene einen neuen Rhythmus der Harnentleerung.
Tagebuch
Als erstes wird über einige Zeit der Zeitpunkt des Wasserlösens und die Menge des Harns notiert.
Toilettengänge festlegen
Jetzt werden aufgrund des Tagebuches die Toilettengänge festgelegt. Jetzt wird im Rahmen des Trainings der Betroffene so lange an die rechtzeitigen Toilettengänge erinnert, bis er den neuen Rhythmus sicher erlernt hat. Der Körper erinnert jetzt wieder automatisch an das Wasserlösen. Dies auch, wenn noch gar kein eigentlicher Harndrang vorhanden ist.
Anpassen der Trinkmenge
Beim Festlegen der Toilettengänge wird meist auch geplant, wann die beste Zeit für das Trinken ist und wann eher auf Flüssigkeit verzichtet werden soll. Ebenso sollte möglichst auf harntreibende Getränke wie Kaffee verzichtet werden.
Miktionstraining
Dies soll eine Verlängerung des Miktionsintervalls bewirken. Der Miktionsreflex wird beherrscht. Die Betroffenen müssen beim Harndrang ruhig bleiben und ihn mit äusserster Konzentration unterdrücken. Die Beckenbodenmuskeln werden angespannt. Dies ist jedoch nur nach vorhergender Abklärung sinnvoll. Eingesetzt wird dieses Miktionstraining wenn eine übermässige Drangsymptomatik vorliegt und der Schliessmuskel genügend stark ist.
Hilfsmittel
Für die Lebensqualität sind auch gute Einlagen wichtig. So kann die Angst genommen werden und die Betroffenen können wieder am Leben teilnehmen.
Biodfeedback
Überraschenderweise hatte zusätzliches Biofeedback oder elektrische Stimulierung des Beckenbodens keinen weiteren Nutzen. Diese aufwändigeren Therapien sollten deshalb nur gezielt nach vorgängiger Abklärung eingesetzt werden.
Was sind Ihre Erfahrungen? Ein Kommentar würde mich interessieren.