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Eine neue Behauptung macht die Runde: 23 Menschen haben wegen der Coronaimpfung von Pfizer und Biontech ihr Leben verloren, deshalb hat Norwegen den Impfstoff verboten. Bisher lässt sich nicht eindeutig sagen, ob die Betroffenen an oder in Zusammenhang mit der Impfung gestorben sind.
Norwegen untersucht die Todesursachen nach der Impfung
In einer Pressemitteilung der Norwegischen Arzneimittelbehörde heisst es: 23 Menschen seien in Norwegen kurz nach der Corona-Impfung verstorben. In 13 untersuchten Fällen könnten die «üblichen» Nebenwirkungen der Impfung zum Tod geführt haben, schreibt die Arzneimittelbehörde.
In einem Lagebericht schreiben die Behörden, ein hoher Anteil der Pflegeheimbewohner, die geimpft wurden, waren «sehr gebrechliche oder todkranke Patienten.» Jeden Tag würden durchschnittlich 45 Menschen in norwegischen Pflegeheimen sterben. «Wenn eine solche Gruppe geimpft wird, kommt es unweigerlich zu Todesfällen kurz nach der Verabreichung des Impfstoffs», heisst es. Die Betroffenen seien über 80 Jahre alt gewesen, einige über 90, relativiert der öffentlich-rechtliche Sender «NRK».
Weiter werde kein Zusammenhang mit der Impfung vermutet. Das Ereignis sei auf eine Grunderkrankung des Patienten zurückzuführen, so steht es im Bericht vom 14. Januar. «Bei einigen der gebrechlichen Patienten kann jedoch die Möglichkeit, dass relativ milde Nebenwirkungen des Impfstoffs schwerwiegende Folgen haben könnten, nicht ausgeschlossen werden.»
Bisher lässt sich somit nicht eindeutig sagen, ob die Betroffenen an oder in Zusammenhang mit der Impfung gestorben sind.
Kein Impfstoffverbot in Norwegen
Die Arzneimittelbehörde und auch die Gesundheitsbehörde Norwegian Institute of Public Health (NIPH, im Norwegischen Folkehelseinstituttet genannt) bestätigten gegenüber der Rechercheplattform «Correctiv», dass die Vorfälle nichts an der norwegischen Impfstrategie verändert hätten. Weiterhin werden Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und ausgewählte Gruppen von medizinischem Personal als priorisierte Gruppe für die Impfung angesehen.
Das NIPH habe aber sehr wohl an den Ratschlägen geschraubt: Darin ist festgehalten, dass der individuelle Nutzen der Impfung bei «sehr gebrechlichen» Patienten abzuwägen sei. Die Nebenwirkungen des Impfstoffs seien weniger riskant als schwer an Corona erkrankt zu sein. «Für die mit den schwersten Schwächen können jedoch selbst relativ milde Nebenwirkungen des Impfstoffs schwerwiegende Folgen haben», heisst es in den Ratschlägen für Impfungen. Deshalb werde eine gründliche Abwägung von Nutzen und Nachteilen empfohlen.
(kmu)