Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/1942

Mit einer Fläche von rund 19 km2 ist der Oberaletschgletscher der zweitgrösste Gletscher im Aletschgebiet und der drittgrösste im UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Seit 1850 ist er um über 1,5 km kürzer geworden, wobei diese Längenänderung die linke Gletscherzunge betrifft. Der Oberaletschgletscher wurde nämlich bei Hochständen an der Obfliejeregga in zwei Gletscherzungen aufgeteilt: Die linke Zunge drängte sich durch die Oberaletschschlucht, füllte diese mit Eis und floss beim „Tälli“ mit dem Grossen Aletschgletscher zusammen. Bei diesem Zusammenfluss gelangte man früher mit Vieh über das Eis vom Üsseren ins Innere Aletschji. Die rechte Gletscherzunge war breiter und flacher und endete nahe der Hütten des Üsseren Aletschji. Sowohl über der Oberaletschschlucht als auch im Üsseren Aletschji zeugen hohe und scharfgrätig ausgebildete Moränenwälle von dieser ehemaligen Ausdehnung des Oberaletschgletschers um Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die rechte Gletscherzunge schmolz nach dem letzten Hochstand um 1850/60 innerhalb von nur 25 bis 30 Jahren auf einen kleinen Rest ab. In derselben Zeit löste sich auch die Gletscherzunge in der Schlucht vom Grossen Aletschgletscher. Seit Messbeginn im Jahr 1964 ist diese Zunge um rund 300 m zurückgeschmolzen, seit 1870 gar um rund 1500 m.