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Guillaume Martin ist auf den ersten Blick ein unbeschriebenes Blatt. Er hat in seiner Karriere noch nie ein wichtiges Rennen oder eine Etappe bei einer Rundfahrt gewonnen. Doch der 28-Jährige vom Team Cofidis fährt besser, als es sein Palmarès vermuten lässt, und ist kein Fahrer mehr aus der zweiten Reihe. Im vergangenen Jahr gewann er die Bergpreiswertung an der Vuelta, wurde Dritter beim Critérium du Dauphiné und war als Elfter in der Gesamtwertung der beste Franzose an der Tour de France.
Auf Platz 11 fuhr Martin als Teil einer grösseren Ausreissergruppe auch auf den knapp 184 km von Carcassone nach Quillan, mit einem Rückstand von rund eineinhalb Minuten auf Tagessieger Mollema. Dennoch war er zusammen mit Mollema der grosse Sieger des Tages.
Weil es die Favoritengruppe um den souveränen Leader Tadej Pogacar am Tag vor der ersten Pyrenäen-Etappe gemächlich anging und knapp sieben Minuten nach dem Sieger im Ziel eintrudelte, ist Martin mit einem Rückstand von 4:04 Minuten neu der erste Verfolger von Pogacar. Der Kolumbianer Rigoberto Uran ist Dritter mit 5:18 Minuten Rückstand.
Die Franzosen träumen schon
«Das war wieder eine harte Etappe. Ich wollte die Möglichkeit nutzen, etwas Zeit gutzumachen», resümierte Martin im Ziel. Nun lässt er die Franzosen bereits von einem Podestplatz in Paris träumen, dem ersten seit 2017 durch Romain Bardet (3.). Bereits am Sonntag kann sich Martin ein erstes Mal beweisen, wenn auf dem Weg nach Andorra drei Bergpreise der ersten Kategorie und mit dem 2408 Meter hohen Port d'Envalira das Dach der diesjährigen Rundfahrt zu bewältigen sind.
Derweil beunruhigt Pogacar der neue erste Verfolger nicht. «Wir mussten nicht viel arbeiten und ich habe noch einen guten Vorsprung. Ich fühle mich in der Situation ganz wohl», sagte der Slowene in Quillan vor der ersten von vier Bergetappen in Folge.
Bauke Mollema wie 2017
Freuen durfte sich nicht nur Martin, sondern vor allem auch Bauke Mollema. Der Niederländer feierte nach einer über 40 km langen Soloflucht mit einem Vorsprung von 64 Sekunden auf den Österreicher Patrick Konrad und den Kolumbianer Sergio Higuita seinen zweiten Tagessieg im Rahmen der Frankreich-Rundfahrt.
Vor vier Jahren hatte der 34-Jährige bereits einmal eine Tour-Etappe mit einem ähnlichen Profil - mehrere kleinere Bergpreise - für sich entschieden. Und wie damals setzte sich Mollema früh von seinen Fluchtgefährten ab.