Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/200574

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den ETH-Bereich bis 2030 bezüglich Nachhaltigkeit zu einem international herausragenden Netzwerk zu entwickeln, nicht nur bezüglich Lehre und Forschung, sondern auch bezüglich des operativen Betriebs der verschiedenen Standorte.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung der Motionärin, dass dem ETH-Bereich eine zentrale Rolle in der Förderung verschiedenster Aspekte der Nachhaltigkeit zukommt, insbesondere durch Forschung und Lehre, aber auch durch die eigene vorbildhafte Anwendung nachhaltiger Technologien und Konzepte. Schon heute leistet er einen bedeutenden Beitrag in der Erforschung und Vermittlung nachhaltiger Lösungen und in deren Umsetzung. </p><p>An der EPFL beispielsweise befassen sich 191 von 350 Labors mit mindestens einem der Sustainable Development Goals (SDG) der Uno. Mit der Critical Thinking Initiative macht die ETH Zürich die nachhaltige Entwicklung zu einem Thema, das die Lehre in allen Fachbereichen durchdringt. Institutionen des ETH-Bereichs bieten zudem Online-Kurse an (MOOC), die sich auf die SDG beziehen. Das PSI leistet wesentliche Beiträge zum nachhaltigen Umbau des Schweizer Energiesystems. Forschungs- und Technologietransferplattformen wie Nest (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) im Gebäudebereich und Move für nachhaltige Mobilität der Empa sowie der Energy Hub entwickeln realitätsnahe Konzepte für das Bauen und Wohnen sowie für die Mobilität und die Energienetze von morgen. Als Forschungsanstalten im Umweltbereich sind die Eawag und die WSL zentrale Akteure in praxisorientierter Forschung und Wissensvermittlung im ETH-Bereich. </p><p>Auch bei Bau und Betrieb nimmt der ETH-Bereich eine Vorbildfunktion ein. So strebt er bei seinen Bauprojekten höchste Nachhaltigkeitsstandards an. Sowohl als Akteur der Initiative Energie-Vorbild des Bundes als auch mit seinem Ressourcen- und Umweltmanagement hat der ETH-Bereich die Umweltbelastung in den letzten Jahren gesenkt und die Energieeffizienz gegenüber 2006 um 35 Prozent gesteigert. Dies gelang mittels modernster Gebäudetechnik, vermehrter Nutzung von Abwärme und möglichst energieeffizienter Forschungsanlagen. Ein besonderes Augenmerk legen die Institutionen auf die umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgung der Campusse und Areale. Beispielhaft seien hier das Anergienetz, Energiezentralen mit Wärmepumpen (Seewasser und Erdsonden) oder die Abwärmenutzung aus Grossforschungsanlagen und Rechenzentren erwähnt. Die Institutionen des ETH-Bereichs sind zudem bestrebt, den CO2-Ausstoss in der Mobilität zu senken. So haben sie Massnahmen ergriffen, um insbesondere durch weniger Flugreisen eine Reduktion der CO2-Bilanz zu erreichen. Im Rahmen des vom Bundesrat am 3. Juli 2019 beschlossenen Klimapakets Bundesverwaltung wird auch der ETH-Bereich bis 2030 die Treibhausgasemissionen gegenüber 2006 um 50 Prozent reduzieren. Weitere Massnahmen betreffen nachhaltige Verpflegungsprogramme, die konsequente Umstellung von Einweg- auf Mehrwegverpackungen im Mensabereich, Massnahmen zur nachhaltigen Beschaffung sowie Massnahmen zur sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. </p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass der ETH-Bereich gut auf Kurs ist und die Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Betrieb fest verankert ist. Gemäss ETH-Gesetz (SR 414.110) sind der ETH-Bereich und seine Institutionen autonom. Sie werden vom Bundesrat über strategische Ziele gesteuert. Aufgrund der Autonomie sind die Kompetenzen des Bundesrates, direkt in die operativen Belange des ETH-Bereichs einzugreifen, beschränkt. Er beantragt deshalb die Ablehnung der Motion. Er ist aber bereit zu prüfen, wie die Nachhaltigkeit in den strategischen Zielen für den ETH-Bereich für die Periode 2021-2024 aufgenommen werden kann.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.