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bei den Römern die Priester, deren Dienst einer einzigen Gottheit ausschließlich gewidmet war. IhrenNamen
leitete man ab von infula, der Wollbinde, welche sie stets um ihren Hut
[* 6] oder um ihr Haupt geschlungen tragen
mußten, in neuester Zeit richtiger von »flare«, d. h.
vom Anblasen des Feuers. Es gab zwei Klassen derselben, majores und minores, höhere und niedere, erstere patrizischen, letztere
plebejischen Geschlechts. Ihr Amt war lebenslänglich.
Letzterer, der vornehmste unter allen Flamines, hatte eine eigne Amtswohnung, welche für eine Art Asyl angesehen wurde. Seine Gattin,
welche mit ihm den Opferdienst versehen mußte, hieß Flaminica: starb sie, so mußte der Gatte sein Amt
sogleich niederlegen. Dem Flamen Dialis durfte kein Eid abgenommen werden, er durfte aber auch keine Nacht aus der Stadt abwesend
sein (um die täglichen Opfer bringen zu können), keine bewaffnete Armee sehen, nicht reiten, keinen Ring (das Zeichen der
Fesselung) tragen, keinen Toten berühren etc. Von den Flamines minores werden genannt: Flamines des
Vulkan, der Flora, des Volturnus, der Carmenta, des Virbius, der Pomona etc. Zu diesen kamen in der Kaiserzeit auch noch Flamines vergötterter
Kaiser.