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Es ist bereits 40 Jahre her, dass die Computer in den frühen 80er-Jahren ihren Einzug in die Büroräumlichkeiten dieser Welt hielten. Ursprünglich sollten diese Computer das Arbeiten schneller und einfacher gestalten. Doch die Menschen, die diese Computer benutzten, hatten oft das Gefühl, dass die Maschinen sie lange warten liessen, schreibt Jason Farman, Professor an der Universität in Maryland, in seinem Buch «Delayed Response».
Obwohl es die schnellsten Computer seiner Zeit waren, fühlte sich das Arbeiten daran relativ langsam an. Heute geht man davon aus, dass das vielleicht auch mit dem Design der Ladeanzeigen zu tun hatte. In den frühen 80ern verwendete Microsoft eine Sanduhr und Apple eine Armbanduhr, um anzuzeigen, dass im Hintergrund gearbeitet wird, und der Benutzer darum warten soll.
Das Problem an diesen Icons: Man wusste nicht, ob man jetzt einige Sekunden, mehrere Minuten oder gar eine Stunde warten musste. Oder ob sich der Computer im Hintergrund bereits verabschiedet hat und die einzige Lösung ein Neustart ist.
Die Evolution des Ladebalkens
Bald schon wurden die Warte-Symbole animiert. Sand rieselte durch die Sanduhr, um anzuzeigen, dass der Computer im Hintergrund arbeitet und etwas geschieht, doch das löste das Problem der Ungewissheit noch nicht.
An dieser Stelle kam Brad A. Myers ins Spiel. Heute ist Myers Professor am Human-Computer Interaction Institute der Universität Carnegie Mellon. In den frühen 80ern war er ein Absolvent vom MIT, der sich dem Problem der Warte-Symbole annehmen wollte.
Myers erinnerte sich, dass die frühen Computer der 70er-Jahre grafische Punkte ausgegeben haben, um ihren Fortschritt zu verkünden. Und so kam ihm die Idee eines Balkens, der sich auffüllt. Der Ladebalken gab Computernutzern erstmals ein Gefühl dafür, wie lange sie warten mussten – so lange bis der Balken voll ist.
Enttäuschte Erwartungen und mehr Transparenz
Bald fand man heraus, dass Menschen mit dem Wartebalken nun aber auch eine gewisse Erwartung an den Computer hatten. Wenn der Ladebalken gegen Ende langsamer wurde, war das eine besonders frustrierende Erfahrung.
Also begannen Programmierer, mit diesen Erwartungen zu spielen. Und designten beispielsweise Ladebalken, die gegen Ende schneller wurden, um bei den Nutzern ein positives Gefühl zu hinterlassen.
Doch auch wenn 1985 der Ladebalken bereits eine grosse Revolution für das Warten bedeutet hatte, wissen wir alle: Auch Ladebalken können frustrierend sein. Denn ein Ladebalken verrät uns nicht, warum wir genau warten.
Darum sind die Ladebalken, die wir heute kennen, meist mit Zusatzinformation gespickt. Es wird beispielsweise angezeigt, welche Datei gerade kopiert und wieviele noch kopiert werden müssen. Denn Warten wird einfacher, wenn man weiss, warum man wartet und was im Hintergrund geschieht.
Was wir vom Ladebalken gelernt haben
Mittlerweile hat der Ladebalken bei diversen Anwendungen bereits wieder ausgedient, doch was wir von ihm gelernt haben, hat Bestand: Der Fahrdienst Uber zeigt beispielsweise in seiner App keinen Ladebalken, sondern das Fahrzeug das bestellt wurde und dessen genauen Standpunkt auf der Landkarte.
So können wir nicht nur besser abschätzen, wie lange es noch geht, sondern sehen auch, dass im Hintergrund jemand arbeitet und was diese Person genau macht.
Und genau das würde auch heute das Warten auf das Ende der ausserordentlichen Lage erträglicher machen.