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Im MA entstanden v.a. im süd- und ostschweiz. Raum als R. bezeichnete Körperschaften. Der Begriff R. entstammt dem rom. Sprachbereich (lat. rota = Rad, Reihenfolge, Turnus) und bezeichnet vielfältige Formen von Kehrordnungen, nach denen die den R. angehörenden Einzelpersonen reihum Leistungen erbrachten oder an Nutzungsrechten teilhatten. Als R. organisiert waren insbesondere Transport- und Säumergenossenschaften sowie Allmend-, Alp- und Waldkorporationen.
Im Appenzellerland gehen die zur Sicherung von Militär- und Steuerleistungen an die Abtei St. Gallen eingeführten R. auf das 13. Jh. zurück. Die Personalverbände erlangten bald genossenschaftl. Selbstverwaltung. Sie wurden durch Rhodsmeister geführt und wählten später an jährl. Rhodsversammlungen Hauptleute und Räte, welche die je sechs äusseren und inneren R. in den Behörden des Landes Appenzell vertraten.
Die äusseren R. entwickelten sich im Lauf des 15. Jh. zu Gebietskörperschaften, wandten sich als nunmehr autonome Kirchhören in der Reformationszeit dem neuen Glauben zu und bildeten ab 1597 den Kt. Appenzell Ausserrhoden. Demgegenüber behielten im 1597 gegr. Kanton Appenzell Innerrhoden fünf ehem. innere R. zusammen mit vier neu gebildeten Halbrhoden bis zu ihrer Ablösung durch Bez. 1873 ihre polit. Funktionen. Seitdem erbringen die R. des inneren Landesteils ausschliesslich Ehrendienste wie Fahnendelegationen an der Landsgemeinde oder an Fronleichnamsprozessionen. Die Rhodszugehörigkeit bestimmte sich nicht nach dem Wohnort, sondern wie noch zu Beginn des 21. Jh. nach dem Familiennamen.
Literatur
– R. Fischer, «Zur Entstehung und Entwicklung der appenzell. R.», in SZG 13, 1963, 305-338
– A. Koller, Die R. des innern Landesteiles von Appenzell, 1936, (31982)
– H. Bischofberger, «R. als Ämterorganisation im erweiterten Bodenseegebiet», in IGfr. 38, 1997, 49-60
Autorin/Autor: Hermann Bischofberger