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Der inhaftierte Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat einem Zeitungsbericht zufolge sein überraschendes Gnadengesuch unter Druck der russischen Geheimdienste gestellt. Anfang Dezember habe es ein Gespräch von Geheimdienstmitarbeitern mit dem früheren Oligarchen gegeben, bei dem kein Anwalt zugegen war
Das berichtete die Zeitung «Kommersant» am Freitag unter Berufung auf anonyme Quellen. Dabei sei Chodorkowski gesagt worden, dass sich der Gesundheitszustand seiner krebskranken Mutter verschlechtert habe und ihm ein dritter Prozess drohe. Daraufhin habe sich Chodorkowski, der bislang immer ein Gnadengesuch verweigert hatte, an Präsident Wladimir Putin gewandt.
Politisch motivierter Prozess
Putin hatte am Donnerstag überraschend die Freilassung Chodorkowskis angekündigt, der sich offen zur russischen Opposition bekannt hatte. Der einst reichste Mann Russlands käme nach mehr als zehn Jahren aus dem Gefängnis.
Der ehemalige Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos war 2003 festgenommen und zwei Jahre später wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Der Prozess gegen ihn wurde international als politisch motiviert kritisiert.
Chodorkowskis Anwälte und seine Mutter hatten am Donnerstag angegeben, keine Kenntnis von dem von Putin erwähnten Gnadengesuch zu haben. Chodorkowski hatte es bisher immer abgelehnt, um Begnadigung zu bitten, weil er ein Schuldeingeständnis vermeiden wollte.
(sda/jev/vst)