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Ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der Diplome der universitären Medizinalberufe besteht mit den Staaten der EU und EFTA. Die 90-Tage-Dienstleistenden müssen ein anderes Verfahren einleiten.
Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA)
Nach dem Bundesgesetz vom 23. Juni 2006 über die universitären Medizinalberufe (MedBG) werden ausländische Diplome nur anerkannt, wenn mit dem betreffenden Staat ein Abkommen über die gegenseitige Diplomanerkennung besteht. Solche Abkommen bestehen seit Juni 2002 mit der EU (Personenfreizügigkeitsabkommen, FZA) und mit der EFTA. Hinsichtlich Diplomanerkennung verweist das FZA auf die Richtlinie der EU. Die Anerkennung betrifft die Berufsdiplome im Hinblick auf die Zulassung zur Berufsausübung, sie bezieht sich aber nicht auf die akademischen Titel.
Anerkennungstypen und Anerkennungsvarianten
Je nach universitärem Medizinalberuf gelangen unterschiedliche Anerkennungstypen zur Anwendung:
- Die Anerkennung von Diplomen in Human-, Zahn-, Veterinärmedizin und Pharmazie erfolgt nach dem sogenannten sektoriellen Anerkennungssystem (automatische Anerkennung). Die EU-Richtlinie legt unter anderem die Minimalanforderungen an die entsprechende Ausbildung fest und führt in ihren Anhängen die zu anerkennenden Diplome namentlich auf.
- Die Anerkennung der Diplome in Chiropraktik erfolgt nach dem allgemeinen Anerkennungssystem der EU-Richtlinie. Zeigt der Vergleich der Ausbildungen grössere Differenzen hinsichtlich Dauer und/oder Inhalte der Ausbildungen, dürfen Ausgleichsmassnahmen angeordnet werden. Diese können aus einer Prüfung oder aus einem Anpassungslehrgang bestehen.
Es wird zwischen den Anerkennungsvarianten der direkten und indirekten Anerkennung unterschieden:
- Die direkte Anerkennung erfolgt, wenn das Diplom in einem Vertragsstaat erworben worden ist.
- Von der indirekten Anerkennung wird gesprochen, wenn ein Vertragsstaat ein Drittstaatendiplom anerkennt und diese Anerkennung von der Schweiz übernommen wird.
Meldeverfahren für Dienstleistungserbringende
Personen mit Diplomen der universitären Medizinalberufe aus der EU/EFTA, die in ihrem Ursprungsland beruflich niedergelassen bleiben, in der Schweiz aber in privatwirtschaftlicher Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung (auch genannt selbstständige Berufsausübung) während höchstens 90 Tagen pro Kalenderjahr Dienstleistungen erbringen wollen, müssen obligatorisch das Meldeverfahren für Dienstleistungserbringende einleiten.
Falls zum Zeitpunkt der Einleitung dieses Verfahrens nicht bereits eine formelle Anerkennung der Medizinalberufekommission (MEBEKO) für das Diplom und allenfalls für den Weiterbildungstitel vorliegt, werden die im Zuge des Meldeverfahrens eingereichten Unterlagen automatisch der MEBEKO zwecks Nachprüfung der beruflichen Qualifikationen zugeleitet. In den Bereichen Humanmedizin, Pharmazie und Chiropraktik ist neben einem anerkennungsfähigen Diplom auch ein anerkennungsfähiger Facharzt-, Fachapotheker- bzw. Fachchiropraktorentitel notwendig.
Die Kosten für eine erstmalige Nachprüfung der beruflichen Qualifikationen durch die Medizinalberufekommission (MEBEKO) belaufen sich auf CHF 800 bis CHF 1‘000 für das Diplom und zusätzlich CHF 800 bis CHF 1‘000 für Facharzt-, Fachapotheker- bzw. Fachchiropraktorentitel.
Die Gültigkeitsdauer einer Anerkennung ist weder zeitlich noch örtlich beschränkt. Die Meldung als Dienstleistende oder Dienstleistender muss für jedes Jahr, in dem eine Dienstleistung erbracht werden soll, erneuert werden.
Wer in der Schweiz Dienstleistungen erbringen will, muss bei den kantonalen Gesundheitsbehörden die für die konkrete Berufsausübung notwendigen Sprachkenntnisse nachweisen.
Anerkennung der beruflichen Qualifikationen aus Kroatien
Die Überprüfung der Gesuche zur Anerkennung von Diplomen und Weiterbildungstiteln der universitären Medizinalberufe aus Kroatien ist ab dem 01. Januar 2017 möglich.
Letzte Änderung 12.07.2018