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Wechseljahre beim Mann - gezielte Behandlung hilft

Wechesljahre beim Mann -
Beschwerden können
behandelt werden

Auch beim Mann stellen sich im Alter Veränderungen im Hormonhaushalt ein. Die Sexualhormonproduktion nimmt bis etwa zum 30. Lebensjahr zu, verläuft dann bis zum 40. Lebensjahr konstant und nimmt danach wieder ab.
Bei den Wechseljahren des Mannes sind vor allem Testosteron und Testosteronvorstufen erniedrigt. Da Testosteron eine Vorstufe von Östrogen ist, besteht mit dem Testosteron- auch ein Östrogenmangel. Im Gegensatz zur Frau verläuft der Abfall der Sexualhormone im Blut aber langsamer, weshalb die Symptome meist weniger akut auftreten und deswegen häufig auch falsch interpretiert werden. Ausserdem ist der Testosteronspiegel älterer Männer sehr unterschiedlich; es gibt Männer, welche praktisch keinen Abfall zeigen. Der Grund für den möglichen Testosteronabfall ist die Erschöpfung des Hodengewebes.
Für die Wechseljahre des Mannes existieren viele Ausdrücke.
Synonyme dafür sind:
- Klimakterium virile
- Andropause
- PADAM-Syndrom
- Androgenmangel des älteren Mannes
- Andropenie
Symptome und Veränderungen in der Andropause
- Verminderung der Knochendichte (Osteoporose), welche analog der Frau mit erhöhtem Knochenbruchrisiko einhergeht.
- Veränderung des Gleichgewichts zwischen Muskel- und Fettmasse zugunsten des Fettanteils: Folge sind allenfalls Rückenschmerzen und Zunahme des Bauchumfangs
- Trockene Haut, langsamerer Haarwuchs am Körper und Gesicht
- Depressive Verstimmung, Konzentrationsstörungen
- Sexuelle Lustlosigkeit, Erektionsstörungen
- Abnahme der Leistungsfähigkeit, Zunahme von Müdigkeit
- Allenfalls Blutarmut
- Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen nimmt zu
Vorgehen beim Auftreten solcher Symptome
All diese Symptome sind relativ unspezifisch. Als erstes geht es darum, eine andere körperliche oder seelische Ursache für die Beschwerden auszuschliessen. Durch die Bestimmung morgendlicher Hormonspiegel kann ein Mangel an Testosteron und den Vorstufen davon nachgewiesen werden.
Gleichzeitig muss im Hinblick auf eine mögliche Hormontherapie das Vorliegen eines Prostatakrebs ausgeschlossen werden, da das Wachstum der Prostata durch Hormone gefördert wird.
Allgemeine Massnahmen
Die allgemeinen Massnahmen, welche ein gesundes Altern begünstigen, sind grösstenteils die gleichen wie bei der Frau:
- Regelmässige körperliche Aktivität: Sport ist die beste Vorbeugung gegen Osteoporose, kräftigt die Muskulatur, hebt die Stimmung sowie das Selbstvertrauen und wirkt dem Testosteronabfall entgegen.
- Ausgewogen und fettarm essen: Mediterrane Kost, wenig Fleisch, viel Trinken, mässig Alkohol
- Entspannungstechniken (z.B. Yoga oder Meditation), Stressbewältigung
- Rauchen einstellen
- Sexuelle Aktivität: Sexuelle Aktivität regt die Bildung von Sexualhormonen an. Nehmen Sie sich Zeit für die sexuellen Freuden.
Hormontherapie
Grundsätzlich gibt es wie bei der Frau die gleichen Möglichkeiten, dem Mann Hormone zuzuführen. Der Ersatz von Testosteron oder Östrogen kann in Form von Tabletten, Spritzen oder Gels respektive Pflaster erfolgen.
Von Hormontabletten wird aufgrund des grösseren Nebenwirkungsrisikos heutzutage eher abgeraten. Das Auftragen von Gels oder die Applikation von Pflastern imitiert den natürlichen zeitlichen Hormonverlauf des Körpers am besten.
Wie bereits erwähnt, muss vor dem Konsum von Hormonen ein Prostatakrebs ausgeschlossen werden. Dies erfolgt mittels Blutbestimmung (PSA-Wert), Tastuntersuchung durch den Enddarm sowie allenfalls durch einen Ultraschall. Vorsicht beim Ersatz von Testosteron ist auch bei inaktiven, nicht mehr ganz gesunden Männern angezeigt. Eine kürzlich publizierte Studie hat nachgewiesen, dass solche Männer unter Testosteron ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen haben.

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|04.11.2013 - dde, dzu|