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Sentier
(Le) (Kt. Waadt, Bez. La Vallée, Gem. Le Chenit). 1022 m. Gemeindeabteilung und Pfarrdorf; Hauptort des Bezirkes und der Gemeinde, deren beträchtlichste Siedelungsgruppe er darstellt. Liegt 1 km sw. vom Lac de Joux am W.-Rand der den Thalboden bildenden Ebene und nahezu im Mittelpunkt des Bezirkes. An der Strasse Les Rousses-Le Brassus-Le Lieu-Le Pont; zwei Verbindungswege zur Strasse Le Brassus-Ostufer des Lac de Joux-Le Pont. 32 km wnw. Lausanne und 16 km sw. Vallorbe.
Stationen Le
Sentier und
La Golisse der Linie Le
Pont-Le
Brassus. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach
L'Abbaye und
Le Pont. Dampfschiffstation. Zusammen mit den Weilern
Chez le Maitre,
Chez les Meylan,
Chez Villard, L'Orient,
Le Solliat etc.: 312
Häuser, 2191 reform.
Ew.; Dorf allein: 58
Häuser, 494 Ew.
Eigene Kirchgemeinde. Industrie- und Uhrenmacherschule. Land- und
Waldwirtschaft. Die Mehrzahl der Bewohner beschäftigt sich mit Uhrenmacherei.
¶
forlaufend
Fabriken für Uhrenbestandteile. Messerschmiede. Fremdenverkehr und Hotelindustrie. Station für Wintersport mit nebelfreiem
und sonnigem Winterklima. Das Dorf ist noch verhältnismässig jung. Bis 1544 standen hier am Rande eines Sumpfes bloss einige
Hütten, worauf sich von Le Lieu herkommende Leute an dieser Stelle niederliessen und den Boden urbar machten. Zu
Beginn des 17. Jahrhunderts erbaute man eine erste Kirche oder Kapelle. Als sich 1646 ein grosser Teil der Gemeinde Le Lieu
von dieser loslöste und zur selbständigen Gemeinde Le Chenit konstituierte, wurde Le
Sentier deren Hauptort.
Seither nahm der Ort einen nicht unbeträchtlichen Aufschwung. 1688-1704 wurde Le
Sentier zur eigenen
Pfarrei mit Pfarrhaus und Schule. 1725 entstand an Stelle der alten Kapelle eine neue Kirche, an deren Bau sich die Bewohner
des Dorfes mit freiwilligen Frohnden beteiligten. Nach dem Brand von 1898 wurde die Kirche neu erstellt und bildet jetzt mit
ihrem eleganten und schlanken Glockenturm eines der schönsten Gotteshäuser des Kantons. Vergl. Reymond,
L. La Vallée de Joux. Lausanne 1887.