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- Montag 19:10 Uhr
Eine Flugreise ist sicherer als eine Autofahrt. Doch wenn im Jet dann doch etwas passiert, können die Folgen katastrophal sein. „MayDay“ gewährt neue Einblicke in die Sicherheitsrisiken der Luftfahrt. Jede Folge widmet sich einem spezifischen Problem der modernen Flugsicherheit. Es geht um Flugzeugentführungen, Wartungsfehler und Kollisionen in der Luft. Auch die Auswirkungen der zunehmenden Automatisierung werden kritisch unter die Lupe genommen.
Am 8. September 1989 hebt in Oslo eine Propellermaschine der norwegischen Fluggesellschaft Partnair in Richtung Hamburg ab. An Bord der 36 Jahre alten Convair des Fluges 394 befinden sich 50 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Als die Maschine eine Flughöhe von etwa 6.500 Metern über dem Meeresspiegel erreicht hat, geschieht plötzlich das Unfassbare: Ohne erkennbaren Grund verliert die betagte Convair binnen Sekunden massiv an Höhe und stürzt schliesslich vor der Küste Dänemarks in die eiskalte Nordsee. Keiner an Bord überlebt die Katastrophe. Was hat zum Absturz der Maschine geführt?
Am Abend des 12. November startet 1996 Saudi Airways, Flug 763 in Neu Delhi. Die Maschine ist in der Luft und wartet auf die Erlaubnis vom Tower, höher aufsteigen zu dürfen. Zu diesem Zeitpunkt ahnt niemand: Sie ist auf Kollisionskurs mit der Air Kasachstan. Die Maschinen prallen frontal aufeinander, alle 349 Passagiere der beiden Maschinen finden den Tod. Waren mangelhafte Sprachkenntnisse der Piloten die Ursache für den falschen Kurs?
21. Dezember 1988: Um 18.25 Uhr hebt die Boeing 747 des Pan-Am-Fluges 103 in London Heathrow mit einer Verspätung von 25 Minuten ab. Nach dem Start nimmt der Pilot Kurs nach Norden, um via Schottland auf der Direktroute über den Atlantik nach New York zu gelangen. Gegen 19 Uhr kurz hinter der englisch-schottischen Grenze setzt sich Kapitän James MacQuarrie mit dem Kontroll-Center bei Prestwick in Verbindung, um die Freigabe zur Nordatlantiküberquerung zu erhalten – das letzte Lebenszeichen der Besatzung. Nur kurz darauf explodiert die 747 direkt über der Kleinstadt Lockerbie.
April 1975. Das Ende des Vietnamkriegs steht kurz bevor. Rund um die südvietnamesische Hauptstadt Saigon überschlagen sich die Ereignisse. Hunderttausende sind auf der Flucht vor den nahenden Truppen des Vietcong. Da ordnet der amerikanische Präsident Gerald Ford eine dringende Rettungsaktion an: die „Operation Babylift“. Es geht darum, vietnamesische Waisenkinder aus dem Chaos des Krieges herauszuholen und in die sicheren USA zu bringen. Insgesamt 3.000 Kinder gelangen so in die USA, nach Kanada oder Europa. Doch gleich der erste Rettungsflug gerät zur Katastrophe.
Am 6. August 2005 ist eine Maschine der Fluggesellschaft Tuninter auf dem Weg zu der tunesischen Ferieninsel Djerba. Hoch über dem Mittelmeer fällt plötzlich der rechte Motor aus. Die Piloten leiten sofort eine Notlandung ein, doch dann kommt es noch schlimmer: Auch der zweite Motor arbeitet nicht mehr. Das Flugzeug stürzt ab. Während des Sturzes versucht die Crew immer wieder, die Motoren neu zu starten - vergeblich. Die letzte Chance ist eine Landung auf dem Meer. 20 Menschen überleben das Manöver.
Am 1. Januar 2007 startet Flug 574 der Adam Air vom indonesischen Flughafen Suribaya. Das Ziel, die zwei Flugstunden entfernte Stadt Manado, wird die Boeing 747 niemals erreichen: Über der Javasee gerät der Airliner plötzlich in Turbulenzen und kommt hunderte Kilometer von seiner vorgesehenen Route ab. Fluglotsen nehmen Kontakt mit der verirrten Maschine auf und versuchen, sie zurück auf Kurs zu bringen – doch die Navigationsinstrumente an Bord versagen den Dienst. Kurz darauf verschwindet die Maschine von den Radarschirmen.
31. Oktober 1994. Halloween. Es ist Nacht in Chicago. Der Himmel über der Stadt am Michigansee wurde für Flugzeuge gesperrt – das Wetter ist einfach zu schlecht. Dutzende von Flügen verspäten sich. Unter ihnen eine American Eagle 41–84. Plötzlich gerät die Maschine ins Schlingern. Verzweifelt versuchen die Piloten, das Flugzeug in den Griff zu bekommen. Vergeblich. Die American Eagle stürzt in ein Maisfeld. Alle 68 Menschen an Bord sind sofort tot. Die nachfolgenden Untersuchungen ergeben, dass ein äusserst seltenes Wetterphänomen den Absturz verursachte.
Die Kommunikation spielt beim Fliegen eine essentielle Rolle. Findet keine Verständigung zwischen Tower und Cockpit statt, kann es schnell zu verheerenden Katastrophen kommen. Im ersten Teil dieses Specials rekonstruiert Mayday – Alarm im Cockpit fünf tragische Flugzeugunglücke und zeigt, welche Veränderungen sie für die Fluglotsen mit sich brachten.
Schlechte Wetterverhältnisse sind oftmals die Ursache für tragische Flugzeugunglücke. Steckt ein Flugzeug erst einmal mitten in einem Unwetter, ist es häufig zu spät, eine Katastrophe noch abzuwenden. Deshalb ist es umso wichtiger, extreme Wetterlagen mit Hilfe von Warnsystemen frühzeitig zu orten. Im zweiten Teil des Specials besucht Mayday – Alarm im Cockpit die amerikanische Flugwetterzentale in Kansas City und erklärt, wie aussagekräftige Wetterprognosen dabei helfen, dass Piloten gefährliche Wetterlagen umgehen.
Es ist der Albtraum eines jeden Fluggastes: eine Entführung in schwindelnder Höhe. Für 123 Passagiere eines Ethiopian Airlines-Fluges wurde dieser Albtraum am 23. November 1996 schockierende Wirklichkeit. Drei junge Männer bringen das Flugzeug in ihre Gewalt und zwingen den Piloten zu einer Kursänderung – mit fatalen Folgen: der Treibstoff reicht nicht aus und zwingt den Piloten zu einer Notlandung auf hoher See.
Um die Ölreserven der Nordsee anzuzapfen, müssen Bohrinselarbeiter hunderte Kilometer per Hubschrauber zurücklegen. Dabei sind sie den trügerischen Wetterverhältnissen ausgeliefert. So schien es nur eine Frage der Zeit, bis es zur Katastrophe kommen würde. Am 19. Januar 1995 die Gewissheit: Ein Hubschrauber gerät über der Nordsee in einen schweren Sturm. Plötzlich schlägt der Blitz ein. In einem waghalsigen Manöver müssen die Piloten mit 18 Mann in der eisigen Nordsee notlanden.