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Die ersten Stunden der Ethiopian-Airlines-Entführung fanden exklusiv in den sozialen Medien statt. Wer genau sie zuerst bemerkte, ist schwierig zu sagen. Sicher ist: Auf Twitter war Katie Rose die erste.
Als die 16-jährige Engländerin um 00.25 Ortszeit den folgenden Tweet absetzt, haben erst sehr wenige Leute und keinerlei Medien Flug 702 der Ethiopian Airlines auf dem Radar:
Das sollte sich bald ändern. Katies Tweet aktivierte Aviatik-Fans überall auf dem Globus. So auch in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, wo Nicolás Arango (17) am frühen Abend ihre Nachricht sah. Fortan verfolgten die beiden zusammen mit Gleichgesinnten den Irrflug der ET702 auf flightradar24.com und dokumentierten ihn auf Twitter.
Nachdem fast zwei Stunden nichts passiert war - ET702 war ja vom Radar verschwunden - twitterte Nicolás seine neueste Entdeckung: Die Boeing 767-300 war über dem Mittelmeer plötzlich wieder aufgetaucht.
«Wir dachten, der Transpondercode 7500 könnte ein Fehler sein, auch weil BBC und CNN nicht darüber berichteten», sagt Nicolás gegenüber watson. Etwas mehr Gewissheit brachte die nächste Wendung:
«Als ich sah, dass das Flugzeug weder in Rom landete noch umkehrte, war ich mir sicher, dass es entführt worden war», so Nicolás. Zu diesem Zeitpunkt war völlig offen, wohin die Reise ging. Manch ein Aviatik-Fan beschlich ein schlimmer Verdacht:
War ET702 entführt worden, um auf die Olympischen Spiele in Sotschi einen Anschlag zu verüben? Die Reichweite der 767 hätte problemlos ausgereicht. Doch das äthiopische Flugzeug nahm Kurs auf Frankreich. Gegen 05.00 Uhr morgens verdichteten sich die Hinweise auf eine bevorstehende Landung in Genf-Cointrin, die um 06.00 Uhr auch erfolgte. Gegen 07.00 Uhr, fast sechs Stunden nach Katies ursprünglichem Tweet, folgten die ersten Medien.
Katie sagt gegenüber watson, dass vermutlich ein Follower von Ethiopian Airlines oder dem Flughafen Rom, der diesen Themen auf flightaware.com folgt, den Transpondercode 7500 zuerst gesehen hatte und dann auf Facebook postete. Dort wurde sie selbst auf den Vorfall aufmerksam.
Sowohl Katie als auch Nicolás sind angehende Piloten und beide haben bereits einen Wunsch-Arbeitgeber: British Airways sowie Emirates. Bis es soweit ist, scannen sie und viele andere Aviatik-Fans den globalen Flugraum nach Unregelmässigkeiten – und werden den Medien wohl auch beim nächsten Zwischenfall wieder um Längen voraus sein.