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October 13, 2017 |
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Bislang wusste man nur wenig über Michel Foucaults einjährigen Aufenthalt in Hamburg in den Jahren 1959 und 1960. Die allermeisten Biographien widmen dieser Zeitspanne allenfalls kurze Passagen, die von Foucaults repräsentativem Amt als Direktor des Hamburger Institut Français oder von seiner damaligen Arbeit am Manuskript zu Wahnsinn und Gesellschaft handeln. Insgesamt erscheint die Stadt Hamburg in diesen biographischen Annäherungen an den französischen Philosophen aber nur blass.
Mit dem Essay "Foucault in Hamburg"[1] von Rainer Nicolaysen, der in der Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte erschienen ist und den wir hier dankenswerterweise zur Verfügung stellen dürfen, ändert sich das nun. Der Text zeichnet die eher feinen, aber durchaus erkennbaren Spuren Foucaults in Hamburg erstmals systematisch nach, ohne aber die Bedeutung dieses Aufenthalts zu überschätzen oder in plumpe Biografismen zu verfallen. Man begegnet hier einem Foucault, der neben seinem Direktorenamt Lehrveranstaltungen an der Universität Hamburg durchführte, mit seinen Studierenden eine Theatergruppe aufbaute, mit Freunden den Jahrmarkt besuchte und sich anscheinend auch ganz gut mit dem Hamburger Nachtleben auf St. Pauli auskannte.
Michel Foucault, fotografiert von Jürgen Schmidt-Radefeldt (1962)
[1] Rainer Nicolaysen: Foucault in Hamburg. Anmerkungen zum einjährigen Aufenthalt 1959/60, in: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 102 (2016), S. 71–112.