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Kürzlich erhielt ich wieder einmal Post von der Post. Dem Couvert, etwas grösser als ein normaler C5-Umschlag, entnahm ich zuerst das Begleitschreiben. Dieses begrüsste mich mit den Worten
Geöffnete Sendung
und fuhr wie folgt fort:
Sehr geehrter Herr Friedli
Die Sendung in der Beilage wurde irrtümlich einem falschen Empfänger zugestellt und von diesem geöffnet.
Wir entschuldigen uns bei Ihnen für dieses Vorkommnis und danken Ihnen für Ihr Verständnis.
Freundliche Grüsse
Die „Beilage“ entpuppte sich dann als ziemlich gebeuteltes Couvert meines Arbeitgebers mit meiner November-Lohnabrechnung drin. Schön! Nun weiss also eine wildfremde Person, was ich verdiene. Oder auch nicht, denn unsere Lohnabrechnungen sind derart kompliziert, dass eigentlich nicht einmal ich weiss, wieviel Lohn ich erhalte.
Schön finde ich, dass die Post bereits weiss, dass ich Verständnis aufbringe. Sonst würde sie mir ja nicht dafür danken, sondern mich darum bitten oder zumindest darauf hoffen. Aber von einem Staatsbetrieb darf ich wohl erwarten, dass er mich besser kennt, als ich mich selber. Schliesslich finanziere ich ihn mit meinen Steuern (die ich wiederum mit dem Geld bezahle, das auf der falsch zugestellten Lohnabrechnung ausgewiesen ist. Und auch dieses Geld besteht wiederum wohl zu einem Teil aus Steuergeldern. Hui, ist das kompliziert!)
Bevor mir jetzt der Kopf brummt, wünsche ich eine gute Nacht.
Gute Nacht!