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Die Open Access Bewegung

Die Open Access Bewegung

Literaturangaben und nützliche Links
Die Open Access Bewegung
Was ist Open Access?Die Open Access Bewegung hat die verbesserte Verbreitung wissenschaftlicher Informationen zum Ziel. Sie fördert den freien, vollständigen und allgemeinen Online-Zugang zur wissenschaftlichen Textproduktion aller Forschungsgemeinschaften in allen Fachgebieten.
Das Ziel der Open Access Bewegung soll über zwei sich ergänzende Wege erreicht werden:
- durch Förderung von Fachzeitschriften, die sich den Open-Access-Grundsätzen verpflichten;
- durch Selbstarchivierung von Kopien veröffentlichter Artikel in Form von Preprints und/oder Postprints auf institutionellen Dokumentenservern (wofür RERO DOC ein Beispiel darstellt).
Warum Open Access?Open Access erlaubt einen schnelleren und weiteren Umlauf wissenschaftlicher Informationen und hat damit eine merkliche Zunahme der Forschungsaktivitäten und -resultate zur Folge.
Wissenschaftliche Artikel können in einer frühen Phase als Preprints öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Zielpublikum ist damit nicht gezwungen bis zum Ende des Veröffentlichungsprozesses zu warten, der Monate wenn nicht gar Jahre dauern kann.
Darüber hinaus haben Forschungsbibliotheken erhebliche Probleme, für die unverhältnismässig steigenden Abonnementskosten für Fachzeitschriften aufzukommen (vgl. die Links über die Veränderung des wissenschaftlichen Publikationsablaufs). Für die meisten Bibliotheken stellen diese Kosten bei weitem den grössten Teil des Anschaffungsausgaben dar und können mehr als 80% ausmachen. Die Open-Access-Bewegung erlaubt die Entwicklung angemessenerer Finanzierungsmodelle, die für diese Institutionen tragbar sind.
Aber auch über die finanziellen Aspekte hinaus entspricht Open Access den Interessen einer Viezahl von Akteuren, wie Peter Suber in "OA serves the interests of many groups" ausführt: Autoren, Leser, Lehrkörper, Studierende, Bibliotheken, Universitäten, Zeitschriften und Verlage, Förderorganisationen, Regierungen und Staatsbürger im Allgemeinen. Generell bedeutet Open Access die Wiederaneignung der wissenschaftlichen Kommunikation durch die Forschungsgemeinschaft selbst.
Was ist Self-Archiving?Einige Bemerkungen zum Self-Archiving:
- Self-Archiving ist keine Veröffentlichungsmethode, es ergänzt die Veröffentlichung. Von Self-Archiving ist die Rede, wein ein Autor eines wissenschaftlichen Artikels eine öffentliche Kopie davon als Preprint und/oder Postprint auf einem institutionellen Dokumentenserver hinterlegt.
- Das Einreichen eines Artikels auf einem institutionellen Dokumentenserver ist in der Regel ein Vorgang der nur ein paar Minuten dauert und einfach durch den Autor selbst erledigt werden kann.
- Durch Self-Archiving können Autoren die Sichtbarkeit und die Zitierhäufigkeit ihrer Artikel markant steigern.
- Das Self-Archiving eines Artikels ist mit der Veröffentlichung in einer Zeitschrift in den meisten Fällen vereinbar. Zurzeit erlauben mehr als 80% aller (natur-)wissenschaftlichen Zeitschriften den Autoren das Self-Archiving einer Pre- oder Postprint-Version der veröffentlichten Artikel.
Open Access ZeitschriftenDie Zahl der Open Access Zeitschriften nimmt zurzeit rasant zu. Im Juni 2010 zählte das DOAJ mehr als 5000 Open Access Zeitschriften in einer Vielzahl von Fachbereichen. Diese Fachzeitschriften bieten dasselbe Qualitätsniveau wie die traditionellen Zeitschriften, da die eingereichten Artikel ebenfalls durch unabhängige Experten begutachtet werden (Peer Review).
Im traditionellen Veröffentlichungsverfahren werden die Forschungsinstitutionen (und ihre Bibliotheken) dreimal zur Kasse gebeten:
- sie entlöhnen das wissenschaftliche Personal, das die wissenschaftlichen Publikationen verfasst (Autoren werden vom Verlag nicht zusätzlich bezahlt);
- dieselben Autoren tragen ebenfalls als Mitglieder von Gutachtergremien von Zeitschriften zum Publikationsprozess bei;
- schliesslich zahlen diese Institutionen die Kosten für Abonnemente, damit ihr Personal Zugang zum Forschungswissen hat.
Open Access Zeitschriften stellen eine erhebliche Veränderung im Vergleich zum traditionellen Publikationsprozess dar – die Institutionen, die die Autoren finanziert zahlen eher Publikationskosten statt Abonnemente. Auf diese Weise sind die veröffentlichten Arbeiten der ganzen Gemeinschaft über Internet zugänglich. Dieses Modell erlaubt ein Nebeneinander von kommerziellen und Open Access Zeitschriften und Verlagen.
Autoren im Kontext des Open AccessJeder Wissenschaftler/jede Wissenschaftlerin wird sich vermutlich früher oder später mit einer der folgenden Situtationen konfrontiert sehen:
- die Bibliothek seiner/ihrer Institution ist gezwungen einige Zeitschriftenabonnemente zu kündigen, da sie die steigenden Kosten nicht mehr bezahlen kann;
- die Organisation, die ihn/sie finanziert, bekennt sich zum Open Access Modell durch Unterzeichnungen der Erklärungn von Budapest oder Berlin, was die Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften und/oder das Self-Archiving auf einem institutionellen Dokumentenserver; wünschenswert oder gar verpflichtend macht.
- er/sie wird von anderen Mitgliedern der Forschungsgemeinschaft zur Einsitznahme in einem Peer-Review-Gremium einer Open Access Zeitschrift eingeladen.
- Selbstarchivierung von Kopien eigener Artikel, inklusive jener, die früher veröffentlicht wurden, sofern der Verlag es erlaubt. Dazu kann die Webseite "Publisher copyright policies & self-archiving" und der Beauftragte für elektronische Veröffentlichungen an der eigenen Institution nähere Auskünfte geben;
- Veröffentlichung ihrer Arbeiten in Open Access Zeitschriften;
- Andere Mitglieder der Forschungsgemeinschaft ermutigen, sich dem Paradigmenwechsel anzuschliessen:
- durch Teilnahme am Peer Review Verfahren von Open Access Zeitschriften
- durch Herausgabe neuer Open Access Zeitschriften
- Verbreitung von Informationen zum Thema "Open Access", namentlich innerhalb der Forschungsgemeinschaft und der eigenen Institution.
- Lesen von Peter Subers Internetseite: «What you can do to promote open access»
Literaturhinweise und praktische Links
Allgemeine Informationen
- Open Access overview
- Open Access in Wikipedia
- Open Access Webliography
- What you can do to promote open access
Open-Access-Erklärungen
- OECD-Erklärung über den Zugang zu den Ergebnissen der öffentlich finanzierten Forschung
- Budapest Open Access Initiative
- Berlin Declaration
Andere genannte Quellen
- Open Archives – Registered Data Providers
- WorldCat's OAIster
- Google Scholar
- OAI – Open Archives Initiative
- CDS Invenio
- CERN
- The Open Citation Project – Reference Linking and Citation Analysis for Open Archives
- E-prints: Journal Policies Statistics
- arXiv.org e-Print archive
Veränderung des Publikationsablaufs
- Publisher copyright policies & self-archiving
- Pressemitteilung der Konferenz der Universitätsbibliotheken der Schweiz (KUB)
- Create Change
- Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition (SPARC)
- SPARC Europe
Open Access Zeitschriften und Verlage
- Public Library of Science (PLoS)
- BioMed Central
- Directory of Open Access Journals (DOAJ)
- Guide to Business Planning for Launching a New Open Access Journal