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Am 15. Januar ist die Raumsonde "Stardust" nach einer 7-jährigen Reise zur Erde zurückgekehrt. Sie holte Sternenstaub vom Kometen "Wild 2".
Der Komet ist nach seinem Entdecker, dem Berner Astronomieprofessor Paul Wild, benannt.
"Da war nur ein kleiner weisslicher Fleck ganz am Rand der Aufnahme," erinnert sich Paul Wild an jenen 6. Januar 1978.
Der emeritierte Berner Astronomieprofessor und ehemalige Direktor des Astronomischen Instituts der Universität Bern hatte solche Flecken schon oft gesehen, wenn er Aufnahmen des nächtlichen Himmels auf Veränderungen hin überprüfte. "In 90 Prozent der Fälle entpuppen sie sich als Fehler im Film."
Stern unter Kometen
Eigentlich hätte er die Beobachtung in der nächsten Nacht gerne kontrolliert. Doch das Wetter war schlecht, auch in der übernächsten. Zwei Wochen blieb es so, dann war Vollmond. Viel zu hell. Er musste sich drei Wochen gedulden.
Doch zu seiner Überraschung war der Fleck immer noch da, nur ein wenig verschoben. Ihm war schnell klar, dass er einen Kometen entdeckt hatte. Kometen werden immer nach ihrem Entdecker benannt. Es war nicht sein erster, es war auch nicht sein letzter. Aber "Wild 2" sollte ein Star werden.
Mission Sternenstaub
"Wild 2" ist auf Wanderschaft. Er entstand und kreiste vermutlich lange sehr viel weiter weg von der Sonne. Seine jetzige Bahn muss er kurz vor seiner Entdeckung eingeschlagen haben. Dabei ist er der Sonne erst wenige Male nahe gekommen, wurde deshalb durch die Sonne noch kaum aufgeheizt und hat seine ursprüngliche Materie wohl weitgehend bewahrt.
Die NASA wählte ihn als Ziel für eine Raumsonde. "Stardust" ist die erste NASA-Mission zur Erforschung von Kometen. "Natürlich ist es etwas ganz Besonderes für mich, dass die NASA für ihre Mission ausgerechnet meinen Kometen ausgewählt hat", betont Paul Wild.
High-Tech-Staubfänger
Der heute 85-jährige Astronom konnte am 7. Februar 1999 beim Start der Raumsonde "Stardust" in Cape Canaveral dabei sein. Die Raumsonde sollte Staubpartikel von "seinem" Kometen holen. Die Partikel sind winzig klein. Damit sie beim Aufprall nicht zerstört werden, hat die NASA eigens ein Material entwickelt, ein so genanntes Aerogel, das den Sternenstaub sanfter einfängt und bewahrt.
Von der Analyse dieser Staubpartikel erhoffen sich die Raumforscher einerseits Erkenntnisse über das Wesen von Kometen, vor allem aber Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems.
Wilde Astronomenträume
Vor zwei Jahren, am 2. Januar 2004, kam die Raumsonde bis auf 240 km an den Kometen heran und durchflog seinen Schweif. Dabei machte sie auch Aufnahmen des Kometen und sandte sie zur Erde.
"These images are better than we had hoped for in our wildest dreams" (Diese Bilder sind besser, als wir in unseren wildesten Träumen erhofft hatten), schwärmt Ray Newburn von der NASA.
Schnellstes Objekt
Nach 7 Jahren und rund 4,6 Milliarden km ist die Mission "Stardust" nun zur Erde zurückgekehrt. Sie landete am 15. Januar 2006 um 11.12 MEZ in der Wüste des US-Bundesstaates Utah. Allerdings nicht die ganze Sonde, sondern nur eine gut verschlossene Kapsel.
Die Raumsonde stiess die Kapsel kurz nach Mitternacht ab. Dabei hatte sie eine Geschwindigkeit, wie sie ein von Menschen geschaffenes Objekt bisher noch nie erreicht habe, erklärt die NASA. Nach einigen Stunden trat sie in die Erdatmosphäre ein und gleitete schliesslich an Fallschirmen zur Erde.
Zurück brachte sie dabei auch den Brief, den Paul Wild 1997 geschrieben und der Sonde auf die Reise zu "Wild 2" mitgegeben hatte.
swissinfo, Antoinette Schwab
Fakten
Die Kapsel der NASA-Raumsonde "Stardust" landete am Sonntag, 15.1.2006, um 11.12 MEZ in Utah (USA).
Die Raumsonde startete am 7.2.1999. Am 4.1.2004 näherte sie sich dem Kometen "Wild 2" bis auf 240 km und fing in seinem Schweif Staubpartikel ein.
"Stardust" sammelte zudem interstellaren Staub und machte Fotos von Himmelsobjekten.
In Kürze
"Stardust" ist die erste NASA-Mission zur Erforschung von Kometen.
Die Hauptaufgabe der Raumsonde: Staub von „Wild 2" sammeln und auf die Erde zurückbringen. Der Komet wurde vom Berner Astronomieprofessor Paul Wild entdeckt und nach ihm benannt.
Die Wissenschaft erhofft sich Erkenntnisse über Kometen und die Entstehung des Sonnensystems.