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Evelyne, wie war es, als Du mit Reiten begonnen hast?
Mit dem Reiten begonnen habe ich erst mit 11 Jahren. Ich wollte schon lange reiten lernen und fand Pferde supertoll, in einer Reitschule war dies jedoch zu teuer. Ein Arbeitskollege meines Vaters machte daraufhin den Vorschlag, dass ich doch mal zu ihrem Privatstall kommen sollte. Also ging ich an einen schulfreien Mittwochnachmittag hin und lernte das schwarze, bockende Shetlandpony Divino kennen und verliebte mich sofort. Am Donnerstag, Freitag und Samstag ging ich wieder in den Stall und dann wars eigentlich bereits um mich geschehen, von da an ging ich praktisch täglich in den Stall, sogar wenn ich nicht reiten konnte.
Beschreibe ein bisschen, wie Du Dein erstes eigenes Pferd gefunden hast - und weshalb Du Dich gerade für dieses Pferd entschieden hast?
Kattenau hat eigentlich mich gefunden, oder besser gesagt, der Zufall brachte uns zusammen. Ich hatte kein Pflegepferd mehr und konnte ein junges Pferd reiten, welches gerade in Beritt war. Die Idee war dann, dass dies evtl. mal mein Pferd werden könnte, der Verkaufspreis überstieg aber mein Budget. Eines Tages erhielt ich eine Nachricht meiner Reitlehrerin, ich solle unbedingt zurückrufen es gäbe tolle Neuigkeiten. So erfuhr ich von Katt. Wir gingen ihn anschauen und Probereiten und der erste Eindruck war eigentlich furchtbar, da er genau an dem Tag eine allergische Reaktion auf irgendetwas zeigte, und das ganze Pferd übersät war mit einer Art Nesselfieber. Nach einigen Gesprächen erfuhr ich dann auch seine Vorgeschichte, dass er sich schon als Fohlen die Nase brach, dies lange unentdeckt blieb bis er eigentlich bereits halb verhungert war, dann doch aufgepäppelt wurde und auf die Fohlenweide ging und dort gleich wieder unten durch musste. Mit dem Anreiten machte er auch Probleme, war Kopfscheu, Bodenscheu und blieb einfach bockig stehen, wenn Berufsreiter ihn eventuellen Käufern vorreiten wollten oder was von ihm verlangten, was ihm nicht passte.
So gingen die Jahre vorbei und niemand mit normalem Verstand wollte sich so ein Pferd zulegen oder zuviel Zeit in ihn investieren. Bis ich dann kam. Erstes eigenes Pferd? Na klaar doch, den nehmen wir, die Grundgangarten sehen ja korrekt aus. So erhielt ich mein Pferd und der Anfang war gar nicht so einfach. Gleich in der zweiten Woche brauchte ich bereits den Tierarzt, die Hufe waren auch schon fällig und der Zahnarzt kam auch gleich vorbei und zog noch die unentdeckten Wolfszähne. Die Umstellung von Innenboxe ohne Auslauf zu Freilaufstall war neu für ihn, er fand aber sehr schnell Gefallen daran. Das mit dem "sich nicht zäumen" lassen hatte ich auch relativ schnell im Griff und nach einigen Monaten der Kennenlernzeit konnte ich dann auch den Kopf ausgiebig streicheln und die Ohren kraulen. Nach und nach verschwanden all diese kleinen Macken und mittlerweile ist er ein richtig angenehmes Reitpferd, mit dem nun sogar die Schulkinder mit ausreiten dürfen.
Was sind Deine Ziele für 2015?
Die Ziele sind sicher, wieder in den Dressurprüfungen zu starten, dies hat letztes Jahr in unserer allerersten Turniersaison erstaunlich gut geklappt und wir haben bereits einige Klassierungen erreicht. Wir möchten da nun nicht loslassen sondern weiter aufbauen und uns dressurtechnisch weiterentwickeln. Das Springen gestaltet sich mit ihm trotz Militaryabstammung etwas schwieriger durch seine Bodenscheuigkeit. Mal klappt die Stangenarbeit am Boden ganz gut und wir können weitermachen und am Ende der Reitstunde einen ganzem Parcour springen, ein paar Tage später bleibt er vor exakt genau den gleichen Stangen aprupt stehen und schaut diese an, als hätte er sowas noch nie im Leben zu Gesicht bekommen. So kann man natürlich keinen Concours bestreiten und wir trainieren in diesem Jahr erst Mal noch ein wenig weiter und sehen, was daraus wird.
Wie bist Du zum Dresssurreiten gekommen?
Grundsätzlich springe ich sehr gerne, noch viel mehr gefällt mir Military. Ich war im Jahr 2013 für einige Monate in Amerika und durfte dort Zuchthengste und Stuten trainieren, mit welchen ich auch auf Militaryturniere gehen konnte, das war schon ein tolles Erlebnis! Mit meinen Pflegepferden bin ich viel gesprungen, das letzte war aber leider gänzlich unbegabt im Springparcour und mein Pferd hat ja wie oben beschrieben auch etwas Probleme damit. So rutschte ich mehr zum Dressurreiten hinüber und auch meine Reitlehrerin, bei welcher Katt im Stall steht, startet ausschliesslich Dressur, momentan in der Klasse M, weshalb das Training schon zu Beginn mehr Dressurlastig war. Da er aber sehr schöne Gänge aufweist und ich sehr gross mit langen Beinen bin, passt das Gesamtbild beim Dressurreiten auch gleich und mir gefällt es ganz gut, in den hübsch hergerichteten Dressurplätzen zu starten. Mit den langen Beinen hatte ich mit den kurzen Springbügeln schon immer Probleme, am liebsten nahm ich gleich den Dressursattel in der Springstunde. ;) Eine Anzahl Starts pro Jahr lege ich nicht fest, ich schaue mehr, was mir vom Zeitplan her gut passt und was in der näheren Umgebung ist, beziehe mich aber ausschliesslich auf Dressurprüfungen. Habe letztes Jahr zum Plausch an einem internen Gymkhana teilgenommen, aber einem bodenscheuen Pferd ist das definitiv zuviel.
Wie hast Du von reitsport.ch und dem Community-Botschafter Voting vernommen?
Reitsport.ch kannte ich bereits länger da wir im Stall einige Sammelbestellungen getätigt haben. Irgendwann erhielt ich dann den Newsletter und entdeckte eines Tages das Inserat, dass man sich doch als Botschafter bewerben soll. Ich dachte dass wäre noch eine Idee da versuche ich mal mitzumachen, erstellte ein Video und war selbst völlig baff, als ich beim Voting plötzlich so nach oben schoss mit der Anzahl Votes.