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Ein Kontakt mit einem Romavirtuosen bildete den Start von Georges Enescus Karriere. Er traf diesen während seiner früher Kindheit. Die damals empfundenen Gefühle der Bewunderung führten zur wundervollen Musik dieses rumänischen Komponisten und fanden in seiner dritten Sonate für Violine und Klavier, mit populärem rumänischen Chrakter (1926), zu einer seiner spektakulärsten Leistungen. Alle für diese Folkloreart spezifischen Vorgehensweisen – Heterophonie, chromatische Spektren, Vierteltöne – werden angewandt, auch wenn keine vorhandene Melodie erwähnt wird. Die Geige eignet sich die instrumentalen Gesten der Zigeuner an, während die perkussiven Klänge des Klaviers, welche das Cymbalum nachahmen, stark im Vordergrund stehen. Später ist die Sprache, der während der Kindheit erlebten Eindrücke, weniger radikal – aber sie bleiben dennoch tief persönlich verwurzelt; 10 kurze Stücke, meist aufeinanderfolgend, beschreiben stilvoll den 24-Stundentag im Leben eines Kindes, von morgens bis abends, sowie von abends bis morgens.
Enescu, ein Komponist der ersten Stunde, war auch ein hochtalentierter Geiger. Wir finden ihn an der Seite von Ravel, Letzterer am Klavier, bei der Uraufführung 1927 der Sonate des Franzosen 1927. Dann folgen drei kurze und präzise Sätze und setzen auf einfallsreiche Art der Klarheit des Klaviers die Wärme der Streichinstrumente entgegen. Die Eindeutigkeit des Spiels lässt jedoch Raum für Überraschungen: Das erste Allegretto und das atemberaubende Perpetuum Mobile umrahmen einen Blues mit ironischen Akzenten, der als langsamer Satz fungiert (zu erwähnen, dass sich Ravel während seiner letzten Amerikareise oft in den New Yorker-Bars aufhielt. )
Die Zigeuner-Virtuose, komponiert für die ungarische Geigerin Jelly D’Aranyi, ergänzt das Programm auf passende Art.
Wir erklären das Sion Festival 2019 für eröffnet.
Impressions d'Enfance OP.28 / Georges Enescu
Sonate n°3 / Georges Enescu
Sonate pour violon & piano / Maurice Ravel
Tzigane / Maurice Ravel