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Am 27. November 2021 stürzten die Rohner Bulls mit dem Viererbob. Da Timo als Pilot als einziger den Kopf aus dem Schlitten streckte, erlitt er eine schlimme Kopfverletzung. Dies bedeutet für ihn die Heimreise und einen zwangsläufig sportfreien Dezember. Der Anschieber Luca Rolli durfte während dieser Zeit das Team Schweiz 1 von Michael Vogt verstärken. Er absolvierte so zwei Weltcup-Rennen und konnte gute Leistungen zeigen.
Ein Bulle löst das Ticket nach China
Weil in diesem Winter bekanntlich auch noch die Olympischen Spiele in Peking anstehen würden, hatte Swiss Sliding ein offizielles Ausschieben geplant. Dort sollten die besten Anschieber auserkoren werden, sodass nicht einfach ein schon bestehendes Team nach China reist, sondern dann wirklich die bestmöglich zusammengestellte Mannschaft an Olympia teilnimmt. Das Ausschieben fand in Oberhorf, Deutschland statt und von den Rohner Bulls durften Maruan Giumma und Luca Rolli teilnehmen. Luca Rolli gelang es fast sein Optimum abzurufen und er wurde so für den Viererbob Schweiz 1 von Michael Vogt selektioniert. Luca war deshalb in der zweiten Saisonhälfte mit Michael Vogt unterwegs und fuhr mit ihm die weiteren Rennen.
Zweier SM als Timos Comeback
Nachdem Timo seine Kopfverletzung auskuriert hatte, war St. Moritz die erste Bobbahn, die er wieder herunter bretterte. Während im ersten Durchgang noch ein mulmiges Gefühl und komische Gedanken mitfuhren, schien bei der zweiten Fahrt schon alles wieder wie vor dem Unfall. In der Woche der Schweizermeisterschaft wurden viele Gespräche geführt, da die Position von Luca für den Rest der Saison neu besetzt werden musste. Beschlossen wurde dann, dass man im Hinblick auf die Junioren-EM und WM mit Junioren ausgerüstet werden würde. Die beiden Weltcup Teams waren nicht anwesend. Mit dem dritten Rang waren die Bulls zufrieden, besonders weil es ja auch das erste Rennen nach Timos Verletzung war.
Europacup Innsbruck mit neuer Besetzung
Danach führte der Europacup die Bullen direkt nach Innsbruck: Dort fanden ein Zweier- und zwei Viererrennen statt. Das Zweierrennen bestritten Timo und Mathieu Hersperger, der ursprünglich dem Bobteam Moulinier und auch noch der Juniorenkategorie angehört. Das Rennen, welches als Vorbereitung für die Junioren-EM der folgenden Woche gedacht war, beendeten sie auf dem zehnten Rang. Auch der Viererbob wurde mit neuen Athleten gefüllt, weil sich auch Fabian Wäschle noch verletzt hatte. Der Schlitten war dann mit dem Piloten Timo und den Anschiebern Pascal Moser, Maruan Giumma und Roman Wägeli besetzt. Erreicht wurden die Ränge neun und zehn. Dies waren in Anbetracht der neuen Besetzung und dem Fakt, dass Roman Wägeli sein erstes internationales Rennen absolvierte, versöhnliche Resultate.
Junioren Europameisterschaften in Winterberg
Die nächste Station hiess Winterberg: Dort stand ein Europacup und die Junioren Europameisterschaft in ein und demselben Rennen an. Die Bobbahn war indessen seit Oktober völlig verändert. Weil es mehr Eis und so auch weniger Platz hatte, absolvierten die Bulls sechs Trainingsfahrten. Diese waren entsprechend den komplexen Bedingungen nicht sehr zufriedenstellend, was zu etwas Ärger und Zweifel führte. Das Zweierrennen absolvierten wie in Innsbruck Timo und Mathieu. Sie verbesserten sich auf den siebten Rang im Europacup und durften sich über den Bronzeplatz in der Junioren EM Wertung freuen. Das Viererrennen wurde wieder in einer anderen Formation gefahren. Pascal Moser auf der 2, Quentin Juillard und Mathieu Hersberger auf den Positionen 3 und 4. Die Änderung wurden vorgenommen, weil Maruan kein Junior mehr ist. Dies erschwerte das Rennen, weil es im Viererbob sehr auf die Routine beim Starten und Einsteigen ankommt. Eine weitere Komplikation: Direkt vor dem Start der Rohner Bulls stürzte einer der deutschen Toppiloten, was zu längeren Wartezeiten und Unsicherheit führte. Am Ende war klar, dass es ein recht schlimmer Unfall gewesen sei, dabei aber niemand verletzt wurde, das Material jedoch recht grossen Schaden genommen hatte. Diese Umstände sorgten für grosse Nervosität beim Start der Rohner Bulls. Es resultierte eine nicht perfekte Fahrt und eher langsame Startzeit. Für den zweiten Lauf war aber noch alles offen, sodass sie sich vornahmen, im zweiten Lauf voll anzugreifen. Dies konnten das Team dann auch umsetzen und startete sechs Hundertstel schnellerer und es gelang die fünftbeste Zeit im zweiten Lauf. Zum Schluss standen der sechste Rang im Europacup und der Silberplatz an der EM auf dem Resultatblatt. Dies war im ersten Moment eine Enttäuschung, aber im Nachhinein eine solide Leistung, da man als Mannschaft im zweiten Lauf so gut angegriffen hatte.
Podestplatz an den Junioren Weltmeisterschaften
In Innsbruck stand mit der Junioren WM das Saisonhighlight auf dem Plan. Die Rohner Bulls während zweier Tagen auf der Bahn trainieren. Es blieb dafür mehr Zeit für Vorbereitung und Erholung neben dem Eis. Im letzten Training wurden noch neue Kufen getestet, die besonders schnell zu sein scheinen. Dies zeigte sich in der zweitschnellsten Trainingszeit und einer steigenden Tendenz. So war man für das Rennen besonders motiviert. Am Renntag schneite es stark. Dies stellte die Rohner Bulls vor eine wichtige Entscheidung: Man hatte nämlich zwei Rennsätze an Kufen vorbereitet, einen für Schnee und einen für schönes Wetter. Die Bulls entschieden sich dann trotzdem für den Schönwetter-Satz, der sie im Training zur Vize-Bestzeit geführt hatte. Damit hatten sie richtig gepokert. Zum Zweierrennen traten wieder einmal Timo und Luca an. Im ersten Lauf gelang ihnen am Start sogleich die Bestzeit und sie fuhren auf den zweiten Rang. Der zweiten Lauf brachte keine weitere Verbesserungen und ‘nur’ die Verteidigung des zweiten Ranges zwischen zwei deutschen Teams. Der Podestplatz war ein besonderer Moment, da in einem so wichtigen Rennen endlich einmal alles aufgegangen ist.
Der Podestplatz sorgte für grosse Motivation beim Viererrennen, besonders wenn man bedenkt, dass der Vierer eigentlich eher die Paradedisziplin der Rohner Bulls ist. Im ersten Lauf gelang die drittschnellste Startzeit. Es kam jedoch zu zwei kleineren Fehlern in der Bahn, die sich jedoch bei der sehr stark fahrenden Konkurrenz schon als zu viel Rückstand herausstellten, um noch auf die Entscheidung Einfluss nehmen zu können.
Luca Rolli an Olympia in Peking …
Luca Rolli reiste von dort nach Hause, um sich für die Olympischen Spiele in Peking vorzubereiten. Luca war für den Vierer von Michael Vogt eingeplant. Dies war ein riesiger Erfolg für ihn, da er sich für einen Platz im Team Schweiz 1 durchsetzen konnte. Das Team Schweiz 1 belegte schliesslich den elften Rang, was zwar nicht ganz ihren Ambitionen entsprach, aber dafür sei das Erlebnis Olympia selbst umso eindrücklicher gewesen.
… die weiteren Bulls auf dem Olympia Bobrun St. Moritz
Die restlichen Rohner Bulls waren während des gesamten Februars in St. Moritz. Dort fuhren sie in Spass- und Cup-Rennen mit. Zudem wurden neue Kufen, Zweier- und Viererbobs getestet. Auch zwei Sponsorenanlässe mit Ammega AG und Della Casa AG fanden statt, die jeweils Taxifahrten geniessen durften.
Starker zweiter Platz an der Viererbob Schweizermeisterschaft
Ende Februar fand dann noch die Viererbob SM statt. An diesen Meisterschaften starteten alle Mannschaften, auch die Olympioniken. Die Rohner Bulls führten nach dem ersten Lauf vier Hundertstel vor Michael Vogt (aktuelle Nr. 1 im Schweizer Nationalteam). Sie wussten also, dass sie im zweiten Lauf voll angreifen werden müssen, damit es reichen würde, den Sieg zu verteidigen. Michael Vogt startete im zweiten Lauf direkt vor ihnen und es gelang ihm eine starke Fahrt und sehr schnelle Zeit. Den Rohner Bulls gelang eine acht Hundertstel schnellerer Start als im ersten Lauf und eine gute Fahrt, aber gereicht für den Sieg hat es dann leider doch nicht ganz. Sie fuhren auf den zweiten Rang.
Zum Abschluss die WM 2024 im Fokus
Abschluss fand die vielseitige und auch etwas turbulente Saison dann in einem zweiwöchigen Trainingslager in Lake Placid in den Vereinigten Staaten. Dort wird die WM 2024 stattfinden, sodass die Bulls so viele Fahrten wie möglich unternahmen, um die Bahn bestmöglich kennenzulernen und dann in zwei Jahren voll angreifen zu können.