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Standard Communications Corp., Japan
C - 6500 Communications Receiver

überarbeitet am 22.7.2010

Standard C 6500 Communications Receiver
Im schwergewichtigen RA-17L kam 1959 der erste Kommunikationsempfänger auf den Markt,
bei dem die Frequenzaufbereitung nach dem von Dr. T. L. Wadley entwickelten Prinzip beruhte.
Die Abstimmung geschieht über einen über einen Bereich von 1 MHZ linear
verstellbaren Oszillator, zu dem im Abstand von 1 MHz liegende Oberwellen eines
Schwingquarzes zugemischt und so die gewünschte Empfangsfrequenz erzielt werden kann.
Beim Standard C-6500 handelt es sich um einen in den achziger Jahren in Japan gebauten
Stationsempfänger, der nach dem Wadley-Loop-Prinzip aufgebaut ist. Bei diesen
Geräten wird ein 1 MHz-Bereich von einem Oszillator mit linearem Frequenzgang
überstrichen, zu diesem Signal wird über ausgekoppelte Oberwellen eines
Quarzes in MHz-Abständen ein stabiles MHz-Signal dazugemischt und somit die
Empfangsfrequenz erreicht. Durch Kombination einer MHz-Skala und einer Skala
mit Marken 0 - 1000 für die kHz-Stelle kann so eine gewünschte Empfangsfrequenz
recht zuverlässig eingestellt werden.
Der Empfänger mit seinem schwarzen Stahlblechgehäuse ist mit 34x15x24 cm (bxhxt)etwa gleich gross, wie der FRG-7700 von Yaesu, durch Lösen von je vier Schrauben lassen sich die Geräteabdeckung mit den Seitenwänden und auch die Bodenplatte mit den vier Gummifüssen abheben, und das Innenleben studieren.
In der untersten Reihe der Bedienelemente von links der der (unmittelbar unter dem Hauptschalter) gelegene Lautstärkeregler, beim Ziehen wird eine Abschwächerfunktion (Attenuator, zur Verhinderung von Überladungserscheigungen der Eingangsstufe) geschaltet. Im Gegensatz zum Century-21 fehlt ein Regler für den RF-Gain, die HF-Verstärkung. Mit dem Rechts davon gelegenen Bandschalter werden die Bandsegmente 0,5 - 1,5 MHz, 1,5 - 5 MHz, 5 - 12 MHz und 12 - 30 MHz geschaltet. Links unterhalb des grossen Abstimmknopfes der Betriebsartenschalter für AM, USB und LSB, die Seitenbänder mit entsprechendem Frequenzversatz sind hier schaltbar. Rechts unterhalb des Abstimmknopfes der Regler für die Frequenzfeinverstimmung auf AM und SSB, der Clarifier.
In der mittleren Bedienelementereihe liegt neben dem Lautsprecher zunächst der Hauptschalter. Mit dem Drehregler gleich rechts davon wird das gewünschte MHz- Band eingestellt und die äussere MHz-Skala bedient, mit dem grossen Hauptabstimmknopf wird die Empfangsfrequenz fein eingestellt. Zwischem dem MHz-Band- und dem Hauptabstimmknopf liegt der bei diesem Gerätekonzept wichtige Vorkreisregler, der Preselector-Regler. Wenn das Eingangssignal des gesamten Kurzwellenbereichs auf die Mischstufe gelangen würde, käme es zu Auftreten unerwünschter Mischprodukte und Durchschlagen starker Signale aus dem nächsten MHz-bereich. Mit dem recht steilflankigen und feinfühlig zu bedienenden Preselector wird nur ein kleiner Bereich des Bandspektrums durchgelassen, eine Skala nur schon zum Abschätzen wie beim Sony ICF-6800W oder beim Barlow Wadley XCR-30 fehlt.
In der obersten Reihe auf der Frontplatte liegen links die Betriebskontrolllampe und der Druckschalter für die Skalenbeleuchtung bei Batteriebetrieb, rechts davon das grosse S-Meter und die zwei Rundskalen zur Ablesung des MHz-Bandes und der kHz-Stellen der Empfangsfrequenz.
Auf der Geräterückseite finden sich ein Anschluss für eine externe Gleichstromversorgung, ein kurzgeschlossener Mute-Anschluss, bei Entfernung des Kurzschlussteckers resp. Auftrennen des Kontaktes wird der Empfänger (beispielsweise zum Betrieb zusammen mit einem Sender) stummgeschaltet. An einem Record-Ausgang liegt die NF zum Mitschneiden des Programms mit einem Tonbandgerät an.
Zum Betrieb wird das Gerät eingeschaltet, am Lautstärkeregler aufgedreht, bis ein
Rauschen hörbar wird. Dann wird das entsprechende Band gewählt, zum Empfang
der BBC auf 6.195 MHz beispielsweise 5 - 12 MHz. Mit dem MHz-Knopf wird nun
auf 6 MHz eingestellt, in der Nähe der Mitte der Markierung wird das Rauschen
deutlich lauter. Mit dem Hauptabstimmknopf nun Einstellung der kHz-Stellen
auf 195 kHz, nun dürfte bereits etwas hörbar werden. Zuletzt wird der Preselector
auf Maximum eingestellt, sollte das Gerät zuletzt in einem ganz anderen
Frequenzbereich betrieben worden sein resp. der Preselector auf einem ganz
anderen Bandbereich liegen, kann der Empfänger bis zu diesem Schritt stumm
geblieben sein. Bei einfallendem Signal wird nun mit dem MHz-Knopf auf
maximale Lautstärke und S-Meterausschlag eingestellt, der Preselector nachgestimmt
und ggf. mit Hauptabstimmknopf und der Feinabstimmung Clarify das Signal noch
optimal eingestellt. Zu Frequenzsuche in einem Bandabschnitt resp. Aufsuchen
einer schwachen DX-Station stelle ich den Empfänger zunächst anhand einer
in der Nähe sendenden starken Station auf Signalmaximum ein, die MHz- und
auch die Preselektoreinstellung müssen dann bei der Suche nach der Zielstation
nicht mehr verstellt werden.
Das unkompliziert aufgebaute Gerät mit dem servicefreundlichen Gehäuse und ausreichend Platz für Eigenentwicklungen lädt für den, der etwas davon versteht, zu Modifikationen ein.
© Martin Bösch 31.5.2004