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Der Baum verlangt zum guten Gedeihen in Mitteleuropa einen frischen, leicht feuchten Boden. Er ist ein raschwüchsiger Halbschattenbaum, der an das Klima keine grossen Anforderungen steht und gegen Frost ziemlich unempfindlich ist.
In der Schweiz sind Reinbestände selten. Wir finden ihn hauptsächlich im Mittelland und in tiefen Lagen der Voralpen angebaut. Er steigt bis etwa 900 Meter hoch und der reiche Nadelfall verbessert den Humus. Der Baum ist dem Rotwildverbiss stark ausgesetzt und wird gerne vom Halimasch angegriffen. Junge Bestände leiden besonders unter dem Blasenrost, einem Rostpilz, der sich zwischen Holz und Rinde festsetzt und meist zum Tode führt. An vielen Orten musste deshalb die Kultur der Weymouthsföhre aufgegeben werden. Sie eignet sich nur zum Anbau in Mischung mit anderen Nadel- und Laubholzarten und nur auf ihr zusagenden Böden.
Die Weymouthsföhre hat einen meist schlanken, geradegewachsenen, vollholzigen Stamm mit schöner, kegelförmiger, aus regelmässigen Astquirlen gebildeter Krone. In Mitteleuropa erreicht der angepflanzte Baum ungefähr 40 Meter Höhe bei einem Stammdurchmesser von 60 bis 80 Zentimetern. Sie gehört zu den bei uns seltenen fünfnadeligen Föhrenarten wie die Arve. Die Nadeln sind dreikantig, gerade, dünn, weich und von blaugrüner Farbe.
Das Holz ist grobjährig, sehr harzhaltig, weich, mit wenig Härteunterschied zwischen Früh- und Spätholzzone. Der Uebergang zwischen Früh- und Spätholz ist nicht schroff sondern mehr fliessend, daher weniger deutlich. Trotz allem lassen sich die breiten Jahrringe in allen drei Schnittrichtungen unterscheiden. Die zahlreichen Harzgänge sind gross und erscheinen im Querschnitt als helle, deutliche Punkte. Die feinen Markstrahlen sind in allen Schnitten schwer erkennbar.
Das Holz der Weymouthsföhre ist das leichteste aller europäischen Holzarten und daher dort geschätzt und hoch bezahlt, wo leichtes Holz verlangt wird. Leider besitzt es nur wenig Widerstandsfähigkeit im Wechsel der Witterung. Es schwindet wenig, arbeitet und reisst kaum, während es rasch und gut trocknet. Die eingewachsenen roten Aeste machen das Holz dem der Arve ähnlich.
Quelle:
Unsere einheimischen Nutzhölzer von Paul Guggenbühl, Verlag Stocker-Schmid, Zürich 1980