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Die Wassertemperaturen der grossen Schweizer Seen tragen massgeblich zu den momentan herrschenden Temperaturunterschieden bei. Denn die Wasserfläche hat einen kühlenden bzw. dämpfenden Effekt auf den Tagesverlauf der Temperatur. Die Oberflächentemperatur der grösseren Schweizer Seen, wie etwa dem Genfersee, Neuenburgersee, Vierwaldstättersee oder Bodensee liegen momentan zwischen 12 und 15 Grad.
In Seenähe kühler
Die im Vergleich zur Luft relativ tiefen Wassertemperaturen der Seen haben einen kühlenden Effekt auf die Tageshöchstwerte. Das heisst, in Seenähe wird es tagsüber weniger warm als auf dem Land. In der Nacht verhält es sich genau umgekehrt. Relativ zu den Temperaturen in der Nacht ist die Wassertemperatur an der Oberfläche mild, deshalb kühlt es in Seenähe weniger stark ab. Die Kurve des Temperaturverlaufs ist somit gedämpft.
Insbesondere der Wind trägt zu diesem Effekt bei. Die tagsüber kühlere Luft über dem See wird in Richtung Ufer geblasen, damit wird es weniger warm als im «Landesinneren». Dieser Prozess funktioniert übrigens nicht nur in der Nähe eines Sees sondern generell in Gewässernähe, also auch am Meer.
Bouveret vs. Aigle
Besonders gut lässt sich dieser Effekt im Rhonetal zwischen Aigle/VS und Bouveret/VS beobachten. Die beiden Wetterstationen stehen knapp 10 km von einander entfernt. Die beiden Temperaturverläufe sind aber sehr unterschiedlich. Die Wetterstation von Bouveret steht fast im Genfersee, die Station bei Aigle auf der Ebene mitten im Rhonetal.