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Die Freiburger Bahnen GFM (Gruyère-Fribourg-Morat) wurden 1942 gegründet und sind aus dem Zusammenschluss der BR (Bulle-Romont), der FMA (Fribourg-Morat-Anet) und der CEG (Chemins de Fer Electriques de la Gruyère) hervor gegangen. Der Fahrzeugbestand war in einem obsoleten Zustand.
Auf der Normalspurstrecke von Bulle nach Romont war noch Dampfbetrieb. Die FMA verkehrte noch mit einer seitlichen Stromschiene, was sehr gefährlich und mit dem Netz der SBB nicht kombatibel war. Daher wurde beschlossen, die gesamte Strecke auf das bei der SBB gängige Stromsystem mit Fahrleitung und 15'000 Volt Wechselstrom um zu bauen. Moderne Triebfahrzeuge wurden bestellt und 1946 in Betrieb genommen.
Auf der Schmalspur war 1942 das modernste Fahrzeug von 1922 (421). Zur Modernisierung der Traktionsflotte wurde entschieden, 3 neue Triebwagen bei der Schweizer Industrie zu bestellen. Umso bemerkenswerter, da sich damals ganz Europa im Krieg befand. Die Schweizer Industrie entwickelte drei Triebwagen der Extraklasse, deren Technik sich bis zum Einzug der Elektronik in den 1980er-Jahren kaum verändert hatte. Die drei Fahrzeuge profitieren von einer selbst-tragenden Karosserie, einem elektropneumatischen Stufenschalter und neuen Drehgestell-Antrieben, die es den Triebwagen ermöglicht, eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h zu erreichen, die höchste auf Schmalspur zu jener Zeit. DieTriebwagen können vom Steuerwagen aus gesteuert werden, was das Umsetzen in Châtel-Saint-Denis und an den Enden der Strecken erübrigte. Abgesehen von der Schmalspurbahn Martigny-Châtelard, die von Anfang an Steuerwagen besass, waren bis dahin nur sehr wenige Steuerwagen entwickelt worden. Damit traten die GFM als Pioniere auf. Die Bt 261 und 262 wurden als erste 1943 in Dienst gestellt. Der Komfort aller dieser Fahrzeuge war mit den alten, mit Holzbänken ausgestatteten Fahrzeugen in nichts zu vergleichen. Aufgrund der kriegsbedingten Materialknappheit waren die Wagen wohl in traditioneller Bauweise mit Holzkarosserie ausgeführt. Doch ihr modernes Erscheinungsbild verbarg dieses „Zugeständnis“ an die kriegsbedingte Material-Knappheit .
Der Zug mit Triebwagen 131 wurde am 21. September 1943 feierlich eingeweiht. Der Gästezug beförderte den Konvoi über die gesamte Strecke. Ein älterer Einwohner von Broc erinnert sich noch lebhaft an den triumphalen Empfang der Komposition im Bahnhof Broc-Village.
Die Inbetriebnahme der Triebwagen 132 und 133 erfolgte noch im gleichen Jahr.
Einweihung der Fahrzeuge am 21. September 1943 (Foto Glasson)
1944 wurden zwei Steuerwagen CZt4 (271 und 272) mit Gepäckabteil, Post und 1. Klasse geliefert. Die so entstandenen Pendelzüge verkehrten über mehr als 60 Jahre als die typischen Züge des Greyerzerlandes.
Typischer Zugverband der Gruyère-Züge mit Bt und ADZt (Foto Glasson)
BDt in Endfassung. Nur noch 273 existieren.
132, unheilbarer Krebs im Jahr 1989!
Die 132 wurde 1989, die 133 im 2003 verschrottet, gefolgt von den Bt 261 bis 263, dies sukzessive nach der Lieferung des neuen Materials der Serie 120.
2002 entschied man sich für eine Generalüberholung der 131. Die Innenausstattung wurde komplett ausgebaut und der Triebwagen an die RhB-Werkstätte in Landquart geschickt, wo er vom Asbest befreit wurde. Darauf hin wurde er neu verkabelt, die Drehgestelle überarbeitet und die Innenausstattung modernisiert.
Letzte Generalüberholung 2003
Ab 2003 fuhren die 131 mit BDt 273 nur noch Schülerzüge von Châtel-Saint-Denis nach Palézieux und Semsales.
2004 hatte die 131 einen bemerkenswerten Auftritt beim „1940er“- Festival, organisiert durch die Museumsbahn Blonay-Chamby .
Um die Schülerzüge auch weiterhin sicher zu stellen, erwägten die TPF die zwei in Planchy abgestellten BDt zu sanieren, um einen Zug aus 4 Elementen zu bilden. Da die automatischen Türen nicht verriegelt werden konnten, musste diese Idee, sehr aufwändig und teuer, wieder verworfen werden. Und somit endete im Jahre 2006 der Einsatz des 131 und er wurde in der Remise in Châtel-Saint-Denis unterstellt. Aber der Platz in der Remise beanspruchten, vor allem im Winter, die 140er-Züge. Die damalige TPF-Leitung akzeptierte eine Lösung durch eine "Vereinsrettung", trotz Intervention des Kulturgüterdienstes des Kantons Freiburg, nicht und 2008 wurde die 131 zum Abbruch nach Planchy gebracht. Dank eines schnellen Eingreifens wurde das Massaker knapp verhindert. Allein Teile der Innenausstattung seien entfernt worden. 2010 bestand nach Studien die einzige Lösung darin, ins Bahnmuseum in Kerzers zu ziehen, wo eine Freiluftgarage auf den Triebwagen mit seinem Steuerwagen wartete.
Um das 70-jährige Jubiläum dieses Fahrzeugs würdig zu feiern, repatriierte die inzwischen gegründete "Association GFM Historique" den Zug 130, um ihn überdacht zu parken und in seiner ursprünglichen Lackierung wieder in Betrieb zu nehmen. Der Vorteil dieses historischen Pendelzuges besteht darin, dass bei Richtungswechsel ein Umfahren von Fahrzeugen nicht mehr nötig wird.
Triebwagen 131 mit BDt 273 bleiben wichtige Stücke des Freiburger Eisenbahnerbes.
Oktober 2013: Schreiben: Alain Castella, Fotos Glasson, P. Morandi, A. Castella und G. Heuberger.
Quellen: Schmalspurbahnen von Veveyse und Gruyère, JL. Rochaix, M. Grandguillaume
In Blonay-Chamby im Jahr 2004 die "letzten" Tage des Ruhms!
Triebwagen Be (Ce) 4/4 131 (132-133).
Datenblatt: Triebwagen Be (Ce) 4/4 131 (132-133).
Baujahr: 1943
Mechanischer Teil: SWS
Elektrischer Teil: BBC
Sitzplätze: 48 in der 2. Klasse
Tara: 33 Tonnen
Leistung: 4 x 138 PS
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h
Bremsen: Hand, Vakuum, rheostatisch
Zwischen 1943 und 1948 wurden insgesamt sechs Steuerwagen geliefert, 3 Triebzüge waren somit gebildet und einsatzbereit. Zu beachten ist, dass der 273 das einzige Fahrzeug dieser Baureihe mit selbsttragender Karosserie war, der Krieg war vorbei und Stahl war wieder lieferbar.
Die einzigen größeren Umbauten wurden an den 271 und 272 vorgenommen, bei denen zunächst ab 1946 die Mitteltüren ausgebaut wurden. Ein letzter Umbau erfolgte 1981 durch SWS mit dem Ausbau der 1. Klasse und des Postabteils, somit wurden sie zu den BDt 271 bis 273.
Ab 1978 wechselt die gesamte „130“-Flotte auf die neue orange-graue GFM-Lackierung. Zunächst gelöscht, wurden bald wieder die Aufschriften „La Gruyère“ angebracht.