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Laproskopische Fundoplikatio nach Nissen
Die vom deutschen Chirurgen Rudolf Nissen (1896-1981) 1956 während seiner Zeit als Direktor der Klinik für Chirurgie der Universität Basel erstmals beschriebene Fundoplikatio war die weltweit erste dauerhaft wirksame Antirefluxoperation. Die von Rudolf Nissen angegebene Operationstechnik beinhaltet die Bildung eines neuen „Ventils“ zwischen der Speiseröhre und dem Magen, um das Hochlaufen von Mageninhalt dauerhaft zu unterbinden. Das Ventil besteht aus dem oberen Magenanteil, der wie ein Kragen um die untere Speiseröhre gelegt und mit sich selbst vernäht wird.
Heute wird dieser Eingriff in fast allen Fällen minimal-invasiv, also ohne grossen Bauchschnitt durchgeführt.
Die minimal-invasive Fundoplikatio nach Nissen gilt heute als Standardverfahren und ist sicherlich weltweit die am häufigsten durchgeführte und bewährteste Antirefluxoperation. In entsprechenden Studien konnte gezeigt werden, dass etwa 85-90 % der operierten Patientinnen und Patienten auch lange Zeit (5-10 Jahre) nach dem Eingriff mit dem Operationsergebnis zufrieden sind.
Laparoskopische Fundoplikatio nach Toupet
Die Fundoplikatio nach Toupet ist eine Variante der Nissen-Fundoplikatio, bei der nur eine Teilmanschette um den hinteren Teil der Speiseröhre angelegt wird. Dieses Verfahren kommt vorzugsweise bei solchen Patienten und Patientinnen zum Einsatz, die eine verminderte Schluckfunktion haben.
Laparoskopische Fundoplikatio nach Dor
Auch die Fundoplikatio nach Dor ist eine Modifikation der zirkulären Manschette nach Nissen. Bei dieser Operation wird die Magenmanschette ausschliesslich um den vorderen Teil der Speiseröhre platziert. Auch dieses Verfahren wird besonders bei Patientinnen und Patienten mit gestörter Schluckfunktion eingesetzt.
Laparoskopische Gastroplastik nach Collis mit Fundoplikatio nach Nissen
Bei einem sehr kleinen Teil der Patienten und Patientinnen mit besonders schwerer Refluxsymptomatik kann es im Verlauf der Jahre zu einer narbigen Verkürzung der Speiseröhre kommen. Diese Patienten und Patientinnen bedürfen dann einer operativen Verlängerung der Speiseröhre, damit die Fundoplikatio-Manschette ohne Spannung angelegt werden kann. Diese Verlängerung wird mit Hilfe eines speziellen Klammernahtgerätes durchgeführt.
Laparoskopische Sphinkteraugmentation mit Magnetimplantat (LINX®)
Dieses Verfahren wird erst seit wenigen Jahren zur Therapie der Refluxkrankheit angeboten. Statt aus einer Magenmanschette wird das Ventil aus einem Implantat gebildet. Das Implantat besteht aus einer Kette von titanverkapselten Dauermagneten und wird in minimal-invasiver Technik um die untere Speiseröhre gelegt.
Es kommt so zu einer Verstärkung des natürlichen Ventils zwischen Speiseröhre und Magen und zur Verhinderung des Rückflusses. Das LINX®-Implantat ist allerdings nur für Patienten und Patientinnen mit leichteren Refluxbeschwerden zugelassen. Gegenüber der klassischen Fundoplikatio hat dieses Verfahren den Vorteil, dass die natürliche Anatomie der Speiseröhre und des Magens bei der Operation weitgehend erhalten bleibt.
Laparoskopische Implantation eines Elektrostimulatiors (EndoStim®)
Wie die Implantation des Magnetsystems (LINX®) ist die Elektrostimulation des Schliessmuskels zwischen Speiseröhre und Magen mit dem EndoStim®-Verfahren erst seit wenigen Jahren zur Therapie der Refluxkrankheit zugelassen. Bei der Operation werden zwei Elektroden auf der unteren Speiseröhre verankert und mit einem unter der Haut platzierten Schrittmacher verbunden.
Der Schrittmacher stimuliert nun den unteren Schliessmuskel und verhindert auf diese Weise den Rückfluss von Säure in die Speiseröhre. Diese Operation wird in der Schweiz nur von an wenigen Zentren angeboten und kann ist nur für Patientinnen und Patienten mit leichteren Beschwerden zugelassen. Auch bei dieser Technik besteht der wesentliche Vorteil in der minimalen Belastung der Patienten und Patientinnen durch den Eingriff.