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Warum soll man überhaupt impfen, wenn das Baby alle Abwehrstoffe von der Mutter bekommt?
Richtig ist, dass ein Neugeborenes Antikörper und Abwehrstoffe von der Mutter erhält – vor der Geburt über die Plazenta und danach in sehr geringen Mengen aus der Muttermilch.
Beim „Nestschutz“ handelt es sich jedoch um einen begrenzten natürlichen Schutz eines Neugeborenen und gestillten Säuglings vor Infektionskrankheiten, wenn die Mutter Antikörper auf das Kind übertragen hat. Diese übertragenen Antikörper der Mutter schützen das Kind nur während der ersten Lebenswochen und gegen bestimmte – nicht alle – Infektionskrankheiten. Die Mutter kann nur Antikörper gegen jene Erkrankungen weitergeben, die sie selbst durchgemachte hat oder gegen die sie geimpft wurde. Zudem müssen bei ihr diese Antikörper in ausreichender Konzentration vorhanden sein.
Quelle: www.coliquio.de
Newsticker
Schwangere impfen | 05.01.2019
Die RSV-Infektion (Bronchiolitis) ist eine häufige Ursache für lebensbedrohliche Atemwegs-Erkrankungen bei Säuglingen. Frühgeborene – besonders solche mit Atemproblemen – haben ein erhöhtes Risiko, ebenso Kinder mit angeborenen Herzfehlern. Mit einem neuartigen Impfstoff, der Schwangeren in den letzten Wochen vor der Geburt verabreicht wird, könnte das Risiko für RSV-Infektionen bei Kindern im ersten Lebensjahr verringert werden. Dies wäre eine passive Impfung: Die Mutter überträgt RSV-spezifische Antikörper bei der Geburt auf das Kind und sorgt so für einen Nestschutz. Erste Studiendaten belegen, dass das neue Konzept funktioniert. Bisherige Versuche, die Kinder aktiv zu impfen, waren nicht erfolgreich oder führten teilweise sogar zu Komplikationen. Möglich ist bisher nur eine präventive passive Immunisierung der Kinder mit (teuren) humanisierten monoklonalen Antikörpern.
Letzte Aktualisierung : 13-06-18, BH