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Die Hexenverfolgung im Waadtland, 15.-17. Jahrhundert
Vom 9. September 2011 bis 24. Juni 2012
Die Ausstellung war in zahlreichen Sälen zu sehen, vor allem im Wappensaal N°18, in den Höfen und den Gewölben.
UNSERE AUSSTELLUNG IN BILDERN...
Die Ausstellung war in zahlreichen Sälen zu sehen, vor allem im Wappensaal N°18, in den Höfen und den Gewölben.
Im Waadtland fand zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert eine grosse Hexenverfolgung. Während dieser Zeit wurden fast 2000 Todesurteile gefällt! Das Gebiet der heutigen Schweiz trug nicht nur die Siegespalme für die längste Dauer der Hexereirepression davon, es wurde auch, im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung, die grösste Anzahl Personen für dieses Verbrechen verfolgt. Im Laufe von fast drei Jahrhunderten wurden 5000 Personen angeklagt und 3500 von ihnen wurden, vor allem durch Feuer, hingerichtet, darunter 60 bis 70% Frauen.
Das Schloss Chillon war ein wichtiger Haftort für Personen, die der Hexerei verdächtigt waren, die auf ihren Prozess warteten oder die ihre Strafe verbüssten. Während der Verwaltungszeit des Vogtes Niklaus von Wattenwyl, zwischen 1595 und 1601, wurden etwa vierzig Personen in Chillon, La Tour-de-Peilz und Vevey hingerichtet. Und noch 27 in 1613! Ihre Hoheiten aus Bern bemerkten «mit Bedauern und Traurigkeit» «wie sehr sich die Verleugnung von Gott und das sich dem bösen Geist Unterwerfen bei unseren Untertanen im Welschland ausbreiten ».
Die berühmte Festung bildet so einen passenden Rahmen für eine solche Ausstellung. Indem sie sich mit Dokumenten befasst, die Chillon und auch die Region (Riviera-Waadt-Westschweiz) betreffen, bringt die Ausstellung diesen verkannten Aspekt der waadtländischen Geschichte ans Licht.
Die Museographie und der begleitende Katalog haben natürlich nicht das Ziel, die Leute erzittern zu lassen – aber wir erzittern trotzdem, wenn wir sehen, welchen Qualen die Unglücklichen unterworfen wurden. Sie bieten, durch Text und Bild, eine Darstellung der ordinären Verrücktheit an. Derjenigen, die manche dazu brachte, einen Pakt mit dem Teufel zu schliessen, aber auch derjenigen der Inquisitoren, die in einem hohlen Zahn den Wohnsitz eines unreinen Geistes sehen konnten!