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Bowentherapie
Tom Bowen
Die Bowentherapie wurde von Thomas A. Bowen (1916-1982) aus Geelong, in Victoria, Australia autodidaktisch entwickelt und praktiziert. Angestellt in einer Zementfabrik behandelte Tom als Laienmasseur erst in der Freizeit seine asthmakranke Frau und behinderte Kinder, später die Footballspieler seines Lieblingsklubs. Als die Nachfrage für seine Behandlungen wuchs, gab er seinen Job auf und eröffnete eine Praxis. Er nannte sich Osteopath, obwohl er keine formale Ausbildung hatte. Promt zog er die Aufmerksamkeit der Gesundheitsbehörde auf sich. Diese stellte offiziell fest, dass er im Jahre 1973 13000 Personen behandelt hatte. Weil er so erfolgreich war, durfte er weiter praktizieren. In seinem Heimatort Geelong wird er sehr verehrt. Im 2002 wurde im zu Ehren ein Denkmal aufgestellt.
Die Therapie Bowens
Die Bowentherapie ist eine sanfte, manuelle, reflektorisch wirkende Körpertherapie. Tom brach mit allen damals üblichen Vorstellungen der manuellen Behandlung.
Er brauchte statt den üblichen weichknetenden Methoden der Massage einmalige, kurze Stimulationen der Muskeln (sg. bowenmoves). Er hatte eine reflektorische Technik entdeckt und erkannte bald, dass nach den kurzen Behandlungssequenzen eine Pause nötig ist, damit der Körper den gegebenen Impuls vollständig verarbeiten kann.
In diesen Ruhephasen wird der Körper durch seine Selbstheilungskräfte reorganisiert.
Der sanfte kneifende Druck (sg. bowenmoves) der Muskeln an bestimmten Körperstellen bewirkt die Entspannung bestimmter Muskelgruppen. Bänder, Muskeln und Faszien lösen reflexartig, was die Nervenbahnen entlastet. Dadurch können schmerzhafte Funktionsstörungen und statische Fehlstellungen behoben werden.
Unsere Ratschläge zur Förderung des Behandlungserfolgs
- Achten Sie bewusst auf Ihre Bewegungen und Ihre Haltung: Besonders beim Bücken, Heben oder Tragen sollten sie niemals rechts oder links schauen, damit Beug- und Drehbewegung nicht kombiniert werden: Die Verletzungsgefahr ist dabei am grössten.
- Für den Rest des Tages der Behandlung nicht länger als 30 Minuten am Stück sitzen (ein paar Schritte Gehen zwischendurch genügen).
- Widerstehen Sie dem Drang die Beine zu überkreuzen: Stehen und Sitzen sie gerade, damit die Beine gleichmässig belastet werden und der Körper ausgeglichen bleibt
- Täglich einen 20 Minütigen Spaziergang schnellen Schrittes auf ebenem Gelände
- Grundsätzlich auf ausgeglichene Haltung im Stehen und Sitzen achten
- Täglich zwei Liter Wasser oder ungesüssten Tee trinken
- Keine anderen manuellen Therapien in der gleichen Woche (auch kein Massage)
- Für 48 Stunden nach der Behandlung auf anstrengende Tätigkeiten verzichten bzw. reduzieren
- Keine Spritzen wenn möglich vor oder nach einer Behandlung
- Keine Wärme- oder Kältebehandlungen für mindestens 24 Stunden (Sauna, Baden)
Was Sie nach einer Behandelung erwarten sollten
Reflextherapien verlangen vom Körper, dass er sich vermehrt selber aufrichtet.
Somit können Sie mit kleinen Reaktionen rechnen. Die innere Intelligenz reorganisiert den Körper innerlich und äusserlich.
Innerlich reagieren Sie vielleicht vermehrt emotional. Wir dürfen nicht vergessen, dass verspannte Muskeln gespeicherte Energie und gespeicherte Emotionen sind!
Äusserlich können Perioden leichter Schmerzen an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten. Auch ein Durchzucken oder Kälte- und Hitzeschauer sind möglich, ebenso nächtliches Aufwachen mit Gliedern, die sich wie automatisch von selbst bewegen.
Jeder Mensch reagiert anders: lassen sie die Heilungsreaktion geschehen, es ist ein Heilungsprozess und soll nicht abgebrochen werden.
Gewisse Patienten spüren keine solche Reaktionen. Die meisten empfinden die Reaktionen als entlastend, lösend, entkrampfend und haben Spass daran.
Im Zweifelsfalle wenden Sie sich an Ihren Bowentherapeuten Dr. André G. Bächli.
Bowenmoves
In der Bowentherapie werden digitale (das kommt aus dem Latein und das heisst „mit den Fingerspitzen“) Stimulationen an gewissen Muskeln oder Sehnen vorgenommen: Statt gedrückt wie in der Akupressur oder dem Shiatsu wird mit den Fingern beider Hände eine sanfte, kneifende, rollende Bewegung ausgeführt.
Die behandelten Punkte sind denen der Akupressur/Akupunktur oft ähnlich.
Behandlungsmöglichkeiten (Auswahl möglicher Indikationen)
Der Nutzen der Bowentherapie ist nicht auf einzelne Krankheitszustände beschränkt. Die tiefgreifende Wirkung auf den Organismus ist erstaunlich. Sie fördert bei Kindern und Jugendlichen z.B. deren Entwicklung und als Begleittherapie bei schweren Erkrankungen die Genesung. Als Schwerpunkte seien einige Krankheitsbilder aufgelistet:
- Rückenschmerzen
- Verspannungen und Myogelosen
- Arthrosen, Sporttraumen, Schleudertrauma
- Beschwerden der Arme wie Tennisarm, Karpaltunnelsyndrom, Frozen Shoulder
- Beschwerden der Beine wie Hallux, Knöchelverletzungen, Knieschmerzen
- Hüftschmerzen, Lymphstau, Ischias
- ISG-Blockaden, Steissbeinschmerz,
- Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaft und danach
- Fibromyalgie, Rheuma
- Neuralgien, Tics
- Kopfschmerzen, Migräne, Schiefhals, Tinnitus, Kiefergelenkprobleme
- Asthma, Brustenge
- Inkontinenz, Nykturie, Verdauungsprobleme,
- Adynamie, Chronic Fatigue Syndrome CFS, vegetative Dysbalance
- usw.