Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03168.jsonl.gz/785

Nicht aufgegeben
Er hatte es nicht leicht: Als Kind lernte er Gitarre und Bluesharp spielen. Als Zehnjähriger erkrankte er jedoch an Kinderlähmung und konnte in der Folge seine Hände nur noch eingeschränkt gebrauchen, die rechte Hand war schlimmer betroffen, als die linke. Aber er wollte das Gitarrenspiel nicht aufgeben. Als Rechtshänder lernte, die Gitarre wie ein Linkshänder zu spielen. Das genügte aber nicht, denn auch seine Greifhand war eingeschränkt. So entwickelte er seine eigene Methode, mit einem Buttermesser, dessen Griff er für seine Bottleneck-Spiel einsetzte.
Zwar hatte er bereits 2002 seine erste Single veröffentlicht, aber seinen Durchbruch hatte er erst 2011 mit seinem Debut-Album «No Time For Dreaming». Eine ungewöhnlich späte Karriere für den 1948 geborenen Soul und R&B Sänger. Diverse, teilweise für schwarze Musiker typische Schicksalsschläge hatten verhindert, dass er früher Erfolge feiern konnte. Dafür ging es dann aber richtig los mit ausgedehnten Tourneen durch die USA und Europa, sowie lobenden Kritiken. Doch der Erfolg dauerte war leider nur von kurzer Dauer. Am 23. September 2017 ist er gestorben.
Der Britische Blues-Historiker Paul Oliver (1927–2017) ist Mitte August im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hatte den Bluesmen eine Stimme gegeben. Der Quereinsteiger und Blues-Enthusiast veröffentlichte mit Conversation with the Blues ein Buch, das mit dem Mythos aufräumte, dass Bluesmen ihre Geschichten durch ihre Songs erzählten. Indem er sie im Interview selbst und direkt sprechen liess, schuf Paul Oliver nicht nur unwiederbringliche Tondokumente, er ermöglichte einen neuen Zugang zu den Menschen hinter der Fassade als Künstler.
Auf seine alten Tage setze er sich gerne eine Kapitänsmütze auf den Kopf, wie sie auch Chuck Berry, eines seiner grossen Vorbilder und Pionier des Rock’n’Rolls, als alter Herr gerne trug. Ein Pionier war auch er, denn ohne ihn dürfte die Entwicklung des Rock’n’Rolls in der Schweiz anders verlaufen sein. Rund fünfzig Jahre lang war Polo Hofer eine der Gallionsfiguren der Schweizerischen zeitgenössischen Musik. Zu Beginn seiner Karriere lehnte ihn die bürgerliche Schweiz eher ab, am Schluss mochten ihn alle. Am 22. Juli 2017 ist er gestorben.
Der Mitbegründer und Bandleader der Allman Brothers Band, der Solo-Künstler, Pianist, Gitarrist, Organist, Sänger und die 1970er Jahre Celebrity Gregg Allman ist am 27. Mai verstorben. Er hat ein Leben im Rock’n’Roll gelebt, namentlich im «Southern Rock», einer unscharfen Sammelbezeichnung für Musik, die tief im Blues verwurzelt ist. Gregg Allman war in zahlreichen Bands, von The Allman Joys über The Hourglass bis zu der Allman Brothers Band, in deren verschiedenen Inkarnationen er das Kontinuum darstellte. Einen Abriss seines Lebens oder seine Auszeichnungen entnehme man der Wikipedia, wir versuchen, den Mann und sein Schaffen im Bewusstsein seines Schicksals zu würdigen.
Das Management bei Alligator Records gibt bekannt: Nach guten fünfzehn Jahren Zusammenarbeit lösen der Gitarrist Aaron Moreland, der Sänger und Harmonikaspieler Dustin Arbuckle und der Schlagzeuger Kendall Newby ihre Band Moreland & Arbuckle auf. Eben noch wurde ihr Album Promised Land Or Bust als «Rock Blues Album Of The Year» für einen Blues Music Award nominiert. Sie werden ihre bestehenden Verpflichtungen erfüllen und alle anstehenden Konzerte spielen. Damit dürfte ihre Zusammenarbeit im Herbst 2017 enden. Die Auflösung erfolgt in freundschaftlicher Atmosphäre. Laut Pressemitteilung möchte Aaron Moreland mehr Zeit mit der Familie verbringen. Die beiden anderen Mitglieder werden ihre musikalische Karriere weiterverfolgen.