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Ivrea ist wegen Olivetti Weltkulturerbe
Wegen seiner industriellen Vergangenheit ist das italienische Ivrea in die Liste der Unesco-Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen worden. Der Bürogeräte- und Computerhersteller Olivetti hier einen eigenen Stadtteil errichtet, mit Gebäuden für die Produktion und die Forschung sowie mit Wohnbauten für die Angestellten.
Quelle: Maurizio Gjivovich, Guelpa Foundation
Ivrea aus der Vogelperspektive: der Corso Jervis, im Vordergrund Bürogebäude und das Zentrum für soziale Dienstleistungen.
Quelle: Maurizio Gjivovich, Guelpa Foundation
Das Olivetti-Forschungszentrum.
Quelle: Maurizio Gjivovich, Guelpa Foundation
Westliche Wohnüberbauung, im Vordergrund Fussgängerzone und Grünbereich.
Quelle: Maurizio Gjivovich, Guelpa Foundation
Westliche Wohnüberbauung, Detail.
Heute zählt Ivrea knapp 24‘000 Einwohner. Das war nicht immer so: Wegen der Firma Olivetti, die noch heute hier ihren Hauptsitz hat, lebten in der Stadt zwischen der Po-Ebene und dem Aostatal während der 70er-Jahre 30‘000 Menschen. Auf das Konto des 1908 von Camillo Olivetti gegründeten Bürogeräteherstellers gehen Pionierleistungen des Industriedesigns. Dies gilt etwa für die portable Schreibmaschine ICO von 1932, bei der mit Designern zusammenarbeitet wurde; Sie war im Vergleich zu anderen Geräten jener Zeit schlicht gestaltet und glänzte nicht mit Verzierungen, sondern lediglich mit grauem Lack. Später sollten Computer hinzukommen, die heute Teil der Designsammlung des Museums of Modern Art in New York sind.
Die Altstadt und das Olivetti-Reich
Aber nicht nur was das Design ihrer Produkte betraf, gingen Camillo und vor allem sein Sohn Adriano, der wie sein Vater ausgebildeter Ingenieur war, ästhetisch neue Wege: Die Architektur der Firmenbauten war ebenfalls wichtig und damit verbunden die Idee, dass der Mensch dabei im Zentrum stehen sollte. So erhielt Ivrea zwischen den 30er- und 60er-Jahren einen völlig neuen Stadtteil. Während auf der einen Seite des Flusses Dora die mittelalterliche Altstadt liegt, befindet sich auf der gegenüberliegenden das Olivetti-Reich: eine Wohn- und Arbeitsstadt, mit Produktionsstätten, einem Forschungszentrum, einem Kinderhort und Wohnhäuser. Es sind elegante, oft lichte Bauwerke mit viel Glas. Grünräume gehören ebenfalls zum Stadtteil. Die Architektur stammt aus der Feder der Architekten Luigi Figini und Gino Pollini, später kamen Bauten unter anderem von Ignazio Gradella, Eduardo Vitella, Nizzoli und Olivieri sowie von Gabetti und Isola hinzu.
Ein Architekturmuseum
Heute kündet vor allem die Architektur von der Blüte des Areals. Es ist zu einem Pilgerort für Archiektur- und Designinteressierte geworden, 2001 ist das "Freilichtmuseum der Olivetti-Bauten“ gegründet worden. Dieses erzählt nicht nur von den Ansprüchen, welche die Olivettis an das Design stellten und von der Architektur der Vor- und Nachkriegszeit Italiens, sondern auch von der Idee Adriano Olivettis, dass es wichtig ist, dass der Mensch der Mittelpunkt allen Tuns sein sollte. Dies ist mit ein Grund, weshalb die Bauten seit neustem auf der Welterbeliste figurieren. Für die Unesco sind sie ein Ausdruck der Ideen Adriano Olivettis und stehen für die von ihm ins Leben gerufene progressive Gemeinschaftsbewegung (Movimento Comunità). Zudem sieht die Unesco in dem Ort "eine moderne Vision der Beziehung zwischen Industrie und Architektur". (mai)
Weitere Stätten, die in diesen Tagen zum Welterbe erklärt worden sind, auf http://whc.unesco.org/en/newproperties/