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Dem 18. Jahrhundert wurde das Hirtengedicht zum Ärgernis: Scharfsinnige Schäfer widersprachen der poetologischen Forderung nach Wahrscheinlichkeit. Doch wie mit dem Erbe der Antike umgehen?Die Studie untersucht in Detaillektüren, wie die Poetiken von u.a. J. C. Gottsched, C. Batteux und S. Geßner auf die Herausforderung reagierten, die die Artifizialität der Hirtendichtung für eine Poetik im Zeichen der Naturnachahmung darstellte. Entgegen der verbreiteten literaturwissenschaftlichen Position, die die Idylle von der Bukolik abtrennt, arbeitet das Werk die Gattungskontinuität - die metapoetische und allegorische Dimension der Idyllik - heraus. Die unscheinbare Idylle wird somit sichtbar als zentraler Reflexionsort der aufklärerischen und empfindsamen Diskurse. An ihr wird verhandelt, was Dichtung und Natur dem 18. Jahrhundert (zu) bedeuten (haben).
Autorentext
Jakob Christoph Heller studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Philosophie in Mainz und Poznan. Er ist Akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Westeuropäische Literaturen, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.