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Ich kenne nur das offizielle Verfahren in der Schweiz und beschreibe vorerst nur mal dies. Für Deutsche gelten die Angaben des “Transsexuellengesetzes” TSG.
In der gelten folgende Vorbedingungen:
- Ein Jahr lang leben im “angestrebten Geschlecht” (Alltagstest)
- Ein Jahr Hormontherapie
- Geschlechtsangleichende Operation
Darauf kann man die Namens- und Personenstandsänderung vor Gericht beantragen. Dazu schickt man einen Antrag an das für den Wohnort zuständige Bezirksgericht mit ungefähr folgendem Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Damen und Herren
In Sachen
Diana Sowieso (bisher: Johannes Sowieso) Gesuchstellerin
geboren am 01.01.1966, von Aarau,
wohnhaft an der Irgendwostr.11, 8000 Zürich
Personenstands- und Vornamensänderung
stelle ich, die Gesuchstellerin, folgendes Begehren:
Das regionale Zivilstandsamt Zürich, der Wohnort der Gesuchstellerin und/oder das regionale Zivilstandsamt Aarau, der Bürgerort der Gesuchstellerin, seien anzuweisen, die Register betreffend der Gesuchstellerin wie folgt zu bereinigen:
1.der Personenstand sei von männlich auf weiblich zu ändern
2.der Vorname sei von Johannes auf Diana zu ändern
Begründung:
Die Gesuchstellerin lebt seit Anfang 2009 als Frau und trägt im Alltagsleben den Namen Diana. Dem Operationsbericht vom 16.11.2010 ist zu entnehmen, dass am 15.11.2010 bei der Gesuchstellerin aufgrund der Diagnose „Transsexualismus“ eine geschlechtsanpassende Operation (Mann zu Frau) durchgeführt wurde und somit keine Zeugungsfähigkeit mehr besteht.
Ich bitte Sie, das vorliegende Begehren gutzuheissen, und danke Ihnen für Ihre Bemühungen.
Diesem Antrag MUSS der Operationsbericht des Chirurgen beigelegt sein, in dem bestätigt wird, dass eine irreversible Sterilisierung erfolgt ist.
In der Regel bekommt man dann ein Schreiben, in dem eine Vorauszahlung von etwa 250 Franken gefordert wird. Sobald der Beleg für die Zahlung beim Bezirksgericht eingetroffen ist, geht es los.
Darauf wird man vorgeladen oder das Gericht erledigt das selber, anschliessend bekommt man das Gerichtsurteil, das bestätigt, dass man weiblichen Geschlechts ist und Namen und Personenstand ändern kann.
Nun hat man eine Einsprachefrist (2-4 Wochen), die man einhalten muss, man kann nicht darauf verzichten. Anschliessend schickt man eine Bestätigung ans Gericht, dass man immer noch will und darauf bekommt man das rechtsgültige Urteil. Das Gericht weist dann den Heimatort an, die Daten im Computer zu ändern.
Sobald diese geändert sind, kann man im nächstbesten Passbüro oder Einwohnerkontrolle alle Ausweise bestellen, muss dabei einfach das Gerichtsurteil beilegen.
Es empfiehlt sich, zuerst den Führerschein zu machen, weil der nicht eingeschrieben kommt. Andernfalls hat man ein Problem, denn die neue Identitätskarte kommt auf den neuen Namen und nach dem kann man sich noch nicht ausweisen. Oder man schreibt jemandem eine zeitllich beschränkte Vollmacht zur Postabholung.
Hat man dann die Identitätskarte, kann man mit dieser in Kombination mit dem Gerichtsurteil Bankkonten, Kreditkarten und alles Andere problemlos ändern.