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Der neue Bondscoach Danny Blind hatte sich den Beginn seiner Mission, Holland als Nachfolge von Guus Hiddink in den vier verbleibenden Spielen an die EM-Endrunde zu führen, ganz anders vorgestellt. Im Heimspiel gegen Island, den überraschenden Leader der Gruppe A, brachten die Holländer wie schon beim 0:2 in Reykjavik kein Tor zustande. Schlimmer noch: Die Underdogs aus dem Norden fügten den Oranjes die erste Heimniederlage in einem EM-Qualifikationsspiel seit 52 Jahren zu. Damals, 1963, verloren die Holländer gegen den kleinen Nachbarn Luxemburg 1:2. Seither siegten sie bei neun Unentschieden 41 Mal.
Das Unheil für den früheren Verteidiger Blind und sein Team nahte schon in der ersten Halbzeit, als es noch 0:0 stand. Der wohl wichtigste Spieler Arjen Robben musste verletzt vom Platz gehen, und der gebürtige Portugiese Bruno Martins Indi, Verteidiger bei Porto, sah wegen einer als Tätlichkeit streng geahndeten Aktion die rote Karte.
Nach der Pause wirkten sich die beiden Nackenschläge gegen Holland bald aus. In der 50. Minute holte Basels Birkir Bjarnason im Duell mit Gregory van der Wiel einen Foulpenalty heraus, den Gylfi Sigurdsson mit etwas Glück zum Siegestor verwandelte.
Island und Tschechien sind den Holländern nunmehr um acht respektive sechs Punkte davongezogen, sodass sich Holland möglicherweise darauf wird konzentrieren müssen, die Qualifikation in den Barrage-Spielen der Gruppendritten sicherzustellen. Tschechien, bei dem Basels Verteidiger Marek Suchy durchspielte und Tomas Vaclik im Tor dem Routinier Petr Cech den Vortritt lassen musste, lag gegen Aussenseiter Kasachstan lange Zeit 0:1 zurück. Milan Skoda von Slavia Prag schoss dann aber in der Schlussphase zwei Tore innerhalb von 12 Minuten.
Gruppe H: Italien mit dem Minimum
Italien stand beim 1:0-Sieg in Florenz gegen Malta nahe an einer Blamage. Die Squadra azzurra hatte davor alle sieben Länderspiele gegen Malta zumeist sehr klar gewonnen, dies mit einem Torverhältnis von 20:2. Aber schon beim Hinspiel in Malta hatte ebenfalls nur ein mageres 1:0 herausgeschaut, obwohl die Italiener damals den grössten Teil des Spiels in Überzahl hatten spielen können.
In Florenz zogen sich die vom Italiener Pietro Ghedin trainierten Malteser an den eigenen Strafraum zurück, je länger der Match dauert. In der zweiten Halbzeit wirkten die Spieler von Coach Antonio Conte phasenweise hektisch und hilflos. Das Tor war denn in gewisser Weise ein Produkt des Zufalls. Graziano Pellé, Stürmer bei Southampton, verwertete eine Flanke aus kurzer Distanz mit der Hüfte.
Leader Kroatien erreichte auswärts gegen das längst abgeschlagene und ambitionslose Aserbaidschan nur gerade ein 0:0. Das ist deshalb besonders bemerkenswert, weil die Aseris von Robert Prosinecki gecoacht werden, einem aus der grossen kroatischen Generation der Neunzigerjahre. Prosinecki übernahm Aserbaidschans Nationalteam letzten Herbst mit null Punkten aus vier EM-Qualifikationsspielen. In den nunmehr drei Partien unter dem früheren Mittelfeldstar ist die bescheidene Mannschaft mit einem Sieg und zwei Remis ungeschlagen geblieben. Ob die beiden verlorenen Punkte Kroatien am Ende wehtun werden, wird sich weisen.
Gruppe B: Belgien gewinnt nach Rückstand
Belgiens Starensemble geriet in der Gruppe B daheim gegen Bosnien-Herzegowina durch einen Treffer des früheren Wolfsburger Stürmers Edin Dzeko früh in Rückstand. Aber noch in der ersten Halbzeit schaffte die Mannschaft von Marc Wilmots die Wende, und zwar durch zwei Spieler, die sich künftig in der englischen Meisterschaft bekämpfen werden: Marouane Fellaini, gebürtiger Marokkaner von Manchester United, erzielte den Ausgleich, Manchester Citys neuer Star Kevin De Bruyne unmittelbar vor der Pause das 2:1. Eine Viertelstunde vor dem Ende verwertete Eden Hazard einen Foulpenalty, den er selbst herausgeholt hatte.
Belgien bleibt aber drei Punkte hinter Leader Wales. Die Waliser siegten auf Zypern 1:0 und benötigen noch einen Sieg zur erstmaligen Endrunden-Teilnahme seit 1958. Das Tor erzielte Gareth Bale nach 82 Minuten. Mit seinem sechsten Treffer in der laufenden Qualifikation liegt er nur noch ein Tor hinter dem Polen Robert Lewandowski.
Zu Israels 4:0-Heimsieg über Andorra trug der von Beginn an spielende Goalgetter Munas Dabbur von den Grasshoppers das 4:0 mit einem Penalty bei. Es war die 38. Minute, in der restlichen Spielzeit fielen keine Tore mehr.