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Das Führen einer Häkelnadel ist gestisch verwandt mit dem Führen eines Farbstiftes. Den direkten und unverfälschten Ausdruck des Zeichnens wollte ich in plastische Arbeiten übersetzen. Das Häkeln ist eine Art des Modellierens, in der meine Hände denken.
Zunächst lasse ich Fragmente wachsen, die ich dann zu einem Ganzen zusammenfüge. Das Vorgehen ist explorativ und stark prozessorientiert. Die einzelnen Häkelmaschen sind wie Zellen, die sich aneinanderdrängen und einen Körper bilden. Die Formen sind organisch.
Die entstehenden Arbeiten nehmen Rücksicht auf die Bedingungen des menschlichen Körpers, Hals Arme Beine Rücken Brust Geschlecht. Seine Weichheit, die Verschieblichkeit seiner einzelnen Teile, die fortwährende Bewegung, in der er sich befindet, sein Gewicht, seine Unordnung und Asymmetrie.
Es gibt eine gesellschaftliche und soziale Erwartung, sich performativ zu einer Identität zu bekennen. Genau wie der menschliche Körper sind auch seine Haltungen und Gefühle undeutlich und veränderlich. Jedes Subjekt hat zu jedem Zeitpunkt die Erlaubnis, die Position im sozialen Koordinatensystem zu verändern. Damit sollen willkürliche Praktiken ausgehebelt werden, wie zum Beispiel jene, einen Körper als Mann ODER als Frau zu definieren. Sie bilden nicht die Natur ab, sondern eine soziale Ordnung.