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Didier Cuche hat das Weltcup-Double in Val Gardena um 18 Hundertstelsekunden knapp verpasst.
Der Neuenburger belegte einen Tag nach seinem Sieg im Super-G in der Abfahrt hinter dem Österreicher Michael Walchhofer Platz 2. Ambrosi Hoffmann wurde Fünfter.
Nach seiner Fahrt durfte Cuche mit Berechtigung darauf hoffen, als erst zweiter Fahrer nach Franz Klammer, der vor 31 Jahren zwei Abfahrten für sich entschieden hatte, in Val Gardena am gleichen Wochenende zwei Rennen zu gewinnen. Der Romand hatte nach seiner Fahrt die Konkurrenz gleich um 74 Hundertstel hinter sich gelassen.
Doch einer war an diesem Tag noch einen Tick besser: Michael Walchhofer. Der Weltmeister von 2003 verdiente sich seinen zweiten Saisonsieg nach jenem in Beaver Creek redlich. "Die ersten vier Fünftel meiner Fahrt waren nahezu perfekt", fand Walchhofer, der seinen 13. Weltcupsieg errang.
Walchhofer hatte auf der Saslong zwar 2004 den Super-G für sich entschieden, in der Abfahrt musste er sich aber viermal, nämlich 2001, 2002, 2003 und 2005, mit Platz 2 bescheiden.
Hervorragende Bilanz
"Auf dem oberen Teil war Walchhofer unschlagbar", anerkannte Didier Cuche, der mit einem brillanten Finish über die technisch schwierige Ciaslat-Wiese hinweg den Rückstand von 0,71 auf 0,18 reduzierte.
"Im oberen Teil befand ich mich nicht immer in der idealen Balance", analysierte Cuche seine Fahrt. "Dazu erwischte ich die Kurve vor dem Flachstück nicht optimal. Trotzdem bin ich mit der Bilanz der beiden Rennen in Val Gardena mehr als zufrieden."
Führung in Weltcup-Gesamtwertung als Trost
Walchhofer war der einzige Österreicher, der zu überzeugen vermochte. Der Zweitbeste aus dem ÖSV-Team war Klaus Kröll als Neunter.
Cuche seinerseits durfte sich mit der Führung in der Weltcup-Gesamtwertung trösten. Er liegt nun 12 Punkte vor dem bisher führenden Benjamin Raich. Der Pitztaler hatte auf den Start in der Abfahrt verzichtet.
Das Podest neben Walchhofer und Cuche komplettierte überraschend der Amerikaner Scott Macartney, der zuvor den 8. Platz vom vergangenen Dezember in Beaver Creek (USA) in der Abfahrt als Bestergebnis ausgewiesen hatte. Seine einzige Klassierung in den ersten drei hatte Macartney im Januar 2006 im Super-G in Garmisch erreicht.
2. Top-Ergebnis für Hoffmann
Der 5. Platz stellt für Ambrosi Hoffmann nach Rang 6 im Super-G in Lake Louise das zweite Top-Ergebnis des Winters dar. An die Saslong hatte Hoffmann unterschiedliche Erinnerungen. Vor zwei Jahren belegte er Platz 3 im Super-G, seine letzte Klassierung unter den ersten drei.
Im vergangenen Winter stürzte Hoffmann im Super-G, zog sich Prellungen am Rücken und eine leichte Gehirnerschütterung zu und musste hernach eine kurze Pause einlegen.
Breschen-Springer
Der Amerikaner Scott Macartney sprang mit seinem Coup für seine weit höher kotierten Landsleute in die Bresche. Bode Miller musste sich mit Rang 8 begnügen.
Noch schlimmer erging es Vorjahressieger Steven Nyman. Dessen Auftritt dauerte lediglich ein paar Sekunden. Nyman produzierte kurz nach dem Start eine veritable Bauchlandung.
Zu den Gestürzten zählte auch Silvan Zurbriggen. Für ihn ist die Saison bereits zu Ende. Im Spital von Bozen diagnostizierten die Ärzte einen Riss des vorderen und hinteren Kreuzbandes im linken Knie. Dazu beschädigte sich Zurbriggen auch den äusseren Meniskus.
Schweizer Damen-Hoffnungen nicht erfüllt
Die Weltcup-Abfahrt der Frauen in St. Moritz gewann die Schwedin Anja Pärson vor der Amerikanerin Lindsey Vonn und der Deutschen Maria Riesch. Beste Schweizerin war Fränzi Aufdenblatten als Fünfte.
Die Hoffnungen auf ein weiteres Schweizer Highlight, die nach den Bestzeiten von Nadia Styger und Fränzi Aufdenblatten in den beiden Trainings aufgekommen waren, erfüllten sich nicht ganz. Fränzi Aufdenblatten verpasste ihren dritten Podestplatz im Weltcup um gut drei Zehntel.
Lange Zeit hatte es nach einem weit besseren Abschneiden der einheimischen Fahrerinnen ausgesehen. Die mit der Nummer 1 gestartete Martina Schild hatte eine Zeit vorgelegt, welche die folgenden 14 Fahrerinnen allesamt nicht erreichten. Am nächsten, bis auf acht Hundertstel, war ihr Nadia Styger gekommen.
Doch danach wurden die Leistungen der beiden Schweizerinnen relativiert. Lindsey Vonn, die Gewinnerin der Abfahrt in Lake Louise, unterbot die Marke der Grindelwalderin gleich um 1,18 Sekunden. Martina Schild blieb schliesslich Rang 7, Nadia Styger wurde Neunte.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Klassement:
1. Michael Walchhofer (Ö) 1:56,70
2. Didier Cuche (Sz) 0,18 zurück
3. Scott Macartney (USA) 0,56
Weitere Schweizer:
5. Ambrosi Hoffmann
12. Didier Défago
19. Beni Hofer
26. Konrad Hari
28. Tobias Grünenfelder
38. Cornel Züger