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Die Zürcher Freilager AG wurde am 23. Juli 1923 auf Veranlassung der Zürcher Handelskammer gegründet und hat eine aussergewöhnliche Geschichte hinter sich. Ursprünglich wurde sie gegründet, um als Zollfreilager Lagerflächen für die Zwischenlagerung von Gütern zur Verfügung zu stellen, die erst einmal unverzollt (also ohne die Entrichtung von Zöllen / Zollabgaben) in die Schweiz importiert wurden. Heute ist die Gesellschaft vor allem zu einem Immobilienunternehmen geworden, da die meisten Lagergebäude verschwunden sind und stattdessen Wohnungen gebaut wurden. Dieser Wandel soll in einem Bildband zum 100-jährigen Bestehen der Zürcher Freilager AG dokumentiert werden, der noch vor dem Jahresende erscheinen soll.
Da der Freihandel und damit das Aufkommen von umfassenden Freihandelsabkommen mit entsprechendem Zollabbau in den letzten 40 Jahren stark zugenommen haben, kennen viele die Funktion von Zollfreilagern gar nicht mehr. Diese sind eng verknüpft mit dem Aufkommen des Protektionismus in Form von Zöllen, vor allem nach dem Ersten Weltkrieg.
Zu einer Zeit, als noch hohe Zölle auf praktisch allen Gütern erhoben wurden, erleichterten Zollfreilager den Handel. Sie erlaubten dem Importeur, Produkte zu importieren und einzulagern, ohne vorerst die Zollabgaben zu errichten. Diese wurden erst fällig und mussten bezahlt werden, wenn die Waren final in die Schweiz importiert wurden, und diese auch nur für den eingeführten Teil. Den Rest konnten die Firmen wieder ohne Zollabgaben exportieren. Ebenfalls war es in Freilagern erlaubt, die Waren umzupacken, neu zu stückeln und sie Kunden zu präsentieren. Dies alles, ohne Zölle bezahlt zu haben.
Ein Zollfreilager war ein Umschlagplatz unter Behördenbeobachtung, denn normalerweise will ein Staat beim Import von Gütern sofort Abgaben kassieren (Zölle und MWST). Die Zürcher Freilager AG 1927 baute in der damals noch eigenständigen Gemeinde Albisrieden erste Hallen mit Gleisanschluss. Diese waren mit einem zwei Meter hohen Drahtzaun abgesperrt und der Zugang erfolgte durch eine Zollschranke. Anfänglich nutzten sie vor allem die Textilindustrie für den Transithandel und auch der Import von Autos wurde darüber abgewickelt. Später wurden dann meterweise aufgestapelte Orientteppiche gelagert. Im Jahre 1960 eröffnete die Freilager AG im Zürcher Flughafen einen zweiten Standort und baute den Embraport in der Gemeinde Embrach auf.
Als die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) 2014 feststellte, dass Freilager mit der Lagerung hochwertiger Waren (wie z.B. Edelmetallen) auch eine Rolle in Form einer Art Vermögensverwaltung übernähmen, erliess der Bundesrat strengere Regeln. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, an dem das ursprüngliche Geschäft vor allem in Zürich stark an Bedeutung verloren hatte. Deshalb wurde dieser Standort in der Folge zu einem Wohnquartier umgebaut. Auch wenn am Standort Embraport nach wie vor ein Gebäude als Zollfreilager dient, ist die Firma heute vor allem ein Immobilienunternehmen.