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[26-06-2013] Welches Format soll für die Rettungsdigitalisierung von Rollfilmen gewählt werden?
Es gibt zwei Wege, um analogen Film zu digitalisieren:
Im ersten Fall wird in einem Filmabtaster (FAT oder Telecine) der analoge Film gelesen und in ein Videosignal (NTSC or PAL) umgewandelt; anschliessend wird dieses Videosignal in einem gewählten digitalen Videoformat gespeichert. Bei diesem Weg ist 8- oder 10-Bit-Sampling sinnvoll, mehr Information ist im Videosignal nicht enthalten. Dieses Verfahren wurde bis vor kurzem in den Fernsehstudios angewendet und ist recht günstig. Siehe dazu beispielsweise https://en.wikipedia.org/wiki/Spirit_DataCine.
Beim aufwändigeren Retrodigitalisieren mit einem Filmscanner hingegen wird in der Regel jedes einzelne Bild gescannt und im Prinzip als TIFF gespeichert. Hier sind 8- oder 16-Bits/Sample möglich und üblich. Das ist die luxuriöseste und speicherintensivste Variante, sie erlaubt die technische Nachbearbeitung zu einem späteren Zeitpunkt. Die Qualität ist besser und der Film wird bei der Verarbeitung geschont. Zum Abspielen müssen die Bilder in ein Videoformat umgewandelt werden. Siehe beispielsweise http://www.lasergraphics.com/director-features.html.
Wenn das Ausgangssignal Video ist, schlagen wir deshalb im KaD als Archivformat Uncompressed Video mit 4:2:2 Chroma Subsampling und ein 8- oder 10-Bit-Sampling vor. Mehr Information ist im ersten Fall nicht aus dem Signal zu gewinnen. Beim Filmscannen hingegen können höhere Qualitäten, also auch 4:2:2 Chroma subsampling und 16 Bits/Sample erreicht werden. Als Containerformat kann AVI oder MOV gewählt werden. Zu bedenken ist, dass sehr grosse Datenmengen anfallen, ungefähr 1 GB pro Minute Film. Für eine Gebrauchs- bzw. Zugangskopie empfiehlt sich MPEG-2 (DVD-Format) oder MPEG-4.
Alternativ ist die Möglichkeit einer analogen Sicherungskopie zu erwägen. Was dafür spricht, ist die kostengünstige Langzeitspeicherung.