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In Wie verhext schlüpfen die Spieler in immer neue Rollen, um einerseits Zutaten zu sammeln und andererseits aus diesen Tränke zu brauen. Dumm ist nur, dass die anderen Spieler dieselben Rollen übernehmen wollen und nur einer die entsprechende Aktion auch ausführen kann.
Jeder Spieler hat zwölf Charakterkarten zur Verfügung, mit denen er Aktionen durchführen kann. Zu Beginn einer Runde muss jeder Spieler fünf solcher Karten auswählen. Dann beginnt der Startspieler. Er wählt eine seiner fünf Charakterkarten aus und liest die entsprechende Aktion vor: "Ich bin der Wolfshüter und möchte meinem Meister 3 x "Wolfsblut" besorgen." Nun muss reihum jeder Spieler ebendiesen Wolfshüter ausspielen, sofern man ihn denn auf der Hand hat. Dabei hat man zwei Möglichkeiten: Entweder behauptet man, selber der Wolfshüter zu sein, wodurch der bisherige Wolfshüter als Doppelgänger entlarvt wird und seine Aktion verliert, oder aber man benutzt die alternative Aktion der Charakterkarte: "So sei es. Aber ich besorge meinem Meister zuvor 1 x Wolfsblut." Man kann also entweder auf die Hauptaktion setzen, mit dem Risiko, dass sie einer der nachfolgenden Spieler wegschnappt, oder man begnügt sich mit der Zweitaktion, die zwar weniger attraktiv, dafür aber sicher ist.
Die anderen Charakterkarten funktionieren genau gleich: Als Hauptaktion erhält man Zutaten, braut Tränke, erhält Gold oder bestielt die Mitspieler, als Zweitaktion werden die Tränke teurer oder die Einkünfte weniger ergiebig.
Dieser Spielmechanismus ist so einfach wie genial. Eigentlich möchte ich aus jeder meiner Charakterkarten das Maximum herausholen und die Hauptaktion durchführen. Oftmals ist es aber besser, etwas kürzerzutreten und die Zweitaktion zu wählen. Der Startspieler hat diese Auswahl als einziger nicht. Er muss die Hauptaktion der ausgewählten Karte ansagen und kann diese nur ausführen, wenn kein anderer Spieler dieselbe Karte auf der Hand hat, oder aber wenn keiner sich für die Hauptaktion entschliesst - aus Angst, dass sie vom nachfolgenden Spieler abgeluchst wird, oder weil man nicht neuer Startspieler werden will. Denn wer eine Hauptaktion ausführen kann, muss die nächste Charakterkarte auswählen und ausspielen.
Ob ich eine Hauptaktion durchführen kann, lässt sich mitunter auch abschätzen: Brauchen die nachfolgenden Spieler noch Schlangengift, haben sie genügend Gold, verfügen sie über die notwendigen Zutaten, um einen Zaubertrank zu brauen? Wer die anderen Spieler gut im Auge behält, kann oftmals seine Charakterkarten so auswählen, dass er die Konkurrenz um die Aktionen tief halten kann.
Wie verhext ist eine wunderbare Mischung aus Bluffen, Pokern und strategischen Elementen, die sich sehr locker spielt und dennoch dem hohen Niveau der Alea-Linie treu bleibt. -cb
|vorbestellen:||Wie verhext! von Andreas Pelikan (Alea), für 3-5 Spieler, ab 9 Jahren, Spieldauer ca. 45 Min - SFr 25.00|