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Die Entwicklung der Liposuction
Bereits vor 100 Jahren übte man sich daran, Fett dauerhaft zu entfernen, allerdings mit sehr mässigen Ergebnissen. Über grosse Hautschnitte, welche natürlich extreme Narben verursachten, wurde das Fettgewebe herausgeschnitten. Es kam häufig zu massiven Infektionen und zu Blutungen. 1921 führte der französische Chirurg Durjarrier bei einer Balletttänzerin eine „Entfettung“ der gut gepolsterten Knieinnenseiten und Waden durch. Das Ergebnis war ein Desaster, später musste das Bein amputiert werden. In der sogenannten Entfettungsoperation kamen die ersten Fortschritte 1964 durch den brasilianischen Chirurgen Pitanguy. Allerdings verblieben auch bei seiner Technik lange und sichtbare Narben. Anfangs der 60-er Jahre stellte der deutsche Chirurg Schrudde die „Lipo-Exeresis“ vor. Er entfernte Fett durch kleine Schnitte mit einer speziellen Curette. Hoher Blutverlust, Infektionen und hängende Hautlappen waren nicht auszuschliessen.
Erst 1975 hatten die Italienischen Gynäkologen Arpad und Giorgio Fischer die Idee, Fett einfach abzusaugen. Sie entwickelten eine motorisierte Saugkanüle mit einem sich drehenden Schneideblatt direkt hinter der Kanülenöffnung. Die Operationsergebnisse waren allerdings unbefriedigend: Komplikationen wie Blutungen, Dellen und Wundwasseransammlungen wurden beschrieben. Der wirkliche Durchbruch gelang erst dem französischen Arzt Illouz. Er kombinierte die Saugmaschine mit stumpferen und feineren Kanülen, um Fett zu entfernen. Komplikationen wie hohe Blutverluste machten jedoch die Fettabsaugung noch risikoreich.
Dr. P. Fournier, Pionier der modernen Liposuction
Dr. Pierre Fournier, einem französischer Chirurg, kommt das Verdienst zu, die Technik der modernen Liposculpture bzw. Liposuction weiterentwickelt zu haben: er beobachtete, dass eine zuvor in das Gewebe eingebrachte Kochsalzlösung das Absaugen enorm erleichterte. 1985 ging Fournier von der maschinellen Absaugtechnik auf die manuelle Methode über: in einer Spritze wird ein Unterdruck aufgebaut, durch eine aufgesetzte Kanüle wird das Fett abgesogen. Fournier verbesserte die Ergebnisse durch die Einführung dünnerer Kanülen und eine subtilere Absaugtechnik, die sogenannte Criss-Cross-Technik (fächerförmiges Absaugen). Damit ermöglichte er eine gezieltere und individuellere Modellierung. Erst als 1985 der amerikanische Hautarzt Klein die von Fournier vorgeschlagene Dosierung des Anästhesiemittels (Lidocain) und des blutgefässverengenden Medikamentes (Adrenalin) in der Kochsalzlösung entscheidend erhöhte, trat das Verfahren der Fettabsaugung seinen Siegeszug um die Welt an. Diese als Tumeszenztechnik benannte Fettabsaugung etablierte sich weltweit.
Liposuction mit Gynäkologie-Instrumenten
In den 1970-er Jahren kam die für die Gebärmutter-Curettage verwendete Karman-Saugmaschine zum Einsatz. Die groben und scharfkantigen Instrumente führten aber oft zu Komplikationen wie Infektionen, Blutungen oder unschönen Ergebnissen.