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Vergangene Veranstaltungen
Hier finden Sie vergangene Veranstaltungen in Zusammenhang mit dem Kooperationsprojekt Musikwissen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahmen die spieltechnischen Anforderung an die Interpret*innen Neuer Musik massiv zu. Diese Entwicklung mündete auch in technisch unspielbaren Werken, an denen die Interpret*in nur mehr oder weniger gut scheitern kann. Um diesen Widerspruch zwischen dem, was von der Komponist*in als Werk notiert wurde, und dem, was von den Interpret*innen tatsächlich verwirklicht werden kann, ging es im Workshop. Einerseits entwickelten Interpret*innen dadurch neue spieltechnische Ansätze, eigene interpretatorische Zugänge und analytische oder theoretische Einsichten, andererseits zwingt dieser Widerspruch auch die musikwissenschaftliche Analyse, die noch immer meistens von dem Notierten als gleichbedeutend mit «Werk» ausgeht, zu neuen methodischen Ansätzen. Wie gehen Interpret*innen kreativ mit unaufführbaren Werken um? Wie kann man analytisch mit unspielbaren Partituren umgehen? Und können unspielbare Werke sogar zu einer neuen interpretatorischen Freiheit führen?
Im Workshop wurden im engen Austausch zwischen Musikwissenschaft, Interpretations- und Kompositionspraxis diese und verwandte Fragen diskutiert. Als Gäste waren der Komponist Wieland Hoban, der sich ausführlich mit dem Komponisten Klaus K. Hübler auseinandergesetzt hat, der Pianist und Musikwissenschaftler Pavlos Antoniadis, der durch die Arbeit mit überkomplexen Werken seine Methode der verkörperten Navigation entwickelte, der Pianist und Dirigent Jürg Henneberger, der in seiner Funktion als Leiter des Ensemble Phoenix regelmässig mit (beinahe) unspielbarer Musik zu tun hat, und die Musikwissenschaftlerin und Sängerin Anne-May Krüger, die sich in ihrer Dissertation ausführlich mit der Zusammenarbeit von Sänger*innen und Komponist*innen beschäftigt hat, eingeladen.
Am Dienstagabend, 4. Mai 2021, 19:15-20:45 Uhr, hielt Wieland Hoban einen Vortrag unter dem Titel "Aufspaltung von Innen. Parametrische Polyphonie in der Musik von Klaus K. Hübler und anderen". Der Vortrag fand in Zusammenarbeit mit dem Colloquium 48 statt.
Das Programm des Workshops vom 5. Mai 2021, 9:30–17:00 Uhr finden Sie im Folgenden:
9:30 – Begrüssung und methodische Vorbemerkungen von Jaronas Scheurer: Was ist unaufführbare Musik?
10:00 – Input Pavlos Antoniadis: Intelligence and spirit in contemporary piano performance: On the multiple senses of touch in Klaus K. Hübler’s Sonetto LXXXIII del Michelangelo and in Wieland Hoban’s when the panting STARTS
10:30 – Diskussion
11:30 – Input Jürg Henneberger: Rhythmische Polyphonie bei Karlheinz Stockhausens Klavierstücke I-IV
12:00 – Diskussion
12:30 – Mittagspause
14:00 – Input Wieland Hoban: Zu Klaus K. Hüblers Cello-Solo Opus breve – ein ästhetisches Drama
14:30 – Diskussion
15:30 – Input Anne-May Krüger: „I can’t be bothered. The piece is there, Hart is not.”
16:00–17:00 – Abschlussdiskussion
Prof. Dr. Claudia Mareis ist Designerin sowie Design- und Kulturwissenschaftlerin. Seit 2013 ist sie Professorin für Designtheorie und -forschung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel. Sie ist die Leiterin des Instituts Experimentelle Design- und Medienkulturen IXDM und die Gründerin des dazugehörigen Critical Media Lab. Seit 2019 ist sie zudem Sprecherin des Exzellenz-Clusters «Matters of Activity. Image Space Material» an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Am Dienstag, 3. Dezember 2019 um 19:00 Uhrhielt Prof. Dr. Claudia Mareis im Rahmen des colloquium 48 im Vortragssaal 6-301 der Hochschule für Musik / Klassik (Leonhardsstrasse 6, 4051 Basel) einen Vortrag zum Thema «Creative Problem-solving. Zur Geschichte und Kritik kreativitätsmethodischer Praxis».
Am Mittwoch, 4. Dezember 2019 um 10:15 Uhr fand im Vortragssaal des Musikwissenschaftlichen Seminar (Petersgraben 27, 4051 Basel) ein Kolloquium statt, im Rahmen dessen Prof. Dr. Claudia Mareis ebenfalls referiert.
Prof. Dr. Tom Beghin ist Pianist und künstlerischer Forscher und wurde für seine Eloquenz und Originalität gelobt. Seine zahlreichen Publikationen reichen von einer Monographie über und einer Gesamteinspielung von Joseph Haydns Klavierwerken (The Virtual Haydn, 2009/15) bis hin zu Inside the Hearing Machine (2017), einer multimedialen Publikation über Beethovens späte Klaviersonaten und die Perspektive der Schwerhörigkeit. Beghin ist Absolvent des HIP-Doktorandenprogramms an der Cornell University und war Professor an der University of California in Los Angeles und der McGill University (Montreal). Derzeit ist er Hauptforscher des Forschungsclusters Declassifying the Classics am Orpheus Institute in Gent, Belgien, das sich mit den Schnittmengen historischer Technologien und Leistungen beschäftigt.
Am 15. Mai 2019 hielt Tom Beghin ein Gastreferat mit dem Titel "Beethoven’s Erard: A Tale of Ambition and Frustration" im Studio Eckenstein der Hochschule für Musik / Schola Cantorum Basiliensis.
Dr. Thomas Glaser ist Senior Scientist an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz in dem durch den österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt Performing, Experiencing and Theorizing Augmented Listening (PETAL), hat Lehraufträge in Graz und Wien und Stipendiate der Paul Sacher Stiftung, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Stadt Wien.
Am 17. April 2019 hielt Dr. Thomas Glaser ein Gastreferat mit dem Titel «[D]ie Rehabilitierung des Stücks als Musik» – Beethovens Violinkonzert als Modellfall einer ‹werkgerechten› Interpretation bei René Leibowitz und Rudolf Kolisch ein.
Die Veranstaltung fand von 14:15-16:00 Uhr im Vortragssaal des Musikwissenschaftlichen Seminares der Universität Basel statt.
John Rink ist Professor für Musical Performance Studies an der Cambridge Faculty of Music und Fellow und Studienleiter der Musik-Abteilung am St John's College.
Am 19. März 2019 leitete John Rink ein Interpretationsforum mit dem Thema «Rehearing Chopin’s Works with Orchestra» im Rahmen des Kooperationsprojektes Musikwissen.
Die Veranstaltung fand im Vortragssaal 6-301 im Hauptgebäude der Hochschule für Musik / Klassik um 19:00 statt.
Am 20. März folgten zwei Veranstaltungenzum Thema «Performance Studies».
Von 10:00-12:00 Uhr fand im Vortragssaal 6-301 der Hochschule für Musik / Klassik eine Referat mit dem Titel «From Performance to Performance Studies» statt, gefolgt von einem Kolloquium mit dem Titel «Playing with Structure: The Performance of Musical Analysis» im Vortragssaal des Musikwissenschaftlichen Seminares der Universität Basel von 14:00–16:00 Uhr.
Dr. Thomas Gartmann leitet seit 2012 die Abteilung Forschung an der Hochschule der Künste Bern und ist Leiter der Graduate School of the Arts (Bern).
Der Vortrag richtete sich an Doktorierende der Hochschule für Musik FHNW und der Universität Basel sowie Masterstudierende, die sich für eine Promotion im Rahmen des Kooperationsprojektes«Musikwissen» interessieren.
Die Veranstaltung fand im Vortragssaal des Musikwissenschaftlichen Seminares am 21.11.2018 um 14:15 statt.