Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03264.jsonl.gz/1249

Die Metropole ist wie viele Städte eine römische Gründung. Im Jahre 43 v. Chr. erkennt der römische Senat die Existenz von Lugdunum offiziell an. Von da an entwickelte sich eine weitreichende gallo-römische Stadt auf dem Hügel von Fourvière. Ein gut erhaltenes Amphitheater, das älteste von Frankreich, mit 10'000 Plätzen kann heute noch besucht werden.
Mit seiner günstigen Lage zwischen zwei Hügeln am Zusammenfluss von Saône und Rhone wurde Lyon zu einem strategisch wichtigen Knoten und zur Drehscheibe für Menschen, Waren und Ideen. Lyon ist die eigentliche Pforte des Nordens zum Süden. Am Fusse von Fourvière liegt das Altstadtviertel Vieux Lyon, das sich entlang der Saône erstreckt. Mit einer Fläche von 25ha ist es nach Venedig das zweitgrösste erhalten gebliebene Renaissanceviertel.
Im späten Mittelalter prägte die Seidenweberei das wirtschftliche Leben der Stadt. Die Seidenweber, nach ihren Weberschiffchen "Canuts" genannt, liessen sich auf dem Hügel Croix-Rousse auf der anderen Seite der Saône nieder. Am Fusse dieses Hügels erstreckt sich der Kern der Altstadt auf einer Halbinsel zwischen Saône und Rhone vom Place des Terraux, dem Musée des Beaux-Arts, der vom Stararchitekten Jean Nouvel 1993 neu gesteateten Opéra, über den Place Bellecourt bis zur Abteikirche Saint-Martin d'Ainay.
Das reiche und intensive Kulturleben verleiht Lyon auch seine spezielle "Art de Vivre": Die Oper, zwei Nationalorchester, die Tanzbühne Maison de la Danse, das Célestins-Theater, 27 Museen, beispielsweise das Schloss der Brüder Lumière, die 1895 den Kinematographen erfanden, die Aufzählung ist unvollständig, zeugt aber von der kulturellen Vielfalt.
Und dann ist da natürlich auch die Begeisterung für eine Küche gemeint, welche weltweites Renommee erlangt hat. Von den grossen Küchenchefs wie Bocuse und Lacombe bis zu den kleinen "Bouchons" - typischen Lyoner Bistros - sie alle partizieren nicht nur die gastonomische Kunst, sondern pflegen auch eine Gesellgikeit zu Tisch, die für Lyon typisch ist. Es kann ja wohl kein Zufall sein, dass Lyon die kulinarische Hauptstadt Frankreichs genannt wird. Eben so wenig erstaunt deshalb, dass Lyon 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.
Dann wären da auch die vielen Grünanlagen in und um die Altstadt zu erwähnen, von denen der Botanische Garten mit dem angrenzenden Zoo die grösste ist. Grünflächen, die man benutzen darf, hier heisst es nicht "Betreten verboten"!