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Chemie
|Materie ist um uns und in uns - wir selbst und das bekannte Universum bestehen aus Materie und Energie. Doch manchmal hindert uns gerade die Unmittelbarkeit und Allgegenwart der Materie daran, dieses Thema gebührend zu betrachten. Man sieht sozusagen "den Wald vor lauter Bäumen nicht". Das Grundlagenfach Chemie am Gymnasium wird den Blick auf diese Bäume und den ganzen Rest der materiellen Welt lenken. Das Interesse daran, wie die Natur beschaffen ist, "was die Welt im Innersten zusammenhält" (Goethe, Faust) steckt in jedem Menschen.

Wir Chemielehrkräfte haben es zu unserem Beruf gemacht den GymnasiastInnen eben diese faszinierende Welt aus Sicht eines Chemikers darzulegen, ohne die anspruchsvollen Bildungsziele des kantonalen Lehrplans des Kantons Bern aus dem Blickfeld zu lassen.
|Um Schwierigkeiten mit Erscheinungen in sehr kleinen oder sehr grossen Dimensionen zu begegnen, greifen wir oft auf Modelle zurück, die wir gedanklich in gewohnten Grössenordnungen transformieren. Es wäre natürlich falsch, würde man z.B. ein Kugelmodell der Atomhülle mit der Atomhülle selbst verwechseln. Jede Theorie und erst recht jedes einfache Modell abstrahiert bestimmte Eigenschaften der Natur und hat daher stets nur einen begrenzten Gültigkeitsbereich. Die Wahl des passenden Modells ist abhängig von der Ebene der Erklärung, die man anstrebt und vom Gültigkeitsbereich der jeweiligen Modelle. So gesehen, hat ein Tennisball ebenso Berechtigung, in bestimmten Situationen als Atommodell herangezogen zu werden, wie etwa das Bohrsche Atommodell mit seinen Elektronenbahnen oder das heute bevorzugte, auf der Quantentheorie basierende, Orbitalmodell.|