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Was ist ein Meniskus?
Der Meniskus ist eine halbmondförmige knorpelige Struktur, welcher als Puffer zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Unterschenkelknochen lokalisiert ist. Er bewirkt eine Gleitfunktion, wenn das Knie gebaut wird und gleitet zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Somit kann die Funktion des Meniskus mit der eines Stossdämpfers verglichen werden. Er reduziert die Kräfte, die auf den unter dem Meniskus liegenden Gelenkknorpel ausgeübt werden. In jedem Kniegelenk gibt es zwei Menisken, einen Aussenmeniskus und einen Innenmeniskus. Bei jeder Kniebewegung verschieben sich auch die Menisken zwischen den Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkelknochens. Zusätzlich zu der Funktion als Puffer haben die Menisken somit auch eine gelenkstabilisierende Wirkung.
Wodurch kommt es zu einer Verletzung des Meniskus?
Typisch ist beim jungen, sportlich aktiven Menschen eine akute Dreh- oder Stossbewegung, die dazu führt, dass der Oberschenkelknochen eine Druckbelastung auf den Unterschenkel ausübt und den dazwischen befindlichen Meniskus quetscht. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem natürlichen Verschleiss der Menisken. Dieser Verschleiss kann, je nach sportlicher Aktvität, bereits in der Regel ab dem 30. Lebensjahr beginnen. Der Verschleiss ist meist die Grundlage für einen plötzlichen Meniskuseinriss bei sportlich aktiven Patienten ab 35 oder 40. Die Meniskuseinrisse treten dann typischerweise beim Sport, oder aber bei sonstigen plötzlich falschen Bewegungen auf. Somit ist die eigentliche Ursache eines Meniskusrisses weniger in dem auslösenden Unfallmechanismus zu sehen, sondern vielmehr in dem verschleissbedingten Zustand des Meniskus. Meist kommt es zu einem Meniskusriss, wenn bei feststehendem Fuss im Oberkörper eine Rotation erfolgt.
Wie äussert sich eine Verletzung des Meniskus?
Meist bemerkt man einen akuten Schmerz im Kniegelenk. Ist der Innenmeniskus betroffen, tritt der Schmerz typischerweise eher innen auf, während der Schmerz bei betroffenem Aussenmeniskus eher an der Aussenseite lokalisiert ist. Ein akuter Meniskuseinriss kann häufig auch mit Schwellungszuständen des Kniegelenkes verbunden sein, da es zu Einblutungen in das Kniegelenk kommt. Gelegentlich kann ein Meniskusriss auch mit einer Einklemmung verbunden sein. Dann kann das Kniegelenk aufgrund von mobilen, losgelösten Meniskusteilen bzw. eingeklemmten Meniskusteilen nicht mehr normal bewegt werden.
Wie wird eine Verletzung des Meniskus festgestellt?
Eine Vielzahl von klinischen Tests kann durch den Kniespezialisten angewendet werden. Bei unsicherer Diagnose wird zusätzlich eine Kernspin-Untersuchung (MRI) des Kniegelenkes durchgeführt. Hier können neben dem genauen Ausmass des Meniskusschadens noch weitere Begleitverletzungen des Kniegelenkes diagnostiziert werden.
Wie wird eine Verletzung des Meniskus behandelt?
Ein Meniskusriss heilt in der Regel nicht von selbst. Lediglich kleinere, degenerative Einrisse können zunächst konservativ behandelt werden. Beim akuten Meniskusriss ist jedoch mit einer Selbstheilung nicht zu rechnen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass ein vorhandener Meniskusriss durch die ständige Belastung im Alltag zunimmt. Deshalb ist die Indikation zu einer arthroskopischen Operation (Schlüsselbeinloch-Chirurgie) grosszügig zu stellen. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation wird vor allem aufgrund des klinischen Beschwerdebildes und der klinischen Untersuchung, gegebenenfalls in Ergänzung mit dem MR-Befund, gestellt.
Kniegelenks-Spiegelung (Arthroskopie):
Befund bei einer Kniegelenks-Spiegelung (Arthroskopie):
Ausgedehnter Längsriss im Innenmeniskus
Was geschieht bei der operativen Versorgung einer Meniskus-Verletzung?
Ziel ist es immer, so wenig Meniskusgewebe wie notwendig zu entfernen. Allerdings besteht das Problem, dass Meniskusgewebe in den meisten Zonen eine ganz schlechte Heilungstendenz hat. Liegt ein Riss allerdings in einer Zone vor, in der mit einer Heilung zu rechnen ist, wird der Meniskus genäht. Diese Naht muss dann durch eine mehrwöchige postoperative Entlastungsphase geschont werden. Allerdings sind nur etwa 10% aller Meniskusrisse nahtfähig.
In etwa 90% der Meniskusrisse ist der Riss nicht nahtfähig. Dann muss der geschädigte Meniskus-Anteil entfernt werden. Dies geschieht so sparsamen wie möglich, um das verbliebene Meniskusrestgewebe so gross wie möglich zu halten. Bei der Resektion erfolgt somit nur die Resektion des eingerissenen bzw. ausgefransten Bezirkes, während in der Regel der Grossteil des Meniskus belassen wird. Je mehr Meniskusgewebe entfernt werden muss, desto mehr Puffer fehlt dem Kniegelenk. Dies wiederum bedeutet ein höheres Risiko für das Auftreten eines späteren Kniegelenkverschleisses (Arthrose).
Wird Meniskusgewebe entfernt, ist die postoperative Nachbehandlungsphase im Gegensatz zur Meniskusnaht deutlich kürzer. Der Patient kann in der Regel rasch sein Kniegelenk wieder normal bewegen und belasten. Im Gegensatz dazu ist bei der Meniskusnaht eine längere Entlastungsphase und Einschränkung der Beugung erforderlich.
Bilder von der Kniegelenks-Spiegelung (Arthroskopie):
1. Meniskuseinriss: Teilentfernung des Meniskus
2. Meniskuseinriss: Naht mit unterschiedlichen Verfahren, z.B. mit Meniskusdarts.