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Development and Cooperation: how to manage a Development Aid Project
“Wo Europa liegt? Nahe bei der Schweiz!” (Martin Gerhard Reisenberg, Autor)
Bericht über das erste Treffen in Brühl (D)
vom 23. – 28. November 2014
Die Kantonsschule Musegg Erasmus+-Projekt nimmt mit dem Status eines Partnerlandes am Erasmus-Projekt „Development and Cooperation” mit drei europäischen Partnern aus Brühl (D), Binissalem (E) und Kunice (P) teil, mit denen wir bereits ein früheres Comenius-Projekt („Migration“) durchgeführt haben.
Ziel dieses zwei Jahre dauernden Projekts ist es, die Strukturen des Welthandels (besser) zu verstehen und am Ende ein gemeinsames Fairtrade-Projekt zu entwickeln und dessen Vertrieb in den vier Ländern zu organisieren.
Die erste Projektwoche hatte zum Ziel, dass sich die 66 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus den vier Ländern kennenlernten und mit dem Thema vertraut machten.
Am Montag wurden wir von Professor Bliss vom Institut für Ethnologie der Universität Hamburg durch ein kurzes Referat in das Thema „Entwicklungshilfe“ eingeführt. Er selber leitet regelmässig Entwicklungsprojekte in verschiedenen Entwicklungsländern, u.a. im Tschad, wo er Wasserpumpen installieren lässt, und ist somit ein profunder Kenner auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe. Im Anschluss daran lernten die Teilnehmenden in multinationalen Arbeitsgruppen unterschiedliche Ansätze in verschiedenen Entwicklungsländern kennen. Es wurden Nothilfeprojekte wie das auf den Philippinen vorgestellt, wo ein Taifun die gesamte Infrastruktur vernichtet hatte und nun mit Hilfe von Privatpersonen die Dorfschule wieder aufgebaut wurde. Daneben wurden langfristige Entwicklungsprojekte vorgestellt: Professor Bliss berichtete in seiner Gruppe über das Wasserpumpenprojekt im Tschad, David aus Ghana über die Arbeit der katholischen Organisation Don Bosco, die dort Schulen für Strassenkinder aufgebaut hat, und eine Geografielehrerin aus der Gesamtschule Brühl präsentierte das Schulprojekt unseres deutschen Partners in Tuum (Kenia), das seit 2002 den Bau einer Dorfschule geplant und realisiert hat und diese 2015 in die Autonomie entlassen wird.
In zwei Planspielen des Politischen Arbeitskreises Schule lernten die Projektteilnehmenden am Dienstag die Funktionsweise des Kaffeeanbaus und –exports am Beispiel eines Landes in Mittelamerika kennen. Sie konnten durch die eigenen Rollen wie Landarbeiter, Grossgrundbesitzer, (korrupte) Polizisten oder Händler die Handelsstrukturen besser verstehen und daneben Probleme wie Inflation, Korruption oder illegale Preisabsprachen und deren Konsequenzen auf die Betroffenen im Spiel selber erfahren. Am Ende des Planspiels wurden die Verhaltensweisen/Rollen von den Schülerinnen und Schülern reflektiert und mögliche Lösungen (z.B. Bildung von Kooperativen) diskutiert.
Das zweite Planspiel, ein Brückenbauprojekt in Afrika, zeigte die für viele Entwicklungsprojekte typischen Probleme auf: Experten aus einem westlichen Land wollen mit Hilfe der Bewohner des afrikanischen Landes eine Brücke bauen, scheitern aber zunächst an den für sie unbekannten Traditionen und Verhaltensweisen. Dieses Planspiel zeigte in beeindruckender Weise, wie Missverständnisse und Konflikte zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen aufgrund von Ignoranz des Anderen Entwicklungsprojekte bremsen/zerstören können.
Ein Höhepunkt der Woche war die Fahrt nach Brüssel am Mittwoch: Im Parlamentarium, einem im Jahre 2011 eröffneten Museum beim Europäischen Parlament, wurden die Entstehung der EU sowie ihre heutigen Aufgaben erklärt. Ein überzeugendes museumspädagogisches Konzept erlaubt es den Besuchern, mit Hilfe unterschiedlicher Medien den Besuch sehr anregend und abwechslungsreich zu gestalten.
Der Besuch des Europäischen Parlaments und des beeindruckenden Plenarsaals rundete unseren Aufenthalt in Brüssel ab.
Am Ende der Woche wurden die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines konsumkritischen Spaziergangs „Kölle global“ über die Herstellung von Handys und Textilien aufgeklärt. So wurde ihnen das Konsumverhalten unserer Gesellschaft vor Augen geführt. Zum Abschluss wurde der Fairtradehandel am Beispiel des Bananenanbaus und –handels vorgestellt.
In multinationalen Gruppen bereiteten die Teilnehmenden am Ende der Woche eine grosse Präsentation in Form von Postern, Rollenspielen und einem Film vor, die sie am Freitag Abend der gesamten Projektgruppe, Vertretern der Schule und interessierten Eltern präsentierten. Mit einer Fairtrade-Party mit vielen Köstlichkeiten endete unser erstes Treffen.
Im März 2015 wird die Arbeit mit unseren Partnerschulen in Binissalem auf Mallorca fortgesetzt werden, wo jede Schule ein mögliches Fairtrade-Projekt vorstellt, das in der Projektgruppe diskutiert und bewertet werden wird.
Unsere Schülerinnen freuen sich bereits jetzt auf das Wiedersehen mit ihren europäischen Kollegen, die zum Teil schon Freunde geworden sind. Wir sind zuversichtlich, dass die Verständigung auf Englisch (die Arbeitssprache während des Projekts), die zu Beginn noch nicht ganz reibungslos bei allen funktionierte, immer besser gelingen wird.
Hier die Eindrücke unserer Schülerinnen:
Während unseres Aufenthalts in Brühl wurden wir von unseren Gastfamilien freundlich aufgenommen. Wir haben zu unserem Thema Entwicklungshilfe zwei verschiedene Planspiele durchgeführt. Im einen ging es um die Produktion von Kaffeebohnen und im anderen um den Bau einer Brücke in einem afrikanischen Dorf. Wir haben dabei gelernt, was es bei einem Projekt für Entwicklungshilfe für Probleme geben kann, wie man mit diesen umgehen kann und wie toll es ist, wenn man einer Gruppe von Leuten helfen kann. Ich fand es sehr schön, wie herzlich wir von allen aufgenommen wurden und freue mich schon auf das nächste Meeting.
Carmen Aeschbacher, G2d
Am Montag hat uns ein Ghanaer über die Situation in Ghana erzählt und wie man den vielen Strassenkindern dort zu helfen versucht. Dann haben wir noch etwas über die Hilfsorganisation Don Bosco erfahren und stellten das den anderen Gruppen vor. Unsere Gastfamilien haben uns sehr herzlich aufgenommen, und wir haben viele neue Freunde gefunden, die sich öfters über unseren Akzent lustig gemacht habe. Wir freuen uns alle schon sehr auf die Woche in Mallorca im März.
Katja Gisler, G2d
Am Mittwoch trafen wir uns schon um 7 Uhr in der Schule und sind dann mit dem Car nach Brüssel gefahren. Dort haben wir einen ersten Stop beim Atomium gemacht, wo viele lustige Fotos aufgenommen wurden.
Danach haben wir das Parlamentarium besucht, wo wir etwas über die Geschichte der EU lernten. Am Mittag gab es leckere Frites und zum Dessert Waffeln mit Nutella.
Am Ende des Tages besuchten wir noch das EU Parlament wo wir auch den riesigen Tagungssaal anschauen konnten. Es war ein interessanter, regnerischer Tag. Meine Gastfamilie war sehr lieb und freundlich. Ich fühlte mich wohl und in der Schule sehr gut aufgenommen. Wir haben privat mit anderen Teilnehmern und den Gast-Geschwistern viel unternommen und Freundschaften geschlossen.
Livia Caviglia, G2b
Am Dienstag fanden zwei Simulationsspiele statt. Ich war in die Reportergruppe eingeteilt, wo wir das Ganze filmen und dokumentieren mussten. Wir waren mit Kamera und Mikrophon ausgerüstet und machten uns daran, die Schüler, die Natives oder Brückenbauer darstellten, in- und ausserhalb ihrer Rollen zu interviewen. Am Freitag fuhren wir dann in das Jugendzentrum von Brühl, wo wir das Ganze nach einigen Komplikationen zu einem Video zusammenschnitten.
Aline Hunkeler, G2b
Am Donnerstag machten wir in verschiedenen Gruppen, zuerst einen konsumkritischen Stadtrundgang. Die Themen des Rundgangs waren, Fairtrade, der Weg unserer Kleidung und Faires Handy. Nun war schon Mittag und wir gingen leckere Reibekuchen mit Apfelmus essen. Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit, da unser Programm um 12:30 bereits wieder mit einer Domführung weiterging. Nach der Domführung hatten wir die restliche Zeit zur freien Verfügung. Viele gingen schoppen, etwas essen oder an den Weihnachtsmarkt.Ich fand die Woche sehr toll, ich habe viel neues gelernt und vor allem neue Freunde gefunden. Ich vermisse alle jetzt schon sehr und freue mich auf die nächste Woche in Mallorca, die im März stattfindet.
Carla Herzig, G2d
Am Sonntag, als wir am Bahnhof in Brühl ankamen, wurden wir herzlich von unseren Gastfamilien empfangen. Danach konnten wir uns in der Familie etwas einleben, bevor es am Montagmorgen in die Schule ging.
In der Schule hatten wir unseren ersten Tag, an welchem wir vieles über Hilfsprojekte erfuhren, die schon am Laufen sind wie z.B das Schulprojekt in Tuum (Kenia).
Während der ganzen Woche wurden wir immer von unseren Gastgeschwistern begleitet, die uns viel gezeigt haben. Wir haben auch viele neue Leute und Kulturen kennengelernt und freuen uns riesig auf ein Wiedersehen.
Séraphine Pagnier, G2b