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Der
Schweizer General Guillaume-Henri Dufour gehört zweifelsohne zu den
bedeutendsten Persönlichkeiten der Schweiz, dessen Wirken bis heute
Einfluss auf die Schweiz haben.
Geboren wurde er am 15. September 1787 in Konstanz als Sohn des
Abgeordneten Bénédict Dufour der Genfer Nationalversammlung.
Er wuchs in Genf auf und studierte nach der Schule Physik und
Geisteswissenschaft..
1798 wurde Genf von Frankreich annektiert und Dufour wie alle anderen
automatisch französischer Staatsbürger. Er ging 1807 nach Paris, um
sein Studium fortzusetzen.
Seine Ausbildung konnte er jedoch nicht abschliessen, da er 1810
infolge der britischen Seeblockade nach Korfu gesandt wurde. Im Jahr
darauf ging er zur französischen Armee. 1814 erlitt er schwere
Verbrennungen, die er sich bei Kampfhandlungen zuzog.
Als er die französische Armee 1817 wieder verliess, hatte er den Rang
eines Hauptmannes inne.
Er kehrte nach Genf zurück, welches seit 1815 wieder zur Schweiz
gehörte und wurde als Hauptmann bei der Schweizer Armee aufgenommen. Er
engagierte sich dort für viele Jahre. Unter anderem gründete er 1819
die erste eidgenössische Militärschule in Thun, wo er auch als
Oberinstruktor der Genie Unterricht gab. 1827 folgte die
Beförderung zum Oberst.
In dieser Zeit arbeitete er abends als Lehrer für die Fächer Geometrie,
Hydraulik, Vermessungskunde und Mathematik.
Anfangs der 1830er Jahre unterrichtete er an der Militärschule in Thun
u.a. auch Louis-Napoleon Bonaparte, mit dem er später weiterhin eine
Freundschaft unterhielt, als dieser als Kaiser Napoleon III die
Geschicke Frankreichs lenkte.
Mit seiner Ernennung zum Chef der Generalstabsabteilung 1831 wurde ihm
die Aufgabe zuteil, im Kriegsfall die Verteidigung zu organisieren.
Als sich die Situation mit dem 1845 gegründeten Sonderbund bestehend
aus den katholischen Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug,
Freiburg und Wallis zuspitzte, wurde Guillaume-Henri Dufour 1847 zum
General ernannt.
Innerhalb
von einem Monat erzwang er die Kapitulation des Sonderbundes und dank
seines weitsichtigen Einsatzes, der auf humanitären Respekt gegenüber
dem Gegner baute - sein Grundsatz lautete "Il faut sortir de cette
lutte non seulement victorieux, mais aussi sans reproche" - vermied er
nicht nur einen drohenden Bürgerkrieg und den Zerfalls der
Eidgenossenschaft durch das Eingreifen ausländischer Armeen sondern
stellte auch die Weichen für die zukünftige Einheit der Schweiz, welche
bereits 1848 in der Gründung des Schweizer Bundesstaates, der heutigen
Schweiz, mündete.
Als nach 1848 weitere Konflikte mit dem Ausland drohten, wurde er zum
ersten General der Schweizer Geschichte ernannt.
Neben seiner Laufbahn beim Militär war Guillaume-Henri Dufour auch ein
erfolgreicher Ingenieur.
Bereits zu seiner Zeit in Korfu war er beteiligt am Bau der
Befestigungsanlagen und nach seiner Rückkehr nach Genf arbeitete dort
über 20 Jahre lang als Kantonsingenieur. In dieser Funktion baute er
drei Drahtseil-Hängebrücken (darunter die Passerelle de Saint-Antoine,
welche als erste permanente Drahtseil-Hängebrücke der Welt gilt),
gestaltete die Uferpomenade, er war Verantwortlich für die städtische
Wasserpumpe, er erarbeitete die Kataster des Kantons Genf von 1845 bis
1856 und hatte wichtigen Einfluss auf die Planung der Stadt Genf und
des Schweizer Eisenbahnnetzes.
Zudem erstellte er das Konzept für die Befestigungslinie beginnend in
Bellinzona. Fünf dieser Rundtürme sind auch heute noch in Camorino
erhalten geblieben.
Ebenfalls grosse Bedeutung erlange er in seiner Tätigkeit als
Kartograf. Ab 1832 war er für die Landesvermessung und Triangulation
zuständig und er gründete 1837 das Eidg. Topographische Büro in
Carouge, welches später zum Bundesamt für Landestopografie wurde.
Zwischen 1845 und 1865 wurden insgesamt 25 Landkarten publiziert, die
unter dem Namen "Dufourkarte" im Massstab 1:100'000 erschien.
Als Politiker setzte sich Guillaume-Henri Dufour ebenfalls für die
Interessen der Schweiz ein. Er war von 1848 bis 1857 im Nationalrat und
von 1863 bis 1866 im Ständerat vertreten.
Dabei unterstrich er für die Neutralität der Schweiz, ein Anliegen, das
er seit den 1820er Jahren vertrat.
Was Guillaume-Henri Dufour schon während den Kriegseinsätzen wichtig
war, setzte er auch im zivilen Leben fort - die Humanität. So gehörte
er 1863 zusammen mit Henry Dunant, Théodore Maunoir, Louis Appia und
Gustave Moynier zu den Gründungsmitgliedern des "Internationalen
Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege" und wurde
deren 1. Präsident. 1876 ging daraus das Internationale Komitee vom
Roten Kreuz" (IKRK) hervor. Dufours Erfahrungen im militärischen
Bereich und seine Reputation halfen dazu bei, dass das IKRK auch von
ausländischen Regierungen angenommen wurde.
Dufour war es auch, der die Schweizer Flagge mit weissen Kreuz auf
rotem Grund und das Pendant als Symbol des IKRK einführte.
Als Dufour am 14. Juli 1875 in Les Eaux-Vives verstarb, versammelten
sich rund 60'000 Menschen bei seiner Beisetzung und unterstrichen die
Popularität, die Dufour bereits zu Lebzeiten genoss.
Noch zu Lebzeiten wurde 1863 die Dufour-Spitze nach ihm benannt. Dieser
Berg hiess zuvor "Gornerhorn".
Aber auch in neuerer Zeit wird der Leistung von Dufour immer wieder
gedenkt.
So fiel ihm 1956 die Ehre zuteil, dass sein Porträt die neue
20-Franken-Note zierte. Diese Note war offiziell bis 1980 gültig und
wurde vom Grafiker Hermann Eidenbenz entworfen.
Im abgebildeten Brief von
Guillaume-Henri Dufour aus dem Jahr 1857 schrieb er an den Ministre de
culture Gustave Rouland (1806-1878) und erwähnte darin, dass er einen
Brief seines Verwandten Pierre-André Sayous (1808-1870) erhielt,
in welchem dieser ihm mitteilte, dass seine Exzellenz (Rouland) ihn zum
Sektionschef eines wichtigen Departements ausgewählt hatte. Dafür
bedankte sich General Dufour in diesem Brief bei Gustave Rouland.
Desweiteren versichterte er dem Minister, dass Monsieur Sayous alles
daran setzen würde, den Anforderungen der Aufgabe zu genügen.