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Gene Editing
Genome Editing ist eine relativ neue Methode, um DNA gezielt zu schneiden und anschliessend zu verändern. Auf diese Weise können einzelne Gene umgeschrieben oder editiert werden. Der neue Ansatz CRISPR, unter Verwendung einer sogenannten Genschere, wird derzeit stark diskutiert. CRISPR/Cas9 steht für ein Verfahren, mit dem es möglich ist, einzelne Basen im Erbgut präzise auszutauschen, komplette Gene zu reparieren, zu ersetzen oder zu entfernen, ohne dass Fremd-DNA ins Genom eingebracht wird. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass potenziell nur eine Anwendung bis zur möglichen Heilung nötig ist. Es laufen derzeit verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen in unterschiedlichen Krankheitsindikationen. Ex-Vivo, also ausserhalb eines lebenden Organismus, sind CRISPR-Ansätze technisch einfacher durchführbar und in puncto Effizienz und Sicherheit besser kontrollierbar. Hinsichtlich der klinischen Anwendung steht Genome Editing vor der grossen Herausforderung, wie sich der Erfolg in lebenden Organismen In-Vivo realisieren lässt.
Unternehmen und Medikamente
Für Firmen, die im Bereich der Gentherapie und im Gene Editing forschen, haben sich die Möglichkeiten für die Finanzierung in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Die Behörden FDA (USA) und EMA (Europa) unterstützen und fördern neue Therapieansätze. Mit der zunehmenden Zahl an erfolgreichen klinischen Studien haben in den letzten Jahren auch die erfolgreichen Börsengänge in diesem Segment zugenommen. Mit Crispr Therapeutics ist auch BB Biotech in ein Unternehmen im Bereich Genome Editing investiert.
mRNA
Dieser neuartige Ansatz erlaubt die Herstellung von Proteinen, die Patienten aufgrund genetischer Defekte im Erbgut nicht selber herstellen können. Bei den mRNA-Therapien wird eine Boten-RNA extern eingespeist, um einzelne Proteine herzustellen. Diese Technologie wird erst seit wenigen Jahren für die Medikamentenentwicklung angewandt.
Unternehmen und Medikamente
Moderna Therapeutics verfügt über die am breitesten aufgestellte Entwicklungspipeline. Das am weitesten entwickelte Produkt wird in der klinischen Phase II als Impfstoff gegen Schwarzen Hautkrebs getestet. Weitere klinische Kandidaten von Moderna durchlaufen klinische Studien in der Immunonkologie sowie als Impfstoffe gegen Krebs- und Viruserkrankungen wie das Zika-Virus. BB Biotech beteiligte sich bereits an privaten Finanzierungsrunden von Moderna vor dem Börsengang im Dezember 2018, der mit einem Emissionserlös von USD 606 Mio. als grösster Börsengang in die Geschichte der Biotechindustrie einging.
Gentherapie
Gentherapien haben das Ziel, eine gesunde Kopie eines defekten Gens in den Zellkern von Patienten zu bringen. Somit sind diese Zellen anschliessend in der Lage, wichtige Proteine herzustellen, was vor der Behandlung nicht möglich war
Unternehmen und Medikamente
Mit der zunehmenden Marktreife von gentherapeutischen Ansätzen hat BB Biotech in den vergangenen Jahren begonnen, kleinere Positionen in ausgewählten Firmen aufzubauen. Dazu zählt die US-Firma Voyager Therapeutics, die sich auf Therapien zur Behandlung von Nervenerkrankungen spezialisiert hat. Audentes Therapeutics hingegen hat ein Verfahren entwickelt, bei dem eine gesunde Kopie des Gens MTM1 in die Muskelzellen geschleust wird. Angestrebt wird die Zulassung in XLMTM, einer angeborenen seltenen neuromuskulären Krankheit, die unbehandelt tödlich endet und für die es bislang keine Behandlungsoptionen gibt.
Zellbasierte Therapie
Das Prinzip von zellbasierten Therapien beruht auf der gentechnischen Veränderung der patienteneigenen T-Zellen im Labor und der der anschliessenden Rückführung in die Patienten (CAR-T-Therapien). Solche Ansätze haben sich in den letzten Jahren in hämatologischen Indikationen wie Lymphomen und Leukämien bewährt. Die ersten zellbasierten Therapien wurden 2017 von der FDA zugelassen.
Unternehmen und Medikamente
Gilead Sciences übernahm im Oktober 2017 Kite Pharmaceuticals. Im selben Monat hatte deren zellbasierte Therapie (Yescarta) zur Behandlung des grosszelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) die Zulassung in den USA erhalten. Juno Therapeutics wurde im Januar 2018 von Celgene akquiriert. Da seit dem Strategiewechsel 2018 die Portofoliopositionen in Large Caps verkauft werden, befindet sich zurzeit kein Unternehmen im Portfolio, das sich mit zellbasierten Therapien befasst.
siRNA
Das Prinzip von small interfering RNA hat das gleich Ziel wie dasjenige von Antisense RNA, und zwar die Produktion von krankheitsverursachenden Proteinen zu unterbinden. Es handelt sich ebenfalls um kurze RNA-Fragmente, die aber im Gegensatz zu antisense RNA doppelsträngig sind. Durch das Interagieren mit dem Multiproteinkomplex RISC, wird die krankheitsverursachende Boten-RNA (mRNA) abgebaut.
Unternehmen und Medikamente
Zu den siRNA-Pionieren zählt die US-Firma Alnylam, die 2018 die Zulassung für das erste small interfering RNA-Medikament erhielt. Onpattro behandelt Transthyretin- Amyloidose (ATTR), eine erblich bedingte Krankheit, bei der sich fehlgefaltete Proteine im Gewebe ablagern und dadurch zum Funktionsverlust von Organen mit möglicher Todesfolge führen können. Fünf weitere Produkte befinden sich in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung, bei einem Präparat wird im Februar 2020 die Zulassungsentscheidung in den USA erwartet.
Antisense-RNA
Mit dem Durchbruch der RNA-Therapien zur Marktreife ist es möglich, in die genetischen Ursachen unterschiedlichster Krankheitsfelder einzugreifen. Allen RNA-Technologien gemein ist, dass sie auf unterschiedliche Weise die Synthese von bestimmten krankheitsauslösenden Proteinen blockieren oder die Synthese von Proteinen ermöglichen, die sonst nicht vom Patient hergestellt werden.
Der Antisense-Ansatz zielt darauf ab, die Synthese von pathogenen Proteinen zu blockieren, die durch genetische Defekte im Erbgut generiert werden. Antisense-RNA ist einzelsträngige RNA, die komplementär – also antisense - zur krankheitsverursachenden, proteincodierenden Boten-RNA (mRNA) ist. Die entstandene doppelsträngige RNA wird vom eigenen Immunsystem als fremd erkannt und abgebaut. Somit können die pathogenen Proteine nicht mehr hergestellt werden.
Unternehmen und Medikamente
Ionis Pharma ist in diesem Feld die unangefochtene Nummer Eins. Aktuell befinden sich rund 30 Wirkstoffe von Ionis in unterschiedlichen Stadien der klinischen Entwicklung. Das bislang kommerziell erfolgreichste Produkt ist Spinraza zur Behandlung von spinaler Muskelatrophie.
Bispezifische Antikörper
Die therapeutische Wirkung von Antikörpern lässt sich verstärken, indem aus den Bestandteilen von zwei unterschiedlichen monoklonalen Antikörpern ein bispezifischer Antikörper gebildet wird. Ein Arm dieses Eiweissmoleküls bindet sich an Tumorantigene, der andere dockt an die Immunzellen. Dank dieser gleichzeitigen Kopplung können Immunzellen direkt an Krebszellen herangeführt werden. Über diese doppelte Interaktion aktiviert der Antikörper die körpereigenen T-Zellen und löst damit eine Immunreaktion aus, die das Absterben der Zielzelle herbeiführen soll. Bispezifische Antikörper sind inzwischen ein elementarer Bestandteil der Immuntherapie gegen Krebs. Aktuell befinden sich rund 70 bispezifische Antikörper in der klinischen Entwicklung. Der erste bispezifische Antikörper wurde 2014 von der FDA zugelassen.
Unternehmen und Medikamente
Das US-Unternehmen Macrogenics fokussiert sich auf die Entwicklung von bi- und multispezifischen Antikörpern für die Behandlung von liquiden sowie soliden Tumoren und greift dabei auf seine proprietäre Antikörper-Plattform zurück.
Peptide
Proteine | Antikörper | Small Molecules