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DIE PFAHLBAUER*IN DER SCHWEIZ
Vor 6000 bis 3000 Jahren, zur Zeit als in Ägypten die grossen Pyramiden errichtet wurden, ist bei uns als die Zeit bekannt, in der die Bauern und Bäuerinnen in Pfahlbaudörfern lebten. Von diesen Pfahlbauten oder Ufer-, Seeufer- oder Feuchtbodensiedlungen, wie sie auch genannt werden, sind in erster Linie in den Boden gerammte Pfähle sowie die Abfallschichten vorhanden. Die Reste lagen immer in feuchtem Untergrund und fanden so ausserordentlich gute Erhaltungsbedingungen.
Zahlreiche Funde wie Fischernetze, Pfeilbögen, Speisereste und Hüte aus Lindenbast geben uns einen Einblick in das Leben der Pfahlbauer*innen. Dank der jahrgenauen Datierung von Architekturelementen (Dendrochronologie) können teilweise vollständige prähistorische Dörfer rekonstruiert werden.
Die Erforschung der Pfahlbauten begann 1854. Legendär ist der Landwirt Jakob Messikommer (1828-1917) aus Wetzikon, der für seine verdienstvolle Arbeit sogar die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen bekam. Nicht zuletzt hatte das damalige Pfahlbaufieber für die noch junge Schweiz – der moderne Bundesstaat wurde 1848 gegründet – identitätsstiftenden Charakter, fanden sich Pfahlbauten doch in allen Landesteilen.