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Replik auf den Leserbrief von J. Steurer: «PROMs – das Allheilmittel!»
Patient-reported outcome measures (PROMs) liefern Informationen zum Gesundheitszustand von Patientinnen und Patienten und zu den Auswirkungen von Interventionen und Behandlungen aus Sicht der Patienten. Kombiniert mit evidenzbasierten Informationen werden PROMs verwendet, um die medizinische Versorgung patientenzentriert und abgestimmt auf die Bedürfnisse, Werte und Präferenzen der Patientinnen und Patienten auszurichten und um Versorgungsalternativen zu evaluieren.
Das Grundlagenpapier «Patient-reported outcome measures: die Patientensicht zählt» der Abteilung DDQ/FMH basiert auf der aktuellen wissenschaftlichen Literatur zum Thema. Im Artikel wird beschrieben, was in der gesichteten Literatur unter PROMs verstanden wird und wieso sie für Patientinnen und Patienten, Leistungserbringer etc. relevant sind. Es werden der Nutzen, die Grenzen, die Herausforderungen und die benötigten Massnahmen für die Implementierung von PROMs diskutiert. Der Zentralvorstand der FMH nimmt auf der Basis der erarbeiteten Grundlagen mit dem Dokument «Die Position des FMH-Zentralvorstands» öffentlich Stellung zum Thema. Der Satz von Herrn J. Steurer: «In Artikeln der Schweizerischen Ärztezeitung werden PROMs als Allheilmittel für sämtliche Probleme der Medizin angepriesen» steht im Gegensatz zur differenzierten Beschreibung von PROMs im Grundlagenpapier sowie in der Position des FMH-Zentralvorstands. In den Artikeln werden die von ihm kritisierten Aspekte (Eignung, Integration von PROMs etc.) und Limitationen Interpretation von PROMs etc.) – abgestützt auf der aktuell verfügbaren Literatur – differenziert diskutiert und referenziert.
In mehreren Ländern existieren für verschiedene Behandlungsmethoden nationale Programme zur routinemässigen Erfassung von PROMs (z.B. in England, Schweden und den USA) [1]. Die OECD prüft, patient-reported indicators zu erheben, zu standardisieren und zu analysieren (Patient Reported Indicator Survey [PaRIS]: http://www.oecd.org/health/paris.htm). Das International Consortium for Health Outcomes Measurement (ICHOM) entwickelt standardisierte Ergebnismessungen unter Einbezug der Patientensicht. Die Messungen fokussieren darauf, zu erfassen, was für die Patientinnen und Patienten im Alltag wichtig ist. Sie ermöglichen so, Versorgungsalternativen zu evaluieren (http://www.ichom.org/). Heute existieren 23 solcher Standardsets, die über 50% der «burden of disease» in westlichen Ländern abdecken. Angesichts der aktuellen Entwicklungen und der breiten Abstützung von PROMs ist es für die FMH unumgänglich, sich fundiert mit der Thematik PROMs auseinanderzusetzen und öffentlich eine Position dazu zu vertreten. Dabei ist es das ausschlaggebende Ziel, Gesundheitsfachpersonen bei der Sicherstellung der Qualität in der Medizin zu unterstützen. Gerne sind die Autorinnen und der Autor bereit, weitere Ideen von Parametern zwecks Darstellung der Outcome-Qualität/Indikationsqualität zu diskutieren.
1 Black N. Patient reported outcome measures could help transform healthcare. BMJ, 2013. 346: p. f167.
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