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Das Schloss Chillon wird 1150 erstmals schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit befindet sich die Burg im Besitz der Gräfinnen und Grafen von Savoyen. Ihre Lage zwischen den Bergen und dem See entlang der Via Francigena, die den Norden und den Süden Europas verbindet, ist von strategischem Interesse. Das Haus Savoyen kontrolliert den Durchgang zwischen dem Schloss und der neuen Stadt von Chillon, Villeneuve, wo die Reisenden, Händler und Pilgerinnen durchkommen, die über den Grossen St. Bernhard nach Rom ziehen. Die Grafen von Savoyen verdienen so Geld durch den Wegzoll, den sie als Gegenleistung dafür verlangen, dass sie sich um die Sicherheit und den Unterhalt der Strasse kümmern.
Im 13. Jahrhundert beginnt Peter II. von Savoyen Verschönerungsarbeiten im Schloss, das zu seiner Sommerresidenz wird. Die gotischen Gewölbe im Untergeschoss von Chillon sind eine Besonderheit, ist diese Art von Gewölben doch normalerweise in Kathedralen zu finden. In Chillon befinden sich hier die Speisekammer und der Weinkeller. Im letzten Teil des Untergeschosses wird schliesslich rund um die Molasse-Pfeiler und den steilen Felsen der Insel das Gefängnis eingerichtet, das als „Bonivard-Gefängnis“ bekannt wurde, benannt nach dem reformierten Priester und Gegner der katholischen Savoyen, der aufgrund seiner Überzeugung sechs Jahre eingesperrt wurde.
Die Savoyen erobern weitere Teile des Waadtlandes und besitzen schliesslich zwei Drittel der heutigen Westschweiz. Da die Grafen von Schloss zu Schloss ziehen müssen, um zu regieren und mit ihren Untertaninnen und Untertanen im Kontakt zu bleiben, ernennen sie einen Kastellan, der dauerhaft im Schloss wohnt und sich um ihre Geschäfte kümmert.
Darauf verliert Chillon nach und nach an Bedeutung, der savoyische Hof bevorzugt inzwischen andere Schlösser. 1436 versucht Amadeus VIII., noch bevor er unter dem Namen Felix V. zum Papst ernannt wird, dem Schloss neues Leben einzuhauchen. Er schickt seinen Hofbaumeister, Aymonet Corniaux, nach Chillon. Der Zimmermann ist damit beauftragt, die Bauten im Chablais und im Waadtland zu unterhalten. Er leitet grossangelegte Bauarbeiten ein, bei denen auch das Verteidigungssystem mit seinen Türmen und Mauern ausgebaut wird. Dennoch geben die Savoyen Chillon auf und das Schloss wird schliesslich 1536 von den Bernern eingenommen.