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Über die Sammlung
Neben den in den Nachlässen enthaltenen Korrespondenzen besitzt die UB Basel mehrere bedeutende Briefsammlungen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Diese Briefsammlungen dokumentieren die Gelehrtengeschichte Basels, die damals europäische Ausstrahlung besass. Stellvertretend dafür stehen Namen wie Amerbach, Grynäus, Bernoulli oder Buxtorf. Weitere Briefsammlungen aus dem späten 18. bis 20. Jahrhundert schliessen sich an. Ein Seitenstück zu diesen in sich zusammenhängenden Briefsammlungen bilden die Autographensammlungen, die alle im späten 19. und 20. Jahrhundert entstanden sind. Sie enthalten zahlreiche Einzelstücke berühmter Persönlichkeiten.
Die Briefe und Autographen der UB Basel sind nach Namen erschlossen. Sie beginnen Ihre Recherche mit Vorteil in swisscollections und konsultieren danach die weiteren Findmittel.
Briefkatalog
Für die Suche nach Briefverfassern und -adressaten steht Ihnen neben swisscollections der Briefkatalog zur Verfügung. Dieser Zettelkatalog verzeichnet, getrennt nach Absendern und Empfängern, alle Briefe, die nicht in swisscollections enthalten sind. Sie finden den Briefkatalog im Sonderlesesaal.
Weitere, nicht in swisscollections oder im Briefkatalog verzeichnete Briefe können sich in erst summarisch erschlossenen Nachlässen befinden. Um sie ausfindig zu machen, ist eine gezielte Recherche vor Ort notwendig.
Zum Stand der Erschliessung
Die Briefe und Autographen der UB Basel sind für die frühen Jahrhunderte und bei wichtigen Autorinnen und Autoren einzeln auf Dokumentenebene erschlossen, für jüngere Zeiten als Briefwechsel auf Dossierebene.
Bis Ende der 1980er Jahre wurden die Bestände in einem Zettelkatalog erschlossen, ab 1985 zunehmend in Datenbanken, heute im zentralen Katalog von SLSP (swisscollections). Die Rekatalogisierung des alten Zettelkatalogs ist in Arbeit, aber nicht abgeschlossen.
Autographen
Eine Übersicht über die Autographensammlungen und deren Aufbau sowie über die dazugehörigen Findmittel finden Sie in der Archivtektonik von swisscollections unter Autographensammlungen.
Literatur
Frank Hieronymus: Briefe der UB als Quellen der Buchdruck- und Wissenschaftsgeschichte. Ein Auswahlverzeichnis als Folge von 25 Jahren Ausstellungen in der UB. Beiheft zu: Für alle(s) offen. Bibliotheken auf neuen Wegen. Festschrift für Dr. Fredy Gröbli, Direktor der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel. Basel 1995 (Katalog).
Hans Zehntner: Musikerbriefe in der Universitätsbibliothek Basel. In: Fontes artis musicae 13, 1966, S. 140-149 (Katalog).
Briefsammlung zum Humanismus und zur Reformation
Den Grundstock der Briefsammlung der UB bildet einerseits der Briefnachlass der Familie Amerbach, welcher weitgehend in einer kommentierten Edition vorliegt, andererseits jene Serien, die der Sammler Johann Wernhard Huber (1700-1755) zusammengebracht hatte und die 1806 in die Bibliothek gelangt sind. Zusammen mit den Beständen des Frey-Grynaeums und des Kirchenarchivs bilden sie eine unvergleichliche Quelle zur Geschichte des Humanismus, der Reformation und der Gelehrtengeschichte des 16. Jahrhunderts.
Briefsammlung der Mathematikerfamilie Bernoulli
Der grösste Teil der überlieferten Handschriften zu den Bernoulli-Briefwechseln ist im Besitz der UB Basel. Dieser Bestand setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Ein erster Teil ist älterer Besitz, der vom 18. Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhunderts in die Bibliothek gelangte. Der umfangreichste Teil der heute in Basel befindlichen Bernoulli-Briefe wurde in den Jahren 1936 von der herzoglichen Bibliothek auf Schloss Friedenstein in Gotha und 1965 von der Akademie der Wissenschaften in Stockholm für die UB Basel angekauft.
Autographensammlung Karl Geigy-Hagenbach
Der Basler Fabrikant Karl Geigy-Hagenbach (1866-1949) hat im Laufe seines Lebens eine Sammlung von Autographen angelegt und systematisch ausgebaut, wie sie als Privatsammlung an Umfang, Vielfalt und wertvollen Einzelstücken nahezu einzigartig ist. Nach seinem Tod wurden der UB Basel 1960 zum 500-jährigen Jubiläum der Universität rund zwei Drittel der Sammlung geschenkt. Das dritte Drittel wurde 1961 vom Auktionshaus Stargardt versteigert, wobei die UB von der Familie Geigy-Hagenbach Geld erhielt, um mitzubieten und weitere Stücke in den Hauptteil der Sammlung zu integrieren.