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Die Schweiz ist unter den E-Auto-freundlichsten Ländern EuropasUhr
Der E-Mobilitätsindex von Here Technologies und SBD Automotive sagt aus, wie gut die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in einem Land ausgebaut ist. Dazu zählt etwa die Verfügbarkeit von Ladestationen und der Anteil von E-Autos im Strassenverkehr. Die Schweiz belegt in Europa den fünften Platz im Index.
Der Anteil der Elektroautos auf den Schweizer Strassen nimmt zu. Im ersten Halbjahr 2023 war fast jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug elektrisch. Auch global ist das E-Auto im Kommen. Doch wie steht es um die nötige Infrastruktur? Dieser Frage gingen Here Technologies und SBD Automotive nach. Die beiden Unternehmen arbeiteten einen Index aus, der die E-Mobilität in verschiedenen Ländern bewertet.
Der EV-Index (Electric Vehicle Index) basiert auf vier Kategorien, für die es jeweils maximal 25 Punkte zu vergeben gibt:
- Wie lange muss man fahren, um eine Ladestation zu finden – Anzahl öffentlicher E-Ladesäulen in Bezug auf die Strassenlänge.
- Wie lange dauert der Ladevorgang – die durchschnittliche Leistungskapazität öffentlicher Ladestationen.
- Die Anzahl von E-Fahrzeugen im Strassenverkehr im Vergleich zu Verbrennern – E-Fahrzeug-Flottenanteil.
- Die Wahrscheinlichkeit, eine freie Ladesäule zu finden – das Verhältnis von zugelassenen Elektrofahrzeugen zu öffentlichen Ladestationen.
Die Höchstpunktzahl beträgt folglich 100 Punkte. Die Schweiz ist gemäss dem Index mit einem Score von 64,17 Punkten das fünftbeste Land in Europa, was die Elektromobilität angeht. Eine höhere Punktzahl erzielten nur Norwegen (74,17), die Niederlande (73,34), Luxemburg (70,01) und Deutschland (68,33).
Der EV Index für Europa. (Source: Here Technologies)
Zypern (10,83 Punkte), Malta (24,16) Griechenland (32,5), Litauen (35) und Polen (35,84) stehen am anderen Ende des Rankings, haben also in puncto E-Mobility noch Aufholbedarf. Auch Italien (48,33 Punkte) ist unter den Nachzüglern. Die Nachbarländer Österreich (58,32) und Frankreich (54,99) landen im Mittelfeld.
Verschiedene Rahmenbedingungen
Jedes Land hat eigene Rahmenbedingungen für die Einführung von E-Fahrzeugen und die Ladeinfrastruktur, wie Here Technologies schreibt. In sich entwickelnden Märkten sei daher vor allem das Verhältnis zwischen zugelassenen Fahrzeugen und Ladesäulen von Relevanz. In reiferen Märkten mache es mehr Sinn, das Verhältnis "Strom-pro-E-Fahrzeug" zu betrachten.
Analysen von SBD Automotive zufolge liegt das ideale Verhältnis von E-Fahrzeugen pro Ladestationen für durchschnittliche Märkte bei acht bis zwölf zu eins. Diese Quote ermögliche ein nahtloses, bequemes öffentliches Laden. Mit zunehmender Marktreife sollte sich das Verhältnis jedoch erhöhen, heisst es weiter - die geografische Abdeckung werde dann weniger kritisch und Ladesäulenbetreiber könnten eine Überversorgung vermeiden.
"Der Reifegrad der Ladeinfrastruktur in jedem Land beziehungsweise jedem Bundesstaat richtet sich in der Regel nach Bevölkerungsdichte und Wohlstand", sagt Robert Fisher, EV Principal bei SBD Automotive. "Darüber hinaus zeigt der Index deutlich, wie sehr externe Faktoren wie etwa politisch gesetzte Anreize helfen, auch in Gegenden mit niedriger Bevölkerungsdichte die dringend benötigte Ladeinfrastruktur aufzubauen."
Den höchsten Anteil an Elektroautos der Schweiz hat übrigens der Kanton Zug - hier lesen Sie mehr dazu.