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Bambusse sind rund um den Erdball heimisch. In einem breiten Gürtel vom 40. südlichen Breitengrad bis zum 40. nördlichen Breitengrad wachsen sie bis in Höhen von 3000 m über Meer. Es sind also Pflanzen der tropischen Gebiete, doch sind auch einzelne im Gebirge gedeihende Arten recht kälteresistent. Die grösste Bedeutung hat Bambus in Asien, und zwar in der Philosophie, der Kunst und im praktischen Leben, erlangt. Lebende Bambuspflanzen kamen erst in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts nach Europa. Die meisten überlebten unsere kalten Winter nicht, einige aber, hauptsächlich aus der in den Bergen vorkommenden Gattung Phyllostachys, hielten durch. Immer neue Arten werden ausprobiert, sodass heute ein breites Sortiment mit verschiedenstem Aussehen und unterschiedlichen Wachstumseigenschaften zur Verfügung steht.
Bambus sind Gräser und somit einkeimblättrige Pflanzen. Alle Gräser die verholzte Sprossen haben und baum- und strauchartig beastet sind, werden dazugezählt. Sie haben die unangenehme Eigenschaft, dass ihr Wuchs stark abhängig ist vom Standort. An einem milden geschützten Platz kann die gleiche Pflanzenart völlig anders aussehen als an einer zügigen Lage mit schlechten Bodenverhältnissen. Das erschwert die Sortenbestimmung sehr. Bambus sind immergrüne Gräser, was bedeutet, dass die Blätter mindestens bis zum Austrieb neuer Blätter im Frühjahr den ganzen Winter über an der Pflanze verbleiben. Da ein Dickenwachstum der Sprossen nicht möglich ist, haben sie ihr ganzes Leben lang stets dieselbe Dicke wie schon beim Austrieb aus dem Boden. Auch die Länge, die ein Rohr im ersten Jahr erreicht, bleibt unverändert; es gibt kein jährliches Weiterwachsen. Das Alter einzelner Triebe erreicht etwa zehn Jahre. Nach der Neupflanzung eines Bambus müssen ebenfalls etwa zehn Jahre abgewartet werden, bis die jährlichen Jungtriebe in dem einen für das Wachstum zur Verfügung stehenden Sommer die für die Art endgültige Dicke und Länge erreichen können. Mit jedem Jahr wächst zudem die Zahl der neugebildeten Triebe immer mehr. Es braucht also einiges an Geduld, bis sich ein Bambus voll entwickelt hat. Erst dann kommt der Charme einer Bambuspflanzung voll zur Geltung.
Spätestens jetzt ist es wichtig zu wissen, ob es sich um einen ausläufer- oder horstbildenden Bambus handelt. Horstbildende Bambus, das sind hauptsächlich jene der Gattung Fargesia -früher galt der Name Sinarundinaria - bilden nur dichte Horste. Die Ausläufer bildenden Gattungen, z.B. Phyllostachys, bilden unterirdische Rhizome, die jeweils im Frühsommer, wenn das Halmwachstum abgeschlossen ist, sich verzweigen und weiterwachsen. Sie können ein dichtes Geflecht bilden. Aus den Augen der Rhizome wachsen die Halme. Das Wachstum der Rhizome erfolgt waagrecht im Boden dicht unter der Oberfläche und kann sehr stürmisch sein, gelegentlich einige Meter weit im Laufe eines Sommers. Stossen die Rhizome auf einen undurchdringbaren Gegenstand, beginnen sie auch in die Tiefe oder in die Höhe zu wachsen um dann, sobald dies möglich ist, auf der anderen Seite des Hindernisses wieder auf- oder abzutauchen und sich wieder horizontal weiterzuentwickeln. Mit den Jahren werden so grössere Flächen richtiggehend durchwuchert. Das lässt sich vermeiden, indem eine sogenannte Bambussperre, ein hartes Kunststoffband, an den gewünschten Grenzen des Bambushaines senkrecht in den Boden eingegraben wird. Die Sperre kann nicht durchstossen werden und reicht auch in Tiefen, die nicht mehr unterwandert werden. Es ist jedoch jährlich zu prüfen, ob nicht Rhizome die Sperre überklettern. Bambussperren sind in Baumschulen mit einem breiten Bambussortiment erhältlich. Alljährlich können die ältesten, über vier bis fünf Jahre alten Halme herausgeschnitten werden um den jungen, saftig grünen mehr Raum zu gewähren.