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"Religionsethik" befasst sich wie alle anderen Disziplinen der Angewandten Ethik (wie z. B. "Medizinethik" oder "Wirtschaftsethik") mit einem spezifischen Handlungsfeld: Ihr Gegenstand ist der Bereich religiöser Praxis. Sie erörtert unabhängig von konkreten Glaubensinhalten und Wahrheitsansprüchen verschiedener Religionen ethische Fragen im Zusammenhang mit der Religionsausübung: Was können Religionen zum persönlichen guten Leben (Individualethik) und zum gerechten Zusammenleben (Sozialethik) beitragen? Sind religiöse Menschen glücklicher als nichtreligiöse und inwiefern ist unsere Gesellschaft auf Religion als moralische Ressource angewiesen? Dürfen der Religionsfreiheit Grenzen gesetzt werden, wenn Religionen gesellschaftliche Probleme und Konflikte (mit) verursachen? Das Buch analysiert die verschiedenen Argumente bezüglich Fundamentalisierung, Burkaverbot, Schwangerschaftsabbruch und Religions- oder Ethikunterricht, um aktuelle gesellschaftliche Diskussionen zu strukturieren helfen.
Portrait
Prof. Dr. Dagmar Fenner lehrt Ethik an den Universitäten Tübingen und Basel.