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Gestoppte Fehlentwicklung
Für den Betrieb von Mühlen und Maschinen waren bereits im Mittelalter Wasserkrafträder an zehntausenden von Standorten in Betrieb.
Kleinwasserkraftwerke haben besonders in der Schweiz als Wasserschloß Europas eine lange Tradition.
Regionale Unterschiede
In der Schweiz gehören besonders das östliche Mittelland oder der Kanton Glarus zu den Regionen mit einer hohen Dichte traditioneller Kleinwasserkraftnutzungen.
Fehlentwicklung
Im letzten Jahrhundert wurden Industrie und Gewerbe in der Schweiz durch über 10'000 Kleinwasserkraftanlagen mit Energie versorgt.
1914 wiesen die Wasserrechtsregister der Schweiz rund 7'000 Kleinwasserkraftwerke bis 10 Megawatt [MW] Leistung auf. Davon waren über 90% Anlagen kleinster Leistung bis zu 300 Kilowatt (kW) wie Wasserräder oder Kleinturbinen.
Große Zentralisierung anstatt Dezentralisierung
Die Schweiz hat eigentlich ihre große Stärke in der Dezentralität. Dennoch: Mit dem flächendeckenden Ausbau des Stromnetzes, dem Angebot billiger Energie aus Großkraftwerken und wegen der Konkurrenz der billig und flexibel einsetzbaren Verbrennungsmotoren setzte im 20. Jahrhundert ein grosses Kleinwasserkraftsterben ein.
1985 bestanden bloß noch gegen 1'000 strom-produzierende Wasserkraftwerke (<10 MW), davon zirka. 700 mit einer Leistung bis 300 kW. Zusätzlich gab es ca. 400 Anlagen mit rein mechanischer Kraftverwendung.
Negative Entwicklung gestoppt
Im Rahmen des Programms Energie 2000 des Bundes wurde vom damaligen Bundesamt für Energiewirtschaft (BEW) zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen das Programm DIANE Klein-Wasserkraftwerke durchgeführt (DIANE: Durchbruch Innovativer Anwendungen Neuer Energietechniken).
Es dauerte 1992 - 1997, ergänzte und vertiefte das 1990 lancierte Förderprogramm PACER Kleinstwasserkraftwerke (1990 - 1995) des damaligen Bundesamtes für Konjunkturfragen (BfK).
Das DIANE wurde in den Rahmen von Energie 2000 des Bundesamtes für Energie (BFE, Nachfolgeamt des BEW) gestellt und mit dem Programm Kleinwasserkraftwerke fortgesetzt. Mit einbezogen war das Programm für Pilot- und Demonstrationsanlagen (Vorstudien- und Investitionsbeiträge), sowie die Koordination mit der Energieforschung im Bereich Wasserkraft.
Auch das damalige Bundesamt für Wasserwirtschaft (BWW) - später Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG), heute im BFE und BAFU (Bundesamt für Umwelt) integriert - hatte bereits 1983 Untersuchungen zur Förderung für Kleinwasserkraftwerke gestartet. Einzelne Kantone zogen mit eigenen Förderaktivitäten nach, wie z.B. Potenzialstudien und Investitionsbeiträgen.
Pioniere lancierten bereits seit den 80er Jahren einzelne Projekte für Neuanlagen und Erneuerungen. Zusammen mit den Aktivitäten des Interessenverbandes Schweizerischer Kleinkraftwerk-Besitzer und dessen Westschweizer Sektion Association des Usiniers Romands (ADUR) gelang es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, günstige politisch-wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu erzielen und das bis anfangs der 80er Jahre Sterben von jährlich rund 100 Kleinst-Wasserkraftwerken in ein bescheidenes jedoch kontinuierliches Wachstum umzukehren.