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Perückenmacher/in
Perückenmacher[1] beschäftigen sich sowohl mit der Herstellung von Perücken und Harteilen, als auch mit deren Färbung und Reparatur. Das Handwerk des Perückenmachers wird in der Schweiz allerdings nicht mehr als Beruf ausgebildet. Die zunehmende Verlagerung der Produktion in asiatische Länder wie China und Taiwan führte schliesslich dazu, dass heute in der Schweiz lediglich Vertriebsfirmen als Ausbildungsstätte zur Auswahl stehen. Dort besteht auch höchstens die Möglichkeit sich das Handwerk „on the job“ anzueignen und dabei Reparaturarbeiten sowie Massenanfertigungen vorzunehmen.
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Die Perückenherstellung in der Schweiz lässt daher auch als Nischenproduktion bezeichnen. Die Nachfrage ist im Gegensatz zu früher (17. und 18. Jahrhundert) immens zurückgegangen. Qualitativ hochstehende Produkte und auch Massenanfertigungen werden gegenwärtig zumeist von Menschen mit Haarausfall und in der Theater-, Film- und Modebranche verwendet. Im 17. und 18. Jahrhundert war dies allerdings keineswegs der Fall.
Die Blütezeit der Perückenmode begann mit Ludwig den XIV, als er die Perücke in den Rang eines Kleidungsstücks erhob. Nicht allzu lange Zeit später verbreitete sich die Perückenmode als Standessymbol über weite Teile Europas. Mit der Entwicklung günstigerer Herstellungsmöglichkeiten erlangte die Perücke schliesslich nicht nur in Adelshäusern Eingang, sondern auch das gewöhnliche Volk konnte sich allmählich Perücken leisten. Fast jeder Berufsstand trug eine Perücke. Im Jahr 1764 zählte die „Encyclopédie perruquière“ insgesamt einhundertfünfzehn Modelle. Aus dieser modischen Entwicklung schlugen auch die Herrschenden Profit, indem das Tragen einer Perücke mit einer Steuer belegten, die jeder Perückenträger und jede Perückenträgerin eine Zeitlang zu entrichten hatte.
Die Perückenmacher waren demnach einst gefragte Berufsleute, die ihr Rohmaterial zumeist von Menschen aus Zuchthäusern, Kriegsgegenden und verarmten Landregionen bezogen. Das auf diese Weise bezogene Haar wurde von den Perückenmachern entsprechend gesäubert, gehechelt, sortiert und gekräuselt. Damit die Lockenform von Dauer war, wurden die Haare in Kräuselhölzer aufgewickelt stundenlang im Wasser gekocht und danach in Brotteig eingelegt im Backofen gebacken. Die losgewickelten Haare wurden auf ein schmales Band mit Seidenfäden aneinandergeknüpft (Tressenherstellung) und daraufhin bandweise auf eine massgeschneiderte textile Haube genäht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der natürlichen Haarpflege büsste die Perückenmode allerdings an Beliebtheit ein und zahlreiche Perückenmacher mussten sich beruflich umorientieren, indem sie zumeist auf Damenfriseure umsatteln.
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.
Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 173-176.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Perückenmacher/in, https://berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=2842, abgerufen am 13.07.2017.
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