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Visionäre Sammlung Vol. 12: Peter Roehr
Nachdem Roehrs Werk 1978 im Kunstmuseum Luzern gezeigt wurde, präsentiert Haus Konstruktiv Roehrs aussergewöhnliches Œuvre umfassend wieder in einem Schweizer Museum.
Peter Roehr, der nur 23 Jahre alt wurde und ein enger Künstlerfreund von Charlotte Posenenske war, schuf in dem kurzen Zeitraum zwischen 1962 und 1967 fast 600 Arbeiten. Zwischen 1964 und 1966 entstanden Fotomontagen aus Werbematerial, das ihm sein Freund und Förderer Paul Maenz – damals «Art Director» der Werbeagentur Young and Rubicam in Frankfurt – zukommen liess. Roehr beschränkte sich darauf, das vorgefundene Material auszuwählen und unverändert, ohne künstlerische Handschrift oder Kommentar, in quadratischen Bildformaten zusammenzufügen.
Seit 1966 entwickelte sich sein Gesamtwerk konsequent in eine streng formalistische Richtung: Seine letzte grosse Arbeit, die «Schwarzen Tafeln» (1966), zehn gleichgrosse, quadratische Werke, verbindet Malewitschs «Schwarzes Quadrat» als Meilenstein der nonfigurativen Kunst mit den «Black Paintings» von Roehrs Amerikanischen Zeitgenossen Frank Stella und Ad Reinhart, die das Ende der Malerei deklariert hatten.
Peter Roehrs Œuvre, das vom 28.11.2009 bis 7.3.2010 sowohl im Städel Museum wie auch im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main in zwei umfangreichen Ausstellungen gewürdigt wurde, überrascht noch heute – oder aber eben gerade wieder – durch seine kompromisslos angewandte Methode: Aus gefundenem Alltags- und Werbematerial entstanden Foto-, Text-, Typo-, Objekt-, Film- und Tonmontagen, die immer wieder neu den Punkt ausloten, an dem der vertraute Gegenstand zur eigenen, ungegenständlichen Struktur wird. Kompromisslos verfolgte Roehr den Ansatz einer präzise kalkulierten, seriellen Wiederholung, die sein Schaffen – aus kunsthistorischer Sicht – einreiht zwischen Ready Mades, konstruktivistischer Serialität und Pop-Art.