Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03615.jsonl.gz/2345

Das Ni-Co Vorkommen Plantorin befindet sich auf einer Höhe von 3000 m am Grat zwischen Turtmann- und Val d’Anniviers nördlich des Omen Rosso. Man findet an der Stelle des alten Lagerganges noch die Reste von 3 alten Gemäuern, wovon das eine Gemäuer auf der Ostseites des Grates noch recht gut erhalten ist,das Dach im Winter 2010 aber leider Schaden nahm, so dass die Hütte vom Zerfall bedroht ist. Der früher Erzführende Gang besteht hauptsächlich aus Baryt, Braunspath und Quarz. Dort wo der Gang die Gratline schneidet beträgt seine Mächtigkeit ca. 3 m. Unterhalb in Richtung Osten vergrössert er sich auf 5 m Mächtigkeit, um danach ca. 15 m unterhalb der Gratlinie auf 50 – 80 cm zu schrumpfen. Bei meiner Befahrung der Abbaustelle konnte ich keine Spuren von Ni-Co finden, nicht einmal die geringste Spur von Kobaltblüten. Auch im kleinen Stollen, welcher an der Stelle mit der grössten Mächtigkeit in den Baryt vorgetrieben wurde, konnte ich keine Spuren einer Vererzung finden. Auf der östlichen Seite des Grates am Steilhang gegen das Frilitäli kann der Gang noch ca. 60 m weiter, bis zu einem zweiten, verstürzten Stollenmundloch, verfolgt werden. Auf der westlichen Seite sieht man noch gut die Reste des nun verstürzten 5 m langen Tagbauschlitzes.
Begünstigt durch die Nähe der Bergwerk im Val d’Anniviers (z.B. Grand Praz), wurde vermutlich das Vorkommen bereits im Jahr 1836 entdeckt. Die Angaben, welche dazu gemacht wurden, sind leider etwas ungenau. Nach C. Schmidt wurde hier erstmals im Jahr 1841 ca. 5000 kg Erz im Tagbau gewonnen. Auch A. Ossent erwähnte in einem Bericht aus dem Jahre 1868 bereits einen Abbau bei Plan torreng durch italienische Bergleute in den Jahren 1837 bis 1841 (Vinasco Baglioni?). Später sind dann durch A. Ossent im Jahr 1875 weitere 2500 kg Erz im Tagbau abgebaut worden, bevor er das Bergwerk Kaltenberg wieder öffnete und als erster einen geregelten Betrieb aufnahm. Im zweiten Weltkrieg untersuchte man das Vorkommen zusammen mit dem Vorkommen Kaltenberg. Es sollte hier wie auch bei Kaltenberg, abgeklärt werden, ob noch die Möglichkeit bestünde, weitere Erzlinsen zu finden. Aber da die Überdeckung des Tagbauschlitzes mehrer Meter betrug, und am östlichen Abhang eine ziemliche Rutschgefahr bestand, hätte dies sehr umfangreiche Arbeiten erfordert. Aus diesem Grund, sowie der hohen Lage wurde daher von weiteren Arbeiten abgeraten.
Roger Widmer 18. 05. 2012