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Am 2. Mai 2015 fand in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Die Holdinggesellschaft ist derzeit nach Marktkapitalisierung die fünftgrösste US-amerikanische Aktiengesellschaft hinter Apple, Microsoft, Google und ExxonMobil.
Auch dieses Jahr pilgerten knapp 40'000 Aktionäre zu der legendären Hauptversammlung ins Messe- und Kongresszentrum von Omaha. Bei diesem „Woodstock für Kapitalisten“ stehen der Vorsitzende Warren Buffett und sein Vize Charlie Munger den anwesenden Journalisten, Analysten und Aktionären stundenlang für Rede und Antwort zur Verfügung.
Da Buffett und Munger nicht nur ein immenses Wirtschaftswissen besitzen, sondern gemeinsam auch über mehr als 175 Jahre Lebenserfahrung verfügen, erhalten die Teilnehmer oft wertvolle Ratschläge für alle Lebensbereiche.
Wie findet Warren Buffet Freunde?
Dieses Jahr wurde Buffett von einem Siebtklässler, der extra aus dem über 2000 Kilometer entfernten Florida angereist war, gefragt, wie es ihm gelinge, so viele Freunde zu gewinnen, und wie er andere dazu bringe, ihn zu mögen und für ihn zu arbeiten.
Buffett und Munger antworteten zunächst scherzhaft, sie wären beide als Jungen unausstehlich gewesen und die einzige Möglichkeit, von anderen gemocht zu werden, bestand für sie darin, möglichst schnell reich und grosszügig zu werden. Wenn man anderen nämlich einen Scheck ausstellt, wird man von ihnen schnell als tugendhaft angesehen und respektiert.
Dann erklärte Buffett, es sei gar nicht so schwer, beliebt zu werden. Man müsse das Rad nicht neu erfinden, sondern nur versuchen, sympathisches Verhalten nachzuahmen und unsympathisches Verhalten zu vermeiden. Hierfür empfahl Buffett dem Jungen, auf einem Blatt Papier zunächst die vier Verhaltensweisen aufzuschreiben, die er an seinen Mitschülern am meisten schätze, und anschliessend die vier Verhaltensweisen zu notieren, die ihn am meisten abstossen.
Abschliessend witzelte Munger, dass Buffetts Rezept, sympathisches Verhalten zu imitieren und abstossendes Verhalten zu vermeiden, auch in der Ehe und jeder anderen Beziehung weitaus besser funktioniere als der ständige Versuch, seinen Partner verändern zu wollen.