Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03657.jsonl.gz/2136

Xherdan Shaqiri: Schön, dass ihr gekommen seid! Ihr könnt du zu mir sagen. Wie heisst ihr?
Kinder: Eliah, Leonie und Noel.
Shaqiri: Also, fangt an!
Wo hast du mit Fussballspielen angefangen?
Beim SV Augst im Kanton Baselland. Aber ich war nicht so lange dort, schon mit 8 Jahren kam ich zum FC Basel, und seither bin ich da.
Wie lange trainierst du pro Tag?
So viel ist das gar nicht. Normalerweise trainieren wir von 10 bis 12 Uhr.
Musst du deine Schuhe selber putzen?
Meistens putze ich meine Schuhe selber. Unser Materialwart hat viel zu tun. Das finde ich natürlich schade (lacht).
Hattest du als Bub ein Vorbild?
Ich habe immer Ronaldo bewundert, den Brasilianer, der heute so dick geworden ist. Wen findet ihr am besten?
Dich und Hakan Yakin. Aber vor allem dich. Ja, und Alex Frei ist auch noch gut. Wie viele gute Freunde hast du?
Gute Frage! Es ist schwierig, gute Freunde zu finden, wenn man so bekannt ist. Man muss sich relativ früh für gute Kollegen entscheiden. Ich glaube, das habe ich gut gemeistert, ich habe von jung an einen guten Freundeskreis.
Hast du einen kleinen guten Freund?
Einen kleinen Freund? Also, jetzt habe ich ja euch als Freunde … Und ich bin selber auch ziemlich klein (lacht). Übrigens, meine Schwester ist erst 12 Jahre alt. Aber normalerweise gebe ich mich mit Gleichaltrigen ab.
Hattest du früher, als du noch zur Schule gingst, genug Zeit zum Trainieren?
Das war nicht einfach, vor allem am Anfang. Ich hatte einen langen Weg von zu Hause in den FC nach Basel. Meine Eltern hatten kein Auto, also begleitete mich mein Vater im Bus. Ich wollte zuerst nicht nach Basel gehen, denn ich hatte meine Freunde in Augst und fühlte mich dort sehr wohl. Manchmal musste ich heulen. Aber mein Vater hat mich motiviert, und heute bin ich ihm dankbar, dass ich zum FCB ging. Natürlich ist es auch wichtig, dass man die Schule nicht vernachlässigt, seine Hausaufgaben macht und gute Noten heimbringt.
Hast du bei Bayern München auch die Nummer 17?
Das weiss ich noch nicht. Es sind ja nicht alle Nummern frei, aber natürlich ist die 17 meine Wunschnummer. Sie hat mir bisher viel Glück gebracht.
Aber warum gehst du überhaupt zu Bayern?
Ich bin schon lange bei Basel und habe einige Titel geholt. Ich bin noch relativ jung, und als Junger muss man grosse Ziele haben. Dann muss man leider auch einmal die Schweiz verlassen und im Ausland etwas Neues versuchen – ich möchte gern noch andere Titel holen. Das ist mit dem FC Basel schwierig. Der FC Bayern ist der beste Verein, findet ihr nicht auch?
Schon, aber es ist etwas schade, dass du weggehst.
Aber immer noch besser, als wenn ich weiter weggegangen wäre, zum Beispiel nach Russland, oder? München ist gar nicht so weit. Mein grösster Traum ist es, einmal die Champions League zu gewinnen, und das ist nur mit einem Top-Klub möglich.
Was machst du mit dem vielen Geld, das du verdienst?
Wenn man erfolgreich ist, verdient man später viel Geld, aber den Jungen sollte das egal sein. Sie sollten sich auf den Fussball konzentrieren und nicht aufs Geld. Das ist Nebensache. Man sollte seinen Beruf perfekt ausüben. Ich unterstütze mit dem Geld vor allem meine Familie, das ist mir wichtig, denn früher haben sie mich unterstützt. Zum Beispiel habe ich meinen Eltern eine schöne Wohnung gekauft. Ich verpulvere mein Geld sicher nicht.
Was machst du in deiner Freizeit?
Ich verbringe sie am liebsten mit meiner Familie. Vor allem, weil ich ja viel herumreise, mit dem FCB und mit der Nationalmannschaft. Meine letzten paar Monate in Basel geniesse ich besonders, weil ich nachher meine Familie nicht mehr so oft sehe. Wobei mein ältester Bruder wahrscheinlich mit mir nach München kommen wird.
Wie viele Geschwister hast du?
Zwei ältere Brüder, der eine wird 24, er ist jetzt gerade im Militär, und der andere 22, ich selber 21. Und dann meine Schwester, sie ist erst 12. Lange Zeit war ich der jüngste der Familie (lacht).
Sind sie auch so sportlich wie du?
Nicht ganz so, aber sie machen auch gern Sport, vor allem meine Schwester – sie hat schöne Waden!
Was ist dein Tipp, wenn Junioren auch einmal so berühmt werden wollen wie du?
Es braucht sicher Talent, aber das reicht nicht. Wenn man etwas erreichen will, muss man es perfekt machen wollen. Darum sollten junge Spieler nicht gross überlegen, sondern das machen, was sie lieben. Wichtig ist auch, dass man immer anständig bleibt. Man muss auf dem Boden bleiben. Dann kommt es von allein.
Du hast schon früh angefangen.
Ja. Wie ist es bei dir, Eliah, spielst du gern Fussball?
Ja, ich bin im FC Niederweningen.
Viele Kinder interessieren sich für Fussball, immer mehr auch die Mädchen. Ich fing auch wegen meiner Familie früh an. Wir schauten oft Fussball am Fernsehen, und ich begann, ihn zu lieben.
Wenn du in einen Laden gehst oder in ein Restaurant, dann schauen dich sicher alle an. Wie ist das so?
Die Leute sind meistens sehr anständig. Mühsam ist nur, wenn man mit der Familie schön am Essen ist und dann nach einem Autogramm gefragt wird. Aber das gehört zum Beruf, man kommt täglich in der Zeitung und wird von anderen Leuten beurteilt.
Das waren alle Fragen.
Gut, danke! Das war das erste Mal, dass ich von Kindern interviewt wurde. Müsst ihr heute Nachmittag noch in die Schule?
Nein, wir haben frei bekommen!
Ihr habt es aber schön! Ich hatte früher nie frei, sondern musste immer antraben.
Da ist noch etwas für dich: Ich habe ein FC-Bayern-Zeichen gebastelt. Das kannst du am Fenster beim Auto oder zu Hause aufhängen.
Dankschön, Noel! Wenn ichs am Auto aufhänge, wäre das nicht so gut – denn ich fahre damit ja ab und zu nach Basel (lacht). Aber ich hänge es dann in der Wohnung in München auf.
Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!
Er ist erst 20-jährig und schon der begehrteste Schweizer Fussballer: «Shaq» hat sich diese Woche eine ganze Stunde Zeit genommen, um die Fragen der «Sonntag»-Kinderreporter Eliah (9) und Leonie Brunner (7) und Noel Humbel (8) zu beantworten.