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Läuferin sollte für Grossbritannien antreten – will aber wegen des Klimas nicht fliegen
Das eigene Land bei Weltmeisterschaften zu repräsentieren, ist eine riesige Ehre. Das sagt auch Innes FitzGerald, ein 17-jähriges Riesentalent, das für Grossbritannien Ende Februar bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften hätte antreten sollen.
Doch dazu kommt es nicht. FitzGerald gibt ihrem Land einen Korb. In einem offenen Brief, den «Athletics Weekly» publizierte, schreibt sie: «Schweren Herzens muss ich diese Gelegenheit ablehnen.»
Der Grund: das Klima. «Ich war erst neun Jahre alt, als das Klimaabkommen in Paris unterschrieben wurde. Acht Jahre sind vergangen, die globalen Emissionen steigen weiter, wir steuern auf eine Klimakatastrophe zu.» Die Cross-Weltmeisterschaften finden in Australien statt, FitzGerald hätte zum Wettbewerb fliegen müssen.
«Kann nicht mit gutem Gewissen fliegen»
«Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Katastrophe kann nur abgewendet werden, wenn es grundlegende Änderungen gibt. Im Grossen und persönlich», schreibt sie. Sie werde nie «mit gutem Gewissen fliegen, wenn ich weiss, dass deshalb Menschen ihre Lebensgrundlage, ihre Heimat und ihre Liebsten verlieren können».
Der Entscheid sei ihr nicht einfach gefallen. Aber es sei ein kleines Opfer im Vergleich zum Kummer, den sie spüren würde, wenn sie geflogen wäre.
Mit Zug und Bus an die Wettkämpfe
FitzGerald machte in der Läuferwelt Schlagzeilen, als sie vor rund einem Monat, als erst 16-Jährige, in Turin in der U20-Kategorie mit den besten Läuferinnen mithalten konnte und überraschend Vierte wurde.
Nach Italien kam sie übrigens mit dem Bus und dem Zug. Rund 20 Stunden habe die Reise gedauert. Vor Ort hatte sie ein Klappvelo dabei.
«Champion für die Erde»
British Athletics, die Dachorganisation, hat sich noch nicht zum Verzicht FitzGeralds geäussert. Dafür hat Champions for Earth, eine Organisation für klimabewusste Athletinnen und Athleten, ein Statement veröffentlicht: «FitzGerald ist damit in mehrerer Hinsicht ein Champion.»
Die Organisation werde sie künftig finanziell unterstützen, damit sie möglichst klimafreundlich reisen könne. «Sie bringt den Traum, eines Tages Weltmeisterin zu sein, mit der Entschlossenheit, ein Champion für die Erde zu sein, unter einen Hut.»