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Bei der Verlosung der Presseplätze für den NSU-Prozess sind am Montag viele grosse deutsche Medien leer ausgegangen. Die überregionalen Tageszeitungen "Süddeutsche Zeitung", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Welt", "Die Tageszeitung" und "Frankfurter Rundschau" bekamen bei der Verlosung keinen der reservierten Plätze, wie das Oberlandesgericht München mitteilte.
Die "Süddeutsche" zumindest kam aber dadurch zum Zuge, dass ihr wöchentlich erscheinendes Magazin einen Platz bekam.
Dem Gericht zufolge meldeten sich für die Verlosung insgesamt 324 verschiedene Medien und freie Journalisten an, fast drei Mal so viele wie im ersten Akkreditierungsverfahren. Bei den Nachrichtenagenturen gingen die grossen internationalen Agenturen Reuters, AP und Agence France-Presse alle leer aus.
Im ersten Akkreditierungsverfahren waren alle türkischen und fast alle internationalen Medien bei der Vergabe der 50 Presseplätze leer ausgegangen. Nach einer Korrektur dieses Verfahrens durch das Bundesverfassungsgericht ordnete das Oberlandesgericht eine völlig neue Platzvergabe im Losverfahren an. Durch Setzlisten waren für mindestens vier türkische Medien Plätze garantiert.
Der Prozess um die rassistisch motivierten Morde und Anschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) soll nun am 6. Mai beginnen. Er war wegen der Querelen um die Platzvergabe um fast drei Wochen verschoben worden. Der Hauptangeklagten Beate Zschäpe wird Mittäterschaft vorgeworfen. Angeklagt sind ausserdem vier mutmassliche Helfer und Unterstützer.
Acht der zehn Mordopfer des rechtsextremen NSU hatten türkische Wurzeln.
SDA-ATS