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In Burkina Faso ist das Grundbildungssystem sehr schwach und von zahlreichen Problemen geplagt. Von 100 Kindern gehen etwa 15 nicht zur Schule. Der Bildungszugang der burkinischen Bevölkerung ist sehr ungleich verteilt. Die Analphabetenrate liegt bei knapp 70% (bei Frauen bis 80%) und ist durch grosse geografische Unterschiede geprägt, vor allem zwischen städtischen und ländlichen Gebieten: Die Einschulungsrate ist rund um die Hauptstadt Ouagadougou fünfmal höher als in gewissen abgelegenen ländlichen Gebieten.
Dazu hat das Land mit einem starken Bevölkerungswachstum zu kämpfen. Das Ausbildungsniveau der Lehrkräfte ist tief. Und das Bildungssystem ist oft nicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet.
Aus diesen Gründen hat die burkinische Regierung verschiedene Massnahmen ergriffen. Sie hat ein nationales Programm verabschiedet, mit dem die Alphabetisierung beschleunigt und die Bildung der Mädchen verbessert werden sollen. Vor diesem Hintergrund unterstützt die DEZA vor allem burkinische Programme, die die Schul- und Berufsbildung von Kindern fördern, welche nie die Schule besucht oder sie abgebrochen haben, sowie Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene anbieten. Die DEZA hat ein Programm zur Förderung der Grundschulbildung (Programme d’Appui à l’Education de Base, PAEB) realisiert, das Beiträge an verschiedene Fonds mit der Unterstützung von NGOs vor Ort kombiniert.
Bildungssystem von Burkina Faso
In Burkina Faso besteht das Bildungssystem aus dem sogenannten formalen System (Vorschule, Primarschule, Sekundarschule, Universität, technische Fachschule, Berufsbildung) und einem nichtformalen System. Das nichtformale System umfasst alternative Bildungsangebote für Kinder, die die Schule nie besucht oder sie abgebrochen haben, sowie erwachsene Analphabeten. Das formale System versagt bei der Aufgabe, alle Kinder einzuschulen (Einschulungsquote 85%). Ausserdem verlassen 40 von 100 Kindern die Schule wieder, bevor sie sechs Schuljahre absolviert haben (Abschlussquote 60%). Deshalb müssen alternative Bildungsangebote entwickelt werden, welche die DEZA unterstützt.
Die alternativen Bildungsangebote umfassen die schulische Alphabetisierung, einfache technische Ausbildungen und die Förderung eines schreib- und lesefreundlichen Umfelds (Zugang zu Lesematerial). Ziel ist, dass die Bevölkerung sich Kompetenzen und Kenntnisse erwerben kann, die ihr im Alltag nützlich sind.. Die alternativen Angebote richten sich an Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, die keine Gelegenheit hatten, die formale Schule zu besuchen oder diese sehr früh verlassen haben. Sie erhalten während vier Jahren eine Grundbildung.
Nach dem Abschluss können diejenigen, die dies wünschen, dank Brückenangeboten und nach einer Evaluation in das formale Schulsystem eintreten. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, die Schule bis auf Hochschulniveau fortzusetzen. Andere können eine Berufsausbildung absolvieren oder in einem landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum eine Ackerbau- oder Viehzuchtlehre machen.
Eine wesentliche Verbesserung
Mit der Unterstützung des Fonds für Alphabetisierung und nichtformale Bildung (Fonds pour Alphabétisation et l’Education non formelle, FONAENF), eines Partners des PAEB, konnte die DEZA dazu beitragen, dass mehrere Ziele erreicht wurden und die Bildungssituation in Burkina Faso wesentlich verbessert werden konnte.
- Seit 2006 erhielten 10’000 Kinder im Alter zwischen 9 und 15 Jahren, die die Schule nie besucht oder sie abgebrochen hatten, davon 45% Mädchen, dank der Entwicklung von innovativen Bildungsangeboten Zugang zu Schulunterricht und gewissen Berufen.
- Die Erfolgsquote von Lernenden in der nichtformalen Bildung ist zwischen 2012 und 2015 von 92% auf 96% gestiegen, dies insbesondere dank der Stärkung der Kapazitäten von 37’000 pädagogischen Coaches und der Neugestaltung der nichtformalen Bildung.
- Es wurden über 3‘200‘000 Lehrmittel in allen Landessprachen produziert und verteilt. Seit 2006 können die Lernenden mit diesen Lehrmitteln das Gelernte verfestigen, so dass sie nicht wieder in den Analphabetismus zurückfallen.
Pionierrolle der DEZA
Die DEZA hat im Bereich der nichtformalen Bildung eine Pionierrolle gespielt. Vor dreissig Jahren war die Schweiz das einzige Land, das Kurse für Analphabeten und jugendliche Schulabbrecher durchführte. Nach diesem ersten Impuls beteiligten sich auch andere Stakeholder an der Finanzierung der Kurse, und die burkinische Regierung integrierte alternative Bildungsangebote in ihre Politik. Die DEZA wurde so zur führenden Partnerin des Bildungssystems von Burkina Faso.
Sie leistet Beiträge an gemeinsame Aktionspläne und Projekte, mit denen alternative Bildungsangebote unterstützt werden. Vor Ort wird das Projekt in Partnerschaft mit NGOs umgesetzt. Zudem unterstützt die DEZA verschiedene Gemeinschaftsfonds, die von mehreren Gebern gespeist werden. Damit können Schulen gebaut, Schulmaterial bezahlt und Lehrerinnen und Lehrer entlöhnt werden. Zur Umsetzung des Programms zur Förderung der Grundschulbildung verfügt die DEZA über parallele Mittel, die vom burkinischen Staat, aber auch von anderen technischen Partnern bereitgestellt werden.