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Forschungspartner, regelmässiger Austausch mit: Bundesamt für Statistik (BFS); Institut für Mehrsprachigkeit Freiburg (IFM)
Die Vielfalt der Sprachen und Kulturen ist für die Schweiz und ihre Bewohnerinnen und Bewohner von besonderer Bedeutung, nicht zuletzt, weil sie in ihrer politischen, sozialen und kulturellen Geschichte tief verwurzelt ist bzw. oft als „Trumpf‟ oder „Reichtum‟ dargestellt oder sogar als wesentlich für die Existenz des Landes beschworen wird. Doch obwohl sie Gegenstand eines anhaltenden Diskurses ist, bleiben hinsichtlich vieler Aspekte Fragen offen, nicht zuletzt was die Natur und das tatsächliche Ausmass der Vorteile betrifft, die diese Vielfalt der Schweiz und ihren Bewohnern (oft unter dem Stichwort „Standortvorteil‟) verschaffen soll.
Ziel des Projekts ist es daher, das theoretische und empirische Wissen über den Vorteil, den die Sprachenvielfalt für die Schweiz und ihre Bewohner darstellt, zu vertiefen. Es möchte: 1) Einen systematischen Analyserahmen entwickeln für den Nutzen der Mehrsprachigkeit und zwar auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. 2) Einen methodischen Ansatz erarbeiten, um auf Grundlage der für die Schweiz verfügbaren Daten diesen Nutzen zu beziffern. 3) Ausgehend von den beiden vorgenannten Arbeiten prüfen, welche der derzeit beim Bundesamt für Statistik (BFS) verfügbaren Daten für derartige Auswertungen geeignet sind, und ermitteln, welche Datenlücken zu schliessen wären. 4) Auf Grundlage der verfügbaren Daten den Marktwert beziffern und eine erste Schätzung des nicht-monetären Nutzens von mehr oder weniger mehrsprachigen Praktiken vornehmen. 5) Eine umfassende Bilanz ziehen, die die Vorteile der Mehrsprachigkeit für den Einzelnen mit den Vorteilen der Mehrsprachigkeit auf gesellschaftlicher Ebene verknüpft, diese in Beziehung setzen zu den Prioritäten der öffentlichen Politik im Bereich der Sprachen und Kulturen sowie zu Verteilungsfragen und schliesslich die Grundlagen für nachfolgende Analysen schaffen.
Das Bestreben, mehr über die Vorteile der Mehrsprachigkeit zu erfahren, speist sich aus den Anliegen rund um verschiedene, für die Schweiz wichtige Themen: Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften, Förderung des Austauschs zwischen den Sprachregionen, Unterstützung der Minderheitssprachen, effektive Mehrsprachigkeit in der politischen Arena und der Bundesverwaltung, Vorbereitung der jungen Generationen auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes im Kontext der Globalisierung, Umgang mit den sprachlichen Dimensionen der internationalen Mobilität zu Studien- oder Arbeitszwecken, Integration und Aufwertung der durch Migrationsbewegungen bedingten sprachlichen Vielfalt. In der Tat sind die im Projekt APSIS aufgegriffenen Fragestellungen direkt für die Legislaturplanung 2019-23 des Bundesrates relevant (vgl. Botschaft vom 29.01.2020, https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2020/452/de), insbesondere Ziel 7 sowie, nachgeordnet, die Ziele 3 und 13.
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Schweiz mit einem integrierten Ansatz zum Wert von sprachlicher Vielfalt, wie er vom APSIS-Projekt vorgeschlagen wird, eine internationale Vorreiterrolle einnehmen kann, da unseres Wissens bisher kein Land der Welt eine strukturierte und systematische Evaluation dieser Art durchgeführt hat.