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Arzneimittelallergie
Medikamentenallergie
Arzneimittelallergien können vielfältige Symptome hervorrufen und auch lebensbedrohliche Zustände. Bei Arzneimittelallergien zeigen Personen echte allergische Reaktionen gegen Inhaltsstoffe von Medikamenten. Meistens treten innert Minuten bis weniger Stunden juckende Hautausschläge mit Quaddeln auf. Teilweise kommen weitere Symptome dazu wie Schwellungen, Unruhe und Jucken im Mund. Gelegentlich entwickelt sich ein gefährlicher Schockzustand. Alternativ kann sich verzögert, also frühestens nach sechs Stunden, ein Hautausschlag mit Knötchen bilden. Andere Formen sind selten.
Arzneimittelallergien zu diagnostizieren, ist schwierig. Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen und denen anderer Arzneimittelunverträglichkeiten ähneln. Tests liefern oft unzuverlässige Ergebnisse. Unangenehme Erscheinungen im Zusammenhang mit Medikamenten sind meistens ohnehin keine Allergien, sondern unerwünschte Wirkungen – also Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen.
Ist eine Arzneimittelallergie sicher diagnostiziert, sollten Betroffene das betreffende Mittel weglassen. Zum Teil lässt es sich durch andere ersetzen oder zeitweise unter Vorsichtsmassnahmen weiter verwenden. Gegen die Symptome der Allergie helfen Medikamente.
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Symptome
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Rötet sich Ihre Haut recht bald, nachdem Sie ein bestimmtes Medikament angewendet haben, und bildet sie Quaddeln, also Erhebungen?Bekommen Sie zudem weitere Symptome wie etwa Brennen und Jucken an den Augen oder Schwellungen in Teilen des Gesichts?Erscheint oft Tage nach dem Gebrauch eines Mittels bei Ihnen ein Hautausschlag, der an Masern erinnern kann und Pusteln hat?
Beide, der frühe Ausschlag mit Quaddeln und der späte mit Pusteln, sind typische Allergiesymptome. Doch es ist kaum möglich, von solchen Anzeichen sicher auf eine Arzneimittelallergie zu schliessen. Medikamente können auf verschiedene Art viele teilweise sehr ähnliche und zum Teil auch ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen, sogenannte Arzneimittelunverträglichkeiten (siehe unten). In grosser Mehrheit handelt es sich um Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, wenn Personen über unangenehme Erscheinungen in Zusammenhang mit Medikamenten klagen.Betroffene sollten jede echte oder vermutete Unverträglichkeit von Arzneimitteln abklären lassen. Das gilt für Kinder und Erwachsene. Sinnvolle Beratung und Abschätzung der Risiken kann erst stattfinden, wenn die Auslöser bekannt sind und möglichst auch ihre Wirkungsweise.
Formen und Anzeichen
Nach der Art, wie Allergien im Immunsystem zustande kommen, unterscheiden Fachleute mehrere Typen. Bei Arzneimittelallergien kann es sich um Typ I Allergien oder Allergien vom Soforttyp handeln. Dabei vermitteln Antikörper vom Typ IgE die allergische Reaktion. Üblicherweise gelten Arzneimittelallergien aber als typische Beispiele für Allergien vom Typ IV, der auch Spättyp oder verzögerter Typ heisst. Hier spielen Antikörper keine Rolle. Die Immunreaktion läuft über bestimmte, spezialisierte weisse Blutkörperchen, über sensibilisierte T-Lymphozyten. Fachleute sprechen auch von einer zellvermittelten Immunreaktion.
Bei Arzneimittelallergien vom Typ I/Soforttyp treten häufig folgende Symptome auf:
- Gerötete und erwärmte Haut
- Hautausschlag mit erhobenen Quaddeln (Nesselsucht/Urtikaria)
- Juckreiz
- Schwellungen
- Allergischer Schnupfen, allergisches Asthma
- Gerötete, juckende und brennende Augen (allergische Bindehautentzündung)
- Leichte körperliche Beschwerden wie Unruhe und Kopfweh
Schwere Verläufe zeigen sich, ausser an der Haut, durch weitere Symptome. Im schlimmsten Fall kann sich ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock entwickeln. Frühe Warnsignale können schon etwa Hitzegefühle und Jucken oder Brennen in Mund und Rachen sein. Oft verschwinden diese Zeichen rasch wieder. Gleichzeitig oder kurz darauf treten meistens Schluckbeschwerden und verstärkte Schleimbildung auf. Die Atemwege verengen sich, die Atmung ist erschwert. Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe im Magen-Darm-Trakt und Durchfall können erscheinen. Im Weiteren fällt der Blutdruck stark ab. Der Puls ist üblicherweise nicht mehr zu ertasten. Die Haut erbleicht, färbt sich bläulich und wird kühl. Kalter Schweiss bricht aus. Das Herz erhöht seine Schlagfrequenz bis zum Herzrasen. Ohne geeignete Behandlung kommt es zum Herzstillstand, der Kreislauf bricht zusammen, und der Tod tritt ein. Wenn sich ein anaphylaktischer Schock anbahnt, müssen nicht immer alle genannten Symptome auftreten. Arzneimittelallergien sind nach Insektengiftallergien bei Erwachsenen die zweithäufigste Ursache für anaphylaktische Schocks.Spätestens bei Symptomen wie Schweissausbruch, bläulich verfärbter Haut oder deutlichen Atembeschwerden sollte man einen Notarzt rufen. Diese Zeichen deuten stark darauf hin, dass sich ein Schock anbahnt. Der Zustand der Betroffenen kann sich sehr schnell dramatisch verschlechtern! Im Zweifel ist es kein Fehler, schon bei früheren Symptomen, die möglicherweise für einen anaphylaktischen Schock sprechen, einen Rettungsdienst zu verständigen.
Ein Angioödem oder Quincke-Ödem kann auftreten, meistens zusammen mit der Nesselsucht. Ihr Entstehungsmechanismus ist gleich. Beim Angioödem sind aber tiefere Hautschichten betroffen, einschliesslich Bindegewebe und Schleimhautgewebe. Es kommt sehr schnell zu starken Schwellungen hauptsächlich im Gesicht z.B. an Augenlidern, Lippen, Kinn und Wangen. Auch im Bereich der Genitalien kann Gewebe anschwellen. Wenn die Luftwege betroffen sind, besteht oft Erstickungsgefahr. Die Behandlung des Ödems erfolgt mit Antihistaminika, Glukokortikoiden (z.B. Kortison) und teilweise mit Adrenalin, wenn die Atemwege von Patienten bekanntlich stark auf die Allergene reagieren. Notfalls muss künstliche Beatmung oder ein Luftröhrenschnitt stattfinden. Im Allgemeinen bildet sich das Ödem innert Stunden bis Tagen folgenlos zurück.
Bei Arzneimittelallergien vom Typ IV/Spättyp treten häufig nach mehreren Tagen, selten schon nach einigen Stunden Symptome auf. Es entwickelt sich ein Hautausschlag, der im Aussehen oft an Masern oder Scharlach erinnert (Fachbegriff: Arzneimittelexanthem). Häufig bilden sich zunächst kleine Flecken oder Pusteln, die dann zu grösseren Flächen zusammenfliessen. Die Hauterscheinung ist meistens harmlos und klingt von selbst wieder ab, ohne dass Spuren zurückbleiben. Schwere Verläufe gelten als Komplikationen und sind selten.
Arzneimittelunverträglichkeiten
Medikamente, also ihre Wirkstoffe und teilweise auch Zusatzstoffe, können vielfältige Beschwerden mitbringen. Fachleute fassen sie als Arzneimittelunverträglichkeiten zusammen. Es gibt drei verschiedene Formen, sie unterscheiden sich durch die Vorgänge, die zu Beschwerden führen. Bei Neben- und Wechselwirkungen hängt die Stärke der Symptome von der Dosis des Medikaments ab. Das ist bei Allergien und Intoleranzen, die auch Pseudoallergien heissen, nicht der Fall. Sie kommen durch Prozesse im Immunsystem zustande. Die Symptome können sich unterscheiden, können zum Teil aber auch ähnlich sein.
- Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit weiteren Medikamenten sind mit Abstand die häufigsten unangenehmen Erscheinungen nach dem Gebrauch von Arzneimitteln. Unter ihnen leiden laut Untersuchungen mindestens drei von vier Personen, die über Beschwerden in Zusammenhang mit Medikamenten klagen. In manchen Studien lag der Anteil sogar bei 80 bis 90%. Die Art der möglichen Beschwerden sollte im Beipackzettel aufgeführt sein. Sie sind ein Teil der Medikamentenwirkung, eine unerwünschte Wirkung. Entsprechend nimmt die Stärke der Beschwerden mit der Dosis des Wirkstoffs zu. Das Immunsystem ist nicht beteiligt.
- Arzneimittelallergien liegen, je nach Studie, bei einer bis drei von zehn Personen vor, die über Beschwerden in Verbindung mit dem Gebrauch von Arzneimitteln klagen. Die Symptome kommen zustande, weil das Immunsystem allergisch reagiert auf pharmazeutische Wirkstoffe oder Zusatzstoffe in den Medikamenten. Es gibt zwei Formen mit unterschiedlichem Hintergrund: Bei Typ-I-Allergien vermitteln Immunglobuline vom Typ IgE die Immunreaktion, bei Typ-IV-Allergien sind dafür bestimmte Immunzellen zuständig, die T-Lymphozyten.
- Intoleranzen oder Pseudoallergien bei Arzneimitteln gelten als verbreitet. Das Immunsystem ist beteiligt, aber es laufen dort keine allergischen Prozesse ab. Das Immunsystem stellt keine Immunglobuline her, um die Auslöser gezielt, also spezifisch, zu attackieren. Die auslösenden Arzneimittelsubstanzen aktivieren selbst unspezifisch bestimmte Zellen, die auch bei echten allergischen Reaktionen eine Rolle spielen. Deshalb ähneln sich die Symptome einer Intoleranz/Pseudoallergie und die einer Typ-I-Allergie.
Sehr häufig sind darüber hinaus Kontaktallergien durch Medikamente, die auf die Haut kommen. Sie gehören im engeren Sinn aber weder zu den Arzneimittelallergien noch zu den Unverträglichkeiten. Die Symptome von Kontaktallergien sind auf die Haut beschränkt. Sie können sehr unangenehm sein, sind aber nicht gefährlich.
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Behandlung
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Vor einer Behandlung sollte feststehen, dass es sich um eine echte Allergie handelt und nicht um eine Nebenwirkung oder eine Intoleranz/Pseudoallergie. Allergien gegen Arzneimittel sind schwierig nachzuweisen. Erste Hinweise kann eine Befragung liefern. Wenn beispielsweise ein Patient schon seit Jahren regelmässig ein bestimmtes Medikament nimmt, aber erst jetzt Symptome entwickelt, ist eine Allergie sehr unwahrscheinlich. Die Zeiträume, die Zeitabstände zur Anwendung und die Art der Symptome müssen passen. Wer einen Verdacht hat, kann die Diagnose unterstützen, indem er sich möglichst viele Einzelheiten notiert.
Wenn sich verdichtet, dass es sich um eine Allergie handelt, folgen Untersuchungen. In Bluttests lassen sich einige spezifische IgE-Antikörper finden. Doch für einige pharmazeutische Wirkstoffe, die Allergien verursachen können, gibt es keine Tests. Manchmal führen nicht die Wirkstoffe zu den Reaktionen, sondern Zusatzstoffe oder die Substanzen, die unser Körper aus den Wirkstoffen macht. Bluttests allein erlauben keine sicheren Aussagen. Hauttests wie der Prick-, der Epikutan- und der Intrakutantest gelten als wichtiger. Allerdings bleiben auch sie oft ohne nützliche Ergebnisse. Im Prick-Test reagieren fast nur hochallergische Patienten, die sehr selten sind. Meistens bleibt der Versuch erfolglos, mit diesen Tests eine Sensibilisierung oder Allergie nachzuweisen.
Als letzter Weg, Symptome sicher auf ein bestimmtes Mittel zurückzuführen, bleiben dann noch aufwendige Provokationstests. Dabei erhalten Patienten das Mittel, das ihnen vermutlich Probleme bereitet, in aufsteigenden Dosen. Entwickeln sie danach Symptome einer Reaktion vom Sofort- oder Spättyp, erhalten sie einen entsprechenden Allergieausweis. Das betreffende Mittel ist fortan zu meiden. Weil das Risiko besteht, dass gefährliche Symptome auftreten, findet der Test üblicherweise im Spital und unter Überwachung statt. Mit dem Ergebnis lassen sich Allergien und Intoleranzen/Pseudoallergien nicht unterscheiden.
Vermeiden und Ersetzen
Die Möglichkeiten, Arzneimittelallergien zu behandeln, sind begrenzt. In Grunde läuft die Therapie darauf hinaus, möglichst das betreffende Mittel gegen ein anderes auszutauschen oder ganz darauf zu verzichten.
- Verzicht: Die beste Therapie ist es, das Mittel, das nachweislich die schweren allergischen Symptome auslöst, ganz wegzulassen. Das geht selbstverständlich nur, wenn das Arzneimittel medizinisch nicht zwingend benötigt wird. Das jedoch ist eher die Ausnahme. Patienten, bei denen nur leichte allergische Symptome auftreten, können entsprechende Mittel nach fachlicher Beratung oft wieder bei bestimmten Gelegenheiten verwenden.
- Ersatz: In einigen Fällen ist es möglich, ein Mittel oder ganze Verfahren gegen andere mit gleichwertiger medizinischer Wirkung auszutauschen. So ist z.B. ein Röntgenkontrastmittel unnötig, wenn Patienten statt Computertomografie eine Kernspintomografie/MRT erhalten. Betroffene sollten sich von Fall zu Fall fachlich beraten lassen.
- Medikamente gegen leichte Symptome: Hautausschläge, die von Arzneimittelallergie kommen, heilen durch örtlich aufgetragene Cremes mit Glukokortikoiden (z.B. Kortison) oft schneller ab. Gegen den Juckreiz können kühlende Gels mit Wirkstoffen aus der Familie der Antihistaminika helfen.
- Allergiepass oder -ausweis: Betroffene sollten einen Pass oder Ausweis erhalten und mit sich führen, der auflistet, gegen welche Mittel Allergien bestehen. So erhalten sie im Notfall und bei Bewusstlosigkeit keine riskanten Medikamente oder die Ärzte können den Einsatz entsprechend vorbereiten.
- Vorbeugende Medikamente und Verfahren: Manche Medikamente können für bestimmte Zwecke fast unverzichtbar sein wie beispielsweise Röntgenkontrastmittel für manche Röntgenverfahren. Wenn trotz Allergie ein Einsatz notwendig ist, können Ärzte vorbeugend Medikamente wie Glukokortikoide (z.B. Kortison) und Antihistaminika geben, um allergische Reaktionen abzumildern. Zur Sicherheit muss trotzdem eine Notfallbereitschaft vorhanden sein. Teilweise ist es auch möglich, die Empfindlichkeit der Betroffenen zu verringern (Fachbegriff: Toleranzinduktion). Die Beteiligten sollten zusammen alle Vor- und Nachteile, Alternativen und Risiken gründlich abwägen.
- Schwere Symptome, Anaphylaxie: Bei Symptomen wie Schweissausbruch, bläulich verfärbter Haut und Atembeschwerden besteht das Risiko, dass sich ein anaphylaktischer Schock anbahnt, der das Leben bedrohen kann. Der Zustand von Betroffenen kann sich sehr schnell verschlechtern. Im Zweifel sollte immer ein Notarzt gerufen werden oder die Symptome angemessen mit einem Notfall-Set behandelt werden.
Eine ursächliche Behandlung, die sogenannte spezifische Immuntherapie (SIT, auch Hyposensibilisierung), ist bei echten Arzneimittelallergien leider nicht möglich. Bei Intoleranzen/Pseudoallergien sind einzelne Fälle beschrieben, in denen eine SIT die Probleme beseitigen konnte.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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In den meisten Fällen legen sich leichte allergische Beschwerden, sobald der Kontakt zum Allergen endet. Bei Medikamenten spielt es auch eine Rolle, wie lange die Auslösersubstanz im Körper kursiert. Das kann sich deutlich unterscheiden. Eine akute Nesselsucht/Urtikaria verschwindet oft innert weniger Stunden, kann dazu aber auch ein paar Tage benötigen. Arzneimittelexantheme brauchen wenige Tage bis eine Woche zum Abheilen. Schwere Verläufe verzögern den Heilungsprozess teilweise um mehrere Wochen. Medikamente können helfen, den Juckreiz zu mildern und den Hautausschlag schneller loszuwerden.
Als lebensbedrohliche Komplikation bei Typ-I-Allergien gilt der anaphylaktische Schock. Als Komplikationen der Arzneimittelallergie vom Typ IV oder des Arzneimittelexanthems gelten seltene ungewöhnliche Verläufe. Nach ein paar Tagen kann sich Fieber entwickeln. Die Haut verändert sich grossflächig und löst sich vom Körper. An den Schleimhäuten treten starke Schwellungen und Verletzungen auf. Innere Organe wie Leber und Milz können Schäden erleiden. Beispiele für solche Komplikationen sind das Stevens-Johnson-Syndrom, das Hypersensitivitätssyndrom (HSS, auch DRESS, DIDMOHS) und das sehr schwere Lyell-Syndrom, das auch toxische epidermale Nekrolyse heisst oder abgekürzt TEN. Bekannte Auslöser sind etwa einige Schmerzmittel (z.B. Metamizol, Meloxicam, Ibuprofen, Diclofenac), Antibiotika (z.B. Sulfonamide, Cotrimoxazol, Benzylpenicillin), das HIV-Mittel Nevirapin, der Entzündungs- oder COX-2-Hemmer Celecoxib, das Gichtmittel Allopurinol und bestimmte Mittel gegen Epilepsie.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Grundsätzlich kann jeder Mensch Allergien entwickeln und kann jedes Medikament allergische Reaktionen auslösen. Doch es trifft nur manche Menschen und betrifft nur einige Medikamente. Warum das so ist, wissen die Fachleute erst ansatzweise. Entsprechend gehen sie davon aus, dass betroffene Personen eine unvorteilhafte erbliche Veranlagung mitbringen. Vor der Allergie erfolgt eine Sensibilisierung des Immunsystems. Aber nicht jeder Sensibilisierung folgt eine Allergie.
Als Risikofaktoren dafür, eine Arzneimittelallergie zu entwickeln, gelten:
- Hohes Alter: Die meisten neuen Fälle treten im mittleren bis hohen Erwachsenenalter auf.
- Weibliches Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
- Familiäre Veranlagung: Wer nahe Verwandte mit Arzneimittelallergie hat, trägt selbst ein höheres Risiko dafür.
- Belastungen und Störungen des Immunsystems: Infekte, Krebserkrankungen, Schwäche der Immunabwehr und ähnliche Erkrankungen erhöhen das Risiko, wenn wie üblich gleichzeitig Medikamente zum Einsatz kommen.
- Störungen der abbauenden Organe: Leber und Nieren verarbeiten und scheiden pharmazeutische Wirkstoffe und ihre Abbauprodukte in grosser Mehrheit aus. Wenn die Funktion dieser Organe gestört ist, verbleiben die Stoffe länger im Körper. Dadurch steigt offenbar auch das Risiko für Allergien.
Unverträglichkeiten sind für sehr viele Medikamente bekannt. Erhebungen zeigen aber, dass manche Mittel häufiger zu Allergien und Intoleranzen/Pseudoallergien führen als andere. Dazu gehören beispielsweise diese Medikamentengruppen sowie ihre Wirk- oder Zusatzstoffe:
· Antibiotika (z.B. Penicilline, Cephalosporine, Sulfonamide, Nitrofurantoin)
· Medikamente gegen Epilepsie (z.B. Carbamazepin, Mesuximid, Phenytoin)
· Schmerz-/Rheumamittel (z.B. Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen)
· Blutdrucksenkende Mittel wie ACE-Hemmer (z.B. Captopril)
· Örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika)
· Röntgenkontrastmittel
· Narkosemittel
· Medikamente für Krebs-Chemotherapien
Die Art der Anwendung beeinflusst, wie häufig es zu allergischen Reaktionen kommt und wie stark die Symptome werden. Häufigkeit und Stärke sind durchschnittlich höher, wenn Medikamente direkt in den Körper kommen, also per Infusion oder Injektion. Besonders gross ist das Risiko für starke Reaktionen bei Infusionen über die Vene. Ein geringes Risiko für allergische Reaktionen herrscht bei der Einnahme von Tabletten, Tropfen und dergleichen über den Mund. Dafür sind Neben- und Wechselwirkung hier häufig. Mittel, die lokal auf die Haut kommen, verursachen am häufigsten eine Sensibilisierung und oft Kontaktallergien, die aber örtlich begrenzt sind. Eine unregelmässige Anwendung mit Pausen zieht eher allergische Reaktionen nach sich als die regelmässige Einnahme. Von Nachteil ist auch, wenn Patienten die Dosis eines Medikamentes deutlich erhöhen müssen oder wenn sie viele Medikamente gleichzeitig anwenden müssen.
Es ist schwer, die Häufigkeit von Arzneimittelallergien genau anzugeben. Oft führen Statistiken nur Arzneimittelunverträglichkeiten insgesamt auf, weil Tests zur Unterscheidung der Formen häufig unbefriedigende Ergebnisse liefern. Selbst die Zahlen zur Unverträglichkeit unterscheiden sich deutlich. Nach den Angaben von vier internationalen medizinischen Fachorganisationen sind mehr als 7% der Bevölkerung von Unverträglichkeiten betroffen. Allergien und Intoleranzen/Pseudoallergien sollen eine von 100 Personen betreffen. Laut anderen Fachleuten leidet eine von vier Personen (25%) einmal im Leben unter einer Arzneimittelverträglichkeit. Die Häufigkeit von Arzneimittelallergien soll bei 4 bis 5% liegen. In unseren Spitälern reagieren zwei bis drei von 100 Patienten mit Hautveränderungen auf Medikamente. Ein Fünftel davon entwickelt lebensbedrohliche Symptome.
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Vorbeugung
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Gezielt gegen Arzneimittelallergien vorzubeugen, ist nicht möglich. Es gibt nur Massnahmen, die in der Schwangerschaft und Stillzeit das allgemeine Risiko senken, dass Kinder später eine Allergie entwickeln (siehe Übersichtstext «Allergien»).
Vorbeugen lässt sich allerdings dagegen, dass sich allergische Vorfälle ereignen, wenn die Unverträglichkeit bereits bekannt ist:
- Betroffene sollten Arzneimittel meiden, die den entsprechenden Wirk- oder Zusatzstoff enthalten. Wenn es sich etwa um ein verbreitetes Konservierungsmittel handelt, kann eine ganze Reihe an Medikamenten für Anwendungen wegfallen.
- Ärzte sollten spätestens dann von der Unverträglichkeit erfahren, wenn sie Betroffenen neue Medikamente verschreiben wollen. Besser wissen Ärzte von vorneherein über alle Unverträglichkeiten, Allergien und anderen Erkrankungen Bescheid.
- Apotheker sollten spätestens dann von der Unverträglichkeit erfahren, wenn sich Betroffene selbst ein neues Medikament kaufen wollen.
- Betroffene sollten immer ihren Allergiepass oder -ausweis bei sich haben. Bei Notfällen und in Situationen, in denen Patienten nicht ansprechbar sind, kann er Komplikationen vermeiden, Schäden verhindern und im Extremfall sogar Leben retten.
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TopPharm hilft!
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Bei Ihrem Gesundheits-Coach erhalten Sie umfassende Informationen über die Nebenwirkungen, die Ihre Medikamente auslösen können. Er kann bei Ihnen einen Polymedikations-Check machen, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Mitteln aufzudecken. Aus den Beschwerden und zeitlichen Verläufen lässt sich absehen, ob eine Allergie überhaupt infrage kommt. Falls ja, erhalten Sie bei ihm auch eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zum Thema Allergien. Bei einem entsprechenden Verdacht ist der persönliche Gesundheits-Coach eine hervorragende erste Anlaufstelle. Er berät Sie auch gern zu Mitteln, um die Beschwerden von Unverträglichkeiten zu lindern, und über Ersatzmittel, sobald die Auslöser erkannt sind. Auch ein Prick-Test ist hier möglich.
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Wirkstoffe
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Weitere Informationen
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