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Die Ausführungen von Oberst i Gst David Accola, Stv Kdt Gst Schule, wurden von einer grossen Anzahl Mitgliedern begeistert mitverfolgt.
Im August 2014 jährt sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum 100 mal.
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts erschütterte die Gesellschaft in Europa in ihren Grundfesten. Es war die Zeit der "-ismen" (Nationalismus, Imperialismus, Navalismus, Militarismus, Liberalismus, Konservatismus, Sozialdarwinismus und Planslawismus).
Vor 1914 herrschte in Europa eine richtige Bündniseuphorie.
Folgende Länder hatten untereinander Bündnisse:
- Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Königreich Italien (bis 1915)
- Deutsches Reich, Russisches Reich
- Frankreich, United Kingdom, Russisches Reich, Königreich Italien (ab 1915)
- Russisches Reich, Serbien
Ab 1910 hatten wir die folgenden Herrscher an der Macht: King George V, United Kingdom, Zar Nikolaus, Russisches Reich und Kaiser Wilhelm II, Deutsches Reich, welche Cousins waren. Wir haben es hier also mit familiären Bindungen zu tun.
Das tödliche Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau am 28.06.1914 in Sarajewo, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Nach einigen Drohungen und Ultimaten erklärte Österreich-Ungarn Serbien am 28.07.1914 den Krieg (Beginn des 1. Weltkrieges).
Das Deutsche Reich und Russische Reich, Frankreich und im weiteren Verlauf
Grossbritannien, die Türkei und das Königreich Italien wurden aufgrund der
Bündnisverpflichtungen in den Krieg hineingezogen. Die Schweiz befand sich im Zentrum sich bekämpfender Staaten. Deshalb löste die Schweiz am 01.08.1914 die Mobilmachung aus und ging an den Grenzen in Stellung. Der Film
"Gilberte de Courgenay" vom Burgdorfer Franz Schnyder gibt Einblick, wie es zu dieser Zeit zu und her ging. Auftrag der Armee war es, die erklärte Neutralität im Bedarfsfall auch unter Waffenanwendung glaubhaft durchzusetzen und das Land gegen jeden Angreifer zu verteidigen. Kriegsführenden Staaten war es verboten, Schweizerisches Territorium zu betreten, für sich zu nutzen aber auch zu überfliegen oder zu überschiessen.
Einige Aussagen zu den Ereignissen in der damaligen Schweiz:
- Die Wahl des Generals entzweite die Schweiz für einen kurzen Moment. Der Bundesrat wollte Wille (Muttersprache deutsch, Ehefrau war eine Bismarck) und das Parlament wollte Sprecher von Bernegg (spricht alle 4 Landessprachen).
Am 03.08.1914 sprachen sich die beiden Kandidaten in einer privaten Unterredung ab. Daraus erfolgte, dass Sprecher von Bernegg verzichtete und sich bereit erklärte an Willes Seite seine bisherige Funktion – nun aber als Generalstabschef – weiter zu führen. Wille wurde zum General gewählt. Die beiden funktionierten als Duo.
In der Bevölkerung wurden sie als Duett wahr genommen: "Was Wille will und Sprecher spricht, das tue gern und murre nicht"!
- Obwohl die Prämisse der "strategischen Defensive" in den Gotthard-Felsen gehauen wurde, finden wir doch in allen Konzeptionen zumindest Ansatzweise die militärische Lust der operativen Offensive. So kam es im Vorfeld des Krieges auch vor, dass in Sprechers Generalstabskursen, die Teilnehmer in zivil die Grenzen überschritten und die Gegeben-heiten vor Ort konsultierten.
- Im Aufgebot der Schweizer waren 6 Divisionen zu je ca. 20'000 – 25'000 Mann mit insgesamt 36 Auszugs- und Landwehrregimentern und 257 Infanterie Bataillonen, 4 Kavalleriebrigaden mit 80 berittenen Schwadronen, 14 Radfahrereinheiten und 105 Artilleriebatterien, den Festungstruppen, Etappenbataillone, Sanitäts- und Fliegerforma-tionen und technische Einheiten. So standen in der Schweiz 250'000 Mann sowie 45'000 Pferde unter den Waffen.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft hatte Verstand und Glück, (auch) von diesem weltweiten Konflikt militärisch nicht unmittelbar betroffen zu sein. Zehntausende von Schweizer Soldaten leisteten während den Jahren 1914 – 1918 Ihren Landesverteidig-ungsdienst und wurden zu Augenzeugen dieser Auseinandersetzung. Die Augenzeugen sind verstorben. Geblieben sind deren Aufzeichnungen und Hinterlassenschaften.
Unser aller Dank gilt Oberst i Gst Accola der uns kompetent und engagiert durch den Abend führte, welchen wir angeregt und in gemütlichen Rahmen ausklingen liessen.