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Während Jahrhunderten war die Landwirtschaft auf Handarbeit bei Bodenbearbeitung, Saat, Pflege und Ernte der Kulturen angewiesen. Unterstützt wurde die bäuerliche Arbeit durch einfache Geräte, die teilweise durch Muskelkraft von Nutztieren wie Pferde oder Ochsen unterstützt wurde. Aus keltischer Zeit ist der Fund einer Ackerschleppe aus dem Schwarzwald (Villingen, um 550 v.Chr.) bekannt, die von Zugtieren über den Acker gezogen wurde und durch das Körpergewicht des Bedieners beschwert wurde. Ebenso sind aus archäologischen Funden Eisensicheln für die mühelosere Getreideernte belegt. Einen wichtigen Beitrag in der Bodenbearbeitung leisteten die Römer mit der Entwicklung von Haken und Pflügen. Die vermutlich älteste Erntemaschine ist der Gallische Mähwagen, der um 70 n.Chr. von den Galliern für die Getreideernte benutzt wurde.
Zugtiere vor Pflügen und Wagen waren im Mittelalter eine unersetzliche Arbeitskraft in der Landwirtschaft. Um die Zugkraft von Rindern und Ochsen nutzen zu können, wurden unterschiedliche Anspannverfahren entwickelt. Im Hoch- und Spätmittelalter wurden vermehrt auch Pferde als landwirtschaftliche Zugtiere eingesetzt, die sich vor allem beim Eggen als vorteilhaft erwiesen. Zur Ernte des Getreides war im Mittelalter immer noch die Sichel die einzige Gerätschaft.
Im 17. und 18. Jh. wurden in Europa einige Pflug- und Sämaschinen erfunden und auch patentiert. Doch die eigentliche Mechanisierung in der Landwirtschaft setzte in der Region erst im letzten Drittel des 19. Jh. ein. Es fanden sich Schröpf- und Häufelpflüge, Pferdehacken sowie Dresch- und Futterschneidemaschinen auf den Feldern der Region. Auch die Sichel musste erst jetzt langsam der Sense weichen, mit der die Getreidefelder effizienter abgeerntet werden konnten. Das Führen des neuen Erntegeräts musste jedoch erlernt werden. Grössere Landmaschinen wie Heuerntemaschinen und Heuwender kamen erst im beginnenden 20. Jh. auf, da sie für die kleinbäuerliche Struktur der Schweizer Landwirtschaft zu teuer waren. Lange Zeit noch wurden Zugtiere vor die Maschinen gespannt die sie antrieben. Dreschen war meist Handarbeit mit Dreschflegeln oder mit Pferden betriebenen Dreschmaschinen. 1894 sind aus Ettingen auch eine Dreschmaschine mit Wasserkraft und 1905 eine Dampfdreschmaschine in Benken beschrieben.
Schon Ende des 19. Jh. experimentierten findige Köpfe in Amerika und Deutschland mit Landmaschinen, die mit Dampf und Benzin betrieben wurden. Ein Durchbruch gelang 1917 Henry Ford in den USA mit dem «Fordson», einem kleinen, wendigen und kostengünstigen Traktor, der sich als vielseitiges Zugfahrzeug einsetzen liess. Der «Bulldog», ein deutsches Fabrikat, kam 1921 auf den Markt. Die Zuverlässigkeit dieses robusten Ein-Zylinder-Motors wurde gelobt. Mit dem Traktor mit Verbrennungsmotor konnten erstmals Pflug, Eggen oder Walzen zur Bodenbearbeitung motorisiert gezogen werden; im Winter dienten die Motoren zum Dreschen und für Innenarbeiten.
Traktoren hielten in der Region zwar erst nach dem Zweiten Weltkrieg richtig Einzug, doch Spuren einer motorisierten Landwirtschaft liessen sich vorher schon erkennen. So warb eine Firma in Binningen 1936 (A. Grunder & Co. A.G.) für eine Motor-Mähmaschine, die «eine wertvolle Ergänzung oder Ersatz für die Zugtiere und in ganz besonderem Masse auch für die mühsame, teure Handarbeit darstellt». So wurden Pferde als Zugtiere mehr und mehr überflüssig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten eine beispiellose Mechanisierung und später eine Industrialisierung der Landwirtschaft ein. Die zunehmende Landflucht der Arbeitenden und die steigenden Löhne zwangen die Landwirtschaft in Richtung Einmann-Systeme, bei dem eine Person mittels Gerät möglichst viele Arbeitsgänge in möglichst kurzer Zeit erledigen konnte. War nach dem Zweiten Weltkrieg noch jeder Fünfte in der Landwirtschaft beschäftigt, so sind es heute nur noch etwas über 3% der arbeitenden Bevölkerung. Das Paradebeispiel Mähdrescher erledigt heute Arbeitsgänge wie Ernten, Dreschen, Reinigen und Strohpressen, -binden und -ablegen in Einem. Damit kann eine Person in einer Stunde eine Getreidefläche abernten, für die um 1900 bei vorwiegender Handarbeit rund 150 Arbeitsstunden nötig waren. Somit sind heute immer grössere und schwerere Ungetüme auf den Ackerflächen anzutreffen, die bis in die Nacht auf den Feldern im Einsatz sind. Dabei sind Bodenunebenheiten, kleine Wasserläufe ebenso im Weg wie Hecken und Einzelbäume. Sie wurden aus dem produktiven Landwirtschaftsland verbannt. Bodenverdichtung auf den Feldern und enorm hoher Kapitaleinsatz im landwirtschaftlichen Betrieb sind weitere negative Punkte der Mechanisierung.