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Weil er Privates zu sehr mit seinen öffentlichen Aufgaben verbunden hatte, ist der britische Verteidigungsminister Liam Fox am Freitag zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde noch am Abend der bisherige Verkehrsminister Philip Hammond ernannt.
Wie das Ministerium von Fox am Freitag in London mitteilte, reichte er bei Premierminister David Cameron telefonisch und schriftlich seinen Rücktritt ein. Fox hatte seinem engen Freund Adam Werritty sehr tiefe Einblicke in die Regierungsgeschäfte und möglicherweise auch Rüstungsaufträge gewährt.
Er habe "fälschlicherweise die Vermischung persönlicher Interessen und meiner Regierungsaktivitäten zugelassen", schrieb Fox in einem Brief an Cameron. "Die Folgen dessen sind in den vergangenen Tagen immer klarer geworden. Die Sache tut mir sehr leid."
Cameron erklärte, er bedaure den Rücktritt sehr. "Aber ich verstehe die Gründe." Als Verteidigungsminister habe Fox "hervorragende Arbeit" geleistet. "Wir haben sechs Jahre lang eng zusammengearbeitet." Fox habe "Führungsqualitäten" bewiesen und den "Scherbenhaufen" der Vorgängerregierung beseitigt.
Nur Stunden nach dem Rücktritt von Fox benannte Cameron den bisherigen Verkehrsminister Hammond an die Spitze des Verteidigungsressorts. Den Posten des 55-Jährigen soll die Abgeordnete Justine Greening übernehmen.
Opposition begrüsst Rücktritt
Die oppositionelle Labour-Partei begrüsste den Rücktritt. Fox habe eindeutig gegen die für einen Minister geltenden Regeln verstossen, indem er Werritty bei seinen Auslandsreisen zu Kontakten verholfen habe, sagte der Abgeordnete Jim Murphy.
Fox massiv unter Beschuss
Fox stand seit längerem massiv unter Beschuss, weil er Werritty ohne Sicherheitsüberprüfung in seinem Amtszimmer ein- und ausgehen liess. Werritty begleitete ihn auf Reisen unter anderem nach Dubai und Sri Lanka. Dabei ging es in mindestens einem Fall auch um Rüstungsaufträge.
Werritty war Trauzeuge bei der Hochzeit von Fox gewesen. Er gab sich auf seiner Visitenkarte als "Berater" des Verteidigungsministers aus. Diese Position hatte er offiziell jedoch nie inne.