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Gottfried Fassbind lI (1829-1878) gründet im Alter von 17 Jahren die „Godefroi Fassbind, jeune, Distillerie de Kirschwasser“ in der Ortschaft Oberarth, am Fusse der Rigi, im Kanton Schwyz, der dem ganzen Land „Schweiz“ den Namen gibt. Das ist der Beginn der über Jahrhunderte hinweg andauernden Erfolgsgeschichte der ältesten Destillerie der Schweiz.
Die „Rigi“ ist, neben dem «grossen und kleinen Mythen», das Wahrzeichen des Kantons Schwyz. Gottfried Fassbind II ist Mitbegründer der Arth-Rigi-Bahn, welche in den Jahren 1873-1875 gebaut wird.
Gottfried Fassbind Ill (1854-1924) übernimmt 1878 mit 24 Jahren und voller Elan das Firmenzepter.
Ende des 19. Jahrhunderts erweitert Gottfried Fassbind III die Destillerie mit einem Anbau an das Familien-Stammhaus. Der Anbau besteht aus einem Keller und zwei oberen Stockwerken mit Flachdach. Er wird als Abfüllerei, Spedition und Lager genutzt. Dieser Anbau wird später nochmals erweitert und beherbergt heute das Fassbind Besucherzentrum mit dem Destillerie-Shop.
Siegfried Fassbind I (1887–1926), der jüngste Sohn von Gottfried Ill und Marie Fassbind, tritt nach seinem Schulabschluss in das Familienunternehmen ein und übernimmt schon früh die Leitung der Destillerie. Innovativ und mit Weitblick exportiert er während des 1. Weltkrieges grosse Mengen von Kirschwasser an die Westfront.
1949 übergibt Hedwig Fassbind die Destillerie an ihren Sohn Siegfried Fassbind II (1923-2013), welcher mit der Übernahme der Gesellschaft diese auf S. Fassbind AG umbenennt.
Im Jahr 1971 feiert die Destillerie ihr 125-jähriges Bestehen. Überhaupt erlebt die Brennerei in den 1960er bis 1980er Jahren ihre Blütezeit. Renovationen im Betrieb können erstmals wieder durchgeführt werden, ein neues Lagerhaus wird gebaut. Die alten 5000 Liter Maischenholzfässer wurden durch Stahltanks ersetzt. 1970 entwickelt Siegfried ein neues Brennsystem und lässt seine Destillationsapparate patentieren.
Ende der 1980er Jahre wird die wirtschaftliche Situation immer schwieriger. Rezession, Billigkonkurrenz aus dem Ausland und personelle Schwierigkeiten führen die Familie 1994 zum Schluss, ihr Unternehmen zu verkaufen.
Die Marktsituation in der Schweiz ist durch die Liberalisierung der Alkoholsteuern auch für Fassbind sehr schwierig geworden. Ein Grossteil der heimischen Brennereien musste bereits schliessen. Die Inhaber der Firma S. Fassbind AG entscheiden sich, das Unternehmen an einen internationalen Konzern zu verkaufen – an die Angostura Gruppe mit Sitz in Trinidad Tobago.
Die Destillerie FASSBIND findet wieder in Schweizer Besitz zurück, nachdem sie 1994 von der fünften Generation der Destillerie-Familie Fassbind verkauft und während 20 Jahren in ausländischem Besitz war.
FASSBIND Destillerie-Shop
Oberarth