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Carney sagte am Sonntag dem Fernsehsender BBC, es sei die Pflicht der Währungshüter, vor Risiken zu warnen und dann Massnahmen zu ergreifen. Durch solche Erläuterungen würde Risiken verringert. Wenn man ein Risiko ignoriere, passiere genau das nicht.
Carney hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass ein Ausstieg aus der EU die Wirtschaft Grossbritanniens deutlich schwächen und die Arbeitslosigkeit nach oben treiben könnte. Befürworter des sogenannten "Brexits" warfen Carney daraufhin vor, parteiisch zu sein und die Märkte zu destabilisieren.
Die Briten stimmen am 23. Juni über den Verbleib in der Europäischen Union ab. Umfragen zufolge liefern sich Befürworter und Gegner eines EU-Ausstiegs ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Regierungschef David Cameron sowie die Vorsitzenden der anderen grossen Parteien streben einen Verbleib in der Europäischen Union an.
Viele konservative Parteimitglieder wollen das Bündnis dagegen verlassen. Populärster Befürworter eines "Brexits" ist der frühere Bürgermeister von London, Boris Johnson, der am Sonntag mit einem Hitler-Vergleich für Aufsehen sorgte. Johnson warf der EU vor, einen europäischen Superstaat anzustreben und denselben Weg wie Adolf Hitler und Napoleon zu verfolgen.
Carney betonte zugleich, er halte es für "sehr, sehr unwahrscheinlich", dass die britische Notenbank negative Zinsen einführe, falls sich die Wirtschaft deutlich abkühle. Immer mehr Notenbanken erwägen die Zinsen unter Null zu senken, um die Kreditvergabe und damit die Konjunktur anzukurbeln.
(SDA)