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Am 15. Mai würde Max Frisch 100 Jahre alt. Jahrelang als Literatur-Nobelpreisträger gehandelt, starb er am 4. April 1991 kurz vor seinem 80. Geburtstag.
Gedenkmünze, Briefmarke, Gedenktafel, Ausstellungen, Biografien und sogar ein Max-Frisch-Jingle zum herunterladen: Die Schweiz hat wohl bisher noch nie einen Autor so üppig gefeiert wie Max Frisch.
Neben viel Lobhudelei gibt es aber auch kritische Stimmen: Neue Biografien und Zeitungsartikel rufen seine literarischen Schwächen - vor allem im Frühwerk - und seinen selbstherrlichen Charakter in Erinnerung.
Ob das den Autor gestört hätte, ist unklar. Einerseits gab er seine Mängel literarischer und beziehungstechnischer Natur selber zu, andererseits war er schon früh um seinen Nachruhm besorgt.
Seinen Verleger soll er einmal zusammengestaucht haben, weil der ihm die Geburtstagsparty nicht so ausrichtete wie gewünscht - immerhin war sein Roman "Stiller" das erste Buch, das im Suhrkamp Verlag eine Millionenauflage erzielte.
Kopfgesteuerte Brüche
Max Frisch war, was man heute einen "Kontrollfreak" nennt und so ist sein Leben und Werk von Brüchen gezeichnet, die aus strengen persönlichen Umentscheidungen entstanden.
Am 15. Mai als Sohn eines Architekten in Zürich geboren, studierte er ab 1930 zunächst seinen Neigungen gemäss Germanistik und Forensische Psychologie. Die Hoffnung, so das Handwerkszeug eines Schriftstellers zu erwerben, erfüllte sich indes nicht.
Nachdem 1932 der Vater gestorben war und die finanziellen Mittel knapp wurden, verdiente er sich ein Auskommen als Journalist für die "NZZ" und machte auch eine ausgedehnte Auslandsreise, die er sich unter anderem mit Artikeln über die Eishockey-WM in Prag finanzierte.
Erste Prosaarbeiten - etwa der Roman "Jürg Reinhart" - entstanden, die er später als "epigonal" und "jugendlich" bezeichnete. 1936 entschied er sich für eine bürgerliche Existenz. Mit der finanziellen Unterstützung seines Freunds Werner Coninx studierte er Architektur.
Ausser dem Nobelpreis hat Max Frisch praktisch alle bedeutenden Auszeichnungen erhalten, darunter 1958 den Büchnerpreis, 1976 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 1973 den Grossen Schillerpreis.
SDA-ATS