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Geschichte: Der Buchclub «Ex Libris» wurde 1947 nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Er bemühte sich um günstige Lizenzausgaben von deutschsprachigen Verlagen sowie um junge Schweizer Autoren. Der Migros-Genossenschafts-Bund kaufte 1950 erste Anteile des Unternehmens und übernahm dieses 1956 ganz. Mit dem Grammoclub wurden ab 1952 Originalplatten aus England, Frankreich oder den USA in eigenen Covers verkauft. Die Covergestaltung wurde von Schweizer Grafikern besorgt. Zu einer Zeit, in der viele Europäische Labels ihre Platten noch in generischen Covers verkauften, produzierte das Schweizer Label Ex Libris ansprechend gestaltete Platten.
Das Label hiess später auch einfach «Ex Libris».
Das Ziel des Ex-Libris-Labels war, qualitativ wertvolle Musik zu günstigen Preisen anzubieten. Dazu zählte auch gehobene Unterhaltungs- und Tanzmusik – allerdings war diese neben der Klassischen Musik nur marginal im Katalog vertreten. Für Unterhaltungsmusik gab es eigens Reihen (die ML Katalognummern und die POP-Katalognummern für gehobenrere Unterhaltungsmusik bzw. Populäre Musik (1954–57), Jazztone und Blue Note für Jazz (1954–57), dann die GC-Reihen mit Tanz- und Volksmusik, Jazz, Cabaret usw.) an 1956. Aktuelle Hits mit Originalinterpreten wurden zwischen 1965 und 1967 veröffentlicht.
Der Grammoclub funktionierte über ein Abonnement. Man erhielt monatlich einen Katalog und eine Schallplatte, die in Rechnung gestellt wurde. Wer nicht jede Platte kaufen wollte, musste für jede Veröffentlichung eine Verzichtserklärung ausfüllen und einsenden. Der Club vertrieb auch einen Plattenspieler der Marke «Lenco», den viele Mitglieder besassen. Ex Libris dominierte mit hunderttausenden von Mitgliedern ab den späten 50er Jahren den Tontragermarkt in der Schweiz (siehe historisches Lexikon der Schweiz, wonach Ex Libris 1982 650'000 Mitglieder hatte).
Gepresst wurden Ex-Libris-Platten von der Firma Turicaphon, in Riedikon, die sonst das «Elite Special» Label betrieb.
Von jungen Leuten, die im Radio oder live aktuelle Musik hörten, wurden die Ex-Libris-Platten als Angebots-Terror empfunden. Erst ab 1965 waren dann auch Platten der Rolling Stones oder von Elvis im Angebot. Solche Clubausgaben erzielen auf Auktionen wegen ihrer Seltenheit aufgrund kleiner Auflagen Spitzenpreise (z.B. die «Golden-Boy», die wegen dem gelben Cover so genannt wird).
Quellen
Die Geschichte und die Diskografie des schweizerischen Buchclub-Labels haben Philippe Bachelin und Mathis Kilian aufgearbeitet und auf ihrer Webseite Grammo-Club Ex Libris veröffentlicht.
Über das Label und den Grammoclub hat
Samuel Mumenthaler im Artikel In 80 Schlagern um die Welt. Schweizer Populärmusik in den 50er Jahren geschrieben.