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«Ich habe die ganze Zeit auf die Zaubertricks gewartet», schreiben mehrere User auf Youtube unter dem Film-Trailer von «David Copperfield».
Diesen Namen verbinden viele mit dem berühmten US-amerikanischen Zauberer. Dabei heisst der eigentlich David Seth Kotkin. Und hat den Namen geklaut.
Von der Hauptfigur aus einem Roman von Charles Dickens. Diese Geschichte aus dem Jahr 1850 wurde jetzt erneut verfilmt.
Filmkritik
Erzählt wird die dramatische Lebensgeschichte des jungen Waisenkinds David Copperfield im England des frühen 19. Jahrhunderts.
Erfolgreiche Anwälte sind asiatisch, eine Schwarze hat einen weissen Sohn und Copperfield indische Wurzeln, obwohl seine ganze Familie weiss ist.
Regisseur Armando Iannucci hat bei der 170 Jahre alten Geschichte für einen diversen Cast gesorgt. Das ist cool.
David Copperfields Welt ist farbenfroh, schräg und chaotisch. Tragisch, lustig und absurd. Das über tausend Seiten lange Buch wurde runtergekürzt auf zwei Stunden Laufzeit.
Der Film ist unterhaltsam, aber etwas zu vollgepackt und deshalb mit der Zeit ein bisschen ermüdend.
David Copperfield (Dev Patel) ist kein Magier. Aber ein bisschen magisch ist die im 19. Jahrhundert spielende Geschichte trotzdem.
Sie zeigt das Leben des Engländers von seiner Geburt – bis er sein Glück findet. Und das dauert. David Copperfield muss einiges durchmachen.
Verwaist, misshandelt, betrogen
Seine Eltern sterben. Er wird vom Stiefvater misshandelt. Muss bereits als Kind in einer Fabrik arbeiten. Gerät immer wieder an die falschen Leute. Wird um all sein Hab und Gut betrogen.
Doch er trifft auch Menschen, die ihm aus dem Schlamassel helfen.
Diese Erzählung veröffentlichte der britische Autor Charles Dickens 1850. Erst in kurzen Episoden in einer Zeitung. Dann als Roman.
Die Geschichte um David Copperfield ist teilweise autobiografisch. So musste Charles Dickens als Kind ebenfalls in einer Fabrik arbeiten.
Sein Vater hatte Schulden und sass deswegen im Gefängnis. Wie einer der Ziehväter des Roman-Helden.
Ähnliches Schicksal, ähnliche Namen
Und auch die leidenschaftliche Liebesgeschichte, die Copperfield erlebt, ist von Dickens eigenen Erfahrungen inspiriert.
Die Parallelen macht der Autor in den Namen deutlich. Seine eigenen Initialen sind C.D., die seiner Roman-Figur D.C.
«David Copperfield» lag Dickens sehr am Herzen. Kurz vor seinem Tod soll er über seinen Roman gesagt haben: «Wie alle stolzen Eltern habe ich ein Lieblingskind. Sein Name ist David Copperfield.»
Und was hat der Magier mit der Romanfigur zu tun? Nicht viel. Ihm gefiel einfach der Klang des Namens.
Kinostart: 10.09.2020