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(span., spr. buehn retihro, d. h.
gute Zurückgezogenheit oder angenehmer Ruhesitz), ein auf einer Anhöhe östlich von Madrid gelegenes
königl. Lustschloß, im Viereck
[* 3] angelegt und an den Ecken mit Türmen versehen, wurde zu Anfang des 17. Jahrh. vom Herzog von
Olivarez, dem Günstling Philipps IV., erbaut, um den König zu zerstreuen und seine Aufmerksamkeit von der Politik abzulenken. 1734 vernichtete
eine Feuersbrunst das Theater
[* 4] und benachbarte Schloß und damit die darin vorhandenen Gemälde berühmter
Meister, wie Tizian, Velazquez u. a. 1759 richtete Karl III. dort eine Porzellanfabrik ein, welche Werkleute, Formen und Modelle
von Capo di Monte bei Neapel
[* 5] erhielt und bis 1808 blühte.
Als die Franzosen 1808 Madrid räumten und die Spanier die Stadt in Verteidigungszustand setzten, war Buen-Retiro beim
Angriff der Franzosen5. Dez. der Hauptgegenstand des Kampfes. Die Erstürmung des neuen Schlosses durch die Division Vilatte
hatte die Kapitulation Madrids zur Folge. Bei diesem Sturme war die Pracht des Schlosses und namentlich der Park fast ganz
vernichtet worden. Unter der franz. Herrschaft wurde es in eine Citadelle
umgeschaffen. In neuerer Zeit wurden verschiedene Sammlungen darin untergebracht; auch findet sich dort ein Artilleriemuseum.
Seit der Revolution von 1868 dient der wiederhergestellte 1625 m lange und 1300 m breite Park den Bewohnern der Hauptstadt
als Erholungsort.