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Der Freistaat Puerto Rico – von Europa geprägt, den USA zugetan
Puerto Rico zählt zu den Aussengebieten der Vereinigten Staaten von Amerika, welche einige Inseln und Inselgruppen umfassen. Politisch gehört Puerto Rico allerdings nur eingeschränkt zu den USA und verwaltet sich weitestgehend selbst.
Puerto Rico liegt östlich der Dominikanischen Republik. Die Amtssprachen auf der Insel sind Englisch und Spanisch, wobei letztere von mehr als 90 % der Bevölkerung als erste Sprache erlernt wird.
Geschichte der Insel Puerto Rico
Bis zur Entdeckung dieser und weiterer Inseln Mittelamerikas durch die Spanier im ausgehenden Mittelalter waren im heutigen Puerto Rico vor allem indigene Völker angesiedelt. Diese kamen aus mittel- und südamerikanischen Gebieten per Schiff auf die Insel. Der letzte Stamm, der schliesslich von den Spaniern verdrängt wurde, war jener der Taínos. Sie waren ein Stamm der Arawak, eines Volkes aus dem nördlichen und mittleren Südamerika. Die Taíno lebten in Dorfgemeinschaften und starben durch Versklavung und Krankheiten, die die Spanier aus Europa mitbrachten
Für die Spanier war Puerto Rico als Teil der Antillen schliesslich ein wichtiger Stützpunkt zur Verteidigung ihrer Kolonien. Das mittelamerikanische Gebiet, das es unter anderem von dieser Insel aus zu verteidigen galt, war vom 16. bis zum 18. Jahrhundert stark umkämpft und wichtiger Anlaufpunkt für Schiffe, die von Europa nach Afrika oder Amerika fahren wollten. Im 19. Jahrhundert war Puerto Rico neben Kuba der einzige spanische Stützpunkt gegen amerikanische Kräfte.
Um 1900 wurden verschiedene Gesetze erlassen und Puerto Rico als Aussengebiet der USA etabliert. Puerto Ricaner geniessen seither die Bürgerrechte der USA, haben aber eine eigene Verfassung. Die ersten demokratischen Wahlen fanden 1952 statt. An der Präsidentenwahl der USA dürfen die Einwohner der Insel nicht teilnehmen; lediglich bei den Vorwahlen sind ihnen einige Rechte zugesichert. Eine 2012 durchgeführte Volksabstimmung hatte zum Ergebnis, dass die Bevölkerung Puerto Ricos einer Eingliederung in die USA als vollwertiger Bundesstaat positiv gegenübersteht.
Sehenswertes auf Puerto Rico
Die Hauptstadt San Juan lädt Sie zu einer ausgiebigen Stadttour ein. Spanische Seefahrer gründeten 1521 die Stadt, die sich nach und nach zu einer bedeutenden Festung entwickelte. Bei einem Spaziergang in der Altstadt San Juans entdecken Sie viele Originalbauten aus der Kolonialzeit des 16. und 17. Jahrhunderts. Der Hafen der Stadt ist immer noch einer der wichtigsten der Karibik und ebenfalls sehenswert.
Seit 1983 gehört La Fortaleza zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Festung wurde in den Jahren 1533 bis 1540 erbaut und diente dem Schutz des Hafens der Hauptstadt. Heute ist die Festung der Sitz des Gouverneurs, der Puerto Rico verwaltet.
Das Fort San Cristobal in San Juan bietet einen wunderbaren Ausblick über die Stadt, den Hafen und auf den Atlantik hinaus. Auf der Wehranlage sehen Sie erhaltene Kanonen und finden auf verschiedenen Informationskarten Details zur Anlage oder zu den vom entsprechenden Punkt zu sehenden Teilen der Stadt.
In der zweitgrössten Stadt Puerto Ricos, Ponce im Süden der Insel, finden Sie verschiedene Museen – unter anderem ein Kunstmuseum, das Museum zur Geschichte Puerto Ricos und ein Rum-Museum. In diesen Einrichtungen erwarten Sie spannende Fakten und tiefere Einblicke in die Geschichte der Insel und des Umlandes. Ponce ist überdies mit dem Rum-Museum und als Sitz der Serralles-Brennerei ein wahres Rum-Zentrum.
Südlich der Stadt Arecibo und südwestlich des Nationalparks Bosque Estatal De Río Abajo befindet sich der Caguana Indian Ceremonial Park. In diesem Park mit Freilichtmuseums-Charakter finden Sie eine historische Aufbereitung zum Leben der Taíno-Indianer. Es wird Ihnen ein interessanter Einblick in das Leben der Ureinwohner Puerto Ricos geboten. Originale Ausstellungsstücke sowie imposante Repliken sorgen für ein atmosphärisches Erlebnis.
Sport und Freizeit auf Puerto Rico
Naturliebhaber finden auf Puerto Rico verschiedene Möglichkeiten zur Tagesgestaltung. Das ganze Jahr über bietet die Insel ein tropisches Klima und Temperaturen zum Wohlfühlen. In der Hauptstadt San Juan sinkt das Quecksilber tagsüber nicht unter 20 Grad Celsius. Kinder, ältere Personen und andere Menschen, deren Kreislauf leicht von Temperaturen beeinflussbar ist, sollten sich vor der Sonne schützen, denn die Temperaturen erreichen nachmittags meist bis zu 30 Grad Celsius.
Wer ausreichend geschützt und fit ist, kann sich auf Entdeckungstour begeben. Puerto Rico ist zu grossen Teilen gebirgig und bietet damit viele Möglichkeiten für Wanderer, Kletterer und Freunde des Mountainbikens. An einer Wanderung durch den tropischen Regenwald können Sie im Nationalpark El Yunque teilnehmen. Die „Glühenden Buchten“ werden Sie mit fluoreszierenden Meerestierchen beeindrucken, welche die Gewässer in eine leuchtende Attraktion verwandeln. Etwa 60 Kilometer westlich der Hauptstadt in Arecibo erwarten Sie unterirdische Flussläufe und eine Höhle – die Cathedral Cave –, in der es viele indianische Malereien gibt.
Die Insel verfügt neben ihren natürlichen Attraktionen und baulichen Sehenswürdigkeiten weiterhin über zahlreiche Badestrände und Sportangebote. Freunde des Surfboards finden hier ausgezeichnete Reviere, die zum Surfen und Windsurfen einladen. Zudem befinden sich an der Küste verschiedene Tauchgründe, die Sie zu einer Erkundung der Unterwasserwelt einladen.
Oberstes Bild: Traumhafte Strände von Puerto Rico (© http://www.flickr.com/people/37244380@N00/, Wikimedia, CC)