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Richter durch Streit um Scientology frustriertEine Auseinandersetzung um Demonstrationen bringt die Kirche und ihre Opposition, angeführt durch Robert S. Minton, erneut vor Gericht.
Von THOMAS C. TOBIN
© St. Petersburg Times, 8. Februar 2000
ST. PETERSBURG -- Als er am Montag seinen Sitz einnahm um in einer weiteren Auseinandersetzung zwischen der Scientology Kirche und ihren Kritikern zu vermitteln machte Bezirksrichter Thomas E. Penick Jr. von Pinellas-Pasco bereits einen enttäuschten Eindruck.
Er sah sich einer von sechs Anwälten besetzten Front gegenüber - zwei für die Kirche und vier, die Robert S. Minton repräsentierten, den Millionär aus New England, der in Clearwater ein Büro eröffnete um vollzeitig einen Kreuzzug gegen die Kirche zu führen.
Und wenn er über sie hinaussah, sassen auf der einen Seite ein Dutzend Anhänger von Minton und eine Handvoll Angestellte von Scientology auf der anderen.
Dann lächelte Penick und schüttelte den Kopf wie ein irritierter Vater.
Während der vierstündigen Anhörung wunderte er sich wiederholt laut, ob es möglich wäre einen Streit, der im Zusammenhang mit dem Clearwater Police Department aufkam und sich auf den Strassen und Gehsteigen im Herzen der Innenstadt ausbreitete, zu bewältigen.
Als alles vorbei war, erklärte Penick, er werde am Mittwoch entscheiden ob acht Partnern von Minton verboten werden soll, sich innerhalb 3 m vor 17 Liegenschaften der Kirche in Clearwater aufzuhalten.
In einem Entscheid vom 2. Dezember auferlegte der Richter Minton und jedem seiner "Vorstandsmitglieder, Vertreter, Angestellten und Arbeitnehmer" diese 3 m Bestimmung. Der Entscheid erfolgte in der Folge einer Konfrontation am 31. Oktober, bei der Minton wegen tätlichem Angriff angeklagt wurde. Seither gründete Minton, ein 53jähriger pensionierter Investmentbanker, ein Büro mit vollzeitiger Belegschaft und einem Vorstand. Viele von ihnen haben innerhalb der 3 m Zone demonstriert. Die Kirche findet, sie sollten als Mintons "Vertreter" betrachtet werden.
Die meisten der Demonstrationen fanden unmittelbar vor den Speiseräumen der Kirche an der Watterson Avenue statt, einer Seitenstrasse der Cleveland Street.
"Die Polizei sitzt in der Tinte", sagte Scientology Anwalt F. Wallace Pope Jr. "Sie muss abschätzen, gegen wen der gerichtliche Unterlassungsbefehl gerichtet ist."
Pope argumentierte, dass die Kirche seit 25 Jahren in Clearwater sei. Er verlangte vom Richter, ihre "First Amendment Rechte auf religiöse Versammlung" gegen diejenigen der durch Minton angeführten "Gruppe von Neuankömmlingen" abzuwägen.
Doch Mintons Anwalt Bruce G. Howie vertrat die Ansicht: "Weil diese Leute nur gerade in irgend einer Weise mit Minton Umgang haben bedeutet nicht, dass man sie mit ihm verbinden sollte". Die Kirche bat Penick auch, eine durch die Polizei von Clearwater erstellte "Sicherheitszone" zu sanktionieren.
Die Zone ist durch zwei weisse Linien vor den Türen des Speiseraums markiert, wo die Busse der Kirche jeweils für die Mahlzeiten anhalten. Die Linien gehen über die Watterson Avenue und die Gehsteige auf beiden Seiten der Srasse.
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Richter zieht Abgrenzung für Gegner von ScientologyVon THOMAS C. TOBIN
© St. Petersburg Times, 10. Februar 2000
ST. PETERSBURG -- Die Gruppe, die auf einer Strasse im Zentrum von Clearwater Mitglieder der Scientology Kirche verspottete, soll mindestens einen Abstand von 3 m zu Liegenschaften der Kirche einhalten, entschied Bezirksrichter Thomas E. Penick von Pinellas-Pasco am Mittwoch.
Die Gruppe darf auch nicht eine "Sicherheitszone" vor dem Eingang zu den Speiseräumen der Kirche im Zentrum überschreiten, erklärte der Richter.
Penicks Entscheid erweitert eine frühere gerichtliche Verfügung, die sich auf den Millionär Robert S. Minton aus New England beschränkte, der letzten Monat nach Clearwater umzog um sich vollzeitlich der Scientology Kirche zu widersetzen. Indem er Mintons Truppe in seine Entscheidung vom Mittwoch miteinbezog, versuchte Penick, wie er sagte, physische Auseinandersetzungen zwischen Scientologen und Mintons Gruppe zu verhindern.
Penick erliess seine ursprüngliche Verfügung nachdem Minton am 31. Oktober nach einer Auseinandersetzung mit Mitarbeitern von Scientology wegen leichter Körperverletzung angeklagt wurde. Minton und eine entlohnte Belegschaft von sechs Leuten haben seither nur gerade 10 m von einem wichtigen Gebäude von Scientology entfernt ein Büro eröffnet, bekanntgebend die Kirche erneuern zu wollen.
In den vergangenen Wochen haben einige von Mintons Gruppe in der Nähe der Speiseräume der Kirche demonstriert und schrien den Scientologen zu, dass eine Zufluchtsstätte auf sie wartet falls sie die Kirche verlassen wollen. Als die Spannung in der engen Seitenstrasse stieg, riefen die Kirche und Minton die Polizei von Clearwater und die Stadtverwaltung um Hilfe.
Penick drängte am Mittwoch beide Seiten dazu, einen Geist der Zusammenarbeit anzunehmen, der die gegenseitigen Rechte respektiert.
"Ich möchte beide Seiten ersuchen, von einer Überbelastung des Clearwater Police Departments und anderen Regierungsstellen durch entnervende kleine Telefonanrufe abzusehen", erwähnte Penick. "Der Himmel stürzt nicht ein. Also hört auf damit."
Vertreter der Kirche sagten, die Mitarbeiter von Scientology hätten ihr Bestes getan um Minton zu ignorieren. Minton und sein Team erklären, ihre Rechte des First Amendment auszuüben.
Penick verglich die sich abspielende Auseinandersetzung mit "dem grössten Schachspiel der Welt", in dem sich jede Seite einen Vorteil zu verschaffen versucht. Er fügte jedoch bei: "Ich werde nie im Stande sein, jeden Zug vorauszuahnen".
Er erklärte den Anwälten beider Seiten, er wäre bereit, falls notwendig regelmässige Anhörungen abzuhalten über den Stand der Dinge.
Im Entscheid vom Mittwoch nannte Penick ausdrücklich drei Anhänger von Minton, die nun den 3 m Bereich einzuhalten haben: Jesse Prince, Grady Ward und Mark Bunker. Penick bezog alle Vertreter von Mintons neuem Betrieb in Clearwater mit ein.
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