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Die Fläche des Waldes hat seit etwa 1850 stetig zugenommen, in den letzten Jahrzehnten vor allem auf Kosten artenreicher Wiesen und Weiden, die nicht mehr bewirtschaftet wurden. Zurzeit bedeckt der Wald rund ein Drittel der Schweizer Landesfläche. Qualitativ hat sich der Wald in den letzten 150 Jahren stark verändert und weist dank dem praktizierten, naturnahen Waldbau eine relativ gute Qualität auf. Traditionelle Waldnutzungsformen wie die Waldweide und Mittelwälder sind mit Ausnahme einzelner Gebiete aber praktisch verschwunden.
Bei der praktischen Umsetzung der Erhaltung der Biodiversität im Wald leisten die Forstdienste einen grossen Beitrag. Mit einer nachhaltigen und naturnahen Bewirtschaftung des Waldes kann ein grosser Anteil der rund 32’000 bekannten Arten des Waldes erhalten werden. Ein umfassender Schutz der Waldbiodiversität ist damit aber noch nicht gewährleistet.
Als grösste Biodiversitäts-Defizite im Wald – vor allem im Mittelland – werden heute der zu geringe Anteil an Wäldern, die ihren gesamten Lebenszyklus durchlaufen können (Naturwald), das Fehlen von vielfältigen Strukturen, die geringe Fläche an lichten Wäldern sowie der Mangel an Alt- und Totholz im Wirtschaftswald angesehen. Natur- und Sonderwaldreservate, Altholzinseln und Habitatbäume sind Instrumente zur Behebung dieser Defizite. Immerhin gibt es heute allgemein deutlich grössere Mengen an Totholz als noch vor zehn Jahren. Auch die Fläche der Waldreservate hat seit 2001 stark zugenommen; mit rund 5 Prozent umfassen sie aber immer noch nur einen kleinen Teil des Waldareals.