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Pauline Ferrand-Prevot und Titouan Carod schaffen beim Weltcup-Finale in Val di Sole mit ihren Siegen in Short Track und Cross Country das Double. Nino Schurter erkämpft sich Rang zwei und sichert sich den achten Weltcup-Gesamtsieg. Alessandra Keller geht als Gesamtdritte ins Rennen, wird Sechste und holt sich nun auch den Gesamtsieg im Cross Country. Jolanda Neff und Sina Frei belegen beim Finale die Plätze drei und fünf.
Nach einer ausgeglichenen Startrunde ist es die Französin Loana Lecomte, die sich zusammen mit Pauline Ferrand-Prevot am Hinterrad der Konkurrenz davonfährt. Jolanda Neff, Linda Indergand und Sina Frei sind dabei noch in Schlagweite, während Alessandra Keller sich von ihrem schlechten Start erholt. Die beiden Französinnen vergrössern derweil ihren Vorsprung schnell.
Eingangs dritter von fünf Runden führen Lecomte und Ferrand-Prevot mit bereits 40 Sekunden Vorsprung auf Haley Batten (USA) und Jolanda Neff. Danach gibts eine grössere Lücke, wonach Martina Berta (ITA), Kate Courtney (USA), Alessandra Keller, Sina Frei und Savilia Blunk (USA) folgen. Die Runde kaum angebrochen, verliert Lecomte das Hinterrad der Weltmeisterin, die sofort ihren Vorsprung vergrössert.
Ferrand-Prevot geht über eine Minute vor Lecomte in die letzte Runde, eine weitere Minute dahinter folgt Neff allein. Die Schlussrunde bringt keine Veränderungen mehr. Eine Woche nach ihrem Weltmeistertitel gewinnt Pauline Ferrand-Prevot somit auch das Weltcup-Finale vor Loana Lecomte und Jolanda Neff. «Es war ein supercooles Wochenende auf tollen Strecken. Speziell heute hatte ich viel Spass und ein richtig gutes Rennen, da ich förmlich mit dem Bike spielen konnte», schildert die Siegerin ihr Wochenende und blickt voraus: «Nun heisst es aber neu fokussieren, denn ich möchte bei den Marathon- und danach bei den ersten Gravel-Weltmeisterschaften abermals in Topform an den Start gehen.»
Dahinter kämpft Alessandra Keller um den letzten Podiumsplatz, der aber an Sina Frei geht. Trotzdem gibts für Keller allen Grund zu feiern. Dank Rang sechs überpunktet sie die Australierin Rebecca McConnell (19.) und die bisher gesamtführende Holländerin Anne Terpstra (45.) und gewinnt den Gesamtweltcup. Nach Barbara Blatter und Jolanda Neff ist Keller erst dritte Schweizerin, die Weltcup-Gesamtsiegerin wird. «Heute musste ich tief schürfen, um das ins Ziel zu bringen. Vor allem der letzte lange Anstieg war brutal hart. Ich wusste, dass ich unbedingt die Position behalten musste, so gab ich alles. Nun ist der Gesamtsieg Realität, auch wenn ich das noch etwas sacken lassen muss, um zu realisieren, was ich heute erreicht habe», sagt Alessandra Keller.
Als vierte Schweizerin schafft Ramona Forchini den Sprung in die Top-10, Linda Indergand belegt Platz zwölf.
Carods erneute Solo-Show
Bereits in der ersten vollen Runde lässt Titouan Carod seine Konkurrenten spüren, dass seine gute Form noch nicht weg ist. Der Franzose reisst eine kleine Lücke, lässt Landsmann Jordan Sarrou und den Südafrikaner Alan Hatherly nochmals aufschliessen und bildet mit ihnen während einer halben Runde eine Dreierspitze. Doch schon im zweiten Umgang verabschiedet sich Carod abermals.
Zu Sarrou und Hatherly stossen Nino Schurter und Luca Braidot. Die Lücke zu Carod vermögen die Verfolger aber nicht verkleinern, zu stark fährt der Franzose, der in Runde drei 24 Sekunden Vorsprung aufweist. Hinter der Verfolgergruppe mischen nun auch die Schweizer Marcel Guerrini und Vital Albin in den Top-10 mit.
Die Verfolgergruppe verkleinert sich in den folgenden Runden. Zuerst fällt Hatherly zurück, dann muss auch Braidot abreissen lassen. Sarrou und Schurter liegen bereits 46 Sekunden zurück, als sie auf die Schlussrunde gehen. Dort dreht der Weltmeister auf und distanziert seinen Begleiter. Auch wenn er auch gegen Carod Zeit gut macht, einzuholen ist dieser nicht mehr. So gewinnt Titouan Carod in Val di Sole auch das Cross-Country-Rennen und verbessert sich im Gesamtklassement von Rang fünf auf Rang zwei. «Es war ein perfektes aber wirklich hartes Rennen. Ich fühlte mich gut, aber niemals so gut wie in Mont Saint Anne – die Flachstücke waren besonders zäh für mich. Nichtsdestotrotz, es ist unglaublich hier einen Doppelsieg zu landen», freut sich Carod über sein perfektes Saisonende.
Hinter Carod freut sich Nino Schurter über Platz zwei, Dritter wird Jordan Sarrou. «Unglaublich! Vor einer Woche wieder Weltmeister werden und nun auch den Gesamtweltup gewinnen, das fühlt sich super an», sagt Schurter lachend und ergänzt: «Natürlich wäre ich gerne um den Sieg gefahren, hatte aber nicht den besten Start, ich war etwas eingeklemmt. Danach fokussierte ich mich ein konstantes Rennen zu fahren, um den Gesamtsieg ins Trockene zu bringen. Schliesslich musste ich mich dafür noch immer anständig klassieren.»
Wenig später kommen gleich drei Schweizer hintereinander ins Ziel: Marcel Guerrini belegt Platz acht, Vital Albin wird Neunter, Joel Roth fährt mit Rang zehn sein bestes Weltcup-Resultat ein.
Keller feiert Short-Track-Gesamtsieg, Carod die Premiere
Beim Weltcup-Finale in Val di Sole fährt Alessandra Keller im Short Track auf Platz Pauline Ferrand-Prevot und Loana Lecomte auf Platz drei und sichert sich damit den Gesamtsieg in dieser Dispziplin. Bei den Männern geht dieser an Alan Hatherly, Filippo Colombo wird Zweier und Titouan Carod, der das Rennen gewinnt, wird Gesamtdritter.
Jolanda Neff macht anfänglich das Tempo, während Pauline Ferrand-Prevot einen schlechten Start erwischt und nicht vorne anzutreffen ist. Bald aber reisst Loana Lecomte das Zepter an sich und übernimmt die Tempoherrschaft. In Runde zwei schafft Ferrand-Prevot den Anschluss an die Spitze, wo neben Neff auch Alessandra Keller, Linda Indergand und Sina Frei fahren.
Die Führung wechselt stetig, Short-Track-Weltmeisterin Ferrand-Prevot verhält sich aber meist defensiv. Das hohe Tempo fordert Tribut, die Spitzengruppe zerfällt bis auf die beiden Französinnen sowie Keller und Neff. Die letzte Runde bricht an, und jetzt hält sich die Weltmeisterin nicht mehr versteckt. Zusammen mit Lecomte fährt sie weg und liefert sich mit ihrer Landsfrau einen packenden Zweikampf, den sie um wenige Zentimeter für sich entscheidet. Dasselbe Bild zeichnet Keller, die Neff ebenfalls um wenige Zentimeter schlägt.
«Der Titel bedeutet mir sehr viel. Sehr viel auch für alle Leute, die mich unterstützt haben, welche immer an mich geglaubt haben und Teil dieses Erfolges sind.» Die ganze Saison sei sehr gut verlaufen – besser als sie es erwartet und erträumt hätte, analysierte Keller nach dem Rennen. «Das ist die Krönung und ich bin extrem stolz, stolz auch aufs ganze Team, das ein wichtiger Teil in diesem Prozess war», bilanziert die frisch gebackene Short-Track-Weltcup-Gesamtsiegerin.
Es hätte viel schiefgehen müssen, dass Keller den Gesamtsieg noch verliert. Mit dem dritten Platz baut sie ihre Führung auf Rebecca McConnell aber noch aus. Gesamtdritte wird Jolanda Neff. Ferrand-Prevot und Lecomte haben mit dem Ausgang des Gesamtklassements nichts mehr zu tun, sie belegen die Plätze sieben und acht.
Südafrikanischer Schnellzug in Richtung Gesamtsieg
Bei den Männern steht der Südafrikaner Alan Hatherly ebenfalls schon fast als Gesamtsieger fest. Doch von der Theorie hält der Mann nichts und kämpft weiterhin zuvorderst um die Punkte. An seinem Hinterrad hängt Titouan Carod und Nino Schurter, das Feld zieht sich in die Länge.
Der Weltcup-Leader im Short Track hält das Tempo dermassen hoch, das bald nur noch Carod folgen kann. Das Duo hat bald rund zehn Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger, zu denen in Runde sieben auch Filippo Colombo und Nino Schurter gehören, Colombo aber eingangs des achten Umgangs um den Anschluss kämpft und dann zunehmend zurückfällt.
Die Schlussrunde beginnt und der Vorsprung der beiden Spitzenreiter ist nicht mehr so deutlich, Luca Braidot und Schurter holen auf. Dieser Gefahrt will sich Carod nicht aussetzen und fährt Hatherly davon, während Schurter den Anschluss an den Italiener verliert. Doch die Positionen bleiben bestehen, und so holt sich Titouan Carod seinen ersten Short-Track-Sieg Alan Hatherly, der den Short-Track-Gesamtsieg holt und vor Luca Braidot. «Vor einem Monat gewann ich in Mont Saint Anne und jetzt gewinne ich beim letzten Rennen mein erstes Short-Track-Rennen, das bedeutet mir viel und ist wichtig für das Cross-Country-Gesamtklassement», sagt Carod, der als Fünfter unweit der Top-2 liegt.