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Die Nutzung des Blumenegg-Areals in industrieller Grösse beginnt durch Heinrich Henking mit der Errichtung einer Fabrik zur Herstellung von Baumwollgeweben, an welche 1830/31 eine Druckerei
angegliedert wurde. Schon vorher wurde auf dem Areal eine kleine Türkischrot-Färberei betrieben.
1835
Der Betrieb geht in den Besitz eines Herrn J.J. Kelly über. Verschiedene Niederlassungsbewilligungen von würtembergischen Kolloristen und der Aufbau einer Fabrikschule zeugen von einem
starken Wachstum der Fabrik.
1841
Caspar Hössli übernimmt die Fabrik und verschiedene neue Gebäude werden errichtet, u.a. eine Rothfärberei. Zur Druckerei und Färberei gesellte sich auch eine Appretur. In den Jahren 1840/50
wurden an vielen Orten in der Schweiz Druckereien ins Leben gerufen.
1856
Der Bahnhof Goldach wird eingeweiht. Caspar Hössli war aktiv engagiert, dass der Bahnhof landwärts und nicht seewärts erstellt wurde. Für die Fabrik war die Anbindungen an den Schienenverkehr
ein wichtiger Schritt.
1862
Der Betrieb geht vom Vater, Caspar Hössli, auf den Sohn, Samuel Hössli, über.
1864
Neue Statuten für die Blumenegg-Krankenkasse für Drucker, Färber und Modellstecher wurden aufgestellt und vom Gemeinderat genehmigt. In dieser Zeit wurden v.a. Tücher und Schals bedruckt.
Die Blumenegg um 1870
1882
Eine erste Walzendruckmaschine wird aufgestellt. Diese lösten mit der Zeit die Handdruck-Model und den zwischenzeitlich genutzten Plattendruck ab. Bei Handmodeln wird mit dem Muster des
Models die Farbe auf das Tuch gedruckt. Beim Plattendruck oder Planche-Druck wir die in den Vertiefungen der Platte liegende Farbe vom Stoff aufgesogen. Mit den Walzendruck- oder
Rouleaumaschinen konnten Tausende von Metern pro Tag bedruckt werden. Die einzelnen Farben wurden im gleichen Arbeitsgang gedruckt.
1883
Die Firma wird als «Hössly & Co» im Handelsregister eingetragen. Die Gesellschafter waren Samuel Hössli, Heinrich Cunz-Brunner, Carl Wettler und Emil Forrer. Die Produkte der Blumenegg
werden an der Landesausstellung gezeigt.
1891
Samuel Hössli verstirbt. Die Firma wird in «Cunz, Wettler und Forrer» umbenannt.
1899
Die neugegründete Aktiengesellschaft «Textildruckerei in Blumenegg bei Rorschach» übernimmt den ganzen Betrieb. Der Handelsregistereintrag der heutigen Firma Technologiepark Blumenegg AG
entstammt dieser Gründung.
1911
Emil Forrer stirbt und die Leitung wird von Albert Traber übernommen. Albert Traber war im Alter von 15 Jahren als Lehrling in die Blumenegg eingetreten und war anschliessend als Verkäufer im
Aussendienst in Europa, Russland und Nordafrika tätig.
1912
Die Firma wird geändert in «Textilwerke Blumenegg, vorm. Cunz, Wettler & Forrer»
1913
Eine Seidenweberei wird eingerichtet, welche v.a. für die zürcherischen Seidenwebereien arbeitete.
Handmodel-Stecher
Handmodel-Druck
1928
Zwei Rouleaux-Walzendruckmaschinen für kunstseidene und seidene Damenkleiderstoffe wurden eingerichtet. Zudem wurde ein neues Kesselhaus in Betrieb genommen, das heute noch steht.
Kunstseidene Damen- und Krawattenstoffe und kunstseidene und reinseidene Tücher sind in diesen Jahren die Hauptartikel der Blumenegg. Mit dem Seidendruck ging das Geschäftsmodell vom
Direktgeschäft mit internationalem Verkauf zum Lohn- und Veredlungsgeschäft für zürcherische und st. gallische Exporteure über.
Rouleaux-Druckmaschine
Lagerung Kupferwalzen
Filmdruck
1932
Die Firma wird in «Textilwerke Blumenegg AG» geändert. Der Personalbestand betrug rund 190 Mitarbeiter.
1940
Albert Traber verstirbt und sein Sohn, Albert Traber, übernimmt die Leitung. Sohn Albert Traber war bereits seit 1920 in der Blumenegg tätig.
Blumenegg 1946
1969
Die Firmen Abraham, Mettler, Taco und Schwarzenbach sowie der neue Geschäftsführer, Rolf Roth, übernehmen die Aktien der Textilwerke Blumenegg AG.
1970
Ersatz der Trafostation
1971
Eine erste neue Produktionshalle wird erstellt.
1972
Eine Abwasser-Neutralisationsanlage mit Ausgleichsbecken wird gebaut.
1974-86
Vier neue Produktionshallen werden in den Jahren 1974, 1977, 1980 und 1986 gebaut.
1986
Die Firma Mettler verkauft ihre Aktien an die restlichen Aktionäre. Die Firma Schwarzenbach hatte ihre Aktien bereits früher abgetreten.
1990
Das heutige Bürogebäude wird erstellt.
1994
Die Firma Taco stellt den Betrieb ein und tritt aus dem Aktionariat aus.
1999
Nach jahrelangem Rückgang und Wegsterben der meisten Kunden wird der Textilbetrieb eingestellt und die Produktionsmaschinen verkauft. Die Gebäude werden kontinuierlich für verschiedene
Nutzungen vermietet.
2002
Die neugegründete Firma «labor team w ag» bezieht erste Flächen in der Blumenegg.
2003
Die Firma wird in «Technologiepark Blumenegg AG» umbenannt.
2006
Das alte Bürogebäude wird durch eine neue Produktions- und Lagerhalle ersetzt.
2019
Die Blumeneggstrasse wird erneuert und verbreitert.
2020
Die Umfahrungsstrasse Goldach wird eröffnet und verbindet das Blumenegg-Areal direkter mit der Autobahneinfahrt.