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Bern - Die geplante Bevorzugung von Unternehmen bei der Postzustellung gerät noch stärker unter Druck: Postregulator Marc Furrer fordert ein Ende der Versuche der Post. Er sieht die Grundversorgung in Gefahr, wenn einige Kunden erst um 14 Uhr die Post erhalten.
Im September will die Post in einzelnen Regionen in der Ost-, Zentralschweiz sowie in Lausanne Neuerungen in der Postzustellung testen. Unter anderem sollen Geschäftskunden zuerst bedient werden, Private erst später. "Die Post wird diese Übung abbrechen müssen", sagte Marc Furrer, der Leiter der Postregulationsbehörde (PostReg), in einem Interview, das am Donnerstag im "Blick" erschien.
Der Postregulator stösst sich an der Bevorteilung: "Bei der Grundversorgung geht es (...) um die gleiche Dienstleistung für alle", sagte Furrer. Eine Sparübung auf Kosten dieser Dienstleistung gehe nicht an. Wenn die Post schon das Briefmonopol habe, müsse sie auch einen für alle gleichen Service bieten.
Kein KostenproblemAusserdem mache die Post mit der Briefpost noch immer Gewinn, es gebe dort also kein Kostenproblem. Insgesamt müsse die Post auch keinen Gewinn erwirtschaften. "Sie soll selbsttragend sein." Im vergangenen Jahr schrieb die Post 728 Millionen Franken Gewinn.
Furrer wirft der Post auch mangelnde Information über die Versuche vor. "Ich will nun von der Post wissen, was Sache ist." Von der obersten Führung spüre er Verständnis für seine Position, nicht aber von der operativen Führung.
Mit einer Neueinteilung von Routen will die Post erreichen, dass Quartiere, in denen Unternehmen ansässig sind, zuerst bedient werden. Für diesen "Service" wird die Post keine höheren Gebühren von den bevorzugten Kunden verlangen.
Gewerkschaften befürchten, es könnten tausende Stellen wegfallen, wenn das sogenannte Projekt "Distrinova" eingeführt wird. Vorgesehen sind auch automatische Sortiermaschinen.
SDA-ATS