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Beim japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi stehen rund 1000 Lagertanks mit zirka 1,3 Mio. Kubikmeter Wasser, das sich beim Reaktorunfall als Folge des Erdbebens und Tsunamis angesammelt hat. Gegenwärtig sind die Tanks zu 95% voll und werden voraussichtlich im Sommer 2022 ihre Kapazitätsgrenze erreichen.
Über 99% des Wassers wurde bereits mit Hilfe einer Multinuklid-Entfernungsanlage (Advanced Liquid Processing System, Alps) behandelt, wodurch die meisten der verbleibenden radioaktiven Stoffe, mit Ausnahme von Tritium, entfernt werden konnten. Aus dem restlichen 1% Wasser, das ursprünglich stark kontaminiert war, wurden Strontium und Cäsium entfernt.
Erneute Reinigung vor dem Einleiten
Das Wasser muss sicher entsorgt werden, da die Tanks bald voll sind und es keinen Sinn ergibt, weitere Tanks aufzustellen. Japan hat sich dabei entschieden, das Wasser während der nächsten 30 Jahre verdünnt und kontrolliert ins Meer einzuleiten. Ein grosser Teil des bereits aufbereiteten Wassers soll vor dem Einleiten nochmals gereinigt werden, um sicherzustellen, dass die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte unterschritten werden. Trotzdem gab es Diskussionen wegen des Tritiums, das sich praktisch nicht aus dem Wasser entfernen lässt.
Erster Taskforce-Bericht liegt vor
Eine Taskforce der IAEO begleitet die Vorbereitungen zur Einleitung mit unabhängigen Überprüfungen. Laut IAEO soll dies sicherstellen, dass die Einleitung konsistent mit internationalen Sicherheitsstandards zum Schutz von Mensch und Umwelt erfolgen wird. Zu den Aufgaben der Taskforce gehören auch Überprüfungsmissionen in Japan; die erste davon fand im Februar 2022 statt. Am 29. April hat die IAEO den ersten einer Reihe von Berichten der Taskforce veröffentlicht. Die Taskforce werde weitere Missionen nach Japan durchführen, die nächste bereits im zweiten Halbjahr 2022, so die IAEO.
Der Bericht fasst den Gesamtfortschritt bei den technischen Vorbereitungen für die Wassereinleitung zusammen. Zudem enthält er erste Ergebnisse der Überprüfungsmission vom Februar bei der Kernkraftwerksbetreiberin Tokyo Electric Power Company (Tepco) und dem Ministry of Economy, Trade and Industry (Meti).
«Der Bericht enthält eine Zusammenfassung der Überprüfungs- und Bewertungstätigkeiten der Taskforce zu einer Reihe von Themen wie den Eigenschaften des mit Alps aufbereiteten Wassers, sicherheitsrelevanten Aspekten des für die Einleitung des Wassers gebauten Systems, der radiologischen Umweltverträglichkeitsprüfung, der behördlichen Aufsicht, den Umweltüberwachungsprogrammen und der Überwachung des Einleitungsortes, dem Strahlenschutz am Arbeitsplatz sowie dem Einbezug interessierter Parteien», schreibt die IAEO.
Schlussbericht noch vor Start der Einleitung in 2023
Generaldirektor Rafael Mariano Grossi begrüsste die ersten Ergebnisse. «Japan hat bei seinen Vorbereitungen erhebliche Fortschritte gemacht, und die Taskforce ist zufrieden, dass Tepco und Meti die geeigneten nächsten Schritte für die für 2023 geplante Wasserabgabe festgelegt haben», sagte er. Zudem gab Grossi bekannt, dass die Taskforce ihre Arbeit fortsetzen werde, damit sie noch vor dem Start der Einleitung einen vollständigen Bericht mit den endgültigen Ergebnissen und Schlussfolgerungen der IAEO-Überprüfung veröffentlichen könne.
Die Taskforce habe in Vorbereitung auf die nächsten Schritte ihrer Überprüfung technische Themen identifiziert, die mit Japan weiter diskutiert und geklärt werden müssten, sagte die IAEO. Sie habe aber auch festgestellt, «dass Tepco und Meti erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um interessierte Parteien und die Öffentlichkeit über das Verfahren zur Ableitung des Wassers zu informieren und zu beraten». Die Experten hofften, dass dies auch in Zukunft der Fall sein werde, wenn Japan sich der Wassereinleitung im Jahr 2023 nähere, so die IAEO.
Quelle
Referenzen
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