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Feuchteflussdivergenz und -konvergenz
Die heutige VERA Analyse zeigt eine sogenannte abgeleitete Größe, also eine, die nicht direkt aus Messwerten von Wetterstationen bestimmt werden kann, sondern aus anderen Analysen gebildet wird.
Die meteorologische Größe Feuchteflussdivergenz gibt Auskunft über das Strömungsverhalten feuchter Luft, wird also aus Analysen der Windkomponenten und der spezifischen Feuchte berechnet. Positive Werte ergeben sich, wenn feuchte Luft auseinanderströmt (Divergenz) oder wenn trockene Luft herangeführt wird. Viel interessanter, zumindest für Stormchaser und Kollegen in der Unwetterzentrale sind Bereiche mit negativen Werte, was durch den Begriff Feuchteflusskonvergenz ausgedrückt wird. Wie der Name schon sagt, strömt feuchte Luft zusammen bzw. wird feuchte Luft herangeführt (mathematisch betrachtet zwei unterschiedliche Terme).
Das Zusammenströmen feuchter Luft in Bodennähe ist für sich allein genommen wenig wetterwirksam, wäre da nicht die Folge des Aufsteigens dieser zusammenströmenden Luft aus Kontinuitätsgründen. Damit unweigerlich verbunden ist die Auslösung oder Verstärkung von Konvektion mit den entsprechenden Auswirkungen (Schauer, Gewitter).
Dieser Zusammenhang wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen untersucht und bestätigt. Zudem haben sich auch einige Diplom- und nunmehr Bachelorarbeiten am Institut für Meteorologie und Geophysik an der Uni Wien damit befasst bzw. wurden im Rahmen von Praktika auch bei UBIMET mitbetreut.
Zurück zur VERA Karte: zu sehen sind in Orange bis Rot Gebiete mit ausgeprägter Feuchteflusskonvergenz, etwa über dem steirischen Wechselgebiet sowie generell im Bereich des Alpenostrandes, wo es heute kräftige Gewitter gegeben hat. Auch die Konvergenzzonen in Bayern und Nordtirol waren später von Gewittern betroffen.
Aber auch die in blau dargestellten Gebiete mit der Feuchteflussdivergenz sind meteoeologisch relevant, hier kommt es vielfach zur Abschwächung oder gar Auflösung von Gewittern.
Ein gutes Beispiel ist in dieser Analyse der Bereich südlich und südwestlich von Wien. Haben sich hier einige Zeit die Anzeichen für Gewitter gemehrt, so sind sie dann vorläufig doch ausgeblieben, was angesichts dieser ausgeprägten Feuchteflussdivergenz wenig überrascht.
Quelle: Veraflex / facebook veraflex