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Antigen-Schnelltests: SYNLAB Suisse unterstützt die Position der SYNLAB Gruppe.
- Neue SYNLAB-Daten bestätigen, dass fast 40% der mit PCR positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Fälle bei der Verwendung von Antigen-Schnelltests hätten übersehen werden können.
- Ein direkter Vergleich zwischen PCR und Antigentests zeigt die niedrige Sensitivität von Antigen-Schnelltests auf der Grundlage von Daten, die SYNLAB im Rahmen seiner «safe-at-work» Testungen erhoben hat.
- Die durchgeführten Studien zeigen, dass Antigen-Schnelltests keine sicheren Umgebungen gewährleisten können, z. B. für Passagiere im Reiseverkehr, Grenzübertritte und Besucher von Sportveranstaltungen.
- Die Verwendung negativer Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, um Besuchern Zugang zu Pflegeeinrichtungen zu gewähren, bedroht das Leben der am stärksten gefährdeten Personen.
SYNLAB, der führende Anbieter medizinischer Diagnostikdienstleistungen in Europa, schätzt den Wert von Antigen-Schnelltests, sofern diese zweckgerecht eingesetzt werden, betont jedoch seine Bedenken gegenüber allen Off-Label-Anwendungen. Neue SYNLAB-Daten zum direkten Vergleich zwischen dem «Goldstandard» PCR-Test und Antigen-Schnelltests veranschaulichen die hohe Fehlerquote von Antigen-Schnelltests bei «gesunden» Menschen. Die Daten umfassen über 20.000 Tests auf SARS-CoV-2, die bei Personen an ihrem Arbeitsplatz durchgeführt wurden, d.h. bei welchen keine Symptome dokumentiert wurden («gesund»). Die Ergebnisse dieser Tests bestätigen, dass fast 40% der Personen, die mit PCR-Tests positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, bei der Verwendung von Antigen-Schnelltests hätten übersehen werden können.
Es hat sich gezeigt, am eindrücklichsten am gescheiterten Sicherheitskonzept des US-amerikanischen Weissen Hauses
, dass Menschen, die mit Antigen-Schnelltests negativ getestet wurden, SARS-CoV-2 verbreiten können – und dies mit schwerwiegenden Konsequenzen. Ähnliche Situationen haben wir in einigen Ländern bei Sportverbänden gesehen, wo sich das Virus in der Folge in wenigen Tagen innerhalb der Mannschaften ausbreitete.
Die Erklärung für den beschränkten Nutzen von Antigentests liegt in einem starken Abfall der Nachweisgenauigkeit bei niedriger Viruslast – Cycle-threshold-Werte (Ct-Werte) über 25 bis 30 (Abb. 1). Der Ct-Wert zeigt an, wie viele Multiplikationszyklen durchlaufen werden müssen, um das Vorhandensein des viralen Genmaterials nachzuweisen. Generell gilt: je höher der Ct-Wert, desto niedriger ist die Viruslast in der Probe. Es wurde nun deutlich, dass Antigentests bei Personen, die mit höheren Ct-Werten getestet wurden, SARS-CoV-2 nicht erkennen. Dies schließt jedoch nicht aus, dass sie ansteckend sein können, da es sich gezeigt hat, dass infektiöse Viren auch von Personen mit Ct-Werten über 35 isoliert werden können.
«Unsere jüngsten medizinischen Daten unterstreichen unsere starken Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Antigen-Schnelltests, um eine sichere Umgebung für menschliche Interaktion zu gewährleisten. Mit Antigentests könnten fast 40% der Virusträger unentdeckt bleiben, die durch RT-PCR oder gleichwertige Methoden identifiziert würden. Diese Menschen würden sich in falscher Sicherheit wiegen und das Virus unwissentlich verbreiten. Wir haben bereits zahlreiche Beispiele für solche Fälle gesehen. Wir alle wollen zur Normalität zurückkehren, was nur gelingt, wenn wir uns verantwortungsvoll verhalten und genau testen,» argumentiert Dr. Santiago Valor, Chief Medical Officer der SYNLAB Gruppe.
SYNLAB Daten
Abb. 1: SARS-CoV-2-Testergebnisse aus SYNLAB-Laboren.
Blau: Verteilung von 236 positiven Ergebnissen aus über 20.000 RT-PCR-Tests, die in einer «Safe-at-Work»-Kohorte durchgeführt worden sind, klassifiziert nach Ct-Werten. Der Medianwert betrug 29,0, der Bereich 10,4-37,3.
Orange: Eine zweite Kohorte von 118 RT-PCR-positiven Personen wurde gleichzeitig mit RT-PCR und einem bekannten Antigen-Schnelltest (RAT) getestet. Die Darstellung zeigt die prozentual positiven RAT-Ergebnisse, gruppiert nach Ct-Intervallen (RT-PCR: Median 28,5, Bereich 14,9-41,4).
Abb. 2: Prognostizierter Vergleich von RT-PCR und RAT bei Safe-at-Work-Testungen.
Blau: Die 236 positiven RT-PCR-Ergebnisse, geordnet nach dem Ct-Wert (vergleiche Abbildung 1).
Orange: Vorhergesagte RAT-Ergebnisse bei den gleichen Personen, basierend auf der beobachteten Sensitivität bei verschiedenen Ct-Werten. Höhenunterschiede zwischen den blauen und orangefarbenen Balken zeigen die vorhergesagten falsch-negativen RAT-Ergebnisse an; in diesem Beispiel wird prognostiziert, dass RAT 38% der SARS-CoV-2-positiven Personen nicht erkennt.
Weitere Quellen:
• Universitätskliniken Genf
• Lancet Microbe 2020
«Patients with SARS-CoV-2 infection are likely to be most infectious in the first week of illness, emphasising the importance of immediate isolation with symptom onset early in the course of illness.»
• Journal of Clinical Virology
• U.S. Food and Drug Administration (FDA)