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Wenn Daniil Trifonov spielt, scheint die Zeit innezuhalten. Aus der Stille heraus kommt ein Spiel, wie man es nur selten hört: überragend und von tiefer Einsicht, nie vorhersehbar, aber immer die Intention des Komponisten im Blick habend und verwurzelt im Wesen der Musik.
«Was er mit seinen Händen macht, ist technisch unglaublich», bemerkte Martha Argerich kurz nach Trifonovs Triumph im Finale des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau 2011. «Hinzu kommt sein Anschlag – er hat sowohl Zartheit wie auch ein dämonisches Element. Ich habe so etwas noch nie gehört.»
Trifonovs Klavierspiel zeugt mit seiner Mischung aus Poesie und Kraft von einer einzigartigen Begabung. Seine Erfindungskraft und Originalität zeigen sich auch in seinem wachsenden Ansehen als Komponist, das im April 2014 einen neuen Höhepunkt erreichte, als er bei der Uraufführung seines Ersten Klavierkonzerts am Cleveland Institute of Music den unerhört schwierigen Solopart spielte.
Nicht umsonst ist Daniil Trifonov bereits heute ein hoch dekorierter Künstler: Im Jahr 2014 erhielt er etwa den ECHO Klassik-Preis als «Nachwuchskünstler des Jahres (Klavier)». Die renommierte Zeitschrift The Gramophone wählte Trifonov 2016 zum «Künstler des Jahres». Sein Doppelalbum Transcendental mit sämtlichen Konzertetüden von Liszt erhielt im Januar 2018 einen Grammy in der Kategorie «Bestes klassisches Instrumentalsolo». Musical America wählte ihn 2019 zum Künstler des Jahres.
Daniil Trifonov kam 1991 in Nischni Nowgorod zur Welt als Kind zweier Berufsmusiker. Mit fünf Jahren hatte er ersten Klavierunterricht. Als Achtjähriger trat er erstmals mit Orchester auf – ein Ereignis, das für ihn unvergesslich bleibt, weil er mitten im Konzert einen Milchzahn verlor. 2009 begann er das Klavierstudium bei Sergei Babayan am Cleveland Institute of Music, wo er auch Kom¬positionsunterricht erhielt. 2011 gewann er den 13. Internationalen Rubinstein-Klavierwettbewerb in Tel Aviv, dann sicherte er sich den ersten Preis und den Grand Prix beim 14. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Er gewann dort zudem den Publikumspreis und den Preis für die beste Aufführung eines Mozart-Konzerts.