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Das Gelände, das diese Siedlungsreste birgt, befindet sich in einem archäologischen Perimeter. Im Vorfeld des Neubaus zweier Einfamilienhäuser fanden im Herbst abklärende Sondierungen statt, bei denen man bereits wenige Zentimeter unter dem heutigen Bodenniveau auf antike Mauern stiess.
Beim Bodenabtrag auf der ersten Bauparzelle kam die nordöstliche Ecke eines gallo-römischen Gebäudes mit Blick auf den Höhenzug des Gibloux zum Vorschein, das nach ersten Erkenntnissen aus zwei verschiedenen Baukörpern besteht. Vom ersten Gebäudekomplex, der mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Wasserbecken beherbergte, haben sich fast 1,5 m hohe Mauern erhalten. Dieser Umstand ist sowohl für den Kanton als auch für eine ländliche Siedlungsstelle in der Schweiz aussergewöhnlich. Im Gebäudeinnern fanden sich in einem der Räume noch Reste von Wandmalereien.
Der zweite Baukörper umfasst mindestens ein halbes Dutzend Zimmer, die sich um einen zentralen Hof anzuordnen scheinen. Einige dieser Räume wurden nach einem Brand umgestaltet. Die Ausdehnung der Bauten nach Westen ist nicht bekannt, da diese durch moderne Bauarbeiten zerstört wurden. Die Ausgrabungen haben bislang fast 4'000 überwiegend fragmentierte Fundobjekte zutage gefördert, darunter Geschirr aus Keramik und Glas, Geräte aus Eisen, Schmuckstücke und Münzen aus Bronze sowie Tierknochen.
Nach derzeitigem Stand der Untersuchung ist es nicht möglich, die Anfänge dieses ländlichen Anwesens genau zu datieren. Es blieb mindestens bis ins ausgehende 3. oder beginnende 4. Jahrhundert n.Chr. bestehen. Die ausgezeichnete Erhaltung der Hinterlassenschaften ist sicher der Hanglage der Fundstelle zu verdanken. Zum einen wurden die Überreste schnell durch schützende Hangsedimente überdeckt, zum anderen fanden nach Aufgabe des Gutshofes keine störenden Bodeneingriffe statt.
Die Ausgrabungen, die personelle Verstärkung erfordern, werden in der zweiten, hangabwärts liegenden Bauparzelle fortgesetzt und wahrscheinlich bis zum Herbst 2022 andauern.
Am 20.-21. Mai werden zwei Tage der offenen Grabung stattfinden. Während der Freitag den Besuchen von Schulklassen und Gruppen vorbehalten ist, sind am Samstag alle interessierten Besucher willkommen. Nähere Informationen zu diesen Aktionstagen werden auf www.fr.ch/aafr zu gegebener Zeit bekanntgegeben.