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Prof. Dr. Roland Müller, Titularprofessor für Privat- und Wirtschaftsrecht sowie Luftfahrtrecht an der Uni St. Gallen, schätzt den zeitlichen Aufwand für ein Verwaltungsrats-Mandat auf mindestens 8 – 15 Tage im Jahr. Bei börsenkotierten Unternehmen sind mindestens 20 Tage pro Jahr einzusetzen.
Neu nominierte Verwaltungsräte müssen zusätzlich Zeit für die Einarbeitung einrechnen. Im ersten Jahr sind dies nochmals mindestens 20 Tage.
Muss eine Eignerstrategie ausgearbeitet werden, sind dafür nochmals 6 – 12 Tage einzusetzen.
Die Erfahrung zeigt, dass die zeitliche Belastung für den Präsidenten des Verwaltungsrats doppelt so hoch ist. Dies deckt sich auch mit Erfahrungen, die Michael Hilti in seinem Konzern gemacht hat, und der fordert, dass Verwaltungsräte dem Unternehmen pro Jahr bis zu 40 Tage zur Verfügung stehen können müssen.
Damit zeigt sich bei Verwaltungsräten eine Parallele zur Verantwortung des Flugkapitäns in einem Grossraumflugzeug: Beide sind gefordert, wenn ausserordentliche Situationen auftreten, wie kürzlich bei einem Flugzeugunglück in New York, als Gänse in ein Flugzeugtriebwerk flogen und der Pilot im Hudson River notlanden musste.
Die Folgerungen daraus:
- Verwaltungsrats-Mandate sind eine Vollzeitaufgabe.
- Die Anzahl möglicher Mandate ist limitiert durch den Zeitbedarf, die ein Verwaltungsrat den Unternehmen während Krisensituationen zur Verfügung stellen können muss.
- Verwaltungsräte müssen sich wie Flugkapitäne systematisch und ständig auf das Bestehen von ausserordentlichen Krisensituationen vorbereiten.
- Für Unternehmen lohnt es sich, als Verwaltungsräte „VEP’s“ zu verpflichten – „Very Experienced Persons“.