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Quelle: TVO
Die Wasserbecken sind trockengelegt, von der Rutschbahn perlt kein Tropfen mehr herunter und die Luft ist kühl. Im Strandbad Hard, direkt am Ufer des Bodensees, stehen ein Pavillon und Campingstühle. Die Sportler des Harder Wakeboard-Clubs «Wakeaholics» haben gerade eine Trainingswoche. Unter ihnen ist auch der amtierende Schweizer Meister im Wakeboarden, der 23-jährige Reto Schäfler.
«Der Schweizermeistertitel ist mein erster offizieller Titel», sagt der 23-Jährige gegenüber FM1Today. Vergangenes Wochenende, am 8. September, fuhr er am Lac de Joux im Kanton Waadt auf den ersten Podestplatz in der Kategorie Open Men. Und das, obwohl er beinahe nicht mitgemacht hätte: «Ich bin seit vier Jahren keine Schweizermeisterschaften mehr gefahren, dieses Jahr haben mich meine Freunde überredet.»
Toughes Finale
Die Schweizermeisterschaften fingen am Freitagmittag mit einem Training an. Am Samstag fanden die Qualifikationsläufe statt. Eine dreiköpfige Jury beobachtete die Teilnehmer vom Boot aus.
«Ich hatte Glück, dass ich im Finallauf als Letzter starten musste - da habe ich gesehen, dass die anderen zwei gestürzt sind», sagt Reto, «und ich wusste, dass ich nicht so viel riskieren muss». Er sei dann zwar auch noch gestürzt, am Ende habe es aber doch noch gereicht. «Die Konkurrenz war hart, Platz zwei und drei hätten genauso gut gewinnen können», sagt er.
Saison von März bis November
Auf dem See ist Reto praktisch immer: «Wenn es schön ist, sind wir ab März auf dem See und trainieren bis November.» Er trainiere meistens am Luganersee, in Mailand oder am Bodensee. Und wenn er sich gerade mal nicht von einem Motorboot über das Wasser ziehen lässt, arbeitet er als Hafenmeister in Altenrhein.
«Seit ich neun bin, bin ich angefressen»
Reto ist dem Sport schon fast sein ganzes Leben lang verfallen: «Ich bin eigentlich auf dem See aufgewachsen, meine Eltern hatten ein Boot. Mit acht, neun Jahren stand ich zum ersten Mal auf einem Wakeboard, seitdem bin ich angefressen.»
Der Arboner zieht den Neopren-Anzug an, nimmt sein Wakeboard unter den Arm und läuft los in Richtung Motorboot. «Das Wakeboarden frisst praktisch meine ganze Freizeit», sagt er und schmunzelt. Doch wenn er trainieren geht, sieht er gleichzeitig auch seine Freunde.
Die warten auch schon auf dem Motorboot auf ihn. «Es ist der ganze Lifestyle, der mich fasziniert. Es ist cool, mit Freunden auf dem Boot zu sein und den ganzen Tag Wakeboard zu fahren.»
Freude, Fokus und Konzentration
Er macht seine Füsse am Brett fest und lässt sich vom Seil, das am Motorboot angemacht ist, auf den See ziehen. Auf dem Motorboot läuft laute Musik, alle sind gut gelaunt und Reto zeigt uns seine Tricks. «Ich habe mega Freude, wenn ich auf dem Wakeboard bin - bin aber auch total fokussiert und konzentriert. Das ist das, was mich immer wieder aufs Wasser zieht.» Sein Ziel ist es, an den Europameisterschaften 2020 teilzunehmen. «Ansonsten möchte ich so lange wie möglich Fahren und Spass daran haben.»