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Die Schweizerische Nationalbank verkauft seit Mai 2000 ihre überschüssigen Goldreserven.
Über die künftige politische Verteilung der Erträge aus diesen Verkäufen wird weiterhin heftig diskutiert.
Wie alle anderen Nationalbanken hat auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) Goldreserven. Diese stammen aus früheren Zeiten, als die Stabiliät einer Währung von der Grösse und Sicherheit des "staatlichen Goldes" abhing, das gleichsam als Gegenwert zu den Banknoten in den Tresoren verwahrt wurde.
Mit dem Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung am 1. Januar 2000 wurde die Goldpreisbindung des Schweizer Frankens aufgehoben. Beim Dollar ist das schon viel länger nicht mehr der Fall.
Verkauf der überschüssigen Reserven
Seit Mai 2000 verkauft die SNB deshalb ihre überschüssigen Reserven. "Es handelt sich um etwa eine Tonne pro Tag", erklärt Roland Baumann, Mediensprecher bei der SNB, gegenüber swissinfo. Die Verwendung der Erträge sind seither ein grosses Politikum geblieben (Solidaritätsstiftung, Holocaust etc.)
Die SNB will insgesamt 1300 Tonnen mit einem Gegenwert von rund 20 Mrd. Franken bis 2004 verkaufen.
Dazu Baumann: "Die SNB hat mit 14 europäischen Zentralbanken eine Vereinbarung getroffen, dass in dieser Zeit insgesamt höchstens 2000 Tonnen Gold auf den Markt kommen dürfen." Zuviel Angebot würde sich negativ auf den Goldpreis auswirken. In Wirklichkeit passierte das Gegenteil: Der Goldpreis steigt trotz dem grossen Angebot aus Zentralbankverkäufen seit rund zwei Jahren.
Bis Ende September 2002 hatte die Nationalbank etwa die Hälfte verkauft. Bis Ende September 2003 sollen es weitere 283 Tonnen sein.
Weder AHV noch Solidarität erhalten Geld
Am 22. September 2002 haben Volk und Stände über zwei Verwendungsvorschläge des Nationalbankgoldes abgestimmt und die Initiative der Schweizerischen Volkspartei SVP, welche das ganze Goldvermögen der AHV zukommen lassen wollte, verworfen.
Gleichzeitig wurde auch der Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament, das Vermögen in seiner Substanz zu erhalten und die Erträge an AHV, Kantone und die Solidaritätsstiftung auszuschütten, abgelehnt. Somit war wieder offen, was mit dem Goldvermögen geschehen soll. Kompliziert wird die Situation auch dadurch, dass kurz nach dem Abschaffen der Goldpreisbindung des Schweizer Frankens das Gold zu steigen begann. Dadurch entsteht der Eindruck, der Nationalbank verkaufe das "Gold der Nation" unter seinem künftigen Wert.
Bis auf weiteres kommen nun die Erträge zu einem Drittel dem Bund und zu zwei Dritteln den Kantonen zu.
swissinfo, Elvira Wiegers