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Von meinem Küchenfenster aus sehe ich ja direkt in zwei Zimmer des Hotels nebenan. Meistens ist das recht amüsant, denn typischerweise gibt es zwei Arten von Reaktionen: entweder wird gewinkt oder sofort die Vorhänge gezogen.
Im Moment geht aber was anderes ab. Irritiert durch unregelmässige Blitze im Augenwinkel habe ich mich gewundert, wo denn das Gewitter steckt, bis ich gemerkt habe, dass hinter gezogenen Vorhängen wohl ein Fotoshooting stattfindet. Auf jeden Fall konnte man die Silhouette einer weiblichen Person erkennen, sowie einem Fotografen, der ab und zu um sie herumgetigert ist und regelmässig abgedrückt hat.
Ziemlich spannend, was man alles mitbekommt hier.
Ein Tipp für alle IEEE Xplore Nutzer, die einen eigenen Account haben, aber um vollen Zugriff zu erlangen durch das Netz der Hochschule gehen: unbedingt seinen persönlichen Account ausloggen.
Ansonsten ist man in der Situation, dass man angemeldet weniger Rechte hat als unangemeldet.
Hat mich einige Haare gekostet das herauszufinden.. so, und nun wird weiter recherchiert.
Mein Bruder hat mir von diesem sehr praktischen Progrämmchen namens XSel erzählt, welches die X-Selektion verändern kann.
Damit lassen sich lustige Dinge anstellen:
require 'open-uri'
require 'hpricot'
require 'iconv'
word = `xsel`.split(" ").first
exit 1 unless word =~ /\w+/
doc = Hpricot(open("http://dict.leo.org/ [...] search=#{word}"))
translation = doc/"table[@id=results]"
translation.search("img").remove
translation.search("a") { |a| a.swap(a.innerHTML) }
(translation.search("tr")[20..-1] || []).each { |e| e.swap("") }
translation = Iconv.conv("UTF-8", "ISO-8859-1", translation.to_s)
translation.gsub!("'", "&#x#{?'.to_s(16)};")
`kdialog --passivepopup '#{translation}'`
(die Leo-URL musste ich aus Layoutründen hier kürzen)
Ok, was macht das? Es holt sich das erste Wort aus der X-Selektion und holt sich dafür die Uebersetzung von dict.leo.org. Danach noch etwas Kosmetik am HTML, Encoding verändern, Anzahl Einträge beschränken, böses Zeichen ersetzen und dann mit kdialog –passivepopup darstellen. Das Ergebnis sieht dann so aus:
Das Script habe ich mir auf die ThinkVantage-Taste gelegt, per Selektion und Knopfdruck kriege ich jetzt als die Uebersetzungen direkt auf den Bildschirm.
Wer lust hat, kann mit dem Leo-Script machen was er will, gewidmet sei es meinem gleichnamigen Kollegen, auch wenn es ihm wahrscheinlich nicht viel nützt.
Die erste Woche im MSE ist also überstanden, Zeit für einen kleinen Rückblick.
- Ich bereue es nicht, den MSE machen.
- Unterrichtssprache Englisch ist teilweise etwas merkwürdig, aber noch merkwürdiger finde ich die Studenten, die sich daran stören.
- Ein Modul wird wohl wieder aus meinem Stundenplan fallen, Stochastic Modelling ist zu hart, wir haben einfach zu wenig Vorkentnisse in Analysis.
- Highlight ist ganz klar die theoretische Informatik, mit einem sehr guten Dozenten, und interessanten Themen.
- Die Räumlichkeiten sind eine Zumutung. Meistens bis ans Maximum gefüllt, mit teilweise schlechter Sicht auf die Leinwand, WLAN tut bockig, nicht alle Plätze sind mit Strom versorgt (Verlängerungskabel mitnehmen, ja klar), und ziemlich klein. Und die einzigen Schulzimmer die ich kenne, deren Wandtafeln sich nicht heben und senken lassen.
- Im Gegensatz zum Diplomstudium scheint es diesmal ernster zu sein mit 1 ECTS = 30 Stunden Arbeit…
- … und deshalb schreibe ich jetzt noch ein wenig was für unser Seminar zum Thema Programm-Analyse und Transformation.
- Noch ein (sinngemässes) Zitat eines Dozenten: “Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, motivierte Studenten zu unterrichten”.
- Und noch ein anderes: “Ich freue mich, endlich mal richtig unterrichten zu dürfen, nicht nur so Bac..”
So, das wars auch schon. An alle, die nicht den MSE machen: schönes Wochenende; an die anderen: 30 Stunden pro ECTS!
Heute ist es wieder so weit, nach mehr als zwei Jahren ohne Vorlesung, startet heute der MSE—der Master of Science in Engineering.
Los geht es gleich mit Angewandter Statistik und Datenanalyse, danach folgt Kryptographie und Codierungstheorie. Die Skripte sind ausgedruckt, R ist installiert, der Taschenrechner (seit bald 10 Jahren mein treuer HP 48G+) ist eingepackt, auch der Tee ist gekocht und die Thermosflasche hoffentlich immer noch dicht; es kann also definitiv losgehen!
Das war ein harter Brocken, aber auch eine gute Vorbereitung fürs Master-Studium, denn nun bin ich mich wenigstens wieder ein wenig an Mathematik gewöhnt. Aber deshalb habe ich das Buch eigentlich nicht gekauft, eigentlich wollte ich einfach mal etwas über Logik lernen, schliesslich gehört die Logik zu den Grundlagen der Mathematik, und in all den Jahren, in der ich in der Schule war, haben wir nie was darüber gelernt.. schlimm!
Das bereits über 50 Jahre alte Buch von Patrick Suppes setzt keine Grundkenntnisse voraus, und enthält eine ganze Menge an Übungen. Leider habe ich zu spät bemerkt, dass das Vorhandensein von Übungen nicht automatisch auch Lösungen impliziert. Ansonsten ist das Buch ganz gut zu lesen, auch wenn teilweise die Beispiele etwas knapp sind.
Wikipedia weiss wie so oft ziemlich viel zum Thema, die Seite über first-order logic zeigt, was das Buch ungefähr behandelt (alternativ kann man auch das Buch direkt anschauen). Etwas mühsam ist, dass die Notation sich in den letzten 50 Jahren (oder vielleicht auch Autorenabhängig) ziemlich verändert hat, aber man gewöhnt sich daran.
Mal schauen, inwiefern mir das gelernte etwas bringt. Interessant ist es auf jeden Fall!
Bei Amazon gibt es immer noch 25% Rabatt für Schweizer Kunden, und deshalb musste ich mir gleich nochmals 5 Bücher bestellen. Wenn das bei anderen Leuten und Schuhen so ist wie bei mir und Büchern, dann kann ich das sehr gut nachvollziehen.
Nur braucht man auch die Zeit, das ganze zu lesen. Momentan warten im Regal (bzw. sind unterwegs):
- I Am a Strange Loop, von Douglas R. Hofstadter
- The Annotated Alice: Alice’s Adventures in Wonderland & Through the Looking-Glass: The Definitive Edition, von Lewis Carroll
- Symbolic Logic and the Game of Logic, vom selben Lewis Carroll
- Programming in Haskell, von Graham Hutton
- Lambda-Calculus and Combinators, von Hindley & Seldin
- On Writing Well, von William Zinsser
- To Mock a Mockingbird, von Raymond Smullyan (da bin ich schon halb durch, muss aber zuerst noch Combinatory Logic lernen)
- Naive Set Theory, von Paul R. Halmos
- Oliver Twist, von Charles Dickens
Und ausser Konkurrenz (da bereits gelesen), aber trotzdem ganz neu: Professionelle Webentwicklung mit Ruby on Rails 2, sogar mit persönlicher Widmung des Autors (kauft das E-Book, da kriegt er viel mehr Geld dafür).
Phu, da wird mir ganz anders, wenn ich diese Liste so anschaue.
Ich hab mich mal an einem Quine in Ruby versucht:
def print a
puts a, "print %s(#{a})"
end
print %s(def print a
puts a, "print %s(#{a})"
end)
Ist zwar nicht das kürzeste, aber dafür lesbar.
Sonst noch jemand? Fürs ausprobieren empfehle ich:
ruby q.rb | diff -u q.rb -
Bonusfrage: Welches Buch lese ich im Moment wohl?
Anstatt meine eigene Meinung über Google’s neuen Browser hier kund zu tun, verweise ich lieber auf besser informierte Quellen, so wie beispielsweise diesen Artikel bei OSNews: Google Chrome Considered Harmful, welcher den Comic kritisch betrachtet.
Den Code kritisch betrachtet hat Lorenzo Villani in Google Chrome: Houston, we have a problem. Ziemlich traurig, wie Google die Open Source Kultur zu verstehen scheint: kopiere einfach alle Abhängigkeiten in dein Repository und ändere überall ein bisschen was. Kein Wunder treten schnell Probleme auf, wenn man veraltete Kopien herumliegen hat. Die Jungs sollte man mal ins Software Engineering an der HSR schicken!
Ausprobiert habe ich Chrome noch immer nicht, denn der zukünftig vielleicht mal Plattform-unabhängige Browser läuft ja bei mir nicht. Da bleibe ich doch lieber bei meinem guten alten Konqueror, der zwar nicht mit allen Seiten umgehen kann, dafür aber wirklich sehr flink ist.
Ach ja, nicht zu vergessen, die Geschichte um die EULA.
Was haben das Schweizer Fernsehen und SourceForge gemeinsam? Nicht viel, aber das Favicon sieht verblüffend ähnlich aus:
Abgesehen davon, der neue SourceForge-Auftritt gefällt mir gar nicht :/