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Nichts gegen Nachbarn. Freundlich sind sie auf den ersten Blick alle. Warum sowohl der Köter und auch das Kleinkind des einen mich regelmässig beim Meditieren stören, weiss ich auch nicht. Doch wie gehe ich damit um?
Es ist schon lange her, dass ich ein bestimmtes Buch las. Weder an Titel noch an Autor kann ich mich erinnern. Erinnern kann ich mich an die Widmung. Er oder sie hatte das Buch Byron Katie gewidmet. Der Name sagte mir gar nichts. Neugierig wie ich bin, habe ich dann gegoogelt – und in der Folge mehrere Bücher von Katie verschlungen.
Entweder glaubst du, was du denkst, oder du hinterfragst es. Es gibt keine andere Wahl.
Byron Katie
Das interessante an Byron Katie (sie wird auch einfach nur Katie genannt) ist, dass sie nicht schon immer eine renommierte Autorin war. Erst in ihren 50igern begann sie über ihre «Arbeit (The Work)» zu sprechen und zu schreiben.
Zuvor litt sie unter einer tiefen Depression, Agoraphobie und Selbstmordgedanken. Katies 4 Fragen (bekannt als «The Work») ist ein einfacher Prozess, der dir helfen kann, Stress und Negativität zu transformieren – indem du deine Gedanken und Überzeugungen in Frage stellst.
Denke an eine bestimmte, stressige Situation, die mit einer anderen Person zusammenhängt. Das kann ein Familienmitglied, ein Partner, Mitarbeiter, Kunde, Freund, geliebter Mensch, dein Kind usw. sein. Isoliere diese bestimmte Situation, einen Moment, den du erlebt hast: Ein Gespräch, eine Begegnung, einen Austausch oder ein bestimmtes Verhalten, dass dich geärgert oder aufgeregt hat.
Benutze das Arbeitsblatt «Urteile über deinen Nächsten» und stelle dir die 4 Fragen:
- Ist das wahr? (Ja oder nein. Bei nein gehe zur Frage 3.)
- Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? (Ja oder nein.)
- Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
- Wer oder was wärst du ohne diesen Gedanken?
Der nächste Schritt ist die Umkehrung deines stressaufbauenden Gedankens. Dein Ziel ist es, mindestens drei «Umkehrungen» zu finden. Hier ergeben sich häufig AHA-Momente. Nimm an, dein schmerzhafter Gedanke war «X hat dich angelogen».
Probiere alternative Aussagen aus. Katie bezeichnet diese als Wendepunkte, um zu sehen, ob sie vielleicht zutreffender sind. Da kannst du experimentieren, zum Beispiel:
X hat mich nicht angelogen.
Ich habe mich belogen.
Ich habe X angelogen.
Wenn du eine stressige Situation mit alternativen Sichtweisen betrachtest, verliert der Stress seine Wirkung und seinen Einfluss auf dich. Wut und Ärger schmelzen dahin und Lachen und Mitgefühl kommen oft zum Vorschein.
Dieser Wendeprozess kann intensiv sein und gibt dir Nahrung für einen Perspektivenwechsel. Zu oft denken unser Geist und Verstand automatisch, dass andere Menschen das Problem sind: «Mein Partner sollte mich verstehen.» «Mein Chef sollte mich schätzen.» «Die Menschen sollten sozial bewusster sein.» Wir vergessen häufig uns zu fragen: «Wer hat hier eigentlich das Problem?». Meist hast du das Problem – und das ist gut so. Denn dann hast du die Kontrolle und übernimmst Verantwortung. Denke daran, du bist der Käpt’n deiner Seel.
Viel Spass!
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