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Immer mehr erstklassige schwedische Professionals der zweiten Generation kommen auf die Legends Tour – und mithin ans Swiss Seniors Open. An diesem Wochenende sind Jarmo Sandelin, Magnus P Atlevi, Joakim Haeggman, Niclas Fasth und Michael Jonzon in Bad Ragaz live zu sehen.
Wenn diese Ü50-Spieler schon die zweite Generation der grossen skandinavischen Golfnation vertreten, wer waren denn die wichtigen Schweden der ersten Generation? Es waren Anders Forsbrand, Mats Lanner und Ove Sellberg. Alle zwischen 1959 und 1961 geboren. Sie etablierten Schweden als Kraft im europäischen Circuit. Der Bekannteste und Erfolgreichste der drei war Forsbrand. Bei seinem Sieg 1987 am European Masters in Crans-Montana rang er in der Schlussrunde unter anderen Nick Faldo nieder. In Bad Ragaz startete er 2012 und 2015; bei Tim Thelens Sieg 2012 wurde er Vierter.
Obwohl sie erfolgreich waren, brachten es weder Forsbrand noch Lanner noch Sellberg ins europäische Ryder-Cup-Team. Dies schaffte dafür der erste Spieler der zweiten Generation der «Tre Kronor»: Joakim Haeggman, geboren im August 1969. Er verlor mit Europa gegen die USA in The Belfry bei Birmingham 1993 in einem dramatischen Match 13:15. Captain Bernard Gallacher setzte Haeggman nur in einer der vier Doppel-Serien ein (die er an der Seite von José Maria Olazabal verlor). Aber auf sich allein gestellt, holte Haeggman am Sonntag den Punkt im Einzel mit «1 up» gegen John Cook.
Jesper Parnevik und Per-Ulrik Johansson waren die nächsten schwedischen Ryder-Cup-Spieler, bis es schliesslich auch Jarmo Sandelin – diese Woche mit Familie in Bad Ragaz vor Ort – schaffte. Im skandalösen Wettkampf 1999 in Brookline bei Boston wurde er am Sonntag in den Einzeln ein Opfer der schreienden und tobenden Fans, die die Europäer sogar auf den Greens beeinträchtigten. Der Longhitter Sandelin, der als Minigolfer angefangen hatte und unter anderem durch den Einsatz eines überlangen Drivers bekannt geworden war, verlor seine Partie gegen Phil Mickelson deutlich.
2002 – der für September 2001 vorgesehene Wettkampf wurde nach 9/11 verschoben – waren drei Schweden in Europas Mannschaft, unter ihnen der diese Woche ebenfalls in Bad Ragaz spielende Niclas Fasth. Er teilte sein Einzel-Match damals gegen Paul Azinger. Europa siegte 15,5:12,5.
Magnus P. Atlevi hatte auf der European Tour unter seinem Geburtsnamen Magnus Persson gespielt. Atlevi heisst er nach dem Namen seiner Frau. Er gewann kein Turnier der Europa-Tour. Aber die übrigen vier in Bad Ragaz zu sehenden Schweden brachten es auf mehr als stattliche 15 Siege, Niclas Fasth allein schon auf sechs.
Eines der vier Majorturniere zu gewinnen blieb der zweiten Generation verwehrt. Schweden wurde schliesslich von Henrik Stenson (Jahrgang 1975) – der dritten Generation – erlöst. Stenson triumphierte am British Open 2016 und reiste mit dem Claret Jug im Gepäck direkt weiter nach Bad Ragaz. Am Tag nach seinem grössten Triumph teete Stenson bei der Charity der Sergio Garcia Foundation im Golf Club Bad Ragaz auf – und hatte für einmal wieder so richtig viel Spass. Golfen mit Freunden, ohne Druck aber auf Weltklasse-Niveau, gefeiert von den Fans, die hautnah mit dabei sein durften. So ähnlich wie beim Swiss Seniors Open – bloss, dass es hier am Sonntag um 350'000 Euro Preisgeld geht.