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Was verbindet Edgar Allan Poes «Die Mordtaten in der Rue Morgue» mit der Schweiz? Auf den ersten Blick nicht viel. Aber in einem Krimi ist bekanntlich nichts so, wie es scheint. Und so finden sich Poes Stil, seine Stimmungen, seine Suggestivkraft im Werk eines Emmentaler Schriftstellers wieder, nämlich in den «Schattmattbauern» von Carl Albert Loosli (1877–1959). Wie kommt’s? Loosli arbeitete als Redaktor bei der «Berner Tagwacht» und betreute dort 1908 die Veröffentlichung ebendieser «Mordtaten in der Rue Morgue». Poes Kurzgeschichte hinterliess offensichtlich einen bleibenden Eindruck und inspirierte ihn, der davor unter anderem Emmentaler Mundartdichtung, eine Hodler-Biografie und diverse Anklagen gegen die Ausgrenzung von Aussenseitern verfasst hatte, zu einem eigenen Krimi. Diesen schrieb Loosli schliesslich erst 1925/26 und veröffentlichte ihn 1929/30 in mehreren Folgen im «Schweizerischen Beobachter». «Die Schattmattbauern» – oder auf Italienisch: «L’inganno del diavolo» – ist ein roman noir, eine Mischung aus klassischem Krimi und legal thriller. Das Werk, faktisch der erste Schweizer Krimi, ist im Tessiner Verlag Armando Dadò nun erstmals auf Italienisch erschienen. Die Übersetzung stammt von Gabriella de’Grandi. Intelligent und scharfsinnig zeichnet Loosli ein soziales, politisches und kulturelles Porträt der damaligen Zeit, das den Werken seiner berühmten Nachfolger Glauser und Dürrenmatt das Wasser reichen kann.
Viel mehr, als man auf den ersten Blick denken könnte, steckt auch im feinen kleinen Gedichtband, den der Tessiner Lyriker Alberto Nessi (Schweizer Grand Prix Literatur 2016) zusammen mit der Genfer Illustratorin Albertine veröffentlicht hat: «Rime facili per grandi e piccini» (Casagrande), «Einfache Verse für Gross und Klein», dazu 32 farbige Zeichnungen. Ein Band voller Personen, Tiere und Pflanzen, die mit dem Kind, das in jedem von uns steckt, ins Gespräch kommen wollen.