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Der 6. Nationale Kongress Elektrosmog-Betroffener – Teil 3
Fortsetzung aus /der-6-nationale-kongress-elektrosmog-betroffener-teil-2/
Als vierter Referent sprach Imker Peter Löpfe aus Grosshöchstetten BE
über den Feldversuch mit 12 Bienenvölkern im elektromagnetischen Feld eines „ganz normalen“ Mobilfunksenders.
Bei der Auswahl des Standortes waren folgende Kriterien massgebend:
Es mussten alle 3 Mobilfunkfrequenzen beteiligt sein.
GSM 900MHz, GSM 1800MHz und UMTS 2100MHz
Die Versuchsvölker sollten nicht direkt am Mastfuss angesiedelt werden, sondern dort wo die Strahlenkegel erstmals Bodenberührung bekommen. Das heisst in einer der 3 Hauptstrahlrichtungen nach 200m Entfernung.
Am Standort muss die Mobilfunkstrahlung äusserst dominant sein, das heisst TV- und Radiosender dürfen nur minimsten Einfluss haben.
Die Feldstärke darf am Aufstellungsort weder abnormal hoch noch abnormal tief sein, sondern muss dem ganz normalen Mobilfunkwahnsinn entsprechen.
Nach dem Einfluss von Schnurlos-Telefonen (DECT) und WLAN Access-Points soll nicht geforscht werden, weil solche Strahlung in normalen Bienenhäusern nicht vorhanden ist.
Ziel des Versuches:
Mit einfachsten Mitteln zu klären, ob Bienenhaltung im Feld eines ganz normalen Mobilfunksenders noch möglich ist.
Wie die ersten 3 Folien zeigen, wurde westlich des Dorfes Grosshöchstetten im Kanton Bern nicht nur ein geradezu idealer Versuchsstandort gefunden, sondern auch noch 4 Imker die bereit waren dort während 12 Monaten insgesamt 12 Bienenvölker hinzustellen.
Die Vergleichsgruppe befand sich im selben Gelände, etwa 150m hinter der Krete in einem durch die Topographie abgeschirmten Gebiet mit gleicher Vegetation und auch bei den Bienenständen an den Wohnorten der 4 Imker.
Was berichtet Imker Peter Loepfe weiter:
FAZIT:
Eine Bienenhaltung ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich.
Die Versuchsbienen wurden regelmässig gepflegt, gefüttert und ordentlich eingwintert. Das heisst die Bienenstände wurden normal gegen Kälte isoliert.
Die Versuchsbienen litten weder unter Varroa-Milben noch an Faulbrut. Die einzig erklärbare Störung kam vom benachbarten Mobilfunksender.
Zurück auf den Heimständen entwickelten sich die 10 überlebenden Völker wieder prächtig.
An Besserwissern fehlte es nicht
Am unakzeptabelsten war wohl der Kommentar des staatlichen Zentrums für Bienenforschung in Bern-Liebefeld.
Besonders die Behauptung „Unsere (die eidgenössischen) Forschungsbienen gedeihen unter einer Mobilfunkantenne prächtig,“ haben die Messtechniker von Gigaherz auf den Plan gerufen.
Resultat des Besuches in Bern-Liebefeld:
Die eidgenössischen Bienen hatten in ihren Stöcken in V/m gemessen 9mal weniger und in Watt/m2 gemessen sogar 81mal weniger Strahlung zu ertragen als die Gigaherz-Bienen.
Im Trachtgebiet der eidgenössischen Bienen waren die Sektorantennen in Richtung der Bienenstände schon vor Jahren demontiert worden, nicht etwa wegen der Bienen, sondern um die Mitarbeiter des Bundesamtes für Gesundheit und der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt vor Mobilfunkstrahlung zu verschonen.
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Als fünfter und letzter Referent erzählte der hochgradig elektrosensible Uli Weiner aus seinem Leben.
Hier steht nur ein kurzer Zusammenschnitt der wichtigsten Stationen seines bisherigen Lebens. Die vollständige Biographie wird im Tagungsband erscheinen.
<<Bild: Uli Weiner konnte sich nur im Schutzanzug in Olten aufhalten. So weit sind wir also schon in der Schweiz !
Irgendwann bekam ich von meinem Vater ein neues Fahrrad geschenkt. Dies wurde genauso ausgestattet. Hinten angebracht waren die Blinker, das Rücklicht, sowie die Radio- und Funkantenne.
Funkgerät und ein Autoradio gehörten ebenso dazu, wie ein Fernseher. Das Modell eines kleinen Taschengerätes konnte bei Bedarf oben vor den integrierten Funklautsprecher gestellt werden und hatte dort auch seinen Stromanschluss. Weiter unten befanden sich ein CD-Player, damals die absolute Neuheit, und eine Funkuhr, die sich bei Betätigung des zentralen Schlüsselschalters zusammen mit allen Systemen und Anzeigen aktiviert und automatisch eingestellt hat. Auf dem eigentlichen Schaltbrett waren noch eine Strom- und Spannungsanzeige und ein Thermometer installiert – dieses diente zur Überwachung der Innentemperatur in den Plexiglaskästen. Daneben war auch noch der vom alten Fahrrad übernommene Fahrradcomputer. Unten angeschlossen, im nicht abschließbaren Bereich, befanden sich die Lautsprecher für das Radio. Der Strommehrbedarf musste durch größere Akkus und eine leistungsfähigere Solaranlage gedeckt werden. Dazu habe ich noch eine integrierte Ladeelektronik konstruiert, mit der es möglich war, das Fahrrad auch an jeder beliebigen Steckdose aufzuladen.
So ausgestattet habe ich natürlich viele Fahrten unternommen und auch viel gefunkt. So wurde ich schnell bekannt und bekam den Spitznamen „Funk-Uli“. Dementsprechend wurden meine Fähigkeiten auch bald angefragt und so begann ich schon mit 13 Jahren die Telefonanlage der Pfarrgemeinde am Ort zu erweitern und neue Nebenstellen zu installieren. Am wichtigsten war es mir immer, unabhängige Systeme zu haben. Dazu gehörte ein festes Funkgerät am Fahrrad und die Solaranlage brachte mir Unabhängigkeit vom Stromnetz.
Als die Schulzeit dem Ende zuging, war es für mich völlig selbstverständlich, eine Lehre als Kommunikationstechniker mit Fachrichtung Funktechnik zu wählen, die ich am 1. September 1993 begann. Gefunkt habe ich zu dieser Zeit recht viel, dabei war natürlich neben dem Amateurfunk auch noch der klassische CB-Funkaktuell. Auch die neuen Mobiltelefone und die immer mehr aufkommenden Handys zogen mein Interesse weiterhin an. Von meinem ersten Geld abonnierte ich Fachzeitschriften, die immer über die aktuellen Handymodelle und die jeweilige Technik berichteten.
Als ich 18 Jahre alt war, setzte ich den schon lange gehegten Gedanken, mich neben der Ausbildung selbstständig zu machen, um, und ließ mir einen Gewerbeschein ausstellen. Ich begann, zunächst am Wochenende, die ersten Mobiltelefone zu verkaufen. Dann, während der letzten Monate meiner Lehrzeit, kam eine weitere neue Technik auf den Markt: ISDN, die es ermöglichte, über eine Telefonleitung zwei Gespräche gleichzeitig zu führen und darüber hinaus auch noch drei bis zehn Rufnummern beliebigen Nebenstellen zuzuordnen. Auch war es damit möglich, das erste Mal richtig schnell in dem aufkommenden Internet zu surfen. So konnte theoretisch jedes Familienmitglied seine eigene Rufnummer erhalten und damit war es zum ersten Mal möglich, Freunde und Bekannte anzurufen, ohne dass sich zuvor deren Eltern am Telefon meldeten. Auch heute noch halte ich es für sinnvoll, größeren Kindern und vor allem Jugendlichen anstelle eines Handys ein entsprechendes Telefon mit eigener Rufnummer im Zimmer anzubieten. Freunde und Bekannte können dann direkt dort anrufen und das Handy kann mit Hilfe einer Rufumleitung auf die Festnetznummer umgeleitet und komplett ausgeschaltet werden.
Jedenfalls begann ich auch mit dem Einbau von Telefonanlagen und der dafür notwendigen Verlegung der Kabel. Das machte mir ebenso wie das Funken sehr viel Spaß und so gewann ich einen Kunden nach dem anderen dazu. Die Nachfrage wuchs, so dass ich mit bestandener Prüfung und dem Ende der Lehre gar nicht lange überlegte und voll in die Selbständigkeit ging. Nach einigen erfolgreichen Monaten beschloss ich, mir mein erstes eigenes Auto zu kaufen und dieses natürlich in der Tradition meiner Fahrräder auch entsprechend auszustatten.
Zunächst mit zwei D-Netz Telefonen und einem Faxgerät, später folgte zusätzlich noch ein analoges C-Netz mit einem Schnurlostelefon im CT1 Standard. Dies ermöglichte es mir, auch außerhalb des Autos in jedem Gebäude erreichbar zu sein.
Dies ging viele Jahre gut, bis ich eines Tages morgens ins Büro kam und merkte, dass ich mich nicht richtig konzentrieren konnte. Ich vermutete die Ursache in einer Erkältung oder Schlafmangel. Am nächsten Tag war wieder alles normal. Darüber nachzudenken begann ich erst, als ich häufiger Schwierigkeiten bekam und sich Konzentrationsprobleme mit absoluter Leistungsfähigkeit abwechselten. Wie viele Wochen, beziehungsweise Monate, dieser Zustand anhielt, weiß ich nicht mehr genau, jedenfalls habe ich niemals in Erwägung gezogen, dass es vielleicht einen Zusammenhang mit meinem zunehmenden Handygebrauch gab. Doch plötzlich ahnte ich, dass mein Befinden damit zusammenhängen könnte, ob ich im Auto mit dem Handy telefonierte oder nicht. Zu betonen ist, dass ich immer über eine Freisprecheinrichtung mit der dazugehörigen Antenne oder über eines meiner Autotelefone, die ebenfalls eine externe Antenne hatten, telefonierte und sehr selten direkt mit dem Handy am Kopf. Auch wenn ich es damals gerne als Panikmache belächelte, dass die Strahlung, die von Handys ausgeht, gefährlich sein soll, wusste ich, dass es besser ist, so wenig wie möglich mit dem Handy am Kopf zu telefonieren.
In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass ein Berufsschullehrer uns schon während meiner Ausbildung mit den Worten: „… passt mit der digitalen Funktechnik auf, es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass dies ungefährlich ist…“ auf deren Risiko hingewiesen hatte.
Ich verbannte mein digitales D-Netz Handy aus dem Auto und ersetzte es durch ein analoges C-Netz Autotelefon. Zu meinem Erstaunen konnte ich wieder ohne Konzentrationsstörungen mobil telefonieren. Zu meinem Pech wurde am 31.12.2000 das analoge C-Netz abgeschaltet und so konnte ich nur noch wenige Monate an der mobilen Kommunikation teilnehmen. Nachdem die Kunden ins D1-Netz wechseln mussten, war damit für mich das mobile Telefonieren endgültig vorbei. Um ohne Mobiltelefon möglichst effektiv geschäftlich weiterarbeiten zu können, musste ich die Kommunikationsstruktur innerhalb der Firma und natürlich zu den Kunden verändern. Als damals sehr neues und erst so langsam aufkommendes Medium stellte das Internet eine gute Alternative dar. Darüber hinaus hatte ich einen sehr guten Sekretär, der die Anrufe der Kunden entgegennahm, vieles selbst erledigte und nur die wichtigsten Anliegen per Piepser an mich übermittelte.
Die Rückrufe von unterwegs erledigte ich meist in Telefonzellen oder vom jeweiligen Kunden und interne Besprechungen per Telefonkonferenz vom Hotel aus. So kam ich recht gut klar, aber bald schon machte mir das Handy-Telefonieren der Menschen in meiner Nähe zu schaffen. Zunächst konnte ich mich mit ein paar Schritten distanzieren. Doch durch die steigende Anzahl der Handys und der Sender musste ich immer weiter auf Abstand gehen. Diese Entwicklung gipfelte in einem massiven Zusammenbruch im Herbst 2001, als ich während einer Tagung in einem belebten Münchner Hotel plötzlich Seh- und Herzrhythmusstörungen bekam. Später in der Arztrechnung lautete der Befund: „Herz-Kreislauf-Deregulation mit Zusammenbruch des körpereigenen Abwehrsystems in Folge eines Tagungsaufenthaltes.“
Einzige Chance war, mein Auto durch ein Wohnmobil zu ersetzen, um damit, zumindest bei Nacht, in den immer weniger werdenden Funklöchern meinem Körper die höchst mögliche Erholung zu gestatten. Ich entschied mich letztendlich dann doch für einen Wohnwagen, da bei diesem die Möglichkeit bestand, ihn abzuhängen und mit dem Auto alleine zum Kunden zu fahren. Der Wohnwagen war aus technischer Sicht natürlich die Vollendung all der Erfahrungen, die ich von meinen ersten Versuchen mit Strom und Elektronik, über den Fahrradbau bis hin zu den Autos gewonnen hatte. Zunächst galt es alles so auszustatten, um möglichst ohne Campingplatz und unabhängig von der Jahreszeit auskommen zu können. Der Wohnwagen verfügt über eine eigene Stromversorgung, Zentralheizung, fließend Warm- und Kaltwasser mit Dusche, Küche. Zu der Zeit war mir natürlich noch nicht klar, wie wichtig das nur kurze Zeit später für mich sein würde. Der Wohnwagen war zunächst als Übergangslösung gedacht, stellte sich aber schnell als sehr praxistauglich auch für die Dauer heraus.
Das Jahr 2004 war entsprechend von vielen Zusammenbrüchen und einem Leben in totaler Isolation geprägt. Ein Aufenthalt ist seither nur noch in Funklöchern möglich. Auch wurde das Autofahren ab Mitte des Jahres für mich fast unmöglich. Die zunehmend hohe Belastung durch den ständigen Ausbau der Mobilfunknetze, vor allem aber der UMTS-Sender entlang der Autobahnen, macht es mir unmöglich, für längere Zeit am Steuer eines Autos zu sitzen. Spezialabschirmfolien ursprünglich für Funk- und Radarfahrzeuge der Bundeswehr entwickelt, wurden im hinteren Bereich meines Fahrzeuges angebracht. Zwei mit Silberfäden durchwirkte Baldachine, die aufgehängt sind, damit ich hineinschlüpfen kann, verhelfen mir, mich von Freunden über längere Strecken fahren zu lassen.
Für den Aufenthalt außerhalb des Autos habe ich noch einen Strahlenschutzanzug, der ebenfalls aus silberdurchwirktem Abschirmgewebe besteht. Dieser ermöglicht aber keinen 100-prozentigen Schutz, so dass ich dadurch lediglich meine Zeit außerhalb des Funkloches etwas verlängern kann, aber mich trotzdem nach jedem Aufenthalt in den Strahlungsgebieten ein bis zwei Tage ausruhen muss.
Es liegt mir sehr am Herzen, der Öffentlichkeit zu berichten, wie ge-fährlich die heute eingesetzte Handytechnik wirklich ist. Soweit es mir möglich ist und es mein körperlicher Zustand zulässt, halte ich auch von Zeit zu Zeit Vorträge über das Thema. Den besonderen Schwerpunkt sehe ich dabei in den Schulen, da die Kinder und Jugendlichen mehr als 60 Prozent des Umsatzes der Mobilfunkindustrie ausmachen und damit zu ihrer größten Kundengruppe gehören. Darüber hinaus ist diese Altersgruppe auch von den gesundheitlichen Auswirkungen her am meisten gefährdet. Das zeigt nicht zuletzt meine eigene Geschichte.
Bei der so genannten „Elektrosensibilität“ handelt es sich um eine Empfindlichkeit für elektrische Felder und Strahlung, die bei jedem entstehen und zunehmen kann und außerdem noch ärztlich anerkannt ist3. Dies wird immer mehr Menschen treffen, da die Strahlungsdichte und vor allem die Techniken, die mit Dauersendern arbeiten (z.B. GSM, UMTS, DECT, W-LAN, WIMAX, DVB-T, Tetra, UKW Ra-dio) immer mehr zunehmen. Ein Arzt sagte einmal: „Herr Weiner, sie können froh sein, dass ihr Körper empfindlich auf die Strahlung reagiert. Hätten sie weiterhin so häufig mit dem Handy telefoniert, wären sie heute nicht mehr am Leben.“ Damit hat er die Situation unmissverständlich auf den Punkt gebracht. Jedes biologische System (Mensch, Tier oder Pflanze) reagiert auf Funkwellen, auch wenn (beispielsweise der Mensch) es dies nicht sofort und bewusst wahrnimmt. Ich musste lernen, mit dieser Einschränkung zu leben. Leider habe ich bis jetzt noch kein „Funkloch fürs Leben“ gefunden, wohin ich mich dauerhaft zurückziehen kann. Der Erhalt von Funklöchern muss gesetzlich geschützt werden, damit Menschen wie ich eine Chance bekommen, mit Familie dauerhaft an einem Ort zu wohnen.
Fortsetzung folgt