Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/15513

<h2>SubmittedText<h2><p>Wir haben rund 200 000 Arbeitslose.</p><p>Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass es bei dieser Anzahl Arbeitsloser wenig Sinn macht, weiterhin jährlich 60 000 Saisonnierbewilligungen auszustellen?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, im Sinne von Artikel 16 Avig die Zumutbarkeit verstärkt zu gewichten?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, den regionalen Vermittlungszentren in geeigneter Form klarzumachen, dass die Zumutbarkeit restriktiver umgesetzt wird und vor allem die ledigen Arbeitslosen anzuhalten sind, auch weniger attraktive Saisonstellen anzunehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat in den vergangenen Jahren die Höchstzahl für Saisonnierbewilligungen kontinuierlich von 163 000 (1991) auf 113 000 (1997) gesenkt. Es wird auch für das kommende Jahr eine weitere Reduktion geprüft. Aufgrund aller Erfahrungen und Erkenntnisse im Inland als auch im benachbarten Ausland muss indessen davon ausgegangen werden, dass trotz aller Bemühungen der Arbeitsvermittlung auf ausländische Saisonniers und Kurzaufenthalter nicht verzichtet werden kann. Bei der Festlegung des Kontingents wird der Bundesrat die Problematik gebührend berücksichtigen.</p><p>Die Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes brachte auch eine strengere Regelung der Zumutbarkeit. Diese Regeln müssen in den RAV von den Personalberatern jetzt durchgesetzt werden. Auch Saison- und Teilzeitstellen sowie zeitlich befristete Stellen sind zumutbar und daher zu vermitteln.</p><p>Ein wichtiger Schritt stellt schliesslich auch die Änderung der Zuständigkeitsordnung für die Überprüfung der Arbeitsbemühungen dar: Ab 1998 sind dafür die RAV zuständig und nicht mehr die Arbeitslosenkassen. Mit dieser neuen Regelung wird es möglich sein, die Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ noch besser zu beurteilen, sind doch die Fähigkeiten der Stellensuchenden den Personalberatern dank den Beratungsgesprächen bekannt.</p>  Antwort des Bundesrates.