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Der Obere Schinawaal
wird auf etwa 560 Metern am Schnalsbach kurz vor der Mündung in die Etsch gefasst. Seine Länge beträgt 7 Kilometer. Er verläuft am Fusse des Naturnser Sonnenberges nach Kompatsch, oberhalb von Naturns zum kleinen Murkegel des Lahnbaches und endete bei der Höfegruppe Fallohr auf 523 Metern. In den 1950er Jahren wurde die Fassung durch ein Pumpwerk beim Kraftwerk an der Schnalstalmündung ersetzt, später wurde der Waal dann auch ganz aufgelassen und durch eine Rohrleitung ersetzt.
Der Untere Schinawaal
wurde auch an der Schnalstalmündung gefasst und führte etwas tiefer als der Obere Schinawaal entlang der Vinschgauer Strasse nach Lahnbach. Der Waal scheint ziemlich alt zu sein und auf Veranlassung der Kartäusermönche in Schnals gebaut worden zu sein, er ist aber schon längere Zeit in Rohre gefasst.
Der Naturnser Schnalswaal
wurde ursprünglich in Altrateis am Schnalsbach auf 850 Metern Höhe gefasst. Seine ursprüngliche Länge betrug 9 Kilometer. Zuerst verlief er als Kanal in den steilen Waldhängen, später in den senkrechten Felspartien am Ausgang des Schnalstales wurden Hozrinnen im Fels befestigt. Er erreichte dann eine Felskanzel, die früher Frauenknott und heute Wallburg heisst. Danach querte der Waal die steilen Waldhänge, die mit Fels durchzogen sind, nach Osten bis zum Fallohrhof, wo er auf 526 Metern endete. Der Waal wurde zwischen 1830 und 1833 gebaut, die Arbeit in den Felswänden war sehr gefährlich. 1912 wurde ein Kraftwerk im unteren Schnalstal gebaut, die Fassung war am selben Ort wie die Waalfassung in Altrateis. Ein 4.5 Km langer Druckstollen wurde in den Fels gesprengt. Der Zuführstollen endet oberhalb der Wallburg, ab hier führt die Druckleitung zum Maschinenhaus
an der Vinschgauer Strasse. Weitere Details
. In diesem Zusammenhang wurde der gefährliche Abschnitt, der schwierig zu unterhalten war, aufgelassen und Wasser aus dem Druckstollen in den Waal abgezweigt. Die alten Trockenmauern in den Felsen sind aber immer noch vom Schluss Juval aus zu sehen. 1965 wurde ein Teil der verbleibenden Waalstrecke durch ein Rohr ersetzt, das teilweise noch im Waalbett verläuft. Noch weiter östlich fliesst der Waal aber noch offen. Auf dem sogenannten Wallburgweg wandert man entlang eines Teiles des Naturnser Schnalswaales und kann die Reste der Steinmauern und des Kanals verfolgen.
Der Gingglwaal oder Dickerwaal
wurde auf 2150 Metern im Quellgebiet des Perflbaches gefasst. Er führte durch die steilen Waldhänge des Fuchsberges bis zu den Höfen Lint, Patleid, Unterstell und Höfl. Die Hälfte des Waales bestand aus Holzkandln, weil er zu Teil sehr steiles Felsgelände durchqueren musste. Er führte am Dickhof, an der Dicker Alm und an der oberen Mairalm vorbei. Hier teilte er sich und ein 1.5 Kilometer langer Seitenast führte durch den Wald hinab zum Hühnerspielhof und zum Wandhof. Der Waal hat eine Gesamtlänge von 5.5 Kilometern und wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Er war schwierig zu unterhalten und der Wasserverlust war sehr gross. Deshalb wurde er 1974 aufgelassen und durch eine Druckrohrleitung ersetzt. Man findet unterwegs aber immer noch Reste der alten Holzkandln.
Empfohlene Wanderungen um Naturns:
Die Wanderung bei sentres.com
, von Naturns über Grub nach Unterstell, (pdf
).
Die Wanderung bei sentres.com
, Höferunde am Naturnser Sonnenberg (pdf
).
Die Wanderung bei sentres.com
, Begehung des Naturnser Schnalswaales (Wallburgweg) (pdf
).
Quelle: Südtiroler Waalwege 40 schöne Wanderungen von Hanspaul Menara ISBN 978-88-8266-829-7