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Das musst du wissen
- Die Ozonschicht ist weiterhin durch FCKW bedroht, obwohl die Umweltgifte offiziell verboten sind.
- Grund: In China nutzen Fabriken weiterhin das schädliche Tricholfluormethan CFC-11.
- Es dient zur Herstellung von Produkten für den Bausektor, die auch exportiert werden, zum Beispiel in die USA.
Die Ozonschicht ist weiterhin durch FCKW bedroht. Und das obwohl diese Stoffe, die früher zum Beispiel in Haarspray enthalten waren, seit 2010 auf der ganzen Welt verboten sind. Schon im Mai dieses Jahres berichteten Wissenschaftler aus den USA, dass die Konzentration von Trichlorfluormethan in der Atmosphäre weit weniger schnell sinkt als vorhergesagt. Sie vermuteten eine illegale Quelle dieser Umweltgifte in Ostasien.
Nun ist die Environmental Investigation Agency (EIA), eine Nicht-Regierungsorganisation, diesem Vorwurf nachgegangen und hat dabei Erschreckendes zutage gefördert: In China nutzen Fabriken das Trichlorfluormethan CFC-11 im grossen Stil bei der Herstellung von Polyurethan-Schaum. Solcher Schaum kommt zum Beispiel als Spray zur Versiegelung oder als Matte bei der Isolierung von Gebäuden zum Einsatz.
Die EIA besuchte 21 Produktionsstätten. In ganzen 18 davon gaben die Verantwortlichen zu, Trichlorfluormethan einzusetzen. Dass dies illegal ist, war den Fabrikanten zwar klar. Trotzdem, sagten sie gegenüber der Umweltorganisation, würde die PU-Schaum-Industrie in China mehrheitlich CFC-11 benutzen, denn es sei besser und billiger als die alternativen umweltfreundlichen Produkte. Insgesamt gibt es in China an die 3500 Polyurethan-Produzenten.
Ein grosser Teil der mit CFC-11 hergestellten Produkte wird für den Bauboom in China benötigt, aber einiges werde auch exportiert, so die EIA. Zwischen 2012 und 2016 waren es 128’000 Tonnen Polyurethan. Die Hauptimportländer liegen in Asien und dem Mittleren Osten, aber auch die USA und die Türkei werden beliefert.
Die chinesische Regierung weiss von den Enthüllungen und inspiziert erste Fabriken. Noch diese Woche will eine Arbeitsgruppe des Montreal-Protokolls, welches für das FCKW-Produktionsverbot verantwortlich ist, in Wien zusammenkommen und weitere Schritte beraten.