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Der Radiosender SRF 2 apostrophiert sich gerne als das «Kultur-Radio» der Deutschschweiz. Heisst das, dass der Partner SRF 1 eher zu einer volkstümlichen Kategorie gehört, wo man Kultur weniger hoch zu gewichten braucht? In sprachlicher Hinsicht könnte man zeitweise den gegenteiligen Eindruck bekommen.
Am Montag wurde zum Beispiel in der politischen Tagesaktualität korrekt vom Ausgang der «Freiburger Ständeratswahlen» berichtet, während SRF 2 den (Deutschfreiburger) Fotografen Michel Roggo als «Fryburger» aus «Fribourg» bezeichnete. Die Redaktion von SRF 2 scheint immer noch eine antiquierte Richtlinie hochzuhalten, wonach das immerhin zweisprachige Freiburg in der Schweiz in der deutschen Rede als «Fribourg» zu bezeichnen sei, selbst in einem eindeutig schweizerischen Kontext. Könnte ein Kultursender da wohl auch in der sprachlichen Kompetenz noch etwas zulegen?
Jean-Pierre Anderegg, Freiburg