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1962 endete nach acht Jahren der blutige franko-algerische Krieg mit der Unabhängigkeit Algeriens von der einstigen Kolonialmacht Frankreich. Die Schweiz hatte einen entscheidenden Beitrag zum friedvollen Ende des Konflikts - der Unterzeichnung des Waffenstillstandvertrags vor fünfzig Jahren, am 18. März 1962 in Evian - geleistet. Seit den Anfängen des Algerienkriegs waren Schweizerinnen und Schweizer involviert gewesen: Journalisten, Aktivistinnen und Verleger waren besonders aktiv, wenn es etwa darum ging, über die Situation im Kriegsgebiet zu informieren, den algerischen Flüchtlingen oder französischen Deserteuren zu helfen.
Bitte um Schweizer Vermittlung
Nachdem 1960 die Waffenstillstandsverhandlungen auf französischem Boden gescheitert waren, baten Frankreich und Algerien um die Vermittlungsdienste der Schweiz. Bundesrat Max Petitpierre, Vorsteher des Politischen Departements (heute EDA) erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, die im Einklang mit der von ihm propagierten «aktiven Neutralitätspolitik» war.
«Wahrung einer lückenlosen Diskretion»
1961 und 1962 organisierte der Schweizer Diplomat Olivier Long an verschiedenen Orten in der Schweiz und in Frankreich Geheimverhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Während den offiziellen Verhandlungsrunden in Evian war die algerische Delegation in der Nähe von Genf, später in Signal de Bougy (VD) untergebracht, und die Schweizer Behörden waren für ihre Sicherheit, den Transport an den Konferenzort sowie die «Wahrung einer lückenlosen Diskretion» besorgt.
Prestigegewinn für die «aktive Neutralität»
Diese Vermittlerrolle Berns wurde von Paris und Algier ausdrücklich gelobt. «Neben dem direkten Nutzen unserer guten Dienste für den Waffenstillstand in Algerien war besonders auch die Gelegenheit willkommen, in einem Zeitpunkt, in dem die schweizerische Neutralität gewissen Anfechtungen ausgesetzt ist, den Wert dieser Neutralität aktiv unter Beweis zu stellen», resümierte der spätere EDA-Staatssekretär Raymond Probst 1962: «Die von uns gespielte Rolle ist in der Weltöffentlichkeit vermerkt worden […] und hat uns einen beachtlichen Prestigegewinn gebracht.» (dodis.ch/10397)
Dokumente zu Evian
Zum Abkommen von Evian können Sie z. B. folgende Dokumente im PDF-Format herunterladen: