Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03378.jsonl.gz/1496

Dienstag, 14.07.2009 / 15:46
"Hallo Kunde, ich bin Microsoft-Partner. Mein Landegebiet ist Standard"
Alles klar? Microsoft hat sein geplantes, neues Partnermodell nun offiziell vorgestellt. Partner haben zum Glück noch 18 Monate Zeit zur Vorbereitung.
Wie schon im Vorfeld der globalen Partnerkonferenz von Microsoft in New Orleans an die Öffentlichkeit gedrungen
ist, werden sich Microsofts Channelpartner in Zukunft von den altbekannten Bezeichnungen "Gold", "Certified" und "Registered" verabschieden und sich an neue Ausdrücke gewöhnen müssen.
Eigentlich sollen die neuen Partnerlabels für mehr Klarheit bei den Kunden über die Kompetenzstufe eines Partners sorgen. Ob allerdings die Verbrämung des Ausdrucks "Partnerstufen" ("Tiers") durch den neuen Ausdruck "Landing Areas", beziehungsweise die neuen "Landegebiete" "Advanced", "Standard", "Subscriber" sowie "Communities" und "QuickStarts" für mehr Durchblick sorgen? Jedenfalls bleiben den Partnern noch rund 18 Monate Zeit, um sich auf den Wechsel vorzubereiten. Dazu wird auch die Entscheidung gehören, für welche der neuen Microsoft'schen "Kompetenzen" man sich zertifizieren lassen will. Aus bisher 17 Kompetenzen mit 46 Unterspezialisierung sollen 30 Kompetenzen werden. Dazu werden auch Spezialisierungen gehören, die bisher nicht unter dem übergreifenden Kompetenzsystem liefen, beispielsweise der "Small Business Specialist". Der Übergang vom bisherigen Partnerprogramm zum neuen "Microsoft Partner Network" wird im Laufe des Jahres 2011 stattfinden.
In den uns zugänglichen Pressunterlagen und im Transkript der gestrigen Keynote von Allison Watson (Foto) am Partnerkongress fehlen allerdings diese Bezeichnungen (Mehr dazu weiter unten) komplett. Microsofts oberste Channelbetreuerin konzentrierte sich stattdessen auf das, was den Partnern wohl unmittelbar mehr am Herzen liegt, das kommende Jahr mit seinen vielen Produktelaunches und der letzten Rezertifizierung als Goldpartner sowie die eigentlichen Inhalte des kommenden Partnerprogramms, von denen einige schon vorher eingeführt werden.
Neue Produkte und Online-Software
Kurzfristig, so Watson, müssen sich Partner zum Beipsiel darüber im Klaren sein, dass schon für die Neuzertifizierung als Gold-Partner 2010 in den 12 Monaten davor eine Kundenzufriedenheitsstudie absolviert werden muss. (Dies wird später auch Grundvoraussetzung für "Advanced"-Partner sein).
Auch nächstes Jahr sollen Microsoft-Partner noch die bisherigen Logos für "Gold certified" und "Certified" verwenden. Die neuen Logos werden 2011 eingeführt, wenn auch die Zertifizierungen für die neuen Kompetenzen und die neuen Partnerstufen fällig werden.
Inhaltlich werde das Microsoft Partner Network drei Säulen haben, so Watson. Bei der ersten Säule geht es um die Erlangung der notwendigen Fähigkeiten für die verschiedenen Kompetenzen, insbesondere auch in Bezug auf die kommenden wichtigen Kernprodukte Windows 7, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2008
Hyper-V und System Center Virtual Machine Manager. Dafür wird beispielsweise das "Partner Learning Center" neu überarbeitet.
Zu den Fähigkeiten, die Microsoft-Partner in den nächsten 18 Monaten speziell entwickeln sollen, gehört auch der Umgang mit dem immer umfangreicher werdenden Online-Angebot, beziehungsweise der "Software-plus-Services"-Strategie von Microsoft. Ein "Profitability Modeler" soll es ihnen beispielsweise ermöglichen, die Auswirkungen von Initiiativen in Bereichen wie Mobility, Hosting oder SaaS auf ihren Profit abzuschätzen.
Die zweite Säule sind die Kunden. Microsoft will Partnern eine Vielzahl von neuen Tools und zusätzliche Marketingunterstüzung geben, um an Kunden zu kommen. Dazu gehören beispielsweise Ressourcen für Online-Marketing oder "Microsoft Pinpoint", das Kunden helfen soll, passende Partner zu finden. Die dritte Säule sind "Connections". Microsoft will, dem Web 2.0-Gedanken folgend, Online-Plattformen, -Communities und andere Aktivitäten fördern, um Partner untereinander und mit Microsoft selber stärker zu vernetzen. Partner sollen so Ideen austauschen und sich gegenseitig helfen können und im Microsoft-Netzwerk garantiert Hilfe bei Fragen zu Software-, Entwicklungs- oder Pre-Sales-Porblemen erhalten, entweder von Microsoft sebst oder den Kollegen.
Vom Eliteclub bis zum JeKaMI-Partner
Wie die Microsoft-Partnermanagerin Julie Bennani gemäss Berichten der US-Channelpresse im Vorfeld des Kongresses erklärte, wird die neue höchste Partnerstufe "Advanced" die Stufe "Gold" ersetzen. Die Hürde, um die Advanced-Stufe zu erreichen, soll wesentlich höher und der Kreis der Advanced-Partner damit wesentlich exklusiver sein als der Kreis der Goldpartner, von denen es weltweit tausende gibt. Gleichzeitig sollen Advanced-Partner auch mehr Unterstützung von Microsoft erhalten, als Gold-Partner bisher, zum Beispiel beim Partner-Account-Management, der Leadvermittlung usw. Eine wichtige Voraussetzung, um 2011 im Kreis der Advanced-Partner landen zu können, wird die erfolgreiche Absolvierung von Kundenzufriedenheitsstudien sein.
"Standard" wird die Bezeichnung für die grosse Masse der Microsoft-Partner sein, welche die Zertifizierung für mindestens eine der ebenfalls neu eingeteilten Microsoft-Kompetenzen schaffen. Auf dieser Stufe, so Bennani, beginne das eigentliche Branding als Microsoft-Partner und die Unterstützung bei der Suche nach und der Ausnützung von Marktgelegenheiten.
Die neue Stufe "Subscriber" soll einen grossen Teil der bisherigen "Registered"-Partners umfassen. Zusätzlich wird es neue Partner-"Areale" mit noch rudimentäreren Anforderungen geben, "Communities" und "QuickStarts", welche die Zahl der offiziellen Microsoft-Partner von heute weltweit etwa 640'000 auf über eine Million hochtreiben sollen. Um diese "Ich steck mal einen Zeh in den Teich"-Stufen zu erreichen, so Bennani, werden Angaben über Firmenname, Name und Jobbezeichnung genügen. (Hans Jörg Maron).