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Ausgangslage
Der Mitteldorfkreisel in Bottmingen BL verbindet Basel mit dem südlichen Leimental und liegt auf der Zubringerachse zur Autobahn H18 (via Bruderholzstrasse, Anschluss Muttenz-Süd). In unmittelbarer Nähe befinden sich die Tramhaltestelle der Linien 10 und 17 sowie eine Wendeschlaufe für Buslinien der BLT und BVB. In rund 50 Meter Entfernung des Kreisels befindet sich die durch eine Lichtsignalanlage gesicherte Tramquerung.
Kurzum: Sowohl morgens wie auch abends fährt ein Grossteil des Verkehrs aus dem oder ins Leimental über den Mitteldorfkreisel. Die Zufahrten aus der Bruderholz- und Baslerstrasse sind in den abendlichen Spitzenstunden regelmässig überlastet (Wartezeiten von mehreren Minuten), während es bei den beiden anderen Zufahrten (Schlossgasse, Therwilerstrasse) praktisch keine Wartezeit gibt. Häufig blockiert zudem der Rückstau aufgrund der LSA-geregelten Tramquerung den Kreiselverkehr.
Vorgehen
Rapp hat untersucht, ob der Verkehrsfluss durch eine Regelung einer oder mehrerer Zufahrten oder durch eine andere Organisation der jeweils zweistreifigen Zufahrten insgesamt verbessert werden kann. Ziel war es insbesondere, die Durchfahrtszeiten der Linienbusse zu minimieren, welche vor allem bedingt durch einen langen Rückstau in der Bruderholzstrasse Fahrzeitverluste einfahren.
Aufgrund des komplexen Layouts mit der benachbarten LSA bei der Tramquerung und der nicht möglichen Analyse von veränderten Spurzuordnungen auf den Kreiselzufahrten war eine Beurteilung durch statische Methoden nicht möglich.
Mithilfe der Verkehrssimulationssoftware VISSIM wurde das Verkehrsverhalten im Kreisel unter Betrachtung verschiedener Betriebszustände modelliert. Nach den ersten Durchläufen zeigte sich, dass sich bei einer Regelung der Zufahrten eine Verbesserung aus der Bruderholzstrasse (Autobahnzubringer, Buslinie) nur zu Lasten des Verkehrsflusses auf der Therwilerstrasse erreichen lässt.
Als weitere Möglichkeit wurde in Betracht gezogen, die zweispurigen Zufahrten nicht mit dem in der Schweiz üblichen System «rechte Spur gleich rechts/geradeaus» und «linke Spur gleich links» zu markieren, sondern die Geradeausfahrer ebenfalls über die linke Spur zu führen. Die rechte Spur ausschliesslich für die Rechtsabbieger zu nutzen wird auch als «unechter Bypass» bezeichnet. Unecht deshalb, weil die Fahrzeuge im Gegensatz zu einem echten Bypass in die Kreiselfahrbahn einfahren müssen und nach der Verzweigung keinen eigenen Fahrstreifen zur Verfügung haben. Eine solche Kreiselführung ist vor allem in Deutschland bekannt.
Resultat
Verschiedenste Varianten und Steuerungslogiken wurden simuliert und auf ihre verkehrlichen Auswirkungen geprüft. Dank dem Modell konnten auch nachträgliche Optimierungen einfach implementiert und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit beurteilt werden. Als Folge des Projekts wird auf der Zufahrt der Therwilerstrasse ein unechter Bypass markiert.