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Das nukleare Start-Up Newcleo mit Hauptsitz in London entwickelt einen LFR der Generation IV, der auch Bestandteile radioaktiver Abfälle als Brennstoff verwenden soll. In Italien kann das Unternehmen, das dort mit Forschungszentren verwurzelt ist, aufgrund eines Verbots keine Kernreaktoren erstellen und weicht deshalb auf Frankreich und Grossbritannien aus. Newcleo baut für seinen LFR derzeit globale Produktionskapazitäten durch einen Mix aus europäischen Zulieferern, wichtigen Partnerschaften und Akquisitionen auf – will also Schlüsselkomponenten selbst herstellen.
Am 7. August gab Newcleo die Übernahme der Rütschi-Gruppe voraussichtlich für das dritte Quartal 2023 bekannt. «Die Rütschi-Gruppe mit ihren fast 70 Mitarbeitenden bringt bei Newcleo herausragende Fähigkeiten im Bereich der Nukleartechnik und -fertigung ein, um die Entwicklung des innovativen LFR zu beschleunigen», schrieb Newcleo. «Mit der kürzlich erfolgten Aufnahme der Kernenergie in die Grüne Taxonomie der EU hat Rütschi eine grosse Chance, auf der Welle der Investitionen in neue Technologien mitzureiten», gab Rütschi bekannt.
Die Rütschi-Gruppe ist in der Schweiz und Frankreich aktiv
Die im schweizerischen Brugg ansässige Rütschi-Gruppe (YouTube-Video) liefert Originalpumpen für neue kommerzielle Reaktoren; Ersatzteile, Ersatzpumpen und Dienstleistungen für bestehende Kernkraftwerke und kundenspezifische Produkte für Kernkraftwerke, Forschungszentren und Marineanwendungen. Im Fokus stehen Reaktorkühlmittelpumpen für kleine Reaktoren und Hilfspumpen für grosse Reaktoren. Die Gruppe besteht aus den Unternehmen Pompes Rütschi SAS sowie Rütschi Fluid AG und gehört derzeit der italienischen Gruppo Aturia, die wiederum Teil der indischen WPIL-Gruppe ist. Produktionsanlagen gibt es im schweizerischen Möhlin und – besonders wichtig für Newcleo – im französischen Mülhausen.
Die Pläne von Newcleo
Laut Zeitplan will Newcleo unter anderem 2026 seine Flüssigmetalltechnologie im italienischen ENEA-Forschungszentrum Brasimone an einem elektrisch geheizten Prototyp testen. Um 2030 herum folgt dann in Frankreich der Bau des 30-MWe-Demonstrationsreaktors AS-30 und 2032 der Bau der ersten kommerziellen 200-MWe-Anlage AS-200 in Grossbritannien. Anfang 2023 hat Newcleo den Zulassungsantrag für das britische Generic Design Assessment (GDA) gestellt, eine freiwillige Vorlizenzierung der Reaktorauslegung. 2022 konnte Newcleo eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von EUR 300 Mio. abschliessen und gab Pläne zur Herstellung einer Pilotanlage für Mischoxidbrennstoffe (MOX) in Frankreich bekannt. Im März 2023 startete Newcleo mit der Eigenkapitalbeschaffung von bis zu EUR 1. Mrd.
Quelle
B.G. nach Newcleo, Medienmitteilungen, 3. August 2022 sowie 20. März und 7. August 2023