Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03555.jsonl.gz/971

Bei der Seifensiederei handelt es sich um eine uralte, leider in Vergessenheit geratene Technik, die von uns Menschen über Jahrtausende hinweg perfektioniert wurde. Das erste überlieferte Rezept stammt aus der Zeit um 2500 v. Chr.. Damals wurde Seife aus Tierfetten und Asche von Sumerer, Kelten und Römern hergestellt und als Medizin gegen Hautkrankheiten verwendet.
Die Araber brachten im 8. Jahrhundert neben ihrer Religion auch viel Wissen über die Seifensiederei nach Europa, besonders in den Mittelmeerraum.
Erst Nikolas Leblanc ebnete 1790 den Weg zur modernen Seifen-Massenproduktion, indem er ein chemisches Verfahren zur Herstellung einer starken Lauge erfand. Er stellte Soda her, konnte damit die Pottasche ersetzen und so im grossen Stil Seife herstellen.
Die heutige Naturseife ist ein organisches Produkt, aus Pflanzen- oder Tierfetten, Ölen und Laugen. Die Fette und Öle werden mit der Lauge verseift. Es wird Glyzerin freigesetzt, das für den Feuchtigkeitshaushalt unserer Haut eine Rolle spielt.
Natürlich können auch weitere pflegende Rohstoffe der Seife beigefügt werden. Zum Beispiel: Tee, Pflanzen, Honig, Milch, Gemüsebrei oder –säfte, Kaffee, Bier, ect. ect. Auch Peelingzusätze wie getrocknete Kräuter, Kaffeepulver, Meersalz ect. können beigemengt werden. So werden heute pflegende Naturseifen hergestellt.
Der ph-Wert einer Naturseife liegt bei 8-9. In der Verbindung mit Wasser sinkt dieser Wert auf ca. 5,5. Bei einem solchen Wert können sich, entgegen der landläufigen Meinung, keine Bakterien, Keime und Viren ansetzen. Sie sollten die Seife nicht im Wasser liegen lassen, denn im Wasser vermehren sich Bakterien.
Industriell gefertigte Seifen werden aus synthetischen Fetten (Abbauprodukte von Erdöl) hergestellt. Indem man ihnen einen Teil des Glyzerins entzieht, erhält man einen neutralen ph-Wert. Die pflegenden und positiven Eigenschaften der Seife gehen dadurch leider verloren.