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Vielleicht sollten wir alle hier einmal versuchen ein paar methodische Mängel festzustellen, und die Charité um eine Stellungnahme bitten.
Für die Entstehung von Oxidativem Stress im Körper sind auch noch andere Parameter verantwortlichen und man kann es sicher nicht nur auf die hier erwähnten TAA Liganden beschränken.
Hier z.B. eine Dissertation was wie umfassend das Thema ist und viele Faktoren eine Rolle spielen.
Weitere Mängeln an der Untersuchung sehe ich darin:
1. die Patienten waren alle noch relativ jung........wie würde es bei älteren Menschen aussehen, bei längerer Liegezeit der Amalgamfüllungen?
2. Wurde die Anzahl der Amalgamfüllungen berücksichtigt?
Fallen euch weitere Mängel auf?
www.zm-online.de/m2a.htm?
Erhöhter Hg-Gehalt im Blutplasma bei Patienten mit Amalgamfüllungen
Im Blutplasma bei Patienten mit Amalgamfüllungen wurden erhöhte Quecksilberkonzentrationen gemessen. Dies führt allerdings nicht zu einer Steigerung der gesamtantioxidativen Aktivität des Organismus.
Seit über 150 Jahren finden Amalgamfüllungen Verwendung in der Zahnmedizin. Obwohl dieses Füllungsmaterial aus allgemeingesundheitlicher Sicht nicht bedenklich ist, verliert das Amalgam zunehmend an Ansehen, nicht zuletzt wegen dessen Quecksilbergehalt. Dentales Amalgam enthält ungefähr 50 Prozent Quecksilber und andere Metalle wie Silber, Kupfer und Zinn. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Amalgambestandteile - vor allem das Quecksilber - auch im Blutplasma zu finden sind. Die Aufnahme von Quecksilber kann auf unterschiedliche Weise vonstatten gehen: durch Verschlucken, wobei nur kleine Mengen des Amalgams im Gastrointestinaltrakt absorbiert werden, und beim Aspirieren durch das respiratorische System, wobei rund 80 Prozent des Quecksilbers ins Blut übergehen und mit dem Blutstrom zu unterschiedlichen Geweben transportiert werden können. Dabei verbindet sich das Quecksilber mit den Thiolgruppen der Plasmaproteine. Dies führt zur Bildung von sogenannten reaktiven Sauerstoffderivaten (ROS), die eine Schädigung der Membranlipide und der Membranproteine sowie eine DNA-Fragmentation verursachen können. Den wichtigsten Schutzmechanismus gegen die reaktiven Sauerstoffderivate stellt das antioxidative Abwehrsystem des Organismus dar. Dieses System besteht aus unterschiedlichen Enzymen, deren Wirkung als gesamt-antioxidative Aktivität (TAA) bezeichnet wird. Die TAA kann somit als Indikator für die im Plasma vorhandenen ROS betrachtet werden. In der vorliegenden Studie wurde der Effekt von Amalgamrestaurationen auf den Quecksilber-Plasmagehalt und die TAA untersucht. Hierzu wurden 48 Patienten (33 mit, 15 ohne Amalgamrestaurationen) im Alter zwischen 20 und 32 Jahren rekrutiert. Bei allen Studienteilnehmern wurde eine Blutuntersuchung durchgeführt. Der Quecksilber-Plasmagehalt wurde mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) und die TAA mithilfe des Antioxidant-Assay-Kits gemessen. Die statistische Auswertung erfolgte anschließend mittels eines t-Tests. Der Quecksilbergehalt des Plasmas (P-Hg) zeigte signifikant höhere Werte bei den Patienten mit Amalgamrestaurationen im Vergleich zu den Probanden ohne Amalgamfüllungen (p<0,01). Die TAA zeigte allerdings in beiden Untersuchungsgruppen keine statistischen Unterschiede (p>0,05) sowie keine signifikante Korrelation zwischen TAA und P-Hg (p>0,05). Darüber hinaus wurde eine positive Korrelation zwischen P-Hg und der Anzahl der Amalgamrestaurationen (p<0,01), der Gesamtzahl der mit Amalgam gefüllten Zahnflächen (p<0,05) sowie der Anzahl der okklusalen Flächen von Amalgamfüllungen festgestellt. Auch zwischen diesen Parametern und der TAA zeigte sich keine signifikante Korrelation. Die Autoren der Studie schlussfolgern daraus, dass das dentale Amalgam zwar eine bedeutende Quelle für das im Plasma enthaltene Quecksilber darstellt, es jedoch nicht dessen gesamte oxidative Aktivität beeinflusst. Unter der Annahme, dass die TAA das Gesamtbild der im Plasma vorhandenen reaktiven Sauerstoffderivate widerspiegelt, scheint die Freisetzung des Quecksilbers aus Amalgamrestaurationen keine ernstzunehmende oxidative Wirkung auf den Organismus zu besitzen.
Quelle: Özdabak H.N, Karaoðlanoðlu S, Akgül N, Polat F, Seven N. The effects of amalgam restorations on plasma mercury levels and total antioxidant activity. Arch Oral Biol 2008;53:1101-1106.
Dr. Michael Wolgin
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CharitéCentrum 3 für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abt. für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie
Aßmannshauser Str. 4-6
14197 Berlin <email-pii>
zm 100, Nr. 17, 01.09.2010, Seite 72-74
Liebe Grüße
Anne S.
__________________
Den Herrn stets ernst zu nehmen, das ist Weisheit. Und alles Unrecht meiden, das ist Einsicht.
Unter "ISSUES OF PLASMA AND SERUM MEASUREMENT" steht dass eine erhöhte Antioxidans Aktivität im Plasma eine Anpassung des Körpers auf frühen Oxidativen Stress sein kann, gleichzeitig wird auch geschrieben dass die Totale Antioxidans Aktivität im Plasma möglicherweise nicht die Methode der Wahl ist um systemischen Oxidativen Stress festzustellen. Ausserdem wird gesagt dass die Antioxidans Aktivität im Plasma nicht der Antioxidans Aktivität im Zielbereich entsprechen muss wo der Oxidative Stress am grössten ist.
Mir fällt dazu ein dass sich Quecksilber ja nicht im Blut ablagert sondern in Organen innerhalb der Zellen...
Nur mal kurz ein Einfall... Ich habe mir das nur kurz durchgelesen, kann also vollkommen falsch sein was ich da schreibe.
Vielleicht sollten wir alle hier einmal versuchen ein paar methodische Mängel festzustellen, und die Charité um eine Stellungnahme bitten.
Fallen euch weitere Mängel auf?
Anne S.
Zu der Studie selber habe ich nichts zu sagen, allerdings ist mir aufgefallen dass im Artikel der sich auf diese Studie beruft, eine Annahme gemacht wird die im Original fehlt.
Im Original steht
The results of our study showed that dental amalgams are a major source of plasma mercury; however, amalgam restorations were not found to have a significant effect on plasma-total antioxidant activities.
In der Zahnarztzeitschrift
Die Autoren der Studie schlussfolgern daraus, dass das dentale Amalgam zwar eine bedeutende Quelle für das im Plasma enthaltene Quecksilber darstellt, es jedoch nicht dessen gesamte oxidative Aktivität beeinflusst. Unter der Annahme, dass die TAA das Gesamtbild der im Plasma vorhandenen reaktiven Sauerstoffderivate widerspiegelt, scheint die Freisetzung des Quecksilbers aus Amalgamrestaurationen keine ernstzunehmende oxidative Wirkung auf den Organismus zu besitzen.
Ich finde es ist nicht wirklich nachvollziehbar wie man vom Plasma auf den Rest des Organismus schließen kann - vor allem wenn bekannt ist dass Quecksilber sich bevorzugt in anderen Bereichen als dem Blut ansammelt.
Zu dem was dmps123 sagt möchte ich noch sagen dass in einer Studie TAA (total antioxidant activity) und in der anderen FRAP (ferritin reduced antioxidant power) gemessen wurde. Das ist möglicherweise nicht ein und dasselbe.
Quecksilber reduziert Glutathion und führt somit auch zu oxidativem Stress.
Hier ist ein Artikel von Dr. med.John van Limburg Stirum , Zahntoxine und Gesundheit.
Zu Oxidativem Stress, schreibt er folgendes:
4. Oxidativer Stre s s
Bei der lebensnotwendigen Verwertung von
Sauerstoff entstehen reaktive Zwischenprodukte,
so genannte freie Radikale. Diese, wenn
sie «ausser Kontrolle» geraten, sind in der
Lage, unterschiedlichste organische Strukturen
anzugreifen und zu schädigen. Kontrollsubstanzen
stellen die so genannte Antioxidantien
dar. Ein wichtiges Antioxidans ist das reduzierte
Glutathion. Dieses Molekül ist jedoch
auch bei der Ausscheidung von Schwermetallen
involviert. Je mehr durch die Entgiftung
der Schwermetalle verbraucht wird, umso geringer
ist die verfügbare Konzentration an
Glutathion für das Abfangen der freien Radikale.
Wird nicht genügend Glutathion nachgeliefert
(häufig durch einen Mangel an Cystein,
einer essenziellen Aminosäure), kann oxidativer
Stress Zellschäden, Genmutationen oder
makroskopische Veränderungen wie Arteriosklerose
nach sich ziehen.
In Zusammenarbeit mit dem L-Glutathion im
Gefecht gegen freie Radikale stellt die Glutathionperoxidase
(GSX) einen weiteren wichtigen
Katalysator dar. Dieses Enzym benötigt,
wie die meisten anderen, für ihre Funktion ein
so genanntes Co-Enzym, ähnlich einem Zündschlüssel
im Auto. Das Co-Enzym von GSX ist
ein Selen-Atom. Quecksilber ist in der Lage,
dieses Selen aus dem Enzymmolekül zu verdrängen
und sich selber an dessen Stelle zu setzen.
Damit wird das Enzym unwirksam.