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Das antike Griechenland brachte bedeutende Philosophen aber auch Forscher hervor. Namen wie Euklid, Aristoteles und Pythagoras sind jedem bekannt, ihre Gedanken und Einflüsse heute noch spürbar.
Wie fortschrittlich waren die antiken Wissenschaftler in ihren Erforschungen? Ein sehr gutes Beispiel ist der griechische Geograph und Mathematiker Eratosthenes von Kyrene (ca. 276 v. Chr. bis 194 v. Chr.). Dieser war bereits in der Lage, den Erdumfang zu messen. Nach seinen Überlieferungen war er circa 252.000 „Stadien“ groß. Ein Stadium entspricht verschiedenen Quellen und Auswertungen zufolge etwa 158,73 Meter. Hochgerechnet waren es also rund 40.000 Kilometer, was in etwa dem tatsächlichen Erdumfang entspricht. Pythagoras und die Anhänger seiner Gelehrtenschule, die Pythagoräer, brachten der Mathematik wichtige Erkenntnisse. Nicht nur fanden sie eine Verbindung von Zahlen mit materiellen Stoffen heraus, wie es der Ausruf „Alles ist Zahl!“ bezeugt. Pythagoras entwickelte zudem seinen berühmten Satz des Pythagoras in einem rechtwinkligen Dreieck und weitere Erkenntnisse zur Primzahlenlehre.
Aristoteles war nicht nur ein guter Denker seiner Zeit. Er befasste sich weitreichend mit der Erde und dem Weltall. Viele Erkenntnisse in der Physik und Biologie gehen auf den Naturwissenschaftler zurück – denn schon Aristoteles war sich zum Beispiel sicher, dass der Mensch nicht von Gott geschaffen wurde, sondern aus dem Tierreich stammt, lange bevor Darwin seine Ansätze zur Evolutionstheorie verfasste. Auch gehen heutige Begriffe wie „Physik“ und „Botanik“, beide griechischen Ursprungs, auf ihn zurück.
Die Naturwissenschaft in der Antike war besonders im Bereich der Astronomie, Biologie, Physik und Mathematik angesiedelt. Die Griechen hatten einen bemerkenswerten Forschungsdrang und ein ausgeprägtes Interesse an ihrer Umwelt. Vieles wurde damals bereits im Ansatz richtig erkannt und Jahrhunderte später wieder aufgegriffen. Nicht alles war natürlich richtig. Der Astronom Ptolemäus begründete das geozentrische Weltbild, was zwar nach heutigem Wissen nicht korrekt ist, aber damals bis weit ins Mittelalter als gängige Weltanschauung diente. Dennoch ist es höchst erstaunlich, wie bereits vor Christi Geburt und vor Entstehung des Römischen Reichs solch weittragende Forschungen ausgeführt werden konnten, ohne auf nennenswerte Hilfsmittel, wie wir sie heute haben, zurückgreifen zu können. Als die Blütezeit der Antike ihr Ende fand, wurden auch die Naturwissenschaften eine Zeitlang in den Hintergrund gedrängt. Die Römer verstanden sich zwar in der Baukunst, aber nicht in den Wissenschaften. Im Verlauf des Mittelalters und der frühen Neuzeit kam die Naturwissenschaft jedoch wieder in Fahrt.