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Wie viele Muskeln haben wir? Wie trainieren wir sie? Wie messen wir den Anteil? Erfahren Sie hier mehr.
Ohne unsere Muskeln könnten wir uns nicht fortbewegen, unser Herz würde nicht schlagen, wir könnten nicht lachen, atmen oder essen. Unsere Muskulatur ist der Motor, der alle diese Bewegungen erst möglich macht.
Jeder Mensch hat etwa 650 Muskeln, wobei das auch variieren kann. Gewisse Muskeln kommen nicht bei allen Personen vor. Man teilt die Muskeln in drei Gruppen ein:
Um eine Bewegung auszulösen, benötigt der Muskel einen Impuls von einem Nerven. Daraufhin zieht sich der Muskel zusammen, was dann das Gelenk bewegt. Dabei kommt es auf das Zusammenspiel verschiedener Muskeln an. Das lässt sich sehr gut am Ellbogengelenk veranschaulichen. Bei der Beugung muss sich der Bizepsmuskel anspannen und sein Gegenspieler, der Trizeps, entspannen. Je komplexer die Bewegung an einem Gelenk, desto mehr Muskeln müssen aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten.
Das Muskelgewicht ist abhängig vom Geschlecht, Alter und auch vom Trainingszustand. Bei Männern bestehen ca. 40–50 Prozent der Körpermasse aus Muskeln, bei Frauen 30–40 Prozent.
Die genaue Masse lässt sich nur über eine sogenannte DEXA-Messung, bestimmen, wie sie auch zur Messung der Knochendichte bei Osteoporose verwendet wird. Allerdings arbeitet dieses Verfahren mit Röntgenstrahlen und wird darum nur für wissenschaftliche Zwecke verwendet.
Für den Alltag wird eher die Bioimpedanzanalyse verwendet, wie sie bereits in vielen Waagen für den Hausgebrauch eingebaut ist. Dabei wird ein schwacher, nicht spürbarer Strom durch den Köper geleitet und daraus die Körperzusammensetzung berechnet. Allerdings ist diese Methode deutlich weniger genau. (Lesen Sie unten weiter...)
Ein Skelettmuskel besteht vereinfacht gesagt aus zwei verschiedenen Muskelfasertypen. Einerseits sind es langsame, aber ausdauernde Fasern und andererseits schnelle, aber rasch ermüdende Fasern. Die Verteilung dieser Fasertypen in einem Muskel ist von Geburt auf genetisch bedingt. Eine Umwandlung dieser Muskelfasern in den anderen Fasertyp ist kaum möglich. Das ist auch der Grund, warum aus einem Kugelstösser mit vielen schnellen Muskelfasern für die explosive Stossbewegung kein Marathonläufer von Weltklasse werden kann.
Mit dem Alter oder auch bei fehlendem Muskelreiz nimmt die Muskelmasse ab. Darum ist es wichtig die Skelettmuskulatur regelmässig zu belasten. Mit einem Training wird durch Proteinbildung der Muskelfaserquerschnitt vergrössert, somit nimmt die Muskelmasse zu. Es werden jedoch keine neuen zusätzlichen Muskelfasern gebildet. Wird ein Muskel gar nicht belastet, wandeln sich die Muskelzellen mit der Zeit in Fettzellen um. Leider ist dieser Prozess dann nicht mehr umkehrbar.
Um die Muskulatur zu trainieren muss man nicht unbedingt ins Krafttraining. Alle sportlichen Betätigungen, sowohl im Ausdauer- wie auch im Kraftbereich, trainieren die Muskulatur. Welches Training man wählt, hängt von den individuellen Zielen und Vorlieben für eine Sportart zusammen.
Wichtig sind allgemeine Prinzipien wie gutes Aufwärmen, ein an die eigenen Fähigkeiten angepasster Belastungsaufbau, regelmässiges Training und genügend Zeit für die Regeneration.
Eine schwedische Studie zeigte, dass Jugendliche mit hoher Muskelmasse im Alter weniger gesundheitliche Probleme aufwiesen. Dies hat aber nicht direkt mit dem Muskelaufbau an sich zu tun, sondern mit der Tatsache, dass diese in der Jugend aktiven Menschen wohl entsprechend sportlich aktiv blieben und auf einen gesunden Lebenswandel geachtet haben.
Wichtig zu wissen ist, dass ein Muskelaufbau in jedem Alter möglich ist. Es ist nie zu spät, damit zu beginnen, seine Muskulatur fit zu halten und damit etwas für seine Gesundheit zu tun.