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Commons und die acht Gestaltungsprinzipien
Elinor Ostrom hat im Rahmen ihrer jahrelangen Forschungstätigkeit 8 Gestaltungsprinzipen erarbeitet für die Organisation von erfolgreichen Allmenden / Commons. Diese wurden über die Zeit weiterentwickelt und den aktuellen Gegebenheiten angepasst, bleiben aber im Kern als Referenzrichtlinien wegweisend.
- Commons müssen klar definierte Grenzen haben: Insbesondere, wer hat Anspruch auf Zugang zu was, resp. zu welchen Ressourceneinheiten aus dem Allmendegut (common pool ressource, CPR). Genauso müssen die Grenzen des Allmendeguts selbst definiert sein.
- Regeln sollten den spezifischen Gegenheiten entsprechen und in Balance / in Kongruenz zwischen Nutzung und Bereitstellung resp. Mitwirkung sein. Die Regeln sollten von den Mitwirkenden vor Ort und den örtlichen Bedürfnissen diktiert werden.
- Partizipative Entscheidungsfindung ist von entscheidender Bedeutung. So können die von den Regeln betroffenen Parteien sich an der Änderung der Regeln beteiligen. Die Wahrscheinlichkeit ist grösser, dass sich die Mitwirkenden an die Regeln halten, wenn sie diese selbst mitgeschrieben haben.
- Commons müssen überwacht werden: Es gilt die Bedingungen und das Verhalten der Parteien aktiv zu prüfen, ob die Regeln eingehalten werden. Commons basieren nicht per se auf gutem Willen, sondern auf gemeinsame Verantwortung.
- Abgestufte Sanktionen für diejenigen, die die Allmendegüter (Common pool ressources, CPR) missbrauchen: Die Abstufung ist abhängig von der Schwere und dem Kontext des Vergehens. Die Sanktionen werden von den Parteien der Allmende gemeinsam definiert und verhängt.
- Einfach zugängliche Konfliktlösungsmechanismen: Wenn Probleme auftrauchen, sollte die Lösung informell, kostengünstig und unkompliziert gefunden werden. Dabei kann jeder ein Problem einer Mediation unterziehen, womit Probleme gemeinsam anstelle über kostspielige Gerichtsverfahren gelöst werden.
- Minimale Anerkennung von örtlichem Recht: Die Regeln der Allemende haben keinerleit Bedeutung, wenn sie von lokalen oder nationalen Behörden nicht als legitim anerkennt werden.
- Einbettung in grössere Netzwerke: Allmenden funktionieren am besten, wenn sie in grösseren Netzwerken eingebunden werden. Einige Dinge erfordern möglicherweise eine umfassendere regionale / nationale Zusammenarbeit.
Elinor Ostrom (1933 – 2012)
Die in den USA geborene Elinor Ostrom war 2009 die erste Frau, die den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt. Sie hat sich auf die Erforschung der Interaktion von Menschen in Ökosystemen wie Wäldern, Wasserversorgung und Bewässerungssystemen und Fischbeständen konzentriert. Mit «Governing the Commons» (1990) wurde Elinor Ostrom bekannt und untersuchte darin, wie Gemeingüter kollektiv bewirtschaftet werden können, ohne diese zu übernutzen.
Inspiriert und beeindruckt haben wir viele Ansätze von Elinor Ostrom in unserem Projekt aufgenommen und es zu Ehren von ihr ELINOR-X getauft.