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Verkehrsprojekt Thun ist noch nicht fertig und nicht erledigt
Anlässlich der Wintersession wurde der Vorstoss Amstutz (SVP) behandelt. Hier die Forderungen: Motion Amstutz
Ich bin mit der Motionärin total einverstanden. Das damalige Verkehrsprojekt ist noch nicht fertig und schon gar nicht gelöst. Hier meine Rede im Rat, welche ich für die FDP.Die Liberalen-Fraktion gehalten habe (es gilt aber das gesprochene Wort):
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Die Antwort der Rergierung zum Vorstoss erstaunt doch sehr, wenn man diese mit dem Kreditvortrag des Regierungsrats zum Bypass Thun Nord 2012 stellt. Man könnte meinen, dass eine Kopie des Antrages von damals verloren gegangen ist. Ich werde dann dem Regierungsrat im Anschluss eine Kopie übergeben.
Hier einige Zitate des Kreditantrages:
- Das Funktionieren des Verkehrssystems in der Agglomeration Thun hängt massgeblich von den Verkehrsverhältnissen in und um die Thuner Innenstadt ab.
- Anderseits (neben dem Langsamverkehr) sind auch zusätzliche Massnahmen zu Gunsten des Individualverkehrs unumgänglich (weil ja der ÖV und der Langsamverkehr diese Infrastruktur auch benutzen müssen).
- Die Bevölkerungszahl sowie das Verkehrsaufkommen in der Agglo Thun haben in den letzten 20 Jahren sehr stark zugenommen.
- Die Wohngebiete entwickeln sich primär am Rand der Agglomeration. Da das Arbeitsplatzwachstum sehr bescheiden ist, vergrössern sich die Pendlerströme nach Bern ausserordentlich (Schiene und Strasse). Der Bahnhof befindet sich für die Thunersee Gemeinden auf der anderen Seeseite.
- Da die Hauptverkehrsachsen der Agglo Thun die Thuner Innenstadt queren müssen und auf dieser auch sämtlichen Busse verkehren, verschlechtert sich die Situation für alle Verkehrsarten zunehmend.
- Obwohl bereits 1955 verschiedene Anläufe unternommen worden waren, die vorhandenen bzw. sich abzeichnenden Verkehrsprobleme zu lösen, blieb das Strassennetz – abgesehen von der südlichen Autobahn A6 Richtung Spiez, seit über 100 Jahren unverändert. Deshalb heisst die eine Brücke auch Kuhbrücke… warum wohl?
- Die Stausituationen beschränken sich nicht mehr nur auf die Morgen- und Abendspitzenstunden. Dies führte namentlich zu einer immer schlechteren Erreichbarkeit der Innenstadt und des Bahnhofs von Thun und einer Überlastung der Achse Autobahnzubringer Thun Nord zu den Gemeinden am rechten Thunerseeufer.
- Bis ins Jahr 2030 wird die gesamte Agglo von einem Wachstum der Bevölkerung und der Erwerbstätiger von rund 9 Prozent ausgegangen. Arbeitsplatzwachstum fällt bescheidener aus (wenn nicht sogar negativ). Deshalb wird der Pendlerverkehr nach Bern massiv zunehmen.
- Für die langfristige Funktionalität des Verkehrssystems und die angestrebte wirtschaftlichen Entwicklung ist es deshalb notwendig, alle Verkehrsmassnahmen des Aggloprogramm umzusetzen.
Dies waren 4 Punkte:
- Punkt 1 und 2 sind umgesetzt (also Begleitmassnahmen wurden alle sofort umgesetzt). Dazu sagen wir aus der Region Thun "Danke".
- Doch Massnahme 3+4 fehlen und sollen nun vergessen werden.
- Dies ist nicht korrekt und fair. Man überlässt Thun immer noch eine Verkehrsstruktur und Innenstadtbrücken, welche für Kutschen gebaut wurden.
- Punkt 1
Ja zum Aufhören der Buchtenbauten. Warum soll man einem Bus stadtauswärts bis Interlaken hinterherfahren? Es wurden schon einige auf die Strasse verlegt. Jetzt reicht es.
- Punkt 2
Der Lauitorkreisel ist vielen hier innen unbekannt. Der ist kleiner als ein Donut. Die Gelenkbusse kommen knapp durch (aber auch weil sie nicht abbiegen müssen, sondern nur das Hindernis in der Mitte umfahren). Das ganze Thunerseeufer muss da durch.
- Punkt 3
Als Aufgabe, hier nochmals nachzudenken und anzupassen. Nicht einfach nichts machen, weil man vom Bund Angst hat. Ansprechen und Diskutieren, neue Lösung suchen darf man ja immer. Es geht ja nicht darum, jemanden die Schuld dafür zu geben. Wenn man dies nicht will, dann muss man den Tunnel bauen und somit sind wir bei der Begründung Punkt 4 als Postulat: Prüfauftrag Brücke oder Tunnel.
Erkenntnis im Bericht:
In der Gesamtverkehrsstudie von damals wurde betreffend Kosten Thun Süd Umfahrung folgende Zahlen abgegeben:
Brücke ca. 40 Mio, Tunnel ca. 135 Mio. Also die Brücke kostet einiges weniger, als andere Investitionen, welche wir im Rat teilweise nicht mehr diskutieren, weil es irgendeinen Namen mit der Bildung oder Medizin oder für die Stadt Bern ist.
Dass in der Antwort des RR 250 Mio für den Tunnel genannt werden, ist Angstmacherei (so viel kostete nicht einmal der kurvige 4 km Tunnel in Klosters oder der fast 4 km lange Tunnel von Lungern). Im Toggenburg bauen sie Tunnels für 45 Mio pro km. Im Kanton Bern also pro km über 100 Mio?? Oder rechnet man da bereits den Tunnel 2x zu bauen?
Sollte der ÖV noch kürzer getaktet werden (was übrigens auch wünschenswert wäre), dann wird das Einbahnregime kollabieren.
Ich wohne dort wirklich in der Nähe, da steht der ganze Grosskreisel um die Stadt still, wenn dann die Busse zum Bahnhof wollen und alles auf Rot geschaltet wird.
Schon seit Jahrzehnten hat man Projekte für Lösungen. Man muss nicht wieder bei Adam und Eva anfangen.
Deshalb bitte ich Euch alle, hier nicht bereits aufzuhören. Es war immer nur ein Etappenziel, was bisher gemacht wurde. Damals wurde dieser Kredit mit 133 Ja Stimmen überwiesen. Sogar die Grünen haben einstimmig das Geschäft unterstützt. Da sieht man ja, dass das Geschäft ausgewogen war. Oder wussten sie schon damals, dass man dann nach dem Proformabau sämtliche Begleitmassnahmen zur Verkehrsberuhigung machen wird und dann den Rest sistiert?
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Leider wurde der Vorstoss nur wenig unterstützt. Hier das Abstimmungsprotokoll. Somit geht die Arbeit weiter. Ärgern Sie sich auch? Dann unterstützen Sie die Petition: Link zur Homepage "Verkehrsmisere infolge Fehlplanung"