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Es war zum Verzweifeln. Wer 1849 durch den jungen Bundesstaat reiste, musste entweder mindestens zehn Portemonnaies haben, oder dauernd in die Wechselstube rennen. In Zürich bezahlte man mit Dukaten oder Taler, in Schwyz wollten sie Rappen und in Chur wurde das Abendessen in Batzen verrechnet. Dass dies keine Zukunft hatte, war allen klar.
Nur, wie sollte die neue Einheitswährung aussehen? Und noch wichtiger, nach welchem System sollte sie funktionieren? Daran schieden sich die Geister. Zur Auswahl standen das französische Dezimalsystem mit dem Franken oder der süddeutsche Guldenfuss. Der Währungsgraben verlief quer durch die Schweiz: Die Romandie, Bern und Basel wollten den Franken, die Ostschweiz und Zürich beharrten auf Gulden.
Der Bund beauftragte Johann Jakob Speiser mit einer Expertise. Der Basler Bankdirektor kam zum Schluss, dass der französische Münzfuss die Grundlage für die eidgenössische Währung bilden sollte. Nicht nur war so der Zugang zur Weltwirtschaft, die vielenorts mit dem Franc rechnete, besser. Auch das Umrechnen war leichter. Doch die Guldenanhänger gaben noch nicht auf. Bis zur Abstimmung des Nationalrats im April 1850 blieben ihnen einige Monate, welche sie nutzten, um Unterschriften für Petitionen gegen das französische System zu sammeln.
Doch alles Bitten, Betteln, Argumentieren, Schimpfen und Fluchen nützte nichts. Der Nationalrat beschloss nach dem Ständerat, den Franken nach französischem System einzuführen. Das entsprechende Bundesgesetz über das eidgenössische Münzwesen wurde Anfang Mai 1850 erlassen.
Kaum war der Währungsgraben etwas zugeschüttet, drohte neuer Ärger. Die Helvetia des Genfer Graveurs Antoine Bovy brachte das Blut zahlreicher Politiker in Wallungen. Nicht volkstümlich, unschön, zu weiblich... Die Liste der Kritik war lang. Fast so lang wie der ausgestreckte Arm der Landesmutter, der irgendwie unnatürlich wirkte, da ihm − anders als den Vorbildern aus der Antike − ein Gegenstand in der Hand fehlte. Oder war es vielleicht eine versteckte Botschaft?
Der Neuen Zuger Zeitung fiel Anfang 1853 auf jeden Fall auf, dass «die langarmige Helvetia» in alle Kassen, Säcke, Beutel und Sparhäfen hineingriff und das alte, seit 100 Jahren angewöhnte Geld herausforderte. Also nicht nur hässlich, sondern auch noch frech!
Das sah auch der Nationalrat so. Nach seinem Wunsch sollte die «allgemein verhasste Helvetia» auf dem Avers (Vorderseite) der neuen Münzen verabschiedet werden, schrieb die Eidgenössische Zeitung am 24. Dezember 1851. Denn, «in der ganzen Schweiz sei nur eine Stimme über dieses geschmacklose und nicht nationale Bild der Madame Helvetia, und es wäre wohl der Mühe werth, diesen Stempel zu ändern.»
Aber die umstrittenste Schweizerin sass die Krise aus. Zumindest bis 1875. Seither muss sie stehen. Immerhin blieb ihr «Vater» derselbe. Die neue Gravur stammt nämlich ebenfalls von Antoine Bovy.
Der Entscheid gegen den Guldenfuss war übrigens «goldrichtig». Bereits Ende 1871 wurde im deutschen Kaiserreich die Einheitswährung Mark beschlossen und die Gulden, Taler und Dukaten verschwanden langsam von der Bildfläche.
Omikron gilt nach bisherigem Wissenstand als deutlich ansteckender als die Delta-Variante . Das zeigt sich auch an den hohen Infektionszahlen in Deutschland. Aktuell haben sich mehr als 126'000 Menschen neu mit dem Virus infiziert (Stand 25. Januar 2022). Doch: Bei der Mehrheit verläuft die Infektion mild. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sinkt stetig.