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Es gibt Staaten, welche für eine bestimmte Fischart jährlich eine maximale Fangmenge festlegen sowie den Zeitpunkt, ab welchem gefischt werden darf. Das führt jeweils zu einem regelrechten Rennen, bei dem jeder Fischer versucht, so rasch als möglich so viel als möglich an Bord zu holen, bevor die Gesamtmenge erreicht ist und der Schlusspfiff ertönt. Nennen wir es das Windhundprinzip: Der Schnellste kriegt am meisten; wer sich nur ein kleineres Boot, einen schwächeren Motor und ein kleineres Netz leisten kann, hat das Nachsehen.
Andere Staaten teilen die Gesamtmenge in individuelle Quoten auf. Jeder Fischer erhält seine eigene Quote, die er in Ruhe dann ausschöpfen kann, wenn es ihm am besten passt. Die Zuteilung kann dabei mehr oder weniger gerecht erfolgen, nach Schiffsgrösse oder früheren Fangzahlen. Nennen wir es das Milchquotenprinzip.
Das Windhundprinzip, nach welchem zum Beispiel rund ein Drittel der Fischereien in den USA organisiert ist, hat für die Fischer den Nachteil, dass sie bei jedem Wetter drauflos müssen. Eine jüngst publizierte Studie belegt nun, dass die nach dem Milchquotenprinzip organisierten US-Fischereien rund einen Monat länger auf die betreffende Art fischen. Das bedeutet nicht nur weniger Stress für die Fischer; frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Fischer bei diese Verfahren weniger riskieren. Es führt zudem zu einer längeren Versorgung der Konsumenten mit fangfrischem Fisch der betreffenden Art – das bedeutet auch Mehrwert für den Fischer.
Interessant wäre nun, zu untersuchen, ob das Milchquotenprinzip auch für die Fischbestände besser ist. Es scheint auf der Hand zu liegen: Wer sich beim Fischfang Zeit lassen kann, der kann auch mehr Rücksicht nehmen.
Quelle:
The Race To Fish Slows Down.