Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03433.jsonl.gz/1839

Das sind die legendärsten Serien der 1990er
Mit Hand in der Hose und mürrischem Blick sass Al Bundy damals auf seinem Sofa. «Eine schrecklich nette Familie» ist nur eine Perle aus den 1990er-Jahren. Zeit, zurückzuschauen!
War früher wirklich alles besser? Bei TV-Serien darf man wenigstens behaupten, dass sie möglicherweise ikonischer gewesen sind als heute – da es schlicht weniger Inhalte gab als im jetzigen Streaming-Zeitalter. Das Kapital der Fernsehstudios war nicht so gross und um sich einen Sendeplatz zu ergattern, musste ein Pilot zufriedenstellende Quoten erreichen. Das Business schien damals härter als heute.
Welche Serien haben also streckenweise die grossen Erfolge feiern dürfen?
«Friends», 1994 bis 2004
Diese Serie ist ein Evergreen. Die Elemente weisen zwar auf eine Sitcom hin, doch da so viel Fokus auf die Beziehungen der einzelnen Charaktere gelegt wird – ob untereinander oder nicht –, dürfte «Friends» definitiv auch als Seifenoper kategorisiert werden. Zudem entwickeln sich die Figuren weiter, was ein weiteres Zeichen dafür ist – und nicht selten atypisch für eine Sitcom.
Die Handlung der Show dreht sich um Rachel, Monica, Phoebe, Joey, Chandler und Ross und deren alltägliches Leben in New York.
Keine Fans sind treuer als jene von «Friends». Als Jennifer Aniston vor nicht allzu langer Zeit einen Instagram-Account erstellte, brachte sie mit folgendem Foto das Internet beinahe zum Stillstand:
«Full House», 1987 bis 1995
Sitcoms waren ein Publikumsmagnet in den 1990er-Jahren – quasi das «echte Leben» in einer heiteren Verpackung. Ein weiterer Riesenerfolg war das fast schon überfüllte Haus in «Full House». Die Olsen-Zwillinge fanden dort ihren Karrierestart im zarten Alter von neun Monaten, sie stellten abwechselnd die kleine Michelle Elizabeth Tanner dar. Auch der restliche Cast liess sehen! John Stamos (in der Rolle des Frauenschwarms Jesse natürlich), Bob Saget, Lori Loughlin, sie alle erreichten mit «Full House» Weltruhm.
Dies obwohl die Vorgeschichte von «Full House» eigentlich eine ziemlich traurige ist.
Nach dem Unfalltod seiner Frau lebt Danny Tanner (Bob Saget) als alleinerziehender Vater mit seinen drei Töchtern in San Francisco. Weil er ab und an mit den heranwachsenden Frauen überfordert wird, bittet er seinen Schwager Jesse (Stamos) und seinen besten Freund Joey (Dave Coulier) ihm unter die Arme zu greifen.
«Eine schrecklich nette Familie», 1987 bis 1997
Al Bundy ist der stereotype Vorort-Amerikaner und dürfte darum wohl auch so gut angekommen sein beim Publikum in den Staaten. Ähnlich wie Homer Simpson verkörperte er viele Klischees der Arbeiterklasse. Bundy (Ed O'Neill) lebt zusammen mit seiner Frau Peggy (Katey Sagal) und seinen beiden Kindern Kelly (die unvergleichliche Christina Applegate) und Bud (David Faustino) in den Suburbs von Chicago. Sein Leben lang zehrt Al von seiner Highschool-Football-Karriere, bei der er einst in einem Spiel vier Touchdowns erzielt hat – sonst ist in seinem aktuellen Leben nicht mehr viel los. Als Damenschuhverkäufer versucht er den Familienunterhalt zu verdienen.
Obwohl «Married ... with Children» – wie die Serie im Original heisst – hohe Einschaltquoten erreichte, war sie immer umstritten. Sie bediente sich vielen Klischees, wie etwa dem blonden Dummchen, das viele Männerbekanntschaften hat – oder auch der flachbrüstigen feministischen Nachbarin. Der Humor war den Kritikern damals mitunter zu derb.
Nichtsdestotrotz ist Al Bundy eine absolute Legende und darf keinesfalls bei diesem Nostalgietrip vergessen gehen.
«Baywatch», 1989 bis 2001
Don't hassel the Hoff! Diese Devise galt während «Baywatch» und wird auch heute noch gewahrt. David Hasselhoff rettete Leben und löste Verbrechen in der Rolle des Mitch Buchannon – natürlich immer tatkräftig unterstützt von den Sexbomben Pamela Anderson oder später auch Carmen Electra. Der Körper spielte damals aber nicht nur bei den Frauen eine Rolle, auch Hasselhoff selbst war gestählt. Fragt man sich da noch, wieso die Serie beim Publikum so gut funktioniert hat?
Dabei war die erste Staffel ein Flop. Danach übernahm Hasselhoff die Produktion mit seiner Firma All American Television selbst – und siehe da: Die Serie wurde zu einer der erfolgreichsten des 20. Jahrhunderts.
2017 kam sogar der Film! Da spielte Dwayne Johnson den legendären Buchannon – Hasselhoff hatte dabei sogar einen Gastauftritt. Die Komödie wurde bei Kritikern allerdings nicht sehr gut aufgenommen.
«Sex and the City», 1998 bis 2004
Was haben wir aus «Baywatch» hauptsächlich gelernt? Sex sells. Und wenn eine Serie den «Sex» auch noch im Namen trägt, dann muss das schlicht funktionieren. Die vier weiblichen Hauptfiguren sprachen offen über Sex, was es so bisher noch nie in seiner Serie gab und zu ihrem Erfolg erheblich beigetragen haben dürfte. «Sex and the City» greift viele Facetten von menschlichen Beziehungen auf und skizziert ein mal mehr, mal minder akkurates Bild der echten Welt.
Carrie (Sarah Jessica Parker), Samantha (Kim Cattrall), Miranda (Cynthia Nixon) und Charlotte (Kristin Davis) teilten ihre fiktiven Erfahrungen mit dem Publikum und dieses liebte es.
Die Serie konnte damals auch mit diversen hochkarätigen Gastauftritten punkten: Carrie Fisher («Star Wars»), Heidi Klum oder auch der aktuelle US-Präsident Donald Trump kreuzten den Weg der vier Protagonistinnen – sie spielten immer sich selbst.