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Ringwaden-Fangboot, Pago Pago Bay, Samoa Foto: Wolcott Henry /Marine Photobank
English source: http://www.ipsnews.net/news.asp?idnews=55799#pictures
Seit 1987 halten die USA ein Fischereiabkommen mit den Inselstaaten im Westpazifik, wo US-Fangschiffe Jagd auf Thunfische machen dürfen. Das Abkommen verknüpft die Einräumung von Fischereirechten mit der Finanzierung von Entwicklungshilfe, ähnlich wie bei den Fischereiabkommen der EU mit westafrikanischen Staaten.
Doch nun hat Papua-Neguinea (PNG) das Abkommen gekündigt. PNG hatte von den USA verlangt, auf den Rückgang der Thunfischbestönde angemessen zu reagieren. Nachdem die Thunfischbestönde im Ostpazifik, im Atlantik und im Indischen Ozean bereits dezimiert worden waren, verlegte die Thunfischindustrie mehr und mehr Boote in den Westpazifik. Was heisst Boote? Es handelt sich um Industrieschiffe, die mit ihren grossen Ringwadennetzen bis zu 100 Tonnen Fisch auf einmal an Bord hieven können.
Meereswissenschafter stellten in den letzten Jahren im West- und Zentralpazifik einen deutlichen Rückgang der Thunfischbestände fest und verlangten eine 30prozentige Verringerung der Fangquoten auf Grossaugenthun, der in Sushi-Restaurants mehr und mehr den bereits erschöpften Blauflossenthun ersetzt.
«Die USA haben nicht auf uns gehört», sagt Sylvester Pokajam, der Chef der Fischereibehörden von PNG. Darum habe sein Land die Verhandlungen um eine Erneuerung des im Mai 2012 auslaufenden Abkommens abgebrochen. Die Haltung von PNG wird von den sieben Inselstaaten unterstützt, welche mit PNG zusammen die Vereinbarung von Nauru ( Parties to the Nauru Agreement PNA, ) unterzeichnet haben. Aus dem Gebiet der PNA-Staaten stammen fast zwei Drittel der Thunfänge im West- und Zentralpazifik (oder gut ein Viertel der Thunfänge weltweit).
Die Vereinbarung von Nauru war 1982 entstanden, als Antwort auf die Unfähigkeit der Fischereikommission für den West- und Zentralpazifik ( WCPFC ), die Fangquoten deutlich zu reduzieren. Der WCPFC gehören die führenden Fischereinationen an: Japan, China,Taiwan, Korea, Spanien und USA. Die PNA griff zu bis dahin unerhörten Massnahmen: Fangverbote auf einer Fläche in der Grösse Indiens, Beschränkung der Fangtage, Restriktionen für besonders schädliche Fanggeräte und Satellitenüberwachung der Schiffe. Diese Massnahmen sind Bestandteil von jährlich zu erneuernden Verträgen zwischen PNA und den Fangnationen, ausgenommen die USA, die dank des Abkommens von 1987 bisher eine Sonderstellung innehatten.
Den USA bleibt nun nichts anderes übrig, als grosse Zugeständnisse für ein neues Fischereiabkommen mit den pazifischen Inselstaaten zu machen oder mit einzelnen Staaten bilaterale Verträge auszuhandeln, bilanziert Phil Kline von Greenpeace International.