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Historienfilm
China 2011
Alternative Titel 1911 - Revolution;
Regie
Jackie Chan, Zhang Li
Darsteller Jackie Chan, Winston Chao, Lee Bing-Bing, Joan Chen, Sun Chun, Hu Ge, Ning Jing,
Jiang Wu, Jaycee Chan, Dennis To Yue-Hong, Yu Shaoqun, Huang Zhizhong, Mei Ting, Xing Jiadong
Länge 121 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 30.11.2011
© Bilder Media Asia, Screenshots molodezhnaja
STORY
Ende 1910 planen Sun Yat-sen (Winston Chao) und seine Gesellen den Huanghuagang-Aufstand in Guangzhou, um die angeschlagene Qing-Dynastie zu stürzen. 72 Menschen sterben den Heldentod, der Aufstand wird von den Kaisertruppen niedergeschlagen. In der Folge reist Sun nach Europa, um Geld für den Widerstand zu sammeln, und überlässt das Truppenkommando seinem General Huang Xing (Jackie Chan). Der hält sich, mit emotionaler Unterstützung seiner Geliebten Xu Zonghan (Li Bingbing) wacker, während die Kaiserin (Joan Chen) sich zunehmend Sorgen macht, dass ihr das Land entgleitet.
REVIEW
Kein Jahr ohne Historienfilm, der Chinas Geschichte aus Sicht der KP umschreibt. Die Führung des Landes nimmt tatsächliche Ereignisse, die letztendlich zum Aufstieg der Kommunisten führte - und setzt Akzente, ändert leicht ab, so dass alles gut in den ideologischen Kram passt. Das passiert mal subtil, mal mit grosser Kelle à la Founding of a Republic, aber das Ziel ist klar: Durch das Kino wird Geschichte gemacht, und das Volk saugt alles wohlwollend auf. Dazu brauchts Stars, dazu brauchts grosse Filme. Also wer ist dazu besser geeignet als Jackie Chan, der mit "1911" seinen einhundertsten Film drehte? Ein Jubiläum! Muss man sehen.
Leider ist der Film nicht ungeheuer viel wert. Er zelebriert den 100. Jahrestag der Xinhai Revolution, die den Fall der Qing-Dynastie brachte und somit die Republik China begründete. Die Handlung umfasst, relativ episodisch erzählt, die Zeit vom Huanghuagang-Aufstand bis zur Revolution, beides im Schicksalsjahr 1911. Stoff aus dem grosse Epen sind, keine Frage. Doch Jackie Chan, der zusammen mit Kameramann Red Cliff-Kameramann Zhang Li Regie führte, schafft es nicht, diesen Ereignissen den nötigen Fluss zu geben, sie in Personen und Schicksale zu verankern. Stattdessen bekommen wir häppchenweise historisch wichtige Ereignisse präsentiert.
Stets eingeleitet von kaum lesbaren Texteinblendungen wäre jede dieser Episoden wohl einen eigenen Film wert. So jedoch sind sie ein kurz angerissener Querschnitt. Mal hier, mal dort. Mal diese Armee, mal jene. Das wechselt so schnell hin und her, dass man mit niemandem Sympathien aufbauen kann. Ja es fällt sogar schwer, sich einen Reim zu machen, wo gerade wer gegen wen kämpft. Allen Texten zum Trotz. Ein Film der so viel Text braucht, der hat eigentlich eh schon etwas falsch gemacht.
Klar kann man sich zum Trost auf die Schauwerte konzentrieren: Die Schlachten sind eindrücklich, die Bilder sind edel komponiert, die Schauspieler agieren alle mit Ernst und Überzeugung - sieht man von den grauenhaften westlichen Laienschauspieler ab. Wir haben es hier schliesslich mit einer Grossproduktion zu tun, die Jackies Jubiläum (an dem man übrigens durchaus zweifeln kann, listen doch einige Filmseiten mehr als 100 Filme auf) gebührend huldigen soll. "1911" ist sein Geld daher wert. Auch bei den Co-Stars, von der passend dekadent chargierenden Joan Chen bis zur etwas jungen Jackie-Gespielin Li Bingbing.
Doch Geld allein, das predigten wohl früher auch mal die KP-Funktionäre, soll ja kein Mass sein. Es geht um Inhalte. Und da trifft "1911" einfach nicht den richtigen Takt. Mal ist er zu schnell, eilt von Schlacht zu Aufstand und wieder zurück. Mal ist er zu langsam und vergeudet wertvolle Laufzeit mit Intrigen und Gequassel. Nie kommt ein richtiger Drive in die Sache und nie fühlt man auch nur ein bisschen mit. Da kann die Musik noch so forciert auf die Sentimentalitäts-Tasten drücken. Als gescheitert würde ich den Film diesen Mängeln zum Trotz nicht bezeichnen. Er bietet was und ist stattlich.
Aber wer ein, zwei dieser staatlich geförderten Geschichtsumschreibungs-Epen gesehen hat, der kennt sie alle. Jackie hin oder her. Der immergleiche Patriotismus, die stets dominierende Trockenheit und Ernsthaftigkeit in der Umsetzung. Es fehlt einfach das Fleisch am Knochen. Sex, Witz, Gewalt. Klar kann man das schwer in einem Film über diese ach-so-wichtige Revolution unterbringen. Aber ohne all das - und ohne eine packende Story, bleibt es ein Malen nach Zahlen mit historischen Fakten und historischen Freiheiten. Ein langweiliges Unterfangen, bei dem vielleicht nationalistische Chinesen stramm stehen, aber alle anderen nervös die Uhr konsultieren.
MEINE DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Mandarin 5.1 und DTS sowie Kantonesisch 5.1 mit englischen und chinesischen Untertiteln.
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