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Gottfried Keller
aus: Der grüne Heinrich - 1. Buch, 4. Kapitel (1854)
Eines Tages wurde ich zur Strafe über die Mittagszeit in der Schule zurückbehalten und eingeschlossen, so dass ich erst auf den Abend zu essen bekam. Das war das erstemal, wo ich den Hunger kennen und zugleich die Ermahnungen meiner Mutter verstehen lernte, welche mir Gott vorzüglich als den Erhalter und Ernährer jeglicher Kreatur anpries und als den Schöpfer unseres schmackhaften Hausbrotes darstellte, der Bitte gemäss Gib uns heut unser tägliches Brot!

||Gottfried Keller

Der grüne Heinrich
in: Erste Fassung. Hrsg. von Th. Böning und G. Kaiser, Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt a.M.1985, S. 85 f.