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Allerdings erwischte der 34-jährige im Final auch keinen besonders guten Tag. Bereits im zweiten Aufschlagspiel gab er mit einem Vorhand-Fehler ein erstes Mal seinen Service ab. Federer kam durchaus auch zu Möglichkeiten, denn Djokovic spielte keineswegs überragend. Eine erste Breakchance hatte er bereits im zweiten Game, eine zweite beim Stand von 2:3, doch er vergab beide mit Fehlern. Mit einem zweiten Break sicherte sich Djokovic nach 39 Minuten den ersten Satz.
Im zweiten Durchgang funktionierte insbesondere Federers Service deutlich besser. Dafür konnte er Djokovic bei dessen Aufschlag überhaupt nicht mehr gefährden. Das Niveau des Spiels stieg, und als der Schweizer beim Stand von 3:4 und 0:40 drei Breakbälle mit starkem Offensivtennis abwehrte, kam in der Halle noch einmal Stimmung auf. Das Ende war jedoch nur aufgeschoben. Auch in seinem nächsten Aufschlagspiel geriet Federer in Rücklage – und diesmal unterlief ihm beim zweiten Matchball nach 1:20 Stunde ein Doppelfehler – der zweite der Partie.
Im vergangenen Jahr hatten die Fans wegen der Rückenprobleme Federers überhaupt keinen Final gesehen, diesmal kamen sie etwas mehr auf ihre Kosten. Es war jedoch kein grosses Spiel. Als sich der Basler im zweiten Satz steigerte, konnte Djokovic problemlos ebenfalls zulegen. Er beging da nur noch vier unerzwungene Fehler, im ersten Satz waren es noch zehn. Bei Federer war die Zahl mit 31 deutlich höher, dem standen nur 19 direkte Gewinnschläge gegenüber. Das konnte gegen einen wie immer grundsoliden Djokovic nicht reichen.
Djokovic setzte in diesem Jahr Massstäbe. Er gewann in London seinen elften Titel des Jahres. Zwar verlor er immerhin drei von acht Partien gegen Federer (bei insgesamt nur sechs Niederlagen), aber in den wichtigen Finals in Wimbledon, am US Open und an den ATP-Finals behielt er die Oberhand. Mit nun fünf Master-Titeln liegt er auch in dieser Domäne nur noch einen hinter Rekordhalter Federer zurück.
Federer hingegen muss über seine Leistung im Final enttäuscht sein. Er konnte nicht an die zumeist starken Leistungen bei seinen vier Siegen in der Vorrunde und im Halbfinal gegen Stan Wawrinka anknüpfen. Mit der Niederlage verpasste er zudem die Chance, Andy Murray wieder von Platz 2 der Weltrangliste zu verdrängen.
Federer sah seine Partie allerdings nicht so schlecht. “Es wäre schön gewesen, wenn ich am Anfang etwas besser aufgeschlagen hätte”, analysierte Federer. Es sei ein enges Spiel von guter Qualität gewesen. “Vielleicht habe ich manchmal etwas zu viel riskiert.” Er hätte den Titel gerne für seine zahlreichen Fans in der Halle gewonnen. Ziele fürs nächste Jahr habe er sich noch keine gesteckt. “Erst kommt das Australian Open, dann schauen wir weiter.”
(SI)