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Die Pandemie hat die Reihenfolge der vier grossen Turniere so durcheinander gebracht, dass erstmals in der Geschichte ein bestimmtes Majorturnier, das US Masters, direkt auf das andere folgt. Fortan sollte alles wieder im üblichen, geplanten Ablauf vonstatten gehen: das US Masters also im April, die US PGA Championship im Mai, das US Open in Juni und schliesslich das British Open, das letztes Jahr ersatzlos gestrichen wurde, im Juli.
Tiger Woods, der im April 2019 in Augusta einen sensationellen Comeback-Triumph errang, ist in dieser Woche nicht dabei. Und dennoch ist er das Thema. Alle wollen wissen, wie es dem am Bein verletzten Übergolfer nach dem schweren Autounfall geht. Ein paar der renommierten Kollegen konnten ihn besuchen. Beispielsweise Rory McIlroy, dem ein Titel am US Masters noch immer im Palmarès fehlt.
Nordirlands Star berichtete: Wenn du von einem solchen Unfall hörst und du das Auto siehst, dann glaubst du, dass Tiger ein halbes Jahr im Bett bleiben wird. Aber es geht ihm tatsächlich schon jetzt viel besser. McIlroys Prognose: Wenn seine Erholung gut geht, könnte er in zwölf Monaten zurück sein.
Auch Titelverteidiger Dustin Johnson hatte Woods vor dem Masters besucht und dabei positive Eindrücke vom Gesundheitszustand des Superstars mitgenommen. Woods selber sorgte im Augusta National Golf Club für Schmunzeln, indem er twitterte, dass er vor allem bedauere, dass er das jeweils vom Titelverteidiger organisierte Champions-Dinners verpasse.
Dustin Johnson selbst geht nach eigenen Aussagen mit einem guten Gefühl ins Turnier. Sein Spiel sei in guter Form. Vielleicht nicht ganz so gut, wie es im November war, aber ich habe das Gefühl, dass es gut werden wird, sagte der 36-Jährige. Die Bedingungen sind aber anders als im November.
Tatsächlich ist der legendäre Par-72-Kurs wesentlich schwieriger zurechtgemacht als vor fünf Monaten. Die Greens sind härter und deutlich schneller. Das Anspielen der Fahne wird erschwert, sagte Österreichs Hoffnungsträger Bernd Wiesberger nach einer Trainingsrunde.
Auf der amerikanischen Profitour, auf der sich die weltbesten Golfer fast ohne Ausnahme tummeln, gewann seit dem Masters im November kein Spieler mehr als ein Turnier. Auch deshalb drängt sich keiner als wirklicher Favorit auf den Titel am prestigeträchtigsten Turnier auf. Zu den einmaligen Siegern seit dem November gehören immerhin ein paar Renommierte, die wissen, wie man grosse Turniere gewinnt. Es sind lauter Amerikaner: Bryson DeChambeau, Collin Morikawa, Justin Thomas, Patrick Reed, Brooks Koepka und Jordan Spieth.
Spieth, der am US Masters 2015 einen seiner drei Majortitel gewonnen hatte, war monatelang in einer Baisse, in der ihm kein Spitzenresultat gelang. Aber just eine Woche vor dem Masters gewann er das Texas Open in San Antonio. Ein Favorit mehr also für das Turnier, das keinen Favoriten kennt.
(sda)