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Das VES-Stellwerk von Davos Wolfgang
Das Bahnmuseum weckt in mir unzählige Erinnerungen an 23 abwechslungsreiche RhB Dienstjahre. Eines meiner Lieblingsobjekte ist das VES-Stellwerk von Davos Wolfgang, wo ich im Winter 1976 / 1977 bei Vorstand Hitsch Heldstab einen Teil meines zweiten Lehrjahrs absolvierte. Es war eine kleine Einmann-Station mit vielfältigen Aufgaben, wozu erstmals die Zugsabfertigung und die Stellwerkbedienung zählten. Ausserdem sollte ich den schon älteren und gesundheitlich angeschlagenen Vorstand entlasten, zumal die Hochgebirgsklinik für einen beachtlichen Gepäckverkehr sorgte. Ich erinnere mich nicht an eigentliche Fehlbedienungen am Stellwerk, wohl aber an eine Mittagspause, vor der ich vergessen hatte, auf Durchgangsbetrieb zu schalten. Das ist der mittlere rote Schalter, bei dem die beidseitigen Blockabschnitte vereinigt und alle Hauptsignale auf Fahrt gestellt werden. Mit dem daneben platzierten Schloss hätte sich diese Position auch fixieren lassen, was wir aber nicht praktizierten.
Um keine Blockstörungen zu verursachen, durfte der Schalter nur unter bestimmten Bedingungen betätigt werden. In meinem Fall war dies nicht mehr möglich, weil der Zug, den ich für die Fahrt zum Coop-Restaurant in Davos Dorf besteigen wollte, bereits in Davos Laret abgefahren war. Gewiss hätte ich auf die Fahrt verzichten und mich stattdessen im teureren und mir auch sonst unsympathischen «Kulm» verpflegen können. Aber mein angeborenes Kostenbewusstsein trieb mich zu Hitsch, der sich bereits in der Vorstandswohnung befand, und bettelte, er möge doch für mich die Schaltungen vornehmen.
Tibert Keller, Autor diverser Fachpublikationen und Guide im Bahnmuseum