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Wie aus argentinischen Medienberichten hervorgeht, ist seit Anfang dieses Monats Butter in den Ladenregalen des südamerikanischen Landes knapp. Entsprechend teuer sind vorhandene Angebote. Als einen Grund dafür nannte die Vereinigung der kleinen und mittleren Milchproduzenten (Apymel) den Rückgang der Milchproduktion infolge nur noch niedriger Gewinnmargen.
Bauern protestieren
Hinzugekommen seien im zurückliegenden Frühjahr die heftigen Überschwemmungen im Zuge des Wetterphänomens El Niño. Dadurch sei die Erzeugung in den wichtigsten Produktionsgebieten des Landes zusätzlich stark gesunken. Landwirtschaftsminister Ricardo Buryaile erklärte die Verknappung von Butter indes vor allem damit, dass die Milchverarbeiter aufgrund der höheren Rentabilität jetzt Käse statt Butter herstellten.
Auf diese Unternehmensentscheidung habe der Staat keinen Einfluss. Es werde aber Treffen zwischen Regierungs- und Industrievertretern geben, in denen an einer Lösung des Problems gearbeitet werde. Dass sich die argentinische Milchwirtschaft in einer schwierigen Lage befindet, wurde vergangene Woche auch durch Protestaktionen der Bauern in den mit Abstand wichtigsten Produktionsregionen Santa Fe und Córdoba deutlich.
Bei weitem keine Kostendeckung
Mit Aufmärschen und dem Verschenken von Milch wollten die Landwirte nach Angaben der Protestinitiatoren - dem Tisch der Milchwirtschaft in Santa Fe (Meprolsafe) und der Vereinigung argentinischer Milcherzeuger (Apla) - den Druck auf die Staatsregierung erhöhen, die Lieferkette von Milch besser zu regeln und sich um eine Senkung der hohen Produktionskosten zu bemühen. Gewinne erzielten derzeit nur die Vermarkter von Milch.
Immerhin koste ein Liter Milch in den Läden derzeit 15 argentinische Pesos (1 Franken) so die beiden Organisationen. Die Bauern erhielten pro Liter aber nur gut 4 argentinische Pesos (0,27 Rappem), bei Produktionskosten von aktuell rund 5 argentinischen
Pesos (0,33 Rappen). Die Probleme beschleunigten bereits den Strukturwandel im heimischen Milchsektor.
Der Kuhbestand Argentiniens umfasst laut Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums im laufenden Jahr 1,72 Millionen Tiere; das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 71'000 Kühen oder 4%.