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Wer sich früh übt, „erntet“ ein ganzes Leben lang
In diesem Beitrag teile ich Auszüge aus einem Interview mit Conny Kissling mit Ihnen. Sie ist eine der erfolgreichsten „Freestyle“ Skiakrobatinnen und war bis zum Alter von 31 Jahren im Spitzensport.
Sie war in den 10 Jahren Ihrer Spitzensport-Karriere 106-fache Weltcoupsiegerin und gewann den Gesamtweltcup in 3 Disziplinen; Ski-Ballett (gibt es heute nicht mehr), Buckelpiste und Springen.
Sie gewann 55 Silber und 45 Bronze Medaillen. 1986 war sie Weltmeisterin und zwei Mal Vizeweltmeisterin. An den Olympiaden gewann sie 1 Gold und 2 Bronze Medaillen und an der Olympia in Alberville Gold in Ballett (diese Disziplin wurde leider nicht aufgenommen). Sportlerin des Jahres 1992. 1992 trat sie aus dem aktiven Sport zurück. Heute ist sie Berufsfrau und Mutter.
Sie begann erst mit 19 mit Skiakrobatik und war innerhalb von 2 Jahren an der Weltspitze. Wie war das möglich?
Zuerst möchte ich mich bei Conny Kissling bedanken für die Erlaubnis, das Interview mit ihr namentlich zu veröffentlichen. Es war eines der Interessantesten für mich, weil es die Wirkung von „Alpha Performance in Aktion“ von frühster Kindheit an aufzeigt.
Am Anfang unserer Befragung bat ich sie, mir die Situation und ihren Zustand zu schildern, wenn sie ihre beste Performance zeigte. Sie sprach zuerst über die Disziplin des Springens:
Die besten Sprünge hatte ich, wenn ich vorher einen schlechten hatte.
Was hat dann den 2. Sprung anders gemacht?
Ich war so total konzentriert, dass es gut gehen MUSSTE
Das zeugt von einer enormen mentalen Stärke. Für viele ist es gegenteilig. Ein schlechter Sprung beeinflusst den nächsten negativ. Ich fragte Sie, ob sie spezifische mentale Techniken anwandte:
Meine mentale Vorbereitung war in der Aktivität – etwas, was mich in die Erfahrung holte.
Ich hab mich vor dem Start „abgelenkt“ – nicht noch 100 Übungen – einfach zB beim Skiballett einen Stocksalto damit ich mit mehr Power an den Start gehen.
Wie war der Körper?
Höchst angespannt, aber nicht verspannt. Verspannt geht nicht… Lockerheit geht auch nicht – es ist eine aktive Spannung – wie ein Gummiband das man anspannt um loszuspicken.
Nach dem Klick ist die Wahrnehmung ganz im Körper, beim Sprung. Ich spüre den ganzen Körper – das hab ich bereits als Kind gelernt. Mit 6 Jahren machte ich klassisches Ballett – da braucht man Bewusstsein bis in die Zehenspitzen das ist für mich „normal“ den Körper so zu spüren.
Ich wollte Prima Ballerina werden und hab mit einem enormen Willen und Beharrlichkeit an diesem Ziel gearbeitet – bis ich 19 war. Dann wurde mir klar, dass ich nicht den Körperkonstellation einer Prima Ballerina habe und immer nur in der 2. Reihe tanzen würde – und so wandte ich mich der Ski-Akrobatik zu.
…und wurde zu „ein kometenhaft aufsteigender Stern am Himmel der Skiakrobatik“ – so ein Pressebericht.
Im Verlaufe des Interviews wurde mir klar, dass sie durch das frühe intensive Training im klassischen Ballett von früher Kindheit an eine intensive Präsenz im Körper kultivierte – das gesamte Bewusstsein wurde „investiert“ in die Körperbeherrschung, bis in den letzten Muskel und diesen willentlich Bewegen. Das Training im Ballett war eine ideale Schulung für ein ausgeprägtes Körperbewusstsein – und genau das braucht sie für Skiakrobatik.
Dazu die Aussage eines anderen Skiakrobaten:
„Der Körper ist total bewusst – jede kleinste Bewegung und jeder Muskel werden klar wahrgenommen. Ein totales Körperbewusstsein – ich weiss haargenau wie jeder Finger steht und wann ich Einfluss auf die Extremitäten nehmen muss. Noch heute habe ich ein sehr differenziertes Körperbewusstsein. Wenn mir etwas weh tut, weiss ich immer ganz genau wo es ist (welcher Muskel, welche Sehne etc) und was ich tun muss, um zB diesen Muskel zu entspannen. Ich weiss auch immer, woher eine solche „Störung“ im Körper kommt.
Diese beiden ehemaligen Spitzensportler sind beide seit vielen Jahren nicht mehr aktiv. Sie waren beide klassische Alpha Performer. Und sie haben noch heute eine ganz natürliche Alpha-Präsenz. Es ist für sie ein „Normalzustand“. Sie sind Alpha Performer ohne es als etwas Spezielles zu erleben. Sie kennen es gar nicht anders.
Das sind zwei schöne Beispiele dafür, wie Sport „Alpha Präsenz“ kultiviert und dies ist auch heute die Grundlage für den Erfolg, den sie in ihrem Leben haben.