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Der Dickdarmkrebs ist in Europa der zweithäufigste Tumor bei Mann und Frau, welcher zum Tode führen kann. In der Schweiz erkranken jährlich 4000 Personen neu am Dickdarmkrebs und es versterben jährlich 1500 Patienten an den Folgen der Erkrankung. 6% der Männer und 3.7% der Frauen müssen damit rechnen, in ihrem Leben an einem Dickdarmkrebs zu erkranken.
Falls der Dickdarmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird, ist er oft heilbar. Leider macht er im frühen Stadium aber kaum Beschwerden.
Meist entsteht der Dickdarmkrebs über gutartige Vorstufen (Polypen, gutartige Adenome). Über lange Zeit (ca 10 Jahre) können sich diese Vorstufen zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Wenn diese Vorstufen regelmässig entfernt werden, kann damit ein Tumor verhindert werden.
Risikofaktoren
Es gibt verschieden Risikofaktoren für die Entstehung eines Dickdarmkrebses. Grundsätzlich nimmt die Häufigkeit des Dickdarmkrebses mit zunehmendem Alter zu. Vor allem ab 50 Jahren steigt die Kurve der Erkrankungen stark an. Der Dickdarmkrebs ist zudem häufiger bei männlichen Patienten. Falls in der Familie ein erstgradiger Verwandter an einem Dickdarmkrebs erkrankt, haben die Familienmitglieder ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Daneben beeinflusst auch der Lebensstil das Risiko. Fördernd für Dickdarmtumoren sind Nikotin, Alkohol, Übergewicht, Inaktivität und übermässiger Konsum von rotem Fleisch und zu wenig Einnahme von Gemüse und Obst. Bei Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ II) ist der Krebs ebenfalls gehäuft. Hochrisikopatienten sind Patienten mit einer familiären Dickdarmkrebserkrankung (HNPCC-Syndrom oder familiäre Polypose), einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, oder Morbus Crohn), sowie Patienten welche früher schon einen Dickdarmkrebs gehabt haben.
Diagnose
Zur Suche eines Dickdarmkrebses werden verschiedene Untersuchungen angewendet. Sehr einfach ist der Stuhltest (Hämoccult). Dabei wird im Stuhl nach Blut gesucht. Selbst kleinste Tumoren bluten ganz wenig, so dass es durch das Auge nicht sichtbar ist. Mit diesem Test kann dieses Blut nachgewiesen werden. Immer wenn Blut im Stuhl gefunden wird, muss in der Folge ein Tumor ausgeschlossen werden. Leider ist dieser Test sehr ungenau. Bei 10 Patienten mit positivem Test, haben 9 Patienten keinen Tumor. Ein weiterer Nachteil ist, dass frühe Tumorstadien verpasst werden und das Abtragen der Polypen, aus welchen ein Tumor entstehen könnte, nicht möglich ist. Trotzdem wurde in Studien eine Reduktion der Sterblichkeit am Dickdarmkrebs um 20% gezeigt, wenn der Test konsequent jährlich durchgeführt wird.
Neu gibt es einen immunologischen Stuhltest, welcher wahrscheinlich noch etwas genauer ist als der Hämoccult-Test. Es bleiben aber die gleichen Nachteile.
Der beste Untersuch zur Suche des Dickdarmkrebses ist zugleich auch der aufwändigste. Die Dickdarmspiegelung ist eine sehr sichere Methode zur Suche des Dickdarmkrebses. In einer Studie mit 2000 beschwerdefreien Patienten im Alter über 50 Jahre, konnte pro 110 untersuchte Patienten ein Tumor gefunden werden. Nur jeweils 12 Patienten mussten untersucht werden, um eine fortgeschrittene Vorstufe (Polyp) zu finden. Insgesamt konnte das Auftreten von Tumoren mit dieser Massnahme um 2/3 reduziert werden. Zudem waren die meisten Tumoren (ca 72%) in einem heilbaren frühen Stadium. Der grösste Vorteil der Dickdarmspiegelung ist, dass die Vorstufen (Polypen) direkt abgetragen werden können. Es können also nicht nur Tumoren diagnostiziert, sondern auch verhindert werden.
Empfehlungen
Durch die schweizerischen Magen-Darmspezialisten wird empfohlen ab 50 Jahren ein Screening durchzuführen, vorzugsweise mit einer Dickdarmspiegelung, da die Tumoren nicht nur diagnostiziert, sondern durch das Abtragen der Vorstufen auch verhindert werden können. Falls erstgradige Verwandte an einem Darmkrebs erkrankt sind, wird den Angehörigen empfohlen schon früher eine Spiegelung durchzuführen. Bei unauffälliger Untersuchung und fehlenden Risikofaktoren wird frühestens nach 10 Jahren die nächste Spiegelung empfohlen.
Nützliches:
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