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Ernst Anton Mohr
* 9.7.1896 Dietlikon ZH, † 11.12.1966 Zürich, ∞ I. →Nina Macciacchini, Tänzerin, ∞ II. Léonie Konrad, Tänzerin.
Der Pfarrerssohn sollte studieren, verliess aber die Universität und ging zu →Rudolf von Laban zur Tanzausbildung auf den →Monte Verità und in die →Labanschule für Bewegungskunst in Zürich. Erste Auftritte fanden in Ascona und bei den Schulaufführungen im Kaufleutensaal statt. 1919–33 arbeitete M. mit seiner ersten Ehefrau Nina Macciacchini zusammen, unterrichtete an der Mohr-Macciacchini-Schule in Zürich und den Zweigstellen in Aarau, Brugg und Baden Kinder, Laien und Professionelle, choreografierte für die aus den besten Schülern zusammengestellte Tanzgruppe und tanzte als Solist. Die häufigen und regelmässigen Tanzabende in den Theatern der grösseren Städte der Schweiz galten als wichtige künstlerische Ereignisse (Auftritte unter anderem 1924 und 1927 mit ihren Schülern und dem Kammerchororchester in Gregorius Joseph Werners Tanzkomödie "Sehr curioser musikalischer Kalender" und 1929 mit "Tänze und Gestalten" am →Schauspielhaus Zürich, 1929 in einer Tanz-Matinée am →Stadttheater Basel). 1933 führte er die Schule an der Kreuzstrasse zuerst allein, dann mit seiner zweiten Frau weiter. In den Schulaufführungen begann die Demonstration des Pädagogischen, der Körper- und Bewegungsschulung zu überwiegen. M. setzte sich auch kulturpolitisch ein, war 1939 Gründungs- und Vorstandsmitglied und bis 1947 erster Präsident des →SBTG sowie Jurymitglied beim →Ersten Schweizer Tänzerwettbewerb. Absolventinnen seiner Ausbildungsstätte bestanden die ersten Prüfungen des SBTG. M. blieb bis zu seinem Tod pädagogisch tätig; Léonie M. leitete die Ernst Mohr Schule Zürich und unterrichtete bis im September 1998, als das Gebäude verkauft und total renoviert wurde.
Autorin: Ursula Pellaton
Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:
Pellaton, Ursula: Ernst Anton Mohr, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1256–1257.