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Wenn wir heute die stattliche, moderne Kirche auf dem rebenbewachsenen Burghügel erblicken, weit ins Tal hinaus sichtbar, ahnen wir nicht, dass die jetzige Gemeinde Rebstein mit ihren 4000 Einwohnern einst ein kleiner, unbedeutender Weiler war. Die Abtei des hl. Gallus in St.Gallen errichtete in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts für ihre leibeigenen Bauern und Zinsleute eine dem hl. Georg geweihte Betstätte in Marbach. Hier versammelten sich die Dorfleute von Rebstein, Balgach, Lüchingen während Jahrhunderten zum Gottesdienst und erstatteten dorthin ihren Zehnten in Form von Feldfrüchten.
Schon früh erstrebten die Rebsteiner etwas mehr Selbständigkeit. Sie errichteten deshalb in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts kurzerhand auf dem Dorfplatz eine eigene Kapelle und begründeten ihr Handeln mit dem Gelöbnis, das sie in Zeiten der Pestnot dem hl. Sebastian abgelegt hatten. Darob entstand ein heftiger Streit mit Marbach, der aber 1487 zugunsten der Rebsteiner entschieden wurde. Eine Kaplaneipfründe konnte erst 1522 errichtet werden, dabei erlaubte die Urkunde nur vier Wochenmessen, zudem eine solche am Sebastianstag und am Kirchweihfest. An den Sonntagen war die Messe in Marbach zu besuchen.
In den Glaubenswirren der folgenden Jahre ging die Kaplaneipfründe bald wieder unter. Es fehlen Angaben über die Benützungsrechte für die Neugläubigen an der Kapelle. Ein Teil des Kapellfonds musste ihnen zurückbezahlt werden. Um 1713 wird in der sogenannte Akkordata die Benützung der Kapelle für beide Konfessionen garantiert. Doch 1782 errichteten die Evangelischen eine eigene Kirche, die jetzt noch in Gebrauch steht. Die Katholischen behielten vorerst ihre Kapelle, doch musste sie 1880 infolge Baufälligkeit abgebrochen werden. Ein neues Gotteshaus erstand erst 1886 auf dem jetzigen Kirchhügel.
Inzwischen entwickelte sich Rebstein zu einer beachtlichen Gemeinde von 700 Seelen. Die aufkommende Stickereiherstellung versprach weiteres Wachstum. Immer noch musste man sich mit zwei Wochenmessen begnügen und sonntags nach Marbach zum Gottesdienst gehen. Diesem Übelstand wollten die Rebsteiner durch Errichtung einer eigenen Pfarrei abhelfen. Wiederum entstand heftiger Widerstand in der Mutterpfarrei Marbach. «Die gereizte Stimmung in beiden Lagern überbordete in ein wenig christliches Gebaren» schreibt der Chronist. Doch 1898 kam der Abkurungsvertrag zustande, und auf Ende Juni gleichen Jahres zog der erste Rebsteiner Pfarrer Joh. Bapt. Ackermann in die Pfarrei ein. Er verstand es vortrefflich, die erregten Gemüter zu beschwichtigen. Während voller 40 Jahre stellte er seine ganze Schaffenskraft in den Dienst der Seelsorge. 1938 übergab er das Amt seinem Nachfolger Albert Eicher, der weitere 16 Jahre segensreich wirkte. In die Amtszeit von Pfarrer Anton Dörig fiel die Zerstörung der Kirche durch ein Schadenfeuer am Fest Maria Empfängnis im Jahre 1956.
Nach hartem Ringen beschlossen die Kirchbürger einen Neubau nach den Plänen von Architekt Fritz Metzger. Es entstand der gemässigt moderne Bau, wie er sich heute präsentiert. Die Einweihung durch Bischof Dr. Josephus Hasler erfolgte am 14. August 1960. Ab 1968 wirkte Pfarrer Gallus Ledergerber in feinfühliger Art in der Sebastianspfarrei. In diesen Jahren errichtete die Kirchgemeinde ein neues, zur modernen Kirche passendes Pfarrhaus. Seit Herbst 1973 konnte wegen des herrschenden Priestermangels die Kaplaneipfründe nicht mehr mit einem Seelsorger besetzt werden. Pfarrer Albert Thalmann wurde 1974 in unserer Gemeinde eingesetzt. Durch die Schenkung der historischen Burg aus dem Besitz des Bischofs von St. Gallen an die Kirchgemeinde im Jahre 1977 gelang es, eine Lücke im Pfarreileben auszufüllen, indem daraus ein Pfarreiheim geschaffen werden konnte. Damit war eine weitere Voraussetzung für eine erspriessliche Seelsorgearbeit gegeben. Im April 1990 begann für Pfarrer Jakob Fuchs die Amtszeit hier in Rebstein, unterstützt ab Jan. 1991 durch die Pastoralassistentin Elisabeth Hürlimann-Burgstaller. Durch den immer grösser werdenden Priestermangel wurde nach der Pensionierung des Marbacher Pfarrers im Jahr 1995 der Seelsorgever-band Rebstein / Marbach / Lüchingen gegründet, unter der Leitung von Pfarrer Jakob Fuchs. Von 1996–97 half ihm dabei die Pastoralassistentin Dorothée Buschor. Nach ihrem Weggang trat der Katechet Elmar Herzig, 1999 zum Diakon geweiht, in den Dienst der Sebastianspfarrei. Ab Januar 1999 bleibt die Pfarrstelle wegen der Pensionierung von Pfarrer Fuchs für unbestimmte Zeit vakant. Pfarradministrator war in den Jahren 1999 und 2000 Pfarrer Joachim Müller. Ab Januar 2001 ist Pfarrer Josef Benz verantwortlicher Pfarradministrator.
Im Jahr 2000 übernahm Albert Wicki seine 1. Stelle als Pastoral-Praktikant im Seelsorgeverband Rebstein / Marbach / Lüchingen. Seine Priesterweihe ein Jahr danach empfing er durch Bischof Ivo Fürer in Rebstein. Sein Amt als Priester und Seelsorger führte er fortan im Seelsorgeverband Rebstein / Marbach / Lüchingen aus. Durch die Demissionierung von Pfarrer Albert Riederer auf den 1. Februar 2009 wurde Albert Wicki durch Bischof Markus Büchel zum Pfarradministrator ad interim für die Pfarrei Rebstein ernannt. Ebenfalls auf den 1. Februar 2009 ging nach 10-jähriger Tätigkeit Diakon Elmar Herzig in den wohlverdienten Ruhestand. Kurze Zeit später wählten die 5 Gemeinden der Seelsorgeeinheit Altstätten / Hinterforst - Eichberg / Lüchingen / Marbach und Rebstein Albert Wicki zum neuen Pfarrer. Die Einsetzung erfolgte am 21. Juni 2009 in der Pfarrkirche in Altstätten durch Pfarrer Josef Benz. Auf 1. August 2009 hat Donat Haltiner, als Nachfolger von Elmar Herzig, die Stelle als Pastoralassistent und Ansprechperson der Pfarrei Rebstein im neu renovierten und umstrukturierten Pfarreisekretariat an der Burgstrasse 6 angetreten. Ebenfalls konnte das im Jahr 2008 neu renovierte Pfarrhaus durch Pater Justin Mat von den Steyler Missionaren als priesterlicher Mitarbeiter der Seelsorgeeinheit neu besetzt werden. Sie wurden am 9. August 2009 im Gottesdienst und beim anschliessenden Apéro im Burghof herzlich begrüsst. Im August 2009 haben die Bauarbeiten für die Renovation der Pfarrkirche begonnen. Die umfassende Aussensanierung wurde bis zum Jubiläumsfest am 13./14. August 2010 erfolgreich abgeschlossen und in entsprechendem Rahmen gefeiert.