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Der Klimawandel lässt die Tundra kürzer blühen
Die Veränderungen des Klimas führen dazu, dass Pflanzengemeinschaften in der Tundra in einem kürzeren Zeitfenster blühen.
Durch die Klimaerwärmung blühen viele Pflanzen früher im Jahr. Manche Arten reagieren dabei stärker auf den Klimawandel als andere. Ein internationales Forschungsteam um Sonja Wipf vom WSL-Forschungsinstitut für Schnee- und Lawinenforschung hat untersucht, wie sich diese Verschiebung der Blütezeit auf ganze Pflanzengemeinschaften in der Tundra auswirkt.
Das Zeitfenster schrumpft
Für ihre Studie analysierten Wipf und Kollegen eine Datenbank mit 42'689 Beobachtungen der Blütezeit von Tundrapflanzen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature Ecology & Evolution» berichten, schrumpft mit dem Klimawandel das Zeitfenster, in dem die Tundra-Vegetation blüht. Dies kommt zustande, weil spätblühende Arten ihre Blütezeit im Schnitt stärker verschieben als frühblühende.
Damit unterscheidet sich das kalte Ökosystem der Tundra von wärmeren Regionen. Dort reagieren frühblühende Arten sensibler auf den Klimawandel, also mit einer stärkeren Verschiebung ihrer Blütezeit als spätblühende Pflanzen. Dies hatten frühere Studien ergeben.
Auswirkungen auf die Tierwelt
Eine Verkürzung des Zeitfensters, in welchem die Tundra blüht, wirkt sich auch auf die Tierwelt der Kältesteppe aus, wie die Forschenden im Fachartikel schreiben. Insbesondere könnte die Bestäubung durch Insekten dadurch beeinflusst werden.
Zudem dient die Vegetation im Allgemeinen und Blütennektar und Pollen im Besonderen zahlreichen Lebewesen als Nahrungsquelle. So könnte die Verschiebung der Blütezeit weitreichende Folgen für Nahrungsnetzwerke im Ökosystem der Tundra haben.