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Die
Allgemeine Musik-Gesellschaft (AMG) wurde 1812 durch Zusammenschluss der alten Zürcher Musikgesellschaften gegründet. Diese waren die um 1600 entstandene Musikgesellschaft "zum Chorherrensaal", die 1613 gegründete Musikgesellschaft "ab dem Musiksaal beim Kornhaus" und die 1679 entstandene Musikgesellschaft "zum Fraumünster", später "zur deutschen Schule" genannt. Die Gesellschaften "zum Chorherrensaal" und "zur deutschen Schule" vereinigten sich 1772 zur "Musikgesellschaft der mehreren Stadt".
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden für die Leitung der von den Gesellschaften verwalteten Ensembles zunehmend Berufsmusiker aus dem Ausland hinzugezogen, wie etwa der mit Mozart bekannte Geiger Friedrich Leopold Graf oder der Komponist Anton Liste (1772-1832). Auch wurden seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts regelmässig grossangelegte Werke für Chor und Orchester aufgeführt, so zum Beispiel Grauns Der Tod Jesu, Händels Messias und Haydns Schöpfung. Die Gesellschaften veranstalteten auch Konzerte mit durchreisenden Virtuosen. So hat z.B. der junge Mozart am 7. und am 9. Oktober 1766 bei der Gesellschaft "ab dem Musiksaal" konzertiert. Das Autograph seines in Zürich komponierten Klavierstücks KV 33B liegt heute in der Zentralbibliothek Zürich (Signatur: Z XI 101). Allerdings war der Besuch der Konzerte
der oberen Gesellschaftsschicht vorbehalten, die durch Subskriptionslisten zum Bezug der Eintrittskarten eingeladen wurde. Erst mit dem Bau des Kasinosaals 1806 erhielt ein grösseres Publikum Zugang zu den Musikaufführungen in Zürich.
Als die AMG 1812 gegründet wurde, übernahm sie nicht nur die Notenbestände der alten Gesellschaften, sondern auch die Verpflichtung, die öffentlichen Chor- und Orchesterkonzerte regelmässig weiterzuführen. Das Orchester
der AMG blieb eine Mischung aus Berufsmusikern und Dilettanten. Es wurde von 1821 bis 1846 von Casimir von Blumenthal geleitet, von 1846 bis 1852 von Franz Abt. Nach der Gründung des Zürcher Aktientheaters 1834 spielte das AMG-Orchester unter
der Leitung Blumenthals für die in Zürich aufgeführten Opern.
Allerdings scheint erst in den frühen 1850er Jahren eine ernsthafte Probenmoral beim AMG-Orchester eingetreten zu sein, als Richard Wagner regelmässig Gastdirigate hielt und Franz Abt de facto aus seiner Position drängte. Wagner sorgte dafür, dass in allen Stimmen seine Übebuchstaben und seine Vortragszeichen noch vor der ersten Probe eingetragen wurden, auch insistierte er mehrmals, dass alle Orchestermitglieder zu allen Proben zu erscheinen hatten - für das damalige Zürich offenbar eine Neuerung. 1868 bekam Zürich mit der Gründung der Tonhalle-Gesellschaft endlich ein ständiges Orchester von Berufsmusikern, so wie es sich Wagner früher gewünscht hatte.