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Im Rahmen des Digitalisierungs- und Georeferenzierungsprojektes e-maps der Kartensammlung der ETH-Bibliothek kommt immer wieder ungeahntes zum Vorschein. Nun wurden die einzigartigen handschriftlichen Kartennotizen der beiden Geologen Albert und Arnold Heim digitalisiert.
Auf der topografischen Grundlage unterschiedlicher Kartenwerke wie der Dufour- oder Sigfriedkarte zeichneten Vater Albert und Sohn Arnold Heim ihre Untersuchungsergebnisse ein. Die Karten der beiden Heims sind so wichtige Zeugnisse der Entwicklung der Geologie.
Albert Heim (1849 – 1937) wurde am 12. April 1849 in Zürich geboren und begann sein Studium 1866 erst an der Universität Zürich. Nach drei Semestern wechselte er allerdings an das Eidgenössische Polytechnikum (ETH Zürich), welches er 1869 als diplomierter «Fachlehrer in naturwissenschaftlicher Richtung» verliess. Nach der traditionellen Studienreise in Dänemark und Norwegen zog es Albert Heim wieder in die Schweiz.
Zurück in Zürich wurde der gerade einmal 23-jährige Albert Heim 1872 zum Professor für technische und allgemeine Geologie am Polytechnikum gewählt und übernahm damit die Nachfolge von Arnold Eschers von der Linth (1807 – 1872). Heim engagierte sich auch als gefragter Verfasser von geologischen Gutachten in verschiedenen Kommissionen wie als Mitglied und zeitweiliger Präsident der Naturforschende Gesellschaft Zürich oder als Mitglied des SAC.
Abb. 1: Blatt Calanda (Rar K 1066: 402).
So fungierte er auch als Gutachter für diverse Eisenbahnprojekte wie den Simplon Tunnel. Unter den digitalisierten Karten findet sich darum auch eine, die die beiden Varianten des Scaletta-Tunnels eingezeichnet haben. Der Tunnel wurde 1890 für eine Adhäsionsbahn von Landquart über Davos nach Chiavenna geplant, das Projekt als Ganzes wurde aber schlussendlich nie verwirklicht.
Abb. 2: Blatt Scaletta mit dem nicht realisierten Scaletta-Tunnel (Rar K 1066: 423).
Arnold Heim (1882 – 1965) trat mit seinem Studium der Geologie am Eidgenössischen Polytechnikum in die Fussstapfen seines Vaters, der den Lehrstuhl für Geologie noch innehatte. 1908 – 1911 und 1924 – 1928 war er Privatdozent sowohl an der Universität wie auch dem Polytechnikum in Zürich. Entgegen der gehegten Hoffnung seines Vaters, trat Arnold nicht seine Nachfolge am Polytechnikum an, sondern übernahm eine Professur an der Universität Kanton in China.
In dieser Zeit unternahm Arnold Heim gemeinsam mit Eduard Imhof (1895 – 1986) eine Expedition, die zum Ziel hatte den Berg Minya Konka zu vermessen. Gerüchte zufolge sei dieser 10’000 Meter hoch und damit der höchste Berg der Welt. Das Resultat lautete aber nur 7600 Meter über Meer, somit blieb der Mount Everest weiterhin der höchste Berg der Welt.
Nebst seinen zahlreichen und ausgedehnten Reisen in alle Erdteile gelangen Arnold Heim bedeutende Untersuchungen im Säntis- und Churfirstengebiet.
Abb. 4: Blatt Walenstatt (Rar K 1066: 250)