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Abgesehen davon, dass es sich hier um einen ungemein gelungenen Wortwitz handelt, ist Anekdoteles unser neues Kurzformat für schmissige historische Anekdoten. Die heutige Geschichte verdanken wir dem Input von User coronado71.
1880er bis 1890er Jahre, der Stromkrieg tobt.
Zwei Giganten kämpfen um die elektrische Erleuchtung der USA. Wer von ihnen ist wohl im Besitze der geeigneten Technik? Wer wird künftig den Elektromarkt bestimmen?
In der einen Ecke begrüssen wir Thomas Alva Edison, den Erfinder der Glühbirne und des Mikrophons. In der anderen Ecke sitzt sein grosser Widersacher, der Grossindustrielle George Westinghouse.
Während Edison und sein Unternehmen General Electric ausgerüstet sind mit massentauglichem Erfindungsgeist, befinden sich in Westinghouses Taschen diverse Patente vom serbisch-österreichischen Erfinder Nikola Tesla – dem «Wissenschaftspoeten», dem neurotischen Träumer. Seine Firma, die Westinghouse Electric, wirbt für Teslas neuen Wechselstrom. Edison wiederum hält davon rein gar nichts. Er experimentiert mit seinem Gleichstrom.
Das mag jetzt selbstbewusst klingen, aber so sicher war sich Edison nicht. Und um zu beweisen, dass die Elektrifizierung des Landes allein in seine verantwortungsvollen Hände gelegt werden sollte, schritt er zu einer mörderischen Beweisführung. Die Leute sollten sehen, wie gefährlich dieser neuartige Wechselstrom seines Konkurrenten ist.
4. Januar 1903, die Hinrichtung des Zirkuselefanten Topsy mit Wechselstrom – vor 1500 Menschen.
Er fing mit Katzen und Hunden an. Dann ging Edison dazu über, auch Pferde in öffentlichen Shows mit Wechselstrom hinzurichten. Am 4. Januar 1903 war Topsy dran. Edisons Mitarbeiter Harlod P. Brown, der Mann, der den Elektrischen Stuhl erfand, liess vor den Augen der Schaulustigen Wechselstrom durch den mächtigen Körper des Elefanten fliessen. Eine Minute dauerte es, dann war Topsy tot.
Edisons Propaganda-Lügen über die in Wahrheit technisch überlegene Wechselspannung brachten ihm nicht den erhofften Erfolg. Aus dem schmutzigen Krieg ging letztlich Tesla als Sieger hervor. Wenn auch nicht er persönlich, so doch sein Wechselstrom, der sich im Gegensatz zu Edisons Gleichstrom hochtransformieren und über weite Strecken transportieren lässt.
Tesla selbst starb verarmt, betrogen um Milliarden, während weltweit fast alle Städte bereits mit seinen Wechselstromanlagen elektrifiziert wurden. Der Neurotiker, der sich vor den Haaren fremder Menschen fürchtete und schwitzte, wenn er einen Pfirsich sah, dieses exzentrische Erfindergenie, war leider ein lausiger Geschäftsmann.
In Wirklichkeit liess Edison «nur» Katzen, Hunde und Pferde durch Strom hinrichten, um während des Stromkriegs die Gefährlichkeit des Wechselstorms seines Widersachers zu beweisen. Das war allerdings 15 Jahre vor dem Tod des Zirkuselefanten. Als Topsy hingerichtet wurde, war der Stromkrieg schon zehn Jahre beendet und Edison war nicht mehr länger im Elektrogeschäft tätig. Die Firma «The New York Edison Company», welche die «Electrocution» von Topsy durchführte, befand sich 1903 nicht mehr in Edisons Besitz. Wahr ist allerdings, dass Harlod P. Brown, der Erfinder des Elektrischen Stuhls, Topsys «Electrocution» durchführte.
Diese steht wohl vielmehr im Zusammenhang mit den damals noch üblichen Tierprozessen. Topsy hatte nämlich drei Männer getötet, darunter einen ihrer Wärter, der versucht hatte, sie mit einer brennenden Zigarette zu füttern. Für diese «Morde» sollte sie bestraft werden. Die Besitzer wollten das Tier erst hängen lassen, doch der amerikanische Tierschutz setzte sich erfolgreich dagegen ein – und so sollte der Elefant durch einen Stromschlag sterben.
(rof)
Warum gibt's jetzt dafür ein eigenes Format?
Damit sich watson-User wie MartinZH nie wieder ungewollt in Artikeln mit derlei fragwürdigem Inhalt wiederfinden!
Und weil mein Chef es erfunden hat und wir zwei gute Wochen lang herzlich darüber lachen konnten.
Gut, da das nun geklärt ist: Auf in die heutige Geschichte!
«Rien», schrieb der französische Kronzprinz Louis Auguste am 17. Mai 1770 in sein Tagebuch. Es war der Tag nach seiner Hochzeitsnacht mit der habsburgerischen Prinzessin Marie …