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Seit Jahren rätselt die Welt, wer sich hinter dem Künstlernamen Banksy verbirgt. Man weiss nur, dass er oder sie aus dem englischen Bristol kommt. Und von dort aus mit seiner/ihrer Streetart die Welt erobert hat. Doch wie verdient man Geld, wenn keiner weiss und wissen darf, wer man ist?
Vor einigen Jahren wurde Banksy von «Pictures On Walls», kurz POW, vertreten. Über die Webseite konnten Werke von verschiedenen Künstlern und Illustratoren erworben werden, darunter auch Drucke von Banksy. 2017 zogen sich die POW-Macherinnen und -Macher jedoch zurück.
Dass POW aufhörte, hatte auch mit Ernüchterung über den Kunstmarkt zu tun. Denn wenn ein Künstler oder eine Künstlerin wie Banksy erfolgreich wird, streichen Besitzer über den sogenannten Sekundärmarkt viel Geld mit einem Werk ein. Dazu gehören zum Beispiel Auktionen. Von diesen Summen sehen die Erschaffer keinen Rappen.
Mit dieser Tatsache hat Banksy ebenfalls offenkundig Mühe und lässt seine Haltung auch in seine/ihre Kunst einfliessen. Das Auktionshaus Sotheby’s zum Beispiel verkaufte vor ein paar Jahren das berühmte Bild «Girl with Balloon» für über 1.3 Millionen Franken. Kurz nachdem der Hammer fiel, begann sich das Bild selber zu schreddern.
Auch direkte Verkaufsaktionen von Banksy dürfen wohl als Kritik am Kunstsystem verstanden werden. 2013 zum Beispiel verkaufte ein älterer Herr an einem Stand im New Yorker Central Park echte Banksys für 60 US-Dollar pro Druck. Weniger als zehn Personen schlugen zu. Der Wert pro Stück dürfte sich inzwischen auf über 200’000 US-Dollar belaufen.
Heute geht Banksy über die Webseite «Pest Control Office», um seine/ihre Kunst zu veräussern. Die Plattform dient auch dazu, die Echtheit von Banksy-Werken über ein komplexes System zu verifizieren. Wie viel der direkte Verkauf eines Werks einbringt, bleibt – wie die Identität des Künstlers – ein Geheimnis.