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mit dem Thema "Weine aus dem Loire-Tal/Saumur"
Restaurant Chesery Gstaad
Weinbaugebiet Val de Loire
Das Weinbaugebiet Val de Loire umfasst mehrere Weinbauregionen zusammen. Als gemeinsamer Nenner gilt dabei, dass diese Regionen am Fluss Loire sowie an etwa zehn Nebenflüssen liegen. Des Weiteren sorgt die für die französischen Verhältnisse nördliche Lage generell für frische, leichte und delikate Weine. Die Produktepalette umfasst dabei trockene und halbtrockene Weissweine, weisse Dessertweine, leichte Rotweine, Schaumweine und Roséwein. Auf einer Länge von 1000km (von Roanne in der Nähe der Stadt Lyon bis Nantes und St. Nazaire) werden ca 70'000 Hektar Rebflächen bewirtschaftet. Hier entstehen im Bereich der Qualitätsweine jährlich ca 1'400'000 hl Weisswein und 1'140'000 hl Rot- und Roséwein. Diese Menge entspricht ca 10 % der französischen Weinproduktion. Innerhalb dieses Gebiets werden nicht weniger als 32 Herkunftsbezeichnungen der Kategorie Appellation d'Origine Contrôlée (kurz AOC) und 15 Vin Delimité de Qualité Superieur (kurz VDQS) Weine zusammengefasst. Hinzu kommen noch fast 40 verschiedene Vin de Pays. Der Erfolg der Crémant-Weine führte dazu, dass die Loire zum zweitbedeutensten Schaumweinerzeuger nach der Champagne aufstieg. Da diese Fülle an Varianten nicht generell unter einem Oberbegriff zusammengefasst werden kann, wurden Subregionen mit eigenen charakteristischen Zügen definiert. Es handelt sich dabei um die untenstehend kurz angegebenen Regionen Anjou- Saumur, Pays Nantais und Touraine. Daneben gibt es noch deutlich abseits gelegene Weinbaugebiete, die unter der Region Coeur-de-France oder Centre gruppiert sind.
Die Geschichte des Loire-Weines beginnt im 5. Jahrhundert
Mit Ausnahme einiger Rebflächen im Pays Nantais, die bereits von den Römern angelegt wurden, beginnt die Geschichte des Weinbaus an der Loire im 5.Jahrhundert. Die grossen Klöster der Region legten systematisch Rebflächen an. Sidonius Appolinaris erwähnte in einem Brief aus dem Jahre 469 die Weinberge des keltischen Stamms der Arverner, die von der Auvergne bis zur Loire vorgedrungen waren. Gregor von Tours beschrieb in seinem Werk "Geschichte der Franken" ebenfalls häufig den Weinbau an der Loire. Er berichtete auch über die oftmals erfolgreichen Uebergriffe der Bretonen auf die Weinberge oder aber auf die Traubenernten der Gegend um die Stadt Nantes. Während annähernd 500 Jahren entwickelte sich der Weinbau stetig und der gesicherte Transport auf dem Wasserweg bescherte dem Gebiet auch Absatzmärkte ausserhalb der Region. Mit der Krönung des Herzogs von Anjou Heinrich II. Plantagenet zum König von England am 19. Dezember 1154 begann eine fast 900 Jahre dauernde Beziehung zwischen dem Loire-Wein und den französischen und englischen Höfen sowie Adelsfamilien. Diese enge Beziehung führte dazu, dass sich der Loire Wein in ganz Europa eines guten Rufes erfreute. Dieser gute Ruf sorgte für gute Geschäfte und ermöglichte den Winzern auch Investitionen in eine noch bessere Qualität. Ab dem 15. Jahrhundert begann man beispielsweise, die Weinberge mit neuen und vor allem besseren Rebsorte wie dem Cabernet Franc zu bepflanzen.
Das Klima ist entscheidend
Milde und feuchte Luft vom Atlantik strömt weit ins Landesinnere. Darüber hinaus sorgen die Loire und ihre Nebenflüsse für ein günstiges Mesoklima aufgrund der mässigenden Wirkung des Wassers. Trotz des zuverlässigen Charakters des Klimas ist der jahrgangsabhängige Einfluss insbesondere bei den Rotweinen und den süssen Weinen sowohl im Hinblick auf Menge als auch Qualität erheblich. Das insgesamt kühle Klima sorgt generell, wie zum Beispiel Sancerre, für Weine mit einer kräftigen Säure und liefert somit ausreichende Mengen von Grundwein für die Schaumwein-Herstellung. Mit zunehmender Entfernung vom Meer wird das Klima deutlich kontinentaler. Generell besteht im Frühjahr bis in den Monat Mai die Gefahr von Spätfrösten. Im Jahr 1991 vernichtete der Spätfrost ca 70 % der Ernte. Die Niederschlagsmenge zwischen März und August ist mit mittleren Werten von 45-57 mm/Monat eher gering. Während dieser Zeit fällt der Niederschlag meist in Form von kurzen und heftigen Gewitterschauern. Insbesondere im August und September kann es dadurch zu Schäden durch Fäulnis kommen.
Betörende Aromen
Die weissen Weine der Weinbaugebiete Côteaux du Layon, Montlouis-sur-Loire, Savennières und Vouvray werden allesamt aus der Rebsorte Chenin Blanc gekeltert. In ihrer Jugend verfügen die Weine über ein kräftiges Säuregerüst und können sich daher einige Jahre in der Flasche entwickeln. Die aktuell sehr populäre Sorte Sauvignon Blanc ist Basis der weissen Weine von Sancerre, Pouilly-Fumé und Menetou-Salon. Diese Weine verfügen anfangs über ein ausgeprägtes Cassis-Aroma (schwarze Johannisbeere). Einige Hersteller experimientieren mit einem Ausbau dieser Weine im kleinen Holzfass, um ihnen etwas von ihrer agressiven Säure zu nehmen und die Weine runder und voller zu gestalten. Die jung zu trinkendenden Muscadet-Weine werden aus der Rebsorte Melon de Bourgogne gekeltert und passen hervorragend zu Gerichten mit Fisch und Meeresfrüchten.
Saumur die Perle von Anjou
Die roten Weine von Saumur, Chinon und Bourgeuil beziehen ihren fruchtig samtigen Charakter von der Rebsorte Cabernet Franc. Weitere häufig angebaute rote Rebsorten sind Gamay, Pinot Noir und Malbec, auch "Côt" genannt.Saumur, die Perle von Anjou, ist eine typische französische Provinzstadt mit 25'000 Einwohnern. zuvielen Autos, einem samstäglichen Markt und einem eigenen Schloss aus dem 14. Jahrhundert. Mit dem Abzug der Römer verschwanden die Reben weitgehend und erst im Jahre 1066 begannen Mönche wieder intensiv mit dem Weinbau. Schon 1194 wurden die ersten Partien Wein nach England versandt. Heute gilt Saumur als das wohl wichtigste Weinzentrum des Loiretals. Der Boden rund um Saumur ist grösstenteils sehr kalkhaltig. Man findet dort Rotweine und Roséwein (Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon), trockene Weissweine und Schaumweine. (Chenin Blanc). Die Appellation Saumur-Champigny befindet sich unter den besten Rotweinen des Loire Tals. Die Schaumweine lieben den kalkhaltigen Boden. Roséweine aus Saumur haben die Appellation Anjou Rosé.
Die Seelen der Chesery
Und dann war es wieder soweit. Ein Herzenswunsch unserer Mitglieder d.h. der Weinfreunde wurde wieder erfüllt. Wir konnten eine Degustation im Restaurant Chesery in Gstaad geniessen. Robert Speth muss man eigentlich nicht mehr vorstellen, aber man muss es immer wieder sagen: Seit 1984 ist er im Restaurant "Chesery" in Gstaad. Heute auf besonderen Wunsch wiederum unser Gastgeber. Er arbeitet seit langem auf höchstem Niveau. 1998 wurde er mit einem Michelin Stern ausgezeichnet, 2005 wurde er von Gault/Millau zum "Koch des Jahres" ernannt. Seine Küche zeugt von Grosszügigkeit und Schnörkellosigkeit. Höchst gekonnt verbindet er einfachste mit edelsten Produkten, beherrscht die italienische ebenso wie die französische Küche und macht raffinierte Anleihen bei der asiatischen Kochkunst, wobei seine Vorliebe Fisch und Krustentieren gilt. Er pflegt die Kunst der Einfachheit auf sehr hohem Niveau. Keine unnötigen Dekorationen oder komplizierten Kombinationen, sondern der unverfälschte Eigengeschmack des Produkts steht im Mittelpunkt. Kulinarische Höhenflüge und dennoch ganz reell, bodenständig und auch für Hobbyköche- und Köchinnen nachvollziehbar. Robert Speth kocht ohne Schnickschnack, dafür mit beeindruckender Präzision. Er beherrscht die bodenständige regionale Küche genauso wie die Haute Cuisine. Mal kocht er rustikal, mal aufwendig - aber stets brillant. Und er wird mit dem Alter immer besser. Dies die Worte von Urs Heller von GaultMillau Schweiz.
Insgesamt -18- Teilnehmer waren an diesem Abend anwesend, und wurden, wie beim letzten Mal, sehr herzlich begrüsst von unserem Gastgeber Robert Speth sowie Ivan Letzter, "Sommelier des Jahres 2008" Gault/Millau und Weinspezialist im Restaurant Chesery Gstaad. Ivan Letzter führte uns sehr gekonnt und fachkundig durch die verschiedenen Gänge des Menus und die entsprechenden Weine. Als ausgezeichneter Weinkenner hat er auch dieses Jahr persönlich alle Weine für die heutige Degustation ausgesucht. Die Mitglieder der Weinfreunde Gstaad-Saanenland waren wiederum sehr erfreut über die von ihm gemachten Bemerkungen über Wein und Essen. Wenn er einen Wein erklärte oder ein Weingut oder einen Winzer vorstellt, versteht jedermann sofort, was er meint und zwar drückt er sich immer wieder sehr klar und deutlich aus, d.h. er verzichtet auch auf Spezialausdrücke, die nur ein Profi verstehen kann. Er kann jedermann für seine Ausführungen begeistern,Er kommentierte auch die verschiedenen Speisegänge. Alle diese Ausführungen sind dazu da, unsere Mitglieder zum Gespräch aufzufordern, was denn auch sehr rege getan wurde.
Wein & Dîne
Das Menu von Robert Speth für die Weinfreunde sah am heutigen "Wine and Dine " wie folgt aus:
Danke dem Chesery-Team
In früheren Berichten haben wir bereits versucht, die Küche von Robert Speth oder das Fachwissen von Sommelier Yvan Letzter zu kommentieren. Langsam gehen uns aber die richtigen Worte aus, da diese bereits mehrmals in einem Bericht verwendet wurden. Die Speisenfolge stimmte wie immer zu den degustierten Weinen, von der Qualität auf allerhöchstem Niveau wage ich kaum zu sprechen. Alles was am Anfang gesagt wurde, einfachste mit edelsten Produkte verbunden, sensationelle Anleihen aus der asiatischen Küche, waren vorhanden. Absolut keine unnötigen Dekorationen. Masthühnchen (Poularde) sowie der Rehrücken waren schlicht und einfach einzigartig, eben das herausragende Können eines riesigen Spezialisten, welcher aber trotz seines enormen Ruhmes weiterhin mit beiden Beinen auf der Erde steht. Die Chesery hat die absolut höchste Stufe erklommen. Der heutige Abend hat dies einmal mehr ausdrücklich bewiesen. Hiermit danken wir Robert Speth, Yvan Letzter und dem Chesery Team für alles, was sie uns geboten haben. Essen, Wein, Umgebung und Dienstleistung stimmen mit unseren Wünschen überein.
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