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Seltene Erden, das sind Metalle mit nicht alltäglich klingenden Namen wie Thulium, Dysprosium, Gadolinium, Neodym oder Lanthan. Siebzehn Metalle werden zu dieser Gruppe gezählt, aufgrund ihrer ähnlichen Eigenschaften: Sie sind sehr weiche, meist silbrig glänzende Metalle. An der Luft laufen sie schnell an; einige können sich sogar selbständig entzünden.
Im Erdboden häufiger als Blei
Der Name stammt aus ihrer Entdeckungszeit: Gefunden wurden die Metalle in seltenen Mineralien und zwar in Form ihrer Oxide, die früher als «Erden» bezeichnet wurden. Die meisten dieser Elemente wurden im 19. Jahrhundert entdeckt. Viele davon fand man in Mineralien aus einer einzigen Mine: im Bergwerk Ytterby in der Nähe von Stockholm.
Nach dem heutigen Wissensstand ist aber klar, dass die meisten der Seltenen Erden gar nicht so selten sind. Viele kommen in der Erdkruste in grösserer Konzentration vor als zum Beispiel Blei oder Quecksilber. Das Problem beim Abbau ist aber, dass sie nur an wenigen Orten auf der Erde konzentriert vorkommen. Dies macht ihre Gewinnung aufwendig und teuer.
Konzentration auf wenige Minen
Fast wie beim Bergwerk Ytterby konzentriert sich auch heute der Abbau dieser Metalle auf ein paar wenige Minen. China dominiert beinahe vollständig den Weltmarkt; das löst immer wieder Ängste vor Lieferengpässen bei westlichen Produzenten aus, die auf Seltene Erden angewiesen sind.
Dabei ist das aktuelle Szenario hausgemacht: Immer strengere Umweltauflagen führten dazu, dass sich die westlichen Firmen fast vollständig zurückzogen. Die Einhaltung der Vorschriften war ihnen zu teuer. Der ehemalige Hauptproduzent USA wurde deshalb in den letzten 20 Jahren von China abgelöst.
Hochgiftige Schlacke in «Seen»
Die aus dem Boden geschürften Mineralien werden mit Säuren oder Laugen behandelt, um die gewünschten Metalle herauszulösen. Zurück bleibt eine toxische Schlacke, die, quasi als Beifang, oft auch noch radioaktive Stoffe wie Thorium enthält. Diese Schlacke wird in künstlichen Seen neben den Minen gelagert. Die Umweltprobleme werden damit in Länder exportiert, die sich (teure) Schutzvorschriften nicht leisten können – oder wollen.