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Grundregeln für die Organisation der Bürger*innenversammlung
1. Auswahl der Teilnehmer nach Zufallsprinzip – alle Personen, die am Bürgerpanels teilnehmen, werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Einladung zur Teilnahme an einem Bürgerpanel soll potenziell jeder Person offen stehen, die zur Teilnahme berechtigt ist.
2. Demographische Repräsentativität des Panels – Die Zusammensetzung des Bürgerpanels soll die demographische Struktur der von dem Panelthema betroffenen Gemein-schaft so weit wie möglich widerspiegeln. Zu diesem Zweck können eine Reihe von demografischen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Stadtteil oder anderes herangezogen werden. Das Ziel ist es, eine kleine Gemeinschaft zu schaffen, die sich „wie wir” anfühlt. Das Panel soll in Bezug auf die Teilnehmerzahl groß genug sein, um den vielfältigen Perspektiven Rechnung zu tragen. Allen Teilnehmer/innen ist eine Aufwandsent-schädigung zu zahlen, deren Höhe zumindest die Kosten für die Teilnahme an den Panelsitzungen decken soll.
3. Unabhängiges Koordinatorenteam – das Bürgerpanel wird von einem unabhängigen Koordinatorenteam geleitet, dessen Aufgabe insbesondere darin besteht, die Auslosung und das Programm vorzubereiten und Experten und Facili-tatoren einzuladen. Wenn das Bürgerpanel auf Antrag einer lokalen Regierung oder eines Parlaments organisiert wird, ist es wichtig, dass kein Mitglied des Koordinierungsteams Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung ist. Koordinatoren sollen unparteiisch sein – es sollen zum Beispiel keine aktiven Politiker oder Personen sein, die direkt an einem bestimmten Thema beteiligt sind.
4. Das Bürgerpanel kann Experten einladen – obwohl das Programm von einem Koordinatorenteam erstellt wird, kann das Bürgerpanel weitere Experten einladen, die es selbst auswählen kann. Die Teilnahme von Experten kann in Form einer Live-Präsentation, einer Videoübertragung, einer Aufzeichnung, eines schriftlichen Gutachtens oder in einer anderen Form erfolgen.
5. Berücksichtigung eines möglichst breiten Spektrums an Perspektiven, praktisch gesehen – wenn es für ein bestimmtes Thema verschiedene Lösungen und Perspektiven gibt, ist es perfekt, wenn alle diese bei der Informationsver-mittlung (durch eingeladene Experten) präsentiert werden. Aufgrund der begrenzten Zeit oder anderer praktischer Umstände kann die Methode der Kombination von Pers-pektiven verwendet werden. Die Fachvorträge können in Form einer Live-Präsentation, einer Videoübertragung, einer Aufzeichnung, eines schriftlichen Gutachtens oder in einer anderen Form erfolgen.
6. Einladung aller interessierten Parteien – jede Organisation, informelle Gruppe oder Institution, deren Tätigkeitsbereich das Thema des Bürgerpanels betrifft, hat das Recht, ihre Ansichten persönlich mitzuteilen. Das Koordinatorenteam identifiziert nur die Parteien – es wählt sie nicht aus. Bei zeitlicher Begrenzung oder einer großen Anzahl von Parteien kann das Verfahren zur Auswahl von Parteienvertretern angewandt werden. Dabei ist der Vielfalt der Perspektiven Rechnung zu tragen.
7. Deliberation – Gespräche der Teilnehmer*innen, die auf aufmerksamem Zuhören und Überprüfung von verschiede-nen Optionen beruhen, das sind die Schlüsselelemente des Bürgerpanels. Das Programm des Panels soll Diskussionen in kleinen Gruppen sowie im Forum berücksichtigen, um die bestmögliche Chance auf Sprechen und Hören zu ge-währleisten. Der deliberative Teil soll von qualifizierten Facilitatoren durchgeführt werden.
8. Offenheit – alle Mitglieder der Gemeinschaft, auf die sich das Panel bezieht, sollen in der Lage sein, ihre Meinung in Form von Kommentaren, Vorschlägen oder Ratschlägen dem Bürgerpanel mitzuteilen.
9. Genügend Zeit zum Überlegen – genügend Zeit zum Nachdenken über Fragen, die mit dem Thema zusam-menstehen, ist für eine bewusste Entscheidungsfindung unerlässlich. Wenn die Angelegenheit nicht dringend ist, gibt es keinen Grund zur Eile. Das Bürgerpanel soll in der Lage sein, die Sitzungen sowohl zu verlängern als auch die Anzahl der Sitzungen zu erhöhen, wenn es dies beschließt (bestimmte Einschränkungen, die sich aus dem Budget des Panels ergeben, sind hier möglich).
10. Auswirkung – von Anfang an soll klar sein, was mit den Empfehlungen des Panels geschehen wird. Im Idealfall werden Empfehlungen, die vom Panel auf einem entsprechend hohen, vorher festgelegten Niveau unterstützt werden, als verbindlich behandelt (sofern dies mit dem geltenden Recht vereinbar ist).
11. Transparenz – alle Vorträge bei der Informationsver-mittlung sollen live übertragen und aufgezeichnet werden. Alle dem Bürgerpanel zur Verfügung gestellten Materialien sollen auf der Website zur Verfügung gestellt werden. Klare Informationen darüber, wie die Empfehlungen des Panels umgesetzt werden, sollen auf der Website verfügbar sein und je nach getroffenen Maßnahmen aktualisiert werden. Das Koordinierungsteam soll einen Bericht vorlegen, in dem Einzelheiten zur bei der Organisation des Panels angewandten Methodik dargelegt werden.
12. Werbung – das Bürgerpanel ist ein wichtiges Ereignis im Leben der Gemeinschaft und die Bürger*innen sollen darüber informiert werden, dass es stattfindet. Sie sollen mit Informationen darüber versorgt werden, wie sie sich engagieren können und wie sie seine Aktivitäten verfolgen können. Die Tatsache, dass ein Bürgerpanel zu einem be-stimmten Thema organisiert wird, soll vor Beginn seiner Sitzungen veröffentlicht werden