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Vor 23 Jahren im Gymnasium Bäumlihof (GB): Der Schüler Jürgen Hench suchte für eine Theateraufführung einen alten Computer. In einem der Zivilschutzkeller der Schule wurde er fündig: Ein Commodore CBM 4032, ähnlich dem berühmten PET 2001. Der ursprüngliche Name (pet engl. = Haustier/Liebling: Personal Electronic Transactor) musste aber aus Markenschutzgründen in CBM (Commodore Business Machines) geändert werden.
Dieser Fund hat eine Vor- und eine Nachgeschichte.
Um 1980 hatten die Informatikkurse am GB begonnen, an sog. „dummen Terminals“, Geräten ohne eigene Rechenfähigkeit. Für den Lehrer Marcel Sutter war es „seine Sternstunde“, als ein Schüler ihm einen solchen CBM mit in den Kurs brachte. Das Gerät hat ihn damals derart begeistert, dass er von der Stadt Basel für den Kauf von 6 dieser Geräte viel Geld beantragte und bekam. Das war der Beginn des Informatikunterrichts für ganze Klassen im GB. Die stürmische Entwicklung der "Personal Computer" (PC) führte zum baldigen Ersatz der CBM Rechner durch Nachfolger, u.a. den berühmten Commodore C64 und den IBM PC. Die nicht mehr benötigten CBM-Rechner wurden statt sie zu entsorgen in den Luftschutzräumen eingelagert. Und damit sind wir wieder am Beginn: Nutzung als Theater-Requisite.
Die Folge ist nicht weniger spektakulär. Besagter Schüler begeisterte Dr. Gerald Süss, einen der Informatiklehrer, sowie die Schulleitung, ein Museum aus den gut erhaltenen Geräten zu machen. Das war der Beginn des "Computer Museum Gymnasium Bäumlihof", CMGB.
Über die Jahre wuchs dieses gewaltig und auch die Aktivitäten des Museums ausserhalb der Schule wurden immer umfangreicher, u.a. Teilnahme an Museumsnächten in Bern und Basel, an der Art Unlimited und dem Shift Festival. Mit dem Aufbau der Game Lounge, einer Sammlung von historischen Spielcomputern und -konsolen, vor allem beim jungen Publikum begehrter als Computer, entstand ein zweiter Schwerpunkt.
Ab 2014 wurde das GB umfassend saniert.Für die Museumsbetreiber bedeutete dies, eine neue Lokation zu finden und alle Exponate temporär umzusiedeln. Gefunden wurden die neuen Räume in einem entsprechenden Ambiente bei der Firma ColoBâle AG, welche ein professionelles Datacenter in den geschichtsträchtigen Hallen des ehemaligen Schindler Konzern auf dem heutigen Magnet-Areal in Pratteln betreibt. Geführt wird die ColoBâle AG von Stefan Mayer. Dieser war ebenfalls ehemaliger GB Schüler.
Hier präsentiert sich das Museum regelmässig der Öffentlichkeit. Und hier kann man auch den Hingucker dieses Artikels bewundern, alle erwähnten Nachfolger und Vorgänger, sowie viele weitere Geräte, welche die Entwicklung der Computer im weitesten Sinne dokumentieren.
Die Hälfte der 200 m2 grossen Halle wird von der Retro Game Lounge eingenommen, die sich an Kinder und Junggebliebene richtet.
Die Rückkehr mit einem Teil der Ausstellung ins GB war immer beabsichtigt: Pünktlich zu dessen 50-Jahr-Jubiläum konnte das ursprüngliche Museum dort wieder eingeweiht werden und steht dem Schulunterricht zur Verfügung.