Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/2922

Das waren die besten Aktienfaktoren im Jahr 2023
Der Aktienmarkt bietet verschiedene Renditequellen, sogenannte Faktoren. Je nach Marktsituation können diese Faktoren unterschiedlich abschneiden. Ein Renditevergleich fünf wichtiger Faktoren des vergangenen Jahres.
Anleger, die in weltweite Aktien investieren wollen, können einen ETF oder einen Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World kaufen. Der MSCI World ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und gibt die Marktrendite wieder.
Neben der Marktrendite gibt es jedoch weitere Faktoren, die zur Rendite des Weltaktienindexes beitragen. Fünf häufig genutzte und wissenschaftlich anerkannte Faktoren sind Minimum Volatility, Value, Quality, Momentum und Size.
Auf alle diese Faktoren existieren Indizes. Diese Indizes sind nicht nach Marktkapitalisierung, sondern alternativ gewichtet. Diese Faktorindizes wenden die Regeln der jeweiligen Faktoren beispielsweise auf die Titel im MSCI World an. Anleger können mittels ETF in diese Indizes investieren.
- Der Minimum-Volatility-Faktor konzentriert sich auf Titel, die möglichst geringe Preisschwankungen aufweisen (unter anderem eine geringe Volatilität). Ziel des Faktors ist es, langfristig eine gute Rendite bei möglichst geringem Risiko zu erzielen.
- Der Value-Faktor geht von der Annahme aus, dass unterbewertete Titel sich langfristig besser entwickeln als überbewertete. Der Value-Faktor berücksichtigt fundamentale Unternehmensdaten wie Umsatz oder Gewinn und berechnet einen fairen Preis für das Unternehmen. Liegt der aktuelle Titelkurs unter dem fairen Wert, gilt ein Titel als unterbewertet.
- Ebenfalls fundamentale Unternehmensdaten werden beim Quality-Faktor angewendet. Hier wird versucht, möglichst sichere und profitable Unternehmen zu wählen, die langfristig eine Überrendite erzielen sollen. Der Quality-Faktor setzt auf Werte wie das Schulden-Buchwert-Verhältnis und die Eigenkapitalrendite.
- Titel, die in der nahen Vergangenheit eine überdurchschnittliche Rendite erzielt haben, werden das auch künftig tun. Damit lässt sich der Momentum-Faktor beschreiben. Um eine Momentum-Strategie umzusetzen, kann man beispielsweise ein Relative-Stärke-Ranking unter Einbezug der Rendite und der Volatilität über unterschiedliche Zeiträume erstellen und in die Titel mit der grössten relativen Stärke investieren.
- Der Size-Faktor folgt der Annahme, dass Aktien von Unternehmen mit einer niedrigen Marktkapitalisierung langfristig eine höhere Rendite erzielen als Aktien von Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung. Das wird damit begründet, dass sie mit der Überrendite zum Markt Risiken kompensieren. Daher werden mittel- und kleinkapitalisierte Titel berücksichtigt.
Im vergangenen Jahr hat der Quality-Index (+14,5 Prozent) die beste Rendite erzielt. Am schlechtesten schnitt der Minimum-Volatility-Index (-2,2 Prozent) ab. Zum Vergleich: Der MSCI World erzielte im 2023 eine Rendite von +12,7 Prozent (siehe Grafik oben).
Die starke Performance des Quality-Indexes ist vor allem auf die positive Marktentwicklung einzelner Titel mit einer höheren Gewichtung als im MSCI World zurückzuführen: So legte beispielsweise Nvidia dank dem Hype um Künstliche Intelligenz (KI) um mehr als 200 Prozent zu. Gleichzeitig wies der Index die höchste Volatilität aller fünf Faktorindizes auf.
Der Minimum-Volatility-Faktorindex hingegen erfüllte zwar das Versprechen mit einer tiefen Volatilität. Allerdings schnitt der Index aus einer Renditeperspektive aufgrund der schwachen Entwicklung defensiver Sektoren wie Gesundheit oder Basiskonsumgüter am schlechtesten von den fünf Faktorindizes ab.
Aufgrund der stark abweichenden Rendite der unterschiedlichen Faktoren in unterschiedlichen Marktphasen kann es aus Gründen der Diversifizierung sinnvoll sein, mehrere Einzelfaktor-ETF oder auch einen Multifaktor-ETF im Portfolio einzusetzen.
Haben Sie weitere Fragen? Vereinbaren Sie einen Termin im VZ in Ihrer Nähe.