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Biografie Carl Böckli, Bö, 1889–1970
Carl Böckli, biografische Eckdaten
St.Gallen, 1889
Geburt als Sohn des Kaufmanns Johannes Böckli. Die Primar- und Sekundarschule besuchte er in Zürich-Wiedikon. Von 1906 bis 1908 Ausbildung an der Kunstgewerbeabteilung des Technikums Winterthur.
Ab 1909 Wanderjahre
Als Grafiker, Angestellter in grafischen Anstalten und Reklamezeichner arbeitete er in Mailand, Karlsruhe und Lissabon.
Ab 1917
Schalterbeamter bei der Deutschen Reichspost. Er lebte also während der ganzen Zeit des ersten Weltkriegs in Deutschland.
St.Gallen 1920
Arbeit als freier Grafiker in St.Gallen und als Zeichenlehrer am Institut Schmidt auf dem Rosenberg. Bis 1928 unterrichtete er auch an der Buchdrucker-Fachschule St.Gallen.
1922
Kontakt mit dem «Nebelspalter», der seit 1875 wöchentlich in Zürich und seit 1922 in Rorschach erschien.
1927
Carl Böckli wird Redaktor des «Nebelspalters». Im selben Jahr findet im Kunstmuseum St.Gallen eine Ausstellung mit Bildern des Kunstmalers und Grafikers Carl Böckli statt.
1928
Heirat mit Maria Geiger.
1936
Ab 1936 wohnen die Böckli’s in Heiden. In den frühen Dreissigerjahren beginnen zwei Themen die Karikaturen im «Nebelspalter» zu dominieren: der Nationalsozialismus in Deutschland und die Reaktionen darauf in der Schweiz. Bö wird mit seiner spitzen Feder zum Vorkämpfer der «Geistigen Landesverteidigung».
1952
Nach dem Krieg gilt Bö’s Interesse mehr und mehr dem Kampf gegen Umweltsünden wie der Verbauung der Landschaft, Zunahme des Individualverkehrs, Gewässerverschmutzung usw. Aber auch die Schweizerart selbst im Sinn von «So simmer» beschäftigt Bö.
1962
Nach dem Tod seiner Frau tritt Bö als Redaktor des «Nebelspalters» zurück. Arthritische Beschwerden an der rechten Hand hindern ihn mehr und mehr am Zeichnen. So schuf Bö noch zwei Figuren, die er fortan immer im Bild gleichbleibend erscheinen liess: Dadasius Lapidar, der zeitgenössisch moderne Lyriker, und die moralinsaure Altjungfer Elsa von Grindelstein.
1970
Am 4. Dezember stirbt Bö bei einem Verkehrsunfall in Heiden. Bei prasselndem Regen wollte Carl Böckli beim «Gletscherhügel» (Restaurant Park) die Strasse überqueren. Den Schirm hielt er gegen den Wind und sah deshalb das Auto nicht, das auf ihn zu fuhr.
Bö wurde zu Boden geschleudert und war auf der Stelle tot.
Bö-Zeichnungen: wichtige Themen
Carl Böckli hat als Redaktor des Nebelspalters, der satirischen Zeitschrift in der Schweiz, dem Widerstand gegen Nationalsozialismus und Kommunismus eine starke Stimme gegeben. Während des Zweiten Weltkriegs und danach vertraten er und seine Mitstreiter eine klare und moralisch fundierte Haltung: So nicht! ...und: Nicht mit uns! Bö verabscheute ungeachtet möglicher Konsequenzen jede Anbiederung an Mächte und Mächtige.
Auch der Raubbau an der Natur, Zersiedelung der Landschaft, Wasserverschmutzung oder Atomkraft waren wiederkehrende Themen seiner bissigen Analyse. Bö kann durchaus als ein Vordenker der Ökologie-Bewegung gesehen werden.
2021 wird im Museum Heiden eine Sonderausstellung zu Bö's Freund und Mitstreiter René Gilsi gezeigt werden. Im Zentrum stehen die Themen Umwelt und Umweltsünden.