Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03265.jsonl.gz/1402

- 1. Anfang
- 2. Nomenklatur - historisch
- 3. Bedeutung klarer Begriffe für die Behandlung
- 4. Prophetisches zum Faszienbegriff
- 5. Verwirrendes zum Faszienbegriff
- 6. Klärendes zum Faszienbegriff
- 7. Aktuelles zum Faszienbegriff
- 8. Abschliessendes zum Faszienbegriff
- 9. Ergänzendes zum Faszienbegriff
Abschliessendes zum Faszienbegriff
Vergleicht man diese Definition mit den Schlussfolgerungen meines Artikels aus dem Jahre 2003 “Anäherungen an den Faszienbegriff – eine semantische Untersuchung”, so sind diese Aussagen nahezu identisch.
“Unbestritten sind die Übergänge zwischen den beiden Erscheinungsformen fließend und von der lokalen Beanspruchung abhängig. So kann man sicher von einer Kontinuität der faserigen bindegewebigen Strukturen sprechen.
Eine Gleichheit des Gewebes offenbart sich höchstens in der Art, die weiter oben als das Klassifikationsmerkmal für Gewebe mit Interzellularsubstanz beschrieben wurde: Zellen, die in einem interzellularen Milieu leben, produzieren mehr oder weniger Interzellularsubstanz, so dass unterschiedliche Verhältnisse von Zellen zu Fasern und zu Flüssigkeiten entstehen.
Gerade diese Unterschiede aber führen zu anderen funktionellen Eigenschaften, aufgrund derer zur Abgrenzung untereinander spezielle Begriffe geschaffen wurden!
Deshalb erscheint die Verwendung der osteopathischen Weise zu vereinfachend.
Die Aussage, dass „… alles faszial sei … „ ist natürlich falsch, da Epithelgewebe, Muskelgewebe und Nervengewebe, definitiv keine Bindegewebe oder eben gemäß den Osteopathen Fasziengewebe sind. Die Bindegewebe begleiten diese Gewebe und stehen mit ihnen in Verbindung, sind aber nicht Teil davon.”
Deshalb noch einmal an dieser Stelle, das Original meines Artikels aus dem Jahre 2003, welchen ich meiner Meinung nach zu Recht unter dem Kapitel “Prophetisches zum Faszienbegriff” weiter oben in der gedruckten Version veröffentlicht hatte.
Schliessen möchte ich dieses Essay mit dem Zitat von John Locke, welches ich in meinem damaligen Artikel als Leitgedanken verwendet hatte.
„Wie viele Trugschlüsse und Irrtümer … gehen auf Kosten der Wörter und ihrer unsicheren oder mißverstandenen Bedeutung! Bisher hat man dieses Hindernis so wenig als Übelstand erkannt, dass man vielmehr die Kunst es zu vergrößern, zum Gegenstand menschlichen Studiums gemacht hat, und diese Kunst hat manchem den Ruf der Gelehrsamkeit und des Scharfsinnes eingetragen.“
John Locke, Untersuchungen über den menschlichen Verstand (1690)