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Die anglikanische Kirche ist nach den Worten des Theologen Wolfgang Thönissen von ihrem Ursprung her «eigentlich eine katholische Ortskirche». Die Einordnung der Kirche in ihrer heutigen Gestalt falle nicht leicht, fügte er in einer Sendung des Kölner Domradios hinzu. Zwar habe König Heinrich VIII. im Jahr 1534 die Verbindungen zu Rom und dem Papst gekappt und sei damit selbst zum Kirchenoberhaupt geworden, sagte der Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik. Gleichwohl berufe sich die anglikanische Kirche mit dem ersten Erzbischof von Canterbury, Augustinus (601 bis 604/5), auf weiter zurückliegende Wurzeln.
Vielfältige Einflüsse
Neben den katholischen Wurzeln fänden sich Einflüsse von Martin Luther (1483-1546) oder Johannes Calvin (1509-1564), aber auch von Pietisten oder Evangelikalen. Insofern sei die anglikanische Kirche am ehesten als «reformatorisch» zu bezeichnen.
Thönissen äusserte sich aus Anlass des 65. Thronjubiläums der britischen Königin. Elisabeth II. bestieg am 6. Februar 1952 nach dem Tod ihres Vaters George VI. den Thron. Gekrönt wurde sie am 2. Juni 1953 in Westminster Abbey.
Über die Rolle der Queen innerhalb der anglikanischen Kirche sagte der Theologe, sie sei deren weltliches Oberhaupt. «Sie ist nicht für die geistlichen Dinge zuständig, sondern nur dafür, dass Gesetze Gesetzeskraft erhalten.» Sie gehöre keinem der Gremien der Kirche an und beteilige sich nicht an Diskussionen innerhalb der Kirche. Die Funktion der Königin als Kirchenoberhaupt sei mehr eine repräsentative, so Thönissen weiter. «Sie ernennt, auf Vorschlag des Regierungschefs, die Bischöfe und Erzbischöfe.»