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Umsiedlung von Dohlenkrebsbeständen (Austropotamobius pallipes) im Kanton Basel-Landschaft (Schweiz)
Babbi, M.; ; (2009). Umsiedlung von Dohlenkrebsbeständen (Austropotamobius pallipes) im Kanton Basel-Landschaft (Schweiz). Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaften beider Basel, 11 161-175. Peer reviewed.
Die Abteilung Veterinär-, Jagd- und Fischereiwesen des Kantons Basel-Landschaft hat 2006 ein Umsiedlungsprojekt mit Dohlenkrebsen (Austropotamobius pallipes, Rote Liste 2) gestartet. Es wurden jeweils zwischen 18 und 141 Individuen in neun Fliessgewässer umgesiedelt. Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurden drei Herkunftsgewässer sowie neun Besatzgewässer mit nächtlichen Begehungen zwischen Anfang Juli und Anfang September 2008 auf einer Strecke von insgesamt 9.75 km untersucht, um die Häufigkeit und die Verbreitung der Dohlenkrebse festzustellen. Mit einer Literaturrecherche wurden zudem die Habitatansprüche des Dohlenkrebses eruiert und daraus ein Erhebungsbogen mit 20 Parametern erstellt, welcher in sämtlichen Herkunfts- und Besatzgewässern angewendet wurde. Damit wurde das Potential der Fliessgewässer als Dohlenkrebshabitat ermittelt. Bestandesschätzungen in den Herkunftsgewässern ergaben für den Bennwilerbach ungefähr 2000 Dohlenkrebse (111 Dohlenkrebse/100 m Uferlänge), für die Abschnitte in der Lützel bei Neumühle und bei Neuhuus 500 und 370 Dohlenkrebse (68 Dohlenkrebse/100 m Uferlänge) und für den Bösenbach 83 Dohlenkrebse (13 Dohlenkrebse/100 m Uferlänge). In den Besatzgewässern konnten während zwei Begehungen zwischen 1.6 % und 21.9 % der eingesetzten Krebse wieder gefunden werden. Jungtiere wurden in diesen Gewässern nicht beobachtet. In den übrigen Besatzgewässern wurden keine Dohlenkrebse nachgewiesen. Die beste Korrelation zwischen den Dohlenkrebsabundanzen und der Habitatbewertung der Herkunftsgewässer konnte unter Berücksichtigung von fünf Parametern erzielt werden. Massgeblich für die Habitatbewertung waren Totholz und feine Wurzeln im Bachbett, natürliche senkrechte Ufer, Unterstände unter Bäumen und Wurzeln sowie ein Substrat, das aus vielen Steinen und Grobkies bestand. Diese Parameter wurden in eine Methode zur Bewertung von Fliessgewässerabschnitten umgesetzt, damit die Dohlenkrebse in den Zielgewässern künftig an den Stellen mit dem grössten Habitatpotential ausgesetzt werden können.