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Der Nachfolger von Sébastien Dorthe als Präsident der FDP des Kantons Freiburg heisst Alexandre Vonlanthen. Dabei hatte der 44-jährige Unternehmer aus dem Broyebezirk eigentlich nie eine politische Karriere angestrebt.
Herr Vonlanthen, Sie waren der einzige Kandidat, wurmt Sie das nicht?
Es war logisch, dass einer von uns vier Vizepräsidenten die Nachfolge übernimmt. Aber einer tritt zurück, zwei andere könnten das Amt nicht antreten, weil sie beruflich eingespannt sind. Die Bezirksparteien durften weitere Vorschläge machen. Ich weiss nicht, ob sich noch jemand dafür interessiert hat, aber am Ende blieb ich der einzige Kandidat. Ich kann die Aufgaben als FDP-Präsident mit meinem Beruf vereinbaren.
War das Präsidium Teil Ihrer politischen Karriereplanung?
Ich habe nie eine politische Karriere angestrebt. Für mich war ein Grossratsmandat das höchste, das ich mir hätte vorstellen können. Ich hatte auch nicht vorgehabt, 2019 für den Nationalrat zu kandidieren. Aber die Bezirkspartei hat mich für die Wahlliste angemeldet, weil sich eine andere Person zurückgezogen hatte. Vorgesehen hatte ich es nicht. Weil ich mich aber zur Verfügung gestellt habe, habe ich mir ein Netz in der Partei geschaffen. So wurde ich Vizepräsident und Verantwortlicher für die Wahlkampagne 2021. Ämter, in denen ich offenbar mit Erfolg gearbeitet habe. In der Folge wurde ich für das Amt des Präsidenten angefragt. Es ist eine Herausforderung – aber ich liebe Herausforderungen.
Was sind Ihre politischen Ziele als Parteipräsident?
Ich habe kein eigentliches Programm. Ich möchte ein Präsident sein, der nahe an der Bevölkerung ist, der sich für sie engagiert. Ich möchte eine Equipe und eine Partei um mich haben, die sich als eine Familie versteht, deren Mitglieder zusammen auf die Strasse gehen, wenn es sein muss, die sich mit der Partei identifizieren. In den letzten Jahren hat sich die Partei verändert: Wir sind bereit, auf die Menschen zuzugehen und Standaktionen durchzuführen. Ich weiss, dass wir vor einer wichtigen Wahl stehen. 2023, wenn Jacques Bourgeois nicht mehr für den Nationalrat antritt, müssen wir diesen Sitz verteidigen. Wir wollen dafür eine starke Liste zusammenstellen.
Wann wären Sie zufrieden?
Das Minimum ist die Besitzstandswahrung aller unserer Mandate. Ich wäre aber natürlich froh, wenn wir zulegen würden, wenn wir Abstimmungen gewinnen würden. Wir möchten ja die liberalen Werte unserer Partei vertreten.
Sie sind nicht Grossrat. Wird das Ihre Arbeit als Kantonalpräsident erschweren?
Es ist klar, ich muss mich darum bemühen, politisch den Anschluss zu behalten. Aber ich werde an den Fraktionssitzungen und als Zuhörer an den Sitzungen des Grossen Rats teilnehmen, wenn es nötig ist. Ich werde dort präsent sein, wo etwas passiert und wo die Partei Entscheidungen braucht. Ich möchte auch den Kontakt zu den anderen Parteien halten. Ausserdem bin ich erster Ersatzmann auf der Bezirksliste und kann nachrutschen, wenn ein Sitz frei wird. Das war übrigens bei meinem Vorgänger Sébastien Dorthe genau gleich.
Sprechen wir noch über die Zweisprachigkeit. Wie wichtig ist sie für Sie?
Sie ist mir sehr wichtig. Ich habe früher ein wenig Deutsch gelernt – ich verstehe es gut, muss aber meinen Wortschatz verbessern. Ich nehme jetzt Deutschkurse. Ich bin sicher, es wird immer besser gehen.
Delegiertenversammlung der FDP des Kantons Freiburg
Vonlanthen zum Präsidenten gewählt
Die FDP des Kantons Freiburg hat einen neuen Präsidenten. An der Delegiertenversammlung am Donnerstagabend in Matran wurde Alexandre Vonlanthen aus dem Broyebezirk per Akklamation zum neuen Kantonalpräsidenten ernannt. Der 44-jährige Unternehmer und frühere Syndic von Cugy war der einzige Kandidat. Der Vorstand der FDP Freiburg hatte die Kandidatur im Vorfeld einstimmig unterstützt.
Alexandre Vonlanthen sagte:
Ich möchte eine Equipe und eine Partei um mich haben, die sich als eine Familie versteht.
Gérard Brodard, der Präsident der FDP-Sektion Broye, stellte vor der Wahl den Kandidaten vor und zeigte sich überzeugt, dass Vonlanthen die FDP des Kantons Freiburg kompetent, wirkungsvoll und effizient führen werde. Er verwies auch auf Vonlanthens erfolgreiches Engagement als FDP-Wahlkampfleiter bei den letzten Kantonswahlen.
Vonlanthen wird Nachfolger von Sébastien Dorthe, der nach fünf Jahren als FDP-Kantonspräsident aufhört. Knapp eine Woche vor seinem 40. Geburtstag führte Sébastien Dorthe zum letzten Mal durch die Delegiertenversammlung. Die Legislaturbilanz des abtretenden Kantonspräsidenten sah sehr positiv aus: Er blicke auf fünf erfolgreiche Jahre zurück. Dorthe bedankte sich bei den Delegierten für ihr Engagement: «Gemeinsam haben wir Unglaubliches erreicht.»
Staatsrat Didier Castella bedankte sich bei Dorthe für die erfolgreiche Zusammenarbeit und gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass Vonlanthen ein guter Nachfolger sei. Vizepräsidentin Sophie Moura verabschiedete Dorthe, der als «Kapitän» das FDP-Boot in den letzten Jahren so erfolgreich gesteuert habe. Die Delegierten im Saal feierten den abtretenden Präsidenten mit stehenden Ovationen und einer La-Ola-Welle.
Mit Alexandre Vonlanthen wurde einer der vier Vizepräsidenten der Partei zum neuen Präsidenten gewählt. An seiner Stelle wurde Victoria Malecki per Akklamation zur neuen Vizepräsidentin gewählt. Die 25-jährige Juristin ist Gemeinderätin in Bösingen. fos