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– 03.04.2020 –
Transportmittel für das Löschwasser: Helikopter und Flächenflugzeuge
Bei schlecht zugänglichen Wald- und Buschbränden werden oft Hubschrauber und Löschflugzeuge zum Wassertransport und Löschen eingesetzt. Die Schweizer Luftwaffe hatte schon frühzeitig entsprechendes Flugmaterial beschafft:
Die ersten neun SE-3160 Alouette III kamen 1964 zur Schweizer Luftwaffe. Mit Nachbeschaffungen 1966 und 1972 wurde schliesslich die Flotte auf insgesamt 84 Alouette III ausgebaut. Der über eine 10 Meter lange „Lastenleine“ betätigte Löschwasserbehälter (Bamby-Bucket) fasste 500 Liter.
Die erste, 1967 beschaffte Serie der Pilatus-Porter (PC-6/Kolbenmotoren), war mit internen 800 Liter Metallbehältern mit einer mechanischen Schnellablass-Vorrichtung (2,8 Sekunden) ausgerüstet.
1987/89 wurde 15 Aérospatiale AS332M1 Super Puma (TH06) beschafft. Der Löschwasserbehälter des Super Puma fasst rund 2’500 Liter und wird elektrisch betätigt. Das gilt auch für den Cougar.
Löscheinsätze aus der Luft
Das Füllen der Löschwasserbehälter erfolgte beim Pilatus Porter aus einem Hydranten. Bei den Helikoptern werden die Behälter meistens aus einem offenen Gewässer im Schwebeflug in wenigen Minuten gefüllt.
Löscheinsätze erfordern gute und umsichtige Vorbereitung durch die Piloten und Boden-Mannschaft. Diese Einsätze stellen physisch und psychisch sehr hohe Anforderungen, zumal sie oft sehr lange dauern können. Die Wetterverhältnisse: Wind, Niederschläge, Beleuchtung etc. haben starken Einfluss auf den jeweiligen Löscherfolg. Nachteinsätze sind selbsterklärend noch „stressiger“. Manchmal müssen Glutnester zusätzlich durch eine Infrarot-Aufklärung mit einem weiteren Helikopter eruiert werden.
Am 29. März 1990 ereignete sich bei Leuk ein schwerer Unfall beim Feuerlöschen aus der Luft. Ein Zivilhelikopter wurde vom Löschwasser eines darüber operierenden Helikopters getroffen, worauf das Triebwerk abstellte. Die Notlandung gelang nicht richtig, und der Pilot wurde schwer verletzt; er verstarb später im Spital.
Am 27. April 2011 brach in einem Karosseriebetrieb, am östlichen Rand von Visp (VS), ein Brand aus. Der Wald oberhalb des Brandherdes war sehr trocken, und der heftige Wind trieb die Flammen sehr rasch auf der steilen Flanke nach oben. Neben zwei Super Pumas der Schweizer Armee, kamen auch zivile Helikopter zum Einsatz.
Im Tessin und in Südbünden gab und gibt es leider immer wieder (viele) Waldbrände. Ein ständiger Pikett-Dienst ist eingerichtet, damit sofort reagiert werden kann.
Löschaktionen im Ausland
Ende März / Anfangs April 1972 waren Ettore Monzeglio und Reto Salzborn mit zwei Pilatus Porter bei einem intensiven Waldbrand nahe Innsbruck (300 Flüge !!) erfolgreich im Einsatz. Österreich verfügte damals noch nicht über eigene, entsprechende Mittel.
Auch die Super Pumas und Cougars der Schweizer Luftwaffe kamen bei Waldbränden nicht nur im eigenen Land oft zum Einsatz, sondern auch in Portugal (2004), Griechenland (2007) und in Israel (2010).
Trinkwasserversorgung in den Alpen
Mit den Löschwasserbehältern der Helikopter kann natürlich auch Trinkwasser transportiert werden. Im August 2018 hat die Schweizer Armee verschiedene Alpen per Helikopter mit 1’343.6 Tonnen Wasser für Mensch und Tier versorgt.
Text: Felix Zbinden / Ruedi Wicki / Fotos: (c) VBS
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