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Bern (awp/sda) - Auf Anfang Juli treten gleich zwei Freihandelsabkommen mit lateinamerikanischen Ländern in Kraft. Damit erhält die Schweizer Exportwirtschaft besseren Zugang zum peruanischen und kolumbianischen Markt.
Die beiden Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Peru sowie Kolumbien waren 2010, resp. 2009 vom Parlament gutgeheissen worden. Zeitgleich treten bilaterale Landwirtschaftsabkommen mit den beiden Ländern auf den 1. Juli in Kraft.
Das Abkommen mit dem Andenstaat Peru gab im Parlament zu keinen Diskussionen Anlass. Peru gilt als Markt mit einem erheblichen Wachstumspotenzial. Mit dem Abkommen sollen Schweizer Unternehmen einen vergleichbaren Zugang zum peruanischen Markt erhalten wie Konkurrenten aus den USA oder Kanada.
Anders das Freihandelsabkommen mit Kolumbien. Die Linke hatte 2009 erfolglos versucht, das Vertragswerk mit höhere menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Standards zu ergänzen. Ausserdem solle es sistiert werden, bis sich die Menschenrechtslage im Land verbessert habe.
In keinem anderen Land würden mehr Gewerkschafter aus politischen Gründen ermordet, sagte damals Luc Recordon (Grüne/VD). Er verwies auf die USA und EFTA-Staaten wie Norwegen, welche die Ratifizierung bis heute aufgeschoben haben.
Die bürgerliche Mehrheit vertrat die Meinung, dass das Freihandelsabkommen dank der Einbindung des Landes in die Weltwirtschaft zu mehr Stabilität und einer verbesserten Menschenrechtslage führt.
Auch in Kolumbien regte sich Widerstand gegen das Freihandelsabkommen mit den EFTA-Staaten, darunter der Schweiz. Der Dachverband der kolumbianischen Indios (ONIC) forderte damals die Schweizer Politiker in einer Stellungnahme auf, zu verhindern, dass das Land "seine Komplizenschaft mit den Verbrechen des Staates" ratifiziert.
Die Freihandelsabkommen umfassen den Handel mit Industrieprodukten einschliesslich Fisch und mit verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten sowie die Investitionen, den Schutz der Rechte an geistigem Eigentum, das öffentliche Beschaffungswesen, den Wettbewerb und die technische Zusammenarbeit.
Kolumbien ist nach Brasilien und Mexiko der drittgrösste Handelspartner der Schweiz in Lateinamerika. Die Schweizer Exporte nach Kolumbien beliefen sich im Jahr 2010 auf insgesamt 303 Mio CHF, die Warenimporte aus Kolumbien auf 138 Mio. Die Schweiz führt mehrheitlich Edelmetalle und Edelsteine sowie Bananen und Kaffee ein.
Die Schweizer Exporte nach Peru beliefen sich 2010 auf rund 128 Mio CHF. Die Einfuhren aus Peru erreichten 44 Mio. Es handelte sich vorwiegend um Landwirtschaftsprodukte wie Kaffee, Bananen, Gemüse und Gemüsezubereitungen sowie Metalle, Maschinen und Textilien.
Geliefert wurden in beide Länder vor allem Chemikalien und Pharma-Produkte, Maschinen und Elektroapparate, optische und medizinische Geräte sowie Uhren.
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