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Messerschmied/in
Der Messerschmied* stellt aus Stahl diverse Schneidewerkzeuge her und hält sie instand. So fertigt, repariert und schärft er zum Beispiel Messer, Scheren, Berufswerkzeuge, chirurgische Instrumente oder Schlittschuhkufen. Beim Schmieden, Löten, Schleifen und Polieren der Werkstücke kommen Handwerkzeuge, Maschinen, zum Teil auch computergesteuerte Spezialgeräte zum Einsatz. Messerschmiede stellen sowohl Serienprodukte wie auch Einzelanfertigungen her. Zu ihrer Arbeit gehört daneben auch die Restauration von alten Degen, Jagdmessern oder anderen Liebhaberobjekten.
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Ein Messerschmied muss über handwerkliche Geschicklichkeit, ein gutes Augenmass und eine präzise Arbeitsweise verfügen. Die Ausbildung dauert vier Jahre und führt zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis „Messerschmied/in EFZ“.
Geschichte
Das Schmiedehandwerk ist eines der ältesten Handwerke der Menschheitsgeschichte. In Europa begann sich Eisen als Rohmaterial für Werkzeuge und Waffen gegenüber Bronze seit ca. 1500 v. Chr. durchzusetzen. Im Zuge dieser Entwicklung erlangte das Schmiedehandwerk allmählich eine Vorrangstellung. Für die grosse Bedeutung der Schmiede zeugen auch mythologische Gestalten wie der griechische Schmiede-Gott Hephaistos (röm. Vulcanus) oder Wieland der Schmied, der mythische Ahnherr der germanischen Waffenschmiede des frühen Mittelalters. Im 10. Jahrhundert waren einzelne Meister bereits zu hohem Ruhm gelangt; ihre Namen wurden als Qualitätssiegel auf Schwerter eingeschlagen.
Waffenschmiede begannen sich im Hochmittelalter auf bestimmte Erzeugnisse zu spezialisieren: Die „Klinger“ stellten Schwertklingen her, die „Messerer“ Messerklingen. Hauptmerkmal der Produkte der Messerer waren Klingen mit nur einer Schneide. Dies waren neben den Messern des täglichen Gebrauches auch Seitenwehren, lange Messer oder einschneidige Dolche, die dem einfachen Mann als Waffe dienten. Ab dem 17. Jahrhundert erlebte das Handwerk der Messerschmiede im deutschen Raum einen starken Aufschwung. Messer wurden nicht bloss für den Eigenbedarf, sondern auch für den Export (Amerika, Afrika, Indien und Indonesien) produziert. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Herstellung mechanisiert; Dampfhämmer und Schleifmaschinen sowie Fliessbandarbeit in Fabriken erleichterten und ergänzten die Handarbeit. Während ursprünglich der gesamte Herstellungsprozess vom Eisenbarren bis zum fertigen Produkt in der Hand des Messerschmieds lag, wird das Schmieden und Schleifen heute vielfach maschinell erledigt, die Arbeit des Messerschmieds konzentriert sich auf die Bearbeitung und Fertigstellung der Messerklingen.
* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.
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Literatur
Berufsverzeichnis des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, www.bvz.admin.ch/bvz/berufe → Eintrag Messerschmied EFZ/Messerschmiedin EFZ, http://www.bvz.admin.ch/bvz/grundbildung/index.html?detail=1&typ=EFZ&item=1340&lang=de, abgerufen am 06.08.2014.
Haedeke Hanns-Ulrich: Klingen- und Messerschmied, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 124-127.
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