Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/424

In der australischen Grossstadt Sydney haben zwei Velofahrer am Sonntag ein ausgesetztes Neugeborenes in einem Abwasserschacht entdeckt und gerettet. Es grenzte schon an ein Wunder, dass sie die Schreie des ausgesetzten Jungen überhaupt gehört haben. Noch erstaunlicher ist aber: Der Junge hat fünf Tage ohne Wasser und Nahrung überlebt.
Da das Kind in Spitaldecken gewickelt war, machte die Polizei die Mutter des Neugeborenen noch am gleichen Tag ausfindig. Die 30-jährige Frau gab mittlerweile nach Medienberichten zu, dass Neugeborene rund 24 Stunden nach der Geburt im zweieinhalb Meter tiefen Schacht an einer Strasse im Quartier Quakers Hill ausgesetzt zu haben. Sie liess es offenbar durch einen Spalt in der Abdeckung fallen.
Die Frau wurde verhaftet und wegen versuchten Mordes angeklagt. Unklar sind die Gründe für ihr Handeln.
Dass das Kind fünf Tage überlebt hat, erklären Kinderärzte einerseits damit, dass es trotz Hitzewelle an einem kühlen Ort gelegen hat - und es nicht geregnet hat. Neugeborene kommen zudem mit viel Flüssigkeit zur Welt, von der sie einige Tage zerren können, bis es die Mutter mit genügend Muttermilch versorgen kann, wie Kinderarzt Andrew McDonald in der Zeitung «Sydney Morning Herald» sagte.
Auch nach Erdbeben würden Babys noch nach mehreren Tagen lebend in den Trümmern gefunden. Laut anderen Kinderärzten war es auch wichtig, dass das Kind keine Frühgeburt war. Fünf Tage ohne Wasser und Nahrung hält aber auch McDonald für aussergewöhnlich. «Überraschend ist, dass das Baby auch nach fünf Tagen noch kräftig schrie.»
«Der kleine Junge wollte leben», sagte der Mann, der das Baby zusammen mit seiner Tochter auf einer Velotour am Sonntagmorgen gehört hat und die Behörden alarmierte. Nach Angaben vom Montag befindet sich das gerettete Baby in einem Kinderspital. Der Junge sei in einem ernsten, aber stabilen Zustand. (trs)