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Pharmakologische Steighilfen für Berggänger?
Amphetamine und Gly-Coramin Amphetamine wurden früher als Dopingmittel im Leistungssport missbräuchlich eingesetzt. Eine österreichische Studie1 hat gezeigt, dass sie von Berggängern bei Aufstiegen ab 2500 m verwendet werden. Amphetamine und Gly-Coramin sind aber kein Ersatz für ausreichendes Körpertraining.
Wer möchte nicht leichtfüssig steile Berganstiege erklimmen und aus unendlichen Energiereserven schöpfen? Wenn der lange Büroalltag ein regelmässiges Vorbereitungstraining verhindert, greift so mancher Berggänger zu Aufputschmitteln, um sein Lei-stungsdefizit zu überspielen.
In der erwähnten Studie wurden von 253 männlichen Bergsteigern Harnproben auf den Gehalt von Am-phetaminen untersucht. Amphetamine, früher als Doping im Leistungssport missbräuchlich eingesetzt, sind in einigen rezeptpflichtigen Appe- Auf Hochtouren ( über 2500 m ) ist die Versuchung grösser, die Leistungsfähigkeit medikamentös zu steigern, wobei die Verwendung von Amphe-taminen bei Bergtouristen mit Wohnsitz im ausseralpinen Bereich signifikant häufiger festgestellt wurde; Liskamm und Grenzgletscher, ein beliebtes Hoch-touren-Ziel.
training. Ihre Anwendung zur Leistungssteigerung im Hinblick auf das Erreichen eines bergsteigerischen Ziels ist aus ethischen und medizinischen Gründen abzulehnen. Die Gefahr der Amphetamine besteht sowohl in den bekannten Nebenwirkungen wie Halluzinationen, Herz-rhythmusstörungen, Übelkeit und Bauchkrämpfe, als auch in der Mobilisierung geschützter Energiereser-ven.3 Nach Aufhören der Medikamen-tenwirkung besteht die Gefahr eines tödlichen Kreislaufversagens. Verschiedene Todesfälle beim Expeditionsbergsteigen werden mit Amphe-taminen in Verbindung gesetzt.
Und Gly-Coramin?
Aus Bergführerkreisen wurde der Wunsch nach mehr Information über Gly-Coramin geäussert. Gly-Coramin wird als « Energetikum » in Form von Lutschtabletten im freien Verkauf angeboten. Es enthält neben Zucker den Wirkstoff Nikethamid, ein sog. Analeptikum, das das Atem- und Kreislaufzentrum des Gehirns aktiviert. Gemäss der Vertreiberfirma Novartis sollen eine leichte Atemsti-mulation die « Höhenbeschwerden » lindern und der Zuckerzusatz als schneller Energielieferant die Leistungsfähigkeit steigern. Der Dosis-spielraum zwischen erwünschten Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen ist gering.4 Gemäss Auskunft des Toxikologischen Infor-mationszentrums Zürich würde mit Einnahme der empfohlenen Tages-maximaldosis je nach Körpergewicht des Berggängers die Schwelle erreicht, ab der Nebenwirkungen wie Erregungszustände, Übelkeit und Herzklopfen zu erwarten sind.
Auch hier gilt, dass mit Gly-Cora-min weder Trainingslücken noch die Akklimatisation beschleunigt werden können. Und Traubenzucker ist auch in einer kostengünstigeren Form erhältlich.
Dr. med. Karin Litscher, Chur ( SGGM ) 1 Roggia, G.: Amphetamindoping beim Freizeitbergsteigen in mittleren Höhenlagen in den Alpen. Schweiz. Zeitschrift für Sportmedizin, 1993; 41: 103-105 2 Forth, W.: Pharmakologie und Toxikologie. 1980:418-421,. " " .458-460 3 Jenny, E.: Bergsteigen, Höhenaufenthalt und Medikamente. Jahrbuch'92 der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin. 1992; S. 75-84 " Mylers, D.: Side Effects of Drugs. 12"'edition, 1992:9-17
kLPEN-Nachrichten II notiziario delle ALPI Jouvelles des ALPES
ein vorsichtiges Umdenken an. Neue Probleme könnten allerdings auf Grund von Vorgaben vom « grünen Tisch » der EU entstehen.
Zentrale Mitgliedschaft als Kristallisationspunkt In aller Ausführlichkeit hat man sich an der Hauptversammlung 1998 dann den internen Fragen zugewandt. Etliche Korrekturen, Präzisierungen der seit längerem nicht nachgeführten Satzung fanden Zustimmung. Heiss wurde jedoch der zentrale Antrag der Vereinsführung diskutiert, eine direkte Mitgliedschaft beim Gesamtverein ohne Sektionszugehörigkeit einzuführen. Mit dieser Satzungsänderung beabsichtigte sie, zusätzliche Mitglieder zu gewinnen.