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Alt-Bundesrat Adolf Ogi, aktueller Sport-Sonderbeauftragter der Uno, ist zu einer viertägigen Reise nach Südafrika aufgebrochen.
Ogi folgt einer Einladung des südafrikanischen Ministeriums für Sport und Freizeit. Er wird Gespräche führen, Projekte besuchen und Offizielle treffen.
"Es ist meine Aufgabe die Idee weiterzugeben, dass Sport ein ausgezeichnetes Instrument ist, um Gesundheit, Ausbildung und die persönliche Entwicklung hin zu einem Leben in Frieden zu fördern", sagte Ogi gegenüber swissinfo.
"In vier Jahren wird Südafrika die Fussball-Weltmeisterschaft durchführen. Das wird ein riesiges Schaufenster sein – nicht nur für Südafrika - sondern für den ganzen Kontinent. Es ist wichtig, dass diese Plattform auch dazu genutzt wird, um auf die gewaltigen Probleme Afrikas hinzuweisen: Hunger, Armut, Krankheiten und anderes mehr", sagte Ogi weiter.
Er werde einen Workshop bei "Partnership in Peace for Sport", dem höchsten Sportgremium Afrikas durchführen und er wolle auch Projekte in den Townships besuchen.
"Ich habe mit eigenen Augen gesehen, was Sport bei den jungen Leuten bewirken kann", sagt er. "Wenn sie gefragt werden, was sie denn möchten, dann sagen sie zuerst etwas zu Essen und dann einen Ball zum Spielen."
Die Leidenschaft Ogis und sein Glaube an das Projekt sind offensichtlich. Ist er sich jedoch auch der Herausforderung bewusst?
Politisch geht Afrika leicht vergessen", sagt er. "Wir konzentrieren uns auf den Nahen Osten, Indien und Pakistan, Afghanistan – aber das Probleme ist Afrika."
Guter Resonanz
Ogis Besuch findet eine Woche nach der Veröffentlichung des Berichtes über die Ergebnisse des Internationalen Jahres des Sportes und der Leibeserziehung 2005 statt. Einen Bericht, den UNO-Generalsekretär Kofi Annan veröffentlichen liess.
Der Bericht hebt die bedeutende Rolle hervor, welche der Sport im Rahmen der Globalisierung und der UNO-Entwicklungsziele bis 2015 spielen kann.
Im 2005 wurden weltweit tausende von Anlässen organisiert, darunter auch Sportanlässe, Konferenzen und Projekte, welche den Sport als Mittel zur Gesundheit, Ausbildung und Friedensbildung propagierten.
"Im Jahr des Sportes haben in 122 von 191 Ländern diesbezügliche Anlässe stattgefunden", sagt Ogi. "Das ist ein Erfolg."
Konkrete Resultate
Ogi betonte die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit und des langfristigen Engagements in der Sache.
"Wir sind nicht in einem Hubschrauber, der kommt, liefert und dann geht. Bei uns muss alles konkret sein. Jedes Projekt, das wir beginnen, muss auch lebensfähig sein."
Als Beispiele eines konkreten Fortschrittes nennt Ogi die Tutsis und die Hutus, welche zusammen Fussball spielten. Dann die Kricketspiele zwischen Indien und Pakistan. "Heute sind die Beziehungen zwischen diesen Ländern viel besser."
Ogi weiter: "Auch in Brasilien sind die Erfolge vorzeigbar. "Da haben wir die Kinder aus den Armenvierteln geholt, ihnen Gelegenheit geboten zu spielen und sich medizinisch betreuen zu lassen."
Es sei mit Leidenschaft und Überzeugung eine Dynamik geschaffen worden, die es nun gelte weiter zu führen. "Das ist das Wichtigste an der Sache".
swissinfo, Thomas Stephens
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)
Fakten
Im UNO-Jahr des Sportes wurden zahlreiche Anlässe organisiert. Darunter eine Reihe von weltweiten Konferenzen bei denen Sport und Gesundheit, Entwicklung zu friedfertigerem Leben im Zentrum standen.
Der grösste politische Anlass war eine von der Schweiz organisierte internationale Sportkonferenz im Dezember.
In Kürze
Ogi wurde 2001 zum UNO-Sonderbeauftragten für Sport und Friedensentwicklung mit Sitz in Genf gewählt.
Er war 12 Jahre Mitglied der Schweizer Regierung (Bundesrat) und zwei Mal Bundespräsident.
Ogi lancierte das UNO-Jahr des Sportes im Dezember 2004 in New York im Beisein von Kofi Annan und dem Schweizer Tennisspieler Roger Federer.
Im Dezember 2005 endete das Sportjahr mit einer dreitätigen Konferenz im schweizerischen Magglingen.
Die Schweizer Regierung unterstützt Ogis Bemühungen in den kommenden zwei Jahren mit 410'000 Franken.
Adolf Ogi wird voraussichtlich noch bis Ende 2006 im Amt bleiben.