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Allmählich macht die sommerliche Gluthitze sogar den fanatischsten Sonnenanbetern zu schaffen. Kein Wunder – Menschen sind Lebewesen, und die gedeihen nur in einem relativ engen Temperaturbereich. Einem eher kühlen Bereich zumal, denn gegen unten ist das Ende der Skala – der absolute Nullpunkt bei -273,15 °C – recht schnell erreicht.
Gegen oben hingegen ist da enorm viel Spielraum, wie diese Beispiele zeigen:
Die normale Körperkerntemperatur eines gesunden Menschen liegt zwischen 36,3 und 37,4 °C und schwankt nur in engen Grenzen. An der Hautoberfläche ist sie niedriger. Ab 37,5 °C spricht man von erhöhter Temperatur, ab 38,1 °C von leichtem Fieber.
Gesunde erwachsene Katzen haben eine Körpertemperatur zwischen 38,3 und 39 °C. Jungkatzen kommen in den ersten drei Lebenswochen mit 37 bis 38,2 °C etwas kühler daher, aber ab der siebten Lebenswoche gleichen sich die Werte an.
Die höchste Lufttemperatur in der Schweiz wurde im Südbündner Dorf Grono gemessen und datiert vom 11. August 2003 – damals brachte der Rekordsommer grosse Teile Europas zum Schwitzen.
Der 52-jährige Willie Jones wurde am 10. Juli 1980 in Atlanta im US-Staat Georgia mit einem Hitzschlag ins Krankenhaus eingeliefert, wo man bei ihm eine Körpertemperatur von 46,5 °C feststellte. Jones überlebte und hält seither den Guinness-Buch-Rekord für die höchste je gemessene Körpertemperatur.
Auf der Furnace Creek Ranch in Kalifornien, die passenderweise im Death Valley liegt, wurde am 10. Juli 1913 mit 56,7 °C die höchste von der World Meteorological Organization (WMO) bestätigte Lufttemperatur gemessen.
Ethanol, auch Ethylalkohol oder umgangssprachlich einfach Alkohol genannt, siedet unter Normaldruck (1013,25 hPa) bei 78,37 °C. Den niedrigeren Siedepunkt im Vergleich zu Wasser macht man sich beim Destillieren von Alkohol zunutze.
2011 wurde in Port Sudan (Bur Sudan), der viertgrössten Stadt* und dem wichtigsten Hafen des Sudans, eine Bodentemperatur von 84 °C gemessen – Weltrekord. Die Messung ist allerdings nicht durch die World Meteorological Organization (WMO) bestätigt. Die Bodentemperatur misst man meistens knapp unter der Erdoberfläche.
Bei Normaldruck (1013,25 hPa) siedet Wasser bei exakt 100 °C. Das ist kein Zufall, da die hundertteilige Celsius-Skala den Gefrier- und den Siedepunkt des Wassers als Fixpunkte nutzt. In den Bergen sinkt der Siedepunkt aufgrund des niedrigeren Drucks – auf dem Gipfel des Mount Everest kocht Wasser bereits bei 72 °C.
Bärtierchen (Tardigrada) sind äusserst zählebig; sie können Radioaktivität, Alkohol und sogar die lebensfeindlichen Bedingungen des Weltalls überleben. Noch erstaunlicher aber ist, dass nicht einmal kochendes Wasser sie umbringt: Bärtierchen überstehen Temperaturen bis zu 151 °C.
Wer sich schon mal an einem Bügeleisen verbrannt hat, weiss, wie heiss diese Haushaltsgeräte werden können. Bei der Einstellung «Leinen» erreicht ein Bügeleisen 230 °C.
Bei 327,46 °C geht das Schwermetall Blei vom festen in den flüssigen Aggregatszustand über; es schmilzt. Im Gegensatz zum Siedepunkt, wo eine Flüssigkeit in den gasförmigen Zustand übergeht, spielt der Druck beim Schmelzpunkt keine bedeutende Rolle.
Pizza bereitet man traditionell im Steinofen mit Holz als Brennstoff zu. So können die hohen Temperaturen von 350 – 400 °C erreicht werden, die dafür sorgen, dass der Boden gleichmässig knusprig wird, während die Zutaten saftig bleiben. Bei herkömmlichen Backöfen, die meistens nur 300 °C erreichen, verlängert sich die Backzeit. Professionelle Pizzaöfen erreichen sogar Temperaturen von 500 °C und mehr.
In der Welt des Hochleistungs-Motorsports bestehen die Bremsscheiben nicht aus Stahl, sondern – wie die Bremsbeläge – aus Kohlefaser. Der Vorteil liegt zum einen im Gewicht: Ein kompletter Satz Scheiben und Beläge wiegt weniger als zehn Kilogramm. Zum andern ermöglicht das Material aber auch eine extrem hohe Bremsenergie. Die Temperaturen, auf die sich die Scheiben erhitzen, liegen optimal zwischen 350 und 550 °C, doch es sind kurzfristige Spitzen bis 1000 °C möglich.
Beim Anzünden des Zündhölzchens kommen roter Phosphor (von der Reibefläche) und Chlorat (vom Zündkopf) zu einer hochexplosiven Mischung zusammen, die in einer schnellen chemischen Reaktion abbrennt und das Hölzchen in Brand steckt. Die Flamme des Zündhölzchens erreicht eine Temperatur von etwa 800 °C.
Der Glutkegel bei einer Zigarette erreicht eine Temperatur von 800 – 1100 °C. Zigarren sind da deutlich «kühler»: Die Temperaturen bewegen sich dort zwischen 580 und 660 °C. Noch weniger heiss wird die Glut beim Pfeiferauchen: 420 – 500 °C.
Die Flamme eines Gasherds brennt in der Regel mit einer Temperatur von 840 bis 900 °C. Im Flammenmantel und mehr noch im Flammensaum sind die Temperaturen jedoch weitaus höher und können 1500 °C oder sogar 2000 °C erreichen.
Wenn Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche gelangt, wird es Lava genannt. Die Gesteinsschmelze kühlt nach dem Austritt schnell ab. Es gibt je nach Zusammenstezung verschiedene Formen dieses flüssigen Gesteins, wovon auch die Temperatur der Lava abhängt. Bei hohen Silikatanteilen (rhyolitische Lava) liegen die Temperaturen um 800 °C, bei basaltischer Lava dagegen um 1200 °C.
Der Glühdraht – auch Glühfaden oder Glühwendel genannt – wandelt als elektrischer Leiter durch seinen Widerstand elektrischen Strom in Strahlungs- und Wärmeenergie um. Wie schon der Name nahelegt, erreicht ein Glühdraht hohe Temperaturen. Je nach Bauform der Glühlampe sind es 1500 – 3000 °C. Glühlampen sind wenig effizient, denn nur gerade etwa 2,2 Prozent der aufgenommenen Energie wird in Licht umgewandelt.
Beim Autogenschweissen mit einem Schweissbrenner wird das Brenngas Acetylen mit Sauerstoff gemischt und verbrennt zu Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff. Die Flamme erreicht unterschiedliche Temperaturen; am heissesten ist sie mit 3200 °C etwa zwei bis vier Millimeter ausserhalb der Spitze des hell leuchtenden Kegels.
Das Schwermetall Wolfram besitzt von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt und Siedepunkt. Es schmilzt erst bei 3422 °C; aus diesem Grund sind Glühdrähte in Glühlampen aus diesem Metall gefertigt.
Je nach verwendetem Sprengstoff unterscheiden sich die Temperaturen, die bei der Explosion einer konventionellen, chemischen Bombe entstehen. Die Explosionstemperatur von Schwarzpulver liegt bei lediglich 2380 °C, jene von TNT bei 2820 °C. Bei Ethandioldinitrat hingegen beträgt sie 4700 °C.
Die Sonne, unser Zentralgestirn, ist eine heisse Plasmakugel, die uns durch thermonuklear gespeiste Strahlung mit Energie versorgt. An der Oberfläche der Sonne herrschen jedoch vergleichsweise niedrige Temperaturen: Es ist dort «nur» 5427 °C heiss.
Der metallische Erdkern macht zwar nur etwa 16,2 Prozent des gesamten Erdvolumens aus, trägt aber aufgrund seiner hohen Dichte fast einen Drittel zu ihrer Masse bei. Der innere Erdkern besteht trotz der hohen Temperatur von 6000 – 6500 °C vorwiegend aus festem Metall, vermutlich aufgrund des enormen Drucks.
Ein Blitz besteht aus mehreren Stufen: Zuerst entsteht eine Serie von Vorentladungen in Richtung Erdoberfläche, die einen Blitzkanal schaffen. Danach gehen eine oder mehrere Fangentladungen von der Oberfläche aus und treffen auf die Vorentladungen. Danach erfolgt die Hauptentladung, die wir als Blitz wahrnehmen. Die Luft unmittelbar um den Blitzkanal herum wird auf 20’000 – 30’000 °C aufgeheizt.
Die Korona der Sonne ist ein Teil der Sonnenatmosphäre und besteht aus ionisiertem Plasma. Sie hat eine niedrigere Dichte als tiefer liegende Schichten, weist dafür aber eine höhere Temperatur auf. Während die darunter liegende Chromosphäre nur etwa 10’000 °C heiss ist, liegen die Temperaturen in der Korona bei 1’000’000 – 2’000'000 °C.
Im Inneren der Sonne herrscht ein gewaltiger Druck von 200 Milliarden bar, denn die Hälfte ihrer Masse konzentriert sich in nur gerade 1,5 Prozent ihres Volumens. Im Kern werden 99 Prozent der Fusionsleistung der Sonne frei, die Temperatur liegt dort bei 14’800'000 °C.
Unmittelbar nach Abschluss der Kernspaltung ist die Energiedichte innerhalb der Bombe extrem hoch. Aus den Spaltprodukten, dem Bombenmantel und umgebender Luft entsteht eine Feuerblase, die sich in kürzester Zeit auf 60’000’000 – 100’000'000 °C aufheizt und schlagartig ausdehnt. Innerhalb von lediglich 100 Mikrosekunden kühlt sich die Blase danach auf 300’000 °C ab.
Die Kernfusion, die auch im Inneren der Sonne abläuft und uns so mit Energie versorgt, ist eine Reaktion, bei der zwei Atomkerne zu einem neuen Kern verschmelzen. Derzeit ist die wirtschaftliche zivile Nutzung der Kernfusion noch nicht möglich, aber es gibt Fusionsreaktoren, in denen sie erforscht wird. Dabei wird ein Deuterium-Tritium-Gasgemisch auf bis zu 150’000'000 °C erhitzt. Es bildet sich ein Plasma, in dem die Kernfusion abläuft und das durch ein starkes Magnetfeld eingeschlossen ist. Kommt das Plasma mit der Reaktorwand in Berührung, bricht die Reaktion durch die Abkühlung sofort zusammen.
Unmittelbar nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren herrschten im frühen Universum Zustände, die sich durch die Allgemeine Relativitätstheorie nicht beschreiben lassen. Das All dehnte sich schlagartig aus und kühlte dabei ab. Rund 100 Sekunden nach dem Urknall war die Temperatur während der Phase der Nukleosynthese bereits auf rund 1’000'000'000 °C gesunken.
Die höchste menschengemachte Temperatur wurde 2012 erzeugt – in der Schweiz. Im Large Hadron Collider beschleunigten die Wissenschaftler Bleikerne** auf beinahe Lichtgeschwindigkeit und liessen sie miteinander kollidieren. Dabei entstanden Temperaturen von 5’000'000'000'000 °C – allerdings auf allerkleinstem Raum.
Die sogenannte Planck-Temperatur, die eine der vom deutschen Physiker Max Planck postulierten Einheiten für physikalische Grössen darstellt, ist die physikalisch höchste vorstellbare Temperatur: Sie beträgt 1,41679 • 1032 °C. Zustände jenseits dieser Temperatur können die gegenwärtigen physikalischen Theorien nicht beschreiben.
*In der ursprünglichen Version des Artikels wurde Port Sudan irrtümlich als «zweitgrösste Stadt» bezeichnet.
**In der ursprünglichen Version des Artikels war irrtümlich von «Bleiprotonen» die Rede.