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Historisch
Die grossen Sandsteinbrüche im Friedlistall, die Brüche im Munistall, im Gäggi, auf dem Böhl und an der Bottenwilerstrasse sind Zeugen einer ausgestorbenen Industrie. Den Gemeindeprotokollen von Staffelbach entnehmen wir, dass die Steinhauerei im vorletzten Jahrhundert in grosser Blüte stand. Die Steinhauer hatten keine eigentliche Zunft. Das Steingrubenland gehörte ursprünglich der Gemeinde. Jeder Steinhauer, es waren zwischen 10 und zwanzig Mann, steigerte von der Gemeinde einen Satz. Ein Steinsatz war 18 Fuss lang und 12 Fuss breit und kostete 32 Franken. Ein Besoldungsbeispiel aus jener Zeit zeigt das Verhältnis: Ein Steinhauer verdiente pro Quartal 12 Franken, zuzüglich einer Jahresend- Gratifikation von 5 Franken.
Ein Steinabzüger und ein Kartenabnehmer besorgten die Kontrolle und lieferten der Gemeinde und der Steingrubenkommission die ihnen gehörenden Abgaben ab. Im Friedlistall wurden die Blöcke von Hand geschrotet und mit Keilen gespalten. Die Bausteine wurden mit einem sogenannten „Göfi“(einem Wagen ohne Brücke) mit Stieren gezogen an die Kundschaft verführt. Für die Verarbeitung zu Ofenplatten wurden die Blöcke in die Steinsägerei im Dorf transportiert, wo sie in Platten gesägt wurden.
Die Steingruben sind nach und nach den Steinbrechern verkauft worden. Die Sandsteinindustrie ging Anfang des letzten Jahrhunderts bedeutend zurück. Die Firma Walter Gugelmann, Baugeschäft, hat bis Ende des letzten Jahrhunderts Sandsteinblöcke auf dem Böhl gebrochen und in der Werkstatt zu Kunst- und Cheminéeplatten zersägt. Nach Auflösung dieser Firma führte ein Zweigbetrieb die Grubentätigkeit bis 1965 in reduziertem Umfang weiter. Karl Gugelmann holte mit dem Lastwagen noch bis 1971 vereinzelte Blöcke in der Grube Böhl ab und verarbeitete diese in der Steinhauer-Werkstätte an der Hauptstrasse.
(Quelle: Chronik der Gemeinde Staffelbach)
Abtragen
Zunächst wird die weiche Oberschicht abgetragen.
Handarbeit
Selbst schwere Gesteinsbrocken werden von Hand bewegt.
Maschineneinsatz
Mit Schablone und Kompressor werden die Steinblöcke vorgeschnitten und abgebaut.
Zurichten
Schon vor Ort werden die frisch gebrochenen Sandsteinblöcke mit der Schrothaue grob zugerichtet. Beim Bewegen der tonnenschweren Steine hilft die Steinzange mit Seilzugsystem.
Bereitstellung
Die Blöcke stehen zum Abtransport bereit. Im Hintergrund sieht man schon die geglätteten Flächen aus denen die nächsten Blöcke gebrochen werden.
Pferde
Pferden wurde beim Abtransport viel abverlangt. Die tonnenschweren Blöcke konnten nur einzeln zur weiteren Bearbeitung abgefahren werden.
Motorkraft
Später gab es dann Lastwagen, die den Transport übernahmen. Ein ausgeklügeltes Seilzugsystem an der Steinzange machte es möglich die Blöcke mit weniger Kraftaufwand zu verladen.
Platten
In der Steinhauerei wurden die Blöcke zu Platten gesägt. Weithin bekannt waren die Ofenplatten, die sich noch in zahlreichen alten Aargauer Häusern finden.
Lager
Im Lager der Steinsägerei warten die Sandsteinplatten auf Weiterverarbeitung und Transport.
Massarbeit
Die Ränder der Platten werden rechtwinklig zugeschnitten. Auch wenn dabei eine Maschine zum Einsatz kommt, ist doch viel Erfahrung und Sorgfalt erforderlich.
Können
Mit Klöppel und Handschleifer werden die Platten fein zugerichtet und bekommen den letzten Schliff.
Verkauf
Staffelbacher Ofenplatten wurden bis in die Ostschweiz und ins Ausland verschickt. Für die Region war Staffelbacher Sandstein ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.