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Vortrag von Dr. Brigitta Bernet, Historikerin am Historischen Seminar der Universität Basel
Die industrielle Revolution, die im 18. und 19. Jahrhundert von England auf die weite Welt ausgriff und sie von Grund auf veränderte, verlangte nach einem ganz speziellen Menschen. Wer in der Fabrik überleben wollte, brauchte andere Fähigkeiten als ein Bauernknecht oder ein Handwerksgeselle. Hier herrschte eine mechanische Zeit, welche die Arbeit mehr und mehr unter das Diktat der Maschinen brachte. Zusammen mit der industriell-betrieblichen Normierung der Arbeitsabläufe und einer ihr entsprechenden Arbeitsmoral bildete sie den Kern einer neuen Fabrikdisziplin, die weit über die Produktionsstätte hinausging. Die Industrialisierung hat nicht nur die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen der Produktion revolutioniert. Sie markiert auch den Beginn einer Konstellation, in der Erwerbsarbeit zum zentralen Konzept und Kriterium für individuelles und kollektives Selbstverständnis, für soziale Bewegungen und Konflikte, für Sozialpolitik, Nation und Kultur werden konnte.