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In der Öffentlichkeit wird die Meinung gehegt, dass Frauen, die abtreiben, das stets auch wollen. So einfach ist es aber nicht. Oft sind es andere, die eine Abtreibung möchten.
Üben Dritte auf Frauen Druck zur Abtreibung aus, hat das Folgen für die Frauen, die abtreiben. Dies zeigt eine Studie des Charlotte-Lozier-Instituts (Virginia, USA). Die im Januar 2023 veröffentlichte Untersuchung prüft, wie sich Druck zur Abtreibung auf Frauen auswirkt.
Für die Studie wurden 1000 Frauen im Alter von 41 bis 45 Jahren zu ihren Erfahrungen mit Schwangerschaften befragt. Von diesen brachen jene die Befragung viermal häufiger ab, die eine Abtreibung hatten. 226 Frauen mit Abtreibungserfahrung schlossen die Befragung vollständig ab. Diese wertete das Institut für seine Erhebung über den Druck zur Abtreibung aus.
Frauen berichteten über verschiedene Arten von Druck zur Abtreibung. Dazu gehören: Druck vom Partner, von Eltern, von Arbeitgebern, von Angehörigen des Gesundheitswesens und anderen. Auch die finanzielle Lage, gesundheitliche Probleme oder ungünstige Diagnosen beim ungeborenen Kind können Druck auslösen. Alle diese Formen von Druck können die Entscheidung zur Abtreibung beeinflussen und auch den Umgang mit der Abtreibung danach. 61 % der Frauen gaben an, mindestens eine Art von Druck in hohem Mass erlebt zu haben.
Die Auswertung zeigt, dass sich bei Frauen, die von Personen zur Abtreibung gedrängt werden, die negativen Reaktionen auf die Abtreibung verstärken. Dabei geht es um Störungen im Ablauf des Alltags und in den zwischenmenschlichen Beziehungen, um Verlustgefühle, um den moralischen Konflikt betreffend Entscheidung zur Abtreibung. Auch steigt das Bedürfnis nach Hilfe für den Umgang mit den negativen Gefühlen nach der Abtreibung.
Um ungewollte Abtreibungen und die anschliessende Belastung von Frauen zu vermeiden, so folgerten die Autoren der Studie, sollte man vor einer Abtreibung vertieft abklären, ob die Frau zur Abtreibung gedrängt wird. Auch in der Beratung von Frauen, die an Folgen einer Abtreibung leiden, sollte geprüft werden, ob und welche Arten von Druck zur Abtreibung vorhanden waren.