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Wenn Sie schon mal einen Text auf Englisch verfasst und einen Begriff im Wörterbuch nachgeschlagen haben, wurden Ihnen möglicherweise zwei Varianten ein und desselben Wortes mit dem Zusatz AE (American English) oder BE (British English) angeboten. Bei einem einzelnen Wort lässt sich schnell eine Entscheidung treffen; in einem längeren Text kommen jedoch mitunter Zweifel auf, ob man jetzt einheitlich BE oder AE verwendet hat. Um diese Zweifel aus dem Weg zu räumen, haben wir für Sie die wichtigsten Unterschiede in der amerikanischen und englischen Schreibweise zusammengestellt.
Woher kommen die unterschiedlichen Schreibweisen?
Ursprünglich war die Rechtschreibung beiderseits des Atlantiks dieselbe. Erst als Noah Webster 1828 in den USA ein Wörterbuch mit seinen Vorlieben der Rechtschreibung veröffentlichte, wurden die Grundlagen für die unterschiedliche Schreibweise bestimmter Wörter gelegt. Nicht alle seine Vorschläge wurden angenommen, aber es setzten sich bestimmte Konventionen durch. In Grossbritannien wiederum wollte man sich ebenfalls von Amerika absetzen und verwendete so in einigen Fällen die jeweils andere Alternative, obwohl nach den Regeln beide richtig wären, z. B. die Endung -ise anstatt -ize.
Wortendungen
-our/-or
Wenn diese Wortendung unbetont ist, ist sie im amerikanischen Englisch -or und im britischen Englisch -or, z. B. neighbor und neighbour, humor und humour, color und colour, honor und honour.
-re/-er
Ursprünglich enthielten im Englischen alle Wörter, die heute auf -re oder -er enden, die Endung -re. Im Amerikanischen ging man einheitlich zum -er über. Im Britischen gibt es beide Varianten: -re nach b oder t in Wörtern mit französischem, griechischem oder lateinischem Ursprung wie theatre, centre oder metre. Andere Wörter hingegen wie monster oder user haben die Endung auf -er beibehalten. Ach, die Logik der Sprache ...
-ise/-ize
Verfassen Sie Ihren Text auf BE, können Sie beruhigt aufatmen: Beide Endungen sind zulässig. Bei AE hingegen muss -ize verwendet werden, also organize, socialize oder recognize.
-el
In der Grundform des Wortes lassen sich bei dieser Endung keine Unterschiede feststellen, aber bereits bei anderen Formen muss man sich festlegen. Im AE ist der Reisende ein traveler, während er im BE ein traveller ist. Fällt ein Flug in England aus steht auf der Anzeige cancelled, in den USA hingegen canceled.
Im Wortinneren
ae und oe
Diese Doppelvokale betreffen hauptsächlich Fremdwörter lateinischer oder griechischer Herkunft. Wenn im BE ae oder oe geschrieben wird, ist im AE häufig nur e zu finden. Beispiele: anaemia und anemia oder oesophagus und esophagus.
Wegfall des e
Vor den Endungen -ing und -able wird im britischen Englischen das e mitunter (!) beibehalten, während es im amerikanischen Englisch wegfällt: ageing und aging, likeable und likable. Allerdings gibt es hier jede Menge Ausnahmen in allen Varianten, die wir Ihnen in diesem Post nicht alle schildern können. Unser bewährter Tipp: ein Blick ins Wörterbuch.
So finden Sie sich im Rechtschreibwirrwarr zurecht:
Legen Sie zunächst fest, ob Ihr Text für ein amerikanisches oder ein britisches Publikum bestimmt ist.
Halten Sie sich konsequent an die Rechtschreibung für AE oder BE.
- Schlagen Sie Wörter nach, wenn Sie unsicher sind: Für AE im Merriam Webster und für BE im Oxford Dictionary.
- Beachten Sie, dass es in beiden Varianten unterschiedliche Bezeichnungen für Wörter geben kann, z. B. soccer (AE) und football (BE) für Fussball.
- Lesen Sie die Hinweise in den unten angegebenen Quellen.
Senden Sie Ihren Text zur abschliessenden Überprüfung an unsere Experten– wir sind Muttersprachler!
Und immer wichtig: nicht verzweifeln. Die australische, südafrikanische oder jamaikanische Variante haben wir ja gar nicht angesprochen! ;)
Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/American_and_British_English_spelling_differences
https://en.oxforddictionaries.com/spelling/british-and-american-spelling
http://www.livescience.com/33844-british-american-word-spelling.html
http://www.economist.com/style-guide/spellings
http://www.merriam-webster.com/
https://www.oxforddictionaries.com/