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Knorpelregeneration - Das Problem
Knorpelgewebe hat eine begrenzte Fähigkeit zur Selbstreparatur. Gelenkknorpelverletzungen, die nicht ordnungsgemäß behandelt werden, verursachen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen und verdoppeln die Häufigkeit degenerativer Gelenkprobleme bei älteren Menschen. Behandlungen von Knorpelschäden haben das Potenzial, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität jüngerer Patienten zu verbessern sowie die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes bei älteren Patienten hinauszuzögern oder zu beseitigen.
Gängige Behandlungsstrategien wie arthroskopisches Debridement, Mikrofrakturierung, Implantation allogener Transplantate oder autologer osteochondraler Transplantate haben erhebliche Nachteile. So können diese Behandlungsmethoden nur bis zu einer bestimmten Defektgrösse angewandt werden; an der Stelle, an der das Spendermaterial entnommen wird kann es zu neuen Erkrankungen/Beeinträchtigungen kommen und ausserdem steht das Transplantationsmaterial nur begrenzt zur Verfügung.
Etablierte zellbasierte Techniken, bei denen ausschließlich Gelenkknorpelzellen verwendet werden, wie die autologe Chondrozytenimplantation (ACI), zeigen im Allgemeinen gute klinische Ergebnisse. Die größten Nachteile sind, dass diese Technik nicht für ältere Patienten geeignet ist und bei degenerativen Erkrankungen nur begrenzt wirksam ist.
Wir hoffen, diese Nachteile durch die Verwendung einer innovativen Zellquelle (nasale Chondrozyten) zu überwinden, die bei älteren Patienten eine höhere Kapazität zur Knorpelbildung aufweisen. Darüber hinaus werden diese Zellen als gewebetechnisch hergestelltes Nasenknorpeltransplantat implantiert, was sie widerstandsfähiger gegen die bei degenerativen Erkrankungen übliche entzündliche Umgebung macht, als dies bei reinen Zellen der Fall ist. Wir glauben, dass dies zu einem Reparaturgewebe mit vergleichbaren Eigenschaften wie bei nativem Knorpel und damit zu einer langfristig haltbareren Reparatur führen wird.
Arthrose im Knie ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen und eingeschränkte Mobilität. Sie macht alltägliche Aktivitäten schwierig oder unmöglich und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. Weltweit leiden mehr als 260 Millionen Menschen an Arthrose. Die steigende Lebenserwartung, der überwiegend sitzende Lebensstil und der zunehmende Anteil übergewichtiger Menschen werden dazu führen, dass diese Zahl in Zukunft noch weiter ansteigen wird.
Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten beschränken sich auf die medikamentöse Behandlung von Schmerzen, die Linderung von Symptomen, die Korrektur von Deformitäten oder - im Endstadium - den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks. Obwohl letzteres im Allgemeinen zufriedenstellende Ergebnisse zeigt, können Komplikationen auftreten. 10-15 % der Patienten sind mit den Ergebnissen der Behandlung unzufrieden. Vor allem bei Patienten unter 60 Jahren ist es wichtig, den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks hinauszuzögern, da die Zufriedenheit mit der Behandlung geringer ist und das Risiko einer zweiten Ersatzoperation im Laufe des Lebens deutlich erhöht ist. Kniearthrose beginnt oft mit der so genannten patellofemoralen Arthrose (PFOA), einem ausgedehnten Knorpelschaden hinter der Kniescheibe, der zu einer generalisierten Arthrose fortschreiten kann. Eine neuartige Therapie auf der Basis körpereigener Knorpelzellen aus der Nase könnte in diesem Fall nicht nur die Symptome der PFOA lindern, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder verhindern. Diese Therapie könnte eine wichtige Alternative für diejenigen sein, die einerseits zu jung für ein künstliches Kniegelenk sind, ihr Leben aber nicht mehr nur mit Schmerzmitteln bewältigen können.
Arthroskopisches Débridement: Verfahren zur Entfernung von beschädigtem Knorpel und Gewebe in einem minimal-invasiven Eingriff
Gelenk-Chondrozyten: Knorpelzellen aus dem Gelenk.
Autologe Chondrozyten-Implantation (ACI): Knorpelzellen werden aus dem Knie des Patienten entnommen, in einem Labor vermehrt und in den Knorpeldefekt desselben Patienten re-implantiert, um den Defekt zu heilen.
Autologe osteochondrale Transplantate: Knorpel-/Knochengewebe wird an einer nicht belasteten Stelle des Knies des Patienten entnommen und in den Knorpeldefekt transplantiert. Autolog = aus dem eigenen Körper
Morbidität an der Entnahmestelle: Krankheiten, die an der Entnahmestelle des Gewebes auftreten
Mikrofrakturierung: Verfahren, bei dem winzige Brüche oder Löcher in den Knochen gebohrt werden, um Blutungen hervorzurufen und so Stammzellen aus dem Knochenmark an die Oberfläche zu locken, die ein Reparaturgewebe bilden.
Matrix-unterstützte ACI der zweiten Generation (MACI): Knorpelzellen werden aus dem Knie des Patienten entnommen, im Labor vermehrt und auf ein Gerüst ausgesät, um daran zu haften. Das Gerüst wird dann zusammen mit den Zellen in den Knorpeldefekt desselben Patienten implantiert.
Implantation von Allotransplantaten: Knorpel-/Knochengewebe wird von einem Verstorbenen auf einen Patienten transplantiert, um den Knorpeldefekt zu reparieren.