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Wie implementiert man ein Intranet?
Inhalt:
Praktisch alle Internet-Anwendungen benötigen TCP/IP, deshalb läuft ohne dieses Protokoll im Intranet gar nichts. TCP/IP muss jedoch nicht das einzige Protokoll im LAN sein. Sollte ein Parallelbetrieb mit zwei Protokollen im LAN nicht möglich sein, kann TCP/IP auch mit Hilfe von Gateways implementiert werden. Ein Beispiel dafür sind die Schnittstellen zwischen TCP/IP und Novells IPX (Internet Packet Exchange).
Im Zentrum eines Intranet stehen die Web-Server, die im LAN oder mittels Wähl- oder Standleitungen verbunden sind. Als nächstes steht daher die Anschaffung und Einrichtung von Web-Servern auf dem Programm. Auch Gratis- oder Shareware-HTTP-Server enthalten meistens alles, was für den Betrieb im Intranet benötigt wird. Die ersten populären Web-Server von CERN und NCSA gehören zu dieser Kategorie. Kommerzielle Server bieten meistens zusätzliche Werkzeuge zum Ueberwachen und Verwalten der eigenen Web-Site. In Spitzenprodukten sind zudem erweiterte Sicherheitsmechanismen, eine Search-Engine oder Anbindungsmöglichkeiten an eine Datenbank zu finden.
Spätestens jetzt wird es Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, welche Informationen im Intranet zur Verfügung gestellt werden sollen. Es muss analysiert werden, wie und wo Dokumente erstellt werden, und Antworten auf Fragen wie "Wer erzeugt welche Dokumente?", "Welche Dokumente kommen wo zum Einsatz?", und "Wer benötigt diese Dokumente?" gefunden werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen dann Richtlinien für ein einheitliches Erscheinungsbild von Dokumenten, Dateinamen und Verzeichnisnamen aufgestellt und nach Möglichkeit standardisierte Entwicklungswerkzeuge bestimmt werden.
Sind die organisatorischen Hürden einmal überwunden, kann damit begonnen werden, die
Informationen im Web bereitzustellen. Es empfiehlt sich, mit wenigen, einfachen
Anwendungen erste Erfahrungen zu sammeln. Rundschreiben, Produktedokumentationen oder
Telefonlisten sind ideal für erste Gehversuche geeignet.
Stehen elementare Informationssysteme auf den Web-Servern bereit, können bei Bedarf auch weiterführende Anwendungen implementiert werden. Soll eine Grosszahl oft ändernder Dokumente zur Verfügung gestellt werden, empfiehlt es sich, den Web-Server mit einer Dokumentendatenbank zu verbinden. Diese Lösung bietet dem User schnelle Such-, Ansichts- und Dokumentenverwaltungsmöglichkeit. Nützlich ist es auch, wenn mit Hilfe einer Datenbankanbindung der Zugriff auf bereits vorhandene Firmendaten ermöglicht wird.
Weiteres zum Thema Datenbankanbindung.
Firmen, die in Zukunft ein Intranet aufbauen wollen, sollten dies schon bei den heutigen Investitionen berücksichtigen. So lässt etwa eine geeignete Verkabelung auch später noch alle Optionen offen. Eine sternförmige Twisted-Pair-Verkabelung aus erstklassigem Material zusammen mit Lichtwellenleitern im Backbone-Bereich bieten eine solide Grundlage für Netzwerke der 100-Mbit-Klasse. Und als Protokoll sollte - mindestens ergänzend - auch TCP/IP bestimmt werden.