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Nach langer Ungewissheit ist die US-Raumfähre Discovery am Dienstag um 14 Uhr 11 MEZ auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien gelandet.Dieser Inhalt wurde am 09. August 2005 - 13:45 publiziert
In einem Interview mit swissinfo zeigt sich der Schweizer Astronaut Claude Nicollier überzeugt, dass die Weltraumfähren nicht lange am Boden bleiben werden.
Die Discovery startete am 26.Juli zu ihrem Flug. Kurz darauf gab die NASA bekannt, sie werde ihre Weltraumflüge wegen technischen Problemen einstellen.
Der Schweizer Astronaut Claude Nicollier ist aber überzeugt, dass die NASA die Flüge in absehbarer Zeit wieder aufnehmen wird.
swissinfo: Claude Nicollier, sind Sie erleichtert, dass die Discovery wieder sicher auf der Erde gelandet ist?
Claude Nicollier: Ja, natürlich. Der Wiedereintrittsprozess ist ein sehr komplexer Teil der ganzen Mission. Er ist viel gefährlicher, als man vor dem Unfall der Columbia angenommen hatte. In den 90er-Jahren beurteilte man den Start als gefährlicher. Seit dem Unfall hat sich das geändert.
swissinfo: Sie waren ja selber mit der Discovery im Weltraum. Was hat die neuste Mission bei Ihnen ausgelöst?
C.N.: Klar habe ich eine spezielle Zuneigung für alle Weltraumfähren, mit denen ich geflogen bin. Aber mit der Discovery hatte ich im Dezember 1999 meine letzte Mission, und es ist eine Fähre, die ich sehr gut kenne.
swissinfo: Welchen Einfluss haben die nach dem Start der Discovery aufgetretenen Probleme auf das weitere Programm der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA?
C.N.: Ich glaube nicht, dass die Probleme einen grossen Einfluss haben werden. Ich denke, die Raumfähre wird vor Ende Jahr wieder fliegen. Das könnte frühestens im September der Fall sein.
Wenn das nicht klappt, dann liegt das nächste Zeitfenster im November, und da bin ich ziemlich sicher, dass die Fähre dann wieder im Weltraum sein wird. Alles in allem denke ich nicht, dass das Grounding die Arbeiten am Weltraum-Teleskop Hubble entscheidend verzögern wird.
Das Teleskop funktioniert weiterhin, auch wenn Teile des Systems geschwächt sind. Falls es nicht gelingt, das System in den kommenden zwei oder drei Jahren zu reparieren, wird es nach 2008 nicht mehr brauchbar sein.
Ich bin jedoch zuversichtlich, dass eine der bis 2010 geplanten Discovery-Missionen das Teleskop wieder reparieren und noch einige Jahre am Leben erhalten wird.
swissinfo: Noch in diesem Monat wird die NASA wahrscheinlich Details zur nächsten Generation von Weltraumfähren enthüllen. Wie wird diese aussehen und wodurch wird sie sich von der aktuellen Generation unterscheiden?
C.N.: Ich kenne nicht alle Details, aber die Nachfolgerin wird ganz anders aussehen als die Discovery. Kapselartig wird sie der russischen Soyuz-Fähre ähnlich sehen. Technologisch wird es sich allerdings um eine neue Generation handeln.
In den kommenden 20 oder 30 Jahren wird die neue Fähre durch ihre ständige technologische Weiterentwicklung Flüge zum Mond und Mars erlauben.
swissinfo-Interview: Ramsey Zarifeh
(Übertragung aus dem Englischen: Andreas Keiser)
In Kürze
Claude Nicollier wurde am 2. September 1944 in Vevey geboren.
Nicollier war der erste und einzige Schweizer im Weltraum.
Er hat dort mehr als 1000 Stunden verbracht.
1992 flog Nicollier zum ersten Mal in den Weltraum, seine letzte Mission erfüllte er im Dezember 1999 mit der Discovery.
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