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Marcel Fässler (Audi) hat es als Dritter beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans zum fünften Mal in seiner Karriere auf das Podest geschafft. Zum Schweizer Triumph fehlte sowohl Fässler als auch Neel Jani (Porsche/5. Rang) das notwendige Rennglück. Weltmeister Sébastien Buemi (Toyota) beendete das 24-Stunden-Rennen als Achter. Der Sieg in Le Mans ging an das Porsche-Trio mit Nico Hülkenberg (De), Earl Bamber (Neus) und Nick Tandy (Gb), die sich vor dem Schwesternauto mit Timo Bernhard (De), Mark Webber (Aus) und Brendon Hartley (Neus) durchsetzen konnten.
Zwar schaffte es zum sechsten Mal in Folge ein Schweizer Autorennfahrer beim wichtigsten Sportwa- genrennen der Welt aufs Podest, dennoch durfte man sich auf Grund des bisherigen Saisonverlaufs in der Langstrecken-WM Hoffnungen auf eine noch bessere Bilanz machen. Schliesslich hatten die Schweizer Fahrer bei den ersten beiden WM-Läufen in Silverstone (Dreifach-Triumph von Fässler,
Jani und Buemi) und Spa (Doppelsieg von Fässler und Jani) nicht weniger als fünf von sechs Podest- plätzen herausgefahren.
Doch bereits im Vorfeld hatten die Fahrer betont, dass es im Kampf um den Sieg eines 24-Stunden- Rennens auch das notwendige Rennglück benötigt. Und dieses fehlte in diesem Jahr in Le Mans den Schweizer Spitzenpiloten.
Marcel Fässler bis am Sonntagmorgen gut im Rennen
Am Längsten um den Sieg mitfahren konnte in Le Mans der Titelverteidiger und zweifache Saisonsie- ger Marcel Fässler im Audi R18 e-tron quattro. Kurz vor 07:00 Uhr am Sonntagmorgen löste sich bei Fässlers Audi allerdings ein Teil der Motorenabdeckung. Dabei wurde auch eine Öl-Leitung mitgeris- sen. Die darauf folgende, rund sieben Minuten dauernde Reparatur machte die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung des Trios mit Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer zu Nichte. Zwei Stunden vor Schluss folgten zwei weitere unplanmässige Aufenthalte an der Box, bereits zu Beginn des Rennens hatte ein schleichender Plattfuss das Trio gebremst. Die schnellste Rennrunde Lotterers (3:17,475) bestätigte, dass der Audi mit der Startnummer 7 durchaus das Tempo hatte, um noch weiter vorne mitzumischen.
Neel Jani mit zu vielen Problemen
Nach der in der Qualifikation souverän herausgefahrenen Pole-Position mit Streckenrekord endete für Neel Jani das Rennen im Porsche 919 Hybrid mit dem für ihn enttäuschenden fünften Schluss- rang. Während die beiden Schwesternautos einen vielumjubelten Doppelsieg feierten, hatte Jani zusammen mit Marc Lieb und Romain Dumas mit zu vielen Problemen zu kämpfen. Bereits in der Startrunde verlor er wegen eines zwischenzeitlichen Ausfalls des Hybrid-Systems die Führung. Bremsprobleme führten dazu, dass der Porsche mit der Startnummer 18 nie richtig attackieren konn- te. Unter anderem zwei Abstecher ins Kiesbett waren eine Folge dieser Schwierigkeiten. Zuerst er- wischte es Romain Dumas und in der Nacht dann auch Neel Jani. Dadurch fiel das Trio, das die ersten beiden Saisonrennen auf Position 2 beendet hatte, definitiv aus der Entscheidung.
Sébastien Buemi auf Platz 8
Deutlich im Schatten des Duells zwischen Porsche und Audi stand Toyota. Der Waadtländer Sébastien Buemi, der Langstrecken-Weltmeister des vergangenen Jahres, musste die Hoffnungen auf seinen dritten Podestplatz in Le Mans bereits nach fünf Stunden definitiv begraben. Sein Teamkollege Anthony Davidson musste nach einer Kollision den Toyota TS 040 Hybrid mehrere Minuten lang an
der Garage reparieren lassen. Im Ziel hatte das Trio mit Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima einen Rückstand von 9 Runden auf die Sieger und klassierte sich im achten Schluss- rang.
Marcel Fässler weiterhin WM-Leader, Neel Jani erster Herausforderer
Trotz der durchzogenen Schweizer Bilanz beim Saisonhöhepunkt stehen die Chancen auf einen
Schweizer Langstrecken-Weltmeister in diesem Jahr weiterhin sehr gut. Marcel Fässler führt das
WM-Klassement zusammen mit seinen beiden Teamkollegen mit 80 Punkten weiterhin souverän an. Neel Jani folgt mit 57 Zählern an Position vier. Da die zwischen ihm liegenden Le-Mans-Sieger in die- ser Saison voraussichtlich keine WM-Rennen mehr bestreiten werden, ist der Seeländer Fässlers ers- ter Verfolger im Kampf um die WM-Krone. Bisher gab es in der Geschichte des Schweizer Motor- sports zwei FIA-Weltmeister: Fässler 2012 und Buemi 2014.
Quotes der Fahrer:
Quote Marcel Fässler (3. im Audi R18 e-tron quattro): „Porsche ist der verdiente Sieger dieses Ren- nens. Sie hatten mit zwei Autos praktisch keine Probleme, während wir gleich mehrfach mit kleine- ren Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Die Konkurrenz in diesem Jahr war derart eng, dass für den Sieg alles hundertprozentig zusammen stimmen musste. Das war bei uns leider nicht der Fall. Vor- entscheidend war sicher das Problem mit der Motorabdeckung. Zeitraubend war besonders, dass auch eine Öl-Leitung mitgerissen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir in Schlagdistanz zu den Porsches und wir hatten auch die nötige Pace. Positiv ist, dass es uns trotzdem aufs Podest gereicht hat und wir unsere WM-Führung gegenüber dem Porsche mit der Startnummer 18 noch ausbauen konnten. Ab jetzt gilt unser Hauptaugenmerk ganz klar der Weltmeisterschaft. “
Quote Neel Jani (5. im Porsche 919 Hybrid): „Für Porsche ist heute ein unglaublicher Tag. Das ist super für das Team, aber leider hatte ich mir persönlich für unser Auto natürlich viel mehr erwartet. Nach dem Hoch in der Qualifikation mit Pole-Position und Streckenrekord ist das Resultat im Rennen eine grosse Enttäuschung. Es ist schon ab der dritten Kurve schlecht gelaufen, als das Hybridsystem ausgefallen ist und ich die Führung verlor. Am Meisten zu schaffen machten uns Bremsprobleme, so konnten wir nie richtig attackieren. Ganz generell ist in diesem Rennen zu viel gegen uns gelaufen. Wir müssen nun analysieren, woran das gelegen hat.
Quote Sébastien Buemi (8. Toyota TS040 Hybrid): „Ich bin natürlich sehr enttäuscht mit dem Resul- tat und dem Rennen als Ganzes. Unser Auto war enorm zuverlässig ohne jegliche technischen Prob- leme und das Team hat einen ausgezeichneten Job bei den Boxenstopps gemacht und das Auto nach dem Unfall rasch wieder auf die Strecke gebracht. Ich glaube, wir sind dort klassiert, wo wir auf Grund unserer Pace hingehören. Herzliche Gratulation an Porsche zum verdienten Sieg.“
Resultate
Le Mans (Fr). Langstrecken-WM. 24-Stunden-Rennen: 1. Nico Hülkenberg/Earl Bamber/Nick Tandy (De/Neus/Gb), Porsche, 395 Runden. 2. Timo Bernhard/Mark Webber/Brendon Hartley (De/Au/Neus), Porsche, 1 Runde zurück. 3. Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer (Sz/De/Fr), Audi, 2 Runden. 4. Lucas di Grassi/Loïc Duval/Oliver Jarvis (Br/Fr/Gb), Audi, 3 Runden. 5. Neel Jani/Romain Dumas/Marc Lieb (Sz/Fr/De), Porsche, 4 Runden. Ferner: 8. Sébastien Buemi/Anthony Davidson/Kazuki Nakajima (Sz/Gb/Jap), 9 Runden. 18. Alexandre Imperatori/Dominik Kraiha- mer/Daniel Abt (Sz/Ö/De), Rebellion Racing, 59 Runden. 23. Mathias Beche/Nicolas Prost/Nick Heid- feld (Sz/Fr/De), Rebellion Racing, 65 Runden. 39. Simon Trummer/Pierre Kaffer/Tiago Monteiro (Sz/De/Por), Team ByKolles, 135.
WM-Stand
Stand Langstrecken-WM (nach 3 von 8 Rennen/doppelte Punkte in Le Mans). 1. Fäss- ler/Lotterer/Tréluyer 80. 2. Tandy 60. 3. Hülkenberg/Bamber 58. 4. Jani/Dumas/Lieb 57. 5. Bern- hard/Webber/Hartley 53. – Ferner: 8. Buemi/Davidson 27.
World Endurance Championship (WEC): Rennkalender 2015
12. April 2015: 6 Stunden von Silverstone (GBR)
2. Mai 2015: 6 Stunden von Spa-Francorchamps (BEL)
13./14. Juni 2015: 24 Stunden von Le Mans (FRA)
30. August 2015: 6 Stunden von Nürburgring (GER)
19. September 2015: 6 Stunden von „Circuit of Americas“ (USA)
11. Oktober 2015: 6 Stunden von Fuji (JAP)
1. November 2015: 6 Stunden von Shanghai (CHN)
21. November 2015: 6 Stunden von Bahrain (BHR)