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«Der Bundesrat braucht ein zweites Flugzeug für längere Distanzen»
SDA/lmy
5.12.2021
Drei Mal kamen Bundesräte in den vergangenen Monaten nicht ans Ziel, weil es Probleme mit dem Bundesratjet gab. Muss die Flotte aufgestockt werden?
Die Pannenserie mit dem Bundesratsjet ist grösser als bisher angenommen. Laut Informationen der «SonntagsZeitung» konnte Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Juli nach einem Treffen in London nicht wie geplant in die Schweiz zurückfliegen, da ein Triebwerk des Jets nicht gestartet werden konnte. Sommaruga musste ein anderes Flugzeug nehmen.
Letzte Woche musste Bundesrat Ignazio Cassis eine Reise nach China aufgrund einer Panne abbrechen. Zuvor war Bundespräsident Guy Parmelin betroffen. Der Bundesratsjet musste im Juli auf einem Flug nach Japan umkehren und verpasste ein Treffen mit dem japanischen Kaiser.
Zweites Flugzeug für längere Distanzen nötig
Die Flotte des Bundesrats verfügt über zwei Jets, einen Dassault Falcon 900EX und eine Cessna Citation Excel. Beide waren betroffen, doch gebe es keine Zusammenhänge zwischen den Vorfällen, teilte die Schweizer Armee mit. Die Flugsicherheit sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Bei der Falcon 900 sei es in den letzten fünf Jahren sieben Mal zu technischen Problemen gekommen, was unterdurchschnittlich sei.
Die Falcon 900 hat eine Reichweite von rund 8000 Kilometern, bei den anderen Maschinen ist diese deutlich kleiner. Thomas Hurter, SVP-Nationalrat und selber Pilot, sieht denn auch Handlungsbedarf: «Der Bundesrat braucht ein zweites Flugzeug für längere Distanzen.» Ein Umsteigen auf Linienflüge sei nicht immer möglich, und es sei ärgerlich, wenn wegen solchen Pannen Treffen im Ausland verpasst würden.