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Autor/in
Martina Signer
Martina Signer (*1988) aus Mosnang ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».
Martina Signer (*1988) aus Mosnang ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».
Ein 46-jähriger Mann wollte sich laut Anklageschrift mit einer 15-Jährigen zum Sex treffen. Der Fall wird heute am Kreisgericht Wil in Flawil verhandelt. Die Staatsanwaltschaft fordert, den Mann der versuchten sexuellen Handlung mit Kindern schuldig zu sprechen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Am 25. März fand laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft der erste Kontakt zwischen P.L. und der 15-jährigen S.B. statt. Via Instagram schrieb er ihr, sie sei «mega hübsch». Am 4. April versendete er denselben Text erneut, woraufhin die beiden einige Nachrichten austauschten. S.B. teilte dem Beschuldigten unter anderem mit, sie werde bald 16 Jahre alt. Obwohl P.L. also wusste, dass sie noch minderjährig war, schrieb er ihr dann, dass er Sex mit ihr haben wolle. Und dass sie ihren Eltern nichts von dieser Unterhaltung erzählen solle.
In einer weiteren Nachricht, so steht es in der Anklageschrift, verabredete er sich auf den nächsten Tag mit ihr. Und schickte ihr auch noch ein Bild von seinem Penis. Darauf waren auch sein nackter Oberkörper und sein Kopf zu sehen. Die Beweise scheinen also gegeben, den 46-Jährigen zu verurteilen.
Was der Beschuldigte indes nicht wusste, als er zum vereinbarten Treffpunkt beim Volg in Niederwil fuhr, war, dass hinter dem Profil von S.B. ein 14-Jähriger steckte, der sich aus Jux als 15-jähriges Mädchen ausgab. Ob der 14-Jährige am Treffpunkt erschienen ist, geht aus der Anklageschrift allerdings nicht hervor.
Die Staatsanwaltschaft stellt dem Gericht vier Anträge. P.L. sei der versuchten sexuellen Handlung mit Kindern schuldig zu sprechen, er sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten zu verurteilen und es sei ihm lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit zu verbieten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. Ausserdem seien ihm die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
«Die Ostschweiz» berichtet nach der Verhandlung darüber, ob das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft zustimmt. Noch gilt in diesem Fall die Unschuldsvermutung.
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