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Knochen verschwinden:Im Verlauf unseres Lebens entwickeln wir uns rückwärts. Zumindest, was das Skelett angeht. Während wir mit etwa 350 verschiedenen Knochen geboren werden, hat ein Erwachsener Mensch nur noch deren 206. Das liegt daran, dass Knochen während der Wachstumsphase zusammenwachsen oder verknöchern, wie zum Beispiel am Kopf. Dieser besteht ursprünglich aus 29 Knochen — 22 davon bilden den Schädelknochen, wovon 21 bei einem Erwachsenen zu einem einzigen Teil verwachsen sind. Lediglich das 22. Teil, der Unterkiefer, ist durch ein Gelenk mit dem Rest Verbunden.
Zungenabdruck: Wer etwas auf dem Kerbholz hat, tut gut daran, seine Zunge versteckt zu halten. Denn ähnlich wie bei den Fingerabdrücken, hat auch jeder Mensch eine einzigartige Zunge. Er hat sozusagen einen Zungenabdruck, mit dem er identifiziert werden könnte.
Nichts als Wasser: Der menschliche Körper enthält genug Wasser, um einen 50-Liter-Wassertank zu füllen. Ungefähr zwei Drittel des Körpers besteht nämlich aus Wasser. Es hat im Körper unzählige lebenswichtige Aufgaben zu erfüllen. Man findet das wertvolle Nass nicht nur im Blut, sondern ebenso in allen Zellen, Körpergeweben und Lymphen. Blutplasma besteht zum Beispiel aus fast 90 Prozent Wasser. Aber auch das Gehirn ist nicht viel mehr als eine Wasseransammlung, denn 80 Prozent des Denkapparats sind Wasser.
Der Mensch verliert jede Minute etwa 30'000 Hautschuppen.
Blonder Reichtum: Ob Blondinen dünner sind als der Rest der Welt, sei dahingestellt. Zumindest jedoch haben sie den dichtesten Haarschopf. Während sich ein durchschnittlicher Mensch mit rund 100'000 Haaren zufrieden geben muss, spriessen auf Blondschöpfen etwa 150'000 Haare. Leute mit schwarzen Haaren bringen es auf 110'000 und Brownies liegen genau im Schnitt. Rotschöpfe haben mit rund 86'000 Haaren am wenigsten Haare auf dem Kopf.
Jeder ein Milliardär: Das Herz ist eine unermüdlich arbeitende Pumpe, die sich zusammenzieht und wieder ausdehnt und dadurch täglich etwa 8000 Liter Blut durch das riesige Netzwerk an Blutgefässen treibt. Während eines langen Menschenlebens schlägt es unglaubliche drei Milliarden Mal.
Schnüffelnase: Wir haben zwar nicht das Riechorgan eines Hundes. Trotzdem kann die menschliche Nase rund 50'000 Düfte unterscheiden. Der Geruchssinn sagt uns nicht nur, ob wir jemanden gut riechen können, er warnt uns auch davor, giftige Gase oder Rauch einzuatmen. Wie alle Sinne, lässt auch das Riechen im Alter nach.
Neuer Magen gefällig: Wussten Sie, dass Sie alle drei bis vier Tage eine neue Magenschleimhaut erhalten? Wenn nicht, würde sich der Magen selber verdauen. Produzenten der schützenden Schleimhülle sind Zellen in der Magenwand. Angegriffen wird die Magenwand von Verdauungsenzymen und Salzsäure, die nicht nur die Nahrung aufspalten, sondern auch Mikroben wie Krankheitserreger abtötet.
Alle Blutbahnen Zusammen reichten viermal um die Erde.
Gut geschuppt:Ihr Goldfisch ist nicht der Einzige im Haushalt mit einem Schuppenproblem: Der Mensch verliert in der Minute rund 30'000 Hautschuppen. Denn kein Körperbereich erneuert sich so schnell wie die Haut, das mit rund zwei Quadratmetern grösste menschliche Organ. Jeden Monat ersetzt sich die äusserste Hautschicht vollständig. So verteilt der Mensch bis zu seinem 70. Altersjahr 40 bis 50 Kilogramm Haut.
Licht lässt Nägel wachsen: Wer glaubt, er müsse seine Fingernägel häufiger schneiden als die Fussnägel, liegt genau richtig. Am Körper wachsen diejenigen Nägel am schnellsten, die am meisten Licht abkriegen und die häufig gebraucht werden. So wachsen Fingernägel an der Hand mit der man schreibt, am schnellsten — sofern man noch von Hand schreibt. Es ist aber ein Mythos, dass Nägel oder auch Haare nach dem Tod noch weiter wachsen.
Auf stinkendem Fuss: Die Ursache für stinkende Füsse, aber auch für riechende Achselhöhlen, ist Schweiss. Und davon produziert der Mensch an den Füssen eimerweise. Ein Paar Füsse haben 500 000 Schweissdrüsen, und diese können pro Tag mehr als einen halben Liter Schweiss absondern. Die Ursache des üblen Geruchs ist aber nicht der Schweiss selber, der ist nämlich geruchlos. Wird Schweiss aber durch Bakterien zersetzt, bildet sich als Abfall zum Beispiel Buttersäure — und die stinkt.
Starke Nieser: Ein menschlicher Nieser ist so schnell wie ein Auto auf deutschen Autobahnen. Der Luftstrom erreicht Geschwindigkeiten von gegen 160 Kilometer pro Stunde und schleudert Tröpfchen und darin enthaltene Krankheitserreger wie Minigeschosse mehrere Meter weit. Ein guter Grund also, sich beim Niesen, den Mund und vor allem die Nase — denn man niest nur durch die Nase — zu bedecken oder sich zu ducken, wenn jemand gegenüber niest.
Spuckbad: Sie würden wohl nicht in ihrer Spucke baden wollen, doch Sie könnten. Würden Sie nämlich Ihren Speichel ein Leben lang sammeln, käme die ungeheure Menge von gut 25'000 Litern zusammen — genug, um einen stattlichen Swimming Pool zu füllen.
Ewiger Schlaf: Wer sagt, er könnte sterben für einen guten Schlaf, meint das wohl wörtlich. Denn ohne Nahrung überlebt der Mensch Wochen, ohne Schlaf hingegen nur elf Tage. Danach schläft jeder ein — für immer.
Weite Reise: Blut hat eine weite Reise zurückzulegen: Aneinandergereiht umrunden die Blutbahnen eines einzelnen Menschen die Erde rund viermal. Gut 150 000 Kilometer Blutgefässe enthält der Körper. Dazu gehören auch hauchdünne Kapillaren, die nur gerade einen Durchmesser von 0,01 Millimeter haben.
Ironman und Eisenfrau: Der menschliche Körper enthält etwa die Menge Eisen, aus der man einen rund sieben Zentimeter langen Nagel herstellen könnte – vier bis fünf Gramm. Und obwohl es im Vergleich zum gesamten Körpergewicht sehr wenig scheint, sind die paar wenigen Gramm lebenswichtig. Ohne Eisen funktioniert weder der Sauerstofftransport im Blut noch die Sauerstoffaufnahme im Körper oder die Energieversorgung.
Fotograf: Rebekka Heeb