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Ein schweres Erdbeben mit Magnitude 8,9 auf der Richterskala hat am 11. März um 6.46 Uhr Schweizer Zeit Japan stark erschüttert und einen gewaltigen Tsunami ausgelöst. Es gab bis heute sehr viele starke Nachbeben. Der Tsunami hat Japans Küste auf einer Länge von rund 600 Kilometern hart getroffen. Die am schlimmsten betroffenen Präfekturen sind: Miyagi, Iwate, Fukushima, Yamagata, Akita und Aomor. Bei Sendai, 300 km nördlich von Tokio, war die Welle bis 10 Meter hoch und drang mit riesiger Gewalt und bis 17 km weit ins Landesinnere vor.
Die japanische Regierung spricht bislang von über 2500 Verletzten, 14 700 Vermissten und 9400 Toten. 261 000 Menschen sind noch obdachlos. Laut offiziellen Angaben stehen diesen Personen rund 2300 Evakuationszentren zur Verfügung. Täglich können laut offiziellen Angaben rund 10 000 Menschen die Evakuationszentren verlassen, da sie Unterkunft bei Familienangehörigen und Bekannten in nicht betroffenen Gebieten finden.
Die Lage im AKW Fukushima ist weiterhin instabil.
Einsatz der Humanitären Hilfe
des Bundes
• Die Experten der Humanitären Hilfe des Bundes (Logistik, Strahlenschutz, Telecom), welche in Osaka die Botschaft bei der Unterstützung von ausreisewilligen Schweizer Bürgerinnen und Bürgern sowie anderen Nationalitäten verstärkt hatten, befinden sich auf der Rückreise.
• Das Schweizer Team verfügte über einen Strahlenschutzexperten mit Mess- und Monitoringgeräten. Dieser machte im Einsatzort stündlich Messungen und sendete die Resultate der Nationalen Alarmzentrale (NAZ).
• Die medizinische Repatriierung des Korpsangehörigen und Redog-Mitgliedes, mit dem begleitenden Team-Arzt, ist abgeschlossen. Seine Behandlung stand nicht im Zusammenhang mit dem Einsatz.
• Die 23 Experten der Humanitären Hilfe des Bundes und die neun Suchhunde der Redog, die im Katastrophengebiet Sucharbeiten durchführten, haben ihren Einsatz beendet und sind zurückgekehrt.
• Das Suchteam konnte während seines Einsatzes drei Ortungen vornehmen. Die Rettung/Bergung der Opfer wurde durch die lokale Feuerwehr eingeleitet.
• Das Einsatzgebiet befand sich etwa 100 km nördlich der Stadt Sendai, rund 150 km von den Kernkraftwerken Fukushima I und II entfernt.
• Zur Sicherheit des eingesetzten Teams wurden in Zusammenarbeit mit dem Paul Scherrer Institut (PSI) persönliche Messungen vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen ausnahmslos normale Werte auf.
• Die japanische Regierung leitet ihre humanitäre Hilfe für die Opfer über 32 lokale Hilfswerke und koordiniert über zwei Plattformen, die vom japanischen Kabinettsminister geleitet werden.
CHF 1 000 000.- für Einsatz und Hilfeleistungen.
Zusätzliche Information:
Deza Humanitäre Hilfe und SKH
Sägestrasse 77 Köniz
3003 Bern
Telefon: +41 (0)31 322 31 24
Fax: +41 (0)31 324 16 94
E-Mail: <email-pii>
Internet: <link http: www.deza.admin.ch>www.deza.admin.ch
Quelle: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza, Humanitäre Hilfe und Schweizerisches Korps für humanitäre Hilfe
Beim Erdbeben mit der Stärke 7 vom 12. Januar 2010 starben in Haiti rund 230 000 Menschen. Im ärmsten Land Lateinamerikas und der Karibik sind 3,7 Millionen Kinder, Frauen und Männer betroffen, 1,2 Millionen Menschen haben ihr Obdach verloren. Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben leidet das Land nach wie vor unter den Folgen dieser Naturkatastrophe. Über eine Million Menschen leben immer noch in provisorischen Unterkünften. Die Erfahrungen im Zusammenhang mit anderen grossen Beben bestätigt, dass es ein Jahr dauert, bis mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann. Unter anderem führten in Haiti folgende Umstände zu zusätzlichen Verzögerungen:
• Eine Cholera-Epidemie mit enormen zusätzlichen Hilfsbedürfnissen. Seit dem Ausbruch im Oktober 2010 sind über 250 000 Menschen an Cholera erkrankt; für 4630 Personen endete sie tödlich.
• Politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen.
• Ungeklärte Landrechte, fehlende Baunormen und ungenügend definierte Risikozonen sowie mangelhafte lokale Fachkompetenzen und Kapazitäten im Baubereich.
Die Deza reagierte mit der bisher umfangreichsten Hilfsaktion in ihrer 50jährigen Geschichte. Seit Januar 2010 kamen über 120 Expertinnen aus dem Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) im Erdbebengebiet zum Einsatz; primär aus den Bereichen Wasser und Hygiene, Medizin, Bau sowie Organisation und Logistik:
– Über 170 Tonnen Hilfsgüter wurden eingeflogen und an die Erdbebenopfer verteilt.
– Ein Ärzteteam operierte und betreute im Universitätsspital von Port-au-Prince mehr als 800 Mütter und Kinder.
– SKH-Experten bauten und reparierten in der Hauptstadt zusammen mit lokalen Unternehmen über 50 Trinkwasser-Verteilstellen. Damit konnten rund 50 000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.
– An rund 2000 Familien (10 000 Personen) in Petit Goâve wurde Material für den Bau von Notunterkünften abgegeben.
– Die Deza unterstützte ihre internationalen und multilateralen Partner (IKRK, WFP, Unicef, Ocha) mit namhaften Finanzbeiträgen und/oder stellte diesen Experten zur Verfügung.
Seit Mitte letzten Jahres liegt der Schwerpunkt des Engagements der Humanitären Hilfe im Wiederaufbau von sozialen Infrastrukturen.
Im Juli 2010 eröffnete die Deza in Port-au-Prince ein Kompetenzzentrum für den Wiederaufbau. In diesem «Centre de Compétences Reconstruction» (CCR) stehen seither Experten aus dem SKH und der Privatwirtschaft für die technische Planung und Umsetzung Deza-eigener Projekte sowie zur Beratung schweizerischer Hilfswerke, multilateraler Partner und Regierungsinstitutionen zur Verfügung.
In enger Zusammenarbeit mit den haitianischen Behörden und der internationalen Gemeinschaft hat die Deza Standards für erdbebensicheres Bauen und die Risikominderung von Naturgefahren für die Planung erarbeitet.
Das Team des CCR unterstützt aktiv das haitianische Bau- wie auch das Bildungsministerium in der Erarbeitung von Informationsmaterial und in der Berufsbildung von lokalen Fachkräften; beides im Sinne von «built back better» auf erdbeben- und hurrikansicheres Bauen ausgerichtet.
Im vom Erdbeben stark betroffenen Südwesten des Landes hat die Deza in den Orten Leogâne und Petit Goâve mit dem Bau von zwei zerstörten Schulen begonnen. Die Deza war die erste und einzige Organisation, welche nach dem Erdbeben vom haitianischen Bildungsministerium die Bewilligung für den Bau von permanenten Schulen erhalten hat. Ab dem neuen Schuljahr im Oktober 2011 werden in diesen beiden Schulen rund 1450 Kinder und Jugendliche wieder in regulären Schulräumen unterrichtet werden können.
Seit Ende der neunziger Jahre unterstützt die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit Haiti mit zwei Projekten in den Bereichen Trinkwasser/Siedlungshygiene und Waldschutz/ Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion.
Helvetas setzt diese Projekte für die Deza um. Nach dem schweren Erdbeben hat der Bundesrat entschieden, die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit komplementär zum gegenwärtigen Engagement der Humanitären Hilfe auszubauen.
Mit ihrem Mittelfristprogramm 2011 – 2013 setzt die Deza in Haiti drei Schwerpunkte:
• Bau von erdbeben- und hurrikansicheren sozialen Infrastrukturen. Vor allem Schulen aber auch Wasserversorgungen oder Bewässerungsanlagen müssen in Stand gesetzt werden. Wo Projekte durchgeführt werden, sollen gleichzeitig haitianische Fachleute ausgebildet und in ihren Managementfähigkeiten gestärkt werden.
• Nahrungssicherheit. Gezielte Massnahmen sollen helfen, die Einkommensbasis der Landwirte zu verbessern. Eine breitere Produktepalette und steigende Erträge können einen gewichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung Haitis leisten. Bei der Verarbeitung und Vermarktung lokaler Erzeugnisse werden neue Wege gesucht. Lagerung und Verteilung von lokal produzierten Nahrungsmitteln in Krisenzeiten werden gefördert.
• Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen und Minderung von Naturrisiken. Die Deza beteiligt sich an der Erarbeitung der Grundlagen für nationale Schutzzonenprogramme und an der Umsetzung von Nutzungsplänen in Gebieten von hoher ökologischer Bedeutung. Katastrophenvorsorge, Minderung von Naturrisiken und Verbesserung der Reaktionskapazität von Behörden und Bevölkerung angesichts möglicher neuer Katastrophen werden auf lokaler und nationaler Ebene unterstützt.
Gesamthaft setzt der Bund 2010 bis 2013 für die Entwicklungszusammenarbeit und die Humanitäre Hilfe in Haiti über 36 Millionen Franken ein.
Erdbeben Nothilfe
Bilateral:
Direkte Aktionen
(Hilfsgüter und Personal) 8 360 000 CHF
Beiträge an Hilfswerke 661 000 CHF
Multilateral:
Beiträge an IKRK, WFP, OCHA 4 650 000 CHF
Personal für WFP und Unicef 733 000 CHF
Nothilfe Cholera-Epidemie:
Direkte Aktionen (Med. Güter und Personal, Wasseraufbereitung) 550 000 CHF
Beiträge an Partnerorganisationen 655 000 CHF
Wiederaufbau:
CCR (Kompetenzzentrum mit
Ausbildungsprogrammen) 2 620 000 CHF
Bau von Schulen 1 500 000 CHF
Beiträge an CH-NGOs 815 000 CHF
Weitere Projekte mit Partnern:
Hôpital Albert Schweitzer, TdH 580 000 CHF
Investitions- und Betriebskosten
Programmbüro: 3 288 000 CHF
Total: 24 412 000 CHF
Weitere Informationen:
EDA-Info
E-Mail: <email-pii>
Tel: 031 322 31 53
<link http: www.deza.admin.ch>www.deza.admin.ch
Quelle: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza, Humanitäre Hilfe und Schweizerisches Korps für humanitäre Hilfe
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