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Die Zahl der Toten bei der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer ist auf 30 gestiegen. Einsatzkräfte entdeckten insgesamt 29 Leichen im Frachtraum des hölzernen Schiffs, wie die Behörden in Malta am Sonntag mitteilten.
Nach Angaben der italienischen Rettungskräfte kam zudem ein Baby ums Leben. Zunächst waren die Behörden Italiens und Maltas von insgesamt 19 Toten ausgegangen. Vermutlich hatten die Opfer giftige Abgasen aus dem Motor eingeatmet.
Weitere fünf Leichen geborgen
Das völlig überladene Schiff war am Samstag etwa 150 Kilometer vor Lampedusa von einem dänischen Handelsschiff entdeckt worden. 566 Passagiere überlebten, unter ihnen auch die syrischen Eltern des verstorbenen Babys. Das Flüchtlingsboot wurde nach Malta geschleppt, während die geretteten Insassen ins italienische Messina gebracht wurden.
Am Montag barg die italienische Marine vor der Insel Lampedusa weitere fünf Leichen von Flüchtlingen von Bord eines sinkenden Schlauchbootes. 61 Migranten wurden gerettet. Die Überlebenden berichteten, dass sich insgesamt 80 Flüchtlinge an Bord des Bootes befanden.
Sommerwetter begünstigt Flucht
Wegen des ruhigen Sommerwetters hatte die Zahl der Bootsflüchtlinge zuletzt erheblich zugenommen. Die italienische Marine greift nun nahezu täglich hunderte Migranten auf, die mit Schiffen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen.
Die Flüchtlinge stammen meist aus Eritrea, Somalia und Syrien, doch auch Flüchtlinge aus Afghanistan, Pakistan und weiteren asiatischen und afrikanischen Ländern nehmen die gefährliche Überfahrt auf sich. Seit Jahresbeginn erreichten schätzungsweise 80'000 Flüchtlinge Italien.
(sda/me)