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«Youth Gone Wild» war nicht nur die erste Single, sondern auch ein Statement einer agilen Truppe, die ohne Rücksicht auf Verluste voll angriff. Mit dem kongenialen Gitarren-Duo Scotti Hill und Dave "Snake" Sabo, der Rhythmussektion mit Rob Affuso (Drums) und Rachel Bolan (Bass) sowie dem Bühnenderwisch und Schreihals Sebastian Bach hatten sich fünf talentierte Musiker gefunden, welche die Welt im Sturm eroberten. Mit der Ballade «18 And Life», den Krachern «Sweet Little Sister» und «Making A Mess», den groovenden «Big Guns» und «Piece Of Me» sowie der Überballade «I Remember You» waren die Jungs umgehend in allen Ländern gern gesehene Gäste und machten damals als Support von Mötley Crüe dem Headliner auf der «Dr. Feelgood» Tour das Leben schwer. Einen würdigen Nachfolger zu schreiben, der nicht völlig abkackte, schien jedoch sehr schwierig. Was taten die Ami-Boys? Korrekt, sie veröffentlichten kein Album auf Nummer sicher, sondern das Härteste ihrer Karriere und zeigten dem aufkommenden Grunge-Scheiss den gestreckten Mittelfinger. «Slave To The Grind» gab zwei Jahre später mit dem Titelsong, «Monkey Business», dem wilden «The Threat», den punkigen «Psycho Love» und «Riot Act» sowie den beiden Balladen «In A Darkened Room» und «Quicksand Jesus» die richtige Antwort auf seinen gewichtigen Vorgänger.
Speziell Seb zeigte sich gesanglich auf der absoluten Höhe seiner Sangeskraft und verlieh den Tracks eine Atmosphäre, die er nachher nie mehr erreichte. Mit der EP «B-Side Ourselves» präsentierte der Fünfer Cover-Versionen von KISS («C’Mon And Love Me»), Judas Priest («Delivering The Gods»), den Ramones («Psycho Therapy»), Rush («What You’re Doing») und Jimi Hendrix («Little Wing»). Es sollte das letzte Mal sein, dass Skid Row rockten und aus allen Rohren schossen, denn mit «Subhuman Race» wurde 1995 eine zwiespältige Scheibe veröffentlicht, welche sich im Grunge-Kostüm präsentierte und in meinen Augen auf völlig verlorenem Posten stand. Statt auf die eigenen Stärken zu bauen, liess man sich von der Trendwelle überrollen und setzte eigenhändig den ersten Nagel auf den Sarg. Auch wenn man danach noch versuchte, mit dem einzelnen Track «Frozen» die alte Härte aufrecht zu erhalten, blieb es beim sehr bescheidenen Versuch, sich am alten Erfolg festzuklammern. Die letzte Scheibe dieser Box ist «Subhuman Beigns On Tour». Eine Live-EP, die nochmals aufzeigen will, was diese Band grundsätzlich ausmachte und interessanterweise nur einen Track von «Subhuman Race» beinhaltet. Die Box «The Atlantic Years» zeigt auf eindrucksvolle Weise, was einst in dieser Combo steckte und was aus ihr geworden ist. Grunge veränderte damals alles, leider auch Skid Row und war am Ende bloss noch der Auslöser der Ego-Probleme zwischen Sebastian und dem Rest der Band, welche bis heute anhalten. Hier könnt ihr nun alle drei erwähnten Alben in einer Box kaufen.
Tinu