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Wovon träumen Jugendliche?
Früher galten Träume als Botschaften der Götter. Spätestens seit Sigmund Freud trifft das nicht mehr zu. Er betrachtete Träume als Wege zum Unterbewusstsein. Nach den heutigen Kenntnissen scheinen Träume “current concerns” widerzuspiegeln. Was die Jugendlichen tagsüber am meisten beschäftigt, findet nachts Eingang in deren Träume. Eine kanadische Studie untersuchte 2003 den Trauminhalt von 1348 Studierenden und fand folgende 5 sich wiederholende Themen: verfolgt werden, in die Tiefe fallen, sexuelle Erfahrungen machen, Schule, Lehrkräfte, Aufgaben und zu spät kommen. Im REM-Schlaf verarbeiten Jugendliche das, was sie tagsüber kognitiv und emotional am stärksten beschäftigt. Das Resultatemuster wurde 2007 in einer weiteren Studie repliziert. Neuere Studien aus dem Jahre 2009, durchgeführt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kanada zeigten, dass Trauminhalte zudem kulturabhängig sind. Je nach kulturellen und religiösen Vorstellungen haben die Befragten den Inhalt sowie die “Botschaft” ihrer Träume sehr ernst genommen und im Alltag für wichtige Entscheidungen (Studium, Zukunftsplanung, Beziehung, Anschaffungen etc.) herangezogen. Waren bei den arabischen Befragten die Studenten der Meinung, dass eine höhere Instanz ihre Träume beeinflusst, so glaubten die kanadischen Jugendlichen, dass sie selbst für die Trauminhalte verantwortlich waren.
Träume sind nächtliche Kreationen unseres Gehirns. Sie sind quasi unsere Nachtunterhaltung. Wer jedoch häufig unter Angstträumen leidet, sollte sich bei Fachleuten Hilfe holen. Mit der Technik “imagery rehearsal” lernen Patienten, den Inhalt der Alpträume bewusst zu verändern, so dass diese verschwinden. Wer gut schläft, startet besser in den Tag.
PD Dr. med. J. Schwander