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Armut
Nach einer Erhebung von 2006 und Anpassungen aufgrund der Volkszählung 2010/11 gelten über 90% der der Einwohner als arm, gegenüber einem Landesdurchschnitt von ca. 62%. Die Armutsgrenze variiert ein wenig von Gebiet zu Gebiet und liegt bei einem Einkommen pro erwachsenen Einwohner, welches die Grundbedürfnisse (bei Nahrungsmitteln die tägliche Versorgung mit 2400 Kcal), nicht decken kann.
Das gesetzliche Mindesteinkommen wurde soeben von 25€ auf ca. 32€ erhöht - diese Gesetzesänderung besitzt jedoch nur Papierwert und wird vorerst keine Auswirkungen haben. Das liegt daran, dass die Armutsspirale in der Gesellschaft bereits tiefe Spuren hinterlassen hat und erst langfristige, strukturelle Massnahmen zu einer Wende in der Entwicklung führen können. Ansätze dazu sind zwar vorhanden (z.B. in der Wasserversorgung), sie werden jedoch nicht nachhaltig verfolgt. Es bleibt bei Einzelaktionen, die meist vor Präsidentschafts- und Parlamentswahlen umgesetzt werden.
Obwohl auf dem „Human Development Index“ der UNO das Land Togo den Platz 162 von 187 einnimmt, würde die Region der Savannen, allein gerechnet, angesichts der grossen landesinternen Unterschiede auf einem der letzten Plätze liegen. Opfer der grassierenden Armut ist in erster Linie die Jugend. Dies führt zu einem zunehmenden Abwanderungsdruck, welchem die Fähigsten und Aktivsten zuerst nachgeben.
Dem Vorangegangenen steht scheinbar entgegen, dass die extreme Armut weniger sichtbar wird als in anderen Gegenden, sei es weiter südlich im Land oder jenseits der Grenze in Burkina. Dies kann als positives Zeichen dafür gedeutet werden, dass die Bevölkerung motiviert ist, sich für eine positive Entwicklung in ihrer Umgebung einzusetzen.