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Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, liess Goethe den Theaterdirektor in seinem Faust sagen. Dieses Motto gilt auch für die neue Jahresschrift der Historischen Vereinigung Seetal. Mit dem Kurzartikel «Die Reussgletscher-Endmoräne in Seon als Nordgrenze des Seetals» liefert Werner Haussmann nochmals eine Antwort auf die letztes Jahr gestellte Frage: Wie weit reicht das Seetal?
Die Biografie über Hans von Hallwyl (1835 –1909) von Sarah Caspers trägt den brisanten Untertitel Muttersöhnchen, Lebemann, Hochstapler: Aus dem Privatleben des Aargauer Regierungsrates. Nicht die politische Blitzkarriere des gutaussehenden Sprosses aus adliger Familie steht im Zentrum, sondern seine Beziehung zu seiner Mutter, die immer an ihren Sohn glaubte, zu seiner Frau, deren Vermögen er verbrauchte und zu seiner Geliebten, mit der er die Schweiz verliess. Im Aargau wurde diese schillernde Figur lange Zeit als eine Art Tabuthema behandelt. Eine gut dokumentierte Darstellung mit zahlreichen Briefzitaten ermöglicht es nun, sich ein Bild vom Leben dieses Mannes zu machen, der zu folgender Erkenntnis gelangte: Geld an sich ist wertlos. Seinen Wert verleiht ihm erst die Kunst, es richtig auszugeben.
Nach Neuigkeiten von den Seetal-Schlössern Hallwyl und Heidegg berichtet der Archäologe Beat Wigger von einer spätbronzezeitlichen Fundstelle in Egliswil (1200–1050 v. Chr.). Er stellt die entdeckten Gegenstände in Wort und Bild vor und weist auf die grosse Bedeutung dieser Fundstelle für die Bronzezeitforschung hin.
Kurbäder im Seetal lautet der Titel des Hauptbeitrages. Getrud und Paul Wyrsch-Ineichen behandeln die Geschichte der Bäder vom Altertum bis zu Kneipp mit der Reiseliteratur der Neuzeit. Ibenmoos und Guggibad waren seit alter Zeit bekannt und gut besucht, bevor aus dem ersten 1833 in ein Armenhaus wurde und das zweite 1866 einer Feuersbrunst zum Opfer fiel. Das Augstholz knüpfte 1794 an die Erfolgsgeschichte dieser berühmten Nachbarn an, doch machten die umliegenden Gasthausbesitzer dem Badewirt das Leben schwer und trieben ihn 1816 in den Konkurs. Gleichzeitig versuchten auch die Badewirte in Seengen das seit dem Mittelalter bestehende alte Bad in die Liga der Kurbäder einzureihen und rühmten nun plötzlich die Heilkraft des Wassers. Erfolgreicher war der Arzt Adolf Erismann im benachbarten Brestenberg. Mit seiner Kaltwassertherapie machte er ihn zu einem der berühmtesten Schweizer Kurbäder des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Diese Leistung wird hier umso eindrücklicher, da sie zur Zeit der vier absteigenden und «sterbenden» Gesundbrunnen im Seetal erfolgte. Der Artikel über die fünf Badeorte enthält eine Fülle von Quellen und gibt vielen Wirten erstmals ein persönliches Gesicht mit Lebensdaten und Familie.
Weitere Informationen findet man unter: www.hvSeetal.ch