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Inhalt

Dorf Grafenried
Kurzporträt
Gesamtfläche: 4,72 km2
davon Wald: 1,65 km2
Einwohnerzahl:
1900: 556
2000: 899
2010: 971
Geschichte
Ausgrabungen zeugen von einer frühen Besiedlung des Gebietes. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1258 unter dem Namen Gravenriet; 1262 ist die Bezeichnung Riede und 1272 Gravinriet überliefert. Der Ortsname geht auf das althochdeutsche Wort riod (Rodung) zurück. Das Bestimmungswort Grafen- wurde zur Unterscheidung von benachbarten Orten desselben Namens (Zauggenried, Kernenried) eingeführt. Es bezieht sich auf die Grafen von Thierstein, denen Grafenried seit dem Mittelalter gehörte. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelangte Grafenried zum Eigentum des Klosters Fraubrunnen.
Ab 1406 stand Grafenried unter Berner Oberhoheit. Nach der Säkularisation der Abtei Fraubrunnen 1528 wurde es Teil der Landvogtei Fraubrunnen.
Kirche Grafenried
Auf einer Anhöhe etwas ausserhalb des Dorfes, dicht an der Grenze zu Fraubrunnen, steht die reformierte Pfarrkirche. Sie geht im Kern auf einen Bau aus dem 8. Jahrhundert zurück, gehörte seit 1258 dem Kloster Fraubrunnen und war seit 1535 (Abbruch der Klosterkirche) Pfarrkirche von Fraubrunnen und Grafenried. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche beim Neubau im Jahr 1747. In den Jahren 1988/89 wurde sie letztmals renoviert. Zusammen mit dem Pfarrhaus (1737) und dem heutigen Kirchgemeindehaus, einem 1978 umgebauten Pfrundhaus von 1813-14, bildet sie eine bemerkenswerte Gebäudegruppe.
Ort im Wandel
Bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts war Grafenried ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägter Ort. Noch heute hat vorallem der Ackerbau, aber auch die Milch- und Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung.
Der Ortskern von Grafenried gehört zu den schützenswerten Ortsbildern von nationaler Bedeutung und weist zahlreiche charakteristische Bauernhäuser im bernischen Landstil aus dem 17. bis 19. Jahrundert auf.
Das Dorf ist auf der süd-, west- und nord-Seite von Wald umgeben. Zwischen Waldgürtel und Dorfkern liegt viel produktives Kulturland, welches ein landwirtschaftliches Einkommen ermöglicht. Neben den 8 noch vollamtlichen Landwrtschaftsbetrieben sind über 25 KMU-Betriebe verschiedenster Branchen in Grafenried niedergelassen. Die meisten Arbeitnehmer wohnen jedoch als Wegpendler hier und arbeiten vorallem in den Agglomerationen Bern und Solothurn. Ein optimaler öffentlicher Verkehr sowie die nahen Autobahnanschlüsse bieten ideale Voraussetzungen dazu.
Heute ist Grafenried eine aufstrebende Gemeinde mit ländlichem Charakter, die gemäss Leitbild ihre Selbständigkeit beibehalten möchte, die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden jedoch weiter fördert.
Schule und Verwaltung
Im 2004/2005 total renovierten Gemeindehaus beim Bahnhof befindet sich die Spielgruppe und der Kindergarten sowie die modern eingerichtete Gemeindeverwaltung, welche alle Bereiche einer Verwaltung abdeckt (ein Teil der Finanzverwaltung ist nach Fraubrunnen ausgelagert). Im Primarschulhaus an der Etzelkofenstrasse werden in 3 Klassen die Primarschüler der 1. bis 6. Klasse unterrichtet. Ab der 7. Klasse besuchen die Schüler die Oberstufe in Fraubrunnen.
Vereinsleben
Die 6 ortsansässigen Vereine (Sport-Club, Hornusser, Freizeitverein, Männerchor, Bärenbach-Musikanten und Ornithologen) sind sehr aktiv und führen jährlich Meisterschaften, Dorffeste, Lottomatches, Konzerte, Theater und Ausstellungen durch.
Daneben gibt es viele Grafenrieder, die sich benachbarten Vereinen wie Turnverein, Amtschützen oder der Trachtengruppe etc. anschliessen und dort aktiv sind. Im weiteren bietet Grafenried ein sehr attraktives Naherholungsgebiet mit ausgezeichneten Möglichkeiten zum Wandern, Joggen, Reiten etc. oder einfach nur die schöne Gegend geniessen mit Panorama auf die Berneralpen, die Winigen-Berge und den Jura.
Zukunft
Grafenried hat eine attraktive Wohnlage. Dies zeigt sich auch daran, dass nach der 2004 genehmigten Ortsplanungsrevision heute bereits praktisch kein erschlossenes Bauland mehr zur Verfügung steht. Dem Leitbild der Gemeinde konnte in den letzten Jahren nachgelebt werden, mit welchem ein ausgewogenes Wachstum angestrebt wird, welches den gegebenen Infrastrukturen entspricht.