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Angelique Kerber, in Polen sesshaft, triumphierte gleich in ihrem ersten Grand-Slam-Final. Sie ist die erste deutsche Siegerin an einem Major-Turnier seit Steffi Graf 1999 in Wimbledon. Die Weltranglistensechste qualifizierte sich mit fünf Siegen gegen ungesetzte Spielerinnen plus einem Viertelfinalerfolg über Viktoria Asarenka (WTA 14) für den Final. Im Erstrundenspiel gegen die Japanerin Misaki Doi hatte sie einen Matchball abwehren müssen (6:7, 7:6, 6:3). Dank ihrem ersten grossen Turniersieg verbessert sich Angelique Kerber in der Weltrangliste auf den zweiten Platz.
Kerber schaffte, was zuvor Maria Scharapowa (WTA 5) im Viertelfinal und Agnieszka Radwanska (WTA 2) im Halbfinal nicht geschafft hatten: Sie liess sich vom druckvollen Spiel Serena Williams nicht erdrücken. Weil die Deutsche die Ballwechsel immer wieder in die Länge ziehen konnte, unterliefen Williams enorm viele Fehler. Ausserdem war die 34-jährige Amerikanerin diesmal nicht in der Lage, sich mit dem Aufschlag aus heiklen Situationen zu befreien. Serena Williams unterliefen fast so viele Doppelfehler (6) wie Asse (7); zwei alleine im sechsten Game des dritten Satzes, in dem Kerber mit einem Break 4:2 in Führung ging. Kerber führte sogar 5:2, ehe Serena Williams nochmals auf 4:5 verkürzte, ehe Kerber mit ihrem ersten Matchball die Partie beenden konnte.
Dank Angelique Kerber darf Steffi Graf ihren Grand-Slam-Rekord in der Profi-Ära (22 Titel) noch mindestens weitere fünf Monate lang alleine halten. Serena Williams hätte mit einem siebenten Triumph in Melbourne zu Graf aufschliessen können. Steffi Graf überstützte Kerber in den letzten Monaten. Nach einer enttäuschenden 2014-Saison besuchte Kerber letzten April Steffi Graf in Las Vegas. Die beiden Deutschen trainierten zusammen. Steffi Graf verhalf Kerber so auch zurück Richtung Weltspitze. Vor dem Final hatte die “Gräfin” Angelique Kerber aufmunternde SMS geschickt.
(SDA)