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Ein Bagger verteilte gestern Kies ins Flussbett der Saane bei Montbovon. Fünfmal wiederholte sich das gleiche Szenario: Ein Lastwagen holte im nahen Grandvillard eine Ladung Kies, fuhr damit an die Flussbiegung und kippte das Material aus, daraufhin schaufelte es der Bagger in das Flussbett. Innerhalb eines Tages formierten sich hundert Kubikmeter Kies zu mehreren unförmigen Haufen in der Saane. Dies alles soll den Fischen dienen, namentlich den Äschen und den Forellen.
Zu wenig Geschiebe
Hinter der Aktion stehen Groupe E und die kantonale Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft. Groupe E betreibt etwas weiter flussaufwärts die Staumauer bei Rossinière; flussabwärts folgt der Stausee Lessoc.Der Flussabschnitt dazwischenweist darum sehr unregelmässige Pegelstände auf. «Zudem hält die Staumauer flussaufwärts Geschiebe auf, so dass immer weniger lockerer Kies im Flussbett bleibt», erklärte Sébastien Lauper vom kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei an der gestrigen Pressekonferenz.
Beides ist für die Äsche nicht ideal. Gerade der Mangel an Kies kann sich verheerend aufdie Fischpopulation auswirken,denn Kies brauchen die Fische, um sich fortzupflanzen. Sobald im April oder Mai die Wassertemperaturen auf ungefähr sieben Grad steigen, gräbt das Äschenweibchen mit dem Bauch eine kleine Kuhle in den Grund und legt dort mehrere tausend Eier hinein. Sie bedeckt sie dann mit Kies, um sie zu schützen, wie das auch die Forelle tut.
Die Staudämme bei Rossinière und Lessoc bestehen bereits seit 1972, und seit rund zwanzig Jahren gibt es eine Äschenpopulation. «Bis vor einigen Jahren war uns die Problematik hier gar nicht bewusst», sagte Lauper. Vor einem Jahr gelangte das Amt für Wald, Wild und Fischerei mit dem Thema an Groupe E. «Mit dem Fonds für ökologische Verbesserungsmassnahmen des Ökolabels ‹Naturmade Star› haben wir ein Mittel, um solche Projekte zu unterstützen», sagte Jean-Claude Kolly dazu, Leiter des Staumauerbetriebes und der Wasserkraftproduktion von Groupe E (siehe Kasten). Der Fonds trägt die Kosten des Projektes von 15 000 Franken.
Die Natur arbeitet
Lauper betonte, dass den Fischen kein fertig gestalteter «Japanischer Garten» angeboten werden soll. Vielmehr würden sich die Kieshaufen mit der Wasserströmung selbst im Bett der Saane verteilen–und diese werde damit etwas naturnäher. Die Stelle bei Montbovon eignet sich gut dafür: Es gibt eine gewisse Strömung und weiter flussabwärts laichen Äschen. «Wir überlassen der Natur die Arbeit», sagte Lauper. So wird die Saane im Herbst für die laichenden Forellen attraktiv sein und im Frühling für die Äschen.
Zum Fonds
Ökostrom-Kunden finanzieren Fonds
Ein Teil der Groupe-E-Kraftwerke trägt das Label «Naturmade Star». Kunden, die diesen Ökostrom beziehen, bezahlen einen Rappen pro Kilowattstunde an den «Fonds für ökologische Verbesserungsmassnahmen». Dieser verfügt über 34000 Franken, um nachhaltige Projekte zu unterstützen.nas