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1900: So epochal wie der Originaltitel, "Novecento" , ist auch die Handlung dieses Filmklassikers von Bernardo Bertolucci angelegt. Sie beginnt am Tag der Befreiung - in Italien der 25. April 1945 - und erzählt in einer Rückblende den Aufstieg des Faschismus in Italien, um dann wieder auf den 25. April zurückzukommen. Im Mittelpunkt steht die Freundschaft des Gutsbesitzersohns Alfredo Berlinghieri (Robert De Niro) und des Landarbeitersohnes Olmo (Gerard Depardieu).
Ausgerechnet am Todestag des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi werden die zwei Knaben quasi zur selben Stunde geboren. Ein gutes Omen? Die beiden Söhne stehen auch für die zwei unterschiedlichen Klassen, die Italien im 20. Jahrhundert prägen werden: Bürgertum und Arbeiterschaft. Als Kinder zeigen sich die beiden ihre Penisse, als Jugendliche schlafen sie mit derselben Frau, Neve, doch als Erwachsene werden sie dann beinahe zu erbitterten Feinden, da der Faschismus einen tiefen Graben durch die italienische Zwischenkriegsgesellschaft zieht.
Zwischen den beiden steht der Faschist Attila (Donald Sutherland), der sich als Gutsverwalter von Alfredos Sohn sein eigenes Regime am Hof aufbaut. Als der Patriarch Giuseppel Berlinghieri, der Vater von Alfredo, stirbt, ist eine Konfrontation zwischen Attila und Alfredo unvermeidlich, doch dann heiratet Alfredo die schöne Ada und der Faschismus kommt an die Macht. Auch wenn zwischen den beiden Ereignissen scheinbar kein Zusammenhang besteht, werden sie doch zum Ausgangspunkt eines schrecklichen gesellschaftlichen und familiären Dramas, das von Bernardo Bertolucci in schillernden Farben opulent inszeniert wurde.
Der Soundtrack von Ennio Morricone und die schauspielerischen Leistungen sowie der gesellschaftliche Hintergrund machen aus "1900" mehr als nur einen Film: eine Parabel auf das 20. Jahrhundert.