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Neu erschienen
Ruanda wurde kurz nach seiner Unabhängigkeit 1962 zu einem Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungshilfe. Neben der konventionellen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit entsandte die Schweiz auch Diplomaten, die dem ruandischen Präsidenten als wirtschaftliche und juristische Berater zur Verfügung standen. Nachdem es in Ruanda 1973 zu ethnischen «Säuberungen» und einem Militärputsch gekommen war, wurde dieses Beraterprojekt 1975 eingestellt.
Im neusten Artikel der Zeitschrift Saggi di Dodis zeichnet Chantal Marquart nach, wie es zum Ende der intern als Prestigeprojekt bezeichneten Entsendung von Präsidentenberatern kam. Dabei wird deutlich, dass nicht nur finanzielle und personelle Engpässe zu diesem Entscheid führten, sondern auch die Angst davor, dass der Schweiz eine zu grosse Nähe zum ruandischen Militärregime nachgesagt werden könnte. Humanitäre Überlegungen, die aufgrund der Ereignisse ebenfalls zu erwarten gewesen wären, spielten demgegenüber eine weniger bedeutende Rolle.