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Am 27./28. September 2012 fand in Helsinki auf Einladung der VR Group die 21. Plenartagung des Internationalen Koordinationsrates für Transibirientransporte CCTT (International Council on Transsiberian Transportation) statt. An ihr nahmen 230 Teilnehmer aus 25 Ländern teil, darunter hochrangige Vertreter der Transportministerien und Eisenbahnen Russlands und Finnlands, führende Vertreter der Eisenbahnen Chinas, Deutschlands, Frankreichs, Kasachstans, der Republik Korea, Österreichs, Polens, der Slowakei, der Ukraine, Ungarns, Weißrusslands und der Länder des Baltikums sowie Vertreter von Assoziationen der Transport- und Speditionsunternehmen, von Häfen und Schifffahrtsunternehmen sowie internationalen Gesellschaften.
Der CCTT, der mit seiner Tätigkeit vor allem das Ziel der Steigerung euroasiatischer Containerbeförderungen auf der Eisenbahn mit dem Fokus auf der Transsibirischen Landbrücke verfolgt, konnte auf der Tagung ein insgesamt positives Fazit seiner Tätigkeit ziehen. Es ist ein deutlicher Zuwachs in den Containerverkehren über die Landbrücke zu verzeichnen.
Werner Albert, Ehrenpräsident der Gemeinschaft Europäischer Transsibirienoperateure und -spediteure GETO und Vizepräsident des CCTT, sprach angesichts heute regulär verkehrender Containerganzzüge zwischen China und Europa sowie der deutlich gestiegenen Zahl von Operateuren, Spediteuren und anderen Bahndienstleistern in diesem Markt von einem Durchbruch in den Beziehungen. Zugleich listete er eine Reihe noch besser zu lösender Probleme auf, angefangen von einem beschleunigten Grenzübertritt durch Vereinfachung und Digitalisierung von Zoll- und Grenzabfertigung bis hin zur breiteren Anwendung des einheitlichen CIM/SMGS Frachtbriefs. Er würdigte die Fortschritte, die von GETO Unternehmen erzielt wurden. Dazu gehörten die Arbeiten zur Entwicklung des "elektronischen Zugs" sowie zur Gestaltung von Plattformen zur Bündelung von Transporten sowie von Shuttleverkehren zur Erhöhung der Auslastung der Containerzüge in beiden Richtungen, die von Unternehmen der zur GETO gehörenden InterRail Gruppe realisiert werden.
Auch die GETO Mitgliedsunternehmen Hupac und Far East Land Bridge hatten Gelegenheit, über ihre Aktivitäten im Bereich der intermodalen Ost-West-Verkehre zu berichten. Der Schweizer Kombioperateur Hupac beispielsweise bietet seinen Kunden durch die strategische Partnerschaft mit SNCF Geodis Zugang zu einem Netz von der Iberischen Halbinsel bis in den Fernen Osten mit täglichen oder wöchentlichen Verbindungen bis nach Polen, Russland und weiter bis nach China. Far East Landbridge berichtete über die seit September 2011 verkehrenden Firmenzüge zwischen Deutschland und China, die komplexen Logistikcharakter haben und in diesem Jahr regen Zuwachs verzeichnen konnten.
Der Präsident der OAO RZD und zugleich Präsident des CCTT Vladimir Jakunin machte an Zahlen das dynamische Wachstum der internationalen Containerbeförderungen auf der Transsibirischen Eisenbahnmagistrale deutlich. Der Zuwachs der Export-, Import- und Transitverkehre hatte 2011 gegenüber 2010 rund 27 % betragen und in den ersten sieben Monaten 2012 rund 23 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Trotz Wachstumsraten von mehr als 40 % machen Transitverkehre allerdings erst einen relativ geringen Teil aus. 2011 wurden 563 Tausend TEU im internationalen Verkehr auf der Transsibirischen Eisenbahnmagistrale befördert, davon waren nur 45,6 Tausend TEU Transit. Jakunin merkte an, dass im Verhältnis zum Seetransport der Anteil der Eisenbahn im Verkehr zwischen Europa und den fernöstlichen Ländern bisher nur bei etwas mehr als 1 % liegen würde. Hier gebe es noch deutliches Wachstumspotential zu erschließen, betonte er.
Um eine bessere Servicequalität als wichtigen Wettbewerbsfaktor zu erreichen, seien Massnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur auf der Transsibirischen Magistrale und auch auf der Baikal-Amur-Magistrale sowie zur stärkeren Nutzung der modernen Informationstechnologien und des einheitlichen Frachtbriefs erforderlich.
Die Teilnehmer der 21. CCTT Tagung stimmten überein, dass eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Bahnen und Grenz- und Zollbehörden erforderlich sei, um die hier immer wieder entstehenden Probleme, welche die Transitzeiten verlängerten, lösen zu können. Sie zollten der Tätigkeit des CCTT hohe Anerkennung. Er habe einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Containertransporte auf der euroasiatischen Landbrücke geleistet.
Unter Downloads finden Sie die Rede von Herrn Werner Albert.
CCTT Kurzinformation
Der internationale Koordinationsrat für Transsibirientransporte CCTT (Coordinating Council on Transsiberian Transportation) ist eine nicht kommerzielle Transportvereinigung, die am 21. Februar 1997 im St. Gallen im Handelsregisteramt eingetragen wurde.
Der CCTT wurde von folgenden Mitgliedsunternehmen gegründet: Ministerium für Eisenbahnkommunikation der Russischen Föderation (seit 2003 und nach Umstrukturierung JSC "Russische Eisenbahn" genannt), DB AG (Deutsche Bahn), GETO (Gemeinschaft der Europäischen Transsibirien Operateure und Spediteure), sowie KIFFA (Korean International Freight Forwarders Association).
Derzeit hat der CCTT 113 Mitglieder aus 24 Ländern, inkl. grosser Eisenbahn- und Transportunternehmen, Operateure und Spediteure, Hafen- und Schifffahrtsunternehmen sowie internationaler Gesellschaften und Medien.
Die wichtigsten Ziele des CCTT sind:
- Steigerung euroasiatischer Güterbeförderungen auf der Transsibirischen Landbrücke
- Koordination der Aktivitäten von Unternehmen, die internationale Frachttransporte über die Transsibirische Landbrücke durchführen
- Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ländern aus Südostasien, Fern- und Nahost, Zentralasien und Europa
Laut CCTT-Statuten ist der Vorsitzende der JSC Russischen Eisenbahn auch der Präsident des CCTT und die GETO hat das Recht, die Position des Vizepräsidenten zu besetzen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.icctt.com