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Schon am ersten Tag zeigt sich, dass das Tagesprogramm sportlich ist. Man will uns möglichst vieles zeigen, die Zeit ist begrenzt und so fahren wir gleich nach dem Besuch des Mausoleums mit unserem Minibus zu einem Denkmal, das an den Koreakrieg von 1950-1953 erinnert.
Dieser Krieg ist bis heute nicht beendet, es gibt nur einen Waffenstillstand. Zwischen Nord- und Südkorea gibt es eine breite Grenze, welche völlig undurchlässig ist bis auf Panmunjom. Dort hatten sich nur wenige Tage vorher der süd- und der nordkoreanische Präsident die Hand gegeben und diesen Ort werden wir in den nächsten Tagen auch besuchen.
Der Koreakrieg war insbesondere für Nordkorea traumatisierend. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die koreanische Halbinsel durch die Siegermächte in zwei Teile geteilt worden: der Norden stand unter dem Schutz der Sowjetunion und baute den Sozialismus auf, der Süden stand unter dem Schutz der USA und wurde kapitalistisch. 1950 griff der Norden den Süden an, um die Halbinsel wiederzuvereinen. Dies war beinahe gelungen, doch quasi im letzten Moment reagierten die USA und es kam zu einem 3 jährigen schrecklichen Krieg, in welchem die USA sogar den Abwurf von Atombomben in Betracht gezogen hatten. Nordkorea wurde aber auch ohne nukleare Waffen fast komplett zerstört.
Nach dem Tod Stalins 1953 hatte die Sowjetunion nicht die Kraft, sich noch um Nordkorea zu kümmern und es wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Die dabei gezogene Grenze entsprach beinahe jener von vor 1950, der Krieg hatte ausser Leid und Zerstörung nichts gebracht.
In den ersten Jahren nach dem Krieg entwickelte sich Nordkorea schneller und war wirtschaftlich erfolgreicher als der Süden. Dies änderte sich aber mit der Zeit, Nordkorea blieb, typisch für einen sozialistischen Staat, wirtschaftlich stecken, während Südkorea einen ungeahnten Boom erlebte und heute einer der wohlhabendsten Staaten der Welt ist. Nordkorea hingegen kämpft mit einer unglaublich ineffizienten Wirtschaft und immer wieder sogar mit Hunger. Viel Geld wird in das Militär und die Hauptstadt Pyongyang gesteckt, auf dem Land ist der Lebensstandard miserabel.
Diese Ineffizienz wird auf unserer Reise immer wieder sichtbar sein. Und schon hier konzentriere ich mich bewusst nicht nur darauf, das von den Guides stolz präsentierte Monument zu fotografieren, sondern Szenen in der Umgebung zu erfassen. Ein solches Bild hätte ich wohl nicht machen sollen, doch die Fotos werden nicht kontrolliert. Nur wenige Meter vom Monument entfernt sind Bauarbeiter sichtbar, welche mit einfachsten technischen Hilfsmittel irgendetwas bauen. Dabei fällt auf, dass es zum Einen extrem viele Arbeiter sind, zum Anderen die Arbeitsmoral nicht allzu gross zu sein scheint. Auch dies werden wir im Verlauf der Reise noch öfter erleben und ist typisch für sozialistische Planwirtschaft.