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The Taking of Pelham 1 2 3 (2009)
Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3
The Taking of Pelham 1 2 3 (2009) Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3
Oder: Heute klau ich mir eine U-Bahn!
Mehrere bewaffnete Männer überfallen mitten am Tag die New Yorker U-Bahn und entführen den Zug Pelham 123. Geschickt entkoppeln sie zwei Wagen und platzieren sie mitten im Tunnel auf einer Anhöhe. Keine Chance also für die Polizei, die Geiseln unblutig zu befreien. Der Anführer der Terroristen, Ryder (John Travolta), hat alles haargenau durchstudiert und stellt klare Forderungen: 10 Millionen Dollar innerhalb einer Stunde, oder die ersten Geiseln müssen sterben.
Für den aufgrund eines Bestechungsfalls degradierten Fahrdienstleiter Walter Garber (Denzel Washington), der zufällig den Anruf des Anführers entgegennimmt, beginnt somit einen Wettlauf gegen die Zeit, denn schon bald wird klar, dass es Ryder überaus ernst meint. Dieser verhandelt nur mit Garber, da er in diesem einen Geistesverwandten sieht. Garber bleibt also nichts anderes übrig, als den Terroristen hinzuhalten und die Verhandlungen herauszuzögern. Derweil versuchen die Polizei und der den Verhandlungen beiwohnende Bürgermeister (James Gandolfini) das Geld aufzutreiben und der wahren Persönlichkeit von Ryder auf die Schliche zu kommen.
Film-Rating
The Taking of Pelham 123 ist das gleichnamige Remake des Walter Matthau-Thrillers aus den Siebziger Jahren. Regisseur Tony Scott (Enemy of the State, Déjà Vu) und Drehbuchautor Brian Helgeland (Mystic River, Paycheck) nahmen sich dieser Story wieder an und transformierten sie zeitgemäss ins heutige New York. So wurden aus der Million Lösegeld zehnmal mehr und aus Mr. Blue, Mr. Green und Mr. Orange sind Ryder, Ramos oder Bashkim geworden.
Ansonsten orientiert sich die Neuauflage jedoch sehr stark am Original. Gerade für einen als Sommerblockbuster geplanten Film erstaunt dies jedoch. So verzichtet Scott mehrheitlich auf grosse Actionsequenzen und widmet sich mehr dem Rededuell der zwei Schauspielikonen Washington und Travolta. Diese Szenen bilden den Höhepunkt des Filmes. Travolta spielt sackstark und zeigt nach mehreren lahmen Filmen (Wild Hogs, Be Cool) wieder mal die ganze Bandbreite seines Könnens. Washington repetiert seine in der Zwischenzeit kultivierte Rolle als gewiefter und aufrechter Held und macht dies gewohnt souverän. Unterstützt werden die beiden von klingenden Namen wie John Turturro, James Gandolfini oder Luis Guzmán.
Dass der Film jedoch trotzdem nicht zum wirklichen Reisser taugt, liegt daran, dass Scott dem Spannungspotential der Geschichte nicht so ganz traut und den Film in seiner gewohnt exzessiven Machart mit technischen Spielereien aufmotzt und überlädt. Ein Zoom hier, eine Zeitrafferszene da, doch dies wirkt repetitiv und schon oft gesehen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Auch Helgelands Skriptanpassungen an die Moderne funktionieren wenig und hinterlassen eher Logiklöcher, als dass sie der Handlung mehr Tiefe verleihen würden. Gerade die sozialkritischen Nuancen bleiben höchst oberflächlich und verleihen Pelham 123 nicht die Brisanz, wie sie der intelligentere und hier oft zitierte Inside Man von Spike Lee besitzt.
Letztlich ist The Taking of Pelham 123 ein akzeptabler Hollywood-Thriller, dem ein bisschen mehr Eigenheit und Mut gut getan hätte, um wirklich einzuschlagen. Aber alleine für den dauerfluchenden John Travolta und die beachtliche Nebendarstellerriege lohnt sich ein Kinobesuch allemal.
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25.06.2009 / hut
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