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Verschiedene Arten von Fliegen werden besonders in Innenräumen als lästig empfunden. Vorbeugende Massnahmen können Fliegen am Eindringen in Häuser hindern.
Fliegen können durch ihr Landen auf Mensch, Nahrungsmitteln, Kot und Abfällen verschiedene Keime übertragen. Mit ihrem Kot verschmutzen sie Oberflächen wie Fensterscheiben, Wände und Hausfassaden. Durch die Eiablage und die Entwicklung der Maden können Lebensmittel verderben.
Zu den im Haus am häufigsten auftretenden Fliegen, gehören die Stubenfliegen (Musca domestica), die Essigfliegen (Drosophila melanogaster), die Schmeissfliegen (Calliphoridae), die Fleischfliegen (Sarcophagidae), die Herbstfliegen (Musca autumnalis) und die Wurmfliegen (Pollenia rudis). Letztere zwei überwintern gerne an geeigneten Stellen an der Hausfassade und gelangen manchmal unabsichtlich ins Haus (siehe: am Gebäude überwinternde Insekten).
In der Natur erfüllen Fliegen wichtige Funktionen als Abfall- und Aasverwerter, Bestäuber, Insektenfresser und als Nahrungsquelle für Vögel und Amphibien.
Mögliche Eingänge abdichten
Um Fliegen am Eindringen ins Gebäude zu hindern, können an oft geöffneten Fenstern bzw. Türen Insektenschutznetze (0.6 x 0.6 mm) bzw. Insektenschutz- oder Perlvorhänge montiert werden.
Nahrungsmittel und Abfälle sicher aufbewahren
Damit Nahrungsmittel und Abfälle die verschiedenen Fliegenarten nicht anziehen, sollte(n) während der warmen Jahreszeit:
- Abfallsäcke mit Obst- und Fleischabfällen häufiger ausgetauscht und nicht auf dem Balkon zwischengelagert werden (Fliegenmaden können aus dem Abfallsack auf die Nachbarbalkone wandern);
- Obst im Kühlschrank, unter einer Fliegenhaube oder verschlossen gelagert werden;
- Rüstabfälle in fest schliessenden Behälter aufbewahrt und regelmässig geleert werden;
- Katzen- und andere Haustiertoiletten regelmässig geleert und gereinigt werden;
- Mist und Komposthaufen entfernt vom Haus angelegt werden und
- Essen und Getränke im Freien verschlossen und zugedeckt serviert werden.
Fressfeinde fördern
Natürliche Fressfeinde regulieren den Fliegenbestand um die Gebäude auf natürliche Weise. Um die Zahl unerwünschter Insekten wie Fliegen und Mücken um das Gebäude zu reduzieren, können deren natürliche Feinde wie Vögel, Fledermäuse, Wespen und Amphibien gefördert werden. Dazu können semi-natürliche Habitate und Kleinstrukturen für Nützlinge z.B. durch Blumenwiesen, Steinhaufen, Totholz und Nisthilfen angeboten werden. Auf die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden im Garten sollte so weit wie möglich verzichtet werden.
Fernhaltemittel verwenden
Stark riechende Pflanzen sollen Insekten, also auch Fliegen, fernhalten. Die Wirksamkeit solcher Hausmittel ist nach wissenschaftlichen Kriterien allerdings nicht bewiesen. Ums Haus herum, vor oder hinter dem Fenster, bei den Türen oder auf dem Tisch können als Fernhaltemittel stark riechende Pflanzen, wie Pfefferminze, Basilikum, Rosengeranie oder Lavendel gepflanzt werden. Es können auch mit Gewürznelken gespickte Zitronen oder andere, stark riechende Pflanzen verwendet werden.
In der Regel ist keine Bekämpfung nötig. Wenn die Geruchsquellen wie Früchte, Rüstabfälle und Abfallsäcke entfernt werden, verschwinden die Fliegen von selber.
Einzelne Fliegen im Haus können mit einem Becher auf einer Oberfläche gefangen und nach draussen gebracht werden. Eine Fliegenklatsche kann auch eingesetzt werden.
Als Essigfliegenfalle kann eine Flasche mit kleiner Öffnung, etwas zuckerhaltiger Flüssigkeit (z.B. Saft) und einem Tropfen Spülmittel dienen. Ebenfalls kann über eine kleine Schüssel mit einem Stück Frucht (z.B. Banane) eine Plastikfolie gespannt und mit der Gabel ein paar kleine Löcher in die Folie gestochen werden. Die gefangenen Essigfliegen können nach draussen gebracht oder eingefroren und entsorgt werden und die Falle kann wiederverwendet werden.
Im Handel erhältliche Leimfallen gibt es für die Anbringung an der Decke oder am Fenster. Leimfallen locken Fliegen durch ihre Farben, Muster oder ihren Duft an und halten Fliegen durch den Leim fest. Im Aussenbereich macht das Anbringen von Leimfallen wenig Sinn, da ständig neue Fliegen angelockt werden. Zudem besteht bei der Verwendung von Leimfallen im Aussenbereich die Gefahr, dass andere Dipteren (z.B. Schwebfliegen, welche wichtige Bestäuber und Nützlinge sind), andere Insekten, Vögel oder Fledermäuse an den Fallen hängen bleiben.
Die Vorbeuge- und nicht chemischen Bekämpfungsmassnahmen reichen in der Regel aus, um das Fliegenproblem loszuwerden. Sollten der Befall allerdings noch bestehen, können im Handel angebotene, geprüfte Produkte, wie zum Beispiel Fliegenköder, eingesetzt werden.
Falls im Verkauf angebotene Mittel privat eingesetzt werden, soll eine umfassende Beratung eingeholt und das Produkt sorgfältig, unter Berücksichtigung der Gefahrenhinweise ausgesucht werden. Bei der Verwendung müssen die Vorschriften gemäss Gebrauchsanweisung eingehalten werden. Eine unsachgemässe Anwendung von Bioziden kann zu Vergiftung von Menschen, Haus- und Wildtieren führen. Andere unerwünschte Folgen sind die Bildung von Resistenzen und die Frassverweigerung, was die Produkte unwirksam macht.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 28.04.2020