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Heimat der Villen
Im Jahre 1921 vermeldete das Statistische Amt: «Endlich ist zu bemerken, dass der unpraktische Namen für das Wohnviertel «Grenzach» durch den historischen und lokal besser passenden Namen «Wettstein» ersetzt worden ist.»
Im Zuge der Stadterweiterung entstanden grosszügige Bauten
Die Namensänderung betraf das Gebiet, das ostwärts an die Kleinbasler Altstadt anschliesst und auf der einen Seite vom Rhein und auf der anderen von der Riehenstrasse begrenzt wird. Den östlichen Abschluss findet das Quartier in der Schwarzwaldstrasse und den parallel verlaufenden Gleisanlagen, die den Badischen Bahnhof mit dem Bahnhof SBB verbinden. Vor 1870 war die Bebauung des Quartiers noch spärlich. So fanden sich lediglich vereinzelte Gebäude in Rheinnähe sowie um den Badischen Bahnhof. Im Zuge der Stadterweiterung wurden zuerst die rheinnahen Bereiche überbaut. Die damalige Bestimmung als gehobenes Mittelstandsquartier zeigt sich noch heute in grosszügigen Bauten.
Pharmakonzern Hoffmann-La Roche prägt den Südosten
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden grosse Teile des Viertels mit Industriebauten und öffentlichen Einrichtungen ergänzt. Einen bedeutenden Teil des Viertels nimmt das Firmengelände des Pharmakonzerns F. Hoffmann-La Roche AG ein. Dessen Verwaltungs- und Produktionsbauten prägen das Erscheinungsbild des südöstlichen Quartierteils wesentlich, insbesondere mit dem im September 2015 eingeweihten 178 Meter hohen Bau 1. Der chemisch-pharmazeutische Grosskonzern ist aus einem kleinen Drogerie-Fabrikationsbetrieb hervorgegangen, welcher Ende des 19. Jahrhunderts von Fritz Hoffmann-La Roche gegründet worden war.
Diverse Schulen sind im nördlichen Teil angesiedelt
Zwischen der Jahrhundertwende und etwa 1920 war die Bautätigkeit im Wettsteinquartier im Gegensatz zu anderen Gebieten in der Stadt gering; erst in den 1920er- und 1930er-Jahren setzte sie verstärkt ein und die Bebauung dehnte sich nordostwärts aus. Entstanden sind in jener Zeit neben wenigen Industriebauten zur Hauptsache Wohngebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden grosse Teile des Viertels mit Industriebauten und öffentlichen Einrichtungen ergänzt. Dabei ist der ganze nördliche Teil des Quartiers diversen Bildungsanstalten vorbehalten. Auf einem grossen Areal vereinigt sind das Sandgrubenschulhaus, welches verschiedene Schulstufen beherbergt, die Pädagogische Hochschule, die Gewerbeschule sowie die Hochschule für Gestaltung.
Der Sportplatz Landhof dient als Freizeit- und Erholungsraum
Westlich des Schulareals befindet sich inmitten einer Blockrandbebauung der Sportplatz Landhof, frühere Heimstätte des FC Basel. Derzeit dient das Gelände als Freizeit- und Erholungsraum. Trotz eines interessanten Überbauungsprojektes mit Genossenschafts-Wohnungen und einem Park sprach sich die Basler Bevölkerung 2010 an der Urne für eine Beibehaltung der unbebauten Grünfläche aus. 2013 wurde beschlossen, das baufällige Tribünengebäude nach Plänen des Siegerprojektes «stranger than paradise» zu erneuern.
Solitude-Park mit Tinguely Museum
Östlich des Geländes von Hoffmann-La Roche und an den Rhein anstossend, liegt die Solitude, ein öffentlicher Park. Dieser wurde auf dem Landgut von Emanuel Hoffmann-Preiswerk eingerichtet, welches die Stadt Basel 1924 erworben hatte. Seit 1996 beherbergt die Anlage ein Museum des Tessiner Architekten Mario Botta, das ganz den Werken des Künstlers Jean Tinguely gewidmet ist.
Ehemalige Industrieareale werden umgenutzt
Im Wettsteinquartier befinden sich zwei ehemalige Industrieareale, welche in den 1990er-Jahren umgenutzt wurden. Das eine ist das Gelände der ehemaligen Zimmerei und Schreinerei Nielsen-Bohny zwischen Wettsteinallee und Chrischonastrasse. Auf diesem Areal, das mehr als 15 Jahre lang fast ungestört im Dornröschenschlaf lag, wurde eine Gesamtüberbauung mit Miet- und Eigentumswohnungen, aber auch Einfamilienhäusern erstellt.
Das andere ist das ehemalige Fabrikareal der Brauerei Warteck. Dort wurden in einer ersten Phase Teile der Anlage abgerissen, andere dagegen erhalten. Es entstanden etwa 80 Wohnungen, diverse Ateliers sowie Gewerberäume. Im alten Sudhaus der Brauerei wurde zudem ein Kultur- und Werkraum eingerichtet. Anschliessend entstand der zweite Teil einer Wohnüberbauung auf der ehemaligen Industrieanlage zwischen Alemannengasse und Grenzacherstrasse. Dabei wurden mehrheitlich grosse Eigentumswohnungen und familienfreundliche Häuser mit Gärten sowie altersgerechte Atriumwohnungen errichtet.
In bester Lage am Rhein entstanden auf dem ehemaligen Gelände des Kinderspitals, das nach 140 Jahren zusammen mit dem Kinderspital Bruderholz in ein neues modernes Kinderspital an der Schanzenstrasse verlegt wurde, weitere Wohnungen.
Weiterführende Informationen
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