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Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.
COVID-19 - Krankheit und Symptome
SARS-CoV-2 ist ein neues Coronavirus. Das Virus wurde Ende 2019 in China aufgrund einer aussergewöhnlichen Häufung von Lungenentzündungen in der zentralchinesischen Stadt Wuhan entdeckt.
Die gegenwärtig verfügbaren Informationen lassen den Schluss zu, dass das Virus von Tieren auf den Menschen übertragen wurde und sich nun von Mensch zu Mensch ausbreitet.
Für die Krankheit, die das Virus verursacht, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11. Februar 2020 die Bezeichnung COVID-19 festgelegt.
- Bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer erkrankten Person länger als 15 Minuten weniger als 2 Meter Abstand hält.
- Durch Tröpfchen: Niest oder hustet die erkrankte Person, können die Viren direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen gelangen.
- Über die Hände: Ansteckende Tröpfchen aus Husten, Niesen oder von kontaminierten Oberflächen können sich an den Händen befinden. Sie gelangen an Mund, Nase oder Augen, wenn man diese berührt.
Das Virus wurde molekularbiologisch im Stuhl von erkrankten Personen nachgewiesen. Eine fäkale Übertragung ist daher theoretisch möglich, aber sie wurde noch nicht nachgewiesen.
Die Symptome sind sehr variabel und unspezifisch. Folgende Symptome können auftreten:
- Husten (meist trocken)
- Halsschmerzen
- Kurzatmigkeit
- Fieber, Fiebergefühl
- Muskelschmerzen
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns
Selten sind:
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Symptome
- Bindehautentzündung
- Schnupfen
Die Symptome können unterschiedlich schwer sein.
Die Wahrscheinlichkeit einer Coronavirus-Infektion steigt deutlich, wenn der Husten mit Fieber oder zumindest mit allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit und Muskelschmerzen und/oder plötzlichem Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinn einhergeht.
Vgl. ebenfalls die nächste Frage «Krankheitsverlauf: Welche Formen kommen vor»
1. Asymptomatischer Verlauf:
Gemäss bisherigen Erfahrungen zeigt nur ein geringer Teil der Infizierten überhaupt keine Symptome.
2. Milder Verlauf:
Die meisten Erkrankten (80-90%) haben einen milden Krankheitsverlauf, insbesondere zuvor gesunde Menschen unter 65 Jahren. Es können grippeähnliche Symptome wie Husten (zu Beginn meist trocken), Halsschmerzen oder Fieber auftreten. Selten sind Muskel- und Kopfschmerzen, Magen-Darm-Symptome oder Schnupfen. Diese Symptome können rund 1-2 Wochen anhalten.
3. Schwerer Verlauf:
Ein Teil der Erkrankten zeigt über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen eine milde Krankheit (s. oben). Im Verlauf kommt es zu Atemnot und einer Pneumonie. Eine Hospitalisierung ist erforderlich, oft Sauerstoff, teilweise Beatmung. Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen haben weitaus häufiger einen schweren Verlauf. Prinzipiell kann ein schwerer Verlauf jedoch in jedem Alter auftreten. In der Regel ist der Krankheitsverlauf länger, und kann insgesamt 2-4 Wochen betragen.
4. Kritischer Verlauf:
Bei einem kleinen Teil der Personen mit schwerem Verlauf verschlimmern sich die Atemwegs-Symptome so, dass eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich wird. Die Person benötigt maschinelle Beatmung zur Unterstützung der Lungenfunktion. Daneben können verschiedene weitere Organe / Organsysteme versagen. Es besteht das Risiko für einen tödlichen Verlauf.
Bei den meisten viralen Atemwegsinfektionen wird angenommen, dass Erkrankte dann am ansteckendsten sind, wenn sie die stärksten Symptome aufweisen. Eine erkrankte Person kann bereits ein bis zwei Tage vor dem Beginn der Symptome ansteckend sein.
Ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe tritt auf bei Personen ab 65 Jahren und bei Erwachsenen, die folgende Vorerkrankungen aufweisen: :
- Bluthochdruck
- Chronische Atemwegserkrankungen
- Diabetes
- Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Krebs
Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥40 kg/m2) unabhängig von anderen Vorerkrankungen schwere Verläufe haben können. Sie gehören daher auch zu den besonders gefährdeten Personen.
Vergleichen Sie ebenfalls mit der Frage «Wie kann ich beurteilen, ob meine Patientin/mein Patient zu den besonders gefährdeten Personen gehört und nicht mehr zur Arbeit gehen soll?» unter Spezifische Empfehlungen und Richtlinien.
Diese Personen haben gemäss den verfügbaren wissenschaftlichen Daten ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs und an COVID-19 zu sterben. Gemäss einer Studie mit 70’000 chinesischen Erkrankten hatten diejenigen ohne Komorbidität eine Sterblichkeitsrate von 0,9 %. Die Sterblichkeitsrate stieg mit dem Alter und vorhandenen Komorbidiäten stark an:
- Rentnerinnen und Rentner: 5,1 %
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 10,5 %
- Diabetes: 7,3 %
- Chronische Atemwegserkrankungen: 6,3 %
- Bluthochdruck: 6 %
- Krebs: 5,6 %
Inzwischen gibt es wissenschaftliche Evidenz aus anderen Publikationen, die diese Beobachtungen bestätigen und zeigen, dass diese Personen vermehrt schwere Verläufe haben. Daher müssen Personen, die diesen Kriterien entsprechen, möglichst gut geschützt werden. Es gilt zu vermeiden, dass viele Personen gleichzeitig eine Hospitalisierung und Intensivpflege benötigen.
Vergleichen Sie ebenfalls mit der Frage «Wie kann ich beurteilen, ob meine Patientin/mein Patient zu den besonders gefährdeten Personen gehört und nicht mehr zur Arbeit gehen soll? » unter Spezifische Empfehlungen und Richtlinien.
Es ist grundsätzlich möglich, dass das neue Coronavirus, neben anderen Viren, ein Auslöser für das Kawasaki-Syndrom sein könnte. Auf Grund der bisher verfügbaren Daten kann eine Assoziation nicht ausgeschlossen werden.
Das BAG beobachtet die wissenschaftliche Datenlage laufend.
Gemäss den bisherigen medizinischen Erkenntnissen und Erfahrungen gibt es bei Kindern im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion keine besonders gefährdeten Gruppen. Kinder mit Vorerkrankungen müssen sich weiterhin an die Schutzmassnahmen halten, die bereits vor dem Auftreten des neuen Coronavirus für ihre Krankheit gegolten haben.
Allgemeine Informationen zu COVID-19
In diversen online Medien wurde ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von gewissen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR oder NSAIDs), wie Ibuprofen, und möglichen negativen Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 diskutiert. Die Aussagen wurden von den als Quelle genannten ausländischen Spitälern und Universitäten (z.B. Universität Wien) als «fake news» dementiert.
Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Daten, die auf eine entsprechende Beeinflussung des Krankheitsverlaufes hinweisen. Vielmehr ist es wichtig, dass bei mit COVID-19 erkrankten Personen entsprechende Vor- oder Begleiterkrankungen abgeklärt und die Behandlung, wie immer, sorgfältig auf die individuelle Patientensituation abgestimmt wird.
Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, insbesondere besonders gefährdeten Personen, wird empfohlen, jederzeit eine Liste der von ihnen angewendeten Medikamente verfügbar zu halten. Diese sollte sowohl die von einer Ärztin/einem Arzt verordneten Arzneimittel wie auch die im Rahmen der Selbstmedikation eingesetzten Medikamente umfassen.
Wegen der Coronavirus-Pandemie stuft der Bundesrat die Situation in der Schweiz als ausserordentliche Lage ein. Dies wirkt sich auch auf die Regelungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus. Auf der Seite Neues Coronavirus: Regelungen in der Krankenversicherung finden Sie eine Zusammenstellung der verschiedenen Faktenblätter und Schreiben, die die Fragen rund um die Krankenversicherung in der aktuellen Situation beantworten.
Der Zugang der Bevölkerung zu Medikamenten ist sichergestellt. Hamsterkäufe können die Versorgung dennoch gefährden. Deshalb hat der Bundesrat für einige Medikamente eine Beschränkung der Abgabe verordnet. So wird den Kundinnen und Kunden pro Einkauf nur noch eine Packung abgegeben. Personen mit chronischen Erkrankungen können im Umfang der ärztlich verordneten Menge oder für eine Bedarfsdeckung von höchstens zwei Monaten Medikamente einkaufen.
Die Liste der betroffenen Medikamenten finden Sie in der «Verordnung über die Beschränkung der Abgabe von Arzneimitteln» (SR 531.215.33) vom 18. März 2020.
Verschiedene medizinische Journals haben auf ihren frei verfügbaren Webseiten sog. «Ressource Centres» eingerichtet. Hier eine Auswahl:
- The Lancet: www.thelancet.com/coronavirus
- British Medical Journal: www.bmj.com/coronavirus?int_source=wisepops&int_medium=wisepops&int_campaign=DAA_CoronaVirus_Jan24
- New England Journal of Medicine: https://www.nejm.org/coronavirus
- Annals of Internal Medicine: https://annals.org/aim/pages/coronavirus-content
- Update COVID: www.update-covid.ch
- UpToDate©: Frei verfügbare COVID-19 Seite
- Center for Infectious Disease Research and Policy: http://www.cidrap.umn.edu/infectious-disease-topics/covid-19
- European Centre for Disease Prevention and Control: https://www.ecdc.europa.eu/en/novel-coronavirus-china
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat «technical guidelines» veröffentlicht, Z.B.:
Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected
Umgang mit Erkrankten
Die Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit Verdacht auf COVID-19 finden Sie unter «Vorgehen bei symptomatischen Personen»
Hat die Patientin/der Patient Symptome einer akuten Erkrankung der Atemwege (z. B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit) mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl, Muskelschmerzen und/oder plötzlichem Verlust des Geruchs- und/oder Geschmacksinns?
- Temperatur gemessen und ≥ 38°C? Seit wann?
- Husten, Atembeschwerden? Seit wann?
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns? Seit wann?
Ist das Krankheitsbild der Patientin/des Patienten mit COVID-19 vereinbar?
- Symptome, die für eine Erkrankung der Atemwege sprechen (Husten, Atemnot, Fieber)?
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns?
Gab es einen engen Kontakt zu einer Person mit respiratorischen Symptomen?
- Falls ja, wurde bei der Person COVID-19 diagnostiziert?
Arbeitet der Patient in einer Gesundheitseinrichtung?
Liegt eine vorbestehende gesundheitliche Beeinträchtigung vor?
- Bluthochdruck
- chronische Atemwegserkrankung
- Diabetes
- Herz-Kreislauf-Erkrankung
- Krankheit oder Therapie, die das Immunsystem beeinträchtigt
- Krebs
Aktuell wird eine labordiagnostische Abklärung allen Personen empfohlen, die COVID-19 kompatible Symptome haben, auch wenn die Symptome leicht bis mittelschwer sind.
Unter «Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten» finden sie alle weiteren Informationen.
Es gibt bisher keine Anhaltspunkte für die Empfehlung einer spezifischen Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19, weder im ambulanten noch im stationären Bereich. Verschiedene Medikamente oder Kombinationen von Medikamenten werden zurzeit weltweit getestet. Diese sind gemäss einer Analyse der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie derzeit nur unter bestimmten, vorher festgelegten Bedingungen für die Behandlung von stationären Patientinnen und Patienten indiziert.
Die Richtlinien für hospitalisierte Patientinnen und Patienten sowie die aktuellsten Kenntnisse zu den viralen Behandlungsmöglichkeiten von COVID-19 finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie SSI.
Es gibt aktuell keine gesicherten Daten, die zeigen, dass die Aktivität von ACE2 mit der beobachteten SARS-CoV2 assoziierten Sterblichkeit korreliert. Basierend auf der heutigen Datenlage und in Anbetracht der eindeutigen und gut dokumentierten Senkung der Sterblichkeit bei Herzerkrankungen
- soll eine ACE-Hemmer oder Sartan-Therapie gerade auch bei SARS-Cov-2 positiven Patienten mit Herzinsuffizienz, Hypertonie oder frischem Herzinfarkt unbedingt weitergeführt bzw. gemäss bisherigen Guidelines etabliert werden.
- ist eine prophylaktische Umstellung von noch gesunden Patienten auf andere Substanzen nicht gerechtfertigt.
Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie sowie der Schweizerischen Hypertonie Gesellschaft zum Thema ACE-Hemmer/Angiotensin Rezeptor Blocker und SARS-CoV2, 9. März 2020: http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
Die häusliche Isolation des Patienten kann 48 Stunden nach Abklingen der Symptome aufgehoben werden, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind.
Nach der Isolation soll die Person weiterhin die Hygiene und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» befolgen. Denn obwohl die Ansteckungsgefahr zu diesem Zeitpunkt deutlich reduziert ist, kann sie auf niedrigem Niveau für eine unterschiedlich lange Zeit weiterbestehen.
Laut Studien ist es wahrscheinlich, dass infolge einer Infektion mit SARS-CoV-2 entwickelte Antikörper die betroffene Person vor einer Reinfektion schützen. Allerdings ist weder die Dauer des Schutzes noch die zur Verhinderung einer Reinfektion erforderliche Höhe der Antikörpertiter bekannt. Keiner der bisher erhältlichen Antikörpertests ist ausreichend hinsichtlich Testgenauigkeit validiert worden, weshalb das BAG aktuell hierzu keine Empfehlung machen kann.
Da eine Reinfektion nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, ist wichtig, dass alle genesenen Personen die Hygiene- und Verhaltensregeln (unter «So schützen wir uns») weiterhin befolgen.
Mit zunehmenden Fallzahlen wird bei einem sehr kleinen Teil der Betroffenen ein Wiederaufflammen der Symptome beobachtet. Es gibt hierzu noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die bisher publizierten Beobachtungen deuten darauf hin, dass es sich hierbei nicht um eine erneute Infektion handelt, und dass wenig Hinweise auf Ansteckungsgefahr bestehen. Das BAG beobachtet die wissenschaftliche Evidenz und Erfahrungen in der Praxis und wird zu gegebener Zeit Empfehlungen auf der Website veröffentlichen.
SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen
Die Kantone legen das Verfahren für die Abklärung für Personen mit COVID-19 kompatiblen Symptomen fest.
Im ambulanten Bereich wird ein einzelner Nasen-Rachen-Abstrich empfohlen. Halten Sie dabei alle notwendigen Vorsichtsmassnahmen ein: Tragen einer Schutzbrille, einer Hygienemaske, eines Schutzkittels und Handschuhen.
Einzelheiten zur Entnahme und zum Versand der Proben sind auf der Website des Nationalen Referenzzentrums für neu auftretende Virusinfektionen (NAVI) zu finden. Die Entnahmetechnik wird in einem Video demonstriert.
Weitere Informationen zur Diagnose finden Sie in den Empfehlungen zur Diagnose von COVID-19 (PDF, 189 kB, 24.04.2020).
Aktuell wird eine labordiagnostische Abklärung empfohlen bei
- Allen Personen, die COVID-19-kompatible Symptome haben.
- Kantonsärztinnen und Kantonsärzte können beschliessen, asymptomatische Personen in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen zu testen, wenn das gerechtfertigt ist, um die Ausbreitung des Virus (Krankheitsausbrüche) innerhalb der Einrichtung zu kontrollieren
Beachten Sie dazu die Angaben im PDF «Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien» auf der Seite Meldeformulare (unter COVID-19-Meldung).
Wenn eine Person positiv auf das SARS-CoV-2 getestet wurde, nimmt die zuständige kantonale Stelle mit der erkrankten Person auf und identifiziert die engen Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne begeben müssen. Dies sind Personen, die Kontakt von weniger als 2 Metern für 15 Minuten mit der erkrankten Person hatten während diese symptomatisch war bzw. 48 Stunden vor dem Auftreten Ihrer Symptome. Im Anschluss ordert die zuständige kantonale Stelle eine Quarantäne bei diesen Kontaktpersonen an. Die Anweisungen zur Quarantäne erhält die Person durch die zuständige kantonale Stelle oder auf unserer Website.
Personen, die nicht durch die zuständige kantonale Stelle benachrichtigt werden, aber Kontakt mit einem COVID-19 Fall hatten, müssen ihren Gesundheitszustand überwachen und sich an die Hygiene und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» halten.
Wenn bei ihnen Symptome auftreten, sollten sie eine Gesundheitseinrichtung, einen Arzt / eine Ärztin kontaktieren, oder den Coronavirus-Check auf der BAG-Website machen und der Empfehlung folgen.
Hat die Person keine Symptome, ist ein Test nicht indiziert. Denn es gibt keinen Test, mit dem sich eine Ansteckung sicher feststellen lässt, wenn keine Symptome vorhanden sind.
Nein, das BAG empfiehlt nicht, eine Person am Ende einer Isolationsphase infolge von COVID-19 oder Symptomen, die auf diese Krankheit hindeutenden, zu testen.
Es ist möglich, dass der Test (Nachweis der viralen RNA) einige Zeit nach dem Verschwinden der Symptome noch positiv ausfällt. Allerdings wird das Restrisiko einer Übertragung – nach ≥10 Tagen der Isolation und dem Abklingen der Symptome seit ≥48 Stunden – als sehr gering erachtet. Nach der Isolation wird der Person empfohlen, weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln zu befolgen, wie es der Rest der Bevölkerung tut.
Für Patientinnen und Patienten mit schweren COVID-19 Verläufen und solchen, die auf einer Intensivstation hospitalisiert waren, hat Swissnoso separate Empfehlungen zur Isolationsdauer publiziert.
Ein diagnostischer Test muss nur durchgeführt werden, wenn eine Person Symptome aufweist. Es ist kein Test verfügbar, mit dem sich die Infektion während der Inkubationszeit nachweisen lässt. Bei einer asymptomatischen Person schliesst ein negativer Test das spätere Auftreten der Krankheit nicht aus und ist nicht indiziert. Der Test könnte Personen, die Hygienemassnahmen einhalten und auf das Auftreten von Symptomen achten müssen, in falscher Sicherheit wiegen.
Die derzeit verfügbaren serologischen Tests sind auch nicht geeignet, um bei asymptomatischen Personen die Immunität nach einem möglicherweise durchgemachtem COVID-19 zu beurteilen. Es derzeit nicht bekannt, ob es sich bei den allenfalls nachgewiesenen Antikörpern um Marker einer schützenden Immunität handelt und ab welchem Zeitpunkt nach der Infektion diese Antikörper nachweisbar sind.
Basierend auf den Informationen des Nationalen Referenzzentrums für neu auftretende virale Infektionen (NAVI) und Daten aus der Fachliteratur wird Folgendes festgehalten:
- Die Bildgebung (Röntgen oder CT Thorax) kann bereits vor einem PCR-Test Hinweise auf COVID-19 geben.
- Die Bildgebung hat eine höhere Sensitivität als der PCR-Test. Bei einer Person mit einer COVID-19-kompatiblen Röntgenaufnahme kann das PCR-Testergebnis auf SARS-CoV-2 aus einem Nasen-Rachenabstrich sogar 72 Stunden nach Symptombeginn negativ bleiben, während das PCR-Testergebnis aus einer bronchoalveolären Lavage möglicherweise positiv wäre.
Diese Personen müssen somit immer als Verdachtsfälle betrachtet und als solche behandelt werden (Isolation). Solange diagnostische Zweifel bestehen, sollten diese Personen nicht im gleichen Raum wie bestätigte COVID-19-Patienten behandelt werden. Wenn der klinische Zustand es zulässt, sollte eine Probe aus den unteren Atemwegen entnommen werden.
Eine Person mit negativem Testergebnis und Symptomen, die mit COVID-19 kompatibel sind, soll bis 24 Stunden nach Abklingen der Symptome zu Hause bleiben (unabhängig davon, wieviel Zeit seit Symptombeginn vergangen ist), wie es zur Kontrolle der Ausbreitung anderer viraler Atemwegsinfektionen (z. B. Influenza) empfohlen wird.
Informationen zur Betreuung zu Hause finden sie unter «Isolation und Quarantäne».
Mit serologischen Tests lassen sich spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus (COVID-19-Erreger) im Blut nachweisen, was darauf hindeutet, dass die getestete Person infiziert wurde und als Reaktion darauf Antikörper entwickelt hat. Die derzeit verfügbaren serologischen Tests sind für die Diagnose einer akuten Infektion nicht geeignet.
Zudem ist noch nicht bekannt, ob es sich bei den nachgewiesenen Antikörpern um Marker einer schützenden Immunität handelt und ab welchem Zeitpunkt nach der Infektion diese Antikörper nachweisbar sind.
Serologische Tests sind derzeit Gegenstand von Forschungsarbeiten, die ermöglichen sollten, ihren Nutzen bald genauer zu ermitteln sowie Empfehlungen zu ihrem Einsatz und zur Interpretation der Testergebnisse abzugeben. Vorerst können diese Tests nicht empfohlen werden.
Viele Schnelltests sind noch nicht umfassend geprüft worden. Diese Prüfung erfolgt derzeit in Laboratorien in der Schweiz und im Ausland. Die Ergebnisse sollten bald ermöglichen, ihre Aussagekraft zu klären und Empfehlungen zu ihrer Verwendung und Interpretation abzugeben. Vorerst können sie nicht empfohlen werden.
Es ist wahrscheinlich, dass infolge einer Infektion mit SARS-CoV-2 entwickelte Antikörper die betroffene Person vor einer Reinfektion schützen. Allerdings ist weder die Dauer des Schutzes noch die zur Verhinderung einer Reinfektion erforderliche Höhe der Antikörpertiter bekannt. Daher ist wichtig, dass auch Personen mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2 die Hygiene- und Verhaltensregeln weiterhin befolgen.
Die Aussagekraft dieser Methode ist nicht erwiesen. Die Fähigkeit eines Tests, eine Infektion nachzuweisen, hängt unter anderem von der Qualität der Probe ab. Daher sollte die Probenahme durch eine ausgebildete und erfahrene Person erfolgen.
Es ist nicht ratsam, die Probe vom Patienten oder von der Patientin selbst zu Hause entnehmen zu lassen.
Personen, mit COVID-19 kompatiblen Symptomen, sollten den Coronvirus-Check auf der BAG-Website machen oder einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Der Arzt oder die Ärztin kann beurteilen, ob ein diagnostischer Test indiziert ist und wo er durchgeführt werden kann (z.B. Arztpraxis, Spital, Drive-in usw.).
Ja. COVID-19 Fälle unterliegen der Meldepflicht. Es muss eine klinische Meldung bei allen wahrscheinlichen und sicheren Fällen erfolgen. Eine Labormeldung ist bei PCR-positiven Fällen erforderlich. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter «labordiagnostische Abklärung (Testung) und klinische Meldung» auf der Seite «Umgang mit erkrankten Personen».
Umgang mit Kontaktpersonen
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen».
Die Definition finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen».
Der Bund beteiligt sich an der Entwicklung der SwissCovid App für die Bevölkerung. Sie befindet sich ab dem 25. Mai in einer Pilotphase bei ausgewählten Teilnehmergruppen.
Die Meldung der App bedeutet, dass ein möglicherweise enger Kontakt (weniger als 2 Meter Abstand, länger als 15 Minuten) mit einer positiv getesteten Person stattgefunden hat. Die Bezifferung des Infektionsrisikos aufgrund der App-Meldung ist nicht möglich. Die App basiert auf der Bluetooth-Verbindung zwischen zwei Handys und registriert die ungefähre Distanz und Dauer der Signalverbindung.
Für die von der App identifizierten Kontakte ist es unmöglich zu wissen, ob es sich wirklich um enge Kontakte handelt oder nicht (z. B. ob es eine physische Trennung gab oder ob die ansteckende Person eine Maske trug), da die Anonymität garantiert ist.
Sagen Sie Ihrem Patienten/ihrer Patientin, dass die Möglichkeit einer Infektion besteht, und dass er/sie bereits ansteckend sein könnte. Er/sie soll auf weiterhin strikt die geltenden Hygiene- und Verhaltensregeln befolgen, möglichst unnötige Kontakte vermeiden und während der 10 Tage nach dem Kontakt den Gesundheitszustand beobachten.
Falls er/sie keine Symptome hat, ist arbeiten gehen weiterhin möglich. Arbeit im Home-Office während der 10 Tage wäre empfehlenswert, falls dies möglich ist. Er/sie kann sich auch in Selbst-Quarantäne begeben. Ein Anrecht auf Lohnfortzahlung ist aber in diesem Fall aktuell nicht gegeben.
Es ist möglich, dass die Person zusätzlich durch die zuständige kantonale Stelle kontaktiert wird. In diesem Fall wurde sie gemäss der derzeit geltenden Definition als einen engen Kontakt identifiziert. Dabei werden neben den Dimensionen Zeit und Distanz (>15 Min, <2m) zum Beispiel auch die Schutzmassnahmen berücksichtigt. In diesem Fall wird vom Kantonsarzt eine Quarantäne angeordnet, um das Risiko einer Übertragung zu vermeiden.
Die SwissCovid App für die Bevölkerung soll zur Eindämmung des neuen Coronavirus beitragen. Sie befindet sich in einer Pilotphase bei ausgewählten Teilnehmergruppen. In der Pilotphase wird die Funktionsweise der App intensiv getestet.
Damit die App von der Bevölkerung genutzt werden kann, wird das Parlament die gesetzliche Grundlage dazu in der Sommersession im Juni beraten.
Spezifische Empfehlungen und Richtlinien
Gemäss der Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus sollen besonders gefährdete Personen zu Hause bleiben und Menschenansammlungen vermeiden. Als besonders gefährdete Personen gelten Personen ab 65 Jahren und Erwachsene Personen, die folgende Vorerkrankungen aufweisen:
- Bluthochdruck
- chronische Atemwegserkrankungen
- Diabetes
- Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Krebs
Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit höhergradiger Adipositas (BMI von 40 kg/m2 oder mehr) unabhängig von anderen Vorerkrankungen schwere Verläufe haben können. Sie gehören daher auch zu den besonders gefährdeten Personen.
Besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erledigen ihre arbeitsvertraglichen Verpflichtungen oder eine gleichwertige Ersatzarbeit von zu Hause aus. Kann die besonders gefährdete Person nur vor Ort arbeiten, müssen die Arbeitgebenden dafür sorgen, dass für die besonders gefährdeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jeder enge Kontakt mit anderen Personen ausgeschlossen ist und/oder sie die angemessenen Schutzmassnahmen (Substitution, technische Massnahmen, organisatorische Massnahmen, persönliche Schutzausrüstung) einhalten können. Ist dies nicht möglich, so werden sie von ihrem Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung beurlaubt. Der Arbeitgeber kann in den folgenden
Fällen ein ärztliches Attest verlangen:
- wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer seine besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend macht.
- wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer die Gefahr einer Ansteckung trotz der vom Arbeitgeber getroffenen Massnahmen als zu hoch für sich erachtet.
Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt muss gemäss Verordnung also in verschiedenen Fällen attestieren können, dass die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer zu den besonders gefährdeten Personen gehört. Eine Vorlage für ein solches Attest findet sich auf der Website der Swiss Insurance Medicine.
Die Kategorien der besonders gefährdeten Personen werden in Anhang 6 der Verordnung anhand medizinischer Kriterien präzisiert. Diese Liste ist jedoch nicht abschliessend und eine klinische Beurteilung der Gefährdung im Einzelfall bleibt vorbehalten. Das Bundesamt für Gesundheit führt den Anhang 6 unter Berücksichtigung des aktuellen Wissenstandes laufend nach.
Informationen und Stellungnahmen finden sich zudem auf den Webseiten einiger medizinischer Fachgesellschaften:
Chronische Atemwegserkrankungen:
http://www.pneumo.ch/de/newsleser/147.html
Lungenliga: 200320_Coronavirus_Info_an_lungen-_und_atemwegserkrankte_Menschen.pdf (PDF)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
https://www.swissheart.ch/nc/fr/actualite-evenements/actualites/news-detail-fr/news/coronavirus-informations-actuelles-pour-des-patients-cardiaques.html (auf Französisch)
Bluthochdruck
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
Ja, Impfungen sollen wie im Schweizerischen Impfplan 2020 (PDF, 1 MB, 03.02.2020) geplant/empfohlen verabreicht werden.
Das BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) haben zu diesem Thema Empfehlungen ausgearbeitet. Sie sind zu finden unter Dokumente für Gesundheitsfachpersonen.
Für Routineimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern sind gemeinsame Empfehlungen des BAG, der EKIF und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie verfügbar unter Dokumente für Gesundheitsfachpersonen.
Nein, die Pneumokokkenimpfung kann einen schweren Verlauf von COVID-19 nicht verhindern. Ein solcher Verlauf entwickelt sich nicht aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Pneumokokken, sondern im Rahmen der durch das Virus SARS-CoV-2 verursachten pulmonalen und systemischen Entzündungsreaktionen.
Derzeit ist die Verfügbarkeit des Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs nicht vollständig gewährleistet. Aus diesem Grund haben die EKIF und das BAG vorübergehende Ersatzempfehlungen für den Einsatz des Impfstoffs Prevenar 13® veröffentlicht.
Solange eine eingeschränkte Verfügbarkeit besteht, wird die Pneumokokkenimpfung mit erster Priorität allen Säuglinge im Alter von 2, 4 und 12 Monaten und mit zweiter Priorität den aufgrund von prädisponierenden Grundkrankheiten definierten Risikogruppen für eine invasive Pneumokokkeninfektion empfohlen, gemäss dem Schweizerischen Impfplan 2020 (PDF, 1 MB, 03.02.2020).
Ja.
Der Dachverband pharmaSuisse hat für Mitglieder spezifische Empfehlungen für die Impfung während der Coronavirus-Pandemie herausgegeben. Sie richten sich an Apotheken, die Impfungen gemäss der in ihrem Kanton geltenden Gesetzgebung anbieten.
Die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) gehen in den nächsten Wochen von einem grossen Zustrom an infizierten Patientinnen und Patienten aus, die auf eine intensivmedizinische Behandlung angewiesen sein werden. Dies stellt eine ausserordentliche Herausforderung für die Schweizer Intensivstationen dar.
Es ist daher wichtig, dass sich alle besonders gefährdeten Personen Gedanken dazu machen, ob sie im Falle einer schweren Erkrankung künstlich beatmet und intensivmedizinisch behandelt werden möchten oder nicht. Bei dieser Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema der Patientenverfügung kommt den Gesundheitsfachpersonen eine entscheidende Rolle zu. Die SGI ruft alle Gesundheitsfachpersonen dazu auf, gefährdeten Personen in ihrer Behandlung die aktive Unterstützung beim Ausfüllen einer Patientenverfügung anzubieten. Personen, die bereits eine Patientenverfügung ausgefüllt haben, sollten diese auf ihre Aktualität prüfen.
Viele hochbetagte Menschen und Erwachsene mit chronischen oder schweren Krankheiten wünschen nicht mehr alle lebensverlängernden Massnahmen. Es ist deshalb wichtig, vorausschauend das Vorgehen und die Behandlungsziele bei einer schweren Lungenentzündung – wenn möglich zusammen mit den Angehörigen – zu besprechen. Wenn jemand nicht intubiert und/oder allenfalls auch nicht mehr hospitalisiert werden möchte, ist es hilfreich, dies in einer Patientenverfügung explizit festzuhalten.
Bei betagten und/oder schwerkranken erwachsenen Personen, die keine intensivmedizinische Behandlung wünschen, ist eine gute palliative Behandlung und Betreuung sicherzustellen – sei es im Spital, zu Hause oder im Pflegeheim. Mit angemessenen palliativmedizinischen Massnahmen können belastende Symptome gelindert werden. Eine frühzeitige Aufklärung über die Möglichkeiten der Palliative Care hilft, Ängste zu reduzieren.
Die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie (FGPG) hat praxisbezogene Empfehlungen zur vorausschauenden Planung und palliativmedizinischen Massnahmen zu Hause durch die Spitex verfasst: https://www.samw.ch/dam/jcr:e61aba64-f3a6-472c-96a0-46d98b07c926/empfehlungen_fgpg_palliative_care_20200322.pdf
Die Fachgesellschaft palliative ch hat Merkblätter zur vorausschauenden Besprechung von Behandlungszielen und zu den palliativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten im Spital, zu Hause und im Pflegeheim veröffentlicht: https://www.palliative.ch/de/fachbereich/task-forces/fokus-corona/
Die FMH hat auf ihrer Website eine herunterladbare Vorlage für eine Patientenverfügung publiziert. https://www.fmh.ch/dienstleistungen/recht/patientenverfuegung.cfm
Folgende Institutionen bieten Beratungen an
Schweizerisches Rotes Kreuz:
https://vorsorge.redcross.ch/patientenverfuegung/
Schwangere, Neugeborene und Migrationsbevölkerung
Bis jetzt deutet nichts darauf hin, dass eine COVID-19-Infektion bei Schwangeren ohne Vorerkrankungen zu schwereren Symptomen oder einem schwereren Krankheitsverlauf führt als bei nicht schwangeren Frauen. Das zeigen auch die aktuellen Erfahrungen im Norden Italiens. Schwangere gehören daher nicht zur Kategorie der besonders gefährdeten Personen, wie sie vom BAG definiert ist.
Gemäss Art. 35 Abs. 1 des Arbeitsgesetzes darf eine Schwangere nur dann beschäftigt werden, wenn keine Gefährdung für Mutter und Kind aus der Arbeit im Betrieb oder Betriebsteil hervorgeht. Diese Beurteilung der Gefährdung muss durch den Arbeitgeber erfolgen. Bisher liegen aber keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung von Schwangeren am Arbeitsplatz vor, wenn die allgemeinen Schutzmassnahmen eingehalten werden.
Es gelten dieselben Schutzregeln wie für die allgemeine Bevölkerung. Auf diese Regeln sollte möglichst oft hingewiesen werden.
Treten Symptome auf, die auf COVID-19 hindeuten, wird wie bei allen symptomatischen Personen eine labordiagnostische Abklärung empfohlen (vgl. die Kriterien des Bundes zur Probenahme).
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema COVID-19 Erkrankungen.
Im Spital müssen Mütter und ihre Neugeborenen gemäss den Empfehlungen (PDF) von Swissnoso und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie betreut werden.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema COVID-19 Erkrankungen.
Ermitteln Sie, um welche Sprache es sich handelt. Bei Unklarheit kann Sie dabei die Spracherkennungstabelle unterstützen (siehe untenstehenden Link). Kontaktieren Sie via regionale Vermittlungsstelle einen Telefondolmetschdienst. Es gibt in der Schweiz sprachregionale Angebote für das Telefondolmetschen (Ausgangssprachen: Deutsch, Französisch oder Italienisch). Telefondolmetschdienste ermöglichen eine Konferenzschaltung, bei der mehrere Teilnehmende zusammen kommunizieren können. Telefondolmetschen ist bei Patienten/innen mit COVID-19 absolut nötig, um Ansteckungen zu vermeiden, da die Angehörigen nicht zum Dolmetschen mitkommen müssen.
Angebote zum Telefondolmetschen:
https://www.inter-pret.ch/de/angebote/regionale-vermittlungsstellen-44.html
Auf der Webseite des BAG sind Informationen in zahlreichen Sprachen der Migrationsbevölkerung aufgeschaltet. Diese können als PDF heruntergeladen oder ausgedruckt werden: Downloads in verschiedenen Sprachen.
Um die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern, ist es sehr wichtig, dass alle Personen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – eine adäquate Behandlung erhalten und die Schutzmassnahmen verstehen. Auch Sans-Papiers, die keine Krankenversicherung haben, haben das Recht auf Notfallbehandlung. Sie haben ebenfalls das Recht, dass ihre persönlichen Daten nicht an andere (auch nicht an die Polizei oder an Migrationsämter) weitergegeben werden. Die Weitergabe von Daten bzw. die Verletzung der Schweigepflicht kann Strafmassnahmen zur Folge haben.
Wenn Sie Sans-Papiers behandeln, machen Sie diese darauf aufmerksam, dass Sie und das behandelnde Personal (inkl. Dolmetschende) das Arztgeheimnis wahren werden. Falls die Sans-Papiers über keine Krankenversicherung verfügen, nehmen Sie Kontakt mit der Anlaufstelle für Sans-Papiers in Ihrem Kanton auf.
Beratungsstellen für Sans-Papiers in der Schweiz
http://www.sans-papiers.ch/index.php?id=92
Nationale Plattform Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers
http://www.sante-sans-papiers.ch/DE/das-recht-auf-gesundheit.html
Auf dieser nationalen Plattform finden Sie auch das Dokument: Corona: Was tun mit oder ohne Krankenkasse? (Informationen in Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch und Englisch)
http://www.sans-papiers.ch/fileadmin/user_upload/Corona-Information_was_tun_mit_oder_ohne_KK_versch._Sprachen.pdf
Schutzmassnahmen
Die Ziele des Bundes sind:
- Die Ausbreitung von SARS-CoV-2 unter Kontrolle halten
- Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (besonders gefährdete Personen) schützen
- Das Spitalsystem behält die Kapazitäten, eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung so vielen Menschen wie möglich zu bieten
- Die Ausbreitung des Virus in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen erkennen und kontrollieren
Die epidemiologische Situation ermöglicht, in die Containmentphase überzugehen.
Während dieser Phase ist Folgendes vorgesehen:
- Der erleichterte Zugang zu den Tests wird beibehalten, um die frühzeitige und möglichst vollständige Erkennung neuer COVID-19-Fälle zu gewährleisten.
- Die Kantone führen die Umgebungsuntersuchungen durch und stellen sicher, dass die betroffenen Personen die Anweisungen zu Isolation und Quarantäne befolgen.
- Digitale Tools, welche die klassischen Umgebungsuntersuchungen ergänzen und die Betreuung von Isolation und Quarantäne erleichtern, werden zunehmend eingesetzt.
- Die Auswirkungen der schrittweisen Massnahmenlockerungen auf die Epidemiekurve werden kontinuierlich geprüft, und bei Bedarf werden rasch Korrekturmassnahmen getroffen.
Wurde während der gesamten Zeit des Kontakts zu einem bestätigten Fall oder zu einer an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankten Person adäquate Schutzausrüstung getragen, können die Personen normal weiterarbeiten.
War der Kontakt ungeschützt und eng, müssen Massnahmen getroffen werden. Ungeschützt und eng bedeutet:
- Pflege oder medizinische Untersuchung (< 2 Meter Distanz, > 15 Minuten Dauer) ohne verwendete Schutzausrüstung
- Direkter Kontakt mit Atemwegssekreten, Körperflüssigkeiten ohne verwendete Schutzausrüstung
Diese Personen werden durch die zuständige kantonale Stelle unter Quarantäne gestellt.
Im Falle von Personalmangel können die Mitarbeitenden weiterarbeiten, in Absprache mit ihrem Arbeitgebenden, solange sie keine Symptome haben. Bei engem Kontakt (< 2 Meter) zu betreuten Personen oder Arbeitskollegen/Arbeitskolleginnen tragen sie eine Hygienemaske und achten auf eine einwandfreie Handhygiene. In den 14 Tagen nach dem ungeschützten Kontakt muss die exponierte Person aktiv beobachten, ob Symptome wie Fieber und/oder einer akuten Atemwegsinfektion auftreten. Im privaten Rahmen soll sie während dieses Zeitraums Kontakte (< 2 Meter) mit anderen Personen vermeiden und die Hygienevorgaben strikt einhalten. Wenn Symptome auftreten, muss die Person aufhören zu arbeiten, zuhause bleiben (Anweisung Isolation (PDF, 179 kB, 11.05.2020)), ihren Arbeitgebenden benachrichtigen und telefonisch Kontakt mit einer Ärztin oder einem Arzt aufnehmen, um über die erforderlichen Massnahmen zu entscheiden.
Das BAG empfiehlt es nicht, dass kranke Personen arbeiten gehen. Es ist sehr wichtig, dass das Gesundheitspersonal keine anderen, besonders gefährdeten Personen oder ihre Arbeitskolleginnen/ Arbeitskollegen ansteckt.
Swissnoso hat eine Empfehlung für Akutspitäler veröffentlicht. Diese ist für den Fall, dass einzelne Abteilungen oder Stationen mit einem relevanten Personalmangel konfrontiert sind, so dass eine adäquate Versorgung der Patienten nicht gewährleistet und ihre Sicherheit gefährdet ist. (www.swissnoso.ch/forschung-entwicklung/aktuelle-ereignisse)
Diese Empfehlung ist eine ultima ratio für die ausserordentliche Lage aufgrund von COVID-19 und sollte nicht angewendet werden, solange die Versorgung und Sicherheit der Patienten anders gewährleistet werden kann.
Die FMH hat ein Schutzkonzept für Arztpraxen und den ambulanten Sektor erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Die SSO hat ein Schutzkonzept für Zahnarztpraxen erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Der Bund hat ein Lager an Hygiene- und FFP2/3-Masken, die er dem Gesundheitswesen zur Verfügung stellt. Die Priorisierung und Verteilung erfolgt über die Kantonsapotheken.
Hygienemasken können bei den Kantonsapotheken angefragt werden, wenn sie auf dem Markt oder in der Institution nicht mehr verfügbar sind.
Auch wenn Schutzmaterial in Ihrer Institution (noch) nicht quantitativ begrenzt ist und Lagerbestände vorhanden sind, so kann eine vorausschauende, sparsame Bewirtschaftung dieser sinnvoll sein, um eine rasche Erschöpfung des verfügbaren Materials zu verhindern.
Containment-Phase
Um die Epidemie unter Kontrolle zu behalten, muss möglichst jede einzelne Neuinfektion zurückverfolgt werden. Wo hat sich die Person in den letzten Tagen aufgehalten als sie ansteckend war? Mit wem hatte sie engen Kontakt? Wen könnte sie allenfalls angesteckt haben?
Das Zurückverfolgen der Infektionsketten mit gezieltem Contact Tracing ist zentral, um die Ansteckungsketten zu unterbrechen und ein Wiederaufflackern der Epidemie langfristig zu verhindern.
Während der intensiven Phase der Epidemie wurde mit strikten Hygiene- und Distanzempfehlungen und strengen Massnahmen wie der Schliessung von Schulen und Geschäften eine grössere Ausbreitung verhindert und besonders gefährdete Personen geschützt. Die Tests fokussierten auf Personen mit schweren Symptomen oder Risikogruppen, bei denen der labordiagnostische Befund entscheidend für die weitere Behandlung war
Mit dem Abflauen der epidemischen Welle sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Die Massnahmen zum Schutz vor dem Virus werden schrittweise gelockert. Jetzt muss verhindert werden, dass die Ansteckungszahlen wieder steigen. Um möglichst jede Neuinfektion rasch zu erkennen, werden alle Personen mit Symptomen getestet.
Die Kantonsärztinnen und Kantonsärzte können zudem beschliessen, Personen in Spitälern oder Pflegeheimen zu testen, um die Ausbreitung des Virus innerhalb der Einrichtung zu verhindern und zu kontrollieren.
Das konsequente Nachverfolgen jedes einzelnen Falls ist sehr aufwändig. Die verantwortlichen Stellen von Bund und Kantonen gehen davon aus, dass ein konsequentes Nachverfolgen wieder möglich ist, sobald die Zahl der Neuinfektionen pro Tag schweizweit unter rund 100 Fällen liegt. Man rechnet pro infizierte Person mit rund 20 Kontakten, die einzeln benachrichtigt werden müssen. Die Kantone sind zuständig für das Contact Tracing und können dazu unterstützendes Personal beiziehen.
Das Ziel der Massnahmen in der Containment- oder Eindämmungsphase ist es, über eine längere Zeitspanne (bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffs, d.h. wohl für die nächsten 6 bis 18 Monate) eine erneute Verbreitung und einen deutlichen Anstieg der Erkrankungsfälle zu verhindern. Sollten die Fallzahlen wieder ansteigen, würde das konsequente Nachverfolgen der Neuansteckungen kaum mehr möglich und die Lockerungen der Massnahmen müssten überprüft und allenfalls wieder rückgängig gemacht werden.
Je nach der epidemischen Entwicklung würden die Schutzkonzepte angepasst und geplante Lockerungsschritte verschoben bzw. bereits eingeführte Lockerungen zumindest teilweise wieder rückgängig gemacht.
Dieses Konzept ist noch in Erarbeitung. Es muss mit den umliegenden Ländern koordiniert werden. Alle Massnahmen müssen darauf abzielen, dass erkrankte Personen möglichst identifiziert und isoliert werden können, damit das Virus möglichst nicht in die Schweiz eingeschleppt wird. Zugleich soll verhindert werden, dass Schweizerinnen und Schweizer auf Reisen das Virus in andere Länder tragen.
Letzte Änderung 27.05.2020
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