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Man kann Zeit haben oder sich Zeit nehmen.
«Gegen disem Kloster über innerhalb den alten Stadtmauern haben die Minoriten des Franciscaner Ordens, sonst Barfüsser genannt, um das Jahr 1234. sich einen sichern Ort erwählet, allwo sie auch mit der Zeit ein überaus grosses Kloster samt einer Kirche erbauet haben, welche an Pracht, Höhe und Weite keiner Kirche der ganzen Stadt nachgibt. Denn obwol sie an einem tiefern Ort ligt, so streckt sie dennoch den Gipfel fast über alle anderen.»
Das Bild aus Josias Simler illustriert die Beschreibung von Christian Wurstisen; beide stammen aus dem Jahr 1577.
Josias Simler, De Helvetiorum Respublica, Paris 1577, S. 69: Stadtansicht aus dem Jahr 1577.
Christian Wurstisen, Epitome Historiae Basiliensis, …, Basel, 1577, S. 141 (lateinische Vorlage); Christian Wursteisens kurzer Begriff der Geschichte von Basel aus dem Lateinischen übersetzt, ubersehen und mit Anmerkungen vermehret von Jacob Christoff Beck, der Gottsgelehrtheit Doctor und Professor, auch Bibliothecarius. Basel, Basel 1757, 224–225 (dt.).
Im Unterschied zu modernen Krippen, die das gesamte Personal in einem Bild zeigen, trennt Matthäus Merian noch korrekt nach den beiden Weihnachtsgeschichten in den Evangelien nach Matthäus und Lukas.
Das Lukasevangelium berichtet von den Hirten, die aufgefordert vom Engel, das Jesuskund besuchen.
Das Matthäusevangelium berichtet von Sterndeutern/Weisen/Magiern aus dem Morgenland dem Stern von Bethlehem zur Krippe folgen und dem Jesuskund Gold, Weihrauch und Myrrhe schenken.
Zu ‹heiligen drei Königen› werden sie erst im Mittelalter umgedeutet.
Auf dem Barfüsserplatz bilden zahlreiche Zuschauer schmale Gassen für schwer beladene Wagen, die zu drei mächtigen Toren hin rollen. Die Tore gehören zum 1843/44 errichteten Kaufhaus, dem die Barfüsserkirche nach Umbauten als Lagerhalle diente.
Auffällig an dieser Zeichnung von Constantin Guise ist die präzise Wiedergabe der Architektur – was nicht immer selbstverständlich ist. Man beachte zum Beispiel das Fehlen des Dachreiters (Glockentürmchens) in jener Zeit oder die korrekte Lage des kleinen Treppentürmchens hinter dem ersten Strebepfeiler des Chors.
Signierte Zeichnung von Constantin Guise 1846.
Historisches Museum Basel, Inv. Nr. 2011.194.
Mehr zur Barfüsserkirche:
Fehlmann, Marc / Hofmeier, Thomas, Die Barfüsserkirche, in: Baumann & Cie, Banquiers (ed.), Basler Kostbarkeiten 39, Basel 2018; 60 S., 37 meist farbige Abbildungen, grosse Falttafel mit Plänen und Zeitstrahl.
Käuflich im Historischen Museum für 6.– CHF.
Im Historischen Museum Basel ist im Chor eine neue Dauerausstellung eröffnet worden.
Die Ballontraube hat nichts mit dem Mittelalter zu tun, sie war Schmuck für die Museumsnacht 2018. Auch zum Flamingo ist keine Heiligenlegende bekannt.
Die alte Farnsburg wurde 1798 niedergebrannt, in der Ruine wurden ‹moderne› Bunker eingebaut. Heute ist die renovierte Burgruine ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Karte ist nicht genordet, darum fliesst der Rhein nach unten aus dem Bild. Deutlich zu sehen sind die vielen Inseln in den Gewässern bei Basel. Bedrohlich wirkt die mächtige Festung Huningen in Schussweite Basels. Der Basilisk mit Wappen ist demjenigen auf dem ersten Merianplan von 1615 ähnlich.