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Eisenkraut - Verbena officinalis
Verbena officinalis (syn. Verbena sororia, V. spuria, V. domingensis);
Echtes Eisenkraut (Eisenbart, Eisenkraut, Heiligkraut, Sagenkraut).
VORKOMMEN
Das Echte Eisenkraut ist weltweit in gemässigten und tropischen Gebieten eine invasive Pflanze. Das Eisenkraut schätzt sonnige, geschützte Lagen mit mässig nährstoffreichen und schwach sauren, sandigen Lehm- und Ton-Böden und hat im Sommer einen hohen Wasserbedarf. Sie ist eine unauffällige, aber ausdauernde Pflanze und wächst gerne an Wegen, Hecken und Schuttplätzen.
MERKMALE
Das Echte Eisenkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die auch seltener einjährig wächst. Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 75 cm. Die Pflanze hat vierkantige, verzweigte Stängel. Vom Mai bis zum ersten Frost trägt sie winzige, rot- oder hellviolette Blüten in schlanken Ähren. Die Blüten sind in traubig angeordneten Thyrsen zusammengefasst.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Verbenae herba (syn. Herba Verbenae, Herba Columbariae, Herba Sanguinalis).
Eisenkraut (syn. Taubenkraut, Katzenblutkraut, Sagenkraut), die getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblätter und oberen Stengelabschnitte.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Iridoide:
Gehalt in Abhängigkeit der Herkunft stark schwankend, durchschnittlich 0,2 bis 0,5 %. Nachgewiesen wurden bislang Verbenalin (bis zu 2,1 %), Hastatosid und wenig Dihydrocornin.
Phenylethanoide:
Bis zu 7 % enthalten, wie Verbascosid (= Acteosid), Eucovosid (= Leucosceptosid A), Isoverbascosid und wenig Martynoid.
Flavonoide:
Zu finden sind die 7-O-Glucoside des Luteolins und Pedalitins. Im Weiteren das Apigenin-7-O-glucuronid, Apigenin-7-O-diglucuronid und die 7-O-Diglucuronide des Luteolins und des Acacetins.
Weitere Inhaltsstoffe:
Wenig β-Sitosterol, Urolsäure, β-Carotin und Spuren an ätherischem Öl. Eisen enthält die Pflanze allerdings nicht.
PHARMAKOLOGIE
Trotz diverser pharmakologischer Studien der bekannten
Inhaltsstoffe konnte eine eindeutige pharmazeutische Wirkung nicht
sicher nachgewiesen werden. Wohl aus diesem Grund werden Eisenkrautpräparate heute,
wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt.
Neuere Studien zeigen jedoch schlaffördernde und neuroprotektive Wirkungen der Inhaltsstoffe (siehe Links).
ANWENDUNG
Das Echte Eisenkraut hat in der Pflanzenheilkunde eine lange
Tradition und wurde schon immer in sehr vielfältiger Weise angewendet. Insbesondere
harntreibende, Gallenfluss anregende und antirheumatische Wirkungen werden dem Eisenkraut
nachgesagt. Auch bei Beschwerden im Klimakterium, unregelmässiger Periode und als Mittel zur Förderung der Milchsekretion (Galaktagogum) wird das Eisenkraut gerne eingesetzt, zudem bei Katarrhen der oberen Luftwege.
Eisenkraut ist heute ein wesentlicher Bestandteil handelsüblicher Erkältungsmittel, oft kombiniert mit z.B. Schlüsselblume, Holunder, Thymian und Gelber Enzian. Auf Grund der sekretolytischen Wirkung ist ein positiver Beitrag zur Wirksamkeit von fixen Kombinationen denkbar.
Das viel verwendete "Wohlriechende Eisenkraut" (Zitronenverbene, Verveine) ist eine andere Pflanze, nähmlich der Zitronenstrauch (Aloysia citrodora).
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Tee: Ca. 2 g (1 - 2 Teelöffel) fein geschnittenes Eisenkraut werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und nach etwa 10 Minuten abgesiebt.
STATUS
- Kommission E: - negative Bewertung (Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten war 1990 nicht belegt).
- ESCOP: - keine Bearbeitung
- HMPC: - keine Bearbeitung
HOMÖOPATHIE
Verbena officinalis; die zur Blütezeit geernteten, oberirdischen Triebe.
Anwendungsgebiet: Blutergüsse, zerebrale Anfallsleiden.
EISENKRAUT IM GARTEN
Das Eisenkraut liebt sonnige und windgeschützte Standorte. Schwach saure
und eher nährstoffreiche Böden werden bevorzugt. Achten sie darauf, dass
der Boden immer etwas feucht bleibt. Eisenkraut kann im Frühling
ausgesät werden, besser ist es sich Jungpflanzen in einer guten
Kräutergärtnerei zu kaufen.
Die Jungpflanzen vertragen nach guter Abhärtung leichte bis mittlere Fröste. Ältere Pflanzen weisen eine gute Frosthärte auf. Das Kraut stirbt im Herbst ab und die Pflanze überdauert bis zum erneuten Austrieb im März des Folgejahres in einer bodenständigen Blattrosette. Eisenkraut gehört zu den alten Heilpflanzen und darf in keinem Kräutergarten fehlen.
SONSTIGES
Sch bei den Kelten wurde das Eisenkraut (neben der Mistel) als heilig betrachtet und gehörte zu den Druidenkräutern. Die Druiden, nahmen Eisenkraut zu sich, um grössere seherische Fähigkeiten zu erlangen und ihre Zauberkräfte zu stärken. Das Eisenkraut gehörte im Mittelalter zum Arzneischatz der Klöster. Meistens mit Wein zubereitet, wurde es zur Behandlung vielerlei Beschwerden verwendet.
Letzte Änderung: 01.02.2017 / © W. Arnold