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(NZZ – POLITISCHE LITERATUR – Mittwoch, 8. Mai 1996, Nr. 106, Seite 73)
Kosmopolitismus und Identität
zz. Die Mainummer der «Schweizer Monatshefte » enthält unter anderem vier Beiträge zu «Kosmopolitismus und Identität», zum Spannungsfeld von Globalisierung, Unübersichtlichkeit und Suche nach Nischen. Rene Weber und Heinz Walker-Nederkoom beschreiben die unternehmerische Internationalisierung und die Bildung grosser wirtschaftspolitischer Regionen sowie die Diskriminierungsgefahren und Optionen für das Drittland Schweiz. Auf kultureller Ebene richtet Jean Starobinski den Blick auf die globale Medienkommunikation, die «den Bmi ldschi r zwischen uns und die Welt» schiebe, auf den Rückzug ins Individuelle, auf die Isolation überwindende Sprache und eine Vielfalt von Kulturen, die das Ziel des Universellen formulieren. Das spezielle Verhältnis deutscher Denker und Autoren zum Weltbürgertum beleuchtet Rüdiger Görner. Eine Möglichkeit des Ausgleichs deutet er in der Aufgabe an, in einem «lokalen Weltraum» eine «Zutrauenssphäre» auch für andere zu schaffen. Unter dem Titel «Eigenes Leben» hat Ulrich Beck in einem Porträt- und Soziologieband, den Hans-Peter Kunisch bespricht, das Ich-Konzept und seine (nicht nur negative) Bedeutung für die sozialen Strukturen dargestellt.
Hans Bänziger betrachtet im weiteren Teil des Heftes unter dem Aspekt «Wiederholung» das zumindest ambivalente Bild von Institutionen (Schule, Sonntag, Ehe) in der neueren Literatur. Anton Krättli rezensiert Monika Marons Roman «Animal triste», Richard Albrecht schreibt über den Prager Karikaturisten Miroslav Bartäk und Regula Zeller Schepers über eine Studie zu interregionaler Kooperation.
Ein Interview von Michael Wirth mit dem 90jährigen Paul Sacher hat vor allem dessen Stiftung, eine Sammlung von Komponisten-Nachlässen, zum Thema. Manfred Jauslin erinnert an den Basler Architekten, Siedlungsbauer und Verfechter des Gemeineigentums an Boden, Hans Bernoulli. Robert Nef publiziert Thesen über Demokratie, Menschenrechte, Liberalismus und Wirtschaftswachstum am Beispiel des jungen Bundesstaats.
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Schweizer Monatshefte. Vogelsangstr. 52, 8006 Zürich. 52 S., Fr. 9.50.