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Bern (awp/sda) - Ein Freihandelsabkommen soll die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Vietnam und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) vertiefen. Das gaben Bundespräsidentin Doris Leuthard und Vietnams Präsident Nguyen Minh Triet am Dienstag im Landgut Lohn in Kehrsatz BE bekannt.
Ab Mittwoch prüfe in Genf eine gemeinsame Expertengruppe die Machbarkeit des Freihandelsabkommens, sagte Leuthard. Spätestens in einem Jahr sollten Ergebnisse vorliegen. Zur EFTA gehören neben der Schweiz auch Island, Liechtenstein und Norwegen.
Beim ersten offiziellen Besuch eines vietnamesischen Präsidenten in der Schweiz standen die wirtschaftlichen Beziehungen im Vordergrund: Für die Schweiz sei Vietnam einer der wichtigsten Partner in Südostasien, hielt Leuthard fest. Zwischen 1998 und 2008 hatte sich der Handel zwischen den beiden Ländern verfünffacht.
2009 erreichte er eine Gesamtsumme von 2,7 Mrd CHF. Für 2,1 Mrd importierte die Schweiz vor allem Edelmetalle und Edelsteine, landwirtschaftliche Produkte, Schuhe, Kleider und Textilien sowie medizinische und optische Instrumente. Vietnam bezieht aus der Schweiz Maschinen, Pharmazeutika oder chemische Produkte.
Nguyen Minh Triet, der von einem Tross vietnamesischer Journalisten begleitet wurde, warb um Schweizer Investoren: "Mit Investitionen beteiligen Sie sich an der Entwicklung Vietnams", sagte er. Sein Land komme voran, berichtete der Präsident der Sozialistischen Republik. Das sei auch der grosszügigen Unterstützung der Schweiz zu verdanken.
Die Schweiz werde weiter investieren, versprach die Bundespräsidentin. Angesischts des rasanten Wirtschaftswachstums hat sich das Schweizer Engagement verlagert: Seit letztem Jahr gehört Vietnam zu den sieben Prioritätsländern der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).
Neben Leuthard empfing auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey den vietnamesischen Präsidenten in Kehrsatz. Traditionell pflegt die Schweiz gute Kontakte mit der Sozialistischen Republik: 1971 war die Eidgenossenschaft eines der ersten Länder, das mit dem kriegsversehrten Staat diplomatische Beziehungen aufnahm.
Auch die Menschenrechte kamen im Rahmen des Staatsbesuchs zur Sprache. Beide Länder seien "zufrieden mit der Qualität des Menschenrechtsdialogs", heisst es dazu in der gemeinsamen Erklärung. Ende April hatte in Bern die achte Runde des Menschenrechtsdialogs Schweiz - Vietnam stattgefunden.
Am Dienstagnachmittag wurde Nguyen Minh Triet von Ständeratspräsidentin Erika Forster-Vannini und der Parlamentariergruppe "Friends of Vietnam" empfangen. Später fanden Gespräche mit Wirtschaftsvertretern beider Länder statt.
uh
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