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© Peter Fischli/Lucerne Festival
Gesamt
CHF 440.50
© Peter Fischli/Lucerne Festival
16.
Aug
Montag
19.30
West-Eastern Divan Orchestra 1
West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim
Als Der Spiegel vor einigen Jahren von Daniel Barenboim wissen wollte, ob er sich einen anderen Dirigenten für sein West-Eastern Divan Orchestra vorstellen könne, erhielt er zur Antwort: «Das ist so, als ob Sie einen glücklich verheirateten Mann fragen, ob seine Frau mit einem anderen glücklich sein könnte.» Doch nun räumt Barenboim tatsächlich den Platz am Pult seines geliebten Orchesters – für einen Abend zumindest. Und das hat gleich zwei gute Gründe. Denn der «andere», der an seiner Stelle den Taktstock ergreift, ist der 32-jährige Lahav Shani, dessen steile Karriere Barenboim als Mentor nachhaltig förderte. Mit dem Ergebnis, dass Shani mittlerweile als Musikdirektor gleich zweier Toporchester amtiert: beim Israel und beim Rotterdam Philharmonic Orchestra. Ihm kann Barenboim voll und ganz vertrauen, wenn er sich selbst einer der grössten Herausforderungen im pianistischen Repertoire widmet, dem Zweiten Klavierkonzert von Johannes Brahms, für dessen vertrackten Solopart man eigentlich mehr als zehn Finger bräuchte. Aber gewiss nicht auch noch den Dirigentenstab.
West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim © Peter Fischli/LUCERNE FESTIVAL
West-Eastern Divan Orchestra
Das West-Eastern Divan Orchestra, das zu gleichen Teilen junge Musikerinnen und Musiker aus Israel und den arabischen Ländern sowie einige Mitglieder aus Spanien, der Türkei und dem Iran vereint, wurde 1999 von Daniel Barenboim und dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet. Dabei bildete die Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen im Nahen Osten den Leitgedanken – nicht zufällig stand Goethes berühmte Gedichtsammlung West-östlicher Divan Pate bei der Namensgebung. Allsommerlich trifft sich das Orchester zu Arbeitsphasen, wo es sich mit Proben, Vorträgen und Diskussionen auf die jeweiligen Programme vorbereitet, die anschliessend auf internationalen Konzerttourneen präsentiert werden. Das West-Eastern Divan Orchestra gastierte u. a. in der Berliner Philharmonie und im Wiener Musikverein, am Teatro alla Scala in Mailand und in der Pariser Salle Pleyel, in der New Yorker Carnegie Hall, im Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und im Teatro Colón in Buenos Aires, aber auch in Rabat, Ramallah, Katar und Abu Dhabi. Regelmässig ist es bei den BBC Proms, in der Berliner Waldbühne und bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Im November 2018 fand eine Gastspielreise in die USA statt, mit Konzerten in Chicago, Washington, New York, Berkeley und Los Angeles; Anfang August 2019 folgten sechs Auftritte beim «Festival Barenboim» in Buenos Aires. Zahlreiche CDs und DVDs sowie Paul Smacznys Film Knowledge Is the Beginning dokumentieren die Arbeit des Orchesters, das 2016 zum UN-Botschafter für kulturelle Verständigung ernannt wurde. Mit der Barenboim-Said-Akademie ist dem West-Eastern Divan Orchestra eine staatlich anerkannte Hochschule für Musik und Geisteswissenschaften assoziiert, an der bis zu 90 Talente aus dem Nahen Osten einen vierjährigen Bachelor-Studiengang absolvieren können.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 21. August 2007, als Daniel Barenboim Werke von Beethoven, Schönberg und Tschaikowsky dirigierte.
Weitere Informationen finden Sie unter www.west-eastern-divan.org.
Juli 2019
Weitere Termine
Lahav Shani Lahav Shani © Marco Borggreve
Lahav Shani
Lahav Shani, 1989 in Tel Aviv geboren, erhielt mit sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Später studierte er bei Arie Vardi an der Buchmann-Mehta-Musikschule in seiner Heimatstadt und schloss die Ausbildung an der Musikhochschule «Hanns Eisler» in Berlin ab, wo er die Fächer Dirigieren bei Christian Ehwald und Klavier bei Fabio Bidini belegte. Schon während dieser Zeit fungierte Daniel Barenboim als sein Mentor. 2013 gewann Shani den Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb in Bamberg. Es war das Fanal für seine internationale Kar-riere: Seit 2017 ist er als Erster Gastdirigent den Wiener Symphonikern verbunden, seit 2018 steht er als Chefdirigent an der Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra, und 2020 tritt er als Musikdirektor die Nachfolge von Zubin Mehta beim Israel Philharmonic Orchestra an, wo er bereits 2007 als Pianist mit Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert debutiert hatte. Als Gast hat Lahav Shani überdies mit den Wiener Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem London und dem Boston Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestre de Paris, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Philadelphia Orchestra zusammengearbeitet. Nach wie vor ist er als Pianist aktiv und leitete vom Klavier aus u. a. das Philharmonia Orchestra, die Staatskapelle Berlin und das Orchestre Philharmonique de Radio France. Mit dem Israel Philharmonic Orchestra und den Brüdern Capuçon interpretierte er Beethovens Tripelkonzert. 2018 stellte er sich mit einem Solorezital im Berliner Boulez Saal vor. Lahav Shani ist auch ein passionierter Kammermusiker und war in dieser Funktion beim Festival d’Aix-en-Provence, in der Kölner Philharmonie und beim Verbier Festival zu erleben. Auf CD veröffentlichte er mit Renaud Capuçon und Kian Soltani Tschaikowskys Klaviertrio.
Juli 2019Weitere Termine
Daniel Barenboim © Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL
Daniel Barenboim
Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, 1942 als Sohn zweier Klavierlehrer in Buenos Aires geboren, trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich auf. 1952 übersiedelte die Familie nach Israel, wo Barenboim 1953 mit dem Wettbewerb der American-Israel Cultural Foundation ein Stipendium für das Studium bei Nadia Boulanger in Paris gewann. Darüber hinaus belegte er Dirigierkurse bei Igor Markevitch und wurde 1954 Wilhelm Furtwängler vorgestellt, der ihn als «Phänomen» bezeichnete. Die erste Phase seiner Laufbahn verbrachte Barenboim als weltweit erfolgreicher Konzertpianist. Seit seinem Einstand als Dirigent beim Philharmonia Orchestra (1967) ist er auch in dieser Funktion bei allen führenden Orchestern gefragt. Als erste feste Position übernahm er von 1975 bis 1989 die Leitung des Orchestre de Paris; von 1991 bis 2006 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra, das ihn anschliessend zum Ehrendirigenten ernannte. Sein Operndebut gab er 1973 mit Mozarts Don Giovanni beim Edinburgh Festival; 1981 dirigierte er zum ersten Mal in Bayreuth, wo er bis 1999 jeden Sommer tätig war. Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin; im Jahr 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Von 2007 bis 2014 war er der Mailänder Scala eng verbunden, zuletzt als Musikdirektor. Überdies rief Barenboim 1999 das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben, das junge Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien zusammenführt. 2017 eröffnete er in Berlin den Pierre Boulez Saal, wo er mit seinem neugegründeten Boulez Ensemble Werke von der Klassik bis zur Gegenwart aufführt. Für seine künstlerische und kulturpolitische Arbeit wurde Barenboim u. a. mit dem Prinz-von-Asturien-Preis und der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Siemens-Musikpreis, der Goethe-Medaille und dem japanischen «Praemium Imperiale» ausgezeichnet.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1966 mit Klavierkonzerten von Mozart und Beethoven, begleitet vom English Chamber Orchestra .
Weitere Informationen finden Sie unter www.danielbarenboim.com
Juli 2019
Weitere Termine
Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr