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In Nicaragua haben geschlechtsspezifische Stereotypen in der Vergangenheit die Beteiligung junger Frauen an Gemeindegruppen und Gemeindeaktivitäten eingeschränkt. Durch unsere Arbeit in der Zurich Flood Resilience Alliance (ZFRA) hat Plan International Frauen geschult, wie sie sich in Notsituationen verhalten und eine Führungsrolle bei der Notfallfhilfe in ihrer Gemeinde übernehmen können.
Plan International ist Mitglied der ZFRA und führt das Projekt «Increasing Flood Resilience in Central America» in vier Gemeinden in Nicaragua durch. Das Projekt nutzt das «Flood Resilience Measurement for Communities» (FRMC), um ein besseres Verständnis der Stärken und Schwächen in Bezug auf die Hochwasserresilienz dieser Gemeinden zu erhalten.
Während unserer FRMC-Basisstudie äusserte ein hoher Prozentsatz der befragten Bevölkerung, dass es für junge Frauen in den Gemeinden nur wenige Möglichkeiten gibt, sich zu beteiligen und/oder lokale Gruppen (formell oder informell) zu leiten. Ebenso ist es schwieriger für junge Frauen Massnahmen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Überschwemmungen zu koordinieren.
Um dieses Problem anzugehen, beschloss Plan International gemeinsam mit den lokalen Projektteilnehmern, Aktivitäten durchzuführen, die es Mädchen, Jugendlichen und Frauen aller Altersgruppen ermöglichen, ihr Selbstwertgefühl, ihre Sicherheit und ihren Selbstschutz in Notsituationen zu stärken. Durch die Teilnahme an den Gemeinschaftsgruppen werden sie gestärkt und ihre Stimme wird lauter.
Die so genannten «Rettungsbrigaden» sind eine von mehreren Gemeinschaftsgruppen, die durch unser Projekt entstanden sind. Die Brigaden setzen sich aus jungen Menschen aus der örtlichen Gemeinschaft zusammen. Sie beteiligen sich auf freiwilliger Basis an diesen Gemeinschaftsgruppen. Plan International koordiniert und schult sie und stattet sie mit bestimmten Fertigkeiten aus, wie z. B. Erste-Hilfe-Kenntnisse und Kenntnisse über Massnahmen, die in Notsituationen ergriffen werden müssen, damit sie auf diverse Risikoszenarien (Überschwemmungen, Waldbrände usw.) reagieren können.
Sobeyda und Heydis Erfahrungen
«Plan International hat uns in der Prävention und Bekämpfung von Waldbränden, in Erster Hilfe und anderen relevanten Themen geschult. Das hat unsere Fähigkeiten gestärkt, und wir sind jetzt besser auf jeden Notfall vorbereitet. Ich habe erkannt, dass ich als junge Frau einen wertvollen Beitrag zu den organisatorischen Aktivitäten meiner Gemeinde leisten kann.» Heydi, eine junge Frau, die Teil der Rettungsbrigade ihrer Gemeinde ist.
Warum Plan International mit Frauen und Mädchen arbeitet
Nicht nur in Nicaragua, sondern überall auf der Welt sind Mädchen, heranwachsende Mädchen und Frauen mit Geschlechterstereotypen konfrontiert. Sie sind stark von starren Geschlechternormen und -rollen betroffen - sind häufiger in ihrer Freiheit und Mobilität eingeschränkt, erleben weltweit ein epidemisches Ausmass an Gewalt und Belästigung und haben weniger Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu gestalten als Männer.
Die Stärkung der weiblichen Führung in Gemeinschaftsgruppen trägt dazu bei, diese Stereotypen zu entmystifizieren und die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern. Es ist von entscheidender Bedeutung, Mädchen, heranwachsende Mädchen und Frauen zu stärken, da dies weitere strukturelle Veränderungen innerhalb der Gemeinschaft auslöst.
Interview
Sobeyda und Heydi sind zwei junge Frauen, die Teil der Rettungsbrigade sind und uns über ihre Erfahrungen erzählt haben.
Welche Ausbildung haben Sie als Mitglied einer Rettungsbrigade erhalten?
Wir haben gelernt, wie man Erste Hilfe leistet. Wir haben einige Lebensrettungs- und Rettungsmassnahmen geübt und wie man Menschen in einen sicheren Bereich bringt. Wir haben auch gelernt, zu prüfen, ob die Person in Not Vitalzeichen wie Puls und Atmung zeigt, und einige Techniken, um eine Blutung einzudämmen. All dieses Wissen ist sehr nützlich, wenn es nach einem Hochwasserereignis Verletzte gibt.
Wie sah die Beteiligung junger Frauen in Ihrer Gemeinde vor dem Projekt mit Plan International aus?
Früher waren nur Männer an diesen Aktivitäten beteiligt. Frauen wurden in der Regel mit Hausarbeiten wie Fegen, Kochen und Putzen beschäftigt. Unsere Beteiligung war sehr gering oder gar nicht vorhanden. Es herrschte der Glaube, dass Frauen nur dazu da sind, die häuslichen Aufgaben zu übernehmen, und dass es die Männer sind, die sich um die gemeinschaftlichen Aktivitäten kümmern sollten.
Wie fühlen Sie sich bei der Teilnahme an den von Plan International durchgeführten Aktivitäten?
Das Projekt bietet gleiche Chancen für Männer und Frauen. Ich habe das Gefühl, dass meine Meinung berücksichtigt wird und dass man uns zuhört. Wir finden es gut, dass es Mädchen und Frauen sind, die diese Brigaden koordinieren und leiten. Für uns ist dies ein sehr wichtiger Moment, in dem wir die Möglichkeit haben, zu zeigen, welche Fähigkeiten wir als Frauen haben und wie wir zur Verringerung des Katastrophenrisikos in unserer Gemeinschaft beitragen können.
Wir haben jetzt eine Brigade, die sich um alle Risikosituationen in der Gemeinde kümmern kann. Wir sind geschult und ausgerüstet, um das Leben der Familien in der Gemeinde zu schützen, wobei wir uns auf die am meisten gefährdeten Gruppen wie Kinder, Menschen mit Behinderungen, schwangere Frauen und ältere Menschen konzentrieren.
Unterstützen Sie junge Frauen und Mädchen ihr volles Potential auszuschöpfen.
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