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Der spätere Begründer der Hildegard Stiftung, Dr. iur. Cyrill Bürgel, lernte in den 80er Jahren die reformierte Gemeindekrankenschwester Sibylle kennen, die als Hauskrankenpflegerin tätig war. Diese berichtete von Fällen, bei denen die Pflege zu Hause nicht mehr möglich und die Überweisung in ein Spital aber ebenfalls nicht geeignet war.
Durch Schwester Sibylle kam Cyrill Bürgel bald mit den drei Krankenschwestern Christel Mohler, Esther Schaffner und Ruth Arn in Kontakt. Aufgrund von identischen Erfahrungsberichte der drei Frauen erkannte er, dass es einen speziellen Ort brauchte, an dem schwer kranke Menschen untergebracht und versorgt werden konnten.
Bestätigt durch den Besuch des englischen St Joseph’s Hospice, errichtete Cyrill Bürgel gemeinsam mit seiner Frau Claudine am 14. Februar 1983 eine gemeinnützige Stiftung mit einem Stiftungskapital von 100 000 Franken, um seine Vision zu realisieren.
In den folgenden drei Jahren arbeitete man intensiv an der Planung: Suche eines geeigneten Grundstückes, Verhandlungen mit Handwerkern, Überbauung, Planung und Kauf der Einrichtung, Suche und Einstellung des nötigen Personals, Pflegeplanung, Einholen der verschiedenen staatlichen Bewilligungen, Beschaffung der Finanzen und vieles mehr.
Gleichzeitig begannen die drei Krankenschwestern im Auftrag des Stiftungsrates ein Betriebskonzept zu erstellen. Im Zentrum stand die patientenzentrierte Pflege, weil Dr. Bürgel insbesondere das Wohl der Patienten und der Patientenwille äusserst wichtig waren.
Das Hildegard Hospiz wurde von Anfang an bewusst als Spital und nicht als Pflegeeinrichtung geplant. Bald konnte auch eine geeignete Liegenschaft dafür gefunden werden: Das Domizil – eine ehemalige Villa – wurde von der befreundeten Vinzenz von Paul Stiftung erworben und der Hildegard Stiftung kostenlos zur Verfügung gestellt.
Die Bauarbeiten begannen im Winter 1984, am 1. Juli 1986 wurde das erste Hospiz im deutschsprachigen Raum mit 27 Betten eröffnet. Vom ersten Tag an waren sämtliche Zimmer belegt, die Stiftung verpflichtete Christel Mohler-Obernosterer als Leiterin des Pflegedienstes.
Bei der Suche nach einem geeigneten Namen legten die Gründer grossen Wert darauf, dass dieser auf die traditionelle Namensgebung englischer Hospize hinweist. In Hildegard von Bingen, einer frühen Vertreterin eines ganzheitlichen Menschenbildes, wurde die passende Schutzpatronin gefunden.
Eine unschätzbare Hilfe erbrachten Herr Braun und die Vinzenz von Paul Stiftung, welche das Spital- gebäude finanzierte und während der ersten fünf Jahre kostenlos zur Verfügung stellte. Am 1. Juli 1991 durfte die Stiftung das Gebäude übernehmen.
Dank regelmässiger grosszügiger Unterstützung durch die Stiftung der 1989 verstorbenen Josefina Holler, genannt Asta Holler, konnte der Betrieb bis heute aufrechterhalten werden.