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L-Tryptophan
L-Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, das heißt, ein Bestandteil des Eiweißes,
der für die Ernährung notwendig ist, weil sie der Körper nicht selbst bilden kann.
Enthalten ist das L-Tryptophan vor allem in Milchprodukten, Fleisch, Eiern und Nüssen.
Funktionen und Wirkung von L-Tryptophan
Die Wirkung von L-Tryptophan beruht auf der wichtigen Funktion, die es im menschlichen und tierischen Organismus innehat, namentlich darauf, dass es im Körper zu Serotonin umgebaut wird. Das hängt jedoch von einigen Faktren ab, wie etwa der Zufuhr anderer Aminosäuren, die mit dem L-Tryptophan an der Blut-Hirn-Schranke konkurrieren. Diese sind:
L-Valin, L-Isoleucin, L-Leucin sowie L-Phenylalanin und L-Tyrosin. Trotzdem kann durch orale Zufuhr der L-Tryptophanspiegel gehoben werden, wenn man einige Zeit nach dem Essen etwas Proteinreiches verzehrt. Das L-Tryptophan wird bei Hunger nicht sofort von den Muskeln aufgenommen und übersteigt leicht die Blut-Hirn-Schranke. So kann eine Bildung des wichtigen Botenstoffs Serotonin auch bei Diäten gewährleistet werden.
Statt des L-Tryptophan kann jedoch auch L-5-Hydroxytryptophan genommen werden, da es viel effizienter verstoffwechselt, d.h. zu Serotonin gewandelt werden kann.
Das Serotonin wiederum hellt die Stimmung auf und wirkt Depressionen entgegen. Zugleich
wird ihm eine beruhigende und appetitzügelnde Wirkung zugeschrieben und vermindert Wassereinlagerungen im Körper. Ein zu hoher Serotoninspiegel allerdings kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen hervorrufen.
Außerdem ist das L-Tryptophan auch an der Bildung des Stoffes Melatonin beteiligt, der den Schlafrythmus reguliert.
Auch das Vitamin B3 wird durch L-Tryptophan beeinflusst, weil dieses wie ein Provitamin wirkt.
Medizinische Anwendung
Einige Pharmafirmen vertreiben das L-Tryptophan in Tablettenform mit einer Dosierung von 500 mg gegen Schlafstörungen.
Es soll nicht eingenommen werden bei Leberfunktionsstörungen mit oder ohne Störung der Gehirnfunktion, Nierenerkrankungen, Dünndarmkrebs mit Herzschädigung. Auch wenn bereits chemische Antidepressiva, Appetitzügler, Phenothiazine oder Benzodiazepine eingenommen werden, soll L-Tryptophan nicht zusätzlich supplementiert werden. Ähnliches gilt für die Behandlung mit Medikamenten gegen Parkinson, Krebs, Husten und bei hohem Blutdruck.
Zu einer Überdosierung von L-Tryptophan kommt es jedoch kaum, weil die Aminosäure ebenfalls einen Baustein für ein sie abbauendes Enzym bildet.