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Eine Delegation kamerunscher und kongolesischer Jugendlicher überreichte letzte Woche 42’000 gesammelte Unterschriften gegen den Raubbau im afrikanischen Regenwald an Weltbank-Präsident Robert Zoellick.
Jean-Christian Ebanda aus Kamerun übergibt die Petition mit den 42000 Unterschriften dem Weltbank Präsidenten, Robert Zoellick. © Ryan Rayburn / The World Bank
Anlässlich des Jahrestreffens der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington hatten die Jugendlichen aus Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) die Gelegenheit, ihre Anliegen beim Weltbank-Präsidenten Robert Zoellick höchstpersönlich anzubringen. In ihrer Petition sprechen sie sich gegen die industrielle Abholzung im Kongobecken, die verheerende Folgen für Einwohner, Natur und Klima hat.
«Die von der Weltbank finanziell unterstützen Waldreformen im Kamerun führten zu vermehrter illegaler Abholzung, zunehmender Korruption und bestenfalls sehr geringen Vorteilen für die ländliche Bevölkerung», berichtet Jean-Christian, stellvertretend für die Delegation gegenüber dem Präsidenten. «Wir sind bestürzt, dass nun das gleiche Modell in der Demokratischen Republik Kongo wieder zur Anwendung kommen soll.»
Die Weltbank lancierte vor 14 Jahren eine grundlegende Waldreform im Kamerun, die damals als eine der fortschrittlichsten ihresgleichen bezeichnet wurde. Die Jugendlichen von heute erleben nun die Auswirkungen dieser Reform: Der Wald ist grösstenteils in Abholzungskonzessionen aufgeteilt und weist bereits grosse Flächen an degradiertem Land auf. Grosse Teile der waldnahe lebenden Bevölkerung sind heutzutage ärmer als zu der Zeit vor der Ankunft der Abholzungsfirmen, was soziale Spannungen hervorruft.
In der DRK findet die Holzindustrie seit dem Abschwellen des Bürgerkriegs vermehrt Zugang ins Innere der letzten intakten Zonen des Regenwaldes. 2002 wurde mit Hilfe der Weltbank ein neues Waldnutzungsgesetz eingeführt, was inhaltlich stark an jenes im Kamerun erinnerte, zusätzlich aber über ein Moratorium auf die Vergabe von neuen Landtiteln verfügte. Dieses konnte die Regierung jedoch nicht daran hindern, in den Folgejahren weitere Landtitel auszustellen.
Nun sprechen sich die Jugendlichen mit ihrer Petition für die Einhaltung des Moratoriums aus, bis eine auf Gesetzen operierende Kontrollinstanz etabliert ist und ein Landnutzungsplan im Sinne der Lokalbevölkerung verfasst wird. Längerfristig fordern die Jugendlichen, dass die Regierung Alternativen zur destruktiven und illegalen Abholzung entwickelt, welche von den lokalen Bedürfnissen der Bevölkerung ausgehen, anstatt vom Holzbedarf des Westens.
Im Rahmen des «Kids-for-Forests»-Projektes von Greenpeace sammelten die Jugendlichen aus Kamerun und der DRK unter der Leitung der lokalen Organisationen CED und CENADEP im letzten halben Jahr über 42’000 Unterschriften gegen die Zerstörung ihres Waldes, was unter den vorherrschenden Bedingungen in den meist ländlichen Gebieten eine gewaltige Leistung darstellt. Die Unterschriften überreichten sie im September an Vertreter der kamerunschen Regierung in Yaoundé sowie der Weltbank in Kinshasa. Vergangene Woche konnte die Petition, die letzten Endes an Weltbankdirektor Robert Zoellick gerichtet war, auch ihm überreicht werden.
Im Rahmen des Projektes «Kids-for-Forests» engagieren sich immer mehr afrikanische Jugendliche für einen nachhaltigen Umgang mit dem Urwald und ihrer Zukunft. Im April 2007 nahmen Jugendliche aus der Schweiz, Deutschland und Kamerun am ersten «Camp de Reforestation International» (CRI) teil und pflanzten gemeinsam 1000 Bäume. Dieses Jahr nahmen auch Jugendliche aus der DRK am zweiten Camp, CRI2, teil. Mit der «Erklärung von Mbalmayo» hielten sie zudem ihre Sorge um den Urwald und ihre Forderungen zu dessen Schutz fest. Zu den nun an die Weltbank eingereichten 42’000 Unterschriften aus Kamerun und der DRK kommen weitere 2000 aus der Schweiz, die bereits im November 2007 in Form einer Solidaritätspetition beim Staatssekretariat (Seco) eingingen.