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Der Stoff von Michel Etters erstem Film wirkt wie eine perfekte Fiktion, lückenlos, kohärent. Doch Martial, den inzwischen 24jährigen Lausanner, der sich seine eigene Kunstwelt geschaffen hat, gibt es: einen in mancher Beziehung zurückgebliebenen, in anderen äusserst raffinierten Autisten, dessen System der Film darstellt, aber nicht interpretiert. (Der Begriff „Autist“ mag deshalb schon falsch sein.)
Martial ist es, der seine Existenz beschreibt und der die Sprünge aus der Objektivität in die subjektive Wahnwelt immer wieder macht: Einerseits ist er also der Trolleybus mit seinen typischen Geräuschen, andererseits spricht er über sich und seine Arbeit wie über einen Dritten. Ein Kommentar ist völlig überflüssig. Seine Beziehung zum Trolleybus beschreibt er wie ein Liebesverhältnis: „Es ist wie die Liebe, die man einem Mädchen entgegenbringen könnte.“ Andererseits führt Martial oft eine Puppe mit, „meine einzige Gefährtin.“ Hier steht und geht ein Mensch, der seinen Wahn domestiziert hat, und der in der Regel niemand an sich herantreten lässt, aus Angst, seine Welt nähme dadurch Schaden. Auf seinem Grab wünscht er sich die Inschrift „Martial — dit ‚l’homme-bus‘ und das heisst, seine Hoffnung besteht darin, dass ihn niemand dieser seiner Welt entreissen werde.
Michel Etter muss es gespürt haben; er stellt keine Fragen, die Martials Existenz stören könnten. Er ist der aufgeklärte Ethnologe, der nach seinem Rückzug aus dem Feld keine neuen Bedürfnisse hinterlässt. Die Erfüllung des Konzepts bestünde darin, dass Martial seinen Porträtisten bald vergässe.