Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/162

Javier Pintos Geschichte ist wie die von vielen im Norden Boliviens. Er hat nicht immer hier gelebt, sondern kam wie Tausende andere in den 2000er Jahren aus anderen Regionen des Landes nach Pando. Hier boomte das Geschäft mit den Waldfrüchten wie Paranüsse und Acai-Beeren. Auch Javier wollte Sammler werden, obwohl es wegen der Schlangen und Wildtiere im Amazonas kein risikofreies Unterfangen ist, schon gar nicht, weil die Früchte bis zu 20 Meter hoch in den Bäumen hängen.
Javier betätigte sich als Erntehelfer, eine anstrengende Arbeit, denn die Bäume stehen verstreut im dichten Regenwald. Ein Knochenjob. Nach einigen Jahren beschloss Javier mit einigen anderen, die nach Pando zugezogen waren, eine Gemeinde zu gründen. Die Regierung wies ihnen eine Stück Land zur Nutzung zu. Javier erhielt für sich und seine Familie 100 Hektar Regenwald, um ihn zu bewirtschaften.
Seit nun rund 15 Jahren sind Javiers Haupteinnahmequelle die Paranüsse und an zweiter Stelle die Acai-Beeren, die er weiterverarbeitet. Doch weil er mit den Waldfrüchten seine siebenköpfige Familie nicht ernähren konnte, nahm er für einige Jahre an einem Regierungsprogramm teil, das auf die Reisanpflanzung im Amazonas setzt - obwohl dafür der Regenwald gebranntrodet werden muss.