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Wie wird man Künstler?
Vorgängig eine formelle Bemerkung:
Aus Gründen der Einfachheit und des besseren Verständnisses der ganzen Webseite verwende ich die konservative Geschlechtsbezeichnung. In diesem Sinne ist mit dem Wort, Künstler, selbstverständlich auch die Künstlerin gemeint. Nur, wo es explizit notwendig ist, mache ich die Unterscheidung.
Die Frage ist sehr vielschichtig und komplex:
Man müsste auch fragen: Was ist Kunst? Wer ist Künstler? Haben alle Künstler einen Lebensplan? Ist Künstler Sein ein Beruf? usw.
Eine traditionelle Erkenntnis erklärt mindestens einigermassen verständlich, dass der Begriff, Kunst vom Verb, können, abgeleitet wird. Das heisst, wer etwas besonders gut kann, besser als der Durchschnitt der Menschen, ist im Grunde genommen in seiner Fertigkeit ein Künstler. Das kann ein guter Sportler sein, ein guter Handwerker, ein guter Schauspieler oder eben, ein guter Zeichner oder Maler.
Als "Arbeitshypothese" würde ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen einmal sagen:
Um in einer Tätigkeit gut, eben ein Künstler zu werden, benötigt man drei Eigenschaften:
1. Angeborenes Talent
2. Viel Übung
3. Geduld und Durchsetzungswillen
Kann ein Künstler/ eine Künstlerin von seiner/ihrer Kunst leben?
Das ist die häufigste Frage, die sich jeder Kunstbegabte stellt.
Es ist zumindest ein eher seltener Glücksfall, wenn jemand sein Talent in seiner beruflichen Tätigkeit zu hundert Prozent einsetzen kann und damit sowohl wirtschaftlich, wie ideell erfolgreich ist. Die meisten Kunstbegabten verdienen mit ihrem Beruf den Lebensunterhalt und üben ihre Kunst vorwiegend als Hobby aus.
Es ist im Volksmund bekannt:
Die grossen Meister wurden erst nach ihrem Tode berühmt.
Sie starben mausarm, während die Nachwelt unermesslichen Reichtum aus ihren Werken schöpft. Das bekannteste Beispiel dafür ist Van Gogh.
Die meisten Hobby-Künstler träumen davon, an einer Ausstellung oder sonst wie, entdeckt zu werden, gut zu verkaufen, damit sie zumindest einmal ihre Unkosten decken können. Mit der Zeit erwarten sie, dass sie einmal von ihrer Berufung leben können. Doch Kunsthandel und das Erschaffen von Kunstwerken sind nicht dasselbe. Der Erfolg stellt sich jedoch nur bei ganz wenigen ein.
Ich wage eine tröstliche Hypothese dazu:
Es gibt 100 000-de von guten, begabten Künstlern/Künstlerinnen. Von denen schafft es ab und zu einer/eine,
bekannt bis berühmt und reich zu werden. Und dabei muss man grosses Glück haben, z.B, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Leuten zusammenzutreffen.
Ich selbst ging einem einem bürgerlichen Beruf nach, verdiente damit einen ordentlichen Wohlstand für mich und meine Familie und konnte mir sogar mein nicht ganz billiges Hobby leisten. Der Weg durch die Galerien ist steinig. Ich erlebte nur Enttäuschungen. Schliesslich gab ich meinen Traum auf, mit meinen Werken Geld zu verdienen. Jetzt, da ich Rentner bin, fühle ich mich von diesem wirtschaftlichen Druck frei und kann mich ganz meinem Hobby widmen, das nun zur wahren Berufung geworden ist.
Ich male unglaublich viel, einfach ganz zu meiner Freude. Wenn ich diese Freude mit andern Menschen teilen kann, so ist diese Freude doppelt so gross.
Diese Erfahrung verleitet mich zu einem Reim:
Wie's im Leben geht so oft.
Kommt das Glück, ganz unverhofft.
An der letzten Ausstellung hatte ich einen unbedeutenden, materiellen Erfolg. Die Einnahmen überstiegen etwas die Ausgaben.
Das Schönste war jedoch der emotionelle Erfolg. Ich machte schöne Bekanntschaften, hatte gute Gespräche und gewann dadurch viele neuen Freunde. Es eröffneten sich mir durch diese Ausstellung zahlreiche, neue Möglichkeiten für meine Kunst, die ich nun schrittweise angehe, so weit es mein fortgeschrittenes Alter zulässt.
Ich hoffe, es bleiben mir noch ein paar Jahre, dass ich dereinst zufrieden und erfüllt in die andere Welt übertreten kann.