Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/627

Es war einmal ein kleines Mädchen, das lernte den ganzen Tag mithilfe eines Lebensplanes an der Wand. Die Mutter des Mädchens erstellte für ihre Tochter den grossen Plan mit Tabellen und Stundenplänen. Jede Minute im Leben wurde verplant.
Die Mutter hofft, dass aus ihrer Tochter damit eine wundervolle Erwachsene wird. Zum Plan gehörte, dass das Kind an eine bestimmten Schule aufgenommen wird. Die Mutter wusste die Fragen für die mündliche Aufnahmeprüfung, und das Mädchen lernte diese daraufhin auswendig. Doch der Plan, auf die Schule zu kommen, misslang. So zog die Mutter kurzerhand mit dem Kind in die Nähe der Schule, um doch noch aufgenommen zu werden. Gleich neben ihrem Haus stand ein altes, heruntergekommenes Gebäude, das rasch einmal die Aufmerksamkeit des Mädchens auf sich zog.
Im Haus nebenan sah es aus wie auf einem Flohmarkt. Wer dort wohl wohnte? Ein wirklich sonderbarer, alter Mann der ständig versuchte sein altes Flugzeug zu starten. Dabei riss er eines Tages mit dem Propeller ein riesen Loch ins moderne Nachbarhaus, und brachte den Lebensplan des Mädchens damit völlig durcheinander. Als Entschädigung bezahlte er den entstandenen Schaden mit einem Glas voller Münzen aus vielen Ländern.
Abends, als das Mädchen wieder lernte, flog ein Papierflieger durch sein offenes Fenster. Darauf war ein kleiner Prinz mit einem hellgrünen Anzug und gelben Seidenschal abgebildet. Und da stand: „Es war einmal ein kleiner Prinz, der lebte auf einem Planeten...“ (Seite 35). Das Mädchen warf den Flieger weg und lernte weiter.
Als das Mädchen die erhaltenen Münzen sortierte, fand es unter anderem einen kleinen Prinzen aus Holz. Das war doch der Prinz auf dem Papierflieger! Schnell rannte es ins Zimmer und nahm den Flieger aus dem Mülleimer, um die Geschichte weiter zu lesen.
Das Mädchen merkte, dass sein alter Nachbar früher Pilot war. Was er wohl mit dem kleinen Prinzen zu tun hatte? Neugierig besuchte das kleine Mädchen den alten Mann in seinem Haus. Da waren aber viele Dinge! Unter anderem ein Fuchs aus Stoff. Das Mädchen war ganz fasziniert von der Geschichte, die der alte Mann über den kleinen Prinzen weiter zu erzählen wusste. Er erzählte ihm auf dem Dach des Hauses die Geschichte mit der Rose, welche sich nicht mehr mit dem Prinzen ertrug. „Es gibt so viele Sterne zu betrachten“, sagte der alte Mann. „Solange ich die Sterne habe, bin ich nicht allein...“ (Zitat, Seite 56)
Das Mädchen musste zu Hause weiterhin sehr viel lernen, aber wann immer es konnte, las des die Geschichte des kleinen Prinzen weiter. Dieser zog durch das Universum, besuchte einen eingebildeten Mann und einen reichen Geschäftsmann. Er dachte, dass die Erwachsenen wirklich sehr seltsam waren. Genau zum gleichen Schluss kam auch das kleine Mädchen!
Der alte Mann erzählte weiter: Inzwischen war der kleine Prinz auf der Erde gelandet. In der Sahara begegnete er einer Schlage und später einem Fuchs. Die beiden gewöhnten sich mit der Zeit aneinander und freuten sich darauf, einander zu sehen.
Nachdem das Mädchen diese Geschichte hörte, war es einfach nur glücklich. Es vergass den blöden Lebensplan und besuchte statt zu lernen immer wieder den alten Mann von nebenan. Sie setzten sich auf Bäume oder spielten mit dem alten Flugzeug. Die beiden waren dicke Freunde geworden, sowie der Fuchs und der kleine Prinz in der Geschichte. Als der Fuchs Abschied nehmen musste, sagt er: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (Zitat, S. 76).
Die Mutter kam ihrer Tochter dahinter. Sie verbot ihr den Umgang mit dem alten Mann und warf sowohl die Geschichte wie auch den Stofffuchs weg. Sie gab ihr 2 Wochen Zeit, um endlich erwachsen zu werden. Das Mädchen wurde 9 Jahre als, war sehr einsam und immer alleine. Die Geschichte und den Fuchs fand es zum Glück in der Mülltonne. So setzte es die Schnipsel zusammen und las, wie es weiter ging...
Der kleine Prinz wanderte weit, und kam schliesslich wieder in der Wüste an, wo er auf den Pilot traf. Eine ganze Woche verbrachten sie zusammen, bis schliesslich der Trinkvorrat zu Ende ging. Die beiden suchten zusammen einen Brunnen mit Wasser. Kurz darauf verabschiedete sich der Pilot vom kleinen Prinzen. Das Flugzeug war repariert, der kleine Prinz wollte mit Hilfe der Schlange zurück auf seinen Planeten. Aber die Schlange umschloss sein Bein und warf ihn in den Wüstensand.
Das kleine Mädchen war sehr traurig. Was für eine blöde Geschichte! Und dann wurde auch noch der alte Mann ins Krankenhaus gebracht. Das konnte doch alles gar nicht sein! Es wollte ihn besuchen, sah das Flugzeug, welches starkklar bereitstand und startete mit dem Fuchs selber ins Ungewisse. Auf der Reise durchs Universum begegneten sie den Figuren aus der Geschichte des kleinen Prinzen, bis sie auf dem Planeten der Erwachsenen landen. Dort wurden sie in die Akademie für angehende Erwachsene geführt. Darin befand sich eine Maschine, die aus Kinderspielzeug Büroklammern herstellte. Alles, was wertlos und unwesentlich sei, müsse wertvoll und wesentlich gemacht werden, erklärten die Erwachsenen. Dort lernte das Mädchen Herrn Prinz, den Hausmeister kennen. Bald fand es heraus, dass Herr Prinz in Wirklichkeit der kleine Prinz war und zusammen flogen sie zurück zu seinem Planeten, wo sie die Rose fanden.
Das kleine Mädchen besuchte den alten Mann im Spital. Sie erzählte ihm die Geschichte des kleinen Prinzen weiter. Dass er auf dem Planeten der Erwachsenen gelandet wäre, und dass der Prinz nun wieder zurück auf seinem Planeten wäre.
Dann kam das Mädchen in die neue Schule. Wie es mit dem alten Mann weiter ging und zu welchen Erkenntnissen die Mutter kam, sei hier nicht verraten ...
Das Vorlesebuch „Der kleine Prinz“ zum gleichnamigen Kinofilm nach dem Klassiker von Antoine de Saint-Exupéry eignet sich zum Vorlesen oder gemeinsam Lesen ab sechs Jahren. Das Buch enthält Filmfotos und eignet sich, die Geschichte des Films mit Kindern vor- oder nachzulesen. Die Sprache ist kindgerecht und entführt uns, verpackt in eine neue Geschichte, in die Welt des kleinen Prinzen. Es geht in darum, dass Ehrgeiz und Erfolg im Leben nicht alles bedeuten und wie wichtig hingegen Freundschaft, Mitgefühl und Träume in unserem Leben sind.
Obwohl das weltberühmte ursprüngliche Weltraummärchen von 1943 arg gekürzt und in eine neue Geschichte verpackt wurde, verändert sich meiner Meinung nach nichts an deren Aussage, dass uns allen mehr Menschlichkeit sehr gut täte.
Buchbesprechung von Tonia von Gunten, www.elternpower.ch
Buch hier kaufen: