Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03394.jsonl.gz/2460

Gemeinden bauten ihre Schulden weiter ab
Die Gesamtverschuldung der St.Galler Gemeinden reduzierte sich im Jahr 2011 um weitere 118,7 Millionen Franken. Der durchschnittliche Gemeindehaushalt war Ende 2011 mit 1'198 Franken je Einwohnerin und Einwohner verschuldet. Innert zwölf Jahren konnte der Bestand der Schulden je Einwohner um zwei Drittel reduziert werden. Dies zeigt die Gemeindefinanzstatistik 2011, welche das Amt für Gemeinden am 14. Dezember 2012 veröffentlicht hat.
Die Verschuldung der politischen Gemeinden und Schulgemeinden betrug Ende 2011 unter Einbezug der Spezialfinanzierungen 579 Millionen Franken oder durchschnittlich 1'198 Franken je Einwohnerin und Einwohner. Durch den im Jahr 2011 gesamthaft erwirtschafteten Ertragsüberschuss und die steten Abschreibungen konnten die Gemeinden die Gesamtverschuldung weiter reduzieren.
Für das Jahr 2011 betrug der Bruttoverschuldungsanteil 102 Prozent. Diese Kennzahl gibt Auskunft darüber, welcher Teil des Finanzertrags aller Gemeinden nötig wäre, um die Schulden der Gemeinden abzutragen. Die Gemeinden könnten die Bruttoschulden somit ziemlich genau mit dem Ertrag eines Rechnungsjahrs tilgen. Die Werte für die einzelnen Gemeinden reichten von 27 bis 265 Prozent.
Die St.Galler Gemeinden wendeten im Jahr 2011 durchschnittlich 11,5 Prozent ihrer Mittel für Investitionen auf und verbrauchten die verbleibenden 88,5 Prozent für Konsumzwecke. Da die Investitionen im Zeitverlauf sehr unterschiedlich anfallen, ergibt sich der grosse Streubereich zwischen 0,2 und 38,6 Prozent bei den Investitionen. Selbst in grösseren Gemeinden ist die Höhe des Investitionsanteils nicht konstant.
Gemeinden haben sich gut selber finanziert
Die Gemeinden konnten ihre Nettoinvestitionen vollständig durch selber erwirtschaftete Mittel finanzieren. Darüber hinaus konnten sie ihre Schulden abbauen. Der Selbstfinanzierungsgrad betrug durchschnittlich 145 Prozent, was leicht unter dem kantonalen Fünfjahresmittelwert von 152 Prozent liegt.
Im Jahr 2011 lag der Anteil der Selbstfinanzierung am Finanzertrag, der sogenannte Selbstfinanzierungsanteil aller St.Galler Gemeinden, durchschnittlich bei 13,5 Prozent. Dieses Ergebnis entspricht einer mittleren Finanzkraft.
Der durchschnittliche Aufwand für Passivzinsen und Abschreibungen sank im Vergleich zum Vorjahr auf durchschnittlich 7,3 Prozent des Finanzertrags. Die Kennzahl Zinsbelastungsanteil hat sich im Vergleich zum Vorjahr reduziert und beträgt -1,9 Prozent. Im Kantonsmittel wendeten alle St.Galler Gemeinden weniger für Passivzinsen auf, als sie an Vermögenserträgen einnahmen, nämlich 1,9 Prozent des Finanzertrags. Das lässt auf eine ausgewogene Investitionstätigkeit, einen Rückgang der Verschuldung und ein moderates Zinsniveau schliessen.
Grosse Unterschiede bei der Steuerkraft
Bei allen Aufgabenbereichen stehen zur Finanzierung der Ausgaben in mehr oder weniger grossem Umfang Entgelte wie Gebühren, Beiträge und Rückerstattungen zur Verfügung. Nicht durch diese Einnahmen gedeckte Ausgaben ergeben einen Nettoaufwand, der durch allgemeine Mittel zu finanzieren ist. Für den Aufgabenbereich Volksschule wendeten die Gemeinden 59,8 Prozent ihrer allgemeinen Mittel auf. Mit grossem Abstand folgten die Aufgabenbereiche Verwaltung (10,8 Prozent), Soziale Wohlfahrt (8,9 Prozent), Verkehr (6,9 Prozent) sowie Kultur und Freizeit (4,2 Prozent).
Die Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen bildeten mit 64,7 Prozent die Haupteinnahmequelle der politischen Gemeinden. Die übrigen Gemeindesteuern (Grundsteuer, Handänderungssteuer) und Steueranteile machten 20,8 Prozent der allgemeinen Mittel aus. Der Anteil durch die Finanzausgleichsbeiträge betrug 12,3 Prozent. 2,2 Prozent der Einnahmen erfolgten durch Gewinnablieferungen der Gemeindeunternehmen und Gesellschaften.
Die Steuerkraft (und somit der Steuerertrag) wies von Gemeinde zu Gemeinde grosse Unterschiede auf. Sie lag im Kantonsmittel bei 1'816 Franken je Einwohnerin und Einwohner (Vorjahr 1'804 Franken). Die höchste Steuerkraft wurde mit 3'350 Franken in Mörschwil, die tiefste Steuerkraft mit 892 Franken in Stein verzeichnet. Im Jahr 2011 erhielten die Gemeinden durchschnittlich 450 Franken (Vorjahr 465 Franken) Finanzausgleichsbeiträge je Einwohnerin und Einwohner. Damit konnte die Deckung der Nettoausgaben in allen Gemeinden sichergestellt werden.
Die Gemeinden erzielten gesamthaft einen Ertragsüberschuss von 100,3 Millionen Franken, was 11,4 Steuerprozenten entspricht. Davon verwendeten sie 70,5 Millionen Franken für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen, 12,6 Millionen Franken für Einlagen in Vorfinanzierungen und 17,2 Millionen Franken für Zuweisungen ins Eigenkapital.
Download
(Communiqué, 14.12.2012)