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Der Begriff ist für viele Menschen zu einem Reizwort geworden. Zu widersprüchlich sind die Informationen, die seit einiger Zeit verbreitet werden. Tatsache jedoch ist, dass jährlich in der Schweiz rund 27'000 Menschen an einer Herz- oder Gefässkrankheit sterben. Bei rund der Hälfte der Fälle war eine Verengung der Herzkranzarterien Ausgangspunkt eines Herzinfarktes oder plötzlichen Herztodes.
Cholesterin ist Bestandteil aller menschlichen Gewebe. Der Name leitet sich von den griechischen Worten chole (Galle) und stereós (fest, hart) ab.
Cholesterin liegt entweder in freier Form oder verestert mit Fettsäuren vor. Es wird mit der Nahrung aufgenommen oder in Körperzellen synthetisiert. Mehr als zwei Drittel des Cholesterins im Blut sind verestert (ca. 50 % mit Linolsäure und 20 % mit Ölsäure), vorwiegend durch die Lecithin-Cholesteryl-Acyl-Transferase und zum geringeren Anteil durch die Acyl-Cholesteryl-Acyl-Transferase in Dünndarm und Leber.
Cholesterin erfüllt im Körper eine Reihe wichtiger Aufgaben:
- Cholesterin ist Ausgangssubstanz für die Produktion von Vitamin D3. Unter dem Einfluss von UV-Licht erfolgt in der Haut eine Photoisomerisierung, bei der ein Ring des zunächst aus Cholesterin entstehenden Provitamins 7-Dehydrocholesterol aufgebrochen wird. Daraus entsteht Cholecalciferol, in der Leber 25-Hydroxy-Cholecalciferol und schließlich in der Niere 1,25-Dihydroxy-Cholecalciferol (Vitamin D3).
- Cholesterin ist Bestandteil der Zellmembranen, daher für das Zellwachstum und den Erhalt der Zellfunktion unerlässlich. - Cholesterin wird in der Leber zu Gallensäuren verstoffwechselt. Das wichtigste Enzym dabei ist die Cholesterin-7-a-Hydroxylase. Cholesterin geht aber auch direkt in die Galle über. Beim Stoffwechselgesunden werden pro Tag etwa 1,1 g Cholesterin mit dem Stuhl ausgeschieden, 60 % in Form von neutralen Sterolen, der Rest als Gallensäuren. Gallensäuren sind essenzieller Bestandteil der Mizellen und daher für die Fettresorption unabdingbar.
- Cholesterin ist Ausgangssubstanz für die Synthese der Steroidhormone in der Nebennierenrinde, den Ovarien und im Hoden.
Entsprechend dem hohen Bedarf an Cholesterin findet sich in diesen Geweben ein hoher Besatz mit LDL-Rezeptoren, um die Aufnahme von Cholesterin im notwendigen Umfang zu gewährleisten. Das Zusammenspiel zwischen den Lipo-Proteinen ist ein sehr wichtiger gesundheitlicher Effekt. Die Atherosklerose (Verkalkung der Blutgefässe) kann unter anderem durch ein ungünstiges Ungleichgewicht zwischen den Menge der verschie- denen Lipo-Proteinen entstehen. In Untersuchungen wurde gezeigt, dass Menschen mit einer hohen Konzentration an HDL im Blut selten an Atherosklerose und Herzkreislauf- erkrankungen leiden; anderseits ist eine grosse Konzentration von LDL und VLDL mit einem erhöhten Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden.
Wenn man die eigenen Cholesterin-Werte kennt, kann man anhand einer Tabelle das eigene Risiko für Herzkreislauferkrankungen einschätzen. Die Menge an Cholesterin im Blut hängt von verschiedenen Faktoren ab. Jedoch haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass körperliche Aktivität und Diät die zwei wichtigsten Faktoren sind, welche die Konzentration von Cholesterin im Blut beeinflussen. Körperliche Aktivität hat mehrere positive Effekte auf den Cholesterin- Stoffwechsel. Sie bewirkt eine Zunahme der Konzentration von HDL und in eine Abnahme der LDL und VLDL. Gleichzeitig resultiert Ausdauersport in eine Reduktion des Körpergewichts und der gesamten Fett im Körper. Diese positiven Effekte spiegeln sich in einer geringerem Häufigkeit von Herzkreislauferkrankungen bei Ausdauer- athleten wieder. Ebenso bewirkt die regelmässige körperliche Aktivität eine Grössenzunahme der Arterien, so dass sie weniger anfällig gegenüber Atherosklerose sind.
Cholesterinstoffwechsel:
In der Leber wird ein Teil des Cholesterins zu Gallensäuren umgebaut. Cholesterin kann in nennenswerter Menge nur über die Galle aus dem Körper entfernt werden. Bei Stoffwechselgesunden werden pro Tag etwa 1,1 g "Cholesterin" mit dem Stuhl ausgeschieden, 60 % in Form von neutralen Sterolen, der Rest als Gallensäuren.
Demgegenüber steht die Eigensynthese in den Zellen von 0,5 - 1 g pro Tag und die Aufnahme aus der Nahrung. Das in der Nahrung enthaltene Cholesterin wird zu 35 - 50 % aus dem Darm resorbiert, die maximale Cholesterinresorption beträgt 300 - 500 mg/Tag. Das Resorptionsmaximum wird nach etwa 6 Stunden erreicht, die Halbwertszeit in der Dünndarmwand liegt bei 12 Stunden.
Die Aufnahme von Cholesterin in die Dünndarmwand erfolgt mit den Mizellen, der Weitertransport mit den Chylomikronen. Über den exogenen Fettabbauweg wird das Cholesterin zur Leber und über den endogenen Fettabbauweg zu den verschiedenen Zellen des menschlichen Körpers transportiert. Dort ist es Bestandteil der Zellmembranen, also für Wachstum und Organreifung erforderlich, und Ausgangssubstanz für die Synthese von Nebennierenrinden- und Ovarialhormonen, sowie von Vitamin D.