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Schnee und Lawinen in den Schweizer Alpen 2001/02
Zusammenfassung Winter 2002 (Oktober 2001 bis Mai 2002)
Der Winter 2001/02 war im Norden schneearm, im Süden extrem schneearm. Am Alpensüdhang und im Engadin lag bis Anfang Februar praktisch kein Schnee. Im Süden folgte damit ein sehr trockener auf einen sehr schneereichen Winter.
Dem entsprechend war der Schneedeckenaufbau im Süden, am Alpenhauptkamm und inneralpin den ganzen Winter hindurch schwach. Einzelne Regenfälle im Früh- und Hochwinter bis ins Hochgebirge führten zur Bildung langlebiger Schwachschichten. Am günstigsten war die Schneesituation über den ganzen Winter am zentralen und östlichen Alpennordhang.
Trockene Schneebrettlawinen konnten über lange Zeit
durch Personen leicht ausgelöst werden (vgl. Abbildung 1 und 4).
Abb. 1: Lawinenauslösung neben dem Parsenn Skigebiet
in Davos am 30.12.2001 (Foto: R. Pajarola).
Für die Einschätzung war die Situation oft heimtückisch, durch klare Gefahrenzeichen oft aber auch gut einzuschätzen. Speziell nach Niederschlägen waren Wumm-Geräusche und Rissbildung ständige Begleiter auf Skitouren.
Ende November, Ende Dezember, Ende Februar und
Anfang Mai waren Perioden mit hoher Aktivität spontaner Lawinen – Anfang Mai
verbunden mit extremen Niederschlägen auf der Alpensüdseite und im Gotthardgebiet (vgl Abbildung 2).
Abb. 2: Die Gesenalawine ging am 04.05.02 in der Nacht fast bis an die gesperrte Zufahrtstrasse zum Weiler Deira (810 m) bei Mesocco/Misox/GR nieder (Foto. S. Fehler).
Abb. 3: Prächtige Tourenbedingungen am 01.06.02,
kurz vor dem definitiven Winterende am Piz Sasura, Zernez/GR mit Blick auf den
tief verschneiten Piz Kesch (3417 m) (Foto: SLF / T. Wiesinger).
Im Norden waren die Skitourenverhältnisse noch günstig (vgl. Abbildung 3). Im Juni schmolz der Schnee in den Hochlagen ungewöhnlich schnell ab (siehe Schneehöhenverlauf) und es folgte ein Sommer mit wechselhafter Witterung und wenigen Schneefällen im Hochgebirge. Im August wurde die Ostschweiz von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht, blieb aber von grossen Überschwemmungen verschont, wie sie weiter östlich, von Bayern über Österreich bis nach Sachsen auftraten.
Ende September kam der erste Wintereinbruch und
brachte eine heikle Lawinensituation für Bergsteiger und Alpvieh. Im
Berichtswinter starben 24 Personen in Lawinen.
Abb. 4: Lawinenunfall neben dem Parsenn Skigebiet, Davos / GR. Der Verschüttete wurde ohne LVS sehr rasch gefunden und ausgegraben – leider ist er verstorben (Foto: R. Pajarola, 04.01.2002).