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Metavante löst nach Übernahme durch FIS Entwicklungs-Abkommen einseitig auf. Temenos gehen Umsätze in der Höhe von zirka 60 Millionen Dollar für die kommenden drei Jahre verloren.
Der US-amerikanische Kernbankensoftware-Anbieter Metavante Technologies hat die vor zwei Jahren geschlossene
Partnerschaft mit dem Genfer Softwarehersteller Temenos einseitig aufgelöst. Wie Temenos gestern mitteilte, gibt es zurzeit einen aussergerichtlichen Disput darüber.
Hintergrund ist die Übernahme von Metavante durch Fidelity National Information Services (FIS). FIS liess nach der Übernahme verlauten, dass in Zukunft nur eine und nicht zwei verschiedene Kernbankenlösungen vertrieben werden sollen. Damit verliert die von Metavante zusammen mit Temenos entwickelte Lösung für den US-Markt ihre Daseinsberechtigung. Die einseitige Auflösung des Abkommens zeigt, dass FIS und Metavante die auf Temenos-Technologie basierende Kernbankensoftware nicht mehr vertreiben wollen. Metavante vertreibt in den USA eine auf Temenos Corebanking (TCB) basierende Kernbankensoftware. Im Juli 2008 wurde zudem auch ein Vertriebsabkommen für die Temenos-Software T24 in den USA abgeschlossen.
Eventuell vor Schiedsgericht
Temenos hat bereits Anfang April betont
, dass der vor zwei Jahren geschlossene Vertrag auch bei einem Besitzerwechsel gültig bleibt. Sollten sich Temenos und Metavante nicht aussergerichtlich einigen, will sich Temenos an ein Schiedsgericht wenden. Temenos will die aus dem Abkommen ausstehenden Beträge notfalls gerichtlich einfordern.
Berücksichtig man die Tatsache, dass Temenos bis 2012 dank dem Abkommen 102 Millionen Dollar umsetzen wollte
, dürfte der noch "fehlende" und jetzt verloren gegangene Umsatz nach zwei Jahren um die 60 Millionen Dollar betragen. (Maurizio Minetti)