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Eine Klimastrategie mit Klimazielen, welche in der Unternehmensstrategie verankert ist, ist die Basis für ein erfolgreiches Klimamanagement. Die Grundlage für jede Klimastrategie ist eine umfassende CO2-Bilanz über die gesamte Wertschöpfungskette (Scope 1, Scope 2 und Scope 3). Unter anderem können folgende Gründe der Ausschlag für eine Klimastrategie sein:
Als erster Schritt soll innerhalb einer SWOT-Analyse ein übergeordneter Blick auf das Unternehmen mit dem Fokusthema Klima getätigt werden. Als Stärken können Punkte wie effiziente Produkte, gute Verfügbarkeit, Wahrnehmung am Markt genannt werden. Wenig Know-How in der Firma, hohe Energiekosten und die Komplexität der Lieferkette sind Schwächen. CO2-Einsparung führt zu Kosteneinsparung, CO2 als Innovationstreiber und eine Positionierung als nachhaltiger Anbieter sind als Chance zu sehen. Risiken können in der fehlenden Transparenz in der Lieferkette und in Kundenanforderungen bestehen.
Zudem sind Stakeholder (Interessensgruppen) in eine Klimastrategie mit einzubeziehen, diese können unterschiedliche Erwartungen an ein Projekt haben und dieses massgeblich beeinflussen.
In einem ersten Schritt ist die CO2-Bilanz über die gesamte Wertschöpfungskette zu berechnen, dies beinhaltet direkte sowie alle indirekten vor- und rückgelagerten CO2-Emissionen einer Unternehmung.
Scope 1: sind alle direkten CO2-Emissionen, die am Firmenstandort anfallen
Scope 2: hier fallen CO2-Emissionen von eingekaufter Energie an
Scope 3: indirekte vor- und rückgelagerte CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette
Strom kann entweder mittels Market Based Methode oder Location Based Methode bilanziert werden. Die Location Based Methode bezieht sich auf durchschnittliche Emissionsintensität des jeweiligen Stomnetzes (durchschnittlicher CO2-Wert), die Market Based Methode bezieht sich auf die Emissionsfaktoren des Stromlieferanten bzw. individuellen Stromprodukts.
Um die wesentlichen Scope 3-Emissionen zu identifizieren kann anhand einer Wesentlichkeitsmatrix eine entsprechende Auswertung gemacht werden. Empfehlenswert ist eine Aufgliederung und Bewertung aller 15 Scope 3-Kategorien nach der Höhe der CO2-Emissionen, der Einflussmöglichkeit, der Relevanz aus Sicht des Unternehmens bzw. der Stakeholder. Die Faktoren für die Gewichtung können 20 bis 30 Prozent betragen. Das Ergebnis kann in geringe, mittlere- und hohe Wesentlichkeit gegliedert werden. Eine Analyse der Emissionshöhe und Beeinflussbarkeit ist für die Ableitung von Handlungsfeldern nützlich.
Bestimmen Sie das Ambitionslevel Ihrer Klimastrategie. Die Positionierung (Nachzügler, Mittelfeld, Verfolger, Vorreiter oder Visionär) haben massgeblichen Einfluss auf ihre Zielsetzung. Die einzelnen Bauteile ihrer Klimastrategie beinhalten folgende Punkte:
Eine Klimastrategie hat SMART Ziele, d.h. Ziele die konkret formuliert werden (S = spezifisch), Ziele sollen messbar (M = messbar), angemessen (A = angemessen), realistische Ziele handeln (R = realistisch) und das Zeitfenster zur Zielerreichung soll festgelegt sein (T = terminiert). Ausformuliert heisst das Folgendes: Die Klimazielsetzung des Unternehmens A umfasst die komplette Wertschöpfungskette. Der Emissionsschwerpunkt für Scope 3 Emissionen liegt bei eingekauften Waren und Dienstleistungen. Die Firma verpflichtet sich, die absoluten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2022 zu reduzieren. Ziele können in absoluten Zielgrössen (Reduktion um X Prozent) oder in Bezug relativer Zielgrössen (Reduktion um X Prozent je Umsatz) formuliert werden.
Dokumentieren Sie ihre SMART Ziele, halten Sie Massnahmen für die Zielerreichung fest und definieren Sie eine Person welche für die Umsetzung verantwortlich ist. Legen Sie einen Zeitpunkt bis zur Durchführung fest und führen Sie eine Wirksamkeitsprüfung durch.
Um diverse Anforderungen der Stakeholder zu erfüllen wird eine CO2-Bilanzierung der eigenen Treibhausgasemissionen immer wichtiger. Eine Bilanz nach Greenhouse Gas Protocol ist empfehlenswert. Dieser Standard ist seit Jahren etabliert und weltweit am meisten verbreitet. Zudem greift der Standard des GHG-Protokolls auf verschiedene Initiativen. Zum Beispiel:
Die SBTi (Science Based Targets) hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen und Organisationen bei der Zielumsetzung betreffend 1,5 Grad-Ziel zu unterstützen. Um diese Zielsetzung zu erreichen, ist ein schneller und ambitionierter Emissionsreduktionspfad zum Basisjahr erforderlich. Kurzfristige Ziele beziehen sich auf einen Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren. Langfristige Ziele beziehen sich auf einen Zeitraum bis 2050 (Abkommen von Paris betr. netto null Ziel). Das Reduktionsziel bis 2050 geht von einer Reduktion von 90 bis 95 Prozent der CO2-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette aus. Eine CO2-Kompensation sieht SBTi nicht vor, die Reduktion erfolgt in den Strukturen und Prozessen des Unternehmens entlang der vor- und rückgelagerten Wertschöpfungskette.
Eine Klimastrategie ist ein Plan mit einer Reihe von Massnahmen, die eine Unternehmung oder Organisation entwickelt, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Auswirkungen der menschlichen Aktivitäten auf die Umwelt zu reduzieren. Eine Klimastrategie umfasst typischerweise die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die Förderung erneuerbarer Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz, die Anpassung an bereits eingetretene Klimaveränderungen und die Förderung nachhaltiger Entwicklung.
Ihren persönlichen CO2-Fussabdruck können Sie über den unten stehenden Link berechnen und durch die Unterstützung eines Klimaschutzprojekts kompensieren
Weitere Informationen zu Themen der Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz, einschliesslich der ESG-Berichterstattungspflicht in der EU und der Schweiz, finden Sie über den zweiten bereitgestellten Link.