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E.E. Zunft zu Brotbecken

Haus der Zunft zu Brotbecken (auch "Hus ze Arguel" um 1374, dann "zem guldinen Vanen", ab 1510 auch "zem roten Fanen")
Adresse: Freie Strasse 26
Baugeschichte
Schon vor 1256 besassen die Brotbecken eine eigene Stube, von der jede Nachricht fehlt;
1404 zweite urkundliche Erwähnung ohne Ortsangaben. 1413 Kauf "daz huse, hofststat und gesess" an der Freien Strasse 26 von Burkard und Claus Ziboll. Der Kaufpreis hat 245 Gulden betragen.
1618 Erneuerung der Fenster und Renovation der vorderen Stube. 1643/44 Reparatur der Fundamentmauer gegen den Birsig hin. 1689 neues Gebäude im Hof. 1757 Einsturz der Mauer zum Birsig. Renovationen 1805/06 nach der Einquartierung französischer Truppen und 1823 nach der Einquartierung der alliierten Truppen. Neubauprojekt von Amadeus Merian 1842. Im gleichen Jahr Neubau durch J.J. Heimlicher mit Laden im Erdgeschoss, Zunftstube im 1. Obergeschoss und Fremdenzimmern im oberen Geschoss. Die Korrektion der Freien Strasse führte zum Verkauf der Liegenschaft an den Staat, der dafür Fr. 187' 500.-- bezahlte und sie am 01.07.1895 übernahm. Der Abbruch des 576.5 m2 grossen Gebäudes erfolgte 1897. Nachdem die Zunft lange Zeit ohne eigenes Lokal ausgekommen war, konnte sie 1943 in der vom Basler Bäckermeisterverein gekauften Liegenschaft am Kohlenberg 27 wiederum eine Zunftstube einrichten. Nach ihrem berühmten Zunftbruder erhielt dasGebäude den Namen Emanuel Büchel-Haus. Heute befindet sich die Zunftstube wiederum in einer Liegenschaft des Basler Bäckermeistervereins an der Hochstrasse 86.
Gestalt
Matthäus Merians Vogelschauplan von 1615 zeigt einen viergeschossigen traufständigen Bau mit Hof und Hinterhaus im Birsig. Im Dach ist eine hohe Gaube zu sehen, möglicherweise eine Aufzugsgaube.
Fassade von 1842 von J.J. Heimlicher: Die dreigeschossige, dreiachsige, die Mitte betonende, klassizistische Fassade zeigt seitlich im Erdgeschoss die dreiachsigen Fronten von zwei Ladengeschäften. Je zwei Pilastervorlagen mit korinthischen Kapitellen begrenzen die Ladenfronten Das Mittelportal wird von einem Karnies-Gesims mit Wappen bekrönt. Die Zwillingsfenster im Hauptgeschoss stehen über einem Gurt, ihre Sohlbänke sind mit Konsolen gestützt. Und über den Fenstern stützen Konsolen den Gurt, der das 2. Obergeschoss vom Hauptgeschoss trennt. Auch hier wird das mittlere Zwillingsfenster seitlich von zwei Einzelfenstern begleitet und mit drüberliegenden Karnies-Gesims bekrönt. Grundriss Erdgeschoss von Amadeus Merian, 1842, Planarchiv im Stadtarchiv Basel-Stadt.