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Die Familie Röthlin hatte das Handeln und Geschäften im Blut. Josef Röthlin hat mit dem Besuch des Kollegiums in Sarnen und einem Welschlandaufenthalt das berufliche Rüstzeug erworben. Bereits anfangs der 1880er Jahre stand er in den Diensten der berühmten Kernser Familien Bucher und Durrer. Er hatte verschiedene leitende Posten für die Land- und Waldverwaltungen, vor allem für den Holzhandel in Siebenbürgen und Rumänien inne.
Zurückgekehrt in die Heimat richtete er einen Milch- und Spezereiladen ein und handelte bereits mit Baumaterialien und Futtermitteln. Die Kernser wählten ihn zum Gemeindesäckelmeister, in den Bürgerrat und zum Bürgerpräsidenten.
Josef Röthlin hatte also im Jahre 1888 unmittelbar neben der SBB-Station in Kerns-Kägiswil die Firma Röthlin Josef mit dem Vertrieb von Futtermitteln, Landesprodukten und Baumaterialien gegründet.
1909
Im Jahre 1909 gliederte der Grossvater Robert Röthlin (Bruder von Josef) seiner bereits bestehenden Fuhrhalterei, als einer der ersten in Obwalden, eine Kohlenhandlung an. Zur Erinnerung sei vermerkt, dass die Bahnstrecken Alpnachstad – Brienz am 14.6.1888, die Strecke Alpnachstad – Luzern am 1.6.1889 und die Strecke Brienz – Interlaken-Ost am 23. August 1916 eröffnet wurden. Bereits ab dem 14. Juni 1888 übernahm nun der Fuhrhalter Robert Röthlin die Beförderung von Personen und Gütern per Pferdefuhrwerk auf der Strecke Kägiswil – Kerns.
1925
In der Zeit ab ca. 1925 wurde nun der Post- und der Personenverkehr ab Sarnen gemacht. Auch der Personentransport wurde eine Zeitlang bis ins Melchtal übernommen. Der Camionnagedienst blieb weiterhin beim Bahnhof Kägiswil. Mehrere Knechte besorgten die acht bis zehn Pferde. Die SBB-Verwaltung verlangte schon damals zuverlässige Partner für den Personentransport und den Camionnagedienst. Im ersten Weltkrieg mussten die jungen Söhne Adalbert und Fritz bereits tatkräftig im Geschäft mithelfen.
1930
Im Herbst 1930 starb der Gründer Robert Röthlin und im gleichen Jahr übernahm Sohn Adalbert die Camionnage. Nach dem frühen Tode von Fritz wurde auch die Fuhrhalterei Bruder Adalbert übertragen. Adalbert Röthlin hatte sich bereits 1924 motorisiert und einen Lieferwagen angeschafft. So wurden die Pferde langsam aus dem Verkehr gezogen.
1966
Adlabert Röthlin hatte die Zeichen der Zeit erkannt und sich nebst der Kohlen- und Brikettlieferung auch dem Heizölgeschäft geöffnet. So konnte auch ein bedeutender neuer Kundenkreis erschlossen werden. Um den Kunden jederzeit Heizöl liefern zu können, plante er in Kägiswil 2 Tanks für die Heizöl-Vorratshaltung zu installieren. Im Jahre 1966 wurden die Bassins gebaut und die beiden 10t schweren Tanks mittels Pneukranwagen der Firma Paul Fanger in die Wannen gehievt. Zu diesen Tanks führte auch ein eigener Bahngeleiseanschluss, sodass die Bahnwagentanks direkt in die Lagertanks umgeladen werden konnten. Es war klar, dass nun auch der Autopark an die neuen Bedingungen angepasst werden musste und eine Erweiterung notwendig wurde. Dies war ein sehr grosser Schritt für die Zukunft.
1988
Norbert und Marlise Röthlin halfen tatkräftig im Betrieb der Eltern Röthlin-Niederberger mit das Transportgeschäft zu erhalten, vor allem aber das Heizöl-Geschäft auf Vordermann zu bringen. Nach dem Tode der Eltern in den Jahren 1982 und 1985 übernahmen die Geschwister Röthlin das Geschäft. Das Tankfahrzeug mit Tankanhänger der Firma Röthlin war in Obwalden und über die Kantonsgrenzen hinaus unübersehbar. Im Jahre 1988 wurde die Firma Röthlin Brennstoffe AG gegründet.
Das Ziel der Firma war immer für die Kundschaft da zu sein, diese korrekt zu behandeln und als Partner zu betrachten. Diese Geschäftsphilosophie führte zum Erfolg und damit zum Fortbestand der Firma.
2008
Im Jahre 2008 verstarb Norbert Röthlin zu früh an einer schweren Krankheit. Leider konnte er das 100-jährige Firmenjubiläum nicht mehr miterleben.
Das Unternehmen der Familien Röthlin läuft weiter und so kann Marlise Röthlin im Jahre 2009 auf 100 Jahre Firmen-Geschichte zurückblicken und zwar unter dem heutigen Namen Röthlin Brennstoffe AG, Kerns.
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