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Bei 9 von 17 SDGs gibt es noch „erhebliche Herausforderungen“
Die Schweiz belegt dieses Jahr Platz 16 im globalen Nachhaltigkeits-Ranking der UN und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verschlechtert. Der UN-Nachhaltigkeitsbericht zeigt jährlich die Fortschritte der involvierten Länder bei der Erreichung aller 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) auf. Laut des Berichts gibt es bei 9 der 17 Ziele noch „erhebliche Herausforderungen“: Bei der Erreichung der Ziele 12 „Nachhaltiger Konsum und Produktion“, 13 „Klimaschutz“, 15 „Leben and Land“ und 17 „Partnerschaften“ liegt die Schweiz besonders stark zurück. Nur bei Ziel 1 „Keine Armut“ und 7 „Saubere Energie“ ist sie im grünen Bereich.
Schweiz fällt noch immer anderen zur Last
Im Spillover-Ranking ist die Schweiz nicht mehr auf dem letzten Platz wie noch vor zwei Jahren — das ist allerdings nur ein kleiner Trostpreis. Der Spillover-Index misst und vergleicht, wie stark sich das wirtschaftliche und politische Handeln eines Landes auf andere Länder auswirkt. Wie viel Treibhausgas-Emissionen verursacht ein Land z.B. mit seinen Handelsbeziehungen? Werden über Waffenlieferungen kriegerische Konflikte geschürt? Oder wie stark sind reiche Länder in Entwicklungsfinanzierungen zur Bekämpfung der Armut in der Welt engagiert? Die Handlungen eines jeden Landes können positive oder negative Auswirkungen auf die Fähigkeiten anderer Länder haben, die eigenen SDGs zu erreichen. Je höher das Ranking, desto positiver sind die Spillover-Effekte eines Landes.
Die Schweiz auf Platz 161 von 165 schneidet bei vielen Spillover-Effekten sehr schlecht ab: Mit dem Import von Gütern und Dienstleistungen verursacht die Schweiz erhebliche Luftverschmutzung und Biodiversitätsverluste in den Herkunftsländern. Besonders durch die Einfuhr von Futtermitteln und Dünger für die Landwirtschaft verursacht die Schweiz durch Stickstoff bedingte Belastungen von Ökosystemen. Daneben fördert die Schweiz auch weiterhin soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten: Sie schneidet bezüglich Bankgeheimnis und als Steuerparadies sehr schlecht ab. Als Waffenexporteur untergräbt die Schweiz zudem die Erreichung des SDG 16 „Frieden“.
Endspurt
Mit der Ende Juni verabschiedeten «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» präsentierte der Bundesrat einen Strategieplan für 2030, der die Schweiz in Sachen Nachhaltige Entwicklung auf den richtigen Kurs lenken soll. Aber mit nur schwachen Appellen an das Bewusstsein der Bevölkerung und schwammigen Versprechen, finanzielle Anreize für die Verwendung fossiler Energieträger «aufzuzeigen und auf deren Vermeidung hinzuwirken», wird sie wohl kaum den strukturellen Wandel erwirken, der so dringend nötig ist. Auf diese Weise wird die Schweiz auch in den kommenden Jahren keine Goldmedaille gewinnen.