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Gewinner
Niklaus Peyer, Ottenbach
Für die Nachzucht von Varanus reisingeri (EIDENMÜLLER & WICKER, 2005)
Der diesjährige Nachzuchtpreis geht an Niklaus Peyer, für seine Schweizer Erstnachzucht der in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelisteten Waran Art Varanus reisingeri. Ein Zuchterfolg, den er seit dem Jahr 2015 mehrfach wiederholen konnte.
Zuchtbericht
Gelbe Baumwarane halte ich seit 2012 als ich drei Tiere (1.2 FZ 2011) über Deutschland importierte. Da ich eine Zuchtgruppe von Varanus reisingeri aufbauen wollte, importierte ich im Dezember 2012 nochmals ein Männchen (CZ-NZ Juli 2011).
Im August 2013 übernahm ich aufgrund einer Notabgabe nochmals fünf Tiere (3.2 FZ 2011), welche in der Schweiz gehalten wurden. Leider stellten sich diese Tiere als nicht so eingewöhnt und makellos heraus, wie versprochen wurde. Vor allem die beiden Weibchen waren in einem stark abgemagerten Zustand und einem fehlte ca. 1/3 des Schwanzes. Ich versuchte mein bestes und versuchte sie wieder aufzupäppeln. Sie wurden in m. M. nach zu keinen Terrarien (120cm x 60cm x 165cm) gehalten und waren bei mir anfangs dermassen schreckhaft und nervös, dass ich die Scheiben mit Zeitungen abdecken musste. Schliesslich beruhigten sich die Tiere, als ich sie in grössere Becken (120cm x 100 x 200 cm) setzte und frassen ab nun auch von Pinzette. Leider verstarb eines dieser Weibchen im November 2014 an einer Eidottercoelomitis, obwohl dieses Tier bei mir nie direkten Kontakt zu einem Männchen hatte. Auch das andere Weibchen erholte sich bis heute nicht vollständig und wirkt noch immer sehr mager. Ein Männchen aus dieser Gruppe und die tschechische Nachzucht verkaufte ich 2016 wegen Männchen-Überschuss weiter. Mit einem Kollegen tauschte ich 2016 eines meiner FZ-2011 Weibchen gegen sein DNZ-2012 Weibchen, damit auch er ein blutsfremdes Paar zusammenstellen konnte.
Haltung
Die adulten Tiere halte ich seit Anfang an paarweise in Regenwaldbecken mit einer Grösse von 200-250cm x 120cm x 200cm (L x B x H), welche durch einschiebbare, doppelte Gitterrahmen in je zwei Abteile getrennt werden können. So kann man die Tiere bei Bedarf möglichst stressfrei separieren (Stress, Krankheit, Eiablage etc.). Für die dauerhafte Haltung eines einzelnen adulten Baumwaranes sollten m. M. nach Beckenmasse von 100cm x 100cm x 200cm nicht unterschritten werden.
Alle Becken waren mit Rückwänden (Styropor-Fliesenkleber-Epoxyharz-Sand) ausgestattet und mittlerweile verwende ich Presskorkplatten, welche zwar sehr günstig sind, aber je nach Beanspruchung auch nicht sehr lange überdauern. Die Beleuchtung besteht aus 150W HQIStrahlern, 70W X-Reptile UV-Strahlern und T5-Leuchtstoffröhren. Beregnet werden die Becken über Regendüsen 5-8-mal täglich je ca. 30 Sekunden lang, damit die Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und über 90 Prozent beträgt. Die weitere Einrichtung besteht aus Naturästen, Korkröhren, Sittich-Nistkästen, lebenden Pflanzen und Rindenmulch als Bodengrund. Auf den Sonnenplätzen erreichen die Temperaturen 40-45 Grad, während die kühlsten Bereiche in den Becken 22 Grad nicht unterschreiten.
Gefüttert werden die adulten Tiere ca. 2-mal Wöchentlich mit ca. 80% Wüstenheuschrecken, ca. 10% Waldschaben, ca. 5% Fisch und ca. 5% Babymäuse/Hühnerherz/Hühnerleber. Supplementiert wird das Futter praktisch jedes Mal mit Korvimin ZVT.
Forexterrarien (120cm x 60cm x 165cm) mit Naturkorkverkleidung an beiden Seiten und Rückwand, Regendüsen sowie X-Reptile UV-Strahlern und einem LED-Balken dienen als Quarantäne-, Aufzucht- und Eiablagebecken.
Zucht und Aufzucht
Beim ersten Paar (FZ 2011) konnte ich nach knapp einem Jahr im Juli 2013 erste Paarungen beobachten. Leider verpasste ich die Eiablage und fand im September 2013 vier verdaute Eischalen. Diese vier Eier wurden wahrscheinlich vom Männchen gefressen. Daher halte ich seitdem jeweils ca. drei Wochen nach scheinbar erfolgreichen Paarungen die Männchen einzeln getrennt vom Weibchen und setze sie erst 1-2 Monate nach der Eiablage wieder zusammen.
Im Juni 2014 konnte ich die nächsten Paarungen beobachten.
Im August 2014 fand ich schliesslich ein einzelnes Ei, welches in einer Korkröhre, lose abgelegt wurde. Um sicher zu gehen, dass das Weibchen alle Eier abgelegt hatte und keine Legenot bekommt liess ich das Tier drei Tage später röntgen. Das Weibchen hatte aber anscheinend nur ein Ei entwickelt.
Inkubiert werden die Eier bei 29.5 Grad auf Perlite (1:1 Wasser nach Gewicht).
Dann nach 158 Tagen Inkubation und 10 Jahre nach der Erstbeschreibung von Varanus reisingeri ist mir die Erstnachzucht dieser Art in der Schweiz im Januar 2015 geglückt.
Für die frisch geschlüpften Jungtiere stehen Aufzuchtbecken von 45cm x 45cm x 60cm bereit, bis sie dann in die nächste Grösse von 60cm x 45cm x 90cm umziehen (Beleuchtung: LED-Balken und X-Reptile UV Strahler; manuelle Beregnung).
Gleichzeitig beobachtete ich wieder einige neue Paarungen und im Februar 2015 legte das Weibchen erneut vier Eier aus denen im August 2015 drei Jungtiere schlüpften.
Aus einem der drei Eier konnte ich ein vollständig und normal entwickeltes Jungtier bergen, welches aber leider tot war.
Paarungen im September 2015 führten im Oktober 2015 zu drei weiteren Eiern und im März 2016 schlüpfte daraus leider nur ein Jungtier lebend.
Paarungen im Januar 2016 ergaben im Februar 2016 fünf Eier aus welchen aufgrund zu trockener Inkubation im Juli 2016 leider nur drei Jungtiere schlüpften.
Das gleiche Weibchen legte im Juli 2016 und Dezember 2016 nochmals je fünf Eier.
Im Januar 2017 schlüpften schliesslich die nächsten fünf Jungtiere.
Beim zweiten Paar (1.0 FZ 2011 + 0.1 FZ 2011) konnte ich ebenfalls ca. ein Jahr nach Übernahme erstmals im November 2014 Paarungen beobachten.
Im März 2015 legte dieses Weibchen drei Eier, wovon ich eines erst ca. 2 Wochen nach Ablage fand. Die zwei ersten Eier erwiesen sich nach kurzer Zeit als unbefruchtet. Im August 2015 schlüpfte ein Jungtier.
Viele folgende Paarungen führten bei diesem Paar zu keinen weiteren Eiablagen. Dies führe ich auf die schlechte Verfassung des Weibchens bei der Übernahme zurück, aus der es sich bis heute leider nicht vollständig erholt hat.
Das dritte Paar (1.0 FZ 2011 + 0.1 DNZ 2012) paarte sich erstmals im Oktober 2016 und im Dezember 2016 legte das Weibchen erstmals vier Eier in einem Blumentopf.
Weitere Paarungen dieses Paares im März 2017 führten zur Ablage von 3 Eiern im April 2017.
Somit konnte ich bis heute 14 Jungtiere von zwei verschiedenen, nicht verwandten Paaren nachzüchten. 9 Eier von zwei Weibchen sollten demnächst schlupfbereit sein. Dann bin ich hoffentlich wieder in der glücklichen Lage, blutsfremde NZ-Paare zusammenstellen und so weiterhin für die Erhaltung dieser Art in der Terraristik beizutragen zu können.