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Pura Desa Bedulu
Jedes balinesische Dorf wird nach dem gleichen Plan gebaut. Natürlich, wie fast alles auf Bali, immer aufs Engste mit den religiösen Vorstellungen verknüpft.
So besitzt jedes Dorf drei Tempel. Einer davon steht im Dorfzentrum: der Pura Desa.
Der ursprüngliche Tempel der Dorfgründer ist dem Schöpfergott Brahma geweiht, der gleichzeitig auch als Bewahrer des Feuers in der Küche gilt.
Neben dem Pura Desa werden immer eine Versammlungshalle und eine Hahnenkampfarena Wantilan errichtet.
Das zweite Tor wird Kori Agung oder Padu Raksa genannt. Es lässt nur einen schmalen Durchgang frei, der von einer hölzernen Tür versperrt wird. Meist führen Treppenstufen zu den Toren hinauf, die von steinernen Dämonen flankiert werden. Diese Statuen und Fratzen haben die Aufgabe, draussen auf der Lauer liegenden, bösen Geistern und Damönen den Eintritt zu verwehren.
Der Dorfplatz wird meist von einem gigantischen Banyan-Baum aus der Familie der Feigen überschattet:
der heilige Baum der Hindus.
Die meisten Tempel bestehen aus drei Höfen:
der Vorhof Jaba, meerwärts (Kelod) ausgerichtet;
der mittlere Hof Jaba Tengah;
der Jeroan, bergwärts (Kaja) angelegt. Dieser Hof ist das Allerheiligste im Tempelinnern
Der Turm für die Kul Kul-Trommel darf auch nicht fehlen.
Die Kul Kul-Trommel ruft zu Versammlungen, warnt vor Gefahren oder verkündet den Tod eines Dorfbewohners.
Der Innenhof des vorderen Tempelteils wird durch die Kinder oftmals als Fussball- oder Spielplatz verwendet.
Der Tempelbezirk ist ein heiliger, spirituell reiner Ort, eine Stätte der Begegnung zwischen Menschen und Göttern.
Die Mauer hat die Funktion, diesen Bezirk von der unreinen Aussenwelt abzugrenzen, die von üblen Dämonen bevölkert wird.
Meistens sind hinter oder neben dem Durchgang noch kurze Mauern errichtet, um die man herumgehen muss, um in den heiligen Bezirk zu gelangen. Dämone rennen sich hier die Köpfe ein, denn sie sind nicht in der Lage, links oder rechts abzubiegen.
Der balinesische Tempel
Legende
- Candi Bentar - gespaltenes Tor - Dualitätssymbol
- Kul Kul-Turm - Glockenturm
- Paon - Küche
- Balé Gong - Raum für Musik und Tanz
- Balé - überdachter Raum für Pilger
- Kori Agung oder Padu Raksa - Geschlossenes Tor, Eingang zum Göttergelände
- Seiteneingang
- Paruman / Pepelik - Rastraum für die Götter und Ahnenseelen mit Opferplattform
- Ngrurah gedé - Schrein für Götterdiener
- Ngrurah alit - Schrein für Götterdiener
- Gedong pesimpangan - Besuchsplatz für die Seelen der Dorfgründer
- Padmasana - Thron des Sonnengottes
- Schrein für den vergöttlichten Gunung Agung
- Meru - Schrein des Sang Hyang Widhi
- Schrein für den vergöttlichten Gunung Batur
- Maospait - Schrein für die Siedler aus Majapahit (Ostjava)
- Taksu - Schrein für die Vermittler/Übersetzer zwischen Menschen und Götter
- Raum für die Opfergaben
- Raum für die Opfergaben
Skizze mit freundlicher Genehmigung von Stefan Loose Reiseführer (dem besten Reiseführer für Langzeitreisende) zur Verfügung gestellt.