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In den Industriestaaten werden jährlich etwa so viele Lebensmittel weggeworfen, wie in den afrikanischen Ländern produziert werden (ca. 220 Mio t). Laut einem neuen Bericht der UNO bedeutet dies, dass weltweit rund 28 % des Ackerlands zur Produktion von Nahrungsmitteln genutzt wird, die im Müll landen. Verschwendet werden nicht nur qualitativ hochwertige Lebensmittel, sondern auch Unmengen an Ressourcen, wie Wasser, Land und Düngemittel. Die in Industriestaaten jährlich verschwendeten, noch geniessbaren Lebensmittel, die jährlich verschwendet werden, könnten die rund 870 Millionen hungernden Menschen ernähren.
In der Landwirtschaft entstehen 20 % aller Lebensmittelverluste; dies wenn die Ernte nicht ganz eingefahren werden kann oder weil sogenannte nicht normgerechte Produkte (die durchaus geniessbar wären) aussortiert werden. Im Handel und in der Verarbeitung entstehen weitere 30 % Verluste. Die Lebensmittel werden während dem Transport beschädigt oder müssen entsorgt werden, weil das Verkaufsdatum während der Lagerung abläuft. Bleiben Frischprodukte in den Regalen liegen, landen sie im Abfall der Verteiler. Durch Haushalte und Grossverbraucher entsteht die zweite Hälfte aller Lebensmittelverluste.
„Während die Rohstoffe in den Entwicklungsländern hauptsächlich beim Transport zwischen Ernte und Verkauf verloren gehen, sind in den wohlhabenden Regionen der Welt überwiegend die Händler und Konsumenten verantwortlich. Häufig führen dort mangelnde Einkaufsplanung oder übertriebene Vorsicht bei Haltbarkeitsdaten zu großer Verschwendung.“
Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)
In der Schweiz werden jährlich rund 31 kg, bzw. jeden Tag pro Person etwa 320 g Lebensmittel entsorgt, was einer ganzen Mahlzeit entspricht. Wirft man ein Pfund Brot weg, verschwendet man gleichzeitig auch fünf Badewannen voll Wasser, die für die Produktion benötigt wurden. Das Wegwerfen von Fleisch belastet die Umwelt am stärksten; in einem Kilo Fleisch stecken 7 bis 15 kg Futtermittel. Eine vierköpfige Familie wirft so pro Jahr Esswaren im Wert von ungefähr 2‘000 Franken in den Abfall.
Jeder kann etwas dazu beitragen, den Müllberg und die Verschwendung von wertvollen Ressourcen zu vermeiden. Es lohnt sich, vor dem Einkaufen einen Blick in den Kühlschrank zu werfen, eine Einkaufsliste zu erstellen und nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Auch die Wahl von passenden Verpackungsgrössen kann Abfall vermeiden. Frischprodukte sollten häufiger, dafür gezielter eingekauft werden. Saisonale Produkte aus der Region verursachen weniger Lager- und Transportabfa¨lle. Auch die Lagerung hilft, dass Lebensmittel weniger schnell verderben. Reste bleiben im Kühlschrank noch zwei bis drei Tage konsumierbar. Tiefgekühlt können sie noch bis einige Monate aufbewahrt werden.
Das Verkaufsdatum ist bindend; „Zu verkaufen bis...“ ist meist auf Frischprodukten angebracht. Heikle Produkte wie Hackfleisch oder Fisch dürfen nach Ablauf nicht mehr konsumiert werden. Anders verhält es sich beim Mindesthaltbarkeitsdatum( „Mindestens haltbar bis...“): Nach Ablauf dieses Datums können lang haltbare Produkte wie Reis, Teigwaren oder Konserven ohne Problem konsumiert werden. Es sind keine Gesundheitsrisiken, sondern höchstens Qualitätseinbussen zu befürchten.