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Die Sternstunde Philosophie-Sendung vom 12. Mai widmet sich Gottfried Keller. Im Gespräch mit Philipp Theisohn wird erarbeitet, weshalb Keller noch heute von Bedeutung ist. Ein Gedanke, den wir bereits im Seminar formuliert haben, ist jener des Strebens nach dem Glück und Erfolg. Theisohn legt dar, dass Kellers Protagonisten oftmals scheitern, und genau dieses Scheitern soll in unserer gegenwärtigen Gesellschaft neu bearbeitet werden. Diese Figuren hätten oftmals ein falsches, überhöhtes Selbstbild und gehen mit einer Selbsttäuschung durchs Leben, um dann zu scheitern, ohne entwürdigt zu werden. Die Erkenntnis des Fehlerhaften könne man hierbei erkennen und daraus für die heutige Zeit lernen: Gegenwärtig würde Scheitern umgemünzt in Rat gebende Sprüche, wie «erkenne dich selbst und steh zu deinen Schwächen». Keller jedoch setze dieses Scheitern in soziale Kontexte, was viel interessanter sei. Einander Schuld zu geben für die eigenen Enttäuschungen, soziale Ausschlussmechanismen wie Misstrauen, Polemik und Hass – solche Effekte einer nicht bewältigten Enttäuschung seien bei Keller dargestellt.
Diese These wäre für den Unterricht bestimmt fruchtbar, da sie gut an das Alltagserleben von Gymnasiast*innen geknüpft werden kann. Gerade die Frage nach dem erhofften Schulerfolg und erlebten Enttäuschungen oder Erfahrungen hinsichtlich Mobbing könnten dabei verarbeitet werden.
https://www.srf.ch/play/tv/sendung/sternstunde-philosophie?id=b7705a5d-4b68-4cb1-9404-03932cd8d569
- Nora