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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Fünfzehnte Unterredung, welche die zweite des Abtes Nesteros ist, über die göttlichen Gnadengaben.
5. Von der Heilung eines Lahmen, welche Ebenderselbe wirkte.
Als Ebenderselbe ein ander Mal nach einem Dorfe ging, wurde er von Schaaren von Spöttern umringt, die unter höhnischen Geberden ihm einen Menschen zeigten, der wegen zusammengekrümmter Kniee schon viele Jahre lang zum Gehen unfähig war und in der veralteten Krankheit daherkroch. Da versuchten sie ihn nun und sagten: „Zeige, Vater Abraham, ob du ein Diener Gottes bist, und gib diesen der frühern Gesundheit zurück, damit wir nicht glauben, daß der Name Christi, den du verehrst, eitel sei.“ Da bückte sich dieser sogleich unter Anrufung des Namens Christi, ergriff und zog den vertrockneten Fuß des Mannes, und bei seinem Zuge wurde plötzlich das trockene und krumme Knie gerade, und jener ging nach wiedererlangter Fähigkeit zu gehen, an die er sich wegen der langen Krankheit kaum mehr erinnerte, fröhlich von dannen.