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Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
Bild: Ungewohnte Darstellung von Pfingsten eines westfälischen Meisters aus dem Jahre 1380.
Wir alle kennen folgende Situation: Wir sprechen mit einer Person, bekommen eine Antwort. Wir sagen erneut etwas und bekommen erneut eine Antwort. Im Verlauf des Gespräches erhalten wir mehr und mehr den Eindruck, dass unser Gegenüber eine andere Sprache spricht. Wir verstehen nicht was unser Gesprächspartner uns sagen will und umgekehrt. Wir sprechen die gleiche Sprache, aber wir verstehen uns nicht.
Wohl kennen wir auch diese Situation: Wir begegnen einer Person, die eine andere Sprache spricht. Wir beherrschen diese Sprache nicht oder nur teilweise, aber wir verstehen uns mit dem Gegenüber. Wir unterhalten uns mit Händen, Füssen, Gesten und mit Augenkontakt.
Im ersten Fall haben wir Erwartungen, wie mein Gegenüber zu sein und zu reagieren hat. Wir wollen beim Gesprächspartner etwas durchsetzen. Wir sind ganz mit unserem Anliegen beschäftigt und hören überhaupt nicht hin.
In der zweiten Situation ist es ganz anders. Wir sind ganz aufmerksam, wir nehmen mit all unseren Sinnen wahr, was uns unser Gegenüber mitteilen will. Wir hören genau hin. Wir achten auf den Tonfall der Worte und sind aufmerksam auf Mimik und Gestik. Trotz Hindernissen verstehen wir uns, denn wir nehmen einander wahr. Wir sind also ganz Ohr.
So ist es in der Pfingsterzählung. Die Jünger und Jüngerinnen versammelten sich an einem Ort, um einen Weg zu finden, zu überwinden, was sie voneinander trennt. Sie wollen sich einig werden in der Botschaft Gottes und der Botschaft von Jesus Christus. Und genau in dieser Situation werden sie von einem Feuer ergriffen, so dass jeder den anderen in seiner eigenen Sprache reden hört. Ist dies nicht spannend? Es wird nicht gesagt, dass die Jünger in anderen Sprachen reden, sondern dass die Zuhörenden sie in ihrer Sprache reden hören. Das bedeutet doch, dass der Heilige Geist uns bereit macht, hinzuhören, uns zu öffnen für das, was andere sagen und/oder meinen. Er befreit uns von unseren ichbezogenen Absichten und öffnet uns für die Anliegen unseres Gegenübers.
Pfingsten steht für offene Ohren und ein breites Herz! Offen sein für die Bedürfnisse und Anliegen unsere Mitmenschen, ohne sich gleichzeitig selbst zu verlieren. Der Heilige Geist wirkt bis heute am Überwinden von Sprachbarrieren. Wenn wir in kritischen Situationen den Heiligen Geist um seinen Beistand bitten, können Sprachverwirrungen und Unverständnisse gelöst werden - wir dürfen jeden Tag Pfingsten erleben.
Trudy Wey, Katechetin und Mitarbeiterin im Bereich Senioren
Ab heute dürfen wir Sie wieder zu unseren öffentlichen Gottesdiensten gemäss Gottesdienstplan in unserem Pastoralraum einladen. Wir freuen uns sehr, wieder in der Gemeinschaft feiern zu können.
Seid herzlich willkommen!