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Zwei Arten von Schäden am Nervengewebe charakterisieren die Alzheimer-Krankheit: senile Plaques (oder Amyloidablagerungen) und neurofibrilläre Degeneration. Diese Läsionen bestehen aus Amyloid-Peptid (Beta-Amyloide, Aβ) bzw. Tau-Protein. Die Ursachen der Aggregation dieser Proteine zu Amyloidablagerungen und der neurofibrillären Degeneration sind noch ungeklärt; vermutlich spielen jedoch genetische und Umweltfaktoren dabei eine Rolle. (INSERM, 2019)
Das Gedächtnis besteht aus fünf miteinander verbundenen Systemen mit getrennten neuronalen Netzen. Bisweilen werden alle Systeme mit Ausnahme des Arbeitsgedächtnisses unter dem Oberbegriff Langzeitgedächtnis zusammengefasst. Darüber hinaus wird häufig zwischen explizitem Gedächtnis (episodisch und semantisch) und implizitem Gedächtnis (prozedural und perzeptiv) unterschieden.
Arbeitsgedächtnis
Das Arbeitsgedächtnis (auch Kurzzeitgedächtnis) ist das Gedächtnis für Gegenwärtiges. Es ermöglicht die Verarbeitung und Speicherung von Informationen während der Ausführung einer Aufgabe oder Aktivität.
Dieses Gedächtnis wird ständig aufgerufen: Es ermöglicht beispielsweise, eine Telefonnummer während der zum Aufschreiben benötigten Zeit präsent zu behalten oder sich den Anfang eines Satzes zu merken, bis dieser zu Ende formuliert ist. Dazu verwendet es eine phonologische Schleife (mentale Wiederholung), die gehörte Informationen speichert, und/oder einen visuell-räumlichen Notizblock, der visuelle Wahrnehmungen speichert.
Es funktioniert wie ein Puffergedächtnis: Informationsinhalte können entweder schnell gelöscht oder aber durch spezifische Interaktionen zwischen Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis im Langzeitgedächtnis abgelegt werden. (INSERM, 2019)
Semantisches Gedächtnis
Das semantische Gedächtnis ist das der Sprache und des Wissens über die Welt und die eigene Person, ohne Bezug auf die Bedingungen, unter denen diese Inhalte erworben wurden. Es wird lebenslang auf- und umgebaut, im Zuge des Erlernens und Speicherns von allgemeinen Konzepten (Bedeutung von Worten, Wissen bezüglich Gegenständen) und individuellen Konzepten (Wissen bezüglich Orten, Menschen etc.). (INSERM, 2019)
Episodisches Gedächtnis
Das episodische Gedächtnis ist das der persönlichen Erlebnisse (autobiografische Ereignisse), das uns erlaubt, uns in Bezug zu Zeit und Raum zu setzen und uns auf diese Weise eine Vorstellung von der eigenen Zukunft zu machen. So werden etwa beim Erzählen eines Erlebnisses aus dem letzten und beim Vorausblicken auf den nächsten Urlaub dieselben Gehirnschaltungen aktiviert.
Das episodische Gedächtnis entsteht im Alter von 3 bis 5 Jahren. Es ist eng mit dem semantischen Gedächtnis verknüpft. Mit der Zeit gehen die genauen Details dieser Erinnerungen verloren, wodurch die Gemeinsamkeiten verschiedener Erlebnisse allmählich miteinander verschmelzen können und zu Wissensinhalten werden, die sich aus ihrem Kontext lösen. So verwandeln sich die meisten episodischen Erinnerungen schliesslich in allgemeines Wissen. (INSERM, 2019)
Prozedurales Gedächtnis
Das prozedurale Gedächtnis beinhaltet automatisierte Handlungsabläufe. Es gestattet z. B. das Gehen, Velofahren oder Musizieren, ohne diese Fertigkeiten jedes Mal neu erlernen zu müssen. Dieses Gedächtnis wird besonders von Künstlern oder Sportlern beansprucht, um durch den Erwerb perfekter Abläufe Exzellenz zu erreichen. Solche Vorgänge werden implizit, d. h. unbewusst, durchgeführt: Die Person kann nicht wirklich erklären, wie sie vorgeht, um auf ihren Skiern das Gleichgewicht halten bzw. Ski fahren zu können, ohne zu stürzen. Die Bewegungen werden nicht bewusst gesteuert und die neuronalen Verschaltungen sind automatisiert.
Inhalte des prozeduralen Gedächtnisses werden allmählich und bisweilen auf komplexe Art erworben, je nachdem, über welche Art des Lernens dies erfolgt. Das prozedurale Gedächtnis konsolidiert sich nach und nach, wobei Nebeninformationen betreffend den Lernkontext (Ort, Lehrer etc.) vergessen werden. (INSERM, 2019)
Perzeptuelles Gedächtnis
Das perzeptuelle Gedächtnis stützt sich auf unsere Sinne und funktioniert in der Regel, ohne dass man sich dessen bewusst wird. Es gestattet das unbewusste Merken von Bildern oder Geräuschen. Dieses Gedächtnis ermöglicht es einer Person, dank visueller Bezugspunkte den gewohnten Heimweg zu finden und Gesichter, Stimmen und Orte wiederzuerkennen. (INSERM, 2019)