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Laurence Favre
Schweiz | 2013 | 28 min
Weltpremiere
Sprache : Französisch
Untertitel : Englisch
«Marie Tinguely verlässt 1947 ihre Heimat, um in Südafrika in einem Buschkrankenhaus der Schweizer Mission zu arbeiten. Nach ihrem Tod wurden ihre Filme, die sie in ihrer 25-jährigen Missionarszeit gedreht hatte, sowie einige Briefe in ihrer Wohnung gefunden. Ich beschliesse, mich damit zu befassen.» (LF) Die Messe, die Kantine, die Arbeit. Die Natur. Und Gesichter, die meisten davon afrikanisch. Dem Fluss der Amateurarchive und ihrer Faszinationskraft ist hier eine Abfolge von Karten ‒ Textfragmenten ‒ entgegen gesetzt, die in einem doppelten Spiel aus Rhythmus und Semantik eine Distanz zwischen ihnen entstehen lassen. Eine geschickte Montage, die auf der Gegenüberstellung von Diskursen und Standpunkten gründet, offenbart die in diesen Bildern verborgene Ambivalenz. Was sie zeigen oder nicht zeigen: der Blick der Schwarzen in die Kamera einer nicht im Bild stehenden Weissen. Die perfekte Welt der Mission, die exotische Umgebung und die als Gerücht verniedlichte Gewalt der Apartheid. Was sie enthüllen: Menschlichkeit und Paternalismus. Was sie bewegt: der Emanzipationswunsch einer jungen Westschweizerin ... die aufgebrochen war, einem Kolonialorden zu dienen.