Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/75973

<h2>SubmittedText<h2><p>Hat der Bundesrat Kenntnis davon, dass IV-Stellen Versicherte zur Anfertigung von medizinischen Fachgutachten ins Ausland schicken? Wie beurteilt der Bundesrat diese Praxis? In wie vielen Fällen werden vertrauensärztliche Untersuchungen durch die IV im Ausland angeordnet, und welche Gründe rechtfertigen diese Praxis?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für versicherte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sowie für Grenzgänger und Grenzgängerinnen werden ärztliche Gutachten immer in der Schweiz erstellt. Das Bundesamt für Sozialversicherungen ermächtigte den regionalen ärztlichen Dienst (RAD) der Ostschweiz ausnahmsweise ein einziges Mal, in bestimmten Fällen einen im Ausland ansässigen und den zuständigen Stellen bekannten Facharzt beizuziehen. So wurde dieser Facharzt 2007 mit der Behandlung von 22 Fällen beauftragt (was etwa einem Prozent aller vom RAD Ostschweiz behandelten Fälle entspricht). Diese Ausnahme wurde zugelassen, weil es schwierig ist, Fachärzte in den Bereichen Neurologie und Psychiatrie zu finden, die überdies eine Ausbildung in Versicherungsmedizin absolviert haben. Ausserdem hat der betreffende Arzt Berufserfahrung in einem RAD gesammelt. Und schliesslich ermöglicht diese Lösung, bei der medizinischen Abklärung wertvolle Zeit zu gewinnen, damit die Chancen der versicherten Person auf Wiedereingliederung möglichst intakt bleiben.</p><p>Im Übrigen werden für versicherte Personen mit Wohnsitz im Ausland die ärztlichen Gutachten gemäss den entsprechenden internationalen Abkommen grundsätzlich im Wohnsitzland erstellt. Diese Abkommen sehen ausdrücklich vor, dass die Sozialversicherungsorgane im Wohnsitzland der versicherten Personen alle medizinischen Unterlagen, die sie zur Abwicklung des entsprechenden Verfahrens erstellt haben, automatisch an die schweizerische IV-Stelle für Versicherte im Ausland weiterleiten. Wenn der Gesundheitszustand bzw. die entsprechenden Unterlagen unklar sind, wird ein ärztliches Gutachten in der Schweiz angeordnet.</p>  Antwort des Bundesrates.