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10 août 2008
14 mars 2009
28 septembre 2009
2 juillet 2013
Weitere Luftaufnahmen von Allaman
Die ersten Erwähnungen des Schlosses Allaman gehen nur bis 1375 zurück, doch ist sein Ursprung älter in Anbetracht seiner strategischen Position, die die Strasse von Lausanne nach Genf überblickt. Ausserdem haben die neuen archäologischen Ausgrabungen mittelalterliche Maurerarbeiten zutage befördert, die vom 13. oder 14. Jahrhundert stammen könnten. Ab 1326 ging die Herrschaft Allaman mit einer Hochzeit von Humbert de Rossillon, ursprünglich aus dem Gextal und savoyischer Nachfahre, Neffe des Bischofs von Lausanne, Jean de Rossilon († 1341) über. In 1437 wurden das Land und das Schloss, stark verschuldet, an Francois de Russin, Verbündeter aus Savoyen, verkauft. Das Schloss wurde von der Familie Russin wahrscheinlich im letzten Viertel des 15. Jahrhundert umgebaut (ein schönes eingemauertes Steinkreuzfenster stammt aus diesem Zeitalter). In 1530 wurde das Schloss von den Bernern angezündet, die zur Hilfe von Genf, das von den Savoyer bedroht wurde, herbeigeeilt waren.
Er ist nicht leicht, den mittelalterlichen Zustand des Schlosses Allaman wiederherzustellen, auch wenn ein Teil seiner Maurern in diese Zeit zurückführt, dessen Südfassade an Seeseite, da wo man eine Krenelierung, Bogenschützen und einen Taubenschlag, sowie die ersten Stockwerke des Südturms, wie auch das Türmchen in der östlichen Ecke entdeckt hat. Diese Festung bildete wahrscheinlich ein grosses Viereck um einen geschlossenen Hof mit Türmen oder Türmchen in den Ecken.
Man weiss nicht, welches Ausmass an Schäden das Feuer von 1530 verursacht hat. Jedenfalls zeigt das Schloss verschiedene Elemente, die aus dem 16. Jahrhundert stammen könnten (Akkoladen, abgekantete Rahmen…). In 1546 wurde die Herrschaft Allaman vom Notar Louis Challet de Perroy gekauft, bevor es 1576 an Jacques Cerjat, Herrn von Denezy, überging. Von 1609 bis 1617 baute der Sohn des letzteren, Philippe, das Schloss um mit einem partiellen Wiederaufbau des südlichen Flügels (Fassade zum Hof mit gotisch-renaissance Arkaden und eindrucksvollem Gebälk). Gegen 1624 wurden die unterbrochenen Bauvorhaben wieder aufgenommen, und man baute grosse gewölbte Keller im Untergeschoss und verwandelte die Fassade zum Hof in den gleichen Stil wie die vom Südflügel. Der nördliche Turm könnte aus derselben Arbeitskampagne stammen. Zu dieser Zeit sorgte eine Wendeltreppe als Verbindung der zwei Flügeln, und machte die verschiedenen Stockwerke des Schlosses zugänglich.
In 1723 kaufte die Markise Jeanne Marguerite de Langallerie († in 1743) das Schloss Allaman und begann mit wichtigen Modernisierungsarbeiten. Gegen 1725 veränderte sie den westlichen Flügel und den Nordturm, dessen schönes Gebälk aus diesem Zeitalter stammt. Es ist gut möglich, dass die im Turm enthaltene Treppe zeitgenössisch ist. Im Innern sind einige Böden aus dem Zeitalter der Markise, wie auch die alten Keller im Erdgeschoss des südlichen Flügels (im 19. Jahrhundert in Appartements umgewandelt).
In 1745 zeigt ein Kadasterplan das Schloss mit seinem mit einer Zugbrücke zugänglichen Hof, eine landwirtschaftliche Dépendence im Nordosten, wie auch eine Mühle im Norden am Rand des Armany (im 19. Jahrhundert wurden die Dépendence und Mühle abgerissen). 1755 kaufte Gaspard Sellon (1702-1785) das Schloss vom Sohn der Markise de Langallerie. Er stammte aus einer Familie aus Nimes und war Flüchtling in Genf aufgrund seiner Religion. Er unternahm wichtige Arbeiten am Schloss Allaman darunter die Konstruktion, gegen 1757, die Eingangsfassade im klassischen Stil, die eine Treppe besitzt, die Modifikation des Südturms (Gebälk aus ca. 1762) sowie die Abschaffung der Gräben und der Zugbrücke. Man schreibt ihm auch die Erbauung der noch sichtbaren ländlichen Dépendence im Nordosten, die noch heute sichtbar ist, wie auch verschiedene innere Ausbauarbeiten (Holztäfelung im Stil von Louis XV, Schornsteine aus Marmor, Steingutöfen mit blauen und granatroten Fliesen…) zu.
In 1785 gelangte das Schloss an Jean-François (1707-1790), Bruder von Gaspard, danach in 1790 an seinem Sohn Jean (1736-1810), der Graf vom deutschen Saint-Empire. Dieser führte wahrscheinlich neue Veränderungen durch, sowohl aussen, wie auch innen. Aus diesem Zeitalter stammt wahrscheinlich die schöne Serie von Holztäfelung im Stil Louis XVI, bereichert mit Wandleuchten aus skulptiertem Holz vom Genfer Jean Jaquet (Achtung, einige sind Kopien der Vierzigerjahre!), ebenso wie zwei bemerkenswerte bemalte französische Papiere aus den 1790er Jahren.
In 1810 erbte Jean-Jacques de Sellon (1782-1839), das Schloss Allaman. Dieser Mann, wohl bekannt in seinem Zeitalter, war der Graf von Saint-Empire, Kammerherr von Napoleon und Vertreter von Genf, Philanthrop und Humanist. Er gründete die Gesellschaft des Friedens (Société de la Paix) in 1830 und kämpfte für die Abschaffung der Todesstrafe.
Jean-Jacques de Sellon liess verschiedene Arbeiten in seinem Schloss ausführen, wo er unter anderem Joseph Bonaparte, die Kaiserin Joséphine, den Herzog von Bassano, der dort verhaftet wurde, Liszt, George Sand und Camille Cavour empfing. In 1818-1819 liess er durch den Architekten Jean-Pierre Noblet einen grossen Balkon am Südturm, heute verschwunden, errichten. In 1825-1827 wandelte der die Wohnung des ersten Stockwerkes im westlichen Flügel um, um „das Wohnen auf Allaman so komfortabel und so angenehm wie möglich zu machen, damit man sich dort häufig aufhält“. Er erklärte ausserdem, dass alles für das „komfortable, bequeme und nicht für den Luxus“ verwirklicht wurde.
Weiter baute Jean-Jacques de Sellon die Gärten um. Von 1810 bis 1818 durchbohrte er eine Avenue vom Dorfplatz bis zum Hof des Schlosses, änderte den Kurs des Bachs Armary; und richtete dort einen Wasserfall und eine Tuffstein-Grotte ein. Er stellte eine Rampe auf, um in den englischen Garten herabzusteigen, neuerdings an dem Ort des alten Gemüsegartens, und liess den Hof des Schlosses, den er mit einem neogotischen Brunnen verzieren wollte, eingrenzen. Beim Tod von Jean-Jacques de Sellon in 1839 gibt eine detaillierte Inventarliste seiner Güter Einblick in seine Liebe zu den verschiedenen Zimmern seines Wohnsitzes und dessen Möbel. Somit umfasste das erste Stockwerk in seinem westlichen Flügel ein Zimmer mit zwei Betten an einer Kammer für den Herrn, ein Kabinett, einen grossen Salon und ein Saal für Preisvergaben, der von Jean-Jacques an den Ort einer alten Küche eingerichtet wurde. Der Südturm beherbergte den Salon Rouge, während der südliche Flügel, vom Westen bis Osten, ein Speisesaal, ein Kabinett, ein rosa Zimmer, ein gewölbtes Kabinett, ein gelbes Zimmer und an dessen Ende ein Sommersalon, ohne den Gang und das Vorzimmer zu zählen, besass.
In 1839 erbten die vier Töchter von Jean-Jacques de Sellon das Schloss. Gegen 1845 liessen sie die landwirtschaftliche Dépendence abreissen, die den Hof im Nordosten begrenzte, um sie in 1855 am Rand der Strasse einer gewissen Distanz vom Schloss entfernt, wieder aufzubauen. In 1847-1848 wurde das Ende des südlichen Flügels im neogotischen Stil, der damals in der Region beliebt war, erneuert. Seine Nordostfassade wird von zwei Türmchen eingerahmt, von denen einer mittelalterlichen Ursprungs ist (an Seeseite),
Diese Veränderungen des südlichen Flügels fanden gleichzeitig statt wie die Schaffung eines neuen Appartements im Erdgeschoss, am Ort der alten Keller aus dem Zeitalter der Markise. Diese Behausung wurde „am billigsten und mit aller möglichen Einfachheit“ gemacht.
Ab 1867 gelangte das gesamte Schloss an Hortense de Sellon (1821-1905), Tochter von Jean-Jacques, zurück, die es 1905 ihrer Nichte hinterliess, die Gräfin Cécile de Loriol. Gérard de Loriol erbte es seinerseits im Jahre 1934. In den vierziger Jahren restaurierte er das Schloss im neomittelalterlichen Stil und in Nachahmung von dem, was am Schloss Chillon gemacht wurde. Aus diesem Zeitalter datieren die Dekorationsmalereien (die rote und weisse Steine imitieren, Fischgrätenmuster, Wappen…), sowie die monumentalen Schornsteine und Türen. Ausserdem liess Gérard de Loriol verschiedene Dekorationselemente auf der alten Holztäfelung anbringen, alles im Stil von Jean Jaquet. Im Jahre 1975 wurde das Schloss als historisches Monument klassifiziert. Nach dem Tod von Gérard de Loriol wurde das Gebiet von der Weingesellschaft von Perroy im Jahre 1976, dann im Jahre 2005 von Markus Jerger, dem aktuellen Eigentümer, gekauft. Dieser lässt es seit 2009 unter der Leitung der Architekten, Nicolas Delachaux und Dennis Glatz von Nyon, restaurieren.
Isabelle Roland
Historienne de l'architecture
Juin 2009
Bibliographie