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Generation Krise: Das verfilmte Broadway-Musical Dear Evan Hansen blickt hinter die Fassade der hippen Regenbogenjugend und kommt zu der ernüchternden Diagnose: „So viel kaputt!“ Wie Deutschland im Namen der Regenbogen-Ideologie umgekrempelt wird, lesen Sie in der August-Ausgabe von COMPACT mit dem Titelthema „Die schwule Republik“. Hier mehr erfahren.
Evan Hansen (Ben Platt) ist der klassische Verlierertyp. Einer, der draußen steht, wenn die anderen feiern. „Lieber Evan Hansen“, beginnt eine E-Mail, die der Oberstufenschüler auf Anraten seines Therapeuten Dr. Sherman an sich selbst schreibt, „heute ist ein toller Tag, weil du heute nur du selbst sein musst.” Unterschrieben ist der Text mit „ich“.
Beim Ausdrucken im Kopierraum der Schule fällt das selbsttherapeutische Schreiben dem Schulungeheuer Connor Murphy (Colton Ryan) in die Hände. Peinlich: In dem Brief gesteht Evan auch seine heimliche Zuneigung für Connors süße Schwester Zoe (Kaitlyn Dever). Wenige Tage später ist Connor tot und die E-Mail, die der Verstorbene bei sich hatte, für Connors Eltern ein tragikmildernder Trostspender. Galt es doch bisher als ausgemacht, dass Connor keine Freunde hatte. Nun aber das: ein Text an einen engen Vertrauten, der zudem eine Liebeserklärung an seine Schwester enthält, die Connor bislang wie alle ihre Mitschüler für eine Katastrophe auf zwei Beinen hielt.
Versuche, das Missverständnis aufzuklären, scheitern kläglich. Evan wird zum besten Freund der Murphys. Vor allem Cynthia (Amy Adams), die Mutter von Connor und Zoe, hat einen Narren an ihm gefressen. Erfreuliche Nebenwirkung: Auch Zoe findet allmählich Gefallen an dem männlichen Mauerblümchen. Nach einer Ansprache auf der Schultrauerfeier, zu der Evan sich überreden ließ, verselbstständigt sich die Legende von der engen Freundschaft zwischen Connor und Evan.
Ein Empathie-für-Connor-Eintrag im Netz wird millionenfach geteilt. Schließlich ruft Connors Mitschülerin Alana (Amandla Stenberg) das Connor-Projekt ins Leben: Über soziale Netzwerke sollen Spenden für eine Connor-Gedächtnisstätte gesammelt werden. Nicht nur Evan fragt sich in Anbetracht der völlig aus dem Ruder gelaufenen Trauerarbeit, wie lange die Lüge, auf die all das zurückgeht, noch Bestand haben wird.
Spätestens wenn auf Instagram das Mitgefühl für Connor explodiert und dazu das Lied „Du wirst gehört“ („You Will Be Found“) aus den Kinolautsprechern dröhnt, dürfte zumindest beim zarten Geschlecht akuter Taschentuchalarm herrschen. Musik ist Trumpf in der Tragikomödie von Stephen Chbosky. Dear Evan Hansen ist nämlich die Verfilmung des gleichnamigen preisgekrönten Broadway-Musicals von Steven Levenson.
Das bedeutet, dass Monologe hier gesungen werden. Und Monologe gibt es in dem Film einige. Das erklärt die trotz überschaubarer Handlung mehr als zwei Stunden Spieldauer. Deutlich interessanter als die oft sentimentalen Gesangseinlagen ist das kritische Porträt der Generation Instagram, das das Filmmusical entwirft. Man könnte sie auch die Generation der Weltoffenen und Toleranten nennen. An Evans Schule läuft gerade eine Diversitätskampagne.
Geradezu penetrant sorgt die Kamera dafür, dass die werbewirksam platzierten Regenbogenpropagandaplakate an den Wänden des Schulgebäudes im Hintergrund der Spielszenen so oft wie möglich zu sehen sind. Für Aggressionen sorgte eigentlich nur Connor, und der ist tot. Doch hinter der Fassade lächelnder Instagrammer, tatendurstiger Twitterer und weltoffener Diversitätskonformisten kommen nach und nach psychisch Gestörte, Depressive, Drogen- und Medikamentenabhängige zum Vorschein.
Unter Barack Obama begann in den Vereinigten Staaten ein Kurs der Liberalisierung in der Drogenpolitik, der mit dem wachsenden Einfluss von Jusos und Grüner Jugend im frisch gewählten Bundestag auch Deutschland erwartet. Die Opioid-Abhängigkeit erreichte 2017 in den USA einen alarmierenden Höchststand.Die Politik der Drogenliberalisierung unter US-Präsident Barack Obama hatte katastrophale Folgen. Foto: Evan El-Amin I Shutterstock.com.
Evan ist mit seinem Selbstannahmeproblem nebst entsprechender Medikation also nicht so allein, wie er immer dachte. Zoe bringt es in einem ehrlichen Gespräch mit ihm auf den Punkt: „Hier ist so viel kaputt!“ Eine Erklärung dafür, dass trotz des üppigen Düngens mit positiver Energie in der Generation Instagram Selbstmordgedanken und seelische Störungen gedeihen wie Unkraut in einem verwahrlosten Gemüsegarten, liefert Dear Evan Hansen nicht. Aber dass er sie so schonungslos seziert, lässt die Schwächen des Films verblassen und sogar darüber hinwegsehen, dass Hauptdarsteller Ben Platt als Schüler Evan ganz schön alt aussieht. Platt vollendet im November das 28. Lebensjahr.
Der Film läuft ab dem 28. Oktober in den deutschen Kinos.
Deutschland im Regenbogen-Wahn: Nicht nur die Linke, auch vermeintlich bürgerliche Kräfte und die Wirtschaft mischen mit – und natürlich die internationale Finanzelite. Was hinter dem LGBT- und Gender-Kult steht – und wo es noch Widerstandskräfte gegen solche Entwicklungen gibt, lesen Sie in der August-Ausgabe von COMPACT, die man hier bestellen kann oder einfach auf das Banner unten klicken.