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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Sechste Unterredung, welche die des Abtes Theodor über den Mord der Heiligen ist.
12. Daß der gerechte Mann nicht dem Wachse, sondern dem diamantenen Siegelstocke ähnlich sein müsse.
Es soll also der Geist des gerechten Mannes nicht dem Wachse ähnlich sein oder einer andern zu weichen Materie, die immer der siegelnden Prägung nachgibt und nach ihrer Gestalt und Bildung sich formt. Dann behält sie dieselben so lange in sich, bis sie durch einen andern Siegeldruck wieder anders gestaltet wird, so daß sie nie in ihrer Beschaffenheit bleibt, sondern immer nach der Gestalt der Eindrücke sich ändert und wandelt. Er muß vielmehr sein wie ein diamantener Siegelstock, damit unser Geist die Gestalt seiner Eigenart immer unverletzlich bewahre und Alles, was ihm begegnet, je nach der Beschaffenheit seines Zustandes zeichne und umgestalte, ihm selbst aber keines Andranges Siegel eingedrückt werden könne.