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You picked a fine time to leave me, Tidjane. Ex-CS-Chef Thiam wurde im Februar von Bord der Grossbank geschmissen, gerade noch bevor das Schiff in den Corona-Sturm geriet.
Nun ist Thiam für immer saniert. 10,7 Millionen erhält er für 2019, obwohl seine CS von Herbst 2019 bis Corona 2020 Dauer-Negativ-News geliefert hatte.
Seit 2010, als Thiam bei der Vorgängerfirma Prudential, einer UK-Versicherung, gross verdiente, erhielt er total gegen 100 Millionen. Sergio Ermotti kriegte gleich viel, dies seit 2011 bei der UBS.
Die Begründung für Thiams fast 11 Millionen für 2019 hat es in sich. „Mr. Thiam has continued to strengthen the global conduct and ethics culture through a formalized conduct and ethics framework“, steht im heute publizierten Vergütungsbericht.
Und weiter: „He has led by example in terms of personal commitment to the Group’s conduct and ethics standards, but recognizing that the observation matter had a significant impact on the Group, his non-financial assessment score has been reduced.“
Will heissen: Thiam ist ein Vorbild, was Ethik und Kultur angeht. Weil er aber nicht verhinderte, dass sein Kollege Pierre-Olivier Bouée zwei Spitzenkollegen ausspionieren liess, gibts Abzug.
Homöopathisch. Thiam wurde in seinen viereinhalb Jahren zuoberst bei der CS zum noch reicheren Mann, als er schon vorher war. Wenn die CS wegen Corona in Stress gerät, ist dies nicht sein Problem.
Das Lob für Thiams Ethik stammt vom Leiter des Vergütungsausschusses der CS. Es handelt sich um Kai Nargolwala. Dieser war 2008 der höchst bezahlte CS-Manager.
Dann wechselte er in den VR der CS. Und er wurde VR der Prudential. Somit dürfte Nargolwala den CEO der Prudential, also Thiam, auf den Chefstuhl bei der CS gelotst haben.
Ich helfe Dir, Du hilfst mir. Das Game der Eliten, wie es seit Jahrzehnten läuft, nun aber plötzlich grell aufleuchtet.
Die Geleimten sind die normalen Mitarbeiter und die Aktionäre. Erstere bangen um ihren Job, letztere leiden unter der Minus-Performance der Bank.
Die CS Spitze hat heute eine besonders bittere Pille für die Besitzer. Sie sprengt wegen der vielen Wechsel zuoberst den Rahmen von 31 Millionen für zusätzliche Fest-Entschädigungen fürs Spitzenpersonal.
Nun muss sie quasi einen Not-Kredit bei den Aktionären dafür einholen. Man reibt sich die Augen. Da verdienen die obersten Lenker Abermillionen, es gibt einen zusätzlichen Freirahmen für Notfälle.
Doch selbst das reicht nicht. Willkommen in der Welt der Finanzmagier.
Die CS will nicht von einem Not-Kredit sprechen. Im Vergütungsbericht steht dazu:
„At the 2019 AGM, shareholders approved a maximum aggregate amount of fixed compensation to be paid to members of the Executive Board for the period from the 2019 AGM to the 2020 AGM of CHF 31.0 million.“
„In line with the Swiss Ordinance Against Excessive Compensation (…) a further 30% of the aggregate amounts already approved may be used for the compensation of such members.“
„Of this additional amount, approximately CHF 0.6 million will be used to fund a portion of the base salary of new Executive Board member André Helfenstein and the increase in base salary of incoming CEO Thomas Gottstein. The detailed amounts will be disclosed in the 2020 Compensation Report.“