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Interpretation von Zahlen zu Nutzen und Risiken
Statistische Angaben und insbesondere vermeintlich hohe Zahlen zum Risiko eines unerwünschten Ereignisses können verwirrend klingen. Ein Risiko beschreibt die Möglichkeit, dass ein unerwünschtes Ereignis eintritt. Es sagt nichts darüber aus, dass dieses Ereignis bei Ihnen eintreten wird.
Um Zahlen richtig einzuschätzen, ist der Zusammenhang wichtig. Und: Nicht jede dramatische Schlagzeile zum Thema Arzneimittel basiert auf gesicherten Fakten. Zwei Beispiele.
Beispiel 1
Die klinischen Daten zeigen, dass das Risiko bei Frauen 50% höher ist als bei Männern.
Kommt ganz drauf an. Der Satz vergleicht die Risiken zweier Gruppen von Personen miteinander. Wie viele Männer und Frauen tatsächlich betroffen sind, sagt er nicht. Bezieht sich der Satz beispielsweise auf drei Frauen und zwei Männer in einer Gruppe von zwei Millionen Menschen, ist die Gefahr relativ gering.
Beispiel 2
Statistisch tritt die Nebenwirkung bei 20% aller Patienten auf, die mit dem Medikament behandelt werden.
Der Satz sagt: Die Nebenwirkung tritt bei 20 von 100 Menschen auf, die das Medikament nehmen. Wenn Sie das Arzneimittel verwenden, beträgt Ihr Risiko 1 zu 5. In der Welt der Risikobewertung ist das eine relativ hohe Zahl. Nichtsdestotrotz: Bei der grossen Mehrheit von Patienten in diesem Beispiel – 80% – tritt die Nebenwirkung nicht auf.
L.CH.COM.BHC.08.2018.0708-DE/FR