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Jenische Familie aus Graubünden beim Mittagessen.
Naschet Jenische
Die 1986 gegründete Stiftung Naschet Jenische (Steht auf, Jenische!) befasst sich mit der Aufarbeitung und «Wiedergutmachung» des an den Jenischen begangenen Unrechts, insbesondere durch die Aktion «Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute.
1988 erhielt sie den Auftrag, eine Akten- und Fondskommission einzusetzen, welche die Akteneinsicht für die Betroffenen regelte und die Entschädigungszahlungen an die Betroffenen vornahm. Die Kommissionen schlossen 1992 ihre Arbeit ab. Die Einsicht in die Akten der Pro Juventute wird seither direkt vom Bundesarchiv geregelt. Die Betroffenen erhielten insgesamt 11 Millionen Franken, im Einzelfall jedoch höchstens 20'000 Franken.
Den Schwerpunkt der Stiftungstätigkeiten bilden noch heute die Beratung und Betreuung der von der Aktion «Kinder der Landstrasse» betroffenen Familien und Personen. Die Stiftung berät Jenische bei persönlichen, familiären und sozialen Problemen, insbesondere bei Kontakten zu Behörden. Sie ist behilflich bei der Einsichtnahme in persönliche Akten. Dazu gehört auch die Suche und Zusammenführung von Familienangehörigen. Jenische erhalten Unterstützung bei Gesuchen um finanzielle Hilfe an öffentliche und private Institutionen. Beratung kann auch in Anspruch genommen werden bei Schwierigkeiten mit Versicherungen und Steuern. Die Beratungstätigkeit wird von der Pro Juventute finanziert.
Ein anderer wichtiger Teil der Stiftungstätigkeit bildet die Öffentlichkeitsarbeit. Naschet Jenische informiert Institutionen und Personen über die Geschichte und die aktuelle Situation der Jenischen in der Schweiz. Sie vermittelt Kontakte, gibt Hinweise auf Materialien, berät Schülerinnen und Schüler bei der Abfassung von Qualifikationsarbeiten und organisiert Veranstaltungen, insbesondere für Schulen und Behörden. Es ist ihr ein Anliegen, dass das Unrecht nicht in Vergessenheit gerät.