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KING BISCUIT BOY Hoodoo In My Soul
Blues Boulevard
hh. Der kanadische Harp-Spezialist und Sänger Richard Alfred Newell bekam seinen Künstlernamen von Ronnie Hawkins, in dessen Band er Ende der 60er spielte. Newell’s Spiel war stark von Sonny Boy Williamson beeinflusst und er stieg schnell in der amerikanischen Bluesszene zu einem der gefeiertesten Harpisten auf. Im Vergleich zu Charlie Musselwhite bevorzugte Newell den rohen, dreckigen und angezerrten Sound, der ihn besonders bei Rock-Musikern beliebt machte. So spielte er u.a. bei Joe Cocker und Janis Joplin. Duane Allman wollte ihn zu den Allman Brothers holen (was Newell jedoch ablehnte) und Keith Richards bezeichnete ihn als besten weissen Blues-Harp-Spieler der Welt. Newell bevorzugte ein Mix aus Rockabilly und Blues, Bluesabilly etikettiert, der auf diesem 1982 aufgenommenen Album hervorragend zur Geltung kommt. 13 Songs zeigen ihn von seiner besten Seite und unterstreichen seinen Ruf eindrücklich. Es ist wirklich erstaunlich und einzigartig, wie Newell die Harp einsetzt und mitunter fragt sich der Hörer, ob er jetzt gerade ein Gitarrensolo oder tatsächlich Newell’s Harp hört. Die Band rockt amtlich und energisch vorwärtstreibend, erinnert über weite Strecken an die legendären Blasters und hat jede Menge Dreck unter den Fingernägeln. Die Produktion ist transparent und druckvoll. „Hoodoo In My Soul“ ist durchweg ein Klasse-Album mit ungeheurem Drive und zeigt zudem, dass Newell auch ein überdurchschnittlicher Sänger war. Im Januar 2003 starb der King Biscuit Boy kurz vor seinem 59. Geburtstag an den Folgen seiner Alkoholabhängigkeit. Es gibt viele Aufnahmen, an denen Newell beteiligt war, aber dieses Album ist ein echtes Vermächtnis. Es sollte in keiner Bluessammlung fehlen und dürfte auch Rockabilly-Fans nachhaltig beeindrucken.