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Mitten im Atlantik, etwa 600 Kilometer von der Küste Marokkos entfernt, liegt die Insel Madeira, die zu Portugal gehört. Madeira hat ein ganzjährig sommerliches Klima und kann eine wundervolle Fauna und Flora bieten, die zu ausgedehnten Wandertouren einladen. Aber auch die Unterwasserwelt rund um die Insel zieht jährlich tausende Tauch-Touristen an.
Hoch hinaus auf Madeira
Eigentlich ist Madeira eine Vulkaninsel, die steil aus dem Meer aufragt und unter Wasser bis zu 4000 Meter abfällt. Das Cabo Girão ist mit 580 Metern die höchste Steilklippe Europas, der höchste Berg ist der Pico Ruivo ist mit 1.862 m. Erstmals entdeckt wurde die Insel wohl schon von den Phöniziern, die an der Westküste Afrikas Handel trieben. Die Wiederentdeckung 1419 führte zur Besiedlung durch die Portugiesen, die unter Heinrich dem Seefahrer Madeira zu einem Stützpunkt für ihre wagemutigen Entdeckungsfahrten ausbauten. Die Hauptstadt der Insel, Funchal, liegt in einer Bucht an der Südküste der Insel. Übersetzt bedeutet der Name „Fenchel“, der hier im Überfluss wuchs. Reich wurde die Stadt durch den Handel, erst mit Zucker und dann mit dem berühmten Wein. Die Flaniermeile Avenida Arriaga bringt Sie zur Kathedrale Sé aus dem 16. Jahrhundert. Eines der beliebtesten Museen ist dem Fussballer Ronaldo gewidmet, der hier geboren ist. Hinter der Stadt steigt steil das Gebirge auf, dort oben ist der Stadtteil Monte, den man in einer Seilbahn erreichen kann. Berühmt sind die Korbschlitten, mit denen man den steilen Berg wieder hinabfahren kann. Der Botanische Garten in Funchal bietet über 2.000 exotische Pflanzen aus allen Erdteilen.
Es gibt einige Strände auf Madeira, aber die sind meist eher Kies und Geröll, ein Sandstrand wurde aber künstlich mit Sahara-Sand aufgeschüttet. Wesentlich aufregender ist das Innere der Insel, mit Vulkankratern, Lorbeerwäldern, grünen Tälern, spektakulären Wasserfällen und den „Levadas“ genannten Wasserkanälen. Es gibt über 2000 Kilometer Wanderwege, von einem entspannten Spaziergang bis zur Hochgebirgs-Tour ist für jeden etwas dabei. Die Hyazinthen, Agaven, Christsterne, Strelitzien, Flamingoblumen und Hibiskus entlang der Wege sind der Grund, warum Madeira auch die Blumeninsel genannt wird. Obwohl die Insel nicht sehr gross ist, hat sie verschiedene Mikro-Klimata zu bieten, im Norden eher feucht und üppig grün, im Süden trocken und sonnig, im Hochland auch mal neblig und frisch.
Madeiras Leckereien
Das Wort Madeira alleine wird in Europa zuerst mit dem berühmten Likörwein assoziiert, der bis zu 22% Alkohol haben kann. Die verschiedenen Rebsorten bezeichnen die Geschmacksrichtungen: Sercial (trocken), Verdelho (halbtrocken), Bual (halbsüss) und Malmsey (süss). Jeder Madeira-Besucher sollte sich eine Flasche echten Madeira als Souvenir gönnen. Ein anderes typisches Getränk der Insel ist Poncha, der aus Orangen, Zitronen oder Maracuja mit Honig und Aguardente, einem madeirensischem Brand aus frischem Zuckerrohrsaft, hergestellt wird. Das Ergebnis ist ein süsser Smoothy, der seinen beträchtlichen Alkoholgehalt gut versteckt. Nikita nennen die Einheimischen ein Gemisch aus Bier, Vanilleeis und Ananas. Ginga ist ein Likör aus Kastanien und Kirschen.
Die berühmteste Speise von Madeira ist der Schwarze Degenfisch, der als Espada auf den Speisekarten steht. Man isst den Tiefseefisch mit Bananen und Maracuja-Sauce. Phonetisch klingt Espetada em Pau de Lauro ähnlich, ist aber ein Rindfleisch-Spiess auf einem Lorbeer-Stock. Exotischer sind da gegrillte Napfschnecken, Papageienfisch oder Cavaco, eine Art Languste. Mit einem Maracuja-Pudding oder den Creme-Törtchen Pastéis de Nata können Sie ein gehaltvolles Mahl abschliessen. Viel Vergnügen bei Ihren Ferien auf Madeira.