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Die Weltrangliste wird von der CIVL monatlich aktualisiert und veröffentlicht. Immer mal wieder wird die zugrunde liegende Formel angepasst, jüngst für die im März 2009 erschienene Rangliste.
Ob der Pilot A besser fliegt als der Pilot B, lässt sich relativ einfach feststellen, wenn beide im selben Wettkampf antreten. Zumindest für dieses eine „Experiment“ ist die Aussage dann zutreffend. Was aber, wenn die beiden an völlig verschiedenen Anlässen teilnehmen? In der Weltrangliste (WPRS, world pilot ranking system) werden die Wettkampfergebnisse von über 6000 Streckenfliegern in mehr als 150 Bewerben jährlich (2008: 164 Wettbewerbe) verglichen. Wie hinter jedem anderen Ranking steckt auch hinter der WPRS eine Formel, mit der die Erfinder versuchen, die Realität in einem Modell so gut und so fair wie möglich abzubilden.
Bei der neuesten Version der WPRS-Formel wird ein Platz im Mittelfeld eines starken Wettkampfs – Weltcup, Europameisterschaft, Weltmeisterschaft – weniger gut bewertet als zuvor. Vergleichsweise mehr wert ist nun eine Topklassierung in einem relativ schwächer besetzten Wettkampf. Erreicht wird das mit einer veränderten Gewichtung der Parameter Participant Quality (Pq) und Pilot Points (Pp).
Erwartungsgemäss wirkt sich die Umstellung der Formel im Mittelfeld am stärksten aus. Die Veränderungen von Februar auf März sind bei den Herren an der Spitze vor allem auf die Ergebnisse bei der Weltmeisterschaft zurückzuführen. Alle topklassierten Damen hingegen sind um durchschnittlich etwa 50 Plätze in der Overall-Wertung abgerutscht. Teilweise werden nun ganz andere Wettbewerbe als zuvor in den besten vier einer Pilotin aufgeführt, z.B. bei Elisa Houdry oder Marina Olexina. Bei mir hat sich die Reihenfolge komplett gekehrt. Der im Februar als schwächster der vier Wettkämpfe aufgeführte Weltcup in Grindelwald ist nun der am besten bewertete.
Eine Weltrangliste sagt aus, wer gemäss der Formel, die hinter der Rangliste steht, der/die beste ist. Inwieweit die neueste Umstellung nun näher an der Realität ist, wird vermutlich ein jeder etwas anders beurteilen. Meine Meinung: Die Korrektur war tendenziell notwendig, denn es gab tatsächlich so etwas wie einen „Teilnahmebonus“ für Piloten an FAI 1-Veranstaltungen und Weltcups. Allerdings ist sie zu stark ausgefallen. Schlaflose Nächte wird mir die Umstellung nicht bereiten, denn faktisch ist die WPRS in der Schweiz bedeutungslos.
In anderen Ländern wirkt die WPRS durchaus steuernd für die Zukunft, z.B. wenn sie für die Selektion von Piloten für eine Nationalmannschaft alleinige Grundlage ist. Dort wird die Verschiebung in der Formel eine Verhaltensänderung der Wettkampfpiloten bewirken, denn für Piloten, die nicht mit einer Spitzenplatzierung in einem Weltcup rechnen können, lohnt die Teilnahme an einem solchen Wettkampf im Hinblick auf die WPRS-Klassierung weniger als zuvor; das Ausweichen auf einen „Orchideenwettkampf“ kann sich hingegen auszahlen.