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Haus Tugendhat
Mitw.: Daniela Hammer-Tugendhat, Ruth Guggenheim-Tugendhat, Ernst Tugendhat, Ivo Hammer, Lukas Hammer, Josef Guggenheim u.a.
Das Haus Tugendhat (1928/30) im tschechischen Brno ist ein Solitär moderner Architektur. Es verkörpert den sozialutopischen Anspruch des Architekten Mies van der Rohe und den weltoffenen, grossbürgerlichen Lebensentwurf seiner Auftraggeber Grete und Fritz Tugendhat. Regisseur und Produzent Dieter Reifarth verwebt in seinem Dokumentarfilm Gespräche mit Familienmitgliedern, einstigen Benutzern des Hauses, Kunsthistorikern und Restauratoren mit historischen Foto- und Filmaufnahmen. Vor dem Hintergrund der politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts erzählt er die wechselvolle Geschichte des singulären Bauwerks und seiner Bewohner: von der Aufbruchsstimmung im prosperierenden Westmähren zwischen den Weltkriegen, der Okkupation durch Nazideutschland, Vertreibung und Emigration der Familie Tugendhat in die Schweiz und nach Venezuela, von den ersten Nachkriegsjahren, in denen das Haus als private Schule für Rhythmik- und Ausdruckstanz diente und den Jahrzehnten danach. Nach der ‹samtenen Prager Revolution› verhandelte man im Haus Tugendhat die Trennung von Tschechien und der Slowakei und gab von hier aus bekannt, dass es ab Januar 1993 zwei getrennte Staaten geben wird. 2001 erklärte die UNESCO das Haus wegen seiner universellen Bedeutung als architektonisches Kunstwerk zum Weltkulturerbe. Nach mehrjähriger Verzögerung begann 2010 aus EU-Mitteln die überfällige Restaurierung. Am 29. Februar 2012 wurde das Haus Tugendhat, dessen Schönheit und Ausstrahlung bei Generationen von Menschen tiefe Spuren hinterlassen hat, der Weltöffentlichkeit übergeben.
Am Dienstag, 18. Februar, führt der Architekt Thomas Hungerbühler in den Film ein. Zudem findet ein Gespräch mit Ruth Guggenheim-Tugendhat statt.