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Gehen wir davon aus, dass die Aufgabenteilung zwischen Staat und Wirtschaft darin besteht, dass der Staat für die Ressourcenbewirtschaftung und die Wirtschaft für die Absatzwirtschaft und für die Nutzniessung "zuständig" ist, dann gibt es keine Diskussion darüber, dass die Gesundheit der Bevölkerung eine staatliche Aufgabe ist.
Wo der Staat aktiv ist, kann es keinen Wettbewerb geben, sondern nur der konkrete Auftrag. Der Sinn eines solchen Auftrages liegt darin, dass der Staat besorgt sein muss, dass seine Bevölkerung gesund bleibt, gesund gepflegt wird, wenn sie kränkelt, dass die Medizin auf der Höhe ihrer Zeit ist, also geforscht und entwickelt wird und dass die Kosten im Griff behalten werden. In all den Ländern in der die Privatisierung der Finanzierung der Gesundheitsversorgung überhand genommen hat, explodieren die Kosten. Es herrscht eine Zweiklassenmedizin.
Dazu gibt es eine einfache Erklärung: weil die Nachfrage das Angebot übertrifft. Die private Gesundheitsversorgung hat kein Interesse daran, die Effizienz (= kurze Ausfallzeiten) zu steigern, es sei denn, man könne noch mehr Profit aus der Effizienzsteigerung erzielen. Dieser Produktivitätsgewinn wird nur dann an die Patienten in Form geringerer Kosten weitergegeben, wenn die Preisüberwachung entsprechend agiert.
Das kann man schneller und billiger haben, indem die Gesundheitsversorgung verstaatlicht wird. Da der Staat unter demokratischer Kontrolle steht, wird er für die Effizienz durch Standardisierung sorgen.
Nur eine gesunde Bevölkerung garantiert für eine gesunde Volkswirtschaft. Weil die Medizin keine exakte Wissenschaft ist, sondern für jeden einzelnen Fall eine eigene Lösung finden muss, gibt es selten Objektivität. Wo die Objektivität abwesend ist, muss der Staat die Kontrolle ausüben.