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Prinzipiell unterscheidet man zwischen drei Arten von Salz: Siedesalz, Meersalz und Steinsalz. Alle Salzarten werden verschiedenartig und mit unterschiedlichen Hilfsmitten gewonnen. Die Schweizer Salinen nutzen für die Salzgewinnung das Siedesalz-Verfahren.
Koch- oder Siedesalz
Das Salz wird aus der Steinsalzschicht in Tiefen bis 400 Metern gewonnen. Lesen und erfahren Sie hier mehr über die Gewinnung, Produktion und Verarbeitung von Salz.
Das Salz der Schweizer Salinen wird an den Standorten Schweizerhalle, Riburg und Bex aus Steinsalzschichten in Tiefen bis 400 Metern mit zugeführtem Wasser ausgelaugt. Die konzentrierte Salzlösung fliesst in Pipelines zum Sammeltank des Bohrfeldes und von da zur Saline zur Enthärtung und zum Kristallisationsprozess in die Verdampferanlage. Früher wurde die Salzlösung (Sole) in grossen Pfannen eingekocht (gesotten). Das so gewonnene Salz bezeichnete man deshalb als Koch- und Siedesalz. Diese traditionellen Begriffe haben sich bis heute gehalten.
Bohrung/Laugung
Für die Sole-Laugung und Sole-Förderung werden die Sondierbohrlöcher erweitert und verrohrt, d.h., es werden drei konzentrische Rohre abgesenkt und fixiert.
Das innerste Rohr leitet die gesättigte Sole nach oben ab, das zweite führt Frischwasser von oben zu und das äusserste dieser Rohre führt Stickstoff, der als Schutzgas gegen die schnelle Auslaugung zwischen das oben liegende Salz und das einströmende Frischwasser gepresst wird. Ein Netz unterirdischer Sole-, Wasser- und Schutzgasleitungen durchzieht die Bohrfelder kilometerweit, überwindet dabei Höhenunterschiede bis zu 400 Meter und läuft in unterirdischen Pumpstationen zusammen. Die Sole läuft in den Sammeltank des Bohrfeldes und wird hier als bereits wasserklare Flüssigkeit erstmals sichtbar
Solereinigung bzw. –enthärtung
Im Sammeltank der Saline strömt die Rohsole der Bohrfelder zusammen bevor sie in die Reaktortanks der Soleenthärtungsanlage gepumpt wird.
In der gesättigten Rohsole sind, nebst 310 g reinem Kochsalz, je Liter noch 6–8 g Kalzium- und Magnesiumsalze gelöst. Diese Nebensalze würden die Heizkammern der Verdampfer mit einem steinharten Belag rasch verkrusten und damit die Leistung der Anlage drastisch vermindern. Die Nebensalze werden daher ausgefällt, d.h. die Rohsole wird enthärtet. Dies geschieht in zwei Phasen, durch Zugaben von gebranntem Kalk, Soda und Kohlensäure. Dabei fallen hauptsächlich Gips und Kalk als Rückstände an, die verpresst und in stillgelegte Kavernen gepumpt werden.
Kristallisationsprozess
Heizdampf von 140 Grad bringt die Sole im Verdampfer zum Kochen. Der sich bildende Dampf, nun Brüdendampf genannt, wird oben abgeführt. Das Salz kristallisiert laufend aus und sammelt sich als nasser Brei am unteren Ende des Verdampfers an.
In der Saline Schweizerhalle sind 6 Verdampfer in Betrieb. Sie sind über 20 m hoch und haben ein Volumen von je 100 Kubikmetern. Die Gesamtanlage funktioniert nach dem Prinzip der mechanischen Dampfverdichtung. Der Brüdendampf wird gewaschen, Kompressoren zugeleitet, dort verdichtet und wieder auf 140 Grad erhitzt und so als Heizdampf erneut genutzt. Dank diesem Verfahren benötigt man heute zur Salzproduktion fünfzehnmal weniger Heizenergie als früher
Trocknung
Von den Verdampfern wird der nasse Salzbrei auf die Zentrifugen geleitet. Die Masse wird bei hoher Drehzahl geschleudert, Wasser und Salz werden so getrennt. 2 % Wasser bleiben als Restfeuchte im Salz. Das Salz erscheint jetzt erstmals leuchtend weiss und rein wie frischer Pulverschnee.
Der Fliessbetttrockner ermöglicht mit seinem heissen Luftstrom einen weiteren Trocknungsschritt, der praktisch auch noch das letzte Wasser vertreibt. Auf 100 kg Salz bleiben nur noch ein paar wenige Milliliter Wasser zurück.
Meersalz
Meersalzernte in Messolonghi, Griechenland
Salz, das durch Verdunstung von Meerwasser in natürlichen Meereslagunen oder in künstlich angelegten Salzgärten (Meer-Salinen) entsteht und maschinell oder von Hand gewonnen wird, bezeichnet man als Meersalz.
Ernte des Meersalzes
Die Salzgewinnung durch Verdunstung von Meerwasser in natürlichen Lagunen oder in künstlich angelegten Becken, den Salzgärten oder Meersalinen, gehört zu den ältesten Verfahren. Salzgärten wurden vor allem in der Nähe der Siedlungsgebiete der Kulturvölker und an flachen Küsten angelegt. Das Prinzip blieb sich über die Jahrhunderte gleich. Doch das System aus Verdunstungs- und Kristallisationsbecken und deren Betrieb wurde laufend perfektioniert.
Die Salzernte, in den grossen Salinen einst mühselige Handarbeit, wird heute von Maschinen erledigt.
Steinsalz
Steinsalzgewinnung im Tagbau. Salar Grande, Chile.
Salz, das trocken und bergmännisch aus Salz-Gesteinsschichten abgebaut wird, bezeichnet man als Steinsalz. Meist werden Salzbergwerke untertags betrieben. In Salzwüsten wird das Steinsalz auch oberirdisch abgebaut.
Steinsalz (Halit) ist Salz, das die Urmeere vor Jahrmillionen bei der Austrocknung von Lagunen hinterlassen haben. Diese Salzschichten wurden von Gesteinen überdeckt und sind daher unterirdisch oder im Bergesinnern zu finden. In Wüstenregionen findet man Steinsalz auch oberirdisch. Berühmt ist der historische Salzbergbau der Kelten von Hallstatt um 1000 v. Chr.
Steinsalzabbau im Bergwerk
Heute stammt der grösste Teil der Weltsalzproduktion aus dem Berg- oder Tagbau. Moderne maschinelle Abbautechnik macht dies möglich.