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Das staatliche südkoreanische Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) gab bekannt, dass Shin-Hanul-1 am 22. Mai um 11 Uhr Lokalzeit erstmals kritisch gefahren wurde. «Nachdem die koreanische Nuclear Safety and Security Commission am 9. Juli 2021 die Betriebsgenehmigung erteilt hatte, wurde der Brennstoff in den Reaktor geladen und es wurden Hochtemperaturfunktionstests durchgeführt, um den Reaktor in Betrieb zu nehmen», beschreibt KHNP die vorbereitenden Schritte und blickt in die Zukunft: «Der Shin-Hanul-1-Reaktorblock soll Anfang nächsten Monats zum ersten Mal Strom produzieren, nachdem er einem Leistungstest des Kraftwerkssystems unterzogen wurde, bei dem die Sicherheit oberste Priorität hat.»
In der südkoreanischen Gemeinde Ulchin sind am Standort Hanul (vormals Ulchin) die sechs Druckwasserreaktoreinheiten Hanul-1 bis -6 in Betrieb. In unmittelbarer Nähe befindet sich der neue Standort Shin-Hanul für die zwei Druckwasserreaktoren des Typs APR-1400. Baubeginn war für Shin-Hanul-1 am 21. Juli 2012 und für Shin-Hanul-2, das noch in Bau ist, am 19. Juni 2013.
Südkoreanische Technik auch im Ausland im Einsatz
Die beiden APR-1400-Einheiten in Shin-Hanul beruhen vollständig auf südkoreanischer Technologie. KHNP weist auf die Fähigkeiten Südkoreas hin: Die APR-1400-Reaktoren seien «weltweit anerkannt» und hätten die Auslegungszertifizierung durch die amerikanische Nuclear Regulatory Commission (NRC) im Jahr 2018 erhalten. «Der Block 1 von Shin-Hanul ist der erste Leistungsreaktor in Korea, der durch die inländische Produktion von Komponenten wie der Reaktorkühlmittelpumpe und dem Kernkraftwerksleitsystem technologische Unabhängigkeit erreicht hat», schreibt KHNP.
In Südkorea sind 24 Kernkraftwerkseinheiten in Betrieb und zwei wurden bereits stillgelegt. Mit Shin-Hanul-1 und Shin-Hanul-2 sowie Shin-Kori-5 und -6 befinden sich vier APR-1400-Einheiten in Bau. Solche modernen Einheiten stehen bereits im südkoreanischen Kernkraftwerk Shin-Kori in Betrieb: Block 3 seit 2016 und Block 4 seit 2019. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sind sie im Einsatz: Barakah-1 liefert seit 2021 Strom und Barakah-2 seit 2022; Barakah-3 und -4 sind noch in Bau. Ende April 2022 unterbreitete KHNP auch in Polen ein Angebot für den Bau solcher Kernkraftwerkseinheiten.
Nuklearer Aufschwung in Südkorea angekündigt
Das Neubauprojekt Shin-Hanul-3 und -4 wurde 2017 zeitweise auf Eis gelegt, da der damalige Präsident Moon Jae-in den Ausstieg Südkoreas aus der Kernenergie plante. 2021 wurde die Baugenehmigung durch das südkoreanische Energieministerium bis Ende 2023 verlängert. Der neue Präsident Südkoreas Yoon Suk-yeol erklärte im März 2022, er werde die Politik des Kernenergieausstiegs aufgeben und das Land stattdessen zu einer nuklearen Triebkraft im In- und Ausland machen.
Quelle
B.G. nach KHNP, Medienmitteilungen, 9. und 19. Juli 2021, sowie 23. Mai 2022
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