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Gossec
(spr. -sseck), François Joseph, Komponist, geb. zu Vergnies in der belgischen Provinz Hennegau, erhielt seine Ausbildung als Chorknabe der Kathedrale zu Antwerpen [* 3] und kam 1751 nach Paris, [* 4] wo er als Dirigent in das Orchester des Generalpachters La Popelinière, dann in das des Prinzen Conti eintrat. Nachdem er sich während der folgenden Jahre durch mehrere Streichquartette und Opern, namentlich aber durch seine 1760 in der Kirche St.-Roch aufgeführte Totenmesse als Komponist bekannt gemacht hatte, gründete er 1770 die Konzertgesellschaft Concert des amateurs, welche in der Folge eine der Hauptpflegestätten der französischen Instrumentalmusik wurde, ebenso wie das von 1773 bis 1777 von ihm geleitete Concert spirituel.
Weitern Komponistenruhm erwarb er sich während der
Revolution durch seine patriotischen
Hymnen,
Chöre etc., zu deren
Begleitung
er zum erstenmal ausschließlich
Blasinstrumente verwendete.
Gossecs Hauptverdienst aber liegt auf dem
Gebiet der musikalischen
Pädagogik. Bereits 1784 übernahm er die Leitung der nach seinem
Plan ins
Leben gerufenen königlichen
Gesangschule, und nachdem diese 1795 zum
Konservatorium erweitert war, leitete er dasselbe bis 1815, wo er pensioniert wurde,
gemeinschaftlich mit
Méhul und
Cherubini als einer der drei Inspektoren. Auch beteiligte er sich eifrig
an der Redaktion des großen Gesangsunterrichtswerks »Solféges du conservatoire«
und wirkte bis in sein 81. Jahr als Kompositionslehrer der Anstalt. Zu seinen
Schülern gehört unter andern
Catel
(s. d.).
Gossec starb in
Passy bei
Paris.