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Die öffentliche Entwicklungshilfe (Aide publique au développement, APD) der Schweiz umfasst alle Beiträge des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, die dazu bestimmt sind, die Empfängerländer in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Sie wird gemäss den internationalen Richtlinien des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der OECD erfasst.
Öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz
Öffentliche Entwicklungshilfe (APD) in % des Bruttonationaleinkommens (BNE)
APD der Schweiz 2022
Im Jahr 2022 belief sich die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) der Schweiz auf insgesamt 4,274 Milliarden Franken, 699 Millionen Franken mehr als im Vorjahr (2021: 3,576 Milliarden CHF).
Der Anteil der Schweizer APD am Bruttonationaleinkommen (BNE) stieg auf 0,56% (2021: 0,50%) und damit auf den höchsten je erreichten Stand. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und insbesondere auf die Kosten zurückzuführen, die das Staatssekretariat für Migration (SEM) für Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz (S-Status) zu tragen hat.
Ohne Berücksichtigung der Asylkosten gingen die der APD anrechenbaren Ausgaben im Vergleich zu 2021 um 171 Millionen zurück. Das Verhältnis APD/BNE ohne Asylkosten betrug 2022 0,40% (0,45% im Jahr 2021). Dieser Rückgang ist insbesondere auf einen starken Anstieg des BNE (+6,6%) und auf die besonderen Anstrengungen zur Abfederung der Covid-19-Gesundheitskrise im Jahr 2021 zurückzuführen, die 2022 nicht im gleichen Masse notwendig waren.
Entwicklung und Zusammensetzung der APD der Schweiz
Entwicklung der APD-Quote der Schweiz nach Departementen und Ämtern
Die internationale Zusammenarbeit der Schweiz wird hauptsächlich von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und vom Leistungsbereich Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) umgesetzt. Diese beiden Organe sind mit dem Vollzug des Bundesgesetzes über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sowie des Bundesgesetzes über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas betraut. Die Ausgaben der DEZA und des SECO machten rund 60% aller APD-anrechenbaren Ausgaben im Jahr 2022 aus.
Entsprechend der Berechnungspraxis des DAC berücksichtigt die Schweiz in ihrer APD auch gewisse Ausgaben im Zusammenhang mit der Aufnahme von Asylsuchenden, vorläufig aufgenommenen Asylsuchenden und Flüchtlingen aus Entwicklungsländern während der ersten zwölf Monate ihres Aufenthalts in der Schweiz. Diese beinhalten die Pauschalen, welche das SEM an die Kantone entrichtet (846 Mio. CHF), die Kosten der Bundesasylzentren (297 Mio. CHF), die Kosten für die Rechtsvertretung während der Verfahren (44 Mio. CHF), jene für Dolmetscherinnen und Dolmetscher (12 Mio. CHF) sowie die Kosten für die Beschulung der Kinder von Asylsuchenden in den Bundesasylzentren (7 Mio. CHF). Diese Ausgaben machten 2022 28% der gesamten APD der Schweiz aus.
An der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz beteiligen sich neben der DEZA und dem SECO auch andere Bundesstellen, darunter die Abteilung Frieden und Menschenrechte des EDA und das Bundesamt für Umwelt.