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Basel, 1514
H. 50,5, B. 49 cm
Inv. 1925.62.
H. 24, B. 55 cm
Inv. 1925.179.
Die Basler Standesscheibe mit Engeln und figurenreichem Oberbild gehört zu der ursprünglich vierteiligen, heute unvollständigen Scheibenserie, die ein Basler Glasmaler 1514 für die kleine Ratsstube im Hinterhaus des Basler Rathauses schuf. Das seitlich mit Säulen oder Pilastern zu ergänzende Hauptbild zeigt zwei als Diakone prächtig gewandete Engel mit dem Wappenschild der Bischofsstadt. Auf dem Oberbild ist in Grisaillemalerei aus Schwarzlot und Silbergelb jene Legende des Herkinbald wiedergegeben, die schon Rogier van der Weyden im Bilderzyklus des Brüsseler Rathaussaales zur Darstellung brachte. Wie der nach 1521 entstandene Freskenzyklus von Hans Holbein d.J. im Basler Grossratssaal bildeten die Oberbilder ein Beispiel der Gerechtigkeitsbilder, wie sie im Mittelalter in Rats- und Gerichtssälen üblich waren. Der Schriftzug auf dem verschlungenen, gotischen Spruchband trägt die erste der vier Maximen: "von dem recht nit wich" (die anderen lauteten: "richt glich arm und rich / bisz nit ze fast grim / hör ouch des andre stim 1514").