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Das Neumünster Orchester unter der Leitung von Christoph Rehli lädt Sie zu einem spannungsvollen Konzert ein. Josef Haydns Sturm-und-Drang Sinfonie Nr.44 trifft auf das emotionale Adagio von Samuel Barber. Dieses wird mit der hoch dramatischen Egmont-Ouvertüre von L.v.Beethoven konfrontiert. Freuen Sie sich auf ein interessantes, kommentiertes Konzert!
Zu den Werken:
Josef Haydns Sinfonie Nr. 44, mit der nicht von ihm stammenden Bezeichnung „Trauer“, ist in seiner „Sturm und Drang“-Periode der späten 1760er und frühen 1770 Jahre entstanden.
Haydn experimentiert in dieser Phase mit neuen Möglichkeiten der Symphonik.
Aufhorchen lässt die Haupttonart e-moll sowie der mitreissende Bewegungsdrang, der in den beiden Ecksätzen. Zwischendurch lädt Haydn, gleichsam als klanglichen Inseln, immer wieder zum Innehalten ein. Starke dynamische Kontraste werden neuerdings als Ausdruck von Gefühlen eingesetzt. Intensive Gefühlswelten wechseln ständig miteinander ab.
Der zweite Satz, ein Menuetto, anstelle des bis anhin an dieser Stelle üblichen langsamen Satzes (!) ist ein Kanon in der Oktave und vermittelt den Eindruck eines melancholischen Dialoges, unterbrochen durch ein dazwischen aufblühendes Trio in E-Dur.
Haydn wünschte sich zu seinem Begräbnis die Aufführung des 3. Satzes: ein wunderschönes Adagio in hellem E-Dur gehalten. Die mit Dämpfer spielenden Violinen und die ruhig dahinfliessende Melodik verleihen dieser zauberhaften Musik einen ätherischen Charakter.
Samuel Barber komponierte sein Adagio für Streichorchester 1936 während eines Aufenthaltes in Salzburg. Zwei Jahre später wurde es unter der Leitung von Arturo Toscanini vom NBC Orchester in New York uraufgeführt. 1967 erstellte Barber davon, als Vertonung des Agnus Dei, eine Bearbeitung für Chor. Das sehr emotionelle Stück wurde oft auch als Filmmusik verwendet (u.a. in „Der grosse Diktator,“ „Der Elefantenmensch“, „Amélie“). Die Hörer von BBC wählten das Adagio for strings 2004 zum „traurigsten klassischen Stück“.
Ludwig van Beethoven schrieb die Bühnenmusik zu Goethes Trauerspiel Egmont 1809/10 im Auftrag des Wiener Hoftheaters, liess sich dafür aber nicht bezahlen. Gemäss seinen eigenen Worten schuf er diese Musik „bloss aus Liebe zum Dichter“. E.T.A. Hoffmann veröffentlichte 1813 eine Besprechung des Werkes und schrieb u.a.: „Es ist wohl eine erfreuliche Erscheinung, zwei grosse Meister in einem herrlichen Werk verbunden und so jede Forderung des sinnigen Kenners auf das schönste erfüllt zu sehen.“
Beethoven zeichnet in der Ouvertüre in äusserst spannenden musikalischen Gegensätzen die brutale Gewalt der spanischen Tyrannen und die flehende Klage der geknechteten Niederländer nach. Nach dem Schwertstreich und der Enthauptung Egmonts mündet die Musik zum Schluss in eine kurze Freiheits- und Siegessymphonie ein.
Sonntag, 9. April,
18.00 Uhr
Kirche Neumünster
Neumünsterstrasse 10, 8008 Zürich
beim Hegibachplatz
Tram 11, S18, Bus 31, 33
keine Parkplätze
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