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Die Produktion von Biodiesel ist in Brasilien im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen. Damit nimmt das südamerikanische Land bei der Herstellung von Diesel aus pflanzlichen Rohstoffen weltweit den zweiten Platz ein, wie aus einem Bericht der Vereinigung der brasilianischen Industrie zur Herstellung von Ölen aus Pflanzen (Abiove) hervorgeht.
Lediglich in den USA wird mehr Biodiesel gewonnen. Im vergangenen Jahr sind in Brasilien 3,94 Milliarden Liter Diesel aus Pflanzen hergestellt worden. Dass der Markt auch im Krisenjahr 2015 weiterhin gewachsen ist, ist unter anderem der Gesetzesänderung vom November 2014 zu verdanken, mit welcher der Anteil des Pflanzendiesels beim Dieselöl auf sieben Prozent erhöht wurde.
Gleichzeitig wurde ein Rückgang bei der Einfuhr von fossilem Diesel von 38 Prozent gegenüber 2014 festgestellt.
Die Kapazitäten der brasilianischen Industrie zur Herstellung von Biodiesel sind allerdings weit höher. Nach einem Investitionsboom in den vergangenen Jahren könnten theoretisch 7,3 Milliarden Liter des alternativen Treibstoffes und damit beinahe doppelt so viel wie 2015 hergestellt werden.
Angebaut und produziert werden die Biotreibstoffe vor allem im zentralen Westen Brasiliens. Er stellt einen Anteil von 44 Prozent. Der Süden des Landes vereint 39 Prozent der Produktion in Raffinerien auf sich. Hergestellt wird der Großteil des Biodiesels aus Soja, dessen Anbauflächen und ebenso Produktivität nach wie vor jährlich vergrößert werden.
Etwa 77 Prozent des brasilianischen Biodiesels stammt aus der gelben Sojabohne. Insgesamt wurden 2015 etwa 2,7 Millionen Tonnen Sojaöl in Diesel verwandelt. An zweiter Stelle stehen tierische Fette, die 19 Prozent einnehmen. Die ölhaltige Baumwolle trägt indes nur zu zwei Prozent der brasilianischen Biodieselproduktion bei.