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Nach 135 Minuten hatte der Abnützungskampf ein Ende: Timea Bacsinszky verwandelte ihren ersten Matchball und machte damit den ersten Sieg im dritten Duell mit Maria Scharapowa perfekt. Die Schweizerin verdiente sich den Erfolg mit einem couragierten Auftritt und überzeugte vor allem mit ihrer äusserst starken Rückhand. Für die Weltranglisten-61. ist es der erste Sieg über eine Top-5-Spielerin überhaupt.
Bacsinszky mit starken Nerven
Den ersten Satz entschied Bacsinszky im Tiebreak für sich, nachdem sie sich beim Stand von 5:5 aus einer 0:30-Situation befreien konnte. Der 2. Durchgang war ein stetes Auf und Ab: Scharapowa lag zweimal mit Break in Führung, die 25-jährige Lausannerin kämpfte sich aber jeweils zurück und realisierte ihrerseits bei 6:5 den entscheidenden Servicedurchbruch.
Im Viertelfinal, ihrem dritten in dieser Saison, trifft Bacsinszky auf Caroline Wozniacki (WTA 7). Gegen die Dänin verlor die Schweizerin vor wenigen Wochen in New Haven in drei Sätzen.
Neuanfang nach langer Abwesenheit
Der Coup gegen die fünffache Grand-Slam-Siegerin Scharapowa ist der vorläufige Höhepunkt eines eindrücklichen Combacks. Nach einer langen Verletzungspause und einer Auszeit - Bacsinszky absolvierte ein Praktikum in einem Hotel - dachte sie vor rund zwei Jahren kurzzeitig gar ans Aufhören. Das Karriereende verkündete Bacsinszky aber nie offiziell, «weil ich mich noch nicht bereit dazu fühlte». Bei den French Open 2013 wagte sie in der Qualifikation schliesslich einen Neuanfang und fand - auch dank Hilfe einer Psychologin - die Freude am Sport wieder.
Zusammen mit ihrem neuen Coach Dimitri Zavialoff, der lange Zeit Stan Wawrinka betreut hatte, setzte Bacsinszky schliesslich zum Höhenflug an. Die 1,70 m grosse Athletin erarbeitete sich das nötige Selbstvertrauen über Erfolge bei ITF-Turnieren und hat sich nun auch auf der WTA Tour wieder einen Namen gemacht. Bacsinszky wird kommende Woche erstmals seit 2011 wieder unter den Top 50 der Weltrangliste geführt werden.
Luft nach oben weiter vorhanden
Mit Platz 37 erreichte die Rechtshänderin 2010 ihr bislang bestes Ranking. Grenzen setzt sich Bacsinszky mittlerweile aber keine mehr. «Ich möchte besser sein als früher. Ich war die Nummer 37 der Welt und drei Jahre in den Top 50. Aber ich war noch weit weg von meinem Limit. Wo das liegt? Das möchte ich herausfinden.» Einen weiteren Anhaltspunkt hat sie mit dem Sieg über Scharapowa erhalten.
Sendebezug: Radio SRF 1, 11-Uhr-Nachrichten, 24.9.14