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Grund dafür ist die Annahme, dass die Rally, die den Euro erstarken liess - und osteuropäische Währungen wie die tschechische Krone und den polnischen Zloty mitzog -, verpuffen wird. Für den Rest des Jahres sollten sich Anleger, die in Dollar Geld aufnehmen und in Schwellenländer investieren, vielleicht lieber auf Staaten wie Brasilien, Mexiko und Indonesien konzentrieren, bei denen die hohen Zinsen die Erträge befeuern - auch wenn ihre Landeswährungen wahrscheinlich nicht deutlich aufwerten werden.
Diese Handelsstrategie - die Strategen wie Marcin Lipka, leitender Analyst bei Cinkciarz Pl in Polen, befürworten - basiert auf der Idee, dass die politischen Unruhen im Euroraum wie die Separatistenbewegung Kataloniens und die bevorstehenden Parlamentswahlen in Italien wahrscheinlich die Gewinne in der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar dämpfen werden. Wenn das der Fall ist, so das Argument, wären Anleger besser beraten, sich auf die Länder zu konzentrieren, in denen die Leitzinsen bis zu fünf Mal höher sind als in Osteuropa.
"Der Euro dürfte in eine längere Korrekturphase eintreten aufgrund weiterer politischer Sorgen", sagt Lipka, der den Bloomberg-Ranglisten zufolge zu den besten Prognostikern für die türkische Lira und den rumänischen Leu zählt. Seiner Meinung nach werden osteuropäische Währungen 2018 einen negativen Carry-Ertrag aufweisen, da der Dollar an Stärke gewinnt.
Finger von südafrikanischem Rand und türkischer Lira lassen
Der Euro wird das Jahr bei einem Kurs von 1,18 Dollar beenden, ergab die Medianschätzung aus einer Umfrage von Bloomberg unter Ökonomen. Damit würde sich die gemeinsame Währung gegenüber ihrem aktuellen Stand kaum verändern. Für 2018 sagen die Volkswirte einen Anstieg um 3,4 Prozent voraus - deutlich weniger als der Zuwachs von 10 Prozent im bisherigen Jahresverlauf 2017.
Der Kauf von Zloty oder Krone mit geliehenen Dollar brachte 2017 bislang einen Ertrag von mehr als 16 Prozent ein - den höchsten unter den 42 von Bloomberg beobachteten Währungen. Dennoch: die Leitzinsen in diesen Ländern betragen nicht mehr als 1,5 Prozent, verglichen mit 8,25 Prozent in Brasilien und 7 Prozent in Mexiko.
Nach Einschätzung von Guillaume Tresca, leitender Schwellenmarkt-Stratege bei Crédit Agricole in Paris, sollte die Dynamik bei den sich entwickelnden Ländern positiv bleiben. Er empfiehlt den Kauf von Hochzinswährungen wie brasilianischem Real, mexikanischem Peso, russischem Rubel, indonesischer Rupiah, indischer Rupie für Carry- und Spot-Gewinne über die nächsten sechs Monate. Vom südafrikanischen Rand und der türkischen Lira solle man hingegen lieber die Finger lassen. "Ich würde zunehmend selektiv vorgehen", sagt er.
(Bloomberg)