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AbschiedSherman, der Cardigan, spricht kein Spanisch, aber er versteht es. Als wir Juan kennen lernten, sprach er nur wenig Englisch, aber verstand es. Juan, seine Mutter und sein Bruder Jeremy kamen aus der Dominikanischen Republik. Wir trafen die Familie anfangs 2001 im Ronald McDonald House in Cleveland, Ohio. Man hatte Juan erzählt, dass Sherman und Josie jeweils am Mittwochabend kamen, um mit den Kindern zu spielen. Juan wartete bei der Türe, als wir kamen. Sherman ging gleich auf ihn zu, Schwanz wedelnd und hoch erfreut, einen neuen Bewohner des Hauses kennen zu lernen. Josie ging auch zu ihm, wurde gestreichelt, dann aber hielt Juan Ausschau nach Sherman.
Nach diesem ersten Treffen konnte ich Juan mit Sherman ziehen lassen, wohin er wollte. Normalerweise geht Sherman nirgendwohin ohne mich, aber Juan hatte etwas Besonderes an sich und Sherman musste es gespürt haben. Juan und sein Bruder Jeremy gingen mit Sherman auf die eingezäunte Terrasse oder bei schönem Wetter in den Hof zum Spielhaus und rannten mit ihm herum, zusammen mit den anderen Kindern, die gerade dort spielten.
Juan wartete auf eine Knochenmarktransplantation und musste für die Chemotherapie eine Zeit im Spital verbringen. Während er im Spital war, organisierte der Motorradklub einen grossen Ausflug zu den Spitälern in Cleveland, um Plüschtiere an die Kinder zu verteilen. Rund 600 Motorradfahrer kamen an einem Sonntagnachmittag nach Cleveland und besuchten die Kinderabteilungen.
Von Juans Mutter erfuhren wir, dass Juan den Besuchern von Sherman und Rosie erzählte, wieviel sie für ihn bedeuteten und wie sehr er sich immer auf ihren wöchentlichen Besuch freute. Er wünschte sich daher einen Hund, den er Sherman und Josie bei ihrem nächsten Besuch schenken konnte, und Juan erhielt einen riesigen, gelben Hund.
Juan kehrte für kurze Zeit ins RMcD Haus zurück, dann musst er wieder ins Spital und am 9. September 2001 erhielt er das neue Knochenmark. Sein Zustand schwankte etwas, aber es sah aus, als ob er durchkommen würde.
An Halloween, einem Mittwoch um 17.30 Uhr, sagte ich zu Sherman und Josie, dass es Zeit war, aufzubrechen. Normalerweise gehen sie von sich aus ins Badzimmer, um gewaschen zu werden. Sherman schaute mich an und ging langsam ins Badzimmer. Josie hingegen ging ins Schlafzimmer, sprang aufs Bett und verharrte dort. Als Sherman fertig war, rief ich Josie, aber sie kam nicht. Als ich ins Schlafzimmer ging, zog sie sich ans andere Ende des Betts zurück. Ich hob sie auf, wusch sie und wir machten uns auf den Weg, aber keiner der beiden schien sich wie sonst auf den Besuch zu freuen.
Als wir beim RMcD Haus ankamen, wollte ich Sherman in sein Kostüm stecken (Marienkäfer!), aber er wollte nicht. Einer der freiwilligen Helfer kam auf uns zu und erzählte, dass Juan um 17.30 Uhr einen Herzstillstand erlitten hatte und gestorben war.
Irgendwie mussten Sherman und Josie gespürt haben, dass Juan nie mehr auf sie warten würde und wollten deshalb nicht aus dem Haus. Als Juans Mutter vom Spital zurück kam, sass Sherman neben ihr in der Küche, während sie der "RMcD-Familie" erzählte, was passiert war. Fast die ganze Zeit streichelte sie Sherman, der ganz still neben ihr sass und zuhörte. Als sie fertig war, setzte er seine Pfoten auf ihren Stuhl und schaute sie an, wie wenn er sagen wollte: "Ich liebte ihn auch".
Betty Jean Greig, Ohio, USA
Die letzte Aufnahme von Juan and Sherman.
Sie hängt nun im RMcD-Haus.
Ronald McDonald House
In den grossen Städten USAs gibt es 35 RMcD Häuser in der Nähe von grossen Spitälern. Kinder, die im Spital ambulant behandelt werden, und ihre Eltern oder Angehörige von Kindern, die im Spital sind, können in diesen Häusern billig und unter mehr privaten Formen als im Hotel übernachten. Jede Familie hat nur ein Zimmer zur Verfügung und das Zimmer wird vom Spital reserviert. Die Häuser haben nur wenige Angestellte aber viele freiwillige Helfer. Viele Organisationen und Firmen liefern gratis Lebensmittel oder bereiten das Nachtessen für die Bewohner. Das hilft vielen Familien, die für Medizin ungeheure Summen ausgeben müssen. Die Organisation wurde 1974 gegründet und eksistiert in vielen Ländern, u.a. auch in der Schweiz (Genf) und wurde 2002 bereits zum zweiten Mal als eine der 100 besten Hilfsorganisationen Amerikas erkoren. http://rmhc.org/
Übersetzung: ANo
Corgi News April 2005