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Hilfsorganisationen haben mit scharfer Kritik auf die aus ihrer Sicht "schwache" Antwort der G20-Staaten auf die Ebola-Seuche in Westafrika reagiert. Konkrete Zusagen fehlten, sagten Aktivisten am Samstag im australischen Brisbane.
Nach der eher vagen Erklärung der Industrie- und Schwellenländer (G20), "alles Notwendige" gegen die Epidemie tun zu wollen, äusserten sich Aktivisten "enttäuscht". "Die Antwort bleibt unzureichend", sagte Friederike Röder von der Organisation ONE. "Wir hätten erwartet, dass sich die G20 mit konkreten Aktionen engagieren. Das ist nicht der Fall."
Die G20 hatten in der Erklärung auch bisher untätig gebliebene Regierungen aufgefordert, sich den Bemühungen anzuschliessen. Sie zeigten ihre Bereitschaft, bei der Bewältigung der mittelfristigen wirtschaftlichen und humanitären Kosten helfen zu wollen.
Die Wissenschaft und Pharmaunternehmen wurden zu grösseren Anstrengungen aufgefordert, wirksame und bezahlbare diagnostische Hilfsmittel, Impfstoffe und Behandlungsmethoden zu entwickeln.
"Es besteht die echte Gefahr, dass der erklärte gute Wille und die Besorgnis der G20 am Ende nur leere Worte sind, die für jene wenig tun, die in Sierra Leone, Liberia und Guinea um ihr Leben bangen", sagte Helen Szoke von Oxfam, die die Erklärung "sehr allgemein" fand. "Wo ist der Aktionsplan, dass so etwas nie wieder passiert?"
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor zu einer Mobilmachung gegen Ebola aufgerufen. "Wir müssen massive Hilfe mobilisieren", sagte Ban auf dem Gipfel in Australien. Es gehe um Finanzmittel, Logistik und die Behandlung der Patienten. Der Ausbruch müsse gestoppt werden.
Am Ende müsse sichergestellt werden, dass sich so ein Ausbruch nicht wiederholen könne, sagte Ban. Dafür sind laut Hilfsorganisationen aber Investitionen in Gesundheitssysteme armer Länder notwendig.
Kanada testet Impfstoff
Derweil beginnt Kanada mit ersten Tests eines Impfstoffes gegen Ebola. Dieser werde an einer Gruppe von Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren getestet, kündigte die kanadische Gesundheitsministerin Rona Ambrose am Freitag an.
Geprüft werden demnach die Sicherheit des Impfstoffes, die notwendige Dosis sowie mögliche Nebenwirkungen. Die Forscher erhoffen sich auch Erkenntnisse darüber, ob niedrigere Dosierungen des Impfstoffes VSV-EBOV bereits eine Immunisierung hervorrufen.
Auch in den USA werden bereits Tests von Impfstoffen gegen die Seuche vorgenommen. 800 Impfdosen wurden überdies in die Schweiz geschickt, wo sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getestet werden sollen.
Die UNO-Behörde hat bereits zwei experimentelle Impfstoffe als vielversprechend eingestuft, nachdem diese positive Effekte bei Tests an Affen erzielten. Dazu zählt der kanadische Impfstoff VSV-EBOV sowie ein weiterer des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline.
Bislang gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gegen das hochansteckende Ebola-Virus. In Westafrika sind bereits mehr als 5100 Menschen an der Krankheit gestorben. Die WHO hofft aber, Anfang 2015 mit Impfungen in den besonders betroffenen afrikanischen Ländern beginnen zu können.