Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03209.jsonl.gz/1114

Aus der Perspektive des Lebens, der Subjekt-Objekt-Position, gibt es scheinbar den allumfassenden, absoluten Frieden und den bedingten, relativen Frieden. Bewusst oder unbewusst strebt der Mensch mit seinem Tun und Nicht-Tun nach irgendeiner Form der Befriedung und wirkt dem Unfrieden etwa durch die Vermehrung von Gütern, Macht, Geld, Erfolg, Wissen usw. oder in der Ausübung von Arbeit, Spiritualität, Sex und dergleichen entgegen. So gesehen lebt und agiert der Mensch in einer Haltung des Widerstands – weg vom Unfrieden, hin zum Frieden. Frieden und Unfrieden sind in ihrer Natur Friedlosigkeit. Zwei Seiten einer Medaille. Friedlosigkeit selbst ist nicht (be-)greifbar. Diese Unbegreifbarkeit ist die «natürliche Realität», welche allem was existiert und nicht existiert zugrunde liegt. Im klaren erkennen dessen geschieht eine Art Verschmelzung in diese natürliche Realität hinein. Der «wahre Friede» liegt also in der scheinbaren Friedlosigkeit. Die lebendige Wiederentdeckung des Offensichtlichen ist eine Nicht-Erfahrung.