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Der 14. Dalai Lama
Friedensplan
Nach internationalem Recht ist Tibet heute noch ein
unabhängiger Staat unter illegaler Besetzung durch die VR China.
Eine friedliche Beilegung des Konfliktes um Tibet kann nur durch
Verhandlungen zwischen Tibetern und Chinesen erreicht werden.
Als "einen ersten Schritt auf eine dauerhafte Lösung hin" hat
der Dalai Lama
1987 einen Friedensplan vorgelegt in der Hoffnung, "dies
werde zu einer Zukunft in Freundschaft und Zusammenarbeit mit
all unseren Nachbarn, auch dem chinesischen Volk, beitragen".
Der Friedensplan umfasst fünf Grundelemente:
- Umwandlung des gesamten Gebietes von Tibet in eine
Friedenszone.
- Beendigung der Politik der Umsiedlung von Chinesen nach
Tibet, die die Existenz der Tibeter als eigenständiges Volk
bedroht.
- Respektierung der fundamentalen Grundrechte des
tibetischen Volkes.
- Wiederherstellung und Schutz der natürlichen Umwelt
Tibets und Beendigung der chinesischen Ausbeutung Tibets zur
Herstellung von Kernwaffen und der Lagerung von radioaktivem
Abfall.
- Beginn von ernsthaften Verhandlungen über den künftigen
Status Tibets.
Ein Jahr später hat der Dalai Lama am 15. Juni
1988 in seinen Straßburger Vorschlägen den 5. Punkt
präzisiert. Hierin verzichtet der Dalai Lama erstmals auf die
Unabhängigkeit Tibets und fordert nur noch eine echte Autonomie
für Tibet innerhalb des chinesischen Staatsverbandes. Die
Regierung der VR China hat bis heute nicht positiv auf das
Gesprächsangebot des Dalai Lama reagiert. Im Gegenteil, die
Repressionen gegen die Tibeter werden immer härter.