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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Wahrnehmung der Elternschaft und die Schwangerschaftsbetreuung haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. </p><p>Die Betreuung umfasst heute mehr medizinische Eingriffe, die Sterblichkeit bei der Entbindung ist stark gesunken, und die Anwesenheit des Vaters bei und nach der Geburt ist zur Norm geworden. Gleichzeitig leiden jedoch jede achte Frau und fast ebenso viele Männer während der Schwangerschaft oder im Jahr nach der Geburt eines Kindes an einer Depression. </p><p>Eine gewisse Anzahl Frauen hat medizinische Verfahren als gewaltvolle Handlungen erlebt, weil ihnen nicht ausreichend zugehört wurde und sie nicht genug moralische Unterstützung erhalten haben. </p><p>Die Geburt ist für viele ein wunderbares Ereignis; für andere wiederum kann sie eine sehr schwierige Zeit sein. Fruchtbarkeitsprobleme, eine schwierige Schwangerschaft, eine sehr schwere Entbindung, manchmal die Konfrontation mit dem Tod bei einer Fehlgeburt oder beim Verlust des Kindes bei der Geburt: All das können manche Eltern oder werdende Eltern erleben. </p><p>Dank ihrer fachlichen und menschlichen Fähigkeiten begleitet die Doula Paare/Frauen von Beginn an: während der Schwangerschaft, der Geburt und den ersten Lebensmonaten des Kindes. Sie bietet emotionale, physische und organisatorische Unterstützung. Sie wird als beruhigend und vertrauensvoll wahrgenommen und bietet spezifische Informationen zu Themen rund um die Geburt, damit Eltern informierte Entscheidungen treffen können.</p><p>Die Geburtsbegleitung durch eine Doula ist eine uralte Tradition, die darin besteht, dass eine Frau während der Geburt zusätzlich zur Hebamme oder zum Entbindungspfleger durch eine Frau, die ihr nahesteht, begleitet wird. Dieser uralte "Beruf" wurde 1970 in den Vereinigten Staaten infolge von Studien und Beobachtungen in verschiedenen Spitälern wiederentdeckt. </p><p>Eine Doula begleitet eine Frau immer ergänzend zu Hebamme oder Entbindungspfleger und/oder Gynäkologe oder Gynäkologin. Sie hat keine medizinische Ausbildung und stellt keine Diagnosen. </p><p>Die Doula-Ausbildung dauert ein Jahr und umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Sie wird in mehreren Schweizer Schulen angeboten und mit einem Diplom abgeschlossen, das vom Verband Doula Schweiz anerkannt ist. Während der Ausbildung erwirbt die Doula praktisches Wissen, um Paare/Frauen von der Empfängnis bis nach der Geburt zu begleiten. Allerdings hat jede Doula eine Grundausbildung und einen anderen Beruf. Oft arbeiten Doulas im Bereich (Para-)Medizin, Soziales, Psychologie, Pädagogik, Kleinkindererziehung, Persönlichkeitsbildung oder Ähnlichem oder sind Therapeutinnen. Der Verband hat derzeit 212 aktive Doulas. </p><p>Eine der Besonderheiten der Doulas ist ihre uneingeschränkte Verfügbarkeit. Die Doula kennt das Paar und ist während der Schwangerschaft und während und nach der Geburt fortlaufend anwesend, um zu beruhigen, zuzuhören und zu begleiten. Diese einfache kontinuierliche Präsenz hilft, das Risiko von medizinischen Eingriffen bei der Geburt zu verringern oder die verschiedenen Etappen, die zu medizinischen Eingriffen führen, bestmöglich zu begleiten. </p><p>Im Rahmen einer "normalen" gynäkologischen Betreuung mit einer Spitalgeburt trifft das Paar die Hebamme oder den Entbindungspfleger erst bei der Ankunft auf der Geburtsstation. Der Gynäkologe oder die Gynäkologin übernimmt die medizinische Betreuung, und manchmal werden emotionale Fragen aus Zeitmangel beiseitegeschoben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat teilt die Auffassung der Interpellantin, dass Frauen und Familien während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit besondere Beachtung benötigen. Dabei müssen bestimmte besondere Bedingungen geschaffen werden, damit sich das Kind normal entwickeln kann und die Mutter gesund bleibt. Diese Bedingungen sind bereits in verschiedenen rechtlichen Bestimmungen, zum Beispiel im Arbeitsgesetz (ArG), im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) oder in kantonalen Ausführungsbestimmungen (kantonales Rotes Kreuz, Beratungsstellen usw.), enthalten.</p><p>2. Die Dienstleistungen der Doulas werden derzeit keiner Prüfung unterzogen. </p><p>3. bis 5. Aus Sicht des Bundesrates können Doulas für gewisse Personen eine wertvolle Unterstützung darstellen, er sieht jedoch keinen Handlungsbedarf in Bezug auf die Anerkennung der Doulas oder die Förderung ihrer Tätigkeit. Die Schulung dieser Art von Begleiterinnen fällt unter die berufsorientierte Weiterbildung. Die Organisationen, die diese Art von privater Bildung anbieten, gestalten die Schulung nach ihrem eigenen Konzept. Die Kantone sind für allfällige Regelungen zur Ausübung der Tätigkeit zuständig. </p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Aufnahme eines neuen Leistungserbringers nicht nötig ist, solange die Leistungen, von denen hier die Rede ist, von kompetenten, bereits zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zugelassenen Fachpersonen erbracht werden können. Dasselbe gilt für den aktuellen Leistungskatalog der OKP, der bereits spezifische Mutterschaftsleistungen über den gesamten Zeitraum von der Schwangerschaft bis zum Wochenbett umfasst (insbesondere Art. 29 KVG und Art. 13-16 der Krankenpflege-Leistungsverordnung [KLV]). In Bezug auf die Behandlung und Vorbeugung von Depressionen soll eine regelmässige Betreuung durch den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin, die Hebamme, das Spital oder auch das Geburtshaus, welche die Frau durch die verschiedenen Phasen der Mutterschaft begleiten, eine frühzeitige Erkennung und angemessene Unterstützung ermöglichen. Dieser Katalog wird als ausreichend erachtet. Zudem würde ein Ausbau des Leistungskatalogs oder die Aufnahme eines neuen Leistungserbringers zu Mehrkosten für die OKP führen, was sich auf die Prämien auswirken würde. </p><p>Des Weiteren gibt es bereits kantonale Unterstützungsangebote in diesem Bereich, wie zum Beispiel Geburtsvorbereitungskurse, Beratungen durch Kinderkrankenschwestern und andere Vereinigungen zur Unterstützung bei der Geburt, Familiendienste des Roten Kreuzes und Zentren für sexuelle Gesundheit, die alle Personen im Hinblick auf die verschiedenen Phasen ihres reproduktiven Lebens informieren, anleiten, unterstützen und begleiten sollen.</p><p>Ebenso stehen schwangeren Frauen und ihren Begleitpersonen, wie in der Antwort auf die Motion 20.3301 von Siebenthal ausgeführt, schweizweit Angebote für fachlich anerkannte medizinische und psychosoziale Beratung zur Verfügung. Das heutige Unterstützungsangebot in den verschiedenen Phasen der Mutterschaft ist ausreichend, und der Bundesrat sieht keinen Erweiterungsbedarf.</p><p>In Anbetracht dieser Darlegungen erachtet der Bundesrat die derzeitigen Massnahmen als ausreichend.</p>  Antwort des Bundesrates.