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Die akute Mastoiditis (AM) ist charakterisiert durch eine Entzündung des Warzenfortsatzes des Os temporale. AM ist die häufigste Komplikation der akuten Mittelohrentzündung. Meist liegt eine Infektion durch Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae oder Moraxella catarrhalis vor. Wenn eine Behandlung durch Breitbandantibiotika keine Besserung gezeigt hat, bietet ein operativer Eingriff die besten Heilungschancen.
Die akute Mastoiditis (AM) ist in den meisten Fällen eine Begleiterscheinung einer akuten Mittelohrentzündung [1]. In mehr als fünfzig Prozent der Diagnosen ist AM das erste offensichtliche Symptom der Mittelohrentzündung [2] [3] [4]. AM wird durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen, kann andere Krankheiten überdecken und sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln.
Im Krankheitsbild von AM treten üblicherweise Erytheme in der Schläfenbeingegend, ein Hervortreten des Ohrs, Fieber, Otorrhoe, Lethargie und Schmerzen als Hauptsymptome auf. Der Schmerz ist im Normalfall hinter oder tief im Ohr lokalisiert und verschlimmert sich während der Nacht. Lang anhaltender starker Schmerz kann auf eine ernstere Erkrankung hinweisen. Vorübergehender Hörverlust wird von Patienten, die an AM leiden, sehr häufig als Symptom angeführt. Die Hörfähigkeit sollte sich nach kompletter Abheilung der Infektion wieder vollkommen normalisieren [5].
Wenn AM unbehandelt bleibt, kann sie weitere Komplikationen hervorrufen, wie zum Beispiel eine Sinusvenenthrombose, Gehirnabszesse, Gesichtslähmung, otitischen Hydrocephalus und in seltenen Fällen ein Bezold-Abszess [6].
Die Infektion des Warzenfortsatzes wird am häufigsten durch Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae oder Moraxella catarrhalis, weniger häufig durch Streptococci der Gruppe A, Staphylococcus aureus und von Bakterien der Pseudonomasfamilie verursacht. Die durchschnittliche Zeit zwischen Infektion und Entzündungsausbruch beträgt 4.5 Tage [7].
AM tritt häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen auf. Die häufigsten Risikofaktoren betreffen eine mögliche rezente unbehandelte bakterielle Infektion des Mittelohrs, ein schwaches Immunsystem und Cholesteatome. Bei Kleinkindern sollte man neben den oben genannten Symptomen auch nach generischen Anzeichen einer möglichen Infektion Ausschau halten, zum Beispiel nach Diarrhoe, Reizbarkeit oder Mangelernährung [3].
Die Diagnose einer AM basiert auf einer detaillierten Analyse der Patientengeschichte und auf einer klinischen Untersuchung. Es gibt keinen allgemein akzeptierten Konsens welche Symptome für die Diagnose einer AM besonders prioritär sind.
Normalerweise ist es nicht nötig nach der klinischen Untersuchung weitere Tests durchzuführen. Es kann aber in manchen Fällen ratsam sein, bildgebende Verfahren zur Unterstützung der Diagnose heranzuziehen. Eine Computertomographie oder eine Magnetresonanzuntersuchung bieten hier die Möglichkeit den Grad der Ausbreitung der Infektion zu beurteilen und auch nach alternativen Gründen für eine Entzündung zu suchen. In beiden Tests zeigt sich AM durch eine partielle oder auch komplette Trübung des Warzenfortsatzes des Os temporale. Manche Experten halten die Durchführung einer Computertomographie bei der Erstellung einer AM Diagnose für notwendig [8]. In vielen Fällen kann ein Kontrastmittel die Sichtbarkeit der eingeschlossenen Flüssigkeit verbessern [9].
Wenn bei einem Patienten mit Verdacht auf AM Ohrenflüssigkeit austritt, sollte diese als Probe entnommen und zur weiteren Analyse ins Labor geschickt werden. Hier sind die Erstellung einer Zellkultur sowie Gramfärbungstests und ein Ziehl-Neelsen Färbungstest die weiteren Schritte. Wenn beim Patienten keine Ohrenflüssigkeit austritt, sollte man sie im Rahmen eines Tympanozentese- und/oder eines Myringotomieeingriffs entnehmen. Die Membrana tympani wird nach dem Eingriff schnell heilen und die Extraktion der Flüssigkeit allein wird dem Patienten bereits eine Erleichterung seiner akuten Beschwerden bringen. Beide Eingriffe können im Rahmen einer einzigen Sitzung vorgenommen werden. Die Insertion eines Paukenröhrchens wird in vielen Fällen durchgeführt um den Abfluss der Innenohrflüssigkeit und die Verabreichung von Antibiotika zu erleichtern [10].
Nach dem abgeschlossenen Heilungsprozess sollte ein Hörtest vereinbart werden.