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Einführung
In unserem letzten Artikel sprachen wir über Video-Formate die wir momentan verwenden. Heute möchten wir Sie mit Informationen über die ältere Generation von Video-Formaten sowie die Entstehung der Video-Kassette informieren.
Die ersten Schritte
Die Entwicklung der ersten Kamera begann in den späten 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Brüder Auguste Marie Louis Nicolas und Lous Jean, welche heutzutage dafür bekannt sind die ersten “bewegten Bilder” in der Geschichte der Menschheit kreiert zu haben, liessen sich die Rechte dafür frühzeitig patentieren. Neben den genannten Brüdern waren noch andere Personen darum bemüht den ersten Film zu produzieren: unter ihnen war auch der Erfinder Thomas Edison. Er entwickelte das Kinetoscope, welches dem Benutzer erlaubte eine Serie von Bildern in schneller Folge zu begutachten.
Auch wenn die Bemühungen von Edison und seinem Team zu einem der ersten kommerziellen Erfolgen in der Geschichte des Videos führten: dem Vitascope, welches im allgemeinen Verständnis ein Gerät zur Wiedergabe von Bildmaterial mit eingebauten Projektor war, konnten Sie nicht mit den rasanten Entwicklungen der Gebrüder Lumière schritthalten. Sie nannten ihre Erfindung den Cinematographen. Die erste Demonstration vor einem Publikum können Sie hier begutachten. Es ist wichtig auf darauf hinzuweisen, dass das Duo einen 35mm Film aus Zelluloid benutzte, welchen Sie mit einer Emulsion ummantelten um ihn vor Schäden zu schützen. Nach einigen Experimenten entdeckte Hannibal Goodwin den Nitrocellulose Film, welchen wir heutzutage als Standard Film definieren würden. Einen Schritt weiter ging George Eastman der diesen Film mit einem Gemisch aus Bromid und Gelatine beschichtete und so die Massenproduktion ermöglichte.
Nach einem sehr raschen Start verlief die weitere Entwicklung des Films ähnlich rasant. Um das Jahr 1912 startete die Filmindustrie ihre ersten Gehversuche. Es dauert nicht lange bis eine Firma nach der anderen ihren kommerziellen Durchbruch schaffte, indem sie es dem Massenpublikum ermöglichte die bewegten Bilder zu sehen. Schauspielhäuser spriessen aus allen Ecken und das Publikum lechzte nach neuem und spannendem Bildmaterial.
Ein Hauch von Farbe
Obgleich der erste Farbfilm 1908 ausgestrahlt wurde, waren die Ergebnisse alles andere als perfekt. Es dauerte eine Weile, um genau zu sein neun weitere Jahre bis die Qualität eines kolorierten Filmes merklich gesteigert werden konnte. Der Prozess wurde mit dem Begriff “Technicolor” geprägt und beruhte auf einer Technik in der die Farben rot, blau und grün auf separaten Negativen eingefangen wurden. Diese Methode sorgte dafür, dass Filme in gesättigten Farben gezeigt wurden, unter ihnen auch der heiss ersehnte Film “Der Zauberer von Oz”.
Die elektrische Ära
Diese Epoche umfasste die Zeitperiode von 1925 bis etwa 1945 und war dadurch geprägt dass es von nun an möglich war Geräusche von Filmen aufzuzeichnen und wiederzugeben. Western Electrics entwickelte die “sound-on-film” Technologie mit welcher Tonspuren durch Mikrophone aufgenommen und durch Fotoelektrik auf einen Teil des Filmbandes übertragen werden konnte. Eine schmales Segment an der Seite des Filmbandes wurde für die Tonspur gebraucht.
Die Entwicklung und der Aufstieg der 8mm und 16mm Filme
Das produzieren von Filmen war nicht nur ein profitables Geschäft aus der Sicht der Betriebe, für Haushalte war es auch eine relativ einfache Methode Erinnerungen einzufangen, aufzunehmen und bei Gelegenheit abzuspielen. Anfänglich galt dieses Verfahren als kostspielig, da neben der Ausrüstung auch die Filme relativ teuer waren. Aus diesem Grund wurde um 1920 ein neuer Typus von Film entwickelt: der 16mm Film. Er konnte preiswert produziert werden und war deshalb auch für den Normalverbraucher erschwinglich. Dies machte ihn nicht nur unter Hobbyfotografen beliebt, sondern galt bald auch als günstige Alternative für professionelle Filmemacher.
Während der Weltwirtschaftskrise war die Videobranche gezwungen, die Kosten für das Filmemachen weiter zu reduzieren. Aus diesem Grund wurde ein neuer Film entwickelt: der 8mm Film. Dieser Film war kleiner als der 16mm Film und ermöglichte eine Aufnahme von mehr Bildern bei geringerer Qualität. Desweiteren war es günstiger den 8mm Film zu produzieren und entwickeln zu lassen, was sowohl Neueinsteigern sowie Profis neue Möglichkeiten gab ihrem Hobby beziehungsweise ihrer Berufung nachzugehen.
Einige Jahrzehnte später folgte der Super8 Film welcher als ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Videos galt. Bequemerweise brachten einige Firmen, unterer anderem Kodak, ihre Super8 Kameras auf den Markt. Diese Kamera war die erste tragbare Kamera die für den Markt produziert wurde und motivierte eine neue Welle von Amateurfilmemachern mit ihrem neu gefundenen Spielzeug zu experimentieren.
Krieg der Kassetten
Nach dem Aufstieg von Schauspielhäusern und Kinos war es nun an der Zeit, dass Menschen ihr aufgezeichnetes Bildmaterial auch zu Hause geniessen konnten. Auch die Video Branche sah das Potential in diesem Marktsegment und um 1976 begannen zwei Konzerne um die Gunst ihrer Kunden zu ringen: Sony und JVC. Beide Betriebe entwickelten zeitnah Videokassetten mit kleinen Unterschieden bezüglich ihres Erscheinungbildes. Auf dem unten dargestellten Bild sehen wir links die Betamax, Sony`s Versuch sich auf dem Markt zu behaupten. Auf der rechten Seite der direkte Konkurrent: Die VHS Kassette. Die Betamax war kleiner als die VHS welches diese handlicher machte, jedoch beschleunigte diese Designentscheidung auch den Niedergang von Sony`s Kassette. Es ist relativ einfach zu erklären: Die kleinere Kassette konnte weniger Video Material aufzeichnen. Die VHS konnte ihn ihren Anfangsjahren ungefähr 2 Stunden aufzeichnen, was doppelt soviel war wie der Konkurrent. Obgleich Sony damit bemüht war diesen Makel auszugleichen, war JVC immer einen Schritt voraus welches letztendlich dazu führte, dass Sony die Bemühungen in diesem Marktsegment einstellte.
Ein Neuer Start
Während des Jahres 1984 entwickelte die International Telecommunication Union (ITU) das erste Digitale Video. Vier Jahre später veröffentlichte diese Institution den ersten weithin akzeptierten Kodierer, welcher Video Material kodieren und dekodieren konnte: H.261. Dies läutete eine neue Ära ein: das Digitale Zeitalter. Jedes Video Format welches uns heute unter Kürzeln wie MP4 oder AVCHD bekannt ist beruht auf dem H.261. Aufgrund dieser Entwicklung wurden über die Jahre alle anderen analogen Formate hinfällig. Von nun an war es möglich relativ grosse Mengen an Daten auf handlichen Datenträgern, wie einer CD, zu speichern. Desweiteren, ungleich Video Kassetten, schützen digitale Datenträger den Inhalt vor Alterserscheinungen, welches uns zum nächsten Punkt bringt: die Nachteile von analogen Datenträgern.
Der sterbende Schwan
Obgleich uns die Video Kassette viel Freude und Unterhaltung gebracht hat ist sie auch ein Opfer von natürlichen Alterserscheinungen. Nach ungefähr 10 Jahren beginnt das Video zu ruckeln, flimmern und es ertönt anstelle des originalen Tonaufnahme ein statisches Geräusch. Basierend auf den Lagerungszuständen kann es vorkommen, dass dieser Prozess noch beschleunigt wird. Der Grund für die Abnutzung ist eine simple Tatsache: Bei jedem Abspielen der Kassette wird diese erhitzt und durch die erhöhte Temperatur ein wenig beschädigt. Darum ist es umso wichtiger ihre alten Schätze und Erinnerungen digitalisieren zu lassen, um diese auch weitherhin in vollem Glanze und ohne Einschränkungen begutachten zu können. Gerne stehen wir Ihnen bei weiteren Fragen zur Verfügung. Für weitere Informationen zum Thema Digitalisieren von Filmen und Videos finden Sie hier.
Wir hoffen, dass diese Informationen für Sie nützlich waren und unsere kleine Zeitreise durch die Welt des Videos Sie darauf aufmerksam gemacht hat wie weit uns die Forschung und Technologie gebracht haben. Bleiben sie gespannt auf unseren nächsten Artikel.