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Anthelminthikum für Pferde und Ponys
ATCvet-Code: QP52AF02
Zusammensetzung1 g Paste enthält 152,3 mg Pyrantel entsprechend 439 mg Pyrantelembonat, conserv.: E 216, E 218, excipiens ad pastam pro 1 g.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenBisher wurde angenommen, dass die nikotinartige Wirkung von Pyrantel als cholinerger Antagonist eine neuromuskuläre Blockade und damit eine Immobilisation der empfindlichen Parasiten verursacht. Daneben wird diskutiert, ob Pyrantel die Mitochondrien der grossen Muskelzellen der Parasiten zerstört und somit die Energieversorgung der Zellen unterbricht. Autoradiographische Studien belegen, dass adulte Würmer Pyrantel fraktioniert über den Verdauungstrakt aufnehmen. Dagegen resorbieren präadulte Parasiten Pyrantel kontinuierlich über die gesamte Oberfläche. Die Aufnahme von Pyrantel erfolgt dadurch langsamer mit einer Ablagerung vorwiegend in der Subkutis.
PharmakokinetikPyrantelembonat wird zu ca. 90% mit dem Kot ausgeschieden. Über die Nieren wird es zu etwa 90 - 95% als Stoffwechselprodukt ausgeschieden.
Das kaum wasserlösliche Pyrantelembonat wird nur geringgradig (< 2%) resorbiert. Maximale Blutspiegel werden nach etwa 24 h gemessen. Resorbiertes Pyrantel wird schnell und umfassend metabolisiert.
Pyrantel und seine Metaboliten verteilen sich im Organismus, wobei die höchsten Konzentrationen in der Leber und den Nieren und nur Spuren in der Muskulatur und dem Fett gefunden werden.
IndikationenStrongid-P Paste ist ein Wurmmittel zur Behandlung des Befalls mit adulten Stadien von grossen Strongyliden (Strongylus vulgaris, Strongylus edentatus, Strongylus equinus), kleinen Strongyliden (Triodontophorus spp., Cyathostomum spp., Cylicocyclus spp., Cyclicostephanus spp.), Oxyuris equi, Parascaris equorum und Anoplocephala perfoliata; gegen Anoplocephala perfoliata ist die Wirkung variabel.
Die Behandlung erfolgt einmalig.
Die Dosierung beträgt 6,6 mg Pyrantel-Base je kg Körpergewicht (KGW), entsprechend 1 g Paste je 23 kg KGW. Pastenmenge entsprechend dem Körpergewicht am Kolben der Applikationsspritze einstellen. Unterdosierungen vermeiden.
Der Inhalt eines Injektors mit 26 g Paste reicht demnach für die orale Behandlung eines Pferdes von rund 600 kg KGW. Um die Verabreichung einer korrekten Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt und die Genauigkeit der Dosiervorrichtung geprüft werden.
Für die Behandlung des Bandwurmbefalls (Anoplocephala perfoliata) ist die Dosierung zu verdoppeln (1 g Paste je 11,5 kg KGW).
Die Applikationsspritze möglichst weit in die Maulhöhle einführen und die Paste auf den Zungengrund geben. Entsprechende Menge Paste in einer Gabe verabreichen.
Die Behandlung und das Behandlungsintervall sollten sich nach einem Parasitenbekämpfungsprogramm richten.
Fohlen sind ab der 8. Lebenswoche zu behandeln, da frühestens zu diesem Zeitpunkt mit dem Auftreten adulter Spulwürmer zu rechnen ist.
Programm zur ParasitenbekämpfungEs sollten alle Pferde in ein regelmässiges Parasitenbekämpfungsprogramm einbezogen werden.
Da die Haltungsbedingungen sehr unterschiedlich sind, ist es dem Tierarzt überlassen, mit seinen epidemiologischen Kenntnissen und mit Hilfe regelmässiger Kotuntersuchungen für den jeweiligen Stall ein massgeschneidertes Programm unter Berücksichtigung aktueller Behandlungsrichtlinien zu erstellen.
Auch sollte die Weidehygiene unbedingt mit beachtet werden.
Punkte, die ein Kontrollprogramm beeinflussen, sind nachfolgend aufgeführt:
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile.
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Konsum vorgesehen ist.
VorsichtsmassnahmenFolgende Situationen sollten vermieden werden, da diese zur Erhöhung der Resistenz und letztendlich zur Unwirksamkeit der Behandlung führen können:
Bei Verdacht auf Anthelminthika-Resistenz sollten weiterführende Untersuchungen mit geeigneten Tests (z.B. Eizahlreduktionstest) durchgeführt werden. Falls die Testergebnisse deutlich auf die Resistenz gegenüber einem bestimmten Anthelminthikum hinweisen, sollte ein Anthelminthikum aus einer anderen Substanzklasse und mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus Verwendung finden.
Bei Pferden wurden für die kleinen Strongyliden aus mehreren Ländern, einschliesslich Mitgliedstaaten der EU, über Resistenzen gegenüber Pyrantel berichtet. Die Anwendung dieses Tierarzneimittels sollte sich daher auf nationaler Ebene (regional, betrieblich) auf epidemiologische Erhebungen zur Empfindlichkeit von Nematoden sowie auf Expertenempfehlungen zur Eindämmung weiterer Anthelminthika-Resistenzen stützen.
Die Verträglichkeit von Pyrantelembonat ist gut. Selbst eine 20-fache Überdosierung erweist sich als untoxisch. Strongid-P kann an Pferde jeden Alters, einschliesslich an Fohlen, tragende und säugende Stuten sowie an Zuchthengste verabreicht werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Keine bekannt
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch der Gewinnung von Lebensmitteln dient.
WechselwirkungenDie spezifischen Aktivitäten von Piperazin (neuromuskuläre Paralyse der Parasiten) können die Wirksamkeit von Pyrantel hemmen (spastische Paralyse der Parasiten).
Nicht zusammen mit anderen Cholinergika (z. B. Levamisol) oder Cholinesterasehemmern (z. B. Organophosphat-Verbindungen) anwenden.
Sonstige HinweiseAusserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren!
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den AnwenderDer direkte Kontakt mit Haut / Schleimhaut und Augen ist zu vermeiden. Bei Kontakt mit Haut / Schleimhaut oder Augen gründlich mit Wasser spülen. Beim Umgang mit dem Tierarzneimittel nicht rauchen, essen oder trinken. Nach Gebrauch Hände waschen.
Packungen1 Dosierinjektor à 26 g
Informationsstand: 10/2018
Dieser Text ist behördlich genehmigt.