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Giulio Caccini ist einer der Pioniere des solistisch vorgetragenen Madrigals, bei dem die Emotionalität des Textes durch raffinierte Deklamation und Virtuosität verfeinert wird. Seine beiden Drucke Le Nuove Musiche und Euridice sind unumgängliche Meilensteine der Musikgeschichte. Giulio Caccini wurde sowohl für seine einfühlsame Musik als auch für seinen Gesang, den er mit verschiedenen Instrumenten begleitete, verehrt. Er war ein bekannter Pädagoge und bildete seine Töchter Francesca und Settimia zu talentierten Sängerinnen und Komponistinnen aus. Das ‘Concerto Caccini’, das sich aus Giulio, seiner Frau und seinen Kindern zusammensetzte, erlangte schnell einen grossen Bekanntheitsgrad und wurde 1604 sogar an den französischen Hof eingeladen.
In den Vorworten zu seinen Veröffentlichungen beschreibt Giulio ausführlich seinen Werdegang und seine musikalischen Recherchen. Inspiriert von den Diskussionen, die man in der Camerata von Jacopo de’ Bardi anstellte, wollte er eine Musik schreiben, die sich an den Werken der antiken Dichter und Tragödiendichter orientierte und in der die Musik im Dienste des Textes stand. Seine Recherchen beziehen sich auch auf die Art und Weise, wie gesungen wird: ‘sprezzatura’, virtuose Diminutionen und Verzierungen sowie andere vokale Effekte haben die Aufgabe, die Rhetorik beim Deklamieren zu erhöhen. Giulio Caccinis Worte werden das Publikum durch seine Madrigale und die seiner Töchter führen. Zugleich gibt es Gelegenheit, den Übergang vom Instrumentarium der Spätrenaissance (Doppelharfe, Basslauten, ‘chitarrino’) zu dem des Frühbarocks (Tripelharfe, Theorbe, Arciliuto usw.) zu erleben.