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G A L E R I E

AFRICANA
|seit 1950|
|since 1950|
|depuis 1950|

Maske mit Aufsatz
Holz, bemalt
Höhe: 152 cm
Nr.112 /92

Mossi
Grosse Volksgruppe im Zentrum von Burkina Faso (früher Obervolta), die heute etwa die Hälfte der über 9 Millionen Einwohner des Landes stellt.
Die Mossi sind Nachkommen grosser sakraler Königreiche, wie Ouagadougou (die heutige Hauptstadt), Yatenga, Fada, N'Gourma und Ouahigouya, deren Gründung in die Zeit des europäischen Mittelalters, ins 11. oder 12. Jahrhundert fällt. Nur etwa 25% der Mossi sind Moslems, etwa 5% Christen, und auch das Königshaus in Ouagadougou (Stadtgründung: 1050) liess erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum Islam bekehren.
Die traditionelle Religion ist deshalb - vor allem ausserhalb der Städte - weiterhin lebendig und so werden auch heute noch die teilweise und die der Bambara und Dogon erinnernden Masken und Tanzaufsätze verwendet. Manche dieser Masken, die sich die Mossi übrigens angeblich von den Schmieden der Kurumba anfertigen lassen, zeigen in ihrem schmalen, etagenförmigen Aufbau, wie die karan-wemba oder die karanga grosse Ähnlichkeit mit der sirige-Maske der Dogon, und auch das «Gesicht» der eigentlichen Maske weist jene grosse Abstraktion der Dogon-Masken auf. Andererseits sind die Figuren, die sich auf den karan-wem-ba-Masken (auch karan-neda) befinden, denen der Bambara manchmal zum Verwechseln ähnlich. Überhaupt zeigt die Kunst der Mossi eine besonders grosse stilistische Vielfalt, die sich nicht zuletzt auf die einzelnen alten Reiche zurückführen lässt, in denen sich Eigenheiten leicht entwickeln konnten.
Die meisten Masken der Mossi heissen generell wango und stellen in der Regel wilde oder zahme Tiere dar, in seltenen Fällen auch Menschen mit besonderer Erscheinung wie z.B. Albinos. Alle Masken tragen totemistischen Charakter und sind Teil der Ursprungsmythen des Klans, dem sie gehören. Die Bezeichnung der Masken resultiert aus dem kontraktierten Prefix wan für Masken, gefolgt von dem betreffenden Tier. Ausnahmen sind hier wiederum die bereits erwähnten karansé und karan-wemba-Masken.
Was die Figuren der Mossi betrifft, so weist Christopher Roy (1987) zu Recht darauf hin, dass die grosse Unkenntnis, die bis in die jüngste Zeit über die Mossi-Figuren herrschte, nicht nur auf diese grossen Stil-Unterschiede zurückzuführen ist, so dass Mossi-Figuren einmal den Bambara, den Bobo, den Kurumba oder den Gurunsi zugeschrieben wurden, sondern vor allem auch auf ihre relative Seltenheiten und ihren Mangel an öffentlichem Auftreten.
Weniger problematisch sind diesbezüglich die Fruchtbarkeitspuppen der Mossi, die abstrakt geschnitzt, einen scheibenförmigen Kopf haben, wie die akuaba der Ashanti, jedoch zeigt sich hier die Scheibe vom Profil und auch die Brüste sind unterschiedlich gestaltet. Darüberhinaus fertigen die Mossi - wie auch die Bambara und Kurumba - Antilopentanzaufsätze.
Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)
© Galerie HILT AG Basel, 2005/tg Zur Beachtung:
Die abgebildeten Werke stellen oftmals nur eine kleine Auswahl dar.
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