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Der Legende nach folgte Karl der Grösse einem starken Hirschen von Köln nach Zürich. Aus einer einfachen Jagd wurde ein mystischer Ritt. Der Hirsch führte den aussergewöhnlichen König über Berg und Tal und zeigte sich ihm hie und da.
Der König wollte den Hirsch unbedingt erlegen. Als der Hirsch den Hügel des Schlosses Turicum erreichte, fiel der Hirsch auf die Knie wie auch Karls Hunde und Pferde. Der König verstand, dass der Hirsch eine göttliche Botschaft war.
Wo der Hirsch kniete, war der Ort, wo zwei Märtyrer begraben worden waren. Er nahm die Stadt und das Schloss Turicum und ließ die Felix und Regula heilig sprechen. Auf der besagten Stelle ließ er einige Jahre später eine Kirche, das Grossmünster, errichten. Dies ist einer von Zürichs Gründungsmythen.
Der Hirsch fand mit dieser Sage indessen in das Wappen des Frauenmünsters und die Besucher der Kirche können heute noch die Geschichte des Gründungsmythos bewundern.
Wenn der Hirsch die göttliche Botschaft war, die Karl den Grossen nach Zürich geführt hatte, dann hat auch jeder Fremde seinen eigenen Hirsch. Für Shui Tang war der Tee der Hirsch, der es hierher führte, unweit des Grossmünsters, in eine Heimat an der Spiegelgasse, wo eine neue Geschichte 2009 ihren Anfang nahm. In diesem Jahr wurde Shui Tang zwischen Hirschengraben und Limmat gegründet. Zehn Jahre später ist Shui Tang ein junger Baum des Tees auf dem Zürcher Boden geworden.
Im Hirschen als Zürcher Symbol, der sich einem Teebaum nähert und von den Teeblättern als Elixier kostet, sehe ich das Bild des Anfangs. Heute, zehn Jahre später, haben der Tee und der Hirsch gemeinsam eine Wandlung vollzogen, und es entsteht das neue Bild, auf dem der Tee am leuchtenden Geweih des Hirschen wächst. Tee ist kein exotisches Gut, in welches man Beliebigkeiten hineinprojiziert, Tee ist ein eigenständiger Baum, der hier Wurzeln geschlagen hat. Tee und Hirsch wurden eins.
Dank Simon Trüb und seinem Arrangement entstehen die zwei aussagekräftige und ästhetische Bilder! Sie sprechen für sich selbst.
Dank den vielen Helfern und Mitarbeitern hat Shui Tang die Chance erhalten, sich zu entwickeln, zu wachsen und zu erneuern!
Wenn man Teebäume im tiefen Taiwan und China besucht und unter den riesigen Baumkronen steht, hat man einen anderen Blickwickel auf das Universum. Der Mensch ist ein Provisorium, demütig gegenüber der Natur und der Zeit. Die Zeit ist der wahre Herr. Weil wir wissen, dass wir in einem Provisorium leben, haben wir einen guten Grund, das zehnjährige Bestehen Shui Tangs zu feiern!
In diesem Sinn möchte ich an allen Teefreunden, die mit Shui Tang durch den Tee verbunden sind, meine Dankbarkeit ausdrücken!
Alle Teefreunde, die sich mit Shui Tang verbunden fühlen, sind ganz herzlich eingeladen:
05.10. Degustation mit Jubiläumstee 14-16 Uhr
Teekonzert mit Fabian Müller und Pichin Chieh um 17 Uhr. (Anmeldung erforderlich wegen Vorbereitung von Plätzen: <email-pii>)