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Die Anzeichen auf den Fahrer-Wechsel bei der Scuderia hatten sich in den letzten Wochen verdichtet, nun haben ihn die Verantwortlichen endlich offizialisiert - und damit ganz im Sinne des früheren Ferrari-Präsidenten Sergio Marchionne gehandelt.
Der Ende Juli in Zürich verstorbene Top-Manager hatte sich stets für den Fahrer-Tausch stark gemacht. Zuletzt hatte die Meldung die Runde gemacht, dass Marchionne die Formalitäten für die Rückkehr Leclercs zu Ferrari als Stammfahrer auf die nächste Saison hin längst in einem Vorvertrag fixiert hatte. "Ich danke den Verantwortlichen von Ferrari, dass sie mir diese Chance geben. Ich werde noch härter arbeiten, um sie nicht zu enttäuschen", verkündete Leclerc via Twitter.
Leclerc statt Räikkönen, Jungspund statt Routinier. Die Rochade wird auch für Sebastian Vettel Veränderungen bringen. In Zukunft hat der Deutsche nicht mehr seinen Kumpel an der Seite, der sich in den vier gemeinsamen Jahren fast ausnahmslos in den Dienst des Teams gestellt und eigene Interessen so weit wie möglich zurückgestuft hat. Im zweiten Ferrari wird fortan ein Emporkömmling sitzen, der seine Chance in einem siegfähigen Auto nutzen und den nächsten Schritt in seiner viel versprechenden Karriere machen will.
Der in der Chefetage von Ferrari gefällte Entscheid, Räikkönen nicht weiter zu beschäftigen, ist nachvollziehbar. Mit dem 20-jährigen Leclerc kehrt ein Fahrer zu Ferrari zurück, der dem firmeneigenen Förderprogramm entsprungen ist und die Erwartungen bisher ausnahmslos erfüllt hat - sei es als Gesamtsieger in der GP3-Serie und in der Formel 2 oder nunmehr als Rookie in der Formel 1 als Fahrer der Equipe Alfa Romeo Sauber.
Räikkönen verlässt Ferrari nach insgesamt acht Saisons. Ein erstes Mal hatte der Mitte Oktober 39-jährig werdende Schweiger mit Wohnsitz in Baar im Kanton Zug von 2007 bis 2009 in Diensten der Roten gestanden, das zweite Mal, nach einem zweijährigen Intermezzo in der Rallye-Weltmeisterschaft und zwei Saisons im Formel-1-Team Lotus, seit 2014. Gleich in seinem ersten Jahr wurde Räikkönen als bisher letzter Fahrer von Ferrari Weltmeister.
Gerüchte über eine mögliche Rückkehr Räikkönens zu (Alfa Romeo) Sauber als Folge des Wechsels von Leclerc zu Ferrari hatten schon lange die Runde gemacht. Dass der Finne in Zukunft wieder Teil jener Equipe sein wird, in der er als damals unbekannter Fahrer vor 17 Jahren seine ersten Sporen als Formel-1-Fahrer abverdient hat, darf trotzdem als veritabler Coup gewertet werden. Beim Zürcher Rennstall hat der Finne einen Zweijahresvertrag unterzeichnet. "Es fühlt sich extrem gut an, dorthin zurückzukehren, wo alles begonnen hat", schreibt Räikkönen auf Instagram.
Frédéric Vasseur, der CEO von Sauber Motorsport und Chef des Formel-1-Teams, sieht das Engagement Räikkönens als "wichtigen Teil unseres Projekts. Er bringt uns dem Ziel näher, als Team Fortschritte zu erzielen". Die Equipe wird, davon ist der Franzose überzeugt, von der langjährigen Erfahrung Räikkönens profitieren. "Er wird nicht nur die Entwicklung des Autos unterstützen, sondern das Wachstum und die Entwicklung des gesamten Teams fördern."
Die aufgegleiste Zusammenarbeit mit Räikkönen dürfen Vasseur und seine Gefolgschaft als Wertschätzung für ihre unermüdliche Arbeit im Sinne einer Leistungssteigerung und einer besseren Positionierung im Kreis der Formel-1-Teams betrachten. Ohne den Glauben an das wiedererlangte Potenzial des Rennstalls hätte sich Räikkönen wohl nicht zu einem zweiten Engagement in Hinwil bewegen lassen.
(sda)