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Eine Schwangerschaft stellt in Brasilien nach wie vor ein Risiko dar. In dem südamerikanischen Land ist die Müttersterblichkeit etwa sechsmal so hoch wie in den Industrieländern und zwölfmal so hoch wie in der Schweiz. Als Hauptproblem gilt die Qualität bei den Vorsorgeuntersuchungen und der Betreuung während und nach dem Geburtsvorgang.
Während in der Schweiz die Müttersterblichkeitsrate mit fünf pro 100.000 Lebendgeburten liegt, sterben in Brasilien 60 von 100.000 Frauen während der Schwangerschaft oder bis zu 42 Tage nach der Geburt ihres Kindes. Je nach Region schwanken die Zahlen allerdings erheblich. Laut Nelson Sass von der Universität São Paulo (Unifesp) reichen sie von 44 bis 110 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten.
Theoretisch werden über das öffentliche Gesundheitssystem regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Kritisiert wird dabei jedoch deren Qualität und der Zugang zu diesen. Hinzu kommen überfüllte Krankenhäuser und eine Unterbesetzung dieser mit Ärzten, Pflegepersonal und Betten.
Als Hauptgründe für tödliche Komplikationen während der Schwangerschaft werden Bluthochdruckerkrankungen und Präeklampsie genannt. Nach und während der Geburt stellen schwere Blutungen und Infektionen das Hauptrisiko. Auch die hohe Rate an aus medizinischer Sicht nicht notwendigen Kaiserschnitten spielt eine Rolle.
Bei diesen steht Brasilien weltweit an der Spitze. Der operative Eingriff erhöht allerdings das Risiko schwerer Blutungen durch ein nicht Ablösen der Plazenta sowie von Infektionen.
Die Experten sind sich sicher, dass die Mehrzahl der Komplikationen vermieden werden könnte. Immerhin konnte Brasilien die Müttersterblichkeitsrate aber von 1990 bis 2010 von 143 auf 67,9 senken. Zwischen 2010 und 2015 hat sie hingegen nur um zwölf Prozent abgenommen.