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Nottingham Forest verspielt in der letzten Championship-Runde den schon sicher geglaubten Playoff-Platz doch noch. Das Fernduell mit Swansea ist an Dramatik kaum zu überbieten. Am Ende entscheiden zwei Treffer in der Nachspielzeit und das Torverhältnis.
Nottingham Forest hat eine ruhmreiche Geschichte. 1978 wurden die «Reds» unter dem legendären Trainer Brian Clough als Aufsteiger englischer Meister. In den folgenden zwei Jahren gewann man zweimal den Meistercup, den Vorgänger-Wettbewerb der Champions League. In den 90er-Jahren neigte sich Nottinghams Blütezeit dann aber dem Ende entgegen. 1999 folgte der dritte Abstieg aus der Premier League, seither dümpelte Forest in der Zweit- und Drittklassigkeit herum.
Doch in dieser Saison war alles anders: Erstmals seit Jahren durften sich die Nottingham-Fans berechtige Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Premier League machen. Zwar lagen die direkten Aufstiegsplätze schon bald ausser Reichweite. Doch ein Playoff-Platz schien dank sieben Punkten aus den ersten drei Spielen nach dem Corona-Restart nur noch Formsache zu sein. Sieben Punkte betrug der Vorsprung nach 40 von 46 Runden auf Rang 7. Doch Forest verspielte in den letzten sechs Spielen alles.
Obwohl Nottingham fünfmal in Serie nicht gewonnen hatte und nur drei Punkte holte, war die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag immer noch komfortabel. Drei Punkte betrug der Vorsprung der «Reds» auf Swansea City. Zudem hatte man mit +11 zu +6 das deutlich bessere Torverhältnis.
Was konnte da schon passieren? Das musste doch einfach für die Playoffs reichen …
Doch es reichte nicht. Während Nottingham zuhause gegen Stoke City 1:4 verlor, gewann Swansea bei Reading mit 4:1. Das Torverhältnis gab am Ende den Ausschlag zugunsten der «Swans» und gegen die «Reds». Es war ein Last-Minute-Drama sondergleichen!
Bis zur 73. Minute war Nottingham noch souverän auf Playoff-Kurs, doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Innert fünf Minuten gerieten die «Reds» nach einem Stoke-Doppelschlag 1:3 in Rückstand, Swansea dagegen machte aus einem 1:1 eine 3:1-Führung. Nur noch hauchdünn stand Nottingham in den Playoffs, als die Nachspielzeit anbrach. Ein Treffer auf einem der beiden Plätze – und alles ist auf den Kopf gestellt.
Es kam, wie es kommen musste. In der 91. Minute erzielte Swansea-Joker Wayne Routledge das 4:1 und hievte die Waliser damit auf den Playoff-Platz. Nottingham, das dies natürlich mitbekam und wegen der Anzahl geschossener Tore nun aus den Playoff-Rängen gefallen war, warf noch einmal alles nach vorne. Doch das Tor fiel auf der falschen Seite. In der 96. Minute traf Nottinghams Nuno Da Costa nach einem Konter noch ins eigene Netz und besiegelte so das bittere Schicksal von Forest endgültig.
Die Forest-Fans zuhause oder in den Pubs vor den Bildschirmen konnten es nicht fassen. Unter dem ersten Tweet des Klubs nach dem Schlusspfiff mit der simplen Resultat-Meldung trudelten innert Kürze über 1000 Kommentare ein, in denen die Nottingham-Anhänger ihrem Frust freien Lauf liessen.
Trainer Sabri Lamouchi – einst Spieler bei Inter Mailand – konnte ebenfalls nicht fassen, dass seine Mannschaft die hervorragende Ausgangslage noch verspielt hat.
Während Nottingham also definitiv mindestens ein Jahr länger in der Championship stecken bleibt, geht es für Brentford, Fulham, Cardiff City und Swansea City bereits am kommenden Sonntag in den Playoffs um das letzte Ticket zur Premier League: Swansea trifft zum Auftakt auf Brentford, am Tag darauf tritt Fulham bei Cardiff City an. Der Playoff-Final, bei dem rund 200 Millionen Euro auf dem Spiel stehen, steigt dann am 4. August im Wembley.
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