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Das Bundesamt für Kultur hat am Dienstag im Rahmen des internationalen Filmfestivals Locarno zum ersten Mal einen Tag des Schweizer Films organisiert.
Gleichzeitig hat die Schweizerische Autorengesellschaft drei Stipendien für junge Drehbuchautoren verliehen und die Suisa-Stiftung hat die beste Filmmusik ausgezeichnet.
Das Logo für den Tag des Schweizer Films zeigt einen weissen Leoparden auf rotem Grund und lehnt sich damit an das Festival-Logo an. "Die Farben symbolisieren den Schweizer Film", erklärte Nicolas Bideau, Chef der Sektion Film beim Bundesamt für Kultur (BAK). "Der Leopard ist aggressiv und drahtig und er kann schnell und weit springen, wenn er Lust hat, genau wie der Schweizer Film."
Eine vom BAK produzierte und zu Promotionszwecken gratis verteilte DVD zeigt Ausschnitte aus Filmen von 30 Schweizer Filmemachern. "Die Idee ist, jene Filmemacher zu präsentieren, welche den Schweizer Film in den kommenden Jahren verkörpern werden", erklärt Bideau.
"Es wird sicher Leute geben, die sich wundern, wieso bekannte Autoren wie Alain Tanner fehlen", sagt der Chef der Sektion Film weiter und fügt bei, das BAK plane für 2008 die Produktion einer zweiten DVD.
Premiere auf der Piazza Grande
Am Abend wurde zur Krönung des Schweizer Tages auf der Piazza Grande "Mon frère se marie", das Spielfilmdebüt des Westschweizers Jean-Stéphane Bron gezeigt. Bron war 2003 mit dem Dokumentarfilm "Mais im Bundeshuus" bekannt geworden.
Bron taucht mit seinem intelligenten Sittenbild in den von Lug und Trug geprägten Alltag einer Familie ein. Neben dem hinreissenden Spiel aller Schauspieler besticht der Film vor allem durch sensiblen Humor, der Tragik und Komik pointiert miteinander verbindet.
Preise für Soundtrack und den Nachwuchs
Bereits am Nachmittag wurden die beiden Zürcher Komponisten Balz Bachmann und Peter Bräker mit dem diesjährigen Preis der Suisa-Stiftung für Musik für die beste Filmmusik ausgezeichnet.
Sie erhielten den Preis im Wert von 10'000 Franken für den Soundtrack zum Spielfilm "Jeune homme" von Christoph Schaub.
Zusammen haben sie etwa schon die Filmmusik zu "Ernstfall in Havanna" (2002) oder "Sternenberg" (2003) geschrieben.
Gleichzeitig vergab die Autorengesellschaft SSA drei Stipendien im Wert von je 25'000 Franken für die Verfassung von Originaldrehbüchern für Kino- oder Fernsehspielfilme.
Die Stipendien gingen an Naïma Bachiri für ihr Projekt "Né un 1er Août", an François Bovy und Silvia Pasternac für "Soif" sowie an Mirco Vogelsang aus Zürich für sein Projekt "Das Vermächtnis der Lazariter".
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Filmchef Nicolas Bideau vom BAK will den Schweizer Filmpreis aufwerten, der jeweils im Januar an den Solothurner Filmtagen vergeben wird.
Namentlich soll die Preisverleihung, bei der inzwischen über 500'000 Franken vergeben werden, professionalisiert werden.
Damit soll die Verleihung eine grössere öffentliche Wirkung erhalten.
Neu wird ein Drehbuchpreis im Wert von 15'000 Franken ausgeschrieben. "Das Ziel ist, dass wir bessere Drehbücher und damit auch bessere Filme haben", so Bideau.
Fakten
In der Schweiz sind 250 Filmemacherinnen und Filmemacher aktiv.
2005 wurden 16 Spielfilme, 34 Dokumentarfilme und 209 Kurzfilme (darunter 40 Trickfilme) produziert.
Von den im Jahr 2005 in den Schweizer Kinos gezeigten 383 Produktionen, kamen 49 aus der Schweiz.
Festival Locarno
Die 59. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno dauert noch bis am 12. August.
170 lange Filme sind insgesamt zu sehen.
21 Filme aus 15 Ländern nehmen am Wettbewerb teil.
Das Festival-Budget 2006 beträgt 9,8 Mio. Franken.
2005 besuchten ungefähr 190'000 Personen die verschiedenen Anlässe.