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infosantésuisse-Artikel
Warum steigen meine Prämien stärker als die Teuerung?
Krankenversicherungskosten steigen weit stärker als die durchschnittliche Teuerung in der Schweiz. Zwischen 1997, einem Jahr nach der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) und 2013 sind die Gesamtkosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) von 12,9 auf 27,9 Milliarden Franken oder um 116 Prozent gestiegen, was pro Jahr einem mittleren Kostenwachstum von knapp fünf Prozent entspricht.
Verantwortlich für das rasche Kostenwachstum in der Krankenversicherung ist der starke Anstieg der Leistungsausgaben, vor allem bei den Spitalbehandlungen, den Ärzten und bei den Medikamenten. Dieser Anstieg ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:
- Faktoren, die man nicht beeinflussen will oder kann. Dazu gehören die Fortschritte in der Medizin, der Medizinaltechnik, der Pharmakologie und die demografische Entwicklung.
- Faktoren, die allenfalls langfristig beeinflussbar sind, wie das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung.
- Faktoren, die nur teilweise beeinflussbar sind, wie die wachsenden Ansprüche an die Medizin und an das Gesundheitswesen («Wenn ich schon Prämien zahle, will ich dafür das Maximum »).
- Die Ansprüche steigen mit den neuen Möglichkeiten der Medizin und vor allem mit dem Marketing, das diese bekannt macht sowie mit der Dichte des Angebots.
- Faktoren, die durch entsprechende Massnahmen durchaus beeinflussbar sind wie überhöhte Preise und Tarife, das Überangebot an Spitälern und Spitalbetten, die grosse Dichte an Spezialärzten in Agglomerationen und/oder die Überversorgung an medizinisch-technischen Geräten. Die falschen wirtschaftlichen Anreize, die zu unnötigen Leistungen führen, kann man verändern. (sis)
Grafiken, siehe Beilage.