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Wie aus Bruderliebe Rivalität wurde
Als am 1. Januar 1993 offiziell die Teilung von Tschechien und der Slowakei bekannt gegeben wurde, reagierte auch der Internationale Eishockeyverband. Tschechien durfte in der A-Gruppe verbleiben, während die Slowakei in der C-Gruppe beginnen musste. Die Saat der Zwietracht war gesät. Teil fünf der Geschichts-Serie widmet sich den beiden Nationen.
Die Slowakei war, gelinde ausgedrückt, über den Entscheid des IIHF verärgert. Der damalige Präsident des IIHF, Dr. Günther Sabetzki, hätte seine Arbeit nicht richtig gemacht. Diese Aussage hört man noch heute allenthalben. Die Geschichte des damaligen Neuanfangs der Slowakei ist nach wie vor nicht vergessen. Die Weltmeisterschaften 1993 in Deutschland fanden ohne die Slowaken statt. Erst 1994 konnten sie im eigenen Land den Wiederbeginn des Internationalen Eishockeys feiern. Das Ziel war klar. Aus der dritten Division direkt in die zweite aufsteigen. Doch das Unterfangen war nicht so einfach wie sich dies die Spieler gedacht hatten. In den Spielen gegen die Ukraine (2:2) und gegen Kasachstan(0:0) lies man wichtige Punkte liegen. So musste das Spiel gegen Weissrussland die Entscheidung bringen. Wer als Sieger aus dieser Begegnung hervorgehen würde, würde aufsteigen. Denn die Direktbegegnung musste die Entscheidung bringen. Weissrussland hatte bis dahin jedes Spiel gewonnen. Die Slowaken ihrerseits hatten in den Partien gegen die Slowenen, Ungaren und Bulgaren keinen Treffer zugelassen. Nur die Ukrainer vermochten zwei Tore zu erzielen. Die entscheidende Partie ging danach mit 2:1 zu Gunsten der Slowaken aus. Zusammen mit Miroslav Satan feierte der junge Staat den Aufstieg in die Weltgruppe B.
Im kommenden Jahr spielte die Slowakei vom 12. – 21. April in ihrer Hauptstadt Bratislava um den Wiederaufstieg in die Gruppe A. Ihre Gegner waren Lettland, Polen, Holland, Dänemark, Japan, Grossbritannien und Rumänien. Erneut kam es im letzen Spiel des Turniers zur Entscheidung. Gegen Lettland musste die Slowakei gewinnen. Beide Teams waren bis zu dieser Partie punktegleich. Genau wie im Jahr zuvor konnten die Slowaken dieses wichtige Spiel für sich entscheiden. Die Slowakei war nach drei Jahren Abwesenheit in der internationalen Top-Gruppe wieder in der höchsten Spielklasse angelangt. Dazu trug erneut Miroslav Satan seinen Beitrag zu zusammen mit seinem Sturmpartner Petr Statsny und Ronald Petrovicky bildete man die All-Star Sturmlinie. Dazu kam noch Lubomir Sekeras und Robert Svehla in der Verteidigung. Nur der lettische Torhüter, Sergejs Naumovs, vermochte in die Phalanx der Slowaken im All-Star Team einzudringen.
Wieder in der A-Gruppe angekommen, mussten die Slowaken zu erst hartes Brot essen. In Wien 1996 klassierte man sich auf dem zehnten Platz. Zwei Jahre später in Basel klassierte man sich auf dem 8. Platz. In den kommenden Jahren ging es nun stetig aufwärts. Schrittweise näherte man sich den Topnationen. An der Weltmeisterschaft 2002 in Schweden war man definitiv in der A-Gruppe angekommen. Die Slowakei feierte ihren bisher einzigen Weltmeistertitel. Gegen Russland gewann man das Finale mit 4:3 Toren. Erneut war Miroslav Satan der entscheidende Spieler im Team der Slowakei. Zusammen mit Richard Lintner und Petr Bondra stellten die Slowaken die Hälfte des All-Star Teams. Ein Jahr später kam dann die Revanche der Slowaken an seinem ehemaligen Bruderstaat in Finnland. In einem lange offenen Spiel bezwangen sie Tschechien mit 4:2 und sicherten sich so die Bronzemedaille. Ein Jahr später in Prag stiess man erneut in das kleine Finale vor. Gegen die USA verlor man erst im Penaltyschiessen mit 4:2. Nun verliessen die bestimmenden Spieler die Nationalmannschaft. Ein erster Neuaufbau begann. Dies wirkte sich sofort auf die Ergebnisse der Nationalmannschaft auf. Nach und nach verlor man den Anschluss an die Spitze. Klassierungen unter den ersten vier waren nun Seltenheitswert. Die Slowakei kam vermehrt in die Nähe der Schweizer Nationalmannschaft zu liegen. Anders der Grosse Bruder aus Tschechien. Diese konnten sich in den vergangenen Jahren immer in der obersten Tabellenhälfte platzieren. Anders als die Slowakei spielt den Tschechien auch an den grossen Turnieren der vier besten Nationen Europas mit. Spielen aber die beiden Nationen einmal gegeneinander, so ist denn auch die Rivalität hoch. Dies merkt man nicht nur an kleinen Begebenheiten auf dem Eis, sondern auch den Anfeuerungsrufen der Fans. Die Geschichte lässt sich nun mal nicht Leugnen. Denn die Slowakei ist nach wie vor verärgert. Und erst wenn man sich den Titel gegen die ehemaligen Brüder zu gewinnen vermag, erst dann wird wohl der Zwist beigelegt sein, der einst gesät wurde.