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Als Sänger machte Marko Rothmüller international Karriere. In Zürich, später in Wien, London und New York sang er die grossen Partien von Verdi, Wagner, Puccini und Strauss.
Bereits 1935 kam Marko Rothmüller von Zagreb nach Zürich. Das damalige Stadttheater nahm den jungen Bariton unter Vertrag, zehn Jahre blieb Rothmüller im Ensemble und sang alle grossen Verdi-, Wagner- und Strauss- Partien: von Vätern über Fürsten bis zu Fieslingen. Mit seiner warmen und geschmeidigen Stimme wurde er zur Stütze des Ensembles und zum Liebling des Zürcher Publikums. Aber eigentlich wollte Rothmüller ja Komponist werden, ging nach Wien zu Alban Berg um das Handwerk ordentlich zu lernen. Mit Singen verdiente er sein Leben, komponiert hat er zwar sein ganzes Leben lang, aber aufgeführt wurde wenig. 1941 bei der Gründung von Omanut in Zürich war er die treibende Kraft. In seiner Wohnung an der Hottingerstrasse 32 traf man sich am Abend des 2. Januars.
Ein Podcast von Gabriela Kaegi
1941 ist er nicht nur die treibende Kraft bei der Gründung von Omanut, Marko Rothmüller beginnt auch ein ebenso kühnes wie langwieriges Projekt: er schreibt ein Buch über “Die Musik der Juden”, eine geschichtliche Darstellung, die zur Übersicht und Einführung dienen möge.
Gabriela Kaegi hat den Musikforscher und -vermittler Walter Labhart zu diesem Werk im Speziellen und zu jüdischer Musik im Allgemeinen befragt.
Bruce Duffie: Interview mit Marko Rothmüller, 1985, http://www.bruceduffie.com/rothmuller.html
Walter Labhart: Juden und Judentum im Musikschaffen der Schweiz, in: Jüdische Lebenswelt Schweiz, Zürich, Chronos 2004
Heidy Zimmermann: Was heisst „jüdische Musik“? Grundzüge eines Diskurses im 20. Jahrhundert, in: Jüdische Musik? Fremdbilder – Eigenbilder, herausgegeben von Eckhard John und Heidy Zimmermann, Köln, Böhlau 2004
Mit Dank an Ellinor Landmann