Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03125.jsonl.gz/627

Letztes Jahr wurden in einem Haus in New Hampshire zwei Frauen erstochen. Am Tatort fand die Polizei einen Alexa-Smart-Speaker von Amazon. Alexas beginnen bekanntlich, Geräusche in ihrer Umgebung aufzuzeichnen und auf Amazon-Server zu übermitteln, wenn sie glauben, das Codewort "Alexa" gehört zu haben. Ein US-Richter hat Amazon nun dazu aufgefordert, allfällige von diesem Gerät gemachte Aufnahmen, die Licht auf den Tathergang werfen könnten, vorzulegen. Konkret möchte er alle Aufnahmen aus der Tatnacht sowie den beiden Tagen, die vergingen, bis die Leichen entdeckt wurden. Zudem möchte er auch Daten über allfällige andere Geräte, die in dieser Zeit mit dem betreffenden Alexa-Lautsprecher verbunden waren.
Amazon hat bislang nicht auf diese Aufforderung reagiert. Die erste Begründung ist, dass die Entscheidung des Richters noch gar nicht auf dem ordentlichen Rechtsweg bei den Amazon-Anwälten eingetroffen sei. Danach wird Amazon aber wahrscheinlich Einspruch erheben. In einem Statement erklärte der Online-Riese, er wehre sich grundsätzlich gegen zu breite Eingriffe in die Privatsphäre seiner Nutzer.
Die Nutzerin in diesem Fall ist allerdings nun tot. In einem anderen Gerichtsfall im vergangenen Jahr
hatte Amazon nach anfänglichem Widerstand Alexa-Daten herausgegeben. Dies, nachdem der Besitzer des Geräts, der gleichzeitig der Verdächtige war, seine Zustimmung gegeben hatte. Diese Daten trugen aber letztendlich nichts zur Aufklärung des Falls bei.
Auch im aktuellen Fall ist nicht bekannt, ob auf Amazon Servern überhaupt Aufnahmen aus der relevanten Zeitspanne lagern.
Unabhängig davon dürfte es aber viele User interessieren, welche Daten Alexa eigentlich an Amazon liefert und vor allem welche Daten wie lange von Amazon gespeichert werden. (hjm)