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Hilfe bei Blähungen und Verstopfung
Bei Obstipation sollten Medikamente, die diese begünstigen, abgesetzt werden und eine ärztliche Vorstellung zum Ausschluss von Störungen des Salzhaushalts sowie einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgen. Bei anhaltenden Beschwerden wäre ebenfalls eine Darmspiegelung nötig, um einen Tumor auszuschliessen. Bei Ihnen ist dies bereits erfolgt.
Man unterscheidet bei chronischer Obstipation zwischen Formen mit normaler und verzögerter Transitzeit. Hiernach richtet sich auch die Therapie. Medikamente, die bei allen Formen von Obstipation eingesetzt werden, sind Quellstoffe (z. B. Flo- und Leinsamen), das ähnlich wirkende Macrogol sowie osmotisch wirksame Substanzen, die Wasser aus dem Gewebe in den Darm ziehen (z. B. Glauber- und Bittersalz). Sekretionsfördernde Laxantien (z. B. Senna, Rizinusöl) führen zu einer Sekretion von Wasser und Salzen in das Darmlumen. Ähnlich wirken Medikamente, die an speziellen Rezeptoren im Darm angreifen und so eine sekretionsfördernde Wirkung haben. Daneben gibt es noch Präparate, die als eine Art Gleitmittel wirken und die Darmpassage erleichtern (Paraffinöl). Bei verzögerter Transitzeit kommen zudem Präparate zum Einsatz, die die Darmtätigkeit fördern. Leinsamen gehören zu den Quellstoffen. Diese werden, wie andere Faserund Ballaststoffe, welche vor allem in Vollkornprodukten, Gemüse und Obst vorkommen, nicht vom Darm aufgenommen, sondern quellen dort auf und machen so den Stuhlgang weicher.
Für ihre Wirkung benötigen sie ausreichend Flüssigkeit; sie sollten also mit viel Wasser eingenommen werden. Andernfalls entziehen sie dem Körper Wasser oder können bei Diarrhoe den Stuhlgang auch fester machen. Die allgemeinen Empfehlungen für die Einnahme sind 30 bis 45 Gramm (ca. 3 EL in einem grossen Glas Wasser) am Tag verteilt zu den drei Hauptmahlzeiten. Leinsamen können zeitlich unbefristet verwendet werden. Leinöl hat einen anderen Effekt. Es wirkt ähnlich wie Oliven- oder Erdnussöl als mildes Abführmittel, da es ähnlich wie Paraffinöl einen Gleitfilm bildet und die Fettsäuren nach Aufspaltung im Darm die Schleimhaut reizen und zur Sekretion anregen. Die Dosierung ist individuell. Richtwert sind ca. 50 ml