Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03200.jsonl.gz/1568

Ist vielleicht von dem auf dem
Land dem schweren Lastwagen oft vorgezogenen leichten Fuhrwerk, dem sog. Rennwägeli, herzuleiten und würde dann ursprünglich
solche
Wege oder Siedelungen bedeuten, die nur mit diesem leichten
Wagen befahren oder erreicht werden konnten.
(Piz)(Kt. Graubünden,
Bez. Vorderrhein).
2759 m. Gipfel in der Gruppe des
Piz Medel, 6-7 Stunden s.
Somvix. Bildet zusammen mit dem Culmei
(2617 m) das O.-Ende der kurzen Kette des
Piz Sentert (2952 m), die der Medelsergruppe im N. vorgelagert
und von ihr durch das
Val Lavaz getrennt ist. Am N.- und
O.-Hang des Piz Rentiert und des Cuimet liegt die schöne und grosse
Alp Rentiert, von der aus beide Gipfel bequem bestiegen werden können.
Der
Repetsch war aller Wahrscheinlichkeit nach von jeher ein strategisch wichtiger Punkt, über den schon im grauen Altertum
Verbindungswege führten, die als die Vorläufer der heutigen
Strassen anzusehen sind. Spuren einer
Römerstrasse
sieht man von
Les Malettes bis
Cornol noch heute. Der Sennberg
Sur Repais, auf dessen Mitte sich die
Caquerelle befindet, war
eine alte druidische Kultstätte, an die heute noch zahlreiche Legenden, sowie der sog.
Roc de l'Autel und
der
Roc du Vilain oder
Roc du
Diable erinnern.
Nach der Einführung des Christentums verschwand der heidnische Kultus allmählig, doch zündete man noch im 16. Jahrhundert
die sog. Sabbatfeuer an. Man baute hier die Pfarrkirche
Saint Martin de Repais, die während des 30 jährigen Krieges zerstört
wurde und deren Steine man zum Teil zum Bau der neuen
Kapelle zu St. Josef und
St. Martin auf der
Caquerelle
(s. diesen Art.) benutzte. Der 1901 abgebrannte, berühmte alte Gasthof auf der
Caquerelle ist 1905 durch einen Neubau ersetzt
worden.
Viehzucht. Hier ging eine den Höhen folgende
Römerstrasse von
Avenches nach
Vevey durch, die noch im Mittelalter benutzt wurde. 1900 hat man einen Münzschatz aufgedeckt, bestehend aus
einer Anzahl von goldenen und silbernen Savoyer-, Schweizer- und Italienermünzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
1165 m.
Weiler, am Fuss des das tiefere Gehänge des
Six Blanc bekleidenden
Waldes von Larzolet und 1 km ö.
Orsières, gegen welches Dorf hinunter der Hang eine Reihe von übereinander liegenden Aeckern
trägt. 19
Häuser, 117 kathol. Ew. Kirchgemeinde
Orsières.
(Kt. Zürich,
Bez. Affoltern
und Zürich).
700-385 m. Linksseitiger Nebenfluss der
Limmat, in die er unterhalb
Dietikon
mündet. Als Quelle ist der
Krebsbach zu betrachten, der am
W.-Hang des
Albis beim
WeilerTeufenbach in etwa 700 m entspringt.
Er bildet den
Türlersee (s. diesen Art.) und fliesst von da an unter dem Namen Reppisch in engem Thal erst nordwärts, dann
nw. und zuletzt wieder n., um nach 24 km langem
Lauf bei
Dietikon in 385 m zu münden. Das Einzugsgebiet
umfasst 69 km2, und die Wasserführung schwankt zwischen dem Minimum 0,3 m3 und dem Maximum 190 m3. Die Reppisch
ist von oberhalb
Dietikon bis zur Mündung korrigiert und wird von einem Teil der industriellen Betriebe
Dietikon's als Triebkraft benutzt.
¶
mehr
Eigentümlich ist die Geschichte dieses Flusses. Er existiert nämlich erst seit der letzten Vergletscherung. Vorher flossen
die vielen Bäche vom Albis herunter alle gegen W. und vereinigten sich zu dem Flüsschen Jonen, das damals in dem breiten Thal
Affoltern-Hedingen-Birmensdorf-Urdorf nach N. ging und etwa oberhalb Dietikon in die Limmat mündete. Während
der letzten Eiszeit wurde dieser alte Thallauf durch die Endmoränen der östl. Zunge des Reussgletschers zerstückelt: Der
äusserste Wall (in diesem Thal) schloss das Stück n. von Oberurdorf ab, so dass es zu einem Trockenthal ohne Fluss wurde.
Der zweite Wall geht s. Birmensdorf und der dritte bei Bonstetten quer durch das alte Jonenthal. Dieser
letztere wies die Jonen aus ihrem alten Thal hinaus, worauf sie sich ein neues Bett nach W. einschnitt, um nun seither der Reuss
zuzufliessen. Gleichzeitig entstand nun die Reppisch. Der Reussgletscher lagerte nämlich seine Seitenmoräne an den W.-Hang
des Albis und zwang dadurch alle vom Albis kommenden Bäche, diesem entlang nach N. zu fliessen. Die Reppisch
schnitt sich bei dem bedeutenden Gefälle bald tief in die Unterlage der Moränen, in die Molasse, ein.
Bei Wettswil, wo die rechte Seitenmoräne in die erwähnte zweite Endmoräne übergeht, musste sie sich nach W. wenden, wodurch
sie in das alte Jonenthal kam. Aber sie konnte ihm nicht weiter folgen, da die nördlichste erste Endmoräne
den Ausgang verbarrikadierte. Sie wendete sich deshalb noch weiter nach W. und benutzte die erste flache Lücke zum Durchbruch
nach N., nämlich die zwischen dem Honert und dem Herrenberg. Auch hier schnitt sie sich rasch ein tiefes
Thal in die Molasse. So besteht also das Thal der Reppisch aus drei verschiedenen Stücken: a) dem Oberlauf in einem
jungen, engen Thal, an dessen Abhängen infolge der Vertiefung der Thalsohle Nachrutschungen häufig sind, b) dem
breiten Thalkessel von Birmensdorf, der quer aus dem alten Jonenthal herausgeschnitten ist und c) dem
jungen, schluchtenähnlichen Unterlauf bis nach Dietikon, der ebensolche Rutschungen zeigt, wie der Oberlauf.
Darnach richten sich auch die Siedelungen. Das einzige grosse Dorf im Thal ist Birmensdorf (Dietikon liegt schon in der Ebene
des Limmatthales), sonst finden sich nur kleine Weiler und Einzelhöfe. Zahlreich sind die Mühlen und
kleineren Fabriken, die von dem raschen Flüsschen getrieben werden; aber ein Zentrum für grosse Industrie ist nirgends
vorhanden, ausser am Ausgang bei Dietikon. Vergl. Wettstein, Alex. Geologie vonZürichund Umgebung.Zürich
1885.