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Minimalisten müssen 3,75 Millionen zahlen
Die Minimalisten boomen – sämtliche Laufschuhhersteller haben in ihrem Sortiment einen sogenannten Barfuss-Schuh. Einige dieser Treter sehen aus wie herkömmliche Laufschuhe, wie etwa der Nike Free oder der Gel-Excel 33 3, das Pendant von Asics. Bei anderen ist auf den ersten Blick sichtbar, dass der Hersteller so wenig Material verarbeitet hat wie nur möglich – so etwa bei der Minimalisten-Version von Adidas. Einige der Treter beschränken sich darauf – eine bessere Sohle zu sein. Am deutlichsten sind die Minimalisten oder Naturalrunner denn auch im Five Finger von Vibram zu erkennen. Der Trend weg von den übermässig gedämpften Laufschuhen, welche den Fuss- und Wadenmuskeln die Arbeit abnehmen, hin zu den kaum gesohlten Tretern, die eben diese Muskeln wieder spielen lassen, bescherte den Sportartikelherstellern volle Kassen.
Nun droht ihnen ein amerikanisches Gericht einen Strich durch die Erfolgsrechnung zu machen: Vibram USA sah sich gezwungen, mit einer Kundin einen Vergleich abzuschliessen, der es in sich hat. Wie Runner’s World schreibt, ging Valerie Bezdek aus dem Bundesstaat Massachusetts gegen den Schuhhersteller vor. Sie beschuldigt ihn, in seiner Werbung vorzugeben, die Five Fingers würden Fussverletzungen reduzieren und die Fussmuskeln stärken – ohne diese Theorien auf wissenschaftliche Ergebnisse stützen zu können. Mit dieser medizinischen Behauptung habe sich Vibram illegalerweise auf dem Rücken seiner Kunden bereichert. Ähnliche Klagen gingen in Kalifornien und Illinois ein.
Die Minimalschuh-Firma hat klein beigegeben, bevor es zu einem juristischen Präzedenzfall kam: Sie hat sich verpflichtet 3,75 Millionen Franken zu hinterlegen, um damit Kunden eine Rückerstattung von 94 Dollar pro Schuhpaar zu garantieren, die ihren Five Finger zwischen dem 21. März 2001 und dem Vergleichsdatum gekauft haben. Vibram hat eigens dazu eine Internetseite aufgeschaltet (www.fivefingerssettlement.com).
Damit aber nicht genug. Dem Minimalschuhhersteller ist fortan untersagt, in Marketingkampagnen zu behaupten, die Five Fingers würden die Fussmuskeln stärken oder das Verletzungsrisiko reduzieren – bis es dafür neue wissenschaftliche Beweise gibt. Platzt nun die Minimalschuh-Blase?