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Weshalb engagieren Sie sich für Solidarit’eau suisse?
Solidarit’eau suisse eignet sich hervorragend dazu, den Ländern des Südens zu helfen, ihre Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auszubauen und leistungsfähiger zu machen. Die Idee, die dieser Multimediaplattform zugrunde liegt, ist ebenso einfach wie genial: Dank der finanziellen Beiträge von Schweizer Gemeinden und Wasserwerken werden Entwicklungsprojekte in Ländern des Südens finanziert.
Ich bin der Meinung, dass Länder wie die Schweiz, die ihren Wasserbedarf problemlos decken können, den Ländern helfen sollten, die weniger privilegiert sind. Gelingt es zahlreichen kleinen Gemeinden und Körperschaften, jedes Jahr ein paar Hundert Franken beiseitezulegen und schweizweit einzusammeln, dann können mit diesem Betrag viele Projekte in Entwicklungsländern finanziert werden.
Bei meiner Zusammenarbeit mit Solidarit’eau suisse, die vor vier Jahren begann, stelle ich meine persönlichen Überzeugungen in den Dienst einer Sache: der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die grundlegende Bedeutung von Wasser für die Menschheit.
Was sind Ihre Aufgaben als Wasserbotschafter?
Meine Hauptaufgabe ist es, möglichst viele Menschen durch mein persönliches und mein berufliches Netzwerk für Solidarit’eau suisse zu mobilisieren. Ich informiere vor allem in Bündner Gemeinden über die Funktionsweise und die Finanzierung von Solidarit’eau suisse. In meinem Kanton gibt es mehr als genug zu tun, und zudem kann ich Menschen, die ich gut kenne, leichter überzeugen.
Als Schwimmsportler kann ich durch Langstreckenexpeditionen eine breite Öffentlichkeit auf Solidarit’eau suisse aufmerksam machen. Im August letzten Jahres schwamm ich durch den Lago Maggiore und den Tessin hinunter, um während der Weltausstellung 2015 in Mailand anzukommen. In drei Tagen und zwei Nächten legte ich 100 Kilometer im Wasser und dort, wo das Wasser zu flach war, 20 Kilometer zu Fuss zurück.
Bei meiner Rheinexpedition 2014 schwamm ich in 44 Tagen mehr als 1000 Kilometer. Wenn man wochenlang praktisch im Wasser lebt, wird man sich seiner Schönheit bewusst – aber auch der Gefahren, denen es ausgesetzt ist. Ich habe gesehen, wie wichtig Wasser für die Tätigkeiten des Menschen ist und wie extrem es teilweise ausgebeutet wird.
Durch meine Expeditionen möchte ich auf die Probleme im Zusammenhang mit Wasser aufmerksam machen und damit Aktionen und Massnahmen zum Wasserschutz und zur Verbesserung der Wasserqualität fördern.
Warum engagieren Sie sich für Wasser?
Wasser fasziniert mich. Kein Mensch kann ohne Wasser leben. Haushälterischer Umgang mit Wasser ist eine Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft. Vielen Bündnerinnen und Bündnern ist nicht wirklich bewusst, wie wichtig Wasser für die lokale Wirtschaft ist, denn bei uns gibt es Wasser im Überfluss, und zudem ist es leicht zugänglich. Viele denken nicht daran, dass die Zukunft unserer Skigebiete vom Wasser abhängt und dass ein Grossteil des bei uns verbrauchten Stroms mit Wasserkraft produziert wird.
Laut UNO ist der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ein Menschenrecht. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung nennt dieses Anliegen in ihrem Ziel 6. Alle Staaten müssen zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen. Es ist dringend notwendig, sich dafür einzusetzen, die Lage der zwei Milliarden Menschen zu verbessern, die kaum Zugang zu sauberem Wasser haben und die vorwiegend in Entwicklungsländern leben.
Warum ist die Nord-Süd-Solidarität in Ihren Augen so wichtig?
Weltweit hat einer von drei Menschen keinen unmittelbaren Zugang zu sanitären Anlagen. In vielen Ländern werden die wenigen Gewässer sehr oft stark ausgebeutet und durch Tätigkeiten des Menschen verschmutzt. Ich halte es für selbstverständlich, dass die Wasser-Privilegierten zur Deckung der Grundbedürfnisse jener beitragen, die nicht über genügend Mittel verfügen. Das ist eine Frage der Empathie.
Solidarit’eau suisse appelliert an alle interessierten Vereinigungen und Körperschaften im Norden und im Süden, an der Lösung dieser Probleme mitzuwirken. Die technischen und finanziellen Mittel sind im Allgemeinen im Norden konzentriert. Doch die Begünstigten vor Ort setzen sich mit dem gleichen Engagement für die Durchführung der Projekte ein. Im Übrigen haben sich viele unter ihnen das entsprechende Know-how angeeignet, weil sie wissen, dass sie erhebliche Wassereinsparungen erreichen können.
Wenn Sie anlässlich des Weltwassertags eine einzige Message übermitteln könnten – was würden Sie sagen?
Dass wir alle solidarisch sein müssen, damit alle Menschen der Erde ausreichend Wasser haben. In Graubünden bin ich in der glücklichen Lage, über sauberes Wasser im Überfluss zu verfügen, und ich möchte das für möglichst viele Menschen nutzen. Das verstehe ich unter Solidarität.