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Sehnenscheiden sind Bindegewebshüllen, welche die Sehnen ernähren und ihnen ein annähernd reibungsfreies Gleiten ermöglichen. An der Beugeseite (Unterseite) der Finger umschliessen sie wie Röhrchen die Sehnen und führen deren Bewegungsrichtung. Am Hand- und Fingerrücken (Oberseite) und um die Achillessehne entsprechen die Sehnenscheiden mehr einem lockeren, verschiebbaren Überzug.
Mechanische Reize, rheumatische Vorgänge (s. Rheuma) und bakterielle Infektionen können zur Entzündung von Sehnenscheiden führen, wobei sich wegen ihres unmittelbaren Kontakts dann oft auch die Sehnen selbst entzünden. Der Ausdruck „Tendovaginitis“ entspricht dem Befall dieser beiden Strukturen. Er stammt von den lateinischen Wörtern „tendo“ (Sehne) und „vagina“ (Hülle, Scheide); die Wortendung „-itis“ bedeutet Entzündung.
Es gibt zwei Formen der Sehnenscheidenentzündung, die sich in ihren Ursachen grundsätzlich unterscheiden:
Leitsymptom ist in jedem Fall der Schmerz – zunächst beim Bewegen, später auch in Ruhe. Der Körperteil mit dem betroffenen Gelenk wird instinktiv ruhig gehalten. Charakteristisch sind Schwellung, gerötete und überwärmte Haut, manchmal fühlbares Knirschen und Reiben der Sehne.
Mit Ruhigstellen, Kühlen und einer entzündungshemmenden Salbe kann versucht werden, Entzündungen auf der Streckseite des Handgelenks und im Bereich der Achillessehne selber zu behandeln. Je früher mit diesen Massnahmen – insbesondere mit dem Ruhigstellen – begonnen wird, desto eher ist eine Heilung möglich. Bewegen soll man erst wieder, wenn die Entzündung abgeklungen ist, was nach zwei Wochen der Fall sein sollte.
Eine akute, schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung in der Hohlhand oder an der Beugeseite eines Fingers erfordert eine notfallmässige ärztliche Beurteilung; bis dahin kann man den klopfenden Schmerz durch Hochhalten der Hand und kühle Umschläge zu mildern versuchen.
Bei anhaltendem, starkem Schmerz oder Rötung und Überwärmung auf den Beugeseiten der Finger, bei Fieber oder dem ominösen roten Streifen am Vorderarm ist der Arztbesuch dringlich.
Wenn nicht von einer Infektion auszugehen ist – insbesondere an den Streckseiten der Hände und an der Achillessehne –, genügt in der Regel das Ruhigstellen des betroffenen Gelenks durch einen starren Verband (Gips- oder Kunststoffschiene). Entzündungshemmende Medikamente (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR) ergänzen die Therapie. Reichen diese Massnahmen nicht aus, kommen lokale Injektionen mit einem Kortisonpräparat in Frage. Daneben finden auch Ultraschall- oder Elektrotherapie sowie Akupunktur Anwendung. Ob eine rheumatische Grundkrankheit zugrunde liegt, ergeben allenfalls separate Untersuchungen, unter anderem des Blutes.
Infektion einer Sehnenscheide: Eine Eiteransammlung in einer Sehnenscheide muss operativ entleert werden, da die Sehne durch den Eiter angegriffen wird und absterben kann. Die Nachbehandlung besteht im Ruhigstellen mit einer Schiene und Hochlagern des Arms sowie in einer Antibiotikabehandlung. Eine ergotherapeutische Rehabilitation der Hand- und Fingerfunktion schliesst sich an.