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da concerto composta sopra canti Fermi, 1610
Claudio Monteverdi: „Marienvesper”
Über die Entstehung und Erstaufführung der Marienvesper gibt es keine gesicherten Angaben. Wahrscheinlich bewarb sich der am Hof in Mantua bedienstete Claudio Monteverdi mit dem Druck des Werkes um eine andere Stelle, womöglich in Rom.
Eine Aufführung zu Lebzeiten ist nicht belegt; eventuell waren einzelne Teile 1608 im Rahmen einer fürstlichen Hochzeit in Mantua zu hören. Anzunehmen ist, dass die Marienvesper in den Jahren vor 1610 entstand in unmittelbar zeitlicher Nähe zur Jahrhundertwende. Parallelen sind zu sehen zwischen Galileo Galilei und Claudio Monteverdi, welche beinahe auf das Jahr genau Zeitgenossen waren. Gilt Galilei als „Begründer der modernen Wissenschaft” (D. Guaccero), so stand Monteverdi im Zentrum eines musikalischen Umbruchs und war maßgeblicher Wegbereiter der „nuove musiche”. Dieser neue italienische Stil, der sich in den neuentstehenden Gattungen, der Oper, der Solokantate und des geistlichen Konzerts zeigte, bedeutete die Ablösung des niederländischen Stils und damit der polyphonen Motette.
Die Marienvesper ist beispielhaft für diese neue Art des Komponierens, der „seconda pratica”, deren Parameter Sologesang mit Begleitung, Generalbass, konzertierendes Element und individueller Textausdruck Claudio Monteverdi hier meisterhaft ausarbeitet. Das Besondere der Marienvesper ist, dass Monteverdi in ihr Neues mit Altem verbindet - die Elemente des Neuen Stils werden mit der kontrapunktischen „prima pratica” des alten Kirchenstils kontrastiert.
Sind es diese Gegensätze die uns die Marienvesper wie kaum ein anderes Werk dieser Epoche als ungemein aufrüttelnd empfinden lassen? Die Marienvesper, als musikalisches Abbild einer aufregenden, vitalen Epoche, zählt zweifelsohne zu den grössten Schätzen der Musikgeschichte.
Die Basler Vokalsolisten werden mit diesem grandiosen Werk in verschiedenen Städten der Schweiz zu hören sein. Das Besondere bei dieser „Tour de Suisse” ist, dass die Marienvesper in den beiden verschiedenen Fassungen zur Aufführung kommen wird - zum einen mit Basso Continuo Begleitung einschließlich der Zweitvertonung des Magnificat, zum anderen mit grossbesetztem Instrumentalensemble.
Eine faszinierende Aufgabe für die Basler Vokalsolisten und il desiderio und gleichzeitig die Möglichkeit für die Zuhörenden, dieses grossartige Werk noch detaillierter und facettenreicher kennen zu lernen und zu erleben.