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Ein Jahr nach dem Ausstieg markiert UBS wieder Präsenz im südamerikanischen Wachstumsland: Sie schluckt einen Broker-Dealer.
Die UBS hat eine Vereinbarung zur Übernahme des brasilianischen Brokerage-Unternehmens Link Investimentos abgeschlossen; der Preis liegt bei 195 Millionen brasilianischen Real (rund 110 Millionen Franken).
Der Deal muss noch durch die brasilianische Zentralbank genehmigt werden; Ziel ist es, die Transaktion im vierten Quartal abzuschliessen.
Link Investimentos wurde 1998 als unabhängiger Broker-Dealer gegründet und hat Niederlassungen in São Paulo (Bild) und Curitiba. Die Gesellschaft ist einer der grössten unabhängigen Broker-Dealer Brasiliens und besitzt eine starke Marktstellung in den Bereichen Aktien, Aktienresearch und Aktienderivate sowie bei börsengehandelten Devisen-, Fixed-Income- und Rohstoffprodukten.
Auch Wealth Management und Asset Management
Bei den börsengehandelten Fixed-Income-Produkten und den börsengehandelten Rohstofftiteln ist Link Investimentos seit 2002 brasilianischer Marktführer.
Zudem erbringt Link Investimentos private Vermögensverwaltungs- und Asset-Management-Dienstleistungen.
Das Brokerage-Unternehmen wurde bislang als Private Partnership geführt. Es beschäftigt 279 Mitarbeiter, darunter 73 Partner.
Die UBS will nun 100 Prozent der Aktien der Link Holding Financeira S.A. zu übernehmen, also der Mutter von Link Investimentos.
Die Geschäfte von Link Investimentos werden in alle Unternehmensbereiche der UBS integriert: Investment Bank, Wealth Management und Asset Management. Nach Abschluss der Transaktion wird die kombinierte Einheit in Brasilien in UBS umbenannt werden.
Nicht übernehmen wird UBS das Online-Brokerage-Geschäft von Link Investimentos.
«Wir brauchen Onshore-Kapazität»
Carsten Kengeter, Co-CEO von UBS Investment Bank, erklärt: «Auf Brasilien, das 2015 voraussichtlich zur fünftgrössten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen wird, entfallen zwei Drittel der Wirtschaftskraft Lateinamerikas. Wir brauchen Onshore-Kapazitäten, um unsere Kunden in einem weltweit wichtigen Markt wie Brasilien erfolgreich betreuen zu können.»
Alex Wilmot-Sitwell, Co-CEO von UBS Investment Bank, lässt sich zitieren mit dem Satz: «Wir erachten Brasilien als strategisch wichtigen Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial. Die Übernahme von Link Investimentos ermöglicht es UBS, ihre Präsenz neu aufzubauen und ihre Stellung in Brasilien zu stärken.»
Raus und rein in Brasilien
Der Kauf ist auch ein Comeback, wenn auch in sehr viel kleinerem Stil. Im April letzten Jahres hatte UBS seine damalige Brasilien-Tochter verkauft – in einem der ersten grossen Schritte unter Oswald Grübel –, um die Risiken zu senken.
Die brasilianischen Geschäfte wurden an den ehemaligen Eigentümer, Andre Esteves, zurückverkauft. Dieser hatte seine Investmentbank Pactual für rund drei Milliarden Dollar an die UBS verkauft. Esteves nahm sein ehemaliges Unternehmen für 2,5 Milliarden Dollar wieder zurück und knöpfte der UBS damit innert kurzer Zeit 500 Millionen Dollar ab.
Laut Berichten in der brasilianischen Presse bereuten die Verantwortlichen in Zürich schon bald den überhasteten Verkauf. Denn kurz darauf war abzusehen, dass sich Brasilien in der globalen Wirtschaftskrise besser schlagen würde als viele andere Länder.
Die brasilianische Börse hat das letzte Jahr mit einem Kursanstieg von 83 Prozent weltweit am besten abgeschlossen. Von dieser Entwicklung profitierten Konkurrenten wie die Credit Suisse, welche ihre Stellung dadurch deutlich ausbauen konnte.