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Geschichte
Ein Ort im Wandel der Zeit
Mit der Geschichte der Gemeinde Meiringens und des Amtsbezirks Oberhasli seit der Besiedlung vor rund 1200 Jahren liesse sich ein Buch füllen.
Diese Seite soll einen kleinen Einblick in die jüngere Geschichte von Meiringen bieten. Die Darstellung konzentriert sich auf die letzten 150 Jahre, in denen sich die Ortschaft zu dem entwickelte, was sie heute ist - ein international bekannter Touristenort, der auch für die lokale Bevölkerung attraktiv ist.
Wer genaueres wissen möchte, kann sich in der "Geschichte der Landschaft Hasli" von Gottlieb Kurz und Christian Lerch (ISBN 3 85583 001 0) informieren (erhältlich bei der Buchhandlung Jenny und Banholzer AG, Meiringen)
um 1850
Vor rund 150 Jahren herrschte in Meiringen grosse Armut. In den heimischen Küchen wurden aufgrund einer Hungersnot gar Nesseln, Kräuter und Gräser gekocht und gegessen. Um 1850 sanken die Löhne eines gewöhnlichen Arbeiters auf sechs alte Batzen (86 Rappen) Taglohn. Ein ungewöhnlicher Industriezweig, der im Oberhasli und unter anderem auch in Meiringen in den folgenden Jahren ein wenig Wohlstand brachte, war die Seidenweberei. Es ist wohl kaum verwunderlich, dass bis in diese Zeit hinein viele junge Männer den Dienst in einer Armee in der Fremde (meist bei den Neapolitanern oder den Holländern) dem ärmlichen Leben in der Heimat vorzogen.1854 rückte Meiringen durch die Errichtung des Telegraphen der übrigen Welt bedeutend näher – auch wenn mancher Dorfbewohner dafür wohl noch nicht bereit war. So wollte beispielsweise das alte "Steffel Anni" seinem Hans ein Paar Strümpfe mit dem Telegraphen senden. Ausserdem verursachten die "singenden" Stangen damals oft noch einen Menschenauflauf. Auch bezüglich der verkehrstechnischen Erschliessung gabs in diesem Jahrzehnt einen Fortschritt: Ab 1856 fuhr das erste Dampfschiff auf dem Brienzersee. Zuvor musste mit Ruderbooten über den See gesetzt werden.
um 1860
...wurde eine Fahrstrasse über den Brünig gebaut. Leider aber nicht nach Meiringen, weshalb nachträglich eine Verbindungsstrasse von Meiringen nach dem Brünig erstellt werden musste. Dies wurde notwendig, weil Meiringen aufgrund der ursprünglichen Strassenführung in Richtung Brienz förmlich vom Fremdenverkehr abgeschnitten wurde. Dieser war jedoch für den Ort überlebensnotwendig. Meiringen – eigentlich das Oberhasli generell – wurde häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Nachdem in den Jahren 1852-62 durch Arbeiten im Bödeli (Raum Interlaken) der Spiegel des nahegelegenen Brienzersees um 3 1/2 Fuss tiefer gelegt worden war, beschloss der Grosse Rat, das Haslital zu entsumpfen.
Quelle: aus «Geschichte der Landschaft Hasli» von Gottlieb Kurz und Christian Lerch
Für die Ereignisse ab dem Jahr 1900 verweisen wir auf eine Artikel-Serie von Birgit Scheidegger. Die Serie wurde in der Lokalzeitung "Oberhasler" publiziert und kann bei der Redaktion bestellt werden (Der Oberhasler, Verlag und Redaktion, Rudenz 2, 3860 Meiringen).