Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/257392

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen mit welchen Instrumenten in der Gastronomie der Anteil an biologischen Nahrungsmitteln und Getränken verbindlich und transparent deklariert und entsprechende Initiativen der Branche (u.a. Labels, Bio-Sterne) unterstützt werden können. In einem ersten Schritt soll der Fokus bei der Gemeinschaftsgastronomie liegen (u.a. Grossküchen von Spitälern, Unternehmen, Schulen, Kitas, Universitäten), in einem weiteren Schritt ist die Ausweitung von Bio-Transparenz-Labeln auf die gesamte Gastronomie zu prüfen. In einem Bericht soll der Bundesrat aufzeigen welche Möglichkeiten er dazu hat. Ansätze liegen dabei bei der Förderung der Ausbildung in der nachhaltigen Gastronomie (aktuell: <a href="http://www.biocuisine-bildung.ch">www.biocuisine-bildung.ch</a>) oder von Netzwerken von Nachhaltigkeitscoaches, welche die Betriebe unterstützen. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Einsatz von Instrumenten zur verbindlichen Angabe des Anteils an biologischen Lebensmitteln wäre sehr komplex. Gastronomiefachleute müssten nämlich diesen Anteil in ihrem Angebot täglich bewerten, da er je nach Menü, Lieferant, Saison und Herkunft variieren kann. Dies würde den Arbeitsaufwand zusätzlich erhöhen. Zudem müsste eine unabhängige Kontrolle eingeführt werden, was Kosten verursachen würde und zeitaufwändig wäre.&nbsp;</p><p>Um die Verantwortlichen der Gemeinschaftsgastronomie in ihrer Arbeit zu unterstützen, hat die Berner Fachhochschule im Auftrag des Bundes im Jahr 2009 Schweizer Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie entwickelt. Diese wurden 2015 überarbeitet und sind auf der Website des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV;&nbsp;<a href="http://www.blv.admin.ch"><span style="color:windowtext;">www.blv.admin.ch</span></a> &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Gemeinschaftsgastronomie &gt; Schweizer Qualitätsstandards) veröffentlicht. Die festgelegten Kriterien tragen zu einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung bei.&nbsp;</p><p>Derzeit entwickelt<span style="background-color:white;color:#454545;">&nbsp;</span>das BLV zwei praktische Leitfäden im Rahmen dieser Schweizer Qualitätsstandards. Sie beinhalten Empfehlungen und Checklisten zur Selbstevaluation, die es den Gastronomiefachleuten erlauben, auf freiwilliger Basis den Ist-Zustand zu ermitteln und den möglichen Optimierungsbedarf zu erkennen. Die Empfehlungen betreffen unter anderem die Ausgewogenheit und Nachhaltigkeit des Lebensmittelangebots, die Lebensmittelverschwendung und die Kommunikation mit den Konsumentinnen und Konsumenten. Auch der Kauf von biologischen Lebensmitteln wird einbezogen. Die Publikation dieser Leitfäden ist für Anfang 2024 geplant.</p><p>Auf der Grundlage der Verordnung über die Förderung von Qualität und Nachhaltigkeit in der Land- und Ernährungswirtschaft (QuNaV; SR&nbsp;910.16) unterstützt das Bundesamt für Landwirtschaft das Projekt von Bio Suisse «Offensive Gemeinschaftsgastronomie», das den Zweck verfolgt, den Anteil der Bioprodukte in diesem Bereich zu erhöhen. Im Jahr 2021 erfolgte im Rahmen einer Vorstudie eine Standortbestimmung, und es wurden Lösungen zur Erhöhung dieses Anteils definiert. Das auf vier Jahre angelegte Projekt startete 2022 mit einer Unterstützung von insgesamt 1,2&nbsp;Millionen Franken. Das in der Begründung des Postulats erwähnte Label «Bio Cuisine» ist einer der Schwerpunkte des Projekts.</p><p>Insgesamt sind die Schweizer Qualitätsstandards und die Praxisleitfäden geeignete Instrumente für die Förderung von Gesundheit und Nachhaltigkeit. Der Bund kann bereits heute subsidiär Initiativen der Branche unterstützen. Ein Bericht brächte keinen Mehrwert.</p>