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Mit steigenden Omikron-Infektionszahlen wächst auch die Sorge vieler stillender Mütter. Könnten sie im Falle einer Ansteckung das Corona-Virus mit der Muttermilch an ihr Baby weitergeben? Eine kalifornische Studie - die bisher grösste Studie zu Muttermilch und Sars-CoV-2 - gibt jetzt Entwarnung und bestätigt die Ergebnisse einer kleineren italienischen Studie: Genetisches Material des Coronavirus lässt sich zwar in der Brustmilch von infizierten Müttern nachweisen, dies führt aber nicht zu infektiösen, sich replizierenden Viruspartikeln, der sogenannten subgenomischen RNA (SgRNA).
Von den 110 stillenden Frauen wiesen 65 einen positiven COVID-19-PCR-Test auf, 9 hatten Symptome, wurden aber negativ getestet, und 36 waren symptomatisch, wurden aber nicht getestet. In der Muttermilch von sieben Frauen fand sich genetisches Material von Sars-CoV-2, jedoch ohne Hinweis auf infektiöse Viren. Die Babys, die von diesen Müttern gestillt wurden, wurden zwar nicht getestet, zeigten aber keine klinischen Anzeichen einer Infektion.
Aus dieser und anderen Untersuchungen leiten die Forscher ab, dass eine Ansteckung auf diesem Weg «sehr, sehr unwahrscheinlich» sei. Eine kürzlich erfolgte SARS-CoV-2-Infektion oder der Nachweis von SARS-CoV-2-RNA in der Muttermilch stelle damit keine Kontraindikation für das Stillen dar.
Geimpfte und genesene Mütter geben ihren Schutz an das Kind weiter, denn die Milch enthält nach der passiven oder aktiven Immunisierung schützende Antikörper. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt deshalb in jedem Fall, Neugeborene zu stillen. Bei einer aktiven Infektion seien jedoch einige Vorsichtsmassnahmen zu beachten, z.B. gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.