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Hier ist noch eine ungerechte pro-griechisch orientierte Tendenz der Welt gelehrten, die den Griechen und Griechenland etwas unbegründet zuschreibt, was ihnen realistischerweise nicht zusteht. Und zwar dieses Mal, nicht weniger und nicht mehr, sogar in der Bibel selbst! Wir möchten vorschlagen, eine breite Aktion über das Internet an die Kirchen in der Welt zu initiieren, um sie über diesen ungerechten Zustand aufzuklären.
Es ist eine allgemein akzeptierte Annahme, dass ein Teil des Inhalts des alttestamentlichen Buchs des Propheten Daniel, in dem er einen seiner Träume beschreibt, sich auf die Eroberung Asiens durch Alexander den Grossen von Makedonien bezieht. Hier werden wir auf eine grosse pro-griechische biblische Verfälschung hinweisen, der leider viele, auch einige makedonische Bibelübersetzer gefolgt sind. Im Vers 8:21 des Buchs des Propheten Daniel wird ein Kaiser (König) erwähnt, von dem die Kenner der Bibel vermuten, dass er Alexander der Grosse von Makedonien sei. In der makedonischen Bibelübersetzung (verfügbar im Internet) wird dieser Kaiser „der Kaiser von Griechenland“ genannt. Wir konsultierten auch andere Übersetzungen und in den meisten von ihnen steht dasselbe (wahrscheinlich wurden diese Übersetzungen nach der Logik des Dominoeffekts auf Basis einer bereits bestehenden Übersetzung erstellt, und wenn dort „Griechenland“ stand, wurde dies als selbstverständlich erachtet und automatisch in die neue Übersetzung übernommen).
In den bekannten englischsprachigen Bibelübersetzungen wird der Begriff „Griechenland“ genannt, in der Übersetzung von Webster (1833), von Darby (1890), in der amerikanischen Standardversion der Bibel (1901) usw. Dort steht der Begriff „Griechenland“ (Greece). In der bekannten Übersetzung der anglikanischen Kirche, bekannt als King-James-Bibel (1611), wurde dieser Begriff in „Grecia“ modifiziert. In der Douay-Rheims-Übersetzung (1582), so scheint es, ging man in der pro-griechischen Determinierung dieses Verses am weitesten, und so wurde der Begriff Griechenland durch das Ethnonym „Griechen“ ersetzt (statt „der Kaiser von Griechenland“, heisst es „der Kaiser der Griechen“?!). Die pro-griechischen Determinierungen dieses Verses aus dem Buch des Propheten Daniel sind auch in Übersetzungen anderer Sprachen vertreten (darunter ist auch Makedonisch).
Wir zweifelten die Authentizität der Verwendung des Begriffs „Griechenland“ in allen diesen Übersetzungen an aufgrund der Tatsache, dass eine solche Qualifikation gegen Ende des siebten oder am Anfang des sechsten Jahrhunderts v. Chr. vom alttestamentlichen Propheten Daniel erfolgt sein soll, obwohl zu der Zeit kein „Griechenland“ existiert hat, weder als Staat noch als vollendete Gesamtheit (ein einheitlicher antiker griechischer Staat hat in der Geschichte nie existiert, sondern es existierten Stadtstaaten, die sich meistens feindlich gesinnt waren). Das bedeutet, dass der Prophet Daniel (der damals in Babylon gelebt hatte), einen solchen Begriff nicht hätte erwähnen können. Bei unserer Recherche sind wir auf einen Text im Alten Testament gestossen, geschrieben in der ursprünglichen paleohebräischen Sprache (auch aus dem siebten und sechsten Jahrhundert v. Chr.) mit Transkription ins Moderne Hebräische, die Wörter in lateinischen Buchstaben. Wir fanden den Vers 8:21 und stiessen dabei auf eine grosse Überraschung. Dort steht überhaupt nicht „der Kaiser von Griechenland“, sondern (auf Hebräisch) „der Kaiser von Jawan“. Wer hatte sich also erlaubt, den Namen Jawan zu verfälschen und durch „Griechenland“ zu ersetzen, wenn er über eine Zeit schrieb, in der ein solcher Staat überhaupt nicht existierte? Es handelt sich also um eine unerhörte und freche Verfälschung in der Bibel! Allerdings waren einige Bibelübersetzer aufrecht, und in ihren Übersetzungen steht „Jawan“. Beispielsweise steht in der englischen Bibelübersetzung von Robert Young (1862) klar „der König von Jawan“ (king of Javan) und nicht „der König von Griechenland“.
Was bedeutet das Wort Jawan? Warum hat sich jemand erlaubt, dieses Wort mit dem Begriff Griechenland (Griechen) gleichzusetzen? Ist es vielleicht ein älterer Name des Territoriums des heutigen Griechenlands? Jawan ist aber kein geografischer Name, sondern ein Eigenname eines der Söhne Japheths (der ein Sohn Noahs war). Jawan war also ein Enkel Noahs. Darauf wird in der Schöpfungsgeschichte (10. Kapitel) hingewiesen.
Dem Alten Testament nach seien aus den Enkeln Noahs und ihren Nachkommen verschiedene Völker entstanden, obwohl nicht präzisiert wurde, aus welcher Person welches Volk entstanden sei. Die pro-griechisch Gesinnten sind der Meinung, dass aus Jawan die Griechen entstanden seien, und deshalb haben sie den Namen Jawan als „Griechenland“ verfälscht, obwohl es dafür keine historischen Beweise gibt. Sie berufen sich auf die Völkertabelle des altjüdischen Historikers Josephus Flavius (der im ersten Jahrhundert n. Chr. lebte), der dort sagt, dass aus den Nachkommen Jawans die Griechen entstanden seien. In der meistbesuchten Internet-Enzyklopädie (die unter Vorbehalt anzunehmen ist, und deshalb ist ihre Benutzung in manchen amerikanischen Bildungseinrichtungen verboten), „Wikipedia“ lesen wir unter „Jawan“: „Jawan war der vierte Sohn von Noahs Sohn … Josephus Flavius vertritt die traditionelle Ansicht, dass diese Person ein Vorfahre des griechischen Volkes war.“ Diese Meinung wird auch von anderen Autoren vertreten, und laut ihnen sei Jawan der angebliche „Vorfahre der Griechen“, und deshalb wird sein Name in der Bibel durch „Griechenland“ oder „die Griechen“ verfälscht. Für diese Behauptung berufen sie sich auf die Völkertabelle.
Die Tabelle ist weder ein biblischer noch ein historischer Text, sondern ein literarisches Werk, um nicht zu sagen eine Erdichtung, von Autoren aus viel späterer Zeit. Im Alten Testament (Schöpfungsgeschichte) steht nur, dass sich aus den Nachkommen Noahs „die Völker auf den Inseln ausgebreitet haben; nach ihren Ländern – jeder mit eigener Sprache – nach ihren Geschlechtern und Völkern“. Hier steht nicht, aus welchen Nachkommen welches Volk entstanden sei! Viele Jahrhunderte später haben einzelne Autoren sich erlaubt, auf Grundlage dieses Satzes zu spekulieren, welches Volk aus welchem Nachkommen Noahs entstanden sei. Die Vermutungen sind unter dem Namen Völkertabelle bekannt. Es gibt nicht nur eine, sondern mehrere Tabellen von verschiedenen Autoren. Nebst derjenigen von Flavius gibt es auch Tabellen, deren Autoren sind: der Heilige Hippolyt (drittes Jahrhundert), Hieronymus (Ende des vierten Jahrhunderts), Isidor aus Sevilla (siebtes Jahrhundert) und andere Autoren aus späterer Zeit. Sie haben ihre Tabellen Jahrhunderte nach dem Erscheinen des Originals der Schöpfungsgeschichte im Alten Testament erstellt. Laut der Tabelle von Josephus Flavius, (die im ersten Jahrhundert n. Chr. geschrieben wurde, d.h. ca. sieben Jahrhunderte nach der Vollendung der Schöpfungsgeschichte), war Jawan Vorfahre von „Ionien und allen Griechen“ (natürlich fehlt jede historische Grundlage für eine solche Behauptung – übrigens sollten wir erwähnen, dass Flavius in allen seinen historischen Werken ganz klar zwischen den Makedoniern und den Griechen unterschied, überall trennte er klar zwischen diesen zwei Völkern).
In der Tabelle des Heiligen Hippolyt (erste Hälfte des dritten Jahrhunderts) steht, dass Jawan (durch seinen Sohn Kittim) der Vorfahre der Makedonier gewesen sei! Der Heilige Hippolyt (der aus Rom stammte und heute als einer der grössten frühchristlichen Theologen gilt) betrachtete als direkte Nachkommen Jawans, nebst den Makedoniern, auch die Iberer, Trojaner, die Phryger und die Römer. Über die ethnokulturelle Verbindung zwischen den Makedoniern und den Phrygern (die während ihren Aufenthalts auf dem Balkan auch unter dem Namen Bryger bzw. Brygen bekannt waren) existieren eine Vielzahl an Beweisen, und das bedeutet, dass der Heilige Hippolyt nicht weit entfernt von der Wahrheit war, zumindest was die Phrygier und die Makedonier betrifft. Dass Jawan Vorfahre der Makedonier war, (und nicht der Griechen oder von Griechenland) steht auch in der grossen zwölfbändigen jüdischen Enzyklopädie (erschienen zwischen 1901 und 1906), in der Jawan ganz klar mit (Zitat) „Makedonien“ identifiziert ist.
In dem weltberühmten Kretzmann-Projekt (Kommentar zur Bibel von Prof. Dr. Paul Kretzmann, veröffentlicht auf über 3.000 Seiten in dem Zeitraum zwischen 1921 und 1924, der heute bei den Lutheranern als führende Auslegung der Bibel gilt) wird der Name Jawan sowohl mit Makedonien als auch mit Griechenland in Verbindung gebracht. Hier lesen wir: „Jawan umfasst Makedonien, Griechenland und die ionischen Kolonien…“.
Die jüdischen Forscher Gottheil und Krauss sind jedoch kategorisch in ihren Behauptungen, dass Jawan sich ausschliesslich auf Makedonien beziehe. Sie erinnern daran, dass Alexander der Grosse in den antiken Rabbiner-Texten als „Alexander der Makedonier“ beschrieben worden sei und dass Makedonien unter dem Namen Kittim (der einer von Jawans Söhnen war) zu finden sei, und das bedeutet, dass es einen biblischen Beweis gibt, dass Makedonien mit Jawan verbunden ist (über seinen Sohn Kittim). In dem alttestamentlichen ersten Buch der Makkabäer (1-3) lesen wir:
„Alexander der Makedonier, Sohn Philipps, welcher damals schon Herrscher von Griechenland war, erschien aus dem Land Kittim und besiegte Darius, den König Persiens und Mediens, und herrschte an seiner Stelle“.
In diesem biblischen Zeugnis sehen wir klar, dass Alexander „Makedonier“ genannt wurde (welcher zu dem Zeitpunkt bereits über Griechenland herrschte) und dass er aus dem Land Kittim gekommen ist. Und weil wir wissen, dass das Land Alexanders Makedonien ist, sowie dass Kittim der Sohn Jawans war, ist dies auch der biblische Beweis, dass Jawan in Verbindung mit Makedonien stehen sollte und nicht mit Griechenland. Gottheil und Krauss erinnern daran auch, dass die Rabbiner, die in der Zeit der „makedonischen Ära“ lebten „den hebräischen Jawan mit Makedonien identifiziert hatten“. (http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=19& letter=M#ixzz1Jx1e2YZo).
Daher stellt sich die Frage: Warum haben die Übersetzer der Bibel nicht das Wort Makedonien als Synonym für Jawan verwendet (obwohl es dafür auch ein biblisches Zeugnis im Buch der Makkabäer gibt)? Warum haben sie ausgerechnet das Wort Griechenland ausgewählt (und sogar das Ethnonym Griechen), obwohl wir gesehen haben, dass es hierfür keine historische Grundlage gibt? Vielleicht wäre es am besten gewesen, wenn sich diese Übersetzer an den Originaltext gehalten hätten und in ihren Übersetzungen den Namen Jawan gelassen hätten, anstatt auf Grundlage von unbewiesenen Spekulationen zu improvisieren (dann hätten sie sich auch „Makedonien“ aussuchen können).
Autor: Aleksandar Donski
Übersetzung von MK in DE: www.conversia.ch
Sponsor: Ivica Aleksov & Vanco Mladenovski