Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03154.jsonl.gz/185

„Jetzt sind sie alle aus dieser Meistermannschaft wieder beisammen“, sagte Mario Redolfi mit einem traurigen Lächeln, als er dem FCB die Nachricht vom Tod seines Vaters überbrachte. In der Tat sind seit dem Tod von Kurt Thalmann vor einem guten Jahr und dem Ableben von Peter Redolfi aus dem legendären Team, das am 7. Juni 1953 den ersten Schweizer Meistertitel nach Basel gebracht hat, alle verstorben.
Diese Spieler gehörten zu jener Elf, die das entscheidende Spiel dank eines Tores von Walter Bannwart gegen Servette vor 13‘000 Zuschauern auf dem Landhof 1:0 gewannen: Walter Müller (Torhüter), György Mogoy, Werner Bopp, Peter Redolfi, Hans Weber, Kurt Maurer, Walter Bannwart, René Bader (Spielertrainer), Seppe Hügi II, Hans Hügi I, Kurt Thalmann. Weiter gehörten zum Kader Assistenztrainer Willy Dürr, Torhüter Werner Schley, Hans-Rudolf Fitze und Walter Bielser.
Der erste Spieler dieser Mannschaft, der für immer gehen musste, war Hans Weber, der schon 1965 als noch aktiver Spieler der ersten Mannschaft starb. Am längsten am Leben zum bleiben war Peter Redolfi vergönnt.
Peter Redolfi stammte aus Huningue, wo er praktisch sein ganzes Leben verbrachte und wo er als Junior auch der A.S. Huningue beitrat und bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch spielte. Während der Militärzeit war er fussballerisch bei den Reserven des RC Strasbourg tätig, wo er ein Angebot für einen Profivertrag erhielt. Weil er aber in der Zwischenzeit seine spätere Ehefrau Alice Redolfi aus Village-Neuf kennen gelernt hatte, kehrte er in den Basler Vorort zurück und schloss sich 1947, immerhin schon 23jährig, dem FCB an, bei dem er elf Saison lang Stammspieler war und in Meisterschaft und Cup 284 Spiele bestritt.
Nach seiner Zeit beim FCB wurde Redolfi während zwei Jahren Spielertrainer beim FC Hegenheim, der damals in der obersten Amateurliga Frankreichs spielte. Weitere Elsässer Trainerstationen von Redolfi waren der FC St-Louis und sein Stammverein A.S. Huningue, seine Laufbahn als Trainer aber beendete er dann wieder in Basel. Von 1970 bis 1973 war er nämlich Trainer beim Erstligisten FC Concordia, wo unter anderem der spätere FCB-Spieler Arthur von Wartburg zum Kader gehörte.
In der Folge beendete Peter Redolfi seine Tätigkeit im Fussball. „Mehr als 40 Jahre waren für ihn nun genug“, erinnert sich sein Sohn. Am Fernsehen aber habe er die Spiele, auch jene des FCB, immer verfolgt. Zum letzten Mal im St. Jakob-Park war Peter Redolfi vor rund zehn Jahren, als er bei einem Heimspiel des FCB gegen den FC Aarau von Präsidentin Gigi Oeri zusammen mit Kurt Thalmann geehrt wurde. Noch einmal besuchte er schliesslich das Basler Stadion an seinem 90. Geburtstag im Januar 2013.
Beruflich arbeitete Redolfi, der fussballerisch zeitlebens als Amateur tätig war, als Zeichner bei der Firma Geigy und dem Nachfolge-Unternehmen Ciba-Geigy im Werk Huningue, bei der später dann in leitender Funktion für den Einkauf tätig war.
Peter Redolfi hinterlässt seine betagte Frau Alice Redolfi, die Tochter Marie-José Andolfatto-Redolfi und Sohn Mario Redolfi und deren Familien. In grosser Dankbarkeit und Wehmut trauert auch der ganze FCB mit den Angehörigen um ihn, um einen früheren Spieler, der einen bemerkenswerten Teil der Vereinsgeschichte mitgeschrieben hat und der nicht nur in seiner Zeit über den Meistertitel 1953 und über seine Laufbahn in Rotblau hinaus stets im Bewusstsein vieler FCB-Fans blieb, sondern es auch über seinen Tod hinaus in bester Erinnerung bleiben wird.
Er möge in Frieden ruhen.