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Kaum eine andere Band prägte den Grunge so wie Nirvana. Der kreative Kopf hinter der Band, Kurt Cobain, wäre heute 50 Jahre alt geworden. Sein Vermächtnis hat indes nichts von Strahlkraft eingebüsst.
Grunge. Es war der letzte grosse Impuls der Rockmusik, der von Seattle wie eine Flutwelle die Welt mitriss. Es war Anfang der 1990er-Jahre, als Bands begannen, die Musik ihrer Kindheit neu zu verpacken: Sie nahmen die Do-it-yourself-Mentalität des Punks, die Melancholie des Waves und die Brachialität des Metals.
Zusammen mit Pearl Jam bildeten Nirvana die Speerspitze des Grunge-Hypes. Kritiker monierten damals, dass die Grunge-Bands den Spass am Rock'n'Roll töten. Von schmuddeliger Kleidung bis zu den spartanischen Shows bot der Grunge genügend Angriffsfläche. Nirvana zelebrierten nicht die Sonnenseite des Lebens, sondern versanken beinahe in der Depression.
Die gewaltige Aufmerksamkeit wurde für Kurt Cobain, Sänger und Gitarrist von Nirvana, schnell zur Belastung. Die Atmosphäre der Songs widerspiegelte die Welt, wie Cobain sie wahrnahm: schmutzig, abgründig und aufzehrend. Zum einen führte der Zustand von Kurt Cobain und dessen musikalische Verarbeitung zu einem Meisterwerk: Das 1991 erschienene Album «Nevermind» gehört zu den besten Werken aller Zeiten, sind sich die Kritiker einig.
Doch der Erfolg zeigte kurz nach «Nevermind» seine dunkle Seite: Cobain schoss sich immer intensiver Heroin in die Blutbahnen. Sechs Entzugsversuche in den folgenden Jahren blieben wirkungslos. Er kämpfte mit Magenproblemen, fiel ins Koma, als er mit seiner Frau Courtney Love in Rom weilte. Die Ärzte stellten eine Überdosis Beruhigungsmittel fest und interpretierten es als Suizidversuch. Cobain dementierte und begab sich in einen weiteren Entzug.
Dann tauchte er am 1. April 1994 unter. Am 5. April war Kurt Cobain tot, mit einer Überdosis Heroin und einer Schrotflinte nahm sich der Musiker im Alter von 27 Jahren das Leben. In seinem Abschiedsbrief schrieb er:
«It's better to burn out than to fade away.»
«Es ist besser auszubrennen, als zu verblassen.»
Kurt Cobain hinterliess eine Frau, eine Tochter und ein Vermögen, das noch immer wächst. Vor allem aber bleibt sein künstlerisches Schaffen in der Welt, befeuert durch die tragische Lebensgeschichte eines Idols, das nie ein solches sein wollte und deshalb zerbrach.