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Karibik-Shop zu Besuch in der ehemaligen Königlichen Tabakfabrik, heute Universität von Sevilla.
In mehreren Bauabschnitten zwischen 1728 und 1770 wurde die Königliche Tabakfabrik von Sevilla erbaut, ein Steingebäude außerhalb der Stadtmauern von imposanter Größe im Renaissance-Barock-Stil.
Besonders beeindruckend ist das palastartige Hauptportal an der Calle San Fernando. Rund um den prächtig gestalteten Eingang verlaufen zahlreiche fein ziselierte Reliefs, die auf die Entdeckung und Eroberung Amerikas sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Tabaks Bezug nehmen. 1959 wurde das Gebäude zum historischen Gut von kulturellem Interesse („Bien de Interés Cultural“) erklärt.
Damals im sechzehnten Jahrhundert hielt Sevilla noch das Europäische Monopol des Tabak-Handels mit Amerika. Aber alle diese Tabakverarbeitenden Betriebe waren in der ganzen Stadt verteilt. So hat die Regierung beschlossen, ein Gebäude dieser Größe zu erbauen, für die erste große europäische Schnupftabakmühle und die Produktion unter einem Dach zu konzentrieren.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigte sie bis zu 12.000 Arbeiter, in der Produktion von Tabakpulver (Schnupftabak), Zigaretten, Zigarillos und natürlich der Zigarrenherstellung. Ursprünglich wurden Zigarren hautsächlich von Männern produziert, schon sehr bald merkte man aber, dass Frauen “die Cigarreras” bei der Herstellung von Zigarren wesentlich speditiver und sorgfältiger arbeiteten.
Bizets Oper Carmen, die Liebesgeschichte einer Zigarrenmacherin, spielt in genau diesem Umfeld und dieser Fabrik in Sevilla.
Die Fábrica de Tabacos sollte bis 1950 als Fabrik funktionieren, seit dem Umzug in ein neues Gebäude im Stadtteil Los Remedios und nach der Renovierungen wurde das historische Gebäude zum Hauptsitz der Universität von Sevilla.