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Workers
MEX 2013, 120 min, O/d-f
Regie: José Luis Valle
MEX 2013, 120 min, O/d-f
Regie: José Luis Valle
Der Reinigungsangestellte Rafael hat sein halbes Leben lang in einer Glühbirnenfabrik in Tijuana gearbeitet und kauft sich für die bevorstehende Pensionierung ein Paar neue Schuhe. Doch sein Chef teilt ihm tags darauf mit, dass er als einst illegal eingereister Immigrant aus El Salvador keine Pensionsberechtigung habe und weiterarbeiten müsse. Die Hausangestellte Lidia ist eine von sieben Personen, die für eine steinreiche, alte Frau arbeiten, die im Rollstuhl sitzt und alleine mit ihrem teuren Rassehund in einem Palast mit Meerblick residiert. Als die Frau stirbt, liest der Sohn der Verstorbenen den «Workers» das Testament vor. Darin ist als letzter Wille der Frau festgelegt, dass die Angestellten fortan für den Hund arbeiten sollen. In grandios komponierten Tableaus, die in ihrer absurden Poesie bisweilen an die Filme Aki Kaurismäkis erinnern, schafft es José Luis Valle, zwei schnörkellose Geschichten, die von bissigem Spott, grosser Komik, tiefer Traurigkeit und stillem Zorn geprägt sind, äusserst kunstvoll ineinander zu verweben. An der diesjährigen Berlinale war «Workers» eines der herausragendsten Erstlingswerke des gesamten Festivals.
CH/F/P 2013, 85 min, O/d-f
Regie: Lionel Baier
Im April des Jahres 1974 wird ein Reporterpaar des Schweizer Radios nach Portugal geschickt, um von dort über Projekte der Schweizer Entwicklungshilfe zu berichten. Begleitet werden die beiden Schweizer von Bob, einem Tontechniker, der bald in Pension geht und der einen klapprigen VW Kombi hat. Im fernen Portugal angekommen, ist nichts so, wie es hätte sein sollen, denn zwischen dem schlitzohrigen Kriegsreporter Cauvin und der feministischen Julie fliegen andauernd die Fetzen – da kann der gutmütige portugiesische Übersetzer Pelé noch so sehr versuchen, schlichtend einzugreifen. Doch dann beginnt plötzlich die portugiesische Nelkenrevolution, und die Schweizer laufen Gefahr, diese vollständig zu verschlafen. Nach «Un autre homme» ist Lionel Baiers neuester Film ein weiterer Beweis für das untrügliche Gespür dieses grossen Westschweizer Regisseurs für Humor und Komik jenseits von ausgetretenen Pfaden.
AUS/F 2013, 112 min, E/d-f
Regie: Anne Fontaine
Mit Naomi Watts, Robin Wright u.a.
Roz und Lil, zwei Frauen Anfang vierzig, sind beste Freundinnen. Schon als Kinder verbrachten sie gemeinsame Tage am Strand an einer paradiesischen Bucht irgendwo in Australien. Nun hat jede der zwei einen Sohn um die 20, die ebenfalls dick miteinander befreundet sind. Die Freundschaft der beiden Mütter ändert sich auch nicht, als erst Roz dem Drängen von Lils Sohn Ian nachgibt und Lil sich kurz darauf mit Roz’ Sohn Tom einlässt. «Perfect Mothers», eine Verfilmung der Novelle «Die Grossmütter» der kürzlich verstorbenen Autorin Doris Lessing, entwickelt sich so, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, dass vier Menschen auch sexuell zueinanderfinden. Es ist eine flirrende, fast märchenhafte Atmosphäre, in der die Kamera das Spiel von Licht und Farben ganz bewusst auf 35mm-Film bannt. «In der Qualität der filmischen Adaptation einer Literaturvorlage über eine alles verschlingende, zerstörerische Leidenschaft ist ‹Perfect Mothers› durchaus mit ‹Brokeback Mountain› vergleichbar.» abusdecine.com
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