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(Grosser und Kleiner) (Kt. St. Gallen,
Bez. Sargans).
2146 und 2120 m. Zwei aus Lias bestehende unbedeutende Erhöhungen
auf der O.-Flanke des
Erdisgulmen und des
Gulmen (2314 m), in der das
Murgthal im O. begleitenden Kette
und 1 km w. über den Alphütten von
Fursch. In der flachen Mulde zwischen dem Kleinen Sexer und dem
Gulmen liegt ein kleiner
See.
(Kt. St. Gallen,
Bez. Sargans).
2190 m. Felsgigfel auf der
O.-Seite des
Murgthales, in der vom
Magereu nordwärts gegen den
Walensee ziehenden
Kette und 4 km sw. über
Ober Terzen. Der Gipfel stellt einen rauhen und düstern Felsturm dar, der sich steil über der Alp
Seewen erhebt, und besteht aus Lias, dessen Schichten eine nach NW. geöffnete schöne Synklinale bilden. Er kann von
der Alp
Seewen aus erklettert werden, bietet aber Schwierigkeiten. Sexmor oder Saxmor, von sax =
Felsen
und mor, latein. major, d. h. also «grosser Fels».
(Rivière und Gorgesdu) (Kt. Neuenburg,
Bez. Val de Ruz
und Neuenburg).
840-430 m.
Wildbach des
Val de Ruz und linksseitiger Zufluss des
Neuenburgersees.
Entspringt oberhalb
Villiers im
Hintergrund des
Val de Ruz in Gestalt einer kleinen Stromquelle von etwa 300-400 Minutenliter
Stärke, die aus dem Portlandkalk der Chaumontflanke kommt. Erhält weiterhin das
Wasser der Quellen des
Pré Royer und zahlreicher weiterer kleiner Quellen und Bewässerungsgräben des ganzen
Val de Ruz, dessen Boden mit Tertiär
und lehmiger Moräne ausgekleidet ist. Der letzte nennenswerte Zufluss
des Seyon ist die von rechts kommende und bei
Valangin (653 m) mündende
Sorge mit einer Wasserführung von 15-20 Sekundenlitern.
Das Sammelgebiet des Seyon wird vom mittleren Abschnitt des
Val de Ruz gebildet und umfasst rund 29 km2. Diese Fläche
liegt in ihrer ganzen Ausdehnung über dem Einzugsgebiet der
Serrière (s. diesen Art.), die somit tatsächlich einen unterirdischen
Lauf des Seyon darstellt, so dass der heutige Seyon bloss einen kümmerlichen Rest des ursprünglichen
Wasserlaufes darstellt. Von der Quelle von
Villiers bis zum
Neuenburgersee misst die Länge des Seyon 14 km, wozu noch die
oben in der
Combe von
Le Pâquier entspringenden Quelladern mit einer Länge von etwa 5 km gerechnet werden
müssen.
Dieser oberste Abschnitt des Bachbettes liegt zu gewöhnlichen Zeiten trocken, wälzt aber hie und da einen wirklichen temporären
Wildbach zu Thal, der als Ueberlauf der unterirdischen
Wasser oder dessen aufzufassen ist, was der Boden bei starken Regengüssen
oder zur Zeit der Schneeschmelze nicht aufzusaugen vermag. Zur Hochwasserzeit erhält der Seyon neben
den beständig fliessenden Quellen auch noch das
Wasser einer grossen Zahl von temporären Quellen, wie z. B. des sog.
«Torrent»,
der mit mächtigem Schwall einer Felswand bei
Dombresson entspringt, sowie des temporären
Wildbaches von
Le Pâquier, der sich
aus den Wildwassern des
Pertuis, der
Combe Biosse etc. bildet.
Bei Niederwasser wird der Seyon dagegen so unbedeutend, dass sich sein
Wasser schon in der Mitte der
Schlucht unterhalb
Valangin
vollständig verliert und nicht einmal das 1 km vom
See entfernte Thal
Vauseyon erreicht, indem dann der jurassische Untergrund
der
Schlucht das gesamte
Wasser aufschluckt, um es wahrscheinlich der
Serrière zu gute kommen zu lassen.
Der sehr unregelmässige und schwankende Wasserhaushalt des Seyon ist eine Folge der fortschreitenden Abzapfung der Oberflächenwasser
durch die Stromquelle der
Serrière und wurde mit Unrecht den im
Val de Ruz gezogenen Bewässerungsgräben zugeschrieben, die
auf die Wasserführung vielmehr regulierend einwirken. Eine weitere Ursache des beständigen Rückganges
in der Wasserführung des Seyon liegt darin, dass zahlreiche Quellen
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zur Wasserversorgung der Dörfer im Val de Ruz benutzt werden und ihr Wasser daher nur noch teilweise dem oberflächlichen Bachlauf
zusenden. Heute treiben der Seyon und die Sorge bei Valangin ein halbes Dutzend kleinerer industrieller Anlagen. Unterhalb
des letzten dieser Werke, einer am obern Eingang in die Schlucht gelegenen Säge, wird das Wasser des Seyon
zum grossen Teil und bei Niederwasserzeit vollständig durch einen in den Fels eingehauenen und der Gehängeflanke folgenden
Kanal abgefangen, der die Stadt Neuenburg mit Trieb- und Brauchwasser versorgt.
Früher verwendete man dieses Wasser auch zu Trinkzwecken; als aber 1882 eine dadurch veranlasste Typhusepidemie ausgebrochen
war, kam man von dieser Art der Verwendung ab. Einst ging der Mündungslauf des Seyon mitten durch die Stadt Neuenburg, welche
er stets mit seinen Ueberschwemmungen bedrohte, weshalb er 1839 oberhalb der Écluse mittels eines 250 m langen Tunnels, der
seinen Lauf um mehr als 700 m verkürzt hat, quer durch den Schlosshügel abgelenkt und direkt dem See
zugeführt wurde, kurz vor welchem er sich über mehrere gemauerte Brustwehren stürzt.
Den Verlauf des ehemaligen Bachlaufes durch die Stadt bezeichnen heute die Rue de l'Écluse und die Rue du Seyon. In neuester
Zeit geht man mit dem Gedanken um, den Bach zwischen Les Valangines und Port Roulant durch einen neuen
Tunnel von 500 m Länge auf noch kürzerem Wege dem See zuzuführen, den ganzen untern Abschnitt des Vauseyon bis zum Niveau
der Bahnlinien Neuenburg-LaChaux de Fonds und Neuenburg-Lausanne aufzufüllen und damit eine grosse ebene Fläche zu schaffen,
die zu industriellen Zwecken verwendet werden könnte.
Diese Arbeiten würden den Lauf des Seyon neuerdings um 250 m verkürzen. Man kann diesen Lauf in drei Abschnitte zerlegen:
den bis Valangin 9 km langen longitudinalen Sammellauf im Val de Ruz, die 2,8 km lange Transversalkluse der Gorges du Seyon
und das 800 m lange Thälchen des Vauseyon, in dem der Seyon auf der Grenze zwischen den Hauterivemergeln
und den Valangienkalken fliesst. Daran schliesst sich endlich der künstliche Durchbruch mit Einschnitt und Tunnel (300 m
lang) an. Gleich der den Schlosshügel durchschneidenden Halbklus und dem Lauf durch die Stadt Neuenburg wird dem Seyon also
ohne Zweifel bald auch das Isoklinalthal des Vauseyon entzogen werden.
Die das Val de Ruz mit der Combe duVauseyon (480 m) verbindenden und etwas weniger als 3 km langen malerischen Gorges du Seyon
stellten eine der typischsten Juraklusen dar. Sie wird von der 1852 erstellten Strasse des Val de Ruz (elektrisches
TramNeuenburg-Valangin), die an Stelle der alten Strasse über Pierre à Bot getreten ist, durchzogen. Die sie einschliessenden,
zum Teil bewaldeten Felswände und das Brausen des Seyon zur Zeit von Hochwasser machen sie zu einem beliebten Spazierweg
und Ausflugsziel.
Für den Geologen bietet die Klus eine einzigartige Gelegenheit zum Studium der Beschaffenheit einer Jurafalte.
Sie schneidet sich in das Gewölbe der Chaumontkette bis zum Sequan hinunter ein, lässt die ganze Reihenfolge
der obern
Juraschichten zu Tage treten und bietet sowohl am obern als am untern Eingang ein interessantes Querprofil durch das Neokom.
Bei dem «La Teinture» genannten Haus in Valangin findet man in der obern Valanginstufe zahlreiche Versteinerungen.
Die Auswaschung dieser Kluse des Seyon lässt sich durch die heutige Wasserführung des Baches, selbst mit Inbegriff des ihm
durch den Ableitungskanal nach Neuenburg
entzogenen Wassers, nicht erklären. Einzig zur Zeit vor der Entstehung der Quelle der Serrière,
sowie später während und zu Ende der Glazialepoche, als gewaltige Wassermassen das Val de Ruz herabrauschten,
hat die Tätigkeit der Erosion genügend mächtig sein können, um im Felsgerüste diese Schlucht auszuwaschen, die unterhalb
des Gibet (des Gipfelpunktes der Forêt de Peseux) eine Tiefe von über 200 m erreicht.