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Der Fiat 500 der Jahre 1936-57 war ein zweisitziger Kleinwagen der Marke Fiat. In Abgrenzung zu seinem gleichnamigen Nachfolger wird er mit seinem Spitznamen Topolino bezeichnet, das Modell der Jahre 1957–1975 hingegen als Nuova 500.
Es mag merkwürdig klingen, aber alles begann mit einer Idee von Benito Mussolini. 1930 hatte der "Duce" den "Senatore" Giovanni Agnelli zu sich gerufen, um ihn von der "unumgänglichen Notwendigkeit" in Kenntnis zu setzen, die Italiener mit einem preiswerten Auto zu motorisieren. Der Preis des Gefährts sollte die Summe von 5000 Lire nicht überschreiten.
Das war eine Idee mit großer Propagandawirkung, die von Hitler, als er an die Macht kam, bald kopierte, indem er Ferdinand Porsche beauftragte einen "Volkswagen" zu bauen, der die Kosten von 1000 Reichsmark nicht überschreiten sollte - die Geburt des "Käfers"!
Agnelli beauftragte eine Mannschaft mit der Entwicklung des ersten Fiat Kleinautos. An der Spitze des Teams hatte er den 28-jährigen Ingenieur und Konstrukteur Dante Giacosa geholt. Dieser entschied sich für einen Vierzylinder-Viertaktmotor – ausländische Konkurrenz setzten damals bei ähnlichen Modellen auf die Zweitakt-Technik – mit einem Hubraum von kaum mehr als 500 Kubikzentimetern. Statt eines technisch noch nicht ausgereiften Frontantriebs erhielt der Prototyp "Zero A" einen Heckantrieb. Rodolfo Schaeffer entwarf eine einfache zweitürige Karosserie mit aufgesetzten Frontscheinwerfern und einem auf dem Heck befestigten Reserverad.
Im Februar 1934, nach zwölfmonatiger Entwicklungszeit, präsentierte Giacosa das Auto der Geschäftsführung. Giovanni Agnelli war sofort begeistert und genehmigte die Serienproduktion. Im Juni 1936 wurde die Neuentwicklung (die man Fiat 500 getauft hatte) der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das nur 3,21 Meter lange Auto veränderte das Leben auf Italiens Straßen. Denn nun konnte sich jeder Normalverdiener ein Auto leisten. Dieser erste Fiat 500 - von den Italienern liebevoll auch Topolino (Mäuschen) genannt - wurde bis 1955 insgesamt 550.000 mal gebaut. Neben der normalen PKW-Ausführung (Berlina) gab es ab 1949 auch die Kombi-Ausführung (Giardiniera Belvedere). Alle Modelle gab es auch mit Faltdach.
Der von 1936 bis 1948 in zwei Serien – einziger Unterschied waren die geänderten Federn an Author = Lars-Göran Lindgren der Hinterachse – gebaute Fiat 500 A eroberte die Straßen Italiens. Sein 569-Kubikzentimeter-Motor hatte eine Leistung von 13 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. Der Kühler lag hinter dem Motorblock – die Kühlung erfolgte nach dem Thermosyphon-Prinzip. Auch eine Kraftstoffpumpe war überflüssig, denn das Benzin floss durch die Schwerkraft von selbst aus dem über dem Vergaser angeordneten Tank.
Die dritte und der vierte Schaltstufe des Viergang-Getriebes waren synchronisiert, nur die ersten beiden Gänge musste man mit Zwischengas (Ital. la doppietta) geschaltet werden. Der Schalthebel lag zwischen den Sitzen und nicht am Lenkrad, wie es damals üblich war. Die hintere Sitzbank bot Platz für bis zu zwei Kinder. Von dem Ur-Topolino wurden rund 122.000 Exemplare gebaut.
Der Fiat 500 B wurde nur zwei Jahre lang (1948 bis 1949) und in kleinerer Stückzahl (ca. 21.000) gebaut. Die Karosserie und das Fahrwerk blieben fast unverändert. Nur der Motor wurde überarbeitet. Seine Leistung stieg auf 16,5 PS an und die Höchstgeschwindigkeit auf 95 km/h. Ebenso bemerkenswert war die Einführung einer weiteren Karosserievariante: Der Fiat 500 Giardiniera Belvedere verfügte über ein Kombiheck aus Holz und Kunststoffverkleidungen und bot Platz für vier Erwachsene.
Fiat Topolino on the road - by ArchenzoVon der C-Variante wurden mehr als 376.000 Exemplare verkauft. Die Berlinetta (Limousine) und die Giardiniera wurden von 1949 bis 1955 gebaut. Mechanisch nur wenig verändert, zeigte sich der Fiat 500 C mit einer neuen Karosserie mit "amerikanisierten" Schnauze. Als erster Fiat überhaupt bekam die finale Topolino-Version ein Heizungssystem, welches die Warmluft des Kühlers nutzte. Trotz eines nun aus Aluminium gegossenen Zylinderkopfes blieben die Motor- und Fahrleistungen unverändert.
Abgelöst wurde zum Kultauto gewordene Fiat 500 "Topolino" von zwei, ebenfalls von Dante Giacosa konstruierten Nachfolgern – dem Fiat 600 (ab 1955) und dem Nuova Fiat 500 (ab 1957). mein-italien.info
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Fiat 500 Topolino wurde von Italien.ch mit Punkten bewertet