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Anlagerendite: Bessere Aussichten für Ruhestand
Das Anlagejahr 2009 war ein echtes Wechselbad der Gefühle. Im ersten Quartal 2009 sanken die Aktienkurse nochmals markant und der durchschnittliche Deckungsgrad der Pensionskassen fiel um rund 3.5 Prozent auf gegen 87 Prozent. Erst in der zweiten Jahreshälfte drehten die Finanzmärkte, kehrte das Vertrauen zurück und ein Teil der massiven Kursverluste des Jahres 2008 bis zum Jahresende konnte aufgeholt werden. Im Durchschnitt erzielten die Kassen im letzten Jahr eine Rendite von rund 11 Prozent.
Im 2009 legten fast alle Anlageklassen zu. Der Weltaktienindex, berechnet in Schweizer Franken, stieg um rund 26 Prozent. Zudem konnten die Kassen (mit Ausnahme von US-Dollar und Yen) teilweise erhebliche Währungsgewinne verbuchen.
So haben die Schweizer Pensionskassen 2009 mit einem Zuwachs von rund 60 Mrd. Franken einen Teil der massiven Verluste aus dem Jahr 2008 wettgemacht. Heute befinden sich lediglich noch rund 20 Prozent der privatrechtlichen Pensionskassen in einer Unterdeckung. Der durchschnittliche Deckungsgrad der Kassen ist Ende 2009 auf rund 103 Prozent gestiegen.
Auch die von der SonntagsZeitung unter die Lupe genommenen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen profitierten von der Erholung der Finanzmärkte. So wies Ende 2009 nur noch die Meta Sammelstiftung mit einem Deckungsgrad von 82 Prozent eine erhebliche Unterdeckung auf. Die grössten Gewinne konnten die Kassen mit einem hohen Aktienanteil verbuchen. So verzeichnete die Profond mit 18.4 Prozent (-25.7 Prozent im Vorjahr) die höchste Anlagerendite.
Der Grossteil der unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen erzielte im Anlagejahr 2009 eine Anlagerendite zwischen 9 und 12 Prozent. Die meisten Kassen erreichten damit die Rendite des Referenzindex (Pictet-Index 25 plus) mit 13.68 Prozent nicht. Die tiefste Rendite unter den unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen erzielte die CoOpera mit einer Rendite von 3.4 Prozent. Diese Kasse verzichtet weitgehend auf Aktienanlagen und verzeichnete im Gegenzug im Krisenjahr 2008 mit 2.8 Prozent klar die beste Rendite.
Die Kassen der grossen Lebensversicherer mit Vollversicherungsmodell verfolgen mit einem sehr tiefen Aktienanteil traditionell eine konservative Anlagepolitik. Diese Kassen erzielten im Jahr 2009 lediglich Anlagerenditen zwischen 2.7 und 3.8 Prozent und erreichten damit klar schlechtere Anlageergebnisse als die unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen. Die aktuellen Turbulenzen um die Verschuldung verschiedener Staaten zeigen, dass die Anlagerisiken nicht nur bei den Aktienanlagen, sondern auch bei den scheinbar sicheren Staatsanleihen auftreten können. Das Anlagejahr 2010 wird zeigen, ob die Kassen, speziell die Anbieter der grossen Lebensversicherer, Rückstellungen und Abschreibungen bei Anleihen von hoch verschuldeten Staaten machen müssen.
Die meisten unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen haben dank der guten Anlagerendite im letzten Jahr wieder einen Deckungsgrad zwischen 97 und 108 Prozent erreicht. Damit ist der Zieldeckungsgrad der Kassen mit 109 bis 117 Prozent teilweise aber noch immer in weiter Ferne. Und wie die letzten Wochen zeigten, werden die Finanzmärkte weiterhin von Unsicherheiten um die Verschuldung diverser Staaten und von der Euroschwäche belastet. So schwinden die im laufenden Jahr erzielten Anlagerenditen schnell wieder dahin. Darüber hinaus müssen die Kassen auch in Zukunft mit grossen Schwankungen an den Finanzmärkten leben.
Anlagerisiken wurden in den letzten zehn Jahren nur ungenügend entschädigt. So erzielten Kassen mit einer risikoarmen Anlagepolitik in den Jahren 2000 bis 2009 eine um rund ein Prozent höhere jährliche Rendite gegenüber Kassen mit einem klar höheren Aktienanteil. Die Nest Sammelstiftung erreichte über die letzten zehn Jahre mit 3.85 Prozent die beste jährliche Anlagerendite unter den unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen. Aber auch CoOpera überzeugte mit 3.48 Prozent, trotz oder vielleicht gerade wegen der sehr konservativen Anlagepolitik. Die Sammelstiftung Meta erwirtschaftete dagegen im gleichen Zeitraum ein Minus von 3.42 Prozent pro Jahr. Auch UWP mit 0.52 Prozent und Spida mit 1.05 Prozent erreichten in den letzten zehn Jahren klar unterdurchschnittliche Renditen. Für die allermeisten Sammelstiftungen gilt, dass die Anlageerträge in den letzten zehn Jahren nicht ausreichten, die eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Rentnern zu erfüllen. Das zeigt sich klar an den von den Sammelstiftungen anvisierten Zielrenditen, die nachhaltig zwischen 3,5 bis 4,5 Prozent liegen sollten.