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War der erste Nationalpark Brasiliens, vom Präsidenten Getúlio Vargas am 14. Juni 1937 gegründet, um 120 Quadratkilometer Land von rauer Schönheit zu schützen. 1982 wurde sein Territorium auf 300 km² erweitert. Das Gebiet liegt innerhalb der Bergkette gleichen Namens und beginnt wenige Kilometer nördlich der Autobahn „Via Dutra“, die Rio mit São Paulo verbindet. Es erstreckt sich über die Distrikte Itatiaia und Resende, im Bundesstaat Rio de Janeiro, und über die Distrikte Alagoa, Bocaina de Minas und Itamonte, im Bundesstaat Minas Gerais. Man kommt hin über die besagte „Via Dutra“ (BR-116) bis zum Kilometer 316, dem Ort „Itatiaia“.
Die ersten Bewohner dieses Gebietes waren die Tamoio, Puris und Coroado-Indianer, denen die Namensgebung zugeschrieben wird: Itatiaia bedeutet in ihrer Sprache – Abgrund voller Spitzen. Im 19. Jahrhundert, nachdem die Indianer vertrieben waren, begann man der Ausbeutung von Holz und Holzkohle in diesem Gebiet, welches damals dem Visconde de Mauá gehörte, der es der Regierung (1908) vermachte.
Europäische Emigranten installierten sich, und taten sich in landwirtschaftlichen Kolonien zusammen, aber ihre Unternehmungen waren erfolglos, und die Landesregierung forderte die verteilten Grundstücke zurück. Auf eben diesem Territorium gründete man 1914 eine „Reserva Florestal“ (Wald-Reservat), das man 1927 in eine „Estação Biológica“ (Biologische Station) umwandelte, welche dem Botanischen Garten in Rio de Janeiro unterstellt war. Schliesslich wählten Wissenschaftler und Intellektuelle, die Mitglieder der Geografischen Gesellschaft waren, jenes Gebiet aus zur Gründung des ersten Nationalparks Brasiliens.
Der Park hatte seine beste Zeit während der 50er Jahre, als er als wichtiges Zentrum für botanische und zoologische Studien benutzt wurde. Gegenwärtig kämpft er ums Überleben, um die Erhaltung seiner Vegetation und um seine Einrichtungen, denn er hat bereits mehrere Brände überstehen müssen, einige davon in krimineller Absicht.
Die kleine Stadt Itatiaia ist umgeben von pittoresken Bergspitzen und lieblichen Wasserfällen. Im Parkgelände leben 400 Arten heimischer Vögel und 50.000 Insekten – neben einer vielgestaltigen Fauna von Säugetieren, wie Pacas (Pakas), Preguiças (Faultiere), Porcos-do-mato (Wildschweine), Coatis (Acutis) und Macacos (Affen). Einige seltene Arten, wie Onça (Puma), Lobo-guará (Mähnenwolf) und Jacutinga (Ozelot) kann man mit ein bisschen Glück in ihrem Habitat erleben.
Die Vegetation wird von grossen Baumarten beherrscht, wie zum Beispiel Paineiras, Cedros und Jequitibás. Viele ornamentale Pflanzen finden sich hier, zum Beispiel Orchideen, Farne, Bromelien und Begonien. In höheren Regionen überwiegt die Kriechvegetation und kleinwüchsige Buschpflanzen, mit dazwischen gestreuten Nadelbäumen. Es gibt Seen, Flüsse und Wasserfälle, alpine Wiesen und Regenwald. Im Juni können die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken – manchmal fällt hier sogar Schnee.
Eine ideale Gegend für Kletterer:
Der Pico das Agulhas Negras
Ist 2.787 m hoch und der höchste Berg der Region. Um ihn zu erklimmen, braucht man Erfahrung und gute Kondition, um sich über 5 Stunden am Fels hochzuschieben. Ein erfahrener Guide ist unerlässlich. Einige Male lag auf seinem Gipfel sogar Schnee und bot ein unvergessliches Schauspiel!
Der Cachoeira Poranga
Ist ein Wasserfall von zirka 10 m Höhe, mit grossem Wasservolumen, der ein Natur-Becken mit türkisgrünem Wasser formt, das an heissen Tagen eine willkommene Erfrischung bietet.
Der Cachoeira Itaporani
Sind eigentlich drei Wasserfälle von zirka 12 m Höhe, die ebenfalls einen herrlichen Natur-Pool bilden. Das klare Wasser ist sehr kalt. Der Weg dorthin ist von dichtem Atlantischem Regenwald begrenzt, mit vielen Blumen und Schmetterlingen unterwegs.
Der Lago Azul
Der blaue See – liegt nur einen Kilometer vom Parkeingang entfernt – 400 Meter Fussweg, der an einem See mit blaugrünem Wasser endet, der von verschiedenen kleinen Wasserläufen gespeist wird.
Der Pico das Prateleiras
Ist mit 2.548 Metern der zweihöchste Gipfel des Parks. Man braucht eine gute Kondition, um zu seinem Gipfel zu gelangen, aber es ist jede Mühe wert, denn die Aussicht von dort oben ist schlicht einzigartig. der Aufstieg empfiehlt sich innerhalb einer Gruppe: etwa 2 Stunden Aufstieg und 1,5 Stunden Abstieg. Anfahrt über die BR-354 Bundesstrasse, in Richtung auf „Engenheiro Passos“.
Viele weitere interessante Gipfel warten auf den Bergwanderer. Das Gebiet ist über das ganze Jahr zu besuchen, zwischen Dezember bis Februar aber, wegen starker Regenfälle, weniger zu empfehlen.
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