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Ein bedeutendes Jubiläum: 40 Jahre Dirigent Ernst Hüberli
Mit 18 Jahren hat er 1973 an der Kantonsschule Wattwil aus musikbegeisterten Mitschülern eine «Spielgemeinschaft» unter dem Namen Junges Kammerorchester Wattwil gegründet, welches sich der Öffentlichkeit mit regelmässigen Konzertaufführungen präsentierte. 1980 verschmolz es mit dem Rest des altehrwürdigen Orchestervereins Wattwil und nannte sich «Toggenburger Orchester».
Während des Besuchs des Seminars an der Kantonsschule Wattwil bildete sich Ernst Hüberli am Luzerner Konservatorium im Klarinettenspiel und im Dirigieren weiter. Später besuchte er Dirigentenkurse in München bei Sergiu Celibidache und auch heute noch verfolgt er als Beobachter weitere Dirigieranlässe und Aufführungen mit berühmten Dirigenten im In- und Ausland. Mit der Blasmusik verband ihn die Funktion als Armee-Spielführer des Mot. Inf. Rgt 25, Winterthur.
Das jugendliche Orchester strahlte eine wohltuende Spontaneität und Musizierfreude aus und fand bei den Zuhörern viel Applaus. Die immer gut vorbereitete Führung erzeugte einen lockeren aber effizienten Probenbetrieb. Mit der Komposition Urschweiz für Alphorn von August Wirz wurde das klassische Repertoire mit zeitgenössischer Komposition erweitert und auch die Aufführungsorte verliessen zunehmend die konventionellen Gratis-Säle wie Schulhäuser, Turnhallen und Kirchen. Der Erfolg beim Publikum beflügelte den Dirigenten zum ersten von drei Freiluftkonzerten auf der Burgruine Iburg, wo die Orchestermitglieder am Vortag mit herangeschleppten Balken, Brettern und Harassen eine Bühne und einen Publikumsplatz herrichteten. Mit der Bläserouvertüre von Weber, einem Ritterballett von Beethoven oder der Nachtwächterserenade von Biber war die Musik auf den Aufführungsort zugeschnitten. Die Aufführung eines Neujahrskonzertes 1986 im Wiener Stil im Thurpark weckte bei den Zuhörern nach weiteren Aufführungen in den Jahren 1991, 1995 und 1998 die Erwartung einer jährlichen Wiederholung. Der ständig steigende Publikumsaufmarsch erforderte aber einen grösseren Saal, den wir schlussendlich im Jahr 2000 in der riesigen Freudeggturnhalle fanden. Hier musste aber mit entsprechenden baulichen, akustischen und optischen Einrichtungen gerechnet werden, was finanziell in Grössenordnungen hineinwuchs, die nur über Sponsoring gedeckt werden konnten, was eine jährliche Wiederholung ausschloss. Der dreijährige Turnus konnte aber so beibehalten werden.
Dazwischen wechselten sich Konzerte in kleinerem mit solchen in grösserem Rahmen ab, sowie solche mit wenig Zuzügern wie Bassisten, mit solchen mit bekannten Solisten, sowie mit Chören. Beeindruckend waren das 1. Klavierkonzert von Beethoven, Stücke von Stamitz und Bach für Flötensolo, das Klarinettenkonzert von Jean Xavier Lefèvre, ein Stück für Hackbrett und Orchester von Peter Roth oder das Konzert für 2 Klarinetten von Franz Krommer. Mit der Feuerwerksmusik von G.F. Händel mit echtem barockem Feuerwerk wurde der Anlass unter freiem Himmel einem drohenden Gewitter ausgeliefert, wobei am Aufführungsende Spieler und Zuhörer auf die Minute genau dem sich ankündigenden Regen entfliehen konnten. Von weiteren Open Air-Abenteuern nahm man seither Abstand, aber der Drang nach speziellen Aufführungsorten schwelte weiter. Konzerte auf dem Säntisgipfel, ein solches im Tunnel der Umfahrungsstrasse Wattwil mit der Auftragskomposition Traffico von Hanspeter Kübler, dann die Vorführung des Stummfilmes The Circus von Charlie Chaplin, zu welchem das Orchester die von Chaplin komponierte und von Ernst Hüberli auswendig dirigierte Musik, spielte, ein Konzert im COOP Wattwil mit Registrierkasse und Gartenschlauchsoli, die Rhapsodie in Blue an den Lichtensteiger Jazztagen oder das Konzert Hornvieh in der Markthalle Wattwil mit lebendem Vieh. Und kürzlich fand im Januar die erneute Aufführung des Bolero in Bütschwil unter Zuzug vieler früher im Orchester tätig gewesenen Musikern statt, wobei dies eine stattliche Zahl von rund 90 Musikern und somit einen gewaltigen Klangkörper ergab. Und schon steht wiederum ein Konzert an den Lichtensteiger Jazztagen bevor, wo das Orchester zusammen mit einer Jazzband seine Aufwartung machen wird. Auch wenn Ernst Hüberli lieber nach vorne schaut, wie er sagt, kann nur ein Rückblick seine enorme Leistung und seinen von Erfolg gekrönten Einsatz offen legen. Vor einem Jahr dankte daher die St.Gallische Kulturstiftung den Orchestermitgliedern und dem Dirigenten Ernst Hüberli mit der Verleihung eines Anerkennungspreises.
Lieber Ernst, wir wünschen Dir und uns Spielern natürlich weiterhin viel Ideenreichtum und Durchsetzungskraft, damit alle bereits im Kopf gespeicherten zukünftigen Anlässe verwirklicht werden können und danken Dir für die ausgezeichnete und kollegiale Dirigiertätigkeit.