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Der Luftraum ist gesperrt, aber die Landgrenzen sind offen. Am ersten Grenzübergang schicken uns polnische Polizisten weg. Sie empfehlen uns eine andere Grenzstation, etwa 30 Kilometer entfernt. Nur wenige Menschen warten dort auf Einlass in die Ukraine, während Tausende in der Gegenrichtung unterwegs sind. Die Formalitäten dauern nicht lange, aber auf der ukrainischen Seite hat es kaum Fahrzeuge, die ins Landesinnere fahren. Zuerst bleibt darum nur Autostopp als Lösung, später organisiert ein lokales Aktivistennetzwerk ein kleines Auto mit einem Fahrer und einem Kriegsfreiwilligen.
An den unzähligen Strassensperren stellt sich dann aber heraus, dass der internationale Presseausweis, mehrsprachig und mit viel Gold und Rot, meistens Wunder wirkt. Der Fahrer entscheidet deshalb, mich zum Chauffeur zu machen, weil wir dann leichter durch die Kontrollen kommen und bei den wenigen geöffneten Tankstellen eher Benzin erhalten als ohne. An der grossen Strassensperre am Stadtrand von Kiew stauen sich die Fahrzeuge auf vier Spuren. Auf einem freigelassenen Streifen brausen dagegen Krankenwagen mit Blaulicht in die Stadt. Dunkle Rauchwolken türmen sich am Horizont. Zürich–Kiew in fünfzig Stunden, was vor dem Krieg rund zwei Flugstunden dauerte.
Lesen Sie in der nächsten Weltwoche die Reportage von Kurt Pelda.
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