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Zürich, 18.11.2020
Die grössten und als Langhalssaurier bekannten Dinosaurier haben von einem Klimawandel vor etwa 180 Millionen Jahren profitiert. Als einzige Art der pflanzenfressenden Dinosaurier der Gruppe Sauropodomorpha überlebten sie eine plötzliche Klimaerwärmung.
Die Langhalssaurier hatten gegenüber ihren kleineren Artverwandten den entscheidenden Vorteil, dass sie über ein robustes Gebiss verfügten, mit dem sie auch zähes und faseriges Pflanzenmaterial zermahlen konnten, wie es in der am Mittwoch erschienenen Studie der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society" heisst.
Das half ihnen beim Überleben, als ihre bis dahin vielfältige, üppige pflanzliche Nahrung aufgrund eines globalen Treibhauseffekts durch eine zähere und kargere Vegetation ersetzt wurde, die speziell an heisse Klimazonen angepasst war - wie etwa bestimmte Nadelbäume. Ihr langer Hals half ihnen zusätzlich, an diese für kleinere Tiere unerreichbare Nahrung zu kommen.
Dinosaurier aus Patagonien
An dem internationalen Forscherteam um den argentinischen Paläontologen Diego Pol war auch der Dinosaurierexperte Oliver Rauhut von den Staatlichen Naturwisschenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) beteiligt, wie die SNSB mitteilten. In der Provinz Chubut im argentinischen Patagonien fanden die Forscher die fossilen Überreste einer der ältesten bekannten grossen Sauropoden, Bagualia alba.
Zudem entdeckten sie in den umgebenden Gesteinen Pflanzenfossilien aus der Zeit, in der und bevor Bagualia alba lebte, und die es ihnen ermöglichte, den Fund "sehr genau in seinen zeitlichen und ökologischen Kontext" einzuordnen.
"Grosse Verdauungskammern" nötig
Die Art und Verteilung der Pflanzenfossilien deuten demnach darauf hin, dass es vor etwa 180 Millionen Jahren tatsächlich einen raschen Klimawandel gab - von einem gemässigten warmen und feuchten Klima, in dem eine vielfältige und üppige Vegetation verbreitet war, zu einem stark jahreszeitlich geprägten, sehr heissen und trockenen Klima.
Mit diesen Umweltbedingungen kamen die Langhalssaurier aufgrund ihres robusten Gebisses und ihrer Grösse vergleichsweise gut zurecht. Die Forscher vermuten, dass die Spezialisierung auf die zähe Nahrung auch eine der Gründe waren, warum die Sauropoden so gigantische Ausmasse erreichten: Um mit dieser Nahrung fertig zu werden, benötigten sie offenbar "grosse Verdauungskammern".
Die Zeit der Langhalssaurier, die zwischen zehn und vierzig Meter lang waren, endete nach den geläufigen Theorien, als vor 66 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag die Lebensbedingungen auf der Erde erneut massiv beeinträchtigt wurden.