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Erneut bot Genf am 21. Januar 2022 die Bühne zu einem diplomatischen Gespräch auf höchster Ebene. Anderthalb Stunden lang tauschten die Aussenminister Blinken und Lawrow ihre Positionen im amerikanisch-russischen Ringen um den Status der Ukraine aus. Das Ergebnis lautet bestenfalls diffus:
- Sergej Lawrow verkündete, man werde weiter miteinander reden.
- Anthony Blinken stellte dem Präsidenten Putin eine schriftliche Antwort auf dessen Begehren in Aussicht.
In der Sache hatte Putin die Forderungen am Vortag nochmals verschärft: Die NATO müsse sich auch aus Rumänien und Bulgarien zurückziehen. Und Russland behalte sich vor, im Donbass die Volksrepubliken Donezk und Luhansk staatlich zu anerkennen – wie Abchasien und Südossetien in Georgien. Blinken hielt fest, es gebe keinen Spielraum. Auch die Ukraine bestimme souverän, welchem Bündnis sie angehören wolle.
Genf und die Schweiz haben Erfahrung mit internationalem Vorgeplänkel vor Kriegen. So legten die USA 1991 und 2003 jeweils Wert auf das “letzte Gespräch” mit Saddam Husseins Irak. Erst wenn diese Begegnungen ergebnislos geendet hatten, erteilten die Präsidenten Bush Vater und Sohn die Angriffsbefehle.
Damals kam der Spruch auf: “Solange sie reden, schiessen sie nicht” – eine Binsenweisheit, die nicht viel weiter hilft.