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In Zürich war heute Prozessbeginn um einen mutmasslichen Millionenbetrug zulasten der BVK. Mittendrin ein Ex-CS-Banker.
Der frühere Credit-Suisse-Banker Alfred Castelberg hat sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten müssen. Er soll mit Hilfe von gefälschten Börsenergebnissen die Zürcher Pensionskasse BVK und die Zürcher Gebäudeversicherung (GVZ) um über 15 Millionen Franken geprellt haben.
Castelberg, der früher eng mit dem kürzlich verurteilten Ex-BVK-Anlagechef Daniel Gloor befreundet war, wies vor Gericht alle Vorwürfe zurück. Der Staatsanwalt beantragte eine Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung.
Auf unschuldig plädierten auch vier seiner früheren, ebenfalls angeklagten Arbeitskollegen. Die Vorwürfe gehen auf den Zeitraum zwischen Mai 2000 und Februar 2003 zurück.
Damals war Castelberg zunächst Direktor bei der Credit Suisse, wo er im Auftrag seines Freundes Gloor die Anlagen der BVK betreute. Dabei soll er die Zürcher Beamten-Pensionskasse um Millionen betrogen haben, indem er jeweils Börsendaten manipuliert haben soll.
Die Credit Suisse profitierte
Alleine im Zeitraum zwischen Mai und November 2000 entstand bei der BVK und bei der GVZ ein Schaden von über 6,3 Millionen Franken. Nutzniesser waren nicht nur die unrechtmässig begünstigte CS, sondern auch Castelberg sowie ein jüngerer Mitarbeiter, die sich beide via Bonus bereichern konnten.
Im Herbst 2001 verliess der 59-Jährige die CS, blieb aber als Direktor der Anlagefirma BT&T weiterhin für die BVK tätig. Die Geschäfte wickelte er nach wie vor über die CS ab. Laut Anklage fuhr Castelberg mit den Manipulationen fort, bis der Schaden für die BVK bei über 15 Millionen Franken lag. Sich selber bereicherte er dabei um eine knappe Million und die BT&T um über 1,4 Millionen.
Der Staatsanwalt verlangte für Castelberg eine unbedingte Freiheitsstrafe von fünf Jahren, verbunden mit einer Busse von 10'000 Franken. Zudem soll er 813'000 Franken als unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil dem Kanton Zürich abliefern.
Vor Gericht verantworten mussten sich neben Castelberg auch vier frühere CS-Mitarbeiter und Untergebene. Sie sind wegen Mittäterschaft oder Gehilfenschaft angeklagt.
Die CS ihrerseits hat den Kanton mittlerweile mit 18,9 Millionen Franken entschädigt. Diese Summe - Schaden plus Zinsen - war aussergerichtlich vereinbart worden.
Alle bezeichnen sich als unschuldig
Ein mittlerweile freigestellter CS-Banker soll eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten erhalten, ein weiterer damaliger CS-Direktor 22 Monate bedingt. Für zwei weitere ehemalige CS-Banker fordert die Anklage bedingte Geldstrafen.
Alle fünf Angeklagten bezeichneten sich am ersten Prozesstag als unschuldig. Castelberg schlägt sich heute als Autohändler durch. Seine Gesundheit ist angeschlagen, unter anderem leidet er unter Vergesslichkeit. Sein Anwalt verlangte wegen Verjährung die Einstellung der ersten Anklagepunkte aus dem Jahr 2000.
Der Prozess wird voraussichtlich bis am Freitag dauern. Wann das Urteil eröffnet wird, ist noch unklar.
(sda/chb)