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Es wurde hier an dieser Stelle viel über das prognostizierte Wetter für die Ostertage geschrieben. Nun sind die Ostern 2023 schon Geschichte. Wir ziehen Bilanz über das diesjährige Osterwetter.
Wetter
Es wurde hier an dieser Stelle viel über das prognostizierte Wetter für die Ostertage geschrieben. Nun sind die Ostern 2023 schon Geschichte. Wir ziehen Bilanz über das diesjährige Osterwetter.
Eindeutig der trübste Tag der diesjährigen Ostertage war der Karfreitag. Ein Höhentief, das mit einer okkludierenden Front verbunden war, zog über die Westalpen hinweg nach Norditalien. In der feuchtlabilen Luftmasse fiel besonders in der Westhälfte der Schweiz zeitweise Niederschlag. Die Schneefallgrenze bewegte sich dabei zwischen 700 und 1100 Metern, in intensiveren Niederschläge sank sie lokal sogar bis gegen 400 Meter hinunter, wie z.B. in der Region Bern. In der Ostschweiz sowie in Mittelbünden war es meist trocken. Trocken blieb es auch im Tessin, jedoch auch meist bewölkt.
Am Südrand eines Hochs über Skandinavien wehte im Seeland und in der Romandie eine spürbare Bise. Der Hochdruckeinfluss vermochte sich im Westen und Süden durchzusetzen. Östlich von Bern sorgte ein Höhentief über Ungarn mit der Zufuhr feuchter Luft aus Nordosten für meist bewölkten Himmel sowie in den östlichen Landesteilen auch für einzelne Regenschauer. Ein um fast 8 hPa höherer Luftdruck nördlich der Alpen sorgte auf der Alpensüdseite für einen Nordwind, welcher bis in die Niederungen des Südtessins vorstiess. In Lugano wurde die Höchsttemperatur von 18 Grad erst um 18:10 Uhr gemessen mit dem Durchgreifen des Nordwinds.
Die Schweiz konnte von einer Hochdruckbrücke profitieren, die das Skandinavienhoch mit dem Atlantikhoch verband. Der Einfluss des Höhentiefs über Osteuropa reichte dagegen nicht mehr bis zu uns. Am Vormittag lagen über Teilen der Alpennordseite zwar noch ausgedehnte Hochnebelfelder mit einer Obergrenze um 1600 Meter im Westen und 2200 Meter im Osten. Sie lockerten sich aber vor dem Mittag auf und die zurückbleibenden Quellwolken lösten sich bis am Abend vollständig auf. Mit einer mässigen Bise blieb die Temperatur mit 12 bis 15 Grad verhalten. Auf der Alpensüdseite wehte nur noch in den oberen Tälern der Nordwind. Dort war es mit fast 19 Grad (Biasca) auch am wärmsten.
Das Hoch begann sich zwar schon abzubauen, es brachte aber nochmals viel Sonnenschein. Erst im Laufe des Nachmittags zogen immer dichtere hohe Wolken einer sich von Frankreich her annähernden Front auf. Trotzdem konnten nochmals 5 bis 8 Stunden Sonnenschein genossen werden. Mit Höchsttemperaturen von 16 bis 18 Grad war es nicht nur der sonnigste, sondern auch der wärmste Tag der diesjährigen Osterfeiertage.
Wer diese Ostern am meisten Sonne sehen wollte, der oder die wurde am Genfersee oder allgemein in der Westschweiz am besten zufrieden gestellt. In Pully bei Lausanne schien die Sonne an den vier Tagen zusammen während fast 34 Stunden. Dahinter folgte das Walliser Rhonetal und danach das Tessin. Am wenigsten häufig bekam man die Sonne in der Ostschweiz zu sehen, total während 14 bis 21 Stunden.
Am wärmsten war es über alle vier Ostertage gesehen auf der Alpensüdseite. Dort bewegten sich die Höchsttemperaturen zwischen 15 Grad (Karfreitag) und 19 Grad (Karsamstag).
Aufgrund der kalten Luftmasse und den oftmals mindestens zeitweise klaren Nächten konnte an allen vier Tagen jeweils in den frühen Morgenstunden Bodenfrost verzeichnet werden. Während an Karfreitag im Wallis und im Tessin Bodenfrost auftrat, war er an den anderen drei Tagen auch auf der Alpennordseite präsent.