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Systemrelevante städtische Arbeitskräfte
Was bedeutete die Pandemie für systemrelevante Arbeitskräfte? Das Projekt untersucht die Erfahrungen und den Bedarf an politischer Unterstützung von systemrelevanten Arbeitskräften, die den städtischen Betrieb aufrechterhalten.
Projektbeschrieb
Das Projekt untersucht rückblickend die Erfahrungen, Herausforderungen und politischen Forderungen von Arbeitskräften in Schweizer Städten, die nicht im Gesundheitswesen tätig sind (z. B. Personal in den Bereichen ÖV, Kinderbetreuung, Lieferdienste, Reinigung), während der Pandemie. Die Forschungsgruppe analysiert sowohl die oft prekären Arbeitsbedingungen der systemrelevanten städtischen Arbeitskräfte als auch die potenzielle Diskrepanz zwischen der politischen Unterstützung und der Schlüsselfunktion, die sie unter schwierigen Bedingungen erfüllten. Weiter wird untersucht, wie Schweizer Entscheidungstragende und die breite Bevölkerung diese Arbeitskräfte und die politische Unterstützung wahrnahmen und bewerteten und wie diese Bewertungen im Vergleich zu den gelebten Erfahrungen stehen.
Hintergrund
In der Schweiz wie auch anderswo arbeiten die meisten der sogenannten systemrelevanten Arbeitskräfte im Niedriglohnsektor: in Pflege- und Wartungsberufen. Während der Pandemie waren sie stärker von den negativen wirtschaftlichen Folgen betroffen, sie hatten eine grössere Arbeitsplatzunsicherheit und berichteten über mehr gesundheitliche und psychische Probleme. Sie waren auch dem Virus stärker ausgesetzt, vor allem weil sie weniger gut von zu Hause aus arbeiten können.
Ziel
Das Projekt verfolgt vier Forschungsfragen:
- Was waren die Erfahrungen, Herausforderungen und politischen Forderungen der systemrelevanten Arbeitskräfte in Städten während der Pandemie?
- Wie unterschieden sich diese zwischen den verschiedenen Arbeitssektoren?
- Wie beurteilen Entscheidungstragende den Bedarf an politischer Unterstützung für diese Arbeitskräfte?
- Wie nahm die Bevölkerung die politische Unterstützung für verschiedene Arten von systemrelevanten Arbeitskräften wahr?
Bedeutung
Die Auswirkungen der Coronapandemie fielen je nach persönlichen Ressourcen und Möglichkeiten für deren Bewältigung ungleich aus. Sich überschneidende Belastungen wurden verstärkt, da Pflege- und Wartungsarbeiten unverhältnismässig stark von Frauen und Migranten geleistet werden. Angesichts der «Unverzichtbarkeit» bei gleichzeitig geringer Wertschätzung ist es wichtig, die Erfahrungen und Forderungen dieser Arbeitskräfte zu verstehen, um wirksame Unterstützungsmassnahmen zu entwickeln.
Anwendung
Das Projekt richtet sich an den Prinzipien der partizipativen Forschung aus und nimmt die gemeinsame Erarbeitung von Wissen ernst. Daher konzentriert sich das Projekt auf die Erfahrungen und politischen Forderungen der systemrelevanten städtischen Arbeitskräfte. Zudem werden enge Partnerschaften mit Politikern, Vertreterinnen von Regierungen, Gewerkschaften, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden und Aktivisten aufgebaut, dank derer die Forschungsergebnisse in die Praxis einfliessen können.
Originaltitel
The COVID-19 pandemic and its implications for urban essential workers