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Dissertationsprojekt von Stephan Zirwes, Bern
Johann Georg Albrechtsbergers Kompositionslehre. Satztechnische Grundlagen, praktische Umsetzung, pädagogische Konzepte
DIm Rahmen eines SNF-Forschungsprojektes der Hochschule der Künste Bern: „Sine dissonantiis“ und „auf eine wirklich ganz neue Manier“ – Restaurative und revolutionäre Tendenzen am Schnittpunkt von Musiktheorie und Kompositionspraxis in Wien um 1800 (2/2011–1/2014)
Wenn sich Mozart kurz vor seinem Tod Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809) als seinen Nachfolger am Wiener Stephansdom wünscht und Beethoven noch 1817 dem verstorbenen Albrechtsberger nachtrauert, so sind das nur zwei Belege für das hohe Ansehen, welches dieser als Organist, Komponist, Pädagoge und Theoretiker genoss. Befasste sich die bisherige Forschung fast ausschließlich mit dem Leben und dem kompositorischen Werk Albrechtsbergers, so steht eine eingehende Untersuchung seiner theoretischen Schriften und pädagogischen Konzepte noch aus.
Seine erste und umfangreichste theoretische Schrift ist die „Gründliche Anweisung zur Composition“ von 1790, die auf der 65 Jahre früher entstandenen Kontrapunktlehre „Gradus ad Parnassum“ von J. J. Fux aufbaut, darüber hinaus gehend aber versucht, aktuelle ästhetische Kriterien in den kompositorischen Lehrgang miteinzubeziehen. Daneben verfasste Albrechtsberger eine Vielzahl kleinerer generalbassorientierter Schriften, deren zum Teil spezielle Eigenheiten eine genaue Untersuchung und Einordnung in das zeitgenössische Umfeld in Wien um 1800 erfordern.
Neben dem Quellenstudium und dem Versuch der Rekonstruktion eines Kompositionslehrgangs zur Musik der Wiener Klassik unter Einbezug der zeitgenössischen ästhetischen Kriterien soll der Frage nach den Wechselwirkungen von Theorie und Praxis im kompositorischen Werk Albrechtsbergers, aber auch dem seiner Schüler (wie z. B. Beethoven) nachgegangen werden.
Stephan Zirwes, Dozent für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule der Künste Bern,
Kontakt: <email-pii>