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In den Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima werden am 11. eines jeden Monats nach Vermissten durch den Tsunami vom 11. März 2011 in den Buchten und an der Küsten gesucht. In der Tohoku Region werden heute noch 2’654 Menschen vermisst. Die Anzahl der Tote beträgt 15’821. 114 Leichen sind noch nicht identifiziert.
Eine neue Leiche oder Spur wird heute nur noch selten gefunden. Für die Familienmitglieder, die auf die Rückkehr des Vermissten warten, wird die Suchaktion fortgesetzt.
Unter den Menschen, die im Frühling 2011 Zuflucht nehmen mussten und heute in einem fremden Ort leben, gibt es immer mehr solche, die gesundheitliche Probleme bekommen und sogar sterben. Bisher haben in dieser Nordost-Region 2’746 Menschen ihr Leben verloren. Im ganzen Japan führen rund 290’000 Menschen ihr Leben in einem provisorischen Umfeld.
9’000 kamen am 14. September in den Park Kameido Chuo in Tokyo. Sie drückten damit ihren Wunsch aus, dass Japan so lange wie möglich ohne Atomstrom auskommen soll. Auf dem japanischen Archipel ist seit dem 15. Sep. wieder kein AKW im Betrieb, weil der Reaktor des AKW Oi in der Präfektur Fukui, der einzig am Netz war, wegen der Revision eingestellt worden war.
An der Kundgebung waren, wie oft, der Nobelpreisträger Kenzaburo Oe und die beliebte Schriftstellerin Keiko Ochiai zu sehen. Sie kritisierte den Prämierminister Abe, der vor IOC sagte, die Einflüsse des kontaminierten Wassers seien blockiert.
„Wer hat wo die Radioaktivität blockiert?“, fragte Keiko Ochiai vor dem Publikum. „Auch in diesem Moment fliessen 400 Tonnen Grundwasser pro Tag in die zerstörten Reaktorgebäude und danach überlaufen in die Umwelt. Stehen sie wirklich unter Kontrolle? Werden sie wirklich blockiert? Die Verantwortung des Atomunfalls hat bis heute niemand übernommen, von Tepco ganz zu schweigen.“
Auch in der Stadt Fukui wurde eine Kundgebung abgehalten. Dort hielten auch Prominente wie Takashi Hirose (Schriftsteller) und Toyohiro Akiyama (Astronaut) einen Vortrag gegen Kernenergie.
Frau Ruiko Muto ist nach wie vor kämpferisch. Sie leitet eine Gruppe der Ankläger im Strafprozess gegen AKW in Fukushima. Die Gruppe hatte im November 2012 gegen den Ex-Präsidenten und Manger des Betreibers des AKW-Fukushima I eine Klage eingereicht. Es ist immer noch unklar, ob sie gerichtlich verfolgt werden oder nicht. Die japanischen Medien berichteten allerdings im August von der Vermutung, dass der Staatanwalt den Schritt nicht wagen würde.
Heute ist vom hoch kontaminierten Wasser vom AKW Fukushima I überall die Rede.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/akw-fukushima-strahlende-wassermassen-werden-zur-mammutaufgabe-a-920154.html
http://www.dw.de/tokio-%C3%BCbernimmt-fukushima-krisenmanagement/a-17067260
http://www.format.at/articles/1336/931/365507/fukushima-strahlenbelastung-rekordwert
http://www.srf.ch/news/international/eine-eismauer-um-fukushima-reine-imagepflege
Frau Muto hat nun mit zwei anderen Mitgliedern der Gruppe gegen Tepco, den Präsidenten und 32 Ex-Manager angeklagt. Sie seien verantwortlich dafür, dass tagtäglich 300 Tonnen stark radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gelangt. Tepco sei vom Lecken sehr wohl wissend gewesen, versäumten trotzdem, durchgreifende Massnahmen zu ergreifen.
Tepco will kein Kommentar zur Anklage geben.