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Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Uruguay sind freundschaftlich. Die beiden Länder arbeiten in den multilateralen Organisationen eng zusammen. Bis heute existiert eine enge historische Verbindung zwischen den beiden Ländern, die auf die Auswanderung vieler Schweizerinnen und Schweizer nach Uruguay im 19. Jahrhundert zurückgeht.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Uruguay kooperieren aktiv auf multilateraler Ebene und vertreten hierbei in zahlreichen Bereichen ähnliche Ansichten, namentlich bei der Förderung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts sowie bei Umweltfragen.
Seit Juli 2012 betreut das Regionale Konsularcenter in Buenos Aires alle konsularischen Anliegen mit Bezug zu Uruguay.
Aktuell hat die Schweiz mit Uruguay Abkommen in den Bereichen Investitionsschutz, Doppelbesteuerung, Sozialversicherungen und Luftverkehr abgeschlossen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Im Jahr 2022 importierte die Schweiz Waren im Wert von rund 37 Millionen CHF aus Uruguay, hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte. Im gleichen Jahr betrugen die Schweizer Exporte nach Uruguay 143,6 Millionen CHF, darunter waren vor allem pharmazeutische Produkte sowie Uhren.
Ende 2021 betrugen die Direktinvestitionen der Schweiz in Uruguay 2,4 Milliarden CHF, und Schweizer Firmen beschäftigten 843 Personen im Land.
Die 1944 gegründete Schweizerisch-Uruguayische Handelskammer hat zum Ziel, den wirtschaftlichen Austausch zwischen den beiden Ländern zu fördern und Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen.
Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen EFTA–Mercosur wurden im August 2019 in der Substanz abgeschlossen.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Uruguay können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Basierend auf einem Mandat des SBFI koordiniert die Universität St. Gallen zurzeit Forschungskooperationen zwischen der Schweiz und Lateinamerika.
Kulturaustausch
Einige berühmte uruguayische Kunstschaffende haben Schweizer Wurzeln: José Belloni, Martino Perlasca oder Juan José Morosoli stammen von Tessiner Familien und gehören zu den berühmtesten Künstlern Uruguays.
Die Schweizerische Botschaft in Montevideo unterstützt Anstrengungen zur Erhaltung und Verbreitung des gemeinsamen Kulturgutes durch Kleinprojekte.
Schweizerinnen und Schweizer in Uruguay
Ende 2022 lebten 1018 Schweizerinnen und Schweizer in Uruguay.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die 1828 gegründete Republik Uruguay wurde zu einem beliebten Auswanderungsziel für Schweizer Migrantinnen und Migranten. So gründeten Deutschschweizer Bäuerinnen und Bauern in den Jahren 1862 und 1863 die Kolonie Nueva Helvecia. Sie führten die Käseherstellung und weitere landwirtschaftliche Neuerungen ein. Einwanderinnen und Einwanderer aus dem Tessin haben sich in Architektur, Kunst und Sport einen Namen gemacht.
Bereits 1859 ernannte die Schweiz in Uruguay einen Konsul. 1947 eröffnete sie in der Hauptstadt Montevideo eine diplomatische Vertretung. Im April 2012 fanden Feierlichkeiten zum 150. Jubiläum der Gründung von Nueva Helvecia mit offiziellen Delegationen aus der Schweiz statt.