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Anwendung
Die Computertomographie (CT) ist ein Schnittbildverfahren und eine Weiterentwicklung der Röntgentechnik. Sie wird v.a. zur Untersuchung des Kopfes, der Lunge, der Bauchorgane, der Wirbelsäule und von Knochen angewandt.
Prinzip
Hierbei kreist eine Röntgenröhre auf einem Ring um den Körper und erzeugt einen schmalen Röntgenstrahl. Dieser durchdringt die gewünschte Körperstelle und wird innerhalb des Körpers durch die verschiedenen Strukturen (z. B. Fett, Muskeln, Organe, Knochen) unterschiedlich stark abgeschwächt.
Genau gegenüber der Röntgenröhre befindet sich auf demselben Ring eine Vielzahl von Sensoren (Detektoren), die das abgeschwächte Signal empfangen. Durch das Bewegen des Tisches werden kontinuierlich Teile des Körpers untersucht. Die Messungen werden nachträglich vom Computer zu einem Schnittbild oder zu dreidimensionalen Bildern weiterverarbeitet. Wenn alle Bilder erstellt sind, erhält man einen sehr detaillierten, multidimensionalen Einblick in das Innere des menschlichen Körpers. Dies alles erfolgt für den Patienten unbemerkt und ohne Schmerzen.
Vorbereitung
Für die meisten CT-Untersuchungen braucht es keine spezielle Vorbereitung. Bei Untersuchungen des Bauchraumes werden Sie gebeten, möglichst nüchtern zu erscheinen. Zudem erfordert die bessere Darstellung des Darms, dass Sie mindestens 30 Minuten vorher beginnen Wasser zu trinken (gegen 1 Liter). Die Füllung des Dickdarms mit Röntgen-Kontrastmittel kann ferner bei speziellen Fragestellungen notwendig werden.
Gabe von jod-haltigem Kontrastmittel
Die Aussagekraft einer Computertomographie-Untersuchung lässt sich je nach Fragestellung durch Gabe von jod-haltigem Kontrastmittel in die Vene (intravenös) erheblich steigern. Hierfür wird in der Ellenbeuge oder am Handrücken eine Vene punktiert (ähnlich wie bei einer Blutentnahme).
Es gibt jedoch Umstände, welche eine Gabe von jod-haltigem Kontrastmittel nur unter bestimmten Voraussetzungen erlauben oder sogar ganz verbieten (sogenannte Kontraindikationen).
Daher werden Sie vor der Untersuchung von der Röntgenfachperson wie folgt befragt:
- Besteht eine Allergie gegen Röntgen-Kontrastmittel?
- Ist bei Ihnen eine erhöhte Schilddrüsenfunktion bekannt?
- Ist bei Ihnen eine Schilddrüsenabklärung (Szintigraphie) oder -bestrahlung geplant?
- Nehmen Sie Tabletten wegen Zuckerkrankheit ein?
- Wenn ja, welche (Vorsicht ist beim Inhaltsstoff „Metformin“ geboten)?
Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es nach Gabe von jod-haltigem Kontrastmittel zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen. Daher erhält jede Patientin und jeder Patient vor der Untersuchung einen Fragebogen (Download Fragebogen). Sollte eine der Fragen mit JA beantwortet werden und uns Ihre Nierenfunktion nicht bekannt sein, werden wir bei Ihnen zur Sicherheit unmittelbar vor der Untersuchung Ihre Nierenwerte bestimmen („Fingerpicks“).
Sollte Ihre Nierenfunktion leicht eingeschränkt sein, wird die Menge des Kontrastmittels reduziert. Bei schwerer Störung der Nierenfunktion werden wir ganz auf die Gabe von Kontrastmittel verzichten oder eine alternative Untersuchung in Erwägung ziehen.
Dauer und Ablauf der Untersuchung
- Die Dauer beträgt je nach Körperregion 15-20 Minuten.
- Der Untersuchungsvorgang des CT-Gerätes beträgt nur ca. 10-60 Sekunden.
Sie werden meist in Rückenlage auf dem Untersuchungstisch gelagert und sollten während der Untersuchung ruhig und entspannt liegen. Falls eine Gabe von Kontrastmittel in die Vene notwendig ist, wird durch die Röntgenassistentin eine Zugangskanüle in eine Vene in der Ellenbeuge oder am Handrücken gelegt. Der Untersuchungstisch wird nun langsam in die kreisförmige Öffnung des Ringes des Computertomographen bis auf Höhe der zu untersuchenden Körperregion gefahren. Manche Patienten entwickeln ein Wärmegefühl, wenn das Kontrastmittel gespritzt wird; es verschwindet aber schnell wieder. Ansonsten spüren Sie ausser der Tischbewegung vom Untersuchungsvorgang nichts.
Bei Untersuchungen der Lunge und des Oberbauchs müssen Sie die Arme nach oben nehmen und werden durch die Röntgenassistentin aufgefordert, kurz den Atem anzuhalten.
Der Ring des Computertomographen ist ca. 40 cm breit und die Oeffnung im Ring sehr gross, der Patient liegt also nicht in einer geschlossenen Röhre. Auch Patienten mit sehr starker Platzangst können deshalb problemlos mittels CT untersucht werden.
Risiken der Computertomographie
In unserem Institut wird nur modernstes gut veträgliches jod-haltiges Kontrastmittel (sogenanntes niedrig-osmolares, nicht-ionisches Kontrastmittel) verwendet. Im Vergleich zu den älteren, jod-haltigen Kontrastmitteln hat die Häufigkeit der Nebenwirkungen deutlich abgenommen. Sehr selten kann es zu allergischen Reaktionen auf das jod-haltige Kontrastmittel kommen.
Der hervorragenden Detailauflösung der Computertomographie steht eine vermehrte Stahlenbelastung im Vergleich zur normalen Röntgenaufnahme gegenüber. Bei korrekter Anwendung überwiegt jedoch der medizinische Nutzen bei weitem das minimal erhöhte Risiko der Röntgenstrahlung. Zudem sind unsere CT-Protokolle in Zusammenarbeit mit dem Gerätehersteller hinsichtlich der Strahlendosis optimiert. Wir benutzen iterative Rekonstruktionssoftware (iDose), die uns erlaubt trotz niedriger Strahlendosis eine hervorragende Bildqualität zu erreichen. Unsere Patientendosen sind daher stets deutlich unter den Referenzwerten, die gemäss Richtlinien vom Bundesamt für Gesundheit eingehalten werden müssen. Der Embryo bzw. Fetus ist besonders strahlenempfindlich. Im Einzelfall lässt sich aber kaum eine zuverlässige Aussage zu möglichen Folgen der Röntgenstrahlen auf das ungeborene Leben machen. Als Vorsichtsmassnahme sollten daher bei schwangeren Patientinen keine CT-Untersuchungen durchgeführt werden.
Weitere Informationen über die komplexe Materie der Strahlenbelastung können auf der Website der IAEA oder IRCP gefunden werden.
Standorte
Basel Sternengasse, Liestal, Reinach