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Wendy Holdener verpasst im Weltcup-Slalom in Zagreb das Podium knapp. Die Schwyzerin wird in dem von der Slowakin Petra Vlhova gewonnenen Rennen Vierte.
Die Konstanz hat wegen der komplizierten, durch Knochenbrüche an beiden Händen beeinträchtigten Vorbereitung nicht gelitten. Wendy Holdener hat auch im fünften Slalom des Winters eine Klassierung erreicht, die einer Fahrerin aus dem Kreis der Besten gerecht wird. Siebte, Vierte, Dritte, Fünfte – und nun wieder Vierte.
Zwei wollen mehr
Doch die Schwyzerin will mehr. “Vierte zu werden ärgert immer. Ich selber will ja irgendwo anders sein. Ich nehme das Gute mit, und den Rest versuche ich zu verbessern.” Analysieren, abhaken und nach vorne schauen – die nächsten Chancen zur Steigerung kommen im Slalom bald, am Sonntag in Kranjska Gora in Slowenien und am Dienstag in Flachau im Salzburgerland.
Mehr will auch Michelle Gisin. Die Obwaldnerin schaffte es in einem “wilden Rennen”, wie sie es nannte, als Zehnte zum vierten Mal in diesem Winter unter die besten zehn in einem Slalom unter schwierigen Verhältnissen. Die hohen Temperaturen setzten der Piste zu. Dazu wehte ein starker Wind, der Blätter von den umliegenden Bäumen auf die Strecke blies.
Die derzeit Besten waren auch bei solchen Bedingungen die Stärksten. Petra Vlhova entschied das Duell gegen Mikaela Shiffrin mit einer halben Sekunde Vorsprung für sich. Die Slowakin, die sich zum dritten Mal in Folge zur “Schneekönigin” am Sljeme küren und sich die standesgemässe Krone aufsetzen liess, und die Amerikanerin, die die letzten Rennen vor dem Jahreswechsel in Lienz im Osttirol wegen einer Corona-Erkrankung verpasst hatte, waren wieder einmal in ihrer eigenen Welt unterwegs. Die Weltmeisterin Katharina Liensberger lag als Dritte schon über zwei Sekunden zurück. Die Vorarlbergerin ihrerseits war 25 Hundertstel schneller als Wendy Holdener.
Pinis neue Wege
Die überzeugenden Auftritte von Petra Vlhova, die vier der fünf bisherigen Weltcup-Slaloms dieses Winters gewonnen hat, sind auch das Ergebnis des guten Einvernehmens mit dem neuen Cheftrainer Mauro Pini in ihrem Privatteam, das mit 15 Mitgliedern eine stattliche Grösse erreicht hat.
Der Tessiner geht neue Wege, von denen Petra Vlhova nicht nur als Skirennfahrerin, sondern auch als Mensch profitiert. Pinis Philosophie in der Trainingsgestaltung und im Umgang mit der Athletin unterscheidet sich deutlich von der seines Vorgängers Livio Magoni, mit dem Petra Vlhova die Zusammenarbeit am Ende des vergangenen Winters nach fünf (erfolgreichen) Jahren beendet hat.
Mit Pini an der Seite ist Petra Vlhova nicht mehr bloss Befehlsempfängerin, wie sie es unter der Führung von Magoni war. Der Tessiner legt Wert auf die Meinung seiner Athletin. Es findet ein Gedankenaustausch statt. Das Einseitige und Zermürbende, streng von Magoni durchgeplant und eingefordert, gibt es nicht mehr. Petra Vlhova hebt die gute Stimmung in ihrem Team hervor. Es ist ihr anzusehen, dass sie sich wohl fühlt. Dass sich in ihrer Gedankenwelt nicht alles um den Rennsport dreht, hat etwas Entkrampfendes. Der neue Chefcoach tut ihr gut.
Die Dosierung machts
Für Pini ist weniger oft mehr. Für ihn ist Dosierung wichtig. In den Trainingseinheiten stellt er Qualität über Quantität. Lieber zehn Läufe auf hohem Niveau als fünfzehn Fahrten auf gelegentlich unbefriedigendem Level. Dosierung findet auch in der Einsatzplanung statt. Nach dem Gewinn des Gesamtweltcups in der letzten Saison nennen Trainer und Athletin die Olympischen Spiele in Peking als prioritäres Ziel.
Die Fokussierung auf die technischen Disziplinen im Weltcup soll den erhofften Erfolg bringen. Nachdem sie im Vorwinter sämtliche 31 Rennen bestritten hat, ist Petra Vlhova bis jetzt im Weltcup weder zu einer Abfahrt noch zu einem Super-G gestartet.
Die Zahlen sprechen für sich. In fünf Slaloms und vier Riesenslaloms war Petra Vlhova nie schlechter denn als Fünfte klassiert, in den neun Rennen verpasste sie nur zweimal das Podium.