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länge des Viaducts 228,8. Die Brücke liegt außer in der starken Steigung von 1:9,73 noch in einer Curve von 621" Radius. Der eiserne Oberbau enthält 4 schmiedeeiserne Gitterträger von sehr leichter Construction, 1,37 hoch. Die Gurtungen der beiden mittleren Träger find 381 breit, in den Mittelfeldern 16mm, an den Enden 6TMTMTM stark, die Winkeleisen 152TM breit, 127mm hoch und 16TM dick, in den beiden äußeren Trägern haben die Gurtungen 330TMTM Breite und 19" Dicke; die Laschen auf den Stößen derselben sind 1,22 bis 1,37 lang und 64 starf. Die Gitterstäbe, welche in je 1,29 Entfernung von einander angebracht sind, haben je nach ihrer Inanspruchnahme verschiedene Querschnitte; die auf Druck in Anspruch genommenen sind Winkeleisen, deren Breite zwischen 178mm und 152", und deren Höhe zwischen 89mm und 76 bei einer constanten Schenkeldicke von 13mm variirt; die auf Zug in Anspruch genommenen Stäbe dagegen sind Flacheisen, und liegen deren Dimensionen zwischen 102mm Breite bei 13 Dicke und 178mm Breite bei 22mm Dicke.
Die Mittelpfeiler bestehen aus Gruppen von je 8 hohlen gußeisernen Säulen, in mehreren Etagen von 3 Höhe über einander angeordnet, durch schmiedeeiserne Diagonalstangen von 102TMTMTM Breite, 13 Dicke, und durch Flanschen mit 1zölligen (26mm) Schrauben an den Stößen unter einander verbunden. Die unteren Säulen ruhen auf gußeisernen Schuhen von 0,9 Durchmesser, welche mit Steinschrauben von 51" mm Stärke auf den als Unterlage dienenden großen Steinblöcken von 0,6 Dicke befestigt sind. Das übrige Fundamentmauerwerk besteht aus regelrecht bearbeiteten Bruchsteinen in Schichten von 406 Höhe. Die gußeisernen Schuhe find am Fuße jedes Mittelpfeilers durch einen 381TM hohen gußeisernen Rahmen unter einander verbunden, und ein ähnlicher Rahmen befindet sich auf dem Kopfe jedes Pfeilers, wobei die Oberfläche des letteren Rahmens geneigt ist, entsprechend der Neigung der ganzen Brücke. Die Schienen liegen auf hölzernen Langschwellen. Die 4 inneren Säulen eines jeden Mittelpfeilers stehen senkrecht; die 4 äußeren convergiren etwas nach oben, und zwar ist die Neigung je nach der Höhe der Pfeiler verschieden. R. 3.
Tunnel unter dem Michigan- See. Ueber den schon Bd. IX, S. 80 kurz erwähnten Tunnel unter dem Michigan-See, welcher den Zweck hat, der Stadt Chicago gutes, trinkbares Wasser aus der Mitte des Seees zuzuführen, geben wir nachfolgend noch einige genauere Notizen, die wir mit Benuzung der Zeitung des Vereines deutscher Eisenbahnverwaltungen" (1867, Nr. 2, S. 22) und unter Zugrundelegung von Metermaß dem „American Railroad - Journal" entnehmen.
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Zur Erreichung des oben erwähnten Zweckes ist im See, 3,22 Kilomtr. vom Ufer entfernt, ein Schacht abgeteuft, in welchen das Wasser eingelassen und sodann durch den unter dem Seeboden nach dem Ufer geführten Tunnel nach einem dort befindlichen Schachte geleitet wird. Lezterer bildet das Reservoir, aus welchem das Wasser durch Pumpwerke entnommen und in die Stadt ge= leitet wird, und besteht, auf 9,14 Höhe von oben gerechnet, aus einem 2TM,74 im Durchmesser haltenden Cylinder aus 57TM starken Eisenplatten, welcher in 3 Schichten à 3 hoch durch den oberen wasserhaltigen Boden bis auf den festen Unterboden, bestehend in hartem und vollständig trockenem blauem Thone, hinabgesenkt ist. În diesem ist der Schacht mit Ziegelsteinen 305mm dick ausge= mauert bis zu einer Tiefe von 26,67 unter dem oberen Schachtrande oder 23TM,16 unter dem Seespiegel. Für den Seeschacht ist ein fünfeckiger Senkkasten von 25,3 äußerem und 10 innerem Durchmesser zum Schuße des Schachtes gegen Seestürme versenkt. Derselbe hat eine Höhe von 12,5 bei 10,67 Wassertiefe, ist inwendig und auswendig sorgsam kalfatert und mit Steinen ausgefüllt; er enthält ca. 17,000 laufende Meter Verbandholz, 4000 Ctr. eiserne Bolzen und 140,000 Cir. Steinmaterial. Oben auf dem Schachte befindet sich ein Häuschen zur Beherbergung von 45 Arbeitern nebst Vorräthen und Materialien für die Eiszeit. In diesem Senkkasten ist der Schacht selbst, ein Eisencylinder wie der Landschacht, versenkt und dieser sodann durch einen Brunnen aus Ziegelstein untermauert, welcher bis 9,5 unter dem, auch hier aus festem blauen Thone bestehenden, Seeboden hinabreicht.
Dieser Tunnel erhält auf je 300" Länge zu jeder Seite eine kleine Kammer, hauptsächlich als Depots für Arbeits- und Lebensbedürf= nisse für die bei der Bauausführung thätige Mannschaft dienend. Die Aushöhlung für den Tunnel, welcher von beiden Enden vorgetrieben wird, beträgt 1,98 im Durchmesser; die gewonnene Erdmasse wird auf kleinen, von Maulthieren auf einer Schienenbahn gezogenen Transportwagen durch die fertigen Tunnelstrecken nach den Schächten gezogen und hier gehoben und beseitigt, und zwar werden täglich vom Landschachte aus 4",6, vom Seeschachte aus 3TM Tunnelstrecke ausgehoben und ausgemauert, wobei in drei Schichten zu 8 Stunden gearbeitet wird. Die Ventilation konnte auf die ersten 600TM an jedem Ende durch Wärmeentwickelung hinreichend hergestellt werden; dann aber wurden Ventilatoren von 1,22 Durchmesser erforderlich, welche die Luft, auch die zuweilen massenhaft sich entwickelnden Gase vermittelst Röhren aus dem hinteren Tunnelende aufsaugen. Zum Einlassen des Wassers in den Seeschacht dienen demnächst 3 Oeffnungen, welche in dem eisernen Cylinder in einer Höhe von resp. 3", 6" und 7,6 über dem Seeboden angebracht und verschließbar find. Der Tunnel wird bei 0,6 Wasserdruck eine Wassermenge von 85 Millionen Liter, bei 2TM,5 Druck 161 Millionen und bei 5,5 Druck 2564 Millionen Liter liefern. Die Kosten des ganzen Werkes sind zu 200,000 Dollars (275,000 Thlr.) veranschlagt, und wird diese Summe voraussichtlich nicht überschritten werden.
Mit dem Senken des Landschachtes ist am 17. März 1864, des Seeschachtes am 24. Juli 1865 begonnen, und waren im Juni 1866 vom Uferschachte aus 1970", vom Seeschachte aus 369TM Tunnelstrecke vollendet. R. 3.
Beide Schächte werden durch einen Tunnel verbunden, welcher bei einem Durchmesser von 1,52 im Lichten aus zwei Ziegelsteinringen von zusammen 228 Stärke kreisförmig gewölbt wird und einen Fall von 3" vom Seeschachte bis zum Landschachte hat.
Bei den Wagen nach amerikanischem Systeme besteht diese Verbindung, da bekanntlich ein Gang durch die Mitte des ganzen Züges geht, der ohne Gefahr von den Reisenden betreten wird, und welchen die Conducteure, zur Besorgung ihres Dienstes, regelmäßig benußen. Nicht so verhält es sich bei dem englischen Wagen= systeme. Bei verschiedenen Bahnen find wohl durchlaufende Tritte angebracht; darauf verkehren die Beamten, wenn auch mit Lebensgefahr; für das Publicum dagegen sind sie unzugänglich. In der Regel findet sich nicht einmal diese Einrichtung, und die Personen in einer Wagenabtheilung bleiben, von einer Station zur anderen eingesperrt, sich selbst überlassen, ohne Hülfe bei Raubanfällen oder Feuersgefahr.
Man fragt sich dabei: ja warum wird denn das amerikanische System nicht überall eingeführt? Dagegen sprechen vor Allem aus die großen Kosten für Umänderung der vorhandenen Wagen oder, wenn man sie sparen wollte, die Schwierigkeiten für den Betrieb bei Vermischung beider Arten. Dazu kommt, daß die englischen Wagen gegenüber den amerikanischen auch ihre Vorzüge haben. Dem Reisenden gewähren fte die Annehmlichkeit unge= störten Aufenthaltes, wenn er einmal seinen Plag im Coupé eingenommen hat, was insbesondere bei Nachtfahrten von Werth ist; kleinere Gesellschaften finden sich leichter zusammen, und, was die Eisenbahnunternehmungen besonders berücksichtigen: die Wagen sind kleiner und auch in ihrer Construction für die Composition der Züge beffer geeignet. Von Hrn. Krauß, Bestzer einer Maschinenwerkstätte in München, früher Maschinenmeister der schweis zerischen Nordostbahn, ist ein Wagensystem vorgeschlagen worden, welches die Vorzüge des englischen und amerikanischen, soweit möglich, verbindet. Dasselbe hat auf der Linie Zürich-Luzern Anwendung gefunden und bewährt sich vollkommen. In der „schwei
zerischen_polytechnischen Zeitschrift“ (1865) finden sich hierüber nähere Angaben.
Um die Gefahren, welche den Reisenden in den Wagen englischen Systemes drohen, zu beseitigen, find verschiedene Vorschläge gemacht worden. In England und Frankreich hat man, zur Beurtheilung dieser Projecte, besondere Commissionen aufgestellt. In beiden Ländern ist man zur Ueberzeugung gekommen, daß die Her= stellung directer Verbindung unmöglich sei, und daß man sich, zur Sicherheit der Reisenden, auf Signale beschränken müsse; denn der Verkehr an der Außenseite der Wagen sollte nicht stattfinden, weil er gefährlich ist, und Spiegelvorrichtungen, so gestellt, daß die Conducteure von ihren Sigen aus alle Coupés beobachten können, werden praktisch kaum ausführbar sein; abgesehen von der Schwierigkeit, dieselben auch bei Nacht und bei schlechtem Wetter brauchbar zu machen und von der Unannehmlichkeit, welche den Reisenden damit bereitet würde, wenn man sie von einer Stelle aus beobachten wollte, welche sie selbst nicht sehen können. Signale sehr verschiedener Art find denkbar, und die betreffenden Einrichtungen lassen sich ohne Schwierigkeit mit den Wagen in Verbindung bringen. Z. B. einfache optische Signale auf dem Verdeck, pneumatische oder elektromagnetische Vorrichtungen, Röhrenleitungen für akustische Signale. Alle miteinander find gefährlich, weil Mißbrauch derselben durch das Publicum nicht zu verhindern ist, und dazu kommt die Unmöglichkeit, diesen Zeichen beständig genügende Aufmerksamkeit zu schenken. Die Conducteure müßten ihre wichtigeren Dienstobliegenheiten versäumen, wenn sie Sicherheit dafür geben wollten, daß die Zeichen vorkommenden Falles bemerkt werden.
Hr. Dapples kommt, in Erwägung der beidseitigen Vorund Nachtheile, zu dem Schlusse: daß es wünschbar wäre, allmälig das modificirte amerikanische System allgemein einzuführen, und die in seiner Schrift enthaltene Begründung ist aller Berücksichti= gung werth. K. P.
Maschinenbau.
Zeichnungen von ausgeführten, in verschiedenen Zweigen der Industrie angewandten Maschinen, Werkzeugen und Apparaten neuerer Construction. Für Techniker, sowie zur Benuzung in technischen Schulen bearbeitet von J. H. Kronauer, Professor der mechanischen Technologie am schweizerischen Polytechnicum in Zürich. IV. Band. 6. Lieferung. (Preis 14 Thlr.) Zürich, 1866. Verlag von Meyer und Zeller.
Die vorliegende Lieferung dieses bereits Bd. VIII, S. 348 d. 3. besprochenen, periodisch erscheinenden Werkes enthält auf Blatt 26 bis 28 Maschinen zum Zetteln und Aufbäumen seidener Ketten.
Taf. 28 giebt die vollständige Zeichnung einer kleinen Pumpenanlage mit schwebendem Wasserrade. Da hier einer Niveaudifferenz des höchsten und tiefsten Wasserstandes von 3" Rechnung zu tragen war, und es durchaus nicht darauf ankam, die vorhandene Wasserkraft rationell auszunußen, so wurde (für die Hauptwerkstätte der schweizerischen Centralbahn in Olten) ein kleines unterschlächtiges hölzernes Wasserrad gewählt, welches, am Ende eines doppelarmigen Hebels gelagert, dem verschiedenen Niveau ensprechend eingestellt werden kann. Das andere Hebelende trägt Gewichte zum Abbalanciren.
Von der Wasserradwelle aus auf die in der Hebelare angebrachte Zwischenwelle und von hier aus auf die Vorgelegswelle der Pumpe geschieht die Bewegungsübertragung mittelst Gelenkketten. Das Wasserrad und seine Befestigung sind specieller detaillirt, und ist die ganze Anlage in ihrer Eigenthümlichkeit interessant.
Taf. 30 giebt endlich die Disposition einer Ehmann'schen Gattersäge, aus welcher verschiedene Eigenthümlichkeiten dieser Construction ersichtlich werden. Genauere Detailzeichnungen waren dem Herausgeber nicht zu liefern gestattet.
Die Ausführung der sämmtlichen Zeichnungen im Stich ist die bekannte vorzügliche, und der zugehörige Tert in der Beschreibung der Figuren recht vollständig. L.
Field'scher Röhrenkessel von 50 Pfrdft. (Hierzu Figur 1 bis 6, Tafel XII.)
Am Schluffe der Beschreibung des Correns'schen Schlamm
Sobald beim Anheizen des Kessels die Wärme die Wandungen des äußeren Rohres durchdringt, erhigt sich das in dem ringförmigen Raume enthaltene Wasser, dehnt sich aus und wird leichter als vorher, während die in der inneren Röhre enthaltene Wassersäule ihre ursprüngliche Temperatur noch beibehält. Dieselbe drückt demnach das in dem ringförmigen Raume enthaltene wärmere Wasser nach oben, nimmt deffen Stelle ein, um sich eben= falls zu erwärmen und anderen kälteren Wassertheilchen, welche in dem mittleren Rohre niedergehen, Plaz zu machen.
Diese Bewegung nimmt stetig an Geschwindigkeit zu, bis alsbald das ganze Wasser des Kessels den Siedepunkt erreicht hat, und Dampf sich zu bilden anfängt. Dann beginnt in Folge des sehr verschiedenen specifischen Gewichtes der beiden Flüssigkeitssäulen die Circulation eine noch viel beschleunigtere zu werden. In Röhren von 1,20 Länge, wie sie gewöhnlich angewendet werden, beträgt die Geschwindigkeit des Waffers ungefähr 4" pro Secunde, und der Strom ist stark genug, um feines Bleischrot mit in die Höhe zu reißen. Die ganze Wassermasse (5000 Pfd.) eines 80pferdigen Kessels soll nach angestellten Beobachtungen die Röhren des Kessels in wenigen Secunden durchlaufen.
Leştere sind die Abmessungen des Kessels für eine von Gebr. Merryweather in London construirte Dampffeuersprize, wie ste auf der Cölner landwirthschaftlichen Ausstellung ausgestellt waren, und deren Totalgewicht mit gefülltem Kessel nur 3460 3ollpfd. betrug. Bei dieser Maschine brauchte man, vom Anzünden des Feuers an gerechnet, 7 Minuten 28 Secunden, um aus Speisewasser von 6 bis 7° C. Dampf von 64 Atmosphären Spannung zu erzeugen.
Auf derselben Ausstellung warf die Maschine Sutherland aus einer 41mm weiten Deffnung einen Wasserstrahl von 55 Höhe, und der zu dieser Leistung nothwendige Kessel hatte nur einen Durchmesser von 0,95 und 1,40 Höhe, während die ganze Maschine im Zustande der Arbeit 6000 Pfd. wog. Um diese Resultate zu erreichen, hat man die Anzahl der Röhren vergrößert und die Abmessungen der übrigen Kesseltheile verkleinert. Die Wasserwand um den Kessel ist fortgelassen worden, und dafür den Röhren ein geringerer Durchmesser gegeben; die äußerste Reihe derselben vertritt gleichsam die Wasserwand, nur daß sie eine bedeutend größere Heizfläche liefert.
In gleicher Weise hat die Anbringung der Field'schen Röhren bei Kesseln mit innerer Feuerung, nach in England angestellten Versuchen, recht zufriedenstellende Resultate gegeben. Es wurden dabei zwei ganz gleiche Cornwallkessel benugt, mit derselben Kohle gefeuert, mit demselben Wasser gespeist und von demselben Heizer bedient; der eine dieser Kessel war mit 36 Stück Field'scher Röhren versehen. Die Versuche ergaben folgende Resultate.
Cornwallkessel: Röhrenkeffel: Verbrannte Kohle 22,400 Pfd. 22,400 fb. Dazu nöthige Zeit 73 Stunden. 76 Stunden. Verdampftes Waffer 187,680 Pfd. 207,600 ft.; woraus sich eine Brennmaterialersparniß von 13 pCt. berechnet. Durch Versuche ist ferner nachgewiesen, daß sich an einem Kessel während 24jährigen Betriebes, welcher Tag und Nacht ohne Unterbrechung fortging, keine Kesselsteinablagerungen gezeigt haben, auch keine Reparatur der Röhren nothwendig geworden ist.
Diese Frage ist von hoher Wichtigkeit, denn der schwache Punkt aller Kessel ist die Bildung dieser Niederschläge, welche die Wärmeleitungsfähigkeit und in Folge dessen die Leistung des Kessels verringern und ihn allen den schädlichen Folgen der Verlegungen bei häufigen Reinigungen u. f. w. aussehen. In der Marine ist man gezwungen, eine Spannung von 2 Atmosphären nicht zu überschreiten in Folge der starken Ausscheidung von schwefelsäurem Kalk, welche beim Ueberschreiten dieser Grenze eintritt. Nach amtlichen Angaben der französischen Regierung vermindert der Kesselfteinabsag die Wärmeleitung auf den 16. Theil von der des Eisens; der Verlust an Leistung des Kessels beträgt dann nach einem Gange con wenigen Tagen 8 bis 10 pCt., welcher sich nach längerem Gebrauche auf 40 pCt. erhöht.
In Hinsicht auf Behandlung, Sicherheit und Unterhaltung bietet der Field'sche Kessel bedeutende Vorzüge vor den anderen Röhrenfesseln, bei welchen die an beiden Enden eingespannten Rohre in Folge ihrer Ausdehnung leicht zum Undichtwerden Veranlassung geben. Beim Field'schen Kessel sind die Röhren an einem Ende frei und haben außerdem nur inneren Druck auszuhalten, so daß eine Befestigung durch Brandringe nicht erforderlich ist. Die Röhren lassen sich in Folge ihrer bequemen und einfachen Befestigung auch durch einen gewöhnlichen Arbeiter leicht erneuern, wenn sie einmal durchgebrannt sein sollten.
Wie schon erwähnt, findet ein Kesselsteinabsag bei denselben nicht Statt; nach einigen Monaten findet sich nur in dem untersten Theile des Kessels eine Art dünnen Schlammes.
Endlich ist die Sicherheit des Kessels eine sehr bedeutende, denn wenn einmal ein Rohr schadhaft wird, so dient dasselbe als
eine Art von schmelzbarem Pfropfen und bewirkt ohne weiteren Schaden bald ein Erlöschen des Feuers.
Gelegentlich eines Einwandes, daß in kälteren Gegenden durch das Einfrieren des Wassers über Nacht oder bei längerem Stillstande die Röhren Schaden leiden könnten, versuchte man durch Einfrieren eine Röhre zu sprengen und bemerkte, daß die innere Röhre zur Ableitung des Wassers diente, welches durch die räum= liche Ausdehnung des äußeren gefrierenden Wassers verdrängt wurde, und daß eine eigentliche Ausdehnung des Rohres erst in dem Augenblicke eintrat, wo auch das innere Nohr in der Mitte zufror; diese war aber so unbedeutend, daß sie keinen Schaden verursachte.
Der Kostenpreis eines 50 pferdigen Kessels stellt sich, auf preußische Währung umgerechnet, annähernd folgendermaßen:
207 Stück Röhren von 1,20 Länge pro Meter 1 Thlr. 18 Sgr. einschließlich der Löthung am unteren Ende 400 Thlr. — Sgr. Aeußerer Mantel
3900 Pfd.
2490
Innerer Mantel
500
103 Thlr.
Untere und obere Deckplatte Eckeisen und Gußtheile .
. 1026
Sgr.
Die hier mitgetheilte Construction kann nach §. 6 des preußischen Dampfkesselregulativs vom 31. August 1861 beanstandet werden. Um dem zu begegnen, braucht man aber nur die beiden Decken durch einen Stußen zu verbinden und durch diesen den etwas engeren Schornstein concentrisch hindurchgehen zu lassen. Auch wurde bei einem solchen vom Schreiber Dieses construirten Kessel der Körper, welcher das Feuer nach den Röhren hinlenkt, aus Chamotte hergestellt. Dieser Kessel hatte 85 Obrtfß. (83,5) feuerberührte Fläche, wovon 64 (6TM2,4) auf die Röhren und 21 (22,1) auf die Wandungen der Feuerbuchse kamen. Der Wasserinhalt war beim tiefften Stande 400 Pfd., so daß also jedem Quadratfuß feuerberührter Fläche 4,7 Pfd. (jedem Quadratmeter 47 Pfd.) Wasser entsprachen.
20 =
Jener 50 pferdige Kessel hat aber bei 457 Odrtfß. (45TM2,7) feuerberührter Fläche 5000 Pfd. Wasser, also für jeden Quadrats fuß nahezu 11 Pfd. (für jeden Quadratmeter 110 Pfd.). Dieses Verhältniß ist beziehlich der Vorhaltigkeit des Kessels bei Ungleichmäßigkeit der Dampferzeugung oder des Dampfverbrauches günstiger als jenes, wogegen man mit jenem Kessel in viel kürzerer Zeit, vom Anheizen an gerechnet, die nöthige Dampfspannung erhalten wird. Eine diesen wichtigen Gegenstand erläuternde Theorie ist der Neuen Tabelle für gesättigte Wafferdämpfe von Prof. Dr. Gustav Zeuner" hinzugefügt.
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R. W.
Selbstthätige Knochenkohlendarre für Zuckerfabriken von L. Walkhoff. (Hierzu Figur 7 und 8, Tafel XII.)
Bekanntlich wird die in den Zuckerfabriken gebrauchte Knochen= kohle behufs ihrer Wiederbelebung der Gährung unterworfen, durch Waschen, Kochen und Ausdämpfen von den aus den Rübenfäften aufgenommenen Bestandtheilen möglichst befreit und danach, ehe sie in die Glühöfen gebracht wird, getrocknet, da Leştere um so vortheilhafter wirken, je trockener die Kohle darin aufge= geben wird.
Die bisherigen Einrichtungen zum Trocknen der nassen Knochenkohle bestehen in einer Fläche von Eisenplatten, unter denen die Feuerluft des Knochenofens durchzieht, während über denselben die feuchte Knochenkohle in einer der Feuerluft entgegengeseßten Richtung von Arbeitern beständig umgeschaufelt und dabei dem Glühapparate allmälig näher gerückt wird.
Diese Operation ist für die Arbeiter sehr lästig, theils wegen. der Hize der Darrplatten unter ihren Füßen, theils wegen der aus der Knochenkohle aufsteigenden Dünste. Auch findet dabei viel Abgang an Knochenkohle Statt. Ueberdies ist gar keine Bürgschaft_geboten, ob die Arbeiter diese Operation sorgfältig genug ausführen.
Um diesen Uebelständen abzuhelfen, hat Hr. Walkhoff die
Handarbeit durch eine Maschine erseßt und diese im „Polytechn. Journal" (1866, 2. Novemberheft S. 329) näher beschrieben.
Fig. 7 giebt nach der angeführten Quelle den Apparat im Durchschnitte und Fig. 8 in der oberen Ansicht.
Die von den Knochenglühöfen oder einem Dampfkessel abziehende Feuerluft tritt seitwärts bei a in die Züge der Darre, welche in Schneckenform durch a', b, b', c und c bei d ausmünden und in den Schornstein geführt werden. Die Knochenkohle hingegen fällt aus der Schüttelrinne e gerade in die Mitte der Kohlendarre, welche durch die schon am meisten abgekühlten Gase in gelindester Weise erwärmt wird.
Von hier wird die Kohle mittelst eines mechanischen Rührers mit verstellbaren Schaufeln 1,1.. (dem unteren Strome der Feuerluft entgegen) langsam der Peripherie der Darre zugeführt und bei f von selbst entleert, um in die Glühapparate zu gelangen. Da am Umfange die heißeste Feuerluft unter die Darre tritt, so ist hiermit die größte Sicherheit einer zweckentsprechenden Trocknung geboten.
Das mechanische Rührwerk besteht aus der mittleren Welle g mit Triebwerk h und einem Querbalken i, i; Lezterer läuft an den Enden auf Rädern k, k und trägt die verstellbaren Schaufeln 1,1.., welche je nach ihrer Stellung und Neigung die Kohle rascher oder langsamer zur Peripherie hindrängen.
L.
Verschiedenes.
Ueber das preußische Patentgeseg. Der „Scientific American“, ein in New-York erscheinendes Journal für Kunst, Wissen= schaft, Mechanik, Chemie und Industrie, enthält in der Nummer vom 26. Januar d. I. einen Artikel über das preußische Patentgese, welchen wir bei der besonderen Wichtigkeit einer vielseitigen Beleuchtung der jegt dem norddeutschen Reichstage vorliegenden Patentgesetzgebungsfrage nachstehend auszüglich wieder= geben.
Die außerordentlichen Erfolge der preußischen Waffen im verflossenen Jahre und die in Folge dessen stattgehabten Erweiterungen des preußischen Gebietes und Einflusses in Deutschland haben die Aufmerksamkeit namentlich der Industriellen und Techniker Amerika's auf das preußische Patentwesen gerichtet und zu dem Wunsche einer Aenderung desselben Veranlassung gegeben, da dieses Gesez selbst, wie seine Anwendung, nicht mit dem liberalen und erleuchteten Charakter der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Preußens in Einklang zu bringen ist.
Das preußische Patentgeses datirt vom 15. October 1815*), paßt also für die jeßige Zeit in keiner Weise mehr.
Die wesentlichsten Mängel dieses Geseßes sind**):
1. Nur ein Inländer kann ein Patent erhalten; Ausländer müssen demnach sich mit einem Preußen associiren und durch diesen das Patent lösen lassen.
2. Der patentirte Gegenstand muß innerhalb der ersten 6 Monate nach Lösung des Patentes ausgeführt werden; andernfalls erlischt das Patent.
Für die größte Zahl der Erfindungen, namentlich die wichtigsten, ist diese Ausführungszeit entschieden zu kurz bemessen, und die Lösung desfallfiger Patente dadurch geradezu unmöglich gemacht. Wegen des Mangels eines ausreichenden, sicheren und directen Schuzes, ohne welchen Keiner sich in große und neue Unternehmungen einlassen kann, ist es unmöglich, viele wichtige
6. Der Regierung steht das Recht zu, im allgemeinen Interesse Patente auf dem Wege der Expropriation anzukaufen.
7. Ein Jeder, welcher Nationalität er auch angehören möge, hat das Recht, ein Patent zu lösen, und steht unter dem Schuße des deutschen Patentgesezes, gegen welches die Localgeseße zurücktreten. **)
An die vorstehende Mittheilung schließt der Scientific American“ in der Nummer vom 2. Februar 1867 Folgendes an:
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Es ist uns ein Brief des amerikanischen Gesandten in Berlin, Hrn. Jos. A. Wright***), welchen wir im November v. I. um Mittheilung der Lage der Patentgesetzgebungsfrage ersucht hatten, eingegangen, worin eröffnet wird, daß die preußische Regierung ein Patentgesez für den neuen norddeutschen Bund bearbeiten laffe, welches allen Ansprüchen, die man an ein gutes, für die Jehtzeit passendes Patentgeset zu stellen berechtigt ist, genügen wird. Hr. Wright verdient wegen seiner Bemühungen in dieser Hinsicht den besonderen Dank seiner Landsleute.
r.
*) Vergl. die Mittheilungen S. 173 d. Bd. d. Z.
D. Red. (L.) **) Offenbar sind die vorstehenden Bestimmungen dem Berichte der General-Patentcommission des Vereines deutscher Ingenieure d. d. Magdeburg den 14. Juli 1863 (Bd. VII, S. 518 d. 3.) entnommen. ***) Am 11. Mai d. I. in Berlin verstorben.
Berichtigungen zu Heft 6.
Seite 354, Zeile 10 von unten lies: Schulten lies: in Wetter
354,
14
r.
D. Neb. (L.)
Getrudt bei A. W. Schare in Berlin, Stallschreiberstraße 47.
Hr. Oskar Schrader aus Altenhundem a. d. Lenne hielt mit Genehmigung des Hrn. Ed. Daelen in Lendersdorf einen Vortrag über das von demselben construirte und für den Umfang des preußischen Staates patentirte Walzwerk mit Selbst= umsteuerung. Dasselbe ist hauptsächlich für die Fabrication von Blechen und Platten geeignet und wird durch eine mit Schwungrad versehene Maschine, welche constant nach derselben Richtung läuft, getrieben. Das Umsteuern geschieht hier vollständig ohne Stoß, und die Schnelligkeit, mit welcher die Platten fertig werden, ist überraschend. Die vielen Vorzüge dieses Systemes vor den bisher bekannten fanden allgemeine Anerkennung; eine Veröffentlichung des Vortrages darf jedoch aus besonderen Gründen nicht erfolgen. – Hierauf nahm Hr. Schrader das Interesse der Versammlung in Anspruch durch nachstehenden Vortrag über
den Nußeffect der Giffard'schen Dampfftrahlpumpe.
Die Giffard'sche Dampfstrahlpumpe *) erfreut sich einer ausgedehnten Anwendung, da sie eine einfache und in der Anlage billige Speisevorrichtung ist. Andererseits ist man aber ziemlich einstimmig der Ansicht, daß ihr Betrieb durch großen Dampfverbrauch ein kostspieliger wird. Um einen Beitrag zur Aufklärung hierüber zu liefern, wurden folgende Versuche angestellt.
Ein Injector neuerer Construction von Schäffer & Buden
*) Vergl. hierüber Bd. III, S. 214; Bd. IV, S. 28 und 227; Bd. VI, S. 333; Bd. VIII, S. 112; Bd. IX, S. 116, 236, 343 und 501 und Bd. X, S. 229 d. 3. D. Red. (L.)
berg in Buckau wurde auf ein Gefäß A (Fig. 1) gesezt, um aus demselben die Wassermasse ab in das Gefäß B überzuführen, wo dieselbe den Raum a,b, einnahm. In der Speiseleitung de war Fig. 1
Auguft.
das Durchgangsventil v der Dampfspannung im Kessel entsprechend belastet. Der Apparat hatte also, abgesehen von einer vielleicht etwas geringeren Druckhöhe, dieselben Widerstände zu überwinden, wie wenn er das Speisewasser in den Keffel einführte. Es ist f das Dampfrohr, g das Saugerohr und n das Schlabberrohr. Das bei n etwa verloren gehende Wasser floß in das Gefäß A zurück.
Da der zur Verwendung gekommene Dampf condenstrt wurde, so mußte die nach B geförderte Wassermenge um a,c größer sein, als die gesogene. Im Gewichte von a,c hat man also das Gewicht desjenigen Dampfes, welcher zum Fördern der Wassermenge ab nöthig war. Zieht man die Wärmemenge, welche die Wassermasse ab enthält, von derjenigen Wärmemenge ab, welche b,c enthält, so erhält man diejenige Wärme, welche der Dampf auf Vorwärmung des Speisewassers verwendet hat. Subtrahirt man wieder diese von der Gesammtwärme des angewendeten Dampfes, so erhält man die in Arbeit umgesezte Wärmemenge. Die durch