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access_time veröffentlicht 20.10.2020
Vielversprechende neue Impftechnologie am Beispiel von SARS-CoV-2
Prof. Dr. med. Reto Krapf
COVID-19 Kurz und bündig
Vielversprechende neue Impftechnologie am Beispiel von SARS-CoV-2
20.10.2020
Seit wenigen Jahren werden Nanopartikel als Träger für Proteine und Nukleinsäuren für Impfungen vor allem respiratorischer Viren, aber auch anderer wie Ebola entwickelt. Nanopartikel können unter anderem anorganische Polymere, selbstassoziierte Proteine oder Liposomen sein. Sie erlauben, dem Immunsystem das Immunogen in stabiler, längerlebiger Form anzubieten.
In einer sogenannten Phase-1–2-Studie wurde das intakte Spike-Protein von SARS-CoV-2 auf Nanopartikel gebunden, die in diesem Fall einer mizellaren Lösung (Öl und Alkohol sowie ein Oberflächenstabilisator, Surfactant) entsprach. Durch Mutation wurde das Spike-Protein gegen Proteasen (d.h. seinen Abbau) geschützt. Die proteintragenden Nanopartikel wurden mit einem Adjuvans intramuskulär injiziert. Sie lösten eine starke humorale Immunantwort (nach 35 Tagen) aus, die quantitativ über derjenigen im Serum von Überlebenden einer COVID-19-Erkrankung lag. Ebenfalls wurde eine starke T-Helfer-Zellinduktion erzeugt. Die Verträglichkeit der Vakzine war sehr gut und die starke Immunogenität könnte den Weg in eine erfolgreiche Zukunft für Impfstoffe dieser Art ebnen.
© CDC/ Hannah A Bullock, Azaibi Tamin