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BATAVIA – ein Handelsschiff der VOC-Flotte im 17. Jh.
Wenn man gemächlich wie wir dieses Jahr unterwegs ist, lässt sich sehr viel Interessantes entdecken. Seit jeher faszinierten mich alte Schiffe und entsprechende Literatur aus früheren Zeiten.
Im Hafen der Batavia-Werft Lelystad am Markermeer entdeckten wir sie – die «BATAVIA».
Ein Koloss von einem Handelsschiff – Länge: 55 m / Breite: 11,0 m / Masthöhe 55 m
Die hier ausgestellte Batavia ist im Original-Massstab 1:1 nachgebaut worden. Das Werk entstand zwischen 1985-1995 unter der Leitung des Schiffbau-Ingenieurs Willem Vos mit vielen Schiffbau-Lehrlingen und Handwerkern aller schiffsverwandten Berufe.
Geschichte
Die Batavia wurde 1628 in Amsterdam als 3-Master gebaut für die Vereinigung der Niederländischen Ostindien Companie – als sogenanntes VOC-Schiff. Die Niederlande waren im Besitz vieler Kolonien. Die Schiffe transportierten die Waren im Austausch. Auf der Hinfahrt bestand die Fracht aus: Waffen, Backsteinen sowie Gold- und Silbermünzen zum Erwerb von asiatischen Gütern. Die Ladung auf dem Rückweg bestand vor allem aus Gewürzen, Textilien und chinesischen Keramikartikeln.
Das Schiff war ein Rahsegler mit 3 Masten und einem glatten, fast senkrechten Heckspiegel, welcher vom riesigen, sehr aufwändig in Holz gearbeiteten und farbvoll verzierten Stadtwappen von Amsterdam gekrönt war. Als Galionsfigur schmückte ein Löwe den Bug.
Zusammen mit zwei anderen Schiffen brach die Batavia Ende Oktober 1628 von Texel zu ihrer ersten (und zugleich auch ihrer letzten) Reise auf. 300 Mann Besatzung sowie 41 Passagiere waren an Bord. Auf dem Atlantik verlor die Batavia den Kontakt zu den anderen Schiffen und erreichte im April 1629 das Kap der guten Hoffnung, um dort Vorräte aufzunehmen. 10 Menschen starben während der sechs monatigen Reise.
Durch einen Navigationsfehler und eine falsche Interpretation des Ausgucks, welcher die Brandung am Riff als Widerschein des Mondes glaubte, lief das Schiff ca. 60 km vor der Westküste Australiens auf. 20 Personen ertranken sofort in der Brandung. Die anderen konnten sich auf zwei kleine Inseln retten.
Der Kapitän und einige ausgesuchte Seeleute brachen mit einem Rettungsboot auf um Hilfe zu holen und erreichten nach 1’500 Meilen navigieren auf offener See die VOC-Handelsniederlassung in der Hauptstadt Batavia auf Java in Niederländisch Indien. (heute Jakarta)
Die Zurückgebliebenen litten ständig unter Wassermangel und wollten sich im Falle einer Rettung an der wertvollen Ladung der Batavia bereichern. Dadurch wurden die meisten der Überlebenden ermordet. Als die Retter Monate später zurück kamen waren nur noch einige Meuterer an Leben – diese wurden an Ort verurteilt und hingerichtet oder dann in Gefängnisse auf Java inhaftiert.
Text und Fotos / Felix