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Geschlechterspezifische Folgeschäden
Lungenkrebs
Bei gleich hohem Tabakkonsum ist das Risiko für Lungenkrebs bei den Frauen 28fach erhöht, bei den Männern "nur" rund 10fach erhöht und bei der Frau manifestiert sich der Lungenkrebs im Durchschnitt fünf Jahre früher. Bei den Männern sinkt die Häufigkeit von Lungenkrebs, während sie bei den Frauen immer noch ansteigt.
Sexualität und Fertilität
Sowohl bei Frauen wie bei Männern beeinträchtigt das Rauchen die Sexualität und Fertilität. Die Zigarette wird deshalb auch "die stille Verhütung" genannt.
Bei Frauen, die rauchen, tritt die Menopause etwa 2 Jahre früher ein. Raucherinnen, die orale Kontrazeptiva einnehmen, haben ein wesentlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Zudem haben rauchende Frauen ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit.
Bei Männern führt das Rauchen häufiger zu erektiler Dysfunktion und zu einer Verminderung und Schädigung der Spermien.
Geschlechterspezifische Unterschiede beim Rauchstopp
Frauen rauchen anders als Männer. Z.B. rauchen sie im Durchschnitt weniger Zigaretten, rauchen öfter Zigaretten mit niedrigem Nikotingehalt und inhalieren nicht so tief wie Männer. Es ist aber unklar, ob dies auf unterschiedliche Nikotinempfindlichkeit zurück zu führen ist oder eher durch soziale oder sensorische Unterschiede zu erklären ist.
Grosse Studien haben gezeigt, dass Frauen weniger Aufhörversuche machen und dabei öfter scheitern als Männer. Männer werden von Ärzten häufiger nach ihrem Rauchverhalten gefragt und häufiger zum Rauchstopp beraten als Frauen. Frauen werden auch mit geringerer Wahrscheinlichkeit nikotinhaltige Medikamente verschrieben und sie scheinen bei Frauen die Entzugssymptome weniger effektiv zu dämpfen als bei Männern. Andere Faktoren, die den Rauchstopp für Frauen vielleicht schwieriger machen, sind die höhere Sensibilität für Entzugssymptome, grössere Bedenken wegen der Gewichtszunahme und hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus'.
Verglichen mit Männern existieren bei Frauen auch mehr Depressionen und Angststörungen, Stress, negative Affekte und depressive Symptome. Sie haben höhere Erwartungen an die stimmungsregulierenden Wirkungen des Nikotins und geringere Zuversicht, bei negativen Gefühlen auf das Rauchen verzichten zu können. Frauen leiden auch an einen höheren Ausmass an Stress nach dem Rauchstopp.
Fazit
- Frauen und Männer haben unterschiedliches Rauchverhalten, unterschiedliche Gesundheitsprobleme in Bezug auf das Rauchen und unterschiedliche Voraussetzungen für den Rauchstopp.
- Die evidenzbasierten Massnahmen für den Rauchstopp sind sowohl bei Männern wie Frauen wirksam.
- Frauen und Männer haben möglicherweise unterschiedliche Stressoren und Aufhörbarrieren, die gezielt berücksichtigt werden sollten.
Referenzen
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Perkins KA. Smoking cessation in women: special considerations. CNS Drugs. 2001;15:391-411.
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Gray KM et al, 2009. Menstrual cycle and cue reactivity in women smokers. Nicotine and Tobacco Research, Advance Access published online Dec 2009