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Die Schellackplatte
Emil Berliner hat die Schellackplatte in ihrer bis heute bekannten Form geschaffen. Seine bedeutende Erfindung ist die Seitenschrift. Sie ist weitaus vorteilhafter als die Tiefenschrift Edisons. Dessen Verfahren schnitt die Tonaufzeichnung senkrecht in die Tiefe des Tonträgers, die Kurve der aufgezeichneten Schallwellen verlief von oben nach unten.
Die Seiten Schrift Emil Berliners erreichte eine Verbesserung der Qualität und eine Vereinfachung des Verfahrens. Die Tonaufzeichnung verlief in einer regelmäßigen Spirale von außen nach innen bei gleich bleibender Schnitttiefe. Anfangs als Flachschrift (im Gegensatz zur Tiefenschrift) bekannt, sind für dieses Verfahren heute die Bezeichnungen Seitenschrift und Berliner-Schrift üblich.
Mit einer Zinkscheibe auf die eine dünne Wachsschicht aufgebracht war begann Berliner seine ersten Versuche zur Schallaufzeichnung. In einer Spirallinie zeichnete der an der Membran sitzende Schreibstift in diese Zinkscheibe die Schallschwingungen. Anschließend wurde das freigelegte Metall durch eine Säure tief geätzt. Nach der Entfernung des Wachses lag eine abspielbare Metallplatte vor.
In der Weiterentwicklung wurde die Zinkplatte durcheine massive Wachsplatte ersetzt, in die sich die Schallrillen leichter einschneiden ließen. Das beschriftete Wachs wurde durch Behandlung mit Graphit elektrisch leitend gemacht und dadurch die Herstellung eines galvanischen Abzuges (Kupfer) ermöglicht. Dieses Positiv wird heute Vater genannt. Von diesem Vater wurden damals die Platten direkt gepresst. Und zwar aus einer Masse, die zu etwa 70% aus feinem Gesteinsmehl und zu 30% aus Schellack mit geringen Zusätzen bestand. Das Gesteinsmehl gab der Platte die Härte. Damit war die letzte Schwierigkeit zur Herstellung großer Schellackplattenauflagen überwunden.
Textquelle: Auszüge von Petra Becher