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An diesem Tag hielt der Regierungsrat zwei Sitzungen ab. In seiner ersten, ordentlichen Sitzung behandelte er das Gesuch einer Witwe betreffend Namensänderung ihres ausserehelich geborenen Sohnes (Nr. 2336): Zur Begründung wird angeführt, dass die Geburt des vorgenannten Sohnes im Geburtsregister A von Gaiserwald unter dem Namen Kobler, dem angeheirateten Familiennamen der Mutter, eingetragen und dieser Eintrag erst kürzlich gemäss oberbehördlicher Weisung auf Sauter abgeändert worden sei. Die Mutter sei deshalb auch immer bestimmt der Meinung gewesen, dass ihr Sohn wirklich Kobler heisse. Auch beim Schuleintritt und während der Schulzeit sei derselbe ohne weiteres Zutun immer so genannt und eingetragen worden. Ebenso sei er als Kobler in die Rekrutenliste aufgenommen worden, und auch das Militärdienstbüchlein laute auf diesen Namen. Ein jüngst erfolgter Arbeitseintritt des Genannten in Schaffhausen habe dann die Beschaffung eigener Heimatpapiere veranlasst, und da sei das Erstaunen bei Mutter und Sohn gleich gross gewesen, dass der von Oberriet erhaltene Heimatschein auf Sauter gelautet habe.
Die Mutter wohne schon seit über 20 Jahren in Engelburg, und zwar bei einem Sohne aus erster Ehe, und nur den wenigsten Einwohnern sei bekannt, dass der bisher ebenfalls im gleichen Haushalte lebende Sohn Karl Otto nicht aus zweiter Ehe stamme, sondern ausserehelicher Abkunft sei. Wenn nun letzterer für die Zukunft den Familiennamen Sauter annehmen müsste, so würde erst jetzt die Tatsache der unehelichen Geburt öffentlich bekannt und dies ihm unmöglich machen, sich je wieder bei der Mutter in Engelburg aufzuhalten, so wie es auch den Sohn selbst sehr peinlich berühren müsste, in seinem 20. Altersjahre den bisher getragenen Namen Kobler aufzugeben und sich für die Folge „Sauter“ zu nennen und zu schreiben.
Die Heimatgemeinde Oberriet zeigte sich einverstanden, nicht zuletzt mit der Begründung, es könne ihr nur recht sein, wenn Sauter den rechtmässigen Namen Kobler erhalte und das Bürgerregister nicht mit einem neuen, bisher unbekannten Bürgergeschlecht bereichert werden müsse. Der Regierungsrat erachtete die vorgebrachten Gründe für stichhaltig und stimmte dem Gesuch ebenfalls zu.
Das Gesuch enthielt Beilagen:
Einverständnis des Sauter Otto
Geburtsschein
Eheschein der Mutter
Dienstbuch
Schulzeugnis
Die Nummern 2333 bis 2342 wurden in der ordentlichen Sitzung des Regierungsrates abgehandelt, die Nummern 2343 bis 2353 in einer ausserordentlichen Sitzung nach der Mittagspause um halb zwei Uhr.
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und KA R.96-2 (Akten zum geschilderten Fall)