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Wenn Sie als Mieter/in einen Mietvertrag für Wohn- oder Geschäftsräume beenden wollen, müssen Sie einige Dinge beachten.
Als Mieter/in haben Sie verschiedene Möglichkeiten, das Mietverhältnis zu beenden:
- ordentliche Kündigung gemäss den vertraglichen oder gesetzlichen Fristen und Terminen,
- Beendigung vor Ablauf einer festen Vertragsdauer, der Kündigungsfrist oder einem Kündigungstermin, indem Sie das Mietobjekt vorzeitig zurückgeben (umgangssprachlich: ausserterminliche Kündigung, auch wenn dies im rechtlichen Sinn keine Kündigung ist),
- ausserordentliche Kündigung gemäss Obligationenrecht.
Die ordentliche Kündigung ist nur unter Einhaltung der Kündigungsfrist und der Kündigungstermine möglich. In einem Mietvertrag muss die Kündigungsfrist mindestens drei Monate für Wohnräume und sechs Monate für Geschäftsräume betragen, es können aber auch längere Fristen vereinbart werden. Wenn der Mietvertrag nichts zu den Fristen und Terminen sagt oder eine kürzere Frist vorgesehen ist, gelten die gesetzlichen Fristen von drei Monaten für Wohnräume und sechs Monaten für Geschäftsräume sowie die ortsüblichen Kündigungstermine.
Wichtig: Die Kündigungsfrist läuft erst ab Zustellung der Kündigung an die Vermieterin oder den Vermieter. Wenn Sie also beispielsweise am 31. März die Kündigung verschicken und die Vermieterin oder der Vermieter diese am 1. April erhält, gilt die Kündigung erst auf Ende Juli statt Ende Juni.
Wenn Sie mehrere Mieter/innen sind, müssen alle die Kündigung unterschreiben.
Wenn Sie als Ehepaar oder eingetragene Partner/innen in der Wohnung wohnen, müssen beide die Kündigung unterschreiben. Dies gilt auch dann, wenn nur eine/r von Ihnen auf dem Mietvertrag als Mieter/in aufgeführt ist.
Sie können das Mietverhältnis vor Ablauf einer festen Vertragsdauer, der Kündigungsfrist oder einem Kündigungstermin beenden, wenn Sie der Vermieterin oder dem Vermieter kumulativ
- eine Nachmieterin oder einen Nachmieter vorschlagen, der/die den Mietvertrag zu den gleichen Bedingungen übernehmen will und zumutbar ist, und
- das Mietobjekt zurückgeben.
Die Vermieterin oder der Vermieter muss genügend Zeit haben, um die Nachmieterin oder den Nachmieter zu überprüfen.
Eine Nachmieterin oder ein Nachmieter ist zum Beispiel dann nicht zumutbar, wenn er oder sie nicht zahlungsfähig ist oder ein kleines Studio mit fünf Personen bewohnen will.
Eine ausserordentliche Kündigung ist in folgenden Fällen möglich:
- Wenn die Wohn- oder Geschäftsräume einen Mangel haben, der die Tauglichkeit der Räume zum vorausgesetzten Gebrauch ausschliesst oder erheblich beeinträchtigt, die Vermieterin oder der Vermieter den Mangel kennt und ihn nicht innert angemessener Frist beseitigt.
- Beim Vorliegen wichtiger Gründe, welche die Vertragserfüllung unzumutbar machen.
- Wenn die Mieterin oder der Mieter stirbt, können die Erben mit der gesetzlichen Frist auf den nächsten gesetzlichen Termin kündigen.
Beachten Sie, dass in den genannten Fällen unterschiedliche Kündigungsfristen und/oder -termine gelten.
Insbesondere bei den ausserordentlichen Kündigungsgründen ist es empfehlenswert, juristischen Rat zu suchen. Dafür können Sie die kostenlose Rechtsberatung in Mietrecht der Schlichtungsbehörden des Kantons Bern in Anspruch nehmen.