Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/118463

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht die volkswirtschaftlichen Folgen eines Agrarfreihandelsabkommens der Schweiz mit der EU darzulegen. Dabei sind insbesondere auch die Auswirkungen auf die Konsumentinnen und Konsumenten, auf das Preisniveau in der Schweiz, auf die Beschäftigung vor allem im ersten und zweiten Sektor sowie auf den Werkplatz Schweiz aufzuzeigen. Der Bericht ist dem Parlament zu unterbreiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Am 14. März 2008 hat der Bundesrat beschlossen, Verhandlungen mit der EU über ein Abkommen in den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittel- und Produktsicherheit sowie öffentliche Gesundheit aufzunehmen. Gleichzeitig hat er dem Parlament den Bericht "Auswirkungen eines allfälligen Freihandelsabkommens im Agrar- und Lebensmittelbereich auf die Landwirtschaft und auf die vor- und nachgelagerten Bereiche", in Erfüllung des Postulates Frick 06.3401, unterbreitet. Der Bericht kann eingesehen werden unter <a href="https://biblio.parlament.ch/e-docs/148504.pdf">https://biblio.parlament.ch/e-docs/148504.pdf</a> bzw. <a href="http://www.blw.admin.ch/themen/00005/00298/index.html?lang=de">http://www.blw.admin.ch/themen/00005/00298/index.html?lang=de</a> ("Bericht Agrarfreihandel und öffentliche Gesundheit").</p><p>Im Bericht wurden u. a. folgende Auswirkungen mithilfe eines allgemeinen Gleichgewichtsmodells berechnet:</p><p>- eine dauerhafte Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent (etwa 2 Milliarden Franken pro Jahr) dank eines erleichterten Zugangs der Schweizer Erzeuger zu den europäischen Konsumenten und dank der Effizienzsteigerung entlang der gesamten land- und ernährungswirtschaftlichen Wertschöpfungskette;</p><p>- eine Zunahme der Ausfuhren um rund 4 Milliarden Franken, vor allem von verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten;</p><p>- ein Rückgang der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft (minus 6 Prozent) und eine Zunahme im Lebensmittelsektor (3 Prozent);</p><p>- ein Rückgang des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion um rund einen Viertel, wobei die produzierte Menge stabil bleibt; dies ist jedoch eine statische Betrachtung und berücksichtigt weder Begleitmassnahmen noch zukünftiges Entwicklungspotenzial;</p><p>- unterschiedliche Senkungen des Preisniveaus für Konsumentinnen und Konsumenten, Gastgewerbe und Industrie, je nach Produktgruppe und Verarbeitungsgrad.</p><p>Die Ergebnisse im genannten Bericht basieren auf damaligen Zahlen. Der Bundesrat beabsichtigt, im weiteren Verlauf der Verhandlungen mit der EU die volkswirtschaftlichen Auswirkungen, beispielsweise auf Produzenten- und Konsumentenpreise sowie auf die anderen, im Postulat geforderten Parameter, mit den aktuellen Zahlen neu zu berechnen. Die entsprechenden Resultate werden dem Parlament zugänglich gemacht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.