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Das Wichtigste in Kürze
- Im Kampf gegen die Tigermücke startet die Genferseeregion eine Kampagne.
- Das Problem soll auf grenzüberschreitender Ebene angegangen werden.
- Das Insekt ist sich in der Region weiter am Verbreiten.
Die Genferseeregion mobilisiert gemeinsam gegen die asiatische Tigermücke. Um die Öffentlichkeit für diese invasive Art zu sensibilisieren, wurde eine grenzüberschreitende Kampagne gestartet.
Die Zusammenarbeit entstand unter der Ägide des Genferseerates. Dieser bringt die Kantone Waadt, Genf und Wallis sowie die französischen Departemente Ain und Haute-Savoie zusammen. Es sei sinnvoll, das Problem auf grenzüberschreitender Ebene anzugehen. Das sagte Véronique Baude, Präsidentin der Umweltkommission des Genferseerates, am Dienstag anlässlich einer Videokonferenz.
Asiatische Tigermücke profitiert von globaler Erwärmung
Als Vizepräsidentin von Ain erinnerte Baude die Presse daran, dass die Tigermücke in ihrem Departement seit 2015 präsent ist. Das Insekt verbreite sich in der Region weiter, indem sie von der globalen Erwärmung profitiere. Die unerwünschte Besucherin sei 2019 erstmals auch in Genf und Monthey (VS) gemeldet worden, jedoch noch nicht in der Waadt. 2003 installierte sich die Tigermücke im Tessin, bevor sie den Sprung über den Gotthard nach Zürich und Basel machte.
Die asiatische Tigermücke hat die Besonderheit, dass sie sich in Fahrzeugen fortbewegt. Dann lässt sie sich in kleinen Wasseransammlungen nieder, um sich zu vermehren. Daniel Cherix, Honorarprofessor an der Universität Lausanne und aktiv im Swiss Mosquito Network, sagte: «Das grosse Problem ist, dass diese Wasserstellen in Gärten, auf Balkonen und generell in städtischen Gebieten sehr zahlreich sind.»
Bevölkerung kann helfen
In den Kantonen wurden bereits mehrere Präventionskampagnen durchgeführt. Doch das Ziel besteht nun auch darin, dieselbe Botschaft im gesamten Genferseebecken mit seinen drei Millionen Einwohnern zu verbreiten. Zu diesem Zweck wurde insbesondere ein Video produziert. Dieses erklärt, wie Behälter geleert oder abgedeckt werden sollten, die Tigermücken beherbergen könnten.
Zudem wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich an der Entdeckung dieses Insektes zu beteiligen. Dessen Anwesenheit soll auf einer eigenen Webseite (www.moustiques-suisse.ch) gemeldet werden.
«Wir bitten unsere Bürger, die Wächter im Kampf gegen diese Spezies zu sein», sagte Baude.
Gesundheitliches Risiko gering
Die asiatische Tigermücke misst zwischen fünf und zehn Millimeter. Sie ist an ihrem Körper und ihren schwarz-weiss gestreiften Beinen zu erkennen. Sie sticht tagsüber und oft mehrmals und kann verschiedene tropische Krankheiten wie das Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus übertragen.
Die Behörden relativieren allerdings: Eine lokale Übertragung einer solchen Krankheit sei nur möglich, wenn die Mücke mit einer bereits infizierten Person in Kontakt war. Das gesundheitliche Risiko sei deshalb sehr gering. In der Schweiz wurde bisher noch kein Fall einer Krankheitsübertragung durch eine Tigermücke gemeldet.
Die ursprünglich in Südostasien beheimatete Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich durch menschliche Aktivitäten auf allen Kontinenten verbreitet. Die Mücke nutzt im Allgemeinen das Flugzeug und den Strassenverkehr, um sich fortzubewegen. Die Klimaerwärmung begünstigt ihre Vermehrung.