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Wiederholt machte es im Match gegen Marco Chiudinelli den Anschein, als könnte Stan Wawrinka im fünften Jahr in Folge in Basel die 2. Runde nicht erreichen. Der US-Open-Sieger machte speziell in den ersten gut 50 Minuten einen fragilen Eindruck, spielte oft etwas zögerlich und brach schliesslich im Tiebreak komplett ein. Nach dem vierten Vorhand-Fehler in Serie warf er beim Stand von 0:4 entnervt sein Racket weg. Besser wurde es aber danach nicht. Es folgten Fehler mit der Rückhand und beim Return.
Chiudinelli erhielt den erste Satz am Ende fast geschenkt, verdient hatte er ihn sich aber fraglos. Er machte sieben Punkte mehr als Wawrinka. Der Aussenseiter, in der Weltrangliste die Nummer 119, schlug exzellent auf, spielte aggressiv und machte dennoch wenig Fehler. Und dann kam das aus seiner Sicht verflixte zweite Game im zweiten Satz: Er führte 40:0 und kassierte doch noch das Break. Von diesem Rückschlag erholte sich der 35-Jährige nur langsam. Erst im dritten Satz konnte er den dreifachen Grand-Slam-Turniersieger in der mit 8’500 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Halle wieder fordern. Wawrinka leistete sich viele Fehler und trug dazu bei, dass Chiudinelli zu zwei Möglichkeiten zum 5:3 kam. Schliesslich konnte der Favorit den Match nach über zweieinhalb Stunden doch noch für sich entscheiden.
Im Achtelfinal trifft Wawrinka auf den Amerikaner Donald Young, der sich über die Qualifikation ins Haupttableau gespielt hat und im letzten Jahr erst im Viertelfinal gescheitert war. Der 27-Jährige aus Atlanta war 2005 die Nummer 1 bei den Junioren, konnte bei den Profis aber nie vollends überzeugen. Er wartet immer noch auf einen ATP-Titel. Bei zwei seiner Karriere-Highlights spielte auch Wawrinka eine Rolle: 2011 erreichte Young beim US Open auch dank einem Sieg über den Lausanner zum ersten Mal den Achtelfinal eines Grand-Slam-Turniers. Als ihm das 2015 – erneut in New York – zum zweiten Mal gelang, bedeutete Wawrinka Endstation.
Laaksonen scheitert in drei Sätzen
Henri Laaksonen überstand auch im vierten Anlauf die 1. Runde nicht. Er scheiterte am Spanier Marcel Granollers mit 3:6, 6:3, 2:6. Laaksonen (ATP 134) spielt gegen den in der Weltrangliste 95 Positionen besser klassierten Granollers einen guten Match. In der entscheidenden Phase gab aber die grössere Sicherheit und Erfahrung des Katalanen den Ausschlag. Der Satzgewinn des Schweizer Davis-Cup-Spielers ist eine Ehrenmeldung, bringt aber keine Punkte ein. Wie schon bei seinen letzten Teilnahmen 2015, 2013 und 2012 schied er im Einzel-Tableau ohne etwas Zählbares für die Weltrangliste aus. Trösten kann er sich mit einem Preisgeld von gut 12’000 Euro.
Laaksonen konnte in seiner Karriere bisher nur fünf Matches auf der ATP-Tour gewinnen, zwei davon in diesem Jahr in Gstaad und in Memphis. In den kommenden Wochen wird der finnisch-schweizerische Doppelbürger in den USA noch vier Challenger-Turniere bestreiten.
Auch Raonic und Dimitrov out
Der Weltranglisten-Vierte Milos Raonic zog überraschend gegen Ricardas Berankis mit 6:3, 3:6, 3:6 den Kürzeren. Der Litauer, in der Weltrangliste an Nummer 91 geführt, wurde im Verlauf der Partie immer stärker und agierte bei eigenem Service extrem sicher. In den letzten beiden Sätzen kam der Wimbledon-Finalist Raonic zu keiner Breakchance mehr. Für Berankis war es erst der zweite Sieg gegen einen Top-10-Spieler. 2014 hatte er in Moskau schon gegen Raonic gewonnen.
Ebenfalls in der 1. Runde gescheitert ist der an Nummer 6 gesetzte Grigor Dimitrov (ATP 18). Der Bulgare verlor gegen den Luxemburger Gilles Muller (ATP 37) 7:6 (11:9), 4:6, 4:6. Für Muller war es der erste Erfolg in Basel, nachdem er zuvor zweimal in der 1. Runde gescheitert war.
(sda)