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Polen: erstes Kernkraftwerk 2024 in Betrieb
Das polnische Kernenergieprogramm beschreibt die Organisation der nötigen Tätigkeiten, um bis 2024 ein erstes Kernkraftwerk in Betrieb nehmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt sollen gemäss Programm auch weitere Einheiten geplant oder bereits in Bau sein. Das Kernenergieprogramm skizziert die Inbetriebnahme einer zweiten Einheit vor 2035. Gemäss Zeitplan soll die Standortwahl und der Angebotsverfahren bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Das Genehmigungsverfahren würde bis Ende 2018 dauern.
Ziel des Programms ist es, die Voraussetzungen zur Einführung der Kernenergie in Polen zu skizzieren, die wirtschaftlichen Grundlagen zu entwickeln sowie ein Finanzierungsprogramm zu erarbeiten. Zudem soll das Kernenergieprogramm den Prozess zur Standortwahl initiieren – darin eingeschlossen die Erarbeitung von Sicherheits- und Umweltstudien.
Mit der Annahme des Kernenergieprogramms rückt die polnische Regierung ihre Kernenergiepläne in ein neues Licht. Noch im Juni 2013 hatte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärt, der Bau eines ersten Kernkraftwerks in Polen könnte sich auf unbestimmte Zeit verzögern. Die polnische Regierung wolle die Entwicklung eigenen Schiefergases prioritär angehen, begründete Tusk damals seinen Entscheid. Das Kernenergieprogramm durchschritt vor der Annahme durch das polnische Wirtschaftsministerium bereits einen breiten Vernehmlassungsprozess: 100 Interessensvertreter reichten mehr als 300 Kommentare ein. Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) war bei der Entwicklung des Kernenergieprogrammes beteiligt. So besuchten im März und April 2013 IAEO-Vertreter Polen im Rahmen einer Integrated Nuclear Infrastructure Review (Inir) und eines Integrated Regulatory Review Service (IRRS). Das Kernenergieprogramm wird nun weiteren polnischen Ministerien zur Überprüfung vorgelegt und der Ministerrat soll es Ende Jahr genehmigen.