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Seit über 750 Jahren besteht unser Städtli in seiner weltweit einzigartigen rechteckigen Form. Es wurde als Verwaltungsstadt vom Bischof von Konstanz in Auftrag gegeben und auf die offene Landschaft nach einem genauen Plan gebaut.
Weil es ja etwas Wichtiges werden sollte, wurde zuerst eine fünffache Verteidigungsanlage gebaut: Wall, Graben Ringmauer, Zwingolf, Stadtmauer. Erst als die Stadtmauer fertig war, begann man mit dem Bau der vier Längsgassen: zuerst die Vordergasse, dann die Hintergasse, die Müligasse, die Herrengasse. Dann gab es auch zwei Quergassen: beim Oberhof die Oberhofgasse und beim Unterhof die... – genau, die Unterhofgasse!
Die für diesen Wettbewerb wichtige Quergasse genau in der Mitte unseres Städtlis entstand als durchgehende Gasse erst knapp nach 1900: Am 5. Dezember 1902 war im Schaffhauser Intelligenzblatt zu lesen: «Durch das Verbrechen eines kaum den Kinderschuhen entwachsenen, ungeratenen Bürschchens wurden gestern Neunkirch und in besonderem einige strebsame Familien von einem schweren Brandunglück betroffen.»
Tatsache war, dass der 17-jährige Knecht, nachdem er erst zehn Tage im Dienst gestanden hatte, die frisch renovierte Brauerei Wildberger abgefackelt hatte, wahrscheinlich aus Rache, weil ihn sein Meister schon wieder entlassen wollte. Und am 4. Juli 1911 ereignete sich am anderen Ende der Quergasse etwas ganz Ähnliches: «Über die Ursache des gestern gemeldeten Brandfalles wird uns gemeldet, dass ein kleiner Knabe abends zum Heustock stieg und dort mit Zundhölzchen ein Feuer anmachte » Zehn Tage später: «Anders verhält es sich mit den Verdächtigungen, welche über meine Familie ergangen sind. Besonders über mein achtjähriges Knäblein. Solche Herren Einsender sollen mir zuerst beweisen, ob mein Knäblein körperlich nicht gut entwickelt, oder ob es nicht normal und geistig gesund sei.»
Beide Brandlücken in der Stadtmauer wurden, im Gegensatz zu den vergangenen Jahrhunderten, nicht wieder aufgebaut. Und somit entstand die für diesen Wettbewerb entscheidende siebten Gasse. Sie durchquert nämlich seit über 100 Jahren namenlos unser Städtli.
Immerhin bekommt sie jetzt anlässlich unseres «Städtlifäschts» den Fokus. Denn am Sonntag, 13. Juni 2021 soll in einem Festakt diese Gasse benamst werden. Der Name soll aus einem Wettbewerb hervorgehen, an dem sich alle Neunkircher beteiligen können.
Schicken Sie mir Ihren Vorschlag per Post oder per Mail bis 30. April 2021 zu. Das OK wird die besten fünf Vorschläge auswählen und dem Gemeinderat unterbreiten, und dieser wird über das weitere Vorgehen dann entscheiden. Der Gewinner bekommt drei Sixpacks von unserem bekömmlichen «Städtlibräu», und falls er noch nicht 16 Jahre alt ist einen Gutschein für den Badi-Kiosk.