Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/1391

Die Meldung des heutigen Prozesstages kann kurz gehalten werden. Dies ist u.a. Michael Flanagan zu verdanken, der heute ab Eröffnung über zwei Stunden lang den gestrigen Zeugen, Dr. Kamangar, ins Kreuzverhör nahm und wie gestern bereits bei Dr. Steinberg nichts zu Gunsten seines Klienten, Conrad Murray, errreichte. Viele der Fragen, die Flanagan Dr. Kamangar stellte, waren dieselben wie gestern bei Dr. Steinberg. Und auch dieser Zeuge blieb ruhig und souverän und konnte in seinen Aussagen nicht ins Wanken gebracht werden. Als Staatsanwalt Walgren Dr. Kamangar anschliessend nochmals befragen konnte, wurde hervorgehoben, dass Folgendes die wichtigsten Eigenschaften einer Patienten-Arzt-Beziehung sind:
- das Wohl des Patienten kommt immer an erster Stelle;
- der Arzt hat zu wissen, was er kann/weiss und was nicht;
- der Arzt muss Nein sagen können, wenn es zum Wohle des Patienten ist, auch wenn dieser bittet und in ihn drängt; die endgültige Entscheidung, was das Beste für den Patienten ist, obliegt dem Arzt.
Conrad Murray, so Dr. Kamangar, hat diese grundlegenden Eigenschaften in der Betreuung von Michael Jackson missachtet.
Als nächstes rief die Staatsanwaltschaft ihren vermutlich letzten Zeugen in den Zeugenstand, den Anästhesisten Dr. Steven Shafer. Dr. Shafer ist unter anderem verantwortlich für die Festlegung der seit 1991 bis heute gültigen Dosierungsrichtlinien von Propofol. Insbesondere betrifft dies: Infusionsmenge und -geschwindigkeit (via Infusionstropf); den Zeitpunkt, indem die Beruhigung/Betäubung beginnt und mit welcher Menge sie beginnt.
Richter Pastor hat soeben die Mittagspause einberufen und aufgrund anderweitiger Verpflichtungen von Dr. Shafer heute Nachmittag und morgen hat Richter Pastor den Prozess bis Montagmorgen, 17.10., 8:45 Ortszeit (17:45 Uhr Schweizer Zeit) vertagt. Die Staatsanwaltschaft wir am Montagmorgen mit der Befragung von Dr. Shafer fortfahren.