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Die Berufswahl von jugendlichen Frauen und Männer in der Schweiz ist je nach Geschlecht nach wie vor stark unterschiedlich. Technische, industriell-gewerbliche Berufe werden überwiegend von Männern erlernt und eine Mehrheit der Frauen entscheidet sich für sogenannt feminisierte Berufe. Das sind vor allem Dienstleistungsberufe, da man Frauen nachsagt, dass sie bessere zwischenmenschliche Fähigkeiten und stereotypisierte Sozialkompetenzen besässen («Frauen können von Natur aus gut hegen, pflegen und bedienen.»).
Man unterscheidet generell zwischen zwei verschiedenen Kategorien feminisierter Berufe: haushaltsnahe Berufe (Körperpflege, Gesundheit, Sozialbereich, Erziehung) und administrativ-verwaltende, modernere Berufe (KV, «Sekretärin»). Bei den modernen Frauenberufen spielen zudem stereotypisierte Arbeitstugenden («Frauen sind von Natur aus fleissig und gewissenhaft.») eine Rolle. Gemeinsam haben alle feminisierten Berufe, dass sie schlechter bezahlt werden, geringeres Prestige haben und weniger Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. Zudem benötigen sie oftmals eine höhere Ausbildung, weisen aber trotzdem ein geringeres Lohnniveau auf als «typisch männliche» Berufe.
Da Männer- und Frauenberufe noch heute mit unterschiedlichen Lohn-, Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten einhergehen, ist die geschlechtstypische Berufswahl und die damit verbundene Aufteilung des Arbeitsmarktes in Frauen- und Männerberufe die wichtigste Ursache für die soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.
Wir fordern: Eine Aufwertung – sprich: höhere Löhne und bessere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – aller Berufe, die heute noch als feminisierte Berufe gelten! Schluss mit der sexistischen Trennung der Berufswahl! Für eine wahre Gleichstellung aller beruflicher Tätigkeiten!