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Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie zeigt, dass Serotonin nicht zwingend mit Depressionen zusammenhängt.
- Seit den 90er-Jahren wird mit Antidepressiva gearbeitet, die den Serotoninspiegel erhöhen.
- Die Metaanalyse ist bei Psychologen umstritten.
Eine Metaanalyse von 17 Studien will bewiesen haben, dass es zwischen einer Depression und dem Serotoninspiegel keinen Zusammenhang gibt.
Ein Forschungsteam unter der Leitung der britischen Psychiaterin Joanne Moncrieff hat die Wirkung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) hinterfragt. Der Neurotransmitter Serotonin erfüllt im Körper diverse Funktionen. Er beeinflusst beispielsweise die Stimmung oder spielt bei Angstzuständen eine wichtige Rolle. Oft gegen Depressionen verschriebene Medikamente wie Prozac oder Seropram sind SSRIs und erhöhen die Konzentration an Serotonin im Gehirn.
Wie nun «Top Santé» schreibt, habe Moncrieff bewiesen, dass man eigentlich gar nicht weiss, was SSRI-Antidepressiva bewirken. «Eine Möglichkeit wäre, dass sie über den Placebo-Effekt wirken», meint die Psychiaterin.
Unter Psychologen lösen diese Ergebnisse eine hitzige Diskussion aus. SSRIs werden schliesslich seit den 1990er-Jahren gegen Depression eingesetzt. Dennoch sollte niemand wegen dieser neuen Studie seine Medikamente absetzen, wie das «Royal College of Psychiatrists» schreibt: Antidepressiva wirken bei verschiedenen Menschen unterschiedlich – und das kann komplexe Gründe haben.