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Der SC Bern braucht einen kompetenten Trainer und die Führung der Sportabteilung ist völlig überfordert. Aber Marc Lüthi hat nicht den Mut, den Mann zu engagieren, der ihm helfen könnte: Chris McSorley.
Chris McSorley (58) hat Servette 2001 in der damaligen NLB übernommen und als Cheftrainer und Sportchef zu einer Marke im Schweizer Hockey und zum bestfunktionierenden Sportunternehmen des Welschlandes gemacht. Seine letzte Amtshandlung: Im Sommer 2019 hat er Juniorentrainer Patrick Emond zu Chefcoach befördert und die Mannschaft radikal verjüngt. So ist Servette auch nach seiner Entmachtung im letzten Frühjahr ein Spitzenteam geblieben.
Keine Frage: Chris McSorley könnte als Trainer und Sportchef den SCB wieder auf Kurs bringen. Daher die Frage an den charismatischen Kanadier: Würden Sie den Job in Bern annehmen? «Ja. Wenn Marc Lüthi mich ruft, komme ich sofort.» Aber er steht noch in einer juristischen Auseinandersetzung mit den neuen Servette-Besitzern. Es geht um die Abfindung seines noch bis 2028 (!) laufenden Vertrages. «Kein Problem. Das spielt überhaupt keine Rolle. Ich kann jederzeit einen Job annehmen.»
Aber es geht eben auch ums Geld. Würde er diese Saison auch gratis in Bern arbeiten und dann im nächsten Jahr erst Geld fordern? Chris McSorley: «Mit mir kann man über alles reden.» Den Job in Bern bezeichnet er als «the big thing». «Das wäre für mich so wie aus einem Dorf im mittleren Westen nach Hollywood ziehen…» Und in Bern wäre seine Ankunft wohl «the big bang».
Chris McSorley sagt, er suche noch einmal eine grosse Herausforderung als Coach und Sportchef. Ohne Frage: der SCB wäre diese Herausforderung. Aber niemand weiss, ob der grösste Hockey-Tempel Europas gross genug wäre, um die Egos von Chris McSorley und Marc Lüthi aufzunehmen. Und wenn der Kanadier den Job in Bern annehmen würde, gäbe es ausser ein wenig Schreibarbeiten und Kaffeekochen für Alex Chatelain und Florence Schelling beim SCB nichts mehr zu tun.
Die Frage geht an Marc Lüthi (59): Rufen Sie Chris McSorley an? Auf diese Frage antwortete er in der Vergangenheit stets mit «Nein!. Und nun, nach einem wahrlich aufregenden 1. Dezember hat er zum ersten Mal seit Monaten nach Einbruch der Dunkelheit sein Hosentelefon ausgeschaltet.
Die Ruhe wollen wir ihm von Herzen gönnen. Es ist die Ruhe vor dem nächsten Sturm.