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Die Drehorgel
Eine Drehorgel oder auch Leierkasten ist ein mechanisches Musikinstrument.
Nachweislich seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist die Drehorgel in allen Ländern Europas als Instrument der Strassenmusiker und Gaukler bekannt.
Der Aufbau der Drehorgel entspricht im Prinzip einer stationären Pfeifenorgel. Sie besteht aus einem Gehäuse in dem das Pfeifenwerk das Balgwerk die Windlade und die Spieleinrichtung untergebracht sind. Mit Hilfe einer Kurbel oder eines Schwungrades wird über Pleuelstangen der mit Leder bezogene Schöpfbalg betätigt der den Wind (Druckluft) erzeugt. Der Wind wird in einem Magazinbalg gespeichert beruhigt und mit Federkraft auf einen konstanten Druck gebracht.
Über der Windlade die eine Vielzahl von Ventilen enthält steht das Pfeifenwerk. Jedem Ventil ist ein Ton (eine Pfeife bzw. mehrere Pfeifen unterschiedlicher Bauart) zugeordnet. Die Zahl der Töne kann bei Drehorgeln unterschiedlich sein (etwa von 16 bis 45). Diese Ventile werden durch die Spieleinrichtung angesteuert. Dies kann pneumatisch mechanisch oder elektromagnetisch geschehen. Die Pfeifen sind denen einer Kirchenorgel sehr ähnlich.
Durch die Drehbewegung der Kurbel wird bei mechanisch/pneumatischer Steuerung auch der Programmträger bewegt.
Im Gegensatz zu einer manuell spielbaren Orgel wird die Ansteuerung der Töne durch einen Programmträger übernommen der sich in der Spieleinrichtung befindet. Die älteste Form des Programmträgers ist die Stiftwalze. Diese ist seit dem Altertum bekannt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat das Lochband bzw. der Lochkarton die Stiftwalze abgelöst. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde der Mikrochip als digitales Speichermedium für Musik erfunden und im Drehorgelbau eingesetzt. Eine Stiftwalze (meist auswechselbar) kann zwischen 6 und 12 Musikstücken enthalten. Die Lauflänge des Musikstücks ist durch den Walzenumfang begrenzt. Durch Lochbänder oder Lochkartons (beides austauschbar) ist die Spieldauer fast unbegrenzt. Ebenso bei elektronischer Steuerung des Pfeifenwerks.
Durch Änderung der Drehgeschwindigkeit und dem Einsatz von verschiedenen Klangfarben ( Registern ) bei größeren Instrumenten ist ein interpretatorisches Darstellen der Musik auf Drehorgeln möglich.
In ganz Europa treten Drehorgelspieler - insbesondere während besonderer "Drehorgeltage" - öffentlich auf. Viele Drehorgelspieler kann man auch privat für Auftritte engagieren.