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Die Tafelgeschirre des 18. Jahrhunderts muss man sich bei ihrem einheitlichen Auftreten im feierlichen Glanz eines Festmahls vorstellen, wenn das Licht der Kerzen von mattglänzendem Porzellan in tausend kleinen Glanzlichtern reflektiert wird. Auf zeitgenössischen Stichen sieht man, wie dicht das Geschirrset auf der Galatafel angeordnet war und wie es mit den rein dekorativen Elementen, den Tafelaufsätzen und Figuren, eine Einheit bildete. Man stelle sich zum Beispiel das grossartige Schwanenservice vor, wie es sich in seiner strahlend weissen Flut von Federn, Muscheln, Schwänen und Meeresgöttern über die Tafel ergiesst. Die 2200 Teile, vollplastische Terrinen und Schüsseln, mit Schwänen flach reliefierte Muschelteller, Kerzenhalter, Tafelaufsätze und Springbrunnen, jedes Stück ein Kunstwerk für sich, steigern sich im Ensemble zur vollen Wirkung, die sich in der Innendekoration des Raumes fortsetzt. Vom Tafelgeschirr wurde verlangt, dass es prachtvoll sei, denn es war ein wichtiges Mittel der Repräsentation. Der Aufwand an Speisen und Geschirr sprach sich herum. Das Service aus Porzellan wurde zum Massstab gesellschaftlichenn Ranges. Deshalb war der sächsische Graf Brühl so sehr darauf bedacht, dass er seinen Rivalen Sulkowski übertrumpfte, der vor ihm ein herrliches Service für die Tafel erhalten hatte. Auftraggeber der Meissner Manufaktur war zu Kändlers Zeiten nicht mehr der Hof allein, sondern in zunehmenden Masse der Adel, die obere Gesellschaftsschicht, die im imaginären Glanz des festlichen Porzellans den vom Hofe vorgelebten Wunsch nach Schönheit und Eleganz am treffendsten zum Ausdruck gebracht sah. Es wäre aber falsch, diese Erscheinungen nur als Luxusentfaltung einer dekadenten aristokratischen Schicht zu werten. Sie ist auch Ausgangspunkt für die Kultivierung des Essens und Trinkens, die sich gerade durch die damals noch starke Wirkung des Vorbildes schnell verbreitete. Schon 1712 erhielt die Manufaktur die Anweisung, komplette Service und Garnituren für die Versorgung des"mittleren Mannes"anzufertigen. Dass diese allein schon aus preislichen Gründen nicht mit einem prachtvollen Geschirrset des Adels mithalten konnten, bedeutet nichts weiter als eine Übergangsetappe in der Entwicklung zum allgemeinen Gebrauchsgeschirr. Bei den ersten Servicen stand übrigens die malerische Dekoration im Vordergrund. Die Gefässe selbst waren glatt, um der Malerei geeignete Flächen zu liefern. Kaufen Sie auf unserer Homepage aus der Schweiz ein Geschirrset aus Porzellan.