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Burkina Faso: Armee kapert Fernsehsender
- Sonntag, 2. November 2014, 17:12 Uhr, aktualisiert um 18:43 Uhr
Demonstranten und Oppositionsvertreter protestierten am Sonntagmorgen gegen die die neue Militärregierung. Sie fordern die Übergabe der Macht an eine zivile Regierung. Die Armee hat in der Folge den öffentlichen Fernsehsender unter seine Kontrolle gebracht. Demonstranten vertrieb sie mit Schüssen.
Nach der Machtübernahme durch das Militär in Burkina Faso hat die Armee am Sonntag auch den öffentlichen Fernsehsender des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.
Soldaten der Präsidentengarde schossen vor dem Sitz des Radio- und Fernsehsenders RTB in der Hauptstadt Ouagadougou in die Luft, um Demonstranten zu vertreiben. Dies berichteten Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP. Dabei sei ein Mensch getötet worden, bestätigte ein Sprecher des neuen Militärmachthabers Isaac Zida.
Zuvor waren tausende Demonstranten zur Sendezentrale marschiert, um eine Übergabe der Macht an eine zivile Regierung zu fordern. Die Demonstranten hatten sich seit dem Morgen auf dem zentralen Platz der Hauptstadt versammelt, auf dem auch die Proteste gegen den am Freitag zurückgetretenen Staatschef Blaise Compaoré stattgefunden hatten.
«Zida, hau ab»
Am Sonntagmorgen waren zunächst nur wenige hundert Menschen einem Demonstrationsaufruf der Opposition gegen die neue Militärregierung gefolgt, doch nach dem eigentlichen Ende der Kundgebung strömten immer mehr Menschen auf den Platz. Die Demonstranten schwenkten Transparente mit Aufschriften wie «Gegen die Beschlagnahme unseres Siegs, es lebe das Volk» oder «Zida, hau ab» mit Blick auf den neuen Militärmachthaber Zida.
Vertreter der Opposition und der Zivilgesellschaft in Burkina Faso hatten am Samstag einen «demokratischen und zivilen Übergang» gefordert. Die Verfassung schreibt vor, dass der Parlamentspräsident im Fall eines Rücktritts des Präsidenten dessen Amt übernimmt, doch hatte Oberstleutnant Zida die Verfassung am Freitag für suspendiert erklärt.
Der bisherige Staatschef Compaoré war am Freitag nach Protesten gegen eine geplante Verfassungsänderung zurückgetreten, die ihm nach 27 Jahren an der Macht eine weitere Amtszeit ermöglichen sollte. Compaoré floh anschliessend in die benachbarte Elfenbeinküste.