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Die hausgemachte Kirschkonfitüre der Schwiegermutter hatte es in sich: Die Schwiegertochter brach sich an einem Stück Kirschkern einen Zahn ab. Die Krankenkasse Supra, bei der die Frau unfallversichert war, lehnte jegliche Leistung für die Zahnbehandlung ab, weil der Unfallbegriff nicht erfüllt sei. Dass sich in einer selbstgemachten Konfitüre ein Stein finde, sei nicht ungewöhnlich – auch dann nicht, wenn diese aus entsteinten Früchten gekocht worden sei. Mit anderen Worten: Man müsse in einer hausgemachten Konfitüre immer mit einem Kern rechnen.
Der Stein der Weisen
Das kantonale Gericht Waadt gab der versicherten Frau recht, worauf die Supra es genau wissen wollte und vor Bundesgericht ging. Sie machte geltend, die Wahrscheinlichkeit eines verbliebenen Steins sei bei einer hausgemachten Konfitüre grösser als bei einer gekauften. Man müsse zwischen industrieller Entsteinung der Früchte und solcher in Handarbeit oder auf mechanische Weise unterscheiden. Die Bundesrichter teilten diese Meinung nicht. Ein Produkt aus entsteinten Früchten enthalte nach allgemeiner Lebenserfahrung im Prinzip eben keine Steine. Es sei nicht einzusehen, weshalb eine industrielle Entsteinung verlässlicher sein soll als eine manuelle. Die Versicherte, die mehrmals hausgemachte Konfitüre ihrer Schwiegermutter gegessen hatte, durfte somit davon ausgehen, dass sich keine Steine darin befänden.
Bundesgericht, Urteil vom 17. Oktober 2013 (9C_553/2013)