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Neurokognitive Störungen (neurocognitive disorder, NCD) beeinflussen den Ernährungsstatus und werden ihrerseits von diesem beeinflusst.
Die WHO beschreibt die neurokognitive Störung (NCD) als in der Regel chronisches oder fortschreitendes Syndrom, bei dem die kognitive Funktion stärker beeinträchtigt ist, als man es bei normalem Altern erwarten würde. «Neurokognitive Störungen» bezeichnen als Sammelbegriff verschiedene Krankheiten wie Alzheimer, Lewy-Körper-Demenz und vaskuläre NCD.
Bei von NCD betroffenen Personen kann es zu einem höheren Gewichtsverlust kommen als bei gleichaltrigen Personen ohne NCD. Diese Gewichtsabnahme setzt bei fast jeder zweiten betroffenen Person bereits vor dem Auftreten der ersten NCD-Symptome ein. Die NCD-Symptome verschlechtern den Ernährungsstatus, weshalb das Risiko für Mangelernährung steigt.
Die wichtigsten NCD-Symptome, die betroffene Person aufweisen können, werden als die 5A bezeichnet. Sie wirken sich auch auf das Essen aus: Amnesie (Gedächtnisverlust), Agnosie (Nahrungsmittel und für das Essen benötigte Gegenstände werden nicht erkannt), Aufmerksamkeitsstörung (Konzentrationsschwierigkeiten beim Essen), Aphasie (Schwierigkeiten, ein Bedürfnis zu formulieren), Apraxie (Schwierigkeiten, das Besteck zu benutzen).
In dieser Situation ist es wichtig, die Nahrungsaufnahme zu verbessern und so anzupassen, dass die Energie- und Proteinzufuhr gesteigert wird. Dafür ist es ratsam, eine ruhige, entspannte Atmosphäre zu schaffen und Stressquellen zu beseitigen. Auch wenn sich individuelle Vorlieben zwar immer ändern können, ist doch oft ein besonderes Interesse an süssen Gerichten vorhanden. Süsse Milchprodukte enthalten zudem Proteine.
Zu bedenken ist auch, dass die Weigerung zu essen ein Ausdruck von etwas ist. Im Idealfall kann man herausfinden, was das Unbehagen verursacht: Dies können Schmerzen beim Kauen oder Schlucken sein, eine Verstopfung, Hydrierung/Dehydrierung, Fieber, Alltagsumstände usw. sein. Wenn der/die Patient/in ruhelos ist und beim Essen nicht absitzt, kann man Lebensmittel so platzieren, dass er/sie daran vorbeikommt und zum Essen angeregt wird. Bei Schwierigkeiten mit dem Besteck ist möglicherweise Essen von Hand eine Lösung (in diesem Fall Speisen anbieten, die leicht mit den Fingern gegessen werden können). Auch Unterstützung beim Essen kann diesem Problem entgegenwirken.
Für eine bessere Nahrungsaufnahme muss das Essen mit Kohlenhydraten und Proteinen angereichert werden, entweder in Form von reichhaltigen Produkten oder mit Anreichungspulver. Kontaktieren Sie Ihre/n Ärztin/Arzt oder Ernährungsberater/in. Sie können Sie beraten und Ihnen eine individuelle Ernährungstherapie vorschlagen.