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Die Entscheidung im Kampf um Gold fiel im dramatischen Finish, als sich Schurter aus einer ungünstigen Position mit einem heiklen Manöver an Flückiger vorbeischob und im Sprint behauptete. Der drittplatzierte Franzose Victor Koretzky traf mit mehr als einer Minute Rückstand im Ziel ein.
«Ich bin unglaublich happy und stolz, dass ich es noch einmal geschafft habe. Zu sehen, dass ich es noch kann, ist wichtig – auch für meine weitere Karriereplanung. Ein paar Zweifel hatten sich schon eingeschlichen», sagte der 35-jährige Bündner im SRF-Interview zu seinem Erfolg nach der zweijährigen Sieg-Durststrecke in den wichtigsten Rennen. Seit dem WM-Titel 2019 war der Gewinn von EM-Gold im Vorjahr sein einziger Sieg auf internationaler Bühne.
Schurters perfektes Rennen
In Abwesenheit von Olympiasieger Tom Pidcock, der die Vuelta fährt, und Mathieu van der Poel setzten sich Schurter und Flückiger im italienischen Val di Sole bereits in der zweiten von sechs Runden vom Rest des Feldes ab. Bis ins Ziel wuchs der Vorsprung des gut funktionierenden Schweizer Führungsduos auf mehr als eine Minute an.
«Es war ein perfektes Rennen», befand Schurter. Auch weil die beiden Schweizer an der Spitze bis zum umkämpften Finish gut harmonierten, war die Konkurrenz chancenlos. Der französische Titelverteidiger Jordan Sarrou (26.) war auf dem physisch und technisch anspruchsvollen Kurs gänzlich chancenlos.
Für Schurter, der noch die Rekordmarke der meisten Weltcupsiege des Franzosen Julien Absalon jagt (es steht 32:33), schliesst sich ein Kreis. Zwölf Jahre nachdem der Bündner in Canberra als 23-Jähriger zum jüngsten Weltmeister avancierte, machte er sich nun mit 35 Jahren auch zum ältesten. Im Val di Sole lancierte er 2008 ausserdem mit seinem dritten und letzten U23-WM-Titel seine Aktivkarriere. Fünfmal triumphierte er in der Folge an der Weltcupstation im Trentino.
Erneut Silber für Flückiger
Dem Weltcupleader und zweifachen Saisonsieger Flückiger, der in den Anstiegen den etwas stärkeren Eindruck machte, Schurter aber in den technischen Passagen jeweils wieder aufschliessen lassen musste, blieb wie in Tokio und an den vorangegangenen zwei Weltmeisterschaften nur die Silbermedaille. Als Zweiter trug er aber ein weiteres Mal zu einem Schweizer Grosserfolg an Mountainbike-Titelkämpfen bei: Es war bereits der vierte WM-Doppelsieg im olympischen Cross-Country der Männer. 2019 hatte Schurter im kanadischen Mont-Sainte-Anne ebenfalls vor Flückiger gewonnen.
«Nino machte es taktisch gut, er hat die Chance in einer unerwarteten Situation genutzt», anerkannte Flückiger, der nach der im Weltcup jeweils entscheidenden letzten Abfahrt nicht mit einem derart unkonventionellen Angriff durch die Innenseite einer Kurve rechnete. Weil ihm Schurter so den Weg abschnitt, konnte er den Schwung nicht ideal in den Sprint mitnehmen.