Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03588.jsonl.gz/679

Die grossen europäischen Städte werden nach ihrer Bedeutung in drei Gruppen eingeteilt:
- Global Cities sind Städte mit einer hervorragenden internationalen Vernetzung.
- Eurometropolen konzentrieren sich vorwiegend auf europäische Wirtschaftsaktivitäten.
- Städte von nationaler Bedeutung werden als regionale Metropolen bezeichnet.
Besonders viele Grossstädte liegen eng aneinandergereiht in einer schmalen Zone Westeuropas. Sie bilden eine ausgedehnte Stadtlandschaft, die von London bis Mailand reicht. Es handelt sich um die westeuropäische Megalopolis oder «blaue Banane». Die meisten Städte Europas haben seit der Industrialisierung eine ähnliche Entwicklung durchlaufen:
Im 19. Jahrhundert erlebten sie als Folge der Industrialisierung ein rasantes Wachstum. Viele Fabriken siedelten sich in den Städten oder direkt davor an. Die Städte dehnten sich bis zu den Vororten aus. Diese wurden nach und nach eingemeindet.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts breiteten sich die städtischen Gebiete weiter ins Umland aus. Mit der Zeit entstanden riesige Ballungsräume (Agglomerationen).Gleichzeitig liessen sich immer mehr Dienstleistungsbetriebe (Banken, Versicherungen, Büros usw.) in den Stadtzentren nieder. Industriebetriebe und grosse Teile der Stadtbevölkerung wurden ins Umland verdrängt. Heute nimmt die Bevölkerungszahl in den Kernstädten wieder zu, denn die Städte sind bestrebt, neue, attraktive Wohnungen anzubieten, zum Beispiel auf dem Gelände stillgelegter Fabriken.
Das starke Bevölkerungswachstum im 19. und 20. Jahrhundert hat in den Städten verschiedene Spuren hinterlassen. In Barcelona wurde innert kürzester Zeit ein neues Stadtviertel mit quadratisch angeordneten Strassen geplant und aufgebaut. Andere Städte wie Rom und Istanbul erlebten ein unkontrolliertes Wachstum.
Zwischen den europäischen Metropolen herrscht heute ein starker Konkurrenzkampf. Jede Grossstadt ist bestrebt, möglichst viele internationale Konzerne und Institutionen anzulocken:
- Wien und Kopenhagen haben ausserhalb ihrer Zentren neue Hochhausquartiere (Bürocities) errichtet, um den internationalen Unternehmen genügend Büroflächen anzubieten. Kopenhagen sorgte mit dem Bau der Öresundbrücke zusätzlich dafür, dass die Stadt besser erreichbar ist.
- In Berlin hat die Bautätigkeit seit dem Fall der Mauer stark zugenommen. Das neue Regierungsviertel, eine Bürocity und der neue Hauptbahnhof wurden in Rekordzeit aus dem Boden gestampft.
- Barcelona hat sich als Kunst- und Architekturstadt etabliert und den Bekanntheitsgrad mit der Durchführung der olympischen Spiele 1992 weiter vergrössert.