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Bei DEGIRO halten wir es für wichtig, dass Sie beim Anlegen über ausreichendes Wissen und/oder Erfahrung verfügen. Außerdem möchten wir sicherstellen, dass Sie mit Finanzinstrumenten handeln, die zu Ihren Ansprüchen und Zielen passen. In diesem Artikel wird erklärt, was gehebelte und inverse Exchange Traded Funds (ETFs) sind und wie Sie diese handeln können.
Normalerweise ist für den Kauf einer großen Anzahl verschiedener Aktien ein erhebliches Budget und ein großer Zeitaufwand erforderlich. Produkte wie ETFs ermöglichen jedoch eine effiziente und kostengünstige Diversifizierung. Ein S&P-500-ETF trackt zum Beispiel die 500 Aktien, die in diesem Index enthalten sind. Dadurch ist es möglich, mit einem einzigen Kauf eine Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten zu erwerben. Bei einem ETF, auch als „Tracker“ bezeichnet, handelt es sich um einen börsengehandelten Fonds. Dieses Produkt folgt einem Index, einem Rohstoff, einer Anleihe oder einer Kombination verschiedener Produkte. Im Gegensatz zu einigen anderen Fonds werden ETFs an einer Börse gehandelt. Die Performance eines ETFs richtet sich nach den Kursbewegungen der zugrunde liegenden Produkte im Fonds. ETFs können gehebelt oder nicht gehebelt sein. Mehr allgemeine Informationen über ETFs können Sie hier nachlesen.
Die Performance eines nicht gehebelten ETFs verfolgt die Performance des Basiswerts. Dabei handelt es sich häufig um einen Index. Wenn der Index beispielsweise um 2 % steigt, steigt der ETF sehr wahrscheinlich ebenfalls um circa 2 %. Der Preis eines ETFs entspricht nicht seinem Wert. Es ist auch möglich, einen gehebelten ETF zu erwerben. Wenn ein ETF gehebelt ist, bedeutet dies, dass Sie sich vom Emittenten Geld leihen, um mehr in die zugrunde liegenden Produkte zu investieren als Ihren eigentlichen Anlagebetrag. Diese gehebelten ETFs können recht kompliziert sein und zielen auf kurzfristige Resultate ab. Sie eignen sich generell nicht als langfristige Anlagen. Sie können mit sehr hohen Risiken und Kosten verbunden sein und sind daher für unerfahrene Anleger weniger geeignet.
Inverse ETFs werden oft als „Short-ETFs“ bezeichnet. Sie versuchen, ein inverses Ergebnis zu dem des Basiswerts, dem sie folgen, zu erzielen. Wenn beispielsweise der Wert des Basiswerts sinkt, steigt der Wert des inversen ETFs und umgekehrt. ETFs verwenden Finanzprodukte wie z. B. Derivate, um ein inverses Ergebnis zu imitieren, anstatt eine Short-Position im Basiswert einzugehen. Infolgedessen korrelieren sie oft nicht genau mit dem zugrunde liegenden Index.
Für den Kauf eines inversen ETFs muss keine Marge aufgewendet werden. Ein ETF ist im Allgemeinen ein Cash-Produkt, und Anleger müssen den vollen Bargeldbetrag anlegen. Bei der Anlage in einen inversen ETF sind die potenziellen Verluste begrenzt, anders als bei einer Short-Position in einem Anlagewert, die ein unbegrenztes Verlustpotenzial hat, wenn der zugrunde liegende Anlagewert weiter im Wert steigt. Der potenzielle Verlust bei einem inversen (oder „Short“-) ETF ist auf den in den Fonds angelegten Betrag begrenzt.
Ein traditioneller ETF versucht normalerweise, einem zugrunde liegenden Index auf Eins-zu-Eins-Basis zu folgen. Gehebelte ETFs hingegen liefern ein Vielfaches der Gewinne oder Verluste des Basiswerts. Sie sind darauf ausgelegt, die Wertentwicklung des Basiswerts, bei dem es sich häufig um einen Index handelt, zu vergrößern. Ein ETF kann beispielsweise darauf abzielen, die Wertentwicklung des Basiswerts zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen. Ein gehebelter ETF kann Finanzderivate und Schuldtitel einsetzen, um dieses Verhältnis zu erreichen. Dieser Hebeleffekt funktioniert in beide Richtungen. Bei einem Gewinn von 1 % wird ein gehebelter ETF je nach Verhältnis einen Gewinn von 2 % oder sogar mehr erreichen. Der Nachteil ist, das dies genauso auch für einen Verlust von 1 % gilt. Mit einem gehebelten ETF wird daraus ein Verlust von 2 % oder mehr. Daher sind dies Produkte mit hohem Risiko.
Das Halten des gehebelten ETFs für mehr als einen Tag führt wahrscheinlich zu einer Rendite, die sich von einem exakten Vielfachen der Rendite des Basiswerts unterscheidet. Dies ist auf den Aufzinsungseffekt zurückzuführen. Die im ETF beinhalteten Kosten können ebenfalls die Rendite beeinflussen.
Es ist auch möglich, diese beiden Arten von ETFs zu einem gehebelten inversen ETF zu kombinieren. Diese Art ETFs, die auch als „Ultrashort-ETFs“ bezeichnet werden, sind so konzipiert, dass sie die inverse Wertentwicklung eines Index vergrößern. Ebenso wie inverse ETFs verwenden sie Finanzprodukte wie z. B. Derivate, um ein inverses Ergebnis zu imitieren anstatt eine Short-Position im Basiswert einzugehen, wenden jedoch zusätzlich einen Hebeleffekt an.
Neben den Gebühren, die Ihr Broker erhebt, kann der Emittent des ETFs Einstiegs-, Ausstiegs- und/oder laufende Gebühren erheben. Diese Kosten sind im Produkt enthalten und werden im Key Information Document (KID) oder im Key Investor Information Document (KIID) aufgeführt. Die bei gehebelten und inversen ETFs enthaltenen Kosten können oft höher sein als bei anderen ETFs.
Inverse und/oder gehebelte ETFs können im Rahmen häufig verwendeter Anlagestrategien genutzt werden. Bitte beachten Sie jedoch, dass diese Arten von ETFs ein hohes Risiko bergen und in der Regel nicht für unerfahrene Anleger geeignet sind. Es empfiehlt sich, das KID oder KIID gründlich zu lesen, um sicherzustellen, dass Sie das Produkt, in das Sie anlegen, verstehen. Das KID bzw. KIID enthält für Anleger wichtige Informationen über den ETF, wie z. B. die damit verbundenen Kosten und Risiken sowie die Anlageziele. Es gibt nicht an, welche Gewinne (oder Verluste) aus der Anlage zu erwarten sind.
Das KID oder KIID enthält wesentliche Informationen über den spezifischen ETF, einschließlich über das Risiko- und Ertragsprofil.
Das Anlegen in ETFs kann gewinnbringend sein, ist aber nicht ohne Risiko. Bei DEGIRO sind wir offen und transparent über die Risiken, die mit dem Anlegen verbunden sind. ETFs werden normalerweise nicht aktiv gemanagt. Es besteht das Risiko, dass es nicht möglich ist, Änderungen wie Unternehmensübernahmen oder veränderte Indexzusammensetzungen vorherzusehen.
Obwohl ETFs aus verschiedenen Produkten bestehen und daher normalerweise diversifiziert sind, kann das Timing Ihrer Anlagen einen entscheidenden Einfluss auf Ihre Rendite haben. Anstatt eine einzige Summe auf einmal zu investieren und damit die Kosten Ihrer Wertpapiere auf einmal zu tragen, können Sie schrittweise über einen längeren Zeitraum investieren. Wenn Sie in kleineren Beträgen z. B. auf monatlicher oder vierteljährlicher Basis investieren, werden Sie weniger von dem zum Zeitpunkt der Anlage fälligen Kurs beeinflusst und die Anlage wird über einen längeren Zeitraum gemittelt. Diese Methode wird als Mittelwertbildung bezeichnet. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Diversifikation.
Bevor Sie anfangen anzulegen, gibt es eine Reihe von wichtigen Faktoren zu beachten. Es hilft, zu bestimmen, wie viel Risiko Sie einzugehen bereit sind und welche Produkte sich am besten für Sie eignen. Es ist auch nicht ratsam, Geld anzulegen, das Sie möglicherweise kurzfristig benötigen, oder Positionen einzugehen, die zu finanziellen Schwierigkeiten führen könnten.
Die Informationen in diesem Artikel wurden nicht zu Beratungszwecken verfasst, noch mit der Absicht, jegliche Anlagen zu empfehlen. Anlegen ist mit Risiken verbunden. Sie können Ihre Einlage (vollständig oder teilweise) verlieren. Wir raten Ihnen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die Sie kennen und mit denen Sie Erfahrung haben.