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In der Sitzung des Schweizerischen Schulrats vom 04. Oktober 1958 wurde über die Anschaffung eines Tandem-Van de Graaff-Beschleunigers bestimmt. Da die Schweizer Universitäten sich die verschiedenen Forschungsaufgaben im Feld der Kernphysik teilten war es nötig, dass die ETH sich dazu einen neuen Van de Graaff-Beschleuniger ankaufte.
Die Zeit war knapp, so dass der Plan war, das Gerät bei einer US-Firma zu bestellen, die schnell liefern konnte. Eine Problematik, die sich bei diesem Anbieter war lediglich, dass ein grosser Teil des Kaufpreises direkt gestellt werden müsste.
Da dem gesamten Schulrat aber die Notwendigkeit einer solchen Anschaffung bewusst war, verfasste Präsident Pallmann einen Botschaftsentwurf an den Bundesrat. Dieser bewilligte am 31.10. den Nachtragskredit mit dringlichem Vorschuss für den Ankauf.
Ein Grossteil der Organisation für die Installation dieses Tandem-Van de Graaff-Beschleunigers fiel Prof. Dr. Pierre Marmier, dem Vorsteher des Laboratoriums für Kernphysik vor. Er und diverse Mitarbeiter reisten mehrfach in die USA, um Besprechungen zu führen und sich im Hinblick auf die Installation weiterzubilden.
1963 wurde der van de Graaff-Beschleuniger in die Schweiz geliefert und ein Jahr später in Betrieb genommen. Einer von Marmiers Mitarbeitern, Marcel Haab, der zwischen 1964 und 1978 als Operateur am Laboratorium für Kernphysik tätig war, dokumentierte diese Inbetriebnahme auf sehr spezielle Weise.
Neben seinen Fähigkeiten im technischen Bereich war Haab allem Anschein nach auch künstlerisch sehr begabt, eine Fähigkeit die Marmier «entdeckte» und förderte. Haab fertigte über die Jahre mehrere Karikaturen über seine technische Umgebung an, unter anderem über die „Baugeschichte“ des Tandem-Beschleuniger am Laboratorium für Kernphysik.
Ursprünglich als Bleistiftzeichnungen angefertigt, wurden die Karikaturen später mit Tusche auf Transparente übertragen. Diese wiederum wurden fotografiert und in einem Fotoalbum mit Abzügen festgehalten. Dieses Fotoalbum aus dem Besitz von Pierre Marmier ging durch dessen Nachlass in die Bestände des Hochschularchivs über.
Mehrheitlich finden sich darin Bilder zur Installation und Nutzung des Tandem-Van-de-Graaff-Beschleunigers. Haab stellte jedoch auch den allgemein Arbeitsalltag dar oder gestaltete die Einladung für das «traditionelle Freiluft-Bratwurst-Wettessen» des Laboratoriums für Kernphysik.
Weiterführende Literatur:
Ragnar Hellborg (Ed.): Electrostatic Accelerators. Springer Verlag, Berlin 2005.