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Die Kapelle Notre-Dame de Tours liegt abgeschieden auf einem Hügel, der bereits von den Kelten besetzt war. Diese Pilgerstätte ist der Schauplatz einer schönen Legende.
Da man beschloss, die Kapelle von Tours niederzureissen, brachte man die Statue der Jungfrau in die Kirche von Montagny. Doch wie durch ein Wunder stand die Statue am nächsten Tag wieder an ihrem alten Platz in ihrer ursprünglichen Kapelle. Der Vorgang wiederholte sich mehrmals. Irgendwann war man es leid und liess die Skulptur schliesslich in Tours stehen und die Kapelle blieb erhalten. Die Statue der Jungfrau wurde zu einem Magneten für Pilger.
Die Kelten besetzten diesen Felsvorsprung bereits während der Antike. Auch die Römer liessen sich hier nieder, ab dem IV. Jahrhundert folgten die Christen. Das erste Gotteshaus wurde auf den Ruinen einer romanischen Villa errichtet. Grabungen förderte die Reste einer frühchristlichen Kirche zutage: Der Heilige Maire (Marius), Bischof von Avenches und Eigentümer des Ortes, hatte sich dort ein privates Oratorium bauen lassen.
Im Mittelalter wurde die Kapelle zur Pfarrkirche, bis ins XVII. Jahrhundert. Der Klerus lebte bis 1913 in Tours, dem Jahr, in dem er den Bau eines neuen Pfarrhauses in Montagny beschloss.
Tours ist seit dem XV. Jahrhundert ein berühmter Marienwallfahrtsort. Lange Zeit schmückten Votivbilder die Wände der Kapelle. Das aktuelle Gebäude stammt aus dem XVIII. Jahrhundert. Heute ist Notre-Dame de Tours ein sehr gut besuchtes Zentrum des spirituellen Lebens. Von 1977 bis 1988 lebte hier eine vietnamesische Zisterzienser-Gemeinschaft.
Es gibt viele Geschichten von Statuen, die systematisch an ihren ursprünglichen Ort zurückkehrten: Die Leute mochten keine Veränderungen, vor allem nicht an ihren Kultobjekten.