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Am Sonntag, dem 17. Februar, fuhren wir von „Pai“ zurück nach „Chiang Mai“. Eine Unterkunft hatten wir bereits telefonisch gebucht, somit konnten wir gleich einchecken. Mir ging es besser, jedoch bei weitem nicht wirklich gut. Der Transfer von „Pai“ zurück war extrem ruppig und half nicht zur Genesung bei. Da wir das Land am darauffolgenden Dienstag verlassen mussten, weil unsere 30 Tage abgelaufen sind, buchten wir den „Slow boat trip“ über den Mekong nach Laos. Wie immer buchten wir im „Julie’s Guesthouse“, da diese Touren seriös durchgeführt werden, im Gegensatz zu anderen Touren. Die Besitzerin erkannte uns gleich wieder, sie schauten mich an und fragte ob ich krank bin. Wir erzählten ihr, dass ich seit einigen Tagen Fieber habe. Sie empfahl uns ein Spital aufzusuchen, da sie persönlich vermutete, dass ich Dengue Fieber hatte.
Wir trafen Studi und Miu beim Guesthouse, sie begleiteten uns ins Spital. Dort wurde ich drei Stunden untersucht, von einem Zimmer ins nächste. Sehr befremdend war, dass sie darauf bestanden, dass ich im Spital übernachte, bevor sie einen Bluttest machten. Ich weigerte mich und bestand darauf, dass ich zuerst ordentlich untersucht werde möchte und wir danach über einen Spitalaufenthalt sprechen können. Schlussendlich stellte sich tatsächlich heraus, dass ich Dengue Fieber hatte. Ich war wegen dem hohen Fieber und den starken Schweissausbrüchen extrem dehydriert und meine Leberwerte waren sehr schlecht. Der Arzt meinte natürlich, dass es besser sei im Spital zu übernachten, doch ich wollte nicht. Wir einigten uns darauf, dass ich mich am Folgetag nochmals untersuchten lassen komme. Wir erhielten einen neuen Termin, bekamen Medikamente, bezahlten die Untersuchung, welche nicht mehr so günstig war wie in „Pai“ und fuhren zurück in unser Guesthouse. Da ich den „Mekong Trip“ mit Fieber unmöglich machten konnte, stornierten wir diesen und kauften uns zwei Tickets für den sogenannten „Visa run“, mehr dazu später.
Am Montag machten wir nicht viel, eigentlich ging es so weiter wie in „Pai“. Ich lag im Bett und seuchte vor mich hin, während Sara sich den ganzen Tag langweilte. Sie ging immer wieder einmal etwas organisieren und wir warteten bis es Zeit für den Spitaltermin war. Wir waren bereits um 12:50 Uhr im Spital, es hatte sehr viele Leute. Die Behandlung dauerte wieder deutlich über zwei Stunden. Das Fieber war etwas zurückgegangen und die Leberwerte ein bisschen besser, obwohl immer noch schlecht. Der Arzt wollte, dass ich am nächsten Tag wieder komme, dass war jedoch nicht möglich, da wir nicht in der Stadt waren. Wir einigten uns auf einen nächsten Termin am Donnerstag. Zurück im Guesthouse liessen den Tag wie bis anhin verstreichen.
Um 6:15 Uhr mussten wir am Dienstag aufstehen. Da unser Visum für Thailand auslief, mussten wir das Land verlassen. Aus diesem Grund buchten wir den sogenannten „Visa run“. Um 07:00 Uhr wurden wir von einem Minibus abgeholt, welcher uns zur knapp 5 Stunden entfernten Grenze von Burma brachte. Auf dem Weg dorthin, hielten wir bei heissen Quellen, welche Meter hoch in die Luft spritzten, angeblich sind es die höchsten in ganz Thailand.
Unmittelbar vor der Grenze zu Burma wurden wir ausgeladen. Zu Fuss liefen wir zum thailändischen Zollhaus, wo unser Pass ausgestempelt wurde. Danach liefen wir über eine Brücke nach Burma, wo wir in ein kleines Zollhaus hineingingen. Der burmesische Zollbeamte fragte uns wie lange wir im Land bleiben wollen und was wir machten möchten, „shopping, „sightseeing“, „or just back to Thailand“? Ja wir wollten einfach wieder zurück nach Thailand. Also bekamen wir einen Ein- und gleichzeitigen den Ausreisestempel, für eine Gebühr von 500 Baht. Wir machten uns gleich wieder auf den Weg über die Brücke zurück nach Thailand. Dort füllten wir das Einreiseformular aus, welches wir bereits bei unserer ersten Einreise ausfüllen mussten und bekamen bei der Immigration ein weiteres „Visa on arrival“ für 15 Tage. Als alle wieder im Minibus zurück waren, ging es auch bereits wieder zurück nach „Chiang Mai“, welches wir um zirka 17:30 Uhr erreichten. Wir assen gleich Abendessen und gingen zurück in unser Guesthouse. Es war ein langer Tag, doch machte es auch Spass im Burma kurz „Hallo“ zu sagen :-)
Am Mittwoch konnten wir ausschlafen, alles was wir geplant hatten, war von einem Guesthouse in ein anderes zu wechseln, welches zirka 100 Meter entfernt war. Eigentlich langweilig, für mich jedoch gut um mich etwas zu erholen. Mehrheitlich verbrachte ich den Tag im Bett. Sara brachte eine Pizza zum Abendessen, eine richtig gute Pizza. Ich ass mehr als die Hälfte, es war die erste richtige Mahlzeit, welche ich seit Tagen zu mir nehmen konnte. Die Tage zuvor löffelte ich meistens eine Reissuppe mit Nudeln.
Etwas früher mussten wir am Donnerstag aufstehen, der Spitaltermin war bereits um 08:30 Uhr angesetzt. Wir flitzen mit dem Roller hin. An diesem Tag ging alles etwas schneller, es hatte auch viel weniger Leute da. Einmal mehr zapften sie mir Blut ab. Das Fieber war so gut wie weg und auch die Blut- und Leberwerte hatten sich verbessert. Der Arzt riet mir, alles ruhig und langsam anzugehen, da der Körper noch Wochen braucht, bis er sich komplett erholt hat. Selbstverständlich habe ich auch ein Alkoholverbot für weitere zwei Wochen erhalten. Nach dem wir das Spital verlassen hatten, fuhren wir zum nahegelegenen Shoppingcenter. Wir schauten uns ein bisschen um und kauften Shampoo und einige Lebensmittel ein. Sara fand einen Coiffeur, bei welchem sie sich entschied, die Haare schneiden zu lassen. Nachdem die Haare gewaschen wurden, kämmten drei Angestellte die Haare kämmten, bis alle Knöpfe weg und die Haare schön glatt waren. Dann erst kam der „Maestro“ ans Werk. Er schnitt alles mit einem Messer und brauchte nicht länger als 10 Minuten. Als er fertig war wurden die Haare von zwei Angestellten geföhnt und nochmals gekämmt, bevor der „Maestro“ die Schlusskontrolle machte und selbstverständlich noch das eine oder andere Haar kürzte. Wir verliessen das Einkaufszentrum wieder und kehrten zurück in unser Guesthouse und entspannten ein wenig. Zum Znacht ging es auf Wunsch von Sara zu McDonalds. Leider mussten wir feststellen, dass das Angebot bei McDonalds in Thailand sehr beschränkt ist und die Preise für lokale Verhältnisse eher gehoben waren. Trotzdem bestellen wir uns einen Burger mit Pommes und genossen den westlichen Fast Food.
Da ich mich von Tag zu Tag deutlich besser fühlte, entschieden wir uns am Freitag wieder einmal etwas zu unternehmen. Studi gab uns einen super Tipp. Wir fuhren mit dem Motorroller zirka 30 Minuten zu einem Resort, welcher etwas in den Bergen lag. Der Resort verfügt über einen Infinity Pool, mit toller Aussicht auf die grüne Landschaft. Wer etwas konsumiert, darf den Pool und die Liegestühle benutzen, ein Angebot welches wir uns nicht ausschlagen liessen. Wir verbrachten über vier Stunden am tollen Pool, tankten nach Tagen wieder einmal etwas Sonne und genossen es an der frischen Luft zu sein. Da es kaum Gäste hatte, gehörte der Pool mehr oder weniger uns alleine. Am Abend gingen wir in die Pizzeria essen, wo Sara vor wenigen Tagen die super feine Pizza holte. Irgendwie brauchten wir beide eine Pause vom thailändischen Essen. Wir fühlten uns während dem Essen wie in Europa, das Essen schmeckte wie beim guten Italiener von nebenan.
Am Samstag trafen wir Miu und Studi wieder. Wir verbrachten den Nachmittag bei Studi am Pool, bei seiner Wohnung. Am Abend gingen wir alle zusammen zum Studentenmarkt, Miu wusste natürlich wo es das beste Essen gab und führte uns zu einem Japaner, wo wir sehr leckere Sushi und saftiges Hühnchen bekamen. Sara bestellte sich beim Laden nebenan ein Pad Thai Chicken. Wir stöberten noch etwas bei den vielen Verkaufsständen. Da wir alle für den Sonntag fit sein wollten, gingen wir dann aber bald zurück in unser Guesthouse.
Um 09:00 Uhr wurden wir am Sonntag von Studi und Miu mit dem Auto abgeholt. Wir fuhren etwa eine Stunde zu einem grossen Stausee, welcher zugleich auch ein Nationalpark ist. Wir parkierten das Auto und liefen zum Ufer. Hier warteten einige „Longboats“, unser wurde sofort ein Boot zugeteilt. Welches uns zum 15 Minuten entfernten Restaurant fuhr. Auf diesem Stausee befanden sich einige Häuser, die nur per Boot erreichbar sind. Auf den meisten schwimmenden Häusern befanden sich Restaurants oder Gasthäuser, in welchem man übernachten konnte. Wir verbrachten einige Stunden dem Seerestaurant, badeten ein bisschen und bestellten immer wieder etwas zu Essen und Trinken. Der Stausee gefiel und sehr gut, es war sehr entspannend, wir konnten viel quatschen und das Essen war gut. Am späteren Nachmittag fuhren wir zurück nach „Chiang Mai“.
Gegen Abend trafen wir uns wieder um am Sonntagsmarkt nochmals zusammen essen zu gehen. Für Sara und mich war es der letzte Abend in Chiang Mai. Am Sonntagsmarkt, den wir bereits vor zwei Wochen besuchten, gab es überall Essensstände. Sara freute sich auf die speziellen in Teig eingehüllten Eier und auf leckere Gemüserollen. Ich entschied mich nochmals für Sushi, welches am Sonntagsmarkt extrem günstig zu kaufen gibt. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns dann definitiv von Miu und Studi und gingen zu unserem Guesthouse zurück, wo wir noch unsere Rucksäcke packen mussten, bevor wir zu Bett gingen. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei Miu und Studi bedanken, es war eine tolle Zeit mit euch!
Bilder: Chiang Mai die Zweite