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Liberia besteht zu einem grossen Teil aus Wald.
Das war schon immer so, wie der Schweizer Johann Büttikofer 1890 schrieb:
«Obwohl die zur Ausfuhr gelangenden Landesprodukte nicht sehr mannigfeltiger Art sind, liefert doch Wald und Feld weit mehr, als man nach einer oberflächlichen Bekanntschaft mit Liberia glauben sollte (…). Die ausgedehnten Urwälder liefern eine Menge von vorzüglichen Holzarten, die in Liberia selbst als Bau- und Tischlerholz Verwendung finde.»
Das Land ist nach wie vor sehr dünn besiedelt. Nur gelegentlich unterbrechen Lehmstrassen und kleine Siedlungen den Regenwald. Die wertvollen Tropenhölzer seien zum grössten Teil abgeholzt heisst es. Kann ich nicht beurteilen.
Mehr Luftbilder aus Liberia gibts hier.
Ausserdem schrieb Büttikofer übrigens damals:
«Die Haut des Negers ist gewöhnlich kühl und meist etwas feucht, aber sehr weich, fast sammtartig anzufühlen, obschon sie, genauer betrachtet, ein fein rissiges Ansehen hat. Sie ist auch bedeutend dicker und schwammiger als die des Weissen und sondert eine nach ranziger Butter riechende Fettsäure ab, die den bekannten , übeln Negergeruch verbreitet.»
Aber das nur so am Rande.
Bilder eines Fluges von Yekepa via Buchanan nach Monrovia.
Verlassene Eisenerz-Mine von Lamco im Nimba-Gebirge.
15. September 2011, Yekepa, Liberia.
Die Präsidentin Liberias stellt sich zur Wiederwahl.
«Monkey still working, let Baboon wait small», das grosse Werbebanner an der Broad Street in Monrovia irritiert. Erst recht im Zusammenhang mit dem Wahlkampf. Die Erklärung: Der Affe, das schlaue Tier, symbolisiert die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der dumme Pavian (Baboon) hingegen ist die Opposition.
Sie sei noch nicht fertig mit ihrer Arbeit, begründet die Präsidentin ihre erneute Kandidatur. Ursprünglich hatte «Ma Ellen», wie sie auch genannt wird, eine zweite Amtsperiode ausgeschlossen. Die Arbeit wird ihr bei einer Wiederwahl nicht ausgehen.
Ellen Johnson-Sirleaf hat einiges erreicht in den letzten sechs Jahren – Liberia begann nach langen Bürgerkriegen praktisch bei null. So wurde etwa beim Strassenbau vorwärts gemacht. Im Bergbau-Sektor konnten wieder Unternehmen angesiedelt werden. Und auch die Korruption will Ma Ellen reduziert haben.
Weiterhin ist das Land aber auf die Unterstützung der UNO für Polizeiaufgaben, Sicherheit und vieles mehr angewiesen. Der Grossteil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Und der Präsidentin wird vorgeworfen, zu viel Macht in sich zu vereinen – ganz zu schweigen von der Korruption…
Die Harvard-Absolventin geniesst im Ausland hohes Ansehen. In Liberia ist sie, auch weil sie früher den Rebellenführer Charles Taylor unterstützt hatte, umstrittener. Generell scheinen die Leute, mit denen ich gesprochen habe, nicht unzufrieden mit Johnson-Sirleaf. Doch sie würden gerne schnellere Fortschritte sehen. Oder wie Taxifahrer John Flomo meint: «Ich hatte sie gewählt, sie hat es nicht schlecht gemacht. Aber jetzt geb ich trotzdem mal jemand anderem eine Chance.» Er wird im Oktober einen Pavian wählen.