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Wassermangel – Bedenkliches Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage
Chronische Wasserknappheit stellt für einen Grossteil der Weltbevölkerung eines der grössten Probleme im 21. Jahrhundert dar.
Chronische Wasserknappheit stellt für einen Grossteil der Weltbevölkerung eines der grössten Probleme im 21. Jahrhundert dar. Schätzungsweise 70% der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. 97.5% davon besteht aus Salzwasser und befindet sich in den Meeren und Ozeanen. Süsswasser dagegen macht nur etwa 2.5% der weltweiten Wasserreserven aus. Der überwiegende Teil ist in den Gletschern und in Permafrostböden gebunden, sodass nicht einmal 1% für den Menschen frei nutzbar ist. Die globale Wassernutzung ist über das letzte Jahrhundert doppelt so stark gestiegen wie die Weltbevölkerung. Wie angespannt die Lage ist, geht aus einer Trendschätzung der Vereinten Nationen (UNO) hervor. Deren Analysten gingen schon vor einigen Jahren davon aus, dass die Süsswassernachfrage das Angebot bis im Jahr 2030 um 40% übertreffen wird. Ausschlaggebend für diese Nachfrageentwicklung sind Langfristtrends wie das starke Bevölkerungswachstum in Afrika und in Asien, die Urbanisierung der Grossstädte sowie die Industrialisierung in den Schwellenländern mit offensichtlichen Folgen eines höheren Trinkwasserbedarfs. Es gibt aber auch indirekte Faktoren, welche die Wassernachfrage steigen lassen, beispielsweise in der Nahrungsmittelproduktion. Die Landwirtschaft ist mit einem Anteil von ca. 70% der gesamten weltweiten Wassernachfrage der grösste Verbraucher von Süsswasser, wobei die Viehzucht wasserintensiver ist als der Ackerbau. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) beträgt der tägliche Flüssigkeitsbedarf an Trinkwasser pro Person 2-4 Liter, während 2’000-5’000 Liter nötig sind, um die tägliche Nahrung für einen Menschen zu produzieren. Dazu einige Beispiele:
Für die Herstellung von 1 kg Milch braucht es 1’025 Liter Wasser; für 1 kg Rindfleisch 15’415 Liter
oder für 1 kg Kaffee werden 18’900 Liter Wasser benötigt.
Grosse Probleme ergeben sich auch beim Versuch, das Angebot an Trinkwasser einigermassen stabil zu halten. Zu nennen sind etwa Probleme bei der Wasserqualität. Während Menschen in Grossstadtgebieten der Industrieländer mit zunehmender Wasserverschmutzung zu kämpfen haben, dienen in Entwicklungsländern Flüsse vielerorts als offene Abwasserkanäle ohne jegliche Abwasserbehandlung. Ein weiteres Problem stellen die enormen Wasserverluste dar. Durch Lecks in der Wasserversorgungs-Infrastruktur gehen weltweit täglich rund 90 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verloren. In New York und London sind die Versorgungssysteme derart veraltet, dass rund 30% des Trinkwassers ungebraucht versickert.
Die wahrscheinlich grösste Herausforderung für die Bereitstellung von Trinkwasser stellt jedoch der Klimawandel mit der steigenden Treibhauskonzentration dar. Es ist eine zunehmende Korrelation zwischen dem globalen Temperaturanstieg und dem Wasserkreislauf festzustellen. Veränderte Niederschlagsmuster (Überschwemmungen, Stürme und Dürren), steigende Meeresspiegel und das Eindringen von Salzwasser ins Grundwasser wirken zunehmend belastend für die Trinkwasserversorgung. Man schätzt, dass bis im Jahr 2050 fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten mit erheblichem Wassermangel leben muss.
Gibt es Ansätze zu Lösungen, um Wege aus der Trinkwasser Krise zu finden? Ansatzweise ja! Mit der Entwicklung von neuen Technologien zur Aufbereitung von Trinkwasser und Abwasser können diese besser wiederverwertet werden. Bestehende Wasser- und Abwasserinfrastrukturen müssten zudem erneuert und instandgehalten werden. Bedeutendes Einsparungspotential ist in der Landwirtschaft vorhanden. Durch den Einsatz von modernen Bewässerungsanlagen (Mikrobewässerung) lässt sich der Verbrauch um ca. 30% bis 70% reduzieren. In küstennahen Gebieten könnten vermehrt Meerwasser-Entsalzungsanlagen der Trinkwasserknappheit Abhilfe schaffen. Die Anlagen sind jedoch noch sehr teuer, unrentabel und daher vor allem für Drittweltländer kaum erschwinglich. Selbstverständlich ergeben sich noch viele andere Möglichkeiten, mit Trinkwasser haushälterisch und sparsam umzugehen.
Wir von der AarauInvest AG beschäftigen uns schon sehr lange mit Anlagen, welche einen Bezug zum Thema Wasser haben. Wir halten seit über 20 Jahren einen Aktienfonds, der in Trinkwasserherstellern, Wasseraufbereitungs- und -entsalzungsfirmen, Versorgungs-, Abfüll-, Transport- und Speditionsunternehmen investiert. Wir nehmen gerne zur Kenntnis, dass uns das Anlagethema in all den Jahren gute Renditen gebracht hat. Wir halten auch Aktien der Firma Ecolab. Unter anderem hilft Ecolab den Unternehmen, den Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion zu verringern. Wir sind überzeugt, dass erfolgreiche Firmen, welche sich auf das Thema Wasser spezialisiert haben, für die Menschheit im Allgemeinen einen nachhaltigen Mehrwert bieten werden.
Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem AarauInvest Newsletter vom April 2023. Den Newsletter finden Sie auf unserer Webseite aarauinvest.ch/blog
Die in diesem Bericht obenerwähnte Aktie stellt keine Aktienkaufsempfehlung der AarauInvest AG dar. Wenn Sie unsere Anlagestrategie unverbindlich kennenlernen möchten, bitten wir Sie, mit uns direkt in Kontakt zu treten.Zurück zur Übersicht