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- Das US-Militär hat den mutmasslichen chinesischen Spionageballon über dem Atlantik abgeschossen.
- Das bestätigte das US-Verteidigungsministerium am Samstag unter anderem dem US-Sender CNN, der «Washington Post», der «New York Times» und weiteren Medien.
- Auf Fernsehbildern und Augenzeugenvideos war zu sehen, wie ein weisser Ballon abgeschossen wurde.
- Derweil vermeldet Kolumbien ein Flugobjekt über dem eigenen Land.
«Heute Nachmittag haben US-Kampfflugzeuge (...) auf Anweisung von Präsident Biden den von der Volksrepublik China gestarteten und ihr gehörenden Überwachungsballon in grosser Höhe über den Gewässern vor der Küste von South Carolina im amerikanischen Luftraum erfolgreich zum Absturz gebracht», teilte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin mit. Biden habe bereits am Mittwoch die Erlaubnis zum Abschuss erteilt. Nun könnten die Überreste eingesammelt und untersucht werden, heisst es aus US-Militärkreisen.
Als der weisse Ballon am Samstag in 18 bis 20 Kilometer Höhe über der Atlantikküste schwebte, stiegen Kampfjets auf, die ihn mit einer Luft-Luft-Lenkwaffe vom Typ AIM-9X Sidewinder zum Absturz brachte.
Nach dem Abschuss sagte ein hoher Vertreter des Pentagons, dass die Bergung des Ballons in vollem Gange sei. Die Trümmer befänden sich in relativ flachem Wasser, was die Hebung «ziemlich einfach» mache. Die Trümmer lägen rund 11 Kilometer vor der Küste in einer Tiefe von etwa 14 Metern. Sie seien über rund 11 Kilometer verstreut.
Bis zum Abschuss waren einige Tage verstrichen, aber dies hatte seine Gründe. Nach sorgfältiger Analyse sei man zu dem Schluss gekommen, dass ein Abschuss des Ballons über Land aufgrund der Grösse und Höhe des Ballons und seiner Last zu gefährlich sei. Man habe deshalb entschieden, den Ballon sicher über US-Hoheitsgewässern abzuschiessen. Die Massnahme sei in Zusammenarbeit mit Kanada durchgeführt worden.
China dementiert Spionageabsichten
Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits am Donnerstagabend die Sichtung des chinesischen Ballons publik gemacht. Der Ballon wurde über dem US-Bundesstaat Montana, über Mittelamerika und auch Missouri gesichtet. US-Aussenminister Antony Blinken nannte das Eindringen des «Überwachungsballons» in den Luftraum der USA «inakzeptabel» und «unverantwortlich». Als Folge sagte er einen für Sonntag erwarteten Besuch in Peking ab.
China wies die Spionagevorwürfe am Samstag entschieden zurück, sprach von einem Forschungsballon, der durch «höhere Gewalt» vom Kurs abgekommen sei. Auch die Reaktion auf den Abschuss am Samstagabend liess nicht lange auf sich warten. Das chinesische Aussenministerium zeigte sich sehr unzufrieden damit, dass die USA den Ballon mit Gewalt aus der Luft geholt hätten. Es sei eine Überreaktion der Vereinigten Staaten, die gegen internationale Standardpraktiken verstosse.
Kolumbien entdeckt ein unbekanntes Objekt im Luftraum
Derweil haben die kolumbianischen Behörden am Samstagabend Ortszeit die Entdeckung eines unbekannten Objekts im eigenen Luftraum gemeldet. Es habe ähnliche Eigenschaften wie ein Ballon. Gemeinsam mit anderen Ländern arbeite die Luftwaffe daran, die Herkunft des Objekts festzustellen. Mittlerweile soll der Ballon den kolumbianischen Luftraum wieder verlassen haben. Die USA hatten bereits am Freitag mitgeteilt, dass sich ein weiterer möglicher Spionageballon über Lateinamerika befinden könnte.
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