Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03281.jsonl.gz/193

01.07.2022
Eine Schulklasse aus Vuadens erkundet das geschützte Tal der Trême
An einem Donnerstagmorgen im Juni holte der Forstarbeiter Xavier Genoud zum letzten Schlag aus und fällte vor den Augen von 15 Schülerinnen und Schülern der 7. Klasse aus Vuadens eine Fichte. Die Baumkrone stand in Konkurrenz zu einer benachbarten Buche. Deshalb wurde es notwendig, Licht für den Baum und die darunter liegende Vegetation zu schaffen.
Am Vormittag des 30. Juni luden zwei Forstarbeiter des Gebiets Vuadens, Sâles und Vaulruz im Rahmen der Robin-Hood-Kampagne Schulkinder ein, an ihren Beobachtungen und Gesprächen im Herzen des Biodiversitätsgebiets des Trême-Tals teilzunehmen. Dieses 1’400 Hektar grosse Schutzgebiet wurde im Jahr 2008 errichtet, um den Lebensraum des Auerhuhns zu sichern, von dem nicht bekannt war, ob es dort überhaupt noch vorkommt. Heute leben hier keine Auerhühner mehr, aber sie dienen als «Schirmart»: Indem man ihren Lebensraum schützt, profitieren andere Arten, darunter das Birkhuhn, der Sperlingskauz, der Dreizehenspecht, der Buntspecht oder das Haselhuhn.
Nach dem Fällen der Fichte erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass das Holz des Baumes zu Brettern, Kantholz und Holzschnitzeln verarbeitet wird, die für die Heizung der Schule verwendet werden. Auf ihrem Rundgang durch den Wald beobachteten sie den Unterschied zwischen einem natürlichen Wald, in dem verschiedene Altersstufen und Baumarten ungeordnet vorkommen, und einem künstlichen Wald, in dem es nur gleich grosse Fichten gibt, die dort in den 1980er-Jahren wegen ihrer Rentabilität reihenweise gepflanzt wurden.
Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass man heute beim Pflanzen auf die Vielfalt der Baumarten achtet, um die Tierwelt und die Widerstandskraft des Waldes gegen den Klimawandel zu fördern. Einige Stämme, die aus natürlichen Gründen entwurzelt wurden, etwa durch den Sturm Lothar im Jahr 1999, werden zur Verrottung liegen gelassen. Das nährt den Boden und bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, die gut für die Artenvielfalt sind. Der Vormittag endete auf einer Lichtung, die im Jahr 2019 geschaffen wurde, um neuen Lebensraum für die Vogelwelt zu schaffen. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 12 Jahren gingen mit viel neuen Erfahrungen und Wissen über den Wald nach Hause.