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- Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr zieht sich aus dem Rennen um Präsidium des Gewerbeverbandes (SGV) zurück.
- Die Gewerbekammer nominierte den Tessiner Nationalrat Fabio Regazzi, Gutjahr blieb im Rennen, will nun aber nicht zur Kampfwahl antreten.
- Die Wahl des neuen Präsidenten des Gewerbeverbandes soll Ende Oktober erfolgen
Mit dem Rückzug ihrer Kandidatur wolle Gutjahr zur Geschlossenheit beitragen, wird sie in einer Mitteilung des Verbands zitiert. Es sei wichtig, dass der SGV Zusammenhalt demonstriere und mit geeinten Kräften gegen ausufernde und wirtschaftsunfreundliche Forderungen antrete.
Damit bleibt nur noch Fabio Regazzi (CVP/TI) im Rennen um das Präsidium. Er war im Januar von der Gewerbekammer, dem Parlament des SGV, als offizieller Kandidat nominiert worden.
Der Gewerbeverband hat in den Parlamentswahlen letzten Herbst arg Federn lassen müssen: Präsident Jean-François Rime (SVP/FR) wurde aus dem Nationalrat abgewählt, ebenso Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler (FDP/ZH). Während letzter auf seinem Posten blieb, trat Rime zurück.
Die Nicht-Nomination der 36-jährigen Unternehmerin Diana Gutjahr (SVP/TG) erstaunte, da der Gewerbeverband damit auf eine junge Kraft an der Spitze verzichtete. Ausserdem sind Gewerblerinnen im Verband untervertreten: Im zwölfköpfigen Vorstand sitzt nur eine Frau, in der hundertköpfigen Gewerbekammer sind nur acht Frauen anwesend.
Gewiss spielte die Parteipolitik dabei eine Rolle: Es ist Tradition, dass sich die bürgerlichen Parteien bei den Präsidien der Wirtschaftsverbände abwechseln. Die SVP hielt zehn Jahre lang das Präsidium des Gewerbeverbandes inne, nun geht dieses also voraussichtlich an die CVP, die seit fast dreissig Jahren nicht mehr im Präsidium vertreten war.
Fabio Regazzi dürfte damit am 28. Oktober zum nächsten Präsidenten des Schweizerischen Gewerbeverbandes gewählt werden. Er politisiert am rechten Rand seiner Partei. Er ist Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK). Der 62-jährige Regazzi ist Anwalt, seit 2000 führt er das Metallverarbeitungs- und Maschinenbauunternehmen Regazzi SA.