Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03627.jsonl.gz/940

Ein in Singapur ansässiges Forscherteam hat eine Studie veröffentlicht, die aufzeigt, dass regelmässige Hausarbeit «die körperliche und geistige Gesundheit verbessert, die Risiken und Auswirkungen chronischer Krankheiten mildert, und Stürze, bei älteren Erwachsenen reduziert», wie «The Guardian» schreibt.
An der von BMJ Open veröffentlichten Studie nahmen 249 Teilnehmer im Alter von 21 bis 64 Jahren und 240 Teilnehmer im Alter von 65 bis 90 Jahren teil. In beiden Alterskategorien waren es vor allem die Frauen, die sowohl für die leichte als auch die schwere Hausarbeit zuständig waren.
Besseres Gedächtnis bei viel Hausarbeit
Das Forscherteam stellte fest, dass die kognitiven Werte und die Aufmerksamkeitswerte bei älteren Erwachsenen, die viel schwere Hausarbeit verrichten (131 Minuten pro Woche), um 8 bis 14 Prozent höher sind als bei jenen, die nur wenig oder leichte Hausarbeit verrichteten.
Auch die Zeit, die es braucht, um von einem Stuhl aufzustehen war kürzer und die Forscherinnen und Forscher schätzen auch das Sturzrisiko bei diesen Personen geringer ein.
Auch jene älteren Personen, die sehr viel leichte Hausarbeit verüben (im Durchschnitt 902 Minuten pro Woche) hatten 5 Prozent bessere Gedächtniswerte im Vergleich zu jenen, die nur 89 Minuten pro Woche leichte Hausarbeit verrichteten.
Fit im Alter dank Aktivität
Bei der jüngeren Vergleichsgruppe konnte das Team keine ähnlichen Werte feststellen. Dies könne daran liegen, dass diese Gruppe über ein höheres Bildungsniveau verfüge, das zu besseren kognitiven und praktischen Fähigkeiten führe.
Shiou-Liang Wee, Mitverfasserin der Studie, vom Singapore Institute of Technology und Geriatric Education and Research Institute, sagte, die Studie zeige, dass Hausarbeit genauso sinnvoll wie aktive Freizeittätigkeiten seien. «Die Hausarbeit ist eine aktive Tätigkeit, die von vielen älteren Erwachsenen ausgeführt wird. Auch diese führt zu einem besseren Gedächtnis und weniger Stürzen bei älteren Erwachsenen.»
Wissenschaft ist nicht von der Studie überzeugt
Diverse Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben auf die Studie reagiert und zeigen sich aber mehr oder weniger skeptisch: Gill Livingston, Professorin für Alterspsychiatrie an der Universitiy College London, sagte die Studie sei zwar interessant aber wenig aussagekräftig.
Auch Charlie Foster, Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Bristol, mahnte zur Vorsicht. Er wies darauf hin, dass sich die Studie auf Selbstangaben zur Hausarbeit stützte, die ungenau sein können, und dass andere Faktoren, die die Ergebnisse beeinflussen könnten, nicht vollständig berücksichtigt wurden.
So oder so braucht es keine Wissenschaft, um zu wissen, dass man sich nach einem anständigen Wohnungsputz den Gang ins Fitnessstudio sparen kann. Und je fitter man ist, desto besser ist die Körperbeherrschung, was in der Regel auch die Sturzgefahr mindert. Und dass Hausarbeit clever macht, wissen Generationen von Frauen sowieso. Interessant ist sie trotzdem nicht.
(agm)