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Die Vorschulstufe
In der Regel besuchen die Kinder ein bis zwei Jahre lang den Kindergarten. Der Besuch eines Jahres ist in den meisten Kantonen pflicht. Im Kindergarten sollen Selbstständigkeit, Sozial- und Sachkompetenz der Kinder gefördert werden. Es gibt keine Leistungsbeurteilung.
Wer über den Schuleintritt entscheidet, ist in den einzelnen Kantonen unterschiedlich geregelt.
Es muss keine Prüfung abgelegt werden, um in die Primarstufe zu kommen.
Die Primarstufe
Sie dauert meistens sechs Jahre und die Lehrpläne legen die einzelnen Kantone fest. Die Leistungen der Schüler werden mit Noten oder Lernberichten beurteilt. Vor allem im ersten Schuljahr erhalten die meisten Kinder keine Noten.
Die Notenskala geht von 1 – 6, wobei hier 6 die beste Note ist.
Die Kinder erlernen eine Landessprache (Deutsch, Französisch, Italienisch oder Romanisch, je nach Region), eine weitere Fremdsprache, Mathematik, Geschichte und Staatskunde und weitere Fächer. Ein Zeugnis oder einen Lernbericht erhalten die Kinder zweimal im Jahr.
Die öffentlichen Schulen sind kostenlos.
Die Sekundarstufe I
Die Sekundarstufe I unterteilt sich in drei Stufen.
Es gibt Schulen mit Grundansprüchen.
Es gibt Schulen mit erweiterten Ansprüchen, hier werden die Schüler durch Empfehlungen der Lehrkräfte (Primarstufe) aufgenommen. In manchen Kantonen müssen die Schüler eine Prüfung ablegen.
Es gibt Schulen ohne Selektion.
Weitere Schulformen befinden sich in Versuchsstadien. In der Sekundarstufe I sollen die Schüler auf die Berufsbildung oder den Übertritt in die Weiterführende Schulen der Sekundarstufe II vorbereitet werden.
Die öffentlichen Schulen sind kostenlos.
Die Sekundarstufe II
Die Sekundarstufe II unterteilt sich in verschiedene Bereiche. In Gymnasium, die Fachmittelschulen und berufsbildende Ausbildungsgänge. Die Schüler sind hier in der Regel 15 – 16 Jahre alt.
Auf dem Weg der beruflichen Grundbildung können Schüler die Berufsmaturität erlangen. Mit erfolgreichem Abschluss der Berufsmatura kann in der Regel prüfungsfrei an die Fachhochschule gewechselt werden. Wenn die Passerelle absolviert wird, hat man Zugang zu einer universitären Hochschule. Durch ein Vorbereitungsjahr (mit Abschlussprüfung) kann der Zugang zu den Pädagogischen Hochschulen (PH) erlangt werden.
Bei der Passerelle handelt es sich um eine Ergänzungsprüfung zur Berufsmatura. Mit bestehen dieser Prüfung hat man Zugang zu den universitären Hochschulen. Man kann sich im Selbststudium oder an entsprechenden Schulen auf diese Prüfung vorbereiten.
Die Aufnahme an ein Gymnasium setzt die persönliche Reife voraus. Der Besuch eines Gymnasiums gilt als Vorbereitung auf ein Hochschulstudium. Hier kann aus 8 Fächern/Fächergruppen ein Schwerpunktfach gewählt werden und aus weiteren 13 Fächern/Fächergruppen ein Ergänzungsfach. Jeder Kanton legt selbst die Aufnahmebedingungen fest.
Das Gymnasium wird mit der Matura abgeschlossen. Damit haben die Schüler Zugang zu Hochschulen, Pädagogischen Hochschulen (PH) oder den Fachhochschulen (FH).
In einigen Kantonen gibt es Gymnasien, die sich auf bestimmte Schwerpunkte spezialisiert haben, zum Beispiel auf pädagogische Fächer.
Der Weg für Erwachsene
Auch für Erwachsene gibt es die Möglichkeit die Matura auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen. Steuerpflichtige Einwohner zahlen kein oder nur ein geringes Schulgeld. Meist wird Teilzeitunterricht angeboten, dieser besteht aus Unterricht (einzelne Tage oder Abende) und Selbststudium.
Teilweise wird auch eine Vollzeitausbildung angeboten. Seltener findet man die Form des Fernstudiums.
Die Fachmittelschulen (FMS) bereiten auf bestimmte Berufsfelder, höhere Fachschulen oder Fachhochschulen vor.
Die Aufnahmebedingungen regelt jedes Kanton für sich. Die Fachmittelschule wird mit dem Fachmittelschulabschluss (Erstabschluss) oder der Fachmaturität abgeschlossen.
Die Tertiärstufe
Die Tertiärstufe umfasst die Hochschulen (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen) und die höhere Berufsbildung. Die höhere Berufsbildung ist für erfahrene Berufsleute gedacht. So können diese sich weiter spezialisieren oder weiterbilden.
In der Schweiz gibt es 12 öffentliche Universitäten, sieben Fachhochschulen und 17 Pädagogische Hochschulen.
Unterrichtssprache
Je nach Region gibt es vier verschiedenen Unterrichtssprachen. Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromansich. Während der Schulzeit lernen die Kinder eine zweite Landessprache und Englisch.
Fazit
Das Schweizer Bildungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass es im Prinzip jedem möglich ist, auf verschiedenen Wegen zu seinem gewünschten Bildungsziel zu kommen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um in eine Schule einzutreten oder überzuwechseln, Ausbildungen nachzuholen oder auch als Erwachsener seine Matura zu machen.
Beispielsweise könnten Schüler, statt direkt auf ein Gymnasium zu gehen, eine Fachmittelschule besuchen und dann mit einer Zusatzausbildung die Fachmatura erlangen.
Gesprochen wir zwischen Schülern normalerweise Schweizerdeutsch, deshalb ist das aneignen dieser kulturellen Sprache für Kinder fast vorausgesetzt. Es wird jedem später in der Arbeitswelt zugute kommen.