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Fischotter
Er scheint mit allen Wassern gewaschen, wirkt verspielt und ist doch ein ausgeprägter Einzelgänger: Der Fischotter. Sein Leben ist kurz, sein Hunger gross. Auch geschichtlich ist der Fischotter voller Gegensätze. Noch im Mittelalter wurde er mancherorts gezielt als Fischjäger eingesetzt; kurz darauf wurde er selbst zum Gejagten. Verfolgung, Lebensraumveränderungen und Umweltgifte setzten dem Fischotter so zu, dass er im letzten Jahrhundert in weiten Teilen Europas verschwand. Auch aus der Schweiz. In den letzten Jahrzehnten taucht der Fischotter wieder in alten angestammten Gebieten auf. Das führt zu berechtigten Hoffnungen auf seine langfristige Rückkehr nach Mitteleuropa.
Doch auch wenn der Fischotter wie viele seiner marderartigen Verwandten sehr anpassungsfähig ist, ist die Zukunft des Fischotters in der Schweiz und im Alpenraum leider ungewiss. Sein natürlicher Lebensraum wurde stark verändert und seiner bevorzugten Nahrung – den Fischen – geht es bei uns schlecht. Der Zustand vieler Gewässer in der Schweiz ist ungenügend: Kanalisiert, eingeschränkter Gewässerraum, viele Barrieren, fehlende natürliche Ufervegetation und ein hoher Freizeitdruck strapaziert das wilde Leben am Gewässer. Klimaerwärmung, ein hoher Pestizideintrag und (Mikro-)Plastik setzen den Wasserlebewesen zusätzlich zu. Auch dem Fischotter.