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Calxeda hat seine Version eines Mikroservers vorgestellt. HP wird darauf basierende Systeme lancieren.
Mikroserver gelten als einer der spannenden Trends im Serverbereich. Das teilweise vom Chipdesigner ARM finanzierte US-Unternehmen Calxeda hat nun gerade sein erstes Produkt vorgestellt, das nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Calxeda hat einen "Server auf einem Chip" entwickelt, will darauf basierenden Systeme aber nicht selbst verkaufen, sondern dies den gestandenen Serverherstellern überlassen. Laut Calxeda haben bereits diverse grosse Hersteller Interesse gezeigt. Der erste, der sich offiziell geoutet hat und unter dem Codenamen "Projekt Moonshot" ein auf Calxedas Mikroservern basierendes System auf den Markt brigen will, ist HP
. HP hat aber bereits klar gemacht, dass man für zukünftige Versionen der "Redstone" genannten Mikroserverplattform auch mit Intels Atom-Chips arbeiten will.
Calxedas "EnergyCore"-Prozessoren (Oberstes Bild) vereinen als System-on-a-Chip (SoC) eine ARM-CPU mit vier Kernen, einen Fabric-Switch, Speicher-Controller und eine sogenannte "Management Engine" auf einem einzelnen Chip. Der Switch sorgt für die Kommunikation mit anderen SoCs und die Scale-Out-Eigenschaften des Ganzen: Mit jedem hinzugefügten Chip wächst auch die interne Bandbreite des Systems. Die Management Engine, eine weitere dedizierte CPU auf dem Chip, übernimmt Aufgaben wie Systemmanagement, Routing und Energiemanagement. Laut Calxeda braucht ein EnergyCore-Prozessor durchschnittlich lediglich 5 Watt Stromleistung.
In seinem Referenzdesign platziert Calxeda vier dieser Server auf einer "EnergyCard", zusammen mit je einem Slot für Speichermodule und je vier SATA-Ports pro Prozessor für den Anschluss von Harddisks. Pro EnergyCore-Prozessor gibt es zudem auch einen MicroSD-Slot, so dass die Mikroserver auch ganz ohne Harddisk auskommen könnten.
Ein komplettes System soll laut Calxeda ähnlich einfach verwaltet werden können, wie ein virtualisierter Server. Klassische Virtualisierung per Hypervisor soll bei den Calxeda-Mikroservern aber zumindest vorerst nicht zum Einsatz kommen: Auf jedem Prozessor läuft genau eine OS-Instanz. Auf einem System mit beispielsweise fünf EnergyCards könnte man also genau 20 "virtuelle" Server betreiben, nicht mehr und nicht weniger. Dies soll aber deutlich billiger und stromsparender sein, als der Betreib einer gleichen Anzahl von virtuellen Servern beispielsweise auf einem Xeon-System. (hjm)