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Einige Tage zuvor hatte Russland wegen des Abschusses eines eigenen Kampflugzeugs durch das türkische Militär ein Importverbot für mehrere türkische Agrar- und Ernährungsgüter verhängt. Sollte auch Ankara auf Handelsrestriktionen bei der Einfuhr von russischem Getreide verzichten, dürfte die Importmenge im laufenden Monat bei etwa 500'000 t und in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2015/16 bei gut 900'000 t liegen, schätzt das staatliche Agrartransportunternehmen RusAgroTrans in Moskau.
Im gesamten Wirtschaftsjahr könnte die Türkei dann rund 3,5 Mio. t Getreide aus Russland beziehen, während es 2014/15 noch annähernd 6,0 Mio. t gewesen waren. Der deutliche Rückgang des Handelsvolumens ist laut Experten von RusAgroTrans auf den verminderten Importbedarf der Türkei infolge der eigenen umfangreichen Weizen- und Körnermaisernte in diesem Jahr zurückzuführen.
Unterdessen bot sich die Ukraine Ankara als alternativer Getreidelieferant an. Landwirtschaftsminister Oleksi Pawlenko erklärte gegenüber der Presse, dass die Ukraine ihre Lieferungen an Getreide und Pflanzenöl in die Türkei verdoppeln beziehungsweise verdreifachen könne. Auch Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk bot an, für Russland beim Export von Getreide und Sonnenblumenöl einzuspringen. Die Türkei sei ohnehin schon mit einem Anteil von gut 6 Prozent drittgrösster Abnehmer von ukrainischem Getreide, sagte Jazenjuk.