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Die ältesten Kaufhäuser der Stadt, die Umschlagplätze aller durchgehender und für Basel bestimmter Ware, sind "die alte Waage an der Schwanengasse, das Salzhaus an der Schifflände und der Ballhof (am Ort der heutigen Safranzunft)"1. Kaiser Karl IV. erwies 1368 den Bürgern Basels die Gnade, von jedem Bündel, Ballen und Wollsack, der auf ihrem Gebiet den Rhein auf und ab ging, einen halben Gulden zu nehmen. Und 1373 versetzte Bischof Johannes von Vienne der Stadt die Zollfreiheit um 12'500 Gulden. Diese wertvollen Privilegien wollte die Obrigkeit während der 1370er Jahre durch den Bau eines neuen Kaufhauses an der freien Strasse wirtschaftlich nützen. Frühe baugeschichtliche Daten über das langgezogene, zweigeschossige und durch Arkaden und Höfe erweiterte Gebäude liegen nur wenige vor. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entschied sich der Rat für bedeutende Verbesserungen am Kaufhaus. Aus dieser Zeit muss auch der prächtige Torbogen mit den wilden Linienverschlingungen stammen, der dem berühmten Steinmetz Daniel Heintz zugeschrieben wird und auch heute noch zu bewundern ist.
Nicht nur die ansässigen Kaufleute und Handwerker hatten Zutritt zum Kaufhaus, auch auswärtige Handelsherren. Jedoch war letzteren das Einlagern von Waren in Herbergen und Bürgerhäusern sowie der Detailhandel in Basel verboten. Am Montag und Freitag stand das Kaufhaus aber auch dem Kleinhandel nach Pfund und Elle offen. Die Handwerker hatten ein Vorkaufsrecht auf ihre Rohstoffe, und zwar während 24 Stunden, durften aber nur soviel einkaufen, wie sie selbst verarbeiten konnten. Waren von mehr als 12,5 Pfund Gewicht unterlagen gegen Entrichtung des Waaggeldes der Prüfung auf der Fronwaage. Für richtige Geschäftsführung zeichnete der Kaufhausschreiber verantwortlich; ihm waren die Kaufhausherren übergeordnet. Er oder seine Frau, die mit ihm das Amt teilte, trugen den Schlüssel zur weiträumigen Liegenschaft auf sich und führten Buch über den Eingang der Waren. Die Kaufhausknechte standen ihnen zur Seite: Packer, Ballenbinder und Fuhrleute erledigten das Entladen und Laden der Wagen. Einer dieser Knechte musste während der Betriebszeit immer präsent sein, und wollte er in die Wirtschaft gehen, so musste er ihren Namen angeben, damit man ihn "zu finden wisse". Auch Zöllner gehörten zum Personal des Kaufhauses, denn nur hier war das gesamte eingeführte Gut fiskalisch erfassbar. Die wichtigsten Angestellten im Kaufhaus aber waren die so genannten Unterkäufler: sie vermittelten die eingetroffenen Waren, die in einem verschliessbaren "Byfang" oder "Gaden" aufgestapelt wurden, an Kaufinteressenten und erhielten dafür eine Provision (Courtage). Ausdrücklich verboten war ihnen der Verkauf nicht vorhandener Waren (die Ausführung "böser Käufe") sowie jeglicher Zwischenhandel. 1839 waren im Kaufhaus bei einer Lohnsumme von Fr. 91'173,- einhundert Personen beschäftigt.
Zwischen 1830 und 1842 schwoll die Gütereinfuhr unaufhaltsam an: in diesen wenigen Jahren verdreifachte sie sich auf über eine Million Zentner pro Jahr. Dies führte zu akutem Platzmangel und zu ständigen Verkehrsstauungen im Stadtinnern. Die Behörden beschlossen daher den Bau eines grossen Kaufhauses auf dem Areal des ehemaligen Spitals neben der Barfüsserkirche, das am 15. Juni 1846 eröffnet wurde. Das ehemalige Kaufhaus an der Freien Strasse wurde von Architekt Johann Jakob Stehlin unter Verwendung von gewissen Tür- und Fenstergewänden des Kaufhauses von 1572 und rotem Sandsteins aus dem Riehener Steinbruch für die Bedürfnisse der bisher im Stadthaus untergebrachten Post eingerichtet.