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Anaplasma phagocytophilum
Anaplasma phagocytophilum ist ein intrazelluläres1 Bakterium. Es gehört zur gleichen Familie wie die bereits erwähnten Rickettsien.
Zecken als Überträger
Anaplasma phagocytophilum wird durch die in der Schweiz sehr häufig vorkommende Schafszecke (Ixodes ricinus) übertragen.
Forscher des Instituts für Mikrobiologie der Universität Lausanne sowie des Nationalen Referenzzentrum für zeckenübertragbare Krankheiten untersuchten rund 63’000 Zecken, die an 172 verschiedenen Orten in der Schweiz gesammelt wurden und fanden heraus, dass etwa 2% von ihnen mit Anaplasma phagocytophilum infiziert sind.
Die durch Anaplasma phagocytophilum verursachte Krankheit wird Anaplasmose genannt. Die Infektion kann Fieber, Kopfschmerzen oder eine Abnahme der Anzahl weißer Blutkörperchen2 und Thrombozyten3 im Blut verursachen. Eine 2003 in der Schweiz durchgeführte Studie zeigte, dass 10% der Menschen, die nach einem Zeckenstich Fieber haben, Antikörper4 gegen Anaplasma phagocytophilum entwickelt haben; dies deutet darauf hin, dass diese Personen beim Zeckenstich Kontakt mit dem Erreger hatten.
Dennoch wird Anaplasma phagocytophilum von Ärzten immer noch selten als Ursache für Fieber nach einem Zeckenstich vermutet. Die Anaplasmose ist eine in der Regel gutartige Erkrankung, die in weniger als einem Monat spontan ausheilt. Bei Menschen mit einer schwachen Immunabwehr5 (Kleinkinder, Schwangere, Transplantations- oder Chemotherapiepatienten), kann die Einnahme von Antibiotika6 erforderlich sein.
Intrazellulär1 = ist ein Bakterium, das sich in einer Zelle befinden muss, damit es überleben und sich vermehren kann. Neben den obligat intrazelluläre Bakterien, welche sich nicht außerhalb einer Zelle vermehren können, gibt es auch fakultativ intrazelluläre Bakterien. Fakultativ intrazelluläre Bakterien können sich auch ohne Wirtszellen vermehren. Obligat intrazelluläre Bakterien sind im Labor schwer zu kultivieren und werden daher oft nicht mit den in der Diagnostik verwendeten Routinemethoden nachgewiesen.
Weisse Blutkörperchen2 = Blutzellen, die Teil des körpereigenen Abwehrsystems gegen Krankheitserreger sind. Sie werden auch Leukozyten genannt.
Thrombozyten3 = Blutplättchen; kleine Blutzellen ohne Zellkern, die für die Blutgerinnung wichtig sind.
Antikörper4 = Moleküle, die von einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen nach einer Infektion oder Impfung produziert werden. Sie erkennen körperfremde Substanzen und helfen, uns vor ihnen zu schützen.
Immunabwehr5 = Verteidigungsmechanismen (Antikörper, weisse Blutzellen) unseres Körpers, die gegen Infektionen schützen.
Antibiotikum6 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.