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Zusammenfassung über Kinetik der Ausscheidung von SARS-CoV-2
Eine neue Publikation vermittelt eine Übersicht über die Rolle der SARS-CoV-2 Viruslast und der Ausscheidung infektiöser Viren bei der Übertragung.
In einem Übersichtsartikel stellt die Forschungsgruppe um Isabella Eckerle, Benjamin Meyer und Olha Puhach von der Universität Genf wichtige Erkenntnisse zur Viruslast mit SARS-CoV-2 und dem Nachweis infektiöser Viren in den Atemwegen zusammen. Diese beiden Parameter sind zentral für die Einschätzung der Infektiosität. Für eine Übertragung müssen infektiöse Viren ausgeschieden werden, deshalb ist das Verständnis der Ausscheidungsmerkmale von Bedeutung, um Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu bestimmen. Die Virusausscheidung hängt von biologischen Merkmalen des Virus, den Wirtsfaktoren und der bereits bestehenden Immunität (frühere Infektion oder Impfung) der infizierten Person ab. Unter den verschiedenen Faktoren für eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist die Viruslast entscheidend, wobei eine höhere Viruslast ein grösseres Risiko für eine Ansteckung darstellt. Die neu aufgetretenen besorgniserregenden SARS-CoV-2-Varianten haben die Komplexität der Virusausscheidung weiter erhöht. Mit einer zunehmenden Immunität in der Bevölkerung durch frühere Infektionen, Impfungen oder einer Kombination aus beidem, unterscheiden sich die Muster der Virusausscheidung immer mehr von denen des ursprünglichen SARS-CoV-2. Das Verständnis der Faktoren und Mechanismen, die die infektiöse Virusausschüttung und das Zeitfenster beeinflussen, in dem mit SARS-CoV-2 infizierte Personen ansteckend sind, ist entscheidend für die Definition von Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Eindämmung von Übertragungen.
In ihrer Publikation geben die Forschenden eine Übersicht über die Messung der Viruslast bei verschiedenen respiratorischen Viren. Ein Problem dabei ist insbesondere die Messung infektiöser Viren. Weiter stellt die Forschungsgruppe die Faktoren der Kinetik der Ausscheidung respiratorischer Viren und der verschiedenen SARS-CoV-2 Varianten zusammen.
Obwohl in den drei Jahren der Pandemie viele Fortschritte im Bereich der Diagnostik gemacht wurden, gibt es gemäss der Forschungsgruppe bis heute keine Tests, die das Vorhandensein infektiöser Viren in diagnostischen Routineproben zuverlässig nachweisen. Die fortlaufende Bewertung der Merkmale der Virusausscheidung unter diesen veränderten Bedingungen und das Verständnis der biologischen Eigenschaften der neuen SARS-CoV-2-Varianten in Bezug auf die Virusausscheidung sind wichtig für die Umsetzung von weiteren Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.