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Einführung
Die empfängnisverhütenden Methoden sollen eine Schwangerschaft verhindern.
Es existieren verschiedene Arten der Empfängnisverhütung. Die chemischen Methoden zeigen bei korrekter Anwendung eine hohe Effizienz.
Die Empfängnisverhütung kann auf drei Ebenen stattfinden:
- Verhinderung des Zusammentreffens zwischen Oozyte und Spermium
- Verhinderung der Ovulation
- Verhinderung der Befruchtung bzw. Implantation der Oozyte
Wir interessieren uns hier für Methoden, die die Implantation verhindern.
Chemische Methoden
Die Pille danach
Mit dieser Methode werden hohe Dosen eines Oestrogens in Verbindung mit einem Progesteron oder eine hohe Dose eines reinen Progesterons so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und bis zu spätestens 72 Stunden danach verabreicht. Die Effizienz dieser Methode beträgt rund 99%, verlangt jedoch eine rasche Einnahme und stellt eine hormonelle Überdosis dar.
Verschiedene Mechanismen scheinen zusammenzuwirken: nämlich eine Hemmung der Ovulation, des Transports der Oozyte/des Spermiums durch die Tube, Interferenz mit der Befruchtung und Veränderungen des Endometriums. Dadurch soll eine Implantation verunmöglicht werden. In allen Fällen interveniert die empfängnisverhütende Methode vor der Implantation der Oozyte in den Uterus.
Das Mifepriston-RU486
Der Wirkstoff ist ein synthetisches Steroidmolekül, dessen sehr starke Anti-Progesteron-Eigenschaft auf einer kompetitiven Hemmung der Progesteronrezeptoren beruhen. Das Mifepriston oder RU486, das der Pille seinen Namen gibt, hat einen Anti-Nidations-Effekt auf den Uterusmuskel, das Endometrium und die Cervix.
Bei dieser Art des Schwangerschaftsabbruch wird die Effizienz, durch Kombination mit einem Prostaglandin zusätzlich zum Mifepriston, auf 95% erhöht. Auch die Abstossung des Embryos wird beschleunigt. Die Einnahme muss bis spätestens 49 Tage nach Ausbleiben der Menstruationsblutung erfolgen.
Mechanische Methoden
Die Spirale
Die ersten Exemplare stammen aus dem Jahre 1920! Die feinen Plastikmodelle mit Kupferfaden sind erst seit 1970 erhältlich; die neueren Spiralen setzen Progesteron frei.
Es handelt sich um eine intra-uterine Einlage (IUD) mit doppelter Funktion: Erstens wird die Implantation verhindert und zweitens werden die Spermien immobilisiert. Dieses Mittel zur Empfängnisverhütung zeigt eine Effizienz von ca. 90% und wird oft angewendet.
Die Spirale ist eine feine Einlage aus Plastik, die einen Kupferfaden enthält, und in die Uterushöhle eingesetzt wird. Die IUD's können inert oder medikamentös behandelt sein (geben langsam kleine Mengen von Kupfer oder Progesteron ab).
Die kupferhaltigen IUD's immobilisieren die Spermien indem Kupfer den Mitochondrienstoffwechsel hemmt.
Die IUD's, die Progesteron freisetzen, verdicken auch den zervikalen Schleimpfropfen (was den Spermien den Durchgang in die Uterushöhle erschwert) und verändern die endometriale Epithelauskleidung.
Alle IUD's lösen eine endometriale Entzündung aus mit Leukozytose und Freisetzung von Prostaglandinen. Diese wirken gleichzeitig auf die Cervix, den Uterus und die Eileiter, was eine Befruchtung der Oozyte durch ein Spermium verhindert.