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Vereins-Präsident Koni Gabriel stand dem Homepage-Team für ein Interview zur Verfügung.
Beginen wir mit der 1. Mannschaft. Wer als Aussenstehender die Tabelle anschaut, der hat das Gefühl, dass der FC Glarus im sicheren Mittelfeld überwintert (12 Punkte Vorsprung auf den Strich, welcher den Abstieg in die 4. Liga bedeuten würde). Wer jedoch die Modalitäten zur Saison 2022/2023 liest, stellt schnell fest, dass aktuell auch der 11. Platzierte den Gang in die 4. Liga antreten muss, da zur Winterpause drei OFV-Teams aus der 2. Liga Interregional absteigen werden. Auf den 11. Platz hat der FC Glarus aktuell gerade mal drei Punkte Vorsprung. Hast Du das Gefühl, dass dem FC Glarus ein harter Abstiegskampf bevor steht, oder bist Du eher der Meinung, dass die aktuelle Situation eher unglücklich ist und man sorgenlos die Rückrunde bestreiten kann?
Sorgenlos sicher nicht, aber zuversichtlich. Wenn man die Vorrunde genauer betrachtet, sieht man diverse klare Gründe für den durchzogenen Start. Das Trainerteam hat dann die richtigen Entscheidungen gezogen und vor allem die Defensive stabilisiert.
Welche Stellschrauben hat der Vorstand über den Winter gedreht, um etwas zu ändern? Oder anders gefragt, was hat der Vorstand über den Winter unternommen, um die 1. Mannschaft zu unterstützen?
Der Vorstand hat sehr grosses Vertrauen ins Trainerteam. Sie leisten ausgezeichnete Arbeit. Trotzdem waren wir aktiv auf dem Spielermarkt. Es konnten drei Spieler neu verpflichtet werden und wir müssen einen Abgang und einen Rücktritt (Elija Pozzy) hinnehmen. Bei dieser Tabellenlage darf man sicher von einer erfolgreichen Arbeit von Daniel Senn und Marcel Hefti sprechen.
Wie beurteilst Du als Präsident die Herbst-Runde der 1. Mannschaft?
Der Start war unbefriedigend. Dies ist jedoch erklärbar. Wir beklagten zu Beginn viele Verletzte und gesperrte Spieler. Teils spielten wir mit neun Spielern, welche die Saison davor noch nicht im Kader standen. Wenn wir die Vorbereitungsspiele und das Cupspiel mitzählen, haben wir die ersten sieben Spiele verloren und dann kam das Heimspiel gegen den ebenfalls punktelosen FC Weesen. Wir gewannen 6:0. Das muss man zuerst hinkriegen. In den ersten sechs Ligaspielen kassierten wir 20 Tore. In den letzten fünf Spielen waren es noch drei Tore. Auch darf ein Blick auf die Fairness-Tabelle nicht fehlen und da stehen an zweiter Stelle. Normalerweise kassierst Du in solchen schwierigen Phasen auch viele Karten. Das war bei uns nicht der Fall, weil alle ruhig und sachlich blieben.
Mit Pascal Studer (ehemaliger Trainer des FC Glarus) gab es einen Drei-Jahres-Plan, mit dem Ziel in drei Jahren an die Tür zur 2. Liga zu klopfen. Wie sieht die aktuelle Langfrist-Planung aus? Gibt es eine solche Planung, oder schaut ihr aktuell nur von Saison zu Saison?
Leider konnten wir die letzte Saison unser Ziel mit einem Platz unter den besten drei nicht umsetzen. Was uns ein Jahr gekostet hat. Heuer mussten wir im Sommer mit Alain Hofer, Samir Reshani (beide SC Siebnen) und Captain Gianluca Zimmermann (Rücktritt) viel Erfahrung und Klasse ziehen lassen. Da benötigen wir noch etwas Zeit um dies zu kompensieren.
Gibt es in der 1. Mannschaft zur Rückrunde Neuzugänge?
Ja. Romano Böni (FC Weesen 2), Marco Koch (FC Tuggen 2) und Domingo Baumhackl (FC Linth 2).
Gibt es in der 1. Mannschaft nebst dem Abgang von Eldon Bullaku zum SC Siebnen weitere Abgänge?
Elija Pozzy hat uns seinen Rücktritt verkündet. Elija war lange verletzt und hätte jetzt im Winter wieder voll mittrainiert. Solche Abgänge schmerzen sehr, da Elija während einem Jahrzehnt zum Kader der ersten Mannschaft gehörte.
Die 1. Mannschaft erhält seit dem vergangenen Sommer keine gelben Karten mehr für das Meckern. Ist das der Verdienst von Trainer Sändi Cescato oder hat auch der Vorstand aktiv an der Bekämpfung dieses Missstandes mitgewirkt? Oder ist es einzig mit den Abgängen im Sommer zu erklären, dass nun die Mecker-Ziegen nicht mehr beim FC Glarus spielen?
Das ist ein Thema, welches wir schon seit Jahren bearbeiten. Wahrscheinlich haben alle in der Frage erwähnten Faktoren ihren Teil zur Besserung beigetragen.
Ehemalige FC Glarus Akteure sassen zusammen, um zu diskutieren was es braucht, um den FC Glarus wieder in die 2. Liga oder höher zu pushen. Bist Du da involviert oder ist das aktuell eher eine Randgruppe, welche losgelöst vom Vorstand Ideen spinnt?
Ich bin informiert und würde es noch als Randgruppe bezeichnen. Alle Beteiligten sind ehemalige Mitspieler von mir und ich finde es schon mal grossartig, dass sie sich Gedanken machen.
Wechseln wir zur 2. Mannschaft. Diese machte im Herbst extrem viel Freude. Sie hat die Qualifikations-Runde der 5. Liga als Gruppenerster abgeschlossen und nimmt im Frühling 2023 nun an der Aufstiegs-Meisterschaft zur 4. Liga teil. Wie wichtig wäre für das Gesamt-Konstrukt FC Glarus ein Aufstieg der 2. Mannschaft in die 4. Liga?
Sie hat wirklich grosse Freude bereitet. Die neuen Trainer machen den Job ebenfalls sehr gut. Ein Aufstieg wäre sehr wünschenswert, ist jedoch kein Muss. Ich bin gespannt, wie sich der neue Modus bewährt.
Wie findest Du als Präsident die neue Struktur der 5. Liga im OFV, dass im Herbst eine Qualifikations-Runde ausgetragen wird und die besten vier Teams pro Gruppe im Frühling an einer Aufstiegs-Meisterschaft teilnehmen?
Der Modus ist sehr interessant. Grundsätzlich stehe ich ihm positiv gegenüber. Er kann jedoch auch dazu führen, dass der Gefälle innerhalb der 5. Liga noch grösser wird. Warten wir ab.
Was traust Du der aktuellen 5. Liga Mannschaft des FC Glarus in der Frühlingsmeisterschaft zu?
Das Potenzial ist da. Aber ich kenne die anderen Gruppen nicht. Entsprechend schwierig ist eine Einschätzung.
Die Junioren machen Dir als Präsident aktuell sicherlich auch Freude. Die C-Junioren stiegen in die Youth-League auf und die D-Junioren in die Elite. Diese beiden Teams spielen nun in der höchstmöglichen Liga. Wie schätzt Du die Situation ein… Sind die Strukturen in der Junioren-Abteilung bereits so gefestigt, dass wir den Klassenerhalt mit beiden Teams in den kommenden Jahren halten können?
Die Strukturen sind schon sehr gut. Die zwei neuen Vorstandsmitglieder Fabio Manganelli und Mauro Accoto machen einen ausgezeichneten Job! Ein Erreichen des Klassenerhalts ist möglich.
Viele Vereine können keine A-Junioren mehr stellen, da sie für diese Jahrgänge schlicht zu wenig Junioren haben, da einige schon in den Aktiv-Teams spielen und es generell schwer ist, Junioren im A-Junioren-Alter zu motivieren. Bist Du stolz, dass der FC Glarus seit Jahren als einziger Verein im Kanton Glarus eine A-Junioren-Mannschaft stellen kann?
Sehr stolz. Die A-Junioren sind für uns als Verein auch sehr wichtig. Dies ist auch ein Zeichen an die Öffentlichkeit, wie der FCG ausgerichtet ist.
Einige andere Vereine haben eine U23 gebildet, mit welcher sie in der 5. Liga oder 4. Liga antreten. Dies ist dort das Sammelgefäss für die A-Junioren mit dem Vorteil, dass sie auch ältere Spieler dort einsetzen können, als nur die U20 A-Junioren. Wie stehst Du zu einer U23 beim FC Glarus? Vielleicht als dritte Aktiv-Mannschaft?
Im Moment sehe ich das nicht als erste Priorität. Solange wir genügend A-Junioren haben, bevorzuge ich das.
Der Zürcher Verband hat vor Jahren die A-Junioren zu einer U23-Meisterschaft ausgeweitet. Wäre dies eine Möglichkeit, welche Du Dir für den OFV wünschen würdest?
Mit diesem Thema habe ich mich persönlich noch nicht gross auseinander gesetzt, weshalb ich keine abschliessende Stellungnahme abgeben kann.
Was sind die Vorgaben des Vorstandes für die Junioren-Abteilung? Was erwartet der Vorstand von der Junioren-Abteilung?
An erster Stelle steht die Freude am Fussball. Dabei haben wir auch einen sozialen Auftrag. Sportlich wollen wir die besten Juniorenabteilung im Kanton bleiben und natürlich sollen alle Jahre Junioren in die erste und zweite Mannschaft nachrücken.
Werden diese Vorgaben aktuell erfüllt?
Ja, absolut.
Du bist seit 9 Jahren Präsident unseres Vereins. Merkst Du noch keine Verschleiss-Erscheinungen?
Da gibt es schon Verschleisserscheinungen. Diese sind auch von meiner beruflichen Belastung abhängig. Die Arbeit als Präsident hat sich in den letzten Jahren auf viel mehr Leute verteilt und mich braucht es nicht mehr überall. Dies Tendenz wollen wir überall weiterführen.
Als Präsident ist man „Mädchen für alles“. Du wirst mit allen Sachen bombadiert. Welche Sachen (seien dies Gemeckere von Fans oder Wünsche von Trainern, …) bist Du Dir inzwischen leid?
Da kann ich nichts spezielles erwähnen und wenn es vorkommt, ist es ein Teil des Jobs. Das gehört einfach dazu.
Im Jahr 2022 war das Legenden-Fest der Höhepunkt im Vereinsjahr. Was kommt im Jahr 2023 als Höhepunkt auf uns zu?
Ein Legendfest organisiert man nicht alle Jahre und hat auch viel Substanz gekostet. Heuer nehmen wir es etwas ruhiger.
Wenn man mit den Verantwortlichen des FC Glarus spricht, so kommt immer wieder das Thema Kunstrasen im Buchholz auf, welchen es benötigt. Wie ist der aktuelle Stand der Bestrebungen?
Es laufen lose Gespräche mit Vereinsverantwortlichen. Das Thema ist nicht vom Tisch.
Ebenfalls wird seit ein paar Jahren über ein neues Clubhaus gesprochen. Wie ist da der Stand der Dinge?
Diese Gespräche lauf parallel zum Kunstrasen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.