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Alfred „Fredy“ Lucca, Schauspieler
Geboren in Basel, gestorben in Gordola
Der Schauspieler verbrachte seinen Lebensabend zusammen mit seiner Lebenspartnerin „Peterli“, seiner Nichte und deren Mann in einfachsten Verhältnissen in einem Mulino in Gaggiole bei Gordola.
Lucca spielte in folgenden Rollen:
- „Kriminalkommissär Studer“, 1939, den Gerber
- „Dilemma“, 1940, den Chauffeur
- „Al canto del cucù“, 1941, den Emil Dietschi
- „Der letzte Postillon vom Gotthard“ 1941, den Toni, Sohn des Postillons
- „Margritli und d’Soldate“, 1941, den Nöldi Buser, die männliche Hauptrolle
- „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, 1941, den Vagabunden
- „Wenn der Kuckuck ruft“, 1941
Im Basler Staatsarchiv liegt unter dem Titel „Das ist die Garde ...“ eine Aufnahme von Hans Bertolf aus dem Jahr 1959, auf der Megge Lehmann, Alfred und Roland Rasser, Alfred Lucca und Otto Wiesely zu sehen sind.
Das Basler Stadtbuch des Jahres 1974 vermerkt: „Die Uraufführung der heiteren „Basler Revue“ im Fauteuil-Theater ist ein voller Erfolg.“ In der von Megge Lehmann inszenierten Komödie wirkten unter anderem mit: Alfred, der Vater, und Roland, der Sohn, Rasser, Alfred Lucca, als Milchman, Otto Wiesely, der Krämpfliakrobat, Megge Lehmann, Megge, alles Unmögliche. Die musikalische Leitung hatte Hans Moeckel und Roberto Braccini, Choreografie: Maria Bachheimer, es spielte das Orchester „Radio Stars“ Alti Richtig unter der Leitung von Dr. Fritz Berger.
„Es hiess, der Lucca habe seine ersten Schritte auf der Kabarett-Bühne in Basel gemacht, zusammen mit dem Alfred Rasser. Doch hätte der Rasser ihn dann bald mal nicht mehr dabei haben wollen, weil er mit einem kleinen Ferkel aufgetreten sei und ihm die Show gestohlen habe ... Lucca hat sogar, so glaube ich zumindest, mal ein Buch geschrieben, zusammen mit dem Otto Wiesely. Sie haben es privat drucken lassen, nicht sehr viele Exemplare. Der Titel war “Die letzten Mohikaner“. Sie erzählen darin von ihren Abenteuern, als sie nur mit Rucksack und Gitarre "bewaffnet", kaum Geld im Sack für paar Monate lang durch Italien getrampt sind. Sie spielten und sangen in Kneipen, um sich ein warmes Essen und paar Gläser Wein zu verdienen, schliefen möglichst unter freiem Himmel, das eine und andere Mal kamen sie für paar Tage bei Fahrenden unter.
Und als sie dann wieder zurück waren in der Schweiz, hat der Lucca dann bald mal jenes Mulino gekauft. – Es steht vermutlich nicht mehr. Es befand sich irgendwo im Dorfteil „Gaggiole“ an einem Bach. Wir haben danach gesucht, um das Jahr 2001 herum, sind aber in einem Quartier mit vielen neuen Mehrfamilienhäusern gelandet.
Fredy Lucca sass vielleicht das zweite oder dritte Mal an einem der Tische im Ristorante Borradori in Gordola, meine zweiten Arbeitsstelle im Tessin, in seiner obligaten Latzhose, meistens ein grosskariertes Hemd dazu. Auf dem Boden neben dem Stuhl stand wie immer sein grosser, abgenützter und mit unzähligen Flecken übersäter Rucksack. Er sass da, mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Stunden mit seinem ersten Boccalino. Irgendwann beim Vorüberflitzen sah ich, dass der Boccalino beinahe leer war. Beim nächsten Mal vorüberflitzen jedoch war der Boccalino dann randvoll! – Hä??? – Auch hatte sich seine Kommunikationsfreudigkeit zusehends gesteigert. Kam er noch mit einem abweisenden, griesgrämigen Gesicht bei mir an, so fing er „eigenartigerweise“ an, mir die eine und andere fröhliche Bemerkung zuzurufen. So war es übrigens meistens beim Lucca, nach drei, vier oder fünf Boccalino lief er zur Hochform auf, wusste in dieser begrenzten Zeitspanne mancherlei Spannendes und Lustiges zu erzählen – doch dann verlor er dieses einnehmende Charisma wieder, so rasch oder noch rascher wie es aufblühte, dann war er nur noch ein geradezu bemitleidenswerter, alt aussehender Trinker mit einem Gesicht, in dem sich bittere Hoffnungslosigkeit zeigte. Vom ersten so wundersam gefüllten Boccalino an beobachtete ich nun den Lucca unauffällig aus den Augenwinkeln. Und siehe da, er guckte sich irgendwann erstmal ein bisschen im Lokal um, kurzer Kontrollblick auch in meine Richtung, und holte eine Flasche Wein aus seinem Rucksack, füllte sich seinen Boccalino auf. Dass ich nicht darauf reagierte das weiss ich noch mit Sicherheit. Warum denn auch! Ich hätte ihn als Gast wohl verloren und mich somit auch um mancherlei eindrückliche, herrliche Momente im Zusammensein mit dem Lucca gebracht. Gut möglich, dass ich es ihm später mal gesagt habe als ich ihn etwas besser kannte ... und wir dann herzlich darüber gelacht haben.“
Den Eintrag zu Fredy Lucca ist Bea Planzer aus dem Toggenburg zu verdanken. Sie wohnte in den frühen 70er-Jahren vier Jahre lang im Locarnese, wo sie in der Gastronomie tätig war. Dabei hat sie „ein paar Berühmtheiten“ zu Gesicht bekommen. Wladimir Rosenbaum etwa oder Jacky Trommer und Henry Jaeger, die sie im Taverne in Ascona antraf. Mit Lello Bianda „ein schöner Mann war das!“ legte sie im Aerodromo ein Tänzchen hin ...
"Im Margritli-Lied singen zuerst die Geschwister Schmid dirigiert vom jungen, schönen Teddy Stauffer "Margritli i liäb di vo Härze mit Schmärze...." Später kommt dann der Alfred Lucca dazu und singt dasselbe, während er an einer grossen Sonnenblume die Blütenblätter abzupft. Man erkennt ganz deutlich seinen Basler Dialekt, er war ein Basler." Das Margritli-Lied ist eine Komposition von Jack Trommer.