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Wann muss ein Muttermal weg?
- Mittwoch, 30. Januar 2013, 10:04 Uhr
Wer viele Muttermale und Leberflecke hat, hat auch ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs. Sie alle einfach auf Vorrat zu entfernen, macht ebenso wenig Sinn, wie das Risiko komplett zu ignorieren, denn Früherkennung ist das A und O für eine erfolgreiche Krebstherapie.
Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung haben ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Betroffen sind vor allem Menschen mit einer hellen Haut, die wegen mangelnder Pigmentierung nicht oder nur langsam braun werden. Auch familiäre Vorbelastung sowie mehr als 100 Muttermale erhöhen das Risiko, genauso wie übermässige Sonneneinwirkung verbunden mit starken Sonnenbränden vor allem in der Kindheit und Jugend.
Zwar treten die meisten Melanome bei Menschen über 50 auf, doch kann es auch Jugendliche und sogar Kinder treffen. Etwa ein Drittel der Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre.
Typische Merkmale
Zur Beurteilung von Hautflecken wird die sogenannte ABCD-Regel verwendet.
- A steht dabei für eine Asymmetrie der Hautveränderung,
- B für die unregelmässige Begrenzung,
- C für die Farbe (Colour)
- D steht für die Dynamik (das heisst wie sich ein entsprechender Fleck verändert).
Wichtig zu erwähnen ist, dass sich die Farbe nicht nur darauf bezieht, wie dunkel eine Hautveränderung ist, sondern auch, ob ein Fleck verschiedene Farbstufen aufweist, und ob sich die Farbe verändert.
Muttermal und Leberfleck
Die meisten Melanome (70 bis 75 Prozent) entstehen auf einer Haut, die völlig unauffällig ist. In 25 bis 30 Prozent der Fälle entstehen Melanome jedoch in einem Bereich, wo schon ein Muttermal vorhanden ist. Der Zusammenhang zwischen gutartigem Muttermal und dem Melanom ist bis heute unklar. Es ist jedoch eine Tatsache, dass Personen, die sehr viele Leberflecken haben, auch ein höheres Risiko haben, ein Melanom zu entwickeln. Die meisten Melanome entstehen jedoch auch bei diesen Leuten typischerweise nicht aus einem Leberfleck, sondern an einer neuen Stelle. Deshalb macht es auch keinen Sinn, sämtliche braunen Flecke präventiv herauszuschneiden.
Melanome können ganz unterschiedlich aussehen: meistens bildet sich ein dunkelbraunes bis schwarzes Mal, das sowohl flach als auch gewölbt oder auch erhaben sein kann. Je nach Erscheinungsform wächst es innerhalb von wenigen Monaten bis Jahren.
Entartete Zellen
Schwarzer Hautkrebs entsteht aus den farbstoffbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Daher auch der Name Melanom. Melanome können an jeder Hautstelle am Körper vorkommen also auch zwischen den Zehen, unter den Nägeln, im Genitalbereich und, in seltenen Fällen, in den Schleimhäuten.
Wird ein Melanom im Frühstadium erkannt und operativ entfernt, besteht eine ausgezeichnete Heilungschance. Frühzeitig heisst, dass der Tumor noch auf die Oberhaut begrenzt ist und dass seine Dicke noch unter einem Millimeter liegt. Wächst ein Melanom jedoch in die tiefer liegende Lederhaut, so können Krebszellen über die Lymphgefässe in die benachbarten Lymphknoten vordringen, respektive via Blutgefässe in die Lunge, die Knochen, die Leber und ins Gehirn gelangen und dort Metastasen bilden. Die Heilungschancen nehmen dann rapide ab.
Vorsorge
Fachleute empfehlen, regelmässig die eigene Haut zu untersuchen - am besten mit Hilfe des Partners oder der Partnerin.
Beim Betrachten der Haut ist vor allem darauf zu achten, ob plötzlich neue Male entstanden sind oder ob ein Mal von der Farbe oder Form her aus dem Rahmen fällt.
Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich regelmässig vom Hautarzt untersuchen lassen. Neben den herkömmlichen Untersuchungsmethoden nutzen auch immer mehr Hautärzte die Ganzkörperfotografie.
Wird ein Muttermal oder ein neu aufgetretener Hautfleck oder Knoten als verdächtig eingestuft, entfernt der Arzt normalerweise die verdächtige Stelle und lässt sie im Labor untersuchen.
Vorbeugen ist besser
Sonnenschutzmittel sollen verhindern, dass ultraviolette Strahlung die Haut schädigt. Die für Hautschäden verantwortliche Sonnenstrahlung besteht aus ultravioletten, kurzwelligen B-Strahlen und langwelligen A-Strahlen. UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand, UVA-Strahlen fördern die Hautalterung. Beide spielen eine Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs. Sonnenschutzmittel sollten gegen UVA- und UVB-Strahlen wirksam schützen.
Die Wirkung der Sonnenschutzmittel ist jedoch beschränkt, selbst bei sorgfältiger Anwendung. Kleider, Schatten und eine Siesta über Mittag schützen die Haut am besten.