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Das Wichtigste in Kürze
- David Ambroz wächst als Sohn einer geisteskranken Obdachlosen in New York auf.
- Seine ersten elf Lebensjahre verbringt der US-Amerikaner auf den Strassen der Metropole.
- Heute ist er im Management bei Amazon und setzt sich für Pflegekinder und Obdachlose ein.
«Wenn man mich heute anschaut, würde keiner auf die Idee kommen: Aber ich habe meine ersten elf Lebensjahre auf der Strasse gelebt.» Mit diesen Worten eröffnet David Ambroz (42) seinen Essay auf den Seiten des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins «Newsweek».
David wächst als Sohn einer geisteskranken Mutter auf den Strassen von New York auf. Den Grossteil seiner Kindheit verbringt der heute 42-Jährige in öffentlichen Gebäuden, Kirchen und Fast-Food-Toiletten.
Ausgehungert, schmutzig und mit Läusen übersät realisiert David schon früh: Das Schicksal seiner Familie ist den Leuten in New York egal. Trotzdem verliert er nie die Hoffnung, dass sich seine Lebensumstände früher oder später verbessern würden.
Von Pflegemutter gerettet
Mehr als elf Jahre lang leben er und seine Geschwister als Obdachlose in der Millionenmetropole. Erst im Alter von zwölf Jahren verbessert sich Davids Situation allmählich. Er und seine Geschwister werden in einer Pflegeunterbringung aufgenommen.
Der Traum von der liebevollen Familie sollte noch einige Jahre auf sich warten lassen. Denn leider erfüllten viele der Unterbringungen und Pflegefamilien «sämtliche negative Stereotype.»
Würden Sie ein Pflegekind bei sich aufnehmen?
Nach Jahren des Traumas wird David als Teenager endlich in einer liebevollen Pflegefamilie untergebracht. Mit der Unterstützung seiner Pflegemutter schafft es der junge Mann innerhalb von wenigen Jahren, seinen Schulabschluss nachzuholen. Im Alter von 18 Jahren erhält Ambroz die Möglichkeit, am Vassar College in New York zu studieren. Schon kurze Zeit später arbeitet er als Praktikant im Weissen Haus und schreibt eine Doktorarbeit in Rechtswissenschaften.
Erfolgreicher Geschäftsmann und Aktivist
Heute ist David Ambroz 42 Jahre alt, lebt in Kalifornien und arbeitet in einer Managementposition beim Versandriesen Amazon. Ähnliches gilt auch für seine Geschwister. Sie haben es entgegen aller Wahrscheinlichkeit ebenfalls geschafft – heute führen sie ein erfülltes Leben.
Ambroz spricht offen über seine Vergangenheit. Überdies setzt er sich dafür ein, ein grösseres Bewusstsein für die Probleme von Obdachlosen zu schaffen. Auch die Mängel des US-amerikanischen Pflegesystems sind ein Thema, das den Juristen bis heute beschäftigt.
«Ein Engel in meinem Leben»
«Ich habe all das nur erreicht, weil ich in meinem Leben das grosse Glück hatte, einem Engel zu begegnen. Ohne meine Pflegemutter Holly wäre ich wohl eher im Knast gelandet als an einer Eliteuniversität.»
Aus diesen Gründen ist David Ambroz heute selbst Pflegevater. Er ist sich im Klaren darüber, dass nicht jeder bedürftige Kinder bei sich aufnehmen kann: «Aber jeder kann aufhören wegzuschauen!»