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Da nach der Machtübernahme der Extremisten im August die nicht-humanitäre Hilfe gestoppt und ausländische Vermögenswerte weitgehend eingefroren worden seien, sei die auf Hilfe angewiesene afghanische Wirtschaft mit einer schweren Haushalts- und Zahlungsbilanzkrise konfrontiert, erklärte der Internationalen Währungsfond (IWF) am Dienstag in einem aktualisierten Wirtschaftsausblick für die Region. "Der daraus resultierende Rückgang des Lebensstandards droht Millionen Menschen in die Armut zu treiben und könnte zu einer humanitären Krise führen."
Die Krise in Afghanistan habe voraussichtlich erhebliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Auswirkungen auf die Region und darüber hinaus. Dies dürfte auch die Zahl der afghanischen Flüchtlinge steigen lassen, erklärte der Fonds, ohne jedoch eine Schätzungen über konkrete Zahlen zu geben. "Ein grosser Zustrom von Flüchtlingen könnte die öffentlichen Ressourcen in den Aufnahmeländern belasten, den Druck auf den Arbeitsmarkt erhöhen und zu sozialen Spannungen führen." Dies unterstreiche die Notwendigkeit einer Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.
Modellrechnung für Flüchtlingskrise
Der IWF legte eine Modellrechnung zur Folge für Anrainerländer vor, sollten eine Million weitere Afghanen aus ihrem Heimatland fliehen und sich in anderen Ländern - nach einer ähnlichen Verteilung wie zuletzt - niederlassen. Dies würde sich in Tadschikistan zu jährlichen Kosten für die Aufnahme der Flüchtlinge von 100 Millionen Dollar (1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) belaufen, im Iran auf etwa 300 Millionen Dollar (0,03 Prozent des BIP) und in Pakistan auf mehr als 500 Millionen Dollar (0,2 Prozent des BIP).
Die wirtschaftlichen Probleme Afghanistans könnten auch den Handel mit seinen Nachbarn belasten und sich dort negativ auswirken, erklärte der IWF. "Exporte nach Afghanistan sind für den Iran, Pakistan, Turkmenistan und Usbekistan von makroökonomischer und sozialer Bedeutung."
(Reuters)