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Seit jeher spielt die Religion in den Leben vieler Menschen eine zentrale Rolle. Religionen stehen für bestimmte Werte und Handlungen, die diese Werte wiederspiegeln. In den meisten Religionen gehört die Spende an Arme, Bedürftige oder auch an gemeinnützige Organisationen zu den bedeutenden und empfohlenen Handlungen. Sind somit Gläubige auch die freigiebigeren, „besseren“ Menschen?
Studien schwer zu interpretieren
Beispielhaft ist das Leben der Mutter Theresa, die ihr Leben der Mildtätigkeit und Hilfsbereitschaft gewidmet hat. Hat die katholische Religion, die die Werte von Nächstenliebe und Selbstlosigkeit predigt, hier eine Rolle gespielt? Um diese gängige These zu überprüfen bedarf es wissenschaftlichen Fakten. In der Tat spenden nach den meisten wissenschaftlichen Studien religiöse Menschen am meisten und sind somit hilfsbereiter. Diese Frage wird auch in den USA heiß diskutiert, wo Menschen aus den Südstaaten mit evangelikalen oder mormonischen Konfessionen großzügiger sind als ihre Mitbürger aus den Oststaaten, die eine eher liberale Lebensweise führen, die also von religiösen Motiven weiter entfernt sind. In Studien werden die Argumente auch in Bezug auf die politische Wahl in den USA ausgeweitet: Republikaner spenden mehr als Demokraten, heißt es da.
Weitere Befragungen haben ergeben, dass Gläubige mehr ehrenamtliche Tätigkeiten ausüben. 43% der Menschen, die sich als tief religiös beschreiben, sind nach einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung ehrenamtlich engagiert, während der Anteil bei Nichtreligiösen nur bei 19% liegt. Dagegen werden auch Ergebnisse veröffentlicht, die gegenteilige Resultate vorweisen. Beispielsweise lieferte eine Umfrage aus den USA 2004, dass weniger religiöse Menschen eher einem Obdachlosen mit Geld oder Lebensmittel versorgen würden, als religiöse Menschen.
Was sagen die Religionen?
Ob die These nun stimmen mag oder nicht, es ist eine Tatsache, dass Religionen zum Spenden aufrufen. Buddhistische Mönche erhalten ihren Lebensunterhalt durch Almosen der Gemeindemitglieder. Im Judentum und Christentum ist die Spende ein Akt der Nächstenliebe. Im Islam ist das Almosen eine der fünf Säulen und wird als eine Art Steuer jährlich entrichtet. Dabei handeln Religiöse nach dem Beispiel von Religionsgründern oder Heiligen, die das Spenden hervorgehoben haben.
Fazit: Religion kann das Spenden fördern
Nichtreligiöse spenden auch, doch bei ihnen geschieht dies zumeist nicht aus Prinzip, sondern über Erfahrung. Dagegen sehen religiöse Menschen die Spende z.B. an gemeinnützige Organisationen oft als eine religiös motivierte Verpflichtung. In der Hinsicht kann festgehalten werden, dass Religionen zum Spenden motivieren, beispielsweise um die Gnade Gottes zu erlangen oder dem Beispiel von Menschen aus der Vergangenheit zu folgen. Eine entscheidende Rolle muss jedoch der unterschiedlichen individuellen Hilfs- oder Spendenbereitschaft bemessen werden.