Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03554.jsonl.gz/1479

Unser heutiger Ausflug brachte uns noch Oldervik, einem kleinen Fischerdorf 40 km von Tromsø entfernt. Die schmale Strasse führte dabei über eine karge, aber schöne Hochebene, wo es gemäss Strassen-Signalisation Rentiere geben sollte, sollte!
Noch etwas zum gestrigen Nachtessen.
Da gab es eine Pizza Dehli! Die bestand aus, wie üblich, Tomatensauce und Käse, plus Teriyaki-Chicken an einer feiner Currysauce, Erdnüsschen und etwas Speck!!!
Schmeckte uh-lecker.
Bei schönstem Wetter sind wir heute durch die Stadt geschlendert um einige Aufnahmen zu machen. Ich wollte euch diese Stadt im hohen Norden einfach ein Bisschen näher bringen!
Tromsø hat etwas über 75’000 Einwohner und beherbergt eine Universität, die Norwegische Fischereihochschule, das Klima- und Umweltforschungszentrum Framsenteret sowie die Mack-Brauerei. Das Universitätsklinikum Nord-Norwegen in Tromsø ist mit etwa 4.500 Angestellten der grösste Arbeitgeber über dem Polarkreis.
Tromsø ist ebenfalls der Ausgangspunkt für alle Forschungsaktivitäten in der Arktis.
Hier noch ein paar Hintergrundinformationen aus Wikipedia:
„Archäologische Funde beweisen, dass die Region bereits vor 9000 Jahren besiedelt war. 1252 wurde die erste Kirche in Tromsø gebaut. Um diese Zeit wurde auch ein Festungswerk (Skansen) errichtet. 1789 wurde das Handelsmonopol der Stadt Bergen aufgehoben, und die Nordnorweger durften frei handeln. 1794 wurden Tromsø die Stadtrechte verbrieft, damals wohnten dort ganze 80 Einwohner.
1803 wurde Tromsø Bischofssitz für Nordnorwegen. 1820 schickte die Stadt das erste Robbenfangschiff nach Norden. Ohne die Robbenbestände auszurotten, wurde der Robbenfang ein bedeutender Wirtschaftszweig. 1848 wurde die Lehrerhochschule in Tromsø gegründet, 1872 auch das Tromsø Museum. 1861 wurde der Dom errichtet. 1874 begannen Carl Weyprecht und Julius von Payer hier ihre Expedition zur Erkundung des Nordmeers. 1927 erhielt die Stadt mit dem Nordlichtobservatorium eine bedeutende Institution. Zur selben Zeit diente Tromsø als Ausgangspunkt vieler Expeditionen in die Polarregion und speziell zum Nordpol, unter anderem geleitet von Roald Amundsen und Fridtjof Nansen“.
Im zweiten Anlauf haben wir die Polarlichter gesehen 🙂
Gestern Abend zwischen 19.30h und 21.00h sind wir in der «Telegrafbukta» gestanden und kriegten die Mäuler vor lauter Staunen nicht zu. Da waren sie nun, die Polarlichter, tanzten über den Nachthimmel und liessen dich die Kälte vergessen. Vor lauter Staunen bekamst du Wallungen…
Ein Naturschauspiel der besonderen Art!
Hier ein paar Impressionen
Aurora Borealis über Tromsø (7.10.2019)
Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren.
Die Eismeerkathedrale ist eine evangelisch-lutherische Pfarr- und Seemannskirche und Wahrzeichen der Stadt Tromsø. Sie wurde von Jan Inge Hovig gebaut und im Dezember 1965 eingeweiht.
Das Gebäude ist aus übereinander geschobenen Betonplatten erstellt und symbolisiert aufgeschichtete Eisplatten.
Der Innenraum der Kirche soll das Polarlicht, Eis und lange Dunkelheit wiedergeben. Der Kirchsaal verfügt über 720 Sitzplätze. Im Untergeschoss der Kirche befinden sich ein Gemeindesaal mitsamt Küche, Gruppenräume, Garderoben sowie eine Leichenhalle.
Die Kathedrale liegt gleich am Ostende der «Tromsøbrua».
Die imposante Brücke ist 1036 Meter lang und 36 Meter hoch.
Unser täglicher Ausflug brachte uns nach Trømvik, einem kleinen Dorf auf einer Tromsø vorgelagerten Insel. Nicht der Ort war das Ziel, sondern die Fahrt an den abgelegenen Ort. Die führte entlang dem Meer, mal am Wasser, mal in der Höhe, aber immer umsäumt von niederwüchsigen Birken und ab und zu vorbei an weissen Sandstränden! Nur Baden war nicht angesagt. Als Abwechslung präsentierten sich ab und zu auch Wasserläufe über blanke Felsen und im Hintergrund lagen die frisch verschneiten Berggipfel.
Die karge, meist von Moos und Kräutern bewachsene, fast unbewohnte Landschaft hat schon ihren Reiz und wer das mag, der wird sich hier sehr wohl fühlen! Und wir waren auch nicht die einzigen Touris die sich nach hier oben verirrt haben. Viele asiatischen Gäste haben auch den Weg in den hohen Norden gefunden.
Gestern hab ich gemotzt, dass wir noch keine Rentiere gesehen hätten und heute standen sie friedlich neben der Strasse und nahmen kaum Notiz von uns. Das war in der Gegend des «Kvalsundet», einer überaus schönen Landschaft. Nur müssen wir nochmals dahinfahren, wenn es nicht regnet, so wie heute.
Und dann sind da noch die Zement-Skulpturen, welche wir beim Vorbeifahren entdeckt haben. Als wir sie am Fotografieren waren, kam die Künstlerin auf uns zu, hatte natürlich Freude, dass wir extra angehalten haben und wollte uns gleich ihre ganze Sammlung im Haus auch noch zeigen… Doch wir bedankten uns höflich und verliessen den skurrilen Ort 😉
Gestern zum Znacht hatten wir uns ein Fischessen in der «Fiskekompaniet» gegönnt, man ist ja direkt an der Quelle der Tierchen hier oben. Ursi hatte eine Seafood-Platte mit Austern, Crevetten, King Crabs und Miesmuscheln und ich bekam ein «Bacalhau», das typische Stockfischgericht aus der Region.
Hat beides megalecker geschmeckt!
Der Morgen empfing uns mit etwas Sonnenschein, sodass wir beschlossen den Balsfjorden zu Umrunden. Dieser Fjord liegt gleich südlich von Tromsø und ist teilweise mit hohen Bergen umgeben. In dieser Jahreszeit sind die Bergspitzen schon mit etwas Schnee bedeckt, währendem sich unten die Wälder in herbstlichen Farben präsentieren. Während ich mich mehr auf die Strasse konzentriere, hielt Ursi Ausschau nach Rentieren, sah leider keine, obwohl überall entlang der Strasse Warntafeln aufgestellt waren. Kein Rentier, kein Nordlicht – wo sind wir denn hier?
Wer sich für die Länge der Sonnscheindauer interessiert, hier die Daten von heute: Sonnenaufgang 7.09 Uhr, Sonnenuntergang 17.54 Uhr, d.h. fast 11 Stunden Sonnenschein (wenn die Wolken nicht wären)!
Und noch etwas zu unserer Heimreise: Finnair hat die täglichen Flüge zwischen Tromsø und Helsinki gestrichen und fliegt diese Strecke nur noch sonntags. Will heissen, dass wir einen Tag später zurückkommen als geplant!
Heute fuhren wir zum malerischen Skulsfjord, auf einer mehr oder weniger mit Birken überzogenen Insel. Die Birken tragen alle noch ihr rotes Herbstkleid, sieht wunderbar aus. Leider war das Wetter nicht gut gelaunt und so gibt’s keine Bilder.
Die Aurora Borealis Vorschau rät «GO» für die Zeit zwischen 18 und 21 Uhr, heisst dann sollte man etwas sehen. Aber wenn ich zum Himmel schaue, werde ich von diesem mit einem nassen Sprutz verhöhnt! So ist die nordische Realität.