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Metabole Chirurgie
Chirurgische Behandlung der Diabetes Typ II
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Baermed.
Referenzzentrum für Adipositas Chirurgie
Der Diabetes Typ II, ehemals auch "Erwachsenendiabetes" genannt, stellt die mit Abstand häufigste Form der Zuckerkrankheit dar, wobei der Mechanismus der Entstehung auf zwei verschiedene Grundlagen zurück zu führen ist.
Einerseits führt eine gestörte Insulinabgabe, andererseits eine Insulinresistenz, das heisst ein vermindertes Ansprechen der Körperzellen auf das Insulin, zur Ausbildung des Diabetes der sich seltener als beim Typ I durch eine Blutzuckerentgleisung, jedoch häufig mit einer fortschreitenden Erkrankung der kleinen und grossen Körpergefässe sowie einer Neuropathie (Krankheit des peripheren Nervensystems) charakterisiert. Dabei kann lange Zeit ohne Insulin, durch eine Antidiabetikagabe in Tablettenform, eine akzeptable Stoffwechsellage erreicht werden.
Durch zahlreiche Untersuchungen konnte der enge Zusammenhang zwischen krankhaftem Übergewicht und dem Typ II Diabetes nachgewiesen werden [1]. Im Rahmen einer grossen amerikanischen Studie (Nurse Health-Studie) zeigte sich das Risiko für einen Diabetes bei einem BMI von 30 kg/m² um den Faktor 30 gegenüber einem BMI von < 22 kg/m² erhöht. Eine Gewichtszunahme von 10kg nach dem 18. Lebensjahr führt zur Verdreifachung des Diabetesrisikos, eine von 20kg gar zur Verzehnfachung [2].
Dabei spielt nicht nur die Menge sondern auch die Verteilung des Fettgewebes eine entscheidende Rolle. Die viszerale Adipositas ("inneres Bauchfett") die sich durch einen grossen Hüft- bzw. Bauchumfang charakterisiert, gilt als Schrittmacher des so genannten metabolischen Syndroms und damit als besonderer Risikofaktor zur Ausbildung eines Diabetes.
Aufgrund der entmutigenden Ergebnisse der konservativen Behandlung des Übergewichts, nur rund 5% der Betroffenen erreichen eine bleibende Gewichtsreduktion, gewinnt die Chirurgie zu Recht zunehmend an Bedeutung. Sie hat den Nachweis erbracht eine sichere Behandlungsmethode zu sein, die eine bleibende Gewichtsreduktion gewährleistet, wobei sich aus den zahlreichen zur Verfügung stehenden Operationsmethoden der Magenbypass als Standard der Behandlung entwickelt hat.
Neben einem Gewichtsverlust von 50-70% des Übergewichts [3] konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden, das der bei vielen Patienten parallel bestehende Diabetes mellitus Typ II durch die Operation beeinflusst wird. So kann bei über 70% der mittels Magenbypass operierten Diabetiker die Antidiabetikabehandlung (Insulin, Tabletten) innerhalb der ersten drei Monate nach der Intervention gestoppt werden [4].
Dieser Effekt beruht auf mehreren Faktoren. Neben der Gewichtsreduktion spielen einige gastrointestinale Peptide wie das Ghrelin, das GLP-1 (Glucagon-like Peptide 1) und das Peptid YY eine entscheidende Rolle [5].
Die nach einem Magenbypass veränderten Hormonspiegel die Ausschaltung von Rezeptoren im Zwölffingerdarm und die Durchtrennung des Magens haben einen Effekt der den Glukose-Stoffwechsel beeinflusst [6].
Damit kann man heute die Chirurgie des Übergewichts als effektive Therapie des Diabetes mellitus Typ II einordnen. Sie ist in der Lage den ansonsten fatalen Kreis aus dem Vorliegen eines krankhaften Übergewichts, den unter dem Begriff des metabolen Syndroms zusammengefassten Stoffwechselstörungen sowie den assoziierten Herz-Kreislauf- und pulmonalen Nebenerkrankungen zu durchbrechen und erfolgreich zu behandeln.
Ob die Operation in der Zukunft auch bei nur leicht übergewichtigen Typ-II-Diabetikern zu empfehlen sein wird müssen entsprechende klinische Untersuchungen zeigen.
1. Defronzo RA, Ferraninni E, Keen H International Textbook of
Diabetes Mellitus 2004/2006/25
2. Manson JE, Willett WC, Stampfer MJ et al: Body weight an mortality among women. N Engl J Med 1995;333:677-685
3. Maggard MA, Shugarmen LR, Suttorp M et al: Meta-analysis: Surgical treatment of obesity. Ann Intern Med 2005;142:547-559
4. Buchwald H, Avidor Y, Braunwald E et al: Bariatric surgery: A systematic review and Meta-analysis. JAMA 2004;292:1724-1737
5. Rubino F Access to bariatric surgery and patients with diabetes. JAMA 2009;302:1055-6
6. Schulman AP, Del Genio F, Sinha N et al: Metabolic surgery for the treatment of Typ 2 diabetes. Endocr Pract 2009;20:1-24