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Frühling: einmal mit viel und einmal mit wenig Sonne
Die nördliche Höhenströmung führte heute in den hohen Luftschichten mässig feuchte Luft zur Schweiz. Diese wurde über den Alpen zum Aufsteigen gezwungen und kondensierte so. Ausdruck davon war teils dichte Leebewölkung, die in gewissen Regionen des Tessins kaum mehr Sonne durchscheinen liess. Welche Feinheiten das Schweizer Wetter sonst noch für uns bereithielt, lesen Sie im heutigen Blog. Ausserdem wagen wir nochmals einen Blick über den grossen Teich und ziehen ein Fazit zum Wintersturm 'Stella' an der amerikanischen Ostküste.
Okklusion nördlich der Schweiz führt hohe Bewölkung zur Schweiz
Ein Hochdruckgebiet über Frankreich erstreckte sich heute von Frankreich Richtung Süddeutschland. Die Schweiz lag am östlichen Rand in einer nördlichen Höhenströmung. Die Sondierung von Payerne am Mittag zeigt, dass die Luft in den unteren Luftschichten recht trocken in der Höhe jedoch eine gewisse Feuchtigkeit vorhanden war. Eine Okklusion erstreckte sich heute vonNordosteuropa bis zur Mitte Deutschlands. Diese sorgte in den erwähnten Gebieten für dichte Bewölkung und etwas Niederschlag. Die Schweiz war davon insofern betroffen, dass von Deutschland her immer wieder dichtere Cirrenfelder in grosser Höhe über die Alpennordseite zogen.
Wenig Sonne im Tessin
Die in der Höhe vorhandene Feuchte kondensierte beim Überströmen der Alpen und führte auf der Alpensüdseite zur Entstehung von dichter Leebewölkung. Diese wurde an Ort und Stelle immer wieder neu gebildet, so dass im Tessin am Vormittag kaum die Sonne schien. Bis Redaktionsschluss gab es in Lugano und in Locarno dennoch 2 bis 3 Sonnenstunden, während es auf der Alpennordseite praktisch uneingeschränkt sonnig war. Die Sonne schafft es Mitte März hier bereits auf knapp über 10 Sonnenstunden. Die Temperaturen erreichten beidseits der Alpen 16 bis 18 Grad. Auch der heutige Tag begann frostig. So lag die 5-cm-Temperatur im Mittelland verbreitet bei -2 bis -5 Grad. In leicht erhöhten Lagen fiel die Quecksilbersäule jedoch nicht unter die 0-Grad-Marke.
Fazit zum Wintersturm 'Stella'
In der Stadt Binghampton (ca. 200 km nordwestlich von New York City) ist 'Stella' der bisher stärkste Schneesturm in der Geschichte. Hier wurden am Dienstagabend 28.8 Inches Neuschnee gemessen, was einer Neuschneehöhe von 73 cm entspricht. Allerdings schneite es heute Mittwoch dort noch weiter, jedoch nicht mehr mit gleicher Intensität. Die beobachteten Schneefallraten sind in gewissen Gebieten ebenfalls rekordverdächtig. In Illion im Bundesstaat New York fielen innerhalb von einer Stunde 18 cm Neuschnee. An den Flughäfen JFK und La Guardia in New York kamen innerhalb von einer Stunde 5 cm Neuschnee zusammen. So dass dort gestern Abend eine Schneedecke von beinahe 20 cm lag. Die Meteorologen erwarteten für die Region um New York City deutlich mehr Neuschnee, weshalb in der Presse bereits von einem 'dud' (einem Blindgänger) die Rede war. Die grössten Windgeschwindigkeiten wurden an der Küste von Delaware, New Jersey und in Teilen von New England gemessen. Die stärkste Böe wurde in Wellfleet (Massachusetts) registriert: ca. 130 km/h. Die Last des Schnees in Kombination mit den starken Winden liess die Äste an zahlreichen Bäumen brechen, so dass in verschiedenen Gebieten der Strom ausfiel.
Tiefentwicklung bei 'Stella' wird als 'Bombogenesis' eingestuft
Beim aktuellen Sturm ‚Stella‘ sprachen die Meteorologen an der US-Ostküste übrigens von einer sogenannten ‚Bombogenesis‘. Mit diesem Begriff ist gemeint, dass der Luftdruck am Boden sehr rasch sinkt und sich daraus eine eigentliche Wetterbombe entwickeln kann. Das Kriterium damit eine Tiefdruckentwicklung als ‚Bombogenesis‘ eingestuft wird, ist dass der Luftdruck am Boden innerhalb von 24 Stunden um 24 hPa sinkt. Bei Stella sank er sogar um 31 hPa innerhalb von knapp 20 Stunden. Zu dieser raschen Tiefdruckentwicklung kommt es, wenn die kalten Luftmassen über Kanada Richtung Süden vorstossen und die warmen Luftmassen über dem Ozean Richtung Norden. Über dem ganzen System liegt ein kräftiger, sich intensivierender Jetstream, der die Luftmassen zum Aufsteigen zwingt und so die Bodendruckentwicklung steuert. Bei einer solchen Entwicklung entstehen am Boden sehr starke Winde und zudem kräftige Niederschläge. Weitere Informationen zur Entstehung des Wintersturm ‚Stella‘ finden Sie im Blog von gestern.