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Die Nationalbank und ihre Goldreserven
"GOLDSTÜCK" vom 5. September 2013
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Bis vor zwölf Jahren besass die Schweiz pro Kopf der Bevölkerung welt-weit die weitaus grössten Goldreserven.
Immer wieder wurde betont, ein Verkauf dieses Volksvermögens komme nicht in Frage. So erklärte z.B. am 19. Juni 1995 Jean Zwahlen als damaliges Direktoriumsmitglied der Nationalbank:
«Um es offen zu sagen: Die Schweizerische Nationalbank beabsichtigt in keinster Weise, ihr Goldreserven zu verkaufen (…). Für tausende von Jahren stand Gold für Wohlstand und Status, für Vertrauen und Verlässlichkeit. Die Loyalität der Nationalbank gegenüber Gold stärkt ohne Zweifel ihren Ruf und ihre Glaubwürdigkeit.»
Worte und Taten
«In keinster Weise»!? Bereits kurz darauf war alles anders: Wie eine Bombe schlug am 5. März 1997 die Rede des damaligen Bundesrats Arnold Koller im Nationalrat ein, als er aus heiterem Himmel propagierte, die Nationalbank solle für sieben Milliarden Franken «überschüssige» Goldreserven verkaufen. Dies, kurz nachdem der Bundesrat selbst noch beteuert hatte, das Gold («Tafelsilber») werde nicht verkauft.
Damals stand die Schweiz wegen «nachrichtenlosen Vermögen» und angeb-lichen Fehlern während des Zweiten Weltkriegs in der Kritik. Bundesrat Koller propagierte deshalb eine «7-Milliarden-Solidaritätsstiftung» (u.a. für Holocaust-Opfer), finanziert durch Goldverkäufe. Die Solidaritätsstiftung wurde zwar vom Volk an der Urne verworfen. Verkauft wurde das Gold trotzdem; ab Mai 2000 vorerst 1‘300 Tonnen – während fast fünf Jahren Tag für Tag eine Tonne. Kaum war die Aktion beendet, folgte der Verkauf von weiteren 250 Tonnen, wieder entgegen den vorgängigen Zusicherungen.
Miserabler Preis
Bis im Jahr 2000 besass unsere Nationalbank mit ihren 2‘590 Tonnen Gold noch volle acht Prozent des gesamten behördlichen Goldes weltweit; eine enorme Reserve für ein Land der Grösse der Schweiz.
Noch 1997 rühmte der Bundesrat diesen hohen Goldbestand mit folgenden Worten (Amtliches Bulletin, 17. März 1997):
«Die Deutschen haben etwa 3‘000 Tonnen Gold und neunzig Millionen Einwohner. Wir haben 2‘600 Tonnen Gold und sieben Millionen Einwohner (…). Die USA mit sehr viel mehr Einwohnern haben 8‘000 Tonnen Gold, also nur ungefähr das Dreifache der Schweiz».
Kurz danach kündigte die Schweiz jedoch massive Goldverkäufe an. Am 20. Mai 1999 erklärte der ehemalige amerikanische Notenbankpräsident Alan Greenspan vor dem amerikanischen «Housebanking Commitee»:
«Es ist ziemlich offensichtlich, dass Zentralbanken sich darüber im klaren sind, dass – wenn sie Goldverkäufe ankündigen – der Preis sinkt und niedrige Notierungen ihnen tiefere Erlöse bringen. Kein Händler mit nur ein bisschen Selbstrespekt würde je eine solche Dummheit begehen.»
Die Schweizer Nationalbank aber hat im Voraus angekündigt, sie werde die Hälfte ihres Goldes verkaufen. Schon zwei Jahre nach Abschluss der ersten Verkaufsaktion hätte das Gold rund doppelt so viel Wert gehabt. Hätten wir die insgesamt verkauften 1‘550 Tonnen heute noch, würde die Nationalbank gemäss dem momentanen Marktpreis des Goldes rund 65 Milliarden Franken an zusätzlichen Reserven besitzen (in Zahlen Fr. 65‘000‘000‘000. –).

Der Newsletter «Goldstück» wird herausgegeben vom Komitee «Ja zur Goldinitiative – Rettet unser Schweizer Gold», Postfach 23, 8416 Flaach
www.goldinitiative.ch – <email-pii>
Autor der heutigen Ausgabe: Luzi Stamm, Nationalrat
(Der Artikel findet sich auch in der von NR Luzi Stamm verfassten Broschüre «Rettet unser Schweizer Gold» – kostenlos erhältlich beim Komitee oder beim Autor.)