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Zulassungsbehörden wären eigentlich dazu verpflichtet, die möglichen Schadwirkungen von Pestiziden zu untersuchen und die Öffentlichkeit vor gefährlichen Stoffen zu schützen. Leider machen diese Behörden oft lieber Bücklinge vor der chemischen Industrie. Dies deckten zum Beispiel die «Poison Papers» auf. Den Mitarbeitern des Center for Media and Democracy (CMD) gelang es, auf interne Dokumente der Pestizidhersteller zuzugreifen, die bis in die 1920er Jahre zurückreichen. Diese Dokumente belegen, dass in etlichen Fällen sowohl die Behördenmitglieder als auch die Vertreter der Pestizidhersteller genau wussten, dass einige der zugelassenen Pestizide äusserst gesundheitsschädlich sind, aber gemeinsame Sache machten, um dies vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Ein Beispiel dafür ist das auch in der Schweiz zugelassene Pestizid Chlorpyrifos. Kommen Schwangere damit in Kontakt, verdreifacht sich das Risiko, dass ihr Kind an Autismus erkrankt.
Gekaufte Gutachten
Auch die Gutachten der zuständigen EU-Behörden sind nicht über alle Zweifel erhaben. Einerseits, weil etliche Behördenmitglieder einen Interessenskonflikt haben, andererseits, weil sie sich bei ihren Empfehlungen auch auf Gutachten stützen, die von Pestizidherstellern in Auftrag gegeben wurden, um ihr Produkt im besten Licht erscheinen zu lassen. Da sich die Schweizer Behörden in der Regel nach den Empfehlungen der EU-Behörden richten, sind auch bei uns äusserst fragwürdige Pestizide wie das Herbizid Glyphosat erlaubt, obwohl Glyphosat vermutlich krebserregend ist.