Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03258.jsonl.gz/2811

"Der nächste Schritt wird bald geschehen", sagte der Gouverneur der Bank von Griechenland, Yannis Stournaras, der Nachrichtenagentur Reuters. Für eine volle Aufhebung der Kontrollen müsse aber erst die zweite Überprüfung des Hilfsprogramms abgeschlossen sein. Zudem müsse dafür auch über Schuldenerleichterungen gesprochen und griechische Anleihen in das billionenschwere EZB-Kaufprogramm aufgenommen werden.
Griechenland hatte im vergangenen Jahr den Kapitalverkehr massiv eingeschränkt, um die krisengeplagten Banken des Landes zu stabilisieren. Zuvor hatten Kunden aus Furcht vor einem Staatsbankrott und einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone Milliarden von ihren Konten geräumt. Die Geldhäuser drohten auszubluten.
Aufnahme ins EZB-Kaufprogramm angestrebt
Stournaras rechnet damit, dass seine Regierung schnell die zweite Überprüfung des laufenden Hilfspakets abschliesst. Möglicherweise im Dezember könne dann das Schuldenthema besprochen werden. Das dritte laufende Rettungspaket hat insgesamt ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Für die Hilfsgelder musste sich das Land zu einschneidenden Sozialreformen, Ausgabenkürzungen und Privatisierungen verpflichten.
Ohne eine ernsthafte Diskussion über die Tragfähigkeit seiner Schulden kann das Land Stournaras zufolge nicht in den Genuss des EZB-Kaufprogramms (QE) kommen. "QE hängt davon ab, dass die Schulden tragfähig sind", sagte Stournaras. Eine Aufnahme ins EZB-Programm ist für den Notenbank-Chef aber von grosser symbolischer Bedeutung. "Es ist ein Pass für uns, um wieder auf den Markt zu kommen." Das Land hat seit 2014 keinen Zugang zum Kapitalmarkt und könnte laut Stournaras nächstes Jahr eine Anleihe-Emission testen.
(Reuters)