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Brant Secunda – Schamane in der Tradition der Huicholes
von Basler Psi Verein
29. Januar 2015
Brant Secunda beendete 1978 eine zwölfjährige Lehrzeit beim mittlerweile verstorbenen Don José Matsuwa und wurde damit Schamane und Zeremonienleiter in der Tradition der Huichol-Indianer.
Don José Matsuwa mit Brant Secunda
Don José verkündete öffentlich, dass Brant später seinen Platz in der Welt übernehmen werde. Bereits während der Lehrzeit hatte er Brant als seinen Enkel adoptiert und zu seinem Stammeshalter erkoren. Die Dorfbewohner beobachteten Brants Entwicklung und erkannten die Liebe und den Respekt, die Don José und Brant einander entgegenbrachten. So entstand eine enge Freundschaft und sie lehrten ihn ihre Sprache. Die Huichol-Indianer leben in den Bergen der Sierra Madre in Mexiko und gehören zu den letzten Stämmen, die ihre vorchristlichen und vorkolumbianischen Traditionen bewahrt haben. Während seinen Lehrjahren ging Brant Secunda auf eine fünftägige Visionssuche in die Wildnis, eine Zeit der Abgeschiedenheit ohne Essen und ohne Wasser in einer heiligen Höhle in der Sierra, um in der Tradition der Huicholes initiiert und aufgenommen zu werden. Ausserdem ernährte er sich während 14 Monaten ausschliesslich von Früchten, um sich tiefer mit der Natur zu verbinden und sie besser verstehen zu lernen. Während einer weiteren neuntägigen Visionssuche ging es laut der Huichol Kosmologie darum, die Sprache der Götter zu lernen. Diese Handlungen ermöglichten Brant Secunda sich in der Huichol Gemeinschaft als respektierter Eingeweihter zu etablieren. Gemeinsam mit seinem Lehrmeister Don José unternahm Brant viele Pilgerreisen zu heiligen Plätzen in der Huichol-Sierra, in den Vereinigten Staaten und in Europa. Über 20 Jahre lang reisten sie als Pilger ein Mal pro Jahr in das heilige Land der Huicholes, nach Wirikuta. Dieses Gebiet in der Hochwüste ist laut der Huichol-Kosmologie die Heimat des Berges an dem die Sonne geboren wurde.
Die Dance of the Deer Foundation
Don José betonte stets, dass das kulturelle Überleben der Huicholes von der Anerkennung des Huichol-Lebensweges abhängig sei. 1979 gründete deshalb Brant die Dance of the Deer Foundation – ein Zentrum für schamanische Studien, um die Huichol Kultur, ihre Praktiken und Traditionen zu bewahren und zu verbreiten und um die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Stämme zu fördern. Als Direktor der Dance of the Deer Foundation legte er die Ziele der Stiftung fest, bewahrt ihre Einhaltung und leitet seit über 30 Jahren Seminare, Pilgerschaften und Workshops über den Schamanismus der Huichol-Indianer weltweit.
Als in den frühen neunziger Jahren eine Strasse in das Dorf von Don José's Familie führte sorgte Brant für die Rückkehr der Dorfgemeinschaft in die Berge der Sierra Madre. Hier sind die Huicholes nun in der Lage, ihren traditionellen Lebensstil mit seinen heiligen Traditionen zu bewahren. Die Dance of the Deer Foundation kaufte Boote, mietete Lastfahrzeuge und kümmerte sich um alles Nötige für den Umzug. Dank dieser und anderer BemühungenBrant Secundas werden Familien nicht getrennt, weil sie nicht auf Tabak- oder Kaffeeplantagen arbeiten müssen oder bei der Arbeit in der Industrie gesundheitsschädlichen Folgen ausgesetzt werden. Brant gründete, dem Wunsch von Don José entsprechend, dass alle Dorfbewohner fliessend Spanisch sprechen, mit der Dance of the Deer Foundation eine Dorfschule für alle Kinder. Zuvor hatten nur wenige Kinder Zugang zu Bildung, einige mussten ihre Familien verlassen, um die Schule besuchen zu können.
Seit mehr als 25 Jahren reisen Brant Secunda und die Dance of the Deer Foundation zwei Mal jährlich in die Huichol Dörfer, um die Familien mit Kleidung, Decken, Kochutensilien und Werkzeugen für die Landwirtschaft zu versorgen. Brant arbeitet mit mehreren Dörfern zusammen, um mit ihnen gemeinsam wirtschaftliche Lösungen zu finden, damit das Volk der Huicholes auf seinem Land leben, seine traditionelle Lebensweise erhalten und seine Zeremonien durchführen kann. Brant Secunda bemüht sich, einen beständigen Markt für die Kunst der Huicholes zu schaffen und sie mit den Materialien zu versorgen, die sie benötigen, um ihr heiliges Kunsthandwerk zu betreiben. Die Huichol-Kunst ist eine Art Bibliothek, welche die Geschichte und die alte Kosmologie ihrer mündlich überlieferten Tradition visuell festhält. Die Stiftung vertreibt das Kunsthandwerk in Kunstgalerien und auf Seminaren in den Vereinigten Staaten und in Europa. Brant Secunda erzählt interessierten Personen auf der ganzen Welt von den Traditionen der Huicholes und ruft Projekte ins Leben, um ihre Kultur zu bewahren. Seit über zwanzig Jahren dokumentiert die Dance of the Deer Foundation das Leben der Huicholes mit Fotos, Film- und Audioaufnahmen mit der Absicht, das gesammelte Material in Büchern und einem Huicholmuseum für zukünftige Generationen festzuhalten. Brant möchte ausserdem die Infrastruktur innerhalb der Dörfer weiter entwickeln, so dass ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit gestärkt wird und sie in der Lage sind, das Material für ihr Kunsthandwerk selbst herzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen möchte die Stiftung eine Perlenfabrik bauen die die Huichol selbstständig führen und verwalten sollen.
Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Huicholtradition als lebendige Kultur zu bewahren. Internationale Organisationen aus Medizin, Religion und Bildung – darunter auch die Weltgesundheitsorganisation – anerkennen den Wert dieses Engagement und laden Brant ein, an zahlreichen Konferenzen in der ganzen Welt sein Wissen weiter zu geben. Das Leben und die Vision von Don José Matsuwa sind die Inspiration für die Dance of the Deer Foundation. Ein Teil der Erträge aus ihren Aktivitäten geht direkt an Don José's Dorf und die mit ihm verwandten Familien.
Weitere Informationen zu Brant Secunda und den Aktivitäten der Dance of the Deer Foundation finden Sie auf: www.danceofthedeer.com.