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Das gestern an dieser Stelle erwähnte Höhentief bestimmte heute das Wetter in der Schweiz. Dabei haben auf der Alpennordseite und auf der Alpensüdseite verschiedene Hebungsprozesse zu Niederschlag geführt.
Wetter
Das gestern an dieser Stelle erwähnte Höhentief bestimmte heute das Wetter in der Schweiz. Dabei haben auf der Alpennordseite und auf der Alpensüdseite verschiedene Hebungsprozesse zu Niederschlag geführt.
Heute verlagerte sich das Höhentief wie gestern beschrieben nördlich der Schweiz vorbei Richtung Luxemburg. In der Höhe auf 500 hPa ist dieses Höhentief gut als abgeschlossenes, mehr oder weniger rundes Gebilde zu erkennen. Im Zentrum eines Höhentiefs befindet sich kalte Luft und daher wird ein Höhentief auch Kaltlufttropfen genannt. Das Spezielle an diesem Höhentief ist, dass es eine gut ausgebildete Front mit sich führt, die auf dem Satellitenbild zu erkennen ist. Auf der Bodenwetterkarte sucht man aber vergeblich nach einem Tief oder einer Front. Dies ist typisch für Höhentiefs.
Dieses Höhentief sorgte heute für verschiedene Hebungsprozesse. Unter Hebung verstehen wir in der Meteorologie vertikale Bewegungen von Luftpaketen unterschiedlicher Temperatur innerhalb der Troposphäre (bis auf etwa 9-12 Kilometer Höhe). Diese Hebungsprozesse führen durch Abkühlung zu Wolkenbildung und je nach dem auch zu Niederschlag.
In der Nacht auf heute erreichte die Kaltfront des Höhentiefs die Alpennordseite. Dabei floss in den unteren Schichten aus Nord- bis Nordost die Kaltluft ein. Mit der Verlagerung des Höhentiefs weiter westlich drehte die Höhenströmung von Nordwest auf West bis Südwest. Da kalte Luft schwerer ist, führte dies zu einem Aufgleiten der wärmeren Luft aus West- bis Südwesten über die kalte Luft aus Nordosten. Dadurch wird die wärmere Luft angehoben, abgekühlt und es kam im heutigen Fall zu Niederschlagsbildung.
Dieses Aufgleiten war heute Vormittag als quasistationäres Niederschlagsband am Jurasüdfuss erkennbar und führte gebietsweise zu Schneefall bis auf 500 bis 600 Metern hinunter. Grund dafür waren windschwache Verhältnisse und zeitweise kräftige Niederschläge. Damit kam es zur Niederschlagsabkühlung und es bildete sich eine Isothermie, eine Schicht mit nahezu konstanter Lufttemperatur zwischen 500 bis 1000 Metern.
Damit sind Richtungskonvergenzen im Windfeld gemeint, die sich durch Veränderungen im Druckfeld bilden können. Dabei strömen Luftmassen in Bodennähe zusammen, diese werden dann zum Aufsteigen gezwungen und es kommt zu Hebung. Solche Konvergenzen dürften heute Morgen in der Region Locarno zur Auslösung einer nahezu stationären Schauerlinie beigetragen haben. Dabei sind bis am Mittag in der Region Locarno zwischen 20 und 30 mm, lokal sogar bis 40 mm Niederschlag gefallen.
Im Laufe des Tages kam die Hebung auf der Trogvorderseite eines Teiltroges dazu. Das Höhentrief drehte ungefähr über Luxemburg seine Runden und führte am Nachmittag einen Teiltrog über die Schweiz. Auf dessen Vorderseite in einer südwestlichen Höhenströmung wurden in der zweiten Tageshälfte besonders im Wallis und entlang der Voralpen und Alpen sowie auf der Alpensüdseite vermehrt Niederschläge ausgelöst.
Das komplexe Wettergeschehen von heute kann folgendermassen zusammengefasst werden:
Die verschiedenen Hebungsprozesse führten zunächst zu Niederschlag dem Jurasüdfuss entlang, am Nordrand der Schweiz, im Tessin sowie im Wallis. Im Laufe des Tages intensivierten sich die Niederschläge den Voralpen und Alpen entlang und gegen Abend auf der Alpensüdseite. Das Niederschlagsereignis dauert insbesondere auf der Alpensüdseite weiter an. An dieser Stelle verweisen wir auf unsere Warnkarte und die laufenden Schneewarnungen.
Weitere Informationen zur Tiefdrucklage finden Sie auf unserer Homepage unter Wetter und Klima von A bis Z.