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Clouds_?
2020, Zeichnung/Wandinstallation, 3,36 x 1,29 m; 50 Blätter à 28,2 x 21 cm, Bleistift auf Papier
Clouds_? ist inspiriert von Zeichnungen aus dem Werkprozess Steine umkreisen von 2016/17, die mich an wolkenartige Formationen erinnerten. Die mechanische Beanspruchung des Papiers während des Zeichnens führte zu dessen Verformung. Das Papier ist nicht mehr nur Träger, sondern zum Körper geworden. Die Verformungen zusammen mit den Lichtreflexionen auf der Grafitfläche verstärken die dreidimensionale Wirkung. Es entsteht eine eigenwillige Lebendigkeit der abstrakten, körperhaften Gebilde. In einer Serie von 50 kleinformatigen Bogen habe ich diese Bewegungen individuell eingefangen.
Die Bogen, nur an zwei Stellen fixiert, hängen frei und sind in fünf übereinanderliegenden Reihen in einer Wandinstallation montiert. Die Blätter reagieren auch auf die klimatischen Veränderungen im Raum. Das Serielle und die Formunterschiede von Wolke zu Wolke unterstützen die Bewegung – die Wolken schweben quasi dahin. Zwischen der Bewegung und der strengen Ordnung besteht eine starke Spannung.
Das Erfassen des räumlich-zeitlichen Geschehens erfordert von uns als Rezipienten eine aktive Bewegung durch den Raum, erfordert Nähe wie Distanz – es bezieht uns mit ein.
Die Formen, die in ihrer Bewegtheit leicht, luftig und verspielt wirken, erinnern anfänglich an Wolken. Ihre Leichtigkeit wird jedoch durch die schwarze, undurchdringliche Fläche und die strenge Anordnung der Blätter gestört. Als Betrachtende sind wir somit eingeladen, diese Wolken zu hinterfragen, worauf der Titel verweist.