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Weine aus Apulien, "Conte Spagnoletti Zeuli", Andria, Bari, Apulien (Italien)
Apulien (italienisch Puglia)
Der "Stiefelabsatz" Italiens, ist allein schon durch die geographische Lage im tiefen Süden mit ihrem durchweg weinfreundlichen Klima ein hervorragendes Weingebiet. Die Region hat eine Bevölkerung von 3,6 Millionen Einwohnern. Sie ist fast 20'000 km2 gross und grenzt im Norden an die Region Abruzzen-Molise, im Westen an Kampanien und die Basilikata. Im Osten wird Apulien vom Adriatischen Meer und im Süden vom Jonischen Meer umspült. Hauptstadt der Region ist Bari, ihre Provinzen sind Bari, Foggia, Lecce, Tarent (Taranto) und Brindisi.
Apulien ist mit einer Weinproduktion von über 10 Millionen Hektoliter nach Venetien und Sizilien die drittgrösste Weinbauregion Italiens. Es ist ein Rot- und Roséweingebiet, denn nur ein Viertel der Erzeugung fällt auf Weissweine. Durch das warme Klima des "ewigen Mittags", durch die Sonnenglut des Südens und durch die teilweise schweren Böden erreichen die Trauben hier ihre volle Reife, so dass die Weine Apuliens durchweg wuchtig, körper- und alkoholreich sind. In der Jugend oftmals rau und ruppig, im Alter samtig und harmonisch.
Von Verschnittweinen zu Qualitätsweinen
Neben Sizilien ist Apulien in Italien der grösste Hersteller von Verschnittweinen (vino da taglio). Infolge ihres Alkoholreichtums wurden die Rotweine hauptsächlich als Verschnittweine herangezogen und besserten im Norden des Landes, aber auch im Ausland die schlechteren Landweine auf, während die Weissweine gerne als Grundweine für die Wermuterzeugung verwendet wurden. Die Bewohner Apuliens gaben sich einst damit zufrieden. Inzwischen hat sich dies aber doch deutlich geändert. Heute werden neben Verschnittweinen und einfachen Konsumweinen eine grosse Zahl guter bis hervorragender Qualitätsweine angeboten. Die Region hat inzwischen 16 DOC Anbaugebiete aufzuweisen und wird damit nur von Piemont, Venezien und Latinum übertroffen.
Die Region hat zunehmend ein besseres Verhältnis von Qualität und Preis, auf die man achten sollte. Ganz ausgezeichnet sind die Roséweine , die vielleicht zu den besten von ganz Italien und zu den prestigeträchtigsten der Welt zählen. Die zwei wichtigsten Zentren der Roséweinerzeugung Apuliens sind im Norden die Gegend um Castel del Monte und im Süden die Gegend um Salento, wie etwa Salice.
Conte Spagnoletti Zeuli
Unter den bekanntesten und berühmtesten Weinen Apuliens befinden sich auch die Produkte des "Conte Spagnoletti Zeuli" von welchem wir heute Abend eine Palette seiner besten Weine verkosten durften. Das private Archiv des Conte Spagnoletti Zeuli bewahrt Dokumente auf, die bezeugen, dass die Adelsfamilie sich bereits im 17. Jahrhundert um die Umwandlung der urwüchsigen Landschaft der Murge bemühte, (Murgia), was "hohes felsiges Land" bedeutet und eine rechteckige Kalkhochebene in der Mitte Apuliens ist (siehe Kartenausschnitt). Die Geschichte der Familie ist fest mit dem Prozess der Urbarmachung verknüpft, der bis heute das Bild der Murge prägt. Die eigenen Rebberge liegen auf den hügeligen Tenute Zagarie und San Domenico. Wunderbare Lagen und ideale Positionen für die Kultivierung der autochthonen Rebsorten wie Bombino Nero, Montepulciano oder Nero di Troia, aber auch für internationale Varietäten wie Chardonnay und Cabernet, die in diesem Gebiet Weine mit viel Ausdruck hervorbringen.
Im Keller hilft die Verwendung von modernen Vinifikationsmethoden den Weinen den gleichen Charakter zu verleihen, wie sie auch die eigenständigen Rebsorten haben, aus denen sie gekeltert sind. Die Kellerei verfügt über ein grosses Vertriebsnetz für die Märkte in Zentraleuropa, Kanada und Japan, wo die Weine für die Typizität und für ihr hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis geschätzt werden.
Wir hatten die Gelegenheit, diese Weine im Palace Hotel in Gstaad, bei einem 7-Gang Menu, geniessen zu dürfen. Durch den Abend geleitete uns mit den besten Fachkenntnissen der Oenologe, Leonardo Pinto, welcher wie üblich persönlich durch die Degustation führte und jeden Wein einzeln überaus gekonnt kommentierte. Die Uebersetzung aus dem Italienischen wurde zuerst vom Präsidenten und später von Martin Riedi zur Befriedigung aller 26 Weinfreunde übernommen.
Die Degustation: Apéro auf der Terrasse und Schlemmen "Da Gildo"
Die wiederum sehr zahlreich erschienen Teilnehmer konnten wie immer, einen ausgezeichnet gelungenen Abend im Palace Hotel in Gstaad verbringen. Die Kontakte wurden von unserem Vorstandsmitglied, Martin Riedi, Vinoteca Martino, Saanen, vermittelt, welcher auch im Hintergrund den ganzen Abend unauffällig dirigierte. Der Apéro wurde dieses Jahr bei schönstem Sommerwetter auf der Terrasse des Hotels Palace in Gstaad serviert. Dazu präsentierte uns der Conte Spagnoletti seinen eigenen "Champagner", nämlich den Schaumwein (Vino Spumante Brut) Contessa Emanuela. Der Rest des Abends fand gemäss Tradition in der "Bar au Grill" statt, d.h. im Restaurant "Da Gildo", von welchem wir mit seinem Team wiederum sehr stark verwöhnt wurden. Die Ambiance in diesem Restaurant trägt natürlich so richtig zu einem romantischen "Diner" bei.
Wiederum freute sich jedermann auf das von Küchenchef, Peter Wyss zusammengestellte Menu. Die Weine wurden vorher mit den Speisen abgestimmt und zwar von den Spezialisten, Martin Riedi, Küchenchef Peter Wyss, Gildo und dem Sommelier Andrea Maffei.
Zu Tartar di finocchi con limone e scampi und Tapenade d'olive rosse servierte man uns den
Weisswein Jody Fiano, Jahrgang 2009. Ein Weisswein aus der Region, welchen man man sofort kaufen würde und natürlich überaus passend zum Gericht.
Rinzacco, Jahrgang 2007, ein Wein aus 100 % Uva di Troia, geniessen.
Grazie a tutti
Wir danken hiermit Herrn Martin Riedi und den Verantwortlichen vom Palace Hotel inklusive dem Team von Küchenchef Peter Wyss, Gildo sowie Herrn Pinot ganz herzlich für ihre Gastfreundschaft. Der Service war wie immer ausgezeichnet, das Essen auf höchstem Niveau und die romantische Ambiance passte zu diesem wunderbaren Abend. Als kleines Dankeschön erhielt jeder Teilnehmer am Schluss ein Flasche vom Olivenöl, Terra di Bari, Castel del Monte, von Conte Spagnoletti Zeuli. Wie wir später vom Küchenchef Peter Wyss erfuhren, arbeitet er seit über 20 Jahren mit ebendiesem Produkt, welches vor allem den Frauen unter den Teilnehmern während des Essens stark aufgefallen war.
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