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Strategien der finanziellen Führung in spendensammelnden Nonprofit-Organisationen.
Die Entscheidung einer Nonprofit-Organisation, sich in ihrem Finanzierungsmix am Branchendurchschnitt zu orientieren oder bewusst einen eigenen Weg bei der Finanzmittelbeschaffung zu verfolgen, hat Konsequenzen für das Organisationswachstum: Eigenwillige Organisationen wachsen tendenziell schneller als ihre angepassten Pendants. Das zeigt eine Langzeituntersuchung von Organisationen, die sich für Blinde und sehbehinderte Menschen in der Schweiz engagieren. Sie gibt erste Antworten auf die bislang noch wenig entwickelte Forschung über die Determinanten von strategischen Finanzierungsentscheidungen in NPO.
Spendensammelnde Organisationen besitzen beträchtliche und in der Praxis eher unterschätzte Freiheitsgrade in der Bestimmung ihres Finanzierungsmix. Auf Basis eines Datensatzes von spendensammelnden Organisationen in der Schweiz wird gezeigt, welcher Zusammenhang zwischen einem bestimmten Finanzierungsmix und der betriebswirtschaftlichen Effizienz besteht: Je höher die Spendenabhängigkeit der Organisation ist und je stärker ihr Gewicht im Fundraising auf dem Beziehungs- gegenüber dem Massenmarkt ist, umso besser ist auch ihre Effizienz.
Mit dem gezielten Aufbau von frei verfügbarem Organisationskapital können NPO verschiedene Ziele verfolgen: Sie sichern sich gegen unvorhergesehene Einnahmenverluste ab, vermindern die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsquellen oder eröffnen sich flexible Handlungsmöglichkeiten oder Wachstumspotenziale. Daneben gibt es auch ungeplante Gründe für eine Veränderung des Organisations- und des zweckgebundenen Fondskapitals. Am Beispiel von rund 400 Schweizer Hilfswerken wird gezeigt, dass sich die Höhe von Reserven teilweise durch Risikoüberlegungen auf der Einnahmenseite erklären lässt: Je grösser für ein Hilfswerk die Abhängigkeit von einzelnen Einnahmequellen ist und je stärker die Einnahmeschwankungen ausfallen, umso höher ist auch das Organisationskapital. Die Abhängigkeit von privaten Spenden und Beiträgen der öffentlichen Hand wirken sich dabei sehr unterschiedlich aus. Über diese Risikofaktoren hinaus tragen auch Grösse, Alter und Tätigkeitsbereich der Organisation zur Erklärung ihrer Reserven bei, nicht aber die Rechtsform.
Weiterführende Publikationen:
Markus Gmür und Martina Ziegerer (2015): Die Bildung finanzieller Reserven in spendensammelnden Organisationen. Verbands-Management 41/3 (2015), S. 44-52.
Kontakt:
Matthias Bütikofer
Executive MBA in NPO-Management, Geschäftsleiter SZBLIND