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Heute wollten wir einmal ein heisses Bad in den Rocky Mountains geniessen. Wir fuhren deshalb nach dem Frühstück Richtung Norden, dem Fluss Athabasca entlang.
Etwas ausserhalb Jaspers sahen wir auf dem Highway einige parkierte Autos und Leute, welche aufgeregt die Strasse überquerten. Beim Näherkommen sahen wir die Ursache: Ein Rudel Waipiti lagerte in kaum 100 Meter Entfernung auf einer Sandbank des Athabasca Rivers, der Hirsch etwas abseits der Herde. Von den Autos und den vielen Fotografen liessen sich die Tiere nicht stören.
Etwas weiter talwärts wollte ich die Gelegenheit nutzen, einen Güterzug an einer von der Strasse gut zugänglichen Stelle zu fotografieren. Aber als ich am Gleis Stellung bezog, sah ich etwa 150 m vor mir etwas Dunkles auf den Geleisen: Ein Bär trottete langsam mitten im Geleise, von mir weg. Bald aber wandte er sich ab und überquerte auch das Nachbargeleise, noch früh genug, bevor der Zug herannahte. Nachdem ich den Bär und anschliessend den Zug fotografiert hatte, sah ich den Bär über das Feld vom Gleis-Trasse weggaloppieren. So kommt man unverhofft zu Bärenfotos!
Wir fuhren weiter talwärts. Nach weiteren 35 km erreichten wir die Abzweigung zu den Miette Hot Springs. Dort wurde auf eine verlassene Kohlemine hingewiesen mit dem Namen Pocahontas Mine. Ein Parkplatz, von dem ein Weg abzweigte, lud zu einem Rundgang ein.
Nur von 1910 bis 1921 war diese Kohlemine in Betrieb. Einige hundert Minenarbeiter und Konstrukteure wohnten und arbeiteten hier, auch einige Familien. Deshalb gab es auch eine Schule, ein Hotel, Einkaufsläden, eine Post und, etwas abgelegen, einen Bahnhof. Zeitweise wohnten hier mehr Leute als in Jasper, damals noch Fitzhugh genannt. Nach 1921 wurden die Anlagen demontiert und die Stollen geschlossen, da sich der Abbau finanziell nicht mehr lohnte.
Auf dem ¼-stündigen Rundgang waren einige wenige Informationstafeln, zwei Stolleneingänge und einige Grundmauern sichtbar. Alles andere hatte die Natur zurück erobert. Eigentlich gab es nicht viel zu sehen,aber es war eine kleine Pause und ein kurzer Spaziergang wert.
Ein weiterer, längerer Rundgang, u.a. auch zu einem Wasserfall (Punchball Falls), wäre von einem weiteren Parkplatz möglich, wir zogen es aber vor, endlich zu den heissen Quellen weiter zu fahren.
Die nächsten 17 km im Fiddle Valley, einem Seitental des Athabasca Rivers, waren sehr malerisch und führten uns auf eine Höhe von 1400 m. Unterwegs begegneten uns nur sehr wenige Autos. Gegen 12 Uhr kamen wir beim Bad an und waren erstaunt, dass sich dort nur das Badehaus und ein grosser Parkplatz (mit wenigen Autos) befand, kein Restaurant, kein Hotel!
Der Eintritt war erstaunlich billig ($7.05 bzw. $6.15 für Senioren). Inbegriffen war je eine Münze für den Kleiderkasten, und Handtücher konnten für $1.90 gemietet werden. Wir zogen uns schnell um und beeilten uns, in das 40° C warme Wasser zu kommen. Diese heisseste Quelle der Rocky Mountains sprudeln mit 54° C aus dem Boden und wird auf eine erträgliche Temperatur abgekühlt.
Die Luft war ziemlich kalt, weniger als 10° C, und deshalb war es sehr angenehm im Wasser, umso mehr, als in den zwei warmen Becken nur etwa 30 Personen waren. Es hatte noch zwei kleine Becken mit kaltem und sehr kaltem Wasser, aber diese testeten wir nur ein paar Sekunden!
Wir blieben etwa 1½ Stunden im Bad. In dieser Zeit bevölkerte sich das Bad immer mehr, so dass langsam die Sitzplätze am Bassin-Rand knapp wurden. So machten wir uns wieder auf den Weg zu den Umkleide-Kabinen. Am Eingang hatte sich schon eine kleine Warteschlange gebildet, und auf dem Parkplatz fuhren die ersten Reisebusse zu, Wahrscheinlich wurde es im Laufe des Nachmittags in den Becken doch etwas eng …
Wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Jasper. Der Highway folgt dem breitenFlussbetts des Athabasca Rivers über eine längere Strecke, wobei links und rechts der Strasse auch kleine Seen sind. Wir mussten mehrere Male anhalten, um die schöne Herbststimmung vor den Rocky Mountains zu geniessen.
Kurz vor Jasper, beim Athabasca River, trafen wir auf dem Highway wieder einen kleinen Stau an: Eine Herde Dickhornschafe überquerte seelenruhig die Strasse und liess sich von den vielen Fotografen nicht stören:
Nach dieser „Störung“ ging es dann wirklich zurück nach Jasper, aber nicht ohne unterwegs noch einen der endlos langen Güterzüge abzufotografieren: