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Ansgar Gmür (64) hat eine Tellerwäscher-Karriere hinter sich und beginnt als Pensionär nochmals eine neue. Der Direktor des Hauseigentümerverbandes wächst als eines von acht Bergbauernkindern in ärmlichen Verhältnissen auf.
Später wird er knallharter Interessensvertreter der Hauseigentümer. Der Hauseigentümerverband wird unter seiner Leitung zu einer der grössten Organisationen der Schweiz mit rund 330 000 Mitgliedern.
Im Herbst könnte sich Gmür in seinem 10-Zimmer-Haus zur Ruhe setzen. Doch Gmür will es nochmals wissen und beginnt ein Vollzeit-Theologiestudium. Mit Jugendlichen, die bis zu dreimal jünger sind als er, wird er beispielsweise Altgriechisch büffeln, um Pfarrer zu werden: «Ich werde vielleicht nicht der beste, aber vielleicht der lustigste Pfarrer», scherzt er.
Ansgar Gmür lebt nach dem Grundsatz «Du erntest, was du säst.» Und als er vor ein paar Jahren Bilanz zog, stellte er fest, dass er bei Gott noch im Minus war. Kurzerhand beschloss er, seine Talente – «ich kann gut verkaufen und unterhalten» – nach der Pensionierung in den Dienst Gottes zu stellen.
Gmür wurde als siebtes Kind geboren. Nach seiner Kindheit auf dem elterlichen Bergbauernhof und dem frühen Tod der Mutter startete er seine berufliche Karriere 1971 mit einer Chemielaborantenlehre bei Sandoz in Basel. Nach der Lehrzeit holte er bei der AKAD («Akademikergemeinschaft für Erwachsenenbildung») die Matura auf dem zweiten Bildungsweg nach und fand eine neue Stelle als Chemielaborant bei der Sika AG in Zürich. 1978 bestand er die Matura und begann anschliessend das Ökonomiestudium an der Universität Zürich. Dieses beendete er mit dem Lizenziat der Betriebswirtschaft mit dem Nebenfach Recht. Um sich das Studium finanzieren zu können, arbeitete er als Taxifahrer, Nachtportier, Kassierer, Lehrer und Ausbilder, unter anderem am Ausbildungszentrum der Schweizerischen Kreditanstalt und an der AKAD.
Seit Mai 2000 ist er Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz. Unter seiner Leitung entwickelte sich der HEV zu einer der grössten Organisationen der Schweiz: Der Verband zählt heute über 330’000 Mitglieder, bietet vielfältige Dienstleistungen an und gibt die 14-täglich erscheinende Fachzeitung „Der Schweizerische Hauseigentümer“ mit über 600’000 beglaubigten Lesern heraus. Als Chefredaktor für die Verbandszeitung schreibt Gmür seine Kolumne. 2015 erschien dazu sein erstes Buch best of Ansgar mit 108 ausgewählten Kolumnen der vergangenen Jahre. An der Vorstandssitzung vom 16. März 2018 wurde die Nachfolge des HEV Schweiz Direktors beschlossen. Als Direktor übernimmt Markus Meier ab dem Spätsommer 2018 die Aufgaben an der Verbandsspitze.
Ansgar Gmür ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern. Als Hobby machte er Auftritte als Bauchredner und genoss eine nebenberufliche Solistenausbildung als Tenor am Konservatorium Zürich. Unerlässliches Engagement legt er als Vorstandsmitglied für die Vereinigung der Freunde des Klosters Einsiedeln an den Tag.
Ansgar Gmür – Gast im FENSTER ZUM SONNTAG-Talk – Die Sendung: