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Perspektiven für Getreideproduzenten
Detaillierte Studie über den Getreidebau vorgestellt
Um die Wettbewerbsfähigkeit der Getreide-Wertschöpfungskette zu verbessern, sind die Produzenten bereit, die Preise schrittweise zu senken.
Professor Bernard Lehmann vom Institut für Agrarwirtschaft an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat in seiner Studie die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken bzw. Gefahren der schweizerischen Getreideproduktion aufgezeigt.
Rentabilität, Kostensenkungspotenzial, Flächenproduktivität und Flexibilität sind Stärken der Getreideproduzenten. Als Schwächen nannte der Autor die hohen Kosten, Betriebsstruktur, Trägheit des Kostenabbaus und Standortfaktor. Die Nachfrage nach Differenzierung und die Einbettung in die Branchenorganisation wurden als Chancen bezeichnet, während die Gefahr bestehe, dass der Grenzschutz abgebaut werde.
Preis- und Spardruck
Als weitere Risiko-Faktoren wurden der Preisdruck vom Fleischmarkt, der Spardruck des Bundes und die teilweise mangelnde Wettbewerbsfähigkeit nachgelagerter Betriebe erwähnt.
Der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV), der die Interessen der Getreide-, Ölsaaten- und Eiweisspflanzenproduzenten vertritt, hat aufgrund der Studie ein Strategiepapier erarbeitet. Dieses sieht zwei Stossrichtungen vor:
l Schaffung von Rahmenbedingungen, welche eine mittel- und langfristige Getreideproduktion erlauben.
l Substantielle Reduktion der Preise für Getreide und andere Futtermittel zwecks Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.
Produzentenpreise
stufenweise senken
SGPV-Präsident Nationalrat John Dupraz erläuterte dazu die erforderlichen Massnahmen innerhalb der Produktion und Wertschöpfungskette und umriss die notwendigen Massnahmen auf der politischen und administrativen Ebene. Der Verband ist bereit, die Produzentenpreise stufenweise (2005-2009) um Fr. 10.-/dt. zu senken.
John Dupraz schätzte diese Reduktion auf 110 Millionen Franken. Wenn man davon ausgehe, dass die Wertschöpfungskette rund zwei Millionen Tonnen Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen für die Lebensmittel- und Tierproduktion verarbeite, stelle die Senkung des Rohstoffwertes 200 Millionen Franken dar.
Diese Einsparung müsse bis ans Ende der Produktekette – also bis zum Konsument – weitergegeben werden. Im Gegenzug verlangt der SGPV die Einführung einer Direktzahlung für die Landschaftsdiversität von Fr. 700.-/ha, d.h., die heute ausgerichtete DZ von Fr. 400.-/ha für offenes Ackerland und Dauerkulturen soll aufgestockt werden.
Mehr Zusammenarbeit,
weniger Kosten
Um eine Standortbestimmung vorzunehmen und den Partnern, Behörden, Politikern und Medien seine Visionen vorzustellen, hat der SGPV auf den Betrieb der Familie Fritz Glauser in Châtonnaye eingeladen. Glauser, der als Verbandssekretär amtet, zeigte sich überzeugt, dass mit vermehrter Zusammenarbeit und Auslastung der Maschinen noch Kosten gesenkt werden können.
Das Bundesamt für Landwirtschaft begrüsse es, wenn die Branchenorganisationen sich mit den Zukunftsfragen auseinander setzen, erklärte Direktor Manfred Bötsch. Auch Jacques Bourgeois, Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes, würdigte die vom Schweizerische Getreideproduzentenverband entwickelte Dynamik ju