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4.5
Analyse Trommeln: Übungen
Klangmodulierung
In vielen Gebieten der Polarregion dient die Trommel als Werkzeug, um akustische Effekte zu erzeugen. Die Trommel wird dabei senkrecht vor das Gesicht gehalten, etwa 30 cm vom Mund weg. Die Membrane wird durch den Luftdruck der Stimme in Vibration versetzt. Wird die Trommel gedreht, wird die Schallwelle durch die Drehbewegung im Raum ‹verteilt›.
Speziell in kleinen Räumen wie dem Iglu, dem Zelt oder Kazigi, wo Schamanen Séancen abhielten, wird auf diese Weise das Hörempfinden verändert. Die Dunkelheit während der Séance und die besondere Akustik der Musik liessen die Anwesenden glauben, die Stimme und der Trommelklang glitten zusammen durch den Raum. Daher kommt die Vorstellung der ‹fliegenden Trommel›.
Akzente beim Trommeln
Dynamik beim Trommeln
Die erste Strophe eines Liedes bei den Sibirischen Yupik wird sehr leise und mit neutralen Silben gesungen. Die Trommelbegleitung ist ebenfalls dezent, dazu wird der Stock nur leicht an den Rahmen angeschlagen. Bei den neuen gebogenen Schlagstöcken wird einfach sanfter geschlagen. Die zweite Strophe wird lauter interpretiert. Das lange Stöckchen wird nun stark an den Rahmen geschlagen, so dass es sich biegt und die Membrane berührt. Zuerst entsteht ein heller Klang (Holz auf den Trommelrahmen aus Walbarte oder Holz), gefolgt von einem dumpfen Klang, wenn das Stöckchen direkt an das Fell anschlägt. Der Trommelschlegel ist länger als der Durchmesser der Rahmentrommel und sehr biegsam. Damit schlägt der Trommler von unten an den Rahmen, an der gegenüberliegenden Seite des Handgriffs.
Lizenz
Universität Basel