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Leserbrief – Das ist Thurgauer Politik: Man startet eine einfache Anfrage unter reisserischem Titel und stellt dem Regierungsrat sechs suggestive Fragen. (Hansueli Traber, Amriswil)
In der Einleitung werden unbewiesene Unterstellungen formuliert und in der Begründung der Anfrage werden nur fahrende Dampfschiffe erwähnt, die keine vom Steuerhaus gesteuerte Dampfmaschine besitzen. Das Dampfschiff «Montreux» auf dem Genfersee mit einer neuen, ferngesteuerten Dampfmaschine benötigt nachweislich nicht mehr Personal als ein Motorschiff.
Der Regierungsrat beantwortet die Fragen aus der veralteten shiptec-Studie von 2012, die ein modernes Motorschiff mit einem Dampfschiff aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts vergleicht und benutzt die Gelegenheit, so mitzuteilen, dass keine Beiträge an das Projekt eines modernen Dampfschiffes geleistet werden.
Die heutige Argumentation des Regierungsrates deckt sich ziemlich mit den Begründungen von 1966, als die mutlosen Regierungen der Kantone Schaffhausen und Thurgau mit ihren grossen Aktienanteilen das voll betriebsfähige Dampfschiff «Schaffhausen» abbrechen liessen! Für Politiker, bei denen nur die Finanzen eine Rolle spielen: Die Regierungen der beiden Kantone haben mit ihren kurzsichtigen Argumenten 50 Jahre Einnahmen aus dem Dampferbetrieb vernichtet!
Der sonst nicht so unkritische Anfragesteller zeigt sich hoch erfreut über die sehr oberflächliche Beantwortung der einfachen Anfrage und verkündet in der Presse, dass es ihm nur um den sorgfältigen Umgang mit öffentlichen Geldern gehe. Übrigens, das Projekt eines Napoleonturmes in Wäldi wird aus der Portokasse des Regierungsrates, dem Lotteriefonds, mit 120’000 Franken unterstützt. Projektmitverfasser ist die Firma Dransfeld Architekten, Ermatingen.