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Das meint die Jury - der Bericht
Das Projekt Janus versteht sich als weiterer Baustein im Inselareal, welches den Rand gegenüber der Friedbühlstrasse säumt und so zusammen mit dem BB03 eine klare Eingangsgeste bildet.
Durch das Abknicken der Fassade springt es gegenüber dem Theodor Kocher Haus zurück und schafft so eine angemessene Vorzone zur Adressbildung. In der Volumetrie etwas weniger hoch, aber länger als der Nachbarsbau entsteht eine städtebaulich klare Gesamtsituation. Die Eingangsgeste zum Inselareal wird auch in der Aussenraumgestaltung stimmig umgesetzt, indem die Bauminseln der Vorzone in der Gasse zwischen Laborgebäude und BB06 aufgegriffen und bis zum Pocket-Park weitergeführt werden. Die wünschenswerte Zugänglichkeit vom Inselareal her auf der Südseite des Baufeldes und eine entsprechende aussenräumliche Reaktion zum Pocket-Park wird vermisst und sollte bei einer Weiterbearbeitung des Rahmenplans Freiraum berücksichtigt werden.
Der Zugang zum neuen Gebäude erfolgt von der Friedbühlstrasse. Im Eingangsgeschoss schliesst eine grosszügige, übersichtliche Eingangshalle mit Cafeteria und angegliedertem Aussenbereich an die erwähnte Vorzone an. Das Foyer kann zusammen mit dem angrenzenden, unterteilbaren Versammlungsraum und dem Gastroteil multifunktional genutzt werden. Schlüssig gelöst, verbinden hier auch die öffentliche gewendelte Treppe und die geschickt integrierte Liftgruppe die Geschosse in der Vertikalen und führen intuitiv in die Regelgeschosse. Die Parkierungseinfahrt und die Anlieferung sind klar und folgerichtig vom Eingangsbereich getrennt vorgesehen, wobei deren Lage und Geometrie überprüft werden müssen. Ein Zugang von Seite Friedbühlweg ist nicht vorgesehen, obwohl dies im Bereich der anatomischen Sammlung ohne weiteres lösbar gewesen wäre.
Der Entwurf zeichnet sich durch seine klare Zonierung im Innern aus. Die Büroschicht mit der öffentlichen Treppe bildet die lebendige Fassade zur Friedbühlstrasse. Dahinter schliessen effizient und einfach strukturiert der Mittelbund und die zum Pocket-Park orientierte Laborschicht mit zwei kompakten Haupterschliessungskernen an.
Die dreibündige Struktur der Laborgeschosse ermöglicht eine hohe Flexibilität und Veränderbarkeit. Durch die Integration der die Geschosse verbindenden Wendeltreppe in den Bürobereich entsteht eine übersichtliche Ankunftssituation mit Seminar- und Verwaltungsraum sowie Sitzungszimmern für die einzelnen Institute. Die grosszügige Fläche entlang der Friedbühlstrasse lässt sich sehr gut bespielen und nach Bedarf in Zellenbüros, Open-Space-Flächen, Seminarräume, Social Hubs und Sitzungszimmer unterteilen und weist direkte Verbindungsmöglichkeiten zum Mittelbund und den Laboren auf.
Über die beiden Hauptkerne sind zudem kurze Verbindungen zwischen den einzelnen Laborgeschossen gewährleistet. Die Labore selbst weisen gute Raumtiefen auf, wobei die Lage und die Dimension der Steigzonen zu überprüfen ist. In einer vorgelagerten Raumschicht sind Schreibarbeitsplätze vorgesehen, welche den Labors flexibel zugeordnet werden können.
Der logische und funktionale Aufbau im Innern zeichnet sich auch in der klaren Strukturierung der Fassade in ein Eingangsgeschoss, in Laborgeschosse sowie in ein geschlossenes, als oberer Abschluss vorgesehenes Technikgeschoss ab. In der subtilen Gliederung werden Elemente des benachbarten Theodor Kocher Hauses aufgegriffen. Der tektonisch gestaltete Fassadenaufbau mit einer grobmaschigen Hauptstruktur in Beton und einer feingliedrigeren Sekundärstruktur mit Holz- und Glaselementen, welche sich auf die kleinsten Rastereinheiten beziehen sollten, überzeugt und schafft einen eigenständigen und angemessenen Ausdruck für das Laborgebäude.
Das Tragwerk ist als Skelettbau mit Ortbetondecken, vorfabrizierten Stützen und aussteifenden Kernen weitestgehend schlüssig und wirtschaftlich konzipiert. Die Überbauung des Photonengebäudes ist nachvollziehbar gelöst. Die Deckenstärken dürften jedoch sowohl im sensitiven Laborbereich (Schwingungen) als auch bei den grösseren Stützenrastern im Seminar- und Bürobereich nicht ausreichend sein.
Die gewählte, klare und logische Struktur bildet eine solide Basis für die geforderte Systemtrennung. Die dargestellten Haustechnikkonzepte sind schlüssig und nachvollziehbar. Aufgrund der ausgewiesenen Hauptnutzfläche, welche etwas über der im Raumprogramm geforderten Fläche liegt, lassen sich die gering über dem Durchschnitt liegenden Gesamtkosten begründen.
Das Projekt Janus gibt eine überzeugende Antwort auf die gestellte, komplexe Aufgabenstellung. Mit der schlüssigen volumetrischen Bearbeitung entsteht ein städtebaulich stimmiger Baustein innerhalb des Inselareals. Seine klare Strukturierung, die inneren Verknüpfungen und die daraus generierten räumlichen Qualitäten sowie der einem Laborgebäude angemessene Ausdruck überzeugen und bilden auch betrieblich eine gute Basis für die Umsetzung der gestellten vielfältigen Anforderungen.
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Sämtliche Texte, Visualisierungen, Pläne und Schemas sind Bestandteil des Originalprojekts und bilden die Meinung des Verfasserteams ab.