Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03113.jsonl.gz/1569

Grund für den Ölpreisverfall ist vor allem die Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) vom Freitag. Diese hatte entschieden, ihre Fördermenge nicht zu drosseln.
Die Opec hält die Ölfördermenge so hoch wie möglich, um Produzenten mit höheren Kosten aus dem Markt zu drängen. Als Folge dieser Politik ist der Preis für Rohöl in den vergangenen anderthalb Jahren um mehr als 60 Prozent gefallen.
Viele Experten – darunter auch jene von Goldman Sachs – vermuten, dass der Preis noch bis auf 20 Dollar fallen könnte. Laut der US-Bank liegt dies vor allem an den hohen weltweiten Ölbeständen.
Andere Analysten verweisen darauf, dass die niedrigen Preise die kostenintensivere Schieferöl-Förderung in den USA immer unattraktiver macht. Immer mehr Produzenten könnten so in die Knie gezwungen werden, erklärten etwa die Analysten der Commerzbank.
Im nächsten Jahr werde das Angebot ausserhalb der Opec deshalb so stark wie seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr sinken. “Da das Überangebot zum Ende des Jahres abgebaut sein sollte, dürfte sich der Ölpreis in der zweiten Jahreshälfte deutlich erholen”, hiess es.
Ins gleiche Horn bläst die Vermögensverwaltungsgruppe GAM. Die Experten erwarten in der zweiten Jahreshälfte 2016 einen Preisanstieg. “Während die weltweite Nachfrage weiter steigt, wird sich das Angebot bis 2017 zunehmend verknappen”, schreibt Fondsmanager Roberto Cominotto.
Für die nächsten Monate bleibe der Preis voraussichtlich noch niedrig. Langfristig müsse er sich aber auf einem Niveau einpendeln, bei dem die Produzenten eine ausreichende Rendite erwirtschaften können. Laut Cominotto wäre das in etwa 70 US-Dollar pro Barrel. Nur so könnten sie auch in Zukunft die globale Ölnachfrage von 93 Millionen Barrel pro Tag abdecken.
(SDA)