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Alice von Brasch-Bircher (1879-1916)
Alice von Brasch-Bircher war die jüngste Schwester und ab 1897 erste Klinikleiterin des Arztes und Ernährungsforschers Maximilian Oskar Bircher-Benner. Geboren wurde sie 1879 in Aarau als fünftes Kind des Notars Friedrich Bircher und seiner Frau Bertha. 1906, im selben Jahr, in dem sie ihr Kochbuch fertigstellte, begegnete sie der grossen Liebe ihres Lebens und beendete deshalb 1907 ihre Arbeit in der Klinik. Der Deutschbalte Arvet von Brasch, ein Patient, heiratete sie bereits 14 Tage nach seiner Ankunft im Sanatorium. Später schrieb er dazu in seinen Memoiren, dass er sich «eine arge Herzerweiterung» zugezogen habe.
Die Eheleute gingen nach Italien auf Hochzeitsreise und zogen nach Livland (Baltikum), wo sie einen Gutshof bewirtschafteten. Die Städterin Alice von Brasch-Bircher musste sich innert kurzer Zeit an ein völlig neues Leben gewöhnen. Das Gut Friedrichshof lag in einer hügeligen, bewaldeten Landschaft mit zahlreichen Seen. Den Kontrast zu dieser herrlichen Umgebung bildeten versumpfte Wiesen, kärglicher Ackerboden und baufällige Gebäude. Immerhin hatte von Brasch-Bircher zur Betreuung des Gartens und des Hauses Personal. Da die Ertragslage schlecht war, gab das Paar 1910 das Gut auf und zog mit den ersten beiden Kindern (Elisabeth *1907 und Arved *1909) nach Zürich. 1912 kauften sie in Livland das Rittergut Schwarzhof. Hier hatten sie nun Erfolg und finanziellen Gewinn. Zwei weitere Kinder (Dagmar *1911 und Alexander *1915) kamen zur Welt. Das Glück war jedoch nicht ganz ungetrübt. In der Familie ihres Ehemannes galt von Brasch-Bircher als Ausländerin und sie litt jahrelang unter der mangelnden Fähigkeit von Arved, ihr seine Liebe zu zeigen. 1916 starb Alice von Brasch-Bircher, nur ein Jahr nach der Geburt ihres jüngsten Kindes, an einer Lungenentzündung. Arvet von Brasch gab seine Kinder zu den Verwandten in der Schweiz, zog in den Krieg, liess sich später in München nieder und heiratete wieder. Er starb 1953 in Kitzbühel.