Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03428.jsonl.gz/954

Der Bischof von Peoria in den USA, Daniel Jenky, hat Anfang Dezember für eine Schlagzeile gesorgt: Die Seligsprechung des zu seiner Zeit überaus populären und einflussreichen Fernsehpredigers und Bischofs Fulton Sheen ist erst einmal auf Eis gelegt. Einige US-Bischöfe hätten im Vatikan um Aussetzung und um eine neue, gründliche Überprüfung der Causa Sheen gebeten. Genaue Gründe wurden bislang nicht mitgeteilt; es soll sich um eine mögliche Deckung von Missbrauchstaten handeln. Über eine Bestätigung des Aufschubs hinaus war von offiziellen Stellen im Vatikan am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten.
Populäres Gesicht
Der Vorgang ist so ungewöhnlich wie die Person Fulton Sheen selbst. In den USA war er zu Lebzeiten so bekannt wie das Weisse Haus; nur auf der anderen Seite des Atlantiks fragt man sich: Fulton wer? Der Erzbischof war das populäre Gesicht des US-Katholizismus, der in Amerika endlich das Immigranten-Ghetto hinter sich liess und gesellschaftsfähig wurde. Damit wurde auch der Weg für den ersten katholischen US-Präsidenten bereitet: John F. Kennedy. «Onkel Fultie», so sein Spitzname, war ein TV-Star zu einer Zeit, als Familien abends noch gemeinsam vor dem Fernseher sassen und eines der wenigen Programme sahen. Seine Sendung «Das Leben ist lebenswert» lief drei Jahre und erreichte die höchsten Zuschauerzahlen im US-Fernsehen der Nachkriegszeit.