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Die Gemeinde Corpataux-Magnedens macht ein Angebot
Autor: Von REGULA SANER
Auf der schwierigen Suche nach einem geeigneten Standplatz für Fahrende im Kanton ist der Oberamtmann des Saanebezirks, Nicolas Deiss, möglicherweise fündig geworden. Er bestätigt entsprechende Informationen der Zeitung «La Gruyère» vom Donnerstag. Die Saanegemeinde Corpataux-Magnedens hat mit dem Oberamtmann über einen möglichen Deal diskutiert, den man so zusammenfassen könnte: Land gegen Geld. Sie wäre unter Umständen bereit, einen Standplatz für Fahrende zur Verfügung zu stellen, wenn sie dafür mit zwei Millionen Franken entschädigt würde.
Staatsrat gibt grünes Licht
Ein unmoralisches Angebot? «Ich finde nicht», sagt Nicolas Deiss. «Wenn die anderen Gemeinden im Kanton nicht bereit sind, Fahrende bei sich aufzunehmen, dann soll diejenige, die das tut, auch etwas dafür bekommen.» Zudem würde das Geld nicht einfach in die Gemeindekasse fliessen, sondern für konkrete Projekte eingesetzt.Der Staatsrat hatte Ende 2006 den Oberamtmann des Saanebezirks und Präsidenten der kantonalen Kommission für die Fahrenden mit der Suche nach einem geeigneten Standort in der Nähe einer Autobahnausfahrt beauftragt. Der Staatsrat hatte zuvor entschieden, das Verfahren für die Standorte Granges-Paccot (Nähe Conforama) und La Tour-de-Trême (bei der Abfallsammelstelle) einzustellen. Denn in beiden Gemeinden gab es grossen Widerstand gegen einen Standplatz für Fahrende (FN vom 21. Dezember 2006).Nun hat der Oberamtmann das Ergebnis seiner Recherchen dem Staatsrat unterbreitet. Dieser hat ihm sodann grünes Licht gegeben, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.
Die Gemeinden sollen zahlen
Der Kanton würde für die Finanzierung des Landkaufes, der Erschliessung und des Betriebes aufkommen. Wer die einmalige Entschädigung von zwei Millionen Franken an die Gemeinde Corpataux-Magnedens zahlen soll, ist hingegen noch unklar. Nicolas Deiss möchte dazu die Gemeinden des Kantons anhalten. Er will darum nach den Sommerferien beim Gemeindeverband vorsprechen. «Das würde acht Franken pro Einwohner im Kanton ausmachen, das wäre nicht alle Welt», argumentiert er.Ein Gemeinderat von Corpataux-Magnedens, der nicht namentlich zitiert werden will, bestätigt, dass die Gemeinde auf das Geschäft eingetreten sei, letztendlich sei es aber an der Gemeindeversammlung, darüber zu entscheiden. «Die Bevölkerung ist noch nicht informiert worden, ich weiss nicht, wie diese reagieren wird.Bereits wurde zudem Kritik von Seiten der Amtskollegen von Nicolas Deiss laut. Bei einem Treffen der Oberamtmänner hätten diese die Ansicht vertreten, dass der Kanton für alles, also auch für die Entschädigung, aufkommen sollte, erklärt Nicolas Deiss.Der Oberamtmann des Sensebezirks, Nicolas Bürgisser, ist froh über die Lösung, welche sich abzeichnet. «So wie ich die Stimmung im Bezirk wahrnehme, wäre niemand bereit, den Fahrenden einen Platz anzubieten», erklärt Bürgisser auf Anfrage. Fahrende haben im Sensebezirk bei Fillistorf einen Standplatz. Nicolas Bürgisser teilt zudem die Ansicht seiner Amtskollegen, dass Corpataux-Magnedens nicht auf einmal entschädigt werden sollte, sondern in Raten, solange der Standplatz betrieben werde.