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Hat jemand gute oder schlechte Erfahrung gemacht mit Mauerentfeuchtungen??
vielen dank.
(geändert 28.06. - keine Einzelbeurteilung von Firmen - admin.)
Hat jemand gute oder schlechte Erfahrung gemacht mit Mauerentfeuchtungen??
vielen dank.
(geändert 28.06. - keine Einzelbeurteilung von Firmen - admin.)
Wenn Du die Qualität der Trockenlegung ansprechen möchtest, so ist wahrscheinlich der Preis ausschlaggebend für die Zufriedenheit der Erfahrung!
Also, wie überall gilt, nicht das günstigste Angebot macht glücklich, mehr über Preise aus der Branche erfährst du Hier
Zauberkästchen oder „Elektroosmose"
Unter diesen Begriffen werden Verfahren zusammengefasst, mit deren Hilfe der Feuchtetransport durch Einwirkung elektrischer Felder behindert oder unterbunden werden soll.
Es ist eine der sonderbarsten Erfindungen in den letzten Jahren.
Es tauchen immer wieder Anbieter mit sehr „umweltfreundlichen und schonenden" Sanierungsmethoden auf.
Dabei soll mittels elektrischer (oder sonstiger) Energie das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden.
Man kann von Schwindelei ausgehen, denn es wird von einigen Herstellern versprochen, mit so genannten Erdstrahlablenkgeräten oder Verstärkern von Raumenergie eine Haustrockenlegung zu bewirken.
Dass in diesen Geräten so gut wie nichts Technisches enthalten ist, ist leicht verständlich: Die Erzeuger geben vor, Energien zu benützen, die außer ihnen niemand kennt.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Wissenschaft befasst sich seit gut 30 Jahren mit Feuchtigkeit in Mauern und kennt die Zusammenhänge sehr gut.
die „Saugfähigkeit" der üblichen Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:
• Anzahl und Verzweigung der Kapillaren
• Durchmesser, nach Größe und Häufigkeit eingeteilt
• Oberflächenbenetzung dieser Kapillaren
Durch Versuche an den Hochschulen in Delft, (NL) sowie an der E.T.H. in Lausanne und Zürich (CH) durch Professor F. H. Wittmann wurde genau ermittelt, in welcher Zeit, wie viel Liter Wasser „aufgesaugt" werden, und außerdem, wie hoch dann diese Feuchtigkeit „aufsteigen" kann.
Durch diese Strömung bildet sich ein elektrisches Potential aus, das „Strömungs-potential“.
Rein rechnerisch kann sich eine Potentialdifferenz von 60 plus/minus 30 Volt ergeben.
Jetzt kann man sich im Einzelfall darüber streiten, ob nun 30 oder besser 90 Volt richtig sind.
Will man den Kapillareffekt überwinden, muss eine größere Kraft aufgewendet werden als die der Saugfähigkeit - das wird jedoch auch einem Laien klar.
Eine andere neue Untersuchung von Scherpke und Schneider an der Universität Wien kommt zum Ergebnis: Es kann davon ausgegangen werden, dass mit Mauerwerktrockenlegungsverfahren, die ausschließlich auf der Ausnutzung elektroosmotischer Feuchtetransporteffekte im Sinne dieser Arbeit beruhen, an Baustoffen mit üblichen Porenradienverteilungen sowie baupraktisch relevanten Feuchte- und Salzgehalten keine signifikanten Trocknungseffekte zu erwarten sind, bestenfalls im Bereich von einem oder zwei Zentimetern. Jedoch ist hierbei auch darauf zu achten, dass beim Anlegen höherer Spannungen eine Gefährdung für Mensch und Tier gegeben ist. Es kann niemand kontrollieren, dass nur die Feuchte in den Mauern nach unten oder außen gedrängt wird, ohne nicht gleichzeitig den menschlichen Körper negativ zu beeinflussen.
Es ist somit absoluter Nonsens, mit irgendeinem elektrophysikalischen Verfahren, mit Spannungen z.B. von 5-10 Volt oder gar mit irgendwelchen unbekannten Wellen, die auf Mauern strahlen, einen signifikanten Effekt erreichen zu wollen.
Es gibt aber noch die eine Erscheinung, die die gewünschte Funktion verhindern, nämlich das Zetapotential. Es ist dies der Effekt, der dadurch entsteht, dass eine Ladungstrennung an den Kapillaroberflächen stattfindet, sobald Flüssigkeit in einer Kapillare transportiert wird. Dabei sind die Effekte des Saugens bei Ziegel und Kalkmörtel unterschiedlich. Eine Spannung, die Wasser im Ziegel hinunterdrückt, hebt das Wasser im Mörtel in die Höhe.
Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem bekannten Effekt, dass Wasser bei Anlegen von Spannungen von über 1,3 Volt zersetzt wird. Dabei kommt es zu einer Aufspaltung: an der Anode entsteht naszierender Sauerstoff, der sehr aggressiv ist, deswegen kommt es auch sofort zu einer Korrosion der Elektroden. An der Kathode wird Wasserstoff erzeugt, der mit Sauerstoff ab 4 Prozent Knallgas ergibt.
All das sind klassische, physikalische Werte. Die Ergebnisse sind verbindlich und nachvollziehbar. Von anerkannten Fachleuten durchgeführte Kontrolltests bestätigen diese Ergebnisse eindeutig.
Es gibt sicher Objekte bei denen eine Verbesserung eingetreten ist, jedoch wurde dies von keinem öffentlich anerkannten Institut geprüft. Es wird meist nicht erwähnt:
• welche sonstigen baulichen Maßnahmen noch durchgeführt wurden
• an keinem der genannten Referenzobjekte ist eine nachprüfbare, objektive Dokumentation möglich
• niemand weiß, wie feucht diese Objekte waren
• und vor allen Dingen, worauf diese Veränderungen zurückzuführen sind
Es ist einfach nicht zu glauben, wie auch gebildete Menschen auf all auf diese Heilsversprechungen hereinfallen.
Woran liegt es, dass:
auch Vertreter von Behörden so etwas zulassen?
Menschen ohne weitere Prüfung sehr viel Geld ausgeben?
Die Zahl der Anbieter immer mehr wird?
Mögliche Erklärungen sind:
Was versprechen die Anbieter?
Nun gehen einige Firmen auf dem Markt sehr aggressiv vor.
Es ist sicher, das kein Mensch - der etwas von Physik versteht, Herstellern oder Anbietern abnimmt, diese hätten ein Verfahren oder Geräte zur Mauertrockenlegung, insbesondere:
• die mit gravomagnetischen Wellen….
• oder man könnte mit Geräten das natürliche Erdfeld als Energielieferant dazu verwenden….
• dieser Geräte auf gravomagnetische Wasserstofffrequenz abgestimmt sind und somit gegen „aufsteigende Feuchte“ angehen….
• oder die Raumenergie, die angeblich die Wirkung dieser Geräte verstärken soll,
dazu verwenden können - Mauern trocken zu legen.
Teil 2 folgt
Es braucht sicher nicht betont zu werden, dass es solche genialen Zufallserfindungen, die gleichzeitig mit mehreren, bisher unbekannten Energieformen arbeiten, nicht gibt. Das zu glauben ist eine Zumutung für jeden Menschen mit durchschnittlicher Schulbildung und gesundem Menschenverstand.
Warum schreibt kaum jemand negativ über diese pseudoelektrophysikalischen Verfahren zur Mauertrockenlegung?
Weil die Anbieter sofort gerichtlich gegen „Geschäftsstörung“ (UWG) vorgehen, und sowohl die Sachverständigen, die Wissenschaftler als auch der Käufer sich nicht auf jahrelange Verfahren einlassen wollen, die mehr kosten las sie Geld zurückbringen.
Wer kauft so etwas?
Sie hatten einen Wasserschaden
Sie lüften falsch
Eine Leitung ist undicht
Wasser drückt von unten ein
Wasser drückt als Stauwasser ein
Der Verputz ist schadhaft
Der Verputz hat zu viele Salze
Es entsteht Tauwasser, weil der Raum falsch genutzt wird
Die Heizung hatte einen Defekt
Der Überlauf hat nicht funktioniert
Das Grundwasser ist angestiegen
Das Wasser kommt durch den Kamin, weil keine Abdeckung vorhanden ist
Eine Setzung am Haus hat zu einem Riss geführt usw..
Das schlimmste jedoch ist der Streit an sich. Es kostet immer sehr viel Geld um einen Anwalt und auch einen Sachverständigen damit zu beauftragen, dass man zu seinem Recht kommen kann. Wenn keine Vergleiche Vorher - Nachher gemacht werden können, ist der Ausgang sehr fraglich.
Wir können das Problem mit den „elektro…." Verfahren nicht so einfach lösen denn, wenn diese Firmen sogar in einem europäischen Verband zusammengeschlossen sind und dieser sogar die Gemeinnützigkeit zuerkannt bekommt - tja, dann fehlt es schon sehr weit bei unseren Regelwerken. Nicht nur dies, sondern auch, dass die ÖNORM solche Verfahren immer noch duldet - nein noch schlimmer, immer noch zulässt - verführt doch einige Menschen es doch einmal zu versuchen.
Und wer prozessiert schon gerne, zumal der Ausgang nicht sicher ist.
Hier gilt der Spruch wie bei uns Segler: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Die meisten Anbieter verlangen immerhin pro Gerät zwischen 3.000 und mehr als 10.000 €.
Wer dies erfährt schreckt erstmal von den Anwalts, -und Gerichtskosten zurück. Meist wird sofort ein Gutachter vorgeschlagen und der Kläger (sowieso schon geschädigt und auch oft blamiert) muss zunächst in Vorleistung gehen.
Welcher Beamter oder auch sonstiger Hausverwalter gibt denn gerne zu, dass das von ihm ausgesuchte Verfahren nichts getaugt hat - bestimmt keiner!
Wer geht denn ein solches Prozessrisiko ein?
Herrn Ebel, Inhaber eines Ing.-Büro und Dipl.-Physiker hat dazu eine gute Grundlage geschaffen, diese Verfahren zu „bewerten".
“Schönes” Sammelsurium wissenschaftlicher Begriffe, aber ohne Inhalt.
“geoenergetisches Kraftfeld, gravomagnetischer Natur”
geo=Erde
gravo=Gravitation, speziell Erdanziehung.
magnetisch=die Erde hat ein schwaches Magnetfeld, dessen Kraftwirkungen selbst bei sehr guten Magneten (Kompaßnadel) klein sind.
“gravomagnetische Bodenenergie wird im Sendeteil rechtsdrehend polarisiert”
Energie ist keine gerichtete Größe und hat damit auch keine Polarisationsrichtung.
“Zusätzlich fließt von oben freie Energie ein, verstärkt das Gerät in seiner Wirkung”
Woher kommt denn diese freie Energie, die keiner kennt? Kann man damit ein Perpetuum Mobile betreiben?
“die Amplitude des abgegebenen Wirkfeldes erhöht.”
Der Begriff “Amplitude” wird für eine zeitlich veränderliche Größe gebraucht, die um einen Nullwert schwankt und in der Regel ist der zeitliche Mittelwert einer Größe Null, die mit “Amplitude” beschrieben wird.
Man kann alle Leute einige Zeit
und einige Leute alle Zeit,
aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten.
Abraham Lincoln
Die Anbieter postulieren zunächst unrealistische beziehungsweise nicht nachvollziehbare Ursachen für die aufsteigende Feuchtigkeit. Dann werden Gegenmaßnahmen erdacht, die genauso fantastisch und genauso wenig wirklichkeitsnah sind. Ausgedehnte Messreihen im Labor und an unterschiedlichen Bauwerken haben die vollständige Unwirksamkeit dieser Methoden belegt.
Wie vor aufgeführt ist die Thematik nicht ganz so einfach. Es gibt viele Begriffe die nicht so einfach zu erklären sind. Um diese zum Teil recht verwirrenden Angaben zu erläutern bzw. zuzuordnen und auch zu bewerten möchte ich mich besonders bei den folgenden Herren bedanken.
Jochen Ebel Physiker, Inhaber eines Ing. Büros Berlin
Prof. Dr. Rainer Bunge Leiter der Hochschule für Technik Rapperswill, Institutsleiter Umtec
PD. Dr. rer. nat. Klaus Keck Privatdozent Konstanz. Ehem. Kernforschungszentrum Karlsruhe
Dr. Ing. Hartwig Künzel Abteilungsleiter Fraunhofer-Institut für Bauphysik
Prof. Dr. Ing. Michael Müller Hochschule Magdeburg Bauingenieurwesen
Prof. Dr. Ing. Lothar Weichert Physiker, ehemals Universität der Bundeswehr Neubiberg
Prof. Dr. Erhard Wielandt Ehemals Leiter des Instituts für Geophysik Uni, Stuttgart
Prof. Dr. rer. Nat. Dr. Ing. Folker H. Wittmann, Dir. Aedificat-Institut Freiburg. Ehemals Leiter Technologie an der ETH Zürich
.
Somit sollte das Thema aufgearbeitet sein.