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Im Mittelpunkt des statutarischen Teils der GV stand die Totalrevision der Statuten des FAV.
Nach sechs Teilrevisionen hat der FAV eine Totalrevision der Statuten in Angriff genommen. Dieser Prozess dauerte mehrere Monate. Dabei hat sich die Direktion, zusammen mit unserer Juristin und den Mitgliedern des Verwaltungsrats mit zahlreiche Fragen auseinandergesetzt: Welche Ziele verfolgt der FAV, wer sind ihre Mitglieder oder wie ist der FAV organisiert ?
Die neuen Statuten entsprechen nun den aktuellen Anforderungen und stimmen mit den Aufgaben und Werten des FAV überein.
Die Berichte des Präsidenten, der Präsidentin der Arbeitgeberkammer und der Direktion folgten aufeinander und erwähnten verschiedene Ereignisse, die den FAV im Jahr 2022 geprägt haben:
Der Präsident Patrick Gendre eröffnete die Versammlung mit einem detaillierten Überblick über die aktuelle Wirtschaftslage und den Konsequenzen des Ukrainekrieges. Dabei ging er insbesondere auf die Probleme im Bereich der Energieversorgung ein. Des Weiteren wies er auf die Schwierigkeiten der Unternehmen hin, qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftsdaten zeigte er sich aber optimistisch, dass sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten stabilisieren werde.
Sein erstes Präsidialjahr empfand er als äusserst interessant und bereichernd. Die zahlreichen Kontakte mit lokalen Akteuren unserer Wirtschaft haben ihm erlaubt, die Herausforderungen unserer Mitglieder zu verdeutlichen.
Die Präsidentin der Arbeitgeberkammer, Frau Liliane Kramer, erwähnte, dass sich die Arbeitgeberkammer im Jahr 2022 drei Mal traf und über 11 eidgenössische Vorlagen und 1 kantonales Thema beraten und Abstimmungsempfehlungen abgegeben habe.Die wichtigsten Vorlagen betrafen die AHV, die zum Ziel hatten, die Renten für die nächsten 10 Jahre abzusichern. Die Arbeitgeberkammer hat dabei die Gesetzesänderung AHV21 und die zusätzliche Finanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Annahme empfohlen. Beide Vorlagen wurden am 25. September 2022 vom Volk angenommen.
Der Direktor, Reto Julmy, erinnerte an das 75. Jubiläum des FAV. Diese Feierlichkeiten standen im letzten Jahr im Mittelpunkt mehrerer bedeutender Veranstaltungen des Verbandes, wie z. B. der Generalversammlung und der fünften Ausgabe des Herbstauftaktes der Unternehmen.Er erwähnte ein weiteres Thema, das auch im Jahr 2022 im Mittelpunkt stand, die Berufsbildung. Mit der Rückkehr des Forum der Berufe START! als Präsenzveranstaltung unter dem Vorsitz des FAV, und nicht zu vergessen die Grundsteinlegung für den üK-Campus in Villaz-Saint-Pierre im April 2022. Zwei Grossprojekte, in die der FAV stark eingebunden ist.
Daniel Bürdel, stv. Direktor wies darauf hin, dass die Energieversorgung durch den Ukrainekrieg eine drastische Verkappung erfuhr. Der FAV stand dabei in engem Kontakt mit den Behörden und insbesondere dem Schweizerischen Gewerbeverband. Regelmässig wurden unsere Mitglieder über die getroffenen und geplanten Massnahmen des Bundes informiert und für die Energie-Thematik sensibilisiert.
Doch nicht erst seit Ausbruch der Krise, sondern laufend bringt sich der FAV aktiv ein, um Lösungen für eine sichere Energieversorgung zu finden und umzusetzen. Dabei setzt sich der FAV speziell für die Ausbildung der Fachkräfte im Energiesektor ein, arbeitet mit der Hochschule für Technik & Architektur zusammen und ist in verschiedenen Kommissionen und Organisationen vertreten. Abschliessend wies er auf das umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebot des FAV hin, das jährlich rund 40 Kurse in den Bereichen Management, Personalwesen, Finanzen, Marketing, Informatik & Social Media und Sozialkompetenzen umfasst.
Die Berufsbildung spielt auch beim FAV eine wesentliche Rolle. Christian Schafer, stv. Direktor, hob in diesem Zusammenhang die Neuausrichtung der kaufmännischen Lehre und die Absicht des FAV, jedes Jahr eine Lehrstelle anzubieten sowie die Anstellung von zwei Praktikantinnen der Hochschule für Wirtschaft Freiburg hervor. Der FAV und die CIFA beschäftigen derzeit insgesamt über 60 Mitarbeitende, von denen die Mehrheit zweisprachig ist.
Offizieller Teil
Unser Präsident Patrick Gendre eröffnete den offiziellen Teil der GV mit einem kurzen Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Im Anschluss ging er auf die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen ein und wies auf die Schwierigkeiten der Unternehmen hin, qualifiziertes Personal zu finden. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Eröffnung des Campus für überbetriebliche Kurse in Villaz-St-Pierre zum Schuljahresbeginn 2024, der ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Ausbildungsbedingungen unserer Jugendlichen ist. Der FAV wird weiterhin eine aktive Rolle bei der Realisierung des Campus spielen und seinen Beitrag zum guten Funktionieren dieser Bildungseinrichtung leisten.
Reto Julmy, Direktor des FAV, sprach über das Thema der künstlichen Intelligenz (KI) und zeigte verschiedene Anwendungsbereiche dieser neuen Technologie auf, die in unserem Alltag sichtlich Einzug gehalten haben. Er stellte dabei fest, dass die KI Perspektiven verändert und «Wahrheiten» in Frage stellt. Vor diesem Hintergrund ist ein kritisches Hinterfragen medialer Inhalte mehr den je gefragt und notwendig.
Die Grossratspräsidentin Frau Nadia Savary überbrachte die Grüsse des Grossen Rates. Sie vermittelte ein interessantes Bild über die Wirtschaft des Broyebezirks und dankte dem FAV insbesondere für seinen Einsatz im Bereich der Berufsbildung.
Olivier Curty überbrachte seinerseits die Grüsse des Staatsrats und dankte dem FAV für die langjährige und ausgezeichnete Zusammenarbeit. Er ging ebenfalls auf die Problematik der Energieversorgung ein und erwähnte die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein hoch aktueller und spannender Vortrag von Dr. Jean-Marc Falter, dem Delegierten für Regionalwirtschaft der SNB. Bei seinen Ausführungen ging er auf die Wirtschaftsentwicklung, die Inflationsrate, die Erhöhung des Leitzinses sowie die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS und die Rolle der SNB in diesem Zusammenhang ein.