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Deutsch ist eine schwierige Sprache. Viele Menschen verstehen sie schlecht. Einfache Sprache ist deshalb wichtig. Damit alle verstehen.
Von Thomas Uhland
Es gibt viele Menschen aus anderen Ländern in der katholischen Kirche. Viele verstehen schlecht Deutsch. Doch sie sollen uns trotzdem verstehen. Viele Informationen sind für sie wichtig.
Am 21. März gab es darum ein Treffen in Bern. Die Leute wollten Einfache Sprache lernen. Dieser Text ist in Einfacher Sprache geschrieben.
Andere Kultur
Der Leiter des Treffens heisst Stefan Hauck. Mit einem kleinen Spiel zeigte er: Wer eine Sprache nicht versteht, kann sich nicht orientieren. Damit ich verstehe, muss ich wissen: Was wollen die Menschen von mir? Was ist das Thema? Was denkt man in der Schweiz über dieses Thema?
Meine Kultur ist manchmal anders als in der Schweiz. Ich muss auch lernen: Wenn ich den Lehrer nicht verstehe, darf ich das sagen. Das ist keine Beleidigung.
Kurze Sätze, einfache Wörter
Einfache Sprache bedeutet: Die Sätze sind kurz. Die Wörter sind einfach. Fremdwörter sind manchmal einfacher, weil viele Menschen ein wenig Französisch oder Englisch verstehen. Deutsche Wörter sind aber meistens einfacher. Fachbegriffe erklären wir. Ein Fachbegriff wird von Menschen mit dem gleichen Beruf verwendet. Zum Beispiel in der Medizin oder bei Computern.
Wir schreiben keine Abkürzungen. Manchmal schreiben wir nur die männliche Form. Oder wir schreiben zuerst die männliche Form, und dann die weibliche Form. Das ist einfacher zu verstehen. Wir schreiben Zahlen, keine Zahlwörter: 5 Äpfel, 20 Franken. Monate schreiben wir als Wort: 1. April, nicht 01.04.
Nicht zu höflich
In der Einfachen Sprache schreiben wir klar. Zum Beispiel: Haus, nicht: Gebäude. Oder: Bus und Zug, nicht: öffentlicher Verkehr. Worte abwechseln klingt schön, aber ist schwieriger zu verstehen. Darum schreiben wir in einem Text immer das gleiche Wort für eine Sache.
Wir müssen auch nicht immer sehr höflich sein. „Würden Sie sich bitte setzen“: Das ist kompliziert. „Setzen Sie sich bitte“: Das ist einfacher. Wir schreiben aktive Sätze: „Jetzt wird gegessen“: Das ist schwierig. „Jetzt essen wir“: Das ist einfacher und sogar schöner.
Am besten ist es, wenn ein Mensch mit anderer Sprache den Text am Ende liest. Wenn er alles versteht, dann hat man gut geschrieben.
Einfache Sprache ist nicht leicht
Einfache Sprache ist anders als Leichte Sprache. Leichte Sprache ist für Menschen mit Behinderung gemacht. Leichte Sprache ist stark vereinfacht. Sie ist oft nicht korrektes Deutsch. Hauptsache, behinderte Menschen verstehen.
Einfache Sprache ist korrektes Deutsch, aber einfach geschrieben. Auch wenn man nicht gut Deutsch kann, versteht man sie. Einfache Sprache ist sogar für Schweizer eine Hilfe, wenn sie nicht gut lesen können.
Keine festen Regeln
Für die Einfache Sprache gibt es keine festen Regeln. Stefan Hauck sagt: Die Leser entscheiden, was richtig ist. Die Leser können manchmal bereits gut Deutsch, manchmal nur wenig. Manchmal können sie eine ähnliche Sprache, zum Beispiel Englisch. Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, Einfache Sprache zu schreiben.
Das Pfarrblatt hat Regeln für die Darstellung. Nicht alle Regeln passen zur Einfachen Sprache. Gut ist es, keine Serifenschrift zu verwenden, also keine Buchstaben mit Füsschen. Gut ist es auch, die Schrift am linken Rand auszurichten, linksbündig. Nicht gut sind kleine Schriften oder GROSSBUCHSTABEN. Aber Zwischentitel im Text helfen beim Lesen.
Viele Schweizer sind gewohnt, schwierige Texte zu schreiben. Sie müssen sich anstrengen, um einfach zu schreiben. Darum habe ich für diesen Artikel lange gearbeitet. Denn einfach schreiben ist manchmal schwierig.