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Als eine mögliche Ursache für eine Harninkontinenz gilt die in ihrer Verschlussfunktion beeinträchtigte Urethra. Mit einer Urethradruckprofilmessung kann die Verschlussfunktion der Harnröhre urodynamisch bestimmt werden. Messparameter sind die funktionelle Harnröhrenlänge, der maximale Harnröhrenverschlussdruck und die Drucktransmission. Die Messung mit Flüssigkeit perfundierten Kathetern gilt aktuell als Methode der Wahl. Zur Reduzierung der Bewegungsarktefakte ist eine liegende Position des Patienten bei der Untersuchung zu empfehlen. Das Urethradruckprofil soll bei einer Blasenfüllung von ca. einem Drittel der Blasenkapazität durchgeführt werden.
Aus dem Ruheprofil lassen sich die funktionelle Harnröhrenlänge und der maximale Harnröhrenverschlussdruck in Ruhe bestimmen. Die funktionelle Harnröhrenlange entspricht dem Abschnitt der Harnröhre, in dem der intraurethrale Ruhedruck über dem intravesikalen Ruhedruck liegt. Als unterer Normwert der funktionellen Harnröhrenlange gilt bei der Frau ein Wert von 25 mm. Der maximale Urethraverschlussdruck ist altersabhängig. Als Faustregel kann eine Normwertberechnung wie folgt gelten: Bei Frauen bis zum 50. Lebensjahr: 50 cm H²O, über 50 Jahre: 100 minus Alter (in Jahren) cm H²O.
Im durch regelmäßige Hustenstöße ausgelösten Stressprofil (Belastungsprofil) kann graphisch abgeschätzt werden, in welchem Ausmaß sich eine extrinsische Druckerhöhung auf die Urethra überträgt. Kann unter Belastung (Hustenstöße) ein positiver Verschlussdruck aufrechterhalten werden, ist der Stresstest negativ. Ist unter Stressbedingungen kein positiver Verschlussdruck über die gesamte funktionelle Harnröhrenlange nachweisbar, gilt dieser Befund als Hinweis für eine in ihrer Verschlussfunktion inkompetente Harnröhre.