Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/1740

Slapstick
Der Slapstick ist ein Schlagzeug- oder Geräuschinstrument, das die frühe Filmmusik aus der Theaterpraxis der Vaudeville-Nummern zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernommen hat. Es handelt sich um ein mit einer Hand zu bedienendes Klappholz, wie es in Orchesterpartituren oft als «Peitsche» vorgeschrieben ist. Auch auf der Bühne waren derartige Instrumente als Narrenpritsche (wie des Kasperle oder des Punch in der englischen Komödie) verbreitet.
Mit dem Slapstick wurden artistische Aktionen wie Schläge, Würfe oder Stürze akzentuiert. Weil der Slapstick ein realistisches Geräusch ersetzt, verstärkt oder verfremdet und dadurch eine zeigende Funktion hat, verbindet er die diegetische Funktion des Geräuschs mit der extradiegetischen einer Filmmusik. Diese charakterisierende Übertreibung («Groteske») hat eine komische, seltener eine unheimliche Wirkung.
Slapstick-Effekte sind in der filmmusikalischen Technik des Mickey Mousing üblich. Heute werden sie meist elektronisch erzeugt, was eine grössere Klangvielfalt ermöglicht. Für die artistischen Nummern in der Frühzeit des Films sowie für gröbere Komödien in der Folgezeit dient «Slapstick» auch als Genrebezeichnung. (Autor: Mathias Spohr)
Literatur
- Alex Clayton: The Body in Hollywood Slapstick, Jefferson (NC): McFarland 2007. ISBN 9780786430635