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Kurz vor 1860 entstanden in der Region die ersten metallverarbeitenden Fabriken. 1858 gründeten die Eisenwarenhändler Karl Joseph und Friedrich Traugott Oederlin aus Baden eine Metallwaren- und Armaturenfabrik. In einem eigenen Kraftwerk nutzten sie die Wasserkraft der Limmat. Die Fabrik profitierte von der Konjunktur des Eisenbahnbaus und dem Ausbau der Wasserversorgung in den Städten. Die 1891 gegründete BBC, die bis 1927 eine eigene Graugiesserei betrieb, liess bei Oederlin Buntgussteile fertigen.
Für das Fabrikareal der Oederlin AG besteht ein Gestaltungsplan für die Neuüberbauung des gesamten Areals. Aus wirtschaftlichen Gründen blieb das historisch gewachsene Fabrikensemble bisher erhalten. In der Giesserei wird nach wie vor produziert. Die restlichen Fabrikgebäude sind sei Mitte der achtziger Jahre grösstenteils an Gewerbetreibende vermietet. Das Kraftwerk ist nach längerem Unterbruch seit 1995 wieder in Betrieb.
Oederlin produzierte anfänglich Haushaltwaren, dann vor allem Armaturen aller Art. Die Kataloge erschliessen eine grosse Palette einzelner Produkte und Anwendungen. Das Unternehmen stellte auch Gussteile für Munition und für die Maschinenindustrie her..
Neue Materialien und Fabrikationsmethoden erweiterten ständig die Produktionsmöglichkeiten eines metallverarbeitenden Betriebs. Bei Oederlin wurde sowohl Buntmetall als auch Leichtmetall und Chromnickelstahl gegossen. Es gab eine Warmpresserei, die auch Kunststoff verarbeitete, eine Stangenfabrikation, eine Dreherei, eine Fräserei und eine galvanische Abteilung.
|1||Villa Müsegg, Wohnhaus der Familie Oederlin|
|2||Goldwandtrotte|
|3||älteste Fabrikgebäude|
|4||Kraftwerk|
|5||Giesserei|
|6||Backsteinbauten von 1906 – 1908|
Der Kamin links steht in einem Hof, den die1866 erbauten Fabrikgebäude umschliessen. Am Kanal das flach gedeckte Turbinenhaus von 1896 und das mit Satteldach versehene Radhaus. Rechts führt eine Seiltransmission über die Dächer von Dreherei und Giesserei.
Gewirr von Transmissionsriemen füllt den Fabriksaal. Das Bild zeigt die Dreherei um 1930. Alle Maschinen werden über die zentrale Welle angetrieben.
Das Turbinenhaus wurde 1896 erbaut. Das rechts neben der Turbine gelegene Wasserrad aus der Gründerzeit blieb bis 9125 erhalten. Es lieferte über eine Welle und über Seiltransmissionen mechanische Energie.
Ästhetik der Form. Eine vielfältig verwendbare Duschvorrichtung mit dem damals neuen Neptun-Mischventil aus einem Katalog von 1918.
|1858||Bau der ersten Fabrikanlage, rund 45 Arbeitskräfte|
|1866||Brand der Fabrik, Wiederaufbau|
|1878
||Erster Produktekatalog

|1892||Neubau der Giesserei|
|1896||Montage einer Turbine mit Generator|
|1906 – 1908
||Werkerweiterung mit Backsteinbauten flussabwärts, rund 300 Beschäftigte|
|1918||Umwandlung in eine Familienaktiengesellschaft|
|1925||Abbruch der Wasserrads aus der Gründerzeit. Einbau einer zweiten elektrischen Maschinengruppe, rund 450 Beschäftigte|
|1929||Gründung einer Angestellten-Pensionskasse|
|1938||Erweiterung der Leichtmetallgiesserei|
|1943||Errichtung einer Wohlfahrtsstiftung. Erwerb des Gasthauses Goldwand|
|1996||Abbruch der alten Gerberei|
|1949||600 Beschäftigte|
|1958||850 Beschäftigte|
|1965||Fabrikneubau nördlich der Landstrasse|
|1975||Gestaltungsplan für eine Wohnüberbauung anstelle der Fabrikanlage|
|1985||Aufgabe der industriellen Tätigkeit der Oederlin AG. Gründung der Oederlin Giesserei AG mit dem Zweck der Produktion von Stahl- und Buntmetall-Sandguss|