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Liebe Freundinnen und Freunde der Tschäpperliweine
Nach einem sehr schönen Weinjahr im 2011 stellte die Witterung im Jahre 2012 die Rebbauern vor erhebliche Herausforderungen. An 23 Frosttagen im Februar fielen die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt. Fällt die Temperatur unter minus 15° C können die Knospen der Reben Schaden nehmen. Am 4. Februar zeigte das Thermometer am Morgen im Tschäpperli minus 18,1° C an. Dank einer frühen Ernte im Vorjahr konnten die Reben jedoch gestärkt in die Winterruhe gehen. Sie haben wohl auch deshalb nur in tieferen Lagen wenig Schaden genommen. Der Frühling begann mit einem warmen März, dem ein sprichwörtlich launischer April folgte. Im Mai variierten die Temperaturen zwischen 30° C am elften und 15° C am dreizehnten. Am 17. Mai sank das Thermometer sogar auf -0,2° C. Es war trocken, und so haben die Reben diesen späten Frost gut überstanden. Vermutete Trockenschäden aus dem Frühsommer 2011 sowie wechselhaftes Wetter während der Blüte im 2012 liessen früh erkennen, dass es im 2012 eine kleinere Ernte geben würde. Der Sommer war von nasser Witterung geprägt. Die Herausforderung bei der Bekämpfung von Mehltau war gross. Dank permanenter Beobachtung der Situation und gezieltem, jedoch zurückhaltendem Einsatz von Pflanzenschutz, konnten wir den Mehltau vom Tschäpperli fern halten. Im August kam schliesslich der Sommer mit acht Hitzetagen und einer Maximaltemperatur von 36.4° C.
September und Oktober waren unbeständig und eher nass. Die Traubenlese musste nach dem Gesundheitszustand der Trauben organisiert werden. Faule Teile wurden weggeschnitten, was ebenfalls zu Ausfällen geführt hat.
Trotz eines schwierigen Rebjahres konnten wir qualitativ eine gute bis sehr gute Ernte einbringen. Die Mengen liegen, besonders bei den roten Gewächsen, erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Blauburgunder wurde mit ca. 450 g/m2 und durchschnittlich 98° Oechsle (Oe) geerntet (2011: 800 g/m2 und 103°Oe). Der Riesling-Sylvaner brachte bei 850 g/m2 75° Oe (2011: 1100 g/m2 und 82°Oe).
Wir haben die Tschäpperliweine GmbH gegründet. Beteiligt sind Ueli und
Barbara Bänninger-Zurflüh, Steffi Wirth von Blarer und Dieter von Blarer. Die GmbH wird den Betrieb von den Eigentümern pachten und in bewährter
Tradition weiterführen. Damit soll vor allem die Position der Betriebsleiter
gestärkt werden.
Tschäpperli, April 2013
Dieter von Blarer und Steffi Wirth
Ulrich und Barbara Bänninger-Zurflüh
Betriebsleiter
Abbildung:
Max Kämpf, Selbstbildnis im Sprung mit Weinflasche, 1961