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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Orgelmusik wieder stark zu. Einige der bedeutendsten Vertreter der deutschen Orgelromantik sind Franz Liszt, Josef Rheinberger und Max Reger. In Frankreich sind allen voran César Franck, Camille Saint-Saëns, Alexandre Guilmant, Théodor Dubois, Charles-Marie Widor, Eugène Gigout und Léon Boëllmann zu nennen. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik vieler kleineren Meister aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Eugène Thomas lebte von 1841 bis 1918 im Elsass. Er studierte bei Martin Vogt in Colmar und war Nachfolger von Adolphe Querm an der Kirche Ste Madeleine in Ste Marie-aux-Mines. Er komponierte zahlreiche Werke für Klavier, Orgel, Motetten und Messen sowie Musik für Blaskapellen. In seinen Orgelwerken begegnen uns viele kontrapunktische Formen des 18. Jahrhunderts (Fugen, Trios, Préludes) in einer harmonisch eigenen Tonsprache.
Theophil Forchhammer (1847–1923) war ein Schweizer Kirchenmusiker, Organist und Komponist. Theophil Forchhammer wuchs in Tschier/Graubünden auf und erhielt seinen ersten Klaviertunterricht von seinem Vater und beim Dirigenten Heinrich Szawdrowsky. Ab 1866 studierte er am Stuttgarter Konservatorium Orgel, Klavier und Tonsatz bei Immanuel Faisst, Sigmund Lebert und Wilhelm Speidel. Auf Empfehlung Faissts wurde er 1867 Organist in Thalwil, 1869 in Olten, ab 1871 an St. Marien in Wismar. Daneben studierte er Kontrapunkt bei Friedrich Kiel in Berlin.
Léon Boëllmann (1862–1897) ist der wohl berühmteste Orgelkomponist elsässischer Abstammung. Er studierte in Paris und blieb bis zu seinem frühen Tode in der französischen Metropole. Als Pianist und Organist war er weit über Paris hinaus bekannt. Sein bekanntestes Orgelwerk ist die Suite Gothique op. 25, die er zur Einweihung der Orgel in der Kathedrale Dijon komponierte.
Richard Eilenberg (1848–1927) komponierte mit 18 Jahren sein erstes Werk – eine Konzertouvertüre. Eilenberg war seit 1873 Musikdirektor und Dirigent in Stettin und ließ sich 1889 in Berlin als freier Komponist nieder. Er komponierte vor allem Märsche und Tänze für Orchester, Harmonie- und Militärmusik, ein Ballett Die Rose von Schiras op. 134 und die Operetten Comteß Cliquot (1909), König Midas, Marietta und Der tolle Prinz. Von Bedeutung sind auch die von ihm komponierten Märsche Krönungsmarsch (für Alexander III. von Russland) und Janitscharen-Marsch op. 295, der anlässlich des Preismarschwettbewerbs entstand.
Carl Piutti (1846–1902), auch Karl Piutti geschrieben, war ein deutscher Komponist. Carl Piutti studierte am Konservatorium Leipzig, wo er seit 1875 auch als Lehrer wirkte. Seit 1880 war er ausserdem Organist der Thomaskirche.
Paul Richard Gläser (1871–1937) war ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist und Kirchenmusikdirektor. Paul Gläser wurde als Sohn des Erlbacher Kantors Karl Ernst Gläser geboren und von diesem schon früh an der Orgel ausgebildet. Aus finanziellen Gründen lernte er zunächst den Lehrerberuf, bevor er dann am Leipziger Konservatorium Musik studierte, unter anderem Komposition bei Carl Reinecke.
Gustav Rebling (1821–1902) war ein deutscher Komponist und Dirigent. Er erhielt zunächst Unterricht von seinem Vater Friedrich, dem Kantor an der Stadtkirche in Barby. Nach dem Besuch der Musikschule Friedrich Schneiders in Dessau von 1836 bis 1839 liess er sich in Magdeburg als Lehrer für Gesang und Pianofortespiel nieder. Bis 1853 war er zugleich Organist an der kleinen französisch-reformierten Kirche, von 1847 bis 1855 unterrichtete er ausserdem am Lehrerseminar. 1854 wurde er als Nachfolger Johann Joachim Wachsmanns Dirigent des Domchores und Gesangslehrer am Domgymnasium Magdeburg.