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Allgemeines:
Mallorca ist eine Insel im Mittelmeer, ca. 200 km vom spanischen Festland entfernt. Die Insel hat eine maximale Ost-West Ausdehnung von 98 km und eine Nord-Süd Ausdehnung von 78 km. Die Küstenlänge Mallorcas beträgt ca. 550 km. Zwei Gebirgszüge rahmen die Insel ein, die weniger spektakulären "Serres de Llevant" im Osten und die bekannte, über weite Strecken nicht besiedelte "Serra de Tramuntana" im Nordwesten, in der die höchsten Berge der Insel, darunter elf mit über 1000 Meter über Meereshöhe, liegen. Der Puig Major ist mit 1443 m.ü.M. der höchste Berg Mallorcas. Dort in der Nähe führt auch die höchste durchgehende Strasse (880 m.ü.M.) vorbei. In der Serra de Tramuntana befinden sich auch der bekannte Canyon des "Torrent de Pareis" und die beiden Trinkwasser-Speicherseen Embassament de Cúber und Embassament des Gorg Blau. Die Stauseen sichern vor allem die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Palma. Tiere sieht man auf Mallorca eher wenige. Nebst vielen Vogelarten vor allem Ziegen und Schafe.
Radfahren auf Mallorca:
Wer wie ich im Frühling auf Mallorca unterwegs ist, darf sich auf viele Strassen mit nur (sehr) geringem motorisierten Verkehr freuen. Abgesehen vom Stadtverkehr sah ich auf meiner Tour wohl mehr (d.h. sehr viele) Fahrradfahrer im Vergleich zu Autos oder Motorradfahrer. Diese teilweise grossen Gruppen an Profi- und Hobbyrennradfahrern sind es denn auch, die mit ihrem Fahrstil (Fahren auf ganzer Strassenbreite, Halten mitten auf der Strasse, sehr enges Ueberholen) den Verkehr prägen und die Autofahrer zu Geduld zwingen. Die Ueberholmannöver der Autofahrer erlebte ich (trotzdem) als sehr angenehm. Die Qualität der Strassen auf Mallorca ist fast überall gut bis sehr gut, nur vereinzelt stiess ich auf etwas löchrige und entsprechend holprige Abschnitte. Mit Glasscherben entlang der Strassen muss man leider auch auf Mallorca besonders in der Nähe grösserer Ortschaften rechnen. Dank einer guten Strassenkarte (Radkarte Mallorca 1:100000 Jaume Tort) konnte ich mir eine Tour zusammenstellen, welche je nach meinen Bedürfnissen durch "wenig", "gering" oder "stark" befahrene Strassen führte. Die wenig & gering befahrenen Strassen abseits der Touristencentren sind denn auch häufig eher schmal und führen durch landschaftlich schöne & ruhige Gebiete zu hübschen Dörfern mit einladenden Cafés und schönen Dorfplätzen. Der ganze westliche Teil Mallorcas wird vom Tramuntana-Gebirge bestimmt und ist deshalb mit über 15 (passähnlichen) Uebergängen recht hügelig. Gerade aber in diesem Gebiet wird man dann auch öfters mit vielen wunderschönen Küsten- und Bergblicken belohnt. Klima / Wetter: In Mallorca herrscht ein subtropisches Klima mit warmen bis heissen Sommern und milden Wintern. Die beste Radreisezeit für Mallorca ist sicherlich der Frühling oder auch der Herbst, wenn Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad angenehmes Radfahren ermöglichen. Ab Ende August sind aber kurze starke Regenfälle mit Gewitter keine Seltenheit. Auf meiner Tour im April 2012 hatte es zu Beginn knappe 20 Grad und ein bisiger Süd-Westwind sorge für angenehme Fahrtemperaturen. Gegen Ende der Woche erlebte ich dann aber bereits warme 27 Grad.
Uebernachtungen / Campen:
Bisher war auf jeder Fahrradtour mein Zelt dabei. Diesmal habe ich mich jedoch (auch aufgrund der kurzen Tourdauer) dagegen entschieden und günstige Hotels (praktisch alle mit separatem Velokeller) bereits vorgebucht. Denn mit Ausnahme beim Kloster Lluc ist auf Mallorca das zelten überall offiziell verboten. Auf privatem Gelände wird dieses Verbot auch von den Eigentümern unübersehbar durch Schilder gekennzeichnet. Ich sah auf meiner Tour zwar durchaus einige wenige (!) Plätze, wo das "wild campen" wohl möglich gewesen wäre, aber die Suche nach einem solchen Platz wird auf Mallorca durch die häufig vorhanden Strassenzäune mit Stacheldraht, den häufig schlechten (steinigen und unebenen) Böden, den Weidewiesen (Schafe / Ziegen) recht schwer gemacht. Zu bedenken ist zudem, dass es gegen den Sommer hin kaum natürliche Gewässer hat (z.B. zum Kochen) und das Feuer machen strikte verboten ist. Alles in Allmen war ich deshalb sehr froh um meine Entscheidung, dieses mal auf mein Zelt zu verzichten.
Bei der Routenplanung zu berücksichtigen:
- Altstadt von Palma
- Wochenmarkt in Sineu (Mittwochs)
- Naturpark Albufera
- Cap de Formentor (z.B. Aussichtspunkt Mirador del Colomer)
- Strasse "sa Calobra"
- Ortschaften wie Fornalutx, Port de Soller, Valldemossa
- Küstenstrasse im Tramuntana Gebirge
Anforderungen:
Vor allem im Tramuntana-Gebirge, also Mallorcas Westen, ist es sehr hügelig und jeden Tag gibt es mehrere passähnliche Uebergänge zu bewältigen. Wer dies nicht mag sollte Mallorca per Rad meiden oder aber sich eher auf den flachen zentralen und östlichen Teil der Insel konzentrieren.
Persönliche Bewertung:
Mallorca ist sehr empfehlenswert für einen Kurzurlaub auf 2 Rädern. Aufgrund der vielen Fahrradfahrer, der recht guten Infrastruktur auf Mallorca und der "Schwierigkeit" wild zu campen fehlt jedoch eine Brise "Abenteuer".
Vorwort:
Bei Temperaturen von 3 Grad frühmorgens in Basel mache ich mich auf den Weg nach Mallorca. Dort erwarten mich nebst hoffentlich tollen Landschaften bedeutend wärmere Temperaturen um 20 Grad. Doch dies ist kaum ein Grund, im April mit dem Fahrrad nach Mallorca zu gehen. Was hat Mallorca denn zu bieten? Ehrlich gesagt tönen in meinen Ohren Länder wie Albanien, Rumänien, Schottland oder Norwegen usw. viel elektrisierender... Und trotzdem höre und lese ich immer wieder wie schön Mallorca gerade im Frühling sein soll. Da die Insel ziemlich klein ist und somit 4,5 Tage ausreichen sollten, die Insel kennen zu lernen, habe ich mich nun sehr spontan dazu entschieden, mich auf die Suche nach dem Mallorca fernab der Biergärten, Partymeilen und super Strände zu machen. Mangels Campingplätzen und wild campier Möglichkeiten habe ich mich zudem erstmals überwinden können, die Fahrradtour ohne Zelt zu gestalten und sogar die Unterkünfte bereits vorzubuchen. Irgendwie tönt das nicht nach Abenteuer so wie ich es eigentlich mag..., aber es hat ja durchaus auch gewichtsspezifische Vorteile. Nun bin ich gespannt auf die Eindrücke, welche ich in den Küstenregionen, im Flachland sowie in der Gebirgsladschaft ganz im Westen erleben werde.
Dienstag, 17.04.2012 Airport Palma - Colonia de Sant Jordi 60 km
Nachdem ich mein Fahrrad am Flughafen wieder fahrtauglich gemacht hatte, startete ich gegen 14.30 Uhr bei Sonnenschein aber kühlen stärkeren Winden aus Süd-West zur 4,5 tägigen Mallorca-Tour. Kaum hatte ich das Flughafenareal verlassen, befand ich mich bereits auf der Schnellstrasse (Autobahn?), welche ich aber bereits nach wenigen Minuten bei "Platja de Palma" verlassen konnte und nun in ruhigeren Strassen direkt am Meer bis nach S'Arenal fahren konnte. Während die schönen Strände noch praktisch leer waren, merkte ich aufgrund der grossen Massen an (Renn-) Radfahrern auf den Strassen sehr schnell, dass Mallorca im Frühling bei Radfahrern hoch im Kurs stehen muss. Entlang der meeresnahen und verkehrsarmen Hauptstrasse (MA-6014) gings weiter Richtung Colonia de Sant Jordi, wobei die Küstenblicke nun weniger wurden und die Wiesen/Felder häufig mit einem Zaun & Stacheldraht abgegrenzt waren. Ohne gröbere Anstrengungen und mit etwas Rückenwind erreichte ich gegen 17.30 Uhr das kleine Colonia de Sant Jordi. Die heutige Route bot zwar nicht übermässige landschaftliche Eindrücke, doch einzelne schöne Meeresblicke und die reibungslose Flugreise haben trotzdem zu einem gelungenen Start beigetragen.
Mittwoch, 18.04.2012 Colonia de Sant Jordi - Port de Pollenca 100 km
Nach einem tollen Frühstück stand heute die Route von der südlichsten Ortschaft Mallorcas durch die Ebene "Es Plà" zur nördlichsten Ortschaft nach Port de Pollenca an. Bei wechselhaften aber weiterhin trockenen Bedingungen mit erneut stärkeren Westwinden fuhr ich entlang von (häufig eingezäunten) Feldern wo teilweise Kühe & Schafe weideten oder Zitruspflanzen standen (Zitronen & Orangen) und entdeckte dabei auch die ersten alten Windräder. Schliesslich erreichte ich gegen Mittag die Ortschaft Sineu, wo jeden Mittwoch (!) ein riesiger Wochenmarkt stattfindet und Tausende (vorwiegend) Touristen in den Bann zieht. Viele Busse, Autos aber auch Fahrradfahrer zeugten auch am heutigen Tag vom regen Besuch des Markts und der schönen Altstadt mit deren verwinkelten, engen Gassen und schönen Restaurants. Nach dieser Pause führte eine sehr schöne, enge Strasse (MA-3512) mit wunderbarem Blick auf das Tramuntana-Gebirge im Westen via der Ortschaft Muro wieder ans Meer nach Can Picafort. Richtung Alcudia nahm der Verkehr dann deutlich zu (Strasse MA-12) so dass der geschützte Naturpark "Albufera" mit seinen vielen Vogelpopulationen nochmals etwas Ruhe bot, bovors dann in Alcudia mega touristisch wurde. Viel Verkehr, breite Strassen, massenhaft Läden und Restaurtants entlang der Hauptstrasse sowie viele Rennradfahrer bewirkten ein reges Treiben in und um die Stadt. So war ich nicht unglücklich, die letzten 10 km bis Port de Pollenca wieder wunderschön und ruhiger entlang der Küste fahren zu können. Bereits um 14.30 Uhr erreichte ich die Kleinstadt bzw. mein 2.Uebernachtungsort, weshalb ich ohne Unterbruch gleich weiter zur Landzunge Cap Formentor fuhr. Die ca. 20 km lange Strasse (Sackgasse) zum Leuchtturm am Ende der Halbinsel bietet einige spektakuläre Ausblicke und ist deshalb nicht nur bei Fahrradfahreren sehr beliebt. Nachdem ich aber am heutigen Tag bereits genügend Fahrrad-km in den Waden hatte, verzichtete ich auf zusätzlich über 1200 Höhenmeter (!), welche eine Fahrt zum Leuchtturm und zurück mit sich gebracht hätte und steuerte durch eine karstige Gebirgslandschaft in weiten Serpetinen nur auf den Pass "Coll de la Creueta" (206 m.ü.M.) mit seinem grandiosen Ausblick, dem "Mirador del Colomer" (232 m.ü.M.) zu. Oben angekommen war ich dann tatsächlich angetan von diesem herrlichen Panorama und an gewissen Stellen konnte man am Felsrand 200m senkrecht zum rauschenden Meer hinunterblicken. Die Abfahrt zurück nach Port de Pollenca war dann eine kurze Sache und so gönnte ich mir am späten Nachmittag noch einen längeren Spaziergang entlang der schönen Meerespromenade. Dies wars bereits vom flachen, ebenen Mallorca. Die kommenden 3 Tage werde ich mich im hügeligen Westen Mallorcas, den Tramuntana-Bergen aufhalten. Ich freue mich und bin gespannt wie anstrengend es sein wird.
Donnerstag, 19.04.2012 Port de Pollenca - Port de Soller 75 km
Gemeldet waren heute eigentlich Regenschauer, doch es blieb den ganzen Tag trocken! Und um es vorwegzunehmen, am heutigen Abend werde ich bei blauem Himmel am Steg der wunderschönen Bucht von Port de Soller sitzen und dankbar darüber nachdenken, wie intensiver die (positive) Gefühlslage, die Farben der Landschaft und das Wohlbefinden bei Sonnenschein wahrgenommen werden.
Um 08.30 Uhr startete ich also bei trübem trockenen Wetter von Meereshöhe bei Port de Pollenca mit einer zunächst kaum spürbaren Steigung vorbei an Acker- und Weideland, Kakteen und direkt vor mir erhoben sich die wunderschönen Gipfel der Tramuntana Berge. Ein Anblick der mein Herz höher schlagen liess. Auf den letzten 7 km wurde es dann steiler, denn serpentinenmässig gings auf ruhiger, schmaler Strasse teils zwischen Bäumen und häufig vorbei an spannenden Felsformationen über den "Coll de Femania" auf 515 m.ü.M. zum ersten Zwischenziel, dem Kloster Lluc. Gerade noch bevor die ersten Touristenbusse gegen 11.00 Uhr ankamen, verliess ich die Klostermauern wieder und fuhr bei nun drohend dunkler werdenden Wolken in weiterhin schöner Bergwelt zur Verzweigung "Sa Calobra". Sa Calobra nennt sich die Strasse zur Bucht von Sa Calobra und gilt als berühmteste Strasse Mallorcas, weil sie in Serpentinen fast 700 Höhenmeter spektakulär ans Meer führt. Da für mich die Fahrt in die Sackgasse "Sa Calobra" (Info: es fährt ein Schiff bis nach Port de Soller) mit entsprechend gleichem Rückweg am Tag nicht in Frage kam, entschied ich mich, bloss ca. 2 km hoch zum "Coll dels Reis" (682 m.ü.M.) und dann ca. 1 km hinunter zum berühmten "Krawattenknoten" zu fahren, wo sich die die Strasse in einer 300-Grad-Kurve einmal um die eigene Achse dreht. Nachdem ich ein paar Fotos dieser spektakulären Strasse gemacht hatte, trat ich über den Coll dels Reis wieder den Rückweg zur Verzweigung Sa Calobra an und machte mich sogleich an den Aufstieg zum höchsten Punkt der ganzen Tour. Etwas steiler gings nun "in Begleitung" vieler Rennradfahrer hinauf zu den idyllischen Stauseen "Gorg Blau" und "Cuber", wo ich mit der Tunneldurchfahrt "Puig Major" eine Höhe von 880 m.ü.M. erreichte. Die Bergspitze des "Puig Major" gilt mit seinen 1445 Metern übrigens als der Höchste Berg Mallorcas. Es folgte eine lange, tolle Abfahrt welche immer wieder mit schönen Blicken in die Bucht von Soller gespickt war und im kleinen Dorf Fornalutx folgte nochmals ein letzer Zwischenhalt. Fornalutx, das schon mehrfach im spanischen Wettbewerb um das "schönste Dorf" gewonnen hat, trumpft mit schönen Steinhäusern, engen blumengeschmückten Gassen und Treppen sowie kleiner Plätze und gemütlichen Restaurants auf. Nur wenige km später erreichte ich die kleine, wunderschöne Bucht von Port de Soller. Als ich zudem mein vorreserviertes Hotel entdeckte, welches nur ca. 10m vom Meer entfernt liegt und von dessen Balkonzimmer ich eine atemberaubende Sicht auf die ganze Bucht hatte, da lachte mein Herz und die heute ca. 1200 Höhenmeter waren vergessen. Port de Soller besitzt auch aufgrund seiner autofreien Bucht viel Charme. Das einzig zugelassene Verkehrsmittel ist (nebst Fahrradfahren) auf dieser eigenntlichen Fussgängerzone die nostalgische Soller Bahn, welche der Hafen mit dem 5 km entfernten Soller verbindet und als Touristenattraktion gilt. Die heutige Route aber auch die Bucht von Soller waren sicherlich ein Highlight dieser Tour.
Freitag, 20.04.2012 Port de Soller bis Peguera 85 km
Die heutige Route führte im Tramuntana Gebiet führte mich bei sonnigem Wetter mit oft kühlenden Winden von Port de Soller über sechs passänliche Uebergänge und damit verbundenen ca. 1200 Höhenmetern an die Südküste der Insel nach Peguera. Eine Route, die wiederum Spass machte. Vom herrlich von steilen Bergen umgebenen Soller nahm ich die küstennahe Strasse (Ma-10), welche mich entweder eingepackt zwischen Felswänden und Meer und damit verbundenen tollen Küstenblicken oder in einer schönen Hügellandschaft über 2 kleinere Pässe (222m / 430 m) nach Valldemossa führte. Das idyllisch gelegene Bergdorf mit seinen ockerfarbenen Häuser rund um das Kartäuserkloster wird touristisch rege besucht. Da ich aber an der Besichtigung der Klosterzellen ("in welcher das Liebespaar Sand und Chopin schreibend und komponierend einen Winter verbrachten...") nicht interessiert war, bin ich von diesem titulierten "Besuchermagnet" bzw. "meistbesuchten Dorf Mallorcas" etwas enttäuscht. Ob diese "Berühmtheit" vor allem wegen der Nähe zu Palma entstanden ist? Mir jedenfalls bot Valldemossa im Vergleich zu anderen kleinen Dörfern keinen zusätzlichen "Wow-Effekt", auch wenn das Dorf wirklich sehr schön gelegen ist und mit ein paar netten Restaurants aufwartet. Nach diesem kürzeren Zwischenstopp gings gegen 11. 00 Uhr weiter durch viel grüne Landschaft mit nun weniger Meeresblicken über zwei weitere Pässe (499m / 301 m) ins hübsche, an den Berghängen des Tramuntana-Gebirges gelegene Dorf, Banyalbufar. Die nun wieder küstennahe Strasse bot nun immer wieder herrliche Ausblicke aufs Meer (z.B. "Torre des Verger" & beim Tunnel "es Grau") und über zwei weitere Uebergänge (320m / 344m) erreichte ich schliesslich Port d'Antratx, in dessen Hügel um den Hafen angeblich viele Prominente und Reiche ihr Domizil haben. Nach einem kleinen Mittagessen wars dann bis nach Peguera nur noch ein Katzensprung und hier staunte ich nicht schlecht: Peguera ist überaus touristisch und die Mehrheit der Touristen kommt aus dem deutschsprachigen Raum. So verwundert es wenig, dass wo man hinhört deutsch gesprochen wird und die vielen Läden & Restaurants entlang des "Boulvards" vorwiegend auf Deutsch angeschrieben sind. Nach Alcudia im Norden der Insel erlebe ich hier erstmals wieder richtigen Badetourismus mit schönen Stränden bei warmen 27 grad (!) und entsprechend vielen Leuten. Einige Surfer probierten sich dank der Süd-West Winde und entsprechend grossen Wellen sogar beim Wellenreiten, mit unterschiedlichem Erfolg. Palma liegt nur noch etwa 20 km entfernt, doch morgen habe ich nochmals eine letzte Route in die Berge vorgesehen....
Samstag, 21.04.2012 Peguera - Palma Airport 100 km
Nach dem Trubel in Peguera erstaunte es mich, dass es bei der Ortsausfahrt (ins Landesinnere) sofort wieder ländlich ruhig wurde. Erneut gings neben Schafweiden, Bäumen und Kakteen hinein in die Hügellandschaft der Tramuntana und serpentinenmässig meist im Schatten des Waldes nach Galilea. Galilea (402 m.ü.M.) gehört übrigens wie auch Valldemossa (420 m.ü.M.) zu den höchst gelegenen Ortschaften auf Mallorca. Nach der Abfahrt folgte mit dem "Coll des Grau" (468 m.ü.M.) einen weiterer Uebergang, welcher mich via Esporles und Palmanyola nach Bunyola brachte. Gerade als ich die Geleise überqueren wollte, rollte die wunderschöne "Soller-Bahn" daher, welche auf einer Strecke von 27 km 13 Tunnels durchquert und als touristische Attraktion die Stadt Palma mit Soller verbindet. Auch ein kleiner Markt mit vielen Leuten zierte gerade den Kirchenplatz. Danach zweigte die Strasse Richtung Orient und Alaro, wo zum Ende dieser Mallorca Tour mit langsam schwereren Beinen nochmals zwei Pässe (Coll d'Honor 550m & Coll d'Orient 498 m) zu bewältigen hatte. Die Landschaft blieb auch in dieser Gegend entlang vieler Olivenbäume und teilweie saftigem grün weiterhin sehr schön und in Alaro wartete bereits der nächste Markt auf mich, wo ich mir eine kleine Zwischenverpflegung gönnte. Ab hier gings vorwiegend eben bis leicht abwärts via Santa Maria und schliesslich auf Nebenstrassen ins Zentrum von Palma de Mallorca. Während fast 3 Stunden hatte ich danach noch Zeit, ein paar Sehenswürdigkeiten und die wunderschöne Bucht von Palma (alles mit Fahrradweg) anzusehen und bei ca. 25 Grad letzte Sonnenstrahlen zu tanken. Auf dem Fahrradweg entlang des Meeres fuhr ich dann zum Flughafen, wo meine Mallorca-Tour nach 420 km bzw. 4,5 Tagen bereits wieder endete.
Meine Route im Jahr 2012
|Datum||Strecke||Distanz||Fahrtag||Nacht|
|17.04.2012||Palma Airport - Colonia Sant Jordi||60 km||14.30 - 17.30 Uhr||Hotel|
|18.04.2012||Colonia Sant Jordi - Port de Pollenca||100 km||09.15 - 16.30 Uhr||Hotel|
|19.04.2012||Port de Pollenca - Port de Soller||75 km||09.30 - 15.00 Uhr||Hotel|
|20.04.2012||Port de Soller - Peguera||85 km||08.30 - 15.15 Uhr||Hotel|
|21.04.2012||Peguera - Palma Airport||100 km||08.30 - 15.00 Uhr|
|Total||420 km|
Mallorca 2012
Tag 1 - zu Beginn noch oft mit direkten Ausblicken zum Meer
Etappe nach Colonia Sant Jordi
Tag 2 - erste Windräder auf dem Weg nach Port de Pollenca
Oefters weideten Schafe entlang der Strassen
Lust auf eine Zitrone?
Sineu - gerade richtig zum Wochenmarkt
Viele Fahrradfahrer aber keine Autos...
Naturpark Albufera im Norden bei Alcudia
Küstenstrasse nach Port de Pollenca
Cap de Formentor, da rauf gehts...
Auf der Passhöhe wartet ein traumhaftes Panorama
Tag 3 - Die Tramuntana Berge stehen bevor
immer ein wenig hügelig...
leere Strassen mit solch tollen Blicken
Santuari de Lluc auf 525 m.ü.M.
Passstrasse Sa Calobra
Tunnel Puig Major auf 880 m.ü.M.
Fornalutx gilt als eines der schönsten Dörfer Mallorcas
Traumhafte Bucht bei Port de Soller
Tag 4 - Fahrt entlang der Küste nach Peguera
abseits der Küste folgten natürlich ein paar Pässe
Valldemossa - Touristenmagnet mitten in den Bergen
Solche Ausblicke gab es einige...
Ankunft im Party- und Touristenort Peguera
Tag 5 - es zog mich nochmals ins Landesinnere
Eine Attraktion - Die Soller Bahn hier bei Bunyola
Stellvertretend für 14 (Pass-) Uebergänge
Abfahrt nach Alaro auf 170 m.ü.M.
Ankunft in Palma de Mallorca
das Wahrzeichen - die Kathedrale