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Viele, die unter Winterdepressionen leiden, setzen sich in der kalten und dunklen Jahreszeit regelmässig unter spezielle Lampen, die das Tageslicht simulieren. Damit kommen sie bis im Frühling über die Runden. Wissenschaftler der University von Vermont behaupten nun, dass die Lichttherapie meist nur im ersten Anwendungsjahr wirkt.
Für eine mehrjährige Studie untersuchten sie 177 Menschen, die an einer Winterdepression leiden. Rund die Hälfte wurde mit einer Lichttherapie behandelt, der Rest wurde einer kognitiven Verhaltenstherapie unterzogen. Also einer Therapie, bei der man ein gewisses Verhalten «umlernt».
In der letzteren Gruppe wurde den Probanden über sechs Wochen in zwei wöchentlichen Sitzungen à 50 Minuten beigebracht, negative Gedanken den Winter betreffend abzuschalten und Verhaltensmuster zu vermeiden, die die Depression fördern. Patienten neigen beispielsweise dazu, sich sozial abzukapseln.
Die Lichttherapie-Gruppe sollte täglich ihre Lampen-Sitzungen durchführen. Ihr wurde die Möglichkeit in Aussicht gestellt, das Ganze im Folgewinter zu wiederholen.
Nach dem ersten Winter hatten sich die Symptome bei beiden Gruppen gebessert. Nach zwei Wintern litten 46 Prozent der Lichttherapie-Gruppe aber wieder unter Depressionen. Und das erst noch stärker als zuvor. In der anderen Gruppe waren es nur 27 Prozent.
Fazit der Experten: Lichttherapie ist wie beispielsweise ein Medikament für Bluthochdruck. Sie heilt nicht, sondern hilft bloss dabei, die Symptome zu unterdrücken. Damit sie wirkt, muss man sie ständig anwenden. Die meisten hören jedoch mit den Lampen-Sitzungen auf, sobald der Frühling kommt.
Wer also lernt, die Winterdepression zu verlernen, hat die besseren Karten. Die erworbenen Fähigkeiten führen ausserdem dazu, dass die Betroffenen eher das Gefühl haben, ihre Situation und die Symptome kontrollieren zu können. (cm/gsc)