Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/563

Das Buch der Liebe (1874)
Das Buch der Liebe
(Geschrieben: 1874)
Erotisches Lieferungswerk (Karl-May-Verlag: Grüner Band 87: "Das Buch der Liebe" und Grüner Band 72: "Schacht und Hütte")
Das Buch der Liebe entsteht, weil Münchmeyer das in seinem Verlag vertriebene, jedoch verbotene Aufklärungswerk Die Geschlechtskrankheiten des Menschen und ihre Heilung trotzdem noch – wegen der Zensur teilweise in neuem Gewand – verwerten will.
Inhalt
Karl May verrät sowohl in seinen Äusserungen zur Bibel als auch zur christlichen Religion eine erstaunlich kritische und selbstständige Haltung. Nicht nur wertet er die Bibel als historisches und narratives Menschenwerk, auch zentrale Kirchendogmen, wie die Existenz des Teufels und der Hölle, die göttliche Trinität und sogar die Gottessohnschaft Jesu Christi, verwirft er weitgehend. Stattdessen identifiziert May Gott mit der Liebe und fordert eine an der Bergpredigt orientierte Liebesreligion ein, die im Bündnis mit der Wissenschaft, hinzuwirken habe auf ein utopisches Reich der Nächstenliebe und des Friedens. Damit nimmt May bereits im Buch der Liebe Gedanken vorweg, wie er sie ähnlich dezidiert erst wieder im Spätwerk formuliert, als er die Losung „Empor ins Reich der Edelmenschen“ gefunden hat.