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Im Juni 1910 standen einzelne Luzerner Stadtgebiete teilweise so tief unter Wasser, dass als Touristenattraktion eine «Bootsfahrt über die Quais bis dicht an die Hotels heran» angeboten wurde.
Am Morgen des 15. Juni 1910 ging der erste Alarm ein: Die Sentimatte stehe teilweise unter Wasser, der Vierwaldstättersee und die Reuss traten im Velrauf des Tages über die Ufer. Die Überschwemmungen sollten in den fünf folgenden Tagen einen historischen Grosseinsatz der Luzerner Feuerwehr erfordern: Insgesamt wurden rund 14’000 Einsatzstunden geleistet. Die Kapellbrücke wurden mit Seilen und 200 Sandsäcken gegen das tobende Wasser gesichert. Ein Beamter der Schiffswerft soll mit seinem Boot von der Arbeit mit seinem Boot in den Falken zu einem Bier gefahren sei, berichtete der damalige Feuerwehrkommandant Wilhelm Leppert.
Trotz des Wassers ging das Leben in der Stadt aber weiter; Kutschen und Boote fuhren am Schwanenplatz durch die überschwemmte Strassen, Pferde zogen die Trams. Notbrücken ermöglichten es Fussgängern, meist trocken in andere Stadtteile zu gelangen. Zum Gaudi der herumstehenden Leute kam es aber ab und zu zu einem unfreiwilligen Taucher.
Am Morgen des 17. Junis erreichte der Seepegel mit 435,25 Metern über Meer seinen Höhepunkt, wie das Stadtarchiv in einem Text zum Hochwasser schreibt.
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