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Getreidemühlen sind die ältesten technisierten Einrichtungen mit grosser Verbreitung, die sich in der frühen Neuzeit zum kapitalistischen Handwerks-, Handels- und Gewerbeunternehmen und vom 19. Jh. an zur kapitalintensiven, hochtechnisierten Inlandindustrie entwickelten. Mühlen entstanden nicht nur im Mittelland, sondern auch in Randlagen. Bestimmt wurde der Standort von Mühlen durch die Nähe zu Kornbau, Wasserläufen und fahrbaren Wegen. Da Getreide bis in die Neuzeit auch im Hügel- und Berggebiet zur Selbstversorgung gehörte, entstanden auch hier Mühlen.
Wie an dieser Stelle am Carrerabach ersichtlich, lagen die meisten Mühlen nicht direkt am Fluss oder Bach, sondern an Kanälen, die eine Regulierung der Wassermenge erlaubten und Schutz vor Geschiebe gewährleisteten.
Die Basisausrüstung von Kleinmühlen bestand aus Schäl- und Mahlgang, für deren Antrieb ein Wasserrad genügte. Schon im Spätmittelalter waren vielen Mühlen Nebenbetriebe angegliedert, die auch am Wasser liefen: Schrotmühlen für Brei- und Brotgetreide, Reibmühlen zum Quetschen der Hanfstängel und Sägereien.
Der alte Flurnamen „untere Walche“ im ehemaligen Mühletobel zeugt davon, dass früher hier auch Walkmühlen in Betrieb waren. In den Tuchwalkmühlen wurden Wollstoffe in einem warmen und feuchten Zustand durch Schieben, Quetschen und Stampfen so zu einem zusammenhängenden Körper verfilzt, dass eine glatte Oberfläche entstand. Auf diese Weise wurden die Fäden des Gewebes vollständig versteckt, um dadurch den Stoff leicht wasserabweisend zu machen. Wir kennen heute einen solchen Stoff als Loden. Auch Leinen wurde leicht gewalkt, um sie geschmeidiger zu machen.