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Neophyten
Was sind eigentlich Neophyten? Neophyten (griechisch: neo = neu; Phyton = Pflanze) sind Pflanzen, die bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt vom Menschen nach 1492, dem Jahr der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkamen.
Da Neophyten in ihrem neuen Lebensraum nicht immer natürliche Konkurrenten oder Feinde haben, können sie einheimischen Pflanzen überlegen sein (z. B. schnelleres Wachstum) und Probleme in folgenden Bereichen verursachen (invasive Neophyten):
- wirtschaftliche Schäden, z. B. Unkräuter in der Landwirtschaft
- Gefährdung der menschlichen Gesundheit, z. B. der Verbrennungen verursachende Riesen-Bärenklau oder der allergene Pollen der Ambrosia
- ökologische Schäden, z. B. durch Verdrängung einheimische Arten bzw. Veränderung von Ökosystemen
Es gibt aber auch Neophyten, die heute gern gesehen und in vielen Gärten und der Landwirtschaft gehegt und gepflegt werden. Dies sind zum Beispiel Tomaten und Kartoffeln, welche aus Südamerika eingeführt wurden.
Auch in Aesch kennen wir einige Neophyten. Als Beispiel seien hier 2 Pflanzen näher beschrieben:
Der japanische Riesenknöterich
Der Riesenknöterich ist ein eine japanische Kraut- und Staudenpflanze, welche ca. 1825 als Zierpflanze aus Ostasien eingeführt wurde. Seit etwa 1950 erfolgt eine sprunghafte Ausbreitung, zunächst entlang von Bach- und Flussläufen, zunehmend auch auf trockeneren Standorten. Seine oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab, den Winter überdauert er im Boden. Im April schlagen die oberirdischen Sprossen aus. Die Hauptphase des Höhenwachstums (bis zu 30cm täglich!) fällt in den Mai. Ende Mai beginnen sich die Sprosse zu verzweigen und ein dichtes Blätterdach zu bilden, unter dem andere Pflanzen kaum gedeihen können. Mit den unterirdischen Ausläufern vermag er die angrenzende Vegetation zu „unterwandern“, um dann in einiger Distanz zum bestehenden Bestand neue Luftsprosse zu bilden. An Fliessgewässern bereitet diese Pflanzenart ernsthafte Probleme, indem sie die angestammte Vegetation verdrängt, die Erosion von Böschungen, insbesondere an Ufern, fördert und mit ihrem Wurzelwerk Schäden an Bauten und Ufersicherungen oder Belägen verursacht. Bei uns ist der Riesenknöterich vor allem am Birsufer zu finden.
Die Ambrosia
Die Ambrosia Pflanze ist ein einjähriges "Unkraut" aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie keimt im Frühjahr bis Sommer. Die Pflanze kann beim Menschen durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit dem Blütenstand heftige Allergien auslösen. Die Pflanze wächst besonders gern auf gestörten Böden, so beispielsweise an Strassenrändern, in Kiesgruben, an Bahndämmen, auf Baustellen und Schutthalden, aber auch in Gärten. Schon 11 Ambrosiapollen pro m3 Luft bedeuten eine hohe Belastung. Ambrosiapollen sind sehr aggressiv und viel allergener als Gräserpollen. Häufigste Symptome: Husten, Atemlosigkeit, Asthma (Asthma tritt bei rund einem Viertel der Betroffenen auf), teilweise: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit; Rötung, Jucken, Brennen, Lichtempfindlichkeit, Tränen der Augen. Die Ambrosia verlängert die Heuschnupfen-Saison teilweise bis in den Oktober!
- Ambrosia ist ungefährlich, solange sie nicht blüht. Sie kann ab Juli blühen, blüht aber meist erst ab Mitte August.
- Im Garten festgestellte Pflanzen sollen ausgerissen und entsorgt werden (Hauskehricht). Blühende Pflanzen sind mit der nötigen Vorsicht (Handschuhe, Feinstaubmaske) zu behandeln. Nach der Arbeit ggf. die Kleider wechseln.
- Soll die Pflanze im Zweifelsfalle bestimmt werden, muss sie ausgerissen und ans Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain LZE in Sissach geschickt oder gebracht werden, verpackt in Plastiksack mit ein paar Tropfen Wasser.
- 2006 wurde Ambrosia artemisiifolia, das Aufrechte Traubenkraut oder Ambrosia in der Schweiz als "besonders gefährliches Unkraut" deklariert (Pflanzenschutzverordnung). Findet man eine Ambrosiapflanze, muss man sie deshalb melden und bekämpfen. In jedem Kanton existiert eine dafür zuständige Stelle, bei der man die Pflanze melden kann. Im Kanton Basellandschaft:
Pascal Simon
Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain
Kantonaler Pflanzenschutzdienst
Postfach
4450 Sissach
Tel. 061 552 21 17
Fax 061 552 21 55
<email-pii>
Unkräuter
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