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Alexa Hennig von Lange: Kampfsterne
1985: wenn Alexa Hennig von Lange das Lebensgefühl dieser Zeit skizziert, erklingt Keith Jarretts Köln Concert, Schrankwände voller Schnapsflaschen und lederne Sitzgarnituren füllen die Wohnzimmer, der Feminismus verängstigt die Männer und die Kinder sind hochbegabt. Eine Reihenhaussiedlung wird zur Kampfzone, als die kumulierten Verletzungen und verdrängten Sehnsüchte der Hausfrauen ans Tageslicht drängen.
Gottlieben Ulla und Rainer. Rita und Georg. Ella und Bernhard. Drei Paare. Mütter und Väter. Sie wohnen in dänischem Design, fahren nach Südfrankreich in den Urlaub, schicken ihre Kinder zum Cello-Unterricht und zum Intelligenztest. Sie versuchen, sich als aufgeklärte und interessierte Menschen zu beweisen, die das richtige Leben führen. Wo wäre das leichter als in den sorgenfreien Achtzigerjahren der Bundesrepublik? Und warum funktioniert es trotzdem nicht? Alexa Hennig von Lange erzählt die Geschichte einer Generation von Eltern, die ein freieres Miteinander wollten. Der Ideologien, denen sie folgten. Der Liebe, die sie verband. Der Ängste, die sie hatten. Der Kindheit, die sie sich für ihre Söhne und Töchter wünschten. Der Fehler, die sie machten. Der Entschlüsse, die ihre Kinder deshalb fassten.
Die Lesung beginnt am 4. Juli um 20 Uhr im Bodman-Literaturhaus Gottlieben.
red