Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/1275

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Telegramm erfunden. Eine Nachricht, die mit Hilfe akustischer, optischer oder elektrischer Geräte telegrafisch übermittelt wurde.
Wollte man also einem Bekannten zur Hochzeit gratulieren, musste man erst beim lokalen Postbeamten seinen Text aufgeben. Dies konnte man sowohl persönlich, als auch per Telefon erledigen. Auf dem Amt standen verschiedene Schmuckmotive zur Auswahl. Es war dementsprechend gut möglich, dass man zigmal die gleiche Gratulationskarte erhielt. Der Preis eines Telegramms wurde anhand der darin enthaltenen Wörter berechnet. Um den Preis möglichst tief zu halten, hatte sich ein sogenannter Telegrammstil eingebürgert. Beispielsweise sagte man anstelle von: «Ich komme am Freitag um 17:00 Uhr an.» in Kurzfassung: «Ankomme Freitag 17 Uhr.»
Das aufgegebene Telegramm wurde dann an ein Telegrafenamt in der Nähe des Empfängers übermittelt. Dort wurde der Papierstreifen auf die Karte mit entsprechendem Motiv aufgeklebt und per Bote dem Empfänger zugestellt.
Obwohl dies früher der schnellste Weg war, um Nachrichten zu übermitteln, wird diese Art der Kommunikation in der Schweiz seit 1999 nicht mehr verwendet.