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Erreger und Übertragung
Hepatitis C ist eine Leberentzündung, ausgelöst durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV). Da der Krankheitserreger in erster Linie durch Blut einer infizierten Person übertragen wird, besteht die Gefahr einer Infektion vor allem beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen, bei medizinischen Eingriffen mit ungenügend sterilisierten Instrumenten, beim Stechen von Tätowierungen und Anbringen von Piercings mit nicht sterilen Instrumenten oder bei Verletzungen mit Letzteren. Auch Bluttransfusionen in Ländern, in denen das Spenderblut nicht auf HCV-Antikörper getestet wird, sind eine mögliche Infektionsquelle.
Sexuelle Übertragungen des Virus kommen sehr selten vor da dieser Übertragungsweg für HCV sehr ineffektiv ist. Bei HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben, wurden in den letzten 20 Jahren HCV-Infektionen festgestellt, die im Rahmen sexueller Begegnungen stattgefunden haben. Bei näherer Betrachtung scheint es sich aber auch hier um Infektionen über Blutkontakte zu handeln, und es handelt sich um weniger als 20 Fälle pro Jahr. Eine Übertragung von der Mutter auf ihr Kind während der Geburt ist möglich, aber selten.
Krankheitsbild
Bei drei Viertel der neu mit dem Hepatitis-C-Virus angesteckten Personen verläuft die Infektion ohne Symptome. Das verbleibende Viertel entwickelt sechs bis neun Wochen (maximal bis zu sechs Monate) nach der Ansteckung Symptome. Diese können Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sein. Es ist auch möglich, dass Betroffene unter Fieber und Gelenkschmerzen leiden. Bei 5 bis 10 Prozent der infizierten Personen tritt zusätzlich eine Gelbsucht auf. Nach sechs Monaten ist bei 20 bis 30 Prozent der Infizierten die Infektion ohne Behandlung ausgeheilt. Sie sind aber dadurch nicht vor Hepatitis C geschützt und können sich deshalb erneut anstecken.
Oftmals chronischer Verlauf, aber heilbar
Bei 70 bis 80 Prozent der infizierten Personen heilt die Infektion nicht spontan innerhalb von sechs Monaten aus und verläuft somit chronisch (das Virus bleibt in der Leber). Chronisch Infizierte leben meistens jahrelang symptomlos weiter. In ca. 5 bis 30 Prozent dieser Fälle entwickelt sich nach mehreren Jahrzehnten jedoch eine Leberzirrhose (Vernarbung des Lebergewebes). Die davon betroffenen Personen haben ein erhöhtes Risiko, Leberzellkrebs zu entwickeln.
Eine HCV-Infektion lässt sich, wenn sie nicht spontan ausheilt, sondern chronisch wird, mit antiviralen Medikamenten behandeln. Über 90 Prozent der Behandelten können so geheilt werden. Aber auch sie sind nicht vor einer erneuten Infektion mit dem Virus geschützt.
Verbreitung und Häufigkeit
In der Schweiz sind je nach Schätzung 0,1 bis 0,4 Prozent der Bevölkerung chronisch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, weltweit im Durchschnitt rund 1 Prozent. Die Zahl der Meldungen von Menschen mit akuter Hepatitis C ist hierzulande seit 20 Jahren rückläufig (in den letzten fünf Jahren zwischen 10 und 30 Fällen pro Jahr). Von diesen Fällen sind drei Viertel Männer und mehr als die Hälfte ist zwischen 30 und 49 Jahre alt. Bei der Hepatitis C ist die Identifizierung von Übertragungswegen aufgrund des meist unbekannten Infektionszeitpunkts oft schwierig. Entsprechend ist in etwa drei Vierteln der Fälle (2020/21) der Übertragungsweg unbekannt. Bezogen auf das verbleibende Viertel mit bekanntem Übertragungsweg ist eine Mehrheit der neu diagnostizierten Infektionen auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.
Vorbeugung
Es gibt keine Impfung gegen Hepatitis C. Der Schutz vor einer Infektion besteht primär darin zu vermeiden, dass Blut von anderen Personen über Hautverletzungen, Wunden oder nach Kontakt mit der Schleimhaut in den eigenen Körper gelangt. Insbesondere sollten keine Spritzen ausgetauscht und alle Praktiken vermieden werden, bei welchen es zu Stichen oder Verletzungen mit schlecht oder nicht sterilisiertem Material kommt.
Hepatitis C kann unter bestimmten Umständen auch durch verletzungsträchtigen Sex übertragen werden, primär bei Blut-Schleimhaut-Kontakten. Deshalb ist eine konsequente Vermeidung von jeglichen Kontakten mit Blut auch während des Geschlechtsverkehrs wichtig.