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Eine muntere, interessierte Gruppe lauschte den Ausführungen von Martin Harzenmoser.
Admin Steig,
Der bekannte Nachtwächter - Stadtführer Martin Harzenmoser schlüpfte in die Figur des Ulmer Zeitgenossen Johann Jakob Rüeger und führte uns an Orte in der Altstadt, die für Johann Konrad Ulmer von Bedeutung sind. Johann Conrad Ulmer wurde am 31. März 1519 als eines von sieben Kindern in der Stadt Schaffhausen geboren. Ulmers Vater war Zunftmeister der Schneider. Als Mitglied des Kleinen Rates gehörte er zur engsten politischen Führung des Stadtstaates. Trotz der hohen Stellung, die der Vater im öffentlichen Leben bekleidete, lebte die Familie in bescheidenen Verhältnissen. Johann Conrad Ulmer besuchte die Lateinschule. Sein Studium begann er in Basel, später wechselte er nach Strassburg, wo er die Reformatoren Bucer und Calvin hörte. Der interessierte Theologe reiste weiter nach Wittenberg, wo er die wichtigen Reformatoren Luther und Melanchthon kennenlernte. Auf Empfehlung Luthers bekam Hans Konrad Ulmer die Stelle in Lohr in Ostfranken. 22 Jahre betreute er diese Gemeinde. Mit Beharrlichkeit und Ausdauer gelang es ihm, immer mehr Einwohner Lohrs zur Reformation zu bekehren. Er ging behutsam vor, so liess er zum Beispiel die Bilder und Altäre nur langsam aus den Kirchen entfernen. In Lohr fand er auch sein privates Glück. Er heiratete Anna Helferich. Die beiden waren 56 Jahre verheiratet und hatten neun Kinder. 1564 konnten die Schaffhauser Behörden Hand Konrad Ulmer bewegen, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Ulmer wurde Pfarrer am Münster. Schon bald wurde er Antistes, also Versteher der Schaffhauser Kirche. 1596 erlitt er mitten in einer Predigt einen Schlaganfall. Das Verdienst von Ulmer war, dass er der Schaffhauser Kirche eine Struktur gab. Sein Katechismus und seine Lieder waren weit verbreitet. Und er korrespondierte mit den Reformatoren Europas und konnte so den neuen Glauben in der Bevölkerung verankern. Dank seinem Engagement wurde die Schaffhauser Kirche gefestigt. Martin Harzenmoser wusste viel aus dem Leben des Reformators zu erzählen. Aber er betonte auch immer wieder, dass man eben auch seine Zeit verstehen müsse. Lustige Anektoten wusste unser Stadtführer zu erzählen, die jene Zeit lebendig werden liessen. Auch ein Gebäck und ein Schnaps durfte nicht fehlen, alles liebevoll vorbereitet auf seinen Entdeckungstouren in Deutschland. Eine gelungene, abwechslungsreiche Führung. Danke vielmals. Wir waren begeistert und haben unsere Stadt mit neuen Augen sehen gelernt. Martin Baumgartner