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Zusätzlich zu Schutzimpfungen, einer Verbesserung der Haltung und des Managements könnten Arzneipflanzen die Gesundheit von Jungtieren fördern. Seit Jahrtausenden werden diese bei Mensch und Tier eingesetzt, bis heute, wie eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) zum traditionellen Arzneipflanzeneinsatz durch Schweizer LandwirtInnen zeigte. Das FiBL führte vor kurzem auch zwei von Migros finanzierte klinische Studien durch:
Die FiBL-Tierärztin Hannah Ayrle hat in einem Versuch mit 27 Kälbern die Wirkung von Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) untersucht. Die vierwöchige orale Verabreichung führte im Vergleich zur Placebogruppe zu 44% weniger Durchfalltagen (Placebo = Arzneimittel das keinen Arzneistoff enthält). Auch gab es Hinweise auf eine Stimulation des Immunsystems. Atemwegserkrankungen wurden jedoch nicht positiv beeinflusst. Für eine abschliessende Empfehlungen ist es noch zu früh.
In einem zweiten Versuch mit 600 Absetzferkeln wurde der zweiwöchige Einsatz von Knoblauchpulver (300 mg/kg Körpergewicht) im Vergleich zu einem Placebo und dem Standardantibiotikum Colistin untersucht. Zwar mussten ein Drittel der Knoblauch- und Placebo-Ferkel aufgrund starken Durchfalls antibiotisch nachbehandelt werden, die Knoblauch-Ferkel hatten im Vergleich zur Placebogruppe jedoch um 60 Gramm erhöhte Tageszunahmen. Knoblauch erscheint damit als eine sinnvolle vorbeugende Massnahme.
Hannah Ayrle und Michael Walkenhorst (FiBL)
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