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Wir sind uns oft gar nicht im Klaren darüber, wie sich unser Weltbild zusammensetzt: aus Berichten in der Zeitung und aus dem Fernsehen, aus Erzählungen von Freunden und Bekannten oder aus eigenen Erfahrungen. Was bewerten wir eigentlich als wahr? Es gibt Menschen, die sofort gegen jede Autorität aufbegehren, wohingegen sie wissenschaftliche Erkenntnisse oder religiöse Dogmen wie Glaubenssätze hinnehmen. Wir alle haben ein Weltbild, das unser Denken und Handeln bestimmt. Und dieses Weltbild beeinflusst uns viel mehr, als wir das gemeinhin bemerken. Der meisten unserer Sichtweisen, Einstellungen oder inneren Haltungen sind wir uns gar nicht bewusst. Erst wenn jemand anderer Meinung ist als wir, die Dinge anders sieht und deshalb auch anders handelt, als wir es täten, fällt uns ein Unterschied auf.
Warum ein offenes Weltbild?
Wenn wir meinen, wir hätten die richtige Überzeugung, ist damit ja bereits gesagt, dass andere Überzeugungen falsch sein müssen – und da haben wir den Keim all der Gewalt, unter der so viele Menschen leiden mussten und müssen.
Rene Descartes, Mathematiker, Militärfachmann und philosophisches Wunderkind, war der ulti-
mative Revolutionär des Geistes. Er fragte sich, was passieren würde, wenn man sich dazu ent-
schlösse, weder an das zu glauben, was andere einem sagen noch an das, was die eigenen Sinne
einem über die Welt mitteilen. Um festzustellen, ob es irgendetwas gebe, an dessen Existenz man
nicht zweifeln könne, begann er systematisch alles in Frage zu stellen. Das einzige, so schloss er
am Ende, das er nicht bezweifeln könne, war die Tatsache, dass, indem er zweifelte, er gleichzeitig
auch dachte. Aus dieser Tatsache konnte er nun schlussfolgern, dass auch er selbst existieren
müsse. Auf diese Weise hinterließ er der Geschichte das berühmteste Fragment philosophischen
Denkens: »Ich denke, also bin ich« (auf Französisch »Je pense donc je sois« oder in der bekannte-
ren lateinischen Version »cogito ergo sum«). Auf dieser Grundlage begann er dann ein Wissens-
gebäude zu errichten, von dem er glaubte, dass es wahr sein müsse. Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das bekommt Energie. Es wächst und wir ziehen von dieser Qualität noch mehr in unser Leben.
Mit dem Bewusstsein können wir sehr viel in unserem Leben steuern
Der entscheidende Punkt ist: wir müssen uns zuerst bewusst sein, damit wir denken und steuern können.
Awareness (engl. „Bewusstsein“ oder „Gewahrsein“, auch übersetzt als „Bewusstheit“, zur Betonung der aktiven Haltung, ferner auch „Aufmerksamkeit“) kann gemeint sein
Interessante Experimente mit dem Bewussten
Ob ich etwas beobachten kann oder nicht, hängt von der Theorie ab, die ich verwende. Die Theorie entscheidet ob etwas beobachtet werden kann. (Albert Einstein)
Facetten des Bewusstseins
Bewusstsein ist ein rein privates Phänomen. Eins, das ganz auf die Perspektive der ersten Person beschränkt bleibt. Die einfachste Form scheint das sogenannte Kernbewusstsein zu sein. Es stattet uns Menschen mit dem Selbstsinn aus, der für den jetzigen Moment, genau diesen Augenblick gibt.
Um uns am Leben zu erhalten, müssen wir all unsere Körperfunktionen aufrecht erhalten, ein konstantes inneres Milieu aufbauen. Und dafür braucht unser Organismus quasi einen „Referrenzpunkt“ , eine innere Instanz, damit er seine Körperfunktionswerte, seine Position permanent abgleichen oder überprüfen kann. Unser Selbst-Sinn ist also ein unverzichtbarer Teil des Bewusstseins. Wenn es im wachen Zustand zur Aufhebung von Erkennen und Selbst kommt, gerät der Organismus in ernsthafte Gefahr. Dann ist man nämlich tatsächlich in der Lage, zu handeln, ohne die Konsequenzen seines Handelns zu erkennen. Fehlt der Selbst-Sinn im Akt des Erkennens, ist es so, als erhöbe niemand Anspruch auf die Gedanken, die man erzeugt, weil der rechtmäßige Besitzer fehlt. Ohne das Selbst hat der Organismus niemanden, dem diese Gedanken gehören.
Das Kernbewusstsein ist der erste Schritt ins Licht der Erkenntnis, doch erst unser „erweitertes Bewusstsein“ erkennt im Organismus einen höheren Selbst-Sinn - eine Identität und Persönlichkeit. Jetzt sind Denken, Gedächtnis, Sprache Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis erforderlich. Erst beide Bewusstseinsarten machen das Wunder möglich, das wir Bewusstsein nennen. Bei Störungen auf der Ebene des Kernbewusstseins - beispielsweise wie bei Komapatienten - wird das ganze Bewusstseinsgebäude in Mitleidenschaft gezogen. Unser Geist funktioniert nicht mehr !
Viele Facetten des Bewusstseins haben die Forscher in den vergangenen Jahren aufgedeckt. Beispielsweise welche Hirnareale bei welchen Reizen aktiviert werden. Oder was im Hirn - den Unterschied zwischen Koma, Schlaf und Wachsein ausmacht, (Doch das Größte noch zu lösende Rätsel liegt genau darin, die Essenz dieser mentalen Vorstellung zu beschreiben. Denn ohne die es nicht möglich wäre, in jedem wachen Moment zu wissen, wer und wo man ist.) Ganz gleich, ob es sich um unseren Selbst-Sinn oder unsere Bewusstseinzustände handelt - für all diese komplizierten Prozesse in unserem Kopf ist ein Gehirn erforderlich. Und das Gehirn muss die Fähigkeit zur Signalübertragung besitzen, um neuronale Muster zusammenzustellen und Vorstellungen bilden zu können.
Die Entwicklung zum "Ich"
Ganz gleich, was wir momentan fühlen oder tun: Immer haben wir das Gefühl, dass wir als bewusst denkendes, fühlendes und planendes Subjekt - als „ich“ -Verursacher an unserer Handlungen beteiligt sind. Dieses „ich“ ist einerseits bestimmt von Vernunft, von der Einsicht in die Sachlage und die sich daraus ergebenden Randbedingungen. Aber vor allem in die Konsequenzen des eigenen Handelns. Doch wozu brauchen wir überhaupt "ICH"?
Prof. Thomas Metzinger, Philosoph/Universität Mainz
„Ich denke man kann eine unromantische und sehr ernüchternde Geschichte über das menschliche Selbst erzählen. Und diese Geschichte geht so: das menschliche Selbst war eine Waffe, die sich in einem kognitiven Wettrüsten, in einen evolutionären Wettkampf durchgesetzt hat, weil es eine Hilfe im Überleben und beim Erzeugen von möglichst vielen Nachkommen war. Es ist aber auch eine andere Geschichte, bei der das menschliche Selbst die Tür, der Übergang von der rein biologischen Evolution in die kulturelle Evolution war.“
Auch wenn die Entwicklung unseres Selbst, der dem Film in unserem Kopf sein Zentrum gibt und uns unsere Erinnerungen, Gedanken, Handlungen und Körperteile als die Eigenen erleben lässt, sich über Millionen Jahre hin mühsam entwickelt hat. Er wird uns nicht von Geburt an in die Wiege gelegt. Eine Reihe entwicklungspsychologischer Studien zeigen deutlich, dass sich unser Selbstbild, oder das Wissen über ein Ich zu verfügen, erst in den ersten Lebensjahren entwickelt. Dabei scheinen vor allem das zweite und dritte Jahr eines Kindes eine wichtige Rolle zu spielen.
Prof. Wolf Singer, Hirnforscher, MPIfH Frankfurt
„Ganz am Anfang empfinden, fühlen sich die Babys noch nicht richtig abgegrenzt von ihrer Welt. Die empfinden sich eins mit den sie umgebenden Bezugspersonen und lernen erst allmählich , dass sie davon abgegrenzt sind. Lernen dann irgendwann mal ihr Bild im Spiegel zu erkennen. Das ist dann der Punkt, wo man ihnen Identität oder das Wissen einer Identität zuschreibt. Und irgendwann beginnen sich „ich „ zu sagen und auch bereit zu sein, für ihr Tun Verantwortung zu übernehmen. Aber das ist - wie wir wissen - ein langer Lernprozess.“
Die Wissenschaftler sind sich einig: unser Bewusstsein hat den unwiderstehlichen Drang, dass wir am Leben bleiben. Und dieses Leben findet innerhalb einer Grenze statt, die einen Körper definiert. Leben und Lebenstrieb existieren innerhalb einer Grenze, die die innere Umwelt von der äusseren Umwelt trennt.
Ob Seele oder Bewusstsein, Psyche oder Geist - schon seit Jahrtausenden zerbrechen sich Philosophen den Kopf darüber, was hinter diesen Phänomenen steckt. Die meisten davon begriffen den menschlichen Geistes als etwas „Immaterielles“. Als etwas Ungreifbares (alternativ: Flüchtiges) das unabhängig von Gehirn und Körper in anderen Sphären schwebt. Doch wie kann ein Körper, der den Gesetzen der Natur unterworfen ist, einen Geist gebären, der sich genau diesen Gesetzen entzieht?
Prof. Thomas Metzinger, Philosoph Universität Mainz
„In der Gegenwart zeigt sich sowohl in der Philosophie , wie auch in den Naturwissenschaften des menschlichen Geistes sehr deutlich, dass wir wirklich nur Bürger einer einzigen Welt sind. Und dass es sehr wahrscheinlich nur eine Welt gibt. Auf der anderen Seite erscheinen uns aber innerlich dualistische Theorien der Menschen von Leib und Seele hartnäckig intuitiv als die Plausibleren. Dafür gibt es einen einfachen Grund, glaube ich: Die Evolution hat uns Menschen ein Selbstmodell mitgegeben, dass aus einem räumlichen und einem nicht-räumlichen Teil besteht. Aus einem körperlichen Teil, den wir sinnlich wahrnehmen können und aus dem bewussten Denken, dass nicht im Raum wahrnehmbar ist. Und darum denken wir, dass es auch in unserem innersten Kern 2 Welten gibt, dich sich berühren.“
Unserem Gehirn geht es allmählich ans Eingemachte: Was Generationen von Philosophen seit Jahrtausenden nicht lösen konnten, versuchen jetzt Hirnforscher und Neurologen auf der ganzen Welt herauszufinden. Auf Teufel komm raus wollen sie der menschlichen Seele auf die Schliche kommen; zeigen, wie das geistige Bewusstsein von organischer Materie konstruiert wird. Um endlich zu beweisen, wie unser Gehirn unsere Seele macht. Und der Film in unserem Kopf entsteht.
Doch wie wird der Film unseres eigenen Lebens, unsere Biographie im Gehirn erzeugt? Und wie erzeugt das Gehirn das Gefühl, dass es einen Eigentümer und Beobachter dieses Filmes gibt?
Ich kann so wenig "glauben wollen" wie ich "lieben wollen" kann. - also zur Liebe mich zwingen kann.
Das Leben geniessen heisst Vermehrung der Lebensenergie über die Zeit. Dieses Bild zeigt die Zusammenhänge wie mehr oder weniger Lebensenergie in uns fliesst und uns stärkt und Kraft gibt oder wie wir Lebensenergie mindern. Es ist also quasi die Lebensenergiepumpe. Die Drehrichtung ist im Uhrzeigersinn. Detail im Buch "Das Leben geniessen für Praktiker"
Lust und Leistung, das Strickmuster nach dem wir funktionieren
Konrad Lorenz spricht von 5 Trieben damit wir uns in Bewegung setzen.
1. Nahrungstrieb (überleben heute und morgen)
2. Sexualität (überleben über Generationen)
3. Agression
4. Bindung
5. Neugier
Das Verhalten des Tieres ist nur triebgesteuert. Der Mensch hat die Fähigkeit (mit dem Grosshirn) Entscheidungen zu treffen. d.h.auf die Antreibsdynamik der Triebe steuernd einzugreifen (ist nicht immer einfach!) Lust wird empfunden durch Triebbefriedigung. Die Lust kann gesteigert werden durch Erhöhung der Reize. Verwöhnung kann zu eigenartigen Konsequenzen führen -- Exszessen. Wenn Menschen z.B. genügend Essen haben können sie mit noch mehr Essen nicht bewegt werden. Viel mehr durch Lust an der Anstrengung selbst --- Flow Erlebnis.
Agressionen entstehen durch Knappheit von "Ressourcen“ irgendwelcher Art, da strengt sich jeder an. Sieger wird der Agressive!
Warum tust du das was du tust - z.B. lügen nicht immer die Wahrheit sagen sondern sozial erwünscht Antworten- Ersatz für das Wort lügen - geben (Bindungstrieb befriedigen) Wenn ein nahestehender oder geliebter Mensch stirbt merken wir, wieviel Wert uns eine Bindung ist.
Neugier: Beispiel Ansammlung von Menschen ich gehe auch hin um Unbekanntes (Unsicherheit) in Bekanntes umzuwandeln (Sicherheit ist die Belohnung für diesen Reiz) denn in einem Lebensbereich ist ein Mensch aus seiner Sicht souverän und selbstsicher. Prinzip, Unsicherheit suchen und in Sicherheit verwandeln - entspricht dem Neugiertrieb. Mitarbeiter die sich langweilen suchen Unsicherheit um diese in Sicherheit umwandeln zu können- Neugier.
Die Gefühle: Flow und Angst sind Geschwister. Unsicherheit -- Angst führt zu Lähmung. Unsicherheit -- Flow löst Aktivität aus. Flow kann plötzlich in Angst umschlagen.
Fühlen und Emotionen gehören mit dem Denken zusammen als körperliche Reaktionen und sind lebenswichtig. Denn unsere Emotionen lassen uns spüren, was wir für uns als schlecht und was gut empfinden und helfen uns unser Handeln in die richtige Richtung zu lenken. Die als richtig empfundene Richtung ist dabei abhängig von unserem Denken, unseren Wünschen und unserem Glaubenssystem sowie unseren Erfahrungen. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es kein Gefühlszentrum irgendwo in unserem Kopf; vielmehr werden unsere Gefühle durch die Aktivitäten weitverzweigter Nervenzellennetzen hervorgerufen. Es scheint als stehe jedes Gefühl mit einer speziellen Hirnaktivität sowie einer ebenso speziellen Hormonausschüttung in Verbindung. Dieser Vorgang ist allerdings so komplex, dass es Forschern noch nicht möglich ist, ein Gefühl einer Hirnaktivität oder einem Hormon zuzuordnen. Das was uns als Persönlichkeit ausmacht, hängt davon ab, was wir denken und fühlen.
Dieses Bild zeigt die Zusammenhänge wie mehr oder weniger Lebensenergie in uns fliesst und uns stärkt und Kraft gibt oder wie wir Lebensenergie mindern.
Durch das bessere Verständnis des erstaunlichen Funktionierens von Körper, Geist und Seele erkennen wir auch die heilende oder schwächende Kraft der Gedanken um die Lebensenergie negativ oder positiv zu verändern. Die Verantwortung dafür liegt bei uns, bei sich selber. Anwendbare Methoden zur Verbesserung der Lebensenergie sind Kinesiologie, u.a.m.
Lebensenergie ist die Grundlage unseres Lebens und basiert auf dem Antrieb durch unsere Triebe, gesteuert durch unser Denken (bewusst und unbewusst), welches Lust und Bedürfnisse generiert, die durch unser Handeln die Sinne stimuliert und Gefühle erzeugt, was uns Lebensenergie spendet oder nimmt. Wer die Lebensweisheiten kennt, welche diesen Kreislauf so beeinflussen, dass die Lebensenergie wächst, ist glücklich.
Hippokrates nannte sie "vis medicatrix naturae" - die Heilkraft der Natur. Paracelsus sprach von ihr als "archaeus". Lebensenergie ist Prana, Chi, spirit. Aus ihr entsteht die wahre und einzige Art des Heilens: die von innen heraus. Echte Heilung setzt immer eine tiefgreifende Veränderung der Einstellung eines Menschen zu sich selbst und zum Leben voraus.
Für Umsetzungserfahrungen und zum Ideenaustausch bitte auf der Startseite unter "Kontakt" anmelden und registrien.
Die Chinesen nennen sie Chi, bei den Indern heißt sie Prana, die Indianer
sprechen vom Atem Gottes: die rätselhafte Kraft, die das Universum und jeden Menschen durchströmt. Heiler und Schamanen können sie fühlen und sogar sehen. Sie wissen um die positive Wirkung und setzen sie gezielt ein. Immer mehr Menschen glauben an die unsichtbaren Schwingungen – doch die westliche Wissenschaft bleibt skeptisch
Albert Einstein war nicht nur ein genialer, sondern auch ein höflicher Mann. Am 13. Januar 1941 empfing der Nobelpreisträger in seiner Wohnung in Princeton (USA) den umstrittenen österreichischen Psychologen Wilhelm Reich (1897–1957). Der war kurz zuvor wegen seiner spleenigen Ideen aus der Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen worden und wollte nun den großen Physiker um seine Meinung zu seinem »Orgon-Akkumulator« bitten. In diesem von ihm erfundenen Experimentierkasten glaubte Reich, der geheimnisvollen und von ihm so benannten Energie »Orgon« auf die Spur gekommen zu sein, die jeden Menschen durchströme und die er als einen Lichtschein sichtbar machen könne. Einstein musste ihn leider enttäuschen: Zu sehen seien nichts als subjektive Empfindungen, beschied er. Reich nahm sich später das Leben, immer noch fest davon überzeugt, mit Orgon die »Lebensenergie des Kosmos« sichtbar gemacht zu haben.
Wieder war ein Versuch gescheitert, mit westlich-wissenschaftlichen Methoden zu ergründen, welche unsichtbaren Energien die Welt und die Menschen bewegen. Reichs Tragik: Er war ganz dicht dran gewesen an dem, was die meisten Menschen auf der Welt für eine Tatsache halten, nämlich dass es eine große, allumfassende Energie gibt, die sowohl den Kosmos wie auch jede einzelne Zelle unseres Körpers steuert.
Ein anderer Nobelpreisträger, der Begründer der Quantenphysik Max Planck (1858–1947), hatte Zeit seines Lebens »nach der Kraft gesucht, die alles zusammenhält«. Er gestand, daran schier verzweifelt zu sein, dass er immer dann, wenn er meinte, einen Teil davon erklären zu können, auf eine noch viel größere Energie gestoßen sei, für die er wieder keinen Namen hatte. Dabei gibt es bereits unzählige Namen dafür: Chi, Prana, Qui, Kundalini, großer Geist, Atem Gottes – die Liste der Begriffe ist lang, die in unterschiedlichen Kulturen der Welt für die allumfassende Lebensenergie verwendet werden. Und alle meinen dasselbe. »Wir sind alle am Netz«, sagt der US-Schamane und Buchautor Kenneth Meadows, »alle Manifestationen dieser Welt sind Ausdruck einer universalen Kraft, die ganz real in uns und um uns existiert.«
Manche glauben sie zu, andere geben an sie zu fühlen: Schamanen glauben, die leuchtenden Energiefelder (Huaskas) zu sehen, von denen es viele Darstellungen gibt wie die Scheibe über dem Kopf Tutanchamuns oder den Lichtschein Christi; asiatische Heiler glauben, die Lebensenergie (Chi) ertasten zu können, die durch den Körper fließt und unsere Organe mit Kraft versorgt. Sind unsere Energieströme gestört, erkranken wir organisch, und die Heiler sind überzeugt, die energetische Balance wiederherstellen zu können – durch Handauflegen wie beim Reiki in Japan und Indonesien, durch Nadeln wie bei der chinesischen Akupunktur oder durch Illuminationsprozesse, mit denen die Schamanen arbeiten.
Fast noch wichtiger als die Heilung der Energieströme ist die Vorsorge: Die indischen Prana-Heiler (Prana: Lebensenergie) erkennen Krankheiten, lange bevor sie ausbrechen, vorbeugende Prana-Untersuchungen sind dort üblich wie bei uns der Gang zur Zahn-Prophylaxe. Das Gleiche tun chinesische Heiler mit Puls-Untersuchungen. Durch rechtzeitige Korrekturen des energetischen Gleichgewichts können Krankheiten verhindert werden. In Indien und China ist es bis heute üblich, dass der Arzt so lange bezahlt wird, wie seine Patienten gesund sind – wenn sie erkranken, behandelt er sie unentgeltlich.
»Der Ausgangspunkt der Medizin ist die Beschaffenheit der ewigen Dinge«, formulierte der Begründer der wissenschaftlichen Medizin, der griechische Arzt Hippokrates von Kos (um 460–375 v. Chr.). Ob in Asien, Afrika oder bei den Ureinwohnern Amerikas – seine Überzeugung, dass in der Natur dieselben Energien regieren wie im Leben der Menschen, herrscht fast überall. Mehr noch: Der Gleichklang von Mikrokosmos und Makrokosmos gilt als Voraussetzung der menschlichen Identität, die Welt als Netzwerk, in dem alles miteinander verknüpft ist – allem wohnt derselbe »Spirit« inne. Teil des Ganzen zu sein, Sensitivität für die universelle Energie zu entwickeln und sie für sich nutzbar machen, gilt als der eigentliche Lebenssinn. Der hawaiianische Schamane Herb Kawainui Kane schreibt: »Die meisten Kulturen sind sich in dieser Weltsicht sehr ähnlich – jedoch ganz verschieden von der modernen westlichen Welt.«
Wir gegen den Rest der Welt also? Es sieht so aus: »Wir sind die Sonderlinge«, sagt Ute Prügner, promovierte Medizinerin und TCM-Ärztin in Hamburg (TCM: Traditionelle Chinesische Medizin). Für sie, die in China und Tibet TCM studiert und praktiziert hat, sind die Energien, die das Befinden und die Gesundheit ihrer Patienten bestimmen, alltägliche Realität. »Wer diese Dinge nicht selbst erfahren hat, steht ratlos davor«, räumt sie ein, »wer sie jedoch erlebt hat, weiß, dass es sie gibt.« Die Behandlungserfolge der asiatischen Medizin lassen keinen Zweifel daran. »Sie sind unserer Schulmedizin absolut ebenbürtig«, urteilt der Wiener Philosophie-Professor Fritz Wallner .
Die weltweit am weitesten verbreitete Bezeichnung für die Energiezentralen unseres Körpers ist Chakra (Kreis), ein Begriff aus dem indischen Sanskrit. Die Vorstellung dieser Schaltstellen der Energie findet sich fast identisch im gesamten Asien wieder, ebenso bei den Maya, Inka und Indianern Nordamerikas: Am Ende der Wirbelsäule zusammengerollt ruht
die »Schlangenkraft« (Kundalini) und wartet darauf, geweckt zu werden. Die Übungen des Kundalini-Yoga zum Beispiel dienen dazu, sie zur Entfaltung zu bringen und durch den Körper zu leiten.
Nicht nur Yoga, auch Meditation, Akupunktur (Nadelung), Akupressur (Drücken auf Punkte der Energiebahnen), Shiatsu (Massagen), Moxibustion (Erwärmung) oder Reiki (Handauflegen) funktionieren bei Millionen von Menschen. Es gibt viele weitere Methoden, die Energien zu stärken und zu beeinflussen, wenn sie durch äußere Einflüsse oder psychische Probleme auf die schiefe Bahn geraten sind. Die wichtigste: Ihre Quelle zu hegen und zu pflegen – den Ort, wo sie ausströmen und zu dem sie zurückfließen. Er sitzt etwa zwei Fingerbreit unter dem Bauchnabel, gilt als der »Ozean des Lebens«, als das »Gehirn im Bauch« und heißt Dantien. Überall auf den Straßen von Shanghai oder Peking, Nagasaki oder Tokio sieht man Menschen in seltsamen Verrenkungen verharren und in zeitlupenhaften Bewegungen vorwärts schreiten: Sie praktizieren Tai-Chi-Übungen, die den Energiefluss ihres Dantiens anregen sollen (in Japan wird es Hara genannt). In Asien weiß jedes Kind, dass damit Wohlbefinden, Glück und Gesundheit stehen und fallen.
»Das Dantien bestimmt tatsächlich ganz wesentlich, wie wir uns fühlen. Einige Menschen sind ihm nahe, andere stehen in weniger gutem Kontakt zu ihrem Energiezentrum«, sagt Ute Prügner, »manche haben ein regelrechtes Dantien-Talent, so wie andere Menschen musikalisch sind.« Ohne Übung komme man allerdings nicht weit. Prügner: »Man kann sein Dantien trainieren und entwickeln durch Energiearbeit wie Yoga, Judo oder Meditation, um ein möglichst hohes Energieniveau zu erreichen.« Menschen mit hohem Dantien-Bewusstsein erlangen eine andere Wahrnehmung der Realität. »Sie können die Dinge so erkennen, wie sie wirklich sind«, erklärt Prügner. Und das heißt: Sie spüren die Schwingungen der feinstofflichen Materie in der subatomaren
Ebene.
Der Asien-Experte und Buchautor Christopher Markert (»I-Ging. Das Buch der Wandlungen«) ergänzt: »Wenn wir etwas denken und tun, das nicht unserer Überzeugung entspricht, bekommen wir bereits ein unangenehmes Gefühl in unserer Mitte.« In China wickelt man sich in der kalten Jahreszeit wollene Bänder um den Bauch, damit die Dantien-Energien gut geschützt ist. Menschen mit hohem Energie-Level, sogenannte Dantien-Persönlichkeiten, erkennt man an ihrer Ausstrahlung, hat Markert festgestellt. Sie ruhen in sich, seien gesammelt, bescheiden, hilfreich, verantwortlich. Andere Menschen suchen ihre Nähe, fühlen sich bei ihnen wohl, obwohl sie oft nicht wissen, warum. Vielleicht liegt es am »inneren Lächeln«, das Dantien-Persönlichkeiten ausstrahlen sollen. Markert: »Das Dantien kann uns zwar nicht sagen, was wir tun müssen, um eine Situation zu ändern, aber es weist uns darauf hin, dass es so ist.« Und es kann uns die Richtung zeigen: sich von Entscheidung zu Entscheidung weitertasten, bis sich wieder ein angenehmes Gefühl einstellt, das uns sagt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Bei uns gibt es einen populären Begriff dafür: Bauchgefühl. Seit den wissenschaftlichen Arbeiten des amerikanischen Hirnforschers Antonio Damasio in den 1980er Jahren hat er akademische Weihen erlangt. Damasio hat nachgewiesen, dass unser Verstand bei wichtigen Entscheidungen lediglich »Berater« eines emotionalen Entscheidungszentrums ist, das in Wahrheit das Sagen hat. »Das große Es« wird es von Neurologen genannt, Damasio vermutet es im limbischen System, dem Zentrum des Gehirns.
Zirka 100.000 Entscheidungen trifft jeder von uns täglich, die allermeisten davon, ohne nachzudenken, viele, ohne sie überhaupt zu realisieren – umso wichtiger ist es, sein Energieniveau hochzuhalten, um sich auf die Funktionsfähigkeit des Gehirns im Bauch verlassen zu können. Energie-Experte Albert Einstein, der mit seiner Formel e = mc2 die Beziehungen zwischen Materie und Energie berechnet hat, schwor auf seinen Bauch: »Alles, was zählt, ist die Intuition. Der intuitive Geist ist ein Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.«
Aus dem Denken basierend auf den Werten und Prägungen - unser Glaubenssystem und natürlich unseren Trieben, entstehen Bedürfnisse die je nach unseren Erfahrungen Lust oder Unlust hervorrufen.
Die Maslow-Pyramide gibt uns dazu einige Anhaltspunkte.
Gefühle entstehen durch das Denken, die Vorstellung und durch den Körper, d.h. die Sinne, welche Gefühle auslösen. Wir denken was wir glauben, unser Glaubenssystem und das Unbewusste sind die Basis des Denkens.
Gefühle sind die Indikatoren für unser Denken. (Messwerte)
Beispiele:
Einen Zitronenschnitz im Mund vorstellen. Gefühl wää oder frisch und durstlöschend etc
Im Bett liegen und nicht schlafen können .. denken über z.B. Arbeitsplatz der gefährtet ist etc Gefühl Angst
Jemand kommt nicht nach Hause, man weiss nicht wo er/sie ist Vorstellungen was sein könnte Gefühle Angst Hass etc
An den schönen Urlaub denken Gefühle wie Erholung, Genuss, Wohllust
Gefühl
Lange wurde die Rolle unserer Gefühle von Hirnfoschern unterschätzt. Doch das hat sich in den vergangenen Jahren dank neuer bildgebender Verfahren geändert: Die neueste Generation funktioneller Kernspintomographen lassen nämlich tief blicken: damit können die Hirnforscher jetzt dem lebendigen Gehirn bei der Arbeit zuschauen.
Erinnerungen an die eigene Vergangenheit - unser „ich“ ist stark an unser autobiographisches Gedächtnis geknüpft. Es ist ein Speicher für die eigene Lebensgeschichte. Es macht wohl Sinn, in die vom Gehirn konstruierte Wirklichkeit eine Instanz einzusetzen. Eine, die von sich meint, die unterschiedlichen Erinnerungen und Wahrnehmungen seien ein Abbild ihrer selbst. Dabei haben vor allem unsere Gefühle einen grossen Anteil daran, was mit dem „Ich“ passiert. Denn schon die Auswahl dessen, was in unserem Gedächtnis bleibt und somit unser Bewusstsein verändert, hängt erheblich von unseren Emotionen ab.
Doch wie entstehen Emotionen in unserem Kopf? Und wo genau sind sie in unserem Gehirn lokalisiert? Der Blick in das menschliche Gehirn offenbart vieles. Ist ein Mensch verliebt, zornig oder erregt, schlägt sich das in einer erhöhten Aktivität des Gehirns nieder. Man kann quasi live miterleben, wie aus einfachen Sinneseindrücken und Erfahrungen Gefühle werden. Doch was steckt dahinter?
Die Macht der Gefühle:
Momentaufnahmen eines Augenblickes - permanent erleben wir die Welt aus unserer eigenen Perspektive, aus unserer subjektiven Sicht. Unsere Gedanken, Gefühle oder Emotionen scheinen von einem „ich“ in unserem Kopf gesteuert zu werden. Von einer Seele oder einem Selbst, dass uns als Individuen - als eigenständig denkende und handelnde Menschen - auszeichnet. Und uns von den Tieren schon deshalb deutlich unterscheidet.
Ob Seele oder Bewusstsein, Psyche oder Geist - schon seit Jahrtausenden zerbrechen sich Philosophen den Kopf darüber, was hinter diesen Phänomenen steckt. Die meisten davon begriffen den menschlichen Geistes als etwas „Immaterielles“. Als etwas Ungreifbares (alternativ: Flüchtiges) das unabhängig von Gehirn und Körper in anderen Sphären schwebt. Doch wie kann ein Körper, der den Gesetzen der Natur unterworfen ist, einen Geist gebären, der sich genau diesen Gesetzen entzieht?
Prof. Thomas Metzinger, Philosoph Universität Mainz
„In der Gegenwart zeigt sich sowohl in der Philosophie , wie auch in den Naturwissenschaften des menschlichen Geistes sehr deutlich, dass wir wirklich nur Bürger einer einzigen Welt sind. Und dass es sehr wahrscheinlich nur eine Welt gibt. Auf der anderen Seite erscheinen uns aber innerlich dualistische Theorien der Menschen von Leib und Seele hartnäckig intuitiv als die Plausibleren. Dafür gibt es einen einfachen Grund, glaube ich: Die Evolution hat uns Menschen ein Selbstmodell mitgegeben, dass aus einem räumlichen und einem nicht-räumlichen Teil besteht. Aus einem körperlichen Teil, den wir sinnlich wahrnehmen können und aus dem bewusten Denken, dass nicht im Raum wahrnehmbar ist. Und darum denken wir, dass es auch in unserem innersten Kern 2 Welten gibt, die sich berühren.“
Unserem Gehirn geht es allmählich ans Eingemachte: Was Generationen von Philosophen seit Jahrtausenden nicht lösen konnten, versuchen jetzt Hirnforscher und Neurologen auf der ganzen Welt herauszufinden. Auf Teufel komm raus wollen sie der menschlichen Seele auf die Schliche kommen; zeigen, wie das geistige Bewusstsein von organischer Materie konstruiert wird. Um endlich zu beweisen, wie unser Gehirn unsere Seele macht. Und der Film in unserem Kopf entsteht.
Doch wie wird der Film unseres eigenen Lebens, unsere Biographie im Gehirn erzeugt? Und wie erzeugt das Gehirn das Gefühl, dass es einen Eigentümer und Beobachter dieses Filmes gibt?
Anleitung zur Generierung von Glücksgefühlen: https://www.youtube.com/watch?v=xnLoToJVQH4