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Die Finanzkrise und ihre zahlreichen, anhaltenden Nachbeben haben in diversen Ländern wahre Staatsschuldenberge entstehen lassen.
Problematisch ist vor allem die Verschuldung eines Staates gegenüber dem Ausland, denn mit den damit verbundenen Zinsverpflichtungen fliessen Steuergelder ins Ausland ab, während die Verschuldung gegenüber inländischen Gläubigern «nur» zu einer Umverteilung innerhalb des Landes führt.
Im Verlauf und der Struktur der Staatsschulden gibt es grosse Unterschiede zwischen den Ländern: Während diverse Schwellenländer nach wie vor eine geringe Verschuldung aufweisen, hat eine Mehrheit der Industrieländer immense Schuldenberge aufgetürmt.
In Europa belegt Griechenland mit 188% des BIP den ersten Platz. Die hohe griechische Staatsschuld sorgte vor allem darum für Unruhe, weil sie fast nur ausländische Gläubiger hat. Absolut gesehen – visualisiert über das Volumen der Schuldenberge – ist Griechenland aber ein kleiner Fisch. Während der amerikanische Staat gegenüber dem Ausland unterdessen Verbindlichkeiten von 6,6 Billionen US-Dollar aufweist, beträgt die gesamte externe Staatsschuld Griechenland «bloss» 348 Mrd. US-Dollar.
Japans horrende Staatsschulden finden in der Weltpolitik hingegen kaum Beachtung, denn der Staat pumpt hier fast nur sein eigenes Volk an. Auch in den Bric-Staaten ist die externe Verschuldung praktisch irrelevant.
Österreich, Deutschland und Frankreich verschuldeten sich dagegen hauptsächlich gegenüber dem Ausland. Im Vergleich zu diesen Ländern Mitteleuropas fällt die Sonderposition der Schweiz auf: Punkto Schulden ist sie Flachland, und was sie schuldet, schuldet sie praktisch nur sich selbst.
Dieser Beitrag ist erstmals ein einem Dossier zum Thema «Staatsschulden und Infrastruktur» in der Zeitschrift «Schweizer Monat» erschienen.