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Der deutsch-amerikanische Pilot Dieter Dengler, Veteran des Vietnamkriegs, hat den ständigen Drang zu fliegen. Der nun im Ruhestand in seinem Haus lebende Mann ruft sich vor der Kamera Teile seines Lebens in Erinnerung: seine von Hunger, Kälte und Niederlage geprägte Kindheit im Nachkriegsdeutschland, seine Ankunft in den Vereinigten Staaten, die Bilder von Vietnam, wo er für die Streitkräfte eines Landes kämpfte, das nicht sein eigenes war. 1997 porträtierte Herzog diesen doppelten Träumer, der wie er die Armut im besiegten und von der internationalen Gemeinschaft bestraften Deutschland erlebt hatte. Ein Deutschland, das er als eine Art Abbild von sich selbst sieht. Wie so oft bei Herzog ist der Blick auf den anderen eine Möglichkeit, sich den eigenen Geistern zu stellen, sich selbst zu hinterfragen. Ist es möglich, die fragmentarischen Erinnerungen einer vom Krieg erschütterten Generation zu rekonstruieren? Ist es überhaupt möglich, die von den Eltern geerbten Verbrechen auszulöschen? Sollen wir darüber reden oder doch lieber vom Fliegen träumen? Little Dieter Needs to Fly ist ein intimes Porträt, das die politische Komplexität einer ganzen Generation deutlich macht. Ein Film wie eine Luftspiegelung.
Elena López Riera