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Rund drei von tausend Wahlberechtigten kandidieren für den Kantonsrat
Im Kanton St.Gallen kandidierten im Jahr 2004 925 Personen für den Kantonsrat. Von 2008 bis 2016 waren es um 800. Der "Knick" in der Kurve im Jahr 2008 dürfte mit der Reduktion der Kantonsratsmandate von 180 auf 120 zusammenhängen. Es standen damit auch weniger Listenplätze für Kandidierende zur Verfügung. Ab 2008 hat sich die Gesamtzahl der Kandidierenden nur ganz leicht zurückgebildet. Etwas deutlicher zeigt sich dies beim Anteil der Kandidierenden an allen Wahlberechtigten. Dies hat damit zu tun, dass die Zahl der Wahlberechtigten seit 2004 um gut 20 Tausend Personen zugenommen hat und das Rekrutierungspotential für Kandidatinnen und Kandidaten damit gewachsen ist. Am ausgeprägtesten ist der Rückgang der Kandidaturen bei den 40-59-Jährigen, sowohl bei Männern wie bei Frauen. Diese Altersgruppe ist allerdings nach wie vor am stärksten vertreten, absolut wie auch bei den Anteilen.
Männer kandidieren weitaus häufiger als Frauen für den Kantonsrat. Ihr Anteil an den Wahlberechtigten gleichen Geschlechts liegt ungefähr dreimal höher als bei den Frauen. Dies deckt sich mit Analysen des Bundesamts für Statistik (zuletzt im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2013), die zeigen, dass Männer sich eher an institutionalisierten Formen der Freiwilligenarbeit beteiligen (z.B. eben in Parteien), Frauen jedoch eher an informellen Formen (Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung ausserhalb des eigenen Haushalts usw.).
Sich für ein politisches Amt zur Verfügung zu stellen, ist eine von mehreren Möglichkeiten, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Wer dies tut, muss bereit sein, einen Teil seiner verfügbaren freien Zeit für die Mitgliedschaft in einer Partei, für Aktivitäten in Parteigremien, das Sammeln von Unterschriften, die Werbung für politische Anliegen an Ständen usw. zu verwenden, dies angesichts in der Regel geringer Wahlchancen. Gelingt eine Wahl, wächst der zeitliche Aufwand noch einmal. Gerade in der Schweiz, wo die Parteien nur über wenige hauptamtliche und bezahlte Mitarbeitende verfügen, sind engagierte Aktivistinnen und Aktivisten aber unentbehrlich.
Anteil der Kandidierenden für den St.Galler Kantonsrat gemessen an 1000 Personen der ständigen Wohnbevölkerung der gleichen Altersgruppe mit Schweizer Staatsangehörigkeit am Ende des Vorjahrs. Personen ab 80 Jahren sind hier nicht einberechnet, weil sie äusserst selten für ein politisches Amt kandidieren bzw. aus gesundheitlichen Gründen dazu in der Lage sind. Auch Ausländerinnen und Ausländer sind ausgeschlossen, weil sie sich von Gesetzes wegen nicht für ein politisches Amt zur Verfügung stellen können.
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 31.3.2020
Die Infografik sowie die Zahlen, die ihr zugrunde liegen,...
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