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Die Hygienehypothese
Das Ziel der neuen, interdisziplinären Studie von Vladeta Ajdacic-Gross und weiteren Autoren der Universitäten Zürich und Lausanne, ist es die «Hygienehypothese» weiter zu untersuchen. Die Hygienehypothese geht davon aus, dass eine bessere Hygiene, Veränderungen in der Landwirtschaft und die Verstädterung dazu geführt haben, dass unser Immunsystem mit manchen Mikroorganismen weniger oft oder erst im Verlauf des Lebens in Berührung kommt. Es wird vermutet, dass dies zur Zunahme von chronisch entzündlichen Erkrankungen, Allergien und psychischen Erkrankungen führt.
Untersuchung der Immunsysteme
Zur genaueren Überprüfung dieser Hypothese untersuchte das Forschungsteam die Daten von 5'000 Personen die Mitte des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Der Fokus der Untersuchung lag dabei auf Allergien, viralen und bakteriellen Krankheiten sowie psychosoziale Belastungen, die in der Kindheit auftraten. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler fünf Gruppen anhand deren Krankheitsmuster in der frühen Kindheit. Wie sich zeigt, zeichnen sich Unterschiede in unserem Immunsystem bereits in der Kindheit ab, welche dann bis ins höhere Alter ausgeprägt bleiben. Gerade jene Personen, die in der Gruppe waren, die ein widerstandsfähig und resilientes Immunsystem aufweisen, waren im Erwachsenenalter nicht nur vor chronischen Entzündungskrankheiten, sondern auch vor psychischen Beschwerden besser geschützt.
Wie die Autorin Adjacic-Gross festhält „weisen die Ergebnisse darauf hin, dass das Immunsystem wie eine Schaltstelle zwischen somatischen und psychischen Prozessen funktioniert. Sie helfen uns zu verstehen, weshalb auch viele Menschen ohne psychosoziale Vorbelastungen von psychischen Beschwerden eingeholt werden und weshalb umgekehrt traumatisierte Personen zu chronischen Entzündungskrankheiten neigen.“
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