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Blut gilt seit jeher als Symbol des Lebens. Im antiken Rom wurde das Blut der Gladiatoren in der Hoffnung getrunken, daraus Kraft und Lebendigkeit zu schöpfen. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts gab es erste Versuche mit Transfusionen.
Die Geschichte der Bluttransfusion nahm ihren Anfang 1628 mit William Harvey. Er verstand als erster den Mechanismus der Blutzirkulation. Jean-Baptiste Denis, Leibarzt von Louis XIV, experimentierte ab 1667 mit Transfusionen von Tierblut auf Menschen. Seine Versuche endeten für die Patienten meistens katastrophal.
Schliesslich fand er sich vor Gericht – im vermutlich ersten Prozess der Geschichte wegen eines medizinischen Kunstfehlers. Die Witwe eines verstorbenen Patienten forderte nämlich eine Entschädigung. Doch Doktor Denis wurde freigesprochen … und die Witwe wegen Vergiftung durch Arsen verurteilt! Immerhin erliessen die Richter gewisse Regeln für Bluttransfusionen.
1818 suchte der Brite James Blundell, Spezialist für Geburtshilfe, nach Möglichkeiten zur Senkung der Sterblichkeit im Wochenbett. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war er überzeugt, dass nur menschliches Blut verwendet werden darf.
Rund 50 Jahre später bestätigen die Deutschen Landois und Müller diese Intuition von Blundell. Sie wiesen nach, dass eine Mischung aus tierischem und menschlichem Blut eine Agglutination (Verklumpung) bewirkt und zum Tod des Empfängers führt. Doch selbst mit menschlichem Blut gab es sowohl spektakuläre Erholungen als auch unerklärliche Todesfälle.
Die Entdeckung der Blutgruppen rettet Leben
Erst 1901 kam der Österreicher Karl Landsteiner den Blutgruppen und den damit verbundenen Inkompatibilitäten auf die Spur. Danach schritt die Entwicklung der Bluttransfusion rasch voran.
Mit den Innovationen im Spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg brach für dieses medizinische Verfahren endgültig das moderne Zeitalter an: Die Aufbewahrungsmethoden wurden verbessert, Glasgefässe durch Plastikbeutel ersetzt und Spendezentren fernab der Schlachtfelder eingerichtet.