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ein Cement, dessen wesentliche BestandteileMagnesia und Kieselsäure sind. Zur Darstellung desselben wird Magnesit
in Retortenöfen gebrannt, nach dem Brennen zu dem feinsten Mehl
[* 2] gemahlen und dann mit entsprechenden
Mengen von Kieselerde gemengt. Dieses Cementpulver läßt sich, mit Wasser angerührt, ähnlich wie Gips
[* 3] verarbeiten und findet
zu Bildhauerarbeiten Anwendung. Mit Chlormagnesiumlösung zusammengebracht, bildet der Albolith eine äußerst harte
und plastische Masse, die man zu Fußplatten, für den Anstrich von Häusern, Treppen,
[* 4] Fußböden u. dgl.
verwendet. Als Holzkitt hat der Albolith gleichfalls Verwendung gefunden. Unter Wasser ist Albolith nicht verwendbar.
Ein als Cyalith in den Handel gebrachter Magnesiacement ist im wesentlichen mit Albolith identisch.
Diese natürlichen Zemente ahmt man künstlich nach, indem man kohlensauren Kalk mitThon auf feuchtem
oder trocknem Weg sehr innig mischt, das Gemisch in Ziegel formt, trocknet und in Schacht- oder Ringöfen bei Weißglut brennt.
Man benutzt hauptsächlich Kalkmergel, Kreide
[* 11] und mulmigen Süßwasserkalk, da Kalkstein schwieriger in fein verteilten Zustand
überzuführen ist. Der Thon soll sandfrei sein und muß durch Schlämmen von Sand befreit werden. Der gebrannte
Zement wird sortiert, auf Steinbrechmaschinen gebrochen und dann zu feinstem Pulver gemahlen.
In der Natur finden sich gewisse Mineralien
[* 14] oder Gesteine, welche, zum Teil schon seit den Zeiten der Römer
[* 15] bekannt, die Eigenschaft besitzen, bei einfacher Vermischung mit gelöschtem Kalk einen hydraulischen Mörtel zu geben. Es sind
dies meist vom Wasser fortgeschwemmte und abgelagerte Trümmer vulkanischer Auswurfstoffe, die schon durch die vulkanische
Hitze aufgeschlossen sind und künstlichen Brennens nicht mehr bedürfen. Hierzu gehören die Pozzuolane
(Pozzuolanerde), ein weicher, zerreiblicher, vulkanischer Tuff vom südwestlichen Abhang der Apenninen, der Traß (Duckstein)
aus dem Brohlthal am Rhein, welcher aus den trachytischen Gesteinen der Umgebung stammt, endlich der Santorin von den InselnSantorin, Therasia und Aspronisi, welcher dem Traß im Äußern sehr ähnlich ist.
Der Wert des Zements beruht auf seiner Fähigkeit, nach dem Anmachen mit Wasser zu einer steinigen Masse zu erhärten, welche
diese Härte auch unter Wasser und in feuchter Luft behält. Beim Anrühren mit Wasser erwärmt sich Portlandzement
kaum, er soll nicht schneller als in 20 Minuten und spätestens in 6 Stunden anziehen (abbinden), d. h. aufhören, plastisch
zu sein. Er bildet dann eine wenig feste Masse, die bei fortwährender Anwesenheit von Wasser allmählich Steinhärte erlangt.
Im allgemeinen ist die Versteinerung nach drei Monaten vollendet, wenngleich eine geringe Festigkeitszunahme
auch noch in den weitern 20-24 Monaten erfolgt.
Das Anziehen des mit Wasser angerührten Zements ist unabhängig von der Berührung mit der Luft und vom Austrocknen. An Wasser
gibt der erhärtende Zement Kieselsäure, Kalk und Alkalien ab, dagegen nimmt er während des Erhärtens 12-20
Proz. Wasser auf, und ein Teil desselben wird fester gebunden als der andre. Dieser Prozeß verläuft langsam, ist aber doch
vollendet, bevor der Zement seine größte Festigkeit erlangt. Gleichzeitig entstehen Kieselsäureverbindungen, deren Bildung sich
noch länger hinauszieht als die Bindung des Wassers. In kohlensäurehaltigem Wasser werden 12-18 Proz.
Kohlensäure¶
forlaufend
aufgenommen, aber niemals wird der vorhandene Kalk vollständig durch Kohlensäure gesättigt, und die Erhärtung erfolgt auch
ohne Aufnahme von Kohlensäure. Mit Salzsäure oder Weinsäurelösung erstarrt Zement sehr schnell, ebenso mit kalt gesättigter
Sodalösung. Auch kohlensaures Ammoniak und Wasserglas wirken fördernd auf die Erhärtung.
Dolomitische Kalksteine, d. h. Kalksteine mit hohem Magnesiagehalt, erhalten starke hydraulische Eigenschaften,
wenn man sie bei einer unter dunkler Rotglut liegenden Temperatur brennt, so daß wohl die kohlensaure Magnesia, nicht aber
der kohlensaure Kalk zersetzt wird. Bei höherer Temperatur, bei welcher auch der kohlensaure Kalk seine Kohlensäure verliert,
verschwinden die hydraulischen Eigenschaften wieder. Setzt man Stücke von reiner gebrannter Magnesia längere
Zeit einem Wasserstrahl aus, so verwandelt sie sich in eine alabasterartig durchscheinende kristallinische Masse, die Marmor
ritzt und ihm an Dichte und Festigkeit gleichkommt.
Scotts Zement, ursprünglich durch Einwirkung von schwefliger Säure auf Ätzkalk erhalten, war ein Gemenge von
schwefelsaurem und schwefligsaurem Kalk mitSchwefelcalcium. Ein Präparat von gleicher und selbst höherer Güte erhält man
beim Glühen von Gips mit Kalk oder kohlensaurem Kalk. Der mit Wasser angerührte Zement beginnt nach 12 Stunden abzubinden und erlangt
unter Wasser in 2-3 Wochen die Härte eines mittlern hydraulischen Kalks; am härtesten und schönsten wird er aber, wenn man
ihn an der Luft liegen läßt und feucht erhält. Zu Wasserbauten eignet er sich nicht, da er nach längerer Zeit vom Wasser
gelöst wird.
Sättigt man Wasser mit Gips und löscht mit der Lösung gewöhnlichen, aber sich träge löschenden Kalk,
so erhitzt sich der Kalk nur noch wenig beim Löschen, bindet aber doppelt soviel und mehr Sand als gewöhnlicher fetter Mauerkalk,
und dieser sandreiche Mörtel soll nach einiger Zeit größere Festigkeit und Härte annehmen als gemeiner Luftmörtel (Selenitmörtel).
Mischt man den Kalk mit 1,5 Proz. Gips, so wird er hydraulisch und erstarrt ohne Mitwirkung von Kohlensäure
auch unter Wasser. Aber auch Gips allein erlangt hydraulische Eigenschaften, wenn man ihn bei 400-500° brennt. Keanes Zement (Marmor-,
Alabasterzement) ist gebrannter, mit Alaunlösung digerierter und nochmals
gebrannter Gips, Parianzement mit Boraxlösung getränkter,
scharf gebrannter Gips, der mit Weinsteinlösung angerührt wird.