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Auch der Beschluss für eine ausserordentliche GV wird von den Sika-Erben angefochten. Derweil hat das Zuger Obergericht deren Gegenspieler im Sika-Management gestärkt.
Auch der Beschluss auf das Abhalten einer ausserordentlichen Generalversammlung des Baustoffherstellers Sika wird angefochten. Am Donnerstag sei ein Schlichtungsgesuch von Walter Grüebler eingegangen, das diese Anfechtung zum Gegenstand habe, teilte Sika mit.
Sika weist in der Mitteilung darauf hin, dass der Beschluss auf Abhalten einer ausserordentlichen Generalversammlung am 24. Juli 2015 am 14. April auf Antrag und mit den Stimmen der Schenker-Winkler Holding AG (SWH) gefasst worden sei. Die SWH vertritt die Erbenfamilie.
Sika werde zu dieser Anfechtungsklage im Rahmen des Verfahrens Stellung nehmen, heisst es weiter. Der Verwaltungsrat sei weiterhin davon überzeugt, dass der von der SWH angestrebte Verkauf der Sika an die französische Saint-Gobain rechtlich in dieser Form nicht umsetzbar sei und unternehmerisch keinen Sinn ergebe.
Juristischer Kniff des VR
Die Erbenfamilie Burkhard hatte im Dezember beschlossen, ihren Aktienanteil an der Sika für 2,75 Milliarden Franken an die Konkurrenzfirma Saint-Gobain zu verkaufen. Um die Transaktion einzuleiten, wollten die Erben an der Generalversammlung vom 14. April eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat wählen lassen.
Der Sika-Verwaltungsrat verhinderte dies allerdings mit einem juristischen Kniff, in dem er die Stimmrechte der SWH gestützt auf eine Interpretation der Statuten bei den entscheidenden Traktanden begrenzte.
Inzwischen hat das Kantonsgericht Zug der Sika bereits eine Anfechtungs- und Stimmrechtsklage der SWH zugestellt. Diese Klage richtet sich gegen bestimmte Beschlüsse der Generalversammlung vom April, so insbesondere die Wahl der Verwaltungsräte.
Das Zuger Obergericht hat derweil am Donnerstag bekannt gegeben, dass es die Berufung der SWH gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 20. März 2015 abgewiesen und den vorinstanzlichen Entscheid bestätigt hat. Die SWH ist damit mit ihrem Begehren um den Erlass vorsorglicher Massnahmen auch im Berufungsverfahren abgeblitzt.
(sda/chb)