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Um diese sechs Fragen bei Arbeitspausen geht es:
Wie lang müssen Arbeitspausen sein?
Das Arbeitsgesetz schreibt die Dauer der Pausen vor. Sie ist abhängig von der täglichen Arbeitszeit. Die Pausen betragen:
- eine Viertelstunde bei mehr als fünfeinhalb Stunden Arbeit;
- eine halbe Stunde bei mehr als sieben Stunden Arbeit;
- mindestens eine Stunde bei mehr als neun Stunden Arbeit.
Das Arbeitsgesetz ist zwingend, und Arbeitgeber dürfen längere Pausen gewähren, nicht aber kürzere.
Wie sind Arbeitspausen bezahlt?
Pausen sind in der Regel nicht bezahlt. Sie müssen aber bezahlt werden, wenn sich Angestellte während der Auszeit zur Verfügung halten müssen und den Betrieb darum nicht verlassen können.
Wer an einem Schalter sitzt und auf Kundschaft wartet, macht keine Arbeitspause und hat auch für diese Wartezeit Lohn zugute. Dasselbe gilt etwa für Kita-Angestellte, die gemeinsam mit den Kindern essen. Auch diese Zeit gilt als Arbeitszeit und muss bezahlt werden.
Muss man bei Rauch- und WC-Pausen ausstempeln?
Auch wer auf dem Balkon raucht oder auf die Toilette geht, macht eine Arbeitspause, die unbezahlt ist. Arbeitgeberinnen könnten also verlangen, dass Arbeitnehmende ausstempeln. In der Praxis ist das – zumindest bei WC-Pausen – aber kaum üblich.
Was macht eine Arbeitspause zu einer erholsamen Auszeit?
Wer Zeit in einer Gruppe verbringt, fühlt sich zugehörig und wertgeschätzt. Das macht Pausen mit Arbeitskolleginnen und -kollegen besonders erholsam.
Vorgesetzte stören in der Regel, weil Untergebene oft meinen, sie müssten dann auch während der Pause etwas leisten – das haben Studien gezeigt. Ebenso wissenschaftlich erwiesen ist, dass man sich mit Mikropausen von drei bis fünf Minuten besser erholt als mit langen. Aus dem Fenster schauen, aufstehen, etwas zu trinken holen – Kleinigkeiten, die uns Energie geben.
Gut ist auch, in der Pause für Ausgleich zu sorgen. Also etwas zu tun, was man sonst vernachlässigt. Wer bei der Arbeit schweigend vor dem Computer sitzt, sucht sich in der Pause zum Beispiel eine Person zum Reden – oder geht spazieren.
Wie wehrt man sich, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden?
Wenn sich ein Arbeitgeber nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält, sucht man am besten das Gespräch . Möglicherweise kann man sich auch mit anderen zusammentun und die korrekten Arbeitspausen gemeinsam einfordern. Wenn das nicht gelingt oder sich Verstösse wiederholen, kann man sich an das kantonale Arbeitsinspektorat wenden. Es kontrolliert, ob die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, und kann Arbeitgeber ermahnen oder büssen.
Was hat das Bundesgericht zu Arbeitspausen entschieden?
Pausen geben häufig Anlass für Streit. Schon mehrfach musste sich das Bundesgericht mit ihnen befassen.
So hatte eine Arbeitnehmerin mehrmals lange Pausen bezogen, ohne auszustempeln. Sie wurde fristlos entlassen – zu Unrecht , entschied das Bundesgericht. Dazu hätte die Arbeitnehmerin arglistiger vorgehen müssen, etwa indem sie das Zeiterfassungssystem manipuliert hätte. Sie habe auch nie den Eindruck erweckt, sie sei im Betrieb, wenn sie es gar nicht war.
In einem anderen Fall ging es um einen Rettungssanitäter, der anderthalb Stunden Mittagspause hatte. Er konnte ein Schläfchen machen und auch den Stützpunkt verlassen. Es konnte aber sein, dass er während der Pausen ausrücken musste. Trotzdem müsse die Arbeitgeberin die Pausen nicht bezahlen, entschied das Bundesgericht. Der Rettungssanitäter sei nicht derart eingeschränkt, dass er die Pausen gar nicht mehr für sich selbst nutzen könne. Wohl ein Grenzfall.
Dasselbe bei einer Casino-Kassiererin. Sie durfte das Casino zwar nicht verlassen und musste die Arbeitspausen in einem speziell dafür bereitgestellten Raum verbringen. Für die Pausenzeit konnte sie aber keinen Lohn verlangen.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann es sein, dass der Arbeitgeber Sie zu Mehrarbeit verpflichtet, oder umgekehrt, Ihnen weniger Arbeit zuweist und Sie auf Minusstunden kommen. Beobachter-Abonnenten erfahren, was rechtlich in Bezug auf die Arbeitszeit gilt und in welchen Fällen man sich wehren kann.