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Über 190 Millionen Franken hat die UBS-Spitze letztes Jahr als Lohn kassiert, davon Präsident Marcel Ospel alleine 21 273 037 Franken. Solche Zahlen sind schwer zu erklären. Um es dennoch zu versuchen, hat der UBS-Verwaltungsrat jüngst einen Separatdruck publiziert mit dem Titel «Bericht über Saläre und andere Entschädigungen 2004». Zehn Seiten umfasst das Œuvre, das gemäss Einleitung dazu bestimmt ist, «den Aktionären und einem breiteren Publikum ein umfassendes Bild der Kompensationsphilosophie der UBS zu vermitteln».
Darin verliert der Verwaltungsrat viele Worte zum vielen Geld. Die Bombe platzt erst am Schluss: Der Verwaltungsrat habe letztes Jahr eine Zahlung von 24,8 Millionen Franken genehmigt zu Gunsten eines ehemaligen Konzernleitungsmitglieds, heisst es auf Seite 9 unter dem Titel «Vergütungen an ehemalige Organmitglieder». Die Nachzahlung – sie ist in den eingangs genannten 190 Millionen nicht enthalten – sei erfolgt «auf Grund der veränderten Steuersituation in Grossbritannien bezüglich aufgeschobener Kompensationen eines ehemaligen Mitglieds der Konzernleitung, ausgelöst durch eine Veränderung im Anstellungsverhältnis».
Wer hat diese beachtliche Summe erhalten? Von offizieller Stelle ist nichts zu erfahren. De facto kommen jedoch nur drei ehemalige Konzernleitungsmitglieder in Frage: Luqman Arnold, Markus Granziol und Pierre de Weck.
Luqman Arnold hat die UBS im Dezember 2001 nach nur acht Monaten als operativer Chef wieder verlassen und Peter Wuffli Platz gemacht. Arnold gründete 2004 in London sein eigenes Unternehmen namens Olivant und fungiert dort als Berater. Markus Granziol, vormals Chef des UBS-Investment-Bankings, hat die Konzernleitung 2002 nach 14 Dienstjahren alles andere als einvernehmlich verlassen; er klagt momentan gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Granziol lebt und versteuert sein Einkommen ebenfalls in London.
Die UBS-Karriere von Pierre de Weck schliesslich ging im Juli 2001 nach 16 Jahren abrupt zu Ende: Er hatte als Chef der UBS Capital Verluste in dreistelliger Millionenhöhe zu verantworten. Bereits im März 2002 nahm seine Karriere aber ihren Fortgang: Als Konzernleitungsmitglied der Deutschen Bank führt de Weck den Bereich Private Wealth Management – ebenfalls von London aus.
Alle drei kämen als Empfänger der fast 25 Millionen Franken in Frage, aber nur einer hat sie kassiert. Wer? BILANZ weiss aus zuverlässigen Quellen: Luqman Arnold war es nicht, Markus Granziol auch nicht. Pierre de Weck wollte keine Stellung nehmen. IS