Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03396.jsonl.gz/1807

Haloidverbindungen des Magnesium.
Von diesen hat nur das Magnesiumchlorid eine Bedeutung, während Magnesiumbromid und -jodid höchstens in der Mineralwasserfabrikation geringe Anwendung finden.
Magnesium chlorátum.
Magnesiumchlorid, Chlormagnesium.
MgCl2 , krystallisirt + 6 HO.
Weisses, krystallinisches Pulver; geruchlos, von bitterem, salzigem Geschmack; sehr hygroskopisch, so dass es an der Luft alsbald zerfliesst. Löslich in ca. der Hälfte seines Gewichts Wasser.
Wird in grosser Menge als Nebenprodukt bei der Verarbeitung der Stassfurter Abraumsalze gewonnen.
Es dient vor Allem zur Darstellung des Magnesiumcarbonats, auch bei der Darstellung der künstlichen Mineralwasser; technisch als Zusatz zu Desinfektionsmassen für Kloaken etc. Für diese Verwendung kommt es nicht krystallisirt, sondern in Lösung in den Handel, deren Werth nach Graden Beaumé bestimmt wird.
Identitätsnachweis. Für Magnesium wie bei Magnesia usta; für Chlor durch Silbernitrat.
Sauerstoffsalze des Magnesium.
Magnésium carbónicum.
Magnesiumcarbonat, kohlensaure Magnesia.
Weisse, sehr leichte und lockere, leicht zerreibliche Massen oder feines, leichtes Pulver; geruchlos, von eigenthümlich erdigem Geschmack. In Wasser ist es fast unlöslich, verleiht aber demselben dennoch alkalische Reaktion. Wasser, welches freie Kohlensäure enthält, löst davon grössere Mengen. Ebenso lösen es verdünnte Säuren mit Leichtigkeit unter Kohlensäureentwickelung auf. Bei schwachem Glühen verliert das Magnesiumcarbonat seine Kohlensäure.
Bereitet wird es durch Ausfallen heisser Chlormagnesium- oder Magnesiumsulfatlösung mittelst Natriumcarbonat. Seine Formel ist keine völlig feststehende; es ist ein Subcarbonat, d. h. ein Magnesiumoxyd, welches nicht vollständig durch Kohlensäure neutralisirt ist. Reine kohlensaure Magnesia kommt in der Natur in mächtigen Lagern vor, als sog. Magnesit. Dieser ist das hauptsächlichste Material zur Darstellung der Kohlensäure bei der Mineralwasserfabrikation. Fällt man die Lösungen kalt, so erhält man ein spez. schwereres Präparat, wie solches in England gebräuchlich ist.
Anwendung. Medizinisch innerlich bei starker Säurebildung des Magens, in etwas grösseren Dosen auch als gelindes Abführmittel. Ferner als Zusatz zu Zahnpulvern; technisch als ein äusserst feines Putzpulver für polirte Metallwaaren, entweder für sich oder gemengt mit Eisenoxyd.
Prüfung auf Reinheit wie bei Magnesia usta. ¶
Magnésium cítricum effervéscens. **
Citronensaures Magnesiabrausepulver.
Ein pharmazeutisches, nach dem Deutschen Arzneibuch zu bereitendes Präparat. Es bildet eine weisse, körnige, in Wasser unter Kohlensäureentwickelung völlig lösliche, angenehm säuerlich schmeckende Masse.
Dient als leichtes angenehmes Abführmittel und ist in gut verschlossenen Gefässen aufzubewahren.
Magnésium sulfúricum crystallisátum.
Magnesiumsulfat, schwefelsaure Magnesia, Bittersalz, Englisch-Salz, Epsomsalz.
MgSO4 + 7 H2O .
Kleine, farblose, an der Luft kaum verwitternde, prismatische Krystalle; geruchlos, von unangenehmem, bitterem, salzigem Geschmack; löslich in 0,8 Th. kaltem und 0,15 Th. siedendem Wasser, unlöslich in Alkohol. Beim Erhitzen schmilzt das Bittersalz in seinem Krystallwasser und verliert allmälig 6 Mol. desselben; das 7. Mol. wird erst bei 200 bis 230° ausgetrieben.
Es wird in grossen Massen als Nebenprodukt bei der Mineralwasserfabrikation gewonnen, wenn dabei zur Kohlensäureentwickelung Magnesit und Schwefelsäure benutzt werden. Das hierbei gewonnene Rohprodukt wird durch 1-2 maliges Umkrystallisiren gereinigt. Das Magnesiumsulfat kommt auch natürlich als sog. Epsomit, sowie als Kieserit, letzterer in mächtigen Schichten im Stassfurter Abraumsalz vor. Beide enthalten bedeutend weniger Krystallwasser als das offizinelle Salz.
Anwendung. Medizinisch als Abführmittel in Gaben von 5 bis 20 Gramm; technisch als Zusatz der Schlichte, zum Beschweren der Baumwollengewebe; endlich als Flammenschutzmittel für Gewebe, indem man 4 Th. Borax und 3 Th. Magnesiumsulfat in 20 Th. Wasser löst und damit die Gewebe tränkt.
Magnesium sulfuricum siccum ist das in der Wärme des Wasserbades unter Umrühren entwässerte Magnesiumsulfat. Es ist ein feines, weisses, lockeres Pulver vom Geschmack des krystallisirten Salzes und muss in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt werden, da es sonst Feuchtigkeit aus der Luft anzieht.
Identitätsnachweis. Die wässerige Lösung giebt mit Natriumphosphatlösung bel Gegenwart von Ammoniumchlorid und Ammoniak einen weissen, krystallinischen, mit Baryumnitratlösung einen weissen, in Säuren unlöslichen Niederschlag.
Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch. Das Salz darf, am Platindrahte erhitzt, die Flamme nicht andauernd gelb färben.
Wird 1 g zerriebenes Magnesiumsulfat mit 3 ccm Zinnchlorürlösung geschüttelt, so darf im Laufe einer Stunde eine Färbung nicht eintreten.
Die wässerige Lösung (1:20) darf Lackmuspapier nicht verändern ¶