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Wald, Waldstück
Mephist0pheles wrote:
QuoteIch, für mich, habe herausgefunden, dass wahrer Reichtum ein Ort ist, wo man frei existieren kann. Das Telefon und die Elektronik kann ich endlich einmal ablegen ... Kein plärrender Fernseher oder andere Medien, die einen dauerbeschallen. ... Ein Wald hat so vieles zu bieten. Nicht nur Wild, Bäume und Pilze, sondern eben auch Lebensraum, wo man ungestört sein kann.
Ich war als 25-Jähriger mehrere Jahre in Thailand. Meine Freundin und spätere Frau kam aus einer bewaldeten Provinz. Zwar waren die meisten Urwälder auch hier schon abgeholzt, aber in Rayong gab es riesige Kautschuk-Plantagen. Wälder. Sie stammte aus einer Kautschuk-Familie und legte mir nahe, mit meinem wenigen Geld Kautschuk-Wälder zu kaufen. Ich hätte damals x-Hektaren kaufen können. Nun, dreissig Jahre später, hat sich deren Preis mindestens verzehnfacht. Das Geschäft mit dem Gummi läuft besser als je zuvor. Und selbst wenn nicht: Solche Gebiete werden ohnehin alle zwei Jahrzehnte in Ananas- oder Tapioca-Plantagen verwandelt, worauf dann erneut Gummi wächst. Kurzum: Mit Wäldern kann man Geld machen ..., wenn man das Leben auf dem Land schätzt und Bauer ist. Oder man lässt es von einem Gutsverwalter führen.
Die Sehnsucht nach Abgeschiedenheit ist was anderes. Ja, es gibt Leute, die das konsequent schaffen. Mir kommt der thailändische Mönch Buddhadhasa in den Sinn, der allein in einen Urwald zog und dort lebte. Erst später bildete sich eine Gemeinde (Mönchsgemeinschaft). Dafür braucht es aber etwas Mönchisches.
Henry David Thoreau beschrieb in seinem Buch "Walden" seine Erfahrung allein im Wald. Obwohl es ein Kultbuch ist, muss auch gesagt sein, dass er es in der Abgeschiedenheit gerade nur ein Jahr aushielt.