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Das von ihm selbst entwickelte Dreisterneverfahren zur Beurteilung von Käsekuchen und Mandelgipfeln war allen anderen Bewertungssystemen derart überlegen, dass Mühlbrunner es global durchzusetzen trachtete. Doch was sollte ein kleiner städtischer Angestellter mit einem Freizeitsystem gegen all die grossen, mächtigen Sterneverteiler ausrichten, die mit ihren verkorksten, aber weitverbreiteten Klassierungen nicht nur Mühlbrunner vor der Sonne standen, sondern die ganze Welt im Würgegriff hielten und narrten? Als Beweis führte er gerne Viersternehotels an, die überhaupt keinen Mehrwert boten für ihren Aufpreis, ausser dem, der dünkelhaften Klientel vorzumachen, etwas Besseres zu sein, ein Umstand, der Mühlbrunner regelmässig an den Rand einer Nervenkrise brachte.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Vergangenes Jahr ist sein Krimi «Mordgarten» erschienen, der in der Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft spielt und unter www.woz.ch/shop/buecher erhältlich ist. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. www.stpoertner.ch