Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03310.jsonl.gz/1634

Im aargauischen Duathlon Mekka Zofingen werden am Sonntag nicht nur zum 12. Mal die Duathlon Langdistanz Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Wettkämpfe über die Langdistanz sowie die Shortdistance bilden auch den Abschluss der Swiss Duathlon Series 2019.
Schweizerinnen als Topfavoritinnen
Bei den Frauen zählen die beiden Schweizerinnen Petra Eggenschwiler als Titelverteidigerin und die Vorjahreszweite Melanie Maurer erneut zu den Topfavoritinnen. Eggenschwiler wurde im dänischen Viborg Europameisterin über die Powerman ETU Mitteldistanz, vor Maurer. Eggenschwiler trumpfte aber auch im Triathlon auf: 5. Rang am PRO Frauen Halbironman Rapperswil 2019 bei ihrem Debüt und 6. Rang (3. Europäerin) kurz darauf beim Ironman Frankfurt (Ironman-EM). «Ich konnte mich vor allem ,was die Rennlänge anbelangt, stark verbessern, habe mehr Ausdauer.» Zu dem stand Eggenschwiler beim Glacier 3000 Run sowie beim Inferno Triathlon ganz oben auf dem Podest. Einzig an den Schweizer Duathlon-Meisterschaften in diesem Jahr wurde sie von Melanie Maurer auf Platz 2 verwiesen. Dennoch steht ein Fragezeichen über der Teilnahme von Petra Eggenschwiler beim Powerman Zofingen: Seit dem Glacier 3000 Run leidet sie unter einer Fussverletzung (Wasser unter dem Schleimbeutel). «Der Start ist ein Risiko für mich», sagte sie an der Medienkonferenz vom Montag in Reitnau.
Melanie Maurer geht als Führende der Swiss Duathlon Series 2019, diese Position hat sie auf sicher, an den WM Start. Auch Maurer stand 2019 an einem Triathlon am Start, sie gewann in Schaffhausen die Langstrecke. «Ich hatte eine gute Vorbereitung, muss mich aber auf mich konzentrieren», nimmt sich Maurer vor, die in dieser Saison zudem für ein französisches Team an Sprintduathlons an den Start gegangen war. Mit der 37-jährigen Israelin Antonia Reznikov setzte die letztjährige WM-Dritte in Zofingen in dieser Saison bisher vor allem auf Triathlon. «Ich finishte vier Rennen über die Ironman-Distanz und einmal gewann ich sogar.» Nicht dabei ist jedoch die Siegerin von 2014 bis 2017, Emma Pooley, die sich aktuell auf Bergläufe konzentriert, Mirjam von Reijen (NED) oder die aktuell dritte des Powerman World Rankings, Airi Sawada (JPN).
Frühere Sieger lauern
Der Überraschungssieger von 2017, der Russe Maxim Kuzmin, absolvierte ein eigenes Vorbereitungsprogramm im Hinblick auf den Powerman Zofingen. An den russischen Duathlon-Sprintmeisterschaften wurde er Zweiter und an den russischen Triathlon-Meisterschaften über die Mitteldistanz Vierter: «Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich nicht restlos zufrieden, brach ich mir doch im Juni nach einem Sturz vom Velo den rechten Arm.» Für den 8. September hat der wieder genesene Russe jedoch ein glasklares Ziel: «Ich will gewinnen!»
Dasselbe verkündet Seppe Odeyn und strahlt dabei noch mehr Selbstvertrauen aus: «Ich komme nach Zofingen um zu gewinnen – was sonst!?». Der 32-jährige Belgier startet in Zofingen zum sechsten Mal, wobei er dreimal auf dem Podium stand: 2017 und 2015 auf dem 2. Platz, 2016 gewann er.
Der 30-jährige Franzose Yannick Cadalen (je Platz 2 in den Jahren 2018 und 2014) hat dieses Jahr nur wenige Rennen bestritten: «Bei meinem sechsten Start in Zofingen gebe ich mein Bestes, um zuoberst aufs Podest steigen zu können.» Der 28-jährige Belgier Diego Van Looy hatte bisher eine Top-Saison und sich dabei auf den Triathlon konzentriert. «Ich gewann drei Ironman und möchte die Saison mit einem Top-Resultat beenden». Abwesend sind jedoch der Vorjahressieger Gaël Le Bellec, der am 5. Mai beim Powerman Michigan in Frankenmuth auf der zweiten Radrunde von einem Auto abgeschossen wurde und immer noch verletzt ist, sowie der Deutsche Felix Köhler (Zweiter 2016 und Dritter 2018), der seine Saison frühzeitig beendete.
Die Schweizer Trümpfe bei den Männern
Sami Götz, Chef Leistungssport bei Swiss Duathlon, glaubt an eine Schweizer WM-Titelverteidigung bei den Frauen, bei den Männern traut er einen Podestplatz am ehesten Michael Ott zu, der nicht dem National-Kader angehört. «Auch Rolf Wermelinger ist bei mir hoch im Kurs.»
Michael Ott, der die Swiss Duathlon Series klar anführt, macht sich den Druck für Zofingen selber: «Ich will um die besten Podestplätze mitmischen.» Bis jetzt verlaufe die Saison besser als erwartet. Der 37-jährige Zürcher wurde Schweizermeister im Duathlon über die Kurz- und Mitteldistanz, siegte beim Powerman Tramelan «und ausser Gürbenthal gewann ich alle Rennen der Swiss Duathlon Series 2019». Ott ist Teilzeitsportler, arbeitet noch zu 50 Prozent als Schreiner und kommt vom Laufsport. In Zofingen ging er bisher dreimal an den Start: 2006 über die Langdistanz (61. Rang), 2007 und 2008 über die Kurzdistanz.
Rolf Wermelinger, der sein Studium im Juli abgeschlossen hat und sich «voll vorbereitet fühlt», geht in Zofingen zum vierten Mal über die Langdistanz an den Start. Mit Rang 6 erzielte der 40-jährige Kirchenthurner bisher sein bestes Resultat. Der 32-jährige Wädenswiler Fabian Zehnder (TG Hütten) startet in Zofingen heuer zum siebten Mal über die Langdistanz, wobei bisher Rang 9 sein Bestresultat war.
Die Strecken
Der härteste Duathlon der Welt führt über 10 km Laufen (2 Runden), dann folgen 3 Runden à 50 km auf der 2018 neugestalteten Radstrecke, den Abschluss bilden 3 Laufrunden à 10 km von der Arena zum Heiteren Platz und durch die Zofinger Altstadt.
Die Shortdistance
«Nur» 10 km Laufen, eine Radrunde und zum Abschluss 5 km Laufen (zum Heiteren und zurück) sind bei der Shortdistance in Zofingen zu absolvieren. Die prominenteste Teilnehmerin ist sicher die sechsfache Ironman Hawaii Siegerin Natascha Badmann, die in Zofingen die Longdistance 1996, 1997, und 2000 gewann. In der Startliste stehen aber mit u.a. Nathalie Bleiker, Jolanda Bauhofer, Nicole Hüsser, Andrea Käppeli, Priska Buob und Tobias Kilchenmann Athletinnen und Athleten, die an den bisherigen Rennen oder in der Gesamtwertung der Swiss Duathlon Series 2019 für vordere Plätze sorgen konnten.
Informationen
Weitere Informationen zum Event: https://powerman.swiss/