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11. Februar 2011, von Jürg Bolliger
Claude Steiner behandelt in seinem Buch Wie man Lebenspläne verändert unter anderem die Frage, wie Kinder zur Autonomie erzogen werden können. In diesem Zusammenhang listet er zehn Reglen auf:
- Entschliesse dich nur dann zu einem Kind, wenn du achtzehn Jahre lang Zuwendung und Schutz bieten kannst.
- Um autonom zu werden, muss das Kind insbesondere die Freiheit haben, sein Bewusstsein, die Fähigkeit zu unmittelbarer Nähe und zu Spontaneität zu erproben und zu stärken.
- Halte dein Kind niemals davon ab, Liebe oder ein Bedürfnis danach frei und offen auszudrücken. Unterstütze das Kind, wenn es Streicheleinheiten geben, fordern, annehmen oder zurückweisen möchte; erlaube deinem Kind, sich selbst zu loben.
- Die rationalen oder intuitiven Urteile und die Gefühle deines Kindes dürfen nicht abgewertet und verleugnet werden.
- Belüge dein Kind niemals – weder ausdrücklich noch durch Auslassung.
- Ein Kind muss sich frei bewegen können und frei sein im Sehen, Hören, Berühren, Riechen und Fühlen. Diese Freiheit darfst du nur dan beschneiden, wenn sie dich in deinem eigenen Wohlergehen beeinträchtigt oder das Kind in offensichtliche Gefahr bringt; in diesen Fällen musst du die Interessen abwägen und erklären können.
- Tue für deine Kinder nichts gegen deinen Willen. Ist dir ein solcher Fehler unterlaufen, dann verschlimmere ihn nicht durch eine anschliessende “Anklage”. Bevor du “hilfst”, muss es eine Chance haben, sich selbst helfen zu können.
- Lehre deine Kinder kein Konkurrenzverhalten.
- Lasse nicht zu, dass deine Kinder dich unterdrücken. Du hast ein Recht auf eigene Z eit, auf eigenen Raum und auf ein eigenes unabhängiges Liebesleben.
- Vertraue in die Natur des Menschen und glaube an deine Kinder.
Regeln können Druck ausüben, was Anpassung oder Rebellion zur Folge hat. Regeln können auch als Rezepte interpretiert werden: wie muss ich mich verhalten, um ein bestimmtes Resultat zu erzielen.
Ich sehe Steiners “Regeln” weder als weitere Möglichkeit, sich selbst Druck aufzuerlegen, noch als manipulative Rezepte, sondern als Tipps: was können Eltern tun, um Autonomie bei ihren Kindern zu fördern.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 11. Februar 2011 um 18:03 und abgelegt unter Autonomie, Erziehung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.