Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03385.jsonl.gz/1723

Aufstieg in Extremis
Mit sechs Siegen in den sechs Runden der regulären Saison verdiente sich die Mannschaft das Heimrecht für das Aufstiegsspiel gegen einen anderen Gruppensieger. Dieses wurde am Samstag, den 22. April 2023, ab 14:00 Uhr ausgetragen. Dabei traten die Spieler von Sursee jeweils gegen einen Spieler der gegnerischen Mannschaft an. Die Zeitkontrolle betrug 90 Minuten für die ersten 40 Züge plus 30 Minuten für den Rest der Partie mit einem Bonus von 30 Sekunden pro Zug.
Nach dem Austausch der Mannschaftsaufstellung war der Captain zuversichtlich. Verstärkt durch die Kooperation mit den Freunden aus dem Entlebuch war Sursee an vier der fünf Bretter besser besetzt. Nach einer Stunde waren sämtliche Partien voll im Gang. Aus verschiedenen Eröffnungen entstanden interessante Mittelspiele. Doch bereits nach zwei Stunden sahen sich mehrere Surseer mit grösseren Herausforderungen am Brett konfrontiert.
Am wichtigen ersten Brett hatte André Wespi eine überlegene Stellung herausgespielt. Mit einem korrekten Opfer lancierte er den Angriff auf den schwarzen König. Sein Gegner fand mehrere kritische Verteidigungszüge. In der Folge fehlte dem Surseer die Zeit, um den Angriff korrekt zu vollenden. Im Fachjargon sagt der Schachspieler, er hat sich «veropfert». Nach rund drei Stunden ging diese Partie verloren. Zwischenstand: 0 – 1. Das war ein herber Dämpfer.
Am vierten Brett konnte Ramon Suter mit Schwarz in ein angenehmes Endspiel abtauschen. Aus mannschaftstaktischen Überlegungen wollte er seine Partie weiterhin offen gestalten, um diese gegebenenfalls für den Mannschaftssieg in ein Unentschieden zu überführen. Stattdessen brachte er sich mit passivem Spiel selbst in Bedrängnis. Nach etwa vier Stunden war auch dieses Brett verloren. Zwischenstand: 0 – 2. In den drei noch laufenden Partien war Sursee nur an einem Brett im Vorteil.
Am dritten Brett machte sich Manuel Meier das Leben aufgrund einer Unkonzentriertheit selbst schwer. Mit kraftvollem Spiel machte er den Fehler jedoch wett und stellte seinen Gegner vor unlösbare Probleme. Schlussendlich wurde die Partie durch ein Bauernopfer entschieden, welches ein Turmgewinn ermöglichte. Zwischenstand: 1 – 2. Die letzten beiden Partien standen auf Messers Schneide und beide Surseer mussten für den Mannschaftssieg zwingend gewinnen.
Am fünften Brett engte Mario Meier bei materiellem Gleichstand die Figuren seines Gegners kontinuierlich weiter ein. Er drückte und drückte, bis sein Gegenüber keine Verteidigung mehr gegen die verschiedenen Angriffsvarianten fand. Zwischenstand: 2 – 2. Die letzte verbliebene Partie musste über den Aufstieg entscheiden. Aufgrund der schlechteren Feinwertung hätte Sursee ein Unentschieden nichts gebracht.
Am zweiten Brett spielte Bilal Gümüsdagli mit Schwarz gegen den stärksten Spieler von Gligoric Zürich. Trotz knapper Bedenkzeit konnte er mit Dame gegen Turm und Läufer seinen Vorteil stetig ausbauen. Sein Gegner war in noch stärkerer Zeitnot und konnte dem Druck nicht mehr Stand halten. Die Partie endete mit einem schönen Damenopfer (siehe Titelbild): Schwarz bietet Schach mit der Dame und der König hat drei Felder zur Auswahl. Weiss verliert entweder den Läufer oder den Turm. Die Partie endete mit ♔d2 ♛xc1+ ♔xc1 a1♛+.
Endstand: 3 – 2. Man kann sagen, dass dieser Sieg nach arger Rücklage glücklich entstand – oder man kann sagen, dass sich die Qualität am Schluss eben doch durchgesetzt hat. Die Mannschaft freut sich auf jeden Fall bereits auf die nächste Saison mit neuen Herausforderungen in der dritthöchsten Liga.
Der Kampf an eurer Seite war mir eine Ehre - der Captain