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Firma A. Grünhut & Co – Wollerau (SZ), 1955
In der mit großen, ausländischen Wagen stets gut versorgten Schweiz war auch in den 40er und 50er Jahren, als in Frankreich oder in der Bundesrepublik Dutzende von mehr oder minder brauchbaren Kleinwagen auftauchten, kaum ein Bedarf an solchen Fahrmaschinen spürbar geworden. Trotzdem versuchte im Jahre 1955 die in Wollerau in Nähe von Zürich ansässige Firma A. Grünhut & Co. an dem in Europa allgemein herrschenden Minicarboom tellzuhaben.
Um sich nicht die Kosten und Mühen einer Eigenkonstruktion auferlegen zu müssen, hielt man Ausschau nach einem brauchbaren, preiswert in Lizenz zu bauenden Vehikel und kam schließlich mit Egon Brütsch ins Geschäft. Der unermüdliche „Plastik-Eier“-Konstrukteur Brütsch hatte seine aktuellen Kreationen kurz zuvor in Genf ausgestellt. Bald war in Wollerau eine kleine Montagehalle eingerichtet, wo das Kunststoffauto Brütsch 200 dann unter dem wohlklingenden Namen „Belcar“ entstehen sollte. An der Karosserie, die aus je einer Unter- und Oberschale zusammengefügt wurde, hatte man nur die Anordnung der Scheinwerfer etwas korrigiert, ansonsten glich der Belcar dem Brütsch 200 buchstäblich wie ein Ei dem anderen.
Der Boden des Mobils wurde von einem Gitterrahmen verstärkt, die Radaufhängungen hingegen waren an der Karosserie verankert. Für den Antrieb sorgte im Gegensatz zum originalen Brütsch-Mobil ein 200ccm-Einzylinder-Zweitakter von Sachs, wie er auch im Messerschmitt verwendet wurde. Eine 140 cm breite Sitzbank konnte drei (schlanke) Erwachsene aufnehmen, doch war dann einer zügigen Fortbewegung die Grundlage der Leichtgewichtigkeit entzogen.
Es entstanden indes aber nur einige Versuchswagen – man geht von 7 – 10 Fahrzeugen aus. Nachdem in Deutschland die schweren Konstruktionsmängel bei der Radaufhängung bekannt geworden waren (siehe „Spatz“), stellte die Firma Grünhut auch wegen zunehmender finanzieller Schwierigkeiten noch im selben Jahr ihre Aktivitäten auf dem Kleinwagensektor wieder ein.
Der einzig überlebende Belcar (Chassis-No. 1003) wurde bis Mitte der 60-iger Jahre regelmässig für Arbeit- und Freizeitfahrten eingesetzt. Ingesamt sind mit dem Wagen 130’000Km zurückgelegt worden – ganz so schlimm kann es mit der Qualität des Fahrzeuges demnach nicht gewesen sein.