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Grösse: 35-38 cm
Lebenserwartung: ca. 10 – 11 Jahre
Beschreibung
Die Küstenseeschwalbe wird bis 38 cm groß und ähnelt stark der Fluss-Seeschwalbe. Ihr Gefieder ist weiß bis hellgrau gefärbt. Im Prachtkleid ist der Schnabel der Küstenseeschwalbe einheitlich rot gefärbt, ohne deutlichen schwarzen Spitzenabschnitt wie bei der Flussseeschwalbe. Die schwarze Kopfkappe, reicht nur bei der Flussseeschwalbe bis weit in den Nacken, während sie bei der Küstenseeschwalbe kürzer ist. Die Küstenseeschwalbe hat im Vergleich zur Flussseeschwalbe sehr kurze Beine, dafür aber umso längere Schwanzfedern. Auch mit diesen Merkmalen sind die beiden Arten nur schwer zu unterscheiden.
Lebensraum
Küstenseeschwalben kommen in allen Ländern rund um den Nordpol vor und bevorzugt als Stosstaucher in der Regel klare und vegetationsarme Küstenabschnitte. Sie lebt bis auf wenige Ausnahmen ausschliesslich in Meeresnähe.
Fortpflanzung
Die Vögel werden mit 3-5 Jahren geschlechtsreif, wobei die Mehrzahl im vierten Jahr das erste Mal brütet. Küstenseeschwalben brüten in lockeren Kolonien mit bis zu 1.000 Tieren, in denen die Nester mehrere Meter voneinander entfernt liegen. Die Brutplätze werden meist im Mai bezogen und befinden sich auf spärlich bewachsenen Untergrund. In Sanddünen und Kiesbetten wird das Nest in eine dem Körper des Vogels angepasster Mulde angelegt, die nur sparsam mit Halmen ausgekleidet wird. Die Vögel zeigen um diese Zeit die Fischbalz mit besonders schönen Posen. Das Männchen umläuft mit einem Fisch im Schnabel die Umworbene und übergibt ihr die Beute. Während sie das Geschenk verzehrt, steht er mit gespreizten Flügeln daneben. Im Mai und Juni legt das Weibchen zwei ca. 4 cm grosse Eier, nur selten werden drei Eier gelegt. Die Brutzeit beträgt 20 bis 22 Tage. Beide Eltern brüten und verteidigen notfalls die Brut mit Sturzflug-Angriffen. Die Jungevögel sind nach ca. 3-4 Wochen flügge.
Nahrung
Als Meeresvogel ist die Küstenseeschwalbe ein besonders geschickter und erfolgreicher Stosstaucher. Sie erbeutet kleine Fische, Wasserinsekten, Krebse. Beim so genannten Stosstauchen wird die Wasseroberfläche von den Vögeln zunächst in einem langsamen Suchflug sorgfältig abgesucht. Hat die Küstenseeschwalbe eine Beute entdeckt, kippt sie mit halbgeschlossenen Flügeln plötzlich in die Senkrechte ab und stösst im steilen Winkel nach unten. Der Vogel taucht vollständig unter Wasser, kommt aber nach kurzer Zeit wieder hervor. In ihren Winterquartieren auf der Südhalbkugel lebt sie fast ausschliesslich vom Krill, den als Plankton im Wasser treibenden Kleinkrebsen, von denen sich auch manche Walarten ernähren.
Zugvogel der Extreme
Die Küstenseeschwalbe ist der Zugvogel mit dem längsten Zugweg. Ihre Winterquartiere liegen am Rand der antarktischen Packeiszone zwischen dem 55. und 70. südlichen Breitengrad im Süden des Atlantischen- und Indischen Ozeans, in der Weddell Sea und vor der Antarktis.
Die Vögel legen auf ihren Zug von den arktischen Brutplätzen in die antarktischen Überwinterungsgebiete eine Strecke von 35.000 bis 40.000 Kilometer zurück - fast einmal um die Erde. Beide Lebensräume bieten in den Sommermonaten ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Vögel. Durch die Ausnutzung der polaren Sommer von Arktis und Antarktis haben die visuell jagenden Küstenseeschwalben den zusätzlichen Vorteil, dass in ihrem Lebensraum in insgesamt acht Monaten die Sonne nicht untergeht und sie (theoretisch) 24 Stunden am Tag auf Nahrungssuche gehen können. Die Küstenseeschwalbe verbringt mehr Zeit bei Tageslicht als jedes andere Tier der Welt.
Der Wegzug aus den Brutgebieten setzt bereits Ende Juli ein, erreicht im August seinen Höhepunkt und endet im September. Die Küstenseeschwalben Kanadas, Grönlands, Skandinaviens und Westsibiriens folgen den Küsten, überfliegen aber auch den Atlantik und überwintern schließlich in der Treibeiszone der Antarktis. Die Vögel Ostsibiriens und Alaskas überfliegen zudem nicht auf dem kürzesten Weg, an Japan vorbei, den Pazifik, sondern ziehen entlang der Westküste von Nord- und Südamerika gegen Süden.