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Alt chinesische Bewegungskunst, die Gesunderhaltung (Prävention), Meditation und Selbstverteidigung beinhaltet. Das Wort Taijiquan (T'ai Chi Ch'uan) besteht aus zwei Teilen. Der philosophische Ausdruck Taiji bedeutet das äusserste, absolute und höchste Letzte, welches aus Yin und Yang besteht. Quan heisst die Faust. Diese Faust soll also in ihrer Bewegung und Nichtbewegung mit Hilfe des Taiji-Gedankens das Dao (Tao) verkörpern, das alles beinhaltet.
Weich und hart, langsam und schnell, leicht und schwer, rückwärts und vorwärts bewegen, ein- und ausatmen. Jede Bewegung kann so mehr dem Yin oder dem Yang zugeordnet werden, mit einem ständigen angestrebten Ausgleich zwischen beiden. Durch eine frei schwebende Aufmerksamkeit in einem entspannten Körper wird ein ausgeglichener Mikrokosmos und Makrokosmos gebildet.
Die Ausformung des Taijiquan als Serie von Selbstverteidigungsübungen geschah wohl in der Ming-Dynastie (1368-1644), obwohl es erst am Ende des 18. Jahrhunderts vom philosophischen Hintergrund her schriftlich aufgearbeitet und mit dem Wort Taiji in Zusammenhang gebracht wurde. Chen Wangting, der gegen Ende der Ming-Dynastie lebte, formte aus alten und neuen Elementen den nach ihm benannten Chen-Stil. Dieser wurde für fünf Generationen nur in seiner Familie weitergegeben, bevor ihn Yang Luchan (1799-1872) erlernte, umformte und dann als Yang-Stil weiterlehrte. Dieser Stil machte weniger Voraussetzungen an die „Sportlichkeit" und Kraft des Übenden und lies die Sprünge weg.
Vom Yang-Stil leitete erst Wu Yuxiang (1812-1880) und dann der Mandschu Wu Jiangquan (1870-1942) seinen jeweiligen Wu-Stil ab. Aus ersterem Wu-Stil entwickelte sich der Hao-Stil des Hao Weizhen (1849-1920) und von diesem der Sun-Stil des Sun Lutang (1861-1932).
1956 wurde von der staatlichen Körperkultur- und Sportkommission ein Buch herausgegeben mit dem Titel Jianhua Taijiquan, Vereinfachtes Taijiquan. Die 24 Übungen dauern 5 Minuten und stellen die geringsten Anforderungen, was zu ihrer grossen Verbreitung beitrug. Sie sind vom Yang-Stil abgeleitet und werden manchmal auch „Pe-king-Stil" genannt, und es seit über 20 Jahren weltweit populär ist und am häufigst als Bewegungstherapie angewendet wird.
Taijiquan gehört zwar zu den beweglichen Qigong, ist aber vom Bewegung oder Beweglichkeit her viel komplexer und vielseitiger, daher benötigt ein Anfänger viel mehr Zeit und Geduld. Nach die Forschung in China konnte man durch regelmässige Üben von Taijiquan die Knochendichte erhöhen, lindert Schmerzen von Arthritis, verbessert die Beweglichkeit, verbessert das Immune bei Diabetiker. Studien in USA haben gezeigt, dass Taijiquan bei Herperserkrankungen das Immune verbessert, und bei Parkinson das Gleichgewicht verbessern und dazu beitragen kann, Stürze zu verhindern (<<Parkinson>> Juli 2013). Laut der Prof. Reto Kreissig vom Uni. Basel senkt Taijiquan sogar das Demenzrisiko (<<Schweizer Illustrierte>> Juli 2014).