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Microsoft hat am Freitagabend die Spezifikationen für die binären Dateiformate (*.doc, *.xls, *.ppt) der Office-Programme unter der so genannten "Open Specification Promise"
frei gegeben. So revolutionär wie es tönt, ist dieser Schritt nicht, denn Software-Hersteller konnten die genannten Spezifikationen schon bisher bei Microsoft per Mail anfordern. Neu ist, dass Software-Entwickler diese Spezifikationen nun "einfach so" downloaden können, und Microsoft hochoffiziell verspricht, sie nicht zu belangen, wenn sie sie auch verwenden. Mit Hilfe solcher Spezifikationen kann man Software entwickeln, die beispielsweise Word-Dokumente öffnen und schreiben kann, wie dies heute schon bei Open Office und dessen Derivaten der Fall ist.
Die neuesten Versionen der Microsoft'schen Office-Programme speichern Dokumente in einem XML-basierenden Format namens "Office Open XML" (ooXML) ab. Microsoft möchte dieses Format von der ISO (International Organization for Standardization) als Standard anerkennen lassen, ist aber im ersten Anlauf gescheitert.
Der erleichterte Zugang zu den Spezifikationen ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Microsoft sagt, mit der Veröffentlichung der Daten solle die Interoperabilität zwischen ooXML und den "alten" binären und proprietären Dokumentenformaten erleichtert werden. Gleichzeitig initiiert Microsoft übrigens ein Open-Source-Projekt für die Entwicklung von Werkzeugen, mit denen man Übersetzungsprogramme zwischen den binären Formaten und ooXML bauen kann.
Beobachter, zu denen wir auch gehören, glauben, dass Microsoft mit dem Schritt die Chancen von ooXML, als weltweiter Standard anerkannt zu werden, erhöhen will. Denn immer mehr Behörden und Regierungen verlangen, dass Dokumente nur noch in einem quelloffenen und anerkannten Standard abgelegt werden. (hc)