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Grüne Meerkatzen gucken erfolgreiche Techniken von Artgenossen ab
Wenn Südliche Grünmeerkatzen neue Techniken erlernen, um an Nahrung zu gelangen, spicken sie bei erfolgreicheren Gruppenmitgliedern. Besonderes Augenmerk legen sie dabei auf Artgenossen mit höherem sozialen Rang.
Das internationale Forschungsteam unter der Leitung von Erica van de Waal von der Uni Lausanne legte zwei Gruppen von rund zwanzig Südlichen Grünmeerkatzen im südafrikanischen Mawana Wildreservat einen Behälter mit Erdnüsschen in ihren Lebensraum. Um die ihnen noch unbekannte, energiereiche Nuss zu verspeisen, mussten die Tiere lernen, wie sich die Schale knacken lässt.
Nach vier Monaten werteten die Forschenden aus, wie sich unterschiedliche «Knack-Techniken» in den Affengemeinschaften verbreiteten, wie die Uni Lausanne am Dienstag mitteilte. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin «Scientific Reports».
Nicht alle trauten sich an die Nüsschen
Die Forschenden werteten in Videoaufnahmen aus, wen die Äffchen beobachteten und welche Technik sich am stärksten durchsetzte. Demnach griffen die Affen am Ende des Experiments am häufigsten die Nuss waagrecht und brachen die Schale in der Mitte mit dem Mund auf. Aber nicht alle Tiere wählten diese Technik: Eine andere Methode bestand darin, die Erdnüsse senkrecht zu fassen und an der Spitze der Nuss auf die Schale zu beissen. Die dritte Variante war, die Erdnussschale mit den Händen zu spalten.
Allerdings trauten sich nicht alle Gruppenmitglieder an die ihnen unbekannte Nahrungsquelle: Rund ein Viertel der Individuen der ersten Gruppe und die Hälfte der zweiten Gruppe liessen die Erdnüsschen unverspeist liegen.
Die «Trendsetter» in den beiden Gruppen waren ein Jungtier und ein Männchen von tiefem sozialen Rang. Wäre die Aufgabe nicht völlig neu, würde man hingegen eher erwarten, dass die hierarchisch dominanten Tiere die Innovatoren seien, schreibt das Team in der Studie.
Besonderes Augenmerk auf ranghohe Tiere
Gemäss den Forschenden lernten die Tiere voneinander und guckten sich diejenige Technik bei ihren Artgenossen ab, die sich als am gewinnbringendsten herausgestellt hatte. Ausserdem massen die Tiere dem Verhalten von Artgenossen von höherem sozialen Rang mehr Bedeutung bei.
Bereits in einer früheren Studie zeigte das Team, dass sich die Primaten insbesondere von hierarchisch höher gestellten Tieren inspirieren lassen, wenn sie sich neues Wissen aneignen. Die aktuelle Arbeit zeigt nun, dass sie sich auch dann noch vom Verhalten anderer beeinflussen lassen, nachdem sie bereits eigene Lösungsmuster entwickelt hatten.
Das sei vor allem deshalb überraschend, weil es sich im Experiment um eine sehr einfache Aufgabe der Lebensmittelverarbeitung gehandelt habe, sagte die Lausanner Erstautorin Charlotte Canteloup.
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