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Wissenschaftler überwachen den Eispanzer Grönlands ganz genau. Denn die dortige Eisschmelze trägt gewichtig zum globalen Anstieg des Meeresspiegels bei. Und so stellten die Eisexperten fest: Im Juli letzten Jahres waren mehr als 97 Prozent des grönländischen Inlandeises oberflächlich angetaut. Letztmals war das vor über 120 Jahren der Fall. Dies berichten Forscher im Fachblatt «Nature».
Dünne, tief liegende Wolken
«Ungewöhnlich warme Luftmassen, die von Nordamerika nach Grönland flossen, waren ein Faktor», wird ein Meteorologe der US-Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in einer Mitteilung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zitiert.
Die Wissenschaftler aus den USA identifizierten in Zusammenarbeit mit den Schweizer Forschern von der WSL auch den anderen Grund für die Rekordschmelze: Dünne, tief liegende Wolken.
Diese Wolken liessen zwar die Sonnenenergie passieren, hinderten jedoch die Wärmestrahlung daran, die erdnahe Luftschicht zu verlassen. Die Temperaturen an der Eisoberfläche würden so über den Gefrierpunkt steigen. Weder dickere noch dünnere Wolken hätten den gleichen Effekt gehabt.