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(Kt. Waadt,
Bez. und Gem. Lausanne).
518 m. Heute verschwundenes ehemaliges
Schloss im westl. Abschnitt der Ringmauer um
Lausanne.
Wahrscheinlich ums Jahr 1318 vom Seneschall François de Lucinge erbaut und dann von
Robert de Menthon zu Beginn des 15. Jahrhunderts
vergrössert. Blieb bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Besitz der
Herren von Menthon, wurde dann als
Schulhaus benutzt und brannte zu Ende des 16. Jahrhunderts nieder. Einer seiner Türme blieb bis 1722 stehen. Heute führt
hier die Title de Menthon von der
Solitude nach der
Cité. Vergl. Dumur, B. Les Sénéchaux deLausanneetle ChâteaudeMenthon.Lausanne 1903.
Menthue oder Menthuaz(La) (Kt. Waadt,
Bez.
Échallens,
Moudon und Yverdon).
Rechtsseitiger kleiner Zufluss zum
Neuenburgersee. Liegt
ganz im Gebiet des
Jorat und ist eine von dessen bedeutendsten Wasseradern, deren Einzugsgebiet zu einem
grossen Teil dem sog.
Gros de Vaud angehört. Die im allgemeinen gegen N. fliessende Mentue bildet zahlreiche Serpentien und
ist meist in tiefe
Tobel eingeschnitten, die stellenweise (so z. B. unterhalb
Bercher) von grossem malerischen Reiz sind.
Das rechte Ufer ist durchschnittlich steiler und höher als das gegenüberliegende. Der Fluss entspringt in einer wilden
Waldgegend des zentralen
Jorat 1,5 km nw.
Corcelles le Jorat (910 m) und tritt nach 23,5 km langem
Lauf beim Dorf
La Mauguettaz
(455 m) in die von ihm selbst angeschwemmte
Ebene s. von
Yvonand ein, um dann nach einem weiteren
Lauf von
3,5 km etwas w. von
Yvonand in 432 m zu münden. Die gesamte Lauflänge beträgt 27 km, das mittlere Gefälle bis
La Mauguettaz
19,4‰ und von da bis zur Mündung 6,6‰. Die Mentue führt meist nur wenig
Wasser, kann aber zu Zeiten
bedeutend anschwellen.
Sie
treibt 6
Mühlen und mehrere
Sägen; ferner
stehen an ihr die
Fabrik für kondensierte Milch zu
Bercher und mehrere Ziegeleien. 10 Strassenbrücken
und 1 Eisenbahnbrücke. Das vom Fluss angeschwemmte Land um den untersten Teil seines
Laufes zwischen
La Mauguettaz und
Yvonand
bildete einst eine Ausbuchtung des
Neuenburgersees.
Dorf: 183
Häuser, 1496 Ew.
Ackerbau, Viehzucht und Milchwirtschaft, Menziken und
Reinach bilden das Zentrum der aargauischen Tabak- und Zigarrenfabrikation.
Fabrikation von Hemden und Baumwollartikeln. Je eine Maschinen- und Kurzwarenfabrik, mechanische Buntweberei,
Säge,
Fabrik
für Eisendrahtartikel, Riemenfabrik, Kupferplattenfabrik.
Regenschirmfabrikation.
Handel mit Zement und Baumaterialien.
Auf dem Bodenfeld hat man Alemannengräber aufgefunden.
Menziken bildet seit der Reformation (1528) mit
Reinach eine gemeinsame Pfarrei. Im Sonderbundskrieg fand bei Menziken ein Gefecht statt, in welchem der Kommandant Oelhafen
mit einem Aargauerbataillon den Angriff einer Abteilung Sonderbundstruppen ohne Verlust an Mannschaft abwies.
Dorf: 79 Häuser, 1174 Ew. Ueber dem Dorf erhebt sich 40 m hoch der zu oberst mit 3 Linden (dem Wappenbild von Menzingen) bepflanzte
Lindenberg, der eine reizende Aussicht auf die Umgegend und die Alpen bietet.
Menzingen ist die höchst
gelegene Gemeinde des Kantons und steigt bis zu 1209 m auf. Ihr Gebiet ist in viele Höhenzüge und Thäler gegliedert. Hauptbeschäftigung
der Bewohner ist Ackerbau und Viehzucht. Die früher 230-300 Webstühle beschäftigende Seidenweberei hat stark an Bedeutung
eingebüsst. Eine Anzahl der Bewohner arbeitet jetzt in den Baumvollspinnereien Aegeri. Die 1625 erbaute
jetzige Pfarrkirche steht an der Stelle einer frühern, deren Gründung bis 1480 zurückgeht und von der einzig der gotische
Glockenturm erhalten geblieben ist. In der Gemeinde Menzingen befinden sich Quellenfassungen der Stadt Zürich.
Ums Jahr 1840 baute man einige Zeit lang ein Kohlenflöz ab, das aber der geringen Mächtigkeit und der
grossen Kosten wegen bald wieder aufgegeben wurde. Mehrere Gasthöfe. Der Boden der Gemeinde wurde zuerst von Alemannen urbar
gemacht, deren Führer Menzo oder Meinzo ihr auch den Namen gegeben hat. 1060 und zu Beginn des 13. Jahrhunderts: Meincingen.
Gerichtsherren der damals auch «am Berg» geheissenen Gemeinde waren der Reihe nach die Grafen von Lenzburg,
Grafen von Kiburg, Rudolf von Habsburg und damit das Haus Oesterreich.
Diese Rechte gingen später an Zug
über, als dieser Stand dem Bund der Eidgenossen beitrat. Grundeigentümer und Inhaber der niedern
Gerichtsbarkeit waren die KlösterSt. Leodegar in Luzern,
Kappel, Engelberg, St. Blasien und besonders Einsiedeln,
das hier in seinem Namen jahrhundertelang einen eigenen sog. Gotteshaus-Ammann eingesetzt hatte, welcher Beamte jeweilen
im Monat Mai Gericht zu halten pflegte. Dieser Dualismus zwischen den kantonalen und Gemeindebehörden einerseits und dem
Abt von Einsiedeln andererseits gab Anlass zu häufig wiederkehrenden Streitigkeiten, die oft das Einschreiten
der übrigen Kantone notwendig machten. Um diesem Zustand ein Ende zu machen,
verkaufte Einsiedeln am seine Rechte
auf Menzingen um die Summe von 8200 Gulden an den Kanton Zug,
behielt aber seine Hypothekarrechte bei, die es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
durch einen besondern Beamten verwalten liess.
Die drei Landgemeinden Menzingen, Baar und Aegeri erfreuten sich gegenüber der Stadt Zug einer gewissen Unabhängigkeit, indem
jede von ihnen z. B. das Recht hatte, in regelmässigen Zeiträumen unter ihren eigenen Bürgern den kantonalen Landammann
oder auch Vögte und Abgeordnete zur eidgenössischen Tagsatzung zu wählen. Menzingen ist 1477 kirchlich
von Baar abgetrennt und zur eigenen Pfarrei erhoben worden. 1844 gründete hier der Pater Theodosius Florentini die Erziehungsanstalt
der Schwestern vom h. Kreuz, die sich aus sehr bescheidenen Anfängen zu einem grossartigen Institut entwickelt hat.
Nach und nach entstanden um das Mutterhaus neue Bauten, und 1896-1899 erbaute man dazu eine prächtige
Kirche, deren Kuppel weithin in die Lande schaut. Alle diese Bauten bilden zusammen ein grosses monumentales Ganzes. Auch
seit der internationalen Entwicklung der Anstalt ist Menzingen der Sitz der Oberin und der Zentralverwaltung des Ordens geblieben,
der sich besonders der Erziehung und dem Unterricht, aber auch der Armen-, Waisen- und Krankenpflege
widmet. Das Mädchenpensionnat und Lehrerinnenseminar der Schwestern zählt im Jahr durchschnittlich 300 Zöglinge. Daneben
hat Menzingen noch ein 1835 gebautes Primarschulhaus, eine Sekundarschule und eine Fortbildungsschule für junge Handwerker.
Das 1611 erstellte Rathaus ist 1902 an einen Privatmann verkauft worden. Die verschiedenen Vereine und
Gesellschaften besitzen seit 1900 ein auf Grund von freiwilligen Beiträgen zu Stande gekommenes Vereinshaus.