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Das Schweizer Gesundheitswesen – dessen Kosten 2007 10,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes betrugen – ist inzwischen zu einem gigantischen 55-Milliarden-Markt angewachsen.
(bs) Die Gesundheitskosten sind 2007 deutlich stärker gestiegen als in den vorangegangenen fünf Jahren. Damit ist der Trend eines verlangsamten Kostenwachstums der letzten Jahre vorerst gestoppt. Aufgrund des hohen Wirtschaftswachstums in Höhe von nominal 5,2 Prozent sind die Ressourcen für Gesundheitsdienstleistungen und -güter im Vergleich zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung auch im Jahr 2007 (wie im Vorjahr) bei 10,8 Prozent verblieben.
Im Vergleich zu 2002 (10,9 Prozent) entspricht dies einer Stabilisierung. Im internationalen OECD-Vergleich (aktuellste Zahlen von 2006) verwendeten die USA mit einem Anteil am BIP von 15,3 Prozent vor Frankreich (11 Prozent) und der Schweiz die meisten Ressourcen für ihr Gesundheitssystem. An vierter Stelle folgte Deutschland mit 10,6 Prozent.
Deutliche Kostensteigerung bei den Spitälern
Die Krankenhauskosten, einschliesslich der ambulanten Behandlungen, sind im Jahr 2007 um 5,8 Prozent gestiegen und lagen damit deutlich über ihrem Fünf-Jahres-Durchschnitt (2,9 Prozent). Seit 2002 verzeichneten bei den Krankenhauskosten die ambulanten Dienstleistungen mit durchschnittlich 7,1 Prozent pro Jahr eine deutlich stärkere Zunahme als die stationären (2 Prozent). Dieser Trend setzte sich auch 2007 fort. Auch die Aufwendungen für Institutionen für Betagte und Chronischkranke (Pﬂegeheime) stiegen 2007 mit einem Wachstum in der Höhe von 5,4 Prozent stärker als die Gesamtkosten des Gesundheitswesens und liegen damit über dem Fünf-Jahres-Trend (3,8 Prozent).
Stabile Entwicklung bei den ambulanten Versorgern
Die Kosten der ambulanten Gesundheitsdienstleister lagen mit einer Steigerung von 3,5 Prozent gegenüber 2006 nur geringfügig über ihrem Fünf-Jahres-Durchschnitt (3,4 Prozent). Allerdings verzeichneten die Spitexdienste mit einer Kostensteigerung von 6,3 Prozent gegenüber 2006 ein überdurchschnittliches Wachstum.
Sozialversicherungen tragen Hauptlast
Aus dem Blickwinkel der Finanzierung verteilten sich die Kosten des Gesundheitswesens 2007 wie folgt: Auf den Staat entﬁelen 16,5 Prozent, auf die Sozialversicherungen 42,8 Prozent, auf die Privatversicherungen 9,2 und auf die privaten Haushalte 31,5 Prozent (inkl. andere private Finanzierung). Zwischen 2002 und 2007 sind die Gesamtkosten und damit die notwendige Finanzierung des Gesundheitswesens jährlich um durchschnittlich 3,1 Prozent gestiegen. Die Sozialversicherungen als grösste Direktﬁnanzierer des Gesundheitswesens haben mit einer jährlichen Steigerung von 4,6 Prozent den Hauptanteil der Kostensteigerungen übernommen.
2007 ergab sich jedoch eine Trendabweichung. So sind die Ausgaben der Sozialversicherungen gegenüber 2006 mit 4,4 Prozent etwas geringer gestiegen als im Fünf-Jahres-Durchschnitt. Andererseits ist die Finanzierung durch die Privatversicherungen (5,6 Prozent) und den Staat (7,0 Prozent) 2007 überdurchschnittlich gestiegen.
Bernhard Stricker