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Brasilien: Wasserfälle, Donauschwaben & Camilla's Camp
Mai 2023
Einkaufsparadies Ciudad del Este
Um unseren abhanden gekommenen Laptop zu ersetzen, fuhren wir mit einem Taxi vom Camping International in Foz do Iguaçu, Brasilien über die Brücke der Freundschaft nach dem Einkaufsparadies Ciudad del Este, Paraguay. Was da in den mehr als 3.500 Geschäften abgeht, ist schon sehr speziell. Eine unglaubliche Hektik und ein Gedränge in den unzähligen Centern.
Gut ist, wenn man zuvor recherchiert hat, und genaue Vorstellungen hat, was man will. Nur wenige Geräte sind effektiv ausgestellt.
Wir wollten unser erworbenes Gerät bar mit US-Dollar bezahlen. Da hatten wir aber die Rechnung ohne die heikle Kassiererin gemacht. Sie akzeptierte mehr wie die Hälfte der dargereichten Dollar Noten, logischerweise mit Gebrauchspuren, nicht.
Die Rückfahrt mit unserem Taxi dauerte wegen dem extremen Grenzverkehr ewig. Straßenhändler bieten so allerlei an; sogar Viagra.
An der Grenze war aber keine Zollkontrolle. Wäre auch nicht möglich, der Verkehr würde komplett zum Stillstand kommen, was ja Niemand will.
Iguaçu-Wasserfälle
Die Iguazú-Wasserfälle bestehen aus 20 größeren sowie über 200 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von mehr wie 2 Kilometern. Die meisten sind um die 60 Meter hoch. Der größere Panoramablick ist von der brasilianischen Seite aus möglich. Der Hauptwasserfall wird „Teufelsschlund“ genannt und ist eine U-förmige, 150 Meter breite Schlucht. Bei Hochwasser wird als Folge der Erosion, ausgelöst durch die Entwaldung in Brasilien, das Wasser auffällig braun. Die Wasserfälle wurden 2011 in die Liste der Sieben Weltwunder der Natur aufgenommen.
Das Wunder hüllt sich in Schleier – aber es ist nicht zu überhören: Die Fluten, die den Iguaçu-Wasserfall hinabstürzen, erfüllen die Luft mit lautem Dröhnen und tosender Gischt.
Die 5 Dörfer der Donauschwaben in Entre Rios Brasilien
Große Ländereien in Südosteuropa, insbesondere im Verlauf der unteren Donau und deren Mündung ins Schwarze Meer eroberten die Habsburger von den Türken in Kriegen um 1700 nach Christus. Um diese Gebiete zu besiedeln, wurden vor allem Schwaben aus dem heutigen Baden-Württemberg angeworben. Diese bauten sich mit Landwirtschaft eine neue Existenz auf.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 zerbrach die österreichisch-ungarische Monarchie und die bis dahin unter einer Regierung stehenden Gebiete wurden an verschiedene Länder (Ungarn, Rumänien, Jugoslawien) verteilt.
Noch viel schlimmer kam es zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als Russland die Ostfront zurückeroberte und die Donauschwaben zu Tausenden aus ihren Gebieten vertrieben oder diese zum Teil grauenhaft ermordet wurden. Überlebende dieser Vertreibung wohnten sieben Jahre in 900 Notunterkünften in Österreich. Viele der Donauschwaben hegten noch die Hoffnung, in ihre Heimat zurückzukehren.
1951 organisierte die humanitäre Schweizer Europahilfe ein alternatives Lebensprojekt auf freiwilliger Basis in Brasilien. Ziel war es, dort große Flächen zu kolonisieren, landwirtschaftlich zu nutzen und eine Genossenschaft für die Vermarktung der Agrarprodukte zu gründen. 500 Familien, 2446 Donauschwaben, bewarben sich und sahen darin einen Weg in eine neue Zukunft.
Die Auswahlkriterien waren:
- In erster Linie Bauern und Handwerker, wobei kinderreiche Familien bevorzugt wurden.
- Bewerber, die an politischen oder Kriegsverbrechen beteiligt waren, wurden nicht zugelassen.
- Die brasilianischen Behörden haben auch älteren Menschen die Auswanderung erlaubt.
Als Bedingung für die Teilnahme am Projekt sollte der Bewerber Mitglied der Genossenschaft werden und 1 Jahr lang Gemeinschaftsarbeit leisten.
Sieben Schiffe brachten sie über den Atlantik in den Süden Brasiliens, nach Entre Rios in die Nähe der Stadt Guarapuava. Was sie dort vorfanden, war Urwald und keinerlei Infrastruktur.
„Die Ersten fanden den Tod, die Zweiten hatten die Not, und die Dritten erst das Brot."
Von Anfang an wurde festgelegt, dass die Kolonisation über das Genossenschaftssystem erfolgen sollte. Sie gründeten die bis heute existierende landwirtschaftliche Genossenschaft Agrária, und schafften es, durch Zusammenhalt, Kraft und Ausdauer viele Hindernisse zu beseitigen.
Noch in Österreich wurde beschlossen, schachbrettartig fünf Dörfer zu bilden und nicht auf verstreuten Farmen zu bleiben. Jedes Hausgrundstück hatte ein Ausmaß von einem halben Hektar. Die Parzelle bot genügend Platz für den Bau von Lagerräumen, Stallungen, Weingärten/Weinreben, Obstgärten und Gärten. Für den Straßenbau wurden 30 bis 40 m Platz gelassen. Am Dorfrand erhielt jede Familie 1 Hektar Land, das als Weideland genutzt wurde.
1953 begann die Verteilung der Ländereien, die jede Siedlerfamilie dann selbstständig bewirtschaften konnte, Jeder Bauer besaß etwa 25 bis 30 Hektar Land. Die Frist für die Zahlung der Ländereien betrug sechs Jahre, wobei das erste Jahr als tilgungsfreie Zeit galt.
Das System der schachbrettartigen Landaufteilung, welches die Topografie nicht berücksichtigte, wurde zu einem der Fehler des Ansiedlungswerks. Da die Parzellen per Los zugeteilt wurden, hing die Qualität der Produktion mehr vom Glück als von der Arbeit und dem Wissen des Landwirts ab. In den ersten Jahren gab es große Missernten, sodass bis 1970 mehr als die Hälfte der Familien Entre Rios wieder verließen.
Der Bezirk Entre Rios wurde zur Einzigen, heute noch bestehenden Gemeinde der Donauschwaben, ähnlich, wie sie einst in Südosteuropa existierte. Ihre Sprache, ihre Dialekte und ihre Traditionen behielten sie bei. Es entstand dadurch der Name "Die Donauschwaben".
Camilla's Camp in Entre Rios
Wir verbrachten eine Woche im mehrheitlich deutschsprachigen Entre Rios auf Camilla’s Camp bei Caroline und Walter. Bei den Beiden steht man unterhalb ihres modernen, neu gebauten Hauses, im terrassierten Garten mit Fischteich. Wasser, Strom und absolut sauberen Sanitäranlagen. Gemütliche Pergola mit Grillstelle und Kühlschrank.
Am Muttertag genossen wir mit der Familie von Walter ein gutes Mittagessen mit rund 2'000 Bürgern von Entre Rios im modernen Veranstaltungszentrum.
Walter ist Besitzer eines Sprüh-Flugzeug. Er besprüht damit Felder in der Region, aber auch in Sao Paulo.
Auf einer Fahrt zu seinem 60 Kilometer entfernten Hof erzählte er uns viel Interessantes über die Donauschwaben.
Restaurant Brot & Café
Walters Frau Caroline ist Besitzerin des obgenannten Restaurants. Tägliches Lunch-Buffet und samstags auch ein Nachmittags-Buffet. Das Dessertbuffet ist ein absoluter Renner. Das Lokal wird daher auch sehr gut besucht. Hier haben wir einige Kalorien zu uns genommen - superlecker!