Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/126202

<h2>SubmittedText<h2><p>Der tragische Bergsturz auf die Bahngleise zwischen Erstfeld und Göschenen hat dazu geführt, dass die Zugverbindungen zwischen dem Tessin und dem Rest der Schweiz für mindestens einen Monat unterbrochen sein werden. Deshalb wurde ein System mit Bahnersatzbussen eingerichtet.</p><p>Allerdings bringt dies nicht zu unterschätzende Unannehmlichkeiten für Reisende mit sich, die geschäftlich oder als Touristen von Norden her ins Tessin gelangen möchten:</p><p>1. längere Reisezeiten;</p><p>2. häufigeres Umsteigen, was besonders für ältere Personen und solche mit Gepäck problematisch ist.</p><p>Es ist augenfällig, dass die Aussicht auf eine Fahrt unter solchen Bedingungen abschreckend wirken muss und sicher dazu beitragen wird, die ohnehin schon wenig erfolgreiche Tessiner Tourismussaison noch weiter zu beeinträchtigen. Die angekündigten Probleme im Güterschienenverkehr werden zwangsläufig zu einer Erhöhung des internationalen Lastwagenverkehrs führen, was auch den Autobahnverkehr ins Tessin erschweren wird und somit Reisende zusätzlich abschreckt.</p><p>Der Vorfall zeigt auch, wie undenkbar es ist, den Gotthard-Strassentunnel während mehr als drei Jahren für Unterhaltsarbeiten zu schliessen und ganz auf den Bahnverkehr zu setzen.</p><p>Es ist deshalb wichtig, so rasch als möglich Spezialmassnahmen zur Unterstützung des Luftverkehrs ins Tessin zu ergreifen.</p><p>Ist er bereit, Massnahmen zu unterstützen, mit denen das Flugangebot Zürich-Lugano verdichtet und attraktiver gemacht wird, damit die Nachteile, die der schon jetzt schwachen Tessiner Tourismussaison aus der Schliessung der Gotthard-Bahnlinie entstehen, teilweise kompensiert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seinem luftfahrtpolitischen Bericht aus dem Jahr 2004 hält der Bundesrat fest, dass er bereit ist, das Instrument der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtung und damit zusammenhängend die Subventionierung einzelner Fluglinien zur Förderung der Luftverkehrsanbindung des Tessins zu prüfen, falls die Anbindung nicht durch den Markt gewährleistet wird und die betroffenen Kantone und Gemeinden bereit sind, Beiträge an den Betrieb solcher Linien zu leisten (BBl 2005 1831).</p><p>Die Fluglinie Lugano-Zürich wird heute durch die Fluggesellschaft Swiss betrieben. Dabei mietet die Swiss Luftfahrzeuge und die Crew der in Lugano ansässigen Darwin Airlines SA ein. Die Swiss betreibt täglich insgesamt vier Rotationen zwischen Lugano und Zürich (viermal Lugano-Zürich und viermal Zürich-Lugano). Die Rotationen finden über den gesamten Tagesverlauf verteilt statt. Eine Analyse der zwischen Januar 2011 und Juni 2012 durchgeführten Flüge ergibt, dass auf der Strecke Lugano-Zürich durchschnittlich mit einem Sitzladefaktor von 65 Prozent geflogen wird, wobei der entsprechende Faktor in den Wintermonaten tiefer ist als in den Sommermonaten. Seit März 2012 wird auf der Strecke Lugano-Zürich zudem ein grösseres Fluggerät eingesetzt. Die bisherige Maschine des Typs Saab 2000 (54 Sitzplätze) wurde durch ein Fluggerät des Typs Bombardier Dash Q400 (74 Sitzplätze) ersetzt. Die Erhöhung der Sitzkapazität seit März 2012 hat zu einem deutlichen Rückgang der Sitzladefaktoren im Vorjahresvergleich geführt. Im Juni 2012, als der Felssturz in Gurtnellen stattfand, betrug der Sitzladefaktor rund 58 Prozent. Somit sind in der aktuellen Lage genügend Kapazitäten vorhanden, um die bestehende Nachfrage zu absorbieren. Sollten aufgrund steigender Nachfrage zusätzliche Kapazitäten erforderlich sein, geht der Bundesrat davon aus, dass der Markt diese bereitstellen wird.</p><p>Der Bundesrat kommt zum Schluss, dass der Markt eine ausreichende Bedienung der Fluglinie Lugano-Zürich gewährleistet. Dementsprechend ist ein Mindestkriterium des luftfahrtpolitischen Berichtes für eine bundesseitige Subventionierung der Fluglinie nicht erfüllt. Der Bundesrat verzichtet folglich auf die weiter gehende Prüfung einer finanziellen Unterstützung der Fluglinie Lugano-Zürich durch den Bund.</p>  Antwort des Bundesrates.