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Je nach Verteilung des Luftdrucks über Europa ergeben sich für die Region folgende typische Wetterlagen:
Westwind: Der Westwind bringt feuchte Luftmassen vom Nordatlantik. Im Winter ist das Wetter relativ milde, im Sommer eher kühl. Das Wetter ist unbeständig und oft regnerisch. Das ist die häufigste Wetterlage in der Region.
Bise: Trockene und kalte Luftmassen aus nördlicher bis östlicher Richtung strömen von Russland und Osteuropa in unsere Gegend. Das Wetter ist sonnig, aber besonders im Winter sehr kalt.
Südwind: Luftmassen aus dem Mittelmeerraum übersteigen die Alpen. Beim Abfallen auf der Alpennordseite entsteht der warme und sehr windige Föhn. Im Norden reicht der Föhn selten bis an die Jurahöhen. Oft spricht man in der Region Basel (fälschlicherweise) vom Föhn, dann nämlich wenn ein Warmluftsektor einer Störung von Südwesten durchzieht. Diese Wettersituation geht oft mit einer Föhnlage in den Alpen einher.
Unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen ist vorwiegend im Winterhalbjahr im Hochrheintal ein Ostwind zu beobachten. Das Zentrum dieser Erscheinung liegt in der Gegend des Möhliner Feldes.
Liegt über der Schweiz ein Hochdruckgebiet, bildet sich im Mittelland ein ausgeprägter Kaltluftsee mit einer oft unauflösbaren, dicken Nebeldecke. Da die Kaltluft schwer ist, fliesst sie in tiefer gelegene Regionen. Wird diese kalte Nebel- und Hochnebelschicht mächtig genug, schwappen von ihrem oberen Rand Luftmassen über etwas tiefer gelegene Juraausläufer und giessen sich nordwärts zum Rhein hinunter. Dort trocknen sie rasch aus, überqueren im Talgrund bei Möhlin als breiter und 100 bis 300 Meter hoher, trockener Luftstrom mit 30 bis 50 Stundenkilometern den Rhein und strömen nach Westen Richtung Oberrheinische Tiefebene. Dies führt in unserer Region zu lokalen Winden aus Osten. Je nach Mächtigkeit dieses Kaltluftstroms folgen diese Winde dem Rheinlauf auf seiner ganzen Länge zwischen Waldshut und Basel oder sie schwenken über den Dinkelberg nach Norden ab. Der Möhlin-Jet ist eine wichtige Ursache für das überdurchschnittlich schöne Winterwetter mit Nebelauflösung in der Region Basel. Zusätzlich hat dieser Wind eine wichtige Durchlüftungsfunktion.
Im Jahr 2011 wich die Niederschlagsmenge um -16 % vom langjährigen Durchschnitt ab. Die Zahl der Sonnenstunden nahm gleichzeitig um 23% zu. Gesamthaft lag der Temperaturmittelwert 2,1 Grad über der Durchschnittstemperatur.
Der Februar 2012 brachte die massivste Kältewelle der vergangenen 27 Jahre. Die extremsten Kältewellen im 20. Jh. datieren aus den Jahren 1929, 1956 und 1963.
Am 18. Mai 1994 und am 12. Mai 1999 ereigneten sich grosse Rhein-Hochwasser. Im Mai 1994 wurde in Basel eine Abflussspitze von 4600 Kubikmeter pro Sekunde und im Mai 1999 eine von über 5000 Kubikmeter pro Sekunde registriert. Zwei weitere grosse Hochwasser wurden 1910 (4300 Kubikmeter pro Sekunde) und am 8. August 1978 (4150 Kubikmeter pro Sekunde) beobachtet.
Der Sturm Lothar zog am 26. Dezember 1999 in verschiedenen Etappen über die Schweiz hinweg. In etwa zweieinhalb Stunden von 10.00 Uhr bis etwa 12.30 Uhr zog er vom Jura kommend über die Schweiz und Süddeutschland hinweg. Dabei wurden als höchste Windgeschwindigkeiten auf dem Jungfraujoch 249 Kilometer pro Stunde und auf dem Feldberg 212 Kilometer pro Stunde gemessen. Am Boden traten in unserer Region Windgeschwindigkeiten von über 150 Kilometer pro Stunde auf.
Der Sturm wurde durch ein Orkantief über dem Atlantik ausgelöst. Dieses zog unter rascher Verstärkung über Nordfrankreich hinweg nach Deutschland. Sein Kern bewegte sich dabei über Trier, Frankfurt und Jena nach Ostsachsen. Die stärksten Winde traten am südlichen, «warmen» Rand des Orkantiefs auf und trafen weite Teile Frankreichs, der Schweiz und Süddeutschlands. Die zusätzlichen sehr starken Böen waren mitentscheidend für die grosse Schadenwirkung des Orkans.
«Lothar» war für den Kanton Basel-Landschaft das bisher grösste Waldschadenereignis. Es wurden rund 204 000 Kubikmeter Holz geworfen, was einer zweifachen Jahresnutzung entspricht! Von Lothar hat aber die Natur profitiert. Auf vielen vom Sturm zerstörten Waldflächen entwickelte sich in der Folge eine höhere Artenvielfalt. Hauptgrund dafür ist, dass mehr Licht den Waldboden erreicht. Die grösste Vielfalt von Lebensräumen und damit von Tieren und Pflanzen hat sich dort eingestellt, wo die Schadflächen nur teilweise geräumt und wiederhergestellt wurden.
Langanhaltende tiefe Temperaturen bewirken, dass Flüsse und Seen zufrieren. In den Jahren 1954 und 1956 gab es starke Eisbildung im Rhein. Der Rheinhafen war zugefroren. Die lang andauernde extreme Kälte von Januar bis März 1963 führte zum letzten Zufrieren des Rheins.
Fällt durch warme Luftschichten Regen und trifft dieser in Bodennähe auf sehr kalte Schichten, zum Beispiel gefrorenen Boden, dann wandelt sich der Regen zu Eis, man spricht von Eisregen. Im Februar 1978 überzog der Eisregen ganze Waldgebiete. Durch das Gewicht des Eises stürzten viele Bäume um. Dieser selten starke Eisregen verursachte in Baselland rund 700 000 Franken Schäden in den Waldungen. Er zerstörte etwa 36 000 Bäume mit einem gemessenen Vorrat von 25 000 Kubikmeter Holz sowie circa 20 Hektar Jungwüchse und Stangenhölzer mit weit über 50 000 Bäumen.
In Basel kletterte das Thermometer am 13. August 2003 auf 38,6 °C, damit wurde der alte Höchstwert von 38,4 vom 31. Juli 1983 und vom Juli 1921 knapp überboten. Dieser Wert stellte für die Alpennordseite einen neuen Höchstwert dar. Der Rekordsommer 2003 war gesamteuropäisch sehr wahrscheinlich der heisseste seit mindestens 500 Jahren. Die Temperaturen lagen in der Schweiz und in grossen Teilen Mitteleuropas 3 bis 5 °C über dem langjährigen Mittelwert. Dazu kam eine ausserordentliche Trockenheit, die vielerorts das Jahr vom Februar bis in den November hinein prägte. Diese führte zu einem Absinken der Gewässerpegel mit allen Folgen für Tiere und Pflanzen, aber auch für das Grundwasser und somit für die Trinkwasserversorgung.
In Basel stiegen die Temperaturen an einzelnen Tagen über 35 °C und sanken nachts nicht unter 20 °C. Die Kombination von hohen Tagestemperaturen und verminderter nächtlicher Abkühlung führte zu körperlichem Stress und dürfte ein Grund für eine erhöhte Sterblichkeit besonders von alten Menschen gewesen sein.
In Basel wurden im Jahr 2003 insgesamt 41 Hitzetage gezählt. Der bisherige Rekord lag bei 38 Tagen und stammte aus dem Sommer 1947. Im langjährigen Durchschnitt erlebt Basel 6,8 Hitzetage.
HPM
Basel Jahreswerte 2009-2015 : Vergleich zur Norm 1961-90
Messstation Basel: Norm langjähriger Durchschnitt 1961-1990
Abweichung der Temperatur zur Norm, % im Verhältnis zur Norm (Norm = 100 %)
Quelle: www.meteoschweiz.admin.ch