Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03309.jsonl.gz/1088

Masterarbeit
Im Rahmen meines Studiums hatte ich die Gelegenheit, eine Masterarbeit über einheimische und eingewanderte Eidechsen im Kanton Thurgau zu verfassen. Interessierte können die gesamte Arbeit als PDF-Dokument herunterladen.
Für meine Arbeit wurde ich im Februar 2015 mit einem Jahrgangspreis ausgezeichnet. Eine besondere Ehre, und vielleicht auch ein Plädoyer für den Schutz unserer heimischen Reptilien!
Zusammenfassung / Abstract
Die Rote Liste der gefährdeten Reptilien in der Schweiz aus dem Jahr 2005 stellte fest, dass die Bestandesgrösse der Zauneidechse in der Schweiz seit der letzten Erhebung um 11.2% zurückgegangen ist. Die Zauneidechsenbestände wurden daraufhin als "Verletzlich" eingestuft. In Deutschland wurden Beobachtungen veröffentlicht, die zeigten, dass Mauereidechsen sich in ursprünglichen Zauneidechsen-Gebieten ausbreiteten und letztere scheinbar erfolgreich verdrängten. Auch im Kanton Thurgau gibt es Gebiete mit eingeschleppten, nicht-heimischen Mauereidechsen in typischen Zauneidechsen-Gebieten.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Populationsänderungen in allopatrischen Habitaten der Zauneidechse und der Mauereidechse sowie in Habitaten mit sympatrischem Vorkommen der beiden Arten. Während drei Aktivitätszyklen wurden durch Feldbegehungen die Populationsstandorte und –grenzen festgestellt sowie Daten zur präferierten Substratwahl gesammelt.
An zwei der drei Forschungsstandorten konnte während der Untersuchungsperiode eine Vergrösserung des Vorkommensgebiets der Mauereidechse festgestellt werden. Eine sichere Abnahme der Zauneidechsenbestände konnte nicht verzeichnet werden, jedoch ergaben sich Hinweise darauf, dass Zauneidechsen durch die Art und Weise der Bewirtschaftung der Lebensräume direkt und indirekt gefährdet sind. Die Untersuchung zeigte zudem, dass sich die erfolgte Bewirtschaftung der Bahnböschungen günstig auf die Ausbreitung der Mauereidechsen auswirkt.
Abschliessende Aussagen über eine Verdrängung der Zauneidechse durch allochthone Mauereidechsen konnten in der vorliegenden Arbeit nicht gemacht werden, da die Untersuchungsperiode hierfür zu kurz war. Allerdings wurde festgestellt, dass Mauereidechsen im Kanton Thurgau in zuvor allopatrische Zauneidechsen-Gebiete eindrangen, was zu einer Sympatrie der beiden Arten führte.
Quelle: Schmid, M. (2014). Vermutete Populationsänderungen von Mauereidechsen (Podarcis muralis) und Zauneidechsen (Lacerta agilis) im Kanton Thurgau und deren mögliche Ursachen. St. Gallen: PHSG. (Masterarbeit).