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Das Interkantonale Labor hat aufgrund der Verunreinigung mit dem Herbizidwirkstoff Bentazon hydrologische Abklärungen durchführen lassen, um den Perimeter, aus welchem das Grundwasser des Pumpwerks Wilen gefördert wird, auszuweisen. Dieser Perimeter wird «Zuströmbereich» genannt und umfasst das Gebiet aus dem das meiste, also rund 90 Prozent Grundwasser stammen, das im Pumpwerk Wilen gefördert wird.
Das eidgenössische Gewässerschutzrecht schreibt die Ausscheidung eines Zuströmbereichs vor, wenn die Wasserqualität gefährdet ist. Die Bewirtschaftung von Parzellen im Zuströmbereich wird solange eingeschränkt, bis die Qualität des Grund- und Trinkwassers wieder einwandfrei ist. Die Ausscheidung des Zuströmbereichs wurde aufgrund des Befundes von Bentazon im Trinkwasser durchgeführt. Es besteht kein direkter Zusammenhang mit einem Bewässerungsprojekt, das in der Nähe realisiert wird. Unabhängig von diesem Projekt müssen Grund- und Trinkwasser die rechtlichen Vorgaben einhalten.
Die hydrogeologischen Arbeiten wurden durch ein unabhängiges Ingenieur- und Geologiebüro im Auftrag des Interkantonalen Labors durchgeführt und sind nun fast abgeschlossen. Der Grundwasserkörper wurde in einem Modell abgebildet und die Wasserentnahme beim Pumpwerk Wilen modelliert. Um das Modell zu kalibrieren, d.h. auf die tatsächlich vorliegenden Verhältnisse anzupassen, braucht es Messungen des Grundwasserspiegels an möglichst vielen Stellen im modellierten Bereich. Da die bestehenden Bohrlöcher nicht ausreichten, wurden im Juli 2018 fünf weitere erstellt.
Der Zuströmbereich erstreckt sich nun in einem eher schmalen Streifen vom Grundwasserpumpwerk Wilen aus nach Norden bis in die Nähe des Ramsener Dorfzentrums. Da der trockene Sommer 2018 einen aussergewöhnlich tiefen Grundwasserspiegel zur Folge hatte, konnte das Modell nicht ganz optimal kalibriert werden. Daher verbleiben im Moment noch gewisse Unsicherheiten in der seitlichen Ausdehnung des Zuströmbereichs. Um diese zu bereinigen werden die Kalibrierungsmessungen wiederholt, sobald der Grundwasserspiegel einen repräsentativen Pegel erreicht hat.
Die hydrogeologischen Untersuchungen und die Untersuchung der Wasserqualität in verschiedenen Bohrlöchern und Wasserfassungen im Bibertal weisen darauf hin, dass der im Trinkwasser gefundene Herbizidwirkstoff Bentazon im Perimeter des Zuströmbereichs eingetragen wurde. Bentazon darf von Privatpersonen nicht angewendet werden. In der Landwirtschaft ist die Anwendung hingegen in verschiedenen Kulturen wie zum Beispiel Soja, Bohnen, Kartoffeln, Getreide oder Mais zugelassen. Um eine Verbesserung zu erzielen, sind im Zuströmbereich Einschränkungen im Einsatz dieses Herbizides notwendig.
Ende Oktober fand nun eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Eigentümer und Bewirtschafter von landwirtschaftlichen Parzellen statt, um die Bedeutung des Zuströmbereichs und das weitere Vorgehen zu erläutern. Es wurde diskutiert, wie die weiteren Schritte aussehen, damit das Trinkwasser von Ramsen in Zukunft die Höchstwerte wieder einhalten kann. Die betroffenen Bewirtschafter haben dabei ihren Willen zur Zusammenarbeit ausgedrückt und wollen gemeinsam mit der Gemeinde, der Wasserversorgung und dem Kanton auf eine Lösung des Problems hinarbeiten.
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