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TBT
Evaluation des therapeutischen Boxtrainings bei Patientinnen und Patienten mit Alkoholabhängigkeit
Projektleitung / Kontaktperson: Françoise Fierz, Leila Soravia
Förderung: Klinik Südhang
Dauer: 07.2013 - 07.2014
Ausgangslage
Empirische Studien zeigen, dass ein regelmässiges (Sport-)Training mit psychoprotektiven und therapeutischen Effekten verbunden ist (vgl. Schay & Petzold2004). Bei depressiven Erkrankungen, Angststörungen und beginnenden dementiven Erkrankungen gibt es immer mehr empirische Belege dafür, dass die Symptomatik über ausreichend intensive körperliche Aktivität signifikant beeinflusst werden kann. Für Suchterkrankungen, affektive Störungen oder Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis steht eine ausreichende empirische Absicherung sporttherapeutischer Effekte zwar noch aus, es gibt aber eine Reihe von klinischen Anhaltspunkten dafür, dass ein regelmässiges körperliches Training auch für diese Patientengruppen sinnvoll ist. Neben psychologischen Wirkmechanismen wie Abnahme von Vermeidungsverhalten, Verbesserung von Selbstbewusstsein, Eigeninitiative und die Veränderung von dysfunktionalen Kognitionen spielen auch neurobiologische Adaptationsprozesse eine wichtige Rolle (Brooks & Sommer 2004). Erste Evaluationsstudien zum therapeutischen Boxtraining (z.B. Bartlog 2001; Brooks & Sommer 2005) konnten zeigen, dass die regelmässige Anwendung von Trainings dem Abbau von Aggressionen dient, die Kompetenzerwartung und Frustrationstoleranz erhöht, zur Steigerung der Selbstwirksamkeitserwartung und der sozialen Fertigkeiten beiträgt als auch störungsspezifisch wie z.B. bei depressiv-dysphorischen Verstimmungen, Borderline-Patientinnen und -Patienten und Beziehungsstörungen erfolgreich in seiner Anwendung ist. Eine systematische Forschung zur störungsspezifischen Arbeit des therapeutischen Boxens oder konkrete Initiativen dazu gibt es bislang noch zu wenige.
Inhalt und Zielsetzung
Das therapeutische Boxtraining ist ein psychotherapeutisches Fertigkeitstraining, welches entsprechend angewendet im Bereich „Umgang und Abbau von Aggressionen“ und „Aufbau von sozialer Kompetenz“ positive Effekte erzielt. Das TBT ist ein psychotherapeutisch angelegtes Bewegungsangebot mit klar definierten Regeln. Neben Gleichgewichts- und Sensibilisierungsübungen steht der bewusste und kontrollierte Einsatz des eigenen Körpers im Vordergrund. Im Mittelpunkt steht der respektvolle Umgang mit sich und der Partnerin, bzw. dem Partner als auch ein wechselseitiges Aufeinanderbezogen-Sein. (Sigg/Gioiella, 1998). Im therapeutischen Boxtraining darf keine Form von Kampf oder Gewalt auftreten.
Das TBT in der hier vorgestellten Form wird als begleitendes Element einer verbalen Psychotherapie betrachtet und kann diese positiv unterstützen. Die beim TBT gesammelten Erfahrungen sind wichtige Anregungen, welche in der Psychotherapie weiter bearbeitet werden.
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Überprüfung der Wirksamkeit des therapeutischen Boxtrainings und dessen Effekte auf das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit.