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Die Gewehrschützen von Tafers wurden bei den kantonalen Gruppenmeisterschaften 300 m ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen die Goldmedaille im Feld A. Hauteville im Feld E und St. Ursen im Feld D sorgten derweil für eine Überraschung.
Die kantonalen Gruppenmeisterschaften 300 m sind nach dem Feldschiessen die wichtigste vom Freiburger Kantonal-Schützenverein (FKSV) organisierte Breitensportveranstaltung im 300-m-Gewehrschiessen. Die Freude war am Wochenende entsprechend gross, dass die Wettkämpfe nach einer zweijährigen Zwangspause wieder durchgeführt werden konnten. 172 Gruppen hatten während des Jahres auf Bezirksebene versucht, sich für den Kantonalfinal zu qualifizieren, zu dem 110 Gruppen zugelassen waren: 28 im Feld A (Standardgewehr/Sportgewehr), 39 im Feld D (Sturmgewehr 57-3 und Karabiner) und 43 im Feld E (Sturmgewehr 90 und 57-2). Die qualifizierten Quintette absolvierten im Schiessstand von Montagne de Lussy eine Ausscheidungsrunde, die besten 14 jeder Kategorie bestritten anschliessend das grosse Finale um die Medaillen.
Tafers mit Dufaux anstatt Dufaux
In der Königsdisziplin mit den Sportgewehren liess sich Favorit Tafers den Titel nicht nehmen, auch wenn er ohne seinen Nationalschützen Gilles Dufaux antreten musste. Der 27-Jährige war beim Europacup in Uppsala engagiert, wo er mit dem Standardgewehr im Dreistellungsmatch 300 m die Goldmedaille gewann. Als Ersatz zogen die Sensler seinen illustren Vater Pierre-Alain Dufaux (73), den mehrfachen Schweizermeister und zweifachen Olympiateilnehmer, heran. Am Wettkampfverlauf änderte dies nichts, die Taferser dominierten nicht nur die Ausscheidungsrunde (964 Punkte), sondern auch den Final. Mit 961 Punkten verteidigten sie ihren Titel von 2019 vor der Gruppe Cordast-Burg-Guschelmuth (956), die im Vergleich zur letzten Ausgabe einen Rang gutmachte. Die Bronzemedaille ging an Treyvaux, das sich von Runde zu Runde steigern konnte. Mit 951 Punkten stiessen die Saanebezirkler Charmey um einen winzigen Punkt vom Podest.
Auf Rang 5 klassierte sich St. Ursen (946) mit dem Nationalschützen Sven Riedo – beziehungsweise inzwischen Ex-Nationalschützen. Der 23-Jährige, der diesen Sommer sein Bachelor-Studium beendet, hat letzte Woche bekannt gegeben, dass er künftig nicht mehr alles auf die Karte Schiesssport setzen will, und hat sich per sofort vom Spitzensport verabschiedet. Der Freiburger war seit 2017 im SSV-Kader der Gewehrschützen. Riedo hatte besonders als Nachwuchskaderschütze an mehreren Schweizermeisterschaften das Podest erobert.
Hauteville düpiert Liebistorf
Im Feld E hat Hauteville für eine Überraschung gesorgt. Dreissig Jahre nach ihrem letzten Podestplatz (Rang 3) haben die Greyerzer mit 681 Punkten überlegen den Sprung nach ganz oben geschafft. Hauteville hatte sich als einzige Gruppe aus dem französischsprachigen Kantonsteil als Zehnte für das grosse Finale qualifiziert und in diesem gar den Favoriten und Titelverteidiger aus Liebistorf (676) überflügelt. Die Seeländer haderten etwas mit dem Wettkampfglück, ging die Silbermedaille doch an das dritte Liebistorfer Quintett, das überwiegend aus Jugendlichen und Frauen bestand, während die erfahrenen Gruppen I und II sich mit Rang 7 und 6 zufriedengeben mussten. Einen Punkt hinter Liebistorf III holte sich Plasselb die Bronzemedaille. St. Antoni, das sich 2019 noch über Silber freuen durfte, kam diesmal nicht auf Touren und beendete den Wettkampf an 13. Stelle.
In der Kategorie D – mit den ältesten und von den erfahrenen Schützen geschätzten Gewehren – holte sich St. Ursen mit 689 Punkten den Sieg. Bei den letzten Titelkämpfen hatten die Sensler das Podest als Fünfte noch klar verpasst. Einen winzigen Punkt hinter St. Ursen musste sich Wallenried wie im Vorjahr mit Silber begnügen. Bronze ging an Wünnewil-Flamatt (682).