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Als Homo faber bezeichne ich den Menschen literarisch, um seine Eigenschaft als aktiver Veränderer seiner Umwelt hervorzuheben.
Der Ausdruck wurde wohl von Max Scheler in der Schrift Die Stellung des Menschen im Kosmos 1928 eingeführt. Darin steht homo faber einen Menschen, der sich - evolutionstheoretisch - nicht wesentlich vom Tier unterscheidet, aber eine ein höheres handwerkliches Geschick aufweist.
H. Arendt stellte dem homo faber in Vita activa das „Animal laborans“ (‚das arbeitende Tier‘) gegenüber, dessen Dasein sich auf das Arbeiten zur Existenzsicherung reduziert. Sie unterscheidet arbeiten und herstellen.
Im Roman von M. Frisch (1957) ist Walter Faber ein Ingenieur mit streng rationaler, technisch orientierter Weltanschauung, in dessen geordnetes Leben der Zufall und die verdrängte Vergangenheit einbrechen. Durch eine Verkettung unwahrscheinlicher Ereignisse geht er eine inzestuöse Liebesbeziehung ein. Todkrank will er sein Leben wandeln.
Ich weiss nicht, wie bewusst M. Frisch an die Konzeptionen von H. Arendt (zeitlich unwahrscheinlich) und M. Buber anschliesst. In diesen Fällen zeichnet sich der Homo faber durch ein Es-Ich aus, das die naturwissenschaftlich-technische Rationalität die Perspektive des Du-Ich verloren oder nicht entwickelt hat. Die Geschichte von M. Frisch ist exemplarisch dafür.
siehe auch Homo als Wort oder Wortteil
und Homo laborans, Homo ludens