Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/3136

"Escalade" in Guttannen

Anfangs Dezember hatte die Schule Guttannen Besuch von einem pensionierten Genfer Lehrer. Er war eigens nach Guttannen angereist, um uns mit dem Brauch der „Escalade“ bekannt zu machen und uns vieles über seine Geschichte zu erzählen. Gebannt lauschten die Kinder der 1.-6. Klasse den mit vielen Bildern untermalten Erzählungen des Genfers, der die spannende Geschichte der gescheiterten Eroberung Genfs durch die Franzosen in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1602 erzählte.
Der erfolgreichen Verteidigung der Stadt durch die Genfer Bevölkerung wird noch heute mit dem Brauch der Escalade gedacht.
Im online - Lexikon „Wikipedia“ wird der Brauch wie folgt treffend beschrieben: Eine der grossen Symbolfiguren dieses Festes ist die Mère Royaume (Mutter Royaume), die der Legende nach während der nächtlichen Schlacht einen Topf mit heisser Suppe über die savoyischen Soldaten in der Strasse ausgeschüttet hat. Dies soll der Ursprung des Schokoladentopfes sein (der heute mit Bonbons und Marzipangemüse gefüllt wird) sowie der Gemüsesuppe, die zu diesem Fest gehört. Traditionell wird der Schokoladentopf vom Jüngsten und dem Ältesten aller Anwesenden gemeinsam zerschlagen, nachdem der rituelle Satz "Ainsi périssent les ennemis de la république" (So kommen die Feinde der Republik um) gesprochen wurde.
Die Guttanner Kinder durften den Brauch des Schokoladentopf- Zerschlages mit einem echten Genfer Schokoladentopf erleben und genossen die süssen Inhalte: Marzipangemüse und die traditionellen Knallbonbons. Natürlich wurde auch in Guttannen der Topf vom jüngsten und ältesten Kind zerschlagen.