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Der auf mysteriöse Weise umgekommene kanadische Pharma-Milliardär Barry Sherman hat einem Bericht zufolge kurz vor seinem Tod versucht, Ermittlungen über seine Beschaffung von Geldmitteln für die Liberale Partei von Premierminister Justin Trudeau zu unterdrücken.
Wenige Tage vor seinem Tod habe Sherman erreichen wollen, dass eine Untersuchung über das Einwerben von Spenden für Trudeaus Wahlkampf wegen Verstosses gegen Lobby-Bestimmungen eingestellt werde, schrieb die Zeitung «Toronto Star» am Mittwoch.
In einer von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Klage Shermans an das Gericht in Toronto vom 24. Mai verlangte Sherman eine Anordnung zur Aufhebung der Ermittlungen gegen ihn und sein Pharmaunternehmen Apotex. Er verlangte von der Justiz ausserdem, dem kanadischen Anti-Lobby-Kommissariat zu untersagen, seine Untersuchungen fortzusetzen.
Die Ermittlungen folgten auf zwei Strafanzeigen der Organisation Democracy Watch, derzufolge Sherman und andere als Lobbyisten registrierte Manager von Apotex gegen Regeln zur Geldmittelbeschaffung im Wahlkampf verstiessen.
Erhängt aufgefunden
Im August 2015 hatten Sherman und seine Frau der Nichtregierungsorganisation zufolge eine Veranstaltung mit hohen Eintrittsgeldern für mehr als hundert Menschen in Anwesenheit Trudeaus veranstaltet. Zwei Monate später gewann die Liberale Partei die Parlamentswahl, und Trudeau wurde Regierungschef.
Der Gründer von Democracy Now, Duff Conacher, sagte AFP, Shermans Aktivitäten zur Spendensammlung hätten einen Interessenskonflikt nicht nur für ihn, sondern auch für Apotex bedeutet. Hätte die Justiz dies bestätigt, wäre der Pharmafirma Lobbytätigkeit zugunsten der Regierung bis 2020 verboten worden.
Der 75-jährige Sherman, Gründer des Pharmariesen Apotex, und seine fünf Jahre jüngere Frau Honey waren am vergangenen Freitag in ihrer Villa in einem Nobelviertel von Toronto tot aufgefunden worden. Die Obduktion ergab Tod durch Strangulation. Medienberichten zufolge vermutet die Polizei, dass Sherman erst seine Frau und dann sich selbst erhängte. Die Familie der beiden wies diese Theorie entschieden zurück. (sda/afp)