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Personendossiers
Personendossiers
A 422
Bestand
1971-1982
Dokument
1962-1990
Das Vormundschaftswesen war bis 1971 dem Departement des Innern unterstellt. Infolge des Regierungsratsbeschlusses über Änderungen der Organisation und Zuständigkeit der Departemente vom 1. April 1970 sind die Aufgaben der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde und Beschwerdeinstanz dem Justizdepartement, Generalsekretariat, zugeteilt worden (mit Umsetzung ab Juni 1971). Akten, welche in der Übergangsphase noch in Bearbeitung waren, reichen daher vereinzelt in die 1960er-Jahre zurück.
analog
6.00
Bestandesgeschichte: Die Akten gelangten 1995 als Teil einer Ablieferung des Generalsekretariats des damaligen Justiz- und Polizeidepartements ins Staatsarchiv. Bis zu ihrer Erschliessung 2010/2011 befanden sie sich unter der Signatur Az 82 im Zwischenarchiv des Staatsarchivs. Der Bestand schliesst an jenen aus dem Zeitraum von 1955 bis 1971 an (siehe Registerkarte "Verweise"). Form und Inhalt: Ab 1971 war des Justizdepartement bzw. der Gesamtregierungsrat die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde des Kantons. Der Vormundschaftsdienst war dabei die verfahrensleitende Abteilung und Ansprechsstelle. Die vom Vormundschaftsdienst zwischen 1971 und 1982 erstellten Personendossiers und Handakten finden sich in diesem Bestand. - Personendossiers: Die Personendossiers lassen sich unterteilen in solche, bei denen das Justizdepartement als obervormundschaftliche Genehimgungsinstanz waltete und solche, bei denen es als Beschwerdeinstanz zum Einsatz kam. Erstere Dossiers betreffen Angelegenheiten, die neben einem Beschluss des Waisenamtes/der Vormundschaftsbehörde einer Zustimmung der Aufsichtsbehörde bedurften (z.B. Adoption eines bevormundeten Kindes, Erwerb eines Bürgerrechts oder Verzicht auf ein solches, Übernahme oder Liquidation eines Geschäftes, Abschluss eines Erbvertrages, Verpfründungsverträge). Die Dossiers umfassen die entsprechenden Verträge sowie Korrespondenz zwischen den zuständigen Waisenämtern/Vormundschaftsbehörden und dem Justizdepartement. Einen grösseren Anteil machen zudem Personendossiers zu Adoptionen aus. Die Beschwerdendossiers beziehen sich in der Regel auf zweitinstanzliche Beschwerden zu Entmündigungsverfahren, vormundschaftliche Massnahmen wie Anstaltsversorgungen und Kinderschutzmassnahmen. In den Dossiers sind die Beschwerdeschriften, die entsprechenden Waisenamtsverfügungen, Berichte des Vormundes, psychiatrische Gutachten von Ärzten und Kliniken, Regierungsratsbeschlüsse, Berichte involvierter Stellen, Kopien von Urteilen von Gerichtsbehörden sowie Korrespondenz der Waisenämter/Vormundschaftsbehörden und des Justizdepartements zu finden. - Handakten: Die Handakten umfassen die übrigen vom Vormundschaftsdienst bearbeiteten Geschäfte, welche nicht den gesetzlichen Vorgaben einer Beschwerde oder einer aufsichtsbehördlichen Genehmigung entsprechen. Zu finden sind auch allgemeine Anfragen von Waisennämtern/Vormundschaftsbehörden und anderen Institutionen. Bewertung/Kassation: Handakten, welche ausschliesslich Orientierungskopien anderer Institutionen an das Justizdepartement oder Begleitbriefe des Justizdepartements an andere Institutionen enthielten, wurden kassiert. Die übrigen Akten wurden aufbewahrt und verzeichnet. Ordnung und Klassifikation: Die Ordnung der Unterlagen orientiert sich am Ablagesystem, wie es beim Vormundschaftsdienst vorzufinden war. Zum Zeitpunkt der Erschliessung lag eine Kartei für die Jahre 1955 bis 1959, nicht jedoch für die Jahre 1971 bis 1982 vor (A 001/23, siehe Registerkarte "Verweise"). Deshalb wurden die Dossiers einzeln verzeichnet. Im Jahr 2013 erfolgte eine Ablieferung des Amts für Soziales, welche die fehlenden Karteien von 1960 bis ca. 1998 umfasst (A 001/28, siehe Registerkarte "Verweise"). Daher liegen sowohl Karteikarten wie auch Verzeichnungseinheiten zu den Personendossiers vor: - Personendossiers: Die Personendossiers sind zunächst nach Eingangsjahr, danach nach einer fortlaufenden Nummer geordnet. Der Zusatz "10.2" steht für die Position innerhalb des Registraturplans des Generalsekretariats des Justizdepartements. Sofern der Vormundschaftsdienst zu einer Person mehrere Geschäfte behandelte, hat er alle Unterlagen in einem einzigen Dossier abgelegt. Die Signatur entspricht dann der Nummernvergabe beim ersten Geschäft. Um die einzelnen Geschäfte, welche zeitlich mehrere Jahre auseinanderliegen oder thematisch unterschiedlich ausfallen können, besser unterscheiden zu können, wurden sie bei der Verzeichnung zwar in demselben Dossier belassen, jedoch in Teildossiers aufgespalten. - Handakten: Die Handakten sind alphabetisch nach Nachname bzw. Instiution abgelegt. Diese Reihenfolge wurde bei der Verzeichnung beibehalten, die Dossiers jedoch mit einer fortlaufenden Nummer versehen.
Literatur zum Thema: - Hauss, Gisela, Ziegler, Béatrice (Hrsg.). Helfen Erziehen Verwalten: Beiträge zur Geschichte der Sozialen Arbeit in St.Gallen. (Schriftenreihe der Stadt St.Gallen). St.Gallen 2010. - Strebel, Dominique. Weggesperrt: Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen. Zürich 2010.
12/31/2082
Staatsarchiv
Archivmitarbeiter/-innen
Uneingeschränkt