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Nach der Kaltfront
Ein Trog hat gestern eine Kaltfront zur Schweiz geführt und so für Gewitter und Regenschauer gesorgt. Hinter dem Trog dehnte sich ein kräftiges Hochdruckgebiet bis zum Alpenraum aus. Auf der Alpennordseite kam eine Bisenströmung auf.
Rückblick Freitagabend
Nachdem gestern im Laufe des Nachmittags die Schauer- und Gewitteraktivität über den Alpen auflebte, begann es dann gegen Abend auch im Flachland mehr und mehr zu gewittern.
Die Gewitter in den Alpen hatten zur Folge, dass sich in den Voralpen und angrenzenden Gebieten ein südlicher Wind einstellte. Nördlich der pinken Linie (siehe Grafik) wehte jedoch ein Wind aus nördlicher Richtung. Somit stellte sich im Bereich des Zusammenfliessens eine Konvergenzzone ein und es konnten sich Gewitter bilden.
Ausgedehnte Bewölkung
Mit der mitgeführten Feuchtigkeit und der aufkommenden Bisenströmung hat sich auf der Alpennordseite eine ausgedehnte hochnebelartige Wolkenschicht ausgebreitet. Im Wallis und den Berner Alpen startete der Tag hingegen sonnig. Im Tagesverlauf lockerte oder löste sich die Bewölkung besonders im Westen allmählich auf. In den Bisenstaugebieten sowie in der zentralen und östlichen Alpennordseite verblieb die Bewölkung hingegen hartnäckig.
Luftmassengrenze
Die Kaltfront hat nicht nur Feuchtigkeit, sondern wie der Name schon sagt auch weniger warme Luft gebracht, so dass heute tiefere Tagesmaxima gemessen wurden.
Die kühlere Luftmasse schaffte es jedoch nicht auf die Alpensüdseite. Dort sind auch heute wieder hohe Temperaturen verzeichnet worden. Die Hitzewarnung der Stufe 3 war noch bis heute Abend gültig.
Auflebende Schauer und Gewitter
Im Tagesverlauf köchelte die feuchtwarme Luftmasse in den Alpen wieder auf und besonders auf der Alpensüdseite und am Alpenhauptkamm bildeten sich wieder einzelne Schauer oder Gewitter. Die Schauer und Gewitter entstanden in den Regionen, welche auch die höhere äquivalentpotentielle Temperatur aufweist. Dies macht auch Sinn, denn damit Schauer oder Gewitter entstehen benötigt es einerseits Feuchtigkeit und auch genügend hohe Temperaturen für die Auslösung.
Kleiner Exkurs: Äquivalentpotentielle Temperatur (Theta-e)
Auf Grund der komplexen Topografie ist es in der Schweiz oftmals schwierig unterschiedliche Luftmassen nur anhand der Temperatur zu erkennen. Dafür wird in der Meteorologie eine fiktive Zustandsgrösse die äquivalentpotentielle Temperatur verwendet. Sie ist das Mass für den Energiegehalt der Luftmasse.
Ein Luftpaket wird zunächst «auskondensiert»: Der enthaltene Wasserdampf wird vollständig kondensiert, dabei wird Wärme frei, welche dann im Luftpaket enthalten ist. Anschliessend wird das Luftpaket auf 1000 hPa Druck gebracht, dabei erwärmt sich das Luftpaket adiabatisch (ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung).
Ende der Hitzewarnung im Süden
Heute lag die Alpensüdseite weiterhin im Einflussbereich einer sehr warmen Luftmasse: In den Niederungen wurde erneut eine Tropennacht mit Tiefstwerten zwischen 20 und 23 Grad gemessen. Die Höchsttemperaturen erreichten Werte zwischen erneut 32 und 37 Grad. Einzelne Gewitter am Nachmittag sorgten lokal für eine Milderung der Hitze.
In der Nacht zum Sonntag wird weniger warme Luft die Alpensüdseite erreichen. In den nächsten Tagen wird es zwar immer noch heiß sein, die Höchstwerte dürften um 30 Grad liegen. Die Schwellenwerte für eine Hitzewarnung werden jedoch nicht mehr erreicht. Die Hitzewarnung der Stufe 3 wird daher aufgehoben.