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Die reformierte Synode des Kantons traf sich vorgestern Abend in Grangeneuve zur dritten Synode der aktuellen Legislatur. In einer insgesamt weit über dreistündigen Sitzung wurden schliesslich eine Resolution und die Jahresrechnung gutgeheissen.
Dritte Lesung verschoben
Zudem konnte die zweite Lesung zur neuen Richtlinie über die Dienstverhältnisse der Amtspersonen der Kirche abgeschlossen werden – nachdem diese Richtlinie schon bei der ersten Lesung eine längere Diskussion und zahlreiche Änderungen auslöste. Der Elternurlaub für die Aufnahme eines Kindes im Hinblick auf eine Adoption wurde dabei nach einem Antrag der Kirchgemeinde Bulle von fünf Tagen auf 2 bis 16 Wochen verlängert. Bei der Besoldung wurde der Passus bezüglich der Stufenerhöhungen auf Antrag der Kirchgemeinde Düdingen dahingehend abgeändert, dass solche Erhöhungen nur «in der Regel» jährlich gewährt werden, nicht generell jährlich. Die dritte Lesung der Richtlinie und die Schlussabstimmung verschob der Präsident der Synode, Pierre-Alain Sydler, auf später – «vermutlich auf die Novembersynode», wie er sich ausdrückte.
Debatte abgebrochen
Zu keinem Ergebnis führte die erste Lesung zum Reglement über die Kriterien zur Ordination und zur Aufnahme in den freiburgischen Kirchendienst. Nachdem Fritz Herren von der Kirchgemeinde Düdingen in zwei Anträgen forderte, zwei zentrale der insgesamt neun Artikel zu den zentralen Themen «Zulassung zur Ordination» und «Aufnahme in den Kirchendienst» ersatzlos zu streichen, weil diese Punkte schon in der Kirchenordnung festgelegt seien, brach Pierre-Alain Sydler die Debatte über dieses Traktandum nach längerer Diskussion schliesslich ganz ab – ebenfalls mit dem Versprechen, diese Punkte in einer späteren Sitzung wieder aufzunehmen.
Die Adressaten der Resolution
Viel Hin und Her gab es schliesslich um eine von Arnold Kuchen und Peter Wüthrich von der Kirchgemeinde Wünnewil-Flamatt beantragten Resolution «gegen eine Lockerung der Bedingungen für Rüstungsexporte». Dies, obwohl der eigentliche Text der Resolution unbestritten war und es laut Wüthrich galt, «ein Zeichen zu setzen». Die Debatte entzündete sich vielmehr an der Frage, ob die Resolution dem Bundesrat, dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) oder beiden Gremien zugestellt werden solle. Nachdem ein Gegenantrag und drei weitere Anträge dazu auf dem Tisch lagen, beschloss die Versammlung kurzerhand, auf die einzelne Behandlung all dieser Antragsvarianten zu verzichten und zunächst einmal in geheimer Abstimmung über den Text der Resolution und danach in zwei offenen Abstimmungen über die Adressaten zu befinden. So wurde schliesslich entschieden, die Resolution sowohl an den Bundesrat als auch an den SEK zu schicken.
Positiver Rechnungsabschluss
Kaum Diskussionen löste die einstimmig gutgeheissene Jahresrechnung aus. Sie präsentierte bei Einnahmen von rund 2,34 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 2,67 Millionen ein Plus von rund 73 000 Franken.
Weitere Traktanden
Zwei Ordinationen und eine Aufnahme
Ordiniert wurden an der vorgestrigen Sitzung Pfarrer Amédée Ruey und Diakonin Virag Sauter für die Kirchgemeinde Estavayer-Broye. Die zuvor im Kanton Bern tätige Ferenbalmer Pfarrerin Katrin Bardet wurde ihrerseits feierlich in den freiburgischen Kirchendienst aufgenommen. Als Stimmenzähler für das zweite Halbjahr wurden Andreas Naegelin und Lucille Nordberg gewählt, als Mitglied der Ordinationskommission Didier Meyer.
Die einstimmige Zustimmung der Versammlung fanden ausserdem der Jahresbericht sowie das unveränderte finanzielle Dispositionsrecht des Synodalrats und der Finanzkommission. Schliesslich wurden noch die Daten der Synoden für das Jahr 2019 bekannt gegeben: der 28. Februar, der 27. Mai, der 21. September, der 14. Oktober und der 10. Dezember.