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Die 100-m-Rennen der Frauen verdrängen derzeit die Sprints der Männer in der Gunst des Publikums - nicht bloss aus Schweizer Sicht. Am Wochenende in Eugene in den USA zündeten Jamaikas Frauen erneut ein Feuerwerk. Elaine Thompson-Herah aus Jamaika kam in 10,54 Sekunden bis auf 5 Hundertstel an den Fabel-Weltrekord von Florence Griffith-Joyner heran. Mujinga Kambundji blieb trotz starken 10,96 Sekunden bloss der 7. Rang.
Wie in Eugene wirbt auch auf der Pontaise der 100-m-Lauf der Frauen mit der Affiche «Olympia-Revanche». Die ersten sechs des Finals von Tokio stehen am Start. Der Begriff Revanche trifft primär auf das Schweizer Duell zwischen Mujinga Kambundji und Ajla Del Ponte zu. Vor Tokio lag die Bernerin in Front, seit Japan hingegen gibt die Tessinerin den Ton an.
Elaine Thompson-Herah, die in Japan dreimal Gold gewonnen hat, misst sich mit ihren Landsfrauen Shelly-Ann Fraser-Pryce und Shericka Jackson, die in Tokio über 100 m Silber und Bronze gewonnen haben und auch in Eugene in dieser Reihenfolge über die Ziellinie flogen. Um die Anwesenheit der Jamaikanerinnen zu gewährleisten, hat Athletissima einen Privatflug von Italien nach La Blécherette oberhalb von Lausanne organisiert.
Auch der Olympia-Star Karsten Warholm startet in Lausanne. Der Langhürdler läuft über 400 m flach und nimmt den 34 Jahre alten Europarekord von Thomas Schönlebe ins Visier. Der DDR-Athlet gewann 1987 in Rom das WM-Gold in 44,33 Sekunden. Auch der 400-m-Olympiasieger Steven Gardiner von den Bahamas nutzt die nacholympische Zeit für einen Abstecher in die Schweiz und startet über 200 m. Gleiches tun der Norweger Jakob Ingebrigtsen (OS-1. 1500 m) und der Äthiopier Selemon Barega (OS-1. 10'000 m) im Rennen über 3000 m. Die Dreispringerin Yulimar Rojas aus Venezuela war zunächst im Weitsprung gemeldet, tritt nun aber doch in ihrer Spezialdisziplin an.
Neben Yulimar Rojas und Warholm treten zwei weitere Weltrekordhalter in Lausanne an. Im Kugelstossen und im Stabhochsprung lancieren Ryan Crouser beziehungsweise Armand Duplantis einen Angriff auf ihre Bestmarken.
Der Abschied von Lea Sprunger
An der ersten Grossveranstaltung im Kanton Waadt mit mehr als 10'000 Zuschauern seit Beginn der Pandemie ist die Schweizer Elite nahezu vollständig am Start. Ajla Del Ponte und Mujinga Kambundji sowie ihre Staffel-Kolleginnen sind die prominentesten Namen von insgesamt rund einem Dutzend Schweizer Athletinnen und Athleten in den Hauptfeldern.
Für Lea Sprunger ist ein frenetischer Empfang bei ihrem letzten Wettkampf im Heimstadion garantiert. Die 400-m-Hürden-Europameisterin von 2018 wird auf ihrer Lieblingsdistanz und in einer von ihr zusammengestellten 4x100-m-Mannschaft antreten.