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Integration
Der Ruf der Schweiz im Ausland vermittelt manchmal nicht sehr ermutigende Clichés über das gesellschaftliche Leben. Demnach seine Schweizerinnen und Schweizer kühl, auf Regeleinhaltung bedacht, pünktlich und im Allgemeinen verschlossen. Die sozialen Interaktionen zwischen Eingewanderten, die häufig aus extrovertierteren Kulturen stammen, und der Schweizer Bevölkerung sind in der Praxis komplex. Der Austausch mit der lokalen Bevölkerung und die Teilnahme am öffentlichen Leben sind jedoch wesentliche Aspekte der Integration von Ausländerinnen und Ausländern im Aufnahmeland.
Wie sieht die Situation wirklich aus? Die Migration-Mobility-Umfrage zeichnet vom Austausch zwischen ausländischer und schweizerischer Gesellschaft ein gemischtes Bild, auch wenn mehr als drei Viertel der Befragten angaben, sich der Schweizer Gesellschaft zugehörig und akzeptiert zu fühlen und sich gut an die Schweizer Lebensweise angepasst zu haben. Auf die Frage nach der Häufigkeit positiver Kontakte mit Schweizerinnen und Schweizern gaben fast 80% der ausländischen Befragten an, dass ein solcher Austausch häufig oder sehr häufig stattfinde. Die Hälfte erklärte jedoch, gelegentlich auch negative Kontakte mit der lokalen Bevölkerung zu erleben.
Vor allem wird es als schwieriger empfunden, mit der Schweizer Bevölkerung engere Beziehungen zu pflegen. In der Schweiz einen Freundeskreis aufzubauen und mit der einheimischen Bevölkerung zu kommunizieren, ist problematischer, als sich einfach dem Lebensstil anzupassen.
Nur ein Drittel der in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer findet, dass es leicht ist, im Land Freundschaften zu schliessen, 15% empfinden es als sehr schwierig. Bei den sozialen Bindungen, die nach der Ankunft in der Schweiz entstanden sind, gab die Hälfte der Befragten an, enge Kontakte mit Menschen unterschiedlicher Herkunft geknüpft zu haben, auch mit Schweizerinnen und Schweizern, während ein Viertel hauptsächlich Freundschaften mit Menschen der eigenen Herkunft pflegt.
Bei den negativen Interaktionen in der Schweiz gab etwa ein Viertel der Befragten an, Vorurteile oder Diskriminierungen erlebt zu haben. Bei Personen ohne soziale Beziehungen zur Schweizer Bevölkerung war diese Wahrnehmung häufiger. Ein gleich grosser Anteil von Befragten erklärte, in den drei Monaten vor der Umfrage daran gedacht zu haben, die Schweiz zu verlassen und an einen anderen Ort zu ziehen, wobei der Anteil auch hier bei Personen höher war, die diskriminierende Behandlungen erlebten. Trotz diskriminierender Verhaltensweisen sind rund 80% mit ihrem Entscheid, in die Schweiz auszuwandern, weitgehend zufrieden.
Die Politik zur Förderung der Integration wird in der Schweiz von den Kantonen umgesetzt, weshalb gewisse regionale Unterschiede bestehen. Gleichzeitig liegt die Schweiz bei der Gastfreundschaft im internationalen Vergleich tendenziell eher auf den hinteren Rängen. Laut der InterNations-Umfrage unter Expats rangiert unser Land auf den Plätzen 58 und 60 in Bereichen wie «sich zu Hause fühlen» und «Freundlichkeit der Bevölkerung». Eine positivere Einschätzung bietet der von Gallup erstellte Migrant Acceptance Index, der die Schweiz auf Platz 21 der einladendsten Länder für Eingewanderte setzt.
Lisa Iannello – nccr on the move
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