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Italien ist ein sehr beliebtes Ferienziel und doch gibt es immer wieder Orte, die uns weniger bekannt sind. Kennt ihr zum Beispiel die Stadt aus weissen Zipfelmützen Alberobello? Was hinter den sogenannten Trulli steckt und wieso eine Reise nach Alberobello unbedingt lohnenswert ist, erfahrt ihr hier.
Alberobello ist eine Stadt im italienischen Apulien mit ca. 12.000 Einwohnern und liegt in der Provinz Bari. Die Stadt besteht aus einem Zentrum, durch welches die Hauptstrasse namens La Foggia läuft. Um das Zentrum herum verteilt, befinden sich viele Hügel, auf denen die sogenannten Trulli stehen, weisse Rundhäuser, deren Zipfelmützen zwischen Olivenhainen und Weingärten herausragen und der Stadt einen einzigartigen Charme verleihen. Die Häuser gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO und liegen in Alberobello und den umliegenden Orten Rione Monti und Aja Piccola, welche jedes Jahr unzählige staunende Touristen aus aller Welt anziehen.
Trulli (Einzahl: Trullo) sind kleine, meist weisse Rundhäuser, deren Steindächer nach oben hin kegelartig sind – wie eine Zipfelmütze halt. Auf den Steindächern befinden sich meist christliche Symbole und am Zipfel des Daches befindet sich oft ein symbolischer Schlusstein, der Zippus, oder auch eine Kugel.
Die Geschichte der Trulli
Der Ort Alberobello war bis zum 14. Jahrhundert unbewohnt, bevor er dann vom König von Neapel an den Prinz Anjou für seinen Verdienst während der Kreuzzüge zugewiesen wurde. So fing es an, dass der Ort langsam bewohnt wurde. Die ältesten Trulli sind sage und schreibe 300 Jahre alt und erinnern mit ihrer Form an den griechischen runden Kultbau Tholos, typische Kuppelbauten, die zur Grablegung von Verstorbenen genutzt wurden. Im Mittelmeerraum gibt es tatsächlich viele ähnliche und sogar ältere Bauten dieser Art, wie zum Beispiel die Narughi auf Sardinien, auf Sizilien und auf den spanischen Balearen.
Einer alten Sage zufolge sind die Trulli durch einen Mann namens Giangirolamo II. Acquavivad’Aragona errichtet worden, der veranlasste, die Trulli auf diese besondere Art und Weise zu bauen. Damit diese nicht als richtige Häuser angesehen wurden und die Bewohner der Siedlungen somit keine Steuern bezahlen mussten, wurden die Häuser mit lose geschichteten Steinplatten gebaut, damit sie einfach zerlegt werden konnten, wenn Steuereintreiber in die Stadt kamen.
Anfang des 18. Jahrhunderts zählte man 3500 Einwohner in Alberobello. Die Einwohnerzahl stieg aber schnell an und wenn ein Trullo dann zu klein für eine Familie wurde, bauten man halt noch ein, zwei oder drei Trulli daneben – so wurden es immer mehr Häuser mit Zipfelmützen. Heute befinden sich in den meisten Trulli Gassen diverse Restaurants und Souvenirläden, aber es wohnen auch immer noch Menschen in den Trulli, allerdings zumeist die ältere Generation, denn viele junge Leute ziehen in normale Häuser. So auch meine Leserin Stefania, die mir ein paar super interessante Dinge über ihre Heimatstadt Alberobello erzählt hat.
Sehenswertes in Alberobello und Umgebung
In den Orten Monti und Aja Piccola befinden sich besonders viele Trulli. Monti ist eine aus atemberaubenden 1030 Trulli bestehende Gemeinde. Hier kann man die Trulli besichtigen, die von einer Doppelfassade, sowie einer niedrigen Feuerstelle gekennzeichnet sind und meist keine Fenster haben. Aja, Piccola ist ein kleines Dorf, das an engen und kurvenreichen Strassen errichtet wurde und sehr dicht bebaut ist. An der Hauptstrasse befinden sich unter anderem eine Burg und eine Kirche. Wer sich für Kirchen interessiert, ist in Italien ja sowieso am richtigen Fleck, doch jede Kirche hat auch ihren individuellen Charme, wie zum Beispiel die San Antonio Kirche in Alberobello, die in Form eines Trullo gebaut wurde und eine einzigartige und schöne Atmosphäre versprüht. Eine ebenfalls sehr schöne Kirche ist die Basilica dei Santi Medici, die gleichzeitig auch die Hauptkirche von Alberobello ist.
Wer sich für das erste überhaupt in Kalk errichtete Haus von Alberobello interessiert, sollte sich das Casa d’Amore ansehen, da es im Jahr 1797 gebaut wurde und heute das Tourismusbüro von Alberobello ist. Das höchste auf zwei Etagen gebaute Gebäude der Stadt ist der Trullo Savrano, in dem sich auch ein kleines Museum befindet. Da man meist nur niedrig gebaute Häuser in Alberobello sieht, sticht dieser Trullo ganz schön heraus und ist ein echt interessanter Anblick.
Nicht weit entfernt von Alberobello gibt es ausserdem in dem Ort Polignano a Mare einen sehr schönen Strand. Dorthin kann man einen Tagesausflug machen, wenn man in Alberobello eine Unterkunft hat.
Essen zwischen weissen Zipfelmützen
Wenn ich an Italien denke, denke ich vor allem an das unfassbar leckere Essen. Und ohne jeden Zweifel kann man selbstverständlich auch in Alberobello seinen Gaumen verwöhnen, dank sehr guter Restaurants, die viele Leckereien zu kleinen Preisen anbieten. Das Il Pinacolo ist hier hervorzuheben, weil es sich selbst in einem Trullo befindet und neben gutem Essen ein besonders niedliches und gemütliches Ambiente bietet. Ausserdem erwähnenswert ist das wundervoll gelegene Restaurant Grotta Palazzese im eben genannten Ort Polignano a Mare. Das Besondere an dem Restaurant ist, dass es auf einem Hügel über dem Meer gebaut ist, sodass man einen grossartigen Ausblick hat.
Ein von Mega Curioso (@megacurioso) gepostetes Foto am 13. Jun 2016 um 7:58 Uhr
Wer eher in einem „normalen“ Haus essen möchte, sollte mal das La Nicchia versuchen. Hier solltet ihr vor allem die berühmte Spezialität von Alberobello probieren, eine Vorspeise namens Orechiette con cime di Rapa. Ausgezeichnetes Essen im feinem, etwas teurem Ambiente mit erstklassigem Personal bietet das Restaurant Il Poeta Contadino, das von aussen voll mit Grün bedeckt ist. Das Restaurant hat sogar einen Michelin Stern, den man nur bekommt, wenn das Essen wirklich spitzenmässig ist.
Die Italiener wissen zu feiern: Die besten Festivals in der Region
Im Sommer finden in Alberobello einige Festivals statt, von denen ich euch die coolsten vier vorstellen möchte: Traditionell findet Anfang Juli jeden Jahres ein Festival namens Rievocazione storica in Aia Piccola statt, bei dem alte Kostüme aus dem 16. Jahrhundert getragen werden und die Geschichte der Stadt präsentiert wird. Ausserdem findet jedes Jahr in der ersten Augustwoche das Folklore Festivalstatt, bei dem Volkstänze aus der ganzen Welt aufgeführt werden.
Wer braucht schon Wein, wenn es auch Bier gibt? In Alberobello gibt es Ende August das berühmt berüchtigte Bierfestival bei dem alles um die Hauptstrasse La Foggia herum abgesperrt wird, und eine grosse Party stattfindet. Auch im Winter gibt es hier ein Festival – das Festival of Light, bei dem Lichtbilder von Sternen auf die Trulli gestrahlt werden und man somit im Dunkeln auf leuchtende Trulli voller Sterne blickt.
Unterkünfte in der Fantasie-Stadt
Wer nicht so auf grosse Touristenmassen steht, der sollte Alberobello besser im Frühjahr oder Herbst besuchen, im Sommer ist hier nämlich extrem viel los. Damit die Ferien perfekt werden, muss auch die Unterkunft stimmen. Auf airbnb.de könnt ihr richtig coole Unterkünfte finden, von denen ich euch schon mal ein paar herausgesucht habe, die euren Aufenthalt in Alberobello mit Sicherheit noch schöner machen werden.
Direkt im Zentrum von Alberobello liegt das namentlich sehr exotische Trullo, das Platz für zwei Personen bietet und unglaublich gemütlich, klein und original im Trulli-Stil gehalten ist. Dieses einmalige Erlebnis bekommt ihr schon für nur 87 CHF die Nacht.
In einem kleinen Trullo zu wohnen, ist sicherlich ein cooles und einzigartiges Erlebnis, aber wie wäre es mit einem Luxustrullo mit Pool in Alberobello? Für ca. 177 CHF könnt ihr in diesem wunderschönen, von Olivenhainen umgebenen Trullo wohnen. Mit allem ausgestattet was der moderne Mensch braucht – ja, unter anderem natürlich auch WLAN – und nur einen Katzensprung von den Restaurants und Shops von Alberobello entfernt, bietet diese Unterkunft den idealen Aufenthaltsort.
Im TrulloWalnut’s court wohnt man in einem typischen Trullo mit Terrasse in Locorotondo (Nachbargemeinde von Alberobello) für nur 89 CHF die Nacht. Der Trullo bietet Platz für drei Personen und ist sehr gemütlich und sauber. Der Name des Trullo kommt von den Walnussbäumen, die hier rundherum auf der wunderschönen Landschaft stehen und das Haus umgeben.
Ganz Italien ist voller Sehenswürdigkeiten und vor allem Orte wie Alberobello machen dieses Land so besonders. Macht doch diesen Sommer mal einen Abstecher ins Dorf der Zipfelmützen!
Ihr möchtet auch mal nach Italien reisen? In meinem Reisemagazin gibt es weitere Tipps