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Fin de chantier: Aufwertende Aufstockung
Die direkt an den Wald grenzenden Reihenhäuser am Tannenweg stammen aus den Fünfzigerjahren und sind in diesem Quartier eine eher seltene Typologie. Der Winterthurer Architekt Elias Leimbacher hat sie heutigen Bedürfnissen angepasst.
Winterthur ist wahrlich eine Gross-, aber auch eine Gartenstadt: Kaum einen halben Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt der allseitig mit Wohnsiedlungen und Einfamilienhäusern gesäumte Brüelwald. Die direkt an den Wald grenzenden Reihenhäuser am Tannenweg stammen aus den Fünfzigerjahren und sind in diesem Quartier eine eher seltene Typologie. Als der junge Winterthurer Architekt Elias Leimbacher eines dieser Häuser von seinem Grossvater übernehmen konnte, war klar, dass dieses seinen heutigen Platzbedürfnissen nicht gerecht wurde. Zwar erlaubte es die zulässige Ausnützung, ein weiteres Zimmer und eine zusätzliche Nasszelle anzubauen, jedoch verlangte der Schutz des Ortsbilds, dass dies bei allen vier Häusern geschah. Der Entwurf einer Aufstockung musste also in Qualität und Preis so attraktiv sein, dass sämtliche Eigentümer an einer Ausführung interessiert waren.
Dies gelang. Die Staffelung der vier Baukörper in der Vertikalen und in der Horizontalen erzeugte beim ursprünglichen Ensemble eine zusammenhängende Dachfläche gegen Osten und eine Serie von vier Einzeldächern gegen Westen. Diese Idee aufnehmend, erhöhte der Architekt die bestehenden Dachflächen bei gleichbleibender Neigung um gut einen halben Meter. Auf beiden Seiten erstellte er baurechtskonform Gauben von einem Drittel der Gebäudebreite, die die jeweils gegenüberliegende Dachschräge fortführen.
Neben den so bewohnbar gemachten Dachräumen entstanden je zwei schmale Räume. Mit ihrer Höhe von bis zu 3,8 Metern sind sie mit Tageslicht durchflutet und in Proportion und Raumwirkung neuartig — ohne im Bestand fremde Geometrien einzuführen. Der eine hohe Raum ist der Schlusspunkt des von unten nahtlos weitergeführten hölzernen Treppenlaufs und eignet sich für ein kleines Büro oder eine Leseecke. Der zweite hohe Raum nimmt das neue Badezimmer auf und sorgt in dem für die Fünfziger typischen knapp bemessenen Grundriss für eine bislang ungekannte räumliche Grosszügigkeit.
Die aufgesetzten Fenster der sanierten Fassade oder das neue Vordach überzeugen zwar weniger. Aber der positive Eindruck überwiegt — insbesondere dank dem räumlich überzeugenden Dachgeschoss, das aus der Struktur entwickelt wurde und einen prägnanten Mehrwert darstellt, aber auch dank der feinfühligen handwerklichen Detaillierung und den einfachen, aber wirkungsvollen Eingriffen wie der neu erstellen Durchreiche in der Küche. Ein bescheidenes und gelungenes Erstlingswerk.
Umbau Wohnhäuser, 2010
Tannenweg 5–11, Winterthur ZH
– Bauherrschaft: Eigentümer Tannenweg 5–11
– Architektur: Elias Leimbacher, Winterthur
– Ingenieur: Bona + Fischer Ingenieurbüro, Winterthur
– Kosten (BKP 1–9): CHF 1,3 Mio.