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Organic Chemistry Portal: Hofmann Elimination
Hofmann-Eliminierung
Die Hofmann-Eliminierung ermöglicht die Darstellung niedrig substituierter Olefine.
Mechanismus
Früher war die Hofmann-Elimierung eine wichtige Nachweisreaktion, um die Lage eines N-Atoms innerhalb von komplizierten C-Gerüsten zu bestimmen. Doch auch die Möglichkeit, ansonsten schlecht zugängliche Doppelbindungen synthetisieren zu können, ist wertvoll. Dazu zählen vor allem endständige Olefine.
Im ersten Teilschritt muss durch eine "erschöpfende Methylierung" ein Ammoniumsalz hergestellt werden. Das Ammoniumsalz dient in der späteren Eliminierung als Abgangsgruppe:
Die Hofmann-Elimierung verläuft anti, als Base greift ein Hydroxid-Ion an, welches in der Gegenwart von Silber(I)-Oxid als schwache Base in geringer Konzentration vorhanden ist:
An C-α kann nucleophile Substitution nach SN2 als Nebenreaktion auftreten.
Da die sterischen Verhältnisse im Übergangszustand ausschlaggebend sind, findet die Eliminierung bevorzugt nach den Hofmann-Regeln statt.
Prof. August Wilhelm von Hofmann (1818-1892)
Der deutsche Chemiker Hofmann studierte in Giessen zuerst Rechtswissenschaften, änderte seine Fachrichtung allerdings nach Besuch von einigen Vorlesungen zur Chemie von Liebig ab. Bis zur Habilitation blieb er in Giessen, dann wurde er kurzzeitig Privatdozent in Bonn, bis Hofmann auf Empfehlung von Liebig als Professor nach London ging. In London beschäftigte er sich mit der Synthese von chemischen Grundstoffen und insbesondere von Farbstoffen aus kostengünstigem Teer als Grundstoff. Dort entdeckte Hofmann zudem, dass die Umsetzung von Anilin mit Ethyliodid bei völligem Wasserausschluss ein Salz ergab. Bei weiteren Versuchen mit Tetraalkylammoniumsalzen zeigt sich z.B. dass sich Tetraehylammoniumiodid unter Hitzeeinfluss zu Ethen und Triethylamin zersetzte. Diese Beobachtung legte die Grundlage für die Entwicklung der Hofmann-Eliminierung. Nach zwanzig Jahren in London kam Hofmann schliesslich nach Deutschland zurück, wo er in Bonn und Berlin lehrte.