Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03658.jsonl.gz/1876

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn im schweizerischen Kontext
Anzahl Mitglieder Ende 2010
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass im Buch 5 "Mitgliedschaft und Zusammenarbeit", unter "Demographiestudie", Die wesentlichen Erkenntnisse, ausführlich die zahlenmässige Entwicklung unserer Kirche von 1970-2007 dargestellt ist.
Ende des Jahrzehnts wurden seitens unserer Kirche erneut Zahlen erhoben und zwar für den bernischen Teil des Kirchengebiets in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern, welcher sich auf die Zahlen der Einwohnergemeinden abstützt, mit der Bezirkssynode Solothurn und mit der Eglise réformée évangelique de la République et Canton du Jura ergibt sich folgende Mitgliederzahl: Insgesamt zählen die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn per Ende 2010 642'456 Mitglieder (596'887 im Kanton Bern, 37'935 im Kanton Solothurn und 7634 im Kanton Jura).
Die Mitgliederzahl der römisch-katholische Landeskirche im Kanton Bern betrug zum gleichen Zeitpunkt 157'000 Personen.
Mit dieser Mitgliederzahl bleiben wir die mit Abstand grösste reformierte Landeskirche der Schweiz. Zu unserer Kirche gehört rund ein Viertel der reformierten Bevölkerung der Schweiz. Der Kanton Bern ist der einzige Kanton mit einer reformierten Bevölkerungsmehrheit. Diese betrug Ende 2010 rund 60%. Neben der grossen reformierten Mehrheitskirche im Kanton Bern gehören zu den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn die Bezirkssynode Solothurn mit einem Bevölkerungsanteil von etwa 33% Reformierten sowie die kleine Minderheitskirche Jura mit etwa 8% Mitgliedern, bezogen auf die Kantonsbevölkerung.
Die konfessionellen Verhältnisse in der Schweiz 2010 im Vergleich mit 2000
Obige Verhältnisse werden bestätigt durch die Karten des Bundesamtes für Statistik im Vergleich der Jahrzehnte 2000 und 2010, wie im Folgenden zu sehen ist.
Hier muss ein wichtiger Hinweis gemacht werden: Von 1850 bis 2000 lieferte die Volkszählung alle 10 Jahre wichtige Informationen zur Struktur der Bevölkerung in der Schweiz. 2010 erfolgte eine grundlegende Änderung: Die Volkszählung wird im Einjahresrhythmus und in neuer Form durch das Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführt und ausgewertet. Um die Bevölkerung zu entlasten, werden die Informationen primär aus den Einwohnerregistern entnommen und mit Stichprobenerhebungen ergänzt. Neu wird nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung schriftlich oder telefonisch befragt. Der erste Stichtag für die neue Volkszählung war der 31. Dezember 2010.
Die Schweiz hat damit ein modernes statistisches System erhalten. Dank diesem können die Strukturen und die Entwicklung der Bevölkerung, der Haushalte wie auch der Gebäude und Wohnungen kontinuierlich beobachtet werden. Mit dem neuen System kann der heute stark beschleunigte wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel wesentlich genauer analysiert werden. Im Vergleich mit der traditionellen Volkszählung lassen sich rund 100 Millionen Franken einsparen. Die neue Volkszählung ist moderner, günstiger, schneller und thematisch umfassender.
Die Karten von 2010 zeigen folgende Darstellungen: Dominierende Konfessionszugehörigkeit, Verteilung der Evangelisch-Reformierten, Verteilung der Römisch- Katholiken, Verteilung der Konfessionszugehörigkeit, Verteilung der Personen Ohne Konfession.
Die Karten von 2000 zeigen die Verhältnisse in den Gemeinden, wie sie mit der alten Volkszählung dargestellt werden konnten. Deshalb ist ein Vergleich zwischen den Karten von 2010 mit ihren Pendants von 2000 anspruchsvoll und zeitaufwändig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Farben auf den Karten von 2010 nicht mit jenen von 2000 übereinstimmen.
Die Darstellungen der Verteilung der Konfessionszugehörigkeit zeigen, wie stabil die ref. Kirche im Kanton Bern ist: Mit ihren rund 60% Mitgliedern an der Gesamtbevölkerung ist sie eine flächendeckende Organisation, die in 215 Kirchgemeinden präsent ist.
Unsere Kirche ist damit nach wie vor die mit Abstand grösste reformierte Landeskirche in der Schweiz, was im Dialog mit den anderen Landeskirchen nicht immer einfach ist. Im vergangenen Jahrzehnt wurden wir als flächendeckende Volkskirche zunehmend singulärer und auf schweizerischer Ebene zur Ausnahme. Dementsprechend fehlt das Verständnis für unsere Position und unser Selbstverständnis zunehmend. Eine grosse, flächendeckend aktive Volkskirche, ist mit anderen Fragestellungen beschäftigt ist als eine Diasporakirche oder eine urban ausgerichtete Minderheitskirche. Zudem sind wir auch mit unserem engen Verhältnis zum Kanton Bern schweizweit in einer absoluten Ausnahmesituation.
Auch wenn unsere Kirche mit den anderen Landeskirchen via den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK, via die sprachregionalen Organisationen wie die Deutschschweizer Kirchenkonferenz KIKO und die Conférence des Eglises Romandes CER sowie via weitere kirchliche Organe in gutem Kontakt ist, bleiben wir in vielerlei Hinsicht ein Sonderfall. Das zeigt sich beispielsweise in der Pfarrausbildung, wo wir neben dem Deutschschweizer Konkordat, welchem 21 Landeskirchen angehören und dem Ausbildungsprinzip der CER ein eigenes Ausbildungssystem gemeinsam mit dem Staat und der theologischen Fakultät der Universität Bern haben.
Dieses Bild zeigte sich natürlich auch im Jahr 2000, in dieser Karte allerdings mit Blick auf die Gemeinden.
Obige Karte zeigt, dass in unserem Kirchengebiet die reformierte Mehrheit vor allem in den Landregionen (Berner Oberland, Schwarzenburg, Emmental und Seeland) ausgeprägt ist.
In der übrigen Schweiz sind reformierte Mehrheiten in einzelnen Teilen von Graubünden (Prättigau, Surselva, Unterengadin), St. Gallen (Toggenburg), Appenzell-Ausserrhoden, Zürich (nördliche Gebiete), Schaffhausen und in einzelnen Gegenden der Waadt feststellbar.
Geht es um die Verteilung der Konfessionen, zeigt sich das gleiche Bild: Der Kanton Bern mit einer grossen reformierten Mehrheit.
Und hier die Darstellung von 2000 mit den Verhältnissen in den Gemeinden.
Umgekehrt sind die Katholiken naturgemäss in ihren Stammlanden die Mehrheitskonfession: Innerschweiz, Wallis, Tessin, Freiburg, Jura und Appenzell.
Im Vergleich dazu die Verteilung im 2000.
Beim Verhältnis der Konfessionen zu einander ist ein Vergleich zwischen 2010 und 2000 ebenfalls interessant.
Im Unterschied dazu waren 2000 folgende Verteilungen ermittelt worden.
Die Verteilung der Konfessionslosen 2010.
und 2000.
Andreas Zeller