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Weniger Schnee unter 2000 Meter über Meer. Trotzdem forderte der letzte Winter in der Schweiz 23 Lawinen-Opfer.
Nachdem es in den Hochlagen schon im September und Oktober geschneit hatte, fiel auf der Alpennordseite erst am 9. November 2001 der erste Schnee bis in die Niederungen, wie das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) erklärte.
Ende Januar hatte es in allen Regionen deutlich weniger Schnee als im Durchschnitt. Unter der Schneearmut litten alle Gebiete bis 2000 m.ü.M. Am Alpensüdhang und im Oberengadin wurde sogar so wenig Schnee gemessen, wie noch nie seit Messbeginn vor 50 Jahren.
Im Februar verbesserte sich die Situation ein wenig. Mit dem Neuschnee stieg aber auch die Lawinengefahr massiv an. Die tiefen Schnee-Temperaturen verhinderten immer wieder die Verbindung von Neuschnee und Altschnee und führte zu eine mehrheitlich hohen Lawinengefahr während des ganzen Winters.
Gute Bedingungen an Ostern
An den Ostertagen sorgten das sonnige Wetter und die feste Unterlage nach ausgiebigen Schneefällen endlich einmal für sehr gute Schneebedingungen. Im April schneite es dann immer wieder. Doch der Schnee verschwand in den niederen Lagen im Vergleich zu anderen Jahren rund einen Monat früher.
Vom 1. bis am 5. Mai fielen vor allem am Südhang noch einmal beträchtliche Schneemengen: Zwischen den Visper- und Maggiatälern gab es über zwei Meter Neuschnee, was wiederum grosse Lawinengefahr zur Folge hatte.
Das SLF stufte die Lawinengefahr in 22% seiner Bulletins als "gering", in 49% als "mässig" und in 28% als "erheblich" ein. Nur in 1% der Fälle wurde die Gefahrenstufe "gross" herausgegeben. Die Stufe "sehr gross" kam nie zur Anwendung.
Trotzdem mussten bis Ende April 23 Personen bei Lawinen-Niedergängen ihr Leben lassen. Es handelte sich um zwei Bergsteiger, zehn Skitourenfahrer, zwei Touren-Snowboarder, acht Variantenskifahrer und einen Varianten-Snowboarder. Gemäss SLF liegt diese Zahl jedoch unter dem Durchschnitt der Lawinentoten pro Jahr.
swissinfo und Agenturen