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Ittigen
Ökumenisches Zentrum
Das Ökumenische Zentrum – ein Gemeinschaftsbau der Reformierten und der Römisch-katholischen Kirchgemeinde – wurde im Jahr 1980 eingeweiht. Es ist eines der wenigen ökumenischen Zentren, die nach 1970 in der Schweiz gebaut wurden. Im Innern hat es für die beiden Konfessionen je einen eigenen Gottesdienstraum, zwischen denen ein grosser Saal liegt. Mittels Schiebetüren können die drei Räume zu einem grossen Saal geöffnet werden. Die weiteren Räume werden durch die beiden Konfessionen gemeinsam genutzt. Der reformierte Kirchenraum erhielt 2012 vier farbige Fenster von Andreas Felger.
Von den 60er Jahren an nahm die Bevölkerung der Viertelsgemeinde Ittigen, die damals noch zu Bolligen gehörte, stetig zu. 1970 wurde eine neue Ortsplanung verabschiedet. Sie sah vor, dass auf dem Rain, auf der ersten Terrasse des Worblentals, neben dem schon bestehenden Primarschulhaus ein Dorfzentrum entstehen sollte. Dieses Zentrum sollte das Gemeindehaus, das Sekundarschulhaus, eine Kirche, ein Restaurant, ein Hallenbad und einen Dorfplatz umfassen. Bisher besuchten die Ittiger und Ittigerinnen den Gottesdienst entweder in der Kirche Bolligen oder im Kirchgemeindehaus in Ittigen. Das Kirchgemeindehaus genügte immer weniger den wachsenden Ansprüchen.
Der Bau einer eigenen Kirche drängte sich auf. Die 70-er Jahre waren eine Zeit des ökumenischen Aufbruchs. Deshalb plante man von Anfang an ein ökumenisches kirchliches Zentrum. Die Vorgaben waren: Ein Kirchturm, neben Amts- und Unterrichtsräumen zwei getrennte Kirchenräume, die bei besonderen Gelegenheiten zusammengelegt werden können, zudem drei Amtswohnungen für den reformierten und katholischen Pfarrer und den Sigristen. Schweizweit wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. 123 Projekte wurden eingereicht.
Das Projekt des Architekturbüros Nauer und Scheurer, Bern, wurde ausgewählt und umgesetzt. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde das Kirchliche Zentrum Ittigen am 11. Mai 1980 eingeweiht. Der Kirchentrakt hat folgende Struktur: Katholische Kirche – Gemeindesaal – Reformierte Kirche – Mannenbergsaal. Die vier Raumeinheiten sind mit grossen Schiebewänden voneinander getrennt. Bei Bedarf können die Schiebewände herausgefahren und parkiert werden. Bereits in den 90-er Jahren war der reformierte Kirchenraum zu klein geworden, deshalb wurde der Mannenbergsaal definitiv dazu genommen. 1983 löste sich die alte Einwohnergemeinde Bolligen auf: Bolligen, Ittigen und Ostermundigen wurden selbständige politische Gemeinden. Zunächst blieben die drei Kirchkreise noch als eine Kirchgemeinde zusammen, bis sie im Jahre 2000 auch eigenständige Kirchgemeinden wurden.
Im Jahre 2012 wurde das Zentrum umfassend renoviert und neuen Bedürfnissen angepasst. Die Renovation wurde vom Büro Althaus-Architekten, Bern, geplant und durchgeführt. Der reformierte Kirchenraum mit Mannenbergsaal wurde dabei total neugestaltet. Vier neue Kirchenfenster wurden eingesetzt, welche der renommierte Künstler Andreas Felger aus Deutschland entworfen hatte. Sie stellen im geosteten Kirchenraum von rechts nach links die vier grossen Feste der Christenheit dar: Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten. Restaurant und Hallenbad wurden nie gebaut. Doch zusammen mit dem Gemeindehaus, dem Primar- und Sekundarschulhaus, ist das Ökumenische Kirchliche Zentrum der Mittelpunkt der Gemeinde Ittigen geworden.
- Informationsflyer zu den Kunstfenstern liegt im Kirchenraum auf.