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Ausgehend von Ansätzen zur Erforschung von Kultur als Konglomerat von sozialen Praktiken verstehen wir unter Kreativität eine mit Praktiken zu füllenden Leerstelle, die zur Definition von distinkten Kreativitätskulturen zwingt. Statt von einem anthropologischen Kreativitätsbegriff gehen wir von einem kulturell-spezifischen, diskursiven Phänomen als Reaktion auf den, aktuelle Wissensgesellschaften kennzeichnenden, Zwang zur Kreativität aus. Die zentralen Forschungsfragen des Projekts lauten daher: Welche Rolle spielen Kreativitätskonzept in den Creative Industries? Wie werden kulturell-spezifische Verständnisse von Kreativität ausgehandelt, institutionalisiert und in der Praxis rekonzeptualisiert?
Ziele des Projekts sind die Erarbeitung eines Werkzeugkastens für die qualitative Forschung in Kunst und Design sowie einen Beitrag zur gesellschaftswissenschaftlichen Analysen der (kulturellen) Produktion and Arbeitsorganisation in den Creative Industries zu leisten. Dies schliesst ein empirisches Interesse an der Bedeutung des ›Kreativen‹ in den gewählten Bereichen ebenso ein wie eine theoretische Diskussion des Verhältnisses von Diskursen und Praktiken im Kontext von Theorien der Kultur als Konglomerat von sozialen Praktiken. In methodologischer Hinsicht kombinieren wir qualitative Forschungstechniken mit kollaborativen Projekten an der Schnittstelle von Kunst, Design und Wissenschaft.