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Innovative Formen der Beurteilung
Wenn das Ziel darin besteht zu messen, wie gut Lernende eine Fremdsprache tatsächlich verwenden können, dann gilt das sogenannte kompetenzorientierte Testen mit nah-authentischen Handlungsaufgaben (tasks) als Methode der Wahl. Bei der Ausgestaltung solcher Testaufgaben besteht allerdings Erneuerungsbedarf, besonders weil im tatsächlichen Sprachgebrauch viel über elektronische Kanäle kommuniziert wird. Chat, Internetrecherchen und Ähnliches gehören zum Alltag. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren im Bereich v.a. grosser Untersuchungen das computerbasierte Testen immer mehr zum Normalfall geworden ist. Auch die Studien zur "Überprüfung der Erreichung der Grundkompetenzen" (ÜGK) der schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz sind computerbasiert. An der Entwicklung der Testaufgaben für die Fremdsprachen ist das Institut für Mehrsprachigkeit wesentlich beteiligt.
Das Projekt IFB entwickelt und untersucht innovative computerbasierte Testaufgaben zum Hörverstehen und zum Leseverstehen. Ausgehend von wahrscheinlichen Sprachverwendungsszenarien werden Rahmenaufgaben definiert, innerhalb derer sowohl Lese- als auch Hörverstehenskompetenzen gemessen werden können. Bei den Rahmenaufgaben kann es sich um private oder schulische Vorhaben handeln, etwa das Recherchieren für eine Reise oder für eine Projektarbeit.
Das Zielpublikum für die Aufgaben bilden Schüler/innen und Schüler der Deutschschweiz, die sich am Ende der obligatorischen Schulzeit befinden. Bei unseren Datenerhebungen wird jede Aufgabe innerhalb jeder Klasse in einer französischen und einer englischen Sprachversion eingesetzt. Weiter bearbeiten die Schüler/innen Fragebögen sowie Tests zu Teilkompetenzen (u.a. zu Gedächtnisleistung, Wortschatz, Grammatik und Flüssigkeit der Sprachverarbeitung).
Die neuen szenarienbasierten Aufgaben werden mit qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden untersucht. Im qualitativen Teil wollen wir mittels introspektiver Interviews die vor allem die Lösungswege der Schüler/innen nachvollziehen. Dies erlaubt unter anderem Rückschlüsse auf das Funktionieren der Aufgaben. Der quantitative Teil umfasst zum einen psychometrische Analysen der Daten aus den Lese- und Hörverstehenstests. Hinzu kommen Analysen zum Verhältnis der Ergebnisse bei diesen kompetenzorientierten Tests zu den ebenfalls eingesetzten Tests zu Teilkompetenzen.