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Sieben Forscher mit Balzan-Preis ausgezeichnet
Die Internationale Balzan-Stiftung hat dieses Jahr gleich fünf ihrer sonst vier Forschungspreise vergeben. Geehrt wurden insgesamt sieben Wissenschaftler aus Deutschland, Indien, den USA und Belgien.
Jedes Jahr ehrt die Stiftung verschiedene Forscher aus vier Fachgebieten mit einem Preisgeld von je 750'000 Franken. Sie müssen die Hälfte des Preisgeldes für die Finanzierung von Forschungsprojekten verwenden.
Während im vergangenen Jahr der Preis in der Kategorie "Internationale Beziehungen: Geschichte und Theorie" nicht vergeben worden war, kamen nun fünf Forschungsgebiete zum Handkuss, wie es am Montag in einer Mitteilung hiess. Quasi nachträglich wurde der US-Amerikaner Robert Owen Keohane von der Woodrow Wilson School an der Princeton University ausgezeichnet.
Geehrt wurden zudem die deutschen Aleide und Jan Assmann von den Universitäten Konstanz und Heidelberg in der Kategorie "Kollektives Gedächtnis". Der Preis für "Gender Studies" ging an die Inderin Bina Agarwal von der University of Manchester. Letztere habe "Frauen der Landbevölkerung im globalen Süden" sichtbar gemacht und gefördert, hiess es in der Begründung.
Die US-Amerikaner James Allison und Robert Schreiber von der University of California und Washington University School of Medicine erhielten den Balzan-Preis für "Immunologische Ansätze in der Krebstherapie".
Schreiber hatte aufgezeigt, dass das Immunsystem die Entwicklung von Krebs beeinflusst. Allison entschlüsselte die molekularen Grundlagen für die Entwicklung dieser Resistenz, und es gelang ihm, diese durch den Einsatz monoklonaler Antikörper zu blockieren. Dies könnte zur Entwicklung wirksamer tumor- und patientenspezifischer Impfstoffe führen.
Der Belgier Michaël Gillon wurde in der Kategorie "Die Planeten des Sonnensystems und die Exoplaneten" geehrt.
Die Namen der sieben Preisträger wurden in Mailand verkündet. Die fünf Balzan-Preise werden am 17. November in Bern in Anwesenheit von Bundespräsidentin Doris Leuthard verliehen.
Themen für 2018
Da die Fachgebiete für die Balzan-Preise von Jahr zu Jahr variieren, gab der Präsident des Preisverleihungskomitees, Salvatore Veca, am Montag auch die Themen für die Ausschreibung 2018 bekannt: "Sozialanthropologie", "Globalgeschichte", "Fluiddynamik" und "Chemische Ökologie". Zudem wird im nächsten Jahr der Sonderpreis für "Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern" verliehen. Die Preissumme beträgt eine Million Franken.
Die Internationale Balzan-Stiftung hat ihre Sitze in Mailand und Zürich. Benannt ist sie nach dem italienischen Journalisten Eugenio Balzan. Seine Tochter gründete sie im Jahr 1957 in Lugano aus dem Erbe des Vaters.