Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03634.jsonl.gz/2736

Roger Federer und Wendy Holdener werden an den Credit Suisse Sports Awards in Zürich als Schweizer Sportler und Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Die Fussball-Nati ist Team des Jahres.
«Es müsste bei den Männern eigentlich zwei Kategorien geben, eine für ihn und eine für die irdischen Sportler», sagte Nino Schurter bereits vor der TV-Gala. Der Mountainbike-Weltmeister ahnte, dass es ihm auch im neunten Anlauf nicht reichen wird für die Auszeichnung, dass Roger Federer erneut allen anderen vor der Sonne stehen wird. Und so kam es auch. Der Tennis-Superstar, der 2017 seine Comeback-Saison mit dem Gewinn von zwei Grand-Slam-Titeln gekrönt hat, erhielt die Trophäe zum bereits siebten Mal.
Federer war in Zürich nicht persönlich anwesend. Wie fast in jedem Jahr liess sich der 36-jährige Basler aus seinem Trainingscamp in Dubai zuschalten und vor Ort durch seine Eltern vertreten. «Es war ein gigantisches Jahr, vielleicht mein Lieblingsjahr. Wenn 2018 nur halb so erfolgreich wird, bin ich zufrieden», sagte Federer in seinem Statement.
Nimmt man die beiden Auszeichnungen in der Kategorie Team des Jahres (2008 mit Stan Wawrinka für den Olympiasieg im Doppel und 2014 für den Davis-Cup-Triumph) hinzu, hat Federer bereits neun Awards gewonnen. Damit fehlt ihm nur noch einer, bis er den Rekordhalter Heinz Frei (zehnfacher Behindertensportler des Jahres) einholt. Dieses Jahr verwies Federer bei der Abstimmung Schurter und Abfahrts-Weltmeister Beat Feuz auf die nachfolgenden Plätze. Schurter musste wie im Vorjahr (damals hinter Fabian Cancellara) mit Platz 2 Vorlieb nehmen.
Wie der zurückgetretene Cancellara stand auch bei den Frauen mit Lara Gut die Vorjahressiegerin nicht zur Auswahl. Erneut wurde aber eine Vertreterin von Swiss Ski den Award entgegennehmen. Wendy Holdener setzte sich in einer engen Ausmarchung knapp gegen die Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf und Kunstturnerin Giulia Steingruber durch. Holdener verdiente sich die Auszeichnung mit dem WM-Titel in der Kombination und der WM-Silbermedaille im Slalom an den Titelkämpfen in St. Moritz.
«Nati» ist Team des Jahres
Als Team des Jahres wurde erstmals seit 2006 wieder das Fussball-Nationalteam ausgezeichnet. Die Auswahl von Trainer Vladimir Petkovic qualifizierte sich mit neun Siegen in zehn Qualifikationsspielen und dem Triumph im Playoff gegen Nordirland für die WM im kommenden Jahr in Russland.
Bei der Wahl liess die «Nati» wie erwartet die 4×100-m-Staffel der Leichtathletinnen und die Mixed-Staffel der Mountainbiker keine Chance. «Ich hoffe, wir stehen nächstes Jahr auch wieder zur Auswahl», hoffte Petkovic an der Gala auf ein erfolgreiches Turnier in Russland.
Stabsübergabe von Streit an Hischier
Diesen Herbst endete die grosse Eishockey-Karriere von Mark Streit. Gleichzeitig begann jene von Nico Hischier. An den Sports Awards fand quasi die symbolische Stabsübergabe statt. Streit hielt einen Tag vor seinem 40. Geburtstag die Laudatio für (den abwesenden) Hischier, der souverän den Preis als Newcomer des Jahres gewann. Der 18-jährige Walliser war im Sommer als erster Schweizer im NHL-Draft als Nummer 1 gezogen worden und gehört bei den New Jersey Devils bereits zu den festen Grössen.
Die weiteren Awards im Rahmen der über zweistündigen Gala gingen an Federers Coach Severin Lüthi (Trainer des Jahres) und Rollstuhl-Leichtathlet Marcel Hug (Behindertensportler des Jahres). Hug gewann die Auszeichnung bereits zum fünften Mal in Folge und zum insgesamt sechsten Mal.