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Zum 1. August haben wieder Tausende von Raketen und pyrotechnischen Geschossen den Himmel über der Schweiz erhellt. Die Verwendung von Pyrotechnik zu Feierlichkeiten und besonderen Anlässen hat eine lange Tradition, ebenso aber auch deren militärische Verwendung.
So konnten Brand- oder Feuerkugeln bei Belagerungen verheerende Schäden anrichten und die Verteidiger einer belagerten Festung zur Aufgabe zwingen. Dabei spielten nicht nur die Gefahren durch das Feuer selbst eine Rolle, sondern auch die Rauchentwicklung und der Verbrauch von begrenzten Wassermengen bei den Löscharbeiten. Die Brandkugel, ein zu einer Kugel geformtes Geflecht aus Eisendraht, war mit einem Gemisch aus Schwefel, Pech, Salpeter, Mehlpulver und Kolophonium – dem Brandsatz – gefüllt und dadurch mit Wasser aber praktisch nicht zu löschen. Man behalf sich mit anderen Mitteln wie in Wasser eingeweichter Ochsenhaut und versuchte so das Geschoss einzudämmen, mit geringem Erfolg…
Joseph Furttenbach der Ältere (1591-1662) beschreibt in dem Werk Feriae Architectonicae seine Erfindung zur effektiveren Bekämpfung von Brandkugeln: den Brandkugel-Schnapper.
Aufbau und Handhabung des Brandkugel-Schnappers
Der Brandkugel-Schnapper war zumindest theoretisch in der Lage, die Brandkugel zu dämmen: Das Grundgerüst, ein Trog aus „hartem und zähem“ Holz, wurde mit einer Paste aus Brotmehl, Eisenhammerschlag und Leim (dem Feuer-Kitt) bestrichen und mit dünnen Eisenplatten und 600 Eisen-Nägeln verkleidet. Der etwa 40 Kilo schwere Brandkugel-Schnapper musste im Einsatz von “tapffere[n] Männer und und heroische[n] Gemüther” an die Kugel geschoben, auf diese abgelegt und der Schnapper zuletzt mit Erde abgedeckt werden.
Dass der Brandkugel-Schnapper doch ein eher theoretisches Konstrukt war dürfte sich mit der aufwendigen Herstellung, der schwierigen sowie gefährlichen Handhabung und der schlechten Wiederverwendbarkeit (da nur einmalig nutzbar) erklären lassen. So blieb dann die Bekämpfung der durch die Kugeln verursachten Brände weiterhin im Vordergrund.