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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Viertes Buch
77.
Im folgenden vergißt Celsus, dass er sich vorgenommen hat, die Juden und Christen zu bekämpfen, und hält sich einen Vers des Euripides entgegen, der seiner Ansicht widerspricht. Er bestreitet diesen Vers und sucht seine Unrichtigkeit nachzuweisen. Die Stelle des Celsus lautet so: " Wenn du mir aber auch den Ausspruch des Euripides entgegenhältst: "Dann dient die Sonne und die Nacht den Sterblichen", so frage ich: Warum denn uns mehr als den Ameisen und Fliegen? Denn auch jenen dient 'die Nacht' zur Erholung, der Tag aber zum Sehen und zur Tätigkeit." Es ist also klar, dass nicht nur einige Juden und Christen gesagt haben, "die Sonne" und die andern Himmelskörper "dienen uns", sondern dass dies auch "der Philosoph auf der Bühne", wie einige ihn nennen, getan hat. der die Vorlesungen des Anaxagoras über Naturphilosophie gehört hatte. Wenn er aber sagt, dem Menschen müßten alle Dinge dieser Welt dienen, so nennt er den Teil statt das Ganzen und denkt bei dem einen vernünftigen Wesen an alle vernünftigen Wesen. Alle Dinge der Welt aber werden deutlich in derselben Redeweise mit den Worten bezeichnet: "Die Sonne und die Nacht". Oder vielleicht hat auch der tragische Dichter mit der den Tag bewirkenden "Sonne" "den Tag" selbst bezeichnen und lehren wollen, dass die Dinge unter dem Mond am meisten "des Tages und der Nacht" bedürfen, und dass die andern Wesen beide nicht in solchem Grade nötig haben wie die Wesen auf der Erde. "Tag und Nacht sind also den Sterblichen dienstbar", sie sind wegen der vernünftigen Wesen geschaffen. Wenn aber "Ameisen und Fliegen", die bei Tag tätig sind und bei Nacht ausruhen, das, was der Menschen wegen geschaffen ist, nebenbei mit genießen, so darf man doch nicht sagen, dass es wegen "der Ameisen und Fliegen Tag wird und Nacht", auch nicht aus einem andern Grunde, sondern man muß annehmen, dass beide nach dem Willen der Vorsehung "der Menschen wegen" entstanden sind.