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Der Schleier hat eine komplexe Geschichte, die in der Antike beginnt. Die Ausstellung "Schleier und Entschleierung" zeigt die verschiedenen Bedeutungen, die dem Kleidungsstück in der Vergangenheit zugeordnet wurden. Das Ziel dabei ist: Informieren, um Vorurteile abzubauen und die Debatte zu beruhigen.
Der Schleier entstand vor dem Islam. Seine Geschichte beginnt bereits um 1125 vor Chr. in Mesopotamien und im Mittelmeerraum. Ein assyrisches Gesetz schreibt vor, dass verheiratete Frauen und Witwen sich verschleiern müssen. "Schleier und Entschleierung" erinnert daran, dass das Christentum die erste Religion ist, die den Frauen den Schleier vorgeschrieben hat. In der Folge ist er Teil aller drei monotheistischen Religionen geworden.
"Viele Dinge über den Schleier gingen vergessen, insbesondere, dass er Teil der westlichen Kultur während 1900 Jahren war und Zwangscharakter hatte", sagt Elisabeth Reichen, welche die Ausstellung im Auftrag der evangelisch-reformierten Kirche Neuenburg konzipiert hat. Mit ihrer Ausstellung, die bereits an 16 Orten gezeigt wurde, möchte sie über die Herkunft informieren und zur Auseinandersetzung mit dem Symbol beitragen. "Die wichtigste Funktion des Schleiers ist dennoch die Abgrenzung; eine Abgrenzung zwischen Mann und Frau, drinnen und draussen, versteckt oder bei Tageslicht", erinnert die Kuratorin.
(Text: Katy Romy; Fotos: aus der Ausstellung "Schleier und Entschleierung")