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Dieser Dokumentarfilm von 1995 befasst sich mit der norwegischen Sportlegende Sonja Henie, deren Erfolge im Eiskunstlauf bis heute ungebrochen sind. Weltweit bejubelt und verehrt, vermochte sie nach ihrem Rücktritt mühelos in Hollywood Fuss zu fassen, wo sie dank eines Langzeitvertrages bei 20ᵗʰ-Century-Fox zu einer der bestbezahlten Schauspielerinnen ihrer Zeit avancierte. Ihr bekanntester Streifen dürfte Sun Valley Serenade(1941) sein, in dem auch Glenn Miller und sein Orchester mitwirken, die ein paar ihrer bekanntesten Stücke zum Besten geben.
Für die vom Norwegian Radio Symphony Orchestra eingespielte Musik zu Sonja Henie zeichnen die meist gemeinsam tätigen Komponisten Geir Bøhren und Bent Åserud verantwortlich. In ihrem Score, bei dem sie mit viel Feingefühl den Bogen über ein wechselhaftes Leben spannen, beschreiben sie nicht nur den Aufstieg Henies, sondern auch ihren langsamen Niedergang, der nach Hollywood einsetzte und schliesslich zum frühen Tod im Alter von nur 57 Jahren führte. Wie die Arbeitsteilung der beiden genau funktionierte ‒ d. h. ob jeder seine eigenen Tracks schrieb oder alles gemeinsam komponiert wurde ‒ entzieht sich meiner Kenntnis, aber gefühlsmässig würde ich zu letzterem tendieren.
Mit typischer nordeuropäischer Mentalität konzentrieren sich die Komponisten im allgemeinen mehr auf die reflektierenden und melancholischen Momente in Henies Biografie als auf die erfolgreichen. Diese werden nur sporadisch in Erinnerung gerufen, beispielsweise durch das anschwellende Hauptthema in Highlights oderInner Happyness. Dieses rührende Thema erfüllt ansonsten meist andere Aufgaben, wird im Klang von Glockenspiel, Streichern oder Holzbläsern zum Synonym für Wehmut und Sehnsucht. Auch ein paar Nebenthemen bewegen sich in dieser Stimmungslage, etwa in Farewell, Home to Landøya und Retreat, Rest and New Adventures. Noch ein ganzes Stück schwermütiger kommen hingegen Tristesse, A Sentimental Memory und Last Journey daher.
Der Score enthält natürlich auch Referenzen an den Eiskunstlauf. In Early Days und Waltz and Tango findet der tänzerische Aspekt dieses Sports seinen Ausdruck und einige Passagen ‒ insbesondere aber Champion of the Arts und Solitude and Despair ‒ scheinen das kühle Glitzern und die Beschaffenheit von gefrorenem Wasser zu repräsentieren, lassen gar ganze Eislandschaften vor dem geistigen Auge entstehen. Trophy Collection erzählt von bittersüssen Erinnerungen an bessere, nicht mehr wiederkehrende Zeiten, und mit einer Reprise des Hauptthemas schliesst sich in Epilog der Lebenskreis.
Mit Sonja Henies Biografie und Filmografie, Video-Clips und Foto-Album offeriert der Silberling auch einen interaktiven Teil, der es ermöglicht, ein paar Ausschnitte der Musik audiovisuell zu geniessen. Die Wirkung dieses Scores ist jedoch auch ohne Bilder sehr stark und nachhaltig, wohl weil sich das schillernde Leben der Norwegerin äusserst inspirierend auf die Komponisten auswirkte. Wer durch diese Rezension nun Appetit auf die CD bekommen hat, dürfte indes nicht ganz leicht noch ein Exemplar finden, aber sollte sich doch einmal eine günstige Gelegenheit bieten, heisst die Devise: schnell zuschlagen, bevor’s ein anderer tut.