Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03168.jsonl.gz/1733

(Brunner von Wattenwyl, 1861)
- DE: Alpine Bergschrecke
- EN: Eastern Mountain Bush-cricket
- FR: L' Antaxie disgracieuse
- Syn.: Pterolepis brunneri Krauss, 1873
Morphologie
Die Grundfarbe von Antaxius difformis variiert von graubraun bis dunkelbraun mit feiner Marmorierung. Während die Weibchen heller grau sind, können die Männchen manchmal fast schwarz sein. Kopf- und Halsschildseiten sind dunkler als die Grundfarbe. Die Halsschild-Seitenlappen sind am Unterrand breit hell gesäumt. Die helle Binde ist am Hinterrand schmal und franst vorne gegen den Kopf aus. Bei den Männchen sind die Flügel etwa gleich lang wie der Halsschild und auf den Flächen ockerfarben. Die Flügel der Weibchen sind zu kleinen seitlichen Schuppen reduziert, die nur ca. 1 mm unter dem Halsschild hervorragen. Mindestens die Aussenseite der Hinterschenkel wird von einem dunklen Streifen überzogen, die Unterseite ist hell gesäumt. Die Körperunterseite ist orange bis rötlich. Die kurzen und breiten Cerci der Männchen laufen vor der Mitte flach in einen kräftigen Innenzahn aus, der oft durch die Afterklappen und das 10. Rückensegment verdeckt ist. Die kurze Legeröhre ist leicht aufwärts gebogen und etwa so lang wie der halbe Körper.
Gesang
In höheren Lagen der Südostalpen muss man immer mit dem Gesang von Antaxius difformis rechnen, speziell wenn man mit einem US-Detektor die Umgebung abhört. Der leise Gesang besteht aus kurzen, etwa 0,5 s dauernden Versen, die bei hohen Temperaturen in Abständen von 1-2 (0,5-8) s wiedergegeben werden. Ein Vers besteht aus 5-7 Silbenpaaren, wobei bei Versbeginn meist 3 Silbenpaare erzeugt werden. Der Gesang entsteht sowohl beim Öffnen als auch beim Schliessen der Vorderflügel. Das Frequenzspektrum zeigt ein Maximum bei ca. 20-30 kHz. Häufiger als bei Aantxius pedestris werden zwischen 2-3 dieser lauteren Verse aus Makrosilben leisere aus Mikrosilben eingestreut. Es kommt oft vor, dass eine Serie aus Mikrosilben ohne Unterbruch in eine aus Makrosilben übergeht. Die Häufigkeit von Versen aus Mikrosilben ist sehr variabel, es können mehrere solche Verse hintereinander erzeugt werden und manchmal bleiben sie über 30 s aus. Typischerweise werden die Mikrosilben von einer Vibration des Körpers begleitet.
Spontangesang von Antaxius difformis - CH, TI, Mt. Generoso, 23°C, dunstig.
Spontangesang von Antaxius difformis - CH, TI, Mt. Generoso, 23°C, dunstig.
Einzelner Vers aus dem Spontangesang von Antaxius difformis bestehend aus Mikro- und Makrosilben - CH, TI, Mt. Generoso, 23°C, dunstig.
Einzelner Vers aus dem Spontangesang von Antaxius difformis bestehend aus Mikrosilben - CH, TI, Mt. Generoso, 23°C, dunstig.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Antaxius difformis ist relativ klein und reicht vom Piemont über die Südschweiz, Norditalien, Südtirol bis Slowenien. In der Schweiz sind Vorkommen aus dem Simplongebiet, dem Südtessin, Engadin und Puschlav bekannt. Als Gebirgsart kommt sie erst ab einer Höhe von 1200 m vor und steigt bis 2500 m hoch.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Antaxius difformis findet man von Ende Juli bis Anfang Oktober.
Die Tiere halten sich gerne unter Grasbüscheln oder Zwergsträuchern auf, wo sie schwer zu entdecken sind. Die Männchen findet man auch im Freien, wenn sie sich singend fortbewegen.
Lebensraum
Antaxius difformis besiedelt steinige und felsige Lebensräume, die nach Süden ausgerichtet sind. Die dichte Krautschicht ist oft mit Zwergsträuchern durchsetzt und weist viele offene Stellen mit Stein- oder Felsstrukturen auf. Antaxius difformis hält sich gerne am Rand dieser offenen Stellen auf. Dort ist sie gut getarnt durch die Vegetation, aber dennoch ideal der Sonneneinstrahlung ausgesetzt.
Gefährdung & Schutz
Trotz der lückenhaften Verbreitung ist Antaxius difformis aufgrund der Abgeschiedenheit der Lebensräume wenig gefährdet. Die grösste Gefahr für lokale Populationen geht von der Verbuschung aus. In den besiedelten Lebensräumen ist die Wachstumsrate der Gehölze aufgrund der exponierten und mageren Lagen eher gering und Eingriffe sind kaum notwendig.
- CH: NT (Potenziell gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Antaxius difformis wird oft mit der ähnlichen Antaxius pedestris verwechselt. Sie unterscheiden sich allerdings deutlich anhand der männlichen Cerci und der Form und Länge der weiblichen Legeröhre. Immer wieder führt die helle Halsschildzeichnung zu Verwechslungen mit den Pholidoptera-Arten. Diese haben lange, schmale Cerci, die nicht abgeflacht sind. Bei sinkenden Temperaturen kann der langsame, stotternde Gesang von Metrioptera bicolor sehr an denjenigen von Antaxius difformis erinnern. Der Gesang von Antaxius difformis ist aber leiser und die Verse dauern nie länger als 1 s.