Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/136189

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die nötigen Korrekturmassnahmen zu ergreifen, damit sowohl die Organisationen der Arbeitswelt als auch die Personen mit Erfahrung, aber noch ohne in der Schweiz anerkannten Berufsabschluss besseren Zugang zur beruflichen Grundbildung Erwachsener bekommen. Die Kriterien für die Anerkennung einer Nichtlandessprache mehrsprachiger Personen, die ihre Schulen ausserhalb der Schweiz durchlaufen haben, sollen weniger restriktiv gestaltet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat stimmt mit dem Motionär überein, dass der nachträgliche Abschluss in einer beruflichen Grundbildung ein wichtiges Instrument zur Integration von Erwachsenen in den Arbeitsmarkt und zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte ist. Das Berufsbildungsgesetz (BBG; SR 412.10) sieht dafür vier verschiedene Wege vor: die reguläre berufliche Grundbildung, eine verkürzte berufliche Grundbildung, eine direkte Zulassung zum Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung und die Validierung von Bildungsleistungen aufgrund des individuellen Dossiers. Je nach Erfahrungen und Kompetenzen eignet sich der eine oder andere Weg besser.</p><p>Die Umsetzung der Verfahren ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt (OdA). Die Validierungsverfahren sind mit dem BBG 2004 eingeführt worden. Sie sind seither im Auf- und Ausbau. Sämtliche Kantone verfügen über ein Eingangsportal, das die Interessentinnen und Interessenten informiert und an die zuständige Stelle verweist, die auch in einem anderen Kanton sein kann. Wie bei der Organisation des Berufsfachschulunterrichts sind auch bei der Etablierung der Validierungsverfahren interkantonale Absprachen sinnvoll und notwendig. Das bedeutet, dass in stark gefragten Berufen gesamtschweizerisch viele Kantone Validierungsverfahren durchführen und in weniger gefragten Berufen wenige. Die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen stellt ein effizientes Angebot sicher und sorgt auch bei geringen Abschlusszahlen für einen qualitativ hochstehenden, professionellen Verfahrensablauf.</p><p>Die zuständigen OdA bestimmen, ob in einem Beruf ein Validierungsverfahren aufgebaut wird. Der Bund orientiert sie vor der Revision der jeweiligen Bildungsverordnung über diese Möglichkeit und unterstützt sie bei der Erarbeitung der Unterlagen. Im Leitfaden "Validierung von Bildungsleistungen - Leitfaden für die berufliche Grundbildung" hat er die Rahmenbedingungen für die Kantone und die OdA geklärt. Zurzeit ist eine Validierung in 17 Berufen möglich. In welchen Sprachen ein Validierungsverfahren angeboten wird, bestimmen die Kantone aufgrund der Anforderungen im jeweiligen Beruf. Der Bund macht ihnen dazu keine Vorgaben. Für ausländische Abschlüsse bestehen zudem Verfahren zur Diplomanerkennung. Die Schweiz arbeitet im Rahmen der Personenfreizügigkeit mit der EU zusammen. Auch Personen aus Drittstaaten haben die Möglichkeit, ihr Diplom in der Schweiz anerkennen zu lassen.</p><p>Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erhebt zurzeit aufgrund eines Beschlusses der letzten Lehrstellenkonferenz die bestehenden Angebote für den Berufsabschluss oder Berufswechsel von Erwachsenen. Aus heutiger Sicht genügen die rechtlichen Grundlagen für die verschiedenen Wege, um ein bedarfsgerechtes Angebot bereitzustellen. Aufgrund der Erhebungen wird der Bund, zusammen mit den Kantonen und den OdA, gute Beispiele aufzeigen und Möglichkeiten für eine Verbesserung der Instrumente prüfen. Diese Arbeiten sind im Gang; sie werden voraussichtlich innert Jahresfrist abgeschlossen. Das Anliegen der Motion wird damit erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.