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Japanischer Regierungschef für neue Kernkraftwerke
In einer Erklärung sagte Abe, er schaue «besonnen» auf die Ursachen des Reaktorunfalls in Fukushima-Daiichi und werde ebenfalls weitere Energiefragen einschliesslich der weiteren Nutzung der Kernenergie in Betracht ziehen.
Abe meinte: «Jedes neue Kernkraftwerk ist völlig anders als Fukushima-Daiichi, das vor mehr als 40 Jahren gebaut wurde. Wir werden neue Kernkraftwerke bauen und versuchen, dafür das Verständnis der Menschen zu gewinnen.» Er werde die Faktoren, die zum unterschiedlichen Verhalten der Kernkraftwerke während des Erdbebens und des anschliessenden Tsunami vom 11. März 2011 in der Tohoku-Region geführt haben, näher betrachten, fügte er an. Er betonte, dass die sechs Einheiten des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi der Tokyo Electric Power Company (Tepco) nicht in der Lage gewesen waren, nach dem Erdbeben zu einer gesicherten Stromversorgung zu kommen, während das Kernkraftwerk Onagawa der Tohoku Electric Power Company, das sich nördlich davon befindet, die Situation gut meisterte. Die vier Einheiten des Kernkraftwerks Fukushima-Daini der Tepco – ebenfalls in der Präfektur Fukushima – seien alle sicher heruntergefahren worden und keine habe ein Kernschmelzproblem erlitten wie Fukushima-Daiichi.
Ein Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte im Sommer 2012 festgehalten, die Tragwerke des Kernkraftwerks Onagawa seien trotz sehr starken Bodenerschütterungen «bemerkenswert unbeschädigt» geblieben. Onagawa befand sich am nächsten zum Epizentrum des Erdbebens.
Zukunft der Kernenergie
Während der Kampagne zu den Unterhauswahlen vom Dezember 2012 hatte Abe erklärt, er würde «den geeignetsten Stromerzeugungsmix ermitteln.» Vor seiner Amtsübernahme im vergangenen Monat kündigte er an, das Neubauverbot der damaligen Regierung überprüfen zu wollen. In seiner jüngsten Stellungnahme sagte Abe, die Japaner seien besorgt, in unmittelbarer Zukunft nicht genügend Strom zu haben. Er sagte, Parteien, die für eine Abkehr von der Kernenergie aufgerufen hätten, seien daher während den Wahlen als «nicht vertrauenswürdig» eingeschätzt worden. Abe betonte aber auch, dass er die Bedeutung der erneuerbaren Energien erhöhen werde. In den nächsten drei Jahren würden staatliche Mittel zur Entwicklung von Wind- und Solaranlagen sowie anderer erneuerbarer Energiequellen zur Verfügung gestellt.
Als Folge des Reaktorunfalls in Fukushima-Daiichi hatte die damalige Regierung im September 2012 eine neue Energiestrategie vorgestellt, die einen Kernenergieausstieg bis 2030 vorsah. Kurz danach relativierte sie ihre Ausstiegspläne. Vor dem Reaktorunfall lag der Atomstromanteil in Japan bei knapp 30%. Die Energiestrategie des Landes ging vor 2011 davon aus, dass dieser Anteil bis 2030 auf über 50% ansteigt.