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Nun ist also Barack Obama zum 44. US-Präsidenten gewählt worden. Hat er dies auf Grund seiner politischen Reputation geschafft? Es mag sein, das dies ein Teil seines Erfolges ausmachte. Ich sehe den Grund für den Erfolg eher darin, wie er sich das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten zu nutzen gemacht hat.
Die beispiellose Kampagne der Obama Truppe zeigte schon im Vorwahlkampf um die Kandidatur seine Früchte. Im Februar, während Barack Obama schon die Unterstützung von 483’000 Facebook-Usern hatte, zählte Hillary Clinton erst auf den Support von ca. 109′ 000 Facebook-Profilen. John McCain vereinte zur gleichen Zeit nur ca. 56’000 User in dieser Social Community.
Wie erfolgreich Obamas Online Aktivitäten waren zeigen auch die Spendeneingänge auf. Nach seinem Sieg gegen Hillary Clinton in South Carolina flossen ihm zeitweise eine halbe Mio. Dollars pro Stunde zu, die sich im Januar bis auf 32 Millionen summierten. Dies zu einem Zeitpunkt, in dem Hillary Clinton schon in die private Schatzschatulle greifen musste. Der Unterschied bestand darin, dass Barack Obama schon da voll auf die Karte Web setzte, während Hillary Clinton es mehrheitlich, auf konservative Art, mit Spenden-Galas probierte, ihren Wahlkampf zu finanzieren.
In der Endphase des Wahlkampfes zeigte sich eine andere Stärke des Webs. Obama war inzwischen bei den Webusern so gut vernetzt, dass er sehr zeitnah auf Vorwürfe und Anschuldigungen durch John McCain reagieren konnte. Sobald seine Gegner Vorwürfe und Verschwörungstheorien entwickelten, konnten diese von den Obama freundlichen Blogs im Web gleich wieder entkräftet werden, noch bevor die Printmedien davon berichten konnten.
Ich schätze auch, dass Obama mit seinem Onlinewahlkampf sehr viele jüngere Neuwähler mobilisieren konnte, die sonst schlicht und einfach gar nicht gewählt hätten. Gemäss Umfragen nutzten 42% der Amerikaner zwischen 18 und 29 Jahren primär das Internet, um sich über den Wahlkampf zu informieren. Nachrichtensender (TV) mit 35% und Tageszeitungen mit 25% Nutzung sind damit schon deutlich abgeschlagen.
Was meint ihr? Wäre Barack Obama ohne seinen Einsatz im Web ebenfalls zum Präsidenten gewählt worden? Müssten sich unsere Politiker in der Schweiz hierzu auch ein paar Gedanken machen? Lässt sich dieses Ergebnis generell auf das Marketing ummünzen?