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Durch Geduld und Hartnäckigkeit hat der Mensch sich über die Jahrtausende diese unbebauten und überwucherten Hänge zu eigen gemacht. Er hat diese wilde Topographie in eine majestätische Landschaft aus Terrassen und Weinbergen verwandelt. Im Laufe dieser Veränderung haben sich die Techniken sicherlich weiterentwickelt, aber das ursprüngliche Prinzip des Anbaus von Reben in Terrassen ist unverändert geblieben.
Die Menschen schafften es, sich an eine feindliche Umgebung anzupassen. Dabei nutzten sie den Reichtum, den ihnen die dreifache Sonneneinstrahlung verlieh: vom Himmel, die Reflexion der Sonnenstrahlen duch den See und die nächtliche Rückgabe der in den Mauern der Weinberge angesammelten Wärme. Und vor allem respektierten die Menschen die spezielle Lage der Gegend: den plötzlichen Übergang des Hanges, die Klimabarriere und die natürliche Grenze in 600 Metern Höhe. Unten gedeiht die Rebe. Oben sind Wälder und Weiden zu finden.
ZWEI ZONEN
Es ist der gleiche brüske Übergang, der die Obergrenze des Lavaux-Geländes bildet, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Letzteres erfordert die Abgrenzung eines Perimeters. Derjenige des Lavaux besteht aus zwei Teilen: einem Kernbereich, der zur Eintragung in die Liste vorgeschlagen wurde, und einer sogenannten "Pufferzone" rund um das angemeldete Gebiet.
Mit Blick auf den See und die Alpen erstreckt sich das zentrale Gebiet über zwei Bezirke: Lavaux-Oron und Riviera-Pays-
d'Enhaut. Es umfasst das Gebiet von zehn Gemeinden: Lutry, Bourg-en-Lavaux (zu dem die ehemaligen Gemeinden Cully, Epesses, Grandvaux, Riex und Villette gehören), Chexbres, Puidoux, Rivaz, Saint-Saphorin, Chardonne, Corseaux, Corsier-sur-Vevey und Jongny.
WEINBAUERN UND LANDWIRTINNEN
Der Genfersee im Süden, der Wald und der Übergang des Hanges im Norden, das Lutry-Tal im Westen und das Vevey-Tal im Osten bilden die natürlichen Grenzen dieses zentralen Gebiets. Im südlichen Teil des Gebiets sind Weinberge und Winzerdörfer zu finden, ebenso wie einige Waldgebiete. Was die Pufferzone betrifft, so umgibt und vervollständigt sie die Kernzone. Sie beherbergt Weinberge, Waldflächen und Weiden und erinnert uns daran, dass die Winzerinnen und Winzer damals auch Bäuerinnen und Bauern waren waren.
Quelle: « Description du Bien », in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier der Kandidatur von Lavaux zur Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe, Cully, Januar 2006, S. 15-16.
DAS GEBIET
GEA J.-M. Vallotton et T. Chanard
© David Bochud Photographies / www.davidbochud.com