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Nachdem der ständige Ausschuss der Berner Konvention über den Artenschutz die Lockerung des Wolfsschutzes abgelehnt hat, fordert JagdSchweiz, der Dachverband der Schweizer Jägerinnen und Jäger und der Schweizerische Schafzuchtverband den Bundesrat auf, den Beschluss des Parlamentes zu respektieren und aus der Berner Konvention auszutreten. Nur so kann der historische Kompromiss zwischen Naturschutzorganisationen und Jagd- und Schafzucht vom Mai 2012 umgesetzt werden.
Vor zwei Jahren haben sowohl der Nationalrat als auch der Ständerat eine Motion des Walliser Ständerates Jean- René Fournier deutlich angenommen, welche den Bundesrat dazu verpflichtet, sich beim ständigen Ausschuss der Berner Konvention für den Artenschutz für eine Lockerung des Schutzes des Wolfes einzusetzen. Dies ist die Voraussetzung, damit Konflikte bei der Besiedelung der Schweiz durch Wölfe vermieden werden können.
Die Motion sieht ausdrücklich vor, dass die Schweiz im Falle eines Scheiterns der Bemühungen um eine Lockerung des Wolfsschutzes, aus der Konvention austritt und bei einem erneuten Beitritt bei der Ratifikation einen entsprechenden Vorbehalt betreffend des Wolfes anbringt. Dies ist nun eingetroffen. Der ständige Ausschuss der Berner Konvention verweigerte der Schweiz am 27. November 2012 das Recht, politisch und demokratisch durch das Parlament neue Regeln zu erlassen.
Die Dachverbände der Jäger und Schafzüchter rufen nun den Bundesrat dazu auf, den klar geäusserten Willen des Parlamentes, durch die Annahme der Motion Fournier "Revision von Artikel 22 der Berner Konvention" (10.3264) zu vollziehen. Das würde bedeuten, aus der Berner Konvention auszutreten und beim erneuten Beitritt in der Ratifikation einen entsprechenden Vorbehalt zum Schutz der Grossraubtiere einzubringen. Ein Vorbehalt bedeutet sachlich keinerlei Abstriche für die Vielfalt von Arten und Lebensräumen in der Schweiz.
Die im Juli 2012 revidierte Schweizer Jagdverordnung gibt den Kantonen mehr Spielraum im Umgang mit geschützten Tieren. Neu kann mit Zustimmung des Bundes auch in den Bestand von geschützten Tieren eingegriffen werden, wenn Einbussen beim Jagdregal nachgewiesen werden können. Der ständige Ausschuss der Berner Konvention hat zudem im Dezember 2011 mit der Resolution Nr. 2 Artikel 9 der Konvention konkretisiert. Mit dieser ergänzenden Resolution wird den Mitgliedstaaten im Grundsatz eine flexiblere Handhabung von Abschüssen geschützter Tiere erlaubt. Obwohl die Konvention damit einen gewissen Handlungsspielraum zulässt, sind die Bedingungen für Eingriffe völlig unklar. Nicht ohne Grund haben deshalb mehr als die Hälfte der Vertragsstaaten (26 von 48) bei der Ratifikation Vorbehalte angebracht.
Der Austritt aus der Berner Konvention und ein Wiedereintritt mit Vorbehalt ist insbesondere nötig, damit der historische Kompromiss vom vergangenen Mai zwischen WWF, Pro Natura, JagdSchweiz und dem Schweizerischen Schafzuchtverband umgesetzt werden kann. Dieser Kompromiss sieht nämlich vor, dass alle Interessengruppen bei den Grossraubtieren Wolf, Luchs und Bär regulierende Eingriffe bei gesicherten Beständen und den Abschuss von schadenstiftenden Einzeltieren als Managementoptionen anerkennen.
Die damals, nach intensiven Gesprächen, vereinbarte lösungsorientierte Zusammenarbeit ist ohne eine Lockerung des absoluten Schutzes des Wolfes in der Berner Konvention nicht möglich, weil dann das Zugeständnis der Naturschutzorganisationen nicht mehr umsetzbar ist. JagdSchweiz und der Schweizerische Schafzuchtverband stehen voll zum Kompromiss, und fordern genau darum, dass der Bundesrat den Willen des Parlamentes vollzieht und so den Weg zur vereinbarten lösungsorientierten Zusammenarbeit für die Artenvielfalt in der Schweiz frei macht. Der Wolf kommt in der Schweizer Artenvielfalt vor, deshalb braucht es aber bürgernahe Wolfskonzepte, welche die Bedürfnisse der Naturnutzer und der Bevölkerung des Alpenbogens respektieren. Dazu gehört auch, dass eine gesicherte Wolfspopulation durch die Kantone reguliert werden kann. Dem Wolf ist mit einem totalen Schutz und den daraus entstehenden Schäden und Konflikten nicht gedient.
JagdSchweiz ist der Dachverband der Schweizer Jagdorganisationen und vertritt die Interessen von rund 30'000 Jägerinnen und Jägern aus allen Landesteilen. JagdSchweiz fördert die nachhaltige Jagd in der Schweiz – zum Wohle der Biodiversität. Jägerinnen und Jäger sind engagierte Naturschützer. Innerhalb enger gesetzlicher Vorgaben überwachen und regulieren sie Bestände und gewinnen Wildbret und weitere Naturprodukte. Sie fördern so das Zusammenleben von Mensch und Wild in unserer Kulturlandschaft.
Der Schweizerische Schafzuchtverband vertritt die Interessen der Schafzüchter und Schafhalter in Politik und Wirtschaft Er will Konflikte konstruktiv angehen, sei es mittels Informationen durch Beratung, bei der Umsetzung von Schutzmassnahmen und bei Schadensfällen. Züchter und Halter sind bereit, unter Berücksichtigung der regionalen
Verhältnisse, zumutbare Massnahmen zum Schutz der Herden zu ergreifen, um ein Nebeneinander von Grossraubtieren mit der nachhaltigen Nutztierhaltung sowie Alpsömmerung zu ermöglichen.