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Schon vor Baubeginn des gigantischen Wasserkraftwerkes inmitten des Amazonas-Regenwaldes hat es wegen des massiven Eingriffes Proteste gegeben. Auch der Bau war immer wieder von Demonstrationen und Prozessen begleitet. Kritisiert wurde ebenso, dass die betroffenen Indio-Völker beim Genehmigungsprozess nicht gehört wurden. Noch im September verweigerte die Umweltbehörde Ibama die Betriebsgenehmigung, mit dem Hinweis, dass nicht alle Auflagen erfüllt worden seien (lesen Sie dazu unsere Reportage „Das Wasserkraftwerk Belo Monte und die Umweltauswirkungen„).
Jetzt heißt es von dem Organ, dass über 90 Prozent der auferlegten Bedingungen erfüllt seien. Grünes Licht hat es ebenso von der Indio-Behörde Funai gegeben. Die hat Berichten zufolge mit dem Betreiber des Wasserkraftwerkes, der Norte Energia, einen Kompromiss abgeschlossen, bei dem sich das Unternehmen verpflichtet, die Bedingungen der Funai zu erfüllen, um die Auswirkungen für die betroffenen Indios zu verringern. Die bei der Veröffentlichung der Genehmigung demonstrierenden Indios, gaben indes an, einmal mehr übergangen und nicht gehört worden zu sein.
Von der Norte Energia heißt es, dass sie bereits 260 Millionen Reais (umgerechnet etwa 66 Millionen Euro) des mindestens 26 Milliarden Reais teuren Baus investiert habe, um Sicherheit und Lebensgrundlagen der Indios zu garantieren.
Die Genehmigung erlaubt den Aufstau des Flusses Xingu und die Stromproduzierung. Gerechnet wird damit ab März 2016. Insgesamt soll eine Fläche von 516 Quadratkilometern überflutet werden. Die Kapazität wird mit 11.231 Megawatt angegeben, was nach Angaben der Norte Energia für die Versorgung von 60 Millionen Menschen ausreicht.
Wirtschaftliche Interessen und die Energiesicherheit des Landes scheinen bei der jetzt erteilten Genehmigung eine gewichtige Rolle gespielt zu haben. Den Betrieb des Wasserkraftwerkes weiter aufzuschieben, käme einer Bestrafung Brasiliens gleich, sagte Ibama-Präsidentin Marilene Ramos. Sie verwies darauf, dass die Stromproduktion in Belo Monte das Abschalten von 19 thermischen Kraftwerken und somit die Einsparung von 19 Millionen Tonnen Kohlendioxid ermögliche.
Brasilien befindet sich seit über zwei Jahren in einem Energiedilemma. Durch die vor allem im Südosten des Landes anhaltende Trockenheit sind etliche Stauseen nahezu ausgetrocknet. Betroffene Wasserkraftwerke mussten ihre Produktion drosseln. Zum Ausgleich wurden Kraftwerke hinzu geschaltet, die mit fossilien Energien für teuren Strom sorgen.