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Stadthof
Adresse
6210 Sursee
LU
Architektur
Luigi Snozzi zählt zu den Protagonisten der «Tessiner Schule» und wurde mit seiner urbanistischen Konzeption für Monte Carasso bei Bellinzona bekannt. Und so verfügt Sursee nun über einen äusserst selbstbewussten Bau, der eine stadträumliche Verdichtung in der heterogenen Bebauung der Neustadt und ein Scharnier zur Altstadt bildet.
Chronologie
Im Jahr 1990 lobte die Stadt Sursee einen Projektwettbewerb für einen öffentlichen Verwaltungsbau aus. Dier Entwurf des Tessiner Architekten Luigi Snozzi überzeugte die Jury. Da die Bevölkerung den Baukredit verweigerte, suchte die Stadt nach einem privaten Investor. Die Alfred Müller AG kaufte die Parzelle und das Projekt konnte als Privatbau realisiert werden. Baubeginn war 2001, der sogenannte Stadthof wurde 2003 fertiggestellt.
Lage
Verlässt man die Altstadt von Sursee auf der Westseite durch das schmale Untertor, gelangt man auf den grosszügigen Martignyplatz, dessen südlichen Abschluss der Stadthof bildet. Das St. Georg-Schulhaus begrenzt den Martignyplatz im Norden und setzt ein bauliches Gegengewicht. Im Osten wird das insgesamt 5000 Quadratmeter grosse Areal von der Wilemattstrasse gefasst, im Süden von der Centralstrasse und im Westen von der Schmiedgasse. Der Rand der Altstadt ist von historischen und modernen Bauten geprägt, von gewerblichen und öffentlichen Nutzungen. Unter dem als Markt- und Festplatz genutzten Martignyplatz befindet sich eine Tiefgarage.
Beschreibung
Der Stadthof umfasst ein Geviert von 53 x 53 Metern. Der fünfgeschossige Kernbau umschliesst einen Innenhof und ist von einer monumentalen, viergeschossigen Kolonnade umgeben. Die gefassten Terrassen des Attikageschosses schliessen die Kolonnaden einem Kranzgesims gleich ab. Dem flach gedeckten Stadthof liegt ein durchgehendes Raster zugrunde. Die Konstruktion basiert aus Sichtbetonelementen und gleichförmigen, geschosshohen Fenstern. Die dunklen Fensterprofile setzten einen Kontrast zum hellen Sichtbeton. Die reduzierte Formgebung abstrahiert klassische Tempelschemata und brachte dem Stadthof rasch die Bezeichnung «Snozzi-Tempel» ein.
Das Erdgeschoss des Stadthofs teilen sich mehrere Detailhandelsgeschäfte sowie die Schweizerische Post. Die drei Obergeschosse umfassen Büros, das Attikageschoss beherbergt zwölf Wohnungen. Der überdachte, quadratische Innenhof wird über zwei schmale Eingänge an der Südost- und Nordwestfassade erschlossen. Die weitere Verteilung erfolgt über vier ebenfalls quadratische Treppen- und Aufzugstürme in den Ecken des Innenhofs. Zwischen dem zweiten und dritten Obergeschoss ist eine Zwischendecke eingezogen. Sie lagert mit rund zwei Metern Abstand zur Innenfassade auf vier Betonpfeilern. Aufgrund des umlaufenden Lichtschlitzes scheint die Decke zu schweben: Der Hof ist zu einem Innenraum geworden, der dennoch natürliches Licht erhält. Auch im Gebäudeinneren dominieren Sichtbetonelemente, den Kontrast setzen hier schwarze Granitböden. Insgesamt ergibt sich daraus ein komplexes, mehrfach geschichtetes Gebäude:_Von aussen über die umgebenden Strassen und dem Platz hin zu den Kolonnaden und schliesslich dem Innenhof und von unten nach oben in der Nutzung von Detailhandel zu Büros und Wohnen im Attikageschoss.
Literatur