Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03627.jsonl.gz/651

Bis 1933 Bach vom Laatzwisli zum Katzenbach. Der Bachverlauf war im oberen Teil ständig ändernd. Er sammelte das Quellwasser des Laatzwisli. In den oberen 200 m gab es keinen klaren Bachlauf. Das war der Grund, warum um die Mitte des 19. Jahrhunderts auch im oberen Teil durch einen Graben versucht wurde, den Bachlauf so zu zähmen, dass der Acker trocken blieb, was anscheinend auch gelungen ist. Dies gab dem Acker seinen neuen Namen Grabenacker, der etwa 1875 entstanden ist. Der Grabenacherbach, früher vielleicht Laatzwislibach genannt, mündete in den Buchholzbach. Er war beidseitig im unteren Abschnitt von vielen Weiden gesäumt. Dank einer alten Foto von Jakob Heider II ist dies dokumentiert. Im Bach lebten viele Tubifex, die Albert Bader noch für einen Fischzüchter sammelte. Im trägen Unterlauf lebten Schwalen. Ausserdem wurden auch Guugemööndli (Feuersalamander) gesichtet. In den letzten 30 Metern war der Bach völlig verschilft.
Ernst Urech hörte von einem Rutengänger, dass auch heute noch unter dem Boden Wasser fliesst. Das Regenwasser des Ausserdorfhögerlis, wozu die Laatzwiesen gehören, sammelt sich heute weitgehend in der Sickerleitung der dortigen Reiheneinfamilienhäuser. Der Baugenossenschaft war dieser Umstand mit dem Wasser bekannt, deshalb haben sie 1947 zwischen den Häusern und der Birchstrasse den Birchgraben gebaut, der geradeaus zum Katzenbach führte und allfälliges Wasser hätte ableiten sollen. Dazu kam es aber nicht, da die Sickerleitung ihren Zweck offenbar erfüllte. Der Graben wurde etwa um 1975 zugedeckt.
Das Gebiet der Buchwiesen wurde 1933 drainiert und dabei wurde im unteren Abschnitt auch der Grabenackerbach erfasst. Als Fredi Wettstein noch jung war, floss das Bächlein oder besser gesagt Rinnsal in einer Röhre unter der damals noch Aspstrasse genannten heutigen Hertensteinstrasse durch. Im Gebiet der heutigen Alterswohnungen Buchwiesen am Ende der Rümlangstrasse gab es ein kleines Sumpfgebiet, verursacht vom Grabenackerbach. Nach diesem Sumpf floss der Bach in Richtung Buchwiesenweiher. Fredi Wettstein konnte sich 2002 nicht mehr sicher erinnern, ob der Bach direkt in den Weiher floss oder in den Buchholzbach, dies weil das Gebiet die meiste Zeit des Jahres verschilft war. Albert Bader fing hier in den späten 1920er Jahren Bachröhrenwürmer (Tubifex), die er den Fischzüchtern vom Schärenmoos verkaufte.
Der ursprüngliche Grabenacherbach, welcher vor 1875 wohl Laatzwislibach geheissen haben dürfte, wird in sämtlichen Gemeindeplänen ebenso wie in den Karten von Wild als auch im geografischen Atlas der Schweiz ignoriert, was angesichts der zahlreichen Beweise über die Existenz dieses Baches ein klarer Hinweis darauf ist, dass sowohl älteste wie neueste Karten bis zum Massstab 1:5000 solch kleinen Bächen keine Beachtung schenken. Wer immer als Forscher eine Karte zur Hand nimmt, muss zur Kenntnis nehmen, dass bei diesen Massstäben wesentliche Elemente einer Landschaft gar nicht erfasst werden und diese somit für den Flurnamenforscher nur bedingt als Interpretationshilfe dienen können.
Quellen: - Ernst Nüesch - Fredi Wettstein - Albert Bader - Ernst Nüesch