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Für einmal berichten wir etwas über das Pistolenschiessen. Unser Mitglied, Stefan Büsser, gewann mit der MSVGL-Glarus an den Schweizer Mannschafts-matchmeisterschaften (Pistole 25 Meter) sensationell zweimal die Broncemedaille. Die Glarner Gruppe überzeugte und holte die ersten Medaillen seit 20 Jahren wieder in das Glarnerland. Wir gratulieren herzlich zu diesem Erfolg.
Der Präsident hatte die Ehre und befragte den erfolgreichen Pistolenschützen über seinen Erfolg und die uns weitaus unbekannte „Materie“ des Pistolenschiessens.
Stefan, du hast mit der «MSVGL – Glarus» an den Schweizerischen Mannschaftsmatchmeisterschaften (Pistole 25 Meter) zweimal Bronce gewonnen. Herzliche Gratulation.
Vielen Dank für deine/eure Aufmerksamkeit. Die Glückwünsche haben mich sehr gefreut.
Es gibt am Finaltag zwei Wettkämpfe, den «C-Match», und «Standart Pistole», richtig?
Eigentlich gäbe es vier Wettkämpfe (A-B-C-D). Wegen Corona und den damit verbundenen Sicherheitsbestimmungen entschloss sich der Veranstalter nur auf die Durchführung der 25 Meter-Distanzen. Das ist auch interessanter und geht ein bisschen schneller. Normalerweise werden auch auf 50 Meter zwei Wettkämpfe, A- und B-Match geschossen.
Was ist der Unterschied dieser beiden Wettkämpfe?
Der C-Match bedeutet, einerseits statisch (Präzision auf die Präzisionsscheibe Wertung 1-10), anderseits auch noch dynamisch (Schnellfeuer auf die ISSF-Scheibe Wertung 5-10) zu schiessen. Im 1. Programmteil werden (30 Schuss) 6 Serien à 5 Schuss in je 5 Minuten geschossen. Im 2. Programmteil werden (30 Schuss) 6 Serien à 5 Schuss Schnellfeuer/Duell (Scheibe ist für 3“ sichtbar und verschwindet anschliessend für 7“) geschossen. Das wiederholt sich immer 5 mal. Dabei darf der Schütze seinen Schiessarm erst anheben, wenn die Scheibe nach 7“ für 3“ sichtbar wird. Also schnelle Reaktion – Arm anheben – Schuss sauber auslösen und wieder in die Grundstellung zurück.
Der D-Match gilt das Standartprogram und besteht aus drei Programmteilen, welche hintereinander und ohne Pause geschossen werden. Im 1. Programmteil werden 4 Serien à 5 Schuss in je 150 Sekunden, im 2. Programmteil werden 4 Serien à 5 Schuss in je 20 Sekunden und im 3. Programmteil werden 4 Serien à 5 Schuss in je 10 Sekunden geschossen. Alle Programmteile werden auf die gleiche Scheibenart (Präzisionsscheibe) geschossen. Dabei kommt es darauf an, sehr wachsam und hochkonzentriert zu sein. Nur die geringste Verzögerung im 10 Sekundenfeuer und schon dreht die Scheibe weg, bevor der Schuss weg ist. Das wäre es dann schon gewesen. Dieses Programm haben wir erst dieses Jahr intensiv und zweimal pro Woche trainiert. Und wie es ausschaut, hat sich der Aufwand gut gelohnt. Eine Medaille nach Hause zu bringen ist immer mit Stolz und gutem Gefühl verbunden. Oder?
Die Scheibenformate sind wie folgt:
Präzisions-Scheibe: Grösse 50×50 cm, Schwarz 200mm, 10. Ring = 50mm, Innenzehn (Mouche) = 25mm, 9. Ring = 100mm. Diese Innenzehn entscheidet, wenn Punktgleichheit besteht. Das sind die in einer Spalte aufgeführten „x“.
Schnellfeuerscheibe ISSF (C-Match) ist etwas anders. Grösse 55×52 cm, Wertung von 5-10 und die ganze Scheibenfarbe ist schwarz und 500mm gross. 10. Ring = 100mm, Mouche = 50mm, 9. Ring 180mm, 8. Ring = 260mm.
Wenn ich ein Blick auf die Resultate werfe, liegt dir der C-Match besser, oder?
Ivo, da hast du aber genau hingeschaut. In der Tat ist das genauso. Einen C-Match schiesse ich einfach am liebsten. Ich muss mich in einem einzigen Wettkampf auf zwei Themen (Statik & Dynamik) konzentrieren. Das macht mir, fast immer, grosse Freude. Voraussetzung dabei ist eine spezifische Fokussierung auf die beiden Programmteile. Und was hinzukommt, dass ich diese Disziplin schon sehr lange (1985) regelmässig und mit guter Erfahrung schiesse. Deshalb läuft es mir im C-Match besser. Wenn Konzentration und Rhythmus im Einklang sind passt es immer ganz gut. Aber das weisst du ja selber auch.
Das Pistolenschiessen ist etwas ganz Anderes als das 300-Meter-Schiessen. Gibt es überhaupt irgendwo Gemeinsamkeiten?
Der einzige Unterscheid ist allein das Liegen bei den Gewehrschützen (Ausnahme 2- und 3 Stellung) und das Stehen bei den Pistolenschützen. Deshalb schaut Gewehrschiessen gemütlicher aus „liegen und mit einem Auge schlafen“ Das war jetzt eher witzig gemeint! Zur Gemeinsamkeit – beide Disziplinen erfordern sehr viel Kraft, Konzentration und Ausdauer. Beide Schützen müssen ihr Visier haargenau beobachten und gefühlvoll den Abzug betätigen. Beim Pistolenschiessen wackelt es einfach ein bisschen mehr – weil keine Zweibeinstütze, Böckli oder was auch immer gestattet ist. Zwar gibt es seit ein paar Jahren das Auflageschiessen für Pistole. Das ist eine gute Sache für „ältere Herren“, kommt aber für mich noch nicht in Frage. Denn es verhindert das dynamische Schiessen. Und so lange ich noch ganz ordentlich treffe, bleibe ich dabei.
Greifst du bald auch wieder einmal im 300-Meter-Schiessen an?
Das ist so eine Sache. Auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen liegt mir nicht so. Obschon ich ab und zu auch gerne mal mit einem Gewehr schiessen würde. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Zielsicherheit ab. Und für mich wäre der Trainingsaufwand zu gross. Deshalb überlasse ich das lieber den Ammler-Schützenkameraden und Kameradinnen und freue mich an ihren Erfolgen. Das heisst aber nicht, dass ich hoffentlich 2021 wieder einmal am Feldschiessen für die Schützen Amden teilnehmen kann.
Wie geht die Saison für dich weiter? Was sind deine weiteren Ziele?
Im Moment besteht noch Hoffnung, dass wir uns mit Netstal 1 für den Final zur Gruppenmeisterschaft 25m qualifizieren können. Das wäre nach etlichen Jahren wieder einmal fällig. Vorher aber bestreiten wir am 22.08.20 einen Freundschaftswettkampf GR-GL-SZ in Chur. Das wäre dann noch ein richtig gutes Training und mit viel Druck und guten Gegnern.