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Im Hauptfokus der TCM stehen nicht nur die Symptome oder eine Krankheit, sondern dessen ursächliches Muster. Daher werden unter Einbezug der Denkmodelle nicht nur die akuten Beschwerden des Patienten berücksichtigt, sondern auch die allgemeine Verfassung, Prozesse im Wandel, die Zusammenarbeit der Funktionskreise, Konstitution, Umgebungsfaktoren sowie sämtliche, verfügbare Hinweise.
Wichtige Elemente einer Musterdiagnose sind das Zungenbild und die Pulsqualität. Beim Zungenbild werden Beschaffenheit, Form, Bewegung, Belag und Zungenvenen studiert, beim Puls können Parameter wie Schlagkraft, Form, und Geschwindigkeit rund 30 verschiedenen Grundqualitäten zugeordnet werden.
Sämtliche verfügbare Indizien werden zu einem Diagnoseteppich verwoben, der das Gesamtbild des Krankheitsmusters zeigt:
Symptome (subjektive Empfindungen des Patienten)
Zeichen (Beobachtungen und Wahrnehmungen des Therapeuten inklusive der für die TCM sehr wichtigen Zungen- und die Pulsdiagnose)
Konstitution, Lebensumstände und Krankheitsentwicklung
Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen medizinischen Systemen ist, dass zu jedem Krankheitsmuster empirische und logisch darauf abgestimmte, therapeutische Strategien bekannt sind. Die Interpretation und die Wahl der verschiedenen Modelle lassen dennoch einen gewissen Spielraum, in welchem der ebenso wichtige Teil der Therapie, nämlich den des Verstehens, der Intuition und der Therapeut-Patient Beziehung, Platz finden.
Ein Krankheitsmuster lautet je nach angewendetem Denkmodell z. B.: Yang-Syndrom, Erde attackiert Metall, Aussen-Kälte-Leere, Le-Qi-Stagnation mit stagniertem Feuer, Frühlingshitze im Ying Stadium, Taiyin Bing, usw.
Versuche dieses einfache Diagnosemodell zu verstehen:
Yìn entspricht:
Leere (z. B. Schwäche, Muskelschwund, etc.)
Kälte (z. B. Kälteempfindungen, kühle, trockene Haut, etc.)
Blässe (z. B. Blutarmut bzw. fehlende oder gestörte Blutzirkulation)
Yáng entspricht:
Fülle (z. B. Schwellung, Blutstau, etc.)
Wärme (z. B. Entzündung, Hitzesensation, etc.)
Rötung (z. B. Bluterguss, Mikroblutung, etc.)
Wie würdest Du folglich nun eine akute, stumpfe Verletzung wie z. B. einen verstauchten Fuss (Fussgelenkskapsel-Distorsion) einordnen? Handelt es sich dabei um ein Yin- oder ein Yang-Syndrom? Überlege, bevor Du die Lösung liest! (von rechts nach links: !mordnyS-gnaY nie hcilrütaN)