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Viele verwenden das Wort «gerecht», gerade auch dann, wenn es um Löhne, Boni und Steuern geht.
Dabei ist völlig offen und individuell, was jemand in Steuerfragen als «gerecht» betrachtet und was nicht.
Mehr Steuern für Reiche oder mehr Geld für Arme ist per se weder «gerecht» noch «ungerecht». Beispiel: Wenn Arme arm sind, weil sie von Reichen ausgenutzt werden, ist mehr Sozialhilfe fair; wenn Arme aber arm sind, weil sie zu faul zum arbeiten sind, dann ist Sozialhilfe unfair.
Es kommt immer auf die genauen Umstände und die politische Wertung an. Die Frage ist, welche Ideologie hinter dem Urteil steht. Es ist aber schlecht, wenn die Ideologie schon in der Fragestellung impliziert wird.
Die inflationäre Verwendung von wertenden Zusätzen wie «fair» oder «gerecht» führt in die Sackgasse und verunmöglicht einen objektiven Diskurs.
Ich plädiere daher dafür, das Wort «gerecht» oder «fair» in der Sozial- und Steuerpolitik nicht zu verwenden.