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Im Jahre 1803 eröffnet, wurde das Restaurant im Laufe der Zeit zum "Salotto" von Lugano
und zum bevorzugten Treffpunkt von Literaten, Künstlern und Politikern.
Aus Überlieferungen aus dem 18. Jahrhundert ist bekannt, dass der Treffpunkt, welcher ebenfalls ein Hotel ist, bei der lokalen und ausländischen Kundschaft sehr geschätzt wird. Die Familie Biaggi
aus dem benachbarten Viganello, führt das Restaurant bis ins Jahre 1942, in welchem sie es an Alberto Bianchi
verkaufen. Dieser ist soeben von Como umgezogen, wo er das berühmte Hotel-Restaurant Barchetta führte. Alberto beginnt seine Tätigkeit in Lugano mitten in der Kriegszeit.
So wie bereits im vorherigen Jahrhundert, werden viele italienische Verbannte
in den Zimmern der oberen Stockwerke des Luganer Treffpunkts beherbergt, unter Ihnen auch viele berühmte Persönlichkeiten. In diesem Zeitraum festigt das Restaurant das Image des angesehenen Treffpunkts der Stadt.
Am 3. März 1945, auf dem Höhepunkt der grössten Tragödie an die sich Europa erinnern kann, fand im ersten Stock, im „Cenacolo", des damaligen Restaurants Bianchi, heute Ristorante Grand Café Al Porto, das aller erste geheime Treffen zwischen deutschen Offizieren und Vertretern der Alliierten
statt. Dank diesem Treffen konnten die deutschen Offiziere von der Ausführung der Strategie „Verbrannte Erde"
in Norditalien abgebracht werden.
Bei der Operation Sunrise
(Codename für die streng geheimen Vermittlungen), hatte der Schweizer Armeeoffizier Max Waibel, damals im Nachrichtendienst der Schweizer Armee tätig und von dem italienischen Baron Luigi Parrilli kontaktiert, massgeblichen Einfluss an der Kapitulation der Deutschen in Norditalien. Dank seinen Vermittlungen zwischen den Kriegsparteien half er mit, die entscheidenden Vorsaussetzungen zu schaffen, die letztendlich zur Kapitulation führte, welche am 29. April 1945 in Caserta unterschrieben wurde. Mit dieser Unterschrift und der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Truppen, wurde endlich ein blutiger Krieg beendet, der Norditalien nicht nur vor zahlreichen Trauerfällen, sondern auch vor einer Totalzerstörung, welcher der Befehl „Verbrannte Erde" bewirkt hätte, bewahrte.
Man liest zu diesem Vorfall im "La resa degli ottocentomila":
"…Der Inhaber des Restaurants Bianchi, Alberto Bianchi, bewirkte trotz Einschränkungen durch die vorgeschriebene Rationierung, ein Wunder. Er hatte nicht den geringsten Verdacht, Verschworenen einen Zufluchtsort zu gewähren und ein Treffen von weltlichem Interesse und historischer Wichtigkeit zu beherbergen. Mit der Intuition der Gastgeber und dem ausserordentlichen Scharfsinn der Schweizer Hoteliers, hatte er verstanden, dass er es mit angesehenen Persönlichkeiten zu tun hatte."
Das Juwel des Grand Café Al Porto ist der "Cenacolo Fiorentino", einst Abendmahlsaal eines Klosters. Die wunderschöne Holzdecke, ein Original aus dem 16. Jahrhundert, und die Wandfrescos, welche dem florentinischen Maler Carlo Bonafedi
zugeschrieben werden, verleihen dem "Cenacolo" ein einzigartiges florentinisches Ambiente. Der besondere Rahmen um wichtige Ereignisse zu feiern.
In diesen historischen Räumlichkeiten wurden viele berühmte Persönlichkeiten empfangen, darunter Giuseppe Mazzini, Carlo Catteneo, Prinz Vittorio Emanuele, Prezzolini, der Aga Khan mit Gemahlin Begum, Giulietta Masina, Clark Gable sowie Sophia Loren mit Carlo Ponti.
Das Ristorante Grand Café Al Porto ist Mitglied der angesehenen "Locali storici d'Italia". Das ist eine kulturelle Vereinigung, welche sich zum Ziel setzt, historische Lokale wie Hotels, Restaurants, Confiserien, Konditoreien und Cafés aufzuwerten und zu schützen, welche durch aussergewöhnliche Ereignisse und durch besondere Persönlichkeiten Ansehen und historische Berühmtheit erlangten.
1975 gegründet, zählt die Vereinigung heute ca. 200 Mitglieder unter den ältesten und historischsten öffentlichen Lokalen Italiens. Unter ihnen befinden sich lediglich 6 Mitglieder, deren historische Lokale im Ausland mit grossem Ansehen und Tradition situiert sind. Wir sind stolz, dazu zu gehören. www.localistorici.com
Nach zahlreichen Geschehnissen und viel Geschichte, nach unzähligen Begegnungen und unvergesslichen Erinnerungen, hat sich das Ristorante Grand Café Al Porto vorgenommen, diese von ihren Gästen so geschätzte Atmosphäre wieder aufleben zu lassen.
Der Salotto von Lugano… seit 1803 !