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Urostoma: Harnableitung mit einem künstlichen Blasenausgang
Die Ableitung des Harns (Urin) mit einem sogenannten Urostoma kann bei einer langjährigen Querschnittlähmung bzw. Paraplegie, bei einer fortgeschrittenen Multiple Sklerose, einer Schrumpfblase, oder einer durch andere Faktoren nicht zu kontrollierenden Inkontinenz und auch bei einer anderweitig nicht behandelbaren Funktionsstörung erwogen werden. Hierbei ist die Blase durch einen langen Krankheitsverlauf so geschädigt, dass sie keinen Harn mehr speichern oder kontrolliert entleeren kann. Eine Urostomie wird dann erwogen, wenn alle anderen konservativen oder operativen Behandlungsmöglichkeiten erschöpft, nicht ausreichend wirksam oder verträglich sind. Auch wenn ein durch die Harnröhre oder die Bauchdecke eingelegter Blasenkatheter sich auf längere Sicht als störend, unverträglich oder mit Komplikationen verbunden erweist, kann mit einem Urostoma eine gute bis sehr gute Lebensqualität erreicht werden.
Wie läuft eine Urostomie durch einen Urologen ab?
Bereits vor der Operation erfolgt eine Beratung durch einen Stomaspezialisten. Dieser legt mit dem Patienten/der Patientin fest, an welcher Stelle im rechten Unterbauch das Stoma platziert werden soll. Insbesondere bei Patienten, die die meiste Zeit des Tages auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist für einen komfortablen Sitz und eine einfache Versorgung die richtige Platzierung entscheidend. Hierbei kann es nützlich sein, bereits vor der Operation für einige Tage einen Stomabeutel zur Probe zu tragen. Die Urostoma-Operation selbst wird in Vollnarkose und entweder offen chirurgisch durch einen Bauchschnitt oder mittels Bauchspiegelung (laparoskopisch) und mit Unterstützung eines Operationsroboters (Da Vinci Methode) durchgeführt. In der Regel ist eine Hospitalisation von sieben bis zehn Tagen erforderlich.
Genereller Ablauf einer Urostoma-Operation
Bei einer Operation zur Harnableitung wird zunächst die Harnblase entfernt, dann wird aus dem Darm ein kurzes Segment entnommen, mit den Harnleitern verbunden und aus der Haut heraus geleitet. Damit wird der Harn direkt durch die Haut in einen auf der Bauchdecke aufgeklebten Auffangbeutel abgeleitet. Über ein Ventil am unteren Ende des Beutels kann der Urin von Zeit zu Zeit entleert werden. Um eine grössere Unabhängigkeit zu erreichen, kann der Auffangbeutel auch mit einem grösseren Urinsack am Bein verbunden werden.
Operationsverlauf mit dem DaVinci Roboter
Bei der Da Vinci Operation zur Harnableitung mit einem Urostoma im Becken führt der Operateur zunächst durch einen ersten Schnitt im Bereich des Bauchnabels eine kleine Führungshülse ein. Durch die Öffnung wird Kohlendioxid in die Bauchhöhle eingeleitet. So entsteht im Unterleib ein Hohlraum, der die Sicht auf die Organe verbessert. Durch weitere kleine Schnitte in der Bauchdecke schiebt der Arzt zusätzliche Führungshülsen. Die Arme des Robotersystems (mit Kamera und speziellen Instrumenten) werden auf die Führungshülsen aufgesetzt. Im Verlauf der DaVinci Roboter Operation entfernt der Chirurg die geschädigte Harnblase vollständig. Die Harnleiter werden mit einem zuvor aus dem Dünndarm ausgeschalteten Segment verbunden und aus dem rechten Oberbauch aus der Haut geleitet und vernäht.
Vorteile einer Harnableitung mit einem künstlichen Blasenausgang
Eine Harnableitung mit einem Urostoma kann die Lebensqualität erheblich steigern, da eine oft gravierende Inkontinenz und die damit einhergehende Komplikationen dauerhaft überwunden werden können. Nach einer Schulung durch einen spezialisierten Stomatherapeuten und einer kurzen Eingewöhnungsphase sind fast alle Patientinnen und Patienten in der Lage das Stoma selbst zu versorgen. Verglichen mit einem dauerhaft einliegendem Blasenkatheter, besteht der Hauptvorteil des künstlichen Blasenausgangs darin, dass sich kein Fremdmaterial im Inneren des Körpers befindet und entsprechend keine damit verbundenen Komplikationen (Infekte, Verkrustung, Verstopfung, Steinbildung) auftreten. Auch entfällt der regelmässige Katheterwechsel, da das Stoma selbstständig und zu Hause versorgt werden kann.
Vorteile des Einsatzes eines Da Vinci Operationsroboters
Durch die minimal invasive Operationsmethode mit Hilfe hochpräziser Instrumente und die geschulte Führung unserer Spezialisten bietet die Urostoma-Operation mit Hilfe des DaVinci®-Roboters folgende Vorteile:
- meist geringerer Blutverlust während der Operation
- kürzerer Aufenthalt im Spital
- geringere Schmerzen nach dem Operationsverfahren
- kleinere Narben
Gut beraten und behandelt bei einem Urostoma
Im KontinenzZentrum Hirslanden versammelt sich das Wissen von Fachärzten aus Urologie, Neuro-Urologie, Uro-Gynäkologie und Neurologie. Sollte auf Grund einer Querschnittslähmung (Paraplegie/Tetraplegie), einer Multipler Sklerose oder eine anderen Erkrankungen Ihre Harnblase so erheblich geschädigt sein, dass eine Inkontinenz nicht beherrschbar ist oder dauerhaft ein Katheter in der Blase einliegt, beraten Sie unsere Spezialisten individuell und persönlich bezüglich eines künstlichen Blasenausgangs, eines Urostomas. Auch nach dem operativen Eingriff, der Urostomie, stehen Ihnen die Experten des KontinenzZentrums Hirslanden mit einer Schulung zu Nutzung und Pflege des Stomas sowie für weitere Fragen zur Seite.
Informieren Sie sich jetzt
Eine künstlicher Blasenausgang kann die Lebensqualität deutlich steigern, da eine oft gravierende Inkontinenz und die damit einhergehende Komplikationen dauerhaft überwunden werden können. Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Beratungsgespräch zu einer Harnableitung mittels eines Urostomas.
Tel.: +41 44 387 29 10