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Jetzt hat sich auch Janet Hubert zur Debatte um die Oscar-Nominierungen eingeschaltet: Die schwarze US-Schauspielerin kritisiert allerdings nicht die Academy, sondern giftet in Richtung ihres ehemaligen Kollegen Will Smith und dessen Ehefrau.
Die US-Schauspielerin Janet Hubert hat sich mit einem Video in die aktuelle Debatte um die Nominierungen für die Oscars 2016 eingeschaltet. Die Vorschläge der Academy waren in den vergangenen Tagen heftig kritisiert worden: In den wichtigsten Kategorien haben ausschliesslich weisse Schauspieler die Chance auf eine der Trophäen.
Letztere veröffentlichte ein Statement, in dem sie unter anderem sagte: «Bei den Oscars dürfen wir immer gern die Trophäen überreichen und die Leute unterhalten, aber unsere künstlerischen Leistungen werden selten anerkannt.» Ihr Ehemann Will Smith spielt die Hauptrolle in «Erschütternde Wahrheit» und wurde nicht nominiert.
Auf die Wutrede von Jada Pinkett Smith reagierte nun Janet Hubert: «Hat dein Mann keinen eigenen Mund zum Sprechen», fragt die Schauspielerin zu Beginn der Aufnahme. Gestenreich fährt sie fort: Sie finde es ironisch, dass jemand nun eben jene Leute boykottieren wolle, mit denen er Abermillionen Dollar verdient habe. «Nur, weil du keine Nominierung bekommen hast, nur, weil du nicht gewonnen hast?», fragt Hubert. «So funktioniert das Leben nicht, Baby.»
Hubert stand Anfang der 90er-Jahre gemeinsam mit Will Smith in der beliebten TV-Serie «Der Prinz von Bel-Air» vor der Kamera, sie übernahm drei Jahre lang die Rolle seiner Tante Vivian «Viv» Banks. Für ihren Ausstieg aus der Serie hatte sie in der Vergangenheit Smith die Schuld gegeben und ihn unter anderem als Egomanen bezeichnet.
Nun sagt sie in dem Clip: Während der TV-Dreharbeiten habe sie Smith vorgeschlagen, bei den Verantwortlichen der Show gemeinsam für ein höheres Gehalt zu kämpfen. «Deine Antwort an mich war: ‹Mein Deal ist mein Deal. Und dein Deal ist dein Deal.›»
Sie wirft Smith und seiner Ehefrau indirekt Heuchelei vor: Sie hätten eine riesige Produktionsfirma, sie seien ein Teil Hollywoods und des Systems. Die beiden sollten wieder auf den Teppich kommen, sagt Hubert. «Ihr seid nicht Barack und Michelle Obama.»
Sie wolle nicht verbittert klingen, aber die Wahrheit müsse ausgesprochen werden: «Wisst ihr, manche von uns müssen Schulden und Rechnungen bezahlen. Wir müssen uns um Wichtigeres Gedanken machen als die Oscars.» Das Branchenblatt Hollywood Reporter hat das Video Huberts veröffentlicht und die gesamte Rede zum Mitlesen aufgeschrieben:
Auf die Kritik an den Nominierungen hatte bereits die afroamerikanische Präsidentin der Oscar-Akademie, Cheryl Boone Isaacs, reagiert – und sich betrübt über die fehlende Vielfalt bei den Nominierten gezeigt. Sie sei untröstlich und frustriert, schrieb sie in einer Mitteilung. Jada Pinkett Smith bedankte sich nun via Twitter «bei der Academy, besonders bei Cheryl Boone Isaacs» für die rasche Antwort. Sie freue sich auf die Zukunft.
aar