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Die von den Opfern während der Explosionen aufgenommenen Strahlendosen wurden anhand komplexer Modelle berechnet. In diesen Modellen am unsichersten waren die Neutronendosen in Hiroshima. Für die schnellen Neutronen, die fast die ganzen Dosen verursachten, gab es im wichtigen Abstandsbereich von 900-1500 m nämlich bis jetzt keine verlässlichen Indikatoren. Die Rückrechnung aus der Wirkung thermischer Neutronen auf Gegenstände in der Strahlungszone ergab unrealistisch hohe Fluenzwerte. Jetzt ist es einer Gruppe amerikanischer und deutscher Wissenschafter unter der Leitung von T. Straumle (University of Utah) gelungen, Nickel-63 in Kupferproben wie etwa Dachrinnen und elektrischen Drähten aus dem fraglichen Bereich zu messen. Das Nickelisotop wurde während der Explosion vor allem durch schnelle Neutronen mit einer Energie über 1 MeV erzeugt. Die direkte Messung ermöglicht haben Fortschritte bei der chemischen Extraktionstechnik und der Beschleuniger-Massenspektrometrie. Die Auswertung der Ergebnisse und die Umrechnung auf Personendosen zeigt eine gute Übereinstimmung mit den 1986 revidierten Modellrechnungen im wichtigen Abstandsbereich von 900-1500 m. Eine wichtige Grundlage der von der Internationalen Strahlenschutz-Kommission ICRP abgegebenen Strahlenschutzempfehlungen hat damit eine unabhängige Bestätigung gefunden, wie die renommierte Wissenschaftszeitschrift Nature in einem Leitartikel zur Veröffentlichung der Untersuchungen in ihren Spalten kommentiert.
Quelle
P.B. nach Nature, 31. Juli 2003