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Eine Art Teufel sei mit ihr, sagten einige. Andere waren überzeugt, sie sei verflucht und bringe nur Unheil in eine Familie. Dies sind Beispiele einer langen Liste an Beschimpfungen, denen beschnittene Mädchen, die an Komplikationen leiden, ausgesetzt sind.
Nachdem Awa keine traditionelle Medizin heilen konnte, hat sie sich an unsere Partnerorganisation vor Ort gewandt. IAMANEH arbeitet seit vielen Jahren gegen die weibliche Beschneidung in Mali. Awas letzte Hoffnung war, in das Projekt aufgenommen zu werden, um eine medizinische Behandlung in Anspruch nehmen zu können, die sie heilen würde.
Awa litt unter heftigen anhaltenden Bauchschmerzen während der Menstruation. Das Blut konnte nicht abfliessen. Bei der Beschneidung wurde die Scheidenöffnung praktisch zu 100% zusammengenäht, was im Fachjargon "Infibulation" heisst: Zusätzlich zu den inneren werden auch die äusseren Schamlippen teilamputiert und der Rest so zusammengenäht, dass nur eine etwa reiskorngrosse Öffnung zum Urinieren und zum Blutabfluss bleibt. Das bedeutet, dass das Urinieren rund eine halbe Stunde dauert, die Menstruation mehr als zwei Wochen. Es bleiben Reste des Blutes und abgestorbene Schleimhautreste in der Vagina, und es kommt zu Entzündungen. Viele Mädchen verbluten nach dem Ritual oder sterben am Wundfieber der Entzündung.
Auch Awa hat es nicht geschafft. Sie ist gestorben, bevor wir mit der Behandlung beginnen konnten.
Das IAMANEH-Projekt bietet Frauen und Mädchen, die an Folgekomplikationen einer Beschneidung leiden, medizinische Behandlungen in einem Spital an. Priorität bleibt aber immer noch die Präventions- und Sensibilisierungsarbeit mit der Bevölkerung, damit solche Behandlungen gar nicht mehr nötig werden.