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Lernstrategien
Lernstrategien ermöglichen selbstgesteuertes Lernen und und fördern die Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler. Heilpädagogin Lara Weber (Schulhaus Weihermatt) stellt eine Informationsbroschüre und Erklärvideos zur Verfügung.
Broschüre: Broschüre Lernstrategien
Imagery Strategie
Lernende werden angehalten, beim Lesen oder Hören von neuen Inhalten eigene Vorstellungsbilder zu generieren. Diese Vorstellungsbilder können auch gemalt werden. Das Übersetzen von Worten in Bilder, also die Visualisierung des neuen Wissens führt zu einem besseren Verständnis und einer tieferen Abspeicherung. Sehr hilfreich ist es, wenn die Lehrperson den Einsatz der Imagery-Strategie mittels Lautem Denken den Lernenden demonstriert (Modellierung).
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Sortiertechnik
Bei dieser Strategie werden die zentralen Begriffe eines Themas auf Kärtchen geschrieben (entweder von der Lehrperson oder von den Lernenden). Die Begriffskarten werden anschliessend in zwei Stapel aufgeteilt. Auf den einen Stapel kommen alle Begriffe, die bereits sicher erklärt werden können. Auf dem anderen Stapel sind alle Begriffe, die noch nicht oder erst teilweise verstanden worden sind. Nach dem Sortiervorgang wird in Einzel- oder Partnerarbeit versucht, die Informationslücken zu schliessen.
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Strukturlegetechnik
Die Strukturlegestrategie baut auf der Strategie des Sortierens auf. Wenn alle Begriffskarten verstanden sind, sollen die Karten so gelegt werden, dass sie eine für den Lernenden sinnvolle Struktur ergeben. Zu zweit oder in einer Gruppe werden die verschiedenen Strukturen erklärt, verglichen und besprochen. Wichtig ist, dass die Schüler/innen begründen, warum sie ihre Struktur so gelegt haben. Mit dieser Strategie wird das neue Wissen nicht nur strukturiert, sondern auch mehrmals wiederholt. Durch das Legen und Erklären wird das Erlernte zudem visualisiert und verbalisiert – dies erhöht die Behaltensleistung.
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Mind Map
Bei einem Mind-Map steht der Oberbegriff des Lernstoffs in der Mitte und die wichtigsten Begriffe werden um ihn herum geordnet und verbunden (Untergliederung in Hauptäste, Äste und Zweige). Das Ziel eines Mind-Maps ist, Sachverhalte in einer gezeichneten Struktur zusammenzufassen und zu veranschaulichen. Gedankengänge und Sinnzusammenhänge können somit besser nachvollzogen werden. Förderlich sind auch Zeichnungen und Symbole.
Zum Video: Mind Map
Placemat
Für die kooperative Strategie Placemat dient ein grosser Bogen Papier (das Placemat) als Grundlage für die Gruppenarbeit. Dieses Papier wird in ein Gruppenfeld und Einzelfelder unterteilt. Das Gruppenfeld befindet sich in der Mitte und die Anzahl Einzelfelder entspricht der Anzahl Gruppenmitglieder. Jeder Lernende schreibt in einer ersten individuellen Nachdenkphase in sein Feld, was ihm zum genannten Thema einfällt. In der anschliessenden Austauschphase vergleichen und diskutieren die Gruppenmitglieder ihre Gedanken. Danach wird gemeinsam überlegt, welche Inhalte in das Gemeinschaftsfeld übertragen werden. Dieses Feld wird schliesslich der Klasse oder einer anderen Gruppe präsentiert.
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Zusammenfassung
Das Zusammenfassen eines Textes stellt eine Schlüsselqualifikation dar. Beim Üben dieser komplexen Fähigkeit empfiehlt es sich, schrittweise vorzugehen. Beim Hervorheben werden Schlüsselwörter oder Kernaussagen angestrichen. Wichtig ist, dass erst bei einem zweiten Lesedurchgang unterstrichen wird, wenn bereits ein Überblick über den Gesamttext vorhanden ist. Zudem dürfen nicht zu viele Stellen markiert werden, da sonst der Effekt des Hervorhebens verloren geht. Der nächste Schritt dient der Gliederung und dem Generieren eines „roten Fadens“. Dazu schreibt man neben den einzelnen Abschnitten Zwischenüberschriften, die zum Inhalt passen. Schliesslich folgt der Schritt des Verdichtens, bei dem jeder Abschnitt in eigenen Worten in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst wird.
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Wort-Kartei-System
Der Lernstoff oder Wortschatz wird auf Karteikarten übertragen (zum Beispiel: auf der Vorderseite ein Bild und auf der Hinterseite die entsprechende Erklärung oder vorne eine Aufgabe und hinten die Lösung oder vorne das Wort auf Deutsch und hinten auf Englisch…). Die Wort-Kartei-Maschine kann also für die Prüfungsvorbereitung in verschiedenen Fächern (Fremdsprachen, Mensch und Umwelt, Mathematik, Deutsch) dienen. Nebst den Lernkarten benötigt es auch einen Karteikasten mit fünf Fächern. Die neuen Karten werden ins erste Fach gelegt und dann mit einem Eigendiktat oder durch Abfragen geübt. Anschliessend wird sortiert. Die beherrschten Karten kommen ins zweite Fach und die anderen bleiben im ersten. Die Letzteren werden in weiteren Durchgängen geübt. Sind alle Karten im zweiten Fach werden sie wiederholt. Bei Wissen kommen sie ins dritte Fach, bei Nicht-Wissen wandern sie ins erste Fach zurück. So wird weiter verfahren bis alle Karten im fünften und letzten Fach angelangt sind. Beim Lernen mit Karteikarten ist zudem folgendes zu beachten: Der Lernende soll das Kärtchen erst umdrehen, wenn er die Lösung laut ausgesprochen hat und es sollen unbedingt Eselsbrücken genutzt werden. Die Kärtchen sollen immer wieder durchmischt werden, um Reihenfolgeeffekte zu vermeiden. Schliesslich sollen die Karteikarten in beide Richtungen gelernt werden.
Video folgt
Spickzettel
Bei der Lernstrategie des Spickzettels werden Lerninhalte in Kurzform mit wesentlichen Begriffen notiert. Oft wird der Lernstoff bereits durch das Aufschreiben in eigenen Worten im Gedächtnis besser verankert. Liest der Lernende den Zettel zusätzlich mehrmals durch, wird das Wissen noch tiefer gespeichert.
Zum Video: Spickzettel
Reziprokes Lernen
Beim Reziproken Lernen werden Texte in Kleingruppen gelesen und verschiedene Lesestrategien angewendet, die ein vertieftes Verständnis ermöglichen. Hierfür wird der Text in Abschnitt eingeteilt. Diese Abschnitte werden nacheinander so bearbeitet, dass alle Lernenden den Abschnitt für sich lesen, ein(e) erste(r) Schüler(in) (A) übernimmt die Rolle der Lehrperson und stellt Fragen zum gelesenen Abschnitt, alle Gruppenmitglieder versuchen die Fragen zu beantworten, ein(e) zweite(r) Schüler(in) (B) fasst nun den Inhalt des Abschnitts zusammen und die Mitglieder der Gruppe dürfen ergänzen oder korrigieren. Nun fragt ein(e) dritte(r) Schüler(in) (C) nach Unklarheiten, eigenen relevanten Erfahrungen, Zusammenhängen und Beispielen. Die restlichen Schüler/innen beantworten die Fragen. Schliesslich übernimmt der/die letzte Schüler(in) (D) die Rolle der Lehrperson und äussert Vorhersagen über den weiteren Verlauf des Textes. Auch hier dürfen die anderen Mitglieder der Gruppe mit eigenen Vermutungen ergänzen. Bei den nächsten Abschnitten wird dieses Verfahren wiederholt, wobei die Rollen immer wieder gewechselt werden. Diese Form der Lerninteraktion fördert das selbst regulierte Lernen.
Zum Video: Reziprokes Lernen
Abschirmung
Die Abschirmung gegenüber irrelevanten Reizen spielt für die Konzentrationsfähigkeit beim Lernen eine zentrale Rolle. Manchen Schülerinnen und Schülern gelingt das ohne weiteres und andere benötigen Hilfen, wie zum Beispiel ein Lärm- oder Sichtschutz, ein aufgeräumter Arbeitstisch oder die Nähe der Lehrperson.
Zum Video: Abschirmung
Selbstmotivierungstechnik
Für die Motivation ist es von hoher Bedeutung, dass der Zielzustand von den Lernenden als positiv und somit erstrebenswert bewertet wird. Diese Strategie beinhaltet das Mitbestimmen von Lerninhalten, das Setzen von individuellen und realistischen Zielen sowie die Selbstkontrolle und Selbstbewertung. Nebst dieser Selbstbestimmung soll auch das Kompetenzerleben, die soziale Einbindung (kooperative Lernformen) und die persönliche Bedeutsamkeit des Lerngegenstandes gefördert werden. Mit Projektunterricht kann die Selbstmotivierung sehr gut trainiert und gefördert werden.
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Handlungsplanung
Bei den Selbstkontrollstrategien sind die metakognitiven Fähigkeiten des Planens, Überwachens und Bewertens zentral. Zur Planung gehören das Festlegen eines konkreten Ziels, sowie das Festlegen von Handlungsschritten für das Erreichen des Ziels. Dadurch werden die Aufgabenanforderungen antizipiert und dementsprechend wird ein Handlungsplan entworfen. Entsprechende Handlungspläne können von den Lernenden selbst erstellt werden. Unterstützend gibt es bestehende allgemeine Handlungspläne von Monika Brunsting (www.haupt.ch/ef) oder der Aufgabenhelfer von Wehrfritz (www.wehrfritz.de) die genutzt werden können.
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