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km. Anfang Juli veröffentlichte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK eine Umfrage bei 3300 weltweit vertretenen Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs).1 Der 16 Seiten umfassende Bericht hat den Titel «AHK World Business Outlook. Sonderumfrage zu den Covid-19-Auswirkungen» und soll den Meinungsstand der befragten Unternehmen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie im Sommer 2020 erfassen. Bei den Befragten handelt es sich um Niederlassungen und Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen sowie Unternehmen mit engem Deutschlandbezug. 48 % der antwortenden Unternehmen stammen aus dem Bereich Industrie und Baugewerbe, 34 % aus dem Dienstleistungs- und Gesundheitssektor und weitere 18 % sind Handels- und Logistikunternehmen. Kleinere Unternehmen mit weltweit weniger als 100 Mitarbeitern machen fast 50 % der Antwortenden aus. 24 % der Unternehmen beschäftigen 100 bis 1000 Mitarbeiter. Grosse Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern haben einen Anteil von 26 % der Befragten.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie als sehr gross betrachtet werden. Das Ausmass der Krise wird als «gewaltig» empfunden: «59 % sehen eine geringere Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen. 83 % der Unternehmen erwarten Umsatzeinbrüche, 15 % sogar mindestens eine Halbierung ihres Umsatzes.» Die Krise verändere auch die Geschäftspolitik: «56 % wollen weniger investieren, 43 % bauen Personal ab. 38 % der Unternehmen suchen nach neuen Lieferanten.» Die Befragten gehen davon aus, dass die Krise nicht schnell überwunden werden kann: «93 % gehen von einer konjunkturellen Erholung erst im Jahr 2021 oder sogar darüber hinaus aus.»
Produktionsausfälle und Lieferschwierigkeiten sind in fast allen Weltregionen zu verzeichnen. Von den 38 % der deutschen Unternehmen im Ausland, die vermehrt nach neuen Lieferanten suchen, tun dies mehr als 60 % vor allem bei lokalen Zulieferern im jeweiligen Land. 37 % der genannten 38 % suchen nach neuen Lieferanten in der Europäischen Union und 31 % im Mutterland Deutschland.2
Dies, so die Studie, «betrifft vor allem kleinere Unternehmen, die im Vergleich zu Grossbetrieben noch verstärkter nach neuen Lieferanten suchen und sich dann auch vermehrt in Richtung Europa orientieren». Welche Folgen sind zu erwarten? «Ein Ergebnis der Corona-Krise könnte sein, dass Unternehmen bei der Suche nach Lieferanten vermehrt auf Ausfallrisiken schauen, um auch in Krisenzeiten beziehungsweise im Fall einer Pandemie ihre notwendigen Vorprodukte und Waren zu erhalten.» Vor allem für Unternehmen im Einzelhandel und im Baugewerbe sind neue Lieferanten notwendig – rund jedes zweite Unternehmen ist auf der Suche danach. Auch in der Industrie ist der Bedarf nach neuen Lieferanten gross: 40 % aller Industrieunternehmen planen Änderungen in der Lieferkette.
21 % der Unternehmen denken sogar an eine Rückverlagerung von zuvor ausgelagerten Aktivitäten in die Europäische Union, und ins Mutterland Deutschland planen fast 20 % der antwortenden Unternehmen zurückzukehren. •
1https://www.dihk.de/resource/blob/25672/1a0e7354855aa46f3fccceb34f9eff30/ahk-world-business-outlook-2020-corona-sonderbefragung-data.pdf
2 Die Prozentzahlen ergeben mehr als 100, weil Mehrfachnennungen möglich waren.
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