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Was Herr Zündel zu Veröffentlichungen von Texten hält
Schreiben? (Gar veröffentlichen?) Wenn man wenigstens die Gewissheit hätte,
ein repräsentativer Krüppel zu sein! Es geht nämlich nicht einfach um die
Schreibfähigkeit, sondern darum, ob man - feierlich ausgedrückt - des Schreibens
würdig sei. Würdig aber ist nur der in irgendeiner Weise Aussergewöhnliche (z.
B. der Krüppel), doch darf diese Aussergewöhnlichkeit nicht in beliebiger,
willkürlicher Apartheit bestehen, sondern sie muss als normale oder zwingende
oder stellvertretende Aussergewöhnlichkeit identifizierbar bleiben. (Der
Schreibende selbst weiss freilich nie so recht, ob er ein blosser Spinner ist
oder ein exemplarischer Mensch.) - Korrektur: Repräsentative
Aussergewöhnlichkeit ist natürlich etwas sehr Seltenes. Im Normalfall ist das
Repräsentative das Hundsgewöhnliche. Und als exemplarischer Mensch kann jener
gelten, der die durchschnittliche Nichtigkeit aufweist. Würde ein solcher Mensch
seine durchschnittliche Nichtigkeit schreibend zu Markte tragen, so entstünde...
ach was!
Eins bleibt sicher: Wer nicht bereit ist, stumm und spurlos durchs Leben zu
huschen, ist ein geltungssüchtiger Schmutzfink. Ende.
P. S. Auf die raffinierteste Weise wichtig macht sich der Schweigende.
Aus Markus Werners "Zündels Abgang"