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Medaille o. J. auf die freundeidgenössische Hilfe für Zug nach der Vorstadtkatastrophe vom 5. Juli 1887
Auf der Vorderseite sind über einer breiten, durchgehenden Bodenleiste zwei Frauengestalten abgebildet. Auf der linken Seite ist die mit Mauerkrone bekrönte, kniende Gestalt der Stadt Zug, die ihre Hände der rechtsstehenden, durch ein Schweizerkreuz auf der Brust als Helvetia gekennzeichneten Gestalt, bittend entgegenstreckt. Letztere trägt in ihrer linken Hand einen Anker und scheint mit ihrer rechten Hand der Stadt Zug eine Liebesgabe überreicht zu haben. Im Hintergrund ist die Ansicht der Stadt Zug mit der Katastrophenbucht und versunkenen Häusern zu sehen. Unten in der Leiste befinden sich die Inschriften «ZUG» mit Verzierungen und «HELVETIA». Dazwischen befinden sich das Wappen und Schild der Schweizerischen Eidgenossenschaft, auf welchem im Kreuz das Zuger Wappen liegt. im Abschnitt ist die Künstlersignatur «JÆCKLE-SCHNEIDER» abgebildet.
Auf der Rückseite ist der Alpenrosenkranz dargestellt welcher die ganze Medaille am Rand umfasst.
Bei der Vorstadtkatastrophe brach das Ufer des Zugersees in der Stadt Zug ein. Dabei versank eine grosse Anzahl an Häuser im See, elf Personen kamen ums Leben und diverse Personen wurden obdachlos. Die Vorstadtkatastrophe geht auf eine Fehlplanung und Nichtbeachtung von Fachpersonen zurück. Bereits bei den Bauarbeiten am Quai im Frühjahr 1884 wurden Terrainsenkungen und Risse in den Mauern festgestellt. Daraufhin gab der Zuger Stadtrat, bei Albert Heim (12.04.1849–31.08.1937. Geologieprofessor an der ETH und an der Universität Zürich) und Robert Moser (04.04.1838–20.01.1918. Oberingenieur der Nordostbahn) ein Gutachten in Auftrag. Das Gutachten äusserte sich kritisch zum Quaibau-Projekt und riet zur Aufschüttung eines Vordammes und warnte vor Rutschungen und Senkungen des Seeufers bei weiterer Belastung des Untergrunds. Der Zuger Stadtrat reagierte nicht auf das Gutachten und die Bauarbeiten gingen weiter. Noch während den Bauarbeiten kam es zur Vorstadtkatastrophe. Erst 1890 wurde die Kantonsstrasse Richtung Cham wiedereröffnet, 1891 erfolgte dann der Abschluss der Gestaltung der Seepromenade.
Heute erinnern am Rigiplatz vier Kunstwerke an die Vorstadtkatastrophe von 1887: Skulptur «Mémoire d’une strate 1887–1996» von Carmen Perrin (geb. 09.01.1953) im Nordbereich des Rigiplatzes; Skulptur «L’ombra sul passato» von Flavio Paolucci (geb. 20.06.1934) im Osten des Rigiplatzes; Plastik «Hören Ost Süd West Nord» von Anton Egloff (geb. 11.07.1933) im Südbereich des Rigiplatzes; Kunstwerk, mit in einen Randstein am Alpenquai eingravierten Worte «In Gedanken versunken» von Andrea Wolfensberger (geb. 09.05.1961) im Westen etwas ausserhalb des Rigiplatzes.