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Beuys (2017)
Beuys (2017)
Oder: Politischer Filz
Inmitten einer Gruppe gespannter Menschen steht er. Joseph Beuys (1921-1986), der Mann mit dem Gesicht eines weinenden Clowns, dem herzlichen Lachen eines Totenkopfs und dem charakteristischen Hut - der ihn schützt, wie er sagt. Im Zweiten Weltkrieg diente Beuys der Wehrmacht als Jagdflieger, stürzte ab und habe seither gemäss seiner eigenen Beobachtung «einen Dachschaden».
Nun zeigt er sich als Künstler, Kunsttheoretiker, Utopist. Er hebt ein silbernes Tablett, kippt die daraufgelegte Gelatine über seinen Kopf. Dann nimmt er einen Speer und verharrt über eine Stunde lang stehend ins Leere starrend. Schliesslich lässt er sich von jemandem mit einer Giesskanne bewässern. Die Menschen applaudieren, Beuys grinst, die Frage bleibt: Was um Himmels Willen macht dieser Mann da eigentlich?
Film-Rating
Was bewog Joseph Beuys zu seinen Kunstaktionen und was waren seine damit verbundenen Hoffnungen? Die Beantwortung dieser Fragen gelingt der Kunstdokumentation Beuys teilweise. Sie dreht sich vor allem um die sozialen Ideen seiner Kunsttheorie, an ihrer Auslegung beisst sie sich aber die Zähne aus - so weit sie das denn versucht. Zweifelsohne will der Film für Beuys begeistern und seine Ideen aktualisieren. Auf diesem Weg führt er uns der Persönlichkeit Beuys zwar nahe, dem Künstler Beuys aber (noch) nicht nahe genug.
OutNow.CH:
08.06.2017 / arx
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