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USA: Raketentest wegen Nordkorea-Krise verschoben
- Sonntag, 7. April 2013, 4:12 Uhr, aktualisiert um 6:53 Uhr
Angesichts der Spannungen mit Nordkorea haben die USA einen in Kalifornien geplanten Raketentest verschoben. Der eigentlich für kommende Woche angesetzte Start einer Interkontinentalrakete werde auf kommenden Monat verlegt, hiess es in Washington.
Es solle verhindert werden, dass der Test in der angespannten Lage von Nordkorea «missverstanden» werde, sagte der Ministeriumsvertreter. Die Verschiebung sei von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel angeordnet worden.
Eigentlich habe die ballistische Interkontinentalrakete vom Typ «Minuteman 3» in der kommenden Woche auf dem Vandenberg-Luftwaffenstützpunkt im US-Bundesstaat Kalifornien getestet werden sollen. Das werde auf den nächsten Monat verschoben.
Grund für die Entscheidung Hagels seien Befürchtungen, dass der Test «als Zeichen missverstanden werden könnte, dass wir die gegenwärtige Krise mit Nordkorea verschärfen wollen», sagte der Vertreter des Verteidigungsministeriums. «Wir wollen Fehlinterpretationen oder Manipulationen verhindern.»
Raketenstart Nordkoreas nicht ausgeschlossen
Washington schliesst dagegen einen erneuten Raketenstart der Nordkoreaner nicht aus. «Wir wären nicht überrascht, wenn wir eine solche Aktion sehen würden», sagte Regierungssprecher Jay Carney. Ein solcher Schritt würde zur kriegerischen Rhetorik des Regimes passen.
Nordkoreas Militär hatte nach südkoreanischen Angaben eine zweite Mittelstreckenrakete an die Ostküste des Landes verlegt. Die Raketen haben eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern und könnten Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Insel Guam im Pazifik treffen.
Chinas Druck auf Nordkorea
Nach westlichen Staaten hat auch China die nordkoreanische Führung aufgefordert, die Sicherheit seiner Diplomaten voll zu gewährleisten. Die Führung in Pjöngjang müsse die Unversehrtheit der chinesischen Diplomaten, Bürger und Investitionen garantieren, so das Aussenministerium in Peking.
USA erwägen Einsatz von Aufklärungsdrohne
Nach japanischen Berichten erwägt das US-Militär angesichts der angespannten Lage die Stationierung einer Aufklärungsdrohne in der Krisenregion. Der unbemannte Flugkörper vom Typ «Global Hawk», der in grosser Höhe operieren kann, solle auf einem US-Stützpunkt in Japan stationiert werden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.
Schon vor rund drei Wochen ordnete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine Steigerung der Produktion von Artilleriegeschützen und Granaten an. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap geht dies aus einer am Samstag vom nordkoreanischen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation hervor, die den Diktator Mitte März bei einem Treffen mit Arbeitern der Rüstungsindustrie zeige.
«Schneller und überraschender Schlag»
«Wenn erst der Krieg ausbricht, müssen wir die Schlüsselpositionen des feindlichen Militärs und die Regierungseinrichtungen mit einem schnellen und überraschenden Schlag zerstören», sagte Kim demnach.
Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als extrem gespannt. Pjöngjang hatte als Reaktion auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch amerikanische Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt und den «Kriegszustand» im Verhältnis zu Südkorea ausgerufen. Seit den 1950er Jahren befinden sich die Nachbarn formell weiter im Krieg.
Diplomaten bleiben in Nordkorea
Trotz der Warnungen Nordkoreas vor möglichen Gefahren für ausländische Botschaften bleiben die Diplomaten und ihre Mitarbeiter vorerst in Pjöngjang.
Bislang habe kein Land Botschaftspersonal aus dem kommunistischen Land abgezogen, berichtete Yonhap am Samstag. Auch Deutschland belässt seine Diplomaten zunächst in Nordkorea.
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