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Überblick
- Was sind Coronaviren?
- Woher kommt das Virus?
- In welchen Ländern breitet sich das Virus aus?
- Wie wird das Virus übertragen?
- Wie kann man das Virus nachweisen?
- Welche Symptome zeigen sich?
- Kann man am 2019-nCoV sterben?
- Kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
- Wie wird eine Infektion behandelt?
- Wie lässt sich das Virus eindämmen?
- Müssen wir uns in der Schweiz Sorgen machen?
- Sind Asienreisen zum jetzigen Zeitpunkt sicher?
- Zahlt die Versicherung, wenn ich meine Reise annullieren möchte?
- Video: Woher kommen die Killerviren?
Was sind Coronaviren?
Beim Coronavirus handelt es sich nicht um ein spezifisches Virus, sondern um eine ganze Virenfamilie, deren Oberflächenstruktur einem Kranz gleicht (lat. Corona = Kranz). In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf harmlos, so sind Coronaviren auch für viele Erkältungen verantwortlich. Selten lösen die Viren auch schwerwiegende Erkrankungen aus und können sogar zum Tod führen. Aufsehen erregt hat zum Beispiel die hochansteckende Atemwegserkrankung Sars (Severe Acute Respiratory Syndrom), die im Jahr 2002 in China entdeckt wurde und sich weltweit ausbreitete. Bei der Pandemie erkrankten 8000 Personen, circa 10 Prozent starben. Das neue Virus ähnelt Sars, ist laut Experten aber weniger gefährlich. Zu Beginn trug es den Namen 2019-nCov, mittlerweile wird es aber Covid-19 oder Wuhan-Virus genannt.
Woher kommt das Virus?
Sicher geklärt ist der Ursprung des neuartigen Virus noch nicht. Man geht davon aus, dass es sich von einem Tiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebreitet hat. Das Virus könnte von Wildtieren wie Fledermäusen oder Schlangen stammen, die in Wuhan verkauft wurden. Nachdem im Dezember erste Patienten erkrankt waren, liess China den Markt am 1. Januar 2020 schliessen. Der Handel und Transport von Wildtieren ist inzwischen verboten, Zuchtfarmen befinden sich unter Quarantäne. Es wurde angeordnet, dass alle Restaurants, Supermärkte und Online-Plattformen den Verkauf von Wildtieren einstellen.
In welchen Ländern breitet sich das Virus aus?
Schon innert der ersten paar Tage nach Ausbruch steckten sich mehrere hundert Menschen an. Zuerst in China, dann auch in weiteren asiatischen Ländern wie Vietnam, Japan und Thailand. Schliesslich breiteten sich die Viren auch über die Grenzen des Kontinents hinweg nach Europa und in die USA aus. Vermutlich wurden sie von Reisenden eingeschleppt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet die betroffenen Länder regelmässig hier auf, die amerikanische John Hopkins Universität führt regelmässig eine Karte nach. In der Schweiz gab es bisher erst Verdachtsfälle, die sich aber nicht erhärteten. Meist waren die Betroffenen nur an der Grippe erkrankt. In Deutschland wurden hingegen schon mehrere Corona-Fälle bestätigt.
Wie wird das Virus übertragen?
Man geht davon aus, dass das Virus zuerst von Tieren auf Menschen übertragen wurde, sich aber mittlerweile auch von Mensch zu Mensch verbreitet. Durchschnittlich steckt jede infizierte Person zwei bis drei weitere Menschen an. Wie die Übertragung genau abläuft und wie schnell es zu einer Ansteckung kommt, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Normalerweise verbreiten sich Coronaviren mittels Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Husten. Da 2019-nCoV vor allem in den unteren Atemwegen Beschwerden auslöst, hoffen Forscher auf ein geringeres Ansteckungspotenzial: Von Lunge zu Lunge verbreiten sich Erreger nicht so gut wie etwa von Nase zu Nase.
Über die Inkubationszeit lässt sich noch wenig sagen. Bei den bisherigen Infizierten betrug sie zwischen einem Tag und 14 Tagen. Es wird vermutet, dass auch Personen ansteckend sind, die noch keine Symptome zeigen.
Wie kann man das Virus nachweisen?
Verschiedene Labore haben die Erbgutsequenz des Virus bereits entschlüsselt und einen Test entwickelt, mit dem sich 2019-nCoV nachweisen lässt. So zum Beispiel das Institut für Virologie der Berliner Charité unter Christian Drosten, der schon an der Entwicklung eines Tests bei der Sars-Pandemie beteiligt war. Die Labore unterstützen sich gegenseitig bei der Durchführung des Tests.
In der Schweiz kann das Virus im Nationalen Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf nachgewiesen werden. Kommt eine Person mit Verdacht auf 2019-nCoV ins Spital, werden die Viren nach Genf gesendet und dort getestet.
Welche Symptome zeigen sich?
Die meisten Coronaviren machen sich in den oberen Atemwegen bemerkbar. So zum Beispiel bei einer Erkältung, die mit Müdigkeit, Schnupfen, Halsschmerzen und Husten einhergeht. Beim neuen Virus sind die oberen Atemwege allerdings kaum oder gar nicht betroffen, die unteren Atemwege dafür umso schwerer. Infizierte klagen über Kurzatmigkeit, Husten oder sogar schwere Atemnot. Zudem kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und hohem Fieber kommen, in schweren Fällen sogar zu einer Lungenentzündung oder Nierenversagen. Da die Krankheitsanzeichen sehr vielfältig und auch untypisch sein können, wird eine Infektion manchmal lange übersehen.
Kann man an 2019-nCoV sterben?
Das Virus ist vor allem für bereits kranke und ältere Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, gefährlich. Panik ist laut Virologen trotzdem nicht nötig: Eine aggressive Grippe könne einen genauso grossen Schaden anrichten wie das neue Virus. Nach jetzigem Stand der Forschung war die Sars-Pandemie damals sowohl ansteckender als auch gefährlicher.
Kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Seit 2019-nCoV im Umlauf ist, sind Mundschutzmasken stark gefragt. In Asien sieht man solche oft – Frauen und Männer tragen sie, um sich vor Smog zu schützen oder bei einer Erkältung niemanden anzustecken. In Wuhan ist das Tragen einer Maske nun sogar obligatorisch, mehrere Städte haben wegen des hohen Ansturms Engpässe gemeldet. Auch in der Schweiz werden die Masken knapp – obwohl das Tragen hierzulande nicht empfohlen wird. Zudem ist die Schutzfunktion umstritten: Hilfreich ist ein Mundschutz nur, wenn er möglichst eng anliegt und regelmässig ausgetauscht wird. Wer eine Atemmaske trägt, sollte sie auch nicht mit den Fingern berühren. Laut Experten sind andere Vorkehrungen wie regelmässiges Händewaschen und Abstand zu anderen Menschen – vor allem beim Husten und Niesen – genauso wichtig.
Wie wird eine Infektion behandelt?
Ein spezifisches Medikament gibt es bisher nicht und auch die Entwicklung eines Impfstoffes würde laut der globalen Impfallianz mindestens ein Jahr dauern. Deshalb setzt man auf bereits verfügbare Medikamente, um die Infektion zu behandeln und Symptome abzuschwächen. Bei einem schweren Verlauf können Patienten zusätzlich auf Infusionen, eine Beatmung oder Antibiotika angewiesen sein.
Wie lässt sich das Virus eindämmen?
China stellt im Moment ganze Städte unter Quarantäne. Die Verbindungen zur Aussenwelt und der öffentliche Verkehr sind stark eingeschränkt. Eine wichtige Voraussetzung für die Eindämmung des Virus ist ein gut zugängliches Testverfahren: Infizierte müssen so schnell wie möglich erkannt, isoliert und behandelt werden.
Muss ich mir in der Schweiz Sorgen machen?
Das Risiko einer Einschleppung in die Schweiz ist laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) moderat bis hoch. Dennoch werden bei der Einreise noch keine speziellen Kontrollen durchgeführt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereitet sich auf eine mögliche Ausbreitung vor. Dank effizienter Tests und einer guten medizinischen Versorgung müsste es möglich sein, das Virus schnell und effizient einzudämmen.
Sind Asienreisen zum jetzigen Zeitpunkt sicher?
Grundsätzlich ja. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät zurzeit nur von Reisen nach Wuhan ab, da die Region unter Quarantäne steht und der Verkehr stark eingeschränkt ist. Bei Reisen nach China empfiehlt das Amt gute Hygienemassnahmen , Tiermärkte zu meiden sowie auf rohe Eier und rohes Fleisch zu verzichten. Zudem sollten sich Reisende wenn möglich von Menschen fernhalten, die an Atemwegsbeschwerden leiden. «Rückreisende aus China, die mit Atembeschwerden oder Krankheitssymptomen zurückkehren, sollten – nach vorgängiger telefonischer Kontaktaufnahme – eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und dabei auf die Chinareise hinweisen», heisst es auf der Website des BAG.
An einigen Flughäfen gibt es Screening-Massnahmen für Reisende. So in zum Beispiel in asiatischen Ländern wie Singapur, Thailand, Taiwan und Hongkong, aber auch an amerikanischen Flughäfen, in Rom oder London.
Zahlt die Versicherung, wenn ich meine Reise annullieren möchte?
Die Schweizer Airline Swiss hat schnell auf das Coronavirus reagiert: Sie bietet Passagieren für Reisen von oder nach China die Möglichkeit, kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren. Wer mit einer anderen Fluggesellschaft nach China fliegt, informiert sich am besten bei dieser über ähnliche Angebote oder Möglichkeiten.
«Wenn das Reisebüro eine Pauschalreise in betroffene Regionen annulliert, erhalten Kunden das Geld zurück», sagt Beobachter-Expertin Nicole Müller. Falls die Reise durchgeführt wird und der Kunde absagt, kommt eine allfällige Reiseversicherung ins Spiel. Sie übernimmt die Annullierungskosten , falls ein versicherter Fall gemäss den Allgemeinen Versicherungsbedingungen vorliegt. In der Regel braucht es eine Reisewarnung des Bundes, zum Beispiel des EDA oder des BAG.
Woher kommen die Killerviren?
Alle paar Jahre versetzt ein Killervirus die Menschen in Angst. Ärztin Claudia Twerenbold erklärt, woher diese Krankheiten kommen und was sie so gefährlich macht.
Quelle: Beobachter Bewegtbild
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