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Die Wissenschaftlerin und ihr Team hatten die beiden sogenannten «Seaglider» Anfang Juli während einer Expedition des Forschungsschiffes «Polarstern» in der Grönlandsee ausgesetzt. Die zwei Meter langen Gleiter tauchten anschliessend auf einem vorgegebenen Kurs immer wieder bis in eine Tiefe von 1000 Metern hinab und sammelten Daten über die Temperatur sowie den Sauerstoff- und Salzgehalt des Wassers in der Grönlandsee. Bei regelmässigen Zwischenstopps an der Wasseroberfläche funkten sie die neuen Informationen dann via Satellit an das AWI in Bremerhaven, sodass die Wissenschaftler sofort auf die Daten zugreifen konnten. Auf dem gleichen Weg schickte Katrin Lauratius den Geräten neue Kursdaten – zum Beispiel, wenn die Gleiter dem Meereis-Feldern vor Grönland zu nahe gekommen waren.
Mithilfe der gesammelten Informationen möchte Katrin Latarius nun herausfinden, ob die Zunahme des Süsswassergehaltes im Oberflächenwasser des Nordatlantiks auch das Tiefenwasser im Europäischen Nordmeer beeinflusst. Der Hintergrund dieser Fragestellungen sind klimabedingte Veränderungen in der Arktis: Die Meereis-Schmelze und zunehmende Niederschläge haben dazu geführt, dass seit den 1990er Jahren der Süsswassergehalt in den oberflächennahen Wasserschichten des Arktischen Ozeanes deutlich angestiegen ist. Von dort breitet sich das salzarme Wasser nun in Richtung Nordatlantik aus. Eine Entwicklung mit Folgen: Süsswasser stabilisiert die Wassersäule und erschwert auf diese Weise das Absinken abgekühlten Wassers in die Tiefsee. Aus diesem Grund, so die Annahme der AWI-Wissenschaftler, könnten grosse Mengen Süsswasser die Tiefenwasserbildung im Europäischen Nordmeer abschwächen. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Forscher in den kommenden Wochen.
Quelle: AWI, Bremerhaven
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