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Sigmund Freud glaubte, dass die meisten Frauen nicht so an Sex interessiert seien. Wirklich?!
Lange Zeit lag die Forschung über die menschliche Sexualität in den Händen von männlichen Experten. Sie bestimmten, was die Norm für Männer und Frauen war. So war der österreichische Psychiater Sigmund Freud der Überzeugung, dass „normale“ Frauen eine schwächere Libido als Männer hätten und darum nicht gross an Sex interessiert seien. Freud, der Theorien über die menschliche Sexualität massgeblich prägte, die sich zum Teil bis heute halten, ging übrigens gemäss eigenen Angaben als 30-Jähriger jungfräulich in die Ehe.
Seine Meinung, Frauen seien mehr oder weniger lustlose Wesen, setzte sich leider grossflächig durch. Noch bis Ende der konservativen 1950er Jahre wurde die Libido der Frauen unterschätzt. Frauen galten als das keusche Geschlecht und liessen Sex nur ihrem Mann zuliebe über sich ergehen, so die damalige Ansicht. Eine gute, anständige Frau war eine, die möglichst wenig Sexualpartner hatte; am besten nur einen einzigen (und somit keine Vergleichsmöglichkeiten). Frauen, die sich nicht daranhielten, wurden schnell als „krank“ oder nymphomanisch erklärt. Noch lange, zum Teil bis heute, galten für beide Geschlechter unterschiedliche Massstäbe: Ein Mann, der mit vielen Frauen Sex hatte, wurde von anderen Männern als Frauenheld bewundert und von Frauen als attraktiv empfunden. Eine Frau mit vielen Sexualkontakten wurde hingegen von beiden Geschlechtern als Schlampe betrachtet.
Ach, Sigmund, was hast du uns bloss eingebrockt?!
NF