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Heiliggrabtruhe (Leihgabe Katholische Kirchgemeinde Baar)
Die Holztruhe wird von zwei länglichen Brettern bedeckt, die ein Satteldach bilden. Die Aussenseiten sind in einem laubgrünen Grundton gefasst. Die figürlichen Darstellungen sind schwarz und nach unten weiss gerahmt. Das vordere Brett dient als Deckel und lässt sich mittels Scharniere aufklappen. Auf ihm ist der auferstandene Christus mit Siegesfahne zwischen zwei Engeln dargestellt, die das Weihrauchfass (nur Kette erhalten, Rauchfass wurde ausgekratzt) schwingen. Nischen mit perspektivisch versetztem Masswerk in roter und blauer Farbe und auf den Schmalseiten in grüner Farbe gliedern die Wandfelder und täuschen wohl eine Grabkammer vor. Auf der Vorderseite liegen zwei schlafende Grabwächter, auf den Schmalseiten sitzt je einer, der linke wach und nachdenklich, der rechte schlafend. Sein Kopf stützt sich auf ein Schild mit einem grimmigen Waldmann-Gesicht. Die Rückseite ist ohne figürliche Darstellungen. Die Innenseite ist grau strukturiert, womit das Felsgrab Christi angedeutet werden soll. Auf der Rückseite des Deckels sind drei Frauen mit ihren Salbgefässen abgebildet, die am Ostermorgen das leere Grab und die beiden Engel, die das Grabtuch halten, vorfinden (nur in geöffnetem Zustand sichtbar).
Die Heiliggrabtruhe wurde von Karfreitag bis Ostersonntag in der Kirche St. Martin in Baar aufgestellt und fand in der Liturgie (Formen und Ordnung gottesdienstlicher Handlungen) Verwendung. Die Heiliggrabtruhe aus Baar gehört zu den wenigen gemalten Darstellungen des Heiligen Grabes, die in dieser Art einzig im deutschen Sprachraum bekannt sind.
Die Heiliggrabtruhe ist als Leihgabe der Katholischen Kirchgemeinde Baar im Museum Burg Zug (1. Obergeschoss, Ostraum Mittelalter) ausgestellt.