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Die Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona gegen Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter und Ex-Uefa-Präsident Michel Platini hat am zweiten Verhandlungstag mit der Befragung von Blatter begonnen. Der Ex-Fifa-Präsident wies alle Anschuldigungen von sich.
In der Einvernahme wies Blatter die in der Anklageschrift enthalten Vorwürfe entschieden zurück, insbesondere den Vorwurf, dass Platini rechtswidrig im Jahr 2011 zwei Millionen Franken plus Sozialabgaben überwiesen worden seien. Dieses Geld sei geschuldet gewesen. Er verstehe nicht, warum es ein Strafverfahren für einen administrativen Vorgang in einem Verein wie der FIFA gebe.
Blatter rekonstruierte die Zusammenarbeit mit Michel Platini, die 1998 nach seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten begonnen hätte. «Platini sagte mir, er sei als Berater eine Million Franken pro Jahr Wert, und ich sagte Ja», erläuterte Blatter. Dies sei so mündlich in einem Gentleman-Agreement festgehalten worden.
1999 sei in einem schriftlichen Vertrag die Summe von 300’000 Franken festgehalten worden, weil sich die Fifa in einer schlechten finanziellen Lage befunden habe. «2002 waren wir praktisch pleite», so Blatter.
Warum die Nachforderungen von Platini für seine Beraterdienste zwischen 1998 und 2002 erst 2011 gekommen seien, könne er nicht sagen. Er bestritt, dass die in seinem Schreibtisch gefundene Rechnung von Platini ein «Faustpfand» sein sollte, um diesen als Fifa-Präsidenten zu verhindern.
Keine Antwort auf Fifa-Fragen
Auf eine Nachfrage der Fifa-Verteidigerin antwortet Blatter nicht: «Fifa-Präsident Gianni Infantino antwortet mir sei 2016 nicht, daher antworte ich auch nicht auf Fragen der Fifa.» Die Fifa hatte wissen wollen, warum die Überweisung der 2 Millionen Franken nicht in den Unterlagen und Protokollen vermerkt sei, obwohl Blatter behauptete, die Zahlung sei von allen Gremien der FIFA abgesegnet worden.
Blatter kritisierte auch, dass man ihn nach der Aktion der Bundesanwaltschaft von 2015 schon medial vorverurteilt habe, obwohl der nur seinen Pflichten nachgekommen sei: «Ich bin schon bestraft – und das seit sieben Jahren.» Die ganze Familie habe darunter gelitten – selbst seine Enkelin habe Mobbing erleiden müssen. Er sei froh, dass nun die Geschehnisse von damals vom Gericht beurteilt würden.
Blatter erklärte zu seiner persönlichen Situation, dass er in Visp eine Wohnung habe, aber sein soziales Leben sich in Zürich abspiele. Er lebe von der AHV und seinen Ersparnissen, die er nicht näher bezifferte. Seinen monatlichen Finanzbedarf gab er mit rund 25’000 Franken an.