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DAS GESCHLECHT / DIE FAMILIE HUGELSHOFER
Die Herren "de Hugolteshoven" lebten vom späten 12. bis Ende des 14. Jahrhunderts. Sie gehörten dem einfachen Adel an und standen als Ministeriale in enger Verbindung mit dem Hochstift Konstanz. Ein knappes Jahrhundert lang amteten sie als bischöfliche Truchsessen und trugen auch die Ritterwürde.
Urkunden, in denen die hochstiftsministeriale "de Hugolteshoven" namentlich aufgeführt wurden, sei es als Zeugen oder Vertragspartner, sind die einzigen überlieferten Nachweise dieses mittelalterlichen Geschlechts.
Die Familie von Hugelshofen
Der erste Beleg eines Konstanzer Ministerialen „von Hugelshofen“ beginnt im Jahr 1176 mit Albertus de Hugolteshoven, Domherr zu Konstanz. Anfangs traten sie meistens als Zeugen auf. Jedoch im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts häufen sich die Hinweise auf den wirtschaftlichen Niedergang. Es fällt auf, dass sie in grossem Umfang Lehen und Eigengut veräusserten. Bei Beginn der Besitzverkäufe verloren sie den Truchsessen-Titel (letztmals erwähnt 1271) und später auch die Ritter-Würde (letztmals erwähnt 1296). Alles deutet auf einen kontinuierlichen sozialen Bedeutungsverlust der Familie von Hugelshofen hin.
Vielleicht lassen sich die finanziellen Nöte der Hugelshofer auf ihre wirtschaftliche Basis zurück führen. Im Vergleich mit dem übrigen seenahen Thurgau stellt der Nordabhang des Ottenberges keine günstige Grundlage für eine rentable Landwirtschaft dar. Südlich von Hugelshofen, wo die Masse ihrer Besitztümer lag, steigt das Gelände innerhalb eines Kilometers von 500 auf 600 Höhenmeter an.
Wahrscheinlich versuchte Berthold von Hugelshofen deshalb die Güter am Ottenberg zu verkaufen und sich nach Kastell zu orientieren. Zu jener Zeit tendierten die Herren von Kastell zunehmend zur Reichs- und zur St. Galler Ministerialität und die Beziehungen zu Konstanz erlahmten. Es wird vermutet, dass dies der Grund sein könnte, dass Berthold von Hugelshofen an die Burg Kastell gelangte. Der einzige Besitznachweis ist jedoch die Erwähnung in der Verkaufsurkunde von 12.1.1296.
Zwischen 1216 und 1295 wurden die "de Hugolteshoven" auch Ritter bzw. "miles" genannt. Der Erwerb der Ritterwürde war für den Hochministerialen mit Mühen und Aufwendungen verbunden und kein Automatismus. Manche Hochstiftsministerialen traten erst geraume Zeit nach ihrer ersten Erwähung auch als "miles" auf.
Die Burg Kastell wurde seit 1295 von Bischof Heinrich II. von Klingenberg genutzt und am 12.1.1296 kaufte er sie von Berthold von Hugelshofen zurück. Nach dem Verkauf der Burg scheinen auch die ministerialen Bindungen der Familie von Hugelshofen zum Hochstift Konstanz zu enden. Im späteren 14. Jahrhundert gibt es Indizien für den Abstieg eines Teiles der Familie in die oberbäuerliche Schicht 7.
1378 wird erstmals ein Heinrich Hugeltzhofer, Bürger von Konstanz, erwähnt.
Mit der Urkunde von 23.5.1414 ist letztmals ein „von Hugelshofen“ belegt und damit endet das Geschlecht der „von Hugelshofen“. Da sowohl im Jahre 1378 ein Heinrich Hugeltzhofer, Bürger von Konstanz, als auch hundert Jahre später ein Hans Hugelshofer (1472) mit dem gleichen Siegel wie die Truchsessen "de Hugolteshoven" eine Urkunde besiegelten, scheint bewiesen, dass die beiden Geschlechter identisch sind.
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