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Glarus den 15. Juni 1843.
Mein theurer Escher!
Damit du nicht am unrechten Tage meiner gedenkest, muß ich dir die kurze Anzeige machen, daß meine Hochzeit nicht, wie ich dir schrieb, den 20., sondern in Folge äußerer, zufälliger Umstände zwei Tage später, den 22. d. M. stattfinden wird. Ich fühle mich zu dieser Nachricht um so mehr verpflichtet, als ich aus einem indicium, das mir zugekommen ist, auf das Interesse, welches du an jenem Tage nimmst, schließen zu dürfen glaubte. Sinz hat mir nämlich von Neuchatel aus, durch die Kunde meiner so nahe bevorstehenden Vermählung veranlaßt, einen sehr freundschaftlichen, intressanten Brief geschrieben, u. ich wüßte kaum, woher er den Tag so genau hätte wissen können, wenn du ihm denselben nicht schriftlich angezeigt hättest.
Es würde mich übrigens sehr freuen, noch vor meiner Abreise einen Brief von dir zu erhalten; ich hoffe aber auch ganz bestimmt, daß dieses in den nächsten Tagen geschehen werde. Da ich etwa 4 Wochen auf der Hochzeitreise bleiben werde, so denke ich, du werdest bei meiner Zurückkunft wohl auch nach Zürich zurückgekehrt seyn; dann wird sich alles Weitere schon besprechen lassen. Heute wäre ich kaum aufgelegt, dir mehr zu schreiben; das Heirathen ist mit mancherlei Umständlichkeiten verbunden, die ich nie geahnt hätte, u. diese machen einen 8 Tage vor der Hochzeit zu einem etwas merkwürdigen Menschen.
Es umarmt dich indessen herzlichst
dein treuer
J J Blumer.