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Damals war die Seilbahn Weltrekord und somit eindrückliches Zeichen Schweizerischer Ingenieurskunst in einer Zeit (kurz vor dem zweiten Weltkrieg) wo es sehr wichtig war, nationalen Zusammenhalt und Selbstbewusstsein zu stärken. Heute finden sich solche Seilbahnen in jeder mittelgrossen Skistation - das einzige was die jetzt geplante Seilbahn beweist, ist dass es die ZKB ein Lächeln kostet, 75 Millionen für ein weitgehend unsinniges Projekt auf den Tisch zu legen (auch dank Staatsgarantie finanziert vom Steuerzahler).
Auch in Bezug auf die Grösse kam die Seilbahn der Landi '39 bescheidener daher. Sie hatte zwei Kabinen für je 20 Passagiere, für jene der ZKB sind 18 Kabinen für je 24 Passagiere geplant. D.h. die geplante Seilbahn wird für einen weit grösseren Publikumsverkehr und eine stärkere Beeinträchtigung der Alpensicht sorgen, als jene von 1939.
Weiter blieb die Seilbahn der Landi '39 auch nicht fünf Jahre bestehen, wie dies für die Seilbahn der ZKB vorgesehen ist (wobei bisher keine verbindliche Zusicherung besteht, dass sie dann auch tatsächlich abgebaut wird).
Schlussendlich ist heute der Erholungsraum gerade im Stadtgebiet viel knapper als vor 79 Jahren und die Seilbahn wird in der Badi Mythenquai und in der Blatterwiese massgeblich Erholungsraum beeinträchtigen, der bereits heute stark frequentiert ist.en.
Diese Seilbahn ist kein Bestandteil des Öffentlichen Verkehrs!
Dafür ist allein schon der Ticketpreis von 14 Franken für eine Fahrt zu hoch angesetzt (man vergleiche, welche Wirkung bereits der Schiffszuschlag von 5 Franken auf die Benutzung der Schiffe hatte). Auch die Anbindung der Seilbahnverbindung ans bestehenden ÖV-Netz ist ziemlich dürftig und die Betriebszeiten in keiner Weise an die Bedürfnisse von Benutzerinnen und Benutzern des ÖV angepasst.
Es handelt sich hier um eine Vergnügungsbahn, die vermutlich nach einer ersten Euphorie (viele werden es einmal ausprobieren wollen) vorwiegend von Touristen genutzt werden wird - auf Kosten der einheimischen Bevölkerung, die während mindestens fünf Jahren auf einen Teil der Mythenbadi und den Blick in die Alpen von General Guisan Quai / Bürkliplatz verzichten muss und während weiterer 1-2 Jahren unter den Emissionen von Auf- und Abbau zu leiden haben wird.
Folgerichtig schreibt auch der Stadtrat in seiner Antwort auf die schriftliche Anfrage 2018/264: "Die ZüriBahn als Projekt der ZKB ist als temporäres Freizeitangebot konzipiert. Wenn sie zusätzlich die Diskussion zur städtischen Mobilität der Zukunft anregen kann, ist das positiv zu werten." Ebenso folgerichtig ist es auch, dass die Bauherrschaft selber die Anlage im seilbahnrechtlichen Konzessionsgesuch als "touristische Beschäftigungsanlage" bezeichnet.
Abgesehen davon, dass die Bevölkerung nie gefragt wurde, ob sie ein derartiges "Geschenk" möchte, sagt die ZKB selber dazu auf Nachfrage, die Zeitreise und der Erlebnisgarten seien ein Geschenk an die Bevölkerung, die Züribahn hingegen sei kein Geschenk. Dass es sich nicht um ein Geschenk handelt, wird auch durch die hohen Fahrpreise (14 Franken für die Fahrt in eine Richtung) deutlich, sowie durch die Aussage der ZKB gegenüber Medien, dass man damit rechne, die Investitionskosten wieder einzuspielen.
Vor diesem Hintergrund muss eher von einem Geschenk der Stadt an die ZKB gesprochen werden, indem die ZKB für fünf Jahre Werbefläche an absolut einmaliger und prominenter Lage zur Verfügung gestellt erhält.