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Vineyard Bewegung
Die Vineyard Christian Fellowship (VCF – übersetzt etwa «Christliche Gemeinschaft Weinberg», wobei jedoch stets der englische Name gebraucht wird) stellt einen der am stärksten wachsenden Gemeindeverbände im deutschen Sprachraum dar und vertritt eine neocharismatische Theologie, die mit ihrem Versuch eines Brückenschlags zwischen Evangelikalismus und Pfingstbewegung weit über den Bereich der eigenen Gemeinden hinaus gewirkt hat.
Als bewusst moderne Gemeinschaften haben Vineyard zahlreichen Trends im freikirchlichen Bereich der letzten Jahrzehnte Pate gestanden, so dem Toronto-Segen und der Propheten-Bewegung.
Eigentlicher Gründer der VCF ist der Amerikaner John Wimber (1934–1997). Wimber wuchs in einer nichtchristlichen Familie in Kalifornien auf, bekehrte sich aber 1963 und schloss sich einer Quäker-Gemeinde an, wo er sogleich missionarisch äusserst aktiv wurde. In Anerkennung seiner Erfolge in der Evangelisation wurde Wimber 1970 zweiter Pastor seiner Quäkergemeinde und 1975 Dozent am nachmaligen Charles E. Fuller Institute of Evangelism and Church Growth. Daneben wirkte Wimber auf Vortragsreisen als Gemeindeaufbau-Berater.
Unter dem Eindruck von Missionaren aus anderen Kulturkreisen entwarf Wimber sein Modell der «Vollmächtigen Evangelisation». Wimber geht davon aus, dass Evangelisation dann erfolgreich ist, wenn sie für Zeichen und Wunder offen und von solchen begleitet ist.
1977 wurde Wimber Pastor einer eigenen Gemeinde, die sich aus einem Hauskreis seiner Quäker-Gemeinde heraus entwickelt hatte und sich dem moderat charismatischen Calvary-Chapel-Gemeindeverband von Chuck Smith anschloss.
An den Muttertagen 1979 und 1981 machte Wimbers Gemeinde besondere Geisterfahrungen – als Manifestationen des Heiligen Geistes gedeutete Erfahrungen wie «Ruhen im Geiste» und Zungenrede –, was zu einer Betonung von Zeichen und Wundern auch in Gemeindegottesdiensten führte. Dadurch geriet Wimber in einen Gegensatz zu Chuck Smith, der Manifestationen gegenüber eher zurückhaltend war.
Im April 1982 kam es zur Trennung, Wimber führte seine Gemeinde aus dem Calvary-Chapel-Verband hinaus und schloss sie dem kleinen Verband namens «Vineyard Christian Fellowship» an, welcher sich schon 1973 von Calvary Chapel getrennt hatte und von Ken Gulliksen geleitet wurde. Schon im Mai 1982 übernahm Wimber von Gulliksen die Leitung des Verbandes.
Ermutigt durch ein starkes Wachstum gründete die VCF an zahlreichen Orten Tochtergemeinden, verstärkt wurde das Wachstum des Verbandes durch bestehende Gemeinden, die sich dem Verband anschlossen. Neben der «Vollmächtigen Evangelisation» wurde dem entstehenden Verband der Heilungsdienst wichtig, das Beten um Heilung, das in der VCF durch eigens geschulte Heilungsteams durchgeführt wird. Sowohl «Vollmächtige Evangelisation» als auch den Heilungsdienst vertrat Wimber bei Konferenzen, Vorträgen und Kursen weit über den eigenen Verband hinaus. In den folgenden Jahren zeigte sich die VCF sehr offen für neue Trends im charismatischen Bereich, z.T. gingen solche gar von VCF-Gemeinden selbst aus: Ab 1989 öffnete sich Wimber für die Propheten-Bewegung und arbeitete eng mit den sog. «Kansas City»-Propheten zusammen. Doch ab 1992 machte sich bei Wimber Ernüchterung breit.
Als im Januar 1994 von der Airport Vineyard Gemeinde in Toronto der sog. Toronto- Segen ausging, der durch auffällige Erscheinungen, die als Manifestationen oder Wirkungen des Heiligen Geistes gedeutet wurden, auf sich aufmerksam machte, kam es zu Diskrepanzen um die biblische Deutung von Manifestationen, die in der Bibel nicht vorgesehen sind. Sie führten zur Trennung: 1995 wurde die Airport Vineyard in Toronto aus der Vineyard-Bewegung ausgeschlossen. Ein Jahr später folgte die Trennung von der Metro Vineyard in Kansas City, dem Zentrum der Propheten-Bewegung.
In der zweiten Hälfte der 90er Jahre verstärkte sich innerhalb der VCF die Abkehr von der Betonung von Zeichen und Wundern und die Hinwendung zu «irdischeren» Methoden des Gemeindeaufbaus, z.B. zur «dienenden Evangelisation», die Menschen durch konkreten Einsatz und kleine Dienstleistungen gewinnen will. John Wimber starb am 16. November 1997 an einer Hirnblutung im Anschluss an eine Bypass-Operation. Sein Weggefährte und Schwager Bob Fulton übernahm die Koordination der internationalen Bewegung.
Organisatorisch sind die einzelnen Vineyard Bewegungen seit 1995 unabhängig. Im deutschen Sprachraum ist die Vineyard-Bewegung seit1989 vertreten, als sich die Basileia-Gemeinde Bern, eine charismatische Gruppe innerhalb der Berner reformierten Landeskirche, der Vineyard-Bewegung anschloss.
In den folgenden Jahren wurden in der Schweiz und in Deutschland zahlreiche Vineyards gegründet resp. schon bestehende Gemeinden in die Bewegung integriert. Seit 1999 ist der Verband D.A.CH, der Landesverband für den deutschen Sprachraum, eigenständig, geleitet vom Basileia- und dem ehemaligen Vineyard-Bern-Leiter Martin Bühlmann.
Die weltweite Vineyard Bewegung versteht sich als Wertegemeinschaft. Im Mittelpunkt steht nicht eine spezifische Theologie oder Eschatologie, sondern die Spannung des bereits angebrochenen und noch nicht erfüllten Reiches Gottes. Prof. Oscar Cullmann, der bekannte Theologe, der neben Karl Barth an der Universität Basel lehrte, hat in seinem Werk „Christus und die Zeit“ auf diese Spannung hingewiesen. Ein weiteres Werk von Prof. Oscar Cullmann, das Essay „Einheit durch Vielfalt“ ist u.a. eine massgebliche Inspiration für die ökumenische Ausrichtung der weltweiten Vineyard Bewegung.
Diese Ausrichtung beinhaltet die Erwartung, dass Gottes Reich durch Wunder und Zeichen, aber auch durch Akte der Gerechtigkeit, durch das Trachten nach Gerechtigkeit, dem Einsatz für benachteiligte Menschen und Volksgruppen, zeichenhaft hereinbricht.
Die Grundhaltung, die von den meisten Vineyards geteilt wird, ist der Hintergrund weshalb sich so viele Vineyards für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Frieden einsetzen. In der Vineyard Bewegung Deutschland, Österreich, Schweiz hat das zum „Dienst am Nächsten“ geführt.
Die Vineyard-Bewegung lehrt mit der pfingstlichen Theologie die bis heute andauernde Bedeutung von Geistesgaben und Wundern, lehnt aber die pfingstliche Lehre von der Geistestaufe als zeitlich von der Bekehrung getrennter Erfahrung ab. Vielmehr wird der Mensch schon bei der Bekehrung im Heiligen Geist getauft, spätere Erfahrungen mit Geistwirkungen werden als «Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist» bezeichnet und können sich immer wieder neu ereignen.
Bedeutsam für die Praxis der VCF ist insbesondere die Anbetung, die zu einem immensen Musikschaffen innerhalb der Bewegung geführt hat.
Die weltweite Vineyard Bewegung versteht sich als Wertegemeinschaft. Diese Ausrichtung beinhaltet die Erwartung, dass Gottes Reich durch Wunder und Zeichen, aber auch durch Akte der Gerechtigkeit, durch das Trachten nach Gerechtigkeit, dem Einsatz für benachteiligte Menschen und Volksgruppen, zeichenhaft hereinbricht.
Die Grundhaltung, die von den meisten Vineyards geteilt wird, ist der Hintergrund weshalb sich so viele Vineyards für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Frieden einsetzen. In der Vineyard Bewegung Deutschland, Österreich, Schweiz hat das zum „Dienst am Nächsten“ geführt.
Es gibt heute etwas über 3000 Vineyards weltweit. Die Vineyard Bewegungen sind heute in rund 90 Ländern tätig. Es gibt heute in USA, Kanada, Costa Rica, Brasilien, Sambia, Südafrika, Kenia, Australien, Neuseeland, Grossbritannien/Irland, Deutschland/Österreich/Schweiz, Nordic (Skandinavien + Finnland), BENELUX eigenständige Vineyard Bewegungen.
In den kommenden Jahren sollen in folgenden Ländern eigenständige Bewegungen entstehen: Chile, Indonesien, Mexico, Philippinen, Indonesien und Himalaya-Gebiet (Nepal, Sikkim, Bhutan, usw).
CH: 21 Gemeinden
D: 50 Gemeinden
A: 5 Gemeinden