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Vor 40 Jahren zerstörte ein Erdbeben die Lebensgrundlage zehntausender Menschen in Süditalien. Das Erdbeben in der Irpinia erschütterte die Regionen Kampanien und Basilicata am 23. November 1980. In den ersten Tagen stand die Langsamkeit der Hilfe im Vordergrund. Sehr eindrücklich ist die Erzählung des damaligen Staatspräsidenten Sandro Pertini, wie er das erlebt hat.
Heute stehen die Langzeitschäden im Vordergrund. Ortschaften wie Apice wurden aufgegeben, um ein paar Kilometer entfernt eine Neubausiedlung für 6'500 Einwohner zu errichten. Anderswo wurden einzelne Gebäude durch moderne Bauten ersetzt, so in Balvano wo die grösste Kirche einstürzte. Sie wurde durch einen Neubau ersetzt und erinnert damit an die 77 Menschen, darunter 66 Kinder und Jugendliche, die darin starben.
Vielenorts wurde rasch wiederaufgebaut, im 1980er Stil, was diesen Ortschaften einen Teil ihrer Identität beraubte. Viel Geld floss in die Region, die Solidarität war gross. Nachhaltige Entwicklung entstand dennoch wenig. Industrie wurde kaum angesiedelt. Viele Dörfer leerten sich wie beispielsweise Sant'Angelo dei Lombardi. In der Nachbargemeinde Lioni wurde auf Initiative des Pfarrers ein Wiederaufbau unter Einbezug der noch verwertbaren Skulpturen und Türen vorangetrieben. Das Dorf Guardia Perticara stellte ein Ortsbild her, das an das Mittelalter erinnert, und entfernte Entwicklungen derJahrzehnte vor dem Erdbeben. Dieser Wiederaufbau dauerte allerdings über 20 Jahre.
Der Mangel an Investition ermöglicht nachhaltigen Tourismus in der Basilicata. Die Natur ist intakt, historische Gebäude gibt es in praktisch in jeder Ortschaft und weil überall leerstehende Häuser stehen, die nach dem Erdbeben in Stand gesetzt wurden, steht ein brachliegendes Potential zu Verfügung.