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|PatientInnen-Dossiers - Endokrinologie|
Bewertung: Modell-Dossier Autor: Prof. G. A. Spinas62-jährige Patientin mit Schweissausbrüchen
Vorgeschichte
Eine 62-jährige Patientin leidet seit ca. einem Jahr an Schweissausbrüchen, sie trägt auch bei kalter Aussentemperatur nur leichte Bekleidung. Sie hat Mühe mit Einschlafen und ist durch Palpitationen ausserordentlich gestört. Ausserdem hat sie innerhalb von 6 Monaten trotz guten Appetites 10 kg Gewicht verloren. Gleichzeitig bemerkt die Patientin, dass die Augen grösser werden und Doppelbilder, v.a. beim Blick nach oben auftreten. Sie sucht darauf die Augenärztin auf, welche die Patientin unter dem Verdacht einer Hyperthyreose endokrinologisch abklären lässt.
Untersuchung
Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine schlanke (46 kg bei 164 cm), nervöse Patientin mit einem feinschlägigen Tremor an beiden Händen. Die Pulsfrequenz beträgt 104 Schläge pro Minute, die Haut ist feucht und warm, und die Muskeleigenreflexe lebhaft. Die Schilddrüse ist bei der Palpation diffus vergrössert. Die Augen zeigen einen deutlichen Exophtalmus mit geröteten Konjunktiven, einem positiven Graefe-Zeichen (Zurückbleiben der Oberlider beim Blick nach unten), ausserdem treten beim Blick nach oben und unten Doppelbilder auf.
Labor
Die Analyse der Hormonkonzentrationen ergibt eine deutlich erhöhte Konzentration von fT4 (41pmol/l; normal: 8.5-19) und fT3 (12 pmol/l; normal: 3.5-6.2), bei einem supprimierten TSH sowie das Vorhandensein von TSH-Rezeptor-Antikörpern.
Diagnose
Unter der Diagnose eines Morbus Basedow mit Hyperthyreose und endokriner Ophtalmopathie wird die Patientin für 18 Monate thyreostatisch (Carbimazole) behandelt.
Verlauf
Nach drei Monaten sind die Schilddrüsenhormonkonzentrationen bereits normalisiert und nach einem Jahr lassen sich die Antikörper nicht mehr nachweisen. Wegen der Verschlechterung der endokrinen Ophtalmopathie muss jedoch eine Therapie mit hochdosiertem Prednison begonnen und eine retroorbitale Bestrahlung durchgeführt werden. Die immer noch bestehenden Doppelbilder machen eine zusätzliche operative Korrektur der Augenmuskeln notwendig.
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