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Bern d. 25. März 1863.
Mein lieber Freund!
Deine Anfrage über den Stand der Gürtelbahnangelegenheit hat sich am letzten Samstag mit meiner Mittheilung gekreuzt, so daß ich sie füglich unbeantwortet lassen konnte.
Nun bin ich aber im Stande, auf Grundlage einer Note der oestreich. Gesandtschaft in Bern Dir nähere Auskunft über die gegenwärtige Sachlage zu ertheilen.
Nach dieser Note hat Hr. LdA. Aeppli Namens der Regierung von St. Gallen gegenüber den frühern Oestreich. Begehren
(Eisenbahn von Bregenz nach Feldkirch) vertrauliche Gegenvorschläge eröffnet dahin
gehend:
1. Die Union Suisse baut statt jener Zweigbahn eine solche von Rüthi über den Rhein nach Feldkirch;
2. Der Tarif für die Güter von Bregenz nach Feldkirch wird ermäßigt &. der Verkehr von den Zollhemmnissen befreit; |
3. Union Suisse zahlt dem Herrn Ganahl & Cp. die Studien für Bregenz–Feldkirch im Betrage von ca 12,000 Gulden.
Oestreich erklärt sich nun bereit, auf
dieser Grundlage die im Jahr 1858. vertagte
Münchner Konferenz fortzusetzen unter der
Bedingung
ad 1. oben, daß die Bahn Rüthi–Feldkirch spätestens gleichzeitig mit der Gürtelbahn vollendet &. dem Betrieb übergeben werde.
2. Der Oestreich. Bevollmächtigte wird sodann bei der Konferenz in München noch das von der Gemeinde Feldkirch angebrachte Begehren um gleichzeitige Erstellung einer Straße durch den Kopf auf Rechnung der Union Suisse nach vorliegendem Plan geltend machen.
Die Regierung von St. Gallen wird nun aufgefordert, sich über diese Propositionen zu erklären.
Es wird mir angenehm sein, wenn Du mir gelegentlich Deine Ansichten über | die Sache mittheilst.
Mit freundschaftlichem Gruße zeichnet
Dein ergebenster
Jb. Dubs.