Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/137329

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein nationales Forschungsprogramm "Langzeitversorgung" ins Leben zu rufen, mit dem Ziel, Lösungsansätze in Bezug auf die Unzulänglichkeiten der häuslichen Langzeitbetreuung und der damit verbundenen Problematik der Care-Migration aufzuzeigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der in der Motion erwähnte Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) "Care-Migration - transnationale Sorgearrangements im Privathaushalt" (van Holten et al., Neuenburg, 2013) bietet eine breite Analyse der häuslichen Gesundheitsversorgung. Der Bericht hält fest, dass die Ergebnisse insgesamt darauf hindeuten, dass das Ausmass der Care-Migration in Privathaushalten in der Schweiz geringer ist als im benachbarten Ausland. Er deckt aber auch strukturelle Schwächen in der häuslichen Langzeitversorgung in der Schweiz auf. Nicht selten stehen weder Angehörige noch genügend Gesundheitsfachpersonen zur Verfügung, um die langdauernde Betreuung zu Hause sicherzustellen. Dass die Schweiz zur Sicherstellung der häuslichen Versorgung auf mehrheitlich weibliche Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgreift, wirft Fragen zur Verteilung der Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern wie auch zur globalen Ungleichheit und zur sozialen Verantwortung der Schweiz über die Landesgrenzen hinaus auf.</p><p>Entsprechend dem Anliegen der Motion schlägt der Bericht unter anderem vor, zur Schliessung von Wissenslücken ein nationales Forschungsprogramm (NFP) "Long-Term Care" zu lancieren. Ferner erarbeitet die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) gegenwärtig im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ein umfassendes Konzept Versorgungsforschung. Das Konzept soll die Frage beantworten, welche Versorgungsforschung die Schweiz braucht. Es soll als Grundlage für die Eingabe in die Prüfrunde für ein NFP Versorgungsforschung dienen.</p><p>Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung nach Vorliegen des Konzepts der SAMW kann das Anliegen geprüft und allenfalls als eine Priorität - neben anderen - berücksichtigt werden. Ein eigenes NFP für die Thematik Langzeitversorgung erscheint dem Bundesrat gegenwärtig nicht zielführend.</p><p>Die interessierten Kreise haben die Möglichkeit, gemäss den etablierten Verfahren (siehe Forschungs- und Innovationsförderungsverordnung, V-FIFG, Art. 5-8, SR 420.11) zur Lancierung neuer NFP einen entsprechenden Vorschlag einzureichen. Des Weiteren haben Forschende jederzeit auch die Möglichkeit, wissenschaftliche Projekte zu Einzelfragen aus dem erwähnten Themenfeld beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) einzureichen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.