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Die beiden früheren Premierminister debattierten am Donnerstagabend zunächst über die Wirtschafts- und Sozialpolitik und nötige Reformen in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone.
Fillon will unter anderem 500’000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen und die Staatskassen um 100 Milliarden Euro entlasten. Zudem strebt er eine umfassende Reform des Gesundheitssystems an und setzt dabei auf mehr private Vorsorge.
«Es ist wahr, mein Projekt ist radikaler», sagte der 62-jährige Fillon. Er geht als Favorit in die Stichwahl an diesem Sonntag.
Der als gemässigt geltende 71-jährige Juppé sagte, auch er wolle Reformen – aber «ohne Brutalität». Es sei unrealistisch, 500’000 Beamte zu entlassen. Juppé selbst will nur halb so viele Stellen im Staatsdienst streichen und setzt die möglichen Einsparungen im Haushalt etwas niedriger an.
Fillon warf Juppé im Gegenzug zu grosse Zaghaftigkeit vor: «Alain Juppé will nicht wirklich etwas ändern. Wenn man will, das das Land wieder auf die Beine kommt, müssen sich alle anstrengen», betonte er. Juppé entgegnete, er wolle das bestehende Sozialmodell verbessern und nicht «zerstören».
Beide Politiker übten scharfe Kritik an Amtsinhaber François Hollande. Der Sozialist habe sein Versprechen gebrochen, die Arbeitslosigkeit deutlich zu senken.
Beide Politiker der Republikanischen Partei setzen auf eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche und eine Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 65 Jahre. Fillon hat zudem Steuererleichterungen für Unternehmen in Aussicht gestellt. Juppé versprach insbesondere, die hohe Jugendarbeitslosigkeit zu senken, die über 20 Prozent beträgt.
Die Präsidentenwahlen sind im April und Mai kommenden Jahres geplant. Der konservative Kandidat dürfte dannzumal in die Stichwahl gegen die Rechtsextreme Marine Le Pen ziehen und hätte dann laut Umfragen sehr gute Siegchancen. Der unbeliebte sozialistische Amtsinhaber François Hollande gilt als chancenlos. Er will im Dezember bekanntgeben, ob er für eine Wiederwahl antritt.
(SDA)