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Blake Lively, 24, steht vor einer Hürde. An diesem Punkt in ihrer Karriere als Schauspielerin scheiterte schon manche Serien-Darstellerin vor ihr. Nachdem sie im Rennen um den Lead von Soderberghs «The Side Effects» von Rooney Mara ausgestochen wurde, hat es bei Oliver Stone hingehauen: Demnächst kommt sein Drogen-Thriller «Savages» in die US-Kinos - Lively besetzt darin die weibliche Hauptrolle, um sie versammelt sind Berufskollegen mit Nachnamen wie Travolta, Hayek, Hirsch oder del Toro. Was der Trailer verrät, wird sich hoffentlich bestätigen: Lively spielt darin ihre erste ernst zu nehmende Charakterrolle.
Blake Lively besetzt die besten Plätze bei Umfragen nach den begehrenswertesten Frauen, wie auch an Gala-Dinners, die für sie abgehalten werden; ihr Adressbuch ist prall gefüllt mit Nummern von Meinungsführern, Persönlichkeiten aus der Film- und Musikbranche und Designern. Trotzdem - und mit gutem Recht - verzichtet sie auf die Anstellung einer persönlichen Stylistin. Einzig: Bei der Auswahl ihrer Filmprojekte bewies Lively bislang ein weitaus weniger geschicktes Händchen als bei der Koordination ihrer Outfits. Und das, obwohl sie mit elf bereits erstmals vor der Kamera stand.
Das Beziehungsleben von Lively weist indes verblüffende Ähnlichkeiten auf zu dem von Serena van der Woodsen, ihrer «Gossip Girl»-Durchbruchsrolle. Kelly Blatz und sie teilten sich Bett und Set («Simon Says») von 2004 bis 2007; eine ebenfalls dreijährige Beziehung hatte sie mit Penn Badgley, nach dem sie auch im Verlauf der bisherigen fünf «Gossip Girl»-Staffeln immer wieder mal gelüstete; und die aktuelle Beziehung zu Schauspielerkollege Ryan Reynolds, 35, («Green Lantern») ist zwar jung, dafür ernst: Man kaufte sich kürzlich ein 2-Millionen-Dollar-Landhäuschen im Staate New York.
Aus dem Rahmen fällt einzig der halbjährige Flirt mit Leonardo DiCaprio, 37, der für ihren Bekanntheitsgrad allerdings alles andere als abträglich war. Von den ordinärsten TV-Zeitschriften über das «Rolling Stone» bis hin zu «Vogue» - niemand konnte es sich in den letzten eineinhalb Jahren leisten, It-Girl Lively nicht mindestens einmal aufs Heft-Cover zu stemmen.
Livelys Aufgabe, wenn sie als Schauspielerin gleichermassen respektiert werden möchte wie als Trendsetterin im Modebereich, ist es nun, die Kritiker zu überzeugen. «Gossip Girl» ist dabei Fluch und Segen zugleich: Zum einen verdankt Lively dem Wahnsinnserfolg der Serie sehr viel, zum anderen droht die Gefahr, dass sie als Typecast immer nur ähnlich flache Rollen angeboten bekommt. Hierzu bietet «Savages» das ideale Schlupfloch. Insofern ist zu hoffen, dass das Gemunkel, nach dem sie in der Verfilmung der Jane-Austen-Parodie «Pride and Prejudice and Zombies» mitwirken soll, das bleibt, was es ist: Gemunkel.
«Savages» (Regie: Oliver Stone): CH-Kinostart am 11. Oktober 2012