Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03529.jsonl.gz/93

Die grösseren Zürcher Banken fassten im Herbst 1890 den Plan, eine Abrechnungsstelle («Clearing house») nach englischem und deutschem Vorbild einzurichten. Im Juli 1891 nahm die Abrechnungsstelle ihren Betrieb auf. Die Leitung übernahm die Zürcher Kantonalbank. Die Abrechnung der eingereichten Papiere erfolgte unmittelbar zwischen den sieben beteiligten Instituten – und zwar durch Gutschrift oder Belastung auf dem betreffenden Zahlungsverkehrskonto («Girokonto»). Bargeld brauchte es dafür nicht. Mit der Eröffnung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 1907 ging die von der Zürcher Kantonalbank betriebene Abrechnungsstelle an das zentrale Noteninstitut. Die SNB übernahm damit den institutionellen Zahlungsverkehr.
1903 führte die Zürcher Kantonalbank zudem einen «Übertragungs-(Giro-)Verkehr» ein. 114 Banken und Bankiers in 72 Ortschaften der Schweiz hatten sich im Verlaufe des Jahres dem Girodienst angeschlossen. Im selben Jahr ermöglichte die Zürcher Kantonalbank auch ihren Firmenkunden mit einem Kontokorrentkonto die Teilnahme. Ende 1904 taten dies bereits 328 Firmen. Stolz vermeldete man deshalb im Geschäftsbericht: «Es sind also durch einfache Buchungen Guthaben und Schulden im Betrage von 1458 Millionen Franken ausgeglichen und damit Banknoten und Bargeld erspart worden.»