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Die Musikzimmer-Datenbank besteht aus mehr als einem Duzend Tabellen. Dieses ganze Informations-Universum ist mit der Zeit gewachsen. Am Anfang bestand die Datenbank aus nur einer Tabelle, die Veröffentlichungen enthielt – meine CD-Sammlung. Mit der Zeit kamen aus funktionalen oder konzeptionellen Bedürfnissen heraus weitere Tabellen hinzu. Ich wollte zum Beispiel die Bestenlisten, aus denen ich systematisch die Songs und Alben in meine Sammlung eingearbeitet habe, erfassen können. So entstand die Datenbank-Tabelle mit den Listen.
Die folgende Illustration zeigt das Informations- bzw. Datenbank-Konzept des Archivs für Moderne Musik. Die Tabellen sind funktional geordnet dargestellt. Die Hauptinformationen zu Releases, Songs, Videos, Literatur und Magazin-Ausgaben sind rot hervorgehoben. Dies sind die fünf Haupttabellen. Zu jeder Archivalie sind wichtige Metadaten erfasst: Erscheinungsdatum, Label- oder Verlagsinformation, an der Produktion beteiligte Personen, Genrezugehörigkeit usw..
Neben diesen fünf Haupttabellen gibt es Metatabellen (Rezensionen, News), Index-Tabellen, Apparate-Tabellen (Listen, Mappen), Topic- und Lokationstabellen (für die Verschlagwortung und für Navigationsangebote) sowie eine Superindex-Tabelle (den «index of everything») für die Suche.
Illustration 1: Informations- bzw. Datenbank-Konzept von Musikzimmer (Quelle: Christian Schorno, Musikzimmer)
Die Musikzimmer-Datenbank enthält im Kern Informationen zu fünf Arten von Archivalien:
Diese fünf Typen von Archivalien stellen den eigentlichen Bestand dar, das, was im Archiv für Moderne Musik digital gesammelt wurde. Jede Archivalie kann im Archiv angehört oder gelesen werden. Auf der Musikzimmer-Webseite können diese Archivalien abgefragt und als Factsheet angezeigt werden. Sofern z.B. Youtube einen Stream bereitstellt, oder eine Artikel auch online erschienen ist, kann auch die Webseite diesen Inhalt verlinken bzw. streamen.
Neu erfasste Songs, Releases, Artikel/Bücher (sowie Listen) erscheinen auch auf der Katalogseite: Neu archiviert.
Eine physische Schallplattensammlung kann man nur nach jeweils einem Kriterium ordnen, zum Beispiel alphabetisch nach Namen, nach Themen oder nach Stilen. Eine digitale Sammlung kann nach Bedarf sortiert und angezeigt werden. Je nach gewähltem Kriterium entsteht dann eine bestimmte Diskografie oder Literaturliste.
Folgende vier Diskografie-Typen werden angeboten:
Brian Enoinvolviert war.
Einzelne als wichtig erachtete Ordnungskriterien können einen eigenen Datenbankinhalt in den zugehörigen Indextabellen haben. Diese Einträge sind aber nicht zwingend.
Listen sind im Prinzip Sammlungsmappen mit Archivalien, die kuratiert sind (kanonische oder thematische Listen), rechnerisch ermittelt (Charts) oder sachlich zusammen gehören (alle Ausgaben eines Magazins). In der Bibliotheks- und Archivwelt heissen solche Zusammenstellungen (Hand-)Apparate oder Konvolute.
Orte und Schlagworte («Tags») sind Organisationsdimensionen des Wissens. Das Wissen wird mit der Datenbank in zwei Topictabellen abgebildet, der Schlagwort- und der Orts-Tabelle.
Die Schlagworte können in Musikzimmer als Schlagwortseiten abgerufen werden. Neben dem Wissensteil führen die Schlagwortseiten auch für den Topos relevante Archivalien auf.
Mit Schlagworten, Orten und den Ordnungsdimensionen können Navigationsmöglichkeiten angeboten werden, die weit über übliche Navigationen hinaus gehen (siehe Illustration 2): Karten, Timelines, kognitive Karten und Schlagwortkataloge. Die meisten dieser Navigationsangebote stecken gegenwärtig noch in den Kinderschuhen. Einige Beispiele sind aber bereits abrufbar:
Illustration 2: Navigationskonzept von Musikzimmer (Quelle: Christian Schorno, Musikzimmer)
Vieles von dem, was später einmal verschlagwortet sein wird, ist heute noch in einer Linksammlung zum Thema «Musik im Internet» aufgeführt.
Als Funktionstabellen bezeichne ich Tabellen aus der Datenbank, die es für die Webseite aus funktionalen Gründen braucht: Die Webseite hat einen Blog und eine Suche, die möglichst optimal und effizient bewirtschaftet werden sollen. Die Funktionstabellen unterstützen dies. Zu solchen Funktionstabellen zählen die Metatabellen, die Hinweise auf einzelne (oder wenige) Archivalien enthalten (Blogposts und News) und Rezensionen zu ausgelesenen Neuerscheinungen. Ausserdem gibt es einen «index of everything», das ist ein Index für die Suche auf der Musikzimmer-Webseite.
News, die auf dem Blog, der Eingangsseite der Musikzimmer-Webseite, erscheinen, sind Hinweise auf Veranstaltungen, auf Quellen im Web, aber auch und vor allem auf einzelne Archivalien, Listen oder Schlagworte.
Rezensionen sind als Metatexte generalisierbar, das sind Texte über die in der Datenbak enthaltenen Archivalien: neben eigenen Rezensionen, Rezensionen von anderen Autoren, Werkbeschreibungen, Release-Informationen der Labels usw.
Über das Suchfeld im Kopf der Seite können alle im «index of everything» erfassten Inhalte abgefragt werden. Unter den dynamisch bei der Eingabe erscheinenden relevanten Suchresultaten werden sie am Tag nach ihrer Erfassung aufgeführt. Die Indizierung geschieht automatisch um 3 a.m. MEZ.
Abfragen machen Sie entweder über das Suchfeld oder über das Suchmodul, das zusätzliche Suchstrategien anbietet. Das Suchmodul erscheint, nach einer Abfrage mit der Eingabetaste. Während der Eingabe werden relevante Suchresultate aus dem Index angezeigt.
Die Datenbank ist die elektronische Repräsentation des Archivs für moderne Musik. Alle Objekte der Sammlung des Archivs sind in ihr erfasst: digitale Releases, CDs, Bücher, Artikel usw.
Das Ziel des Archivs ist, so weit wie möglich diejenige moderne Musik verfügbar und erfasst zu haben, die
Musikzimmer begreift alle Archivalien als Schnittstellen in Diskografien und Listen. Ausserdem werden sie unter Schlagwörter/Tags subsummiert.
Mit etwas Theorie unterfüttert: Jedes Werk (Album, Song, Video, Text) steht in intertextuellen Beziehungen zu anderen Werken. Was das heisst, hat Christian Schorno in einem Blogpost zu Gérard Genettes Architext dargelegt. Zwischen den so verbundenen Werken git es unsichtbare Fäden, die durch Hyperlinks und durch Indizierung entlang der oben genannten Dimensionen sichtbar und navigierbar gemacht werden.
Listen sind Bestenlisten von Musikzeitschriften, die einfluss- und erfolgreiche Veröffentlichungen oder Songs enthalten, oder sie sind thematisch in anderer als stilistischer Hinsicht zusammen gestellt. Viel besucht wird die Ewigbestenliste von Musikzimmer.ch.
Zu den wichtigsten Besonderheiten an der Musikzimmer-Datenbank zählen:
Das Unternehmen ist ein «Work in progress»: An der Vervollständigung der Daten und Links wird täglich weitergearbeitet.
Releases: 33716, davon 32479 erfasst.
Songs: 17939, davon 14299 erfasst.
Mediafiles: 3547
Literatur: 1295, davon 502 erfasst.
Genres: 728, davon 181 erfasst; Genremaps: 7
Listen: 760
Labels: 216, davon 214 erfasst.
Acts: 1086, davon 747 erfasst.
Rezensionen: 674