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In Brasilien sind die extrem ungleichen Landeigentumsverhältnisse eine der grössten Ursachen von Hunger und Armut. 4.8 Millionen brasilianische Familien besitzen kein Land, während gut über 4.000 Grossgrundbesitzer über 85 Millionen Hektar Land verfügen. Mehr als ein Fünftel der von den Grossgrundbesitzern beanspruchten Ländereien gehören ihnen nicht, da die für das Grundeigentum gesetzlich erforderlichen Unterlagen fehlen. Die Folge sind gewaltsame Konflikte auf dem Land und riesige soziale Konflikte in den Städten. Die Bewegung der Landlosen Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra (MST) ist mit rund 700.000 AktivistInnen eine der bedeutendsten sozialen Bewegungen in Lateinamerika und die stärkste Organisation der landlosen Kleinbauern Brasiliens. MST konnte bis heute bereits 500.000 Familien in ganz Brasilien ansiedeln. Aus: HEKS - Die Unterstützung der Landlosenbewegung.pdf

Formell wurde die MST im Jahr 1984 in der Stadt Cascavel (Bundesstaat Paraná) gegründet.
Braslien kannte bereits andere Organisationen mit ähnlichen Zielen, aber diese arbeiteten zu wenig revolutionär und waren mit der Regierung zu konformistisch. So erlangte die MST, auch wegen ihrer Medienwirksamkeit und ihrer ehrgeizigen, straff organisierten Aktionen starken Zulauf und breite Unterstützung vom Volk und stieg zu einer gesamtgesellschaftlich relevanten sozialen Bewegung in Brasilien auf, die den Anspruch erhebt, die Gesellschaft insgesamt verändern zu wollen.
Beispiele für Aktionen der MST:
Die Bewegung MST erhielt 1991 den "Right Livelihood Award".
Die NZZ publizierte am 17. Februar 2014:
Im Kampf mit dem Agrobusiness
Brasiliens Landlosenbewegung definiert sich neu und kritisiert die exportorientierte Agrarpolitik der Regierung.
30 Jahre nach seiner Gründung sind dem MST rund 900 Bauernsiedlungen mit insgesamt 350 000 Familien angeschlossen. Diese haben mehr als 100 Kooperativen und unzählige Produktionsvereinigungen gegründet. Die produzierten Nahrungsmittel dienen der Selbstversorgung und dem Vertrieb auf lokalen Märkten.
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