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Von U. Roos, ForumS9
Am Montag, 2. Februar 2004 waren die Hedinger zur Informationsveranstaltung über die Siedlungsplanung eingeladen. Etwa 150 Einwohner nahmen daran teil.
In Hedingen ist die Baulandreserve für Wohnzonen, für Mischzonen Gewerbe- und Wohnbereich und für Industriebauten praktisch ausgeschöpft. Der Landvorrat reicht für maximal 400 Einwohner.
Der Anspruch der Bevölkerung an den Wohnraum steigt ständig. Hedingen ist zwischen
1970 und 2002 von 1880 auf 3073 Einwohner gewachsen, etwa auf das anderthalbfache. Die Anzahl Wohnungen ist im
gleichen Zeitraum von 576 auf 1210 gewachsen, hat sich also mehr als verdoppelt.
Die Auswirkung einer Vergrösserung des Siedlungsgebietes sollte im Hinblick auf Schulen,
Finanzen, Verkehr und Umwelt geprüft werden. Es wurde ein mässiges Wachstum von 500 Einwohnern in 10
Jahren angenommen. Als mögliche neue Bauzonen genannt sind Au/Chaltacker, der Schurten (besser bekannt als
Heirihoger), ein Streifen im Gebiet Schachen-Zelgli-Gäudern und ein kleines Areal im Ufgänt. Vor- und
Nachteile dieser Gebiete wurden untersucht.
Die Gemeinde Hedingen hat mehrere Möglichkeiten, ihre Zukunft für die nächsten 10 Jahre zu planen. Sie kann die Bevölkerungszahl beibehalten; sie kann mehr Wohnraum durch höhere Ausnutzungsziffern (innere Verdichtung) schaffen oder mehr Land zum Ueberbauen einzonen. Wünscht die Gemeinde eine Aenderung des Zonenplans, muss sie in Jahresfrist ein Gesuch dazu stellen. Auch bei Zustimmung durch den Kantonsrat, später durch die Gemeindeversammlung, kann frühestens im Jahr 2010 auf dem neu eingezonten Land gebaut werden.
Die Behörden haben abgeklärt, welche Auswirkungen eine Zunahme der Einwohnerzahl
auf die Gemeinde-Einrichtungen hätte. Die Gemeindeverwaltung hätte nur einen geringen Mehraufwand. Die
Schulen stehen vor grösserer Planungs-Unsicherheit durch zukünftige Anforderungen der Bildungskommission
(Handarbeit, Frühenglisch, mögliche Zusammenlegung der Oberstufen) als durch eine mässige Bevölkerungszunahme.
Die Kläranlage Zwillikon hat genügend Reserven für ein Wachstum in allen angeschlossenen Gemeinden.
Die Gemeinde Hedingen besitzt im "Schurten" 20'000 m2 Land, das bei einem Verkauf einmalig einen Erlös
von ca. 6 Millionen einbringen würde. Beim Verkauf von Bauland in andern Gebieten würden ihr in Form
von Steuern etwa 5 Millionen zufallen. Durch die grössere Bevölkerung wären höhere Steuereinnahmen
möglich.
Der Bezirk Affoltern hat heute etwa 42'000 Einwohner. Zusammengenommen haben die Aemtler Gemeinden einen Bauland-Vorrat für weitere 10'000 Einwohner. Die Raumplanung des Kantons Zürich strebt an, den verfügbaren Siedlungsraum insgesamt beizubehalten. Etwa alle 10 Jahre wird die Situation neu untersucht, und Gemeinden können Anträge auf eine Anpassung stellen. Die Gemeinde Affoltern will ihr Baugebiet ebenfalls ausweiten; Hedingen hat trotzdem gute Chancen bei einem Antrag - falls die Stimmbürger eine Erweiterung wollen. Dabei ist zu erwarten, dass konkrete Anträge eher Chancen haben als eine "Auswahlsendung" von möglichen Bauzonen.
Die Diskussion wurde rege genutzt. Anfragen betrafen vor allem den strategischen Grund,
warum eine Einzonung gerade im Bereich "Schurten", oder in einem andern Gebiet vorzuziehen sei, die Kompetenz
des Gemeinderates zum Einreichen eines Gesuches, ob es dazu eine Abstimmung braucht, und über die Schutzwürdigkeit
der Obstbaum-Anlage.
Der Gemeinderat lädt die Stimmberechtigten ein, bis im März mit schriftlichen Vorschlägen an ihn zu gelangen - nutzen Sie diese Gelegenheit !