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Ga ta, ga ta nan – seht und hört das Märchen!
Ta zo,mu ji ta – es soll kommen, wir wollen es hören!
Es lebte einmal ein Frau, die war unglücklich, denn ihr Mann war oft grob zu ihr und laute Worte füllten die Hütte. In ihrer Verzweiflung ging die Frau zum Malam, dem Gelehrten des Dorfes. Sie setzte sich vor ihn und sprach: „Malam, bitte gib mir ein Zaubermittel, damit ich über meinen Mann herrsche und nicht mehr er über mich.“
Der Malam überlegte eine Weile. Dann sprach er: „Gut, ich will dir helfen. Aber erst musst du mir die Milch einer Büffelkuh bringen.“
Die Frau erschrak und fragte: „Woher soll ich die Milch bekommen? Die Büffelkühe sind wild und lassen sich nicht melken!“
„Nun, dir wird schon etwas einfallen“, meinte der Malam.
Die Frau ging nach Hause und überlegte lange. Dann nahm sie etwas Kleie, mischte sie mit Bohnen und legte sie in eine Schale. Damit ging sie in den Wald und suchte, bis sie die Büffelherde gefunden hatte. Bald hatte eine der Büffelkühe sie entdeckt. Sie schnaubte, scharrte mit den Hufen und machte sich zum Angriff bereit. Schnell stellte die Frau die Schale mit der Kleie und den Bohnen auf den Boden und sprang davon. Die Büffelkuh rannte wild hinter der Frau her, doch dann roch sie die Kleie, ging zur Schale, frass alles auf und lief wieder zur Herde zurück.
Leise holte die Frau die leere Schale und damit nach Hause.
Am nächsten Tag füllte sie die Schale wieder mit Kleie und Bohnen und ging damit in den Wald. Sie stellte die Schale auf den Weg, wo die Herde jeweils vorbeikam. Schon bald entdeckte die Büffelkuh die Frau, aber sie roch auch die Kleie und anstatt die Frau anzugreifen, ging sie zur Schale und frass das Futter auf.
Jeden Tag brachte die Frau nun Kleie und Bohnen in den Wald. Mit jedem Tag konnte sie sich der Büffelkuh etwas mehr nähern. Endlich hatte sich die Büffelkuh so an die Frau gewöhnt, dass diese sie melken konnte, während sie die Kleie frass.
Glücklich ging die Frau mit der Büffelmilch zum Malam und sagte: „Hier, Malam, schau, ich habe dir die Büffelmilch gebracht!“
Der Malam lächelte und fragte: „Wie ist dir das gelungen?“
„Mit viel Ruhe, Geduld und gutem Essen“, antwortete die Frau.
Da sprach der Malam: „Wenn du dich genauso deinem Mann gegenüber verhältst, dann hast du das Zaubermittel, das du gesucht hast.“
Die Frau ging lächelnd nach Hause. Sie kochte ihrem Mann feinstes Essen, blieb geduldig und ruhig, wenn er streiten wollte und siehe da: Schon bald kehrte Frieden und Glück ein in die Hütte. Deshalb heisst ein Sprichwort: Mit Geduld kann man einen Ochsen an einem dünnen Faden ziehen.
Kungurus kan kusu – weg ist die Maus, die Geschichte ist aus.
Fassung Djamila Jaenike, nach: R. Arnold/I.Herms, Osanyin überlistet die Schildkröte. Märchen aus Nigeria. Leipzig und Weimar 1984. Unter dem Titel: Die Frau, der Malam und der Büffel. Die Eingangs- und Ausgangsformeln sind sinngemäss übersetzt.