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Mit dem Brunnen an der Rigiblickstrasse unterhalb des Pfarrhauses hat es eine ganz besondere Bewandtnis auf sich. Als sich Josef Hofmann und Josef Suter nach einem Kirchenbesuch 1893 trafen, beschlossen sie das Geschäft mit dem Wasser in Gang zu bringen. Sie hatten zwar schon bei den Bauern vorsondiert, aber nun galt es ernst. Sie schlossen mit den Bauern Verträge über Wassergrabrechte ab. Ein Jahr darauf folgte der Konzessionsvertrag mit der Polizeigemeinde Weggis. Darin wurde festgehalten, dass die von Hofmann und Suter gegründete Wasserversorgungsgesellschaft Weggis das unbefristete Recht erhalte, das Quellwasser unter oder neben öffentlichen Plätzen und Strassen der Gemeinde durchzuführen. Als Entschädigung dafür erhielt die Gemeinde Wasser für einen öffentlichen Brunnen, und zwar pro Minute fünf Liter Wasser. Der Brunnen wurde zwar schon bald als „armseliges Dorfbrünnlein“ bezeichnet, denn einige Dorfbewohner merkten sehr wohl, dass die Wasserversorgung eigentlich Sache der Gemeinde hätte sein sollen. Der Gemeinde fiel nichts Gescheiteres ein, als eine Enteignung der Herren Suter und Hofmann anzustreben. Diese wurde aber 1913 vom Regierungsrat zurückgewiesen. Erst nachdem Josef Hofmann 1945 gestorben war, konnte die Gemeinde am 1. April 1950 den Anteil Hofmann für CHF 300’000.- den Erben übernehmen. 2001 konnte die Gemeinde schliesslich die andere Hälfte von der Gründerfamilie Suter kaufen. Mit anderen Worten: Ein halbes Jahrhundert lag die Wasserversorgung in rein privaten Händen, und ein weiteres halbes Jahrhundert wurde die Wasserversorgung durch eine Kooperation zwischen einer Familie und der Gemeinde garantiert. Diese über 100jährige private und teilprivate Wasserversorgungsgeschichte stellt wahrlich ein Unikum in den Gemeindegeschichten dar.
Inventarnummer 11406, K027 / Karin Bernath