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Die Gruppe um Yuuki Watanabe fing mit Langleinen von Bord eines Forschungsschiffes vor Spitzbergen mehrere etwa drei Meter lange Grönlandhaie. Die sechs Tiere wogen zwischen 204 und 343 Kilogramm. Nachdem sie mit Messgeräten ausgestattet wurden, konnte die Geschwindigkeit und Temperatur aufzeichnet werden. Nach etwa 24 Stunden sorgte ein Mechanismus dafür, dass die wenige hundert Gramm schweren Geräte wieder zur Oberfläche stiegen. Mit Hilfe eines Funksignals konnten die Forscher sie wieder einsammeln. Die Analyse zeigte, dass die Grönlandhaie tatsächlich die langsamsten bekannten Haie sind. Pro Sekunde legen sie etwa 34 Zentimeter zurück, also rund 1,2 Kilometer pro Stunde. Ihre Spitzengeschwindigkeit lag bei 2,6 km/h.
Haie sind keine Säugetiere, daher sind sie etwa so warm wie ihre Umgebung. Im Bereich der Experimente lag die Temperatur in einer Tiefe von 170 Metern bei etwa 2,4 Grad. Dafür kommen sie mit weniger Nahrung aus. Diese Kälte lässt nur langsame Bewegungen seiner Muskeln zu, er schwimmt wie in Zeitlupe. Manche Forscher gehen davon aus, dass die Grönlandhaie Kadaver vom Grund des Meeres fressen. Watanabe und seine Kollegen spekulieren jetzt aber, dass die Raubfische zumindest vor Spitzbergen schlafende Robben fangen. Diese Tiere können an der Oberfläche oder unter Wasser schlafen. Wie aber fängt dieser am langsamsten schwimmende Hai wendige und ungleich schnellere Robben? Dass er sie erwischt, hat die Analyse des Mageninhaltes der Grönlandhaie gezeigt. Das Team berichtet in diesem Zusammenhang, wie es sich einmal mit dem Boot einer auf dem Wasser schlafenden Robbe näherte. Es sei sogar gelungen, diese zu berühren, bevor sie aufwachte.
Der Grönlandhai oder Eishai (Somniosus microcephalus) ist ein Hai aus der Gattung der Dornhaiartigen (Squaliformes). Bislang ist wenig über die Art bekannt. Neuere Untersuchungen lassen darauf schliessen, dass der Grönlandhai ebenso wie der Grönlandwal eine maximale Lebenserwartung von ca. 200 Jahren haben könnte. Der Grönlandhai wird 4 bis 5 Meter lang. Die grössten Exemplare können fast 8 Meter Länge erreichen und bis zu 2,5 Tonnen wiegen. Sein Körper ist torpedoförmig, seine Färbung graubraun bis olivgrün.
Der Grönlandhai ist noch wenig erforscht. Sein Gefährdungsgrad ist nicht bekannt. Die ersten Filmaufnahmen lebender Eishaie wurden erst 1998 von US-amerikanischen Forschern gedreht. Momentan untersucht ein kanadisch-amerikanisches Forscherteam in der Baffin Bay die Haie. Es hat ein Exemplar mit einem Sender versehen, um seine Wanderwege und Tauchtiefen zu dokumentieren.
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