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Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wurde nach Darstellung seines Anwaltes vor dem Flug nach Russland zur Ausreise aus Hongkong aufgefordert. Ein Mann habe sich bei Snowden gemeldet und angegeben, die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone zu vertreten, sagte Albert Ho heute vor Journalisten. Dieser habe gesagt, Snowden könne Hongkong verlassen und sollte dies auch tun. «Das ist ein sehr ungewöhnlicher Vorgang», sagte Ho, der auch Abgeordneter im Regionalparlament ist.
Snowden wird in den USA gesucht, weil er geheime Informationen über Spähaktionen an Medien weitergegeben hat. Er flog am Sonntag nach Russland und hat nun Asyl in Ecuador beantragt. Noch aber soll sich der Amerikaner auf dem Moskauer Flughafen befinden.
Das US-Justizministerium zeigte sich über die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone enttäuscht. Bei den Gesprächen hätten Vertreter Hongkongs mit Blick auf den US-Antrag zur Festnahme keine Probleme erkennen lassen. «Deswegen empfinden wir ihre Entscheidung als besonders beunruhigend», hiess es aus dem Ministerium.
Auch Assange setzt auf Ecuador
Die Regierung in Washington die Staaten auf dem amerikanischen Kontinent ausserdem zur Zusammenarbeit bei der Fahndung auf. Snowden dürfe nicht erlaubt werden, sich zu verstecken oder in ein anderes Land ausser den USA weiterzureisen, erklärte das Aussenministerium am Sonntag. Konkrete Staaten wurden nicht genannt.
Ob das von dem Sozialisten Rafael Correa regierte Ecuador dem Asylantrag stattgibt, war zunächst unklar. Snowden würde sich damit in die selben Hände wie der Wikileaks-Gründer Julian Assange begeben, der aus Furcht vor US-Behörden vor einem Jahr in die Botschaft Ecuadors in London flüchtete. Großbritannien lässt Assange nicht ausreisen. Wikileaks hatte zahllose Dokumente über die Aktivitäten von US-Geheimdiensten und Diplomaten enthüllt.
(tno/reuters)