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Die Ausstellung «François Truffaut – Passionnément» der Cinémathèque Fraçaise, die nach Paris und Sao Paolo 2016 in der Fondation APCd in Marly (Fribourg) gastiert, verdankt sich u.a. dem obsessiven Hang des Sammlers Truffaut, alles aufzubewahren. Der von seiner Familie zur Verfügung gestellte Archivfonds umfasst über tausend Text- und Bildobjekte, neben Zeichnungen, Fotografien oder handschriftlich bearbeiteten Drehbüchern auch bisher unveröffentlichte Dokumente wie Probeaufnahmen von Schauspielern, Kostümentwürfe für Le dernier métro, Aufnahmen von Dreharbeiten sowie Requisiten. Korrespondenzen, handschriftliche Notizen und Hefte geben einen Abriss des romanesken Universums, aber auch der literarischen Vorlieben des Regisseurs, der mehrere Romane verfilmt hat, so Jules et Jim und Les deux anglaises et le continent von Henri-Pierre Roché, Fahrenheit 451 von Ray Bradbury und nicht zuletzt die fünf Filme aus der «Série noire».
Der Werdegang Truffauts wird in acht Kapiteln dokumentiert, von seiner frühen Kindheit bis zur Rezeption seines Werks im zeitgenössischen Film. Die Kindheit, die ihm als Inspiration dient, um Werke wie Les quatre cents coups zu schreiben, tritt mit der Thematik der Erziehung in seinen Filmen immer wieder auf. Mit 21 Jahren ist François Truffaut Kritiker, Autodidakt, überaus produktiv und ein Einzelkämpfer. Er schreibt zwischen 1953 und 1958 mehrere hundert Artikel für Les Cahiers du cinéma und in der Wochenzeitschrift Arts, wobei er die Arbeitsweise der Filmkritik von Grund auf verändert. Sein Buch «Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?», das er mit seiner amerikanischen Freundin Helen Scott realisierte und 1966 publizierte, beeinflusste das Verlagswesen von Filmbüchern weltweit.
Im Anschluss an die mythische Zeitspanne der Nouvelle Vague erörtert die Ausstellung Truffauts grosse Themen, seine Arbeitsweise und seine weltweite Einflussnahme. Die Erziehung der Gefühle steht im Mittelpunkt der fünfteiligen Doinel-Serie mit seinem Lieblingsschauspieler Jean-Pierre Léaud, die sich über zwanzig Jahre des Erwachsenwerdens erstreckt. Das Motiv der leidenschaftlichen Liebe in Filmen bringt Truffaut mit Schauspielerinnen wie Jeanne Moreau, Marie Dubois, Françoise Dorléac, Claude Jade, Catherine Deneuve, Bernadette Lafont, Isabelle Adjani, Marie-France Pisier, Nathalie Baye, Fanny Ardant an der Seite von Charles Aznavour, Jean Desailly, Oskar Werner, Charles Denner, Jean-Louis Trintignant und Gérard Depardieu auf die Leinwand.
Die Vernissage findet am 3. März um 18.00 Uhr statt.