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Der deutlich spürbare Klimawandel in unserer Region erfordert ein Umdenken. Einerseits ist zukünftig mit anhaltenden Hitze- und Trockenperioden zu rechnen, andererseits mit Starkregen und Überschwemmungen. Das Wasser, das zeitweise im Überfluss vorhanden ist, kann bald danach knapp werden.
Mit diesen Aussichten wäre es falsch, Regenwasser, vermischt mit wertvollem abgeschwemmtem Humus, am tiefsten Punkt des Geländes in gigantische Rückhaltebecken einzuleiten und dort als „Abwasser“ zu behandeln. Die von der Gemeinde geplanten, überdimensionierten Rückhaltebecken am Immen- und Bettingerbach mit riesigen Staudämmen von über 6 Metern beruhen auf einer veralteten Praxis.
Das Bundesamt für Umwelt, BAFU, hat diese Problematik erkannt und überarbeitet zurzeit die geltenden Wassergesetze. Im Bericht „Regenwasser im Siedlungsraum“ (Herausgeber BAFU und Bundesamt für Raumentwicklung, ARE, 2022) wird eine klimaangepasste, nachhaltige, dezentrale Bewirtschaftung der Ressource Regenwasser gefordert. Für den Vollzug sind die Kantone und Gemeinden zuständig. Das Gewässerschutzgesetz, GSchG, fordert, Niederschlagswasser in erster Priorität am Ort wo es auf den Boden trifft zurückzuhalten und verdunsten und versickern zu lassen und erst in zweiter Priorität, möglichst verzögert, in ein Oberflächengewässer abzuleiten.
Da in der Schweiz die Trockenperioden und Starkregenereignisse zunehmen, ist jetzt die Zeit zum Handeln! Es ist nicht zielführend, sich lediglich auf Schadensvermeidung zu konzentrieren. Die Rückhaltebecken-Projekte wurden vom Gemeinderat jedoch mehrfach und auch im Bericht an die Sachkommission als die beste Lösung von verschiedenen Varianten dargestellt: „Bei sämtlichen Bächen hat die Variante mit dem Rückhaltebecken sowohl bei der Beurteilung der einzelnen Kriterien wie auch finanziell am besten abgeschlossen. Für die weitere Planung und detailliertere Kostenermittlung wurde deshalb diese Variante weiterverfolgt“. Die Resultate von zwei Variantenstudien, nämlich Bachgerinneausbau (Variante 2) und Bachgerinneausbau in Kombination mit kleinen Rückhaltebecken (Variante 3), wurden der Öffentlichkeit vorenthalten. Wir zeigen auf dieser Homepage, dass die Varianten-Beurteilung der Gemeinde nicht stimmt, dass die bisher versteckten Varianten in der Gesamtbewertung sogar besser abschneiden und zeigen unter „Alternative Lösungen“, wie ein nachhaltiger, natur- und landschaftsverträglicher Hochwasserschutz aussehen kann.
Das letztjährige Unwetterereignis am 17.8.22 wurde zum Problem wegen abgeernteten, brachliegenden Feldern. Der ausgetrocknete, harte Boden konnte kein Regenwasser aufnehmen, Ernterückstände und Humus wurden talwärts über die Felder und Wege abgeschwemmt (EROSION) und verstopften im Nu die gesamte Kanalisation. Aus dem Einzugsgebiet des Immenbachs wurde daher das Regenwasser-Schlammgemisch entlang von Moosweg, Rheintalweg, Mohrhaldenstrasse und Eisenbahnweg bis in den Dorfkern abgeschwemmt. Genau diese Massen gilt es frühzeitig zu stoppen, ehe sie mit voller Wucht und Gewalt unten ankommen! Es kann nicht sein, dass diesem Gemisch ungebremst erst durch Dämme zwischen den Häusern Einhalt geboten wird, nachdem erneut auf den Feldern und in den Freizeitgärten alles verwüstet wurde.
Leider war jahrelang verpasst worden, die Felder klimaangepasst zu bestellen und zu bewirtschaften. Dies soll sich nun mit dem „Slow-water-Projekt“ des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain grundlegend ändern. Wir fordern die Gemeinde aber auf, das Projekt nicht isoliert zu bearbeiten, sondern in den Masterplan Hochwasserschutz planerisch und rechnerisch zu integrieren und eine zeitgemässe dezentrale Regenwasserbewirtschaftung zu planen.
Es gilt also mit allen Mitteln, im Sinne von BAFU und ARE