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In Italien hat die Vereinigung der Evangelischen Kirchen in Italien (FCEI) gemeinsam mit der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio das Projekt «Mediterranean Hope» ins Leben gerufen. Unter anderem hat das Projekt sogenannte humanitäre Visa möglich gemacht: Die Kirchen haben von den italienischen Behörden die Erlaubnis, so tausend Flüchtlinge sicher und legal nach Italien zu bringen. HEKS unterstützt dieses Projekt finanziell.
Tag für Tag überqueren einige hundert bis tausend Flüchtlinge das Mittelmeer und versuchen, nach Europa zu gelangen. Die Situation in ihren Herkunftsländern ist so desolat, dass sie bereit sind, auf der Flucht ihr Leben zu riskieren.
Bis Mitte August 2017 sind bereits über 2400 Flüchtlinge bei der Überquerung des Mittelmeeres ums Leben gekommen.
Die FCEI, deren grösstes Mitglied die Waldenser sind, sowie die Gemeinschaft «Sant’Egidio» haben deshalb nach Möglichkeiten gesucht, damit zumindest verletzliche Flüchtlinge auf sicherem Weg nach Europa gelangen können. Sie berufen sich dabei auf das System der sogenannten humanitären Korridore. Dabei kann ein Staat Visa für ein begrenztes Gebiet ausstellen.
FCEI und Sant’Egidio haben im November 2015 mit dem Italienischen Staat eine Vereinbarung getroffen, die den beiden Organisationen erlaubt, innerhalb von zwei Jahren 1000 besonders verletzliche Flüchtlinge auszuwählen und sie danach auf sicherem Weg nach Italien zu bringen. Gleichzeitig verpflichten sich FCEI und Sant’Egidio, während des Asylverfahrens in Italien für die Flüchtlinge aufzukommen und deren Unterkunft, Verpflegung sowie Integrationsmassnahmen wie Sprachkurse zu finanzieren.
Bis August 2017 sind 847 Flüchtlinge, meistens aus Syrien, mit einem humanitären Visum von Libanon nach Italien gelangt. Ende Oktober 2017 wird die letzte Gruppe mit rund 80 Flüchtlingen einreisen. HEKS unterstützt die FCEI bei der Unterbringung von 40 Flüchtlingen aus jener Gruppe, die Ende Oktober einreisen kann.