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Wie viele Segmente grösserer Asset-Kategorien haben dieses Jahr Emerging Market Smaller Companies nach kräftigen Einbussen in Folge der Marktturbulenzen des vergangenen Jahres outperformt. Der MSCI Emerging Market Smaller Companies Index hat in den ersten vier Monaten 2009 26% gewonnen, wobei der Hauptindex MSCI Emerging Markets, sich mit 18% schlechter entwickelte.
Die signifikante Rally, welche Schwellenländer in den letzten Monaten erlebten, könnte mit dem aktuellen Optimismus zur Weltwirtschaft zusammenhängen. Trotz dieser Rally sind die unmittelbaren Aussichten für Aktienmärkte der Schwellenländer wegen der anhaltenden Verschlechterung der Weltwirtschaftslage und der weiteren Auswirkungen der Finanzkrise gedämpft. Nachfragerückgang und unveränderte Kosten drücken auf die Margen und die Ertragslage. Insgesamt stellt sich die Lage in den Emerging Markets allerdings wesentlich besser dar als in den vergangenen Jahrzehnten. Im Gegensatz zu den hoch verschuldeten entwickelten Ländern können die Schwellenländer mit ihrer hohen Sparquote und Kapitalautonomie nun Überschüsse bei Steuer- und Leistungsbilanz vorweisen.
Geringer Inflationsdruck
Das rückläufige Wachstum der Weltwirtschaft sollte man differenziert betrachten. Die exportorientierten Schwellenländer leiden unter sinkender Nachfrage nach ihren Ausfuhrprodukten und fallenden Preisen für ihre Rohstoffe. Andererseits führen die sinkenden Zinssätze der Zentralbanken zu einem geringeren Inflationsdruck, der sich positiv auf die Lohnsituation und die Unternehmensgewinne auswirkt und die Regierungen zu Erleichterungen in der Geld- und Steuerpolitik ermutigt. Zudem kann sich die Binnennachfrage in den Schwellenländern auf eine wachsende Mittelschicht stützen, die dem Nachfragerückgang aus dem Ausland entgegenwirkt.
Der aufstrebende Binnenmarkt zählt generell zu den grössten Vorteilen der Schwellenländer mit ihrer jungen und dynamischen Bevölkerung. Mit der zunehmenden Zahl der Erwerbstätigen bildet sich auch in den Schwellenländern eine breitere Mittelschicht aus, deren Kaufkraft die Binnenkonjunktur antreibt. Auf diese attraktive Mittelschicht zielen zahlreiche kleinere Unternehmen. Anleger erhalten hier über die Small Caps (Marktkapitalisierung unter 2,5 Mrd Dollar) besseren Zugang zu diesem attraktiven Marktsegment als über die Large Caps.
Langfristig orientierte Anleger, die in der Lage sind, die Unternehmensbilanzen zu analysieren, die Geschäftsmodelle zu prüfen und das Management zu befragen, können hier gute Einstiegsgelegenheiten finden. Bei den GEM-Unternehmen dürfen sie höhere Dividenden und stärkere Bilanzen erwarten als bei den Large Caps.
Beispiele für gut geführte GEM-Unternehmen mit Ausrichtung auf den inländischen Verbraucher sind der türkische Einzelhandelsdiscounter BIM, der philippinische Gastronomiespezialist Jollibee Foods Corporation und der brasi-lianische Einzelhändler Lojas Renner. In der Türkei profitiert BIM vom Strukturwandel vom informellen hin zum organisierten Einzelhandel; das philippinische Unternehmen Jollibee verfügt über das grösste Restaurantnetz auf den Philippinen und schnell wachsende Organisationen in China und anderen asiatischen Ländern; Lojas Renner konzentriert sich mit knapp 100 Ladenlokalen auf den Bekleidungssektor für die wachsende brasilianische Mittelschicht. Die Strategie ist dabei wie bei vielen Small Caps in Schwellenländern darauf ausgerichtet, von der anstehenden Konsolidierung der stark fragmentierten Märkte zu profitieren, die bisher vom informellen Sektor dominiert wurden.
Rendite aufbessern
Es ist unklar, wie lange die Erholung an den Börsen anhalten wird. Sicher ist, dass die Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten düster bleiben und sich weiter verschlechtern werden, bevor es wieder aufwärts geht. Soweit hat die Rally auf der Erwartung basiert, die Weltwirtschaft könne sich schnell erholen. Dies scheint jedoch unwahrscheinlich, wenn man die tiefen strukturellen Probleme der entwickelten Wirtschaften anschaut. Es ist auch unwahrscheinlich, dass der Abschwung in den entwickelten Ländern bald einen Boden findet. Wenn der Aufschwung kommt, liegt der Vorteil bei den Schwellenländern, die das bessere Wachstumspotenzial haben.
Das Subsegment der Emerging Market Smaller Companies ist etwas anders zu betrachten als das Hauptsegment der Emerging Markets. Wie in den entwickelten Ländern auch, eignen sich die Small Caps in den Schwellenländern als Ergänzung zu einer Investition in den allgemeinen Index. Mit einem disziplinierten Investmentansatz und langfristiger Ausrichtung kann eine Investition in dieses Subsegment die Diversifizierung des Portfolios stärken und die Rendite aufbessern.