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Zürich/Stuttgart, 29.1.2020 – Rom im 1. Jh. n. Chr. ist die Hauptstadt eines Weltreiches und eine Stadt von Migrantinnen und Migranten. Hier, in diesem Schmelztiegel von Kulturen und Religionen, bildet sich eine Keimzelle des Christentums, die im Laufe der Jahrhunderte immer einflussreicher wird. Diese Entwicklung zeichnet «Welt und Umwelt der Bibel» in einem reich bebilderten Heft anschaulich nach.
Die ersten Christinnen und Christen in Rom stammten aus dem gesamten Mittelmeerraum. Wie auch viele Juden sind sie oft Sklaven, die im Zuge der römischen Eroberungen «importiert» wurden, oder Nachkommen von Freigelassenen. Die meisten von ihnen lebten in den ärmlichen Randbezirken der Weltstadt (Peter Lampe). Mit der Zeit entwickeln sich die christlichen Hausgemeinden aus den jüdischen Synagogen – von denen etwa 14 inschriftlich bezeugt sind – heraus. Einen einheitlichen Gemeindeverband, «die Kirche», gibt es zunächst nicht.
Die Artikel des Heftes stellen Meilensteine dieser Entwicklung vor: Paulus versucht in seinem Brief an die römischen Hausgemeinden, sie als Basis für seine geplante Mission in Spanien zu gewinnen (Michael Theobald). Das Markusevangelium – wohl in Rom angesichts des Aufstiegs Kaiser Vespasians geschrieben – stellt der Propaganda Vespasians die dienende und befreiende Macht Jesu gegenüber (Heinz Blatz). In den Katakomben des 2. und 3. Jahrhunderts wird über den Tod hinaus sichtbar, dass die Gemeinden alternative Lebensmodelle verfolgen: Die meisten Bestatteten verzichten auf die sonst üblichen Ehreninschriften (Jutta Dresken-Weiland). Die zunehmende christliche Verkündigung in der römischen Öffentlichkeit wird von freien LehrerInnen und Philosophen wie Justin und Hippolyt wahrgenommen, was zu Konflikten und Verfolgungen führen konnte (Katharina Bracht). Mit der Anerkennung des Christentums ab dem 4. Jh. verschiebt sich das Bild: Die Erinnerung an die «Apostelfürsten» Petrus und Paulus wird immer stärker gepflegt und schliesslich das Papsttum als tonangebendes christliches Machtzentrum ausgebaut (Andreas Müller).
Für die Anfänge des römischen Christentum konstatiert Peter Lampe jedoch: «Die Welthauptstadt Rom diente im 2. Jh. gleichsam als Laboratorium, in dem verschiedene Spielarten des Christusglaubens sich ausprobierten und lange Zeit noch nicht machtpolitisch ausgehandelt war, was als «rechtgläubig» und «ketzerisch» gelten sollte.» Das wäre doch eine interessante Rolle Roms für die Weltkirche im Umbruch heute …
«Rom: Die Stadt der frühen Christen» ist ein unverzichtbarer Begleiter für alle, die Rom auf den Spuren der frühen Christinnen und Christen entdecken wollen – bei einer Reise vor Ort oder zuhause.
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Welt und Umwelt der Bibel ist hier erhältlich:
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