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Stan Lee, Schöpfer von «Spider-Man», «Hulk» und «X-Men», ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Comic-Welt verliert einen Helden unter Superhelden.
Rund 350 Comicfiguren schuf Stan Lee gemeinsam mit seinen Mitarbeitern. Und mit seinem prägnanten Konterfei – weisse Haare, Schnurrbart, Flieger-Sonnenbrille – wurde er bald selbst eine Art Meta-Superheld.
Während bei den Konkurrenten von DC Comics die Superhelden immer etwas abgehobenes hatten – «Batman» lebt privat als Millionär Bruce Wayne, «Superman» kommt als allmächtiger Adonis vom Himmel geflogen –, zeigte Lee bei Marvel auch die menschliche, natürliche Seite der übernatürlichen Helden: «Daredevil» ist blind, «Hulk» hat unkontrollierte Wutausbrüche. Auch die «X-Men»-Figuren haben körperliche, geistige oder Verhaltens-Schwächen.
«Ich wusste nie, wer diese Charaktere sind», sagte Lee 2013 mit Blick auf Helden anderer Verlage. «Übernatürliche Kräfte heissen, denke ich, nicht, dass es keine Charakterschwächen gibt, Familienprobleme oder sogar Geldsorgen. Ich habe versucht, Figuren als menschliche Wesen zu schreiben, die auch übernatürliche Kräfte haben.»
Doch welche der Helden von Lee werden in Erinnerung bleiben? Wir haben uns an eine Liste gewagt:
Das sind die 15 bekanntesten Charaktere, die von Lee und anderen Marvel-Künstlern erschaffen wurden an. Ein Rating, inspiriert von cbr.com.
The Fantastic Four entstanden 1961 bei der ersten Zusammenarbeit zwischen Stan Lee und Jack Kirby – und sie waren ein Erfolg. Anders als damals bei Superhelden üblich, waren The Fantastic Four fehlerhaft, stritten miteinander und hatten Selbstzweifel. Ihr Erfolg hält bis heute an: Bisher wurden den Helden vier Zeichentrickserien sowie vier Filme gewidmet.
1964 schuf Lee mit dem Künstler Bill Everett «The Man Without Fear» (dt.: den Mann ohne Furcht») für die Comic-Reihe «Daredevil». Er war bis dahin der erste Superheld mit einer Beeinträchtigung – er ist nämlich blind. Ben Affleck spielte 2003 die Rolle von Daredevil in einem Actionfilm.
Scarlet Witch wurde von Lee und Jack Kirby geschaffen und gab ihr Debüt 1964 bei «X-Men». Sie gehört zu den wichtigsten Charakteren im Marvel-Universum.
Die Inhumans – ebenfalls von Lee und Kirby geschaffen – erschienen erstmals 1965 bei «The Fantastic Four» und erhielten 1977 eine gleichnamige Comic-Reihe mit 12 Ausgaben. 1998/1999 erschien die Fortsetzung «Inhumans 2».
Nick Fury war Hauptcharakter der 1963 publizierten Serie «Sgt. Fury and His Howling Commandos» und trat später bei «The Fantastic Four» auf. Er erschien zudem in Dutzenden Comicserien, Videospielen und Zeichentrickserien. Samuel L. Jackson verkörperte den Charakter im Film «The Avengers».
Black Panther war der erste schwarze Superheld in der amerikanischen Comic-Geschichte. Er feierte seinen Einstand 1966 in «The Fantastic Four». Er hatte diverse Gastauftritte in verschiedenen Serien und wurde 2018 verfilmt.
Der Bösewicht Hawkeye wurde von Lee und Don Heck geschaffen und wurde erstmals 1964 als Gegner von Iron Man in «Tales of Suspense» abgedruckt. Wenige Jahre später schloss er sich den Avengers an. 1983 verlor er in der Miniserie «Hawkeye» sein Gehör. Jeremy Renner spielte 2011 den Charakter im Film «Thor».
Doctor Stephen Strange ist ein Produkt von Lee und dem Künstler Steve Ditko aus dem Jahr 1963. Der Held erreichte zwar nie einen Kultstatus wie Spider-Man oder Iron Man – allerdings war der Film «Doctor Strange» aus dem Jahr 2016 der siebterfolgreichste Kino-Hit von Marvel und brachte 677 Millionen Dollar ein.
Neben Jack Kirby und Stan Lee war auch dessen Bruder Larry Leiber bei der Erschaffung von Ant-Man beteiligt. Allerdings war Ant-Man bei seinem Erstauftritt 1962 in «Tales of Astonish» noch kein Superheld. Die Fähigkeit, seine Grösse beliebig zu verändern, ist auf seinen Anzug zurückzuführen. Erst später erlangte er übernatürliche Kräfte und war Teil der Avengers.
Natalia «Natasha» Romanova, die schwarze Witwe, feierte ihren Einstand 1964 in den «Tales of Suspense», die von Stan Lee geplant und bearbeitet, von Don Rico geschrieben und von Don Heck gezeichnet wurden. Sie war eine russische Spionin und Antagonistin von Iron Man. Später ging sie in die Vereinigten Staaten über und trat 1966 den Avengers bei. Scarlett Johansson spielte die Black Widow in insgesamt fünf Marvel-Verfilmungen.
Hulk war ursprünglich der Hauptcharakter in der Solo-Serie «The Incredible Hulk» von 1962, die nach nur sechs Ausgaben eingestellt wurde. Lee entwickelte die Figur zusammen mit Steve Ditko. Allerdings mochte Lee diese Figur und liess sie in «Tales to Astonish» erneut auftreten. Inspiriert wurden die Erschaffer von Frankenstein, Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Hulk ist eines der Aushängeschilder von Marvel und trat in unzähligen Filmen auf.
Seinen Erstauftritt hatte Thor 1962 in «Journey into Mystery» – er ist auch eines der Gründungsmitglieder der Avengers. Er entspringt der Idee von Kirby, Lee und dessen Bruder Larry Lieber.
Die Abenteuer von Iron Man wurden erstmals 1963 veröffentlicht. In den neueren Spielfilmen zeichnen den Superheld sein Verstand und sein höhnischer Humor aus. Allerdings wurde er ursprünglich für einen anderen Zweck erschaffen und wies anfänglich andere Charakterzüge auf. Er war sehr zurückhaltend und ernst. Lee erschuf ihn, um Themen, die im Kalten Krieg aktuell waren, zu erforschen. Dazu gehörte die Rolle der amerikanischen Technologie und der Wirtschaft im Kampf gegen den Kommunismus.
Die X-Men sind wahrscheinlich die bekannteste Gruppe von Superhelden. Der ursprünglichen Gruppe gehörten Professor X, Cyclops, Jean Grey, Beast, Angel und Iceman an, aber schon bald traten neben Hulk und Spider-Man weitere Mitglieder bei.
Lee wollte mit «X-Men» gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Vorurteile thematisieren. Die X-Men – allesamt Mutanten – versuchen in der Welt der Menschen zu leben und stossen immer wieder auf Ablehnung und Hass.
Spider-Man ist Marvels erfolgreichster und profitabelster Charakter: Comic-Bücher, Filme, Trickfilme, Videospiele und sonstige Verkaufswaren bringen Marvel jährlich rund 1 Milliarde Dollar ein. Spider-Man ist seit seinem Debüt 1962 ein absoluter Renner. Mit dem wachsenden jungen Publikum wollte Stan Lee eine Figur schaffen, mit der sich diese identifizieren können.
(sda/dpa/vom)
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