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Die Ortschaft Kamonyi liegt etwa 30 km südwestlich von Kigali. Vor zwei Jahrzehnten hat die Schweizer Laienmissionarin Anne Marie Steiner hier ein Haus errichtet, um psychisch und mental kranken Menschen – vorwiegend Frauen mit ihren Kindern – ein Zuhause und eine minimale medizinische Versorgung zu bieten. Seelisch Kranke haben in der ruandischen Gesellschaft praktisch keine Chance – ihre Leiden werden nicht verstanden, die Einschränkungen nicht akzeptiert. Es gibt in Ruanda einige wenige psychiatrische Kliniken. Ohne Geld oder Krankenversicherung ist man aber von jeder psychiatrischen Versorgung ausgeschlossen. Hier setzt das «Sozialhaus Kamonyi» an.
Refugium für Verstossene
Das Haus wird heute von Frau Vénéranda Ufitwenaryo geführt. Sie hat als Spätfolge des Genozids von 1994 psychisches Kranksein und gesellschaftliche Diskriminierung selbst erfahren. Heute widmet sie sich ganz der Versorgung von seelisch Kranken. Vénéranda beherbergt etwa 15 Menschen, zumeist Frauen, teilweise mit Kindern – auch einige Waisen finden Unterschlupf. Sie hilft den Verstossenen mit Nahrung, Kleidung, Schulgebühren und Medikamenten – ärztlichen Rat bekommt sie von einer psychiatrischen Klinik in Kigali, deren Fachleute ihr vertrauen. Sie hilft darüber hinaus etwa 50 kranken Menschen in der näheren Umgebung, die nicht im Sozialhaus wohnen.
Engagement am Rand der Gesellschaft
Das «Sozialhaus Kamonyi» ist ein Projekt auf privater Basis. Es bekommt weder vom Staat noch von der Kirche Unterstützung – von sporadischen Spenden abgesehen. Zur Selbstversorgung werden Maniok, Mais und Bohnen angebaut. Das Leben spielt sich auf einem sehr bescheidenen Niveau ab, und Vénéranda kämpft fortwährend um die zur Grundversorgung nötigen Mittel. – Nach einer Evaluation und einem Besuch vor Ort hat sich CHN entschieden, das «Sozialhaus Kamonyi» zu unterstützen.