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Das Ensemble AUX PIEDS DU ROY wurde 2005 von Dirk Börner und Michael Form gegründet mit dem Ziel, sich intensiv der Erforschung und Interpretation französischer Kammermusik um 1700 zu widmen. Der altfranzösische pied ist eine Maßeinheit, die unter anderem dazu benutzt wurde, um verschiedene Pendellängen zu bestimmen, von denen sehr präzise musikalische Tempi abgeleitet werden konnten. Das Pendel war der barocke Vorläufer des klassischen Metronoms und wurde vor allem in französischen Traktaten des 18. Jahrhunderts zur exakten Tempobestimmung von Tanzsätzen herangezogen.
Die Präposition aux des Ensemblenamens ist als augenzwinkernde Anspielung darauf zu verstehen, dass in den concerts d’appartement Louis’ XIV die königlichen Kammermusiker gewissermaßen zu Füßen des Monarchen spielte. Außerdem war der Roy du Soleil selbst bekanntlich einer der besten Tänzer seines Reiches.
2007 ermöglichte ein Forschungsauftrag der Hochschule der Künste Bern ein breit angelegtes Forschungsprojekt mit dem Titel «Vers une nouvelle plasticité du rhythme» zur Wechselwirkung von Musik und belle danse im französischen Hochbarock. Das künstlerische Resultat ist eine mehrfach ausgezeichnete CD-Einspielung der Pièces en trio von Marin Marais für Ambronay Editions und Harmonia Mundi France. Ab 2008 folgt das Ensemble AUX PIEDS DU ROY Einladungen in die Salle Gaveau und die Bibliothèque Nationale nach Paris, zum Festival Winter in Schwetzingen, zu den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und anderen wichtigen Festivals in Frankreich und Italien. Nachdem Michael Form und Dirk Börner 2013 für ihre CD «Bach Remixed» mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet wurden, erarbeiteten sie mit ihrem gemeinsamen Ensemble das Album «Specualtion on J.S. Bach», ein ambitioniertes Programm mit rekonstruierter Kammermusik, für das sie einen im Februar 2019 einen weiteren Diapason d’Or erhielten.