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Die Psychotherapeutinnen unseres Teams verfügen über ein breites Arsenal an Therapiemethoden, so dass eventuell auch die Kombination verschiedener Therapien zum Einsatz kommen kann. Alle eingesetzten Therapiemethoden sind anerkannt wirksam. Eine kleine Auswahl mit Erläuterungen der eingesetzten Verfahren:
Erläuterung der Schweizerischen Gesellschaft für kognitive Verhaltenstherapie:
Die Basis kognitiver Therapieverfahren ist die Erkenntnis, dass ein Mensch über seine Vorstellungen und Gedanken (Kognitionen) sein Verhalten, sein Erleben und damit auch seine Gefühle beeinflussen kann. Gedanken wie "Ich muss perfekt sein" oder "Jeder soll mich mögen" können zu Anspannung, Stress und negativem Selbsterleben führen. Bewerten wir eine Situation hingegen als neutral, normal und in Ordnung (z.B. „Fehler machen ist normal“ oder „ich bin in Ordnung, auch wenn mich jemand nicht mag“), so fühlen wir uns entspannter und ruhiger.
Auch wenn wir uns viele Einstellungen, die zu unseren aktuellen Problemen geführt haben, in der Vergangenheit - insbesondere in der Kindheit – angeeignet haben, setzen die kognitiven Therapieverfahren (im Gegensatz zu anderen psychologischen Verfahren) nicht in der Vergangenheit, sondern im Hier und Jetzt an. In der kognitiven Verhaltenstherapie geht es darum, unangemessene Bewertungen und Gedanken, die zu negativen Gefühlen wie Angst und Wut oder letztlich zu Depression führen, umzugestalten.
Typische Gedankengänge, die sowohl ein erfolgreiches Handeln als auch positive Gefühlserfahrungen im Alltag einschränken:
1. Schwarz-Weiss-Denken: Erlebnisse werden entweder nur als gut oder nur als schlecht beurteilt, Zwischentöne werden nicht wahrgenommen.
Beispiel: Unangemessener Gedanke: "Wenn ich nicht der Beste bin, bin ich ein Versager."
Hilfreicher Gedanke: „Bei dieser Arbeit war ich nicht erfolgreich, in andern Projekten hatte ich jedoch Erfolg.“
2. Katastrophisieren: Es werden generell negative Vorhersagen in die Zukunft gemacht. Andere, auch wahrscheinlichere Möglichkeiten werden gar nicht erst bedacht.
Beispiel: Unangemessener Gedanke: "Wenn ich meine Beziehung beende, werde ich nie mehr einen Partner finden."
Hilfreicher Gedanke: „Im Leben gibt es immer wieder neue Chancen“.
3. Positives umdeuten: Persönliche Erfolge werden auf die Umstände zurückgeführt. Betroffene bewerten sich selber negativ.
Beispiel: Unangemessener Gedanke: "Ich habe die Prüfung nur bestanden, weil ich Glück hatte."
Hilfreicher Gedanke: „Ich habe es geschafft, mich in einer Prüfung auf das Wesentliche zu konzentrieren.“
4. Gedankenlesen: Betroffene haben den Eindruck, sie wüssten, welche negativen Gedanken andere Menschen über sie denken
Beispiel: Unangemessener Gedanke: "Mein Chef denkt, ich sei nicht fähig."
Hilfreicher Gedanke: „Solange der Chef sich nicht beschwert, wird er zufrieden sein.“
5. Personalisierung: Betroffene gehen davon aus, dass sich das Gegenüber nur ihretwegen unangemessen verhält.
Beispiel: Unangemessener Gedanke: "Der Kollege grüsste mich heute nicht. Also mag er mich nicht."
Hilfreicher Gedanke: „Der Kollege war heute sehr mit sich beschäftigt und nahm seine Umgebung gar nicht mehr wahr.“
6. Imperative Aussagen: Eine starre Vorstellung davon haben, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll.
Beispiel: Unangemessener Gedanke: "Mein Chef sollte wertschätzender sein.“
Hilfreicher Gedanke: „Ich kann meinen Chef nicht ändern. Er wird erst mehr Wertschätzung geben, wenn er dazu bereit ist.“
Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine der am besten erforschten psychotherapeutischen Methoden. Die eingesetzten Verfahren und therapeutischen Strategien sind in unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungen überprüft und in ihrer Wirksamkeit bestätigt worden.
In den Therapiesitzungen werden – neben dem Gespräch - verschiedene zusätzliche Methoden eingesetzt wie Entspannungsverfahren, Konfrontationsverfahren, Vorstellungsübungen, systematische Desensibilisierung, therapeutische Hausaufgaben und andere.
Ziel dabei ist es dem Patienten unangemessene Gedanken/Gedankenfehler bewusst zu machen, ihn dabei zu unterstützen, hilfreichere Gedanken zu entwickeln und sein Verhalten zu ändern sowie ihn zu befähigen, seine Problemlösungskompetenz zu verbessern, so dass er künftig seine Probleme selber lösen kann.
Erläuterung der Arbeitsgemeinschaft Verhaltensmodifikation:
Diese Therapiemethode kann bei fast allen psychischen Störungen bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern zum Einsatz kommen.
Die Therapie ist eine spezifische Beziehung zwischen den Hilfesuchenden und ihren Verhaltenstherapeuten. Das gemeinsame Ziel ist, Veränderungen von Gefühlen, Gedanken, Einstellungen sowie Veränderungen im Verhalten und Handeln herbeizuführen. Die verhaltentherapeutischen Verfahren sind überwiegend gesprächs- und verhaltensorientiert und orientieren sich an ethischen und psychologischen Prinzipien.
Die moderne Verhaltenstherapie betrachtet menschliches Leiden in erster Linie als Ergebnis von Lernprozessen. Durch die Anwendung von Verhaltens- und Lernprinzipien kann das Leiden verändert werden. Dabei ist die Therapieform sehr offen, sodass jederzeit neues Wissen in die Therapie integriert werden kann.
Die Aufgabe der Verhaltenstherapeuten besteht darin, die Patienten beim Erreichen ihrer Ziele in optimaler Weise zu unterstützen. Die Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei im Mittelpunkt. Obwohl der Fokus auf das gegenwärtige Leben gelegt wird, werden Einsichten in die Entstehungsgeschichte und in die möglichen Ursachen der Probleme eröffnet, auf Grunde deren den Patienten von den Verhaltenstherapeuten Fähigkeiten vermittelt werden, mit welchen sie künftig besser zurecht kommen.
Das menschliche Leiden wird gelindert und die Handlungsfähigkeit der Hilfesuchenden erweitert. Die gesundheitsfördernden Veränderungen betreffen auch die soziale Umgebung und die Beziehungen. Verhaltenstherapeuten legen Wert auf eine Prüfung der Wirksamkeit ihrer Therapie und legen die Ziele und Vorgehensweisen der Behandlungen oft vertraglich fest.
Wir sind Teil eines engeren und weiteren (globalen) Systems, welches Einfluss auf uns hat. Die systemische Therapie berücksichtigt diese Aspekte und ist ein weltweit wissenschaftlich fundiertes Therapieverfahren.
Systemische Therapie bezieht Angehörige und weitere Personen in die Behandlung ein, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei erwachsenen Patienten. Häufig werden Angehörige oder manchmal auch andere für den Patienten relevante soziale Akteure in die Behandlung einbezogen. Formen sind beispielsweise systemische Paar- oder Familientherapie, systemische Multifamilien-Gruppentherapie oder systemische Gruppentherapie.
Systemische Therapie wirkt schnell, weil sie auf Stärken, Lösungen und Ressourcen fokussiert: Ziel Systemischer Therapie ist, Patienten dazu anzuregen und zu ermutigen, schnell wieder auf eigenen Füßen zu stehen und ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Deshalb legt Systemische Therapie von Anfang an, oft schon in der ersten Sitzung, besonderen Wert auf Empowerment, Ressourcenaktivierung und Lösungsfokussierung.
Systemische Therapie wirkt auch bei schweren Störungen und den „Stiefkindern der psychotherapeutischen Versorgung“ insbesondere auch bei sonst als schwer behandelbar geltende Störungsbilder, z. B. schwere Störungen des Sozialverhaltens, juvenile Delinquenz, Suchterkrankungen und Psychosen. Wissenschaftlich belegt ist auch die Effektivität z.B. bei Migranten, chronisch körperlich, psychosomatisch und psychisch erkrankte Menschen, älteren Menschen sowie Menschen aus sogenannten „Unterschichtmilieus“ oder „Multi-Problem-Familien".
Das Setting der Therapiesitzungen wird entsprechend den Bedürfnissen individuell festgelegt (Einzelgespräche, Einbezug von Bezugspersonen, Häufigkeit und Dauer).
Erläuterung von Beatrix Solyga:
Prozessorientierte Psychologie betrachtet Mensch und Welt als Ganzheit und basiert auf der sorgfältigen Beobachtung dessen, was gerade geschieht. Prozessarbeit folgt der Überzeugung, dass es für jeden Menschen und jedes menschliche System einen natürlichen Fluss der Entwicklung gibt; diesen gilt es aufzuspüren und zu unterstützen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Lösung von Problemen in diesen selbst enthalten ist. Wenn somatische und psychische Symptome, Beziehungsprobleme, Gruppenkonflikte und soziale Spannungen mit Respekt und Wertschätzung für jeden Teil des Prozesses beobachtet und entfaltet werden, dann können diese Erfahrungen neues Wissen, wertvolle Ressourcen und kreative Entwicklungen hervorbringen.
Die Entfaltung der Prozesse führt uns letztlich zu einer bewussteren Wahrnehmung der verwirklichten und möglichen Beziehungen zu uns selbst und der Welt. Die Integration der neuen Erfahrung in den Lebensalltag fördert persönliches und kollektives Wachstum. Dadurch kann es gelingen, einen kreativeren Lebensausdruck und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, mit denen wir uns nicht länger als ‚Opfer‘ sondern als Mitgestalter des eigenen Lebens erfahren.
Erläuterung des IRRT-Institutes, Dr. med. Rolf Köster:
IRRT (Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy) wurde als eine auf Imagination (bildhaft anschauliches Vorstellen) basierende Therapie ursprünglich zur Behandlung von erwachsenen Opfern sexuellen oder körperlichen Missbrauchs entwickelt und inzwischen verfeinert und weiterentwickelt und kann heute auf sämtliche belastungsabhängigen psychischen Störungen, insbesondere Angststörungen, Depressionen, Trauerreaktionen und auch Persönlichkeitsstörungen angewendet werden. IRRT ermöglicht eine schonende Bearbeitung der belastenden Bilder, Blockaden und Schemata. In mehreren Studien zeigte IRRT eine mindestens gleich ausgeprägte Wirksamkeit bei posttraumatischen Störungen wie verlängerte Exposition (Prolonged Exposure) oder EMDR. Eine IRRT-Sitzung verläuft in der Regel in drei Phasen:
- In der ersten Phase werden die belastenden Bilder und assoziierten Emotionen des Traumas vom Patienten in sensu wiedererlebt und verbalisiert.
- In der zweiten Phase liegt der Schwerpunkt auf der Konfrontation und Entmachtung des Täters durch das aktuelle Ich des Patienten, das als zusätzlicher Persönlichkeitsanteil auf dessen innerer Bühne eingeführt wird.
- In der dritten Phase geht es um die Entwicklung von Bildern der Beruhigung, Tröstung und Versöhnung zwischen aktuellem Ich und Kind bzw. damaligem Ich.
- Im Rahmen von Nachbesprechung und Hausaufgaben wird parallel an der Vertiefung und Verankerung des Erreichten und an der kognitiven Umstrukturierung gearbeitet.
Erläuterung des MBSR-Verbandes Schweiz:
Achtsamkeit kann als klares und nicht-wertendes Gewahrsein dessen bezeichnet werden, was in jedem Augenblick geschieht. Sie ermöglicht uns, Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle und alle anderen Wahrnehmungen, ob angenehm, unangenehm oder neutral, zu erfahren und so zu akzeptieren, wie sie sind – das Leben also tatsächlich zu erleben, wie es sich von Augenblick zu Augenblick entfaltet.
Stress im Alltag und Herausforderungen durch Krankheit, Verlust oder andere schmerzhafte Erfahrungen sind ein unvermeidbarer Teil unseres Lebens. Die Praxis der Achtsamkeit befähigt uns, auch in solchen Lebensumständen innere Ruhe, Akzeptanz und Klarheit zu finden. Durch eine offene und annehmende Orientierung an der direkten Erfahrung des Augenblicks gewinnen wir ein tieferes Verständnis für uns selbst. Wir lernen, die Funktionsweise des Geistes und damit auch unsere gewohnheitsmässigen Reaktionsweisen zu erkennen. Dadurch führt Achtsamkeit zu einer umfassenderen Sichtweise, die uns neue, sinnvolle und oft kreative Handlungsmöglichkeiten eröffnen kann. Die Schulung der Achtsamkeit ist deshalb ein einfaches, konkretes und äusserst wirksames Mittel, um Stress abzubauen und Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Sie ist auch deshalb von unschätzbarem Wert, weil sie uns die Kostbarkeit und Einzigartigkeit des gegenwärtigen Augenblicks bewusst werden lässt, unabhängig davon, ob wir gerade eine schöne und angenehme oder eine schwierige Erfahrung machen. Sie erlaubt uns, mit grösserer Intensität und Freude zu leben und bringt uns in tiefen Kontakt mit unseren inneren Kräften, die es uns ermöglichen zu erkennen, zu lernen, zu wachsen und zu gesunden.
Oder mit den Worten von Jon Kabat-Zinn: "Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren. Sie macht uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht den Reichtum und die Tiefe unserer Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern … Achtsamkeit ist eine einfache und zugleich hochwirksame Methode, uns wieder in den Fluss des Lebens zu integrieren, uns wieder mit unserer Weisheit und Vitalität in Berührung zu bringen."
MBCT mindfulness-based cognitive therapy of depression / Achtsamkeitsbasierte Rückfallprophylaxe bei Depression
Erläuterung des MBSR-Verbandes Schweiz:
MBCT ist eine Weiterentwicklung von MBSR von den Professoren Williams, Teasdale und Segal speziell für Menschen, die bereits ein- oder mehrmals depressive Episoden durchlebt haben. Durch MBCT konnte das Risiko von Rückfällen nachweislich sehr stark verringert werden.
MBCT fördert durch die Übung von Achtsamkeit eine bewusstere Wahrnehmung von Stimmungen, Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen, so dass Frühwarnsymptome rechtzeitig wahrgenommen und depressive Rückfälle vermieden werden können. Im MBCT-Programm werden die Grundelemente vom MBSR mit Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie kombiniert. Neben den speziellen Übungen (Meditationen und achtsame Körperübungen) beinhaltet das Programm grundlegende Informationen zum Thema Depressionen sowie Übungen der kognitiven Verhaltenstherapie, die die Verbindung zwischen Denken und Fühlen hervorheben