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Die Einordnung des Pestizids Glyphosat der kalifornischen Behörde für Gesundheit und Umwelt (Office of Environmental Health Hazard Assessment (OEHHA)) ergänzt bisherige, sich widersprechende Beurteilungen:
- Die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Agentur für Krebsforschung IARC hatte Glyphosat im Jahr 2015 als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft. Darauf stützt sich im Wesentlichen auch der jetzige Entscheid der kalifornischen Aufsichtsbehörde.
- Die europäische Behörde EFSA stufte Glyphosat 2016 als «ungefährlich» ein. Sie stützte sich auf Forschungsergebnisse (der Industrie), die sie nicht offenlegte. Die EFSA beurteilt Pestizide nicht nach der Wahrscheinlichkeit, dass sie beim Menschen Krebs auslösen, sondern in welcher Konzentration und unter welchen Bedingungen ein Pestizid gesundheitsgefährdend ist. Auf dieser Grundlage legt sie Grenzwerte für einzelne Pestizide fest, ohne jedoch die Synergiewirkungen verschiedener Pestizide zu berücksichtigen.
- Die EU-Kommission will Glyphosat aufgrund der EFSA-Beurteilung für weitere zehn Jahre zulassen.
Der Konzern Monsanto, der unterdessen von der deutschen Bayer übernommen wurde, hatte Glyphosat 1974 auf den Markt gebracht und verkauft das sehr breit wirkende Pestizid heute in rund 160 Ländern. Glyphosat kommt auch auf Golfplätzen und im Rebbau zum Einsatz.
Wenn Kaliforniens Entscheid rechtskräftig wird, müssten Monsanto und andere Firmen, die solche Pestizide verkaufen, auf den Verpackungen künftig die Warnung «potenziell krebserregend» oder ähnlich anbringen.
Monsanto hatte versucht, den Entscheid der kalifornischen Behörde zu verhindern, unterlag jedoch bei Kaliforniens Gerichtsinstanzen. Monsanto versucht es jetzt noch auf Bundesebene.
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- Viel mehr über Glyphosat im Infosperber Dossier «Der Unkraut-Killer Glyphosat».
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine