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Eine neu entdeckte Ransomware namens Ekans (oder Snake, rückwärts geschrieben) enthält nicht nur die üblichen Funktionen zur Deaktivierung von Datensicherungen und der Massenverschlüsselung von Dateien auf infizierten Systemen. Ekans verbreitet zusätzlich einen Code, der aktiv nach Anwendungen sucht, die in industriellen Steuerungssystemen (ICS) verwendet werden, und diese stoppt.
Der Schädling war im Dezember 2019 entdeckt worden. Forscher der US-Sicherheitsfirma Dragos haben nun einen ausführlichen Report
darüber veröffentlicht. Die Forscher stufen die Ransomware als "einzigartiges und spezifisches Risiko" für Industriebetriebe ein, auch wenn bis jetzt noch keine Angriffe im grossen Stil bekannt sind.
Bei der Untersuchung stiess Dragos auf eine Kill-Liste mit 64 Methoden, um bestimmte ICS-Prozesse lahmzulegen und diese der Kontrolle der Betreiber zu entziehen. Das mute im Vergleich zu komplexerer Malware etwa im Bereich der Industriespionage rudimentär an, aber diese Methoden würden in Zukunft noch ausgebaut, vermuten die Forscher. Ekans folge damit einem Trend, der auch bei anderen Ransomware-Familien wie Ryuk oder Megacortex beobachtet werde.
"Gewöhnliche Cyberkriminelle" als Urheber vermutet
Zu den Prozessen, die Ekans angreift, gehört etwa ein "Data History"-Programm, das Aufzeichnungen über Betriebsinformationen in industriellen Umgebungen führt. "Wenn Sie diese Funktion blocken, bringen Sie die Anlage nicht unbedingt zum Stillstand, aber Sie verringern das Verständnis des Opfers für seine Umgebung", sagte Joe Slowik, Forscher bei Dragos gegenüber 'Wired'
. Weiter würden auch Lizenzserver angegriffen, was dazu führen könne, dass die Betreiber bestimmte Maschinen nicht mehr bedienen können. Im Falle von kritischen Infrastrukturen würde sich dies auch auf die Bevölkerung auswirken.
Dragos widersprach ersten Vermutungen, dass vom Staat beauftragte iranische Hacker hinter Ekans stecken könnten. Es handle sich wohl um "gewöhnliche Cyberkriminelle". Betreibern von Industriekontrollsystemen rät Dragos, diese vom restlichen Netzwerk zu trennen, sie regelmässig zu sichern und die Sicherungen offline zu speichern.