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Ergebnisse der Volkszählung 2000
Im Januar 2002 publizierte das Bundesamt für Statistik eine Pressemitteilung mit ersten Ergebnissen der Volkszählung 2000. Obwohl diese Ergebnisse erst provisorischen Charakter haben, sind sie doch sehr interessant.
von Hamit Duran, Turgi, im Januar 2002
Im Januar 2002 publizierte das Bundesamt für Statistik eine Pressemitteilung mit ersten Ergebnissen der Volkszählung 2000. Obwohl diese Ergebnisse erst provisorischen Charakter haben, sind sie doch sehr interessant.
Bevölkerungswachstum und Ausländeranteil
Es wird z.B. festgehalten, dass die Schweizer Bevölkerung in den vergangenen 10 Jahren seit der vorletzten Volkszählung um 5.9% auf 7.28 Mio. Einwohner angestiegen ist, wobei sich der Anteil ausländischer Personen auf knapp 20.5%, also ca. 1.5 Mio. Personen. 1990 waren es noch 18.1%). Einwohner beläuft. Mit dieser Wachstumsrate gehört die Schweiz zur Nummer 10 in Europa. Einen noch stärkeren Bevölkerungsanstieg verzeichnen nur noch die Türkei und Aserbaidschan, Luxemburg, Liechtenstein, vier Inselstaaten (Zypern, Irland, Malta und Island), sowie die Niederlande, die ein geringfügig höheres Wachstum aufweist. Interessant sind auch die Ausführungen zu den Hauptsprachen in der Schweiz. Heute nehmen Serbisch und Kroatisch sowie Albanisch nach Deutsch, Französisch und Italienisch die Positionen in der Rangliste der Sprachen nach den am häufigsten gesprochenen Hauptsprachen Deutsch, Französisch und Italienisch ein. Danach folgen Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Türkisch und Kurdisch. Rätoromanisch ist die Hauptsprache von weniger als 0,4% der Gesamtbevölkerung.
Religionszugehörigkeit
Die römisch-katholischen und protestantischen Personen (einschliesslich Freikirchen) stellen in der Schweiz immer noch die beiden grössten Religionsgruppen. Wie schon 1990 sind dabei die Angehörigen der römisch-katholischen Kirche auf Grund einer günstigeren demografischen Entwicklung und Einwanderungen aus katholischen Ländern leicht in der Überzahl. Zwei sehr deutliche Trends prägten die Religionszugehörigkeit in den 90er-Jahren: Die markante Zunahme von Personen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, auf gegen 12% (gegenüber 7,4 im Jahr 1990) und eine stärkere Vertretung muslimischer und christlich-orthodoxer Religionsgemeinschaften.
Wir Muslime sind in der Schweiz sehr stark gewachsen. Während sich vor 10 Jahren 152'200 Personen zum Islam bekannten, sind es heute mehr als 310'000. Jede 25. in der Volkszählung erfasste Person rechnet sich somit zu einer muslimischen Religionsgemeinschaft.
Die Verdoppelung der Anzahl Muslime wird dabei in erster Linie mit den Wanderungsströmen aus Kosovo, Bosnien-Herzegowina, der Republik Mazedonien und der Türkei erklärt. Einwanderungen aus der heutigen Bundesrepublik Jugoslawien, aus Bosnien-Herzegowina, aus der Republik Mazedonien und aus anderen Ländern Mittel- und Osteuropas führten aber auch zu einer raschen Vergrösserung christlich-orthodoxer Glaubensgemeinschaften, die heute in der Schweiz mit mehr als 130'000 Personen die drittgrösste christliche Konfession (vor den Christkatholiken) bilden. Die Grösse der israelitischen Religionsgemeinschaften ist dagegen in den 90er-Jahren stabil geblieben. Ein interessanter Aspekt in der Diskussion über den Islam in der Schweiz und die Integration ausländischer Personen mit religiösen Wurzeln ausserhalb der Schweizer Kirchen ist die Tatsache, dass eine gewisse Anzahl Muslime das Schweizer Bürgerrecht besitzt, die eine Hälfte seit der Geburt, die andere durch Einbürgerung. So stellt der Islam heute die drittgrösste „Konfession“ der Bevölkerung schweizerischer Nationalität dar. Vor zehn Jahren gab es 7'700 muslimische Personen schweizerischer Nationalität. Heute dürften sich rund 40‘000 Personen mit einem Schweizer Pass zum Islam bekennen. Dies sind doch sehr ermutigende Daten. Ich hoffe, uns Muslimen gelingt es, diese Zahl in eine stärkere Präsenz des Islam in der Schweiz umzumünzen.