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Gallensteine entstehen, wenn verfestigte körpereigene Bestandteile, zum Beispiel Cholesterin oder Eiweiss, in der Gallenblase oder im Gallengang verklumpen. Ein Gallensteinleiden (medizinisch: Cholelithiasis von griech. chole = Galle, lithos = Stein) ist die häufigste und bedeutendste Erkrankung der Gallenblase und der Gallengänge. Fast alle anderen Krankheiten der Gallenwege entstehen aufgrund von Gallensteinen.
Die Gallensteine führen aber nur bei etwa jedem vierten Betroffenen zu Beschwerden. Frauen erkranken etwa doppelt bis dreimal so oft wie Männer. Zu den Risikofaktoren für die Cholelithiasis gehören vor allem Übergewicht beziehungsweise Adipositas und erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin).
Das typische Symptom des Gallensteinleidens (Cholelithiasis) ist ein heftiger, rechtsseitiger Oberbauchschmerz, die sogenannte Gallenkolik, der von Übelkeit begleitet sein kann. Die Diagnose der Cholelithiasis erfolgt in erster Linie anhand des Beschwerdebilds und durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Manchmal sind aber weitere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Spiegelung der Gallenblase und Gallengänge(Endoskopie) nötig.
Wie die Cholelithiasis behandelt wird, hängt vor allem davon ab, ob die Gallensteine Beschwerden verursachen. Treten keine Symptome auf, ist eine Therapie in der Regel nicht notwendig. Kommt es zu Gallenkoliken oder anderen Beschwerden, entfernt der Arzt die Gallenblase (sog. Cholezystektomie). Zwar gibt es auch nicht-operative Möglichkeiten, Gallensteine zu entfernen, diese kommen aber nur selten zum Einsatz. Gallensteine können zum Beispiel durch Medikamente, die Gallensäuren enthalten, aufgelöst werden. Nach dieser Behandlung treten allerdings häufig wieder Gallensteine auf (sog. Rezidiv). Gegen Beschwerden wie eine Gallenkolik helfen Schmerzmittel.
Gallensteine nehmen allgemein einen guten Verlauf. Bei drei von vier Betroffenen treten keinerlei Beschwerden auf. Verursachen Gallensteine Symptome, verschwinden diese, nachdem die Gallenblase entfernt wurde. Nach einer Cholezystektomie treten nur in Ausnahmefällen erneut Gallensteine auf.
Gallensteine sind feste kristalline Ablagerungen (sog. Konkremente) in der Gallenblase (Cholezystolithiasis), in den Gallengängen (Choleangiolithiasis) oder im Hauptgallen- und Ausführungsgang der Gallenwege in den Darm (Choledocholithiasis). Die Ablagerungen entstehen, wenn die verschiedenen Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis zueinander stehen und schlecht lösliche Bestandteile verklumpen. Gallensteine können unterschiedlich gross sein: Ihre Grösse reicht von einigen Millimetern (auch Sludge oder Griess genannt) bis hin zu zentimetergrossen Steinen. Es kann sich ein einzelner Gallenstein bilden, oft treten aber mehrere Gallensteine gleichzeitig auf. Nach ihrer Zusammensetzung teilen Mediziner sie in zwei Hauptgruppen ein: Cholesterin- beziehungsweise Cholesterinmischsteine und Pigmentsteine (Bilirubin-Steine).
Die Galle spielte in der Medizin von der Antike bis in das 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Empedokles entwickelt die sogenannte Viersäftelehre (Humoralpathologie). Er beschrieb ein Ungleichgewicht der Körpersäfte als Ursache von Krankheiten: Gesundheit entsteht danach durch die richtige Mischung (Eukrasie, griech. eu = gut, krásis = Mischung), Krankheit durch die falsche (Dyskrasie, griech. dys = fehlerhaft).
Galen (129-199) führte das humoralpathologische Konzept von Empedokles fort und ordnete den Elementen Luft, Wasser, Feuer, Erde vier Körpersäfte zu: Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle.
Im Mittelalter wurde die Humoralpathologie unter anderem um die sogenannte Charakterlehre ergänzt. Danach weisen Menschen unterschiedliche Charaktereigenschaften auf, je nachdem, welche Körpersäfte in ihnen vorherrschen:
Das humoralpatholgische Konzept war bis in die Neuzeit hinein die Grundlage der Medizin. Demnach war das Ziel aller Behandlungen, das Gleichgewicht der Körpersäfte wiederherzustellen.
Die Gallenblase (Vesica biliaris) ist ein birnenförmiger Sack. Sie gehört zu den ausserhalb der Leber gelegenen (extrahepatischen) Gallenwegen, welche die Leber mit dem Zwölffingerdarm verbinden. Aus der Leber kommend vereinigen sich der rechte und der linke Lebergallengang zu einem gemeinsamen Lebergallengang (Ductus hepaticus communis). Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber. Ihr Ausgang, der Gallenblasengang (Ductus cysticus), verbindet die Gallenblase mit dem gemeinsamen Lebergallengang. Durch diesen Zusammenschluss von Lebergallengang und Gallenblasengang entsteht der Hauptgallengang (Ductus choledochus), der schliesslich gemeinsam mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm mündet.
Die Leber bildet täglich etwa 500 bis 1000 Milliliter gelbe Lebergalle, die in der Gallenblase zur grünlichen Blasengalle eingedickt wird. Die Hauptbestandteile der Galle sind:
Die Gallenflüssigkeit unterstützt mit ihren Inhaltsstoffen die Fettverdauung. Ausserdem ist sie daran beteiligt, Abfallprodukte des Körpers zu beseitigen.
Die Gallenblase ist eine Art Speicher für die in der Leber gebildete Galle. Sie fasst durchschnittlich 50 Milliliter Gallenflüssigkeit. Durch Wasserentzug wird die Galle in der Gallenblase eingedickt. Wenn wir etwas essen, zieht sich die Gallenblasenmuskulatur zusammen und gibt dadurch die Gallenflüssigkeit über den Gallenblasengang in den Zwölffingerdarm ab. Die Gallensäuren aus der Gallenflüssigkeit durchlaufen den sogenannten enterohepatischen Kreislauf: Der Grossteil gelangt aus dem Darm wieder zurück in die Leber und kann dort erneut zur Gallenproduktion genutzt werden.
Gallensteine entstehen in der Regel, wenn in der Gallenflüssigkeit die verschiedenen Bestandteile nicht im richtigen Verhältnis vorliegen. Die schlecht löslichen Komponenten bilden dann «Klumpen». Daraus ergeben sich drei Steinformen, deren Zusammensetzung unterschiedlich ist:
Meist sind Cholesterinsteine die Ursache eines Gallensteinleidens (Cholelithiasis). Zusammen mit den gemischten Steinen, die ebenfalls viel Cholesterin enthalten, sind Cholesterinsteine für etwa 80 bis 90 Prozent der Cholelithiasis-Fälle verantwortlich.
Ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis) verursacht nur bei etwa jedem vierten Betroffenen Krankheitssymptome. Deshalb werden Gallensteine häufig nur zufällig entdeckt oder bleiben unerkannt.
Gallensteine können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Bei der Entstehung von Cholesterinsteinen wirken verschiedene innere (endogene) und äussere (exogene) Faktoren zusammen. Voraussetzung ist die Übersättigung der Gallenflüssigkeit mit Cholesterin. Cholesterin ist nicht löslich und muss deshalb immer von genügend Gallensäuren und Phospholipiden umgeben sein. Im Normalfall beträgt das Verhältnis von Gallensäuren zu Phospholipiden zu Cholesterin in der Galle 60:30:10. Ist dieses Verhältnis gestört, verklumpt das Cholesterin und es bilden sich Gallensteine.
Ein gestörtes Verhältnis von Gallensäuren zu Cholesterin, das die Entstehung von Gallensteinen begünstigt, kann vielfältige Ursachen haben. Ein solches Missverhältnis entsteht zum Beispiel, wenn zu viel Cholesterin vorhanden ist oder zu wenige Gallensäuren. Dann bilden sich mitunter Cholesterinsteine.
Auch verschiedene erbliche oder erworbene Erkrankungen können bei Gallensteinen die Ursachen sein. Pigmentsteine entstehen zum Beispiel bei Krankheiten, bei denen vermehrt Blut abgebaut wird (chronische Hämolyse). In diesem Fall fällt besonders viel Bilirubin als Abbauprodukt des Blutfarbstoffs an, das zu Gallensteinen verklumpen kann.
Viele weitere Faktoren spielen bei der Gallensteinentstehung eine Rolle. Es gibt beispielsweise die sogenannte "5F-Regel":
bekommen besonders häufig Gallensteine. Inzwischen ist häufig auch von der "6F-Regel" die Rede: Da Gallensteine auch genetische Ursachen haben können, steht das sechste F für familiy (Familie).
Zum Teil treten Gallensteine innerhalb einer Familie häufiger auf. Dies spricht dafür, dass erbliche Faktoren bei Gallensteinen als Ursachen eine Rolle spielen. Grund sind Veränderungen in bestimmten Genen, die dazu führen, dass häufiger Cholesterinsteine entstehen. Auch Menschen mit genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen, bei denen der Körper neben dem Cholesterin in der Nahrung zu viel eigenes Cholesterin bildet, haben ein erhöhtes Risiko, Gallensteine zu entwickeln.
Frauen sind etwa doppelt bis dreimal so häufig betroffen wie Männer. Zusätzlich steigt das Risiko für Frauen, Gallensteine zu entwickeln, unter anderem mit der Anzahl der Schwangerschaften. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der Einnahme von Östrogenen nach den Wechseljahren oder in Form einer Antibabypille. In der Schwangerschaft bilden sich bei etwa fünf Prozent der Frauen Gallensteine. Sie führen aber nur bei rund einem Prozent zu Beschwerden.
Mit höherem Lebensalter nimmt die Häufigkeit von Gallensteinen zu. So treten bei etwa 50 Prozent der 70-jährigen Frauen Gallensteine auf. Die Neuerkrankungen liegen bei über 40-Jährigen bei etwa 2,5 bis 4 Prozent pro Jahr. Gallensteine wachsen pro Jahr ungefähr 2,6 Millimeter. Da Beschwerden in der Regel erst bei grösseren Steinen auftreten, dauert es meistens zehn Jahre oder mehr, bis Gallensteine Symptome verursachen.
Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie) stellen Risikofaktoren für die Entwicklung von Gallensteinen dar – sie bewirken veränderte Konzentrationen von Stoffwechselprodukten im Blut und somit auch in der Galle.
Eine cholesterinreiche Ernährung lässt den Cholesterinspiegel im Blut steigen und begünstigt so die Entstehung von cholesterinhaltigen Gallensteinen. Auch eine ballaststoffarme Ernährung erhöht das Risiko, dass Gallensteine auftreten. Sie bewirkt, dass die Nahrung lange im Darm verbleibt. Dadurch gelangen mehr Fette ins Blut und der Blutcholesterinspiegel steigt.
Auch eine extrem kalorienarme Ernährung und/oder eine schnelle Gewichtsabnahme begünstigen, dass Gallensteine entstehen. Künstliche (parenterale) Ernährung stellt einen weiteren Risikofaktor dar.
Übergewicht gilt heutzutage in den westlichen Industriestaaten als wichtigster Risikofaktor für Gallensteine. Meist ist gleichzeitig die Konzentration von Cholesterin im Blut erhöht und die aufgenommene Nahrung ballaststoffarm. Schon ein Übergewicht von etwa 20 Prozent verdoppelt das Risiko für die Entstehung von Gallensteinen.
Ein Verlust oder eine verminderte Bildung der Gallensäuren begünstigen ebenfalls die Bildung von Gallensteinen. Gallensäuren halten Cholesterin in Lösung und verhindern somit, dass sich Klumpen bilden. Diese Gallensäuren werden, nachdem sie ihre Aufgabe bei der Fettverdauung erfüllt haben, vom Darm wieder aufgenommen (resorbiert). Nur ein kleiner Anteil geht mit dem Stuhl verloren, der Rest gelangt zurück zur Leber. Die Gallensäuren kreisen also in einem sogenannten enterohepatischen Kreislauf zwischen dem Darm und der Leber. Bei entzündlichen Erkrankungen des Darms, beispielsweise Morbus Crohn, oder auch nach einer operativen Entfernung grösserer Darmabschnitte, ist die Wiederaufnahme der Gallensäuren durch den Darm gestört und die Gallensäuren gehen über den Stuhl verloren. Die Leber kann diesen Verlust nicht ausgleichen, sodass der Anteil der Gallensäuren in der Galle sinkt.
Pigmentsteine entstehen in der Regel, wenn die Gallenflüssigkeit zu viel Bilirubin enthält. Dabei handelt es sich um einen rot-orangenen Gallenfarbstoff, der beim Abbau des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) entsteht und über die Galle und schliesslich den Darm ausgeschieden wird. Alle Erkrankungen, bei denen der Abbau der roten Blutkörperchen erhöht ist (sog. Hämolysen), bewirken eine gesteigerte Bildung von Bilirubin. Daneben führen bestimmte angeborene oder erworbene Erkrankungen der Leber zu einem gestörten Bilirubinstoffwechsel und begünstigen, dass Pigmentsteine als Gallensteine entstehen. Auch Erkrankungen, die den Abfluss der Galle aus der Gallenblase behindern, oder häufig auftretende Infektionen der Gallenwege mit Bakterien oder Parasiten sind Risikofaktoren für die Bildung von Gallensteinen.
Gallensteine rufen bei etwa 75 Prozent der Betroffenen keine Symptome hervor. Wenn Beschwerden auftreten, sind diese häufig zunächst eher unspezifisch. Besonders nach fettreichen Mahlzeiten treten Schmerzen im rechten Oberbauch auf, die häufig mit Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit verbunden sind. Ist die Gallenblase leicht gereizt, ähneln die Beschwerden denen einer Magenschleimhautentzündung und können daher schnell verwechselt werden. Bei einer stärkeren Reizung können die Schmerzen in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen.
Beginnen die Gallensteine zu wandern, können sich die Symptome verstärken. Zum Teil entzünden sich die Gallengänge oder die Gallensteine blockieren sie. Versperrt ein Gallenstein den Gallenblasengang (Ductus cysticus) oder den eigentlichen Gallengang (Ductus choledochus), kommt es zu einer sogenannten Gallenkolik (griech. kolike = Darmleiden). Dabei ziehen sich die Muskeln in der Wand der Gallenwege zusammen, um den Stein weiterzubefördern. Der Druck in den Gallenwegen steigt dadurch und erzeugt heftige krampfartige Schmerzen vor allem im rechten und mittleren Oberbauch, die in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen und von den Betroffenen häufig als nahezu unerträglich beschrieben werden. Zwischendurch flauen die Schmerzen ab und setzen nach einer Weile erneut heftig ein. Eine solche Gallenkolik kann mit hoher Intensität über 15 Minuten bis zu 5 Stunden andauern und von Übelkeit, Aufstossen und Erbrechen begleitet sein.
Auslöser der Beschwerden können sein
Mitunter tritt in den folgenden Tagen eine leichte Gelbsucht (Ikterus) auf. Der Stuhl der Erkrankten ist häufig entfärbt, da durch den Gallenwegsverschluss die Gallenfarbstoffe im Stuhl fehlen. Ausserdem treten oft sogenannte Fettdurchfälle auf, da durch den Mangel an Gallenflüssigkeit der Fettabbau gestört ist. Bei Fettdurchfall liegt dem Stuhl ungespaltenes Fett in zum Teil grossen Mengen auf.
Den Verdacht auf Gallensteine und die Diagnose deuten häufig bereits die Beschwerden des Betroffenen und seine Vorgeschichte (z.B. Unverträglichkeit fettreicher Mahlzeiten, eventuelle vorangegangene Gallenkoliken) an. Bei der körperlichen Untersuchung haben Betroffene mit einem Gallenstein oft Schmerzen im rechten Oberbauch, wenn der Arzt den Bauch abtastet (sog. Druckschmerz). Besteht der Verdacht, dass ein Gallenstein die Gallenwege verlegt, veranlasst der Arzt zur Diagnose eine Blutuntersuchung.
Sehr schnell und sicher entdeckt der Arzt einen Gallenstein mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Damit kann er bereits Gallensteine ab drei Millimeter Grösse erkennen und die Diagnose stellen. Ausserdem sieht er, wenn die Gallenblase durch die Gallensteine vergrössert oder verändert ist. Darüber hinaus kann der Arzt mit der Ultraschalluntersuchung ausschliessen, dass bösartige Veränderungen der Gallenblase (Gallenblasentumoren) für die Beschwerden verantwortlich sind.
Manchmal sind nach der Ultraschalluntersuchung weitere Untersuchungen nötig, um Gallensteine sicher zu erkennen und die Diagnose zu stellen. Der Arzt entdeckt einen Gallenstein zum Beispiel mit einer:
Gallensteine erfordern eine unterschiedliche Therapie, je nachdem, ob sie Beschwerden verursachen oder nicht. Verursachen die Gallensteine keine Symptome, ist eine Therapie nicht notwendig. Es ist dann nicht notwendig, die Gallensteine zu entfernen. Treten dagegen Beschwerden wie Schmerzen auf, besteht die Standardtherapie daraus, die Gallensteine mit der Gallenblase zu entfernen (Cholezystektomie). Hierfür kommt heutzutage in den meisten Fällen eine sogenannte Laparoskopie, das heisst eine Bauchspiegelung mithilfe eines Endoskops, zum Einsatz – so ist kein grosser Eingriff nötig (sog. Schlüssellochchirurgie). Die offene Cholezystektomie wurde in den letzten Jahren von dieser minimal-invasiven Therapie verdrängt, da die Betroffenen nach einer offenen Operation der Gallenblase längere Zeit benötigen, um sich von dem Eingriff zu erholen. Nach einer Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) heilt die Erkrankung (Cholelithiasis) meist vollständig aus. Nur in seltenen Fällen treten neue Steine (Rezidive) auf.
Die Cholezystektomie ist nur sinnvoll, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen. Die Gallenblase vorbeugend zu entfernen, ist nicht sinnvoll.
Nach der Cholezystektomie fehlt das Speicherorgan für die Gallenflüssigkeit. Dadurch fliesst ständig etwas Galle in den Darm, nachdem die Gallensteine entfernt wurden. Es stehen aber keine grösseren Mengen zur Verfügung. Deshalb sollten Betroffene nach einer Cholezystektomie fettreiche Mahlzeiten meiden, um Fettverdauungsproblemen vorzubeugen.
Machen die Gallensteine eine Cholezystektomie zur Therapie erforderlich, entfernt der Arzt sie teilweise unmittelbar im Anschluss an die diagnostische Spiegelung unter Röntgenkontrolle (ERCP). Dabei führt er über ein Endoskop ein Körbchen in den Gallengang ein, um die Gallensteine zu entfernen.
Es ist auch möglich, Gallensteine durch eine nicht-operative Therapie zu entfernen. Allerdings sind diese Behandlungsmethoden für gewöhnlich weniger erfolgreich und kommen deshalb auch seltener zum Einsatz. Medikamente mit Gallensäuren können Gallensteine auflösen. Allerdings bilden sich anschliessend häufig erneut Gallensteine (sog. Rezidiv).
Gallensteine treten auch nach einer nicht-operativen Therapie mit Stosswellen – der sogenannten extrakorporalen Stosswellenlithotripsie (ESWL) – häufig wieder auf. Auch diese Methode kommt daher selten zum Einsatz.
Bei einer akuten Gallenkolik können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (z.B. Butylscopolamin) die Beschwerden lindern.
Betroffene können die Therapie unterstützen, indem sie fettreiche Nahrungsmittel meiden. Solche diätischen Massnahmen können helfen, die durch Gallensteine verursachten Symptome zu lindern. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine heilende Therapie. Nach der Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) sind in der Regel nur wenige Einschränkungen in der Ernährung notwendig.
Gallensteine nehmen meist einen positiven Verlauf. Wurde die Gallenblase entfernt (sog. Cholezystektomie), treten in der Regel keine neuen Gallensteine auf. Bei drei von vier Betroffenen verursachen die Gallensteine im Verlauf keinerlei Beschwerden.
Auch sogenannte stumme Gallensteine, die keine Symptome hervorrufen, können im weiteren Verlauf zu Komplikationen führen. Verschliessen sie den Gallenblasengang, ist die häufigste Komplikation eine akute Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis). Sie entsteht, wenn der Stein den Ausgang der Gallenblase versperrt und die stark konzentrierte Galle nicht abfliessen kann. Durch die Galle entstehen Schäden an der Gallenblasenschleimhaut. Aufgrund des Gallenstaus können Bakterien einwandern und eine Infektion der Gallenblase auslösen. Neben den kolikartigen Schmerzen kann zusätzlich Fieber auftreten. Mitunter ist die geschwollene Gallenblase durch die Bauchdecke schmerzhaft tastbar.
Verursachen Gallensteine im Verlauf eine akute Gallenblasenentzündung, können sich eitrige Abszesse in der Gallenblase bilden, die als Gallenblasen-Empyeme bezeichnet werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Gallensteine durch die Gallenblasenwand in den Dünndarm oder, in selteneren Fällen, in die freie Bauchhöhle durchbrechen. Grössere Steine können, wenn sie in den Darm gelangen, einen Dünndarmverschluss (Gallensteinileus) hervorrufen. Die Schädigung der Gallenblasenwand wird vor allem durch die sogenannte Gallenblasengangrän, die schwerste Form der Gallenblasenentzündung, begünstigt. Da die Gallenflüssigkeit nicht abfliessen kann, ist zudem die Gallenblase ständig überdehnt.
Wandern die Gallensteine im weiteren Verlauf in den Gallengang (Ductus choledochus) ein und verschliessen ihn, kann sich ein sogenannter Verschlussikterus (griech. íkteros = Gelbsucht) entwickeln. Dabei treten die Gallenfarbstoffe, die durch den Verschluss nicht mehr in den Darm abfliessen können, vermehrt ins Blut über und verfärben die Körpergewebe gelblich. Vor allem an der Lederhaut (Sklera, das Weisse im Auge) wird diese Gelbsucht sichtbar. Darüber hinaus ein verlegter Gallengang zu einer akuten Entzündung der Gallenwege (Cholangitis) oder einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führen.
Treten immer wieder Gallenblasenentzündungen durch Gallensteine auf, verkalkt mitunter die Gallenblasenwand (Porzellangallenblase). Bösartige Gallenblasentumoren können dann leichter entstehen.
Dass Gallensteine entstehen, können Sie nicht sicher verhindern – Risikofaktoren können Sie aber vorbeugen. Achten Sie dazu auf eine ballaststoffreiche, fettarme Ernährung und lassen Sie Ihre Blutfettwerte regelmässig kontrollieren, insbesondere das Cholesterin. Halten Sie ausserdem ihr Normalgewicht, denn Übergewicht begünstigt Gallensteine. Auch das Vorbeugen von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus ist wichtig. Wenn Sie bereits eine Stoffwechselerkrankung haben, lassen Sie sich richtig einzustellen. Vermeiden Sie Nulldiäten und eine zu schnelle Gewichtsabnahme.
Dass Gallensteine entstehen, wird mitunter durch eine falsche Ernährung begünstigt. Während bei Pigmentsteinen bisher kein Zusammenhang bekannt ist, spielt bei der Entstehung der Gallensteine, die vorwiegend Cholesterin enthalten, die Ernährung eine wichtige Rolle.
Bekannte Risikofaktoren für Gallensteine, die durch die Ernährung beeinflusst werden, sind zum Beispiel:
Auch bei Personen, bei denen sich bereits Gallensteine gebildet haben, spielt die Ernährung eine Rolle. Sehr fettreiche Mahlzeiten können etwa eine Gallenkolik hervorrufen und sind deshalb bei Gallensteinen nicht empfehlenswert.
Betroffene, denen die Gallensteine mit der Gallenblase entfernt wurden, sind in ihrer Ernährung kaum eingeschränkt. Da mit der Gallenblase das Speicherorgan für die Gallenflüssigkeit fehlt, gelangen immer nur kleine Mengen Galle in den Darm. Sie sollten deshalb auf sehr fettreiche Mahlzeiten verzichten, um Fettverdauungsstörungen zu vermeiden.