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GESCHICHTE
Am 2. September 1927 unterzeichneten die Mariannhiller Missionare den Kaufvertrag für die «Husermühle» am alten Klausenweg. Schon am 20. Oktober 1927 feiert P. Walter Koch die erste Heilige Messe in der zum Grundstück gehörenden Josefskapelle. Die Errichtung eines Internats wurde mit Zuversicht angepackt.
Ursprünglich war geplant, im «St. Josef» ein Juvenat zu errichten, von wo aus die Schüler im nahegelegenen Kollegium Karl Borromäus studieren sollten, doch war weder der Kanton noch das Kollegium an dieser Form der Zusammenarbeit interessiert. Daher entschieden sich die Mariannhiller eine Missionsschule ins Leben zu rufen. Bereits am 19. Oktober 1933 begann der erste Kurs. Neun Jahre später, am 30. September 1936 wurde dann die erste Heilige Messe in der neuen Hauskapelle gefeiert. In den Folgejahren entstand dann aber doch eine enge Zusammenarbeit mit der Urner Kantonsschule, KKB, und die Schüler der Missionsschule «St. Josef» absolvierten das Lyzeum im KKB und machten dort die Matura.
In den frühen sechziger Jahren waren die Schülerzahlen zu hoch und so entschied sich «St. Josef» zum Alleingang und schloss ab 1964 mit einer Kantonalen Matura ab. Das wurde zum Glücksfall für die Mädchen im Kanton Uri. Da das KKB nicht bereit war, den Mädchen die Tore zur Mittelschule zu öffnen, sprang «St. Josef» in die Bresche. So wurden ab dem 21. September 1966 im «St. Josef» auch Mädchen unterrichtet und es begann für 21 Schülerinnen die Gymnasiumszeit.
Auf Grund der abnehmenden Zahl an Schülern und an Patres, welche unterrichten konnten, wurde die Schule 1972 mit dem KKB zusammengelegt. Ab 1981 mietete der Kanton die Gebäude der ehemaligen Missionsschule als Schulräume für die Unterstufe der Kantonsschule. Das Internat wurde bis 1994 weitergeführt. 1992 wurde das alte Gemeinschaftshaus abgebrochen und das bisherige Schul- und Internatsgebäude wurde, nach entsprechenden Anpassungen zum Wohnhaus der Gemeinschaft.
Neben dem «St. Josef» begannen die Mariannhiller Missionare im Jahr 1937 mit dem Bau einer zweiten Niederlassung in Brig. Diese Niederlassung war ein grosser Erfolg, viele Patres und Brüder traten dem Orden bei und halfen, den missionarischen Gedanken weiterzutragen. Später kam ein dritter Sitz in Fribourg dazu. Dieses Haus wurde aber 1987 wieder aufgegeben und Brig im Jahre 2004. Seither konzentrieren sich die Schweizer Mariannhiller ganz auf den Sitz «St. Josef» in Altdorf.
Das «St. Josef» in Altdorf war in all dieser Zeit aber nicht nur eine Missionsschule. Mit der Hauszeitschrift «Vergissmeinnicht» wurde der Kontakt zu Wohltätern und Freunden des «St. Josef» aufrechterhalten. Zudem konnte so der Missionsgedanke weitergetragen werden. Im Jahr 1959 gründeten die Mariannhiller Missionare die Zeitschrift «Herz im Angriff», heute «WeltWeit». Zur Umsetzung dieses Projektes konnten sieben weitere Missionsgesellschaften überzeugt werden, ihre hauseigenen Missionszeitschriften zu Gunsten einer gemeinsamen, missionarischen Zeitschrift aufzugeben. Diese Zusammenarbeit wird bis heute (unterdessen mit 11 Missionsgesellschaften) geführt und gelebt.
Ein wichtiger Teil der missionarischen Tätigkeiten der Mariannhiller Missionare war und ist die Missionsprokura. Zur Durchführung von Projekten in Afrika, Kolumbien und Papua-Neuguinea wurde und wird Geld gesammelt. Anfangs waren Reisebrüder unterwegs, welche die Wohltäter begleitet und betreut haben. Diese Aufgabe wird heutzutage durch die Missionsprokura ausgeübt.
Jährlich wird von der Missionsprokura eine «Sankt Josefs Aktion» durchgeführt. Das Ziel ist einerseits, mit dem gesammelten Geld Menschen in Armut zu helfen, doch ist genauso wichtig, den missionarischen Gedanken weiterzutragen. So entstand über die Jahre eine enge Bindung zu den Wohltätern, derer Anliegen und Sorgen jährlich in einer Gebetsnovene ganz besonders gedacht wird.
Im Jahr 2011 wurde aus dem Verein Mariannhiller Missionare Altdorf die Stiftung Mariannhiller Missionare Altdorf, Uri. Ziel und Zweck der Stiftung ist es, das missionarische, seelsorgliche und soziale Wirken der Mariannhiller Missionare in der Schweiz und im Ausland zu unterstützen.
Während all den Jahren waren die Patres von «St. Josef» gerngesehene Helfer in fast allen Pfarreien des Kantons und oft weit darüber hinaus. Heute kann die kleine Gemeinschaft nicht mehr so viele Aushilfen leisten. Aber im Jahr 2018 haben P. Damian Weber als Pfarradministrator und P. Alistair Gogodo als Vikar die Pfarreien Flüelen und Sisikon übernommen. Nach zwei Jahren wechselten sie die Rollen und ab 1. Juli 2020 ist P. Alistair verantwortlicher Pfarradministrator und P. Damian Mitarbeitender Priester.
Die Geschichte der Mariannhiller Missionare in der Schweiz, die vor mehr als 90 Jahren begann, geht also weiter und es ist zu hoffen, dass noch viele spannende Einträge folgen werden…