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Illusionen der Verwandlung
Zur Psychodynamik einer Selbstflucht
DOI:https://doi.org/10.18754/jfp.64.6
Schlagworte:illusionäres Verwandlungsobjekt, Narzissmus, Selbstflucht, das Selbst in der Schwebe
Abstract
Anhand zweier Fallvignetten wird in der vorliegenden Arbeit eine Dynamik der Selbstflucht dargestellt, bei der das Subjekt sich in immer wieder hergestellten Situationen des Aufbruchs in etwas potenziell Neues einrichtet, ohne je wirklich irgendwo ankommen zu können. Ausgehend von Christoper Bollas’ Konzept des Verwandlungsobjekts sowie Überlegungen zum Narzissmus von Neville Symington wird herausgearbeitet, dass es dabei um die Reproduktion illusionärer Verwandlungserfahrungen geht. Diese ermöglichen eine Dissoziation von nichtintegrierten Anteilen und damit die Herstellung einer narzisstisch verzerrten Selbstwahrnehmung. Die unaufhörliche Reproduktion dieser scheinbar transformativen Erfahrungen dient der unbewussten Fantasie, die Realität des Selbst, in all ihren Zumutungen und Kränkungen, negieren und ein davon befreites Sein realisieren zu können.
Durch die Bindung an immer neue illusionäre Verwandlungsobjekte, die diesem Zustand der «Schwebe» über negierten Selbst-Anteilen zugrunde liegt, geht jedoch die Fähigkeit und Möglichkeit verloren, sich in der Beziehung zum anderen real zu erfahren und, letztlich, das eigene Selbst zu realisieren.
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