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Fersenschmerzen schränken den Alltag von Betroffenen erheblich ein; zunächst nur wenig, dann immer stärker, bis jeder Schritt zur Qual wird. Wird dann vom Arzt ein klar umschriebener Druckschmerz der Fusssohle in der Mitte der Ferse festgestellt, lautet die Diagnose «Fersensporn».
Schmerzhafte Entzündung
Ein Fersensporn ist ein dornartiger Knochenauswuchs am Fersenbein, bedingt durch eine Verkalkung des fächerförmigen Bandapparates (Plantaraporneurose oder Plantarfaszie) an der Fusssohle. Bei starker Überlastung kann es zu Entzündungen und kleinen Rissen in den Sehnen kommen. Solche Überlastungen treten z.B. durch langes Stehen auf harten Böden auf, durch Sport ohne vorheriges Aufwärmen, durch Fehlstellungen des Fusses, bei Übergewichtigen oder aus Altersgründen.
Um die kleinen Sehnenrisse zu heilen, lagert der Körper – ähnlich wie bei einem Knochenbruch – Kalk an den Verletzungen ab. Dadurch entsteht im Laufe der Zeit ein kleiner Auswuchs entlang der Sehnen: der Fersensporn. Der Sporn ist meist nur wenige Millimeter lang und auf dem Röntgenbild gut zu erkennen. Er muss aber keine Beschwerden verursachen, und 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung haben sogar einen Fersensporn, ohne je an Fersenschmerzen zu leiden.
Lange Zeit wurde dieser Fersensporn als Schmerzursache angesehen. Deshalb hat sich der Begriff auch als Synonym für Fersenschmerzen eingebürgert. Tatsächlich ist der Schmerz aber meist auf eine chronische Entzündung der Plantaraporneurose zurückzuführen.
Am Anfang der Erkrankung treten die Schmerzen im Fuss nur zu Beginn einer körperlichen Aktivität auf, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen während der ersten Schritte (Anlaufschmerz). Erst im fortgeschrittenen Stadium lassen die Schmerzen nach einer längeren Belastung nicht mehr nach. Der Schmerz kann dann so stark werden, dass entsprechende Aktivitäten unterbrochen werden müssen, er wird häufig als messerstichartig und streng lokalisiert beschrieben.
Gute Heilungschancen
Fersenschmerz lässt sich fast immer ohne operative Eingriffe behandeln. Am wichtigsten sind die Schonung der betroffenen Ferse und das regelmässige Durchführen von Dehnübungen der Wadenmuskulatur und der Fusssohle. Dadurch wird der Zug auf das entzündete Sehnenband reduziert, womit dieses nicht ständig wieder aufs Neue gereizt wird. Linderung verschaffen ausserdem entzündungshemmende Medikamente und/oder lokale Kortison-Injektionen.
Physikalische Therapien mit Kälte oder Wärme sowie Salbenverbände können zur Heilung beitragen ebenso wie Fussbäder sowie spezielle Massagen. Oft hilft auch das Tragen von einfachen Schuheinlagen, die den Druck auf die entzündete Stelle verringern. Rund 90 Prozent der Fersenschmerzen heilen so im Laufe von maximal neun Monaten aus.
Die Therapie ist langwierig und verlangt ein konsequentes Anwenden der verschiedenen Massnahmen. Alternativ werden auch Stosswellentherapie oder Bestrahlung angewendet. Eine Operation macht nur als letzte Option bei Versagen aller anderen Methoden Sinn.
Fersenschmerzen vorbeugen
- Schuhe mit dämpfender Sohle (insbesondere beim Absatz) und guter Fersenstütze.
- Fehlstellungen der Füsse durch gutes Schuhwerk und eventuell durch Einlagen ausgleichen.
- Fehlbelastungen vermeiden, insbesondere langes Stehen auf hartem Boden.
- Auf grössere Belastungen der Füsse gezielt hintrainieren.
- Vor jedem sportlichen Training Muskeln und Sehnen aufwärmen und dehnen.
- Übergewicht reduzieren.
Typische Symptome
- Stechender Schmerz beim Auftreten
- Dumpfe, unregelmässig auftretende Schmerzen im Fersenbereich auch ohne Belastung
- Anlaufschmerzen, besonders frühmorgens
- Druckempfindlichkeit am Sehnenansatz