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Alle diese Siedelungsgruppen bestehen nur aus kleinen Rebhäuschen, die von den Bewohnern der obern Dörfer und auch von denen
einiger benachbarter Gemeinden blos während der Zeit der Arbeit in den Reben und während der Weinlese
bezogen werden. Gemeinde: 360 Häuser, 2504 kathol. Ew. Seit der Gründung der auf Boden der Gemeinde Randogne stehenden Sanatorien
von Beauregard und Clairmont ist die Bevölkerungszahl der Gemeinde Lens ständig gestiegen, da die Wege nach jenen grossen
und vielbesuchten Anstalten durch ihr Gebiet (Hauptweg durch das Dorf Montana) führen.
Dorf Lens: 96 Häuser, 1051 Ew. Es besitzt eine 1840 restaurierte, geräumige Kirche;
ein grosses Rathaus mit Fresken aus
1579, das einst als Zollstätte für den Verkehr über den Rawilpass diente;
ein geräumiges Pfarrhaus, das vom Kloster auf
dem Grossen St. Bernhard - dem Kirchenpatron von Lens seit dem 12. Jahrhundert - erbaut worden ist;
einige
Häuser aus 1221, einst von Benediktinern bewohnt.
Ein Gasthof. Das Dorf steht am Fuss des Mont Châtelard, beherrscht das
ganze mittlere Rhonethal von Raron bis Martinach und ist seit 1900 durch eine Fahrstrasse mit der Bahnstation
verbunden. Weite Aussicht auf das Rhonethal und die gegenüber aufragenden Bergketten. Das Gebiet von Lens erfreut sich eines
gesunden und glücklichen Klimas, in dem alle die verschiedenen Arten des Landbaues möglich sind, die ja im Wallis
überhaupt so
günstig auf einem kleinen Raum sich zusammenfinden.
Die tiefern Gehänge (510-800 m) sind mit Reben bepflanzt, die einen geschätzten Wein liefern, und in
der Nähe der kleinen Weiler mit Pflaumen-, Pfirsich-, Aprikosen- und Apfelbäumen bestanden. Auf dem Plateau umgehen grosse
Baumgärten die einzelnen Dörfer und liegen ausgedehnte Aecker und Wiesen, denen drei von der Liène und ihrem grössten Zufluss
ausgehende Wasserleitungen (le bisse du Huiton, le Grand Bisse und le Saint Léonin) das fruchtbringende
Nass spenden.
Der Bisse du Huiton beginnt im Thälchen von Ertentze in etwa 2000 m Höhe, folgt auf eine weite Strecke einer mächtigen senkrechten
Felswand, hängt an vorspringenden Felsecken buchstäblich in der Luft und wird von einem schmalen Brett
für den Wärter der Leitung und schwindelfreie Liebhaber von halsbrecherischen Wegen
begleitet. Ueber 1300 m ist der Boden
der Gemeinde Lens mit schönen Waldungen und Alpweiden bestanden, welch' letztere bis zur Plaine Morte, einer öden und nackten
Felsfläche ö. vom Rawilpass reichen.
Ueber Montana und Chermignon liegen in einer Höhe von mehr als 1400 m einige kleine Seen versteckt, deren
jeder seinen eigenen Namen trägt und die zusammen als Étangs de Lens bekannt sind. Die Bewohner von Lens beschäftigen sich
ausschliesslich mit Landwirtschaft, speziell mit Wein- und Obstbau. Die landwirtschaftliche Genossenschaft (Société d'agriculture)
veranstaltet regelmässige Unterrichtskurse, deren Besuch für alle jungen Männer im Alter von 15-19
Jahren obligatorisch ist. Der Name Lens wird ausgesprochen, wie wenn er französisch lince geschrieben wäre.
Grundeigentümer von Lens war im Mittelalter die HerrschaftGranges (Gradetsch), die lange Zeit den Edeln von Anniviers und später
den Tavelli oder Tavel (aus Genf)
gehörte, von welch' letzteren einer um die Mitte des 14. Jahrhunderts auf
dem bischöflischen Stuhl zu Sitten sass. Zur Zeit der Fehden zwischen den Wallisern und dem von den Bernern unterstützten
HausRaron verbrannten 1419 die über den Rawil hereingebrochenen Oberländer in der Pfarrei Lens zwei Dörfer. Lens ist die
Heimat des Chorherrn Sebastian Briguet, der eine lateinisch geschriebene und 1744 in Sitten erschienene
Geschichte der Bischöfe von Sitten verfasst hat; des Abtes von Saint Maurice Étienne Bagnoud, der 1844 den Titel eines Bischofes
von Bethlehem erhielt und 1888 gestorben ist, und des Obersten in spanischen Diensten J. Chrétien Bagnoud. 1177: Lenz;
1199: Lens und Lenz; 1250 und 1286: Lenz; 1391: Lent. In Chelin hat man zahlreiche Gräber aus der Bronzezeit aufgedeckt; Stein
mit römischer Inschrift in Saint Clément. Dem Grossen Rat des Kantons Wallis
liegt gegenwärtig eine Petition vor, die die Erhebung der
vier Abteilungen von Lens zu ebensovielen selbständigen Gemeinden verlangt.