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Aktuell importiert die Schweiz jährlich rund zwischen 30'000 und 40'000 Tonnen Palmöl, ein preisgünstiges, aber sehr umstrittenes pflanzliches Fett. 80 bis 90 Prozent der eingeführten Menge gelangt in die Lebensmittelindustrie, welche Palmöl fürs Biskuits, Teige, Schokoladen, Beutelsuppen oder Fertigmenus verwendet. Rund 5000 Tonnen finden in der Futtermittelindustrie Einsatz. Die Schweizer Bauernfamilien haben kaum eine Möglichkeit, ihren Einsatz von Palmöl zu erkennen und damit zu vermeiden. Denn dieses ist praktisch nie als solches deklariert. Vielmehr ist unter der Zusammensetzung nur der Vermerk "Pflanzenöl" oder "pflanzliche Fette" zu finden. Die Fachkommission Viehwirtschaft des Schweizer Bauernverbands (SBV) hat sich vergangene Woche dem Thema angenommen. Sie stellte klar fest, dass Palmöl im Schweizer Tierfutter nichts zu suchen hat. Mit Rapsöl steht ein geeignetes Ersatzmittel aus einheimischem, nachhaltigem Anbau zur Verfügung. Der SBV fordert deshalb die Futtermittelfirmen auf, Palmöl aus den Futterrezepturen zu entfernen.
Warum Palmöl problematisch ist
Palmöl - das vor allem aus Malaysia oder malaysisch geführten Grossbetrieben in anderen Ländern stammt - ist sehr umstritten. Für den Anbau roden die Grosskonzerne wertvollen Regenwald, um ihn durch industrielle Palmöl-Monokulturen zu ersetzen. Tierarten verschwinden, Ureinwohner werden vertrieben oder zu (Zwangs)Arbeitern in den neuen Plantagen. Wegen der grassierenden Korruption können auch Gesetze und internationale Abkommen die malaysischen Palmölkonzerne nicht stoppen. Entsprechend ist Palmöl selbst dann nicht empfehlenswert, wenn es aus als nachhaltig deklariertem Anbau stammt. In diesem Sinn hat sich der SBV auch bei seiner Stellungnahme zum geplanten Freihandelsabkommen mit Malaysia geäussert.
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