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Sommerserie Schweizer Holz – Die Linde
Sommerlinde
Bild Marketing Schweizer Holz
Die Winter- oder Steinlinde ist praktisch in allen europäischen Ländern verbreitet. Sie findet sich im Osten bis zum Ural sowie bis zum Kaukasus und noch weiter bis Westsibirien. Die Winterlinde ist eine Mischbaumart in den sommerlich warmen Laubwäldern bzw. Laub-/Nadelmischwäldern und geht von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen. An die Wärme des Standortes stellt die Winterlinde prinzipiell geringere Ansprüche als die Sommerlinde, und sie ist auch noch zufrieden mit schweren, schwach sauren Böden mit geringer Nährstoffversorgung.
Das Verbreitungsgebiet der Sommerlinde oder grossblättrigen Linde erstreckt sich von West- über Mitteleuropa bis Süd- und Südosteuropa und weiter noch bis zum Kaukasus. Im Vergleich zur Winterlinde reicht das Vorkommen der Sommerlinde zwar weiter nach Süden und Südosten, jedoch nicht so weit nach Norden und Osten. Die Standorte lassen sich wie folgt beschreiben: Laubmischwälder des Berg- und Hügellandes, wobei aber im Sommer warme und im Winter milde, luftfeuchte Lagen bevorzugt werden.
Die beiden Lindenarten haben unterschiedliche Wuchseigenschaften. Die Winterlinde erreicht Baumhöhen zwischen 20 und 35 m, hat im Freistand einen relativ kurzen Stamm und eine weitausladende, in der Regel dicht geschlossene und gleichmässig kuppelförmige Krone. Wenn sie aber in einem geschlossenen Bestand aufwächst, entwickelt sie einen relativ langen, astfreien Stamm mit einer hoch angesetzten Krone. Sie kann 800 bis 1000 Jahre alt werden.
Demgegenüber wird die Sommerlinde maximal 40 m hoch. Sie ist ein sehr stattlicher Baum mit einer grossen, hochgewölbten und ziemlich dicht geschlossenen Krone. Sie hat meist einen geraden Stamm, von dem allerdings die Äste hauptsächlich schon im unteren Bereich der Krone abgehen und sich dann steil aufwärts gerichtet entwickeln. Für das Lebensalter der grossblättrigen Linde sind 800 Jahre bereits ein guter Durchschnitt. Die Sommerlinde wächst rascher als die Winterlinde und erreicht im geschlossenen Waldbestand eine durchschnittliche Höhe von 20–35 m. Die Winterlinde hingegen bringt es im Bestandesschluss nur auf 15–25 m und hat ihr Höhenwachstum schon mit 50 Jahren abgeschlossen.
Eigenschaften und Verwendung des Lindenholzes
Das Holz beider Lindenarten weist keine nennenswerten technologischen Unterschiede auf. Es ist weich, aber zäh, jedoch nur gering elastisch. Lindenholz schwindet stärker als andere Laubhölzer. Wenn es aber gut abgetrocknet ist bzw. sachgerecht getrocknet wurde, kommt es nicht mehr zu Rissen und Verwerfungen, und das Holz verfügt über ein gutes Stehvermögen. Zu beachten ist die nur geringe natürliche Dauerhaftigkeit des Lindenholzes, weshalb man es nicht der Witterung oder ständiger Feuchtigkeit aussetzen sollte. Lindenholz ist gut zu polieren, zu beizen, einzufärben und ebenso gut zu lackieren. Auch Nagel- und Schraubverbindungen halten ausgezeichnet.
Die Linde wurde wegen ihres Bastes schon seit der Frühzeit des Menschen besonders geschätzt. So stellte man zum Beispiel Schilde aus mehreren Schichten geschlossenen Lindenbastes her und verarbeitete später den Bast zu Matten, Säcken, Körben, Seilen sowie auch zu Bindematerial für den Obst- und Gemüsebau.
Hauptverwendungsbereiche des Lindenholzes sind aber schon seit langer Zeit Bildhauerei, Schnitzerei und Drechselei. Aufgrund der häufigen Verwendung in der Sakralkunst des Hoch- und Spätmittelalters bezeichnete man es damals als ‹Heiligenholz›. Ferner wird es im Modellbau auf Grund der homogenen Holzstruktur, der gleichmässigen Härte, des guten Stehvermögens und der glatten Oberflächen sehr geschätzt.
Weitere Verwendungszwecke für Lindenhölzer sind Holzschuhe, Spielwaren, Stiele für Flachpinsel, Blindholz für Wendeltreppen, Küchengeräte usw. Bleibt noch der Hinweis auf die Herstellung von Musikinstrumenten wie Harfen, für die Tastatur von Klavieren und im Orgelbau für Schnitzereien der Frontpartien und für die Zungenpfeifen. Schliesslich wird das Holz der Linden natürlich auch im Möbelbau verwendet, und zwar für Kassettenfüllungen, Zierleisten, geschnitzte Teile an Stilmöbeln und auch für Imitationszwecke wie Kirschbaum und Nussbaum.
* Dr. rer. nat. (forest.) Rudolf Beyse, Fritzenwiese 29, D-29221 Celle
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