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Als Jesus Aparicio 2004 ins Koma fällt, hat Roger Federer gerade seinen vierten Grand-Slam-Titel geholt. 2015, als der Spanier wieder aufwacht marschiert der Schweizer gerade in den US-Open-Final.
Stell dir vor, du liegst elf Jahre im Koma, bekommst nichts von der Welt mit und du wachst plötzlich wieder auf. Nichts ist mehr gleich wie früher. Damals im Jahr 2004, da wurde Griechenland Europameister und wurde Barack Obama als Senator des Staates Illinois gewählt. Doch etwas ist geblieben: Roger Federer befindet sich immer noch an der Weltspitze.
Die folgende Geschichte ist so schön, dass wir sie jetzt einfach mal glauben: Gemäss der spanischen Tenniszeitung puntodebreak.com setzten sich im Dezember 2004 der Spanier Jesus Aparicio und seine Freunde in ein Auto, um seinen 18. Geburtstag zu feiern. Doch aus der Party wird nichts, der junge Mann aus Sevilla und seine Kumpels bauen einen Unfall. Während seine Kollegen den Crash relativ unbeschadet überstehen, zieht sich Jesus Aparicio schwere Kopfverletzungen zu.
Der junge Jesus ist ein grosser Fan von Roger Federer und darf im Jahr 2004 miterleben, wie der neue Stern am Tennishimmel die Australian Open, Wimbledon und die US-Open gewinnt. Im Alter von 23 Jahren hat der Schweizer bereits vier Grand-Slam-Titel gesammelt. Jesus verpasst kein Spiel von Federer, sein grosser Traum ist es, Federer einmal in Wimbledon spielen zu sehen. Doch dieser Traum sollte dem Spanier (vorerst?) verwehrt bleiben. Die Verletzungen, welche er sich zuzieht, sind gravierend. Er fällt ins Koma.
Geschlagene elf Jahre später geschieht das Wunder: Am 27. August 2015 wacht der mittlerweile 29-Jährige plötzlich aus dem Koma auf. Schritt für Schritt beginnt er wieder zu sprechen und aufzuarbeiten, was passiert ist. Haargenau erinnert er sich, was er bis zum Zeitpunkt des Unfalls gemacht hat.
Und irgendwann stellt er die Frage: «Hey was ist eigentlich mit Roger Federer passiert? Der muss doch schon lange zurückgetreten sein», denkt sich Jesus. «Doch dann haben sie mir erzählt, dass er jetzt 34 Jahre alt, momentan die Weltnummer 2 ist und in Wimbledon das Finale erreicht hat.» Jesus kann es kaum fassen: «Ich dachte es sei ein Witz, das kann doch nicht sein.»
Voller Freude darf Jesus darauf die letzten Runden der US Open am TV mitverfolgen: «Es ist unglaublich, wie Federer immer noch spielt.» In der Finalnacht bleibt er selbstverständlich wach und muss miterleben, wie der Schweizer eine bittere Niederlage einstecken muss. Jesus konstatiert: «Schade, dass er nicht gewonnen hat, aber dieser Djokovic spielt ganz okay.» Die Namen Djokovic und Nadal hört er diesen Spätsommer zum ersten Mal. (cma)