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Viele Gewebe lassen sich einfacher transplantieren als Organe. Auch die Gefahr einer Abstossung ist meist geringer als bei Organen. Blut-Stammzellen werden hauptsächlich im Rahmen der Behandlung der Leukämie transplantiert.
Gewebe sind strukturierte Zellverbände, die im Körper eine gemeinsame Funktion wahrnehmen, wie beispielsweise die Hornhaut des Auges. Die Transplantation bestimmter Gewebe hat eine längere Geschichte als die Transplantation von Organen. Transplantiert werden heute insbesondere die Gewebe Augenhornhaut, Haut, Herzklappen, Gefässe, Knochen und Knorpel.
Neben den Geweben werden auch Zellen transplantiert. Hier steht die Transplantation von Blut-Stammzellen zur Therapie der Leukämie im Vordergrund.
Besonderheiten der Transplantation von Geweben
Die Transplantation von Geweben unterscheidet sich im Vergleich zur Organtransplantation in folgenden Punkten:
- Viele Gewebe lassen sich einfacher transplantieren als Organe. Auch die Gefahr einer Abstossung und weiterer Komplikationen ist oftmals geringer als bei Organen.
- Es werden häufig auch körpereigene Gewebe übertragen. Dies nennt man autogene Transplantation. Beispielsweise kann eigene Haut vom Oberschenkel verwendet werden, um verbrannte Haut im Gesicht ersetzen.
- Gewebe können Spenderinnen oder Spendern auch eine gewisse Zeit nach dem Tod entnommen werden. Die Augenhornhaut beispielsweise lässt sich bis zu 24 Stunden nach dem Tod entnehmen.
- Entnommene und aufbereitete Gewebe können in Gewebebanken gelagert werden.
Weiterführende Informationen zu den verschiedenen Geweben und deren Transplantation finden Sie in den entsprechenden Faktenblättern im Register „Dokumente“.
Lagerung von Geweben
Einige Gewebe können in so genannten Gewebebanken gelagert werden. Für Transplantationszwecke werden in der Schweiz derzeit Augenhornhaut, Herzklappen, Gefässe und Knochen gelagert. Die Gewebe werden in den Gewebebanken aufbereitet und konserviert, damit ihre ursprüngliche Struktur und Funktion erhalten bleibt. Art und Dauer der Lagerung hängen vom Gewebetyp ab. Augenhornhaut kann nach der Aufbereitung bis zu 28 Tage gelagert werden, Herzklappen und Gefässe sogar mehrere Monate.
Institutionen, die menschliche Gewebe oder Zellen lagern, brauchen eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit:
Spende und Transplantation von Blut- Stammzellen
Die häufigste Zelltransplantation ist die Übertragung von Blut-Stammzellen zur Behandlung der Leukämie. In den meisten Fällen stammen die Blut-Stammzellen von der erkrankten Person selbst. Die entnommenen Zellen werden ihr nach einer hoch dosierten Chemotherapie wieder transplantiert. Je nach Situation werden Blut-Stammzellen von freiwilligen Spenderinnen und Spendern benötigt.
Weiterführende Informationen zu den Blut-Stammzellen und deren Transplantation finden Sie zudem im entsprechenden Faktenblatte im Register „Dokumente“.
Links
Empfehlungen des Europarates zur Lagerung von Nabelschnurblut (nur auf Englisch und Französisch verfügbar):
Dokumente
Letzte Änderung 28.11.2017