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Hochgeehrter Herr u Freund
Herr Melegari1 fängt an sich ganz unleidlich zu geberden.2 Ich will Sie mit den Expectorationen verschonen, deren Opfer ich seit einigen Tagen bin und nur zwei Puncte hervorheben, die er besonders betont und die ihm möglicherweise von Italien aus insinuirt worden sind. In erster Linie behauptet er, es biete Hr Favre keinerlei | Garantie, dass er seiner Aufgabe gewachsen sei, er sei ein ouvrier, ein conducteur de travaux, ein kleiner entrepreneur etc. Ich halte es für durchaus nötig, dass man sich in dieser Beziehung wappne und von competenten Leuten Urteile beibringe, welche man den Italienern unter die Augen stellen kann. Ich habe bereits durch unsere Gesandtschaft in Paris Erkundigung bei Herrn Audibert3 einziehen lassen, deren Resultat sehr günstig ausgefallen ist. Von Herrn Ruelle4 | u Jaquemin5 stehen die Berichte noch aus. Ein zweiter Punct betrifft die Interpretation der Erklärung vom 26. Mai 1871.6 Hr M. behauptet steif u fest, auch wenn der Tunel vertragsweise zur Ausführung übergeben werde hätte das technische Personal des Mont-Cenis das Recht bei den Arbeiten verwendet zu werden, ohne gezwungen zu sein als Contrahent in den Vertrag einzutreten.7 Die Clausel «toute fois il demeure entendu etc.» beziehe sich nur auf den Fall, dass das | Mont-Cenis Personal es vorziehen sollte in den Vertrag einzutreten statt sich bloss anstellen zu lassen. Ich habe mich des bestimmtesten gegen eine solche Interpretation ausgesprochen, ohne dass jedoch meine Gründe den geringsten Eindruck auf Hr. M. gemacht hätten. Ich glaube es ist den Herrn darum zu thun persönlich unterzukommen, nachdem der andere Weg fehl geschlagen hat u es sollen nun alle Mittel ins Werk gesetzt werden um wenigstens zu diesem Ziel zu gelangen. So viel ist sicher, dass wir Unannehmlichkeiten entgegen gehen.
Ihr ergebenster
E Welti
24. 8. 72.