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Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten hat einen Vorschlag für die Entwicklung einer nationalen Eiweißpflanzenstrategie (NES) vorgelegt. Wie aus einem Brief der Ressortchefin an die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments hervorgeht, soll damit in Kooperation mit der gesamten Eiweißkette einem entsprechenden Aufruf der EU-Kommission an die Mitgliedstaaten aus dem Jahr 2018 Folge geleistet werden.
Ziel der NES müsse es sein, in den kommenden fünf bis zehn Jahren bei der Deckung des Bedarfs der Gemeinschaft und der Niederlande an pflanzlichem Eiweiß die Abhängigkeit von Drittlandsimporten - vor allem von Soja - zu verringern. Der Selbstversorgungsgrad bei „neuen“ und pflanzlichen Eiweißen sei nachhaltig zu erhöhen. Außerdem gehe es darum, einen positiven Beitrag für die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt zu leisten.
Im Einzelnen will Schouten unter anderem den Anbau von eiweißreichen Pflanzen, darunter von Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsen und Grünen Bohnen sowie von Gräsern und Kartoffeln fördern. Zu diesem Zweck solle im laufenden Jahr gemeinsam mit der Eiweißbranche ein entsprechender „Green Deal Hülsenfrüchte“ vereinbart werden, der in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU einzubetten sei.
Zudem will die Ressortchefin in die Erforschung innovativer Eiweißquellen wie Wasserlinsen, Mikroalgen, Aquakulturen sowie Fleisch aus Zellkulturen investieren. Ein weiterer Schwerpunkt der NES soll der Ministerin zufolge auf der Nutzung von Insekten für die Fütterung von Nutztieren und für die menschliche Ernährung liegen.
Darüber hinaus müsse im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zunehmend Eiweiß aus Biomasseresten wie Küchenabfällen und Tiermehl wiedergewonnen werden. Indes gelte es mit Blick auf die menschliche Ernährung, eine bessere Balance zwischen pflanzlichem und tierischem Eiweiß herzustellen. Ziel sei es, dass die Niederländer 2030 mindestens ebenso viele pflanzliche wie tierische Eiweißprodukte verzehrten.
Schouten stellte klar, dass die Niederlande parallel zur NES weiterhin pflanzliches Eiweiß aus Drittländlern beziehen sollten. Als wichtiger Sojaimporteur müsse das Land sich deshalb auch in Zukunft für nachhaltige Ware einsetzen.