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Ikonisch, schillernd, weltberühmt
Dies sind nur drei von vielen weiteren Adjektiven, die den am vergangenen Dienstag verstorbenen Modeschöpfer Karl Lagerfeld beschrieben. Die Nachricht seines Ablebens erschütterte nicht nur die Modewelt, da sein Schaffen auch in vielen anderen Bereichen populär war. Der folgende Rückblick auf sein Leben schaut in der Zeit zurück und betrachtet das Werk des Hamburger Modeschöpfers, der nun im Alter von 85 Jahren verstorben ist.
1933 wurde Karl Lagerfeld in Hamburg geboren, wo er – mit einigen Unterbrüchen vor und während des zweiten Weltkrieges – aufwuchs. Als er zwanzig Jahre alt war, zogen er und seine Mutter nach Paris, wo er erst noch zur Schule ging, bevor er Illustrator im Modebereich und schlussendlich Schneider wurde. Anfangs der sechziger Jahre wurde er beim Label Chloé zum künstlerischen Direktor und entschied sich zudem noch für ein Kunststudium, welches er jedoch nach drei Jahren aufgab. Nach Chloé folgte die Marke Fendi, für die er neben anderen Aufträgen anfing, Mode zu entwerfen. Dazu startete er in den Siebzigern auch ein erstes Unternehmen unter seinem eigenen Namen und fing an, sich in der Kostümbildnerei zu engagieren.
Von Chanel bis zur Eigenmarke Lagerfeld
In den frühen Achtzigern stiess Lagerfeld dann zu dem Modelabel Chanel, für welches er noch viele Jahre arbeiten würde. Als Chefdesigner verhalf er der Marke Coco Chanels zu einem neuen Glanz, wodurch das Label noch heute eines der wichtigsten in der Damenmodenbranche wurde. Lagerfeld baute Kollektionen aus und brachte dem Haus Chanel enormen finanziellen Gewinn. Ausserdem war er von 1980-1984 in Wien an der Universität für angewandte Kunst als Gastprofessor der Modeklasse tätig.
Seine eigene Modemarke, welche seinen Namen trug, erlitt einige Aufs und Abs. Seine extravagante Stickmode, die er in den Achtzigern entwarf, erwies sich als nicht besonders lukrativ, worauf er die Rechte der Marke verkaufte. In den späten Neunzigern holte er sich jedoch die Rechte an der Marke Lagerfeld zurück und begann ein neues Projekt. Ab 1999 war die Damenmode der Lagerfeld Gallery auf den Pariser Laufstegen zu sehen.
Karl Lagerfeld hatte aber nicht nur ein gutes Gespür für Mode, sondern auch für diejenigen, die sie präsentieren sollten, sprich Models. Zu seinen Musen zählen Inès de la Fressange und auch Claudia Schiffer, welche er beide bei Chanel förderte. Doch nicht nur Models sondern auch Musikerinnen wie beispielweise Beth Ditto (ehemals Frontfrau der Band Gossip) oder Florence Welch (Florence + the Machine) inspirierten ihn und sind deswegen ebenfalls Musen von Lagerfeld.
Offen für Zusammenarbeit
Statt sich nur immer mit Haut Coture zu beschäftigen, beteiligte sich Lagerfeld beispielweise auch an der Zusammenarbeit mit der Modemarke H&M. 2004 entwarf er sowohl Herren- als auch Damenmode für das Schwedische Label und kreierte zusätzlich noch ein Parfüm. In Sachen Zusammenarbeit mit Designern, war Lagerfeld der Erste, der mit H&M kooperierte. Ihm folgten später viele andere grosse Namen wie Comme de Garçons oder Jimmy Choo, die mit H&M zusammenarbeiteten.
Lagerfeld beteiligte sich vor allem in den letzten Zehn Jahren auch mit vielen anderen Projekten wie beispielweise dem Videospiel Grand Theft Auto IV, in welchem er eine kleine Synchronsprecherrolle übernahm. Ausserdem designte er 2010 eine limitierte Edition einer Coca-Cola-Light Flasche, die für einen recht anständigen Preis von 3,50 Euro erhältlich war. Ausserdem ging er Partnerschaften mit Swarovski, Zalando und Puma ein.
Katzenliebhaber Lagerfeld
Seit den 2010ner Jahren wird Lagerfeld auch immer wieder mit seiner Birma-Hauskatze Choupette in Verbindung gebracht, welche er abgöttisch geliebt hatte. Choupette ist nicht nur mit einem eigenen Twitteraccount in der Öffentlichkeit vertreten, sondern erschien auch auf einem Cover der Vogue, zusammen mit einem kanadischen Model.
Seiner Zeit voraus
Mit seiner für ihn typischen Sonnenbrille, dem weissen Pferdeschwanz und dem steifen Stehkragen, was alles von den Ringen an jedem Finger abgerundet wurde, war Lagerfeld eine exzentrische Ikone. Mehr als ein halbes Jahrhundert bestimmte er in der Modewelt mit und hatte immer wieder ein Gespür für die jeweilige Zeit, selbst wenn er einst mit der Mode der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts anfing. So war Lagerfeld wohl seiner Zeit voraus und hinterlässt damit ein Werk, das für die Welt der Mode noch lange in Erinnerung bleiben wird.