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Der Liedtext des Werkes „Liebesgarten“ von Robert Schumann (op. 34) bildet die Ausgangslage für diese Komposition. Es geht dabei nicht um eine Vertonung des Textinhaltes im Sinne eines nachträglichen Aufsetzens von Klängen, sondern ist als Umschreibung oder Übersetzung der semantischen Aura des Gedichtes zu verstehen. Über den Text streifend wurde dem Sprech-Gestus entlang komponiert; zeitliche Bezüge sind übersetzt in neue Bewegungsstrukturen und formale Konzepte. So interessierten mich auf der kompositorischen Ebene die Verbindung, Schichtung und Gegenüberstellung heterogener Klangmaterialien, die Erkundung derer Einzelkomplexe, ihre wechselseitige Beeinflussung und die inneren Strukturen.
Die differenzierten Spiel- und Artikulationsweisen des Instrumental-Trios stehen in einem kammermusikalischen Kontext zu den acht eingesetzten Lautsprecher-Chassis, welche als weitere kaleidoskopisch klangliche Ressourcen zu verstehen sind. Sie bilden einen medialen Wechsel, ein Übergangsfeld, zwischen konzertanter Installation und der auf Raumverteilungssysteme angewiesenen elektroakustischen Musik. Durch das Zuspielen der elektroakustischen Klänge zu den Instrumentalklängen wird der visuelle Identifizierungsprozess (was wird von wem produziert) durchbrochen. Klangspuren entstehen und in der perspektivischen Tiefe spielen sich Prozesse der Ausdehnung, der Verdünnung und Entfernung des Klanggeschehens ab. Eine Projektion der Klänge in einem architektonisch angeordneten „Klanggarten“ entsteht.
Besetztung:
Violine
Violoncello
Klavier
Elektronik
Dauer: 10 min.
Auftragswerk der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
UA 27. Oktober 2006, Tonhalle, St. Gallen
Absolut Trio: Bettina Boller, Imke Frank, Stefka Perifanova
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