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Stadtökonomie
Sehen Sie sich zunächst das Video mit dem Titel «Studenten macht Wohnungssuche Mühe» an; es handelt sich um einen Beitrag aus der Hauptausgabe der «Tagesschau» von SRF vom 9. September 2016 (2:15).
Diskutieren Sie anschliessend nachstehende Fragen zu zweit oder in kleinen Gruppen und halten Sie das Ergebnis in Stichworten fest:
Wohnen Sie auf dem Land oder in der Stadt? Falls Sie in der Stadt wohnen: eher im Kern oder im Gürtel? Begründen Sie kurz und bündig.
Beschreiben Sie Ihre Wohnlage möglichst genau. Gehen Sie dabei auf folgende Aspekte ein: Art der Gebäude, Geschosshöhen, Miet- bzw. Bodenpreise, Wohnungsdichte, Lärmbelastungen, Erschliessung mit öffentlichem Verkehr, Distanz zum nächsten Autobahnanschluss, Distanz zum nächsten Park, Wald oder Gewässer usw.
Warum wohnen Sie da, wo Sie wohnen? Zählen Sie die Gründe für die Wahl dieses Wohnorts auf. (Falls Sie mit Ihren Erziehungsberechtigten zusammenleben: Was könnten für diese die Gründe für die Wahl des Wohnorts gewesen sein?)
Die Applikation Urbanias simuliert die Auswirkungen von Bevölkerungswachstum, Mobilitätskosten und Raumplanung auf die Mietpreise einer Stadt und auf den Nutzen der Menschen. Starten Sie Urbanias. Wählen Sie als Grösse der Stadt die Stufe 4 von 5.
Betrachten Sie die Mietpreise (pro Monat) im Stadtzentrum und am Rand der Stadt: Was stellen Sie fest?
Warum sind die Mietpreise im Stadtzentrum höher als am Stadtrand?
Warum ziehen nicht einfach alle Menschen an den Stadtrand, wo es billiger ist? Diskutieren Sie mögliche Gründe.
Wie sieht die Situation in Ihrer Stadt bzw. der nächstgelegenen grösseren Stadt aus? Suchen Sie Mietpreise von ähnlich grossen Wohnungen in einem Immobilienportal und tragen Sie diese in einer Karte ein.
Wie viele Menschen wohnen in der simulierten Stadt? Über eine wie grosse Fläche erstreckt sie sich?
Senken Sie nun unter «Parameter bearbeiten» die Pendlerkosten von 200 Franken pro km auf 140 Franken. Vergleichen Sie die Stadt vor der Änderung (Vergleichsstadt «V») mit derjenigen nach der Änderung (aktuelle Stadt «A»). Wie viel Fläche nimmt die Stadt mit den tiefen Pendlerkosten ein?
Wie verändert diese Intervention die Mietpreise im Zentrum und am Stadtrand? Wie verändert sich der Nutzen?
Warum wird der Wohnraum im Zentrum günstiger, wenn die Pendlerkosten sinken? Die Menschen im Zentrum müssen ja gar nicht pendeln.
Im Modell werden für die Pendlerkosten 200 Franken pro Kilometer und Monat angenommen. Wie realistisch schätzen Sie diese Annahme ein?
Gehen Sie mit «Auf Vergleich zurücksetzen» zu den ursprünglichen Pendlerkosten von 200 Franken zurück.
Probieren Sie nun weitere Eingriffe in die Stadt aus und studieren Sie die Auswirkungen auf Mietpreise, Stadtfläche und den Nutzen der Bewohner. Mit dem Button «Zonenplan bearbeiten» können Sie die Geografie der Stadt verändern und Stadtplanung betreiben.
Was geschieht, wenn Flächen für z. B. Parks und Wälder reserviert werden? Was beobachten Sie?
Wie erklären Sie sich Ihre Beobachtung? Argumentieren Sie ökonomisch.
Welche Schlussfolgerung ziehen Sie daraus?
Die Begrenzung von Bauhöhe oder die Schaffung von öffentlichen Parks oder Stadtwäldern hat ökonomisch gesprochen einen Preis. Was spricht trotzdem für solche Eingriffe?
Gehen Sie mit «Auf Vergleich zurücksetzen» alle bisherigen Anpassungen zurück.
Studieren Sie zuerst, was geschieht, wenn die Stadt floriert und sich deren Bevölkerung auf 2 Millionen verdoppelt.
Machen Sie nun die 2-Millionen-Stadt mit dem Button «Als Vergleich speichern» zur Vergleichsstadt. Die Stadtbewohner befürchten einen starken Anstieg der Mietpreise und wollen sich davor schützen. Die Stadt führte deshalb eine Mietpreisobergrenze ein, die in etwa den Marktpreisen im Zentrum der 1-Millionen-Stadt entspricht. Sie können die Mietpreise über den Button «Zonenplan bearbeiten» nach oben begrenzen. – Wie wirkte sich diese Preisregulierung auf die Entwicklung der Mietpreise aus?
Wie erklären Sie sich die Entwicklung ausserhalb des Zentrums?
Welche Auswirkungen beobachten Sie auf den Nutzen der Bewohner? Gibt es Gewinner und Verlierer eines Mietpreisdeckels? Welche Schlussfolgerung ziehen Sie?
Der Markt kann die Zuteilung der bevorzugten Wohnungen mit Mietpreisdeckel nicht mehr regeln. Die Wohnungen müssen deshalb mit anderen Mechanismen wie guten Beziehungen, Losverfahren oder der Bevorzugung sozial Benachteiligter verteilt werden. Ist das fair? Was bedeutet dies für junge Menschen und Zugewanderte, die neu auf den Wohnungsmarkt gelangen?