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Projekt
Pilotstudie: Die Bedeutung der supplementär-motorischen Area bei der Pathophysiologie des Freezing of Gait beim Morbus Parkinson
Abgeschlossen · 2011 bis 2013
Kägi Georg, Brugger Florian, Bohlhalter Stephan, Wegener Regina, Hägele-Link Stefan, Abela Eugenio
Art
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Status
Start
Ende
Finanzierungsart
Studiendesign
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Projektpartner
Kurzbeschreibung/Zielsetzung
Das Freezing of Gait (FOG) stellt ein schwerwiegendes und invalidisierendes Symptom beim fortgeschrittenen Morbus Parkinson dar, da es aufgrund seines paroxysmalen Auftretens den Patienten in seiner Mobilität einschränkt. FOG führt ausserdem vermehrt zu Stürzen, wodurch die Morbidität der Parkinson-Patienten wesentlich mitbestimmt wird. Neben den intermittierend auftretenden Freezing-Episoden weisen Patienten, die an FOG leiden, auch im Intervall Charakteristika wie eine vermehrte Asymmetrie des Ganges oder eine gestörte Phasenkoordination auf. Bei der Pathophysiologie des FOG dürfte die supplementär-motorische Area (SMA) eine zentrale Rolle einnehmen, nachdem bei Parkinson-Patienten, insbesondere mit Freezing, in verschiedenen elektrophysiologischen und Bildgebungsstudien eine Unterfunktion dieser Hirnregion beim Gehen sowie bei anderen intrinsisch getriggerten Bewegungsabläufen nachgewiesen werden konnte. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass bei Parkinson-Patienten das Bereitschaftspotential, das sich in der SMA 1-2 Sekunden vor willkürlichen Bewegungen mit der EEG-EMG-Polygraphie nachweisen lässt, geringer ausgeprägt ist. Insgesamt sind aber die Mechanismen, die letztlich zum FOG führen, nicht gut verstanden. Mit der Theta Burst Stimulation (TBS) steht ein Stimulationsparadigma der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) zur Verfügung, mit der neuronale Prozesse in kürzester Zeit fazilitiert oder gehemmt bzw. kortikal gelegene Neurone einfach und nicht-invasiv stimuliert oder gehemmt werden können.
Wir erwarten, dass die Anwendung eines exzitatorischen TBS-Protokolls (intermittend Theta-Burst-Stimulation - iTBS) über der SMA zu einer Reduktion des FOG und den assoziierten Parametern im Intervall bei Parkinson-Patienten führt. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass sich bei Freezern eine kortikale Atrophie der SMA und ein im Vergleich zu Non-Freezern und Gesunden deutlich geringer ausgeprägtes Bereitschaftspotential nachweisen lassen.
Für die Studie werden 12 Patienten mit FOG rekrutiert und im Cross-Over-Design verblindet im Medikamenten-OFF einmalig einer iTBS bzw. einer Sham-Stimulation unterzogen. Unmittelbar vor und nach der eigentlichen Stimulation erfolgt eine Ganganalyse, um einerseits den Effekt der iTBS auf die Anzahl der FOG-Episoden– gemessen in einem Parcour, in dem mittels Hindernissen FOG provoziert werden soll – zu erfassen, andererseits um den Effekt der Stimulation auf die gestörten Gangcharakteristika im Intervall objektiv zu untersuchen. In einem weiteren Schritt werden neben den Patienten mit FOG 12 weitere Parkinson-Patienten ohne FOG und 12 Kontrollpersonen rekrutiert. Sie werden ebenfalls – ohne vorhergehende Stimulation – einer Ganganalyse unterzogen. Darüber hinaus werden bei allen 36 Probanden mit Hilfe der EEG-EMG-Polygraphie das Bereitschaftspotential abgeleitet sowie eine MRT des Neurocraniums angefertigt und mit Hilfe der Voxel-Based-Morphometry (VBM) morphologische Unterschiede in der SMA herausgearbeitet. Mit Hilfe statistischer Verfahren soll schliesslich der Zusammenhang zwischen dem Ausmass der Atrophie in der grauen Substanz der SMA und den gestörten Gangparametern sowie der Amplitude des Bereitschaftspotentials nachgewiesen werden. Insgesamt ist das FOG ein bisher schlecht verstandenes Symptom des Morbus Parkinson. Durch die Untersuchung der klinischen Parameter und der Morphologie der SMA erhoffen wir uns, die Mechanismen des Freezings besser verstehen zu können.