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Die Stadt Zürich will vom Maag-Areal in Zürich West lediglich das im kommunalen Inventar aufgeführte alte Gebäude der Härterei von 1941/42 (Zahnradstrasse 22) sowie das unter Denkmalschutz stehende Werkstatt- und Speditionsgebäude von 1939 (Zahnradstrasse 21/23) erhalten. Die beiden grossen Eventhallen an der Zahnradstrasse 24 von 1968/69 – Lichthalle Maag, in der vorübergehend die Tonhalle Maag untergebracht war, und das Maag Theater – sowie der Büroturm von 1970/71 sollen dem Abbruch preisgegeben werden und dem geplanten Grossprojekt der Swiss Prime Site Immobilien AG weichen. Dies geht aus dem im Juni 2023 von der Stadt verfügten Bauentscheid hervor.
Das Bauprojekt der Swiss Prime Site Immobilien AG befindet sich in einem Areal, das im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS Erhaltungsziel «A») aufgeführt ist. Die Stadt Zürich hielt es aber nicht für nötig, über Sonderbauvorschriften den Erhalt der Maag-Hallen zu sichern und ein den Bestand wahrendes Weiterbauprojekt zu befördern. Gegen ihren Bauentscheid wird der Zürcher Heimatschutz (ZVH) unter Leitung des Stadtzürcher Heimatschutzes (SZH) neben andern Interessenten beim Baurekursgericht Rekurs einreichen.
Der Umbau stadtnaher, brachliegender Industrieareale ist ein wichtiger Teil des Baugeschehens in der Schweiz seit etwa 30 Jahren. In Zürich West dominierte lange Zeit die Maschinenindustrie. Besonders auf dem Maag-Areal am Bahnhof Hardbrücke zeugen heute noch die Maag-Hallen auf lebendige Art von der industriellen Vergangenheit. Bis 1910 baute hier die Firma Safir Automobile. Dann folgte die Max Maag Zahnräderfabrik, die Zahnräder für mächtige Getriebe von Zürich aus in die ganze Welt exportierte. 2004 zogen die letzten MAAG-Restbetriebe aus dem Maag-Areal. Auf der Grundlage der Sonderbauvorschriften Maag-Areal Plus begann die Transformation des Areals. Als letzte Zeugen der für die Entwicklung der Stadt Zürich wichtigen Epoche der Industrialisierung stehen heute noch das inventarisierte Gebäude K und ein Konglomerat dreier Hallen: die Lichthalle Maag (vormals Tonhalle Maag), die Härterei und das Maag-Theater. Als kulturelle Einrichtungen sind sie über Zürich West hinaus eine feste Grösse und tragen wesentlich zu einem lebendigen und durchmischten städtischen Quartier bei. Als umgenutzte Industriebauten lebt mit ihnen die Identität dieses Ortes weiter.
Aufgrund der Planungen der Grundeigentümerin Swiss Prime Site mit dem jüngst entschiedenen Studienauftrag Maaglive ist der Fortbestand dieser baukulturell wertvollen Ensembles nicht mehr gewährleistet. Anstatt mit dem Bestand qualitätsvoll weiterzubauen, wie es das von der Jury zur Weiterbearbeitung empfohlene Projekt des französischen Architekturbüros Lacaton Vassal vorsieht, soll ein Neubauprojekt umgesetzt werden, das lediglich das im Inventar gelistete Gebäude K beibehält. Doch reicht der verbliebene Anteil an Bestandesbauten dann noch aus, um die Identität dieses für die Stadt Zürich wichtigen Ortes zu wahren? Der Stadtzürcher Heimatschutz SZH und der Zürcher Heimatschutz ZVH stellen dies in Frage und setzen sich deshalb für das hochwertige Weiterbauprojekt von Lacaton Vassal ein und damit für den Erhalt eines baukulturell wichtigen Industrieensembles.
Maag-Hallen
Hardstrasse 219
8005 Zürich
Rekurs des Zürcher Heimatschutzes gegen den Entscheid der Stadt Zürich zur Überbauung auf dem Maag-Areal
Medienmitteilung vom 11. Juli 2023
Ob die Maag-Halle wegkommt, bleibt ungewiss
Tages-Anzeiger vom 11. Juli 2023
Zürich: Heimatschutz will gegen Abbruch der Maag-Hallen rekurrieren
Baublatt vom 11. Juli 2023
Abriss der Maag-Hallen: Der Heimatschutz legt Einspruch ein
swiss-architects.com vom 12. Juli 2023
Die blühende Pfingstweide
Sonderheft der Fachzeitschrift «Hochparterre», zu den geplanten Bauprojekten im Maag-Areal in Zürich-West (5.4.2023)
Petition «Retten wir die Maag Hallen»
Das Komitee «Retten wir Die Maag Hallen» überreicht dem Stadt- und Gemeinderat 10'000 Unterschriften. (31.8.2022)
Bericht des Regionaljournals Zürich-Schaffhausen
16.8.2022, ab Minute 10:20
Stoppt die Vorschlaghämmer!
In der Stadtplanung ist Verdichtung die Losung der Stunde. Überall wird abgerissen und neu gebaut. Jetzt rufen junge Architektinnen in Zürich zum Widerstand auf – endlich.
Antje Stahl, Republik (14.3.2022)
Neue Heimat
Der Zürcher Heimatschutz nimmt in seinem Jahresprogramm 2022 die Baukultur der 70er bis 90er Jahre in den Fokus. Und das Neujahrsblatt der stadtzürcher Sektion widmet sich der Diskussion ums Maag Areal.
Axel Simon, Hochparterre (31.1.2022)
Wie weiter in Zürich-West?
Mit dem Gebiet um die Hardbrücke hat Zürich ein gut erschlossenes Subzentrum. Pulsierender Nukleus sind die zu Kulturstätten umgenutzten ehemaligen Industriehallen der Zahnradfabrik Maag. In anderen Städten wäre ein solcher Ort heiss begehrt. In Zürich möchte man ihn nicht mal geschenkt.
Maag-Areal. Zürich West.
Neujahrsblatt 2022 des Stadtzürcher Heimatschutzes
Maag-Areal: Die letzten Zeugen der Industrialisierung in Zürich-West sollen nicht einfach verschwinden
Fabrikhallen auf dem Maag-Areal, mehrere grosse Wohnsiedlungen und beim Triemli sogar drei Hochhäuser sollen abgerissen werden. Nun wächst der Widerstand gegen dieses Zürcher Abbruchfieber.
Adi Kälin, Neue Zürcher Zeitung (30.12.2021)
«Maaglive»: Die Chance nicht verpassen!
Offener Brief des Vorstandes BSA Zürich (19.7.2021)
Maag-Areal Zürich: Entscheid überdenken!
Daniel Kurz, Chefredaktor werk,bauen+wohnen (20.7.2021)
Retten, was zu retten ist
Der Studienauftrag für die Transformation des Maag-Areals in Zürich West ist entschieden. Entgegen der Empfehlung der Jury beschloss die Eigentümerin, die Eventhallen abzubrechen – ein unrühmliches Ende für einen urbanen Hotspot von nationaler Ausstrahlung.
Judith Solt, Chefredaktorin Tec21 (28.4.2021)