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WICHTIG: Wenn Sie befürchten, ungewollt
schwanger zu sein und an einen Abbruch denken, verschaffen Sie sich
rasch Klarheit durch einen Schwangerschaftstest. Ist der Test positiv,
wenden Sie sich sofort an eine Ärztin/einen Arzt oder an eine
Familienplanungsstelle.
Wenn Sie vom Arzt eingehend beraten
wurden und sich zum Schwangerschaftsabbruch entschlossen haben, können
Sie grundsätzlich zwischen zwei Methoden wählen.
Die
Absaugmethode kann etwa bis zur 14. Woche, gerechnet ab dem ersten Tag
der letzten Periode, angewendet werden. Der Eingriff wird in einem
Spital oder in einer Arztpraxis vorgenommen, manchmal verbunden mit
einem Klinikaufenthalt oder auch ambulant (d. h. Sie können wenige
Stunden später wieder nach Hause gehen).
Um die Operation möglichst schonend
durchzuführen, wird manchmal am Tag davor oder am gleichen Tag mit
einem Medikament (Prostaglandin) das Gewebe des Muttermundes
aufgeweicht.
Für den Eingriff selbst erhalten Sie
entweder eine Narkose oder eine örtliche Betäubung. Anschliessend wird
mit Metallstiften der Gebärmutterhals vorsichtig auf etwa 6-12 mm
gedehnt. Dann wird ein feines Sauginstrument eingeführt und der Inhalt
der Gebärmutterhöhle abgesaugt. Der Eingriff dauert etwa 20 Minuten.
Je nach Durchführungsort werden Sie nach 2 bis 8 Stunden oder am
nächsten Tag nach Hause entlassen.
Meistens wird 2 Wochen nach dem
Eingriff eine Nachkontrolle durchgeführt.
Medikamentöse Methode (Mifegyne mit Prostaglandin)
Dieses Verfahren kann in der Schweiz bis Ende der 7. Woche, gerechnet
ab dem ersten Tag der letzten Periode, angewendet werden. Der Abbruch
wird ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis mit zwei Medikamenten
durchgeführt : Mit Mifegyne (früher bekannt unter dem Namen RU 486)
und einem Prostaglandin. Mifegyne blockiert die Wirkung des Hormons
Progesteron und stoppt die Entwicklung der Schwangerschaft. Durch das
Prostaglandin zieht sich die Gebärmutter zusammen und stösst die
Frucht aus.
Im Beisein einer Fachperson schlucken
Sie drei Tabletten Mifegyne. Kurz darauf gehen Sie wieder nach Hause.
Nach 2 Tagen nehmen Sie wiederum in der Klinik oder Arztpraxis 2
Prostaglandin-Tabletten ein. Anschliessend bleiben Sie für wenige
Stunden zur Beobachtung. Bei etwa zwei Dritteln aller Frauen kommt es
während dieser Zeit zur Ausstossung der Frucht, bei den anderen später
zu Hause. Die Frucht misst zu diesem frühen Zeitpunkt, je nach Dauer
der Schwangerschaft, zwischen 2 und 8 mm.
Etwa 2 Wochen nach Einnahme des
Prostaglandins wird eine Nachkontrolle durchgeführt.
Das Vorgehen kann je nach Durchführungsort etwas
von dieser Beschreibung abweichen.
Nebenwirkungen
Chirurgische Methode
Medikamentöse Methode
Schmerzen
Der Eingriff geschieht unter Narkose oder
mit örtlicher Betäubung. Gelegentlich können nach dem Eingriff
Schmerzen auftreten, bei örtlicher Betäubung auch kurz während des
Eingriffs. Bei Bedarf erhalten Sie ein Schmerzmittel.
Die Mehrzahl der Frauen empfindet
Bauchkrämpfe, die etwas stärker sind als Schmerzen bei der Periode.
Sie gehen in der Regel rasch vorbei. Gelegentlich treten stärkere oder
länger andauernde Schmerzen auf. Bei Bedarf erhalten Sie ein
Schmerzmittel.
Blutungen
Nach einem chirurgischen Abbruch sind die
Blutungen in der Regel geringer als bei einer normalen Periode und
dauern 4 bis 5 Tage.
Nach dem Abbruch kommt es zu einer
Blutung, welche meist etwas stärker ist als bei einer normalen
Periode. Sie hält durchschnittlich 9 Tage an, in einzelnen Fällen auch
länger.
Übelkeit / Durchfall
Die Narkose kann Übelkeit verursachen.
Das Prostaglandin kann Übelkeit und
leichten Durchfall verursachen.
Risiken und Komplikationen
Bei beiden Methoden sind die Risiken
gering. Ernste Komplikationen kommen in weniger als 1% der Fälle vor.
Spätere gesundheitliche Probleme sind selten. Insbesondere wird das
Risiko, später keine Kinder mehr bekommen zu können, durch einen Abbruch
nicht erhöht. Psychische Probleme treten mit der medikamentösen nicht
häufiger auf als mit der chirurgischen Methode.
Mögliche Komplikationen:
Chirurgische Methode
Verletzungen des Muttermundes
und/oder der Gebärmutterwand
Infektionen
Starke Blutungen
Unvollständige Entleerung der
Gebärmutter, was eine zweite Absaugung erfordert
Blutgerinnsel (Thrombosen) in den
Blutgefässen.
Medikamentöse Methode
Starke Blutungen oder unvollständige
Ausstossung der Frucht, was eine Absaugung erfordert, um die in der
Gebärmutter verbliebenen Gewebereste zu entfernen
Versagen der Methode und
Weiterbestehen der Schwangerschaft, was ebenfalls das Absaugen der
Gebärmutterhöhle bedingt.
Vergleich der beiden Methoden
Beide Methoden sind ähnlich
wirksam und sicher. Nur in seltenen Fällen muss die Ärztin/der Arzt aus
medizinischen Gründen von der einen oder anderen Methode abraten.
Hingegen gibt es Unterschiede bezüglich der
zeitlichen Entscheidung und im Erleben der beiden Methoden, die Sie
besonders beachten sollten.
Der medikamentöse Abbruch ist geeignet für
Frauen, die rasch zu einer klaren Entscheidung kommen. Für Frauen, die
sich später entscheiden oder eine längere Bedenkzeit brauchen, kommt
praktisch nur der chirurgische Abbruch in Frage.
Die wichtigsten Unterschiede im Erleben des
Abbruchs:
Chirurgische Methode
Operativer Eingriff in den Körper.
Evtl. Narkose
Der Eingriff ist zeitlich klar
festgelegt und beansprucht nur kurze Zeit
Der Eingriff wird in der Regel nicht
vor der 7. Woche durchgeführt
Möglichkeit, sich mehr Zeit zu
lassen für den Entscheid
Kein bewusstes Erleben, falls der
Abbruch unter Narkose durchgeführt wird
Kurze und meist geringe Blutungen
nach der Operation
Selten mit längeren Schmerzen
verbunden.
Medikamentöse Methode
In über 95 Prozent ist kein
operativer Eingriff nötig. Keine Narkose
Der Vorgang zieht sich über 3 Tage
hin
Der Abbruch kann zu einem sehr
frühen Zeitpunkt durchgeführt werden, was oft psychisch entlastend
wirkt
Bewusstes Erleben des Abbruchs
Der Vorgang wird von vielen Frauen
als natürlicher empfunden
Übernehmen von mehr
Selbstverantwortung
Längere Blutungen
Bauchschmerzen, die nach der
Ausstossung mehr oder weniger lang andauern können.
Hergestellt in Zusammenarbeit mit Frau Dr.
med. Pók, Frauenärztin, Zürich
Dr. Lucia Ritter und Dr. Kurt Pfister, COSAN GmbH, Volketswil / Zürich