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Pierre-André Page, Sie sind für die SVP in den Nationalrat gewählt worden. Dass Ihre Partei ein zweites Mandat holen würde, war absehbar. Hätten Sie gedacht, dass gerade Sie es erhalten würden?
Pierre-André Page:Ich hatte es gehofft. Ich hätte es aber nicht gedacht. Ich war mir ziemlich lange auch nicht sicher, ob die SVP wirklich einen zweiten Sitz holen würde. Erst als die Resultate der Stadt Freiburg bekannt waren, konnte ich aufatmen.
Wie haben Sie den heutigen Tag verbracht?
Am Vormittag spielte ich bei einem neunzigsten Geburtstag Bariton. Nach dem Mittagessen machte ich mit meiner Frau einen Spaziergang im Wald. Etwa um drei Uhr begann ich dann langsam aber sicher, die Resultate zu verfolgen.
Wie erklären Sie sich, dass Sie Emanuel Waeber überholt haben, der in den letzten Wochen von viel Medienpräsenz profitieren konnte?
Ich denke, mein Bekanntheitsgrad im französischsprachigen Kantonsteil ist grösser–ich bin nun schon seit fast zwanzig Jahren Grossrat. Meine früheren Kandidaturen haben aber sicher auch geholfen. Emanuel Waeber hat übrigens in seiner Region, im Sensebezirk, auch ein sehr gutes Resultat erzielt.
Als Landwirt sind Sie es sich gewohnt, Pflöcke einzuschlagen. Wo werden Sie in Bern politisch Pflöcke einschlagen?
Als Landwirt liegt mir natürlich die Landwirtschaftspolitik sehr am Herzen. Diese hat in letzter Zeit eine falsche Richtung eingeschlagen, dies gilt es nun zu ändern. Andere wichtige Themen sind für mich auch die KMU sowie das duale Bildungssystem, um das man uns im Ausland zurecht beneidet.
Sie bewirtschaften einen Landwirtschaftsbetrieb in Châtonnaye im Glanebezirk. Wer wird zum Hof schauen, wenn Sie in Bern am Politisieren sind?
Ich führe den Betrieb zusammen mit einem Kollegen. Mit ihm werde ich mich morgen früh darüber unterhalten müssen (lacht).
Sie sprechen gut Deutsch. Wo haben Sie die Sprache gelernt?
Ich hatte meine landwirtschaftliche Lehre im Kanton Solothurn gemacht. Deshalb ist mein Wortschatz sehr landwirtschaftlich geprägt (lacht). Leider brauche ich die Sprache allerdings viel zu selten.
Marco Koller