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Film: Joseph Mackiewicz. Auf der Suche nach der Wahrheit
„Ein Schriftsteller wie Józef Mackiewicz wird nur alle 100 Jahre geboren, oder noch seltener“, sagt Professor Włodzimierz Bolecki in dem Film Józef Mackiewicz. W poszukiwaniu prawdy.
Ich denke, es lohnt sich, über diese Worte nachzudenken. Nicht umsonst hat der Sejm der Republik Polen 2022 zum Józef-Mackiewicz-Jahr ausgerufen, Dies im Gedenken an einen Schriftsteller, “den man zum Schweigen zu bringen versuchte“, wie es einer der im Film auftretenden Experten ausdrückte; einen Schriftsteller, “der ein Schriftsteller der Zukunft ist“, wie es der oben genannte Professor Włodzimierz Bolecki, ein Erforscher von dessen Werk, formulierte; einen Schriftsteller, der „immer noch schreibt“, wie Dr. Paweł Chojnacki die Vielzahl der Werke aus dessen Feder zusammenfasste. Ich persönlich habe Józef Mackiewicz entdeckt, indem ich auf seinen Spuren reiste und seine Werke las. Ich war zwar nicht an allen Orten, an denen Józef Mackiewicz unterwegs war (was heutzutage praktisch unmöglich ist, denn wer würde Smoleńsk während des russisch-ukrainischen Krieges betreten wollen), aber ich war in seiner Heimatstadt Vilnius (und in Czarny Bór), in London und in München, wohin die Odyssee der Emigration ihn (zusammen mit seiner Frau Barbara Toporska) gebracht hatte. Eigentlich habe ich Józef Mackiewicz schon vor langer Zeit „entdeckt“, dank meiner Freunde, die unter anderem heftig über den Roman Links ran diskutierten (und das Wort „Entdeckung“ ist hier sehr zutreffend, denn in meinem Fall ist es mit Freude verbunden, dass ich nicht nur das Vergnügen habe, die Werke eines Schriftstellers kennenzulernen, der ein wunderbar schönes Polnisch schrieb, sondern dass ich dank ihm auch etwas über historische Ereignisse erfahren kann, von denen ich vorher keine Ahnung hatte). Ich muss jedoch hinzufügen, dass ich Józef Mackiewicz als Schriftsteller und als Menschen neu entdeckt habe, als ich während der Dreharbeiten auf seinen Spuren reiste. Dies war zu einem grossen Teil denjenigen Menschen zu verdanken, die den Meister persönlich gekannt hatten, wie Frau Nina Kozłowska und Herr Tomasz Mianowicz aus München sowie Herr Andrzej Mietkowski, der die Familie Mackiewicz in den 1980-er Jahren dort besuchte. Als Jugendlicher hatte Józef Mackiewicz am polnisch-bolschewistischen Krieg teilgenommen, später, im unabhängigen Polen, verteidigte er die Sumpfbewohner, eine lokale Bevölkerung der Kresy-Region, und deckte die Fehler der Beamten auf. 1943 war er Augenzeuge der Ermordung der Juden in Ponary (durch die Deutschen und die mit ihnen kollaborierenden Litauer und Ukrainer), und später nahm er (noch im selben Jahr und mit Zustimmung der Heimatarmee) an der Reise der polnischen Delegation nach Katyń teil. Auf den Spuren von Józef Mackiewicz kann man sich davon überzeugen, dass sein Motto Nur die Wahrheit ist interessant absolut zutreffend ist: Mackiewicz beschrieb, was er sah, und „kleidete“ seine Erlebnisse in eine schöne literarische Form. Ich erinnere mich, dass ich vor langer Zeit, als ich ein Interview mit dem ehemaligen KGB-Major Oleg Zakirov aufzeichnete (der seine private, geheime Untersuchung zu Katyn durchführte), ihn direkt gefragt habe: „Warum hast du das getan, Oleg? Warum hast du dein Leben riskiert?“ – Als Antwort hörte ich: „Weil das Wichtigste die WAHRHEIT ist, wie immer diese auch sein mag. Seine Worte waren wahr: Ich habe die gleiche Wahrheit im Leben und im Werk von Jozef Mackiewicz gesehen. Józef Mackiewicz zahlte einen hohen Preis dafür, dass er die Wahrheit schrieb: Er handelte sich Anschuldigungen, Einsamkeit und Armut ein, aber es ist gleichzeitig auch daran zu erinnern, dass der Schriftsteller mit der Wahrheit über Katyń buchstäblich sein Leben riskierte.
Auf meiner filmischen Reise auf den Spuren von Józef Mackiewicz war es mir nicht gegeben, das Museum in Rapperswil zu besuchen, in dem sich die allermeisten Aufnahmen und Erinnerungsstücke von Józef Mackiewicz und seiner Frau Barbara Toporska befinden. Umso mehr freut es mich, dass der Film den Weg auf die Website des Museums in Rapperswil gefunden hat. Ich möchte mich auch bei der Direktorin Anna Buchmann herzlich dafür bedanken, dass ich die Möglichkeit hatte, das Archiv des Museums für den Film zu nutzen, ohne welches der Film sicherlich viel verloren hätte. Sie möchte ich einladen, zumindest einen der Romane von Józef Mackiewicz zu lesen, und ich kann Ihnen versichern, dass Sie mit Sicherheit auch zu den anderen Werken des Meisters greifen werden. Ich möchte Sie auch zum Film Józef Mackiewicz. W poszukiwaniu prawdy einladen, der dank des Museums für Polnische Geschichte in Warschau (Produzent) hat entstehen können.
Jarosław Mańko