Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03157.jsonl.gz/2562

01 Jul Würden Sie Ihre Familie «outsourcen»?
Outsourcing ist ein Thema, das in den neunziger Jahren in aller Munde war. Wie stehen wir heute dazu? Ist Outsourcing «in» oder «out»?
Bedeutung von «Outsourcing»
«Outsourcing» bedeutet die Auslagerung von einzelnen Aufgaben, Teilbereichen oder kompletten Prozesse an spezialisierte Drittunternehmen. Doch wann macht Outsourcing Sinn?
Zuerst müssen die Kernkompetenzen, die Kernprozesse und die Kostentreiber bestimmt werden. Zur Veranschaulichung bedienen wir uns dem Unternehmen «Familie»:
Die Kostentreiber bestimmen, wie viele Ressourcen ein Prozess verbraucht und welche Kosten das verursacht. Als Kostentreiber einer Familie werden alle Familienmitglieder identifiziert. Hauptkostentreiber ist der Ehemann, dicht gefolgt von der Ehefrau.
Ein Kernprozess ist ein Prozess, dessen Aktivitäten einen direkten Bezug zum Produkt besitzen und damit einen Beitrag zur Wertschöpfung im Unternehmen leisten. Als Kernprozesse in einer Familie können das Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen und Bügeln bezeichnet werden. Das Produkt sind die Kinder.
Die Kernkompetenz bezeichnet eine Fähigkeit bzw. Tätigkeit, die ein Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz besser ausführen kann und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangt. Die Kernkompetenz in der Familie ist die Fähigkeit, die Kinder besser zu erziehen als die Nachbarn.
Nun können wir uns folgende Fragen stellen:
- geht die Ehefrau (Kostentreiber) haushälterisch mit dem Geld um?
- arbeitet sie effizient und effektiv (Ressourcenverbrauch)?
- besitzt sie die notwendigen Kenntnisse (Kompetenzen), um den Haushalt zu führen?
- kann der Ehemann (Kostentreiber) die wichtigen Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Putzen, Bügeln und Pflanzen giessen (Kernprozesse) zufriedenstellend zu lösen?
- ist er in der Lage, diese Kernprozesse zu optimieren? (höhere Wertschöpfung)
- wie viel Ressourcen verbrauchen die Eltern bzw. Grosseltern?
- ist das Outsourcing der Eltern/Grosseltern z.B. in ein Altersheim sinnvoll?
- besteht genügend Kapazität für die Gartenarbeit? könnte ein Gärtner diese Arbeiten professioneller ausführen?
- macht es Sinn, die Versorgung der Haustiere auszulagern, um sich auf die Kernkompetenz der Kindererziehung fokussieren zu können?
Was beim Outsourcing zu beachten ist
- Kosten und Nutzen sind sorgfältig abzuwägen: die pflegebedürftigen Eltern müssen professionell betreut werden.
- die Unternehmenskultur ist zu berücksichtigen: Sie lieben thailändisches Essen? Dann lagern Sie das Kochen nicht an einen Deutschen aus. Sie wollen Ihre Hemden perfekt gebügelt haben? Dann vergeben Sie diese Arbeit nicht an jemanden, der selbst in zerknitterten Hosen herumläuft.
- Supportprozesse eignen sich für ein Outsourcing: erfahrene Gärtner optimieren und pflegen ihren Garten; ein Hunde-Sitter geht täglich zwei Stunden mit Ihrem Hund spazieren.
- Kernkompetenzen werden nicht ausgelagert: die Erziehung der Kinder ist Sache der Eltern!
Beispiel für ein gelungenes Outsourcing
Gute Erfahrungen haben Unternehmen mit dem Auslagern des Rekrutierungsprozesses gemacht. Ein spezialisierter Dienstleister (Service Provider) wie unisite ag verfügt über vertiefte Kompetenzen in der Akquisition und Beschaffung von Talenten, die er zudem laufend aktualisiert und ist auch bezüglich digitaler Rekrutierungsstrategien stets auf dem neusten Stand. Der Service Provider generiert einen «added value» (z.B. die Verkürzung der «time-to-hire» oder eine höhere Qualität und Quantität an Bewerbern).
Outsourcen oder nicht?
Entscheidend über Erfolg oder Misserfolg ist schliesslich auch immer die Qualität resp. Kompetenz des Service Providers resp. dessen Mitarbeiter. Diese müssen bereit sein, den kulturellen Spagat zwischen ihrem eigenen Unternehmen und der Kultur des Kunden zu machen. Sie müssen die Kernprozesse und Kernkompetenzen des Kunden kennen, verstehen und diese mit Überzeugung und Leidenschaft vertreten bzw. verkaufen. Dadurch wird der Service Provider zu einem strategischen Partner und Verbündeten und es gilt für beide Seiten, diese Partnerschaft zu pflegen.
Tanja Steiger www.tanjasteiger.ch