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Der Projektzweig von GOA im Mathare-Slum in Nairobi wurde im Jahr 2010 gegründet. Mathare ist der einwohnermässig grösste und gleichzeitig flächenmässig kleinste Stadteil Nairobis. Obwohl, einen Stadtteil kann man Mathare District in Nairobi eigentlich nicht nennen. Ein Teil einer "Stadt" kann nur etwas sein, was ein Mindestmaß an Verwaltungs- und Versorgungsstruktur besitzt. Der Mathare District, in dem schätzungsweise 700.000 Menschen leben, hat keine Infrastruktur: keine Straßen, keine Wasserversorgung, kein Strom, keine Abfallentsorgung und keine funktionierende Polizei. Eine verlässliche Kriminalstatistik gibt es nicht, denn es existiert niemand, der die Morde, Vergewaltigungen und Diebstähle alle erfasst.[caption id="attachment_2120" align="alignleft" width="201"] Der stark verschmutzte Mathare River[/caption]
Der Slum liegt in einem kleinen Tal und ist einer der größten und gewalttätigsten Afrikas. Wer hier lebt, der überlebt eigentlich nur. Mehr als die Hälfte der Einwohner war 2006 unter 20 Jahre alt, da viele Jugendliche Opfer von Drogen, Krankheiten oder Gewalt sind. Neben der hohen Säuglingssterblichkeit ist das Risiko der Mütter, an den Folgen einer Geburt zu sterben, sehr hoch. Obwohl in Kenia seit 2003 der Unterricht in Primärschulen kostenlos ist, ist die Rate von Analphabeten unter den Bewohnern von Mathare Valley ungewöhnlich hoch. Die Kinder müssen meist zum Lebensunterhalt der Familie etwa durch das Sammeln und den Verkauf von Müll beitragen oder auf kleinere Geschwister aufpassen.[caption id="attachment_2123" align="alignright" width="300"] Auf engstem Raum...[/caption]
Der Kern-Slum befindet sich im Mathare Valley, einem Tal von ca. 300 Metern Breite und zwei Kilometern Länge. In diesem Bereich leben ca. 180.000 Menschen in dicht an dicht gebauten fensterlosen Hütten. Die Hütten (oder besser Verschläge) bestehen aus Wellblech oder Holz und messen durchschnittlich zwei mal zwei Meter, in ihnen leben meist um die zehn Menschen. Im Slum gibt es keine befestigten Straßen und keine Infrastruktur, d.h. keine Wasser- oder Stromleitungen und kein Abwasser, und während der Regenzeit versinken die Behausungen in Dreck und Schlamm.
Mitten in diesen Verhältnissen ist GOA seit drei Jahren tätig und versucht, Bewohnern des Slums Hoffnung auf ein Morgen anzubieten. Im Dezember haben wir hier auf der Website über die Unruhen in Mathare berichtet () und die Geschichte einiger unserer Stipendienempfänger aus Mathare erzählt, die aufgrund von Unruhen und Tumulten all ihr Hab und Gut verloren haben. Der konfliktreiche Dezember 2012 hat viele Menschenleben gefordert, und auch die GOA-Projekte gefährdet: Unseren Kindergarten, die Gemeinde, das Mikrokreditprojekt, die Fussballteams die wir unterstützen, und das Stipendienprogramm für Sekundarschüler.[caption id="attachment_2119" align="alignleft" width="260"] Mit unseren Fussballjungs im Slum unterwegs...[/caption]
Nun sind die schlimmsten Unruhen abgeklungen, doch niemand weiss, wann es zum nächsten Mal eskaliert. Deshalb hat GOA beschlossen zu reagieren und in diesem Jahr ganz besonders in Friedensvermittlungen zwischen Banden, Wohnvierteln, Familien und Interessensgruppen in Mathare zu investieren. Mit verschiedenen Veranstaltungen, Sportprogrammen, Vorträgen, gemeinschaftsbildenden Events und Hausbesuchen möchten wir weitere solche Konflikte verhindern und die Menschen zu friedlichem Zusammenleben anleiten. Dies geht natürlich Hand in Hand mit der Vermittlung der frohen Botschaft, die ja von dem handelt, der wahren Frieden zu geben vermag.
Ihr seid alle herzlich dazu eingeladen, unsere Slumprojekte in Mathare mit Spenden (Vermerk: Slumprojekte) zu unterstützen, damit in den Wellblechhütten aber auch in den Herzen der Bewohner Frieden einkehren darf.[caption id="attachment_2122" align="alignright" width="248"] Freiwillige Helfer von GOA Schweiz bringen Wittwen in Mathare Nahrungsmittel.[/caption]