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Die Trophäenjagd, das ist der gezielte Abschuss grosser «exotischer» Tiere, die in der Regel durch Jäger aus dem Ausland getätigt werden, um danach den Kopf des erlegten Opfers mitzunehmen und es sich Zuhause an die Wand zu hängen. Es ist eine Praxis, die aus einem anderen Jahrhundert stammt und zur kolonialistischen Geschichte Europas gehört.
Vor allem in Afrika ist sie noch gang und gäbe: dort bezahlen reiche Touristen Zehntausende von Dollars für die einmalige «Chance», einen der «Big Five», darunter Löwe, Elefant, Nashorn, Leopard und Büffel, zu erlegen und sich diese Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Allein die Jagd auf einen Elefanten kostet etwa 50 000 US-Dollars pro Tier. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Art bedroht ist oder nicht: Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) erlaubt den Export und Import solcher Trophäen, die aus völlig falschen und zudem veralteten, rechtlichen Gründen als «nicht kommerziell» eingestuft werden.
Eine Motion wollte die Einfuhr dieser Trophäen in die Schweiz verbieten. Der Nationalrat hatte sie angenommen, da deren Vertreter zu Recht der Meinung waren, dass dieser «Todes-Tourismus» von unserem Land nicht weiter unterstützt werden sollte. Am 30. Mai 2022 hat jedoch der traditionell konservativere Ständerat die Motion mit 22 zu 17 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgeschmettert. Dies war im Übrigen auch der Vorschlag des Bundesrates, der seiner bisherigen Position «pro Handel» und «pro Nutzung» von Wildpflanzen und Wildtieren treu blieb. Die FFW, die seit Jahren in Afrika die verheerenden Auswirkungen dieser Jagd untersucht und davon überzeugt ist, dass sie weder für die Erhaltung der Arten noch für die lokalen menschlichen Gemeinschaften einen Vorteil darstellt, ist von der nicht nachvollziehbaren Entscheidung des Ständerats sehr enttäuscht. Die Annahme der Motion hätte jedoch Mut bewiesen und der Schweiz die Möglichkeit gegeben, eine klare Botschaft zu senden: Bedrohte Tiere sind nicht käuflich!