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Brasilien erfüllt immer mehr Punkte der mit der UNO vereinbarten Milleniumsziele. Danach konnte das südamerikanische Land von 1990 bis 2012 die Kindersterblichkeit um 77 Prozent verringern. Fortschritte wurden ebenso bei der Bekämpfung der extremen Armut erreicht, die nach offiziellen Angaben auf 3,6 Prozent der Bevölkerung reduziert werden konnte.
Während 1990 noch 54 von 1.000 Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren starben, sank die Zahl der Kindersterblichkeit bis 2011 auf 17,7 pro tausend Kinder. Damit konnte die Kindersterblichkeit zwar stark gesenkt werden, im Vergleich mit anderen Ländern ist sie allerdings immer noch hoch. So liegt sie in Frankreich und Deutschland beispielsweise bei vier von tausend Neugeborenen.
Insgesamt umfassen die Milleniumsziele acht Punkte. Einige davon erfüllt Brasilien bereits. Im Bereich der extremen Armut lautete das Ziel, diese von 1990 bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Nach Angaben der brasilianischen Regierung wurde die extreme Armut indes auf ein Siebtel verringert. Danach leben heute 3,6 Prozent der Bevölkerung mit einem Einkommen von weniger als 35 Dollar pro Familienmitglied und Monat. Nach wie vor am stärksten Betroffen von der extremen Armut ist die afrobrasilianische Bevölkerung.
Verbesserungen gab es auch bei den Schulabschlüssen. 1990 brachen 66,4 Prozent der 15 bis 24-Jährigen die Basisschule vorzeitig ab, 2012 waren es nur noch 23,2 Prozent. Darüber hinaus ist der Anteil der Buben und Mädchen zwischen sieben und 14 Jahren, welche die Schule besuchen, von 81,2 Prozent auf 97,7 Prozent gestiegen.
Erreicht wurde ebenso das Ziel, den Anschluss der Haushalte an das Trink- und Abwassersystem zu verdoppeln. Wie es in dem Bericht zu den Milleniumzielen heißt, waren 2012 etwa 77 Prozent der brasilianischen Haushalte an die Kanalisation angeschlossen oder mit Klärgruben ausgestattet. Ein Problem stellen die Wohnunterkünfte dar. Nach den Daten von 2012 lebt nach wie vor über ein Drittel (36,6 Prozent) der Brasilianer in prekären Situationen.
Weit entfernt, das Milleniumsziel zu erreichen, ist Brasilien auch bei der Rate der Müttersterblichkeit. Angestrebt worden war, die Zahl der Frauen, die während oder bis zu 42 Tage nach der Geburt sterben, auf 35 pro 100.000 Frauen zu reduzieren. Gesenkt werden konnte ihre Zahl bis 2011 jedoch lediglich auf 64 Todesfälle pro 100.000 Geburten. Eine Rolle spiele dabei die Hohe Zahl der Kaiserschnitte, wie es in dem Bericht heißt.