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Ergebnisse
Allgegenwärtige Tabakwerbung
Mehr als die Hälfte der beobachteten Verkaufsstellen (n=207) stellten Werbung für Tabakwaren aus. In den Tankstellenshops und Kiosken war Tabakwerbung in acht von zehn Verkaufsstellen vorhanden. Bemerkenswert ist, dass an ein und derselben Verkaufsstelle bis zu 27 Werbeträger zu beobachten waren. Mehr Werbung als anderswo wurde in städtisch geprägten Kantonen wie Waadt oder Genf und im Berner Jura beobachtet.
An jeder dritten Verkaufsstelle mit Werbung für Tabakwaren war diese von aussen sichtbar. Es handelte sich entweder um vor der Verkaufsstelle platzierte Werbung (Plakate, Aussenschilder, Aschenbecher oder Sonnenschirme mit dem Namen oder dem Logo einer Zigarettenmarke) oder um im Innern platzierte, aber von aussen sichtbare Werbung (in den Schaufenstern oder im Innern der Verkaufsstelle).
Trotz dem in mehreren Kantonen (Genf, Waadt, Wallis und Bern) vorhandenen Verbot von Werbung für Tabakwaren im öffentlichen Raum oder im privaten, vom öffentlichen aus sichtbaren Raum, liess sich vielerorts Werbepräsenz ausserhalb der Verkaufsstelle oder von ausserhalb sichtbare Werbepräsenz beobachten: 50 Prozent im Berner Jura, 40 Prozent in Genf, 29 Prozent im Waadtland und 9 Prozent im Wallis.
Sonderangebote wurden in 59 Prozent der beobachteten Verkaufsstellen bereitgehalten; dabei handelte es sich hauptsächlich um vergünstigte Zigarettenpäckchen. Der Prozentsatz der Tankstellenshops und Kioske mit Sonderangeboten betrug über 85 Prozent.
Werbung neben Süssigkeiten und auf Augenhöhe der Kinder
In 39 Prozent der Verkaufsstellen waren Tabakwaren und/oder Werbung dafür neben Süssigkeiten oder Kaugummis platziert. Ausserdem befand sich die Werbung in 35 Prozent der Fälle auf Augenhöhe der Kinder (1,2 Meter) oder darunter. Diese Werte sind bei Kiosken und Tankstellenshops höher als in Lebensmittelgeschäften. Die Nähe zu den Süssigkeiten zieht den Blick von Kindern und Jugendlichen an und suggeriert, Tabak sei ein harmloses, mit Genuss assoziiertes Produkt. Der Stil der Werbung mit bunten Zeichnungen und sorgfältiger Grafik trägt ebenfalls zu deren Attraktivität bei den Jüngsten bei.
Direkt an den Verkaufsstellen engagierte Tabakindustrie
Aus den Gesprächen mit den Verkaufsstellenbetreibern lassen sich Hinweise auf deren Verbindungen zur Tabakindustrie ableiten. Vertreter der Tabakindustrie statten 59 Prozent der Verkaufsstellen Besuche ab. Bezogen auf den Verkaufsstellentyp erhalten Kioske (88 Prozent) und Tankstellenshops (71 Prozent) mehr Vertreterbesuch als die Lebensmittelläden (23 Prozent). Anlässlich des Kundenbesuchs können die Vertreter durch Anreize in Form von Geld oder Geschenken an die Betreiber ihre Produkte und ihre Werbung an den strategisch günstigsten Orten der Verkaufsstelle platzieren.
Drei Viertel der befragten Verkaufsstellenleiter geben an, das Verschwinden der Tabakwerbung hätte keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Rentabilität ihres Geschäfts.