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Die SSK habe keine Antwort auf die Frage nach der Ursache für das in der KiKK-Studie berichtete Ergebnis, stellt sie in ihrer Stellungnahme vom Oktober 2008 fest. Auf der Basis des derzeit vorliegenden Wissens ist die SSK jedoch der Ansicht, dass bestimmte Ursachen ausgeschlossen werden können, und sie macht Vorschläge, was in der Zukunft unternommen werden sollte, um hier Klarheit zu schaffen.
Evidenz für Leukämie bei Kernkraftwerken nicht geklärt
Die Ergebnisse der SSK können wie folgt zusammengefasst werden: Die neuen Daten der KiKK-Studie bestätigen die Ergebnisse früherer explorativer Studien eines erhöhten relativen Risikos für Leukämie von Kindern unter fünf Jahren im 5-km-Radius deutscher Kernkraftwerke relativ zum äusseren Bereich des jeweiligen Studiengebietes. In anderen Ländern durchgeführte Studien führten allerdings zu widersprüchlichen Ergebnissen. Es lasse sich damit nicht abschliessend bewerten, ob es eine Evidenz für eine erhöhte Rate von Leukämie generell in der Umgebung von Kernkraftwerken gibt.
Nur 5-km-Radius aussagekräftig
Das Design der KiKK-Studie weise hinsichtlich Expositionsbestimmung und Erhebung von Einflussfaktoren zahlreiche methodische Schwächen auf, so dass es vernünftiger gewesen wäre, die Studie in dieser Weise nicht durchzuführen, ist die SSK der Meinung. Trotz dieser Schwächen sei das Design geeignet, eine Abstandsabhängigkeit zu analysieren. Die Evidenz für eine Erhöhung der Krebsrate bei Kindern beschränke sich auf Gebiete, die maximal 5 km von den Kernkraftwerksstandorten entfernt sind. Es sei daher nicht gerechtfertigt, mit Hilfe attributiver Risiken hypothetische zusätzliche Erkrankungsfälle für grössere Abstände zu berechnen.
Strahlung aus Kernkraftwerken zu gering …
Die SSK kommt weiter zum Schluss, dass die Studie nicht geeignet sei, einen Zusammenhang mit der Strahlenexposition durch Kernkraftwerke herzustellen. Alle von der SSK geprüften radioökologischen und risikobezogenen Sachverhalte zeigten, dass durch die Kernkraftwerke bewirkte Expositionen mit ionisierender Strahlung das in der KiKK-Studie beobachtete Ergebnis nicht erklären können. Die durch die Kernkraftwerke verursachte zusätzliche Strahlenexposition sei mindestens einen Faktor 1000 geringer als die Strahlenexpositionen, die die in der KiKK-Studie berichteten Risiken bewirken könnten.
… und natürliche Strahlung zu hoch
Die natürlichen Strahlenexpositionen im Untersuchungsgebiet und auch ihre Schwankungen seien um mehrere Zehnerpotenzen höher als die durch die Kernkraftwerke verursachten zusätzlichen Strahlenexpositionen. Wenn man unterstelle, dass die geringen, durch die Kernkraftwerke verursachten Strahlenexpositionen für das erhöhte Risiko für Leukämien im Kindesalter verantwortlich seien, müssten nach dem heutigen Kenntnisstand rein rechnerisch aufgrund der natürlichen Strahlenexpositionen Leukämien um mehrere Zehnerpotenzen häufiger auftreten als in Deutschland und andernorts beobachtet, erläutert die SSK in ihrer Presseerklärung.
Weitere Erforschung von Leukämien notwendig
Die Ursache für die beobachtete Erhöhung der Leukämierate bei Kindern in der KiKK-Studie sei nicht klar. Da die Entstehung von Leukämie multifaktoriell ist, sei eine Vielzahl von Einflussfaktoren möglich, die das beobachtete Ergebnis bewirkt haben könnten. Um die vielen widersprüchlichen Befunde in der Literatur und auch das Ergebnis der KiKK-Studie zu verstehen, sei eine weitergehende, interdisziplinäre Erforschung der Ursachen und Mechanismen der Entstehung von Leukämien im Kindesalter notwendig, schliesst die SSK ihre Bewertung der KiKK-Studie.
Quelle
D.S. nach SSK, Medienmitteilung, 9. Oktober 2008
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