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Mit der Formsteigerung von Fabian Lustenberger und Valentin Stocker steigen auch die anfänglich wenig beachteten Aktien von Hertha Berlin. Am Samstag empfangen die Berliner Werder Bremen.
Wenn man sich die heutige Berliner Mannschaft anschaut, die in der Bundesliga selbstbewusst auftritt und in 13 Runden nur zweimal verloren hat, könnte man beinahe vergessen, dass der Klub vor nicht allzu langer Zeit an der Front zur Zweitklassigkeit kämpfen musste.
Der kurze Rückblick: Lucien Favre führte die Hertha in der Saison 2008/09 auf den nie erwarteten 4. Platz. Nach zahlreichen Wechseln im Kader und einem Fehlstart in der darauffolgenden Saison wurde der Waadtländer entlassen. Die Hertha stieg dennoch ab. Sie stieg umgehend wieder auf, umgehend wieder ab und danach - am Ende der Saison 2012/13 - abermals sofort wieder auf. Von dort weg haben sich die Hauptstädter im Oberhaus des deutschen Fussballs behauptet, wenngleich sie im Frühling 2015 den mit einer Barrage verbundenen 16. Platz nur dank der besseren Tordifferenz an den Hamburger SV abwälzen konnten.
Nach dem 7. Platz in der vergangenen Saison haben die Herthaner nunmehr Kurs in Richtung der direkten Qualifikation für die Champions League eingeschlagen. Sie belegen nur drei Punkte hinter Bayern München den 3. Platz. Da sich Eintracht Frankfurt und Hoffenheim am Freitagabend beim 0:0 gegenseitig Punkte abgenommen haben, würde Hertha mit einem Sieg im Spiel vom Samstagabend um 18.30 Uhr gegen Werder Bremen die Reserve auf die nachfolgenden Mannschaften auf mindestens drei Punkte ausbauen. Werder ist in der Abstiegszone und hat bislang in sechs Auswärtsspielen nur zwei Punkte geholt. Die Hertha ihrerseits weist als einzige Mannschaft in der Bundesliga eine makellose Heimbilanz auf: sechs Spiele, sechs Siege.
Es wäre vermutlich vermessen, Herthas Höhenflug direkt an den Luzerner Söldnern Fabian Lustenberger und Valentin Stocker festzumachen. Und doch spielen sie in den Überlegungen des ungarischen Trainers Pal Dardai wichtige Rollen.
Lustenberger, der auf diese Saison hin nach drei Jahren die Captain-Binde dem bosnischen Goalgetter Vedad Ibisevic übergeben musste, erlebte in den ersten Wochen der Saison eine Minikrise. Er war der erste Sündenbock nach dem überraschenden Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation gegen Bröndby Kopenhagen. Dardai nahm "Lusti" für zwei Spiele aus der Mannschaft. Danach jedoch spielte er bis heute mit einer einzigen Ausnahme über 90 Minuten. Er gilt als konstant und zuverlässig und verleiht der Defensive Stabilität.
Valentin Stocker hat etwas weniger gute Karten als Lustenberger, zumal das Angebot an valablen Offensivkräften im Kader recht breit ist. Im Oktober 2015 begann die Zeit, als er unter Pal Dardai sehr oft das ganze Spiel auf der Bank sass oder nur zu Einsätzen in der letzten Viertelstunde kam. Auch die jetzige Saison begann in diesem für den Internationalen unerfreulichen Stil. Das Blatt begann sich zu wenden, als Stocker Mitte September beim 2:0-Heimsieg gegen Schalke traf. Und seit Mitte Oktober, als er das Tor beim 1:1 auswärts gegen Borussia Dortmund schoss, stand er immer in der Startformation. Drei Spiele verpasste er wegen Sperren. Starke Schweizer Söldner scheinen die Hertha stark zu machen.