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Tara ist nicht nur eine mächtige Schutzgöttin, die alle Wesen in ihre bedingungslose Liebe einschliesst. Sie ist auch ein Ausdruck grenzenloser weiblicher Kraft. Im Buddhismus ist die Weisheit denn auch ein weiblicher Aspekt, der sich in Form der Tara zeigt. In der tibetischen buddhistischen Tradition hat wird sie als Verkörperung der höchsten Weisheit als Mutter aller Buddhas verehrt. Sämtliche Buddhas werden aus dieser tiefen Weisheit geboren. Dazu gibt es die schöne Geschichte von Tara:
Vor langer Zeit lebte im alten Indien Prinzessin Jnanachandra, Mond der Weisheit. Ihr Anblick war von betörender Schönheit und sie hatte ein grosses Herz für alle Wesen. Täglich brachte sie ihrem Lehrer Buddha Dundubhisvara Opfergaben dar. Alle bewunderten die aussergewöhnliche Schülerin, und die Mönche bedrängten sie, darum zu bitten, dass sie im nächsten Leben als Mann wiedergeboren werde, um die vollständige Erleuchtung zu erlangen. Die Prinzessin lachte und antwortete: «Männlich und weiblich zu betrachten ist dumm, denn es gibt weder Männer noch Frauen noch ein Selbst, auch keine Wesen.» Sie gelobte im Gegenteil, immer wieder in weiblicher Form zurückzukehren, um so für das Wohl aller Wesen zu wirken. Sie war unermüdlich in ihrer täglichen Meditation und verweigerte das Essen, bis sie eine gewisse Anzahl von Wesen befreit hatte. So gab ihr der Buddha Dundubhisvara den Namen Tara – Befreierin.
Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe 2/21. Hier spricht die tibetisch-schweizerische Sängerin Dechen Shak-Dagsay über ihre enge Verbindung zu dieser Göttin und sagt, wieso ihre Geburt ein Geschenk der Tara gewesen ist.