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Zweites Hauptkapitel: Konkrete Tipps? Ja. Handlungsanleitungen? Nein.
Wer allerdings lernen möchte, wie man selbst Geschichten designt, die funktionieren, kommt auch im zweiten Hauptkapitel "Copy" nur so halb auf seine Rechnung. Pyczak stellt hier eine Reihe von dramaturgischen Konzepten vor und liefert einen guten Überblick darüber; das Konzept der "Heldenreise" von Joseph Cambell fehlt hier genau so wenig wie ein Kapitel darüber, wie Kult-Regisseur Alfred Hitchcock mit seinem "Suspense"-Konzept das Publikum in Spannung versetzt. Pyczak trägt eine Menge Wissen vor, was die Qualität dieses Titels ausmacht.
Andererseits besteht die Gefahr, dass die geneigte Leserschaft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Die einzelnen, von Pyczak vorgestellten Konzepte sind unterschiedlich konkret, aber ein "Rezeptbuch" ist "Tell me!" auch im zweiten Kapitel nicht.
Und das gilt schliesslich auch für das dritte grosse Kapitel mit der Überschrift "Create". Hier stellt der Autor verschiedene Storys vor und wie sie entstanden sind. Das Kapitel ist also quasi ein "Making of". Viele der vorgestellten Geschichten sind dabei Videos, insbesondere "Brand-Videos" von Firmen wie Dove oder Red Bull. Auch das ist interessant als Hintergrund, hilft aber für die eigenen Geschichten, wenn sie in Präsentationen dienen sollen, wenig. Konkreter wird es, als Pyczak von der Unfähigkeit entlassener Manager erzählt, ihren Lebenslauf in eine attraktive Geschichte zu packen - und wie sie es hätten besser machen können (zu finden auf Seite 200).
Und das ist positiv zu werten an "TELL ME!". Der Autor bringt immer wieder Ideen für Übungen und Trainingssequenzen ein - fast ein/e Jede/r hat einmal seinen Job verloren und stand vor der Situation, sich neu bewerben zu müssen.