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Andreas von Bechtolsheim ist schon lange dabei im Silicon Valley. Der Sun-Mitbegründer und Google-Investor der ersten Stunde spricht im Interview mit Cicero über seine Laufbahn.
Von Lukas Meyer-Marsilius
Mit 17 entwickelte der am Bodensee aufgewachsene Andreas von Bechtolsheim seinen ersten Mikrocomputer, ehe er in München und Pittsburgh Informatik studierte und als Doktorand an die Stanford University wechselte. Anfang der 1980er gründete er mit Kommilitonen Sun Microsystems. 1998 lernte er über einen Freund und Stanford-Professor die Studenten Larry Page und Sergej Brin kennen, welche ihm nicht nur einen Prototypen einer neuartigen Suchmaschine präsentierten, sondern auch gleich ein Geschäftsmodell dazu.
„Da damals immer mehr und mehr Menschen Suchmaschinen zu benutzen begannen, dachte ich mir: Eine Million Links am Tag sind realistisch, das macht fünfzigtausend Dollar Einnahmen täglich. Also, die Jungs werden nicht pleitegehen.“
Obwohl ausser des Prototypen noch gar nichts da war, packte Bechtolsheim den Stier bei den Hörnern, investierte selber 100’000 Dollar und stellte den Kontakt zu weiteren Geldgebern her.
Der Erfolg war dabei am Anfang trotz der guten Idee nicht immer sicher. „Wenn Sie genau schauen, sehen Sie, dass die Firma erst richtig erfolgreich wurde nach dem Crash von 2001. Nach dem Platzen der Blase wurde überall darauf geachtet, Werbegelder sinnvoll einzusetzen.“ Da man auf Google sehr effizient Werbung machen konnte, kamen immer mehr und mehr Firmen, und Google wurde zur wertvollsten Marke der Welt.
Auf die Frage, ob eine ähnliche Erfolgsgeschichte in Deutschland möglich wäre, antwortet Bechtolsheim nicht sehr optimistisch. In die USA ging der junge Student vor allem aus Gründen der Infrastruktur: „Als ich in München an der TU Anfang der siebziger Jahre Elektrotechnik in Richtung Datenverarbeitung studiert habe, gab es noch nicht mal einen Computer für jeden Studenten. Ich kam recht schnell zu dem Schluss, dass alles, was mit Computern zu tun hatte, in Amerika entwickelt wurde.“ In Stanford hatte jeder Student einen eigenen Computer; vor diesem verbrachte er dann auch einen Grossteil seiner Zeit. In den USA wurde er zum Silicon Valley-Pionier und Multimilliardär, doch fühlt er sich immer noch als Europäer und kehrt gerne in seine Heimat zurück, obwohl er dort als junger Mensch zu wenig Möglichkeiten sah, seine Ambitionen zu verwirklichen.