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Joël Benjamin Huber gewinnt eine Goldmedaille an der IOI 2021 mit seinem 22. Rang von insgesamt 355 Teilnehmenden. Er ist damit erst der zweite Schweizer, dem dies gelingt.
Mit dem Resultat komplettiert er seine dreijährige Teilnahme an der SOI, angefangen mit dem 2. Rang an der nationalen Finalrunde und einer Bronzemedaille an der IOI 2019, danach dem 1. Rang national und Silbermedaille an der IOI 2020, und nun 1. Rang national und 22. Rang an der IOI 2021, wofür er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.
Im Interview, geführt von Johannes Kapfhammer, erzählt Joël Huber über sein intensives Training und Erfahrungen.
Gratulation für deinen 22. Rang an der IOI und den Gewinn der Goldmedaille. Wie fühlst du dich?
Joël: Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich es geschafft habe! Nach dem zweiten Tag musste ich etwas zittern, weil mir dieser weniger gut gelungen ist, und ich gedacht hatte, es könnte nicht mehr reichen. Nun bin ich überglücklich, dass es doch noch geklappt hat. Und ich bin sehr froh, dass sich mein Training ausgezahlt hat.
Was bedeutet das Resultat für dich?
Joël: Sehr viel! Ich habe die letzten zwei Jahre auf dieses Ziel hingearbeitet und wollte an meiner letzten IOI unbedingt eine Goldmedaille holen. Deshalb bedeutet es mir sehr viel, da ich sehr viel Zeit investiert habe. Ich bin glücklich, dass es mir schlussendlich gelungen ist.
Woher kommt deine Motivation, das Training aufrecht zu erhalten?
Joël: Es macht mir Spass, solche Aufgaben und die Probleme, die uns gestellt werden, zu lösen. Hinter den meisten Probleme steht eine schöne, kreative Idee. Mir macht es Spass, diese Ideen zu finden und damit die Aufgaben zu lösen.
Was kann man sich darunter vorstellen, wenn du sagst, du trainierst auf die IOI?
Joël: Das Training war meine Hauptbeschäftigung die letzten paar Jahre, ich hatte sicherlich 5 Tage der Woche mindestens 3 Stunden investiert, manchmal mehr. Ein Training besteht hauptsächlich darin, Aufgaben und noch mehr Aufgaben zu lösen. Daneben hatte ich auch Wettbewerbe geschrieben und analysiert, was daran gut und schlecht gelaufen ist, und versucht herauszufinden, warum ich eine spezifische Idee hatte oder eben nicht hatte.
Was macht Informatik im Speziellen aus?
Joël: In Informatik geht es darum, etwas effizient zu berechnen. Man kann etwas erst effizient berechnen, wenn man die Struktur dahinter erfasst hat und die generellen Prinzipien dahinter versteht.
Wie hast du IOI erlebt?
Joël: Es ist sehr schade, dass wir dieses Jahr wegen Corona zum zweiten Mal nicht nach Singapur reisen durften. Ich hätte sehr gerne die anderen Leute aus anderen Ländern kennen gelernt. Alle Teilnehmenden kommen aus unterschiedlichen Kulturen, aber alle haben ähnliche Leidenschaften, und ich finde es sehr interessant, diese kennen zu lernen.
Ich finde es sehr schön, dass wir die italienische Delegation einladen konnten und somit doch noch ein wenig Austausch stattfinden konnte. Wir haben die IOI in Saas-Grund im Wallis durchgeführt, was ein sehr schöner Ort ist.
Wie geht es für dich weiter?
Joël: Nächste Woche habe ich meine mündlichen Maturprüfungen. Danach mache ich ein Zwischenjahr, in welchem ich mich weiterhin auf meine Interessen fokussieren möchte. In einem Jahr möchte ich dann mein Studium beginnen. Ich werde vermutlich Mathematik studieren, da mir an Informatik vor allem der theoreische Teil Spass macht und ich denke, dass mir die mathematischen Grundlagen da etwas mehr helfen werden. Mein langfristiges Ziel ist es, wieder zur theoretischen Informatik zurückzukommen.
Was für Erinnerungen behältst du nach deiner SOI-Karriere?
Joël: Das prägendste Ereignis war sicherlich die Goldmedaille, auf die ich so lange hingearbeitet habe und nun erreicht habe.
Eine andere Erinnerung war mein allererster SOI-Final 2019. Damals habe ich nicht erwartet, dass ich es bereits an die IOI schaffen würde. Umso grösser war auch meine Freude, als ich es dann wirklich geschafft hatte. Dies ist eine Erinnerung, die mir bleibt.
Möchtest du noch etwas sagen?
Joël: Am meisten bedanken möchte ich mich bei meiner Familie, die mich dabei stets unterstützt hat. Die Trainingszeit war für mich auch nicht immer einfach und deshalb bin ich froh, dass ich Unterstützung erhalten habe.
Ich möchte auch der SOI danken, dass sie den Wettbewerb in der Schweiz organisiert und mich beim Training untersützt hat. Und dafür gesorgt hat, dass wir trotz Corona eine spannende IOI erleben durften.