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65 staatlich geförderte Wohnungen in Paris
Lassen Sie sich von diesem Gebäude inspirieren, welches durch seine elegante Fassade mit vorspringenden Wellen auffällt.
Im 13. Arrondissement von Paris fällt ein Gebäude durch seine elegante blaue Fassade mit ihren Vorsprüngen auf. Jedes Detail, bis hin zur Integration des Sonnenschutzes, unterstreicht seine Ästhetik. Wir trafen uns mit Julien Abinal, einem der verantwortlichen Architekten der Agentur Abinal & Ropars (A&R), in Paris.
Griesser: Können Sie das Gebäude beschreiben, welches A&R am Boulevard Vincent Auriol entworfen hat?
Julien Abinal: : Inmitten eines dichten Stadtviertels kann man dieses Gebäude durchaus als ungewöhnlich bezeichnen. Dieser dichte, unregelmässige Block vereint Fassaden mit unterschiedlichen Ausrichtungen, Nutzungen und Charakteren, wobei er durch seine Ecklage das klassische Problem eines Pariser Boulevards aufgreift. An den beiden Seiten, die den benachbarten Neubauten zugewandt sind, wurden lineare Loggien, durchgehende Pflanzgefässe und einige Vogelkästen angebracht. Ein Treppensystem erschliesst die Hauptetage mit den angrenzenden Gebäuden und formt gleichzeitig diesen Block weiter. Die Fassade zum Boulevard Auriol und zur Rue Jenner ist eine grosse plissierte Struktur, welche durch die abwechselnd zurückgesetzte Fassade und nach aussen gerichteten Ecken gebildet wird. Jede Wohnung ist anders. Wir wollten den Bewohnern eine angenehme Erweiterung des Aussenbereichs bieten. Sie alle haben Zugang zu einer gemeinsamen 500 m2 grossen Dachterrasse mit einem gemeinsamen Gemüsegarten.
G: Was waren die Umweltanforderungen?
J. A.: Dieses Gebäude wurde 2016 entworfen. So waren wir bereits an einem Klima- und Biodiversitätsplan, den Zertifizierungen NF Habitat HQE und Effinergie + sowie dem Biosource-Label beteiligt. Die Wärme- und Schalldämmung, die wegen der Nähe zur Bahnlinie und zum Boulevard wichtig ist, wurde sorgfältig gehandhabt. Das Gebäude wurde mit einem Energierückgewinnungssystem für Grauwasser ausgestattet. Es wurden umfangreiche Arbeiten für eine horizontale und vertikale Vegetation durchgeführt. Auf dem Dachgarten wurde für die Terrasse und die Pflanzgefässe Holz verwendet. Ausserdem haben wir eine sogenannte Umkehrlüftungsanlage installiert: Die verbrauchte Luft wird mit Abzügen im Keller nach unten abgesaugt. So wird dieser Raum von technischen Elementen befreit. Neben den Treppenhäusern gibt es auf der Dachterrasse auch Räume, in denen die Gärtner ihre Geräte unterbringen können. Der Vermieter hat einen Verein beauftragt, den Bewohnern zu helfen, das Dach zu bewirtschaften.
G: Was waren die technischen Prioritäten für dieses Gebäude?
J. A.: An der Fassade haben wir mit einer Mineralverkleidung gearbeitet. Obwohl das Gebäude eine relativ ausgeklügelte Geometrie aufweist, wurde es in traditioneller Bauweise errichtet, wenn auch mit einigen speziellen Winkelblöcken. Es ist von aussen isoliert mit Steinwolle und mit einem Luftzwischenraum von 2 cm. Die Fassade verwendet eine ganze Palette von Mineralien und schafft einen Dialog zwischen verschiedenen Produkten. Die Zwickel sind aus vorgefertigtem Beton, getönt, sandgestrahlt und matt. Leichtbauplatten bilden die Stürze und die Pfosten wurden vor Ort verputzt. Letztere haben einen Vorsprung von etwa 3 cm, um die Verkleidung aufzulockern. So kommt trotz der Masse des Gebäudes eine gewisse Leichtigkeit zum Ausdruck. Schliesslich haben wir vertikale T-Profile aus eloxiertem Aluminium verwendet, die zu den champagnerfarbenen Schreinerarbeiten aus Aluminium und Holz passen. Wir haben sie speziell für das Projekt entworfen, um die Frage der Fuge zwischen den Platten zu lösen.
G: Die Leibung war auch Gegenstand besonderer Sorgfalt bei ihrer Ausführung?
J. A.: Die Fassadenmarkisen mit Reissverschluss bieten Sonnenschutz und Komfort. Sie sind in einer warmen Farbe gehalten, die zu den Schreinerarbeiten und dem Aluminium passt. Ihre Führungen wurden direkt hinter dem Gips angebracht. In einer Nische ist der Blindkasten unsichtbar, da er vom Gipssturz verdeckt wird. Dieser verdeckt auch die Lufteinlässe über den Fenstern. Aus ästhetischer Sicht haben wir an vielen Details gearbeitet: Die Laststange ist aus eloxiertem Aluminium, die Führungen sind mit einem grauen, matten Lack pulverbeschichtet, um sie dem Putz anzunähern, das Blech des Vorrahmens, an dem die Fassadenmarkise befestigt ist, ist auf die gleiche Weise lackiert, ebenso wie die Handläufe.
G: Sie haben sich für den Solozip II Intro mit eingelassener Führung von Griesser entschieden. Warum haben Sie diese Fassadenmarkise gewählt?
J. A.: Wir wollten sie unbedingt bündig mit dem Fenster einbauen. Bei diesem neuen Modell kann die Führung von der Seite entnommen werden. Zudem befinden sich keine Schrauben an der Unterseite der Abdeckplatte. Griesser hat für dieses Projekt ein Clip-System entwickelt. Sowohl das Verkaufsteam als auch die Planungsabteilung waren für unsere Anfrage sehr aufgeschlossen.
G: Warum haben Sie sich für Zip-Fassadenmarkisen statt für Rollläden entschieden?
J. A.: Was die Fassade betrifft, so wirkt der Rollladen immer noch ziemlich schwer. Und es ist nicht immer leicht, die Führung zu verstecken. Eine Fassadenmarkise mildert die Architektur. Bei diesem Gebäude passte die Zip-Fassadenmarkise gut zu den hellen Verkleidungsarbeiten, die wir anstrebten.
G: Wie haben Sie dem Kunden diese Dienstleistung verkauft?
J. A.: Erstens haben Zip-Fassadenmarkisen eine ausgezeichnete Windfestigkeit. Zweitens haben wir uns für einen technischen Stoff entschieden, der ebenfalls sehr robust ist. Stoff und Reissverschluss haben nicht dieselbe Farbe, was aus der Nähe betrachtet ein hochwertiges marmoriertes Aussehen ergibt. In den Schlafzimmern bietet der Blackout-Stoff zudem eine Verdunkelungsfunktion.
G: Wie angenehm ist es, in diesem Gebäude zu leben?
J. A.: Obwohl dieses Projekt eine gewisse Dichte aufweist, ist es uns gelungen, Freiräume zu schaffen und ein gewisses Mass an Komfort zu bieten. Die Wohnungen sind hell dank der grosszügigen Beleuchtung durch die Fenster in allen Räumen. Zudem haben wir die Standard-Deckenhöhe um 12 cm erhöht, um das Raumgefühl zu verbessern. Der Sonnenschutz bietet einen hohen Komfort, man kann die Fenster schliessen und hört so die Eisenbahn nicht mehr. Nebst der gemeinsamen Dachterrasse verfügen auch die Gemeinschaftsbereiche über Keller oder Abstellräume, die den Bewohnern zusätzlichen Stauraum bieten.
G: Und wie charakterisiert es die Marke A&R?
J. A.: Die Grundrisse der Wohnungen mit den vielen Sitzecken sind von hoher Qualität. Da die Fassade recht anspruchsvoll ist, wollte ich die Baustelle selbst überwachen, wobei ich sowohl an der Schrift als auch an der Qualität der Ausführung gearbeitet habe, die ausgezeichnet wurde: 2020 haben wir den Prix Architectures gewonnen, der von der Zeitschrift d'A. verliehen wird. Ich stand vor diesem Gebäude und wurde beglückwünscht. Es war das erste Mal, dass wir mit diesem Kunden gearbeitet haben, der Architektur aktiv unterstützt. Für uns Architekten besteht das Interesse an einer Zusammenarbeit mit dieser Art von Bauherr darin, dass er eine langfristige Beziehung zu dem Gebäude hat. Und dieser Kunde hat in diesem Projekt viel Wert auf das Bild des gemeinsamen Dachgartens gelegt, welcher eine echte Abwechslung bietet, wenn man die Aussicht vom neunten Stockwerk geniesst. Zudem bietet der Bau in unserer Stadt einen gefragten Nutzen.
Informationen zum Projekt
Projekt: Bau von 65 staatlich geförderten Wohnungen (PLI), Geschäftsräumen und einem gemeinsamen Dachgarten.
Adresse: 90, boulevard Vincent Auriol, (Paris XIIIe arrondissement).
Fertigstellung: 2020
Bauherr: Paris-Habitat OPH
Projektleitung: Abinal & Ropars (Paris Xe arrondissement), Édouard Ropars und Julien Abinal, Architekten.
Grundfläche: 5.114 m2
Informationen zu den Bildern
Bild 1:
Das Gebäude am Boulevard Vincent Auriol 65 umfasst 65 staatlich geförderte Wohnungen, einen Gemeinschaftsraum, drei Geschäftsräume und einen gemeinsamen Gemüsegarten auf dem Dach.
Bild 2:
Zur Strasse hin verfügt jede Wohnung über einen eigenen Aussenbereich. Auffallend ist das Zusammenspiel zwischen Fassade und Aussenbereich, welche abwechselnd nach innen und aussen gerichtet sind.
Bild 3:
Der Lufteinlass, der über dem Fenster angebracht ist, ist von aussen unsichtbar und wird durch den Solozip II Intro getarnt.
Bild 4:
Die Fassadenmarkisen (Solozip II Intro von Griesser) bieten Sonnenschutz. Die flächenbündigen Führungen sind mattgrau lackiert. Der in Gold eloxierte Fallstab wurde umgedreht, um die Schrauben zu verbergen. Griesser hat auch die Schrauben an der Unterseite des Deckels durch ein Clipsystem ersetzt, was für eine saubere Optik sorgt.