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Die Franzosen nennen es die exception culturelle française: Eine ganze Reihe von Erlassen sorgt für die gezielte Förderung von kulturell wertvollen französischen Film-, Theater- und Musik-Produktionen. Kinobetreiber, Radiostationen, Internetprovider liefern dafür einen Prozentsatz ihrer Einnahmen an den Staat ab, welcher damit kulturelle Projekte fördert. Doch das Internet gefährdet das gut geölte System. Denn Raubkopien unterlaufen die Abgaben.
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Deshalb setzte Präsident François Hollande letztes Jahr eine Kommission unter dem Unternehmer Pierre Lescure ein. Der 68-Jährige war früher Journalist und später Chef des Pay-TV-Senders Canal+. Heute sitzt er in den Verwaltungsräten des Werberiesen Havas, der Nachrichtenagentur Chabalier Associated Press Agency und der Schweizer Technologiegruppe Kudelksi. Lescure soll dafür sorgen, dass die Kulturförderung weiter funktionieren kann.
Viel Geld für ein Smartphone
Heute Montag legt Lescure nun Hollande offenbar seinen Bericht vor, wie französische Medien berichten. Ein Vorschlag darin ist besonders brisant: Der Kommissionsvorsitzende wolle eine neue Sondersteuer auf Mobiltelefone und Tablet-Computer einführen, wie die Zeitung Le Figaro schreibt.
Die Überlegung von Lescure dahinter ist einfach: Internetnutzer seien nicht bereit, 9 Euro für den Download eines Albums auszugeben. Sie zahlten aber locker 400 Euro für ein neues Smartphone, einen E-Reader oder Tablet. Da komme es auf eine geringe Steuer auch nicht mehr an. So sollen neu die Hersteller wie Apple, Samsung, Google und Amazon auch etwas zur Kulturförderung beitragen.
(se/tno)