Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/216677

<h2>SubmittedText<h2><p>Neonicotinoide stellen für Bestäuber und die Natur insgesamt eine ernsthafte Bedrohung dar. Nun will der Bundesrat das gefährliche Insektizid Gaucho aus der Klasse der Neonicotinoide wieder zulassen. Hat der Bundesrat abgeschätzt, welche Auswirkungen dieses Produkt auf die Bienen und auf die Umwelt hat?</p><p>Hat der Bundesrat zudem Alternativen zum Einsatz des gefährlichen Insektizids Gaucho bei der Bekämpfung der grünen Blattlaus in Zuckerrübenkulturen geprüft, beispielsweise die Belüftung der Böden oder das Ausbringen von Fressfeinden der grünen Blattlaus?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Insektizid Gaucho aus der Gruppe der Neonicotinoide erhält keine neue Zulas-sung zur Behandlung von Zuckerrübensaatgut.</p><p>2. Der Bundesrat ist sich der beunruhigenden pflanzengesundheitlichen Situation wegen der durch grüne Blattläuse übertragenen Virösen Vergilbung und der grossen Ertragsverluste, die zu erwarten sind, bewusst. Ein ehrgeiziges Programm sollte es ermöglichen, die Bekämpfung der virusübertragenden Blattläuse und der Virösen Vergilbung zu verstärken. Dazu zählen insbesondere die Erforschung alternativer Methoden zum Schutz der Zuckerrüben, die Ermittlung toleranter Sorten sowie die Entwicklung von Warnmodellen zur gezielten Bekämpfung. Es ist nicht bekannt, dass die Belüftung der Böden gegen Blattläuse wirksam wäre. Hingegen zählt der Einsatz von Nützlingen, entweder durch Freisetzung oder durch Förderung ihrer Entwicklung, auf jeden Fall zu den zu prüfenden Bekämpfungsmöglichkeiten. Weil die Ergebnisse dieses Programmes erst mittelfristig zu erwarten sind, sind die Massnahmen der direkten Bekämpfung mittels Blattbehandlung kurzfristig verstärkt worden. Um im Jahr 2021 die Blattläuse gezielt bekämpfen zu können, falls die Witterungsbedingungen die Entwicklung dieser Schädlinge erneut begünstigen sollten, hat das Bundesamt für Landwirtschaft deshalb zwei Produkte zugelassen, die bereits im Kartoffelanbau eingesetzt werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.