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Beat E. Siegenthaler
Wie das Leben so zeichnet...
Am 12.9.1942 bin ich in Kölliken/AG als drittes von vier Kindern geboren. Später, als asthmakrankes Kind zog ich, anders als gleichaltrige Nachbarkinder, die ihren Hobbies und Spielen im Freien frönten, die häusliche Ruhe vor. Ich zeichnete, malte und bastelte damals schon mit Vorliebe. Meine Eltern waren davon insofern stark betroffen, dass sie Abends in der von mir verunstalteten Tageszeitung jeweils die wichtigen Texte suchen mussten und kaum lesen konnten. Mein Vater hatte ein Malergeschäft und so hatte ich leichten Zugang zu Farbe, Pinsel, Spachtel und vielen Materialien, die andern Kindern unbekannt oder verwehrt waren.
Erste Ölbilder
Meine ersten Oelbilder, meistens Bergmotive, Blumen oder Landschaftsujets fertigte ich schon mit 13 Jahren an. Zusätzlich malte ich für eine Lampenfabrik auf antike Stehlampen englische Jagdszenen, meistens bestehend aus Landschaften mit Pferden, Reitern und Jagdhunden. Auf diese Weise konnte ich mein Taschengeld selber bestimmen. Zur Hauptsache gab mir das aber grosse Sicherheit für Formen und Maltechnik.
1958-1962 absolvierte ich eine Lehre als Offsetdrucker und war auch während dieser Zeit kreativ tätig, habe viel gezeichnet, Lithografien ab Stein erstellt, beschäftigte mich mit Radierungen und gestaltete oft Plakate für Vereine.
Kunstgewerbeschule Zürich
1962 erfolgte mein Wegzug vom Elternhaus nach Zürich. Ich besuchte hier neben meiner beruflichen Beschäftigung zwei Jahre die Kunstgewerbeschule Zürich (heute Hochschule der Künste) für Aktzeichnen, Freihandzeichnen und Kalligrafie. In dieser Phase entwickelten sich auch meine ersten eigenen Vorstellungen über Bildkonzeption und Darstellungsformen.
1964 nahm ich mit 3 Bildern an einer Gruppenausstellung teil. Das war eine Wanderausstellung durch Schweizerstädte während einem Jahr. Im darauf folgenden Frühjahr, wohl zu jung und zu früh, entschied ich mich zur Eheschliessung. Noch im gleichen Jahr kam meine erste Tochter zur Welt.
1963-1969 entstanden sporadisch Bleistiftzeichnungen und Oelbilder, auch meine Ehe wurde geschieden und im Jahr
1969 entschied ich mich, über das dortige Regierungssystem nicht klar bewusst, nach Südafrika zu emigrieren. Ich trat dort eine Stelle in meinem Beruf an und konnte meine Freizeit mit diversen Safaris von 3-8 Wochen Dauer voll nutzen. Zu einem meiner eindrücklichsten, persönlichen Erlebnissen zählt die Besteigung des Kilimanjaro, damals noch mit selbstgetragener Last von gegen 45 Kilogram.
Beginn der künstlerischen Arbeit
1971 im Frühjahr erkrankte ich an Malaria und konnte im Jahr 1972 nach langer Rekonvaleszenz eine Reise nach Europa antreten. Dort lernte ich auch meine Frau Giovanna kennen und 1973 heirateten wir. Giovanna war es auch, die mich wieder an meine gestalterischen Fähigkeiten erinnerte. Somit begann im 1974 meine künstlerische Arbeit. Für 13 Jahre beschäftigte ich mich mit Bleistiftzeichnungen in abstrakter Form. 1977 und 1978 kamen unsere beiden Töchter zur Welt.
Wir entschieden uns für die Rückkehr in die Schweiz, wo wir uns in Köniz/BE niederliessen und ich als Disponent in einem graphischen Betrieb in Bern tätig war. Seit 1987 erfolgen ohne Unterbruch Arbeiten in Aquarell, Oel, Acryl, Tusche und anderem.
1989 machte die Geburt unseres Sohnes die Familie vollständig. 1992 erfolgte der Atelierbezug in der Hess-Strasse im Liebefeld/BE. Intensives Kunstschaffen und Arbeiten war nun endlich möglich.
Aussagen zu den Kunstwerken
Meine Bilder unterliegen keinem zusammenhängenden Thema. Jedes Bild drückt sich auf seine eigene Art aus und verlangt von seinen Betrachtern neue Sichtweisen oder Assoziationen.
Auch Farbmonologik strebe ich nicht an. Ich suche mit meinen bevorzugten Farben und oft auch unter Gebrauch von Fremdmaterialien nach neuen Farb- und Formkombinationen, die dann in abstrakter Form oft auch als Collagen zu sehen sind. Auch Gemütsstimmungen, Umwelteinflüsse oder Zeitgeschehen ignoriere ich nicht. Ich lasse diese, wenn sie mich geistig beschäftigen, in meine Arbeiten einfliessen.
Ab 2005 entstehen nun meine „Weinbilder". Auf den Malgrund gegossener oder verteilter Wein bilden die Grundlage zur Inspiration für Formen und Farbwahl des entstehenden Werkes, wobei der aufgetrocknete Wein die Farbnuancen ergänzt und als sichtbarer Unterton das Bild mitgestaltet.
Künstlerischer Werdegang
Sporadische naturalistische Malerei in Öl in den 1950 und 60-er Jahren. Streng formale Schraffuren in Bleistift ab 1974 über die Zeitspanne von 13 Jahren, dann surrealistischen Darstellungen über ca. 6 weitere Jahre. Nun arbeite und suche ich seit Jahren nach...?! Ich arbeite in Acryl, mit Binder und Pigmenten, in Aquarell und Öl, mit Bleistift, Farbstift und allem was mir in die Hände kommt.
Ausstellungen
|1964
|Teilnahme Migros Kulturprozent Wanderaustellung in den 6 grössten Schweizerstädten
|1988
|Galerie Ruth Balmer in Bern
|1993
|Art Advancement Kulturförderung BP Switzerland in Zürich
|1994
|Galerie Espace Libre in Châtel St.Denis
|2004
|Galerie 25 in Siselen/Be
|2005
|Kultur Haberhuus in Köniz/BE
|2006
|Kulturwoche „die Quelle" Kehrsatz/BE
|2007
|LOEB Treppenhausgalerie in Bern
|2007
|Restaurant Rössli Brüttisellen/ZH „Essen und Kunst"
|2007/8
|Bistro Schlosshof Köniz
|2011
|Alters-und Wohnsiedlung Esther Schüpbach-Stiftung Steffisburg
|2014
|Kulturmühle Lützelflüh
|2017
|Kulturhof Galerie Schloss Köniz