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Pflegezentrum Bombach
Arnold d'Altri, «Stele», 1963
Die monumentale Betonplastik von Arnold D’Altri (1904–1980) ist aus einem Wettbewerb hervorgegangen, zu dem fünf Zürcher Bildhauer (neben D’Altri: Ödön Koch, Robert Lienhard, Peter Meister und Josef Wyss) eingeladen worden waren. Es galt, das neue, von Josef Schütz und Hans von Meyenburg entworfene Pflegezentrum Bombach mit einem markanten künstlerischen Akzent zu versehen.
Die Überraschung war gross, als sich herausstellte, dass D’Altri der Autor des favorisierten Projektes war. Von diesem arrivierten Künstler, den Pierre Courthion in seiner Monographie als «Bildhauer des Fleisches» bezeichnet hatte, hätte man organische Formen und klassische Materialien und kaum eine gewaltige stereometrische Komposition in rohem Beton erwartet. Der aus Italien stammende D’Altri, der in Zürich zahlreiche Werke im öffentlichen Raum hinterlassen hat und sich vor allem mit dem Menschenbild befasste, zeigte sich bei diesem Projekt als Avantgardist, der die Grundsätze der konkreten Kunst verinnerlicht hatte.
Die auf der Terrasse des Pflegezentrums platzierte, 14 Meter hohe Plastik antwortet dem Hochhaus mit einer Geste, die seine konstruktive Strenge aufnimmt und es städtebaulich verankert. Aus ungleich hohen, quaderförmigen Betonpfeilern zusammengesetzt, unterbricht sie die Horizontale der Brüstung und schafft einen Bezug zum Gelände, das auf der Südseite, jenseits der Terrasse steil gegen die Limmat abfällt. Diese Verbindung wird noch dadurch betont, dass ein Teil der Plastik zur Böschung unter der Brüstung hinabreicht – oder umgekehrt: von da zur Terrasse aufzusteigen scheint. Bei aller Strenge ist D’Altris wie eine freie Architektur wirkende Plastik höchst dynamisch im Zusammenspiel der Einzelelemente, weshalb man sie auch schon als «Steinorgel» bezeichnet hat.
Eine unverputzte Betonplastik von diesem Format war zu Beginn der 60er-Jahre spektakulär, galt Sichtbeton damals in weiten Kreisen doch noch als rohes, «unkünstlerisches» Material. D’Altri bekannte sich aber bewusst zu diesem Werkstoff, den er mit seiner typischen, von der Holzschalung stammenden Struktur zur Geltung kommen liess. Nach einer unsachgemässen Sanierung, die hässliche Flicken auf dem Beton hinterliess, wurde die Plastik 2012 umfassend restauriert und wieder in ihren Urzustand zurückversetzt.
Caroline Kesser, Februar 2013
|Kunst||Arnold d'Altri (1904–1980)|
«Stele», 1963
Beton, 1400 x 255 x 600 cm
Foto: Marc Lendorff
|Adresse||Pflegezentrum Bombach|
Limmattalstrasse 371
8049 Zürich