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China begrenzt Höhe von Wolkenkratzern
China will verhindern, dass Wolkenkratzer immer höher in den Himmel ragen. Für Stadtplaner, Bauherrschaften und Architekten hat die Regierung neue Richtlinien beschlossen. Hochhäuser dürfen künftig eine Höhe von 500 Metern nicht überschreiten. In Peking wurden bereits 2016 neue Bestimmungen mit Höhenbeschränkungen eingeführt.
Der Shanghai Tower steht bereits, doch wäre er in dieser Höhe nach den neuen Bestimmungen nicht mehr erlaubt.
In einem Anfang Jahr veröffentlichten Rundschreiben des Wohnbauministeriums und der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission wurde die Höhenbeschränkung für Gebäude auf das gesamte Land ausgeweitet. Dem Wunsch der Regierung haben die Planer mittlerweile entsprochen, sodass Projekte überarbeitet werden mussten.
Nach Baubeginn gestutzt
In Wuhan wurde die Höhe eines geplanten Wolkenkratzers 2018 kurz nach Baubeginn nach Intervention der Luftfahrtbehörde von 636 auf unter 500 Meter gekappt. Und in der Nähe von Shanghai wurde ein geplanter Turm mit einer Höhe von 729 Metern auf noch 499 Meter redimensioniert. Ähnliches widerfahren könnten geplanten Wolkenkratzern ist Shenzhen (700 Meter) und in Hefei (588 Meter).
Die Zahl geplanter Neubauten mit einer Höhe von mehr als 200 Metern ist nach Angaben des Rats für hohe Gebäude und städtischen Lebensraum im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent gesunken. Im zentralen Geschäftsviertel in der Innenstadt von Peking gilt laut Angaben von Immobilienentwicklern mittlerweile eine Obergrenze von nur noch 180 Metern.
Die Hälfte der zehn höchsten Wolkenkratzer der Welt befindet auf dem chinesischen Festland. Der gewundene Shanghai Tower misst als zweithöchstes Gebäude der Welt 632 Meter, das vierthöchste Gebäude ist das Ping An Finance Center in Shenzhen (599 Meter).
Subtilere Vorgehensweise bei der Stadtentwicklung
Doch Höhenbeschränkung ist nur einer der Stossrichtungen, mit der die chinesische Regierung eine «neue Ära» der Stadtentwicklung einläuten will. Der Einfluss ausländischer Planer bei der Gestaltung von Gebäuden wurde als zu stark empfunden und soll zurückgebunden werden. Vorgeschlagen wird für chinesische Städte zudem ein umfassendes Massnahmenpaket wie der stärkere Schutz des kulturellen Erbes, ein Kreditsystem für Designer und die Ernennung von Chefarchitekten für die Stadtentwicklung.
Architekturexperten sehen in den Erlassen der Regierung einen Versuch, die Planung chinesischer Städte mit mehr Sorgfalt zu betreiben und bei der Stadtentwicklung subtiler vorzugehen. Es gehe nicht nur um die Höhe von Gebäuden, sondern vielmehr um chinesische Kultur, den städtischen Kontext und das Erscheinungsbild der Moderne. Damit soll künftig sichergestellt werden, dass Neubauten auf die Umgebung Rücksicht nehmen und dass in der Architektur typische Merkmale chinesischer Bautradition einen höheren Stellenwert erhalten sollen.
Höhenwettbewerb abgebremst
Das höchste Gebäude der Welt bleibt vorerst das Burj Kahlifa in Dubai (828 Meter), höhenmässig an dritter Stelle steht das Makkah Royal Clock Tower Hotel in Mekka (601 Meter). In Saudiarabien war die Fertigstellung des Jeddah Tower mit einer Höhe von über 1000 Metern eigentlich auf dieses Jahr geplant. Die Bauarbeiten wurden aber 2018 vorübergehend eingestellt.
Bis wann der Bau, der bereits auf eine Höhe von 248 Meter angewachsen ist, vollendet sein wird, stand im März diesen Jahres noch nicht fest. Noch höher hinaus will der von Santiago Calatrava konzipierte Creek Tower in Dubai. Die Eröffnung wäre im Hinblick auf die Expo dieses Jahr vorgesehen gewesen.