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Bis Anfang der 1970er Jahre wurden in den USA Robben wegen ihres Fells getötet, Tausende Delfine starben jedes Jahr als Beifang beim Thunfischfang und Wale wurden noch kommerziell gejagt. Diese und weitere Praktiken hatten so starke Auswirkungen auf die Populationen, dass Wissenschaftler und die Öffentlichkeit befürchteten, die Bestände könnten zu stark dezimiert werden oder einzelne Arten gar aussterben. Daraufhin verabschiedete der damalige US-Präsident Richard Nixon das Gesetz zum Schutz der Meeressäugetiere, das vor fast einem halben Jahrhundert, am 21. Oktober 1972, in Kraft trat.
Mit dem «Marine Mammal Protection Act» (MMPA), das auf US-amerikanischem Boden, in US-amerikanischen Gewässern und für alle US-Bürger auf hoher See gilt, wurden nicht nur alle Arten von Meeressäugern unter Schutz gestellt, sondern erstmals auch ihre Lebensräume. Dieser Schritt war auch dringend nötig, denn zu dieser Zeit waren viele Paarungs- und Aufzuchtgebiete bereits direkt geschädigt.
Das vorrangige Ziel des Gesetzes ist, die Bewirtschaftung so zu gestalten, dass die Gesundheit und Stabilität der marinen Ökosysteme erhalten bleibt und optimale nachhaltige Populationen von Meeressäugern erreicht und erhalten werden. Der ökosystembasierte Ansatz, der im MMPA erstmalig zur Anwendung kam, wurde später in weitere US-Gesetze, in die Gesetzgebung anderer Länder und in internationale Abkommen wie das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (Convention for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources, CCAMLR) integriert.
Zwischen Arktis und Antarktis sind von den Eisbären, Robben, Delfinen und Walen bis zu Meerottern und Seekühen alle Meeressäugerarten unter dem MMPA geschützt. Zu den wesentlichen Punkten, die im Gesetz verankert sind, gehört das Verbot der Entnahme, Ausbeutung und Störung von marinen Säugetieren, wobei es für wissenschaftliche Zwecke und auch für ungewollten Beifang in der Fischerei Ausnahmeregelungen gibt, die jeweils einer Genehmigung der National Oceanographic and Atmospheric Administration oder des US Fish and Wildlife Service bedürfen.
Wie das von der National Science Foundation finanzierte Antarktis-Programm der USA auf seiner Webseite berichtet, untersuchen Wissenschaftler in der Antarktis viele verschiedene Meeressäugerarten, von Antarktischen Pelzrobben bis hin zu Buckelwalen. Die Forscher entwickeln ständig ihre Methoden weiter, um die Auswirkungen ihrer Forschung auf die Tierwelt zu minimieren. Dank der technologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte gelingt ihnen dies immer besser. Heute können Wissenschaftler beispielsweise nicht-invasive Hautmarkierungen verwenden, um das Fressverhalten von Robben zu verfolgen, Drohnen zur Untersuchung von Populationsgrößen einsetzen und sogar Atemproben von Walen nehmen.
Julia Hager, PolarJournal