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London zur Zeit von Napoleons Verbannung nach Elba: die vier Freunde Hathaway, Wymond, Raventhorne und Cavanaugh gelten in der feinen Londoner Gesellschaft als das „liederliche Quartett“, welches nur Gelage, Vergnügungen und Frauen im Kopf hat. Kaum einer ahnt, dass das alles nur Fassade ist und die vier Männer in... London zur Zeit von Napoleons Verbannung nach Elba: die vier Freunde Hathaway, Wymond, Raventhorne und Cavanaugh gelten in der feinen Londoner Gesellschaft als das „liederliche Quartett“, welches nur Gelage, Vergnügungen und Frauen im Kopf hat. Kaum einer ahnt, dass das alles nur Fassade ist und die vier Männer in Wirklichkeit als Agenten für den Innenminister Sidmouth tätig sind. Da die Rückkehr Napoleons nach Frankreich droht, will Sidmouth herausfinden, ob es in den eigenen Reihen Verräter gibt. Das Quartett hat aber auch mit privaten Problemen zu kämpfen, vor allem Idris Hathaway, Marquess Auden, muss um sein Leben fürchten. Nein, die Autorin ist dem Genre Fantasy nicht untreu geworden, auch wenn der Handlungsrahmen des Buches historisch anmutet: einige Charaktere sind nicht unbedingt nur menschlich. Welche Spezies noch ihre Finger im Spiel haben, entpuppt sich nach und nach mit der Handlung. Zu Beginn werden einige Fragen aufgeworfen, die aber im Laufe der Erzählung beinahe alle beantwortet werden. Ein paar Punkte bleiben weiterhin vage, da es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer mehrteiligen Reihe handelt. Insgesamt ist das Buch jedoch in sich abgeschlossen. Das Setting des Buches hat mir sehr gut gefallen, die damalige politische und gesellschaftliche Situation mitsamt ihrer Gerüchteküche, die immer kräftig am brodeln war. Die vier Männer des „liederlichen Quartetts“ mochte ich allesamt gerne, zumal sie auch sehr unterschiedlich sind. Idris Hathaway, der Marquess Auden und Erbe des Herzogtums Grenville, gilt in der Londoner Gesellschaft als Frauenheld und wird schräg angesehen, da man sich erzählt, dass er als Wechselbalg gegen das neugeborene Kind der of Grenvilles ausgetauscht wurde. Auch wenn dem Leser schnell klar wird, dass es bei Idris eine Verbindung zu dem Schönen Volk gibt, den Sidhe, war die Wahrheit dann doch überraschend für mich. Ned Wymond neigt gerne dazu, einen über den Durst zu trinken. Nachdem ich erfahren habe, welche schwerwiegende Entscheidung er für sein Leben getroffen hat, konnte ich das sogar nachvollziehen. Ich bin daher sehr gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Der Viscount Raventhorne ist der Zyniker unter den Vier, vor allem mit den Frauen hat er so seine liebe Not. Außerdem leidet er unter einem geheimnisvollen Fluch. Der vierte im Bunde ist Lucien Cavanaugh, der Kopf des Quartetts. Ich denke, er trägt autistische Züge, jedenfalls sprechen einige seiner Charaktereigenschaften dafür. Eine spannende Geschichte und rundum gelungener Auftakt der neuen Serie, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
Inhalt: In dem Auftakt der Serie: Für König und Vaterland – Der Wechselbalg führt uns Susanne Gerdom ein in die Ära Napoleon Bonapartes und König Georg III, König von Großbritannien und Irland. Die Freunde Auden, Raventhorne, Wymond und Cavenough gelten im London ihrer Zeit als ‘liederliches Quartett’. Was niemand ahnt,... Inhalt: In dem Auftakt der Serie: Für König und Vaterland – Der Wechselbalg führt uns Susanne Gerdom ein in die Ära Napoleon Bonapartes und König Georg III, König von Großbritannien und Irland. Die Freunde Auden, Raventhorne, Wymond und Cavenough gelten im London ihrer Zeit als ‘liederliches Quartett’. Was niemand ahnt, ist, dass sie für Innenminister Sidmouth als Agenten tätig sind. Durch Napoleons drohende Flucht von Elba, und Rückkehr nach Frankreich, steht ein neuer Krieg ins Haus. Zudem gibt es noch eine interne Verschwörung, die aufgeklärt werden muss. Jeder der Freunde hat sein Päckchen zu tragen, denn sie alle haben einen ‘Makel’, und Makel werden in der feinen Londoner Gesellschaft geächtet. Zu den Makeln kommen noch persönliche Probleme hinzu, meist familiärer Natur. So hat zum Beispiel Auden Probleme mit seinem Bruder und seiner Verlobten, die ihn ziemlich in Atem halten. Meine Meinung: Ich habe bisher noch kein Buch von Susanne Gerdom gelesen, dass mir nicht gefallen hätte. Sie war meine persönliche Neuentdeckung unter deutschen Autoren des Jahres 2014. Egal welches Genre sie anpackt, sie weiß zu überzeugen. Das vorliegende Buch bildet keine Ausnahme. Geschickt versteht die Autorin es, die Stimmung für die Ära herzustellen, indem sie nicht nur auf politische Fakten Bezug nimmt, sondern auch mit modischen Details aufwartet. Wer sich nicht so gut auskennt wird sicherlich über den einen oder anderen unbekannten Begriff stolpern, die tut jedoch der Lektüre keinen Abbruch, im Gegenteil: wenn man etwas nachschlägt, lernt man etwas dazu. So war zum Beispiel der im Buch erwähnte Hessenstiefel das Modell, aus dem Wellington seine Wellington Boots (Gummistiefel) entwickelte. Die Geschichte selbst ist nicht kompliziert, aber die Autorin versteht es meisterlich, falsche Fährten zu legen und den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Was mich am meisten beeindruckt, ist, dass die Stimmung so fantastisch rüberkommt. Man sieht zum Beispiel Vampire aus einem völlig neuen Blickwinkel, was sowohl gruselig und düster, als auch mitleiderregend ist. Was auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, ist die Recherche, die in das Buch eingeflossen ist. Man bekommt einen Geschmack davon, wie gespalten das Land im Hinblick auf Religion immer noch ist, denn seit Heinrich VIII das Land protestantisch machte, und Elisabeth I. gar eine katholische Königin hinrichten ließ, schwelen Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken. Hier stellen die sogenannten Papisten eine sehr reale Bedrohung für Auden dar. Auch die politischen Hintergründe basieren auf historischen Fakten, es kommen sogar ein paar historisch belegte Personen ins Spiel. Obwohl das Buch aufgrund seiner Charaktere (Werwölfe, Vampire, Elfen) zur Urban Fantasy zählt, könnte man es fast genauso gut unter Historischen Romanen einordnen — wären da eben nicht die genannten Vampire etc. Da das Buch der Auftakt zu einer Serie ist, bleiben naturgemäß diverse Fragen offen, wenngleich es eine Art Abschluss gibt. Als alleinstehendes Buch wäre es aber unbefriedigend, darum ziehe ich einen Stern ab. Fazit: Ein tolles Buch, das hoffentlich nicht zu lange auf die Fortsetzungen warten lässt.