Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/1041

England(?), 12. Jh.
Schnitzerei in Bein (Zahn), Reste von roter Bemalung
Dm. 6,5 cm, H. 1,45 cm, Gew. 69,9 g
Inv. 1871.51.
Die Herkunft des Spielsteines ist ungewiss: Er gelangte als Geschenk schon an die dem Historischen Museum vorhergehende Mittelalterliche Sammlung. Fundplätze dieser, gewöhnlich dem Trictrac-Brettspiel (heute Backgammon) zugeordneten Steine, sind vorwiegend Burgen und frühstädtische Zentren, so z. B. das auf Burg Altenberg bei Füllinsdorf unweit Basels gefundene Vergleichsstück mit Basilisk, das um 1020-1070 datiert ist. Das Spiel selbst besteht aus einem Satz von 2 x 15 Steinen. Es lässt sich, wie das Schachspiel, schon in der Antike nachweisen und wurde im Mittelalter wieder aufgenommen. Die detailliert geschnittene Szene zeigt einen Kampf zwischen drei Reitern, von denen der eine rücklings zu Boden stürzt. Die Rüstung besteht aus Topfhelm, Hemd und Hose, die Waffen sind Lanze, Schwert und Schild. Wegen der Übereinstimmung in Format, der umrandenden Perlschnur und der tiefgreifenden Schnitzerei wird unser Stück einer Gruppe von fünf Spielsteinen aus anderen Sammlungen, darunter zwei mit Szenen aus der griechischen Mythologie, zugeordnet, und die Szene als Achilles tötet Cyprus gedeutet. Die Frage nach dem Herstellungsort - Köln, Nordfrankreich oder England - muss nach dem heutigen Wissensstand noch offen bleiben.