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17.05.2013: Ness City, KS - Colby, KS - Haigler, NE - McCook, NE (292 Meilen)
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English summary: We stay in Kansas and avoid losing gas and nerves in the
Nebraska Badlands. Enough nerves will be needed in the following 5 days.|
Nach dem Analyieren der Wetterkarten bleiben wir erstmal in Kansas, und fahren nicht, wie gestern noch geplant, Richtung Süddakota, sondern ruhen uns aus und sammeln Kräfte.
Es sieht jetzt so aus, als würde ein Bodentief am Samstag irgendwo über Ostcolorado/Westkansas zustande kommen. Dann würde es reichen, uns nur an die Grenze zwischen Kansas und Nebraska zu positionieren, wo möglichst viel Ostkomponente im Bodenwind herrscht, also etwa in den roten Kreis auf der folgenden Karte, nordöstlich vom Tief:
Ostwind am Boden gibt eine gute Wind-Änderung (Windscherung) mit zunehmender Höhe über Grund, wenn darüber, wie morgen, Südostwind weht. Noch weiter oben weht der Wind aus Süd und ganz oben aus Südwest bis West. Diese Windscherung ist, zusammen mit viel Feuchte, eine wichtigste Zutat für schwere Gewitter (sogenannte Superzellen) sowie Tornados. Für letztere ist vor allem die bodennahe Windscherung wichtig.
Feuchte wird es auch haben, wie man an den roten Farben in der folgenden Karte erkennen kann. Rot heisst hohes Theta-E. Theta-E ist ein gutes Mass für die Gewitteranfälligkeit von Luft. Die roten Farben kringeln sich übrigens schön im Gegenuhrzeigersinn um das besagte Tief herum. Der Südwestwind im Westen von Kansas (dort wo ein grauer Kreis mit der Zahl 5 liegt) ist nicht etwa kalt, sondern heiss und trocken. Die Nähe dieser heissen Luft, deren Vordergrenze Dryline genannt wird, mögen Gewitter viel mehr als Kaltluft. Die Zahlen übrigens sind ein Mass für die Labilität der Luft. Je negativer dieser sogenannte Lifted Index (LI) ist, desto stärker kann es quellen und brodeln, wenn es auslöst:
Da heute in unserem Gebiet nicht viel läuft, gehen wir erstmal in Colby ein Steak essen:
Wir wissen, dass es heute im Norden von Nebraska zu Gewittern kommt. Auch in Texas sind einzelnen Superzellen möglich. Wir pausieren heute jedoch, weil wir in den kommenden 5 Tagen sehr viel Action erwarten:
Wunderbarer blauer Himmel...
Werden wir in den folgenden Tagen richtig entscheiden? Was wird passieren, wenn 80er Theta-E Werte von Bodentiefs aufgerollt und von 90 km/h Höhenwind überströmt werden? Bald werden wir es wissen! Wünscht uns Glück :-)
Gegen Abend erkennen wir nordwestlich von uns einige Quellwolken. Sie werden jedoch weit nach Norden gerissen, und wir sparen Benzin und Nerven. Beides verliert man sehr rasch auf den kurvigen Strassen der Nebraska Badlands, wo sich die Gewitter befinden:
Wiederholt freuen wir uns übrigens über kleine Details in den Motels hier, wie zum Beispiel die leicht dezentrale Positionierung der Lampe:
Oder solcher unglaublich nützlicher Einrichtungen, mit der man zB. im Notfall ganz leicht und stressfrei im Sitzen eine Ersatz-WC-Rolle bestellen könnte:
Text und Bilder ©2013 Markus Pfister, Gregory Käser