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Die USA brandmarken Länder, welche die US-Wirtschaft belasten. Ausgerechnet die Inflation hilft der Schweiz, von US-Feind zum amerikanischen Freund zu werden.
Der einstige US-Botschafter in der Schweiz, Edward McMullen, ist mit der Aussage berühmt geworden, dass er von den höchsten Schweizer Bergen schreien wollte, dass die Einstufung als Währungs-Manipulator keine Auswirkungen habe.
Im Boot mit China
Dennoch brandmarkten die USA regelmässig die Schweiz als Land, dass sich ungerechtfertigt Handelsvorteile verschaffe, indem die Schweizerische Nationalbank SNB den heimischen Firmen zahlreiche Vorteile durch die Schwächung des Schweizerfrankens verschaffe.
Jedes Jahr landete die Schweiz daher mehrfach auf einer schwarzen Liste an Ländern, die ihre Währung quasi als Waffe gegen die USA einsetzten. Die Schweiz war dabei in «guter» Gesellschaft mit Ländern, wie Deutschland, Südkorea oder China.
Nur eine Bedingung erfüllt
In der Nacht auf den heutigen Mittwoch gab das US-Finanzministerium nun in einer Mitteilung bekannt, dass die USA die Schweiz von dieser Liste gemeinsam mit Südkorea streichen würden.
Von den drei Kriterien, die zur Aufnahme in die Gruppe der Übeltäter führten, erfüllte die Schweiz über mehrere Quartale nur noch eine Bedingung, hiess es. Die Überwachung sei also nicht mehr notwendig, hiess es im vollständigen US-Report weiter.
Viele Handelspartner würden Dollar verkaufen, um damit ihre Heimwährungen zu schwächen und der Exportwirtschaft zu helfen, mahnte US-Finanzministerin Janet L. Yellen im Communiqué.
Seit 2015 unter der Lupe
Länder können sich mit einer schwachen Währung gewisse Vorteile beim Export erkaufen, weil ihre Produkte, relativ gesehen, günstiger werden. Die USA werfen etwa China regelmässig vor, dass das Reich der Mitte seine Heimwährung schwach halte, um bei den Ausfuhren zu brillieren.
Die USA beobachten seit dem Jahr 2015 über den «Trade Facilitation and Trade Enforcement Act» ihre Handelspartner genau, wo sich Staaten über Währungs-Manipulationen solche Vorteile verschaffen.
Inflation als Unterstützer
Die SNB hatte über die Schwächung des Franken versucht, die Exportindustrie zu stützen und ein Aufwerten der Heimwährung zu verhindern. Dies war den USA ein Dorn im Auge. Doch seit geraumer Zeit hat die SNB ihre Politik geändert und will den Schweizerfranken stärken, um die hohe Inflation im Ausland von der Schweiz fernzuhalten.
Das benachteiligt die Schweizer Exporteure – aber erfreut die USA. Denn Schweizer Produkte werden dadurch teurer und Amerika bekommt dadurch Vorteile, weil der Handelsüberschuss sinkt.
Die Inflation hilft der Schweiz also, nicht weiterhin gebrandmarkt zu werden.
Bis zum Wechsel der Politik
Auf der Beobachtungsliste verbleiben Länder wie Deutschland, Malaysia, Singapur oder Vietnam.
Die Schweiz kann nun von allen Bergen schreien, dass sie offiziell kein Währungs-Manipulator mehr sei, dies jedenfalls, bis zur nächsten Schwächung des Schweizerfrankens.
Auswirkungen hat es laut dem ehemaligen US-Botschafter McMullen sowieso keine.
08.11.2023/kut.