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08.12.2014
Am 26. November 2014 nahm der Gemeinderat offiziell eine historische Allschwiler Karte aus dem Jahre 1803 in Empfang. Überreicht wurde die Karte von Hans Peter Schaub, der viele Jahre in Allschwil wohnhaft und vor seiner Pensionierung lange Zeit für die Gemeindeverwaltung tätig war.
Zufriedene Gesichter: Hans Peter Schaub (zweiter von links) und Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli-Kaiser vor der Allschwiler Karte.
Die historisch bedeutsame Karte bekam Hans Peter Schaub vor Jahren von einem Freund, welcher die Karte an einem Flohmarkt erstanden hatte – eingerollt in einer Blechdose mit Lederriemen. Woher der Plan ursprünglich kommt, ist nicht bekannt; klar ist aber, dass die Karte aus der französischen Zeit stammt und im Zusammenhang mit der damaligen Katastervermessung steht.
Die Karte wird nun auf Entscheid des Gemeinderats und mit der Einwilligung von Hans Peter Schaub an das Staatsarchiv Basel-Landschaft in Liestal übergeben. Der Plan ergänzt den bereits vorhandenen Bestand historischer Allschwiler Karten und steht inskünftig für die Erforschung historischer Fragestellungen zur Verfügung. Die Gemeindeverwaltung wird von der Karte Replikate anfertigen lassen, von denen ein Exemplar an Hans Peter Schaub übergeben und eines bei der Gemeindeverwaltung verbleiben wird.
Ganz im Sinne des Gedankenguts der Französischen Revolution sollten alle Bürger einen Anteil an den Staatslasten tragen, der im Verhältnis zu ihren Gütern und ihrem Vermögen bemessen wurde – eine gerechte Besteuerung also. Dazu mussten die Gemeinden jedoch erst vermessen und die Grundeigentumsverhältnisse geklärt werden. So wurde im Jahr 1802 ein Gesetz betreffend „Allgemeiner Kataster nach Kulturgruppen“ erlassen. Einige durch das Zufallsprinzip ausgewählte Gemeinden – so auch Allschwil – wurden daraufhin im Massstab 1:5000 vermessen, wobei farblich zwischen verschiedenen Kulturarten (z.B. Felder, Gebäude, Wiesen, Weinberge etc.) zu unterscheiden war. Anhand dieser Masse konnten auch die Parzellenflächen der anderen, unvermessenen Gemeinden berechnet werden. Napoleon erkannte jedoch bald, dass die Flächen der einzelnen Parzellen mit diesem behelfsmässigen System nicht zuverlässig ermittelt werden konnten, sondern dass dafür jede Eigentumsparzelle einzeln zu vermessen und bewerten sei. (Quelle: Martin Rickenbacher (2011), Napoleons Karten der Schweiz)