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Vor kurzem veröffentlichte die Universität Valencia die Ergebnisse der Wirkung der Verabreichung von L-Leucin auf die Sarkopenie bei älteren Menschen in einer plazebokontrollierten, randomisierten, doppelblinden Interventionsstudie (klicken Sie hier, um die Studie anzusehen). Bei Sarkopenie hat man eine geringe Muskelmasse. Der Verlust von Muskelmasse erhöht das Risiko von Stürzen und Fragilität und kann zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes führen. Die eingeschränkte Fähigkeit, einfache Tätigkeiten auszuführen, kann eine negative Spirale in Gang setzen und die Lebensqualität beeinträchtigen.
Der Verlust von Muskelmasse beginnt ab einem Alter von 50 Jahren. Krankheit und Immobilität können diesen Prozess beschleunigen. Weltweit leiden 5 - 13 % der Senioren zwischen 60 und 70 Jahren an einer Sarkopenie. Dies steigt im Alter von 80 Jahren auf bis zu 50 %. Eine Sarkopenie bleibt häufig lange unbemerkt, weil der Verlust an Muskelmasse oft durch Fett- und Bindegewebe aufgefüllt wird. Infolgedessen bleibt das Körpergewicht gleich oder nimmt sogar zu.
Frühere Studien zeigen, dass die Sarkopenie mit einem geringeren Eiweißumsatz und -aufbau in den Muskeln zusammenhängt. Um den Eiweißumsatz und -aufbau zu stimulieren, benötigt der Muskel eine sogenannte anabole Reaktion. Normalerweise wird diese Reaktion u. a. durch den Verzehr von Eiweiß stimuliert, bei älteren Menschen ist diese Reaktion jedoch abgeschwächt. Darüber hinaus enthält die Ernährung von sage und schreibe 60 % der Senioren zu wenig Eiweiß. Zusammen führt dies zu einem Ungleichgewicht beim Muskelumsatz und Muskelaufbau.
L-Leucin ist eine essentielle Aminosäure. Es ist ein Bestandteil von Eiweiß und kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Muskelprotein besteht zu 35 % aus Leucin. Seit den 1970er Jahren ist bekannt, dass Leucin eine günstige Rolle bei der anabolen Reaktion spielt, aber bis jetzt gab es keine Studien über die Wirkung einer Leucin-Supplementierung bei älteren Menschen mit Sarkopenie.
In der Studie wurde den Teilnehmern 13 Wochen lang Leucin oder ein Placebo verabreicht. Die Studie wurde als randomisierte Studie mit Kontrollgruppe angelegt, eine der zuverlässigsten Methoden der wissenschaftlichen Forschung, um zu prüfen, ob eine Behandlung sinnvoll ist. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 79 Jahre und alle lebten in Pflegeheimen. Während der Studie wurden unter anderem ihre Ernährung, das Ergebnis des Sarkopenie-Tests und die Muskelmasse untersucht.
In der Leucin-Gruppe zeigte sich eine deutliche Verbesserung im Sarkopenie-Test. Die Laufzeit während des Lauftests verbesserte sich in der leucinunterstützten Gruppe, während in der Placebogruppe keine Verbesserung zu verzeichnen war. Daraus lässt sich schließen, dass eine Supplementation mit Leucin die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert. Da keine Veränderung der Muskelmasse gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass dies auf eine Verbesserung der motorischen Nerven zurückzuführen ist.
Darüber hinaus wurde eine Verbesserung einer Funktion der Atemmuskulatur in der leucinunterstützten Gruppe gefunden. Dieses Ergebnis stimmt mit den Ergebnissen früherer Studien mit Mäusen überein und wird auf die leucinstimulierte anabole Reaktion in den Lungenmuskeln zurückgeführt.Die Forscher der Studie kommen zu dem Schluss, dass Leucin eine positive Wirkung auf die Sarkopenie hat. Diese Ernährungsintervention kann leicht und effektiv zur Prävention und zur Behandlung von Sarkopenie bei Senioren eingesetzt werden.
Literatur