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Geköpft und gefoltert wurde im Mittelalter- nicht so im Walliser Rebbau
Die Eigenarten der Walliser Sprache zeigen sich auch im Rebbau. Unter Foltern verstehen wir das Erlesen. Unter Erlesen verstehen wir das Ausbrechen der Nebentriebe, der zu eng stehenden Haupttriebe und das Entfernen von Stockausschlägen, sofern diese nicht als zukünftige Reserven dienen sollen. Dank des Erlesens gelangen die mobilisierten Reserven in die Triebe, die wir stehen lassen und begünstigen deren Wachstum. Die Qualität der Trauben und die Holzreife hängen im wesentlichen von einer guten Laubarbeit ab. Das Ziel besteht darin, möglichst viel besonntes Laub zu haben. Schattenblätter leisten wenig bis nichts.
Unter Köpfen versteht wir Oberwalliser das Kappen oder auf gut deutsch das oben Abnehmen. Mit dem Köpfen soll verhindert werden, dass die überhängenden Triebe die bestehende Laubwand beschatten. Das Kappen fördert das Wachstum der Geizen und damit die Qualität der Trauben. Bei zu spätem Obenabnehmen entfernen wir eine grosse Laubmasse, die vergebens gewachsen ist und verhindern somit eine rechtzeitige Geiztriebentwicklung.
Bei der Tärbinä wurde letzte Woche geköpft und gefoltert. Die Trauben können sich nun ideal entwickeln.