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Mobilfunk
Mobilfunk ist der Oberbegriff für den Betrieb portabler Funkgeräte. Das sind beispielsweise Mobiltelefone oder Wechselsprechgeräte in Fahrzeugen wie Taxis. Davon abgesehen gibt es jedoch noch andere Anwendungsbereiche wie beispielsweise die mobile Datenerfassung, die Telemetrie, Funkrufdienste, Amateurfunk, Jedermannsfunk und Binnenschifffahrtfunkdienste. Sie zählen deswegen zum Mobilfunk, weil sie ebenso wie Mobiltelefone keiner Ortsbindung unterliegen. In Deutschland finden in einem Jahr Gespräche mit einer Gesamtdauer von 91 Milliarden Minuten statt, was 19% des weltweiten Marktanteils ausmacht.
Grundsätzlich wird der gesamte Mobilfunk in einen öffentlichen sowie einen nicht-öffentlichen Teil untergliedert. Diese Aufteilung wurde noch vor der ersten Postreform 1989 eingeführt. Für die Vergabe von Frequenzen und die Genehmigung der Funklizenzen ist in Deutschland die Bundesnetzagentur zuständig. Der nicht-öffentliche Teil umfasst beispielsweise den Flugfunk und den Betriebsfunk. Der Betriebsfunk wird beispielsweise von der Polizei, der Feuerwehr sowie anderen Hilfsorganisationen, von Verkehrsbetrieben (beispielsweise im Flugverkehr), Taxi-Unternehmen und auch Privatunternehmen genutzt. Den beispielsweise von der Polizei benutzten Betriebsfunk nennt man auch BOS-Funk (BOS = Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben).
Die öffentlichen Mobilfunknetze hingegen werden von Mobilfunknetzbetreibern bereitgestellt und sind für jede Person nutzbar. Sie bestehen aus den Funktelefonnetzen, den Funkrufnetzen, dem Seefunknetz und dem Rheinfunknetz. Technisch betrachtet basiert die Funktelefonie auf dem Fernsprech-Prinzip, das in drei Schritten abläuft: Zunächst werden die Schallwellen, die von dem Sprecher erzeugt werden, mittels der Membranbewegungen im Mikrofon in elektrische Signale umgewandelt. Als Nächstes erfolgt die Übertragung des elektrischen Signals zum Gesprächspartner über eine Vermittlungseinrichtung. Ist das Signal bei diesem angekommen, wird dieses wiederum durch die Membranbewegungen der Hörkapsel von einem elektrischen in ein akustisches Signal umgewandelt.
Die Übertragung der Signale im Mobilfunk kann sowohl oberirdisch mittels einer Freilandleitung, über unterirdisches Kabel oder auch drahtlos erfolgen. Für letzteres werden Richtfunkstrecken und Kommunikationssatelliten eingesetzt. In Berlin beispielsweise waren mit Stand von 1989 2700 analoge Telefonkanäle mittels Kupferkabel, 28000 digitale Telefonkanäle mittels Glasfaserkabel und 18240 analoge sowie 2160 digitale Telefonkanäle mittels Richtfunkstrecken verfügbar.