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Pendelzug Typ RBDe I
Bei der Beschaffung in den Jahren 1973/74 waren die Fahrzeuge des Typs RBDe 4/4 waren dies die ersten Nahverkehrszüge mit komplett aussenbündigen Türen (Schwenkschiebetüren der Firma Kiekert). Die gefälligen Züge, welche bis zu ihrer Hauptrevision Anfang der 90er- Jahre das Wappendesign trugen, erfreuten sich von Beginn weg grosser Beliebtheit, boten sie doch eine sehr gute Laufruhe, grosszügige Einstiege und dank der guten Beschleuinigung rascher Verkehrszeiten.
Mit der Inbetriebsetzung wären bereits stufenlos regulierbare Traktions- Stromrichter erhältlich gewesen, doch war man damals noch sehr skeptisch gegenüber der neuen Technologie und so wurde eine Steuerung mit Stufenhüpfern verbaut.
Es wurden folgende Züge abgeliefert (Auflistung ohne ohne Zwischenwagen):
RBDe 221-226 mit Bt 221-226 an die Emmental- Burgdorf- Thun Bahn (EBT),
RBDe 261 mit Bt 361 an die Vereinigten Huttwil Bahnen (VHB) und
RBDe 281 mit Bt 381 an die Solothurn- Münster Bahn (SMB).
Der VHB-Zug wurde später umnummeriert in 220/921, während der SMB-Zug die Nummer 227/927 erhiehlt.
Auch die restlichen Steuerwagen erhiehlten mit der Revision 900er-Nummern.
Bereits 1978 mussten die ursprünglichen Triebdrehgestelle aufgrund von Rahmenrissen ersetzt werden. Die Risse führten auch dazu, dass man die Züge nicht mehr für schweizweite Extrazüge einsetzen wollte; ein an den RBDeI angelehnten Steuerwagen (ABt 352, Baujahr 1977, später als Bt 991 bezeichnet) für einen Mirage- Pendelzug (zumeist der BDe 4/4 II 252 Willisau) wurde beschafft und fortan für Extrafahrten eingesetzt wurde.
Die zugehörigen Zwischenwagen wurden erst später regulär in die Züge eingereiht, als die Nachfolger- Fahrzueg des Typs RBDe 4/4 II ebenfalls auf dreiteilig erweitert wurden. Bis dahin dienten die Zwischenwagen sehr oft als Einzelwagen um Regelzüge zu verstärken oder für Extrazüge.
Mit der Hauptrevision ab 1991 erhiehlten die Züge anstelle der Hüpfersteuerung einen Traktionsstromrichter und die entsprechende neue Steuerung mit einer einfachen Geschwindigkeitsregelung (Zugkraftregelung zum Halten der Geschwindigkeit). Ebenso wurden seitlich Rollbandanzeigen eingebaut und äusserlich erhiehlten die Züge das Colani- Design, wobei die Bahninitialen "EBT SMB VHB" nur klein unterhalb der Führerstände angebracht wurden. Die Steuerwagen erhiehlten ein Abteil erster Klasse und wurden deshalb auch in ABt (mit 900er-Nummern) umgezeichnet.
Erst 1997 mit der Fusion zur Regionalverkehr Mittelland (RM) erhiehlten die Züge die Logos in Fahrzeugmitte (bzw. die Zwischenwagen auf nahezu der ganzen Fahrzeuglänge).
Mit der Fusion zur BLS AG im Jahre 2006 wurden sämtliche Hinweise auf die Vorgängerbahn(en) entfernt und lediglich eher unscheinbar das neue BLS-Logo angebracht.
Die Züge 221/921 (verblieb im Eigentum der BLS, reserviert für die Stiftung) und 222/922 wurden im Jahre 2016 bei der Ausrangierung durch die BLS an die CJ verkauft, welche damit jahrelang ihre einzige Normalspurstrecke von Porrentruy nach Bonfol bediente.
Der Zug 222/922 erhiehlt ein fröhliches Aussehen durch Klebefolien, welche durch den Künstler Pitch Comment für Eigenwerbung angebracht wurden.
Während der Zug 221/921 im 2022 als vorletzter Zug abgebrochen wurde verblieb der Zug 222/922 noch bei der CJ als Reserve.
Seit der Übernahme am 27. Mai 2023 gehören der RBDe 4/4 I 222 mit seinem Bt 322 zum Bestand des VPM und können entsprechend eingesetzt werden.
Bereits nach kurzer Zeit waren die Werbefolien entfernt gewesen und der Zug hat noch wenige Einsätze mit den CJ-Logos fahren dürfen.
Seite Anfang August 23 tragen nun beide Fahrzeuge wieder das beliebte Colani- Design, welches ab der Hauptrevision Anfang 1990er- Jahre angebracht wurde und, mit Anpassung der Logos, bis zur Fusion mit der BLS Lötschbergbahn im Jahre 2006 den Zug schmückte.
Wir haben uns mindestens vorübergehend (bis zu einer möglichen Neulackierung) für die Version unter der Regionalverkehr Mittelland (RM) entschieden, wie die Fahrzeuge kurz nach der Fusion der Emmental- Burgdorf- Thun Bahn (EBT), Solothurn- Münster Bahn (SMB) und der Vereinigten Huttwil Bahnen (VHB) erschienen.
Wie lange dieses Design am Zug bleiben wird ist derzeit offen. Ziel wäre, den Zustand um ca 1980 mit dem gefälligen Wappenlogo (Wappen der Kantnone Bern, Solothurn und Luzern) herzustellen.
Kleine Allgemeinkunde zu den Fahrzeugen
Die Bähnler haben eine eigene Sprache. Gerne geben wir untenstehend einen kleine Übersicht zu den wichtigsten Punkten. Als erstes soll hier die Bedeutung des Übernamens erklärt sein: Bei der Herstellung der Triebfahrzeuge des Typs BDe 4/4 II (welcher auch der Ursprung für unseren Verein darstellt) der EBT-Gruppe gab es eine Lieferverzögerung von rund einem Jahr, wie bei den damals zu beschaffenden Kampfflugzeugen der Schweizer Armee, welche den Namen "Mirage" besitzen. Aus diesem Grunde werden die BDe 4/4 II- Triebwagen der EBT und VHB auch "Mirage" genannt. Dieser Umstand wiederum sowie die Tatsache, dass unser Zug ohne aufwändige Rangierarbeiten gewendet werden kann, ergab den Namen "Pendelzug Mirage" unseres Vereins.
Wie bereits erwähnt konnte der VPM im 2023 einen zweiten Pendelzug übernehmen und so das Überleben der RBDe 4/4 I- Fahrzeuge sichern.
Für den allfälligen Verschub ohne Fahrleitung wurde zudem der ex VonRoll- Tm24 angeschafft.
Unser RBDeI- Pendel wird in der Regel als zweiteilige Formation eingesetzt. Sollte die Platzzahl noch nicht genügen oder Sie wünschen einen Speisewagen? Auch dies ist möglich durch verwenden der Mirage- Zwischenwagen oder zumieten weiterer Fahrzeuge! In der Regel muss jedoch mehr Zeit eingerechnet werden für die Fahrrichtungsänderung und die Durchgängigkeit der Fahrzeuge kann nicht gewährleistet werden.
Der zweiteilige Pendel bietet Ihnen aktuell total 112 Plätze, wovon 48 auf den Triebwagen und 64 auf den Steuerwagen entfallen. Im Steuerwagen sind zudem 24 Plätze erster Klasse zugewiesen. Aufgrund des geringen Komfortunterschiedes unterscheiden wir bei diesem Zug aber zumeist keine Klasse.
Unser Zug ist aus verschiedenen Gründen ein reiner Nichtraucherzug.
An dieser Stelle sei noch kurz die Bedeutung der Fahrzeugbezeichnungen erklärt:
A: Fahrzeug mit Abteil erster Klasse
B: Fahrzeug mit Abteil zweiter Klasse
D: Fahrzeug mit Gepäckabteil
e: Fahrzeug mit elektrischem Antrieb
m: Fahrzeug mit thermischem Antrieb
R: Triebfahrzeug mit Geschwindigkeit von mindestens 125 km/h und erhöhter Kurvengeschwindigkeit
T: Traktor (=kleine Rangierlok)
t: Wagen mit Führerstand, sogenannter Steuerwagen
Demnach ist der ABt also ein Steuerwagen mit Abteilen erster und zweiter Klasse (dies entspricht zwar dem aktuellen Steuerwagen 922, aufgrund seines Ursprungs als reiner Zweitklass- Steuerwagen wird er aber wiederum gemäss seiner Ursprungsbezeichnung als Bt 322 genannt).
Bei unserem Triebwagen wirds nebst dem RBDe (Triebfahrzeug mit erhöhten Geschwindigkeitsreihen, Abteil zweiter Klasse und Gepäckabteil, elektrischer Antrieb) etwas komplizierter: Die Bezeichnungen "4/4" stehen im Zusammenhang mit einem Triebfahrzeug und bedeuten die Anzahl angetriebener Achsen bzw. die Gesamtachszahl; Diese schweizerische Bezeichnung wird heute nicht mehr angewendet. Die neuere Bezeichnung "RBDe 566" dagegen wurde diesem Fahrzeugtyp bestimmt zugeordnet, wobei der Index "I" für die erste Generation derselben Fahrzeugtypenbezeichnung steht.
Die Fahrzeuge müssen, ums vollends zu erklären, heute mit der 12-stelligen, international eindeutigen Nummer gekennzeichnet werden. Untenstehend sei einzig auf das Nummerierungsprinzip hingewiesen:
aa 85 cccc ddd-e
Die Zahlenblöcke (hier mit Buchstaben dargestellt) sollen folgendes aussagen:
aa = Fahrzeugart (zB 50 für Inlandwagen, 55 für Privatfahrzeug (wird nicht konsequent angewendet!), 94 für Hochleistungstriebwagen, 97 für Rangiertraktor)
85 = Ländercode (jedem Land wird eine Zahl zugeordnet, 85 steht für Schweiz)
cccc = Technischer Block (beschreibt die Bauartdetails und technischen Eigenschaften des Fahrzeugs)
ddd = fortlaufende Fahrzeugnummern
e = Kontrollziffer (wird nach bestimmtem Vorgehen errechnet und dient der eindeutigen Überprüfung der Fahrzeugnummer)