Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/151

Etappe 4
Ein Blick ins Tal
Wir befinden uns auf dem höchsten Punkt der Route und können das ganze Tal und einen guten Teil der Magadino-Ebene bewundern, sowie etwas weiter den Lago Maggiore und die Stadt Locarno.
Man kann mit gutem Gewissen behaupten, dass der Bau des Wasserkraftwerks der Morobbia das Gebiet nicht verwüstet hat. In der Tat präsentiert sich die Stauanlage nicht als ein zur Ehre der Technologie und des menschlichen Könnens errichtetes Denkmal, sondern schmiegt sich diskret an die Talsohle, so, als würde sie sich verstecken wollen; die Vegetation hat auch mitgeholfen und im Laufe der Zeit die unvermeidlichen Verletzungen, die dem Gebiet zugefügt wurden, geheilt. Das Absperrbauwerk empfängt die Gewässer der Morobbia im Nordosten von Carmena, der Seitentäler und der Valmaggina, letztere mit gelenktem Verlauf.
Auch das gesamte Val Morobbia hat sich trotz dem Fortschritt äusserlich kaum verändert. Das Strassennetz wurde verbessert, verfolgt jedoch stets dem ursprünglichen Trassee; die alten Bauten wurden der Zeitentwicklung angepasst und es wurden neue Häuser errichtet, ohne jedoch, dass das Gesamtbild des Tals verwüstet wurde, auch weil aufgrund der Morphologie des Geländes nicht mehr Raum zur Verfügung steht. Der Fluss, wenn auch für einen unaufmerksamen Blick kaum bemerkbar, begleitet mit seinem diskreten Rauschen den Wanderer den ganzen Weg entlang, um erst still zu werden, als er in Giubiasco in den Ticino-Fluss mündet.
Auf dem rechten Ufer, dort wo die steilen Hänge sanfteren Terrassen gewichen sind, kann man die Weiler von Carena, Melera, Melirolo, Vellano und Carmena erblicken, die zusammen die Ortschaft von S. Antonio bilden. Talwärts entdeckt man halb verborgen Paudo, einen Ortsteil von Pianezzo, der oberhalb des Hügels von Giubiasco zum Vorschein kommt.
Noch weiter unten bemerkt man die dichten, mitunter chaotischen Wohnsiedlungen, welche die Magadino-Ebene umgeben, sowie die Ebene selbst, die immer mehr der Landwirtschaft entzogen wird. Die hier entstandenen kommerziellen und industriellen Bauten bilden mit ihrem frenetischen Lebensstil eine Zäsur und einen klaren Kontrast zum ruhigen und friedlichen Morobbia-Tal, einem von der Entvölkerung stark betroffenen Gebiet, wo sich aber die Natur ihr Recht zurückgeholt hat und wo eine vielseitige Fauna wieder aufgetaucht ist: Gämse, Hirsche, Murmeltiere, Eichhörnchen, Adler und Bussarde sind unter anderen Tierarten anzutreffen.
Es liegt in unserer Verantwortung, diesen Naturraum zu bewahren, um ihn den späteren Generationen unangetastet übergeben zu können.