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Messier 63, Sonnenblumengalaxie
Objektbeschreibung
Diese helle Galaxie im Sternbild der Jagdhunde wurde am 14. Juni 1779 vom französischen Astronomen Pierre Méchain (1744-1804) entdeckt. Méchain war ein Freund von Charles Messier und arbeitete mit ihm zusammen. In Messiers 1784 veröffentlichten «Catalogue Nébuleuses et des Amas D'Étoiles» schrieb Messier: «Nebel entdeckt durch M. Méchain in den Jagdhunden. M. Messier suchte danach; er ist schwach, er hat ungefähr das gleiche Licht wie der Nebel, der unter der Nummer M 59 angegeben ist: er enthält keinen Stern, und das geringste Licht, das die Drähte des Mikrometers beleuchtet, lässt ihn verschwinden: In der Nähe befindet sich ein Stern der 8. Grösse, welcher dem Nebel im Uhrzeigersinn vorausgeht. M. Messier berichtete über seine Position auf der Karte mit der Route Kometen von 1779.» [281]
M 63 ist eine Spiralgalaxie vom Hubble-Typ Sbc. Die Designation Sb bezieht sich auf den inneren Bereich, wo die Spiralarme eng um den um den Kern gewunden sind. Sc beschreibt die äusseren, weniger eng gewundenen Spiralarme. Hier befinden sich auch unzählige helle H-II-Regionen, also ausgedehnte Emissionsnebel, die mit dem Grossen Orionnebel unserer Galaxie vergleichbar sind. Dieses flockige Aussehen macht M 63 zum Prototyp der sogenannten flocculent spirals.
Infrarotbeobachtungen zeigten, dass M 63 im wesentlichen eine zweiarmige Spiralstruktur aufweist. Spektroskopische Untersuchungen liessen auf eine Dichte in der Kernregion der Galaxie schliessen, die rund 150mal höher ist als der durchschnittliche Wert. Ausserdem wurde ein vom Kern ausgehender Materiestrom entdeckt. Dabei strömt das Gas in westliche Richtung und breitet sich dabei kegelförmig aus. Dies deutet auf einen nur leicht aktiven Galaxienkern hin.
Im Mai 1971 brach nahe des Kerns eine Supernova des Typs Ia aus (SN 1971I) und erreichte eine maximale Helligkeit von 12.1 mag. Typ Ia Supernovae entstehen in sehr engen Doppelsternsystemen mit Massentransfer, wobei eine Komponente ein Weisser Zwerg ist. Wenn nun soviel Materie auf den Weissen Zwerg geflossen ist, dass dessen Massenobergrenze (1.4 Sonnenmassen, Chandrasekhargrenze) überschritten wurde, kommt es zum Kollaps und bei genügend Masse zu einer Explosion, die uns als Supernova des Typs Ia erscheint. Dieser Typ von Supernovae hat eine bekannte absolute Helligkeit und ist deshalb eines der wichtigsten Mittel zur extragalaktischen Entfernungsbestimmung. Trotzdem ist die Entfernung von M 63 noch mit einem grossen Unsicherheitsfaktor behaftet. Die allgemein angenommene Entfernung beträgt 7 Mpc (23 Millionen Lichtjahre), wobei man in der Literatur auch Werte von 20-40 Millionen Lichtjahren findet. [4,97]
Wie findet man die Sonnenblume?
Die Galaxie M 63 liegt auf der Verbindungslinie der Sterne Cor Caroli (alpha CVn) und Benetnasch oder Alkaid (eta UMa), dem Endstern der Deichsel des Grossen Wagens. Auf gut einem Drittel der Strecke von Cor Caroli aus trifft man dann mit einem Weitfeldokular auf die kosmische Sonnenblume.
Visuelle Beobachtung
200mm Öffnung: Als erstes fällt einem der 'stellare' Kern der Galaxie auf. Bereits schwache Vergrösserungen (68fach) lassen in der Galaxie zwei Bereiche mit unterschiedlicher Flächenhelligkeit erkennen. Der hellere, innere Bereich hat auch eine ovale Form und es ist an dessen NNE-Rand andeutungsweise ein Spiralarm erkennbar. Fast sprungartig nimmt die Helligkeit zum äusseren Bereich hin ab. Es waren dort auch bei 135facher Vergrösserung keine Strukturen erkennbar.
Ein markanter Stern befindet sich östlich der Galaxie. Trotzdem man mit einem 200mm-Teleskop nicht allzuviel Details sieht, ist die Sonnenblumen-Galaxie M 63 ein genussvoller Anblick!