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| Astralprojektion 5|
Don DeGracia
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Astralprojektion Teil 4
Der Text wurde aus dem Amerikanischen von mir (Werner Zurfluh) übersetzt, bearbeitet, gegebenenfalls gekürzt oder mit Kommentaren ergänzt (WZ.). Dabei habe ich jedoch stets versucht, den von DeGracia geäußerten Gedanken gerecht zu werden und diese keinesfalls zu verändern.
5.2. Die Trance-Methode
Träume könnten jederzeit als
Ausgangspunkt für eine Astralprojektion genutzt werden, aber dies wird vor
allem durch ein tief verwurzeltes Vorurteil verunmöglicht. Und diese
Vorurteil besagt, Träume seien unwirklich und bloss "Schäume".
Aufgrund solcher - stark konditionierender bzw. prägender - Vorstellungen
ist es beinahe unmöglich, wachbewusst in einem Traum zu verbleiben ohne
SOFORT wieder im Bett zu erwachen. Wer im Verlaufe eines normalen
Traumgeschehens luzid wird, dem gelingt es aus diesem Grunde kaum jemals, die
Realität des Traumzustandes als eine OOBE bzw. Astralprojektion zu sehen
und zu akzeptieren. Es ist jedoch zu betonen, dass es eigentlich keinen
Unterschied macht, ob das Ich in einem Traum als solchem luzid wird oder ob die
Bewusstheit auf eine andere Art in die Traumwelt eingebracht wird.
Für das Ich wäre es allerdings einleuchtender, festzustellen, dass "wirklich" eine Astralprojektion/OOBE stattgefunden hat, wenn es gelingt, das Bewusstsein OHNE Vermittlung eines Traumes DIREKT von der physisch-körperlichen Ebene "abzulösen". Glücklicherweise gibt es eine solche Methode - und DIESE benutze ich meistens, um die ausserkörperliche Erfahrungsebene zu erreichen. Mangels eines besseren Wortes bezeichne ich sie als "Trancemethode", denn das Ich versetzt sich dabei selbst in eine Art von Trance.
Was ist Trance? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es überhaupt eine präzise Definition der Trance gibt. Aber das ist im Zusammenhang mit der Astralprojektion auch nicht notwendig. Ich weiss nur, dass Trance ein Bewusstseinszustand ist, in dem das Ich die Aufmerksamkeit NICHT mehr auf die physische Welt ausrichtet. Dieser Zustand lässt sich auch durch Hypnose und Meditation erreichen, und die hier beschriebene und diskutierte Methode ist einer Meditation sehr ähnlich.
Bei einer Projektion mittels Trance wird die Einschlafphase sozusagen umgangen, weshalb sie viel direkter ist als jene Technik, die vom Traumzustand ausgeht. Das Bewusstsein bleibt während der Phase des Ebenenwechsels kontinuierlich erhalten, und das Ich erlebt den "Austritt aus dem physischen Körper" und das Hinüberwechseln in die Welt des Traumes völlig bewusst. Die Erfahrung als solche unterscheidet sich nur insofern von einem luziden Traum, als der "Übergang" anders vollzogen wird.
Wenn eine Projektion via Trancezustand eingeleitet wird, hat das Ich im wahrsten Sinne des Wortes das Gefühl, seinen physischen Körper zu verlassen. Genauer gesagt, das Ich spürt, wie sich das Bewusstsein vom physischen Körper *ablöst*. Vermutlich entspricht dieses "Gefühl der Ablösung" genau dem, was man sich normalerweise unter einer OOBE vorstellt.
Der Ausdruck "OOBE" suggeriert gewissermassen, dass sich das Ich von seinem physischen Körper abgelöst hat und sich im ausserkörperlichen Zustand immer noch in einer physischen Welt befindet. Das Wort "Astralprojektion" hingegen impliziert eher das Vorhandensein einer nicht-physische Ebene. Es zeigt sich damit deutlich, dass es zur Hauptsache von den theoretischen Vorentscheidungen abhängt, mit welchem Wort eine Austrittserfahrung bezeichnet wird.
Wer lernt, sich mittels Trance zu projizieren, kann problemlos feststellen, dass sich das Bewusstsein nicht mehr in der gewohnten physischen Alltagswelt befindet. Es scheint deshalb korrekter, die Erfahrung als Astralprojektion zu bezeichnen. Darüber liesse sich ellenlang disputieren - aber grundsätzlich spielt die Benennung keine Rolle, denn wichtig ist nur die Erfahrung.
Die Trance-Methode erlaubt es, bei kontinuierlichem Bewusstsein von der physischen Ebene auf eine nicht-physische hinüberzuwechseln.
Ich selber erlebe den Übergang bei einem "Austritt" auf zweierlei Arten:
1. ohne den geringsten Unterbruch des Bewusstseins und
2. mit einem minimalsten Unterbruch (Black-out), der nur Sekundenbruchteile dauert.
Der Übergang bei der Trancemethode ist immer sehr direkt - im Gegensatz etwa zur Traummethode, bei der u.U. die Schlafphase vor der Bewusstwerdung bzw. dem Wechsel vom normalen zum luziden Traum mehr als eine Stunde dauert.
5.2.1 Die Trance-Methode - kurzer Überblick
Vor der Einleitung der eigentlichen Trance legen
Sie sich wie beim Schlafengehen ganz normal ins Bett und entspannen sich so gut
es geht. Es geht aber nicht darum, einzuschlafen, sondern darum, das Einschlafen
zu VERHINDERN. Bei der Trance BLEIBT DAS ICH IN DER EINSCHLAFPHASE DES
PHYSISCHEN KÖRPERS HELLWACH, während der physische Körper "seiner
eigenen Wege geht". Wenn dies geschieht und das Ich in der Einschlafphase
des Körpers wach bleibt, spürt es bald einmal, wie es aus dem Körper
regelrecht "hinausgleitet" oder "hinausgeschoben" wird.
Anschliessend befindet sich das Ich entweder in einer "anderen Welt"
oder in einem "leeren Nichts" (der "Leere"). Es hat somit
eine Astralprojektion (oder eben eine OOBE) stattgefunden.
Anschliessend geschehen möglicherweise eine Reihe abenteuerlicher Dinge, bis sich dann schliesslich etwas ereignet, das die Trance beendet - wie z.B. das Läuten des Telefons oder Weckers oder das Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen - usw. Gelegentlich weckt sich das Ich im Verlauf der Projektion auch selbst innerhalb des physischen Körpers auf, vor allem bei einer bedrohlichen oder beängstigenden Situation.
5.2.2. Die Trance-Methode - detaillierte Einführung
5.2.2.A. Sich selbst in die Trance versetzen
Legen Sie sich mit dem festen Vorsatz und der
ausdrücklichen Absicht ins Bett, eine Astralprojektion durchzuführen.
Die besten Voraussetzungen für die Übergang in die Trance sind folgende:
1. Unbedingt zuerst das Badezimmer bzw. die Toilette aufsuchen und sicherstellen, dass alle körperlichen Bedürfnisse erledigt sind, denn schon der geringste Harndrang kann zum Abbruch einer Projektion führen.
2. Am besten ist es, sich körperlich ein bisschen müde zu fühlen. Nicht allzu müde, weil es dann zum sofortigen Einschlafen kommt - aber auch nicht allzu wach, weil es in diesem Fall kaum möglich sein wird, sich genügend tief zu entspannen und die Trance einzuleiten.
3. Es ist wichtig, den Körper wirklich bequem im Bett ruhen zu lassen. Kein Körperteil darf aufgrund eines Druckes taub und gefühllos werden. Es muss auch verhindert werden, dass sich das Genick versteift und zu schmerzen beginnt. Bei mir ist es so, dass ich mich am besten fühle, wenn ich auf dem Rücken liege und die Arme seitlich neben dem Rumpf plaziert oder leicht über die Brust gelegt habe. Der Kopf liegt auf ein paar Kissen. Mit zunehmender Praxis lässt sich die am besten geeignete Position mit Leichtigkeit ausfindig machen.
WZ Der Kopf sollte - unabhängig vom Kissen, also auch ohne - stets leicht nach links oder rechts gedreht sein, um zu verhindern, dass Speichel in die Luftröhre gelangt und einen Hustenreiz auslöst.
Vorteilhaft ist auch das Anlegen der Zungenspitze an den Gaumen, um auf diese Weise den Energiekreislauf zu schliessen. Plazieren Sie die Zunge so, wie es für Sie am bequemsten ist. «Empfinden Sie es als unangenehm, die Zunge an den Gaumen zu legen, legen Sie sie dicht hinter die oberen Schneidezähne» (Mantak Chia, "Tao Yoga - praktisches Lehrbuch zur Erweckung der heilenden Urkraft Chi", Interlaken: Ansata, 1985:46).
Führen Sie eine BAUCHATMUNG durch, KEINE Brustatmung, und machen Sie langsame, tiefe Atemzüge. Der Atem sollte «ruhig, langsam und leicht fliessen. Nach einer Weile brauchen Sie nicht mehr darauf zu achten», denn die «Aufmerksamkeit auf die Atmung zerstreut nur den Geist» (ibid. 43-44), der sich darauf konzentrieren soll, "körperlich einzuschlafen und dabei geistig wach zu bleiben". Dieser - umgangssprachlich gesehen - paradoxe Zustand ist in erster Linie ein Problem der Aufmerksamkeit. Es geht nicht darum, den physischen Körper zu spüren, sondern darum, die Aufmerksamkeit von den Körperempfindungen vollständig abzuziehen und sie auf die Bewusstheit des Ich zu verlagern.
Es gibt Tausende esoterischer Atemtechniken, aber es geht nicht um eine Kontrolle der Atmung, «da sich die entsprechenden Atemmuster ganz von selbst nach den Bedürfnissen des Körpers einstellen werden. Atmen Sie geräuschlos durch die Nase. Machen Sie Ihren Atem ruhig und sanft. Jedes Geräusch, das Ihr Atem verursacht, wird Ihre Konzentration stören, und wenn Sie schnell und ungleichmässig atmen, werden Sie keinen vollständigen Ruhezustand erreichen» (ibid. S. 44). Der Atem regelt sich automatisch, wenn eine Bauchatmung durchgeführt wird.
4. Alle möglichen Ablenkungen sind auf ein
Minimum zu reduzieren. Ein wenig Lärm verhindert allerdings gemäss
meinen Erfahrungen den Übergang in die Trance nicht, während das
Klingeln des Telefons diese sehr abrupt beenden kann. Es sollte auch dafür
gesorgt werden, dass die Körpertemperatur angenehm wohlig bleibt.
Nun ist es also soweit: Sie liegen bequem im Bett, sind ein bisschen müde, müssen nicht auf die Toilette gehen, es ist still und Sie möchten projizieren. Was kommt als nächstes?
Entspannen Sie sich weiterhin und lassen Sie den physischen Körper einschlafen, während Ihr Geist wach bleibt.
Zwei Dinge sind in dieser Phase kritisch: die Konzentration und die Entspannung. Sie müssen nicht nur entspannt bleiben, sondern Sie müssen auch dem Körper erlauben, sich zu entspannen, WÄHREND IHR GEIST HELLWACH BLEIBT. Wie kann das Bewusstsein kontinuierlich beibehalten werden?
WZ Zur Frage der Bewusstseinskontinuität (BK), die sowohl hüben wie drüben - wie auch in der Übergangsphase - von ausschlaggebender Bedeutung ist, sei folgendes erwähnt: Etliche Hinweise auf die BK gibt das Buch von Lu K'uan Yü (Charles Luk) «Geheimnisse der chinesischen Meditation - Selbstgestaltung durch Bewusstseinskontrolle, nach den Lehren des Ch'an, des Mahayana und der taoistischen Schulen in China» (Zürich: Rascher, 1967 (das Buch ist nur via Bibliothek erhältlich, da es vergriffen ist); engl. «The Secrets of Chinese Meditation» (London: Rider, (1964) 3.ed. 1975).
Da es vielen Menschen schon tagsüber nicht gelingt, wirklich wachbewusst zu bleiben, kann das "Wachbleiben" andauernd eingeübt werden, indem z.B. das, was gerade getan wird, in vollster Aufmerksamkeit und ganz bewusst geschieht. Im Film "Merlin und Mim" von Walt Disney gibt es eine Szene, in der dieser Sachverhalt amüsant dargestellt ist (und nicht nur dieser, sondern z.B. auch die Verwandlung in ein Tier und der Schamanenkampf).
Bei Vorhandensein der Kontinuität des Ich-Bewusstseins (BK) kommt es auf keine rein äusserliche Technik an, wie z.B. der Einnahme einer Nord-Süd-Lage des Körpers, wobei der Kopf gegen Norden schaut, oder etwa dem Ablegen und Entfernen von Metallgegenständen. Auch das Trinken von Salzwasser vor dem Zu-Bett-Gehen wird manchmal empfohlen, um ein Durstgefühl zu erzeugen usw. usf. Das sind banale Äusserlichkeiten, die eher ablenken - obwohl sie versprechen, eine Ablösung herbeizuführen. Aber was nutzt die Ablösung, wenn sie wegen des miserablen Ich-Bewusstseins nur kurze Zeit dauert und bei der geringsten Störung zum Bewusstseinsverlust, zum "Black-out", führt?
In bezug auf die Bewusstseinskontinuität (BK) ist auf eine alte Tradition hinzuweisen, die in China ausgestaltet wurde. Sie ist mir erst verständlich geworden, nachdem ich selber viele ausserkörperliche Erfahrungen erlebt hatte und diese kritisch zu bedenken begann.
In der chinesischen Ch'an (Zen) Schule beginnt die Selbstgestaltung, d.h. das Finden des kontinuierlichen Ich-Bewusstseins, mit der Kontrolle des "Geistes". Dieser Geist ist das Ich-Bewusstsein - und das ist in ungeschultem Zustand ständig auf der Suche nach einem Etwas.
Bei der folgenden Darstellung halte ich mich an Lu K'uan Yü, der es als seine Lebensaufgabe betrachtet, asiatische Weisheit dem Westen zu vermitteln. Er hat das Thema des leeren bzw. inhaltsvollen Ich-Bewusstseins ausführlich im Buch "Geheimnisse der chinesischen Meditation" behandelt. Das Buch ist nicht einfach, zumal es die Quintessenz jahrtausendealter Erfahrungen enthält. Es bietet Erkenntnisse, die in ihrem Bereich den modernsten physikalischen durchaus ebenbürtig sind.
"Selbstgestaltung" (engl.: self-cultivation) bedeutet die Gestaltung des Selbst aus einem 'normalen' Ich-Bewusstsein heraus. Und dieses Ich hat sich im Verlaufe seiner Entwicklung seit seiner Kindheit ganz automatisch mit einem ganz bestimmten Inhalt identifiziert und ist letzten Endes damit identisch. Die Gleichsetzung von Ich und Inhalt ist etwas, mit dem ein Ich lebt, ohne es zu merken oder gar zu hinterfragen. Das Selbst ist im Gegensatz zu diesem "alten Ich" das kontinuierliche, leere Ich-Bewusstsein, also eine Bewusstheit, die nicht mit irgend etwas identisch ist. Das sich ständig mit einem Inhalt definierende Ich-Bewusstsein ist «seit anfangslosen Zeiten in seine falschen Gedanken hoffnungslos verstrickt» und hält «es für sehr schwierig, seinen Geist von falschen Anschauungen zu befreien, um die ihm innewohnende Weisheit zu entschleiern ... In seinem Wesen sind wohl latente Möglichkeiten angelegt, die sich jedoch auch bei ständiger und eindringlicher Belehrung nicht entfalten können, weil es sich hartnäckig an leere Namen und an die der menschlichen Sprache eigenen Begriffe klammert» (S.49).
Das 'alte Ich' hält an seiner gewohnten Weltanschauung fest, verbleibt innerhalb des vorgegebenen theoretischen und paradigmatischen Rahmens und zieht es vor, etwas zu glauben statt selbst das Wagnis einzugehen, einen Weg des Wissens zu beschreiten. Ausserdem pflegt (!) es die Tradition. Es fürchtet den Wandel, ist dem Neuen und Fremden gegenüber zurückhaltend und skeptisch - und meint, mit Wörtern wie z.B. 'Archetyp', 'Dissoziation', 'Halluzination' oder 'Träumerei' begriffen zu haben, worum es geht.
Die Möglichkeit der Eigenerfahrung (die 'innere Möglichkeit') lässt sich durch die Ch'an Technik wecken und verlebendigen. Bei dieser Technik wird zuerst einmal «dem immerwährenden Strom der Gedanken, der seit anfangslosen Zeiten unsern Geist aufrührt» (S.52) Einhalt geboten. "Die Welt muss angehalten werden" - so sagte auch der Yaqui-Indianer Don Juan, und - wieder auf der anderen Seite der Ozeane im Surangama-Sutra heisst es: «Allein durch Geist-Kontrolle werden uns alle Dinge möglich» (S. 52). Und Geistkontrolle ist Bewusstseinskontrolle!
Zuerst ist der schweifende Geist zu zügeln und von allen Gedanken zu reinigen, bevor mit der 'Selbstgestaltung' begonnen werden kann. Das ist ungemein schwierig, weshalb die alten Chinesen die Technik des hua-t'ou empfehlen. Hierbei handelt es sich um eine Art Gegengift, das den Strom der Gedanken versiegen lässt, weil nur noch eine einzige Vorstellung zugelassen wird, «die zwar im Grunde auch falsch ist, die aber, wenn sie nicht mehr benötigt wird, verschwindet und dadurch jene Einsgerichtetheit des Geistes ermöglicht, die eine Vorbedingung der Verwirklichung des wahren Selbst-Geistes» (S.53-54) darstellt.
Die Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Ich-Bewusstseins beim Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen und Schlafen ist natürlich schwierig. Die Haltung und damit der Zustand des Körpers spielen zwar keine Rolle, doch ist «das Sitzen mit gekreuzten Beinen die beste Methode für den Anfänger, Körper und Geist zu überwachen und zu zügeln. Weiss man jedoch, wie diese Kontrolle im Meditationssitz erfolgreich ausgeübt wird, so sollte man sie dann auch beim Gehen, Stehen und Liegen, ja sogar bei der gewohnten täglichen Arbeit mit Erfolg ausüben» (S.55). 'Ergänzend' wäre anzuführen, dass von dieser Kontrolle selbst der nächtliche Schlaf (das Liegen) nicht ausgeschlossen ist.
Die Bewusstseinskontrolle ist niemals automatisch, sondern muss wiederum kontrolliert werden durch ein beständiges leichtes Gefühl des Zweifels (I Ch'ing). «Wenn wir also den inneren Blick zum hua-t'ou lenken, sollten wir den Geist nirgendwo Fuss fassen lassen, sondern ihn veranlassen, sich ohne Nachdruck einzig auf das I Ch'ing, nachdem dies entfaltet wurde, zu konzentrieren». (S.56) Die Einübung des hua-t'ou und damit der Gewinn eines Ich-Bewusstseins, das sich ständig durch ein leichtes Zweifeln kontinuierlich hält, erfordert wesentlich mehr Geduld, Disziplin und Ausdauer als jede Technik, die direkt zur "Ausserkörperlichkeit" zu führen verspricht und das Ich-Bewusstsein ungeschult lässt, weshalb die Bewusstheit höchst anfällig bleibt und schnell verloren geht.
Wer bloss neue Sensationen erleben will oder meint, die ausserkörperliche Erfahrung sei eine Angelegenheit, die sich so nebenher wie eine nette Freizeitbeschäftigung erledigen liesse, der wird rasch in eine der unzähligen Fallen geraten, in die der Leichtsinnige und Ungeduldige in seiner Kritiklosigkeit und Naivität blind hineinrennt. Der Bewusstseinsfunken des einzelnen Menschen ist ein sehr subtiles Lichtlein, das leicht getrübt wird und gar erlischt.
Soviel zur "Bewusstseinskontrolle und Selbstgestaltung nach der chinesischen Ch'an (Zen) Schule), Hua t'ou und I Ch'ing". Hierzu vgl "Quellen der Nacht" 1. Kapitel/Teil 2 . Der Text findet sich auch in meinem Buch "Quellen der Nacht", ist hier jedoch erweitert und ergänzt worden, u.a. auch mit "Die Technik der Bewusstseinskontrolle (Alfred Lischka)".
Grundsätzlich können Sie an irgend
etwas denken - egal was (= hua t'ou). Es gibt Leute, die der Meinung sind, es müsse
über ganz bestimmte Dinge nachgedacht oder es müssten ganz bestimmte
Bilder visualisiert werden. Sie können das tun, Sie können's aber
ebenso gut lassen. Wichtig ist einzig und allein die Aufrechterhaltung der
Bewusstheit.
Wenn ich in Trance gehe, meditiere ich nicht, sondern blicke einfach nur aufmerksam in die Dunkelheit hinaus, die hinter den geschlossen Augenlidern zu sehen ist. Dabei nehme ich mir fest vor, den physischen Körper zu verlassen. Ich denke nicht bloss daran, sondern *fühle* regelrecht, dass ich jetzt gehen möchte. Gleichzeitig entspanne ich mich. (WZ Das ist natürlich auch eine Art Meditation!)
Das Wichtigste dabei ist, bewusst zu bleiben. RICHTEN SIE IHRE GANZE AUFMERKSAMKEIT AUF DIE TATSACHE DER BEWUSSTHEIT, denn die Luzidität ist der eigentlich kritische Punkt - und nichts anderes. Sobald nämlich das Bewusstsein von sich selbst aufgegeben wird, "kollabiert" die Bewusstheit und löst sich im Schlaf auf. Schliesslich gleitet das Ich unbewusst in das Reich der Träume hinüber. Aber genau dies soll ja vermieden werden, denn es geht darum, den Ebenenwechsel BEWUSST zu vollziehen.
Sobald Sie geistig abschweifen, weil die Gedanken sich selbstständig machen wollen und irgend welche Tagträumereien aufzudämmern beginnen, konzentrieren Sie sich sofort wieder auf die Wachheit. Üblicherweise beginnen die Gedanken beim Einschlafen völlig unkontrolliert sozusagen auf und ab zu wogen und hin und her zu spritzen. Das Ich geht in einem Meer von Gedanken und Bildern verloren.
WZ Interessant ist hier der Zusammenhang mit der alchemistischen Vorstellung der "cauda pavonis" (Pfauenschwanz). In diesem Wort kommt ein besonderen Aspekt der BK (Bewusstseinskontinuität) zum Ausdruck. Dass die "cauda pavonis" mit der "Viriditas" zu tun hat, weist darauf hin, dass "der Grüne" (Chidr) in die Sache verwickelt ist. Als Wanderer ist er eine Art Doppelgänger. Und das Wort "Doppelgänger" ist wiederum ein Synonym für die OOBE.
Wer sich hierfür interessieren sollte, lese bitte den Materialientext zur "cauda pavonis".
Die auftauchenden Gedanken und Bilder können
irgend welche sein - ein Tagesereignis, etwas, das Sorge macht, eine geliebte
Person, eine Filmsequenz usw. Beim Einschlafen droht das Ich im wahrsten Sinne
des Wortes in einer wahren Flut von Gedanken verloren zu gehen. Und als nächstes
wacht es am Morgen wieder auf und erinnert sich vielleicht schwach an einen
Traum. Aber genau das DARF NICHT geschehen, wenn Sie in Trance gehen. Die
Gedanken können zwar abschweifen (WZ besser wäre es hier, das hua
t'ou' anzuwenden und EINEN Gedanken zu fokussieren), aber die bewusste
Aufmerksamkeit ist immer wieder auf die Tatsache zu lenken, dass ihr physischer
Körper im Bett liegt während Sie selbst als bewusstes Ich daran sind
zu projizieren. WICHTIG IST, DASS SIE SELBST-BEWUSST BLEIBEN (I Ch'ing).
Dabei entspannen Sie sich natürlich weiterhin. Es kommt dann der Moment, wo der physische Körper sich irgendwie schwer anfühlt. Es ist, als ob er einschlafen wolle. Das ist ok, denn das soll ja geschehen - aber OHNE Beteiligung des wachen Ich.
Hier scheint es mir angebracht, detailliert darauf einzugehen, wie ich selbst erfolgreich in Trance gehe - auch wenn es bloss darum geht, eine von vielen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das geschehen kann. Bei Ihnen selber funktioniert es vielleicht etwas anders, und Sie werden mit eigener Praxis Mittel und Wege finden, die Ihnen entsprechen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie sich von den meinen unterscheiden, denn auch hier gilt: WICHTIG IST, DASS ES FUNKTIONIERT.
Es gibt zwei Dinge, auf die ich genau achte, wenn ich in Trance gehe:
1. Ich starre in die Dunkelheit hinter meinen geschlossen Augenlidern.
2. Ich bleibe mir der Empfindungen des im Bett liegenden physischen Körpers bewusst.
Wenn ich in Trance gehe, konzentriere ich mich auf beides. In dem Masse aber, wie die Tiefe der Entspannung zunimmt, verändert sich die Wahrnehmung. Die Dunkelheit ändert sich, und es erscheinen Bilder. Auch das Gefühl des im Bett liegenden Körpers wird anders. DIESE FESTSTELLBAREN VERÄNDERUNGEN ERLAUBEN ES MIR, MICH "ABZULÖSEN". Dies wird im folgenden genauer zu erläutern sein, denn das WIE der "Ablösung" bzw. des "Austrittes" ist das Herz und die Seele all dieser Notizen.
Bitte beachten Sie, dass die nunmehr aufgeführten Punkte alle GLEICHZEITIG geschehen, wenn ich in Trance gehe:
1. Ich starre in die Dunkelheit hinter den geschlossenen Augenlidern.
2. Ich bin mir der Empfindungen des physischen Körpers bewusst.
3. Ich entspanne mich mehr und mehr.
4. Ich denke: "Ich löse mich vom Körper ab!", "Ich projiziere jetzt!" und ähnliches. Und ich erwarte in jedem Augenblick, dass sich die Körpergefühle ändern und dass die Dunkelheit sich lichtet. Ununterbrochen achte ich auf diese Veränderungen, um den Moment der Ablösung ja nicht zu verpassen.
Jetzt detailliert zu den einzelnen Punkten:
5.2.2.i. Hypnagogische Bilder
Wenn Sie in die Dunkelheit hinter den
geschlossen Augenlidern schauen, werden Sie bald einmal merken, dass es sich
dabei nicht um eine gleichmässig schwarze Fläche handelt. Denn bei
genauerem Hinsehen sind z.B. flimmernde Lichtpunkte zu sehen - und farbige
Felder, die langsam oder schneller ihre Formen und ihre Randzonen ändern.
Ich selber sehe zig-Tausende von kleinsten, flackernden und schwach
aufleuchtenden flimmernden Nadelköpfen. Es ist ein blendungsfreies und gedämpftes
Blitzlichtgewitter, das sich zitternd umherbewegt. Dieses Phänomen lässt
sich nur schwer beschreiben. (WZ Vgl. die zitternden Bewegungen von
(bewegungsunfähigen) Stäbchen-Bakterien in einer Petrischale. Diese "Bewegungen"
sind hier eine Folge der Molekularbewegung.)
An dieser Stelle sei betont, dass das Wort Sehen' ("Ich sehe, ich schaue") IMMER WÖRTLICH GEMEINT ist. Sehen' heisst bei mir NICHT "merken" oder gar "sich etwas einbilden". Ich VISUALISIERE im hypnagogischen Zustand NICHT und BESCHREIBE NUR DAS, WAS ICH SEHE. Nichts davon ist Phantasie, nichts davon ist eine Glaubenssache. ICH SEHE WIRKLICH DIE oben beschrieben DINGE HINTER DEN GESCHLOSSENEN AUGENLIDERN.
Ich möchte dies ganz deutlich gesagt haben - speziell für jene, die noch nie einen veränderten Bewusstseinszustand erlebt haben. Aber wenn Sie die hier beschriebenen Übungen machen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie ganz ähnliche Dinge erleben. Dann haben Sie eine Bestätigung für das, was ich sage - und Sie wissen aus eigener Anschauung, dass das Gesehene nicht eine Frage der Imagination ist.
Die kleinen beweglichen Lichtnadeln sind ein physiologisches Phänomen, das die Psychologen "ideoretinales Leuchten" nennen. Es wird auch als "Eigenlicht" oder als "entopisches Leuchten" bezeichnet (WZ vgl. auch Phosphene und Photopsie). Viele Leute - auch ich - sehen diese flackernden Lichtpunkte auch bei offenen Augen. Das "funkelnde Rauschen der Lichter" überzieht dann das Sehfeld wie eine dünne Folie.
Schliessen Sie jetzt mal die Augen und starren Sie aufmerksam in die Dunkelheit. Was sehen Sie? Schauen Sie ganz genau und konzentriert hin. Löschen Sie gegebenenfalls die Lichter oder warten Sie einfach, bis es Nacht geworden ist. Wenn es völlig dunkel ist, brauchen Sie nicht einmal die Augen zu schliessen, um die ideoretinalen Lichter zu sehen. Vielleicht sehen Sie bei Tageslicht auch andere Dinge, wie etwa schwache Farben, die herumschweben oder sogar unscharfe Umrisse von Bildern und langsam sich auflösende schattenartige Formen von Dingen, die sie zuvor bei hellem Licht betrachtet haben (Nachbilder). Warten Sie, bis alle Nachbilder verschwunden sind und gucken Sie DANN ganz genau hin. Zwar sehen nicht zwei Personen genau dasselbe, aber darum geht es nicht. Wichtig ist nur, dass Sie
1. lernen, dass TROTZ geschlossener Augen Dinge zu SEHEN sind, und
2. zur Kenntnis nehmen, dass es völlig egal ist, WAS Sie sehen. Hauptsache ist, DASS Sie in der Trance konzentriert und entspannt hingucken.
Die meisten Psychologen erklären die kleinen, beweglichen ideoretinalen Lichtpunkte als Ereignisse, die zufälligerweise dadurch entstehen, dass Lichtenergie innerhalb des Augapfels hin und her reflektiert wird, wobei es zu Entladungen der Sehzellen kommt. Möglicherweise senden Sehzellen auch spontan Nervenimpulse zum Gehirn. Wie dem auch sein mag, ich persönlich komme aufgrund meiner Erfahrungen zum Schluss, dass sich DAS IDEORETINALE LEUCHTEN ALS DURCHGANGSPFORTE ZUR ASTRALEBENE EIGNET.
Ich starre gleich zu Beginn der Trance in die Dunkelheit hinter den geschlossenen Augen und beobachte die Bewegungen der ideoretinalen Lichtpunkte. Mit zunehmender Entspannung kommt es zu einer Transformation des "flachen" Sehfeldes. Die mit Lichtpunkten durchsetzte Fläche wird dreidimensional und sieht nun aus wie ein räumliches Gebilde, in das ich eintreten könnte, wenn ich nur wollte. Aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil immer noch die physischen Arme zu spüren sind, wie sie auf der Matratze aufliegen.
Im dunklen Raum mit den ideoretinalen Lichtern vor mir entstehen nun seltsame, sanfte Wirbel.
Es scheint mir wichtig, die subtilen Änderungen im Gesichtsfeld mit den Änderungen des Körpergefühls (vgl. 5.2.2.ii. kinästhetische Empfindungen) zu korrelieren, denn sie geschehen gleichzeitig. Mit der Vertiefung der Entspannung wird auch der Atem ruhig und regelmässig, und ich beginne, mich schwer und schwerer zu fühlen. Es ist wie beim normalen Einschlafen. Aber da ich nach wie vor hellwach, d.h. bewusst bin, betrifft dieses Schweregefühl "nur" den physischen Körper. Der räumliche Effekt "hinter den geschlossenen Augen" vertieft sich in dem Masse, wie sich das Schweregefühl stärker bemerkbar macht. Und eine Welle der Entspannung überflutet mich. Man könnte das mit dem Auftreten von Alpha-Wellen erklären, denn diese sind ein Anzeichen für das Stadium der Tiefentspannung. Nur ist es hier so, dass ich mir in dieser Phase der Trance nach wie vor darüber im Klaren bin, dass mein physischer Körper im Bett liegt. Zudem kann ich alles hören, was im Haus oder draussen vor sich geht.
Kurz nach der Tiefenentspannung bzw. der Alphawellen-Phase geschehen wahrlich seltsame Dinge. Nur wenige seien hier erwähnt.
Relativ häufig ist ein wiederholtes Aufblitzen purpurner Farbflecken zu sehen, die explosionsartig aus einem oder mehreren der gelben Lichtpunkte hochschiessen und sogleich wieder verglimmen.
Seltsam wirken auch die kleinen, flackernden Lichter, die sich zu runden, LEEREN Fenstern auftun. Sie bleiben für einen Moment offen und schliessen sich dann wieder. Hinter einem der offenen Fenster waren einmal Bäume zu sehen. Und wieder ein anderes Mal sah ich eine offene Tür.
Die Bilder im Zusammenhang mit dem Aufflackern von gelben Lichtpunkten halten sich übrigens länger als jene bei einem purpurroten Aufblitzen. Die kleinen "Fenster" stehen manchmal mehrere Sekunden lang offen.
Wenn hinter den geschlossen Augen die flimmernde "Dunkelheit" aufdämmert, kann sich dies u.U. wie ein Dammbruch auswirken - und eine wahre Bilderflut bricht herein. Dazu noch folgendes:
Der Titel dieses Unterkapitels ist "Hypnagogische Bilder". So werden die Phänomene genannt, die hinter den geschlossen Augen in der Dunkelheit zu sehen sind. Das Buch von Mavromatis namens "Hypnogogia" handelt von diesen Dingen. Es dürfte besonders jene interessieren, die sich mit dieser Phase der Astralprojektion näher ausinandersetzen wollen.
Nochmals sei betont, dass MIT DER VERSTÄRKUNG DER TRANCE HYPNAGOGISCHE BILDER ZU SEHEN SIND. Diese Bilder sind ein deutliches Anzeichen dafür, DASS NÄCHSTENS EINE ASTRALPROJEKTION GESCHEHEN WIRD.
Kurz etwas zum momentanen Stand des Wissens in bezug auf hypnagogische Bilder:
In der Psychologie sind diese Bilder seit etwa 100 Jahren bekannt. Mit dem Wort hypnagogisch' wird der Bewusstseinszustand auf der Grenze zwischen Wachen und Schlaf bezeichnet. Manche unterscheiden zwischen dem Übergang Wachen-Schlaf' (Einschlafen) und dem Übergang Schlafen-Wachen' (Aufwachen). Ersteren nennen sie "hypnagogisch", letzteren "hypnopompisch". Da beides mit demselben Bewusstseinszustand gekoppelt ist, spreche ich einfach von hypnagogisch'.
WZ Weil Don DeGracia nur das "schnelle" Ende der Astralprojektion kennt, ist für ihn die Rückkehr insofern immer problemlos verlaufen, als sie darin bestanden hat, dass das bewusste Ich blitzartig in den im Bett liegenden Körper übergegangen ist. Es kann aber ganz anders kommen. Der harmloseste Fall ist das FALSCHE ERWACHEN, bei dem man/frau fest davon überzeugt ist, im physischen Körper zu sein.
Das Phänomen "hypnagogisch" wurde
von Leuten entdeckt, die sich für die Entstehung des Traumes interessieren.
Bei diesen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die meisten Menschen VOR Beginn
eines Traumes und noch im halbwachen Zustand viele Bilder hinter den
geschlossenen Augen sehen. Manchmal sind diese "Vor-Traum Bilder", die
als "hypnagogische Bilder" bezeichnet werden, sehr klar und deutlich.
Gesehen werden Gesichter, Szenen, Landschaften, seltsame Farben, farbige
Rauchwolken, Lichtblitze und Alptraumartiges. Manchmal kommt es sogar zu
Geruchs- und Geschmacksempfindungen und zum Hören von (Instrumental-) Klängen,
Geräuschen und Melodien. Eine schlüssige Erklärung für diese
Phänomene gibt es nicht.
BEVOR es nach der Induzierung der Trance zur Ablösung vom physischen Körper kommt, wird die hypnagogische Phase durchlaufen.
WZ Dem ist normalerweise tatsächlich so. Es kann aber auch zu einem sofortigen Wechsel der Ebenen kommen. Dies ist gewöhnungsbedürftig, denn es geschieht wirklich in einem Augenblick - einem Bruchteil von einer Sekunde. Es ist wahrscheinlich so, dass dies nur "überstanden" werden kann, wenn das Ich relativ erfahren ist, d.h. schon einige OOBEs erlebt hat. Mir gelang es jedenfalls erst mit der Zeit, vor allem auch deswegen, weil es sozusagen allen gängigen Meinungen und Erwartungen widerspricht. Ich habe keine Ahnung, weshalb es zu einem augenblicklichen Ebenenwechsel kommen kann, ich weiss nur, dass es ziemlich schwierig ist, dabei die Bewusstheit nicht zu verlieren. Wenn die Szenerie sich mit einem Schlag ändert, ist dies wie ein "brutalen Filmschnitt". In der Trance hingegen kommt es zu einer relativ sanften Überblendung, die gut zu überstehen ist.
Es gibt in der Trance bzw. in der hypnagogischen Phase Anzeichen dafür, dass eine Astralprojektion bzw. ein "Austritt" kurz bevorsteht. Bevor ich darauf eingehe, seien ein paar Eigenerfahrungen zum Thema "hypnagogische Bilder" aufgelistet. In ihnen zeigt sich die unberechenbare Bandbreite der hypnagogischen Bilder:
1> «... Meine Feineinstellung verliert sich langsam. Ich beginne wegzudriften und den physischen Körper stärker zu empfinden. Nun sind hypnagogische Bilder zu sehen. Eine Ente scheint mich anzustarren - aber was es genau ist, lässt sich nicht festzustellen. Es bewegt sich nicht, aber es wogt ganz eigenartig hin und her und erzeugt Wellen. Es sieht aus, als wären zwei Steine nebeneinander ins Wasser gefallen. Die untere Wellenbewegung überdeckt eine Art Landschaft. Dann lösen sich die Bilder auf, und ich erwache im Bett.»
2> «Ich spüre meinen physischen Körper auf dem Bett liegen und habe das Gefühl, austreten zu können. Dann sehe ich hypnagogische Bilder. Es sind Landschaften mit Bäumen und Häusern unter einem blauen Himmel. Ich "springe" in die Szenerie hinein und befinde mich in einer Strasse in einer Vorstadt. ...»
3> «Diese Erfahrung besteht nur aus hypnagogischen Bildern, jedenfalls kann ich mich nicht an einen Austritt erinnern. Ich weiss dabei stets, dass mein physischer Körper im Bett liegt, denn ich spüre ihn.
a) Ich sehe für kurze Zeit in der Dunkelheit hinter den geschlossenen Augen wellenartige Bewegungen. Als hätte jemand einen Stein ins Wasser geworfen. Die Wellen laufen nicht von innen nach aussen, sondern sozusagen rückwärts von aussen nach innen.
b) Die wellenartigen Bewegungen verschwinden. Ich beobachte die Dunkelheit hinter den geschlossen Augen und spüre eine kreisförmig wirbelnde Bewegung zwischen den Augen, die sich zu einem lochähnlichen Gebilde ausdehnt. In diesem Loch erscheint das Gesicht einer reifen, älteren Frau von etwa 30-40 Jahren mit schwarzem Haar. Das Gesicht deformiert sich. Die Kiefer bilden sich absonderlich stark aus und aus dem Gesicht spriessen Haare. Schliesslich sieht es affenartig aus, hat aber nach wie vor eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Gesicht. Nach einer weiteren Verwandlung wird der Schädel runder, die hervorstehenden Wangenknochen glätten sich und der Kiefer flacht ab. Alles ist farbig und gleicht einer Porträtaufnahme.
c) Das weibliche Affengesicht wird ausgeblendet und durch das Gesicht eines Mannes ersetzt. Der Mann scheint in ein Gespräch verwickelt, aber zu hören ist nichts. Er trägt eine Kleidung aus dem 19. Jahrhundert und bewegt sich. Das Bild ist in Schwarz und Weiss.
d) Das Bild des redenden Mannes wird schwächer und schwächer. Ein Schweregefühl überkommt mich und eine Welle der Entspannung scheint mich zu durchfluten. Obwohl die Augen geschlossen sind, bleibt das optische Feld erhalten. Das zu sehende Panorama ist herrlich, weitgespannt und voller blauer Wirbel. Die sind etwas dunkler als das Blau des Himmels und eigentlich formlos. Es scheint, als seien sie durch etwas Unfassbares gefasst. Auch dieses Bild schwindet.
e) Ich konzentriere mich weiter und erblicke einen blassen, purpurroten Nebel ähnlich einer Rauchwolke, der sich auflöst.
f) Obwohl ich mich sehr entspannt fühle, konzentriere ich mich nach wie vor auf das Sehfeld. Es bildet sich ein festes Muster, das ein sehr seltsames, kaum zu beschreibendes Bild ergibt. Die verschiedenen Rot-, Grau- und Blassweiss-Schattierungen erinnern mich entfernt in ihrer stilisierten Bildhaftigkeit an ägyptische Hieroglyphen. Die Schriftzeichen scheinen sogar ein abstraktes Muster zu ergeben, aus dem heraus sich das Gesicht einer Frau und die Umrisse eines Körpers abzeichnen. Das Muster bewegt sich wie ein träges "Feuer" bzw. wie eine geschmolzene, zähflüssige Masse. Das Material wallt auf und ab, füllt die Muster und fliesst wieder aus ihnen ab. Ähnlich einer Flüssigkeit, die aus einer gefüllten Flasche, die zu Bruch gegangen ist, in die gegenüberliegende offene Flasche strömt. Was das alles soll, ist mir nicht klar. Schliesslich löst sich alles auf und verschwindet. Ich schlafe ein und durchlaufe eine ganze Serie von Traumsequenzen., in denen ich die Luzidität nur knapp verpasste.»
4> «... Nach der Rückkehr von einer Projektion spüre ich den im Bett liegenden Körper. Ich entspanne mich und starre in die Dunkelheit hinter den geschlossen Augenlidern. Sofort tauchen verschiedenfarbige und sehr lebhafte hypnagogische Bilder auf. Es sind Gesichter dunkelhäutiger Menschen, die aussehen wie Indianer in Kriegsbemalung. Ungewöhnlich ist, dass die Köpfe, die ich aus einem bestimmten Winkel sehe, in dem Moment ihr Aussehen verändern, wie sie sich wenden. Die Köpfe halten in der Bewegung inne, drehen ab und ballen sich im Hintergrund zusammen - und werden da von einer amerikanischen Flagge eingewickelt.
Das Gebilde beginnt sich fortzubewegen, worauf ich versuche ihm nachzufolgen. Das klappt - und plötzlich stehe ich in der neuen Dachwohnung. Sofort schwebe ich in die Höhe und durchdringe das Dach. ...»
Es gibt - so weit ich das sehe - für die
hypnagogischen Bilder keine durchschaubare Ursache und keinen feststehenden
Ablauf. Eine Zeitlang wollte ich herausfinden, ob die Bilder eine symbolische
Bedeutung haben. Aber sie sind teilweise derart abstrakt, dass es mir sinnlos
schien, dieser Sache nachzugehen.
Erwähnenswert ist eine spezielle Art von hypnagogischen Bildern. Sie legen sich hin, entspannen sich und gehen in Trance - und plötzlich scheint es, als würden Sie durch die geschlossenen Augenlider hindurch in Ihr taghell erleuchtetes Zimmer sehen. Es kann sich sogar um das erste hypnagogische Bild gleich zu Beginn der Trance handeln. Wichtig ist jetzt, dass Sie das Bild als hypnagogisch erkennen. Sie können es als Ausgangspunkt für eine Projektion nehmen, doch normalerweise wird sich das Bild des Zimmers auflösen und durch andere hypnagogischen Bilder ersetzt werden.
Die Psychologie kennt die Ursache für den hypnagogischen Zustand nicht und kann ihn auch nicht erklären. Die Okkultisten erklären ihn, nennen ihn aber nicht so, sondern bezeichnen ihn als eine Form des "Hellsehens". Die Ursache dafür ist - gemäss Okkultismus - die Übertragung des Bewusstseins vom physischen Körper auf den ätherischen, astralen oder mentalen Körper. Die Erklärung schliesst auch die Theorie der Chakras, die hier nicht erörtert wird, mit ein. Wer sich hierfür interessiert, sei auf die beiden Bücher von C. W. Leadbeater verwiesen, nämlich "The Chakras" und "Clairvoyance". In den Erfahrungsbeispielen beschrieb ich "drehende Dinger", die aussehen wie Wellen, die von ins Wasser fallenden Steinen verursacht werden. Vermutlich handelt es sich dabei um eine direkte Wahrnehmung eigener Chakras, speziell des Dritten-Auge-Chakras.
VOR DEN HYPNOGOGISCHEN BILDERN BRAUCHEN SIE SICH NIEMALS ZU ÄNGSTIGEN. Lassen Sie sich von nichts ablenken, selbst wenn es sich um verwesende Leichen oder andere groteske und abscheuliche Bilder handelt. Denn diese Bilder können Ihnen NICHTS tun, sie können Sie nicht verletzen. Denken Sie stets daran, dass Sie nur gelassen hinzugucken brauchen, egal welche Bilder in Erscheinung treten, egal wie seltsam oder hässlich die Bilder aussehen. Das einzige, was zählt, ist die Tatsache, dass die Bilder ein Anzeichen dafür sind, dass Sie ganz nahe daran sind zu projizieren. Falls Sie etwas erschrecken sollte, ENTSPANNEN SIE SICH SOFORT und schauen Sie ruhig hin. Sonst kommt es zum Abbruch der Trance. Dies ist zu vermeiden. Erinnern Sie sich daran, dass es darum geht, die Entspannung zu vertiefen.
Nicht immer, aber meistens, wird vor einer Projektion die hypnagogische Phase durchlaufen. In der Trance ist aber noch etwas anderes zu beachten, nämlich die kinästhetischen Empfindungen.
5.2.2.ii. Kinästhetische Empfindungen
Diese Empfindungen betreffen den physischen Körper
und heissen kinästhetisch. Unter "kinästhetische Empfindungen"
ist die bewusste Wahrnehmung des Körpers und seiner Bewegungen zu
verstehen. Es handelt sich hierbei um eine weitere Wahrnehmungsform neben dem Hören,
Sehen, Schmecken und Riechen usw. Wenn Sie sich z.B. der Lage der Arme, der
Stellung Ihres Körpers im Stuhl oder der Bewegungen der Finger bewusst
sind, dann sind Sie sich bestimmter kinästhetischer Empfindungen bewusst.
Dasselbe gilt für den im Bett liegenden Körper im Moment der Trance.
Die Konzentration auf die betreffenden kinästhetischen Empfindungen ist
sogar ein wesentlicher Aspekt der Trance, denn in dem Masse, wie sich die Trance
vertieft, ÄNDERN sich die kinästhetischen Empfindungen.
Diese Änderungen können einerseits zur Aufrechterhaltung des Bewusstsein in der Trance genutzt werden und andererseits ein Anhaltspunkt für den Zeitpunkt der Ablösung sein. Tatsächlich ist es bei mir so, dass ich AUFGRUND DER VERÄNDERUNGEN DER KINÄSTHETISCHEN EMPFINGUNGEN WEISS, DASS ES AN DER ZEIT IST, DEN PHYSISCHEN KÖRPER ZU VERLASSEN.
WZ In dieser Phase gibt es viele Täuschungsmöglichkeiten vor allem in bezug auf das Körpergefühl. Die Arme liegen z.B. nicht seitlich am Rumpf, sondern sind über der Brust gekreuzt. Die Beine liegen nicht parallel nebeneinander sondern übereinander. Der Oberkörper liegt nicht flach auf dem Bett, vielmehr scheint er aufgerichtet zu sein. Sie schrecken auf, weil Sie meinen, durch das Bett hindurchzufallen. Oder es kommt zu einem seitlichen Rutschen und Herausfallen aus dem Bett. Sie werden sich in dem Moment von diesen Täuschungen nicht mehr überrumpeln lassen, wenn Sie sich nach dem Hinlegen die Position des physischen Körpers GANZ GENAU merken, damit Sie sich gegebenenfalls kurz daran erinnern können. Notfalls kann ein Arm oder eine Hand leicht bewegt werden. Das genügt, um sich die Lage des physischen Körpers wieder zu vergegenwärtigen. Notfalls! Dabei wird die Trance natürlich abgeschwächt oder sogar "abgebrochen". Das sollte Sie allerdings nicht stören, denn aller Anfang ist schwer, und es gilt, sich langsam an gewisse (harmlose) Phänomene zu gewöhnen. Hat man das einige Male erlebt, fällt es leichter, die ungewohnten Ereignisse als nebensächlich zu durchschauen und einfach geschehen zu lassen. Mit der Zeit werden Sie sogar lernen, das physische Körpergefühl vom Körpergefühl des Äther- und des Astralkörpers zu unterscheiden. Es kann auch vorkommen, dass Sie die "anderen Arme" sehen können. Diese leuchten dann z.B. bläulich und haben ein Lichtfeld um sich herum.
Als erstes sind Sie sich Ihres im Bett liegenden
Körpers bewusst. Sie fühlen sich ein bisschen müde und können
sich gut entspannen. Nach und nach vertieft sich die Entspannung. Sie spüren,
wie der Körper schwerer wird und eine Welle der Ruhe durch den Körper
fliesst. Möglicherweise beginnt auch die Haut zu prickeln. Oder es fröstelt
Sie ein bisschen und ein Vibrieren ist zu spüren.
Lassen Sie mich für einen Moment abschweifen und etwas diskutieren, das beim Einschlafen geschehen kann. Sie gehen zu Bett, fühlen sich entspannt - und dann gibt es plötzlich einen Ruck, als wären Sie ausgerutscht und hingefallen. Nicht dass nun ein Arm oder ein Bein gezuckt hätte - nein, das ist es nicht. Es ist, als wäre der physische Körper als Ganzes hingefallen oder ausgerutscht und aus oder sogar durch das Bett geplumpst. Meistens durchzuckt Sie dann ein derartiger Schreck, dass Sie sogleich aufwachen. Aber genau so fühlt es sich an, WENN SIE AUSTRETEN.
WZ Dies ist die abrupte Art des Austritts. Daneben gibt es aber auch die sanfte Art, bei der es zu einem Hinausgleiten (in irgendeiner Richtung), langsamen Hoch- oder Runterschweben oder seitlichen Herausrollen kommt. Alles ist möglich. Es kann sogar sein, dass Sie körperlos austreten, wobei Sie sich zu einem (dimensionslosen) Bewusstseinspunkt "zusammenziehen". Das Sehfeld ist dann KUGELFÖRMIG - aber das ist ziemlich gewöhnungsbedürftig.
Die Entspannung vertieft sich also zunehmend und
der physische Körper wird immer schwerer. Plötzlich scheint der Körper
nach hinten wegzurutschen oder runterzufallen. Oder es macht den Anschein, als würde
er hochkatapultiert werden usw. Das sind alles mögliche kinästhetische
Empfindungen. Sie können von hypnagogischen Bildern flankiert sein oder
eingeleitet werden - müssen es aber nicht. LASSEN SIE SICH VON DERARTIGEN
PHÄNOMENEN NICHT ERSCHRECKEN. Wehren Sie sich nicht dagegen und überlassen
Sie sich dem Gefühl, DENN SIE VERLASSEN NUN IHREN KÖRPER.
Der Austritt ist demnach gekoppelt z.B. mit einem Gefühl des Fallens, Ausrutschens oder Ausgleitens. Dies geschieht oft in totaler Finsternis. Aber machen Sie sich wegen der Dunkelheit keine Sorgen, denn es handelt sich dabei um die sogenannte "Leere". Diese ist völlig harmlos. Es kann dann z.B. zu einem Rutschen oder Fallen durch die Leere kommen.
WZ Sehr schöne Beispiele hierfür sind: Das Fallen durch einen Brunnenschacht, das Gleiten durch einen Kamin, das Rennen durch eine Zimmerflucht, das Springen aus dem Fenster. Auch Abstürze oder Frontalkollisionen können von diesem Gefühl begleitet sein.
Es ist soweit: SIE HABEN IHREN KÖRPER
VERLASSEN, SIE SIND AUSGETRETEN und - möglicherweise - in der Leere.
Was tun? Raffen Sie sich dazu auf, durch die Leere zu gehen, zu fliegen oder einfach sitzen zu bleiben. In der Leere geschieht nichts, Sie können sich also in ihr bewegen oder sich einfach hinsetzen und die Stille geniessen.
Wenn Sie VERSUCHEN, IHRE HÄNDE ANZUSCHAUEN, kann es Ihnen gelingen, auf eine der Ebenen bzw. Unterebenen zu gelangen. Auch wenn es schwer fallen sollte, die Hände bis auf Gesichtshöhe zu bringen, versuchen Sie es trotzdem. Wenn KEINE Hände zu sehen sind, starren Sie einfach an den Ort, wo die Hände dem Gefühl nach sein sollten. Bewegen Sie nun Finger und Arme. Diese Bewegungen bewirken, dass die Gliedmassen sichtbar werden. Gleichzeitig MATERIALISIERT SICH EINE SZENERIE. Mit Hilfe dieses "Handtricks" kommt es offensichtlich zu einem Einpendeln auf eine der Unterebenen bzw. zu einer Feineinstellung. Als nächstes werden Sie feststellen, dass Sie in einem *Irgendwo*, d.h. IN EINER EBENE sind. Was hier getan werden kann, kommt im Detail in der nächsten Sektion zur Sprache.
Wenn Sie die Leere verlassen möchten, können Sie auch folgende Technik anwenden: DREHEN SIE SICH WIE EIN KREISEL so schnell wie möglich UM DIE EIGENE ACHSE. Wie beim "Handtrick" wird auf diese Weise eine Feineinstellung, ein "tuning" bewirkt.
Ausser der Leere gibt es noch andere Dinge, die Ihnen NACH einem Austritt zustossen können.
Es kann beispielsweise sein, dass es mit der Vertiefung der Entspannung zu einem plötzlichen und kurzen Bewusstseinsverlust bzw. zu einem BLACKOUT kommt. Kurz danach sind Sie wieder voll da, d.h. bewusst, ABER der im Bett liegende Körper ist nicht mehr zu spüren und die Dunkelheit ist verschwunden. Die kurze Übergangsphase genügte für eine Astralprojektion. Nun Sie sind mit intaktem Bewusstsein mitten in einer Traumwelt, und das kann irgendwo sein, z.B. in Ihrem Zimmer, in einem fremden Haus oder in einer bekannten oder in einer fremden Gegend.
Es kann auch sein, dass Sie entspannt im Bett liegend hypnagogische Bilder sehen und dann in der Lage sind, DIREKT IN DIE SZENERIE HINEINZUSPRINGEN. Auf diese Weise kommt es ebenfalls zu einer Astralprojektion. Es kann irgend ein Bild sein, in das Sie "einzutreten" können (versuchen Sie es): eine Strasse, ein Wald, ein Spiegel (through the looking glass), eine Wolke, eine Wasseroberfläche, ein Brunnen usw.
Mit fortgesetzter Vertiefung der Entspannung kommt es möglicherweise - wie bereits erwähnt - zu kinästhetischen Empfindungen: zum Prickeln der Haut, zu Kälteschauern, zu seltsamen Geräuschentwicklungen aller Art (Knalleffekte, Klingeln, Knacken, Kettenrasseln, Explosionen, Knarren, Gurgeln, Summen usw.), aber auch zu Vibrationen. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, denn diese Dinge sind völlig normal.
Mit zunehmender Erfahrung in bezug auf die eine Projektion begleitenden Nebeneffekte werden Sie einer Tages den günstigsten Moment für einen Austritt regelrecht erfühlen können und ganz genau wissen, dass Sie JETZT austreten können. Das fühlt sich an wie ein "Hinauswinden", ein "Hinausstossen" oder ein "Hinausfallen" - alles ist möglich. Tatsache ist, dass Sie AKTIV oder PASSIV austreten können Letzteres geschieht dadurch, dass Sie sich in die "Leere" fallen lassen, aber meistens wird wohl auch bei Ihnen der Austritt aktiv geschehen.
Die kinästhetischen Empfindungen sind DER Anhaltspunkt hinsichtlich einer bewusst durchgeführten Astralprojektion. Da der Ablöseprozess Nacht für Nacht spontan und unbewusst - der Mensch träumt immer - geschieht, ist der Versuch durchaus angebracht, die Einschlafphase mit intakter Bewusstheit zu durchlaufen und beim Übergang luzid zu bleiben.
5.2.3. Zusammenfassung
1. Sie legen sich bequem hin - mit der Absicht, eine Projektion durchzuführen.
2. Trotz zunehmender Entspannung bleiben Sie sich selbst bewusst.
3. Sie schauen in die Dunkelheit hinter den geschlossen Augenlidern und beobachten die hypnagogischen Bilder.
4. Sie achten bewusst auf die kinästhetische Empfindungen.
5. Folgendes kann geschehen:
A. Der Körper wird mit zunehmender Entspannung schwerer.
B. Es erscheinen hypnagogische Bilder.
C. Es treten kinästhetische Empfindungen auf, z.B.:
1. Prickeln und Kühle im Körper,
2. Gefühl des Rutschens, Fallens und Schwebens,
3. möglicherweise ein Blackout.
D. Sie können aktiv aus Ihrem Körper austreten.
Sie sollten darauf gefasst sein, dass es eine
Unmenge möglicher Übergangsformen vom inner- in den ausserkörperlichen
Zustand gibt. Es existieren KEINE festen Regeln, beinahe alles ist möglich.
Was ich hier beschrieben habe, das sind MEINE Tranceerfahrungen. Ihre eigenen
Erlebnisse sehen vielleicht völlig anders aus. Sie wissen nun, was Sie in
etwa erwarten dürfen, denn es ist zu vermuten, dass Sie bei einer
Astralprojektion Ähnliches erleben werden. Die Phase des Übergangs
wird auch Sie überraschen und zum Staunen bringen! Und es ist erst die Übergangsphase!
Aber es ist eben nicht dasselbe wie bei einem luziden Traum, bei dem dieses
Grenzgebiet und "Niemandsland" sozusagen übersprungen wird.
Wer den Übergang nur schon ein einziges Mal bewusst erlebt, wird fest davon überzeugt sein, "den physischen Körper" VERLASSEN zu haben, denn die Erfahrung wirkt absolut real.
Im nächsten Kapitel werde ich einige meiner Abenteuer im Grenzbereich "zwischen Wachen und Schlafen" beschreiben.
ENDE VON Datei 5
AP_05. TXT
FILE 5 of 15 - CompuServe Astral Projection Class by Don DeGracia, 1994
Astralprojektion Teil 6
Astral Projection Class on CompuServe by Don DeGracia.
Amerikanischen Texte: © 1994 Don DeGracia
Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Autors und der Übersetzer und Kommentatoren darf von diesem Material nichts veröffentlicht werden. - Don DeGracia hat sich freundlicherweise damit einverstanden erklärt, daß seine Texte übersetzt und kommentiert werden.
Konvertierung zu HTML Juni 1999
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©Werner Zurfluh