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Patienten mit chronischer Darmentzündung und Anämie können mit oralen Eisenpräparaten behandelt werden
Es gibt anekdotische Schilderungen, dass Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und einer Anämie Eisenpräparate nicht vertragen, wie Dr. de Silva vom Royal Londons Hospital an einem Vortrag ausführte. Er und seine Kollegen untersuchten nun diese Vermutungen in einer klinischen Studie. Sie verglichen die Wirkung von 200 mg Eisen 3 mal pro Tag während 4 Wochen hinsichtlich Verträglichkeit, Wirksamkeit und Einfluss auf die inflammatorische Aktivität. Dazu rekrutierten sie anämische Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie als Kontrolle eine Gruppe von Patienten mit Anämie anderer Genese.
Sie schlossen insgesamt 51 Patienten (16 Colitis ulcerosa, 20 Morbus Crohn, 15 Kontrolle) in die Studie ein. Alle Patienten fuhren ein Tagebuch und protokollierten Symptome anhand des Colitis Activity Index für Colitis ulcerosa, des Harvey-Bradshaw Index für Morbus Crohn und einem neutralen Symptomfragebogen für die Kontrollgruppe.
Insgesamt vertrug nur eine Minderheit in allen 3 Gruppen die Eisentherapie nicht (17% mit Colitis ulcerosa, 18% mit Morbus Crohn und 24% in der Kontrollgruppe). Die Unterschiede waren nicht signifikant. Die Autoren der Studie kommen damit zum Schluss, dass sich Patienten mit einer chronischen Darmentzündung und einer Anämie in der Eisenverträglichkeit nicht von den übrigen Patienten mit einer Anämie anderer Ursache unterscheiden.
Die Eisentherapie war bei den Patienten mit chronischer Darmentzündung wirksam. Der Hämoglobinwert stieg von 10.5 g/dl auf 11.7 g/dl, der Ferritinspiegel von 7.0 mg/l auf 20.7 mg/l. Wie erwartet war die Eisensubstitution auch bei der Kontrollgruppe mit Anämie anderer Genese wirksam. Die Therapie zeigte keinerlei nachteiligen Effekt auf die Krankheitsaktivität der Colitis ulcerosa oder des Morbus Crohn.
Dr. de Silva betonte, dass bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn eine Anämie ohne Bedenken mit oralen Eisenpräparaten therapiert werden kann.