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«Wenn die Radioinformation komplett in Bern bliebe, würde sie entwicklungstechnisch zunehmend isoliert» behauptet der 65-jährige Direktor der SRG Ruedi Matter. Damit verteidigt er – kurz vor seiner Pensionierung – die geplante Verlegung der Radiostudios Bern nach Zürich. Matter behauptet, es gehe um eine entwicklungstechnisch und journalistisch bessere Anbindung der heute noch in Bern beheimateten Info-Redaktion.
Eine Konzentration von Schweizer Radio und Fernsehen in Zürich jedoch widerspricht der sprachlichen und kulturellen Vielfalt der Schweiz. Die Konzentration in Zürich würde zu einer Schwächung Berns als Politzentrum der Schweiz führen. Die SRG riskiert, mit einer Konzentration im Leutschenbach die regionale Verankerung zu verlieren. Als Beispiele könnten unter anderem Beiträge von Schweiz aktuell sein, wenn zum Thema «Gemüsebauern» berichtet wird; von der Bauernschule St. Gallen und Bauernläden im sanktgallischen Gossau, Bernhardzell und Niederbüren und die übrige Schweiz scheinbar keine «Gemüsebauern» hat. Diesen «Einheitsbrei» braucht das Schweizer Radio nicht auch noch aus Zürich. Um von der Schweiz ein korrektes, multikulturelles Bild zu zeichnen, braucht es die verschiedenen Sichtweisen. Mit der Verlegung der Infostudios nach Zürich würde unweigerlich «der Blick auf die Schweiz durch die Zürcher Brille verstärkt».
«Die SRG riskiert, mit einer Konzentration im Leutschenbach die regionale Verankerung zu verlieren.»