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Ein Hauptmerkmal des Aufbaus einer Gesellschaft ist die Haushaltsstruktur, d.h. die Verteilung der Haushalte nach Typ, der durch die Beziehungen zwischen den Haushaltsmitgliedern definiert wird. Die Haushaltsstruktur widerspiegelt die Lebenszyklen der einzelnen Individuen, die wiederum von sozialen Normen geprägt sind, und bestimmt unter anderem, ob Dienstleistungen wie z.B. Kinderbetreuung und Pflege durch unbezahlte Arbeit erbracht werden oder ob eine Nachfrage nach Leistungen durch öffentliche oder private Dienste existiert. Weitere Bezugspunkte bestehen zwischen Haushaltsstruktur, Arbeitsmarkt und Einkommen (Zahl der Erwerbstätigen in einem Haushalt, Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Freizeit) sowie zwischen Haushaltsstruktur und Sozialkapital (soziales Netz innerhalb oder ausserhalb des Haushalts). Armutsgefährdung, materielle Entbehrung sowie die allgemeine Lebenszufriedenheit variieren je nach Haushaltstyp, in denen die einzelnen Individuen leben. Da ein Privathaushalt gemäss Definition einer Wohnung entspricht, entwickelt sich die Haushaltsstruktur parallel zum Gebäude- und Wohnungsbestand.
Methodologie
In der Schweiz ist die seit 2010 jährlich durchgeführte Strukturerhebung (Teil des neuen Volkszählungssystems) die Hauptquelle für statistische Daten zu den Haushalten. Vor 2010 konnten diesbezügliche Daten nur alle 10 Jahre anlässlich der Volkszählung umfassend erhoben werden. Bei der Strukturerhebung handelt es sich um eine Stichprobenerhebung. Daher enthalten die Ergebnisse Vertrauensintervalle, die den Präzisionsgrad anzeigen. Diese Vertrauensintervalle werden hier nicht verwendet.
Beim Übergang zum neuen Volkszählungssystem wurde einerseits die Definition der ständigen Wohnbevölkerung leicht verändert und andererseits die Haushaltstypologie an die sozialen Veränderungen und die internationalen Standards angepasst. Trotz des Bruchs in der Reihe können grobe Vergleiche vorgenommen werden.
Definitionen
Definition des Indikators
Die Haushaltsstatistik ist ein Teil der öffentlichen Statistik, bei der der Haushalt die Erhebungseinheit ist. Gliederungskriterien sind z.B. die Zahl der Personen oder die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Haushaltsmitglieder und führen zu einer Klassifikation der Haushalte nach Haushaltstyp. Unter dem Oberbegriff «Privathaushalt» werden alle Wohn- und Lebensformen des privaten Lebens zusammengefasst. Ein Privathaushalt ist immer identisch mit einer Wohnung, in der eine Person alleine lebt bzw. die von einer Gruppe von Personen geteilt wird. Privathaushalte werden unterteilt in Familienhaushalte und Nichtfamilienhaushalte (dazu zählen z.B. auch Einpersonenhaushalte). Erstere umfassen immer mindestens einen Familienkern, der entweder aus einem Paar mit Kind(ern) oder ohne Kind(er) oder einem Elternteil mit mindestens einem Kind besteht. In allen Familienhaushalten können auch weitere, nicht zum Familienkern gehörende, Personen wohnen. Paarhaushalte können je nach Zivilstand, Geschlecht und Alter der darin lebenden Personen in weitere Untergruppen differenziert werden.
Publikationen
Links