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unermüdliche Tätigkeit dem Hilfskomitee Gaben im Werte von 205000 Franken zuflossen.
Für den Botaniker bildet Château d'Oex den Mittelpunkt einer Reihe von interessanten Exkursionen. Das tief eingeschnittene
Saanethal erfreut sich dank seiner OW.-Orientierung und des ihm von den begleitenden Bergketten gewährten Windschutzes eines
milderen Klimas, als das der Mehrzahl der übrigen in gleicher
Höhe gelegenen Standorte ist. Man findet
daher hier in der Umgebung von Château d'Oex in nahe an 1000 m Meereshöhe eine ganze Anzahl von südlichen Pflanzenarten:
Clematis alpina, Cytisus alpinus, Peucedanum austriacum, Juniperus Sabina, Acer italum etc. In der Nachbarschaft
(Cray, Les
Vanils,
Corjon,
Gummfluh) reiche alpine Flora.
Alpenrose, Edelweiss und Alpendistel werden von den hier zur
Kur weilenden Fremden mit Vorliebe gesammelt. Wahre Blumengärten sind die Alpweiden am
Lac Lioson, an der Kette von
Chaussy,
von
La Pierreuse, die im Uebrigen auch ihrer prachtvollen Aussicht wegen häufig besucht werden. An der
Pierreuse finden sich
der seltene und schöne Alpenmohn und Pedicularis versicolor.
In geologischer Hinsicht bildet das Thal von Château d'Oex eine doppelte Flyschmulde (eocäne Schiefer, Sandsteine und Konglomerate),
die stark mit Moränen und Alluvionen überführt ist. Eingesenkt ist die Mulde zwischen die jurassische Kette des
Vanil Noir
im N. und die Kette der
Gastlose (Leitmaire und
Rochers de la
Braye) im SO. mit ihren durch die verschiedene
Faciesausbildung ihrer Gesteine bedingten Gegensätzen. (Vergl. den Art.
Präalpen). Letztere ist bemerkenswert durch eine
bis zu den
Rochers de la
Braye reichende verwickelte Ueberschiebung, während die des
Vanil Noir in sehr regelmässige Falten
gelegt erscheint.
Heimat einiger allgemein bekannter Männer,
wie des Architekten Perronnet, des Botanikers Favrod, des
zur Zeit der französischen Revolution eine
Rolle spielenden Ramel, des Gouverneurs von Transsilvanien Geneyne und der Bankiers
Gebrüder Henchoz, der
Gründer des Institut Henchoz. (Vergl. Château d'Oex et lePays d'Enhautvaudois; notice historique
et description, publiée par le club de Rubly. 1882.)
Schönes Landhaus, ehemals Sommeraufenthalt des Jesuitenpensionnates in Freiburg.
Hier fanden zu Ende des 18. Jahrhunderts
mehrere französische Emigranten vor den Verfolgungen der Revolution ein schützendes Asyl.
Neuf(Kt. Wallis,
Bez. u. Gem. Sitten).
500 m.
Weiler, mit um den O.-Sporn der ö. von der
Morge in die Rhoneebene heraustretenden
rebenbepflanzten Hügelkette zerstreut gelegenen
Häusern, zwischen Strasse und Eisenbahn und 3,3 km w.
Sitten. 9
Häuser, 58 kathol. Ew.
ersterer umfasst ausserdem noch Prénoux,
Chiètres,
Les Monts
und
Sous Vent. Unmittelbar am NW.-Fuss der von der
Croix de Javernaz herabsteigenden Wildbachschluchten
gelegen, an der Strasse
Bex-Lavey le Village, 2 km von
Lavey und 2,2 km sö.
Bex. 70
Häuser, 448 reform. Ew. Nach der Ueberlieferung
sollen hier die Burgunder unter Theutfried 574 einen grossen
Sieg über die Lombardenhorden erfochten haben;
wenigstens
hat man im benachbarten kleinen
See von
Luissel 1791 alte Waffen aufgefunden.
Neocom und Flysch. Auf der
Höhe nw. über dem
Dorf Ruine der
alten BurgDuin, deren einzig noch stehender
Turm zu einer Aussichtswarte eingerichtet worden ist.
Saint Denis, deutsch
Kastels Sankt Dionys (Kt. Freiburg,
Bez. Veveyse).
822 m. Gem., Pfarrstädtchen und Hauptort des Bezirkes La
Veveyse, 20 km
ö.
Lausanne. In vorzüglich schöner Lage am rechten Ufer der
Veveyse und am Fuss der letzten Ausläufer des
Moléson; auf
fossilführender miocäner Nagelfluh, amRande der Kalkketten der n. Voralpenzone. Oestl. davon drei Malmgewölbe
mit zwischengelagerten Neocommulden. Bei Plagnière, am Ufer der
Veveyse, Ausbeute von hydraulischem Kalk mit Fossilien der
Argovien-Stufe. Etwas weiter, in den sogen.
Crases de là
Veveyse, reiche Fundstelle von Fossilien (Cephalopoden) im Neocom.
Von der Terrasse der Kirche und des Bezirksgebäudes wahrhaft glänzende Aussicht auf die Savoyer und
WalliserAlpen, die
Berge des Greierzerlandes und die ganz nahe
¶
Käsefabrikation und -handel; bedeutende Kalk- und Cementgruben im obern Oxford. Neocomfossilien; miocäne Nagelfluh an der
Basis der dem Tertiär aufliegenden Flysch-, Kreide- und Jurafalten der Kette Niremont-Plëiades. Zahlreiche Sägen und Werkstätten
verarbeiten das Holz aus den grossen Waldungen der Umgebung; die Strohflechterei bildet die Abendbeschäftigung
der Mehrzahl der Familien. Neun Jahrmärkte, von auswärtigen Händlern des zum Verkaufe gelangenden gesunden und kräftigen
Grossviehs wegen stark besucht. Brüche auf schönen Marmor bei La Riondonnaire; an den Ufern der Veveyse leicht auszubeutender
Tuffstein. An der Veveyse Elektrizitätswerk, das sowohl der lokalen Bahn als einem ganzen Netz von elektrischen
Bahnen auf Waadtländer und Freiburger Gebiet Kraft und Licht liefert.
In der schönen Jahreszeit wird Châtel Saint Denis von Fremden stark besucht, die hier ein sehr gesundes Klima, landschaftlichen
Reiz, sehr gut geführte Gasthöfe und zahlreiche interessante Ausflugsziele finden. Kaltwasserheilanstalt nach
Kneipp'schem System. Die Bewohner sind einfach und gastfreundlich. Standort für die Besteigung des Moléson, der Dent de Lys,
Corbettes und des Niremont. Mehrere gemeinnützige Anstalten und Vereinigungen: Gemeindespital, Bruderschaft vom h. Geist, Frauenarmenverein,
unentgeltliche Volksküche.
Sekundarschule, Lateinschule (1803 vom Pfarrer Déglise gegründet), Haushaltungsschule, 8 Primarschulen und ein Altersasyl.
Das schönste Gebäude in Châtel ist die dem h. Dionys geweihte Pfarrkirche (Saint Denis), in gotischem
Stil weit und gross, dreischiffig; fasst mit Leichtigkeit 2000 Personen. Dieses am geweihte Gotteshaus macht der
Gemeinde alle Ehre. Früher stand die Pfarrkirche in VieuxChâtel, s. von Fruence, bis zu Ende des 13. Jahrhunderts
der Sitz der Kirchgemeinde in das Städtchen verlegt wurde.
Ueber die damals errichtete erste Kirche, die sehr einfach gewesen sein muss, besitzt man keine genaueren Nachrichten; ein
neues Gotteshaus wurde durch den Monsignore von Wattenwil am geweiht. Schon 150 Jahre später genügte auch dieser
Bau nicht mehr; 1787 weihte man zum dritten Male eine neue Kirche, die wiederum der jetzigen hat weichen
müssen. Die Kirchgemeinde besitzt ferner noch die Kapellen von SaintRoch und SaintGrat (n. vor Châtel), sowie das auf einem
Felskopf über dem Dorf Fruence stehende reizende kleine Heiligtum der Kapelle von Notre Dame du Scé (1867
geweiht) mit prachtvollen Fresken. Von der Terrasse dieses stark besuchten Wallfahrtsortes herrliche Aussicht auf Alpen, Jura
und Mittelland.
Zu Beginn des Mittelalters war die ganze Gegend unter dem Namen des Thales von Fruence bekannt und stand unter der Herrschaft
des unabhängigen Edelgeschlechtes gleichen Namens, das aber 1244 die Oberherrschaft Savoyens anerkennen
musste und bald derart sank, dass es sein Eigentum 1296 an den Grafen Amadeus V. von Savoyen zu verkaufen sich gezwungen sah.
Dieser errichtete eine neue Burg und legte eine neue, mit grossen Freiheiten ausgestattete Siedelung an. Das s. davon auf
einem Felssporn zwischen den beiden Armen der Veveyse stehende VieuxChâtel verödete, seine Bewohner siedelten
sich in der neuentstehenden Stadt an (1297-1305). Später kam die Herrschaft als Lehen an verschiedene Vasallengeschlechter,
wie die Challant, Bonivard, Greierz, Menthon, Musy, Castella.
Die nach der Eroberung der Waadt
1536 Eigentümerin von Châtel gewordene Stadt Freiburg kaufte 1574 alle an
diese Landschaft gemachten Hoheitsansprüche zurück und setzte ihr einen Landvogt vor. Die Umwälzung von 1798 beseitigte
diese Vorherrschaft der Stadt, und seit 1803 bildet das Gebiet von Châtel Saint Denis einen eigenen Bezirk. Heimat des 1693 in
Hinterindien für seinen Glauben gestorbenen Paters Jean Genoud;