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Golubic nach fast perfektem Match im Wimbledon-Viertelfinal
Viktorija Golubic sorgt weiterhin für Furore. Mit einem 7:6, 6:3-Sieg gegen Madison Keys zieht die 28-jährige Zürcherin erstmals an einem Grand-Slam-Turnier in den Viertelfinal ein.
Der Freudentanz von Golubic sagt alles aus, ihr Jauchzer ist wohl noch im Zentrum von London zu hören. Dann kniet sie nieder und küsst das Gras. Der schmucke Court 18, einer der mittelgrossen Plätze, war schon Schauplatz einiger Dramen in Wimbledon. Golubic schreibt am Montag kein Drama, aber ein kleines Märchen.
Nur neun unerzwungene Fehler
In ihrem ersten Grand-Slam-Achtelfinal überhaupt trat die Zürcherin auf wie eine Grosse. Sie fand gegen die auf Rasen favorisierte, als Nummer 23 gesetzte Keys die perfekte Taktik - und setzte sie fast perfekt um. Bei windigen und kühlen Bedingungen liess sich Golubic nie zu sehr in die Defensive drängen, variierte hervorragend und verleitete die US-Open-Finalistin von 2017 so zu vielen Fehlern. Mit 28 Winnern und nur neun unerzwungenen Fehlern agierte sie selber nahe an der Perfektion.
Zudem behielt die Schweizerin in den entscheidenden Momenten die Nerven. Nach einem glänzenden Start und einer 5:2-Führung musste sie die Amerikanerin wieder herankommen lassen, dennoch entschied sie den ersten Satz mit einem starken Tiebreak für sich. Im zweiten Durchgang verpasste sie drei Chancen auf das 5:1, als sie aber zum Match aufschlug, tat sie dies sehr souverän.
Golubic ist erst die sechste Schweizer Frau nach Manuela Maleeva-Fragnière, Martina Hingis, Patty Schnyder, Belinda Bencic und Timea Bacsinszky, die bei einem der vier Major-Turniere mindestens die Viertelfinals erreicht. «Das bedeutet mir mega viel», sprudelte es richtiggehend aus der in Zürich geborenen Tochter eines Kroaten und einer Serbin heraus. «Top 8 in Wimbledon ist unglaublich. Ich freue mich während jeder Minute, die ich auch dem Platz stehe.» Von ihren Vorgängerinnen hat übrigens jede mindestens einmal auch einen Halbfinal erreicht, jedoch nur Bacsinszky gleich im ersten Anlauf.
Viertelfinal bereits am Dienstag
Für Golubic geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Bereits am Dienstag (14.00 Uhr Schweizer Zeit) trifft die aktuelle Nummer 66 der Welt, die erstmals in die Top 50 vorstossen wird, im Viertelfinal auf die grossgewachsene Tschechin Karolina Pliskova. Die ehemalige Weltranglistenerste ist eine ähnliche Spielerin wie Keys. Dazu hat die Schweizerin die bisher einzige Begegnung vor fünf Jahren im Fedcup-Halbfinal in drei Sätzen gewonnen.
«Ich muss versuchen, sie zum Laufen zu bringen», weiss Golubic. Wenn ihr nochmals ein fast perfekter Match gelingt, ist eine weitere Überraschung möglich.