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Elena Bashkirova, Michael Barenboim, Julian Steckel © Dan Porges
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Elena Bashkirova, Michael Barenboim, Julian Steckel © Dan Porges
Elena Bashkirova © Monika Rittershaus
26.
Aug
Samstag
16.00
Kammermusik
Elena Bashkirova | Michael Barenboim | Julian Steckel
Johannes Brahms war ein verschwiegener Mensch, der sich im Gespräch nur selten darüber verbreitete, wonach er sich sehnte oder worunter er litt. Seine Musik aber lässt oft tief blicken. Zum Beispiel das Erste Klaviertrio, das Brahms 1854 abschloss, als er sich rückhaltlos in Clara Schumann verliebt hatte: Eine leidenschaftliche Erregtheit prägte denn auch die Urfassung, die Brahms im Finale überdies mit einer Art Widmung versah, als er die Zeile «Nimm sie hin denn, diese Lieder» aus Beethovens Liedzyklus An die ferne Geliebte zitierte. 35 Jahre später war Brahms so viel Offenherzigkeit jedoch unangenehm, und er unterzog seinen jugendlichen Geniestreich einer grundlegenden Überarbeitung: «Dem Wildling zwar keine Perücke aufsetzen, ihm aber ein wenig die Haare kämmen», lautete die Devise. Elena Bashkirova, als Gründerin und Leiterin des Jerusalem International Chamber Music Festival eine Expertin für die Kammermusik, folgt mit ihrem Sohn Michael Barenboim und mit dem Cellisten Julian Steckel Brahms’ Lebenswegen: mit einer Aufführung aller drei Klaviertrios.
Elena Bashkirova © Monika Rittershaus
Elena Bashkirova
Die russische Pianistin Elena Bashkirova wurde 1958 in Moskau geboren und in der Meisterklasse ihres Vaters, des berühmten Pianisten und Pädagogen Dmitri Bashkirov, am Tschaikowsky-Konservatorium ausgebildet. 1978 reiste sie aus der Sowjetunion aus und liess sich in Paris nieder. Als Solistin wurde sie bald zu so bedeutenden Orchestern wie dem Chicago und dem Houston Symphony, dem Israel Philharmonic, dem Orchestre de Paris, dem Hallé Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und den Bamberger Symphonikern eingeladen. Dabei arbeitete sie mit Pierre Boulez, Sergiu Celibidache, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Zubin Mehta und Andris Nelsons zusammen; heute zählen Dirigenten wie Semyon Bychkov, Lawrence Foster, Karl-Heinz Steffens oder Ivor Bolton zu ihren bevorzugten Partnern am Pult. Vor allem aber ist Elena Bashkirova eine passionierte Kammermusikerin, die 1998 das Jerusalem Chamber Music Festival ins Leben rief, wo sie seither alljährlich mit prominenten Kollegen ein vielfältiges Repertoire zur Aufführung bringt; seit 2012 findet jeweils im April ein »Schwesterfestival« im Jüdischen Museum Berlin statt. Mit ihren verschiedenen Ensembles gastierte Elena Bashkirova in Paris, London, Salzburg, Wien, Lissabon, Budapest und Buenos Aires, aber auch bei vielen anderen Festivals, so beim Bonner Beethovenfest, in Verbier, beim rumänischen Enescu Festival, beim Rheingau Musik Festival und beim Klavier-Festival Ruhr. Als Liedpianistin konzertierte sie mit Stella Doufexis, Dietrich Henschel, Anna Netrebko, Thomas Quasthoff und Roman Trekel. Ihr Repertoire erstreckt sich von der Klassik bis zur Moderne und zu Uraufführungen neuer Werke. Auf CD veröffentlichte sie zuletzt, im November 2015, Tschaikowskys Jahreszeiten und sein Kinderalbum.
Elena Bashkirova debutierte bei LUCERNE FESTIVAL am 19. August 2001 mit dem Klarinettisten Pascal Moragues und dem Cellisten Boris Pergamenschikow.
April 2017
Michael Barenboim © Janine Escher
Michael Barenboim
Der Geiger Michael Barenboim, der 1985 als Sohn von Elena Bashkirova und Daniel Barenboim in Paris geboren wurde, begann als Vierjähriger mit dem Klavierspiel. Nachdem die Familie 1992 nach Berlin umgezogen war, wechselte er zur Violine: Seine Lehrer waren Abraham Jaffe und Axel Wilczok, der ihn auch an der Rostocker Musikhochschule unterrichtete. Ausserdem studierte Barenboim einige Semester Philosophie an der Pariser Sorbonne. Als Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestra begann er seine Karriere, doch längst ist Michael Barenboim auch als gefragter Solist regelmässig bei grossen Orchestern zu Gast. Mit den Wiener Philharmonikern und dem Chicago Symphony Orchestra brachte er Schönbergs Violinkonzert zu Gehör. Er konzertierte mit den Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Israel Philharmonic, dem Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala. 2016 debutierte er beim Orchestra dell’Accademia di Santa Cecilia unter Sir Antonio Pappano und beim Kölner Gürzenich-Orchester mit François-Xavier Roth. Viele Jahre hat Michael Barenboim mit Pierre Boulez zusammengearbeitet; zum 90. Geburtstag des französischen Komponisten im Jahr 2015 führte er mehrere seiner Stücke in Berlin, London, Paris und bei den Salzburger Festspielen auf. Und auch seine erste CD, die im Januar 2017 erschien, enthält neben Solowerken von Bach und Bartók die Anthèmes I und II von Boulez. Ein wichtiger Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit ist die Kammermusik. Michael Barenboim ist Mitbegründer des Erlenbusch Quartetts und musiziert auch mit den Geigern Nikolaj Znaider und Guy Braunstein, der Bratischistin Nobuko Imai, den Cellisten Frans Helmerson und Alisa Weilerstein sowie seinen Eltern am Klavier. Er lehrt an der neugegründeten Barenboim-Said Akademie in Berlin.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 1. September 2011 mit Werken für Violine solo von Bach und Boulez.
April 2017
Julian Steckel © Giorgia Bertazzi
Julian Steckel
Der Cellist Julian Steckel wurde 1982 als Sohn einer Musikerfamilie in Pirmasens geboren. Seinen ersten Cellounterricht erhielt er im Alter von fünf Jahren bei Ulrich Voss; später studierte er bei Gustav Rivinius an der Musikhochschule in Saarbrücken, bei Boris Pergamenschikow und Antje Weithaas in Berlin sowie bei Heinrich Schiff an der Musikuniversität Wien. Zahlreiche Auszeichnungen standen am Beginn seiner Karriere, doch war es vor allem sein Sieg beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München, der ihn 2010 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte. Julian Steckel konzertierte daraufhin mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestre de Paris, dem Royal Philharmonic Orchestra in London, dem Helsinki Philharmonic, den St. Petersburger Philharmonikern und den Münchner Philharmonikern. Zu seinen Partnern am Dirigentenpult gehören Sir Roger Norrington, Valery Gergiev, Gustavo Gimeno, Christopher Hogwood, Andrew Litton und Michael Sanderling. In der Saison 2016/17 debutierte er beim Rotterdam Philharmonic Orchestra, beim Leipziger Gewandhausorchester und beim Philharmonischen Staatsorchester Hamburg; als «artist-in-residence» gestaltete er eine Reihe von Konzerten bei den Heidelberger Philharmonikern. Nicht zuletzt ist Julian Steckel ein passionierter Kammermusiker und gastiert regelmässig bei den Festivals von Schleswig-Holstein, Rheingau und Schwetzingen, bei den «Spannungen» in Heimbach und beim Jerusalem Chamber Music Festival. Mit seinem ständigen Duopartner Paul Rivinius hat er u. a. das Cellowerk Felix Mendelssohns sowie Sonaten von Rachmaninow, Prokofjew, Debussy, Saint-Saëns, Franck und Poulenc eingespielt. Seine jüngste CD, die 2016 erschien, ist Cellokonzerten von Carl Philipp Emanuel Bach gewidmet. Seit 2011 lehrt Julian Steckel als Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 11. September 2012 mit Werken von Beethoven, Mendelssohn und Saint-Saëns.
April 2017