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Im heutigen Post präsentieren wir die Tweetclouds der Fraktionen aus dem politischen Spektrum Mitte-Rechts. Hierbei muss gleich vorneweg bemerkt werden, dass bei diesen Fraktionen deutlich weniger Tweets und Parlamentarierinnen und Parlamentarier involviert sind als bei Mitte-Links. So stellt zum Beispiel die Fraktion der SVP mit 64 Mitteilungen die grösste Anzahl Tweets. Am unteren Ende der Skala bewegt sich die GLP mit drei Twitter-UserInnen und acht Tweets.
Den Post zu den Tweetclouds der Parteien von Mitte bis Links können Sie hier nochmals nachlesen. Angaben zur Methodik für die Erstellung der Tweetclouds finden Sie hier. Aber nun zu den Tweetclouds der Fraktionen der Grünliberalen, FDP, BDP und SVP. Erst mal eine kurze Übersicht über die Anzahl Tweets der vier Mitte-Rechts-Fraktionen über die drei Sessionswochen:
SVP-Fraktion: 62 Tweets von 4 Personen
FDP-Fraktion: 37 Tweets von 6 Personen
BDP-Fraktion: 30 Tweets von 2 Personen
Grünliberale-Fraktion: 8 Tweets von 3 Personen
Grünliberale: Personenname im Mittelpunkt
Die Basis der GLP-Tweetcloud besteht wie schon oben erwähnt aus lediglich acht Tweets, die auf drei Personen aufgeteilt sind. Aufgrund der kleinen Menge kommt es vor, dass in der Tweetcloud die grössten Begriffe lediglich zwei Mal vorkommen.
Im Fall der GLP sind dies Namen: Isabelle Chevalley. Chevalley hat mit zwei identischen Tweets ihren Blogpost auf ihrer eigenen Website beworben:
Zur Vollständigkeit: Im Blogpost Chevalleys wird kein sessionsbezogenes Thema angesprochen. Das waren übrigens die einzigen zwei Tweets von Isabelle Chevalley während der Sessionszeit.
Alle anderen Begriffe in der Tweetcloud kamen im Ganzen nur einmal vor.
Die Begriffe Atem und Aarena (sic!) gehen auf Nationalrat Beat Flach zurück: Er schrieb in einem seiner Tweets, dass er nach Ende der Session wenigsten noch tief Luft holen wolle, bevor er zur TV-Sendung Arena im SRF gehen werde:
FDP: Die Frauenquote in Bern
Auf den ersten Blick fallen die Wörter Frauen, Quoten und in Kombination auch Frauenquote auf. Alle Einträge zu diesen Thema gehen auf das Konto der Nationalrätin Christa Markwalder, die in einem lebhaften Diskurs die Entscheidung des Berner Stadtparlamentes zu Gunsten von Frauenquoten in städtischen Betrieben verteidigte.
Auffällig ist auch das Wort Luftschloss: Dieses zwei Mal registrierte Wort kam beide Male von Christian Wasserfallen, der die Energiestrategie des Bundesrates als ein solches bezeichnete. Bei näherem Hinsehen entdeckt man auch die Buchstaben cn. Dabei handelt es sich um einen Hashtag (#cn), mit dem Hugues Hiltpold in dieser Session die Tweets aus dem Nationalrat (conseil national) markierte. Dieser Hashtag hat sich bei seinen Kolleginnen und Kollegen aber nicht durchgesetzt.
Obwohl die Stadt Bern in grossem Format in der Wolke zu finden ist und man annehmen könnte, dass sie im Zusammenhang mit der Diskussion um die Frauenquote da steht, lässt sich kein einheitliches Thema für die dreimalige Nennung durch drei unterschiedliche Personen feststellen.
BDP: Insieme und schwedische Kampfflugzeuge
Als erster Punkt sollte hier festgehalten werden, dass lediglich zwei Exponenten dieser Fraktion während der Session getwittert haben und folglich im Sample enthalten sind. Die Herren Landolt und Gu brachten es zusammen aber immerhin auf 30 Tweets. Trotzdem darf hier die Aussagekraft als relativ begrenzt bezeichnet werden.
Prominent findet das schwedische Kampfflugzeug Gripen als umstrittenes Thema Eingang in die Tweetcloud der BDP. Nationalrat Martin Landolt steht dem Kauf des Gripen gelinde gesagt kritisch gegenüber:
Der Ausdruck Schrecken (Häufigkeit 2) kommt zu Stande durch das bekannte Sprichwort „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Benutzt hat es ebenfalls Martin Landolt. Er bezieht sich damit aber nicht etwa auch auf den Gripen sondern auf das grandios gescheiterte Informatik-Grossprojekt „Insieme“, welches sein Ende gefunden hat. Der Bundesrat hat das Projekt der der Eidgenössischen Steuerverwaltung eingestellt.
SVP: Ein Referendum, das keines war
Obwohl die SVP in beiden Kammern die grösste Fraktion stellt, waren lediglich vier Exponenten an der Tweetcloud beteiligt. Zieht man den durch die Vorgänge bis und um seine Entlassung wohl absorbierten Christoph Mörgeli als Beitragenden mit nur einem Tweet (ausserdem nicht sessionsrelevant) ab, so bleiben nur noch drei twitternde Exponenten. Diese kamen zusammen auf 62 Tweets.
Auffallend an der Tweetcloud sind die zahlreichen italienischsprachigen Wörter. Das liegt an der regen Teilnahme von zwei Parlamentsmitgliedern aus dem Tessin: Roberta Pantani und Lorenzo Quadri gehören eigentlich parteipolitisch der Lega dei Ticinesi an, sind aber der SVP-Fraktion angeschlossen.
Steuerabkommen wurde im Ganzen drei Mal genannt. Zu diesem Zeitpunkt war Lukas Reimann noch überzeugt, dass das Referendum gegen die Steuerabkommen zu Stande kommen wird – es kam dann ja alles anders:
Gleich unterhalb von Steuerabkommen findet sich etwa in gleicher Grösse der Ausdruck Transparenz. Dieser Eintrag geht ebenfalls auf Lukas Reimann zurück, der sich über den selektiven Umgang der ParlamentarierInnen mit dem Transparenzgedanken mokiert. Am Ende der Abstimmung hat sich der Nationalrat dafür entschieden, mehr Transparenz bei Abstimmungen im Ständerat (mittels elektronischer Abstimmung) zu schaffen.