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Wie erwartet setzte sich in der Berichtswoche die Konsolidierung an den Aktienmärkten fort. Während die Technologie-
30.10.2020
30.10.2020
23.10.2020
08.10.2020
07.10.2020
Wie erwartet setzte sich in der Berichtswoche die Konsolidierung an den Aktienmärkten fort. Während die Technologie-
Aktien an der Nasdaq knapp 1% verloren, legten die breiter zusammengesetzten Aktienindizes in Japan und Europa rund 1% zu. Da Technologie- resp. Wachstums-Aktien (Growth) im Vergleich zu Substanz-Aktien (Value) rekordhoch bewertet sind, dürfte die bereits angelaufene Rotation der Anleger aus hoch bewerteten Growth- in moderat bewertete Value-Aktien fortschreiten.
In der historischen Betrachtung seit 1980 erzielte Value gegenüber Growth langfristig deutlich höhere Erträge, indes unterbrochen von längeren Phasen massiver Outperformance von Growth wie zum Beispiel 1999/2000 („Internet-Bubble“) oder vor und während der Finanzkrise 2007/2008. Die jüngste, Ende 2018 einsetzende Growth-Hausse sprengt allerdings jeden Vergleich, da die Überschussrendite in diesem kurzen Zeitraum über 50% erreichte.
In Japan erstarkten der handelsgewichtete JPY und der Aktienmarkt (Nikkei), nachdem die Liberaldemokratische Partei (LDP) mit grossem Mehr Yoshihide Suga zum Nachfolger ihres bisherigen Parteivorsitzenden, Premierminister Shinzo Abe gewählt hat. Aufgrund der LDP-Mehrheit im Parlament ersetzt Suga nun auch Abe als Regierungschef. Die Märkte rechnen offensichtlich damit, dass Suga den wirtschaftspolitischen Kurs von Abe weiterführen wird.
Auf den Rohstoffmärkten notiert der Ölpreis seit Monaten bei niedrigen USD 40 je Barrel. Wenig hilfreich war zuletzt die Aussage der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC), dass bis Ende 2021 ein stärkerer Rückgang der weltweiten Ölnachfrage erwartet wird als bisher angenommen. Kurzfristig könnte dem Ölpreis der Hurrikan „Sally“ helfen, der an der US-Golfküste ankam und die Evakuierung einiger Offshore-Bohranlagen auslöste. Dabei waren zeitweise bis zu 30% der Offshore-Produktion stillgelegt. Ein unerwarteter Rückgang der amerikanischen Lagerbestände leistete ebenfalls einen negativen Beitrag.
Die amerikanische Notenbank (FED) beliess an ihrer jüngsten Sitzung ihre Geldpolitik unverändert. Das FED wird den Leitzins solange bei nahe 0% belassen, bis die Inflationsrate auf 2% angestiegen ist und danach für längere Zeit moderat über 2% verharrt. Da das FED gleichzeitig ihre Anleihekäufe fortführt, wird die Zinskurve längerfristig auf dem zurzeit historisch einmalig tiefen Niveau - zwischen 0% für Geldmarktanlagen und 0.6% für 10-jährige Staatsanleihen - fest verankert. Aufgrund der hohen Korrelation werden folglich auch die europäischen und japanischen Zinsen tief oder negativ bleiben.
Von dieser Ausgangslage profitieren mittelfristig sämtliche risikotragenden Anlageklassen, insbesondere aber Aktien- und Immobilienanlagen. Aufgrund der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen, des historisch schwachen Börsenmonats Oktober - vor allem in Wahljahren - und der mittlerweile hohen Bewertung der meisten Aktienmärkte haben wir die Aktienquote reduziert und die Allokation in Nasdaq-Titeln abgebaut.
Obligationen: untergewichten; mittlere Laufzeiten bevorzugen, Unternehmensanleihen übergewichten
Aktien: neutral gewichten; Schweiz, USA, Japan und Schwellenländer neutral gewichten, Europa untergewichten
Währungen: USD/CHF absichern; EUR/CHF und JPY/CHF teilweise absichern
Rohstoffe: neutral
Edelmetalle: Gold neutral
Immobilien: übergewichten (Anlagestiftungen, geschlossene Immobilienfonds)
Transaktionen: Aktien: Abbau Nasdaq ETF (EQQQ); Obligationen: -
Themen: IT/Software, (Digital) Healthcare, Pharma, Biotech
Matthias Wirz, 18. September 2020