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Erbrechen
Erbrechen kann ein Symptom für verschiedenste Krankheiten sein. Meist ist es nur eine kleine Magenverstimmung, weil Ungewohntes oder zuviel gegessen wurde.
Manchmal steckt eine Infektion (Magen-Darm-Grippe) dahinter, z.B. mit Rotaviren oder Noroviren. Auch bei Keuchhusten kommt es häufig zu Erbrechen im Anschluss an die Hustenattacken. Aber auch ernste Störungen können die Ursache sein, wie eine Mittelohrentzündung, Harnwegsinfekte, Streptokokken-Angina, Blinddarmentzündung, Darmeinstülpung bis hin zu einer Hirnhautentzündung oder einem Hirntumor.
Erbrechen, vor allem wenn es zusammen mit Durchfall auftritt, kann zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen, wenn das Kind zuwenig Flüssigkeit aufnimmt und sein Salz- und Wasserhaushalt durcheinander gerät. Kleinkinder steigern sich manchmal im Verlauf eines fieberhaften Infektes in unstillbares (azetonämisches) Erbrechen, das oft mit einer Dauertropfinfusion behandelt werden muss.
Was tun bei Erbrechen?
Kindern mit Erbrechen sollte man immer wieder in kleinen Portionen eine Elektrolytlösung (aus der Apotheke) mit Traubenzucker anbieten. Ideal und schnell zur Hand ist aber auch mit Traubenzucker gesüsster Schwarztee mit einer Prise Salz (1/2 TL auf 1/2 l Tee), evtl. mit Orangensaft verfeinert. Die bewährte "Drittellösung" besteht aus 1/3 stillem Mineralwasser, 1/3 dünnem Schwarztee und 1/3 Orangensaft, dazu 1 EL Traubenzucker und eine Prise Salz. Lassen Sie die feste Nahrung ganz weg und kontrollieren Sie, ob Ihr Kind noch mindestens viermal pro Tag uriniert.
Wann sollte man einen Arzt informieren?
Wenn Ihr Kind sich wiederholt übergibt oder wenn es über einen Zeitraum von sechs Stunden sämtliche Nahrung, die es zu sich genommen hatte, immer wieder erbricht, sollten Sie sich an einen Arzt, eine Ärztin wenden. Das sollten Sie auch tun, wenn Ihr Kind Fieber (Temperatur über 38.5°C) hat und über Ohrenschmerzen klagt, bei gleichzeitig grünlichem, wässrigem oder blutugem Durchfall.
Medikamente gegen Erbrechen?
Medikamente nutzen meist wenig. Anti-Brechmittel (Antiemetika) sollten bei Kleinkindern grundsätzlich nicht gegeben werden. Antibiotika sind in der Regel sinnlos. Einzig gegen ein fiebersenkendes Arzneimittel ist nichts einzuwenden, zumal die Kinder dann besser trinken und essen.
Wissen
Newsticker
Ingwer reduziert Erbrechen | 25.06.2018
Ingwer kann bekanntermassen Symptome der Reisekrankheit lindern und hilft auch bei Schwangerschaftsübelkeit. Seine magenberuhigende Wirkung haben italienische Forscher nun bei Kindern mit Magen-Darm-Infekt (akute Gastroenteritis) untersucht - mit positivem Ergebnis. Ingwer hat in einer Studie an 141 Kindern zwischen einem und zehn Jahren sowohl die Dauer als auch die Schwere des Erbrechens um 20 Prozent verringert. Auf die Dauer von Durchfällen hatte Ingwer dagegen keinen Einfluss. Eine akute Gastroenteritis ist die häufigste Ursache für Erbrechen und Durchfall bei Kindern und in Europa einer der Hauptgründe, warum Kinder in die Arztpraxis oder ins Krankenhaus kommen. Es ist davon auszugehen, dass alle Kinder innerhalb der ersten drei Lebensjahre irgendwann davon betroffen sind.
Letzte Aktualisierung : 15-01-20, BH