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Beim Visualisieren stellt sich die Athletin eine Situation oder Bewegung vor und simuliert mental ein reales Ereignis. Es ist, als ob ein Film im Kopf abläuft, den sie selbst bewusst lenken und steuern kann.
Das Visualisieren zählt zu den am häufigsten angewendeten Techniken des psychologischen Trainings. Viele Sportlerinnen und Sportler setzen diese Technik ein, ohne sie je bewusst gelernt zu haben oder zu wissen, wie sie genau funktioniert. Mit Hilfe des Visualisierens kann eine Sportlerin lernen, sich klare Vorstellungen bewusst vor Augen zu führen, die einen starken Einfluss auf ihr Verhalten und ihre Leistung haben. Trotzdem hängt die positive Wirkung des Visualisierens stark von den gegebenen Voraussetzungen des Sportlers ab.
Visualisieren beruht nicht nur auf dem bildlichen Vorstellungsvermögen. Die Sportlerin versucht vielmehr mit allen Sinnen, ein inneres mentales Bild aufzubauen. Sie reproduziert sozusagen eine innere mentale Wirklichkeit. Ein geistiges Bild wird lebendiger, sobald die Sportlerin den Gehörsinn und das Körpergefühl, den Geruchs- oder auch Geschmackssinn mit einbezieht. Das Wahrnehmen von Körpergefühlen beim Visualisieren, also das Gespür für Muskelspannungen bei Bewegungen, wird kinästhetisches Visualisieren genannt.
Ein Sportler kann das geistige Bild aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachten. Er kann sich die Bilder aus seiner Innensicht vorstellen (internale Perspektive). Die vorgestellten Bilder entsprechen dem, was der Sportler in Wirklichkeit sieht, wenn er eine Bewegung ausübt. Wenn sich der Sportler aus der Sicht einer dritten Person oder wie auf einer Videoaufnahme betrachtet, handelt es sich um die so genannte externale Perspektive. Das kinästhetische Visualisieren kann mit beiden Perspektiven kombiniert werden. Es kommt auch vor, dass Sportler während des Visualisierungsvorgangs die Perspektive wechseln.