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Monte Verità
Regie: Stefan Jäger
Darst.: Maresi Riegner, Max Hubacher, Julia Jentsch, Hannah Herzsprung, Joel Basman, Philipp Hauss, Daniel Brasini, Tiana Distefano, Alina Distefano, Michael Finger u.a.
Wien 1906: Hanna Leitner lebt ein ödes Dasein als Ehefrau des gut situierten Fotografen Anton und ist Mutter von zwei gemeinsamen kleinen Töchtern. Sie leidet an Asthma und ist deshalb in Behandlung bei Otto Gross, einem Psychiater und Schüler Sigmund Freuds. Als Gross seiner Patientin erzählt, er werde in ein Sanatorium auf dem Monte Verità bei Ascona verreisen, wo ganz neuartige Behandlungsmethoden erprobt würden, ist Hannas Neugier geweckt. Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Anton flüchtet sie ins Tessin. In Ascona erfährt sie von Einheimischen, dass auf dem Monte Verità weniger eine medizinische Einrichtung als vielmehr eine Gemeinschaft komischer Vögel zu finden sei. Frauen und Männer lebten dort ohne Trauschein zusammen und widmeten sich seltsamen Dingen wie Veganismus, Ausdruckstanz oder gar Nacktbaden. Auf dem Berg angekommen, wird Hanna von Otto Gross und Ida Hofmann herzlich willkommen geheissen. Die deutsche Pianistin ist als Lebenspartnerin des häufig abwesenden Henri Oedenkoven, einem belgischen Industriellensohn, der den Monte Verità zu einem Grossteil finanziert, eine treibende Kraft des Projektes, das nichts weniger will als die Schaffung einer neuen, von allen Zwängen der bürgerlichen Gesellschaft befreiten Welt. Mit Zurückhaltung beobachtet Hanna zunächst das Treiben um sie herum, freundet sich dann aber mit Ida und später auch mit Lotte an, einer selbstbewussten jungen Frau, die ohne Mann durchs Leben geht. Sie erliegt dem Charisma weiterer Persönlichkeiten auf dem magischen Berg, zu denen auch der junge Dichter Hermann Hesse gehört, der erste Erfolge feiert. Das neue Medium Fotografie, mit dem Hanna bereits in Wien vertraut war, wird schliesslich zu ihrer Passion. Stefan Jäger erzählt in seinem bildstarken Kostümfilm von der Selbstermächtigung einer faszinierenden Frau, hervorragend verkörpert von der Österreicherin Maresi Riegner. Im Gegensatz zu den anderen Figuren auf dem Monte Verità, die alle real existierten, ist die der Hanna Leitner fiktiv und vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Urheberschaft der wenigen Fotos, die aus der Anfangszeit des Monte Verità existieren, bis heute unbekannt ist. «Monte Verità» wurde als einziger Schweizer Film auf der Piazza Grande des Filmfestivals Locarno gezeigt und galt als eines der Highlights des Festivals.
Die Premiere am 24. August findet in Anwesenheit des Regisseurs Stefan Jäger statt.