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(süddeutsch Öhmd), im engern Sinne bei Wiesen, welche zweimal gemäht werden, im Gegensatz zum Heu (d.h. dem
getrockneten ersten Schnitt) der ebenfalls in den trocknen Zustand übergeführte zweite Schnitt, der in der Regel Anfang
September vorgenommen wird. Im weitern Sinne bezeichnet man mit Grummet den getrockneten zweiten Schnitt aller
Futtergewächse, des Klees, der Luzerne, der Esparsette u. s. w. Der Ertrag des Grummet ist
in der Regel ein geringerer als derjenige des Heues, variiert jedoch je nach den Boden- und Witterungsverhältnissen nicht
unerheblich, von 500 bis 2500 kg pro Hektar; im Mittel rechnet man 1500 kg. Das Grummet ist meist etwas reicher
an Nährstoffen als das Heu; es enthält im Mittel 85 Proz. Trockensubstanz, darin 12 Proz. Protein, 3 Proz. Fett, 42 Proz.
stickstofffreie Extraktstoffe, 22 Proz. Rohfaser und 6 Proz. Asche. Unter Berücksichtigung der Verdaulichkeit der einzelnen
Nährstoffe stellt sich der Gehalt an verdaulichen Nährstoffen auf 7 Proz. Protein, 1,5. Proz. Fett und 42 Proz. stickstofffreie
Stoffe.
(Grummet, in Süddeutschland und der Schweiz
[* 3] Emd), dasjenige Gras, welches nach der ersten oder eigentlichen Heuernte
im Herbst gewonnen wird (zweiter Schnitt). Da, wo man dreimal schneiden kann, heißt die letzte Ernte
[* 4] Nachmad
(Aftergrumt). Über den relativen Wert von Heu und Grumt sind die Ansichten sehr verschieden. Vollkommenes Wachstum und gutes
Ernten vorausgesetzt, wird das Grumt, weil zarter, dünnblätteriger und ärmer an Holzfasern, relativ reicher an Proteinstoffen,
also nährkräftiger als Heu sein, auf feuchten Wiesen, bei magerm Boden, im kältern und feuchten Klima
[* 5] aber in der Regel das Heu, weil kräftiger und vollkommener wachsend und bei intensiverer Wärme
[* 6] geerntet, den Vorzug verdienen;
da aber, wo aus Unkenntnis oder der Witterung wegen das Gras zur Heuernte zu lange, d. h. über die Blütezeit der Mehrzahl der
Gräser
[* 7] und Kräuter bis zu beginnender Körnerbildung, stehen blieb, sowie da, wo der Bestand der Wiese,
besonders in Bezug auf die Entwickelungszeit der einzelnen Pflanzen, ein zu ungleicher ist, wird das Grumt vorzuziehen sein.
Je nach Jahrgang ist bald das Heu, bald das Grumt begünstigt. Gutes Grumt gibt man vorzugsweise den Kühen, tragenden Tieren, den
Schafen und dem Mastvieh, das Heu den Pferden und Zugochsen. Von großem Einfluß auf Güte und Menge des
Grumts ist auch die Witterung nach der Heuernte: auf Wässerungswiesen gibt man die erforderliche Feuchtigkeit künstlich,
auf natürlichen Wiesen gehen bei anhaltender Trockenheit die bessern Gräser und Kräuter ein oder bleiben verkümmert.