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Die Thermalleitungen nähern sich dem ehemaligen Freibad vor dem Schweizerhof/Raben. Eben wurde das einst beliebte Eierbrünneli wieder freigelegt. Abgebrochen wurde es 1938.
Als 1827 das Freibad als Dampf- und Schröpfbad unterteilt wurde, schied man einen Teil zur Errichtung eines Trinkbrunnens aus; er erhielt deswegen die Bezeichnung „Freibrünnelein“. Es lag unter dem Platzniveau, so daß man einige Stufen zu einem halbrunden Becken hinabsteigen mußte, wobei ein Geländer gegen den Platz hin die Brustwehr bildete. Weil das Wasser aus dem dicht daneben liegenden Kleinen Heißen Stein zufloß, war es sehr warm und wurde deshalb fur besonders wirksam gehalten. Bei der Umgestaltung des Bäderplatzes im Jahre 1844 wurde diese Anlage entfernt. An ihre Stelle trat ein in klassizistischem Stile gehaltener Rundpavillon, in welchem man einige Stufen zum Brunnen hinabsteigen mußte. Wie sein Vorgänger erhielt er sein Wasser direkt aus dem dicht daneben liegenden Kleinen Heissen Stein. Das Thermalwasser floß nicht aus einem Metallrohr, sondern direkt aus dem mit einem kleinen Kanal versehenen Brunnenstock in das halb runde Steinbecken. Es konnte also keine Veränderung im Chemis mus de« Thermalwassers durch Berührung mit Metallteilen und infolge der kurzen Entfernung von der Quelle auch keine Verluste an Schwefelwasser stoff und Warme eintreten, so daß sich dieses „Eierbrunneli“, wie es im Volksmund infolge seines Geruches genannt wurde, bei Kurgästen und Ein heimischen großer Beliebtheit erfreute.
Münzel, DIE THERMEN VON BADEN, 1944