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«Diese Taten gehören zur Vergangenheit, und ich kann zu 100 Prozent versichern, dass sie sich nicht wiederholen werden», sagte gestern ein 33-jähriger Mann vor dem Kantonsgericht. Im Mai 2015 hatte ihn das Bezirksgericht Saane unter anderem wegen sexueller Handlungen mit Kindern, Pornografie und Nötigung zu einer unbedingten Haftstrafe von 30 Monaten verurteilt. So hatte er 2012 mit einer 14-Jährigen Sex gehabt sowie mehr als 30 Mädchen in einem Chatforum kontaktiert und manchen per SMS obszöne Nachrichten und Bilder von seinem erigierten Penis geschickt. Auch verfügte er über kinderpornografische Videos und war davor bereits wegen ähnlicher Delikte verurteilt worden (die FN berichteten). Gegen das Urteil des Bezirksgerichts hatte der Mann Einsprache erhoben.
Er habe sich seit den Vorfällen geändert, sagte der Mann auf die Fragen des Gerichts. So sei seine familiäre Situation–er ist verheiratet–stabiler geworden, er gehe einer Arbeit nach, habe finanziell weniger Sorgen und sei in Therapie. «Diese erlaubt es mir, die Gründe für meine Neigung zu jungen Mädchen zu erforschen.» Auf die Nachfrage des Gerichts fügte er an, er fühle in der Nähe von jungen Mädchen–etwa im Bus–mittlerweile keine Anziehung mehr, sondern eher ein Unbehagen.
«Nur strafenden Effekt»
Das Bezirksgericht habe strenger geurteilt, als die Staatsanwaltschaft verlangt hatte, betonte Pflichtverteidiger Philippe Leuba in seinem Plädoyer. So hatte Staatsanwältin Yvonne Gendre zwar auch eine Strafe von 30 Monaten gefordert, jedoch nur zwölf davon unbedingt. Leuba selbst hatte für 24 Monate plädiert–mit einer Bewährung von fünf Jahren. Auf diese Bewährung pochte er auch gestern vor Kantonsgericht. Seit der gut zweimonatigen Untersuchungshaft von Ende November 2012 bis Januar 2013, die für den Mann ein schlimmes Erlebnis gewesen sei, habe dieser sich nichts mehr zuschulden kommen lassen und ein neues Gleichgewicht gefunden, sagte Leuba. Mit einer unbedingten Haftstrafe, die wohl eine Kündigung zur Folge hätte, würde dieses gefährdet. «Das Gefängnis hätte nur einen strafenden, jedoch überhaupt keinen präventiven oder resozialisierenden Effekt.»
Staatsanwältin Yvonne Gendre rief in Erinnerung, wie der Angeklagte teils 13-Jährige mit Nachrichten mit sexuellem Inhalt bedrängt hatte–und dies, nachdem das Verfahren gegen ihn eröffnet worden sei und nachdem er 66 Tage in Untersuchungshaft verbracht habe. «Er wusste sehr genau, was er machte. Diese Kriminalität verdient eine harte Antwort, denn davon waren Kinder betroffen», sagte Gendre. Dass er jetzt ein Unbehagen jungen Mädchen gegenüber verspüre, zeige, dass sein Verhältnis nach wie vor nicht ganz normal sei. Auch arbeite er zurzeit nur noch zu 60 Prozent. «Er hat viel freie Zeit», sagte Gendre, die auf eine Rückweisung der Einsprache plädierte.
Das Kantonsgericht bestätigte zwar die Strafe von 30 Monaten, reduzierte die Dauer der unbedingten Strafe jedoch auf zwölf Monate. Die Schuld des Mannes sei schwer, heisst es in der Urteilsbegründung. Jedoch hätten die lange Bewährung von fünf Jahren, die positive Entwicklung in seinem beruflichen und privaten Leben, das Fehlen neuer Vergehen sowie seine Gewissenhaftigkeit bei der Therapie eine teilweise Bewährung gerechtfertigt. Eine ambulante Therapie muss er auch weiterhin besuchen.