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Nach einer Anhörung über fünf Stunden hatten sich die drei Richter des Bundesgerichts unter dem Vorsitz von James Allsop am frühen Sonntagnachmittag für die Urteilsfindung zurückgezogen, ehe sie dieses am Abend verkündeten: Der nicht gegen das Coronavirus geimpfte Djokovic muss das Land verlassen, der Entzug des Visums, das er aufgrund einer Ausnahmegenehmigung erhalten hat, ist rechtens.
Der Weltranglisten-Erste wollte mit einem weiteren Major-Titel am Australian Open, das er schon neun Mal gewonnen hat, den von ihm, Rafael Nadal und Roger Federer gehaltenen Rekord übertreffen.
Zeitpunkt des Urteils offen
Die vorangehende Anhörung war online übertragen worden. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete, verfolgte Djokovic die Sitzung aus dem Büro seiner Anwälte in Melbourne.
Zunächst hatten die Anwälte des 20-maligen Grand-Slam-Turniersiegers den Richtern ihre Argumentationslinie dargelegt. Sie warfen unter anderem die Frage auf, ob Einwanderungsminister Alex Hawke nicht bedacht habe, ob auch eine «Anti-Impf-Stimmung» geschürt werde, wenn das Visum des Tennisprofis für ungültig erklärt werde.
Dass der Aufenthalt die «Anti-Impf-Stimmung» fördern könne, hatte die australische Regierung als einen Grund angegeben, warum Hawke das Visum von Djokovic erneut für ungültig erklärt hatte. Die Regierungsseite argumentierte, dass Djokovic ein Vorbild für Impfskeptiker sein könne.
Nachdem die Sitzung gegen 9.30 Uhr begonnen hatte, war sie um 12.30 Uhr für eine einstündige Pause unterbrochen worden. Es sollte möglich sein, das Verfahren zur «Lunchtime» abzuschliessen, hatte es zum Auftakt der Sitzung am Vormittag geheissen.
Im Abschiebehotel
Djokovic war am Freitag zum zweiten Mal das Visum für Australien aberkannt worden. Dagegen hatte er Einspruch erhoben. Für die australische Regierung, die im Mai bei der Parlamentswahl um den Erhalt ihrer Mehrheit kämpft, wäre es eine erniedrigende Niederlage, sollten die Richter Einspruch von Djokovic stattgeben.
Als die Behörden Djokovic in der vorigen Woche die Einreise verweigert hatten, war er vorübergehend in ein Abschiebehotel gebracht worden. Auch die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht musste Djokovic wieder dort verbringen.
Eine erste Gerichtsentscheidung am Montag war zu seinen Gunsten ausgefallen, Djokovic hatte daraufhin die Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier der Saison fortgesetzt. Er will mit einem weiteren Titel am Australian Open, das er schon neun Mal gewonnen hat, einen Rekord aufstellen.