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"Ein internationales Standardmass" (?)
Jedes Land hat eigene Bezugspunkte. Die Schweiz orientiert sich am Mittelmeer, Deutschland an der Nordsee, . Macht 27 Zentimeter Unterschied. Das wussten auch die Ingenieure der neuen "Hochrheinbrücke", die den deutschen und den aargauischenTeil der Stadt Laufenburg verbindet. Doch statt auf Schweizer Seite das Niveau um 27 Zentimeter anzuheben, senkten sie die Brücke um 27 Zentimeter ab - lagen also 54 Zentimeter daneben. Auf deutscher Seite wurde daraufhin der Strassenanschluss tiefer gelegt, damit die Brücke überhaupt passierbar ist.
Ausgangspunkt für Messungen in der Schweiz ist der Pierre du Niton im Hafenbecken von Genf. Um die Höhe über Meeresspiegel zu bestimmen, nutzte die Schweiz um 1900 französische Messungen im Hafen von Marseille als Referenzpunkt («Alter Horizont»). Bis heute bildet dieser Stein den Referenzpunkt der Höhenmessung in der Schweiz. Jedoch wurde seine Höhe 1902 auf 373,6 m ü. M. neudefiniert, indem man die Meereshöhe über vier Meeresanschlüsse Tessin, Po, Rhône kontrollierte. Daher sind Höhenangaben in Karten der Schweiz vor dem Jahr 1902 um 3,26 m höher als die heute offiziellen Werte.
Deutschland verwendete erst verschiedene Pegel, heute ist das Land ans europäische Nivelement-Netz angeschlossen, das sein "Normalnull" aus dem mittleren Nordsee-Pegel bei Amsterdam bestimmt. Eine vage Sache. Nicht nur die Meereshöhen von Amsterdam und Marseille differieren, innerhalb der Ostsee schwankt der mittlere Meeresspiegel von Ort zu Ort um rund 20 Zentimeter. Die Zeit der Messung spielt ebenfalls eine Rolle; über die letzten hundert Jahre ist der Meeresspiegel um zehn bis zwanzig Zentimeter gestiegen.
Quellen: Kolumne "Professor Kleinstein": Niveausprünge, Sonntagszeitung, 08.02.2004. Rheinbrücke mit Treppe, Spiegel Online, www.spiegel.de . Laufenburg und die 54 cm, www.laufenburg.de.