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Das Training auf Wackelbrettern, Kreiseln und anderen instabilen Geräten ist nicht nur in der Physiotherapie, sondern auch im Sport weitverbreitet. Doch was bringt es und wann macht es Sinn auf instabilen Geräten zu trainieren? Das Training verspricht mehr Stabilität und Balance, Verletzungsprophylaxe und verbesserte Reaktion. Hier ist es wichtig zu wissen, was man mit dem Training auf instabilen Geräten erreichen möchte.
Verletzungsprophylaxe für Fuss und Knie
Bei Stop and Go-Sportarten zum Beispiel, fanden Studien heraus, dass das Training auf instabilen Unterlagen keine Verbesserungen brachten bei gesunden Sportlern. Diese wurden sogar eher verletzt. Ausserdem reduzierte sich die Leistung in den Bereichen der Schnellkraft. Profitiert haben einzig Sportler, welche bereits eine Verletzung der unteren Extremität (also am Bein) hatten. Das gesunde Sportler nicht profitieren erstaunt nicht, wenn man bedenkt, das Training immer spezifisch für die Anforderung sein sollte. Im Sport sind kurze Reaktionszeiten der Muskulatur mit hohen Kräften auf meist stabilen Böden gefragt. Daher ist, zum Beispiel, das Training auf dem Wackelbrett für einen Basketballer bei der Sprunglandung kaum hilfreich. Hier zeigt sich, das effektiv Sprungtraining und Training der Explosivkraft und Plyometrie effektiver ist.
Wie steht es mit der Balance bei älteren Leuten?
Profitieren sie von instabilen Geräten? Da auch sie meist auf stabilem Untergrund unterwegs sind, ist das Instabilitätstraining nicht funktionell Hier zeigt sich laut Studien, dass Krafttraining das wirkungsvollste Mittel ist, um Stürze zu verhindern. Und Krafttraining sollte nicht auf instabilen Geräten stattfinden, da mehr Gewicht gestemmt werden kann, wenn auf stabilem Boden trainiert wird. Somit ist das Krafttraining ohne instabile Geräte viel effizienter.
Wann macht das Training für die Beine auf instabilen Geräten Sinn?
In der Rehabilitation kann Training auf instabilen Geräten durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein, da durch Kokontraktionen (Anspannung mehrerer entgegengesetzter Muskelgruppen) verstärkte Muskelaktivierung erfolgt und das Training somit ohne grössere Gewichte erfolgen kann. Dies ist gerade in Phasen sinnvoll, wo zu hohe Gewichte und Intensitäten nicht erwünscht sind. Vor allem nach einer Sprunggelenksverletzung, wo die Reaktionsfähigkeit der Fussmuskulatur anfangs sehr reduziert ist, kann Training auf Wackelbrettchen oder -kissen helfen.
Rumpfstabilisation und Oberkörpertraining
Für die Rumpfstabilisation und den Oberkörper gelten ähnliche Prinzipien wie bei den Beinen. Für den Aufbau von Stabilität und Kraft, sind hohe Gewichte im Training sinnvoll und daher ein Instabilitätstraining eher als Zusatztraining anzusehen. Aber auch hier hat das Training mit den instabilen Geräten wie Bälle, Wackelbretter etc seine Berechtigung. Häufig möchte man aus verschiedenen Gründen die hohen Gewichte und Belastungen auf die Strukturen vermeiden. Dann kann mit den Wackelgeräten sehr effektiv trainiert werden. Dies kann in der Rehabilitation oder als alternatives Training mit niederer Intensität zu hochintensivem Training eingesetzt werden.
Wieso hat das instabile Training trotzdem seine Berechtigung?
Sportler in Sportarten mit instabilen Untergründen wie Surfer, Slackliner, Kajakfahrer, Skater können profitieren. Ebenso können alle mit Verletzungen in der Rehaphase von Training mit instabilen Geräten profitieren. Ein weiterer Grund ist die Abwechslung im Training. Durch wechselnde Herausforderung mit verschiedenen Geräten, kann das Training abwechlsungsreicher gestaltet werden. Auch sind Übungen spielerischer und der Ehrgeiz wird häufig geweckt. Gerade bei langen Rehabilitationszeiten kann hier für Abwechslung gesorgt werden. Training mit Gewichten und Sprungtraining auf stabilem Boden kann und darf es jedoch nicht ersetzen.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass das Training mit Instabilität selten funktionell ist. Es kann aber sinnvoll sein, wenn man den richtigen Zeitpunkt und die richtige Zielsetzung wählt.
Daher verwenden wir in der Physiotherapie im radiuszwei physiotherapie und pilates auch instabile Trainingsgeräte, denn Physiotherapie und Training darf abwechslungsreich sein und Spass machen.