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Wer von uns versteht schon die Liebe? Dafür haben wir die Psychologie, die uns mit Studien darüber aufzuklären versucht.
«Gegensätze ziehen sich an» ist ein Klischee, das sich nach unzähligen Studien nicht mehr halten kann. Eine davon führte Gian Gonzaga. Er untersuchte Paare, die sich über eHarmony, eine Online-Partnerbörse, gefunden haben. «Sind Paare in ihrer Persönlichkeit ähnlich, werden sie auch im Alltag eher gleich ticken. Das sollte es den Partnern einfacher machen, sich zu verstehen.»
Der Psychologe David Perrett und sein Team an der Universität von St. Andrews haben herausgefunden, dass viele sich von Menschen angezogen fühlen, die die gleiche Haar- und Augenfarbe haben, wie ihr gegengeschlechtliches Elternteil. Auch das Alter der Eltern ist entscheidend. «Frauen, deren Eltern bei der Geburt über 30 Jahre alt waren, sind von Jugend weniger beeindruckt und von Männern mit Altersmerkmalen im Gesicht mehr angezogen als Frauen, deren Eltern bei ihrer Geburt unter 30 Jahre alt waren. «Die Präferenzen der Männer in einem Frauengesicht werden nur vom Alter seiner Mutter beeinflusst, jedoch nur bei langfristigen Beziehungen.»
Eine Studie der Universität von Südkalifornien zeigt, dass Frauen während ihres Eisprungs den Geruch von T-Shirts, die von Männern mit einem hohen Testosteronspiegel getragen wurden, bevorzugen. Auch präferieren sie während dieser Zeit Männer mit einem markanten Kinnbogen.
Körpersprach-Experten sind sich einig, dass nach innen gedrehte Schultern und in die Taschen gesteckte Hände Zeichen des Desinteresses sind. Sprichst du aber mit deinen Händen und stehst in einer offenen Haltung da, signalisiert du Empfänglichkeit.
Joan Kellerman, Psychologe an der Universität von Massachusetts, bat 72 Studenten, sich zu zweit für zwei Minuten in die Augen zu starren. «Sie berichteten später von stärkeren Gefühlen von leidenschaftlicher Liebe und Zuneigung gegenüber der anderen Person», schreibt Scientific American. «Das lässt darauf schliessen, dass langer Augenkontakt dich mit einer Person verbinden und sogar Gefühle der Liebe entfachen kann, selbst wenn du sie vorher nie gesehen hast.»
Der Yale-Psychologe John Bargh führte ein Experiment durch, bei dem die Teilnehmer entweder warme oder kalte Getränke halten und die Persönlichkeiten der anderen auf kalt oder warm einschätzen mussten. Diejenigen mit den warmen Getränken haben den anderen Teilnehmern eine warme Persönlichkeit zugesprochen, da ihr Kopf bereits darauf eingestellt war. Beim nächsten Date also lieber Kaffee trinken als Glacé essen gehen.
Die Universität von Michigan hat Frauen verschiedene Kurzbeschreibungen von Männern zum Lesen gegeben. Kam darin ein Hund vor, haben die Frauen diesen Mann mit einer höheren Attraktivität bewertet. Forscher gehen davon aus, dass ein Haustierhalter als fürsorgliche Person angesehen wird, oder eine, die sich für eine Beziehung verpflichten wird.
In einer Studie von 1996 wurden Teilnehmer nach ihrer äusseren Attraktivität bewertet und willkürlich einem Partner zugeteilt. Danach sollten sie ihre Zufriedenheit mit ihren Dates beurteilen. Die besser aussehenden Teilnehmer waren in ihren Beurteilungen viel härter - selbst wenn beide als gleich attraktiv eingestuft wurden. Je attraktiver das Date war, umso höher war die Chance, dass sie unzufrieden waren. Das trifft aber nur für äusserst attraktive Menschen zu. Die restlichen fühlen sich zu solchen hingezogen, die gleich attraktiv sind wie sie.
Musik spielt bei der sexuellen Selektion auch eine Rolle. In einem Experiment von französischen Forschern fragte ein Mann 300 Frauen auf der Strasse nach ihrer Nummer. Entweder hielt er einen Gitarrenkoffer oder eine Sporttasche in der Hand. Mit dem Gitarrenkoffer kriegte er mehr Nummern.
Einer slowakischen Studie zufolge, sind Frauen, die Rot tragen, erfolgreicher im Daten. Das kann auf die sexuelle Signalwirkung zurückzuführen sein, da Frauen diese Farbe tragen, um potenzielle Partner anzulocken. Funktioniert umgekehrt auch.
Australische Forscher haben herausgefunden, dass Frauen Gesichter mit kräftigen Stoppeln attraktiver finden als volle Bärte, feine Stoppeln oder ein glattrasiertes Gesicht. Die Gesichtsbehaarung verändert auch die Auffassung der Fruchtbarkeit des Mannes. Je mehr Gesichtshaare er hat, desto männlicher wird er von der Frau wahrgenommen - vor allem, wenn die Frau gerade in ihrer fruchtbaren Phase des Menstruationszyklus ist.
via Independent