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¡Hola Amigos! ¿Cómo Estás? Nosotros aprendimos español durante dos semanas en Antigua. Versteht ihr nur spanisch? Das ist genau richtig so. Unseren Anfang in Lateinamerika machten wir mit einem zweiwöchigen Spanischkurs. Wir lebten in dieser Zeit bei Odilia, einer Guatemaltekin. Wir assen wie Könige und genossen eine wunderbare Aussicht auf die Vulkane und über die ehemalige Hauptstadt Antigua. Es handelt sich dabei nicht um die Karibikinsel, sondern um die Stadt in Guatemala.
Der grosse Vulkan links heisst Agua, weil er früher einen See im Krater hatte. Der Vulkan mit der Aschewolke rechts heisst Fuego, weil er ständig Feuer speit. Der Zwillingsvulkan gleich daneben heisst Acatenango, "Ort der Avocados", weil da viele Avocados angebaut wurden. Hier noch mal der immer präsente Vulkan Agua im Süden der Stadt.
Nach dem die erste Hauptstadt Santiago de Goathemala (heute: Ciudad Vieja "alte Stadt") durch den berstenden Kratersee vom Vulkan Agua und später die zweite Haupstadt La muy noble y leal ciudad de Santiago de los caballeros de Goathemala (heute: Antigua) durch grosse Erdbeben zerstört wurden, wurde die aktuelle Hauptstadt Guatemala-Stadt gegründet. Durch die vielen Erdbeben, Überflutungen und Erdrutsche, gibt es viele Ruinen in der Stadt Antigua. Kirchenruinen sowie so ziemlich alles andere, ist durch die Unesco geschützt und darf nicht mehr verändert werden. Es hat jedoch auch viele Hausruinen und da ist oft der Besitzer zu arm, um das Gebäude zu renovieren. Die Stadt versprüht jedoch einen immensen Charme und wir sind unzählige Male durch die Gassen geschlendert.
Unsere Lernzeit mit vier Stunden Einzelunterricht war jeweils ziemlich intensiv. Obwohl wir oft mit unseren Lehrern nur redeten, rauchten unsere Köpfe am Mittag gehörig. Während Rolando und ich vor allem Grundlagen lernten, durfte Carmen mit Claudia in die Tiefen der spanischen Grammatik eintauchen. Es ist wirklich erstaunlich wie viel man nach zwei Wochen schon versteht. Selbst das Sprechen mit sehr geduldigen Zuhörern funktioniert schon recht gut. Aber kein Wunder mit unseren tollen Maestros und in einem solchen Schulzimmer.
Jeden Tag konnten wir an der super Znünibar Tacos kaufen. Mit Bohnenmus, Guacamole, Salsa, Zwiebeln, Käse und Tomaten. An unseren ersten Tagen dachten wir, das brauchen wir nicht. Nach dem ersten Probieren, ärgerten wir uns, dass wir nicht schon immer welche gekauft haben. Zwei Tacos kosteten uns sage und schreibe sechs Quetzales. Das sind etwa 80 Rappen.
Unsere Schule organisierte jeden Nachmittag eine Aktivität. Sie war jeweils freiwillig und kostete nichts. Wir beteiligten uns an einigen und stellten fest, dass es meist ein Ausflug zu einem kleinen Lebensmittelproduzenten mit Lädeli ist. Nichts desto trotz war es interessant zu sehen wie Macadamianüsse, Schokolade, Nispero-Wein, Tacos, Kaffee und Stoffe hier verarbeitet werden. Wir durften ausserdem an einer gespielten Maya-Hochzeit und einem leckeren Fruit-Tasting teilnehmen.
Zu diesen Aktivitäten fuhren wir jeweils in einem "Chickenbus". So nennen sie hier die lokalen Busse. Es handelt sich dabei um die alten Schulbusse der USA. Obwohl sie wunderschön bemalt und üppig dekoriert sind, reicht es nicht aus, um über die schwarze Qualmwolke hinweg zu täuschen, die jeder Bus hinter sich her zieht.
Die Fahrt war jeweils sehr holprig. Denn die Strassen in Antigua bestehen ausschliesslich aus Kopfsteinpflaster. Weil Antigua zum Weltkulturerbe erklärt wurde, dürfen die Strassen nicht asphaltiert und die Häuser nicht in neuartigen Farben gestrichen werden. Dies bringt jedoch auch Vorteile. So sahen wir zum Beispiel erst nach einer Woche, dass es in der Stadt so ziemlich jeden Fastfoodriesen gibt. Durch die fehlenden Leuchtreklamen sieht man sie erst, wenn man davor steht. So entdeckten wir McDonalds, Burger King, Dunkin Donuts, Papa Johns, Wendys und Pollo Campero. Der McDonalds gehört sogar zu den schönsten seiner Art und es soll Amis geben, die reisen ausschliesslich dafür hierhin.
Während unserem Aufenthalt in Antigua, wurden wir von einem leichten Fussballfieber angesteckt. Denn Antigua erreichte das Finale der nationalen Meisterschaft. Am darauffolgenden Donnerstag steigerte sich, nach dem auswärts 1:0, die Begeisterung der Bewohner. Als die Mannschaft auch noch das Heimspiel am Sonntag 1:0 gewann, explodierte die Freude darüber. In der ganzen Stadt wurde die Nacht durchgefeiert. Überall ging Feuerwerk ab und die Strassen waren total verstopft mit Menschen und hupenden Fahrzeugen. Auf dem Weg zu unserem Abendessen passierten wir den von Fans umgebenen Mannschaftsbus. Der Bus kam so langsam vorwärts, dass die Mannschaft erst auf unserem Rückweg die Bühne zur Feier erreichte.
Und was tut man so an einem Antigua-Wochenende ohne Unterricht, ohne Schulaktivität, ohne Hausaufgaben? Man erklimmt einen Vulkan. Und zwar den 3976m hohen Acatenango. Dieser Vulkan ist im Moment in einer schlafenden Phase und brach das letzte Mal 1972 aus. Vom Gipfel hat man einen wunderbaren Blick auf den gleich nebenan liegenden 3763m hohen aktiven Volcán de Fuego. Fuego spuckt beinahe im fünf Minutentakt Rauch und Lava aus. Die letzten grossen Erruptionen waren 2012, 2016 und 2018. Aber wir sind ja noch nicht auf dem Gipfel. Wir stehen unten am Berg und schauen mit Sorgen gefüllten Gesichtern in die Wolken.
Das Lächeln auf dem Foto ist natürlich nur gestellt. Der erste Anstieg hat es dann auch schon in sich. Wir müssen eine Stunde einen Pfad zwischen Feldern erklimmen. Der Rucksack ist jetzt schon schwer und der Wasserbeutel auf der Brust, macht das Atmen nicht wirklich einfacher. Wir erreichten den "Eingang", bezahlten unseren Nationalparkeintritt, füllten ein Formular aus und machten uns auf den Weg in einen dichten, nebligen Wald. Aussicht? Nada.
Nach weiteren zwei Stunden hochlaufen und einer Stunde mehr oder weniger eben um den Vulkankegel herum, kamen wir zu unserem Camp. Von hier hätte man einen tollen Blick zum Fuego. Wir sahen jedoch nur eine graue Wand. Ab und zu zog ein Wolkenfenster vorbei und wir alle waren total begeistert über die Aschewolken. Wenn wir da schon gewusst hätten...
Es war ziemlich windig und kalt, so sassen wir immer eng ums Feuer und freuten uns auf die heisse Schoggi!
Als es dunkel wurde, verabschiedeten sich die Wolken und das Naturschauspiel konnte beginnen. Wow! Das ist definitiv eines unserer besten Erlebnisse! Fuego brach immer wieder in gewaltigen Explosionen aus. Die Lava schoss in den Himmel und ein ungeheuer lauter Knall erreichte uns. Im Hintergrund sahen wir Blitze eines weit entfernten Gewitters. Im Himmel schien ein wunderschöner Sternenhimmel und im Tal sahen wir das Lichtermeer der Dörfer.
Vielen Dank an Hana für die tollen Bilder. Unsere Kamera war überwältigt von der Leuchtkraft der Lava. Irgendwann überkam uns jedoch die Müdigkeit und wir zogen uns in die Zelte zurück. Immer wieder hörten wir laute Explosionen und jedes Mal dachten wir, sollen wir aus dem Zelt rennen? Vielleicht ist diese noch grösser und noch schöner als die letzten... Morgens um vier mussten wir dann sowieso auf. Jetzt hiess es, Gipfel erklimmen und Sonnenaufgang geniessen. Das war streng! Ohne Frühstück kämpften wir uns etwa 1,5 Stunden den letzten Teil hoch. Wer schon mal Lavageröll hochgeklettert ist, der weiss, für jeden zweiten Schritt hoch, rutscht man einen Schritt runter. Aber es hat sich sowas von gelohnt. Im Vordergrund ist der Vulkan Agua und gleich rechts davon ein weiterer aktiver Vulkan, Pacaya. Ganz rechts, wahrscheinlich schon ausserhalb des Bildes, konnte man die Pazifikküste ausmachen.
Auf die andere Seite, sieht man die Vulkankette in Richtung Nordwest mit Atitlan, Toliman und San Pedro weiter gehen.
Und natürlich Fuego, der fleissig Aschewolken ausspuckte und die Aussicht noch besser machte.
Ach ja, diese hübschen 90er Jahre Winterjacken haben wir als zusätzliche Schicht gegen die Kälte zur Verfügung gestellt bekommen. Wir umrundeten den Vulkankegel und wärmten unsere Hände in warmen Löchern. Leider war es immer ein bisschen ein Kampf zwischen, wie lange halte ich den schwefligen faulen Eiergeruch aus und wie kalt sind die Hände. Der Rückweg zum Camp dauerte nur noch etwa 20 Minuten. Wer schon mal Lavageröll runtergeklettert ist, der weiss, mit jedem Schritt kann man etwa einen Meter weit herunter rutschen. Zum Frühstück gab es getoastete Brötchen mit Ei.
Runter ging es bei strahlendem Sonnenschein und mit einer super Stimmung. Was für ein Erlebnis.
Und was tut man am zweiten Wochenende, nach dem man auf einem Vulkan war? Man erklimmt einen weiteren Vulkan. Und zwar den 2552m hohen Pacaya. Er gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt! Der Aufstieg war ziemlich locker. Nach nur 1,5 Stunden waren wir oben.
Wir liefen über alte Lavaströme und Lavagestein und sahen, wie die Pflanzenwelt langsam aber sicher wieder Boden gut macht.
Leider waren wir ein paar Tage zu spät, um die Lava von Nahem zu sehen. Wir konnten nur einen kleinen Strom oben am Vulkankegel erhaschen.
An einem nur eine Woche alten Lavastrom, konnten wir jedoch immer noch die Hitze unter den erstarrten Steinen fühlen. Das Gestein hat groteske Formen und beim darauf stehen, hört es sich beinahe an wie Glasscherben. Man muss entsprechend vorsichtig gehen, denn die Kanten sind sehr scharf und die Steine geben manchmal nach.
Was stochert denn der Typ da mit seinem Zweig herum?
Das hier entweichende Gas, ist so heiss, dass wir Marshmallows braten konnten!
Und schon waren die zwei Wochen in Antigua um. Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir noch länger bleiben wollen. Aber schlussendlich möchten wir ja auch den Rest von Guatemala erkunden. So fuhren wir mit einem kleinen Bus nach San Pedro la Laguna am Lago Atitlan. Wer diesen Blog genau gelesen hat, der weiss, wir hatten schon Sichtkontakt zu dieser Destination.