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Als Reaktion auf den Artikel «Düstere Jahre» im Beobachter meldeten sich zahlreiche weitere Opfer.
So berichtet etwa C. M. über folterähnliche Strafen im Kinderheim Soldanella in Klosters in den sechziger Jahren. Der Heimleiter (genannt «Onkel») hielt den Kindern Elektroden an den nackten Hintern, seine Frau (das «Tanti») drehte derweil an einem verkabelten Telefoninduktor und erzeugte so Strom. Andere Kinder mussten dem Prozedere im Halbkreis zuschauen.
In Winterthur sucht Stadträtin Pearl Pedergnana aufgrund des Beobachter-Berichts Kontakt zu einem Opfer des früheren Winterthurer Waisenvaters. Das tut auch die Frau des schwer beschuldigten, vor einigen Jahren verstorbenen Heimleiters.
Die Ingenbohler Schwestern, die zahlreiche Heime führten, riefen öffentlich Betroffene auf, sich beim Orden zu melden. Willy Mischler, der im Kinderheim Laufen (damals BE) von Ingenbohler Schwestern misshandelt wurde, sagt dazu: «Ich zweifle, ob es den Schwestern ernst ist, sich ihrer Geschichte zu stellen.» Mischler hatte dem Orden geschrieben – aber auch nach drei Wochen keine Antwort erhalten. Er erwartet von den Ingenbohler Schwestern eine offene Aufarbeitung ihrer Geschichte und symbolische Wiedergutmachung für die Opfer. Dazu will er sich nun mit anderen Betroffenen zusammenschliessen.
Im Kanton Luzern hat der Regierungsrat den Geschichtsprofessor Markus Furrer beauftragt, die Vergangenheit in den Luzerner Heimen zu untersuchen. Im Fokus steht insbesondere das Kinderheim Rathausen.