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Filmkritik: "Ich bin immer noch verwirrt, aber auf einem höheren Niveau."
Amanda ( Marlee Matlin, die für Children of a lesser God vor zwanzig Jahren einen Oscar bekam) ist eine schwerhörige Fotografin. Sie lebt mit einer leicht debilen Blondine zusammen und muss selber auch Pillen schlucken. Früher war sie einmal eine erfolgreiche Basketballerin. Ein kleiner Streetballer erinnert sie auf dem Weg zur Arbeit an diese vergangene Zeit. Deshalb verpasst sie ihren Zug und kommt zu spät zur Arbeit.
Doch es kommt noch schlimmer. Ausgerechnet Amanda, die überzeugte Singlefrau, die nach schlechten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht nicht gerade gut auf Männer zu sprechen ist, muss eine polnische Hochzeit fotografieren. Entgegen ihren eigenen Intentionen hat sie trotzdem ihren Spass...
Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und ein weiblicher Guru (Wäre das dann eine Gurina? Oder eine Gura?) namens Ramtha erklären dem Zuschauer wieso.
What the #$*! Do We (K)now!? wird der Einfachheit halber "What the Bleep Do We (K)now!?" ausgesprochen. In die Lücke darf sich jeder reindenken, was er will. Der Titel ist denn auch das Tiefsinnigste am ganzen Film, der eigentlich ganz wissenschaftlich beginnt. Gelehrte reden über die Quantenmechanik. Auch wenn man kein Experte auf dem Gebiet ist, kann man den Ausführungen zu dieser sowieso schwierig zu verstehenden physikalischen Theorie, recht gut folgen. Ein bisschen seltsam ist, dass die Experten nicht per Namenseinblendung identifiziert werden. Vielleicht schämt sich der eine oder andere, dass im Film behauptet wird, die Ureinwohner Amerikas hätten Kolumbus' Schiffe am Horizont nicht sehen können, weil sie ja gar nicht wussten, was ein Schiff ist. Die Frage "Was ist Realität?" und das Werweissen darüber, ob dein Haus noch existiert, auch wenn du nicht zuhause bist, sind anscheinend von der Quantenmechanik hervorgerufene philosophische Fragen. So weit, so doch ziemlich interessant.
Plötzlich wird's dann aber theologisch. Die Gelehrten ziehen über die Verfehlungen der Weltreligionen her, nur um dann den Bogen zur Biochemie zu spannen. Mittels Computergraphik blitzen die Synapsen. Peptide und Hormone spriessen. Als dann wie Gummibärchen aussehende Zellen anfangen zu Robert Palmers "Addicted to Love" eine riesige Party zu feiern, ist der Punkt erreicht, wo man ernsthaft darüber nachzudenken beginnt, ob der Film nicht doch eine Verarsche ist. Mit einem simplen "Glaube an dich selbst!" als finale Botschaft, kippt der Film dann vollends ins Esoterische.
What the #$*! Do We (K)now!? ist ein schwachsinniger Mix aus BBC-Doku, Sektenwerbevideo und Joe's Apartment, dem MTV-Film mit den singenden und tanzende Kakerlaken. Schlussendlich stellen sich die Wissenschaftler trotzdem noch vor. Studiert haben sie zumindest. Bis auf das Medium Judith Knight, welche die Botschaften des 35'000 Jahre alten Kriegers Ramtha verbreiten soll. Wenig überraschend, sind die drei Filmemacher William Arntz, Betsy Chasse und Mark Vicente bekennende Anhänger Rhamtas Schule der Erleuchtung. Statt dass man nach dem Film weiss, dass man nichts weiss, fragt man sich, wieso es dieses Machwerk überhaupt in die Kinos schaffte und von nahmhaften Filmkritikern beachtet wird - und nicht einzig und allein vom dazugehörigen Fachmann Hugo Stamm.
Roland Meier [rm]
Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.
Also sooooo schlecht kann der Film dann wohl doch nicht sein, oder?
Nein. Sooo schlecht ist der Film nicht. -Und all die Filmzeitschriften die du genannt hast, beschäftigen sicher hunderte von Physikern, die sich mit solchen Themen auskennen.
Von Tuten und blasen keinen Schimmer haben aber trotzdem mal seinen Senf dazugeben. Ich hab mir diesen Müll auch mal reingezogen. Aber nach den ersten 3 Minuten wurde schon klar wohin der Hase läuft. Essotherisches Gelabber, Halbwahrheiten und was weiss ich, werden zu einer geruirtlten Schei*** zusammengerührt.
Esotherisches Gelabber scheint in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen zu sein. Gut für Leute die mal das Wort Quantenphysik gehört haben und denken damit wären sie schon der nächste Einstein. Schlecht für Leute die etwas über dieses interessante Gebiet lernen wollen. Die QT ist auch so interessant genug. Da brauchts nicht auch noch solchen Müll um ein Interesse zu wecken.
Also sooooo schlecht kann der Film dann wohl doch nicht sein, oder?
vielmehr würde mich deine eigene meinung interessieren... zumal mich der trailer bereits davon abgehalten hat, den film überhaupt im kino zu gucken. dir scheint er ja hingegen "sehr gut" gefallen zu haben...
Kino & Co: "Mitreissend aufbereitet und packend inszeniert. What the Bleep Do We K(now)!? ist mit Sicherheit eines der sowohl aufregendsten als auch aussergewöhnlichsten Filmereignisse der letzten Jahre, in den USA mit Festival-Preisen überhäuft - und nun endlich auch in den deutschen Kinos zu sehen."
Prinz: "Einen Doktortitel braucht man zum Glück nicht, denn renommierte Wissenschaftler machen den komplexen Inhalt, von Quantenphysik bis Bewusstseinsforschung, auch für Laien verständlich."
Widescreeen: "Technisch professionell und humorvoll gestaltet, philosophiert die Doku über Zeit und Existenz sowie über Bewusstsein und Wahrnehmung und stellt diese in Zusammenhang mit Forschungen aus der Quantenphysik. Dabei beantwortet sie keine Fragen wirklich, sondern will nur zum Nachdenken anregen - und dazu, über den Horizont des eigenen schematischen Denkens hinauszublicken. Eine Doku der besonderen Art, verwirrend und faszinierend zugleich."
Kinonews: "Für jeden anwendbar!"
Hamburger Morgenpost: "Faszinierend, wie Mr. Spock sagen würde!"
Also sooooo schlecht kann der Film dann wohl doch nicht sein, oder?