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1851 veröffentlichte der Zürcher Karl Bürkli (1823–1901), im Erstberuf Gerber, später Wirt, erstmals seine Bankideen im linken Oppositionsblatt Freie Stimmen. Er trat damit offen gegen das Regime Escher auf, das Grossunternehmen stark bevorteilte. Bürkli zählte aufgrund seiner auf das Volkswohl ausgerichteten Ideen zu den ersten Sozialisten der Schweiz. Er war Mitbegründer des Konsumvereins Zürich, 1851–1855 Mitglied des Grossen Rats und gilt als führender Kopf der Demokratischen Bewegung (1867–1869). Wie sein Biograf Hans-Ulrich Schiedt betont, bezog Bürkli sich mit seinen Ideen zu einer Kantonalbank auf die öffentlich diskutierte Kreditnot der Landwirtschaft, des Handwerks und des Gewerbes. Weil andere Investitionsmöglichkeiten für Anleger attraktiver waren, mussten sie zur Kreditbeschaffung aufgrund ihrer fehlenden Sicherheiten und ihrer tieferen Renditen oft auf Wucherer zurückgreifen, die extrem hohe Zinsen forderten.
Eine Volksbank als Kontrapunkt zum herrschenden Regime
Der Kampf der frühen Sozialisten für eine Kantonalbank begann in Zürich Mitte des 19. Jahrhunderts.
Gegen den Wucher und die Proletarisierung
Bürkli schrieb, um dem Wucher zu begegnen, müsse man denselben durch wohlfeileres Geld ruinieren. Dieses geschehe durch eine Bank, die ihre Banknoten nicht im individualistischen, sondern im sozialen Interesse ausgebe. «Wie der Staat das Strassenwesen, Münzwesen u. s. w. übernimmt, so kann und soll er auch das Bankwesen übernehmen.» Im Frühjahr 1866 veröffentlichte Bürkli weitere Artikel in der Zeitschrift Der Republikaner. Er propagierte darin seine Volksbank auch als Massnahme, um die drohende Proletarisierung der Arbeiter, Bauern und Handwerker zu verhindern. Ein rationelles Banksystem würde es den nicht besitzenden Arbeitern, Bauern und Handwerkern ermöglichen, «soviel Privateigenthum zu erwerben, dass der Kommunismus unter ihnen nie und nimmermehr verfangen kann».
Kellers Ideen setzen sich durch
Auf einer Versammlung in Schlieren im Jahr 1866 gab Bürkli schliesslich den Kampf für seine ganz persönliche Vision einer Kantonalbank auf und schloss sich der pragmatischer verfassten Motion des ebenfalls demokratischen Kantonsrats Johann Jakob Keller an. Im Republikaner schrieb Bürkli im Januar 1867: «Da man nun mit einem ersten Tritt anfangen muss, so empfehle ich das von Hrn. Keller vorgelegte Projekt.»
Keine Herren-, sondern eine Volksbank wollte Karl Bürkli für die Zürcherinnen und Zürcher.
Titelbild: Karl Bürkli, Gerbermeister, Wirt, Mitbegründer des Konsumvereins und Sozialist, um 1890.