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Let's talk: Während des Studiums die Welt entdecken
Viele träumen davon, irgendwann mal im Ausland zu studieren. Einige unserer Volunteers haben es gemacht und berichten von ihren Erfahrungen in England, Südafrika, Schweden oder Kanada. Manchmal muss man die Schweiz nicht einmal verlassen, um eine neue Welt zu entdecken - wie wär’s mit einem Austausch über den Röstigraben hinweg?
Mühelos Physik studieren im Meer. Bild: Physik-Olympiade
Cora (Biologie): England
Ich habe meinen Bachelor, Master und PhD in Cambridge in England absolviert. Alleine mit 19 Jahren ins Ausland zu ziehen, hat mich schnell sehr unabhängig und stark gemacht. Ich habe in Cambridge eine magische Zeit erlebt, die mich sehr geprägt hat. Vor allem wurde ich viel weltoffener und toleranter, denn ich hatte zum ersten Mal engen Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt. Bis heute pflege ich Kontakte mit Freunden auf verschiedenen Kontinenten.
An der international renommierten Universität konnte ich natürlich eine wirklich einzigartige Ausbildung geniessen: nicht selten wurde ich von weltweit bekannten Wissenschaftlern in kleinsten Gruppen unterrichtet. Das war sehr inspirierend. Und natürlich ist die Party- und Ausgangsszene in England auch nicht zu verachten!
Patrick (Mathematik): Lausanne
Nachdem ich an der Mathematik-Olympiade teilgenommen habe, war für mich klar, dass ich an der ETH Zürich oder der EPF Lausanne studieren werde. Bei der Olympiade habe ich Jana kennengelernt, die heute noch an der EPFL studiert. Sie hat mich auch ein wenig ermutigt, in Lausanne zu studieren. Ich denke, dass der Vorsprung, den man als ehemaliger Olympiaden-Teilnehmer hat, mehr als ausreichend ist, um die durch die Fremdsprache entstehenden Schwierigkeiten zu kompensieren.
Als ich in Lausanne ankam, merkte ich sehr schnell, dass meine Freunde mit mir Englisch sprachen oder mich korrigierten, wenn ich Fehler auf Französisch machte. Also beschloss ich, mich noch mehr anzustrengen und so viel wie möglich auf Französisch zu sprechen und zu schreiben. Für die Mathematik-Olympiade habe ich auch ein paar Mal auf Französisch unterrichtet. Während meines Bachelorstudiums merkte ich, dass ich nicht genug Zeit hatte, um mit meinen Freunden und meiner Familie in der Deutschschweiz in Kontakt zu bleiben. Deswegen haben ich mich entschieden, meinen Master an der ETH Zürich zu absolvieren.
Ich bereue es überhaupt nicht, dass ich meinen Bachelor in Lausanne gemacht habe und so viel über die Schweizer Kultur, mich selbst und unsere Gesellschaft gelernt habe. Ich empfehle daher jedem, fürs Studium den Röstigraben zu überqueren, weil im Beruf auch die “Soft Skills” wichtig sind.
Luc (Physik): Kanada
Ich habe das fünfte Semester meines Bachelors in Toronto, Kanada verbracht. Für mich war es ganz besonders, auf einem anderen Kontinent ein neues Umfeld aufzubauen. Neben Kanadier*innen habe ich auch viele andere Austauschstudent*innen kennengelernt. Da wir alle keine Familie da hatten, waren wir unter uns füreinander da und sind so schnell eng zusammengewachsen. Das war eine sehr schöne Erfahrung.
Viviane (Mathematik): Hong Kong
Durch meine Erfahrungen an den internationalen Runden der Mathematik-Olympiade habe ich erlebt, dass man überall auf der Welt Leute finden kann, mit denen man sich gut versteht. Jahre später reiste ich mit dieser Einstellung für ein Auslandssemester nach Hong Kong.
Ohne die Mathematik-Olympiade hätte ich mich wohl nicht getraut. Doch dort habe ich gemerkt, dass man irgendwo hingehen kann und immer nette Leute findet. Ich hatte ohnehin keine Zeit, mir im Voraus grosse Gedanken zu machen, da mein Flug am Tag nach der letzten Prüfung abhob. In Hong Kong lernte ich eine andere Kultur kennen und gewann Abstand von Alltag an der ETH.
Juliane (Geografie): Südafrika und Schweden
Ich war 2010 für ein halbes Jahr in Kapstadt, Südafrika, und habe mich sofort in die Stadt und das Land verliebt. Nach meiner Rückkehr fühlte ich mich in Jena (eigentlich eine grandiose Studentenstadt) nicht mehr wohl. Alles war so klein, so langweilig, so deutsch und so wenig international. Für mich war damals sofort klar: Für mein Masterstudium möchte ich wieder «raus». In ein anderes Land, in eine andere Sprache. So kam es dann auch und ich entschied mich für ein englischsprachiges Doppel-Masterprogramm in Deutschland & Schweden. Das war genau das richtige: Menschen aus vielen verschiedenen Ländern wurden zu Freunden fürs Leben. Auch Südafrika hat mich nicht losgelassen und so bin ich für Feldarbeiten während meines Doktorats immer wieder dorthin zurückgekehrt.
Einen Auslandaufenthalt kann man nicht nur im Gymnasium oder an der Uni machen. In diesem Video von Movetia erzählen Lernende aus Neuchâtel von der Arbeit im Ausland während der Lehre.
Movetia ist die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungssystem. Ob in der Schweiz, in Europa oder weltweit – Movetia fördert und unterstützt Aktivitäten für Austausch, Mobilität und Kooperation in allen Bildungsbereichen von der Primar- bis zur Tertiärstufe sowie in der Erwachsenenbildung und im ausserschulischen Bereich. Movetia ist Unterstützungspartner der Linguistik-Olympiade, die den Austausch in der Schweiz und im Austausch ermöglicht. Mehr auf movetia.ch.