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Einleitung

Auf den letzten beiden Seiten haben wir die Lokomotiven kennen gelernt, die mit Dampf oder Elektrizität betrieben wurden. Dabei erfuhren Sie auch, dass die elektrische Lokomotive die Dampflokomotiven ablöste und so das Zepter auf den Schienen übernahm. Nur, die Dampflokomotiven konnten sich gegenüber den elektrischen Lokomotiven lange Zeit behaupten und so kam es zur Situation, dass die beiden Typen friedlich nebeneinander arbeiteten.
Mit zunehmender Elektrifizierung kam diese immer mehr ins Stocken. Es gab Strecken, wo sich so eine aufwendige und teure Fahrleitung schlicht nicht lohnte. Hinzu kamen in den Bahnhöfen Geleise, die gar nicht mit einer Fahrleitung versehen werden konnten. So blieben diese Bereiche den Dampflokomotiven vorbehalten, die sich nun nahezu 100 Jahre behaupten konnten. Doch nun galten sie endgültig als veraltet. Man wollte die letzten Dampflokomotiven ablösen.
Auf der Strasse fuhren immer mehr Automobile und Lastkraftwagen, die mit einem Motor arbeiteten, der mit einer Flüssigkeit betrieben wurde. Diese Flüssigkeit wurde in diesem Motor verbrannt und so ein Antrieb ermöglicht.
Es sollte daher doch möglich sein, solche Vehikel auch auf den Schienen einzusetzen. Mit diesen Fahrzeugen hätte man keine Fahrleitung benötigt und die letzten noch eingesetzten Lokomotiven mit Dampfmaschine konnten endgültig auskühlen.
Die letzten entwickelten Lokomotiven waren daher jene, die mit einem Verbrennungsmotor arbeiteten. Dabei boten sich zwei Lösungen an. Bei beiden Modellen basierte der Antrieb auf diesem Prinzip.
Daher stellt sich hier die Frage, wie wir diese Fahrzeuge korrekt bezeichnen. Es sind Lokomotiven, die mit einem Verbrennungsmotor betrieben werden.
Eine Verbrennung ist eine thermische Reaktion und so sprach man von thermisch angetriebenen Fahrzeugen.
Wenn man korrekt ist, wäre auch eine Dampflokomotive ein thermisches Triebfahrzeug. Auch sie erzeugt die Energie mit einem Feuer. Jedoch entsteht damit Dampf, den man schliesslich für den Antrieb benutzt. Die thermischen Triebfahrzeuge verbrennen aber den Brennstoff um damit direkt eine Bewegung zu erzeugen. Damit war klar ein Unterschied vorhanden und wir hatten Triebfahrzeuge, die fuhren mit Dampf, elektrisch oder thermisch.
Der Einsatz von thermischen Lokomotiven sollten die Geleise sein, die über keine Fahrleitung verfügten. Dazu gehörten die letzte schwach frequentierten Strecken und die Geleise in den Bahnhöfen wo es ebenfalls keine Fahrleitung hatte. Das waren genau die Bereiche, die von den letzten Dampflokomotiven bedient wurden. Damit war der Untergang der Dampflokomotiven besiegelt und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis auch das letzte Feuer erloschen ist und die letzte Dampflokomotive auskühlt.
Schliesslich meldete sich auch noch die Armee. Es war der Landesverteidigung der Schweiz ein Anliegen, dass der Transport auch gesichert war, wenn die Fahrleitungen zerstört worden wären. Daher verlangte man von Seiten der Armee, dass von der Fahrleitung unabhängige Fahrzeuge eingesetzt werden. Diese Bedingungen waren mit den thermischen Lokomotiven erfüllt, verhinderte jedoch, dass gänzlich alle Strecken unter der Fahrleitung verschwanden.
So sollten Lokomotiven mit thermischem Antrieb als eiserne Reserve für Kriegsfälle bereitgehalten werden. Dazu muss man sagen, dass die Landesverteidigung kurz nach dem zweiten Weltkrieg klar davon ausging, dass die Schweiz als Ziel für Kriege zählen könnte. Daher war man damit bemüht, dem Land zu erklären, dass der grosse böse Feind immer noch an der Grenze steht und er nur darauf wartet, dass er zuschlagen kann. Wir wissen, es kam anders.
Da man sich bei der Strasse nach dem geeigneten Fahrzeug umsah, kamen zwei unterschiedliche Typen in die engere Auswahl. Diese wurden dort verwendet und bewährten sich. Man wollte wissen, welcher Typ besser für den Einsatz bei der Eisenbahn geeignet ist. Damit lohnt es sich sicher, wenn wir zuerst einmal sehen, was für zwei Varianten es gab, denn letztlich sollte sich bei der Eisenbahn nur eine Lösung durchsetzen.
Die Benzinlokomotive: Eigentlich ist der Fachbegriff Benzinlokomotive nicht ganz richtig, denn man testete mit Triebwagen und nicht mit Lokomotiven. So müsste man von einem Benzintriebwagen sprechen. Damit wird der Begriff für Sie vermutlich etwas besser lesbar, denn zu einer Lokomotive mit diesem Treibstoff kam es zumindest in der Schweiz nie, denn dieser Antrieb sollte unterliegen. Trotzdem sehen wir uns diese Lösung an.
Wie es der Name schon sagt, ist der Treibstoff für diese Fahrzeuge, Benzin. Dieses Benzin kennen Sie vermutlich gut, denn es entspricht dem Stoff, den Sie in Ihren Wagen füllen.
Auf der Strasse konnten sich die mit Benzin betriebenen Fahrzeuge im Gegensatz zur Eisenbahn durchsetzen. Deshalb sollten wir auch einen Blick auf den Treibstoff werfen und dabei herausfinden, warum er bei den Eisenbahnen keinen Erfolg hatte.
Benzin ist ein leichter Stoff, der sehr leicht entzündbar ist. Zudem ist Benzin giftig und darf nicht in die Umwelt gelangen, da er umweltgefährdend ist.
Benzin trägt dabei die für Gefahrgut vorgesehene Kennung 33-1203. Die Ziffer 33 gibt dabei die hohe Brennbarkeit mit einem Flammpunkt unter 23°C an. Das zeigt, wie gut Benzin brennt. Daher sollten Sie die Sicherheitshinweise bei den Tankstellen befolgen. Brände mit Benzin sind sehr gefährlich, da Benzin dazu neigt explosionsartig zu verbrennen.
Erzeugt wird Benzin aus Erdöl. Dabei werden die Benzine bei der Raffinierung gewonnen. Es gibt viele unterschiedliche Formen. Wir beschränken uns auf das bekannte und auf der Strasse verwendete Benzin. Doch was ist es für ein Stoff und wir entdeckte man ihn? Es gibt Fragen, die müssen einfach beantwortet werden, wenn man sich beim Benzin etwas besser auskennen will. Daher sehen wir uns dieses Benzin genauer an.
Die Grundlagen für das Benzin, das wir heute verwenden, wurden von Michael Faraday entwickelt. Faraday wurde am 22. September 1791 in Newington England geboren und war ein bedeutender Experimentalphysiker. Man kennt ihn auch in der Elektrotechnik mit dem faradayschen Käfig. Seine durchgeführten Experimente mit Kohlenwasserstoffen führten letztlich zu einem Stoff, der korrekt Benzol genannt wird. Michael Faraday verstarb am 25. August 1867 in Hampton Court Green.
Die ersten Benzine wurden aus Harzen hergestellt und man konnte den Treibstoff nur in Apotheken beziehen. Bekannt wurde hier die Fahrt der Frau Benz, die in einer Apotheke Benzin für ihren Wagen beziehen musste. Das war dann der Beginn der Tankstellen. Mittlerweile kann man Benzin in grossen Mengen bei der Raffinerie von Erdöl erzeugen. Die Petrochemie hat dem Treibstoff den Durchbruch verschafft.
Die Eisenbahn hat bei den mit diesen Motoren ausgerüsteten Fahrzeugen schon sehr früh festgestellt, dass Benzin nicht der richtige Stoff für die Eisenbahn ist. Die schnell laufenden Motoren und die schlechten Drehmomente waren für die Eisenbahn, wo eher Kraft gefragt ist, ungeeignet. Deshalb verschwanden die mit Benzin betriebenen Fahrzeuge sehr schnell und mit ihnen auch die Triebwagen mit thermischen Antrieben.
Die Diesellokomotive: Die Diesellokomotive ist schon bekannter, denn diese Lokomotiven konnten sich durchsetzen. Mit den Diesellokomotiven verschwanden somit die letzten Dampflokomotiven aus dem planmässigen Dienst. Auch hier gab es anfänglich Triebwagen, aber bei diesen Modellen setzten sich die Lokomotiven auch durch. Daher werden heute sowohl Lokomotiven, als auch Triebwagen verwendet. Für uns bedeutet es, dass wir dem Stoff ebenfalls etwas auf den Zahn fühlen.
Dieselöl ist ein Stoff, der aus Erdöl gewonnen wird. Dabei entsteht er bei der Destillation. Der Treibstoff setzt sich dabei aus Kohlenwasserstoffen zusammen und ist nahe Verwandt mit dem Kerosin, das in der Luftfahrt verwendet wird.
Dieselöl ist nicht so gut brennbar, wie Benzin. Das erkennt man auch bei der Kennung, denn bei Dieselöl wird die Kennzeichnung 30-1202 verwendet. Damit liegt hier der Flammpunkt deutlich über jenem von Benzin.
Der Kraftstoff Diesel ist nach dem Erfinder des damit betriebenen Motors benannt worden.
Rudolf Christian Karl Diesel wurde am 18. März 1858 in Paris geboren. Der Deutsche entwickelte den Dieselmotor und verhalf so diesem Treibstoff zum Durchbruch. Daher wurde das Dieselöl nach Diesel benannt.
Rudolf Christian Karl Diesel verstarb am 29. September 1913. Er wurde zuletzt lebend im Ärmelkanal auf dem Fährschiff Dresden gesehen.
Grundsätzlich entspricht das Dieselöl dem zum Heizen verwendeten Heizöl. Der Unterschied liegt aber bei der Versteuerung des Treibstoffes, denn bei Dieselöl wird Kraftstoffsteuer erhoben und bei Heizöl nicht. Das gilt auch bei den Eisenbahnen, denn dort wird ebenfalls mit Dieselöl gearbeitet. Jedoch fuhren die entsprechend ausgerüsteten Dampflokomotiven mit Heizöl. Daher müssen wir den Unterschied in den Vorschriften ansehen.
Dampflokomotiven, die mit Heizöl beheizt werden, heizen eben das Wasser auf und betreiben keinen Motor. Daher kann dort Heizöl verwendet werden. Gefahren wurde bei den Dampflokomotiven mit Dampf. Bei Lokomotiven mit Dieselöl wird jedoch ein Motor betrieben und so das Fahrzeug direkt bewegt. Deshalb gilt hier die Verkehrssteuer und sie wird deshalb auch erhoben. Ob Strasse oder Bahn, spielt dabei keine Rolle. Steuern zahlen muss wirklich jeder.
Durchsetzen konnte sich letztlich der mit Diesel betriebene Motor. Wir dürfen daher ohne Probleme von Diesellokomotiven sprechen. Dabei benutzt man also den Treibstoff um den Typ der Lokomotive zu bezeichnen. Richtig müsste man aber von einem thermischen Triebfahrzeug sprechen. Wie Sie nun wissen, ist das richtig, denn es gab Modelle mit einem mit Benzin betriebenen Motor.
Wenn ich ab jetzt ausschliesslich von der Diesellokomotive spreche, betrifft das natürlich auch alle anderen mit einem Dieselmotor ausgerüsteten Fahrzeuge. Die Diesellokomotive verkörpert hier die entsprechende Antriebstechnik. Damit wir einen logischen Ablauf bei der Vorstellung dieser Antriebstechnik erhalten, mache ich das so logisch wie möglich. Ich beginne deshalb am Anfang und somit beim Treibstoff. Doch lesen Sie selber, was es alles braucht, dass dieser Motor letztlich angetrieben wird.
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