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Wie bereits schon erwähnt, lebte Wilen lange Zeit hauptsächlich von der Landwirtschaft, später zu einem Teil auch noch von Weberei und Stickerei. Doch im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts konnten sich auch Bäckereien, Dorfläden, eine Metzgerei, Molkerei, Färberei und Seilerei ansiedeln.
Wohl so manche Wilenerin oder mancher Wilener mag sich noch an die kleinen Dorfläden von Frau Ade-Kaufmann und Fräulein Müller erinnern. Ersterer, an der Dorfstrasse 45, wurde im Jahre 1918 von Alfred Kaufmann-Sager übernommen. Zehn Jahre später trat er der Usego Union Olten bei, erweiterte seinen Laden und betrieb im Obergeschoss eine Kaffeerösterei. Nach seinem Tode übernahmen seine Frau und älteste Tochter das Geschäft, zwei Jahre später dann die Tochter Trudy Ade-Kaufmann, welche im Jahre 1965 das Geschäft in einen Selbstbedienungsladen verwandelte. Im Jahre 1987 schliesslich, als ein neuer grosser Dorfladen (heute „Spar“) eröffnet wurde, wurde dieser kleine Laden geschlossen. Heute befinden sich in dieser Liegenschaft zwei Wohnungen.
Der Dorfladen von Fräulein Müller befand sich an der Dorfstrasse 36. Ihr Vater August Müller richtete diesen im Jahre 1926 ein – im Handsticklokal neben seinem Wohnhaus.1951 wurde das Geschäft von Helen Müller übernommen, die es erweiterte und mit einem neuen Eingang versah. Doch auch dieser Laden schloss Ende der 1980er Jahre seine Türen.
Die Spezereihandlung zur Sonne weist die älteste Vergangenheit auf. Schon vor ungefähr 170 Jahren stand an der Ringstrasse 4 das Restaurant mit Bäckerei, welches Josef und Luise Pfiffner-Bernet im Jahre 1943 schliesslich übernahmen. Lange Jahre wurden Restaurant und Bäckerei weiterbetrieben, bis schliesslich die Herausgabe der Brotwaren eingestellt und nur noch das Restaurant weitergeführt wurde. Eine zweite Bäckerei befand sich hinter dem Restaurant Sonne, doch diese gab bereits Anfang der 1980er Jahre ihren Betrieb auf.
Auch die Metzgerei an der Freudenbergstrasse 2, die Molkerei an der Dorfstrasse 21 und die Seilerei K. Richli-Glarner an der Dorfstrasse 14 existieren heute nur noch in den Erzählungen unserer älteren Dorfbewohnerinnen und Dorbewohner weiter. Doch mit dem Verschwinden des alten Gewerbes wurden natürlich auch die Grundlagen für das neue gelegt.
Text: Gottfried Peter, Daniela Wiesli