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Fall 1
Nach einem Gutachten im Auftrag einer IV-Stelle wurde das Rentengesuch eines Landwirtes abgelehnt. Anlässlich eines Unfalles hatte er sich multiple, teilweise schwere Verletzungen zugezogen und fühlte sich seither in seiner Arbeitsfähigkeit bei der Bewirtschaftung eines grossen landwirtschaftlichen Betriebes nicht mehr vollständig arbeitsfähig. Das orthopädische Gutachten war durch eine deutsche Fachärztin erstellt worden. Aus dem Inhalt ihres Fachgutachtens stellten wir fest, dass die Gutachterin sich nicht konkret mit den Anforderungen eines Landwirtschaftsbetriebes auseinandergesetzt hatte und auch das von ihr definierte Belastbarkeitsprofil nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprach. Aus dem «sezierten» Text wurde offenbar, dass die Gutachterin die gemachten Beschwerdeangaben des Antragsstellers ganz falsch interpretierte. Die Wortwahl in seinem Dialekt, welche wir Schweizer problemlos richtig einordnen können, wurde in ihrem Gutachten in einem völlig anderen Zusammenhang interpretiert und es entstand eine ungerechte Schlussfolgerung einer «wahnhaften» Beschwerdeschilderung. Dass der Begutachtete sich nach der Begutachtungsphase nicht mehr anziehen konnte und er dies auch unmissverständlich kommunizierte, wurde im Gutachten mit keinem Wort erwähnt. Das Gutachten entsprach aus unserer Sichtweise mehrfach nicht den Leitlinien und würdigte die Aussagen des Patienten bei weitem nicht genügend. Damit hat es den Zweck einer objektiven Beurteilung nicht erfüllt. In Zusammenarbeit mit dem Rechtsvertreter wurde erreicht, dass das Gutachten, auf dem die Ablehnung beruhte, nochmals überprüft wurde und schliesslich als nicht genügend beurteilt wurde.
Fall 2
Eine Lebensversicherung hatte sich bei ihrer Bearbeitung eines Rentenantrages auf die Abklärungen der Unfallversicherung gestützt und den Anspruch negativ beantwortet. Durch einen Verkehrsunfall hatte sich der Versicherte in sehr komplexer Weise lebensbedrohlich verletzt, unter anderem auch im Unterleib. Er machte seither auch eine eingeschränkte Sexualfunktion geltend. Auf seine deutlich formulierte Beschwerdeschilderung wurde nicht eingegangen, sondern eine psychische Komponente dafür verantwortlich gemacht. Erst nach Involvierung von MediCore wurde von Seiten des Orthopäden und anschliessend Urologen eine eher seltene neurourologische Abklärung veranlasst. Es wurde eine somatische Störung festgestellt, welche erst durch diese Diagnose auch positiv behandelt werden konnte.