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Mit dem Vijnanabhairava liegt uns eine klassische tantrische Schrift des nicht-dualistischen Kashmir-Shivaismus vor.
Die Göttin, Shakti, die zwar selbst um die höchsten Geheimnisse weiss, bittet ihren Gemahl, Shiva, ihr das Mysterium seiner Wesensnatur so zu erklären, dass sie es den Menschen in einer ihnen verständlichen Sprache vermitteln kann. Aus dem daraus folgenden Dialog zwischen Shiva und Shakti entstehen eine Reihe von Meditationsanweisungen, die helfen, göttliches Bewusstsein zu erlangen. Der Suchende kann sich aus 112 Übungen diejenigen auswählen, die ihn am meisten ansprechen.
Die Shakti, die untrennbar mit Shiva verbunden ist, tritt hier scheinbar in eine Dualität zu Shiva, und nach getanem Werk vereinigt sie sich wieder mit ihm in Glückseligkeit.
Jaideva Singh (1893-1986) war ein grosser Gelehrter der Musik, Philosophie und des Sanskrit. Er stand dem Y.D.College in Lakhimpur Kheri vor, war Chefproduzent beim All-India-Radio und unter anderem Vorsitzender der U.P. Sangit Natak Akademie. 1974 wurde er von der indischen Regierung mit dem Padma Bhushan Preis ausgezeichnet. Später siedelte er nach Varanasi über, um mit M.M. Gopinath Kaviraj zu studieren. Den letzten Teil seines Lebens widmete er dem Studium des Kashmir-Shivaismus.
Er übersetzte eine Reihe grundlegender Texte zu diesem Thema aus dem Sanskrit ins Englische. Gabriele Schindler übernahm die Übertragung ins Deutsche, so dass wir das Werk von Jaideva Singh jetzt auch erstmalig dem deutschsprachigen LeserInnenkreis zugänglich machen können.