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Alkohol
Der Konsum von Alkohol ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Das Trinken von Wein, Bier und anderen alkoholischen Getränken ist ein Bestandteil der Ess- und Trinkkultur. Alkohol hat eine entspannende, enthemmende und berauschende Wirkung.
Von Alkoholmissbrauch spricht man, wenn der Konsum von Alkohol ein schädigendes Mass annimmt – wenn aus dem Genuss- ein Suchtmittel wird. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) konsumieren in der Schweiz etwa eine Million Menschen Alkohol auf eine Art, die ihnen längerfristig schadet. Alkoholmissbrauch kann zu gravierenden gesundheitlichen und sozialen Problemen – bis hin zum Tod – führen.
Risikokategorien
Internationale Standards definieren drei verschiedene Kategorien des Konsums: Risikoarmer und problematischer Alkoholkonsum sowie Alkoholabhängigkeit.
Risikoarmer Alkoholkonsum
Wer massvoll und der Situation angepasst Alkohol trinkt, konsumiert risikoarm Alkohol. Gemäss Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Grenze für Frauen bei 20 Gramm reinen Alkohols pro Tag und für Männer bei 40 Gramm. 10 Gramm entsprechen 0,1 Liter Wein oder 0,25 Liter Bier. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung konsumiert risikoarm Alkohol.
Problematischer Alkoholkonsum
Wer übermässig viel Alkohol konsumiert, riskiert damit gesundheitliche Schäden und nimmt in Kauf, dass andere Personen darunter leiden. In diesem Zusammenhang spricht man von problematischem Konsum. Diese Kategorie lässt sich in verschiedene Stufen unterteilen:
- Chronischer Konsum
Wer regelmässig Alkohol trinkt und die Menge überschreitet, die gemäss internationalen Standards als risikoarm gilt, gehört zur Gruppe der chronischen Konsumentinnen und Konsumenten.
- Rauschtrinken
Wenn Männer und Frauen innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine grosse Menge Alkohol konsumieren, spricht man von Rauschtrinken. Gemäss internationalen Standards sind das bei Männern mindestens fünf Gläser und bei Frauen mindestens vier Gläser Alkohol. Dieses Konsummuster ist unter Jugendlichen besonders ausgeprägt.
- Situationsunangepasster Konsum
Wenn der Alkoholkonsum mit besonderen Risiken verbunden ist, spricht man von situationsunangepasstem Konsum. Darunter fallen zum Beispiel Alkoholkonsum am Arbeitsplatz, im Strassenverkehr, bei Schwangerschaft oder bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten.
Alkoholabhängigkeit
Eine Alkoholabhängigkeit kann sich je nach Person und Situation unterschiedlich auswirken. Starkes Verlangen nach Alkohol, zunehmender Kontrollverlust und die Fokussierung auf die Substanz sind wesentliche Merkmale einer Alkoholabhängigkeit. Wird der Konsum fortgesetzt, obwohl gesundheitliche Probleme auftreten oder Schäden bestehen, weist dies auf eine starke Alkoholabhängigkeit hin. In der Schweiz sind gegen 300‘000 Personen alkoholabhängig. Die Männer sind mit einem Anteil von zwei Dritteln stärker betroffen als Frauen.
Folgen des Alkoholmissbrauchs
Physische Folgen
Der übermässige Konsum von Alkohol führt zu gesundheitlichen Problemen. Am häufigsten treten Krankheiten der Leber, der Bauchspeicheldrüse, des Herz- und Kreislaufs sowie Gefässkrankheiten auf.
Psychische Folgen
Personen, die an einer Alkoholabhängigkeit leiden, sind häufig auch psychisch krank. Von sogenannten Doppel- oder Mehrfachdiagnosen sind rund 65 Prozent aller Alkoholabhängigen betroffen. Besonders oft treten in Kombination mit einer Suchterkrankung Depressionen sowie Angst- und Persönlichkeitsstörungen auf.
Soziale Folgen
Die Abhängigkeit von Alkohol führt nicht nur zu physischen und psychischen Folgeschäden, sondern wirkt sich auch auf das Sozialverhalten der betroffenen Person aus. Das kann unter anderem zu Arbeitsplatzverlust, zu Unfällen, Gewaltausübung unter Alkoholeinfluss, Trennung, Scheidung, Schulden, Obdachlosigkeit oder zu Straftaten führen.