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Viele Studien gehen davon aus, dass uns Menschen äussere Umstände in die Monogamie zwangen. Eine wissenschaftliche Arbeit der University of Waterloo in Kanada etwa behauptet, dass Monogamie mit dem Aufkommen von sexuell übertragbaren Krankheiten die vorherrschende Beziehungsform wurde.
Zwei Psychologinnen der Rutgers University in New Jersey hingegen sind der Meinung, dass der Ursprung für Monogamie schon im Gehirn liegt. Unsere Wahrnehmung trickst uns nämlich aus, damit wir monogam bleiben - so die Annahme. Sie führten an 131 heterosexuellen Studenten ein Experiment durch, das sie in dem Magazin "Personality and Social Psychology Bulletin" veröffentlichten.
Für ihre Studie erzählten sie den Teilnehmern, sie würden einen Gedächtnistest absolvieren: Auf einem Zettel war der Name einer Person des jeweils anderen Geschlechts mit Foto, Hobbys und Beziehungsstatus zu lesen. Die Probanden wurden gebeten, sich alles gut einzuprägen, da es sich bei der fiktiven Person um einen "zukünftigen Kollegen" handeln würde.
Anschliessend mussten sie den neuen Kollegen aus einer Reihe von Fotos wieder erkennen. In Wahrheit waren die Fotos aber bearbeitet, sodass derselbe Mann oder dieselbe Frau auf manchen Fotos hässlicher oder attraktiver wirkte. Die Ergebnisse sind verblüffend: Wenn jemand vergeben ist, scheint das Gehirn ihn oder sie auszutricksen, Menschen des anderen Geschlechts hässlicher wahrzunehmen, als sie eigentlich sind.
Befanden sich Teilnehmer in einer Beziehung, lagen sie meistens daneben, wie der "neue Kollege" aussieht. Sie schätzten ihn zumeist hässlicher ein - vor allem dann, wenn auf dem Merkblatt über die Person davor "Single" angegeben war. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist Vorsicht geboten, da die relativ kleine Stichprobe nicht aussagekräftig ist.
Vor allem wirft die Studie einmal mehr die alte Frage auf: Was genau ist eigentlich hässlich und was ist attraktiv? Schön ist es in jedem Fall zu sehen, dass wir offensichtlich unseren eigenen Partner für den attraktivsten halten - ob wir wollen oder nicht.