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Der Berninapass verbindet das Engadin im Norden mit dem Puschlav und dem italienischen Veltlin im Süden. Der Pass bildet die einzige wirklich gut brauchbare Verbindung und somit die
Hauptverkehrsader zwischen Engadin und Veltlin. Gegenüber Septimer und Splügen durch die periphere Lage im Nachteil, führte über den Bernina zu keiner Zeit eine alpenquerende Transitroute
von europäischer Bedeutung. Eine gewisse Bedeutung für den touristischen Verkehr erhielt der Bernina erst mit der Eröffnung der Berninabahn ab 1910, als die Gesamtstrecke eröffnet werden konnte.

Bei der Begehung 1936 stellte man fest, dass eine starre Sperrstellung auf der Passhöhe wegen der weiten, unübersichtlichen Moränenlandschaft nicht geeignet ist. Eine passende Stelle fand
man schliesslich 6 km nördlich der Passhöhe bei Berninahäuser. An dieser Stelle befand sich bereits im Ersten Weltkrieg eine Verteidigungsstellung aus Schützengräben und Artilleriestellungen.
Erst mit der beweglichen Verteidigung während des Kalten Kriegs sollte man auch auf der Passhöhe Waffenstellungen, Unterstände und 1973 sogar einen 8.1 cm Festungsminenwerfer errichten.
Bei der Rekognoszierung des Standorts im Frühsommer 1936 wurde schliesslich beschlossen, dass auf der Passhöhe eine Vorsperre in Form einer Strassenbarrikade erstellt wird und diese mobil
verteidigt werden soll. An der Hauptsperre war geplant, links und rechts je ein MG Werk mit jeweils zwei MG als Felskavernen zu erstellen. Im MG Werks links sollte zusätzlich ein Lagerraum für
eine Infanteriekanone (IK) und zwei Minenwerfer geschaffen werden. Das Panzerhindernis sollte auf Höhe der ehemaligen Schützengräben erfolgen.
Bis zum Winter 1936/37 wurden nur die Strassenbarrikaden auf der Passhöhe und bei der geplanten Sperrstelle erstellt. Die Planungsarbeiten gingen weiter und im Rahmen der Überarbeitung wurde
auch die Konfiguration der Werke nochmals geändert. Offenbar erachtete man nun die Invasionsgefahr über den Bernina als massiv grösser, denn es sollte in beiden Werken zusätzlich noch jeweils
eine IK eingebaut und Bernina links um ein drittes MG ergänzt werden. Die Bauarbeiten an den beiden Werken starteten im April 1938. Jedoch wurde nun nur Bernina links mit einem IK Stand
ausgerüstet, während Bernina rechts dafür um ein drittes MG erweitert wurde. Der Rohbau war jeweils bis Ende 1938 fertiggestellt und die Waffen eingebaut. Jedoch dauerte der Innenausbau bis
über die Mobilmachung im September 1939 hinaus. Das Panzerhindernis in Form von dreireihigen Natursteinblöcken, ergänzt mit Schienenhindernissen links und rechts wurde erst im Mai 1939 errichtet.
Plan des Infanteriewerks A7675 Bernina rechts
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A7675 Bernina rechts
GPH Berninahäuser
A7676 Bernina links
Festungsminenwerfer
A7664 Bernina Hospiz