Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03559.jsonl.gz/1535

Navelbine ist ein sogenanntes Zytostatikum und enthält den Wirkstoff Vinorelbin, welcher die Zellteilung und dadurch die Wucherung von Krebszellen hemmt.
Navelbine darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.
Navelbine Weichkapseln zum Einnehmen werden zur Behandlung einer Form von Lungenkrebs (nicht-kleinzelliger Lungenkrebs) zusammen mit einem anderen Zytostatikum (Platin-Verbindung) das intravenös verabreicht wird oder bei Brustkrebs, der lokal fortgeschritten ist oder Ableger (Metastasen) gebildet hat, alleine oder zusammen mit Capecitabin, einem weiteren Zytostatikum angewendet.
Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.
In der Schwangerschaft und Stillzeit (siehe auch «Darf Navelbine während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).
Bei schweren Lebererkrankungen.
Bei Magen-Darm-Erkrankungen mit erheblicher Beeinträchtigung der Aufnahme von Arzneimitteln und Nährstoffen.
Bei Operationen mit teilweiser Entfernung von Magen oder Dünndarm.
Bei starker Verminderung der weissen Blutzellen.
Bei schweren Infektionen.
Bei einem nicht operierbaren nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, der eine Langzeit-Sauerstofftherapie benötigt.
Der Arzt bzw. die Ärztin wird häufig die Zahl der Blutzellen kontrollieren und bei einer Verminderung gegebenenfalls die Dosis anpassen.
Unter der Anwendung von Navelbine kann es vermehrt zu Infektionen kommen. Bei den ersten Anzeichen einer Infektion informieren Sie deshalb unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor Behandlungsbeginn, wenn Sie an einer Herzerkrankung wie Angina pectoris leiden oder einen Herzinfarkt erlitten haben.
Informieren Sie auch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an einer Erkrankung des Nervensystems leiden. Navelbine sollte in diesem Fall nur mit grosser Vorsicht eingenommen werden.
Wenn Sie im Bereich der Leber bestrahlt werden, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber. Sie sollten Navelbine in diesem Fall nicht einnehmen.
Patienten mit einer Fructose-Unverträglichkeit sollten Navelbine Weichkapseln wegen des enthaltenen Sorbitols nicht anwenden. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an dieser Unverträglichkeit leiden.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen: Es wurden keine speziellen Untersuchungen dazu durchgeführt. Auf Grund der möglichen unerwünschten Wirkungen wie z.B. Erbrechen und Übelkeit ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln: Die Kombination von Navelbine mit anderen Arzneimitteln, die ebenfalls die Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigen, kann diesen Effekt verstärken.
Die gleichzeitige Einnahme von gewissen Antibiotika (z.B. Troleandomycin) oder Pilzmitteln (Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol) kann die Nebenwirkungen von Navelbine verstärken.
Navelbine kann die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Acenocoumarol, Phenprocoumon) verstärken.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Navelbine darf während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Frauen im gebärfähigen Alter müssen zuverlässige empfängnisverhütende Massnahmen treffen. Melden Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin unverzüglich, wenn Sie während der Behandlung mit Navelbine schwanger werden.
Wenn Sie stillen, dürfen Sie Navelbine nicht einnehmen. Vor der Behandlung mit Navelbine ist deshalb abzustillen.
Die Navelbine Weichkapseln werden einmal pro Woche eingenommen. Die Dosis wird auf Grund der Körperoberfläche berechnet. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen mitteilen, welche Weichkapselstärke Sie anwenden und welche Anzahl Weichkapseln Sie einnehmen müssen. Er/sie wird die Dosis Ihren Blutwerten anpassen und bei einer Einschränkung der Leberfunktion reduzieren.
In jedem Fall darf die Gesamtdosis keineswegs 160 mg pro Woche überschreiten.
Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Navelbine behandelt werden.
Die Navelbine Weichkapseln befinden sich in einer kindergesicherten Packung, die wie folgt zu öffnen ist:
1. Schneiden Sie den Blister entlang der schwarz gepunkteten Markierung mit einer Schere auf.
2. Entfernen Sie die weiche Plastikfolie.
3. Drücken Sie die Weichkapsel durch die Aluminiumfolie.
Navelbine Weichkapseln sind unzerkaut und ohne zu lutschen mit Wasser einzunehmen, am geeignetsten mit einer Mahlzeit.
Haben Sie versehentlich eine Weichkapsel zerkaut oder gelutscht, sollten Sie unverzüglich den Mund mit Wasser ausspülen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort benachrichtigen.
Beschädigte Weichkapseln dürfen nicht geschluckt werden und sollten dem Arzt oder Apotheker bzw. der Ärztin oder Apothekerin zur ordnungsgemässen Entsorgung zurückgegeben werden.
Bei jedem Kontakt der Haut, Schleimhaut oder Augen mit dem Weichkapselinhalt ist die betroffene Stelle mit viel Wasser zu waschen und der Arzt bzw. die Ärztin zu benachrichtigen.
Wenn einige Stunden nach Einnahme von Navelbine Weichkapseln Erbrechen eintritt, soll für diese Dosis keine Ersatzdosis in der gleichen Woche eingenommen werden. Informieren Sie in einem solchen Fall Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Navelbine auftreten:
Sehr häufig: Durch Bakterien, Viren oder Pilze verursachte Infektionen (welche an verschiedenen Stellen im Körper lokalisiert sein können), Abnahme der weissen und roten Blutkörperchen und der Blutplättchen, Verschwinden von Sehnenreflexen, Störungen der Motorik, Übelkeit und Erbrechen (welche normalerweise durch eine geeignete Behandlung unter Kontrolle gebracht werden können), Durchfall, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Haarausfall, Müdigkeit, Fieber.
Häufig: Entzündung der Speiseröhre, Gelenkschmerzen, Kieferschmerzen, Muskelschmerzen.
Gelegentlich: Atemnot, Engegefühl in den Bronchien.
Selten: Abnahme des Salzgehaltes im Blut, Herzprobleme (z.B. Angina pectoris), Darmverschluss, Leberstörungen, Hautreaktionen.
Sehr selten: Lungenentzündung.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Navelbine Weichkapseln sind in der Originalpackung im Kühlschrank (+2 °C bis +8 °C) aufzubewahren.
Unbedingt ausser Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum verwendet werden.
Nicht gebrauchte Weichkapseln sind zum Arzt oder Apotheker bzw. zur Ärztin oder Apothekerin zurückzubringen, damit sie ordnungsgemäss entsorgt werden können.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Navelbine Weichkapseln enthalten 20 mg oder 30 mg Vinorelbin (als Vinorelbintartrat) als Wirkstoff sowie Hilfsstoffe.
56774 (Swissmedic).
Sie erhalten Navelbine Weichkapseln in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Es gibt folgende Packungen:
Navelbine 20 mg: 1 hellbraune Weichkapsel.
Navelbine 30 mg: 1 rosafarbene Weichkapsel.
Robapharm AG, 4123 Allschwil.
Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2010 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.