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Er war einer der bedeutendsten Regisseure Deutschlands: Helmut Dietl ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren in München, wie engste Familienkreise der dpa bestätigten. Nach Informationen von "Zeit Online" war seine Familie bei ihm, als er in seiner Wohnung starb.
Vor knapp eineinhalb Jahren hatte der einst starke Raucher seine schwere Lungenkrebs-Erkrankung öffentlich gemacht. "Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist", sagte er damals im Interview der "Zeit".
Erst im vergangenen Jahr, als er den "Bambi" für sein Lebenswerk bekam und das Publikum ihn mit Standing Ovations feierte, hatte er noch gesagt, er habe die 960'000 Zigaretten, die er in seinem Leben geraucht habe, überlebt - und könne nun den Lebenswerk-Preis in Empfang nehmen.
Für einen Oscar nominiert
Dietl wurde in den 1980er Jahren berühmt mit den Serien "Monaco Franze" und "Kir Royal". Zu seinen bekanntesten Filmen zählte "Schtonk" (1992), eine Persiflage auf die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher. Das Werk wurde für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert, was bis dahin für eine deutsche Komödie undenkbar gewesen war.
Ein Erfolg wurde auch die Komödie "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief", dessen Drehbuch Dietl gemeinsam mit Autor Patrick Süskind schrieb.
Mit grosser Begeisterung und viel Ironie deckte der im oberbayerischen Bad Wiessee geborene Dietl menschliche Schwächen auf und beleuchtete gesellschaftliche Kuriositäten.
Trauer um einen hochgeschätzten Kollegen
Sein Kollege Michael "Bully" Herbig, der die Hauptrolle in Dietls letztem Film "Zettl" spielte, wandte sich auf seiner Facebook-Seite mit bewegenden Worten an seinen Freund: "Ich muss Dir ja wohl nicht sagen, wie unfassbar traurig ich bin", schrieb er. "Du warst und bist mein Held. Als ich von Deinem Abschied erfahren habe, weinte auch der Himmel über Schwabing ... es hagelte sogar. Zu Recht, Regen alleine wäre ja auch nicht standesgemäss."
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte Dietl, den Träger des Bayerischen Verdienstordens, als einen "der ganz grossen deutschen Regisseure und Drehbuchautoren".
Er sei eine Institution gewesen. "Er hat Bayern und München mit seinen Werken tief in die Seele geschaut und damit unvergleichliche Charaktere geschaffen." Der bayerische Kunstminister Ludwig Spaenle nannte Dietl einen "grossen Chronisten der Seele Bayerns".
Dietl und die Frauen
Dietl pflegte bekannterweise viele Affären, die Dauer-Affäre mit Schauspielerin Veronica Ferres war dabei die schillerndste. Weil er seinen Lebenswandel auch mit Sätzen wie "Man kann nie genug blonde Frauen haben, aber auch nicht genug schwarzhaarige" garnierte, nahm ihm sein Publikum seine oft als Lebenskünstler angelegten Figuren ab. Dietl sah sich als Autorenfilmer - er schreibe immer auch über sich.
Der Filmemacher war in vierter Ehe mit seiner Frau Tamara verheiratet. Das Paar hat eine kleine Tochter. Aus einer früheren Beziehung stammt sein Sohn David, der als Regisseur ("König von Deutschland") in die Fussstapfen seines Vaters getreten ist.
SDA-ATS