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Frankreich, 1941. Ein deutscher Wehrmachtsoffizier wird bei einem älteren Mann und dessen Nichte einquartiert, die ihm als Zeichen des Widerstands über Monate hinweg mit konsequentem Schweigen begegnen. Der Offizier respektiert dies zunächst, doch jeden Abend teilt er den beiden in langen Monologen seine Verehrung für die französische Kultur und seine Hoffnung auf eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich mit. Als er allerdings erkennt, wie unvereinbar seine Ansichten mit der Politik der Nationalsozialisten sind, bittet er um seine Versetzung an die Ostfront.
Mit seinem Spielfilmdebüt Le silence de la mer adaptierte Jean-Pierre Melville die Résistance-Novelle von George Bruller alias Vercors ohne die Erlaubnis des Autors, traf aber mit diesem eine Abmachung: Hätte Vercors die Kinoversion nicht gemocht, hätte Melville das Negativ verbrennen müssen. Melville drehte auf eigene Faust, mit eigenem Geld und eigenem Risiko auf Filmresten, die er sich auf dem Schwarzmarkt besorgte. Das Risiko zahlte sich aus: Ihm gelang ein vielschichtiges Kammerspiel, das zu den bemerkenswertesten Widerstandsfilmen überhaupt zählt.
«Le silence de la mer ist in Wirklichkeit ein Dreiecksdrama, in dem zwei Menschen schweigen. (...) Auf die gewagteste Art und Weise gefilmt, mit einer neuen filmischen Sprache flüchtiger Ausdrücke und Blicke, hatte der Film einen bedeutenden Einfluss auf Robert Bresson und die ganze Nouvelle Vague.» (Chris Peachment, Time Out Film Guide)
Melville war Volker Schlöndorffs «Erster Meister»: «Le silence de la mer ist sein vielleicht schönster Film, ebenso minimalistisch und wortkarg wie Le samouraï. Es geht auch da schon um den Verzicht auf Liebe.» (volkerschloendorff.com)
Drehbuch: Jean-Pierre Melville, nach der Novelle von Vercors
Kamera: Henri Decaë
Musik: Edgar Bischoff
Schnitt: Jean-Pierre Melville, Henri Decaë
Mit: Howard Vernon (Werner von Ebrennac), Nicole Stéphane (Nichte), Jean-Marie Robain (Onkel), Ami Aaröe (Werners Braut), Denis Sadier (SS-Offizier)
87 Min., Farbe, DCP, F/e
10 Min., sw, Digital HD, D/Dialekt