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Das Wichtigste in Kürze
- Südafrikaner nehmen Abschied von Anti-Apartheid-Kämpfer und Nobelpreisträger Desmond Tutu.
- Heute Donnerstag wurde seine Leiche zur Aufbahrung in die Sankt-Georg-Kathedrale gebracht.
In einer feierlichen Zeremonie ist die Leiche des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers und früheren Erzbischofs Desmond Tutu in die Sankt-Georg-Kathedrale von Kapstadt gebracht worden.
Ganz Südafrika in Trauer
Angeführt von Tutus Nachfolger Thabo Makgoba trugen sechs Priester den schlichten Sarg des Verstorbenen am Donnerstag in die Kirche, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. In der für den friedlichen Kampf gegen die Apartheid wichtigen Kathedrale bleibt Tutus Leiche bis zur Beisetzung am Samstag aufgebahrt.
An der Zeremonie nahm auch Tutus Witwe Leah teil, mit der Tutu seit 1955 verheiratet war und vier Kinder hatte. Bevor der Sarg in die Kathedrale gebracht wurde, sprach der Erzbischof Makgoba ein Gebet. In ganz Südafrika hängen die Flaggen wegen des Tods des Anti-Apartheid-Kämpfers derzeit auf halbmast.
Rockstar «wie Elvis»
Joan Coulson und ihre Schwester gehörten zu den ersten, die am frühen Morgen Abschied von Tutu nahmen. «Wir sind gekommen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen», sagte Coulson.
Sie habe Tutu als 15-Jährige getroffen. «Heute bin ich 70», sagte sie. Tutu sei für sie ein Rockstar «wie Elvis» Presley gewesen.
Die Aufbahrung von Tutus Sarg sei auf zwei Tage ausgedehnt worden, weil «eine Massenpanik befürchtet» worden sei, sagte der Pastor Gilmore Fry zu AFP. Seit Tutus Tod am Sonntag kamen bereits hunderte Menschen in die anglikanische Kathedrale, um Blumen niederzulegen und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. In der Sankt-Georg-Kathedrale hatte Tutu als erster Schwarzer an der Spitze der anglikanischen Kirche in Südafrika bis 1996 gewirkt.
Kampf gegen Apartheid-Regime in Südafrika
Tutu, der 1984 für seine Opposition gegen das Apartheid-Regime in Südafrika den Friedensnobelpreis erhalten hatte, war am Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. An seiner Bestattung dürfen aufgrund der Corona-Bestimmungen nur 100 Trauergäste teilnehmen.
Wie Tutus Stiftung mitteilte, hatte sich der Friedensnobelpreisträger vor seinem Tod eine Trauerfeier mit wenigen militärischen Ritualen sowie einen schlichten Sarg gewünscht. Tutu habe darauf bestanden, dass es «keine prahlerischen oder verschwenderischen Ausgaben» für seine Bestattung gebe. Sogar der Sarg habe der «billigstmögliche» sein sollen. Am Tag der Beerdigung soll in der Kathedrale deshalb nur ein Nelken-Bouquet seiner Familie ausgestellt werden.