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Gegenwärtig wird zwar überall vom Ende des Verbrennungsmotors gesprochen, aber einige dieser Explosionsantriebe erzielen ungeahnte Werte. Das wird am nächsten Wochenende im kalifornischen Pebble Beach zu beobachten sein, wo die weltweit wichtigsten Auktionen für klassische Automobile stattfinden.
Am Freitagabend wird das Auktionshaus Gooding & Co. den hellblau-orangen Porsche 917K aus dem Jahr 1970, der einst der Schweizer F-1-Legende Jo Siffert gehörte, versteigern. Der Rennwagen mit Chassis-Nr. 917-024 wurde von Porsche zu Testzwecken 1970 in Le Mans eingesetzt – und am 25. Juni von Siffert direkt vom Werk erworben.
Im gleichen Jahr gelang es Porsche erstmals, mit einem baugleichen 917 das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu gewinnen – sowie den Titel als Markenweltmeister.
Die amerikanische Schauspieler-Ikone Steve McQueen, selber passionierter Motorsportler, drehte 1970 den Film «Le Mans», der später zum berühmtesten aller Rennfahrer-Filme avancierte. Um das Duell zwischen Ferrari und Porsche darzustellen, brauchte McQueen entsprechende Autos. Siffert beschaffte sie ihm, darunter auch seinen 917er.
Im Juli 1971, an seinem Geburtstag, fuhr Siffert den Rennwagen noch auf Freiburger Landstrassen, wie eine Foto seines Freundes Jean Tinguely dokumentiert. Kurz später, im Oktober 1971, kam Siffert beim F-1-Rennen in Brands Hatch auf einem BRM ums Leben.
Der französische Sammler Pierre Prieur erwarb seinen Porsche 1978, allerdings ohne Motor. Dort blieb er bis 2002, bis Uwe Meissner von Modena Motorsport den Wagen verstaubt in einer Scheune entdeckte und kaufte. Meissner restaurierte ihn und beschaffte einen originalen Motor.
Das über 600 PS starken 12-Zylinder-Triebwerk ist eine Spitzenleistung: Damit wollte der damalige Porsche-Ingenieur Ferdinand Piëch die Überlegenheit des luftgekühlten Motors (VW-Strategie) demonstrieren. Das Motorenöl zirkulierte zur Kühlung im filigranen Rohrrahmen aus Aluminium.
Bei der ersten Restauration wurde dieser Rahmen komplett neu aufgebaut, bei der zweiten Restauration durch die Sportgarage Graber in Toffen (BE) wurde der ursprüngliche Rahmen verwendet. «Bei diesem 917er handelt es sich um eines der originalsten Exemplare. Er müsste mindestens 15 Mio. $ erzielen», sagt Meissner.
Etwas günstiger kann man nächsten Freitag eine andere Ikone aus der Schweiz erwerben: RM Sotheby’s versteigert einen französischen Delahaye von 1946, der vom Berner Karosseriebauer Hermann Graber eingekleidet wurde. Er baute nur zwei Exemplare dieses Modells.
Für geschätzte 450 000 bis 650 000 $ soll der Wagen einen neuen Besitzer finden. Angetrieben von einem 3,6-Liter-Motor mit sechs Zylindern, besticht der restaurierte Wagen durch seine wohlproportionierten Rundungen und fliessenden, schnörkellosen Linien.