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Sich selbst befreien
Albert Einstein bekam 1950 einen Brief von einem Rabbi (dieser Brief wurde Jahre später in The New York Times sowie in der New York Post, jeweils 1972, zitiert), der eine seiner beiden Töchter bei einem Unfall verloren hatte. Der Rabbi fragte, welche Weisheit er seiner verbleibenden Tochter anbieten könne, die um ihre Schwester trauerte.
Einsteins Antwort:
“Wie alle Wesen ist der Mensch Teil des Ganzen, das wir “Universum” nennen, und rein äußerlich betrachtet von Raum und Zeit begrenzt. Er erfährt sich, seine Gedanken und Gefühle als etwas, das ihn von den anderen trennt, aber dies ist eine Art optischer Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis, das unsere eigenen Wünsche und unsere Zuneigung auf einige wenige Menschen beschränkt, mit denen wir näher zu tun haben. Unsere eigentliche Aufgabe besteht darin, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Mitgefühls und unserer Fürsorge auf alle Wesen und die Natur in ihrer ganzen Schönheit gleichermaßen ausdehnen. Auch wenn uns dies nicht vollständig gelingt, so ist doch bereits das Streben nach diesem Ziel ein Teil der Befreiung und die Grundlage für das Erlangen inneren Gleichgewichts.”
Offensichtlich finden wir mehr Erfüllung oder eine natürlichere Lebensart, wenn wir uns auf sinnvolle Weise mit anderen verbinden und damit die isolierenden Grenzen eines separaten “Ichs” sprengen. Körperliches Getrenntsein, körperliche Unterschiede, Separation oder Desintegration machen sich weniger stark bemerkbar, wenn wir unser “Ich” über die körperlichen Grenzen hinaus ausdehnen und erkennen, dass unser Handeln einen Einfluss auf das miteinander verwobene Netz von Lebewesen hat; dass wir in der Tat Bestandteil einer miteinander vernetzten Welt sind.
Wenn wir lernen, die optische Täuschung aufzugeben, wir seien getrennt voneinander, wenn wir die Vorstellung des Miteinander-Verwobenseins annehmen, verschiebt sich unser Umgang mit der Welt als Ganzes grundlegend zu einer rücksichtsvolleren und fürsorglicheren Lebensweise.
Mit einer aus dieser Erkenntnis geborenen innerlichen Haltung, versetzten wir uns in die Lage, den Lauf der kulturellen Evolution in eine positive Richtung fortzusetzen.
(Zitat Glückspilot)
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