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Neuer Ausländer
Die SCL Tigers wagen als letzte Trainerstützungs-Massnahme ein interessantes Experiment. Sie haben Eero Elo bis Saisonende verpflichtet.
Eero Elo hat gute Hände und einen guten Schuss. Laut Experten muss er aber an seinen läuferischen Fähigkeiten arbeiten und ist etwas hüftsteif. Bild: Chan Fan
Welchen neuen ausländischen Stürmer braucht ein Team, das auf dem letzten Platz darbt, am wenigsten Tore erzielt und am meisten Treffer kassiert hat? Einen "Sniper", einen Vollstrecker also. Oder doch nicht?
Mit Eero Elo (26) hat Sportchef Jörg Reber tatsächlich einen "Sniper" gefunden. Es gibt auf dem Markt keinen Stürmer, der ausgeprägter als Eero Elo diesen Spielertypen personifiziert. Er ist gross, kräftig, mit Zug zum Tor und hat feine, schnelle Hände. Und dann hat er erst noch einen Namen, der sich sehr gut für die Sprechchöre der Fans eignet. Die perfekte Lösung also?
Wenn ein Spieler ein ausgesprochener Spezialist ist, dann passt er nicht einfach in jedes Team. Seine besten Werte erreichte Eero Elo im gut strukturierten, berechenbaren finnischen Systemhockey. Wenn er beispielsweise in Finnland am hinteren Torpfosten lauerte, dann bekam er dann Pass dorthin. Seine Abschlussqualitäten sind gut genug für die NLA und er würde gut in ein Team passen, das ein gut strukturiertes Hockey spielt wie beispielsweise Servette oder Davos oder zumindest auf dem Weg zu geordnetem Hockey ist wie Bern oder die ZSC Lions.
In der NLA wird indes mehrheitlich wildes "Firewagon-Hockey" zelebriert. Schnelles, wildes, nicht immer strukturiertes, spektakläres und unterhaltsames Hockey. Auch von den SCL Tigers. Der ideale Ausländer wäre also für das Schlusslicht ein schneller, beweglicher, smarter Center, der das Spiel ordnen kann. Aber den idealen Ausländer gibt es im Herbst eben nicht. Ein Sportchef, der unbedingt den Trainer im Amt behalten und daher eine sofortige Trainer-Stützungsmassnahme braucht, muss nehmen, was zu haben ist. In diesem Falle Eero Elo. Er ist in der KHL bei Novosibirsk nach acht Spielen (1 Tor/3 Assists) aus dem Vertrag entlassen worden. Weil er wieder nach Westeuropa zurückkehren wollte. Weil die Vertragsauflösungen in der KHL von der Liga reglementiert worden sind (sonst wäre es immer schwieriger geworden, Spieler und Trainer aus dem Westen zu bekommen) sind die finanziellen Angelegenheiten bereits geregelt. Die Langnauer bekommen Eero Elo recht günstig, für etwas mehr als 150 000 Franken netto bis Ende Saison - ergibt Bruttokosten von rund 300 000 Franken. Unmittelbar nach dem Spiel in Ambri hat Sportchef Jörg Reber vom Verwaltungsrat "grünes Licht" bekommen.
Die alles entscheidende Frage ist nun: gelingt es den Langnauern, Eero Elo ins Spiel zu integrieren? Wenn ja, kann er die Torproduktion erhöhen und etwas zur Amtszeitverlängerung von Scott Beattie beitragen. Wenn nein, ist er ein Fehltransfer.
Im Idealfall bildet er mit Chris DiDomenico oder Rob Schremp ein Duo. Diese beiden Center können den etwas hüftsteifen finnischen Scharfschützen mit Pucks "füttern". Das müsste eigentlich möglich sein.
So haben wir jetzt eine neue Ausgangslage. Sage mir, wie gut Eero Elo funktioniert und ich sage Dir, wie lange Scott Beattie noch Trainer bleibt.