Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03629.jsonl.gz/56

Keiner war so heiter wie Robin Williams
Heute wäre sein 70. Geburtstag: Tragischerweise hat sich der Komiker und Schauspieler Robin Williams 2014 für den Freitod entschieden. Was bleibt, sind seine unvergesslichen Filme.
Robin Williams galt als einer der Grossen in Hollywood, denn er konnte Menschen zum Lachen, zum Nachdenken und zum Weinen bringen. Als einfühlsamer Charakterdarsteller begeisterte er das Kinopublikum in zuverlässiger Regelmässigkeit. Spätestens seit seiner Rolle als gewitzter Radiomoderator in «Good Morning, Vietnam» (1987) ist er in Hollywood ein fester Begriff. Für den Film erhielt er seine erste Oscar-Nominierung sowie einen Golden Globe.
Bis er seinen ersten Oscar in der Hand halten konnte, musste er sich jedoch gedulden. 1994 war er mit dem Film «Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen» nah dran: Der Film wurde in der Kategorie fürs beste Make-up ausgezeichnet.
Robin Williams erinnert sich an seinen Oscargewinn – und äfft Jack Nicholson nach, der jetzt «einen für jedes Jahrzehnt habe».
Graham Norton
Im Vorfeld wollte sich Robin Williams selbst von der Glaubwürdigkeit seines Frauenkostüms vergewissern. Er ging verkleidet in einen nahen Sexshop und wollte sich über das Sortiment erkundigen. Die optische Verwandlung in eine resolute Sechzigjährige schien kurz zu überzeugen. Als ihn der Angestellte erkannte, forderte er ihn zum Gehen auf.
Im Jahr 1998 klappte es endlich für einen Oscar: Robin Williams erhielt ihn für seine Rolle als Sean Maguire in «Good Will Hunting». In einem Interview gestand er, dass er vor lauter Aufregung vergass, in seiner Rede seiner Mutter, die im Publikum sass, zu danken.
Robin Williams, der erste berühmte Synchronsprecher
Vor allem dank Robin Williams in der Sprechrolle als Flaschengeist Dschinni wurde der Disney-Trickfilm «Aladdin» zum Kassenschlager. Der Erfolg des Animationshits führte dazu, dass zunehmend prominente Schauspieler als Synchronsprecher verpflichtet wurden.
Dabei wurde die Rolle des quirligen Flaschengeists Dschinni eigens für den Comedian geschrieben. Er improvisierte bei vielen seiner Dialoge, was zur Folge hatte, dass die Academy eine Nominierung als bestes Drehbuch ablehnen musste.
Offenbar war das Ausnahmetalent während der Aufnahmen im Tonstudio dermassen in Fahrt, dass er an die 30 Gags pro Minute kreierte. Es gäbe sogar genügend Material für einen weiteren Film, aber Robin Williams hat in seinem Testament verfügt, dass keine aufgezeichneten Performances oder Sprachaufnahmen bis 25 Jahre nach seinem Tod genutzt werden dürfen.
Zwischen Tod und Komik
Privat bewies Robin Williams ein grosses Herz und zeigte abseits der Kamera unterschiedliche Interessen. So unterstütze der Comedian und Schauspieler 50 Wohltätigkeitsorganisationen und setzte sich für deren Belange ein.
Er unterhielt eine einzigartige Freundschaft mit einer Gorilla-Dame. Die beiden lernten sich 2001 kennen, nachdem ihn das intelligente Tier in einem Film gesehen und anschliessend erkannte hatte. Robin Williams war ein passionierter Radfahrer und besass zeitweise eine Sammlung mit 100 Velos. Er nahm sogar an Hobbyrennen teil und besuchte mehrfach die Tour de France.
Ausserdem hatte er eine Vorliebe für Video-Games. Er benannte sogar seine Tochter Zelda nach der Prinzessin aus den «The Legend of Zelda»-Spielen.
Allerdings führte er nicht immer ein sorgenfreies Leben. In den 1970er- und 1980er-Jahren hatte er mit Alkohol und Drogen zu kämpfen, darauf folgte 2006 ein Rückfall. Als 2014 bei ihm Parkinson diagnostiziert wurde, entschied sich der Hollywood-Star seinem Leben ein Ende zu setzen.
Am 21. Juli 2021 wäre Robin Williams 70 Jahre alt geworden.