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Sendung «Schawinski» mit Klimaexperte Prof. Dr. Thomas Stocker beanstandet
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Mit Ihrem Brief vom 3. September 2018 beanstandeten Sie die Sendung «Schawinski» (Fernsehen SRF) vom 27. August 2018, als der Klimaexperte Prof. Dr. Thomas Stocker von der Universität Bern zu Gast war.[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.
A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:
„Als Gründungsmitglied des ‚Klimamanifest von Heiligenroth‘ [2] beschwere ich mich über mehrere sachlich- und faktisch-falsche Behauptungen in der SRF1-Sendung ‚SCHAWINSKI‘ am Montag, 27.08.2018. Konkret wird die Beschwerde u.a. wegen folgender Behauptung von Roger Schawinski nach etwa Minute 2 in seiner Sendung eingereicht, auf der leider dann noch weitere kritikwürdige Behauptungen in der Sendung aufbauten, die dokumentieren, dass Roger Schawinski auf das Gespräch mit Thomas Stocker schlecht und unzureichend vorbereitet war:
Beschwerdepunkt #1:
Roger Schawinski behauptet ca. bei Minute 2:
<O.K., Sie sind seit 20 Jahren auch im UNO-Weltklimarat ein führendes Mitglied [T. Stocker fällt R. Schawinski ins Wort: Jetzt nicht mehr] IPCC, sind unter anderem im letzten Bericht, dem 5. grossen Bericht, einer von den wichtigsten Autoren gewesen 2013. Was hat sich denn verändert im Laufe von den 20 Jahren zu diesem 5. Bericht: Wie ist die Prognose-Genauigkeit, wie ist die besser geworden?>
An dieser Passage ist an mehreren Details zu erkennen, dass das gesamte Gespräch von Roger Schawinski m.E. ein persönliches ‚Marketing‘-Gespräch zu Gunsten des Klimaforschers Thomas Stocker gewesen ist. Thomas Stocker hat gut daran getan, dass er Roger Schawinski bei seiner Lobhudelei korrigiert hat, bevor diese Lobhudelei auf seine Person für den TV Zuschauer allzu offensichtlich geworden ist. Wenn man sich in Erinnerung ruft, wie Roger Schawinski in der Vergangenheit einen Andreas Thiel oder Daniele Ganser kritisch befragt hatte, und nun einem Thomas Stocker medial einen ‚roten Teppich‘ ausgefahren hat, so hat das gesamte Verhalten von Roger Schawinski in dieser Sendung nichts mehr mit angeblich unabhängigen Journalismus zu tun gehabt.
Überhaupt stelle ich beim SRF fest, dass jeder Klimawissenschaftler vom SRF wie ein ‚Messias‘ behandelt wird. Ein fundiert-kritisches Nachfragen, um Widersprüche in deren Thesen aufzudecken, findet beim SRF seit Monaten und Jahren nachweislich nicht statt, was ich durch unzählige Aufzeichnungen belegen kann. Auch eben erneut durch Roger Schawinski am 27.08.2018 nicht, was nun diese Beschwerde notwendig machte. Das wurde besonderes an folgender Schawinski-Frage deutlich, der Thomas Stocker eigentlich sofort bezüglich der falschen Fragestellung hätte widersprechen müssen, genauso wie Stocker bei seiner IPCC-Tätigkeit Roger Schawinski sofort widersprochen hatte, aber Stocker hatte bei der folgenden falschen Frage geschwiegen:
<Wie ist die Prognose-Genauigkeit, wie ist die besser geworden?>
Denn Klima(folgen)forscher, wie Thomas Stocker, wissen, dass alle Ihre Behauptungen über die angebliche Zukunft der Erde, definitiv KEINE PROGNOSEN sind. Bei Verwendung des Begriffs ‚Prognose‘ hätte Thomas Stocker Roger Schawinski genauso ins Wort fallen müssen und ihn korrigieren müssen, wie bei seinem Hinweis auf seine beendete IPCC-Tätigkeit. Zusätzlich formuliert Schawinski seine Frage bereits mit
<...wie ist die besser geworden?>,
woran deutlich wird, dass Roger Schawinski die Antwort von Stocker eigentlich schon kannte und Schawinski dem Thomas Stocker eine ‚Steilvorlage‘ geliefert hatte. Denn Schawinski hätte als unabhängiger Journalist die Frage neutral formulieren müssen, indem er die Frage wie folgt hätte stellen müssen:
"... wie ist die verändert geworden?",
Denn defacto hat sich an den Behauptungen des IPCC seit 30 Jahren nix verändert, und auch erst recht nicht verbessert, da es bis heute wie damals nicht möglich ist, das chaotische Atmosphären-System der Erde länger als 4 bis 7 Tage seriös vorherzusagen bzw. zu prognostizieren. Nach diesen 7 Tagen ist Ende mit einer seriösen Prognose. Ab ca. 7 Tagen wechselt ein solche ‚Prognosen‘ von der fachspezifischen Definition und Begrifflichkeit zu ‚szenarienbedingten Projektionen‘, da nun zusätzlich Annahmen und Parameter in die Klima-Modellrechnungen einfliessen. Diese wichtige Differenzierung zwischen den Begriffen ‚Prognose‘, ‚Projektion‘ und ‚Szenario‘ ist sogar auch in Schulbüchern nachzulesen:
oder auch die Seite 362 im Studentischen Lehrbuch ‚Klimatologie‘ von Christian D. Schönwiese aus dem Jahr 2013:
Da Roger Schawinski dem Zuschauer durch seinen Satz fälschlich vermittelt hat, die Klimaforscher vom IPCC, wie in diesem Fall Thomas Stocker, würden angeblich ‚Prognosen‘ über die Zukunft erstellen und letztendlich auch suggerieren, die Erde würde auf eine angebliche ‚Klimakatastrophe‘ zusteuern, steht auch der Verdacht im Raum, inwiefern bei Klimaforschern und den verbreitenden Journalisten der Straftatbestand der Schreckung (Art. 258) erfüllt ist, wenn in Verbindung von in Wahrheit ‚szenarienbedingten Projektionen‘ statt dessen fälschlich von ‚Prognosen‘ gesprochen wird:
Es taucht auch in der deutschsprachigen Zusammenfassung des 5. IPCC-Berichts für politische Entscheidungsträger[3] der Begriff ‚Prognose‘ nicht und nie auf, stattdessen wird in dieser IPCC Zusammenfassung korrekt von ‚Projektion‘ und ‚Szenario‘ gesprochen. An der deutschen Übersetzung hat auch Thomas Stocker ausweislich mitgearbeitet. Thomas Stocker weiss also, dass er und der IPCC Weltklimarat bis heute definitiv keine Klimaprognosen erstellt haben und nie erstellen werden, trotzdem korrigiert er Roger Schawanski in seiner Sendung nicht, als Roger Schawinski fälschlich nach der ‚Prognose-Genauigkeit‘ gefragt hat. Es ist also die journalistische Pflicht eines gebührenfinanzierten Roger Schawinski sich auch kritisch auf seinen Gesprächspartner besser vorzubereiten, anstatt ihm eine unbelichtete Werbeplattform für seine nachweislich falschen Thesen zu liefern.
Aktuelles Beispiel für die Richtigkeit meiner Behauptungen: Die deutschen Wissenschaftszeitschrift ‚Spektrum der Wissenschaft‘ hat in der aktuellen Ausgabe 9-2018 ebenfalls die Täuschung der Leser mit dem Begriff ‚Prognose‘ versucht, in dem dort auf Seite 53 wörtlich von ‚Prognosen für Deutschland‘ gesprochen worden ist:
Durch meine sofortige Beschwerde wurden mehrere Stellen in dem Artikel-Beitrag in der Online-Version der SdW-Ausgabe 9/2018 entsprechend nachträglich korrigiert:
Nun steht dort an gleicher Stelle korrekt: ‚Szenarien für Deutschland‘
Ich kann Ihnen die beiden Original-Beiträge der Seiten 50 bis 54 aus SdW 9/2018, die die durchgeführten Korrekturen belegen, auf Anfrage zusätzlich vollständig zur Verfügung stellen.
Da ein ‚Szenario‘ nur eine mögliche ‚Geschichte‘ über die Zukunft beschreibt, beschreibt ein Szenario (und auch mehrere Szenarien im Bündel) letztlich nur eine fiktive und nur eine mögliche Geschichte über eine bedingt-mögliche Zukunft. Eine ‚Prognose‘ hat dagegen eine viel genauere Vorhersage-Qualität als eine szenarienbedingte Projektion. Deshalb ist der durch die Klimaforscher (und eben auch durch Journalisten) praktizierte Missbrauch des Begriffs ‚Prognose‘ so fatal und ärgerlich, dem es vehement entgegen zu wirken gilt. Wenn Roger Schawinski sich besser auf seinen Gesprächspartner Thomas Stocker vorbereitet hätte, hätte er wissen können, dass Thomas Stocker und der IPCC seit über 30 Jahren definitiv keine Prognosen über das zukünftige Klima der Erde erstellen.
Beschwerdepunkt #2:
Das folgende Schaubild mit den dortigen drei Thesen des IPCC leitet Roger Schawinski in seiner Sendung ebenfalls kritiklos mit folgenden Worten ein:
<O.K., da sind dann eben gewisse Schlussfolgerungen gekommen, zusammengefasst sind sie dann zum Schluss ganz einfach [Roger Schawinski wild gestikulierend] damit jeder sie verstehen kann, mit drei Thesen.>
Zu These 1. Die Erwärmung ist eindeutig hätte Roger Schawinski Thomas Stocker konfrontieren müssen, dass diese Erderwärmung nach dem Ende der ‚Kleinen Eiszeit‘, wo die absolute Global Temperatur gemäss IPCC-Bericht 2007 bei 13,67°C [Jahr 1850] lag, nichts Außergewöhnliches und erst recht nichts bedrohliches ist. Die Erde holt seit über 150 Jahren, nach dem Ende der ‚Kleine Eiszeit‘ [ca. 1850), diese Abkühlungsphase wieder auf, und steht gegenwärtig bei 14,76°C für das Jahr 2017, was die WMO in Genf im Januar 2018 bestätigt hatte. Aber da 14,76°C immer noch unterhalb von 15°C liegen, dem globalen Temperaturwert aus dem natürlichen Treibhauseffekt, der auch in unzähligen aktuellen deutschsprachigen Schulbüchern ausgewiesen wird, kann seit über 150 Jahren eine Erderwärmung, die gefährlich sein soll, definitiv nicht festgestellt werden. Gegenteilige Thesen von Klimaforschern und Journalisten könnten gemäss dem bereits erwähnten Artikel 258 nach Schweizer Strafrecht strafrechtlich relevant sein.
Zu These 2. Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar hätte Roger Schawinski anmerken müssen, dass dort nicht das Wort ‚bewiesen‘ steht. Statt dessen steht dort nur ‚klar‘. Jeder Zuschauer dürfte sich gefragt haben: Was bedeutet in diesem Zusammenhang das Wort ‚klar‘? <Warum steht da nicht ‚bewiesen‘>, hätte Schawinski an dieser Stelle Stocker fragen müssen. Aber diese elementar-wichtige Frage stellte Roger Schawinski nicht. Denn Thomas Stocker weiss, dass bis heute der wissenschaftliche Beweis für diese These fehlt, dass das Kohlendioxid die bodennahen Luftschichten erwärmt. Dieser wissenschaftliche Beweis existiert bis heute definitiv nicht. Das ganze ‚Treibhausgas-CO2-Konstrukt‘ basiert bis heute nur auf einer unbewiesenen Hypothese, die nur mit diesen Parametern in speziell-programmierten Computerklimamodellen stattfindet, aber in der Wirklichkeit der Erde bis heute nicht nachgewiesen werden konnte. Deshalb vermeidet der IPCC-Bericht und eben auch Thomas Stocker bei dieser 2. These bewusst das Wort ‚bewiesen‘ und schreibt statt dessen nur ‚klar‘, um wegen des nachweisbar fehlenden wissenschaftlichen Beweises nicht angreifbar zu sein. Und das Wort ‚klar‘ kann jeder so auslegen wie er will, z.B., entweder wie ein klares Glas Wasser oder wie einen klaren Doppelkorn. Thomas Stocker interpretiert zusammen mit Roger Schawinski den Satz aber so, als wenn dort stehen würde: <2. Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar bewiesen.> DAS steht dort aber nicht. Das Wort ‚bewiesen‘ fehlt. Es könnte der Satz statt dessen auch wie folgt fortgeführt werden: <2. Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar widerlegt.> Mit diesem unbestimmten Wort ‚klar‘ und dem fehlenden bestimmenden Verb praktizieren die Klima(folgen)forscher die gleiche suggestive Sprachpanscherei, die ich unter Beschwerdepunkt #1 bereits mit dem Begriff ‚Prognose‘ nachgewiesen habe.
Zu These 3. Die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen ist notwendig konnte dann von Schawinski ein kritisches Nachfragen nicht mehr stattfinden, weil Schawinski bereits bei These 1 und 2 ein kritisches und korrektes Nachfragen vermieden hatte. Denn wenn bis heute der wissenschaftliche Beweis fehlt, dass Treibhausgase angeblich die bodennahe Luft erwärmen, kann auch die ‚Reduktion von Treibhausgasen‘ nicht als ‚notwendig‘ ausgewiesen werden. Denn es fehlt nachweislich der wissenschaftliche Beweis für diese ‚Notwendigkeit‘.
Trotzdem haben dann Roger Schawinski und Thomas Stocker bei Minute 3:21 diese 3. These noch im Anschluss mit dem folgenden Schaubild versucht zu bestätigen:
Thomas Stocker täuscht mit diesem Schaubild auf zweierlei Weise:
1.
Thomas Stocker splittet die globale Temperaturveränderungen in eine ‚Nordhemisphäre"‘und ‚Südhemisphäre‘ auf, damit er den Ausweis einer relevanten Globaltemperatur für die gesamte Erde möglichst vermeiden kann, siehe Punkt 2.
2.
Thomas Stocker weist mit seiner Grafik nur lediglich relative Temperaturänderungen aus, ohne aber den absoluten Temperaturbezugspunkt zu nennen, bei welchem globalen Absoluttemperaturwert sich denn die Null-Linie befindet. Thomas Stocker wird wissen, dass NASA-GISS, die Thomas Stocker in seiner Grafik an der rechten Seite als Quelle angibt, diese Null-Linie bei absolut 14°C ausweist, so wie auch in einem Filmbericht des RBB am 11.10.2017 über ‚25 Jahre PIK POTSDAM‘ gemacht worden ist.
Es ist deutlich zu erkennen, dass die globale Mitteltemperatur die wichtigen 15°C seit 1850 bis heute nicht überschritten hat. Auf den nächsten beiden Seiten (Seite 10 von 12 und Seite 11 von 12) erfahren Sie auf jeweils einer A4-Seite zusammengefasst, warum seit über 150 Jahren, seit 1850, eine gefährliche Erderwärmung bzw. ein menschgemachter Klimawandel definitiv NICHT EXISTIERT:
Roger Schawinski und Thomas Stocker haben den SRF-Zuschauer über diese wichtigen und sehr relevanten Informationen nachweislich im Dunkeln gehalten, damit Thomas Stocker seine Thesen von der angeblich ‚gefährlichen Erderwärmung‘ wiedermal - unwidersprochen im Schweizer Fernsehen - verbreiten konnte. Es gäbe noch mehr Kritik an der Schawinski-Sendung, aber ich möchte die SRG Beschwerdestelle nicht übermässig mit stichhaltigen Informationen belasten. Die vorgetragenen und belegten Beschwerdepunkte halte ich für ausreichend. Weitere Beschwerdepunkte in der Schawinski-Sendung vom 27.08.2018 werde ich anderweitig thematisieren. Ich beantrage deshalb, meiner Beschwerde stattzugeben.“
B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme. Für «Schawinski» äußerte sich Frau Léa Burger, Redaktorin und Produzentin der Sendung:
«In der Beanstandung vom 03.09.2018 kritisiert X Moderator Roger Schawinski, dass er für die Sendung mit Klimaforscher Thomas Stocker schlecht und unzureichend vorbereitet gewesen sei. Gerne nehme ich dazu Stellung:
1) Wie für jede Sendung hat Roger Schawinski von der Redaktion ein Dossier mit rund 60 Seiten zur Vorbereitung bekommen. Dort sind nach bestem Wissen und Gewissen die wichtigsten Informationen für eine 27-minütige Sendung aufbereitet, die für ein breites Publikum konzeptioniert ist. Darüber hinaus informiert sich Roger Schawinski jeden Tag über nationale und internationale Medien, um auf dem aktuellsten Stand der Dinge zu sein.
2) Herr X kritisiert, Roger Schawinski würde für Herrn Stocker einen ‘roten Teppich’ ausrollen und eine ‘Marketing-Sendung’ veranstalten. Dem möchte ich widersprechen. Als Roger Schawinski zu Beginn der Sendung Thomas Stocker vorstellt, geht es viel eher darum, Stockers Tätigkeitsfelder vorzustellen. Dies sollte dem Publikum aufzeigen, warum Thomas Stocker als Experte eingeladen wurde und das nötige Fachwissen besitzt, zum Thema Klima adäquat Auskunft geben zu können.
Der Fehler mit der Dauer von Stockers IPCC-Mitgliedschaft ist ein Versehen. Es kann in Live-Situationen leider passieren, dass etwas falsch wiedergegeben wird. Herr Stocker hatte jedoch sofort reagiert und Herrn Schawinski korrigiert, so dass die Zuschauenden dennoch richtig informiert wurden. Dafür sind wir Herrn Stocker dankbar und entschuldigen uns für das Missverständnis.
3) Herr X kritisiert, dass in der Sendung von Prognosen statt Projektionen die Rede ist und Herr Stocker eine entsprechende Intervention unterlassen bzw. Herr Schawinski diesbezüglich nicht kritischer nachgefragt hat. Zudem hätte Roger Schawinski bei der Messgenauigkeit nicht von ‘besser geworden’ sprechen dürfen.
Aufgrund von Verbesserungen der Messmethoden und der Datenanalyse in den Bereichen der Kryosphäre, der Atmosphäre, der Landflächen, der Biosphäre und der ozeanischen Systeme hat es in den Klimawissenschaften wichtige Fortschritte gegeben. Auch haben Wissenschaftler heute ein besseres Verständnis und bessere Werkzeuge, um die Rolle von Wolken, Meereis, Aerosolen, kleinräumiger Ozeanzirkulation, des Kohlenstoffkreislaufs und anderer Prozesse zu modellieren. Zudem bedeuten mehr Beobachtungen, dass die Modelle umfassender evaluiert werden können (vgl. IPCC Klimaänderung 2013, naturwissenschaftliche Grundlagen). Dass Roger Schawinski also von ‘besser’ spricht, scheint angesichts dieser Entwicklungen angebracht zu sein.
Bezüglich der Differenzierung von Prognosen und Projektionen hat Herr X recht, dass im IPCC-Bericht auf das Wort Prognosen verzichtet wird. Ich möchte nicht für Herrn Stocker sprechen und kann deshalb nicht beantworten, warum er Roger Schawinski diesbezüglich nicht korrigiert hat. Dass Roger Schawinski seinerseits nicht näher auf die Differenzierung der Begrifflichkeiten eingegangen ist, liegt daran, dass andere Themen im Vordergrund der Sendung standen.
4) Unabhängig davon, ob die Gefahr einer Klimakatastrophe wirklich besteht oder nicht, macht sich Roger Schawinski nicht nach Art. 258 StGB strafbar: Wer vor einer Gefahr warnt, die er für tatsächlich existent hält, macht sich nicht strafbar. Entscheidend ist dabei einzig die Vorstellung des Täters. Roger Schawinski kann nicht unterstellt werden, er hätte mit dem Bewusstsein und dem Willen gehandelt, durch die Verwendung des Begriffs ‘Prognose’ die Bevölkerung tatsächlich in Schrecken zu versetzten.
5) Herr X beschwert sich, dass die drei Thesen des IPCC-Bericht von Roger Schawinski nicht kritischer eingeführt worden sind. Es ist bemerkenswert, dass diese drei Thesen von 195 Ländern akzeptiert wurden. Vor diesem Hintergrund ist es aus redaktioneller Sicht angebracht, die Thesen ohne grosse Kritik einzuführen und zu diskutieren.
Der Aspekt der Notwenigkeit bei der dritten These ist durch das Pariser Abkommen gegeben.
Aus Sicht der Redaktion kann aus den genannten Gründen die Beanstandung von Herrn X zurückgewiesen werden.»
C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung der Sendung. Ich möchte zuerst darauf hinweisen, dass sich Roger Schawinski und Thomas Stocker nicht in einem wissenschaftlichen Seminar, sondern in einer Fernsehsendung mit breitem Publikum unterhalten haben. In einer solchen Sendung geht es immer auch darum, komplexe Sachverhalte zu reduzieren, herunterzubrechen, auf einfache und verständliche Art und Weise zu erläutern. Dabei geht es darum, so zu vereinfachen, dass die Sachverhalte dennoch richtig bleiben. Prof. Dr. Thomas Stocker, Gruppenleiter der Klima- und Umweltphysik am Physikalischen Institut der Universität Bern[4], beherrscht es ausgezeichnet, über sein Fachgebiet so zu sprechen, dass jedermann es versteht. Roger Schawinski, der kein Klimaexperte ist, war in einem Punkt ungenau, nämlich dort, wo er von Prognosen sprach statt von Projektionen und Szenarien. Dies ist aber ein Fehler in einem Nebenpunkt, der nicht geeignet war, die freie Meinungsbildung des Publikums zu beeinträchtigen, denn das Publikum macht die Unterscheidung auch nicht und versteht trotzdem, worum es geht.
Ich muss zweitens darauf hinweisen, dass dieses Gespräch ein Experteninterview war und nicht ein konfrontatives Interview. Es ging um die Sache und nicht um die Frage, ob Thomas Stocker eine Leiche im Keller hat. Interviews mit Politikern, die dem Volk bestimmte Versprechungen gemacht haben, dienen dazu, sie auf Herz und Nieren zu prüfen und zu klären, ob sie das Vertrauen ihrer Wählerinnen und Wähler (noch) verdienen oder nicht. Bei Experteninterviews geht es indessen mehr um das abrufbare Sachwissen als um die Person. Deshalb ist es logisch, dass die Fragen nicht so aggressiv sind wie eben beispielsweise bei Politikern. So lief denn dieses Interview als ruhiges, sachkundiges und lehrreiches Gespräch ab, das das Publikum mit Gewinn verfolgen konnte.
Während Sie auf Begriffen herumreiten und immer wieder die gleichen Grafiken und Buchauszüge vorlegen, konnte Thomas Stocker überzeugend darlegen, dass der menschliche Einfluss auf die Klimaveränderung in den letzten 50 Jahren über 95 Prozent beträgt, dass wissenschaftliche Evidenz vorliegt, die sämtliche Staaten der Erde anerkannt haben, und dass wir uns bereits außerhalb des statistischen Schwankungsbereichs befinden. Ich schließe mich dem Urteil von Thomas Stocker an, dass die Leugner der Klimaerwärmung eben keine Klimaforscher sind und dass ihnen deshalb gewisse Einsichten fehlen. Nachdem ich mir die Sendung sehr sorgfältig angesehen habe, komme ich zum Schluss, dass sie in keiner Weise gegen das Radio- und Fernsehgesetz verstösst. Ich kann daher Ihre Beanstandung nicht unterstützen.
D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
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