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Frage 429
24.01.03
von M.H.
Stellungnahme zur UVO- Wasserbelebung
(Grander-Technologie)
Durch Freunde bekam ich Material über die Wasserbelebung nach Grander. Die Durchsicht des Materials und vor allem die teils sehr positiven Reaktionen anderer Anwender im Umfeld meiner Bekannten brachten mich dazu, intensiver diese Methode zu betrachten.
Hierbei legte ich folgende Materialien/Unterlagen, die ich erhalten habe, zugrunde:
1. Belebtes Wasser UVO vom August 1995
2. Videocassette „Auf der Spur des Wasserrätsels“ von Hans Kronberger (Sendung ORF)
3. Johann Grander Naturforscher und (Er)Finder
4. Preisliste 1. Oktober 1996
5. Wasserbelebung durch Original Grander-Technologie (Produktbeschreibungen)
Über die Methode
In (1) wird auf S. 15 das Innenleben eines Geräts zur Wasserbelebung dargestellt. Das Gerät besteht aus einem Metallkasten. Das Leitungswasser wird durch eine Kammer u-förmig hindurchgeleitet. In den Hohlräumen des Kastens, getrennt vom durchfließenden Wasser befindet sich das sogenannte „Grander-Konzentrat“. Das Wirkprinzip ist, daß im Grander-Konzentrat Urinformationen enthalten sind, welche sich auf das hindurchströmende Wasser übertragen und dieses Wasser „energetisch“ beleben. Das Gerät ist in verschiedenen Größen und Anwendungen vorhanden. Darüber hinaus sind Geräte (Einfach- oder Doppelstahlzylinder) für die Brunnen- oder Güllebelebung vorhanden. Auch ein ECO-Kat, welcher die energetische Ausnutzung des Brennstoffes in Verbrennungsmotoren fördert, indem er als Manschette um die Ölleitung gelegt wird, ist im Sortiment. Zusätzlich kann man das Granderwasser als Sulfat-Lösung zur äußeren Anwendung nehmen, als Schlauch unters Bett oder unter Blumen legen, kleine Fläschchen sich um den Hals hängen, das Wasser als Leibbinde tragen usw.
Wirkungsprinzip
Auf S. 7 von (3) und S. 14 von (1) wird die Wirkung des Grander-Konzentrats über Informationsaustausch und Arten des Magnetismus erklärt. Es wird angenommen, es gebe 3 Arten von Magnetismus:
materieller Magnetismus (Ferromagnetismus, Erdmagnetismus)
seelischer Magnetismus (Schwerkraft, Naturvorgänge, Nebel, Wetterfühligkeit)
geistiger Magnetismus (Gedanken, Lebens- und Erbinformation, Planetenenergie)
Diese Arten von Magnetismus werden als Energie betrachtet, die stets nur umgewandelt, aber nie neu geschaffen oder vernichtet werden können. Diese Energie werden zugleich als Information, als Schwingung, die übertragen werden kann, gesehen. An anderer Stelle wird von Lichtimpulsen ((5) bei Brunnenbelebung) gesprochen, die Informationen auf das Wasser übertragen. Es wird angenommen, daß durch negative Energie (Funkwellen, Mikrowellen, Umweltgifte, Wasseraufbereitung, Stromfelder) die positive, natürliche Energie zerstört wird. Da diese negativen Energien heutzutage allgegenwärtig sind, besitzen wir zuwenig der positiven Lebensenergien und haben daher Beeinträchtigungen wie Krankheiten, Mißbildungen, Krebs, seelische Störungen als Folge.
Das Grandersche Gerät zur Wasserbelebung überträgt nun auf das vorbeiströmende, negativ geladene Wasser seine positive Energie und wandelt das Wasser wieder in lebensenergetisches, natürliches Wasser um. Durch das Tragen des Wassers am Körper, Einbringen in Brunnen, Güllegruben bereinigt dieses Wasser die negativen Energien und stellt die positiven Energien wieder her.
Beweisführungen für die Wirksamkeit
In (1) wird auf S. 20ff sehr ausführlich und bebildert versucht, die Wirksamkeit nachzuweisen. Die Beweisführung erfolgt mit mehreren Argumenten:
1. Patenterteilung (Europapatent)
2. Bilder von Anzuchtschalen mit strukturierter Anordnung der Keimkolonien
3. Hinweis auf keimabtötende Wirkung bei Untersuchung einer Fußbodenheizung mit Hinweis auf externe Labors
zu 1.) Gemäß den Patentbestimmungen kann alles mögliche als Patent angemeldet werden. Haupt-inhalt der Patentprüfung ist, daß untersucht wird, ob schon vorher ein derartiges Patent in gleicher oder ähnlicher Art erteilt wurde und daher kein Patentschutz erteilt werden kann. Die Wirkung bzw. Wirksamkeit bzw. die Funktionalität des Patents wird weitgehend überprüft, jedoch ist dies im vorliegenden Fall, wie weiter unter erklärt wird nicht möglich, bzw. sind die physikalischen Zusammenhänge etwas anders zu beurteilen. Anhand der Patenterteilung läßt sich kein Nachweis der Wirksamkeit oder der lt. Prospekt zugesicherten Eigenschaften führen.
zu 2.) Dr. Felsch gibt im Artikel selbst zu, dies ist als sehr ehrlich lobend zu erwähnen, daß die Anordnung der Keime in Bild 1, S22 nur einmal im April 1993 erreicht werden konnte und danach nie wieder. Daher kann dieses Bild in keinem Fall als Beweis angesehen werden. Gerade das Fehlen der Reproduzierbarkeit, d.h. daß man trotz mehrerer Versuche bis zur Veröffentlichung im August 1995 kein ähnliches Keimbild hervorbrachte, zeigt dies deutlich. Im übrigen lassen sich derartige „Zufallsbilder“ auch anders erklären:
Möglich wären Wirbel durch das Einfüllen, die diese keisförmigen Strukturen erklären könnten, spiralförmige Undurchlässigkeiten im Filter sind ebenfalls denkbar. Eine Manipulation der Bilder ist wegen der Offenheit des Autors (gibt zu, daß nur einmal dieses Bild sich ergab) als sehr unwahrscheinlich anzunehmen.
zu 3.) Neben den Keimbildern führt Hr. Felsch eine Untersuchung einer Fußbodenheizung auf. In externen Untersuchungen soll belegt worden sein, daß durch das Grander-Konzentrat das Heizungswasser keimarm bzw. keimfrei gemacht wurde. Der Hinweis auf externe Labors soll den Eindruck der Überprüfbarkeit der Methode fördern. Extern heißt hier, die Ergebnisse sind überwacht und durch unabhängige Zeugen bestätigt. Es verwundert aber doch, daß bei hygienisch unbedenklichem Wasser in Heizkreisläufen, deren einzige Funktion die Übertragung von Wärmeenergie ist, die Keimfreiheit eine Rolle spielen soll. Dies wird nicht erläutert. Auch werden die Zeugen für die externe Untersuchung (Büroanschrift, Institutsname, Datum) nicht erwähnt. Wenn einerseits einmal nur erzeugte Bilder über Keimanordnungen gezeigt werden, warum läßt man derart wichtige Informationen zur Überprüfung außen vor?
Insgesamt reichen die aufgeführten Hinweise und sogenannten Beweise nicht aus, schlüssig die Wirksamkeit zu beweisen. Eine zusätzliche Irreführung stellt meines Erachtens die Zusammenfassung (1) S. 24 dar: Dort wird von Versuchen der Universität Graz berichtet. Durch den Hinweis, daß derartige Versuche mit der Grander-Technologie interessant wären, stellt man diese Versuche in Zusammenhang mit dem Grander-Konzentrat, obwohl sachlich beides nichts miteinander zu tun hat.
Kritikpunkte
Hingegen finden sich etliche Punkte, die komisch anmuten müssen. Da ist zum einen die Behauptung über die verschiedenen Arten von Magnetismus. Nebel, Wetterfühligkeit, Naturvorgänge und Schwerkraft pauschal als seelischen Magnetismus (3) S. 7 zu bezeichnen ist sehr verwegen und besitzt keinerlei wissenschaftliche Beweise: Nebel sind durch Luftabkühlung entstehende kleine Tröpfchen, die sich am Boden niederschlagen und bei steigenden Temperaturen wieder auflösen. Diese Vorgänge sind einfach Physik ohne jede Mystik. Die Schwerkraft ist jedem bekannt und folgt exakt formulierbaren Gesetzen.
Weitere nachfolgende Begriffe sprechen zudem ihre eigene Sprache
Planetenerergie (S.7), Störzonen (S.8),“auch ein Mensch wird geschaltet... in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt, zu dem er gerade geboren wurde (Sternzeichen)“ (S.10), Vorstellung über die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer (S.12), Tierkreiszeichen (S.23), „Wasser in Schwingungen zu versetzen, habe ich früher auch mit den Händen gemacht, weil ich das in mir habe....“ (S.26)
Diese Auflistung, bei weitem noch verlängerbar, zeigt, daß diese Methode und vor allem Hr. Grander tief im mystischem Glauben verbunden ist: Alles ist von Energien durchzogen. Energie, Schwingungen und Information sind ein und dasselbe. Energiedefizit ist Krankheit, Energiefluß, ausgeglichene Energien stellen Leben und Gesundheit dar. Vorstellungen über Planeten, deren Energie uns beeinflussen, Sternkonstellationen, die unser Leben und unser Sein festlegen wird als Selbstverständlichkeit angesehen.
Wem derartige Gedankenvorstellungen entsprechen, selbst daran glaubt, wird der Wasserbelebung nach Grander sicher eher zugeneigt sein. Es ist aber zu beachten, daß die Wirksamkeit dieser Methode nur gegeben ist, bzw. diese „Technologie“ nur dann wirkt, wenn dieses Weltmodell als wahr angenommen wird.
Diese Vorstellung, daß durch Wasser Energien und Informationen übertragen werden, wird auch in zwei anderen Bereichen stark propagiert: in der Homöopathie und in der Edelsteinheilkunde.
In der Homöopathie werden Stoffe soweit verdünnt, daß kein ursprünglicher Stoff mehr in dem Medikament enthalten ist (ab D23 Verdünnung 1: 10 hoch 23). Man glaubt, daß die Heilinformation sich auf das Wasser feinstöfflich übertragen hat. Durch Einnahme dieser Potenzen soll die Heilung, bzw. Umstimmung im energetischen Sinn beim Patienten bewirkt werden. In der Homöopathie ist es aber wichtig, daß diese potenzierten Stoffe nicht mit Metalllöffeln eingenommen werden, nicht mit Metall in Berührung kommen, da sonst die Heilwirkung verloren geht. Die Gabe erfolgt daher üblicherweise mit einem Hornlöffel.
Die Grandner-Geräte bestehen aber zumeist aus Metall. Wenn also im homöopathischen Sinn Information auf das vorbei fließende Wasser übertragen werden soll (5) S.3, warum stört hier das Metall nicht die Wirkung, bzw. bleibt die Wirkung trotz Weitertransport in Metallleitungen und Austritt über metallische Wasserhähne erhalten. Homöopathisch gesehen steht diese Grandertechnologie im Widerspruch zu den Grundsätzen und es ist unzulässig, irgendwelche Wirkungen über die Homöopathie zu erklären. (Die Homöopathie ist bisher selbst den Nachweis ihrer Wirksamkeit schuldig geblieben, es konnten weder Wirkmechanismen noch klinische Studien einen echten Beweis für die Wirksamkeit bringen, fast alle Studien legen den Verdacht nahe, daß die Wirksamkeit nicht über den sogenannten Placebo-effekt hinausgeht)
Im übrigen ist in den oben genannten Unterlagen oft von Lichtschwingungen die Rede. Wie aber soll Licht durch die dicken Metallwände in das schnell vorbeiströmende Wasser gelangen. Und überhaupt, wenn das Grander-Konzentrat Energieschwingungen abgibt und auf das Wasser überträgt, nach welcher Zeit besitzt das Konzentrat keine Energie mehr?
Man hat bereits viele Untersuchungen zum Thema Informationsübertragung über Wasser gemacht. Man stellte fest, daß Wasser infolge seiner Dipolarität (ein Ende des Wassermoleküls ist positiv, das andere Negativ geladen und kann daher Ketten bilden => Eis) netzformige Strukturen oder Abdrücke von anderen Molekülen bilden kann. Diese Abdrücke sind aber ähnlich vergleichbar einem Gesicht und seinem Gipsabdruck. Der Abdruck besitzt außer der Form keine Eigenschaften des Gesichts (Sprechen, Mimik, Farbe usw.). Zudem lösen sich diese Strukturen schnell und folgenlos auf.
Ein anderer Ansatz war, daß man die Biolumineszens als Ursache der Wirkung betrachtete. Jede Zelle strahlt Lichtimpulse ab, diese Lichtimpulse können von anderen Zellen aufgefangen werden. Man nahm an, daß diese Lichtimpulse eine Art Information, Lebensinformation darstellen, die zwischen den Zellen aber auch anderen Stoffen ausgetauscht werden. Durch das Verschütteln und Verdünnen der homöopathischen Grundsubstanzen sollten sich diese Lichtimpulse auf das Wasser übertragen und durch Einnahme wieder im Menschen auf Zellen als Information übertragen. Versuche von Popp und anderen haben aber in Versuchen keinerlei Anhaltspunkt für diesen Sachverhalt gegeben. Gerade für diese Infomationsübertragung ist der direkte Kontakt zwischen dem Informationsträger und -empfänger nötig. In den Wasserbelebungsgeräten von Grander ist dies völlig ausgeschlossen und daher auch dieser Wirkungsmechanismus, sollte es ihn überhaupt geben, nicht möglich.
Ein weiteres Problem ist die Argumentation mit der Dauerhaftigkeit der Wasserbelebung. Es wird einerseits gesagt, daß das Leitungswasser durch den Leitungsdruck, der Reibung an der Rohrwandung und der Wasseraufbereitung seine Ur-Information verliert, d.h. nicht mehr belebt ist. Durch das Vorbeiströmen an dem kleinen Kasten sollen alle diese negativen Elemente überwunden werden und aus dem Kasten belebtes, quellwasserartiges Wasser hervorströmen. Darüber hinaus sollen die Leitungen im Haus selbst, der weiterhin vorhandene Leitungsdruck diese Wasserbelebung nicht mehr zerstören. Wo ist hier die Logik? Wie kann das, was vorher zerstörte, nachher keinen Einfluß mehr haben, obwohl es genauso vorhanden ist? Weiter ist auch zu betrachten, daß das meiste Leitungswasser mit Quellwasser aus tiefen Brunnen gewonnen wird. Warum vermag dieses Wasser nicht das übrige Leitungswasser zu beleben? Im weiteren durchströmt das Wasser im Leitungsnetz Grundwasserbereiche, Böden, strömt unter Bäume hindurch, an Bergen, Flüssen, Seen und Bächen vorbei. Warum übertragen diese nicht Lebensenergie auf unser Leitungswasser?
Bewertung
Man sollte die Grander-Wasserbelebung ähnlich wie Geistheiler und andere magische Praktiken betrachten. Analog diesen werden auch Planetenenergien verwendet, werden magische Wässer verabreicht, die zu allem Überfluss sogar als Art Talisman (5 Ende) angeboten werden. Die Vorstellungen über Magnetismus usw. sind dem Mesmerismus, der bereits seit mehr als 100 Jahren widerlegt ist, entnommen.
Einen besonderen Aspekt stellen die Preise für derartige Produkte dar. Es ist kaum nachvollziehbar, daß ein Metallbehälter, Materialwert deutlich unter 100 DM, gefüllt mit einem Quellwasser je nach Größe zwischen DM 713,- und DM 18262,- kosten soll. Wenn in den ganzen Zeitschriften so viel von der Bescheidenheit des Hr. Grander die Rede ist, warum dann diese deutlich überzogenen Preise für ein derart billig herstellbares Produkt?
Aus christlicher Sicht sind die Weltanschauung des Hr. Grander und seine Wasserbelebung noch ungünstiger zu beurteilen:
Hr. Grander spricht zwar von Gott als dem Schöpfer, jedoch bejaht er indirekt durch den Hinweis auf die Jahrmillionen, in denen das Leben entstanden ist, die Evolutionstheorie. Das Gottesbild des Hr. Grander ist eher ein unpersönlicher, als Energiespender agierender Gott, der die Menschen auf eine höhere Bewustseinsstufe bringen will, in der der Mensch nicht mehr materialistisch-egoistisch sondern mitmenschlich, hilfsbereit handelt. „Wir alle, die wir uns dafür einsetzen, um anderen Menschen zu helfen, bekommen durch die Kraft des lebenden Wassers auch selbst die Möglichkeit, unser eigene Talente, die wir mitbekommen, richtig einzusetzen“ (3, S25). Das ´lebende Wasser´ ist nun nicht mehr nur einfach Heilmittel, sondern fungiert als Art Heilmittel für unser Seelenleben, heilt uns Menschen und die Welt. Es ist eine Art Lebenselixier, das unser Leben verändert.
Derartige Vorstellungen sind absolut unvereinbar zur Bibel. Der einzige Weg, Gott zu erleben, überhaupt vor Gott als Mensch zu bestehen sind nicht unsere Werke, keine Energien, sondern nur der Glaube und das Vertrauen in Jesus Christus. Nicht durch Essen oder Trinken, nicht durch Speisegebote oder Gewohnheiten, allein indem wir Jesus Christus, den Sohn Gottes, der für unsere Verfehlungen und Sünden gestorben ist, als unseren Heilland annehmen, können wir Gott gefallen und auch als Licht in der Welt Gutes bewirken.
Alles andere führt nur in den Selbstbetrug und in Irrglauben.
Der Verfasser der Pater Brown Bücher äußerte sich einmal sehr treffend über die Menschen:
„Ein Mensch, der nicht mehr an Gott glaubt, glaubt nicht nichts, sondern alles“
Daher möchte ich meiner kurzen Ausführung den dringenden Appell anschließen, diese Grander-Geräte weder zu verwenden noch zu empfehlen, da dieses Gerät nur eine überaus teuere, wirkungslose Anschaffung darstellt, die höchstens noch im geistlichen Bereich Verwirrung anstiften kann.
M.H.
Heilsbronn, den 10. Februar 1998
M.H. Dipl. Ing. (FH) Bahnhofsteig 39 91560 Heilbbronn
Tel. 09872/95895 (Büro) 0172/8919870 <email-pii> 09872/95896