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Belinda Bencic erfüllt am Australian Open in Melbourne trotz schwieriger Vorbereitung mit zwei Siegen die Pflicht. Nach dem 7:5, 2:6, 6:4 gegen die Russin Swetlana Kusnezowa tritt sie in der 3. Runde gegen die Belgierin Elise Mertens als Aussenseiterin an.
«Wenn ich ehrlich bin, hatte ich null Erwartungen vor diesem Grand-Slam-Turnier», sagte Belinda Bencic nach ihrem dritten Einzug in die 3. Runde von Melbourne, wo sie 2014 ihr Grand-Slam-Debüt gefeiert hatte. Die 15-tägige harte Quarantäne nach ihrer Einreise in Australien hatte ihre gute Vorbereitung in Dubai praktisch zunichte gemacht. Zudem war ihr die Matchpraxis abhanden gekommen, hatte sie doch während elf Monaten nur eine Partie auf der Tour bestritten.
Auch gegen Swetlana Kusnezowa konnte Bencic nicht verbergen, dass sie noch nicht wieder die Alte ist. Die Folgen des fehlenden Tennis-Trainings waren noch immer spürbar. Trotz elf Doppel- und insgesamt 52 Eigenfehlern fand sie gegen die zweifache Grand-Slam-Siegerin und ehemalige Nummer 2 der Welt aber einen Weg zum Sieg. «Man kann nicht alles nachholen in wenigen Tagen», sagte Bencic. Sie seien nach Ende der Quarantäne sehr bedacht darauf gewesen, den Körper nicht zu überfordern. «Lieber gesund sein und schlecht spielen als umgekehrt.»
Die Höhen und Tiefen wechselten sich auch gegen Kusnezowa ab. Bencic führte im Entscheidungssatz 2:0, lag plötzlich mit 2:3 und einem Break hinten, ehe sie ihr Niveau wieder steigerte und die Fehlerzahl reduzierte – bis zum Stand von 5:3 und 40:15. Nach drei vergebenen Matchbällen kassierte sie noch einmal ein Break, schaffte es aber kurz danach im fünften Anlauf dennoch, die Partie zu beenden.
«Ich nehme jeden Sieg, denn er hilft mir, weitere Matchpraxis zu sammeln und mein Selbstvertrauen weiter aufzubauen», sagte Bencic. Knapp ein Jahr hatte sie nicht mehr gewonnen, als sie am letzten Freitag im Rahmen der Grampians Trophy in die neue Saison gestartet war. «Auch an das Gewinnen muss man sich wieder gewöhnen, wenn man länger nicht gespielt hat.»
In der Nacht auf Samstag trifft die Nummer 12 der Welt nun auf die Belgierin Elise Mertens (WTA 16), gegen die Bencic auf der Tour noch nie gespielt hat, die sie aber aus Juniorenzeiten kennt. Mertens ist seit dem Wiederbeginn im letzten August eine der erfolgreichsten Spielerinnen auf der Tour und in diesem Jahr noch ungeschlagen. Vergangene Woche gewann sie eines der drei Vorbereitungsturniere in Melbourne. «Sie ist sicherlich mehr in Form als ich, aber ich werde kämpfen und schauen, wie es rauskommt.» Die Pflicht hat Bencic erfüllt, nun kann die Kür folgen.
fin, sda