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Er wollte alles und hat viel verloren: Die Suche nach der perfekten Einstellung hat Tom Lüthi (29) zum Saisonauftakt die erste Startreihe gekostet.
Es geht in einer Klasse, in der alle die gleichen Motoren (Honda), die gleichen Reifen (Dunlop) und fast alle das gleiche Fahrwerk (Kalex) haben, um Details. Die perfekte Abstimmung entscheidet über Sieg und Niederlage. Die Titanen sind unablässig auf der Suche nach den Details, die den Sieg bringen, die eine Differenz zu den Konkurrenten machen.
Tom Lüthi will gewinnen. Er war bei allen Vorsaisontests und schliesslich auch hier bei den drei freien Trainings am Donnerstag und am Freitag unter den Schnellsten. Ein freies Training hat er dominiert, auf den ersten drei Plätzen war er immer. Die erste Startreihe schien programmiert. Aber Tom Lüthi (29) startet heute aus der vierten Reihe zum GP von Katar.
Was ist passiert? Wie konnte es im Abschlusstraining zu diesem unerwarteten Rückschlag (10.) kommen? Der WM-Mitfavorit erklärt es so: «Wir wollten die perfekte Abstimmung finden und haben etwas probiert, das sich nicht bewährt hat. Ich musste in die Box zurück und die Maschine wieder umbauen. Wir haben dieses Abschlusstraining verhauen. Wir suchten das letzte Puzzleteilchen und dabei verrutschten drei, vier andere Teilchen.»
Als er nach einem Boxenaufenthalt von gut und gerne einer Viertelstunde (bei einer Trainingsdauer von 45 Minuten) und einem weiteren Stopp für Reifenwechsel zum Endspurt ansetzte, passierte das, was in solchen Situation immer wieder passiert: Eine schnelle Zeit im Schlussspurt war wegen zu viel Verkehr auf der Piste nicht mehr möglich. «Ich fuhr hinter Lowes (2. – die Red.) her und als er das realisierte, verlangsamte er auf der Ideallinie. Er wollte mir nicht zu einer besseren Rundenzeit verhelfen …»
Die Suche nach der perfekten Einstellung hat zu einem Rückschlag geführt. Die Hoffnung gibt Tom Lüthi nicht auf. Eine Spitzenklassierung ist ja mit einem guten Start auch aus der vierten Startreihe möglich.
Die fünfte Startreihe (15.) entspricht ungefähr dem, was Dominique Aegerter (25) nach den Tests und den freien Trainings (gesamthaft nur auf Rang 21) erwarten konnte bzw. befürchten musste. Zufrieden ist er ganz und gar nicht. «Es fehlen viele Details und wir sind daran herauszufinden, ob ich meinen Fahrstil anpassen soll oder ob wir die Maschine meinem Fahrstil anpassen können.»
Immerhin hat er teamintern einen Erfolg zu verbuchen. Der holländische Fahrwerksspezialist Tim de Bot, den Teamchef Fred Corminboeuf für diese Saison neu Tom Lüthi zugewiesen hat, arbeitet jetzt wieder für Dominique Aegerter.