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Mit der rund 150 000 m² umfassenden keltischen Grosssiedlung im Norden der Stadt Basel kam es erstmals in der Region zu einer Aufteilung in eine zentrale Siedlung und in ein landwirtschaftlich geprägtes Umfeld, und damit zu komplexen ökonomischen Austauschvorgängen und politischen Abhängigkeitsverhältnissen.
Die Siedlung, die in der Zeit zwischen ca. 150–80 v. Chr. bewohnt war, wies in verschiedener Hinsicht stadtähnliche Züge auf. An diesem Knotenpunkt liefen die Fäden eines Netzes von weit gespannten Handelsbeziehungen zusammen. Dies wird unter anderem durch Funde von Importen aus dem Mittelmeerraum und einen der grössten Bestände Europas an keltischen Fundmünzen belegt. Die Reste zahlreicher handwerklicher Aktivitäten zeugen von einer oft hohen Spezialisierung.
Die weitgehend einheitliche Ausrichtung der Gebäudegrundrisse und anderer Baustrukturen zeigt, dass die Bewohner die Siedlung systematisch geplant hatten. Die einzelnen Gebäude standen in keltischer Zeit auf grosszügigen, klar abgegrenzten Parzellen, die sich an einem System von ungefähr rechtwinklig zueinander angelegten Strassen orientierten.
Entdeckt wurde die spätlatènezeitliche Siedlung im Jahr 1911. Seither wird die Fundstelle wissenschaftlich erforscht. In den nächsten Jahren gilt es nun, die noch im Boden verbliebenen Zeugnisse dieser wichtigen Fundstelle zu schützen und die gewaltige Fülle an Informationen und Funden auszuwerten und zu publizieren.
Bild: Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt, Philippe Wernher