Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/2500

Salamanca
Salamanca (ursprünglich gegründet in der Antike als Salamantica)
ist die Hauptstadt der Provinz Salamanca in der autonomen
spanischen Region Kastilien-León.
Die alte iberische Siedlung wurde 219 v. Chr. von Hannibal
besucht. Unter römischer und westgotischer Herrschaft (133 v.
Chr. bis ca. 712 n. Chr.) wuchs die Stadt zu einem wichtigen
Handelszentrum. Im 8. Jahrhundert wurde Salamanca von den Mauren
eingenommen. Erst 1085 wurde sie von Alfons VI. von León
zurückerobert. Während der Eroberungen und Rückeroberungen wurde
die Stadt weitgehend zerstört und war längere Zeit unbewohnt.
Unter Raimundo de Borgoña begann 1102 die Zeit der
Wiederbevölkerung. Die christlichen Neusiedler erhoben sich 1162
gegen Kastilien-Leon und riefen 1163 Portugal zu Hilfe, das
Salamanca bis 1165 besetzte.
Im Jahr 1492, wenige Monate vor seiner Seereise nach Amerika,
musste Kolumbus in Salamanca den versammelten, skeptischen
Professoren und Kardinälen seine Theorien bezüglich des
Erdumfangs und des Abstands von Europa zu Asien erläutern und
die Pläne behandeln, den Osten über den Westen zu erreichen.
Seine Blüte erlebte Salamanca im 16. Jahrhundert. 1524 wurde der
Bau von Kirche und Kloster San Esteban begonnen.
Bei der Schlacht von Salamanca, am 22. Juli 1812, besiegte eine
britisch-portugiesische Armee unter Wellington eine französische
Armee unter Marmont.
1988 wurde Salamanca von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Stadt besitzt zwei Kathedralen, die alte Kathedrale aus dem
12. und die neue Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert, die aber
einen gemeinsamen Gebäudekomplex bilden. Der Turm der neuen
Kathedrale wurde verstärkt, da sich nach dem Erdbeben von
Lissabon Risse an ihm zeigten. Auch an der Kathedrale sieht man
Spuren der Universität: Früher war es Sitte, nach erfolgreicher
Beendigung der Promotion einen Víctor, ein rotes „V“ und seinen
Namen an den Dom zu malen.
Im gegenüberliegenden Bischofspalast befand sich während des
spanischen Bürgerkriegs zeitweilig das Hauptquartier Francos.
Das Hauptportal der Universität ist mit zahlreichen Skulpturen
und dichtem Dekor im Stil der spanischen Frührenaissance, dem so
genannten Platereskenstil geschmückt. Ein Totenkopf mit einem
Frosch, (eigentlich eine Kröte), symbolisiert die
Ausschweifungen im Leben, die nach dem Tod gesühnt werden - eine
Mahnung an die lebenslustigen Studenten.
In Salamanca soll das beste Hochspanisch gesprochen werden. Dies
und die von der Universität und diversen privaten Anbietern
organisierten Sprachkurse führen dazu, dass sich die Stadt in
den Sommermonaten mit ausländischen Studenten füllt.
Die Plaza Mayor, auf der früher u. a. Stierkämpfe abgehalten
wurden, gilt als der schönste Platz Spaniens. Philipp V., erster
spanischer König aus dem französischen Haus Bourbon, machte ihn
den Einwohnern 1729 für ihre Loyalität im Erbfolgekrieg zum
Geschenk.
Bekannt ist auch die Casa de las Conchas (Haus der Muscheln),
ein im Plateresco-Stil erbauter Stadtpalast, dessen Fassade mit
mehr als 300 Jakobsmuscheln aus goldgelbem Sandstein geschmückt
ist, dem Symbol der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela.
Noch heute können Fussgänger die Puente Romano benutzen, eine
durch die Römer erbaute Brücke über den Fluss.