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Pharmaindustrie
Die Verschmutzung des Rheins
Neben Weltruhm, wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand, den drei wichtigsten Faktoren, die Basel aufgrund der Ansiedlung der chemisch-pharmazeutischen Industrie erlangte, gibt es leider auch einen sehr negativen Aspekt. Die Verschmutzung des Rheins mit seinen Lebewesen und die Folgen für die ahnungslosen Menschen.

Alles begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich die ersten Farbenproduktionsfirmen in Basel niederliessen. Damals hielt man ohnehin noch nicht viel von Naturschutz und es interessierte auch niemanden, wo man den Abfall entsorgte, solange man ihn nicht mehr zu Gesicht bekam. Jedenfalls entstanden bei der Farbenproduktion feste Abfallstoffe, die man einfach mit dem Abwasser in den Rhein spülte. Mit der anwachsenden chemisch-pharmazeutischen Industrie wurden die Abfallmengen im Rhein immer grösser, was schliesslich 1930 seinen ersten grossen Tribut forderte. Da in diesem Jahr in Frankreich das Flusskraftwerk Kembs in Betrieb gesetzt wurde, hatte zur Folge, dass der Rhein im Basler Stadtgebiet langsamer zu fliessen begann, sodass sich das Wasser zunehmend stärker blau und rot verfärbte. Dazu kam noch, dass immer mehr Fische starben, die dann einfach auf der Wasseroberfläche trieben. Sogar in den französischen Grenzgemeinden, war der Rhein mal grün, rot und dann gelb.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden immer mehr Anschuldigungen gegen die chemisch-pharmazeutische Industrie laut, was die Industrie dazu verleitete, ihren Abfall nicht mehr im Wasser sonder auf dem Land, in so genannten Gruben zu deponieren, um wieder aus der Kritik zu kommen. In der Lippsgrube im deutschen Weil am Rhein, begann man dann mit der Deponierung der Abfälle. Jedoch verboten die deutschen Behörden 1951 das weitere Abfälle in die Grube gebracht wurden, da sich herausstellte, dass der Müll das Trink- und Grundwasser gefährdete. Obwohl die Verschmutzung des Trink- und Grundwassers bewiesen waren, transportierte man nun die chemischen Substanzen nach Muttenz, wo die Stoffe in einer Kiesgrube nahe dem Grundwassergewinnungsgebiet Hard weggeworfen wurden. Im Jahre 1957 kam es dann zur vorprogrammierten Katastrophe. Aus einem Grundwasserbrunnen trat anstelle von Wasser eine orange stinkende Brühe aus.

Die Folge war ein erstes Gewässerschutzgesetz, das bald darauf in Kraft gesetzt wurde. Da die chemisch-pharmazeutische Industrie Angst hatte, dass sie für die angerichtete Verschmutzung des Basler Trink- und Grundwassers gerade stehen musste, transportierten sie Ende der fünfziger Jahre ihren Abfall nach Frankreich, wo sie ihn nur wenige Meter nach der Grenze zur Schweiz deponierten.
In der Schweiz war in der Mitte der achtziger Jahre beschlossen worden, keine Chemiemülldeponien mehr zu eröffnen. Die chemisch-pharmazeutische Industrie begann zu dieser Zeit mit dem verbrennen von Giftmüll, da keine anderen kostengünstigere Alternativen vorhanden waren. Nun kann man sich darüber streiten, ob diese Lösung viel ökologischer ist als die alte.
Heute können aufgrund der immensen technischen Fortschritte grosse Teile der anfallenden Abfälle mit speziellen Verfahren abgebaut werden, aber es gibt immer noch Abfälle, deren Abbau grosse Schwierigkeiten bereitet. Da heute sehr umfangreiche Gesetze zum Schutz der Gewässer und zur Deponierung der Abfälle existieren, sind sowohl die Belastung, die durch chemische Abfälle entsteht, als auch das Risiko, dass Tiere oder Menschen zu Schaden kommen, rapid gesunken.
Aber man muss beachten, dass auch heute noch zahlreiche „wilde“ Abfalldeponien vorhanden sind, die möglichen Schaden anrichten können, von denen wir nicht wissen. Wenn man Greenpeace glauben schenken will, gibt es mindestens ein dutzend Deponien, wo chemische Gifte ablaufen und trotzdem unternehmen die zuständigen Behörden nichts. Wie gesagt, das behauptet Greenpeace. Jedenfalls konnte Greenpeace durch intensive Protestaktionen und mit Hilfe des Kantons Jura die Chemiemüllhalde in Bonfol schliessen. Jedoch geben sich die Umweltschützer damit noch nicht zufrieden. Sie haben vor, noch weiter Druck auszuüben, bis alle Deponien saniert und schlussendlich geschlossen werden.
Shesan Khan