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An vier Tagen
Winterthur soll autofrei werden
An vier Tagen im Jahr sollen einzelne wichtige Hauptstrassen oder Teile von Quartieren in Winterthur für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. So setzt der Stadtrat die Motion «Vier autofreie Sonntage» um. Die vier Anlässe werden während einer dreijährigen Pilotphase evaluiert.
Autos und Lastwagen, Töffs und Mopeds blieben 1956 und 1973 an den autofreien Sonntagen in den Garagen. Damals war der Grund die Ölkrise, die zu einem Versorgungs-Engpass geführt hatte. Seither tauchte die Idee nach autofreien Tagen immer wieder auf – allerdings ohne Erfolg.
Das könnte sich in Winterthur bald ändern. An vier Tagen im Jahr sollen einzelne wichtige Hauptstrassen oder Teile von Quartieren für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, wie die Stadt mitteilt. Der Grund heute: das Klima schützen.
Die vier autofreien Tage gehen auf eine Motion des Stadtparlaments zurück, die im Sommer 2020 an den Stadtrat überwiesen wurde, und sollen die Bevölkerung für den Wert verkehrsarmer Strassen sensibilisieren. Mit weniger Fahrzeugen erhalte die Bevölkerung mehr freien Raum, der Lärm sinke, die Luft verbessere sich und damit steige auch die Lebensqualität. Ausserdem würde der motorisierte Verkehr unerwünschte Abwärme, Abgase und schädliche Treibhausgase produzieren, heisst es weiter.
Vier Umsetzungsvarianten
Gemäss Mitteilung hat der Stadtrat für die Umsetzung ein Baukastensystem mit den vier Umsetzungselementen «Autofreie Hauptachse», «Autofreies Quartier», «Autofreie Route» und «Auto-frei-willig» entwickelt. Während einer Pilotphase bis 2025 sollen daraus die autofreien Tage zusammengestellt werden. Noch dieses Jahr soll ein Abschnitt einer stark befahrenen, zentralen Strasse, etwa die Technikum- oder Tösstalstrasse, an einem Sonntag für den motorisierten Verkehr gesperrt werden; ebenso eine grössere Strasse ohne ÖV im Quartier. «Ziel des autofreien Tages ist es, freien Raum für Begegnungen, Austausch, Spiel und Bewegung zu schaffen. Die Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner sollen gemeinsam Zeit draussen verbringen», so die Stadt. Weitere Sperrungen sollen 2023 folgen.
Weil die «Autofreie Hauptachse» und die «Autofreie Route» gemäss dem Schreiben die beiden aufwändigeren Varianten sind, sollen diese Anlässe nicht im gleichen Jahr stattfinden. Insgesamt geht der Stadtrat derzeit von Kosten zwischen 145’000 und 165’000 Franken pro Jahr für alle vier Tage aus. Zur Finanzierung sollen auch Drittmittel oder Fördermittel beantragt werden.
Bevölkerung soll mitwirken
Die autofreien Tage würden gemeinsam mit den Winterthurerinnen und Winterthurern umgesetzt. In Quartieren soll die Initiative dazu von den Anwohnenden und den ansässigen Vereinen kommen. Die Anlässe der dreijährigen Pilotphase würden bezüglich Organisation, Akzeptanz und Finanzierung evaluiert. «Je nach Ergebnis werden die autofreien Sonntage weitergeführt beziehungsweise gemäss Rückmeldungen angepasst», schreibt der Stadtrat.
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