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Beschreibung
Ein Tourniquet ist ein Abbindesystem, durch das der Blutfluss in den Venen und Arterien (abhängig vom Druck) gestaut oder vollständig unterbrochen werden kann. Es ist nach einem Druckverband die nächste Möglichkeit, um Blutungen insbesondere multipel penetrierender Verletzungen zu versorgen.
Bei der Phlebographie und anderen Methoden zur Untersuchung des Venensystems wird es mit niedrigem Druck zur Stauung der oberflächlichen Venen eingesetzt.
In Orthopädie und Unfallchirurgie wird ein steuerbares pneumatisches Tourniquet regelmäßig in der Extremitäten-Chirurgie verwendet, um in Blutleere operieren zu können.
In der Notfallmedizin wird es nur selten eingesetzt, um eine temporäre (zeitlich begrenzte) Abbindung oder eine absolute Abbindung vorzunehmen. Im zivilen Bereich ist die Anwendung allerdings kaum notwendig, die korrekte Versorgung besteht normalerweise aus einem Druckverband und ggf. der Gabe von Hämostyptika sowie dem umgehenden Transport in eine Notaufnahme. Besonders bei Explosionsverletzungen und traumatischen Amputationen ist der Einsatz zur temporären Abbindung, wenn mehrere Verletzte gleichzeitig oder großflächige penetrierende Verletzungen versorgt werden müssen, sinnvoll, da damit die Gefahr des Verblutens direkt unterbunden werden kann.
Beim Militär gehört das Tourniquet im Rahmen der Tactical Combat Casualty Care (TCCC) zur Ausrüstung. Das Tourniquet wird eingesetzt, um eine große oder mehrfach penetrierende und stark blutende Wunde an einer Extremität zu stoppen, insbesondere nach Explosionsverletzungen z. B. durch Splitter oder Bomben. Auf das Tourniquet sollte vorbereitet ein Klebestreifen aufgeklebt werden, auf dem der Zeitpunkt der Abbindung in der militärischen Schreibweise mit der Datum/Zeit-Gruppe vermerkt werden muss. Diese ist ansonsten mit einem Filzstift auf die Stirn zu schreiben.
Der Einsatz des Tourniquets während des Irak- und des Afghanistan-Krieges reduzierte die Letalität durch Explosionsverletzungen, da hierdurch ein massiver Blutverlust und vor allem ein Verbluten bei Verwundeten mit mehrfach penetrierenden Verletzungen verhindert werden konnten.