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«Nein, Mythenzerstörung ist nicht mein Job», sagt Roger Sablonier. «Man kann nicht die Geschichte gegen eine in mancherlei Facetten bestehende öffentliche Geschichtskultur ausspielen.» Der emeritierte Professor für Geschichte des Mittelalters, der in Zürich in den Jahren 1979 bis 2006 lehrte, hat mit seinem Werk «Gründungszeit ohne Eidgenossen» im letzten Sommer grosse Aufmerksamkeit erlangt. Sablonier wird an der nächsten Veranstaltung von HS-Alumni am 7. Mai 2009, ab 18 Uhr 45 in der Aula der Universität Zürich darüber referieren. Er wird dabei aufzeigen, wie das tradierte Geschichtsbild mit Tellentat, Rütlischwur und Staatsgründung von politischer Binnensicht und nationaler Identitätsstiftung geprägt ist und bisher den Blick auf die Geschichte der Innerschweiz um 1300 verstellte. Ein Staat, unabhängig davon, was man sich darunter vorstellt, liess sich im Mittelalter schlicht nicht gründen. Sablonier gibt der Region eine eigene Geschichte, indem er sie unter den Aspekten einer ländlichen Gesellschaft angeht und dabei etwa die Rolle der benachbarten Städte, die Beziehungen in den Süden, die Weiterexistenz klösterlicher Herrschaft und den Wandel im Adel herausarbeitet. Im Anschluss an ein 45-Minuten-Referat wird Sablonier mit den Anwesenden unter der Leitung von Vorstandsmitglied Daniela Decurtins diskutieren. Der Anlass wird eingeleitet von Seminarvorsteher Carlo Moos und HS Alumni-Präsident Marco Curti. Den Abschluss bildet ein gemütlicher Teil im Lichthof.