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Das US-Territorium will Kredite nicht mehr zurückzahlen. Das beschloss das Parlament angesichts der desolaten Finanzlage. Der Kongress in Washington blockiert eine Umstrukturierung der Schuldenlast.
Das vom Bankrott bedrohte US-Territorium Puerto Rico will den Schuldendienst einstellen. Angesichts einer Schuldenlast von rund 70 Milliarden Dollar stimmte das Parlament der Insel am Mittwoch für einen Stopp der Kreditrückzahlungen. Gouverneur Alejandro Garcia Padilla hatte zuvor angekündigt, die Vorlage durch seine Unterschrift in Kraft setzen zu wollen.
In Puerto Rico drohe eine «humanitäre Krise», wenn kein Weg aus der Überschuldung gefunden werde, sagte Padilla. Die Insel könne ihre Gläubiger derzeit nicht bedienen, weil nun vorrangig Gehälter im öffentlichen Dienst bezahlt sowie das Bildungs- und Gesundheitswesen für die 3,5 Millionen Einwohner aufrecht erhalten werden müssten.
Kongress verweigert Gläubigerschutz
Puerto Rico ist bereits zu Jahresbeginn beim Schuldendienst in Verzug geraten. Am 1. Mai steht eine weitere Rückzahlung in Höhe von 422 Millionen Dollar an. Die Insel hat ihre Haushaltskrise trotz einschneidender Ausgabenkürzungen bislang nicht in den Griff bekommen.
Die Regierung von Puerto Rico sowie das Weisse Haus in Washington würden das US-Territorium gerne unter Gläubigerschutz stellen, um die Schuldenlast umzustrukturieren. Der US-Kongress in Washington verweigert sich bislang aber diesem Schritt. Die frühere spanische Kolonie Puerto Rico zählt zu jenen US-Aussenterritorien, die zwar der Regierung in Washington unterstehen, aber nicht Bundesstaat der USA sind.
(sda/gku/ama)