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Abstract: Aus dem Kanton Zürich sind 385 bronzezeitliche Fundstellen dokumentiert (Quelle: Datenbank Kantonsarchäologie Zürich im Frühling 2013). Darunter lassen sich 17 frühbronzezeitliche, 16 mittelbronzezeitliche und 52 spätbronzezeitliche Siedlungen mit eindeutigen Siedlungsbefunden identifizieren.
Die aktuelle Befundlage verdanken wir vor allem, dem Nationalstrassenbau, der wegen einer starken archäologische Begleitung eine Vielzahl neuer Fundstellen aufdeckte und dabei auch das bisherige Defizit an grossflächig untersuchten Landsiedlungen und Fundstellen der Mittelbronzezeit etwas behoben hat.
Die hier vorgestellte Lizentiatsarbeit hat sich zum Ziel genommen die aktuelle Siedlungslandschaft auf kantonaler Ebene zusammenzutragen und diese in einer geografischen Standortanalyse auszuwerten.
Bei der Standortanalyse wird anhand der oben erwähnten gesicherten Siedlungsbefunde versucht, gemeinsame Nenner in der Standortwahl der einzelnen Siedlungen heraus zu kristallisieren um so ein oder mehrere Siedlungsmuster ableiten zu können. Da für die bronzezeitlichen Menschen nicht nur der eigentliche Standort der Häuser, sondern auch die nutzbare Umgebung eine Rolle gespielt haben dürfte, sollten auch beide Faktoren in die Modellierung mit einfliessen.
So startet die Analyse in einem ersten Schritt mit der Frage, wie die bisher qualitativ verwendeten Bezeichnungen von "Höhen-", "Land-" und "Seeufersiedlungen" auf Basis ihrer Topografie, klimatischen Verhältnissen, Hydrologie und Sichtbarkeit (im bzw. über das Gelände) definiert werden kann.
Der Fokus der Arbeit liegt dann auf einer Agenten-basierten, theoretischen Modellierung des Site Catchments (in Anlehnung an Whithey et al. 2010, Beyond the Marsh, in: CAA 2009). Über eine theoretische Simulation des Kalorienhaushaltes (Gewinnung durch z.B. Ernte gegenüber Verbrauch durch den Weg zu den Feldern) soll die Umgebung für jede einzelnen Fundstellen auf ihr Potential nach Landwirtschaft, Viehzucht, Jagt und Fischerei gewichtet werden. Das jeweilige Verhältnis der Subsistenzstrategien zusammen mit dem möglichen Potential für Handel (strategische Lage) kann in die oben begonnene Klassifizierung einbezogen werden um so die Siedlungen schliesslich auch nach ihrer Landschaftsnutzung zu definieren.
Ein Ziel der Arbeit wäre es ein Klassifizierungssystem zu erarbeiten über welches im Endeffekt weitere potentielle Siedlungsareale im Kanton Zürich aufgezeigt werden können (Predictive Modelling). Auf diese Weise wären rückwirkend auch neue Aufschlüsse über die vielen weiteren, vermuteten Siedlungsfundstellen der Bronzezeit möglich, die Aufgrund der Grabungsumständen oder der Befunderhaltung leider im Befund nur ungesichert sind.