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Beissen erlaubt? Bild: Thinkstock
Fussball wird zwar umgangssprachlich als «Spiel» bezeichnet, die korrekte Definition wäre eher Sportspiel. Denn im Gegensatz zu zweckfreien Spielen, wie sie etwa Kinder veranstalten, unterliegt Fussball offiziellen Regeln, deren Auslegung oft hitzig diskutiert wird – man denke nur an umstrittene Elfmeterentscheide.
Das offizielle Regelwerk der FIFA ist 144 Seiten lang und enthält genaue Angaben zur vorgegebenen Farbe des Fussballfeldes, zu den einzuzeichnenden Linien auf dem Platz und der Kleidung der Spieler und Spielerinnen. Aber natürlich sind auch Auswechslungen, Strafen und die generellen Spielregeln darin enthalten.
Regeln sind jedoch nicht dasselbe wie Gesetze. Spielregeln zu verletzen, zieht etwa keine juristischen Konsequenzen nach sich, höchstens sportliche (etwa ein Platzverweis). Im Sport gibt es dennoch einen Graubereich, in dem sich die Gesetze und Regeln überschneiden oder sogar überlagern:
An der Fussball-WM 2014 in Brasilien biss der uruguayische Spieler Luis Suárez einen Gegenspieler in die Schulter, andere Spieler wurden vom gegnerischen Team zum Teil so brutal gefoult, dass ihre Verletzungen genäht werden mussten oder sie verletzungsbedingt für das gesamte Turnier ausfielen. Solche Vorfälle werden üblicherweise mit Platzverweisen oder Spielsperren geahndet. Suárez wurde beispielsweise von der FIFA für neun Länderspiele gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Juristische Konsequenzen entstanden für ihn keine, obwohl der Straftatbestand der Körperverletzung durchaus gegeben war.
Es gibt zwar Vorfälle auf dem Fussballrasen, die von der Polizei untersucht werden. In der Regel gibt es jedoch keine strafrechtlichen Untersuchungen, da den Fussballverbänden zugetraut wird, die angemessenen disziplinarischen Massnahmen zu ergreifen. Einfache Körperverletzung, worunter die meisten Fouls fallen würden, ist ein Antragsdelikt, d.h., es wird nur auf Antrag des Geschädigten oder der Geschädigten verfolgt. Bislang sind zivilrechtliche Konsequenzen eines Fouls auf dem Rasen aber eher selten.
Luis Suárez nach Biss: «Passiert eben!»
Taktisch klug: Was macht ein Schiedsrichter
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Sollten grobe Fouls auch strafrechtlich verfolgt werden?
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