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Rückblick Sommer 2022
Ein Sommer der Extreme mit Hitzewellen, Temperaturrekorden, Trockenheit, Waldbrandgefahr, Gletscherschmelze und einigem mehr. Wir blicken zurück.
Spitzentemperaturen und Hitzewellen
Der Sommer 2022 war nach dem "Jahrhundertsommer" 2003 der wärmste Sommer seit der Temperaturaufzeichnung. Insbesondere im Westen der Schweiz waren die Temperaturen im Juni, Juli und August deutlich wärmer als im Durchschnitt. Als Norm gelten dabei die Jahre 1961 bis 1990. In Genf beispielsweise fiel der Sommer über 4 Grad wärmer aus als im Schnitt. Im Vergleich zum Rekordsommer 2003 war die Zeit von Juni bis Ende August 2022 aufgrund von tieferen Nachttemperaturen insgesamt kühler. Grund dafür war eine kräftige Bise, welche auf der Alpennordseite kühlere Luft aus Osten mitführte.
Die Temperaturen im Sommer 2022 waren bestimmt durch zwei Hitzewellen. Diese sorgten mit Spitzenwerten am 19. Juli beziehungsweise am 4. August für Höchsttemperaturen in der Schweiz. Mit Werten von 38 respektive 38.5 Grad verzeichnete Genf die Höchsttemperaturen im diesjährigen Sommer. In einigen Regionen wurden diesen Sommer gar die meisten Hitzetage in der Geschichte verzeichnet. Im Wallis waren es über 45 Tage, im Tessin bis 65 Tage mit Temperaturen über 30 Grad innerhalb von drei Monaten.
Ganz Europa wurde in diesem Jahr von der andauernden Hitze dominiert. In Teilen Portugals, Spaniens, Südfrankreichs und Italiens wurden Temperaturen von bis zu 48 Grad gemessen. Auch im Norden des Kontinents stiegen die Temperaturen deutlich über die üblichen Messwerte.
Trockenheit in der Schweiz
Extreme Hitzeperioden und kaum Niederschlag sorgten für eine flächendeckende Trockenheit in der Schweiz. Trotz einigen kurzen und kräftigen Starkregenfällen fiel der Sommer hierzulande nicht nur heiss, sondern auch trocken aus. Vielerorts wurden lediglich 60 bis 80 Prozent der durchschnittlichen Regenmengen gemessen. Mit 8 Millimeter Niederschlag wurde im Juli in Genf nur gerade 10 Prozent der sonst üblichen Regenmenge verzeichnet.
Teils kräftige Regenfälle im August sorgten landesweit nicht für die herbeigesehnte Entspannung, sondern resultierten teilweise in Überschwemmungen, da die ausgetrockneten und harten Böden das Wasser in der kurzen Zeit nicht aufnehmen konnten.
Feuerverbote & Waldbrandgefahr
Im Gleichschritt mit dem fehlenden Niederschlag und der grossen Trockenheit hat sich in der Schweiz auch die Waldbrandgefahr rapide verschärft. Von Mitte Juli bis zum Schweizer Nationalfeiertag stieg die Waldbrandgefahr nahezu schweizweit auf die Höchststufe.
Mit der Waldbrandgefahr einher gingen die ausgesprochenen Feuerverbote in der Schweiz. In grossen Teilen des Landes wurden bis und mit am 1. August absolute Feuerverbote verhängt. Auch das Abbrennen von Feuerwerk war vielerorts untersagt.
Tiefe Pegelstände und hohe Gewässertemperaturen
Viele Gewässer der Schweiz erreichten Tiefststände. So musste beispielsweise in Folge des niedrigen Wasserstands die Schifffahrt auf dem Rhein stark eingeschränkt werden. Der Vierwaldstättersee erreichte mit einem Pegel, der um mehr als 40 cm niedriger ausfiel als üblich, einen neuen Tiefststand. Auch einige Bergseen, oder die kleine Emme, sind im Verlauf des Sommers vorübergehend komplett ausgetrocknet.
Im Juli hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat an elf Messstationen von Flüssen die höchsten Temperaturen seit Messbeginn registriert. So erreichte beispielsweise die Aare bei der Messstation Bern Schönau einen neuen Temperaturrekord von 24,1 Grad.
Die hohen Wassertemperaturen und die tiefen Pegelstände stellten auch die Tierwelt, insbesondere die Fische, vor lebensbedrohliche Probleme. Der Sommer 2022 hat gar zu einem Fischsterben von historischem Ausmass geführt. Vor allem kältebedürftigen Fischarten litten besonders unter den zu warmen Gewässern.
Massive Gletscherschmelze
Aufgrund der ausbleibenden Niederschläge, den hohen Temperaturen sowie vielen Sonnenstunden im Sommer 2022, schmolzen die Gletscher in rasantem Tempo. Bereits im Frühjahr lag weniger Schnee als üblich auf den Gletschern. Durch die damit verbundene, fehlende Schutzschicht, waren die Gletscher noch stärker der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die grossen Mengen an Saharastaub, welche im Frühjahr in die Schweiz transportiert wurden, taten ihr Übriges: Die Sonnenstrahlung wurde durch den "verschmutzten Schnee" weniger stark reflektiert, weshalb die Gletscher zusätzlich schneller an Masse verloren.
Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden
Hauptsächlich der Juli zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Insbesondere in der Romandie wurden neue Sonnenstundenrekorde gemessen. Mit über 375 Sonnenstunden innerhalb eines Monats wurde in Genf der sonnigste Monat seit Messbeginn registriert. Das bedeutet, dass im Durchschnitt mehr als 10 Stunden täglich direkte Sonneneinstrahlung gemessen wurde.
Gewitter, Hagel und Fluten
Teils kräftige Sommergewitter mit Starkregen und teilweise Hagel zogen, wie übich in dieser Jahreszeit, über die Schweiz. Aufgrund der grossen Trockenheit konnten die Niederschläge allerdings nicht wie üblich, von den Böden absorbiert werden. Es kam kurzfristig zu Überflutungen und Überschwemmungen in einzelnen Regionen der Schweiz.
Insbesondere das Emmental wurde Anfang Juni von einer kurzen, aber heftigen Überflutung der Emme heimgesucht. Ende Juli, wie auch gegen Ende August, war dann im Speziellen die Ostschweiz von Überschwemmungen betroffen.
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