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Washington - Nach dem herben Rückschlag am Wochenende sucht BP jetzt einen Plan B gegen die Ölpest. Der Energiekonzern hat am Montag angekündigt, Ingenieure würden noch in dieser Woche einen neuen kleineren "Deckel" auf dem Bohrloch platzieren.
Die Hoffnung sei, dass sich in der kleineren Konstruktion nicht wie in der zunächst eingesetzten Stahlglocke Eiskristalle bilden, die das Abpumpen verhinderten, sagte BP-Chef Tony Hayward in Houston. Hayward sagte weiter, der Einsatz könne "binnen 72 Stunden" erfolgen.
Der Versuch mit einer grösseren Stahlglocke war am Wochenende gescheitert. Wegen der grossen Kälte in 1500 Metern Tiefe hatten sich Kristalle aus Öl und Wasser in der Kuppel gebildet.
Der britische Ölkonzern teilte mit, auch eine als "Top Kill" bezeichnete Option zu prüfen. Dabei sollen Gummistücke, zum Beispiel Teile alter Autoreifen oder Golfbälle, in das tonnenschwere Sicherheitsventil geschossen werden, um die Quelle zu verstopfen.
BP gab bislang in Folge des Untergangs der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko nach eigenen Angaben etwa 350 Millionen Dollar aus. Darin enthalten seien unter anderem die Kosten für die Eindämmung des Öls, für Entlastungsbohrungen sowie für die Unterstützung der US-Bundesstaaten an der Küste, hiess es in einer Mitteilung. Die Summe ist deutlich höher als von vielen Experten erwartet.
Gleichzeitig zu den Versuchen, die Lecks zu stopfen, wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ölpest im Meer zu beseitigen. Nach Angaben von BP sind mehr als 275 Schiffe dabei, Öl abzuschöpfen. Insgesamt seien so bereits mehr als 10 Millionen Liter Öl entfernt worden. Zudem seien bislang insgesamt mehr als 1,1 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt worden, die das schwere Öl in harmlosere Brühe umwandeln sollen.
Seit die Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April explodiert ist, strömen täglich mindestens 795'000 Liter aus den Bohrlöchern. Nach US-Medienberichten sind seit dem Unfall bereits mehr als 13 Millionen Liter ins Meer gelangt.
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