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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch X.
10.
Die Peraten aber, Adamas, der Karystier, und Euphrates, der Peratiker, sagen, es gebe eine Welt (und zwar die unsrige) in dreifacher Teilung. Das erste [S. 270] Drittel ist gewissermaßen der einzige Urgrund wie eine große Quelle, die mit dem Verstand in unzählige Teile teilbar ist. Der erste und vornehmste Teil ist nach ihrer Lehre eine Dreiheit; (ein Teil von ihr) wird das vollkommene Gut, die väterliche Größe, genannt; der zweite Teil der Trias ist gleichsam eine unzählbare Vielheit, der dritte etwas Spezielles; und der erste Teil ist das unerzeugte Gute, der zweite ist das selbstgezeugte Gute, der dritte ist gezeugt; so reden sie klar von drei Göttern, drei Logos', drei Menschen. Jedem einzelnen, getrennten Teil der Welt geben sie Götter und Logos' und Menschen und so fort. Von oben aus der Unerzeugtheit und dem ersten Teil der Welt sei, nachdem die Welt zur Vollendung gekommen war, zur Zeit des Herodes ein Mensch mit drei Naturen und drei Körpern und drei Kräften herabgestiegen, Christus genannt, der von den drei Teilen der Welt alle Zusammensetzungen und Kräfte in sich habe. Und dies sollen nach ihnen die Worte bedeuten: „In welchem die gesamte Fülle der Gottheit körperlich wohnt“1. Von den zwei darüberliegenden Welten, der ungezeugten und der selbstgezeugten, seien aller Kräfte Samen in unsere Welt heruntergebracht worden. Christus sei von der Unerzeugtheit von oben herabgekommen, auf daß durch seine Herabkunft alles, was dreifach geteilt, gerettet werde. Was nämlich von oben herabgekommen ist, wird durch ihn hinaufkommen, was dem, was herabgekommen ist, nachgestellt hat, wird weggeworfen, bestraft und verbannt. Die zwei oberen Teile würden vom Untergang gerettet, der dritte, die sogenannte besondere Welt, werde zugrundegehen. Soweit die Peraten.
1: Kol. 2, 9.