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Geschichte
Forschungsgeschichte des Landesplattenberges
Im Ratsprotokoll vom 30. Oktober 1565 wird der Abbau von Plattenberger Schiefer erstmals urkundlich erwähnt. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts waren die Schieferplatten von Engi über die Grenzen der damaligen Eidgenossenschaft hinaus bekannt. Der Zürcher Stadtarzt Johann Jakob Wagner schrieb 1680 in seiner «Historia naturalis Helvetiae Curiosa» von Exporten nach Deutschland, Holland, England, Schweden und Dänemark. Eigenartigerweise tauchen in der wissenschaftlichen Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts keinerlei Nachrichten über versteinerte Glarner Fische auf.
Johann Jakob Scheuchzer
Der erste, der die Gelehrtenwelt auf den Fossilreichtum von Engi aufmerksam machte, war der Zürcher Naturforscher und Universalgelehrte Johann Jakob Scheuchzer (1672–1733). Er betrachtete alle Versteinerungen als Relikte der weltweiten Flut zur Zeit Noahs und bildete in seinem 1708 erschienenen Büchlein «Bildnissen verschiedener Fischen und dero Theilen, Welche in der Sundfluth zu Grund gegangen» erstmals fossile Fische vom Landesplattenberg ab. Diese stiessen während den folgenden Jahrzehnte in Sammlerkreisen auf wachsendes Interesse.
Johannes Gessner
Johannes Gessner (1709–1790), Zürcher Botaniker, Mathematiker und Physiker, gründete 1746 die Naturforschende Gesellschaft in Zürich und publizierte 1758 eine Notiz über die erste fossile Glarner Schildkröte, die sich später, zusammen mit anderen Fossilien vom Plattenberg in seinem Besitz befand.
1. Glarner Vogel
Nach einem weiteren knappen Jahrhundert schliesslich lieferte einer der berühmtesten Paläontologen Deutschlands, Christian Erich Hermann von Meyer (1801-1869), die wissen- schaftliche Erstbeschreibung eines fossilen Vogels vom Landesplattenberg. Beide Funde zogen die Aufmerksamkeit der Fachwelt über die Landesgrenzen hinaus auf sich.
Christian Erich Hermann von Meyer
Christian Erich Hermann von Meyer (1801–1869) studierte nach einer Banklehre Kameralwissenschaften, er galt als Begründer der Wirbeltierpaläontologie Deutschlands. Zu seinen hervorragendsten Arbeiten gehörte die Entdeckung und Beschreibung des ersten Glarner Vogels.
Jean Louis Rodolphe Agassiz
Jean Louis Rodolphe Agassiz (1807–1873) wurde als Sohn eines Pfarrers am Murtensee geboren und studierte in Zürich, Heidelberg und München Medizin und Naturwissenschaften. Berühmt wurde er vor allem durch seine Werke «Etudes sur les glaciers» von 1840, in denen er die Theorie einer weltweiten Eiszeit entfaltete, und seine «Recherches sur les poissons fossiles». Ab 1848 bekleidete er den Lehrstuhl für Zoologie und Geologie am Harvard College in Cambridge im US Bundesstaat Massachusetts.