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/ Forschung
Stresspuffereffekte von körperlicher Aktivität und kardiorespiratorischer Fitness auf das metabolische Syndrom – Ergebnisse einer prospektiven Studie mit Basler Polizisten
Das metabolische Syndrom ist ein weltweites Gesundheitsthema. Bestehend aus den Komponenten Blutdruck, Blutzucker, Blutfett und abdominale Adipositas ist es auch bekannt als «tödliches Quartett», weil das metabolische Syndrom in engem Zusammenhang mit kardiovaskulärer Mortalität steht. Während Berufsstress das Risiko für das metabolische Syndrom erhöhen kann, haben regelmässige körperliche Aktivität und eine hohe kardiorespiratorische Fitness das Potential, die negativen Effekte von Stress auf die Gesundheit abzupuffern.
Der Polizeiberuf ist dafür bekannt, besonders stressreich zu sein. Zudem zeigen Studien, dass eine hohe Stressbelastung bei Polizeiangestellten mit einem erhöhten Risiko für das metabolische Syndrom einhergeht. Im Rahmen der HERO-Studie (Health Examination and Risk Observation in Police Officers) wurden die Stresspuffereffekte von körperlicher Aktivität und kardiorespiratorischer Fitness in einer einjährigen prospektiven Beobachtungsstudie mit 97 Polizeiangestellten des Kantons Basel-Stadt untersucht. Körperliche Aktivität wurde mittels siebentägiger Akzelerometrie gemessen und die kardiorespiratorische Fitness mittels eines submaximalen Radergometertests bestimmt. Berufsbezogener Stress wurde mittels Fragebogen aufbauend auf dem Anforderungs-Kontroll-Modell und dem Modell der beruflichen Gratifikationskrisen erfasst. Die Definition des metabolischen Syndroms orientierte sich an den Vorgaben des National Cholesterol Education Program (NCEP III). Die Werte für metabolisches Syndrom nach einem Jahr liessen sich in der statistischen Analyse signifikant durch die Baseline-Werte für kardiorespiratorische Fitness vorhersagen. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen zeigten sich in den Ergebnissen keine signifikanten Stresspuffereffekte, was unter Umständen auf die fehlenden Haupteffekte zwischen körperlicher Aktivität, Berufsstress und dem metabolischen Syndrom sowie dem relativ kurzen Beobachtungszeitraum von einem Jahr zurückgeführt werden kann. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von kardiorespiratorischer Fitness in der Prävention des metabolischen Syndroms bei Polizeiangestellten.
Die Ergebnisse wurden in der internationalen Online-Fachzeitschrift PLoS ONE als Open-Access-Publikation veröffentlicht.
Schilling, R., Colledge, F., Pühse, U., & Gerber, M. (2020). Stress-buffering effects of physical activity and cardiorespiratory fitness on metabolic syndrome: A prospective study in police officers. PLOS ONE, 15(7), e0236526.