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Was unterscheidet Motorradreifen eigentlich von Autoreifen? Wie haben sich Motorradreifen über die Zeit entwickelt? Ist das nicht einfach auch nur ein Stück Gummi? Wir laden Sie ein zu einem Exkurs in die Welt der Motorradreifen und stöbern dabei auch in der interessanten Geschichte der Gummireifen selbst herum.
Die Geschichte der Gummireifen beginnt 1839, als der Amerikaner Charles Goodyear bei seinen Experimenten versehentlich eine Mischung aus Schwefel und Kautschuk auf die heiße Herdplatte fallen ließ und so rein zufällig die Vulkanisation entdeckte. Als Ergebnis erhielt er Gummi.
Diesen Stoff nutzte 1845 der Schotte Robert William Thomson, um den ersten patentierten vulkanisierten Reifen zu entwickeln. Seine Erfindung war allerdings seiner Zeit weit voraus, denn das Fahrrad steckte noch in den Kinderschuhen. Damals konnte noch niemand etwas mit seiner Erfindung anfangen.
Das änderte sich 1888, als John Dunlop den ersten Luftreifen patentierte, den er für das Dreirad seines Sohnes entwickelt hatte. Drei Jahre später ging der Franzose Édouard Michelin noch einen Schritt weiter, indem er einen Luftreifen mit Schlauch entwickelte. Damit wurden die Luftreifen alltagstauglich und ersetzten die metallbeschlagenen Holzreifen der Fahrräder.
Aus dem Fahrrad entstand das Motorfahrrad, und schließlich das Motorrad. Daimler erfand zwar 1885 bereits den Reitwagen, aber erst nach der Erfindung der Schlauchreifen gab es das erste SerienMotorrad von Hildebrand und Wolfmüller.
Was unterscheidet Motorradreifen von Autoreifen?
Beide Reifentypen haben sich seit ihrer Erfindung unterschiedlich entwickelt. Motorradreifen haben eine rund geformte Lauffläche und erlauben dadurch Kurven in Schräglage zu befahren. Autoreifen haben dagegen eine eher gerade geformte Lauffläche, um einen möglichst großen Kontakt zur Straße zu haben. Das Kräfteverhältnis ist relativ ausgeglichen, sodass üblicherweise immer vier Reifen des gleichen Typs verwendet werden.
Motorradreifen sind auf der anderen Seite ganz anderen Belastungen ausgesetzt. Bei der Beschleunigung ist es wichtig, möglichst effizient die Kraft vom Hinterreifen auf die Fahrbahn zu übertragen. Das wird auch optisch deutlich, denn die Hinterreifen sind bei Motorrädern deutlich breiter.
Der Vorderreifen ist für die Belastungen beim Bremsen ausgelegt, da sich das Gewicht beim Bremsen auf die Vorderachse verlagert. Dieser Reifen muss beim Bremsen eine möglichst gute Haftung aufweisen und gleichzeitig den Beschleunigungskräften des Hinterreifens möglichst wenig Widerstand entgegensetzen.
Alles in allem sind Motorradreifen heutzutage ein ausgeklügeltes Stück Technik und keinesfalls einfach nur ein Stück Gummi. Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit die interessante Welt der Reifen etwas näher bringen. Eine gute Fahrt!
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