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Autor: Frank Stettler
Mit einem Last-Minute-Transfer kompensierte Serge Pelletier zumindest die Ausfälle der Ausländer Michel Ouellet und Mark Mowers. Von Davos holte er vorerst für die Spiele gegen die Lions und heute in Lugano den bei Trainer Arno Del Curto in Ungnade gefallenen Québécois Alexandre Daigle, der 1993 von den Ottawa Senators als Nummer 1 (!) gedraftet worden war.
Diskreter Einstand
Die in ihn gesteckten Erwartungen konnte der Ex-Freund des Hollywood-Sternchens Pamela Anderson, dem der Ruf als Lebemann vorauseilt, in der NHL jedoch nie erfüllen. Auf die Saison 06/07 wechselte er zum HCD. Mit total 74 Skorerpunkten war der Kanadier gleich massgeblich am Meistertitel der Bündner beteiligt. In der Folge nahmen die Skorerwerte jedoch kontinuierlich ab (Saison 07/08 54 Punkte, Saison 08/09 35 Punkte).
In der laufenden Meisterschaft kam Daigle beim HCD nur viermal zum Zug und konnte sich dabei je zwei Tore und Assists gutschreiben lassen. Daigle, welcher die sechste von acht möglichen Ausländer-Lizenzen beansprucht und den Assist zum Ehrentreffer gab, wusste mit seinem Speed zu gefallen, reissen konnte er neben Aubin und Knoepfli aber auch nichts.
Damit ist auch gleich eines der unzähligen Probleme der Freiburger angesprochen. Der Angriff ist an Harmlosigkeit kaum mehr zu überbieten. Wer in 15 Spielen ganze 25 Tore zustande bringt, gerät zwangsläufig in Erklärungsnot.
Klar fehlen Pelletier die Punkte von Julien Sprunger, Sandy Jeannin und Andrei Bykow. Aber dies allein kann nicht der Grund für die offensive Impotenz sein. Im Wissen, dass in Freiburg wenige Tore zum Sieg reichen würden, gewährte Zürichs neuer Nati-Trainer Sean Simpson Goalie Ari Sulander wieder einmal Spielpraxis und verzichtete auf Jean-Guy Trudel. Nun, der Finne hätte sich in seinem dritten Saisonspiel wohl insgeheim mehr Arbeit erwünscht.
Völlig chancenlos
Dem Victoria-Cup-Sieger genügte eine Durchschnittsleistung, um nach zuletzt zwei Niederlagen wieder auf die Siegesstrasse zurückzukehren. Das 0:1 durch Cyrill Bühler zeichnete sich frühzeitig ab. Mit dem 0:2 von Patrick Bärtschi unmittelbar nach der ersten Drittelspause war die Vorentscheidung bereits gefallen. Als der Nati-Stürmer bei Spielhälfte eine überaus feine Einzelleistung mit seinem zweiten Treffer krönend abschloss, war der Mist geführt.
Bitter: Gottéron präsentierte sich einmal mehr ganz im Stile einer Verlierer-Mannschaft. Bis zur zweiten Pause erhöhten die Gäste ohne grossen Aufwand auf 0:5. Pelletiers Vorgabe – «defense first» – wurde in keinster Weise umgesetzt.
Für das Schlussdrittel machte Sébastien Caron wie bereits im Heimspiel gegen die Lakers (0:4) Backup Damiano Ciaccio seinen Platz frei. Die Lions blieben trotz dem eingeschalteten Energiesparmodus die gefährlichere Equipe. Der Ehrentreffer von Robin Leblanc war nicht mehr als Resultatkosmetik.
Playoffs bald ausser Reichweite
Seit gestern Abend ist definitiv klar, dass die beiden Siege gegen Ambri und die SCL Tigers nicht mehr als ein kleines Strohfeuer waren. Die Niederlage gegen den ZSC war bereits wieder die zweite in Serie. Das Strickmuster ist immer dasselbe: Das Engagement ist zwar zumindest zu Beginn da, Aussetzer in der Defensive und die eklatante Abschlussschwäche verunmöglichen aber ein positives Ergebnis. Die Playoffs rücken in immer weitere Ferne. Zumal Biel auch gestern in Davos wieder einen Punkt holte. Und Trainer Serge Pelletier hat den Schlüssel zum Erfolg noch immer nicht gefunden. Heute geht es zum HC Lugano. Die Tessiner sind die zweite grosse Enttäuschung der Meisterschaft. Das Starensemble konnte gestern in Langnau nach neun Pleiten en suite wieder einmal gewinnen. «Wie wir uns heute präsentieren werden, ist eine Frage des Stolzes», sagte ein konsternierter Pelletier nach dem Spiel. Und eine Frage der (vorhandenen?) Klasse.