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Kultusgenossenschaft von 60 Mitgliedern, die zweimal im Jahr vom Grossrabbiner aus Genf besucht wird. Synagoge.
Die Genossenschaft Lausanne zählt wie Biel etwa 60 Mitglieder und hält ihre Gottesdienste in einem als Synagoge eingerichteten Lokal. Der 1907 verstorbene Philanthrop Osiris in Paris hat der Stadt Lausanne u. a. ein Legat von 50000 Fr. für die Errichtung einer Synagoge im Stile des israelitischen Kultusgebäudes an der Rue Buffault in Paris vermacht. Von der Genossenschaft unabhängig sind die hier bestehenden drei jüdischen Pensionnate (wovon zwei für Mädchen und eines für Knaben), deren Zöglinge zumeist aus dem Ausland stammen. Ein weiteres israelitisches Pensionat (mit orthodoxer Richtung) besteht in Neuenburg.
Die Genossenschaft Freiburg zählt etwa 30 Mitglieder und hat sich in jüngster Zeit ebenfalls eine Synagoge erbaut.
Auf Anregung von La Chaux de Fonds hin haben die schweizerischen israelitischen Kultusgenossenschaften die Gründung eines Verbandes mit einem Zentralkomitee beschlossen. Diese nutzbringende Vereinigung wird sich mit Fragen allgemeiner Natur, die sämtliche Genossenschaften gleichmässig interessieren, zu befassen haben, so namentlich mit der Schaffung von philanthropischen Institutionen, der Organisation der Unterstützung von armen Durchreisenden etc. -
Einrichtungen, welche heute noch viel zu wünschen übrig lassen, da jede Gemeinschaft bisher auf eigene Faust handelte und sich um das Vorgehen der andern nicht zu kümmern pflegte. Hoffen wir, dass dieser geplante Zusammenschluss baldmöglichst zu Stande komme, um zum Nutzen und Frommen der schweizerischen Israeliten seine Tätigkeit aufzunehmen.
Neben den Kultusgenossenschaften finden sich Israeliten auch noch über die ganze Schweiz hin zerstreut vor und zwar meist in zu geringer Anzahl, als dass sie besondere Gemeinschaften zu gründen vermöchten. Solche kleine israelitische Kolonien bestehen in Binningen, Sissach und Gelterkinden (Kanton Basel Land); Olten (Kanton Solothurn); St. Immer, Burgdorf, Aarberg, Langenthal, Thun, Interlaken und Unterseen (Kanton Bern); Neuenburg und Fleurier (Kanton Neuenburg); Bex, Montreux, Morges, Nyon, Cossonay und Aigle (Kanton Waadt); Sitten und Monthey (Kanton Wallis); Herisau (Appenzell A. R.);
St. Fiden, Wil und Rheineck (Kanton St. Galten);
Aarau, Aarburg, Lenzburg und Rheinfelden (Aargau); Schaffhausen; Diessenhofen und Kreuzlingen (Thurgau); Davos und St. Moritz (Graubünden); Zug.
Die israelitischen Kultusgenossenschaften sind allgemein in blühenden Verhältnissen und entwickeln sich unter dem von der Bundesverfassung gewährleisteten Régime der Freiheit und Gerechtigkeit überall in erfreulicher Weise. Der einzige Abbruch, der der Ausübung des israelitischen Kultus getan wird, ist das Verbot des durch den Ritus vorgeschriebenen Schächtens der Schlachttiere, das die Genossenschaften zum Unterhalt von besondern Schlachthäusern an der Landesgrenze veranlasst.
[Rabbiner Jules Wolff.]
G. WIRTSCHAFTLICHE ZUSTÄNDE; SOZIALPOLITIK.
Da der vierte Teil der Bodenfläche der Schweiz unproduktiv ist, müssen die 3315443 (Zählung von 1900) Bewohner des Landes sich zu einem grossen Teil der industriellen Tätigkeit zuwenden, wenn sie ihr Auskommen finden wollen. Die Verteilung der Gesamtbevölkerung auf die verschiedenen Zweige wirtschaftlicher Tätigkeit zeigte im Jahr 1900 folgendes Bild: Landwirtschaft 35%, Industrie 44%, Handel 9%, Verkehrs- und Transportwesen 5%, Verwaltung, Wissenschaften, Künste etc. 5%.
Die hauptsächlichsten Produzentengruppen haben sich zu freien Organisationen vereinigt, deren Zweck die Verteidigung und Wahrung ihrer speziellen Berufsinteressen ist. Diese wirtschaftlichen Verbände sind im einzelnen ausserordentlich verschieden organisiert. Die mächtigsten und einflussreichsten weisen den Charakter von Genossenschaften auf und haben ständige Sekretariate eingerichtet. Jährliche Subventionen werden vom Bund verabfolgt an die Sekretariate des schweizerischen Handels- und Industrievereines, des schweizerischen Gewerbevereines, des Arbeiterbundes und des Bauernbundes, welche Vereinigungen bei der Ausarbeitung von Gesetzen, die in ihren Interessenkreis fallen, offiziell um ihre Wünsche und Ansichten befragt werden. So hat z. B. der Bauernbund zu Gunsten der Annahme des Schutzzolltarifes von 1902 einen entscheidenden Einfluss auf die eidgenössischen Räte ausgeübt. Die Hebung der wirtschaftlichen Lage des Bauernstandes wird ferner noch durch eine ganze Reihe von öffentlichen oder privaten Institutionen bezweckt, wie die landwirtschaftlichen Schulen, die landwirtschaftlichen Versuchsstationen, die Viehzuchtgenossenschaften, Konsumvereine, landwirtschaftlichen Vereine etc.
Die Verbände, die sich die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Arbeiters zum Ziel nehmen, ruhen zur Mehrzahl auf sozialdemokratischer Grundlage. Immerhin hat der Gewerkschaftsbund (Fédération des syndicats professionnels) 1899 seine politische und konfessionelle Neutralität erklärt, in der - allerdings nur zum Teil zur Verwirklichung gelangten - Absicht, die christlichen Arbeitervereine zu sich heranzuziehen. Die bedeutendste Arbeitergewerkschaft ist diejenige der Eisenbahnangestellten, die im Jahr 1895 gegründet wurde. Sie hat sich seither von den Eisenbahngesellschaften und dem Bund beträchtliche Lohnaufbesserungen erwirkt. Die Nordostbahngesellschaft, die den Forderungen ihres Personales kein Gehör gab, sah sich infolge des zwei Tage (12. bis dauernden Generalstreikes zur Nachgiebigkeit gezwungen.
Die allgemeine Organisation der Konsumenten hat der Entwicklung derjenigen der Produzenten nicht Schritt gehalten, obwohl sie z. B. in der Stadt Basel in Gestalt eines Konsumvereines einen grossen Erfolg erzielte und ihre Tätigkeit auch auf das Gebiet des Kreditwesens ausdehnte (Schweizerische Volksbank, Raiffeisenkassen).
Hand in Hand mit der privaten Initiative geht mit Hinsicht auf die Verbesserung der Lage der Arbeiter und im besonderen des Arbeiterschutzes die kantonale und eidgenössische Gesetzgebung (vergl. darüber die Arbeit von Dr. J. Landmann: Die Arbeiterschutzgesetzgebung in der Schweiz. Basel 1904). Unter den hierauf Bezug habenden kantonalen Einrichtungen sind in erster Linie die Poliklinik der Stadt Basel und die Volksversicherungskasse des Kantons Neuenburg (Gesetz vom hervorzuheben.
Die Bundesgesetzgebung beschäftigt sich ihrerseits mit dem Studium von zwei weittragenden Problemen. Es sind dies die Revision des 1877 in Kraft getretenen Gesetzes betreffend die Fabrikarbeit und die Ausarbeitung eines neuen Gesetzes über die Kranken- und Unfallversicherung. Letzteres soll dazu berufen sein, die gegenwärtige Einrichtung der zivilen Verantwortlichkeit des Arbeitgebers durch eine eidgenössische Institution zu ersetzen. Eine erste auf diese Materie bezügliche Gesetzesvorlage ist vom schweizerischen Volk in der Abstimmung vom verworfen worden.
Ausserhalb des Kreises der gesetzgeberischen oder der gewerkschaftlichen Tätigkeit nehmen noch verschiedene andere Verbände in uneigennütziger Weise an der sozialen Bewegung Anteil. Es trifft dies besonders auf die zahlreichen Gesellschaften zu, die sich die Bekämpfung des Alkoholismus zum Ziel gesetzt haben und versuchen, von den eidgenössischen und kantonalen Behörden eine wirksamere Anwendung des vom Bund zum Kampf gegen die Unmässigkeit bestimmten Alkoholzehntels zu erlangen.
Während aber dieses Ziel bis jetzt noch nicht völlig erreicht ist, hat eine 1900 gegründete andere Vereinigung, die sich die Anbahnung des Weges zu einem internationalen Arbeiterschutz angelegen sein lässt, einen unmittelbaren Erfolg aufzuweisen. Indem sie sich mit den vom 25. bis in Paris zu einem internationalen Kongress versammelten ausländischen Verbänden gleichen Charakters zu gemeinsamer Arbeit vereinigte, kam man zu dem Beschluss, ein internationales Arbeitsamt einzurichten, das denn auch in Basel am seine Tätigkeit begonnen hat und dem der Bund eine jährliche Subvention von 8000 Franken verabfolgt, sowie die Regierung des Kantons Basel Stadt die nötigen Bureauräumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung stellt.
Ausser dem eben Genannten wird die Arbeit auf sozialem Gebiet in der Schweiz noch durch eine Reihe von weiteren Erscheinungen gekennzeichnet. Als solche führen wir an: die kleine Geburtenziffer;
Abnahme der ¶
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Auswanderung und Zunahme der Einwanderung;
absolute und relative Abnahme der landwirtschaftlichen Bevölkerung;
Verteuerung der Handarbeit und Vermehrung der die Arbeit von bloss einer einzelnen Familie erfordernden landwirtschaftlichen Betriebe;
Dezentralisation der Industrie, begünstigt durch die Möglichkeit der Fernübertragung von elektrischer Kraft;
Aufschwung und Vermehrung der beruflichen Vereinigungen, die jetzt auch in den Kreisen von öffentlichen Beamten und von konkurrierenden Fabrikanten sich bilden;
Zunahme der Streikbewegung;
wachsende Lust zur Reglementation der Arbeit;
Entwicklung des Sparkassen- und freiwilligen Versicherungswesens.
Was den letztgenannten Punkt anbetrifft, so hat die Zählung von 1903 ergeben, dass in der Schweiz 435000 Personen, d. h. 13% der Gesamtbevölkerung, einer Krankenkasse angehören. Mieses Verhältnis übertrifft noch dasjenige der Länder, in denen das freie Versicherungswesen am meisten ausgebildet erscheint.
[Jules Repond.]
H. VERTEILUNG DES GRUNDEIGENTUMS. (Allmenden u. s. w.).
Wenn im Nachstehenden über die Benutzungsweise des Grundeigentums gesprochen wird, so soll dabei nur die landwirtschaftliche Benutzung ins Auge gefasst werden. Der Abbau von nutzbaren Mineralien (Granit, Schiefer, Kalk und Zement, Marmor, Sand), ferner die Gewinnung von Asphalt, Kochsalz und fossilen Brennstoffen, wie Anthrazit, Steinkohlen, Braunkohlen, Schieferkohlen und Torf wird im Abschnitt über den «Bergbau» behandelt werden.
Die Betriebsweise der schweizerischen Landwirtschaft selbst wird bedingt durch Klima, Lage und Boden, sowie durch die Eigentumsverhältnisse. Leider fehlt uns eine zuverlässige landwirtschaftliche Statistik; eine solche kann sich nur auf die Parzellarvermessung (Katastervermessung) stützen. Von den 25 Kantonen der Schweiz aber haben nur Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg, Basel Stadt, Solothurn und Schaffhausen die Katastervermessung durchgeführt. In Durchführung begriffen ist sie in den Kantonen Bern, Basel Land und Aargau. Nur in einzelnen Gemeinden oder noch gar nicht in Angriff genommen ist die Katastervermessung in den Kantonen Tessin, Wallis, Zürich, St. Gallen, Thurgau, Graubünden, Luzern, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Glarus, Zug, Appenzell A. R. und Appenzell I. R.
Von der Gesamtfläche des Landes (41324 km2) sind 75% produktiv und 25% unproduktiv, d. h. Gletscher, Seen, fliessende Gewässer, Städte, Dörfer und Gebäude, Schienen- und Strassenwege, Felsen und Schutthalden. Das Waldareal mit 878500 ha nimmt rund 20% der Gesamtfläche oder etwa 28% der produktiven Fläche ein. Doch schwankt das Verhältnis stark in den einzelnen Kantonen. Von den Städtekantonen weist Genf nur 9,30%, Basel Stadt 11,03% der Gesamtfläche an Waldboden auf. Aber auch agrikole Kantone zeigen ein ungünstiges Verhältnis; so besitzt Uri nur 10,21%, Wallis 14,68%, Glarus 15,37% Waldfläche. Ueber 30% der Gesamtfläche wird durch den Wald beansprucht in den Kantonen Aargau (31,75%), Basel Land (33,92%), Solothurn (36,45%) und Schaffhausen (40,33%). Dabei ist nicht zu übersehen, dass beispielsweise die Kantone Uri 55%, Graubünden 46%, Wallis 54% und Glarus 35% unproduktive Flächen aufweisen.
Nach Abzug des landwirtschaftlich unproduktiven Bodens, sowie der gesamten Waldfläche verbleiben etwa 21000 km2 landwirtschaftlich benutzter Boden. Hievon beansprucht die Hauptbetriebsrichtung, die Viehzucht, rund ¾ der Fläche; die übrige Kulturfläche wird dem Getreidebau, Kartoffelbau, Rübenbau, der Produktion von Handelsfrüchten und dem Weinbau gewidmet.
Es leben etwa 40% der Bevölkerung von der Urproduktion, die ausserdem einem Grossteil der Gesamtbevölkerung den Bedarf an einigen der unentbehrlichsten Lebensmittel und Rohstoffen liefert. Da die Landwirtschaft im Gegensatz zu der ihre Rohstoffe fast ganz aus dem Auslande beziehenden Industrie ihren vollen Ertrag dem eigenen Boden und der Arbeitskraft des Volkes verdankt, kann mit der landwirtschaftlichen Produktion auch nur der Wertzuwachs verglichen werden, den die Industrie auf ihren meist ausländischen Rohstoffen durch Umformung und Veredelung bewirkt, und dann reicht nach dem Urteil der kompetentesten Volkswirtschafter die Gesamtsumme der industriellen Produktion kaum an diejenige der Landwirtschaft heran.
Der landwirtschaftliche Grundbesitz im schweizerischen Flachland liegt, abgesehen vom Walde, meist in den Händen von Privaten; im Gebirge dagegen sind die ausgedehnten Weideflächen vorherrschend Eigentum von öffentlichen Korporationen. Doch fehlen hierüber genaue statistische Angaben. Nur von den Waldungen wissen wir, dass etwa 4,3% dem Staat (den Kantonen), 66,7% den Gemeinden und Korporationen und etwa 29% den Privaten angehören. Sicher wissen wir auch, dass die Verteilung des landwirtschaftlich benutzten Bodens in den ebenen Kantonen viel grössere Fortschritte gemacht hat als die Waldverteilung, die nur in wenigen Kantonen (z. B. Luzern) grössere Ausdehnung angenommen hat.
Verteilung von Privatgütern an Günstlinge oder verdiente Krieger fand in unserm Lande schon vor Ende der Römerzeit statt. Doch war zur Alemannenzeit die Zersetzung des durch die Völkerstämme eroberten Grundes und Bodens noch nicht weit gediehen. Man huldigte noch dem Prinzip der Markgenossenschaft, und es haben sich die Grundzüge der Agrarverfassung während vieler Jahrhunderte, wenn auch unter vielfach wechselnden Formen, bis auf den heutigen Tag zu erhalten gewusst.
Eine grössere oder kleinere Anzahl umsäumter Hofstätten bildete das Dorf, das wiederum nach aussen durch einen eigenen Zaun abgeschlossen wurde. Im Innern des Dorfes befanden sich ausser einem gemeinschaftlichen offenen Tummelplatz für das Vieh auch die öffentlichen Brunnen. Ausserhalb des Dorfzaunes lag das Ackerland, nach dem Prinzip der Dreifelder-Wirtschaft eingeteilt und bewirtschaftet. Zwischen den einzelnen Zelgen waren auch «Gewanne» ausgeschieden, die jeweilen in Losen den Haushofstätten zugeteilt wurden. Zwischen diesen Gewannen und dem Ackerland breiteten sich auf den dem Graswuchs günstigen Böden die Wiesen aus.
Das Ganze wurde abgegrenzt und geschirmt durch einen äussern Zaun. Erst ausserhalb dieses Zaunes kamen endlich die gemeinsamen Weiden, Alpen und Wälder, auch summarisch «Allmend» genannt. An dieser Allmend besass jeder einzelne Bürger das Nutzungsrecht an Weide, Moorland, Pflanzland und Wald. Während die mit Flurzwang verbundene Dreifelderwirtschaft, sowie die eingezäunten Hofstätten und Gewanne fast überall verschwunden sind, finden wir auch im heutigen schweizerischen Flachlande «Allmenden», d. h. Allgemeinbesitz an Grund und Boden noch recht häufig verbreitet. Doch erstrecken sich die Nutzungsrechte meistens nicht auf alle Ansässigen, sondern beschränken sich auf eine abgeschlossene Gesellschaftsklasse (Korporation, Genossenschaft, Burgergemeinde etc. genannt).
Noch grössere Stabilität der ursprünglichen Agrarverfassung aber finden wir in der schweizerischen Alpwirtschaft. Die alten Markgenossenschaften haben sich hier lebensfähig und lebenskräftig erhalten, so in prägnanter Weise in den Kantonen Uri, Schwyz und Appenzell I. R. Die Ortsgemeinde-Verbände sind hier ohne irgend welche Bedeutung auf die Nutzungsberechtigung des Allgemeingutes geblieben, indem die sogenannten «Korporationen» die wichtigste, die sogenannten «politischen» Gemeinden dagegen nur eine recht untergeordnete Rolle spielen.
Die Korporationen haben vielfach einen vorherrschend öffentlichen Charakter: die Angehörigen besitzen das Landrecht und, damit zusammenhängend, auch das Genossenschaftsrecht, wie z. B. bei der «Ober-» und «Unterallmend» (Schwyz), bei der Korporation "Uri" und «Ursernthal», bei den sogenannten «Tagwen» (Glarus), «Uertenen» (Unterwalden),
«Bäuerten» (Bern) etc. Andere Korporationen weisen einen mehr privatrechtlichen Charakter auf, und zwar besonders da, wo die frühern grundherrlichen Gemeinden nicht auf öffentliche Verbände übergegangen sind: «Fesselalpen» in Glarus, «Gemein-» oder «Kapitalisten-Alpen» in Ob- und Nidwalden. Dazu finden wir in unsern Bergen auch Alpen mit ausschliesslich privatwirtschaftlichem Charakter.
Der Betrieb aller dieser öffentlichen oder privaten Alpen kann nun wiederum ein genossenschaftlicher oder Einzelbetrieb sein. Beim Einzelbetrieb hat jeder Wirtschafter seine eigene Hütte. Der Besitzer oder sein Personal pflegt das eigene Vieh, jeder «buttert» und «käset» ¶