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Auch Kinder und Jugendliche mit besonders grossen Fähigkeiten im allgemeinen Denken sollen vermehrt einen Unterricht erhalten, der wenigstens zeitweise besser zu ihrer Denk- und Lernfähigkeit
passt.
Die Vorstellung, gerecht sei, wenn in der Schule alle Kinder dasselbe machen, beruht auf einem Denkfehler. Denn: Wir sind nicht alle gleich – aber gleichwertig. Ein Kind, das in der ersten Klasse bereits dicke Bücher liest, soll nicht dasselbe tun müssen, wie ein Kind, das die Buchstaben noch nicht kennt – und umgekehrt.
Der reguläre Unterricht ist in unseren Jahrgangsklassen auf den Durchschnitt der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Dadurch gibt es zwei Gruppen, die einen zu wenig passenden Unterricht erhalten: Die untersten 5 % benötigen zusätzliche Erklärungen, die obersten 5 % benötigen schnelles und vernetztes Lernen auf höherem Niveau. Diese Unterscheidungen sind nicht wertend gemeint: Ein Olympiasieger im Skifahren ist auch kein wertvollerer Mensch als ein Skianfänger.
Bildungsgerechtigkeit bedeutet zu differenzieren. Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht, wenn alle dasselbe in derselben Geschwindigkeit tun müssen.
Wir möchten, dass alle Schülerinnen und Schüler so viel, so schnell und so kreativ lernen dürfen, wie es für sie passt. Nur so können sie ihr Bestes geben, nur so können sie zufrieden und glücklich aufwachsen und später ihren Teil zum Gedeihen unserer Gesellschaft beitragen.
Bildungsgerechtigkeit gilt für alle Schülerinnen und Schüler. Mit unserer Initiative setzen wir uns allerdings nur für einen Teil von ihnen ein, für die intelligentesten fünf Prozent. Dies nicht, weil sie besser oder wertvoller oder wichtiger wären als die anderen. Sondern weil wir privat und beruflich mit ihnen zu tun haben, ihr Leiden kennen und ihre schulische Situation verbessern wollen.