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Der Biber ist ein echter Tauchprofi. Er kann bis zu einer Viertelstunde unter Wasser bleiben.
Zum Steuern nutzt er seinen schuppigen Schwanz, die sogenannte Kelle.
Die Hinterpfoten sehen aus wie Entenflossen. Sie helfen dem Biber, vorwärtszukommen.
Auch in Nordamerika gibt es Biber. Der Amerikanische Biber ist etwas grösser als unser Eurasischer Biber. Der Amerikanische Biber baut oft grosse Burgen aus Ästen. Der Eurasische Biber gräbt seine Wohnhöhle ins Ufer und bessert manchmal das Dach mit Ästen aus. Richtige Burgen baut er aber selten.
Biber leben an lehmigen Ufern, wo sie gut graben und bauen können. Am Ufer sollten Weichhölzer und andere Pflanzen zum Fressen wachsen. Das Wasser muss tief genug sein zum Schwimmen und Tauchen. Der Eingang zum Biberbau liegt immer unter Wasser. So gelangen Feinde nicht in den Bau hinein. Wenn das Wasser nicht tief genug ist, baut der Biber einen Damm.
Biberreviere können unterschiedlich gross sein: von einigen hundert Metern bis einigen Kilometern Uferlänge. Das Nahrungsangebot bestimmt die Grösse des Reviers. Biber markieren das Revier mit Bibergeil. Das ist ein öliges, bräunliches Sekret, das die Biber mit einer Drüse am Hinterkörper herstellen. Männchen und Weibchen besitzen diese Drüse.
Der Biber ist ein Vegetarier, das heisst, er frisst nur pflanzliche Nahrung. Biber ernähren sich von Blättern und Rinde von Weichhölzern wie Weiden und Pappeln. Da Biber nicht klettern können, fällen sie mit ihren scharfen Zähnen Bäume, um an die Blätter zu gelangen. Rinde fressen sie vor allem dann, wenn sie keine andere Nahrung finden, zum Beispiel im Winter. Dazu legen sie im Herbst nahe beim Bau unter Wasser einen Vorrat aus Ästen an.
Im Frühling und Sommer fressen Biber Kräuter wie Löwenzahn oder Brennnesseln. Wenn es in ihrem Revier Felder mit Mais oder Getreide gibt, ernähren sie sich davon. Auch heruntergefallene Äpfel oder Birnen kommen ihnen gelegen.
Biber, die in Seen oder Teichen leben, fressen unter anderem Wasserpflanzen wie Seerosen.
Biber leben ein Leben lang mit demselben Partner zusammen. Jedes Jahr bringt das Biberweibchen Jungtiere zur Welt. Diese dürfen zwei Jahre bei ihren Eltern leben, danach müssen sie sich ein eigenes Revier suchen.
Biber leben also immer in kleinen Familien zusammen. Sie bewohnen gemeinsam Biberburgen oder Erdbauten und bauen Dämme. Dank den Dämmen ist das Wasser in ihrem Gebiet immer etwa gleich tief.
Biber paaren sich zwischen Januar und März. Nach einer Tragzeit von etwa 3,5 bis 4 Monaten bringt das Biberweibchen 2 bis 4 Junge zur Welt. Nach der Geburt können die Jungen bereits sehen und wiegen ungefähr 500 bis 700 Gramm.
Als Säugetiere ernähren sich die Biberjungen zuerst ausschliesslich von Muttermilch. Erst später beginnen sie, Pflanzen zu fressen.
Die Menschen jagten Biber früher sehr stark. In der Schweiz starb er deshalb ums Jahr 1800 aus. Grund für die Jagd waren die wertvollen Pelze, aber auch das Bibergeil. Es galt als Heilmittel gegen fast jede Krankheit.
Beliebt war auch das Fleisch des Bibers. Weil er sich oft im Wasser aufhält und einen schuppigen Schwanz hat, zählte man den Biber früher zu den Fischen. Aus diesem Grund durften die Leute das Biberfleisch auch während der Fastenzeit und freitags essen.
Die Menschen zerstörten zudem den Lebensraum des Bibers. Sie legten viele Feuchtgebiete (Auenwälder, Sümpfe, Moore) trocken, betonierten Flussufer zu und zwängten Gewässer in enge Kanäle. Dort können Biber aber nicht leben. Viele Biber werden auf der Suche nach Nahrung oder einem neuen Revier überfahren.
Der Biber war vor etwa 200 Jahren in der Schweiz ausgestorben. In den 1960er-Jahren begannen Naturschützer, Biber in der Schweiz auszusetzen. Heute leben an immer mehr Orten in der Schweiz wieder Biber.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass die Lebensräume des Bibers wieder natürlich gestaltet sind. Nur so kann der Biber überleben und sich weiter ausbreiten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WWF haben Biberpfade angelegt, entlang von mehreren Gewässern, an denen Biber leben. Diese sollen dabei helfen, die scheuen Tiere besser zu verstehen.
Der WWF bildet Biberschützer (Biberwatcher) aus. Sie helfen, bei Problemen zwischen Menschen und Bibern eine Lösung zu finden. Ein Problem entsteht zum Beispiel, wenn ein Biberdamm zu einem überschwemmten Feld führt. Zudem helfen Biberwatcher, die Biber in der Schweiz zu zählen.