Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/1447

Beschissen: Piero Manzoni
Darf Kunst scheisse sein? Oder Scheisse sogar Kunst? Und kann man aus Scheisse Gold machen? Diese Fragen interessierten den italienischen Konzeptkünstler Piero Manzoni schon 1961. Für sein Projekt «Merda d’artista» füllte er jeweils 30 Gramm seiner Kacke in 90 Dosen ab. Fest verschlossen und nummeriert wurden sie danach von ihm zum Wert des damaligen Goldpreises (ca. 37 Dollar pro 30 Gramm) verkauft. Die Inspiration für diese Arbeit kam scheinbar von Manzonis Vater. Der Dosenfabrikant habe zu seinem Sohn gesagt: «Deine Arbeit ist scheisse». Wie recht er doch behielt. Manzonis Künstlerkacke hat nicht nur in der gesamten Kunstszene für Aufsehen gesorgt, sondern sich für die Käufer auch ziemlich gelohnt: 2008 wurde eine der Dosen bei Sotheby’s für 97’250 £ versteigert.