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Die Prognosen für den Dezember und Januar waren insgesamt recht zufriedenstellend, auch wenn beide Monate kälter waren als erwartet.
Nun wage ich mich an die Prognose des Februars. In den letzten Jahren wies er die grösste Temperaturspanne aller Monate auf. Dies reicht von eisig kalten Februar 2012 bis zum frühlingshaften Februar 2016.
Wetterlage
Die Westwindlagen, die im Winter bisher fast gänzlich gefehlt haben, sind zurück. Die kommenden Tage bleiben frostfrei und die Höchstwerte lassen mit 5 bis 7°C nach der Kälte schon beinahe erste Frühlingsgefühle aufkommen. Allerdings fällt nach einer kurzen trockenen Phase am Donnerstag und Freitag am Wochenende wieder häufig Regen. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 1200 und 1800 Meter und sinkt am Montag auf etwa 800 Meter.
Aktuell befinden wir uns auf der Rückseite eines Keils, gegen Anfang der kommenden Woche gewinnt ein umfangreicher Trog über dem Atlantik an Einfluss. Dabei wölbt sich das Azorenhoch nach Norden auf, womit wir in eine Nordwestlage geraten, die als nasskalt zu bezeichnen wäre. Dabei entsteht ein Mittelmeertief und die Strömung dreht zunehmend auf Ost, womit es wieder kälter wird.
Dabei wird prognostiziert, dass sich ein Skandinavienhoch etabliert. Dabei gelangen sehr kalte Luftmassen nach Osteuropa. Die Westwindzirkulation wird wieder geschwächt und ein neuer Kälteeinbruch wäre durchaus eine wahrscheinliche Option in der Schweiz., aber wahrscheinlich ist hier eher eine gemässigte Winterkälte, verglichen mit der möglichen Kältewelle über Osteuropa.
Polarwirbel
Der AO-Index, der den Zustand des Polarwirbels beschreibt, wird zunehmend negativ berechnet. Allerdings war dies auch schon im Januar so und er blieb positiv.
Zudem hat sich die Stratosphäre über der Arktis aktuell auf bis zu 0°C erwärmt. Solche Warmings können den Polarwirbel nachhaltig schwächen. Ein sehr ausgeprägtes, sogenanntes „Major Warming“, brachte uns 2013 die Kälte im Februar und März. Die Auswirkungen des Warmings könnten in eins bis zwei Wochen zu spüren sein. Im Extremfall kommt es zu einer Zirkulationsumkehr, sodass die üblichen Westwinde von Ostwinden abgelöst werden.
QBO
Darunter versteht man Stratosphärische Winde, die alle rund zwei Jahre ihre Richtung ändert. Ostwinde sind kaltwinterbegünstigend. Derzeit haben wir es mit Westwinden zu tun, die den Polarwirbel eher stärken. Wie der Januar aber gezeigt hat, schliesst das kalte Ostlagen keinesfalls aus.
Temperaturen Kanada
Die Temperaturen über dem östlichen Kanada beeinflussen unsere Witterung. Kalte Luft, die auf das relativ warme Meer hinausströmt, sorgt für die Bildung von Tiefdruckgebieten und treibt die Westwinddrift an, die uns milde Witterung bringt. In den kommenden zwei Wochen ist es zu Beginn recht kalt, danach wird es aber überdurchschnittlich warm. Ich nehme daher an, dass die Westdrift nach der kurzen stärkeren Phase wieder abnimmt. Kalte Luft aus Russland hätte die Möglichkeit, nach Mitteleuropa zu strömen.
Langfristprognose CFS
Das Langfristmodell CFSv2 prognostizierte einen sehr warmen Dezember und Januar. Beide Monate waren zumindest in tiefen Lagen zu kalt, der Januar sogar deutlich. Deswegen möchte ich diese Prognose nicht allzu stark gewichten. Derzeit sagt CFS einen 3°C zu warmen Februar voraus. Ganz Europa wird deutlich zu warm prognostiziert.
Es ist recht schwierig, hieraus eine definitive Prognose abzuleiten.
Nach einem milden Monatsbeginn sprechen die Mittelfristtendenzen für einen recht durchschnittlich bis leicht zu warmen Verlauf in der ersten Monatshälfte. Allerdings bringt das Wettermodell GFS einen Zusammenbruch der Westwinddrift ins Spiel mit Kälte aus Norden und Nordosten und einem Skandinavienhoch. In Anbetracht der prognostizierten Schwäche des Polarwirbels und des Warmings ist dieser Verlauf durchaus realistisch. Allerdings könnte das Skandinavienhoch auch zu einer eher südöstlich orientierten Wetterlage führen, was gemässigte Temperaturen zur Folge hätte.
Da ich mir sowohl eine Februarkälte, als auch eine Fortsetzung der leicht milden Witterung, wie CFS prognostiziert, vorstellen könnte, ist es naheliegend, eine gemässigte Variante vorzuziehen.
Ich erwarte weniger Niederschlag, da die Westdrift nicht stark aktiv sein wird. Da die ersten Tage noch etwas Regen bringen werden, sind etwa zwei Drittel bis beinahe die normale Niederschlagsmenge zu erwarten.
Je nachdem wie sich die Wetterlage letztendlich entwickelt, können völlig unterschiedliche Temperaturen herauskommen. Wahrscheinlich wird sich erst in den kommenden Tagen abzeichnen, ob eine neue kalte Phase ansteht, oder ob wir mehr durchschnittliche bis milde Temperaturen bekommen. Da ich letztendlich einen Entschluss fassen will, wurde ich auf eine Abweichung zwischen 0 und 1°C ins Positive tippen. Allerdings waren die Prognosen für den Dezember und insbesondere den Januar viel einfacher, weshalb ich die Unsicherheit besonders hervorheben möchte. Es handelt sich mehr um einen Tipp als um eine gute Aussage!
Fazit:
Wahrscheinlich wird der Februar 2017 etwas zu trocken. Die Temperatur ist sehr unsicher, letztendlich habe ich mich auf 0 bis +1°C Abweichung gegenüber der Periode 1981 bis 2010 festgelegt.
Was meint Fotometeo?
Orniwetter.ch erstellt Langfrisprognosen, die meistens recht gut eintreffen, daher sei am Ende auch noch darauf verwiesen.
Es wird ein zu warmer Monat erwartet (ca. +2°C gegenüber 1981-2010) mit durchschnittlichen Niederschlägen.
Verglichen mit meiner Prognose wird hier eine stärkere positive Abweichung erwartet aber etwas mehr Niederschlag. Grundsätzlich verschieden sind die Prognosen aber nicht.
Auf jeden Fall ist für Überraschungspotential gesorgt!