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Europameister Colbrelli gewinnt Schlammschlacht von Roubaix
Der Italiener Sonny Colbrelli gewinnt die 118. Ausgabe des Klassikers Paris - Roubaix. Die Schweizer haben mit dem Ausgang des aussergewöhnlich anspruchsvollen Rennens nichts zu tun.
Der formstarke Europameister Colbrelli verwies nach knapp 258 km den belgischen Überraschungsmann Florian Vermeersch und den niederländischen Topfavoriten Mathieu van der Poel im Sprint einer Dreiergruppe auf die nachfolgenden Plätze. Das Trio hatte 16 km vor dem Ziel den bis dahin führenden Gianni Moscon ein- und überholt.
Colbrelli, der zum ersten Mal überhaupt zur «Hölle des Nordens» angetreten war, sorgte bei Wind und Regen für den ersten italienischen Sieg in Roubaix seit 1999 und dem Triumph von Andrea Tafi. Er hielt sich das ganze Rennen über in der Spitzengruppe um van der Poel auf und liess dem Niederländer auf der offenen Rennbahn von Roubaix keine Chance.
Mit seinem nicht unbedingt erwarteten Triumph krönte der Italiener, der im Frühling auch eine Etappe der Tour de Romandie für sich entschieden hatte, seine starke Saison. Für den 31-Jährigen vom Team Bahrain war es der achte Saisonsieg und der erste an einem der fünf Radsport-Monumente.
Geschlagene Schweizer
Stefan Küng brachte die «Königin der Klassiker» einmal mehr kein Glück. Der mit Ambitionen gestartete Thurgauer schaffte den Sprung in die gut 30-köpfige Fluchtgruppe, stürzte aber noch vor dem ersten der 30 Pavé-Sektoren zweimal. Und als er auf einem der ersten Abschnitte auf Kopfsteinpflaster ein drittes Mal ausrutschte, fiel Küng in seinem letzten grossen Rennen des Jahres früh aus der Entscheidung.
Ein gutes Rennen zeigte Stefan Bissegger. Dem 23-Jährigen gelang bei seiner Premiere in Roubaix ebenfalls der Sprung in die Ausreissergruppe. Bissegger hielt sich im Rennen, das teilweise an der Grenze der Regularität stattfand, schadlos. Gut 60 km vor dem Ziel verlor er aber dennoch den Kontakt zur Spitze. Als bester Schweizer klassierte sich schliesslich Silvan Dillier im 47. Rang.
Moscons Frust
Die Flucht nach vorne war eine durchwegs erfolgreiche Taktik, wie Vermeersch und Moscon bewiesen. Während der 22-jährige Vermeersch mit seinem 2. Rang überglücklich war, blieb dem Vierten Moscon nur der Frust übrig. Der Italiener führte das Rennen rund 30 km vor dem Ziel mit fast eineinhalb Minuten solo an, ehe er innerhalb weniger Kilometer einen Defekt und einen Sturz zu beklagen hatte und schliesslich gestellt wurde.
Wie Moscon bekundeten bei den schlammigen Bedingungen fast alle Fahrer Probleme. Auch Colbrelli musste beim sturzreichsten Rennen des Jahres einmal zu Boden. Am Ende bejubelte er trotzdem ausgelassen seinen grössten Sieg.