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Was also sind die schlimmsten Fragen und wieso sollte man sie vermeiden?
Hinter dieser Frage mag keine böse Absicht stecken, jedoch suggerieren Sie Ihrem Gegenüber damit, dass Sie jetzt lieber nicht im Vorstellungsgespräch sitzen würden und stattdessen an einem anderen Ort wären. Vielleicht haben Sie wirklich einen vollen Terminkalender. Wenn Sie in das Vorstellungsgespräch aber direkt mit der Frage nach der Gesprächsdauer einsteigen, wirft das gerade zu Gesprächsbeginn kein allzu gutes Licht auf Sie. Auch nonverbale Zeichen, etwa der Blick auf Ihre Armbanduhr oder die Uhr an der Wand, hinterlassen ein negatives Bild. Vermeiden Sie solche Situationen, indem Sie vorher den ungefähren Zeitplan mit Ihrem Recruiter durchsprechen und sich keine Termine direkt vor oder nach dem Interview legen.
Stellen Sie keine Fragen, die Sie sich bei der Gesprächsvorbereitung selbst hätten beantworten können. Diese Fragen verringern Ihre Erfolgschancen immens. Fragen Sie z. B. nicht, wann das Unternehmen gegründet wurde oder wer der Geschäftsführer ist. Solche Informationen können Sie sich im Vorfeld des Jobinterviews selbst beschaffen. Stellen Sie dafür lieber detailliertere Fragen, deren Antworten Sie nicht schnell mit Google herausfinden können. Fragen Sie also beispielsweise „Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?“ oder „Gibt es innerhalb der Position Entwicklungsmöglichkeiten?“.
Natürlich möchten Sie sich während des Vorstellungsgesprächs auch Klarheit über bestimmte Aufgabenbereiche Ihrer Funktion verschaffen. Wenn Sie eine entsprechende Frage aber mit „Muss ich“ einleiten, weist das auf Widerwillen und eine negative Einstellung Ihrerseits hin. Versuchen Sie, solche Fragen so zu stellen, dass sie eine positive Haltung und Eigeninitiative vermitteln. Hier ein Beispiel: „Mich würde sehr interessieren, ob diese Funktion auch XXX beinhaltet, da mir das bei meinen letzten Positionen immer sehr viel Spaß gemacht hat.“
Mit der Frage, wie gut Ihr Gesprächspartner mit seinen Kollegen klarkommt, versuchen Sie herauszufinden, wie er sich mit den Kollegen versteht. Dieses Interesse ist berechtigt. Wenn Sie es aber mit oben genannter Frage formulieren, wirkt es so, als ob professionelles Verhalten am Arbeitsplatz für Sie eher zweitrangig wäre. Ein Mitarbeiter in Führungsposition wird Ihnen als Antwort auf diese Frage ohnehin einfach nur ein „Ja“ liefern. Daher sollten Sie Ihren Gesprächspartner im Jobinterview besser darum bitten, die Unternehmenskultur oder Teamdynamik zu beschreiben. So zeigen Sie, dass Sie clevere Fragen stellen können, ohne dabei Ihre Professionalität zu verlieren. Und obendrein bekommen Sie auch noch die Informationen, die Sie gerne hätten.
Es ist völlig in Ordnung, im Interview seinen Ehrgeiz demonstrieren zu wollen. Mit dieser Frage schaffen Sie das aber nicht. Die Frage impliziert, dass Sie direkt zu den Überfliegern gehören wollen, bevor Sie überhaupt fliegen können. Sie geben zu verstehen, dass Sie sich nicht voll und ganz auf die Position konzentrieren, um die es gerade geht. Verdeutlichen Sie stattdessen, dass Sie wissen, wie sehr es bei der Entwicklung der eigenen Karriere auf gute Leistungen und den richtigen Fokus ankommt. Das rückt Sie gleich in ein viel besseres Licht.
Wenn Sie also Fragen über persönliche Entwicklungsperspektiven stellen wollen, sollten sich diese immer speziell auf die Position beziehen, für die Sie sich gerade vorstellen. Eine angebrachte Frage könnte sein: „Habe ich zu gegebener Zeit die Möglichkeit, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und meine Aufgaben innerhalb des Unternehmens zu erweitern?“
Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Fragen nicht zu persönlich sind. Fragen zu Familienstand, Alter oder Gehalt sind tabu. Ebenfalls die Frage, was Ihrem Gesprächspartner an seinem Job nicht gefällt.
Was Sie erfragen können (und definitiv auch sollten), sind Informationen zu dessen Laufbahn oder generell zum Unternehmen. Fragen Sie Ihren Gesprächspartner, wie sich seine Aufgaben seit Eintritt ins Unternehmen verändert haben. Weitere Beispiele: „Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Job?“, „Was gefällt Ihnen an der Branche besonders?“ oder „Warum haben Sie sich damals für dieses Unternehmen entschieden?“
Nichtsdestotrotz sollten Sie immer auf Ihr Bauchgefühl hören. Wenn Ihr Interviewer mit informellem Small Talk beginnt, der nichts mit der Stelle zu tun hat, gehen Sie auf jeden Fall darauf ein. Wenn Sie Ihr Gesprächspartner z. B. zu Ihren Plänen am Wochenende fragt, antworten Sie ihm und fragen Sie ihn anschliessend auch nach seinen Plänen. Durch solche Fragen bauen Sie eine Bindung zu Ihrem Gegenüber auf. Achten Sie nur darauf, dass Sie die Grenze nicht überschreiten.
Sie mögen denken, dass diese Frage einen hervorragenden Abschluss für das Vorstellungsgespräch bildet und Sie dadurch jeglichen Zweifel ausmerzen, den der Interviewer eventuell an Ihnen hat. Tatsächlich gehen Sie damit aber eher auf Konfrontationskurs. Was Sie hingegen fragen könnten, um dieses Thema vorsichtig anzureissen: „Gibt es noch etwas, was ich Ihnen genauer erläutern soll oder woran Sie Zweifel haben?“
Wenn es sich für Sie so anfühlt, als wäre das Interview gut gelaufen, dann könnten Sie auch so etwas sagen wie: „Ich bin nach wie vor sehr an der Position interessiert und kann mir gut vorstellen, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Ich hoffe, das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit.“ Wichtig ist hierbei, dass Sie eine Ausdrucksweise wählen, die von Begeisterung und Interesse zeugt und keinen Druck ausübt.
Grundsätzlich sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass Sie Ihre Fragen professionell und positiv formulieren. So schaffen Sie es, an die gewünschten Informationen zu kommen und gleichzeitig zu beeindrucken – und damit auch Ihre Chancen zu erhöhen, die nächste Stufe zu erreichen.