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Was für ein Auftritt, was für eine Leistung von Giulia Steingruber! Wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel hatte sie am Freitag noch auf die Teilnahme am Mehrkampf-Final verzichten müssen. Die lädierte Muskulatur wollte sie für die Gerätefinals am Wochenende schonen.
Der Verzicht lohnte sich. Im Final an ihrem Paradegerät riskierte die 27-Jährige alles – und gewann. Sowohl den Tschussowitina als auch den Jurtschenko mit einer Doppelschraube brachte Steingruber in den sicheren Stand, nachdem sie in der Qualifikation beim zweiten Sprung nur eine Schraube gezeigt hatte. Der erhöhte Schwierigkeitsgrad sorgte für eine Zäsur.
Zum 4. Mal ein «Gold-Sprung»
Steingruber siegte überlegen vor der Britin Jessica Gadirova und Angelina Melnikowa aus Russland, die in der Qualifikation noch knapp vor Steingruber gelegen hatten.
Stufenbarren-Gold nach Russland
Bei der 2. Frauen-Entscheidung am Samstag gingen am Stufenbarren Gold und Silber nach Russland. Angelina Melnikowa setzte sich mit einer Punktzahl von 14,500 Punkten vor ihrer Landsfrau Vladislava Urazowa (14,333) durch. Bronze sicherte sich Amelie Morgan aus Grossbritannien (14,100).
Für die Ostschweizerin ist es der sechste EM-Titel, der vierte am Sprung nach 2013, 2014 und 2016. Am Sonntag bietet sich Steingruber am Boden eine zweite Chance auf eine Medaille. Dort tritt die St. Gallerin allerdings nur als Aussenseiterin an.