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Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Südsudan sind gut. Im Zentrum stehen aufgrund des fortdauernden Konflikts die humanitäre Hilfe und die Friedensförderung.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Südsudan
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Der Südsudan ist seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 ein Schwerpunktland der Schweiz hinsichtlich humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Das Engagement ist dabei auf die drei Bereiche Ernährungssicherheit, Basisdienstleistungen und Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten fokussiert. Daneben unterstützt die Schweiz den Friedensprozess auf lokaler und nationaler Ebene, insbesondere in Bezug auf Vergangenheitsbewältigung, Staatsbildung und Regierungsführung.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die bilateralen Handelsbeziehungen sind relativ bescheiden. Einige Firmen mit Sitz in der Schweiz sind im südsudanesischen Rohstoffsektor tätig.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus dem Südsudan können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Der Südsudan ist ein Schwerpunktland der humanitären Hilfe der Schweiz. Im Rahmen der Kooperationsstrategie 2013-2016 beteiligt sich die Schweiz an der Bereitstellung von Not- und Wiederaufbauhilfe, Entwicklungshilfe, Hilfe zur Konfliktbeilegung sowie Expertise von Stabsoffizieren und Fachleuten in humanitärer Minenräumung.
Die DEZA verfügt im Südsudan über ein Kooperationsbüro in der Hauptstadt Juba und ein Programmbüro im nordwestlich gelegenen Aweil. Ihre Aktivitäten umfassen die Ernährungssicherheit, den Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung sowie den Schutz und die Betreuung von Flüchtlingen. Die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) engagiert sich für den Friedensprozess im Südsudan und leistet einen Beitrag zur Diskussion über effiziente und inklusive Regierungsführung. Sie ist mit einem in Juba stationierten Berater im Land präsent. 2015 belief sich das Engagement der Schweiz auf 20 Millionen CHF.
Schweizerinnen und Schweizer im Südsudan
Am 1. Januar 2016 waren 26 Schweizer Staatsangehörige im Südsudan gemeldet.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz übernahm eine aktive Rolle bei den Verhandlungen und der Umsetzung des umfassenden Friedensabkommens für den Sudan 2005, welches die Grundlage für das Unabhängigkeitsreferendum im Südsudan 2011 schuf.
Im Gleichschritt mit der internationalen Staatengemeinschaft anerkannte die Schweiz 2011 den neuen Staat Südsudan. Seit 2012 unterhält der Südsudan in Genf eine ständige Vertretung, welche auch als Botschaft in der Schweiz akkreditiert ist. Die Schweizer Interessen im Südsudan werden durch die Botschaft in Addis Abeba (Äthiopien) vertreten. Seit 2006 verfügt die Schweiz ausserdem über ein Kooperationsbüro in der Hauptstadt Juba, in welchem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DEZA und der AMS zusammen arbeiten. Mehrere bilaterale Treffen fanden auf Stufe Staatssekretär und Bundesrat am Rande von multilateralen Foren statt. Bisher haben die beiden Länder noch keine bilateralen Abkommen miteinander abgeschlossen.