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Der Umstand, dass das Urserental schon im frühen Mittelalter im Besitz des Klosters Disentis war, belegt die frühe Begehung des Oberalppasses. Über Jahrhunderte bestand nur ein einfacher Saumpfad, der nur von Einheimischen begangen wurde. Die Auswanderungswelle vieler Familien aus dem oberen Wallis bis nach Rätien änderte daran auch nicht viel. Der Oberalppass hatte keine grosse Bedeutung.
Erst im 19. Jh beklagten die «Graubündner Fremdenführer», die ihre Gäste auf den Pferden über den Pass führten, den mangelhaften Unterhalt des Saumpfades vor allem auf der Urnerseite. 1859 intervenierte die Urner Regierung beim Bezirksrat Urseren und verlangte eine Verbesserung der Situation. Militärisch-strategische Überlegungen, die im Nationalrat in Bern angestellt wurden, verhalfen dem Oberalp innert wenigen Jahren (1863/64) zu einer richtigen Strasse.
Die fünfspännige Postkutsche brachte den Tourismus zum Blühen. 1921 löste das Postauto die Kutsche ab. 1926 wurde der Betrieb der mit Zahnrad betriebenen Furka-Oberalp-Bahn (heute Matterhorn-Gotthardbahn) mit Dampf aufgenommen. 1942 wurde die Strecke elektrifiziert und die Dampflok ausgemustert. Die Strasse (Sommer) und die Bahn (ganzjährig) sind für den Tourismus im Urserental und in der Surselva von grösster Bedeutung.