Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03368.jsonl.gz/2023

Erster Preis ex aequo für Carlotta Ferrari und Luis Serrapio
Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Musik (ISCM) hat die baskische Sektion einen Wettbewerb für Kompositionen in der Kategorie gemischte Laienchöre durchgeführt.
Nach der Auswertung von mehr als vierzig Werken aus aller Welt hat die Jury (Mikel Urquiza, Komponist; David Azurza, Komponist, Sänger und Chorleiter; Mikel Chamizo Komponist und ISCM-Delegierter) den ersten Preis ex aequo an die italienische Komponistin Carlotta Ferrari und den galizischen Komponisten Luis Serrapio vergeben. Neben dem Geldpreis und der Veröffentlichung der Partituren durch die ISCM werden beide Werke Ende Oktober beim 53. internationalen Chorwettbewerb in Tolosa uraufgeführt. Später werden sie im Rahmen des XIII. Musikagileak-Konzertzyklus für zeitgenössische Musik durch den mehrfach international ausgezeichneten Chor KUP Taldea unter der Leitung von Gabriel Baltés zu hören sein.
Die Jury hat ausserdem beschlossen, das Stück The Sailor des portugiesischen Komponisten Gerson Batista mit einer Special Mention auszuzeichnen, die ebenfalls mit einem Geldpreis und der Veröffentlichung des Werks durch die ISCM verbunden ist. Der Sonderpreis für das beste Werk in baskischer Sprache wurde nicht vergeben.
Die Prämierten und ihre Werke
Carlotta Ferrari (geb. 1975) ist eine italienische Komponistin. Sie lehrte Musikkomposition an der Hebei Normal University in Shijiazhuang (China). Derzeit ist sie ausserordentliche Professorin für Musikkomposition an der Abteilung für Musik und Kunst der European School of Economics in Florenz (Italien). Sie hat an den Konservatorien von Mailand und Florenz studiert und eine musikalische Sprache entwickelt, die in besonderer Weise Tradition und Gegenwart zu verschmelzen sucht. Die Jury hat ihr Werk The Heart Asks Pleasure First nach einem Gedicht von Emily Dickinson für «die perfekte Übereinstimmung ihrer Musik mit der Intimität des Textes» ausgezeichnet.
Luis Serrapio (geb. 1992) studierte Trompete am Conservatorio Superior de Música de Vigo, an der Zürcher Hochschule der Künste in der Schweiz und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Deutschland. Bei der Komposition seines Werks Així com Cell, das auf dem gleichnamigen Text des valencianischen Dichters Ausiás March basiert, liess er sich von mittelalterlichen Gesangsformen wie Motetten oder Madrigalen inspirieren. Die Jury würdigte «die Individualität seiner harmonischen Sprache und die ausgesprochene Sanglichkeit seiner Vokalmusik».
Gerson Batista (geb. 1988) ist ein portugiesischer Komponist, Dramatiker und Dichter aus Aveiro. Er studierte Musiktheorie, Orgel und Gesang am Calouste Gulbenkian Musikkonservatorium. Seitdem hat er zahlreiche Bücher und Werke veröffentlicht und verschiedenste Bühnenwerke geschaffen und inszeniert. Batista wird in der ganzen Welt mit Kompositionen beauftragt, und seine Werke werden international viel gespielt. The Sailor ist, so der Autor, «eine Metapher für Leben und Vergehen der Zeit in einer globalisierten Welt». Die Jury hob die «originelle Verwendung der Stimme und die wirksame Gestaltung von Klangwelten» hervor.
100 Jahre ISCM
Die Internationale Gesellschaft für zeitgenössische Musik (ISCM) feiert im Jahr 2022 ihr 100-jähriges Bestehen. Im Rahmen der ISCM Collaborative Series haben aus diesem Anlass vier ISCM-Sektionen, namentlich Lettland, Estland, Baskenland und die Schweiz einen in vier Kategorien geführten Chorkompositionswettbewerb lanciert, um der von der Pandemie stark betroffenen zeitgenössischen Chorszene neue Impulse zu geben. Musika Bulegoa und Musikagileak, die baskischen Partner der ISCM, schrieben im vergangenen April den Kompositionswettbewerb für Werke für gemischte Laienchöre aus.