Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03178.jsonl.gz/1564

Der britische Politiker der Conservative Party war in der noch andauernden Brexit-Debatte eine Schlüsselfigur und führte die Abstimmung zum Austritt Grossbritanniens aus der EU an. Von 1999 bis 2005 war Boris Johnson Herausgeber des konservativen Nachrichtenmagazins «The Spectator». Seit 2015 vertritt er den Wahlkreis Uxbridge and South Ruislip im Westen Greater Londons im Unterhaus, dem er von 2001 bis 2008 bereits für Henley angehört hatte. In den Jahren 2008 bis 2016 fungierte er als Londoner Bürgermeister und von Juli 2016 bis Juli 2018 britischer Aussenminister. Boris Johnson ist Autor zahlreicher Bücher, darunter «The Churchill Factor», «Johnson’s Life of London» und «Have I Got Views for You». Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, sowohl als Redakteur als auch als Kolumnist, und schreibt derzeit für «The Telegraph».
2019
«Wir werden die EU am 31. Oktober verlassen – entweder mit oder ohne Deal», sagte der ehemalige britische Aussenminister Rt Hon Boris Johnson am SEF19. Er würde zwar eine vernünftige und pragmatische Lösung für den Austritt Grossbritanniens aus der EU bevorzugen und strebe ein Freihandelsabkommen an, so der konservative Politiker bei seinem Auftritt in Interlaken nur Stunden nach der Rücktrittsankündigung von Premierministerin Theresa May. Trotzdem müsse man sich auf einen Hard-Brexit einstellen. «Man muss auch bereit sein, wenn nötig vom Verhandlungstisch wegzulaufen.» Eine zweite Volksabstimmung kommt für Johnson hingegen nicht in Frage. Fast alle britischen Parlamentarier hätten dafür gestimmt, das Resultat des Referendums zu respektieren und umzusetzen. Diesen Volkswillen jetzt plötzlich doch nicht zu respektieren, wäre ein schlechtes Zeichen.
Johnson sieht den Brexit auch als Chance für die Briten, sich global neu zu positionieren. Für das zukünftige Verhältnis zur EU könnte die Schweiz den Briten als Vorbild dienen. «Wir bewundern den Weg der Schweiz, Kompromisse einzugehen, sich aber nicht einnehmen zu lassen.»
Johnson gilt momentan als aussichtsreichster Nachfolger Mays und er machte im Gespräch mit Urs Gredig keinen Hehl daraus, dass er sich um das Amt des Premierministers bewerben werde. Er wollte sich am SEF aber nicht weiter dazu äussern.