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Zwingeranlage
Schaffhausen baute die Stadtbefestigung stark aus
Um den aufkommenden Feuerwaffen zu begegnen, baute Schaffhausen im 15. Jahrhundert die Stadtbefestigung stark aus. Dabei verstärkte man auch den Annot, den Vorgänger des Munots, und die zugehörigen Flankenmauern mit sogenannten Zwingern. Beim späteren Bau des Munots (1564–1589) wurden diese übernommen.
Der Zwinger (mittelhochdeutsch twingen = zwängen) war ein parallel zur Stadtmauer verlaufender Mauerzug, der mit Erde hinterfüllt und in regelmässigen Abständen mit vorspringenden, halbrunden Türmen, wie dem hier noch erhaltenen Beispiel, ausgestattet war.
Über eine Sandsteintreppe (heute rekonstruiert) gelangten die Verteidiger in die Turmbasis, um vorrückende Feinde auch von der Seite unter Beschuss nehmen zu können. Eine weitere Verteidigungsplattform befand sich ursprünglich oben auf dem Turm.
Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Inv. C4616
Auf der Stadtansicht von Johann Jakob Mentzinger (1644) ist der Zwinger vor der Flankenmauer gut zu erkennen. Orangefarben markiert ist der heute noch erhaltene Schalenturm. Der Grossteil der Stadtbefestigung wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.
a | Westflankenmauer mit Wehrgang, b | Zwingermauer, c | Schalenturm
Der halbrunde Schalenturm besass im Untergeschoss ursprünglich drei hochrechteckige Scharten (sog. Bogenscharten für Bogen- oder Armbrustschützen), die man später durch zwei kleinere Schiessscharten ersetzte. Die Turmrückwand war zunächst wohl offen und wurde möglicherweise später geschlossen. Rekonstruktionsvorschlag.