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Das Wappen der Gemeinde Gams
Das gefällige und beliebte Gamser Wappen entstand erst 1939, als sämtliche Gemeinden aufgerufen waren, ihre Flaggen an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich wehen zu lassen. Gezeichnet hat es der St. Galler Grafiker Willi Baus nach Angaben des Gemeinderates, Kanonikus Anton Müllers und der kantonalen Wappenkommission. Die Farben und der Dreiberg erinnern an die geschichtliche Verbundenheit der Herren von Sax und Bonstetten, den Glarnern und den Schwyzern. Auch das Wappentier hat seine historische Vergangenheit. Dass es eine Gämse ist, beruht auf einer falschen Deutung des Wortes Gams durch die ersten "Ammänner", welche befugt waren, Urkunden mit eigenem Siegel zu zeichnen. Die Gämse wurde als "Gemeindezeichen" auch verschiedentlich in Wappen- oder Signetform verwendet.
Der erste Verfasser einer Gamser Geschichte, Anton Müller, erklärte schon 1937, dass eine sprachliche Ableitung vom althochdeutschen "gamuz" (= Gämse) auf schwachen Füssen stehe. Er glaubte (wohl fälschlicherweise), dass die Schöb seit etwa drei Jahrhunderten ein Familienwappen mit Gämshörnchen geführt hätten. Einige Lokalhistoriker erhoben dann vergeblich Einspruch gegen die Darstellung einer Gämse im offiziellen Gemeindewappen. Sie hatten an ihrer Stelle die Figur "St. Michaels" vorgeschlagen, der nachweislich seit nahezu tausend Jahren als Kirchenpatron von Gams genannt wird. Heute hat das Gamser Wappentier keine Feinde mehr. Geschmiedet von Adolf Hättenschwiler, ziert es seit einigen Jahren sogar den Brunnen vor dem Rest. Kreuz.
Auszug aus der Beschreibung im St. Galler Wappenbuch:
Balsionierung:
Geteilt von Silber und Rot,
überdeckt von schwarzer Gämse auf goldenem Dreiberg.
Flaggenfarben:
Schwarz, Gelb und Rot.
Beleg: Falsch redendes Wappen:
Der Ortsname leitet sich nicht von Gämse ab, sondern vom altromanischen Campesias (rätoromanisch "champ [de] beschas"), d.h. Schafweide. Gämse auf Dreiberg aber bereits auf einem Siegel aus dem Jahre 1487, auf einem Ciborium von 1715 und einer Kirchenglocke von 1867. Die Farben nehmen Bezug auf frühere Herrschaftsverhältnisse: Herren von Sax (Gold/Rot), Herren von Bonstetten (Schwarz/Silber/Gold), sowie Glarus und Schwyz (Schwarz/Rot/Silber).