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Der belgische Autor Georges Simenon war einer der bekanntesten und produktivsten Schriftsteller seiner Zeit, Insbesondere die Romane und Erzählungen um den Polizeikommissar Maigret haben ihn weltberühmt gemacht und ihm einen festen Platz unter den Großen der Weltliteratur gesichert, obgleich die Literaturkritik bei der qualitativen Einordnung von Simenons Werk nicht einhellig positiv Stellung genommen hat. Ausser vom Schreiben war Simenons Leben von zahlreichen Reisen, mehr als 30 Wohnortwechseln und vor allem unzähligen und oft komplizierten Beziehungen zu Frauen bestimmt.
Georges Simenon wurde nach eigenen Angaben am 12., nach amtlichen Angaben am 13., Februar 1903 in Lüttich, als Sohn eines Versicherungsbuchhalters geboren.
War das Verhältnis zur Mutter eher von Konflikten geprägt, zeichnete sich Simenons Beziehung zu seinem früh verstorbenen Vater durch besondere Nähe aus.
Simenon, der die Schule vorzeitig verlassen musste, um zum Lebensunterhalt seiner Familie beizutragen, hat keine berufliche Ausbildung abgeschlossen. Mit 16 beginnt er als Lokaljournalist für die »Gazette de Liége« zu schreiben
Nach der Ableistung seines Wehrdienstes 1921/22 zog Simenon Anfang 1923 nach Frankreich, knüpfte hier zunächst als Privatsekretär eines Marquis Kontakte und lebte dann ab 1924 in Paris als Schriftsteller.
Er veröffentlicht als „Georges Sim“ und unter anderen Pseudonymen in den Folgejahren hunderte von Groschenromanen und Magazinerzählungen im Erotik-, Abenteuer-, Krimi- und Liebesroman-Bereich.
1923 hatte er die drei Jahre ältere Régine „Tigy“ Renchon geheiratet. „Tigy“ war aber nicht Simenons einzige Beziehung.
Er hatte zahlreiche Affären, unter anderem auch mit Josephine Baker. Simenon hat an seinem Lebensende behauptet, mit 8000 Frauen sexuellen Kontakt gehaben zu haben.
1930 publizierte Simenon zum ersten Mal unter eigenem Namen und zwar den Kriminalroman “Maigret und Pietr der Lette“. Diesem Erstling folgten insgesamt 74 weitere Maigret-Romane. Simenon wurde beinahe schlagartig berühmt.
Er selbst hat seine Maigret-Werke als zwar akzeptable, aber lediglich halbliterarische Produkte bezeichnet, denen er später, bei entsprechender eigener Reife, Werke folgen lassen wollte, die ihm den Nobelpreis verschaffen würden.
In den 30er Jahren bereiste Simenon die halbe Welt. Seine Aktivitäten für die offizielle Kulturpolitik in Vichy-Frankreich während des Zweiten Weltkriegs brachten ihm 1944 kurzzeitig den Vorwurf ein, ein Kollaborateur gewesen zu sein.
1945 siedelte Simenon mit Frau und Sohn Marc nach Nordamerika um. Hier begann er eine Affäre mit der 25jährigen Frankokanadierin Denyse Ouimet, die er 1950 nach der Scheidung von Tigy heiratete. Mit Denyse hatte Simenon drei Kinder.
1955 kehrte Simenon nach Europa zurück und liess sich schliesslich in Lausanne nieder, wo er am 4.9.1989 an den Folgen einer Gehirnblutung stirbt.