Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03559.jsonl.gz/1387

Unser Mami Margrith Lang-Muff erblickte am 17. April 1925 als zweites Kind von Theodor und Maria Muff-Odoni das Licht der Welt. Sie erlebte gemeinsam mit ihren beiden Brüdern Theo und Gottfried eine unbeschwerte Kindheit an der Rosengasse in Hochdorf. Oft erzählte uns Mami von ihrer Jugend. So durfte sie zum Beispiel mit Jungen spielen, was in dieser Zeit eine Seltenheit war. Gemeinsam hängten sie sich an einen Pferdeanhänger nach Hohenrain und schlittelten den Hang hinunter. Beim Eishockey stand sie meistens im Goal. Besonders genoss Mami die Sonntagsausflüge mit der ganzen Familie.
Gerne erzählte sie von ihrer Zeit im Welschland. Die französische Sprache beherrschte sie noch bis ins hohe Alter.
Im Alter von 16 Jahren endete diese unbeschwerte Zeit mit dem plötzlichen Tod ihres geliebten Vaters. Da beide Brüder in der Schule oder Lehre waren, musste sie zu Hause im Uhrengeschäft ihre Mutter unterstützen. Die Arbeit mit Schmuck und Uhren liebte sie sehr. Während der Kriegszeit mussten Frauen im Alter von 20 Jahren in den Zivilschutz eintreten. Mami entschied sich aber für den Militärdienst und absolvierte die Rekrutenschule für drei Wochen in Morschach.
An einem Maskenball in Hochdorf traf Mami im Alter von 24 Jahren ihre grosse Liebe Seppi Lang. Zusammen tanzten sie den ganzen Abend. Als Seppi sie nach Hause brachte, begann eine Jahrzehnte dauernde, glückliche Beziehung.
Am 20. Juli 1950 läuteten für die beiden die Hochzeitsglocken. Gemeinsam zogen sie an die Moosstrasse. Gross war die Freude, als 1951 ihr Sohn Hans-Peter und ein Jahr später ihre erste Tochter Beatrice zur Welt kamen.
Mit der wachsenden Familie zogen sie 1957 ins Eigenheim an der Junkerstrasse 1 in Hochdorf. Bald darauf wurde das Familienglück durch die Geburt von Töchterchen Susanne komplett. Kurze Zeit danach bauten sie ihren eigenen Handelsbetrieb Langmatt in Urswil auf.
Neben ihren Aufgaben als liebende Mutter und Ehefrau fand sie immer genügend Zeit für andere Tätigkeiten: Sie verkaufte Heizkohle, war Martinimutter, Präsidentin des Damenturnvereins und im Vorstand des Frauenvereins. Für die Seetaler Kinder organisierte sie in mehreren Wintern die Skinachmittage auf der Krienseregg-Fräkmüntegg.
Schon früh entdeckten Mami und Papi die Lust am Reisen. Hans-Peter ermöglichte dies mit dem Eintritt in das elterliche Geschäft. Er und seine Partnerin Irene führten das Familiengeschäft weiter. Als Erste heiratete Susanne. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter schenkte sie 1980 Mami ihren ersten Enkelsohn Andi. Darauf folgten Peter und David. Beatrice heiratete drei Jahre später Olaf. Mit Fabian und Tobias machten sie sie zur fünffachen Grossmutter.
Die Buben liebten den Besuch bei Omi. Für die Kinder war sie jederzeit da. In Erinnerung bleiben uns die gemeinsamen, schönen Familienweihnachtsfeiern, wo Mami jeweils für bis zu 14 Familienmitglieder kochte. Ein Höhepunkt des Familienlebens war die Einladung von uns allen ins Disneyland nach Paris.
Mamis Leben bestand jedoch nicht nur aus Sonnenschein, es gab auch Schatten.
Im Frühjahr 1997 erkrankte unser Papi schwer. Mit viel Liebe pflegte sie ihn bis zu seinem Tod ein Jahr später. Ihren schlimmsten Schicksalsschlag erlebte sie mit dem unerwarteten Tod von Hans-Peter. Nach einer kurzen Krankheit musste sie ihren einzigen Sohn 2011 zu Grabe tragen.
Als erster Enkelsohn heiratete Andi 2007 seine Jenny in Kalifornien. Später heiratete Fabian seine Sabine. In ewiger Erinnerung wird uns Mamis Tanzeinlage an dieser Hochzeitsfeier sein. Mit grossem Stolz hielt sie im März 2014 Lysander, den Sohn von Fabian und Sabine, als ersten Urenkel in den Armen. Ihre Urenkelin Seraphine lernte sie leider nicht mehr kennen.
Aus gesundheitlichen Gründen zog sie ins Altersheim Rosenhügel. Sie freute sich immer über die Besuche.
Am 7. Dezember 2018, am frühen Abend, schlief Mami im Beisein von uns friedlich ein. Einen lieben Menschen loszulassen ist schwer. Liebes Mami, wir werden dich nie vergessen und die schöne Zeit mit dir immer in liebster Erinnerung behalten.
Deine Töchter