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Es ist eine Premiere: Mit Amy N. Bauernschmidt, 49, übernimmt zum ersten Mal in der Geschichte eine Frau das Kommando auf einem nukleargetriebenen Flugzeugträger in den USA. Vergangene Woche hat die ehemalige Offizierin der 300 Meter langen «USS Abraham Lincoln» ihren neuen Posten angetreten, dessen neue Besetzung mit Bauernschmidt bereits im Dezember 2020 angekündigt worden war. «Nur sehr selten in meinem Leben sass ich da und habe darüber nachgedacht, dass ich eine Frau bin, die das macht. Denn die meiste Zeit wurde ich nur als Marineoffizierin und Pilotin behandelt», hatte Bauernschmidt gesagt, als sie Offizierin geworden war.
Als Frau in eine Männerdomäne vorstossen: Das ist einigen bereits gelungen. Bekannt sind vor allem die Vorreiterinnen aus Politik (erste Bundesrätin: Elisabeth Kopp, 1984), Kultur (Aretha Franklin schafft es als erste Frau in die «Rock and Roll Hall of Fame») und Wissenschaft (erste Nobelpreisträgerin: Marie Curie, 1903, für Physik). Nebst all den weltberühmten Namen in prestigeträchtigen Bereichen des Lebens gibt es eine Menge Frauen, die in ihrer Branche nicht minder Grossartiges geleistet haben, um die Allererste zu sein.
Marie Heim-Vögtlin, erste Schweizer Ärztin
Die 1845 geborene Pfarrerstochter aus dem Aargau wurde 1873 als erste Frau zum Examen zugelassen. Bisher hatten sich nur einige Ausländerinnen an der Universität Zürich, die als erste Universität Europas Frauen zum regulären Studium zuliess, immatrikulieren können. Marie Heim-Vögtlin wurde nur mit einer schriftlichen Bewilligung ihres Vaters zugelassen. Nach dem Examen spezialisierte sie sich in Leipzig auf die Gynäkologie. Die Zulassung für eine eigene Arztpraxis in Zürich wurde ihr 1874 erst nach einer erneuten Intervention ihres Vaters erteilt.
Die 53-Jährige aus Disentis GR ist in der über 100-jährigen Geschichte des Schweizer Bergführerverbands die erste Präsidentin. Diesem gehören 42 Bergführerinnen und 1492 Bergführer an. Der Frauenanteil beträgt damit knapp 3 Prozent.
Die Spanierin wurde 1998, 27-jährig, als allererste Frau in der bedeutendsten Arena der Welt in Madrid als Matadora anerkannt. Nach 185 Veranstaltungen trat sie 1999 zurück.
Die 1950 in Bern geborene Marlise Pfander war bis zu ihrer Pensionierung 2013 neun Jahre lang Direktorin des Regionalgefängnisses Bern, in das auch ein Ausschaffungsgefängnis integriert ist und das als schwieriger «Männerknast» gilt. Da sie mit viel Herz und Verstand Direktorin war, wurde sie von den schweren Jungs «s Chischte-Mami» genannt.
Ada Lovelace, Informatikerin
Die 1815 geborene Tochter des berühmten Dichters Lord Byron war eine britische Mathematikerin. Als ihr Professor eine riesige Rechenmaschine bauen will, entwickelt sie einen Algorithmus, mit dem der Apparat Berechnungen durchführen kann. Die Maschine wird zwar nie gebaut, aber Lovelace' Algorithmus gilt heute als das erste Computerprogramm der Geschichte.
Kathrine Switzer, Marathonläuferin
Die 1947 geborene US-Amerikanerin Kathrine Switzer, 74, nahm am 19. April 1967 am Boston Marathon teil. Damals waren Frauen offiziell jedoch nur zu Wettkämpfen bis 800 m zugelassen. Nach einigen Meilen merkte der Renndirektor, dass da unerlaubt eine Frau mitlief – und versuchte ihr die Startnummer abzureissen. Was ihm jedoch nicht gelang. Die Pressefotos dieser Aktion gingen um die Welt. Switzer erhielt Hilfe von ihrem damaligen Partner und konnte das Rennen ins Ziel bringen. Sie brauchte dafür vier Stunden und 20 Minuten.
Regula Eichenberger, Linienpilotin
Mit 17 lernte sie das Fliegen bei ihrem Vater auf dem Flugplatz Buttwil im Freiamt AG. Zuerst erlangte sie das Motorflug-Brevet, dann kam noch Segelfliegen dazu. 1983 stellt die Crossair sie als europaweit erste Linienpilotin ein. Sie erinnert sich bei SRF, wie das Einstellungsgespräch damals lief: «Der Chef der Fluggesellschaft Crossair, Moritz Suter, kam eines Tages auf den Flugplatz meines Vaters, hat mich mit der Zweimotoren-Maschine fliegen gesehen und gesagt: Du kommst zur Crossair. Punkt.» Eichenberger flog 33 Jahre lang für verschiedene Fluglinien.
Fanny Chollet, Kampfjetpilotin
2019 erhält die 28-jährige Waadtländerin, nach sechs Jahren Ausbildung, offiziell die Zulassung, den F/A-18 der Schweizer Luftwaffe zu pilotieren. Vor 2004 war es Frauen nicht möglich, Kampfjetpilotin zu werden. Alle bis dahin von der Schweizer Armee brevetierten Frauen sind Helikopterpilotinnen.