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Der Psychoanalytiker Paul Parin ist gestorben
20.05.2009 Im Alter von 92 Jahren ist in Zürich der Schweizer Schriftsteller, Psychoanalytiker und Ethnologe Paul Parin gestorben. Er galt als einer der prominentesten Vertreter einer politisch engagierten Psychoanalyse. Die "Neue Zürcher Zeitung" würdigte ihn als "Kritiker eines affirmativen Behagens in der bourgeoisen Kultur".
Paul Parin wuchs in einer grossbürgerlichen, jüdisch-assimilierten Familie auf dem elterlichen Gutsbesitz in Slowenien auf. Nach seiner medizinischen Ausbildung wurde er Neurologe und Psychoanalytiker mit eigener Praxis in Zürich, später entwickelte er mit Goldy Parin-Matthey und Fritz Morgenthaler die Ethno-Psychoanalyse.
Seit Mitte der 1960er-Jahre wurden die Autoren mit dem gelungenen Versuch bekannt, die Methoden der Psychoanalyse in der Ethnologie anzuwenden. Mit der Feldforschungsstudie "Die Weissen denken zu viel" (1963) wiesen sie nach, dass sich die in Europa und Nordamerika entwickelte Psychoanalyse auch für die Arbeit mit Angehörigen anderer Herkunft eignete.
DW
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