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Ferdinand Kriwet
Im oberen Geschoss werden ältere Werke aus den 1960er-Jahren sowie neuere Produktionen von Ferdinand Kriwet (Deutschland, *1942) gezeigt – es handelt sich dabei um seine erste Ausstellung in der Schweiz.
Mitte der 1960er-Jahre hat Ferdinand Kriwet mittels Filmen, Gemälden, Büchern, Installationen und verschiedenen Performances die experimentelle Poesie in den dreidimensionalen Raum des Museums, der Galerie, ja sogar des öffentlichen Raums gebracht. In der ihm gewidmeten Fri Art-Ausstellung werden Künstlerbücher, Diapositiv-Installationen und Filme gezeigt, die Ende der 1960er-Jahre entstanden sind. Daneben ist eine Serie von zehn visuellen Gedichten, die zwischen 1960 und 1963 per Stempelverfahren realisiert wurde, sowie eine Reihe von grossformatigen Künstlerbüchern zu sehen, die er in den letzten acht Jahren mit Hilfe eines Fotokopierers produziert hat. Die Arbeit von Ferdinand Kriwet ist repräsentativ für die neue Durchlässigkeit, die im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen den Medien und den anderen Disziplinen entstanden ist. In dieser Zeit und bis Ende der 1970er-Jahre waren Kunstschaffende unablässig bestrebt, sich der räumlichen und institutionellen Konventionen ihrer Epoche zu entledigen. Wie andere Denker und Künstler seiner Generation –beispielsweise Vito Acconci, Umberto Eco, Dick Higgins, Achille Bonito Oliva, Dieter Roth oder Daniel Spoerri – machte Ferdinand Kriwet seine ersten Erfahrungen auf dem Gebiet der konkreten Poesie; die Buchseite als eine Art Versuchsfeld in Miniaturformat, um die bestehende Ordnung zu durchbrechen und sich die verschiedensten Räume und Medien anzueignen.
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