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Mailand folgte, von wo er infolge der politischen Ereignisse 1859 nach München zurückkehrte. 1869 nahm er seinen Wohnsitz
in Berchtesgaden. Sein Gebiet ist die großartige, stilisierte Landschaft, die er in zahlreichen Schöpfungen auf die größern
Ausstellungen bringt. Zu den umfangreichsten und bedeutendsten gehören die im Besitz des russischen Fürsten Apraxin,
sodann: der Obersee, der Hohe Göll, Partie der Brennerbahn bei Gossensaß, Ruine Kühbach bei Bozen. Für den
Herzog von
Sachsen-Meiningen malte er die Villa Carlotta am Comer See. Viele Bilder von ihm sind in England, Rußland und Amerika.
Michael, Bildhauer, geb. zu Regensburg, besuchte die Gewerbschule
in München, lernte ein Jahr lang die Anfangsgründe der Kunst bei einem Bildhauer und trat 1854 als Schüler in die Akademie. 1860 begann
er selbständig zu arbeiten, hatte aber anfangs nur geringen Erfolg und griff sogar aus Mangel an Beschäftigung in der Plastik
eine Zeitlang zur
Genremalerei, bis er wieder den Auftrag auf zwei Büsten und zwei allegorische Frauengestalten
für ein Münchener Schulgebäude erhielt. 1868 machte er eine Reise nach London, die ihm dort reiche Beschäftigung in Porträtbüsten
zuführte, so daß er bis 1873 diese Reise jährlich wiederholte. In die nächsten Jahre fallen auch mehrere reizende Genrefiguren,
z. B.: ein Mädchen, das vor einer Eidechse erschrickt, ein Mädchen
nach einem Schmetterling haschend (1871), ein Brunnenmodell und der seiner Zeit viel besprochene
Entwurf zu einem Nationaldenkmal, welchem es nicht an Phantasie und Schwung, aber an dem der Würde des Gegenstands angemessenen
Charakter fehlte.
Ebenso geistvoll, aber auch ebenso naturalistisch wie diese Werke sind auch seine Porträtbüsten, z. B.
die Liebigs (1873), des Komponisten Lachner u. a., die ebenfalls
eine starke Hinneigung zum malerischen Element und zu unruhiger Draperie haben. Die letzten Jahre waren fast ausschließlich
mit Arbeiten für König
Ludwigs unzugängliches, einsames Schloß Linderhof im bayrischen Gebirge und mit dem
Modell für
eine Statue Liebigs ausgefüllt, bestimmt für den Maximiliansplatz in München. 1872 wurde er Ehrenmitglied
der dortigen Akademie.
2) Alexander, Historien- und Genremaler, geb. 1838 in Ungarn, bildete sich in München
unter Karl v.
Piloty aus und machte schon durch sein erstes größeres Bild: Isabella Zápolya nimmt Abschied
von Siebenbürgen, bedeutendes Aufsehen. Bald nachher folgten zwei Wandgemälde im bayrischen Nationalmuseum, die zu den
bessern des ganzen Gebäudes gehören, und im Kredenzsaal des Redoutengebäudes zu Pest das Freskobild: König Matthias besiegt
den
Ritter Holubar im Turnier.
Andre Bilder von ihm sind: Episode aus der Belagerung von Belgrad, Tod Titus Dugovichs und Schloß Vajda-Hunyad
mit Matthias und Jagdgefolge (Landschaft von Ligeti, beide im Nationalmuseum zu Pest), der Mädchenraub (1868), das Czikosrennen
in Debreczin und, nachdem er eine Reise nach Spanien gemacht hatte, mehrere höchst lebensvolle, anziehende Bilder aus den
dortigen Stiergefechten, z. B.: Picadores im Stiergefecht, spanische Post in Toledo. Meisterhafte
Illustrationen lieferte er zu dem mit schwülstigem Text von
Simons ausgestatteten Prachtwerk «Spanien» (Berl.
1880). Er ist Professor der Maltechnik an der Akademie in München.
3) AntonPaul, Bildhauer, geb. 1834 zu Königinhof in
Böhmen, war 1858-1864 Schüler der Akademie in Wien und machte Studienreisen
nach den deutschen Kunststädten und 1868 nach Italien. Seine fast nur in Wien zu findenden geschätzten
Werke sind besonders: der Brunnen mir dem hübschen Gänsemädchen auf dem Gänsemarkt, die Statuen Rudolfs, des Stifters,
und
Franz Josephs für das akademische Gymnasium, eine Statue in der Ruhmeshalle des Arsenals, die kolossale Statue Michelangelos
im Künstlerhaus und andre dekorative Werke.
5) Ferdinand, Historienmaler, geb. 1819 zu Schwabmünchen
(Schwaben), machte von 1855 an auf der Akademie in München unter
Cornelius, Schlotthauer
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und Schnorr seine Studien und bildete sich dort auch in der Freskomalerei aus. Von 1848 an lebte er eine Zeitlang in seiner
Heimat und schuf dort bis 1854 als erstes größeres Werk ein Jüngstes Gericht an der Decke der dortigen Kirche und bald
nachher ein Freskobild in der Kirche zu Königsbronn, infolge dessen er im Auftrag des Fürsten Leopold
von Fugger-Babenhausen die Außenseite des bekannten Fuggerhauses in Augsburg mit Fresken schmückte (1860-1863) in welchen
er in fünf großen Bildern von echt künstlerischer Auffassung und glänzendem Kolorit Hauptmomente aus der Geschichte der
Stadt sowie in darunter befindlichen Kindergruppen das gewerbliche und gesellige Leben derselben darstellte.
Eine ähnliche Aufgabe war der 1864 begonnene Freskenschmuck im Kanzleigebäude zu Konstanz und die in dieselbe Zeit fallenden
Arbeiten in Breslau (Fresken am Sieben-Kurfürstenhaus, im Rathaus und in der neuen katholischen Kirche). Diesen Arbeiten
folgte 1867 die Ausschmückung der Fassade des Fürstenschlosses in Monaco, sodann die Fresken der neuen
Kirche zu Memmingen und in den letzten Jahren die köstlichen Wandgemälde im Keller des neuen Rathauses in München, die
Scenen aus dem Leben Christi in der Kirche zu Friedberg in Schwaben, der Karton: Tod des heil. Ulrich für ein Fenster der
Ulrichskirche in Augsburg und (1880) die farbenprächtigen Deckenbilder imCaféRoth zu München. Er starb in Augsburg.
6) Heinrich, Architekt, geb. 1834 zu Stuttgart, war 1849-55 Schüler der dortigen Architekten
Mauch, Breymann und Egle, ging dann nach Paris zu Questel, war hier bei verschiedenen Architekten und in England bis 1861 thätig.
Dann machte er Reisen in Deutschland, Belgien und Italien. Zu seinen Hauptwerken gehören in Stuttgart:
die englische Kirche (gotischen Stils), das Hotel der Herzogin von Urach und das Gebäude der Museumsgesellschaft. Er ist
Professor an der technischen Hochschule in Darmstadt.