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Mit sehr intensiven Schneefällen und Sturm war die Lawinengefahr zu Beginn der Berichtswoche im Norden und Westen verbreitet Gross (Stufe 4). Es gingen zahlreiche grosse und vereinzelt auch sehr grosse spontane trockene Lawinen nieder. Dies vor allem aus dem Neu- und Triebschnee, Brüche tiefer in der Schneedecke waren selten. Mit dem Regen bis auf rund 2000 m war zudem die Aktivität von nassen Lawinen in mittleren Lagen erhöht. Diese Neuschneeschichten waren sehr kompakt und stabilisierten sich rasch. Mit einer Abkühlung fiel im weiteren Verlauf der Woche nochmal Schnee und die Lawinengefahr nahm nur langsam weiter ab. Zum Ende der Berichtswoche war dann bei schönstem Bergwetter auch die Lawinensituation mehrheitlich günstig.
Freitag, 15. bis Samstag, 16. März 2019: im Westen und Norden intensiver Schneefall mit steigender Schneefallgrenze
Mit einer starken Nordwestströmung hielten die Niederschläge, die am Dienstagabend, 12. März einsetzten, bis in die Nacht auf Samstag an und waren am Freitag, 15. März besonders intensiv (Abbildung 1). Während es in der vorigen Berichtswoche noch in bis in tiefe Lagen schneite, stieg die Schneefallgrenze im Verlauf des Freitags bis auf rund 2000 m an (Abbildung 2).
Insgesamt fielen vom Dienstagabend, 12. bis Samstagmorgen, 16. März im Norden oberhalb von rund 2000 m 50 bis 80 cm Schnee, gebietsweise bis 110 cm. Gegen Süden nahmen die Neuschneemengen ab. Aufgrund des schauerartigen Charakters der Schneefälle und des stürmischen Windes waren regionale Unterschiede der Neuschneemengen besonders ausgeprägt (Abbildung 3).
Aufgrund der Erwärmung und dem starken bis stürmischen Nordwestwind war der Neuschnee sehr kompakt. Am Samstag endeten die Schneefälle und von Westen her klarte es auf. Tagsüber war es meist sonnig und mild.
Sonntag, 17. bis Montag, 18. März 2019: Abkühlung und weitere Schneefälle
Am Sonntag war es mit teils starkem Südwestwind im Norden zunächst sonnig. Im Süden und Westen zog im Tagesverlauf Bewölkung auf. In der Nacht auf Montag fiel verbreitet Schnee. Die Schneefallgrenze sank von 1200 m in tiefe Lagen (Abbildung 2). Tagsüber war es am Montag im Süden und im Westen teils sonnig, im Osten wechselhaft mit schwachen Schneefällen, die bis in die Nacht auf Dienstag anhielten. Oberhalb von rund 1500 m fielen am Alpennordhang, im nördlichen Wallis, im nördlichen Tessin in Graubünden verbreitet 15 bis 30 cm, in den östlichen Urner Alpen und in den Glarner Alpen bis 50 cm, in den übrigen Gebieten verbreitet 5 bis 15 cm Schnee (Abbildung 4). Der Nordwind wehte meist schwach bis mässig, im Süden zeitweise stark.
Dienstag, 19. bis Donnerstag, 21. März 2019
Am Dienstag war es im Norden mit Quellwolken teils, sonst meist sonnig. Am Mittwoch und Donnerstag war es nach klaren Nächten jeweils sonnig und die Temperaturen stiegen von Westen her langsam an. Die Nullgradgrenze erreichte am Donnerstag rund 3000 m. Der Wind wehte meist schwach bis mässig aus östlichen Richtungen. Auf den Jurahöhen und in den Voralpen blies zeitweise mässige bis starke Bise.
NEUSCHNEE
Mit Neuschnee und Sturm war die Lawinengefahr am Freitag im Westen verbreitet und im Norden gebietsweise gross, Stufe 4. Es gingen verbreitet grosse und teils auch sehr grosse spontane Lawinen nieder (Abbildungen 5 und 6). Im Osten begann die spontane Lawinenaktivität am Freitag mit den intensiven Schneefällen im Verlauf vom Vormittag und auch dort wurde die Gefahrenstufe gross erreicht. In der Nacht auf Samstag gingen vor allem im Unterengadin noch einzelne grosse spontane Lawinen nieder (vgl. Bildgalerie). Am Samstag konnten dann bei Sicherungssprengung vielerorts noch grosse Lawinen ausgelöst werden. Die spontane Aktivität beruhigte sich rasch, und mit der tageszeitlichen Erwärmung gingen in den östlichen Gebieten nur vereinzelt spontane Lawinen nieder. Im Nachhinein gesehen war dort am Samstag die Stufe 4 (Gross) nicht mehr erreicht.
TRIEBSCHNEE
Am Sonntag, 17.03. wurde der noch lockere Schnee mit starkem Südwestwind verfrachtet und die Hauptgefahr ging vor allem von den frischen Triebschneeansammlungen aus. Mit Neuschnee und teils starkem Nordwind entstanden am Montag, 18.03. mit Nordwestwind dann weitere Triebschneeansammlungen. Am Dienstag, 19.03. und Mittwoch verfrachtete die teils starke Bise am Alpennordhang und zudem vor allem in der Höhe mässiger bis starker Wind aus nördlichen Richtungen den lokal noch lockeren Schnee.
Die neueren Triebschneeansammlungen waren oft gut mit der Schneeoberfläche verbunden. Besonders an West- über Nord- bis Osthängen oberhalb der Waldgrenze waren sie stellenweise noch leicht auslösbar.
NASS- UND GLEITSCHNEE
Nachdem mit Regen zu Beginn dieser Berichtswoche unterhalb von 2000 m bereits viele nasse und feuchte Lawinen abgegangen waren (Abbildungen 6 und 7) und es im weiteren Verlauf der Woche mit Wind etwas tieferen Temperaturen eher kühl war, war die Aktivität von Nass- und Gleitschneelawinen ab Sonntag nur noch gering.
ALTSCHNEE
Die Altschneedecke war meist gut verfestigt. Vor allem an schneearmen, steilen Nordhängen oberhalb von rund 2000 m war der Altschnee teils kantig aufgebaut und locker. Spontane Lawinen, die während der Starkschneefälle flächig bis in den Altschnee durchrissen wurden nicht gemeldet. Im nördlichen Unterengadin wurden bei Sicherungssprengungen am Samstag, 16.03. an Nordhängen Lawinen ausgelöst, die im Altschnee anbrachen und sehr gross wurden (vgl. Bildgalerie).
Die Schneehöhen lagen besonders in den östlichen Gebieten der Schweizer Alpen (Abbildung 8) deutlich über dem Durchschnitt. An der Messstation Davos, GR (5DF, 1560 m, Messbeginn 1945) lag am 16.03.2019 mit 152 cm ein neuer Schneehöhenrekord für diesen Tag vor. Auch im Unterengadin, GR wurden an der langjährigen Messstation Samnaun (7SN, 1750, Messbeginn 1957) neue Schneehöhenmaxima für Mitte März erreicht. Dies am 15.03.2019 mit 139 cm und am 16.03.2019 mit 151 cm. Auf dem hochgelegenen Messfeld am Weissfluhjoch, GR (5WJ, 2536 m Messbeginn 1933) wurde am 16.03.2019 eine Schneehöhe von 307 cm registriert, die zweithöchste an einem 16. März seit 86 Jahren.
In dieser Berichtswoche ereigneten sich vier Lawinenunfälle mit Personenbeteiligung. Dabei wurden sieben Personen von Lawinen erfasst. Zwei Personen waren verletzt, eine Person verunglückte am Freitag, 15.03. im Turtmanntal, VS tödlich.
Um Mitternacht von Montag, 18.03. auf Dienstag, 19.03.2019 ereignete sich ein grosser Felssturz an der Nordwestflanke des Flüela Wisshorns (GR, 3085 m). Er löste eine sehr grosse Lawine aus, die bis auf rund 2200 m vorstiess (Abbildung 9). Der Felssturz wurde vom Schweizerischen Erdbebendienst erfasst (vgl. Bildgalerie). Da weitere Felsstürze möglich sind sollte dieser Bereich gemieden werden.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.