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Im ersten „Thé littéraire“ 2020 stand das neuste Buch des Schweizer Autors Peter Stamm im Zentrum „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“. Ein alter Mann erinnert sich an seine grosse Liebe in seiner Jugendzeit. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fliessen ineinander und werden zu einem verwirrenden Vexierbild. Begeistern konnte das Buch keine der anwesenden Personen. Kritiken sprechen von diesem Buch als „Produkt einer Schaffenskrise“. Die Figuren im Roman bleiben seltsam konturlos, der Inhalt verliert sich im Nebulösen (Wolfgang Höbel, der Spiegel 14/2018).
Über den Zusammenhang zwischen Titel und Inhalt des Buches wird bei diesem Thé littéraire gerätselt. Albert Camus kommt in diesem Zusammenhang ins Spiel (Albert Camus, der Fremde), hilft aber nicht weiter. Ungeachtet der Preise, die der Autor erhalten hat (Schweizer Buchpreis und Solothurner Literaturpreis 2018, Kulturpreis der Stadt Winterthur 2003 und zahlreiche andere), überzeugen aber weder Inhalt noch sein äusserst lakonischer Schreibstil. Satzkonstruktionen aus Subjekt - Prädikat - Objekt erinnern eher an einen Primarschulaufsatz denn an einen bedeutenden Roman. Eine Teilnehmerin fand immerhin eine schön beschriebene Beobachtung zum Alter: „Sie war nie sehr pünktlich, aber das macht mir nichts aus, je weniger Zeit mir bleibt, desto mehr Zeit lasse ich mir. Ich mache nichts anderes mehr als warten, und je später sie kommt, desto länger kann ich mich auf sie freuen.“
Von ihnen würde niemand das Buch empfehlen, darin war sich die Runde einig und bereits nach 45 Minuten ging dazu der Gesprächsstoff aus.
Am 31. März wird die „Hilbilly-Elegie“ von J.C. Vance besprochen.
Ester Mottini