Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03533.jsonl.gz/532

Forscher machten einen überraschenden Fund anhand eines Schildkrötenfossils. Das Kopfeinziehen sei ursprünglich keine Schutzfunktion gewesen.
Die Fähigkeit von Schildkröten, den Kopf bei Gefahr in den schützenden Panzer zurückzuziehen, könnte sich aus ganz anderen Gründen entwickelt haben als bislang angenommen: Am Anfang stand das blitzschnelle Halsausstrecken bei der Jagd, vermuten ein Schweizer Forscher und seine Kollegen. Laut den Forschern könnte das Kopfeinziehen zum Schutz ein positiver Nebeneffekt gewesen sein. Zu diesem Schluss kommen Jérémy Anquetin vom Jurassica Museum in Pruntrut und seine Kollegen nach Untersuchung eines Schildkrötenfossils.
Heutige Schildkröten lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die Halswender- und die Halsberger-Schildkröten. Erstere wenden den Hals beim Einziehen seitwärts und legen ihn seitlich unter den Panzer, Letztere können den Hals gerade zurückziehen.
Dass zumindest bei den Halsberger-Schildkröten nicht unbedingt der Schutzmechanismus im Vordergrund stand, entdeckten die Forscher anhand der Halswirbel eines Fossils aus dem späten Jura, also von vor rund 150 Millionen Jahren. Dabei handelte es sich um Platychelys oberndorferi, die als eine der ursprünglichsten Halswender-Schildkröten gilt und im Gebiet der heutigen Schweiz und Deutschlands vorkam. Sie konnte ihren Hals offenbar vertikal knicken, ähnlich wie die Halsberger-Schildkröten, die sich erst viel später entwickelten. Pruntrut