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Mehrere tausend Menschen haben am Sonntag in Tokio für einen Ausstieg aus der Atomenergie und für erneuerbare Energien demonstriert. Die Demonstranten, unter ihnen zahlreiche Jugendliche und Familien, hielten Spruchbänder, auf denen zu lesen war: "Bye bye Genpatsu" (Tschüss Atomkraft).
Bei einer weiteren Demonstration in der japanischen Hauptstadt protestierten ebenfalls tausende Menschen gegen den Betreiber des beschädigten AKW Fukushima, Tepco. Die Frage nach einem möglichen Ausstieg aus der Atomenergie wurde in Japan bislang nicht öffentlich diskutiert.
Mehrere Demonstranten erklärten, vor dem Atomunfall nicht über die Gefahren der Atomenergie nachgedacht zu haben. "Aber jetzt müssen viele Menschen mobilisiert werden, wie das in anderen Ländern der Fall ist", sagte eine Demonstrantin.
Dass es nach dem Atomunfall relativ lange gedauert habe, bis die Menschen auf die Strasse gegangen seien, sei auf die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zurückzuführen, durch die bislang knapp 28'000 Menschen als tot oder vermisst gelten, sagte der Exekutivdirektor der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Japan, Junichi Sato. Die Priorität sei zunächst gewesen, sich um die Opfer zu kümmern.
Vor der durch das schwere Erdbeben und den anschliessenden Tsunami am 11. März ausgelöste Atomkatastrophe im AKW Fukushima stellte die Kernkraft 30 Prozent der Energie in Japan.
Wegen der Katastrophe war ein Dutzend Reaktoren heruntergefahren worden. Ein Politiker der Regierungspartei hatte am Freitag erklärt, es könne keinen Verzicht auf die Atomkraft geben, es müsse aber über die weiteren Pläne und den Zeitplan für den Bau der Atomanlagen nachgedacht werden.
SDA-ATS