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Um mit diesen Unklarheiten aufzuräumen, gilt es eine ganze Reihe Puzzleteile zusammenzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass über die Mitglieder des Anglo American Club bislang nicht mehr als die Nachnamen aus den Zeitungsberichten bekannt war – bis heute. Eine intensive Personenrecherche im Hochschularchiv der ETH-Bibliothek konnte nun Licht ins Dunkel bringen. Sie beweist, dass beinahe alle erwähnten Spieler am Polytechnikum (Vorläufer der ETH) eingeschrieben waren. Mehr noch: Sie studierten alle in der gleichen Abteilung IV, der «Chemisch-technischen Schule». Allein neun der elf Spieler der Meistermannschaft 1899 kannten sich aus gemeinsamen Vorlesungen.
Die grosse Mehrheit dieser aus England stammenden Studenten blieb nur wenige Jahre in Zürich, was den Personalnotstand der Anglos erklärt. Viele von ihnen hatten ihren Wohnsitz in unmittelbarer Nachbarschaft rund um die Plattenstrasse, gleich neben der Hochschule. Nicht nur um ihren eigenen Verein kümmerten sie sich, sie waren auch im Fussballverband engagiert. Frederik Butler und William Cotton etwa waren Mitglieder des SFA-Zentralkomitees und nahmen – wie ihre Klubkollegen Engelke und Forgan auch – an internationalen Spielen gegen Süddeutschland und Italien teil. Nur von den wenigsten der Meistermannschaft lässt sich die Spur nach ihrer Fussballkarriere noch weiterverfolgen: Alfonso Gandolfi soll nach seinen Studien in Zürich später als Professor in Genf geamtet haben. Hermann Schwabacher sorgte nach der Rückkehr nach England mit wechselnden Partnerinnen und unehelichen Kindern für Misstöne. Später startete er eine Militärkarriere, legte seinen deutschen Namen ab und zog unter dem Namen Shaw in den Krieg gegen die Deutschen. 1917 starb er bei Gefechten in Frankreich.
Eine interessante Figur war der damalige Verteidiger Ernst Engelke. Ursprünglich aus New York stammend, trat der 19-Jährige 1896 ins Polytechnikum ein. Er wurde Mitglied im FC Excelsior, der später mit dem FC Zürich fusionierte. Am 16. Oktober 1898 führte Engelke den FCZ in einem Freundschaftsspiel gegen den FC St. Gallen als Captain aufs Feld – Torschütze in diesem Spiel war auch der kurzzeitig nach Zürich zurückgekehrte Hans Gamper, späterer Gründer des FC Barcelona. Nur einen Monat später aber lief Engelke bereits im Tenue von Anglo American auf, bei einem 3:0-Sieg über den FC Winterthur, und wurde tragendes Mitglied des Anglo-Meisterteams. Im April 1900 verliess er Zürich in Richtung Basel, und von 1900 bis 1902 absolvierte Engelke schliesslich noch einige Spiele für Servette Genf. Bei Servette traf er auf seine ehemaligen Anglo-Teamkollegen Henry Smith, William Cotton und William Forgan. An die Erfolge aus Zürich konnten sie indes nicht mehr anknüpfen.
Im Boot mit Schwarz-Rot
Gleichzeitig ist Engelke auch das «Missing Link» zum Anglo American Boating Club. Im Juli 1899 nahm er zusammen mit seinem Teamkollegen Rupert Morris für ebenjenen Ruderklub an einer Regatta auf dem Zürichsee teil. Für eine direkte Verbindung zum Fussballklub spricht zudem die Tatsache, dass die beiden Vereine in den gleichen Farben antraten. Hatten die Ruderer «schwarz und rot gestreifte Kopftücher», so wurden die Fussballer in Matchberichten oft als «die Schwarz-Roten» bezeichnet. Auch weitere Anglo-Ruderer waren am Polytechnikum eingeschrieben. Es scheint also, dass die Sportarten Rudern und Fussball in der Schweiz nicht nur beim FCB, der 1893 aus dem Ruderclub Basel entstand (und dessen Farben übernahm), eng miteinander verknüpft waren.