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Migros Museum für Gegenwartskunst | Extra Bodies – The Use of the ‹Other Body› in Contemporary Art
Publiziert am 21. November 2017
Publiziert am 21. November 2017
Arbeiten mit Aufführungscharakter
Die Ausstellung untersucht ein künstlerisches Phänomen, das sich in den 1990er Jahren verstärkt abzeichnet und zu Beginn des neuen Jahrtausends einen Boom erlebt: Es ist die künstlerische Praxis, auf ‹andere Körper› zurückzugreifen. Diese ‹anderen Körper› werden von den Künstlern aufgrund ihrer spezifischen sozialen oder biosozialen Rolle ausgewählt – und könnten somit auch als Statisten (engl.: «extras») bezeichnet werden. Alle Arbeiten zeichnen sich durch ihren «Aufführungs»-Charakter aus. Auffällig ist dabei, dass der Betrachter weder eingebunden noch zur Teilnahme eingeladen wird. Anders als in vielen künstlerischen Produktionen, die unter dem Begriff der Relationalen Ästhetik diskutiert werden, wird Partizipation hier nicht eingefordert. Die umfangreiche Gruppenausstellung diskutiert die unterschiedlichen Präsentationsmodi und Funktionen von Statisten in ihren sozialen und biosozialen Rollen.
Der Mensch als Teil eines «kollektiven Körpers»
Die Ausstellung vereint wichtige Positionen, die den ‹anderen Körper› einsetzen, erhebt jedoch
nicht den Anspruch, einen umfassenden Kanon in diesem thematischen Feld zu etablieren. Auf
eine reale Präsenz des ‹anderen Körpers› in der Ausstellung wird dabei verzichtet, obwohl sie ein
konstitutives Element für die Entstehung der in diesem Kontext besprochenen Arbeiten ist. Stattdessen sollen die unterschiedlichen Präsentationsmodi gezeigt werden, die es erlauben, das Phänomen des ‹anderen Körpers› in der zeitgenössischen Kunst unter verschiedenen Aspekten zu diskutieren. In den Arbeiten steht meistens nicht der Mensch als Individuum im Zentrum, sondern er tritt in Gruppenformationen als Teil eines «kollektiven Körpers» auf. Es ist auffällig, dass das vermehrte Erscheinen des «extra body» zeitlich mit der Deregulation der Märkte zu Beginn der 1990er Jahre zusammenfällt. Bezeichnend für diese Entwicklung ist, dass die menschliche Arbeitskraft dank einer globalen Ausweitung immer kostengünstiger wird – ein Phänomen, das Luc Boltanski und Ève Chiapello als den «neuen Geist des Kapitalismus» beschrieben haben. Maurizio Lazzarato spitzt diese These noch zu mit der Feststellung, dass das Leben in der aktuellen Wirtschaft zu einer Währung geworden sei.
global orientiert, mobil, flexibel, opferbereit
Die Mehrzahl der gezeigten Arbeiten im Erdgeschoss stammen aus der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts, ergänzt durch kunsthistorische Beispiele. Im oberen Stockwerk werden lediglich drei künstlerische Positionen (Jonas Staal, Guy Ben-Ner und Artur Żmijewski) gezeigt, die das Thema des ‹anderen Körpers› aus einer aktuellen Situation heraus reflektieren. Diese Arbeiten sind alle im Verlauf des letzten Jahres entstanden und thematisieren den sich in Migration befindenden Körper, laut Mark Terkessidis eine «Art ungeliebtes ‹Schattenego› der Westler: global orientiert, mobil, flexibel, opferbereit». Kein anderer Statistenkörper hat unsere gesellschaftspolitischen Diskussionen in den letzten Jahren stärker geprägt. Die Rolle des Statistenkörpers kann dabei im Spiegel sozioökonomischer Veränderungen gelesen werden und ist Bestandteil des Diskursfeldes rund um Biopolitik, Globalisierung und Neoliberalismus.
1.1 Videobericht als Web-Movie
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1.2 Web-Video auf Datenträger
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1.3 Videobericht hochauflösend
Möchten Sie den Bericht in Kinoqualität besitzen oder diesen weiterverarbeiten? Gerne erstellen wir für Sie eine Daten-DVD im gewünschten Format (MPG/DV o.ä.) für Fr. 250.- Franken. Ohne weitere Angaben erhalten Sie den Trailer im Formt DV Pal.
1.4 Kopie des Rohmaterials
In begründeten Fällen können wir Ihnen das gesamte Rohmaterial im gewünschten Format zur Verfügung stellen. Eine digitale Kopie kostet 280.- Franken*. Ist das Originalmaterial noch auf Digitalkassetten gespeichert kostet das Kopieren der ersten 100 Minuten (oder 2 DV-Bänder) insgesamt 280.- Franken, jede weitere Stunde derselben Produktion 50.- Franken*. Wünschen Sie ein anderes Format, oder haben Sie andere Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
1.5 TV und Film
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Rechtliches
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