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Nach gut zehn Jahren erbitterten Wettbewerbs geht Emirates-Chef Tim Clark auf den schärfsten Konkurrenten Etihad zu. Die arabische Fluggesellschaft Emirates ist offen für eine Kooperation mit dem kleineren Rivalen Etihad. Eine Fusion mit dem Grossaktionär von Air Berlin sei allerdings unwahrscheinlich, aber Sache der Eigentümer, sagte Emirates-Präsident Tim Clark in einem Gespräch mit der Agentur Reuters.
Eigentümer sind bei Emirates bekanntlich die Regierung von Dubai und bei Etihad die Regierung von Abu Dhabi. Eine engere Zusammenarbeit sei indes sinnvoll. «Es gibt viele Bereiche, in denen die beiden Fluggesellschaften zusammenarbeiten könnten, wie die Beschaffung», sagte Clark. Mögliche Optionen sollten die Unternehmen Schritt für Schritt ausloten. Dafür aber müsste sich auch der Wettbewerber «bewegen».
Clark räumte allerdings ein, dass es gegen eine verstärkte Kooperation der beiden Carrier in einigen ausländischen Märkten Bedenken von Aufsichtsbehörden geben könnte. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die staatlich gestützten Airlines einen erbitterten Wettbewerb um den Aufbau globaler Netzwerke von ihren Heimatflughäfen in Dubai-City und Abu Dhabi geliefert. Mit dem Aufruf zu seinem Bündnis dürfte der Emirates-Chef auch versuchen, die im Frühjahr zwischen Etihad und der Lufthansa angekündigte enge Kooperation auszuhebeln und dem Rivalen eine Alternative anzubieten. Schnell könnte Emirates sich sonst abhängen lassen.
Nötig hätte Etihad eine Stärkung. Die Strategie, mit kleineren Airlines wie Air Berlin oder Alitalia ein Zubringernetz für die eigenen Langstreckenflüge aufzubauen, ist bislang vor allem teuer gewesen, aber bringt das Unternehmen nicht weit genug. Etihad musste für das vergangene Jahr erstmals seit Beginn des Jahrzehnts einen Verlust ausweisen. Air Berlin verschlang so viel Geld, dass Etihad die weitere Unterstützung einstellte.