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Am 15. August marschierten die Taliban in einer Kulmination ihres Feldzuges durch Afghanistan in der Hauptstadt Kabul ein. Dass die Taliban nun die de facto Machthaber in Afghanistan sind, stellt Nachbarstaaten vor neue Realitäten.
In den vergangenen Wochen hat die ultrakonservative islamistische Taliban-Bewegung in einer Offensive dutzende Distrikte in ganz Afghanistan übernommen. Das Swiss Institute for Global Affairs (SIGA) hat die neusten Entwicklungen in Afghanistan genauer unter die Lupe genommen und zeigt, dass die Situation — obwohl sie sich ohne Zweifel verschlechtert hat — nicht so apokalyptisch ist, wie oft dargestellt, und dass ein kompletter Zusammenbruch des Staates derzeit unwahrscheinlich bleibt.
Die Situation an der afghanisch-usbekischen Grenze in Hairatan/Termez zeigt, dass kleine Schritte wie die einfache Liberalisierung eines Grenzregimes signifikantere Resultate als grandios angelegte Pläne zeitigen können. Das Swiss Institute for Global Affairs (SIGA) hat einen Blick auf den wirtschaftlichen Boom in Hairatan und Termez, von dem beiden Länder profitieren, geworfen, unterstreicht jedoch auch, wie der in Afghanistan anhaltende Krieg alles gefährden könnte.
Die Unterzeichnung der historischen «Vereinbarung zur Bringung von Frieden in Afghanistan» zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den Taliban am 29. Februar 2020 weckte Hoffnungen auf eine friedliche Beendigung des Jahrzehnte alten Konfliktes in Afghanistan. Ein Jahr später bleibt jedoch wenig von diesen Hoffnungen übrig und laufende Friedensbemühungen sind praktisch zum Stillstand gekommen. Ein Überblick über die Bemühungen für Frieden in Afghanistan verdeutlicht die Kernprobleme:
In einer am 29. Februar 2020 unterzeichneten historischen Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) verpflichteten sich die Taliban, keiner Gruppe oder Einzelpersonen – inklusive al-Qaida – zu erlauben, von afghanischem Boden aus die USA oder ihre Verbündeten zu bedrohen. Seither in Afghanistan gesammelte Informationen lassen an der Einhaltung dieser Vereinbarung durch die Taliban zweifeln. Ein Bericht von SIGAs Franz J. Marty.
Der selbsternannte Islamische Staat sei in der ostafghanischen Provinz Nangarhar ‘vernichtend geschlagen’ worden und verlor später die genannte Gruppe sodann auch ihre letzten verbleibenden Hochburgen in angrenzenden Provinz Kunar. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende des selbsternannten Islamischen Staates in Afghanistan, da kleine Gruppen nach wie vor verdeckt in verschiedenen Teilen des Landes operieren und Anschläge für sich beanspruchen. Ein SIGA-Investigativreport vor Ort aus Afghanistan:
China ist — insbesondere mit der Belt and Road Initiative (BRI) — daran ganz Asien zu verändern. Ganz Asien? Nein. Afghanistan im Herzen Asiens blieb bis anhin aussen vor. Angesichts eines möglichen amerikanischen Abzuges aus Afghanistan sowie hochrangiger Treffen zwischen chinesischen Beamten und afghanischen Akteuren, inklusive der Taliban, geben einige Kommentatoren und Analysten an, dass sich dies nun ändern könnte. Doch ist dem wirklich so oder ist dies nur Schall und Rauch?
Am 29. Februar 2020 unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika und die Taliban das «Agreement for Bringing Peace to Afghanistan». Dies wird Konsequenzen für die internationale Politik und die regionale Stabilität haben. Franz J. Marty berichtet aus erster Hand zu Stellungsnahmen von Afghanen zu einer möglichen Rückkehr der Taliban an die Macht und dem wahrscheinlichen amerikanischen Truppenabzug.