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Auf die Frage, weshalb «Frauen, obwohl sie sonst für die volle Gleichberechtigung sind, keine Drinks zahlen wollen», antwortete die Soziologin Eva Illouz kürzlich im «Magazin»: «Weil eine Frau so testen kann, ob sie dem Mann gefällt. Zahlt er, sieht sie darin ein Bekenntnis ihr gegenüber. Es ist nicht krasser Materialismus. Sondern es ist krasser Sentimentalismus.»
Dabei beweist Drinkszahlen im Rahmen der gewöhnlichen Anmache ja nicht zwingend, dass er sie scharf findet, sondern zeugt eher von Resten verstaubter Galanterievorstellungen. Nichtsentimentale bevorzugen andere Testmethoden, zum Beispiel den Kondomtest.
Laut «SonntagsZeitung» hat nämlich die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten, allen voran die Gonorrhöe, umgangssprachlich Tripper, in der Schweiz stark zugenommen; die Syphilisrate liegt im europäischen Schnitt nur in Rumänien noch höher als in der Schweiz: Sentimentale SchweizerInnen mögen keine Kondome.
Dabei wäre es so einfach. Sobald sie ihn fragt, wie ers denn mit dem Kondom halte, stellt sich ganz schnell und unsentimental heraus, ob er sie eigentlich ernst nimmt, obwohl er sie scharf findet. Ein paar Drinks zahlen lassen kann sie sich ja trotzdem.