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Taddeo di Bartolo war ein Vertreter der Schule von Siena, eine Malereibewegung zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. In dieser Zeit war sie neben der Florentiner Malerei eine der bedeutendsten Schulen Italiens, wobei sie eine eher konservative Linie, geprägt von der Gotik verfolgte. Unter den bekanntesten Vertretern waren Duccio, dessen Arbeiten einen byzantinischen Einfluss zeigten, sein Schüler Simone Martini sowie Ambrogio Lorenzetti. Seine grossartigen Fresken Zyklen in Palazzo Publico di Siena werden wir während der Kulturreise in die Toscana betrachten und unter der Leitung unseren Kunsthistorikern Claire Bour und Fabian Felder interpretieren können. Schon heute machen wir ein Fenster an seine farbige Interpretation der "Guten Regierung" auf. Vielleicht noch spannender (und für Italien oft auch aktueller) ist aber die Ikonographie der "Schlechten Regierung". Darüber erfahren Sie mehr am 13. Oktober, in Siena.
Freskenzyklus von Ambrogio Lorenzetti in Palazzo Pubblico, Siena
Die Fresken der Guten Regierung und der Auswirkungen der Schlechten Regierung sind nicht nur künstlerisch sondern auch sozio-kulturell hoch interessant. Hier, im Palazzo Publico in Siena werden zwei Regierungen allegorisch dargestellt und detailliert von Ambrogio Lorenzetti kommentiert. Zutreffend werden die Lorenzetti Bilder von den Künstler und Literaten Ghilberti als „Krieg und Frieden“ bezeichnet und wie folgt kommentiert:
„Im Palast von Siena ist von seiner Hand der Frieden und der Krieg gemalt sowie, all das, was zum Frieden gehört, wie die Waren ungestört und mit grosser Sicherheit ausgetragen werden, und wie man ihretwegen übers das Land zieht und zurückkehrt. Und wie im Krieg alles genau umgekehrt wird, ist auch trefflich dargestellt (L. Ghilberti, I Commentari, S. 42). Die erste Zeichnung für die Fresken in Sala dei Nove geht auf den 26. Februar 1338 zurück. Der Zyklus wurde im Mai 1339 vollendet. Die Ausmalung Lorenzetti streckt sich auf drei Wende und ist heute, immer noch in einem hervorragenden Zustand ein sehr belehrendes Schaufenster dessen, was eine gute und eine schlechte Regierung bewirken können. Italienischer Kunsthistoriker L. Lanzi hat diese Bilder als eine „Dichtung der moralischen Erziehung“ beschrieben. Das wollen wir während unseres Besuches in Siena beim Mittagstisch ausdiskutieren. Eine oder andere Parallele finden wir vielleicht auch zur Gegenwart.
Die Szene der guten Regierung wird beherrscht von der majestätischen Verkörperung der Kommune von Siena. Sie wird eingerahmt von den vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Mässigung, Klugheit und Tapferkeit. Dazu gesellen sich der Frieden und die Grossherzigkeit.
Dort wo gut regiert wird, wird auch fleißig und zum Wohle aller gearbeitet. Weil die Bürger keine Angst haben müssen, dass eine tyrannische Regierungen ihnen die Früchte ihrer Arbeit oder ihre Investitionen stiehlt. Tanzende Mädchen stehen für Ausgelassenheit und Sorglosigkeit, die ein gut geordnetes Gemeinwesen ermöglicht. Während dessen wird auf den Felder ausserhalb der Stadt die Ernte vorbereitet. Die wohlhabende Bürger der Republikstadt begeben sich auf den Jagt, elegant bekleidet und sorglos. Für die Zukunft und Prosperität Sienas kümmert sich die Regierung der Neun. Eben eine gute Regierung