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|Autor dieses Artikels ist Georg Borer, Gründer der Computeria Basel (www.computreff.ch)|
|Der Artikel wurde auch im Internetcorner der Basler Zeitung veröffentlicht|
Viren im medizinischen Sinn sind sehr kleine Krankheitserreger, die über Schwachstellen in einem Körpersystem
eindringen und dieses Körpersystem meist für eine kurze Zeit oder sogar für immer schädigen
oder im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Ähnlich verhält es sich mit Computerviren. Computerviren sind kleine Programme oder ausführbare Programmteile, die über die Schwachstellen eines Computersystems in den Computer eindringen, und diesen in mehr oder weniger grossem Masse schädigen oder sogar ausser Betrieb setzen. Ursprünglich waren diese Schwachstellen das Diskettenlaufwerk und das CD-Laufwerk, aber heute werden die meisten Viren über E-Mail via Internet auf ein Computersystem übertragen.
Die Virenprogrammierer nutzen die Schwachstellen der Internet- und E-Mail-Programme, um in ein Computersystem einzudringen. Da die meisten Anwender mit den Standardprogrammen von Microsoft arbeiten, sind auch die meisten Viren für die Programme von Microsoft (Windows, Internet Explorer, Outlook, Outlook Express, Office Programme, etc.) programmiert worden.
Genügte es bis vor kurzem noch, E-Mail mit verdächtigem Anhang oder E-Mail von unbekannten Absendern zu löschen, existieren heute Viren, die bereits aktiv werden, wenn das Vorschaufenster des E-Mail-Programms geöffnet ist oder der Virus via Internet auf das Computersystem übertragen worden ist. Es gibt unterschiedliche Arten von Viren. Harmlosere Viren oder Juxviren lassen vielleicht plötzlich ihre Buchstaben vom Bildschirm fallen, ein Männchen oder ein Tier über ihren Bildschirm spazieren oder schreiben an einem bestimmten Tag oder bei einem bestimmten Ereignis einen Spruch auf den Monitor.
Schädliche Viren formatieren die Festplatte, löschen Daten oder verändern das Betriebssystem oder bestimmte Programme, so dass diese unbrauchbar werden. Je nach Wirkungsweise unterscheidet man Bootsektorviren, Systemviren, Programmviren, Makroviren, Trojaner oder Würmer. Bootsektorviren verändern den Bootsektor des Computers, so dass dieser plötzlich nicht mehr starten kann. Systemviren verändern Teile des Betriebssystems und setzen den Computer ausser Betrieb.
Programmviren sind winzige Programme oder kurze Programmteile, die bestimmte oder jedes ausgeführte Programm des infizierten Computers befallen und sich so weiterverbreiten. Makroviren benutzen die Makrofunktionen von Word, Excel oder anderen Microsoft Programmen und verbreiten sich mit den von diesen Programmen erzeugten Dateien.
Trojaner gaukeln dem Benutzer vor, ein nützliches Programm oder Hilfsmittel zu sein und öffnen den Programmierern der Trojaner den Zugang zum Computer oder spionieren ihn aus und versenden auf dem Computer gespeicherte Passwörter und andere Daten.
Würmer infizieren den Computer, befallen aber keine anderen Programme, sondern speichern eine Datei oder Dateien auf dem Computer, die an einem bestimmten Tag oder bei einem bestimmten Ereignis den gleichen oder ähnlichen Schaden anrichten, wie ein Virus.
Wer nur im Internet surft und keine Dateien herunterlädt, keine E-Mail empfängt, nur eigene Disketten und CD's benutzt, ist vor einem Virenbefall ziemlich sicher. Wer aber Disketten oder CD's von Drittpersonen auf dem eigenen PC benutzt, Dateien und Programme aus dem Internet auf seinen Computer speichert und benutzt und wer E-Mails sendet und empfängt, der sollte sich unbedingt mit einem Virenscanner vor einem Virenangriff schützen.
Virenscanner sind Programme, die Viren identifizieren und blockieren, bevor diese den Computer befallen. Sie kontrollieren Dateien und Programme auf bekannte Viren und machen diese unschädlich, bevor das Computersystem infiziert ist.
Virenscanner arbeiten bei einer richtigen Installation ständig im Hintergrund und überwachen alle Aktionen, die zu einer Virusinfektion führen könnten. Findet der Virenscanner bei einer solchen Aktion einen Virus, dann warnt er vor dem Virus und macht ihn unschädlich oder verlangt vom Benutzer einen Eingriff um den Virus zu löschen oder in Quarantäne zu stellen. Virenscanner arbeiten mit Virensignaturen. Dies ist praktisch der Code, mit dem der Virus erkannt werden kann. Der Scanner prüft ob Programme oder Dateien eine Signatur enthalten, die ihm bekannt sind.
Da es aber laufend neue Viren und Schädlinge gibt, ist es wichtig, den Virenscanner laufend zu aktualisieren, und die neusten Virensignaturen vom Anbieter des Virenscanners zu erhalten, damit der Computer auch von den neuen Viren geschützt ist. Heute werden die Virenscanner und Virensignaturen über das Internet aktualisiert. Die Programme enthalten meistens komfortable Routinen, die das Aktualisieren über das Internet vereinfachen. Mit ein paar Mausklicks gelingt es auch wenig erfahrenen Computerbenutzern, den Virenscanner immer auf dem neusten Stand zu halten.
Kein Virenscanner erkennt aber alle Viren, und wenn es dann doch einmal passiert und der PC von einem Virus befallen wird, darf man nicht in Panik geraten. Meistens erkennt man einen Virusbefall, durch unerklärliche Aktionen des Computers, häufige oft unsinnige Fehlermeldungen oder Abstürze oder dadurch, dass sich der Computer nicht mehr starten lässt. Es bleibt nichts anderes übrig, als den Computer über eine saubere Startdiskette zu starten.
Als erstes muss man versuchen, herauszufinden um welchen Virus es sich handelt. Diese Informationen findet man anhand der Fehlermeldungen, der Meldungen auf dem Bildschirm, der Betreffzeile oder des Texts der E-Mail mit einer guten Suchmaschine oder direkt bei den Anbietern der Virenscanner, wie Symantec, McAffee, Sophos, Kapersky, Norman, Network Associates, Antivir, Panda, F-Secure oder Trend Micro. Es lohnt sich nicht nur bei einem, sondern bei mehreren Anbietern nachzuschlagen. Englischkenntnisse sind hier von Vorteil.
Die Anbieter der Virenscanner beschreiben, wie man vorgehen muss, um einen bestimmten Virus loszuwerden oder bieten sogar ein kleines Programm an, um den Virus zu entfernen. Mit diesen Programmen ist es einfach, einen Virus loszuwerden. Oft muss man aber tief in das Betriebssystem eingreifen und in wichtigen Systemdateien Änderungen anbringen. Diese Eingriffe in das System sind nicht ganz einfach und dem Laien bleibt oft nichts anderes übrig als einen Fachmann beizuziehen.
Wer Glück und einen Fachmann im Bekanntenkreis hat, fährt gut, wer aber einen Computerspezialisten beiziehen muss, der bezahlt bald einmal ein paar hundert Franken. Es lohnt sich, einen guten Virenscanner für weniger als hundert Franken zu kaufen, um sich möglichst gut vor einem Virenbefall zu schützen. Virenfalschmeldungen oder sogenannte Hoaxes sind eine andere Kategorie von Schädlingen. Dies sind E-Mails, die vor einem Virus warnen und oftmals auch auffordern, gewisse Dateien zu löschen.
Der Schaden dieser Hoaxes ist einerseits die massenhafte Verbreitung, da die E-Mail auch auffordert, die Warnung an möglichst alle Bekannten weiter zu senden. Der Versand dieser E-Mails belastet das Internet wie ein E-Mail Virus, der sich selbst an alle Adressaten im Adressbuch verschickt, und oftmals ganze Netzwerke lahm legt.
Wenn der Benutzer dann auch noch die Dateien löscht, die er laut der E-Mail löschen soll, dann kann es sein, dass der Computer nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktioniert. Auch hier heisst es, zuerst herausfinden, ob es sich wirklich um eine Viruswarnung oder einen Hoax handelt. Eine gute Suchmaschine und der Text der Betreffzeile führen meist zum entsprechenden Hoax. Handelt es sich um einen solchen, kann man die E-Mail getrost löschen, ohne sie weiter zu verbreiten.
Wer seinen Computer mit einem Virenscanner schützt, Disketten oder CD's von unsicheren Quellen, Dateien und Programme aus dem Internet sowie E-Mail Anlagen auf Viren prüft, den Virenscanner regelmässig aktualisiert und verdächtige E-Mails sofort löscht, der hat von Viren eigentlich nicht viel zu befürchten.
Ein Virenscanner ist ein optimaler Schutz aber einen hundertprozentigen Schutz vor Viren gibt es nicht. Es ist besser einen kleinen Betrag für einen Virenscanner auszugeben, als den Schaden nachträglich für einen grossen Betrag beheben zu müssen.