Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03396.jsonl.gz/352

Beim Geben müssen wir zuerst das Herz reden lassen und erst dann den Geldbeutel öffnen. Das Herz muss beschliessen, wie und wie viel wir geben sollen.
In christlichen Kreisen wird viel davon geredet, dass man den Zehnten geben soll, das sei auch heute noch in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes.
Das Geben von Zehnten
In der Bibel lesen wir zum ersten Mal in 1. Mose 14,20 etwas vom Zehnten, als Abraham dem Priester und König Melchisedek von allem den Zehnten gab. Jakob gelobte, Gott gewiss den Zehnten zu geben, wenn Er ihm das und das und das geben würde. Ob er es wirklich getan hat, wissen wir nicht, doch lesen wir in Prediger 5,3: «Wenn du Gott ein Gelübde tust, so zögere nicht, es zu bezahlen; denn er hat kein Gefallen an den Toren.» – Das Gelübde Jakobs war vor dem Gesetz.
Die Israeliten mussten dann ihr ganzes Einkommen treu verzehnten (5. Mo 14,22-29). Dieser Abschnitt endigt mit den Worten: «damit der HERR, dein Gott, dich segne in allem Werk deiner Hand, das du tust.» – So lautete das Gesetz.
Später ging es in der Geschichte Israels bergab. Die Priester gingen sogar darin voran. Denken wir nur an die Söhne Elis. Und am Ende des Alten Testaments musste festgestellt werden, dass die Israeliten dem HERRN nicht den ganzen Zehnten gaben. Sie behielten etwas für sich zurück. Aber der Herr rief ihnen zu: «Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei; und prüft mich doch dadurch, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen bis zum Übermass ausgiessen werde» (Mal 3,10).
So wurde damals geredet, und dieselbe Stimme können wir heute noch hören. Auch heute wird vielleicht jemand denken: Wenn ich das tue, dann habe ich mein Geld nicht mehr.
Du musst aber anfangen, seinem Wort zu glauben. Hast du so wenig Vertrauen in Gott? Das ist eigentlich traurig: Mangel an Vertrauen auf den Gott, der mächtig ist, aus zehn Franken hundert Franken zu machen. Sowohl das Wenige, das du möglicherweise für sein Werk geben konntest oder gibst, als auch das Wenige, das dir für dich selbst übrigbleibt, kann Er mehren. Wie Gott dies zustande bringt, müssen wir Ihm überlassen. Aber fangen wir doch an, seinem Wort zu glauben. Die Witwe in 2. Könige 4 glaubte, was Elisa gesagt hatte, und alle ihre Gefässe wurden mit Öl gefüllt. Kam denn all dieses Öl aus dem einen Krug? Es kam von dem Herrn, der die Fenster des Himmels für sie öffnete und Segen im Überfluss über sie ausschüttete, so, wie wir es in Maleachi 3,10 lesen können.
Geben ist eine Sache des Herzens
Im Neuen Testament wird im Zusammenhang mit dem Geben für den Herrn von Gnade gesprochen. «Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus», sagt der Apostel in 2. Korinther 8,9, dem Kapitel, das mit dem Geben aus Liebe beginnt und endigt. Aber der Mittelpunkt, um den sich alles dreht, ist der, der, da Er reich war, um unsertwillen arm wurde, damit wir durch seine Armut reich würden. Hier geht es also um das Geben aus Liebe zu unserem Herrn, aufgrund der uns erwiesenen Gnade.
Muss das der Zehnte sein?
Sicher ist, dass wenn man den Zehnten gibt, man «nach Vermögen» gibt. So rechnen wir wenigstens. Ob dies auch Gottes Rechnung ist, ist schwierig zu sagen. Die Gnade geht weiter als das Gesetz. Sie stellt keine Forderungen, kennt aber auch keine Grenzen. Daher muss hier unser Herz sprechen.
Haben die Mazedonier Schaden erlitten, weil sie «über Vermögen» gegeben haben? Ich denke nicht.
Der heutige Christ lebt in einer Zeit der Wohlfahrt. Geben wir von dieser Wohlfahrt auch das Teil, das dem Herrn zukommt? Oder behalten wir etwas davon für uns selbst?
Gewiss, «bedürftige Heilige» kennen wir heute an manchen Orten fast nicht mehr. Dafür können wir dankbar sein. Und – so wirst du vielleicht sagen für die, die ganz im Dienst des Herrn stehen, geht doch auch so viel mehr ein als früher!
Sind denn keine Nöte mehr? Siehst du sie nicht? Bitte den Herrn, dass er dir die Nöte und Bedürfnisse in seinem Reich zeigen möge! Vor allen Dingen aber bitte Ihn, dass Er dein Herz öffne für seinen Dienst. Dann wird Er dir auch offene Augen geben, damit du siehst, was Nöte sind.
Wenn wir in dieser Weise für den Herrn geben, so geben wir nicht allein «nach Vermögen», dann geben wir auch mit dem Herzen. Vor allem geben wir dann mit Freuden, und «einen fröhlichen Geber liebt Gott» (2. Kor 9,7).