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Geschichte
Die acht markanten Perioden der Geschichte Ecuadors, welches bis ins 15. Jahrhundert von mehreren unabhängigen Völkern bewohnt wurde:
Inkazeit
Nachdem die Inkas ab 1200 v.Chr. begannen sich aus Peru Richtung Norden auszudehnen, besiegte ihr 14. Herrscher schliesslich um 1475 die Quitu, was dann auch mit zwei Millionen Quadratkilometern (ca. 5 Mal das heutige Deutschland) die grösste Ausdehnung des Inkareiches bedeutete.
Kolonialisierung
Um 1531 eroberten die europäischen Seefahrer das Inkareich und unterwarfen damit auch Ecuador, das 1563 als Audiencia mit Quito dem Vizekönigreich Peru zugeschlagen wurde. Bis 1830 war Ecuador spanische Kolonie und erlebte als solche alle Schattierungen der Kolonialisierung.
Unabhängigkeitskrieg
Zwischen 1810 und 1830 stand Ecuador im Unabhängigkeitskrieg mit Grosskolumbien und wurde danach zum unabhängigen Staat.
19. Jahrhundert
Mitte 19. Jahrhundert war das Land von internen Querelen zwischen den konservativen Kräften der Sierra und den liberaleren Bewohnern der Costa, welche v.a. von den wirtschaftlichen Folgen des geradezu boomenden Kakaoexportes beflügelt waren, geprägt. Ebenfalls in diesem Jahrhundert nahmen die Ecuadorianer die Galapagosinseln in Besitz, welche 1535 von den Spaniern entdeckt und annektiert worden waren.
Weltwirtschaftskrise
Ab 1925 bis 1947 herrschte im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise und dem damit einhergehenden Zusammenbruch der Kakaoindustrie ein politisches Chaos.
Aufschwung
Ab 1947 bis anfangs 60er Jahre begann durch den bis heute unschlagbar erfolgreichen Anbau von Bananen und ersten Ansätzen einer Industrialisierung der ökonomische Neuaufschwung.
Seit 1973 bestimmt die Erdöl-Produktion die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes in zentraler Weise mit. Im 20. Jahrhundert ging Ecuador unter mehreren Präsidentschaften durch zahlreiche Prozesse, welche bis in die heutige Zeit nachwirken. Einer der ersten war die Durchsetzung der Religionsfreiheit und strikte Trennung von Kirche und Staat und es wurde begonnen, das Strassen- und Eisenbahnnetz auszubauen.
Wirtschaft & Staat
Facts & Figures
Republik Ecuador
(República del Ecuador): an der Nordwestküste Südamerikas gelegen, Andenstaat am Äquator, unabhängig von Spanien seit 1822, von Grosskolumbien seit dem 13. Mai 1830
Landessprachen
Spanisch, indigene Sprachen (Quichua und Shuar)
Fläche
256.370 qkm; inkl. Galápagos-Inseln
Bevölkerung
Hauptstadt Quito 2,2 Mio. Einwohner in der Metropolitanregion; insgesamt 16,2 Mio. Einwohner (2015); davon ca. 65% Mestizen, 25% Indigene, 7% europäischer Herkunft sowie 3% Afro-Ecuadorianer. Bevölkerungswachstum ca. 1,5%; zuletzt erhebliche Rückwanderung, vor allem aus Spanien
Bruttoinlandsprodukt in USD
99,1 Mrd. (2016)
Pro-Kopf-BIP in USD
5’997 (2016)
Staatsoberhaupt
Lenín Moreno (Alianza País), seit 24.05.2017, gewählt für eine 4jährige Amtszeit. Vorgänger war Rafael Correa (2007 – 2017, Alianza País)
Regierungschef
Staatsoberhaupt als Vorsitzender des Ministerrates
Staatsform/Regierungsform
Präsidialdemokratie mit Einkammerparlament („Asamblea Nacional“) auf Grundlage der Verfassung von 2008.
Regierungspartei
Alianza País
Verwaltungsstruktur des Landes
24 Provinzen, jeweils unterteilt in Kantone
Religionen, Kirchen
Römisch-katholische Kirche (ca. 85% der Bevölkerung), Protestanten, Juden, Anhänger von Naturreligionen
Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Vereinte Nationen und Sonderorganisationen, Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC, Vorsitz 2015/2016), Andengemeinschaft, G-77, Interamerikanische Entwicklungsbank (BID), WTO, Río-Gruppe (seit 1990), OPEC (erneut seit November 2007), Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR, Sitz in Quito), Bolivarische Allianz für Amerika (ALBA), Mercosur (assoziiert), Lateinamerikanische Integrationsvereinigung (ALADI), Lateinamerikanisches Wirtschaftssystem (SELA)
Kultur
A propósito Ecuador, ein Land der kulturellen Vielfalt!
Südamerikas grösster Markt für Handwerkskunst in Otavalo – farbenfroh und inspirierend
„Panamahüte“ – stammen aus Ecuador und werden da seit Jahrhunderten aus den Blättern der einheimischen Toquilla Palme geflochten
Bambusflöte und Schlaginstrumente – die traditionelle Musik der Anden
Koloniale Bauten in historischen Städten wie Cuenca oder Quito – Quitos Altstadt wurde 1978 zur ersten UNESCO Cultural Heritage Site erklärt
Zugfahrt zur Teufelsnase – ein Meisterwerk der damaligen Ingenieurskunst
Surfen und tanzen zu südamerikanische Rhythmen – Lebensfreude an der Küste
Ethnische Vielfalt – Regenwaldgebiete, wo Ureinwohner zum Teil noch in gewünschter Isolation leben
Alles? Nein, Ecuador bietet noch viel mehr! Die Kultur jeder Region wurde durch seine Geschichte und seine Bevölkerung geprägt. Je nach geographischer Lage waren mancherorts wirtschaftliche und andernorts ethnische Einflüsse prägender. So unterscheiden sich auch die Mentalitäten der kreolisch extravertierten Costeños (Küstenbewohner) gegenüber den eher konservativen Serranos (Hochlandbewohner) oder den eher stillen Colonos (mestizische Siedler) im Osten des Landes, deren Ansiedlung in den 60er Jahren als Mischlinge von Spaniern und Indígenas (Indigene Bevölkerung) von der Regierung gefördert wurde. Über grosse Gebiete verteilt leben im Regenwaldgebiet immer noch verschiedene Stämme von Ureinwohnern wie die Huaorani, Shuar oder Achuar.
Mittlerweile trägt auch seit 1998 die Verfassung dieser Tatsache Rechnung, indem sich Ecuador als multiethnischer und plurikultureller Staat definiert, welcher die kollektiven Rechte der indigenen und afroecuadorianischen Gruppierungen anerkennt. So bunt gemischt die Bevölkerung ist, so reich geprägt sind auch die Bräuche, Rituale und Sitten, welche überall weiterleben dürfen. Der Katholizismus, welcher zu Kolonialzeiten zur Staatsreligion erklärt wurde, wird bis heute von über 85% der Bevölkerung (inkl. Mehrheiten der Indígenas und Afroecuadorianos) praktiziert.
Natur
In der ecuadorianischen Natur widerspiegelt sich Erstbesuchern eine überraschende Vielfalt an Gegebenheiten. Allem voran das Wetter und regional, bzw. topographisch bedingte, klimatische Eigenarten. Nicht alle Menschen nehmen in der auf 2850 m gelegenen Hauptstadt Quito das Treppensteigen gleich locker wie zu Hause.
Das Land der Vulkane, von 55 Vulkanen werden noch deren 18 als aktiv eingestuft. Auch wenn der Cotopaxi (5897 m), der Guagua Pichincha (4778 m) und der Tunghurahua (5023 m) als gefährlich eingestuft werden, verlassen sich Besucher und Einheimische auf die aktive Überwachung, welche Zeit zu rechtzeitigem Handeln lassen sollte. Der höchste Vulkan ist der Chimborazo mit beindruckenden 6310 m Höhe.
Die Anden trennen das Land in verschiedene charakteristische Regionen. Die Schönheit der verbleibenden grossen Flächen tropischen Regenwaldes, der Nebelwälder sowie anderer einmaliger Regionen ist nicht von ungefähr im Focus globaler Umweltschutzinteressens. Immerhin gilt Ecuador bezüglich Tier- und Pflanzenwelt als eines der artenreichsten Länder der Erde, wo im Verhältnis zur Landesgrösse überdurchschnittlich viele Arten existieren. Tapire, Kondore, Pumas, Brillenbären sowie zahlreiche Affen-, Vogel- und Schmetterlingsarten finden in Ecuador noch wertvollen Lebensraum.
Natürlich kann Ecuadors Natur nicht erwähnt werden, ohne auf die Galapagos Inseln hinzuweisen, welche ihrerseits von der UNESCO 1978 als erste Natural Heritage Site gekrönt wurde. Dies bedeutet für den Staat eine ernsthafte Verpflichtung und gleichzeitig eine enorme Herausforderung, ökonomische Interessen niemals über die ökologische Verantwortung zu stellen.