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Geschichte
Am 24. Januar 1892, an einem Sonntag, wird im Schulhaus Köniz die aus der Fusion der Freischützen und der Feldschützen hervorgegangene Schützengesellschaft Köniz gegründet.
1896
Als Schützenstube wird entgegen einem HV-Beschluss des Vojahres das neue Lokal im «Sternen» bezeichnet.
1897
Die HV lehnt eine Teilnahme am Kantonalschützenfest in Bern ab. Ein Expropriationsgesuch der Gemeinde an den Grossen Rat für eine Schützenhausparzelle im Landorf scheitert an Einsprachen.
1899
Ein «Hasenpfefferschiessen» schliesst das Jahresprogramm ab - am anschliessenden Familienabend hat der Wirt einen Hasenpfeffer zu Fr. 1.50 pro Person aufzustellen.
1901
In Zukunft soll an jeder Schiessübung an die Mitglieder des Vorstands ein Zvieri aus der Kasse bezahlt werden. Und es wird ein Mitgliederbüchlein eingeführt, in das alle Resultate des Jahres eingetragen werden.
1903
Die obligatorische Uebung auf 400 m kann nicht geschossen werden, da die Anstalt Landorf ihr Areal mit einem Verbot belegt hat - jetzt soll die Gemeinde mit der Anstalt verhandeln.
1905
Der Jahreskranz wird abgeschafft, das Schiessbüchlein jedoch bleibt.
1906
Der Vorstand hat auf Rothacher-Land im Acherli die Bewilligung für eine «Schärmhütte» von 20 m Länge und 5-6 m Breite erhalten; das Holz stellt der Präsident gratis zur Verfügung. Neben dem «Hasenpfefferschiessen» wird jetzt auch ein «Schafschiessen» abgehalten.
1908
Es kriselt - nur 13 Mitglieder kommen zum Schützenbott; für das Ausschiessen werden «Zeigerapparat und Läutwerk angeschafft».
1909
Der Handwerker, der die ersten Läutvorrichtungen montiert hatte, hat sich bei deren Abbau den Eisen- und Kupferdraht «in unerlaubter Weise angeeignet» - er wird mit Chargé-Brief belangt.
1910
Der an der HV gewählte Kassier will das Amt nicht annehmen - «ehe werde er aus der Gesellschaft austreten» gibt er zu Protokoll. Die Teilnahme am «Eidgenössischen» in Bern wird obligatorisch erklärt. Im Kampf um einen richtigen Schiessstand soll der Vorstand endlich vorwärts machen; finanzieren will man das Projekt mit freiwilligen Beiträgen, mit Darlehen und mit gespendetem Bauholz.
1911
In der Schiessplatzfrage beauftragt die HV im Februar den Vorstand, das Land hinter dem Friedhof zu kaufen, eine Schiessanlage mit 10 Scheiben zu errichten und sich finanziell bis zum Betrag von 10'000 Franken zu verpflichten. Bereits am 9. Juli kann ein Eröffnungsschiessen stattfinden. Das Geld jedoch fehlt.
1912
Mit dem Stand ist man zufrieden, mit der beim Bau eingehandelten Verschuldung von 10'000 Franken gar nicht. Am Feldsektions-Wettschiessen holt sich die SGK den 5. Lorbeer unter 47 Vereinen.
1913
Die beiden Wechsel der Bauschuld werden in Darlehen der Brauereien Hess und Gurten umgewandelt. Im Bericht über das Jahr 1912 ist erstmals vom Neueneggschiessen die Rede, und im Februar findet eine spezielle Uebung für die Neueneggschützen statt. Die SGK organisiert im Möösli beim Landorf das Feldsektions-Wettschiessen für 11 Gesellschaften mit 450 Schützen: 36 Scheiben, 13 Zeiger ...
1914
Einstimmig wird beschlossen, im nächsten Jahr ein Schützenfest mit einer Plansumme von 40'000 Franken durchzuführen. Auch am Landesausstellungs-Schiessen in Bern macht man mit und übernimmt wieder die Kreisleitung für das Feldsektions-Wettschiessen - dann bricht der Kriegsausbruch alle Schützenaktivitäten jäh ab.
1915
Seit der Mobilmachung 1914 gibt es keine Munitionszuteilung mehr.
1916
Trotz Krieg findet das Neueneggschiessen dank «Munitionsreserven» statt. Bei einem Einbruch im Schützenhaus klauen drei Jugendliche das Telefon und die gesamte Sonnerie! Im Sommer gibt es endlich eine Munitionszuteilung: 24 Patronen pro Schütze. Auch wird ein Jungschützenkurs organisiert.
1917
Die Finanzen drücken; die Gemeinde tritt auf das Subventionsbegehren nicht ein. Kein Jungschützenkurs, da nur 7 Anmeldungen. Der alte Stand im Landorf wird abgesprochen - das Feldsektions-Wettschiessen Bern-Süd wird erstmals beim Schützenhaus durchgeführt.
1918
Pro Schütze gibt es 20 Patronen; damit sollen zwei Uebungen und ein Ausschiessen durchgeführt werden.
1919
Der maroden Kasse soll durch das Auflegen von Anteilscheinen «bis zum Betrag von 1'500 Franken» und durch ein «grösseres Schiessen» geholfen werden.
1922
Wieder wird beschlossen, ein «Ehr- und Freischiessen» abzuhalten. Es gibt jedoch keine Bewilligung ...
1923
Das Könizer «Jubiläumsschiessen» mit einer Plansumme von 20'000 Franken findet auf 11 Scheiben endlich statt.
1924
Das im Vorjahr gewonnene Neueneggfähnli wird durch eine historisch uniformierte Gruppe samt Tambour zurückgebracht. Am Schützenfest resultierte ein Gesamtumsatz von 39'000 Franken mit einem Reingewinn von Fr. 2'002.70.
1926
Zum Kantonalschützenfest in Ostermundigen marschiert die SGK mit 96 Schützen auf.
1928
Mindestens eine obligatorische und eine freiwillige Uebung sollen künftig am Samstagnachmittag durchgeführt werden.
1931
Eine a.o. HV beschliesst Sonntag den 13. September um 9 Uhr die Löschung der SGK im Handelsregister: «die Eintragung habe bisher ausser Kosten nichts gebracht».
1933
An der HV wird ein «Zimmerschiessen mit Lienhard-Apparaten» durchgeführt. Mit 6 Gruppen nimmt die SGK am neuen Schwarzenbühlschiessen teil.
1934
In der Nacht vom 15. auf den 16. Jänner zerstört ein Sturm die Aufbauten des Scheibenstands; laut Protokoll «ist man allgemein erfreut über diesen Eingriff der Natur, kann doch jetzt die Gemeinde angehalten werden, einen neuen Stand zu erstellen». Der Vorstand optiert für einen Neubau mit 15 Scheiben System Bucher-Hobra mit Lichtsignal statt Läutwerk.
1936
Das ganze Jahr streiten SGK und Gemeinde um die Lösung der Finanzierung des Standneubaus, der 12'000 Franken erfordert. Der Boden kann zu Fr. -.50 erworben werden; die von der Gewerbekasse geforderte Solidarbürgschaft des Vorstands lehnt dieser ab - schliesslich übernimmt die Gemeinde das Darlehen von 10'000 Franken zu 4 1/4 Prozent mit Amortisationsplan über 13 Jahre. Der Standneubau wird am 24. November von der HV beschlossen.
1937
Für den Jungschützenkurs liegen «sehr viele Anmeldungen vor» - 41 Jünglinge bestehen den Kurs. An der «Gemeinsamen» siegt die SGK im Fahnenstich; zum «Kantonalen» nach Langnau fahren 49 Könizer.
1938
Wegen Seuchengefahr kein Neueneggschiessen! «Andere Schiessanlässe finden in diesem Jahr keine nennenswerten statt, so dass die Gesellschaft nicht auszurücken braucht», stellt der Vorstand fest. Am Ausschiessen wird ein Stich «Fliegerabwehr» (drei Schüsse auf Zehner-Fliegerbild) angeboten.
1939
Die Könizer Gruppe «Bubenberg» holt den Wanderpreis am Schwarzenbühlschiessen. 62 Teilnehmer am Jungschützenkurs! Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus ...
1940
Die zweite Mobilmachung macht einen Schiessbetrieb faktisch unmöglich; pro Schütze gibt es ohnehin nur eine «Ration» von 24 Patronen zum Ueben und 18 für die Bestreitung des Feldschiessens.
1941
Weiterhin nur 24 Patronen, wovon u.a. das Neueneggschiessen zu bestreiten ist. Ein Vermächtnis von 500 Franken von Johann Riesen-Maring wird in einen Fonds für ein neues Schützenhaus gelegt.
1942
Endlich eine etwas bessere Munitionszuteilung: für Bundesprogramm, Feldschiessen und Uebungen stehen 79 Patronen zur Verfügung. Das 50jährige Bestehen der Gesellschaft wird mit einem einfachen Jubiläumsabend gewürdigt.
1943
Wegen der prekären Munitionslage findet das Neueneggschiessen nicht statt. Neu gibt es jetzt in der SGK neben den A- und B-Mitgliedern auch noch C-Mitglieder: schiesspflichtige Angehörige des bewaffneten Luftschutzes.
1944
Die SG Köniz bestreitet mit 154 Schützen das Feldschiessen, mit 51 Jünglingen den Jungschützenkurs. Eine Schiessplatz-Expertise bestätigt, dass die Anlage Köniz den Anforderungen nicht mehr genügt ... Für Vorübungen zum Bundesprogramm stehen 10 Patronen zur Verfügung; jedes schiessende Mitglied kann 18 Schuss Kaufmunition erwerben.
1945
Am 8. Mai ist Waffenstillstand in Europa - die Welt atmet auf. Viele Schützen müssen aufgefordert werden, angefangene Programme fertigzuschiessen. Der Vorstand wird von 7 auf 9 Mitglieder erweitert.
1946
Eine Statutenrevision wird beschlossen. Die SGK nimmt erstmals am Ryfflischiessen teil. Das erste Bubenbergschiessen gestaltet sich zu einem vollen Erfolg: 69 Könizer nehmen daran teil, und unsere Gruppe Bubenberg erreicht den 2. Rang!
1947
Zum Verbandsschiessen in Gasel (heute Frühlingsschiessen) treten 93 Könizer an. Eifrige Diskussionen um ein neues Schützenhaus mit 100'000 Franken Bausumme.
1948
Die erstmalige Teilnahme am Murtenschiessen mit einer Gruppe findet Anklang. Bescheiden ist dagegen der Erfolg am Kantonalschützenfest in Biel.
1949
Anlass des Jahres: die Feier 1'000 Jahre Köniz, an der Schützen und Turner den sehr gut gelungenen Festzug organisieren. Am Eidg. Schützenfest in Chur holt die SGK mit 50,086 Punkten den Goldlorbeer. Im Spätherbst findet im «Liebefeld» erstmals unser Schützenlotto statt.
1950
Im Feldschiessen belegt die SGK den 6. Rang der 47 Sektionen der 1. Kategorie im Mittelland. In Murten folgt die erstmalige Teilnahme als Stammsektion. 81 Mann lösen die Jahreskarte.
1952
Unsere Frauen stiften eine Standarte. Zwei Gruppen ziehen nach Murten, «Adrian» erreicht 15. Rang (von 199) und holt den Kranz.
1953
Gruppe «Adrian» erringt mit dem 3. Tagesrang das Neueneggfähnli. Für die Rückgabe im folgenden Jahr hat Ruedi Misteli einen vielbeachteten Uebergabespruch in Versform verfasst.
1954
Auf unsere Anregung hin findet der erste Vorständewettkampf gegen den FC Köniz statt (Schiessen + Schutten) - Vorläufer des heutigen Wettkampfs unter den Könizer Vereinen.
1956
Die HV stimmt der Reduktion des Beitrages um 1 Franken zu, als Folge des erhöhten Bundesbeitrages. Der Schiessoffizier beanstandet erneut den Kugelfang im Scheibenstand, worauf die Gemeinde den Damm nach hinten versetzt.
1957
Gemäss HV-Beschluss findet der Ausschiesset erstmals auswärts statt (Amisäge), was Anklang findet. Gruppen- und Gesellschaftsmeisterschaft aktivieren nur wenige Mitglieder, einzig die Matchübungen der «Vereinigten» werden von uns noch gut besucht.
1958
Am «Eidgenössischen» in Biel erreichen die 69 Könizer Goldlorbeer und Pendule, steigen damit aber in die 1. Kategorie auf.
1960
Erstmals wird mit dem Feldschiessen schon am Samstagvormittag begonnen. Am Kantonalschützenfest konkurriert die SGK in der 1. Stärkeklasse: Silberlorbeer und grosse Wappenscheibe!
1961
Obschon die Mitgliederzahl auf 750 ansteigt beklagen die Schützenmeister die stagnierende Zahl der Jahreskarten-Schützen. Erste Sitzung der «Fahnenkommission».
1962
Das Fahnenweihschiessen mit 226 Teilnehmern aus der «Vereinigten» und aus Allenlüften rundet die gelungene Fahnenweihe erfolgreich ab. Ein Spender stiftet für unser Stammlokal einen neuen Stammtisch, unsere Frauen die meisten Stabellen dazu.
1963
Das «Eidgenössische» in Zürich bringt uns mit 62 Teilnehmern in der 2. Kategorie den Goldlorbeer und eine Zürcherkanne.
1964
Die Freischützen Weissenstein, langjährige «Gäste» unserer Anlage, zügeln nach Riedbach.
1965
Die Planung einer neuen Schiessanlage wird vorangetrieben. Die grosse Zahl von Mutationen (Adressplatten) im Mitgliederbestand von 865 stellt der Vereinsadministration Probleme.
1966
Einbruch im Schützenhaus: 700 Patronen werden gestohlen - Fahndung erfolglos.
1968
Dank eifriger Propaganda des 1. Schützenmeisters Ruedi Gygax nehmen 364 Mann am Feldschiessen teil, ein einsamer Rekord!
1969
Am «Eidgenössischen» in Thun ist die SGK mit 90 Teilnehmern die zehntgrösste Sektion: Goldlorbeer und grosse Wappenscheibe! Wir gelangen mit einer ersten Forderung für die Abtretung unserer Anlage an die Gemeinde.
1970
Die Abtretung der Anlage und die Schaffung von zwei Mitglieder-Kategorien beschäftigen den Vorstand wiederholt. Trotz kräftiger Propaganda aller Schützen wird die erste Vorlage für die gemeindeeigene Anlage «Platten» verworfen.
1971
Die HV stimmt dem Verkaufsvertrag mit der Gemeinde zu. In Neuenegg wird Köniz Tagessieger und Fähnligewinner.
1972
Für die zweite Abstimmung «Platten» werben die Mitglieder aller Gesellschaften der Gemeinde mit einer Flugblattaktion. Die Abstimmung geht positiv aus.
1973
Baubeginn in der «Platten»; statt finanzielle Beteiligung leisten wir Fronarbeit. Unser 25. und letztes Lotto schliesst mit einem Reingewinn von Fr. 5'600. - ab. Insgesamt haben uns die Lottos für das freiwillige Schiessen über 56'000 Franken eingebracht.
1974
Die neue Anlage «Platten» ist betriebsbereit. Gewaltige Umstellung durch die Elektronik!
1975
Statutenrevision trennt künftig A- und B-Schützen: im Laufe des Jahres wechseln 705 Schützen in die Kategorie B über. Im Mai erscheint der erste «Könizer Schütz» als Mitteilungsblatt.
1976
Die Schützenstube in der «Platten» ist bezugsbereit; unser Büro wird von Freiwilligen «heimelig» eingerichtet. Eine Murtengruppe glänzt mit dem 9. Rang unter 255 Gruppen.
1977
Am Dorffest wirken wir mit einem Stand mit und erwirtschaften über 1'600 Franken.
1979
Die Besetzung der Vorstandschargen bereitet zunehmend Schwierigkeiten - eine Folge der zwei Mitgliederkategorien? Um «Flagge zeigen» zu können, wird die Anschaffung von Stoffabzeichen beschlossen.
1983
Die HV wählt erstmals zwei Frauen in den Vorstand; die Gleichberechtigung der Geschlechter hält auch im Schiesstand Einzug!
1985
Die HV beschliesst die Anschaffung einer neuen Standarte - die alte wird allmählich brüchig.
1986
Das Standartenweihschiessen im August bringt mit 549 Teilnehmern zwar nicht den erwarteten Aufmarsch, jedoch auch kein Defizit.
1987
Der Fahnenkasten im «Sternen» muss wegen Umbau der Bubenbergstube geräumt werden - wohin mit den Bechern und Kannen?
1989
Rückgang der Zahl der A-Mitglieder auf 243, während weiterhin 735 B-Mitglieder betreut werden. Im April tagt erstmals die Abgeordnetenversammlung des Kantonalschützenvereins in Köniz.
1990
Nach dem Feldschiessen muss das traditionelle «Erbsmues» erstmals ausfallen, da keine der in Frage kommenden Wirtschaften offen hält, und am Abend des «Könizertages» am Eidg. Schützenfest offerieren wir den Umtrunk auf einem Schulhausplatz (statt im Schlosshof). Die Daten für unser Jubiläum 1992 werden festgelegt, die Chargen zugewiesen.
1991
Im Büro im Schützenhaus installiert unser «Hofschreiner» einen würdigen Trophäenschrank; am Kantonalen in Huttwil hält sich der Erfolg in Grenzen. Das Jubiläums-OK ist voll in Aktion ...
2017
Am 15. November 2017, an einem Mittwoch, wird im Alters- & Pflegeheim Lilienweg in Köniz die Schützengesellschaft Köniz anlässlich einer ausserordentlichen Hauptversammlung aufgelöst.
Am gleichen Abend wird die Vereinigung "Ehemalige der Schützengesellschaft Köniz" gegründet.