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Die Ereignisse im Überblick
Im Dezember 1801 entsteht im Pfarrhaus Eiken eine Kantonsverfassung. Pfarrer Karl Zirn hat den Gebrüdern Karl und Sebastian Fahrländer Unterschlupf gewährt.
Die beiden sind seit dem Herbst 1798 im Besitz eines Bürgerrechts der benachbarten Gemeinde Münchwilen. Die revolutionäre Tätigkeit Karl Fahrländers ist den österreichischen Behörden hinlänglich bekannt. Mit Argwohn verfolgen sie deshalb die Entwicklung im Fricktal, das noch immer unter ihrer Aufsicht steht. Das Land leidet allerdings seit Monaten unter der Besetzung französischer Truppen, die sich auf Kosten der Bevöllkerung schadlos halten. Kein Wunder, dass das Fricktal "ganz ausgefressen" ist, wie ein Zeitgenosse treffend bemerkt.
Den unhaltbaren Zuständen wollten die Gebrüder Fahrländer nun ein Ende bereiten. Mit Hilfe eines kleinen Kreises von Anhängern setzten sie die Bestimmungen der Friedensverträge von Campo Formio (1797) und Lunéville (1801) in die Tat um. Das Fricktal soll politisch neu organisiert und als eigenständiger Kanton Teil der Helvetischen Republik werden. Gute Beziehungen zu Vertretern der französischen Besatzungsmacht und den führenden schweizerischen Politikern in Bern ebnen dem Vorhaben den Weg. Neue Behörden und ehrgeizige Projekte wie die Kantons- und Försterschule in Laufenburg eröffnen dem Fricktal bisher ungeahnte Perspektiven.
Das oft ungestüme Vorgehen des frickalischen Statthalters Sebastian Fahrländer stösst jedoch auf Widerstand. Der Bürgerkrieg in der Schweiz begünstigt Ende September 1802 den politischen Umsturzt. Die Gegner Sebastian Fahrländers rufen die Gemeindevertreter im Gasthof Adler in Frick zusammen. Diese Versammlung leitet den Sturz des fricktalischen Statthalters ein. Sein Werk besteht aber zunächst weiter. Die Kantonshauptstadt wird von Laufenburg nach Rheinfelden verlegt und die neuen Behörden setzen ihre Tätigkeit unter französischer Aufsicht fort.
Inzwischen hat sich in Paris unter dem Diktat Napoleon Bonapartes die Helvetische Consulta versammelt. Wie die anderen Kantone entsendet auch das Fricktal seine Delegation in die französische Hauptstadt. Die Mission der beiden Abgeordneten Johann Baptist Jehle und Josef Venerand Fridrich führt jedoch nicht zum gewünschten Ziel. Wie sie im Januar 1803 der Kantonsregierung in Rheinfelden mitteilen, erachtet Bonaparte einen eigenständigen Kanton Fricktal als zu "abenteuerlich". Die Vertreter des Aargaus unter der Leitung von Philipp Albert Stapfer wissen die Gunst der Stunde zu nutzen. Das ehemals vorderösterreichische Gebiet wird in der Mediationsverfassung vom 19. Februar 1803 dem neu gegründeten Kanton Aargau zugewiesen.
Die Ereignisse im Umfeld des Kantons Fricktal bleiben für das Verständnis der heutigen Situation grundlegend. Der Wechsel von der monarchischen zur repubikanischen Staatsform schafft neue Voraussetzungen. Damit entsteht allmählich ein neues Bewusstsein, das für das aktuelle Selbstverständnis prägend ist und einen unverzichtbaren Grundstein für die Gestaltung der Zukunft bildet.