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Jörg Widmann, geboren 1973 in München, erhielt mit sieben Jahren Klarinetten- und mit elf Jahren Kompositionsunterricht. Beide Disziplinen setzte er nach seinem Abitur fort durch Studien an der Münchner Musikhochschule und der New Yorker Juilliard School. Zu seinen Lehrern zählten Gerd Starke und Charles Neidich (Klarinette) sowie Hans Werner Henze, Wilfried Hiller, Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm (Komposition). Als Klarinettist konzertierte er mit vielen bekannten Orchestern im In- und Ausland und arbeitete mit Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach und Kent Nagano zusammen. Mehrere neue Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet worden, darunter Werke von Wolfgang Rihm und Aribert Reimann. Seine grosse Passion gilt der Kammermusik, die er mit Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Kim Kashkashian und Hélène Grimaud aufführt. 2001 wurde Jörg Widmann als Professor für Klarinette an die Musikhochschule in Freiburg berufen. Als Komponist trat Widmann mit mehreren Musiktheaterwerken hervor; zuletzt kam Das Gesicht im Spiegel 2003 bei den Münchner Opernfestspielen heraus und wurde von der Opernwelt zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im Bereich der Orchestermusik sei vor allem die Trilogie Lied (Bamberger Symphoniker unter Jonathan Nott 2003), Chor (DSO Berlin unter Kent Nagano 2004) und Messe (Münchner Philharmoniker unter Christian Thielemann 2005) erwähnt. Im Januar 2007 feierte die Mozart-Hommage Armonica mit den Wiener Philharmonikern und Pierre Boulez ihre Weltpremiere, im September 2008 dirigierte Mariss Jansons in München die Uraufführung von con brio. Widmanns kammermusikalisches Œuvre umfasst u. a. fünf Streichquartette. Er wurde mit dem Hindemith-Preis, dem Schneider-Schott Musikpreis (beide 2002), dem Arnold-Schönberg-Preis (2004) und dem Claudio-Abbado-Kompositionspreis (2006) gewürdigt.
April 2009
Zum Künstlergepräch mit Jörg Widmann