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Mesonephros: transitorische Niere
Der Mesonephros differenziert sich im Laufe der 4. Woche und bildet sich ab der 8. Woche wieder zurück. Er folgt auf den Pronephros und entwickelt sich aus drei Strukturen:
- Nephrogener Strang (Stadium 10) der dorso-lumbalen Region
- Ductus mesonephricus (Stadium 11)
- glomeruläres Kapillarnetz (Stadium 13)
Der Mesonephroskanal bildet sich dorsal des nephrogenen Strages auf der Höhe des 9. Somiten. Er besteht zuerst aus einem soliden mesenchymalen Zellstrang (Stadium 11), löst sich vom nephrogenen Strang und ist schliesslich unter dem Ektoderm lokalisiert, das wahrscheinlich für seine Bildung eine Induktionsrolle spielt.
Losgelöst vom nephrogenen Strang entwickelt er sich in kaudaler Richtung fort und kanalisiert sich gleichzeitig (Stadium 12), um schließlich in die Kloake zu münden. Sobald er kanalisiert ist, nennt man ihn Ductus mesonephricus (Wolff'scher Kanal). Dies geschieht gemäss einem kranio-kaudalen Gradienten, indem im mesenchymalen Gewebe eine mesenchymal-epitheliale Umwandlung stattfindet, wodurch ein zentrales Lumen entsteht. Nur der kaudale Teil bleibt mesenchymal.
Tierexperimente haben gezeigt, dass dieser letzte Teil eine entscheidende Rolle für die Nierenentwicklung spielt. Wenn man nämlich diesen kaudalen mesenchymalen Teil entfernt, entsteht eine Nierenagenesie.
Dort, wo der Ductus mesonephricus (Wolff'scher Kanal) in die Kloake mündet, entsteht die hintere Wand der Harnblase.
Mesonephros: erstes Ausscheidungsorgan
Kurz nach der Differenzierung des Mesonephros-Kanal entstehen aus dem nephrogenen Strang, der ein Mesoderm-Kondensat darstellt, die Mesonephrosbläschen (Stadium 11) durch mesenchymal-epitheliale Umwandlung. Sie nehmen über die Mesonephros-Tubuli mit dem Mesonephros-Kanal Verbindung auf (Stadium 14). Diese Differenzierung erfolgt beidseits der Wibelsäule im Bereich zwischen der oberen Thorakalregion (Th1) und der lumbalen Region (L3). Auch hier ist ein kranio-kaudaler Gradient sichtbar. In dem Masse, in dem kaudal neue Mesonephrosbläschen und Tubuli zugefügt werden, beginnen die kranialen Elemente der Rückbildung anheimzufallen, sodass nie mehr als 30 Paare im Mesonephros bestehen. Sie bilden die exkretorische Einheit, die dem Nephron des Erwachsenen sehr ähnlich sind.
Das Mesonephros-Bläschen endet gegen medial blind, indem es einen Trichter (Bowmansche Kapsel) bildet. Jeder dieser Trichter umgibt einen Kapillarknäuel (Glomerulus), der auch im nephrogenen Gewebe entstanden ist und von lateralen (viszeralen) Ästen der dorsalen Aorta stammt und in die Vena cardinalis inferior drainiert wird.
Die Kapsel und der Glomerulus bilden zusammen ein Corpusculum; ein Corpusculum und sein dazugehöriger Tubulus nennt man ein Nephron. Diese funktionelle Einheit des Nephrons bezeichnet man als exkretorische Mesonephroseinheit.
In dem unteren interaktiven Schema können Sie die Entwicklung der Harn ausscheidenden, mesonephrotischen Einheit im Laufe des Stadiums 11 bis 17 studieren, was ungefähr der 4. bis 6. Woche der Entwicklung entspricht.
Die Produktion von Urin beginnt im Mesonephros im Laufe der 6. Woche (Stadium 17). Nach 10 Wochen werden diese Nephrone inaktiv und bilden sich zurück. Während sich alle mesonephrotischen Tubuli beim weiblichen Geschlecht komplett zurückbilden, bleiben beim Mann einige der kaudal gelegenen erhalten, um sich zu den Ductuli efferentes des Hodens zu entwickeln.