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21. Oktober 2006 - 4. Februar 2007
Kandinsky
Malerei 1908 – 1921
Kuratoren: Bernhard Mendes Bürgi, Hartwig Fischer
Wassily Kandinsky, 1866 in Moskau geboren und 1944 in Paris gestorben, ist einer der grossen Erneuerer der Kunst des 20. Jahrhunderts und ein Wortführer der Moderne. Mit der Entwicklung der Abstraktion gab Kandinsky der Kunst einen neuen Impuls, der bis heute wirksam ist, und eröffnete sich eine geistige Wirklichkeit jenseits sichtbarer Vorbilder. Die grosse Ausstellung im Kunstmuseum Basel, die in Zusammenarbeit mit der Tate Modern, London, entstanden ist, konzentriert sich auf die entscheidenden Schaffensjahre zwischen 1908 und 1921. Anhand von rund 60 Gemälden lassen sich seine Vorstösse in künstlerisches Neuland nachvollziehen, wobei neben Meisterwerken aus bedeutenden Sammlungen wie z.B. dem Art Institute of Chicago, dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, oder dem Centre Georges Pompidou, Paris, viele selten gezeigte Leihgaben aus mehreren russischen Museen zu sehen sind.
1908 gelingt dem bereits 42-jährigen Künstler ein erster Durchbruch mit Landschaftsbildern, die in Murnau entstehen, einem Dorf in den bayrischen Voralpen. In diesen farbgesättigten Gemälden bleibt der gegenständliche Bezug, meist zur Landschaft, zwar erhalten, doch ihre freizügige Bildsprache lässt sich bereits als Aufbruch zu einer autonomen künstlerischen Realität verstehen. Den geradezu dramatischen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet eine Gruppe von Gemälden aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, die eine zentrale Gewichtung in der Ausstellung haben. In ihnen ist die Konzeption einer gegenstandsfreien Malerei vollzogen, wobei der sphärische Klang von Farben und Formen eine der Musik vergleichbare Wirkung auslöst. Kandinsky beginnt seine Arbeiten denn auch analog zur Musik als Improvisationen«, »Kompositionen« oder »Impressionen« zu bezeichnen.
Nach Kriegsausbruch 1914 ist Kandinsky gezwungen, nach Russland zurückzukehren. Er erlebt dort 1917 die Revolution und die Entwicklungen der postrevolutionären Kunst- und Kulturpolitik, beteiligt sich am Aufbau neuer Lehrinstitutionen und Museen, erkennt allerdings recht bald, dass das neue Regime die Freiheit der Kultur zunehmend einschränkt. Kandinsky verlässt Russland 1921 und kehrt nach Deutschland zurück, wo er am neu gegründeten Bauhaus zu lehren beginnt. Dieser Schritt markiert eine Wende, die sich zur gleichen Zeit in seiner Kunst vollzieht. Der expressive Zusammenklang unterschiedlicher Farb- und Formelemente, der oft lange und über mehrere Vorstudien in ihm reift, dann aber mit grosser Spontaneität zum Ausdruck kommt, wird abgelöst durch strengere, zunehmend geometrisch verdichtete Formen und eine zurückgenommene Farbigkeit.
Die Ausstellung wird unterstützt durch:
Vom 22. Juni bis 1. Oktober 2006 ist die Ausstellung in der Tate Modern, London, zu sehen.