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Bürgschaft
Bei einer Bürgschaft handelt es sich um einen schuldrechtlichen Vertragsabschluss. Hierbei geht der Bürge eine Verpflichtung gegenüber einem Schuldner ein. Gegenstand dieser Verpflichtung ist die Pflichterfüllung des Schuldners gegenüber einem Gläubiger, sofern er diese selbst nicht leisten kann.
Die Bürgschaft wird folglich zwischen dem Bürgen und dem Gläubiger geschlossen. Hierdurch erhält dieser eine Sicherheit, dass er seine Forderungen beim Schuldner und im Zweifel bei dessen Bürgen gerichtlich einfordern darf. Der Bürgschaftsvertrag muss schriftlich geschlossen werden.
Der Bürge kann darauf bestehen, dass im Falle der Nichterfüllung durch den Schuldner, der Gläubiger in erster Konsequenz versucht, die Schuld durch Vollstreckung beim Schuldner selbst einzufordern. In diesem Fall spricht man von Einrede der Vorausklage. Verzichtet der Bürge auf diese Klausel, so spricht man auch von einer selbstschuldnerischen Bürgschaft.
Man unterscheidet verschiedene Formen der Bürgschaft:
- Bürgschaft auf erstes Anfordern
Der Bürge haftet ohne gerichtliche Geltendmachung der Forderungen beim Schuldner.
- Ausfallbürgschaft
Der Bürge haftet erst dann, wenn auch durch Zwangsvollstreckung beim Schuldner die Verpflichtungen nicht erfüllt werden konnten.
- Höchstbetragsbürgschaft
Der Bürge haftet nur bis zu einem bestimmten Betrag.
Aus der Praxis: Banken bevorzugen in der Regel Sachsicherheiten anstelle von Ehegattenbürgschaften.
Gläubiger
Der Begriff „Gläubiger“ hat seinen Ursprung in der lateinischen Sprache und wird von dem Wort „credere“ (=glauben) abgeleitet. Demnach „glaubt“ der Gläubiger, dass der Schuldner seine Schulden begleichen wird.
Als Gläubiger werden Personen bezeichnet, die von ihren Schuldnern die Begleichung einer erbrachten Leistung einfordern. Werden in der Schweiz offene Rechnungen nicht in der vereinbarten Höhe und Frist beglichen, gibt es die Möglichkeit für den Gläubiger, ein offizielles Betreibungsverfahren einzuleiten. Im Zuge dessen spricht man ab diesem Zeitpunkt nicht mehr von dem Gläubiger, sondern von dem Betreibenden.
In einem Insolvenzverfahren bilden alle Gläubiger eine Gemeinschaft, in der die Interessen gemeinsam vertreten werden. Man spricht von der sogenannten Gläubigerversammlung. Zusätzlich kann die Gläubigerversammlung noch einen Gläubigerausschuss bestimmen, der den Insolvenzverwalter in seinem Tun und Handeln unterstützt und kontrolliert.
Als Kreditor bezeichnet man einen Gläubiger aus Lieferungen und Leistungen. Mit der Erbringung seiner Dienstleistungen oder der Lieferung seiner Produkte übernimmt der Kreditor das Risiko eines Kreditgebers. Den Kreditnehmer bezeichnet man auch als Debitor.
Der Begriff Regress – auch als Rückgriff bezeichnet – wird von dem lateinischen Wort „regressus“ abgeleitet. Nimmt man einen Dritten wegen eines bereits geleisteten Ersatzes in Anspruch, so spricht man hierbei von „ jemanden in Regress nehmen“.
Im versicherungstechnischen Bereich trifft man häufiger auf diese Begrifflichkeit. Haftpflichtversicherungen stellen geschädigten Personen finanzielle Mittel aufgrund berechtigter Forderungen zur Verfügung. Nach Prüfung der Sachlage kann sich herausstellen, dass der Versicherungsnehmer selbst oder ein anderer Versicherer den Schaden zu begleichen hat. Die Versicherung macht in diesem Fall Regressansprüche gegen den Versicherungsnehmer oder gegen einen anderen Versicherer geltend.
Ein Bürge kann auch den Hauptschuldner in Regress nehmen, wenn er vorab Zahlungen an einen Gläubiger geleistet hat.
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