Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/129915

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein nationales Forschungsprogramm zu den Auswirkungen der Online-Medien auf das Individuum und die Gesellschaft in die Wege zu leiten.</p><p>Es soll insbesondere Aufschluss geben über die Entwicklung der individuellen (physischen, psychischen und sozialen) gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie auf mögliche negative volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen eines exzessiven Konsums von Online-Medien.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der in der Motion erwähnte Expertenbericht des BAG "Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games" bietet eine Analyse der Verbreitung exzessiver Internetnutzung und damit zusammenhängender gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Der Bericht zeigt auf, dass die zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Untersuchungen nicht ausreichen, um das Ausmass der Verbreitung der exzessiven Internetnutzung und dessen Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung abschliessend zu beurteilen. Weiter zeigt er, dass sich aus aktuellen, auf Jugendliche und junge Erwachsene fokussierten Studien aber vorläufig schliessen lässt, dass die Häufigkeit der Fälle (Prävalenz) exzessiver Internetnutzung als nicht alarmierend einzustufen ist. In einer der aufgeführten Schweizer Studien werden 2,3 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen als "problematische" Nutzerinnen und Nutzer eingestuft. In anderen europäischen Ländern und den USA variiert die Prävalenz zwischen 1 und 6 Prozent.</p><p>Der Bericht weist weiter darauf hin, dass aufgrund der zahlreichen Personen, welche das Internet intensiv gebrauchen, der Internetnutzung eine wachsende Bedeutung für die öffentliche Gesundheit zukommen wird. Verschiedene Studien stellen einen Zusammenhang zwischen exzessiver Internetnutzung und der physischen Gesundheit fest; nach Einschätzung der Experten wirke sich das aber mehrheitlich positiv auf die Nutzenden aus. Negative gesundheitliche und soziale Reaktionen lassen sich nicht ausschliesslich aufgrund der Nutzungsart und des Nutzungsausmasses erklären, sondern sind in Kombination mit der Beurteilung weiterer Faktoren zu betrachten (z. B. schwierige familiäre und soziale Konstellation, bestehende psychische Probleme usw). Schliesslich gibt der Bericht einen Überblick über aktuelle Interventionsansätze zur Prävention und Behandlung exzessiver Internetnutzung und identifiziert entsprechende Massnahmen und Angebote auf den Ebenen Bund und Kantone.</p><p>Basierend auf diesen Ergebnissen ist der Bundesrat zum Schluss gekommen, dass die Beobachtung der weiteren Entwicklung und die Verbesserung der Datenlage weiterhin notwendig sind, um rechtzeitig und adäquat auf eine Veränderung der Problematik reagieren zu können. Er hat deshalb das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragt, Fragen zur Internetnutzung in das Nationale Suchtmonitoring 2013 aufzunehmen. Sollten die Resultate des Suchtmonitorings 2013 auf eine Zuspitzung der Problematik hindeuten, wäre die Situation erneut zu beurteilen.</p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Meinung, dass zurzeit kein zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Das schliesst jedoch nicht aus, dass interessierte Kreise in der nächsten NFP-Runde im Rahmen der etablierten Verfahren Themenvorschläge zu den in der Motion erwähnten Fragen einreichen können. Des Weiteren haben Forschende jederzeit auch die Möglichkeit, wissenschaftliche Projekte zu Einzelfragen in diesem Themenbereich beim SNF einzureichen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.