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Der Gender Pension Gap entspricht dem prozentualen Unterschied der durchschnittlichen Renten zwischen Frauen und Männern der ständigen Wohnbevölkerung ab 65 Jahren.
Im Jahr 2021 betrug die durchschnittliche Rente von Frauen in der Schweiz 35 442 Franken; jene der Männer 52 735 Franken.
Die durchschnittliche jährliche Gesamtrente der Frauen im Jahr 2021 ist somit um 17 293 Franken tiefer als jene der Männer, was einem Gender Pension Gap von 32,8% entspricht. Im Verlauf der letzten Jahre hat sich dieser Wert kaum verändert.
Unterschiede zwischen der 1. (AHV) und der 2. Säule (BV)
Die Höhe der AHV-Renten unterscheidet sich kaum zwischen den Geschlechtern. Tatsächlich ist die durchschnittliche jährliche Rente der Frauen gar leicht höher (3,7%) als jene der Männer, unter anderem wegen dem grossen Anteil verwitweter Frauen, welche im Durchschnitt eine höhere Rente bekommen. Demgegenüber sind die Unterschiede bei der beruflichen Vorsorge gross: Frauen beziehen deutlich seltener Renten aus der zweiten Säule als Männer (49,4% vs. 69,8%), und wenn sie dies tun, sind diese durchschnittlich rund 46% tiefer als jene der Männer.
Gründe für die Differenzen zwischen Frauen und Männern stehen in engem Zusammenhang mit ihren Erwerbsbiografien und gelebten Familienmodellen. Frauen unterbrechen beispielsweise ihre Erwerbstätigkeit häufiger und arbeiten mehr Teilzeit, beides in erster Linie aus familiären Gründen. Dies wirkt sich auch auf die angesparten Beträge in der 2. Säule aus.
Die geschlechtsspezifischen Rentenunterschiede variieren je nach Zivilstand
Der Gender Pension Gap ist bei verheirateten Rentenbeziehenden mit 46,9% am deutlichsten ausgeprägt, was allerdings vor dem Hintergrund zu betrachten ist, dass Ehepaare in der Regel eine ökonomische Einheit bilden und das Haushaltseinkommen zusammenlegen. Geringer ist der Gender Pension Gap bei den verwitweten (33,1%) und den geschiedenen (17,5%) Rentenbeziehenden. Bei den ledigen Rentenbeziehenden lassen sich keine statistisch signifikanten geschlechtsspezifischen Rentenunterschiede feststellen.
Kapitalleistungen aus der beruflichen Vorsorge (2. Säule) und der Säule 3a
Bei Kapitalauszahlungen aus der Altersvorsorge handelt es sich um Vermögenstransfers und nicht um Einkommen. Deshalb werden sie bei der Berechnung des Gender Pension Gap nicht berücksichtigt. Das BFS publiziert auf der Webseite zur Neurentenstatistik (NRS) diverse Informationen zu den Kapitalleistungen nach Geschlecht und Zivilstand: Neurentenstatistik (NRS).
Internationaler Vergleich
Im europäischen Vergleich gehört die Schweiz zu den Ländern mit einem relativ hohen Gender Pension Gap, welcher im Jahr 2020 über dem europäischen Durchschnitt von 27,6% liegt.