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Der «aufbruch – Forum für eine offene Kirche» (so der anfängliche Name) erschien erstmals im Dezember 1988 als Reaktion auf den Konflikt um den Churer Bischof Wolfgang Haas. Im Sommer 1988 hatte sich eine Gruppe mit dem Namen «Basiskirchliche Vernetzung» (BKV) formiert, welche die Herausgabe einer Zeitung beschloss. Am 2. November wurde der «Förderkreis aufbruch» gegründet, die Trägerin der Zeitung, und am 28. November wurde in einer Auflage von 100’000 (!) Exemplaren in der Konkordia-Druckerei in Winterthur die erste Ausgabe gedruckt.
Der «aufbruch» erschien von Anfang an achtmal jährlich, in den ersten 19 Jahren mit einem Umfang von je 16 Seiten im Zeitungsformat. Die Zahl der Abonnemente erreichte ein Jahr nach dem Start gut 10’000 Exemplare und Ende 1991 den Höchststand von 11’500 Exemplaren. Seither ging es bergab, bis im Jahr 2006 erstmals eine Stabilisierung erreicht werden konnte. Im Herbst 2007 wurden knapp 3200 bezahlte Abonnemente gezählt, im März 2010 waren es dank intensiver Werbemassnahmen mehr als doppelt so viele (6583). Heute ist die Auflage wieder etwa auf dem Stand von 2007.
Nachdem anfänglich zwei Frauen und fünf Männer das noch ehrenamtlich tätige Redaktionsteam gebildet hatten, wurde im Juli 1990 eine feste Redaktionsstelle eingerichtet (75%); im Januar 1993 kam eine zweite hinzu (60%). Bei diesen zwei Stellen ist es geblieben, wobei sie heute mit 80 bzw. 40 Prozenten dotiert sind. Einer der beiden RedaktorInnen hat die Verantwortung für die online-Redaktion des Blogs inne, einer übernimmt ferner mit einem Beschäftigungsgrad von 10 Prozenten die Inseratenakquisition, und eine weitere 10-Prozent-Stelle ist für den Abo-Dienst eingerichtet worden. Der Redaktion steht ein ehrenamtliches Redaktionsteam zur Seite.
Das erste Grafik- und Layout-Konzept wurde vom Atelier Robert Meili kreiert, der nachmaligen Quellgebiet AG (Amriswil). Diese Kommunikationsagentur stellte bis Ende 2007 die Druckunterlagen her und war auch als Generalunternehmerin für die Kontakte zur Druckerei besorgt. Von 1997 bis 2007 wurde der «aufbruch» von der Zürcher Firma «ropress» gedruckt. Der Wechsel der Druckerei im September 1997 fiel zeitlich mit der Erneuerung des Layouts und mit dem Übergang zur computerisierten Seitenherstellung zusammen.
Nachdem sich der «aufbruch» schon kurz nach dem Beginn konfessionell geöffnet hatte, gab er sich 2003 ein neues Leitbild, das die ökumenisch-interreligiöse Ausrichtung der Zeitung unterstrich.
Die wohl gewichtigste Änderung in der Geschichte des «aufbruch» geht auf eine Initiative des Tübinger Theologen Hans Küng und der von ihm präsidierten Herbert-Haag-Stiftung für die Freiheit in der Kirche zurück. Küng regte 2006 eine publizistische Stimme im deutschen Sprachraum an, die kirchliche Vorgänge und hierarchische Entscheidungen «kritisch begleitet und Perspektiven für gegenwärtiges und zukunftsweisendes christliches Handeln aufzeigt». Der «aufbruch» begann hierauf Verhandlungen mit «Publik-Forum», der 1971 entstandenen deutschen Zeitung für kritische Christen (www.publik-forum.de). Die beiden Zeitungen beschlossen im September 2007 eine Zusammenarbeit ab 2008.
Seit 2017 erscheint der «aufbruch» sechsmal jährlich mit einem von der «aufbruch»-Redaktion produzierten Mantelteil von 24 Seiten und einem 40 Seiten umfassenden Kernteil, der – unter Mitwirkung des «aufbruch»-Redaktionsteams – von der Redaktion des «Publik-Forum» hergestellt wird. In der Zeit von 2008 bis 2016 produzierte die «aufbruch»-Redaktion einen 16seitigen Mantel. «Publik-Forum» steuerte 32 Seiten bei. Für den «aufbruch» markiert die Kooperation mit Publik-Forum zudem den Übergang zum Tabloid-Format und zum Vierfarben-Druck. Die Zusammenarbeit mit «Publik-Forum» bedeutet keine Fusion, sondern ist eine Kooperation von selbstständigen Partnern. Der «aufbruch» wird weiterhin vom Verein «Förderkreis aufbruch» herausgegeben, der auch Arbeitgeber der beiden Redaktoren und der Abo-Verwalterin bleibt. Letztere übernahm neu auch das Layout, und als Gemeinschaftsprodukt wird der «aufbruch» nunmehr von der Druckerei des «Publik-Forum» (apm, Darmstadt) produziert. Dank der Kooperation wurde die Zeitschrift – seit April 2009 nicht mehr «Zeitung» – nicht nur attraktiver und reichhaltiger, sie konnte gleichzeitig ihre Finanzen konsolidieren, ohne die Eigenständigkeit und seinen bisherigen Kurs aufgeben zu müssen. Dass der «aufbruch» attraktiver geworden war, dürfte ebenfalls wesentlich dazu beigetragen haben, dass das in den Jahren 2008/09 von Patrick Dütschler und Team intensiv betriebene Telefonmarketing zu einer Verdoppelung der bezahlten Abonnemente führte. Die Tatsache, dass die neugewonnenen Abonnemente nicht mehr so nachhaltig sind wie jene der Anfangszeiten, zeigt allerdings, dass es grosse Anstrengungen kosten wird, diesen Erfolg längerfristig zu sichern.