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MHHerrn Präsidenten Dr A. Escher,
Belvoir,
Zürich.1
Felsenau, 21 April 1869.
Hochgeachteter Herr Präsident,
ich habe die Ehre, Ihnen beiliegend den Abdruck des von mir heute Morgen Herrn von Gonzenbach übergebenen Reglementsentwurfs mitzutheilen; damit Sie im Stande seien, mir allfällige darauf bezügliche Bemerkungen oder Weisungen zukommen lassen zu können, und mit höflichsten Bitte, die Mittheilung confidentiell zu behandeln, und den Abdruck nach genommener Einsicht mir zurückzusenden.
Die Angelegenheit Amsler, Perrottet & Co auf der Berner Handelsbank scheint wieder | eine sehr mißliche Wendung nehmen zu wollen. Der Bank droht aus diesem Geschäfte ein weiterer Verlust von über fs. 100/m ; Muralt dürfte für einen erheblichen Theil deßelben materiell verantwortlich gemacht werden; abgesehen von einem strengen Verweise des Verwaltungsraths, welchem er kaum wird entgehen können. Seine Stellung als Director scheint ernstlich gefährdet. Seine Entlaßung wäre für die Bank ein sehr schwer gutzumachender Schaden. Ich besorge, daß diese Verhältniße vor die nächste Generalversammlung gebracht werden, und die Genehmigung des Verwaltungsrathsbeschlußes in Betreff der Gotthardbahn erschweren. Es | wäre mir in hohem Grade erwünscht, über diese Angelegenheiten während der nächsten Tage einmal mit Ihnen sprechen zu können; ich bitte Sie daher, mir gütigst mitzutheilen, ob Sie im Laufe dieser oder der künftigen Woche einen Besuch in Bern beabsichtigen, welcher mir zu einer solchen Besprechung Anlaß geben könnte.
Indem ich auf meinen ergebenen vom Krankenzimmer aus geschriebenen Brief vom 18. dß. Bezug nehmen, kann ich Ihnen meine beinahe vollständige Wiederherstellung von einem Magencatarrhe mittheilen, und bitte ich Sie den aufrichtigen Ausdruck meiner Hochachtung & herzlichen Anhänglichkeit zu genehmigen.
C Wilhelm von Graffenried