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Wallis Vorreiter bei der Überwachung von Spitalinfektionen
Der Kanton Wallis verfolgt seit fast 20 Jahren eine aktive Politik im Bereich der Aufsicht über die Qualität der Gesundheitsversorgung. Das Zentralinstitut der Walliser Spitäler (ZIWS) führt im Auftrag des Gesundheitsdepartements bei den öffentlichen Spitälern, den Alters- und Pflegeheimen und den Sozialmedizinischen Zentren im Kanton regelmässig Hygienekontrollen durch. Das vom ZIWS entwickelte Überwachungssystem für die Erfassung von nosokomialen Infektionen (Infektionen, die in einer Gesundheitseinrichtung erworben werden) diente sowohl für die Westschweiz wie auch die gesamte Schweiz als Referenz.
Im Mai 2014 hat comparis.ch eine Medienmitteilung zu Spitalinfektionen mit dem Titel "Kaum Kontrollen, keine Grenzwerte" veröffentlicht. Darin wird aufgeführt, dass der Kanton Wallis zusammen mit fünf weiteren Kantonen (Glarus, Solothurn, Obwalden, Jura und Uri) keine Hygienekontrollen in den Spitälern durchführen. Mit dieser Aussage werden jedoch die Tätigkeiten nicht berücksichtigt, die das ZIWS im Auftrag des Gesundheitsdepartements ausführt.
ZIWS mit Kontrollen beauftragt
1995 hat der Kanton Wallis dem ZIWS die Aufgabe übertragen, ein kantonales System für die Prävention und Überwachung von nosokomialen Infektionen in Spitälern zu schaffen. Dieses wurde anschliessend auf die Alters- und Pflegeheime und die sozialmedizinischen Zentren (Spitex) ausgeweitet. Der Kanton Wallis hat sich mit der Delegierung dieser Kontrollaufgabe für ein ständiges Kontrollorgan entschieden, anstatt punktuelle Kontrollen durchzuführen.
Das ZIWS hat verschiedene epidemiologische Überwachungsinstrumente entwickelt, um in den Spitälern nosokomiale Infektionsraten zu erheben: Anzahl Infektionen nach chirurgischen Eingriffen, Anzahl Sepsis-Fälle, regelmässige Überprüfung sämtlicher Spitalabteilungen, Identifizierung von Trägern multiresistenter Bakterien und dadurch ausgelöste Infektionen sowie die Verwendung von Antibiotika.
Das ZIWS arbeitet eng mit dem Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur (DGSK) und dem Kantonsarztamt zusammen, die jeweils über die Kontrollergebnisse informiert werden. Sollte das DGSK feststellen, dass bei einem Indikator der erwartete nationale Richtwert überstiegen wird, veranlasst es bei der betroffenen Einrichtung Massnahmen, um allfällige Unregelmässigkeiten zu erkennen und aufzuheben.
Das Walliser System dient als Vorlage
Das vom ZIWS entwickelte Überwachungssystem für nosokomiale Infektionen ist von sämtlichen Westschweizer Kantonen und dem Tessin übernommen worden. Dieses hat bei der Einführung des nationalen Systems für die Erhebung von nosokomialen Infektionen, das 2009 von Swissnoso eingeführt wurde, ebenfalls als Vorlage gedient. Swissnoso widmet sich der Reduktion von nosokomialen Infektionen bei chirurgischen Eingriffen.
Das System von Swissnoso gehört künftig zu den Qualitätsindikatoren des nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ). ANQ verfolgt den Zweck, einheitliche Qualitätsmessungen in den Schweizer Spitälern und Kliniken zu koordinieren und umzusetzen.