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Wo sich die Grenzacherstrasse und die Peter-Rot-Strasse (vormaliger Duttliweg) kreuzen, stand bis im Herbst 1935 der sogenannte Grenzacherhof. Die früheste Erwähnung jenes Bauerngehöfts an der damals noch einsamen Landstrasse nach Grenzach stammt aus dem Jahr 1807, als ein gewisser Johann Georg Ebert das aus einem Wohnhaus, einer Scheune samt Stallung, einem grossen Schopf und einem bescheidenen Lehenhaus bestehende Gut bewirtschaftete. 1830 liess der Besitzer das Anwesen durch ein neues ersetzen. Und so umfasste der Grenzacherhof fortan ein neues Wohngebäude mit zwei Stockwerken, ganz in Mauern, einen Anbau mit einem Stockwerk, Stallung, Futtergang und Scheune, ebenfalls in Mauern, und ein Flügelgebäude mit Stallung, Remise, Brennhaus, Lehenmanns- und Gärtnerwohnung, Heu- und Fruchtboden", das je zur Hälfte aus Mauern und Riegeln gebaut war.
Nach 1854 ging die umfangreiche Liegenschaft an Friedrich Kern-Bischoff, der die bauliche Substanz des Besitzes unter anderem durch Errichten einer Zwirnerei beträchtlich mehrte. Dem dynamischen Bandfabrikanten und eidgenössischen Oberst war kein langes Leben beschieden: Er starb 1865 im Alter von erst 48 Jahren. Das ungewöhnlich zahlreiche Geleit, welches der Leiche des Herrn Oberst Kern folgte, zeigte, dass Basel einen seiner bedeutendsten Männer verloren hatte. Kern hatte im Jahre 1842 ein Seidenfabrikationsgeschäft gegründet und demselben im Lauf der Zeit, unterstützt von seinem jüngeren Brüdern, eine grosse Ausdehnung gegeben. Neben seinem Geschäft hatte er sich mit besonderer Vorliebe und mit bestem Erfolg dem Wehrwesen gewidmet und stieg bis zum Grad eines eidgenössischen Obersten. Als solcher war er Inspektor des 12. Militärkreises, welcher das Waadtland umfasst, und war nicht nur wegen seiner militärischen Tüchtigkeit, sondern namentlich auch wegen seiner Gutherzigkeit sehr geschätzt.
Später ging das nun Kernsche Gut genannte Anwesen an die Verwaltung der Badischen Eisenbahn, die es Betriebsangestellten als Wohnung zur Verfügung stellte. Ende der 1920er Jahre erwarb die F. Hoffmann-La Roche & Co. AG das für sie günstig gelegene Landgut und liess es 1935 im Zuge der Expansion des Unternehmens abbrechen und durch ein Garagengebäude ersetzen, das seinerseits 1971 einem Fabrikneubau weichen musste.
Quellen:
- Meier 1977: 68