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Krebserregende Wirkung von Alkohol ist wenig bekannt
95.8% der Bevölkerung meint, über die Auswirkungen des Alkoholkonsums ausreichend informiert zu sein. Tatsächlich ist dies aber nur teilweise der Fall, wie eine Studie von Sucht Schweiz nachweist. Vor allem der Zusammenhang mit Krebs ist mehrheitlich nicht bekannt, aber auch die Grenze zum Risikokonsum wird von einem Teil der Befragten zu hoch eingeschätzt.
Zunächst die gute Nachricht: Das Wissen der Schweizer Bevölkerung bezüglich Alkoholkonsum hat sich in der Studie von Sucht Schweiz von 2014 gegenüber 2012 in allen Bereichen leicht verbessert. Die Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit entstand im Rahmen von Suchtmonitoring Schweiz. Sie zeigt, dass weit über 90% der Bevölkerung wissen, dass Alkohol Ungeborenen schadet, Lebererkrankungen verursacht sowie ein häufiger Grund für Unfälle und Gewalt ist.
Krebsrisiko nur wenig geläufig
Demgegenüber scheint der Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebserkrankungen noch wenig geläufig zu sein: Nur rund die Hälfte der Bevölkerung sieht einen Zusammenhang von Alkohol mit Dickdarm- und Mastdarmkrebs (51.5%) respektive Mund- und Rachenkrebs (46.6%). Darüber, dass Alkohol auch das Risiko für Brustkrebs erhöht, wissen lediglich ein Fünftel der Befragten (20.5%) Bescheid. Diese Resultate kontrastieren mit den Erkenntnissen, dass jährlich fast 500 Menschen in der Schweiz an einem alkoholbedingten Krebs sterben. Das sind rund 30% aller 1600 alkoholbedingten Todesfälle in der Schweiz. Der Umstand, dass die Schweizer Wohnbevölkerung nicht ausreichend über den Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebserkrankungen informiert ist, wurde bereits in der Umfrage von 2012 festgestellt und hat sich seither nicht verbessert. Das Krebsrisiko steigt mit zunehmenden Konsummengen an und manifestiert sich bereits bei moderatem Konsum.
Risikokonsum für viele unklar
Die Grenze zum Risikokonsum wird von einem nicht unerheblichen Teil der Befragten zu hoch eingeschätzt. So glauben 25% irrtümlich, dass Männer pro Tag ohne Risiko vier oder mehr Gläser Alkohol konsumieren könnten, für die Frauen geben 31% nicht das richtige Mass von weniger als 3 Gläsern an.
44.8% der Befragten sind auch fälschlicherweise der Meinung, dass Männer innert sechs Stunden fünf Gläser und mehr trinken könnten, ohne ein akutes Risiko für ihre Gesundheit einzugehen. Bei den Frauen, bei denen bereits vier Gläser ein Gesundheitsrisiko darstellen, setzen gar 50.5% der Befragten den Grenzwert zu hoch an.
Junge sehen weniger Gefahren
Es zeigt sich, dass sich die Umfrageteilnehmenden zwischen 15 und 24 Jahren im Schnitt weniger der Gefahren des Alkohols und deutlich weniger der Grenzwerte bewusst sind: So denken rund 40% dieser Altersgruppe, dass 8 Gläser Alkohol innert sechs Stunden noch kein Risiko für die Gesundheit darstellen.
Personen mit Risikokonsum geben deutlich häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt akute Konsummengen von fünf oder mehr Gläsern als gesundheitlich unbedenklich an. Es gibt also einen starken Zusammenhang zwischen den eigenen Verhaltensweisen und der Einschätzung dessen, was noch ungefährlich für die Gesundheit sei. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass eine Korrektur von überhöht wahrgenommenen Trinknormen auch mit einer Konsumreduktion einhergehen kann.
Die Verbreitung von Wissen zum Alkohol bleibt demnach notwendig, um den Risikokonsum zu senken und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Es ist wichtig, über die bislang zu wenig bekannten Aspekte verstärkt zu informieren und dabei auch geschlechtsspezifische Fragen zu berücksichtigen.
- Zur Studie: Marmet, S., Notari L., Gmel, G. (2014). Suchtmonitoring Schweiz -Themenheft Wissen und Einstellungen zum Thema Alkohol und Gesundheit in der Schweiz im Jahr 2014. Sucht Schweiz: Lausanne, Schweiz.
- Mehr Informationen zu alkoholbedingten Todesfällen in der Schweiz
- Website www.alkoholimkoerper.ch
- Broschüre Alkohol und Gesundheit
- Kampagne www.alcohol-facts.ch
Auskunft:
Markus Meury
Mediensprecher
<email-pii>
Tel.: 021 321 29 63
Die Stiftung Sucht Schweiz ist ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich. Sie betreibt Forschung, konzipiert Präventionsprojekte und engagiert sich in der Gesundheitspolitik. Das Ziel der Stiftung ist, Probleme zu verhüten oder zu vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgehen oder durch Glücksspiel und Internetnutzung entstehen.