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Markannter Burghügel mit Mauerresten, Zisterne und Sodbrunnen
Steiler Hügel der Hasenburg, rechts im Bild Städtli Willisau. (Fotos: © Josef Durrer)
Die Burg stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Um 1350 verstärkte man den Eingang und errichtete einen Zwinger.
Die Feste diente dem seit 1212 in der Gegend um Willisau belegten Adelsgeschlecht der Hasenburger als Wohnsitz. Diese Edlen waren schon um 1040 die Herren über Willisau, ihre Stammburg (Asuel) war aber im Berner Jura (Region zwischen Delsberg und Pruntrut). Deshalb Neu-Hasenburg. Viel Urkunden wurden auf der Hasenburg ausgestellt. Erstmals schriftlich wird die Burg 1285 bei einer Güterteilung erwähnt, bei der Heimo die Neue Hasenburg zugesprochen wird.
Im 14. Jahrhundert war die Burg den Habsburgern unterstellt.
1386 wurde die Burg durch österreichische Bürger aus Sursee und Zofingen und dann durch die Eidgenossen geplündert und in Brand gesteckt. Acht Tage nach der Sempacherschlacht zogen die Berner nochmals gegen Wilisau und zerstörten die Burg vollends.
Nach dem Aussterben des Geschlechts gelangte die Burg wie auch die Stadt an die Gräfin von Neuenburg-Valangin.
1406 verkauft die Gräfin und ihr Sohn die Herrschaft Willisau mit der Hasenburg und weiteren Burganlagen dem Stand Luzern. Die Burg wurde nicht mehr aufgebaut.
1958 und 1959 wurde die Anlage durch Hugo Schneider archäologisch untersucht. Auf der oberen Plattform befand sich die Hauptburg mit dem Wohntrakt (mind. 3 Stockwerke) und einem bergwärts vorgelagerten Burghof mit Eingang. Die Mauern bestehen aus Bollensteinen. Im Osten befindet sich ein ca. 26 m tiefer Sodbrunnen. An der Südwestecke des Ökonomiegebäudes entdeckten die Forscher eine Zisterne, die von Oberflächenwasser gespiesen wurde. Das Fund-Inventar enthält die üblichen Burgenfunde, wie Ofenkacheln, Geschirrkeramik, Messer, Pfeileisen, Steinbecken mit Wappen, Lederschuhe und ander Geräte.
Die ältesten bekannten Ofenkacheln des Kantons Luzern sind unter anderem in den Ruinen der Hasenburg ausgegraben worden. Sie stammen aus dem 14. Jh. und tragen Motive aus der Bilderwelt des Adels.
Text aus "Burgen der Schweiz" (Band 8, Kt. Luzern und Aargau, Silva Verlag, 1982)
und "Die Burgen und Schlösser der Schweiz" (Kt. Luzern von Dr. Franz Heinemann, Birkhäuser Verlag, 1929)
Mauer bei der Vorburg.
verdeckter Sodbrunnen (links) und Mauerreste des Turmes.
Kleiner Eingang oder Ausfallstor.
Grundmauern des Hauptturmes auf dem oberen Plateau.
Grundriss der Neu-Hasenburg bei Willisau / LU
Links: Vorburg (2) mit Ökonomiebauten, Küche, Zisterne und kleiner Eingang
Unten: Torzwinger, Haupt-Tor (1)
Mitte, oben: Burgaufgang, Haupt-Turm, Hof (3), Sodbrunnen und Schildmauer
Rechts: Halsgraben
Rekonstruktionsversuch der Hasenburg bei Willisau.
Unweit des Freibades Willisau ist der Standort der Hasenburg