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Bei Erkrankungen des Skelettsystems kann die Mikrotherapie in einer ganzen Reihe von Fällen hilfreich eingreifen. Die Wirbelsäule spielt dabei eine besondere Rolle:
Rückenschmerzen infolge von Reizung der aus den Zwischenwirbellöchern austretenden Rückenmarksnerven können diagnostisch oder therapeutisch mit gezielten Injektionen oder Radiofreqenz angegangen werden.
Schmerzen, die von den kleinen Wirbelgelenken (Facetten) ausgehen, können in ähnlicher Weise behandelt werden.
Bei bestimmten Wirbelfrakturen ist es möglich durch Einspritzen eines Zementes in den Wirbelkörper (Vertebroplastie) eine weitgehende Schmerzfreiheit zu erreichen.
Aber auch an anderen Orten im Skelettsystem gibt es diverse Behandlungsmöglichkeiten:
Bestimmte Brüche des Beckens (Beckenfrakturen) können mikroinvasiv CT- gesteuert und durch Navigation und Robotik unterstützt verschraubt werden. Diese Eingriffe werden zusammen mit Kollegen von der Traumatologie oder Orthopädie vorgenommen.
Das Osteoidosteom, ein gutartiger, meist nicht sehr grosser Knochentumor, verursacht erhebliche, vor allem nächtliche Schmerzen, die oft gut auf Aspirin ansprechen.
Es kann im Prinzip überall im Skelett auftreten, bevorzugt aber delikate Lokalisationen wie den Schenkelhals oder die Bogenwurzel eines Wirbelkörpers.
Mit Hilfe der Computertomographie oder der Kernspintomographie kann dieser Tumor ganz gezielt ausgebohrt und damit zerstört werden. Der Tumor und die Schmerzen verschwinden und kommen in aller Regel nicht wieder.
Verschiedene Formen von Knorpelschäden insbesondere in den Gelenken der unteren Extremität, z.B. dem Kniegelenk und vor allem in den Sprunggelenken, können durch millimetergenau gezielte sogenannte "retrograde" Anbohrung entlastet und zur Abheilung gebracht werden.
Retrograd bedeutet, dass die Anbohrung von der der Gelenkfläche entgegengesetzten Seite des Knochens erfolgt, ohne dass das Gelenk eröffnet werden muss.