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Sonnenblumenöl
(oleum helianthi). Die aus Mexiko stammende stattliche Sonnenblume (Helianthus annuus) mit ihren großen Blütenscheiben, bis zu 3 dm Durchmesser, ist bei uns mehr Zier- als Nutzpflanze und die Samenkörner fallen nach ihrer Reife meistens den Vögeln anheim, obgleich nicht unbekannt ist, daß sich aus denselben ein fettes Öl pressen läßt und die Rückstände ein gutes Viehfutter abgeben. Anderwärts wird sie als Nutzpflanze angebaut, so in Ungarn, Italien, England, China, Rußland. Für das letztere namentlich ist die Sonnenblume eine Handelspflanze geworden, denn von dorther kam vor einigen Jahren zuerst das Öl in den Handel; es bildet jetzt an den norddeutschen Plätzen einen stehenden Artikel.
Schon 1864 wurden in Rußland über 100000 Ztr. des Öls gewonnen, von welchem die schwarzen Samen 15-16% geben. Es ist, kalt gepreßt, ein schmackhaftes Speiseöl, dessen Hauptverwendung auch dahin geht, nur daß man es hauptsächlich benutzt, um Baumöl damit zu verschneiden. Warm gepreßt dient es nur zur Bereitung von Seifen, als Brennöl und ist als trocknendes Öl auch zum Malen sehr brauchbar. Der Marktpreis desselben ist gewöhnlich zwischen 42 und 45 Mk. pro Ztr. -
Zoll gem. Tarif Nr. 26 a 1 oder 2.