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Bis vor nicht allzu langer Zeit glaubten die Menschen in Mitteleuropa, dass die Erde eine Scheibe sei. Der Universalgelehrte Galileo Galileo legte Anfang des 17. Jahrhunderts Beweise vor, dass die Erde rund ist und sich gemeinsam mit den anderen Planeten um die Sonne dreht. Daraufhin wurde er als Ketzer verschrien und vor ein kirchliches Gericht gestellt. Erst im Jahr 1992 rehabilitierte die katholische Kirche Galileo Galilei.
Die Richter, die ihn im Jahre 1633 von seiner Theorie abschwören liessen und zu lebenslanger Gefangenschaft verurteilten, hätten «in gutem Glauben» gehandelt, sagte Papst Johannes Paul II. in seiner Wiedergutmachungsrede vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. (Einige Vertreter einer «Flat Earth Society» verbreiten auch heute noch Verschwörungstheorien und vertreten die Meinung, dass nur die Lehre einer scheibenförmigen Erde mit der Bibel konform sein könne.) Die Richter im 17. Jahrhundert und Generationen von Gläubigen nach ihnen «glaubten» also, dass die Erde eine Scheibe sei, auch wenn es wissenschaftliche Beweise dagegen gab.
Ist der christliche Glaube beweisbar?
Der christliche Glauben
Es gibt also gute Argumente gegen die «die-Erde-ist-eine-Scheibe-Theorie».
Gibt es auch solch schlagkräftige Argumente gegen den christlichen Glauben?
Was glauben Christen überhaupt? Christen glauben, dass es nur einen Gott gibt und er der Schöpfer des Himmels und der Erde ist; und dass Jesus Christus sein eingeborener Sohn ist, empfangen vom Heiligen Geist und geboren von der Jungfrau Maria; dass Jesus nach seinem Tod in den Himmel aufgefahren ist und von dort aus die Lebenden und die Toten richten wird, dass es ein ewiges Leben gibt und die Toten auferstehen werden.
Aber gibt es auch wissenschaftliche Beweise für die Existenz Gottes, des Heiligen Geistes und dafür, dass Jesus lebt? – Wenn es sie gäbe, dann müssten wir nicht «glauben», sondern wir würden «wissen».
Argumente gegen den christlichen Glauben
Handfeste Argumente für oder auch gegen den Glauben könnte man nur dann anführen, wenn man wissernschaftliche Beweise hätte. Solche Beweise gegen die Existenz Gottes und den christlichen Glauben gibt es jedoch genauso wenig, wie es Beweise dafür gibt. Ein Argument gegen den christlichen Glauben wäre also, dass er schlichtweg nicht zu beweisen ist.
Auch Christen zweifeln manchmal an ihrem Glauben, wenn Gottes Allmacht nicht zu spüren ist, Gebete nicht erhört werden. Wenn einen Schicksalsschläge treffen oder man an einer schweren Krankheit leidet. Wenn das Leid auf Erden überhand nimmt und einen an der Existenz Gottes zweifeln lässt.
Es gibt keinen Beweis, der den Glauben an Gott, Jesus, den Heiligen Geist und das ewige Leben auf eine wissenschaftlich fundierte Basis stellt. Es gibt keine einfache Argumentation, dank derer man die Dreifaltigkeit Gottes verstehen könnte.
Es gibt zahlreiche Argumente gegen die Institutionen der christlichen Religionen und gegen die verschiedenen Kirchen, die alle für sich den Anspruch erheben, die einzig richtige Religion der Welt zu sein.
Gegen die kirchlichten Institutionen, die häufig veraltet (siehe Galileo-Beispiel oben) sind, die Gläubigen unterdrücken und Macht ausüben. Aber für oder gegen den christlichen Glauben lässt sich kein Beweis und somit auch kein schlagkräftiges Argument finden.