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Am 12. Februar beginnen die Champions-League-Achtelfinals. «Bluewin» stellt Ihnen täglich einen Spieler einer Mannschaft vor. Teil 5: Dele Alli von den Tottenham Hotspur.
«Dele» steht auf der Rückseite des Tottenham-Shirts mit der Nummer 20. Normalerweise lassen sich Fussballprofis ihre Nachnamen auf das Trikot drucken, nicht so bei Dele Alli. Der junge Engländer, der in der Jugendabteilung der Milton Keynes Dons gross wurde, verzichtet seit 2016 auf den Namen «Alli». Der Grund: Er kann sich nicht mit seiner Familie identifizieren.
«Ich habe keine Verbindung zu meinem Nachnamen. Auf meinem Shirt soll ein Name stehen, mit dem ich mich identifizieren kann, einer, der mich repräsentiert. 'Alli' tut das nicht.»
Wieso das «Alli» nicht tut, erklärt ein Blick in Deles Vergangenheit. Beim Tottenham-Juwel mag es auf dem Platz in den letzten Jahren zwar steil nach oben gegangen sein, aber abseits des grünen Rechtecks verlief beim 22-Jährigen nicht immer alles so reibungslos.
Der Vater ist weg, die Mutter Alkoholikerin
Geboren wird Dele Alli 1996 als Sohn des frisch verheirateten Paars Denise und Kenny Alli in Milton Keynes, einer Planstadt im Herzen Englands. Sein Vater ist ein nigerianischer Geschäftsmann, der sich zu dieser Zeit in England weiterbildet. Kurz nach Deles Geburt trennen sich seine Eltern und Kenny zieht in die USA, wo er erneut heiratet. Denise, die bereits zwei Töchter von zwei anderen Männern hat, zieht ihre drei Kinder in einer kleinen Wohnung in Bradwell auf, einem heruntergekommenen Bezirk in Milton Keynes.
«Dann wurde es kompliziert», so Dele. Als er sieben Jahre alt ist, bekommt seine Mutter ein viertes Kind von einem vierten Mann. Auch diese Beziehung geht allerdings in die Brüche und Denise ertrinkt ihre Sorgen in Alkohol. Die Nachbarn melden die Mutter bei den Behörden, sie darf ihre Kinder aber behalten. Später zieht Dele für einige Zeit zu seinem Vater nach Nigeria. Wie lange, ist unklar, seine Eltern erzählen unterschiedliche Geschichten. Klar ist, dass er mit elf Jahren wieder zurück in Milton Keynes ist. Zusammen mit seinem besten Freund Harry Hickford spielt der künftige Nationalspieler so oft Fussball, wie er kann und die beiden schliessen sich dem lokalen Fussballklub, den MK Dons, an.
Eine «neue» Familie
Probleme zu Hause halten Dele des Öfteren vom Training fern und er droht ins falsche Millieu abzurutschen. Immer häufiger hält er sich bei seinem Freund Harry und dessen Eltern Alan und Sue auf. Mit 13 wird er inoffiziell von der Familie Hickford adoptiert. Seine leibliche Mutter sieht er nur noch sehr selten. «Ich kann von Glück sprechen, dass ich Menschen getroffen habe, die mich durch die schlimmste Zeit meines Lebens begleitet haben. Nur dank ihnen bin ich heute, wer ich bin.»
Als der Mittelfeldspieler 2015 für fünf Millionen Pfund zu den Tottenham Hotspur nach London wechselt, kehrt er seinen leiblichen Eltern endgültig den Rücken zu. Er hat sie seither nicht mehr gesehen.
Immer an seiner Seite ist dafür seine neue Familie. So begleiteten die Hickfords den mittlerweile 22-Jährigen diesen Sommer auch an die Weltmeisterschaft nach Russland und sind auch oft an den Spielen der Spurs vertreten. Ob vielleicht schon bald «Hickford» auf der Rückseite des Tottenham-Shirts mit der Nummer 20 steht, dazu äusserste sich Dele bisher nicht. Er spricht allgemein ungerne über seine «komplizierten» familiären Verhältnisse.
Im Champions-League-Achtelfinale gegen Dortmund ist sein Einsatz übrigens fraglich. Sicherlich für das Hinspiel fällt der Dribbelkünstler verletzt aus.