Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/80422

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, folgende Massnahmen zur Eindämmung des Jugendalkoholismus zu prüfen:</p><p>- Änderung der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen, damit alkoholische Getränke aller Kategorien nur noch gegen Vorweisung eines gültigen Ausweises an Jugendliche ab vollendetem 20. Altersjahr abgegeben werden dürfen;</p><p>- Änderung der gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen, damit alkoholische Getränke aller Kategorien nicht mehr in Selbstbedienung verkauft werden dürfen, sondern nur in Abteilungen mit Bedienung;</p><p>- Erhöhung der Fiskaltaxen auf Spirituosen und alkoholhaltigen Limonaden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Um den Problemen beim missbräuchlichen Alkoholkonsum entgegenzuwirken, hat der Bundesrat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit der Erarbeitung einer nationalen Strategie Alkohol betraut. Unter Mitwirkung verschiedener Bundesstellen sowie weiterer öffentlicher und privater Organisationen hat das BAG ein Nationales Programm Alkohol (NPA) ausgearbeitet. Das Programm soll dem Bundesrat in diesem Jahr unterbreitet werden. Die drei Hauptziele des Programms sind: die bestehenden Anstrengungen im Bereich Alkohol zu stärken, allfälligen zusätzlichen Handlungsbedarf auszuweisen und entsprechende Strategien festzulegen. </p><p>Der Bundesrat ist mit dem Postulanten einig, dass der problematische Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen eine Herausforderung für die Gesellschaft darstellt. Anlass zu Besorgnis bereitet vor allem das bereits unter Jugendlichen praktizierte Rauschtrinken; täglich werden drei bis vier junge Menschen (bis 23 Jahre alt) aufgrund von Alkoholproblemen in ein Spital eingeliefert, mehr als die Hälfte mit Vergiftungssymptomen (Gmel et al. 2006). Je früher mit dem Konsum alkoholischer Getränke begonnen wird, desto höher ist das Risiko, problematische Konsummuster zu entwickeln. Die prioritäre Zielgruppe des in der Ausarbeitung begriffenen NPA stellen denn auch die Jugendlichen dar, bei denen der Alkoholkonsum und insbesondere das Rauschtrinken besorgniserregend sind. </p><p>Bei der Erarbeitung des NPA wurden mit den betroffenen Partnern und Kantonen verschiedene Massnahmenvorschläge diskutiert, die sich am aktuellen Wissensstand, an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und an den Erfahrungen im In- und Ausland orientieren. Zu möglichen Massnahmen für einen erhöhten Schutz der Jugendlichen gehören auch solche in Bezug auf das Abgabealter, auf die Verfügbarkeit alkoholhaltiger Getränke im Handel und deren Besteuerung. Im Rahmen der Umsetzung des NPA wird auch die Zweckmässigkeit und Notwendigkeit zusätzlicher Massnahmen in diesen Gebieten geprüft werden müssen. Damit erachtet der Bundesrat die Forderung des Postulats als erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.