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Der Sieg bei den Frauen von Ramona Forchini (JB Brunex Superior) kam einer grossen Überraschung gleich. Denn mit Rebecca McConnell (Aus), Kate Courtney (USA) und Line Burquier (Fra) standen vor dem Start andere Athletinnen in der Rolle der Favoritin. Doch die 28-jährige Forchini zeigte keinen Respekt vor den grossen Namen. In Abwesenheit der stärksten Schweizer Bikerinnen, welche alle an der Tour de Suisse im Einsatz stehen, nutzte sie die Gunst der Stunde. Schnell hatte Forchini einen Vorsprung von mehr als 15 Sekunden. Diesen konnte sie von Runde zu Runde ausbauen.
Im Ziel zeigte sich Forchini über ihren ersten Sieg in einem HC-Rennen überrascht: «Das kommt für mich nun völlig unerwartet. Nachdem ich schon in der ersten Runde eine Lücke hatte, fuhr ich einfach mein Tempo weiter.» Forchini sagte weiter, dass sie sich des Sieges nie sicher gewesen sei und jederzeit mit einem Angriff McConnell gerechnet hat. McConnell, die vierfache Weltcupsiegerin dieser Saison, versuchte in der Tat die Lücke zu Forchini zu zufahren – vergeblich. Am Ende musste die Australierin auch noch der 19-jährigen Line Burquier den Vortritt lassen.
Das Rennen der Herren entwickelte sich zu einem echten Krimi. Die Schweizer forderten den zweifachen Gränichen-Sieger Anton Cooper (NZL) heraus. Mit dem Lokalmatador des organisierenden RC Gränichen, Joel Roth (Kölliken), dem Cupleader Andri Frischknecht, und dem Aufsteiger der Saison, Vital Albin, zeigten sich die stärksten Schweizer gleich von Beginn weg an der Spitze des Rennens. Joel Roth und Andri Frischknecht agierten als Aktivposten und bestimmten meist das Tempo. Doch in der zweitletzten Runde konnte der Solothurner Luke Wiedmann mit einem Kraftakt auch noch Anschluss an die Spitze herstellen. Zu fünft ging es in die letzte Runde.
Andri Frischknecht griff als Erster an. Dieser Tempoverschärfung fielen Cooper und Wiedmann zum Opfer. Doch noch im gleichen Anstieg setzte Vital Albin, der sich bis zu diesem Zeitpunkt meist an zweiter Position aufgehalten hatte, zum Konter an. Er übernahm die Spitze und konnte auf der zweiten Hälfte der äusserst spektakulären und anspruchsvollen Runde einen kleinen Vorsprung bis in Ziel herausfahren.
Wie für Forchini war es auch für Albin der erste Sieg an einem HC-Rennen: «Heute hat einfach alles gepasst: Meine Form, meine Taktik. Das Warten bis zur Schlussrunde hat sich gelohnt», resümierte der 23-Jährige. Platz zwei ging an Andri Frischknecht. Mit dem dritten Platz holte sich Joel Roth einen Podestplatz und überzeugte einmal mehr in Gränichen.