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Wie man unliebsame Forscher systematisch diskretidiert
Wie man unliebsame Forscher systematisch diskreditiert
Ähnliche Erfahrungen mit der Diskreditierung und den schmutzigen Tricks, mit denen Forscher mundtot gemacht werden sollen, kennen wir bereits von Dr. George Carlo (1999), der für die Industrie geforscht hat und dessen Ergebnisse unterschlagen wurden.
von Louis Slesin, PhD, Herausgeber von Microwave News
in einer Uebersetzung von Evi Gaigg, 1.3.04
Der renommierte Forscher Dr. Neil Cherry schrieb im Mai 2000:
„Mein Problem ist, dass es so viel Forschung gibt, die schädliche biologische und gesundheitliche Wirkungen aufzeigt, aber es gibt eine konzertierte Kampagne, diese zu ignorieren und die Warner zu diskreditieren. Die Studien sind den Behörden generell bekannt, sie unterstützen aber jene Gruppen, die die allgemeine Forschung falsch beurteilen und darstellen. Dies verzögert die Massnahmen für den öffentlichen Gesundheitsschutz, indem immer noch die irreführende Haltung, die Erwärmung von Gewebe sei der einzig schädliche Effekt, aufrecht erhalten wird.
Elektromagnetische Strahlung schädigt, Gehirne, Herzen, Embryos, Hormone und Zellen. Darum bewirkt sie eine Schädigung des Lebens. Elektromagnetische Strahlung wirkt auf Körper und Zellen und auf die Interaktion der Zellen, auf Zellwachstum und – regulierung und schädigt die genetischen Grundlagen des Lebens.“
Aus einem Rundschreiben von Don Maisch vom Februar 2004:
Liebe Kollegen
Wir haben kürzlich auf unserer Webseite einen Kommentar “ It´s Genetics, Stupid“ veröffentlicht, wobei es um elektromagnetische Strahlung (nachfolgend EMF genannt) und Brustkrebs ging und dieser wurde durch ein neues Dokument von Wolfgang Löschers Gruppe in Deutschland bestätigt.
Wolfgang Löscher musste unter zahlreichen Angriffen wegen seiner Arbeit „EMF und Brustkrebs“ leiden. Aber er kämpfte weiter und nun hat er wahrscheinlich ein fundamentales Problem in seiner EMF-Forschung und zwar deswegen, weil verschiedene Laboratorien das machten, was identische Experimente zu sein scheinen, damit aber zu verschiedenen Ergebnissen kommen.
Hier der Auszug:
Zuerst eine kleine Vorgeschichte: Seit 1993 haben Löscher und Melke Mevissen an der Medizinischen Hochschule von Hannover eine Folge von Studien erforscht (veröffentlicht in hochrangigen Zeitschriften), Demanch initiiert EMF Brustkrebs in Sprague-Dawley -Ratten (=SD-Ratten). Das sind Ratten, die zuvor mit dem bekannten Carcinogen DMBA behandelt worden waren.
Die Arbeit sollte wiederholt werden und Gary Booman von den U.S: NIEHS, der zu dieser Zeit mitten in seinem laufenden EMF RAPID-Research-Program stand, bat Larry Anderson in den Battelle- Laboratorien in Richland, ihm einen Versuch zu gestatten. Aber sie verfälschten die Sache.
Im ersten von drei Experimenten wurden den Ratten Dosierungen von DMBA verabreicht, – obwohl die gleichen, wie sie in der Dosis von Löscher gebraucht – einen viel stärkeren Effekt in Andersons Labor im Staat Washington zeigten, als in jenen von Löscher. Ohne jegliche Exposition durch EMF hatten 92-96% von Andersons SD-Ratten Tumore entwickelt, im Vergleich mit ca. 40% von Löschers SD-Ratten in Hannover. DMBA hatte so viele Brustkrebstumore in den Battelle-Ratten verursacht, dass kein möglicher Anstieg durch EMF zu sehen war. Diese beiden Experimente sollten ausgeschieden werden, aber Booman lehnte das ab, zweifelsohne, weil dadurch seine Überzeugung unterstützt wurde, dass EMF gutartig sei. Eine dritte Battelle-Studie, die ohne DMBA durchgeführt wurde, zeigte keinerlei Krebs-Promotion durch EMF.
Mit nur einem verlässlichen Experiment – eines, das kaum mit der viel umfangreicheren Forschung von Löscher übereinstimmte – hat Booman Anderson Recht gegeben, jedoch Löscher nicht.
Christopher Portier von NIEHS, der später den Vorsitz des Umwelt-Toxikologie-Programms übernehmen will, stellte sich auf Boomans Seite und beurteilte alle drei Experimente dahingehend, dass sie keinen EMF-Effekt zeigten. Im NIEHS-Bericht zum EMF RAPID-Programm schrieb er,die Battelle-Studien lieferten einen „starken Beweis“, dass EMF keinen Brustkrebs begünstigen.
Aber mit der einfachen Bevorzugung von Anderson war Booman noch nicht zufrieden, sondern begann eine Kampagne mit schmutzigen Tricks gegen Löscher. Andere EMF-Skeptiker schlossen sich seinen Angriffen an, z.B. 1998 am Meeting der NIEHS-Arbeitsgruppe, welche EMF-Gesundheitsrisiken evaluieren sollte. Jerry Williams von der John Hopkins Universität bereitete unter dem Schutz von NIEHS einen Bericht vor, gemäss dem Löschers Arbeit „fundamental fehlerhaft“ sei.
Aufgebracht von der Art, wie er behandelt wurde, schrieb Löscher an Booman, er sei während seiner 25jährigen Forscherkarriere niemals so schäbig behandelt worden, wofür Georg Lucier, der damalige Vorsitzende des Umwelt-Toxikologie-Programms sich im Namen von NIEHS dann entschuldigt hat.
Löscher mag getroffen worden sein, aber er gab nicht auf. Er wollte immer noch wissen, warum er Auswirkungen von EMF bei den DMBA-behandelten SD-Ratten gesehen hatte, während Anderson keine sah. Um seine eigene Glaubwürdigkeit zu erhalten, schloss sich nun Anderson seiner Fragestellung an. Miteinander erforschten sie die Ursachen für die abweichenden Ergebnisse. In der Zwischenzeit hat Löscher die finanzielle Unterstützung der deutschen Forschungsgesellschaft gesucht und gefunden, um seine Forschung fortzusetzen.
Zurück zur Gegenwart.
Löschers neues Dokument präsentiert eine logische und elegante Erklärung, was geschehen war. Es ist eine Glanzleistung und kann bei NIEHS nachgelesen werden.
Löscher hatte gezeigt, dass zwei Untergruppen von SD-Ratten (eine in Deutschland, eine in den USA) , obwohl sie anscheinend sehr ähnlich waren, sehr verschieden auf beide Arten, auf DMBA allein und auf kombinierte DMBA-EMF-Expositionen reagierten: Kleine genetische Verschiedenheiten bei den Ratten zeigten auf, wie sich ihr Brustkrebs entwickelte.
Aber Löscher forschte nicht nur in den Labors, sondern suchte auch in den Bibliotheken. So fand er z.B. ein Dokument, das 1984 von einem TNO-Team (dasselbe TNO; das kürzlich die elektromagnetische Strahlung von Mobilfunkantennen in Verbindung mit Gesundheitsschäden feststellte) heraus gekommen war. TNO berichtete, dass zwei verschiedene Linien von SD-Ratten sehr verschieden auf beides, DMBA und ionisierende Strahlung reagierten.*) Zurück dazu: TNO schrieb damals, man habe „inhärente Unterschiede“ zwischen SD-Ratten in den USA und Holland auf die Ergenbisse erhalten, sowohl in Bezug auf die Wirkung auf die Brustdrüsen auf DMBA und als auch als Resultat auf die Strahlung.
*) Anm.Red.: In dem Bericht stand „ionisierende Strahlung“ Wir nehmen an, dass es sich dabei, weil es ein Bericht von 1984 war, damals um ionisierende Strahlung gehandelt hat. Andernfalls würde es sich um einen Übermittlungsfehler handeln und es müsste richtig „nichtionisierende Strahlung“ heissen.
Klingt bekannt? Man muss einfach nur „Strahlung von EMF“ und „Deutschland“ durch „Niederlande“ ersetzen und der gleiche Satz könnte die Schlussfolgerung einer Battelle-NIEHS-Forschung sein – wenn NIEHS auch nur irgendein Interesse hätte, solche Studien durchzuführen.
In seinem neuen Dokument, erschienen in der Januar-Ausgabe von Cancer Research (Krebsforschung), gibt Löscher auch zu verstehen, dass Unterschiede auch in der genetischen Anfälligkeit betrachtet werden sollen, was in einem anderen widerwärtigen Kapitel der EMF-Forschung durchgesickert ist.
In den frühen 90iger Jahren haben Reba Goodman von der Columbia Universität und Ann Henderson vom Hunter College, beide in New York City, eine Anzahl von Dokumenten veröffentlicht, die zeigten, dass schwache ELF EMF Gen-Informationen verändern können. Adam Lacy-Hulbert, der im James Metcalfe´s Labor an der Cambridge Universität (GB) arbeitet und – unabhängig davon – Jeffrey Saffer in Battelle (ja, das gleiche Battelle!) konnten die Goodman-Henderson-Arbeit nicht wiederholen (siehe MWN, J/A94 und M/J95) Zur selben Zeit haben einige Beobachter eingeräumt, dass genetische Unterschiede in den Zell-Linien, wie sie in verschiedenen Forschergruppen verwendet wurden, diese Unterschiede in den Resultaten erklären könnten.
Aber die Möglichkeit und der Weg, den Löscher in Sachen EMF und Brustkrebs gegangen ist, wurde nie untersucht. Er schreibt:
„Die Behandlung von Zellen, wie sie in solchen Studien durchgeführt wird, mögen aufzeigen, warum Zellen auf EMF reagieren oder nicht. Dies mag schlussendlich erklären, warum so viele biologische Experimente mit EMF-Exposition so viele gegensätzliche Ergebnisse bringen.“
Aber uns kann nichts erstaunen. Je mehr wir über Krankheiten lernen und die Medikamtente, um sie zu bekämpfen, desto mehr verstehen wir, dass die genetischen Unterschiede der Individuen zu verschiedenen biologischen Antworten führen.
Diese Geschichte zeigt einmal mehr, dass der eine Forscher recht hat und der andere nicht. Wenn Löscher richtig liegt und EMF kann tatsächlich Brustkrebs begünstigen, dann werden seine Daten von Tieren nach epidemiologischen Gesichtspunkten den Zusammenhang von EMF mit Krebs aufzeigen und die Klassifikation von EMF von einem möglichen zu einem wahrscheinlichen menschlichen Carcinogen erhärten.
Und als Resultat, wird die Notwendigkeit verstärkt betont, Gesundheitsrisiken viel ernster in Betracht zu ziehen, statt statt sie zu ignorieren, wie das jetzt laufend geschieht.
Löscher hat uns allen eine wichtige Lektion erteilt, nicht nur, wie man Forschung betreibt, sondern auch, wie Verdrehungen den Forschungsprozess vergiften können. Wolfgang Löscher hat zahlreiche Angriffe für seine Arbeit „EMF und Brustkrebs“ hinnehmen müssen. Aber hat weiter gekämpft und wir haben wahrscheinlich ein fundamentales Problem in der EFM-Forschung gelöst: Warum verschiedene Laboratorien das ausführen, was identische Experimente zu sein scheinen, dann aber zu verschiedenen Resultaten kommen.
Louis Slesin, PhD, Herausgeber von Microwave News