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Sie gehört zu den bekanntesten Diplomatinnen in Iran – jetzt wurde Marzieh Afkham zur Botschafterin ernannt. Erstmals seit der Islamischen Revolution von 1979 vertritt wieder eine Frau Teheran im Ausland.
Marzieh Afkham hat unter Irans neuem Präsidenten Hassan Ruhani eine beeindruckende Karriere hingelegt: 2013 wurde sie zur Sprecherin des iranischen Aussenministeriums ernannt, die erste Frau auf diesem Posten. Nun soll sie Botschafterin werden, berichteten die halbamtlichen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr übereinstimmend. In welches Land sie geschickt wird, ist noch nicht bekannt.
Mit Afkham würde erstmals wieder seit der Islamischen Revolution 1979 eine Frau Iran im Ausland als Botschafterin vertreten. Insgesamt wäre sie erst die zweite Iranerin auf diesem Posten: Zu Zeiten des Schahs in den Siebzigerjahren hatte Teheran eine Frau an der Spitze der Botschaft in Dänemark.
Präsident Ruhani hatte im Wahlkampf 2013 die Verbesserung von Frauenrechten zum Thema gemacht und den Aufstieg von weiblichen Führungskräften gefordert.
Zwar schaffte es bisher noch keine Frau als Ministerin in sein Kabinett, anders als bei manchen seiner Vorgänger. Doch der Präsident hat einige weibliche Funktionäre, die bisher erfolgreich im Hintergrund wirkten, in die erste Reihe befördert. So hat er die erste Frau in Iran zur Provinz-Gouverneurin ernannt. Erstmals gibt es eine stellvertretende Leiterin der Zentralbank. Derzeit erwägt Iran, das Stadion-Verbot für Frauen abzuschaffen.
Afkham, 1962 geboren, ist eine erfahrene Diplomatin. Seit 1982 arbeitet sie für das Aussenministerium. Unter dem Präsident Mohammad Khatami (1997 bis 2005) aus dem Reformerlager hatte sie hinter den Kulissen einen wichtigen Posten inne und leitete im Aussenministerium die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren regelmässig den Umgang mit Frauen in Iran. Diese dürfen zwar arbeiten und Autos selbst fahren, werden allerdings durch viele Gesetze systematisch benachteiligt. Iranische Frauenrechtsbewegungen setzen sich für Gleichberechtigung ein. Manche fordern auch die Abschaffung der Verschleierungspflicht.
heb/ras/Reuters