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Als sich Josef in Befolgung der Anordnungen der staatlichen Behörden zur Eintragung in die Einwohnerlisten nach Bethlehem begab, erfüllte er in Bezug auf das Kind die wichtige und bedeutsame Aufgabe, den Namen „Jesus, Sohn Josefs aus Nazaret“ (vgl. Joh 1,45), offiziell in die Einwohnerliste des Römischen Reiches eintragen zu lassen. Diese Eintragung bezeugt offenkundig Jesu Zugehörigkeit zum Menschengeschlecht, Mensch unter Menschen, Bürger dieser Welt, der den zivilen Gesetzen und Einrichtungen unterworfen ist, aber auch „Retter der Welt“.
Origenes beschreibt sehr gut die theologische Bedeutung, die diesem keineswegs nebensächlichen historischen Ereignis zukommt: „Da unter Kaiser Augustus die erste Volkszählung auf dem ganzen Erdkreis stattfand und unter allen anderen sich auch Josef zusammen mit Maria, seiner Frau, die ein Kind erwartete, eintragen ließ, und da Jesus noch vor Abschluss der Volkszählung zur Welt kam, wird jeder, der die Dinge aufmerksam überlegt, den Eindruck haben, die Tatsache, dass bei der behördlichen Einwohnererfassung des ganzen Erdkreises auch Christus eingetragen werden sollte, sei Ausdruck irgendeines Geheimnisses: auf diese Weise konnte er, der mit allen erfasst war, alle heiligen; er, der mit dem ganzen Erdkreis in die Einwohnerliste eingetragen worden war, bot der Erde die Gemeinschaft mit ihm an, und nach dieser Erfassung schrieb er alle Menschen auf Erden in das Buch der Lebenden ein, womit alle, die an ihn geglaubt haben, darin in den Himmel eingeschrieben werden würden, zusammen mit den Heiligen desjenigen, dem die Ehre und Herrschaft gehört von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
Als Hüter des Geheimnisses, „das von Ewigkeit her in Gott verborgen war“ und das, „als die Zeit erfüllt war“, vor seinen Augen Wirklichkeit zu werden beginnt, ist Josef zusammen mit Maria in der Nacht von Bethlehem privilegierter Zeuge des Kommens des Sohnes Gottes in die Welt. Lukas schreibt: „Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war“ (Lk 2,6-7).
Josef war Augenzeuge dieser Geburt, die unter menschlich erniedrigenden Umständen erfolgte und damit erste Ankündigung jener „Entäußerung“ (vgl. Phil 2,5-8) war, die Christus um der Vergebung der Sünden willen freiwillig auf sich nahm. Ebenso war Josef Zeuge der Anbetung der Hirten, die am Ort der Geburt Jesu eintrafen, nachdem ihnen der Engel diese große frohe Kunde überbracht hatte (vgl. Lk 2,15-16); später war er auch Zeuge der Huldigung, die die Magier aus dem Osten dem Kind erwiesen. (vgl. Mt 2,11).