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Das Wichtigste in Kürze
- Die Frau tickt doch nicht ganz richtig.
Davon sind in der Serie «Stranger Things» alle überzeugt. Schliesslich versucht Joyce Byers mit einer blinkenden Lichterkette, Kontakt zu ihrem vermissten Sohn Will aufzunehmen.
Es ist nicht das einzige Mal, dass Winona Ryder eine Aussenseiterin spielt. Susanna Kaysen landet im Film «Durchgeknallt» nach einem Selbstmordversuch in der Psychiatrie, Goth-Teenager Lydia Deetz eckt im Film «Beetlejuice» an.
Das Gefühl, nicht dazu zugehören, dürfte Winona Ryder, die heute (29.10.) 50 Jahre alt wird, bekannt sein. In der Schule wird sie wegen ihres jungenhaften Auftretens gemobbt und verprügelt, wie sie im «New York Magazine» erzählte. Bei einem Casting wird ihr gesagt, sie sei nicht hübsch genug, um Schauspielerin zu werden. Nur wenige Jahre später beweist sie allen das Gegenteil. Ihr grosses Talent verschafft ihr 1988 Rollen in Filmen wie «Beetlejuice» und «Heathers» - und das alles, bevor die Nachwuchsschauspielerin ihren 18. Geburtstag feiert.
Mit nur 19 Jahren wird sie durch ihre Rolle in «Edward mit den Scherenhänden» an der Seite von Johnny Depp dann zum absoluten Star. Plötzlich lieben die Menschen ihren androgynen Kleidungsstil, bewundern sie für ihr schauspielerisches Talent und ihre Schönheit. Auch die damalige Beziehung mit Johnny Depp ist immer wieder Thema in der Presse. 1993 trennt sich das Paar.
Für Winona Ryder folgen Rollen in «Zeit der Unschuld», «Betty und ihre Schwestern» und «Reality Bites». Sie gewinnt einen Golden Globe für «Zeit der Unschuld» und viele weitere Preise, wird zweimal sogar für einen Oscar nominiert.
Wirklich glücklich ist sie rückblickend nicht gewesen. 1999 bricht sie ein Tabu und spricht in einem Interview erstmals über ihre Erfahrungen mit Depressionen und Angst. Teilweise erschien sie trotz Schlafstörungen und immenser Panikattacken am Filmset - und lieferte offensichtlich dennoch Bestleistungen vor der Kamera ab.
Nachdem sie 2002 wegen eines Ladendiebstahls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wird, zieht sie sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sie dreht zwar noch ein paar Filme, diese werden jedoch keine grossen Hits. Ihre Karriere nimmt langsam erst wieder Fahrt auf, als sie 2009 in «Star Trek» die Mutter von Spock spielt, 2010 in «Black Swan» eine alternde Primaballerina.
Dann ergattert sie eine der Hauptrollen in der Netflix-Serie «Stranger Things». Ihre schauspielerische Leistung wird mit einer Golden-Globe-Nominierung 2016 gewürdigt. Über das Altern macht sie sich keine Sorgen, im Gegenteil. In einem Interview mit «Entertainment Tonight» erzählte sie, dass sie jahrelang die Jüngste am Set war und es deshalb liebt, älter zu werden.