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Karate Do
Ursprung
Das Wort Karate besteht aus zwei Teilen, welche leer (Kara) und Hände (te) bedeuten. Auf Okinawa, dem Ursprung des Karate, wird dieser Begriff nicht gebraucht. Der erste Name für die Karate-Kunst war vielmehr To-De, was China bedeutet. Damit wird die Herkunft des Karate offenbart. "De" heisst geschickte Hände. Die Unterwerfung Okinawas durch Japan verlangte die neue japanische Bezeichnung "Kara". Karate soll die unveränderte Botschaft der alten Karatemeister von China und Okinawa vermitteln und weitergeben. Seit den frühesten Anfängen war die Karate-Kunst verbunden mit der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens.
Meditation in Bewegung
Karate - ein mysteriöser und geheimnisumwobener Begriff. Aber auch eine Kunst, die für Sensationen missbraucht und falsch interpretiert wird. Oftmals wird das Karateprinzip so stark vereinfacht, dass die grundlegenden Prinzipien, die diese Kunst ausmachen, verloren gehen. Echtes Karate ist Meditation mit dynamischen Methoden und eine lange und wertvolle Arbeit. Karate ist ein System der körperlichen Meditation in Bewegung, welche eine vollkommene und kreative Persönlichkeit entwickelt. Mit korrektem Üben kann jeder und jede Einzelne beinahe unerreichbare Höhen erklimmen, indem sie das kontrollierte gegenseitige Wirken von Geist und Körper entwickeln. Mit einem starken und trainierten Körper wird ein Gefühl des Selbstvertrauens gefördert. Dieser Zustand wird höchst selten erreicht und um dies im Kampf zu erlangen, muss man viele Phasen der Selbsterkenntnis durchlaufen. Diese Zyklen der Entwicklung sind das Ziel jedes ernsthaften Schülers. Auf den ersten Blick scheint es, dass die Kunst des Karate nichts mit Meditation zu tun hat. Doch insbesondere für diejenigen Schüler, welche zu Beginn kein Interesse am stillen Sitzen zeigen, ist Karate ein Segen, so können die anhaltenden Werte des Lebens vermittelt werden. Das richtige Üben des Karate spricht deshalb nicht nur die physische, sondern auch die soziale Dimension an. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit ist das Ideal dieser passiven Kraft besonders wichtig.
Karate Schüler - ein Weg ohne Grenzen
Der wissensdurstige Schüler lernt als erstes ein Bewusstsein für seinen eigenen Körper zu entwickeln und diesen danach mit der Natur in Einklang zu bringen. Karate wird seit mehreren hundert Jahren als Wissenschaft des Lebens geübt. Die bestgehüteten Geheimnisse dieser Kunst wurden ohne Änderungen und Anpassungen bewahrt. Aus dieser Erkenntnis kann der Schüler Vertrauen fassen, denn er befindet sich auf einem Weg, den vor ihm bereits Tausende entdeckt haben. Falls der Schüler sich dieses vielschichtigen Spektrums von Weisheit nicht bewusst wird, sondern nur lernt um seine Kunst im Kampf zu vervollkommnen, so wird er bald in eine Falle geraten und keine weiteren Fortschritte erzielen. Der nur kampforientierte Schüler wird in späteren Jahren sehr wütend und enttäuscht sein, weil er keine Wettkämpfe mehr bestreiten kann. Der Wettkampfruhm dauert nur kurz an, ist vergänglich und entbehrt jeglicher dauerhaften Wertvorstellung. Es lohnt sich nicht, sein Leben und Lernen solchen Zielen zu widmen. Ein guter Schüler übt bis ins Alter, denn sein Tun erhält immer neue Bedeutungen. Er erreicht den "Höhepunkt" oder die nächste Stufe nie; aber er besitzt er einen erwachsenen Körper und Geist, einen beweglichen Körper, fähig für den Kampf, aber nicht darauf trainiert. Die alten Meister in Okinawa und China kämpfen mit ihren Schülern, damit sie nicht an Geschwindigkeit und Kraft einbüssen. Dank ihrer menschlichen und geistigen Weisheit gelingt es ihnen mit Leichtigkeit, den bestens vorbereiteten Angriffen ihrer jüngeren Schüler auszuweichen.