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Drei Dinge über Gounods «Faust», die Sie noch nicht wussten
- Aktualisiert am Mittwoch, 21. September 2016, 13:14 Uhr
Der fromme Katholik Charles Gounod war schon auf dem Weg zum Priesteramt. Dann entschied er sich anders. Er blieb bei der Musik, schaffte es aber trotzdem an die Spitze des Vatikans. Für «Faust» erhielt er viel Lob, ein prominenter Kollege fand das Werk aber «zum Erbrechen».
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1.Der Fast-Kleriker Gounod
Charles Gounod ist lange Kirchenmusiker in Paris. Eigentlich will er Kleriker werden und studiert deshalb zwei Jahre Theologie. Er entscheidet sich schliesslich doch anders und konzentriert sich aufs Komponieren.
Auch später hadert er wiederholt mit seinem Glauben. Die Religion bleibt trotzdem ein zentrales Thema für ihn. Er schreibt neben Opern viel geistliche Musik: Oratorien, über ein Dutzend Messen, ein Requiem und nicht zuletzt auch sein berühmtestes Stück «Ave Maria».
Religion und Kirchenmusik spielen auch in der Oper «Faust» eine Rolle. Es ist von Glaube und Keuschheit die Rede, der Teufel sowie das goldene Kalb aus dem Alten Testament kommen vor, und im vierten Akt bittet Marguerite um die Vergebung ihrer Sünden. Dazu erklingt Orgelmusik und die anklagenden Worte von Mephisto, von Dämonen und dem unsichtbarem Chor dröhnen in den Ohren der verstörten Frau.
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2.Eine Nationalhymne für den Vatikan
Ein echter Theologe ist Gounod also nicht geworden. Aber er schafft es dennoch bis ganz an die Spitze des katholischen Kirchenstaates – zumindest musikalisch.
1869 schreibt er für das goldene Priesterjubiläum von Papst Pius IX das Instrumentalstück «Hymne und Pontifikalmarsch». Das Werk wird sofort sehr populär, mit einem Text versehen und schliesslich 1950 zur neuen Nationalhymne des Vatikans erkoren.
Innerhalb des Vatikans wird die Hymne bei offiziellen Auftritten des Papstes gespielt sowie beim Empfang von Staatsoberhäuptern. Ausserhalb des Vatikans erklingt sie, wenn der Papst eine andere Nation besucht.
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3.Harsche Kritik von Wagner
Gounods «Faust» nehmen Publikum und Kritiker bei der Uraufführung 1859 in Paris mit Skepsis und eher kühlem Wohlwollen auf. Sie sind vorerst nicht gerade überwältigt.
Gounods Komponistenkollegen Hector Berlioz und Camille Saint-Saëns sind indes begeistert vom neuen Werk. Saint-Saëns schreibt in einem Aufsatz über das Stück, es sei der Kulminationspunkt in Gounods Œuvre.
Ganz anders tönt es aus Deutschland. Richard Wagner bezeichnet die Oper als «gewöhnlich und abgeschmackt zum Erbrechen» – obwohl er sie scheinbar gar nicht kannte.
Hahnenkämpfe unter Komponisten, damals war das gang und gäbe. Dennoch wurde «Faust» später zu einem Welterfolg und hat noch heute einen Stammplatz im Opern-Repertoire.
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«Faust» von Charles Gounod kurz erklärt
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