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Es war ein sichtbar freudiger und bewegender Moment für die Jubilarin Severina Renggli, als sie zur Feier des Tages von Stadtpräsident André Wicki die Glückwünsche des Stadtrates entgegennahm. Begleitet wurde sie dabei von der Leiterin des Alterszentrums Herti, Patrizia Hotz, sowie von Mitarbeitenden der Pflege, schreibt die Stadt Zug in einer Mitteilung.
Patrizia Hotz schilderte auch an Stelle von Severina Renggli aus dem bewegten und ereignisreichen Leben der Jubilarin:
Bereits als Kind im Hotel geputzt
Sie wuchs als Zweitälteste zusammen mit sechs Geschwistern in Baselga di Piné (Provinz Trentino) in Italien auf. Sie durfte die Schule nur bis zur 6. Klasse besuchen, denn sie hatte für die Familie Geld zu verdienen. Schon als Kind musste sie nach der Schule abends in einem Hotel putzen. Einen Lohn erhielt sie nicht, dieser wurde direkt der Mutter geschickt. Sie erzählte, dass sie oft zu Gott gebetet habe und ihm sagte, er solle sie doch zu sich holen und sie erlösen.
Mit 20 Jahren nach Zug gekommen
Als ihre jüngeren Geschwister dann ebenfalls arbeiten konnten, wurde es etwas leichter für sie. Mit 20 Jahren wurde sie mit vier ihrer Geschwister in die Schweiz zur Landis & Gyr nach Zug zum Arbeiten geschickt. Hier lernte sie ihren zukünftigen Ehemann kennen. Ihre Geschwister gingen wieder zurück nach Norditalien, sie blieb in Zug. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie und brachte zwei Töchter zur Welt. Eine Tochter lebt mit ihren Kindern hier in der Gegend, die andere Tochter in Mailand.
Keine Zeit für Hobbys
Ihr Ehemann war auf Rigi Kulm tätig, verstarb aber leider früh. Severina Renggli arbeitete ihr Leben lang. Als berufstätige Mutter hatte sie kaum Zeit für Hobbies. Erst nach ihrer Pensionierung war es ihr möglich, Ferien in ihrer Heimat zu machen und sich ihrem Hobby, dem Pilze sammeln, zu widmen. Von da an genoss sie es, jeweils drei bis vier Monate pro Jahr in ihrer alten Heimat zu verbringen. Aufgrund ihres hohen Alters sind viele aus ihrem Freundeskreis bereits verstorben. Sie hat jedoch noch zwei Freundinnen, eine kommt regelmässig zu Besuch. Sie liess es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizukommen und Severina Renggli zu gratulieren.
(red.)