Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03394.jsonl.gz/3

Ökonomiebereich
HOHEN RÄTIEN gliedert sich in drei Hauptzonen:
Eine wehrhafte Anlage...
Der innere Bereich (A) ist ein mehrteiliger Hof rund um den Hoch Rialt Turm, wo wir eine Herberge vermuten.
Die verschiedenen Teile des Hofes sind von der übrigen Anlage (B, C) deutlich abgetrennt durch die ehemalige Beringmauer im Westen und durch relativ mächtige Zwingermauern gegen Süden und Osten, welche jedoch nur noch als Grundmauern erkennbar sind.
In diesem inneren Hof wird eine Handelszone vermutet, wo nur berechtige Personen (Händler, Säumer) Zugang hatten.
Die ursprüngliche Höhe der Mauern ist ebenso wenig bekannt wie die Art und Ausgestaltung eines Eingangs(-Tores?) zum inneren Bereich.
...wo Ware umgeschlagen wurde.
Noch heute sind in dem burgähnlichen Hof rund um den Hoch Rialt zahlreiche Mauerteile zu erkennen (s. Fotos unten), Überreste von ehemaligen Ökonomiegebäuden (Stallungen, Lagerräumen etc.), die belegen, dass der innere Bereich dicht bebaut war und vielfältig genutzt wurde. Hier hat man vermutlich Ware umgeladen oder gelagert und die Transporttiere ausgewechselt.
Verlust an Bausubstanz
Wie rasch der Zerfall der wertvollen historischen Bausubstanz fortgeschritten ist, kann man anhand der beiden Fotos (oben 1934, unten 1968) erkennen.
Wo 1934 noch 4-5 Meter hohe Mauern standen und Fensteröffnungen zu erkennen waren, blieben 1968 nur noch wenig mehr als Grundmauern und Schutt zurück.
Diese haben wir in der ersten Restaurierungsetappe 1972-73 gesichert.
Anton Moser (s. Qu.19) glaubte noch 1920 an der Stelle, wo heute der Brunnen plätschert, ein weiteres Gebäude (11m x 6m) erkannt zu haben, welches den inneren Hof nach Norden abschloss und sich mit seiner östlichen Schmalseite an den heute noch bestehenden Gewölbekeller anlehnte.