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Ektopische Ureteren
Eine Ursache für Harninkontinenz, die sich bei weiblichen Hunden bereits im Welpenalter bemerkbar macht, sind sogenannte ektopische Ureteren (falsch mündende Harnleiter). Dabei handelt es sich um eine Missbildung, bei welcher ein oder beide Harnleiter nicht an der normalen Stelle in die Harnblase einmünden, sondern weiter hinten in die Harnröhre oder seltener in die Scheide. Man unterscheidet beidieser Missbildung zwei Arten: Intramurale und extramurale ektopische Ureteren. Im ersten Fall treffen die Harnleiter an der normalen Stelle auf die Harnblase, laufen dann aber in der Blasenwand weiter nach hinten und haben die Öffnung in der Harnröhre. Extramurale ektopische Ureteren laufen ausserhalb der Blase und treffen erst an ihrer Mündungsstelle auf die Harnröhre.
Die einzige wirksame Therapie ist der operative Eingriff, mit welchem eine normale anatomische Situation hergestellt wird. Wenn die Harnleiter intramural laufen, ist der Eingriff einfacher als bei extramural verlaufenden Ureteren. Bei verschiedenen Rassen wie Labrador und Golden Retrievern, Entlebucher Sennenhunden, Pudel, Huskies, Collies, Spaniel und verschiedenen Terrierrassen kommen ektopische Ureteren gehäuft vor. Man muss also davon ausgehen, dass es sich um ein erbliches Problem handelt.
Ektopische Ureteren führen oft zu einem Rückstau von Harn in die Harnleiter und das Nierenbecken. Diese Komplikation kann leicht mittels einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Im positiven Fall muss das betroffene Tier sofort operiert werden, sonst wird die Niere durch den Harnrückstau geschädigt. Wenn kein Harnrückstau vorhanden ist, operiert man besser erst, wenn der Patient 5 Monate alt ist, weil dann die feinen Strukturen grösser und damit besser sichtbar sind.
Die Operationserfolge über alle Rassen liegen bei 75 %, bei Retrievern ist mit einem 100%igen Erfolg zu rechnen.