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Mehr über Essstörungen und Adipositas
Mehr Lebensqualität gewinnen
Essen stillt nicht nur den körperlichen Hunger, sondern kann daneben vielfältige seelische Bedürfnisse befriedigen. Durch Nahrungsaufnahme werden Stoffwechselprozesse beeinflusst, welche auf der seelischen Ebene Entspannung, Wohlbefinden und Störung bewirken. Durch individuelle Lernerfahrungen im Laufe der Kindheit koppelt sich Essen z. B. an Trost, Belohnung, Zuwendung und Selbstbehauptung. Essen als Ersatzbefriedigung oder zur Regulation von negativen Gefühlen kennt fast jede Person. Eine Gefahr für die seelische und körperliche Gesundheit entsteht, wenn diese Strategie im Übermass eingesetzt wird. Dadurch treten alternative Arten der Bedürfnisbefriedigung (wie z. B. sich durch körperliche Aktivität zu entspannen) in den Hintergrund und verkümmern zunehmend. Wenn der Seelenhunger die Nahrungsaufnahme bestimmt, wird ausserdem verlernt auf körperliche Signale von Hunger und Sattheit zu hören, mit in der Folge Über- oder Untergewicht.
Wenn sich bei einem Menschen eine Essstörung entwickelt hat, reicht es in den seltensten Fällen aus, allein die Essgewohnheiten z. B. durch eine Ernährungsumstellung oder die Physiologie z. B. durch eine Magenbypassoperation zu verbessern. Es braucht zusätzlich die Bearbeitung der Hintergründe der Essstörung mit Training alternativer Strategien zur Bedürfnisbefriedigung und Gefühlsregulation, damit die Essstörung nachhaltig behandelt und der Seelenhunger gesättigt werden kann.