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Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,
Ich möchte dieses Jahr mehr lesen. Das ist nicht irgend ein Neujahrsvorsatz, das ist eines meiner Vorsätze zu meinem letztjährigen Geburtstag. Und da mein letzter Post über ein gelesenes Buch sehr erfolgreich war, werde ich hier neuerdings ab und zu über Bücher schreiben.
Heute präsentiere ich Euch: Where’d You Go, Bernadette von Maria Semple. (Auf Deutsch: Wo steckst du Bernadette).
Wichtiger Hinweis vorab: Wo ich angefangen habe zu schreiben, merkte ich plötzlich, dass es gar nicht so einfach ist, eine Rezension über diesen Roman zu verfassen. Denn das Interessanteste an der Geschichte sind zwei Fragen, die ich Euch gar nicht verraten darf: Warum verschwindet eigentlich Bernadette, und wo geht sie hin. Denn wenn ich Euch das verrate, lohnt es sich gar nicht mehr das Buch zu lesen. Aber fangen wir von vorne an.
In diesem Buch geht es um Bernadette Fox. Bernadette ist mit einem Microsoft Manager namens Elgie verheiratet, und zusammen haben sie eine 15jährige Tochter: Bee. Bernadette ist sehr chaotisch aber lustig, hat zum Teil verrückte Vorstellungen, hasst viele Menschen um sich herum zu haben, und engagiert eine indische Virtual Assistant die alles für sie erledigt, damit sie möglichst wenig aus dem Haus muss. Sie ist so ein Künstler-Typ, oder sagen wir mal, etwas Exzentrisch.
Die anderen Mütter der Schule mögen sie überhaupt nicht, weil sie in keiner Projektgruppe dabei ist und eigentlich bei gar nichts mitmacht. Aber es beruht auf Gegenseitigkeit, denn Bernadette mag die Schulmütter auch nicht. Sie nennt sie „gnats“ (Stechmücken).
Die Handlung findet in einem Vorort von Seattle statt, und obwohl sie schon seit Bee’s Geburt dort wohnen, hat Bernadette sich nie an die Stadt gewöhnt. In ihren Worten: „The sky in Seattle is so low, it felt like God had lowered a silk parachute over us.“ Oder auch sehr lustig: „Seattle is the only city where you step in shit and you pray, Please God, let this be dog shit“.
Bee ist eine Musterschülerin, und da ihre Eltern versprochen haben sie dürfe sich etwas wünschen wenn sie gute Noten bekäme, wünscht sie sich eine Reise in die Antarktis. Mit ihren Eltern natürlich. Das ist für Bernadette ein Graus, mit so vielen Leuten in einem Boot festzustecken und sie bekommt schon leichte Panikattacken deswegen. Oder wie sie es erklärt: „I’m not too good when exposed to people“.
Doch dann kommt plötzlich alles anders als geplant und Bernadette verschwindet. Man könnte sagen ihr wird alles zu viel und sie bricht aus, aber niemand weiss wohin.
Ich musste mich zuerst an den Erzählstil dieses Buchs gewöhnen. Es ist sehr unkonventionell geschrieben. Es besteht zum grössten Teil aus E-Mails oder Briefe zwischen den Müttern, der Schulleitung, Elgie (Bernadette’s Ehemann), oder auch FBI Dokumente, Rechnungen, und letztlich die Gedanken von Bee (Bernadette’s Tochter). Aber es ist alles so gut zusammengesetzt, dass man die Geschehnisse ohne Aufwand gut mitverfolgen kann. Die Charakteren sind sehr gut beschrieben und mann kann ihre Handlungen nachvollziehen.
Trotz aller Heiterkeit und den lustigen Szenen, geht es in diesem Buch um tiefgründige Themen wie Depression, sich den Problemen stellen, unterdrückte Kreativität, Verantwortung tragen, usw. Und die Frage ob die Familie dies gemeinsam überstehen wird. Die Handlung und vorallem das Ende nehmen überraschende Wendungen, aber mehr dazu verrate ich hier nicht.
Was mir persönlich am meisten gefallen hat war, wie Bernadette beschrieben wird. Sie ist wirklich nicht perfekt. Eigentlich ist sie alles andere als perfekt. Und doch empfindet man Empathie zu ihr, weil sie so missverstanden wird. Und wer hat das nicht auch schon mal erlebt?
Ich habe während dem Lesen viel gelacht, und würde es jedem empfehlen der eine schnelle Lektüre sucht (dieses Buch kann in einer Woche gelesen werden), ohne dass es total oberflächlich ist. Es würde mich sehr freuen von Euch zu hören falls jemand dieses Buch liest, ob es Euch gefällt oder gar nicht, was Ihr dazu meint, usw.
Die nächste Buchrezension wird von einer meiner neuen Lieblingsautoren sein: Haruki Murakami. Lasst Euch überraschen!
*Dieser Post enthält Amazon Affiliate Links. Ich freue mich wenn Ihr über diesen Link das Buch kauft, denn so bekomme ich ein paar Cents davon ohne dass es Euch mehr kostet. Und von diesem Geld kann ich mir weitere Bücher kaufen und hier rezensieren. 😉