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4. Rang am Zermatt Marathon
Ob der Titel dieses Posts so stimmt, wer weiss, denn eigentlich überquerte ich als dritte Frau die Ziellinie :-) aber nun von Anfang an:
Rund 6 Tage vor dem Zermattmarathon vom 3. Juli 2021 dachte ich, es wäre noch cool dort an den Start zu gehen, denn ich erfuhr erst dann, dass dieses Rennen stattfindet. Rund 4 Tage vor dem Renntag entschied ich mich schliesslich für einen Start, da es aufgrund der Covid-Situation wieder freie Startplätze gegeben hat.
Am Freitagnachmittag reiste ich mit dem Zug nach Zermatt, um noch einen halben Tag zum "anklimatisieren" zu nutzen. Der Start am Samstagmorgen war dann jedoch in St. Niklaus. Die Strecke führte über die Marathondistanz (42.195 km) und knapp 2000 positive Höhenmeter rauf via Zermatt auf den Riffelberg. Ich fühlte mich gut, nahm mir vor, nicht zu schnell zu starten. Die ersten ca. 21 km liess ich mich dann auch nicht durch eine italienische Konkurrentin "stressen", da ich wusste, dass ich solche Distanzen sozusagen nie absolviert hatte und ich nicht wusste, wie ich am ab Zermatt "zwäg" sein werde. So lief ich meist an 3. Overall Stelle, manchmal auch als 2te Frau. In Zermatt war die Hälfte der Distanz geschafft, jedoch noch lange nicht die Hälfte der Höhenmeter, denn dort fing das Rennen erst richtig an. Ich fühlte mich jedoch gut, konnte ein gutes Tempo laufen und dieses auch im Berg umsetzen. Die Italienerin war zwar dann gegen vorne weg gezogen, jedoch kam ich im Berg immer näher. Es wurde aber härter und härter, es ging rauf, dann runter, teilweise sehr technisch über grosse Ophiolit-Blöcke. Meine Beine waren schon recht k. o., sodass ich bei diesen Passagen nichts riskieren wollte. Ich war natürlich wahnsinnig happy, an dritter Position zu laufen und war wie in einem Flow, schenkte den Helfern und den Leuten an der Strecke ein Lächeln und versuchte so, mich von der Härte des Rennens und der Anstrengung abzulenken. Doch auch ich musste irgendwann eingestehen, dass die Verpflegungsposten genutzt werden sollten und trank jeweils Cola und Isotonisches, essen ging praktisch nicht, ausser ein Gel, aber das kenne ich ja bereits von mir. Dann nach langer eher flacher und bergab Passage folgte die Schlussrampe. Die letzten zirka 2-3 km hatten es wahnsinnig in sich, es ging so richtig steil zur Sache. Meine Beine waren nun definitiv tod, trotzdem rannte ich alles und kämpfte mich hoch. Rund 500 m vor dem Ziel realisierte ich jedoch, dass eine weitere Konkurrentin immer näher kommt. So musste ich alles geben und einen Finish hinlegen, bergauf nochmals alles geben und dann bergab ins Ziel einfach nur zu sprinten. Es kam zum Fotofinish auf 2600 m ü. M.!!! Das gabs noch nie :-) und tatsächlich, ich konnte als 3. Frau über die Ziellinie laufen!!! Wurde auch im Speaker als 3. gefeiert, bis ich dann hörte, dass sie korrigieren müssen. Durch die Corona Situation zählt dieses Jahr nicht die Ziellinie, sondern die Nettozeit. Natascha lief zirka 1 Sekunde später über die Zeitmatte am Start und somit war ich schlussendlich 0.9 Sekunden hinter ihr rangiert.... knapp 1 Sekunde auf eine Zielzeit von 3h48min!!!! Sowas gibts doch nicht, überhaupt ein solcher Finish, wahnsinn.
Natürlich war ich (bzw. bin ich immernoch) sehr enttäuscht über dieses Resultat, obwohl ich natürlich sehr glücklich über diese sehr gute Zeit bin und überhaupt sehr stolz, sozusagen gleich schnell wie Natascha Baer gewesen zu sein, denn damit hätte ich niemals gerechnet. Dies zeigt mir auf, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber dennoch überwiegte die Enttäuschung über diesen soooo knapp verpassten 3. Rang am Zermatt Marathon. Aber nichtsdestotrotz gratuliere ich selbstverständlich Natascha herzlich zum 3. Rang :-) und auch allen anderen Podestläuferinnen und -läufern und sowieso, allen Finishern für die Wahnsinnsleistung!