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Die heutige Diskussion am Stammtisch:
Diesmal auf Englisch, weil ich es nicht auf Deutsch gefunden habe:
Beste passende Anekdote kommt von George Bernard Shaw, Irish Playwright. „Mrs Warren’s Profession“
„He was at a party once and he told this woman that everyone would agree to do anything for money, if the price was high enough. `Surely not, she said.‘ `Oh yes,‘ he said. `Well, I wouldn’t,‘ she said. `Oh yes you would,‘ he said. `For instance,‘ he said, `would you sleep with me for… for a million pounds?‘ `Well,‘ she said, `maybe for a million I would, yes.‘ `Would you do it for ten shillings?‘ said Bernard Shaw. `Certainly not!‘ said the woman `What do you take me for? A prostitute?‘ `We’ve established that already,‘ said Bernard Shaw. `We’re just trying to fix your price now!‘ “
1. Das Herz: Es sagt, dass wäre nicht schön, wenn ein Gigant einer der Drei unten genannten übernehmen würde. Das fühlte sich an wie Verrat, weil man die irgendwann selber für sich entdeckt und lieben gelernt hat. Eine Übernahme zerstört diese Bindung. Also geht das gar nicht! Ich kann diese Biere dann nicht mehr kaufen, weil ich die Grossen eigentlich nicht so mag vor allem aber weil sich meine Geliebte verkauft hat.
2. Der Kopf: So what! Solange die Produkte unverändert bleiben und ich sie weiterhin erhältlich sind, ist das eigentlich nicht so dramatisch. Nogne O wurde übernommen und ist von den Bieren her immer noch sehr o.k.! Rodenbach und Boon gehören ebenfalls zu einem grösseren Konzern und sind trotzdem gut. Die Liste liesse sich wohl noch beliebig verlängern. Solange die Grossen den aufgekauften Brauereien bei den Produkten weiterhin weitgehend freie Hand lassen, geht das für mich o.k.. Was nicht geht, ist wenn die Produktionen geschlossen und verlagert werden. Das ist das absolute No Go!
Ich bin zu wenig „romantisch“ und finde solche Übernahmen mässig schlimm solange eben die Produkte bleiben und vor allen der Produktionsstandort erhalten bleibt. Solche Übernahmen sind zugleich ein Zeichen, dass die Industrie das Potential der kleinen erkannt hat und eigentlich ist das Teil des Gedankens der Craft Brewer. Man wollte es „allen“ zeigen wie gut Bier schmecken kann. Die Leute sind drauf abgefahren und die Grossen haben gesehen und verstanden, dass da Geld zu verdienen ist.
Ein Zigarettenhersteller kann gleichzeitig ja auch teure und hochwertige Zigarren unter anderen Brands produzieren. Bei den Single Malt Whiskys geht das ebenfalls. Die gehören auch zu grossen Konzernen, sind aber immer noch lokale Produzenten weil gerade die Rohstoffe und Herstellverfahren nicht einfach so gezügelt werden können.
Man kann sich auch mal fragen wie die Herren Mettler, Rebetez über ihre Nachfolgeregelung nachdenken? Vielleicht bleibt denen in 10-20 Jahren auch nur der Verkauf an einen Konzern übrig weil niemand in ihre Fussstapfen treten will oder kann.
Übernahmen sind doch meist Gegenseitig. In der Öffentlichkeit wird dann aber der vermeintlich „grosse“ zer- und verrissen. Das aber mit der Übernahme Arbeitsplätze erhalten bleiben und auch die Biere des „kleinen“ vielfach auf dem Markt verbleiben wird generös übergangen. Wie alles hat eine Übernahme auch immer zwei Seiten und die gilt es Objektiv anzusehen. Übernahmen gab es schon immer und wird es auch immer geben, das sind dann aber auch Chancen für „neue kleine“ Brauereien.
Ich meine doch: ein prost auf die Vielfalt!
Es ist für die Brau-Multis einfacher, viel billiger und vor allem schneller, eine gut eingeführte regionale Marke im Hochpreissegment zu kaufen, anstatt sie selbst mühsam aufzubauen.
Multis kaufen mit der Craft-Bier Marke vor allem die Glaubwürdigkeit, die ihnen fehlt.
Das wird in der Schweiz früher oder später auch passieren. Wen trifft es als Ersten?
Ittinger war nie eine Craft-Brauerei, aber vielleicht war es Heinekens Versuchsballon.
Was kann man dagegen tun?
Am einfachsten eine kluge Nachfolgeregelung am besten mit bierbrauenden Kindern und Enkeln.
Ich arbeite ja bei einem der Giganten (…wobei Feldschlösschen im internationalen Vergleich ein Zwerg ist…in den USA würden wir mit unseren Volumen als Craft – Brewer durchgehen…). Ich denke nicht dass solche Übernahmen in der Schweiz Sinn machen würden, geplant dürften auch keine sein, zumindest bei uns ganz bestimmt nicht.
Um einen solchen Deal zu machen braucht es ohnehin immer zwei: keine kleine Brauerei ist gezwungen seinen Betrieb an eine grossen zu verkaufen, es liegt auch an den Erstgenannten dafür zu sorgen dass dies nicht passiert!
Die Grossen in der Schweiz werden versuchen sich mit eigenen Bierspezialitäten zu positionieren, der Markt wird entscheiden ob erfolgreich oder nicht. Von der Qualität der Biere kann es ohne Zweifel erfolgreich sein, vom Image her könnte es jedoch problematisch werden.
Deutsche Grossbrauereien zeigen aber dass man mit einer solchen Strategie, sofern richtig umgesetzt, sehr erfolgreich sein kann (kleine Handwerksbrauereien als Ableger). In Dänemark tut sich ähnliches, ebenfalls sehr erfolgreich.
Ich sehe eher eine Zusammenarbeit in der Logistik, hier liegt die Hürde an der die meisten kleineren Brauereien leider scheitern. Ein Schulterschluss mit einem Grossen für den Vertrieb würde ich als sehr sinnvoll beurteilen, beide Seiten könnten davon profitieren.
Ein Kompliment an die Geschmacksvielfalt, wenn die grossen Player langsam merken, dass nicht nur die Einheit sondern auch die Vielfalt Leute begeistern kann.
Wenn der Preis für den Kauf stimmt, dann kann man sich mit dem Geld dann gleich eine neue und vielleicht noch etwas schönere Craft Beer BrauWerkstatt auf die Beine stellen.
Obwohl, vielleicht täten Sie besser daran, das Bier bei den Craft Brewer ein zu kaufen als es selbst zu versuchen. Denn mit grosser Wahrscheinlichkeit wird es damit enden, das die Prozesse optimiert werden und am Schluss kommt wieder eine Pfütze in die Flasche….der Kreislauf der Einkäufe wäre dann wieder geschlossen.
That the big guys are taking interest in craft beer is inevitable! And they will realise they can create great beer cheaply on industrial scales. Power to the breweries that want to sell up and move on to different things. Luckily for BFM, Trois Dames and others, scaling up wild brewing is much more challenging than scaling up clean beers and craftsmanship and artistry required will always be the exclusive currency of the smaller brewer.
Da kommt es sehr auf die Absicht des Giganten an. Einerseits ist es sehr schade, wenn eine kleine, innovative Brauerei durch einen Giganten aufgekauft wird. Wenn die kleine Brauerei jedoch mehrheitlich seine Kultur und Philosophie weiterleben darf und seine Eigenständigkeit behält, kann das auch ein grosser Vorteil sein. Investitionen können erleichtert und neue Vertriebswege können genutzt werden. Die Craft-Brauer können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und müssen sich nicht um Nebenschauplätze kümmern.
Verliert jedoch eine Brauerei seine Identität und Kultur ist das enorm schade und ist abzulehnen. Ganz zu verwerfen sind Übernahmen um ein Einheitsgebräu herzustellen oder gar einen Mitbewerber zu eliminieren!
I would be very skeptical of such a move and would pay close attention to the quality of the beer in question. If the brews remain true to form, using the same recipes and same style, then ultimately I would view it as a good thing, a chance for the brewery to reach a much greater audience. But if it was just a name grab with the end result being watered down swill posing as great craft beer then a boycott would be in order.
What’s brewing: Black Pepper Oatmeal IPA
Sicher würde ich dies mit einem faden Beigeschmack zur Kenntnis nehmen. Das soll aber nicht heissen, dass ich ab dann das Bier nicht mehr trinken würde. Das Produkt würde ein weiteres Mal (und kontinuierlich) kritisch beäugt, aber wenn das Bier an sich genauso gut schmeckt wie früher, dann würde ich es auch in Zukunft trinken.