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von Armand Baeriswyl und Jürg Schweizer
Am Ostrand des Dorfes Steffisburg, abseits der Kirche, befinden sich die Baugruppe "Grosses Höchhus" und "Kleines Höchhus". Diese Bezeichnung erhielten beiden Gebäude, weil sie im 16. Jh. höher waren als die Kirche. Das "Grosse Höchhus" wurde 20062008 umfassend saniert und dabei archäologisch untersucht.
Vom hochmittelalterlichen Gründungsbau, einer Adelsburg, sind Reste im Boden wie im Mauerwerk des heutigen Gebäudes erhalten. 1415(d) entstand im Südostteil der baufälligen Burg ein Neubau, ein zweigeschossiges quadratnahes Wohnhaus, eine typische Bauform, mit der die aufgestiegenen, regierenden Familien der Stadt Bern ihre politische und wirtschaftliche Macht demonstrierten.
Ein zweiter umfassender Umbau lässt sich dendrochronologisch auf die Zeit um 152630 datieren: Der bernische Statthalter Peter Surer, ein ländlicher Aufsteiger errichtete das heutige dreigeschossige Gebäude mit dem hoch aufragenden Vollwalmdach. Solch riesige Dächer wurden im 16. Jh. Häufig errichtet, waren aber keineswegs als Lagervolumen gedacht wie bei den Bauernhäusern, sondern Hauptträger der Repräsentation und werden auf die Zeitgenossen, die in niedrigen Häusern wohnten, einen gewaltigen Eindruck gemacht haben.
Mit dem Aussterben der Besitzer im späten 16. Jh. Fiel das Höchhus an die Gemeinde. Sie hatte keinen Verwendungszweck für ein Gebäude mit einem derart patrizischen Zuschnitt. Man wusste sich aber zu helfen: 1592(d) wurde das Gebäude durch den Einzug von Zwischenböden und den Anbau von mehreren Erschliessungslauben in ein Mehrparteien-Wohnhaus umgebaut; darin untergebracht wurden Taglöhner und Arme; aus dem Patrizierhaus wurde ein Asyl.
In diesem Zustand überlebte das Grosse Höchhus bis 1946, als im Erdgeschoss ein Restaurant eingebaut wurde. Die jüngste Sanierung von 20062008 gab dem Höchhus seine spätgotische patrizische Würde wieder.
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: Das Grosse Höchhus in Steffisburg. , Jürg
Die archäologische Untersuchung eines spätgotischen Patriziersitzes
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 14. Jahrgang 2009, Heft 2, 33 - 41.