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Der 30. September wird als Internationaler Tag des Übersetzens gefeiert. 1991 rief die Fédération internationale des traducteurs die Idee des Internationalen Tags des Übersetzens ins Leben, um Solidarität innerhalb der internationalen Übersetzergemeinschaft zu signalisieren und um den Beruf des Übersetzers, aber auch den des (interkulturellen) Dolmetschers, die auch einen Teil dieser Gemeinschaft ausmachen, in möglichst vielen Ländern der Welt zu fördern.
Beim Übersetzen und Dolmetschen handelt es sich zwar um unterschiedliche Tätigkeiten mit grundlegend verschiedenen Anforderungen, aber in der Umgangssprache werden die zwei Begriffe oft synonym verwendet. Die Aufgabe von Dolmetschenden ist es, möglichst schnell für Verständigung zwischen Gesprächspartnern, die unterschiedliche Sprachen sprechen, zu sorgen.
Sprachliche Vielfalt in der Schweiz
In der Schweiz gewinnt das interkulturelle Dolmetschen in einer Zeit der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung stetig an Bedeutung. Die Wichtigkeit des interkulturellen Dolmetschens in der Schweiz wächst aufgrund der zunehmenden kulturellen und sprachlichen Vielfalt der Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Schweiz leben.
Mit vier Amtssprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) gilt die Schweiz historisch schon als ein sprachlich vielfältiges Land. Seit den 1970er Jahren tragen auch die in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer zu unserer sprachlichen Vielfalt bei.
Die Relevanz des interkulturellen Dolmetschens in der Schweiz hat mit der zunehmenden kulturellen und sprachlichen Vielfalt stetig zugenommen und ist für Menschen mit unterschiedlichem sprachlichen Hintergrund nach wie vor entscheidend. Wenn Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung, zu sozialen Dienstleistungen sowie zu Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten wie alle anderen erhalten sollen, müssen Sprachbarrieren überwunden werden – und dies erfolgt am einfachsten durch den Einsatz von interkulturell Dolmetschenden.
Sprachen, die unsere Vielfalt ausmachen
Unser kleines Land in der Mitte Europas hat eine Geschichte der Humanität und der Beschäftigung von saisonalen Wanderarbeitern. Die ausländische Bevölkerung macht heute 26.9% der Gesamtbevölkerung aus. Das bedeutet, dass die Schweiz eine grosse Gemeinschaft von Einwohnern besitzt, die keine der vier Amtssprachen als Muttersprache hat. In Zahlen ausgedrückt sind das 24.3% der Bevölkerung, die Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch nicht als Hauptsprache sprechen. Die beiden am häufigsten gesprochenen Fremdsprachen in der Schweiz sind Englisch und Portugiesisch, aber auch Spanisch, Serbisch, Kroatisch und Albanisch sind in der Schweiz weit verbreitet und gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Aufgrund des weltweiten geopolitischen Geschehens ist auch die Demografie der in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer einem ständigen Wandel unterworfen. Infolgedessen verändern sich die vertretenen Sprachen, die unsere Sprachenvielfalt ausmachen. In den vergangenen Jahren haben die Sprachen Russisch, Arabisch, Rumänisch, Polnisch, Ungarisch, Tamilisch zugenommen. Die Zahl der in der Schweiz lebenden Menschen, die weder eine der Landessprachen noch Englisch sprechen, beträgt 200’000 Menschen, also ca. 2.3%.
Die häufigsten Dolmetschsprachen in der Schweiz
Die in der Schweiz am häufigsten angefragten Dolmetschsprachen sind aktuell Arabisch, Tigrinya, Albanisch, Türkisch, Dari, Farsi und Tamil. Mehr als die Hälfte aller Einsätze erfolgt für diese Sprachen.
Ein Grossteil der fremdsprachigen Menschen hat ausreichende Sprachkenntnisse für Alltagsgespräche, aber wenn es um komplizierte Themen im Zusammenhang mit ihrer Gesundheit geht, sind sie auf die Dienste von interkulturellen Dolmetschern angewiesen.
Interkulturell Dolmetschende sind in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel im öffentlichen Gesundheitswesen, den Sozialdiensten und in Bildungseinrichtungen tätig. Ohne die Dienste von interkulturell Dolmetschenden würden sich Patienten zum Beispiel unverstanden und verletzlich fühlen. Dies könnte sich negativ auf ihre medizinische Versorgung auswirken. Es könnte auch ihre Gesundheit gefährden, und die Therapie wäre vielleicht sogar weniger wirksam, wenn sie nicht vollständig verstanden und umgesetzt werden kann. Interkulturell Dolmetschende spielen daher eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass die Behandlungsoptionen angemessen sind – weder unzureichend noch übertrieben – aber auch, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Die meisten Dolmetschtermine finden im Gesundheitswesen statt, aber interkulturelle Dolmetscher leisten auch einen wichtigen Beitrag bei Sozialdiensten, in Asylverfahren, bei Behörden und in Gerichtsverfahren. Sie sind deshalb in unserem Zeitalter nicht wegzudenken.
Interkulturelle Dolmetscher spielen eine wichtige Rolle
Am 30. September 2022 ist der internationale Tag des Übersetzens und dieser Tag gibt uns eine Gelegenheit über die wichtige Rolle, die interkulturelle Dolmetscher in unserer sprachlich vielfältigen Gesellschaft leisten, nachzudenken.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen interkulturellen Dolmetschenden, die an verschiedenen regionalen Vermittlungsstellen arbeiten.
Herzlichen Dank auch an alle Videodolmetscher, die bei dolmX dafür sorgen, dass die interkulturelle Verständigung in der Schweiz immer besser funktioniert. Wir sehen euch, und wir schätzen eure Arbeit!