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„Vor einigen Jahren wurde in der Schweiz die Kavallerie abgeschafft. Ich glaube, heute ist der Zeitpunkt gekommen, auch noch den Rest abzuschaffen."
Der das am SP-Sonderparteitag vom 3. Juni 1989 in Bern sagte, ist tot: Hansjörg Braunschweig, SP-Nationalrat des Kantons Zürich von 1978 bis 1990. Er war einer der dreizehn NationalrätInnen, die am 12. Dezember 1988 im Rat unter Namensaufruf für die Armeeabschaffungsinitiative stimmten. „Über eine reine Männergesellschaft kann man sich nicht freuen. Und letztlich ist die Armee ein Instrument zum Töten und zum Zerstören. (Ö) Zwar bin ich nicht Anhänger der absoluten Gewaltlosigkeit, bin jedoch der Meinung, es sei bei allen internationalen Konflikten rechtzeitig eine nicht-militärische Lösung zu suchen." (Tagwacht, 8.12.88). Die Entstehung und Lancierung der beiden neuen GSoA-Initiativen begleitete er wohlwollend-kritisch (siehe das Gespräch mit Renate Schoch in Neue Wege 7/8-98).
Wenige haben die Friedensarbeit in der Schweiz so stark geprägt wie Hansjörg Braunschweig. Seit Mitte der Fünzigerjahre hatte er den Schweizerischen Friedensrat, dessen Präsident er von 1964 bis 1975 war, wesentlich beeinflussst. Ende der Fünfzigerjahre wirkte er massgeblich am Aufbau der Bewegung gegen die atomare Aufrüstung mit. Dass als Antwort auf den Bührle-Skandal Ende der Sechzigerjahre eine Waffenausfuhrverbots-Initiative lanciert wurde, ist sein Werk. Der Schwung der Bewegung führte zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft für Rüstungskontrolle und ein Waffenausfuhrverbot (ARW), deren Präsident er von 1982 bis 1991 war.
Jahrzehntelang hatte sich Hansjörg Braunschweig für einen zivilen Ersatzdienst für Militärverweigerer eingesetzt. Er beteiligte sich am Aufbau der ersten Beratungsstellen für Militärverweigerer und verteidigte Dutzende von Verweigerern vor Divisionsgericht.
Mit Hansjörg Braunschweig hat die Friedensbewegung einen unermüdlichen und unkonventionellen Kämpfer verloren.