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Diese Art Handel scheint mir sehr fair zu sein. In unseren Läden ist das Standard. Aber das war nicht immer so. Zumindest für Deutschland hat dies heute vor 141 Jahren Leonhard Tietz eingeführt. Auf einer Ladenfläche von gerade mal 25 Quadratmetern eröffnete er damals sein erstes Geschäft in Stralsund. Tietz traf den Nerv der Kunden. Schnell folgten weitere Niederlassungen in anderen Städten. Denn nicht nur die Preise waren fix. Es galt auch Barzahlung. Damit hatte Tietz nicht mehr das Risiko, dass angeschriebene Ware nicht oder erst spät bezahlt wurde.
Sein Geschäft wuchs schnell, und er konnte in immer grösseren Mengen zu immer besseren Preisen einkaufen. Er eröffnete in der boomenden Industriestadt Elberfeld und hatte auch dort Erfolg. Sein Vorbild waren die modernen Konsumtempel, die er aus Paris kannte.
Und endlich konnte Tietz auch in Düsseldorf und Köln an erster Adresse solche Prachtbauten mit Säulen und Arkaden und sämtlichen Bedarfsartikeln eröffnen. Als er mit 65 Jahren starb, übergab er seinem Sohn Alfred Leonhard Tietz einen Konzern mit rund 5000 Angestellten und 25 Niederlassungen. Dieser expandierte weiter und stand 1933 einem Unternehmen mit ca. 15'000 Mitarbeitern an 43 Standorten vor.
Da die Familie Tietz jüdischer Abstammung war, wurde ihr Unternehmen von den Nationalsozialisten enteignet, die Familie musste emigrieren. Aus den Warenhäusern ging die noch heute bekannte Galeria Kaufhof GmbH hervor. Nach dem Krieg wurden sie mit fünf Millionen DM entschädigt. Das war dann wohl auch so ein Fix-Preis. Aber ob dieser fair war?