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Softcover, 114 Seiten, Heidelberg 1996, neu
|Menge:||1|
Diese Arbeit befaßt sich mit der Frage, wie das Erlernen der chinesischen Schrift mittels mnemotechnischer Methoden erleichtert werden kann.
Zunächst werden Struktur und Aufbau der chinesischen Schriftzeichen und deren Rezeption in Europa untersucht. Eine ausführliche historische Darstellung der schrifttheoretischen Rezeptionsgeschichte bietet eine Reihe von neuen Informationen beispielsweise über die Verquickung der Protosinologie mit der hermetischen Bewegung des 17. Jahrhunderts und erklärt, wie es dazu kam, daß große Geister – wie etwa Leibniz – in den Bannkreis der chinesischen Schrift gerieten. Am Ende dieses Teils steht die Klassifizierung der chinesischen Schrift nach heutigen linguistischen Parametern und deren Kontrastierung mit eher unkonventionellen neueren Beschreibungsmodellen.
Daran anknüpfend nähert sich der zweite Teil der Arbeit der chinesischen Schrift über einen Umweg: die antike Mnemotechnik. Die Mnemotechnik ist ein Verfahren, das mithilfe verschiedener Visualisierungstechniken Lern- und Gedächtnisleistungen steigert. Aufbauend auf einer genauen Erläuterung mnemotechnischer Verfahren wird das Konzept einer inhärenten Schriftmnemonität chinesischer Zeichen vorgestellt.
Im letzten Teil werden unterschiedliche Methoden zur Vermittlung der chinesischen Schrift auf mnemotechnischer Basis diskutiert. Das Xiguo jifa ~ ~ iE ~ ("Die westliche Gedächtniskunst") des berühmten Matteo Ricci findet hier genauso Erwähnung wie das Mnemotechnische Taschenlexikon der Chinaschrift des eher unbekannten Friedrich Gilbert. Eine Analyse der in Singapur erschienenen Cartoon-Serie "Fun with Chinese Characters" unter mnemotechnischen Aspekten rundet die Arbeit ab.
In ihrem Ausblick stellt die Autorin nach zusammenfassenden Uberlegungen weiteres mnemotechnisches Material zur Unterrichtsgestaltung vor. Dabei handelt es sich um eine Art mnemotechnischer Spielebox zum Erlernen chinesischer Schriftzeichen, die die Autorin im Rahmen ihrer Lehraufträge an der Universitat München zusammen mit einer Arbeitsgruppe entwickelt hat.
|Autor:||Barbara Kuhn|