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Deutschland: Mehrheit befürwortet medizinische Verwendung von Cannabis
In der deutschen Bevölkerung gibt es eine breite Unterstützung für die Verwendung natürlicher Cannabisprodukte in der medizinischen Behandlung Schwerkranker.
In der deutschen Bevölkerung gibt es eine breite Unterstützung für die Verwendung natürlicher Cannabisprodukte in der medizinischen Behandlung Schwerkranker. Auch die Kostenübernahme einer Behandlungen mit dem Cannabiswirkstoff Dronabinol durch die Krankenkassen befürwortet eine große Mehrheit. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, die im Juni durchgeführt wurde. Am höchsten ist die Befürwortung der Verwendung von Cannabis in der Medizin in den gebildeten Schichten und bei Anhängern der kleineren Parteien FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Linkspartei. Aber auch bei Befragten mit Hauptschulabschluss und bei Anhängern von CDU und CSU liegt diese über 70 Prozent.
Laut Ergebnis sprechen sich 77 Prozent der Deutschen dafür aus, eine Behandlung von Schwerkranken mit natürlichen Cannabisprodukten, wie Marihuana oder Haschisch, zuzulassen. Voraussetzung ist, dass der Arzt dies befürwortet, aber die Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung mit dem Cannabiswirkstoff Dronabinol nicht übernimmt. Lediglich 11 Prozent würden dies verbieten. Ebenfalls 77 Prozent der Deutschen sprechen sich dafür aus, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung mit dem Cannabiswirkstoff Dronabinol erstatten, wenn begründete Hinweise für die Wirksamkeit dieses Medikaments vorliegen. 7 Prozent waren dagegen.
In der repräsentativen Befragung wurden im Juni 1438 Bundesbürger ab 16 Jahren persönlich zu ihrer Kenntnis und Meinung zur medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten interviewt. 69 Prozent der Befragten war die Verwendung von Cannabis oder künstlich hergestellten Produkten mit dem gleichen Wirkstoff zu medizinischen Zwecken bereits bekannt, während 31 Prozent davon erstmals im Interview erfuhren.
Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM), Neunkirchen-Seelscheid, die die Studie in Auftrag gegeben hatte, handelt es sich um die erste repräsentative Umfrage zu diesem Thema in einem Land der Europäischen Union. Der Vorsitzende der ACM, Dr. med. Franjo Grotenhermen, zeigte sich über die Ergebnisse sehr erfreut, jedoch wenig überrascht: "Bei ähnlichen Umfragen wurde in den USA eine Zustimmung zwischen 60 und 70 Prozent, in Kanada von etwa 90 Prozent erzielt", so Grotenhermen. "Die Menschen können zwischen der medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten und ihrem Konsum zu Rauschzwecken unterscheiden. Ich wünsche mir, dass die zuständigen Politiker angesichts der unbefriedigenden Gesetzeslage nachdenklich werden. Medizinische Cannabiskonsumenten sollten nicht länger in die Illegalität gedrängt werden."
Die Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zu Cannabis in der Medizin kann als PDF-Datei aus dem Internet herunter geladen werden unter: http://www.cannabis-med.org/german/allensbach.pdf
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