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Die Holzrückhalteanlage Papieri ist die oberste der insgesamt vier Rückhalteanlagen am Littenbach. Ihre Funktion ist in erster Linie der Rückhalt von Holz, das bei Hochwasser aus dem Appenzellerland ins Tal transportiert wird. Der Littenbach wird hier aber nicht nur Holz, sondern auch Geschiebe ablagern. Die Holzrückhalteanlage Papieri kann bis zu 4000 m3 Geschiebe und Holz fassen. Für den Rückhalt von Holz hat man sich die Gesetze der Physik zunutze gemacht. Holz ist in der Regel leichter als Wasser und schwimmt somit obenauf und aufgrund der Fliehkraft treibt das Holz auf der Kurvenaussenseite. Bei grossem Wasseranfall, bei dem meist auch Holz mittransportiert wird, übersteigt der Wasserspiegel auf der Kurvenaussenseite die Überfallkante und Holz und Wasser gelangen in den Auffangraum. Während das Wasser aus dem Auffangraum ungehindert abfliessen kann, bleibt das Holz auf dem Boden liegen oder bleibt an den vertikalen Stahlträgern hängen. Dahinter staut sich weiteres Geschiebe oder Holz auf. Das Wasser fliesst im Gerinne ungehindert ab. Damit die Rückhalteanlage später unterhalten und nach einem Ereignis geleert werden kann, musste die Strasse verbreitert werden. Die Gesamtkosten für den Holzrückhalt Papieri betrugen rund 2,4 Mio. Franken.
Der Name «Papieri» – vom Haderlumpen zum Papier.
Am Ausgang des Littenbachtobels wurde in der «Papieri» aus Lumpen oder Hadern (das althochdeutsche «hadara» bedeutet Lumpen, Schafs- oder Ziegenfell) leichter Karton her- gestellt. In den Handänderungen von 1864 war Johann Dominik Federer als Papierfabrikant aufgeführt. Damals wurden die benötigten Zell- stofffasern aus abgenutzten Textilien gewonnen. Die Erfindung des Holzschliffs und des Zellstoffs, die den knappen Rohstoff «Lumpen» ersetzten, läutete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Ära ein. Dies setzte vielen Papierfabriken zu. Ab 1902 wurde auch über die Papieri nur noch von einer Kartonfabrik gesprochen. Gemäss der Gebäudeversi- cherung St. Gallen GVA ist die «alte» Papieri am 1. Juni 1923 abgebrannt. Zuletzt befanden sich in der Papieri ein Wohnhaus (erbaut um 1950), verschiedene Nebengebäude und Anlagen. Die Gemeinde Berneck erwarb die Liegenschaft Ende 2016. Damit der Holzrückhalt Papieri erstellt werden konnte, wurden die Gebäude vorgängig abgebrochen.