Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03265.jsonl.gz/412

Dunks sind die Highlights im Basketball. Die Kulmination dessen ist es, wenn dabei der Korb noch in seine Einzelteile zerlegt wird. Ein Spektakel, das aus gutem Grund immer rarer wird.
Eigentlich ist sie ziemlich dumm, die Ekstase, die entsteht, wenn ein Basketballer den Korb mit einem übermenschlichen Dunk zerbersten lässt. Zum einen ist die Verletzungsgefahr durch das herumfliegende Glas erheblich und zum anderen ist die Chance gross, dass das Spiel aufgrund des zerstörten Materials abgesagt oder verschoben werden muss.
Aber ich kann die Freude verstehen. Ein Dunk, bei dem der ganze Korb in die Brüche geht, ist Ausdruck von roher Kraft, eine ultimative Machtdemonstration. In der NBA zelebrierte das Darryl Dawkins am ausgeprägtesten in der Saison 1979/80. Der «Chocolate Thunder» zertrümmerte innert kurzer Zeit zwei Körbe, was ihm von höchster Instanz eine Bussenandrohung einbrachte und dazu die NBA veranlasste, den «Breakaway Rim» einzuführen, also den Korb mit eingebauter Federung.
«Darryl Dawkins ist der Vater aller Powerdunker. Ich bin nur sein Sohn. Vermutlich sein bester Sohn», sagt Shaquille O'Neal mit seinem patentierten Grinsen. «Shaq» hat mit seinen 2,16 m und 150 kg Körpermasse während seiner Karriere auch den einen oder anderen Korb in die Knie gezwungen. Manchmal sogar sprichwörtlich:
O'Neals Wucht waren die Körbe also nicht gewachsen, darum musste die NBA nach der Saison 1992/93 erneut einschreiten. Die Konstruktionen wurden verstärkt und haben seither jedem noch so wuchtigen Dunk standgehalten. Zudem ist es regeltechnisch sowieso verboten, den Korb zu zerstören. Das wäre mit einem technischen Foul zu ahnden. Ebenso das (zu lange) Hängen am Ring.
Die Körbe in der besten Basketballliga der Welt sind unterdessen nahezu unzerstörbar. Das haben die Leute von «Sport Science» in ihrem Test stichhaltig belegt:
Weil der Ring in der Aufhängung und nicht mehr im Glas verankert wird, geht dieses auch nicht in die Brüche, wenn ein 300-kg-Klavier einen Dunk probiert. Die ganze Stahlkonstruktion dahinter allerdings schon, doch die dafür notwendigen Kräfte sind durch einen Menschen, so schwer er auch sein mag, nicht replizierbar.
Da die NBA-Modelle aufgrund ihrer Grösse nicht in jeder Halle aufgestellt werden können, gibt es aber immer noch Körbe, die direkt im Plexiglas verankert sind und deshalb bei Misshandlung in die Brüche gehen. Für Scherbenliebhaber darum zum Abschluss ein paar Highlights, deren Wiederholung immer schwieriger wird: