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Tetanus-Impfung in der Schweiz: Frauen/Mädchen lange Zeit ohne
Leserbrief zu: Vázquez M, Rauch A, Frey K, Hirzel C. Tetanus: Vergessen, aber nicht verschwunden. Schweiz Med Forum. 2017;17(12):278–83.
Als pensionierte Präventivmedizinerin für Kinder und Jugendliche habe ich den Artikel mit Interesse gelesen.
Zur Information von jüngeren Kolleginnen und Kollegen möchte ich mitteilen, dass Frauen/Mädchen sehr lange Zeit nicht gegen Tetanus geimpft wurden:
Ich selber (Jahrgang 1949) habe meine erste Tetanus-Impfung im Alter von 20 Jahren erhalten.
Meine Schwester wurde erst im Alter von 24 Jahren gegen Tetanus geimpft, und das nur, weil sie per Wohnmobil nach Nepal reiste … Das war 1971, sonst wäre sie vielleicht heute noch ungeimpft.
Mein Vater (*1919) wurde im Militär geimpft. Meine Mutter, die immer im Garten sehr aktiv war, habe ich anfangs 70er-Jahre zur Tetanus-Immunisierung geschickt, nachdem uns in der Inneren Medizin eine Tessinerin mit Tetanus gezeigt wurde, die sich einen Monat vorher bei der Gartenarbeit verletzt hatte.
Ein Nachholschema für die vom Bundesamt für Gesundheit empfohlenen Impfungen wurde hier in der Schweiz ja erst in den 90er-Jahren erstellt. Ab wann aber allen Säuglingen unter anderem die Tetanus-Impfung angeboten wurde, weiss ich leider nicht (Infovac weiss das wahrscheinlich).
Fazit: Die Männer wurden wie im Artikel erwähnt im Militärdienst gegen Tetanus geimpft oder deren bereits vorhandene Impfung aufgefrischt. Den Frauen wurde die Impfung überhaupt nicht angeboten, jedenfalls bis weit in die 50er- oder wahrscheinlich sogar bis in die 60er-Jahre!
Es ist also zu rechnen, dass vor allem Frauen geboren vor 1970 mit relativ kleinen Verletzungen auch heute noch Tetanus-gefährdet sind!
Image d'en-tête: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com;