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Der seit 34 Jahren in Luzern lebende Zürcher Fotograf Felix von Wartburg stellt in der Kornschütte Luzern bis 29. Dezember 2018 sein Lebenswerk aus.
Fast 50 Jahre lang war Felix von Wartburg vor allem in der Schweiz an der Front tätig. Er fotografierte für die Fotoagenturen "Photopress" und "Keystone", war auch als Fotoreporter für viele Zeitungen, vorwiegend für das "Luzerner Tagblatt", tätig.
Die Ausstellung gibt mit 240 Schwarzweiss- und 240 Farbfotos von 1978 bis heute einen Einblick in das fotografische Schaffen von Felix von Wartburg. Beim Betreten der Kornschütte fällt in einer Vitrine eine unter Glas ausgestellte Box-Kamera auf. Der Fotograf zeigt stolz auf die Agfa-Box Nr.44 und erklärt:" Mit dieser Kamera begann meine fotografische Laufbahn. Ich habe sie im Alter von 13 Jahren mit Geld, das ich als Hilfsarbeiter verdient habe, gekauft."
Felix von Wartburg vor seinem Lieblingsbild. "Komm wir hauen ab". Foto: Josef Ritler
An sein liebstes Bild "Komm wir hauen ab!" erinnert sich von Wartburg noch heute. Auf einem Zeltplatz im Tösstal fotografierte er im Jahre 1963 einen kleinen Jungen und ein Mädchen, die in einem Planschbecken spielten und sich dann gemeinsam nackt absetzen wollten. Nach einigen Metern wurden sie von den Eltern in Empfang genommen.
Felix von Wartburg lebt seit 34 Jahren in seiner Wahlheimat Luzern. Er wurde am 12. Januar 1943 an der Zürcher Bahnhofstrasse geboren. Dort besuchte er den Kindergarten, die Primar-, die Sekundar- und die Kaufmännische Berufsschule. Felix von Wartburg wollte Lehrer werden. Sein Vater hatte andere Pläne und suchte für ihn eine Lehrstelle bei einer Privatbank. Er durchlief diese Lehrzeit widerwillig, schloss aber mit einer guten Gesamtnote ab.
Nach der Lehre – aus familiären Gründen nun auf sich selbst gestellt – wusste Felix von Wartburg eines ganz klar, dass der kaufmännische Beruf nicht seine Zukunft sein könne. Er arbeitete danach temporär und hoffte, irgendwo eine berufliche Zukunft zu finden. Diese offenbarte sich in Form eines französisch getexteten Inserats im "Tagblatt der Stad Zürich". Gesucht wurde von einem jungen welschen Fotografen, der kein Wort Deutsch sprach, eine Bürohilfe.
Gruppen Dynamik 1984
Felix von Wartburg, der schon damals Französisch gut beherrschte, sah seine Chance kommen. Denn die Fotografie war schon seit der Sekundarschule seine liebste Freizeitbeschäftigung
Nach mehrerer Verhandlungen war es dann soweit. Der Fotograf stellte ihn als Bürohilfe und Assistenten ein, mit dem Versprechen, ihn zum Fotografen auszubilden. Zwei Jahre später, 1963, trat Felix von Wartburg als Reporter in die damals grösste Pressefotoagentur "Photopress" in Zürich ein.
Von da an war er mehr als fünfzig Jahre lang im Journalismus tätig, nicht nur als Fotoreporter, sondern in zunehmendem Masse auch als Schreiber.
Auch im Militär war er Fotograf. Er hat sich später in allen Bereichen der medialen Kommunikation, vor allem in der digitalen Text- und Bildbearbeitung, weitergebildet.