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Die Vollblutzucht geht offiziell auf das erste Gestütbuch (General Stud Book) aus dem Jahre 1793 zurück. Dazu wurden 1791 in einer Art Vorbuch alle um diese Zeit verwendeten heimischen und eingeführten Stuten und Hengste zusammengefasst. Auf dieses erste Gestütbuch sind alle Vollblüter lückenlos zurückzuführen. Die Vollblutzucht wird mit Recht "Krone der Tierzucht" genannt, denn das Vollblut wird seit mehr als 30 Generationen ohne fremde Blutzufuhr in erster Linie nach der Rennleistung gezüchtet und hat aufgrund dieses Ausleseverfahrens, das Härte, Schnelligkeit, Ausdauer und Charakter beweist, die schnellsten und edelsten Pferde hervorgebracht.
Jedes Vollblutpferd ist in einem international anerkannten Gestütbuch für Vollblut eingetragen. Man kann seinen Stammbaum bis zu den Gründerhengsten aus dem frühen 18. Jahrhundert zurückverfolgen und die Stutenlinien teilweise noch bis in das 17. Jahrhundert. Die drei Hengste Byerley Turk, Darley Arabian und Godolphin Arabian, die um 1700 nach England eingeführt wurden, gelten dabei als die Stammväter der heutigen Vollblutzucht. Einer Studie aus dem Jahre 2001 zufolge, die auf einer DNA-Analyse basiert, ist Darley Arabian in direkter männlicher Linie Stammvater von sogar 95% aller heute lebenden Englischen Vollblüter. Ein lückenloser Abstammungsnachweis ist oberstes Gebot für den modernen Vollblüter. Die Engländer nennen den Vollblüter entsprechend "thoroughbred", was übersetzt so viel wie "durchgezüchtet" bedeutet, die Franzosen wiederum sprechen von "pur sang" (reinem Blut), wenn sie den Vollblüter meinen.
Die Auswahl von Zuchttieren erfolgt seit jeher aufgrund einer scharfen und einzigartig konsequenten Prüfung in Rennen. Seit 1709 werden die Ergebnisse aller Galopprennen mit sämtlichen Einzelheiten in Rennkalendern aufgeführt. Es werden überwiegend Vollblüter zur Weiterzucht verwendet, die gesund und in den Rennen schnell genug sind. Die systematische Leistungsprüfung des Galopprennsports ist beispielhaft für die gesamte Tierzucht.
Heutzutage stammen beinahe alle in der Schweiz trainierten Rennpferde aus dem Ausland, am häufigsten aus Frankreich, England, Irland und Deutschland. Die Rennpferdezucht in der Schweiz hat leider in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten massiv an Bedeutung verloren. Auch finden kaum noch Auktionen in der Schweiz statt.
Weiterführende Angaben über alle Aktivitäten rund um das CH-Sportpferd findet man auf der Website "Zuchtverband CH-Sportpferde ZVCH".