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Die Frage, auf welche Weise Philosophie auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und einwirken kann, ist seit John Dewey Gegenstand von Debatten im Pragmatimus und Neopragmaismus gewesen. Dewey hat die Aufgabe der Philosophie einerseits in einer Vermittlungsfunktion zwischen den spezialisierten Wissenschaften gesehen, andererseits in einer Verbesserung der Möglichkeiten intensive Erfahrungen im Leben von Menschen zu verwirklichen. Entsprechend hat sich Dewey wissenschaftsphilosophisch, pädagogisch und politisch engagiert.
In den neopragmatistischen Debatte haben Richard Rorty und Hilary Putnam an Dewey angeknüpft. Rorty hat dafür argumentiert, dass die Verbesserung der menschlichen Verhältnisse weniger durch (philosophische oder wissenschaftliche) Theorien, als vielmehr durch Erzählungen, Feuilletons und Kritiken zu geschen habe und die wissenschaftliche Kultur entsprechend kritisiert. Putnam hat dagegen einen theoretischen Weg zwischen Fallibilismus und Skeptizismus gesucht, der es erlaubt, auf theoretische Weise die menschlichen Verhältnisse zu vebessern, d.h. er hat an einem kulturellen Szientismus festgehalten.
Das Projekt vergleicht die Ansätze von Rorty und Putnam und ihre Bezugnahmen auf Dewey. Es ist von der Arbeitshypothese geleitet, dass die beiden neoprgamatistischen Autoren das intellektuelle Potential der Deweyschen Konzeption noch nicht ausgeschöpft haben und dass sich bestimmte Aporien und Dilemmata vermeiden lassen, wenn man in einer Neuinterpretation Deweys Erfahrungs- und Demokratiekonzeption noch einmal genauer betrachtet.