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Wusstest du, dass die erste Postkarte 1869 in Österreich verschickt wurde? Ein Jahr später wurde der Postkartenverkehr auch in der Schweiz eingeführt. Die Postkarte brachte damals vor allem einen wirtschaftlichen Vorteil, weil sie schneller und preiswerter als das gängige Telegrafieren war. Unternehmen nutzten die Postkarte bei Verhandlungen und schlossen so Verträge ab. Dreimal am Tag gab es damals einen Postversand: Wer also am Morgen in Genf eine Postkarte nach Zürich schickte, konnte sicher sein, dass sie noch am gleichen Tag beim Empfänger ankam.
Vor 150 Jahren: 26. Januar 1869 – Die Postkarte wird erfunden
Emanuel Herrmann, Professor der Nationalökonomie, regt in einem Zeitungsartikel die Einführung der Postkarte aus wirtschaftlichen Gründen an. Kurz darauf wird die sogenannte Korrespondenzkarte im deutschsprachigen Raum eingeführt.
Obwohl man seine Freunde und Familie mit SMS, Whatsapp-Nachrichten, Social Media oder E-Mails heutzutage viel schneller erreicht als mit einer Postkarte, wird sie auch auch heute noch gerne verschickt:
- Über 7 Millionen Postkarten wurden laut der Schweizerischen Post 2017 in der Schweiz verschickt!
- 1,6 Millionen Menschen nutzen eine Gratis-App der Post, um so Postkarten zu verschicken
Welcher Postkartentyp bist du?
Die einen sammeln sie, bei anderen findet die Postkarte nach dem Lesen den direkten Weg in den Papierkorb. Neben diesen beiden Extremen können natürlich noch weitere Postkarten-Typen beobachtet werden:
Das Kind
Diese Postkarte wird meist an Gotti, Götti und Grosseltern verschickt. Dies in in einer knapp leserlichen Schrift, mit viel zu grossen Buchstaben, fragwürdiger Rechtschreibung und ungefähr mit folgendem Wortlaut: «Liebes Goti, wir essen uh viel Glase. Libe Grüsse, Mia».
Der Minimalist
Der Minimalist verschickt seine Postkarten gerne an den Arbeitgeber bzw. das daheimgebliebene Team und grüsst diese in knappen Worten und grossen Buchstaben, um den Weissraum zu füllen: «Sonnige Grüsse! Tobi».
Der Möchtegern-Italo
Der Postkartentyp aus der Kategorie «Möchtegern-Italo» wird meist vom Onkel, der schon immer ein Faible für Italien hatte und dort – welch eine Überraschung – auch dieses Jahr wieder hingeht, verschickt. Seine Liebe zum südlichen Nachbarland drückt er über den Einfluss der Sprache aus. Die Karte ist gespickt mit «Ciao a tutti», «Gelati» und endet natürlich mit einem «Tanti Saluti».
Die Mama
Die eigene Mutter schickt - wie immer - gleich zu Beginn der Ferien eine sehr ausführliche Beschreibung der Situation, des Ortes, der Menschen, des Wetters, des Essens, der Musik, der Aktivitäten, der Pläne, der Unterkunft… Obwohl sich im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert hat.
Der Quetscher
Der Quetscher schreibt drauflos, beginnt mit der Schriftgrösse leider an der oberen Grenze. Das merkt er aber erst, wenn er am Ende der zu beschriftenden Fläche ankommt, inhaltlich aber noch mitten in der Geschichte ist. Und dann bleibt ihm nichts mehr anderes übrig, als immer kleiner zu schreiben - am Ende sogar noch mühsam um die Ecke.
Der Linkshänder
Er gibt sich Mühe, leserlich zu schreiben...
Und dann gibt es noch den oder die «SpäteinwerferIn». Bei ihm bzw. ihr landet die Postkarte aus dem Ausland seltsamerweise mit einer Schweizer Briefmarke – oder gar unfrankiert – im Briefkasten. Der Fall ist klar: Dieser Feriengruss ging fast vergessen. Der Absender hat die Postkarte nicht vom Ferienort aus abgeschickt, sondern erst von zuhause. Oder gar selber vorbeigebracht. Geht natürlich gar nicht!
Musikwünsche per Postkarte bei der SRF Musikwelle
Bei den Kollegen der SRF Musikwelle werden Musikwünsche übrigens nicht nur via Telefon oder E-Mail, sondern auch per Postkarte entgegen genommen. Dafür haben sie exta eine Kartei.
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