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Wilhelm Schulthess (1855 – 1917), Internist, Kinderarzt und Allgemeinpraktiker, wandte sich bald der Orthopädie zu und gründete mit seinem chirurgischen Partner PD Dr. August Lüning 1883 das Orthopädische Institut an der Löwenstrasse in Zürich. Schulthess war auch Mitbegründer und erster Chefarzt der 1912 eröffneten Klinik Balgrist, eines "Schweizerischen Vereins für krüppelhafte Kinder". Das Orthopädische Institut zog 1896 von der Löwenstrasse in einen Neubau an der Stadtzürcher Neumünsterallee, im Laufe der Zeit in angrenzende Villen, und seit 1995 steht die heutige Schulthess Klinik in modernsten Gebäulichkeiten zwischen Balgrist und Burghölzli an der Lengghalde am Stadtrand von Zürich. Im Sommer 2006 hat die Schulthess Klinik dort einen Erweiterungsbau realisiert, um der stetig wachsenden Zahl der Operationen und medizinischen Dienstleistungen gerecht zu werden.
Schulthess betrieb die Klinik zusammen mit PD Dr. August Lüning und seinem Schwiegersohn Dr. Eugen Hallauer, der die konservativ geprägten Behandlungsmethoden seines Schwiegervaters fortsetzte. Erst 1962 öffnete sich die Klinik zögerlich der sich abzeichnenden Entwicklung, welche immer rascher zur operativen Behandlung neigte. Heute beziffert sich die Zahl der jährlichen Operationen und medizinischen Dienstleistungen an der Schulthess Klinik auf 12'000 Eingriffe am Bewegungs- und Stützapparat.
Eine wichtige Rolle in der Geschichte der Klinik spielte Claire Hallauer-Schulthess, Gattin von Dr. Eugen Hallauer. Diese gründete eine Frauenbildungs- und Pflegerinnenschule sowie eine Berufsschule für körperlich behinderte junge Mädchen. Sie füllte damit nicht nur eine Lücke, sondern nahm als Pionierin vorweg, was man noch heute als modernes Rehabilitationskonzept bezeichnen kann. 1935 wurde das orthopädische Institut in eine gemeinnützige Stiftung überführt.
1962 übernahm Prof. Dr. med. Norbert Gschwend die Leitung der finanziell angeschlagenen Schulthess Klinik, die damals noch hauptsächlich mit den Methoden der konservativen Medizin arbeitete. Er stand für den Wandel zur orthopädischen Chirurgie, den Einsatz von Kunstgelenken, was damals für Aufsehen sorgte, und er trieb die Spezialisierung ebenso konsequent voran wie die Rheuma-Orthopädie. Mit der Anstellung von Prof. Dr. med. Heiner Scheier als Co-Chefarzt wurde der Grundstein für den heutigen Team-Aufbau mit Aufteilung in Kompetenzbereiche gelegt. Die konsiliarische Tätigkeit der beiden Chefärzte Gschwend und Scheier an den Universitätskliniken führte zur Gleichstellung der Schulthess Klinik mit diesen Ausbildungsstätten in der Kategorie A für Orthopädische Chirurgie.
Als die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich 1985 der Wilhelm-Schulthess-Stiftung öffentliches Bauland an der Lengghalde anbot, auf dem die Klinik ihre neuen Gebäude errichten sollte, war klar: Die Schulthess Klinik war – wiewohl privater Natur – aus der Gesamt-Spitalplanung des Kantons nicht mehr wegzudenken. Dass dem bis heute so ist, erhellt auch aus der Tatsache, dass die Schulthess Klinik vom Kanton Zürich einen Leistungsauftrag erhalten hat und auf dessen Spitalliste sowie jener anderer Kantone figuriert.
Die Schulthess Klinik bietet heute orthopädische Spitzenmedizin in den Bereichen Gelenkchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Neurologie, Hand- und Fusschirurgie, Kinderorthopädie, Konservative Medizin mit Schmerzbehandlung, Rheumatologie und Innere Medizin, Gutachtenzentrum und Sportmedizin mit Physiotherapie, Training und Ergotherapie. Ausserdem unterhält die Klinik eine ausgebaute wissenschaftliche Forschungsabteilung, verfügt in der orthopädischen Chirurgie über den Ausbildungsstatus "A" und in der Handchirurgie über den Ausbildungsstatus "B". Ferner ist die Klinik zu einem Swiss Olympic Medical Center ernannt worden.