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Ausgeklügelte Algorithmen erlauben es, Werbebotschaften optimal auf den redaktionellen Kontext in Onlinemedien zu beziehen und so sicherzustellen, dass sie auf ein interessiertes und geneigtes Publikum treffen.
So kann es sich durchaus anbieten, z.B. Werbung für Flüge nach Paris verstärkt im Zusammenhang mit Artikeln über Frankreich anzuzeigen.
Wem ist das nicht auch schon so ergangen: Da sitzen Sie gemütlich mit Ihrem Rollköfferchen mit rosa Bändchen dran im Terminal 4 des Flughafens Madrid Barajas und denken: Wie könnte ich mich jetzt bloss vor allzu neugierigen Blicken schützen? Ein Versandhändler, der “Products with a story” anbietet, hat die Lösung:
Hierzu sei nur diese kleine Bemerkung erlaubt: Die Vorstellung, dass man unsichtbar sei, nur weil man selber nichts sehen könne, erscheint als eine sehr tröstliche Vorstellung. Wie viele tröstliche Vorstellungen ist sie aber wohl falsch.
Neulich beobachtet in einem Hotel, wo am Vortag die Abschlussfeier irgendeines internationalen Junghandballerinnenturniers stattgefunden hatte:
Das Hotel besteht – wie vielerorts in der Welt erprobt, wenn genug Platz vorhanden ist und sowohl Kapazität als auch ein Minimum an Repräsentativität angestrebt werden – aus einem ausgedehnteren Flachbau für Restaurants, Konferenzräume und in casu auch ein Schwimmbad und einem darauf aufgesetzten Hochbau mit deutlich geringerer Grundfläche. Resultat: Ein grosses Flachdach, das die Vermutung begründet, dass darauf liegende Gegenstände mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den darüberliegenden Hotelzimmern geworfen wurden.
Am Tage nach der rauschenden Abschlussballnacht fanden sich auf dem Dach insgesamt eine Rolle Toilettenpapier, zwei Wasserflaschen, eine Colaflasche und 3-4 nicht näher identifizierbare Gegenstände (im Bild zu sehen: Toilettenpapier, eine Wasserflasche, und ein nicht näher identifizierter Gegenstand, möglicherweise ein Plastiksäckchen oder ein Blatt Papier). Insgesamt deutet dies auf ein doch eher moderates Temperament der beherbergten Sportlerinnen hin. Möglicherwiese kann darin auch ein Zeugnis dafür gesehen werden, dass die Jugend auch schon ungestümer war.
Früher ging es hier möglicherweise auch schon wilder zu: Man beachte die, wie die Schmutzablagerungen erkennen lassen, schon etwas ältere Delle am Schutzgitter über dem rechten Oberlicht. Vielleicht hat tatsächlich einmal jemand ein Möbelstück o. dgl. aus dem Fenster geworfen (das sprichwörtliche Fernsehgerät wäre demgegenüber unwahrscheinlich; im betreffenden Hotel scheinen noch ganz überwiegend Röhrengeräte im Einsatz zu stehen, die aufgrund ihres Gewichts wohl eine deutlich markantere Delle hinterlassen hätten).
Die Welt ist voller Geschichten, wenn man sie denn zu deuten wüsste.