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Blutzuckerselbstmessung bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ohne Insulinbehandlung
An Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) leidende Menschen kontrollieren ihren Blutzuckerwert regelmässig. Dieser Bericht geht der Frage nach, ob diese Selbstmessung des Blutzuckers für Typ-2-Diabetikerinnen und -Diabetiker ohne Insulinbehandlung medizinisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Zahlreiche klinische Studien zeigten, dass bei Menschen mit Diabetes ohne Insulinbehandlung, die den Blutzucker regelmässig selbst messen, der Langzeitblutzuckerwert sinkt und die diabetesbedingten Komplikationen abnehmen. Sie konnten zudem eine Unterzuckerung mit hoher Wahrscheinlichkeit erkennen. Andererseits sank bei den Studienteilnehmenden ohne Selbstmessung der Langzeitblutzuckerwert insgesamt stärker. Bezüglich Zufriedenheit, Lebensqualität oder depressive Verstimmungen zeigten die Studiengruppen keine Unterschiede, obwohl die Gruppe mit Selbstmessung sich stärker an der Bewältigung der Krankheit beteiligte. Die insgesamt beobachteten Effekte waren aber nur gering. Im Jahr 2017 nutzte nur ein Viertel der nicht mit Insulin behandelten Personen mit Typ-2-Diabetes die Selbstmessung. Aufgrund des geringen medizinischen Nutzens stellt sich die Frage, ob die Rückerstattung für die Kosten gestrichen werden soll. Gemäss Krankenkassen würde dies zu einer jährlichen Kosteneinsparung von rund 6 Millionen Franken führen. In diesem Fall müssten jedoch gesellschaftsrechtliche und ethische Kriterien sicherstellen, dass niemand benachteiligt wird, insbesondere ältere Menschen oder Personen mit Einschränkungen wie Sehbehinderungen oder motorischen Störungen.
Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Selbstmessung des Blutzuckers nur eine bescheidene Senkung des Langzeitblutzuckerwerts bewirkt. Gemäss Modellrechnungen über einen Zeitraum von 40 Jahren verlängert sich die Überlebensdauer um 18 Tage. Die modellierten Ergebnisse zur Lebensdauer können jedoch weder bestätigt noch widerlegt werden, da es keine klinischen Studien dazu gab.