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Trotz zahlreicher Berichte über die Schwächen und das Versagen des Staates in Afrika gibt aktuelle Forschung klare Hinweise auf deren Entwicklung und Transformation. Solche Prozesse der Staatsformierung sind speziell aus politisch-anthropologischer Sicht untersucht worden, wobei insbesondere Aspekte der Legitimierung und Institutionalisierung im Zentrum des Interessens stehen. In Ergänzung wählt dieses Forschungsprojekt eine geographische Perspektive um zu verstehen wie staatliche Macht, nicht nur über Institutionen oder von Akteuren, sondern über die Nutzung, Gestaltung, Interpretation oder Abgrenzung des städtischen Raumes ausgeübt wird. In welcher Weise beeinflusst beispielsweise die Stadtplanung und Infrastrukturprojekte der Regierung die Siedlungsmuster und -entwicklung? Welche Rolle spielen Katasterkarten in der Verwaltung von städtischem Land und Eigentum? Oder, welche Bedeutung hat der Aufbau nationaler Monumente in der Stadt für die Interpretation der Geschichte einer von Konflikten geprägten Region? Das vorliegende Projekt sucht nach Antworten auf diese Fragen um zu verstehen wie die Beziehung zwischen den Regierten und den Regierenden über die Aneignung und Aushandlung von städtischem Raum geschaffen und beeinflusst wird und wie sich dadurch politischer Autorität konstituiert. Wissenschaftlich positioniert sich dieses Forschungsprojekt also an der Schnittstelle zwischen den Feldern der Politischer Anthropologie und der Politischen Geographie und ermöglicht dadurch einen neuen Blick auf Staats-Gesellschaftsbeziehungen. Ein besseres Verständnis solch komplexer Beziehungen ist insbesondere im Horn von Afrika von grosser Bedeutung – einer Region welche in der Vergangenheit immer wieder von Konflikten und Katastrophen heimgesucht wurde.