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von Leon Liu, Vater eines Jungen an einer Waldorfschule in China
In diesem Moment, sitzend mitten in meinem Hof, umgeben von grünen Bäumen, bereite ich die Schulsachen für den Jungen im zweiten Schuljahr vor, der an der örtlichen Waldorfschule lernt. Die Verbreitung des COVID19 während des chinesischen Neujahrsfestes hat die Regelmäßigkeit in meiner Familie durcheinander gebracht. Das Frühlingssemester hätte Mitte Februar beginnen sollen, wurde aber bis Ende April verschoben. Während dieser Zeit habe ich das Gefühl eine lange Wartezeit von einem Jahrhundert erlebt zu haben.
Meine Stadt liegt in der Provinz Sichuan im Westen Chinas. Wegen der gut anerkannten Ausbildung (bei den jährlichen College-Aufnahmeprüfungen in Sichuan steht sie an der Spitze) schicken viele Eltern in Sichuan ihre Kinder zum Studium hierher.
Die Waldorfpädagogik kann hier Wurzeln schlagen, was auch auf das starke Lernumfeld und die Atmosphäre zurückzuführen ist, in der Eltern Bildung schätzen. Allerdings ist die Waldorfschule, die sich von der öffentlichen Erziehung unterscheidet, immer noch in einer relativen Minderheit. Der kleine Campus liegt am Rande der Stadt. Es gibt nicht viele Schülerinnen und Schüler in der Waldorfschule. Bislang hat die Grundschule nur etwa 50 Kinder in den Klassen 1 bis 5. Unter ihnen ist die dritte Klasse der Grundschule, die "Hulu Brothers" (die Geschichte von 6 Jungen in chinesischen Cartoons) genannt wurde, weil es nur 6 Jungen gab. Der Kindergarten hat gerade nur ein wenig mehr als 30 Kinder in 3 Klassen. Eine Schule dieser Grösse ist in China sehr klein und unvollständig, da eine öffentliche Grundschule normalerweise 6 Klassen führt und die jeweils 50 - 60 Kinder hat. Normalerweise hat eine Klassenstufe 10 Parallelklassen. Daher ist es normal mehr als 3.000 Schüler zu haben.
Es gibt immer noch Eltern, denen diese Art des Unterrichts in kleinen Klassen gefällt. Im Wald am Rande der Stadt, näher an der Natur. Was wichtiger ist, ist die Art des Unterrichtens, die nicht auf Prüfungsergebnissen basiert. Meine Frau sieht es so. Hier sind jetzt die Winterferien meines Sohnes in der zweiten Klasse, die wegen des Ausbruchs von Covid19 so lang erscheinen.
Die öffentlichen Schulen haben bereits am 7. April mit entsprechenden strengen Vorschriften begonnen. Zum Beispiel ist eine der Schulen diesen Auflagen entsprechend so gefolgt:
1. Gesund
(1) Der Schüler muss in guter körperlicher Verfassung sein und darf seit 14 aufeinander folgenden Tagen keine Symptome wie Fieber, Husten und Müdigkeit aufweisen (das Fieber beginnt bei 37,3 Grad Celsius und darüber)
(2) Die Schüler und ihre Familienangehörigen haben innerhalb von 14 Tagen keinen Kontakt zu den bestätigten, vermuteten Fällen aufgenommen. Wenn sie aus epidemischen Schlüsselgebieten zurückkehren, müssen sie mehr als 14 Tage zu Hause bleiben.
2. Wissen
Eltern und Schüler werden gebeten, die "Richtlinien für die Prävention" sorgfältig zu lesen und Vorbereitungen zu treffen.
3. Dokument
(1) Gesundheitskarte für Lehrer und Schüler".
(2) Selbstberichterstattung
(3) Campus-Ausweis, ID
4. Vorbereitung des Materials
(1) Schutzmaterialien wie Handdesinfektionsmittel und Maske
(2) Reguläre Medikamente
(3) Lernwerkzeuge und Lernmaterialien bei Online-Kursen
Die oben genannten Maßnahmen stellen sicher, dass die öffentliche Schule vollständig geschützt ist. Trotzdem sind sie als Eltern der örtlichen Waldorfschule immer noch sehr vorsichtig. Ein Teil der Eltern hofft, dass die Waldorfschule später eröffnet werden könnte. Deshalb hat die Schulleitung ein Online-Umfragetool eingeführt, um die Meinungen aller Eltern der ganzen Schule einzuholen. Die Ergebnisse zeigen, dass 56% der Eltern bereit sind, die Eröffnung zu verschieben, 39% der Eltern wollen die Schule pünktlich eröffnen, und 5% der Eltern wollen warten und eine längere Zeit beobachten. Die Ergebnisse der Umfrage wurden transparent über das Mobiltelefon in der WeChat-Gruppe veröffentlicht, jeder kann die Ergebnisse leicht einsehen. Die endgültige Festlegung war, dass die Schuleröffnung für den 27. April geplant ist, also morgen.
Lehrer und freiwillige Eltern bereiteten die Schulsachen am Wochenende im Voraus vor. Das Schulleitungsteam erstellte Notfallpläne und führte entsprechende Übungen durch, um die Sicherheit zu gewährleisten. Und ich als Vater erlebte die professionelle und effiziente Online-Umfrage nach den von der Schule initiierten offenen Diskussionen, der öffentlichen und transparenten Bekanntgabe der Ergebnisse und der Vorbereitung und Durchführung der Schuleröffnungsübungen. Ich bin sehr sicher, dass Meine Familie bereit ist. Ich habe keine Zweifel für morgen, denn egal was passiert, wir sind alle zusammen!
übersetzt von Dorothee Prange