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Um Mitternacht und morgens um sechs kommen Mitglieder die Betreiberfamilie des Camps in meine Jurte, um neu anzufeuern. So etwa sechs Stunden vermag ein gut gefüllter Ofen das Filzzelt zu wärmen.
Gegen sieben fahren wir über die Steppe zu einer halb sesshaften Bauernfamilie. Sie hat ihr Winterquartier jeweils etwa ein halbes Jahr hier unter den Felsen und ist im Sommer mit den Tieren (Kühe und Yaks) unterwegs. Wir trinken im Ger heisse Milch, die mit würzigem Ziger angereichert wird und sehen anschliessend beim Melken zu. Zuerst dürfen die Kälbchen trinken, dann werden etwas 3 Liter gemolken und zum Schluss ist nochmals das Kälbchen an der Reihe. Einige Zweitliter-Fantaflaschen werden mit Milch gefüllt. Der Knabe bringt sie dann an die Strasse und gibt sie dem Busfahrer mit, der nach Ulaanbaatar fährt. Dort werden sie dann von Verwandten abgeholt.
Nach dem Mittagessen dann Rückkehr nach Ulaanbaatar. Ich sehe mir das Parlament, vor dem Dschingis Khan sitzt und das Geschichtsmuseum an. Schwergewichtig natürlich die hohe Zeit der Mongolei unter Dschingis Khan und seinen Nachfolger. Ein ganzer Saal ist aber auch dem u.a. mit Hungerstreiks und grossen Demonstrationen erzwungenen Systemwechsel Ende 1980-er, anfangs der 1990-er Jahre gewidmet.
Gegen Abend dann das Gandan-Kloster, das Zentrum des buddhistischen Lebens in der Mongolei. Hier ist u.a. auch die buddhistische Universität untergebracht, überall meist fröhliche Menschen, die an Gebetsmühlen (Wikipedia) drehen, Tauben füttern, vor dem grossen goldenen Buddha im zentralen Tempel beten.
Morgen früh nehme ich den Zug nach Peking. Australische Reisende, die ich gestern getroffen habe, haben mir erzählt, in China seien die Webseiten der Bloganbieter gesperrt. Mal sehen, wann ich mich auf diesem Weg wieder melden kann.