Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/2213

Pilúmnus,
ein Hausgott des alten ländlichen Rom, [* 2] Erfinder des Getreidestampfens, Bruder des Picumnus, dem man die Erfindung des Ackerdüngers zuschrieb. Beide Götterbrüder galten zugleich als Schutzgötter der Wöchnerinnen und Säuglinge, daher man ihnen auf dem Land, wenn ein Kind geboren war, im Atrium des Hauses ein Speiselager bereitete. Nach einer andern alten Anschauung gab es drei Gottheiten, welche Wöchnerin und Kind gegen die nächtliche Beschleichung des Silvanus [* 3] schützten.
Ihr Walten, das die Thätigkeit der
Kultur gegenüber dem rohen Waldleben bezeichnet, versinnbildlichten
drei Männer, die
nachts um das
Haus gingen und die
Schwellen der Vorder- und Hinterthür zuerst mit einem
Beil, dann mit einer Mörserkeule schlugen
und zuletzt mit einem
Besen abfegten.
Silvan scheute sich vor diesen Zeichen der
Kultur, wie bei uns die
Bergriesen vor dem
Pflüger im
Thal.
[* 4] Die
Gottheiten hießen
Intercidona, vom Zuhauen der
Balken,
Pilúmnus, von der das
Getreide
[* 5] zermalmenden
Mörserkeule (pilum), u.
Deverra (s. d.), vom Zusammenfegen der Feldfrucht.