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Giovanni Battista Podestà
1. Mai – 22. August 2004
Begleitend zur Schwitters-Ausstellung, zu der auch die Kulturstationen Tinguelys präsentiert werden, zeigt das Museum Tinguely Werke des Art-Brut-Künstlers Giovanni Battista Podestà (1895 – 1976). Jean Tinguely sammelte selbst die Werke des italienischen Bildhauers und stellte sie im Cyclop, der riesigen begehbaren Kopfplastik im Wald von Milly-la-Fôret, aus.
Im künstlerischen Schaffen von Giovanni Battista Podestà fasziniert ihn vor allem die Verwendung von Abfallprodukten und ungewöhnlichen Bestandteilen im Entstehungsprozess eines Werkes. Die Skulpturen und Reliefs mit ihren lebhaften Farben und glänzenden Oberflächen und die spielerische Freude, die in ihnen zum Ausdruck kommt, begeistern ihn. Podestà erhielt keine kulturelle Ausbildung und wurde zu keinem akademischen Studiengang zugelassen. Doch er liess sich nicht zum Schweigen zwingen, sondern erfand ein utopisches Universum, indem er mit Spiegelscherben und weggeworfenem Metallpapier glitzernde, vielfarbige Skulpturen und Reliefs schuf. Das Mittelalter bildete für Podestà einen geistigen und ikonographischen Bezugspunkt. Indem er auf seine Weise verschiedene kulturelle, volkstümliche oder religiöse Motive verknüpfte, sie umwandelte und in eine ganz persönliche Gesamtschau integrierte, entwickelte er eine echte „Selbstkultur“.
Die Ausstellung ist eine teilweise Übernahme der umfangreichen Retrospektive, die im vergangenen Jahr in der Collection de l’Art Brut in Lausanne und im Espace Jean Tinguely - Niki de Saint Phalle in Fribourg (dort ist die Ausstellung noch bis zum 18.4.2004 zu sehen) stattfand.