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Schokolade gibt es in vielfältigen Formen und Geschmäckern. Die süsse Versuchung steckt in Pralinen, Schokoriegeln oder Keksen. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen weisser und dunkler Schokolade und wie wird aus dem Kakao eigentlich eine leckere Tafelschokolade.
Macht Schokolade wirklich glücklich und welche Sorten gibt es eigentlich? Im folgenden Artikel erfahren Sie Wissenswertes rund um köstliche Nascherei.
Schmackhafte Kakaobohne aus Südamerika
Die Geschichte des Kakaos geht zurück bis etwa 3’000 v. Chr. als die Olmeken, im heutigen Mexiko Kakao anbauten. Unter der Bezeichnung „ka-ka-wa“ nutzen auch Atzteken und Maya die schmackhaften Bohnen. Aus gemahlenen Kakaobohnen bereiteten sie, abgeschmeckt mit Chilli und Vanille, das Getränk Xocóatl. Man schrieb dem Kakao eine kräftigende und positive Wirkung zu. Eine Zeit lang waren die hochwertigen Bohnen so wertvoll, dass sie sogar als Zahlungsmittel dienten. Der spanische Eroberer Hernán Cortés brachte den Kakao schliesslich im Jahr 1528 mit nach Europa, aus der Bezeichnung Xocóatl wurde Chocolate.
Erst im 18. Jahrhundert kamen die Europäer auf den Geschmack, indem Sie den recht bitteren Kakao mit Honig und Zucker versüssten. Der niederländische Apotheker und Chemiker Coenraad J. van Houten entwickelte ein Verfahren, um die Wasserlöslichkeit der gemahlenen Bohnen zu verbessern. Auch den Fettgehalt des Kakaos reduzierte er mit einer hydraulischen Presse. Noch heute ist Van Houten eine bekannte Marke für feinsten Kakao und Schokolade. Durch die Idee van Houten liess sich die Kakaomasse leichter verarbeiten und die industrielle Herstellung von Schokolade begann.
Aufwendige Herstellung der köstlichen Nascherei
Die Kakaobohnen werden in Afrika, Südostasien oder Mittel- und Südamerika geerntet. Einem Bericht des „NDR“ zufolge werden die Kakaofrüchte direkt nach der Ernte geöffnet, um die Bohnen zu entnehmen. Dadurch wird ein Gärprozess in Gang gesetzt, der für die Bildung des Aromas verantwortlich ist. Nachdem die Bohnen etwa zwei Wochen in der Sonne getrocknet sind, geht es zur Weiterverarbeitung nach Europa. Hier werden die Kakaobohnen nach der Reinigung geröstet, geschält und gemahlen, bis eine zähflüssige Masse mit einem sehr hohen Fettgehalt entsteht. Die Masse wird nun abhängig vom gewünschten Endprodukt weiter verarbeitet.
Ein wichtiger Arbeitsschritt bei der Herstellung von Schokolade ist das Conchieren. Dabei werden die Zutaten der jeweiligen Schokolade sorgfältig vermischt. Eine schonende Erhöhung der Schokoladenmasse entzieht der Masse die Feuchtigkeit. Im Zuge des Conchierens entfaltete die Masse ihr intensives Aroma und wird glatt und fein. Abhängig vom Kakaogehalt kann das Conchieren zwischen 20 und 30 Stunden dauern. Milchschokoladen oder weisse Schokoladen benötigen eine kürzere Zeit. Nach dem Veredelungsvorgang kühlt die gesamte Masse vor der Weiterverarbeitung ab,
Hoher Kakaoanteil – Bitter- und Zartbitterschokoladen
Aus dem Handel kennen wir Schokoladen mit unterschiedlichem Kakaoanteil. Je höher der Kakaoanteil ist, desto kräftiger und aromatischer schmeckt die Süssigkeit. Eine Bitterschokolade enthält mindestens 70 Prozent Kakao, Milch wird in aller Regel nicht zugesetzt. Neben Kakao werden der Bitterschokolade Vanille und Rohrzucker zugesetzt.
Wer den schokoladigen Geschmack nicht ganz so intensiv bevorzugt, wählt die Zartbutterschokolade, die etwa 55 Prozent Kakao enthält. Im Vergleich zur Bitterschokolade ist der Zuckeranteil deutlich höher. Die Schokolade ist sehr fest und wird daher gern genutzt, um Pralinen oder Marzipan zu umschliessen. Halbbitterschokolade hat mit einem Kakaoanteil von 48 bis 50 Prozent noch etwas weniger Kakao, Milch ist auch in dieser Sorte nicht geeignet. Die Halbbitterschokolade eigent sich perfekt zum Backen.
Für Süssschnäbel – die Vollmilchschokolade
Etwas weniger schokoladig schmeckt die Vollmilchschokolade, die Milch oder Milchpulver enthält. Im Gegensatz zu den bitteren Sorten ist die Vollmilchschokolade sehr weich und zergeht auf der Zunge. In der Schokolade ist sehr viel Zucker enthalten, zum Abnehmen ist diese Sorte also keinesfalls geeignet. Weisse Schokolade enthält gar keinen Kakao, sondern für die Herstellung wird Kakaobutter verwendet. Ein sehr hoher Zuckeranteil macht die weisse Schokolade perfekt für Süssschnäbel.
Hochwertige Sorten mit viel Kakao
Um die Qualität einer Schokolade zu bewerten, lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Besonders hochwertige Sorten enthalten sehr viel Kakao. Auch eine sehr lange und schonende Zubereitung wie ein langes Conchieren tragen zu einer guten Qualität bei. Achten Sie einmal beim Einkaufen darauf, auf einigen Produkten ist sogar die Conchierzeit angegeben.
Fairtrade-Schokoladen für einen nachhaltigen Genuss
Idealerweise haben Sie beim Einkauf nicht nur die Qualität, sondern auch den Herstellungsprozess im Blick. In vielen Herkunftsländern werden die Bohnen unter sehr bedenklichen Bedingungen geerntet, nicht selten arbeiten auch Kinder mit. Wenn Sie Wert auf ein nachhaltiges Produkt legen, achten Sie am besten auf ein entsprechendes Fairtrade-Siegel auf der Schokolade. Verschiedene Organisationen achten darauf, dass die Bauern einen fairen Preis für ihre Bohnen erhalten.
Macht Schokolade glücklich?
Bleibt die letzte Frage, nämlich ob Schokolade tatsächlich glücklich macht. Die Schokolade enthält Tryptophan, das im menschlichen Körper in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Einem Bericht von „Planet-Wissen“ zufolge ist der Anteil des Tryptophans in der Süssigkeit jedoch viel zu gering, um eine Wirkung zu erzielen. Auch dem Theobromin, das ebenfalls in Schokolade enthalten ist, wird eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt. Aber auch hier gilt: Eigentlich ist der Anteil viel zu gering.
Dennoch zeigen einigen Studien, dass der Genuss der Nascherei glücklich machen kann. Das hat nichts mit den enthaltenen Stoffen, sondern vielmehr mit den Erinnerungen zu tun. Wer ein Stückchen Schokolade geniesst, weckt damit oft glückliche Erlebnisse aus der Kindheit und fühlt sich daher nach dem Verzehr der Süssigkeit einfach gut. Zudem fühlt es sich einfach fantastisch an, ein Stückchen Schokolade langsam im Mund zergehen zu lassen. Der intensive Geschmack und das Aroma lösen positive Empfindungen aus. Was definitiv keine gute Laune macht sind die Kalorien in der Schokolade. Vor allem in der beliebten Vollmilchschokolade steckt sehr viel Zucker.
Schweizer und Deutsche lieben Schokolade
In Deutschland und in der Schweiz ist das süsse Naschwerk sehr beliebt. Im europaweiten Vergleich liegen die beiden Länder nach Angaben des Statistikportals „statista“ auf dem ersten und zweiten Rang. Die Deutschen haben im Jahr 2017 pro Kopf 11,09 kg Schokolade konsumiert, die Schweizer 9,73 kg. Die Schweiz ist das Schokoladenland schlechthin: Hier werden jährlich laut „statista“ mehr als 154’000 Tonnen Schokolade produziert, wovon mehr als 82’200 Tonnen im Land verzehrt werden.
Titelbild: Billion Photos – shutterstock