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Verbesserung des Nutzungspotentials von Zweitwohnungen im Blenio- und Leventinatal im Kanton Tessin
Das Projekt zur “Aktivierung des Zweitwohnungspotenzials” entstand im Nachgang zur Annahme der Zweitwohnungsinitiative und vor dem Hintergrund der ersten Teilrevision des Raumplanungsgesetzes. Im oberen Kantonsteil des Tessins gibt es immer mehr leer stehende oder schlecht genutzte Wohnungen. Auch die Hotellerie befindet sich teilweise in einem kritischen Zustand. Die Grundidee des Projektes bestand darin, für die Gäste durch die Aktivierung des Zweitwohnungspotenzials eine touristische Beherbergungsinfrastruktur aufzubauen.
Das Projekt zielt darauf ab, das Potenzial der Zweitwohnungen innerhalb der Bauzonen durch eine bessere Zusammenarbeit der betroffenen Akteure (Hotellerie, Parahotellerie, Wohnungsbesitzer, öffentliche Hand / Gemeinden, Tourismusorganisationen usw.) zu aktivieren und so kalte Betten in warme Betten zu transformieren und eine wirtschaftliche Wertschöpfung in der Region zu generieren.
Das Projekt wird getragen von der Ente regionale per lo sviluppo del Bellinzonese e Valli (ERS-BV) zusammen mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB und der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit SGH. Auf Grund des innovativen Ansatzes wurde das Projekt finanziell unterstützt durch den Bund im Rahmen der “Modellvorhaben für nachhaltige Raumentwicklung 2014 – 2018”.
Eine Umfrage bei rund 3'340 Besitzern von Zweitwohnungen innerhalb der Bauzonen in der oberen Leventina und im Bleniotal hat ergeben, dass fast 300 Besitzer bereit wären, ihre Wohnungen zu vermieten. Dadurch kämen rund 1'500 kalte Betten während 2,5 Monaten zusätzlich auf den Markt. Die Umfrage hat zudem aufgezeigt, welche Dienstleistungen von den Zweitwohnungsbesitzern am meisten nachgefragt werden (als Anreiz zur Vermietung): Marketing und Werbung, Gästeempfang vor Ort, Unterhalt und Pflege der Wohnungen, Administration und Abwicklung der Vermietung. Als Hemmnisse für eine allfällige Vermietung wurden vor allem folgende Faktoren identifiziert: Wunsch, jederzeit über die Wohnung verfügen zu können, Schutz der Privatsphäre und Angst vor Schäden durch die Mieter.
Parallel zur Umfrage wurde ein räumliches Geschäftsmodell entwickelt, welches die wichtigsten Faktoren und Akteure zur besseren Vermietung der Zweitwohnungen im untersuchten Gebiet aufzeigt. Die Berechnungen des Geschäftsmodells ergaben, dass der Aufbau einer eigenständigen Vermietungsgesellschaft in dieser Region trotz des vorhandenen Potenzials an Zweitwohnungen nicht rentabel ist.
Auf Grund dieser Ergebnisse wurde entschieden, für die Vermarktung auf bestehende online-Plattformen abzustützen. Verschiedene dieser Plattformen wurden analysiert. Den vermietungsbereiten Zweitwohnungsbesitzern werden transparente Informationen über diese Plattformen zur Verfügung gestellt. Zudem erhalten sie auf Wunsch einen kleinen finanziellen Anreiz, um ihre Zweitwohnungen auf diesen Plattformen präsentieren zu können. Dazu gehören u.a. die Ferienwohnungsklassifizierung nach STV und die Erstellung professioneller Unterlagen (professionelle Fotos, gut redigierte Texte, Übersetzungen usw.). Diese Unterstützung zur Vermietung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der regionalen Tourismusorganisation Bellinzonese e Alto Ticino (OTR BAT).