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Ich hoffe, sie stellen den „alten“ Grenzverlauf wieder her.
Die Ukraine setzt ihre aktuelle Gegenoffensive in den Oblasten Charkiw und Donezk im Osten, vor allem aber im Süden in Cherson weiter fort.
Laut den polnischen Militär-Analysten von Rochan Consulting verfügen die ukrainischen Truppen bei ihrem Vorstoss über genügend Reserven. Das erlaubt ihnen, die sich im Rückzug befindenden russischen Truppen zu verfolgen, sodass diese keine potenten Verteidigungslinien aufbauen können.
Deshalb schreitet der ukrainische Gegenangriff im Süden der Ukraine in hohem Tempo voran. Ukrainische und russische Quellen bestätigen, dass die Ukraine das Dorf Dudschany am Westufer des Dnepr unter Kontrolle genommen hat. Innerhalb von wenigen Tagen hat sich damit die Frontlinie um über 40 Kilometer in Richtung Süden verschoben.
Die flache Steppe im Oblast Cherson bietet wenig bis gar keine natürlichen Verteidigungshilfen. Deshalb spekulieren Militärblogger, dass sich die russischen Einheiten schon bald tief in den Süden komplett hinter den Fluss Inhulez und über den Dnepr nach Nowa Kachowka zurückziehen könnten. Der Damm bei Nowa Kachowka ist allerdings beschädigt. Ob er für schweres Gerät weiter passierbar ist, wird stark bezweifelt.
In Nowa Kachowka beginnt der 1500 Kilometer lange Nord-Krim-Kanal, der bis zu seiner Sperrung 2014 jedes Jahr 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Dnepr in die Krim leitete. Wer Nowa Kachowka kontrolliert, kontrolliert auch die Wasserader der Krim. Deshalb wird spätestens an diesem strategisch wichtigen Punkt verstärkter Widerstand der russischen Besatzer erwartet.
Weiter westlich ist es den Ukrainern nach eigenen Angaben gelungen, zwei Ponton-Brücken in der Nähe der Antoniwka-Brücke vor Cherson zu zerstören. Ein potenzieller Rückzug über den Dnepr wird für die dort stationierten russischen Einheiten immer schwieriger – ebenso die Versorgung mit Waffen, Munition und Nahrungsmitteln. Auch die Antoniwka-Brücke ist nach HIMARS-Einschlägen nur noch für leichte Fahrzeuge benutzbar.
Im Nordosten der Ukraine drangen ukrainische Einheiten relativ ungehindert weiter in Richtung Osten vor. Allgemein wird erwartet, dass Russland entlang von Svatove und Kreminna eine neue Verteidigungslinie installiert. Die Verbindungsstrasse sei unter Kontrolle, heisst es von russischer Seite, die Ukrainer wollen sie indes bereits erobert haben. Die Angaben können unabhängig nicht geprüft werden.
(tog)
Die Einstufung der vor 90 Jahren gezielt herbeigeführten Hungersnot in der Ukraine als Völkermord durch den Bundestag ist von der ukrainischen Staatsführung ausdrücklich begrüsst worden. «Dies ist eine Entscheidung für Gerechtigkeit, für Wahrheit», sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwochabend in seiner täglichen Videoansprache. «Und das ist ein sehr wichtiges Signal für viele andere Länder der Welt, dass es dem russischen Revanchismus nicht gelingen wird, die Geschichte umzuschreiben.»