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Filmkritik: Im Schatten der Grossstadt16. Zurich Film Festival 2020
«Schau mal, Otter-Kacke!», ruft einer der Jungs, die in einem Bötchen durch das Moor schippern. Der älteste von Ihnen, Vali Enache, ist gerade dabei, einen jungen Schwan aus dem Dickicht zu ziehen. Nachdem er sich auf ihn gestürzt hat, lässt er ihn wieder frei und taucht kurze Zeit später mit einem soeben gefangenen Fisch im Mund unter die Wasseroberfläche. Hier sind die Enaches seit jeher zu Hause, leben alleine, bedürfnislos und einfach in einer Baracke inmitten eines 190 Hektare grossen Fleckens Natur. Unberührt von der gleich daran angrenzenden Grossstadtsiedlung.
Hier im Bukarester Stadtteil Văcărești wollte Diktator Ceaușescu einst ein Wasserreservoir errichten lassen. Das Vorhaben schlug fehl und die Gegend blieb bis heute unbebaut. Die Natur eroberte sich schliesslich das Gebiet zurück und blühte auf, weswegen es 2014 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Damit wiesen die Behörden auch die Familie Enache an, das Feld zu räumen. Deren Familienoberhaupt, das vor 18 Jahren aus der Zivilisation flüchtete und hier seine Kinder grosszog, denkt nicht im Traum daran, seine Heimat zu verlassen. Doch die Wahl hat er nicht.