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Wie Kinder den Zahnarzt wahrnehmen
Die Begriffe Zahnarztangst oder Zahnarztphobie werden oft verwendet, um starke negative Gefühle zu beschreiben, welche bei Kindern und Jugendlichen mit der Zahnbehandlung verbunden sind. DerartigeÄngstehabenindieserGruppeeinegeschätzte Prävalenz von etwa 9 %, wobei der Wert bei jüngeren Patienten noch höher ausfällt. Umgekehrt stellen zahnärztliche Verhaltensmanagementprobleme, die durch die Erfahrung des Zahnarztes bei der Kinderbehandlung definiert sind, einen Sammelbegriff für unkooperative und störende Verhaltenswei- sen dar, die zu einer Verzögerung der Behandlung führen oder diese unmöglich machen, und zwar ohne Rücksicht auf die Art des Verhaltens oder den zugrunde liegenden Mechanismus.
Die Bedeutung von Faktoren wie Schmerzen oder wahrgenommene mangelnde Kontrolle während der Behandlung, welche die Durchführung invasiver Maßnahmen, die Verabreichung von Injektionen oder das Arbeiten mit scharfen Schneideinstrumenten umfasst, wurde bereits ausführlich beschrieben. Es wurde festgestellt, dass bei Kindern schon vor dem ersten Besuch in einer zahnärztlichen Praxis eine Zahnarztangst besteht. Zu den Gründen zählen u. a.: große Variation in Alter, Kompetenz, Reife, Persönlichkeit, intellektuel- ler Kapazität, Temperament und Emotionen, Erfahrung, Mundgesundheit, Familienhintergrund, Erziehungsstile, Kultur oder elterliche Modellierung.
In der vorliegenden Studie sollte mit Hilfe der Eye-Tracking-Technologie untersucht werden, was Kinder am meisten registrieren, wenn sie den Zahn- arzt aufsuchen. Insgesamt 40 Kinder (21 weiblich, 19 männlich) betrachteten auf einem Computerbildschirm zehn Bilder von Zahnärzten unterschiedlichen Ge- schlechts und unterschiedlicher ethnischer Herkunft, welche unterschiedliche Kleidung trugen. Die Probanden waren zwischen 4 und 12 Jahre alt. Zum Einsatz kam die Eye-Tracking-Kamera Tobii X2-60, die die Blickrichtung der Kinder bei der Betrachtung der auf einem Bildschirm angezeigten Bilder verfolgte. Auf jedem Bild wurden Interessengebiete wie z. B. Augen, Mund oder Hemd vordefiniert. Zwischen den Zahnarztbildern wurden andere Bilder angezeigt. Gemessen wurden die Anzahl der Fixierungen durch die Probanden und die mittlere Fixationslänge für jedes Interessengebiet.
Die visuelle Beurteilung ergab, dass das Gesicht des Zahnarztes die höchste Konzentration an Fixierungen erzielte, gefolgt von der Kleidung. Für den Mundbereich wurden deutlich mehr Fixierungen als für die Augen gemessen. Neben der Anzahl der Fixierungen war auch die mittlere Fixationslänge für das Gesicht höher als für die Kleidung und für den Mundbereich höher als für die Augen. Bei Bildern mit ablenkenden Objekten (Distraktoren) wie Stiften und Krawatten ergaben sich mehr und längere Fixierungen als bei Bildern ohne Distraktoren.
Schlussfolgerungen: Die Kinder fixierten am meisten das Gesicht des Zahnarztes, vor allem den Mundbereich, gefolgt von der Kleidung. Die Distraktoren konnten den Blick der Probanden auf sich ziehen. Wichtig ist, dass Eye-Tracking ein effektives Instrument zur Beurteilung der Blickrichtung von Kindern auf die Zahnarztbilder war. Die Studie sollte Informationen darüber liefern, worauf Kinder sich konzentrieren, wenn sie einen Zahnarzt aufsuchen. Dies war bisher nicht bekannt und kann dazu beitr gen, dass Zahnärzte ihre Art der Präsentation und Interaktion mit kindlichen Patienten modifizieren.
Celine G, Cho V, Kogan A, Anthonappa R, Kin N. Eye-tracking in dentistry: What do children notice in the dentist? J Dent 2018;78:72-75.
Additive Herstellung von Keramik
In der Zahnmedizin wird die Herstellung von Zahnersatz zunehmend automatisiert. Computergestütztes Design (CAD) und/oder computergestützte Fertigung (CAM) setzen sich in den Bereichen Medizin und Zahnmedizin immer mehr durch. Diese Werkzeuge kommen im Allgemeinen bei der Herstellung von Zahnersatz in Fertigungszentren zum Einsatz, wobei das Material aus einem Block entfernt wird, um das Werkstück mit der gewünschten Form zu erhalten. DieTechnik nennt man subtraktive Fertigung.
Eine wachsende Verbreitung erfährt heutzutage die additive Fertigung, auch als 3-D-Druck bezeichnet, die es ermöglicht,Teile durch schichtweises Hinzufügen von Materialien auf der Grundlage eines computergestützten 3-D-Modells aufzubauen. Mit dieser Technologie können Teile aller Materialklassen (Metalle, Polymere, Keramiken und Verbundwerk- stoffe) einschließlich Materialien biologischen Ursprungs hergestellt werden. Der Fokus der additiven Fertigung hat sich von der Prototypenfertigung zur schnellen Herstellung kleiner und mittlerer Mengen von Endprodukten entwickelt.
Das Hauptziel der vorliegenden Literaturübersicht war es, eine detaillierte und umfassende Beschrei- bung der Arbeiten zu liefern, welche im letzten Jahr- zehnt über die additive Fertigung von keramischen Materialien mit Anwendungsmöglichkeiten in der Zahnmedizin veröffentlicht wurden. Zu diesem The- ma erfolgte eine Suche in den Online-Datenbanken Web of Knowledge, Science Direct und PubMed. Ver- öffentlichte Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2018 wurden gesammelt, analysiert und die relevanten Publikationen für die Aufnahme in diese Übersicht ausgewählt.
Keramische Materialien werden aufgrund ihrer Biokompatibilität, ihrer chemischen Stabilität sowie ihrer mechanischen und ästhetischen Eigenschaften in der Zahnmedizin verwendet, um beschädigte oder fehlende Zähne zu restaurieren bzw. zu ersetzen. Allerdings gibt es einige Herausforderungen in Bezug auf die Verarbeitung und die klinische Leistung dieser Materialien. Wegen ihrer Sprödigkeit ist eine sehr strenge Kontrolle des Herstellungsprozesses erforderlich, um Zahnersatz mit ausreichenden mechanischen Eigenschaften zu erhalten. Die additive Fertigung ist eine neue Technologie, die eine interessante und praktikable Alternative zu den her- kömmlichen subtraktiven Methoden darstellt. Sie ermöglicht die Produktion von kundenspezifischen komplexen 3-D-Teilen auf eine nachhaltigere und kostengünstigere Weise. Die additive Fertigung von Keramiken kann mit einer Vielzahl von Methoden erreicht werden.
Schlussfolgerungen: Es gibt keine perfekte Technologie für alle Materialien/Anwendungen, die allein in der Lage wäre, sämtlichen Besonderheiten und Bedürfnissen eines jeden Patienten gerecht zu werden. Obwohl sehr vielversprechend, bleibt die additive Fertigung von keramischen Dentalmaterialien wenig untersucht, und es sind weitere Studien erforderlich, um ihre Verbreitung in der Zahnmedizin zu fördern. Heute sind subtraktive Verfahren noch wesentlich effizienter und kostengünstiger.
Galante R, Figueiredo-Pina CG, Serro AP. Additive manufacturing of ceramics for dental applications: A review. Dent Mater 2019 Apr 1 [Epub ahead of print].