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Armensee, armes Dorf ?
Wie bereits erwähnt hiess das Dorf nicht immer Ermensee. Ganz früher hiess es noch Armensee. Ermensee war früher ein eher armes Dorf. Ohne Lehrabschluss und ohne Bauernhof musste man regelrecht ums Überleben kämpfen. Im Dorf gab es keine Industrie oder Fabriken, die meisten Leute arbeiteten als Landwirt oder besassen eine Käserei, einen Salzladen, arbeiteten als Müller oder als Metzger. In Ermensee gab es früher zwei Metzger mit dem gleichen Namen. Beide hiessen Hans Stutz. Diese unterschied man wie immer in Ermensee mit Über-Namen. Einer hiess Bahnhöfli-Stutz und der andere Kundenmetzger-Stutz. Bahnhöfli Stutz war bekannt für die besten Würste in der Region.
Die Leute früher mussten zum Teil mit einem Monatslohn von 100 Franken zurechtkommen. In einem landwirtschaftlichen Betrieb reichten früher vier bis fünf Kühe, um genügend Geld zu verdienen, heute braucht man bereits über dreissig Kühe in einem Betrieb. In Ermensee gab es Berufe, die heute fast ausgestorben sind, z.B. Müller, Käser, Küfer, Wagner oder Metzger. Die Ermenseer Bevölkerung war im grossen und ganzen doch sehr arm. Trotz allem hatte das Dorf dank dem Aabach genügend Wasser und dank dem Wald, dem Erlosen, genügend Holz. Der Baldeggersee kam früher mal bis an den Rand des heutigen Herrenberges, Ermensee hatte zu dieser Zeit sehr viele Sodbrunnen in den Böden, doch nach der Absenkung des Baldeggersees wurden diese und auch die drei Mühlen, die das Dorf hatte, nicht mehr oft genutzt.
Ermensee hatte früher jedoch eine Wirtschaft, in denen die Leute essen konnten oder nach einem anstrengenden Tag etwas trinken gehen konnten.
Dieses Restaurant steht heutzutage immer noch, jedoch ist es leider nicht mehr in Betrieb.
In Ermensee gab es im Jahre 1849 einen Dorfbrand, der fast alle Häuser damals von der heutigen Sägerei bis zum damaligen Dorfplatz zerstört hatte. Heute sieht man gut, welche Häuser vom Brand betroffen waren. Erkennbar sei dies an den moderneren Bauten.