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Marktformen
In
der Region Basel erscheint nur eine Tageszeitung. Die
"Basler Zeitung" hat das Monopol. Der
Zeitungsleser in der Region Basel hat keine Wahl, wenn er
eine lokale Tageszeitung lesen will. Er kann nur die
"Basler Zeitung" lesen. Und wer ein Inserat in
einer lokalen Tageszeitung aufgeben will, der kann dieses
Inserat nur in der "Basler Zeitung" plazieren.
Der Zürcher Zeitungsleser hat die Wahl zwischen dem
"Tages-Anzeiger" und der "Neuen Zürcher
Zeitung". Es hat in Zürich zwei Anbieter einer
Tages-Zeitung und zwei Nachfrager nach Inseraten. Die
beiden Tageszeitungen stehen in Konkurrenz. Ein Duopol
kämpft um die Gunst der Leser und Inserenten. In beiden
Regionen gibt es aber noch Gratisanzeiger,
Wochenzeitungen, die Boulevard-Presse, also eine grosse
Zahl von nicht homogenen Konkurrenten. So wie es sehr
viele Zeitungsleser gibt, so gibt es auch viele Zeitungen
verschiedenster Art.Eine ähnliche Situation besteht im
Zeitschriftenmarkt. Wer sich für Computer interessiert,
hat die Auswahl zwischen einem Dutzend
Computerzeitschriften. Wer sich hingegen gezielt in der
englischen Sprache weiterbilden möchte, hat nur die
Möglichkeit, das "Spotlite" zu kaufen.
Das Polypol
Beim Polypol sind sehr viele Anbieter und sehr viele Nachfrager des gleichen Gutes auf dem Markt. Der Marktanteil des einzelnen Anbieters ist sehr klein, atomistisch. Man spricht deshalb auch von atomistischer Konkurrenz. Auch die Menge, welche der einzelne Nachfrager beschaffen will, ist im Vergleich zur Gesamtnachfrage unbedeutend.
Die Preisbildung im Polypol bei vollkommener Konkurrenz
Der Marktpreis für ein bestimmtes Gut bildet sich aufgrund der Nachfrage und des Angebots für dieses Gut. Der so entstehende Marktpreis ist ein Gleichgewichtspreis. Jeder Anbieter, der gewillt ist, zu diesem Preis zu verkaufen, findet für seine Güter einen Käufer. Und jeder Nachfrager, der bereit ist, den Marktpreis zu bezahlen, bekommt die von ihm gewünschte Ware. Diktiert der Staat oder ein Verband einen Preis, der über dem Marktpreis liegt, entsteht ein Angebotsüberhang. Es wird eine grössere Menge angeboten als nachgefragt. Produzenten, die zum diktierten Preis verkaufen wollen, finden keine Abnehmer. Umgekehrt, wird vom Staat ein Preis verordnet, der unter dem Marktpreis liegt, entsteht ein Nachfrageüberhang. Einzelne Käufer finden keine Güter auf dem Markt, obwohl sie bereit sind, den verordneten Preis zu bezahlen. Bei landwirtschaftlichen Gütern, z.B. bei Milch oder Fleisch, tendieren Staaten dazu, den Landwirten Preise zu garantieren, die über dem Marktpreis liegen. Die "Milchschwemme", bzw. der "Fleischberg" sind die Folgen dieser staatlichen Preisfestsetzung. Auf dem Wohnungsmarkt wurden vom Staat zeitweise Mieten vorgeschrieben, die unter den Marktmieten lagen. Eine Folge davon war der Wohnunsmangel.
Der Preis bildet sich zwar im Wettbewerb aller Marktteilnehmer, jedoch der einzelne hat auf ihn keinen direkten Einfluss. Für den einzelnen Anbieter oder Nachfrager in einem Polypol mit vollkommener Konkurrenz ist der Marktpreis eine gegebene Grösse, die er als festes Datum bei seinem Kaufs- oder Verkaufsentscheid einbeziehen muss. Verlangt ein Anbieter einen höhern Preis als der Marktpreis, findet er keinen Käufer. Verlangt ein Anbieter einen tiefern Preis als der Marktpreis, handelt er vernunftswidrig. Niemand verkauft ein Gut zu einem tiefern Preis, wenn er problemlos einen höheren erzielen kann. Das gleiche gilt für den Nachfrager. Auch für den einzelnen Nachfrager ist der Preis bei vollkommener Konkurrenz ein Plandatum. Auch er kann nur bestimmen, wieviel er beim gegebenen Marktpreis kaufen will. Wie der Anbieter ist auch der Nachfrager ein Mengenanpasser. Beide müssen den gegebenen Marktpreis akzeptieren, sie können aber entscheiden, welche Menge des Gutes sie beim gegebenen Marktpreis anbieten oder nachfragen wollen. Der Entscheid über die Menge hängt beim Anbieter von den Kosten, beim Nachfrager vom Nutzen ab. Es lohnt sich für den Anbieter solange, zusätzliche Mengeneinheiten anzubieten, als deren Kosten unter dem Marktpreis bleiben. Sobald eine zusätzliche Mengeneinheit mehr kostet als sie einbringt (die Grenzkosten höher sind als der Grenzerlös), wird er sie nicht mehr anbieten. Dem Nachfrager bringt jede zusätzliche Mengeneinheit eines Gutes einen geringern Nutzen. Sinkt der Grenznutzen, also der Nutzen einer zusätzlichen Mengeneinheit unter den Marktpreis, wird für den Nachfrager die Beschaffung unwirtschaftlich. Er hört auf, weitere Mengeneinheiten nachzufragen.