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Zu diesen Strukturanpassungsprogrammen zitieren wir folgendes Zitat aus dem Buch: "Nach ihrem geheimnisvollen Gelächter wechselten sie schnell das Thema. Wie überleben die Menschen zu Hause das Strukturanpassungsprogramm" (Fidelis Balogun).
In den ersten Kapiteln des Buches: Die urbane Wende, Die Ausbreitung der Slums und der Verrat des Staates bezeichnet werden, werden die Ursprünge und die gewohnten Verhältnisse der Slums thematisiert. Die Vergrösserung der Slums mittels Zahlen und Tabellen lassen die Leserin bzw. den Leser erschrecken.
Eine unglaubliche Anzahl Millionen Menschen lebt gegenwärtig in Slums. Die Ursache dieses Übels liegt in der Städtepolitik der führenden Nationen, an so genannten Hilfsprojekten und weit darüber Hinaus. Festzustellen bleibt jedoch der rasante Anstieg der Slumbevölkerung in einer kurzen Zeitspanne.
In den weiteren Kapitel wird der alltägliche Überlebenskampf in den Slums beschrieben. So zum Beispiel der Bestand von Toiletten, die Versorgung mit Trinkwasser und die Unmengen von Müll. Die Bewohner leiden dadurch an Krankheiten.
Laut der Gesundheitsexpertin Eileen Stillwaggon sterben jeden Tag weltweit 30′000 Menschen an Krankheiten, die mit der Wasserversorgung, der Abfallentsorgung und Müll zusammenhängen und 75 Prozent aller Krankheiten ausmachen, an denen die Menschheit leidet. Auch werden die mickrigen Wohnverhältnisse aufgezeigt, so leben teils mehrere Familien in einem Raum mit extrem kleiner Grösse.
Weiter zeigt der Autor auf, wie Slums immer wieder Mittels Gewalt geräumt werden um den Reichen Platz zu bieten, oder die Stadt für ein Ereignis schöner darzustellen. Die Slums treiben die Landspekulationen und die damit verbundenen Räumungen voran.
So werden teilweise mehrere Hunderttausend Menschen vertrieben, welche sich danach noch weiter am Stadtrand ansiedeln müssen. Häufig geschieht dies in der Nähe von Fabriken, neben Hängen die von Erdrutschen gefährdet sind, neben vergifteten Flüssen usw. So werden die schon schlimmen Wohnzustände häufig noch verschlimmert.
Die SlumbewohnerInnen sind sich ihrer Situation nie sicher. In einem Kapitel zeigt Davis auf welche BewohnerInnen bei Naturkatastrophen und auch grössere Fabrikunfälle zu leiden haben. Diese Ereignisse finden sich perverser Weise nicht immer in der westlichen Presse wieder.
Das Buch beinhaltet eine ausführliche Quellenangabe, welche dem/der LeserIn genügend weiterführende Literatur bietet. Nebenbei werden viele Zahlen Angaben mittels Tabellen ersichtlich dargestellt. Des Weiteren gibt es einige schwarzweiss Fotografien von diversen Slums. Teilweise sind diese Fotografien sogar aus dem Jahre 2007.
Wer sich mit dem Thema Slums, Städteentwicklung, Städteplanung, Armut, Ausbeutung usw. auseinandersetzen möchte findet in dem Buch sicherlich mehr als genügend interessante Informationen.
Mike Davis: Planet Slums. Assoziation A Verlag, Berlin 2007. 247 Seiten, 24.00 SFr, ISBN 978-1844671601