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Das bescheidene Sträusschen links ist ein Beispiel aus eigenem Fundus, um die unglaubliche Feinheit handgemachter Strohgarnituren zu zeigen.
Wer mehr sehen und erfahren möchte, der sollte unbedingt das "Strohmuseum im Park" in Wohlen (Aargau) besuchen, welches sich der Geschichte der Freiämter Hutgeflechtindustrie widmet.
Es ist kaum zu glauben, was tausende von Heimarbeiterinnen an allerfeinsten Hutgarnituren schufen, die in keiner anderen Region zu dieser Zeit an Filigranität übertroffen wurden!
Ein Museum, welches die Geschichte der Stroh-Industrie und -Verarbeitung im Valle Onsernone vermittelt, ist das kleine Museo Onsernonese in Loco.
Dort diente Roggen als Rohstoff, der überall im Tal, wo immer es nur möglich war, auf den zahlreichen Terrassen rund um die Dörfer, angebaut wurde. Eine Sorte, die im Herbst ausgesäht wurde, lieferte Halme von 1.80m Länge, eine andere, die im März gesäht wurde, erreichte die Länge von 1m.
In verschiedenen Schritten wurden die Halme geschnitten, gebleicht und präpariert, damit die Talbewohner sie später zu Strohbändern flechten konnten.
"Alle im Onsernone - Frauen, Kinder, Männer - flechten Strohbänder und nähen sie zu Hüten, so dass das ganze Tal eine einzige Strohhutfabrik ist.
Von den Frauen sagt man, dass sie bei jeder Gelegenheit flechten, ja sogar noch eine Weile nach dem Einschlafen."
(Karl Viktor v. Bonstetten 1796)
Auch heute noch sind solch geflochtene Strohbänder, Mottelets genant, ein wunderbares Material zur Herstellung von Strohhüten, doch leider wird es immer schwieriger, sie zu erhalten.