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Alt Bundeskanzler Walter Buser ist verstorben
Bern, 21.08.2019 - Der Bundesrat und die Bundeskanzlei haben mit aufrichtiger Anteilnahme auf den Tod von alt Bundeskanzler Walter Buser (93) reagiert. Er war der erste und einzige Bundeskanzler der SP. Während seiner Amtszeit von 1981 bis 1991 reformierte er das Abstimmungsverfahren für Volksinitiativen und modernisierte die Bundeskanzlei. Bundesrat und Bundeskanzlei sprechen der Trauerfamilie ihr tief empfundenes Mitgefühl aus.
Walter Buser wurde 1926 geboren. Der Sohn eines Baselbieter Landwirts besuchte in Basel das Gymnasium und studierte danach in Basel und Bern Rechtswissenschaften. Ab 1950 arbeitete er nebst dem Studium als Rechtskonsulent und Redaktor bei sozialdemokratischen Tageszeitungen – von 1956 bis 1962 war er Chef der "Sozialdemokratischen Bundeshauskorrespondenz". Das Studium schloss er 1958 mit einer rechtshistorischen Doktorarbeit ab. 1977 wurde Buser ausserordentlicher Professor für öffentliches Recht (insbesondere für Verwaltungsrecht des Bundes) an der Universität Basel.
Walter Buser trat 1965 in die Bundesverwaltung ein und war zuerst drei Jahre lang Leiter des Rechts- und Informationsdienstes des Eidgenössischen Departements des Innern. 1968 wurde er zum Vizekanzler gewählt und kam zur Bundeskanzlei, wo er für die Rechtsdienste und die Information zuständig war. 1981 setzte er sich in einer Kampfwahl gegen Konkurrenten der CVP und der SVP durch und wurde zum ersten Bundeskanzler der SP gewählt.
Als ehemaliger Mitarbeiter von sozialdemokratischen Zeitungen und Chefredaktor der «Sozialdemokratischen Bundeshauskorrespondenz» war Walter Buser ein kommunikativer Bundeskanzler und führte regelmässige Pressekonferenzen ein. Er stand hinter Broschüren wie «Der Bund – kurz erklärt», die in einfacher Sprache das Schweizer Staatssystem erklären. Auch gründete er die Schweizerische Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen (SIKOV) und war deren Ehrenpräsident. Er schuf die Sektion Terminologie, die in enger Zusammenarbeit mit europäischen Instanzen den Fachwortschatz der Rechtsetzung so analysiert und aufbereitet, dass elektronisch gestützte Übersetzungen möglich werden. Zudem reformierte er das Abstimmungsverfahren für Volksinitiativen mit Gegenentwurf: Die Verfassungsänderung zur Einführung des doppelten Ja wurde in der Volksabstimmung vom 5. April 1987 angenommen.
Neben seiner administrativen Laufbahn publizierte Walter Buser immer wieder zu Fragen der Rechtsetzung, zu den Funktionen der Bundesbehörden und zur Verwaltungskontrolle. Buser pflegte zu Parlamentsmitgliedern und Medienleuten verschiedenster Herkunft ausgezeichnete Beziehungen. 1983 wurde er bei der Ersatzwahl für den im Amt verstorbenen sozialdemokratischen Bundesrat Willy Ritschard als Nachfolgekandidat ins Spiel gebracht, was er indessen ablehnte. Gewählt wurde daraufhin Otto Stich.
Walter Buser war zehn Jahre lang Bundeskanzler und trat 1991 mit Erreichen des Pensionsalters zurück. 1993 wurde er Präsident des Forum Helveticum, das die sprachkulturelle Verständigung zwischen den Sprachregionen in der Schweiz zum Ziel hat.
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Letzte Änderung 20.04.2018