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Die hier zusammengestellten Arbeiten zu Hegels Phänomenologie des Geistes sollen den Zugang zu einem Werk erleichtern, das zu den schwierigsten innerhalb der Philosophiegeschichte zählt. Die von den Herausgebern getroffene Auswahl von Aufsätzen aus einer Fülle von Literatur zu Hegel orientiert sich an dem Gedanken, für einige Probleme der Phänomenologie Modelle möglicher Interpretation anzubieten.
Der Materialband zur PG ist ganz okay. Ich hatte eigentlich gehofft, die unmittelbaren Zeitstimmen Hegels zu lesen, einen Schopenhauer oder einen Nietzsche oder Marx (sofern diese zur PG überhaupt explizit Stellung nahmen). Texte werden hier aber von anderen - wenn auch nicht unbedeutsamen - Autoren geliefert. So z.B. vom... Der Materialband zur PG ist ganz okay. Ich hatte eigentlich gehofft, die unmittelbaren Zeitstimmen Hegels zu lesen, einen Schopenhauer oder einen Nietzsche oder Marx (sofern diese zur PG überhaupt explizit Stellung nahmen). Texte werden hier aber von anderen - wenn auch nicht unbedeutsamen - Autoren geliefert. So z.B. vom Heidegger-Schüler Gadamer, vom Hegelexperten Kojève und auch vom Linksintellektuellen Lukács. Die fünf Oberthemen sind "Das Programm der Phänomenologie", "Dialektik des Bewusstseins", "Herrschaft und Knechtschaft", "Zeitkritik und Geschichtsbegriff" und "Komposition und Systematik der Phänomenologie". Somit werden also sowohl Inhalt als auch Form der PG durchleuchtet. Vielleicht erst zu den letzteren (formanalysierenden) Texten. Fulda geht hier explizit auf die Logik der PG ein und gibt zwei Strukturen an, einerseits die des Daseins (vom unbestimmten Dasein bis zum reinen Begriff bzw. der reinen Idee) und die Reihe der Weisen des Ansich ausgehend vom Sein. Pöggeler erwähnt inhaltlich die unbedingte, wahrhafte Erfahrung, die Hegel zu klären versucht, weg also von der Kantischen Trennung von Erkennen und Gegenstand. Dies erinnert unfreiwillig an den plotinischen Gedanken der Koinzidenz von Sein und Denken. Wir kommen daher auf die Programmatik der Phänomenologie zu sprechen. Wieland schreibt in seinem Aufsatz "Hegels Dialektik der sinnlichen Gewissheit" das Hegel nicht versucht, "das Bewusstsein auf Grund dieser Tatsache [dass es nicht aus sich selbst heraus verständlich sei] aus einem höheren Prinzip zu deduzieren, sondern er sucht einen Weg, der es dem unmittelbaren Bewusstsein gestattet, seine Abhängigkeiten und Verflechtungen schrittweise selbst einzusehen." Er bestätigt Pöggeler in gewisser Weise: "Die sinnliche Gewissheit behauptet kraft ihrer Unmittelbarkeit die wahrhafteste Erkenntnis zu sein." Sinnliche Gewissheit ist nach Kojève "die elementarste Form des Bewusstseins, der Erkenntnis des Seins und seiner Offenbarung durch das Wort". Dabei erklärt er ganz richtig, dass das Ich in der Anschauung des Dinges selbstvergessen, im Denken also ichlos ist, wohingegen in der Begierde, das Selbst bewusst werde. Und wenn Begierde nach dem angeschauten oder anzuschauenden Ding ist, erinnert das Ich sich an sich. Zur Herr-Knecht-Dialektik wird zudem einiges gesagt, sie ist wohl auch Hegels gegenwärtigstes "Geisteserbe". Ein Prinzip das wir immer wieder hervorholen, wenn These und Antithese sich in der Synthese aufheben. Als abstraktes Prinzip möge dieses Erbe wohl auch seinen berechtigen (Be-)Stand haben. Lesen wir Tolstois "Herr und Knecht" verstehen wir das gegenseitig Zwingende von These und Antithese. Aber schwierig wird der Gedanke schon eher, wenn im Linkshegelianismus unter der Prämisse eines historischen Determinismus ein solches, "vom Kopf wieder auf die Füße gestelltes" Prinzip synthetisierend und also formvollendend wirksam werden soll(te). Hegels Dialektik ist eine ganz einfache Logik: omnis determinatio est negatio, d.h. alle Bestimmung ist ihre Negation. Ist dieser Satz fundamental geltend, also axiomatisch, so enthalten alle Sätze ihre Negation schon implizit. Zum Abschluss also kann gesagt werden, dass das Buch einiges an der PG verständlicher macht und zugleich aber weitere Fragen aufwirft.