Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03147.jsonl.gz/1961

In einer auf 100 % biologische Bewirtschaftung umgestellten Schweizer Landwirtschaft würde die Anzahl der Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe von heute 383 auf 107 (28 %) reduziert. Von den verbleibenden 107 Wirkstoffen sind 66 lebende Organismen, 15 Pheromone und 26 Substanzen wie Pflanzenextrakte, Schwefel und Kupfer. Im Ackerbau (23,6 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN)) würde gemäss dem Szenario «100 % Biolandbau» weitgehend auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) verzichtet und dort 98,5 % der gegenwärtig verwendeten Menge an PSM eingespart. In den Spezialkulturen Obst-, Wein- Gemüsebau und Kartoffeln (3 % der LN) würden 20 % PSM eingespart und organische Pestizide («chemisch-synthetische Pestizide») ersetzt. Im Grünland (rund 70 % der LN) würden keine PSM mehr eingesetzt. Wegen der grossen Bedeutung des direkten Pflanzenschutzes in den Spezialkulturen reduzieren sich die Gesamtmengen an PSM vorerst nur um 51 %. Nicht berücksichtigt wurden dabei aber Änderungen in den Fruchtfolgen und bei der Wahl der Sorten. Im Szenario 100 % Biolandbau wäre ein starker Rückgang der Kontaminationen von Fliessgewässern, Grundwasser und Nahrungsmitteln mit organischen Pestiziden zu erwarten. Veränderte Anbaumethoden würden zu besseren Ökosystemleistungen wie Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit beitragen, dennoch wären geringere Flächenerträge wahrscheinlich. Die Chancen und Herausforderungen bezüglich Anbau, Umwelt und Markt sollten in einer erweiterten Studie abgeklärt werden.
Wer Biodiversität in der Landwirtschaft mittels ergebnisorientierter Programme fördern will, braucht aussagekräftige Indikatoren. Ein Überblick über vorgeschlagene und verwendete Indikatoren zeigt Entwicklungen und Herausforderungen auf.
Sind tierische Lebensmittel Freund oder Feind? Dies hängt von den Bedürfnissen der Konsumierenden und von den lokalen Produktionsbedingungen ab, wie eine grosse Übersichtsstudie mit Beteiligung von Agroscope aufzeigt.
Im Gemüsebau ist es üblich, Ernterückstände auf dem Feld zu belassen. Werden sie entfernt, so sinkt die Stickstoffauswaschung deutlich. Dies zeigen Messungen von Agroscope.