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Im 15. Jahrhundert stand Basel als Stadt im Herzen Europas des öfteren zwischen den Fronten, und immer wenn Gefahr drohte, wurden einzelne Stellen der Stadtmauern ausgebessert oder umgebaut. So verzeichnete das städtische Ausgabenbuch jährlich kleinere oder grössere Summen auch für Arbeiten an den Befestigungsanlagen. Doch während man sich andernorts um passende Antworten auf die Entwicklung der Feuerwaffen bemühte, brachte die zögerliche Basler Regierung im Befestigungsbau eher nur Flickwerk zustande.
Als sich 1439 - erst 40 Jahre nach Fertigstellung des äusseren Mauerrings - der Konflikt zwischen Basel und dem österreichisch gesinnten Adel in der Umgebung zuspitzte, nahm die Stadt erstmals eine grössere Verstärkung der Wehranlagen in Angriff. Man brach neue Schusslöcher für Büchsen und Kanonen in die äussere Stadtmauer, verrammelte alle Tore ausser das Spalen- und Aeschentor und errichtete vor dem Steinen-, Spalen- und Bläsitor provisorische Bollwerke, hinter oder vor der Mauer aufgeschüttete Verteidigungsplattformen. Die Stadtgräben wurden geräumt, und auf dem Feld vor der Stadtmauer riss man, sehr zum Ärger der Bürger, Zäune, Garten- und Rebhäuschen, Bäume und Hecken ab, um ein freies Schussfeld zu haben.
Im Hinblick auf eine drohende kriegerische Auseinandersetzung mit dem Herzogtum Burgund fand der nächste grössere Ausbau statt. Bis 1473 waren alle sieben Tortürme Gross- und Kleinbasels mit sogenannten 'Vorwerken' ausgestattet. Dies waren vorstehende Gebäudeteile, die auf der Feldseite ans Tor anschlossen und sowohl gedeckt als auch nach oben offen sein konnten. Sie bildeten ein weiteres Schutzelement vor den Toren, die als eigentliche Schwachpunkte der Stadtbefestigung galten, sind aber nicht zu verwechseln mit den Torvorhöfen, die auf der Grabenaussenseite lagen. Das St. Alban-Tor erhielt ein in den Graben gebautes, nach offenes Vorwerk, das bis zum ersten Stockwerk reichte. Zusätzlich überspannte nun einen Bogenbrücke den Graben, unter der sich ein Keller befand; dieser Keller wurde zu späterem Zeitpunkt zu einer 'Wolfsgrube' umgestaltet. Als solche war er mit spitzen Pfählen versehen, in die die Angreifer fielen, wenn sie versuchten, die Brücke zu überqueren. Beim Aeschentor wurde nun mit dem Bau eines Vorwerks eine Zugbrücke installiert. Das Vorwerk war zunächst gegen oben offen, später wurde es überdacht, wie es beim Steinentor von Anfang an der Fall war. Das Spalentor hatte vermutlich schon vor 1473 ein Vorwerk; errichtet war es auf einem Damm im Graben, wodurch dessen Breite verringert wurde, was wiederum den Bau einer Zugbrücke erlaubte. Dies gilt wohl auch für das St. Johanns-Tor; dieses hatte allerdings schon vorher einen zwingerartigen, gedeckten Vorbau, um das auf der Aussenseite angebrachte Fallgatter zu schützen.
Im genannten Zeitraum wurden nicht nur Vorwerke gebaut. Die Stadtmauer insgesamt wurde überholt, ohne dass jedoch Einzelheiten darüber bekannt wären. Ähnliches geschah 1491, im Vorfeld des Schwabenkrieges, als auch die Türme mit neuen Geschützen ausgestattet wurden.Quellen:
- Fischer 2007: 59f.