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Daten der Federal Reserve Bank of New York zufolge sank das Volumen neuer Auto-Kredite an so genannte Subprime-Kreditnehmer im ersten Quartal auf 25,9 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro). Das ist der niedrigste Wert in zwei Jahren.
Fahrer mit einer Bonitäts-Punktezahl von unter 620 standen hinter weniger als 20 Prozent aller Neukredite, verglichen mit fast 30 Prozent vor einem Jahrzehnt. Auf das Konto von Darlehensnehmern mit der bestmöglichen Punktezahl – 760 oder mehr – ging im ersten Quartal fast ein Drittel aller neuen Kredite - wohl nicht zuletzt deshalb, weil viele Banken sichere Kreditgeschäfte bevorzugen.
In den USA bewerten verschiedene Dienstleister die Kreditwürdigkeit der Bürger, basierend auf verschiedenen Daten. Je höher die Punktezahl ist, desto besser stehen die Chancen für die Genehmigung von Darlehen oder Kreditkarten.
Die Autoindustrie reagiert
Banken wie beispielsweise Fifth Third Bank hatten zuletzt ihre Kreditbücher verkleinert und risikoreichere Darlehen zurückgefahren als das Volumen überfälliger Auto-Kredite in die Höhe schnellte. Der Anteil von Fahrzeug-Finanzierungen mit einem Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen war im ersten Quartal auf 3,82 Prozent gestiegen - die höchste Quote in vier Jahren.
Während Vorsicht eine gute Strategie für die Banken sein mag, so schafft sie doch keinesfalls eine Entspannung für die Lage bei den Fahrzeugbauern. Sie hatten sich auf billige Kredite verlassen, um einen siebenjährigen Boom bei den Absatzzahlen zu befeuern.
Jetzt erhöhen sie die Rabatte und senken die Produktion, um den anschwellenden Fahrzeugbestand in den Autohäusern anzugehen. Ford erklärte, der Konzern werde 1400 Stellen in Nordamerika und Asien streichen, um die Gewinne zu verbessern. Im April hatte die US-Autobranche den vierten monatlichen Rückgang in Folge bei Fahrzeugverkäufen verzeichnen müssen, nachdem sie 2016 noch ein Rekordjahr erkämpfen konnte.
Distanzierung von schwächeren Kreditnehmern
Die strengere Kreditvergabe "ist ein grosses Hindernis für die künftige Stärke beim Autoabsatz", sagte Yelena Shulyatyeva, US-Ökonomin bei Bloomberg Intelligence. "Ein Grossteil dieser Nachfrage war von lockeren Kredit-Standards angetrieben worden."
Ally Financial, deren Kreditbuch nach Schätzungen von Bloomberg Intelligence zu 55 Prozent aus Auto-Darlehen besteht, ist eine jener Banken, die derzeit versuchen, sich von schwächeren Kreditnehmern zu distanzieren. Der Anteil der Auto-Darlehen an Kreditnehmern ohne Bonitätspunkte oder mit einem Wert von 619 oder darunter ist im ersten Quartal auf 15,7 Prozent gesunken, nach 17,8 Prozent im Vorjahreszeitraum
"Wir trennen uns von den Teilen unseres Buchs, die sich unterdurchschnittlich entwickeln", erklärte Jeff Brown, Vorstandschef des Kreditgebers aus Detroit, unlängst in einem Interview mit Bloomberg. "Wir stellen fest, dass die Verkäufe ziemlich stark waren, dass die Kredite ziemlich stabil waren – und all das befindet sich jetzt im Umbruch."
(Bloomberg)