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Von der NHL zum NLB-Aufsteiger beim EVZ: Die tschechische Eishockey-Legende Ivan Hlinka war von 1983-85 die Attraktion in Zug.
Die Verpflichtung des tschechischen Superstars ist bis heute eine der grössten "Transferbomben" in der EVZ-Geschichte. Der mehrfache Weltmeister war neben Vaclav Nedomansky schon damals das grösste Idol in seiner Heimat. 1981 durfte er zusammen mit Nationalmannschaftkollege Jiri Bubla als erster Spieler mit der offiziellen Erlaubnis der Regierung in die NHL und begeisterte die kanadischen Fans in Vancouver von 1981-1983 mit 136 Punkten in 137 Spielen.
Und dann der Wechsel von Vancouver zum EVZ, von der NHL in die zweithöchste Schweizer Liga!? EVZ-Trainer Frantisek Dum und Zuger Arzt Josef Havlik, damals Sportchef beim EVZ, hatten ihren prominenten Landsmann dank guten Beziehungen für den Karriereabschluss in der Innerschweiz gewinnen können. Frantisek Dum stammte wie Ivan Hlinka aus Litvinov und hatte den EVZ ein Jahr zuvor als Headcoach aus der 1. Liga wieder in die Nationalliga B geführt.
Im September 1983 lief Ivan Hlinka mit der Nummer 14 erstmals ins Hertistadion ein. Zwar schon 33 Jahre alt und nicht mehr der Schnellste, aber mit einer Stocktechnik und Übersicht, wie man sie beim EVZ seit den Zeiten von Jorma Peltonen nicht mehr gesehen hatte. Es brauchte einige Zeit, bis sich der neue Starstürmer daran gewöhnt hatte, dass es meistens zwei Gegenspieler nur auf ihn abgesehen hatten und er in den eigenen Reihen keinen gleichwertigen Partner finden konnte. Das änderte sich mit der nachträglichen Verpflichtung von Steven Allen Jensen. In der Sturmreihe mit dem amerikanischen NHL-Stürmer und Zdenek Volejnicek, einem Einheimischen mit tschechischen Wurzeln, produzierte er in seinen zwei Zuger Saisons über zwei Scorerpunkte pro Spiel.
1985 kehrte Ivan Hlinka zusammen mit Frantisek Dum nach Tschechien zurück und startete als Trainer eine ebenso erfolgreiche Karriere wie als Spieler. Am 16. August 2004 wurde der in seiner Heimat längst zum Nationalhelden aufgestiegene Hlinka in Karlovy Vary für sein Lebenswerk geehrt und mit dem Titel "Tschechische Eishockeylegende" ausgezeichnet. Auf der Rückfahrt nach Prag prallte er mit seinem Wagen frontal in einen Lastwagen, der auf die Gegenfahrbahn geraten war und erlag noch am selben Tag seinen schweren Verletzungen. Tschechien war geschockt und ehrte seinen beliebtesten Sportler mit einem Staatsbegräbnis. Die Trauerrede hielt Staatspräsident Vàclav Klaus persönlich.
|Anzahl Tore||70|
|Anzahl Assists||92|
|Anzahl Spiele||80|