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Der Klimawandel stellt eine wichtige Herausforderung für die Landwirtschaft dar. Von ihr wird erwartet, dass sie durch Reduktion von Treibhausgasemissionen einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Gleichzeitig ist sie gefordert, ihre Produktion vorausschauend an die Veränderung des Klimas anzupassen, indem sie Chancen nutzt und negative Auswirkungen auf Erträge und Umwelt abfedert.
Die Land- und Ernährungswirtschaft ist sowohl Akteurin als auch Betroffene des Klimawandels. Einerseits nimmt sie durch die Freisetzung von Treibhausgasen bzw. Speicherung von Kohlenstoff direkt Einfluss auf die Entwicklung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre. Andererseits beeinflussen Klimaänderungen die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen.
Durch landwirtschaftliche Aktivitäten entstehen Treibhausgasemissionen. Die wichtigsten Gase sind Methan (CH4), Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2). Diese werden etwa bei der Verdauung durch die Wiederkäuer, aus stickstoffhaltigen Düngern, oder durch die Verbrennung fossiler Treib- und Brennstoffe landwirtschaftlicher Maschinen und Gebäuden gebildet. CO2 wird auch - beeinflusst durch Landnutzung (Bodenbearbeitung, Düngung, Fruchtfolge) und Landnutzungsänderungen - von landwirtschaftlichen Böden aufgenommen oder freigesetzt. Die Landwirtschaft trägt mit einem Anteil von über 10% zu den Gesamtemissionen der Schweiz bei. Schliesslich fallen bei der Verarbeitung, durch Transporte und Lagerung, beim Konsum und der Entsorgung weitere Emissionen an, die den Treibhauseffekt zusätzlich verstärken.
Die Veränderung des Klimas in der Schweiz führt allgemein zu einer Verschiebung der Gunsträume für die landwirtschaftliche Produktion und bringt sowohl positive Aspekte (z.B. Verlängerung der Vegetationsperiode) als auch negative Auswirkungen (z.B. zunehmender Schädlingsdruck infolge milderer Winter) mit sich. Als bedeutend ist die Zunahme der Witterungsextreme zu sehen, denn diese mindern die Ertragssicherheit. Beispielsweise hat die Kombination von hohen Temperaturen mit geringen Niederschlägen im Hitzesommer 2003 zu einer deutlichen Reduktion der Ernteerträge geführt.
Klimastrategie Landwirtschaft
Die Klimastrategie Landwirtschaft zeigt eine Gesamtsicht über die Beziehungen zwischen Klima und Landwirtschaft, benennt kommende Herausforderungen und Chancen und leitet zielführende Schritte ab. Sie umfasst beide Aspekte: Anpassung an den Klimawandel und Vermeidung von Emissionen. Die Strategie wurde mit breiter Mitwirkung von Verbänden, Forschung und Verwaltung erarbeitet. Der Fokus der Strategie liegt auf der landwirtschaftlichen Produktion. Im Sinne einer Gesamtsicht sind jedoch auch die vor- und nachgelagerten Sektoren sowie der Nahrungsmittelkonsum angesprochen.
Das Ziel der Klimastrategie Landwirtschaft ist mehrteilig: Die Produktion soll gesteigert und die Treibhausgasemissionen gleichzeitig gesenkt werden. Bis 2050 sollen die Emissionen der Landwirtschaft um mindestens einen Drittel reduziert werden. Zusammen mit einer entsprechenden Entwicklung der Konsummuster soll die Reduktion für Landwirtschaft und Ernährung sogar zwei Drittel erreichen. Das Ziel ist ambitiös, im langen Zeitraum aber realistisch. Es beinhaltet den Aspekt der Ernährungssicherheit und leitet sich ab aus dem 2-Grad-Ziel, das die internationale Staatengemeinschaft verfolgt. Damit leistet die Land- und Ernährungswirtschaft ihren Beitrag an eine nachhaltige Gesellschaft.
Die Herausforderung Klimawandel verlangt eine Anpassung gewisser agronomischer Praktiken und Verfahren. Doch auch in Industrie und Handel sowie beim Konsumverhalten werden Veränderungen notwendig sein. Dazu braucht es ein grosses Engagement aller Akteure rund um die Land- und Ernährungswirtschaft. Damit sie rechtzeitig nützliche Entscheidungen treffen können, müssen die nötigen wissenschaftlichen Grundlagen bereitgestellt werden. Für die Umsetzung von Massnahmen in der Praxis braucht es auch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen in der Agrarpolitik und weiteren Politikbereichen. Schliesslich soll der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in Projekten zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung des Klimaschutzes gefördert werden. Die Folgearbeiten konzentrieren sich auf diese Bereiche.
Weiterführende Informationen
Dokumentation
Letzte Änderung 23.03.2017