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Die goldene Stunde gibt es jeden Tag zweimal (vorausgesetzt natürlich, die Sicht ist halbwegs klar und die Sonne scheint): morgens nach dem Ende der blauen Stunde und Abends vor Beginn der blauen Stunde. Es ist die Zeit, in der die Sonne schon/noch sichtbar ist, aber noch oder schon so tief steht, dass nur noch wenig Strahlung auf der Erdoberfläche ankommt. Der Zeitraum der goldenen Stunde liegt oft bei rund 30 Minuten, je nach Jahreszeit und Bewölkung auch kürzer. Charakteristisch für diese Zeit ist ein warmes, fast schon goldenes Licht, welches die Natur in eine ganz besondere Szenerie setzt und als viel angenehmer empfunden wird als das harte Tageslicht. Der Grund ist hier in der hoch stehenden Sonne zu suchen, die sehr harte Schatten wirft, während eine tiefer stehende Sonne lange Schatten verursacht, die dem Gelände in der Landschaftsfotografie interessante Strukturen hinzufügen.
Bei diesem Bild im norwegischen Hemsedal, welches im September 2021 entstand, sorgt die etwas diffuse Luft mit der untergehenden Sonne für ein stimmungsvolles Ambiente, welches durch den See und den dichten Nadelwald ergänzt wird. Ich habe mich entschieden, die Aufnahme als Langzeitaufnahme mit 30 s Belichtungszeit zu machen, um eine ruhige Wasseroberfläche zu erhalten. Hierzu braucht es auch noch einen Graufilter, da sonst bei Tageslicht solche langen Belichtungszeiten gar nicht möglich wären.
Diese Region rund um den Helsingvatnet und den Storevatnet liegt malerisch eingebettet im norwegischen Hochland, nur rund eine Stunde Fahrt vom bekannten Jotunheimen-Gebirge entfernt.