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Im 22. Zyklus gab das KKG 7695 Mio. kWh Strom ans Netz ab. Der Betrieb der Anlage erfolgte wiederum ohne sicherheitstechnische Probleme.
Im Verlauf der Revision wurden 36 der insgesamt 177 Brennelemente ersetzt. Das Verhalten der Brennelemente war einwandfrei. Gegenüber dem Vorjahr mussten vier Brennelemente weniger nachgeladen werden, weil der nächste Betriebszyklus aufgrund der vorgezogenen Revision 2002 kürzer ausfällt. Neben 12 Uran-Brennelementen wurden 20 Uran-Plutonium-Mischoxid-(Mox-)Elemente sowie 4 uranhaltige Demonstrationsbrennelemente zugeladen. Standardbrennelemente werden in der Regel nach vier Jahren Standzeit ersetzt. Mit den Demonstrationsbrennelementen soll nachgewiesen werden, dass ein Einsatz während fünf Zyklen möglich ist. Die Demonstrationsbrennelemente weisen eine höhere Anreicherung von Uran-235 auf und liefern damit länger Energie. Bei längeren Standzeiten im Reaktor müssen zukünftig noch weniger Brennelemente beschafft, nachgeladen und entsorgt werden. Damit werden auch die Brennstoffkosten weiter optimiert.
Die Dichtheit des Sicherheitsbehälters wurde wie alle vier Jahre durch eine Leckratenprüfung getestet. Dazu wird der Sicherheitsbehälter mit Pressluft aufgepumpt. Anschliessend wird gemessen, ob der Druck unzulässig abfällt. Die Prüfung umfasst den gesamten Sicherheitsbehälter mit allen Schleusen, Rohrleitungsdurchführungen und elektrischen Durchführungen sowie die Gebäudeabschlussarmaturen. Die Dichtheitsprüfung erfüllte die Anforderungen an maximal erlaubte Leckraten.
Zu den weiteren Schwerpunkten der Revision gehörten optische Inspektionen an Teilen des Reaktordruckbehälters sowie Ultraschalluntersuchungen an Befestigungselementen des darin enthaltenen Kernbehälters. Die Prüfergebnisse der vorgeschriebenen Wiederholungsprüfungen bestätigen den guten Zustand der Komponenten. Alle drei Frischdampfabblaseregelventile wurden modifiziert, um ihre Funktionssicherheit zu erhöhen. Während der Jahresrevision wurde zudem der Generator stärker mit dem Fundament versteift. Bei Zwischenwänden ohne tragende Funktion im Elektrogebäude werden auf Forderung der HSK Ertüchtigungen durchgeführt. Diese Arbeiten müssen bis Ende Februar 2002 abgeschlossen sein und erhöhen die Sicherheit im Falle eines "Sicherheitserdbebens". Ein Erdbeben dieser Stärke tritt einmal in 10'000 Jahren auf.
Zusätzlich zum Werkspersonal waren während der Revision rund 500 auswärtige Fachkräfte von gegen hundert in- und ausländischen Unternehmen im KKG tätig. Am 29. Juli nahm das Kraftwerk den Leistungsbetrieb wieder auf.
Quelle
M.E. nach Pressemitteilungen des Kernkraftwerks Gösgen vom 6. Juli und der HSK vom 30. Juli 2001