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Genf wird Sitz des Welt-Aids-Fonds
Der globale Aids-Fonds war im Juli auf Anregung von UNO-Chef Annan geschaf-fen worden. Die Schweiz unterstützt den Fonds im ersten Jahr mit 10 Millionen.
Der Fonds soll seine Aktivitäten im Januar 2002 aufnehmen. Bisher wurden insgesamt 1,6 Mrd. Dollar (2,6 Mrd. Franken) für den Fonds zugesagt, mit dem neben Aids auch Tuberkulose und Malaria bekämpft werden sollen. Geschaffen worden war er im vergangenen Juli beim Gipfel der G-8-Staaten in Genua.
Wie das Aussenministerium (EDA) in Bern mitteilte, sollen die 10 Mio. Franken aus dem Budget der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kommen. Insgesamt will sich die Schweiz am Fondskapital von 2,6 Mrd. Franken mit 16 Mio. Franken beteiligen. Den Aufbau des Sekretariats unterstützt die Schweiz zudem mit 960'000 Franken.
Der Entscheid, den Sitz an Genf zu vergeben, war am letzten Wochenende gefallen, wie der Schweizer Botschafter Bertrand Louis einen am Dienstag in der Westschweizer Zeitung "Le Temps" erschienen Artikel bestätigte. Neben Genf hatten sich Paris und Brüssel um den Sitz des Sekretariats bemüht.
Garantie für Unabhängigkeit
Der Sitz des Fonds wird ausserhalb der Büros der Weltgesundheits-Organisation (WHO) sein, um die Unabhängigkeit zu gewährleisten. Das Sekretariat soll 30 bis 40 Personen umfassen.
Der Verwaltungsrat setzt sich aus 18 Mitgliedern zusammen, darunter sieben aus Geberländern und sieben aus Entwicklungsländern. Die Schweiz wird einen Sitz im Verwaltungsrat in Rotation mit Grossbritannien und Kanada teilen. Die restlichen vier Sitze gehen an zwei nichtstaatliche Organisationen (NGO), einen Vertreter der Privatwirtschaft sowie die Bill Gates Stiftung.
Neue Form der Zusammenarbeit
Der Fonds setzt sich aus einer Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zusammen, die Mittel des Fonds stammen ebenfalls aus beiden Sektoren. Von Seiten der Privatwirtschaft sagten unter anderem Credit Suisse eine Million Dollar und Bill Gates 100 Millionen Dollar zu.
Von den bisher insgesamt zugesagten 1,6 Mrd. Dollar (davon 700 Mio. für 2002) stammen zudem 200 Milionen von den USA, 80 von Grossbritannien und 50 von Frankreich. Die Schweiz hatte am Wochenende in Brüssel 10 Mio. Dollar (16 Mio. Franken) für das erste Jahr zugesagt.
Drei Millionen Aids-Tote pro Jahr
Die erste Sitzung des Verwaltungsrats ist für den 28. und 29. Januar 2002 vorgesehen. Nach Angaben von UNO-Generalsekretär Kofi Annan sind jährlich mindestens sieben Milliarden Dollar nötig, um Aids, Tuberkulose und Malaria zu bekämpfen.
An Aids starben dieses Jahr weltweit drei Millionen Menschen, davon 2,3 Millionen in Afrika. Fünf Millionen Menschen wurden 2001 mit dem HI-Virus infiziert, davon 3,4 Millionen in Afrika.
swissinfo und Agenturen
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