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Holzwirtschaft
Geschichte Waldwirtschaft – Holzwirtschaft
Der ursprünglich bewaldete Birchenberg dürfte in seinem mittleren Teil vor Ende des ersten Jahrtausends gerodet und im Umkreis der dort angelegten Siedlungen in Acker- und Grasland verwandelt worden sein. In einer zweiten Phase der Erschliessung wurde das Kulturland in beträchtlichem Umfange ausgeweitet, namentlich durch Rodungen in einem sich dem heutigen Waldrand entlang von den Brännolen bis Ze Gärweru hinziehenden Geländestreifen. An einzelnen Orten verdrängten Gras- und Ackerland den Wald auch noch später. Laut einer am 5. März 1477 datierten Erkanntnis hatte man in vorausgehenden Jahrzehnten «früher ausgeteilten Boden» aufgebrochen im Raume «Unner der Furu-Ängi-Schene Härd», und im Alpengebiet deutet die Benennung «Niws Güet» für den untersten Stafel jüngere Erschliessung an.
Die seit jeher der Burgerschaft gehörenden und gemeinschaftlich bewirtschafteten Birchner Wälder wurden erst zu Beginn des 20. Jhr. vermarcht und von privatem Land klar abgegrenzt, wozu eine kantonale Verordnung vom 15. Mai 1883 alle Gemeinden verpflichtete. In Bürchen blieb der Erlass vorerst unbeachtet. Die Vermarchung wurde erst in die Wege geleitet nach einer Intervention des Kreisförsters im März 1895.
Im Zusammenhang mit politischen Ereignissen in Bund und Kanton steht der am 1. Mai 1848 gefasste Beschluss, den Burgerwald zu privatisieren, angeblich um die Nutzung zu ver-bessern und den Ertrag gerechter zu verteilen, tatsächlich aber aus Angst vor staatlichem Zugriff. Der Wald sollte aufgeteilt und parzellenweise an Gruppen von je 8 Haushaltungen übergeben werden als frei nutzbares aber unverkäufliches und unpfändbares Eigentum. Der als Scheinprivatisierung zu betrachtende Beschluss ist unausgeführt geblieben.
Für Gemeindefinanzen und Bevölkerung erfreulich waren Ausbeutung und Lieferung von Schwellenholz für den Bau der Jura-Simplon-Bahn. Kantonsförster Aleander de Torrenté unterbreitete der Gemeinde dafür ein Gesuch, das am 20. August 1856 in einer ausserordentlichen, vom Ratsweibel von Haus zu Haus angekündigten Urversammlung mit einigen Vorbehalten genehmigt wurde. Holzschla, Zubereitung und Transport der Schwellen beschäftigten einen beachtlichen Teil der Bevölkerung bis ins Frühjahr 1859.
Laut einem vom Regierungsstatthalter am 1. Februar 1589 erstellten Verzeichnis hatt Bürchen bis Ende März 1858 schon 167 Doppelschwellen und 2’697 Bind- und Mittelschwellen zubereitet du grösstenteils zum Flössen ans Rottenufer transportiert.