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Der französische Ex-Banker Jérôme Kerviel sitzt in Haft. Stunden bevor er die Grenze nach Frankreich überquerte und festgenommen wurde, hatte er sich noch geweigert, die Strafe anzutreten. Doch die Staatsanwaltschaft drohte ihm mit einem europäischen Haftbefehl.
Ihn erwartet eine Haftstrafe von fünf Jahren, zwei davon auf Bewährung. Kerviel hatte die Grossbank Société Générale im Jahr 2008 mit gefährlichen Geldgeschäften fast in den Ruin getrieben. Er spekulierte mit Dutzenden Milliarden Euro auf hochriskanten Märkten und vertuschte die Transaktionen, ohne sich dabei selbst zu bereichern. Der Schaden soll sich auf knapp fünf Milliarden Euro belaufen.
Kerviel, der eine Art Pilgerwanderung von Rom nach Paris machte, fühlt sich von der französischen Justiz ungerecht behandelt. Er glaubt, als Sündenbock herhalten zu müssen, obwohl seine Vorgesetzten nach seiner Ansicht für die Milliardenverluste ebenso verantwortlich sind.