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Vor geschätzten 8000 Jahren haben sich in Kandersteg grosse Felsstürze ereignet, so auch von der Birre und vom Fislisstock. Der riesige Bergsturz von der Birre muss das Talbecken von Kandersteg durch eine gewaltige Talsperre abgeriegelt haben, hinter der die Kander und der Oeschinenbach zu einem See aufgestaut wurden, bis ein mächtiger Murgang das Tal wieder geöffnet hat.
Vor rund 3200 Jahren ist nebst dem Talbecken auch der Oeschinensee wegen dazumalig mehreren grossen Bergstürzen entstanden.
Dabei haben die am Doldenhorn auf 2100 Höhenmetern abgebrochenen Schuttmassen mit einem Volumen von weit über hundert Millionen Kubikmetern einen natürlichen Staudamm gebildet:
Die Bergsturzmassen von Dolden und Fisi haben auch den Talkessel zwischen Kandersteg und Oeschinen verschüttet, so dass eine Art natürlicher Damm entstanden ist und sich mit dem Schmelz- und Niederschlagswasser dahinter der Oeschinensee aufstauen konnte.
Die Gleitfläche ist heute sehr gut sichtbar an den kahlen Platten oberhalb der Doldenhornhütte.
Man vermutet, dass sich die Bergstürze in einer Zeit ereignet haben, wann das Wetter deutlich nasser war als heute und die Gletscher sich in einer Wachstumsphase befanden.
Diese und weitere Faktoren könnten zu einer Häufung dieser Bergstürze geführt haben.
Die Bergsturzmasse liegt so locker genug, dass die Entwässerung des Sees unterirdisch erfolgt und der Oeschibach erst einige hundert Meter darunter an die Oberfläche tritt.
Diese unterirdische Entwässerung ist auch der Grund, weshalb der Seepegel über das Jahr gesehen im Vergleich zu anderen Bergseen grossen Schwankungen unterlegen ist.
Möglicherweise hat der unterirdische Abfluss über die ganzen Jahre gesehen wegen dem Eintrag von Gletscherschliff (ganz fein abgetragenes Gesteinsmaterial) durch die umliegenden Bäche etwas abgenommen, da der Gletscherschliff sehr gut abdichtet.
Das bedeutet, dass der See wegen dem geringer werdenden Abfluss sehr langsam aber stetig grösser geworden sein könnte.
Sehr wichtig zu verstehen ist, dass sich auch unsere “ewigen” Berge zu jeder Zeit in Bewegung befinden und deshalb auch in unserer Zeit damit gerechnet werden muss, dass sich grössere Felsstürze oder Bergstürze ereignen können.
Genau dies geschieht aktuell am Spitze Stei (ein kleines Überbleibsel vom damaligen Bergsturz), wo sich im Verhältnis zum 3200-jährigen Bergsturz ein deutlich kleinerer Bergsturz abzeichnet.
Mehr Informationen zum Thema “Spitze Stei” finden Sie hier.