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Das Wahlforschungsprojekt „Selects“ hat gezeigt, dass bei den Eidgenössischen Wahlen 2011 Wählerinnen und Wähler einzelne Parteien mit bestimmten Themen verknüpfen.
Umfragen zeigen, dass beispielsweise die SVP die „Themenführerschaft“ beim Migrations-Thema innehat und die SP bei der Sozialpolitik. Die BDP hingegen wird mit keinem Thema identifiziert. Dies wird von Kommentatoren unter anderem so interpretiert, dass die BDP vorwiegend ein „Wahlverein“ für Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf sei (vgl. auch Tages-Anzeiger vom 8.5.2012).
Im Rahmen des Selects-Projekts wurde neben Umfragen auch eine Analyse der Medienberichterstattung durchgeführt. Erste Ergebnisse dieser Medienanalyse zeigen, dass die Parteien in den letzten sechs Wochen vor den Wahlen sehr unterschiedliche Aufmerksamkeit in den Medien erhalten.
Deutlich ist, dass von allen Parteien die Medienresonanz der BDP am stärksten von ihrer Bundesrätin geprägt ist. Beinahe die Hälfte der BDP-Resonanz ist Resonanz für Widmer-Schlumpf. Diese mediale Fokussierung auf Widmer-Schlumpf sorgt auch dafür, dass die Medienresonanz der BDP insgesamt steigt und deutlich höher ist als diejenige der anderen neuen kleinen Partei, der Grünliberalen.
Die Grünliberalen präsentieren sich vor allem als diffuses Kollektiv ohne viele verschiedene wahrnehmbare Köpfe, mit Ausnahme ihres Parteipräsidenten und Ständerätin Verena Diener.
Die grösseren Parteien auf der anderen Seite vermögen sich mit verschiedenen einzelnen Parteivertretern Resonanz zu verschaffen. Dort fällt jedoch auf, dass die SVP in den Medien stärker als (homogenes) Kollektiv Resonanz findet statt über viele verschiedene Personen. Dies ist auch Ausdruck davon, dass die Kampagne der SVP von allen Parteien am meisten Aufmerksamkeit erhält. Daneben aber erhält Christoph Blocher von den anderen SVP-Parteivertretern die stärkste Resonanz, mehr noch als der SVP-Parteipräsident Brunner. Diese Fokussierung auf einen solchen „zentralen Parteivertreter“ ist bei der SVP besonders ausgeprägt.
Die Resonanz für SP und CVP schliesslich ist im Vergleich etwa zur FDP wiederum etwas stärker geprägt durch ihre Bundesrätinnen (15% respektive 12%). Bei der SP widerspiegelt dies den Rücktritt von Micheline Calmy-Rey, bei der CVP die prominente Verknüpfung von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard mit der ebenfalls prominent thematisierten Umwelt- und Atompolitik. Von dieser Bundesrats-Fokussierung und der Aufmerksamkeit für die Parteipräsidenten abgesehen, ist bei beiden Parteien, wie auch der FDP, die Resonanz für andere verschiedene Parteienvertreter gleichmässiger, d.h. auf mehrere Köpfe verteilt. Das heisst: Neben diesem Spitzenpersonal (Bundesräte, Parteipräsidenten) gibt es für diese Parteien keine zentralen Parteivertreter, die ähnlich Resonanz finden wie etwa Christoph Blocher bei der SVP.
Nur die Grünen – und dies bei insgesamt schwächerer Resonanz – erhalten vor allem über Nationalrat Jo Lang in der Armeefrage hohe Aufmerksamkeit.