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Dieses britische Überseegebiet wird seit jeher von Argentinien beansprucht. Die Behörden halten am 11.3.2013 eine Volksabstimmung ab, ob die Bevölkerung diesen Status beibehalten will. Die Post gibt dazu Sondermarken und einen Kleinblock heraus. Die Stimmenden entscheiden mit 99,8%, dass sie britisch bleiben wollen. In Juni erscheint eine Gedenkmünze in Silber und Kupfernickel.
Die Generale, die Myanmar (früher Burma) regieren, lassen am 10.5.2008 über eine neue Verfassung abstimmen. Die Post veröffentlicht im Vorfeld drei Sondermarken: Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3.
Zur Abstimmung über Präsident Bouteflikas "Charta der nationalen Versöhnung" vom 29.9.2005 gibt die Post eine Sondermarke heraus.
Nach 1995 lässt sich Saddam Hussein am 15.10.2002 ein zweites Mal zum Präsidenten wählen; dieses Mal mit 100% Ja. Dazu erscheinen zwei Sondermarken.
Zur Abstimmung über ein Amnestiegesetz für Guerillakämpfer vom 16.9.1999 gibt die Post eine Sondermarke und einen Ersttagsbrief heraus.
Am 15.10.1995 lässt sich Saddam Hussein mit 99,5% für sieben Jahre zum Präsidenten wählen. Dazu erscheinen zwei Sondermarken in arabischer und lateinischer Schrift.
Im Vorfeld der EU-Abstimmung vom 13.10.1994 gibt die Post allen Interessierten Gelegenheit, Briefmarken dafür und dagegen zu verwenden.
Zur Abstimmung über die Unabhängigkeit vom 25.3.1993 gibt die provisorische Regierung Werbemarken heraus: Beispiel aus dem Satz mit 5 Werten. Die Unabhängigkeit wird mit 99,8% angenommen.
Zur Unterstützung der "Gruppe für eine Schweiz ohne Armee", die die Initiative eingereicht hat, schreibt Max Frisch das Dialogstück "Schweiz ohne Armee? Ein Palaver", in dem Grossvater und Enkel eine Nacht lang über Sinn und Unsinn der Armee diskutieren. Die Initiative erreicht am 26.11.1989 35,6% der Stimmen.
Das sehr experimentelle Projekt "Pszychisz Terôr" bringt vor der Abstimmung eine 7" unter dem Titel "A-Aber ihr dürft stimmen!!!" mit vielen Flugblättern, Klebern etc. heraus.
Nach dem Militärputsch von 11.9.1973 lässt General Pinochet 11.9.1980 über eine neue Verfassung abstimmen, die ihn für acht Jahre zum Präsidenten macht. Dazu hat er 1988 die Option, sich für weitere acht Jahre wählen zu lassen. Dabei sprechen sich am 5.10.1988 56% der Stimmenden dagegen aus. 1990 übergibt er die Macht einem zivilen Präsidenten.
Im chilenischen Film "No" (2012) von Pablo Larraín, der auf dem nicht aufgeführten Theaterstück "El plebiscito" von Antonio Skármeta basiert, verfasst der Journalist René Saavedra privat Werbematerial für ein "Nein", während sein Chef in der Werbeagentur für die Ja-Kampagne arbeitet.
Nach dem Putsch von 1977 lässt sich General Zia-ul-Haq am 19.12.1984 als Präsident wählen. Seinen Sieg feiert er mit einer Sondermarke.
Die Cocos-Inseln, die bisher fast Privateigentum einer Familie waren, schliessen sich am 4.6.1984 mit grosser Mehrheit Australien an. Danach veröffentlicht die lokale Post einen Kleinblock zum Ereignis.
Am 11.9.1980, dem 7. Jahrestag des Militärputsches, lässt General Pinochet über eine neue Verfassung abstimmen. Die Post bringt eine Sondermarke heraus.
Da die Gründung des Kantons Jura am 24.9.1978 Zustimmung findet, kündigt der Bundesrat am Abstimmungsabend an, ab nächstem Tag sei eine Sondermarke erhältlich.
Zu Abstimmung vom 30.1.1978 gibt die Post einen Kleinblock aus überdruckten Weihnachtsmarken vom Vorjahr heraus. Dazu kommt ein Satz mit 10 Werten.
Zum Verfassungsreferendum vom 31.12.1973 der burmesischen Militärregierung erscheinen am 15.12.1973 drei Sondermarken.
Spanien erhebt seit 1713 Anspruch auf das britische Gibraltar. Das britische Parlament setzt auf den 10.9.1967 eine Volksabstimmung an, die mit 99,6% Stimmen für den Verbleib beiGrossbritannien endet. 1993 erscheint eine Gedenkmünze dazu.
Im Mai 1967 vertreiben revolutionäre Kräfte die britischen Behörden von der Insel und erklären sich nach der Abstimmung vom 11.7.1967 für unabhängig. Kurz danach gibt die provisorische Regierung Gedenkmünzen heraus, die aus Überprägungen anderer Münzen bestehen; hier eines peruanischen 1-Sol-Stücks. 2012 gibt die Postverwaltung einen Satz Marken heraus, der neben den Münzen von 1967 auch Münzausgaben der zweiten Revolutionsregierung von 1969 abbildet.
Zum 50. Jahrestag der Abstimmung vom 27.5.1967, mit der die Teile aus der Verfassung gestrichen werden, die die Aborigines nicht als vollwertige Bürger bezeichnen, gibt die australische Regierung eine Gedenkmünze heraus.
Am Vortag der Abstimmung vom 23.4.1972 wird eine Art Ersttagsbrief mit einer Europamarke des laufenden Jahres und der Abstimmungsfrage zu 50 und 90 Centimes veröffentlicht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bleibt das Saarland zehn Jahre lang französisch besetzt und soll dann unter französischer Hoheit internationalisiert werden. Die Stimmenden lehnen am 23.10.1955 das Statut ab. Das Saarland wird 1957 deutsches Bundesland. Vor der Abstimmung gibt die saarländische Post Sondermarken heraus: Zwei der drei Werte aus dem Satz.
Werner Reinert verarbeitet in "Der Dicke muss weg. Roman über das Referendum am 25.10.55" (1980 erschienen) die Geschehnisse um die Volksabstimmung. Der "Dicke" ist Johannes Hoffmann, saarländischer Ministerpräsident von 1947 bis 1955. Nach der verlorenen Abstimmung über das Saarstatut tritt er am 24.10.1955 zurück.
Auch in Ludwig Harigs Buch "Wer mit den Wölfen heult, wird Wolf" von 1986, das vorwiegend Autobiographisches von 1945 bis 1960 enthält, spielt die Saarabstimmung eine wichtige Rolle.
Nach der Entscheidung zwischen Monarchie und Republik vom 8.9.1946 gibt die Regierung Sondermarken zu 4, 20 und 50 Lewa heraus, eventuell noch mehr.
Der Verfassungsrat beschliesst nach dem zweiten Weltkrieg, am 1.9.1946 eine Volksabstimmung über die Rückkehr des Königs abzuhalten; die Rückkehr wird mit 68% Ja angenommen. Die Post gibt vor der Abstimmung Sondermarken mit dem Abstimmungsdatum heraus: Beispiel aus dem Satz mit 4 Werten.
Zum fünfundzwanzigsten Jahrestag der Entscheidung zwischen Monarchie und Republik vom 2.6.1946 dreht Vittorio de Sica für das Fernsehen den Dokumentarfilm Dal referendum alla costituzione: Il 2 giugno.
In "La maestra vecchia", einer Don-Camillo-Geschichte
von Giovanni Guareschi, stehen Don Camillo und Peppone um das Bett der
alter Dorflehrerin, die im Sterben liegt. Sie klagt Peppone und seine
"Bolschewiken" an, den König und dessen Kinder auf eine einsame Insel geschickt
zu haben, wo sie verhungern sollen. Don Camillo bestätigt auf Peppones
Wunsch, dass dies falsch sei:
"Vi hanno informato male", spiegò dolcemente. "Son tutte bugie. Né isole deserte né morti di fame. Tutte bugie, ve lo assicuro."
"Meno male" sospirò rasserenata la vecchina.
"E poi," esclamò Peppone "mica soltano noi l'abbiamo mandato via! C'è stata la votazione ed è risultato che erano più quelli che non le volevano che quelli che lo volevano, e allora è andato via e nessuno gli ha detto o fatto niente. Così funziona la democrazia!"
"Ma che democrazia!" rispose severa la signora Cristina. "I re non si mandano via!"
"Scusi" rispose confuso Peppone.
Nach der erzwungenen Abtretung des Sudetenlands an das Deutsche Reich lässt sich Hitler am 4.12.1938 als "Führer" bestätigen, und der Reichstag wird erweitert. Die Post veröffentlicht zwei Sondermarken.
Am 10.4.1938 findet im Deutschen Reich und in Österreich eine Doppelabstimmung statt. Eine Sondermarke erscheint nur im Deutschen Reich, weil es kein Österreich mehr gibt.
Nach einer Militärrevolte kann sich ein gewählter Verfassungsrat nicht über die Staatsform einigen. Er setzt eine Volksabstimmung an, doch kurz vorher putscht das königstreue Militär und lässt am 3.11.1935 ein Plebiszit unter seiner Kontrolle abhalten; die Monarchie siegt mit 97,9%. Ein Beispiel aus der Serie vor der Abstimmung.
Nach dem ersten Weltkrieg steht das Saargebiet für 15 Jahre unter französischer Kontrolle. Am 13.1.1935 entscheidet sich die Bevölkerung mit über 90% für die Rückkehr zu Deutschland. Die Post veröffentlicht vor der Abstimmung einen Satz mit 16 Freimarken (Beispiel) und vier Flugpostmarken (Beispiel). Auch das Deutsche Reich druckt Marken vor der Abstimmung (obere Reihe) und unmittelbar nach der Abstimmung (untere Reihe, zwei von vier Werten).
Das KPD-Mitglied Gustav Regler schreibt 1934 "Im Kreuzfeuer : ein Saar-Roman", mit dem er unter der Devise "Für Deutschland, gegen Hitler" Propaganda für den "Status Quo" macht. Der Verlauf des Abstimmungskampfs überrollt seinen Roman. Der "Status Quo" erreicht 8,9% der Stimmen.
Nach der erfolgreichen Abstimmung über die Trennung vom 4.8.1933 wird eine Art von Ersttagsbrief veröffentlicht. Am Ende trennt sich Westaustralien nicht, weil die Föderation dies nicht zulässt.
1879 erobert Chile in einem Krieg bolivianisches und peruanisches Küstengebiet. Auf Vermittlung der USA soll 1893 eine Volksabstimmung stattfinden, aber Peru und Chile können sich nicht über die Modalitäten einigen. 1925 unternehmen die USA einen neuen Versuch, aber die Wahlkommission bricht ihre Arbeit 1926 wegen der chilenischen Haltung ab. 1928 kommt ohne Abstimmung ein Vertrag zustande, der Tacna Peru und Arica Chile zuspricht.
Zur Unterstützung seiner Sache veröffentlicht Peru 1924, 1925 und 1928 Briefmarken.
Am 29.5.1921 hält Salzburg eine inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an das Deutsche Reich ab. Die Landesregierung gibt vor der Abstimmung zwei Reihen Sondermarken, d. h. Überdrucke von Dauermarken, heraus: Beispiel aus dem zweiten Satz mit 3 Werten.
Georges Hoyau schreibt dazu in "Hohes Haus - Politik in Anekdoten":
"Europa blieb sich selbst überlassen. Im Herzen des Kontinents lag Österreich, jener Staat, der laut Clemenceau das war, was von der grossen Donaumonarchie 'übriggeblieben' war. Verständlich, dass die Bewohner dieses kleinen Staates nicht an dessen Lebensfähigkeit glaubten und ihr Heil im Anschluss an das benachbarte Deutschland suchten. So ergab eine Abstimmung, die in Salzburg organisiert wurde, 85'406 für und nur 745 Stimmen gegen den Zusammenschluss mit dem Nachbarland [Diese Zahlen sind zu niedrig]. Da sich aber die Alliierten strikte gegen jede Art von Anschluss aussprachen, erschienen im Witzblatt 'Götz' die melancholischen Zeilen:
Was hilft's, wenn Optimisten
Vom Anschluss träumen?
Stets waren wir Spezialisten
Im Anschlussversäumen."
Am 24.4.1921 hält das Tirol eine inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an das Deutsche Reich ab. Die Landesregierung gibt vor der Abstimmung Sondermarken, d. h. Überdrucke von Dauermarken, heraus: Beispiel aus dem Satz mit 10 Werten.
Nach dem ersten Weltkrieg hält der Völkerbund in Oberschlesien am 20.3.1921 eine Abstimmung ab, in der sich die Stimmenden mit fast 60% für Deutschland aussprechen. Die alliierte Kommission gibt mehrere Markenserien heraus, doch nur auf einer steht "Plébiscite" gedruckt. Beispiel aus der Serie mit 14 Werten. Die Stadt Kattowitz gibt vier Tage vor der Abstimmung Notgeld zu 5 Mark heraus.
Die Verträge von St. Germain fordern eine Volksabstimmung, zu welchem Land das Klagenfurter Becken gehören soll. Die Bundesregierung Österreichs gibt vor der Abstimmung Sondermarken, d. h. Überdrucke von Dauermarken, heraus: Beispiel aus dem Satz mit 19 Werten. Die Stimmenden entscheiden sich 10.10.1920 mit 59% für Österreich. Die Post gibt 1950, 1960, 1970 und 1995 Sondermarken heraus. 1960 erscheint auch eine Gedenkmünze.
Nach dem ersten Weltkrieg hält der Völkerbund in Allenstein (Ostpreussen) am 11.7.1920 eine Abstimmung ab, in der sich die Stimmenden mit fast 98% für Deutschland aussprechen. Die alliierte Kommission gibt zwei Markenserien heraus: 14 Werte mit einem dreizeiligen Überdruck über deutsche Marken (Beispiel) und nochmals 14 Werte mit einem ovalen Überdruck (Beispiel).
Nach dem ersten Weltkrieg hält der Völkerbund in Marienwerder (Westpreussen) am 11.7.1920 eine Abstimmung ab, in der sich die Stimmenden mit fast 92% für Deutschland aussprechen. Die allierte Kommission gibt mehrere Markenserien heraus, doch nur auf einer steht "Plébiscite" gedruckt. Beispiel aus der Serie mit 14 Werten.
Der Vertrag von Versailles sieht vor, dass Nordschleswig in zwei Zonen über die Staatszugehörigkeit entscheidet. Die alliierte Verwaltung gibt vor der Abstimmung Markenserien für Zone 1 und Zone 2 mit je 14 Werten heraus. Zone 1 entscheidet sich am 10.2.1920 für Dänemark, Zone 2 am 14.3.1920 für Deutschland. Die Gemeinde Broager gibt Notgeld (wahrscheinlich eine Serie) heraus.
Zum 100. Jahrestag der Verfassungsabstimmung vom 31.7.1900 veröffentlicht die Post vier Briefmarken, darunter zwei, die die Stimmabgabe zeigen.
Präsident Juárez erklärt 1861 ein Schuldenmoratorium. Die Gläubiger bieten unter Führung Napoleons III dem Habsburger Maximilian 1863 die Krone als Kaiser von Mexiko an. Er nimmt die Krone nach dem gefälschten Plebiszit vom 4.12.1863 an. Präsident Juárez nimmt mit Unterstützung der USA den Kampf gegen Maximilian auf. Dieser dankt im Mai 1867 ab und wird im Juni hingerichtet.
Das Plebiszit wird auch im Film Juarez von 1939 erwähnt.
Zum fünfzigsten Jahrestag der Abstimmungen vom 21.10.1860 in Neapel und Sizilien erscheint 1910 eine Markenserie: ein Wert.
In vielen Städten gibt es eine Piazza del plebiscito, um an die Abstimmungen zu erinnern.
Der Abstimmungstag in Sizilien bildet ein Kapitel in Giuseppe Tomasi di
Lampedusas Roman
"Il Gattopardo"
Der Fürst empfiehlt allen Ratsuchenden, obwohl er Vertreter
der alten Ordnung ist, am 21.10.1860 für den
Anschluss Siziliens an das neue Italien zu stimmen. Er rechnet mit etwa
30 Nein-Stimmen. Am Abend des Abstimmungtages wird
das Ergebnis für Donnafugata verkündet: 515 Stimmberechtigte, 512 Stimmende, die
alle mit Ja gestimmt haben. Danach eröffnet ihm einer seiner Vertrauten, er habe mit
"Nein" gestimmt. Der Fürst wird sich dann bewusst, dass dieses neue Italien mit einer
Fälschung begonnen hat.
Die Abstimmungsszene im Gemeindehaus ist auch in Luchino Viscontis Verfilmung von 1963 kurz zu sehen.