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Die Spätfolgen des Östrogenmangels treten nicht bei allen Frauen
in gleichem Masse auf. Etwa ein Drittel der Frauen verliert wegen des Östrogenmangels
besonders rasch an Knochensubstanz und ist deshalb osteoporosegefährdet. Ein erhöhtes
Risiko haben schlanke, hellhäutige, feingliedrig gebaute und erblich belastete Frauen. Zu
niedrige Östrogenspiegel im Blut begünstigen den Abbau von Knochensubstanz. Die
Knochenstruktur wird geschwächt und der Knochen brüchig.
Folgen der Osteoporose sind Abnahme der Körpergrösse,
Knochenschmerzen und geringere Belastbarkeit der Knochen mit erhöhter Gefahr
von Knochenbrüchen. Besonders häufig sind Wirbelkörper-, Unterarm- und
Schenkelhalsbrüche.
Infolge der geringeren Produktion von Östrogenen fällt die schützende Wirkung auf die
Blutgefässe und das Herz weg. Das zeigt sich durch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko
aufgrund einer veränderten Durchblutung wichtiger Organe wie Gehirn oder Herz. So haben
Frauen nach wenigen Jahren in der Postmenopause praktisch das gleiche Herzinfarktrisiko
wie Männer. Das Risiko, an Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und deren Folgen zu
erkranken, ist erhöht.
In neuerer Zeit häufen sich Hinweise, dass die Östrogeneinnahme das Risiko der
Alzheimer-Krankheit vermindert.
Östrogene regulieren unter anderem auch den Wassergehalt des Gewebes. Weniger Östrogene
bedeuten weniger Flüssigkeit. Zusammen mit dem natürlichen Alterungsprozess verändert
sich deshalb das Erscheinungsbild der Haut. Dies trifft auch auf die Schleimhäute zu. Die
in den Wechseljahren dünner werdende Schleimhaut der Blase und der Harnröhre kann zu
erhöhtem Harndrang führen. Durch das zu-sätzliche Erschlaffen der Beckenbodenmuskulatur
tritt oft unwillkürlicher Harnverlust (Harninkontinenz) auf. Ähnlich wie bei den
Harnwegen verändert sich die Scheide durch den Alterungsprozess und das Fehlen der
Östrogene, was zum Verlust der Gewebeelastizität und zu geringerer Feuchtigkeit der
Scheide sowie zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen kann.