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Die Schweizer Bobfahrer müssen ohne Edelmetall nach Hause. Rico Peter verpasst eine Medaille im Viererbob als Vierter um 21 Hundertstel. Der Deutsche Francesco Friedrich wird Doppel-Olympiasieger.
Keine Schweizer Bob-Medaille in Pyeongchang: Das Viererbob-Team von Rico Peter macht am zweiten Tag zwar noch einen Rang gut, als Vierte fehlen den Schweizern am Ende aber 0,21 Sekunden zur Medaille.
Was wäre, wenn: Diese Frage werden sich Rico Peter und seine Anschieber Thomas Amrhein, Simon Friedli und Michael Kuonen noch eine Weile stellen. Was wäre gewesen, wenn der Aargauer im ersten Durchgang statt mit der Startnummer 16 als einer der ersten hätte starten können. In den Läufen 2 und 3 fuhr er nämlich zweimal hinter dem überlegenen Francesco Friedrich die zweitbeste Zeit, zum Abschluss war er sogar der Schnellste. Das Handicap aus dem ersten Durchgang (8. Zwischenrang) war aber nicht mehr wettzumachen.
Der Frust sass deshalb tief beim 34-jährigen Aargauer. Zwar war er auf den Punkt genau bereit, und auch der vom Schweizer Cheftrainer Wolfgang Stampfer gebaute Schlitten funktionierte hervorragend. Es reichte am Ende aber nicht zur angestrebten Medaille, weil Peter in einer "verkorksten Saison" den Startplatz in den Top 10 um einen Rang verloren hatte.
Pech für Peter, Glück für Won
Er hatte auch das Pech, dass die Viererrennen im Gegensatz zu allen anderen Bobwettkämpfen am Tag stattfanden und die Sonne schien. Die Bahn gab deshalb schneller nach. Grosser Profiteur war so der Einheimische Won Yunjong, der seine Weltcupsaison nach drei Rennen abgebrochen hatte. Im Zweier erhielt er die Startnummer 30 zugelost, womit er ähnlich wie Peter im Vierer chancenlos war und 6. wurde. Im Vierer erhielt Won die erhoffte Nummer 1, fuhr zeitgleich mit dem Deutschen Nico Walther auf den 2. Platz und holte die erste Olympiamedaille im Bob für Südkorea.
Eine solche blieb der Schweiz verwehrt- zum erst vierten Mal bei Olympischen Spielen nach 1928, 1964 und 2010. Die Konzentration auf den Vierer war aber richtig. Nachdem in den beiden Zweierrennen der Männer und Frauen sogar die Diplomränge verpasst wurden, wäre die Medaille in Griffweite gelegen. "Wir glaubten bis zuletzt daran", betonte Peter.
Der zweite Schweizer Schlitten mit Pilot Clemens Bracher beendete den Wettkampf als 14. unter 30 gestarteten Bobs.
Deutsche Rehabilitation
Solche "Probleme" kennen die vom Staat wesentlich grosszügiger unterstützten Deutschen nicht. Ihnen gelang die perfekte Revanche für die Jahrhundertschlappe von 2014 in Sotschi, als es erstmals nach 50 Jahren keine Medaille gab. Hatte sich Francesco Friedrich im Zweier den Sieg noch mit dem Kanadier Justin Kripps geteilt, war er mit dem Vierer eine Klasse für sich. Mit über einer halben Sekunde Vorsprung machte sich der 27-jährige Sachse nach fünf WM-Titeln zum Doppel-Olympiasieger. Auch bei den Frauen hatte mit Mariama Jamanka eine Deutsche gewonnen.