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Dieser von der EU empfohlene Indikator ist wichtig im Hinblick auf die politischen Partizipationsmöglichkeiten. Die Einbürgerung ist Ausdruck einer gelingenden staatsbürgerlichen Integration. Wer eingebürgert ist, verfügt über alle staatsbürgerlichen Rechte und politischen Partizipationsmöglichkeiten. Zudem handelt es sich bei der rohen Einbürgerungsziffer auch um einen Indikator für die Integrationsbereitschaft, da ein gewisses Ausmass an Identifikation mit dem Aufnahmeland eine anzunehmende Voraussetzung für eine Einbürgerung ist. Andererseits widerspiegelt sich in diesem Indikator auch die Einbürgerungspraxis des Aufnahmelandes. In der Schweiz ist die Einbürgerungspolitik eher restriktiv.
Die rohe Einbürgerungsziffer der Personen mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung in der Schweiz lag 2017 bei 2,3%. Die in der Schweiz geborenen Personen weisen eine mehr als doppelt so hohe Ziffer auf wie die im Ausland Geborenen (4,5% gegenüber 1,7%).
Die rohe Einbürgerungsziffer nahm 2015 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte zu. Die Ziffer erhöhte sich 2016 und 2017 um jeweils weitere 0,1 Prozentpunkte. Der Anstieg war bei den in der Schweiz Geborenen markanter als bei den im Ausland Geborenen. Seit drei Jahren hat sich die rohe Einbürgerungsziffer bei im Ausland geborenen Personen kaum verändert.
In den meisten Kantonen liegt die rohe Einbürgerungsziffer der Personen der ersten Generation (d.h. den im Ausland Geborenen) zwischen 1,0% und 2,0%. Die Kantone Appenzell Innerrhoden und Thurgau verzeichnen die tiefsten Ziffern. Im Gegensatz dazu verzeichnen die im Ausland Geborenen mit jeweils mehr als 2,0% in den Kantonen Wallis, Neuenburg und Genf die höchsten Ziffern.
Bei den Ausländerinnen und Ausländern der zweiten oder höheren Generation ergibt sich ein etwas anderes Bild. Die Kantone Zürich, Luzern, Basel-Stadt, Appenzell Innerrhoden, Tessin, Wallis, Waadt, Neuenburg und Genf liegen an der Spitze mit Werten von über 4% oder sogar über 7%. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Kantone Schwyz und Appenzell Ausserrhoden mit jeweils unter 2% die tiefsten Werte, während das schweizerische Mittel bei 4,5% liegt.
Tabellen
Definitionen
Dieser Indikator gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen der Anzahl Personen, die in einem bestimmten Kalenderjahr das Schweizer Bürgerrecht erwerben, und der Anzahl Aufenthalterinnen und Aufenthalter sowie Niedergelassene am Anfang des gleichen Kalenderjahres. Berechnet wird die rohe Einbürgerungsziffer, indem die Anzahl Personen, die im Jahr x das Schweizer Bürgerrecht erworben haben, durch die Anzahl Aufenthalterinnen und Aufenthalter sowie Niedergelassene am 1.1. des Jahres x geteilt wird. Dieser Indikator erlaubt jedoch keine Aussagen über die Zahl der abgelehnten Einbürgerungsgesuche.