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Die
Pampas von Buenos Ayres bieten zwischen dem
Parana und dem (südlichen)
Rio Salado den schönsten Wiesengrund dar und gehen erst südlich
vom
Salado in die öden und unfruchtbaren, von Salzsümpfen und
-Seen bedeckten
Ebenen über, welche sich bis zur Südgrenze
derProvinz erstrecken. Aus ihnen erhebt sich die am
KapCorrientes beginnende, nach
NW. streichende
Sierra
de Volcan, weiterhin die
Sierra de
Tandil. Im äußersten Südwesten erreicht die
Sierra Ventana eine
Höhe von 1030 m. Zwischen
beiden Höhenzügen liegt ein welliges, von zahlreichen Küstenflüssen durchschnittenes Gebiet, das sogenannte Teufelsland
(huecuvu mapu).
Ihre Hauptbeschäftigung ist
Acker- und Obstbau und
Viehzucht,
[* 14] welch letztere auf den
Pampas des Innern in großartigste
Weise
betrieben wird. Die Etablissements zum Viehschlachten und zur Fleischbereitung (saladeros) hatten früher einen weit großartigern
Umfang, und in neuester Zeit hat man mit der Ausfuhr von Schaffleisch in
Kühlschiffen begonnen. Nur zum
Teil eignet sich das Land zum
Ackerbau, dessen
Ertrag bei weitem nicht den eignen
Bedarf deckt, und noch lange Zeit wird die
Viehzucht Hauptzweig der
Landwirtschaft bleiben, aus welcher der große
Reichtum der
Provinz beruht.
Die Verhandlungen, welche auf Grund eines am zwischen und den konföderierten Staaten geschlossenen
Vertrags zum Behuf einer gründlichern Verbindung gepflogen wurden, mußten abgebrochen werden, als im Dezember 1855 einige
argentinische Flüchtlinge von Montevideo aus in Buenos Ayres einfielen, um die förmliche Wiedervereinigung zu erzwingen. Die nun eröffneten
Feindseligkeiten endigten nach dem für Buenos Ayres unglücklichen Treffen bei Capeda damit, daß Buenos Ayres sich
wieder der Konföderation anschließen mußte.
Auch ein Erhebungsversuch 1880 mißlang. Die Provinz wurde gezwungen, die Stadt Buenos Ayres der Regierung der Republik als Residenz abzutreten
und die Stadt La Plata zum Sitz ihrer Behörden zu wählen.
Vgl. Wilcocke, History of the viceroyalty of Buenos Ayres (Lond. 1806);
Außer diesen deutschen bestehen noch zwei englische und eine nordamerikanische protestantische Gemeinde. Hervorragende öffentliche
Gebäude sind ferner: der
Palast des Präsidenten, das Repräsentantenhaus, die Bank, das Rathaus (cabildo), die Universität,
die Münze, das große Hospital. An wissenschaftlichen Anstalten besitzt die Stadt eine 1824 gestiftete sogen.
Universität, eine öffentliche Bibliothek, ein Nationalkollegium, eine 1853 reorganisierte medizinische Schule, ein geistliches
Seminar, eine blühende deutsche Schule, eine Sternwarte,
[* 27] ein naturhistorisches Museum (von Burmeister begründet)
und verschiedene gelehrte Gesellschaften. An Wohlthätigkeitsanstalten besitzt Buenos Ayres 19, darunter ein deutsches, englisches,
französisches, italienisches, spanisches Hospital, eine Irrenanstalt, ein Waisen- und ein Findelhaus, eine Entbindungsanstalt,
ein Asyl für Einwanderer etc. Die Stadt hat Gas- und Wasserleitung, beide freilich noch nicht ganz genügend.
Die vornehmsten Abnehmer der Landesexporte sind Frankreich und Belgien,
[* 38] das letztere zum großen Teil zur
Durchfuhr nach Deutschland. In zweiter Linie stehen England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika.
[* 39] Der Handel von Buenos Ayres wertete 1884 bei
der Einfuhr 73,001,000, bei der Ausfuhr 44,813,000 Pesos, also weit über zwei Drittel des Gesamthandels Argentiniens.
Banken bestehen jetzt sieben in der Stadt (darunter die Staatsbank) mit einem Gesamtkapital inkl.
Depositen von (1883) 183 Mill. Pesos. Es erscheinen hier 82 Zeitungen, davon 25 täglich (17 spanische, 3 italienische, 2 englische, 2 französische, 1 deutsche).
Fünf Eisenbahnlinien gehen von der Stadt aus, welche durch Trambahnen von 150 km mit ihren Vorstädten
verbunden ist. Überhaupt ist Buenos Ayres fast die einzige von den größern Städten der alten spanischen Kolonien, die seit dem Abfall
vom Mutterland in raschem Aufblühen begriffen ist und im äußern Ansehen wie im Wohlstand und in der Einwohnerzahl Fortschritte
macht. Das ist zum großen Teil die Folge der Niederlassung von Fremden, wie denn die Gewerbthätigkeit
und der Verkehr durch diese allein die große Ausdehnung
[* 40] gewonnen haben, die sie jetzt auszeichnet; auch ist der Großhandel
fast ganz in den Händen von Europäern (besonders Engländern, dann Franzosen und Deutschen). - Die Stadt wurde schon 1535 von
Pedro¶