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Die Astor Familie sind Teil der britischen und der US-amerikanischen Elite. Im 19. Jahrhundert gehörte sie zu den reichsten Familien der Welt. In den 1840er Jahren galt John Jacob Astor (1763-1848) als der reichste US-Amerikaner und er gehört heute noch zur Top 5 Liste der reichsten US-Amerikaner aller Zeiten. Er gilt als der erste Multimillionär der USA. In der offiziellen Liste der reichsten Menschen der Neuzeit belegt er Platz 6. Seine Vermögen hätte heute einen geschätzten Wert von 120 bis 138 Milliarden Dollar. Teile seiner Nachkommen gehören heute zum britischen Adel. Die Familie hat zudem in sehr viele elitäre Familien eingeheiratet. Mindestens 14 Mitglieder der Astor Familie gehörten zur Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Sie kennen daher auch die Familien Rockefeller, Rothschild, Morgan usw. Sie gehörten oder gehören noch immer zum 1001 Trust, welcher den WWF kontrolliert.
Der US-amerikanische Zweig
Der in Deutschland geborene John Jacob Astor (1763-1848) wanderte als Teenager nach England aus und arbeitete dort als Musikinstrumentenhersteller. 1783 zog er in die USA und gründete 1808 die „American Fur Company“, welche zum grössten Pelzhändler der USA wurde. Er war auch als Kaufmann und Investor tätig und besass später auch viel Land sowie Immobilien in New York. Er trat den Freimaurern bei und war im Jahr 1798 Grossmeister der Holland Lodge No. 8 in New York (Quelle). Die Loge besteht seit 1787 und gilt als eine der führenden Freimaurerlogen der USA (Quelle). Später diente er als Grossschatzmeister der Grossloge von New York (Quelle).
1816 trat Astor für kurze Zeit dem Opiumschmuggel bei. Seine American Fur Company kaufte zehn Tonnen türkisches Opium. Einer seiner Söhne, William Backhouse Astor Sr. (1792-1875), war unter anderem im chinesischen Handel tätig. Dort kam es womöglich zu weiterem Kontakt zu grossen Opiumhändlern. Viele der britischen Handelshäuser, die im ostasiatischen Raum und Opiumhandel aktiv waren, wurden von schottischen Clans geführt. William Backhouse Astor Sr. heiratete Alida Rebecca Armstrong, die väterlicherseits aus dem amerikanischen Zweig des schottischen Armstrong Clans stammte und mütterlicherseits aus dem amerikanischen Zweig des Livingstone Clans, der auch zu den wichtigsten Gründerväter der USA gehörte.
John Jacob Astor IV (1864-1912) starb 1912 beim Untergang der Titanic. Er war der reichste Passagier auf dem Schiff und war in Begleitung weiterer Mitglieder der britisch-amerikanischen Elite die verstarben. Darunter auch Benjamin Guggenheim (aus der damals superreichen Familie Guggenheim) und Isidor Straus (hatte seine Suite auf dem Schiff neben Astor) (Quelle). Die Titanic gehörte dem Bankier JP Morgan, welcher Ursprünglich mitkommen wollte, aber am Tag der Abfahrt aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung absagte (Quelle).
Die Astor Familie gehörte zu den „The Four Hundred„, der New Yorker Elite während des Goldenen Zeitalters (1870-1900). Caroline Schermerhorn Astor (1830-1908) leitete die Gruppe und war oft die Gastgeberin. Zu den Mitgliedern gehörten auch die Familien Vanderbilt und Livingston.
Die Astors verkehrten im Union Club in New York, ein elitärer Gentlemans Club der seit 1836 besteht. Zu den Mitgliedern gehörten auch Rockefeller, Morgan, Hearst, Vanderbilt, Hamilton, von Oppenheim und Churchill. Aber auch Angehörige der niederländischen Kolonialfamilien Stuyvesant und Schuyler waren Mitglied, die bereits seit dem 17. Jahrhundert zur Elite der heutigen USA gehörten.
Sie verkehrten auch im Knickerbocker Club, ebenfalls ein New Yorker Club, der seit 1871 besteht. Bemerkenswerte Mitglieder waren Rockefeller, Morgan, Mellon, David-Weill, Livingston, Vanderbilt, Agnelli, Roosevelt, Thyssen und Hottinger sowie Angehörige der Hochadelsgeschlechter Bourbon-Sicilia, Wittelsbach, Romanow und Radziwiłł.
Der britische Zweig
William Waldorf Astor (1848-1919) war in England als Zeitungsverleger tätig und kaufte die britischen Zeitungen „The Observer“ und „Pall Mall Gazette“. 1917 wurde er zum Vize-Grafen geadelt. Seine Nachkommen sind seither in der britischen Politik und Medienlandschaft tätig.
John Jacob Astor (1886-1971) war Direktor der Banken Barclays und Hambros, Direktor des Eisenbahnunternehmen „Great Western Railway“ sowie Vorsitzender des Versicherungsunternehmen „The Phoenix Companies“. Er kontrollierte zusammen mit seinem Sohn 44 Jahre lang „The Times“, eine der wichtigsten britischen Zeitungen. 1922 hatten sie die Zeitung der Harmsworth Familie abgekauft. 1966 verkauften sie die Zeitung an die Thomson Familie. Er und sein Sohn waren Mitglied in der Pilgrims Society und kannten daher die Familien Thomson, Harmsworth und Hambro. 1956 wurde John Jacob Astor zum Baron geadelt. Er heiratete Violet Elliot-Murray-Kynynmound. Elliot und Murray sind schottische Clans.
Sein Enkel Baron John Astor (*1946) ist ein international vernetzter britischer Politiker. Neben seiner Arbeit im britischem Verteidigungsministerium, war er auch ziemlich offensichtlich Teil der britischen Kolonialregierung. Er war Oppositionssprecher für Aussen- und Commonwealth-Angelegenheiten und internationale Entwicklung, was vereinfacht bedeutet, dass er diplomatische Arbeit in den (ehemaligen) britischen Kolonien leistete. Er war Handelsbotschafter des Premierministers für Oman und Berater des Verteidigungsministers für militärische Zusammenarbeit mit Oman. Die erdölreiche Monarchie Oman war bis 1958 noch eine britische Kolonie. Er war Vizepräsident des „Conservative Middle East Council“, eine Organisation die britische Politiker berät und dafür sorgen soll, dass diese den Nahen Osten verstehen. Die meisten Politiker haben aufgrund ihrer Bildung zwar reichlich Wissen über Wirtschaft, Finanzwesen, Justiz usw, aber besitzen oft so gut wie kein Wissen über geopolitische Angelegenheiten in anderen Regionen der Welt. Daher sind viele auf Berater angewiesen. Viele der wichtigen Beraterfirmen, Beraterorganisationen und beratenden Think Tanks haben Verbindungen zur Rüstungs- und Rohstoffindustrie und stehen allgemein mit elitären Kreisen in Verbindung. John Astor wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Er war zudem Mitglied der Pilgrims Society. Er heiratete in erster Ehe in den schottischen Lennox Clan und in zweiter Ehe die Tochter eines Vizegrafen aus dem schottischen Mackintosh Clan.
Weitere erwähnenswerte Heiraten
Wie gesagt hat die Astor Familie in zahlreiche elitäre Familien geheiratet. Der Stammbaum ist auf Geni.com. Ich hab hier nur die wichtigsten aufgelistet:
- Laura Eugenia Astor (1824-1902) heiratete Franklin Hughes Delano, ein US-amerikanischer Kaufmann und Diplomat. Er war ein Grossonkel des US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt. In der Delano Familie waren zu der Zeit mehrere wohlhabende Unternehmer vertreten.
- Helen Schermerhorn Astor (1855-1893) heiratete den US-Diplomat James Roosevelt Roosevelt, welcher der Halbbruder des US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt war.
- Emily Astor (1854-1881) heiratete in die Van Alen Familie. James I. Van Alen war der Halbbruder des US-Präsidenten Martin Van Buren. Margaret Van Alen war eine Nichte von Frederick William Vanderbilt. Die Vanderbilt Familie war damals die reichste Familie der USA und kannte die Familien Astor, Rockefeller und Morgan persönlich.
- Caroline Schermerhorn Astor (1861-1948) heiratete den Bankier Marshall Orme Wilson. Dessen Schwester heiratete ebenfalls in die Vanderbilt Familie.
- Ava Alice Muriel Astor (1902-1956) heiratete in erster Ehe Prinz Serge Obolensky. Die Obolensky Familie ist eine russische Adelsfamilie. Serge hatte sich zuvor in die russische Zarenfamilie eingeheiratet. Wie viele russische Adlige flohen sie 1917 während der anti-Adligen Revolution aus Russland in die USA (auch Mitglieder der Zarenfamilie). Als er in die Astor Familie heiratete, stieg er ins Immobiliengeschäft ein und arbeitete mit seinem Schwager aus der Astor Familie zusammen. Serge wurde stellvertretender Vorsitzender von Hilton Worldwide, einer der grössten Hotelketten der Welt. Er arbeitete für das OSS, den Vorläufer der CIA. Avas und Serges gemeinsame Tochter heiratete einen russischen Prinzen aus dem Haus Giray, der ein direkter Nachkomme von Dschinghis Khan (1162-1227) war (zumindest der Familienüberlieferung nach). Die Astors waren also weiterhin mit dem russischem Hochadel verbunden. Avas und Serges gemeinsamer Sohn Ivan Sergeyevich Obolensky war als Finanzanalyst und Verleger tätig. Er war Schatzmeister der „Russian Nobility Association in America“, angeblich eine philanthropische Organisation, vielleicht aber auch nur eine weiter Adels-Lobbyorganisation, wie es weltweit viele gibt. Er war zudem US-Prior des Orthodoxen Johanniterorden, ein Orden der russisch-orthodoxen Kirche. Ava heiratete in zweiter Ehe den österreichischen Adligen Raimund von Hofmannsthal, ein Ur-Ur-Enkel von Isaak Löw Hofmann, ein jüdischer Kaufmann, der eine wichtige Rolle im Seidenhandel Österreichs einnahm und für seine Dienste vom Kaiser Ferdinand I. geadelt wurde. Avas und Raimunds Tochter heiratete den schottischen Künstler Rory McEwen, der Sohn eines Barons aus dem schottischen McEwen Clan. Ava heiratete in vierter Ehe den Enkel eines britischen Grafen.
- Michael Ramon Langhorne Astor (* 1946) heiratete in die deutsch-jüdische Bankiersfamilie Warburg. Der Halbbruder seiner Frau heiratete in die Mellon Familie.
- Emily Astor (1819-1841) heiratete Samuel Ward, der ein direkter Nachkomme des Kolonialgouverneurs Richard Ward (1689-1763) war. Die Ward Familie ist bereits seit dem 17. Jahrhundert Teil der nordamerikanischen Elite und gehört somit zur alten Garde der US-Elite. Ihre gemeinsame Tochter Margaret Astor Ward (1838-1875) heiratete William A. Chanler, der ein Nachfahre des Kolonialgouverneur John Winthrop (1587-1649) war. Die Winthrops gehörten früher zu den mächtigsten Kolonialherren Nordamerikas. Margarets und Williams Sohn Sidney Ashley Chanler (1907-1994), ein PR-Manager, heiratete in den portugiesischen Hochadel.
- Vize-Graf William Astor (1907-1966) heiratete Sarah Norton, die später in die Baring Familie heiratete, die im 19. Jahrhundert zu den reichsten und mächtigsten Familien der Welt gehörte.
- Der Schwager von William Waldorf Astor (1848-1919) heiratete in Bankiersfamilie Drexel, die enge Geschäftspartner der Morgan Familie waren.
- Janet Elizabeth Astor (*1961) heiratete einen britischen Herzog, der aus den schottischen Clans Gordon und Lennox stammte.