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In seinem Buch Redens Arten philosophiert Dieter E. Zimmer über den heutigen Sprachgebrauch.
Ein Job ist nicht unbedingt ein Beruf, geschweige denn eine Berufung. Er ist einer von unzähligen Anglizismen, die sich in der Sprache Schillers tummeln, wie zum Beispiel auch das oft gehörte etwas macht Sinn. Ein uraltes Phänomen sind Euphemismen, beschönigende Ausdrücke wie zum Beispiel die früheren Gastarbeiter (als ob sie Gäste gewesen wären!). Alt ist im Grunde ein völlig neutraler Begriff – aber wer von den heutigen Senioren möchte noch so bezeichnet werden? Die Psychologie ist auch sehr nützlich, wenn es um Sprache geht, ihr Vokabular hört man heutzutage auf Schritt und Tritt. Man muss sich öffnen, etwas an sich heranlassen… Ein schier unendliches Problem ist die Frage der politischen Korrektheit in Bezug auf die verschiedenen Geschlechter. Warum heisst es der Junge, obwohl Mädchen doch ganz eindeutig auch jung sind? Obwohl das Mädchen ein sächliches Wort und damit eigentlich unkorrekt für weibliche Menschen ist, gibt es bis heute keine brauchbare Alternative (wer würde im 21. Jahrhundert schon ernsthaft die Maid sagen?). Und ein Vaterland kann man nicht einfach so in Mutterland umbenennen, weil das nicht das Gleiche ist.
Ja, das sogenannte Neudeutsch ist eine fast unerschöpfliche Fundgrube für Kuriositäten.