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| Hilarius von Poitiers († 367) - Gegen die Arianer, oder gegen Auxentius von Mailand

Fünftes Hauptstück.
Was aber das sey, was nicht mehr länger unbekannt bleiben darf, will ich kurz auseinandersetzen. Nach der Gott gefälligen Erfüllung sind die Zeiten enge beschränkt. Denn ihre bestimmte Berechnung wird in den heiligen Büchern angegeben; und wir mußten selbst in die Zeit des Antichristen fallen, durch dessen Diener, welche sich, nach dem Ausspruche des Apostels, in Engel des Lichtes verwandeln, der, welcher Christus ist, aus der Erkenntniß und dem Glauben beinahe Aller verdrängt wird. Denn damit die Behauptung des Irrthumes für wahr gelte, wird die Ansicht der Wahrheit als ungewiß vorausgesetzt; und damit dem Antichristen nun der Weg gebahnt sey, zu täuschen, daß er jener Christus sey, über welchen man bisher uneinig war. Daher jene verschiedenen Ansichten, daher bei dem Glauben an Einen Christus die Lehre sehr Vieler, daher die neuliche Um- [S. 330] gestaltung des Geistes des Arius aus einem Engel des Teufels in einen Engel des Lichtes;1 dessen ganze Erbschaft auf den Valenes, Ursacius, Auxentius, Germinius und Gajus gekommen und übergegangen ist. Denn diese haben jetzt einen neuen Christus, damit durch ihn der Antichrist einschleichen möchte, eingeführt.
1: Athanasius setzt in dem Buche von den Synoden auch noch den Demophilus hinzu, indem er spricht: „Es kamen an denselben Ort Germinius, Auxentius, Valens, Ursacius, Demophilus und Gajus. Als dort die übrigen Bischöfe ihre Worte durch die heilige Schrift bestätigten, zeigten jene ein Papier vor“ u. s. w. Daher liest man auch, daß diese alle von der Synode mit dem Kirchenbanne belegt wurden.