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Ausgerechnet dem Startläufer Hertner, der am Donnerstag mit der Silbermedaille auf der Mitteldistanz noch brilliert hatte, unterlief der folgenschwere Fehler. «Unerklärlich», sagte der Unglücksrabe, der innert 24 Stunden die ganze Bandbreite der Emotionen durchlebte. «Ich verlor die Orientierung und musste zurück in eine Mulde laufen, von der ich wusste, dass ich mich dort wieder auffangen würde.»
Möglicherweise war Hertner durch die Hektik am Start aus dem Tritt geraten. Er lief in der Spitzengruppe mit und vernachlässigte wohl das Kartenlesen. Da die Nationen bereits am ersten Posten durch Gabelungen getrennt wurden - um reines Nachlaufen zu verhindern -, konnte dem Schweizer der Fehler überhaupt erst unterlaufen.
Somit war die sicher geglaubte Medaille weg. Die Männer hatten am Vortag vier Läufer in die Top Ten gebracht und stiegen als «l'équipe à battre» ins Rennen. An den vergangenen drei Weltmeisterschaften waren die Schweizer Männer stets auf dem Podest gestanden.
Hertner übergab in aussichtsloser Position mit viereinhalb Minuten Rückstand als 15. Daniel Hubmann und Matthias Kyburz sorgten noch für die Resultat-Kosmetik. Der Sprint-Weltmeister arbeitet sich auf den 9. Zwischenrang vor (6:03 Rückstand), Kyburz lief im Ziel als Fünfter mit 6:21 Minuten Rückstand ein. Die Medaillen gingen an Norwegen, Frankreich und Schweden. Der Rückstand des Schweizer Trios auf die Podestplätze betrug etwas mehr als vier Minuten.
Zur Dominatorin der Titelkämpfe avancierte die Schwedin Tove Alexandersson. Die 25-Jährige liess sich nach der Lang- und Mitteldistanz auch in der Staffel Gold umhängen. Silber ging an Russland, Bronze an Finnland.
Die Schweizer Frauen mit Elena Roos, Julia Gross und Sabine Hauswirth lieferten mit dem 4. Rang eine solide Leistung ab. Ohne groben Fehler einer der Top-Mannschaften lag kaum mehr drin. Der Rückstand auf Bronze betrug rund drei Minuten.
Mit drei Medaillen - Hubmann Gold im Sprint, Hertner Silber auf der Mitteldistanz und Bronze mit der Mixed-Staffel - kehrt die Schweizer Delegation aus Estland zurück. Das hochgesteckte Ziel von sechs Medaillen wurde klar verfehlt. Mit dem Rückzug von Judith Wyder wegen Schwangerschaft hatte sich bereits vor den Titelkämpfen abgezeichnet, dass sechs Medaillen nur im Idealfall zu erreichen gewesen wären.