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Im Juli verbrachte ich mehrere Tage in Oban, Schottland. Normalerweise ist Oban berühmt für die Whisky Brennerei aber für telekominteressierte Menschen wie mich gibt es noch ein weiteres Highlight. Mittlerweile gibt es viele "Landestationen" für die Tiefseekabel rund um den Erdball. Ich aber hatte die Chance die TAT-1, eine der ältesten Stationen, zu besuchen.
TAT-1 war das erste transatlantische Tiefseekabel, das von Gallanach Estate (10 Minuten südlich von Oban) nach Clarenville in Neufundland verlief. 1955 und 1956 wurden die zwei Kabel am Grund des Atlantik verlegt – jeweils eines für jede Richtung – um Nordamerika mit Europa zu verbinden. Damals konnten zeitgleich 35 Telefonanrufe und 22 Telegraphenleitungen getätigt werden, wobei die Telegraphen Leitungen in eine 36. Sprechverbindung hineingequetscht wurden. So konnten die Verbindungskosten für Anrufe nach Amerika auf rund ein Pfund pro Minute reduziert werden, dies entspricht heute ca. 20 Pfund/Minute. Im Vergleich dazu liegt Colt’s aktueller Preis für Anrufe in die USA bei 45 Pence! Diese Verbindung war aber nicht nur für öffentliche Anrufe wichtig; sie diente auch zur Live-Übertragung der Weihnachtsgrüsse der Queen in die Commonwealth Länder und war ein elementarer Bestandteil des "roten Telefons" zwischen Moskau und Washington. Dies war auch der Grund warum rund 100 Postbeamte eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnen mussten, damit tatsächlich auch alles streng geheim blieb, was über diese Leitung kommuniziert wurde. Meist wurde die Kommunikation zwischen den Staatschefs von Moskau und Washington zwar via Fax geführt, da es hier schlichtweg weniger leicht zu Missverständnissen kommen kann. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Eröffnung am 25. September 1956 wurden 588 Anrufe von London in die Vereinigten Staaten, sowie 119 Anrufe von London nach Kanada getätigt. Für telekominteressierte Menschen wie mich ist dies ein ganz spezieller Ort – immer für eine Reise gut!
W. Pfeifer