Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/2080

Bischofsrat fasst Beschlüsse zu Impfungen und Klimawandel
13. November 2021
Am letzten Tag ihrer Herbsttagung trafen die Bischöfinnen und Bischöfe der weltweiten Methodistenkirche (United Methodist Church) eine Reihe von Entscheidungen zu globalen Herausforderungen, unter anderem zum Klimawandel und zur Corona-Impfung.
Einstimmig beschlossen die methodistischen Bischöfinnen und Bischöfe an ihrer 🔗online durchgeführten Tagung vom 2. bis 5. November, die Initiative des Connectional Table zu unterstützen, die COVID-19-Impfstoffgerechtigkeit zu einer missionarischen Priorität in der ganzen weltweiten Methodistenkirche zu machen. Der 🔗«Connectional Table», eine Art weltweiter Kirchenvorstand der United Methodist Church, verpflichtete sich, sich intensiv und nachhaltig 🔗für eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit und für die Aufklärung zur Impfung einzusetzen.
Impfungen unterstützen
In der Praxis bedeutet dies, sich mit den laufenden Bemühungen von Organisationen und Kirchen zu koordinieren, um Fehlinformationen entgegenzuwirken und mehr Impfungen in die Wege zu leiten, insbesondere in Ländern, die sich Impfstoffe nicht leisten können.
«Da COVID-19 weiterhin Gemeinschaften auf der ganzen Welt dezimiert, glauben wir, dass es von entscheidender Bedeutung ist, die prophetische Stimme unserer Konfession in dieser Angelegenheit zum Tragen zu bringen», sagte Christian Alsted, Bischof für die Methodistenkirche der nordisch-baltischen Region und Vorsitzender des Connectional Table.
Klimawandel eindämmen
Zu Beginn der öffentlichen Sitzung am 5. November gab die Präsidentin des Bischofsrates, Bischöfin Cynthia Fierro Harvey, die Beschlüsse bekannt, die in geschlossener Sitzung Anfang der Woche gefasst worden waren. Unter anderem verabschiedeten die Bischöfe fünf Massnahmen zur Bewältigung der Klimakrise, die zu immer schwereren Naturkatastrophen auf der ganzen Welt und zu einer weltweiten Migration in Rekordhöhe führt.
Fünf Massnahmen
Die Bischöfe verpflichteten sich dazu:
• Massnahmen zum Klimawandel auf der Ebene der Jährlichen Konferenzen (Synoden) zu fördern und zu unterstützen; das umfasst ausdrücklich das Ziel, die Treibhausgas-Emissionen auf null zu reduzieren.
• das Dokument des Bischofsrates von 2009 🔗«Gottes erneuerte Schöpfung» noch einmal zu sichten, um herauszustreichen, wie man am besten mit den Überschneidungen von Klimawandel, Armut, Rassismus und Kolonialismus umgehen kann.
• dazu zu ermutigen, die 🔗Website der weltweiten Kommission für «Kirche und Gesellschaft» (General Board of Church and Society) zu nutzen, um Briefe zum Thema Klimagerechtigkeit zu unterzeichnen.
• sich dem Versprechen der 13 Generalorganisationen der Konfession anzuschliessen, bis 2050 in allen Diensten, Einrichtungen, Betrieben und Investitionen keine Treibhausgas-Emissionen mehr zu verursachen.
• die Sozialen Grundsätze der Methodistenkirche 🔗zur globalen Klimaverantwortung als eine fortwährende Verpflichtung zu bekräftigen; die Sozialen Grundsätze unterstützen die Vorstösse von Regierungen, die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen vorzuschreiben.
In ihrer Verpflichtung nennen die Bischöfinnen und Bischöfe den Klimawandel «eine existenzielle Krise, die die Kirche nicht ignorieren kann».
Finanzen und Budget
Ausserdem befasste sich der Bischofsrat mit finanziellen Fragen. Vor zwei Jahren zeichnete sich ab, dass dem Bischöflichen Fonds, aus dem die Arbeit der Bischöfinnen und Bischöfe finanziert wird, das Geld auszugehen drohte, wenn keine Anpassungen vorgenommen würden.
Aktuell sehen die Prognosen besser aus. Die Spenden an den Fonds sind gestiegen und die Ausgaben sind gesunken. Das hat nicht unwesentlich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun, da zum Beispiel zahlreiche Reisen nicht möglich waren. Im Budget für 2022 sind rund 1,4 Millionen Dollar weniger an Ausgaben vorgesehen als noch 2021.
Online Abendmahl feiern?
Der Bischofsrat beauftragte zudem eine theologische Arbeitsgruppe damit, sich erneut mit der Frage von online gestalteten Abendmahlsfeiern zu befassen. Bereits 2013 hatte es dazu einen Vorstoss gegeben. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben das Thema neu dringlich gemacht.