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Zwei Webinare von Mission 21 mit anschliessender Diskussion:
Welche Rolle spielten christliche Missionsgesellschaften im Kontext von Sklaverei und Kolonialismus? Gibt es historische Berührungspunkte mit Rassismus und Diskriminierung? In einer Veranstaltungsreihe rückt Mission 21 die vielschichtige Geschichte von Mission, Kolonialismus und Sklaverei ins Blickfeld, um so den Fokus für die gegenwärtige gesellschaftliche Debatte zu Rassismus und Diskriminierung zu schärfen.
I) Webinar Mission und Sklaverei:
- Datum: Mittwoch, 28. April 2021, 18.00 bis 19.30 Uhr
- Ort: Online, auf Zoom ► Hier registrieren
- Kontakt: Monika Di Pietrantonio, ► E-Mail
- Moderation: Claudia Buess, Leiterin Bildungsveranstaltungen Mission 21
„Inseln der Menschlichkeit“? Mission und Sklaverei am Beispiel der Herrnhuter Brüdergemeine
Sklaverei und Mission waren in der Karibik eng miteinander verbunden, als die Herrnhuter Brüdergemeine zu Beginn des 18. Jahrhunderts dort mit ihrer Missionstätigkeit begann. Der Vortrag nähert sich den Lebensbedingungen von versklavten Menschen in der Mission der Brüdergemeine an und geht der komplexen Entwicklung des Verhältnisses von Sklaverei und Mission bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nach.
Dr. Jan Hüsgen, Historiker, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Berlin
„Gegen das christliche Moralgesetz“: Mission und Sklaverei am Beispiel der Basler Mission
Das Referat setzt den Fokus auf die Haltung der Basler Mission gegenüber der Sklaverei an der Goldküste (heute Ghana), die sich in den Instruktionen für die 1862 eingesetzte „Sklaven-Emancipations-Kommission“ widerspiegelt. Die Missionsleitung stellte sich gegen die eher tolerante Haltung der Basler Missionare vor Ort und wollte die vollständige Aufhebung der Sklaverei innerhalb der christlichen Gemeinden der Basler Mission durchsetzen.
Andrea Rhyn, Historikerin, Archivarin Mission 21
„Christlicher Imperialismus in der amerikanischen Kolonisation Liberias“
Der Vortrag behandelt die Gründung der American Colonization Society und deren Verbindungen zu amerikanischen Missionsgesellschaften in Liberia. Er untersucht die frühen Jahre der liberianischen Kolonie und die Arbeit weißer und schwarzer Missionare sowohl für die afroamerikanischen Siedler als auch für die afrikanischen Ureinwohner in der Region sowie die Konflikte, die zwischen weißen Missionaren und Teilen der Kolonialregierung entstanden.
Dr. Emily Conroy-Krutz, Historikerin, Michigan State University