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In Südkorea lassen sich immer mehr Leute freiwillig in ein Gefängnis einweisen, um Stress abzubauen.
Um zur Ruhe zu gehen Südkoreaner freiwillig ins Gefängnis. Sie geben ihr Handy und den Laptop ab, wechseln ihre Alltagskleidung mit einer Uniform, schlafen auf einer dünnen Matratze auf dem Boden und meditieren mehrere Stunden täglich. So sollen sie von ihrem Arbeitsstress herunterkommen und wieder lernen, sich auf sich selber zu konzentrieren.
Südkoreaner leisten laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) nach Costa Rica und Mexico die meisten Arbeitsstunden. Sie arbeiten pro Person 2069 Stunden im Jahr. Der Durchschnitt weltweit liegt bei nur 1763 Stunden.
Um sich von der harten Arbeit zu erholen, leisten sich einige Südkoreaner aber nicht etwa einen Wellness-Urlaub, sondern sie lassen sich freiwillig in ein Gefängnis einsperren. Für zwei Nächte hinter Gitter bezahlen sie umgerechnet ca. 130 Franken.
«Prison - Inside me» liegt in Hongcheon, ungefähr ungefähr zwei Stunden von Seoul entfernt. Die Anstalt wurde von dem ehemaligen Anwalt, Kwon Yong-seok gegründet.
Der überarbeitete Anwalt, der damals über 100 Stunden pro Woche im Büro war, fragte einen Gefängniswärter, ob er ihn für eine Woche einsperren würde. Dieser bizarre Wunsch konnte ihm natürlich nicht erfüllt werden. Deshalb nahm er das Vorhaben selbst in die Hand und gründete 2013 sein eigenes Meditations-Zentrum im Stil eines Gefängnisses.
Und seine Idee kommt auch bei anderen gut an. Hunderte von gestressten Arbeitnehmern haben sich in dem Zentrum schon einsperren lassen.