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Vaulion
(Kt. Waadt, Bez. Orbe). 935 m. Gem. und Pfarrdorf im Thal des Nozon, zwischen dem die Dent de Vaulion tragenden Jurakamm und dem die Dörfer Mont la Ville und La Praz beherrschenden Höhenzug; an der Strasse von Orbe nach Le Pont im Jouxthal. 12,5 km wsw. Orbe und 7,3 km w. der Station Croy der Linie Lausanne-Pontarlier. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach der Station Croy. Gemeinde, mit La Businaz, Nidau, Le Plan (mit Aux Frêles, Au Plan und La Frasse), La Vyneuve und Sur la Vyneuve: 156 Häuser, 958 reform. Ew.; Dorf: 89 Häuser, 617 Ew. Land- und Waldwirtschaft. Einen grossen Teil der Bewohner ¶
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beschäftigt die industrielle Tätigkeit: Feilenfabrik, Uhrsteinschleiferei, Gerberei, Schuhwarenfabrikation, Mühlen und Sägen ob und unter dem Dorf. Das Thal soll von entflohenen Hörigen des tyrannischen Wido, Herrn von Cicon in Burgund, gegen Ende des 11. Jahrhunderts besiedelt worden sein. Da die Ansiedler sich unter den Schutz des Klosters Romainmôtier stellten, entstand Streit zwischen diesem und Wido, der nun des Klosters Güter in Burgund brandschatzte und sich aneignete.
Nach endlosen Unterhandlungen kam man 1097 überein, dass Wido die Flüchtlinge nicht mehr zurückfordern, dafür aber seine
Klosterbeute behalten dürfe. Im Jahr 1436 erhielt das Dorf
Vaulion vom Propst Jean de Juys die Erlaubnis
zum Bau einer dem Pfarrer von Romainmôtier zu unterstellenden Kapelle. Die verhältnismässig gute Besiedelung des abgelegenen
Thälchens lässt sich aus den ausnahmsweisen Freiheiten und Vorrechten erklären, die den burgundischen Flüchtlingen vom
Kloster gewährt worden sind.
Landwirtschaft und Industrie haben hier zu einem allgemeinen Wohlstand geführt. Das Thälchen von
Vaulion bildet
eine eiförmige Mulde, die im N. und W. von der halbkreisförmigen Falte der Dent de Vaulion und im SO. vom Gewölbe des Chalet
Dernier begrenzt wird. Sie enthält alle Schichten der drei Neokomstufen mit zahlreichen Versteinerungen. An ihren Flanken
liegen mächtige Moränenablagerungen, die zum grössten Teil dem einstigen Rhonegletscher angehören.
Man hat hier zahlreiche erratische Blöcke ausgebeutet.