Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03615.jsonl.gz/2301

"Wir werden in den nächsten Jahren eine erhebliche Zahl an Aktivitäten sehen", sagte Gerd Stürz von der Unternehmensberatung EY. 168 Milliarden Dollar gaben Pharmakonzerne im vergangenen Jahr weltweit für Fusionen und Akquisitionen aus, wie aus einer am Montag veröffentlichten EY-Analyse hervorgeht. Das sei zwar weniger als im Jahr zuvor mit dem Rekordwert von 218 Milliarden Dollar. Wäre allerdings die 160 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Botox-Herstellers Allergan durch den US-Branchenriesen Pfizer geglückt, wäre dieser klar übertroffen worden.
Vor allem die grossen Pharmakonzerne müssten künftig verstärkt zukaufen. "Ihr Umsatzwachstum aus eigener Kraft reicht einfach nicht aus." Die Unternehmen fokussierten sich immer stärker auf Gebiete, in denen sie eine Marktführerschaft anstrebten. Zudem gebe es ausreichend Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten und ein breites Angebot an attraktiven Übernahmezielen.
Dagegen werde der Anteil der Deals aus rein steuerlichen Gründen sinken, nachdem die USA vor kurzem ihre Gesetze verschärft hatten - woran die Übernahme von Allergan durch Pfizer scheiterte. Zuvor hatten zahlreiche Konzerne nach Grossfusionen ihre Firmensitze ins Ausland verlegt, um Steuern einzusparen.
Umsätze stiegen weiter
Im vergangenen Jahr konnten die 21 grössten Pharmakonzerne der Analyse zufolge Umsatz und operativen Gewinn weiter ausbauen. Vor allem der Anteil der sogenannten Blockbuster-Medikamente am Gesamtumsatz legte zu. 60 Prozent (2014: 57,7) Prozent der Erlöse wurden mit Medikamenten erzielt, die auf einen jährlichen Umsatz von mehr als eine Milliarde Dollar kommen. Das kräftigste Wachstum mit Blockbustern verzeichnete der US-Arzneimittelhersteller Gilead, der Marktführer bei Mitteln zur Behandlung von Hepatitis C und HIV ist, gefolgt von Bayer.
Den grössten Umsatz machen Pharmakonzerne mit Medikamenten gegen Krebs und Immunkrankheiten, gefolgt von Arzneien gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten. Am stärksten wuchs jedoch der Umsatz mit Medikamenten gegen Infektionskrankheiten, wozu vor allem Gilead mit seinen Hepatitis-Arzneien beitrug.
(Reuters)