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Unsere bi-spezifische Plattform ist eine vielversprechende
Technologie, mit deren Hilfe verschiedene bi-spezifische Formate
produziert werden können, beispielsweise doppelt-spezifische
Antikörper (DVD). Diese Formate verfügen über ein breites Spektrum an
proteinbindenden und biologischen Merkmalen.
In der Onkologie unterstützen uns die bi-spezifischen Antikörper
dabei, völlig neue Wege zu betreten. Beispielsweise prüfen wir den
Einsatz von bi-spezifischen Antikörpern zur Verbesserung der
Wirksamkeit von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten
(antibody-drug-conjugates, ADC). In präklinischen Studien konnten wir
nachweisen, dass ein bi-spezifischer Antikörper, der an zwei
Strukturen desselben molekularen Ziels bindet, von den Krebszellen
besser aufgenommen wird als ein herkömmliches ADC. Auf diesem Weg kann
eine grössere Menge Toxin freigesetzt werden, wodurch die Wirksamkeit
des Arzneimittels verbessert wird.
Auf ähnliche Art und Weise kann ein bi-spezifischer Antikörper, der
an zwei molekulare Ziele derselben Krebszelle bindet, zur Steigerung
der Tumorspezifität verwendet werden. Das bedeutet, dass gezielt
Bindestellen auf Krebszellen genutzt werden können, die sich nicht in
gesundem Gewebe finden. Mit unserer bi-spezifischen Plattform können
wir ein breites Spektrum an Proteinkonstrukten schaffen, die
letztendlich zu einer neuen Biologie mit verschiedenen Wirkmechanismen
führen.
Wir untersuchen eine Reihe neuer Methoden zur Freisetzung von
präziseren und wirksameren Arzneimitteln. Dabei zielen wir darauf ab,
die Behandlung von Erkrankungen grundlegend zu verändern – etwa indem
wir die Auswirkung einer Chemotherapie auf gesunde Zellen reduzieren
oder neue Behandlungsmöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen
erschließen.
Bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) handelt es sich um eine
bewährte Technologieplattform, die ein Therapeutikum durch präzise
zielgerichtete Bindung eines Antikörpers direkt dort im Körper
freisetzt, wo es gebraucht wird.
Ein ADC besteht aus einem hoch wirksamen Giftstoff, der zu potent
ist, um systemisch verabreicht zu werden. Er wird mit einem
monoklonalen Antikörper gekoppelt, der das Ziel auf der Zelloberfläche
zielgerichtet identifiziert und aktiv von der Zelle aufgenommen wird.
Innerhalb der Zelle wird die chemische Substanz freigesetzt, die dann
die Tumorzelle schädigt oder sogar abtötet, während das gesunde Gewebe
verschont bleibt. Die Idee hinter ADC ist nicht neu, aber es ist erst
in jüngerer Vergangenheit gelungen, sie im Rahmen einer
vielversprechenden Plattform umzusetzen.
Unser Fokus im Bereich ADC stützt sich auf unsere Expertise bei der
Entdeckung und Entwicklung von hoch spezifischen monoklonalen
Antikörpern und unsere Erfahrung im Bereich der niedermolekularen
Chemie und Analytik.
Krebsstammzellen sind der Ursprung des Tumors, sie sind essentiell
für das Tumorwachstum und weitestgehend resistent gegenüber
konventionellen Chemo- und Strahlentherapien. Krebsstammzellen sind
auch der Ursprung der Metastasen und Ihre Vermehrung führt dazu, dass
sich der Krebs im Körper ausbreitet.
Unsere Therapien in der Onkologie zielen auf diese Krebsstammzellen
ab, um hier ein wirkstarkes Arzneimittel freizusetzen, das sie töten
kann. Wir glauben, dass die zielgerichtete Bindung und die
Eliminierung von Krebsstammzellen es Patienten ermöglichen, auch
langfristig mit Krebs leben zu können.
Weitere
Informationen zur Forschung im Bereich Blutkrebs.
Das komplexe und aufwändige Zellsystem, das Blut zum Gehirn und zum
Wirbelsäulengewebe transportiert, ist mit grossen Molekülen
(Biologika) nur schwer zu durchdringen. Deshalb suchen wir nach neuen
Wegen, um die Blut-Hirn-Schranke mit Nanopartikeln und Proteinkapseln
zu überwinden. In innovativen Trägersystemen wie diesen steckt das
Potenzial, die Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln zur
Behandlung beispielsweise von Alzheimer, Morbus Parkinson und
Multipler Sklerose deutlich voranzubringen.
Je besser wir den menschlichen Körper verstehen, desto besser können
wir ihn uns bei der Bekämpfung von Erkrankungen zunutze machen. Krebs
und immunvermittelte Erkrankungen sind nur zwei Bereiche, in denen
moderne Forschung zeigt: Neue Lösungen können auch aus dem Inneren des
Körpers kommen.
Völlig gegensätzliche Herausforderungen begegnen uns in der
Immunonkologie und in der Immunologie, wenn es um das Immunsystem des
Körpers geht. Während wir das Immunsystem in der Onkologie
unterstützen wollen, damit es Tumoren angreift, muss es bei
immunologischen Erkrankungen gedrosselt werden, weil es
fälschlicherweise Schäden in gesundem Gewebe verursacht. Der Schlüssel
zur Behandlung beider Erkrankungsarten könnte in einer Immuntherapie liegen.
Wenn Tumoren an sogenannte Checkpoint-Moleküle auf Immunzellen
binden, so schalten sie genau die Immunantwort aus, mit der eine
Immunzelle normalerweise ein als «fremd» erkanntes Element im Körper
angreift. Die Folge: Die Immunzelle kann den Tumor
nicht länger als etwas identifizieren, das sie angreifen muss. Hier
gelang in den vergangenen Jahren der grösste Durchbruch in der
Immuntherapie – mit der Entdeckung, dass eine gezielte Störung
dieser Checkpoint-Rezeptoren die Immunzellen aktivieren und zu einer
Anti-Tumor-Reaktion führen kann.
Die Anti-Tumor-Aktivität von Checkpoint-Molekülen zeigt, dass
Tumoren vom Immunsystem durchaus kontrolliert werden können. Deshalb
untersuchen wir seit Jahren neben diesem Ansatz auch weitere
Möglichkeiten der Immuntherapie.
Die Bakterien und Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt übernehmen im
Körper entscheidende Funktionen wie die Verdauung und die
Vitaminproduktion. Die Möglichkeit, Bakterien einfach
umzuprogrammieren, damit sie andere Funktionen übernehmen, hat den
Blickwinkel auf die Bekämpfung von Erkrankungen grundlegend verändert.
In einer Kooperation untersuchen wir das Darmmikrobiom, um neue
Arzneimittel zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen
zu entwickeln.