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/ Kongresshaus Biel
Konzert 2010: Georg Friedrich Händel: Samson HWV 57
Samson – Oratorium in drei Teilen HWV 57
Georg Friedrich Händel 1685 - 1759
Der Messias gehört heute zu den beliebtesten Kompositionen von Georg Friedrich Händel (1685-1759). Im 18. Jahrhundert stand jedoch ein anderes Oratorium des Komponisten ebenfalls ähnlich hoch in der Gunst des Publikums: Samson; zur gleichen Zeit (1741/42) entstanden wie der Messias. G.F. Händel übersiedelte bereits 1712, im Alter von 27 Jahren, nach London, wo er die meisten Vokalkompositionen auf Englisch schrieb. So auch die oben erwähnten Werke. Wir haben uns für die selten aufgeführte deutsche Fassung des Samson entschieden. Das Oratorium erzählt das dramatische Ende des ehemals übermenschlich starken Heerführers von Israel.
Die Vorgeschichte: Samson hat sich mit der Philisterin Dalila eingelassen. Sie schneidet ihm sein langes Haar ab und beraubt ihn so seiner Kraft. Die Philister, die Erzfeinde der Israeliten, überwältigen und blenden ihn.
Zu Beginn des Oratoriums dient Samson den Philistern als Sklave. Der erste Teil widmet sich fast ganz dem Seelenleben Samsons, seinen Rache- und Schuldgefühlen, seiner Todessehnsucht und Resignation.
Die Israeliten beobachten, wie der einst unbezwingbare Held nun ohne Hoffnung daliegt. Micah, Samsons Freund, sieht, wie sich in seinem Los das Schicksal des ganzen Volkes widerspiegelt. Samsons Vater Manoah sucht ihn auf und erschrickt über seinen Zustand. Die Israeliten trösten Samson, dass er über Tod und Zeit triumphieren wird. Micah und die Israeliten rufen Gott an, die Plagen seines Knechtes zu betrachten. Dalila, die Samson verraten hat, erscheint, um Samsons Liebe wiederzugewinnen. Doch was sie auch tut, um ihn zu umgarnen, er weist sie ab. Der Philister Harapha kommt herbei, um Samson zu bedauern. Der fordert ihn zum Zweikampf heraus, doch Harapha schmäht Samson und behauptet, dass es unter seiner Würde sei, mit einem Blinden zu kämpfen. Samson verspottet ihn als Prahlhans. Micah schlägt vor, die Macht Dagons mit der des Gottes der Israeliten zu messen. Die Chöre beider Seiten preisen ihren jeweiligen Gott.
Harapha will Samson abholen, um ihn beim Fest der Philister zur Schau zu stellen. Samson weigert sich zunächst, bei den religiösen Riten zugegen zu sein. Er geht dann aber mit einem Plan zum Fest und mahnt sein Volk, fern zu bleiben. Manoah kommt mit Plänen, wie Samson befreit werden könnte, zu den Israeliten. Man hört die Gesänge der Philister, die Dagon anrufen. Plötzlich vernimmt man Lärm und Aufregung. Samson hat das Festgebäude niedergerissen und dabei sich selbst und die versammelten Philister darunter begraben. Samsons Leichnam wird herbeigetragen und sein Volk stimmt einen Trauermarsch an, bevor dem Helden Samson unter Jubeltönen ewiger Ruhm prophezeit wird.
Drastische Positionen, drastische Taten – ein Quell musikalischer Dramatik.
Und Händel knausert nicht mit packenden Ideen und Kontrasten. Allein die differenzierten Arien des Samons, Dalilas bestrickende Lockgesänge und die kraftvollen, fesselnden Chöre ziehen die Zuhörerin und den Zuhörer von Beginn weg in ihren Bann!
Unsere Solisten
Martina Hofmann (Dalila), Sopran
Lili Küttel (Mikah), Mezzosopran/Alt
Pascal Marti (Samson), Tenor
Beat Jost (Harapha), Bassbariton
Ulrich Simon Eggimann (Manoah), Bassbariton
Vital Julian Frey, Cembalo
Ekaterina Kofanova, Orge