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Burgund – für viele ist dieser Name gleichbedeutend mit Wein, Genuss und Lebenskultur. Burgunder als Weinbezeichnung ist für manche sogar der Inbegriff des höchstmöglichen Weingenusses. Und hebt man ein Glas Burgunder zum Mund, so ist man in der Tat überwältigt vom Geschmacksreichtum, von der Dichte und Nachhaltigkeit dieser delikaten Weine. Die Weine des Burgunds verbinden gemeinsame geschmackliche Eigenheiten, obschon das Burgund im östlichen Teil Frankreichs ganz und gar keine Einheit darstellt: Sie beginnt im Norden mit dem Chablis-Gebiet, das eigentlich wie eine Insel bereits in der Region der Champagne liegt, und zieht sich dann über die berühmte Côte d’Or südwestlich bis zum Mâconnais. Seinen Abschluss findet das Burgund nördlich vom Beaujolais-Gebiet, das bereits in der Verlängerung der wichtigen Nord-Süd-Verbindung des Rhône-Tals liegt. Die Reben der zu Recht berühmtesten Region im Burgund, der Côte d’Or, ziehen sich auf einer Breite von 1 bis 2 km an einer Hügelflanke hin, die unterschiedlich steil von West nach Ost abfällt. Die Reben wachsen auf kargem Boden, der die Abbruchkante einer riesigen Kalksteinplatte ist, die an dieser Stelle gehoben wurde und sich nach Westen sanft neigt. An der Oberfläche dieser Kante, an den Hügelflanken, ist der Kalkstein mit Mergel durchsetzt. Diese besondere Bodenbeschaffenheit ist verantwortlich für die Qualität und das einzigartige Geschmacksprofil der Burgunder.
Glaubt man den römischen Schriftstellern, so haben die Gallier bei ihren Überfällen die Rebe und die Weinbautechnik von der italienischen Halbinsel mitgenommen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Griechen bereits im 6. Jahrhundert vor Christus die Reben in ihre Kolonien gebracht hatten; und so auch nach Marseille, von wo aus die Rebe ihren Siegeszug rhôneaufwärts antrat. Es waren aber die Männer und Frauen der Kirche, die dafür sorgten, dass der Burgunder zu dem wurde, was er heute ist. Cluny, das grosse und mächtige Kloster wurde 910, die Abtei Cîteaux, in der Ebene bei Nuits-St-Georges, im Jahr 1098 gegründet. Ihre Mönche legten den berühmten CLOS DE VOUGEOT an und taten alles, um den Rebbau zu fördern und den Ruhm der Weine zu mehren – etwas Erstaunliches, bedenkt man, dass Zisterziensermönche dem Ideal der Askese nachlebten und für eine rigorose Befolgung der Mönchsregeln eintraten. Die Côte d’Or wird in zwei Hauptgebiete unterteilt: Côte de Nuits und Côte de Beaune. Bei der Qualität der Einzellagen unterscheidet man zwischen Grand Cru- und Premier Cru-Lagen.
1880 gründete Joseph Drouhin das gleichnamige Weinhandelshaus in Beaune. Schon früh erkannte er, dass die Kontrolle über die Trauben die Grundlage zur Herstellung von Spitzenweinen bildet. Mit seinem Sohn Maurice baute er anfangs des 20. Jahrhunderts das Weingut und kaufte allmählich Rebparzellen in Grand Cru- und Premier Cru-Lagen der Côte d’Or und des Chablis. Heute besitzt das traditionsreiche Weinhandelshaus 75 ha in ausgewählten Reblagen mit wohlklingenden Namen wie CLOS DES MOUCHES, MUSIGNY und ROMANÉE ST-VIVANT. Man merkt es Frédéric Drouhin auf Schritt und Tritt an, wie stolz er auf die Familientradition und auf die Geschichte seines Erfolgs ist. Mittlerweile arbeitet die vierte Generation rund um die familieneigenen Rebberge, damit alles Nötige unternommen wird, um die Spitzenköche in Frankreich und in der ganzen Welt mit den begehrten Gewächsen von JOSEPH DROUHIN zu versorgen. Bald einmal erkannten nämlich die Vertreter der Haute Gastronomie die Zuverlässigkeit und Qualität des Hauses. Dies ist nicht erstaunlich, da die Hälfte aller Weine aus den erwähnten erstklassigen Grand Cru-Lagen stammen, die im Besitz der Familie selber sind. Den Rest der Weine kauft Frédéric Drouhin ganz jung bei ausgewählten Weinbauern der Côte d’Or ein, um sie dann in den «Kellern der Könige von Frankreich und der Herzöge von Burgund» zu vollenden. Beim Gang durch die tausendjährigen Kellergewölbe des Familiensitzes in Beaune erzählt er, worauf es ankommt, wenn man höchste Qualität erzielen will: «Es ist der Respekt vor der Tradition, der uns zwingt, vollständig reife Trauben von Hand zu lesen, sie sanft zu pressen und sie 15 bis 18 Tage lang gären zu lassen, bevor schliesslich ein Wein entsteht, der den Genuss zu einem Erlebnis werden lässt». Seit 1947 ist das Weinhandelshaus JOSEPH DROUHIN für den Rebbau und die Vermarktung des wohl weltweit angesehensten Weissweins Marquis de Laguiche, aus der bekannten Grand Cru-Lage MONTRACHET verantwortlich – wenn das kein Beweis für Kompetenz und Engagement ist!
Bei JOSEPH DROUHIN reifte bereits früh die Überzeugung, dass der biologische Rebbau der einzig richtige Weg sei. Genau genommen geschah dies mit dem Einstieg von Philippe Drouhin, dem ältesten Spross der vierten Generation der Drouhins. Er übernahm 1988 die Verantwortung für die Rebberge und begann behutsam mit den ersten Versuchen, einen Teil der Rebberge nach biodynamischen Grundsätzen zu bewirtschaften. Heute werden alle 75 Hektaren an der Côte d’Or, im Chablis und an der Côte Chalonnaise biodynamisch gepflegt. Offiziell begann man mit der Umstellung auf biologisch-organischen, anschliessend auf biodynamischen Rebbau. 2009 erfolgte schliesslich die Zertifizierung durch Ecocert. Damit tritt JOSEPH DROUHIN den eindrucksvollen Beweis an, dass es keinesfalls nur für kleine Domänen möglich ist, biodynamisch zu arbeiten und Spitzenqualitäten zu keltern. Bei Joseph Drouhin wird künftig noch klarer zwischen den Weinen der eigenen Domänen und dem Zukauf von konventionell erzeugten Trauben für das Handelshaus unterschieden. Aufgrund der heute schon auf das genaueste gekennzeichneten Weine, ist dies für Joseph Drouhin kein Problem. So werden alle Korken mit dem Namen JOSEPH DROUHIN, der Appellation und dem Jahrgang gekennzeichnet, um die Authentizität des Weins zu gewährleisten. Massgeblichen Anteil an der Qualität hat aber auch Véronique Boss-Drouhin, die als Oenologin den Stil der Weine von JOSEPH DROUHIN prägt, wobei sie genaustens auf jedes Detail achtet und nichts dem Zufall überlässt. Qualität beginnt im Rebberg – dafür sorgt ihr Bruder – und wird im Keller zur Vollendung gebracht: dafür ist sie verantwortlich.
«Seit vier Generationen arbeiten wir in den Reben des Burgunds. In dieser langen Zeit haben wir die einmalige Qualität des Weinanbaugebietes, die sich durch den Boden, das Klima und die Rebsorten äussert, verstehen gelernt und unser Wissen über die Weinbereitung laufend erweitert. Die Folge unseres beharrlichen Strebens nach Qualität zeigt sich in der Einmaligkeit unserer typischen, charaktervollen Weine», erzählt Frédéric Drouhin.