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Das heutige Gebäude wurde 1545 an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem Hochmittelalter errichtet. Umbauten aus den Jahren 1769 und 1862 verliehen ihm sein heutiges Erscheinungsbild: Über einer von Strebepfeilern abgestützten, mächtigen Substruktion ragt der frei stehende, dreigeschossige Baukubus empor, der von einem hohen Walmdach abgeschlossen wird.
Im Rahmen archaeologischer Untersuchungen konnten 1958 im Inneren des Hauses Teile der spätrömischen Kastellmauer nachgewiesen werden. Im Hof des Gebäudes traten Grundmauern eines mehrschiffigen Baus zu Tage, der sich innerhalb des Kastells quer über den oberen Schlüsselberg ausdehnte und als "horreum", also Getreidespeicher, gedeutet wird. Das Haus "zer Mugken" diente im Hochmittelalter verschiedenen Adelsgeschlechtern als Trinkstube. Das Aussehen dieses Vorgängerbaus ist unbekannt. Für die spätmittelalterliche Zeit sind zahlreiche Bankette und Bälle überliefert, die im Gesellschaftshaus nach Turnieren oder zu Ehren fürstlicher Gäste stattfanden. Während des Konzils 1432-1448 diente es einer Deputation als Tagungsort; man unterteilte das Haus in 33 Kammern, einen Versammlung und eine Kapelle und vermauerte teilweise die Fenster. Nach dem Konzil erfolgte die Instandstellung des Hauses und der Stuben, die "an ettlichen enden bufellig und bresthafftig" waren. Das Haus wies danach im ersten Stock eine grosse heizbare Täferstube mit ringsum laufenden Bänken auf.
1477 übernahm der Rat das Gebäude und liess es zu einem städtischen Tuchhaus umbauen. Für denselben Zweck wurde das Haus 1545 "von Grund auf widerumb neuw gebauwt", wie dies die Inschriftentafel über dem Eingangsportal und die in vier Strebepfeiler eingemeisselte Jahreszahl bezeugen. Der zweigeschossige Neubau von 1545, der auf Merians Stadtansicht auffallend gross wiedergegeben ist, hatte ein von metallenen Knäufen und Wetterfahnen bekröntes Walmdach. Ein Treppenturm an der Südseite erschloss das Obergeschoss, und zu beiden Seiten dieses Treppenturms öffnete sich das Erdgeschoss mit grossen, breiten Rundbogenfenstern.
Die 1661 von Rat und Universität erworbene Amerbach'sche Kunstsammlung und die vorher im Unteren Kollegium aufbewahrte Universitätsbibliothek bezogen 1671 das Obergeschoss der "Mücke". Viele in- und ausländische Kunstfreunde besuchten von da an dieses frühe bürgerliche Museum. In einem Umbau zwischen 1767-1769 wurden vermutlich die spätgotischen durch stichbogige Fenster ersetzt. Gleichzeitig wurde das Obergeschoss ausgebaut, damit die Kunstsammlung mehr Raum zur Verfügung hatte. Der stetige Zuwachs der Sammlungen führte zu Beginn des 19. Jahrhunderts erneut zu Raumnot. Eine Erweiterung um einen Saal im benachbarten Reinacherhof kam 1833 wegen der politischen Wirren um die Kantonstrennung nicht zustande. 1849 wurden die Sammlungen schliesslich in das neue Museum an der Augustinergasse verlegt, und die "Mücke" diente fortan als Schulgebäude. Sie wurde aufgestockt, wobei der Dachstuhl von 1545 sorgfältig abgetragen und auf dem neuen Geschoss wieder errichtet wurde. Der Treppenturm wurde abgerissen und durch eine Innentreppe ersetzt, an der Hauptfassade und der abgeschrägten Front zwischen Hof und Fahnengässlein wurden zusätzliche Fenster ausgebrochen. Das Hauptportal wurde leicht erhöht und rechtwinklig eingefasst. Der letzte Umbau für das Humanistische Gymnasium 1957 führte im Inneren zum Einbau einer Eisenbetonkonstruktion und zur gänzlichen Beseitigung der Eichenstützen.
Der mächtige, dreigeschossige Baukörper mit hohem Walmdach ist dem vorgelagerten Hof und der Einmündung in den oberen Schlüsselberg giebelständig zugewandt. Er wird von allen vier Seiten bis auf die Höhe des Erdgeschosses durch Strebepfeiler verstärkt. Die vier Fensterachsen der Hauptfront sind seit dem Umbau im 19. Jahrhundert paarweise zusammengezogen, so dass mit dem mittleren Strebepfeiler im Erdgeschoss ein breiteres Fensterintervall korrespondiert. Die aufgesetzte dritte Etage und die Giebel zeigen einfache stichbogige Fenster von geringerer Höhe. Das ebenfalls 1862 überarbeitete Portal an der rechten Seite der Hauptfassade bildet den wichtigsten Akzent. Im Inneren ist nebst dem Gebälk über dem Erdgeschoss einzig das Dachwerk von 1545 sichtbar erhalten; das grosse Sparrendach erstreckt sich auf insgesamt drei Stockwerke.