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Das Bundesgericht in Australien hat die Gründe für die Ablehnung von Novak Djokovics Klage gegen die Annullierung seines Visums veröffentlicht.
Der Einreise-Krimi um Novak Djokovic hielt nicht nur Tennis-Fans tagelang in Atem. Das lange Hin und Her endete schliesslich in der Niederlage für den Weltranglistenersten. Nachdem Einwanderungsminister Alex Hawke Djokovics Visum ein zweites Mal annullierte, blitzte der Serbe auch mit seiner Berufung vor Gericht ab.
Nun hat das Bundesgericht die Gründe für die Ablehnung von Djokovics Einspruch enthüllt. Der oberste Richter James Allsop sowie die Richter Anthony Besanko und David O'Callaghan hätten entscheiden müssen, ob Hawkes Entscheid zur Annullierung des Visums rechtmässig war. Der Einwanderungsminister gab als Begründung an, dass Djokovics Anwesenheit in Australien ein «Risiko für die Gesundheit der australischen Gemeinschaft» darstellen könnte. Und das nicht nur, weil er nicht geimpft ist. Djokovic könnte im Land auch Stimmung gegen das Impfen machen.
Impfskepsis als entscheidender Faktor
Das Gericht hielt diese Begründung von Hawke nicht für irrational oder unlogisch und pflichtete dem Minister bei. «Ein weltbekannter Tennisstar kann Menschen jeden Alters, ob jung oder alt, beeinflussen und dazu bringen, ihm nachzueifern», geht aus den Dokumenten hervor. So wird Djokovics abweisende Haltung gegenüber der Covid-19-Impfung zum Hauptgrund für seine Ausweisung.
Djokovics Anwälte wollten diese Begründung nicht akzeptieren und sagten, Hawke habe ihren Mandanten nie nach seiner aktuellen Haltung gegenüber Corona-Impfstoffen gefragt. Stattdessen hätte er sich sein Bild beim Lesen von Medienberichten gemacht. Tatsächlich scheint Hawke den Tennisstar nie persönlich nach seiner aktuellen Meinung gefragt zu haben.
Das Gericht ist dennoch der Meinung, dass «Djokovics Ansichten ausdrücklich und öffentlich bekannt waren, noch bevor es überhaupt einen Impfstoff gegeben hat». Ausserdem hätte der 20-fache Grand-Slam-Sieger lange Zeit gehabt, seine Meinung zu überdenken und sich vor seiner zweiten Corona-Infektion im Dezember 2021 doch noch impfen zu lassen. Einen Hinweis auf eine offensichtliche Änderung seiner Einstellung habe es nicht gegeben.
Nichtsdestotrotz hätte «eine andere Person in der Position des Ministers das Visum von Herrn Djokovic vielleicht nicht annulliert», erklärt das Gericht. Aber Hawkes Entscheidung war rechtmässig im Rahmen der Befugnisse, die ihm durch das Migrationsgesetz übertragen wurden. Für Alex Hawke sei es «offensichtlich» gewesen, dass Djokovic ein Impfgegner ist – und deshalb ein Risiko für die australische Bevölkerung darstellte.