Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03238.jsonl.gz/164

Die Drehung der Erde lässt Winde rotieren
Es kann Tage oder sogar Wochen dauern, bis sich aus einer solchen Tiefdruckzelle über dem Meer ein Zyklon oder Hurrikan bildet. Dazu muss das System in Rotation versetzt werden. Dies geschieht, weil die Höhenwinde, mit denen es in Berührung kommt, auf der Südhalbkugel einen Linksdrall (bzw. auf der Nordhalbkugel einen Rechtsdrall) aufweisen – der Sturm wird zum Wirbelsturm. Glücklicherweise sind aber nur selten alle Randbedingungen gegeben, welche die Ausbildung eines Sturms der Kategorie 5 erlauben. Die Temperatur der verschiedenen Meerwasserschichten, Windgeschwindigkeiten in unterschiedlichen Höhen und weitere Faktoren spielen alle zusammen. Hat sich aber einmal ein typischer Wirbelsturm entwickelt, stabilisiert er sich immer mehr und wandert langsam Richtung Westen. In der Mitte des Wirbelsturms bildet sich eine beinahe windstille Zone aus, das „Auge des Sturms“. Es hat meist einen Durchmesser von rund 40 km. Um das Auge herum türmt sich bis zu 16 km hoch ein Ring von dichten Wolken auf, wo die stärksten Regenfälle und höchsten Windgeschwindigkeiten auftreten.
Noch einmal davongekommen
Wenn ein Zyklon wie Yasi aufs Festland trifft, bringt er meterhohe Flutwellen mit sich. Sturmböen mit gewaltiger Zerstörungskraft können in einem Gebiet mit einem Durchmesser von bis zu 800 km auftreten. Yasi, der am Morgen des 3. Februars 2011 Nordostaustralien erreichte, war der schlimmste Sturm der australischen Geschichte. Die Menschen im betroffenen Gebiet waren jedoch gut vorbereitet; viele von ihnen waren am Tag zuvor evakuiert und in Notunterkünften untergebracht worden. Dort hiess es abwarten, bis der Sturm vorübergezogen war und sich das Ausmass der Verwüstung abzeichnete ...
Denn nur eines ist bei einem tropischen Wirbelsturm gewiss: So heftig er beim Erreichen der Küste auch gewesen ist, er wird sich einige hundert Kilometer weiter im Landesinnern immer mehr abschwächen und schliesslich in einem harmlosen Tiefdruckgebiet enden. Ohne Nachschub feuchter warmer Luftmassen, die nur über der Meeresoberfläche vorhanden sind und ins Zentrum des Zyklons gesogen werden können, verliert der Wirbelsturm seine Energiequelle.