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An einem Samstagabend im Spätsommer des Jahres 1957, fand zum wiederholten Mal ein «Club-Konzert» im Jazzkeller Glarus statt. Ein junger Mann, der das Privileg besass, aus Zürich zu kommen und erst noch gut aussah, betrat mit seinem Kornett die Bühne, um mit dem Haus-Orchester, der Glarus College Swing Society, zu «jammen», d.h. Jazzmusik zu spielen. Der erfolgreiche Auftritt muss Fredy dermassen überwältigt haben, dass er kurzerhand beschloss, nach Glarus zu ziehen, um seinen neuen Freunden und der Musik näher zu sein. Er fand sofort eine Unterkunft bei der älteren Dame, bei der schon seine Mutter einst gewohnt hatte und er von Besuchen her kannte. Bereits im Oktober fand ein grosses Konzert im «Glarnerhof» statt, wo die Band unter Beizug etlicher Koryphäen (aus Zürich) in verschiedenen Formationen auftrat und einen Grosserfolg einfahren durfte. Im Juni 1958 war Fredy einer der Gründer der Galerie Bohemia an der Bahnhofstrasse, die sich auch als Jazzclub verstand. Mit seinen Freunden zusammen organisierte Fredy etliche Anlässe, Konzerte und Ausstellungen, nicht nur in der Bohemia, die 1961 geschlossen wurde. Auch die Glarus College Swing Societya, die erste eigentliche Glarner Jazzband, löste sich kurz zuvor auf. 1960 formierte sich die Lucky Tremblers Jazzband, Fredy spielte dort immer noch Trompete, aber bereits 1961 hatte er aufs Schlagzeug gewechselt, dem er bis zum Ende treu blieb. Fredy war ein rhythmisch äusserst talentierter, dezenter Schlagzeuger, ein Team-Player, der nicht nach «Schlagzeug-Konzert mit Orchester-Begleitung» trachtete und deshalb bei seinen Kollegen sehr beliebt war. So verwundert es nicht, dass er in zahlreichen Formationen gefragt war, um nur die wichtigsten aufzuzählen – City Workshop Band – Jazz Coalition – Glarona Jazz Tigers – Glarona Big Band – New Coalition – Capric(h)orns Big Band – Happy Lakers. Seinen letzten Auftritt hatte Fredy in der Formation Swingin’ Over Sixties am Grossanlass Jazz in Glarus am 1. Juni 2019 im Gesellschaftshaus Ennenda.
Fredy war nicht nur Musiker, er war auch Förderer, von Beginn an war er stets dabei, wenn’s ums Organisieren ging. Unvergessen bleiben die zehn Auflagen der Nuit de Jazz 1960–1988, Höhepunkt aus seiner Sicht waren die 12 Reisen in den Jazz 1983 – monatliche Konzerte im City-Keller mit z. T. international bekannten Künstlern.
Dem wie erwähnt attraktiven jungen Mann blieb auch die Zuneigung der holden Weiblichkeit nicht verborgen. Mit Ruth Zimmermann aus Ennenda verheiratete er sich 1962. Der glücklichen Ehe entsprangen abwechslungsweise zwei Buben und zwei Mädchen. Ein schwerer Schlag für die Familie war das viel zu frühe Ableben von Mutter Ruth vor 9 Jahren.
Sehr vielseitig interessiert, engagierte sich Fredy auch in anderen Domänen. Er wirkte im Historischen Verein, wo er in den Vorstand und schliesslich zum Präsidenten gewählt wurde, er war ein eifriger Numismatiker. Wo immer er gebraucht wurde, stellte er seine Kenntnisse zur Verfügung, z. B. dem Glarner Eislaufclub, alles ausserhalb seiner täglichen Arbeit im eigenen Treuhandbüro.
Im Jahr 1967 konstituierte sich der Jazzclub als Verein und gab sich Statuten, dies war Voraussetzung für den Beitritt zur Neuen Schweizer Jazzföderation, an deren Gründungsversammlung Fredy auf Anhieb zum Vizepräsidenten gewählt wurde. In der de facto Nachfolge-Organisation Pro Jazz Schweiz war er Gründerpräsident. Deren Schweizer Jazz Archiv ist nach zwei Umzügen heute im Swiss Jazzorama Uster beheimatet. Im Jazzclub Glarus versah er während der ganzen Zeit, d. h. über 50 Jahre lang, den Posten des Managers, CEO oder «allmächtigen Generalsekretärs».