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Intel hat am 29. Juli, zusammen mit wenig berauschenden Quartalszahlen, angekündigt, dass die Produktion der "3D XPoint"-Speicherchips eingestellt wird und die darauf basierenden SSDs und Speichermodule der Optane-Linie nicht mehr verkauft werden. Intel will durch die Aufgabe dieser Produktfamilie, für die es zu wenig Nachfrage gab, zukünftige Investitionskosten einsparen. Zuvor muss der Chipriese aber einen Abschreiber von 559 Millionen Dollar auf das vorhandene Inventar hinnehmen.
Intel und sein damaliges Partnerunternehmen Micron hatten die 3D-Xpoint-Technologie 2015 erstmals angekündigt
. Dabei hatten die beiden Hersteller ein Konzept übernommen, das Hewlett-Packard schon 2008 propagiert hatte, die "Memristoren"
.
Diese sollten in Speichermodulen Transistoren ersetzen, deutlich schneller arbeiten als diese und vor allem auch Daten permanent speichern können. Danach blieb es aber einige Jahre ruhig um die neue Technologie. Erst Ende 2014 kündigte HP dann mit einigem Trara an, dass man auf Memristoren basierend den neuartigen sagenhaften Computer "The Machine"
bauen wolle. Dieses Projekt wurde aber einige Zeit später sang- und klanglos abgeblasen.
Auch nachdem Micron und Intel 2015 ihrerseits eine Speicherrevolution angekündigt hatten, blieb es wieder lange ruhig um die neue Technologie. Erst 2018 wurden die ersten darauf basierenden Produkte lanciert
, zuerst einige SSD-Modelle, dann auch DIMM-Speichermodule. Die Nachfrage blieb aber dauerhaft vergleichsweise gering.
Neue Software wäre nötig
Um die eigentliche Haupteigenschaft der neuartigen Speicherchips, "Persistent Memory", also die Fähigkeit, Daten permanent im RAM zu speichern, auszunützen, hätten Anwenderunternehmen neue Software entwickeln müssen. Dies versprach ganz neue Anwendungsmöglichkeiten, wurde aber trotzdem kaum getan. Intel verlegte sich daher darauf, die anderen Vorzüge der Optane-Produkte hervorzuheben: Eine deutlich höhere Kapazität von oft 512GB pro Speichermodul als DDR4-Module, ein besseres Verhältnis von Kosten und Kapazität sowie eine höhere I-O-Leistung. Dies sollte es ermöglichen, auch sehr grosse Datenbanken kostengünstig "in Memory" zu verarbeiten. Aber auch die Nachfrage nach dieser Anwendungsmöglichkeit blieb offensichtlich gering.
Und somit hat nun eine weitere Speicherrevolution doch nicht stattgefunden, und die gute alte Aufteilung in flüchtiges RAM und permanente Massenspeicher wird noch einige Jahre länger die Regel bleiben.