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Nutzen der Bestrahlung mittels Low-Level-Laser zur Reduktion von Schwellungen und Schmerzen nach Weisheitszahnextraktion fraglich
Die Entfernung von Weisheitszähnen ist einer der am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffe, bei denen ein Großteil der Patienten als Folge unter Schmerzen, Schwellungen und Mundöffnungsproblemen leidet. Verschiedene Autoren propagieren die Bestrahlung unter Verwendung eines Lasers mit niedriger Energie (Low-Level-Laser) zur Reduktion der Schmerzen und der Schwellungen nach dem chirurgischen Eingriff sowie zur rascheren Abheilung. Das Ziel dieser Literaturüber- sicht war es, den Nutzen einer solchen postoperativen Bestrahlung nach der chirurgischen Entfernung von Weisheitszähnen im Hinblick auf die oben beschriebenen Symptome bei Patienten zu untersuchen.
Die Autoren durchsuchten die elektronischen Datenbanken Medline, Embase und Cochrane Central nach randomisierten und quasi-randomisierten klinischen Studien zum Vergleich der Effektivität einer Laserbestrahlung mit einer Placebobehandlung zur Reduktion der Komplikationen nach chirurgischer Entfernung von Weisheitszähnen mit einer minimalen Beobachtungszeit von 3 Tagen und einer genauen Dokumentation aller Vorkommnisse (Schmerzen, Schwellungen, Mundöffnungsblockaden und Nebenwirkungen). Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet.
Zehn Studien wurden eingeschlossen. Wegen der Heterogenität der Eingriffe und der Bewertung der Folgen konnten Schmerzen und Schwellungen nur qualitativ zu- sammengefasst werden. Dabei zeigten sich keine vorteil- haften Wirkungen der Laserbehandlung im Vergleich zur Placebobehandlung. Die Patienten mit einer Laserbehandlung hatten durchschnittlich 4,2 mm (95%-Konfidenzintervall, 1,2 bis 7,2) und 5,2 mm (95%-Konfidenzintervall, 1,8 bis 8,2) weniger Einschränkung der Mundöffnung am zweiten bzw. siebten Tag nach dem Eingriff im Vergleich zu den Patienten mit der Placebo Behandlung.
Schlussfolgerungen: Es ließ sich kein positiver Einfluss auf Schmerzen oder Schwellungen und nur ein moderater Effekt auf die Mundöffnung durch eine Low-Level-Laserbestrahlung nach der chirurgischen Entfernung von Weisheitszähnen nachweisen. Sowohl der Eingriff als auch die Bewertung der Folgen müssten standardisiert und besser strukturierte Studien durchgeführt werden, um die Effektivität des Einsatzes eines Low-Level-Lasers zur Behandlung postoperativer Beschwerden zu ermitteln.
Brignardello-Petersen R, Carrasco-Labra A, Araya I, Yanine N, Beyene J, Shah PS. Is adjuvant laser therapy effective for preventing pain, swelling, and trismus after surgical removal of impacted mandibular third molars? A systematic review and meta-analysis. J Oral Maxillofac Surg 2012 Mar 5 [Epub ahead ofprint]. PubMed ID: 22398186.
Präparationsrichtlinien für Zähne mit Hilfe von Mikrotomographien
Bei der Präparation eines vitalen Zahnes wird meist ohne Kenntnis der Nähe der Pulpa zur präparierten Zahnoberfläche verfahren. Dies ist vor allem bei der Präparation für Kronen problematisch. Selbst mit Hilfe
guter Bissflügelaufnahmen lassen sich nur Schätzun- gen zur wirklichen Präparationstiefe und zur Nähe der Pulpa anstellen, auch wenn auf den Röntgenbildern die Größe der Pulpakammer beurteilbar ist. Diese Infor- mationen werden im Bereich der klinischen Krone oft um 23 % auf bukkalen Ansichten im Vergleich zu 0,5 % auf mesialen Ansichten unterschätzt. Eine solche Fehl
einschätzung kann im schlimmsten Fall zu einer iatro- genen Eröffnung der Pulpa führen.
Die Reaktion der Pulpa auf die Präparation des Zahnes ist wesentlicher Faktor in der rekonstruktiven Zahnmedizin. Untersuchungen haben gezeigt, dass 2 mm oder mehr Restdentin nach der Präparation für den Erhalt der Pulpa entscheidend sind. Der Behandler hat aber keine Möglichkeit, die Dentindicke vor oder nach der Präparation in Erfahrung zu bringen, und so fehlen Informationen zu diesem wichtigen Parameter in der täglichen Praxis. Ziel der vorliegenden In-vitro- Studie war es, eine Methode zur Messung der lokalen Dicke des Dentins zu entwickeln, welche auch als Werkzeug zur Optimierung der Präparationstechnik und der verwendeten Instrumente dienen kann.
Von extrahierten Zähnen wurden vor und nach der Kronenpräparation Mikrotomographien angefertigt. Die lokale Dicke des Dentins wurde für jedes Voxel des 3-D-Bildes des Zahnes als Summe der Distanz des Voxels zur Pulpa und zur anatomischen Oberfläche ge- messen. Das Verfahren erlaubt es auch, die Dicke des entfernten Materials zu berechnen. Dreidimensionale farbkodierte „Landkarten“ wurden generiert und so die Verteilungen der Dentindicke über den ganzen Zahn bei 16 extrahierten Frontzähnen visualisiert.
Diese Methode ermöglichte eine klare Visualisierung und Analyse der Dicke des Restdentins. Es zeigten sich
bei den untersuchten Zähnen konstant überpräparierte Bereiche entlang der labialen approximalen Linienwin- kel, was in einer klinischen Situation die Langlebigkeit von Zahn und Restauration beeinträchtigen könnte. Alle präparierten Zähne außer einem wiesen Bereiche mit Restdentin von weniger als 1,5 mm auf, bei sechs Zähnen waren es weniger als 1,0 mm und bei dreien davon weniger als 0,5 mm.
Schlussfolgerungen: Auch wenn es sich um eine Ex-vivo-Methode handelt, kann sie zur Untersuchung von Über- bzw. Unterpräparationen dienen, wodurch Präparationstechniken und -formen besser an die Anatomie der Zähne und der Pulpa angepasst werden könnten. Es ist zurzeit für den Zahnarzt nicht möglich, die Dicke des Restdentins nach einer Kronenpräparation praktisch zu bewerten, was ein Schlüsselelement für den Langzeiterfolg darstellt.
Anmerkung: Die Weiterentwicklung der aktuellen 3-D-Röntgensysteme wird in Zukunft eine genauere Visualisierung der Dicke des Dentins als zusätzliche Information bei der Diagnostik und Planung ermöglichen und so potenzielle Schädigungen der Pulpa durch eine falsche oder zu tiefe Präparation reduzieren helfen.
Davis GR, Tayeb RA, Seymour KG, Cherukara GP. Quantification of residual dentine thickness following crown preparation. J Dent 2012;40:571-576.