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Geschichte
Wie die Älpler zum Jodeln kamen
Hoch über dem Tal verbrachte ein junger Bursche ganz alleine seinen ersten Alpsommer. Seine Tage waren ausgefüllt mit melken, dem Käsen und dem Hüten der Kühe. Die Arbeit war streng und der Älpler sank jeden Abend müde in sein Bett. Eines Abends, es war schon dunkel, hörte er Stimmen. Die Türe der Hütte wurde geöffnet und drei Gestalten traten ein. Sie waren hässlich, mehr Zwerge und Gnomen als Menschen. Der Bursche schaute ängstlich von seiner Schlafstätte hinunter und traute sich kaum zu atmen. Jeder der Dreien trug einen Sack mit sich. Sie setzten sich an den Tisch und stellten ihr Gepäck auf den Boden. Der Älpler überwand seine Angst und gesellte sich zu den unerwarteten Gäste. Er offerierte ihnen Milchkaffee und von seinem Käse.
Einer der drei Gestalten sprach zu dem Älpler: Jeder von uns trägt in seinem Sack einen grossen Schatz mit sich. Für deine Gastfreundschaft darfst du dir einen dieser Schätze aussuchen. Aber überlege dir gut, welchen du wählst! Der erste Sack wurde vor ihm auf dem Tisch geöffnet. Darin befanden sich lauter Goldstücke. Der Bursche antwortete: Was soll ich mit diesem vielen Gold. Meine Arbeit hier oben ist streng, aber ich kann davon leben und leide keine Not. Der zweite Sack den ihm vorgelegt wurde, war gefüllt mit Diamanten,die im Kerzenschein funkelten. Ich brauche keine Diamanten erwiderte der Älpler. Für mich glänzen die Berge im Licht der aufgehenden Sonne, die Alpenrosen auf den Weiden, das Edelweiss an der steilen Felsenwand und das glühende Abendrot.
So blieb noch der letzte Sack übrig. Einer der Gestalten sprach: Du wolltest weder Gold noch Diamanten, so schenken wir dir etwas ganz besonderes. Vom nächsten Morgen an wirst du singen können. So, wie es noch keiner tat. Du sollst mit deiner Stimme die Menschen im ganzen Tal erfreuen. Als der Bursche am nächsten Morgen erwachte, konnte er sich nicht erklären weshalb auf dem Tisch noch 4 Tassen standen. Er trat vor die Hütte und wollte nach seinen Kühen rufen. Doch statt Worte, kamen aus seinem Mund die schönsten Jodeltöne.
Und seit dieser Nacht tönt in den Bergen, im Tal und auch in den Städten manch schönes Jodellied und manch schöner Naturjodel und erfreut die Herzen der Zuhörer.