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Im südwestlichsten Winkel der iberischen Halbinsel liegt Portugal. Die Grenzen sind nach Osten und Norden zu Spanien und im Westen und Süden der Atlantische Ozean.
Zum Hoheitsgebiet gehören auch die Inselgruppe der Azoren und Madeira. Die Hauptstadt ist Lissabon (Lisboa). Der südlichste Teil von Portugal, ist die Algarve.
Bevölkerten andere Kulturen Portugal?
Noch bevor dieses Gebiet seinen Namen bekam wurde es bevölkert. Die ersten dürften wohl die Iberer gewesen sein, vermutlich aus Nordafrika.
Als nächste folgten die Phönizier welche das südwestliche Ende Europas vor den Griechen und Römern besiedelten. Im Laufe der Zeit kamen die Kelten aus dem Norden dazu, die sich mit den Iberern vermischten (sog. Keltiberer).
Einer dieser Stämme trug den Namen Lusitaner, welche dann im Lateinischen namensgebend für das Land wurden. Während der Zeit der Völkerwanderungen gründeten Sueben und vor allem Westgoten hier ihre Reiche.
War das maurische Herrschertum ein besonderes Kapitel in der Geschichte Portugals?
Im Jahre 711 erobern die Mauren das Land, Portugal wird Teil des Kalifats von Córdoba.. Am Ende des 15. Jahrhunderts werden die Mauren von der iberischen Halbinsel wieder vertrieben.
Während der Zeit ihrer Besiedelung prägten die Mauren das Land und auch die Algarve. Sie führten neue Bewässerungsmethoden ein und pflanzten Zitrusfrüchte, Mandel- und Johannisbrotbäume an. Das führte zu einer Verbesserung der Landwirtschaftlichen Erträge.
Auch total neue Bautechniken und Architekturstile (Hufeisen-bögen, Azulejos) erhalten Einzug. Auf der ganzen Halbinsel entstehen großartige Palastanlagen und Moscheen.
In den Natur- und Geisteswissenschaft waren die Araber zu dieser Zeit dem Abendland überlegen. Auch in der Algarve zeugen die vielen Azulejo Arbeiten vom Einfluss dieser vergangenen Zeit.
Meistens werden die arabischen Eroberer als brutal und gewalttätig dargestellt. Allerdings sollte auch hier daran erinnert werden dass die wenigsten Eroberungen, auch von Seiten der Christen, unblutig verliefen.
Jedoch war diese Periode geprägt von gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz, welche die Christen, Juden und Muslime einander entgegenbrachten.
Sind Portugal und Spanien iberische Geschwister?
Die Situation erinnert eher an David und Goliath. Die Geschichte ist geprägt von Rivalitäten zwischen beiden Völkern. Wenn man auf der Landkarte die iberische Halbinsel betrachtet, dann versteht man den Wunsch der Spanier, die ganze Halbinsel zu besitzen. Doch die Portugiesen und die Bewohner der Algarve sind da verständlicherweise anderer Meinung.
Portugal wurde als eigenständige Grafschaft schon im 11. Jahrhundert gegründet („Condado Portucalense“, Grafschaft von Portucale); diese erhielt 1093 Heinrich von Burgund, den Stammvater der ersten portugiesischen Königsdynastie.
Im Jahre 1143 erlangte Portugal erstmals seine Unabhängigkeit um sie aus dynastischen Gründen wieder an die Spanier zu verlieren. 1640 errang Portugal wieder seine Unabhängigkeit von Spanien und behielt diese bis heute.
Hinterliessen die verschiedenen Kulturen ihre Spuren?
Portugal und auch die Algarve sind reich an Zeugen vergangener Kulturen. Man findet überall noch spuren und es lohnt sich diesen zu folgen.
Sehr interessant sind die Einflüsse auf die spätere Architektur mit ihrem einmaligen manuelinischen Baustil. Damit eng verbunden sind die Azulejos, den farbigen Kacheln, welche als Dekoration von Wänden oder als Fussboden Beläge dienen. In der Algarve sieht man viele Strassennamen auf Azulejos.
Viele der portugiesischen Kathedralen wurden unter dem Einfluss der Romanik und Gotik erbaut. Am Ende des 16. Jahrhunderts entwickelte sich dann unter König Manuel I eine eigene portugiesische Stilvariante, der manuelinische Stil, welcher sich durch Elemente der Frührenaissance, maurischer und orientalisch-indischer Einflüsse auszeichnet.
Die Stilrichtung zeichnete sich durch eine ausgeprägte Freude am Dekor mit naturalistischen Details aus der Welt des Meeres und der Seefahrt aus.
Wunderbare Beispiele für die portugiesische Architektur sind das Hieronymitenkloster in Belém (Vorort von Lissabon) im manuelinischen Stil.
Auch die Kathedrale “Sé” in Lissabon, wo sich an einem Fassadenteil noch Reste des römischen Baustils befinden.
Dann ist der Justizpalast in Lissabon, ein eindrückliches Beispiel für moderne und strenge Architektur.
Auch die Burg und die Kirche des Ritterklosters von Tomar aus dem frühen 16. Jahrhundert und die Abteikirche “Santa Maria da Vitória” von Batalha sind ein Hauptwerk der portugiesischen Spätgotik
Und ein anderes Beispiel ist der als Wahrzeichen von Porto geltende Turm “Torre dos Clérigos” und die Kathedrale von Braga im Stil der Romanik.