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In der Schweiz, längst ein City State mit gut acht Millionen Einwohnern, gibt es noch einen weitgehend funktionsfähigen Mittelstand. In Frankreich und Grossbritannien wird dieser seit gut 20 Jahren ausgerottet, in Griechenland ist dies bereits der Fall. Weil vielerorts der soziale Frieden in Gefahr ist, hat die von Dr. Gerhard Schwarz geführte Prognos Foundation in Zürich eine sehr gut besuchte Lunchveranstaltung durchgeführt, wo der Rockstar der deutschen Ökonomen, Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué (kein Hugenotte, sondern ein Saarländer), eine grössere Ungleichheit der Bevölkerung befürchtete, aber Thomas Pikettis These von der strukturellen Begünstigung der Kapitalbesitzer wegen hoher Zinsen zurück wies. Wie schon Karl Marx mit dem Gesetz der sinkenden Profitrate gescheitert sei, blühe dies nun auch Piketti.
Kaum anschliessen an den brillanten Deutschen, der heute in Magdeburg lehrt, konnte der liberal-konservative David Henderson von der Marinehochschule in Monterey/Cal., der damit argumentierte, dass in den USA die oberen 20% der Bevölkerung ein gutes Auskommen hätten, während die anderen 80% wenig materielle Mittel zur Verfügung haben. Dies sei den meisten Amerikanern aber nicht einmal bewusst.
Dr. Gerhard Schwarz, im Hauptberuf Direktor des Think Tanks Avenir Suisse, bewies in seiner Einführung jene intellektuelle Eleganz, die man von ihm erwartet. Das gut gemischte Publikum erwies sich als dankbar für den Zuspruch, denn viel Geld verlangt auch viel Unterstützung. In den Apéro-Gesprächen stellte ich fest, dass in der Schweiz als vermögend bezeichnet wird, wer mindestens CHF 30 Mio. als Cash mitbringt, besser sollten es CHF 50 Mio. sein.