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Anders als für die bürgerliche Wirtschaftslehre, die Kapital als einen Produktionsfaktor neben Boden und Arbeit versteht, ist Kapital für uns MarxistInnen nicht einfach ein physisches Ding (ein Geldbetrag oder ein Produktionsmittel), sondern ein Prozess und ein gesellschaftliches Verhältnis.
Kapital ist der Prozess, Geld in die Produktion von Waren zu investieren, um diese dann zu einem höheren Preis als ursprünglich investiert wurde, zu verkaufen. Der Kapitalist oder die Kapitalistin stehen am Ende mit mehr Geld da, weil er oder sie die einzige Ware gekauft hat, die selbst Wert schaffen kann: Arbeitskraft. Sie investieren also Geld und kaufen Arbeits- kraft und Produktionsmittel, damit die ArbeiterInnen Waren herstellen, die mehr Wert haben und entsprechend mit Profit verkauft werden können. Dieses Verhältnis nennen wir die Ausbeutung der Lohnarbeit.
Das Kapital selbst ist daher ein gesellschaftliches Verhältnis zwischen Menschen unterschiedlicher Klassen: Kapital kann nicht für sich alleine existieren, sondern setzt die Lohnarbeit voraus. KapitalistInnen verfügen nur insofern über Kapital, als sie in einem Verhältnis zu den Lohnarbeitenden stehen und ihr Geld und ihre Produktionsmittel zur Ausbeutung der Lohnarbeit nutzen.
Ein Geldbetrag oder Produktionsmittel sind nur dann eine Form des Kapitals, wenn sie in der Zirkulation dazu dienen, durch die Ausbeutung der Lohnarbeit den ursprünglichen Wert zu vermehren. Kapital ist also die Vermehrung des Werts durch die Ausbeutung der Lohnarbeit.
Über meine Arbeit — von Anonym — 04. 06. 2023
Ein hoher Geldbetrag, der in die Warenproduktion investiert wird, ist eine Form des Kapitals; der exakt gleich hohe Betrag ist kein Kapital, wenn er zuhause unter dem Bett versteckt bleibt. Eine Bohrmaschine auf einer Grossbaustelle ist eine Form des Kapitals; die gleiche Bohrmaschine in einer privaten Werkstatt ist kein Kapital. Anders als für die bürgerliche […]
Gehämmert & gesichelt — von der Redaktion — 01. 06. 2023
Bern – Zwei Monate lang setzten sich die Arbeiter der Toblerone-Fabrik in Bern für 6% mehr Lohn ein. Die Geschäftsleitung war zu Beginn für keine Zugeständnisse bereit. Doch die Belegschaft bestand auf der Forderung, unterstrich dies an mehreren Betriebsversammlungen, organisierte Protestaktionen und drohte mit Streiks. Nur deshalb krebsten die Bosse Schritt für Schritt zurück. Schlussendlich wurde Ende April eine Lohnerhöhung von 2% erreicht. Ein Teilsieg mit einer wichtigen Lehre: nur wer kämpft, kann gewinnen!
Arbeiterbewegung — von Dario Petris — 01. 06. 2023
In der Toblerone-Fabrik in Bern, die zum Mondelez-Konzern gehört, kämpfen die Beschäftigten für eine Lohnerhöhung von 6%. Alles darunter ist klar eine Reallohnkürzung. Denn seit Jahren steigt der Arbeitsdruck, die Löhne kaum. Jetzt kommen die Inflation und höhere Krankenkassenprämien obendrauf. Gleichzeitig machte Mondelez letztes Jahr 2,7 Milliarden Dollar Profit. Doch die Geschäftsleitung weigert sich seit zwei Monaten, die Forderung zu erfüllen. Interview mit Urs Brunner, Betriebselektriker in der Toblerone-Fabrik und Teil der Verhandlungsdelegation.
Perspektive — von der Funke — 30. 05. 2023
Wer die Gesellschaft verändern will, braucht klare Perspektiven. Deshalb erarbeiten wir jedes Jahr eine allgemeine Einschätzung der wirtschaftlichen und politischen Konjunktur in der Schweiz. Diese dient uns als Kompass zur Orientierung in der laufenden politischen Arbeit. Hier veröffentlichen wir das Perspektivendokument 2023, welches von allen Funke-Mitgliedern in der ganzen Schweiz diskutiert und am nationalen Kongress Ende April verabschiedet wurde
Wirtschaft — von Dario Dietsche, Der Funke Bern — 15. 05. 2023
Die erneute Bankenrettung beweist die krasse Diktatur der Grossbanken. Sie herrschen über ein chronisch instabiles System – sind sowohl «too big to fail» als auch «obliged to fail». Ihre Enteignung ist der einzige Ausweg für die Arbeiterklasse.