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Zusammengestellt von Karl Bühler
Schon lange vor der Gründung der Schützengesellschaft Ennenda wurde im Kanton Glarus geschossen. Der Historiker Hans Thürer, Mollis, berichtete Folgendes: Zur Förderung der Umbewaffnung auf Feuerwaffen spendete der Rat ab 1549 den Kirchgemeinden je nach Grösse 2 bis 4 Kronen Landesbeitrag. Diese Ordnung galt bis 1615. Die Landsgemeinde vom 30. April des gleichen Jahres, beschloss die Beiträge nicht mehr den Kirchgemeinden zu leisten, sondern den damals geschaffenen Wahlgemeinden. In all diesen Wahltagwen entstanden Schützengesellschaften. Im Jahr 1774 wurde dem Tagwen Ennenda, laut Landesrechnung, ein Beitrag von 4 Kronen ausbezahlt. Die Schützengesellschaft Ennenda wurde im Jahre 1808 gegründet. Leider bestehen über die Gründung keine Dokumente. Das erste Protokoll stammt aus dem Jahr 1870, frühere Protokolle sind keine vorhanden. Das sichere Gründungsjahr hat Herr Nationalrat JennySchuler aus privaten Aufzeichnungen seines Vaters mit Sicherheit ermitteln können. Somit beginnt die Geschichte der Schützengesellschaft Ennenda mit dem Jahr 1808. Im Wydenbett soll die erste Anlage bestanden haben, die zweite kam in die Wiese, Richtung Schuppen von Marti + Co. Der dritte Schiessplatz wurde im Gemeindehaus-Parterre mit Schiessrichtung Asylrain eingerichtet. Die Distanz betrug damals 560 Fuss (ca. 170m). Geschossen wurde mit Vorderlader-Standstutzern, welche ein Kaliber von 15-16,5 mm aufwiesen. Im Jahre 1834 wurde der Kantonalschützenverein ins Leben gerufen. Seitdem haben die fleissigen Schützen von Ennenda, im Auftrag des Kantonalvereins, 13 Mal das Kantonalschützenfest in ihrer Region durchgeführt. 1847 fand in Glarus das Eidgenössische Schützenfest statt, dem Landammann Jenny, Ennenda, als Präsident vorstand. 1851 tauchten die ersten Feldstutzer auf und damit die Verkleinerung des Kalibers auf 10,5 mm. Bisher hatte man nur stehend geschossen, mit dem Feldstutzer wurde das Knieend- schiessen eingeführt. Im Jahre 1883 konstituierten sich die Ennendaner Schützen als Sektion des Eidg. Schützenvereins. Der Jahresbeitrag and den Eidgenössischen Verein betrug damals 25 Rappen pro Schütze. Ebenfalls 1883 wurde am Eidg. Schützenfest in Lugano teilgenommen. Und ein Jahr darauf half man wiederum bei der Organisation und Durchführung des Glarner Kantonal Schützenfestes. 1867 erschienen die ersten Hinterladergewehre, 1889 wurde das Armeegewehr mit Spitzkorn und 1896 das Langgewehr eingeführt. Mit der Einführung des Langgewehrs, Kaliber 7,5 mm, kam auch das Liegendschiessen. Die Schützen äusserten den Wunsch vom Fronacher Richtung Bockegg zu schiessen, und stellten 1895 einen entsprechenden Antrag an die Gemeindebehörde. Diesem Antrag wurde entsprochen und 1896 war der neue Stand bereits gebaut. Im Protokoll von 1902 wurde erstmals der Name Standschützengesellschaft Ennenda erwähnt. 1907 beteiligten sich die Standschützen am Eidgenössischen Schützenfest in Zürich. Wie damals oft üblich, gab es auch in Ennenda mehr als einen Schützenverein, neben den festfreudigen Standschützen, die Feldschützen und die Militärschützen. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges brachte einen Stillstand im Schiesswesen. 1926 schoss man zum ersten Mal um einen Wanderbecher, der bei dreimaligem Gewinn in das Eigentum des erfolgreichen Schützen überging. Im Jahre 1937 wurde in der Jennymatt ein neuer Schiessstand erbaut, weil im Gyrenritt grosse Steinschlaggefahr bestand. Eine wichtige Neuerung war die Einführung des Obligatorischen im Jahre 1938. Der Plan, 1940 zur Standeinweihung ein Ehr- und Freischiessen durchzuführen, fiel wegen Ausbruchs des 2. Weltkrieges ins Wasser. 1947 fand das Fahnenweihschiessen der Feldschützen statt. Die Standschützen erhielten ihrerseits eine neue Fahne. Das Fahnenweihschiessen der Standschützen wurde auf das Jahr 1949 festgelegt. 1950 wurde die bis heute immer wieder erfolgreiche Gruppe „Oha-Lätz“ wieder ins Leben gerufen. 1952 fand das für 1940 geplante Standeinweihungsschiessen dann doch noch statt. 1958 beschloss die Hauptversammlung zur 150-Jahr Feier ein Gruppen C-Schiessen in Ennenda zu Veranstalten, welches an 5 Tagen durchgeführt werden konnte. Auch wurde beschlossen, jährlich an einem grösseren Schützenfest teilzunehmen. 1961 wurde eine Patenschaft der Feldschützen Bilten für eine neue Fahne übernommen, und selbstverständlich nahmen die Ennendaner Schützen auch an deren Fahnenweihschiessen teil. An der Hauptversammlung 1963 wurden die Statuten angepasst, sodass nicht mehr wie bisher eine 3/4 Mehrheit aller Mitglieder zu bestimmen hatte, sondern dass eine 2/3 Mehrheit aller anwesenden Stimmen einen Beschluss fassen konnte. An der ausserordentlichen HV vom 1. Februar 1964 wurde die schon seit längerer Zeit diskutierte Fusion der Stand- und Feldschützen fast einstimmig angenommen. Ebenfalls wurde dem Verein der Name wieder gegeben, den er bei seiner Gründung hatte; nämlich Schützengesellschaft Ennenda (SGE). Am 1. und 2. Oktober 1966 organisierte die neue Gesellschaft im Uschenriet das 1. Sturmgewehr-Schiessen. An der Hauptversammlung desselben Jahres beschloss man, dass die Bussen für das Fernbleiben der Hauptversammlung erlassen werden. Bisher wurde jedes unentschuldigte Fernbleiben mit Fr. 2.—gebüsst. Die Gemeindeversammlung vom 28. Januar 1972 beschloss beinahe einstimmig, den so ringschüssigen Schiessstand in Ennenda aufzugeben, und die beiden Schiessvereine kauften sich in die Regionalschiessanlage Allmend von Glarus ein. Damit wurden eine grosse Schützentradition und Dorfkultur in Ennenda beendet, aber die Verbundenheit der Schützen mit dem Dorf und des Dorfes mit den Schützen hat weiterhin Bestand. Am 2. November 1973 übernahmen die Schiessvereine von Glarus und Ennenda in einer schlichten Feier die Regionalschiessanlage von Glarus. 1979 stand das Eidgenössische Schützenfest in Luzern auf dem Programm, und die Schützengesellschaft Ennenda erreichte den Silberlorbeer. Im Jahre 1980 erhielt die Schützengesellschaft eine neue Fahne. Damit verbunden war das Fahnenweihschiessen, welches im Uschenriet während zwei Wochenenden durchgeführt werden konnte. Das Jahr 1983 stand im Zeichen des letzten Präsidentenwechsels. Hans Seelhofer wurde nach 10 Jahren von Martin Horner abgelöst. Erstmals in der Geschichte beschloss die HV einen Fronarbeitstag durchzuführen, um die Kasse etwas aufzubessern. 1985 reisten 33 Schützen nach Chur zum Eidgenössischen Schützenfest, wobei die meisten mit einem Kranz nach Hause zurückkehrten. Im gleichen Jahr führte die Schützengesellschaft Ennenda das Jubiläums-Schiessen im Uschenriet durch. Am Fahnenweihschiessen 1988 in Matt gewann die SGE den Sektionswettkampf. In Bäriswil, am Standweihschiessen, meldeten sich 25 Schützen an. Sie fuhren mit einem 45-plätzigen Bus, der jedoch mit nur 9 Schützen besetzt war. Somit hatte jeder einen Fensterplatz zur Verfügung. Doch die Ennendaner nehmen gerne an auswärtigen Schiessen teil und sind mit etlichen ausserkantonalen Vereinen freundschaftlich verbunden. Und sie erringen in der Regel sehr gute Ränge. Am Obligatorischen 1988 nahmen zum ersten Mal rund 100 Schützen teil. Im Jahr darauf wurde am Glarner-Kantonalschützenfest der Platz Glarus von der SGE organisiert. An 5 Tagen wurden 50 Helfer und Helferinnen im Stand Glarus eingesetzt. Die neue SIUS Anlage, die 1989 eingebaut wurde und die nun gerade dieses Jahr ersetzt worden ist, hatte sich bestens bewährt. 1990 nahmen unsere Jungschützen zum 8. Mal in Zürich an der Eidgenössischen Jungschützengruppenmeisterschaft teil. An einer ausserordentlichen Hauptversammlung vom 12. Dezember 1992 stimmten die Teilnehmer mit 26 zu 2 Stimmen einer Übernahme der Militärschützen Ennenda zu. Der Vorstand wurde um 2 Mitglieder der Ehemaligen Militärschützen aufgestockt. Zur Übernahme wurden einige Beschlüsse gefasst: Alle Mitglieder, Ehrenpräsidenten, Ehrenmitglieder, Aktivmitglieder sowiePflichtschützen haben die gleichen Rechte wie alle Mitglieder der Schützengesellschaft vor der Übernahme gemäss den Statuten der SGE. Das Vermögen ging an die SGE über. Am 70. Glarner Kantonalschützenfest 1994 haben von der SGE 50 Schützen geschossen. Ennenda schloss mit dem 1. Rang ab. Der Platz Glarus wurde wiederum durch die SGE organisiert. Ab diesem Jahr wurden die Jungschützenkurse mit dem neuen Sturmgewehr 90 durchgeführt. Im gleichen Jahr erstellte man auf der Allmeind Glarus im Frondienst die Baracke, Pavillon genannt, für die Büroarbeiten bei Schiessanlässen. An der schweizerischen Sektionsmeisterschaft 1995 konnte sich die Schützengesellschaft zum ersten Mal für die 2. Runde qualifizieren. Auch durfte zum ersten Mal am Dienstag trainiert werden, was die Gruppenschützen zu schätzen wussten. Die Schützengesellschaft errang mehrere Siege und damit Meistertitel bei den kantonalen Ausscheidungen für die Gruppenmeisterschaft. Für das 2000-Jahrschiessen wurde ein OK gebildet, welches mit seinen Helfern ein sehr schönes Fest mit einem ganz speziellen Schiessprogramm, 20 Schüsse auf die 100er Scheibe, organisierte. Diesem Schiessen folgte dann ein gelungener Schlussabend. Die Organisation des 73. Glarner Kantonalschützenfestes 2001 auf dem Platz Glarus lag wieder in den Händen der Schützengesellschaft Ennenda. Im Jahr 2002 wurde die Lizenzkarte eingeführt. Das fanden einige Schützen nicht gut und kehrten dem Schiesswesen den Rücken zu. Die Teilnehmerzahl am Obligatorischen erreichte dagegen mit 291 einen neuen Rekord. Ebenso beim Feldschiessen verzeichnete die Schützengesellschaft einen neuen Rekord mit 109 Schützen. Die Schützengesellschaft Ennenda ist dieser Zeit der grösste Schützenverein im Kanton Glarus, und einer der Erfolgreichsten. 2003 konnte die Schützengesellschaft zum zweiten Mal, im Auftrage des Kantonalverbandes, das Kantonale Feldschiessen im Uschenriet durchführen. 2004 konnte sich eine Gruppe im Feld A für den Final in Zürich qualifizieren und erreichte den 8. Schlussrang. Ebenfalls qualifizierten sich die Ennendaner Schützen zum ersten Mal in der Kategorie 2 für den Final in der Schweizerischen Sektionsmeisterschaft wo sie den undankbaren 4. Rang erreichten. 2005 besuchten 42 Schützen das Eidg. Schützenfest in Frauenfeld, an welchem die Schützengesellschaft zu ersten Mal in der 1 Kategorie antreten musste. 2006 konnten die Gruppenschützen einen grossen Erfolg an der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft in Zürich verbuchen. Klassierten sich doch gleich zwei Gruppen unter den ersten 5, die Gruppe A im Rang 5 und die Gruppe D im Rang 4. An der Hauptversammlung 2006 wurden die Statuten einer Generalüberholung unterzogen und denen des Schweizerischen Schützenverbandes angepasst. Der Ideenreichtum der Ennendaner bei der Aufstellung der Schiessprogramme war stets sehr gross, auch am jetzigen Jubiläumsschiessen ist das Stichangebot alles andere als konventionell. Das jeweils seit Jahren am ersten Sonntag im Februar stattfindende Schweinefleischschiessen, welches zu einem fröhlichen Familienanlasse geworden ist, dient ebenfalls der überregionalen Pflege der Kameradschaft und Schützenfreundschaft.