Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03149.jsonl.gz/1362

* 26.08.1935 in Basel
– † 04.07.2012 in Bottmingen
Beruf: Bankkaufmann, Präsident der Generaldirektion der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA), professioneller Verwaltungsrat
Heimatort: Basel
Voller Name: Robert Arthur Jeker
Konfession: römisch-katholisch
Haben Sie ein Fotoportrait von dieser Person?
Sohn des Arthur Jeker (Güterarbeiter) und der Elisabeth, geborene Egger (Inhaberin eines Schuhgeschäfts). Verheiratet mit Verena Blumer. Zwei Töchter, ein Sohn.
Robert Jeker besuchte die Schulen in Basel und begann 1951 eine kaufmännische Lehre in einer Basler Filiale der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA). Nach Abschluss der Lehre übernahm er deren Leitung. Um 1977 wurde er an den Zürcher Hauptsitz berufen. Just zur Zeit seiner Berufung in die Generaldirektion flog der sogenannte Chiasso-Skandal auf: Der Leiter der SKA-Filiale in Chiasso hatte eine Holding aufgezogen, die sich an einer grossen Zahl branchenfremder, maroder Firmen beteiligte. Eine konkursamtliche Liquidation hätte einen Verlust von über zwei Milliarden Franken bedeutet, was für die SKA eine Existenzbedrohung darstellte. Jeker musste den Fall aufarbeiten, und es gelang ihm, durch schrittweise Abschreibungen den drohenden Konkurs abzuwenden. 1983 übernahm er für zehn Jahre das Präsidium der Generaldirektion, 1993 trat er aus dem operativen Geschäft der Bank zurück. Von 1993 bis 1996 prägte er als Verwaltungsratsdelegierter die strategische Ausrichtung von Stephan Schmidheinys Holdinggesellschaften. Damit begann seine zweite Karriere als professioneller Verwaltungsrat. Zeitweise hatte er bis zu zwanzig Veraltungsratsmandate inne; in vielen Aufsichtsgremien erhielt er eine leitende Funktion als Präsident oder Vizepräsident, so zum Beispiel bei Georg Fischer, Swiss Steel, Batigroup, Landis und Gyr, Asea Brown Boveri (ABB), der Feldschlösschen-Hürlimann-Holding und der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). In die Zeit seines Verwaltungsratspräsidiums der Messe Schweiz fiel deren Umwandlung von einer Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft und der Zusammenschluss der Messe Basel mit der Messe Zürich zur Messe Schweiz AG. Er präsidierte ab 2001 auch die frisch fusionierte Handelskammer beider Basel. In jungen Jahren war Jeker Präsident der FDP des Kantons Basel-Landschaft gewesen und hatte die Partei von 1975 bis 1976 im Landrat vertreten. Er blieb dem Freisinn auch nach seinem Austritt aus dem Landrat verbunden. Im Militär erreichte er als Generalsstabsoffizier den Rang eines Obersten und war Kommandant des Basler Infanterie-Regiments 22.
Autorin: Isabel Koellreuter
Dieser Mann kann alles – und zwar auf einmal. Robert A. Jeker, VR-Präsident auf Zeit. In: Die Weltwoche, 16.01.1997.
Ein Gentleman-Banker. Zum Hinschied von Robert A. Jeker. In: Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2012.
Erbacher, Felix: Robert A. Jeker. In: Basler Stadtbuch 2012, S. 100f.
Robert A. Jeker (76), ein Nachruf. In: Basler Zeitung, 09.07.2012.
Robert A. Jeker mit 76 gestorben. In: Basellandschaftliche Zeitung, 07.07.2012.
Strebsam. In: National-Zeitung, 08.04.1976.
Schweizerisches Wirtschaftsarchiv, Basel, Biogr. Jeker, Robert A.