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A Man of Integrity
Regie: Mohammad Rasoulof
Darst.: Reza Akhlaghirad, Soudabeh Beizaee, Nasim Adabi, Zeinab Shabani, Missagh Zareh, Zhila Shahi, Majid Potki, Mehdi Mehraban, Sepehr Ebadi, Bagher Yekta u.a.
Reza war einst politischer Aktivist in Teheran, doch nun hat er sich aufs Land zurückgezogen und führt ein ruhiges Leben als Züchter von Goldfischen. Seine Frau Hadis ist Rektorin an der Mädchenschule in dem kleinen Ort im Norden Irans. Für das Häuschen, das sie zusammen bewohnen, mussten sie sich hoch verschulden. Dass die Verhältnisse in dem scheinbaren Idyll vergiftet sind, macht gleich eine der ersten Szenen in «A Man of Integrity» klar: Ein Bankangestellter erklärt Reza, welche Potentaten er bestechen muss, um der Bezahlung seiner Schulden zu entgehen. Doch Reza will das Spiel der Korruption nicht mitmachen. Als wenig später ein Fabrikant giftige Abwässer in Rezas Fischteiche leitet, ist das erst der Anfang einer Hiobs-Geschichte über einen, der in einem verfaulten System sauber bleiben will. Der 1973 geborene Mohammad Rasoulof ist – neben Jafar Panahi («Taxi Teheran»), mit dem er wiederholt zusammenarbeitete – der iranische Regisseur, der sich am wenigsten scheut, in seinen Filmen über das totalitäre System der Mullahs Klartext zu reden. Zusammen mit Panahi wurde er 2009 verhaftet und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe und einem noch längeren Berufsverbot verurteilt. Rasoulofs Haftstrafe wurde auf ein Jahr reduziert, schliesslich kam er gegen Kaution frei, um das Berufsverbot foutiert er sich. Seinen vorherigen, fünften Film «Manuscripts Don’t Burn», der im Mai 2014 im Kinok zu sehen war, drehte er heimlich im Iran. Um Mitwirkende zu schützen, fehlten die Credits am Ende des Films, den er auf einem USB-Stick 2013 ans Filmfestival Cannes schmuggelte. «A Man of Integrity», 2017 in Cannes mit dem Preis der Sektion Un certain regard ausgezeichnet, ist nicht so klandestin entstanden, aber kaum weniger ein Frontalangriff auf die iranische Diktatur als «Manuscripts». Auch bei «A Man of Intergrity» fragt man sich, wie er überhaupt realisiert werden konnte. Zu seiner Situation sagte Rasoulof kürzlich in einem Interview: «Der internationale Druck hat wohl dazu geführt, dass ich immer noch in Freiheit bin. Aber es ist ein Phantom der Freiheit. (…) Jedes Mal, wenn ich aus dem Iran ausreisen will, fürchte ich, dass man mich daran hindern wird, und jedes Mal, wenn ich in den Iran einreise, überkommt mich die Angst. Aber ich kann meinen Kurs nicht ändern. (…) Selbst wenn sie mir das Filmemachen wegnehmen, finde ich neue Wege der künstlerischen Schöpfung.»