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Wo neue Ideen sein sollten, gebe es eine «gähnende Leere» in der Regierungsführung, sagte der frühere Labour-Chef bei einer Rede am Donnerstag in London.
Die konservative Regierung Johnsons habe für keines der grossen aktuellen Themen einen strategischen Plan. Dazu zählte Blair den EU-Austritt, den technologischen Fortschritt und den Wandel zur Klimaneutralität. «Ohne einen radikalen Wandel in der Politik sehen wir einem stetigen, unaufhaltsamen, sich verschärfenden Niedergang entgegen wie in den 1960er und 1970er Jahren», warnte Blair. Grossbritannien werde ärmer, weniger erfolgreich und weniger mächtig sein, sagte der 68-Jährige.
Blair war vor 25 Jahren mit einer überwältigenden Mehrheit zum Premierminister gewählt worden und läutete damals mit «New Labour» eine neue Ära der Sozialdemokratie ein, indem er die linksgerichtete Labour-Partei weiter in die politische Mitte rückte. Erst vor Kurzem wurde er von der Queen in den Ritterstand erhoben mit einer Berufung in den Order of the Garter (Hosenbandorden). Er gilt jedoch vor allem wegen der Beteiligung Grossbritanniens am Irak-Krieg von 2003 unter seiner Führung als umstritten. Mehr als eine Million Menschen fordern in einer Petition, ihm die Ehrung wieder abzuerkennen.