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Als die Schweizer Volksseele kochte
Ex-Diplomat und Krisenmanager Thomas Borer im Interview über den jahrelangen Streit um die nachrichtenlosen Vermögen aus der Nazi-Zeit.
Josef Mengele (links) liess es sich gerne schmecken: Wie auf diesem Bild aus Brasilien von ca. 1970 mit nicht identifizierbaren Personen. Foto: Robert Nickelsberg/ The LIFE Images Collection/ Getty Images
Josef Mengele hat mich schon in meiner Kindheit verfolgt. Von der Existenz des Todesengels von Auschwitz erfuhr ich in den Achtzigerjahren, als im Sonntagabendprogramm des französischen Fernsehens «Der Marathon-Mann» und «Die Boys aus Brasilien» liefen. In beiden Filmen ging es um einen nicht zu fassenden Naziverbrecher, der über den Krieg hinaus das Böse sät. Lange habe ich mich mit diesen Legenden zufrieden gegeben, den grausigen Taten von Laurence Olivier («Der Marathon-Mann») und Gregory Peck («Die Boys aus Brasilien»). Und wie alle Welt wusste ich, dass der KZ-Arzt Mengele nach Südamerika geflohen war und 1979, mit achtundsechzig Jahren, auf rätselhafte Weise in Brasilien den Tod fand.