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Für Fachleute
Hepatitis C gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen von Drogenkonsumierenden. Jedes Jahr wird in der Schweiz bei ca. 500 Personen, die Drogen intravenös konsumieren, eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus diagnostiziert. Fachleute, die beruflich mit Drogenkonsumierenden zu tun haben, spielen eine entscheidende Rolle bei der Sensibilisierung dieser Risikogruppe für Prävention, Diagnostik und Behandlung von Hepatitis C.
Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird am häufigsten durch kontaminiertes Blut übertragen und dringt durch eine Haut- oder Schleimhautverletzung in den Körper ein. In den meisten Fällen erfolgt eine Ansteckung beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsmaterial bei intravenösem Drogenkonsum, seltener beim Sniffen und Basen, beim Tätowieren und ausnahmsweise beim gemeinsamen Gebrauch von Rasierern und Zahnbürsten. Die Wahrscheinlichkeit einer Mutter-Kind-Übertragung bei der Geburt beträgt 5 %. Das Risiko, über eine Bluttransfusion angesteckt zu werden, besteht in der Schweiz kaum.
Die Inkubationszeit liegt zwischen 20 Tagen und 6 Monaten. Die Mehrzahl der infizierten Personen und Nichtbehandelten sind nach Auftreten der Krankheit innerhalb einer oder mehreren Wochen ansteckend. Die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus verläuft meist ohne Symptome und führt nur bei 10 – 20% der Personen zu einer akuten Hepatitis. Diese kann grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit und Übelkeit, Bauchschmerzen, dunkel verfärbter Urin und Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der weissen Augenhaut) verursachen. Sie wird aber bei 70 – 80 % der Betroffenen chronisch, d.h. sie heilt nicht innerhalb von 6 Monaten spontan aus. Rund 5 – 30 % der Betroffenen entwickeln in der Folge eine Leberzirrhose (eine Vernarbung des Lebergewebes). Eine unbehandelte chronische Hepatitis-C-Infektion ist in der Schweiz die häufigste Ursache von Leberkrebs und Lebertransplantationen. Betroffene haben zudem ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.