Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/133314

<h2>SubmittedText<h2><p>In Spanien, Portugal, Griechenland und Italien hat fast die Hälfte aller Jugendlichen unter 25 Jahren keine Lohnarbeit. Damit werden Zehntausende von jungen Menschen ihrer Zukunft beraubt - ein ungeheurer Akt der Gewalt, der uns nicht egal sein kann.</p><p>Um einen Beitrag zum Abbau dieses Unrechtes zu leisten, frage ich den Bundesrat, ob er bereit wäre, zusammen mit den zuständigen Berufs- und Gewerbeverbänden eine Art "Eidgenössische Ausbildungsofferte" einzurichten, mit der er je 250 jungen Schulabgängern aus diesen vier Ländern eine Lehrstelle und eine entsprechende Berufsausbildung mit anschliessend einer einjährigen Berufstätigkeit anbietet, wenn sich diese verpflichten, im Anschluss an ihre Ausbildung in der Schweiz wieder in die Heimat zurückzukehren und dort als Gewerbetreibende ihren in der Schweiz erlernten Beruf auszuüben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat nimmt mit Besorgnis Kenntnis von der hohen Jugendarbeitslosigkeit in gewissen Ländern Europas. Wie bereits in seiner Stellungnahme auf die Motion Pardini 13.3068 dargelegt, ist er überzeugt, dass eine Einführung bzw. Stärkung der dualen Berufsbildung in diesen Ländern einen Beitrag zur langfristigen Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit leisten kann. In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, diese Länder mit Know-how und Expertise bei einem allfälligen Aufbau der dortigen beruflichen Bildung zu unterstützen.</p><p>Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation prüft zurzeit, inwiefern die Schweiz einen Beitrag zugunsten der zahlreichen erwerbslosen Jugendlichen in Europa leisten kann. Zur Diskussion steht u. a. die duale Berufsausbildung von Jugendlichen aus südeuropäischen Staaten in der Schweiz. Ein solcher Beitrag müsste zwecks Sicherung der Nachhaltigkeit sowohl die spezifischen wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten der Herkunftsländer berücksichtigen als auch von den Verbundpartnern der Berufsbildung in der Schweiz (Bund, Kantone, Organisationen der Arbeitswelt) vollumfänglich mitgetragen werden. Zudem müsste dafür eine entsprechende Finanzierung gesichert und die rechtliche Grundlage vorhanden sein.</p>  Antwort des Bundesrates.