Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03585.jsonl.gz/894

Im heutigen Artikel unserer Serie lernen Sie, was hinter unseren Gefühlen steckt und wie es Ihnen mit diesem Wissen gelingt, gewaltfrei zu kommunizieren. Sie lernen also ein Auge auf Ihre Bedürfnisse zu halten und wie Sie sie ausdrücken können.
Was hinter unseren Gefühlen steckt
Wir denken, dass das, was andere sagen oder tun der Grund für unsere Gefühle ist. Deshalb geben wir gerne anderen die Schuld für unsere Gefühle, wenn Sie etwas sagen oder tun, das wir ungern hören oder sehen. In Wirklichkeit ist das Gesagte oder Getane anderer zwar die Auslöser für unsere Gefühle aber nie die Ursache. Die Ursachen unserer Gefühle sind immer Bedürfnisse, die entweder befriedigt oder unbefriedigt werden.
Sind Sie sich dieses Zusammenhangs bewusst, kann Ihnen die Umsetzung der gewaltfreien Kommunikation besser gelingen. Denn je besser es uns gelingt, unsere Gefühle mit unseren Bedürfnissen zu verbinden, anstatt sie auf Verhaltensweisen anderer zurückzuführen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir ausdrücken können, was wir brauchen. Und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere ausgesprochenen Bedürfnisse vom Gegenüber verstanden und befriedigt werden. Wenn wir hingegen dem Verhalten unseres Gegenübers die Schuld für unsere Gefühle geben und dies auch so ausdrücken, reagiert er eher mit Widerstand oder Rechtfertigung.
Folgende Aussagen, zeigen den Unterschied, wenn wir den anderen die Schuld für unsere Gefühle geben oder wenn wir uns auf unsere Bedürfnisse hinter den Gefühlen achten:
Schuldzuweisung: «Du hast mich enttäuscht, weil du gestern Abend nicht gekommen bist.»
Bedürfnisorientiert: «Ich war enttäuscht, als du nicht gekommen bist, weil ich ein paar Dinge mit dir besprechen wollte, die mir Sorgen machen.»
Schuldzuweisung: «Ich bin ärgerlich, wenn du das sagst.»
Bedürfnisorientiert: «Ich bin ärgerlich, wenn Du das sagst, weil ich Respekt möchte, und ich verstehe deine Worte als Beleidigung.»
Wenn wir unsere Gefühle in Verbindung mit unseren Bedürfnissen bringen, signalisieren wir dem Gegenüber, dass es nicht die Ursache unserer Gefühle ist, sondern unser unbefriedigtes oder gefährdetes Bedürfnis. Somit signalisieren Sie, dass Sie Verantwortung für Ihre Gefühle übernehmen.
Und Sie werden sehen, wenn Sie die Verantwortung für Ihre Gefühle übernehmen, reagiert Ihr Gegenüber eher empathisch auf Ihre Gefühle und Ihre Bedürfnisse.
Hier geht’s zu einer Liste mit Bedürfnissen
Probieren Sie es doch mal aus beim Auftauchen von «negativen» Gefühlen darauf zu achten, was Sie sich wünschen würden oder was sie bräuchten. Das ist der erste Schritt, damit es Ihnen später gelingt, Ihre Bedürfnisse gemäss der gewaltfreien Kommunikation zu schildern.
Und im letzten Artikel unserer Serie widmen wir uns schliesslich der letzten Komponente der gewaltfreien Kommunikation und beleuchten den Unterschied zwischen einer Bitte und einer Forderung.
Bis dahin wünschen wir eine interessante Entdeckungsreise im Dschungel Ihrer Bedürfnisse.