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Das Museum zeigt die Schweizer Erstaufführung von Antigone (2018), der bisher komplexesten Arbeit von Tacita Dean (1965).
Die Präsentation des einstündigen, anamorphotischen 35mm-Films wird durch weitere Filme, Fotografien, Fotogravuren und Kreidezeichnungen der britisch-europäischen Künstlerin ergänzt.
In Antigone geht es um den Namen Antigone und alles, was in ihm anklingt, nicht nur in der griechischen Literatur der Antike, sondern auch im eigenen Leben der Künstlerin.
Antigone ist der Name von Deans älterer Schwester und gehört somit zu den ersten Wörtern, die die Künstlerin gelernt hat. Eben diesen Namen trägt bekanntlich auch die Heldin in der thebanischen Trilogie des griechischen Tragödiendichters Sophokles, was Dean darauf brachte, ihre eigene Geschichte mit dem mythologischen Kosmos der klassischen Antike zu verflechten.
Antigone wurde dank Deans Technik der Blendenmaskierung ausschliesslich mit und im Innern einer 35mm-Kamera auf Film gebannt.
Diese Technik ermöglicht es der Künstlerin, mehrere Bilder innerhalb eines einzelnen Filmbildes festzuhalten, wobei Schablonen und Mehrfachbelichtungen zum Einsatz kommen.
Zentrales Thema von Antigone ist die Blindheit: Die künstlerische Blindheit.
Antigone wird durch eine kleine Auswahl von Werken Deans ergänzt, die in engem Zusammenhang mit dem Film stehen. Hinzu kommen die grossformatige Kreidezeichnung Chalk Fall (2018) und einige Schieferarbeiten.
Als Fortsetzung der Ausstellung ist eine Gruppe von kurzen 16mm-Filmen zu sehen, die zum ersten Mal gemeinsam gezeigt werden.
Ear on a Worm (2017) etwa entstand in Anlehnung an Leonard Cohens Song Bird on a Wire. In A Cloud Makes Itself (2020) ist zu beobachten, wie sich eine Wolke im tiefen Blau des Himmels über L.A. bildet und wieder auflöst, und Providence (2018) ist ein stilles Duett zwischen dem Schauspieler David Warner und Kolibris. Erstmals zu sehen ist auch eine neue Serie handgezeichneter Lithografien mit dem Titel LA Magic Hour (2019–2021).