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Die Grundlagen der Telefontechnik wurden 1861 vom deutschen Physiker Philipp Reis geschaffen. Die allgemeine Verbreitung des Telefons ist einem Patent des schottischen Erfinders und Unternehmers Graham Alexander Bell zu verdanken.
Ab 1877 kam es in der Schweiz zu ersten Fernsprech-Versuchen. Nach deren Erfolg bauten private Unternehmen erste lokale Telefonnetze auf. Ab 1881 übernahm der Bund alleine diese Aufgabe. Nach 1891 wuchsen die Ortsnetze allmählich zu einem nationalen Verbindungsgeflecht zusammen.
Exklusive Innovation für wenige
Das erste Telefonverzeichnis von Wil erschien 1891. Zwei Dutzend Namen und Anschlüsse waren darin verzeichnet. Rund 5000 Personen lebten damals in der Stadt. In der Liste sind vor allem Gasthäuser, Gewerbebetriebe sowie Arztpraxen aufgeführt. Privatpersonen sucht man vergebens, kein Wunder, ein Telefonanschluss kostete damals ein kleines Vermögen, 150 Franken waren damals viel Geld.
Ein Jahr später hatte sich die Abonnentenzahl verdoppelt. Allerdings konnte nur von morgens 7 Uhr bis abends 21 Uhr telefoniert werden, nur in dieser Zeit war die Telefonzentrale bedient. Gesprächsvermittlungen mussten noch von Hand gestöpselt werden. Damals hatte noch niemand eine eigene Telefonnummer, die gewählt werden konnte. Das sogenannte «Fräulein vom Amt» musste die Gesprächsteilnehmer verbinden. Nur ledige junge Frauen wurden für diese Tätigkeit eingestellt.
Kaum Verbindungen nach ausserhalb
Nach ausserhalb von Wil zu telefonieren, war eine Herausforderung, es gab nur eine einzige Leitung Richtung Flawil. Ab 1894 gab es dann Anschlüsse Richtung Frauenfeld, Uzwil, Bazenheid und St.Gallen.
In seiner Anfangszeit war das Telefon noch sehr störungsanfällig und das Netz schnell einmal überlastet. Um 1900 hatten bereits 127 Menschen, Firmen und Arztpraxen in Wil einen Telefonanschluss. Fünfzig Jahre später waren es 1300 Abonnenten.
Ab 1923 kamen die automatischen Telefonzentralen in Betrieb, das heisst, Gesprächsteilnehmer konnten mit dem Wählen der entsprechenden Nummer die Verbindung selber herstellen. Doch dieser Wandel vollzog sich nur zögerlich. In Wil war er erst 1952 vollzogen. Zuvor stöpselten 35 Telefonistinnen im Schichtdienst die Gespräche.
Telefonieren wird selbstverständlich
Ab 1960 setzte in der Schweiz eine wirtschaftliche Blütezeit ein, diese als Hochkonjunktur bezeichnete Phase, bescherte Wil einen Bevölkerungszuwachs. Damals lebten rund 10 000 Personen in der Stadt, zwanzig Jahre später waren es rund 5000 mehr. Ein eigener Telefonapparat im Haushalt wurde immer mehr zur Selbstverständlichkeit. 1970 hatten 6400 Haushalte und Firmen einen eigenen Anschluss. 1982 waren es 10'400.
Mittlerweile haben viele Menschen dank Handy keinen eigenen Festnetzanschluss mehr.