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Stäcklibuebe und Maitannli
Mit den «Stäcklibuebe» oder «Stellbuebe» waren ursprünglich die Wehrpflichtigen gemeint, die erstmals Militärdienst leisteten und davor einer Einheit zugewiesen wurden. In der Nacht nach ihrer Aushebung kehrten sie nicht nach Hause zurück, sondern tranken das eine oder andere Gläschen Alkohol und trieben allerlei Schabernack. Beispielsweise entwendeten sie nachts Gegenstände aus Vorgärten und trugen diese an einem Platz zusammen. Dort mussten sie die Dorfbewohnerinnen und -bewohner tags darauf abholen. Seit der Einführung von sechs grossen Rekrutierungszentren für die ganze Schweiz im Jahr 2003 ging diese Tradition der «Stäcklibuebe» verloren.
Bis heute treten jedoch die «Stäcklibuebe» in einigen Gemeinden der Kantone Aargau, Bern und Solothurn in Erscheinung. Und inzwischen gibt es auch «Stäcklimeitli». Sie tragen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Gegenstände aus Vorgärten zusammen; einige Einwohner nutzen die Gelegenheit, ihr Sperrgut pünktlich vor die Tür zu stellen, und hoffen, dass die «Stäcklibuebe» es abtransportieren. In derselben Nacht stellen die «Stäcklibuebe» in vielen Gemeinden auch die sogenannten Maitannen oder -bäume auf. Sie nennen sich deshalb auch «Maibuben». In einigen Gemeinden sind die Stäcklibuebe und -meitli ferner für das Feuer des 1. Augusts oder für das Fasnachtsfeuer verantwortlich, was teilweise verbunden ist mit einer Tradition des «Scheibenschiessens».
Das Maitannli stellen ist ein Beispiel einer alt überlieferten und über Generationen weitergegebenen Tradition von Jugendlichen, hinter welcher keine Organisation durch einen Verein o.ä. steht. Die ältesten Hinweise auf das Maitannli aus dem Kanton Bern datieren bereits aus dem 16. Jahrhundert.
- Publikationen
Oltner Tagblatt, 2. Mai 2009
- Dossier
- Stäcklibuebe und Maitannli
Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 11.07.2018
Grösse: 345 kb
Typ: PDF
- Stäcklibuebe und Maitannli