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Wir befinden uns im Solarzyklus 25.
Funkwetterbericht vom 7. November 2023
Quelle: DARC (Deutschlandrundspruch)
Autor: Hartmut Büttig, DL1VDL
Rückblick vom 31. Oktober bis 7. November:
Der November startete mit solaren Fluxwerten über 155 Einheiten und guten Ausbreitungsbedingungen auf den oberen Kurzwellenbändern. Die für 3000 km Sprungentfernung geltende Grenzfrequenz der F-Schicht betrug bei Sonnenaufgang knapp 20 MHz und zwei Stunden später bereits 36 MHz. Bis zum Sonnenuntergang lag sie immer über 32 MHz und fiel ab Sonnenuntergang mit zunehmender Dunkelheit. Zwei Stunden nach Sonnenuntergang betrug sie noch 23 MHz - Referenztag 3. November [3]. Am 2. November erreichte sie mittags 43 MHz. Das geomagnetische Feld war bis zum Mittag des 4. November nahezu ungestört. Gegen 11:00 UTC kam die erste Plasmawolke einer CME vom 31. Oktober. Weitere Plasmawolken erreichten die Erde am 5. November. Die Magnetometer in Wingst und Niemegk registrierten zwei interplanetare Schockwellen. Ein starker geomagnetischer Sturm der Stärke G3 begann. Bis zum 7. November hatte sich das geomagnetische Feld noch nicht wieder beruhigt. Der geomagnetische Index k stieg am 5. November bis auf k = 7 und bewirkte auch in unseren geografischen Breiten Nordlicht, was teilweise bis an die Alpen sichtbar war [4]. Die Signale nordamerikanischer Stationen waren auf 20 und 15 m Aurora moduliert. Zu Beginn der Radioaurora am Sonntag nach 16:30 UTC rutschte die MuF-3000 bis unter 10 MHz ab. Auf den oberen Kurzwellenbändern fanden wir zuvor brauchbare Short-Skip-Ausbreitung vor.
Vorhersage bis 14. November:
Die NASA sagt eine niedrige durch C-Flares geprägte Sonnenaktivität voraus. Der solare Fluxindex beträgt etwa 150 Einheiten. Bis zum 16. November sind weitere M-Flares wahrscheinlich. Das Erdmagnetfeld wird bis zum 11. November unbestimmt bis aktiv bleiben und auf intensiven Sonnenwind reagieren. Wir erwarten weiterhin brauchbare bis gute Ausbreitungsbedingungen auf allen Bändern zwischen 40 und 10 m. Die Ausbreitungsbedingungen auf den Bändern 160 und 80 m sind sehr vom Zustand des geomagetischen Feldes abhängig und nicht vorhersagbar. Am 1. November wurden die Trendkurven für den solaren Flux und die Sonnenfleckenzahl aktualisiert [5]. Man sieht in den Kurven, dass die im letzten Funkwetterbericht zitierte Neubewertung der Entwicklung des 25. Elfjahreszyklus durch das SWPC und das für 2024 vorhergesagte Sonnenfleckenmaximum nicht sehr wahrscheinlich sind [6]. Die Progressionskurven [5] könnten auch eine erste Spitze vom Maximum sein, das wir in zwei Jahren erwarten. Einen Doppelpeak gab es beim Zyklus 24 auch.
[3] https://lgdc.uml.edu/common/DIDBYearListForStation?ursiCode=JR055
[4] https://www.wetteronline.de
[5] https://www.swpc.noaa.gov/products/solar-cycle-progression
[6] https://www.swpc.noaa.gov/news/noaa-forecasts-quicker-stronger-peak-solar-activity
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Rückblick vom 24. bis 31. Oktober:
Die Sonnenaktivität war mit 47 C- und einem M-Flare niedrig, aber in der Tendenz etwas besser als in der Vorwoche. Der solare Fluxindex stieg von 121 auf 140 Einheiten. Das geomagnetische Feld war nur am 24. und 25. Oktober sehr ruhig. Bis zum Mittag des 26. Oktober sorgte eine positive Störungsphase für laute DX-Signale auf 10 m. An den anderen Tagen dominierten isolierte Störungen durch koronale Plasmawolken. Die Ionosphäre war dennoch HF-freundlich, denn alle oberen Kurzwellenbänder waren weltweit offen. Diese erfreuliche Situation spiegelt sich in den Logs vom CQ WWDX Contest wider. Auch vor und nach dem Contest fanden viele bunte Präfixe aus entfernten Regionen ins Log. Die Fernausbreitung auf den Bändern 160 und 80 m war durch intensiven Sonnenwind - geomagnetischer Index bis k = 5 - und Schwund beeinträchtigt.
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Rückblick vom 17. bis 24. Oktober:
Auch wenn die Sonnenaktivität als sehr ruhig eingestuft worden ist, denn sie beschränkte sich auf wenige C-Flares und bis auf 122 Einheiten fallende solare Fluxwerte, war sie nicht total ruhig. Es gab mehrere Prominenz-Eruptionen [7]. Die Ionosphäre als träge Gaswolke reagierte bisher nicht auf die fehlende zusätzliche solare UV-Strahlung, das zeigte die Amateurfunkpraxis. Beim WAG-Contest waren die oberen Kurzwellenbänder weltweit offen; am Sonntag noch besser als am Sonnabend. Das überwiegend ruhige Erdmagnetfeld mit k-Werten von null bis maximal drei bescherte laute Signale über die Polargebiete (KL7, KH6, JA) als auch auf 40 m. Auf 80 m funktionierten die Ost-West-Funkwege besser als beispielsweise nach Nordamerika. Die für 3000 km Sprungentfernung berechnete Grenzfrequenz der F-Schicht betrug bei Sonnenaufgang 14 MHz, zwei Stunden später 28 MHz, mittags 33 MHz, bei Sonnenuntergang 24 MHz und zwei Stunden danach 20 MHz. Um Mitternacht lag sie bei 10 MHz. Der Referenztag war der 22. Oktober [8]. In den Ionogrammen konnte man mehrfach die sporadische E-Schicht erkennen. Es gab auch TEP-Ausbreitung. Beispielsweise war die 6-m-Bake ZS6JON/B am 23. Oktober gegen 12:55 UTC in JO61 mit S6 lesbar. Leider war zeitgleich von Südafrika keine CW-Station QRV.
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