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Gastbeitrag von Thomas Fischer, Geschäftsführer unserer deutschen Tochtergesellschaft Wydler Asset Management (Deutschland) GmbH:
Totgesagte leben länger – das wiederauferstandene Inflationsgespenst
Die zuletzt wieder steigende Inflationsrate wirkt wie ein Schreckgespenst für alle Sparer. Haben wir doch gelernt, dass der Wert des Geldes in inflationären Zeiten, je nach Art und Ausprägung der Inflation, mehr oder weniger schnell, zweifellos aber stetig an Boden verliert. Wie bedroht ist Ihr Vermögen? Ist auch Ihre Altersvorsorge gefährdet?
Was ist Inflation?
Um diese Frage zu klären, bietet sich zunächst ein Blick auf den Begriff der Inflation an. In der Volkswirtschaftslehre wird Inflation definiert als „allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen, gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes“. Was bedeutet das nun konkret? Um die Teuerungsrate zu messen, werden in einem sogenannten Warenkorb Güter und Dienstleistungen zusammengefasst, die im alltäglichen Leben konsumiert werden und nach dem Durchschnittsbedarf gewichtet sind. Der Warenkorb setzt sich zusmamen aus Ausgaben für bspw. Wohnung, Wasser, Gas, Nahrungsmittel, Freizeit, Gesundheit, Bekleidung, Schuhe aber auch Möbel und Haushaltgeräte.
Preissteigerungen oder Nachlässe werden monatlich statistisch erfasst und daraus errechnet sich dann die jährliche Preissteigerungsrate. Diese ist letztlich abhängig von vielen einzelnen Faktoren, wie z.B. die Nachfrage nach bestimmten Gütern oder der Preisentwicklung bei Rohstoffen. Die nachstehende Tabelle zeigt auf, dass in den letzten 15 Jahren in Deutschland eine sogenannte schleichende Inflation, also eine Teuerungsrate von unter 5%, vorherrschte, ein mit der EU-Zone oder den EU-27-Staaten mehr oder weniger vergleichbares Niveau. In der Schweiz lagen die Inflationsraten seit Beginn des neuen Jahrtausends auf zwar insgesamt etwas niedrigeren, aber in Summe ähnlichen Niveaus wie im Rest Europas.
Hier die Entwicklung der Inflation grafisch dargestellt:
Konsequenzen für Arbeitnehmer/Rentner
Was heisst nun Inflation für den einzelnen Bürger? Zunächst gilt es als Arbeitnehmer, den jährlichen Kaufkraftverlust (denn nichts anderes ist die Inflation) so gut wie möglich auszugleichen. In aller Regel geschieht dies über Lohnerhöhungen respektive Rentenanpassungen, die dann im Idealfall die Verteuerung des Warenkorbes etwas mehr als nur kompensieren und damit übriges Geld für weiteren Konsum entstehen lassen.
Konsequenzen für Anleger
Für Sparer ergibt sich eine etwas komplexere Situation. Das hier entscheidende Schlagwort heisst: Realzins.
Die Realverzinsung errechnet sich aus der Differenz von Nominalzins und Inflationsrate.
Liegt die Inflationsrate unterhalb des Nominalzinses, ist die Welt für einen Anleger grundsätzlich in Ordnung, ergibt sich doch am Ende des Tages eine positive Realverzinsung. Anders ausgedrückt, der Wert des vorhandenen Vermögens wächst real weiter.
Leider ist dies, wie die nachfolgende Grafik zeigt, eher die Ausnahme als die Regel.
Gerade im letzten Jahrzehnt überwogen die Jahre mit negativer Realverzinsung. Das erklärte Inflationsziel der Europäischen Zentralbank EZB liegt bei 2%. Dass die Zinsen schnell auf das mindestens gleiche Niveau steigen werden, darf nach Sicht der Dinge im März 2021 zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.
Für den klassischen Sparer, der sein Geld in Form von Tagesgeldern, Festgeldern oder Spareinlagen anlegt, ergibt sich also eine mehr als unbefriedigende Gesamtgemengelage: Die Inflation bewegt sich seit 2016 auf einem höheren Niveau als der Nominalzins von Anlagen bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren. Konkret führt dies dazu, dass das angelegte Geld an Wert verliert.
Warum sind die Zinsen so niedrig?
Nach der Finanzkrise 2008/2009 und der Eurokrise 2011 hat die EZB die Leitzinsen schrittweise immer weiter nach unten genommen. Für Banken und Sparkassen hatte dies zur Folge, dass ab Mitte 2014 erstmals für Einlagen bei der Zentralbank Strafzinsen gezahlt werden mussten. Lange galten negative Zinssätze für Spareinlagen als undenkbar, aber Banken und Sparkassen haben auf die Situation negativer Zinsen mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung dahin reagiert, diese sukzessive an die Sparer weiterzugeben. Mit dem unschönen Ergebnis einer nun seit Jahren bestehenden negativen Realverzinsung.
Negativer Realzins = das angelegte Geld verliert an Wert
Wenn das Ziel der EZB, eine nachhaltige Inflationsrate von 2% zu etablieren, erreicht wird, hätte dies bei einem Nullzinsniveau bei Spareinlagen, wie im Februar 2021 Fakt, dramatische Folgen für jeden Sparer. Denn auf eine Sicht von zehn Jahren mit den vorgenannten Parametern würden von einer Sparanlage in Höhe von 10.000 Euro zrar nominal nach wie vor 10.000 Euro, de facto aber eine Kaufkraft von nur noch etwas mehr als 8.000 Euro übrigbleiben. Mit anderen Worten: Inflation zerstört langsam aber sicher ihr Vermögen.
Der Geldentwertung entkommen
Jedem Anleger stellt sich somit konsequenterweise die Frage, welche Wege es gibt, um nicht tatenlos zusehen zu müssen, wie das hart Ersparte immer weniger wert wird. Simpel ausgedrückt: Wer mit Kursschwankungen nicht umgehen kann, wird auch in nächsten Jahren kaum mit positiven Renditen rechnen können. Ein Investment mit hohem Gewinnpotenzial, das gleichzeitig absolut sicher ist, existiert schlichtweg nicht. Wer langfristig gute Rendite erzielen will, muss letztlich auch bereit sein, mit zwischenzeitlichen Wertschwankungen zu leben.
Unser Ziel ist es, gleich in welchem zinspolitischen Umfeld, für unsere Kunden ein substanzielles und kontinuierliches Wachstum zu erzielen und Ihnen dabei die grösstmögliche Sicherheit und Kontinuität zu bieten.
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