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Eine intakte Umwelt fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden.
Im Zweckartikel des Umweltschutzgesetz (USG) steht, dass das USG Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige Einwirkungen schützen soll.
Die Umwelt hat eine direkte (z.B. im Bereich Klima) sowie eine indirekte Wirkung (z.B. im Bereich Biodiversität) auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Diese Wirkung kann auch negativ oder eher positiv sein. Wenn die Umwelt belastet ist (z.B. durch Feinstaub in der Luft), schlägt dies auf den Menschen und das Risiko für Krankheiten steigt (z.B. Atemwegerkrankungen). Zahlreiche Beispiele zeigen aber auch, dass ein intakter Lebensraum der Gesundheit und Wohlbefinden gut tut. Oft sind Win-Win-Situationen für Umwelt und Gesundheit zu erkennen. Zum Beispiel, die Förderung von umweltfreundlichen Transportarten (so wie Radfahren das wenig Lärm macht und kein Treibstoff verbraucht) wirkt auch positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden (Bewegung und Erholung).
Indikatoren
Thema: Elektrosmog
Subjektive Belastung durch Mobilfunkantennen oder Hochspannungsleitungen
Es gibt Menschen, die davon überzeugt sind, dass elektromagnetische Felder von Mobilfunkantennen oder Hochspannungsleitungen Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Herz-Kreislauf-Symptome verursachen können oder die diese Wirkungen sogar selber erlebt haben. Darüber, ob die Symptome tatsächlich von den elektromagnetischen Feldern verursacht werden, gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.
Ausserdem stören sich manche Leute grundsätzlich an Mobilfunkantennen oder Hochspannungsleitungen in der Nähe ihres Wohnortes, auch ohne gesundheitliche Auswirkungen zu verspüren. Auch dies kann als Belastung wahrgenommen werden.
Im Jahr 2015 fühlten sich, wie bereits vier Jahre zuvor, 10% der Bevölkerung zuhause durch Mobilfunkantennen oder Starkstromleitungen «eher gestört» oder «sehr gestört». Eine weitere Befragung aus dem Jahr 2015 zeigte, dass die Strahlung weitaus mehr Personen störte als die Optik (gfs-zürich: Univox Umwelt).
Angesichts der Tatsache, dass es sich dabei um eine selbstberichtete Störwirkung handelt und der tatsächliche Einfluss der Strahlung unklar ist, sind sowohl Zustand als auch Entwicklung nicht bewertbar.
- Verwandte Indikatoren
- Befürchtete Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk
Die Daten basieren auf der Befragung „Wahrnehmung von Umweltqualität und Umweltverhalten“ des Bundesamts für Statistik (BFS). Die Befragung wird telefonisch durchgeführt und erfasst eine Vielzahl von Aspekten der Umweltbelastung, des Umweltbewusstseins, des umweltrelevanten Verhaltens und der Lebensgewohnheiten. Die Stichprobe (2015: N=3000) entspricht den Kriterien der Repräsentativität.
Dieser Indikator erfasst alle Befragten, die sich zuhause bei offenem Fenster durch Verkehrslärm eher gestört oder sehr gestört fühlen (Antworten 3 und 4 auf einer Skala von 1: „überhaupt nicht gestört“ bis 4: „sehr gestört“).
Thema: Elektrosmog
Befürchtete Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk
Beim heutigen Stand der Wissenschaft ist unklar, ob und inwieweit Mobilfunkstrahlung bei langfristiger Einwirkung Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Diese unklare Risikolage wirkt sich auch auf die Wahrnehmung in der Bevölkerung aus.
Über die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz glaubt daran, dass Mobilfunkstrahlung Risiken für die Gesundheit mit sich bringt. Dies befürchteten in einer Umfrage im Jahr 2014 61% der Befragten. Diese Zahl liegt im Vergleich zu anderen Umwelteinwirkungen eher tief, zeigt jedoch, dass die Schweizer Bevölkerung der Thematik Elektrosmog tendenziell kritisch gegenübersteht.
Die Schweiz ist eines von wenigen Ländern, welche die Vorsorge in diesem Bereich konkretisiert haben: Die festgelegten Anlagegrenzwerte sollen die Langzeitbelastung niedrig halten und so auch das Risiko für allfällige, heute noch nicht erkennbare Gesundheitsfolgen reduzieren.
- Verwandte Indikatoren
- Subjektive Belastung durch Mobilfunkantennen oder Hochspannungsleitungen
In einer europaweiten Umfrage war die Mehrheit der Personen, nämlich 70%, der Befragten der Ansicht, dass Mobilfunkantennen einen mässigen bis starken Einfluss auf die Gesundheit haben. Es zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: Während in Dänemark nur 12% einen Einfluss von Mobilfunkantennen auf die Gesundheit annahmen, waren es in Italien 95%.
Die Daten basieren auf der Studie "Mobilfunkmonitor", die in regelmässigen Abständen im Auftrag des Forum Mobil vom Sozialforschungsinstitut gfs.bern durchgeführt wird. In dieser kombinierten Online-/CATI-Befragung werden Schweizerinnen und Schweizer ab 16 Jahren zu ihren Wahrnehmungen und Befindlichkeiten rund um Mobilfunkthemen befragt. Die Stichproben (2014: N=1002) entsprechen den Kriterien der Repräsentativität.
Der Indikator erfasst alle Befragten, die an die Existenz gesundheitlicher Auswirkungen von Mobilfunk glauben oder solche bereits erlebt haben, in %.
Thema: Lärm
Lärmbelastung durch Verkehr
Lärm ist gesundheitsgefährdend, mindert die Standortqualität der betroffenen Gebiete und verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten. Die bedeutendste Lärmquelle ist mit Abstand der Strassenverkehr. Im Gegensatz zum Eisenbahn- oder Fluglärm betrifft der Strassenlärm nicht nur begrenzte Gebiete, sondern breitet sich als Lärmteppich weiter aus.
Jede 7. Person (1.1 Mio.) – ist tagsüber schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm ausgesetzt. Nachts ist es jede 8. Person (1.0 Mio.). Weitaus weniger Menschen sind von übermässigem Eisenbahnlärm (16000 tagsüber und 87000 nachts) und Fluglärm (24000 tagsüber und 75000 nachts) betroffen. Rund 90% der Personen, die schädlichem oder lästigem Verkehrslärm ausgesetzt sind, leben in Städten oder Agglomerationen.
Um den von der Verfassung geforderten Schutz für die Bevölkerung zu garantieren, muss der Lärm vermehrt mit Massnahmen direkt bei den Quellen bekämpft werden. Im Strassenverkehr wird die grösste Wirkung erzielt, indem lärmarme Beläge eingebaut, leisere Reifen verwendet, die Verkehrsflüsse optimiert sowie lokal die Höchstgeschwindigkeiten angepasst werden. Für die Lärmsanierung der Eisenbahnen setzt der Bund seine Mittel bereits mehrheitlich für Massnahmen bei der Quelle ein und fördert Investitionen in besseres Rollmaterial. Die erwarteten technischen Fortschritte bei den Lärmschutzmassnahmen dürften durch die verdichtete Siedlungsnutzung, die zunehmende Urbanisierung, die steigenden Mobilitätsansprüche sowie die Entwicklung hin zu einer 24-h-Gesellschaft aufgewogen werden.
Der Strassenverkehr ist auch in Europa die mit Abstand bedeutendste Lärmquelle. Insgesamt ist gemäss der europäischen Umweltagentur nahezu jeder zweite Bewohner einer Agglomeration Strassenverkehrslärm von mehr als 55 dB ausgesetzt und damit stärker belastet, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den ganzheitlichen Schutz des menschlichen Wohlbefindens und der Gesundheit empfiehlt.
In sonBASE werden aus den verfügbaren Grundlagendaten (Geobasisdaten, Statistikdaten, Verkehrsdaten etc.) die Emissionen des Strassenverkehrs berechnet. Im Lärmberechnungsmodul (CadnaA) werden dann unter Einbezug eines digitalen Höhenmodells, den Gebäudedaten, dem berechneten Emissionsdaten (Strassenverkehr) und den tatsächlichen Emissionen (Eisenbahnverkehr) die Ausbreitung und die resultierenden Lärmimmissionen ermittelt. Beim Fluglärm werden die vorhandenen Isophonen der Zivil- und Militärflugplätze als Immissionswerte übernommen. Als Beurteilungsmass für die Ermittlung der Anzahl belasteter Personen wird für Strassenverkehrs-, Flug- und Eisenbahnlärm der Immissionsgrenzwert (IGW) der Lärmschutz-Verordnung (LSV SR 814.41) in Abhängigkeit der Empfindlichkeitsstufen (ES I bis IV) verwendet.
Thema: Lärm
Subjektive Lärmbelastung
Lärm stresst und macht krank. Ob Menschen ein Geräusch als Lärm empfinden, hängt aber nicht nur von der Lautstärke ab. Auch zahlreiche individuelle Faktoren wie etwa die Lärmart, die persönliche Einstellung, die Tageszeit, der Gesundheitszustand und das Alter spielen eine Rolle. Diese individuellen Faktoren lassen sich in objektiven Belastungsgrenzwerten nur bedingt abbilden.
Im Jahr 2015 fühlten sich 24% der Bevölkerung zuhause bei offenem Fenster durch Verkehrslärm «eher gestört» oder «sehr gestört». Dieser Wert hat sich seit 2011 kaum verändert.
Insbesondere in Städten sind weitere Massnahmen zur Verringerung der Lärmbelastung nötig: Hier liegt der Anteil von subjektiv belasteten Personen bei 27%. Dieser Anteil ist deutlich zu hoch, wenn man die möglichen Gesundheitsschäden und die Einschränkungen der Lebensqualität bedenkt, die mit dauerhafter Lärmbelästigung einhergehen.
Da die Befragung in dieser Form in keinem anderen Land durchgeführt wird, ist der Indikator international nicht vergleichbar.
Die Daten basieren auf der Befragung „Wahrnehmung von Umweltqualität und Umweltverhalten“ des Bundesamts für Statistik (BFS). Die Befragung wird telefonisch durchgeführt und erfasst eine Vielzahl von Aspekten der Umweltbelastung, des Umweltbewusstseins, des umweltrelevanten Verhaltens und der Lebensgewohnheiten. Die Stichprobe (2015: N=3000) entspricht den Kriterien der Repräsentativität.
Dieser Indikator erfasst alle Befragten, die sich zuhause bei offenem Fenster durch Verkehrslärm eher gestört oder sehr gestört fühlen (Antworten 3 und 4 auf einer Skala von 1: „überhaupt nicht gestört“ bis 4: „sehr gestört“).
Thema: Lärm
Externe Lärmkosten
Übermässiger Lärm schädigt die Gesundheit. Die Kosten, die dadurch entstehen – beispielsweise für ärztliche Behandlung – werden jedoch nicht von den Verursachern, also den Verkehrsteilnehmenden, getragen, sondern müssen von den Geschädigten selbst übernommen werden. Das Gleiche gilt für den Wertverlust, den Liegenschaften durch übermässigen Lärm erleiden und der ausschliesslich von den Liegenschaftseigentümern getragen wird. Solche Kosten, die nicht von den Verursachern getragen werden, heissen externe Kosten.
Die externen Lärmkosten des Strassen- und Schienenverkehrs in der Schweiz belaufen sich jährlich auf über 1,9 Milliarden Franken. Zwar sind die Daten seit 2010 aufgrund eines Methodenwechsels nicht direkt mit den vorherigen Jahren vergleichbar, der zunehmende Trend, der sich bereits seit längerem abzeichnete, setzt sich jedoch fort. Aus diesem Grund wird die Entwicklung negativ bewertet.
Rund 42 % der Kosten entfallen auf direkte Gesundheitsschäden (v. a. Ischämische Herzkrankheiten sowie bluthochdruckbedingte Krankheiten: ambulante Behandlungen, Spitalaufenthalte, verlorene Lebensjahre usw.). 58 % der Kosten sind Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) anzurechnen. Insgesamt verursacht der Strassenverkehr über 82 % der lärmbedingten Kosten.
Zur Reduzierung der externen Kosten eignen sich vor allem wirtschaftliche Anreizsysteme, die dem Verursacher einen Vorteil verschaffen, wenn er die Lärmbelastung reduziert. Neben finanziellen Anreizen für die Lärmverursacher (Mineralölsteuer, lärmabhängige Start- und Landegebühren) sind auch andere Instrumente denkbar (z.B. Stärkung der Markttransparenz).
Es bestehen internationale Studien der externen Kosten in den europäischen Ländern. Die externen Lärmkosten in der Schweiz fallen im Vergleich zur anderen europäischen Länder deutlich höher aus. Dieser Unterschied ist insbesondere auf die hohe Bevölkerungsdichte und das hohe Preisniveau in der Schweiz zurückzuführen.
Die externen Lärmkosten werden meistens über hedonische Preisbildungsmethoden ermittelt. Bei der Monetarisierung der direkten Gesundheitsschäden werden folgende Auswirkungen berücksichtigt:
- Medizinische Behandlungskosten (Kosten für Spitalaufenthalte, Arztbesuche und Medikamente)
- Produktionsausfall (Ausfall von Arbeitskräften)
- Wiederbesetzungskosten nach Todesfällen von Erwerbstätigen
- Immaterielle Kosten (Verlust an Wohlbefinden; Schmerz und Leid bei der betroffenen Person, erfasst über die Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung).
Grundlage für die Monetarisierung ist eine Untersuchung der Lärmbelastung durch den Strassen- und Schienenverkehr im Jahr 2010 in der Schweiz. Dazu wird die Lärmdatenbank Schweiz sonBASE verwendet.
Thema: Luft
Subjektive Belastung durch Luftverschmutzung
Wie viele Umweltbelastungen sind Luftschadstoffe einzeln kaum unmittelbar wahrnehmbar. Dennoch wird „schlechte Luft“, beispielsweise an viel befahrenen Strassen, als solche wahrgenommen und häufig als unangenehm und störend empfunden. Zu der Geruchsbelästigung kommt oft noch das Wissen um die gesundheitsschädigenden Wirkungen, das als zusätzlicher Stressor wirken kann.
Im Jahr 2015 fühlten sich 19% der Bevölkerung durch die Luftverschmutzung rund um ihr Haus «eher gestört» oder «sehr gestört». Dieser Anteil hat sich seit 2011 kaum verändert. Erwartungsgemäss liegt er in Städten deutlich höher als in ländlichen Gebieten. Dies entspricht den Immissionsmessungen der wichtigsten Luftschadstoffe, die in städtischen, verkehrsbelasteten Gebieten den Grenzwert in vielen Fällen überschreiten.
Dieser Anteil ist deutlich zu hoch, wenn man die möglichen Gesundheitsschäden und die Einschränkungen der Lebensqualität bedenkt, die mit dauerhaften Gefühl, verschmutzter Luft ausgesetzt zu sein, einhergehen.
Die Daten basieren auf der Befragung „Wahrnehmung von Umweltqualität und Umweltverhalten“ des Bundesamts für Statistik (BFS). Die Befragung wird telefonisch durchgeführt und erfasst eine Vielzahl von Aspekten der Umweltbelastung, des Umweltbewusstseins, des umweltrelevanten Verhaltens und der Lebensgewohnheiten. Die Stichprobe (2015: N=3000) entspricht den Kriterien der Repräsentativität.
Der Indikator erfasst alle Befragten, die sich durch Luftverschmutzung rund um ihr Haus eher gestört oder sehr gestört fühlen (Antworten 3 und 4 auf einer Skala von 1: „überhaupt nicht gestört“ bis 4: „sehr gestört“).
Thema: Luft
Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung
Luftschadstoffe können Asthma, chronischen Husten, Bronchitis oder andere Erkrankungen der Atemwege sowie der Lunge hervorrufen. Im Extremfall kann die Luftverschmutzung vorzeitige Todesfälle verursachen. Besonders betroffen von der Luftverschmutzung sind ältere Menschen, Kinder, Ungeborene oder Kranke. Kleinkinder sind anfällig für Infektionen der Luftwege, da ihr Immunsystem und die Lunge bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt sind. Bei Personen mit Asthma kann die verschmutzte Luft Anfälle verursachen. Entzündungen können gerade bei älteren Menschen die Abwehrkräfte schwächen. Belastet wird auch das Herzkreislaufsystem, da es den Sauerstoffmangel kompensieren muss. Die Folge können Herzrhythmusstörungen und Infarkte sein.
Trotz der zahlreichen Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahren bleibt die Belastung ein Problem. Jährlich ist sie mitverantwortlich für den vorzeitigen Tod von 3000 Personen. Damit lassen sich etwa 5% aller Todesfälle mit der Luftverschmutzung in Verbindung bringen.
- Verwandte Indikatoren
- Gesundheitskosten der Luftverschmutzung
Die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung in der Schweiz wurden anhand des für die Gesundheitsschädigung massgebenden Leitschadstoffes PM10 in verschiedenen Studien genauer quantifiziert und monetarisiert. Diese Studien wurden von Epidemiologen, Lufthygienikern und Ökonomen gemeinsam durchgeführt.
Thema: Luft
Gesundheitskosten der Luftverschmutzung
Die Verminderung oder Behebung von Schäden, die durch Luftbelastung entstehen, verursachen hohe Kosten, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der Gebäudesanierung. Sie führen auch zu Wertverlust von Liegenschaften, Ernteausfällen in der Landwirtschaft und Belastungen von Ökosystemen. Da diese Kosten und Werteverluste nicht vom Verursacher, sondern von der Allgemeinheit getragen werden, spricht man von externen Kosten.
Dieser Indikator zeigt die Kosten, die die Luftverschmutzung im Gesundheitswesen verursacht.
Die Luftverschmutzung verursacht in der Schweiz jährlich ungedeckte Kosten in Milliardenhöhe. Diese externen, nicht vom Verursacher getragenen Kosten entstehen vor allem im Gesundheitswesen, gefolgt von den Kosten, die durch Ernteausfälle und durch Schäden an Gebäuden und Materialien verursacht werden.Damit bleibt die Belastung trotz der zahlreichen Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahren ein Problem. Jährlich ist sie mitverantwortlich für den vorzeitigen Tod von 3000 bis 4000 Personen. Damit lassen sich 6% aller Todesfälle mit Luftverschmutzung in Verbindung bringen. Zudem ist sie der Grund für eine grosse Zahl von Krankheitsfällen. Dazu gehören Erkrankungen der Atemwege durch Feinstaub.
Die "Umrechnung" der verlorenen Lebensjahre in Geldeinheiten stellt den weitaus grössten Kostenfaktor der Luftverschmutzung dar.
- Verwandte Indikatoren
- Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung
Für die Berechnung der externen Kosten werden aus der bestehenden Belastungssituation die daraus resultierenden Effekte bzw. Schäden ermit-telt. Schliesslich werden die Schäden in Geldeinheiten quantifiziert. Dazu werden je nach Kostenbereich spezifische Kostensätze ermittelt.
Thema: Wald und Holz
Erholung im Wald
Wir profitieren auf vielfältige Weise vom Wald: Er liefert uns Holz, schützt uns vor Naturgefahren und fördert die Artenvielfalt. Im Alltag ist der Wald für die Bevölkerung vor allem als Naherholungsraum präsent. Insbesondere in der Nähe von Agglomerationen sowie in Tourismusgebieten suchen viele Menschen im Wald nach Erholung. Dazu bietet der Wald ideale Bedingungen: Die saubere Luft, die Ruhe und das angenehme Schonklima fördern die physische und die psychische Regeneration. Neben ruhigeren Tätigkeiten wie Spazierengehen und Sammeln bietet der Wald auch Raum für unterschiedliche sportliche Aktivitäten wie Joggen, Nordic Walken oder Mountainbiken.
Insbesondere im Sommer ist der Wald ein beliebtes Erholungsgebiet: 12% der Bevölkerung gehen fast täglich in den Wald, gut 40% immerhin ein bis zweimal pro Woche. Im Winter wird der Wald tendenziell weniger genutzt, aber auch hier liegt der Anteil von Personen, die den Wald täglich besuchen bei 8%, der Anteil jener, die den Wald ein- bis zweimal pro Woche besuchen, bei 28%. Durchschnittlich halten sich Schweizerinnen und Schweizer 90 Minuten im Wald auf. Als wichtigste Motive für den Waldbesuch nennen sie vor allem den Genuss von guter Luft, das Naturerlebnis, ihre Gesundheit und die Abwechslung vom Alltag. Die Motive, alleine sein oder sportlich aktiv sein zu wollen, werden vergleichsweise seltener genannt.
95% der Bevölkerung erleben die Waldbesuche als entspannend, fast ebenso viele Personen, 88%, geben an, sehr zufrieden mit ihren Aufenthalten im Wald zu sein. Damit leistet der Wald einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Menschen. Aus diesem Grund wird der Zustand positiv bewertet.
Dass der Wald in einem so hohem Ausmass zur Erholung genutzt wird, liegt auch an den meist idealen Bedingungen in der Schweiz. Der Wald ist frei zugänglich und liegt für die meisten Leute praktisch vor der Haustür: Im Durchschnitt erreichen Schweizerinnen und Schweizer ihren Freizeitwald in 14 Minuten, lediglich 4% benötigen dafür mehr als eine halbe Stunde. Die allgemein gute Erreichbarkeit lässt sich auch daran erkennen, dass 70% ihren Weg zu Fuss und weitere 7 % mit dem Fahrrad zurücklegen.
Gestört werden kann die Erholung vor allem durch andere Waldnutzer. Hier werden am häufigsten Radfahrer und Leute mit Hunden genannt. Entsprechende Begegnungen schmälern das positive Erleben des Waldes zwar nicht signifikant, dennoch sollte in Zukunft das Konfliktpotential durch bessere Infrastrukturplanung verringert werden, Beispiele dazu sind die Besucherlenkung und spezielle Wege für Mountainbiker.
Die Daten stammen aus zwei repräsentativen Umfragen zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung zum Wald und seinen Funktionen. Die erste Studie „Gesellschaftliche Ansprüche an den Schweizer Wald - Meinungsumfrage“ wurde 1999 vom Bundesamt für Umwelt (damals BUWAL) veröffentlicht. Rund 2000 Personen wurden damals telefonisch befragt. Für die zweite Studie, die 2010 von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) durchgeführt wurde, wurden etwa 3000 Personen telefonisch und über das Internet befragt.
Thema: Naturgefahren
Todesfälle durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen, Sturzprozesse und Lawinen
Naturereignisse können Menschen das Leben kosten. Die Zahl der Todesopfer hängt einerseits von der Schwere der Ereignisse ab, andererseits auch von individuellem Verhalten und von den Massnahmen zum Schutz vor Naturereignissen. Der Indikator steht damit für den Erfolg präventiver Massnahmen wie auch für das gefahrengerechte Verhalten der betroffenen Bevölkerung.
In der Periode 1946-2017 forderten Hochwasser insgesamt 123 Todesopfer, Murgänge deren 22, Rutschungen deren 54 und Sturzprozesse deren 93. Im Durchschnitt kamen durch Hochwasser, Murgänge und Rutschungen seit 1946 jährlich 2,8 und durch Sturzprozesse 1,3 Menschen zu Tode. Wenn Extremereignisse wie beispielsweise der Bergsturz Goldau von 1806 nicht berücksichtig werden, hat sich diese Zahl seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert. Lediglich im Zeitraum 1900 bis 1971 liegt die durchschnittliche Anzahl tiefer, da in dieser Periode vergleichsweise wenig schwere Naturereignisse zu verzeichnen waren.
Lawinen forderten in der Periode 1936/37 - 2016/17 durchschnittlich 6,4 Todesopfer pro Jahr. In dieser Zahl nicht enthalten sind Todesfälle im freien Gelände (Variantenfahrer abseits gesicherter Pisten und Tourengänger).
Die durchschnittliche Anzahl der Todesopfer ist verglichen mit dem 19. Jahrhundert stabil (Todesfälle durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse bis 1945). Angesichts der bedeutenden Bevölkerungszunahme hat sie im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sogar abgenommen. Diese Entwicklung ist nicht darauf zurückzuführen, dass heute weniger schwere Naturereignisse zu verzeichnen sind, sondern darauf, dass in den letzten 100 Jahren zahlreiche wasserbauliche und forstliche Schutzmassnahmen realisiert wurden. Sie widerspiegelt aber auch die verbesserten organisatorischen Massnahmen und die umfassenden Möglichkeiten, welche heute zur Warnung und Rettung von Personen zur Verfügung stehen. Die Zahlen der Todesopfer infolge Naturgefahren bewegen sich heute auf einem tiefen Niveau, das gehalten werden muss.
- Verwandte Indikatoren
- Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse
Seit 1972 sammelt die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL im Auftrag des BAFU systematisch Daten zu den Unwetterschäden in der Schweiz. Dabei werden die Prozesse Hochwasser, Murgang, Rutschung sowie (seit 2002) Steinschlag und Felssturz berücksichtigt. Dabei wurden bisher allerdings nur jene Todesopfer erfasst, die im Zusammenhang mit Sachschäden infolge der oben erwähnten Prozesse rapportiert wurden.
Mit dem Ziel einer umfassenderen Erhebung wurde durch die WSL 2015 eine neue Datenbank erstellt, die auf einer systematischen Zeitungsrecherche zur Erfassung aller Todesfälle infolge Hochwasser, Rutschungen, Murgängen, Sturzprozessen, Windstürmen, Blitzschlägen, Lawinen und weiteren (seltenen) Prozessen (z.B. Erdbeben und Eislawinen) seit 1946 beruht. Berücksichtigt wurden alle Todesfälle, bei welchen sich die betroffenen Personen nicht bewusst oder absichtlich einer offensichtlichen Gefahr ausgesetzt haben. Ab 2015 wird die Statistik basierend auf dieser Methodik weitergeführt. Die Todesfälle durch Lawinen werden separat durch das SLF) erhoben.
Für den Zeitraum vor 1946 wird die Statistik ergänzt durch die Opferzahlen aus der 1991 von der WSL publizierten „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“ (Bericht 330 der WSL). Diese sind zwar lückenhaft, belegen aber, dass vor 1946 die Opferzahlen trotz damals deutlich geringerer Bevölkerung mindestens so hoch waren wie heute.
Eine vollständige Übersicht der Opferzahlen durch Naturgefahren ab 1946 findet sich auf dem Portal EnviDat.