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<h2>SubmittedText<h2><p>In Zusammenhang mit der Strategie Antibiotikaresistenzen (Star) bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie stellt er sicher, dass die Komplementärmedizin im Bereich Humanmedizin angemessen mit einbezogen wird?</p><p>2. In der Tiermedizin wurde mit <a href="http://www.kometian.ch">www.kometian.ch</a> ein Beratungsangebot geschaffen, welches in der Nutztierhaltung den Einsatz von Komplementärmedizin fördert und damit erfolgreich zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes beiträgt. Wieso wird im Bereich der Humanmedizin das Potenzial der Komplementärmedizin nicht vergleichbar geprüft und gefördert?</p><p>3. Antibiotika werden zu oft und bei falscher Indikation verschrieben. Der sachgemässe Antibiotikaeinsatz wurde als eines der acht Handlungsfelder der Strategie definiert. Wie konkret, bei welchen Massnahmen und in welchen Arbeitsgruppen kann die komplementärmedizinisch tätige Ärzteschaft ihr wertvolles Know-how einbringen?</p><p>4. Die Ausarbeitung von Verschreibungsrichtlinien ist eine Massnahme im Handlungsfeld "Sachgerechter Antibiotikaeinsatz". Die mit der Ausarbeitung der Richtlinien beauftragte Expertengruppe klärt, welches Antibiotikum in welcher Dosierung wie lange eingesetzt werden soll. Vorschläge für alternative Behandlungen werden nicht diskutiert. Ist der Auftrag an die Experten nicht zu eng gefasst? Mit welchem Projekt prüft er, wie der Antibiotikaeinsatz mit komplementären Methoden reduziert werden kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Stellenwert der Komplementärmedizin in der Humanmedizin hat sich in den letzten Jahren konkretisiert und gefestigt. So sind mittlerweile insbesondere bestimmte ärztliche Leistungen der Komplementärmedizin bezüglich der Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) allen übrigen ärztlichen Leistungen gleichgestellt. Den besonderen Merkmalen von pflanzlichen Heilmitteln wurde zudem im Rahmen der Revision des Heilmittelrechts Rechnung getragen. Auch das Medizinalberufegesetz (SR 811.11) sieht als berufsspezifisches Ausbildungsziel in der Humanmedizin explizit Kenntnisse im Bereich Komplementärmedizin vor. Die Umsetzung der Ausbildungsziele liegt indes im Kompetenzbereich der universitären Hochschulen. Zusätzlich bietet das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung verschiedene Weiterbildungsprogramme in Komplementärmedizin an, deren Abschlüsse (privatrechtliche Fähigkeitsausweise) wiederum Voraussetzung für die Erstattung komplementärmedizinischer Leistungen durch die OKP sind. Somit ist der Einbezug der Komplementärmedizin in die Humanmedizin aus Sicht des Bundesrates angemessen gewährleistet.</p><p>Im Bereich der nichtärztlichen Therapien hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation darüber hinaus die Prüfungsordnungen über die höheren Fachprüfungen für Naturheilpraktiker (28. April 2015) und für Komplementärtherapeuten (9. September 2015) genehmigt.</p><p>2. Der Austausch von Erfahrungen zwischen dem tier- und dem humanmedizinischen Bereich ist in der Umsetzung der Strategie Antibiotikaresistenzen (Star) gewährleistet. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Ansätze aus der Tiermedizin nicht ohne Weiteres von der Humanmedizin übernommen werden können. Ziel von Star ist unter anderem die Stärkung der Tiergesundheit und dadurch eine Reduktion des Antibiotikaeinsatzes. Dies wird erreicht durch gezielte Prävention mit verbesserten Massnahmen in Haltung, Fütterung, Hygiene, Management und Impfen. Ganz auf Antibiotika kann auch in der Tiermedizin nicht verzichtet werden. Die Komplementärmedizin kann ebenfalls zur besseren Tiergesundheit beitragen. Im Rahmen eines auf Eigeninitiative beruhenden Projekts unterstützt der Verein Kometian durch telefonische Beratung Tierhalter bei der komplementärmedizinischen Versorgung ihrer Tiere. Dabei werden nicht nur Alternativen zur Antibiotikatherapie angestrebt, sondern vor allem ergänzende (komplementäre) Vorgehensweisen. Das Projekt wird seit 2016 mit einem beim Bundesamt für Landwirtschaft angesiedelten Ressourcenprojekt unterstützt und wissenschaftlich begleitet. Die Evaluationsresultate liegen noch nicht vor.</p><p>Der Bund fördert im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Antimikrobielle Resistenz" Forschungsprojekte, die neue Lösungsmöglichkeiten im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen suchen. Dieses Programm bot Gelegenheit, Projekte auch aus dem komplementärmedizinischen Bereich einzureichen. Von derzeit insgesamt fünf Projekten, die ganz generell auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe ausgerichtet sind, erforscht eines Bakteriophagen, die eine Alternative zu Antibiotika sind. Mehrere Projekte erforschen, wie Antibiotika in der human- und tiermedizinischen Praxis gezielter eingesetzt werden können. Weitere Projekte befassen sich mit der Entwicklung neuer Diagnostikmethoden, die eine schnelle Entscheidung über einen allfällig nötigen Antibiotikaeinsatz ermöglichen.</p><p>3. Eines der wichtigsten Ziele der Strategie Star besteht darin, den sachgemässen Antibiotikaeinsatz zu gewährleisten. Die Erarbeitung und Umsetzung der entsprechenden Massnahmen stützen sich auf einen breiten Kreis von Akteuren. Star fördert den Austausch zwischen Bund und Kantonen und allen weiteren Partnern, die von der Resistenzproblematik betroffen sind und einen Beitrag zur Erreichung der Strategieziele leisten können. So haben an einem Workshop zu den ärztlichen Verschreibungsrichtlinien im Jahr 2017 auch Vertreter der Komplementärmedizin teilgenommen.</p><p>4. Im Rahmen der Umsetzung der Strategie Star erarbeiten Experten unter der Federführung der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI) Richtlinien, die die Ärzteschaft bei der sachgemässen Anwendung von Antibiotika unterstützen sollen. Die Union der schweizerischen komplementärmedizinischen Ärzteorganisationen hat sich mit dem zuständigen Projektleiter der SSI Anfang 2018 ausgetauscht. Da es bei dieser Massnahme indes ausschliesslich um die Verschreibungspraxis von Antibiotika geht, hat die Union auf ein Mitwirken verzichtet. Einen möglichen Beitrag der Komplementärmedizin bei der Umsetzung von Star sieht sie somit nicht primär in den Verschreibungsrichtlinien. Der Union der schweizerischen komplementärmedizinischen Ärzteorganisationen steht es offen, andere Projekte zur Unterstützung von Star zu initiieren und ein entsprechendes Gesuch um eine allfällige finanzielle Unterstützung durch den Bund beim BAG einzureichen.</p>  Antwort des Bundesrates.