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Die 1996 beschlossene Reform der deutschen Rechtschreibung ist ein Unfug. Ausser ein paar Linguisten und Bürokraten wollte sie niemand – für alle, die schreiben, ist sie eine Belästigung. […] Zwei Fragen bleiben. Was eigentlich trieb die Reformer an? Nun: Der Wunsch, irgendwas zu reformieren, war schon immer stärker als der Bedarf der Gesellschaft an Reformen, und zumal an der Sprache herumzufummeln ist ein alter Kinderspass. […] Die andere Frage: Wie haben sie es geschafft, ihre Bastelei dem klaren Mehrheitswillen aufzunötigen? Erstens dadurch, dass sie sich sogleich mit der Kultusbürokratie verbündeten; als das Misstrauen zu keimen begann, waren die Weichen schon gestellt. Und zweitens durch den kalkulierten Verzicht auf allzu rabiate Vorschläge: Die Urheber der «Stuttgarter Empfehlungen» von 1954 wurden sofort ausgelacht, als sie die totale Kleinschreibung propagierten und obendrein das Dehnungs-h und das Dehnungs-e abschaffen wollten: manbrif hätten wir schreiben sollen, birhan auch.
Stellungnahme