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Das Bundesgericht hat festgehalten, dass eine Distorsion der HWS zu chronischen Beschwerden führen könne, die sich insbesondere in Schmerzen äusserten und organisch nicht fassbar seien. Häufig würden solche Verletzungen auch in somatoforme Schmerzstörungen münden. Aus Gründen der Rechtsgleichheit verbiete sich eine unterschiedliche Behandlung der Beschwerden nach Schleudertrauma und ähnlicher Beschwerden im Zusammenhang mit somatoformen Schmerzstörungen. Es sei deshalb auch auf Fälle mit HWS-Distorsionen analog der Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zu prüfen, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Dies sei namentlich dann (ausnahmsweise) der Fall, wenn eine mitwirkende psychische Begleiterkrankung (Komorbidität) ausgewiesen sei. Dieser Entscheid, der zur Publikation vorgesehen ist, dürfte dazu führen, dass Personen, die ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule in Zukunft kaum noch eine Invalidenrente erhalten dürften.
Wissenspool: Schlagwort «Schleudertrauma»
Bei Schleudertraumata (HWS-Distorsionen, kraniozervikalen Beschleunigungstraumata) wird aus ärztlicher Sicht zwischen einer akuten und einer chronischen Phase unterschieden. Die meisten Fälle heilen nach maximal sechs Monaten aus, erreichen also die chronische Phase nicht. Die mulitdisziplinäre Konsensusgruppe Olten hat sich am 13.01.2005 für eine Strukturierung des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens in der chronischen Phase nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma geeinigt. Diese Empfehlungen haben ihren Niederschlag auch in der Rechtsprechung (Leitentscheid: BGE 134 V 109 ff.) gefunden. Wiewohl sich die Empfehlungen vor allem an Mediziner richten, können sie auch für Juristen von Interesse sein.