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Robert D.Kaplan gehört wohl zu den intelligentesten und beschlagensten
Journalisten der USA und ist im deutschsprachigen Raum leider
nicht nicht sehr bekannt. Er schreibt vor allem für das Monatsmagazin
"The Atlantic Monthly", Kaplan übrigens zu einer
erlauchten 'groupe de réfléxion' des UN Generalsekretärs
Boutrosghali - wo bis vor kurzem auch der zurückgetrene IKRK
Generaldirektor Peter Fuchs vertreten ist. Robert D.Kaplan ist
weltweit anerkannnt als Spezalist für den Balkan, den Nahen
Osten und andere Krisenregionen. Er war auch Gast am Annual Meeting
des World Economic Forum '96 .
Das "Atlantic Monthly" hält eine Kurzbiografie von Kaplan bereit.
(Robert D.Kaplan hat praktisch alle seine Buchpublikationen in gekürzter Form zuerst im Atlantic Monthly publiziert. Dort findet sich auch eine genaue Aufstellung seiner Aufsätze, die sich alle herunterladen lassen (Umfang jeweils 5- 20 Seiten A4)
KAPLAN, Robert D: Fort Leavenworth and the Eclipse of Nationhood. The Atlantic Monthly, September 1996
Fort Leavenworth in Kansas war für Jahrzehnte eine der wichtigsten Kaderschmieden der amerikanischen Armee. Kaplan führt dort Lehrveranstaltungen zum Thema "Balkan" durch und hatte so die Gelegenheit, die Gedankenwelt der US Top Militärs von Morgen auszuloten. Ein absolut faszinierender Text.
KAPLAN, Robert D: Reisen an die Grenzen der Menscheit.München 1996. Droemer/Knaur.
In einer Reihe von Aufsätzen aus Krisen-Regionen versucht Robert D.Kaplan über die Zukunft der Menscheit nachzudenken. Seine Reisen führen über Westafrika und das Niltal zum Kaukausus, in den Iran, nach Mittelasien und schliesslich nach Indien und Indochina. Sein Befund ist alarmierend!
Eine Kurzversion des Buches ist in englischer Sprache im Internet zu finden - es handelt sich um den Aufsatz "The Coming Anarchy" vom Februar 1994.
KAPLAN, Robert D.:Balkan Ghosts. A Journey through history. New York. 1994. Random House. St.Martins Press.
Drei Viertel des Buches ist Rumänien, das den Autor offenbar total in seinen Bann gezogen hat, gewidmet. Kaplan war mehrere Male - schon in den 80er Jahren - wochenlang im Lande unterwegs, reiste manchmal als Clochard mit verwaschenen Kleidern und einer Schnapspulle in der Tasche. Er erweist sich dabei als exzellenter Kenner der Geschichte des Balkans und stiess bei seinen Recherchen auf Reiseberichte aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts von Autoren, die ganz ähnliches feststetllten wie wir heute. Kaplan hatte dann beim umänischen Umsturz als praktisch einziger westlicher Journalist eine Art 'déjà vu' . Kapans Erlebnisse in Rumänien und seine Gefühle decken sich in ganz starkem Mass mit dem, was wir erlebt haben: Rumänien ist der totale Widerspruch: geografisch in Europa, mental weit, weit weg, auf einem anderen Planeten.
Kaplans Buch ist leider nicht in deutscher Sprache greifbar. In einer Arbeit aus dem Jahre 1989 nimmt er aber viele Entwicklungen der 90er Jahre schon voraus:The Balkans: Europe's Third World
Zum Thema Rumänien vgl.auch die Uebersichtsseite mit Informationen von Dominik Landwehr sowie die Rumänien-Bibliografie.