Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/181728

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die nötigen Schritte zu unternehmen, damit im Isos-Bewertungsausschuss auch das Gewerbe und die Grundeigentümer angemessen vertreten sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Sauter 16.3510, "Ist die Weiterentwicklung der ETH Zürich in Gefahr?", festgehalten hat, umfasst das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (Isos) eine Zusammenstellung von Schutzobjekten aufgrund objektiver und einheitlicher (wissenschaftlicher) Kriterien und ist kein Planungsakt mit Interessenabwägung. Bei der Erfassung eines Ortsbildes ist keine Abwägung vorgesehen; sie soll nach dem Schutzkonzept des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) erst bei den nachfolgenden Planungs- und Bewilligungsverfahren erfolgen. Eine vorgängige Abstimmung der Isos-Aufnahmen auf andere Sektoralpolitiken wird deshalb in der Rechtslehre als systemwidrig und damit unzulässig beurteilt. Der Bundesrat wiederholte dieses Prinzip in seinem Bericht vom 17. Januar 2018 in Erfüllung des Postulates Fluri 16.4028, "Schweizer Ortsbilder erhalten".</p><p>Die Aufgabe des ständigen Bewertungsausschusses Isos ist es, das Bundesamt für Kultur (BAK) bei der Bewertung und Einstufung der Ortsbilder zu unterstützen. Diese erfolgen nach einer Fachbeurteilung aufgrund objektiver und einheitlicher (wissenschaftlicher) Kriterien. Der Ausschuss ist entsprechend aus Experten und Expertinnen in den Bereichen Denkmalpflege, Ortsbild-, Natur- und Landschaftsschutz sowie Raumplanung zusammengesetzt. Zudem nimmt der betroffene Kanton für die Dauer der Inventarisierung durch je eine Vertretung der Fachstellen für Denkmalpflege und Raumplanung Einsitz im Ausschuss. Eine Erweiterung des Bewertungsausschusses mit Interessenvertretern und Interessenvertreterinnen würde eine vorweggenommene Interessenabwägung implizieren und wäre entsprechend systemwidrig. Sie ist deshalb abzulehnen.</p><p>Das BAK ist jederzeit bereit, die zuständigen parlamentarischen Kommissionen über die Zusammensetzung und Aktivitäten des Bewertungsausschusses zu informieren.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.