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Manx-Katze
(Edelkatzen-Rasse Nr. 25)
© 1992 Markus Kappeler
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection, Ausgabe «Insel Man»)
Niemand weiss, seit wann sie auf der Insel Man vorkommt und woher sie stammt: die vielzitierte, schwanzlose Manx-Katze. Vage Hypothesen, wie diese seltsame Laune der Evolution zustande kam, gibt es allerdings manche. Dass es sich um eine Kreuzung zwischen einem Kaninchen und einer Katze handelt, ist von den Zoologen ins Reich der Phantasie verwiesen worden. Auch nicht ganz überzeugend klingt, dass vor 400 Jahren ein spanisches Handelsschiff bei schwerem Sturm an der Südküste zerbarst, und dass sich dabei aus dem Orient stammende, schwanzlose Schiffskatzen an Land retten konnten. Zwar gibt es auf Java und Sumatra stummelschwänzige Katzen, aber schwanzlose gibt es nicht. Am ehesten dürfte es sich bei der Manx-Katze um eine sogenannte «Spontanmutation» handeln, also eine plötzlich erfolgte, dauerhafte Veränderung des Erbguts (möglicherweise aufgrund jahrhundertelanger Inzucht).
Von einer «Missgeburt» sprechen denn auch viele Katzenfachleute. Die Katzenzüchter kümmert das wenig. Sie haben die Manx-Katze zur anerkannten Edelkatzen-Rasse (Nr. 25) erklärt. Besonders in England, Skandinavien und den USA hat sie viele Liebhaber gefunden. Gemäss offiziellem Rassenstandard sind der fehlende Schwanz, die überhöhten Hinterbeine und der kurze Rücken die wesentlichen Merkmale der Manx-Katze, während die Fellfärbung und -musterung keine Rolle spielt. Bei einem Ausstellungstier muss die Schwanzlosigkeit so vollkommen sein, dass sich dort, wo bei normalen Katzen der Schwanz beginnt, ein ausgeprägtes Loch befindet. Die Hinterbeine können nicht hoch genug sein, der Rücken nicht kurz genug, denn nur dadurch ergibt sich die «richtige», hoppelnde Gangart der Manx-Katze. Mit anderen Worten: Je grösser die Missbildung, desto perfekter die Rasse!
Wer sich jedoch den Sinn für natürliche Form- und Bewegungsschönheit erhalten hat und wer die bedeutsamen Funktionen des Katzenschwanzes als «Seelenpendel» und als Balancierhilfe kennt, der wird die bewusste Zucht einer solchen «Monstrosität» gewiss ablehnen.
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