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Siedlungsentwicklung Büren a.A. zwischen 1800 - 1918
Inhaltsverzeichnis
Juragewässerkorrektion 1868 - 1878
Einen grossen Einfluss auf das Landschaftsbild sowie die landwirtschaftliche Nutzung, hatte sicher die 1. Juragewässerkorrektion. Von 1868 - 1878 wurde der heutige Nidau - Büren - Kanal gebaut. Das ganze überregionale Jahrhundertprojekt von nationaler Bedeutung, hatte eine lange Vorgeschichte und Entstehungszeit. Bereits im 17. + 18. Jahrhundert kam es im Seeland immer wieder zu verheerenden Überschwemmungskatastrophen und daraus resultierenden Notlagen der betroffenen Bevölkerung. Die Katastrophenhochwasser der Jahre 1831 und 1832 führten schliesslich zur Gründung eines Korrektionskomitees, welches 1840 in eine Vorbereitungs-gesellschaft umgewandelt, den Bündner Kantonsingenieur Riccardo La Nicca mit einem Korrektionsprojekt beauftragte.
Die ganze Juragewässerkorrektion ist sehr stark mit einem Namen verbunden. Johann Rudolf Schneider (1804 - 1880), in Meienried bei Büren als Sohn des Land- und Gastwirtes der "Galeere" geboren, wird als "Retter des Seelandes" unzertrennlich mit der Juragewässerkorrektion in Verbindung gebracht. In Büren besuchte J.R. Schneider die Schule und bildete sich später in Bern und Berlin zum Arzt aus. Er kämpfte von erster Stunde an für die Juragewässerkorrektion, sei es als betroffener Privatmann aber auch als Gross- und Regierungsrat. Sein Lebenswerk fand nach über dreissigjährigem Kampf für die Sache mit dem "Bundesbeschluss betreffend die Juragewässerkorrektion" am 25. Juli 1867 durch National- und Ständerat den verdienten Erfolg. Mit dem Spatenstich zum Nidau - Büren - Kanal, als Teil des Korrektionsprojektes, konnte im August 1868 begonnen werden. Der Nidau - Büren - Kanal beendete nicht nur die immer wieder auftretenden Überschwemmungen, er hinterliess im Landschaftsbild und der Topographie in Büren und Umgebung auch eindeutige Spuren. Die Begradigung der Aare und klare Zäsur des neuen Kanals ist deutlich auf dem Titelbild (Ausschnitt aus der "Carte der Amtei Bucheggberg und Umgebung von 1852; von Joh. Stuber Geometer) zu sehen. Auch der Ausschnitt aus der Siegfriedkarte von 1876 und der heutigen Landeskarte zeigt die Korrektion deutlich.
Die Juragewässerkorrektion verbesserte die Ertragslage der Landwirtschaft klar, da die Kulturen nicht mehr ständig überflutet wurden und die Böden sich entsumpften. Auch die zur Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Agrarmodernisierung (Kartoffelanbau) und Ablösung der Dreizelgenwirtschaft, sowie die Meliorationen, verbesserte die Ertragslage der Landwirtschaft deutlich, so dass landwirtschaftliche Produkte erstmals exportiert werden konnten. Dieser landwirtschaftliche Aufschwung führte in Büren zu Neugründungen von landwirtschaftlichen Betrieben und Aussiedlungen von Bauernhöfen aus dem Städtchen. Erste neue Bauernhöfe mit Wohnteil und Oekonomietrakt entstanden im Stadtgraben (Liegenschaften Graben 14 + 37). Neue Bauernhöfe siedelten sich aber vorallem im Ortsteil Reiben, welches bis 1911 politisch eigenständig war, und im Scheurendörfli (Weiler im Westen des Städtchens) an. Im Stadtgraben begannen sich auch verschiedene kleine Gewerbebetriebe, darunter eine Gerbe und eine Fuhrhalterei einzurichten. Somit begann in Büren a.A. eine Ausweitung des Siedlungsgebietes insbesondere durch Neusiedlungen von landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben erst Ende des 19. Jahrhunderts und nach der Juragewässerkorrektion.
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