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Sauber und Giedo van der Garde haben ihren Rechtsstreit offenbar beigelegt. Das Schweizer Formel-1-Rennstall zahlt dem holländischen Piloten 15 Millionen Euro, damit er nicht weiter gegen das Team vor Gericht zieht.
Der Rechtsstreit zwischen Sauber und Giedo van der Garde ist offenbar aussergerichtlich beendet worden. Wie der renommierte Formel-1-Blogger Adam Cooper berichtet, haben sich das Team und der Holländer auf eine Zahlung in Höhe von rund 15 Millionen Euro geeinigt.
Van der Garde verzichtet somit darauf, seinen Anspruch auf ein Renncockpit gerichtlich geltend zu machen. Das Geld soll über die Credit Suisse innerhalb der nächsten zwei Tage auf sein Konto transferiert werden, berichtet motorsport-magazin.com.
Ein offizielles Statement von Sauber gibt es noch nicht. Das Management von van der Garde wird sich gemäss «De Telegraaf» bis am Donnerstag dazu äussern.
Es ist davon auszugehen, dass Millionen-Zahlung Beträge beinhaltet, die van der Garde und seine Entourage für den Platz im Sauber-Cockpit bereits bezahlt haben. Wie das finanziell angeschlagene Sauber-Team die 15 Millionen Euro aufbringt, ist noch unklar und sorgt für grosse Verwunderung. Momentan wird spekuliert, dass die Sponsoren von Marcus Ericsson und Felipe Nasr das Geld einschiessen. Auch ein Engagement von Peter Sauber persönlich wird für möglich gehalten.
Das Sauber-Team hatte vor dem Saisonstart wie drei weitere Teams um einen Vorschuss aus dem Vermarktungstopf gebeten, um die Reise nach Melbourne überhaupt antreten zu können. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone half den Teams mit jeweils zehn Millionen Euro aus. Das Geld musste aber sogleich wieder ausgegeben werden, um offene Rechnungen – beispielsweise bei Reifenlieferant Pirelli – zu bezahlen.
Für van der Garde endet mit dem Cockpit-Verzicht ein grosses Missverständnis. Der 29-jährige Holländer war in der letzten Saison Testfahrer bei Sauber und schloss mit dem Team einen Vertrag als Stammfahrer für die Saison 2015 ab. Kolportierte zehn bis zwölf Millionen Euro soll Marcel Boekhoorn, Sponsor und Schiegervater des Holländers, dafür an Sauber überwiesen haben.
Sauber entschied sich später jedoch dazu, mit Marcus Ericsson und Felipe Nasr zwei Fahrer unter Vertrag zu nehmen, die über eine noch höhere finanzielle Mitgift verfügen. Je 20 Millionen Franken sollen die beiden Piloten eingeschossen haben.
Van der Garde klagte seinen Sitz im Cockpit daraufhin vor einem Schweizer Gericht ein. In der vergangenen Woche gab ihm auch ein Gericht in Australien Recht. Erst ein Startverzicht von van der Garde vor dem Qualifying verhinderte, dass die Situation komplett aus den Fugen geriet.
Bei der Einigung der beiden Parteien soll auch Bernie Ecclestone seine Finger im Spiel haben. Der Formel-1-Boss soll sich am vergangenen Wochenende mit Van-der-Garde-Investor Boekhoorn getroffen und vermittelt haben. Holländische Medien hoffen noch immer, dass der Bekleidungsunternehmer Anteile des Sauber-Teams übernehmen wird. (pre)