Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03585.jsonl.gz/2393

Erneut weniger IV-Renten im Jahr 2011
Mit 238'800 hat die Zahl der gewichteten Renten der Invalidenversicherung 2011 gegenüber dem Vorjahr erneut abgenommen (minus 1.4%). 2006 war mit 257'500 gewichteten Renten ein Höchstbestand erreicht worden. Seitdem hat sich der Bestand um 18'700 Renten zurückgebildet. Die deutliche Abnahme der jährlich zugesprochenen Neurenten seit 2003 hat sich 2011 nicht mehr fortgesetzt. Ob es sich dabei bereits um den erwarteten bleibenden Effekt handelt, steht noch nicht fest.
Bestand der gewichteten Renten sinkt weiter
Der Rentenbestand nahm von 2003 bis 2006 von 220'400 auf 257'500 zu (bei der Gewichtung der Renten werden ganze Renten einmal gezählt, Dreiviertelsrenten 0,75-mal, halbe Renten 0,5-mal, Viertelsrenten 0,25-mal). Zu dieser Steigerung trug auch bei, dass das AHV-Rentenalter der Frauen 2004 um ein Jahr erhöht wurde, womit weniger IV-Rentnerinnen zu AHV-Rentnerinnen wurden. Seit 2007 sinkt der Bestand stetig. Von Januar 2006 bis Januar 2012 wurden 18'700 gewichtete Renten abgebaut, wobei der Abbau im letzten Jahr nur leicht unter dem des Vorjahres lag.
Zahl der gewichteten Neurenten stagniert
2011 wurden 500 gewichtete Neurenten mehr zugesprochen als 2010. Bei einer Betrachtung der Zusprachen in der Schweiz zeigt es sich, dass dieser Zuwachs primär demographiebedingt ist. Die Bevölkerung zwischen 18 und 63/64 Jahren hat zugenommen, wodurch die Zahl der Neurenten leicht angestiegen ist. Der Anteil der Neurentner/innen an der Gesamtzahl der IV-Versicherten in der Schweiz hingegen blieb mit 0.3% im Vergleich mit dem Vorjahr stabil. Der deutliche Rückgang der Neurenten seit 2003 hat sich 2011 nicht mehr fortgesetzt. Ob es sich dabei bereits um den erwarteten bleibenden Effekt handelt, steht noch nicht fest.
Mit der 4. IV-Revision und der Schaffung der regionalen ärztlichen Dienste konnte ab dem Jahr 2004 die Neurentenquote kontinuierlich gesenkt werden. Mit der 5. IV-Revision wurde dieser Rückgang verstärkt. Damit konnte das Defizit der IV von 1.7 Mia. Franken (Höchststand im Jahr 2005) auf rund 1 Mia. 2010 abgebaut werden. Mit der Zusatzfinanzierung über die Mehrwertsteuer wird das Defizit von 2011 bis 2017 durch erhöhte Einnahmen ausgeglichen. Ziel der IV-Revisionen 6a und 6b ist es, für eine nachhaltige Sanierung der IV ab Auslaufen der Zusatzfinanzierung, also ab 2018, zu sorgen.
Betriebsrechnung 2011: "Rote Null" dank Mehrwertsteuer und Finanzierung der Schuldzinsen durch den Bund
Trotz der Erhöhung der IV-Minimalrente um 1.75% auf 2011 sanken die Rentenausgaben der IV von 5'945 Mio. Franken 2010 auf 5'919 Mio. Franken im Jahr 2011. Die Betriebsrechnung wies bei Ausgaben von 9'457 Mio. Franken nur mehr ein Defizit von knapp 3 Mio. Franken aus. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der IV dank der Zusatzfinanzierung über die Mehrwertsteuer rund 850 Mio. zugeführt wurden und dass der Bund zusätzlich Schuldzinsen von rund 190 Mio. Franken übernommen hat.
(BSV, 22.05.2012)