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Mit der Gründung der Ländergruppe Helvetistan hat sich die Schweiz 1992 Eintritt in die Weltbank und den internationalen Währungsfonds verschafft.
Sie vertritt dort insgesamt sieben Länder.
Mit dem Begriff Helvetistan werden alle Länder zusammen gefasst, welche von der Schweiz bei der Weltbank (WB), dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) vertreten werden.
WB und IWF, auch als Bretton Woods Institutionen bezeichnet, wurden nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Sie finanzieren die ökonomische Entwicklung von Schwellenländern oder von Ländern, die von der Plan- auf die Marktwirtschaft umstellen.
Helvetistan umfasst neben der Schweiz die zentralasiatischen Republiken Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan, die südkaukasische Republik Aserbaidschan und Polen. Im Dezember 2000 trat die damalige Bundesrepublik Jugoslawien - heute Jugoslawien-Montenegro - der Gruppe bei.
"One man, one vote" gilt hier nicht
Im Gegensatz zu den Vereinten Nationen, welche nach dem Prinzip "ein Staat, eine Stimme" funktionieren, müssen Staaten den Einsitz in die Räte von WB und IWF erkaufen, indem sie einen Prozentsatz des Kapitals von WB und IWF übernehmen.
Einige grosse Länder kaufen einen solchen Sitz im eigenen Namen, andere, vor allem die kleineren, tun sich zusammen und lassen sich von einem der Länder, das der Gruppe vorsteht, repräsentieren.
Schweiz hat Chance gepackt
Das ist die Option, für die sich die Schweiz entschied, als sie 1992 den Vorsitz einer neu geschaffenen Stimmrechtsgruppe mehrerer neuer Republiken und Polen übernahm.
Um die Bedürfnisse dieser Länder besser kennen zu lernen, eröffnete die Schweiz mehrere Büros in Zentralasien und begann ein umfangreiches Entwicklungs-Programm.
Der Augenschein von swissinfo
Ein knappes Jahrzehnt später reisten vier Journalisten von swissinfo/SRI in die Region, um Projekte in zwei repräsentativen Ländern – Kirgisistan und Usbekistan – anzuschauen und die Auswirkungen des Schweizer Engagements in Zentralasien zu beleuchten.
swissinfo, Jean-Didier Revoin
(Aus dem Französischen von Philippe Kropf)
Fakten
Schweiz präsentiert Helvetistan bei:
Weltbank (WB)
Internationaler Währungsfonds (IWF)
Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD)