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Urauff�hrung: frei
(...)
Die Studiog�ste gehen in einer Kolonne �ber die B�hne. Sie halten sich an einem Seil. Sie haben die Augen verbunden.
Petra: Die Sonne scheint. Die Welt ist sch�n. Demokratie ist die Regel. Die Frauen sind die M�nner. Die D�rfer sind die St�dte. Wir sind eine grosse Familie. Alle H�user sind gleich gross. Die Berge sind die T�ler, das Land ist das Wasser. Stellt euch vor, wie es ist ... Stellt euch vor, wie es ist ... und eins, zwei, eins, zwei ...
Die Kolonne marschiert von der B�hne.
Sabine: Und sie sterben und werden wieder geboren und sterben und werden wieder geboren. Es h�rt nie auf.
Hanspeter: Die Zahl der Dinge nimmt ab.
Sabine: Es regnet ... wenn es ... wenn es hier regnet ... der Regen peitscht gegen die Fenster. Er ist hier st�rker als im Zentrum. Und der Wind ... wenn es ... Und die Strasse ist dunkel geworden, und der struppige, dunkle Kienberg ... die Sonne scheint schr�g zwischen den Wolken hindurch auf die Blutspendeplakate ...
Hanspeter: Mein Blut f�r dich.
Petra: Mein Blut f�r dich.
Sabine: Wie soll ich es erkl�ren? Mein Blut f�r dich. Das ist es doch. Ein Kreislauf. Ein Blutkreislauf, der bis in die hinterste und letzte Zelle reicht. Ich bin das Blut. Ich fliesse. Ich bin �berall und nirgends. Man steigt nie zweimal in den selben Fluss. Ich bin der Fluss. Nichts an mir ist fest. Alle sieben Jahre erneuert sich der ganze K�rper. Jedes Atom. Man kann es nicht greifen, man kann es nicht halten. Es zerrinnt dir zwischen den Fingern. Es ist ...
Hanspeter: Am Anfang war das Seiende nichtseiend. Da kam das Seiende zur Entstehung. Da bildete es sich zu einem Ei. Da lag es ein Jahr lang da. Da spaltete es sich. Da entstanden daraus zwei halbe Eischalen, eine silberne und eine goldene. Die silberne Eischale, das ist die Erde; die goldene, das ist der Himmel. Aber was da geboren wurde, das ist jene Sonne.
Ein Viertel ist das Feuer, ein Viertel der Wind, ein Viertel die Sonne, ein Viertel sind die Himmelsrichtungen.
Sabine: Der Raum?
Hanspeter: Ein Viertel ist das Auge, ein Viertel das Geh�r. Ein Viertel ist die Sprache. Ein Viertel ist der Atem.
Sabine: Die Zeit?
Die Kolonne der Studiog�ste geht noch einmal �ber die B�hne. Herr Grundmann, der zuhinterst geht, nimmt seine Augenbinde ab und schaut sich neugierig um.
Herr Grundmann: Aber das ist ja ...
Petra: Stellt euch vor, wie es ist. Es ist gut. Es ist sch�n. Alles wird gut. Ein Garten ... kommt, Kinder, kommt, kommt zu mir ...
(...)
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