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Nach Ansicht eines Top-Ökonomen des Federal Reserve Board könnten sich die Renditen von US-Staatsanleihen im Fall einer Rezession dem Niveau von null nähern - im kurzen wie im langen Ende des Laufzeitspektrums.
Die USA würde damit auf eine Marktlage wie in Europa und Japan zusteuern, und das bisherige Notzenbank-Rezept der quantitativen Lockerung stünde vor einer technischen Hürde. Ihren Leitzins hatte die Fed 2008 zwar auf fast Null gesenkt und dort bis 2015 belassen. Die längerfristigen Zinsen blieben aber deutlich über diesem Niveau.
Selbst eine moderate Rezession in den USA würde "bei langen Laufzeiten zu Renditen von fast Null führen und die USA den Niveaus in Europa und Japan näherbringen", prognostiziert Michael Kiley, stellvertretender Direktor der Abteilung Finanzstabilität des Fed Board, in einer am Mittwoch auf der Fed-Website veröffentlichten Studie. Seine Analyse ähnelt der Argumentation, die der frühere Fed-Chef Ben Bernanke am 4. Januar in einem Blog-Post geäußert hat.
Eingeschränkte Geldpolitik
Im Rahmen der quantitativen Lockerung kauft die Fed Treasuries mit längeren Laufzeiten, um die Renditen zu drücken und im Spektrum insgesamt die Kreditkosten zu senken. Sind die langfristigen Zinsen nun bereits niedrig oder auf dem Weg nach unten, könnte sich die Wertpapierkäufe der Notenbank ökonomisch als nicht mehr besonders sinnvoll erweisen.
Kiley argumentiert, dass die US-Renditen im historischen Vergleich bereits niedrig seien und nach einer Rezession typischerweise noch einige Jahre lang "merklich sinken". In den vergleichsweise moderaten Rezessionen 1990 und 2001 gingen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen um durchschnittlich 1,7 Prozentpunkte zurück. Am Donnerstagmittag lag die Rendite zehnjähriger Treasuries bei 1,87 Prozent.
Eine Rendite von null erwartet Kiley im Rezessionsfall für Laufzeiten von einem Tag bis hin zu fünf oder zehn Jahren. "Diese Szenarien verdeutlichen die Möglichkeit, dass eine Rezession in den Vereinigten Staaten die Nominalzinsen auf beispiellose Niveaus bringen und die Fähigkeit der Geldpolitik einschränken könnten, eine Erholung zu unterstützen", so der Ökonom.
(Bloomberg)