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Der Schweizer Fotograf René Groebli fuhr 1949 mit der französischen Eisenbahn von Paris nach Basel. Die Bilder dieser Serie sind zurzeit im Museum Bellpark in Kriens zu sehen.
Die legendäre Fotoserie „Magie der Schiene“ entstand auf der Fahrt durch die Schweiz: René Groebli, einer der bedeutendsten Schweizer Fotografen, fotografierte unterwegs die dampfenden Lokomotiven, damals Symbole für Technik und Kraft, rollende Waggons, Schienenstränge, Bahnsteige, Schrankenwärter, Telegrafenmasten, Gleisanlagen, Weichengewirr, Reisende, Menschen in und vor rasenden Zügen.
Er fotografierte Dynamik, Geschwindigkeit, Geruch und Geräusche. Das Zischen des Dampfes, den Schwefel des Rauchs, das Quietschen der Achsen, das Rattern der Waggons, die Zugluft im Führerstand des Lokomotivführers und auch die Sonnenwärme am Zugfenster. René Groebli fotografierte, was nicht greifbar ist, was man aber heute noch spüren, riechen, fühlen und hören kann, wenn man diese traumhaft assoziative Bilderreihe sieht. In der Geschichte der Fotografie hat kaum wieder ein Fotograf sinnliche Wahrnehmung so sichtbar abgelichtet und dokumentiert.
Schlafende Frau Der Lokiführer
René Groebli wurde 1927 in Zürich geboren, studierte bei Hans Finsler in der Fotoklasse der Kunstgewerbeschule Zürich, erhielt 1948 als einer der ersten Schweizer das Diplom als Kameramann für Dokumentarfilm und wurde einer der brillantesten Schwarzweiss-Fotografen, einer der subtilsten Meister in der Dunkelkammer. In den frühen 1950er-Jahren arbeitete er als Reportagefotograf für Life, Picture Post und verschiedene andere internationale, illustrierte Magazine und für die Londoner Agentur Black Star in Afrika und im Nahen Osten. Schon als 26-Jähriger wurde er 1953 zur Teilnahme an der legendären Ausstellung „The Family of Man“ eingeladen, die Edward Steichen für das Museum of Modern Art (MoMA) in New York kuratierte und die später weltweit in zahlreichen Museen gezeigt wurde. Einen gewissen Einfluss auf sein frühes fotografisches Werk hatten seine Freunde, die bekannten Schweizer Fotografen Jakob Tuggener und auch Robert Frank, der später in den USA berühmt wurde. Robert Franks Arbeitsweise, seine Art mit der Kamera umzugehen, beschäftigte René Groebli und führte ihn zu seiner ganz eigenen subjektiv-poetischen Bildsprache. Erkennbar in seinem Fotoessay "Das Auge der Liebe" (The Eye of Love), entstanden 1953 in Frankreich auf der verspäteten Hochzeitsreise mit seiner Frau Rita – ein fotografisches Liebesgedicht, welches das MoMA später für die Sammlung des Museums erwarb.
Fotos: René Groebli
Die Ausstellung dauert bis 17. April 2016. Mehr...
Sonntag, 20. März 2016, 11.30 Uhr, Museum im Bellpark
Gespräch mit dem Fotografen René Groebli, moderiert von Hilar Stadler, Leiter Museum im Bellpark