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Das Centre Pompidou in Paris zeigt im Rahmen einer Ausstellung neben einer Retrospektive sieben unveröffentlichte Filme von Jean-Luc Godard.
Der bekannte Schweizer Filmemacher aus dem Waadtland stellt zum ersten Mal in einem Museum aus. Das Projekt kam nicht ganz ohne Probleme zu Stande.
Bis zum 14. August zeigt das Centre Pompidou im Herzen von Paris sieben neue, noch nicht veröffentlichte Werke des Waadtländer Filmers Jean-Luc Godard plus eine Retrospektive mit 140 Filmen.
Die Schau mit dem Titel "Voyage(s) en utopie" kam erst nach langen Verhandlungen zustande. So hatte sich "Monsieur Nouvelle Vague" drei Jahre Zeit genommen, um das Projekt reifen zu lassen.
Verzögerte Vernissage
Die Vernissage war ursprünglich auf den 24. April angesetzt, verzögerte sich aber nun um zwei Wochen. Es habe künstlerische und finanzielle Probleme gegeben, weil das Budget überschritten worden sei, teilte der Pressedienst des Centre mit.
Die Ausstellung "Voyage(s) en utopie, JLG, 1946-2006, à la recherche d'un théorème perdu" untersucht die Entwicklung des Bilds von der Erfindung des Films bis heute. Sie präsentiert eine poetisch-philosophische Untersuchung, basierend auf einem Verfahren des Regisseurs, der Collage.
Kritischer Blick und "stürmisches Gleichgewicht"
Auf 1200 Quadratmetern sind ausserdem Modelle, Objekte, Fotos und Gemälde zum Thema zu sehen. Die "Voyages", sind laut Centre Pompidou eine durch den Film nicht realisierbare Utopie, "ein stürmisches Gleichgewicht zwischen Fiktion, Ästhetik und Ethik".
Jean-Luc Godard hat sieben neue Filme gedreht, darunter "Vrai faux passeport". Darin kombiniert er Spielfilm- und TV-Sequenzen zu einem bestimmten Thema.
Seit dem 24. April zeigt das Centre Pompidou darüber hinaus die erste vollständige Retrospektive von Godards Werk. Dazu kommen 75 Filmdokumente von oder über den Regisseur aus Rolle in der Waadt.
Ein 350-seitiger Katalog präsentiert unveröffentlichte Dokumente wie Entwürfe und Briefe. Eine zugehörige DVD enthält drei Filme, darunter "Lettre à Freddy Buache".
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die Ausstellung "Voyage(s) en utopie, JLG, 1946-2006, à la recherche d'un théorème perdu", ist in Paris im Centre Pompidou bis zum 14. August zu sehen.
Öffnungszeiten: täglich, ausser am Dienstag, von 11 bis 21 Uhr.
Parallel dazu läuft seit 24. April die vollständige Retrospektive von Godards Filmen.
Ein 350-seitiger Katalog inklusive DVD für 49.90 Euros begleitet die Ausstellung.
In Kürze
Jean-Luc Godard lebt seit vielen Jahren in Rolle im Kanton Waadt. Geboren wurde er am 3. Dezember 1930 in Paris, als Kind von Schweizer Eltern.
Mit dem Film "Le Mépris" (Die Verachtung) von 1963 und folgenden bestätigt sich Godard als Protagonist der "Nouvelle Vague".
Als rebellischer und experimenteller Filmemacher hat Godard in den 50 Jahren seiner Karriere mehr als hundert Filme produziert.
Doch seit den 1980er-Jahren distanziert sich das Publikum vermehrt von seinem Werk.
Einerseits sind Godards Filme anspruchsvoll und komplex. Andererseits bleibt er aber eine populäre Figur mit viel Medienresonanz.