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Ultraorthodoxe Jüdinnen und Juden in der Sozialhilfe der Stadt Zürich
"Wenn 613 Ge- und Verbote auf die Gegenleistungspflicht treffen"
„Wenn 613 Gebote und Verbote auf die Gegenleistungspflicht der Sozialhilfe treffen“ (Tina Balmer, 2017, S. 25) ergeben sich Herausforderungen für die Sozialarbeitenden und es entstehen Ängste bei der jüdisch ultraorthodoxen Klientel.
Ultraorthodoxe Jüdinnen und Juden leben in völliger Übereinstimmung mit der Auslegung der Thora und versuchen, sich von der modernen Welt abzuschotten. Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen, ist einer der seltenen Gründe, die Gemeinschaft kurzzeitig zu verlassen. Das Aufeinandertreffen der ultraorthodoxen Lebensweise und der Gegenleistungspflicht in der Sozialhilfe führt immer wieder zu schwierigen Situationen in der Fallarbeit. Die Gründe für das Verhalten dieser Klientel ist den Sozialarbeitenden vielfach unbekannt. Die ultraorthodoxen Religionsangehörigen stehen ihrerseits vor dem Dilemma durch das Erfüllen der Gegenleistung entweder die religiösen Vorschriften zu verletzten oder aber die Pflichten der Sozialhilfe zu missachten.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, diese Herausforderungen und deren Hintergründe zu beschreiben, um eine Sensibilisierung und Aufklärung der Sozialarbeitenden zu erreichen. Durch die Leitfadeninterviews konnten Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, welche zur besseren Vereinbarkeit der ultraorthodoxen Lebensweise und der Gegenleistungspflicht beitragen sollen. Es konnte aufgezeigt werden, wie wichtig es ist, dass die Sozialarbeitenden über die ultra-orthodoxe Lebensform aufgeklärt sind, damit sie die Ängste dieser Klientel verstehen und einordnen können. Zusätzlich wurde ersichtlich, dass die Berücksichtigung des Grundrechts der Religionsfreiheit für eine adäquate Fallarbeit mit dieser Klientel unverzichtbar ist.