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Der ausfahrbare Wellenbrecher
Seit dem riesigen Erdbeben vom 11. März 2011 geht in Japan die Angst um eine noch grössere Naturkatastrophe herum. Für den Nankai-Graben, der von der Präfektur Shizuoka auf der Hauptinsel Honshu bis zur Südinsel Kyushu reicht, wird seit Jahren ein starkes Erdbeben prognostiziert.
Zuletzt gab es ein solches 1946. Sollte auf das Nankai-Beben ein Tsunami folgen, rechnen die Wissenschaftler im schlimmsten Fall mit über 300’000 Toten (Asienspiegel berichtete). An gewissen Orte könnte die Riesenwelle bis zu 34 Meter erreichen (Asienspiegel berichtete).
Die Hafenstadt Kainan an der Küste der Präfektur Wakayama, nur unweit der Grossstadt Osaka entfernt, will für den Fall der Fälle vorbereitet sein. Gemäss der Mainichi Shimbun hat sie mit Hilfe des Infrastrukturministeriums mit dem Bau eines gigantischen Wellenbrechers begonnen, den es in dieser Form noch nicht gibt. Denn hier rechnen die Experten mit Tsunami-Höhen von bis zu 8 Metern.
In 10 Minuten hochgefahren
Auf einer Länge von rund 230 Metern werden riesige Stahlsäulen von 3 Metern Breite und 29,5 Metern Länge vor dem Hafeneingang in den Meeresgrund gerammt. 13 Meter unter der Meeresoberfläche kommen sie zu liegen, um bei normalem Seegang die Schifffahrt nicht zu behindern. Im Falle eines Tsunami würden die Stahlsäulen in nur 10 Minuten hochgefahren.
6,4 Metern über der Meeresoberfläche würden sie hervorschauen und so zu einem Wellenbrecher für das Hafengelände werden. Gegen einer Tsunami-Welle von 8 Metern wäre damit zwar kein vollständiger Schutz geboten, die Bauherren sind jedoch der Überzeugung, dass die Stahlsäulen den Schaden massiv reduzieren könnten.
Bei der Entwicklung von Infrastrukturen gegen den Tsunami scheint unter den Ingenieuren ein Umdenken stattgefunden zu haben. Denn keine der klassischen Schutzmauern im Nordosten Japans hielt der Riesenwelle vom 11. März 2011 stand. Anstatt komplettem Schutz wird der Schadensreduzierung der Vorzug gegeben.
Bau bis 2019
Zurzeit werden 3 Säulen in den Meeresboden gerammt. Bis nächsten Februar soll die Vorrichtung zu Versuchszwecken stehen. Funktioniert alles einwandfrei, hoffen die Behörden, bis 2019 den unterirdischen Schutzwall mit insgesamt 78 Stahlsäulen fertig gestellt zu haben. Die Kosten dafür werden auf 25 Milliarden Yen (246 Mio. Euro) geschätzt.
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