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Ein nur in der Sennerei Seebach bei Ferdinand Buchmann in den 1950er Jahren erhältlicher, eigener Seebacher Halbhartkäse, sehr mild und rahmig, gut vergleichbar mit dem Züri-Oberländer-, Tösstaler oder dem Toggenburger Rahmkäse. Dieser Käse wurde nach 1960 nicht mehr produziert, auch wenn es Milchüberschüsse gab. Mit der Aufgabe des Käsekellers im Jahre 1963 ging dieser Brauch ganz verloren. Der Käsekeller wurde fortan als Milchlager benützt, denn mit der Aufgabe der Milchzustellung an Sonn- und Feiertagen benötigte man mehr Platz für die Lagerung der eingelieferten Milch.
Es ist noch nicht bekannt, ob Ferdinand Buchmann seinen Seebacher Käse selber herstellte oder ob er ihn in Auftrag gab und nur die Endlagerung selber betrieb. Schriftlich erwähnt ist der Seebacher Käse aber in den Seebacher Nachrichten in einem Bericht über den Sennhof Seebach in Nr. 4 von 1961. Auch Emma Schulthess-Meier hat den Käse erwähnt, sodass vermutet werden kann, dass er schon von Hans Breitenstein (ab 1920) oder gar schon von Greutert, Hans Morgenthaler oder Schärer-Keller (ab etwa 1890) produziert wurde. Hans Morgenthaler inserierte 1913 im Adressbuch und warb auch für seinen Magerkäse. Dabei dürfte es sich um ein von ihm produzierten Käse gehandelt haben. Auch das Adressbuch der Schweiz von 1894 erwähnt für diese Zeit gleich zwei Käsereien, ergo musste eine der beiden Sennereien die Sennerei Seebach gewesen sein. Als dritter Beweis steht meine Erinnerung an Herrn Buchmann in den 1950er Jahren, wo ich manchmal so lange an seiner Milchkühlanlage stand und andächtig zuschaute, wie die angelieferte Milch über die Lamellen floss, dass Herr Buchmann mir auch sein Käselager zeigte. Dabei erwähnte er, dass er gelegentlich noch selber Käse produziere. Er erzählte, dass es ein sehr feiner und milder Käse wäre, etwa so wie Rahmtilsiter. Die Einrichtungen zum Käsen waren also noch über das Jahr 1950 hinaus vorhanden.
Zur Herstellung des Käses ist noch anzufügen, dass im letzten und vorletzten Jahrhundert fast überall, wo Viehwirtschaft betrieben wurde, auch gekäst wurde. Diese Aufgabe nahm dann die jeweilige Sennerei oder Molkerei war, wobei der Käse nicht überall regelmässig, sondern oftmals nur bei Milchüberschuss hergestellt wurde. Zu dieser Gruppe gehörte die Sennerei Seebach. Da das Milchgeschäft in Seebach sehr stark reglementiert war, lässt sich heute nicht mehr so leicht sagen, ob die Sennerei Seebach den Käse überhaupt hätte herstellen dürfen. Jedenfalls wurde die Seebacher Käseproduktion stets sehr diskret abgewickelt, so jedenfalls ist aus der Rückschau der Eindruck der OGS.
Dass in der Sennerei Seebach auch Emmentaler, Tilsiter oder gar Sbrinz produziert wurde, dürfte kaum zutreffen und wenn schon, dann eher ein Tilsiter. Dieser käme dem nachgewiesenermassen produzierten Seebacher Rahmkäse am nächsten. Ferdinand Buchmann hat aber sicher keine anderen Käse produziert, als den eben erwähnten. Hingegen kann ich für jene Sennen, welche vor Ferdinand Buchmann die Sennerei führten, keine sicheren Angaben machen.
Quellen: - OGS-eigene - Seebacher Nachrichten 1961 - Emma Schulthess-Meier (kannte den Käse)