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David C. Robertson, Professor an der Wharton Business School, ist Gastgeber der wöchentlichen Radiosendung «Innovation Navigation», in der er Führungspersönlichkeiten aus aller Welt zum Thema Innovation interviewt.
Er ist zudem der Verfasser von «Das Imperium der Steine», eines Buches, das den Beinahe-Tod von LEGO und dessen spektakuläre Wiedergeburt beleuchtet. In seinen Reden spricht er über die Erkenntnisse von LEGO und anderen führenden Unternehmen, wie Innovation zu strukturieren und implementieren ist.
2003 stand LEGO kurz vor dem Bankrott. Das Unternehmen hatte es verpasst, sich den revolutionären Veränderungen im Leben von Kindern anzupassen, und drohte in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Ratschläge von Innovationsexperten trieben das Unternehmen beinahe in den Ruin, die Zukunft des Spielzeugklassikers sah düster aus. Warum konnten neu entwickelte Produkte und Geschäftszweige wie Themenparks, Computerspiele, elektronisches Spielzeug und Kleidung das Unternehmen nicht retten? Die Antwort lautete nicht einfach Innovation, sondern Innovationsmanagement. LEGO benötigte ein vollkommen neues System für Abläufe, Tools, Rollen und Massnahmen, um das kreative Denken zu lenken. Sobald dies sichergestellt war, tauchte das Unternehmen stärker, widerstandskräftiger und einfallsreicher denn je aus der Versenkung auf.
Seit fünf Jahren verzeichnet LEGO ein Umsatzwachstum von jährlich 24 Prozent bei einer Gewinnsteigerung von 40 Prozent. Die Marke erlebt eine eigentliche Wiedergeburt. Der in den ersten Monaten 2014 angelaufene Kinohit «The LEGO Movie» war ein Kassenschlager, der in den USA in weniger als zwei Wochen etwa 140 Millionen Dollar einspielte.
David Robertson war in seiner gesamten Laufbahn, sei es als Student, Lehrer oder in der Praxis, stets der «Kunst der Innovation» verpflichtet. An der Wharton School unterrichtet er als Professor für Innovation und Produktentwicklung auf der Stufe von Bachelor und MBA sowie in Weiterbildungsprogrammen für Führungskräfte.
Von 2002 bis 2010 war Robertson LEGO Professor of Innovation and Technology Management am IMD (Institute for Management Development) in Lausanne, das aufgrund seiner Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte in einer Klassierung der Financial Times Rang 1 belegte. Er war Programmleiter des grössten IMD-Programms (Program for Executive Development) und Co-Leiter des Programms Making Business Sense of IT, eines Gemeinschaftsprojekts des IMD und der MIT Sloan School of Management. Robertson ist auch als Unternehmensberater in den Bereichen Innovation und Technologiemanagement tätig.
Wie jedes Unternehmen aus dem erfolgreichen Innovationsmanagementsystem von LEGO lernen kann
Manager werden mit Dutzenden von Theorien zum Innovationsmanagement bombardiert. Diese Theorien versprechen alle Wachstum und Gewinn, doch die tatsächlichen Ergebnisse sind weit weniger positiv. Anhand der Fallstudie von LEGO untersucht David Robertson in seiner Keynote, wie mit Innovation im gesamten Unternehmen umzugehen ist.
2003 ging LEGO beinahe bankrott. Die Führungskräfte von LEGO hatten den Rat von Experten befolgt: Blue-Ocean-Strategie, Disruptive Innovation, Open Innovation, Entwicklung des gesamten Innovationsspektrums – so lauteten die Ratschläge, die das Unternehmen fast in den Ruin getrieben hätten. Von seinen Designern zu verlangen, über den eigenen Tellerrand zu blicken, warf LEGO beinahe aus dem Geschäft!
In einem der erfolgreichsten Turnarounds der modernen Business-Geschichte restrukturierte LEGO sein Innovationsmanagementsystem, was das Unternehmen rettete. Heute ist LEGO das profitabelste und am schnellsten wachsende Unternehmen der Spielzeugindustrie mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 22 Prozent in den vergangenen sechs Jahren bei einer Gewinnsteigerung von jeweils 38 Prozent. In seiner Rede lüftet Robertson die Geheimnisse, die hinter dem Erfolg von LEGO stecken, und spricht über die Lehren, die aus Erfahrungen mit dem Management und der Strukturierung von Innovation zu ziehen sind.
Robertson gibt Hinweise auf die «Steine», die es für den Aufbau von Innovationsmanagementsystemen braucht: Abläufe, Tools, Rollen und Massnahmen, die in unterschiedlichsten Unternehmen umgesetzt werden können, um den Erfolg von Innovationen zu steigern.
Innovation «Around the Box»: Ein risikoarmer, hochwirksamer Innovationsansatz
Allzu oft wird Innovation als etwas betrachtet, das «inside the box» (schrittweise Verbesserung bestehender Produkte) oder «outside the box» (bahnbrechende Produkte, die Branchen revolutionieren) erfolgt. Doch einige der bedeutendsten Innovationen der Geschichte fallen in keine dieser beiden Kategorien: Viele grosse Unternehmen innovieren «around the box», das heisst, sie umgeben ihre Kernprodukte mit komplementären Innovationen, die diese Produkte unwiderstehlich machen. Disney, Valve, Makerbot, GoPro, Red Bull, Apple, CarMax, Amazon, LEGO und andere haben erfolgreich diese dritte Strategie verfolgt. Doch lässt sich diese nicht so einfach umsetzen: Umgibt man Kernprodukte mit komplementären Innovationen, so reduziert dies zwar das Risiko, verlangt aber auch grosse Veränderungen bei internen Abläufen, Strukturen, Belohnungen, Rollen und Systemen. In diesem fesselnden Referat zeigt David Robertson, wie diese Strategie funktioniert und wie die besten Unternehmen sie anwenden, um in ihren Märkten als Sieger hervorzugehen.
BRICK by BRICK | Das Imperium der Steine: Wie LEGO den Kampf ums Kinderzimmer gewann
Die LEGO Gruppe, ein im dänischen Hinterland angesiedeltes Familienunternehmen mit nur wenigen Aktionären, wurde von der Wall Street lange ignoriert. Die meiste Zeit seines fast achtzigjährigen Bestehens war LEGO ein zurückhaltendes Unternehmen mit einem idealistischen, erfinderischen Ansatz, der ihm half, Spielzeug zu kreieren, das nur selten zuhinterst in Kinderzimmerschränken landete. All das änderte sich 2003, als es LEGO nicht gelang, sich den revolutionären Veränderungen im Leben von Kindern anzupassen, und kurz vor dem Aus stand. Nach dieser lebensbedrohlichen Krise tauchte LEGO als starker, ständiger Innovator aus der Versenkung auf und bewies, dass es so widerstandsfähig wie seine unverwüstlichen Bausteine und so einfallsreich wie die Zehnjährigen ist, die diese mit Leben erfüllen.
«Das Imperium der Steine» lässt den Leser in eine Welt von LEGO blicken, die er noch nie gesehen hat. Das Buch zeigt den gefährlichen Fall des Spielzeugherstellers auf, aber auch dessen spektakulären Wiederaufstieg – ein noch nicht erzähltes Drama der jüngeren Business-Geschichte. Es berichtet von der Kreierung vieler LEGO-Spielsachen, die heute Kult sind, und stellt dem Leser die Designer und Entwickler vor, die bereits die nächste Generation von LEGO-Spielerfahrungen erfinden.
Dank seinem uneingeschränkten Zugang zu jedem Teil der LEGO Gruppe kann Robertson Ideen und Techniken aufdecken, die das Unternehmen in den letzten Jahren zu seinen Rekordergebnissen getrieben haben. Er geht im Detail auf das einzigartige Innovationsmanagementsystem von LEGO ein, das Managern erlaubt, die kreativen Anstrengungen im Unternehmen zu kanalisieren. Er legt eine Reihe von LEGO getesteter Geschäftsprinzipien vor, mit denen das Unternehmen in alle seine Tätigkeitsbereiche Innovation einführt – Strategie, Kreativität, Produktivität und Leadership. Und es bietet auch LEGO-artige «Bausteine», die der Leser zu seiner eigenen Version des LEGO-Systems für kontinuierliche Innovation zusammensetzen kann.
«Das Imperium der Steine» legt zudem eine von LEGO inspirierte Agenda für reelle Innovationen und einen Aktionsplan zu deren Erreichung vor.