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Eine seltsame Wahl wirft grundsätzliche Fragen auf
Am 12. Dezember 2007 wählt die Vereinigte Bundesversammlung (die beiden Kammern des Parlaments) Eveline Widmer-Schlumpf als neues Regierungsmitglied. Zur Wahl vorgeschlagen wurde die den meisten Parlamentariern nicht bekannte Eveline Widmer-Schlumpf am Wahltag, also unmittelbar vor der Wahl. Es war ein Manöver, ausgehend von einer Minderheitenpartei, der sich dann am Wahltag weitere Minderheitenparteien anschlossen. Man wollte damit die stärkste im Parlament vertretene Partei abstrafen für den zwei Monate zuvor erreichten Erfolg in den Parlamentswahlen.
Ähnliches geschah in den letzten 25 Jahren in unterschiedlicher parteilicher Zusammensetzung verschiedentlich. Erstmals war davon die SP betroffenen durch die Nichtwahl ihres Präsidenten und Kandidaten NR Walter Bringolf. An dessen Stelle wurde Hans Peter Tschudi gewählt. Als Grund der Nichtwahl von Walter Bringolf wurde dessen ‹kommunistische Vergangenheit› genannt, die ihn, nebenbei gesagt, mit dem Ahnvater des VPM (ein an Alfred Adler orientierter Psycho-Verein), Friedrich Liebling (1893-1982), der eine ähnliche Gesinnung hatte, in Kontakt brachte.
Die überraschende Nichtwahl eines Kandidaten löste jeweils umso mehr Erbitterung aus, je unbekannter und vermeintlich minder qualifiziert die danach gewählte Person war. Außer Erbitterung lösten die jeweils erfolgten intriganten Manöver auch Rachegefühle aus, so dass die Jahre danach jeweils mit daraus resultierenden Äußerungen, Handlungen und Entscheiden belastet waren. Das Ergebnis war Unfriede, obwohl es gegen keine Gesetze verstieß, also de jure korrekt war. Formal galten solche Wahlen als demokratisch. Es entsprach solches Tun aber in keiner Weise dem demokratischen Gedanken, obwohl gerade dies von den Intriganten am intensivsten behauptet wurde.
Demokratie wird ausgehebelt, wenn es geheime Kandidaturen gibt, die unmittelbar vor einer Wahl aus einem Hut gezaubert werden.
Wer als Bundesrat gewählt werden soll oder wer dies anstrebt, der sollte bei der Wahlbehörde und der Öffentlichkeit rechtzeitig, vielleicht mindestens drei Monate vor der Wahl, nominiert sein. Nur so hat die Wahlbehörde, in diesem Fall die Vereinigte Bundesversammlung, die Zeit und Möglichkeit, die Eignung zu prüfen und die Kandidatur öffentlich zu diskutieren.
Auch die Öffentlichkeit, die Bevölkerung, die hinterher durch die gewählte Person regiert werden wird, hat m. E. ein Anrecht darauf, über die Kandidatur informiert zu werden und sich zu ihr zu äußern.
Wer eine geheime Kandidatur und in der Folge eine für die meisten Parlamentarier blinde Wahl arrangiert, hat offensichtlich ein allzu oberflächliches, formalistisches und selbstsüchtiges Demokratieverständis. Er nutzt eine Lücke im Wahlreglement undemokratisch aus.
Demokratisches Wählen setzt eine gewisse informative Offenheit und Transparenz sowie die Prüf- und Meinungsbildungsmöglichkeit voraus. Geheime Kandidaturen und damit manipulative Wahlen sind per se antidemokratisch.
Diejenigen schließlich, welche eine ihnen unbekannte Person in die Regierung wählen, haben ihre Pflicht als ihrem Gewissen und ihren Wählern verpflichtete Mitglieder eines hohen Wahlgremiums sicher nicht erfüllt. Das Volk erwartet mit gutem Recht, dass eine Meinungsbildung der Wahl vorausgeht und nicht eine intrigante Einflüsterung.
In Zukunft müssten deswegen Wahlen, die aus geheimen Kandidaturen resultieren, für ungültig erklärt werden. Abgesehen davon, dass es ‹blinde Wahlen› sind, bergen sie neben der Gefahr, dass gänzlich Ungeeignete in der Regierung Einsitz nehmen, auch die Gefahr in sich, dass bei der nächsten Gelegenheit von der oder den düpierten Parteien unter Umgehung des Volkes eine hinterhältige Rache genommen wird. Geheime Kandidaturen sind ein Mittel, das Volk zu umgehen, politische Gegner zu überlisten und sie andauernd zu ärgern. Das kann nicht im Interesse des Landes sein.
Das sind parteiunabhängige Überlegungen des Psychophysiognomen, der damit auch seine eigene Demokratiegesinnung mitteilt.
Eveline Widmer-Schlumpf
Es seien nun einige markante Züge der unter intransparenten Umständen gewählten neuen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf angeführt. Sie ist auch auf der Frontseite abgebildet.
Eveline Widmer-Schlumpf zählt zu den Empfindungsnaturellen. Es weist daraufhin der kleine, feingliedrige Körperbau, die sehr individuell und differenziert gebildeten Sinnesorgane und die steile Stirn. Sie ist, im Rahmen dieses Naturelles, ein Feinsinnesmensch, ein differenziert empfindender und denkender Mensch. Der Verhaltensstil ist weniger der des sich suggestiv Präsentierens. Persönliche Zurückhaltung und Bescheidenheit und das Vermeiden von Persönlichkeitskult sind ihr eigen.
Jede Kennerin, jeder Kenner der Naturelllehre wird allerdings sogleich bemerken, dass sie eigenwillig (Kraft und Spannung der Jochbeine), beharrlich und ausdauernd (kräftiger Kieferbogen) sowie initiativ (gespannte Kinnform und Spannung des Kinns) aktiv ist. Sie entwickelt dabei Disziplin (Bildung der Nase und Spannung des Nasenrückens), geht planmäßig und konsequent vor, ist gründlich und genau.
Die Spannung an Nase, Untergesicht und Mund zeigt, dass sie sich sehr anspannt, fleißig ist und sich dabei auch sehr verbraucht. Die oberen Augenlider sind stark eingefallen und zeigen, dass der dünne und schmale Körper kaum genug Energie und Stoffe bereitstellen kann, um die Gehirnorgane hinreichend ernähren und regenerieren zu können. Sollte die Beanspruchung zunehmen, dann ist mit einem unerwarteten Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen wahrscheinlich. Es ist ihr sehr zu raten, mit den vorhandenen Kräften wirtschaftlich umzugehen.
Es ist jedenfalls damit zu rechnen, dass sie die Regierungsarbeit exakt und genau, mit genauer Dossierkenntnis und mit zielorientiert geplanten Strukturen machen wird. Diese physiognomischen Merkmale zeigen auch, dass sie in der Lage ist, Druck und andere Meinungen auszuhalten, ohne dabei von eigenen Zielvorstellungen zu sehr abzuweichen.
Wer damit spekulierte, sie sei als kleine, zierliche Frau leicht gefügig zu machen und instrumentalisierbar, wird gewiss andere Erfahrungen machen, als sie seiner Erwartung entsprechen. Auch die sich in diesem Fall überlistet vorkommende Partei (SVP) wird möglicherweise bald erfahren, dass sie eine Bundesrätin hat, welche die Parteiüberzeugungen, die sie teilt, mit Konsequenz, Kraft und Ausdauer, im Stil aber weniger laut, nicht aggressiv, eher freundlich und zuhörend, beobachtend und einfühlsam verfolgen wird.
Die Entscheidungen wird sie aber nach ihrer eigenen Vorstellung und Urteilsbildung vornehmen.
Sie aber wird es erleben, dass diejenigen, die sie wählten, sie in vielem nicht unterstützen, sondern aktiv gegen sie arbeiten werden.
Die Stirnbildung weist auf eine besondere reale Intelligenz wie auch daraufhin, dass sie Planungen stark auf das Erreichen in der näheren und weiteren Zukunft liegender Ziele hin orientiert (starke Oberstirn). Sie denkt also nicht primär orientiert am augenblicken Erfolg. Zudem versteht sie es, einer komplexen Logik zu folgen, die auch psychische Faktoren stark berücksichtigt.
Zusammenfassend kann man sagen: «Auch ein blindes Huhn findet hin und wieder eine Eichel.» Die durch die Vereinigte Bundesversammlung ‹blind› und als ‹geheime› Kandidatin handstreichartig gewählte Eveline Widmer-Schlumpf ist zwar nicht eine auf Repräsentation angelegte, jedoch eine zu solider, Respekt verdienender Leistung fähige Person. Insofern sind zwar die Umstände der Wahl demokratiefeindlich gewesen, die Gewählte hat jedoch eine annehmbare Eignung. Der Makel einer grundsätzliche Fragen aufwerfenden Wahl wird ihr aber wohl immer anhaften.
Fritz Aerni