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Am 27. September 1983 lancierte der MIT-Ingenieur Richard Stallman seinen Plan, eine quelloffene Alternative zum Betriebssystem Unix zu entwickeln.
Als Richard Stallman als Angestellter des Labors für künstliche Intelligenz an der renommierten technischen Hochschule MIT in den 70-er Jahren das Betriebssystem ITS für den Minicomputer PDP-10 weiterentwickelte, war Software prinzipiell noch "offen", schreibt er in seiner Zusammenfassung der Geschichte des GNU-Projekts
. Man tauschte untereinander Code wie Kochrezepte aus. Das änderte sich, als der Hersteller Digital die PDP-Computerreihe aufgab. Das Betriebssystem der nächste Computergeneration, der VAX, war geschützt. Stallman: "This meant that the first step in using a computer was to promise not to help your neighbor."
"Eine moralische Frage"
Eine Folge davon war gemäss Stallman, dass die Gemeinde der "Hacker" (Entwickler) schmolz. Er selbst sah sich vor der Wahl, ebenfalls "seine Kollegen zu verraten" (Zitat), indem er "unfreie" Software entwickelte oder dann den Beruf eines Programmierers aufzugeben. Das aber schien ihm als Verschwendung seines Talents.
Stallman beschloss daraufhin ein "freies", was nicht unbedingt kostenlos bedeuten muss, Betriebssystem zu entwickeln. Das Betriebssystem sollte nicht nur den Kern, sondern alle nötigen Komponenten wie Compiler, Interpreter, Text- und E-Mailprogramme umfassen. Mit einem "freien" Betriebssytem, würde sich auch die Gemeinschaften von kooperativ denkenden Programmierern wieder entwickeln, so Stallmans Hoffnung.
Stallman nannte das - noch zu entwickelnde - Betriebssystem GNU, was für "Gnu's not Unix" steht. Alle Unix-Programme sollten auf GNU-Maschinen lauffähig sein.
27.9.1983
Am 27. September vor 25 Jahren verschickte Stallman ein E-Mail (über Arpanet mail) an zwei Unix-Newsgroups, in dem er die Grundzüge seines Plans eines neuen, Unix-kompatiblen aber quelloffenen Betriebssystems namens GNU schilderte.
Erst im Januar 1984 begann er dann aber am GNU-Projekt zu arbeiten - es wird also noch einige Geburtstage geben.
Um zu verhindern, dass der Code seines Betriebssystems von Computerfirmen vereinnahmt und dann kostenpflichtig und unveränderbar verkauft würde, entwickelte Stallman später die Idee des "Copylefts" (als Gegenteil des Copyrights) und die "GNU General Public License", die noch heute eine grosse Rolle spielt.
1990 waren alle wichtigen Komponenten des Betriebssystems fertig, schreibt Stallman, einzig der Kern (kernel) habe gefehlt. Nach einigen Versuchen integrierte Stallman dann den neuen, Linux genannten, Unix-kompatiblen Kernel von Linux Torvalds in GNU, womit ein komplettes, funktionierendes Betriebssystem entstanden war.
Heute werden die verschiedenen quelloffenen Betriebssystem-Distributionen einfach "Linux" genannt. Doch tatsächlich ist es so, dass wo "Linux" draufsteht, oft auch GNU drin ist.