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Der jüngste Sohn der Eheleute Philipp Heinrich Stahlschmidt und Anna Catharina, Justus, ist drei Jahre alt, als der Vater im Jahr 1812 stirbt. Sein 14 Jahre älterer Bruder Ludwig Karl ist ihm eine gute Stütze, und auf dessen Veranlassung kommt Justus als Lehrling in die Stahl- und Eisenwarenfabrik Peter Brand auf Hütz in Remscheid. Später übernimmt er das Stahlgeschäft Ludwig Karls in Ferndorf. Neben dem Gasthof Demandt in Ferndorf, im Kocherschen Haus, richtet er eine Schlosserei ein. 1856 kann er die erste Maschine zur Herstellung gelochter Bleche aufstellen. In erster Ehe ist er mit Marianne Münker verheiratet, die 1837 bereits nach der Geburt ihrer zweiten Tochter stirbt. Anna Margarete Kocher wird 1839 seine zweite Ehefrau, die ihm noch zehn Kinder schenkt. 1863 erwirbt Justus Stahlschmidt als alleiniger Eigentümer den Aher Hammer und verlegt 1870 auch Wohnung und “Comtoir” zu seinem Werk. Neben dem Hammer betreibt er Blechlocherei, Apparate- und Kesselbau. Seine Auftraggeber sind vorwiegend Erzgruben und Brauereien.
Nach Justus Tod am 23.05.1874 werden die zehn noch lebenden Kinder Gesellschafter der Firma, die Söhne Albert und Philipp Heinrich Prokuristen. In Kreuztal nimmt man eine Erweiterung des Betriebes vor, indem 1881 ein Blechwalzwerk und ein Puddelwerk gebaut werden. Die Firmenanschrift lautet 1885 “Blechwalzwerk, Perforier-Anstalt, Kesselschmiede und Maschinenfabrik Justus Stahlschmidt, Aherhammer bei Creuzthal in Westfalen”. 1903 wird die offene Handelsgesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die damals 70 Arbeiter beschäftigt.
Zwei Enkel des Gründers, Arnold (1883-1931), der Sohn des Albert Stahlschmidt (Grossvater von Bernd, dem Hauptorganisator des Siegerland-Stahlschmidt-Treffens-2004), und Ernst Heinrich (1877-1933), der Sohn des Philipp Heinrich Stahlschmidt (Grossvater von Rainer, einem Teilnehmer des Brasilien-Stahlschmidt-Treffens 2005) übernehmen das Werk. In seiner bisherigen Form lässt sich die Firma zur Zeit der Wirtschaftskrise Anfang der dreissiger Jahre nicht mehr halten. Zusammen mit dem Kaufmann Wilhelm Flender nimmt Dipl.-Ing. Ernst Heinrich Stahlschmidt den Betrieb als Lochanstalt Aherhammer Stahlschmidt & Flender wieder auf1.
Für den beigefügten Briefumschlag der “Lochanstalt vorm. Justus Stahlschmidt, Stahlschmidt & Flender, Kreuztal, Kreis Siegen, Aherhammer” bedanke ich mich herzlich bei Forscherfreund Andreas Sassmannshausen.
Fussnoten
- W. Stahlschmidt, Die Stahlschmidts, Geschichte eines Siegerländer Stahlschmiedegeschlecht, Hausarbeit z. 1. Lehrerprüfung, Dortmund 1964 [↩]