Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03236.jsonl.gz/1582

Dem bekannten Schweizer Autor, der lange in den USA gelebt hat, ist mit „Blues für Lilly“ ein wundervoller Roman gelungen über die Anfänge des Blues und eine Liebe, die es damals so nicht hätte geben dürfen. Aus Brads Perspektive erfährt der Leser die Lebens- und Liebesgeschichte seiner Grossmutter Lilly, die sie ihm während seiner Besuche bei ihr im Altersheim erzählt. Als weisse Collegestudentin verliebte sie sich in den schwarzen Bluesmusiker JB. Sie traf ihn zum zweiten Mal in einem der einschlägigen Clubs in der Beale Street in Memphis, wo er ihr zu Ehren „Blues für Lilly“ spielte. Doch die gemeinsame Zeit der Liebe war kurz, denn JB bezahlte dafür mit jahrzehntelanger Haft. Lilly aber war schwanger. Der Enkel macht sich nun hartnäckig auf die Suche nach seinen eigenen Wurzeln, fördert die Geschichte dieser alle Zeiten überdauernden Liebe zu Tage und ruht nicht eher, als bis er seinen Grossvater gefunden hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach JB’s legendärer Gitarre und reisen dann nach Memphis, wo Lilly auf sie wartet. Der Roman ist nicht nur eine ergreifende Liebesgeschichte, sondern auch eine Lektion über die Wurzeln der Popmusik und über die Zeit des offenen Rassismus in den USA.