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Kuba
In Kuba setzt sich Handicap International (HI) für eine inklusivere Gesellschaft für Menschen mit Behinderung ein. Dabei liegt der Fokus auf der wirtschaftlichen Inklusion und der Katastrophenvorsorge, denn das Land ist häufig von Wirbelstürmen und Erdbeben betroffen.
Aufführung, die im Rahmen eines Rehabilitationsprojektes organisiert wurde | © M. Burgaya / HI
Laufende Aktivitäten
Um die wirtschaftliche Inklusion zu verbessern, hilft HI Menschen mit Behinderung, besonders Frauen und jungen Menschen, eine geeignete Beschäftigung zu finden. Zu diesem Zweck unterstützt das Programm Initiativen zur Selbstständigkeit. Es werden Infomaterialien verteilt, die bei der Entwicklung von Jobs helfen sollen. Ausserdem werden in Zusammenarbeit mit Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen bestehende Ausbildungsangebote ausgebaut. Das Projekt schult und sensibilisiert die verschiedenen Wirtschaftsakteure für das Thema Behinderung. Die Entwicklung neuer angepasster Massnahmen wird unterstützt, und es wird an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsumfelds von Menschen mit Behinderung gearbeitet. Des Weiteren setzt sich eine Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung in Zusammenarbeit mit kubanischen Organisationen dafür ein, dass ihre Bedürfnisse und Rechte in der öffentlichen Politik berücksichtigt werden.
Kuba ist anfällig für Naturkatastrophen, insbesondere während der Hurrikan-Saison, die jedes Jahr von Mai bis November dauert. Um gefährdeten Bevölkerungsgruppen bei der Vorbereitung zu helfen, arbeitet HI mit lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren an der Katastrophenvorsorge und der Entwicklung von Notfallstrategien. Das Projekt unterstützt die lokalen Partner dabei, ihr Wissen über Risiken und ihre Kapazitäten zur Vorbereitung und Prävention zu erweitern, wobei insbesondere Menschen mit Behinderung bei den entwickelten Massnahmen berücksichtigt werden.
Hintergrund
Kuba befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit den 1990er Jahren, und die am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen sind am stärksten betroffen.
Die Republik Kuba, das grösste Land der Karibik, entwickelte sich nach der Revolution von 1959 zu einem sozialistischen Land. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre begann für das Land, dessen Wirtschaft stark von der UdSSR abhängig war, eine lange Phase wirtschaftlicher Probleme, was schrittweise zu einer Umstrukturierung der nationalen Wirtschaft geführt hat.
Während viele Länder in letzter Zeit ihre Haltung gegenüber Kuba überdacht und den wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Austausch gefördert haben, wirkt sich das von den USA verhängte Embargo nach wie vor negativ auf das Land aus. Dies betrifft nicht nur die Entwicklung der Insel, sondern auch das Leben aller Kubaner*innen. Die kubanische Wirtschaft wurde durch die Verschärfung des US-Embargos und die seit 2018 geltenden Sanktionen hart getroffen. Hinzu kommen die Schwierigkeiten von Venezuela, dem wichtigsten Verbündeten Kubas in der Region. Trotz einer begrenzten Zahl von Opfern hat die Corona-Pandemie die ohnehin schon angespannte Situation noch verschlimmert und das Land um eine seiner wichtigsten Ressourcen gebracht: den Tourismus.
Seit dem 1. Januar 2021 erlebt das Land eine rasante Inflation. Dies führt dazu, dass es für die Bevölkerung immer schwieriger wird, lebenswichtige Güter zu beschaffen. Die Folge sind zaghafte Proteste der Zivilgesellschaft, denn in der Tat wächst die Unzufriedenheit in der Bevölkerung: Angesichts der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage verliessen zwischen Oktober 2021 und Juni 2022 mehr als 140.000 Kubaner*innen die Insel, so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 8
Eröffnungsdatum des Programms: 1998