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Traditionellerweise erfolgte die Lehre im Rahmen der Abt. XII vorwiegend in Form von so genannten Freifächern. Alle Studierenden waren angehalten, neben ihren Fachvorlesungen pro Semester mindestens eine Lehrveranstaltung aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zu besuchen. Es waren vor allem auch geisteswissenschaftlich interessierte Studierende, welche dieses Angebot gerne wahrnahmen, so wie musisch Interessierte häufig die meist im Lehrauftrag angebotenen Freifächer im Gebiet der Musikwissenschaft oder der künstlerischen Gestaltung belegten.
Eine andere Regelung galt für jene Fächer, die als obligatorische Lehrveranstaltungen in die Studienpläne einzelner Fachabteilungen eingebaut waren, so etwa die Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften.
Den wiederholten Forderungen der Abt. XII – etwa auf deren "Lenzburg-Tagungen" in den 1970er Jahren – nach einer stärkeren Integration auch der 'klassischen' Freifächer in den Unterricht an der ETH wurde in den 1980er Jahren dadurch Rechnung getragen, dass Studierende in der Schlussdiplomprüfung nun auch ein Wahlfach aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften belegen konnten. Einzelne Departemente, allen voran das Departement Elektrotechnik mit seinem Programm "Mensch, Technik, Umwelt (MTU)", nahmen zudem von sich aus vermehrt geistes- und sozialwissenschaftliche Elemente in ihre Studienpläne auf. Dennoch blieb insgesamt, wie der "Aktionsplan GESS" 1999 festhielt, bis Ende der 90er Jahre die "curriculare Verankerung der GESS in den Diplomstudiengängen der ETH Zürich" begrenzt.
Mit der Einführung des "Pflichtwahlfachs GESS" im Jahre 2000 sollte dieser Zustand im Sinne einer Aufwertung der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften verändert werden. Ziel dieser Reform war, die Absolventinnen und Absolventen zu befähigen, "ihr Fachwissen und Handeln in gesellschaftlichen und ökonomischen Zusammenhängen zu sehen und ihre persönliche Entwicklung zu erweitern". Dazu haben die Studierenden im Laufe ihres Studiums eine bestimmte Anzahl Kreditpunkte aus leistungskontrollierten Lehrveranstaltungen im Bereich der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften zu erwerben. Das D-GESS seinerseits strukturierte sein Lehrangebot neu in die fünf thematischen Schwerpunkte "Die Schweiz im globalen Kontext", "Wissenschaft, Technik, Gesellschaft", "Umwelt, Risiken, Gesellschaft", "Sprachen, Literaturen, Kulturen" sowie "Lernen, Denken, Verhalten".

||Seit der Einführung des Pflichtwahlfachs GESS bilden die geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen einen festen Bestandteil in der Ausbildung der Studierenden der ETH. Da heute sämtliche Studierenden das Pflichtwahlfach GESS belegen müssen und überdies auch im Doktoratstudium Fächer aus dem D-GESS gewählt werden können, ist der Betreuungsaufwand und die Lehrbelastung für die Dozierenden des D-GESS stark angestiegen, zumal heute mehr "Servicevorlesungen" aus dem D-GESS in anderen Departementen, insbesondere etwa im Bereich der Umweltwissenschaften, nachgefragt werden. Um diese Aufgaben zu bewältigen, werden heute vermehrt auch virtuelle Lehrveranstaltungen angeboten, wie z.B. die webgestützten Lehr- und Prüfungsmodule im Bereich der Technikgeschichte.|
Das D-GESS bzw. die ehemalige Abt. XII ist seit längerem auch Träger von eigenen Studiengängen. Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit wird seit anfangs der 1970er Jahre ein interdisziplinär ausgerichtetes Nachdiplomstudium durchgeführt (INDEL, später NADEL). Mit der Eingliederung der Militärwissenschaften in das D-GESS 1999 wurde dieses – zusammen mit der MILAK – auch Träger des Studiengangs für Berufsoffiziere, zunächst in Form eines dreijährigen Diplomstudiums, seit 2003 in Form eines dreijährigen Bachelorstudiums in Staatswissenschaften.
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2005
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2.4.2005 |
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