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Lebt denn der alte Holzmichel noch
Mit zunehmendem Alter werden Kinder zu Jugendlichen und entsprechend werden aus Versprechern gezielte Sprüche. Wenn mir eine Zehnjährige erklärt: “Er ist dein Sohn und du bist für ihn Verantwortlich!” und damit meint: “Mein Bruder nervt!”, so ist dies doch ein Zeichen von Reife. Vor wenigen Monaten hätte sie ihm in einem unbeobachteten Moment eine gedroschen und er hätte zurückgehauen. Mit der logischen Folge, dass Papa ihn zurechtgewiesen hätte mit den Worten: “Lass deine kleine Schwester zufrieden …”
Wir waren gestern auf einer Wanderung und ich staunte, wie die Beiden ohne Probleme mitmachten. Wacker marschierten sie die Wanderwege entlang, selten mal ein “du musst mich tragen” oder “ich habe Durst”.
Und immer wieder Sprüche, Geschichten, Fantasien.
Nach dem Abstieg, endlich flacheres Gelände, endlich wieder Häuser. Es gab mehr zu sehen als nur Bäume, Steine und Berge. Bauernhöfe, Wohnhäuser, Ferienwohnungen.
An einem Bach, Holzstapel zum Abholen bereit. Ein alter Mann (ein wirklich alter Mann!), damit beschäftigt, Holzscheite auf eine Schubkarre zu laden. Ich fragte mich gerade, wie er diese Schubkarre wohl bewegen würde, sie schien sehr schwer. Und wenn ich sah, wie sehr er sich mit den einzelnen Holzstücken abmühte, bis sie auf der Karre waren, so fragte ich mich immer mehr.
Und neben mir beginnt die Zehnjährige laut zu singen: “Lebt denn der alte Holzmichel noch …”