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Kleines Land
Der Medientipp von Outi Stucki, Bibliotheksmitarbeiterin PBZ Sihlcity
Der Erstling von Gaël Faye erzählt die Geschichte von Gabriel, genannt Gaby, der, wie der Autor selbst, seine Kindheit in Burundi als Sohn einer Ruanderin, einer geflüchteten Tutsi, und eines Franzosen verbringt. Bis zum elften Lebensjahr geniesst er eine glückliche, fast paradiesische Kindheit mit Nachbarskindern, die ebenfalls, privilegiert wie er, in diesem Land leben.
Das Glück endet, als die Ehe seiner Eltern zerbricht und fast gleichzeitig nach den ersten Präsidentschaftswahlen das Land im Jahr 1999 nach dem Militärputsch im Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi furchtbare Grausamkeiten erdulden muss.
Gaby flüchtet mit seiner kleineren Schwester und mit dem Vater nach Frankreich, integriert sich einigermassen, aber kehrt nach zwanzig Jahren nach Burundi zurück. Der Schluss ist echt überraschend.
Mich hat von Anfang an die schöne, bildhafte Sprache in den Bann dieser Geschichte gezogen. Gabriel erzählt sehr berührend wie er seine unbekümmerte Kindheit verliert. Das Buch handelt neben seiner Geschichte, welche ziemlich dem Leben des Autors entspricht, von leider immer noch aktuellen Themen wie Hass, Völkermord, Gewalt und der verlorenen Heimat.
Der Roman gewann den Prix Goncourt des lycéens und andere Auszeichnungen.
- «Kleines Land» von Gaël Fay
- Piper, 2017
- Das Buch «Kleines Land» ist in den PBZ Bibliotheken Altstadt, Altstetten, Aussersihl, Hardau, Höngg, Leimbach, Oerlikon, Riesbach, Schwamendingen und Sihlcity vorhanden.