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1919 eröffnete Otto Schneider sen., der Grossvater der heutigen Inhaber, eine Schreinerei. Der gelernte Schreiner und Sohn eines Gabel- und Rechenmachers packte die Chance, als zwei andere Betriebe im Dorf schlossen. Eltern und Geschwister halfen mit Startkapital, so dass die Schneider & Co. mit zwei Angestellten und einem Lehrling den Betrieb aufnehmen konnte.
Die Firma führte Bauschreinerarbeiten aus und fertigte Möbel und Aussteuern. Einige Jahre lief der Betrieb ganz gut, doch dann kamen die Krisenjahre. Aufträge blieben fast ganz aus oder konnten nur zu Preisen ausgeführt werden, die kaum die Herstellkosten deckten.
1927 arbeitete die Schreinerei erstmals für Volg. Ladeneinrichtungen sollten dann jahrzehntelang zum Repertoire gehören. Die Einrichtungen waren aus Massivholz; alles musste von Hand verputzt und geschliffen werden. Es gab oft Überzeit, 12 bis 14 Stunden im Tag waren normal. Ein Schreiner in Embrach besass eine Bandschleifmaschine. Otto Schneider oder seine Mitarbeiter führten ihr Holz mit Ross und Wagen nach Embrach und holten es geschliffen wieder ab. Ab 1929 stand auch im Betrieb in Freienstein eine Schleifmaschine. 1930 wurde die Werkstatt um einige Meter vergrössert und es wurde ein Holzschuppen angebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Hochkonjunktur ein. 1946 stiess Otto jun. zur Firma. Die Belegschaft hatte sich auf sieben erhöht, es herrschte Platzmangel. Otto jun. machte sich ans Planen und 1947 wurde die heute noch zum Teil bestehende Werkstatt erstellt.
Viele neue Produkte fanden Eingang in die Branche: Span- und Kunststoffplatten eroberten den Markt und verdrängten das Massivholz zum grossen Teil. Für die Lagerung sowie für neue Maschinen musste Platz geschaffen werden. Die bestehende Werkstatt war zu klein und alles andere als zweckmässig. 1967 wurde ein Neubau erstellt, der optimale Arbeitsbedingungen schaffte.
Der Ladenbau blieb ein Schwerpunkt bis Mitte der 1970er Jahre. Es wurden Volg-Ladeneinrichtungen wie auch Privatläden der Alro-Detaillisten in der ganzen Deutschschweiz erstellt. Ein Spezialprodukt kam Ende der 1960er Jahre dazu: Verschalungen für Closomat-Spülkästen, die bis Mitte der 1980er Jahre gefertigt wurden.
1979 wurde aus der Kollektivgesellschaft die Aktiengesellschaft O. Schneider AG. Die beiden Söhne Richard und Kurt, beides gelernte Schreiner, traten in den 1980er Jahren in den Betrieb ein. Nach Weiterbildungen (als Betriebsökonom bzw. Techniker für Raumgestaltung) übernahmen sie zuerst Teilbereiche im Betrieb, bis ihnen Vater Otto Schneider 1989 die Geschäftsführung übergab.
Sie leiteten einen Modernisierungsschub ein: Einführung der EDV 1989, Einstieg ins CAD 1994, Anschaffung eines ersten CNC-Bearbeitungszentrums 1997. Das eröffnete neue Möglichkeiten: rationellere Produktion von Serien sowie Konkurrenzfähigkeit bei der Herstellung anspruchsvoller Einzelstücke. Es wurden Kunden- und Architektenkontakte im oberen Segment forciert, die zu äusserst anspruchsvollen Aufträgen führte. Daneben arbeitete die Firma regelmässig für zwei Kliniken und auch für die öffentliche Hand. Im Lauf der 1990er Jahre wurde der Küchenbau forciert. Er wurde danach zu einem äusserst wichtigen Standbein der Firma.
Beim Personal löste die Technologisierung eine Verlagerung von der Fertigung zur Planung aus. 1995 trat der erste Arbeitsvorbereiter in den Betrieb ein. 1996 wurde der Firmenname von O. Schneider AG zu Schneider AG geändert und die Firma erhielt ein neues, zeitgemässes Erscheinungsbild.
2002 erstellte die Schneider AG eine eigene Küchenausstellung, die so genannte WerkSchau, um Interessenten Möglichkeiten und Varianten besser zeigen zu können. In der bestens ausgerüsteten Ausstellung führte sie während rund 10 Jahren regelmässig Kochkurse durch. Damit und mit gezielter Werbung erhöhte sie ihren Bekanntheitsgrad im «Heimmarkt», dem Zürcher Unterland.
Seit 2005 ist die Schneider AG wieder im Ladenbau tätig und verfügt damit neben Küchen und allgemeinen Schreinerarbeiten über drei solide Standbeine.