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Staub und Föhn
Diese zwei Wörter beschreiben den heutigen Tag recht gut. Was diese beiden gemeinsam haben und wie sie unser heutiges Wetter beeinflussten, erfahren Sie im Blog.
Staublage
Das Wetter in der Schweiz wurde durch das Tiefdruckgebiet mit Zentrum über dem westlichen Mittelmeer beeinflusst. Nebst feuchter Luft führte das Tief mit seiner südöstlichen Strömung auch Saharastaub zum Alpenraum.
Das oben erwähnte Tiefdruckgebiet befand sich am Sonntag noch über Nordafrika und führte mit starken Bodenwinden zu einer Aufwirbelung von Staub und Sand. Die leichten Partikel blieben in der Schwebe und wurden in die Höhe befördert, sodass sie mit der südlichen Höhenströmung zum Alpenraum gelangten.
RGB-Satellitenbild
Mit Hilfe des RGB-Satellitenbildes namens „Dust“ lässt sich der Staub in der Atmosphäre beobachten. Aber zuerst mal, was ist ein RGB-Satellitenbild überhaupt?
Solche Satellitenbilder werden durch die Kombination von verschiedenen Wellenlängen erstellt. Dabei werden Kanäle im sichtbaren Spektrum mit Infrarot oder Wasserdampf Kanälen gemischt und auf die Grundfarben Rot, Grün und Blau gelegt. Dadurch entstehen farbige Satellitenbilder, welche je nach Kombination verschiedenste Informationen liefern können. Zum Beispiel erfahren wir so mehr über die Art der Wolken: Besteht die Wolke eher aus Wassertröpfchen oder Eiskristallen? Welche Mächtigkeit weist die entsprechende Wolke auf?
Ursprung
Im „Dust“ Satellitenbild erscheint der Staub/Sand am Tag Pink und in der Nacht Violett bis Pink. Die Sahara erscheint weisslich und deutet eine trockene Luftmasse an. Ein bläulicher Farbton steht für eher feuchte Luftmassen.
In der Animation ist die Position des Tiefdruckgebietes über Nordafrika einerseits durch die roten und ockerfarbenen Wolken ersichtlich und anderseits durch die zyklonale (Gegen den Uhrzeigersinn) Strömung. Auf deren Vorderseite wird nun der Saharastaub aufgewirbelt und mit der Strömung nach Norden verfrachtet. Am Ende der Animation befindet sich staubgeladene Luft über dem Mittelmeer und in der Region Tunesien/Libyen wird erneut Sand aufgewirbelt.
Gerippelte Wolkenstruktur
Durch die Trübung der Atmosphäre war der Saharastaub von unten her erkennbar. Anhand der gerippelten Oberfläche, liess sich heute Morgen die Anwesenheit von Saharastaub aus der Satellitenperspektive erkennen. Diese ist sehr charakteristisch und lässt sich besonders bei Sonnenaufgang und -untergang beobachten.
Die erhöhte Aerosolkonzentration verändert die mikrophysikalischen Eigenschaften und Strahlungsprozesse der Wolken. Eine Zunahme der langwelligen Abstrahlung an der Wolkenoberfläche führt zu einer Erhöhung der Instabilität in der oberen Wolkenschicht. Durch die so generierte flache Konvektion entsteht dieses typische Wolkenmuster. Tagsüber ist die gerippelte Struktur weniger ausgeprägt, da sich die Wolkenoberfläche erwärmt und die Schicht sich wieder stabilisiert.
Das heutige Wetter
Am Morgen führte diese ausgedehnte Bewölkung auf der Alpennordseite für einen wolkenverhangenen Start in den Tag. Den Voralpen entlang konnte sich in den frühen Morgenstunden sogar etwas Niederschlag bilden und den Saharastaub etwas aus der Luft waschen. Am Nachmittag wurde wieder etwas trockenere und weniger staubbelastete Luft zur Schweiz geführt, sodass sich dann auf der Alpennordseite auch die Sonne zeigen konnte.
Mit der südöstlichen Anströmung kam heute, neben den Stauniederschlägen auf der Alpensüdseite, auf der Alpennordseite wieder Föhn auf. Bis zum Redaktionsschluss fielen im Tessin 10 bis 20 mm Niederschlag, stellenweise auch über 20 mm.
Auch der Föhn lebte tagsüber wieder auf und in Meiringen wurden Böenspitzen von 75 km/h erreicht, in Visp 66 km/h und in Altdorf 58 km/h.