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Max Frisch: Zürich-Transit. Das gescheiterte Filmprojekt
Max Frisch in einer Aufnahme von 1965.
1965 begannen in Zürich die Dreharbeiten zu Max Frischs sogenannter Filmskizze «Zürich-Transit»: ein Mann entdeckt, dass er irrtümlich für tot gehalten wird. Doch statt seiner Frau und seinen Angehörigen mitzuteilen, dass er noch lebt, entschliesst er sich, die Situation auszunützen und ein neues Leben zu beginnen.
Die Dreharbeiten zu Frischs ehrgeizigem Versuch, einen Spielfilm zu verwirklichen, mussten zwei Mal nach wenigen Drehtagen abgebrochen werden, weil sowohl der erste Regisseur Erwin Leiser als auch der zweite, Bernhard Wicki, nach kurzer Zeit schwer erkrankten. Mit einem Verlust von mehreren hunderttausend Franken wurde das Projekt begraben, die gedrehten Szenen verschwanden in einem Archiv.
Nun werden gewichtige Teile dieser Aufnahmen zugänglich gemacht. Auch eine szenische Lesung des Autors zum gleichen Werk vor Publikum in Berlin darf neu entdeckt werden. Aus beidem, sowie mit den Beiträgen von Zeitzeugen hat Matthias von Gunten die Geschichte jenes Unterfangens nacherzählt, das Max Frisch einmal mehr im Banne seines Grundthemas zeigt: der Frage nach der eigenen Identität.