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Das Thema Struktur zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk der Künstlerin.
Natur und Geschichte, vielfach in Kombination, bilden die gedankliche Grundlage ihrer meist in großen Zyklen ausgeführten Arbeiten und bestimmen die Motivwahl. Ihre Werke wurden bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland sehr erfolgreich vorgestellt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.
Entstanden sind diese Tuschezeichnungen bei einem Artist-in-Residence Aufenthalt in der weiten Landschaft Mecklenburgs (D). Riesige Felder ohne nennenswerte Erhebungen bilden überwiegend horizontale, beschwingte Linien, denen der regelmäßige Rhythmus der sie bearbeitenden Maschinen gleichsam eingraviert ist. In typischer Backsteingotik erbaute Kirchen erinnern daran, dass die Erschließung dieser Kornkammer auch ein Projekt der Christianisierung des nordöstlichen Europas war. Der Titel „Unser täglich Brot gib uns heute“ verweist auf die Bedeutung desselben als Symbol Christi und umfasst gleichfalls seine Funktion als Grundnahrungsmittel.
Sämtliche Zeichnungen sind mit Strohhalmen oder Ähren des Weizens ausgeführt. Umbra (gebrannte Erde) wurde als Tusche auf chinesisches Papier aufgetragen, präsentiert wird als Ergebnis stets die Rückseite. In dieser Weise adaptieren die Zeichnungen die klassische Hinterglasmalerei und erzeugen trotz des feinen Papiers eine enorme Tiefenwirkung mit sehr kräftigen Materialcharakter. Stoppelfelder, Ackerfurchen, Rundballen und Strohgarben werden als Motiv aufgegriffen, lassen jedoch durch die sehr reduzierte und abstrahierte Umsetzung weitreichende Assoziationen zu.
Nina Stoelting lebt und arbeitet in Wiesbaden (D).