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Ein Leitfaden der UNESCO zum Einsatz von generativer KI in der Bildung behandelt unter anderem Erfordernisse einer Regulierung von GenKI im Bereich der Bildung, die Ausgestaltung von Nutzungsszenarien und die zu erwartende Transformation von Bildungssystem und Bildungspraxis. Lesenswert.
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Entwicklungen auch im Bereich EdGPT
In einem ersten Kapitel wird erläutert, was generative KI ist und wie sie funktioniert. Dabei werden nicht nur frei verfügbare oder open-source-Alternativen zu den in der Diskussion dominierenden Modellen angeführt. Es wird auch auf aktuelle Entwicklungen im Bereich EdGPT (z.B. MathGPT) hingewiesen. Allerdings konstatieren die Autoren im Hinblick auf den Stand der Entwicklung von EdGPT:
Currently, the refining of foundation models for more targeted use of GPT in education is at an early stage.
Kontrovers diskutierte Themen
In einem zweiten Kapitel werden kontrovers diskutierte Themen rund um generative KI aufgegriffen und jeweils Implikationen für den Bereich der Bildung aufgezeigt. Beispiele sind:
- Nutzung von Inhalten für Training von Modellen ohne Zustimmung;
- Modelle als ‘black boxes’;
- ‘Verschmutzung’ des Internets durch von KI erzeugte Inhalte;
- ‘Deeper deepfakes’;
- Reduktion der Diversität von Stimmen;
- Verschärfung von digitaler Armut.
Regulierung für den Bereich der Bildung
In einem dritten Kapitel werden Aspekte einer Regulierung von generativer KI im Bereich der Bildung aufgezeigt. Dazu gehören Regelungen zum Schutz von Urheberrechten und persönlichen Daten ebenso Verantwortlichkeiten, die den Modelle- und Dienste-Anbietern auferlegt werden sollten. Hier ein Beispiel:
Trustworthy data and models: GenAI providers should be required to evidence the trustworthiness and ethics of the data sources and methods used by their models and outputs. They must be mandated to adopt data and foundation models with proven legal sources, and abide by the relevant intellectual property laws (e.g. if the data are protected by intellectual property rights).
Im vierten Kapitel des Berichts werden acht konkrete Massnahmen formuliert, die Bestandteil einer Regulierung von generativer KI im Bereich der Bildung sein sollten:
- Förderung der Integration, der Gleichberechtigung und der sprachlichen und kulturellen Vielfalt.
- Schutz und Förderung der menschlichen Handlungsfähigkeit.
- Überwachung und Validierung von GenAI-Systemen für die Bildung.
- Entwicklung von KI-Kompetenzen, einschließlich GenAI-bezogener Kompetenzen auf Seiten der Lernenden.
- Entwicklung von Fähigkeiten auf Seiten von Lehrenden und Forschenden, um GenAI richtig zu nutzen.
- Förderung der Meinungsvielfalt und des pluralistischen Ausdrucks von Ideen.
- Testen lokal relevanter Anwendungsmodelle und Aufbau einer kumulativen Evidenzbasis.
- Langfristige Auswirkungen sektorübergreifend und interdisziplinär untersuchen.
Ko-Design der Nutzung von Lehrenden und Lernenden
Das fünfte Kapitel im Bericht zeigt auf, wie generative KI in Bildung und Forschung verantwortungsvoll und kreativ genutzt werden kann.
The use of GenAI in education and research should be neither imposed in a top-down approach nor driven by commercial hyperbole. Instead, its safe and effective use should be co-designed by teachers, learners, and researchers. It also needs a robust process of piloting and evaluation to examine the effectiveness and the long-term impact of different uses.
Die Autoren zeigen verschiedene Nutzungsszenarien auf und erläutern diese detailliert:
- Nutzung im Bereich der Forschung
- Coach für Forschungsfragen und Forschungsdesigns
- Unterstützung für Lehrpersonen
- Arbeitshilfe für Kursdesign
- Lehr-Assistent (z.B. für die Beantwortung von wiederkehrenden Fragen)
- Unterstützung im Bereich forschenden und Projekt-basierten Lernens
- Sokratischer Herausforderer
- Coach für Projekt-basiertes Lernen
- Unterstützung für Lernende mit speziellen Erfordernissen
- Transformation von Materialien bei Hör- oder Sehschwächen
- Übersetzungen von Materialien in Minderheiten-Sprachen
- Unterstützung von selbstreguliertem Lernen
(vgl. dazu die folgende Abbildung)
Transformation von Bildungssystem und Bildungspraxis
Im sechsten und letzten Kapitel des Berichts geht es übergreifend um die Implikationen von generativer für die Zukunft von Bildung und Forschung. Die Autoren gehen davon aus, dass generative KI tiefgreifende Veränderungen auslösen wird. Diese Veränderungen betreffen die Art und Weise, wie wissenschaftliche Inhalte erzeugt werden, wie Inhalte für Lehren und Lernen erzeugt und verfügbar gemacht werden, wie breit und vielfältig die darin enthaltenen Perspektiven sind, welche Lernziele im Vordergrund stehen und wie diese Lernziele überprüft werden.
The implications of GenAI for assessment go far beyond the immediate concerns about learners cheating on written assignments. We must contend with the fact that GenAI can produce relatively well-organized papers and essays and impressive works of art, and can pass some knowledge-based exams in certain subject areas. We therefore need to rethink what exactly should be learned and to what ends, and how learning is to be assessed and validated.
Critical discussion (…) need[s] to consider the following four categories of learning outcomes:
Values (…) required to ensure the human-centred design and use of technology (…)
Foundational knowledge and skills (…) literacy, numeracy and basic scientific literacy skills (…)
Higher-order thinking skills (…) and problem solving based on human-AI collaboration (…)
Vocational skills needed to work with AI (…) develop, operate and work with GenAI tools (…)
Abschliessend rufen die Autoren dazu auf, die zu erwartende Transformation aktiv zu gestalten:
While GenAI should be used to serve education and research, we all need to be cognizant that GenAI might also change the established systems and their foundations in these domains. The transformation of education and research to be triggered by GenAI, if any, should be rigorously reviewed and steered by a human-centred approach.
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UNESCO (2023): Guidance for generative AI in education and research. Paris.