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Zeitreise: Was ist Ramadan genau und warum wird gefastet?
Der Ramadan ist eine Zeit der Besinnung und Frömmigkeit und gilt als wichtigster Monat im islamischen Kalender. Rund 1,9 Milliarden Menschen verzichten deshalb vom 22. März bis am 20. April zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht nur auf Essen und Trinken, sondern auch auf das Rauchen und Sex.
Was ist der Ramadan?
Der Ramadan findet jedes Jahr an einem anderen Datum statt und rückt dabei zehn bis zwölf Tage nach vorne. Grund dafür ist, dass im islamischen Kalender die Monate abwechselnd 29 oder 30 Tage lang sind, das Jahr besteht dadurch aus 354 Tagen und acht Stunden. Alle zwei Jahre wird das Jahr mit einem Schalttag ergänzt, um die Unregelmässigkeiten auszugleichen. Insgesamt sind die Jahre im islamischen Kalender zehn oder elf Tage kürzer als im weltweit am weitesten verbreiteten christlichen gregorianischen Kalender. Das liegt daran, dass dieser ein Sonnenkalender ist, das Jahr richtet sich also nicht wie im Islam nach dem Mond, sondern nach dem Lauf der Erde um die Sonne und dauert darum 365 Tage. Der Ramadan beginnt wie jeder islamische Monat mit dem Neumond. Der Fastenmonat wird auch als ein Monat der Nächstenliebe gefeiert. Übersetzt bedeutet er «der heisse Monat», «grosse Hitze», «verbrannte Erde» und «Nahrungsknappheit». Der arabische Name verweist sowohl auf den dürren Monat als auch auf die körperliche Belastung.
Weshalb wird gefastet?
Laut der Überlieferung hat im Monat Ramadan der Prophet Mohammed den Koran offenbart bekommen, also die heilige Schrift der Religion. Er war der erste Moslem, der an Ramadan fastete. Während dem Ramadan gedenken die Gläubigen diesem Ereignis. Weiter gehört das Fasten für gläubige Muslime zu den fünf Säulen, welche für sie Pflicht sind. Zu diesen Säulen gehören neben dem Fasten: das Glaubensbekenntnis (Schahada), das tägliche Gebet (Salah), die Unterstützung der Bedürftigen (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch). Im Koran selbst ist das Fasten wie folgt erwähnt: «Oh ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, wie es den Früheren vorgeschrieben ward; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.» Etwas später folgt: «Wer nun von euch während des Monats anwesend ist, soll in ihm fasten.»
Der Verzicht auf Essen und Trinken soll dabei helfen, den Fokus auf das Wesentliche zu legen. Es soll dabei helfen, in den Dialog mit Allah zu treten, ein besserer Mensch zu werden und die Seele zu reinigen. So ähnlich ist es auch im Christentum. Von Aschermittwoch bis Ostern sollen sich die Christinnen und Christen durch Enthaltsamkeit besinnen, Busse tun und so Gott näher kommen. Allerdings werden dabei keine Regeln festgesetzt, zu welcher Tageszeit gegessen werden darf.
Welche Regeln gelten während des Ramadan?
Während des Fastenmonats essen und trinken Muslime von Morgengrau bis Sonnenuntergang nicht. Auch Zigaretten und Geschlechtsverkehr sind erst abends und nachts erlaubt. Der Tag gilt als Zeit des Fastens, das Fastenbrechen «Iftar» gehört zur Nacht. So heisst es im Koran: «Esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weissen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt.» Traditionell wird das Fasten nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Dattel und einem Glas Milch oder Wasser gebrochen.
Dabei trifft sich die ganze Familie zu einem Mahl mit vielen Leckereien. Manche essen dennoch nur leichte Mahlzeiten. Viele Gläubige stehen früh auf, um vor Sonnenaufgang zu frühstücken. Ramadan ist für viele Gläubige eine Zeit, die sie mit Familie und Freunden verbringen, ähnlich wie beim Lichterfest im Judentum oder beim christlichen Weihnachten.
Gibt es Ausnahmen während des Fastens?
Doch nicht alle Muslime dürfen am Ramadan teilnehmen. So sind zum Fasten an Ramadan nur Muslime verpflichtet, welche geistig und körperlich dazu imstande sind. Kinder bis zur Pubertät dürfen beispielsweise tagsüber essen und trinken. Sie sollen langsam ans Fasten gewöhnt werden, indem sie beispielsweise ein paar Stunden pro Tag keine Speisen und Getränke zu sich nehmen. Weiter sind auch alte, kranke, schwangere, stillende und reisende Personen vom Fasten ausgenommen. Sie sollen in der Zeit besonders barmherzig sein oder das Fasten nachholen, wenn es möglich ist. Das gilt ebenso für gerade menstruierende Frauen.
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