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Der eine kommt - von hier aus gesehen - aus der einen Ecke der Welt, der andere aus der anderen. Der eine fühlte sich schon in sehr jungen Jahren zur Musik hingezogen (Konservatorium mit 21), der andere auch (Konservatorium mit 12). Der eine liess sich von der Musik der Ureinwohner seines Landes zu einem Ballett inspirieren, das für Furore gesorgt hat und ihn zum führenden Komponisten seines Landes in diesem Jahrhundert werden liess. Der andere auch. Der Australier John Antill (1904-1986) hatte als Neunjähriger einem Corroboree beigewohnt, der traditionellen Tanzzeremonie der Aboriginees, was für ihn zum Schlüsselerlebnis wurde. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich stark mit Brauchtum und Musik der Ureinwohner und stellte zahlreiche Aufnahmen zusammen. In der Absicht, mit den Mitteln eines modernen Orchesters Musik und Spiritualität der Aboriginees zu bewahren und zu überliefern, arbeitete Antill während acht Jahren an seinem Ballett „Corroboree“. 1946 wurde unter der Leitung von Sir Eugene Goossens - gleich wie in dieser zwölf Jahre später entstandenen Aufnahme - die Ballett-Suite vorab uraufgeführt und gefeiert: Das rhythmische Feuerwerk von Bumerangs, Wurzelstöcken, zusammengeschlagenen Schilden und Didjeridoo rasselte in Australien eine neue musikalische Epoche ein. Der Argentinier Alberto Ginastera (1916-1983), einer der prägendsten zeitgenössischen Komponisten überhaupt, hat bereits als Zwanzigjähriger mit seinem Erstling den Durchbruch geschafft. 1936 wurde die Suite aus seinem Ballett „Panambi“ vorweg urgeführt, das die Indio-Legende von der Hochzeit der schönen Häuptlingstochter Panambi mit dem tapfersten Jäger und Krieger des Stammes schildert. Dabei weiss Ginastera sämtliche Register von samtweich säuselnd bis wild wirbelnd zu ziehen. In der Tat: Zwei wundersame musikalische Legenden unter einem famosen Taktstock.