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hatte nur zwei Fahrbahnen. Die obere oder schnellfahrende
Bahn besaß dreisitzige
Bänke in Abständen von 0,9 m. Legt jede
Bank in der
Stunde nur 10 km zurück, so können vom Ausgangspunkte 3·10000/0,9 = rund 33000
Personen in der
Stunde befördert
werden, wozu bei einer gewöhnlichen Eisenbahn das
Ablassen von 66 Zügen zu 10 Wagen mit je 50 Plätzen
nötig wäre. Auf der
Berliner
[* 2]
Gewerbeausstellung 1896 befand sich ebenfalls eine S. im Betriebe.
[* 1] eine treppenförmig abgestufte breite
Riemenscheibe (s. beistehende
[* 1]
Figur), welche mit einer andern,
nach der umgekehrten
Richtung abgestuften durch einen
Riemen verbunden, zusammen arbeitet.
Die S. ermöglichen
es, die Umdrehungszahl der angetriebenen
Welle in verschiedenen den
Stufen entsprechenden
Graden zu ändern, wenn die treibende
Welle mit konstanter Tourenzahl läuft.
ein durch vier
Beine gestützter Einzelsitz mit Rückenlehne oder auch mit Seitenlehnen, aus Holz,
[* 5] Rohr oder
Eisen
[* 6] gefertigt. Die alten Ägypter brauchten ihn als Sessel ohne
Lehne und mit
Lehne und gestalteten ihn in eigentümlicher
Weise, der Bequemlichkeit
Rechnung tragend, indem sie nicht die Stützen selbst rückwärts bogen, sondern
eine zweite, schräg gestellte
Lehne an die gerade anlegten. Die
Männer zogen bei den Griechen und
Römern das Liegen dem Sitzen
vor, sowohl bei der
Arbeit wie bei dem
Essen;
[* 7] der S. war einmal ein Ehrensitz oder ein obrigkeitlicher Sitz, so der Kurulische
Sessel bei den
Römern, und dann hatte er seine
Stelle in den Gemächern der Frauen.
Auch im Mittelalter galt der S. als Ehrensitz. Als solcher hatte er entweder die Form des Faltstuhls (s. d.)
oder eines hohen S. mit Seitenlehnen und Rücklehne. In der karoling. und roman. Epoche wurde
das Gestühl farbig bemalt; in der gotischen war er meist geschnitzt, dabei wurde die Rücklehne des
Ehrenstuhls hoch hinauf geführt und oben selbst mit einem
Baldachin versehen. Der S. als Ehrensitz in der ritterlichen oder
fürstl.
Halle
[* 8] pflegte seinen ständigen Platz am Ende in der Mitte
einer der Schmalseiten zu haben. Im Frauengemach hatte
der S. einen regelmäßigen Platz neben dem Kopfende des
Bettes. Am Ausgange des Mittelalters gab es neben dem S. als Ehrensitz,
obwohl die
Bank die bevorzugte Rolle im Wohn- und Speisegemach hatte, noch mannigfache S. von einfacher Bauart zu gewöhnlichem
Gebrauche; darunter findet sich der Sessel mit strohgeflochtenem Sitz und der heutige sog.
Bauernsessel mit und ohne
Lehne, dessen reichere, künstlerische Gestaltung freilich erst dem 16. Jahrh. angehört.
Gegen Ende des 16. Jahrh. wurde der bisher nur mit einem losen
Kissen belegte Sitz fest gepolstert. Diese Polsterung ging
auch auf die Rücklehne über, wo sie nicht etwa durch angebundenenStoff ersetzt war. Auch Leder, geschnitten,
leicht mit Relief versehen und vergoldet, das aus
Spanien
[* 9] kam, bildete am Ende des 16. und im Anfang des 17. Jahrh. einen
viel gebrauchten Ersatz der
Kissen und der Polsterung. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. wuchs die Rückenlehne
hoch, oft bis über die Kopfhöhe empor, und zwischen den
Beinen stellte sich zu ihrer
Verbindung und Verstärkung
[* 10] (aus den Kreuzhölzern) ein reicher geschnitzter Zierat ein.
Die geschweifte Form des S. war eine Erfindung des 18. Jahrh.; sie war einerseits eine Folge
des alle Linien schweifenden Rokoko, andererseits sollte
sie der Bequemlichkeit des Sitzenden dienen.
Die Empireepoche hat versucht, den S. der Griechen wieder einzuführen, romantische Liebhaberei hat mittelalterliche Formen
nachgeahmt, die moderne
Reform des
Geschmacks hat die Renaissance begünstigt und geradlehnige S., Bauernsessel, Lederstühle
mit ihrem
Beschlag blanker Knöpfe wiedergebracht; sie alle aber haben den Rokokostuhl nicht wieder verdrängen können. (S.
Möbel
[* 11] sowie Möbelfabrikation.)
in älterer Zeit derjenige, welcher das Gericht durch
Belehnung erhalten hatte, der Eigentümer eines Gerichtsstuhles,
besonders der Inhaber einer Freigrafschaft (s. d. und
Femgerichte), der Gerichtsherr.
Lieutenant in die deutsche Schutztruppe ein und wurde bei Mlembule schwer verwundet. Im Frühjahr 1890 schloß er sich auf
Emin Paschas Wunsch dessen Expedition nach dem Seengebiet an, trennte sich in Undussuma westlich vom Albertsee von
diesem und gelangte über den Albert-Eduard- und Victoriasee, Usukuma und die Massaisteppe an
die Küste. Er brachte umfangreiches, naturwissenschaftlich und geographisch wertvolles Material mit nach Deutschland.
[* 20]
Ende 1893 ging er abermals nach Deutsch-Ostafrika, bereiste zum Zweck kartogr. Aufnahmen im Jan. und Febr. 1891 Usaramo und
erwarb massenhafte Schätze für die botan., zoolog. und ethnogr.
Sammlungen des Reichs. Gegenwärtig (1897) ist er Abteilungschef der Landesvermessung in Dar es-Salaam.
[* 21] Er veröffentlichte «Zoolog. Ergebnisse einer in die Küstengebiete von Ostafrika
unternommenen Reise» (Bd. 1, Berl. 1893).
Hervorragend ist sein Werk: «Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika»
[* 22] (Berl. 1891).