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Es gab da diesen humorvollen Dialog. Als Antwort schien mir eine Songzeile aus „Send me a postcard from L.A.“ passend. Die mich zum Text führte:
I’m the piano player down at Eddie’s bar,
and Rachel she’s the waitress who wants to be a star.
She swears she’s gonna make it, make it big someday,
and she’ll send me picture postcards from L.A.
When it’s time for closing, I play while Rachel cleans.
She listens to my music, I listen to her dreams.
She swears she’s gonna make it, she’s going all the way
and I say, „Send me picture postcards from L.A.“
„Send me postcards from L.A. signed with love forevermore.
Picture postcards from L.A. to hang on my refrigerator door.
Rachel, if you find me one, I’d love a picture of the California sun“
When Rachel shares my pillow she always asks me things
like do I really think she’s pretty, do I like the way she sings?
I don’t know how to answer, so I always smile and say,
I say, „Send me picture postcards from L.A.
„Send me postcards from L.A. signed with love forevermore.
Picture postcards from L.A. to hang on my refrigerator door.
Rachel, if you find me one, I’d love a picture of the California sun“
Sometimes Rachel stands up in the middle of the bar
and does a scene from the late show.
We all clap our hands as she puts her apron on
and says, „Next week, I’m gonna go.“
She’ll even buy a ticket and pack her things to leave.
Though we all know the story we pretend that we believe.
But something always comes up, something always makes her stay.
And still no picture postcards from L.A.
„Send me postcards from L.A. signed with love forevermore.
Picture postcards from L.A. to hang on my refrigerator door.
Rachel, if you find me one, I’d love a picture of the California sun“
I’m the piano player down at Eddie’s bar,
and Rachel she’s the waitress who wants to be a star.
Es scheint, als ob die Zeichen einfach nicht aufhören wollen. Fast schon trotzig dachte ich, ich will nicht wie Rachel sein. „But something always comes up“ scheint sich geradezu höhnisch über meinen unverändert hohen Beschäftigungsgrad zu mokieren. Und doch, die Liste „Plan B“ hat was ins Rollen gebracht. Ich habe wahnsinnig viel gemacht diese Woche… auch weil Sächsilüüte war und ich den freien Nachmittag auch tatsächlich eingezogen habe:
- Dem Vermieter eines charmanten leeren Gewerberaums in meiner Stadt angerufen, da war jemand schneller (was mich irgendwie erleichterte)
- Beim Bauamt meiner Stadt vorgesprochen und die Auflagen für Gewerberäume abgeklärt
- Eine Bewerbung versandt – mit einem Beschäftigungsgrad von 60% und was ganz anderem (Mutprobe)
- Eine Domain gelöst um Stadtgeschichten zu schreiben, sie ist noch privat und da braucht es noch ein paar Schatten zu überspringen (meine Schatten)
- In einem richtig richtig impulsiven Akt bei einer wunderschönen Reisezeitschrift eine Nachricht hinterlassen, dass ich das „frische Blut“ für ihre Redaktion bin
- Endlich eine Privatlektion WordPress gebucht, um Blogger und Gravatar & Co. aufzuräumen
- Eine Beratung für die Innenrenovation gebucht – weil das i-Tüpfchen der Harmonie fehlt und Malerarbeiten fällig sind (ja, es gibt Menschen, die kein Vertrauen in ihr Farbgefühl haben)
- Nochmals in Medienausbildungen gesurft und festgestellt, dass meine Mam die Aufnahmeprüfung besser könnte als ich… (weil ich zu wenig Tageszeitungen lese, woher bloss diese Zeit auch noch nehmen?)
Nicht schlecht, hm? Nun „zittere“ ich also, dass ich mich vorstellen kann. Ja, ich wagte die ersten beiden Tage nach dem Versenden nicht einmal mehr in meine Mailbox gucken. Ich kam mir vor wie als Kind, als ich die Hände vor die Augen hielt und mich darum niemand sehen konnte: Schau‘ ich nicht in die Mails, issauchnix da.
Ein neuer Chef bedeutet Veränderung. Neuen Ehrgeiz, neue Themen. Es bedeutet, dass wir nach unserem riesigen langdauernden Projekt keine Windstille haben, sondern neuen Aufwind. Meine Gedanken sind vielfältig und sie haben nicht nur mit der neue Situation zu tun. Ich denke und denke. So oft, dass meine Gedanken Karussell fuhren. Natürlich immer dann wenn ich einschlafen wollte. Oder in den Nachtstunden. Obwohl ich wie ein Raubtierbändiger meine Gedanken zähmen wollte, machten sie was sie wollten. Spätestens bei 5. Ich ging also im Kopf mein ganzes Team durch. Im Bett, aber mit dem Kopf vor Ort, sah ich sie an ihren Arbeitsplätzen sitzen und wusste: Dieses Team habe ich geformt und aufgebaut. Es bricht mir schier das Herz. Bei der Vorstellung, sie und meine Arbeit loszulassen. (Man beachte diesen kleinen Widerspruch zwischen Bewerbung und diesen Gedanken. Ich finde das in einer Phase der möglichen Veränderung normal)
Und doch. Es ist als ob ich seit Monaten genau darauf zusteuere. Wie von Zauberhand gelenkt. Unaufhaltsam. Zu einem Zeitpunkt irgendwann Anfangs 2018 haben sich diese Rädchen begonnen zu drehen – bei meiner liebsten ex-Arbeitskollegin. Aber davor haben sich andere Rädchen in Bewegung gesetzt. Bis die Rädchen mich erreicht haben: Seit mehreren Wochen tue ich die Dinge unter dem Blickwinkel, dass ich sie das letzte Mal tue und in der Hand habe. Die Beförderungen meiner „Youngsters“ noch durchbringen. Die letzte Salärrunde endgültig nutzen, um alle teilweise historisch gewachsenen Unterschiede noch zu schliessen. Ja sogar den Teamevent habe ich schon organisiert, wo ich doch sonst bei diesem Thema furchtbar chaotisch bin.
Und nochmals ein „und doch“: Und doch gibt es immer noch diese Hintertür, diese Hoffnung: Es kommt dann schon gut. Relax. Lass Zeit! Weil, mein Job macht mir ja Freude (Und das ist auch so! Es wäre viel einfacher wäre es nicht so). Nach diesem riesigen schon Monate dauernden Projekt kann ich dann auf 80% reduzieren. So gegen den September, Oktober hin. Ich muss nur schauen, dass meine anderen Ideen auch noch Platz haben, dann passt das. „But something always comes up.“ Nicht nur der Satz bleibt bei mir hängen.