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***** Das brilliante Debutalbum der englischen Supergroup, 1968 aufgenommen. Es ist noch sehr vom britischen mid/end60er Psychodelic-Rock beeinflusst, gut zu hören bei "One more rainy day" oder ihrer Interpretation vom Beatles-Song "Help". Doch auch die starke Hardrockseite ist deutlich erkannbar; das brilliante, von Hendrix beeinflusste "Mandrake root" steht dafür.
***** Knappe Fünf. Für ein Debutalbum ist dieses Machwerk trotz vier Coverversionen geradezu sensationell zu nennen. Man merkt das alle Mitglieder von Deep Purple (übrigens so benannt nach dem Lieblingssong von Ritchie's Oma) Könner ihres Fach waren. Rod Evans ist zwar kein Ian Gillan, aber dennoch überdurchschnittlich, die klassisch inspirierte Orgel von Jon Lord, die rasend schnellen Gitarrenläufe von Blackmore sowie Ian Paice an den Drums, das alles hatte schon den Anschein hier bei einem Debut einer ganz großen Band dabei zu sein. #24 in den USA. Dernière édition: 09.02.2007 20:18
**** Als sich Jon Lord, Ritchie Blackmore, Ian Paice, Nic Simper und Rod Evans 1968 in London unter dem Namen Deep Purple zusammentaten, konnte niemand ahnen, am wenigstens die Musiker selbst (in diesem Fall Lord, Blackmore und Paice), daß sie wenige Jahre später einer der führenden Rockgruppen waren und in die Musikgeschichte eingehen würden. Davon waren sie zum Zeitpunkt ihres Debütalbums „Shades Of Deep Purple“ allerdings noch weit entfernt. Die Musiker waren der breiten Masse weitesgehend unbekannt, lediglich der klassisch ausgebildete Organist Jon Lord und der Gitarrist Ritchie Blackmore waren in Insiderkreisen bekannt. Ende 1967 lernte Ritchie Chris Curtis, den ehemaligen Schlagzeuger von The Searchers kennen. Curtis arbeitete in London mittlerweile als Produzent und wollte eine eigene Gruppe auf die Beine stellen. Das dafür nötige Geld sollte von beiden Millionären John Coletta und Tony Edwards kommen. Dieses Angebot ließ sich Ritchie nicht entgehen und tat sich mit Chris Curtis zusammen. Als ersten Musiker für die zu gründende Band schlug er Jon Lord, einen Bekannten aus alten Hamburger Star-Club Zeiten, vor. Bassist Nic Simper und Sänger Rod Evans fanden sie durch eine Zeitungsanzeige. Doch ehe die Gruppe überhaupt loslegen konnte, bekamen Curtis und Blackmore einen heftigen Streit miteinander und Curtis warf das Handtuch. Als Ersatz engagierten Blackmore und Lord Ian Paice, den sie ebenfalls aus alten Hamburger Star-Club-Zeiten kannte. Im Februar 1968 konnte das Projekt Deep Purple endlich starten. Mit ihrem von Derek Lawrence produzierten Debütalbum, das einen zeitgenössischen Rock präsentierte, erregte die Gruppe sofort großes Aufsehen, vor allem in Amerika. Das Album beginnt mit der Blackmore/Lord-Komposition, dem Instrumental „And The Adress“. Das Stück beginnt sehr verhalten, mit einer brummenden Orgel. Wer denkt, jetzt gibt es Psychedelic a là Pink Floyd, der wird schnell eines Besseren belehrt. Nach dem Intro folgt aggressiver Rock, getragen von Ritchie Blackmores treibenden Gitarrenspiel. Die Joe South Nummer „Hush“ wurde Deep Purple erster Hit, in den USA kam das Stück im Spätsommer 1968 sogar bis in die Top 10. Die eigentlich poppige Nummer, im Oktober 1967 für Billy Joe Royal ein mittlerer Hit, geriet bei Deep Purple zu einem aggressiven Rocker, zu einem ihrer populärsten Stücke überhaupt. „One More Rainy Day“ klingt recht poppig, mit „Ba-Ba-Ba-Ba“-Chören im Hintergrund. Das Instrumental „Happiness“ geht nahtlos in die Cream Nummer „I’m So Glad“ über. „Mandrake Root“ zeigt schon alle Strukturen des späteren Deep Purple Erfolgssound aus. Allerdings leidet es etwas unter den nicht gerade überragenden stimmlichen Qualitäten Rod Evans. Fast verträumt beginnt Deep Purples Versions des Beatles Hits „Help“. Ihre Version ist sehr eigenständig und zeigt –ebenso wie „Hush“-, daß man auch aus eher durchschnittlichen Kompositionen ein Optimum herausholen kann, wenn man sich nur entsprechend Mühe gibt. Ob John Lennon und Paul McCartney ihr „Help“ in der Version Deep Purple gefallen hat? „Love Help Me“ ist ein solider Rocker. Dramatisch und bombastisch ist „Hey Joe“, der Jimi Hendrix Klassiker schlechthin, aufgebaut. Ihre Version ist wirklich klasse, aber an Jimis geniale Version kommt sie nicht heran. Mit „Shades Of Deep Purple“ haben Deep Purple ein wirklich ausgezeichnetes Debütalbum abgeliefert, das allerdings unter der schlechten Produktion arg leidet. Baß und Schlagzeug kommen schlecht rüber und auch Rod Evans Gesang spielt sich viel zu sehr im Hintergrund ab. Auch wenn die Aufnahme- und Produktionstechniken anno 1968 noch nicht so ausgereift waren, so gab es zum damaligen Teitpunkt wesentlich bessere Produktionen (siehe z.B. diverse Platten der Beatles oder der Stones).
**** die erste Purple Scheibe, von daher Kult. noch stark psychedelisch, hat nichts mit dem späteren heavy sound, für den sie berühmt sind, gleich.. insgesamt gut, aber nicht unbedingt Pflichtstoff..4+
***** Wurde nur in drei Tagen eingespielt. Und wie schon erwähnt, war das noch keine Hardrock-Scheibe (den erfand die Band erst mit 'Deep Purple In Rock') sondern typischer Sixties-Rock, teils progressiv, mit Pop, Psychedelic und Blueseinflüßen und auch Jon Lord's Vorliebe für Klassik zeigt sich hier schon ( in 'Prelude: Happiness'). Am besten gefallen mir die mitreißende Coverversion von Joe South's 'Hush', die rockige Eigenkomposition 'Mandrake Root' sowie die sehr eigenständigen Coverversionen von 'Help' und 'Hey Joe'. War musikalisch schon ein vielversprechender Beginn für die später dann weltbekannte Hardrockband.