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Alfred Momberts Leben gleicht äußerlich dem eines angepassten, bildungsbürgerlichen Deutschen des letzten Jahrhunderts: Gymnasium, Militärdienst, Studium der Rechte, Tätigkeit als Rechtsanwalt. Doch 1906 wagte er den Bruch und widmete sich fortan ganz seiner Dichtung. Momberts emphatischer Ton, die mystisch-visionäre Bildsprache begeisterten u.a. Martin Buber und Richard Dehmel, mit dem und dessen Frau ihn eine tiefe Freundschaft verband. Auch der aus der Winterthurer Unternehmerfamilie stammende Hans Reinhardt verehrte den Dichter, dem er seine ersten lyrischen Versuche zur Begutachtung sandte. Dies wurde der Beginn einer freundschaftlichen Beziehung, die zu mehreren Auftritten Momberts in der Literarischen Vereinigung Winterthur führte. Hans Reinhardt war es auch, der Mombert aus dem Lager Gurs herausholte, in das der jüdische Dichter im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion im Oktober 1940 deportiert worden war. Dem gesundheitlich angeschlagenen Mombert blieben danach nur noch wenige Lebensmonate, die er in der sicheren Schweiz verbrachte.
Dr. Philipp Theisohn, Oberassistent an der Professur für Literatur- und Kulturwissenschaft der ETH Zürich, wird den in Vergessenheit geratenen Dichter würdigen und der Schauspieler Helmut Vogel wird eine Auswahl seiner Gedichte rezitieren.