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Im Teilnehmerfeld des 25. Swiss Seniors Open in Bad Ragaz ist Paul Lawrie der einzige Majorturnier-Gewinner. Seine Erinnerungen an die British Open 1999 in Carnoustie sind noch lebhaft.
«Ich verstehe mich mit Jean van de Velde schon seit langem sehr gut. Wir sind befreundet», sagte Paul Lawrie am Donnerstag nach dem Pro-Am auf der Clubhaus-Terrasse. Van de Velde musste er erwähnen, denn der Franzose verschenkte damals in Carnoustie den sicher geglaubten British-Open-Sieg mit einem Triple-Bogey am 18. Loch, nachdem er unnötigerweise mit dem Driver attackiert hatte.
Zuletzt war Van de Velde der grosse Verlierer, der am meisten Gesprächsstoff hergab. Paul Lawrie war jedoch der grosse und verdiente Sieger. Der heute 54-Jährige aus Aberdeen bezwang im Stechen Jean van de Velde und den Amerikaner Justin Leonard, der zwei Jahre vorher das British Open gewonnen hatte.
Paul Lawrie erinnert sich noch an alles, was sich an jenem windigen Sonntag auf dem mit hohem Gras ungemein schwierig präparierten Platz abspielte. «Am schönsten und am wichtigsten war es für mich, dass mein Name auf dem Claret Jug eingraviert wurde. Ich bin sehr stolz darauf.» Der Claret Jug, eine Rotwein-Kanne, ist in der Tat die älteste Trophäe im individuellen Sport. Sie wird seit 1860 ausgespielt. Noch älter, neun Jahre älter als das British Open, ist der America’s Cup im Segeln.
Schottland hat über die Jahrzehnte laufend grossartige Golfer hervorgebracht. Dennoch gibt es ein Missverhältnis: Seit dem Zweiten Weltkrieg gewannen nur gerade zwei schottische Golfer Majors, also Turniere auf Grand-Slam-Stufe: Paul Lawrie 1999 die British Open und vor ihm Sandy Lyle die British Open 1985 und das US Masters 1988. «Ja, das ist eigentlich nicht normal», sagt Paul Lawrie. «Ich kann es mir nicht erklären, denn gute Spieler hatten wir ja wirklich immer.» Er denkt an herausragende Könner wie Colin Montgomerie und Sam Torrance. Vielleicht, sagt Paul Lawrie, sei es an den einzelnen Turnieren auch eine Frage von Glück und Pech gewesen. Gerade Montgomerie verpasste den grossen Wurf verschiedene Male sehr knapp.
Paul Lawrie hat in letzter Zeit nicht viele Turniere bestritten. Er lasse es in diesem Jahr bei sechs oder sieben Turnieren bewenden. Umso schöner wird es für die Zuschauer sein, ihn gerade in Bad Ragaz zu sehen, wo er zum ersten Mal antritt. Seine ersten Eindrücke sind nur positiv, er ist begeistert. So lobt er unter anderem den Platz. «Er ist in einem hervorragenden Zustand, und ich glaube, dass er für die Tour der Senioren perfekt ist.»