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Fans von Folk, Country und klassischem Rock aus den 1960er- und 1970er-Jahren kommen nicht um ihn herum: David Crosby. Nun ist der Sänger, Songschreiber und Gitarrist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das bestätigt Patricia Dance, eine Schwester von Crosbys Frau Jan Dance. Eine Todesursache wurde bisher nicht bekannt gegeben.
David Crosby wurde als Gründungsmitglied der Bands «The Byrds» und «Crosby, Stills & Nash» gleich zweimal in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. Crosby liess oft Jazz-Einflüsse in seine Musik einfliessen.
Gründer des Folk-Rock
Eines seiner Markenzeichen war die Art, wie er seine Gitarre nicht der Norm entsprechend stimmte – und so einen ganz eigenen Sound kreierte. Ein Sound, der spätere Generationen bis heute beeinflusst.
Crosby begann als Solokünstler und spielte überall in den USA in kleinen Bars. Bis er nach New York kam, dem Epizentrum der damaligen Folkbewegung. Dort musizierte er mit verschiedenen Gruppen, bis er schliesslich bei Jet Set landete. Die Band liess sich vom Folk und den Beatles inspirieren und kreierte so ihren ganz eigenen Sound: Später bekannt als Folk-Rock.
Mit Dylan-Song zum Erfolg
Ihr Manager Jim Dickson spielte ihnen 1964 eine Aufnahme von «Mr. Tambourine Man» von Bob Dylan vor. Ein Song, den die Band darauf coverte – und damit einen Plattenvertrag bekam. Mit diesem Schritt änderten sie auch ihren Namen zu «The Byrds».
Das Plattenlabel war nicht wirklich begeistert von den Musikern und liess ihre erste Single, das Cover des Dylan-Songs, von Studiomusikern einspielen. Die Single eroberte die Charts. Die restlichen Songs auf dem Debutalbum durften sie dann wiederum selbst spielen.
David Crosby begann erst auf dem dritten Byrds-Album Songs zu schreiben. Mit «Triad», einem Loblied auf die freie Liebe, traf er 1968 einen Nerv. Doch die Spannungen in der Band stiegen. Er wehrte sich gegen externe Songschreiber und anderen Bandmitglieder nervten sich über seine längeren politischen Ansprachen bei Konzerten. Crosby wurde von der Band rausgeworfen. «Es tat mir unglaublich weh, ich war gekränkt», sagte er später.
Einfluss bis in den Film
Damals spielte Crosby bereits regelmässig mit Stephen Stills. Sie begannen, gemeinsam Songs zu schreiben. Bei einer Party bei Joni Mitchell zu Hause lernten sie 1968 Graham Nash kennen und gründeten eine Band. Bereits mit dem ersten Album gewannen sie einen Grammy.
Ein weiterer Hit gelang ihm mit «Almost Cut My Hair», in dem er die Gegendkultur der damaligen Jugend hochleben liess. David Crosby hat einen riesigen Fussabdruck in der Popkultur hinterlassen, so soll er das Vorbild für Dennis Hoppers Charakter im Kultfilm «Easy Rider» gewesen sein.
Drogen und Krankheiten
Doch der Erfolg hatte auch Schattenseiten. So war er zur damaligen Zeit mindestens so bekannt für seinen Drogenkonsum (Heroin und Kokain). Auch wegen illegalen Waffenbesitzes sass er mehrmals im Gefängnis.
Gegenüber «People» erzählte er 1990 in einem Interview, wie er zu den Drogen kam: «Man entscheidet sich nicht einfach so, drogensüchtig zu werden. Ich hab ein bisschen Marihuana und psychodelische Sachen probiert. Es machte Spass. Irgendwann brauchte ich immer mehr – und ich hatte genug Geld, um mit die Drogen zu leisten.»
Crosby zahlte für seine Sucht einen hohen Preis. Er kämpfte mit Hepatitis C, 1994 brauchte er eine neue Leber. Er litt an Diabetes, wegen gesundheitlicher Probleme musste er immer wieder Tourneen absagen.
Auf der Bühne bis zum Schluss
Trotz allem stand er bis kurz vor seinem Tod noch auf der Bühne. Seine Stimme hatte nichts vom Glanz früherer Tage eingebüsst. 2022 kündigte er an, dass er zwar weiter Alben machen wolle, aber nicht mehr auf Tournee gehe.
David Crosby wurde 1941 in eine Künstlerfamilie geboren. Sein Vater war der berühmte Kameramann und Oscar-Gewinner Floyd Crosby («High Noon»). Mit 16 Jahren bekam er von seinem älteren Bruder seine erste Gitarre und begann zu üben. «Ich konnte einfach zwei Akkorde. Mehr brauchte es nicht. Zumindest nicht bis ich den Jazz entdeckte: Chet Baker, Dave Brubeck – plötzlich tat sich vor mir eine ganz neue Welt auf», sagte Crosby gegenüber «Mojo».