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ZUNFTGESCHICHTE
Man schrieb den 2.Juni 1248 als der Bischof von Basel, Ludwig von Rötteln, den Metzgern der Stadt ihren Stiftungsbrief überreichte. Mit diesem Brief gab er, dem Rat des Domkapitels folgend und mit dessen Billigung, seine Zustimmung zur von den Metzgern vorgelegten Ordnung. Er anerkannte damit die Zunft zu Metzgern.
Von da an sollte jeder der dieses Gewerbe betreiben wollte sich dieser Ordnung unterstellen, während jenen welche der Zunft nicht beitraten die Arbeit untersagt und der Zugang zum Mark verwehrt wurde. Der Bischof von Basel benannte einen Meister der den Zunftangehörigen vorstehen sollte. Die in der Stiftungsurkunde aufgeführten Vorschriften zum Gewerbe befassten sich hauptsächlich mit dem Fleischhandel.
Der Fleischhandel fand in den Scholen statt, dazu später mehr. In der Zunft unterschied man mehrere Gruppen - die Metzger, die Bräter und die Kuttler. Für letztere hatte man eigens eine gesonderte Ordnung erlassen. Sie betrieben exklusiv den Verkauf von Füssen und Innereien (etwa Lebern oder eben Kutteln) und ferner die Wursterei.
Handel in den Scholen
Vor Ende des 18.Jh war es Metzgern nicht gestattet Würste zu machen - Kuttler und Metzger betrieben ihre Gewerbe getrennt. Es gab in den frühen Tagen der Zunft in der Stadt zwei Metzgerlauben. Die sogenannte obere Schol, welche sich über dem Rümelinbach zwischen der Spalengasse (heute Spalenberg) und der Sattelgasse befand.
Sie wurde während des Konzils zu Basel an den Barfüsserplatz verlegt. Die grosse Schol ist seit 1317 belegt und lag über dem Birsig zwischen der Sporengasse (mit der Vergrösserung des Marktplatzes verschwunden) und der Sattelgasse. Eine Schol war eine grosse Fleischhalle der ein Schindhaus angegliedert war, wo die Tiere nach der Kontrolle durch den Fleischschauer geschlachtet wurden.
Die Lage direkt über dem Birsig brachte auch Ungemach mit sich. 1529 schwemmte ein Hochwasser Metzgerbänke und Tröge davon und riss ebenso die Schintbrücke hinfort. Die Kleinbasler hatten eine eigene Schol am Kopf der alten Rheinbrücke. In den Scholen wurde das Fleisch auf Bänken verkauft die sich im Besitz der Stadt befanden.
Erbliche Bänke
Gegen einen entsprechenden Zins mussten sie die Metzgermeister mieten um dort mit einem solchen "Banklehen" den Verkauf ihres Fleisches zu betreiben. Jeder Metzger konnte nur eine Bank mieten damit sich niemand ein Monopol schuf. Allerdings vergab der Rat einzelne Bänke als Erblehen an zünftige Metzger, wodurch mit der Zeit bestimmte Familien zunehmend an Einfluss gewannen.
Ohne eine Bank galt man in der Zunft nicht als vollwertig und wurde in der Zunftordnung als "ungemetzget" betiteln. An der im 19.Jh aufgehobenen Sporengasse Nummer 10 hatten die Metzger ihr Zunfthaus. Es wurde um 1375 "zum Regenbogen" genannt und lag direkt hinter der grossen Schol. Ab 1423 gehörte es bis 1887 der Zunft. Dann erwarb es der Staat für 30'000 Franken um es abzureissen.
Renitente Metzger
Im Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln wie etwa dem Mehl, blieb das Fleisch lange frei von indirekter Besteuerung. 1451 war es damit vorbei, seit dann hatten die Metzger jeweils am Montag im Rathaus das "Metzger-Umgeld" abzuliefern. Die Basler Metzger sollen bei der Obrigkeit als besonders renitent betrachtet worden sein, denn es kam oft zu Reibereien zwischen der Zunft und dem Rat.
Auch ein kriegerischer Zug habe sich in iden Reihen der Metzgerzunft immer wieder gezeigt. So sei es 1444 etwa der Metzger-Zunftmeister Hans Einfaltig gewesen, der während der Schlacht von St.Jakob den zaghaften Rat überging und vor dem Rathaus das Banner ergriff und die gerüsteten Bürger den Eidgenossen zur Hilfe aus der Stadt führte.
Mit dem Bau des von den Metzgern vielbekämpften Schlachthofes an der Elsässerstrasse 1868/69 nahte das Ende der rückständigen Methoden im Fleischverkauf und in der Fleischversorgung. Nun büssten die Metzger ihre lange gehüteten besonderen Rechte ein, und der Fleischhandel wickelte sich immer weniger in den Scholen ab.
Stattdessen kamen private Metzgerländen auf, die es bisher in der Stadt nicht gegeben hatte. Die Scholen wurden 1871 aufgehoben und danach bis 1887 nur noch als Verkauflokale genutzt. Die Schol an der Sporengasse wurde 1888 abgerissen.
text von altbasel.ch
AUS DER GESCHICHTE DER ZUNFT
1248
Erhalt Stiftungsbrief der Metzgerzunft vom Stadtherren, Bischof von Rötteln.
1365
Schlachtverordnung; in der Stadt gekauftes Vieh muss in der Stadt verkauft oder in der Schol geschlachtet werden.
1423
Erwerb des Zunfthauses "Zum Regenbogen" an der Sporengasse.
1444
Meister Hans Einfaltig führt die zaudernden Basler in die Schlacht zu St. Jakob.
1451
Metzger-Ungeld = Fleisch Steuer eingeführt.
1529
Birsig-Hochwasser zerstört die grosse Schol.
1620
Eine besondere Schol für auswärtige Metzger wird eingerichtet, das sogenannte "Ferbhaus" an der Schifflände.
1653
17. Dezember, der Rat erlässt eine Metzgerordnung (Festlegung der Fleischpreise und des verhaltens der Metzger). Schliessung des "Ferbhaus".
1677
Zunftbanner (heute im historischen Museum Basel).
1798
Aufhebung des Zunftwesens durch die helvetische Republik.
1803
Wiedereinführung der Zünfte unter der Mediationsverfassung.
1836
Brätrecht der Rebleuten und Gartnern erlischt, das Wursten wird ausschliesslich Sache der zünftigen Metzgermeister.
1868
Baubeginn des Schlachthofes an der Elsässerstrasse.
1871
Eröffnung des Schlachtshofes, Schliessung der Scholen.
1874
Bestimmung der Gemeinden und Quartiere als Wahlkörper
des grossen Rates.
1881
Unterstellung der Zünfte unter die Aufsicht des Bürgerrates.
1887
Schliessung der letzten Scholen. Kauf des Zunfthauses durch die Stadt und Abbruch zur Erweiterung des Marktplatzes.
1924
Neues Zunftbanner.
1948
700 Jahre E. E. Zunft zu Metzzgern.
1975
Neues Zunftbanner.
1983
Einweihung der Zunftstube im Metzgerhaus.
1998
750 Jahre E. E. Zunft zu Metzgern.
2010
Verlust der Zunftstube, Verkauf an die Bell AG Basel.
2015
Neues "Allwetter" Zuntbanner.