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Trotz der politischen Eiszeit zwischen Peking und Tokio haben die beiden rivalisierenden Länder mit der Vernichtung japanischer Chemiewaffen begonnen. Das Arsenal aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs wird seit Montag im ostchinesischen Harbaling unschädlich gemacht, wie japanische Regierungskreise mitteilten.
Demnach handelt sich um schätzungsweise 300'000 bis 400'000 in der Volksrepublik hinterlassene Chemiewaffen der japanischen Armee. Geld, Technik und Expertise für die Entsorgungsanlage kommen aus Japan, vor Ort verrichten Fachleute aus beiden Ländern die heikle Arbeit gemeinsam.
Gefährliche Hinterlassenschaft
Die Zeitung «Beijing Times» berichtete unter Berufung auf einen japanischen Gelehrten, Japan habe von 1931 bis 1945 insgesamt 7300 Tonnen Giftgas für den Bau von rund 7,5 Millionen Chemiewaffen eingesetzt.
Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte einen Regierungsvertreter Pekings mit dem Vorwurf: «Diese Waffen zu hinterlassen, war eines der schweren Kriegsverbrechen, das die japanischen Invasoren bei ihrem Einmarsch in China begangen haben.»
Immer wieder aufgeschoben
Tokio und Peking hatten 1999 vereinbart, die Restbestände auf Kosten der japanischen Staatskasse zu vernichten. Eigentlich hätte dieser Prozess schon bis 2007 abgeschlossen sein sollen, später wurde die Frist aber zunächst auf 2012 und danach nochmals weiter nach hinten verschoben.
Inzwischen ist das Verhältnis zwischen beiden Regierungen so frostig wie seit Jahren nicht, da neben der unterschiedlichen Geschichtsdeutung zur japanischen Militärbesatzung im 20. Jahrhundert auch Territorialdispute über eine beidseits beanspruchte Inselgruppe die diplomatischen Beziehungen belasten.
(sda/gku/me)