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Forscher der RMIT University haben in Anlehnung an Vorarbeit des Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine Kapsel für Medikamente mit sehr großen Molekülen entwickelt, die insbesondere Diabetiker oral einnehmen können. Bisher muss Insulin per Spritze verabreicht werden, weil das Medikament oral eingenommen zerstört würde, ehe es seine Wirkung entfalten kann.
pte.
"Allein in Australien benötigen Tausende Diabetiker oft mehrmals täglich Insulininjektionen, die für den Patienten unangenehm sind und zu hohen Gesundheitskosten führen", sagt RMIT-Professorin Charlotte Conn.
Die Kapsel schützt das Medikament in ihrem Inneren vor den aggressiven Magensäften, sodass es unbeschadet in den Dünndarm gelangt, wo es seine Wirkung entfaltet.
Die Kapsel ist so gestaltet, dass sie das Medikament mit Verzögerung freigibt, sodass die Wirkung über einen gewissen Zeitraum erhalten bleibt. "Die Kapsel hat eine spezielle Beschichtung, die so konzipiert ist, dass sie in der Umgebung des Magens mit niedrigem pH-Wert nicht zerstört wird, bevor die höheren pH-Werte im Dünndarm die Auflösung der Kapsel auslösen", so Mitentwicklerin Jamie Strachan.
Ähnlich COVID-19-Impfstoffen
Das Insulin selbst verpacken die Forscher in ein fetthaltiges Nanomaterial, das das Insulin tarnt, sodass es die Darmwand passieren kann. Die Vorgehensweise ähnelt der bei COVID-19-Impfstoffen von Pfizer und Moderna, bei der die mRNA in diesen Impfstoffen auch in Fetten verpackt ist, was dazu beiträgt, die Medikamente während der Verabreichung im Körper aktiv und sicher zu halten. Auch sie würden ohne Tarnung vorzeitig zerstört", weiß Conn.
Bei präklinischen Tests seien hervorragende Ergebnisse erzielt worden. Deshalb würden die präklinischen Tests jetzt intensiviert, um so schnell wie möglich zu Versuchen an Menschen zu kommen.
Foto: Widerstandsfähige Kapsel von RMIT-Forschern, die Insulin vor Magensäften schützt (Foto: rmit.edu.au)