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Er ist der König der Berge - kräftig und stolz. Der Steinbock ist Symbol für die Alpen und für Pontresina zugleich. Doch das war nicht immer so. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verschwand das edle Tier allmählich im europäischen Alpenbogen. Steinböcke gab es nur noch im Jagdrevier Gran Paradiso des italienischen Königs im Aostatal. Der Mensch hatte den Steinbock ausgerottet.
1906 kamen die ersten Steinböcke wieder in die Schweiz: Wilderer brachten - im Auftrag von angesehenen Schweizer Persönlichkeiten - illegal gefangene Kitze aus dem Aostatal nach St. Gallen. Dies war der Beginn der wohl erfolgreichsten Wiederansiedlung einer beinahe ausgerotteten grossen Säugetierart in ihrem angestammten Verbreitungsgebiet. Im Jahr 2006, genau 100 Jahre nach der Wiederansiedlung wurden unter anderen Orten auch in Pontresina Steinböcke eingefangen, um sie den Italienern "zurückzugeben". Das Geschenk galt als symbolische Wiedergutmachung dafür, dass die Schweiz – mit Unterstützung der Bundesbehörden – während 50 Jahren illegal Steinböcke aus Italien bezogen hat.
Heute weilt im Albrisgebiet, im Val Languard, die grösste Steinwildkolonie der Schweiz mit rund 1'600 Tieren. Im Frühjahr wagt sich das Steinwild sogar bis ins Dorf hinunter wo man es ohne grosse Mühe beobachten und bestaunen kann.
Übrigens gehört der Alpensteinbock zur Gattung der Ziegen. Das männliche Tier wird bis zu 100 kg schwer und verfügt über ein imposantes und gebogenes Gehörn, welches bis zu einem Meter lang wird. Die Steingeiss hingegen wiegt nur etwa 40 kg und besitzt viel kleinere Hörner. In den Alpen ist die Fortpflanzungszeit im Dezember und Januar. Die Jungen kommen im Mai oder Juni zur Welt.
Seit der Braunbär aus unseren Wäldern verschwunden ist, gilt der Rothirsch hierzulande als das grösste Säugetier. Dieses imposante Tier trägt ein eindrucksvolles Geweih zur Schau und passt sich gut an die Höhenverhältnisse an. Nachdem der Rothirsch um 1850 in der Schweiz fast ausgerottet war, bewohnt er heute wieder einen grossen Teil der Bergwälder.
Hirschkühe trifft man meistens in Rudeln mit den Kälbern und den Jungtieren des vergangenen Jahres an. Rothirschstiere leben mit Ausnahme der Brunftzeit in männlichen Rudeln. Das Geweih der männlichen Tiere dient als Imponier- und Kampforgan. Hirsche tragen vom zweiten Lebensjahr an bis an ihr Lebensende ein Geweih.
Besonders interessant ist die Brunftzeit, welche zwischen Mitte September und Mitte Oktober stattfindet und ein Schauspiel der besonderen Art ist. Die Stiere sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. In Gebieten, wo sie wenig gestört werden, kann Brunft und Paarung auch am Tag beobachtet werden. Im Val Trupchun, der Hirscharena der Alpen, bietet der Schweizer Nationalpark geführte Wanderungen an.
Link zu geführten Wanderungen im Nationalpark:
Die Alpenmurmeltiere findet man auf Alpweiden und subalpinen Rasen. Um sich im deckungsarmen Gelände vor Feinden zu schützen, sind Murmeltiere auf ihre Bauten angewiesen. Bei Gefahr verschwinden sie blitzschnell im Bau nicht ohne die anderen mit einem Pfiff zu warnen. Murmeltiere leben in Familienverbänden, die über Jahre zusammenbleiben. Ende September ziehen sie sich in den gut ausgepolsterten Winterbau zurück und halten einen Winterschlaf.
Der Bartgeier wurde im 19. Jahrhundert in den Alpen ausgerottet. Dieser früher fälschlicherweise als Räuber und "Lämmergeier" verschriene Vogel lebt in Wirklichkeit von Aas und Knochen. Die Spannweite seiner Flügel umfasst rund 3 Meter.
Seit 1986 werden in den Alpen im Rahmen eines internationalen Projekts wieder Bartgeier ausgesetzt, 1991 erstmals auch im Nationalpark. Bisher sind in der Region Engadin / Nationalpark / Stilfserjoch an die 30 Bartgeier aus Naturbruten ausgeflogen.