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Lausannevirus
Ein Riese!
Das Lausannevirus ist ein riesiges Virus das 2011 von Forschern am Institut für Mikrobiologie der Universität Lausanne in einer Wasserprobe des Flusses Seine in Paris entdeckt wurde. Viren sind normalerweise bis zu 1000-mal kleiner als Bakterien. In den letzten 15 Jahren wurden jedoch neue Klassen riesiger Viren entdeckt, deren Grösse diejenige einiger Bakterien übertreffen kann.
Das Lausannevirus vermehrt sich sehr rasch im Inneren von Amöben1, die im Wasser vorkommen. In weniger als 24 Stunden kann das Lausannevirus infizierte Amöben komplett zerstören; dabei werden Millionen von neuen Viruspartikeln freigesetzt.
Bisher wurde keine Krankheit beschrieben
Wir wissen bisher nicht ob dieses neue Virus eine Krankheit beim Menschen verursachen kann. Obschon Kontakt mit dem Virus bei einigen Personen die Produktion von spezifischen Antikörpern2 auslöst, wurde bisher von keinem ernsthaften Erkrankungfall berichtet.
Die Erforschung neuer Mikroben ist oft langwierig und es können mehrere Jahre vergehen, bevor ein ursächlicher Zusammenhang mit einer bestimmten menschlichen Erkrankung hergestellt werden kann. Es ist aber auch gut möglich, dass das Lausannevirus eine Umweltmikrobe ist, von der keinerlei Gefahr für den Menschen ausgeht.
Amöbe1 = Kleiner einzelliger Organismus der sich frei bewegen kann und natürlicherweise in unserer Umwelt anzutreffen ist, vor allem in Gewässern und Feuchtgebieten. Einige Bakterien und Viren sind in der Lage sich im Innern von Amöben zu vermehren, weshalb letztere ein wichtiges Reservoir für Mikroben darstellen.
Antikörper2 = Moleküle, die von einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen nach einer Infektion oder Impfung produziert werden. Sie erkennen körperfremde Substanzen und helfen, uns vor ihnen zu schützen.