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Christliche Wissenschaft (Christian Science)
Begründerin der Christlichen Wissenschaft war die Amerikanerin Mary Baker Eddy (1821-1910). Sie lebte im puritanisch-religiösen Milieu der Ostküste der USA und suchte aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme nach neuen Heilmethoden. Durch die Bekanntschaft mit dem Geistheiler Phineas Parkhurst Quimby (1802-1866) besserte sich ihr Zustand und sie lernte zugleich sein idealistisch-spiritualistisches Gedankengut kennen. Einen lebensbedrohenden Sturz überlebte sie gemäss Eigenaussagen durch Selbstheilung und durch die Lektüre eines Heilungsberichts Jesu in der Bibel. Überzeugt davon, dass Gott sie geheilt habe, erforschte sie die Heilige Schrift, um die vermutete zugrunde liegende Gesetzmässigkeit zu verstehen. Ihre Auffassungen hielt Mary Baker Eddy 1875 in ihrem Hauptwerk «Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift nieder». Ein Jahr später gründete sich eine Vereinigung, die1892 in die «Erste Kirche Christi, Wissenschaftler», landläufig bekannt als Christliche Wissenschaft. Ziel der Kirche ist das, «das ursprüngliche Christentum und sein verloren gegangenes Element des Heilens wiedereinzuführen», wie es heisst. Die Christliche Wissenschaft ist seit 1907 mit ersten Vereinigungen in Zürich und Basel (1913) tätig. In der Schweiz dürften etwa ein Dutzend hauptberufliche Praktiker sein und insgesamt 23 Kirchen und Vereinigungen. Im Zentrum der «Zeugnisversammlungen», wie die zweimal monatlich stattfindenden Zusammenkünfte bezeichnet werden, stehen Erfahrungsaustausch über Heilungen und Lösung von Alltagsproblemen. Zudem steht Interessierten ein Leseraum zur Verfügung, in dem die Bücher von Mary Baker Eddy und die Bibel gelesen werden können.
«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 22.11.2016