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Der akute Schiefhals
Neben dem angeborenen, muskulären Schiefhals (Torticollis) bei Neugeborenen bzw. Säuglingen gibt es auch den akuten Schiefhals im Kindesalter. Das Kind kann dann z.B. morgens nach dem Erwachen den Hals auf einmal nur noch unter Schmerzen bewegen. Es bleibt in einer Schonhaltung und hält den Nacken steif zu einer Seite, es fällt ihm schwer, den Kopf zu beugen, um auf den Boden zu schauen. Das Kind hat kein Fieber. Es kann aber geschwollene Halslymphknoten und Bäckchen und Schmerzen beim Kauen und Schlucken haben.
Die wichtigste Massnahme bei einer Nackenverspannung ist Wärme, denn sie fördert die Durchblutung und entspannt. Geben Sie dem Kind einen warmen Schal oder besser noch einen warmen Umschlag um den Hals. Dafür mehrere Lagen Watte locker um den steifen Hals wickeln und mit einer Mullbinde fixieren.
Gegen starke Schmerzen hilft Ibuprofen oder Paracetamol. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin kann auch eine muskelentspannende Salbe verschreiben. Stellen Sie zusätzlich durch stützende Kissen sicher, dass Ihr Kind im Sitzen und Schlafen eine korrekte Körperhaltung beibehält. Nach wenigen Tagen sollten die Symptome abgeklungen sein. Falls nicht, sollten Sie Ihr Kind ärztlich untersuchen lassen.
Am häufigsten entsteht dieser „steife Hals“ durch Muskelverspannungen nach einer falschen Bewegung, einem Schlag oder einer Verletzung, nach Zugluft und Kälte oder im Rahmen einer Infektion im Bereich von Rachen, Ohr (Mittelohrentzündung) oder Hals auftreten. Dann kommt es zu einer Verrenkung im Halswirbelsäulenbereich (C1/C2-Rotationssubluxation). Eher seltene Gründe sind rheumatische Erkrankungen der Halswirbelsäule, eine akute Verkalkung der Bandscheibe, eine Fehlbildung der Wirbelkörper und eine Augenmuskellähmung, die das Kind zur Kopfschiefhaltung veranlassen kann, um Doppelbilder zu vermeiden.
WICHTIG: Bei einem steifen Nacken im Kindesalter muss immer eine Hirnhautentzündung ausgeschlossen werden! Denn Nackensteifigkeit ist eines der frühesten Symptome für die Meningitis. Sie liegt vor, wenn ein Kind sein Kinn nicht mehr auf die Brust beugen kann oder auf dem Rücken liegend mit der Nasenspitze nicht mehr sein Knie erreicht. Wenn Sie Ihrem Kind in der Rückenlage den Kopf anheben, wird es über Schmerzen klagen. Die Nackensteifigkeit sollte dringend vom Kinderarzt abgeklärt werden. Mehr über die Symptome einer Hirnhautentzündung…
Letzte Aktualisierung : 29-12-18, BH