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Bei den ersten Hürdenläufen, um 1830 in England, wurden auf einer 100-Yards-Strecke hölzernen Barrieren aufgestellt. Erste Standards wurden 1864 in Oxford und Cambridge festgelegt: Die Streckenlänge betrug 120 Yards (109,72 Meter), darauf waren zehn Hürden mit einer Höhe von 3 Fuß, 6 Zoll Höhe (1,06 Meter) aufgestellt. Nachdem bei Wettkämpfen in Frankreich ab 1888 auf die 110 Meter aufgerundet wurde, waren damit weitgehend die bis in die Gegenwart erhaltenen Abmessungen beschrieben. In Deutschland wurden bis 1907 Hürden von 1,00 Meter Höhe verwendet, danach wurde die international übliche Höhe von 1,06 Metern anerkannt.
Hürdenlauf ist ein Zwangslauf, da durch die vorgegebenen Hürdenabstände und Hürdenhöhen der Laufrhythmus nicht individuell gewählt werden kann. Die bessere Bezeichnung ist allerdings Hürdensprint, da es sich um Sprinttechnik und dem entsprechend hohe Geschwindigkeiten handelt. Daher auch Zwangssprint. Meisterschaftswettbewerbe sind der kurze (100- bzw. 110-m-) und der lange Hürdensprint (400m). Dabei müssen unabhängig von der Laufdistanz jeweils 10 Hürden überlaufen werden. In der Halle beträgt die Hürdendistanz 60m.
Was die Lauftechnik angeht, so kommt es darauf an, dass nicht übersprungen, sondern überlaufen wird. Der Abdruck in die Hürde erfolgt aus relativ aufrechter Körperhaltung mit sprintähnlichem Fussaufsatz. Das stark gebeugte Schwungbein wird vorwärts-aufwärts gezogen, bei gleichzeitiger Streckung des Abdruckbeines. Der Führungsarm wird weit nach vorne gebracht. Nach Verlassen des Bodens wird die Vorlage des Oberkörpers vergrössert, der Schwungbeinunterschenkel pendelt nach vorne, der Gegenarm wird neben dem Körper blockiert.
Zwischen den Hürden muss ein möglichst gleichmässiger Rhythmus eingehalten werden. Der Zwischen-hürdensprint findet mit hohem, frequenz- und vorwärtsorientiertem Knieeinsatz statt, wobei die Körper-position beibehalten werden sollte und die Arme eng am Körper geführt werden. Nach der Hürdenüberquerung ist für einen möglichst optimalen Übergang zum Zwischenhürdensprint ein möglichst druckvoller erster Schritt notwendig. Zur optimalen Vorbereitung der Hürdenüberquerung ist ein verkürzter letzter Schritt notwendig. Im 110- bzw. 100-m-Hürdenlauf besteht der Zwischenhürdensprint jeweils aus drei Schritten zwischen den Hürden, bei den 400 m der Männer wird ein 13er- bis 15er-Rhythmus gelaufen, bei den Frauen 15er- bis 17er-Rhythmus. Ein ungerader Rhythmus zwischen den Hürden sorgt dafür, dass man immer mit dem gleichen Schwungbein über die Hürde geht und nicht das Bein wechseln muss.
Es gibt wenige Läufer, die mit beiden Beinen technisch gleich gut als Schwungbein über die Hürde laufen können. Bei einer sauberen Hürdentechnik ändert sich die Lage des Körperschwerpunktes kaum. Erreicht wird dies durch das Abklappen des Oberkörpers über der Hürde bei gleichzeitigem Anreißens des Schwungbeins.