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Nachfahren aus Übersee entdecken nach 167 Jahren die einstige Heimat ihrer ausgewanderten Urahnen.
WERNER HAGMANN, Zürich/Sevelen
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verliessen unsere Vorfahren zu Hunderten ihre angestammte Heimat. Meist gaben drückende Armut und fehlende Perspektiven den Ausschlag – ähnlich wie heute bei den «Wirtschaftsflüchtlingen» aus vorwiegend aussereuropäischen Gebieten. Auf der Suche nach ihren Wurzeln fand eine Familie aus Kalifornien, kürzlich den Weg in die Heimat Ihrer Vorfahren.
Kaum hatte sich der Horizont am Pandemie-Himmel etwas gelichtet, erhielt ich am 4. Juli 2021 eine Anfrage aus Amerika mit dem Betreff «Historiker gesucht», wobei das stellenweise etwas holprige Deutsch das Resultat einer «maschinellen» Übersetzung sein dürfte:
«Sehr geehrter Herr Hagmann,
Ihre Kontaktdaten wurden mir vom Rathaus Sevelen mitgeteilt. Ich bin daran interessiert, einen Historiker einzustellen, der mir bei der Erforschung meiner Familienvorfahren helfen kann, die in der Gegend von Grabs und Sevelen (Kanton St.Gallen) [lebten], bevor sie 1854 in die Vereinigten Staaten auswanderten. Ich habe einige grundlegende Informationen über meine Familie, Nachnamen Vetsch und Berger, einschliesslich Geburt und Heirat Aufzeichnungen der reformierten Kirchen in der Umgebung. Ich habe auch eine detaillierte schriftliche Familiengeschichte mit Informationen, dass sie Käser waren. Wenn Sie mir helfen können oder jemanden kennen, der es ist, lassen Sie es mich bitte wissen.
Philip Robinson»
Anfragen von Abkömmlingen von Auswanderern habe ich schon wiederholt erhalten. Aber zum ersten Mal wollte mich jemand zwecks Nachforschungen «einstellen». Ich machte Philip (Phil) Robinson klar, dass ich mich aus Zeitgründen auf ein derartiges Engagement mit den sich daraus ergebenden unabsehbaren Verpflichtungen nicht einlassen könne, ihn aber im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne unentgeltlich unterstütze.
Familie Vetsch-Berger – 1854 der Heimat den Rücken gekehrt
Nach etwas konkreteren Angaben zu seinen Vorfahren begann ich in den über das Staatsarchiv St.Gallen online zugänglichen Kirchenbüchern und Bürgerregistern zu recherchieren. Da die Familien Vetsch und Berger ursprünglich aus Grabs beziehungsweise Salez stammen, kontaktierte ich zusätzlich Mathäus (Debis) Lippuner vom Ortsarchiv Grabs und Michael Berger, der sich mit der Genealogie der Bürgergeschlechter der Gemeinde Sennwald befasst.
So liess sich die Geschichte der Werdenberger Vorfahren der Robinsons in groben Zügen rasch rekonstruieren: 1854 wanderten Johannes (1806–1857) und Elisabeth Vetsch-Berger (1819–1881), die Ururururgrosseltern von Phil Robinson, von Sevelen nach Amerika aus. Mit dabei waren ihre fünf damals noch lebenden Kinder – zwei waren bereits früher verstorben, während der kaum einjährige Sohn Niklaus den Tod auf der Überfahrt fand. Sein Leichnam soll, als er zur Seebestattung über Bord geworfen wurde, sogleich von einem Hai geschnappt worden sein. Jedenfalls wurde diese makabre Anekdote in der Familie mündlich bis in die Gegenwart überliefert. Ziel der Reise der Emigranten war Ashford im US-Bundesstaat Wisconsin nordwestlich der Stadt Milwaukee im Mittleren Westen, der den Grossteil der Schweizer Überseeauswanderung im 19. Jahrhundert aufgenommen hatte.
Besuch in der alten Heimat
Phil Robinson hatte zwar schon nach seinen Vorfahren aus Deutschland geforscht und deren Herkunftsregionen bereist, nämlich Ravensburg nahe der Schweizer Grenze und Roldisleben in Thüringen (Ortsteil von Rastenberg). Dass er auch Vorfahren aus der Schweiz hat, wurde ihm hingegen erst in den letzten Jahren bewusst, obwohl er schon zuvor wiederholt die Schweiz bereist hatte und hier sogar langjährige persönliche Kontakte pflegt. Nicht einmal anderthalb Monate nach der ersten Anfrage reiste Phil Robinson mit seinen beiden Töchtern Hannah und Hollis in die Schweiz. Erste Station war Zürich, wo ich sie am Freitagnachmittag, 13. August, an meiner Arbeitsstätte, dem Archiv für Zeitgeschichte an der ETH Zürich, empfangen habe. Dort erhielten sie einen Einblick in einige Quellenbestände zur Schweizer Geschichte im 20. Jahrhundert. Anschliessend stand eine Führung durch das Zürcher Hochschulquartier auf dem Programm.
Grabs – vom Ortsarchiv-Keller hinauf in die Glockenstube
Am Wochenende vom 14. und 15. August folgte der Besuch im Werdenberg. Die Robinsons trafen am frühen Samstagnachmittag in Grabs ein, von wo der ausgewanderte Urahn Johannes Vetsch stammt. Debis Lippuner, ehemaliger Präsident der Ortgemeinde, zeigte den Besuchern verschiedene alte, im Ortsarchiv untergebrachte Dokumente mit Bezug zu Robinsons Vorfahren, darunter die Familienregister, aber auch das Protokollbuch des Ortsverwaltungsrats. Daraus wurde ersichtlich, dass Vetsch zu jenen Auswanderern gehörte, die den Reisevertrag auf eigene Faust direkt mit einem Auswanderungsagenten abgeschlossen hatten und dass die Reise nicht durch die Gemeinde unterstützt wurde. Debis Lippuner schrieb mir dazu: «Im Gegensatz zu vielen anderen Fällen hat die OG [Ortsgemeinde] diesen […] Personen nicht die Überfahrt organisiert respekt. finanziert, sondern nur ihren Bürgernutzen auf zehn Jahre gepachtet respekt. für die Auswanderer verpachtet. Sie konnten […] mit ihrem eigenen Vermögen die Überfahrt und andere Reisekosten selbst bestreiten und schlossen daher ohne OG den Reisevertrag ab.» Demnach dürften die Vorfahren der Familie Robinson für damalige Verhältnisse nicht zu den wirklich Armen gehört haben.
Johannes Vetsch war 1854 bereits 48 Jahre alt – für einen Auswanderer damals ein recht hohes Alter. Diese waren mehrheitlich jung, oft noch ledig oder junge Paare. Über die Gründe der Auswanderung lässt sich nur spekulieren. Bittere Not und fehlende Perspektiven (ansonsten meist die Hauptmotive) scheinen jedenfalls nicht im Vordergrund gestanden zu haben.
Die Namen der eigenen Vorfahren in uralten Dokumenten zu finden, machte Phil Robinson und seinen Töchtern sichtlich Eindruck, so dass die Zeit im Nu verflog und um ein Haar der ehrgeizige Zeitplan aus dem Lot geraten wäre. Nachdem wir aus dem im Kellergeschoss gelegenen Archivraum wieder ans Tageslicht getreten waren, begaben wir uns zu einem Rundgang ins Oberdorf, jenem Grabser Ortsteil, wo Johannes Vetsch sehr wahrscheinlich aufgewachsen ist. Obwohl Debis Lippuner die «Sippenzugehörigkeit» (Chäschperlis) ermitteln konnte, liess sich das Wohnhaus der Familie Vetsch nicht mehr ausfindig machen.
Zum Schluss zeigte uns Daniel Saluz, Mitglied der Grabser Kirchenpflege und ebenfalls Historiker, noch die grosszügig dimensionierte Pfarrkirche, die mit Ausnahme des älteren Chors um 1901 neu erbaut wurde. Dabei wusste er allerhand Wissenswertes zur deren Geschichte zu berichten. Ein Highlight für die interessierten Besucher war zweifellos der Aufstieg in den Turm bis hinauf zur Glockenstube, wo das gewaltige Geläut aus nächster Nähe bestaunt und berührt werden durfte.
Sevelen – der Gemeindepräsident öffnet das Archiv
Danach war es höchste Zeit zur Weiterfahrt nach Sevelen. Dorthin übersiedelten Johannes und Elisabeth Vetsch-Berger nach ihrer Heirat, und von dort traten sie 1854 die Reise über das grosse Wasser an. Wieso sich das junge Ehepaar in Sevelen niederliess, ohne dass ein erkennbarer familiärer Bezug bestand, bleibt ungeklärt.
Beim Rathaus erwartete der Seveler Gemeindepräsident Edi Neuhaus die Besucher. Er hiess sie herzlich willkommen in der Wohngemeinde ihrer Vorfahren und überreichte ihnen als kleines Präsent aus der Region einen Seveler Bienenhonig sowie eine Broschüre zur alten Seveler Rheinbrücke. Obwohl es bereits am späteren Samstagnachmittag war, öffnete uns das Gemeindeoberhaupt bereitwillig das Archiv, wo wir unter anderem das damalige Taufregister, einen grossformatigen, schweren Band, einsehen konnten. Dort sind alle sieben Kinder des Ehepaars Johannes und Elisabeth Vetsch-Berger eingetragen – zwei davon starben noch im Kleinkindalter in Sevelen. Besonders aufschlussreich an diesen Einträgen ist, dass sich jeweils auch Angaben zum Wohnort finden. Demnach wechselte die Familie mehrmals die Adresse innerhalb der Gemeinde – zuerst lebte sie im «Dorf», dann am «Berg», anschliessend erneut im Dorf und schliesslich während mehrerer Jahre bis zu Auswanderung wieder am Seveler Berg.
Anschliessend begaben wir uns zur Seveler Pfarrkirche, wo alle sieben Kinder des Auswandererpaares von den Pfarrherren Joh. Jakob Ludwig Fay und Kaspar Lorenz Hess getauft worden sind, darunter auch Agatha Vetsch (1842–1909), die Urururgrossmutter von Phil Robinson, die sich in Amerika mit Johannes Otto Edinger (1831–1906) aus dem unweit des Bodensees gelegenen Ravensburg verheiratete.
Täsche, Hüseren und Steig – Erkundungen am Seveler Berg
Am frühen Samstagabend fuhren wir mit Phil Robinsons Mietauto die schmale Strasse den Seveler Berg hinauf, wo sich aufgrund der Taufregistereinträge zwei Wohnorte etwas konkreter bestimmen liessen: 1847 ist Täsche als Wohnadresse ausgewiesen. Dort, wo die Bergstrasse eine scharfe Kurve macht, beim sogenannten Täschenrangg, steht ein winziges Häuschen. Auf dem Vorplatz sitzt ein Mann, den ich anspreche, uns kurz vorstelle und frage, ob wir ein Foto machen dürfen, worauf er erwidert: «Jo selpferschtändligg! Ihr chonn gärn o iachuu.» Gerne nehmen wir diese willkommene Einladung an. Der Hausherr stellt sich als Grabser Kaminfegermeister Paul Grässli vor, gewiss kein Unbekannter im Werdenberg und auch darüber hinaus, auch wenn ich ihn «in Zivil» nicht erkannt habe. Neben seiner Berufstätigkeit hat er sich als Poet einen Namen gemacht. Und seit 2021 amtet er zudem als «höchster Kaminfeger» der Schweiz, nämlich als Präsident des Schweizerischen Kaminfegermeister-Verbands. Der gastfreundliche «Glücksbringer» verwöhnt uns sogar noch mit einer kleinen Stärkung.
Ob die Robinson-Vorfahren genau in diesem Häuschen oder in einem benachbarten, mittlerweile verschwundenen gewohnt haben, bleibt offen. Es ist schwer vorstellbar, wie die damals bereits sechsköpfige Familie auf diesem engen Raum gelebt haben soll. Aber vielleicht machen wir den Fehler, dass wir zu sehr unsere heutigen Vorstellungen und Ansprüche zum Massstab nehmen anstatt die damaligen Lebensverhältnisse. Mit ein Grund für die Wohnsitznahme in der Täsche könnte der offensichtlich in einem engen Verhältnis zur Familie stehende Mathias Saxer sein, ein Ururgrossonkel des Autors, der im benachbarten Berggut Zwei lebte. Wir finden ihn jedenfalls als Paten mehrerer Kinder der Familie.
Auch wenn ein Verweilen an diesem wunderbaren Aussichtspunkt und gastfreundlichen Ort nur zu verlockend gewesen wäre – die nahende Abenddämmerung mahnte zum Aufbruch. Schon 1848, also nur ein Jahr später, finden wir die Familie nicht mehr in der Täsche, weil die Verhältnisse auf Dauer vielleicht eben doch als zu beengt empfunden wurden. Umgezogen ist sie damals nach Hüseren, einem Weiler auf knapp 1000 m ü. M., ebenfalls eine wunderbare Aussichtsterasse mit Blick auf Buchs, das untere Liechtenstein bis ins Vorarlberg hinein und weit das Rheintal hinab, im Hintergrund die Kreuzberge und der Hohe Kasten. Der genaue Standort des Wohnhauses ist nicht bekannt. Hier nun wurde die Familie für einige Jahre sesshaft, wohl bis zum Zeitpunkt der Auswanderung.
Auf der Rückfahrt ins Tal zweigen wir beim Postrangg ab auf die noch schmalere und noch steilere alte Bergstrasse Richtung Steig hinunter, zu einer Häusergruppe in einer Waldlichtung auf gut 760 m ü. M. Dort machen wir dem uralten, 1812 erbauten Schulhäuschen unsere Aufwartung, wo seinerzeit auch Robinsons Urahnin Agatha Vetsch die Schulbank gedrückt hat.
Der Tag findet einen gemütlichen Ausklang auf dem Seveler Nachtmarkt im Chünigabongert, also hinter dem ehemaligen Hotel Drei Könige, der an diesem Samstagabend auf dem Programm steht.
Städtli Werdenberg – Eintauchen ins Mittelalter
Nach dem Auschecken im Motel beim Seveler Bahnhof, wo die Robinsons übernachtet haben, und dem Besuch des Gottesdienstes in der reformierten Kirche von Sevelen treffen wir uns am späteren Sonntagvormittag zur Fahrt Richtung Buchs und Werdenberg. Beim Gang durch die schmalen Gassen des mittelalterlichen Grafenstädtchens mit seinen gut erhaltenen, schön restaurierten Häuserzeilen tauchen wir tief in die Geschichte der einstigen Grafschaft und späteren Glarner Landvogtei ein. Die Museen im Schlangenhaus und auf dem Schloss müssen wir aus zeitlichen Gründen leider links liegen lassen, so verlockend ein Besuch auch gewesen wäre. Bald schon geht die Fahrt weiter nach Sax, wo wir ebenfalls an historischer Stätte im Landgasthof Schlössli die Mittagsrast einlegen.
Salez – Wohnhaus eines Urahnen ermittelt
Frisch gestärkt nach einem vorzüglichen Mittagsmahl treffen wir beim geschichtsträchtigen Gasthaus Löwen in Salez Michael Berger, den Präsidenten der Kirchgemeinde Sennwald und profunden Kenner der Genealogie der Bürgergeschlechter in der Gemeinde Sennwald. Hier stösst auch der junge Journalist Pascal Aggeler zu uns, der einen Beitrag für die Regionalzeitung Werdenberger & Obertoggenburger (W&O) schreiben wird.
Michael Berger ist es gelungen, das Elternhaus von Jakob Berger – dem Vater der Auswanderin Elisabeth Vetsch-Berger – ausfindig zu machen. Dieses steht hinter der Bahnlinie im Hinderstüdli. Auch hier werden wir von den heutigen Bewohnern, dem Ehepaar Vorburger-Keller, herzlich willkommen geheissen. Nachdem wir uns an der grosszügig offerierten Tranksame gelabt haben, bitten sie uns zu einem Rundgang ins alte Haus mit dem massiven, dicken Mauern. Im Innern ist es zwar vor einigen Jahren komplett erneuert worden, die äussere Form blieb aber offenbar weitgehend erhalten.
Der gastliche Ort würde erneut zum Verweilen einladen. Doch bereits ruft die nächste Station, die schlichte Kirche von Salez, wo Jakob Berger (1777–1849) getauft worden ist und wo er 1801 den Bund der Ehe mit Barbara Reich (1777–1822) aus dem Nachbardorf Sennwald besiegelt hat.
Sennwald – eine makabre Begegnung
Nach dem Eheschluss liess sich das junge Paar dann in Sennwald nieder, und zwar im Dorfteil Ögstisriet, nahe der Chrüzgass, wo wir einen kurzen Zwischenhalt einlegen. Ihr Wohnhaus besteht nicht mehr – es ist einer Strassenkorrektion zum Opfer gefallen.
Als letzte Station steuern wir die auf einer Anhöhe gelegene, weitherum sichtbare Kirche von Sennwald an, wo Elisabeth Vetsch-Berger getauft worden ist. Als «Hauskirche» der Freiherren von Sax-Hohensax wirkt sie im Vergleich zu jener in Salez schon fast «feudal». In jüngerer Zeit wieder zutage geförderte Wandmalereien zeugen von der vorreformatorischen Zeit.
Von der Kirche schreiten wir zum nahe gelegenen Leichenhaus, wo uns Michael Berger einen separaten Raum aufschliesst, der es wahrlich in sich hat: Hier nämlich hat Freiherr Johann Philipp von Hohensax endlich seine vorläufig letzte, würdige Ruhestätte gefunden. Zuvor wurde der mumifizierte Leichnam hoch oben im Kirchturm «aufbewahrt», wo ihm allerhand Ungeziefer arg zugesetzt hat und er jahrzehntelang ein trauriges Schattendasein fristen musste. Der sagenumwobene Adlige, der dem reformierten Zweig der Familie entstammte, fiel 1596 im erwähnten Gasthaus Löwen in Salez einem hinterhältigen Anschlag eines altgläubigen Neffen zum Opfer. Der makabre Anblick zog Phil Robinson und seine beiden Töchter völlig in Bann. Phil, ganz der Arzt, begutachtete die am Kopf unschwer erkennbaren Verletzungen mit fachmännischem Blick und zog daraus seine Schlussfolgerungen. Die Aufwartung beim Freiherrn erwies sich als weit mehr als eine etwas gruslige «Touristenattraktion», wusste doch Michael Berger zu berichten, dass der Ermordete der Pate eines Vorfahren der Auswanderin Elisabeth Berger war.
«Wir kommen wieder – vielleicht schon 2022»
Der Arzt aus Newport Beach nahe von Los Angeles, der als Infektiologe in der Covid-Forschung tätig ist, und seine beiden Töchter Hannah und Hollis waren sichtlich berührt von der Fülle der Eindrücke und Informationen über die alte Heimat und ihre Vorfahren, ebenso von der Schönheit der Landschaft. Zufrieden und dankbar verabschiedeten sie sich am Sonntagabend nach zwei intensiven Tagen. Die Reise führte sie weiter Richtung West- und Südschweiz. Eine der Töchter bleibt in der Schweiz, wo sie ein Studium an einer privaten Universität absolviert.
Es machte keineswegs den Eindruck, dass es bei dieser einen Reise ins Werdenbergische sein Bewenden haben würde. Bereits kündigte Phil Robinson eine Wiederkehr an, voraussichtlich bereits 2022, und zwar zusammen mit seinem gleichnamigen, dannzumal achtzigjährigen Vater. Es ist faszinierend mitzuerleben, wie stark auch Generationen nach dem Wegzug die emotionale Bindung zur Herkunftsregion noch sein kann.
HJR