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Die ersten Interessenten für das Schottische Hochlandrind stammten aus Kanada, wo die Rindviehhaltung ebenfalls durch ein raues und unwirtliches Klima geprägt ist. In den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden viele Tiere nach Schweden verkauft. Fast gleichzeitig regte sich auch in Dänemark, Frankreich und Holland ein reges Interesse an diesen Tieren.
1978 wurden erstmals Hochlandrinder nach Schleswig-Holstein exportiert. Die Folge war eine wachsende Nachfrage in Deutschland, wie später auch in Österreich.
Das schottische Hochlandrind in der Schweiz
Schottische Hochlandrinder sind heute zudem in den Skandinavischen Ländern, den USA sowie in Australien zu finden.
Bis im Jahre 1995 war jedoch in der Schweiz der Import aller vom Bund nicht geförderter Rindviehrassen verboten, mit Ausnahme einiger Exoten im Zoo. Deshalb lancierte die Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau (LBL) mit Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft in den Jahren 1993-2000 ein Projekt von streng geregelten Ausnahmeimporten von Robustrindern (MEIER, 2003: 2). So fanden ab dem Jahre 1993 die ersten Importe von Schottischen Hochlandrindern in die Schweiz statt.
Robustrinder auf kargen Böden
Die Hintergründe für dieses Unternehmen werden im Schlussbericht des Projektes ?Robustrinder auf kargen Böden? (Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL, 2000: 4) folgendermassen geschildert:
?In einer Situation des Überangebotes auf dem Nahrungsmittelmarkt und im Zuge der Leistungssteigerung bei landwirtschaftlichen Nutztieren, passen Flächen mit geringer Ertragskraft und an ungünstiger Lage immer weniger in das System. Sie fallen aus der herkömmlichen Bewirtschaftung, da sie den Qualitätsanforderungen nicht genügen. Diese so genannten Grenzflächen sind z.B. hochgelegene Alpen, die nur eine kurze Alpzeit ermöglichen, Alp- und Gemeinschaftsweiden mit schlechter Futterqualität, die auch für Aufzuchttiere kaum genügt oder Dauergrünland, das nicht maschinell und rationell bewirtschaftet werden kann (Steillagen, hügelige oder abgelegene Flächen). Um eine Vergandung, Verbuschung oder Verwaldung dieser Flächen zu verhindern oder um eine solche Entwicklung rückgängig zu machen, sind neue Formen der Bewirtschaftung gefragt. Die Variante ?Bewirtschaftung in Handarbeit? ist teuer. Somit sind raufutterverzehrende Nutztiere am Zuge, die diese ?Pflegearbeit? übernehmen. Von diesen Tieren, die ausschliesslich mit Futter von minderer bis mittlerer Qualität versorgt werden, ist keine hohe Fleisch- oder Milchleistung zu erwarten. Ihre zusätzliche Leistung besteht aber darin, Grenzflächen mit hohem Erholungswert für die Gesellschaft als Kulturland zu erhalten.?
In der Folge entwickelte sich das Interesse für das HC in der Schweiz relativ stark. Viele Landwirte liessen sich von den gesammelten Erfahrungen im Zuge des vorher genannten Projektes überzeugen. Die Erfahrungen wurden nämlich wie folgt zusammengefasst (Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL, 2000: 8):
?Das Robustrind zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
? Aufgrund des geringen Tiergewichtes lassen sich auch vernässte Böden oder Hanglagen bodenschonend beweiden.
? Bezüglich Futterqualität stellt das Robustrind keine hohen Anforderungen. Futtergrundlagen von extensiven Weiden, Alpweiden, Streue und Uferrandregionen genügen dem Tier vollkommen. Es verschmäht auch hochstehendes, altes, zähes Gras nicht, dieses wird sogar bevorzugt aufgenommen.
? Gegen Witterungseinflüsse ist es bestens gerüstet. Das lange Haarkleid, die dicke Haut und das dicke Unterhautfett wirken als Isolation gegen Kälte und Wärme (Einsparung im Winter bis zu 30% an Energie für Wärmeproduktion).
? Hohe Fruchtbarkeit und problemloses Abkalben auch bei Temperaturen, die deutlich unter 0°C liegen. In der Literatur findet man Dokumente über problemloses Abkalben bis zu -45°C.
? Niedrige Pflegekosten: Auf Stallbauten kann grundsätzlich verzichtet werden.
? Das feinfaserige, schön marmorierte und hellrote Fleisch eignet sich gut für die Direktvermarktung.
? Durch das imposante Haarkleid mit Deckhaar und Unterwolle und die geschwungenen Hörner (nur Highland Cattle) fördern diese Tiere das Interesse der Touristen und der Stadtbevölkerung. Die Landschaft wird somit aufgewertet und erreicht als Erholungsgebiet grös-sere Bedeutung.
? Das Weideverhalten der Tiere ist sehr ruhig, standorttreu und mit wenig Bewegung; dies ist vor allem bei schlechter Witterung ausgeprägt.?