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Spielfilm von
Frank Beyer
mit Manfred Krug, Krystyna Stypułkowska, Eberhard Esche, Johannes Wieke u.a.
DDR 1966, 139‘, DCP, OV(D)/f
Schauplatz ist eine Grossbaustelle in der DDR: Die anarchisch-rebellische Arbeitsbrigade unter Hannes Balla (umwerfend gespielt von Manfred Krug) foutiert sich um die planwirtschaftliche Bürokratie, ist aber eine der produktivsten auf dem Bau. Dem neuen SED-Parteisekretär und Bauleiter Werner Horrath gelingt es nach anfänglichen Schwierigkeiten, Balla für seine Reorganisationspläne zu gewinnen. Aufgrund seiner heimlichen Liebesaffäre mit der Ingenieurin Kati Klee gerät Horrath zunehmend in einen inneren Konflikt zwischen seinen Gefühlen für Kati und seiner Loyalität gegenüber der Partei.
Der vom DEFA-Studio für Spielfilme produzierte Film weist eine brisante Produktions- und Rezeptionsgeschichte auf. Im Oktober 1965 wurde die Rohschnittfassung vom Ministerium für Kultur freigegeben – bereits im Dezember jedoch wurde fast die komplette DEFA-Jahresproduktion zensiert. An «Spur der Steine» kritisierten die Kulturfunktionäre die Darstellung einer innerlich zerstrittenen SED, und Beyer musste den Film nachschneiden. Am 15. Juni 1966 wurde er zwar im Rahmen der 8. Arbeiterfestspiele der DDR in Potsdam uraufgeführt, doch bereits am 29. Juni beschloss das Sekretariat des ZK der SED, den Film spätestens eine Woche nach Kinostart wieder abzusetzen. Die Filmpremiere am 30. Juni 1966 wurde ebenso wie die weiteren Vorführungen von organisierten Protesten gestört. Der als partei- und staatsfeindlich eingestufte Film verschwand daraufhin schon nach drei Tagen und für ganze 23 Jahre in den DEFA-Archiven («Kellerfilm»). Erst am 28. Oktober 1989 konnte er in Ostberlin zum ersten Mal wieder öffentlich gezeigt werden; in Westberlin wurde er bei der Berlinale 1990 aufgeführt.
Vorfilm: Film aus dem unveröffentlichten Sulzer-Filmarchiv.