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Das musst du wissen
- Menschen, die ihre Arbeit lieben, laufen eher Gefahr, ausgenutzt zu werden.
- Denn bei hochmotivieren Angestellten stört es uns weniger, wenn sie schlechter behandelt werden.
- Bei leidenschaftlichen Mitarbeitenden finden wir auch Überstunden oder unbezahlte Wochenendeinsätze legitim.
Eigentlich spricht nichts dagegen, seinen Beruf zu lieben. Wer wünscht sich das nicht? Doch in einem Punkt könnten leidenschaftliche Arbeitskräfte einen Nachteil haben. Denn bei hoch-motivierten Leuten stört es uns nicht, wenn sie unbezahlte Überstunden schuften müssen oder von ihren Chefs schlecht behandelt werden. Das zeigt eine Studie von Psychologen der Business School der Duke University in den USA. In sieben verschiedenen Befragungen untersuchten die Forschenden die Einstellung von Menschen gegenüber hochmotivierten Angestellten.
Den über 2400 Probanden wurden Situationen aus dem Arbeitsleben beschrieben, die sie danach bewerten mussten. Beispielsweise lasen sie, dass ein Künstler von seinem Chef schlecht behandelt wird. Wenn die Probanden wussten, dass der Künstler sehr leidenschaftlich bei der Sache ist, fanden sie die schlechte Behandlung viel legitimer, als wenn der Künstler nicht besonders motiviert war. Auch in anderen Befragungen fanden die Probanden es konsequent legitimer, wenn leidenschaftliche Mitarbeiter schlecht behandelt wurden, unter- oder unbezahlte Einsätze leisteten, am Wochenende ihre Familie für die Arbeit verliessen oder Dinge erledigen mussten, die gar nicht in ihrem Jobprofil standen.
Diese unfaire Einstellung scheint auch andersherum zu funktionieren: In einer Befragung beschrieben die Forschenden den Probanden eine zwischenmenschliche Situation eines Doktoranden und seines Professors. Wurde der Doktorand schlecht behandelt – beispielsweise beleidigt – empfanden ihn die Probanden automatisch als leidenschaftlicher, als wenn er von seinem Chef fair behandelt wurde.
Warum wir bei leidenschaftlichen Mitarbeitern eine schlechte Behandlung legitimieren, hat laut der Studie zwei Gründe. Leidenschaftliche Menschen sähen die Arbeit selbst oft bereits als Lohn, und nicht, wie sie dabei behandelt würden. Und sie würden die Arbeit sowieso freiwillig machen. Die Psychologen raten deshalb Berufsleuten, ihre Leidenschaft einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, und für sich herauszufinden: Ist meine Liebe zur Arbeit noch gesund?