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Emirates hat sich für seine bevorzugte Mischung aus neuen Grossraumflugzeugen von Boeing entschieden, wobei der Schwerpunkt nach einem Nachfrageeinbruch im Zuge der Covid-19-Pandemie eher auf kleineren Flugzeugen liegen dürfte.
Die in Dubai ansässige Fluggesellschaft hat darauf gedrängt, mehr der grossen Boeing 777X – von denen die Airline insgesamt 115 bestellt hat – gegen die kleineren 787 Dreamliner zu tauschen. Emirates hat ihren Standpunkt zur Zusammensetzung der Aufnahme endgültig festgelegt, wie Chief Operating Officer Adel Al Redha am Donnerstag gegenüber Medien erklärte, lehnte es im gleichen Zuge aber ab, Einzelheiten zu nennen.
Dreamliner bietet bessere Sitzkapazität
Die Verhandlungen seien im Gange, auch über den Zeitpunkt der Flugzeugauslieferungen, sagte Al Redha. Emirates ziehe es vor, den kleineren Dreamliner eher früher als später zu nehmen, da er “eine bessere Sitzkapazität bietet”, zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach internationalen Reisen nachlasse, führte Al Redha weiter aus. Boeing wolle zunächst die grössere 777X übergeben, sagte der COO, in Übereinstimmung mit einer Vereinbarung, die getroffen wurde, bevor das Coronavirus die Pläne von Fluggesellschaften auf der ganzen Welt zunichte machte. “Ich denke, Boeing würde es vorziehen, die 777 vor der 787 auszuliefern, weil das ein neues Programm für sie ist”, sagte Al Redha. Boeing lehnte indes einen Kommentar zur Situation mit Emirates ab.
Emirates ist als grösste Langstreckenfluggesellschaft der Welt, die in der Regel mehr als 500 Flüge pro Tag durchführt und ihr Drehkreuz Dubai nutzt, um Reisende aus Europa und den USA mit Afrika und Asien zu verbinden, von einem Rückgang der Nachfrage nach Flugreisen besonders betroffen. Zum aufgelaufenen Auftragsbestand gehören auch die Superjumbos von Airbus, A380 und 50 kleinere A350, die nun Gegenstand separater Auslieferungsgespräche sind.
“Eine sehr komplizierte Gleichung”
Emirates sollte im Juni drei A380 übernehmen, aber die Fluggesellschaft vereinbarte mit dem europäischen Flugzeugbauer, diese auf später in diesem Jahr auszuliefern, sagte der COO. Das kommerzielle Debüt der 777X war ursprünglich für 2020 geplant, wurde aber auf 2022 verschoben, da sich der US-Hersteller aktuell mit vielen verschiedenen Problemen und einer unsicheren Nachfrage konfrontiert sieht. So ist geplant, dass Emirates die erste von insgesamt 30 Boeing 787 im Jahr 2023 erhält. “Das ist zu diesem Zeitpunkt eine sehr komplizierte Gleichung”, sagte Al Redha und führte weiter aus: “Wir wollen keine Kapazitäten bei der Fluggesellschaft abstossen, wenn die Fluggesellschaft keine Kapazitäten aufnehmen kann”.
Die Diskussionen zwischen Emirates und Boeing finden weltweit ein Echo in Gesprächen zwischen Fluggesellschaften und Herstellern, da die Airlines gezwungen sind, ihre Expansionsstrategien zu überdenken, um sich an das Umfeld nach der Pandemie anzupassen. Reiseverbote zur Eindämmung des Coronavirus, die den Flugverkehr für den grössten Teil der ersten Jahreshälfte eindämmen sollen und die Pläne der Regierungen zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs werden durch neue Restriktionen als Reaktion auf erneut steigende Infektionszahlen gestört.
Fazit zu den Plänen Emirates’
Emirates hat wie zahlreiche andere Airlines nicht nur mit den generellen Auswirkungen der aktuellen Krise auf den Flugverkehr stark zu kämpfen, auch die zuvor getätigten Flugzeug-Orders stehen Umstrukturierungen und Anpassungen im Wege, weshalb auch Emirates nun versucht, diese auf die neuen Gegebenheiten möglichst anpassen zu können. Das geschieht dabei natürlich sehr zum Ärger der ebenfalls angeschlagenen Flugzeugbauer und in diesem Fall besonders Boeing, der sich zusätzlich noch mit einigen anderen grossen Baustellen rumschlagen muss.