Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03581.jsonl.gz/2783

Bei der sogenannten benignen Prostatahyperplasie handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die den inneren Drüsenanteil betrifft. Da die Harnröhre mitten durch die Prostata verläuft, kommt es durch die Vergrößerung zu einer Einengung der Harnröhre mit den typischen Symptomen. Die Prostata nimmt an Volumen mit steigendem Lebensalter zu, etwa ein Drittel aller Männer sind im Laufe ihres Lebens betroffen.
Ursachen
Die Ursache für die Volumenzunahme ist nicht ganz geklärt. Das männliche Hormon Testosteron begünstigt das Wachstum und ist ein wichtiger Faktor.
Symptome
Beschwerden beim Wasserlösen: Es kann zu einer Abnahme des Harnstrahls, häufigem Wasserlösen, nächtlichem Wasserlösen kleiner Portionen, Nachträufeln, Restharngefühl und notwendiger Bauchpresse während dem Wasserlösen kommen. Ausserdem werden Harnwegsinfekte begünstigt. Bei zunehmenden Beschwerden kann ein Harnverhalt auftreten. Dies bedeutet die Unfähigkeit, Wasser zu lösen und stellt einen urologischen Notfall dar. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einer Harnstauung bis in die Niere mit Einschränkung der Nierenfunktion kommen.
Diagnose
Zur Diagnosestellung werden Blut und Urin untersucht. Hier wird zusätzlich geprüft, ob die Nierenfunktion beeinträchtigt ist. Eine Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) auf einem speziellen WC gibt das gelöste Volumen pro Zeit an. Im Anschluss an diese Untersuchung wird durch Ultraschall bestimmt, wie viel Resturin in der Blase verbleibt. Der Ultraschall dient auch zur Untersuchung der Nieren, der Blase und der Prostata. Die Größe der Prostata kann annäherungsweise mit dem Ultraschall angegeben werden. Je nach Ausprägungsgrad der Beschwerden kann eine Blasenspiegelung zur Diagnosebestätigung sinnvoll sein.
Therapie
Medikamentöse Therapie
Zur Anwendung kommen pflanzliche Extrakte, Alpha-Blocker, 5a-Reduktasehemmer und eine Kombination Alpha-Blocker/5-alpha-Reduktasehemmer.
Phytotherapeutika
Es sind viele Präparate mit Kürbiskernextrakten, Sägepalmextrakten oder anderen Inhaltsstoffen auf dem Markt. Die Wirksamkeit wird kontrovers beurteilt, dennoch werden sie insbesondere in einem frühen Stadium der Prostatahyperplasie (wenig ausgeprägte Beschwerden) empfohlen.
Alpha-Blocker
Die sogenannten Alpha-Blocker werden häufig zur Erstbehandlung bei gutartiger Prostatavergrösserung eingesetzt, falls keine Notwendigkeit der operativen Sanierung besteht. Durch Entspannung der unwillkürlichen Muskulatur am Blasenausgang und in der Prostata wird eine Harnstrahlverbesserung und ein Rückgang der Beschwerden erreicht.
5a-Reduktasehemmer
Die 5a-Reduktasehemmer hemmen die Testosteronwirkung in der Prostata. Damit nimmt die Prostata an Größe ab und kann so die Beschwerden lindern. Diese Medikamente sind vor allem bei Prostatagrösse über ca. 40 g geeignet. Bis zur vollen Wirksamkeit muss das Präparat mindestens 3-6 Monate eingenommen werden. Bei Therapieversagen eines einzelnen Medikamentes können auch Alpha-Blocker zusammen mit 5a-Reduktasehemmern gegeben werden.
Operative Therapie
Die Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) ist die Standardoperation bei vergrößerter Prostata. Hierbei wird in Narkose oder Teilnarkose durch die Harnröhre ein Instrument mit einer Schlinge eingeführt, mit dem unter Sicht die Prostata von innen ausgeschält wird. Damit ist die Engstelle beseitigt. Bei sehr großem Prostatavolumen kommt eine offene Operation mit Entfernung der Prostata in Betracht (offene Prostatektomie).