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Für zahlreiche menschliche Aktivitäten (Wohnen, Produktion, Konsum, Mobilität, Freizeit usw.) wird Siedlungsfläche benötigt. Daher bilden die Nutzung von Siedlungsflächen und deren Effizienz den Umgang der Gesellschaft mit der Bodenfläche, einer begrenzten natürlichen Ressource, ab und stellen so einen Indikator für die Auswirkungen auf das natürliche Kapital dar.
Die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sowie die Entwicklung der Mobilität und der Wohnformen haben dazu geführt, dass die Siedlungsflächen gewachsen sind.
Für zahlreiche menschliche Aktivitäten (Wohnen, Produktion, Konsum, Mobilität, Freizeit usw.) wird Siedlungsfläche benötigt. Daher bilden die Nutzung von Siedlungsflächen und deren Effizienz den Umgang der Gesellschaft mit der Bodenfläche, einer begrenzten natürlichen Ressource, ab und stellen so einen Indikator für die Auswirkungen auf das natürliche Kapital dar.
Stand 22. Dezember 2021
Die wichtigsten Ergebnisse
7,9% der Schweiz ist von Siedlungsflächen bedeckt. Innert 33 Jahren sind die Siedlungsflächen um 31% oder 776 km2 gewachsen, vorwiegend auf Kosten von Landwirtschaftsflächen. Dies entspricht einer Flächenzunahme von rund 0,75 m2 pro Sekunde. Zwischen den Perioden 1979/85 und 2004/09 sind die Siedlungsflächen stärker gewachsen als die Wohnbevölkerung, wodurch der Siedlungsflächenbedarf pro Person anstieg. Danach war es die Wohnbevölkerung, die gegenüber den Siedlungsflächen stärker zunahm. Entsprechend rückläufig war der Siedlungsflächenbedarf pro Person, der sich 2013/18 auf 396 m2 belief.
Kontext
Zwischen den Erhebungsperioden 1979/85 und 2013/18 besonders zugenommen haben Erholungs- und Grünanlagen (+46%), gefolgt von Gebäudearealen (+44%), Industrie- und Gewerbearealen (+41%) und Verkehrsflächen (+19%). Zurückgegangen sind hingegen besondere Siedlungsflächen wie Abbaugebiete, Baustellen oder Deponien (–15%).
Da Boden bzw. Bodenfläche begrenzte Ressourcen sind, steht die Nutzung für Siedlungszwecke in Konkurrenz zu anderen Nutzungsarten, z.B. zu Wald, Landwirtschaftsflächen aber auch zu «unproduktiven» Flächen wie Flüsse oder Gletscher. Siedlungsnutzung ist meist irreversibel und Bodenbildung bzw. -erneuerung erfolgen nur sehr langsam. Ausserdem tragen Siedlungsflächen zur Landschaftszerschneidung und damit zur Fragmentierung von Lebensräumen bei. Die Versiegelung von Flächen – durch Erstellung von Gebäuden oder Befestigung des Bodens – hat zur Folge, dass Böden ihre ökologischen Funktionen (Lebensraum, Speicher und Filter sowie Fähigkeit, Stoffe umzuwandeln und abzubauen) weitgehend verlieren. Aus ökologischer Sicht können Siedlungsflächen unterschiedlicher Qualität sein – Siedlungsflächen sind nicht gleich Siedlungsflächen, denn auch diese können Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten sein.
Gründe für den Siedlungszuwachs liegen u. a. in der Bevölkerungszunahme, der abnehmenden Haushaltsgrösse, den gewachsenen Wohnraumansprüchen, der erhöhten Mobilität und der Wohlstandssteigerung der Bevölkerung der Schweiz. Dennoch führen diese Entwicklungen nicht zwingend zu einer Ausweitung der Siedlungsflächen, denn eine solche kann mit einer verdichteten Bauweise – begünstigt durch beispielsweise raumplanerische oder verkehrspolitische Massnahmen – abgefedert werden.
Vergleich mit subjektiven Daten
2019 schätzten 20% der Bevölkerung die Ausbreitung der Siedlungsfläche als sehr gefährlich für Mensch und Umwelt ein. In den Jahren 2011 und 2015 waren es jeweils 17% (vgl. Umweltindikator «Einschätzung von Gefahren»).
Internationaler Vergleich
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Tabellen
Methodologie
Die Daten zur Siedlungsfläche stammen von der Arealstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS). Die Arealstatistik erhebt die Bodenbedeckung und Bodennutzung der Schweiz anhand von Luftbildern des Bundesamts für Landestopographie (swisstopo), denen ein Stichprobennetz mit einer Maschenweite von 100 auf 100 Meter überlagert wird. Als Bezugsgrösse wird die Summe der mittleren jährlichen Wohnbevölkerung der Gemeinden zum Zeitpunkt der Luftaufnahmen verwendet (mittlere ständige Wohnbevölkerung). Diese Daten stammen bis 2010 von der Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP) und ab 2011 von der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) des BFS. Die Daten zur subjektiven Wahrnehmung der Bevölkerung stammen von den Omnibus-Erhebungen des BFS 2011, 2015 und 2019.
Definitionen
Definition des Indikators
Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Siedungsfläche sowie die Entwicklung der Siedlungsfläche pro Person.