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Dorf: 143
Häuser, 1007 Ew. Die Pfarrei Utzensdorf zieht sich von der Grenze der Gemeinde
Kirchberg
zwischen der
Emme und dem grossen Oberholzwald hinab bis an die
Solothurner Grenze und umfasst die Gemeinden Utzensdorf,
Wiler
undZielebach, welch letztere jenseits des
Waldes gegen das solothurnische
Wasseramt hin gelegen ist.
Ebenes
und fruchtbares Gelände mit bedeutendem Getreide- und Obstbau. Die
Höfe an der
Emme litten früher oft unter den Ueberschwemmungen
dieses wilden Bergwassers, das jetzt zwischen hohe Dämme eingebettet ist. Grosse Papierfabrik, zwei
Mühlen; Sägerei, Zuckertablettenfabrik;
eidg. Brennerei. Käserei. Zwei Schulhäuser. Sekundarschule. Die 1872/73 neu erbaute Pfarrkirche hat
schöne Glasgemälde und mehrere Gedenktafeln. In Utzensdorf verbrachte der volkstümliche Schriftsteller Albert Bitzius
(Jeremias Gotthelf) seine Jugendzeit und erwarb sich die in seinen Schriften so bewunderungswürdige Kenntnis des bäuerlichen
Lebens. In dieser Gegend haben seine Erzählungen Kurt vonKoppigen und Ein Sylvestertraum ihren Schauplatz.
Heimatsort des berühmten Mathematikers Jakob
Steiner (1796-1863), Professor in
Berlin; ebenso stammte von hier Johann Weber
(1828-1878), gewesener Regierungsrat, Ständerat und 1872-1878, Direktor der Gotthardbahn. Zuerst zähringisches Allod, dann
unter den
Herren von
Kiburg,
Ersigen, Ringoltingen und
Diesbach, kam Utzenstorf 1514 an Bern
und bildete mit dem 10 Minuten
vom Dorf entfernten
Landshut bis 1803 eine Landvogtei. 1181: Uzenstorf, d. h. Dorf des Uzzo.
Die Strasse nach Bern
ist mit Hilfe der Gemeinde, des Kantons und des damaligen Schlossherrn im Jahre 1872 erbaut
worden.
Landwirtschaft (Getreidebau).
Aus dem Besitz der solothurnischen
Herren von
Stein ausSteinhof ging die mit beträchtlichen
Rechten ausgestattete
HerrschaftUtzigen 1634 an die Manuel, später an die Jenner und 1682 an die Daxelhofen über, welch
letztere einen mit Statuen geschmückten prächtigen Park einrichteten. 1264: Uzingen;
1266 und 1304: Uozingen, d. h. bei
den Nachkommen des Uzzo (oder Uozo).
Das im Stil Ludwigs XIV. von Samuel Jenner 1660-1670
erbaute
Schloss
besass bis 1875 einen befestigten Toreingang und einen von Wohngebäuden,
Scheunen und Ställen umgebenen grossen Hofraum.
Der erste Bau gehörte im 12. Jahrhundert wahrscheinlich den Freiherren von
Kien aus
Worb und dann während
etwa 200 Jahren den Edeln von
Stein aus dem solothurnischen
Steinhof.
Aus dem Besitz der Familie von Jenner kam das
Schloss 1682 in
denjenigen der Daxelhofen aus Bern,
die es 1875 samt dem 28,8 ha umfassenden landwirtschaftlichen Betrieb um die Summe
von 240000 Fr. an ein gemeinnütziges Konsortium des
Oberlandes zur Einrichtung einer Armenanstalt verkauften.
deutsch Ufryn (Kt. Wallis,
Bez. und Gem. Sitten).
498 m.
Weiler der Gemeinde
Sitten, ö. der Hügel
Tourbillon und
Valeria und rechts
der
Liène gegenüber dem Dorf
Saint Léonard. 18
Häuser, 262 kathol. Ew. Kirchgemeinde
Sitten. Acker- und
Weinbau. Schule. 600 m w. vom
Wildbach befindet sich ein ums Jahr 1850 erbauter und zuerst zur Seidenraupenzucht eingerichteter
Meierhof, der Eigentum des Staates Wallis
ist. Nachdem er eine Zeit lang als Waisenhaus gedient, beherbergt er seit nun einem
Vierteljahrhundert ein von elsässischen und französischen Ordensbrüdern unter der geistlichen Gerichtsbarkeit
des
Bischofes von
Sitten geleitete landwirtschaftliche Schule, die zwar auf
Grund von Art. 51 der Bundesverfassung keine schweizerischen
Zöglinge aufnehmen darf, dafür aber etwa 150 Schüler aus dem Ausland (meist Franzosen) zählt.
Der eigentliche Unterricht
wird von weltlichen Lehrern erteilt.
Urkundliche Namensformen 1200: Woures;
1250 und 1281: Wurie;
1267:
Vurie, Wurye;
1333 und 1380: Huvrie;
1447: Huwrez, Ufrez, Ufreyz.
Vom althochdeutschen waura, spätlatein. vouria = «Brachfeld»
herzuleiten.
700-500 m. Auch Oberuzwilerbach genannter rechtsseitiger
Zufluss der
Thur;
entspringt im Süsahwald, durchfliesst den
Bettenauerweier, nimmt im Dorf Oberuzwil den Bichwilerbach
mit dem Wildbergerbach auf, durchfliesst Ober- und Niederuzwil und mündet nach 5 km langem
Lauf 1 km unterhalb Niederuzwil.
Er treibt mehrere
Sägen,
Mühlen und Fabriken.
Das für gewöhnlich so unschuldige Wässerlein kann zu Zeiten mächtig anschwellen
und grosse Verheerungen anrichten (z. B. Hochwasser vom
Ueber den malerischen
Töbeln des Ranzach- und
Aabaches im Tönier- und
Burgerwald steht die Ruine der von den
Grafen von
Toggenburg erbauten und von
Rudolf von
Habsburg nach langer Belagerung 1267 durch List genommenen und zerstörten Uznaburg.¶