Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03289.jsonl.gz/1149

2005 wurde in einer Volksinitiative ein fünfjähriges Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) angenommen. Das Moratorium verbietet, in der Schweiz gentechnisch veränderte Tiere zu halten bzw. gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Zulässig ist jedoch die Forschung mitsamt kontrollierter Freisetzungsversuche.
Dieses Moratorium wurde über den Gesetzesweg bereits dreimal verlängert und gilt noch bis 2021. Ziel des Moratoriums ist es, wissenschaftliche Grundlagen für einen fundierten Entscheid über den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen zu schaffen.
Die vom Bundesrat vorgeschlagene Gesetzesgrundlage für ein kontrolliertes Nebeneinander von gentechfreien und gentechnisch veränderten Pflanzen ab 2021 wurde vom National- und Ständerat allerdings abgelehnt. Der Bundesrat wollte Gentechnologie in speziell geschaffenen Anbaugebieten zulassen.
- Der flächendeckende gentechfreie Anbau von Landwirtschaftsprodukten in der Schweiz ist für die Produzenten ein wichtiges Argument, um sich mit ihren Produkten aufgrund ihrer Qualität auf dem europäischen Markt zu behaupten.
- Die Koexistenz von gentechnisch veränderten und gentechnisch nicht veränderten Agrarprodukten bedeutet für die Produzenten einen hohen administrativen, finanziellen sowie logistischen Aufwand, um die Trennung des Warenflusses zu gewährleisten.
- Die langfristigen Risiken der Gentechnik für Mensch und Umwelt sind nach wie vor unbekannt. Zudem wird die Gentech-Forschung durch das Moratorium nicht eingeschränkt. Zu Forschungszwecken sind auch Freisetzungsversuche in der Umwelt erlaubt.
- Die Konsumenten haben nach wie vor die Wahlfreiheit, ob sie Nahrungsmittel aus gentechnisch veränderten Organismen konsumieren wollen oder nicht. Die Mündigkeit der Konsumenten wird somit nicht tangiert.
- Das Moratorium indirekt negative Folgen auf die Zukunft des Forschungsplatzes Schweiz, da Gentech-Firmen kaum in einem Land Arbeitsplätze schaffen wollen, in welchem die Anwendung verboten ist. Entsprechend wenig wird in der Schweiz auf dem Gebiet zurzeit geforscht.