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In nur einem Jahr ist in Brasilien die Zahl der in Armut lebenden Menschen um zwei Millionen auf 54,8 Millionen gestiegen. Ihnen stehen lediglich bis zu 165 Dollar im Monat zur Verfügung, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Nach den vom brasilianischen Statistikamt IBGE am Dienstag (5.) veröffentlichten Daten muss jeder vierte Brasilianer mit weniger als 5,50 Dollar am Tag auskommen. Zwischen 2016 und 2017 ist der Prozentsatz dabei von 25,7 auf 26,5 Prozent gestiegen. In Armut leben zudem 43,4 Prozet aller brasilianischen Kinder unter 14 Jahren.
Besonders betroffen sind auch alleinerziehende Frauen mit Kindern unter 14 Jahren. Die Armut hat zudem eine Farbe. Von den zehn Prozent mit den geringsten Einkommen sind drei Viertel Schwarze oder Mischlinge. Von den alleinerziehenden Frauen, die schwarzer oder dunkler Hautfarbe sind, liegt der Unterhalt von 64,4 Prozent unter der Armutsgrenze.
Zugenommen hat auch die extreme Armut. Dazu zählen all diejenigen, denen nach den Vorgaben der Weltbank weniger als 1,90 Dollar pro Tag zur Verfügung stehen. In Brasilien hat dies 2017 auf 15,2 Millionen Menschen zugetroffen, etwa 7,4 Prozent der gesamten Bevölkerung. 2016 haben laut IBGE hingegen 13,5 Millionen Brasilianer in extremer Armut gelebt.
Einmal mehr ist es der Norden und der Nordosten Brasiliens, der die ärmsten Menschen beherbergt. Beinahe die Hälfte der Bevölkerung der Bundesstaaten Acre, Amazonas, Pará, Amapá, Piauí, Ceará, Alagoas und Bahia fristen ihre Existenz unterhalb der Armutsgrenze. Im Bundesstaat Maranhão sind es sogar 54,1 Prozent.
Wer schon arm war, ist 2017 noch ärmer geworden, sagt IBGE-Analyst Leonardo Athias. Etliche sind aber auch aus anderen Schichten abgerutscht. Von den Statistikern wird der Anstieg der Armut auf die Rezession der vergangenen Jahre und die hohe Arbeitslosigkeit zurückgeführt.
Der vorgelegte Arbmutsbericht zeigt auch, dass die Schere zwischen arm und reich nach wie vor klaffend auseinander geht. Zehn Prozent der reichsten Brasilianer vereinen 43,1 Prozent sämtlicher Einkommen auf sich, während sich 40 Prozent der ärmsten 12,3 Prozent teilen müssen.