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"Wir gehen jetzt von einem harten Brexit mit zusätzlichen konservativen Annahmen aus", sagte Faryar Shirzad, Co-Leiter Government Affairs bei Goldman Sachs am Samstag in Washington. "Solange wir nicht durch konkrete, aussagekräftige und verlässliche Erklärungen irgendwas anders gesagt bekommen, müssen wir uns einfach mit den pessimistischsten Krisenplänen vorwärts bewegen."
Auch Daniel Pinto, Leiter der Investmentbank von JPMorgan, äusserte sich während der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in Washington. Er sagte ebenfalls, er bereite sich auf ein "No-Deal"-Szenario vor, das es Banken mit operativem Geschäft aus London nicht erlauben wird nach 2019 weiterhin einfachen Zugang zur Europäischen Union zu haben.
"Wir müssen weiterhin Dienstleistungen für Kunden erbringen, und darauf bereiten wir uns vor", sagte Pinto, "zwei Jahre sind eine sehr kurze Zeitspanne."
Bankenchefs zunehmend besorgt
Der Brexit war ein wichtiges Thema, als Finanzminister, Zentralbanker und Führungskräfte aus der ganzen Welt in den letzten Tagen zusammenkamen, um über wirtschaftliche Trends und Risiken zu diskutieren. Die globalen Bankenchefs sind zunehmend besorgt darüber, dass das Vereinigte Königreich aus der EU ausscheiden wird, ohne dass ein langfristiges Handelsabkommen existiert. Die in New York ansässige Goldman Sachs beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter in Grossbritannien und JPMorgan hat 16.000 Mitarbeiter.
Die Unternehmen suchen nun nach alternativen europäischen Standorten. Das verstärkt den Druck auf die Regierung von Premierministerin Theresa May, eine Übergangsvereinbarung mit der EU zu treffen, um bestehende Handelsregeln zu verlängern, bis eine dauerhafte Regelung gefunden ist.
"Äusserungen über eine Stillhaltevereinbarung sind ermutigend", aber Goldman Sachs wolle Beweise sehen, dass es passieren wird, sagte Shirzad während einer Podiumsdiskussion.
Auch das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank Andreas Dombret bezeichnete einen harten Brexit als das wahrscheinlichste Szenario. Er sagte jedoch, dass er kein "Finanzstabilitätsrisiko" sehe, weil dieses Risiko über einen Zeitraum von zwei Jahren Formen annehmen werde.
(Bloomberg)