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Sie sind zuständig für die Hornhautbank am Inselspital. Was ist die Aufgabe einer Hornhautbank?
Prof. Dr. med. Beatrice Früh: Eine Hornhautbank ist für die Aufarbeitung, Aufbewahrung (bei uns in Kulturmedium) und Zuteilung von Hornhäuten zuständig.
Die Hornhauttransplantation ist die häufigste Transplantation überhaupt. Wie oft findet sie monatlich am Inselspital statt?
Prof. Früh: Wir transplantieren im Durchschnitt zwischen 90 und 100 Hornhäute pro Jahr.
Wer braucht eine Hornhauttransplantation und wie notfallmässig ist das?
Prof. Früh: Die meisten Transplantationen sind elektiv, also nicht notfallmässig. Die häufigsten Pathologien sind Hornhautnarben (entweder von Geburt aus oder erworben, zum Beispiel nach Unfällen oder Herpes-Infektionen) oder Erkrankungen des Endothels, der innersten Schicht der Hornhaut, die nicht regenerieren kann. Notfallmässige Operationen gibt es bei eingeschmolzenen Hornhäuten bei Autoimmunerkrankungen oder schweren Infektionen.
Was machen Sie, wenn keine Hornhäute in Ihrer Bank vorhanden sind?
Prof. Früh: Dann müssen die geplanten Operationen verschoben werden, wenn wir auch keine Hornhäute aus anderen Hornhautbanken bekommen können.
Was bedeutet die Hornhautspende für die Spenderin oder den Spender? Sieht man der Verstorbenen oder dem Verstorbenen an, wenn die Hornhaut entnommen worden ist?
Prof. Früh: Mit einer Hornhautspende kann man zwei Patientinnen oder Patienten wieder ein gutes Sehen ermöglichen, und dies auch wenn die Spenderin oder der Spender im fortgeschrittenen Alter gestorben ist. Von aussen ist eine Hornhautspende nicht sichtbar.
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