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ZERMATT
Zermatt besteht seit dem Mittelalter. Die Bewohner lebten von der Landwirtschaft und früh schon von Handel und Säumerei mit Italien über den Theodulpass. Touristisch entdeckt wurde Zermatt – wie so viele Orte in der Schweiz – von reisefreudigen Briten. Alexander Seiler, der Begründer der erfolgreichen Hotelierdynastie, eröffnete 1854 seine erste Herberge, das «Monte Rosa». Seit 1891 verbindet die Visp-Zermatt-Bahn das Dorf mit dem Rhonetal. Im heute autofreien Dorf verkehren ausnahmslos Pferdekutschen und Elektromobile, die sich mit den flanierenden Gästen aus aller Welt durch die engen Gassen drängen.
Wie Zermatt zu einer touristischen Weltmetropole wurde
Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts Zermatt noch ein unbedeutender kleiner Ort war, entwickelte sich Zermatt - man glaubt es kaum - dank der Engländer im Laufe der Zeit zu einer touristischen Weltmetropole ersten Grades. Es waren in der Tat die Engländer, bei denen sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Riesen-Enthusiasmus für Bergsteigen verbreitete. Sie bestiegen im Zermatter Raum einen Viertausender nach dem anderen. Es sollte aber bis zum Jahre 1865 dauern, bis Edward Whymper das Matterhorn bestieg.
Der große Erfolg Whympers löste bei den Engländern eine wahre Reisewelle nach Zermatt aus. Der große Schweizer Hotelier Alexander Seiler hat am schnellsten die Zeichen der Zeit erkannt und baute in Zermatt (und überhaupt in der ganzen Schweiz) ein Hotelimperium auf, das es noch heute gibt (Seiler-Hotels). Er sorgte sich aber nicht nur um die Unterkunft seiner englischen Gäste sondern setzte sich stark für die Entwicklung Zermatts ein.
Im Jahre 1891 fuhr der erste Zug das Nikolaital bis zum neuen Bahnhof von Zermatt hinauf. Damit war Zermatt ans Rhonetal und an die übrige Welt komplett angeschlossen und die Entwicklung zu einer riesigen Touristenmetropole konnte ihren Lauf nehmen. Heute fahren über 50 Züge pro Tag (Pendelzüge, Glacier Express, sonstige) nach Zermatt hinauf und bringen jeden Tag Tausende von Touristen in den autofreien Ort.
Zermatt hat sich sicher in den letzten paar Jahrzehnten nicht nur was die Einwohnerzahl anbetrifft sondern auch was den Trubel auf den engen Strässchen angeht stark verändert. Aber dennoch hat es Zermatt geschafft, sein märchenhaftes Dasein zu bewahren. Man lebt in Zermatt fast abgeschnitten von der Außenwelt, praktisch "alleine" in einem kleinen Bergstädtchen; es gibt keine lärmenden Autos und stinkenden LKWs, nur ein paar kleine Elektroautos fahren im Schneckentempo durch die Gässchen.