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Ich bin an Brustkrebs erkrankt, befinde mich in Therapie und fühle mich medizinisch gut betreut. Allerdings leide ich unter verschiedenen Beschwerden wie starker Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen und ich möchte mir gerne noch etwas Gutes tun. Was könnte mir aus dem Bereich der Komplementärmedizin helfen?
Antwort der Fachberaterin:
Die schulmedizinische Therapie versetzt Sie als Patientin in eine eher passive Rolle. Sie möchten sich selbst etwas Gutes tun und aktiv zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität beitragen. Mit diesem Entschluss nehmen Sie die Sache selbst in die Hand und erkundigen sich, welche Methoden aus der Komplementärmedizin wirksam sein könnten gegen Ihre Beschwerden.
Unter Komplementärmedizin werden Behandlungsverfahren verstanden, die zusätzlich zu den sogenannten «schulmedizinischen» oder konventionellen Therapien eingesetzt werden. Heute wird zunehmend von Integrativer Medizin gesprochen, die alle geeigneten Therapieansätze vereint. Komplementärmedizinische Therapien können Krebs zwar nicht heilen, aber die Lebensqualität verbessern. Bestimmte Präparate können vor allem mit einer Chemotherapie in Wechselwirkung treten und sind daher nicht angezeigt. Am besten ist es, gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin eine Therapieform zu finden, die Ihren Bedürfnissen entspricht und mit Ihrer aktuellen Behandlung gut vereinbar ist.
Im Jahr 2021 wurden erstmals Leitlinien für die Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient:innen publiziert. Mehrere Fachgesellschaften und Fachexpert:innen haben darin gesammelte Daten aus Studien analysiert und Empfehlungen abgegeben. Die folgenden Aussagen zu den Therapiemöglichkeiten beziehen sich auf diese Empfehlungen.
- Müdigkeit oder Fatigue sind häufige Folge der Krebserkrankung und der Therapien. Es liegen Daten aus Studien vor, die belegen, dass körperliche Aktivität und Sport wirksam sind, um einer Fatigue vorzubeugen oder eine bestehende Fatigue zu verringern. Neben Sport scheinen zudem die Bewegungsmeditationen Tai Chi und Qigong während und nach Abschluss der Therapien hilfreich zu sein sowie Yoga.
- Viele krebsbetroffene Menschen leiden an Schlafstörungen, die sich als Ein- und/oder Durchschlafstörungen äussern können. Methoden, die sich als wirksam gezeigt haben, sind Tai Chi und Qigong. Weiter zeigten auch Akupunktur, Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR), Yoga und eine anthroposophische Behandlung positive Wirkungen auf eine Schlafproblematik.
- Gelenkschmerzen sind bei Frauen mit Brustkrebs während einer Antihormontherapie häufig. Unter den komplementärmedizinischen Verfahren hat Akupunktur gemäss den oben genannten Leitlinien den höchsten Empfehlungsgrad.
- Oft ist die Lebensqualität bei einer Krebserkrankung generell eingeschränkt. Verfahren, die die allgemeine und krebsspezifische Lebensqualität verbessern können, sind laut Leitlinien: Bewegung und Sport, Akupunktur, Meditation, MBSR, Misteltherapie, Tai Chi / Qigong und Yoga.
Weitere Informationen:
Website KLS: Komplementärmedizin
Kompetenznetz der Komplementärmedizin in der Onkologie: KOKON
Onkopedia: Komplementäre und alternative Therapieverfahren
CAM Cancer (englisch)