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An den Schweizer Tafeln wurden 2011 im Vergleich zum Vorjahr weniger Kartoffeln verzehrt als im Vorjahr. Im Detailhandel nahm einzig der Absatz von mehlig kochenden Kartoffeln und Raclette-Kartoffeln zu.
Der Absatz von mehlig kochenden Kartoffeln im Detailhandel nahm um 8,1 Prozent zu, jener von roten Kartoffeln 7,7 Prozent, wie aus den im April vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) veröffentlichten "Marktbericht Kartoffeln" 2011 hervorgeht.
Der Absatz von fest kochenden Kartoffeln ging im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Prozent zurück. Die Produzentenpreise blieben gemäss dem Vorjahr ungefähr auf dem gleichen Niveau.
Die Bruttomarge - die Differenz zwischen dem Einstandspreis und dem Endverkaufspreis der Kartoffeln - ging 2011 hingegen um durchschnittlich 7,8 gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Konsumentenpreis sanken im 2011 leicht.
Hohe Lagerbestände
Die Ernte übertraf 2011 die im Vorjahr geerntete Menge deutlich. Die Lager sind deshalb randvoll, die Bestände liegen rund 22 Prozent über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Gemäss provisorischen Zahlen der Vereinigung Schweizer Kartoffelproduzenten (VSKP) wurden 2011 insgesamt 511'800 Tonnen Kartoffel produziert - 91'000 Tonnen mehr als 2010. Grund dafür war vor allem das gute Wetter und leicht mehr Anbaufläche.
Bereits per Ende Oktober schätzten die Kartoffelproduzenten den Überschuss auf 50'000 Tonnen. Die meisten überzähligen Knollen gehen in die Futtertröge von Kühen. Gemäss provisorischen Zahlen des VSKP belief sich die Frischverfütterung auf 75'000 Tonnen.
Unterschiedliche Ansichten zu Importen
Trotz der hohen Ernte und der Lagerbestände hat der Branchenverband Swisspatat, dem Produzenten, Händler und Industrieabnehmer von Kartoffeln angehören, beim Bund bereits ein Zusatzkontingent für den Zollfreien Import von Kartoffeln aus dem Ausland beantragt.
Obwohl Swisspatat Produzenten und Händler angehören, herrschen unterschiedliche Ansichten zu den Importen. "Wir werden diesen Frühling den Übergang von Import- auf Schweizerware noch genauer beobachten als bisher", sagte VSKP-Präsident Ruedi Fischer.
Letztes Jahr sei der Import zu spät gestoppt worden, hielt Fischer fest. Anderer Ansicht ist Walter Ingold, Leiter der Produktegruppe Kartoffeln von Swisscofel, dem Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels.
Der Import sei aus Sicht des Grosshandels nicht zu spät gestoppt worden. Der Übergang von Import- auf einheimische Kartoffeln sei nahezu optimal gelaufen. Der Antrag für ein Zusatzkontingent von 3000 Tonnen für das laufende Jahr bedeute nicht, dass die gesamte Menge importiert werden. Für den ordentlichen Import sind 6500 Tonnen bewilligt.
SDA-ATS