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Eulach
Der sprudelnde Bach mit Namen Eulach ist das eigentliche Stadtgewässer Winterthurs. Längst hat er seine Bedeutung als Spender für Wasser zur Bewässerung und als Kraftantrieb verloren. Im oberen und unteren Stadtgebiet ist der Stadtbach sichtbar und gern gesehen, im mittleren Stück fliesst er meist unterirdisch.
Vom Schauenberg, durch das Farenbach-Tobel und via Elgg drängt sich die Eulach durchs obere Eulachtal Winterthur zu. Die Nutzungsrechte gaben früher immer wieder zu reden. Das hatte 1433 ein Ende. Damals bestätigte der deutsche Kaiser Sigismund den Winterthurern ihr Recht, die Eulach zu nutzen. Kurz zuvor, 1430, hatte das Kloster Töss noch die Beseitigung aller seit 1415 angelegten Sägewerke, Schleifen und Hanfmühlen verlangt. Dieser kaiserliche Bestätigungsbrief befindet sich heute im Stadtarchiv. Die Eulach hat sich aber auch von der negativen Seite bemerkbar gemacht.
Dann nämlich, wenn sie zu viel Wasser nach Winterthur gebracht hatte. Zu starke Niederschläge und immer mehr versiegelte Bodenfläche führten zu gefährlichen Hochwassersituationen. Solche Wasserfluten setzten Hegi fast regelmässig unter Wasser und richteten enorme Schäden an. Die letzten zwei verheerende Überschwemmungen fanden innert einem kurzen Zeitintervall im Jahre 1968 statt. Vor allem diejenige vom 22. September 1968 hatte Hegi in Angst und Schrecken versetzt. Zuvor war in den Jahren 1876, 1877, 1880, 1910, 1926, 1946, 1953 und 1965 die Eulach in Hegi über die Ufer getreten. Auch im Juli 1972 trat die Eulach in grossem Masse über die Ufer. Es musste endlich gehandelt werden. In den Jahren 1974 bis 1976 wurde ein überdeckter Hochwasserentlastungskanal gebaut. Dieser hat das überschüssige Wasser um Hegi herum zuführen und unterhalb der Reismühle dem Eulachbett wieder zurückzugeben.
Das am Anfang des Entlastungskanals errichtete Überfallbauwerk leitet nur soviel Wasser durch das eigentliche Flussbett mitten durch Hegi, das dieses bewältigen kann. Das restliche Nass wird in den Kanal geleitet. Mit einer Wassersperre wird auch das Eindringen von Schwemmholz verhindert. Als Deckel zum Entlastungskanal wurde die Rümikerstrasse gebaut und damit war Hegi auch noch vom Durchgangsverkehr entlastet. Damit war das Hochwasserproblem für Hegi gelöst, nicht aber für den eingedolten Eulachteil in der Innenstadt. Dazu wurden in den 80er-Jahren des 20. Jhdt. ein Planungskonzept Hegmatten eingeleitet. Dieses sah vor im Gebiet Flugplatz/Sportplatz ein Hochwasserrückhaltebecken anzulegen. Es wäre damit vorgesehen, bei Überschwemmungsgefahr eine kurzfristige Überflutung in der Hegmatte in Kauf zu nehmen. Diese Retention blieb vorläufig in den Planungsphasen stecken.
Auch unterhalb von Hegi wurde die Eulach mehr oder weniger in Ketten gelegt. Die Kanalisierung in mehr oder weniger künstlichen Bachläufen sollten sie zähmen und Hochwasserereignisse vorbeugen. Bis in den Stadtrain fliesst die Eulach mehr oder weniger offen daher um anschliessend in einem unterirdischen Kanal zu verschwinden.
Erst nach der Neuwiesenstrasse, beim Sulzer-Hochhaus tritt der Stadtbach wieder uneingeschränkt ans Tageslicht. Er durchfliesst Veltheim und Wülflingen um dann südlich des Schwimmbades Wülflingen in die Töss zu fliessen.
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