Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03204.jsonl.gz/123

Er war als Anwärter für den im kommenden Jahr frei werdenden Sitz des CVP-Staatsrats Georges Godel gehandelt worden, und die Partei hat ihn diesbezüglich bereits im Sommer angefragt. Nun hat Patrice Borcard seinen Entscheid gefällt: Er tritt nicht an. Dies verkündete er gestern in den Zeitungen «La Liberté» und «La Gruyère».
Borcard, bereits zehn Jahre als Oberamtmann des Greyerzbezirks im Amt, sagte im Interview mit «La Liberté», er sei sich nicht sicher, ob er den Erwartungen an einen Staatsrat entspreche: das gleichzeitige Behandeln der laufenden Geschäfte und die langfristige Vision zur Bewältigung der Herausforderungen des Kantons. Was einen Staatsrat erwartet, kann Borcard selber gut beurteilen: Bevor er ins Schloss Bulle wechselte, war er wissenschaftlicher Berater der damaligen CVP-Staatsrätin Isabelle Chassot.
Aber auch in der politischen Konstellation sieht Borcard einen Grund für seine Nicht-Kandidatur. Wie er sagt, habe die kürzlich angekündigte Kandidatur von Christian Levrat für die SP seinen Entscheid beeinflusst. Falls die beiden FDP-Staatsräte wieder antreten, wäre er der vierte Kandidat aus dem Greyerzbezirk, mit beschränkten Wahlchancen. Es brauche eine ausgeglichenere Verteilung.
Gegenüber «La Liberté» sagte Borcard, für ihn käme auch eine Kandidatur für den Ständerat nicht infrage, da er nicht der Typ für die Legislative sei. Und über eine erneute Kandidatur für das Oberamt werde er später entscheiden.