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Kurz nachdem der Antrag von Grayscale Investments für einen an der Nasdaq gehandelten Bitcoin Spotfonds (ETF) von der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) abgelehnt wurde, reichte der grösste Krypto-Vermögensverwalter eine Klage gegen die Börsenaufsicht ein.
Die NYSE Arca, eine Tochtergesellschaft der New York Stock Exchange, hatte im Oktober einen Antrag gestellt, der es Grayscale erlaubt hätte, seinen 13.5 Milliarden Dollar schweren Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) in einen Bitcoin-Spot-ETF umzuwandeln. Die US-Börsenaufsicht SEC hat nun den Antrag auf die Regeländerung abgelehnt. Die Aufsichtsbehörde befürchtet, dass die Anleger durch den Vorschlag von Grayscale nicht ausreichend geschützt sind. Ausserdem begründete die SEC den Entscheid mit Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation, obwohl in unzähligen Ländern rund um die Welt bereits mit Bitcoin Spot-ETFs gehandelt wird.
SEC handelt willkürlich
Mit der Klage wird der U.S. Court of Appeals for the District of Columbia Circuit aufgefordert, die Anordnung der SEC zu überprüfen. Der Grayscale-CEO Michael Sonnenshein hatte zuvor schon seine Absicht erklärt, die SEC im Falle einer Ablehnung zu verklagen. Er argumentiert, dass die Regulierungsbehörde nicht zwischen Bitcoin Futures-ETFs, die im Oktober 2021 schon eine Zulassung erhalten haben, und Bitcoin Spot-ETFs unterscheiden sollte.
"Grayscale unterstützt und glaubt an das Mandat der SEC, Investoren zu schützen, faire, geordnete und effiziente Märkte aufrechtzuerhalten und die Kapitalbildung zu erleichtern - und wir sind zutiefst enttäuscht von der Entscheidung der SEC, Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin vom US-Markt fernzuhalten, und widersprechen ihr vehement. [...] Wir glauben, dass amerikanische Investoren mit überwältigender Mehrheit den Wunsch geäussert haben, GBTC in einen Spot-Bitcoin-ETF umzuwandeln, was Milliarden von Dollar an Anlegerkapital freisetzen und den weltweit grössten Bitcoin-Fonds weiter in den regulatorischen Bereich der USA bringen würde." - Michael Sonnenshein, Grayscale CEO
Der Anwalt von Grayscale, General Don Verrilli, stellte eine gewisse Willkür fest. Die SEC habe es versäumt, ähnliche Anlagevehikel einheitlich zu behandeln. In ihrer Anordnung betonte die US-Börsenaufsicht jedoch, dass ihre Missbilligung nicht auf der Bewertung der relativen Anlagequalität eines Produkts mit Bitcoin-Spot im Vergleich zu einem Produkt mit CME-Bitcoin-Futures beruht. Es handle sich dabei auch nicht um eine Bewertung, ob Bitcoin (BTC) oder die Blockchain-Technologie im Allgemeinen einen Nutzen oder Wert als Innovation oder Investition hat, liess die SEC verlautbaren.
Werden Anleger tatsächlich geschützt?
Es ist kein Geheimnis, dass Investoren auf eine ETF-Konvertierung des Grayscale Bitcoin Trusts (GBTC) angewiesen sind. Derzeit gibt es nämlich keine Möglichkeit, die über 12 Mrd. USD an GBTC in richtige Bitcoin umzuwandeln, wodurch über das vergangene Jahr ein Abschlag von 30% auf das Produkt entstand. Hinzu kommen jährliche Verwaltungsgebühren von 2%, die das Vermögen von Trust-Anlegern weiter schmälern. Ohne Konvertierung in einen Spotfonds ist für sie kein Ausweg in Sicht. Doch nicht nur Grayscale Trust Anleger hoffen auf einen Spot-ETF. In der traditionellen Finanzwelt ist es eine altbekannte Tatsache, dass Futures-basierte ETFs oftmals Performance gegenüber dem Basiswert einbüssen müssen.
Handelt ein Terminkontrakt vorwiegend in einer Contango-Situation, wie es bei Bitcoin üblicherweise der Fall ist, fährt ein Anleger über die Zeit schlechter als bei einem Direktinvestment. Denn weil der Emittent die hinterlegten Terminkontrakte an deren Laufzeitende in den nächsten Terminkontrakt tauschen muss, zahlt er den Aufschlag (Prämie) des nächsten Terminkontrakts, der schlussendlich zulasten des ETF-Investors geht. Über einen längeren Anlagehorizont führt dieser Umstand zwangsweise zu einer unterdurchschnittlichen Wertentwicklung gegenüber dem Basiswert. Ein Spot-ETF hätte also auch für Anleger Vorteile, die mit ETFs an der New York Stock Exchange handeln möchten.