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Schaf
Unsere Schafe sind eng verwandt mit den Ziegen, sie gehören zusammen mit diesen zur Unterfamilie der Antilopenartigen. In der Natur kommen Wildschafe in den Bergen Nordamerikas und vom Kaukasus bis zum Himalaya vor. Seltener gibt es auch Schafarten, die in der Steppe oder gar in der Wüste leben. Ursprünglich waren alle Schafe behornt. Die gezähmten Hausrassen haben meist keine Hörner mehr, da sie weggezüchtet worden sind, damit sie sich nicht gegenseitig verletzen.
Das Herdenleben
Schafe haben einen sehr starken Herdentrieb. Das heisst, sie sind gar nicht gerne alleine und wissen alleine auch nicht, was zu tun ist. Deshalb haben Schafherden immer einen Chef, einen männlichen Leithammel. Er führt die Herde und alle Schafe folgen ihm überallhin. Diesen Herdentrieb kann man sich bei der Haltung und Betreuung von Schafen zu Nutze machen, um die Tiere zu führen. So ist die traditionelle Haltungsform der Schafe auch die Wanderschaft der Hirten mit den Herden über die Felder, Berge und Wälder.
Wilde Schafe
Sie leben in kleineren Gruppen von sechs bis zehn Schafmüttern (Auen) mit ihren Lämmern zusammen, während sich die Hammel meist in gesonderten Gruppen in ihrer Nähe aufhalten. Schafe bekommen normalerweise sehr früh im Frühjahr zwei Lämmer. Mehr wäre auch nicht gut, da sie nur zwei Zitzen am Euter zum Tränken der Lämmer mit Milch haben.
Hausschafe
Sie unterscheiden sich in einigen Punkten von den Wildschafen: Erstens sind die Herden viel grösser (bis mehrere Hundert Tiere) und zweitens müssen die Schafe mindestens einmal im Jahr geschoren werden, weil sie ihr Fell nicht von selbst wechseln. Schafe wurden früher nicht nur zur Gewinnung von Wolle, sondern auch als Fleisch- und Milchlieferanten gehalten. Heute hat die Erzeugung von Wolle in der Schweiz keine Bedeutung mehr, die meisten Schafe werden als Fleischlämmer geschlachtet und einige wenige Bauern halten Milchschafe.
Warum gibt es denn immer noch Schafherden in der Schweiz? Dies liegt daran, dass Schafe sehr genügsame Pflanzenfresser sind und selbst auf den kargsten und steilsten Böden noch Futter finden. Sie fressen die Grasnarbe bis auf wenige Zentimeter ab, deshalb kann man sie hervorragend zur Pflege von Alpwiesen und -weiden gebrauchen, um deren Überwachsen mit Büschen und Bäumen zu verhindern.
Feinde
Der grösste natürliche Feind des Schafes sind die Wölfe. Seit diese in der Schweiz wieder heimisch sind, müssen die Schafherden speziell geschützt werden. Dies ist möglich durch starke Zäune, durch Bewachung durch Menschen oder den Einsatz von Herdenschutzhunden. Diese Hunde leben zusammen mit der Schafherde und betrachten diese als Teil ihrer Familie, die es zu verteidigen gilt – was sie gegen den Wolf auch tun.