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Polypen sind gutartige, meist zusätzlich entzündete Schleimhautwucherungen. Bei Katzen entstehen sie aus unbekannten Gründen vor allem bei jüngeren Tieren mit Vorliebe im Rachenraum, der eustachischen Röhre (der Verbindung von Rachenraum und Mittelohr, welche um den Druckausgleich z.B. im Flugzeug besorgt ist) und dem Mittelohr. Es kann vorkommen, dass ein Polyp im Rachenraum zu wachsen beginnt und über die eustachische Röhre, das Mittelohr und unter Durchbrechen des Trommelfells bis in den äusseren Gehörgang einwächst. Als Folge ist meist eine chronische Entzündung des Gehörganges und/oder des Mittelohrs zu erwarten.
Eine chirurgische Entfernung des Polypen ist die Therapie der Wahl. Je nach Lokalisierung kann das Gewächs durch einfachen Zug abgerissen werden oder aber nach Auffräsen des Mittelohrs aus der Paukenhöhle entfernt. Bei Polypen, welche im Nasen-Rachenraum entspringen kann unter Zurückziehen oder Spalten des Gaumensegels der Polyp aus dem Rachenraum entfernt werden.
Da viele Polypen das Mittelohr involvieren, können bei der Entfernung feine Nerven geschädigt werden, welche durch die Paukenhöhle ziehen. Es resultiert ein sogenanntes Hornersyndrom (hängendes Oberlid, eine vorgefallene Nickhaut und eine verengte Pupille), welches sich aber meist nach einiger Zeit wieder zurückbildet. Die bei "Oliver" beobachtete starke Blutung ist eine unübliche Komplikation.