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Thematischer Unterricht / Führung in historischem Umfeld
Lehrplan 21 - Zeitreise 2
Der 2. Weltkrieg und die Schweiz
RZG.5 - Schweiz in Tradition und Wandel verstehen
RZG.6 - Weltgeschichtliche Kontinuitäten und Umbrüche erklären
RZG.7 - Geschichtskultur analysieren und nutzen
RZG.8 - Demokratie und Menschenrechte verstehen und sich dafür engagieren
Internierte
Während des gesamten Krieges wurden in der Schweiz eine beträchtliche Anzahl von Soldaten aus verschiedenen kriegführenden Ländern interniert, die infolge von Abstürzen oder Notlandungen in der Schweiz gestrandet waren. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni überquerten, mit Genehmigung des Bundesrates, 12.000 Franzosen und 16.000 Polen den Doubs an den Grenzübergängen in der Nähe von Goumois (heute Gemeinde Saignelégier). In nur einer Nacht stieg die Anzahl der in der Schweiz internierten Soldaten auf 40.000, und am nächsten Tag waren es sogar 43.000.
Ursprünglich gab es keine Arbeitsmöglichkeiten für die Internierten, was zu einer monotonen und entmutigenden Lagerexistenz führte. Obwohl kulturelle Aktivitäten wie Theaterabende und Liederabende angeboten wurden, änderte sich dies erst im Frühling 1941, als eine Arbeitspflicht für die Internierten eingeführt wurde, vor allem in der Landwirtschaft. Trotz Entlohnung war ihr Lohn deutlich niedriger als der eines Schweizer Arbeiters, was zu Spannungen mit der einheimischen Bevölkerung führte. Versuche, die Löhne zu erhöhen, stiessen jedoch auf Widerstand verschiedener Akteure.
Der Alltag der Internierten in der Schweiz war vor allem geprägt von der Organisation der Lager und später von ihrem Einsatz in der Arbeitswelt, wie zum Beispiel im Strassenbau. Die Lagerregeln wurden von den Bewachungsmannschaften mehr oder weniger streng durchgesetzt, was zu Konflikten und manchmal sogar zu Aufständen führte, wie beispielsweise im Internierungslager Büren an der Aare. Verstösse gegen die Regeln, insbesondere Fluchtversuche oder verbotene Kontakte zur Zivilbevölkerung, wurden bestraft, oft mit Arrest oder durch Einweisung in spezielle Straflager wie das Wauwilermoos.
Etwas besser erging es den 1511 Besatzungsmitgliedern der US Air Force und Teilen der britischen Besatzungen. Sie wurden in abgelegenen Bergkurorten in Hotels interniert. Davon wurden 597 US-Offiziere nach Davos gebracht, während die übrigen 914 entweder in Adelboden oder Wengen interniert wurden.
Buchbar als Geschichtslektionen im Klassenzimmer