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(Grab des Johann Ludwig Burckhardt?)
Rudolf Durheim, Kairo (?), um 1855
Ölmalerei auf Leinwand
H. 39,7 cm, B. 58,1 cm
Inv. 1986.55.
Von September 1814 bis zum April 1815 hat der Forschungsreisende Johann Ludwig Burckhardt (1784–1817), genannt Scheich Ibrahim (Kat. 156), als einer der ersten Europäer die heiligen Stätten des Islam, Mekka und Medina, besucht.
Zuvor hatte er die vorgeschriebenen Studien betrieben und war vermutlich zum Islam konvertiert. Ob das aus wahrer Überzeugung oder zur Erleichterung der Reise und seiner Forschungsvorhaben geschah, ist kaum mehr zu entscheiden.
Nachdem er, geschwächt von zahlreichen Krankheiten, am 15. Oktober 1817 in Kairo an einem neuerlichen Ausbruch der Ruhr gestorben war, wurde er nach islamischem Ritus auf dem Friedhof der Altstadt von Kairo beigesetzt.
Der Berner Maler Rudolf Durheim (1811–1895) bereiste in den 1850er Jahren mehrfach Ägypten, Syrien und Palästina, begeistert von der fremden Kultur und fasziniert vom Licht des Orients. Da er 1842–46 in Basel gelebt hatte, wusste man vielleicht von seinen Reiseplänen in den Orient.
So war es möglicherweise ein Auftrag aus der Familie Burckhardt, der ihn veranlasste, das Grab des verstorbenen Basler Forschers aufzusuchen und die Örtlichkeit im Bild festzuhalten.
An Ort und Stelle fertigte er eine detaillierte Zeichnung, die mit seinen Initialen signiert und «1850» datiert ist; eine Ölstudie des gleichen Themas ist «1855» datiert. Alle diese Darstellungen gelten in der Überlieferung als Abbildungen des Grabes von Johann Ludwig Burckhardt. Allerdings ist das im Zentrum zu sehende Grab mit den grossen Palmwedeln nur sehr allgemein mit dem inschriftlich bezeichneten Grab des Scheich Ibrahim vergleichbar, das sich, mittlerweile von einem kleinen Grabbau geschützt, bis heute in Kairo erhalten hat und bereits 1874 in einer Londoner Zeitschrift abgebildet wurde. Die charakteristische Turbanbekrönung der vorderen Stele ist auf dem Gemälde und den Vorstudien nicht wiedergegeben; es fehlt jedes besondere Kennzeichen. Trotz der alten Tradition der Bildbenennung wird man sich daher fragen müssen, ob es sich vielleicht nur um die Ansicht eines ägyptischen Friedhofs oder aber um die Darstellung eines früheren Grabmals für Scheich Ibrahim handelt.