Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03296.jsonl.gz/153

Junior Sailor of the Year
Anja von Allmen (RCO, YCSp, GYC, DRCS)
Die Berner Oberländerin Anja von Allmen hat in ihrer jungen Segelkarriere bereits einiges vorzuweisen. Als 15-Jährige sicherte sie sich zur Krönung ihrer Opti-Laufbahn an der WM in Zypern die Bronzemedaille bei den Mädchen und wechselte dann zur 4.7-Laser-Klasse, wo sie letztes Jahr überraschend den WM-Titel bei den Girls holte. Dieses Jahr schaffte sie sogar das Double, an den Youth European Ende August im portugiesischen Vilamoura holte sie EM-Gold. In der Zwischenzeit hat die Spiezerin zur Laser-Radial-Klasse gewechselt. Anfang September klassierte sie sich an der Schweizermeisterschaft auf dem Silvaplanersee als beste Frau auf Rang 10! 2024 möchte sie im Laser Radial um olympische Medaillen kämpfen.
Rosine Baudet (SNG)
Rosine Baudet aus Villars-sous-Yens im Waadtland nahm mit dem Opti an der EM und WM teil und segelt seit ihrem 15. Lebensjahr leidenschaftlich auf dem Laser. 2019 holte sie an der Laser Radial-Junioren-EM in Athen die Bronzemedaille und wurde an der Junioren-WM in Polen 6. In der Endwertung des Europacups 2019 gewann die für die Société nautique de Genève (SNG) startende Seglerin die U19-Wertung (5. im Gesamtklassement). Derzeit steht die 18-Jährige am Scheidepunkt zwischen der Junioren- und der Eliteebene. An ihrer ersten Laser-Radial-EM der Frauen in Danzig belegte sie im vergangenen Oktober Rang 8 in der Silverfleet.
Maxime Chabloz (SKA, DRCS)
Wer bei den Junioren mit dem Kite Freestyle-Weltmeistertitel abräumt und dazu mal eben so Freeride-Juniorenweltmeister auf Ski wird, der ist schon fast ein Wunderkind. Der 19-jährige Nidwaldner mit Wurzeln in der Romandie holte den Junioren-Weltmeistertitel im Kiteboarding bereits dreimal und kämpft aktuell auf der GKA World Tour um den WM-Titel der Herren. Dort stand er auch bereits mehrfach auf dem Podest. Mitte Oktober sicherte er sich an den GKA Distance Battle Freestyle Finals, dem weltweit ersten vollständig digitalen Kitesurfing-Wettbewerb, den ersten Platz. «Auf dem Wasser zu sein bedeutet für mich alles», sagt er und arbeitet mit eisernem Willen, Leidenschaft und Ausdauer daran, sein Ziel, die Nummer eins der Welt zu werden, zu erreichen.
Female Sailor of the Year
Maud Jayet (SNG)
Die 24-jährige Studentin aus Lausanne wechselte nach ihrer Opti-Laufbahn mit 14 Jahren zum Laser 4.7, wo sie auf Anhieb einen 5. WM-Platz (U16: 1. Platz) erreichte. Ein Jahr später stieg sie auf die olympische Bootsklasse Laser Radial um und konnte dort ihre guten Ergebnisse bestätigen. Mit einem hervorragenden 9. Platz an der WM in Aarhus 2018 sicherte sie der Schweiz den ersten Nationenplatz für die Olympischen Spiele in Tokio. Im 2019 folgten regelmässige Platzierungen in den Top 20, einschliesslich einem 3. Rang am Weltcup in Genua. Nach einem 16. Platz an der WM in Australien konnte sie mit einem 5. Platz an der hochkarätig besetzten EM im polnischen Danzig Mitte Oktober 2020 ihre Ambitionen für Tokio wahren.
Heidi Ulrich (SCSi)
Im Leben von Heidi Ulrich dreht sich seit acht Jahren alles ums Speedsurfen. Die 36-jährige Urnerin will gleich drei Geschwindigkeitsrekorde brechen. Bereits letztes Jahr knackte sie den Weltrekord im Speedwindsurfen über eine nautische Meile (1,85 km) und löste damit den zwölfjährigen Rekord der Engländerin Zara Davies ab. Anschliessend schaffte sie mit 23,82 Knoten (44,11 km/h) die bisher höchste Durchschnittsgeschwindigkeit über einer Stunde. Als nächstes soll der Geschwindigkeitsrekord über 500 Meter fallen. Mit einem Sieg an der Dunkerbeck Speed Challenge hat sie dieses Jahr bewiesen, dass sie in Topform ist.
Laurane Mettraux (SNG, CNV)
Sie hat jahrelang darum gekämpft, dass auch Frauen im Segelsport ernst genommen werden. Jetzt hat die 28-Jährige ihr Ziel erreicht. Zusammen mit ihrem Bruder Nelson und dem Centre d’Entraînement à la Régate (CER) baute Laurane Mettraux das erfolgreiche Genfer Match Race Team auf und klassierte sich als Skipperin der ChicaCER am Swiss International Women’s Match Race 2018 mit einem 2. Platz mitten unter den weltbesten Frauen. An der Tour Voile holte sie 2019 mit dem Team Ville de Genève den Sieg in der Amateurwertung und stand dieses Jahr mit dem Team DB Schenker als erstes rein weibliches Team in der zehnjährigen Geschichte von EFG Sailing Arabia auf dem Podest.
Male Sailor of the Year
Alan Roura (CNLy)
Der frischgebackene Papa aus Genf macht sich zum zweiten Mal daran, die Welt zu umsegeln. Bereits 2017 hatte er an der Vendée Globe als jüngster Teilnehmer mit einem der ältesten Boote im gesamten Feld mit einem 12. Platz geglänzt. Mit seiner La Fabrique möchte er diesmal ganz vorne mitmischen. Das Boot ist zwar auch nicht das neuste Modell, Alan Roura und sein Team haben es aber umgebaut und mit Foils ausgestattet. Im Sommer 2019 gelang ihm damit ein neuer Rekord an der l'Atlantique Nord en solitaire en monocoque. Obwohl er wegen der Geburt seines Sohnes auf die Teilnahme an der Vendée-Arctique-Les Sables verzichtet hat, startet er voller Zuversicht zur neuen Ausgabe des «Everest der Meere».
Eric Monnin (SCStä, RVB)
Der doktorierte Physiker vom Zugersee gilt als einer der besten Match Racer der Welt. Von Oktober 2019 bis Sommer 2020 war er sogar ungeschlagen die Nummer 1 der Weltrangliste. Daneben sorgte Eric Monnin auf anderen Schauplätzen immer wieder für Aufsehen. Davon zeugen mehrere SM-, EM- und WM-Titel in verschiedenen Bootsklassen. Diese Saison gewann Eric Monnin mit seiner Partnerin Ute Wagner die 5 jours du Léman. Zusammen mit Damian Weiss entwickelte er den Monofoil Gonet, einen fliegenden Einrümpfer, der in der Fachwelt viel Beachtung fand. Der 45-Jährige ist seit letztem Jahr zudem Teamchef der Schweizer Nationalelf am Star Sailors League Gold Cup.
Elia Colombo (CVLL)
Viele handeln Elia Colombo bereits als neuen Windsurf-Champion. Der 25-jährige Wirtschaftsstudent aus dem Tessin wurde bereits im letzten Jahr an der IFCA-Foil-WM Achter und überraschte diesen Sommer in Silvaplana an der ersten IQFoil Windsurfing-EM mit dem sensationellen 5. Platz. Eine Woche später konnte er mit einem Sieg an der Windfoil-Schweizermeisterschaft einen weiteren Erfolg feiern. IQFoil Windsurfing wird 2024 olympische Disziplin und obwohl der Weg noch lang ist und die Konkurrenz im Swiss Sailing Team hart werden dürfte, besitzt Elia Colombo das Potenzial, ganz vorne mitzumischen.
Sailing Team of the Year
Alinghi
Team Alinghi befindet sich weiterhin auf Erfolgskurs. Der achtmalige Gewinn der D35-Trophy ist zwar Vergangenheit, die Formation von Ernesto Bertarelli wird aber garantiert auch auf dem neuen TF35 zu den Favoriten zählen. International fuhr Alinghi vier Siege an den Extreme Sailing Series nach Hause, holte Ende Juni 2019 auf dem GC32 mit Steuermann Arnaud Psarofaghis, Nicolas Charbonnier, Timothé Lapauw, Bryan Mettraux und Yves Detrey im portugiesischen Lagos den Weltmeistertitel und gewann die GC32 Tour mit drei Siegen souverän.
Team Tilt Sailing
Die unerschrockenen Youngster des Teams Tilt absolvierten zwei bemerkenswerte Kampagnen am Youth America’s Cup und gewannen 2018 die GC32-WM. Die Talentschmiede um Alex Schneiter gibt jungen Seglern das Rüstzeug für eine Karriere auf Topniveau mit und unterstützt die Olympiaprojekte von Maud Jayet (siehe Female Sailor of the Year), Nils Theuninck und Sébastien Schneiter/Lucien Cujean (49er). Mit einem 10. Platz an der WM 2018 in Aarhus haben letztere den Nationenplatz für Olympia 2021 bereits gesichert. An der WM in Australien bestätigten sie ihre Leistung mit einem 12. Platz und wurden von Swiss Olympic für Tokio selektioniert.
Rösti Sailing Team
Offshore-Regatten sind Teil ihrer DNA. Nach mehreren Mini-Transat-Teilnahmen hatten der Zürcher Simon Koster und der Genfer Valentin Gautier Grösseres vor. Gemeinsam bildeten sie das 100% schweizerische Rösti Sailing Team mit dem Ziel, die Transat Québec Saint-Malo auf einer Class 40 zu bestreiten. Letztes Jahr verpassten die beiden mit einem sensationellen 4. Platz das Podest nur knapp. Nach der Absage der diesjährigen Transat haben sie in der Round Britain eine neue Herausforderung gefunden und Ende August den Rekord um die Britischen Inseln um beinahe zwölf Stunden unterboten. Ihren bisherigen Höhepunkt mit ihrer Class 40 feierte das Duo im September mit einem grossartigen Sieg am harten Normandy Channel Race
Sailing Project of the Year
Swiss Foiling Academy
Zum ersten Mal gibt es in der Schweiz eine Institution, die es jungen Amateuren ermöglicht, Profi im Foil-Segeln zu werden. Die Swiss Foiling Academy richtet sich an junge Menschen ab 16 Jahren und bietet über ein Schulungszentrum den Zugang zu Foilern der neuen Generation wie dem Flying Phantom oder dem GC32. Unter der Leitung von Julien Monnier überwacht ein Team von Profis und Semi-Profis das Akademieprogramm und nimmt regelmässig an grossen Segelregatten teil. Die Non-Profit Organisation mit Sitz in Lausanne startete 2019 mit acht Teilnehmern, trotz Corona wurden 2020 bereits dreissig Nachwuchstalente registriert.
SP80
Ein Team von Ingenieuren und Studenten aus Lausanne hat ein ehrgeiziges Ziel: Es möchte ein Boot bauen, das mit dem Wind als einziger Kraftquelle 150 km/h (80 Knoten) erreicht. Ihm Rahmen dieses Projekts sollen einzigartige Lösungen und neuartige Konzepte erarbeitet werden, die auch in der Segelwelt Anwendung finden. 2019 sagte die ETH Lausanne (EPFL) dem Team ihre Unterstützung als wissenschaftlicher Partner zu. Durch diese Zusammenarbeit hat SP80 Zugang zu erstklassigen Forschungsinfrastrukturen, profitiert von den wertvollen Erkenntnissen der Professoren und gibt EPFL-Studenten die Möglichkeit, sich dem Team anzuschliessen. Im Jahr 2022 soll der Weltrekord im Speed Sailing geschlagen werden.
blu26: Rookie Initiative
Wie gewinnt man Segelnachwuchs für seine Bootsklasse? Die blu26 Class Community hat dafür eine neue Antwort: die «Rookie Initiative». Ambitionierten jungen Regatteuren wird ein Boot zur Verfügung gestellt und sie kommen in den Genuss einer exklusiven Trainings-Session vor der Regatta. Die Rookie Initiative übernimmt dabei alle Meldegelder. Zwei junge Teams konnten 2019 bereits von Trainings auf dem Zuger- und Zürichsee sowie von zwei Wildcards für die blu26-SM profitieren. Die Klasse führt das Programm als Sprungbrett vom Jollen- zum Jachtsegeln und als Türöffner in eine attraktive Segelklasse im nächsten Jahr weiter.