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«Fürsorgen, vorsorgen, versorgen» - der von der Zuger Regierung vor vier Jahren in Auftrag gegebene Forschungsbericht über die soziale Fürsorge im Kanton Zug zwischen 1850 und 1981 ist soeben publiziert worden. Unter der Leitung von Thomas Meier untersuchten Sabine Jenzer, Martina Akermann, Birgit Christensen, Judith Kälin und Valérie Bürgy sowohl die Zwangsmassnahmen und die administrativen Versorgungen wie auch die Gesamtheit der Anordnungen und Angebote für Menschen in Notlagen bzw. in Situationen, die als prekär eingestuft wurden. Dazu zählten materielle Unterstützungs- und Versicherungsleistungen ebenso wie Beratungsangebote und Vermittlungsdienste sowie ambulante und stationäre Betreuungen auf freiwilliger oder behördlich verordneter Basis. Die soziale Fürsorge wird dabei als komplexes, sich im Verlauf von 170 Jahren veränderndes Dispositiv von Nachfrage und Angeboten, von Akteurinnen und Akteuren und Handlungsoptionen gefasst. In Form von 18 biografischen Texten kommen im Bericht auch Betroffene zu Wort: Menschen, die von Fürsorgemassnahmen direkt betroffen waren, und solche, die einst im Fürsorgewesen tätig waren.
Der Bericht ist in open acces auf der Website des Chronos Verlags verfügbar:
Thomas Meier, Sabine Jenzer, Martina Akermann, Birgit Christensen, Judith Kälin, Valérie Bürgy: Fürsorgen, vorsorgen, versorgen. Soziale Fürsorge im Kanton Zug von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Zürich 2022.