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Menschen, die einander kennen, sind meistens über sechs andere Menschen miteinander verbunden. Diese überraschende Tatsache wurde vor rund einem Jahrhundert experimentell nachgewiesen.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten Gurdeep Hazarika, einem Einwohner von Gujarat, von dem sie noch nie vorher gehört haben, einen Brief überreichen und dabei höchstens fünf Kontaktpersonen einsetzen. Wie würden Sie vorgehen? Ist das überhaupt möglich?
Gemäss der 1929 vom ungarischen Schriftsteller Frigyes Karinthy aufgestellten Theorie ja. Sie besagt, dass jeder Mensch über eine überraschend kurze Kette von Beziehungen mit jedem anderen Menschen verbunden ist. Dieses Phänomen wird als Kleine-Welt-Phänomen oder auch als Six Degrees of Separation bezeichnet.
Der amerikanische Psychologe Stanley Milgram führte 1967 das erste damit verbundene Experiment durch. Zufällig ausgewählte Teilnehmende aus Omaha und Wichita mussten jeweils ein Informationspaket an eine vorher festgelegte Person in Boston senden, aber nicht persönlich, sondern über eine andere Person. Insgesamt erreichten drei Pakete die Zielpersonen mit einer durchschnittlichen Pfadlänge von 6. In einem zwei Jahre später durchgeführten Experiment mit 296 möglichen Ketten wurden 217 Pakete versandt, von denen 64 ihr Ziel erreichten
Es ist nicht überraschend, dass die sozialen Netzwerke dieses Thema aufgegriffen haben. So behauptete Facebook 2011, die Anzahl der Verbindungen auf unter 5 und 2016 sogar auf 3,5 reduziert zu haben. Der Beweis, dass das soziale Netzwerk die Menschen zusammenbringt und ein globales Dorf schafft, war endlich erbracht! Weder die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt weniger als 20 % der Weltbevölkerung bei Facebook angemeldet waren, noch die Tatsache, dass Facebook-"Freunde" Personen sein können, die wir gar nicht kennen, schien dabei ein Problem darzustellen.
Zahlreiche Mathematiker haben versucht, dieses Phänomen durch Analyse oder Simulation zu modellieren. Die Ergebnisse variieren je nach den verwendeten Methoden. Gemäss dem Watts-Strogatz-Modell kommt man bei 6 Milliarden Menschen (90 % der Weltbevölkerung) mit jeweils 30 sozialen Beziehungen auf durchschnittlich 6,6 Kontakte.
Das Watts-Strogatz-Modell wurde ursprünglich entwickelt, um zu erklären, wie sich die Stridulationsmuster von Grillen über sehr grosse Entfernungen hinweg koordinieren. Da sich jede Grille mit den umliegenden Grillen synchronisiert, entsteht ein ganzes Netzwerk von Individuen, die sich gegenseitig beeinflussen. Die Extrapolation auf den Menschen erschien daher logisch.
Doch die Komplexität der Gegebenheiten (mehrere Kommunikationskanäle, autark lebende Bevölkerungsgruppen, isolierte Personen usw.) macht es schwierig, diese Vermutung auf die gesamte Welt zu beziehen. Auf regionaler Ebene ist dies einfacher, vor allem im Wallis, wo wir alle miteinander verwandt sind…
Bibliographie:
Petit monde: https://en.wikipedia.org/wiki/Small-world_experiment
6 degrés de séparation: https://fr.wikipedia.org/wiki/Six_degr%C3%A9s_de_s%C3%A9paration
Article de Milgram: https://www.jstor.org/stable/2786545?origin=crossref#metadata_info_tab_contents
Article de Facebook : https://archive.wikiwix.com/cache/?url=https%3A%2F%2Fresearch.fb.com%2Fthree-and-a-half-degrees-of-separation%2F
Modèle Watts–Strogatz: https://en.wikipedia.org/wiki/Watts%E2%80%93Strogatz_model