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Rudolf-Passian-Forum - Erfahrungsbericht
Beitrag von Dr. Rudolf Schwarz, erschienen in der Zeitschrift 'Wegbegleiter' Nr. 2/2002, S. 30-32.
Anmerkungen des Erfassers stehen in [ ]-Klammern.
Praktische Hilfe aus der anderen Welt
Der richtig verstandene und angewandte Spiritismus ist eine eminent praktische Lebenshilfe. In der englischen Zeitschrift "Two Worlds", Manchester, erzählt eine ungenannte Ärztin, (deren Name und Anschrift der Verlag jedoch ernsten Interessenten auf Wunsch zur Verfügung stellt), wie sie in tiefster seelischer und materieller Not zum Spiritismus kam und wie ihr durch diesen in wunderbarer Weise Trost und Hilfe [zuteil] wurde. Der ganze Bericht ist zur Wiedergabe zu lang. Ich beschränke mich daher darauf, solche Stellen wiederzugeben, die zugleich beweisen, dass die animistische Theorie nicht anwendbar ist, d.h. dass die medialen Mitteilungen nicht aus dem Unterbewusstsein des Mediums noch der Ärztin kommen konnten. Zum Verständnis muss noch erwähnt werden, dass diesen Ereignissen der tragische Tod ihres Mannes und der Tod ihrer Mutter und ihres einzigen Kindes vorausgingen.
"Das Medium, mit der ich die erste Privatsitzung hatte (Estelle Roberts), sagte, ein Mann mit den Vornamen John William sei anwesend; er hätte meine Mutter getroffen, als sie hinüberkam. Ich erwiderte enttäuscht, ich kenne keinen John William."
"Doch", beharrte das Medium, "es ist ihr Bruder, J.W.J." Ich musste zugeben, dass dies die Anfangsbuchstaben des Namens meines Onkels waren.
"Ihr Mann ist hier und lässt Ihnen sagen, dass Ihr kleiner Hund sein grosser Trost ist, den er bei sich hat."
"Wir hatten nie einen kleinen Hund", sagte ich wieder enttäuscht. "Doch, er nennt ihn Puppy."
"Puppy!" rief ich aus. Dies war wirklich eine Überraschung. Unser geliebter Neufundländer war kurze Zeit nach unserem Kind gestorben. Wir riefen ihn immer Puppy (Hündchen) und lachten oft über den Widersinn, einen so grossen Hund Puppy zu nennen, aber der Name war ihm geblieben.
Einige Zeit später hatte ich eine Sitzung mit dem mir ebenfalls vorher unbekannten Medium Helen Hughes. Sie beschrieb meine Mutter, mein Kind, meinen Mann sowie den Hund genau und sagte dann, mein Mann bitte mich, ein Buch, das er unvollendet hinterlassen hatte, zu vollenden und zu veröffentlichen. Sie gab auch den letzten Absatz dieses unvollendeten Buches an. Ich konnte mich daran nicht mehr erinnern, denn ich hatte seit dem Tode meines Mannes das Manuskript nicht mehr gelesen, da es [in] mir zu viele traurige Erinnerungen weckte. Als ich es aber zu Hause nachlas, endete es genau mit dem Abschnitt, den das Medium angegeben hatte.
Der Rat meines Mannes, sein Buch zu vollenden, gab mir wieder den ersten Funken von Lebenswillen, der auf den Nullpunkt gesunken war. Jetzt hatte ich wenigstens wieder ein Ziel, eine Aufgabe.
Die äusseren Schwierigkeiten nahmen indessen zu, ja sie strebten einer Katastrophe zu. Ich sah keinen Ausweg mehr und dachte ernstlich an Selbstmord. Als letzten Versuch, einen Ausweg zu finden, schrieb ich einen Brief an eine Person, in die ich immer grosses Vertrauen gesetzt hatte. Diesen Brief trug ich in der Handtasche bei mir, als ich zu einer Sitzung mit Helen Hughes ging. In dieser Sitzung meldete sich das erste Mal mein verstorbener Vater. Er redete mich mit einem Kosenamen an, den nur er verwendete und der dem Medium völlig unbekannt war.
Er sagte: "Es ist Zeitverschwendung, wenn du den Brief absendest, den du in der Handtasche trägst, denn die betreffende Person wird dir nicht helfen."
Ich war wie vor den Kopf geschlagen.
Ich sagte: "Aber ich habe ihn doch seit meiner Kindheit gern gehabt und habe ihm vertraut. Wie kann ich so etwas glauben?" Mein Vater erklärte mir darauf, dass der Betreffende unter bestimmte Einflüsse gekommen sei, die auch mir unbekannt wären. Ausserdem sagte er mir, dass eine gewisse Auskunft, die der Mann mir in einer Vermögensfrage gegeben hatte und deren Befolgung mich in so grosse Schwierigkeiten gebracht habe, unwahr sei.
Ich kehrte ganz geschlagen nach Hause [zurück]. Was sollte ich tun? Ich konnte einfach nicht an das glauben, was ich gehört hatte. Es gab nur einen Menschen, den ich fragen konnte, ob die von meinem Vertrauten gegebene Auskunft falsch sei: meinen Bankier. Ich griff also zum Telefon, rief ihn an und las ihm vor, was mein Bekannter mir geschrieben hatte. Der Bankier antwortete: "Man hat Ihnen Märchen erzählt; werfen Sie das in den Papierkorb." Sinnend legte ich den Hörer auf. Was mir die Geister gesagt hatten, war also wahr. Ich war von meinem Bekannten schmählich getäuscht worden. Ohne die Sitzung wäre ich im Leben nie auf einen Verdacht verfallen [hätte ich nie einen solchen Verdacht gehabt]. Ich hätte ihm weiter blind vertraut und wäre vollends ins Elend gekommen. Ich nahm den schon geschriebenen Brief aus der Handtasche und zerriss ihn in Stücke...
Mein Vater hatte mir bei derselben Sitzung den Rat gegeben, einen Bekannten von ihm in London aufzusuchen; er würde mir helfen. Am nächsten Tag suchte ich diesen auf und bekam tatsächlich eine Empfehlung von ihm, die mir weiterhalf. Von da an begann sich das Netz, das mich immer enger in Schwierigkeiten eingesponnen hatte, zu lockern. Das Medium half mir durch Ratschläge weiter, die sie von meinen Lieben drüben für mich erhielt, entweder telefonisch oder wenn sie zu Sitzungen herkam. Sie erwiesen sich ausnahmslos als gut und hilfreich.
Einmal rief sie mich an und sagte, ich solle eine bestimmte Firma in London aufsuchen. Ich hatte den Chef dieser Firma nur einmal gesehen, hatte aber sonst nichts mit der Firma zu tun und besass keine Verbindungen zu ihr, so dass ich die Sache eigentlich sinnlos fand. Inzwischen hatte ich aber so viele gute und wider Erwarten erfolgreiche Ratschläge durch die Geister erhalten, dass ich auch diesen Rat befolgte. Als ich in dem Wartezimmer der Londoner Firma sass, war mir jämmerlich zu Mute. Jeden Augenblick musste der Chef kommen, und ich wusste nicht, was ich ihm sagen sollte, warum ich gekommen war. Als der Chef kam, schüttelte er mir erfreut die Hand und, ehe ich zu Wort kommen konnte, sagte er: "Ich freue mich sehr, Sie zu sehen. Ich bin froh, dass Sie von selbst gekommen sind. Denn wissen Sie, weil Sie keine Kundin unseres Hauses sind, konnte ich Sie nicht hierher bitten oder von mir aus mit Ihnen in Verbindung treten, aber wenn Sie verhüten wollen, dass..., müssen Sie...", und er machte mir bestimmte Vorschläge. Wir besprachen nähere Einzelheiten, und er suchte mir zu helfen, obwohl ich, wie gesagt, mit seiner Firma und er mit meinen Angelegenheiten nichts zu tun hatte und von der Sache, die mich berührte, nur durch Zufall erfahren hatte. "Übrigens", fragte er noch, als wir uns verabschiedeten, "weshalb sind Sie eigentlich hergekommen?"
Eben wegen dieser Sache", antwortete ich, "Sie hatten davon aber nichts wissen können..."
Bei einer anderen Sitzung mit Helen Hughes erhielt ich einen weiteren hervorragenden Beweis von meinem Vater. Ich hatte keine Ahnung gehabt, dass er sich zu seinen Lebzeiten mit Spiritismus beschäftigt hatte. Ich selbst hatte diesen ja bisher völlig abgelehnt. Mein Vater sagte nun:
"Wenn du wissen willst, wie ich zu Lebzeiten über den Spiritismus dachte, schau auf dem Vorsatzblatt von Band 1 von Frazers 'Golden Bough' nach, das du besitzt; du wirst dort einen Zeitungsausschnitt aufgeklebt finden, der beweist, wie sehr ich mich für den Spiritismus interessierte."
Ich wusste nicht einmal, dass ich dieses Buch besass. Als ich aber nach Hause kam, fand ich es nicht nur, sondern auch den erwähnten Zeitungsausschnitt.
Ein anderes Mal sagte das Medium: "Ihre Mutter spricht von einer Schwierigkeit in bezug auf eine Versicherungsangelegenheit. "Nein", sagte ich, "sie muss sich irren; sie muss etwas meinen, was schon längst erledigt ist."
"Es handelt sich nicht um eine Lebensversicherung", erwiderte das Medium, "Ihre Mutter sagt, Sie werden die Antwort zu dieser Frage durch Herrn M. finden."
Ich konnte mir beim besten Willen keine Versicherungsangelegenheit vorstellen, und wenn es je eine solche gab, war Herr M. die letzte Person, an die ich mich deswegen um einen Rat wenden würde.
Zu meiner Überraschung tauchte bereits zwei Tage später eine völlig unvorhergesehene verwickelte Sache in einer ganz ungewöhnlichen Art von Versicherung auf. Leute, die es wissen mussten, sagten mir, die Sache könne nur dadurch in Ordnung gebracht werden, dass ich mich an eine hohe Behörde in London wende. Meine Reise nach London war nutzlos, meine Bemühungen erfolglos. Die hohe Behörde sagte mir, was ich wollte, sei unerfüllbar. Erst dann wandte ich mich an Herrn M., der mich mit der einzigen Person bekannt machte, die mir helfen konnte und die dann auch tatsächlich meine Schwierigkeit löste.
Abgesehen von dem grossen Trost der Botschaften von meinen Lieben im Jenseits sind die Beweise, dass sie weiterleben, stark und eindrucksvoll. Vor allem hat mir die Tatsache Eindruck gemacht, dass meine Lieben mir offenbar in keiner Weise helfen konnten, ehe ich durch ein Medium mit ihnen in Verbindung trat. Bis dahin erfuhr ich Unglück auf Unglück. Ganz gleich, was ich auch unternahm, mein Leben befand sich seit dem Tode meines Mannes auf steiler Abwärtsbahn. Doch von dem Tage an, da ich mit meinen Lieben durch den Spiritismus Verbindung aufnahm, erhielt ich die Hilfe, die sie mir offenbar geben wollten, aber bis dahin nicht konnten.
Man mag beanstanden, dass die Botschaften für materielle Vorteile benützt wurden. Ist das so schlimm? Bei vielen Gelegenheiten haben meine Eltern und mein Mann die Hoffnung geäussert, dass sie mir nicht nur Trost durch Worte, sondern durch tatkräftige materielle Hilfe geben wollten, bis ich zu ihnen komme, und sie betonten, dass mein Wohlergehen ihre beständige Sorge wäre. Ohne diese materielle Hilfe hätte ich buchstäblich nichts besessen, nicht einmal ein Dach über dem Kopf.
Mit Bitterkeit muss ich anderseits feststellen, dass viele , die mir hätten helfen können, es nicht getan haben. Darunter zähle ich alle, deren Pflicht es gewesen wäre zu helfen, und auch die hohen und niederen Würdenträger der Kirche, deren einzige Hilfe in der Äusserung routinehafter Plattheiten bestand, die um so leerer und gehaltloser erschienen, je grösser meine materielle Not war. Ich hätte mich an jeden Strohhalm geklammert, aber sie hatten nichts zu bieten.
Daher bin ich dem Spiritismus so grossen Dank schuldig.
Ich möchte diesem Bericht noch hinzufügen, dass es gute, öffentliche Medien wie Estelle Roberts, Helen Hughes und viele andere in England bei uns in Deutschland leider bis jetzt nicht gibt. Ich kenne zwar einen ähnlichen Fall bei uns, in dem eine Witwe durch einen ihr völlig Unbekannten mit ihrem verstorbenen Mann Verbindung aufnahm und wunderbare, praktisch hilfreiche Ratschläge von ihm erhielt. Aber es handelte sich um einen Privatzirkel. Ich kann also nur den Rat geben, selbst Privatzirkel einzurichten, wofür die Bücher unseres Freundes W.O. Roesermüller eine gute Anleitung sind.
Dr. Rudolf Schwarz
red. Man darf aber solche Hilfe nur in wirklicher Not suchen: zur blossen Bereicherung und Spekulation ohne Not helfen die Geister nicht.
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Letzte Änderung am 21. Juli 2004