Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/2502

Über Meditation
|Unter Meditation wird im allgemeinen Sprachgebrauch sehr vieles verstanden. Etwa eine ruhige Minute zuhause auf dem Sofa, eine Atementspannungsübung mithilfe einer CD, eine Gedankenreise oder das Nachdenken über einen Begriff wie „Liebe“ oder „Kraft“.|
Im engeren Sinn ist Meditation eine spirituelle Praxis, die dazu dienen soll, den Geist zu beruhigen und zu sammeln. Dies wird als Voraussetzung erachtet, um sich, die Welt und gar „das Göttliche“ direkt – jenseits aller Konzepte – erfahren zu können.
In der Literatur wird zwischen aktiver und passiver (kontemplativer) Meditation unterschieden.
Aktive Meditation arbeitet mit Bewegung − zum Beispiel mit Tanz −, zum Teil auch mit der Stimme. Zur aktiven Meditation zählen aber auch geführte Meditationen in ruhiger Körperhaltung, die Atemübungen beinhalten und/oder bei denen der Geist auf bestimmte Bilder und Gedanken gelenkt wird (z. B. Fantasiereisen, Imaginationen, Autogenes Training, Kriya Yoga).
Passive (kontemplative) Meditation – der diese Website gewidmet ist –, auch "stille Meditation" oder "Schweigemeditation" genannt, wird vor allem im stillen Sitzen praktiziert. Die oder der Meditierende betrachtet die eigenen von selbst auftauchenden Gedanken, beeinflusst sie aber nicht. Manchmal wird für die Aufmerksamkeit ein konstanter Fokus gewählt, zum Beispiel ein inneres Bild oder ein Begriff. Auch Achtsamkeit auf den Atem kann dem Bewusstsein als Anker dienen. Der angestrebte Bewusstseinszustand wird je nach Tradition unterschiedlich beschrieben, oft mit Begriffen wie offenes Gewahrsein, Leere, Stille, Im-Hier-und-Jetzt-Sein, Eins-Sein.
Meditieren in Zürich
|Um eine passende Meditationsform zu finden, empfiehlt es sich, verschiedene Meditationsarten auszuprobieren.|
Bei den Angeboten für passive (kontemplative) Meditation in Zürich lassen sich folgende Eckpunkte ausmachen:
- Religiöse Tradition. Die religiöse Tradition, in der eine Meditationspraxis verwurzelt ist, prägt sie, die Lehrenden und den Unterricht. Wer sich etwa dem Christentum stark verbunden fühlt, fühlt sich in einer christlichen Meditationsgruppe vermutlich wohler als in einer hinduistisch geprägten – oder umgekehrt. Allerdings arbeiten heute zum Beispiel zahlreiche christliche Institutionen stark mit ursprünglich buddhistischen Techniken (vor allem Zen-Meditation), die aus ihrer kulturellen Einbettung herausgelöst wurden.
- Strenge/Lockerheit. Gewisse Meditationsformen (z. B. Zen-Meditation, Vipassana nach Goenka), gelten als sehr klar, aber auch streng, von den Ritualen, der Lehrer-Schüler-Beziehung und der Sitzhaltung her. Während sich die einen Menschen von Ritualen, Klarheit und Strenge angezogen fühlen, sind solche Meditationsformen für Menschen, die sowieso schon (zu) hart mit sich sind, unter Umständen eher kontraproduktiv.
- Bedeutung und Rolle von Meistern/Lehrern. In gewissen Traditionen (z. B. Hinduismus, traditioneller tibetischer Buddhismus) spielen lebende oder verstorbene Meister eine wichtige Rolle zur Unterstützung der Meditationspraxis und. So wird in gewissen Institutionen manchmal auf ein Foto des Meisters meditiert. Während einige Meditierende dies als inspirierend erleben, fühlen sich andere dadurch eingeschränkt.
- Frauen/Männer. Gewisse Meditationsschulen sind stark patriarchalisch geprägt, und deren Lehrende sind in der Regel ausschliesslich Männer. Frauen, aber auch manche Männer, fühlen sich in Gruppen und Institutionen, in denen auch Frauen lehren, oft stärker daheim.
- Raum für individuelle Fragen. In gewissen Gruppen und Institutionen, wird, zumindest nach der formellen Meditation, viel Raum für individuelle Fragen zur Meditationspraxis geboten, in anderen hingegen gar nicht. Anfängerinnen und Anfänger sind mit einer Gruppe, deren Lehrende ein offenes Ohr für Anliegen und Fragen hat, in der Regel besser bedient.
- Kulturelle Prägung. Die kulturelle Prägung einer Meditationsform kommt in verschiedenen Gruppen, Gemeinschaften oder Institutionen unterschiedlich zum Tragen. Die kulturelle Herkunft tibetischer und hinduistischer Meditationsformen wird beispielsweise meist betont, etwa durch Rezitationen vor oder nach der formellen Meditation, Buddha- oder Götter-Figuren im Raum, Wandbehänge mit religiösen Symbolen, Weihrauch oder Fotos von Lehrern/Meistern der Linie. Andere Meditationsformen wie beispielsweise die Achtsamkeitsmeditation nach Jon Kabat-Zinn oder westliches Vipassana in der Theravada-Tradition werden weitgehend losgelöst von ihrer Herkunftskultur gelehrt.