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Bunte Sitzwürfel, Tisch-Kicker, tägliche Stand-up-Meetings, Scrums und flache Hierarchien sind in der heutigen Arbeitswelt in vielen Organisationen zu finden. Sie könnten die Markenzeichen eines agilen Unternehmens sein. Ich betone das Wort "könnten", denn solche Elemente von Agilität entpuppen sich oft nur als falsch verstandene Imitationen.
Bei diesem Phänomen handelt es sich um einen sogenannten Cargo-Kult - der Versuch, etwas zu verändern, indem man nur seine äusseren Merkmale verändert. Mit anderen Worten: Anstatt zu versuchen, den tieferen Sinn von agilen Methoden, Praktiken oder Strukturen zu erfassen, imitieren Unternehmen diese einfach. Der Rest - so hoffen sie - ergibt sich dann von allein.
Der Begriff "Cargo-Kult" wurde erstmals während des Zweiten Weltkriegs geprägt. Die Ureinwohner Melanesiens beobachteten, wie US-Flugzeuge begehrte Waren auf ihre südpazifischen Inseln brachten, wenn Soldaten am Boden Leuchtraketen abfeuerten und Handzeichen gaben. Was taten die Inselbewohner also? Sie kopierten das Ritual. Doch obwohl sie es bis zur Perfektion perfektioniert hatten, landete kein einziges Flugzeug.
Perfektion der Mittel und Konfusion der Ziele kennzeichnen meiner Ansicht nach unsere Arbeit.
Albert Einstein
Die obige Anekdote mag zum Schmunzeln anregen, aber viele Unternehmen fallen immer noch auf ähnliche pseudowissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere von Beratungsfirmen hochstilisiert, herein.
Dies ist besonders häufig der Fall, wenn es um die komplexen Herausforderungen geht, die mit dem heissen Thema Agilität verbunden sind. Unternehmen verwechseln eine Methode mit einer Strategie und erheben einzelne Tools fast zum Kultstatus. Anstatt an den Grundwerten zu arbeiten und Agilität für sein Unternehmen zu definieren, wird ein agiles Manifest vorgelegt, das für sich genommen völlig wirkungslos ist. Auch eine agile Produktentwicklung zu haben, macht ein Unternehmen noch nicht agil. Es lebe die Fake-Agilität!
Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen.
Franz Kafka
Wer einen wirklichen Wandel einleiten will, muss den Weg selber gehen - Copy/Paste funktioniert nicht. Es ist wichtig, Korrelation nicht mit Kausalität zu verwechseln. Wenn es um Agilität geht, bedeutet dies, dass zuerst an der Denkweise gearbeitet werden muss und dann, und nur dann, an der entsprechenden Methodik. Auch hier müssen die Unternehmen aufpassen, dass sie nicht einfach neue Methoden in alte Prozesse einbauen oder eine Methode auf allen Stufen einführen. Stattdessen müssen sie ein Umfeld schaffen, in dem neue Strukturen wachsen können. Denn nur so kann eine Arbeitskultur entstehen, die von Eigenverantwortung, Autonomie und Kommunikation auf Augenhöhe geprägt ist.
Was Agil in deinem Unternehmen heissen kann und welche Methoden es gibt, um von der Geschäftsleitung bis zum Hausdienst mit Veränderungen umgehen zu können, lässt sich am besten in einem gemeinsamen Gespräch erörtern. Ich freue mich auf einen Termin mit dir (Hier buchen).