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Im Sonntagsblick, so lesen wir in den Lokalblättern, bläst bald mal alt Nationalrat der FDP, Hans Rudolf Gysin, zum Angriff auf die FDP im Allgemeinen und den Kandidaten Wagner im Besonderen.
Zu Partei meint er:
Ich werde mich im Wahlkampf nicht engagieren, weder persönlich noch finanziell.
Und was Herr Wagner anbelangt, so stellt sich Hans Rudolf Gysin schützend vor die SVP.
Die FDP muss mit der SVP zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein.
Worauf Herr Wagner kontert:
Gysin hat die FDP dorthin gebracht, wo sie heute steht. Ich zweifle, ob das verdienstvoll ist.
Herr Herrmann, FDP-Parteipräsident is not amused. Er sucht mal wieder das Gespräch (“Wo hab ich’s denn nur hingelegt, wo hab ich’s denn nur hingelegt, verdammt nochmal!”).
Doch die Frage lautet: Was führt Hans Rudolf Gysin im Schild?
Fest steht, er ist zutiefst gekränkt. Und kann es noch immer nicht fassen, dass er so abserviert wurde. Er scheint nicht gewillt zu sein, still und leise abzutreten. Sonst würde er jetzt einfach schweigen und sich des kommenden freien Lebens freuen.
Sucht Gysin den Knalleffekt für seinen definitiven Abgang, der zugleich eine neue Ausgangslage für die Herbstwahlen im bürgerlichen Lager schaffen könnte?
Spekulieren wir mal.
Ein Abgang mit Knalleffekt könnte beispielsweise so aussehen, dass Herr Gysin in den nächsten Wochen zurücktritt und dem Zweit- oder noch besser, dem Drittplatzierten auf der 2007er-Liste Platz machen würde.
Das wäre der Urs Steiner, Direktor der EBL. Der hat seit den letzten Wahlen eine eigene Website, die er noch immer mit aktuellen Beiträgen erneuert.
Schon die Homepage lässt keine Zweifel offen, dass der EBL-Direktor, obwohl politisch derzeit inaktiv, politische Ambitionen hat.
Könnte es also sein, dass sich Herr Gysin in den letzten Wochen mit Herrn Kurrus darüber verständigt hat, dass, falls er, Gysin noch vor den Herbstwahlen zurücktreten werde, nicht Kurrus sondern Herr Steiner den Sitz erben kann?
Der Coup könnte dann so aussehen, dass Herr Steiner auf einer “liberalen” Wirtschaftsliste antritt, mit dem Attribut “bisher”. Denkbar wäre eine Listenverbindung mit der listenverbindungsarmen FDP. Zumindest geriete Herr Herrmann und sein Vorstand ziemlich ins Schwitzen, wenn eine solche Anfrage käme.
Denkbare weitere Listenverbindungen wären eine mit der SVP (wenig wahrscheinlich) oder eine mit den Mitteparteien, wo sich Urs Steiner als grün-liberaler Wirtschaftsvertreter positionieren liesse.
Mann, wäre das ein letzter Coup des Altmeisters zum Wahlgang 2011.
Aber wie gesagt, alles nur eine Montagmorgenspekulation.
Doch Herrn Gysin ist nun mal sehr vieles zuzutrauen. Einem tief gekränkten Hans Rudolf Gysin alles.