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Was in eigener unmittelbarer Nähe liegt, kennt man oft nicht. Ein bisschen ausserhalb der Stadt Solothurn – entweder zu Fuss oder mit dem Bus erreichbar – liegt die idyllische Verenaschlucht. Ein Besuch lohnt sich.
Die Einsiedelei St. Verena ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und steht unter kantonalem und eidgenössischem Denkmalschutz. Zudem steht sie unter kantonalem Naturschutz. Kernpunkt der Einsiedelei bildet die lichte Ausbuchtung (Klus) am nördlichen Schluchteingang mit der St. Verena und St. Martinskapelle, dem Eremitenhäuschen und der Oelberg und Magdalena-Grotte aus dem 17. Jh. Die Einsiedelei befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Rüttenen. Die Einsiedelei, die Verenaschlucht sowie der Wald sind jedoch im Besitz der Bürgergemeinde Solothurn. Diese ist zuständig für den Unterhalt der Bauten und Wege sowie die Anstellung des Einsiedlers.
Der älteste Bau der Einsiedelei ist die St. Martinskapelle (St. Martin von Tour). Sie besteht seit dem 12. Jh. Das heutige Aussehen der Kapelle geht auf die Jahre um 1675 zurück. Nach der «Vita prior» von Abt Hatto von Reichenau um 888 n. Chr. verfasst, lebte die Hl. Verena um 300 n. Chr. in der Doppelhöhle hinter der heutigen St. Martinskapelle. Gegenüber der St. Martinskapelle liegt die ganz in eine Höhle ein- und vorgebaute St. Verenakapelle von Bruder Arsenius. Er wirkte in der Einsiedelei über 58 Jahre. Nebst dem eingefügten Heiligen Grab gestaltete Arsenius in der Einsiedelei noch vieles mehr.
Gebiet der Einsiedelei liegt die von Roll’sche Enklave «Kirche zu Kreuzen» aus dem Jahre 1643. Sigristen-, Kaplaneihaus und Kirche bilden das von Johann II. von Roll gestiftete Ensemble. Die Grablegekirche der Familie von Roll befindet sich heute noch in ihrem Stiftungsbesitz.
Der Weg durch die Verenaschlucht wurde 1791 durch den franz. Flüchtling und ehem. Minister des Königs, Baron Louis Auguste de Breteuil, und von Bruder Nikolaus Marbet erarbeitet. Breteuil erkannte, dass die Schlucht mit ihren pittoresken Felsstrukturen, Höhlen und Grotten, dem Mischwald und der Einsiedelei imposante Elemente eines englischen Landschaftsgarten abgaben. Am südlichen Schluchteingang erhielt der Baron de Breteuil ein in Fels gehauenes Denkmal. Spätere Denkmäler erinnern an weitere verdiente Solothurner des 19. Jh. aus Wirtschaft, Wissenschaftund Kultur. Geniessen Sie die einmalige und mystische Verenaschlucht mit ihren Brücken und Wasserfällen.
Zum Gebiet der Einsiedelei gehört auch der im Jahr 2000 neu geweihte Meditationsweg. Der 14-Stationen-Kreuzweg wurde im Jahr 1613 nach der Pestepidemie in Solothurn von Papst Paul V. bewilligt. Die zum Teil verfallenen Stationen wurden durch den Rüttener Steinbildhauer Til Frentzel ersetzt und mit Bildern der Zuger Malerin Maria Haffner ergänzt. Der Weg beginnt mit «Das letzte Abendmahl» und endet mit der 16. Station «Die Auferstehung». Der Name «Meditationsweg» wurde gewählt, weil dieses Gesamtkunstwerk unabhängig ihrer Konfession allen Menschen dienen soll.
Zwischen den Stationen VII. und VIII. des Meditationsweges setzte die erste GESV 1813 zu Ehren der 1318 belagerten Stadt Solothurn und dem besonnenen Handeln des Schultheissen Niklaus Wengi d. J. 1533 als Erweiterung des Landschaftsgartens ein Denkmal: den «Wengistein». Das Känzeli ist ein einzigartiger Aussichtspunkt auf die Stadt.
Ihrem leiblichen Wohl können die Besucherinnen und Besucher in diversen Gaststätten in unmittelbarer Nähe frönen. Am südlichen Schluchteingang befindet sich oberhalb der St. Nikolaus v. Myra-Kirche das «Pintli». Vor dem südlichen Schluchteingang können Sie sich im «Alterszentrum Wengistein» verpflegen. Am nördlichen Schluchteingang befindet sich das Restaurant «Einsiedelei». In unmittelbar Nähe der «Kirche zu Kreuzen» steht seit 1644 das Restaurant «Kreuzen».
Anreise mit dem ÖV
Ab Hauptbahnhof Solothurn erreichen Sie den Südeingang der Verenaschlucht zu Fuss in ca. 30 Min. Mit der Linie Nr. 4 fahren Sie Richtung Endhalt Rüttenen (Hauptbahnhof ab «Buskante C») bis Station St. Niklaus SO. Fahrzeit ca. 12 Min. Wanderzeit durch die Verenaschlucht ca. 20 Min.
Öffnungszeiten der St. Verenakapelle
Dienstag bis Sonntag 10. bis 17 Uhr, Montag geschlossen. Die St. Martinskapelle ist nicht öffentlich zugänglich. Sie bietet jedoch von Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr durch ein kleines Fenster an der Eingangstüre Einsicht ins beleuchtete Innere.
Führungen Verenaschlucht/Einsiedelei
Sind Sie auf der Suche nach Stille und Erholung? Die Verenaschlucht bietet Ruhe und Romantik pur. Spazieren Sie entlang des Verenabaches zu den Kapellen und lassen Sie sich auf einer Führung in die Geheimnisse dieses mystischen Ortes einweihen. Die Legende der Heiligen Verena, der ersten Einsiedlerin in der Klause, führt ins 4. Jahrhundert zurück. In der Abgeschiedenheit lebt noch heute ein Einsiedler.
pd
Weitere Infos zu Ausflügen in die Verenaschlucht:
Region Solothurn Tourismus,
Tel. 032 626 46 46,
<email-pii>,
www.solothurn-city.ch