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Pünktlich zur Neueröffnung des Zürcher Kunsthauses hat der Rapperswiler Autor Eric Nolmans seinen neuen Roman - eine Mischung aus Fakten und Fiktion - veröffentlicht. Darin geht es um Van Gogh, Emil G. Bührle, Fälscherinnen und Kunstsammler.
1948 wechselt ein Van Gogh für viel Geld den Besitzer. Dieses Gemälde ist eine Fälschung, doch das weiss der Käufer – der Schweizer Rüstungsindustrielle und Kunstsammler Emil G. Bührle (1890–1956) – nicht. Heute ist bekannt, dass es sich bei der Fälscherin um Judith Gérard gehandelt hat. Der Name eines zweiten Beteiligten, der das Bild nachträglich mit Blümchen angereichert hat, ist hingegen bis heute unbekannt geblieben.
Und genau dieser anonyme Fälscher wird nun zur Hauptfigur in Erik Nolmans’ neuem Roman, eine fiktive Gestalt, die Nolmans schon in jungen Jahren auf den späteren Käufer des Bildes treffen lässt. So liefert der Autor seine ganz eigene Skizzierung von Emil Bührle, der sich vom feinfühligen Kunststudenten zum Waffenlieferanten an die Nazis wandelte und bis heute sehr kontrovers beurteilt wird.
Der Roman bettet die Figuren des Fälschers und des Sammlers ein in ein Sittengemälde der Zeit von 1910 bis 1950, geprägt durch die Boheme, in der der Fälscher lebt, und die Welt der Industrie von Emil Bührle. Dabei erhebt Nolmans nicht den Anspruch, das Wirken von Bührle moralisch abschliessend zu bewerten. Ziel ist vielmehr, seine Ambivalenz möglichst greifbar darzustellen und verständlich zu machen, wie Bührle zwischen dem gewissenlosen Waffenlieferanten und dem leidenschaftlichen Kunstsammler hin und her pendelt. Als Gegenpol dient die Figur des Bohemiens Philippe Bertier, der einen ganz anderen Zugang zur Kunst hat – und doch gibt es einen Punkt in der Mitte, an dem sich die beiden so unterschiedlichen Typen treffen können.
Der Text ist angereichert mit vielen Fakten und realen Geschehnissen rund um Bührles Sammlertätigkeit, die Nolmans sauber recherchiert hat. So ist der Roman nicht zuletzt auch eine ideale Einstimmung auf die Eröffnung des Erweiterungsbaus des Zürcher Kunsthauses im Oktober 2021, in den die umfassende Sammlung E. G. Bührle einziehen wird.
«Krakelüre» (oder Craquelure) ist übrigens ein Fachbegriff aus der Malerei und bezeichnet die charakteristischen Haarrisse in der obersten Farbschicht, die bei der Bestimmung der Echtheit alter Gemälde eine wichtige Rolle spielen. Auch der Fälscher in Nolmans' Roman macht sich das Phänomen der Krakelüre auf gerissene Weise zunutze.
Zum Autor:
Erik Nolmans ist 1961 in Amersfoort (Niederlande) geboren und in der Schweiz aufgewachsen. Der Wirtschaftshistoriker ist seit vielen Jahren als Journalist tätig, war USA-Korrespondent für das Nachrichtenmagazin Facts und ist heute stv. Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins Bilanz. Er wohnt mit seiner Familie in Rapperswil-Jona.
«Krakelüre» ist bereits das fünfte Buch von Nolmans, nach den beiden Biografien über die Schweizer Topbanker Rainer E. Gut (2003) und Josef Ackermann (2006) sowie den beiden Romanen «Der Deal der drei Namen» (2016) und «Die vierzig Tage der Lagune» (2019), und sein erstes Buch im Antium Verlag.
**Buchvernissage am Samstag, 16. Oktober um 19.30 Uhr, im Open Door 67 auf dem Areal des Kunstzeughauses in Rapperswil-Jona. **
(mbo)
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