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Thun verteilte im selbst propagierten "Spiel des Jahres" Geschenke am Laufmeter. Ein Fehlpass von Goalie Guillaume Faivre ging dem 0:1 voraus. Vor dem 0:2 agierte Thuns Hintermannschaft gegen Selimchan Bakajew viel zu zögerlich und stellte die Schussbahn nicht zu. Und vor dem 2:3, das 17 Minuten vor Schluss nochmals Bakajew erzielte, verdribbelte sich Aussenverteidiger Sven Joss im Spielaufbau.
"Deshalb gibt mir diese Niederlage zu denken", so Thuns Trainer Marc Schneider. "Das 2:3 wäre einfacher zu verdauen, wenn der Gegner uns dominiert hätte und klar besser gewesen wäre. So war es aber nicht. Wir kassierten Gegentreffer in Phasen, in denen wir überhaupt nicht unter Druck standen. Wir verteilten drei, vier Geschenke, die es gegen einen Gegner wie Spartak Moskau einfach nicht leiden mag."
Thun spielte gut. Trainer Schneider sagte, die Mannschaft habe ihm viel Freude bereitet. Der FC Thun spielte sogar so gut, dass ein grosser Europacup-Abend wie beim 4:1 gegen Wolfsburg (2004) oder beim 1:0 über Dynamo Kiew (2005) oder beim 1:0 gegen den HSV (2006) oder beim 3:0 gegen Partizan Belgrad (2013) möglich gewesen wäre. "Aber die Fehler", so Marc Schneider, "lenkten die Partie für uns in eine falsche Bahn."
Am Ursprung des ersten Fehlers stand Goalie Guillaume Faivre, der schon am Wochenende bei der Heimniederlage gegen Basel (2:3) bei einem Gegentreffer nicht gut ausgesehen hatte. Ein Missverständnis mit Innenverteidiger Nikki Havenaar führte zum Fehlpass und zum 0:1. Faivre: "Dieses Goal, das nie und nimmer passieren darf, nahm uns den Schwung. Alle wissen, wie wichtig Auswärtstore im Europacup sind."
Später konnte Faivre auch noch glänzen: Er parierte in der 66. Minute den Foulelfmeter des kurz vorher eingewechselten deutschen Weltmeisters André Schürrle, der bei seinem zweiten Teileinsatz für Spartak Moskau als Gefoulter den Penalty selber ausführte.
Diese Penalty-Szene mitten in der stärksten Thuner Phase nach den Toren von Nias Hefti (52.) und Simone Rapp (59.) verlieh den Berner Oberländern nochmals Schwung. Mit der Unterstützung der 6150 Zuschauern suchte der FC Thun den Sieg. Der letzte Fehler wies 17 Minuten vor Schluss aber den Weg in die Heimniederlage.
Dennoch glauben die Thuner noch daran, in einer Woche in Moskau weiterkommen zu können. Marc Schneider: "Ich bin überzeugt, dass für uns im Rückspiel noch alles möglich ist. Und das ist schon mal ein kleines Erfolgserlebnis, denn zur Halbzeit (beim Stand von 0:2) sah es überhaupt nicht danach aus. Ich glaube daran, dass wir auswärts gewinnen können, wenn wir nochmals so solidarisch auftreten wie in Thun - und uns keine Fehler mehr erlauben."
(sda)