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<h2>SubmittedText<h2><p>Die SBB sind einer der grossen Elektrizitätsverbraucher in unserem Land. Ihr Bedarf ist rund 3 Prozent des gesamten Landesverbrauchs, und er wird künftig noch ansteigen. Dazu sind keine genauen Zahlen erhältlich. Die SBB sprechen einmal davon, dass der Strombedarf bis 2025 um 25 Prozent steigt ("Tagesanzeiger", Juni 2007), an anderer Stelle spricht man von 10 Prozent Einsparungen und Mehrbedarf bis 2030 von 15 Prozent. Auch über die Entwicklung des Elektrizitätsverbrauchs der SBB in den vergangenen Jahren ist nichts Konkretes zu erfahren. Im Geschäftsbericht 2005 wird zwar eine Steigerung von nicht weniger als 8 Prozent seit 2002 ausgewiesen, im Folgenden kommt aber eine neue Berechnungsmethode zur Anwendung, sodass sich die weiteren Entwicklungen nicht nachvollziehen lassen.</p><p>In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:</p><p>- Wie hat sich der Elektrizitätsverbrauch der SBB in den vergangenen zehn Jahren verändert?</p><p>- Welchen Einfluss wird die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels auf den Stromverbrauch der SBB haben?</p><p>- Welchen Einfluss wird der Ausbau von Infrastruktur und Angebot nach 2030 auf den Elektrizitätsverbrauch der SBB haben?</p><p>- Ist er bereit, die SBB zum Führen einer klaren und vergleichbaren Energiestatistik nach konstanten Grundsätzen anzuhalten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat nimmt zu den gestellten Fragen wie folgt Stellung:</p><p>- Der Energieverbrauch auf dem SBB-Eisenbahnnetz ist seit dem Jahr 2000 um 14,72 Prozent angestiegen. Im Jahr 2000 betrug der Verbrauch 1821 Gigawattstunden und hat bis zum Jahr 2009 auf insgesamt 2089 Gigawattstunden zugenommen. Die SBB liefern zudem Bahnstrom an Privateisenbahnnetze: im Jahr 2000 183 Gigawattstunden, im Jahr 2009 301 Gigawattstunden. Der überproportionale Zuwachs bei den Privateisenbahnnetzen ist auf die Übernahme der Bahnstromlieferungen an die BLS AG seit 2006 zurückzuführen.</p><p>- Für den Güterverkehr wird der Energieverbrauch im Gotthard-Basistunnel gegenüber dem Energieverbrauch auf der Bergstrecke aufgrund der verkürzten Strecke und des geringeren Höhenunterschiedes reduziert. Ebenso wird es künftig möglich sein, Güter mit einer einzigen Lokomotive zu befördern. Über die Bergstrecke werden heute noch zwei Lokomotiven benötigt. Dies mindert den Energieverbrauch im Schienengüterverkehr auf der Strecke des Gotthardtunnels.</p><p>Im Personenverkehr wird der Energieverbrauch für eine Fahrt im neuen Basistunnel etwa gleich hoch bleiben wie bei einer Fahrt über die längere Bergstrecke. Die wesentlich höheren Reisegeschwindigkeiten im Gotthard-Basistunnel (etwa 200 Stundenkilometer) und damit verbunden der höhere Luftwiderstand führen zu einem erhöhten Energieverbrauch. Dadurch werden die Einsparungen durch die kürzere Fahrstrecke zwischen Tessin und Uri wieder kompensiert.</p><p>Insgesamt rechnen die SBB aufgrund des geplanten Verkehrsangebots für das Jahr 2020 zwischen Arth-Goldau und Giubiasco mit einem Energieverbrauch von etwa 200 Gigawattstunden (bei einer durchschnittlichen Auslastung des Güterverkehrs, inklusive der Nutzung der Bergstrecke durch den Regionalverkehr).</p><p>- Der Energieverbrauch wird auch nach 2030 mit der steigenden Verkehrsleistung der Eisenbahnen ansteigen. Die Energieperspektiven 2035 des Bundesamts für Energie (BFE), welche sich auf die Verkehrsperspektiven des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) beziehen, gehen bis 2035 von einem starken Wachstum des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene aus. Als Folge dessen steigt die Elektrizitätsnachfrage des Schienenverkehrs in allen Szenarien an. Relevant für den Energieverbrauch sind die Anzahl Züge und deren Gewicht. Sobald die Angebotskonzepte für Bahn 2030 vorliegen, wird der Beschaffungsbedarf für Bahnstromversorgung daraus abgeleitet. Derzeit können allerdings noch keine konkreten Zahlen genannt werden.</p><p>- Ein Vademecum mit den entsprechenden Statistiken zum Energieverbrauch wird bereits heute von den SBB zusammen mit dem Geschäftsbericht veröffentlicht. Ausserdem enthält die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichte Statistik zum öffentlichen Verkehr auch aggregierte Angaben zum Energieverbrauch. Der Bundesrat ist der Meinung, dass damit die Grundlagen zu einer allfälligen Analyse des Energieverbrauchs bereits zum jetzigen Zeitpunkt vorhanden sind.</p>  Antwort des Bundesrates.