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Vortrag von Prof. Dr. Martin Baumann (Universität Luzern) vom 28. April 2021 im Rahmen der Ringvorlesung «Zwischen Erneuerung und Widerstand – Reaktionen von Religionen auf moderne Zeiten»
Im 19. Jahrhundert führte die britische Kolonialzeit zu grundlegenden Veränderungen buddhistischer Praktiken und Inhalte in Südasien. Am Beispiel des Buddhismus in Sri Lanka zeigt der Vortrag auf, wie Reformer einen rational-ethischen Buddhismus, der buddhistische Rituale als vormodern kritisierte, formten und diese Form im Westen verbreiteten. Neuere Forschungen zeigen demgegenüber auf, dass hochgebildete Mönche sich dieser modernistischen Buddhismus-Interpretation widersetzten und mit Hilfe neuer Druckereitechniken Texte zur liturgisch-rituellen Verehrung des Buddha publizierten, um Frömmigkeitspraktiken und nicht Rationalität als Kennzeichen buddhistischer Identität zu propagieren.