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Nägel
(frz. clous; engl. nails). Die im Handel vorkommenden
zahlreichen Sorten N. zeigen einerseits sehr wechselnde Gestalt und Größe und unterscheiden sich andrerseits
durch verschiedne Herstellung, Bestimmung und verschiednes Material. Die eisernen N. nehmen die erste Stelle ein. Sie zerfallen
der Herstellung nach in geschmiedete, geschnittene,
Draht-Nägel und gegossene. Die an zweiter und dritter Stelle aufgeführten
faßt man auch unter dem Namen
Maschinen-Nägel zusammen. Die Draht
nägel sind schon bei „Draht“ besprochen
worden. Die geschmiedeten N. sind bei uns immer das Erzeugnis von Handarbeit;
Maschinen zum Schmieden derselben sind wohl
versucht, aber zu keinem genügenden Erfolg gebracht worden. Die
Maschinen zur Herstellung von
Draht- und geschnittenen N. verarbeiten
Eisen in
Draht- und Blechform kalt.
Der Nagelschmied schmiedet mit außerordentlicher Behendigkeit und Sicherheit aus glühenden Eisenstäbchen auf einem kleinen Ambos den Schaftteil des N., haut ihn auf einer stählernen Kante, dem Abschrot, ziemlich ab, steckt ihn in das Loch des Nageleisens, bricht den Stab vollends los, formt mit wenigen Hammerschlägen das hervorstehende Ende zum Kopf um und wirft den fertigen N. durch einen Stoß von unten zur Seite. Diese ganze Arbeit muß in einer Hitze geschehen, d. h. während das Eisen sich glühend erhält, ohne es ein zweitesmal ins Feuer zu bringen; von kleinen N. werden selbst zwei Stück in einer Hitze abgeschmiedet.
Ein geübter Nagelschmied liefert in zwölf Arbeitsstunden von kleinen N. 2000-2500, die etwa 1 kg wiegen, oder 1500-2000
mittlere N. im Gewicht von 3-4 kg, oder 5-600 große Bret
nägel von 5 kg. Infolge der bedeutenden
Übung der Schmiede fallen alle Stücke einer Sorte an Länge und Form ganz gleich aus, lediglich durch
das Augenmaß und ohne alle Meßwerkzeuge. Nagelschmieden sind in den
Eisen verarbeitenden Gegenden, namentlich Westfalen,
Thüringen, Bayern, im Erzgebirge, in Steiermark etc. häufig und arbeiten nicht selten Weiber
und Kinder mit.
Von den verschiednen
Nägelsorten sind die größten 120-300 mm lang und darüber, und dienen als Zimmer-, Mühl-,
Kisten-, Schiffs-, Spitzbogen
nägel für Schiff-, Brücken- und Mühlenbauer u. dgl.
Spiker
nägel oder Bodennägel in verschiednen Dimensionen mit flachen, zweiflügeligen oder nur nach einer Seite sehenden
Köpfen dienen zur Befestigung von Dielen. Andre Bau
nägel sind Lattennägel 80-100 mm lang, ganze und halbe Bretnägel,
ganze Schloß
nägel, Schindelnägel mit breit geschmiedetem Ende an Stelle des Kopfes, welches sich beim
Einschlagen umlegt. Kleinere Sorten von etwa 25 mm Länge sind halbe Schloß-,
Schiefer-,
Rohr-, Huf-, Sattel
nägel. Für Schuhwerk
dienen Absatzstifte, die keine Köpfe erhalten, und Sohlenzwecken mit großen runden, gewölbten Köpfen und sehr kurzen
Spitzen. -
Maschinen
nägel: Die geschnittnen N. werden
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auf kaltem Wege aus zähem Blech von passender Stärke geschnitten. Die hierzu speziell gewalzten Bleche zerschneidet man mit einer kräftigen Maschinenschere in Streifen, deren Breite gleich der Länge der herzustellenden N. ist. Diese Streifen gelangen der Länge nach in eine andre Schneidemaschine, deren Schere etwa fünfundsechzig bis siebzig Schnitte in der Minute macht und die Streifen so zerstückelt, daß lauter gleichgroße, schlank keilförmige Körper entstehen.
Die Maschine schiebt nämlich den Blechstreifen der Schere gleichmäßig zu und erteilt ihm gleichzeitig nach jedem Schnitte eine Seitenschwenkung abwechselnd nach rechts und links, woraus folgt, daß alle Abschnitte schräg ausfallen. Diese Körper erhalten alsdann, ebenfalls auf kaltem Wege, einen Kopf angestaucht. In der Regel geschieht dies jetzt maschinenmäßig; die Abschnitte werden von einem besondern Stauchwerk von der Schere weg in Empfang genommen und fertig gemacht.
Man erhält auf diesem Wege 120 bis 150 Stück fertige N. in der Minute, die allerdings mit geschmiedeten keinen Vergleich aushalten, aber bei ihrer großen Wohlfeilheit doch häufig an Stelle dieser verwendet werden. Indes lassen sich geschnittene N. doch nur bis zu einer Länge von höchstens 75 mm mit Vorteil herstellen. Die N. werden schließlich mit grobem Sand in umlaufenden Scheuertonnen mehrere Stunden lang bearbeitet, um ihre Rauhigkeiten aus dem Gröbsten abzuschleifen.
Die Fabrikate bleiben trotzdem noch roh genug, und die ganze Herstellungsweise ist nicht geeignet einen guten N. zu liefern. Die N. haben rauhe Kanten und es fehlt ihnen eine richtige Spitze, da von den vier Seiten nur die durch den Schnitt erzeugten keilförmig zusammenlaufen, die beiden andern parallel bleiben; statt einer Spitze ist also nun eine kleine Schneide vorhanden. Die N. lassen sich demzufolge schwer ins Holz treiben und biegen leicht um oder es bricht der kalt angeschlagene Kopf ab. Allerdings sitzen sie, wenn richtig eingedrungen, dann um so fester.
Die kopflosen Absatzstifte aus Blech werden auf der Maschine ganz einfach durch Zerschneiden einer messerklingenartig ausgewalzten Schiene erhalten; Leistung bis 300 Stück in einer Minute. Erwähnt sei noch, daß auch N. mit halbkreisförmigen oder pfeilspitzenartigen Köpfen direkt durch Ausschneiden oder vielmehr Lochen aus Blechstreifen erzeugt werden. Diese Herstellungsweise ergibt sehr viel Abfall - es bleibt von dem Blechstreifen ein luftiges Gitter übrig, welches im günstigsten Falle behufs Wiederverwertung eingeschmolzen werden kann. -
Gegossene eiserne N. sind bei uns wenig in Verwendung und werden nur in kleinem Kaliber hergestellt, in England und Schweden
auch in größern Dimensionen. Die Herstellung geschieht in der Weise, daß man in einem Formkasten eine
sehr große Anzahl einformt und alle untereinander durch Eingüsse verbindet. Ein Schuhzweckenguß bildet ein ganzes Gitterwerk
von Leistchen mit fiederblattähnlich ansitzenden Zwecken. Größere Guß
nägel werden erst brauchbar durch längeres Glühen
in gepulvertem Roteisenstein, wodurch das Gußeisen in schmiedbares Gußeisen übergeht.
Sie stehen an Güte den geschmiedeten N. immer nach, sind aber sehr wohlfeil. Außer dem Eisen werden
noch zahlreiche andere Metalle und Legierungen zur Nagelfabrikation herangezogen. Kupferne N. finden im Schiffsbau Verwendung.
Als Ersatz dienen jetzt N. häufig von Eisen mit starker Verkupferung. Zink
nägel dienen zum Aufnageln von Zinkbedachung,
weil das Zink in Berührung mit Eisen rasch zerstört wird. Sie sind flachköpfig und werden aus starkem
Zinkdraht oder aus Stäbchen, die von der Maschinenschere aus gewalzten starken Blechen geschnitten sind, vom Nagelschmied
wie Eisen
nägel hergestellt, nur mit dem Unterschiede, daß das Metall nicht glühend, sondern nur heiß, bei einer Temperatur
von 100-120° C. zu verarbeiten ist. N. aus Nickel, aus Gold und Silber oder vergoldet und versilbert werden
ebenfalls hergestellt; viel größere Verwendung finden dagegen N. aus Messing, Tombak, Britanniametall etc. Die zu Polstermöbeln
gebrauchten Tapezier
nägel, mit großen halbkugeligen, an der Unterseite hohlen Köpfen, sind entweder ganz aus Messing oder
Bronze gegossen, auf der Kopffläche abgedreht, nach Umständen auch gefirnißt, mit Zinn weiß gesotten
oder naß versilbert, oder man fertigt die Köpfe besonders und versieht sie dann mit eisernen Spitzen durch Lötung mittels
Schnelllotes. In den Handel kommen die kleinern und mittelgroßen N. in Packeten von 1000 oder 5000 Stck. -
Zoll: Eiserne Haken
nägel zum Befestigen von Eisenbahnschienen gem.
Tarif Nr. 6 e 1 β;
andre grobe nicht abgeschliffene etc. eiserne N. Nr. 6 e 2 α;
abgeschliffene, blau angelaufene, gebräunte, blank gemachte, z. B. Drahtstifte 6 e 2 β;
polierte und lackierte eiserne N. oder solche mit Köpfen von Messing, Glas, Porzellan, Steingut etc. Nr. 6 e 3 β. - N. aus Kupfer oder Messingguß, unpolierte, unlackierte Nr. 19 d 1;
polierte, vernierte etc. aus Kupfer oder Messing sowie kupferne und messingene N. mit Köpfen von Holz, Steingut, Porzellan etc., ferner N. von Alfenide, Britanniametall, Bronze, Neusilber, Tomback und ähnlichen Legierungen von unedlem Metall Nr. 19 d 2. - N. ganz oder teilweise aus edlem Metall Nr. 20 a;
versilberte oder vergoldete N. aus unedlem Metall Nr. 20 b 1. - Hölzerne rohe ungefärbte (Schuhstifte etc.) Nr. 13 d. - Von Zink Nr. 42 c. - Wie N. werden auch Stifte, Niete und Zwecken verzollt.