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Claudio Tonetti hat bisher als Regieassistent gearbeitet bei Filmen von Butler, Goretta, Tanner, Koralnik, um nur einige zu nennen. Mit La Valise hat er sich aus dem Einflussbereich dieser Regisseure gelöst, um sein Debüt zu gestalten. Er erzählt die Geschichte eines Reisenden, der nach einer Benzinpanne in einem Motel absteigt. Dieser begegnet einer ihm unbekannten Frau, die ebenfalls im Motel logiert. Absichtsvoll trägt sie immer und überall einen schwarzen Koffer mit sich. Bei jeder Begegnung mit dem Reisenden entzieht sie diesen Koffer dessen Blick, als wolle sie etwas verbergen. Dieses geheimnisvolle Verhalten der Frau macht den Reisenden immer neugieriger, und er versucht, etwas über den Inhalt des Koffers zu erfahren. Schliesslich kann er der Versuchung nicht mehr widerstehen. Er klaut den schwarzen Koffer und rast mit seinem Auto davon, nicht sehr weit, bis er, der Reisende, in die Luft fliegt. Die Frau ihrerseits präpariert einen neuen Koffer und wartet auf ihr nächstes Opfer.
Tonetti schildert uns diese makabre Story in bester Dramaturgie. Er verzichtet fast gänzlich auf den Dialog, seine Bilder sind einfach, erfüllen ihren Zweck und vermitteln neun Minuten volle Spannung. Man betrachtet den Film mit Vergnügen, Tonetti ist damit eine handwerklich gute Visitenkarte gelungen. Inhaltlich allerdings scheint der Film zu sehr an nichtssagender Oberfläche stecken zu bleiben. Er erschöpft sich in selbstgenügsamer Unterhaltung.