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Du hast Olympia Silber und Olympia Gold gewonnen, hast eine Bronze-Medaille der Weltmeisterschaft und hast etliche Erfolge im Weltcup gefeiert. Trotzdem sagst Du von Dir selbst, Du seist nicht talentiert. Wie kommt's?
Das mit dem Talent ist so eine Sache. Wenn ich mit jungen Nachwuchssportlern rede, sage ich immer: Vergiss das Talent. Die Frage ist: Hast du Freude und hast du ein Ziel? Und ja es ist richtig, ich hatte immer das Gefühl, nicht so talentiert zu sein. Bei den Kindern- und Jugendkategorien hatte ich keine Chance. Erst am Schluss des Sportgymis war ich dann bei den vorderen drei, vier mit dabei. Was ich daraus gelernt habe? Dass ich dann gut bin und besser werde, wenn ich trainiere. Schlussendlich ist es so, dass an der Weltspitze nur noch die besten sind. Dann macht den Unterschied aus, wie du arbeitest und wie du dich verbesserst.
Es braucht also Disziplin. Ist das auch etwas, was Du Deinen Kindern beibringen möchtest?
Ich möchte meinen Kindern nichts aufzwingen. Aber ich möchte ihnen aufzeigen, dass im Leben vieles möglich ist, wenn man will. Dass man fast aller erreichen kann, wenn man gewillt ist, dafür zu arbeiten. Ich bin zum Beispiel bloss 1,71 Meter gross – keine optimale Grösse für einen Snowboarder. Hätte ich aber immer auf die anderen gehört, die gesagt haben, dass es nicht geht, dann wäre ich heute nicht da, wo ich bin.
Was nimmst Du aus der Sportwelt in die Familienwelt rüber?
Als Athlet lernst du, in Drucksituationen mit Stress weiterhin zu funktionieren. Du lernst in eine Metaebene zu gehen. Wenn ich etwa sehr nervös bin, kann ich sehr gut analysieren, warum ich so reagiere. Dann weiss ich, welche Werkzeuge ich habe, um mich runterzuholen. Auch mit den Kindern gibt es viele Stresssituationen. Da kann ich dann diese mentale Kontrolle gut einsetzen.