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Eine empirische Untersuchung über den Einfluss des Unterrichts in heimatlicher Sprache und Kultur auf die Sprachentwicklung der Migrantenkinder.
Dauer: Oktober 2005 bis März 2008
Theoretischer Hintergrund
Eine der Hauptaufgaben der Bildungspolitik, der Schule und der Familie besteht darin, mit dem kulturellen und sprachlichen Kapital von mehrsprachigen Kindern richtig umzugehen. Die interkulturelle Bildung begünstigt u.a. die Stärkung der soziokulturellen Identität der Minderheiten. Darunter wird die Integration der kulturellen und sprachlichen Vielfalt in das Bildungssystem verstanden. Der Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) in der Schweiz bietet den Migrantenkindern die Möglichkeit, sich mit der Sprache und Kultur ihres Herkunftslandes auseinanderzusetzen.
Den wissenschaftlichen Rahmen des Projektes bildete die von Skutnabb-Kangas (1977) beschriebene und von Cummins (1979) ergänzte Interdependenz-Hypothese, welche die gegenseitige Abhängigkeit der Sprachkompetenzen in der Erst- und Zweitsprache betont. Diese Aussage wurde durch die Schwellenniveau-Hypothese erweitert (Cummins, 1979).
Die Schwellenniveau-Hypothese besagt, dass ein bestimmtes Schwellenniveau der Sprachkompetenzen in der Erst- und Zweitsprache erreicht werden muss, um negative kognitive Effekte zu vermeiden.
Fragestellung
Im Zentrum des Forschungsprojektes stand die Untersuchung folgender Frage: Worin unterscheidet sich die Entwicklung der Sprachkompetenzen in der Erst- und Zweitsprache bei den Migrantenkindern, die einen HSK-Kurs besuchen im Vergleich zu jenen, die keinen HSK-Kurs besuchen?
Die zentrale Fragestellung wurde aus drei verschiedenen Blickwinkeln (Individuum, Elternhaus und Schule) beleuchtet. Wie wird die Sprachentwicklung durch motivationale Aspekte, familiäre Verhältnisse und die Qualität des Unterrichts beeinflusst?
Ziel der Untersuchung war es, ein differenziertes Bild über die parallele Entwicklung der Sprachkompetenzen in der Erst- und Zweitsprache zu gewinnen.
Methode
Im Forschungsprojekt wurden quantitative und qualitative Daten gewonnen und analysiert. Der quantitative Teil umfasste u.a. eine Längsschnittstudie, welche individuelle und gruppenorientierte Vergleiche der Sprachleistungen in der Erst- und Zweitsprache ermöglichte. Mit Hilfe standardisierter Beobachtung wurden die methodisch-didaktische, die inhaltliche und die sprachliche Ebene des HSK-Unterrichts qualitativ untersucht.
Berichte
Caprez-Krompàk, E. & Selimi, N. (2006). Zur Erstsprachkompetenz von albanischsprachigen Kindern in der Deutschschweiz. Eine vergleichende Fehleranalyse anhand des C-Tests. In B. Schader (Hrsg.), Albanischsprachige Kinder und Jugendliche in der Schweiz. Hintergründe. Sprach- und schulbezogene Untersuchungen (S. 247-269). Zürich: Pestalozzianum. (PDF, 1156 KB)
Caprez-Krompàk, E. & Gönç, M. (2006). Der C-Test im Albanischen und Türkischen: Theoretische Üerlegungen und empirische Befunde. In R. Grotjahn (Hrsg.), Der C-Test: Theorie, Empirie, Anwendungen (S. 243-260). Frankfurt/M.: Lang. (PDF, 315 KB)