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Er fasst die Überprüfungen und Empfehlung für den Zeitraum 2001-2002 zusammen. Laut dem Bericht wurden seit 2001 zwar überall ermutigende Fortschritte erzielt, aber die Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan sind besonders bei der geologischen Tiefenlagerung beträchtlich.
Die Kommission nimmt ihren Auftrag wahr, indem sie in- und ausländische Arbeiten verfolgt, Experten befragt und sich vor Ort ein Bild über Forschung und Entwicklung macht. Gemäss dem Gesetz von 1991 werden bis 2006 parallel drei Strategien verfolgt: die Auftrennung und Transmutation, die geologische Tiefenlagerung sowie die Konditionierung mit Langzeitlagerung. Unabhängig von der zu wählenden Strategie erachtet die CNE für bestimmte Abfälle die Tiefenlagerung als nötig. 2006 wird das Parlament über das weitere Vorgehen entscheiden.
Im Bericht 2001-2002 darf die CNE feststellen, dass die Auftrennung auf gutem Weg ist. Sie empfiehlt, die Verarbeitung der abgetrennten Stoffe jetzt in Zusammenarbeit mit der Industrie weiter zu entwickeln. Bei der wichtigen Transmutation zur Verringerung der Menge langlebiger radioaktiver Abfälle hängen laut CNE die Fortschritte in Frankreich von der Verfügbarkeit des Schnellen Reaktors Phénix ab. Diese sei allerdings mit Fragezeichen zu versehen. Viel versprechend wäre die europäische Zusammenarbeit zur Entwicklung eines subkritischen Reaktorsystems mit Teilchenbeschleuniger gemäss dem Vorschlag einer Technical Working Group von Carlo Rubbia. Hier leide der Fortschritt an einer zu schwachen Finanzierung durch das EU-Rahmenprogramm. Die CNE empfiehlt, dass Frankreich jetzt die Initiative zur Detailplanung einer Demonstrationsanlage ergreift. Bis 2006 seien freilich erst von den Arbeiten am Phénix konkrete Ergebnisse zu erwarten.
Beim 1999 bewilligten Bau eines unterirdischen Laboratoriums für ein Endlager im Tongestein von Bure (Departement Meuse) stellt die CNE mit Sorge einen Rückstand von zwei Jahren auf den Zeitplan fest. Die ersten Versuchskavernen würden statt 2002 erst 2004 eingerichtet, so dass bis 2006 kaum mehr als vorläufige Ergebnisse vorliegen dürften. Die CNE empfiehlt daher, die Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs (Andra) solle in der Region von Bure sowie in der Haute-Marne zusätzliche Probebohrungen abteufen sowie die Arbeiten im Mont-Terri - einem internationalen Felslabor im schweizerischen Jura - vorantreiben. Mit Nachdruck setzt sich die CNE auch dafür ein, das im Gesetz verlangte zweite unterirdische Labor möglichst bald zu verwirklichen. Zu den hydrogeologischen Modellen der Andra meint die CNE, beim heutigen Stand reichten sie noch nicht aus, um die Sicherheit eines Tiefenlagers - besonders nach einem Störfall im Gestein oder bei der frühzeitigen Leckage eines Behälters - beurteilen zu können. Schliesslich empfiehlt sie vermehrte Forschungsanstrengungen auch in Frankreich über eine der Grundlagen der Sicherheitsbeurteilung, die Wirkung schwacher Strahlendosen auf Mensch und Umwelt.
Mit Befriedigung stellt die CNE die Fortschritte fest, die "nach einer langen Phase der Unsicherheit" bei der Konditionierung und Langzeitlagerung erzielt worden sind. Dies gelte besonders bei den B-Behältern für hochradioaktive Abfälle und bestrahlte Brennelemente, während sie keine Angaben über die Weiterentwicklung der C-Behälter für verglaste Abfälle erhalten habe. Ein Entwicklungsziel sei, solche Behälter nach der Zwischenlagerung direkt - das heisst ohne neue Konditionierung - in ein geologisches Endlager einbringen zu können. Ein weiteres wünschbares Ziel wäre, die heute auf mehrere Standorte verteilten Zwischenlager in ein einziges oberflächennahes Zwischenlager überzuführen, das nahe beim künftigen geologischen Tiefenlager zum Beispiel in einem Abhang errichtet würde.
Quelle
P.B. nach La documentation française, September 2002