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Archäologen sprechen von einem «sensationellen Fund». Entdeckt wurde das Skelett im Fundament eines ehemaligen Wehrturms, der von wohlhabenden Basler Bürgern im Mittelalter als Latrine und Abfalldeponie genutzt wurde, wie die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt am 5. November 2020 mitteilte. Neben dem Skelett kamen auch zahlreiche Keramikfunde und ganze Töpfe zum Vorschein.
Eine Untersuchung der Knochen durch Spezialisten der Universität Basel und des Naturhistorischen Museums habe ergeben, dass es sich um Überreste eines Berberaffens handelt, der im 15. Jahrhundert als Haustier gehalten worden war. Das zwischen fünf und acht Jahre alte Tier sei kräftig gebaut gewesen, weise aber Spuren einer nicht artgerechten Haltung auf, wie Knochenbrüche und abgeschliffene Eckzähne.
Beliebte Haustiere von Klerikern und Gelehrten
Im Spätmittelalter sei die Haltung von Affen als Haustiere bei wohlhabenden Klerikern und humanistischen Gelehrten beliebt gewesen, heisst es in der Mitteilung weiter. Als möglichen Besitzer des in Basel entdeckten Affen wird der Gelehrte Heinrich von Bernheim vermutet. Der Inhaber wichtiger Ämter am Basler Konzil von 1431 bis 1449 habe über hervorragende internationale Kontakte und das für den Kauf eines nicht gerade billigen Affen nötige Geld verfügt.
Das Basler Affenskelett wird von den Basler Archäologen als eines der europaweit frühesten und vollständigsten Funde dieser Art bewertet. Bislang existierten auf dem Kontinent lediglich fünf Nachweise auf als Haustiere gehaltene Berberaffen, die auf das Mittelalter zurückzuführen seien, heisst es.