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Ende des 19. Jahrhunderts beschloss Gustave Revilliod, auf dem weitläufigen Anwesen der Familie in Varembé ein Museum zu bauen, um seine umfangreiche Sammlung ausstellen zu können, die bis dahin in seinem Herrenhaus in der Altstadt untergebracht war. Zum Andenken an seine verstorbene Mutter Ariane de la Rive erhielt das Museum den Namen Ariana. Es entstand – nach dem Musée Rath im Jahr 1826 – als zweites Museum in Genf, war aber das erste enzyklopädische Museum der Rhonestadt, denn das Musée d'art et d'histoire öffnete seine Tore erst 1910.
Revilliod beauftragte zunächst Émile Grobéty mit der Durchführung seines Bauvorhabens. Nach einer Bildungsreise in Frankreich und Italien entwickelte dieser unerfahrene Architekt ein eklektizistisches Projekt, das dem Stil des Neobarocks und der Neorenaissance folgte und im Wesentlichen der italienischen Palastarchitektur nachempfunden war.
1877 wurde der Bau in Angriff genommen. Bald stellte sich heraus, dass Grobéty mit der Grösse des Projekts überfordert war – er musste durch den Architekten Jacques-Élysée Goss (1839-1921) ersetzt werden. Dieser entwarf auch weitere markante Genfer Gebäude wie das Grand-Théâtre (1875-1879) oder das vormalige Hôtel National, das heutzutage als Palais Wilson bekannt ist. 1884 konnte der Rohbau fertiggestellt und das Museum eröffnet werden, doch die Kosten hatten sich beinahe verdoppelt. Aus Mangel an zusätzlichen Mitteln musste auf einige Bauelemente verzichtet werden, namentlich auf die monumentale Treppe sowie auf einen Teil des Dekors.
Der Grundriss des Gebäudes besteht aus zwei symmetrischen Flügeln beidseits einer Halle; diese wird durch einen majestätischen, zweistöckigen Säulengang abgegrenzt, der eine Kuppel mit bemerkenswerter, elliptischer Form trägt.
Das ikonografische Repertoire der Decken, die vom Genfer Frédéric Dufaux (1852-1943) bemalt wurden, enthält italienisch inspirierte mythologische oder allegorische Darstellungen. Glasmalereien sind in die Architektur eingebunden. Die Dachskulpturen und die Skulpturen in den ovalen Nischen sind Arbeiten des Italieners Luigi Guglielmi (1834-1907), 1898 fertigte der Bildhauer Émile Leysalle (1847-1912) die fehlenden Büsten an. Die beiden Sphinxe, die den Haupteingang auf der Seeseite bewachen, sind das Werk von Emile-Dominique Fasanino (1851-1910).
Das palastähnliche, majestätische und originelle Musée Ariana ist ein bedeutendes Beispiel für den Eklektizismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Mit seiner Architektur hebt es sich vom Baustil der damaligen Zeit und von der Strenge des protestantischen Genf ab. Gustave Ravilliod verstand sich als Philanthrop mit einem Bildungsauftrag; mit dem Bau des Musée Ariana schuf er sich ein Denkmal.