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ist ein semit. Ortsname, der Festung
[* 2] bedeutet. Im Alten Testament (Luther: Bazra und Bozra) heißt so die Hauptstadt
Edoms (s. d.), die aber gewöhnlich Sela oder Petra (s. d.)
genannt wird. Nur Jerem. 48,24 findet sich ein in Moab. Ein anderes
Bosra (grch. und lat. Bostra) kennt man durch Inschriften aus dem Anfang unserer Zeitrechnung; es ist das heutige Busra, eine großartige
Ruinenstadt im asiat.-türk. Wilajet Damaskus (Syrien), in der ostjord. Landschaft Hauran, etwa 120 km im S. von Damaskus,
am südwestl.
Fuße des Dschebel-Hauran (Alsadamus Mons
[* 3] in Auranitis), nach einigen Forschern identisch mit Astarot, das
zu Josuas Zeit die Hauptstadt des Königs Og von Basan, dann eine Levitenstadt im Stamme Manasse war. Wahrscheinlicher ist,
daß die Stadt als ein Hauptsitz des Kultus der Astarte (s. d.) Bet-Aschera hieß, woraus der NameBosra entstand. Sie war längst
zerfallen, als ein im 1. Jahrh. v. Chr. aus Südarabien ausgewandertes sabäisches Volk
aus dem Stamme der
Himjariten in Hauran das Reich der Selihiden gründete.
Auf dem ArabischenKonzil zu Bosra wurde 244 der dortige Bischof Beryllus durch Origenes von seiner ketzerischen
Ansicht zurückgebracht. Später war Bosra Sitz eines Erzbistums. Bosra ist die natürliche Hauptstadt
Haurans, zugleich der Getreidespeicher und die große Marktstätte für die Syrische Wüste, das Arabische Hochland und Peräa.
Seine langen Reihen steinerner Buden legen noch jetzt in der Verödung von der frühern Größe und Blüte
[* 5] Zeugnis ab. Die Wichtigkeit des Ortes erkannten die Ejubiden-Sultane seit Saladin, als sie die noch vorhandene Citadelle,
die stärkste in ganz Syrien, bauten, sowie die Kreuzfahrer, die unter Balduin III. 1147 und Balduin IV. 1182 große Anstrengungen
machten, um in Besitz von Bosra (von ihnen Bostrum oder Bussereth genannt) zu kommen.