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Wie wir zur ersten nachhaltigen Generation auf diesem Planeten werden können
Nachhaltig leben wir, wenn es uns gut geht und wir unseren Nachkommen ein mindestens ebenso gutes Leben ermöglichen. Sieben grosse Errungenschaften und sieben grosse Herausforderungen.
Von Hannah Ritchie, 28.03.2024
Die Welt war noch nie nachhaltig.
1987 definierten die UN nachhaltige Entwicklung als eine, «die den Ansprüchen der Gegenwart gerecht wird, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen». Diese Definition besteht aus zwei Teilen. Beim ersten geht es darum, sicherzustellen, dass alle heute lebenden Menschen ein gutes und gesundes Leben führen können. Beim zweiten Teil geht es darum, dass unsere Lebensweise die Umwelt für die kommenden Generationen nicht beeinträchtigt. Wir sollten die Umwelt so behandeln, dass unsere Ururenkel die Chance auf ein gutes und gesundes Leben haben.
Der Text, den Sie hier lesen, ist ein leicht gekürzter Auszug aus Hannah Ritchies Buch «Not the End of the World». Das Buch erscheint am 28. März 2024 unter dem Titel «Hoffnung für Verzweifelte», aus dem Englischen übersetzt von Marlene Fleissig.
Als Umweltwissenschaftlerin interessiert mich hauptsächlich der zweite Teil, bei dem es um eine Begrenzung der Schädigung unseres Planeten geht. Aber aus moralischer Sicht kann ich den ersten Teil der Gleichung nicht ignorieren. Eine Welt, die von vermeidbarem menschlichem Leid geprägt ist, entspricht nicht unserer Definition von Nachhaltigkeit.
Diese Ansätze werden kontrovers diskutiert, weil wir davon ausgehen, dass es nur ein Entweder-oder geben kann. Also entweder das Wohlergehen der Menschheit oder Umweltschutz. Dieser Zielkonflikt existierte früher, aber er muss in Zukunft nicht existieren. Denn die Möglichkeit, beides gleichzeitig zu erreichen, besteht.
Die Welt war noch nie nachhaltig, weil wir nie beide Teile der Definition gleichzeitig erfüllt haben.
Ja, es gab Zeiten oder Gemeinschaften, in denen ein harmonisches Zusammenleben mit anderen Arten und der Umwelt erreicht wurde. In einigen indigenen Gruppen wurde das so gelebt und auch die Aufrechterhaltung von Artenvielfalt und Ökosystemen gewährleistet. Respekt gegenüber der Erde ist ein zentraler Wert der indigenen Gemeinschaften. Wie es in einem Sprichwort der Native Americans heisst: «Nimm nur, was du brauchst, und hinterlasse das Land, wie du es vorgefunden hast.» Ein kenianisches Sprichwort schlägt in eine ähnliche Kerbe: «Behandle die Erde gut. Sie wurde dir nicht von deinen Eltern geschenkt, sondern von deinen Kindern geliehen.» Hier fängt unser Verständnis von Nachhaltigkeit an.
Aber nachhaltige Gemeinschaften waren aufgrund der hohen Kindersterblichkeit, die ein Wachstum verhinderte, immer klein. Eine Welt, in der die Hälfte aller Kinder stirbt, wird nicht «den Ansprüchen der Gegenwart gerecht» und kann somit auch nicht als nachhaltig bezeichnet werden.
Und genau vor dieser Herausforderung stehen wir. Wir müssen sicherstellen, dass alle Menschen auf der Welt ein gutes Leben leben können, und gleichzeitig unseren Einfluss auf die Umwelt so verringern, dass das auch für die künftigen Generationen gilt.
Wir betreten hier Neuland, keine vorherige Generation hatte das Wissen, die Technologien, politischen Systeme und internationalen Beziehungen, um beides gleichzeitig tun zu können. Wir haben die Chance, als erste Generation Nachhaltigkeit zu erreichen. Nutzen wir sie!
1. Es sterben viel weniger Kinder
Dass weniger Kinder sterben, ist eine der grössten Errungenschaften der Menschheit. Die meisten glauben, dass der Tod einer natürlichen Ordnung folgt: Die Alten, nicht die Jungen sterben. Doch das ist eigentlich noch gar nicht lange so. Dass Kinder Aussichten darauf haben, ihre Eltern zu überleben, ist in keiner Weise «natürlich», wir mussten hart dafür kämpfen.
Während eines Grossteils der Menschheitsgeschichte standen die Chancen, das Erwachsenenalter zu erreichen, etwa fifty-fifty. Circa ein Viertel der Kinder starb vor dem ersten Geburtstag, ein weiteres Viertel vor der Pubertät. Ohne Ausnahme. Dass Kinder starben, war weitverbreitet, unabhängig vom Kontinent oder Jahrhundert.
Erst mit der Verfügbarkeit von sauberem Wasser, guten Hygienebedingungen, Impfungen, besserer Ernährung und anderen Fortschritten in der Gesundheitsversorgung ging die Rate zurück. Noch im Jahr 1800 lag der weltweite Anteil der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag starben, bei 43 Prozent. Heute sind es 4 Prozent.
Dabei sinkt nicht nur der Anteil – die absolute Anzahl der Kinder, die sterben, geht ebenfalls zurück. 1993, in meinem Geburtsjahr, starben fast zwölf Millionen Kinder unter fünf Jahren. Diese Zahl ist seitdem um über die Hälfte zurückgegangen. Es bleibt noch viel zu tun, denn dass jedes Jahr fünf Millionen Kinder sterben, ist furchtbar. Aber wir haben das Undenkbare geschafft: Unsere Vorfahren hätten sich eine Welt mit einer so geringen Kindersterblichkeit niemals träumen lassen.
2. Es sterben viel weniger Mütter und Schwangere
Meine Mutter hatte mit meinem Bruder eine schwere Geburt. Damals sagte ihr meine Grossmutter: «Zu meiner Zeit, meine Liebe, hätten sie dich sterben lassen.» In nur wenigen Generationen haben wir es geschafft, Schwangerschaften Dutzende Male, in manchen Ländern sogar Hunderte Male sicherer zu machen.
Das Risiko meiner Mutter, im Kindbett zu sterben, lag bei 1 zu 10’000. Für meine Grossmutter war das Risiko mehr als doppelt so hoch, und meine Urgrossmutter hätte ein gar dreissigmal so hohes Risiko gehabt. In den meisten Ländern ist die Gefahr, dass eine Frau heute noch im Rahmen ihrer Schwangerschaft stirbt, sehr gering.
3. Die Lebenserwartung ist massiv angestiegen
Bis zum 19. Jahrhundert lag die durchschnittliche Lebenserwartung im Vereinigten Königreich zwischen dreissig und vierzig Jahren. Mitte des 20. Jahrhunderts kletterte sie dann auf siebzig Jahre, und 2019 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei über achtzig. Innerhalb von zweihundert Jahren hat sich die Lebenserwartung also verdoppelt. Und das liegt nicht «nur» daran, dass wir die Kindersterblichkeitsrate senken konnten, wir sehen in allen Altersstufen bessere Lebenserwartungen.
Und ja, das ist weltweit so. Global gesehen ist die durchschnittliche Lebenserwartung seit Beginn des 20. Jahrhunderts von etwa dreissig auf über siebzig Jahre gestiegen. Auch in den ärmsten Ländern hat sich die Lebenserwartung erheblich verbessert. In Kenia, Äthiopien und Gabun liegt sie bei 67 Jahren. Der Durchschnitt in ganz Subsahara-Afrika liegt bei 63 Jahren.
4. Weniger Menschen leiden Hunger
Den Grossteil der Menschheitsgeschichte mussten unsere Vorfahren darum kämpfen, ihre Familien zu ernähren. Es brauchte nur eine schlechte Saison – eine Dürre, Flut oder Pestwelle –, und schon drohte eine Hungersnot.
Nahrungsmittelunsicherheit und Hunger waren an der Tagesordnung. Das alles änderte sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Trotz mehrerer verheerender Hungersnöte machten die technologischen Fortschritte die Landwirtschaft sehr viel produktiver, und das Leben der Menschen war nun nicht mehr nur auf den Überlebenskampf beschränkt.
In den 1970er-Jahren kamen circa 35 Prozent der Menschen in Entwicklungsländern nicht auf ausreichend Kalorien. 2015 war diese Zahl auf lediglich 13 Prozent gesunken.
Doch auch heute noch ist Hunger ein grosses Problem. 2021 hatten 770 Millionen Menschen auf der Welt – also jeder Zehnte – nicht genug zu essen. Aber das müsste nicht so sein. Es wird sehr viel mehr produziert, als gebraucht wird. Viele Länder haben es geschafft, dass es bei ihnen kaum noch Hunger gibt. Wir müssen dafür sorgen, dass jedes Land das schafft.
5. Viel mehr Menschen haben Zugang zu grundlegenden Ressourcen
Seit es uns Menschen gibt, war es die längste Zeit Glückssache, ob das Wasser, das wir aus Flüssen, anderen Strömen oder Seen entnahmen, sauber war. Krankheiten waren Alltag. Kinder starben an Durchfallerkrankungen und Infektionen, in vielen armen Ländern ist das bis heute so. Der Zugang zu sauberem Wasser, Kanalisation und Hygiene rettet jedes Jahr zig Millionen von Leben.
2020 hatten 75 Prozent der Menschen Zugang zu einer sauberen, sicheren Wasserquelle – zwanzig Jahre zuvor waren es nur 60 Prozent gewesen –, und 90 Prozent der Weltbevölkerung haben Zugang zu Elektrizität. Wir brauchen Strom, um Impfstoffe und Medikamente zu kühlen; für die Geräte und Maschinen im Krankenhaus; um Essen zu kochen und unsere Kleidung zu waschen, ohne den ganzen Tag mit Hausarbeit zu verbringen; um Lebensmittel kühl und keimfrei zu halten; damit Kinder abends bei Licht lernen können; damit unsere Strassen nachts sicher sind.
Jeden Tag erhalten 300’000 Menschen erstmalig Zugang zu Elektrizität und ähnlich viele zu sauberem Wasser. Jeden Tag seit über einem Jahrzehnt.
6. Viel mehr Menschen sind grundlegend gebildet
Mir ist bewusst, was für ein Glück ich habe, dass ich einen Schulabschluss machen durfte. Besonders als Mädchen. Die Welt, die wir gestalten und in der es bessere Gesundheitsversorgung, Technologien, Konnektivität und bahnbrechende Erfindungen gibt, verdanken wir der Macht von Bildung und Erziehung.
1820 hatten nur 10 Prozent der Erwachsenen weltweit grundlegende Lesekenntnisse. Das hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts schnell verändert. 1950 konnten bereits mehr als die Hälfte aller Erwachsenen lesen. Heute sind wir bei fast 90 Prozent angekommen.
7. Viel weniger Menschen leben in extremer Armut
Laut UN-Definition gilt es als «extreme Armut», wenn man mit weniger als 2,15 Dollar pro Tag auskommen muss. Um Preisunterschiede zwischen den Ländern korrigiert, entspricht diese internationale Armutsgrenze dem, was man für 2,15 Dollar in den USA kaufen könnte. Der Name verrät es schon, es geht hier um Extreme, und die Definition wird genutzt, um diejenigen zu identifizieren, die unter den prekärsten Bedingungen leben.
Einen Grossteil der Menschheitsgeschichte lebten fast alle in bitterer Armut. 1820 lebten über drei Viertel der Weltbevölkerung unter dem Äquivalent dieser Armutsgrenze. Heute sind es weniger als 10 Prozent.
Ich habe auch schon die Argumentation gehört, dass zwar der prozentuale Anteil zurückgehe, die Gesamtzahl der in Armut lebenden Menschen jedoch zugenommen habe. Das stimmt nicht.
1990 lebten zwei Milliarden Menschen von weniger als 2,15 Dollar pro Tag. Bis 2019 ist diese Anzahl um weit über die Hälfte gesunken und betrug 648 Millionen. Nur damit man sich das vorstellen kann, in den letzten 25 Jahren hätte jeden Tag in der Zeitung stehen können: «Seit gestern leben 128’000 Personen weniger in extremer Armut.»
Diese sieben Entwicklungen haben das Leben von Milliarden von Menschen verändert. Doch der Fortschritt hatte auch einen grossen Preis für die Umwelt. Die erste Hälfte unserer Nachhaltigkeitsgleichung hat sich radikal verbessert, die zweite ist zweifelsohne schlechter geworden.
Um zu verstehen, wie wir auch die Umweltseite der Gleichung ausbalancieren können, müssen wir verstehen, welche Fortschritte wir bereits gemacht haben und wie es dazu kam. Daran können wir ablesen, was noch zu tun bleibt, um unseren Traum von einer nachhaltigen Welt wahr werden zu lassen.
1. Luftverschmutzung
Luftverschmutzung ist eine der grössten Bedrohungen der Welt. Forschende schätzen, dass dadurch mindestens neun Millionen Menschen pro Jahr sterben. Das sind 450-mal so viele wie in den meisten Jahren durch Naturkatastrophen. Doch Luftverschmutzung ist kein neues Problem – es existiert, seit der Mensch das Feuer entdeckt hat. Etwas zu verbrennen verschmutzt die Luft, egal, ob es sich um Holz, Kohle oder Benzin für unsere Autos handelt. Es ist also sehr wichtig, das Thema Luftverschmutzung anzugehen. Wir wissen, dass es möglich ist, schliesslich ist in vielen reichen Ländern die Luft so sauber wie seit Jahrhunderten nicht. Könnten wir das weltweit ermöglichen, würden wir damit jedes Jahr Millionen Leben retten.
2. Klimawandel
Die Temperaturen steigen weltweit, ebenso die Meeresspiegel. Eisdecken schmelzen, und andere Arten kämpfen darum, sich an das sich verändernde Klima anzupassen. Eine ganze Lawine an Problemen kommt auf die Menschheit zu, seien es Überflutungen, Brände oder tödliche Hitzewellen. Den Bauern drohen Ernteeinbussen, Städte könnten überschwemmt werden. Und dahinter steckt vor allem eins: die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen. Wir haben fossile Brennstoffe verbrannt, Wälder abgeholzt und Vieh für Energie und Nahrung gezüchtet – zweifelsohne wichtig für den menschlichen Fortschritt. Doch jetzt zahlen wir den Preis dafür in Form des einschneidenden Klimawandels. Würde man sich einzig und allein auf Daten zur Entwicklung der CO2-Emissionen konzentrieren, könnte man meinen, wir machten überhaupt keine Fortschritte. Doch genau das haben wir in den letzten Jahren getan, und zwar ziemlich schnell. Es gibt Hoffnung, dass wir uns bald nicht mehr zwischen ausreichend Energie und einem kleinen CO2-Fussabdruck entscheiden müssen. Wir werden ein gutes Leben haben können, ohne das Klima um uns zu verändern.
3. Entwaldung
Über die letzten 10’000 Jahre haben wir ein Drittel der weltweiten Wälder abgeholzt, hauptsächlich, um mehr Ackerland zu gewinnen. Ein Grossteil dieser Entwicklung, nämlich über die Hälfte, fand im letzten Jahrhundert statt. Bäume zu fällen bedeutet, Kohlenstoff freizusetzen, der für Hunderte oder Tausende Jahre gebunden war. Aber die Abholzung wirkt sich nicht nur auf den Klimawandel aus. Die Wälder sind die Heimat für einige der vielfältigsten Ökosysteme der Welt: komplexe, miteinander verbundene Netzwerke von Tieren, Pflanzen und Bakterien, die über Jahrtausende entstanden sind. Abholzung bedeutet, diese wunderbaren Lebensräume zu zerstören. Auch wenn es den Anschein hat, dass die Abholzung ihren Höhepunkt erreicht hat, ist dies nicht der Fall. Aber wir haben in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte bei der Lösung dieses Problems gemacht und eine reelle Chance, die Generation zu sein, die das Ende der Abholzung erlebt.
4. Ernährung
Bei der Entwaldung geht es hauptsächlich um Nahrung – unser nächstes grosses Problem. Zwar hat die Anzahl der Hungernden in den letzten fünfzig Jahren rapide abgenommen, aber der Anbau von Lebensmitteln hat nahezu alle unsere Umweltprobleme verschärft. Die Nahrungsmittelproduktion ist für ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, sie nimmt die Hälfte des bewohnbaren Landes auf der ganzen Welt ein, verbraucht 70 Prozent des jährlich entnommenen Trinkwassers und treibt wie nichts sonst den Verlust der Artenvielfalt voran. Genug Nahrungsmittel anzubauen ist nicht das Problem, es geht darum, sie klüger anzubauen und zu verwenden. Wenn wir bessere Entscheidungen treffen, können wir neun oder zehn Milliarden Menschen ernähren, ohne dabei den Planeten zu plündern.
5. Verlust der biologischen Vielfalt
Wir sollten uns nicht nur um die Nutztiere sorgen, auch für die in Freiheit lebenden Tiere sieht es düster aus. Viele der beschriebenen Probleme treiben den Verlust der biologischen Vielfalt voran. Der Klimawandel beeinträchtigt die Arten, ebenso die Entwaldung, der Verlust ihres Habitats durch Ausdehnung der Ackerflächen, die Jagd für den Fleischkonsum, die Plastikverschmutzung und die Überfischung. Unser Konflikt mit anderen Tieren ist nichts Neues, er besteht seit Jahrtausenden. Im letzten Jahrhundert hat sich die Aussterberate jedoch beschleunigt, und wir müssen uns fragen, ob wir gerade Zeugen des sechsten Massenaussterbens werden. Den Grossteil der Menschheitsgeschichte hiess es: wir gegen die Tiere. Doch es gibt einen Weg, wie beide gedeihen können.
6. Plastik im Meer
Plastik ist einerseits ein Wundermaterial, andererseits – und wahrscheinlich gerade deswegen – eine Umweltkatastrophe. Es ist billig, leicht, vielseitig und hilft uns bei so vielen Dingen, wie zum Beispiel lebensrettende Impfungen zu transportieren oder Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Doch unsere Flüsse befördern jedes Jahr eine Million Tonnen Plastik ins Meer, das für Jahrzehnte oder Jahrhunderte seine Spuren hinterlassen wird. Viele glauben, dass man Plastikverschmutzung dadurch verhindern kann, kein Plastik mehr zu verwenden. Das ist allerdings eine unwahrscheinliche und auch gar nicht wünschenswerte Lösung. Glücklicherweise verfügen wir bereits über alle Werkzeuge, die wir zur Lösung dieses Problems brauchen und die in vielen Ländern auch schon zum Einsatz kommen.
7. Überfischung
In Zeitungen und Dokus wimmelt es von Horrornachrichten über den Zustand unserer Ozeane. Am liebsten wird behauptet, dass die Meere bis Mitte des Jahrhunderts leer sein werden. Das stimmt nicht – was nicht heissen soll, dass Überfischung kein Problem ist. Weltweit dezimieren sich viele Fischbestände gerade schnell, auch die Walpopulationen sind auf einen Bruchteil reduziert, und die Korallen – einige der vielfältigsten Ökosysteme der Welt – sind vom Ausbleichen bedroht. Aber das sind Probleme, die wir in den Griff bekommen können: Tatsächlich haben sich einige der symbolträchtigsten und am stärksten bedrohten Fisch- und Walarten in den letzten Jahrzehnten eindrucksvoll erholt.
Jeder der sieben grossen Herausforderungen widmet Ritchie in ihrem Buch je ein eigenes Kapitel, wo sie auf die konkreten Herausforderungen, Lösungsansätze und Hindernisse detaillierter eingeht.