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Das Wichtigste in Kürze
- Eine Resolution der UNO fordert eine gerechte Verteilung des Corona-Impfstoffs.
- Länder mit mittlerem und tiefem Einkommen sollen unterstützt werden.
Der Uno-Sicherheitsrat hat in einer einstimmig verabschiedeten Resolution eine gerechte weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen gefordert. Alle 15 Ratsmitglieder unterstützten die von Grossbritannien eingebrachte Resolution.
Die Initiative soll vor allem den Zugang zu Corona-Impfstoffen in konfliktgeplagten und ärmeren Ländern verbessern, wie es am Freitag in Diplomatenkreisen hiess.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, begrüsste die Resolution.
Zweite Resolution der UNO
Es handelt sich um die zweite Resolution des Uno-Sicherheitsrates zur Corona-Pandemie. Die Ratsmitglieder bekräftigten darin ihre Forderung nach Solidarität mit ärmeren Staaten sowie nach Waffenstillständen in Konflikten.
In dem von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Resolutionstext werden reichere Staaten dazu ermutigt, Corona-Impfstoffdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu spenden. Ausdrücklich werden Uno-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, auf das Horten von Impfstoffen zu verzichten.
Kooperationen sollen gestärkt werden
Gefordert wird zudem die Stärkung der «nationalen und multilateralen Ansätze und der internationalen Kooperation», um «einen gleichberechtigten und bezahlbaren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen in bewaffneten Konfliktsituationen, Nachkriegssituationen sowie in komplexen humanitären Notfalllagen» zu schaffen. Nach Uno-Angaben leben rund 120 Millionen Menschen weltweit unter solchen Bedingungen.
Über den genauen Resolutionstext hatten Diplomaten eine Woche lang debattiert. Hintergrund waren Einwände der ständigen Ratsmitglieder Russland und China gegen den von Grossbritannien eingebrachten ursprünglichen Entwurf. Die Beziehungen zwischen den drei Staaten sind angespannt.
Half Joe Bidens Amtsantritt?
Dass die Abstimmung letztlich vergleichsweise schnell über die Bühne ging, führten Beobachter auf eine leichte Entspannung des Verhältnisses zwischen den USA und China nach dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden zurück. Über den Text zur ersten Resolution zur Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hatten die Ratsmitglieder monatelang gestritten.
WHO-Chef Ghebreyesus schlug unter anderem einen Technologie-Transfer und die Lockerung von Patentrechten für Impfstoffe vor. Dass es vor allem bei Letzterem massive Widerstände seitens einiger Staaten gebe, könne er nicht verstehen. «Diese Pandemie ist beispiellos. Das Virus hat die ganze Welt als Geisel genommen», betonte Tedros.
«Schritt in eine gute Richtung»
Ein Diplomat sagte, alle Länder stünden derselben Bedrohung gegenüber, derselben Pandemie gegenüber. Internationale Kooperation und multilaterales Handeln seien nötig, um die Krise zu bewältigen. «Diese Resolution könnte ein Schritt in eine gute Richtung sein.»
UN-Generalsekretär António Guterres hatte vergangene Woche einen weltweiten Impfplan angemahnt um zu verhindern, dass ärmere Staaten bei den Corona-Impfungen abgehängt werden. Laut Guterres wurden bisher 75 Prozent aller verfügbaren Corona-Impfdosen in nur zehn Ländern verimpft. In 130 Staaten haben die Corona-Impfkampagnen demnach noch nicht einmal begonnen.