Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03100.jsonl.gz/247

Ein zweites Kind - ja oder nein?
Einzelkinder sind verwöhnt, stehen zu sehr im Mittelpunkt und leiden darunter, dass sie keine Geschwister haben mit denen sie spielen können. Andererseits werden sie besser gefördert, weil ihnen die gesamte elterliche Aufmerksamkeit sicher ist.
Die Vorurteile gegenüber Kindern, die geschwisterlos aufwachsen sind gross und Dir als Vater sicher bekannt. Dabei entscheiden sich heute die Hälfte der Paare, lediglich ein Kind zu bekommen. In der Schweiz bekam jede Frau im Jahr 2013 statistisch gesehen genau 1,52 Kinder - das entspricht etwa dem europäischen Durchschnitt. Familien, in denen drei und mehr Kinder aufwachsen, sind heute also fast schon eine Ausnahmeerscheinung. Aber haben Kinder wirklich einen Nachteil, wenn sie alleine aufwachsen? Oder befinden sich Einzelkinder möglicherweise eher in einer glücklichen Position, was ihre Chancen im Leben angeht?
Mehr Kinder erfordern eine ausgeklügelte Organisation des Alltags
Die Entscheidung für oder gegen ein zweites Kind fällt vielen Familien nicht leicht. Das liegt sicherlich auch an den veränderten Lebensbedingungen, die den Familienalltag heute bestimmen. Ein Kind zu betreuen, es altersgerecht zu fördern und es unterzubringen, wenn beide Elternteile arbeiten, ist bereits eine Herausforderung. Dennoch ist diese Aufgabe meist lösbar - gerade, wenn Du als Vater Dich genauso an der Erziehung beteiligst wie Deine Partnerin und euer Zusammenleben harmonisch verläuft. Müssen aber morgens zwei Kinder in Schule oder Kindergarten gebracht, Mittags versorgt, getröstet, beschäftigt und abends ins Bett gebracht werden, so stellt dies nervlich und auch in organisatorischer Hinsicht eine grössere Herausforderung dar. Und dann ist da ja auch noch der finanzielle Aspekt: Zwei Kinder grosszuziehen bedeutet auch, mehr Geld investieren zu müssen, um Ausbildung und Alltag zu finanzieren.
Einzelkinder haben weder bessere noch schlechtere Chancen und Bedingungen
Fakt ist: Du allein solltest entscheiden, wann Deine Familienplanung abgeschlossen ist - natürlich unter Berücksichtigung der Wünsche Deiner Partnerin. Das bedeutet, sich nicht zu sehr von der Meinung anderer Menschen abhängig zu machen. Es gibt keine aussagekräftige Studie darüber, dass Einzelkinder grundsätzlich Vor- oder Nachteile haben. Manche Einzelkinder werden genauso vernachlässigt wie Kinder, die mit einem oder mehreren Geschwistern aufwachsen. Andere profitieren von einer intensiven Förderung und einer liebevollen Erziehung - aber diese kommt auch einem Grossteil der Kinder zuteil, die einen Bruder oder eine Schwester haben. Nicht zu vernachlässigen sind sicherlich die Vorteile, die frühe soziale Kontakte für Kinder mit sich bringen. Ein Kind, welches mit jüngeren Geschwistern aufwächst, lernt früh Verantwortung zu übernehmen und kennt das Gefühl, die Aufmerksamkeit seiner Eltern teilen zu müssen. Und Kinder mit älteren Brüdern oder Schwestern haben Vorbilder, an denen sie sich orientieren und mit denen sie sich messen können. Wichtig ist daher, Einzelkinder nicht zu isolieren. Sie brauchen den Kontakt zu anderen Kindern und sollten daher nicht ausschliesslich Erwachsene um sich herum haben.
Tipp: Stehe zu Deiner Entscheidung in Sachen Familienplanung
Ob Du Dich als Vater für oder gegen ein zweites Kind entscheidest, hängt von Deinem Lebensstil und Deinen Vorstellungen von Familienleben ab. Wenn Du das Gefühl hast, Deine Familie sei mit einem Kind komplett, so kannst Du dich ruhigen Gewissens gegen ein zweites Kind entscheiden. Schliesslich hast Du es selbst in der Hand, dass aus Deinem Nachwuchs kein verwöhntes, egoistisches Wesen wird, wenn Du das nicht willst. Klare Regeln und Grenzen sowie eine liebevolle und aufmerksame Haltung Deinem Kind gegenüber helfen Dir, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Bildquelle: sathyatripodi / pixabay.com