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Neil Armstrong ist tot. Der erste Mensch auf dem Mond starb am 25. August 2012 im Alter von 82 Jahren. Seine Worte kurz vor dem Betreten des Mondes – «Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit» – gingen in die Geschichte ein. Zu seinem Gedenken hat die TagesWoche sieben Filme ausgewählt, ohne die der Mond nur halb so interessant wäre.
Georges Méliès Werk «Die Reise zum Mond» aus dem Jahre 1902 wird als einer der ersten Science-Fiction-Filme angesehen. Die Geschichte handelt von einer Gruppe Astronauten, die mit einer Rakete zum Mond fliegen. Dort begegnen sie Riesenpilzen und ihnen feindlich gesinnten Mondbewohnern. Trotz Gefangennahme gelingt den Helden die Flucht zurück zur Erde. Der Zauberkünstler Méliès erkannte als einer der ersten die illusorischen Möglichkeiten des Films. In «Die Reise zum Mond» kamen zur damaligen Zeit unbekannte visuelle Effekte zum Einsatz wie Doppelbelichtungen, Split Screens und Stop-Motions. Der wohlhabende Theaterdirektor Georges Méliès produzierte zeit seines Lebens über 500 Filme, die grösstenteils sehr kostspielig waren. Er starb als armer Mann.
Der Kultfilm von Kultregisseur Stanley Kubrick gilt als kultiger Science-Fiction-Streifen mit Niveau. Das liegt aber vielleicht daran, dass am Ende des Films mehr Fragen offen bleiben als beantwortet wurden: Was hat dieser auf der Erde, dem Mond und in der Umlaufbahn des Jupiters existierende Monolith für eine Funktion? Die eines Intelligenzbeschleunigers, Hochfrenquenzsenders, schwarzen Lochs oder Jungbrunnens? Und was stellt das futuristische und zugleich barocke Zimmer dar, in dem die Hauptfigur Bowman vor sich hin altert? Und überhaupt, was macht ein Menschenfötus, augenscheinlich Baby-Bowman, im Vakuum des Weltalls? Kubrick sagte damals zu seinem Film: «Es steht jedem frei, über die philosophische und allegorische Bedeutung des Films zu spekulieren...» Na gut, hingenommen. Dem Film muss man trotz seiner Langatmigkeit zugestehen, dass die Geschichte clever und die technische Umsetzung brillant ist. Ein bildgewaltiges Epos, dass Generationen von Filmemachern beeinflusst hat.
Der Mond beziehungsweise dessen dunkle Seite fungiert in diesem Film als Standort eines Beamportals. Dessen Äquivalent befindet sich auf der Erde, namentlich das Bermudadreieck. Kein Wunder also, dass man dort keine Schiffs- und Flugzeugwracks findet, diese stapeln sich zu hunderten auf der Mondoberfläche. Als das Raumschiff «Spacecore 1» im Jahre 2022 unfreiwillig die dunkle Seite des Mondes besucht, treffen sie auf ein Geisterschiff, das von Satan bewohnt wird. Dieser verbrachte eine Ewigkeit auf dem Erdtrabanten, und verschafft sich nun Zugang zur «Spacecore 1», um dessen Crew einen nach dem anderen abzuschlachten. Nur Commander Giles stellt sich furchtlos dem Meister des Bösen und sprengt diesen mit einer Atomrakete in die Luft. Der B-Movie aus dem Jahre 1990 orientiert sich in Atmosphäre und Handlung stark an «Alien». Neu an diesem weiteren Horror/Science-Fiction-Ableger sind die okkulten Elemente im Film. So mischt diesmal nicht irgendein hirnloses Monster die Mannschaft auf, sondern der Gegenspieler Gottes persönlich. Diese wahnwitzige, in Kitsch abdriftende Übertreibung ist der heimliche Höhepunkt des ansonsten eher unoriginellen Streifens.
Die Crew der «Apollo 13»-Mission fliegt 1970 zu Erkundungszwecken zum Mond. Doch unterwegs explodiert ein Tank der Landefähre, was Astronaut Lovell zum zweitberühmtesten Satz in der Geschichte der Raumfahrt veranlasst: «Houston, wir haben ein Problem gehabt». Wegen des Unfalls wird die Mondlandung abgebrochen, und eine waghalsige Rückkehr zur Erde beginnt. Die Verfilmung mit Tom Hanks und Kevin Bacon über die gescheiterte dritte Mondlandung der NASA gilt als überaus realistisch und detailgetreu umgesetzt. 1995 erhielt der Film zwei Oscars. Die Tatsache, dass keiner der echten «Apollo 13»-Astronauten seinen Fuss auf den Mond setzte, war für die Produzenten des Films unhaltbar, weshalb darin eine Traumsequenz Commander Lovells vorkommt, in der er sein Ziel erreicht und auf dem Mond spazieren geht.
Das gemütlich geführte Parkes-Observatorium in einem ländlichen Teil Australiens bekommt 1969 einen grossen Auftrag: Es soll für die NASA den Funkkontakt zur «Apollo 11» aufrechterhalten. Leider legt ein Stromausfall die ganze Gegend lahm. Die Mitarbeiter des Observatoriums sind zu dumm, um das Notstromaggregat richtig zu bedienen, was den Verlust des Funkkontakts zur Raumfähre zur Folge hat. Zwar können sie diesen bald wiederherstellen, doch verheimlichen sie der NASA den Ausfall. Kurz vor der Mondlandung tritt ein Zyklon auf, der Funkkontakt bricht wieder ab, und die Aussies haben alle Hände voll zu tun, um die wichtigsten Worte der Raumfahrt doch noch übertragen zu können. Eine liebevolle und charmante Umsetzung einer auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte über die Wichtigkeit kleiner Rädchen im grossen Getriebe.
Etwa so alt wie die erste Mondlandung selbst, sind deren nicht totzukriegenden Verschwörungstheorien. In der Mockumentary von 2002 werden sie als Basis verwendet, um die Möglichkeiten der Manipulation durch Massenmedien darzustellen. Dabei benutzt die Fake-Dokumentation Interviewschnipsel mit Zeitzeugen wie beispielsweise Buzz Aldrin, Astronaut der «Apollo 11»-Mission. Die Fragestellungen sind vage formuliert und die Antworten geschickt aneinandergefügt, so dass sie einen anderen Zusammenhang und damit neue Bedeutung bekommen. Auch werden inszenierte Interviews mit Schauspielern oder eingeweihten Persönlichkeiten gezeigt, die dem Film mehr Glaubwürdigkeit verleihen. Am Ende des Films wird die Irreführung aufgelöst. Das gewählte Inhaltsthema, die Verschwörungstheorien der ersten Mondlandung, wird durch die eigentliche Absicht des Films, die Manipulationsmöglichkeiten der Medien zu veranschaulichen, ins Lächerliche gezogen.
Wer schon immer vermutete, dass Nazis hinter dem Mond leben, sollte Recht behalten. Im 2012 erschienen finnischen Streifen «Iron sky» verlassen Nazis 2018 ihr selbstgewähltes Exil, die dunkle Seite des Mondes, um erneut nach der Weltherrschaft zu streben. Ausgestattet mit Raumschiffen, aber keinem Schimmer, was ein Smartphone ist, bringen sie den «Meteoriten-Blitzkrieg» über die Menschheit. Trotz der satirischen Anlage kritisiert der Film aktuelle politische Probleme wie die Ruchlosigkeit amerikanischer Politiker oder die lächerliche Hilflosigkeit des UN-Sicherheitsrates. Darüber hinaus zitiert der Streifen allerlei Filme, unter anderem «Star Wars», «2001: Odyssee im Weltraum» und «Der Untergang». Ein Teil der Produktionskosten wurde durch Crowdfunding im Internet finanziert. Dafür bekamen die Fans Einblicke in den Produktionsverlauf und konnten Ideen zur Handlung des Films anbringen.
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