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23.03.2023
«The way of Charles Pickel»
Die Swiss Football League (SFL) startet ein neues Format namens «the way of...». Dabei wählen wir jeweils einen Spieler aus, der nach der Credit Suisse Super League (CSSL) oder der dieci Challenge League (DCL) den Sprung ins Ausland geschafft hat und dort heute noch spielt (oder vielleicht in die Schweiz zurückgekehrt ist). Den ersten Auftritt mit dem neuen Format hat der Solothurner Charles Pickel, der heute in der Serie A für Cremonese spielt.
Die Swiss Football League (SFL) startet ein neues Format namens «the way of...». Dabei wählen wir jeweils einen Spieler aus, der nach der Credit Suisse Super League (CSSL) oder der dieci Challenge League (DCL) den Sprung ins Ausland geschafft hat und dort heute noch spielt (oder vielleicht in die Schweiz zurückgekehrt ist). Den ersten Auftritt mit dem neuen Format hat der Solothurner Charles Pickel, der heute in der Serie A für Cremonese spielt.
Der Schweizer Charles Pickel (25) spielt seit letztem Sommer für Cremonese in der italienischen Serie A. Zuvor war der Mittelfeldspieler in der Schweiz bei Solothurn, Basel, GCZ, Schaffhausen und Xamax aktiv und versuchte später sein Glück in Frankreich (Grenoble) und in Portugal (Famalicão).
Rekordtransfers seines Clubs
Der Wechsel nach Cremonese war ein Rekordtransfer für seinen Club und zeigt, wie viel Potenzial der junge Schweizer hat. Pickel war bereit, sich in Italien einen Namen zu machen und hat sich schnell einen Stammplatz in der Mannschaft erarbeitet. Cremonese spielt seine erste Saison in der höchsten italienischen Spielklasse seit 1996. Mit 10 Unentschieden und 16 Niederlagen bei nur einem Sieg liegen die Lombarden derzeit auf dem letzten Tabellenplatz. Doch Pickel und seine Mannschaftskameraden sind nach wie vor vom Verbleib in der Liga überzeugt, wie er dem Blick vor einigen Wochen in einem Interview sagte.
Im Pokal hingegen befindet sich das Team aus Cremona derzeit im Höhenflug. Dank Siegen gegen die Serie-A-Tabellenführer Napoli und AS Roma steht man im Halbfinale (gegen Fiorentina). Der 25-jährige Schweizer lief bisher 1’881 Minuten in der Serie A auf (ohne Cup). An 27 Spieltagen stand Pickel 25 Mal auf dem Platz, davon 23 Mal in der Startformation.
Vom FC Solothurn in die Serie A
Charles Pickel begann seine Karriere beim FC Solothurn, wo er auch aufwuchs. Dort machte er schnell auf sich aufmerksam und schaffte den Sprung in die Jugendabteilung des FC Basel 1893. Hier arbeitete er hart und kämpfte sich bis in die erste Mannschaft vor. Nach seiner Zeit beim FC Basel wechselte Pickel zum Grasshopper Club Zürich, wohin er später an den FC Schaffhausen und Neuchâtel Xamax ausgeliehen wurde. Der junge Mittelfeldspieler absolvierte insgesamt 49 Spiele in der Super League und 14 Spiele in der Challenge League. Darüber hinaus bestritt Pickel 21 Spiele für die Schweizer Junioren-Nationalmannschaften (von U15 bis U20).
Im Jahr 2019 wechselte Pickel ins Ausland, genauer gesagt nach Frankreich zu Grenoble Foot 38, wo er schnell zum Stammspieler wurde und in der Ligue 2 insgesamt 64 Spiele absolvierte. Dabei schoss er drei Tore und lieferte zwei Assists.
Im Sommer 2021, nach zwei Jahren in Frankreich, wechselte Pickel eine Liga höher und unterschrieb beim portugiesischen Erstligisten FC Famalicão. Hier war er während der gesamten Saison ein unverzichtbarer Spieler und absolvierte insgesamt 29 Spiele.
Und im Sommer 2022 wurde sein grosser Traum endlich wahr: Charles Pickel wechselte zu Cremonese in die Serie A, eine der Top Five Ligen in Europa.
Zum Abschluss dieses Artikels haben wir ein exklusives Interview mit Charles Pickel für euch durchgeführt. 11 Fragen zu seiner Fussballkarriere und 5 Fragen zu seinen persönlichen Interessen. Viel Vergnügen beim Lesen.
Du hast den Sprung ins Ausland ziemlich früh gewagt. Denkst du, es war der richtige Zeitpunkt? Würdest du es heute noch genauso machen und anderen weiterempfehlen?
«Gott allein weiss, ob es der richtige Zeitpunkt war, ins Ausland zu gehen oder nicht. Ich würde alles in meinem Leben noch einmal genau so machen, sowohl meine Fehler als auch meine Entscheidungen, denn ich stehe zu allem, was ich getan habe».
Inwieweit hat dir die Fussballausbildung in der Schweiz geholfen, eine erfolgreiche Karriere im Ausland zu machen?
«Die Schweiz ist ein gutes Ausbildungsland, wo junge Spielerinnen und Spieler gefördert werden und die Chance erhalten, sich im Ausland auf einem guten Niveau zu behaupten».
Was sind deiner Meinung nach die Stärken der Super League/Challenge League im Vergleich zu anderen europäischen Ligen?
«Obwohl die Schweiz ein kleines Land ist, ist es kein Geheimnis, dass die Super League ein attraktives Sprungbrett für eine Karriere im Ausland ist. Ein weiterer positiver Aspekt der Schweiz ist, dass man für Auswärtsspiele nicht so weit reisen muss wie beispielsweise in Frankreich oder Deutschland, weil es geografisch eben ein kleineres Land ist».
Wie wichtig ist es für junge Spieler, in der Schweiz Erfahrungen zu sammeln, bevor sie ins Ausland gehen?
«Das ist auf jeden Fall der erste Schritt, sich in der Super League oder Challenge League zu beweisen, um herauszufinden, wo man überhaupt steht. Man konkurriert bereits in der Super League mit erfahrenen Profis».
Wie bereitest du dich auf Spiele vor, sowohl körperlich als auch mental?
«Eine besondere Routine habe ich nicht. Sobald wir im Hotel ankommen, werden wir mit Video, Taktikbesprechung usw. auf das nächste Spiel vorbereitet. Ansonsten höre ich immer meine Musik».
Was ist deiner Meinung nach das Beste an deinem Job als Profifussballer und was macht dir am meisten Spass?
«Ich mache jeden Tag das, was ich liebe. Ich habe mein Hobby zu meinem Beruf gemacht. Ich liebe den Fussball, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch abseits des Spielfeldes, im Fernsehen läuft bei mir nichts anderes als Fussball».
Wie gehst du als Profi mit Rückschlägen um, zum Beispiel mit einer Niederlage oder einer Verletzung?
«Ich bin mental auf einem Top-Level, weil ich schon viel in diesem Business erlebt habe. Aber natürlich gibt mir auch meine Familie ein gesundes Rückgrat und sie sind immer für mich da. Durch meine Erfahrungen in den verschiedenen Ligen und Ländern habe ich viel lernen und sammeln können. Deshalb versuche ich immer, mental auf einem Top-Niveau zu bleiben, und wie gesagt, ich habe immer viel Unterstützung von meiner Familie, die einen sehr wichtigen Platz in meiner Karriere einnimmt».
Wie wichtig sind die Fans und ihre Unterstützung für dich als Fussballprofi?
«Phu... ich liebe Fans, weil ich für die Fans spiele. Ich glaube, wenn ich nicht Profi geworden wäre, würde man mich in irgendeiner Fankurve sehen».
Wolltest du schon immer Fussballprofi werden? Wenn ja, warum?
«Ja, das war eigentlich schon mein Plan... seit dem ersten Tag. Sie können sogar meine Lehrer fragen, obwohl sie immer gesagt haben, dass das kein realistisches Ziel ist. Andernfalls wäre ich vermutlich in den Polizeiberuf gegangen. Ich weiss nicht warum, aber ich habe einfach eine grosse Faszination für meinen Beruf. Ich glaube, jeder, der in seiner Jugend Fussball gespielt hat, hatte diesen Traum, eines Tages Fussballer zu werden».
Was rätst du jungen Spielern, die Fussballprofis werden wollen?
«Ich denke, das Wichtigste ist, an sich und seine Träume zu glauben! Aber sehr wichtig ist auch, Zeit in dieses eine Ziel zu investieren. Lass dir von niemandem etwas Negatives sagen und lebe für den Fussball. Halte dich immer auf dem Laufenden, sprich mit Experten und mit deinen Vorbildern. Schau viel Fussball, lies Interviews, schau dir Spielberichte an, einfach alles».
Gibt es eine bestimmte Mannschaft oder Liga, in der du eines Tages spielen möchtest?
«In der Champions League zu spielen, wäre mein Traum».
Was ist dein Lieblingsessen und gibt es ein Gericht, das du besonders gut kochen kannst?
«Leider kann ich überhaupt nicht kochen. Mein Lieblingsgericht ist Käsefondue».
Welche Art von Musik hörst du am liebsten und gibt es einen bestimmten Künstler, den du bevorzugst?
«Ich mag eigentlich alles. Aber Afrobeats oder Hip-Hop/Rap (Burna Boy, Drake, Lil Baby) sind meine Favoriten».
Dein Lieblingsfilm/deine Lieblingsserie?
«Meine Tochter sieht sich gerne Cinderella an, also ist das das Einzige, was ich im Moment verfolge».
Was sind deine Hobbys neben dem Fussball?
«Meine ganze Freizeit verbringe ich mit meinen zwei wunderbaren Kindern und meiner Verlobten. Und wenn ich zwischendurch Zeit finde, besuche ich meine Familie und Freunde in Solothurn. Ansonsten kann ich Tennis oder Skifahren zu meinen Hobbys zählen, aber bitte nicht weiter erzählen (lacht)».
Was ist dein liebstes Reiseziel und wo würdest du gerne noch hinreisen?
«Ich habe schon unglaublich viele Länder bereisen dürfen, aber eines Tages würde ich gerne verschiedene Länder in Afrika oder Südamerika bereisen.».