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Lavey liegt in der Schweiz im Kanton Waadt. Seine Bekanntheit erlangte der Ort durch seine Therme. Sie war schon den Römern in der Antike bekannt und wurde 1831 durch Zufall wiederentdeckt. Durch die Nutzung der Therme wurde Lavey ein Badekurort. Heute befindet sich in Lavey-les-Bains ein modernes Thermalbad, ein Hotel und ein Medizinzentrum.
Die Ortschaft Lavey mit seiner Therme in Lavey-les-Bains
Lavey liegt östlich der Rhone, gegenüber von Saint-Maurice, zwischen den Bergmassiven von den Dents du Midi im Westen und den Dent de Morcles im Osten. Daran schliesst sich im Osten eine schmale Talebene an, wo sich auch die Therme von Lavey-les-Bains befindet und aus der sich die steilen felsigen, teils waldbedeckten Hänge der Dent de Morcles auf 2969 m erheben.
Besonders attraktiv gelegen ist Lavey auf den ersten Blick eigentlich nicht.
Wenn man vom Genfersee her kommt und Aigle und Bex hinter sich gelassen hat, findet man Lavey knapp vor dem Engpass von Saint-Maurice auf der östlichen Talseite; das heisst am rechten Rhoneufer. Dort, wo der Fels ganz nahe an den Fluss herankommt und den Weg versperrt, so dass sich Eisenbahn, Kantonsstrasse und Autobahn auf der Walliser Seite auf kleinstem Raum durch das Nadelöhr schlängeln müssen. Zwischen dem Genfersee (Lac Léman) und Saint-Maurice bildet die Rhone, seit alters die Kantonsgrenze: am westlichen Ufer das Wallis, am östlichen die Waadt; hinter Saint-Maurice ist dann alles walliserisch.
Das heisst, Lavey ist noch auf waadtländischem Boden und bildet den letzten schmalen Zipfel des Kantons Waadt, umgeben von Walliser Gebiet. Das Thermalbad liegt gleichsam am Ende einer ländlichen Sackgasse, eingeklemmt zwischen Fluss und Fels, der sich gleich daneben von 400 auf fast 3000 Meter Meereshöhe emporschwingt. Man befindet sich hier also, gut Schweizerdeutsch gesprochen, in einem Loch.
Die fast schon südlich wirkende Landschaft
Doch der erste Eindruck trügt. Denn wenn man am Eingang des Thermalbads ausgestiegen ist und zuerst einmal den Park durchwandert, der sich auf ein paar hundert Metern zwischen Rhone und Fels hinzieht, entdeckt man einen reizvollen, fast schon südlich wirkenden Landstreifen mit Blick auf die alte hochburgundische Königsstadt Saint-Maurice. Der Weg durch den Park führt uns zuerst zu einer schönen alten Kapelle, auf der ein Bibelwort reformierte Bibelfestigkeit verrät – schliesslich ist man hier in der Waadt –, dann geht es am rauschenden Fluss entlang bis zum alten Badehaus, in dessen Nähe die Therme entspringt.
Wo das Abenteuer von Lavey-les-Bains einst begonnen hat.
An einem Lavabo konnte man dort, warmes und nach Schwefel riechendes Wasser trinken, was heute leider nicht mehr möglich ist. Hinter dem Badehaus, in einem Wäldchen, steigen Dämpfe aus dem Boden. Hier hat das Abenteuer von Lavey-les-Bains einst begonnen.
Eine schwefelhaltige Therme
Aus der Therme von Lavey, die auf 600 Metern unter dem Boden angezapft wird, sprudelt Wasser mit einer Temperatur von 65 Grad an die Oberfläche. Damit verfügt Lavey über das wärmste Thermalwasser der Schweiz, eigentlich sogar ein «Hyperthermalwasser».
Die Therme von Lavey: schon den Römern in der Antike bekannt, verschüttet und wiederentdeckt
Die Therme war schon den Römern in der Antike bekannt, so berichten es diverse Chroniken. Sie wurde aber durch ein Erdbeben verschüttet. Die Wiederentdeckung der Therme, die nach dem Erdbeben in Vergessenheit geraten war, datiert vom 27. Februar 1831. Damals machte ein Fischer, der in der Rhone seine Reusen auslegte, eine überraschende Entdeckung. Als er in den Fluss hinausstapfte, merkte er, dass das Wasser immer wärmer, ja geradezu heiss wurde. Er erzählte die Geschichte weiter, und kurz darauf kam der Direktor der benachbarten Waadtländer Saline Bex, um die Sache zu überprüfen. Dieser stellte dann fest, dass in der Tat eine schwefelhaltige Therme aus dem Felsen am Rhoneufer sprudelt.
Von der Wiederentdeckung der Schwefel-Therme zum Thermalbad
Ein Thermalbad wurde hierauf gegründet, das vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts recht guten Erfolg hatte, vor allem als die Eisenbahnlinien durchs Rhonetal gelegt wurden und Kurgäste und Durchgangsreisende in die Gegend kamen. Aber die doch etwas abgelegene Lage von Lavey setzte der Entwicklung Grenzen. Auch agierte der Kanton Waadt als Besitzer des Thermalbads nicht besonders aktiv bei dessen Vermarktung. Ende der 1990er Jahre wurde das defizitäre Unternehmen schliesslich an die französische Eurotherm-Gruppe verkauft, die Thermalbäder in Frankreich und Belgien betreibt. Heute floriert das Thermalbad wieder.
In Vergessenheit geratene Trinkkuren mit Schwefelwasser wieder aufleben lassen
Seit 2019 wird Tethys, das Getränk mit natürlichem Schwefel-Jod-Wasser aus Lavey-les-Bains in der Schweiz, in Glasflaschen abgefüllt und vertrieben.