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Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat den Friedensnobelpreis erhalten. Die Organisation ist in Genf zu Hause, ansonsten – könnte man meinen – hat dieser Nobelpreis mit der Schweiz nichts zu tun. Das Land besitzt ja keine Atombomben.
Das stimmt heute, doch früher träumte das Militär davon, im Abschreckungsspiel mitzumachen. 1968 schrieben die Militärs einen geheimen Wunschzettel: Sie wollten 400 nukleare Sprengköpfe beschaffen, einige sollten zehnmal so stark sein wie die US-Bombe, die 1945 über Nagasaki abgeworfen wurde. Erst Ende der 1980er Jahre verabschiedete sich die Armee von ihren Atombombenfantastereien. Inzwischen hat sich die Schweiz in dieser Frage gebessert. Gemäss dem Kriegsmaterialgesetz (KMG) ist es nämlich heute verboten, den Bau von Atombomben direkt oder indirekt zu finanzieren.
Und da kommt Ican ins Spiel. Jedes Jahr publiziert die Organisation unter dem Titel «Don’t Bank on the Bomb» einen Bericht, in dem nachzulesen ist, welche Firmen ins Atombombengeschäft investieren. Ziel der Kampagne ist es, öffentlichen Druck aufzubauen, damit sich die Firmen aus dem hässlichen Business zurückziehen.
Die Schweiz ist auf der Liste immer noch prominent vertreten. Laut dem jüngsten Ican-Report hält die Credit Suisse Investitionen in der Höhe von fast einer Milliarde Franken, erfreulicherweise hat sie ihr Engagement aber, verglichen mit dem Vorjahr, um fast eine halbe Milliarde reduziert. Anders die UBS: Sie hat ihr Bombengeschäft um über eine Milliarde auf 5,6 Milliarden Franken ausgebaut. Das ist möglich, weil das Kriegsmaterialgesetz zu schwammig formuliert ist und der Bund nicht den Mut hat, bei den Banken zu intervenieren.
Ican kann auch Erfolge verbuchen. Was fortschrittliche Institute wie die Alternative Bank Schweiz (ABS) schon immer getan haben, macht nun auch die Privatbank J. Safra Sarasin, die in den ersten Ican-Berichten noch gelistet war. Sie hat mittlerweile ihre Richtlinien geändert und investiert nicht mehr ins Rüstungsgeschäft.