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June Osborne gilt als aussichtsreiche Kandidatin für das Amt einer Bischöfin.
Kirche von England erlaubt Bischöfinnen
Die Generalsynode hat mit grosser Mehrheit Ja zu Bischöfinnen gesagt. Damit geht eine jahrelange Kontroverse zu Ende.
Ende 2012 hat die Generalsynode der anglikanischen Kirche von England die Zulassung von Bischöfinnen noch knapp abgelehnt. Umstritten waren die Konzessionen an die Konservativen, die verlangten, dass eine Kirchgemeinde eine Bischöfin ablehnen kann. Liberale warnten vor einer «Bischofsweihe zweiter Klasse» für Frauen. Die Generalsynode hat nun festgelegt dass Bischöfinnen und Bischöfe die gleichen Rechte und Pflichten haben. Wenn eine Gemeinde, für die eine Bischöfin zuständig ist, diese ablehnt, kann der Kirchgemeinderat mit Zweidrittel-Mehrheit beantragen, dass die Bischöfin die Verantwortung für diese Gemeinde einem männlichen Bischof übergibt. Wenn sie dies ablehnt, soll ein unabhängiger Ombudsmann entscheiden.
Erste Bischöfin
Die erste Bischöfin kann frühestens Ende dieses Jahres ernannt werden. Zuvor muss das britische Parlament der Änderung des Kirchenrechtes zustimmen. Danach muss die Generalsynode diese formal in Kraft setzen. June Osborne, Dekanin der Kathedrale von Sailsbury und aussichtsreiche Kandidatin für ein Bischofsamt, sagte gegenüber der BBC: «Die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt wird unsere Gesellschaft verändern. Es ist ein weiterer Schritt zur Beendigung der Diskriminierung von Frauen in Kirche und Gesellschaft.»
Keine Austrittswelle erwartet
Eine Austrittswelle aus Protest gegen Bischöfinnen werde es nicht geben, sagte Rémy Bethmont, Professor für britische Religionsgeschichte an der Universität Paris, gegenüber Radio Vatikan. «Diejenigen, welche die Kirche wegen der Bischofsweihe für Frauen verlassen wollten, haben sie längst verlassen. Diejenigen, die noch da sind, haben sich allmählich an den Gedanken gewöhnt, dass eine Mehrheit in ihrer Kirche Bischöfinnen will.»
Grosse Kluft
Der Beschluss der Generalsynode gilt nur für England und nicht für die weltweite anglikanische Kirche, in der die Kluft zwischen Befürwortern und Gegnern der Weihe von Frauen zu Bischöfinnen tief ist. In den USA, Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika dürfen Frauen bereits Bischöfinnen werden. Mit Katharine Jefferts Schori hat in den USA 2006 weltweit zum ersten Mal eine Frau die Leitung einer anglikanischen Nationalkirche übernommen. Auch in Wales, Irland und Schottland dürfen Frauen Bischöfinnen werden. In Ländern der Dritten Welt hingegen lassen anglikanische Kirchen Frauen nicht einmal zum Priesteramt zu.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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