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Zu Beginn des Jahres stiess mit Barbara Lissarrague eine versierte Profireiterin zum Team. Sie ist französisch-schweizerische Doppelbürgerin, war 2005 Weltmeisterin und entschloss sich nun zu einem Nationenwechsel.
Barbara Lissarrague erreichte am Höhepunkt der Saison, den Weltreiterspielen in der Normandie, bei schwierigen Bedingungen einen starken vierten Platz in der Einzelwertung knapp hinter Bronze und war Mitglied des Schweizer Teams, das Bronze in der Mannschaftswertung gewann. Sonja Fritschi und Andrea Amacher waren die weiteren Teammitglieder, die den Ritt in der Wertung beendeten. Den Bedingungen Tribut zollen mussten Sandra Bechter und Veronika Münger, die nach Verlusten von Eisen aufgeben mussten. Die Basis für diese Medaille war sicher die optimale Einstellung des ganzen Teams unter der Leitung von Equipenchefin Evi Münger.
Insgesamt hatten sechs Reiterinnen mit sieben Pferden an vier Selektionsrennen die Voraussetzungen für eine Teilnahme erfüllt. Nach dem Selektionsentscheid haben sich leider einige Personen zu unwahren und unfairen Leserbriefen in den Fachmedien hinreissen lassen, was das Ansehen des Sportes in der Öffentlichkeit nicht gerade gefördert hat.
Danken möchte ich in diesem Zusammenhang der Geschäftsstelle des SVPS und vor allem den Verbandsfunktionären, die uns in der Normandie bestens unterstützten.
An die Europameisterschaft Junioren und Junge Reiter in Verona konnte leider kein Team entsandt werden, da nur zwei Reiterinnen die Voraussetzungen erfüllten. Natalie Miller erreichte mit einem fantastischen Ritt den hervorragenden 17. Rang mit einem Tempo von über 18 km/h.
Vier Trainings
Die verschiedenen Trainings wurden vom Leitungsteam in Avenches organisiert und boten jeweils ein vielfältiges Programm. Im Fokus standen die Gesundheit der Pferde, disziplinspezifischer Reitunterricht und die Fitness der Reiterinnen und Reiter. Dafür wurde ein diplomierter Sportlehrer beigezogen. Das Reiten betreute Jean-Louis Leclerc, ein erfahrener Trainer und ehemaliger Equipenchef aus Frankreich.
Die veterinärmedizinische Betreuung im Rahmen des Forschungsprogramms des ISME (Institut Suisse de Médicine Equine) wurde auch 2014 weitergeführt und von den Reitern rege genutzt. Sie wird 2015 weitergeführt – mit neuen Schwerpunkten. Es ist für Reiter und Verantwortliche der Disziplin klar, dass nur physisch und mental gesunde Pferde an den Start eines Wettkampfs gehen dürfen.
Auch Nicht-Kadermitglieder konnten an den Trainings teilnehmen und nutzten die Gelegenheit, das Gelernte an der Schweizer Meisterschaft mit Podestplätzen umzusetzen. Diese Hoffnungsträger werden auch 2015 unterstützt und weitergebildet. Das Leitungsteam hofft, dass so die nationale Spitze und die Kader verbreitert werden können.
Schweizer Meisterschaft 2014
In der Schweiz fand sich kein Organisator, der die Schweizer Meisterschaft durchführen wollte. So wurde sie im Rahmen des CEI Weissenhorn Mitte Oktober in der Nähe von Ulm in Deutschland ausgetragen. Nach tagelangen Regenfällen war die an und für sich einfache Strecke doch anspruchsvoll, was zu einigen Ausfällen führte.
Ihren ersten Titel gewann Mireille Housencroft vor Frédérique Ernst, die ihren ersten Ritt über 120 Kilometer bestritt. Bronze holte Anita Herzig. Bei den Junioren konnte der Titel wieder einmal an einem Ritt und nicht im Cupsystem vergeben werden. Es siegte Natalie Miller vor Laura Preiss und Kathrin Marthaler.
2015 wird die Schweizer Meisterschaft Ende September in Dielsdorf stattfinden und das Leitungsteam dankt den Organisatoren jetzt schon für ihren Einsatz.
Auch 2014 wurden in der Schweiz leider nur wenige Endurance-Veranstaltungen durchgeführt. Nicht besser sieht es für 2015 aus. Dies erschwert die Basisarbeit und die Förderung des Nachwuchses. Das Leitungsteam versucht im Rahmen seiner Zuständigkeit die Situation zu verbessern, was aber nicht einfach ist, solange sich nicht genügend Veranstalter finden. Es ist für die Zukunft des Sports in der Schweiz unabdingbar, dass genügend Startmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Die Arbeit im Leitungsteam
Im Leitungsteam herrscht ein gutes Klima und es wird eigenverantwortlich, speditiv und konstruktiv gearbeitet.
Auch Clean Endurance war 2014 ein wichtiger Teil der Arbeit. Es wurden Verbesserungen erreicht und wir hatten Mitte Jahr das Gefühl, es habe sich in der FEI und im arabischen Endurancesport wirklich etwas getan. Aber leider musste man im letzten Quartal des Jahres wieder viele unschöne Vorkommnisse feststellen. Wir werden sicher am Ball bleiben und uns auch 2015 für einen sauberen und fairen Sport einsetzen.
Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die sich auf irgendeine Weise für unseren Sport eingesetzt haben und noch einsetzen werden. Im Besonderen danke ich meinen Mitstreitern im Leitungsteam für die angenehme Zusammenarbeit.
Peter Münger, Leiter Disziplin Endurance