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Zuvor war deutliche Kritik laut geworden, dass das Risiko eines Brexit in den Fusionsverhandlungen unterschätzt worden sei. Die Deutsche Börse hatte mit der Londoner Börse einen internationalen Branchenriesen schmieden wollen. Die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, erschwerte das Vorhaben jedoch. Vor allem die Frage nach dem Sitz der gemeinsamen Holding war ein Streitpunkt. Erschwerend kamen die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Kengeter hinzu wegen eines millionenschweren Aktienkaufs kurz vor der Bekanntgabe der Fusionspläne. Letztlich platzte die Fusion, nachdem die London Stock Exchange eine Auflage der europäischen Wettbewerbshüter nicht erfüllen wollte.
Aufsichtsratschef Faber stellte sich ausdrücklich hinter Kengeter und verteidigte die Entscheidung, den früheren Investmentbanker vor zwei Jahren zum Börsenchef gemacht zu haben. Es sei dabei nicht um die Erfahrung bei Firmenfusionen gegangen - wie dies "häufiger gesagt worden ist". Es sei darum gegangen, einen Vorstandsvorsitzenden zu finden, der tiefe Erfahrung im internationalen Kapitalmarkt vorweisen konnte - "nämlich da, wo unsere Kunden tätig sind". Auch habe der neue Vorstandschef ausreichende Führungserfahrung mitbringen müssen.
"Und als letztes hatten wir ein Kriterium, was sich dann als relativ schwierig herausstellte", sagte Faber. "Wir wollten, dass dieser Kandidat entweder einen deutschen Pass hat oder zumindest der deutschen Sprache mächtig ist." Der Aufsichtsrat habe dabei an die Interessen der Region Rhein-Main und des Finanzplatzes Deutschland gedacht. "Da gibt es nicht sehr viele Kandidaten auf der Welt", führte Faber aus. Mit Kengeter sei jemand gefunden worden, "den ich wirklich aus diesen Gründen als ein Ausnahmetalent bezeichnen kann"./das/ben/tos
(AWP)