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Mathias Götti Limacher, Vizepräsident von Apisuisse ist alarmiert: «Die Zahl der Bienenvergiftungen hat sich in diesem Jahr vervielfacht.» Bereits wurden 20 Verdachtsfälle gemeldet und im Labor konnten 13 Vergiftungen durch Pestizide nachgewiesen werden. «Im letzten Jahr waren es nur 2», so Götti.
Hohe Dunkelziffer vermutet
Dazu kommt, dass die Dunkelziffer um einiges höher sein könnte. Als Imker müsse man am Tag der Vergiftung vor Ort sei, um sie festzustellen: «Wenn man ein paar Tage später kommt, sind die toten Bienen entweder von Vögeln gefressen oder vom Wind weggeweht worden. Der Imker merkt dann nur, dass es einem Volk nicht gut geht, weiss aber nicht warum.»
Schneefall im Mai als Grund
Über die Gründe für die gehäuften Todesfälle kann der Präsident der Bienenfreunde nur spekulieren. Auffällig ist, dass viele Vergiftungsfälle im Mai nach der Kältewelle festgestellt wurden: «Es könnte sein, dass nach der Kältewelle die Pestizide nicht vorschriftsgemäss angewendet wurden. Denn diese sogenannte Neonicotinoide darf man nicht verwenden, wenn Bienen in den Obstbäumen unterwegs sind», sagt Götti.
Der Verband Apisuisse fordert schon länger, dass im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel der Gebrauch von Pestiziden reduziert wird. Im Rahmen dieses Aktionsplans hat der Bundesrat gestern nun effektiv beschlossen, Pflanzenschutzmittel sparsamer einzusetzen.
Roboter oder Drohnen sollen künftig die Gifte zielgenau versprühen, damit weniger Pestizide gebraucht werden. Auch sollen robustere Sorten gezüchtet werden. Ein Verzicht allerdings sei nicht möglich, weil dann wesentlich weniger Lebensmittel produziert werden könnten, so der Bundesrat.