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|Meldeergebnis für die WM Karapiro 2010|
808 Ruderinnen und Ruderer in 289 Booten aus 49 Nationen wurden von den nationalen Verbänden für die Weltmeisterschaften auf dem Lake Karapiro (Neuseeland) gemeldet. Darunter befinden sich auch 14 Schweizer Ruderinnen und Ruderer in sechs Booten. Das Meldeergebnis ist von sehr guter Qualität. Die meisten Spitzenboote sind am Start. Das Schweizer Team befindet sich seit rund 10 Tagen in Neuseeland und bereitet sich in einem Vorbereitungstrainingslager auf den Saisonhöhepunkt 2010 vor.
In acht Tagen startet die Ruder-WM 2010 in Neuseeland. Mittlerweilen wurde das starke Meldeergebnis bekannt. Die sechs Boote starke Schweizer Mannschaftsaufstellung ist identisch mit derjenigen der Europameisterschaften von Mitte September im portugiesischen Montemor-o-Velho. Damals sorgte die Schweizer Delegation mit zwei Bronzemedaillen und insgesamt drei Finalqualifikationen für eine sehr gute Bilanz. Danach folgten weitere drei Wochen Trainingslager im Ruderzentrum Sarnen, der permanenten Basis der Schweizer Spitzenruderinnen und –Ruderer. Am 11. Oktober stiess die Schweizer Delegation mit den Trainern in Richtung Neuseeland auf, wo sich die Boote in Mangakino auf die für Ruderer-Verhältnisse ausserordentlich späte Weltmeisterschaft vorbereiten.
Die Schweizer Ruderinnen und Ruderer haben sich in Neuseeland gut eingelebt. Die erste Phase des Mangakino-Trainingslagers stand im Zeichen der Akklimatisierung und lockerem Training, während die nun folgende zweite Phase ganz der guten Vorbereitung auf die intensiven und aufregenden Weltmeisterschaftsrennen steht.
Die Zielsetzung des Schweizerischen Ruderverbandes für die WM in Neuseeland besteht darin, drei Boote der olympischen Bootsklassen in die Top 10 zu bringen sowie ein Boot für einen A-Final zu qualifizieren. Die Meldeergebnisse in den Kategorien der Schweizer Boote präsentieren sich wie folgt:
Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte
Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz) und Simon Schürch (Seeclub Sursee)
Der Schweizer Leichtgewichts-Vierer kann bereits vor der WM auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken. In den Weltcup-Rennen von Bled und Luzern belegte der Schweizer Vierer jeweils einen vierten Rang und lag nur hauchdünn neben den Podestplätzen. An der EM in Montemor-o-Velho konnte das italienische Boot erstmals bezwungen werden und damit sicherten sich Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr und Simon Schürch die bronzene Medaille, was für alle die erste Meisterschaftsmedaille in der Elitekategorie bedeutete.
18 Boote sind in der Kategorie der Leichtgewichts-Vierer für die Weltmeisterschaft eingeschrieben. Darunter mit Ausnahme des EM-Zweiten Polen und Tschechien alle starken Boote der Saison. Mit Weltcup-Sieger Grossbritannien und Europameister Deutschland begeben sich diesjährige Siegerboote an den Start.
Nebst dem Schweizer Vierer ebenso mit von der Partie sind die Boote aus Argentinien, Australien, Österreich, Kanada, China, Dänemark, Ägypten, Spanien, Frankreich, Japan, Niederlande, Südafrika, Thailand und USA.
Doppelzweier Männer
André Vonarburg und Florian Stofer (beide Seeclub Sempach)
Die EM in Montemor-o-Velho verlief für die letztjährigen EM-Zweiten mit dem sechsten Schlussrang nicht wunschgemäss. Eine hartnäckige Erkältung von André Vonarburg setzte dem erfahrensten der Schweizer Athleten während der EM zu. Danach profitierten André Vonarburg und Florian Stofer in Sarnen jedoch von einer sehr produktiven Trainingsphase mit sehr guten Trainingsleistungen. Stofer/Vonarburg zeigten mit bislang vier Finalqualifikationen eine konstante Saison auf hohem Niveau, auch wenn es den beiden nicht gelang, eine anvisierte Medaille zu gewinnen. Die Abstände waren in allen Rennen gering, so dass auch für die WM mit spannenden Rennen bereits für die Finalqualifikation zu rechnen ist.
15 Boote sind für die Ausmarchung des Weltmeister-Titels angemeldet. An der EM sowie im Weltcup-Finale auf dem Rotsee war es der französische Doppelzweier, der jeweils den Bugball im Ziel vorne hatte. An den ersten Weltcup-Rennen in Bled und München dominierte das britische Boot. Weil die Rennen bislang immer von knappen Ausgängen geprägt waren, zählen auch die Boote aus Estland, Neuseeland, Tschechien, Deutschland (Titelverteidiger), USA, China und der Schweiz zu den engeren Finalkandidaten. Weiter wird gespannt erwartet, wie die neuen Kombinationen aus Australien und Slowenien abschneiden werden. Das Feld wird komplettiert mit Booten aus Argentinien, Ägypten, Italien und Norwegen.
Doppelvierer Frauen
Martina Ernst (Belvoir Ruderclub Zürich), Katja Hauser (Seeclub Wädenswil), Nora Fiechter (Ruderclub Blauweiss Basel) und Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil)
Der in diesem Frühjahr neu gebildete SRV-Frauendoppelvierer erlebte eine bislang erfolgreiche erste gemeinsame Saison. Mit der EM-Bronzemedaille von Montemor-o-Velho bestätigten die vier Ruderinnen ihre beim Weltcup-Auftakt in Bled ergatterte Bronzemedaille. Mit erfrischenden Rennen zeigten sich die Schweizerinnen anlässlich der EM in guter Rennverfassung. Nebst Welt- und Europameister Ukraine sowie den immer starken Deutschen gesellen sich nun auch wieder die Übersee-Nationen zu den Starterinnen. So werden die Boote aus Australien, Kanada, China und USA stark am Start erwartet. Grossbritannien ist mit einem neu zusammengesetzten Doppelvierer am Start. Die vier Schweizerinnen werden sich also mit teilweise neuer Konkurrenz auseinander zu setzen haben. Insgesamt sind 11 Boote gemeldet. Australien, Kanada, China, Grossbritannien, Deutschland, Neuseeland, Rumänien, Russland, Schweiz, Ukraine und USA sind die startenden Nationen.
Einer Männer
Fabrizio Güttinger (Club Canottieri Lugano)
Skiff-Schweizermeister Fabrizio Güttinger erlebte bislang eine Saison mit Höhen und Tiefen. Höhepunkt bislang war sein neunter Schlussrang unter 33 Booten beim Weltcupfinale auf dem Rotsee von Anfang Juli. Mit diesem Resultat holte er sich auch die Selektion für die EM und die WM. An der EM ging Güttinger im Vorlauf dann regelrecht „baden“, nachdem er im Vorlauf nach drei Vierteln des Rennens kollabierte und kenterte. In Neuseeland rudert Güttinger wieder in seinem bevorzugten Boot, das er auch in Luzern verwendet hatte. Dies ist ein gutes Omen.
Der Einer der Männer ist quantitativ von allen Bootsklassen am besten besetzt. 23 Boote sind angemeldet, darunter mit Ausnahme des Deutschen Marcel Hacker alle bekannten Einerfahrer. Unbezwungener Dominator der Saison war der Tscheche Ondrej Synek, der alle drei Weltcup-Rennen sowie die Europameisterschaften gewann. Lokalmatador Mahe Drysdale hat den Weltmeisterschaften auf dem heimischen Gewässer alles untergeordnet und visiert den Gewinn seines fünften WM-Titels an. Er wird sich auf lautstarke Unterstützung der neuseeländischen Fans verlassen können, kennt ihn doch in Neuseeland fast jedes Kind. Ebenso als Favoriten am Start sind Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen), Alan Campbell (Grossbritannien), Lassi Karonen (Schweden) und die Rückkehrer Duncan Free (Australien), Luka Spik (Slowenien) sowie Tim Maeyens (Belgien). Die drei Letzteren treten alle erstmals in dieser Saison im Einer an. An Konkurrenz wird es Fabrizio Güttinger somit nicht mangeln.
Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte
Patrick Joye (Grasshopper Club Zürich) und Raphaël Jeanneret (Club de l’Aviron Vevey)
Patrick Joye und Raphaël Jeanneret ergänzen die Ruderer im Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte und gehören als Ersatzleute der gleichen Trainingsgruppe an. Sie konnten die Europameisterschaft aufgrund einer Verletzung von Patrick Joye nicht bestreiten und werden in Neuseeland im 11-Boote-Feld um eine gute Platzierung zum Saisonschluss kämpfen. Die beiden Schweizer treffen auf die Boote aus Kanada, Chile, China, Dänemark, Spanien, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Neuseeland und USA.
Einer Frauen Leichtgewichte
Olivia Wyss (Seeclub Sursee)
Olivia Wyss ist die Ersatzruderin für den Frauen-Doppelvierer und wird wie schon an der EM in Portugal eine Startgelegenheit im Skiff Frauen Leichtgewichte erhalten. Nach dem achten Rang an der EM in Montemor-o-Velho geht es für sie um eine Verbesserung dieser Platzierung. Ihre Konkurrentinnen kommen aus Brasilien, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Neuseeland, Schweden, Thailand und USA.
60'000 Zuschauer erwartet
„Once in a lifetime“ ist der Slogan der neuseeländischen Organisatoren. Letztmals fanden Ruder-Weltmeisterschaften 1978 auf dem Lake Karapiro statt. Für Neuseeland ist die Ruder-WM 2010 der grösste Sportanlass aller Zeiten und gemäss den ersten Schätzungen der Organisatoren werden während der WM-Woche bis zu 60'000 Zuschauer am Lake Karapiro erwartet. Für die selektionierten Ruderinnen und Ruderer ist es ein besonderes Erlebnis, in Neuseeland zu Gast zu sein. Das lokale Organisationskomitee unternimmt grosse Anstrengungen, damit die Ruderweltmeisterschaften neue Massstäbe setzen.
4 Finaltage
Erstmals werden die Finalrennen auf 4 Tage verteilt. Der Weltruderverband FISA testet damit ein neues Regattaprogramm, welches hinsichtlich den Olympischen Spielen in London 2012 ausgearbeitet wurde. Auch dann werden die Finalrennen auf vier Tage aufgeteilt. Die FISA erhofft sich durch die kürzeren Finalblöcke eine verbesserte Medienwirksamkeit in den internationalen Medien, insbesondere beim Fernsehen.
Der Schweizerische Ruderverband wird während den Wettkämpfen täglich mit Tageszusammenfassungen berichten. Die Rennen können zudem live unter www.worldrowing.com mitverfolgt werden. Die Event-Website des Veranstalters ist unter www.wrch2010.com zu finden.
Das Schweizer WM-Aufgebot in Kurzform:
Weltmeisterschaften vom 31. Oktober – 7. November 2010 auf dem Lake Karapiro (Neuseeland)
Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte Männer (LM4‐)
Simon Schürch (Seeclub Sursee), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz), Simon Niepmann (Seeclub Zürich), Mario Gyr (Seeclub Luzern)
Doppelzweier Männer (M2x)
André Vonarburg (Seeclub Sempach), Florian Stofer (Seeclub Sempach)
Einer Männer (M1x)
Fabrizio Güttinger (Club Canottieri Lugano)
Doppelvierer Frauen (W4x)
Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil), Nora Fiechter (Ruderclub Blauweiss Basel), Katja Hauser (Seeclub Wädenswil), Martina Ernst (Belvoir Ruderclub Zürich)
Ersatzleute LM2‐ und Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte Männer (LM2‐)
Patrick Joye (Grasshopper Club Zürich), Raphaël Jeanneret (Club de l’Aviron Vevey)
Ersatzfrau W4x und Einer Leichtgewichte Frauen (LW1x)
Olivia Wyss (Seeclub Sursee)
Sarnen, 22.10.2010/cs.