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Zur Jahrtausendwende gehörte die Schweiz zu den reichsten Ländern. Das durchschnittliche Vermögen lag bei über 200'000 US-Dollar. Dieser Wert hat sich seither fast verdreifacht. Gemäss dem «Global Wealth Report 2014» der Credit Suisse besitzen die Schweizer im Mittel 581'000 US-Dollar, so viel wie nirgendwo sonst.
Dahinter folgt mit 431'000 US-Dollar Australien. Hohe Vermögen haben auch Norwegen, die USA, Schweden, Frankreich, Belgien, Dänemark, Grossbritannien und Singapur. Zu den privaten Vermögen wurden in der Studie nicht nur der Sparstrumpf gezählt, sondern auch Sachwerte, beispielsweise Immobilien. Negative Vermögenswerte, also Schulden, wurden mit den Sachwerten verrechnet.
Starker Franken treibt Vermögenswerte
Dass die Schweizer Vermögen in den Jahren 2000 bis 2014 stark gewachsen sind, liegt allerdings weniger am Sparen als daran, dass der Franken gegenüber dem US-Dollar stark aufgewertet ist. Allerdings ist in der Schweiz im Vergleich zu den restlichen Industrieländern die Vermögensungleichheit am grössten.
Zehn Prozent der Bevölkerung besitzen 2014 knapp 72 Prozent aller Vermögenswerte. Damit hat sich die Vermögenskonzentration auf dem Niveau von 2007 stabilisiert. Damals waren ebenfalls 72 Prozent der Vermögenswerte in Hand von nur zehn Prozent der Bevölkerung. In der Referenzgruppe der entwickelten Industriestaaten weisen nur die USA und Hongkong höhere Vermögenskonzentrationen aus.
Medianvermögen höher als 100'000 Dollar
Wegen der grossen Vermögensungleichheit ist das Durchschnittsvermögen ein schlechter Referenzwert für das Vermögen eines Bürgers. Besser ist der Medianwert, der die Vermögen in zwei Gruppen teilt: Die Hälfte der Schweiz besitzt mehr als das Median-Vermögen, die andere Hälfte weniger.
Nimmt man das Median-Vermögen als Referenzwert, verliert die Schweiz ihren Spitzenplatz an Australien. 50 Prozent der Schweizer haben ein Vermögen, das kleiner als 107'000 US-Dollar ist; 50 Prozent besitzen mehr.
Deutschland hat die dritthöchste Konzentration von Supperreichen
Die Studie der Credit-Suisse hat auch untersucht, wie sich die Vermögen weltweit entwickelt haben. Demnach hat sich die Anzahl Dollar-Millionäre und -Millionärin massiv erhöht. 35 Millionen Millionäre gibt es weltweit. In nur fünf Jahren soll sich deren Zahl fast verdoppeln: auf 53 Millionen.
Vor allem in Schwellenländern häufen Private grosse Vermögen an. Der Löwenanteil der Reichen lebt aber woanders, nämlich in den USA. Das gilt auch für die Kategorie der Superreichen, der sogenannten «ultra-high net worth individuals», also jene, deren Vermögen höher als 50 Millionen US-Dollar ist. In diese Kategorie fallen weltweit 128'200 Personen, rund die Hälfte lebt in den USA. 7'600 Superreiche leben in China. Deutschland rangiert an dritter Stelle, noch vor Grossbritannien. 5'500 Deutsche verdienen mehr als 50 Millionen.