Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03657.jsonl.gz/968

Thomas Ulrich auf Eisscholle im sturmumtosten Polarmeer in Lebensgefahr - über die russische Nachrichtenagentur Interfax gelangte diese Nachricht in die Schweizer Presse. Auf einen Schlag interessierten sich alle Medien für Thomas Ulrichs viertägigen Überlebenskampf. Die halbe Schweiz nahm Anteil oder debattierte über Sinn und Unsinn einer solchen Expedition. Thomas Ulrich überlebte auf dramatische Weise, aber seine Karriere als Profiabenteurer hatte einen Tiefschlag erlitten. Hingegen war die Faszination der Arktis trotz schmerzlicher Erfahrung geblieben. Im Stillen, ohne Medienpräsenz, plante er seine nächste grosse Arktis Expedition.
Ein Jahr später, im Mai 2007, startete der Berner Oberländer zusammen mit dem Norweger Börge Ousland vom Nordpol Richtung Nordkap. Die Expedition führte auf den Spuren des legendären Polarforschers Fridtjof Nansen nach Franz-Josef-Land. Wie Nansen kämpften sich auch Ulrich und Ousland 1400 Kilometer mit ihren Kajaks durch Sturm und brüchiges Eis Richtung Süden. Hauptproblem der Expedition waren nicht die unzähligen Eisbären, sondern das zerrissene und fast unüberwindbare Treibeis vor Franz-Josef-Land. Tausend Abenteuer waren zu bestehen bis sie nach 100 Tagen an der Südspitze von Franz-Josef-Land ein Segelboot bestiegen, das sie zurück nach Norwegen brachte.