Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03276.jsonl.gz/918

Bulgariens Wirtschaftsminister Emil Karanikolow, dessen Land zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, sprach von einer «Botschaft an die Welt, dass die EU sich zu Offenheit, freiem Handel und internationaler Zusammenarbeit bekennt». Angesichts der Schwierigkeiten mit den USA, brauche es neue Märkte, hiess es im Vorfeld aus EU-Ratskreisen.
Landwirtschaft schützen
Die Verhandlungen mit Australien und Neuseeland dürften mindestens eineinhalb Jahre dauern. Ziel der Freihandelsabkommen mit den beiden Ländern ist vor allem der weitere Abbau bestehender Handelsschranken, die Abschaffung von Zöllen und ein besserer Zugang zu Dienstleistungen und öffentlichen Aufträgen in Australien und Neuseeland.
Den grössten Nutzen von einem Freihandelsabkommen haben laut EU die Sektoren Motorenausrüstung, Maschinenbau, Chemie, Lebensmittelverarbeitung und Dienstleistungen. Empfindliche Sektoren wie die Landwirtschaft sollen indes geschützt werden. So soll etwa der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen nicht vollständig liberalisiert werden, sondern eine Sonderbehandlung erhalten.
Australien: EU ist drittgrösster Handelspartner
Die EU ist der drittgrösste Handelspartner Australiens. 2017 lag das jährliche bilaterale Handelsvolumen bei mehr als 47,7 Mrd. Euro, mit einem Handelsbilanzüberschuss von mehr als 21 Mrd. Euro aufseiten der EU.
Bei den EU-Exporten nach Australien handelt es sich vorwiegend um Fertigungsgüter, während Australien vor allem mineralische Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Europa exportiert. EU-Unternehmen liefern gewerbliche Dienstleistungen im Wert von rund 20 Mrd. Euro nach Australien, und auf sie entfallen Investitionen im Wert von mehr als 160 Mrd. Euro im Land (2016).
Neuseeland: EU-Handelsbilanzüberschuss
Mit Neuseeland betrug das Handelsvolumen im Vorjahr mehr als 8,7 Mrd. Euro. Bei den neuseeländischen Exporten in die EU stellen landwirtschaftliche Erzeugnisse den grössten Anteil, während die EU vor allem Fertigungs- und Industriegüter nach Neuseeland ausführt. Die EU erzielte im Handel mit Neuseeland 2017 einen Handelsbilanzüberschuss von 1,9 Mrd. Euro. Auf EU-Unternehmen entfielen mehr als 10 Mrd. Euro an ausländischen Direktinvestitionen in Neuseeland.
Im zweiten Halbjahr 2018 könnten die Freihandelsabkommen mit Japan und mit Singapur unterschriftsreif sein. Die EU-Kommission hat die Verhandlungsergebnisse für beide Abkommen im April vorgelegt. Auch die Gespräche mit Mexiko entwickelten sich gut und stünden vor einem Abschluss, hiess es am Dienstag in Brüssel.