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Am 4. Dezember, am Fest der heiligen Barbara, werden vielerorts Barbarazweige geschnitten, die dann zu Weihnachten blühen sollen. Dieser Brauch geht auf die im 3. Jahrhundert als Märtyrerin gestorbene heilige Barbara zurück. Sie wurde von ihrem heidnischen Vater Dioscuros in einen Turm gesperrt und später enthauptet, so die Legende, weil sie nicht ihrem christlichen Glauben abschwören wollte. Der Legende nach soll sich ein Kirschzweig in ihrem Gewand verfangen haben, den sie im Turm ins Wasser stellte und der dort zum Erblühen kam. Wegen des plötzlichen Todes des Dioscuros wird die heilige Barbara allgemein gegen einen plötzlichen und unvorhersehbaren Tod angerufen. Sie ist deshalb die Schutzpatronin der Bergleute. Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde die heilige Barbara aber aus dem Generalkalender gestrichen, da ihre Existenz historisch nicht gesichert ist. Wegen der grossen Verehrung, die sie im Volk genoss, blieb ihr Gedenktag jedoch in einigen Regionalkalendern erhalten.
Eines der traditionellen Gebete der Bergleute, die in der Bergknappenkapelle Kohlgrube gesammelt werden, lautet:
Heilige Barbara, du edle Braut,
mein Leib und Seel’ sei dir vertraut.
Sowohl im Leben wie im Tod
komm mir zu Hilf in letzter Not!
Hilf mir, dass ich vor meinem End’
empfang das Heilige Sakrament,
dass ich bei Gott so viel erwirb,
dass ich in seiner Gnade stirb.
Den bösen Feind treib weit von hier,
wenn meine Seel’ sich trennt von mir,
mein Mund auch nicht mehr sprechen kann,
mein Herz schon fängt zu brechen an.
Mach meine arme Seel’ dir gleich
und führ mich in das Himmelreich!