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Die meisten Vitamine kann der menschliche Körper nicht selbst herstellen. Vitamin A, die B-Gruppe, die Vitamine C, D, E und K sowie Mineralstoffe und weitere Wirkstoffe müssen über die Nahrung eingenommen werden. Stehen vitaminhaltige Lebensmittel nicht in ausreichender Menge und Vielfalt zur Verfügung, sind sie nicht frisch, schlecht gelagert oder ungünstig verarbeitet, kann es zu einem Vitaminmangel kommen. Auch das Fehlen von Mineralstoffen, wie etwa Jod, führt zu Störungen im Stoffwechsel. Noch vor Kurzem schenkte die Wissenschaft Vitaminen und Mineralstoffen eine besondere Aufmerksamkeit. Sie erhofften sich durch die Einnahme von Vitamintabletten nicht nur die Senkung der Krebsrate, sondern auch eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System, eine Vorbeugung von Infektionen und viele andere Effekte mehr. Der Grund für diese Hoffnung waren diverse Studien, in denen Wissenschaftler bei Krebspatienten oder Menschen mit anderen Erkrankungen einen Vitamin- und Mineralstoffmangel festgestellt hatten. Wenn es darum geht, echte Mangelerkrankungen wie Skorbut (Vitamin C) oder Beri-Beri (Thiamin oder Vitamin B1) zu beheben, sind Vitamintabletten tatsächlich ein Durchbruch, der bis heute in Entwicklungsländern oder in Katastrophensituationen große Bedeutung hat. Echte Vitaminmangel - Erkrankungen kommen in den Industrieländern jedoch schon seit langem kaum mehr vor.
Vitamintabletten wirken nicht, was sie versprechen
Diverse Forschungen haben die ersten Hoffnungen in Vitamintabletten drastisch zerstört. Ein Forscherteam von der University of Minnesota zum Beispiel, konnte nachweisen, dass hoch dosiertes Vitamin C die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Teil drastisch erhöhen kann. Bei Krebsforschern löste eine Untersuchung Alarm aus, die in den 90ern durchgeführt und bei Bekanntwerden der Ergebnisse abgebrochen werden musste: In der besagten Studie stieg die Krebsrate bei Rauchern, die Vitamintabletten eingenommen hatten, statt wie vermutet zu sinken. Diese und andere Erkenntnisse führten dazu, dass zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Neurologie eine regelmässige Einnahme von isolierten Vitaminen C und E als Vorbeugung gegen Gefässerkrankungen nicht empfiehlt. Warum aber wirken Vitaminpräparate offensichtlich nicht so, wie erwartet, und das obwohl die gesunde Wirkung den betroffenen Vitaminen allgemein nachgewiesen werden konnte?
Vitamintabletten enthalten keine sekundäre Pflanzenstoffe
Im Körper spielen, bei der Verarbeitung von Vitaminen, noch viele andere bioaktive Substanzen eine wichtige Rolle, die Vitamintabletten nicht enthalten. Ohne diese "sekundären Pflanzenstoffe" können Vitamine vom Organismus nicht effizient genutzt werden. Diese Begleitstoffe werden von Pflanzen im sekundären Stoffwechsel (der nicht direkt dem Wachstum dient) produziert. Leider wurden Sie durch die Wissenschaft über lange Zeit zu wenig beachtet, oder sogar als schädlich befunden. Den Pflanzen dienen sie als Farb- und Aromastoffe in den Früchten, als Lockstoffe für Tiere, welche die Früchte fressen, aber auch als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder als Schutz vor UV-Strahlung. Vitamintabletten sind für den gesunden Menschen, der sich abwechslungsreich und vollwertig ernährt, nicht nur überflüssig, sondern in manchen Fällen auch schädlich. Eine ausgewogene Ernährung, ist gesünder, denn Vitamintabletten können den Nutzeffekt von Obst und Gemüse nicht imitieren, da sie nur einen sehr kleinen Anteil der wirksamen Substanzen unserer Nahrung enthalten. Eine komplette Frucht ist wirkungsvoller als die Summe all ihrer Inhaltstoffe.
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