Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03647.jsonl.gz/202

Bundesanwalt Michael Lauber und die US-Justizministerin Loretta Lynch informierten in Zürich über den Stand im Verfahren gegen die ehemaligen Fifa-Funktionäre, die im Mai in Zürich verhaftet worden sind. Sie werden verdächtigt, seit Beginn der 1990er-Jahre Bestechungsgelder angenommen zu haben.
Vertreter von Sportmedien und Sportvermarktungsunternehmen sollen gemäss Bundesamt für Justiz (BJ) in Zahlungen an hochrangige Fussballfunktionäre – Delegierte des Weltfussballverbandes FIFA und andere Funktionäre von FIFA-Unterorganisationen – in Höhe von über 100 Millionen Dollar verwickelt gewesen sein.
Wer sind die Funktionäre? Wer hat sie bezahlt?
Webb wurde am 23. Mai 2012 zum Chef des Fußballverbandes für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (CONCACAF) – als Nachfolger des umstrittenen Jack Warner. Zwei Tage später wurde Webb Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Er ist heute Vize-Präsident der FIFA.
Zur Wahl Webbs sagte Sepp Blatter ironischerweise: «Ihr habt einen grossen Schritt vorwärts gemacht. Die Glaubwürdigkeit in den Verband kann nun zurückkehren – und diese Glaubwürdigkeit benötigen wir derzeit mehr als alles andere.»
Eugenio Figueredo ist uruguayischer Fussballfunktionär. Der 83-Jährige wurde am 30. April 2014 zum neuen Präsidenten des südamerikanischen Kontinentalverbandes (CONMEBOL) gewählt und ersetzte damit auch im FIFA-Exekutivkomitee den zurückgetretenen Nicolàs Leoz.
Auch Figueredo ist der Justiz bereits bekannt. Im Zusammenhang mit Korruptionsuntersuchungen gegen CONMEBOL wurde der FIFA-Vize in seiner uruguayischen Heimat von einem Parlamentsausschuss befragt. Die Abgeordneten prüften Unregelmässigkeiten beim CONMEBOL im Umgang mit TV-Rechten und Fernsehgeldern.
Marin ist seit 2012 Präsident des Brasilianischen Fussballverbandes. Während der Militärdiktatur in den 80er-Jahren in Brasilien war Marin Gouverneur des Bundesstaates São Paulo.
Er war Präsident des Organisationskomitees für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Ihm wurden schon in der Vergangenheit Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen.
Leoz war bis 2013 Präsident der Südamerikanischen Fußball-Konföderation Conmebol. Er tauchte bereits einmal in einem Korruptionsskandal in Verbindung mit dem Konkurs des Sportmarketingunternehmens International Sport and Leisure auf. Zwischen 1997 bis 2000 soll er als hochrangiger FIFA-Funktionär Schmiergelder des Unternehmens angenommen haben.
Li ist der Präsident der Costa Rican Soccer Federation und wurde ebenfalls am 27. Mai von Schweizer Polizisten aus seinem Hotelzimmer in Zürich zu einer Seitentür hinaus geleitet.
Rafael Esquivel ist seit 1988 Präsident des Fussballverbandes in Venezuela.
Jack Warner hatte 21 Jahre lang an der Spitze der CONCACAF gestanden, bevor er im Juni 2011 in Folge eines Korruptionsskandals von allen Ämtern zurücktreten musste.
Dem ehemaligen FIFA-Funktionären wird die Annahme von rund zwei Millionen Euro nach der WM-Vergabe nach Katar vorgeworfen. 1,2 Millionen Dollar sollen an Warner direkt geflossen sein. Weitere 750'000 Dollar an seine Söhne. Die Zahlung kam zunächst nicht zustande, deshalb wurde das FBI auf Warner aufmerksam.
Über Costas Takkas ist Funktionär bei der Nord- und Zentralamerikanischen und karibischen Fußballkonföderation.
Rocha ist Entwicklungsleiter des Fussballverbandes in Nicaragua. Er hat seiner Auslieferung zugestimmt, aber noch ist unklar, ob er nach Nicaragua oder die USA überstellt werden soll.
Burzaco ist CEO des argentinischen Sportunternehmens Torneos y Competencias. Die Firma mit Hauptsitz in Buenos Aires ist ein grosser Player in der argentinischen Unterhaltungsbranche, was Sportübertragungen in Radio und Fernsehen betrifft.
Davidson ist Besitzer der North American Soccer League (NASL). Die NASL ist das nordamerikanische Pendant zur schweizerischen Challenge-League, also die zweite Liga in Nordamerika. Die erste Liga heisst Major League Soccer.
Hugo Jinkis ist Präsident des Unternehmens Full Play, das verschiedene Rechte an südamerikanischen Fussballligen hält. Mariano Jinkis ist CEO im selben Unternehmen.
Bisher gibt es keine vertrauenswürdigen Informationen zu Margulies. Er soll aber laut den US-Behörden illegale Zahlungen ermöglicht haben.