Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/330

Fast die gesamte Oberfläche des grönländischen Eisschildes ist Mitte Juli zumindest angetaut, wie die US-Weltraumagentur NASA mitteilt. Das Eis Grönlands taut in jedem Sommer an, doch noch nie in den vergangenen drei Jahrzehnten war das Ausmass so verheerend wie jetzt. Ursache waren offenbar ungewöhnliche Hitzewellen. Wie viel Eis verloren ging, ist noch unklar, wie auf swissinfo.ch nachzulesen ist.
In einem durchschnittlichen Sommer schmelze das Eis natürlicherweise etwa auf der halben Oberfläche Grönlands, heisst es bei der NASA. In grosser Höhe friere der grösste Anteil des Wasser aber schnell wieder. Nahe der Küste wird einiges Wasser von Eisbarrieren zurückgehalten, etwas Wasser fliesst in den Ozean.
Nicht so in diesem Jahr: Satellitendaten zufolge schmolz das Eis an einem nicht genau bestimmten Zeitpunkt um den 12. Juli herum auf etwa 97 Prozent der Fläche – ein dramatischer Sprung! Zuerst zweifelte man bei der NASA gar an der Korrektheit der Daten, doch als die Ergebnisse mit Messgeräten an Bord weiterer Satelliten überprüft wurden, bestätigten sich die hohe Temperaturen über der Eisfläche.
Das extrem starke Schmelzen könnte seine Ursache in einer ungewöhnlich warmen Luftschicht haben, die NASA spricht gar von einer Hitzeglocke. Seit Mai gab es mehrere davon, jede stärker als die vorherige. Die zuletzt beobachtete baute sich am 8. Juli auf, am 16. Juli begann sie sich aufzulösen. Ob die Schmelze einen Einfluss auf das Volumen des Eisverlustes Grönlands haben wird, haben die Wissenschaftler noch nicht ermittelt.
Bild: Stig Nygaard [CC-BY-2.0] via Wikimedia Commons