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Tschugg war schon zur Römerzeit bewohnt. Aus einem geschichtlichen Roman entnehmen wir, dass Helvetier in Entscherz beheimatet waren. Diese zogen dann mit allen anderen Sippen nach Gallien.
Dort wurden sie bekanntlich vertrieben, so dass sie wieder in die alte Heimat zurückkehren mussten. Vor dem Wegzug hatten sie ihre Wohnstätten verbrannt, welche sie unter römischer Herrschaft wieder neu aufbauten. Zeuge dieser Epoche ist die Ausgrabung eines römischen Gutshofes (Villa) Ende der siebziger Jahre im Steiacher. Dort wurden bereits im Jahr 1851 rund 50 Münzen aus dem dritten Jahrhundert nach Christus gefunden. (Modell gebaut als praktische Maturarbeit im bildnerischen Gestalten am Gymnasium Hochdorf und der Gemeinde geschenkt von Karin Baltisberger)
So lässt sich den auch der Ortsname Tschugg aus der Römerzeit ableiten: Soccus heisst auf Lateinisch der Strunk. Offenbar wurde der mit Klimagunst gesegnete Hang bereits früh gerodet. 1221 heisst der Ort, in einer Urkunde erwähnt, Shuc; 1420 erscheint die Form Shugg. Später finden wird im Jahr 1578 den Namen Dschuck.
Aus unserem Dorf stammt das Berner Patriziergeschlecht Berseth. Bereits im 14. Jahrhundert gehörte der meiste Grundbesitz in und um Tschugg dieser Familie. Durch Erbschaft und Verkauf wechselten die Güter ihre Besitzer. Der grösste Teil der Berseth Güter kam durch Heirat an den bernischen Schultheissen Christoph Steiger, dessen Nachkommen sie 1879 dem Kanton Bern verkauften.
Den Berner Patriziern ist es wohl auch zu verdanken, dass die Polizei im Volksmund als „Tschugger“ betitelt wird. Die kräftigen Tschugger wurden einst von den Berner Patriziern, welche in Tschugg in ihren Sommerreisdenzen logierten, als Wächter und Leibgarde mit nach Bern genommen.
Die Bevölkerungszahl von Tschugg schrumpfte gegen die Jahrhundertwende: 1850 zählte man 328 Seelen, 1888 waren es nur noch 283. Diese Aus- und Abwanderung versuchte man zu bremsen, indem man Kulturland zwischen Dorf und Foferen durch Entwässerung gewann. Der Bau eines Hauptkanals um 1885 wurde als „Suez-Unternehmen“ bezeichnet. Die Erbauer wurden hauptsächlich - wie könnte es in einem Weinbauerndorf anders sein - mit Wein und Schnaps entlöhnt.
1946 wurde die damals selbständige Gemeinde Mullen mit rund 50 Einwohnern eingemeindet, was für den Fortbestand der Gemeinde Tschugg enorm wichtig war.
Heute ist Tschugg bestrebt, langsam zu wachsen. Aus diesem Grund wird das nötige Bauland mittels Einzonung bereit gestellt.