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Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat seine Niederlage bei der Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen eingeräumt. «Es ist mir nicht gelungen, eine Mehrheit der Wähler zu überzeugen», sagte Sarkozy am Sonntagabend.
Er gratulierte den früheren Premierministern François Fillon und Alain Juppé am Sonntagabend zum Einzug in die entscheidende Stichwahl der bürgerlichen Rechten. Er selbst werde bei der zweiten Runde am kommenden Sonntag für Fillon stimmen.
Die beiden lagen nach Auszählung von mehr als 80 Prozent der Wahllokale deutlich in Führung. Fillon kam demnach auf 44 Prozent der Stimmen, Juppé auf 28.1 Prozent. Sarkozy lag sieben Prozentpunkte dahinter.
Die in der Schweiz lebenden Franzosen stimmten vornehmlich für Fillon. 42.5 Prozent der Wahlberechtigten hierzulande gaben dem ehemaligen Premierminister ihre Stimme. Der Zweitplatzierte Alain Juppé erhielt 40 Prozent der Stimmen aus der Schweiz, wie die Abgeordnete Claudine Schmid, welche die in der Schweiz ansässigen Franzosen im französischen Parlament vertritt, am späten Abend auf Twitter vermeldete. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, der seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hat, kam demnach auf 8.7 Prozent.
Frankreichs bürgerliche Rechte kürt ihren Kandidaten erstmals mit einer offenen Vorwahl. Teilnehmen dürfen alle wahlberechtigten Franzosen, die zwei Euro zahlen und eine Erklärung unterschreiben, dass sie «die republikanischen Werte der Rechten und des Zentrums» teilen.
Vorgezogene Präsidentschaftswahl
Der Abstimmung kommt eine besondere Bedeutung zu: Die konservativen Republikaner haben beste Chancen, bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai 2017 den Sieg davonzutragen. Denn zum einen ist der sozialistische Amtsinhaber François Hollande so unbeliebt wie kein anderer Präsident in Frankreichs jüngerer Geschichte. Bei einer Kandidatur würde er Umfragen zufolge schon in der ersten Runde scheitern - wie jeder andere linke Kandidat auch.
Zum anderen dürfte Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Partei Front National, zwar in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl einziehen. Dort hätte sie aber Meinungsforschern zufolge so gut wie keine Chancen auf einen Erfolg. Die Vorwahl gilt daher als eine Art vorgezogene Präsidentschaftswahl.
Zunächst hatte es nach einem Rennen zwischen Sarkozy und Juppé ausgesehen - am Freitagabend jedoch wurde eine Umfrage veröffentlicht, in der überraschend Fillon knapp an die erste Stelle rückte.
Sarkozy fährt Rechtskurs
Die sieben konservativen Präsidentschaftsanwärter waren während des Wahlkampfes in drei TV-Debatten gegeneinander angetreten. Insbesondere in wirtschaftspolitischen Fragen ähneln sich die Programme der Kandidaten: Alle wollen die 35-Stunden-Woche weiter lockern, Steuern und Abgaben für Unternehmen senken, die Staatsausgaben drastisch kürzen und dazu zahlreiche Beamtenstellen streichen.
Bei Fragen von Sicherheit, Einwanderung und Integration wurden dagegen Unterschiede zwischen den Kandidaten deutlich. So fährt Ex-Staatschef Sarkozy einen scharfen Rechtskurs, während sich Juppé und Fillon eher in der politischen Mitte verorten. (sda/dpa/afp)