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1998
von Stephan Bulheller, Hartmut Häcker
Schulberatung, klinische Diagnostik, experimentelle Psychologie, Eignungsdiagnostik und Laufbahnberatung.
Die Advanced Progressive Matrices (APM) liefern eine sprachfreie Beurteilung des intellektuellen Leistungsniveaus bei Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen. Die APM gehören zur Verfahrensgruppe der Raven-Matrizen-Tests und stellen in diesem Rahmen eine Version für ein überdurchschnittliches kognitives Leistungsniveau dar, d.h. die Aufgabenschwierigkeit der APM ist höher als bei den anderen Verfahren der Instrumentengruppe, Standard Progressive Matrices (SPM) und Coloured Progressive Matrices (CPM). Bei den Advanced Progressive Matrices (APM) handelt es sich um ein häufig eingesetztes und bewährtes Verfahren zur Messung des sprachunabhängigen logischen Denkens.
Die Aufgaben der Advanced Progressive Matrices bestehen aus geometrischen Figuren bzw. Mustern, in denen ein Element ausgelassen wurde. Aus acht Antwortalternativen ist von den Probanden diejenige zu wählen, die das Muster korrekt ergänzt. Die Aufgaben sind nach Schwierigkeitsgrad geordnet und in zwei separaten Aufgabenheften zu den Aufgabensets 1 und 2 zusammengefasst. Das erste Set umfasst 12 Aufgaben (APM I), das zweite 36 Aufgaben (APM II). APM I wird entweder zur Vorbereitung des Einsatzes von APM II oder als Screeninginstrument eingesetzt. Durch den Einsatz eines Zeitlimits kann die intellektuelle Effizienz der Probanden beurteilt werden.
Zahlreiche Untersuchungen, bei denen der Test in einem Zeitintervall von sechs bis acht Wochen zweimal bearbeitet wurde, weisen Retestreliabilitäten von .76 bis .91 nach. Die innere Konsistenz von Set II, berechnet über die Testhalbierung, liefert Werte zwischen .83 und .87.
Neben den Korrelationen zu anderen Intelligenztests (bspw. dem Wechsler Intelligenztest für Erwachsene), die meist zwischen r = .25 und r = .50 liegen, wird Wert auf die Vorhersagevalidität im beruflichen Umfeld gelegt. Bei einer Gruppe von 1.120 Managern wurde ein Zusammenhang von r = .20 zwischen den Testwerten im APM und der Beurteilung der Leistung im Unternehmen ermittelt. Im Vergleich zu umfangreicheren Testbatterien liegen die APM im Hinblick auf die prädiktive Validität in etwa gleich.
Die deutschen Normwerte wurden 1997 erhoben und beruhen auf 1.142 Testpersonen, die eine annähernd repräsentative Stichprobe der Bewerber um Ausbildungsplätze bzw. von Berufsanfängern darstellen. Angegeben werden PR- und T-Werte, getrennt nach Altersgruppen und schulischer Vorbildung, sowie PR- und T-Werte für die Gesamtgruppe für Set I, Set II oder für beide Sets zusammen.
1998
1998