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Operation wird im ganzen Umfange der Hornhaut vorgenommen, wenn der Pannus sie ganz bedeckt. Die Operation wird mittelst der Davieschen Schere verrichtet; das Bluten wird durch Bähen mit lauem Wasser unterhalten, das Auge nachher mit einem Malwendecocte ausgewaschen. Scarpa beobachtete, dass nach dieser Operation ein weisser Ring um die Hornhaut herum sich bilde, welcher die Hornhaut vor nachfolgenden Entzündungen schütze. Ohne andere Mittel anzuwenden, hat er durch dieses Verfahren sehr schnell die Klarheit der Hornhaut hergestellt. - . .“ Vom Pterygium.
Eine partielle Wucherung der Conjunctiva, wobei diese sich auflockert, eine Falte bildet, und nur locker mit den unterliegenden Membranen in Verbindung steht, wird Pterygium genannt. Es unterscheidet sich vom Pannus durch lockeres Anhängen an die unterliegenden Häute, wo im Gegentheil beim Pannus die Conjunctiva fest mit der Sclerotica zusammenhängt, und durch seinen beschränkten Sitz*). Gewöhnlich hat das Pterygium eine dreieckige Gestalt, gleicht einer Pyramide, deren Basis vom innern Augenwinkel, der Mem
") Mit dem Pterygium kommen die fleischigen Auswüchse der Conjunctiva des Augapfels überein, unterscheiden sich von demselben durch ihre granulirende Form und durch festeres Aufsitzen. Sie Äfselten, entstehen nach chro- * nischer Entzündung, und fordern die Exstirpation. Die dem Messer entweichenden Reste müssen mit Höllenstein sorgfältig hedupft und zerstört werden. Sind sie carcinomatös, haben sie mit dem unterliegenden Theile sehr feste Verbindungen eingegangen und diese in die Sphäre der Erkrankung gezogen, so muss die vordere Hemisphäre des Auges, zuweilen der ganze Bulbus entsernt werden. Diese Form wurde von frühern Schriftstellern als Pannus malignus aufgeführt. In seltenen Fällen zeigen sich auf solchen Auswüchsen Haare you bedeutender Länge.
brama semilunaris ausgehend sich immer verschmälernd bis zum Centrum der Hornhaut sich erstreckt, und dort scharf spitzig sich endiget. Nicht immer kat das Pterygium seinen Sitz am innern Augenwinkel; es geht zuweilen vom äussern Augenwinkel aus; in seltenen Fällen beobachtet man, dass mehrere Pterygien zugegen sind, welche oben und unten, Ä am äussern und am innern Augenwinkel beginnen. Man hat zwei, drei bis vier Pterygien gleichzeitig bestehend beobachtet, welchen Zustand ältere Arzte mit dem Panmus verwechselten. Zuweilen schreitet das Pterygium nicht über den Rand der Cornea, sondern gränzt sich an dieser ab. Nach den Bewegungen des Augapfels wird das Pterygium gespannt oder gefaltet. - - - - Man unterscheidet dreierlei Arten des Pterygium, nämlich 1. das Pterygium tenue (dünnes Flügelfell), welches ein dünnes, halbdurchsichtiges, ziegelrothes, schmerzloses Häutchen bildet; 2. das Pterygium crassum (dichtes Flügelfell), welches in Form einer dicken, muskulösen, harten, lederartigen, blutreichen Masse erscheint; 3. das Pterygium pingue (Fettfell), wo in einem der beschriebenen Pterygien grössere oder geringere Fettablagerungen beobachtet werden"). Der geringste Grad des letztern wird Pinguecula genannt, und besteht in einer linsengrossen, schmutzig gelbröthlichen, genaubegrenzten Fettansammlung *). Die Unvollkommenheit des Gesichts steht im Verhältmiss mit der Ausbreitung und Dicke des Ptery
4) In einem Falle wurde ein mit durchsichtiger Flüssigkeit gefülltes Bläschen auf der Mitte des Pterygiums beobachtet. ( /Wardrop Essays on the morbid Anatomy on the human Eye. 1. V. p. 27). 2) Weller (i. a. W. S. 423) entdeckte durch die chemische Analyse nicht das geringste Fett, sondern eine Substanz, welche sich wie eine Mischung von Eiweiss und Gallerte verhielt.
giums; wenn zwei Pterygien von entgegengesetzten Seiten her sich berühren, so kann das Sehvermögen dadurch vollkommen aufgehoben werden. Das Pterygium wird häufiger bei alten, als bei jungen Individuen beobachtet; bei Kindern ist es sehr selten. Wardrop *) beobachtete das Pterygium bei einem Ä unmittelbar nach der Geburt. Der Sitz des Uebels ist die Conjunctiva. Man hielt dafür, dass Wucherung der Thränenkarunkel und Verlängerung der halbmondförmigen Haut der Krankheit zu Grunde liege, allein diese Theile haben niemals wirklichen Antheil bei Bildung des Pterygiums, sind gewöhnlich im gesunden Zustande; der Zusammenhang des Pterygiums mit diesen Theilen ist ganz zufällig, was schon durch den verschiedenen Sitz des Pterygiums erhellt. Das Pterygium ist Folge einer schleichenden, öfters wiederkehrenden, meistens partiellen Entzündung der Conjunctiva. Die entzündlichen Phänomene, mit welchen die Bildung des Pterygiums beginnt, zeigen sich so leise, dass die Patienten dieselben nicht wahrnehmen. Leute, deren Augen mechanischen Schädlichkeiten anhaltend ausgesetzt sind, sind diesem Uebel vorzugsweise unterworfen. Kalk-, Sand- und Steinstaub sollen nach Beer *) vorzüglich dieses Leiden bedingen. Das häufigere Vorkommen der Pterygien am innern Augenwinkel erklärt sich dadurch, dass hier die Bindehaut immer den äusseren Einflüs– sen mehr preisgegeben ist. Die Regelmässigkeit der dreieckigen pyramidalischen Form schreibt Scarpa ) dem festeren Anhängen der Conjunctiva auf der Hornhaut zu, da die Adhärenz in dem Grade sich vermehrt, als die Bindehaut dem Centrum der Hornhaut sich nähert; der Zufluss der
Säfte, die allmählige Auflockerung von den um– liegenden Theilen sind hier mehr, als in der die Sclerotica überziehenden Bindehaut gehindert - Bei dem dünnen, erst entstandenen Flügelfell, besonders, wenn dasselbe sich noch nicht über die Hornhaut verbreitet hat, dienen die beim Pannus empfohlenen Mittel. Durch das Durchschnei– den des am Rande der Hornhaut in Form einer Falte mittelst einer Pincette aufgehobenen Felles, besser, nach Scarpa, durch das Ausschneiden der Falte, werden diese Mittel in ihrer Wirkung un– -terstützt; das Flügelfell schrumpft allmählig zu-sammen und verschwindet, ohne die geringste - Trübung zu hinterlassen. Bei dem ausgebildeten Pterygium ist das Messer das sicherste Mittel. Ein Gehülfe zieht die Augenlieder von einander; das
Auge muss gegen jenen Augenwinkel, welcher der
Sitz des Uebels ist, gestellt werden; der Operateur hebt mit der Zahnpincette das Flügelfell in eine Falte empor"), dasselbe da anfassend, wo es am wenigsten fest mit den unterliegenden Theilen zu– sammenhängt *). Mit einem Staarmesser wird die
Falte durchgeschnitten, das getheilte Pterygium
wird dann zuerst nach einer, dann nach der andern Seite mittelst der Daviel'schen Schere sorg– fältig abgesondert und entfernt. Ist die Blutung
-) Das Aufheben desselben mittelst eines durchgezogenen - - Fadens wird mit Recht verworfen. ... - : 2) Beer giebt den Rath, das Pterygium an der Basis durch- zuschneiden, wo es gewöhnlich nur locker aufsitzt. Scarpa fasst dasselbe etwa eine Linie von der Spitze entfernt, von welcher aus er die Abtragung beginnt. Er empfiehlt * liezu die Schere. Wenn das Flügelfeil sich der Thrä
nenkarumkel nähert, so soll es nicht bis dahin losgetrenht, - sondern etwa eine Linie von dem Rande der Hornhaut abgeschnitten werden, indem sich sonst in Folge der in zu grossem Umfange stattfindenden Abtragung der Bindehaut eine Narbe bilden würde, welche die Bewegungen des Bulbus von innen nach aussen beschränken würde. Hiermit stimmt die Erfahrung nicht übe ein.
gestillt, so wird das Auge mittelst einer trockenen Compresse vor den Einwirkungen der Lust und des Lichtes geschützt. Nach 5 bis 6 Tagen bedeckt sich die Wunde mit Eiter. Wenn nach der Operation einige Reste des Pterygiums zurückgeblieben sind, so muss die Eiterung durch das Einstreichen des Laudanum unterhalten werden, bis die Rückbleibsel verschrumpft oder abgestossen sind. Beer ") behauptet, dass nach zweckmässig geleisteter Hülfe niemals eine Spur, weder im weissen Theile des Auges noch auf der Hornhaut, zurückbleibe. Die Pinguecula wird durch Mercurialien, am sichersten aber durch das Messer
entfernt.
Unter diesem Uebel versteht man den Substanzwucher der Carunkel, entweder des Drüsenkörpers selbst, oder nur des Zellstoffs, welcher die einzelnen Körner verbindet. An dem innern Augen- winkel bemerkt man die durch die Wucherung der Carunkel gebildete Geschwulst, welche sich mehr oder weniger dem Zusammentreffen der Augenlieder widersetzt und Thränenträufeln verursacht. Der unterliegende Theil der Conjunctiva ist gewöhnlich leicht entzündet. Nach der Natur, welche dieser Wucherung inwohnt, verhält sich auch die Form; wir unterscheiden die einfache, die scirrhöse und die LaLcinomatöse Encanthis. Die einfache Encanthis hat gewöhnlich im Anfänge des Bestehens ein körnichtes Ansehen, so dass die Carunkel die Form einer Maulbeere hat; zuweilen zeigt sie sich, wie in “) Im a... W. S. 64. Scarpa (i. a. W. S. 383) sagt, dass immer eine mehr oder weniger bemerkbare Narbc zurückbleibe. Die von mir beobachteten Fälle sprechen
für Beer's Aussage. - “