Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/177684

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Vernehmlassung zu Opera 3 wirft einige Fragen auf:</p><p>1. Wie kommt es, dass angesichts der Statistiken des Bundesamtes für Strassen (Astra), die einen Rückgang der Unfallzahlen in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen seit Einführung der Zweiphasenausbildung belegen, eine Kürzung der obligatorischen Ausbildung bei Fachleuten um sieben Stunden vorgesehen ist, wenn doch das Ziel die Erhöhung der Sicherheit von Neulenkenden sein soll?</p><p>2. Die Anpassungen sollten eigentlich zu einer Kostensenkung für Junglenkerinnen und Junglenker führen. Aber zeigen erste Analysen von Ausbildungsanbietern nicht, dass das Gegenteil der Fall ist?</p><p>3. Zwei obligatorische Stunden mit einer Fahrlehrerin oder einem Fahrlehrer, wobei es eine Stunde ums Bremsen und eine Stunde um die ökologische Fahrweise geht, sollen einen ganzen Weiterbildungstag ersetzen. Beeinträchtigt diese Kürzung durch das Astra nicht die Ausbildung?</p><p>4. Bisher mussten die Weiterbildungskurse innerhalb von drei Jahren absolviert werden. Diese Frist soll nun auf sechs Monate verkürzt und Personen, die die Frist nicht einhalten, sollen gebüsst werden. Worin bestehen die pädagogische Botschaft und die administrative Vereinfachung?</p><p>5. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass die 2005 eingeführte Zweiphasenausbildung mit zwei Kurstagen kein Erfolg war, selbst wenn Statistiken das Gegenteil belegen?</p><p>6. Die Ausbildung von Junglenkerinnen und Junglenkern ist von grosser Bedeutung für die Verkehrssicherheit. Widerspricht die im Projekt Opera 3 vorgesehene Kürzung der Weiterbildung auf einen Tag nicht dem Ziel einer soliden Ausbildung?</p><p>7. Zu behaupten, dass Junglenkerinnen und Junglenker nach einer kürzeren Ausbildung sicherer am Steuer sind, wäre das nicht in etwa so wie zu behaupten, die Verkürzung der obligatorischen Schulzeit mache junge Menschen gescheiter?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Motion der FDP-Liberalen Fraktion 12.3421, "Keine Sippenhaftung für Neulenker. Obligatorische Weiterbildungskurse abschaffen", verlangte die gänzliche Abschaffung der Weiterbildungskurse. Die Motion wurde im Zweitrat abgelehnt, nachdem der Bundesrat eine Verkürzung der zweiten Ausbildungsphase in Aussicht gestellt hatte. Grundlage für diese Massnahme war eine Evaluation, die das Bundesamt für Strassen durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung durchführen liess.</p><p>Die Verkürzung der zweiten Ausbildungsphase sowie eine bessere Verknüpfung der ersten und zweiten Phase der obligatorischen Fahrausbildung wurden im Rahmen der bis am 26. Oktober 2017 laufenden Vernehmlassung zur Revision der Führerausweisvorschriften (Opera 3) zur Diskussion gestellt.</p><p>Der Bundesrat verweist im Weiteren auf die Erläuterungen der genannten Vernehmlassung.</p>  Antwort des Bundesrates.