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Basel, um 1578
Nussbaum, Eiche, Ahorn, Birnbaum, Linde (?) massiv und furniert, Blindholz teilweise Nadelholz
H. 45,9 cm, B. 73,3 cm, T. 55,6 cm
Inv. 1908.16.
Der elegante Münzkasten ist ein Bravourstück von hoher ästhetischer, handwerklicher und funktionaler Qualität. Es handelt sich um das erste und zugleich wohl einzig erhaltene Möbel, das Basilius Amerbach für einen bedeutenden Teil seiner Sammlung herstellen liess. Mit der Anfertigung beauftragte er den «tischmacher» Mathis I. Giger. Der Münzkasten muss nach präzisen Vorgaben Amerbachs entstanden sein, da er massgerecht auf den Sammlungsbestand hin konzipiert ist. Alle vier Seiten lassen sich durch herausnehmbare Schiebewände verblenden, die an den Breitseiten von oben und an den Schmalseiten von hinten einzuschieben sind. Um den kostbaren Inhalt von insgesamt rund 3870 Münzen und Medaillen zu sichern, liess Amerbach im Juli 1581 durch Mathis Giger vier Nürnberger Schnappschlösser anbringen. Die an eine antike Nischenwand erinnernde Hauptschauseite des Münzkastens war schliesslich für die prominente Aufstellung von drei Bronzestatuetten antiker Götter aus Amerbachs Sammlung konzipiert: Hier nimmt die Paduanische Venus den Ehrenplatz ein.