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Hochsensitiver Troponin-I-Test schlägt Routinelabor
Der Einsatz eines hochsensitiven Troponin-I-Tests bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom bietet gegenüber dem Standardtest Vorteile in Bezug auf die diagnostische Genauigkeit. Die Anwendung des Tests kann Herzinfarkte und kardiovaskuläre Todesfälle verhindern.
In der High-STEACS-Studie führte die Gegenkontrolle der Ergebnisse zu einer Neubewertung der Diagnose bei etwa einem Sechstel der Teilnehmer mit positiven Troponin-Tests.
Die Behandlung der über 48.000 konsekutiv eingeschlossenen Patienten richtete sich zunächst nach dem Standardtest, schreiben die britischen Studienautoren (1). Im Verlauf der Studie berücksichtigten sie dann nur noch das Ergebnis des hochsensitiven Troponin-I-Tests.
Allerdings änderte sich die Anzahl der Myokardinfarkte und kardiovaskulären Todesfälle nach dieser Umstellung nicht wesentlich. Möglicherweise war auch zum ursprünglichen Zeitpunkt das einjährige Follow-up zu kurz, wie die Forscher ausführen.
Risikominderung bei Patienten mit nichtischämischen Myokardläsionen
Die Wissenschaftler führten nun eine sekundäre Auswertung der Studie nach fünfjähriger Nachkontrolle durch. Diese neue Analyse ergab, dass innerhalb der fünf Folgejahre vor Einführung der hochsensitiven Nachweismethode knapp ein Drittel der Patienten (29,4 %) einen Myokardinfarkt erlitt oder wegen einer kardiovaskulären Krankheit starb. Nach Etablierung des hochsensitiven Troponin-I-Tests galt das für etwa ein Viertel (25,9 %).
Wenn man nur die reklassifizierten Patienten berücksichtigt, traten die Ereignisse Herzinfarkt oder kardiovaskulärer Tod bei 63 Prozent (vor Implementation des neuen Tests) bzw. bei 53,9 Prozent der Patienten (nach Implementation) auf.
Eine signifikante Risikominderung um relativ 17 Prozent nutzte dabei jenen Patienten, bei denen eine Myokardläsion nichtischämischer Ursache bestand, etwa durch Kardiomyopathie, Herzinsuffizienz oder Aortendissektion. Kranke mit manifestem Infarkt dagegen profitierten nicht von dem hochsensitiven Assay.
Rechtzeitige Diagnose für mehr Behandlungsoptionen
Demnach kann also etwa einer von elf reklassifizierten Patienten vor Myokardinfarkt oder Tod bewahrt werden, schreiben Dr. Abadi K. Gebre von der Edith Cowan University in Joondalup, Australien, und seine Kollegen in einem begleitenden Kommentar (2).
Bemerkenswert ist vor allem der Nutzen für die Patienten, die zwar aktuell keinen Infarkt, aber nichtischämische Myokardläsionen aufweisen. Für sie bestehen bei rechtzeitiger Diagnose durchaus Behandlungsoptionen. So verbrachten die reklassifizierten Patienten im Durchschnitt zwei Tage länger im Krankenhaus, um zusätzliche Therapiemassnahmen in Anspruch nehmen zu können.
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