Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03320.jsonl.gz/658

Schon vor einigen tausend Jahren war der Lapislazuli ein wichtiger Edelstein. Aber auch bis zum heutigen Tag wird er gerne zum Beispiel als Heilstein angewendet. Lapislazuli bezeichnet man zudem als Blaustein, Blauspat, Lasurstein, Bergblau, Ultramarin, Lasurspat, Lasurit und Klaphrotin. Alles Wissenswerte zu diesem Edelstein kann in diesem Artikel nachgelesen werden.
Entstehung und Fundorte
Der Heilstein entsteht durch metasomatische Vorgänge und Metamorphose. Dabei ist das umgebende Material Gneis oder auch Marmor. Häufig sind noch weitere Mineralien beteiligt, wie etwa Apatit oder Schwefel. Dieser Stein wird dadurch gefördert, dass die Gesteinsmengen durch Feuer und der plötzlichen Abkühlung gesprengt werden, oder mithilfe von Sprengstoff. Daraufhin bilden sich beim Gestein Risse. Die wertvollen Steine können dann herausgeklopft werden. Zum größten Teil besteht das Mineralgemisch Lapislazuli aus Caleit, Pyrit und Lasurit. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Stein bildet, wenn die Umwandlung von Kalk zu Marmor erfolgt.
Bei den Fundstätten des Edelsteins ist Afghanistan ganz bedeutungsvoll. Denn westlich des Hindukuschs in Badakshan entdeckte man die größten Vorkommen, welche jedoch in die Wirren vom Bürgerkrieg involviert waren. Es gibt andere Funde in Russland, insbesondere am Baikalsee. Zudem wurde der Lapislazuli in Pamir, Indien, Tadschikistan, Korea, China, Kanada, Kalifornien, Arkansas, Argentinien, Iran, italienischen Neapel und auf der Halbinsel Kola gefunden. Der bislang größte geförderte Lapislazuli aus Chile hatte ein Gewicht von mehr als 18 Tonnen. Ende des 20. Jahrhunderts wurde daraus ein Wasserwellen-Lebens-Brunnen im österreichischen Wien.
Chemische Zusammensetzung
Lapislazuli setzt sich aus unterschiedlichen Mineralien zusammen, weswegen er laut der Definition von Gesteinen kein Mineral ist, sondern ein Gestein. Damit ist ein Gemenge gemeint, das aus verschiedenen Mineralien besteht. Trotzdem sind Unterschiede gegeben, was die mineralische Zusammensetzung und somit ebenso die Farbe betrifft, welche insbesondere aufgrund des Fundorts und die entsprechenden Bedingungen bei der Entstehung des Edelsteins begründet ist. Der französische Physiker und Chemiker Nicolas Clément führte im Jahr 1806 die frühesten Untersuchungen bezüglich der Zusammensetzung von Lapislazuli durch. Lasurit ist ein Mineral, welches unabhängig vom Fundort in jedem Lapislazuli zu finden ist. Dessen Anteil schwankt bei 25 bis 40 Prozent. Andere Gemengteile sind Sodalith, Hauyn, Afghanit, Diopsid, Feldspäte, Amphibole, Apatit, Glimmer, Pyrit, Zirkon und Titanit.
Mythen und Geschichte
Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus galt Lapislazuli als beliebte Handelsware, aus welchem kunstvolle Objekte hergestellt wurden. Von der Seidenstraße, der altertümlichen Handelsroute, heißt es, dass diese davor Lapislazuli Straße genannt wurde. Dieser Edelstein war für die Ägypter früher das Wertvollste, was sie ihren Toten Pharaonen als Grabbeigabe mitgeben konnten. Bei der Totenmaske vom Tutanchamun wurde teilweise Lapislazuli eingearbeitet. Er galt für viele Herrscher in der Geschichte als Schutzstein.
Lapislazuli spielt für die Farbgestaltung als Pigment auch eine Rolle. Die lichtbeständige und leuchtende blaue Farbe wurde bereits in der Kunst im Abendland vielfältig eingesetzt. Während der Renaissance war dieses Pigment ungefähr so viel wert wie Gold, was erklärt, weshalb es an vielen Kunstwerken lediglich besonders sparsam verwendet wurde. In Zentralasien ist auch die muslimische Architektur bekannt, welche man häufig mit diesen strahlend blauen Farben flieste. Zudem war die Farbe Bestandteil von zahlreichen Töpferwaren im 13. und 14. Jahrhundert, und ebenso vom Meißner Porzellan während des 18. Jahrhunderts. Heutzutage benötigen Restauratoren in Arabien und in Asien nach wie vor das Pigment, obgleich es immer noch ziemlich teuer ist. Laut den Überlieferungen benutzte man es in der Antike ebenso in der Kosmetik.
Doch auch im früheren China, Indien und bei den Inkas wurde der Lapislazuli als Heilstein verwendet. Dort sollte er aufgrund seines Anteils an Schwefel bei Gallenleiden, Hauterkrankungen, Epilepsie und Potenzstörungen wirkungsvoll sein.
Eigenschaften und besondere Merkmale
Beim Lapislazuli erscheint die Farbe in vielfältigen Blautönen. Sie kann jedoch ebenso rotbraun, rosa oder grün sein. Aufgrund der Farbe ist es möglich, dass man Rückschlüsse auf die Herkunft vom Edelstein ziehen kann. Afghanischer Lapislazuli ist tiefdunkelblau, während Steine vom russischen Baikalsee eine violettblaue und aus Tadschikistan eine marineblaue Farbe haben. Charakteristisch bei diesem Heilstein sind die Einsprenglinge sowie die feinen Adern vom weißen Kalzit und metallisch glänzenden, goldenen Pyrit. Zu Zwecken der Wertsteigerung behandelt man die weißen Kalzit-Flächen oft mit Paraffin, um das Blau entsprechend zu intensivieren oder eine Blaufärbung hervorzurufen. Am teuersten und begehrtesten sind Lapislazulis, welche aufgrund der goldenen Pyritsterne und der tiefblauen Farbe an einen sternenreichen Himmel in der Nacht erinnern. Die Strichfarbe des blauen Steins ist hellblau. Beim naturbelassenen Lapislazuli ist ein matter Glanz erkennbar. Durch das Polieren ist dieser auf glasartig steigerbar. Die Spaltbarkeit gilt als unvollkommen. Der Bruch ist muschelig und spröde. Die Mohshärte des Edelsteins schwankt zwischen fünf und sechs. Bei diesem Stein beträgt die Dichte 2,4 bis drei Gramm pro Kubikmeter. Die Transparenz beim Lapislazuli ist undurchsichtig und in dünn zerlegten Schichten durchscheinend.
Bedeutung des Steines
Das blau glänzende Mineralgemisch wird oft lediglich kurz als Lapis bezeichnet. Die Bezeichnung stammt vom Lateinischen und heißt Stein. Lazulum, das mittellateinische Wort, steht für blau und ist darin auch enthalten. Lapislazuli hat nicht nur eine besondere Bedeutung als Schmuck- und Schutzstein, sondern auch als Heilstein.
Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten
Durch den Heilstein Lapislazuli kann der Blutdruck gesenkt werden. Außerdem glaubt man, dass er einen erholsamen und ruhigen Schlaf bewirkt. Weiterhin soll der Edelstein Selbstvertrauen schenken und eine schöngeistige Atmosphäre schaffen. Es wird angenommen, dass Lapislazuli die Funktionsfähigkeit der Drüsen stärkt. Zudem kann der Edelstein bei unterschiedlichen Krankheiten helfen, weil er den Hormon- und Sekretkreislauf reguliert. Weil dieser Stein in den Gefäßen Ablagerungen verringern soll, ist er hervorragend als Vorbeugung gegen Infarkte und Schlaganfälle geeignet. Zudem kann Lapislazuli die Sehkraft stärken, bei Insektenstichen helfen und die Schilddrüse in ihrer Funktion unterstützen. Überdies soll der Edelstein Hauterkrankungen vorbeugen. Lapislazuli kann Krämpfe lösen. Man glaubt, dass er bei Gliederschmerzen und Kopfschmerzen hilft. Auch bei Krankheiten im Rachenraum soll er eine lindernde Wirkung haben.
Lapislazuli gilt als Edelstein der Herrscher. Es wird gesagt, dass umso dunkler dessen Blau, desto wertvoller sei er. Daher sollen ebenso für die psychische Wirksamkeit dunkelblaue Steine genutzt werden. Man glaubt, dass er die Aufmerksamkeit fokussiert und Ruhe vermittelt. Der Träger vom Lapislazuli hat es leichter, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und vor diesen keine Angst zu haben. Man verwendet den Edelstein gerne in Gesprächstherapien. Es wird geglaubt, dass er zu einem stärkeren Selbstbewusstsein führt und dabei unterstützt, eine eigene Meinung zu äußern sowie auch zu dieser zu stehen. Lapislazuli soll auch beim Lösen der Konflikte helfen. Er kann die Glaubwürdigkeit stärken und die Aufrichtigkeit fördern. Zudem soll er Menschen helfen, welche ihren Alltag schlecht organisieren, sodass diesen das Arbeiten einfacher von der Hand geht. Des Weiteren kann der Edelstein beim Lernen helfen.
Es wird dem Lapislazuli nachgesagt, dass er manche Eigenschaften von Personen verstärken kann, wie etwa Weisheit, Ehrlichkeit, Feinfühligkeit Wahrheitsliebe, woraufhin die Selbstfindung ermöglicht wird. Zudem soll er Ängste, Depressionen und Blockaden nehmen. Man glaubt, dass sich durch die Anwendung des Edelsteins die schlechten Gewohnheiten verlieren. Überdies kann er den Gemeinschaftssinn fördern. Weiterhin soll er auf den Geist eine belebende Wirkung haben.
Damit die positiven Eigenschaften vom Lapislazuli optimal übertragen werden können, ist der unmittelbare Hautkontakt entscheidend. Man trägt ihn vorzugsweise im Halsbereich. Es empfehlen sich für einen hervorragenden Tragekomfort Trommelsteine. Diese haben eine glatte Oberfläche und sind angenehm abgerundet. Außerdem ist es möglich, den blauen Stein auf die Stirn zu legen oder in der Hosentasche zu verstauen. Hierbei unterstützt das möglichst häufige Berühren mit der Hand die Wirksamkeit. Einen klaren Kopf für Inspirationen, einen angenehmen und erholsamen Schlaf bietet Lapislazuli, wenn man ihn in der Nacht unter das Kopfkissen legt. Selbst in Form einer Essenz kann der Heilstein seine Wirksamkeit entfalten. Dafür legt man einfach einige kleine Steinchen in ein Glas Wasser für ein paar Stunden. Das Einreiben der Stirn mit Lapislazuliwasser soll wahre Wunder bewirken. Jedoch darf dieses Wasser keinesfalls getrunken werden, da es nur zur äußeren Anwendung geeignet ist.
Reinigung und Pflege
Aufgrund des häufigen Tragens als Schmuck in der Hosentasche oder direkt am Körper braucht der Lapislazuli eine regelmäßige Reinigung. Sowohl für sein Äußeres als auch zur Befreiung der negativ aufgesaugten Energien empfiehlt es sich, den Stein ungefähr einmal monatlich zu entladen. Dafür wird er in Schale gelegt, in welcher sich Hämatit Trommelsteine befinden. Hier bleibt er am besten die ganze Nacht. Das Aufladen vom Lapislazuli kann auch an der Sonne stattfinden. Es sollte aber möglichst kurz erfolgen, da zu viel Sonnenlicht den Edelstein schaden kann. Ganz egal, ob Lapislazuli als Glück-, Heil- oder Schmuckstein zum Einsatz kommt, durch das regelmäßige Auf- und Entladen wird seine Wirksamkeit optimiert.
Der Stein in der Esoterik
Lapislazuli ist ein bedeutungsvoller Hauptstein vom Sternzeichen Schütze. Er verhilft sowohl dem Schützen als auch dem Tierkreiszeichen Jungfrau zur besseren Selbsteinschätzung. Aber auch Wassermann, Steinbock und Fisch profitieren von dieser positiven Wirkung des Edelsteins. Sehr hilfreich soll Lapislazuli bei Partnersuche und bei der weiteren Lebensgestaltung sein. Der Edelstein gilt für die Jungfrau als Nebenstein und soll dazu beitragen, dass zu große Bescheidenheit gelöst wird. Er ist der Ausgleichsstein für das Sternzeichen Waage.
Bei Reiki wird Lapislazuli dem Stirn-Chakra zugeordnet. Er zeigt ebenso am Vishuddha-Chakra seine Wirksamkeit. Der Edelstein ist schon seit einigen Jahrtausenden mit der Astrologie eng verbunden. Man ordnet den Stein dem Planeten Jupiter zu. Diese Zuordnung wird auf das indische Horoskop zurückgeführt, da man bereits besonders früh Edelsteine gewissen Planeten zuteilte. Auch wenn Lapislazuli einem Tierkreiszeichen zugewiesen wurde, so ist dieser keinesfalls selbstverständlicherweise ebenso ein Monats- oder Geburtsstein.