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Am gleichen Standort am Kanal zwischen der Donau und dem Schwarzen Meer befindet sich seit 1996 eine baugleiche Einheit am Netz. Der neue Kernkraftwerksblock ist - wie bereits Cernavoda-1 - mit einem 655-Megawatt-Schwerwasserreaktor vom kanadischen Typ Candu-6 ausgerüstet.
Am Standort Cernavoda sind in den 1980er-Jahren die Fundamente und Reaktorgebäude für insgesamt fünf Einheiten errichtet worden. Nach der politischen Wende 1989 wurden die Arbeiten an den Einheiten 2 bis 5 aus finanziellen Gründen eingestellt. 2001 entschied die rumänische Regierung, Cernavoda-2 fertig zu bauen. Ein Konsortium bestehend aus der AECL, der italienischen Ansaldo Nucleare und der SNN wurde beauftragt, die Fertigstellung und Inbetriebnahme der zweiten Einheit zu gewährleisten.
Die weiteren Kernkraftwerksprojekte Rumäniens
Mit Cernavoda-2 verdoppelt das Land seinen Atomstromanteil auf rund 18%. Inzwischen sind auch die Vorbereitungsarbeiten für die gleichzeitige Fertigstellung der Einheiten 3 und 4 angelaufen, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der AECL erfolgen. Die Trägerschaft soll eine gemischtrechtliche Partnerschaftsgesellschaft übernehmen. Die Ausschreibung zur privatrechtlichen Beteiligung läuft am 26. Oktober 2007 ab. Laut Nuclearelectrica haben bisher 32 rumänische und internationale Unternehmen ihr Interesse bekundet, darunter die Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg (EGL), die Rätia Energie (RE-Gruppe) und die EGL Romania.
Wie Popescu-Tariceanu am 5. Oktober gegenüber der Presse bestätigte, soll die Gesellschaft im März/April 2008 gegründet werden. Die Arbeiten würden anschliessend möglichst rasch aufgenommen, um einem Abwandern des Know-how zuvorzukommen . Die Baukosten seien auf EUR 2,3 Mrd. (CHF 3,8 Mrd.) veranschlagt und die Inbetriebnahme für 2014/15 vorgesehen. Aus technischen Gründen falle der Bau eines Cernavoda-5 ausser Betracht. Doch brauche Rumänien zur Sicherung der Energieversorgung weitere Kernkraftwerke: «Wir müssen vorausschauen. Wir dürfen nicht erst in eine Krisensituation geraten, denn ein Kernkraftwerk ist nicht mit Fingerschnippen zu bauen.» Das Wirtschaftministerium kläre daher einen neuen geeigneten Standort ab.
In der EU sechs Kernkraftwerke im Bau
In Finnland befindet sich mit Olkiluoto-3 derzeit der weltweit erste französisch-deutsche Druckwasserreaktor vom Typ EPR (European Pressurized Reactor) im Bau. Mit dem Bau des zweiten EPR, Flamanville-3, ist diesen Sommer in der Normandie in Frankreich begonnen worden. Weiter haben kürzlich Bulgarien und die Slowakei die Fertigstellung von je zwei Kernkraftwerkseinheiten eingeleitet, deren Bau Anfang der 1990er-Jahre aus Geldmangel unterbrochen wurde.
Quelle
M.S./M.A. nach AECL, Pressemitteilung, 5. Oktober, Pressebüro der rumänischen Regierung, Pressemitteilung und Transkript, 5. Oktober, sowie SNN, Pressemitteilungen, 28. September und 4. Oktober 2007
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