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Succession
(lat.), das Aufeinanderfolgen, das Nacheinandersein in der Zeit (s. d.) im Unterschied von der Gleichzeitigkeit (Simultaneität).
In der Rechtswissenschaft ist S. (Nachfolge, Rechtsnachfolge) der Eintritt in das Rechtsverhältnis oder die Rechtsverhältnisse, in welchen ein anderer (Rechtsvorgänger) steht (Deutsches Bürgerl. Gesetzb. §. 221). Die S. kann so erfolgen, daß der Nachfolger in die gesamten privatrechtlichen Vermögensverhältnisse eines Verstorbenen (seine Rechte und Pflichten) eintritt (successio naturalis), ihn beerbt (s. Erbfolge), oder so, daß er in einzelnen rechtlichen Beziehungen an seine Stelle tritt, wie der Thronfolger an Stelle des verstorbenen Staatsoberhauptes, auch hier mit der Verpflichtung, die von seinem Vorgänger im Namen des Staates geschlossenen Verträge u. s. w. zu halten.
Oder der Nachfolger überkommt ein einzelnes Recht seines Vorgängers, z. B. Eigentum (s. Abgeleiteter Erwerb) durch Übergabe oder Auflassung infolge Kaufs oder Vermächtnisses, ein Forderungsrecht durch Cession oder Subrogation (successio singularis). Hier gilt der Grundsatz, daß der Nachfolger in der Regel nicht in diejenigen Verpflichtungen eintritt, welche sein Rechtsvorgänger bezüglich des abgetretenen Rechts eingegangen ist, sofern er diese Verbindlichkeiten nicht übernommen hat.
Doch giebt es davon Ausnahmen (s. Kauf bricht Miete). Dagegen gilt für die Regel der andere Rechtsgrundsatz, daß niemand mehr Rechte übertragen kann, als er selbst hat, so daß der Singularsuccessor (Sonderrechtsnachfolger) denselben Einschränkungen unterworfen ist wie sein Vorgänger. Allein auch dieser Satz hat Ausnahmen, beim Eigentum und den dinglichen Rechten an Sachen einschließlich der Inhaberpapiere (s. d.) durch die Rechtssätze über den Schutz des redlichen Erwerbs (s. Bona fides), bei den Forderungen durch die Rechtssätze über das Indossament (s. d.). Es ist keine S. in das Recht des Vorgängers, wenn der Nachfolger das, was sein Vorgänger hatte, erhält, nicht weil, sondern nachdem es dieser hatte. Beim Familienfideïkommiß (s. d.) tritt zwar der Folger an die Stelle seines Vorgängers, aber er tritt nicht in dessen Recht, sondern in das von dem Stifter des Familienfideïkommisses allen seinen Nachfolgern der Reihe nach hinterlassene Recht; man spricht deshalb hier von einer Successio ex pacto et providentia majorum. Endlich giebt es auch eine einzelne Verpflichtung des Vorgängers (s. Schuldübernahme).