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Für eine ausgewogene Individualbesteuerung ohne Steuerausfälle
Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst den Grundsatz der Individualbesteuerung auf allen Staatsebenen. Die vom Bundesrat festgelegten Richtlinien sind jedoch nicht zufriedenstellend. Travail.Suisse kann ein solches Projekt ohne bedeutende Anpassungen nicht unterstützen
Travail.Suisse befürwortet den Übergang zur Individualbesteuerung, da dies das einzige egalitäre Modell ist, das unabhängig vom Zivilstand ist und die steuerliche Benachteiligung des zweiten Einkommens von Paaren (in der Regel jenes der Frau) am besten beseitigt. Die Individualbesteuerung ist ausserdem eine Lösung gegen den Personalmangel, da sie die Erwerbsquote von Frauen erhöht. «Die Individualbesteuerung ist ein wichtiges Element für die Gleichstellung in der Schweiz», hält Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Vertreter im Initiativkomitee der Individualbesteuerungsinitiative fest.
Zu hohe Steuerausfälle und schlechtes Verhältnis zwischen den Steuerlasten
Während der Konsultation hatte sich Travail.Suisse für die Steuerneutralität der Vorlage und eine modifizierte Individualbesteuerung ausgesprochen, um bestimmte Familienkonstellationen nicht zu benachteiligen. Travail.Suisse war für die Lösung 2 mit einem Korrektiv bei der direkten Bundessteuer für Ehepaare mit nur einem Einkommen oder mit einem geringen Nebeneinkommen. Diese Bedingungen werden in den Leitlinien nicht geändert. «Der Entwurf wird zu Steuerausfällen von mindestens 1 Milliarde Franken bei der direkten Bundessteuer führen. Und da die Kantone bei der Festlegung der Tarife autonom sind, gibt es keinen Überblick über die zusätzlichen Steuerausfälle auf kantonaler Ebene, die sich auf Milliarden von Franken belaufen könnten», erklärt Denis Torche, Verantwortlicher für Steuerpolitik bei Travail.Suisse. Ein weiterer problematischer Punkt ist die Tatsache, dass der Bundesrat darauf verzichtet, ein Korrektiv (Lösung 2 des Konsultationsberichts) für verheiratete Paare mit einem einzigen Einkommen oder einem Nebeneinkommen vorzusehen. Dies steht im Widerspruch zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den Steuerlasten der verschiedenen Familientypen.