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Es war eine zähe Angelegenheit an diesem Freitag auf der Saslong. Es dauerte, bis doch noch ein offizielles Klassement erstellt werden konnte. Zweimal musste der dritte Super-G des Winters wegen Nebels für lange Zeit unterbrochen werden, ein erstes Mal für eine gute Dreiviertelstunde nach dem mit der Nummer 4 gestarteten Mauro Caviezel, ein zweites Mal für rund anderthalb Stunden nach 20 Fahrern.
Je länger die zweite Zwangspause sich hinzog, desto mehr schwand die Hoffnung auf eine erneute Fortsetzung. Der Abbruch schien eine Frage der Zeit. Dann, kurz vor 15 Uhr, gab es doch noch die kaum mehr für möglich gehaltene Wende. Der Nebel verzog sich noch einmal, der Weg für die finale Tranche war frei. Die zweite leichte Wetterbesserung reichte zwar nicht, um allen gemeldeten Fahrern den Start zu ermöglichen. Immerhin waren am Ende des Geduldsspiels 48 Fahrer gestartet - genug für eine Wertung des Rennens. Dazu sind gemäss Reglement 30 Athleten nötig.
Mauro Caviezel fehlten 13 Hundertstel für die zweite Klassierung unter den ersten drei in einem Super-G in diesem Winter. Drei Wochen zuvor war er in Lake Louise Dritter geworden. Dass er mit einem Patzer im Mittelteil eine noch bessere Klassierung vergab, wollte der Bündner nicht gross thematisieren. Ihm war wichtiger, seine in Nordamerika demonstrierte Frühform konserviert zu haben. Beat Feuz war nur zwei Zehntel langsamer als sein Teamkollege, was in der Rangliste mit 19 innerhalb einer Sekunde klassierten Fahrern noch zu Rang 9 reichte. Vor allem den im Vergleich zu den zwei Super-G in Übersee reduzierten Rückstand wertete der Emmentaler als gutes Zeichen.
Drittbester Schweizer war Gino Caviezel. Der jüngere Bruder von Mauro Caviezel belegte Rang 14 und schaffte damit sein mit Abstand bestes Ergebnis in einem Weltcup-Super-G. Vor zwei Wochen in Beaver Creek hatte er Platz 25 belegt. Stefan Rogentin egalisierte mit Rang 19 sein Bestergebnis in dieser Disziplin. Die beiden Bündner meisterten damit die nicht ganz einfache Situation mit der langen Warterei sehr gut. Marco Odermatt, der Sieger des Super-G in Beaver Creek, dagegen musste sich mit Rang 24 begnügen.
Ganz besonders auf die Folter gespannt wurde Vincent Kriechmayr durch die zwei Unterbrüche. Erst knapp dreieinhalb Stunden nach Beginn des Rennens konnte er sich seines fünften Weltcup-Siegs sicher sein. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte der Oberösterreicher. "Es wäre natürlich sehr bitter gewesen, wenn das Rennen nach der langen Warterei hätte annulliert werden müssen."
Kriechmayr verdankte den Erfolg einer ganz starken Fahrt in den untersten Passagen. Dort schuf er die entscheidende Differenz zum zweitplatzierten Kjetil Jansrud. Der Norweger hatte die letzte Zwischenzeitmessung mit gut drei Zehnteln Vorsprung passiert, im Ziel Ende hatte der Österreicher um fünf Hundertstel die Nase vorn. Der Deutsche Thomas Dressen, in Lake Louise Gewinner der Abfahrt, setzte seine beeindruckende Rückkehr nach der vor einem Jahr in Beaver Creek erlittenen schweren Knieverletzung mit Platz 3 fort.
(sda)