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Das Kloster Saint-Maurice im Wallis gilt als ältestes Kloster der westlichen Christenheit: während 1500 Jahren hat es seine Pforten nie geschlossen.
Das Jubiläum gibt uns Gelegenheit, die Geschichte der Klöster in Europa und in der Schweiz näher anzuschauen und zu fragen, was uns die Klosterbewegung in der Vergangenheit gebracht hat. Aber auch zu überlegen, ob und wie weit die Gesellschaft und unsere Kirchen auch in Zukunft auf klösterliche Gemeinschaften angewiesen sind.
Geschichte und kulturelle Bedeutung
Zu den ersten westlichen Klöstern zählen das Kloster Marmoutier an der Loire, das vom heiligen Martin von Tours gegründet worden sein soll, sowie auf deutschem Boden die Abtei St. Maximin in Trier. Die Abtei Saint-Maurice, die 515 von König Sigismund errichtet wurde, ist das älteste ohne Unterbruch bestehende Kloster in Westeuropa. Benedikt von Nursia gründete im Jahr 529 in Montecassino sozusagen den Prototyp des abendländischen Klosters und stellte für das Zusammenleben im Kloster eine Regel zusammen, die Regula Benedicti, die über viele Jahrhunderte die Entwicklung der Klöster geprägt hat.
Von Anfang an waren die Klöster nicht nur Orte geistlichen Lebens, sondern auch Zentren der handwerklichen und landwirtschaftlichen Kunst sowie der Erforschung und Sammlung von Wissen (Klosterbibliothek). Sie spielten damit eine wichtige Rolle für den Erhalt oder Wiedererwerb des seit der Antike verloren gegangenen Wissens und dessen Verbreitung.