Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03316.jsonl.gz/2551

Zwei Kriege haben seit den 90er Jahren das Land zerrissen, die Wirtschaft und Infrastrukturen zerstört, die Bevölkerung verarmen lassen, Millionen Familien ihres Zuhauses beraubt und einen Teil von ihnen innerhalb des Landes vertrieben.
Einigen Schätzungen zufolge erreicht die Arbeitslosenquote ganze 85%. Fast ein Jahrzehnt nach dem Krieg befinden sich noch immer Tausende Familien ohne festes Zuhause; sie können es sich weder leisten, ein neues Zuhause zu beziehen, noch, ihr altes, zerstörtes Eigentum wiederaufzubauen.
Der Nordkaukasus, zu dem Tschetschenien zählt, ist eine der ärmsten Regionen Osteuropas. Die Konflikte zwischen 1994 und 2000 haben mehr als 350 000 Einwohner/innen zur Flucht aus ihren Häusern und in die Lager gezwungen, wo sie mehrere Jahre lebten. Auch wenn seit 2004 viele Familien nach Tschetschenien zurückgekehrt sind, sind von dem Land oft nur Ruinen übrig, und es herrscht allgemeine Arbeitslosigkeit.
Zahlreiche Familien, deren Häuser zerstört wurden, leben heute in von der Regierung errichteten vorläufigen Aufnahmezentren. Doch die Zukunft dieser Zentren ist ungewiss und viele von ihnen wurden bereits abgebaut.
|Mehr als 100 000 Tote|
während der Konflikt
|Zwischen 70 und 80%|
der Bevölkerung sind arbeitslos
|1 von 5 Einwohner(inne)n|
ist Nahrungsmittel-unsicherheit ausgesetz
Islamic Relief arbeitet seit 1995 im Nordkaukasus. Die NGO war eine der wenigen Organisationen, die auch während der Konflikte vor Ort war. In diesem Kontext stellte sie Nahrungsmittel und Notunterkünfte, Gesundheitsdienste und mobile Kliniken für die Opfer zur Verfügung. Weiterhin unterstützte sie die Schaffung eines gesicherten Zugangs zu Wasser- und Abwassersystemen sowie die Errichtung und das Management von Vertriebenenlagern.
Im Rahmen von Entwicklungsprogrammen hat Islamic Relief zur Instandsetzung von Schulen und anderen Lehreinrichtungen sowie von Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Wassersystemen beigetragen. Zu diesen Projekten zählten unter anderem auch die Einrichtung von Weiterbildungseinrichtungen innerhalb von Schulen und von Ausbildungszentren für Schwerhörige. Kleinkreditprogramme ermöglichen es Familien, wieder über eine Unterkunft zu verfügen oder eine berufliche Tätigkeit wiederaufzunehmen.
Islamic Relief unterstützt mehr als 2 000 Waisenkinder in Tschetschenien durch das Patenschaftsprogramm. Weiterhin profitiert das Land von unseren saisonalen Programmen zu Ramadan und Kurban.
Islamic Relief Schweiz hat zu diesen Entwicklungsprojekten beigetragen. Unsere Unterstützung belief sich beispielsweise auf den Wiederaufbau einer Schule und auch auf die Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser und der Qualität der medizinischen Leistungen. Islamic Relief Schweiz engagiert sich weiterhin stark für die Unabhängigkeit von Menschen mit Behinderung, insbesondere durch die Schaffung eines Zugangs zu Bildung für sehbehinderte Kinder und die Ermöglichung der Reparatur von Rollstühlen.