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Freitag, 01.02.2019
17:00 UhrTheaterturm Julierpass
«Malancuneia» ist rätoromanisch und bedeutet «Heimweh». Das Liedgut der Rätoromanen besteht zu einem grossen Teil aus Heimwehliedern, die von grosser Melancholie geprägt sind. In der wehmütigen Stimmung der einfachen Volksweisen spiegelt sich die jahrhunderte alte, wirtschaftlich bedingte Emigration der Bündner Bauern, die ihr Brot in den Metropolen Europas verdienen mussten. Die von Heimweh getriebenen Emigranten kehrten - wenn immer möglich - im Alter in die Heimat zurück und brachten nicht selten Wohlstand und Wissen in die einfachen Bergdörfer zurück.
Die «Malancuneia» wird in vielen Liedern überhöht und als Sehnsucht nach dem Paradies, der ewigen Heimat im Himmel gedeutet. Die leise fallenden Schneeflocken bringen derWelt Tod und Verklärung. Der Wanderer unter dem Sternenhimmel sehnt sich nach dem Mai, der für ewiges Leben steht. Die apokalyptische Frau weint um ihr geliebtes Kind, das in den Himmel entführt wurde und singt ihm ein leises Wiegenlied.