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Fernand de La Tombelle (1854–1928) war ein bedeutender französischer Organist und Komponist. Das Klavierspiel lernte er bei seiner Mutter Louise Gueyraud, einer Schülerin von Franz Liszt. Ab dem achtzehnten Lebensjahr nahm er privaten Orgel- und Harmonielehreunterricht bei Alexandre Guilmant. Am Konservatorium Paris war Fernand de La Tombelle Schüler von César Franck und Théodore Dubois. Für seine Kompositionen erhielt er zweimal die Goldmedaille beim Grand Prix Pleyel. In den folgenden Jahren trat Fernand de La Tombelle als Konzertorganist in ganz Frankreich auf.
Fernand de La Tombelle war 1896 Mitbegründer der Pariser Schola Cantorum, wo er bis 1904 Harmonielehre unterrichtete. Déodat de Séverac und andere bedeutende Musiker zählten zu seinen Schülern. Tombelles Kompositionen stehen unter dem Einfluss von Théodore Dubois, bei dem er Kontrapunkt, Fuge und Komposition studierte und den er später viele Jahre in der Pariser Kirche La Madeleine assistierte.
Neben der Musik betätigte sich der vielseitig interessierte La Tombelle, als Schriftsteller und Kolumnist, Bildhauer und Maler, Kunstfotograf, Musikethnologe und Astronom.
Orgelwerke von Fernand de La Tombelle
Fernand de La Tombelle hinterliess zwei grosse Sammlungen von Orgelwerken (op. 23 und op. 33), die in insgesamt 12 Lieferungen in den Jahren 1888 bis 1891 in Paris erschienen. Im Verlag Butz ist eine Auswahl von acht Stücken aus op. 23 erschienen. Viele Werke stehen in der Petrucci Musikbibliothek zum Download, u. a.
- Suite d’orgue sur des thèmes grégoriens (manualiter)
- Les vêpres d’un confesseur pontife
- Méditation F (arr. Gouin)
Klangbeispiel
Aufnahmen: Johannus Rembrandt, 2015