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Pentacarinat Inj Loes 300 Mg Durchstf 5 Stk
252.70 Fr.
Was ist Pentacarinat und wann wird es angewendet?
Pentacarinat enthält einen seit langem bei verschiedenen Tropenkrankheiten eingesetzten Wirkstoff (Pentamidinisethionat). In den letzten Jahren zeigte es sich, dass Pentacarinat auch gegen den Erreger einer ausschliesslich bei Patienten mit stark reduzierter Infektabwehr auftretenden Lungenentzündung (Pneumocystis-carinii-Pneumonie) wirksam ist.
Pentacarinat darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden. Pentacarinat kann sowohl zur Behandlung dieser Lungenentzündung als auch zur Vorbeugung eines Rückfalls nach durchgemachter Krankheit verwendet werden. Die Vorbeugung wird mit Inhalation von Pentacarinat durchgeführt.
Was sollte dazu beachtet werden?
Da der Wirkstoff in Aerosolform ein nicht auszuschliessendes Risiko für das ungeborene Kind darstellt, sollten sich schwangere Frauen oder Frauen, die keine adäquate Schwangerschaftsverhütung betreiben, nicht in demselben Raum aufhalten, in dem Inhalationen mit Pentacarinat stattfinden. Die Verneblung sollte zudem in einem gut durchlüfteten Raum stattfinden. In diesem Raum dürfen sich während der Verneblung nur Personen aufhalten, die genügend Schutzkleidung (Schutzmaske, Schutzbrille, Handschuhe) tragen.
Die Verwendung von Pentacarinat zur Inhalation ist eine relativ neue Anwendungsform, bei der es sehr wichtig ist, dass die Vorschriften zur Inhalation genau eingehalten werden.
Der Vorteil der Inhalation besteht darin, dass das Medikament direkt über die Atemwege an seinen Wirkort in der Lunge transportiert wird. So wird in der Lunge, am Ort wo sich der Krankheitserreger befindet, eine hohe Wirkstoffkonzentration erreicht. Damit können Nebenwirkungen, welche bei Infusionen mit Pentacarinat auftreten, weitgehend vermieden werden.
Wichtig ist, nur geprüfte und empfohlene Inhalationsgeräte zu benutzen, da die Wirksamkeit der Vorbeugung u.a. von der Grösse der inhalierten Tröpfchen abhängig ist.
Wann darf Pentacarinat zur Inhalation nicht angewendet werden?
Pentacarinat darf nicht inhaliert werden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Pentamidin Diisethionat, insbesondere, wenn bekannt ist, dass nach einer früheren Verabreichung des Präparates Hautausschläge aufgetreten sind.
Wann ist bei der Inhalation von Pentacarinat Vorsicht geboten?
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.
Pentacarinat muss bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, erhöhtem oder erniedrigtem Blutdruck, zu hohem Blutzuckerwert, bei Verschlusskrankheiten der Herzkranzgefässe (z.B. bei Angina pectoris, Herzinfarkt), bei langsamem Puls, bei Herzrhythmusstörungen, bei Kalium- und Magnesiummangel und bei Störungen des Blutbildes unter besonderen Vorsichtsmassnahmen angewendet werden. Achten Sie auf eine genügende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr (insbesondere bei Durchfall). Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird regelmässig verschiedene Blutlaborwerte überprüfen.
Falls Sie unter einer Allergie mit Asthma leiden oder bei Ihnen wegen der Einnahme von sogenannten Betablockern Asthmareaktionen aufgetreten sind, soll die Inhalation mit Vorsicht und zumindest zu Beginn unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. (Betablocker werden z.B. zur Behandlung von Herzschmerzen oder Bluthochdruck eingesetzt). Die Anwendung eines Sprays zur Erweiterung der Bronchien vor der Inhalation ist allgemein empfehlenswert.
Vorsichtsmassnahmen müssen auch bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die das Herzleitungssystem beeinflussen, von Betablockern sowie Medikamenten mit dem Wirkstoff Foscarnet (z.B. Foscavir®) angewendet werden.
Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Darf Pentacarinat während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit inhaliert werden?
Da bis heute zu wenig Erfahrungen mit Pentacarinat in der Schwangerschaft vorliegen, sollte das Arzneimittel in dieser Zeit nur auf ausdrückliche Verordnung des Arztes bzw. der Ärztin verwendet werden. Wenn Pentacarinat in der Stillzeit angewendet werden muss, ist abzustillen.
Wie führen Sie Pentacarinat Inhalationen durch?
Über die praktische Durchführung der Inhalation geben die Anmerkungen am Ende dieses Abschnittes Hinweise. Die ersten Inhalationen sollten in jedem Falle unter fachkundiger Leitung durchgeführt werden.
Die für Sie richtige Dosierung wird individuell von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin festgelegt. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Dosierungen werden zurzeit verwendet:
300 mg alle 4 Wochen (wird von der amerikanischen Gesundheitsbehörde [FDA] empfohlen und bis heute am meisten befolgt);
200 mg täglich in den ersten 4 Tagen gefolgt von 200 mg alle 14 Tage.
Praktische Durchführung der Pentacarinat-Inhalation
Was benötigt man für die Inhalation?
1. Pentacarinat Ampullen zu 300 mg.
2. Wasser für Injektionszwecke (Aqua dest.).
3. Einweg-Spritzen (10 ml) und Kanülen.
4. Vernebler (z.Zt. wird Respirgard II empfohlen).
5. Druckluftquelle.
Als Lösungsmittel für Pentacarinat darf nur Wasser zu Injektionszwecken verwendet werden.
Was ist bei der Inhalation besonders zu beachten?
1. Pentacarinat ist wasserlöslich und in aufgelöster Form bei 5 °C 24 Stunden haltbar.
2. Zum Lösen des Pentacarinats benötigt man Wasser für Injektionszwecke (steriles Aqua dest.). Auf keinen Fall Kochsalzlösungen oder Glukoselösungen verwenden.
3. Nur sterile Einweg-Spritzen und Kanülen zum Auflösen und Aufziehen der Pentacarinat-Lösung verwenden.
4. In den klinischen Studien wurde der Respirgard II als Standardinhalator verwendet. Bei Verwendung anderer Vernebler ist darauf zu achten, dass bei der Verneblung eine Teilchengrösse von 1 bis 2 µm erzielt werden und dass die Ausatmungsluft einen Filter passieren muss.
Beim Respirgard II handelt sich um einen Plastik-Einwegartikel. Er besteht aus einem Mundstück, das mit einem Y-Stück verbunden ist. Das Y-Stück enthält an seinen beiden Armen jeweils ein Einwegventil, äusserlich durch Pfeile gekennzeichnet. Am blauen Ende befindet sich das Ventil für die Einatmung, am weissen Ende das für die Ausatmung. Die Ausatemluft muss einen Filter passieren. Der Filter verhindert, dass Pentacarinattröpfchen mit der Ausatemluft in die Umgebung abgegeben werden. Das Y-Stück ist am blauen Ende mit einem T-Stück verbunden. Am unteren Ende des T-Stücks befindet sich der Vernebler mit seinem Flüssigkeitsbehälter, der für 6 ml Flüssigkeit vorgesehen ist. Aus dem Verneblerboden ragt das Anschluss-Stück für den Versorgungsschlauch heraus. Der Versorgungsschlauch verbindet den Respirgard II mit der Druckluftquelle. Der gerippte Schlauch am dritten Ende des T-Stücks dient als Reservoir für den im Verneblerteil produzierten Nebel und ist am hinteren Ende mit einem Einatemventil versehen. Den Respirgard II oder andere Vernebler nach jeder Inhalation auswechseln, nicht mehrmals benutzen, da die Verneblerdüse schnell verstopft.
5. Als Druckluftquellen können Sauerstoff-Flaschen, Sauerstoff- bzw. Druckluft-Wandanschlüsse oder Kompressoren dienen, die bei einem Druck von 344,5 kPa (= 3,5 bar) einen Luftdurchfluss von 5–7 l/min ermöglichen. Der Vernebler wird über den Versorgungsschlauch mit der Luftquelle verbunden.
Diese Vorschriften müssen eingehalten werden, da die Wirksamkeit der Inhalation von der Tröpfchengrösse abhängt.
Wie wird die Inhalationslösung hergestellt?
1. 6 ml Aqua dest. werden mit der 10–ml-Spritze aufgezogen und anschliessend in die Pentacarinat-Ampulle gespritzt.
2. Die Pentacarinat-Ampulle wird solange vorsichtig geschüttelt, bis sich das weisse Pulver völlig gelöst hat. Die Lösung soll wasserklar sein. Kommt es zu Ausflockungen der Substanz, so darf die Ampulle nicht verwendet werden. Die Ampulle enthält nun eine Pentacarinat-Stammlösung. In jedem ml der Stammlösung sind 50 mg Pentacarinat gelöst. Die Pentacarinat-Stammlösung dient zur Herstellung der gewünschten Dosierung.
Wie wird die gewünschte Pentacarinat-Dosierung hergestellt?
Die gewünschte Pentacarinat-Dosis wird aus der Stammlösung mit der Spritze aufgezogen und falls notwendig (bei einer Dosierung unter 300 mg) anschliessend mit sterilem Aqua dest. auf 6 ml aufgefüllt.
Vorbereiten des Inhalators
Nachdem man die gewünschte Dosierung mit der Spritze hergestellt hat, wird der Flüssigkeitsbehälter des Verneblers aufgeschraubt und der Spritzeninhalt von 6 ml hineingegeben. Beim Wiederzuschrauben des Flüssigkeitsbehälters muss darauf geachtet werden, dass keine Flüssigkeit ausläuft. Der Vernebler wird anschliessend mit dem grünen Versorgungsschlauch an die Druckluftquelle angeschlossen und der Luftdurchfluss auf 6–7 l/min eingestellt. Die Lösung im Behälter beginnt zu schäumen, und aus dem Mundstück tritt leichter Nebel aus.
Die richtige Inhalationstechnik
Nach Verbinden des Druckluftschlauchs mit dem Vernebler und dem Kompressor kann mit der Inhalation begonnen werden. Der Vernebler muss waagrecht gehalten werden. Das Ausatemfilter darf nicht nach oben gerichtet sein, um einen Rücklauf von Kondenswasser in den Mund zu vermeiden.
Wichtig ist, dass der Nebel tief und zügig eingeatmet wird. Die Ausatmung muss grundsätzlich durch das Mundstück erfolgen, da sonst die Pentacarinat-Partikel der Ausatemluft in die Umgebung abgegeben werden. Will man eine Pause einlegen, so muss die Verneblung für die Dauer der Pause gestoppt, d.h. die Druckluftquelle ausgeschaltet werden. Auf keinen Fall darf das Aerosol frei in die Umgebung strömen. Erstens würde man dadurch den Erfolg der Inhalation durch die Verminderung der Dosis aufs Spiel setzen, zweitens würde man Unbeteiligte, die sich im Raum aufhalten, zur passiven Inhalation zwingen. Vermeiden Sie, dass Pentacarinat-Nebel in die Augen gelangt. Es könnten Reizerscheinungen auftreten.
Ampullen, gebrauchte Vernebler und Spritzen sollten als Sondermüll wie alle anderen Arzneimittel-Abfälle entsorgt werden.
Welche Nebenwirkungen kann Pentacarinat haben?
Folgende unerwünschte Wirkungen können bei der Anwendung von Pentacarinat auftreten:
Sehr häufig: Atemnot, Husten. Gegen den Hustenreiz können hustenstillende Mittel verabreicht werden. Bei anhaltendem und starkem Husten und Atemnot bis hin zu Asthmaanfällen sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.
Bitterer bzw. metallischer Geschmack, der meist nur während der ersten Inhalation auftritt und mit Lutschbonbons nach der Inhalation beseitigt werden kann.
Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen und Fieber.
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Oberbauchbeschwerden, selten eine Bauchspeicheldrüsenent-zündung.
Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, kurzdauernder Bewusstseinsverlust, Hautrötung mit Hitzegefühl.
Brennendes Gefühl im Rachen, das bei höheren Konzentrationen auftreten kann. Abhilfe schaffen Inhalationspausen und das Trinken von kaltem Wasser.
Hautausschläge, Nesselsucht, Juckreiz.
Unter und Überzuckerung im Blut, Elektrolytstörungen, abnorme Leberwerte.
Blutbildstörungen
Nach intravenöser/intramuskulärer Verabreichung von Pentacarinat sind andere teils lebensbedrohliche Nebenwirkungen bekannt: schwerer Blutdruckabfall, anaphylaktischer Schock mit Kreislaufzusammenbruch, Blutbildstörungen, schwere Herzrhythmusstörungen, schwere Hautreaktionen, Degeneration von Muskeldewebe, erhöhte Kaliumblutspiegel, Magnesium- und Kalziummangel, Verschlechterung der Nierenfunktion, Rotfärbung des Urins, Senkung oder Erhöhung des Blutzuckerwertes, Veränderungen von verschiedenen Blutlaborwerten und lokale Reaktionen an der Einstichstelle.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Was ist ferner zu beachten?
Pentacarinat darf nicht in Reichweite von Kindern aufbewahrt werden!
Pentacarinat ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufzubewahren.
Pentacarinat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Was ist in Pentacarinat enthalten?
1 Ampulle enthält 300 mg Pentamidin Diisethionat.
Zulassungsnummer
50635 (Swissmedic).
Wo erhalten Sie Pentacarinat? Welche Packungen sind erhältlich?
In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Packungen mit 5 Ampullen zu je 300 mg Wirkstoff.
Zulassungsinhaberin
sanofi-aventis (schweiz) ag, 1217 Meyrin/GE.
Diese Packungsbeilage wurde im März 2007 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
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