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Im Januar 2014 hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Jürg Bircher eingeleitet. Er hatte während seiner Amtszeit (2008 bis 2012) Geld zwischen dem EHC Kloten und seinen eigenen Bauunternehmen hin- und hergeschoben und Zahlen geschönt.
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte den 56-Jährigen nun am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Zwei Jahre davon wurden bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren verhängt. Die restlichen sechs Monate muss Bircher jedoch absitzen.
Das Urteil wurde im abgekürzten Verfahren gefällt. Das bedeutet, dass Bircher geständig war und das Gericht den Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft nur noch zum Urteil erklären musste.
Sportlich war die etwas mehr als dreijährige Ära von Bircher die beste des EHC Kloten in den letzten 25 Jahren und seit dem Gewinn von vier Titeln in Serie in den Neunzigerjahren (1993 bis 1996). Unter Trainer Anders Eldebrink erreichten die Zürcher Unterländer 2009 und 2011 den Playoff-Final, den sie jeweils gegen Davos verloren. 2010 standen sie immerhin in den Halbfinals.
Zumindest was die Resultate auf dem Eis betraf, erreichte Bircher seine Ziele. Er wolle Kloten dauerhaft in den Top 4 etablieren, sagte er bei Amtsantritt im Spätherbst 2008. Das gelang zwischen 2009 und 2012, weil die Zürcher auch über ein starkes (und teures) Kader verfügten. Trainer Eldebrink konnte auf Nationaltorhüter Ronnie Rüeger zurückgreifen sowie neben anderen auf Spieler wie Roman Wick, Romano Lemm und Félicien Du Bois oder die Finnen Kimmo Rintanen und Tommi Santala.
Doch die Erfolge waren offenbar zu teuer erkauft. Denn die sportlichen Erfolge der Ära Bircher hatten den Klub innerhalb von wenigen Jahren finanziell in den Abgrund geführt und einen veritablen Scherbenhaufen hinterlassen. Im Juni 2012 stand der EHC Kloten vor dem Konkurs und konnte nur mit neuem Geld von Gönnern und Sponsoren gerettet werden.
Zuvor hatte die Schweizer Eishockey-Liga dem Klub auch die Spiellizenz nur mit Auflagen erteilt. Roman Wick verliess den Klub in Richtung Kantonsrivale ZSC Lions, der Vertrag mit Trainer Eldebrink, der noch zwei weitere Jahre gelaufen wäre, wurde aufgelöst.
(sda)