Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03267.jsonl.gz/203

1895
Theodor Fontane: Effie Briest
(Roman, deutsch)
Einer der größten Frauenromane des 19. Jahrhunderts - Effi Briest zwischen Instetten und seinem Herausforderer Crampas, die ergreifende Geschichte einer glücklosen Liebe und Ehe.
Theodor Fontane, am 30. Dezember 1819 in Neuruppin/Brandenburg geboren, war beinahe 60 Jahre alt, als sein Romanschaffen mit dem historischen Roman "Vor dem Sturm" 1878 einsetzte. Der Weg dorthin war lang und führte Fontane vom Apothekerberuf über journalistische Tätigkeiten als Redakteur, Kriegsberichterstatter und Reiseschriftsteller schließlich zu den großen realistischen Zeit- und Gesellschaftsromanen.
1895
Herbert George Wells: Die Zeitmaschine
(Roman, englisch)
Ein Untertan Ihrer Majestät Queen Victoria, der namenlose "Zeitreisende", erzählt seinen Freunden von seiner Erfindung: einer fahrradähnlichen Maschine, die Vor- und Rückwärtsbewegungen auf der Zeitachse, mithin also die Erforschung des Schicksals der menschlichen Spezies ermöglicht. Während einer Demonstration entschwindet der Erfinder und taucht erst acht Tage später wieder auf. Wunderliches hat er zu berichten aus dem Jahr 802701, wo für die kindlich-zutraulichen Eloi alle Menschheitsträume in Erfüllung gegangen zu sein scheinen. Doch die Idylle trügt...
H. G. Wells' 1895 erschienener Roman wurde zum oft nachgeahmten, aber nie erreichten Vorbild: Mit ihm eröffnete der geniale Visionär die Reihe der in unserem Jahrhundert bedeutenden literarischen Gegenutopien, die sich apokalyptischer Bilder bedient, um eine humane und gerechte Welt anzumahnen.
1896
Theodor Herzl: Der Judenstaat
(Traktat, deutsch)
Zu einer Zeit, als es in Europa opportun war, die sogenannte Judenfrage mit antisemitischer Polemik lösen zu wollen, propagierte Theodor Herzl (1860-1904) die Idee einer jüdischen Eigenstaatlichkeit. Unter dem Eindruck der Dreyfusaffäre schrieb er sein Plädoyer für einen eigenständigen jüdischen Staat und wurde damit zum Begründer des politischen Zionismus. Nüchtern und umsichtig in der Analyse der herrschenden Zustände, wegweisend in den Ideen, ist dieses Buch unabdingbar für das tiefere Verständnis des Judentums wie des Staates Israel. "Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale noch für eine religiöse, wenn sie sich auch noch so und anders färbt. Sie ist eine nationale Frage, und um sie zu lösen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rate der Kulturvölker zu regeln sein wird."
1897
Fritjof Nansen: In Nacht und Eis
(Sachbuch, norwegisch)
Am 24. Juni 1893 bricht der Norweger Fridtjof Nansen zu einer der gewagtesten Expedition der Geschichte auf. Sein Ziel: die Eroberung des Nordpols. Zunächst per Schiff, dann mit Hundeschlitten versuchte sich Nansen einen Weg durch die nördlichen Eiswüsten zu bahnen. Doch was als Forschungsexpedition begann, wurde bald zu einem abenteuerlichen Kampf ums Überleben ...
In Nansens packendem Reisebericht über seine epochemachende Polarfahrt wird auch heute noch das große Abenteuer lebendig. Ein Klassiker der Entdeckungsliteratur!
Fridtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Polarforscher und Zoologe, gehört zu den bedeutendsten Entdeckungsreisenden der Geschichte. Er durchquerte zu Fuß Grönland und versuchte in seiner berühmten Polarexpedition den nördlichsten Punkt der Erde zu erreichen. Nach seiner Rückkehr schrieb er seine Erlebnisse nieder. Später begann er als Politiker und Diplomat eine zweite Karriere. Für sein humanitäres Engagement u.a. bei der Rückführung von Kriegsgefangenen nach dem Ersten Weltkrieg erhielt er 1922 den Friedensnobelpreis.
1897
Bram Stoker: Dracula
(Roman, englisch)
Der Vampir-Klassiker. Schon bald nach seiner Ankunft im Schloß des Grafen Dracula fallen dem jungen Anwalt Jonathan Harker merkwürdige Dinge auf: Groß ist sein Entsetzen, als sich der Graf als Vampir entpuppt.
Bram Stoker, geboren 1847 in Dublin, gestorben 1912 in London. Die ersten sieben Jahre seines Lebens war er durch eine schwere Krankheit ans Bett gefesselt - ein Trauma, das er erst mit der Niederschrift seines Vampirromans ganz überwinden konnte. Nach dem Studium schlug er sich als unbezahlter Theaterkritiker und Zeitschriftenherausgeber durch, bis er 1878 Manager des berühmten Shakespeare-Darstellers Henry Irving wurde. In seiner Freizeit veröffentlichte er zehn Bücher, von denen allerdings nur Dracula internationale Anerkennung fand. Bram Stoker starb 1912, genau zehn Jahre bevor mit Murnaus Film "Nosferatu" der Durchbruch des dunkelsten Helden der Weltliteratur gelang.
1899
Henryk Sienkiewicz: Quo vadis?
(Roman, polnisch)
Das dekadente Rom Kaiser Neros im Widerstreit mit der unwiderstehlichen sittlichen Kraft des aufstrebenden Christentums und dazu eine von melodramatischen Elementen nicht freie, großartige Liebesgeschichte zwischen dem Römer Vinicius und der Christin Lygia - aus diesen Essenzen schuf der polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz den Welterfolg "Quo vadis?". Das opulente Werk basiert auf intensiven Quellenstudien. Seinem Autor geht es aber nicht nur um die Beschreibung der römischen Welt, sondern, "weil er dem Volk ins Herz schaut", auch um die Schilderung etwa des Martyriums der Christen oder des großen Brands und um das Pathos einer tiefen Leidenschaft. Schon bei Erscheinen im ausgehenden 19. Jahrhundert nahm das Lesepublikum diesen Klassiker unter den historischen Romanen mit Begeisterung auf, der seither in über 40 Sprachen übersetzt, im Theater und als Oper aufgeführt und mehrmals verfilmt wurde.
Henryk Sienkiewicz (Ps. Litwos) wurde 1846 in Wola Okrzejska, Polen, geboren und starb 1916 in Vevey, Schweiz. 1905 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.