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syndicom sieht einem Joint-Venture von Ringier, SRG und Swisscom mit Skepsis entgegen
Dass sich die Schweizer Medienunternehmen angesichts der fortschreitenden Verlagerung von Werbung in globale elektronische Plattformen bewegen müssen, ist verständlich und sogar überfällig. Fraglich ist aber, ob mit dem geplanten Joint-Venture tatsächlich der Abfluss von Werbegeldern in Suchmaschinen und soziale Netzwerke gestoppt werden kann. Zudem besteht die Gefahr, dass durch den Zusammenschluss andere, vor allem kleinere Schweizer Print- und Online-Medien noch mehr Probleme haben werden, Werbegelder für die Finanzierung ihrer publizistischen Leistungen zu generieren. Dadurch gerät die Medienvielfalt weiter unter Druck, zumal der Werbekuchen insgesamt kaum wachsen wird.
Gerade bei den Partnern dieses Zusammenschlusses dürfen Werbegelder kein Selbstzweck sein, sondern müssen dafür eingesetzt werden, die Qualität der Publizistik zu stärken, die Medienvielfalt und Medienqualität zu fördern und gute Arbeitsbedingungen in allen Medien zu garantieren. Die am neuen Joint-Venture beteiligten Unternehmen müssen darum Gewähr leisten, dass die Werbeerlöse in publizistische Leistungen fliessen und dass sie genutzt werden, um Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen in den Redaktionen zu finanzieren.
Ein möglicher Ausgleich böte sich durch eine Abgabe auf Einnahmen, die von den Medienunternehmen und Vermarktern wie Google oder dem geplante Joint Venture durch Werbung erzielt werden. Dazu käme eine Datenverkehrsabgabe für Webdienste, die journalistische Leistungen Dritter kommerziell verwerten. Mit der Kombination dieser beiden zukunftsweisenden Massnahmen können Fördermittel für demokratiegerechte Medien bereit gestellt werden. (vgl. syndicom-Stellungnahme zum Positionspapier der Sozialdemokratischen Partei von 2013).