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Weltgeschichte
Die Erfindung des Buchdrucks
Das Verfahren, mit eingefärbten Stempeln oder gegossenen Lettern auf Papier zu drucken, existierte schon vor der Zeit Johannes Gutenbergs. Die meisten Schriftstücke entstanden jedoch handschriftlich. Im Mittelalter schrieben Mönche und Lohnschreiber die Bücher in jahrelanger, mühsamer Arbeit von Hand auf Pergament ab. Da die Bücher daher teuer waren, war Bildung ein Privileg des Adels und der Kirchenmänner. Erst die Möglichkeit, Bücher schnell, in grosser Stückzahl und zu niedrigeren Kosten zu vervielfältigen, machte das hinter Klostermauern verborgene Wissen breiteren Schichten zugänglich.
Gutenbergs Erfindung
Der von Gutenberg erfundene Buchdruck beruhte auf der Grundidee, den Text in alle Einzelelemente zu zerlegen und diese als seitenverkehrte Lettern in beliebiger Anzahl zu giessen, um sie dann zu Wörtern, Zeilen und Seiten zusammenzufügen. In China experimentierte man bereits im Jahr 1040 erfolgreich mit beweglichen Lettern aus Keramik, doch Gutenberg gelang es als Erstem, sie im Gussverfahren in grosser Stückzahl herzustellen.
Nachdem er Erfahrungen mit kleineren Drucksachen – vor allem mit Donaten, also Schulbüchern zum Erlernen der lateinischen Grammatik – gesammelt hatte, nahm Gutenberg 1451 in seiner Druckerei das Bibelprojekt in Angriff.
Die Gutenberg Bibel
Für den Druck der Bibel musste Gutenberg insgesamt 290 verschiedene Lettern anfertigen. Zwar umfasst das Alphabet deutlich weniger Zeichen, doch es mussten nicht nur Lettern für Satzzeichen, Abkürzungen und Grossbuchstaben hergestellt werden, sondern bei den Kleinbuchstaben waren – aufgrund der Tendenz der gotischen Schrift zu Ligaturen (Verschmelzungen von zwei Buchstaben) – 243 verschiedene Formen nötig.
Das 1282 Seiten umfassende, aus zwei Bänden bestehende Werk entstand mit Hilfe von 20 Druckern und Setzern. Fast alle zweispaltig bedruckten Seiten sind 42 Zeilen lang. Die Initialen, roten Textzeichen und farbigen Illustrationen wurden von Hand gemalt.
Es wurden zirka 180 Exemplare gedruckt, davon vermutlich 30 auf kostbarem Pergament, die übrigen auf italienischem Papier.
Heute existieren noch 48 Exemplare. 36 aus Papier und 12 aus Pergament.
Im April 1978 wurde eine Bibel vom Lande Baden-Württemberg zu einem Preis von ca. 4 Millionen DM in New York ersteigert und bis 1994 hielt eine Gutenberg-Bibel den Rekord des teuersten Buches: Sie wurde 1987 für 5,3 Millionen Dollar versteigert.