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Hunde und Katzen vegan ernähren?
25. Juni 2018 von Paolo Zambianchi
Bei Menschen ist die vegane Ernährung relativ weit verbreitet und längst etabliert. Doch wie sieht es bei Katzen und Hunden aus? Können sie vegan ernährt werden? Wir klären auf.
Vegane Ernährung von Hunden und Katzen
Soll man Katzen und Hunde vegan ernähren? Bei Menschen ist die vegetarische oder vegane Ernährung längst etabliert und geht meist auf gesundheitliche oder ethische Gründe zurück.
Hunde und Katzen sind jedoch von Natur aus Fleischfresser. Bei einer fleischlosen Ernährung entgehen den Tieren wertvolle Bausteine einer gesunden Ernährung.
Veganismus beim Menschen
In letzter Zeit hat sich die Aufmerksamkeit im Bereich Gesundheit und Ernährung beim Menschen stark auf die Reduzierung des Verbrauchs von Fleisch, Fisch und tierischen Produkten konzentriert. Dies hat zum Teil gesundheitliche Gründe, etwa im Hinblick auf die übermässige Zufuhr von gesättigten Fettsäuren, die Erhöhung des Cholesterinspiegels und der Triglyceride, Probleme mit dem Blutdruck, die vermehrte Bildung von Tumoren oder das Auftreten von Diabetes.
Weitere Gründe betreffen die falsche Aufzucht der Tiere, die sich in einem unkontrollierten Verbrauch von Antibiotika und Hormonen in der Aufzucht der Schlachttiere oder in giftigen Rückständen in Eiern oder Milch zeigt. Daneben hat ein Bekenntnis zur fleischlosen Ernährung oftmals ethische Gründe und soll der Ausnutzung der Tiere und einer nicht artgerechten Tierhaltung entgegenwirken.
Von Natur aus Fleischfresser
Während die erwähnten Gründe bei der menschlichen Ernährung durchaus triftig sein mögen, ist daraus jedoch, wie so oft, die Tendenz entstanden, die Ernährung der Hunde und Katzen nach dem Vorbild der menschlichen Ernährung zu "kopieren". Der Gedanke, Katzen und Hunde vegan ernähren zu wollen, trifft jedoch auf einen bedeutsamen Widerspruch: denn sowohl Hunde als auch Katzen sind von Natur aus Fleischfresser (Karnivoren).
Fleischlose Ernährung kann zur Unterversorgung führen
Während Hunde kleine Mengen von Stärke und Zucker abbauen können, sind Katzen fast ausschliesslich Fleischfresser. Eine fleischlose Ernährung kann für sie zu schwerwiegender Unterversorgung sowohl hinsichtlich der fettlöslichen Vitamine als auch des Haushalts der essenziellen Aminosäuren führen. Sie können weder Taurin noch Arginin synthetisieren und müssen sie daher mit der Nahrung aufnehmen. Sie können grosse Mengen komplexer Kohlenhydrate einer veganen Ernährung nur schlecht verarbeiten, was derartige Rationen für sie unverdaulich macht.
Auch wenn in der Theorie einige Pflanzen, zum Beispiel Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Kichererbsen, diesen Mangel teilweise lindern können, so lösen sie doch eine chemische Reaktion aus, durch welche die Durchlässigkeit der Eingeweide der Tiere verändert wird. Dies führt zu einer unmittelbaren Überlastung des Immunsystems und der Entstehung einer Entzündung, die schnell systemisch wird.
Vor allem bei jungen Katzen oder bei Katzen in einem schwierigen Lebensabschnitt, zum Beispiel in fortgeschrittenem Alter, Krankheit oder Trächtigkeit, entsteht schnell ein Mangelzustand. Dieser ist bei einer unausgewogenen Nahrungsmittelzufuhr unvermeidlich. Die vegane Ernährung ist deshalb für Katzen nicht empfehlenswert.
Auch Hunde sind keine Veganer
Beim Hund läuft der erwähnte Mechanismus bei veganer Ernährung über einen längeren Zeitraum ab und kann zu Beginn von einem anscheinenden Wohlbefinden verdeckt werden.
Der Stoffwechsel des Fleischfressers kann jedoch nicht verändert werden. Früher oder später fordert das vegane Ernähren des Hundes seinen Tribut und das Tier erkrankt.
Haustiere vegan ernähren: Fazit
Hunde und Katzen können bei einem Dritte-Welt-Speiseplan, den der Mensch für sie entwickelt hat, überleben. Um aber eine exzellente Gesundheit und körperliches Wohlbefinden zu erhalten, brauchen sie das, was die Natur für sie bestimmt hat: Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse!