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Es tönt wie aus einem Krimi: Kurz bevor Qatar zum neuen WM-Austragungsort gewählt wurde, traf sich der UEFA-Boss Michel Platini mit dem korrupten FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam – in einem Schweizer Hotel.
Wie aus einem Bericht des Telegraph hervorgeht, trafen sich die beiden mächtigen Fussball-Herren zum Frühstück. Brisant: Bin Hammams Stimme für Qatar als Austragungsort der Fussballweltmeisterschaft 2022 soll gekauft worden sein, zudem habe er über eine Firma den damaligen FIFA-Vize Jack Warner geschmiert.
Platini soll von Bin Hamman gebeten worden sein, sich gegen FIFA-Chef Blatter zu stellen und gegen diesen als Präsident des Fussballverbands zu kandidieren. Platini lehnte dies ebenso ab wie ein Treffen mit Putin, als es um die russische Bewerbung für die WM 2018 ging.
Platini wies in einem offenen Brief alle Vorwürfe scharf zurück. Der Franzose beklagte «unbegründete Gerüchte», die auf sein Image abzielten. «Ich finde es erstaunlich, dass Gespräche mit einem anderen Mitglied aus dem FIFA-Exekutivkomitee zu einer Staatsangelegenheit gemacht werden», schrieb Platini an den Chefredakteur des «Telegraph».
Inwieweit Platini in die Korruptionsaffäre um die WM in Qatar verwickelt war, ist bisher unklar. Fakt ist: Platini traf den Sohn des Emirs von Qatar zusammen mit dem damaligen französischen Premier Sarkozy. Er selber sei vom Treffen «überrascht» gewesen. Wenig später, nach dem Zuschlag für Qatar, kaufte eine staatliche Firma von Qatar den Fussballclub Paris St. German, welches Sarkozys Lieblingsteam ist. Zudem bekam Platinis Sohn Laurent eine wichtige Arbeitsstelle in einer Sportfirma aus Qatar.
Die Vorfälle rund um die WM-Vergabe an Qatar und Russland werden seit einiger Zeit intern untersucht, der Bericht soll nächsten Monat vorliegen. Bisher weist Qatar alle Vorwürfe zurück: Bin Hammam soll nicht beteiligt gewesen sein, auch selber habe man nichts falsch gemacht.
Die UEFA nahm keine Stellung zu den potenziellen Verstrickungen von Präsident Michel Platini. (jas)