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Für Fragen zur Begutachtung von Werken von Cézanne, Van Gogh und Kokoschka wenden Sie sich bitte an: <email-pii>
- Dazu senden Sie mir bitte eine Photographie des Werks (möglichst in Farbe), die ich in meiner Dokumentation archiviere.
- Sofern keine weiteren Untersuchungen nötig sind, ist die Beurteilung kostenlos.
- Sie erhalten so schnell wie möglich eine Antwort. Sie wird mit dem Vermerk „meiner Meinung nach“ versehen, was bedeutet, dass ich mein Verdikt nicht als absolut betrachte, was mich jedoch nicht davon abhält, nach „bestem Wissen und Gewissen“ zu urteilen.
Dazu ist Folgendes zur Kenntnis zu nehmen:
Es versteht sich von selbst, dass von einem Kunsthändler erwartet wird, für die Echtheit der von ihm zum Verkauf angebotenen Kunstwerke zu garantieren. Mit der Preisexplosion auf dem Kunstmarkt hat der Status des Kunstexperten allerdings eine Bedeutung angenommen, welche die kunsthändlerische Verantwortung weit übertrifft.
Mit dem sukzessiven Erscheinen der Werkverzeichnisse der wichtigen Künstler der letzten Jahrhunderte hat sich die Usanz eingebürgert, dass es für jeden Künstler einen Experten gibt, der über die Echtheit eines ihm vorgelegten Werkes dieses Künstlers entscheidet. Die Auktionshäuser legen diesem designierten Experten die noch nicht registrierten Werke des betreffenden Künstlers vor und verkaufen sie – bei positivem Bericht – als ein Werk, das a) in das entstehende Werkverzeichnis aufgenommen wird, b) in ein Supplement des bereits existierenden Werkverzeichnisses aufgenommen wird oder c) mit einem Zertifikat der Echtheit durch den Experten ergänzt wird. Es gibt auch den Fall, dass im vorhandenen Werkverzeichnis aufgeführte Objekte vom Experten nicht als authentisch anerkannt werden.
Experten sind aber erstens auch nur Menschen und können folglich irren. Der Maler Max Liebermann machte den berühmten Ausspruch, dass es ist die Aufgabe der Kunsthistoriker sei, unsere schlechten Bilder für falsch zu erklären. Es würde zu weit führen, die Kriterien aufzulisten, die alle berücksichtigt werden müssen, bevor ein seriöser Experte sich erlauben darf, ein Kunstwerk als eine Fälschung zu bezeichnen. Noch komplexer sind die Kriterien und die daraus resultierenden Konsequenzen, wenn ein vollständig unbekanntes Werk als authentisches Oeuvre eines Künstlers akzeptiert wird.
Die Verantwortung für Echtheitsfragen zum Werk von Paul Cézanne tragen heute Walter Feilchenfeldt, Jayne Warman und David Nash, die gemeinsam den Cézanne ‚Online Catalogue Raisonné‘ erstellen: www.cezannecatalogue.com. Die Arbeit zu den Gemälden ist abgeschlossen. Die Aufarbeitung der Werke auf Papier soll bis Ende 2018 beendet sein.
Die Verantwortung für Echtheitsfragen zum Werk von Oskar Kokoschka trägt die Fondation Oskar Kokoschka, die Katharina Erling und Walter Feilchenfeldt beauftragt hat, ein Online Werkverzeichnis der Gemälde zu erstellen. Dieser wurde Ende September 2017 freigeschaltet: www.oskar-kokoschka.ch
Die Verantwortung für Echtheitsfragen zum Werk von Vincent van Gogh trägt das Van Gogh Museum in Amsterdam, und ich weise bei allen Fragen an mich auf diese Tatsache hin. Trotz guter Beziehungen zu meinen Kollegen in Amsterdam gibt es Fälle, in denen wir verschiedener Meinung sind.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass jedes Werkverzeichnis – wie jede Arbeit über einen Künstler – einen Forschungsbeitrag darstellt, der den Stand des Wissens erhöht, ihn aber keinesfalls ausschöpft.