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Der Alyson Almanach beschreibt die Regenbogenflagge wie folgt:
1978 entwarf Gilbert Baker in San Francisco eine Flagge mit 6 Streifen in den Farben des Regenbogens, die den Stolz der schwul-lesbischen Community symbolisieren sollte.
Allmählich gewann die Flagge an Popularität und bot eine optische und farbenfrohe Alternative zu dem bisher geläufigen pinkfarbenen Dreieck. Mittlerweile wird die Regenbogenflagge vom Internationalen Kongress der Flaggenhersteller (International Congress of Flag Makers) anerkannt und weltweit auf Schwulen- und Lesbenparaden geschwenkt. 1989 erlangte die Regenbogenflagge in den USA landesweit Aufmerksamkeit, nachdem John Stout erfolgreich seine Vermieter in West Hollywood verklagt hatte, als diese ihm verboten, die Flagge von seinem Balkon aus zu hissen. Baker lebt heute immer noch in San Francisco und stellt nach wie vor Regenbogenflaggen her. (Stand Dez. 1995)
The Rainbow Flag von Steven W. Anderson, erschienen im GAZE Magazine (Minneapolis), #191, 28. Mai 1993, Seite 25:
Zum Ausdruck unseres Stolzes spielten Farben schon lange eine wichtige Rolle in der Gay-Community. Im viktorianischen England zum Beispiel wurde die Farbe Grün mit Homosexualität in Verbindung gebracht. Die Farbe Lila – oder, um genauer zu sein lavender, wurde in den späten 60ern ein Symbol des Stolzes: »Purple Power« war ein geläufiges Schlagwort der schwulen Gemeinde. Und dann gibt es natürlich noch das pinkfarbene Dreieck.
Da es zuerst im Dritten Reich dazu benutzt wurde, Schwule in den Konzentrationslagern zu kennzeichnen, wurde das Dreieck erst in den frühen 80ern als poppiges Schwulenzeichen populär. Unsere farbenprächtigstes Symbol ist jedoch die Regenbogenflagge. Ihre Farben – Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila – stellen die Vielfältigkeit unserer Community dar.
Die erste Regenbogenflagge wurde 1978 von Gilbert Baker, einem Künstler aus San Francisco, entworfen. Er folgte damit dem Aufruf eines in San Francisco lebenden Aktivisten nach einem Symbol für die Gay-Community. (Dies geschah bevor das pinkfarbene Dreieck als Symbol des Stolzes populär wurde) Inspiriert durch die 5 Streifen der »Flagge der Rassen«, entwarf Baker eine Flagge mit 8 Streifen: pink, rot, orange, gelb, grün, blau, indigo und lila.
Baker zufolge stellen die obengenannten Farben der Reihenfolge entsprechend die Sexualität, das Leben, die Heilung, die Sonne, die Natur, die Kunst, die Harmonie und die Seele dar. Baker färbte und nähte das Material für die erste Flagge noch selber – ganz im Geist von Beby Ross.
Baker wandte sich schon bald an die in San Francisco ansässige »Paramount Flag Company«, um mit der Massenproduktion und den Verkauf seiner »gay flag« beginnen zu können. Unglücklicherweise war das von Baker selbst gefärbte grelle Pink industriell nicht herstellbar, so daß eine Massenproduktion der 8-streifigen Flagge unmöglich war. Daher mußte sie nun auf nur 7 Streifen reduziert werden.
Als im November 1978 Harvey Milk, der erste offen schwule Inspektor der Stadt (engl. Supervisor), einem Attentat zum Opfer fiel, war San Franciscos Gay Community am Boden zerstört. In dem Wunsch, die Stärke und Solidarität der Gay Community nach dem Anschlag zu demonstrieren, entschloß sich das Pride Parade Committee 1978, Barkers Flagge zu benutzen. Das Komitee entfernte den indigoblauen Streifen, um die Farben gleichmäßig entlang der Paraden-Route aufteilen zu können: Drei Farben auf jeder Straßenseite.
Diese 6-streifige Version der Flagge wurde immer populärer und wird heute sogar vom »International Congress of Flag Makers« anerkannt.
In San Francisco sieht man die Regenbogenflagge während des Pride Month überall: Sie hängt in der ganzen Stadt aus Apartmentfenstern (besonders im Castro Distrikt), in Bars und an den Laternenpfählen der Market Street, der Hauptstraße von San Francisco. Wenn man diese Stadt besucht, kann man beim Anblick der allgegenwärtigen Regenbogenflagge nicht umhin, einen enormen Stolz zu entwickeln.
Obwohl die Regenbogenflagge anfänglich nur in San Francisco als Symbol des Stolzes verwendet wurde, sieht man sie in letzter Zeit immer häufiger auch in anderen Städten, wie z.B. New York, West Hollywood und Amsterdam. Auch in deren Partnerstädten erlangt die Flagge eine stetig größer werdende Popularität.
Die Regenbogenflagge erinnert uns daran, daß wir eine vielschichtige Gemeinde sind, die sich aus den verschiedensten Leuten zusammensetzt, auf die wir alle stolz sein sollten.