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Heinz Tännler hat in der Neuen Zuger Zeitung die Fifa in Schutz genommen mit der Aussage: „Es wird nur immer behauptet, den Beweis hat niemand erbracht.“ Einer der angesehensten Fifa-Kritiker, Thomas Kistner, kommentiert in der Süddeutschen Zeitung vom 30. November 2011 diese Aussage des ehemaligen Fifa-Direktors Tännler so: „Das ist feinste Fifa-Sprachregelung – sie insinuiert, es gäbe nichts Handfestes. Dabei wurden hohe Fifa-Leute namentlich im Prozess um die frühere Schmiergeldagentur ISL als Empfänger geoutet, 140 Millionen Franken wurden bis 2001 an Funktionäre diverser Verbände gezahlt.“ Nach und nach wird nun klar, worum es ging: Gemäss Neuer Zürcher Zeitung (NZZ) vom 6. Dezember 2011 musste der frühere Fifa-Boss Havelange aus dem Internationalen Olympischen Komitee austreten, weil eine Bestechungssumme an ihn über 1.5 Millionen Franken dokumentiert ist; sie floss für die Vergabe der TV-Rechte an den Fussball-WM 2002 und 2006. Die NZZ hält sich in diesem Zusammenhang nicht zurück: „Unangenehme Fragen muss sich auch die Fifa stellen lassen.“ Unangenehmes berichtet auch die Süddeutschen Zeitung im erwähnten Artikel vom 30. November 2011: „Tännler war von 2004 bis 2007 Direktor der Fifa-Rechtsabteilung. Zu dieser Zeit stand der Weltverband unter juristischem Druck: Er hatte doppelte Sponsoren-Verhandlungen mit den Kreditunternehmen Mastercard und Visa geführt, von der New Yorker Justiz wurde die Fifa als eine Art Hort von Lügnern bezeichnet. Am Ende zahlte die Fifa dem ehemaligen Partner Mastercard 90 Millionen Euro.“ Und zum System Fifa titelte die NZZ am 1. Dezember: „Die Fifa muss sich selber aus dem Sumpf ziehen“: Es sei, so die NZZ, erst der Tag der gutgemeinten Vorschläge, „um den korruptionsgeschädigten Weltfussballverband aus der Krise zu führen.“ Als Ratgeber engagierte die Fifa den Basler Professor Mark Pieth, der laut NZZ keinen Zweifel daran lässt, „dass sich die Fifa wie der Baron von Münchhausen selber aus dem Sumpf ziehen muss.“ Das Fazit der NZZ: „Das von Pieth gewählte Bild des Lügenbarons ist entlarvend. Es ist bezeichnend für die beschädigte Glaubwürdigkeit der Fifa.“ Um diese Zusammenhänge, die bezeichnenderweise von Medien ausserhalb von Zug öffentlich gemacht werden, geht es beim mutigen Engagement von Jo Lang, um das ich zusammen mit vielen Grünen und Linken Kräften froh bin. Es sind und waren relevante Fragen, auch im Bezug auf die anstehenden Bundesratswahlen und das turbulente Selektionsverfahren der SVP.
Andreas Hürlimann,
Co-Präsident Alternative-die Grünen Zug