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Die Coop-Passerelle verbindet die südliche Seite der Bahnlinie mit der Nördlichen. Sie führt von der Zehntenstrasse über die Geleise zur Wasenstrasse und ist gerade auch im Hinblick der weitreichenden Arealüberbauungen unumgänglich. Das Bauwerk hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Ende 2024 muss sie aufgrund Sicherheitsmängel abgerissen werden.
Attraktive Querungen der Bahn werten Pratteln auf
Mit der Transformation der alten Industriestandorte nördlich und südlich der Bahn stellen sich Fragen zur Querung der Bahn. Die Quartiere sollen sich bequem an den Bahnhof und an den Prattler Dorfkern anschliessen. Damit dies gelingt, braucht es für den Langsamverkehr attraktive Verbindungswege und Querungen über die Bahngeleise. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit Nord und Süd näher zusammenwachsen können.
Die Coop-Passarelle ist eine von fünf Über- und Unterquerungen der Bahn. Sie stellt künftig sicher, dass «Pratteln Mitte» und Neupratteln von allen Nutzergruppen schnell und unkompliziert erreicht werden kann. Die Passerelle stammt aus dem Jahre 1913 und besteht weitgehend noch aus der originalen Eisenkonstruktion. Das Bauwerk hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Ende 2024 muss sie aufgrund Sicherheitsmängel abgerissen werden.
Lösungswege
Ein ersatzloser Abriss des Bauwerkes stellt für die Gemeinde keine Option dar. Zusammen mit der SBB wurde nach Lösungen für einen Ersatz der bestehenden Passerelle gesucht. Alle bestehenden Bahnquerungen sollen erhalten und an die heutigen Bedürfnisse und Normen angepasst werden. Die Passerelle soll gleichzeitig passend für Menschen mit Behinderung sowie tauglich für Fahrräder und Kinderwagen sein. Das Bauwerk ist im Besitz der SBB und der Gemeinde Pratteln. Es untersteht nicht dem Denkmalschutz.
Variante a: Ein «Eins-zu-Eins-Ersatz», das heisst die bestehende Passerelle durch eine neue, aber funktional identische Passerelle zu ersetzten, kommt nicht in Frage, da das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) eingehalten werden muss und Personen mit Behinderung und Eltern mit Kinderwagen oder Fahrradfahrende diese Passerelle nicht benutzen könnten.
Variante b: Ein Ersatz der bestehenden Passerelle durch eine neue Passerelle, welche den heutigen Bedürfnissen und Normen entspricht, das heisst fahrradtauglich, kinderwagen- und behindertengerecht ist, ist als Variante attraktiv. Die Passerelle könnte mit Treppen, Rampen und Liften ausgestattet werden und wäre damit für alle Nutzergruppen interessant. Diese Variante hat den Vorteil, dass sie in kurzer Zeit, in ca. 12 Monaten fertigstellt ist und aus Holz gebaut werden könnte.
Variante c: Ein Ersatz der bestehenden Passerelle durch eine Unterführung, die ebenfalls fahrradtauglich, kinderwagen- und behindertengerecht (BehiG) ist, ist kostspielig und das Baubewilligungsverfahren um einiges aufwändiger.
Entscheid
Der Einwohnerrat hat sich für die Variante b entschieden. Die Erstellungskosten der Passerelle betragen gemäss Kostenvoranschlag CHF 6.98 Mio. inkl. MwSt. (Stand Oktober 2022, Genauigkeit +/- 15%). Zusätzlich ist mit Landerwerbskosten von ca. CHF 350'000 zu rechnen. Im Rahmen der Umsetzung des Agglomerationsprogramms würde sich der Bund mit einem Betrag von ca. CHF 1,2 Mio. an den Kosten beteiligen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Erstellung der Passerelle im 2025 beginnt. Die SBB ihrerseits würde der Gemeinde CHF 1,34 Mio. für das neue Bauwerk zahlen. Netto betragen die Gesamtkosten für die Gemeinde aufgerundet ca. CHF 4,8 Mio.
Zeitplan
- 26. Juni 2023: Kreditgenehmigung durch den Einwohnerrat
- 22. Oktober 2023: Volksabstimmung
- 2024: Planung neue Passerelle
- Ende 2024: Abbruch alte Passerelle
- 2025: Bau der neuen Passerelle
Informationen zum Projekt können in der Abstimmungsvorlage nachgelesen werden.