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Weder besonders freudvoll, aber auch nicht unglücklich – der Gesichtsausdruck von Sasha, die am geöffneten Fenster sitzt und einen Arm dem Fenster zuwendet, ist nicht klar einzuordnen. Wie lange sie wohl schon als Modell für ihren Ehemann, den Maler Ernst Morgenthaler, posiert? Drapiert in einem langen weissen Sommerkleid wirkt ihre Haltung steif, wohl ist sie zu diesem Zeitpunkt schwanger mit ihrem dritten Kind. Datiert wird das Aquarell um 1924, im Oktober desselben Jahres kommt Tochter Barbara auf die Welt. Das Bild ist weder Skizze noch ausgearbeitetes Gemälde, die Farbtöne wirken frisch, der Strich spontan, fast karikierend und dennoch zart. Es entsteht zu einer Zeit, in der Morgenthaler, damals mit seiner Familie in Küsnacht lebend, erste Erfolge feiert. Seine dargestellte Frau ist zu dieser Zeit vor allem für die Familie da, näht für ihre eigenen Kinder Spielsachen, da sie die gängigen als unbrauchbar und zu teuer findet. Später wird sie mit ihren Sasha-Puppen national bekannt.
Katrin Sperry
Wenige frische Farben und
ein paar zarte Striche
ergeben ein Stimmungs-Bild.
Ernst Morgenthaler malt seine Frau.
Sie sitzt am offenen Fenster.
Sie heisst Sasha
und trägt ein weites, helles Kleid.
Sasha ist schwanger
mit dem 3. Kind.
Später erfindet sie die berühmten Sasha-Puppen.