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Martin Trüssel
Im Gegensatz zur Schratteflue mit ihren weitherum sichtbaren Karrenfeldern liegt der Karst der helvetischen Randkette, der sich weiter nordostwärts über die Schafmatt und Schimberig bis zum Pilatus zieht, im Verborgenen. Der «Untere Schrattenkalk» ist in diesem Gebiet grösstenteils nur in den nach Norden abfallenden Felswänden aufgeschlossen. Seit 2015 wird das Gebiet systematisch inventarisiert und dabei auch die Forschungsergebnisse v.a. zwischen den 1960er- bis 1980er-Jahren aufgearbeitet. Das schon damals bekannte Edisloch ist die grösste Höhle. Zusammen mit den neuesten Entdeckungen hat sie nun eine Länge von 1,8 km. Sie ist Teil eines fossilen Karstwasserniveaus zwischen 1550 und 1700 m ü.M. Uran-Thorium-Datierungen zeigen, dass manche Sinterböden in dieser Höhle mehr als 600’000 Jahre alt sind. Einen besonderen Stellenwert nehmen zahlreiche Alpensteinbock-Knochenfunde ein.