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Wie sind Sie zum Glauben an Jesus gekommen?
Meine Eltern waren nicht gläubig. Ich wuchs mit vier weiteren Geschwistern auf, unser Vater war alkoholkrank. Später kam ich selber über den Alkohol in die Drogen und war dann mehrere Jahre heroinsüchtig. Dadurch entstand ein grosser Leidensdruck, der mich zum Handeln, respektive zu einer Entscheidung zwang – aber zu welcher? Entzüge hatte ich bereits mehrere hinter mir, und im Absolvieren einer Therapie sah ich auch keine Hoffnung, da ich Leute kannte, die eine hinter sich hatten, aber wieder mit mir auf der Gasse waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Kontakt mit Christen: mit meinem ältesten Bruder, der nach einem Selbstmordversuch gläubig geworden war; mit dem Arzt, zu dem ich ging, in der Hoffnung, Morphium zu erhalten oder mit einem Pfleger in der Psychiatrie. Aufgrund meiner Erfahrungen konnte ich mir aber einen liebenden Gott nicht vorstellen. Es brauchte erst eine persönliche Begegnung, damit meine verletzte Seele vertrauen konnte.
Inwiefern hat sich Ihr Leben durch die Hinwendung zu Gott verändert?
Grundlegend. Mir wurden die Augen geöffnet und es wurde mir bewusst, dass ich mein Leben unter meiner eigenen Regie geführt hatte. Natürlich auch durch die Umstände, in denen ich aufwuchs und einzelner traumatischer Ereignisse, die mich an diesen Punkt gebracht hatten. Also wurde mein Lebenstiefpunkt zu meinem Wendepunkt. An dieser Begegnung mit Jesus Christus hielt ich mich trotz Turbulenzen fest, bis es mir etwa ein Jahr später möglich war, in eine christliche Therapiestation einzutreten. Dort arbeitete ich mein Leben nach Gottes Ordnung auf. Ich versöhnte mich auch mit meinen Eltern, die ebenfalls zum lebendigen Glauben gefunden hatten.
Was sind Ihre Lebensziele?
Seit der Nacht, als mir Jesus als Befreier erschien, mir Heilung versprach und mich in seine Nachfolge rief, bin ich auf diesem Weg. Ich sehe dies als mein Hauptlebensziel. Alles andere sind Stationen und Funktionen, welche ich durchlaufe, ob als Psychologe, Politiker, Präsident, Dozent, Ehemann oder Vater.
Darf ich nachhaken: Was geschah in der Nacht, als Ihnen Jesus begegnete?
Ich hatte etwa eine Woche zuvor meiner Mutter im Rausch versprochen, an ihrer Taufe teilzunehmen, ohne zu wissen, um was es dabei überhaupt geht. An besagtem Sonntagmorgen des 2. September 1984 rief sie mich an – ich war erst kurz zuvor nach Hause gekommen – und fragte mich, ob ich denn nun kommen würde. Natürlich konnte ich mich nicht mehr daran erinnern, und auch sonst war ich nicht sehr erfreut, «mitten in der Nacht» geweckt zu werden. Ich war unschlüssig, da ich mich total kaputt fühlte. Andererseits merkte ich, wie sehr sie sich darauf gefreut hatte. Schliesslich suchte ich diesen Veranstaltungsort auf, fühlte mich aber als Fremdkörper. Das überschwänglich freudige Verhalten der Leute war für mich eher irritierend. Den Akt der Taufe konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Dann aber kam die Konfrontation mit der Predigt. Es wurden mir sehr viele Sünden aufgezeigt von einem Mann, den ich nicht kannte. Ich dachte, dass meine Mutter bestimmt ihre Dienste als Souffleuse angeboten hatte. Doch meine Mutter konnte vieles gar nicht wissen, und der predigende Typ schon gar nicht. Dies machte mich sehr misstrauisch und unsicher. Die grosse Frage beschäftigte mich: «Wer wusste das?» Ich wollte so schnell wie möglich nach Hause und all das «Gespenstische» vergessen. Am Abend konnte ich nicht einschlafen, das Erlebte liess mich nicht los. Da wurde es plötzlich hell in meinem Zimmer. Ich hörte eine Stimme sagen: «Ich kenne dich und möchte dich heilen. Folge mir nach!» Ein grosser innerer Kampf begann. Entweder die Kontrolle an Jesus abzugeben oder bald zu sterben. Nach langem Ringen sagte ich Ja.
Da waren Dinge, die ich «in der Szene» zu klären hatte. Ich schrieb sie auf und verpflichtete mich vor Gott, sie in Ordnung zu bringen. Schliesslich legte ich mich wieder hin. Auf einmal durchströmte mich Geborgenheit und ein Friede, den ich so noch nie erlebt hatte. Ich spürte, dass Gott wirklich lebt. Doch dann befiel mich die Angst, diesen Frieden wieder zu verlieren, sollte es nur Einbildung sein. So faltete ich meine Hände und bat den himmlischen Vater, mir den Frieden bleibend zu lassen. Darauf schlief ich ein. Am anderen Morgen war der Friede immer noch da. Freudig rief ich meine Mutter an und erzählte ihr, was in der Nacht passiert war.
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