Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03237.jsonl.gz/1486

Es wird mich innerhalb der folgenden Seiten interessieren, auf der Grundlage von Begriffsschöpfungen eine Spieltheorie zu entwickeln und diese an szenischem Material aus dem Dokumentarfilm „The Act of Killing“ zu untersuchen.
Wenn ich von Spielen spreche, so meine ich hier das Spielen von menschlichen Körpern, also von Personen in einem theatralen Raum. Doch was ist Spielen? Und was ist ein theatraler Raum?
Wir wollen vorerst nur über Schauspiel nachdenken und formulieren deshalb: „Schauspiel funktioniert, wenn es beim Publikum unvermittelt Regung hervorruft.“
Wir nehmen diese Definition als Sprungbrett und stellen fest, dass im Begriff Schauspiel die Spielmodi, die ich entwickeln will, schon implizit vorhanden sind: das „für andere Spielen“ in der Schau und das „für sich Spielen“ im Spielen. Im Spannungsfeld dieser beiden Spielmodi vermute ich den Schlüssel zu einer Spielweise, die es vermag, unvermittelt Regung auszulösen.