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Der Holzriegelbau wurde 1738 auf ein massiv gemauertes Ofenhaus aus dem Jahr 1651 aufgestockt. Im Kellergeschoss befindet sich bis heute der historische Backofen, der dem Baudenkmal seinen Namen gibt.
Verfügbarkeit
Beschreibung & Geschichte
Laut Türinschrift wurde das Ofenhaus 1651 von Heinnirich Hildtbrandt als Teil des Bauernhofes erbaut. Bauernhöfe setzten sich damals aus mehreren Gebäuden zusammen: dem grossen Bauernhaus mit Wohnteil, Scheune und Stall, mehreren Speichern und einem Wasch- und Ofenhaus. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der zweiten Hälfe des 18. Jahrhunderts erweiterte man die ursprünglichen Ofenhäuser häufig zum Wohnstock. Diese sogenannten «Stöckli» waren früher der typisch bernische Wohnsitz der Altbauern, also der ältesten Generation einer Bauernfamilie, oder wurden als Réduit für junge Eltern oder Ledige genutzt.
Diese hauptsächlich in der Region Bern gelebte Sonderform des generationenübergreifenden Wohnens auf dem Hof hatte auch eine soziale Funktion. Als Lösung für die bäuerliche Altersfürsorge war der Bau eines Stöcklis jedoch eine kostspielige Sache und somit nur der Oberschicht vorbehalten. Abgesehen vom aufwendigen Dekor und den Fassadenmalereien aus bildhaften Motiven waren Aufbau und Einrichtung der Stöckli in der Regel bescheiden. Im Erdgeschoss befand sich der Hofbackofen und eine Feuerstelle mit dem grossen Sechtkessel für die Warmwasseraufbereitung für die Küche und Wäsche.
Die einfache Wohnung im Obergeschoss, die meist über eine Laubentreppe erschlossen war, bestand aus zwei Stuben und einer Küche. Das Dachgeschoss diente häufig als Kornspeicher oder Lagerraum. Die Bauinschriften des Ofenhausstöcklis belegen eine im Jahr 1738/1741 getätigte Aufstockung des massiv gemauerten Ofenhauses zu einem Stöckli. Noch heute steht im ebenerdigen Keller der alte aus Bruchstein gemauerte funktionstüchtige Holzbackofen aus dem Jahr 1651, der fast die halbe Gebäudefläche einnimmt.
Das Ofenhausstöckli befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
baukulturelle besonderheiten
Die bewohnbaren Ofenhäuser waren nicht nur Wohnraum für die ältere Generation sowie zusätzlicher Lagerraum, sondern hatten auch die Funktion eines Repräsentationsobjektes auf dem Hof. Mit dem Verlust der traditionellen Nutzung der Stöckli, verfielen diese zunehmend und nur selten sieht man heute noch ein so gut erhaltenes Exemplar wie das Ofenhausstöckli in Zimmerwald mit seinen reichhaltig bemalte Ausfachungen.
Die original erhaltenen Riegelfüllungen der Fassade nehmen Sequenzen aus der Geschichte des Hauses auf. So zieren, nebst den flächenfüllenden Spiralrankwerken, drei heraldische Löwen mit Backschaufeln die Nordfassade des Hauses. An den Fensterläden des Dachgeschosses ist das Familienwappen mit den Initialen DG der mutmasslichen Erbauerfamilie Guggisberg sichtbar. Was man nicht sieht: Das Fachwerk wurde bei der Erstellung 1738 mit isolierendem Tuffgestein ausgefüllt, bevor es verputzt wurde. Ebenfalls wurde damals das geknickte Geschilddach erstellt.
Ab Winter 2006 wurde das als schützenswert eingestufte Ofenhausstöckli von den Eigentümern – selbst Architekten – unter Begleitung der Denkmalpflege renoviert. Um zeitgemässe Sanitäreinrichtungen zu gewährleisten, entstand an der Stelle der ehemaligen Treppe zum Dachstock ein kleines Badezimmer. Die einfache Holztreppe, die in das obere Geschoss führt, wurde dafür ins Wohnzimmer verschoben. Das Dach und die Aussenwände wurden isoliert und im Dachboden wurden zwei Dachzimmer eingerichtet, die durch kleine Dachflächenfenster zusätzliches Licht erhalten.
Informationen zum Ferienhaus
- Grundriss Hochparterre
- Grundriss Dachgeschoss
Gelegen am Rand des Naturparks Gantrisch, mit einmaliger Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, bildet das Ofenhausstöckli mit drei grösseren Bauernhäusern ein idyllisches Ensemble im Weiler Niederhäusern. Das reich bemalte Häuschen beherbergt eine auf zwei Etagen gelegene Dreizimmerwohnung für vier Personen.
Im Erdgeschoss befindet sich das Wohnzimmer und eine moderne Küche. Die beiden Schlafzimmer im Dachgeschoss sind über eine steile, für Kleinkinder eher ungeeignete Treppe erreichbar. Im Kellergeschoss steht der historische Backofen, der dem Haus seinen Namen gibt. Umgeben von einem Garten mit Sitzplatz und wunderschönen Obstbäumen, lädt das Ofenhausstöckli zu einer Zeitreise ein.
Das Ofenhausstöckli ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 4 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Zimmer: 2 Doppelzimmer, Babybett und -stuhl auf Anfrage
Saison: Ganzjährig
Kurzferien: Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mind. 3 Nächte)
Höhe: 800 m ü. M.
Haustiere: Nicht erlaubt
ÖV: Vom Bahnhof Kehrsatz fährt ein Bus bis Zimmerwald Post, danach geht es die letzten 950 Meter zu Fuss weiter.
Parkplatz: Beim Haus, unter einer Laube gedeckt
Aussenbereich: Grosser Garten vorhanden, inkl. Gartenmöbel und eine Laube
WLAN: Nicht vorhanden
Heizung: Zentralheizung im ganzen Haus
Ofen / Cheminée: In der Küche steht ein Holzherd und im Wohnzimmer ein Sandsteinofen zur Benutzung. Holz ist vorhanden.
Küche: Schraubkaffe mit Pulver, kein Geschirrspüler, Fondue- und Raclette-Set vorhanden
Extras: Das Haus ist sehr einfach eingerichtet. Die unter der Treppe eingebaute Nasszelle ist minimalistisch klein. Die Böden bestehen aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen.
LAGE
Lage
Das auf rund 800 m ü. M. gelege Zimmerwald (Gemeinde Wald), ist als Hochplateau des Längenbergs meist nebelfrei. Der Naturpark Gantrisch bietet im Sommer wie im Winter ein vielfältiges Sport- und Freizeitangebot und der nahe Längenberg ist ein prächtiges Wandergebiet. Der Ausblick schweift vom Jura im Norden über das Emmental im Osten zur Eiger-, Mönch- und Jungfraukulisse im Süden. Die Stadt Bern liegt nur zehn Kilometer entfernt.
Geschichte
Zimmerwald wurde erstmals durch alemannische Bevölkerungsgruppen besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1296. Das Landgut Zimmerwald mit dem Schlössli befand sich seit 1798 nacheinander im Besitz der Berner Familien von Werdt, Jenner, Steck und Wyttenbach. Bürgerliche Familien von Zimmerwald sind die Guggisberg und Streit. Im September 1915 trafen sich hier im Geheimen die führenden Köpfe der Sozialisten aus ganz Europa, darunter auch Leo Trotzki und Wladimir Iljitsch Lenin, zur sogenannten Zimmerwalder Konferenz, die die internationale Arbeiterbewegung in einen demokratisch-sozialen und einen revolutionär-kommunistischen Flügel spalten sollte. Am 1. Januar 2004 hat sich Zimmerwald mit der Gemeinde Englisberg zur Gemeinde Wald zusammengeschlossen.
Ausflüge
Auen, Wildbäche, tiefe Schluchten oder kleine Seen: Die Gewässerlandschaft im Naturpark Gantrisch, in dem sich der Weiler Niederhäusern befindet, ist vielfältig. Im Winter bietet die Region ein vielfältiges Sport- und Freizeitangebot. Viel zu sehen gibt es aber auch in der Moorlandschaft Gantrisch-Gurnigel. Wir empfehlen einen Besuch der Klosterruine Rüeggisberg oder der Grasburg. Die Berner Altstadt, die in nur 30 Autominuten zu erreichen ist, wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.