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Technisches Forum Entsorgungsnachweis
Frage 4: Tiefenerosion
Ab welcher absoluten Höhenlage – z.B. x m unter dem Meeresspiegel kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass keine allfällige künftige Auskolkung hinab unter sie reichen wird?
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Ab welcher absoluten Höhenlage – z.B. x m unter dem Meeresspiegel kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass keine allfällige künftige Auskolkung hinab unter sie reichen wird?
Fluvioglazial übertiefte Talrinnen sind im Mittelland und in den Alpenhaupttälern weit verbreitet (z. B. Freimoser & Locher 1980: Gedanken zur pleistozänen Landschaftsgeschichte im nördlichen Kanton Zürich, Wildi 1984: Isohypsenkarte der quartären Felstäler in der Nord- und Ostschweiz, Pugin 1988: Carte des isohypses de la base du Quaternaire en Suisse occidentale). Ihre Basis liegt oft bis über 100 m unter dem heutigen Talniveau, im Bodensee auch unter Meeresniveau. Man geht heute davon aus, dass an der Basis von temperierten Vorlandgletschern aktive Schmelzwassergerinne Materialtransport und entsprechende Erosion des Untergrunds bewirken. Solche Ausräumvorgänge wiederholten sich im Laufe der Zeit offenbar mehrfach (vgl. „Birrfeld“ in Fig. 2.15 in NTB 99-08), wobei ältere Beckenfüllungen teilweise erhalten blieben (NTB 99-08: Beilage 2.7), zum Teil aber wieder vollständig erodiert wurden. Letzteres dürfte v. a. in den alpennahen und inneralpinen Bereichen der glazial übertieften Becken der Fall gewesen sein.
Die übertieften Talrinnen waren bereits 1994 das Hauptkriterium für die nördliche Begrenzung vorrangiger Untersuchungsgebiete (à Opalinuston > 400 m Felsüberdeckung, s. NTB 94-10, S. 7 und 9, Fig. 2) und somit auch für das Untersuchungsgebiet Zürcher Weinland.
Aufgrund der Datenlage und der Kenntnisse über die talgeschichtliche Entwicklung (siehe auch Antworten auf die TFE Fragen 3 und 24) kann praktisch ausgeschlossen werden, dass eine Lagerzone im Weinland (Referenztiefe: 650 m = -250 m ü.M.) innerhalb der nächsten Jahrmillion in den Bereich der Tiefenerosion gelangt. Selbst wenn wider Erwarten verstärkte Tiefenerosion in der Molasse des Untersuchungsgebiets Zürcher Weinland auftreten sollte, müsste sie noch die erosionsresistente Barriere der Malmkalke überwinden (NTB 02-03, Kap. 8.3.3 und 8.7; siehe auch Antwort auf TFE-Frage 3).
Glaziale Tiefenerosion ist eng an die Erosionsresistenz des Substrats geknüpft. Sie wirkt, wie die bestehenden Felströge zeigen, vor allem bei einem durch subglaziales Schmelzwasser leicht erodierbaren Substrat. Die Erosionsresistenz der Malmkalke wird z.B. auch dadurch belegt, dass der Malm-Erosionsrand im Randen, welcher im Pliozän und Altpleistozän als beckenwärtiger Talrand der axialen (subsequenten) Entwässerung im Alpenvorland geschaffen wurde, sich bis heute kaum verändert oder verlagert hat (Hofmann 1996: Zur pliopleistozänen Landschaftsgeschichte im Gebiet Hochrhein – Wutach – Randen – Donau).
Zur Frage 4: „Massgebende, absolute Höhen- resp. Tiefenlage“
Ausser der – für mich aber nicht relevanten – Aussage, dass Malmkalke eine kaum „überwindbare Barriere“ bilden und dadurch erosionsresistent sein sollen, erachte ich die Antworten der Nagra als richtig.