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Im AMEOS Spital Einsiedeln operiert ein sehr erfahrener Schilddrüsen-Experte, der alle modernen Operationsverfahren unter Lupenbrillenvergrösserung durchführt. Der Schilddrüsen-Ultraschall wird eingesetzt, um die Indikation zu erhärten und zur exakten Planung der Operationstechnik.
Kropf (Struma)
Ohne eine ausreichend große Zufuhr von Jod durch die Nahrung kommt es zu einem Wachstumsreiz mit Schilddrüsenvergrößerung und schliesslich zur Knotenbildung. Knoten können aber auch bei ausreichender Jodzufuhr entstehen. Die Vergrösserung der Schilddrüse (Kropf oder Struma) ist weit verbreitet. Die diffuse Vergrösserung betrifft die gesamte Drüse und ist Folge eines Jodmangels oder einer Entzündung wie der Morbus Basedow, bei dem körpereigene Antikörper das Schilddrüsengewebe zu Wachstum und Hormonüberproduktion anregen.
Die umschriebene Vergrösserung der Drüse ist durch Knoten bedingt, die einzeln oder vermehrt auftreten können und dann durchaus unterschiedlich gross werden können. Manche Schilddrüsen sind vollständig knotig durchsetzt (Knotenstruma). Manche Knoten können Hormone produzieren, andere wiederum sind einfache Zysten. Die meisten Knoten sind gutartig (blande Struma), andere sind bösartig (maligne Struma).
Unterfunktion (Hypothyreose)
Die Unterfunktion ist Folge eines Jodmangels, einer Zerstörung des normalen Schilddüsengewebes durch Knoten, Tumor, Entzündung oder nach operativer Entfernung.
Überfunktion (Hyperthyreose)
Die Hyperthyreose wird meist durch eine Hormon-Überproduktion verursacht. Das passiert beim Morbus Basedow oder in «autonomen» Knoten, die sich der Regulation des Organismus entziehen. Autonome Knoten können einzeln oder innerhalb einer Knotenstruma entwickeln.
Symptome
Der Kropf macht sich durch eine Halsverdickung bemerkbar, die typischerweise ein Klossgefühl auslöst. Entzündungen können schmerzhaft sein, während der bösartige Kropf zu Heiserkeit und Lymphknotenschwellungen führen kann.
Eine Schilddrüsenunterfunktion führt zu Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Übergewicht, Zyklusstörungen, trockener Haut, Haarausfall, Verstopfung. Der Überschuss dieses Hormones führt zur Steigerung der Stoffwechselprozesse mit Unruhe, Herzrasen, vermehrtes Schwitzen, Schlaflosigkeit, Hunger und Gewichtsverlust.
Diagnostik
Die Funktion wird im Blutlabor untersucht. Die Morphologie der Schilddrüsenveränderungen wird mit dem Ultraschall (Sonographie) analysiert, der damit die wichtigste Untersuchungsmethode ist. Es kann die Grösse der Schilddrüse sowie die Grösse von allfälligen Knoten präzise vermessen werden. Die modernen Geräte erlauben auch die Abschätzung der Durchblutung, wodurch oftmals eine präzise Diagnose gestellt werden kann. Durch die Ultraschall-gesteuerte Feinnadel-Punktion können Zellproben ganz präzise aus auffälligen Bereichen entnommen werden. Das dient der besseren Unterscheidung von gutartig oder bösartig.
Therapie
- Unterfunktion (Hypothyreose)
Die Unterfunktion der Schilddrüse wird effektiv mittels Tabletten (Schilddrüsenhormonen) korrigiert. Die Dosis richtet sich nach dem Wohlbefinden und dem Laborwert TSH. Die Dosis bleibt über viele Jahre hinweg stabil und muss nur gelegentlich überprüft werden.
- Überfunktion (Hyperthyreose)
Die Überfunktion muss zügig behandelt werden. Zuerst kommen Medikamente zum Einsatz (Thyreostatika). Diese dürfen nicht dauerhaft eingenommen werden, weswegen Auslassversuche unternommen werden. Kann auf diese Weise keine funktionelle Normalisierung erreicht werden, folgt eine «definitive» Therapie in Form einer Radiojodtherapie oder einer Operation. Der Schilddrüsenspezialist wird die bessere Option in der individuellen Situation kennen
- Kropf (Struma)
Bei behandlungsbedürftigen Knoten in der Schilddrüse ist die Therapie der Wahl die operative Entfernung. Das Spektrum der Operation reicht von der einfachen Knotenentfernung über die einseitige Entfernung (Hemithyreoidektomie), die totale Entfernung (Thyreoidektomie) bis hin zur radikalen Resektion beim Schildrüsenkrebs. Im Regelfall ist für den Eingriff ein maximal 4-6 cm langer Hautschnitt am Hals möglich. Auf die kosmetischen Belange wird bei der Schnittführung und Naht grossen Wert gelegt.
Das Operationsziel beinhaltet die Schonung der Nachbarstrukturen. Dazu zählen die vier Nebenschilddrüsen an der hinteren Kapselwand. Diese werden durch die Lupenbrille aufgesucht und gezielt geschont, um einen späteren Calciumangel zu vermeiden. Nur noch selten kommt es zu einer Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen, welche eine Einnahme von Calcium und Vitamin D nötig macht.
Eine zweite sehr wichtige Struktur in enger Nachbarschaft zur Schilddrüse sind die beiden Stimmbandnerven. Die moderne Schilddrüsenchirurgie stellt die Nerven obligat dar und überprüft die Funktion mit einem Stimulator (intraoperatives Neuromonitoring). Die Schädigung der Nerven passiert dem erfahrenen Chirurgen nur noch sehr selten.
Die Unterfunktion ist recht einfach mit Medikamenten zu korrigieren. Eine Operation kann den Funktionsverlust nicht wiederherstellen
Die Fortschritte in der Ultraschalldiagnostik erlauben in den meisten Fällen eine präzise Diagnosestellung und Therapieeinleitung. Dadurch ist die Notwendigkeit einer Szintigraphie verringert worden. Die Szintigraphie kann hormonproduzierendes Gewebe erkennen und klären, ob eine generalisierte oder lokalisierte Überfunktion vorliegt. Sie spielt eine grosse Rolle in der Tumorsituation, z.B. für den Nachweis von Metastasen (Tochtergeschwülsten).
Ein «kalter Knoten» ist ein Begriff aus der Szintigraphie und bezeichnet einen Schilddrüsenknoten ohne Hormonproduktion. Dieser hat ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko und muss deshalb weiter abgeklärt werden, z.B. durch eine ultraschallgestützte Feinnadelpunktion oder operative Entfernung.
Das «autonome Adenom» ist das Gegenteil vom «kalten Knoten», nämlich der Knoten mit Überfunktion (Hyperthyreose). Zunächst gilt es, die Überfunktion mit Medikamenten (Thyreostatika) zu normalisieren als Vorbereitung auf eine «definitive Therapie». In der Regel hat die Operation gegenüber einer Radiojodtherapie relevante Vorteile. Lassen Sie sich diese genau erklären.
Die Lähmung eines Stimmbandnerven führt zur Heiserkeit und die beider Nerven zur Atemnot. Das ist die bekannteste und gefürchtetste Komplikation in der Schilddrüsenchirurgie. Mehrere Faktoren haben in den letzten Jahren zu einer drastischen Risikoverringerung geführt: operative Expertise, obligate Darstellung und Schonung der Nerven, Einsatz der Stimulationsmessung (intraoperatives Neuromonitoring). Die Verletzungsrate sollte heute unter 1 Prozent liegen. Sie steigt aber in der Risikosituation an (M. Basedow, Zweiteingriff, Carcinom).
Der Schilddrüsenkrebs ist in der Regel ein langsam wachsendes Carcinom, das zwar früh streuen kann, aber dessen Metastasen (Tochtergeschwülste) ebenfalls sehr langsam wachsen. Meist kann durch die Operation und anschliessende Radiojodtherapie eine Heilung erreicht werden. Der Standard ist die radikale Entfernung der Drüse, gegebenenfalls mit Ausräumung des Lymphabflussgebiets. Bei kleinen Tumoren kann das Ausmass heutzutage aber auch kleiner sein. Die Komplikationsrate der Operation ist gering.