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Konkret schlägt die Gesellschaft Francesco Trapani, den langjährigen Chef des familiengeführten italienischen Luxuslabels Bulgari, für einen Posten im Verwaltungsrat vor. Trapani sei eine "unbestrittene Führungspersönlichkeit in der Schmuck- und globalen Luxusgüterindustrie", heisst es in einer Mitteilung des Investors vom Mittwoch. Trapani ist ausserdem einer der Mitgründer von Bluebell, wie früheren Medienberichten zu entnehmen ist.
Weiter will Bluebell die Statuten des Unternehmens dahingehend ändern, dass die Mindestanzahl der Verwaltungsrates von aktuell drei auf sechs erhöht wird. Zudem sollen die Repräsentanten der A- und B-Aktionäre zu gleichen Teilen im Gremium vertreten sein.
Aktuell besteht der Verwaltungsrat von Richemont aus 18 Mitgliedern, den Vorsitz hat Firmengründer Johann Rupert. Von den 18 Verwaltungsräten könnten 11 nicht als unabhängig angesehen werden und ausserdem sei VRP Rupert "inhaltlich nicht unabhängig", so Bluebell.
Die Vorschläge werden den Aktionären auf der kommenden GV vom 7. September vorgelegt, wie es in einer Mitteilung von Richemont vom Dienstag heisst.
Familie Rupert mit Stimmen-Mehrheit
Das Aktienkapital von Richemont besteht aus je 522 Millionen A- und B-Namenaktien, wobei die A-Aktien einen zehnmal höheren Nennwert haben als die B-Aktien. Da jede Aktie nur eine Stimme hat, schafft es die Familie Rupert, die die gesamten B-Aktienanteile und damit 9,1 Prozent des Aktienkapitals hält, mehr als 50 Prozent der Stimmen und damit das Unternehmen zu kontrollieren.
Deshalb hält der aktivistische Investor die A-Aktionäre im Verwaltungsrat von Richemont für "unzureichend vertreten, insbesondere angesichts der derzeitigen Grösse des Verwaltungsrats".
Bluebell Capital Partners ist laut eigenen Angaben ein "langfristiger Investor, der sich auf europäische Publikumsaktien konzentriert". Er investiert in Unternehmen, denen ein deutlicher Abschlag zum inneren Wert zugeschrieben wird. Durch eigenes Engagement versucht Bluebell dann, den Aktionärswert zu steigern.
Wie hoch der Anteil von Bluebell an Richemont ist, ist nicht bekannt. Weil es allerdings keine Beteiligungsmeldungen dazu gibt, muss der Anteil unter 3 Prozent liegen. Um einen Verhandlungsgegenstand auf der Agenda der Generalversammlung traktandieren zu können, braucht es allerdings laut den Statuten einen Anteil von mindestens 1 Million A-Aktien.
tv/ra
(AWP)