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Diskussion und InterpretationDie zusammengetragenen Daten zur Beschäftigung eines einfachen Soldaten im WK wurden zur Diskussion in Diagrammen visualisiert. Diagramm 1 zeigt die durchschnittliche zeitliche Beschäftigung, die während der "aktiven" WK Tage mit welchen Tätigkeiten verbracht wurde. Farblich ist das Diagramm so aufbereitet, dass menschliche Notwendigkeiten (Schlaf, Bedürfnisse und etwas Freizeit) in grünen Farben dargestellt worden sind. Militärische Tätigkeiten, zum Beispiel Ausbildungen, Übungen oder auch die Wartung von Material, sind in roten Tönen dargestellt. Blau sind alle Wartezeiten und Pausen mit undefiniertem zeitlichen Rahmen. Das heisst, es ist zum Zeitpunkt der Pause, unklar wann der nächste Befehl ausgeführt werden muss. Im Gegensatz dazu wurden Pausen mit definiertem Zeitrahmen der "Freizeit" zugeordnet.
Das zweite Diagramm zeigt die zeitliche Beschäftigung aufgeschlüsselt für jeden WK Tag. Die farbliche Codierung entspricht den Kategorien aus dem ersten Diagramm.
Bezüglich der militärischen Tätigkeiten (rötliche Färbung)ist deutlich ersichtlich, dass während dem Fahrerrepetitorium (Tag 1) und der ersten WK Woche (Tag 2-6) der Löwenanteil der Zeit mit militärischer Ausbilung verbracht worden ist. In der zweiten und zu Beginn der dritten WK Woche (Tage 9-13 und 16-17) sind Übungen in den Vordergrund gerückt. Am Anfang des WKs (Tag 1-2) sowie gegen Ende der dritten Woche (Tag 19-20) ist vermehrt Zeit mit der Kontrolle und der Wartung von Material verbracht worden.
Auffällig ist der hohe Anteil von Wartezeiten mit undefiniertem Zeitrahmen: Dieser beträgt durchschnittlich 27%, erreicht aber an einzelnen Tagen bis zu 47% der Zeit. Die Tage mit den grössten Anteilen "Wartezeit" entsprechen dem Fahrerrepetitorium, dem Einrückungstag, der Montag vor der ersten Übung und den WEMA Tagen. An diesen Tagen warten Soldaten wie Chilijohny im Schnitt rund 40% der Zeit. Eine Ursache dafür ist sicherlich die Zusammenarbeit mit den Logistikzentren, wo Material in der Regel sehr langsam gefasst/zurückgefasst werden kann. Lange Wartezeiten zu Beginn der ersten grossen Übungen sind auch keine Ausnahme, da die Inbetriebnahme von Funk meist harzig verläuft.
Zusammenfassend wird mehr Zeit mit Warten/Pause (27%) verbracht als mit der militärischen Ausbildung (9%) und Übungen (12%) zusammen. Von den 20 geleisteten Diensttagen, entfallen 4 Tage auf Urlaub. Von den restlichen 16 Tagen wird rund 25% auf neue Befehle gewartet und Pause gemacht. Mehr als die Hälfte der verbleibenden 12 Tage verbringt Chilijohny mit Schlafen, Duschen, Essen und Freizeit. In den 20 Tagen verbringt ein einfacher Soldat etwa 125h mit militärischen Tätigkeiten. Dies entspricht ziemlich genau der typischen Arbeitszeit während dreier Wochen, allerdings ist die Einschneidungen der Individualität im Zivilleben selbstverständlich deutlich geringer.
|Zusammenfassung der Daten||Zum Inhaltsverzeichnis||Schlussfolgerungen|