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«Sie [die Ballerina] ist der Inbegriff der Präzision. Sie ist ein Uhrwerk. Während sie tanzt, denkt sie, sie hätte sich bei ihrem Sprung ein wenig mehr Freiheit nehmen sollen, aber sie kann sich keine Freiheit nehmen, weil ihre Bewegungen nicht die ihren sind. Jede Wechselwirkung ihres Körpers mit dem Boden und mit dem Raum ist bis auf einen Milliardstelmillimeter vorbestimmt. Da ist kein Spielraum. … In einer Welt, in der die Zukunft feststeht, gibt es weder Gut noch Böse. Gut und Böse, das setzt Entscheidungsfreiheit voraus, doch wenn jede Tat schon im voraus entschieden ist, kann von Entscheidungsfreiheit keine Rede sein. In einer Welt in der die Zukunft feststeht, ist niemand verantwortlich. Die Räume sind von vornherein eingerichtet.»
A. Lightman (1994, S. 185 ff.)
Wenn Menschen in einer Unternehmung und Führungsfunktion so funktionieren wie die Tänzerin in Alan Lightmans Geschichte, werden mit einer grossen Wahrscheinlichkeit Fehlentscheide getroffen. Weil sich niemand für das Endresultat verantwortlich fühlt. Ich erachte es als äusserst wichtig, dass Führungskräfte und Mitarbeiter in der Lage sind, trotz organisatorischen Rahmenbedingungen sich immer wieder Freiheit in Gedanken zu verschaffen. Nur so, glaube ich, gelingt es Menschen in einer Unternehmung, die für ihren langfristigen Erfolg notwendige Innovation hervorzubringen und adäquate, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.