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Barcelona: Damals heiss umkämpft – heute heiss geliebt
Direkt am Mittelmeer liegt die zweitgrösste Stadt Spaniens, welche zugleich der Regierungssitz der Provinz Barcelona ist. In der Stadt selbst können Sie einen abwechslungsreichen Urlaub verbringen. Ob Entspannung, Sport oder eine mehrtägige Städtereise – Barcelona zeigt gerne seine vielen Facetten, die einen Urlaub dort für viele Menschen so interessant machen.
Die Geschichte der Stadt Barcelona geht bis in die Zeit um Christi Geburt zurück. An der Stelle des heutigen Barcelona befand sich damals der iberische Ort „Barkeno“. Die strategisch günstige Lage zwischen Mittelmeer und Gebirgskamm machten sie bei allen Herrschern, die über die Jahrhunderte Barcelona ihr Eigen nannten, zu einer begehrten und umkämpften Stadt. Nach den Iberern übernahmen die Römer die Siedlung; auf sie folgten dann schliesslich christliche Mächte, die aber auch unter der Flagge Roms herrschten. Ab dem 5. Jahrhundert regierten dann Westgoten über die Stadt – erst als Alliierte der Römer, später allein.
Machtstreit im Laufe der Jahrhunderte
Den Westgoten folgten 711 die Mauren, arabische Invasoren, die aber keine einhundert Jahre über die Stadt bestimmten. Im Jahr 801 nahm Ludwig der Fromme die Stadt ein. Die Eroberung Barcelonas, die auf eine lange Belagerungszeit folgte, war einer der am südlichsten gelegenen Erfolge Ludwig des Frommen. Bis zur Reconquista hielt die Herrschaft der Mauren in den südlicheren Regionen auf der iberischen Halbinsel an. Barcelona gehörte bis 1137 allerdings zur Spanischen Mark, auf welche die „Krone Aragonien“ folgte. Die spanische Monarchie unter Ferdinand II. von Aragonien und Isabella I. von Kastilien, welche aus der Heirat der beiden und dem damit zusammenhängenden Zusammenschluss der beiden spanischen Königshäuser entstand, folgte 1469.
Im 17. Jahrhundert entstand ein Disput zwischen Frankreich und Spanien, bei dem sich die Region Katalonien auf die Seite Frankreichs schlug. Infolgedessen wurde sie 1659 im Rahmen des „Pyrenäenfriedens“ zwischen den Nationen aufgeteilt. Wenig später folgte der Spanische Erbfolgekrieg, der mit dem Frieden von Utrecht endete. 1714 wurde Barcelona von französischen Einheiten besetzt. In den folgenden Jahren und Jahrhunderten stand Barcelona oftmals wieder zwischen mehreren Stühlen. Auch war die Stadt stets Schauplatz für Demonstrationen, Aufstände und andere Umbrüchen und Umbruchversuche. Eine reichhaltige Geschichte also, die die Stadt, wie Sie sie heute besuchen können, nachhaltig prägte.
Barcelona und die Sehenswürdigkeiten
Besonders sehenswert ist in Barcelona der Stadtkern mit seinem „Gotischen Viertel“ (katalanisch „Barri Gòtic“). Hier finden Sie eine grosse Anzahl an baulichen Zeugen der mittelalterlichen Handels- und Herrscherstadt, die so heiss umkämpft war. Von der Geschichte der Stadt erzählt neben den Bauwerken auch das Stadtmuseum „Museu d’Història de Barcelona“. Hier erfahren Sie interessante Details zu den ersten Siedlungen, den historischen Festen und Bräuchen der verschiedenen Kulturen, die Einfluss auf die Stadt hatten, und selbstverständlich zu vielen weiteren Themen. Das Museum wird stets auf einem modernen Stand gehalten und präsentiert neben den Dauer- auch in Wechselausstellungen und mithilfe moderner Technik viele verschiedene Aspekte der Stadtgeschichte.
„La Catedral“ des Gotischen Viertels
Die kurz „La Catedral“ genannte La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia vermittelt Ihnen einen Einblick in die imposante sakrale Architektur verschiedener Jahrhunderte. Die Kathedrale ist an der Stelle eines alten römischen Tempels im 6. Jahrhundert errichtet worden. Allerdings wurde dieser Bau im Jahr 985 zerstört und der Nachfolgebau 1058 eingeweiht. Aber auch dieser blieb nicht das letzte Gebäude an diesem Ort. Die Grundsteinlegung für die Kathedrale, wie Sie sie heute besuchen können, erfolgte 1298; 150 Jahre später war sie fertig gebaut. Im Jahr 1500 wurde sie um den Glockenturm ergänzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fassade unter Zuhilfenahme von Plänen aus dem frühen 15. Jahrhundert erneuert. Der mittlere und höchste der drei imposanten Türme wurde von 1906 bis 1913 errichtet.
Der Verwaltungssitz Barcelonas und Kataloniens
Ebenfalls im Barri Gòtic befindet sich der Palau de la Generalitat. In diesem Palast befindet sich heute der Sitz der Generalitat de Catalunya, also der Verwaltung der Region Katalonien. Damit ist der mittelalterliche Palast einer der wenigen Bauten Europas, der seit dem Bau vor mehreren hundert Jahren für solche Zwecke genutzt wird. Neben dem Gebäude und seiner Architektur finden Sie hier auch eine überdachte Brücke, die sogenannte „Seufzerbrücke“, die den Palast mit einem Nebengebäude verbindet.
Viele weitere Sehenswürdigkeiten
Zu den vielen anderen Sehenswürdigkeiten zählen zum Beispiel das Palau Episcopal, das ehemalige Palais des Erzbischofs, das im 13. Jahrhundert anstelle eines römischen Baus errichtet wurde, das Centre Excursionista de Catalunya, welches die Reste eines im 2. Jahrhundert errichteten Augustustempels darstellt sowie das Museu Frederic Marès und das Museu Sentimental mit Skulpturen und historisch-grossbürgerlichen Gegenständen.
Freizeit und Aktivitäten
Durch die Lage am Meer lohnt sich ein Besuch Barcelonas natürlich auch für Freunde des Wassersports, des Sonnenbadens und für Familien mit Kindern, die gern am Strand und im Wasser spielen. Für Golf-, Tennis- und andere Sportfreunde hält die Stadt ebenfalls ein reichhaltiges Angebot bereit. Im Umland befinden sich zudem mehrere Naturgebiete, in denen Wanderer, Fahrrad- und Mountainbike-Fahrer auf ihre Kosten kommen.
Obersttes Bild: Barcelona – die zweitgrösste Stadt Spaniens. (© Martin Fels / pixelio.de)