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Der Streifzug im Überblick
- Datum: Montag, 13. Mai 2024
- Pauschalpreis pro Person:
CHF 96.–
- Mindest-/Maximalbeteiligung: 15/20 Personen
- Anmeldeschluss: 24. April 2024, danach auf Anfrage
Das zisterziensische Kloster Wettingen wurde 1227 von Heinrich II von Rapperswil gestiftet. Die Legende will, dass er in Seenot Maria, die Mutter Gottes, um Hilfe anrief und ihr bei Rettung ein Kloster versprach. Der Sturm legte sich und wieder zu Hause baute Heinrich auf der Limmathalbinsel das versprochene Kloster – ein Zisterzienserkloster sollte es werden.
Der Zisterzienserorden entstand 1098 aus dem Benediktinerorden heraus. Einige Mönche waren unzufrieden mit dessen Entwicklung. Die benediktinische Idee «ora et labora» (bete und arbeite) war dem Reichtum gewichen. Anfang des 12. Jahrhunderts begann der Aufschwung der Zisterzienser. In der Wettinger Mönchsgemeinschaft lebten Priester und Laienbrüder. Nachdem das Kloster 1507 einem verheerenden Brand fast völlig zum Opfer fiel, geriet das klösterliche Leben durch die Reformation 1529 schon wieder in Gefahr.
Die meisten Mönche traten zum neuen Glauben über und heirateten. Aber eine kleine Gemeinschaft überstand die Irren und Wirren, und 1594 wurde Peter Schmid zum Abt gewählt, um dem Kloster zu neuer Blüte zu verhelfen. Während der Französischen Revolution lag das Kloster Wettingen mitten im Kriegsgebiet und musste Offiziere aller Kriegsparteien (Franzosen, Österreicher, Russen) bei sich einquartieren. Die Skepsis der Revolutionäre allem Religiösen gegenüber erhielt im jungen Kanton Aargau im 19. Jahrhundert grosse Zustimmung.
1841 wurde im Grossrat in Aarau die Auflösung der aargauischen Klöster beschlossen, der Kanton verkaufte grosse Flächen und Gebäude an Private. Ab 1847 befand sich das Lehrerseminar in Wettingen, und 1976 wurde die Kantonsschule in den Klosterräumen eingerichtet. Seit dem 1. April 2022 betreibt das MUSEUM AARGAU im Aussenbereich und in ausgewählten Innenräumen ein Museum.
Pionierhaftes Projekt «Schule macht Museum»
Der Historiker Dr. Marco Sigg, Direktor von MUSEUM AARGAU, kennt die Geschichte(n) dieses Kulturerbes. Er bietet Einblick in die wechselvolle Vergangenheit der Halbinsel und das klösterliche Ensemble samt Klosterkirche. Und er berichtet über das neue Museum, das in diesem Jahr für den Europäischen Museumspreis nominiert ist.
Mit dem pionierhaften Projekt «Schule macht Museum» werden völlig neue Wege beschritten. Idee, Inhalte und Gestaltung der Ausstellung im Parlatorium wurden von MUSEUM AARGAU mit Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Wettingen auf dem Areal erarbeitet. Das Parlatorium – der Raum, in dem das Museum eingerichtet ist – wurde im Jahr 1600 erbaut und war einer der wenigen Klosterräume, in denen gesprochen werden durfte. Mit der neuen Ausstellung lädt MUSEUM AARGAU zum Gespräch über Glaube, Macht und Wissen ein. Diese Themen schlagen Brücken von der klösterlichen Vergangenheit dieses Ortes ins Hier und Heute. Zur Stärkung gibt es nach dem Rundgang eine mittelalterliche Vesper im Kapitelsaal des Klosters.
Programm:
- Individuelle An- und Rückreise
- 13.50 Uhr: Treffpunkt beim Gästezentrum der Klosterhalbinsel Wettingen
- 14 Uhr: Begrüssung durch Dr. Marco Sigg
- 14.15 Uhr: Einblick ins Projekt «Schule macht Museum»
- 15 Uhr: Rundgang durch ausgewählte Räume des ehemaligen Zisterzienserklosters (heute Kantonsschule) und Geschichtliches zum ehem. Konvent
- 15.30 Uhr: Mittelalterliche Vesper im Kapitelsaal
- 16.15 Uhr: Rundgang Klosterkirche, Input zum musealen Konzept, Herausforderungen
- 17 Uhr: Verabschiedung auf dem Klosterplatz, Ende der Veranstaltung
Konzipiert und begleitet wird der Nachmittag von Dr. Marco Sigg, Direktor Museum Aargau, www.museumaargau.ch und Susann Bosshard-Kälin, Schweizer Museumspass, www.museumspass.ch.