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Australiens Bürger sollen einen Teil der durch die Überschwemmungskatastrophe entstandenen Kosten mittragen. Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als 50'000 australischen Dollar (36'000 Euro) sollen eine Sonderabgabe von 0,5 Prozent ihres Einkommens zahlen.
Dies kündigte Premierministerin Julia Gillard am Donnerstag an. Ausgenommen seien Haushalte, die von dem Hochwasser direkt betroffen seien. Die Regierung erhofft sich von der Steuer Einnahmen in Höhe von 1,8 Milliarden australischen Dollar.
Laut Gillard werden die Überschwemmungen den Staatshaushalt nach ersten groben Schätzungen mit rund 5,6 Milliarden australischen Dollar belasten. Sie könnten damit zur "teuersten Naturkatastrophe unserer Geschichte werden", sagte die Regierungschefin.
Das Bruttoinlandprodukt werde wegen der schweren Überflutungen im laufenden Haushaltsjahr voraussichtlich um einen halben Prozentpunkt niedriger ausfallen, warnte sie. Vor der Katastrophe war Finanzminister Wayne Swan von einem Wachstum von 3,25 Prozent im Haushaltsjahr 2010/2011 ausgegangen.
Landwirtschaft und Kohleindustrie betroffen
Die Premierministerin muss die Sonderabgabe nun noch durchs Parlament bringen, in dem ihre Labour-Partei nur über eine hauchdünne Mehrheit verfügt. Die konservativen Torys sind laut ihrem Anführer Tony Abbott gegen die Abgabe.
Die Überschwemmungskatastrophe hatte Ende vergangenen Jahres im nordöstlichen Bundesstaat Queensland begonnen, der überwiegend von der Landwirtschaft und Kohleindustrie lebt. Die Wassermassen zerstörten einen grossen Teil der Getreideernte und überschwemmten Kohleschächte.
Von den Überschwemmungen betroffen sind auch die Bundesstaaten Victoria und New South Wales im Südosten Australiens. In Victoria konnten die Bewohner am Donnerstag noch immer nicht aufatmen. Der grösste Fluss Australiens, der Murray, drohte mehrere Dörfer zu überschwemmen.
SDA-ATS