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Es war im Februar 2018, als der chinesische Textil-Riese Shandong Ruyi das Schweizer Schuh-, Lederwaren und Modelabel Bally übernahm. Damals wurde die Übernahme als Befreiungsschlage für die Traditionsmarke gefeiert. Schliesslich ist Shandong Ruyi nicht irgendwer, sondern nach Umsatz deutlich grösser als Unternehmen mit bekannten Marken wie etwa Michael Kors, Burberry oder Prada.
Das Problem sind zwei Dollar-Anleihen. Eine wird bereits am 19. Dezember zur Rückzahlung fällig, eine andere im Jahr 2022. Vor diesem Hintergrund hat die Ratingagentur S&P am Freitag ihr Rating für Shandong Ruyi zurückgezogen.S&P betonte, der Schritt sei «auf Wunsch des Unternehmens» erfolgt. Zuletzt wurde die Bonität der Chinesen mit CCC+ eingestuft, mit negativem Ausblick. Das heisst: Für S&P waren die Anleihen höchst spekulative Anlagen.
Um die eigene Kapitalbasis zu verbessern, hat Shandong Ruyi kürzlich einen neuen Grossaktionär an Bord geholt. Es handelt sich um eine staatliche Investmentgesellschaft, die in einer Region Chinas Bauvorhaben finanzieren soll.
Chinas Traum von einem eigenen LVMH
Ruyi-Chef Qiu Yafu will mit dem Unternehmen zu einer Art LVMH Chinas werden. Das jedenfalls sagte er letztes Jahr in einem Interview.
Seit 2015 kaufte er diverse europäische Luxus- und Premiumlabels zusammen. Neben Bally gehören der britische Massschneider Gieves&Hawkes, der ebenfalls britische Trenchcoat-Anbieter Aquascutum sowie die französischen Labels Sandro, Maje und Claudie Pierlot zu Shandong Ruyi.
(mit Material von Bloomberg)