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Die obligatorische Erdbeben-Versicherung kommt. Aber wie wird sie aussehen? Man wird es bald wissen. Bis zum 14. Oktober werden im Rahmen einer Konsultation nun erst einmal verschiedene Lösungsvorschläge diskutiert, berichtete das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) am 18. Juli 2013. Die grundlegenden Vorschläge zur Erdbebenversicherung stammen aus der Diskussionen diverser für den Erdbebenschutz in der Schweiz relevanter Organisationen unter Federführung des EFD. Basis der Initiative fürs Gesetz ist die am 14. März 2012 vom Parlament überwiesene und dem EFD zur Bearbeitung zugeteilte Motion Fournier (11.3511). Sie „verlangt vom Bundesrat, in der gesamten Schweiz eine obligatorische Versicherung von Gebäuden gegen Schäden, die durch Erdbeben verursacht werden, zu veranlassen“, heisst es weiter in der Mitteilung des EFD. Hausbesitzer sollten die Diskussion gut verfolgen, um sich auf dem neuesten Stand zu halten, welche Variante sich letztlich durchsetzen wird.
Erdbeben in der Schweiz
Erdbeben gibt es praktisch täglich in der Schweiz. Wie oft die schweizerische Erde bebt, belegt etwa ein Blick auf die Internetseite des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED). Bei den meisten hier dokumentierten Beben handelt es sich allerdings um Mikrobeben, die auf der Richterskala einen Wert von unter 2 erreichen, oder aber sehr leichte Beben mit einem Wert zwischen 2 und unter 3. Solche Beben sind praktisch nicht zu spüren. Spürbar werden erst Beben ab einer Stärke von 3, wobei Beben mit Werten zwischen 3 und unter 4 zwar spürbar sind, aber selten zu Gebäudeschäden führen. Solche Erdbeben kommen laut SED im langjährigen Mittel etwa zehnmal pro Jahr vor.
„Etwa alle 10 bis 20 Jahre kommt es zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von mindestens 5“ heisst es auf der SED Internetseite. Erdbeben mit Werten von 5 bis unter 6 auf der Richterskala werden als mittelstark bezeichnet. Sie können bei anfälligen Gebäuden ernstere und bei robusten leichte Schäden verursachen. Erdbeben mit einer Stärke ab 6 kommen laut SED nur alle 100 bis 150 Jahre in der Schweiz vor. Sie sind „zwar selten, können aber überall und jederzeit in der Schweiz auftreten“. Ab einem Wert von „6“ muss man mit Schäden in grösserem Umkreis um das Erdbebenzentrum herum rechnen. Bei „6,6“ lag übrigens der Wert des bisher stärksten historisch dokumentierten Erdbebens in der Schweiz. Der Wert wurde 1356 in Basel gemessen. Erdbeben sind das Naturereignis mit dem grössten Zerstörungspotenzial. „Im weltweiten Vergleich besteht in der Schweiz hierfür eine mässige bis mittlere Gefährdung“, heisst es in der Pressemitteilung des EFD. „Mässig bis mittel“ hört sich nicht unbedingt sehr gefährlich an, macht die Schweiz aber doch zu einem Land mit überdurchschnittlichen Erdbebenrisiko, auf das Schweizer eventuell nur bedingt gut eingestellt sind. „Trotz dieses überdurchschnittlichen Risikos gibt es in unserem Land derzeit keinen umfassenden Versicherungsschutz für Schäden als Folge von Erdbeben“, heisst es in der EFD-Pressemitteilung.
Suche nach der richtigen obligatorischen Versicherungslösung
Aktuell liegen zwei grundsätzliche Lösungsvarianten für die Organisation der obligatorischen Erdbeben-Versicherung in der Schweiz vor. Sie wurden im Rahmen einer breit abgestützten Projektorganisation unter Federführung des EFD ausgearbeitet, wobei sich unter anderem die kantonalen Gebäudeversicherer, die Privatversicherungen, der Hauseigentümerverband, die FINMA, das Bundesamt für Umwelt und der Kanton Wallis beteiligt haben. Infrage kommt sowohl eine „Bundeslösung als auch eine auf einem Konkordat basierende föderale Lösung“, schreibt das EFD. Für eine Bundeslösung müsste allerdings zunächst mittels Verfassungsänderung eine entsprechende Kompetenz geschaffen werden, während für die föderale Lösung das Einverständnis sämtlicher Kantone notwendig ist, heisst es weiter. Als mögliche Versicherungsprodukte für den Erdbebenschutz kommen „eine Versicherung nur für Gebäude, eine Versicherung für Gebäude und Aufräumkosten und eine Versicherung für Gebäude, Aufräumkosten und Hausrat/Fahrhabe“ in Frage, wobei sowohl die Versicherer und die Versicherten (Selbstbehalt) als auch die öffentliche Hand zur Finanzierung eines Schadenereignisses beitragen sollen.