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Einleitung:
Es gibt in jüngster Zeit Daten, die darauf hindeuten, daß die Demenzkrankheit in unserer Gesellschaft im Zunehmen begriffen ist. Man rechnet in der Bundesrepublik Deutschland jetzt bereits mit etwa 1 Million Erkrankter, die jährliche Inzidenz wird auf 50.000 neue Erkrankungsfälle berechnet. Epidemiologische Untersuchungen deuten darauf hin, daß der größere Teil Erkrankter Frauen sind. Bei Demenzerkrankungen unterscheidet man solche, die durch ein genetisches Risiko bei Polymorphismen und Mutationen in bestimmten Genen entstehen, solche die durch Gefäßkrankheiten bedingt sind und solche, welche durch metabolisch-entzündliche Veränderungen im Gehirn entstehen. Der Morbus Alzheimer hat sowohl ein genetisches Risiko als auch ein Risiko aus Stoffwechselveränderungen. Das Krankheitsbild des Morbus Alzheimer ist hauptsächlich (neben anderen Veränderungen) charakterisiert durch extrazelluläre Ausbildung von sogenannten Plaques im neuronalen Netzwerk des Gehirns. Die Plaques entstehen dadurch, daß aus dem Alzheimer-Vorläuferprotein durch pathologische Vorgänge nicht ein wasserlösliches untoxisches Abbauprodukt entsteht, sondern daß ein toxisches Beta 4-Protein entsteht. Dieses Protein kann einmal durch eine genetische Störung des enzymatischen Abbauweges entstehen, dann aber auch durch erworbene Störungen des Proteinmetabolismus, z.B. durch die Bildung von freien Radikalen. Durch diesen Vorgang kommt es zur Bildung von fibrillären Proteinen aus Beta 4-Protein es sind diese fibrillären Proteine welche neurotoxisch sind. Intrazellulär entsteht ebenfalls durch pathologische enzymatische Vorgänge eine vermehrte Glykosilierung von Tau-Proteinen, zusammen mit einer vermehrten Bildung von freien Sauerstoffradikalen, entstehen wiederum fibrillär-gewundene Proteine, die am Zellkern eine entzündungsähnliche Reaktion auslösen können. Fibriläre Beta 4-Proteine und fibrilläre Tau-Proteine rufen im neuronalen Gewebe ein Programm auf, welches zur Apoptose von Gehirnzellen führt. Hierdurch kommt es zum vorzeitigen Untergang neuronalen Gewebes und zu einem Verlust der neuronalen Vernetzung des Gehirns. Östrogene greifen auf allen diesen Ebenen in den neuronalen Stoffwechsel ein, dies wird im Folgenden dargestellt werden.
MORBUS ALZHEIMER UND ÖSTROGENE
Einleitung: