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Liegt Zimtduft in der Luft, fühlen wir uns geborgen. Zimt vertreibt die innere Kälte, kurbelt die Verdauung an, löst Menstruationskrämpfe und weckt die Liebeslust.
Die europäische Herkunft des Gattungsnamens «Cinnamomum» basiert auf dem griechischen «kinéin» (bewegen) und «a momos» (ohne Tadel). Übersetzt heisst der Name «zusammengerolltes, tadelloses Gewürz». Eine andere Erklärung bezieht sich auf eine indonesisch-malaysische Quelle, die «Cinnamomum» aus dem Wortstamm «kayu manis» ableitet, zu Deutsch «süsses Holz».
Zimt ist nicht gleich Zimt
Von der Cinnamomum-Gattung gibt es viele Arten mit zum Teil nur minimen botanischen Abweichungen. Die wichtigsten sind: Cinnamomum ceylanicum (verum) und Cinnamomum cassia (aromaticum). Die Rinde des chinesischen Cassia-Zimts wurde in Europa viel früher als der ceylanische aus Sri Lanka gehandelt. Seine Gewinnung ist einfacher und billiger, weshalb er in der Lebensmittelindustrie sehr verbreitet ist. Dieser Zimt enthält im Vergleich zum Ceylon-Zimt weniger ätherisches Öl (weshalb er bitterer ist), dafür aber mehr Cumarine. Diese können in hohen Dosen die Leber schädigen. Die Verwendung von Cassia-Zimt ist aus diesem Grund mengenmässig limitiert. Für die therapeutische Anwendung wird hauptsächlich der ceylanische Zimt verwendet.
Zimt zählt zu den ältesten Spezereien der Welt. Er hat nicht nur als Gewürz, sondern auch als Konservierungs-, Heil- und Liebesmittel den Welthandel schon früh mit beeinflusst. Lange Zeit beherrschten die Araber den Gewürzhandel und hielten die Herkunft der heiss begehrten Zimtrinde geheim. Erst im 16. Jahrhundert eroberten die Portugiesen die Küste Sri Lankas und bemächtigten sich des Zimtmonopols, das sie 1632 an die Holländer verloren. Diesen gelang erstmals das Anlegen von Zimtkulturen. 1796 mussten sie aber die Zimtvormacht an die Briten abtreten. Heute sind – neben Sri Lanka – Madagaskar, die Seychellen und Indonesien die wichtigsten Zimtproduzenten.
Löst Krämpfe und wärmt
Ceylon-Zimt als Heilmittel fördert die Durchblutung der glatten Muskulatur und löst so Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe des Verdauungstraktes sowie Menstruationsbeschwerden. Als lustvoller Nebeneffekt fördert er die Durchblutung der Geschlechtsorgane und ist deshalb ein begehrtes Aphrodisiakum. Menschen, denen es immer zu kalt ist, kann Zimt auch als gute Alternative zur Wärmeflasche dienen.
Die Hauptwirkstoffe von Zimt sind ätherisches Öl und Gerbstoffe. Für die blutzuckersenkende Wirkung sind die Gerbstoffe verantwortlich. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell, fungizid und durchblutungsfördernd. Zur diätischen Unterstützung bei Diabetes Typ 2 können unter Absprache mit dem Arzt dreimal täglich zwei bis drei Ceylon-Zimtpulverkapseln kurmässig eingenommen werden. Sie ersetzen jedoch auf keinen Fall die medikamentöse Therapie. Zur Linderung von Menstruationskrämpfen sollen bei den ersten Symptomen dreimal täglich 20 Tropfen Zimt-Urtinktur eingenommen werden. Tee oder Urtinktur nach dem Essen wirken verdauungsfördernd und wecken vor dem Schlafengehen die Liebeslust.
Steckbrief
Familie
Lorbeergewächse (Lauraceae)
Aussehen
Der Zimtbaum wird bis zu zwölf Meter gross. Die kurzstieligen Blätter sind lanzettlich und dunkelgrün glänzend. Der Blütenstand hängt am Ende eines jeden Sprosstriebes. Für die Ernte wird der Baum alle drei bis vier Jahre auf den hauptstamm zurückgeschnitten, um frische Rinde von den neu entstandenen Seitenästen zu gewinnen.
Standort
Feuchtwarmes Tropenklima. Bevorzugt sandig-lehmigen Untergrund im Halbschatten.
Botanische Einordnung
Der Zimtbaum ist ein immergrüner Baum, der mehrere Hundert Jahre alt werden kann.
Erntezeit
Ein- bis dreimal pro Jahr wird die Rinde in Längsstreifen von den jungen Seitenästen abgelöst und in Kokosmatten eingeschlagen, um den Fermentationsprozess auszulösen. Darauf wird die Aussenrinde abgeschabt und die dünne Innenrinde stückweise ineinandergeschoben. Die so entstandenen «Quills» werden im Schatten getrocknet.
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