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Das Siedlungsgebiet der Schweiz nahm allein zwischen 1985 und 2009 um die Fläche des Genfersees zu. Vielerorts entsteht ein Siedlungsbrei, Agrarland geht verloren, Energieverbrauch und Infrastrukturkosten steigen. Eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Zersiedelung spielen die Gemeinden: Sie müssen sich im Rahmen der kantonalen Richtpläne entwickeln und dabei die unterschiedlichsten Interessen unter einen Hut bringen.
Unterstützt durch das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden» (NFP 68) haben WSL-Forschende Antworten von 1619 Gemeinden hinsichtlich der Frage ausgewertet, mit welchen Massnahmen und Organisationsstrukturen diese in den letzten Jahrzehnten ihren Boden geplant und entwickelt haben. Die häufigsten Massnahmen zielen auf verdichtetes Bauen und die strategische Entwicklung der Gemeinden ab. Oft bestimmen Gemeinden, dass Parzellen höher und dichter bebaut werden dürfen oder gar sollen, oder sie legen Freihaltezonen fest, die offene Grünflächen schützen.
Grosse Gemeinden steuern die Überbauung grösserer Gebiete häufig mit Sondernutzungsplänen und Architekturwettbewerben. Vor allem in jüngerer Zeit wird die Neueinzonung eingeschränkt, wenn auch nur selten. Kleine Gemeinden versuchen eher, Baulücken im Ortsinneren zu füllen, statt am Rand weiterzuwachsen. Dies geschieht etwa mit der Pflicht, in die Bauzone aufgenommene Flächen innert einer gewissen Frist zu überbauen.
Die Umfrage gibt erstmals einen systematischen Überblick darüber, wie die Raumplanung auf lokaler Ebene organisiert ist. Damit lassen sich Gemeinden und auch Regionen vergleichen. Dank den Daten können nun auch weitere Zusammenhänge untersucht werden, zum Beispiel der Einfluss bestimmter Steuerungsinstrumente auf die Zersiedelung. (Beate Kittl, Diagonal 2/16)