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"Ohne die Emanzipation der Frauen ist der Begriff der Demokratie nur Heuchelei und Lüge."
Ihr ganzes Leben war bestimmt durch den Kampf für die soziale, politische und wirtschaftliche Gleichstellung der Frauen. Stark geprägt von den Idealen der Französischen Revolution wie Gleichheit und Freiheit, investierte die Genferin Emilie Gourd nicht nur ihre Zeit, sondern auch ihr Vermögen in die Frauenbewegung und nannte sich selbst "Feministin von Beruf". Als Präsidentin zahlreicher Vereine und Organisationen engagierte sie sich vor allem in Genf, aber auch national und international, für die politischen Rechte der Frauen. Sie gründete die Zeitschrift "Le mouvement féministe" (heute "L'Emilie"), deren Chefredakteurin sie bis zu ihrem Tod blieb. In dieser Funktion sprach sie weitere Gleichstellungsthemen an: zum Beispiel die Notwendigkeit einer Mutterschaftsversicherung, Lohngleichheit oder bessere Bildungschancen für Mädchen und Frauen. Heute ist "L'Emilie" die älteste noch bestehende feministische Zeitschrift Europas.
Im Jahr 1946, als Emilie Gourd starb, wurde im Kanton Genf zum dritten Mal das Stimm- und Wahlrecht für Frauen abgelehnt. Erst 1960 trug ihr lebenslanger Kampf endlich Früchte: Die Genferinnen erhielten zumindest auf kantonaler Ebene ihre vollen politischen Rechte.