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Am 13. Mai wurde der Gemeinde Val-de-Ruz als erste Gemeinde im Kanton Neuenburg die Auszeichnung Fair Trade Town verliehen. Die Auszeichnungsfeier fand am Internationalen Tag des Fairen Handels statt und leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Fair Trade Bewegung und zur Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für einen nachhaltigen Konsum, der niemanden zurücklässt.
Um die Auszeichnung zu erhalten, konnte die Gemeinde eine Reihe von lokalen, öffentlichen und privaten Akteuren zusammenbringen, die sich verpflichtet haben, bei importierten Lebensmitteln und Gütern (Kaffee, Kakao, Baumwolle usw.) Produkte aus Fairem Handel anzubieten bzw. zu verwenden. So schlossen sich rund 20 Unternehmen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen der Kampagne an und verpflichteten sich zu diesen Massnahmen.
Die Auszeichnungsfeier fand am Morgen des 13. Mai vor dem Magasin du Monde Weltladen in Cernier statt gefolgt von einem gemütlichen Apéro.
Anja Imobersteg, Projektverantwortliche der Kampagne Fair Trade Town in der Romandie, eröffnete die Zeremonie und erinnerte daran, dass unser Lebensstil und unser Konsumverhalten mitverantwortlich sind für den Klimawandel und die Verschärfung sozialer Ungleichheiten auf der ganzen Welt: "Da die Auswirkungen unseres Handelns hauptsächlich ausserhalb unserer Landesgrenzen spürbar sind, liegt es in unserer Verantwortung darauf zu achten, dass unser Konsumverhalten sowohl nachhaltig als auch fair ist."
Darauf folgte ein Rückblick von Sophie Robert, Leiterin des Magasin du Monde in Cernier, auf die Anfänge der Fair Trade Bewegung in der Schweiz und in Cernier. Sie berichtete von der Gründung der Magasin du Monde Verkaufsstellen und der Association Romande des Magasins du Monde sowie von der Entwicklung des Fairen Handels, der anfangs hauptsächlich eine aktivistische Aktion war, zu einem Geschäftsmodell.
Für Sophie de Rivaz, Verantwortliche für das Dossier Fairer Handel bei Fastenaktion und Vorstandsmitglied von Swiss Fair Trade, unterstreicht der Faire Handel die Bedeutung kurzer Lieferwege und eines nachhaltigen Konsums: "Es ist nicht unwesentlich, daran zu erinnern, dass die Bäuerinnen und Bauern im Globalen Süden wie im Globalen Norden mit einer gemeinsamen Realität konfrontiert sind: der Tatsache, dass sie oft keinen gerechten Lohn für ihre Arbeit erhalten. Wenn wir von "kurzen Lieferwegen" sprechen, geht es nicht nur um geografische Distanz, sondern auch um die direktesten möglichen Wege zwischen Produktion und Konsum."
Anschliessend überreichte Sophie de Rivaz die Auszeichnung Fair Trade Town an Roby Tschopp, Gemeinderat und verantwortlich für Raumplanung, Wirtschaft, Tourismus und Mobilität. Val-de-Ruz ist damit die 21. Fair Trade Town der Schweiz.
Mit dieser Auszeichnung will die Gemeinde Val-de-Ruz ihre Sensibilisierungsarbeit fortsetzen, die als Ergänzung zur Förderung kurzer Lieferwege für lokale Produkte gesehen wird. "Die Sorgsamkeit, der Respekt und die Verantwortung, von der wir geleitet sind, endet nicht an der Grenze unserer Gemeinde oder unseres Landes", bekräftigte der Gemeinderat. Er betonte, dass "es dem Fairen Handel, seinen Akteurinnen und Akteuren und seinen Zertifizierungen zu verdanken ist [...], dass wir eine breite Palette von Produkten aus der ganzen Welt mit der Gewissheit geniessen können, nicht zu Ausbeutung in ihren verschiedensten Formen beizutragen: wirtschaftliche Ausbeutung, soziale Ausbeutung und auch die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und der Umwelt".
Wir möchten der Gemeinde Val-de-Ruz, der Arbeitsgruppe und den Partnerorganisationen der Kampagne für ihre wichtige Arbeit und ihr grossartiges Engagement gratulieren.