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La princesse de Montpensier (2010)
La princesse de Montpensier (2010)
Oder: Frauen hattens früher auch nicht leicht
Im Frankreich des Jahres 1562 hat der adlige Teenager Marie (Mélanie Thierry) wenig zu melden. Wenn der Papa sie aus Prestigegründen mit dem Prinz von Montpensier (Grégoire Leprince-Ringuet) verheiraten will, dann gilt es zu gehorchen, auch wenn Marie eigentlich in den wilden Krieger de Guise (Gaspard Ulliel) verknallt ist. Auch als der Prinz kurz nach der Hochzeitsnacht in den Krieg gegen die Hugenotten ziehen muss, gibt es für Marie keine Widerrede. Sie wird ins ferne Schloss von Champigny verfrachtet, wo sie in Sicherheit ihre Ausbildung abschliessen soll.
Maries Lehrer im Exil ist der besonnene Comte de Chabannes (Lambert Wilson). Ein weiser Mann, der vor kurzem dem Krieg den Rücken gekehrt hat, da er nicht mehr mit der Gewalt gegen Frauen und Kinder zurecht kam. Auch er erliegt dem Zauber der Prinzessin und verliebt sich während des Unterrichts in sie. Chabannes sieht es deshalb ungern, dass sich Marie und der Prinz von Montpensier nach seiner Rückkehr aus dem Krieg immer besser verstehen. Als dann auch noch de Guise zusammen mit dem Duc d'Anjou (Raphaël Personnaz) in Champigny auftaucht, ist das amouröse Kuddelmuddel komplett, und die mittlerweile gereifte Marie muss sich gleich zwischen vier Männern entscheiden.
Film-Rating
Madame de La Fayettes erster Roman "Die Prinzessin von Montpensier" erschien 1662 und spielt ein Jahrhundert früher, zur Zeit von Karl IX. Die Verfilmung von Bertrand Tavernier ist aber kein langweiliger Kostümfilm über die Hugenottenkriege, sondern eine modern wirkende Geschichte über eine sich emanzipierende junge, sexy Frau mit überraschend viel Action. Zwar pufften die damaligen Pistolen noch etwas kleinbrüstig, und die zwei oder drei Schlachten, die man im Film sieht, sind nicht gerade Braveheart. Aber man bekommt ein gutes Gefühl dafür, wie man sich vor 500 Jahren bekriegt hat.
Selbiges gilt für das Schicksal der Frauen von damals. "Liebe ist das Unbequemste der Welt" und "Es ist unsere Pflicht, zu gehorchen" sind nur zwei der Sätze, die Tavernier seinen Frauenfiguren in den Mund legt, um zu zeigen, wie schlecht es um ihre Selbstbestimmung im 16. Jahrhundert stand. Exemplarisch gesellt sich dazu die Hochzeitsnacht von Marie und ihrem Prinzen, die unter Aufsicht vonstatten geht (eine kleine Zuschauertribüne befindet sich im Schlafzimmer), während die beiden Männer, welche die Verkuppelung veranlasst haben, im Nebenraum Schach spielen.
Die bezaubernde Mélane Thierry weiss sich aber im Verlaufe des Films gegen Unterdrückung und Vereinnahmung zu wehren. Nicht zuletzt dank der Hilfe von Lambert Wilson, dem Yoda-haften Berater an ihrer Seite. Wilson ist das bekannteste Männergesicht im Cast. Seine jungen Kollegen Ulliel, Leprince-Ringuet und Personnaz machen es derweil wohl allen Mädels im Publikum genau so schwierig bei der Wahl ihres Traumprinzen, wie es für die Prinzessin von Montpensier war. Ein etwas lang geratener Film über eine erstarkende Prinzessin - nicht nur für Mädchen.
OutNow.CH:
19.05.2010 / rm
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