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Designethnographie
Das Leben der jungen Frauen im Iran ist paradox: auf der Strasse müssen sie sich den Gesetzen der islamischen Republik beugen, Kopftuch tragen und dürfen keinem Mann die Hand reichen, im Privaten tragen sie kurze Kleider, feiern Parties und haben einen Freund.
«Lipstick Tehran» ist eine Spurensuche nach Dingen, welche Ausdruck des leisen und visuellen Protests von jungen Frauen in Teheran gegen das Regime sind und durch welche sie versuchen mit den Einschränkungen von Staat und Islam umzugehen. Für die Spurensuche reiste ich im Sommer 2014 und Frühjahr 2016 nach Iran und dokumentierte Zeichen des leisen Widerstands der Frauen. Ich nutzte Methoden der ethnographischen Feldforschung, Cultural Probes sowie teilnehmende Beobachtungen mithilfe des Gastfreundschaftsnetzwerks Couchsurfing.
Entstanden ist ein Reisebericht und eine Feldforschung in Form einer Publikation, die Einblicke in den alltäglichen Umgang mit den Repressionen zeigt, subversive Strategien der Frauen sichtbar macht, eine Ästhetik der materiellen Kultur des Protests abbildet und kulturell bedingte Lesearten von Dingen in Frage stellt.