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Als Therapie gegen Wallungen scheinen Brustkrebspatientinnen Antidepressiva als Therapie zu bevorzugen. Dies ist die Schlussfolgerung einer in der Mayo Clinic durchgeführten Studie.
Die meisten Frauen bekommen Wallungen in der Menopause. Dies wird durch antihormonelle Therapien noch verschlimmert. Auch sind die Beschwerden nach kurativer Therapie des Mammakarzinoms häufiger ( J Pain Symptom Manage 23:501–509. und Semin Oncol 28:274–283). Da bei Mammakarzinom Patientinnen meist keine Hormontherapie möglich ist werden oft Antidepressiva oder neu auch Gabapentin (Neurontin) empfohlen
(Übersichtsarbeiten J Clin Oncol. 2009;27(17):2831-7 und JAMA. 2006;295(17):2057-71)
Im Journal of Clinical Oncology wurde eine Studie publiziert die den Einsatz von Venlafaxine (Effexor) und Gabapentin (Neurontin) vergleicht. Originalarbeit hier. (JCO December 10, 2010 vol. 28 no. 35 5147-5152). In einem open-label, randomisierten, crossover Studiendesign wurde der Einsatz dieser beiden Medikamente über 4 Wochen verglichen. Primäres Outcome war die Präferenz der Patientinnen. 66 Patientinnen wurden eingeschlossen. 56 gaben eine Präferenz an (8 Dropouts, 2 ohne Präferenz). 32% bevorzugten Gabapentin, 68% Venlafaxin. Die Medikamente waren beide gleich wirksam (66% Reduktion der Wallungen).
Die Schlussfolgerung der Studie war, dass Patientinnen Venlafaxine gegenüber Gabapentin bevorzugen. In der Schweiz sind beide Medikamente in dieser Indikation nicht zugelassen.
Wie sollen wir jetzt vorgehen bei Menopause Symptomen nach kurativ behandeltem Mammakarzinom? Das Problem scheint mir immer noch nicht gelöst. Beim Lesen der Studie fällt auf, dass für die Wahl des Medikamentes hauptsächlich die individuelle Wirksamkeit verantwortlich war. Auch scheint mir das Nebenwirkungsspektrum für eine länger als 4 Wochen dauernde Therapie immer noch nicht optimal. Interaktionen von SSRI mit Tamoxifen sind ev. klinisch relevant. Nicht medikamentöse Therapien wie kognitive Verhaltenstherapie oder Akupunktur sind wirksam, aber nicht breit verfügbar und werden auch nicht sicher von den Kassen übernommen. Frauen sind oft auch begreiflicherweise sehr skeptisch gegenüber einer medikamentösen Therapie der Wallungen eingestellt. Insbesondere, da lediglich die Häufigkeit und Intensität abnimmt und so der individuelle Nutzen oft nicht direkt einsehbar ist.
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