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Die Schweiz übt in Kuba eine politisch interessante Rolle aus. Dies aufgrund zweier Schutzmacht-Mandate in den US-amerikanisch-kubanischen Beziehungen. Entwicklungspolitisch und wirtschaftlich ist Kuba für die Schweiz jedoch weniger bedeutend.Dieser Inhalt wurde am 10. August 2001 - 11:06 publiziert
Diplomatische Anliegen der USA werden vom amerikanischen Aussenministerium zu den Schweizer Behörden in Bern getragen, von wo via Schweizer Botschaft in Havanna die kubanischen Behörden kontaktiert werden. Für kubanische Anliegen ist das Vorgehen analog.
Die Schweiz übernahm das Schutzmacht-Mandat der USA am 6. Januar 1961, als die USA und Kuba ihre diplomatischen Beziehungen abbrachen. Die USA verhängten 1962 ein totales Wirtschafts- und Handelsembargo gegen die kommunistisch regierte Karibikinsel.
Seit dem 1.April 1991 vertritt die Schweiz zudem die kubanischen Interessen in Washington. Sie löste die ehemalige Tschechoslowakei ab, die nach dem Regimewechsel in Prag diese Aufgabe nicht mehr wahrnehmen wollte.
Sektion für US-Interessen
Seit 1977 die USA und Kuba die Einrichtung einer Sektion für die Wahrung der US-Interessen in Havanna vereinbarten, kümmern sich zudem rund ein Dutzend US-amerikanische Diplomaten und weitere Verwaltungsbeamte um konsularische und administrative Angelegenheiten.
Diese der Schweizer Botschaft unterstellte Abteilung beschäftigt ausschliesslich US-Personal und befindet sich in einem anderen Quartier Havannas. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von Washington zugeteilt. Die Sektion der amerikanischen Interessen ist nicht befugt, mit dem kubanischen Aussen-Ministerium in Kontakt zu treten.
Auftakt Entwicklungs-Zusammenarbeit
Im Gegensatz zur diplomatischen Rolle der Schweiz in Kuba, steckt die Entwicklungs-Zusammenarbeit in den Kinderschuhen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) eröffnete erst im September 2000 ein Koordinations-Büro auf Kuba und startete ein dreijähriges Pilotprojekt. Im April 2001 unterzeichnete die Schweiz mit ihren Ansprechpartnern ein Zusammenarbeits-Abkommen.
Bereits wurde ein Planungs-Seminar durchgeführt. Ein erstes Projekt, das bald startet, soll Nachernte-Verluste bei Bohnen, Reis und Mais vermindern, wie es im DEZA-Magazin "Eine Welt" heisst. Lokale Handwerker sollen deshalb lernen, hermetische Metall-Silos zu bauen für die verbesserte Lagerung von Nahrungsmittel.
Die DEZA will in Kuba auch die Zivilgesellschaft stärken. Im Rahmen bestehender Institutionen soll die lokale Bevölkerung bei Entscheidungs-Findungen unterstützt werden.
Wirtschaftlich geringe Bedeutung
Wirtschaftlich ist Kuba für die Schweiz von geringer Bedeutung. Importe und Exporte machten im Jahr 2000 lediglich 0,1% des Schweizer Aussenhandels aus, wie in einem Bericht des Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) zu lesen ist.
Die Schweiz exportierte 2000 für 6,5 Mio. Franken Waren nach Kuba (vor allem Maschinen und chemische Produkte) und importierte für 29,9 Mio. fast ausschliesslich Agrarprodukte wie Zigarren, Honig, Fruchtsaft, Melasse, Rum und Bananen.
swissinfo und Agenturen