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Mach dich auf und handle. Und der HERR möge mit dir sein.
1. Chronik 22,16
David bereitet den Bau des Tempels vor, und gleichzeitig setzt er seinen Sohn Salomo als seinen Nachfolger ein. Gott soll ein Haus bekommen. Und mit der Ernennung Salomos zum Nachfolger soll nach all den Kriegen und dem Blutvergiessen Ruhe einkehren. Die Menschen, auch die Fremden, sind in den Bau des Tempels einbezogen, gestalten mit. Es entsteht ein Haus für Gott, das, so verstehe ich das Kapitel, alle Menschen einbezieht. Und es soll Ruhe einkehren.
Unweigerlich steigen Bilder in mir auf, die die Zerstörung Syriens zeigen. Wer schaut, dass dort Ruhe einkehrt? Wer baut ein Haus für Gott, welches den Menschen Ruhe bringt? Wer ist aufgerufen, zu handeln? Ich weiss, solche Parallelen zwischen einem Text aus der Bibel und heutigen Situationen sind problematisch. Und doch erlaube ich mir nachzufragen, was die heutigen Häuser Gottes, die Kirchen, tun, damit Ruhe und Friede einkehrt. Genügen wir uns nicht vielmehr selbst und haben Angst, kleiner zu werden? Wo wir doch handeln könnten, um am Frieden mitzuwirken. Es stimmt: Die Hilfswerke tun viel. Aber wir delegieren ihnen auch viel. Ich wünsche mir, dass unsere Gotteshäuser Orte des Handelns werden, Orte, wo wir über Gerechtigkeit und Frieden nachdenken und uns zusammen mit andern aufmachen, um Visionen des Friedens in Taten umzuwandeln, ganz so, wie der Tempel gebaut wurde.
Von Madeleine Strub-Jaccoud