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Michael Stadler von der Osteopathie Central möchte wissen, welche Finanzkennzahlen er bei der Aktienwahl berücksichtigen müsste.
Die wichtigsten Finanzfakten können in zwei Kategorien eingeteilt werden: diejenigen, die Sinn machen und diejenigen, die mehr nur auf Hoffnung basieren.
Die Finanzfakten, die Sinn machen, sind rational erklärbar. Das heisst, dass eine Firma mit einem grossen Gewinn mehr Wert hat als eine Firma mit einem kleinen Gewinn. Genauso hat eine Firma mit einem grossen Umsatz oder einer grossen Dividende in der Regel mehr Wert als eine Firma mit einem kleinem Umsatz respektive mit einer kleinen Dividende.
Diese fundamentalen Grössen sind eindeutig analysierbar und zeigen den Value einer Firma. Wir analysieren zur Bestimmung des Value-Wertes vier Grössen: Wie teuer ist die Firma im Vergleich zur Dividende? Wie teuer ist die Firma im Vergleich zum Gewinn? Wie teuer ist die Firma im Vergleich zum investierten Kapital (Häuser, Maschinen)? Wie teuer ist die Firma im Vergleich zum Umsatz?
Diese Kennzahlen werden mit ähnlichen Firmen verglichen und darauf basierend wird eine Rangliste erstellt. So ist klar ersichtlich, welche Firmen günstig sind im Vergleich zu den anderen (guter Value Rang).
Als Aktienauswahl-Grundsatz bietet es sich an, dass Sie sich auf den Value-Rang fokussieren, denn so beruht Ihre Entscheidung nicht auf Emotionen, sondern auf positiven Finanzfakten.
Es gibt aber auch Fälle, in denen man noch selber mitdenken muss. Und dies ist der Fall bei Unternehmen, für die man in der Zukunft eine andere Entwicklung erwartet als so im Allgemeinen angenommen wird.
An Apple lässt sich das illustrieren. Weist Apple einen mittleren Value-Rang auf, muss man sich überlegen, wie sie sich wohl in der Zukunft weiterentwickeln. Der Markt denkt wohl, die Zukunft ist für Apple mittelmässig, denn der Value-Rang ist in der Mitte.
Wenn Sie denken, dass Apple in Zukunft überdurchschnittlich wachsen wird, dann können Sie Apple auch mit einem mittleren Value-Rang kaufen, denn Sie erwarten von Apple mehr als durchschnittliches Wachstum. In einem solchen Fall kann es sein, dass man eine Aktie kauft, obwohl ihr Value-Rang nicht sehr gut ist.
Aber Achtung: Kaufen Sie eine Aktie nicht, nur weil Sie das Produkt gut finden. Ein gutes Produkt bedeutet nicht automatisch, dass sich die Aktie überdurchschnittlich entwickelt, denn es kann durchaus sein, dass die Aktie viel zu teuer ist. Es besteht ein grosser Unterschied zwischen den Produkten und der zukünftigen Rendite einer Aktie.
Kommentare
Kaufen Sie, wenn das KBV eines Index Werte um 1,2 unterschreitet:
https://www.gevestor.de/wp-content/uploads/2014/03/kurs-buchwert-dax.jpg
Wobei man bei den Einzelwerten beachten muß, daß für glückliche Branchen (wie Chemie, Pharmazie, Elektronik) höhere KBV der Normalfall sind als für wirtschaftlich angeschlagene bzw. sterbende Branchen (wie Banken und Energieerzeugung):
http://boersengefluester.de/10-jahres-durchschnitt-kgv-kbv-dividendenrendite/
Eine Einmalanlage zu einem Zeitpunkt einer allgemeinen wirtschaftlichen Krise ist stets rentabler als ein Sparplan nach dem „cost-average-Ansatz“ bzw. unüberlegtes „kaufen-und-halten“.
http://maerkteundtrends.helaba.de/wordpress/wp-content/uploads/2017/11/08_Aktien_3_Cost_Average.png
Well done!
Finanzkennzahlen sind gut, um sich – auch im historischen Zusammenhang – einen Überblick über einen Einzelwert und dessen wirtschaftliche Entwicklung zu verschaffen, um diese in die Zukunft fortzuschreiben sowie als Vergleichsmaßstab mit der Bewertung von anderen Aktien.
Die im Artikel genannte Apple – Aktie hatte im aktuellen Haussezyklus seit 2009 zwei Schwächephasen: ab Mitte 2012 als klar wurde, daß sich die Gewinnsteigerungsraten der Vergangenheit so nicht mehr fortsetzen werden und ab Mitte 2015 im Rahmen der Rohstoffbaisse:
https://www.boerse.de/aktien/Apple-Aktie/US0378331005
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12803/umfrage/nettogewinn-von-apple-inc-nach-quartalen-seit-2005/
Zukünftig ggf. wieder wenn der Absatz des iPhone X im traditionell umsatzstarken 1. Quartal 2018 (Weihnachtsgeschäft) enttäuscht.
Durch Beachtung der 200 – Tage – Linie konnte man diese temporären Rückgänge vermeiden und hatte zudem ein Signal für den Wiedereinstieg.
P.S.:
Apple Inc. Q1 2018: 23.01.2018