Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/473

Der Kulturfonds von Suissimage, die Schweizerische Genossenschaft für Urheberrechte an audiovisuellen Werken, unterstützt zwei Filmregisseurinnen: Ursula Meier mit ihrem Film «Quiet Land» und Carmen Jaquier mit «Foudre».
Damit engagiert sich die Genossenschaft für die Gleichstellung der Geschlechter im Schweizer Kino, wie diese mitteilte.
Insgesamt wurden 37 Filmprojekte eingereicht, darunter 21 Spiel- und 16 Dokumentarfilme, 22 in deutscher, 13 in französischer und zwei in italienischer Sprache. Angesichts der hohen Qualität der Dossiers und der begrenzten finanziellen Mittel war die Auswahl für die Kulturkommission von Suissimage, bestehend aus Anne Delseth, Kaspar Kasics, David Rihs, Carola Stern und Eva Vitija, nicht leicht, wie Suissimage dazu schreibt.
Bei der Diskussion der Projekte hat die Jury auf die Gender-Zusammensetzung der technischen und künstlerischen Teams geachtet, auf das Geschlecht der Protagonisten (Rollen für die Schauspieler oder Themen der Dokumentarfilme) und sogar den Bechdel-Test angewendet. Doch ausschlaggebend für die Auswahl von zwei Spielfilmprojekten waren die Kriterien Dringlichkeit, Relevanz, Originalität, technisches und künstlerisches Know-how und Dramaturgie.
«Foudre» ist Carmen Jaquier erster Spielfilm, der die vielversprechende Karriere einer jungen Regisseurin mit einer aussergewöhnlichen Handschrift einleiten könne, so die Jury. Das Drehbuch ist aus der Perspektive einer jungen Nonne um die Jahrhundertwende erzählt. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester kehrt sie in ihr Bergdorf zurück, um ihre Familie zu unterstützen. Die Suissimage-Jury hat dem Projekt einen Preis von 400`000 Franken zugesprochen.
«Quiet Land» von Ursula Meier sei ein höchst ambitionierter Film, mit dem eine renommierte Schweizer Regisseurin sich noch mehr auf dem Parkett profilieren kann. Das Drehbuch spielt sehr geschickt mit Genrekonventionen. In den weiten Landschaften Montanas untersucht ein alternder Polizist mit einer anachronistischen Kameratechnik tödliche Autounfälle.
Die Genossenschaftsjury hat für das Spielfilmprojekt «Quiet Land» eine Million Franken vergeben.