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Die Mariannhiller Missionare
Es war 1882. Der Trappist Franz Pfanner aus Vorarlberg (Österreich) hatte mit einem Trupp mutiger Mönche eben eine Klostergründung im Ostkap in Südafrika wegen Trockenheit aufgeben müssen und kam kurz vor Weihnachten in die fruchtbare Provinz Natal am Indischen Ozean.
Dort konnte der Trappist Land kaufen. Vor einem Zelt, das sie aufgeschlagen hatten, feierten sie Weihnachten und baten Gott um seinen Segen für diesen Neuanfang. Als die Mönche sich Gedanken über den Namen des Klosters machten antwortete der Pionier definitiv: Mariannhill (Maria-Anna-Hügel).
Im Ost Kap hatte es für über zwei Jahre keinen Tropfen geregnet. Hier in Natal war der Boden grün und fruchtbar. Der Samen fiel auf guten Boden. Mariannhill sollte nicht nur ein Kloster sein, sondern mit der Hilfe Gottes eine Kongregation werden, die weit über Südafrika hinaus am Reich Gottes mitarbeiten durfte.
P. Franz Pfanner, der schon 1885 Abt dieser Neugründung wurde, war ein weitsichtiger und talentierter Organisator. Von allem Anfang an engagierte er sich und seine Mönche im Dienste des Volkes, im Unterricht und der Krankenversorgung und vor allem in der beruflichen Ausbildung von Mädchen und Buben, wofür er im selben Jahr eigens dafür die Kongregation der „Missionsschwestern vom Kostbaren Blut“ gründete.
All diese Pläne konnte er nur verwirklichen, wenn er dafür Unterstützung in Form von Geld und Personal finden konnte. Zu diesem Zweck errichtete er „Vertretungen“ in Europa.
Noch bevor er 1909 starb konnte er mit Genugtuung erleben, dass sein Lebenswerk, Mariannhill mit allem was dazugehörte, vom Trappistenorden getrennt wurde und so eine eigenständige Missionskongregation werden konnte.
Mariannhill hatte sich seit seiner Gründung 1882 zu einer grossen Missionszentrale entwickelt. Zum „Monastery“ (Mutterkloster) gehörten zu diesem Zeitpunkt fast 200 Mönche, die beim Tod des Gründerabtes fast 30 Missionsstationen mit über 10’000 Christen betreuten, in einem Gebiet grösser als die Schweiz.
Dazu kamen weitere Gründungen in Ostafrika und Rhodesien (heute Simbabwe und Sambia). Überall beteiligten sich auch die von Pfanner 1885 gegründeten Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. Aus einer „kleinen“ Internatsschule in der Mutterstation Mariannhill, wo schon 1884 100 dunkle und 50 weisse Kinder (zusammen!) unterrichtet wurden, entstand inzwischen das St. Francis‘ College, welchem 1913 ein Lehrerseminar angegliedert wurde.
Auch die Verbindungen mit Europa wurden ausgebaut, denn all diese Projekte benötigten Geld und Personal: 1889 entstand eine Vertretung in Graz, 1890 in Köln, bald gefolgt von weiteren Niederlassungen in Deutschland, dann auch in den USA und Kanada.
An fast all diesen Orten wurden die Vertretungen aus- und weitergebaut und Schulen entstanden. Denn nach der Trennung Mariannhills vom Trapppistenorden am 02. Februar 1909 stand der Weg zu Bildungshäusern in Europa offen.
Wohl auf Grund des immer zahlreicheren Eintritts von Postulanten aus der Schweiz entschied Generalsuperior P. Adalbero Fleischer, Mitte der 1920iger Jahre, man möge «sich baldmöglichst um einen günstigen Platz oder Haus in der Schweiz umsehen».
Ein günstiges Grundstück fand sich bald. die sogenannte «Hofstatt» zwischen Altdorf und Bürglen. Die dortige Mühle, 1699 durch Johann Caspar Gnos erbaut, war im Weltkrieg mangels Getreide stehen geblieben. Eine Kapelle, 1901-1902 erbaut und dem hl. Josef geweiht, gehörte zum Besitz der ledigen Geschwister Huser. Die ruhige Lage unweit des Kollegiums Karl Borromäus macht das Anwesen äusserst geeignet. Und so unterzeichnen die Mariannhiller Missionare am 2. September 1927 den Kaufvertrag für die «Husermühle» am alten Klausenweg.