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Carlmann Kolb (1703–1765) wurde als Sohn eines Schulmeister in Kösslarn, Niederbayern geboren, sein Taufname war Florian Carl Kolb. Er lebte als Sängerknabe und ab 1723 als Ordensbruder im Benediktinerkloster Asbach/Rottal wo er sich schon während der Studienzeit als Organist bewährte. Nach der Priesterweihe wurde Pater Carlmann Kolb 1729 zum ständigen Organisten des Klosters bestellt. Später wirkte er als Kaplan und Hauslehrer des Grafen von Tattenbach.
Orgelmusik von Carlmann Kolb
Von Carlmann Kolb ist 1733 unter dem Namen Certamen aonium (Musen-Wettkampf) eine Sammlung von «Präambeln, Versetten und Kadentien» in den acht Kirchentonarten erschienen. Jeder der acht Zyklen besteht aus einem Praeludium in Toccatenform, drei fugierten Versen und einer freien Cadentia. Die Stücke wurden in der Regel im Wechsel mit Choralversen, z. B. in der Vesper zum Magnificat musiziert. Kolbs Sammlung orientiert sich an ähnlichen Sammlungen von Johann Kaspar Kerll, Johann Speth, Franz Xaver Murschhauser und Johann Caspar Ferdinand Fischer. Eine zweite Sammlung wurde von Kolb angekündigt, ist aber nie erschienen.
Carlmann Kolb übertrifft andere bayrische Benediktinerkomponisten seiner Zeit wie z. B. Marian Königsberger durch Originalität, Phantasiereichtum und solide Satztechnik.
Beitzragsbild: Kloster Asbach, Stich von Michael Wenig, 1701–1726