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Insbesondere die beiden mutmasslichen Olympia-Duos Isabelle Forrer/Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich/Nadine Zumkehr durften sich nach dem bisher überaus positiven Saisonverlauf berechtigte Hoffnungen auf einen Medaillengewinn machen. Daraus wurde aber nichts. Die Achtelfinals bedeuteten für die beiden Paare – nach teils grosser Mühe mit den Aufschlägen der Gegnerinnen – ebenso Endstation wie für Nina Betschart/Tanja Hüberli; der geteilte 9. Rang ist in Anbetracht der Spielverläufe als grosse Enttäuschung zu werten. Ohne Chance auf den Viertelfinal-Einzug waren lediglich Betschart/Hüberli, die gegen die deutschen Titelverteidigerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst in zwei Sätzen verloren.
Zum Abschluss des sehr unglücklich verlaufenen dritten Turniertages schieden Heidrich/Zumkehr gegen die schwächer eingestuften Tschechinnen Barbora Hermannova/Marketa Slukova (CZE/16) das Tiebreak 6:15. Der Rückschlag erfolgte ironischerweise nach einem medizinischen Timeout Hermannovas wegen Wadenkrämpfen. “Wir machten das Break zum 17:15, danach kassierten wir drei Servicewinner”, ärgerte sich Zumkehr. Im entscheidenden dritten Durchgang machten die Tschechinnen sechs Punkte in Serie (vom 3:3 zum 9:3), das Comeback schafften Heidrich/Zumkehr nicht mehr.
Forrer/Vergé-Dépré lieferten sich mit den Weltranglisten-Vierten Karla Borger/Britta Büthe einen 44-minütigen, letztlich erfolglosen Kampf. Nach starkem Beginn mit Satzgewinn brachen die für Olympia qualifizierten, aber noch nicht selektionierten Schweizerinnen ein. “Wir können uns nicht viel vorwerfen. Die Deutschen haben ab dem zweiten Satz sehr gut serviert und jede Linie getroffen”, sagte Forrer. Das unerwartet frühe Out wirft die Ostschweizerin und ihre zehn Jahre jüngere Partnerin nicht aus der Bahn. “Klar wäre es schön gewesen, an der Heim-EM möglichst weit zu kommen. Aber es gibt mit Olympia noch ein Turnier mit höherer Priorität”, so Vergé-Dépré.
Die letzte Schweizer Hoffnung bleiben damit Adrian Heidrich/Gabriel Kissling. Dass dies dem am tiefsten eingestuften Team des Pools als Sieger gelingen würde, durfte nicht erwartet werden. Heidrich/Kissling schafften mit dem Dreisatzsieg gegen die Deutschen Alexander Walkenhorst/Bennet Poniewaz (15:13 im Tiebreak) den wichtigsten Erfolg des seit zwei Jahren gemeinsamen Weges. “Wenn wir das Spiel mit 13:15 aus den Händen gegeben hätten, wären wir auf dem 4. Platz gelandet und ausgeschieden”, so Kissling.
Aufgrund des besseren Punkteverhältnisses schlossen der Seeländer und sein Zürcher Blocker die Gruppenphase im 1. Rang ab. Sie ersparten sich so die Sechzehntelfinals. “Nun haben wir keinen Druck mehr. Wir wissen aber, dass wir das Zeug dazu haben, noch ein bisschen weiterzukommen”, so Kissling. Die Aufgabe wird aber alles andere als einfach. Heidrich/Kissling treffen im Achtelfinal auf die topgesetzten Holländer Reinder Nummerdor/Christiaan Varenhorst, die am letzten Wochenende das Grand-Slam-Turnier von Moskau gewonnen haben.
Kein Erfolg war Kisslings Bruder Jonas mit seinem Partner Marco Krattiger, Philip Gabathuler/Mirco Gerson und Nico Beeler/Alexei Strasser beschieden. Diese drei Paare hätten mit Siegen im abschliessenden Vorrunden-Spiel weiterkommen können; sie verloren aber allesamt. Die Bilanz für die Schweizer Männer ist ernüchternd. Den beiden Siegen von Heidrich/Gabriel Kissling stehen zehn Niederlagen gegenüber. Anstatt der zwei Top-10-Klassierungen, die sich Beachvolleyball-Direktor Philippe Saxer erhofft hatte, ist nur eine möglich – und immerhin bereits geschafft.
(SDA)