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Unzählige Feste werden in Spanien gefeiert, die auch ausserhalb Spaniens bekannt sind. Zu diesen gehören die von Ernest Hemingway in seinem Roman „Fiesta“ beschriebenen „Sanfermines“ von Pamplona, die „Feria de Abril“ in Sevilla oder eben die „Fallas“ von Valencia.
Es ist eine uralte Tradition der Valencianer, unbrauchbare Gegenstände nach dem Winter zu verbrennen. Aus diesem Brauch heraus haben die Zimmerleute den „Parot“ – eine rudimentäre Standlampe, die in den länger werdenden Tagen nach dem kurzen Winter ohne jeglicher Nutzen ist – zu Ehren ihres Schutzheiligen, des heiligen Josefs, verbrannt.
Das Fest hat sich seit dem 18. Jahrhundert weiterentwickelt und ist heute komplexer geworden. Ganze Gruppen von „Ninots“ (Figuren oder Puppen), die dem Publikum politische Missstände, obskure Geschäfte bekannter Persönlichkeiten, nächtliche Liebesabenteuer hoher kirchlicher Würdenträger und sonstige Kritik mitteilen wollen, stehen auf den Plätzen und Strassen Valencias und der gesamten Region.
Viele Stadtviertel haben Kommissionen, die sich mit der „Falla“ beschäftigen. Jede Kommission engagiert einen „Fuster“, einen Fall-Künstler, der die Figuren kreiert. In der Stadt Valencia werden an die 700 Fallas aufgestellt. Ein Preisgericht besucht alle Fallas, um die besten auszuzeichnen. Entsprechend gross ist die Rivalität unter den einzelnen Stadtvierteln; jedes will die beste Falla haben.
Der finanzielle Aufwand, der sich auf fast eine Million Euro bei den grossen Fallas beläuft, wird von der Mehrheit der Anwohner getragen. Die Fallas gehören somit zu den echten Volksfesten.
Am 15. oder 16. März werden die Fallas aufgestellt. Dieses Ereignis wird auf den Strassen mit dem ohrenbetäubenden Lärm von Petarden gefeiert.
Überhaupt spielt das Pulver und damit das Feuer eine herausragende Rolle. 8000 Kilometer von zusammengeknoteten Knallkörpern, welche von 2000 Helfern angezündet werden verursachen damit einen Höllenlärm.
Weitere Komponenten der Fallas sind Musik und Blumen. Die Patronin der Stadt, wird von Blumenprozessionen besucht. Diese Umzüge bringen Blumenmeere, die von flinken Männern zu einer 12 Meter hohen Statue geformt werden. Die nicht enden wollenden Umzüge sind von Musikkapellen begleitet, welche meistens das Lied „Valencia“ einstimmen.
Am 19. März, pünktlich um Mitternacht, werden alle Fallas unter pathetischer Begleitmusik verbrannt. Dabei dürfen die Fallas nicht zur Seite kippen, sondern müssen in sich zusammenfallen. Mit dieser Feuerfeier endet das Fest. Und am folgenden Tag bleibt von all den Satiremonumenten nichts mehr übrig. Doch mit dem neuen Tag beginnt bereits das Fest für das folgende Jahr: Die Vertreter der einzelnen Fallas besuchen spendenwillige Mitbürger, damit die nächste Falla noch besser wird…