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Juli mit Hagel und Hochwasser
Im landesweiten Mittel war es der niederschlagsreichste Juli seit Messbeginn 1864. Dies führte gegen Monatsmitte an mehreren Flüssen und Seen zu Hochwasser und Überschwemmungen.
Das Wetter war vom 1. bis zum 17. Juli überwiegend tiefdruckbestimmt. Immer wieder zogen kräftige Schauerstaffeln mit eingelagerten Gewittern über unser Land. Besonders kräftig waren die Niederschläge vom 12. bis zum 16. Juli, die durch ein Tiefdruckgebiet über Westeuropa verursacht wurden, das nur langsam nach Südosten abzog. Die grossen Niederschlagsmengen der ersten Julihälfte sorgten dafür, dass vor allem in den zentralen Gebieten der Schweiz lokal der weitaus nasseste Julimonat seit Messbeginn verzeichnet wurde.
Kräftige Gewitter: Am 7. und 8. Juli brachten kräftige Gewitter auf der Alpensüdseite grosse Regenmengen und auch verheerenden Hagel. Das viele Wasser überflutete die Gotthard-Autobahn und lokal wälzten sich vom Wasser mitgerissene Schlamm- und Geröllmassen durch Siedlungsgebiete. Zudem richtete der Hagel grosse Schäden in der Landwirtschaft an. In der Nacht vom 12. auf den 13. Juli zog eine massive Gewitterzelle von Frankreich über die Schweiz. Der Gewittersturm tobte über der Stadt Zürich besonders heftig. Sturmböen, die teilweise über 100 km/h erreichten, entwurzelten oder knickten zahlreiche Bäume. Die vom Sturm gefällten Bäume verursachten grosse Schäden an Autos, Gebäuden und Fahrleitungen des öffentlichen Verkehrs. Das Gewitter brachte zudem enorme Wassermengen und Hagel.
Hochwasser auf der Alpennordseite: In der ersten Julihälfte erreichten die Niederschlagssummen in den Einzugsgebieten der grossen Flüsse der Alpennordseite hohe Werte. Zusätzlich gab es in den Hochalpen im sehr milden Juni eine kräftige Schneeschmelze. Schliesslich kam es mit den zusätzlichen grossen Juli-Niederschlagsmengen an mehreren Seen und Flüssen auf der Alpennordseite zu Hochwasser und Überschwemmungen.
Vom 17. bis 23. Juli dehnte sich ein Hochdruckgebiet von den Britischen Inseln nach Mitteleuropa aus und brachte meist sonniges Wetter.
Ab dem 24. Juli war das Wetter wieder tiefdruckbestimmt. Eine Südwestströmung führte nochmals feuchte Luft in den Alpenraum und in der Folge kam es bis zum 31. Juli erneut zu Hagelgewittern und heftigen Niederschlägen. Betroffen waren weite Teile der Westschweiz und entlang des Jurabogens, wiederrum die Zentral- und Ostschweiz und besonders stark auch das Tessin. Die Hagelereignisse wiesen maximale Korngrössen auf, die nur alle 20-50 Jahre erwartet werden.
Monatsbilanz Juli 2021: Die mittlere Julitemperatur lag mit 13,9 °C im landesweiten Mittel 0,3 °C unter der Norm 1981−2010. Im Norden und Westen der Schweiz lag die Temperatur um 0,1 bis 0,9 °C tiefer als der Normwert. In Gipfellagen sowie im Engadin und Südtessin wurden mit 0,1 bis 0,4 °C auch Werte leicht über der Norm registriert.
Im landesweiten Mittel war es mit 197 % der Niederschläge im Vergleich zur Norm der nasseste Juli seit Messbeginn 1864. Wie bereits im Juni, überquerten auch im Juli lange Hagelzüge weite Teile der Schweiz. Der Juli zählte schweizweit acht Hageltage. In weiten Teilen des Landes wurden Niederschlagssummen zwischen 170 und 240 %, im Nordtessin und in den zentralen Alpen auch deutlich über 300 % der Norm verzeichnet.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Juli in der Schweiz verbreitet 70 bis 85 % des langjährigen Mittels. Vor allem im Jura gab es lokal auch weniger als 70 % des normalen Sonnenscheins.
Kühler August mit Hochnebel
Der August war in den meisten Gebieten kühler als die Norm und die Regenmengen blieben verbreitet unterdurchschnittlich. In der zweiten Monatshälfte breitete sich auf der Alpennordseite an mehreren Tagen bereits herbstlicher Hochnebel aus.
Vom 1. bis zum 8. August war das Wetter in der Schweiz überwiegend tiefdruckbestimmt. Kühlfeuchte Strömungen aus dem Atlantik lösten immer wieder Schauer und Gewitter aus. Ab dem 9. August baute sich vom Atlantik her ein Hochdruckgebiet auf, das bis am 15. August über Mitteleuropa wirksam blieb. Vom 10. bis am 14. August gab es in der ganzen Schweiz viel Sonnenschein. Beidseits der Alpen erreichten die Tageshöchstwerte verbreitet über 30 °C, lokal auch über 32 °C. Am 16. August brachte eine Kaltfront aus Westen gebietsweise ergiebige Niederschläge. Am 17. August brachte der Nordföhn im Süden viel Sonnenschein.
Hochnebel im Norden: Vom 18. bis am 26. August stand Mitteleuropa wieder überwiegend unter Hochdruckeinfluss. Das zentrale und östliche Mittelland blieb jedoch oft unter hochnebelartiger Bewölkung mit regional nur 17 bis 19 °C. Sonnig zeigte sich hingegen das Wallis und die Alpensüdseite, zum Teil auch die Genferseeregion, wo eine kräftige Bise wehte.
Zwischen dem Hoch über Grossbritannien und einem Tief über Osteuropa floss ab dem 26. August bis zum Monatsende aus Norden mässig feuchte Luft zur Alpennordseite. Sie brachte vor allem der Ostschweiz Wolken und einige Regenfälle.
Monatsbilanz August 2021: Die Augusttemperatur erreichte im landesweiten Mittel 13,1 °C oder 0,7 °C unter der Norm. Sie blieb nördlich der Alpen verbreitet 0,4 bis 1,1 °C unter dem langjährigen Mittel. Auf der Alpensüdseite stieg die Augusttemperatur lokal 0,3 bis 0,5 °C über die Norm.
In weiten Gebieten der Schweiz fielen Niederschlagssummen zwischen 50 und 80 % der Norm. Lokal lagen die Werte sogar unter 50 % des langjährigen Mittels. In Teilen der Ost- und der Südschweiz hingegen fielen Mengen von 100 bis 130 % der Norm. Die Sonnenscheindauer erreichte auf der Alpensüdseite und im Wallis 110 bis knapp 130 % der Norm. In der Westschweiz gab es meist 80 bis 110 %, im Engadin um 100 % des langjährigen Mittels. In den übrigen Gebieten der Schweiz lag die Sonnenscheindauer verbreitet zwischen 70 und knapp 100 % der Norm.
Sehr sonniger und trockener September
Der September zeigte sich mit rund zwanzig sonnigen Tagen als prächtiger Schönwettermonat. Gebietsweise wurde sogar einer der sonnigsten September der letzten 60 Jahre registriert. Die Niederschlagsmengen blieben verbreitet unterdurchschnittlich.
Vom 1. bis zum 8. September verschob sich ein Hochdruckgebiet von Schottland über die Ostsee nach Osteuropa und brachte unserem Land verbreitet sonniges und mildes Wetter. Nach einer wenig aktiven Tiefdrucklage am 9. und 10. September mit feuchter Luft aus Südwesten und regionalen Schauern, schob sich vom 11. bis am 14. September ein weiteres Hochdruckgebiet vom Atlantik bis nach Europa. Am 11. September fielen auf der Alpennordseite mit der abziehenden Störung noch einzelne Schauer, lokal begleitet von Gewittern. Am 12. September lag am Vormittag über dem zentralen und östlichen Mittelland eine kompakte Hochnebeldecke. Sonst war es vom 12. bis am 14. September in den Nachmittag hinein verbreitet sonnig. Eine feuchte und instabile Luftmasse aus Südwesten brachte am 15. und 16. September verbreitet Schauer, vereinzelt auch Gewitter. Lokal fiel auch kräftiger Regen.
Abkühlung und Schnee in den Bergen: Nach einem Zwischenhoch zog am 19. September knapp südlich der Schweiz ein kleines, aktives Tiefdruckgebiet ostwärts. In den Alpen sank die Schneefallgrenze auf rund 2000 Meter, im Obergoms kurzzeitig sogar bis auf 1100 Meter. Ab dem 21. September lag die Schweiz wieder im Einflussbereich eines Hochdruckgebiets, das sich vom Atlantik bis nach Mittel- und Südeuropa erstreckte. Es brachte im Norden und in den Alpen bis am 25. September verbreitet viel Sonnenschein. Am 26. September löste aus Südwesten zufliessende feuchte Luft verbreitet Schauer und lokal auch Gewitter aus, die bis zum 29. September immer wieder auftraten. Erst am 30. September brachte ein Hochdruckgebiet aus Westen landesweit wieder viel Sonnenschein.
Monatsbilanz September 2021: Die Septembertemperatur erreichte im landesweiten Mittel 12,1 °C oder 1,9 °C über der Norm. Sie lag verbreitet 1,5 bis 2,2 °C über dem langjährigen Mittel.
Der September brachte verbreitet Niederschlagssummen zwischen 40 und 60 % der Norm. Lokal lagen die Werte unter 30 % des langjährigen Mittels. Im Wallis gab es hingegen regional 100 bis knapp 150 %, im Südtessin 100 bis 130 % der Norm.
Die Sonnenscheindauer erreichte im September im Mittelland und in der Nordwestschweiz 135 bis 145 % der Norm. Gebietsweise wurde sogar einer der sonnigsten September der letzten 60 Jahre registriert. In der Westschweiz, im Wallis und auf der Alpensüdseite gab es meist Werte zwischen 100 bis 120 % der Norm. In den übrigen Gebieten der Schweiz bewegte sich Sonnenscheindauer zwischen 120 und 135 % des langjährigen Mittels.
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2021