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Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die häufig von Meningokokken (Neisseria meningitidis) hervorgerufen wird. Das einzige Erregerreservoir für Meningokokken ist der Mensch. Die Bakterien besiedeln den Nasen-Rachenraum und werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Meningokokken sind genetisch hochvariabel, wobei einzelne Klone eine erhöhte Virulenz aufweisen, andere dagegen keine Erkrankungen hervorrufen. Weiterhin entwickeln nur wenige Personen, die von einem hypervirulenten Stamm kolonisiert sind, eine Meningokokkenerkrankung.
Im sogenannten Meningitisgürtel in Afrika südlich der Sahara sind in den letzten 100 Jahren alle fünf bis zehn Jahre von Meningokokken hervorgerufene Meningitis-Epidemien aufgetreten. Diese Epidemien beginnen in der Trockenzeit, enden während der Regenzeit und können in den Trockenzeiten über drei bis vier Jahre hin wieder aufflammen. Unsere Langzeitstudien in Ghana und Burkina Faso haben gezeigt, dass immer wieder neue Meningokokken-Klone für die Epidemien verantwortlich sind. Die hypervirulenten Klone breiten sich in einer Population aus, rufen in einem Teil der Kolonisierten eine invasive Erkrankung hervor und verschwinden nach etwa fünf Jahren vollständig aus der betroffenen Region. Im Rahmen des SNF-geförderten Forschungsprojektes werden wir vergleichende Genomanalysen mit einer einzigartigen Sammlung von N. meningitidis Kolonisations- und Krankheits-Isolaten durchführen, die wir im Zuge unserer Feldstudien systematisch gesammelt haben. Ziel ist es zu verstehen, warum es neuen Klonen gelingt, eine menschliche Population zu kolonisieren, obwohl ein nahe verwandter Klon kurze Zeit zuvor durch die Entwicklung einer mukosalen Herdenimmunität eliminiert worden ist.
Key words
Neisseria meningitidis, Meningitisepidemien, Genomanalyse, Impfstoffentwicklung, Microevolution
April 2, 2014