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Retter des Regenwalds: Feuerwehr kämpft gegen Inferno im Amazonas
Im dichten Amazonas-Regenwald ist der Kampf gegen die vielen Brände harte Arbeit. Feuerwehr und Bewohner erzählen, wie sie die Katastrophe erleben.
Ausgestattet mit Schläuchen und Gummirucksäcken rasen brasilianische Feuerwehrleute in einem Einsatzwagen in den Amazonas. Entlang unbefestigter Wege geht es in Richtung aufsteigender Rauchfahnen, ein Militärhubschrauber dirigiert sie zu einem sich schnell ausbreitenden Feuer.
Der Landbesitzer öffnet sein mit Stacheldraht gesichertes Tor und die Feuerwehrleute beginnen mit dem Löschen des Flächenbrands. Sie glauben, dass er absichtlich gelegt wurde, um Land für Nutzpflanzen oder eine Weide zu gewinnen. Als sich ihre Wasservorräte erschöpfen, machen sie das Unterholz mit Macheten und Kettensägen frei, um dem Brand seine Grundlage zu entziehen.
Die Szene im Jacundá-Nationalpark im westlichen Bundesstaat Rondônia, die ein Team der Nachrichtenagentur AP am Montag beobachtet, zeigt die enorme Herausforderung für die Feuerwehr: Das Löschen einer Vielzahl von Bränden und das langfristige Schützen einer gewaltigen Region, die als wesentlich für die Gesundheit des Planeten gilt.
«Wir müssen das Land bewahren»
Einige Bewohner scheinen zerrissen zwischen dem Bewusstsein, dass die Brände die Umwelt um sie herum zerstören, und dem Wunsch, die reichen natürlichen Ressourcen des Amazonas zum Leben auszuschöpfen. «Wir müssen das Land bewahren. Die Regierung muss den kleinen Bauern mehr helfen, Prioritäten setzen und sich um die grossen Schutzgebiete kümmern, wo Leute die meisten illegalen Dinge tun», sagt der Landwirt Willian Sabara Dos Santos. Hinter ihm flattert eine Fahne im Wind, daneben steht eine Statue eines Bullen; ihm zufolge eine Nachbildung der ikonischen Bronzestatue vor der New Yorker Wall Street.
G7-Gipfel im französischen Biarritz
In einem Dorf in der Nähe geht Darcy Rodrigo De Souza barfuss und mit Strohhut auf dem Kopf in einen Laden, wo Menschen Kaffee trinken und Pão de Queijo essen, ein traditionelles brasilianisches Käsebrot. «Neuer Fortschritt» heisst die Strasse. «Wir haben viele Probleme mit den Bränden. Aber wir hängen für unsere Wirtschaft auch vom Holz ab», sagt De Souza. «Es ist wahr, dass der Amazonas geschützt werden muss, aber dieser Präsident wird ihn schützen. Die Amerikaner wollen, dass wir Brasilien schützen. Aber warum schützen sie nicht ihr Zeugs?»
Beim G7-Gipfel im französischen Biarritz versprachen die sieben grossen Wirtschaftsmächte am Montag eine Summe von 20 Millionen Dollar, um bei der Eindämmung der Brände und dem Schutz des Regenwaldes zu helfen. Grossbritannien und Kanada versprachen zusätzliche zwölf beziehungsweise elf Millionen Dollar.
«Wir können Ihnen nicht erlauben, alles zu zerstören»
Die Hilfe wird in Brasilien kritisch gesehen. Präsident Jair Bolsonaro warf den reichen Ländern vor, die Region wie eine «Kolonie» zu behandeln und deutete an, dem Westen gehe es um die Ressourcen. Für die «Lunge des Planeten» ist der Betrag auch vergleichsweise dürftig.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach dagegen von einem Problem für die ganze Welt. «Wir respektieren Ihre Souveränität. Es ist Ihr Land», sagte Macron, «aber wir können Ihnen nicht erlauben, alles zu zerstören.» Durch den Import von Soja aus Brasilien sei Europa mitverantwortlich.
Die brasilianische Weltraumagentur, die auch die Abholzung überwacht, verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten einen Anstieg der Brände um 85 Prozent; ein Rekord, seitdem die Behörde 2013 mit den Aufzeichnungen begann. Etwa die Hälfte der Feuer brachen im Amazonasgebiet aus, und viele erst im vergangenen Monat.
Internationaler Druck
Unter internationalem Druck sagte Bolsonaro zu, 44'000 Soldaten sollten beim Kampf gegen die Flammen helfen. Doch die Militärpräsenz war am Montag niedrig, nur einige Soldaten patrouillierten und packten an. Rauch stieg von verkohlten Feldern und Gestrüpp auf, verdunkelte den Himmel. Der Flughafen in Rondônias Hauptstadt Porto Velho musste am Morgen kurzzeitig schliessen: Die Sicht durch den Rauchschleier war zu schlecht.
Derweil ist das Team der Nachrichtenagentur AP stundenlang auf einem Weg ausserhalb Porto Velhos unterwegs, ohne grössere Feuer zu sehen. Viele Flammen sind vermutlich schon gelöscht worden oder die Brände haben sich selbst erstickt. Im Morgengrauen ist die Sonne hinter dickem Rauch versteckt, der wie Nebel am Horizont wirkt. Lastwagen mit frisch geschlagenem Holz rasen über eine Strasse. Jede Menge Asche liegt an verschmorten Holzstämmen.
Es sei festgestellt worden, dass die Brände um Porto Velho wegen des Regens in den vergangenen Tagen nachgelassen hätten, sagt Armeeoffizier Fabio da Paixão Pinheiro. In der Nähe vom Jacundá-Nationalpark ist Donner zu hören, während Feuerwehrleute versuchen, die Flammen zu ersticken. Ein Feuerwehrmann betet für Regen, als er eine Schutzmaske aufsetzt. Um ihn herum durchdringt der schwere Geruch brennenden Holzes die Luft. Das Atmen fällt schwer.
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