Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03249.jsonl.gz/1748

Funktionierende Sanitäranlagen sind lebensnotwendig und ein essentieller Teil unseres Lebens. So wichtig sogar, dass der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen eines der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN ist. Noch heute leben 4,3 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicheren und gut verwalteten Sanitäranlagen. Um dies nicht zu vergessen, feierten wir am vergangenen Donnerstag (19. November 2020) den Welttoilettentag. Aber warum sind Toiletten für Mensch und Umwelt überhaupt so wichtig?
Wie können Toiletten unsere Gesundheit schützen?
Die Verunreinigung der Gewässer und des Bodens durch Abwässer und Fäkalien ist der häufigste Grund für Ausbrüche von Krankheiten wie beispielsweise der Cholera. Die fehlende Trennung zwischen Wasser- und Abwassersystemen ist auch der Auslöser weiterer Krankheiten wie Typhus, Giardiasis, Amöbenruhr und Bakterienruhr. Diese Krankheiten führen neben anderen Symptomen hauptsächlich zu Durchfall, welcher bei mangelnder medizinischer Versorgung zu lebensbedrohlichem Flüssigkeitsmangel führt. In vielen Ländern Afrikas und Südostasiens sind Todesfälle im Zusammenhang mit verschmutztem Wasser weit verbreitet. Die WHO schätzt, dass jährlich rund 485’000 Menschen an den Folgen von verschmutztem Wasser sterben.
Toiletten und Sanitäranlagen helfen, Fäkalien sicher zu entsorgen. Der Zugang zu sauberem Wasser ist weiterhin notwendig, um eine gute Hygiene zu ermöglichen. Die momentane Corona-Pandemie zeigt das deutlich. Häufiges Händewaschen und persönliche Hygiene sind entscheidend, um sie und ähnliche, zukünftige Krankheitsausbrüche in Schach zu halten.
Was haben Toiletten mit dem Klimawandel zu tun?
Überflutungen, Trockenperioden und der steigende Meeresspiegel gefährden die Sanitärsysteme auf der ganzen Welt — von den Toiletten über die Klärtanks bis hin zu den Kläranlagen. Überflutungen können Trinkwasserquellen mit Abwasser kontaminieren oder Toilettenanlagen beschädigen. So gelangen Fäkalien in Wohngebiete oder auf Landwirtschaftsflächen und führen zu Krankheitsausbrüchen.
Abwässer und Klärschlacken beinhalten zudem kostbares Wasser und Nährstoffe, die mithilfe eines effizienten Klärsystems wiederverwendet werden können, beispielsweise in der Landwirtschaft. Deshalb ist es für die Gesundheit aller Menschen, aber auch für die lebendige Umwelt entscheidend, dass überall nachhaltige und sichere Sanitäranlagen verfügbar sind.
Was sind nachhaltige Sanitäranlagen?
Ein nachhaltiges Sanitärsystem beginnt damit, die menschlichen Ausscheidungen in einer sicheren und sauberen Einrichtung aufzufangen. Diese werden anschliessend in einem Klärtank gespeichert oder in Leitungen abtransportiert. Der nächste Schritt ist die sichere und hygienische Entsorgung. Die wertvollen Ressourcen, die im Klärschlamm stecken, sollten bestmöglich herausgefiltert und in den Nährstoffkreislauf zurückgeführt werden.
Wenn wir an Toiletten denken, denken wir automatisch an das WC — das water closet. Dieses Toilettensystem ist zwar hygienisch, doch aus ökologischer Sicht keineswegs effizient, denn es fördert eine grosse Wasser- und Papierverschwendung. Mit jeder Spülung vermischen sich die Nährstoff- und Wasserkreisläufe, die in Kläranlagen mit grossem Aufwand wieder getrennt werden müssen. Übrig bleiben verunreinigtes (Trink-)Wasser und die Reste unserer Fäkalien als ein Abfallprodukt, das anschliessend verbrannt wird. Wertvolle Nährstoffe gehen dadurch verloren. In Ländern, die bereits unter Wasserknappheit leiden, sind deshalb andere Systeme gefragt, beispielsweise Komposttoiletten. Aber nicht nur dort, sondern auch bei uns muss über den nachhaltigen Umgang mit den menschlichen Ausscheidungen neu nachgedacht werden.