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Haftbefehl: Guatemaltekischer Präsident tritt zurück
- Donnerstag, 3. September 2015, 8:16 Uhr
Otto Pérez, der Korruption bezichtigt, legt sein Amt nieder. Der Grund: Nach der Aufhebung seiner Immunität kann er jetzt wie jeder andere Bürger Guatemalas verhaftet werden. Der entsprechende Befehl folgte prompt.
Otto Pérez, Präsident von Guatemala, sieht sich gezwungen, sein Amt niederzulegen. Der Rücktritt ist Reaktion auf einen Haftbefehl, welchen die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsvorwürfen gegen ihn erlassen hat.
Das zuständige Gericht habe dem Haftbefehl stattgegeben, sagte eine Sprecherin von Staatsanwältin Thelma Aldana noch am späten Mittwochabend.
Dem Staatschef werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechlichkeit und Betrug vorgeworfen, teilten die Ermittler mit.
Einstweilige Verfügung gegen Verfahren abgelehnt
Kurz zuvor hatte das Verfassungsgericht einen Antrag des Staatschefs auf eine einstweilige Verfügung gegen das Verfahren abgelehnt. Am Vorabend hatte der Kongress Perez die Immunität entzogen und damit den Weg für Ermittlungen gegen den 64-jährigen früheren General frei gemacht. Der Präsident hat jede Verwicklung in den Korruptionsskandal bestritten und einen Rücktritt ausgeschlossen.
Vize-Präsidentin im Mai zurückgetreten
Im Zuge des Skandals um Unterschlagung von Zollabgaben war im Mai bereits Vize-Präsidentin Roxana Baldetti zurückgetreten. Sie wurde festgenommen, ihr werden unter anderem Bestechung und Betrug vorgeworfen.
Offen ist die Frage, wer nach dem Rücktritt Pérez' dessen Geschäft übernimmt. Ad interim wird voraussichtlich der Vizepräsident Alejandro Maldonado an seine Stelle treten. Am Sonntag wird im Land ohnehin ein neues Staatsoberhaupt gewählt.