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Das Schweizerische Rote Kreuz setzt sich im Norden Ghanas für die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit sowie für die Behandlung von Augenkrankheiten ein. Weiter arbeitet es daran, dass möglichst viele Menschen Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen erhalten und Hygienepraxis erlernen. Es unterstützt die Bevölkerung zudem bei der Katastrophenvorsorge.
Obwohl Ghana von der Weltbank als Land mit mittlerem Einkommen eingestuft wird, lebt etwa ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Während ein Teil der Bevölkerung im Süden im Durchschnitt relativ wohlhabend ist, sind auf dem Land und im Norden viele Menschen arm. In abgelegenen Dörfern ist die Gesundheitssituation besonders kritisch. Dort haben die Menschen oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und sauberem Wasser. Viele Kinder sterben an den Folgen von Malaria, Lungenentzündungen, Durchfall oder anderen, oft vermeidbaren Krankheiten. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt das Ghanaische Rote Kreuz (GRCS) , welches im Norden tätig ist, wo die grösste Not herrscht. Es ist bemüht, die Lücken im Gesundheits- und Katastrophenbereich zu schliessen.
«Mütterclubs» sensibilisieren und klären auf
Noch immer ist die Mütter- und Kindersterblichkeit in der Upper East und Northern Region hoch. Das Rote Kreuz hat zum Ziel die Gesundheit von Mutter und Kind in diesen Dorfgemeinden zu verbessern und die Sterblichkeit zu senken. Die gut verankerten «Mütterclubs», in denen sich Frauen freiwillig organisieren, werden von den Gesundheitsbehörden geschult. Sie gehen von Haushalt zu Haushalt und sensibilisieren zu Krankheitsprävention, Schwangerschaft, Geburt, Hygiene, Ernährung und Familienplanung. Ihre Arbeit ist sehr erfolgreich. Dank ihrem Einsatz ist es heutzutage normal, dass Mütter in Kliniken gebären und nicht mehr zuhause. Ausserdem konnten hunderte Kinder und Mütter an Kliniken verwiesen und behandelt werden. Mit Liedern zum Thema Gesundheit, die auch im Radio gespielt werden, erreichen die Mütterclubs viele Menschen und beeinflussen deren Verhalten nachhaltig.
Prävention von Augenleiden
Ein oft vernachlässigtes Problem sind Augenleiden. Im Norden Ghanas ist die Zahl erblindeter Menschen hoch. Deswegen engagiert sich das SRK mit dem GRCS und den Gesundheitsbehörden für die Prävention und Behandlung von Augenkrankheiten und Armutsblindheit. Speziell ausgebildete Rotzkreuz-Freiwillige begeben sich in abgelegene Dörfer und führen vor Ort Augen-Screenings durch. Personen mit Augenleiden werden für weitere Abklärungen, Behandlungen oder Operationen an Augenkliniken, die vom GRCS durch Unterstützung des SRK aufgebaut wurden, verwiesen. So können betroffene Kinder früh erkannt und behandelt werden. Das fördert ihre Gesundheit und erhöht ihre Bildungschancen.
Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen schaffen, Hygienepraxis vermitteln
Mangelnder Zugang zu Trinkwasser und Toiletten bergen grosse Risiken für die Gesundheit. Besonders prekär ist die Lage im Nordosten des Landes, wo über 90 Prozent der Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten, meist ohne Möglichkeit zum Händewaschen. Auch öffentliche Einrichtungen wie Gesundheitszentren und sind ungenügend eingerichtet.
Mit Unterstützung durch das Schweizerische Rote Kreuz beginnt das Ghanaische Rote Kreuz in verschiedenen Distrikten fünfzehn Gesundheitszentren mit fliessendem Wasser und Toiletten auszustatten. Die ausgewählten Gesundheitszentren befinden sich an Orten mit Mutter-Kind-Projekten des SRK und werden von Frauen zum Gebären aufgesucht. Eine gute Hygiene ist entscheidend um die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit zu vermindern. Auch an drei Schulen sollen die Sanitäranlagen, der Zugang zu Trinkwasser und das Hygieneverhalten verbessert werden. Zudem wird sich das Rote Kreuz in 20 Gemeinden engagieren, um auch der Dorfbevölkerung den Zugang zu Trinkwasser und Toiletten sicherzustellen. Die Menschen werden motiviert konsequent die neuen Hygienemassnahmen beizubehalten und erhalten hierzu auch adäquate Behälter, um Wasser sicher zu transportieren und aufzubewahren.
Folgen des Klimawandels mindern
Im Norden Ghanas treten als Folge des Klimawandels vermehrt Buschfeuer, Stürme und Überschwemmungen auf. Auch Infektionskrankheiten wie Meningitis (Trockenzeit) und Cholera (Überschwemmungen) nehmen unter den veränderten klimatischen Bedingungen zu. Das SRK stärkt deswegen gemeinsam mit dem GRCS und der staatlichen Katastrophenschutz-Organisation die Bevölkerung im Umgang mit wiederkehrenden Naturkatastrophen. Dazu werden in den am stärksten betroffenen Gemeinden Katastrophenhilfe-Teams formiert und ausgebildet. Je nach Naturkatastrophe werden sie mit Erste-Hilfe-Kits, Werkzeugen zur Brandbekämpfung, Wasserrettung, Trinkwasseraufbereitung und anderen Materialien ausgestattet um ganz lokal Schadensverhinderung oder -begrenzung bewirken zu können.