Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03164.jsonl.gz/1568

Die Bekämpfung des organisierten Schmuggels und der grenzüberschreitenden Kriminalität stellen hohe Anforderungen an die Mitarbeitenden und setzen spezielle Fachkenntnisse voraus. Es beschäftigt deshalb in den verschiedenen Bereichen eine Reihe von Spezialisten.
Diensthundeführer/innen (Dhd Fhr)
Diensthunde werden von der Verwaltung gekauft, leben aber in den Familien der Diensthundeführer/innen (Dhd Fhr). Dort bleiben sie auch nach dem Ausscheiden aus dem Dienst.
Hunde verfügen über ca. 250 Millionen Geruchszellen, rund 50 Mal mehr als der Mensch. Dieser ausgeprägte Geruchssinn, die angeborene Neugier und ihr Spieltrieb werden in der Ausbildung genutzt. Durch Belohnung bei Erfolg erlernen sie das angestrebte Verhalten (Konditionierung). In direkten Kontakt mit Betäubungsmitteln kommen die Hunde nie.
Die Grundausbildung beginnt im Alter von drei Monaten und endet frühestens im Alter von 18 Monaten.
Im Grenzwachtkorps werden insbesondere folgende Arten von Diensthunden ausgebildet und eingesetzt:
- Schutzhunde (SchHd)
- Betäubungsmittelspürhunde (BMHd)
- Sprengstoffspürhunde (SpHd)
- Tabakspürhunde (TkHd)
- Artenschutzspürhunde (CITES Hd)
Lawinenhunde (LawHd)
Schutzhunde (SchHd) werden zur Verteidigung der Hundeführerin/des Hundeführers, zum Stellen von Personen oder zu Sicherungszwecken eingesetzt. Sie können auch versteckte Gegenstände orten und anzeigen
Betäubungsmittelhunde (BMHd) werden zum Aufspüren von Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis, Amphetaminen und synthetischen Drogen eingesetzt. Die Funktionen des Betäubungsmittel- und Schutzhundes kommen auch kombiniert zum Einsatz.
Sprengstoffhunde (SpHd) werden zum Aufspüren von allen gängigen Sprengmitteln, Waffen und Munition eingesetzt.
Tabakspürhunde (TkHd) werden zum Aufspüren von Tabakfabrikaten wie Zigaretten oder Zigarren eingesetzt.
Artenschutzspürhunde (CITES Hd) werden zum Aufspüren von artengeschützten Tieren oder tierischen Produkten wie Elfenbein, Pelze oder Bushmeat eingesetzt.
Lawinenhunde (LawHd) werden zur Rettung von verschütteten Personen nach Lawinenabgängen eingesetzt.
Dokumentenspezialisten
Die Ausbildung im Bereich der Dokumente (insbesondere Identifikations- und Legitimationsdokumente) wird durch die Fachstelle Dokumente (FADOK) des Grenzwachtkorps durchgeführt.
In der Basisausbildung lernen Grenzwächter/innen u.a. Dokumente zu prüfen und Fälschungen sicherzustellen. Nach Abschluss der Basisausbildung besteht die Möglichkeit, Dokumentenfachkurse und zusätzliche Weiterbildungen zu besuchen. Diese Dokumentenspezialisten sind den einzelnen Teams im regulären Diensteinsatz und den Kommandos der Grenzwachtregionen (Kdo Gzw Reg) zugeteilt. Dort stehen sie als Ansprechpersonen zur Verfügung und führen regelmässig interne Weiterbildungen durch.
Spezialisten «Ionen-Mobilitäts-Spektrometer» (IMS)
Diese Spezialisten bedienen das Ionen-Mobilitäts-Spektrometer (IMS) und werten die Ergebnisse der Analyse aus. Das IMS besteht aus einem Analysegerät mit Bildschirm und einem Notebook. Zur Probenahme stehen sowohl ein Handstaubsauger als auch eine Abwischvorrichtung zur Verfügung. Die gesamte Vorrichtung findet in einem reisekoffergrossen Behälter Platz. Darüber hinaus stehen mit dem IMS ausgerüstete Kastenwagen zur Verfügung.
Das IMS dient der Analyse von bis zu 40 Substanzen in kleinsten Mengen ab 0.5 ng. Der Nachweis einer Substanz wird innerhalb von Sekunden erbracht. Eingesetzt wird es hauptsächlich zum Aufspüren von Vorläuferchemikalien, Betäubungsmitteln und Sprengstoffen. So lässt sich rasch nachweisen, ob eine Person oder ein Gegenstand mit verbotenen Substanzen kontaminiert ist.
Das IMS ist mit umfassenden Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet. Die Probeentnahme ist für Lebewesen, Gepäckstücke, elektronische Geräte oder Lebensmittel nicht schädlich.
Spezialisten «Fahrzeugbeschau»
Diese Spezialisten sind auf das Auffinden und Ausbauen von Schmuggelwaren aus Hohlräumen in Fahrzeugen nach den Grundsätzen des Spurenschutzes geschult. Dabei handelt es sich um Grenzwächter/innen, die den Beruf des Automechanikers erlernt haben oder ein Flair für Technik haben. Sie sind mit den laufenden Neuerungen auf dem Fahrzeugmarkt und den Versteckmöglichkeiten in den Fahrzeugen vertraut.
Ihnen stehen eigene Fahrzeuge mit einem breiten Sortiment an technischen Hilfsmitteln aller Art zur Verfügung, u.a. Hohlraumprüfgeräte (Endoskope), die mit einem Bildschirm verbunden sind. Die wichtigsten Voraussetzungen sind nach wie vor Know-how, Erfahrung und Geduld. Denn eine Fahrzeugbeschau kann mehrere Stunden dauern.
Spezialisten «Mobile Gepäck-Röntgenanlage» (MOGRA)
Diese Spezialisten bedienen die Mobile Gepäck-Röntgenanlage (MOGRA) und werten die Ergebnisse der Analyse aus. Die MOGRA setzt sich aus einem Kastenwagen und einem darin eingebauten, kompakten Röntgenprüfsystem zusammen - analog den Röntgenprüfsystemen an Flughäfen.
Die MOGRA ermöglicht eine effiziente und gründliche Kontrolle von Gepäckstücken oder Paketen. Lebewesen sind davon ausgenommen. Die Auswertung der gescannten Bilder liefern dem Anwender Hinweise auf Unregelmässigkeiten. So können der Schmuggel von Waren aufgedeckt und Verstecke sichtbar gemacht werden.
Der Einsatz der MOGRA ist für Gepäckstücke, elektronische Geräte oder Lebensmittel nicht schädlich.
Sonderformation der Eidgenössischen Zollverwaltung (SOFO EZV)
Die Mitglieder der Sonderformation der Eidgenössische Zollverwaltung (SOFO EZV) sind das operationelle Element im Kampf gegen den gewerbsmässig organisierten Schmuggel und die grenzüberschreitende Kriminalität.
Nach einem strengen Auswahlverfahren und einer intensiven Ausbildung werden die Grenzwächter/innen der SOFO EZV in erster Linie zur Unterstützung der Zollfahndung eingesetzt. Sie führen zeitlich und geografisch aufwändige Observationen durch, beteiligen sich an Durchsuchungen und übernehmen Sicherungsaufgaben. Eigene Ermittlungen hingegen werden keine durchgeführt.
Sicherheitsbeauftragte im zivilen Luftverkehr (TIGER / FOX)
Für die Rekrutierung, die Ausbildung und den Einsatz der Sicherheitsbeauftragten im zivilen Luftverkehr ist der Bundessicherheitsdienst (BSD) im Bundesamt für Polizei (fedpol) zuständig. Zum Einsatz gelangen neben Grenzwächtern/innen auch Angehörige kantonaler und städtischer Polizeikorps sowie der Militärischen Sicherheit (Mil Sich).
Ihre Aufgabe ist es, sicherheitsrelevante Vorgänge an Bord zu überwachen und Angriffe zu verhindern, welche die Sicherheit des Flugzeugs oder der Passagiere gefährden könnten (Airmarshals / TIGER).
Am Boden, d.h. auf den Flughäfen, führen die Sicherheitskräfte Kontrollen von Fluggästen, Handgepäck und aufgegebenem Gepäck durch. Ausserdem überwachen sie die Kontrolle der örtlich zuständigen Organe mit dem Zweck, die Einschleusung verbotener Gegenstände zu verhindern (Groundmarshals / FOX).
FRONTEX, ALO und CIVPOL
Durch die Auslandseinsätze des GWK werden die Sicherheitsinteressen der Schweiz auch im Ausland wahrgenommen.
Für Einsätze zu Gunsten der Europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX besteht ein Pool von Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen, die über das Kommando Grenzwachtkorps (Kdo GWK) geführt werden. Die Europäische Grenzschutzagentur FRONTEX koordiniert u.a. die operative Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten im Bereich des Schutzes der Außengrenzen, unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Ausbildung von nationalen Grenzschutzbeamten, legt gemeinsame Ausbildungsnormen fest, erstellt Risikoanalysen und unterstützt die Mitgliedstaaten in Situationen, die eine verstärkte technische und operative Unterstützung an den Außengrenzen erfordern.
Für Einsätze als sogenannte «Airline Liaison Officers» ALO werden Dokumentenspezialisten eingesetzt. Sie beraten und unterstützen Luftverkehrsunternehmen bei der Dokumentenkontrolle. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, Dokumentenfälschungen zu erkennen, Personen zu identifizieren und Risikoprofile zu erstellen. ALO werden an internationalen Flughäfen ausserhalb des Schengen-Raums eingesetzt.
Für Einsätze von Zivilpolizisten (CIVPOL) ist das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verantwortlich. Es engagiert Spezialisten aus dem Grenzwachtkorps und den Polizeibehörden, die im Ausland unter der Leitung internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen (UNO) oder der Europäischen Union (EU) arbeiten. Zu den Aufgaben gehören der Aufbau und die Ausbildung der lokalen Polizei, die Beratung bei der Sicherheits-, Verkehrs- Kriminal- und Grenzpolizei sowie die Bekämpfung der organisierten Kriminalität.
Andere Spezialisten
Auch für andere Fachbereiche verfügt das Grenzwachtkorps über eigene Spezialisten, die intern und/oder extern für ihren Fachbereich aus- und weitergebildet werden. So für die Auswertung und Analyse von Informationen, die Biometrie, die Ausbildung usw.