Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/1627

Jürg Stäuble
Mehr sein als System
kuratiert von Sabine Schaschl
Obgleich seine zweidimensionalen Werke und Reliefs, seine Skulpturen, Installationen und architektonischen Interventionen aus geometrischen Ordnungssystemen und Konstruktionszeichnungen hervorgehen, entspricht Jürg Stäubles Ansatz nicht dem eines streng konstruktiven Künstlers. Die Geometrie ist für ihn nur ein Ausgangspunkt oder Weg, nicht das Ziel. Die zugrunde gelegten Konstruktionsprinzipien sind für die Betrachtenden selten einfach zu entschlüsseln. Indem Stäuble das Spannungsfeld zwischen rationaler Konstruktion und irrationaler Erscheinungsweise auslotet, gelangt er zu Resultaten, die die Gestaltungskräfte der Natur reflektieren, ohne sie nachzuformen.
Jürg Stäubles Arbeiten basieren auf geometrischen Konstruktionsprinzipien, die er zunächst in Zeichnungsserien anlegt, durch intuitive Eingriffe variantenreich modifiziert, und in präzisen Bauplänen und Arbeitsmodellen räumlich weiterentwickelt. Dabei experimentiert er mit Durchdringungen, Überlagerungen, Reihungen, Torsionen und Verschiebungen geometrischer Körper und Flächen. In diesem Sinne sind seine oft in Werkgruppen durchdeklinierten Formfindungen keine Abstraktionen realer Gegenstände, sondern Konkretionen abstrakter Modelle. Dass diese wiederum Assoziationen an vertraute, naturhafte Gebilde wecken, ist ein willkommener Nebeneffekt.
Trailer zur Ausstellung >>>