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« Les truffes sont à la terre ce que les astres sont au ciel » Henri-Frédéric Blanc
Trüffeln sind seit dem Altertum in aller Munde. Es wurde viel spekuliert über diesen mysteriösen Pilz mit den vielen Gesichtern: mal war er bekannt als Mineral, mal als Pflanze, die aus Blitz und Donner entstand. Im Mittelalter galten Trüffeln gar als diabolischer Lockstoff, in der Renaissance wiederum als aphrodisierende Delikatesse. Heute weiss man einiges mehr.
Die Trüffeln gehören nämlich zur Gattung der Schlauch-pilze, ein weitverzweigtes Faden- bzw. Hyphennetz unter der Erde. Um zu gedeihen, braucht es eine Symbiose zwischen Trüffel und Baum, beispielsweise einer Eiche. Ihren Namen erhielt die Trüffel im Mittelalter: da Trüffeln 5 - 30 cm unter der Erde wachsen, kann sich die Oberfläche etwas anheben. So wurden sie unter der spätlateinischen Bezeichnung „terra tuffolae" (spätlat.) bekannt, was dann durch eine Wortzusammenführung zu „tartuffolae" und schliesslich „tartufo" umgeformt wurde.
Ein kurzer Rückblick in die Geschichte: dass Trüffeln weit zurück datieren, lässt sich erahnen. Trüffeln waren schon vor 4600 Jahren bekannt, als Cheops der Pharao von Ägypten war. Auch die Griechen und Römer galten als ausgesprochene Trüffelliebhaber: Plinius erzählte über Lucinius, den römischen Gouverneur von Karthago, dass er beim Essen einer Trüffel zwei Zähne verlor.
Nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs jedoch wurde es lange still um die Trüffel.
Auf Enthaltsamkeit bemüht, verbannte die Kirche die begehrte und aphrodiesierende Delikatesse. Schwarz und unter der Erde wachsend erinnerte die schwarze Knolle zu fest an den Teufel.
Trotz Angst vor Satanismus gibt es im Mittelalter einen Hinweis von Trüffeln im kulinarischen Gebrauch, und zwar im pästlichen Hof von Avignon: als die Päpste nach Avignon umsiedelten, wurde die in der Haute-Provence heimische Trüffel von der päpstlichen Küche übernommen.
Die Trüffel war vor allem in europäischen Königshäusern beliebt. König Louis I und Maria-Theresia zum Beispiel waren geradezu vernarrt in den schwarzen Diamanten.