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Libyen
In Libyen leistet HI medizinische Grundversorgung und Rehabilitationsmassnahmen für Vertriebene - besonders für Kinder und Menschen mit Behinderung. HI unterstützt auch lokale Gesundheits- und Rehabilitationszentren bei ihrer Arbeit. HI hat Entminungsarbeiten durchgeführt und klärt die Bevölkerung über die Gefahren von explosiven Kriegsresten auf.
Aufklärungsarbeit über Minengefahren | © J-J. Bernard / HI
Laufende aktivitäten
Unsere mobilen Teams identifizieren die besonders schutzbedürftigen Menschen, vor allem Kinder und Menschen mit Behinderung, die dringend medizinische Pflege, speziell Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung benötigen. Sie werden entweder direkt von unseren Teams versorgt oder an nahegelegene Gesundheitszentren vermittelt. Wir unterstützen 11 dieser Zentren. Wir bilden Pflegepersonal aus und stellen orthopädisches Material, Mobilitätshilfen und Informationsmaterial für Fachkräfte und Patienten zur Verfügung.
Seit September 2018 führen wir Minenräumungsaktionen in und um die Stadt Misrata durch. Zusätzlich klären wir die Bevölkerung über die Gefahren von explosiven Kriegsresten auf.
Hintergrund
Seit dem Tod von Oberst Gaddafi im Oktober 2011 wird Libyen von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Milizen erschüttert und Waffen werden unkontrolliert importiert. Die Bevölkerung lebt in ständiger Unsicherheit. Heute ist Libyen ein gespaltenes Land: die Gebiete sind von unzähligen bewaffneten Gruppen umkämpft und zwei Regierungen erheben Anspruch auf die Macht.
Vor 2011 war Libyen eine der führenden Wirtschaftskräfte in der Region, vor allem dank der grossen Ölvorkommen. Das Land lag auf Platz 64 (von 188) des UN Human Development Index, doch nun ist es auf Platz 102 abgerutscht. Libyens Bevölkerung zählt etwa 6,2 Millionen Menschen. Die Lebenserwartung liegt unter 72 Jahren (vor der Krise: 75 Jahre) und die Alphabetisierung des Landes liegt bei etwa 90 %.