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Islamisches Kulturzentrum Bottmingen
Überwiegend türkische Muslime treffen sich zu den islamischen Gebeten und zu Sozialkontakten.
Kontakt
Islamisches Kulturzentrum
Wuhrmattstrasse 7, 4103 Bottmingen. Telefon 061 421 86 40
Geschichte
Die Bewegung wurde in der Türkei von Süleyman Hilmi Tunahan (1888-1959) begründet, der unter erschwerten Bedingungen Schüler ausbildete und Schulen und Internate eröffnete. Sein Ziel war, die Jugend vor der Religionslosigkeit zu schützen und sie auszubilden. Süleyman gehörte zur Naksibend- und Kadiri-Tarikat. Er war der 33. Führer seit Ebu Bekir.
In Deutschland wurde unter dem Namen «Islamisches Kulturzentrum» die heutige Vereinigung institutionalisiert. 1977 wurde das erste Zentrum in Zürich eröffnet.
→ «Verband der Islamischen Kulturzentren VIKZ / Islam Kültür Merkezleri Birligi».
In Basel entstand 1981 der heutige Verein, der zuerst an der Nauenstrasse 7, dann an der Holbeinstrasse und während ein paar Jahren an der Nauenstrasse 67 eine Mescid führte. Später plante der Verein, das Haus an der Wuhrmattstrasse 7 in Bottmingen zu kaufen, um eine Schule einzurichten. Obwohl die Verhandlungen mit dem Verkäufer bereits abgeschlossen waren, scheiterte der Kauf an dem durch negative Medienberichte ausgelösten Widerstand der Bevölkerung. Aus diesem Grund zog die Moschee vorübergehend an die Hofackerstrasse im Industrieareal in Muttenz.
Seit Juli 2002 befindet sich das Zentrum am jetzigen Standort in einem Neubau. In den vergangenen Jahren erhielt der Verein vermehrt positive Reaktionen aus der Nachbarschaft. Einige bedauerten den damaligen Widerstand.
Aus geografischen Gründen gliederte sich die Gemeinschaft 2003 in zwei separate Vereine. So wurde zusätzlich das «Islamische Kulturzentrum Muttenz» eröffnet.
Weitere Zentren befinden sich in Buchs, Fribourg, Neuenhof, Romanshorn, St. Gallen, St. Margarethen und Wetzikon.
Zurzeit sind ungefähr 100 Aktivmitglieder registriert; Davon sind in etwa 40 Frauen und 40 Männer sowie 30 Jugendliche. Beim Freitagsgebet sind meist etwa 40 Gläubige mehrheitlich türkischer Herkunft anwesend. Wenige (ca. 5%) kommen aus Afghanistan, arabischen und anderen Ländern. An den Wochenenden kommen zum Teil zwischen 60 und 70 Personen in die Moschee.
Lehre und Ziele
Die Mitglieder sind grösstenteils hanefitische Sunniten, was jedoch unwichtig ist. Alle Muslime sind willkommen. Der Verein ist parteipolitisch neutral und beteiligt sich an keinen politischen Aktivitäten.
Selbstdarstellung:
«Das Islamische Kulturzentrum Bottmingen bietet den Menschen islamischen Glaubens die Möglichkeit ihrer Religionsausübung an. Es werden folgende Tätigkeiten ausgeübt: Unterweisung im islamischen Glauben und Lehre, Wahrung der islamischen und kulturellen Werte, moralischer Schutz der Menschen islamischen Glaubens in der Schweiz sowie schulische Unterstützung am Wochenende und in den Schulferien für Kinder.»
Der Verein ist Mitglied beim Verband der Islamischen Kulturzentren VIKZ / Islam Kültür Merkezleri Birligi und bei der Basler Muslim Kommission (BMK).
In der «Woche der Religionen» im November 2007 beteiligte sich das Zentrum an der «Islamisch-christlichen Begegnung in Bottmingen».
Nach Voranmeldung besteht die Möglichkeit, Gesprächstermine in der Moschee zu vereinbaren.
Organisation, Finanzen
Das Islamische Kulturzentrum Bottmingen ist ein Verein nach ZGB mit den üblichen Strukturen. Das Zentrum ist an den Verband der Islamischen Kulturzentren VIKZ angeschlossen und besitzt eine Teilautonomie. Alles, was die Öffentlichkeit betrifft, wird abgesprochen. Ein Imam ist Vollzeit angestellt.
Die Mitgliedschaft ist offen für alle Muslime.
Die Frauen und Jugendlichen organisieren sich eigenständig in Absprache mit dem Vorstand.
Der Verein finanziert sich durch individuell festgelegte Mitgliederbeiträge, die für Miete, Entschädigung des Personals und für andere Ausgaben verwendet werden. Das Geld wird lokal verwaltet und jeweils die offene Jahresrechnung präsentiert.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Im Industrieareal Wuhrmatt in Bottmingen an der Wuhrmattstrasse 7 hat der Verein das ganze erste Stockwerk eines Gewerbegebäudes gemietet. Für die Männer steht ein Gebetsraum mit Bibliothek, ein kleiner Aufenthaltsraum und Sitzungszimmer, ein Büro für die Verwaltung, eine kleine Küche sowie eine Kantine mit Verkaufsladen zur Verfügung. Zudem gibt es ein kleines Schlafzimmer, das Jugendlichen nach sozialen Aktivitäten die Möglichkeit zur Übernachtung bietet. Ein langer Gang führt zu den jeweiligen Räumen sowie zur Wohnung des Imam. Ein separater Teil des Stockwerkes ist für Frauen reserviert, mit eigenem Gebets- und Aufenthaltsraum.
Lokalsuche
Das Islamische Kulturzentrum ist auf der Suche nach einem wesentlich grösseren Lokal, um zusätzlich innerhalb der Moschee ein Schülerwohnheim mit grosser Bibliothek aufzubauen, ähnlich wie dies bereits in Zürich vorhanden ist. Hierfür sind die aktuellen Räumlichkeiten zu klein. Allerdings ist es schwierig, den idealen Ort zwischen Industriegebiet und Stadt zu finden. Denn ersterer ist für ein Wohnheim ungeeignet, letzterer für eine Moschee. Ziel dieses Internats ist es, Jugendlichen eine gute religiöse aber auch anderweitige Ausbildung zu ermöglichen, ihnen gesellschaftliche «Benimmregeln» zu vermitteln und soziale Aktivitäten anzubieten.
Die Moschee ist täglich zu den fünf Gebetszeiten geöffnet.
Mehrmals wöchentlich - jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Samstagabend und am Sonntag nach dem Mittagsgebet - treffen sich die Gläubigen zum gemeinsamen «Hatim (Zikr)» (Gedenken an Gott).
Im Fastenmonat Ramadan treffen sich die Muslime zum gemeinsamen Fastenbrechen und anschliessendem Gebet.
- Religionsunterricht
Religionsunterricht findet am Wochenende und in den Schulferien statt, bei Bedarf aber auch täglich. Für den Unterricht steht ein vollamtlich angestellter Imam zur Verfügung, welcher auch für andere soziale Aktivitäten zuständig ist.
- Jugendabteilung
Die Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen des Vereins. Da die Jugendgruppe zurzeit informelle Strukturen ohne Leiter hat und sich meist spontan trifft, ist der Verein dabei, die Abteilung strukturiert aufzubauen. Geplant sind auch Treffen und gemeinsame Projekte mit den anderen Islamischen Kulturzentren in der Schweiz sowie mit anderen Moscheen im Raum Basel. Neben der schulischen Unterstützung, werden unter anderem auch sportliche Aktivitäten und Reisen organisiert. Studenten helfen dabei jüngeren Schülern mit Hausaufgaben und geben ihnen bei Bedarf Nachhilfe in Deutsch oder anderen Fächern. Sonntags treffen sich die Jugendlichen häufig zum gemeinsamen Fussballspielen oder unternehmen Ausflüge, machen eine Stadtbesichtigung oder setzen spontan Ideen der Teilnehmer um. Im Winter gehen sie beispielsweise gemeinsam Skifahren.
- Frauenorganisation
Die Frauen treffen sich regelmässig am Wochenende in den Frauenräumen der Moschee und organisieren ihre Aktivitäten selbst. Sie sind unter anderem zuständig für die Organisation der zwei Mal jährlich stattfindenen Kermes. Ausserdem verkaufen sie ab und zu Esswaren an die Vereinsmitglieder. Der Erlös fliesst in die Gemeinschaftskasse des Vereins.
Bei finanziellen und anderweitigen Problemen spielt die Solidarität unter den Vereinsmitgliedern eine wichtige Rolle. Sie betrachten es als ihre Pflicht, andere Mitglieder sowohl psychisch als auch finanziell zu unterstützen.
Für spezifische Projekte, wie beispielsweise für Katastrophenhilfe, wird Geld gesammelt und an das entsprechende Hilfswerk oder an die zuständige Behörde geschickt.
Das Islamische Kulturzentrum Bottmingen bietet ausserdem eine Sterbekasse für Leichentransporte an, die so genannte «Cenaze nakil fonu». Mitglieder dieser Kasse bezahlen einen Eintrittsbeitrag sowie jährlich 60 CHF. Bei einem Todesfall werden jegliche Kosten und Arbeitsaufwand übernommen.
Für die Seelsorge sind der Hodscha, Imam und die Vereinsmitglieder zuständig. Gemeinsam werden Haus- und Krankenhausbesuche gemacht und dabei seelische wie auch psychische Unterstützung und Aufmunterung angeboten.
In der Moschee gibt es eine Bibliothek und einen Verkaufsladen (nur für Vereinsmitglieder).