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Von der ''Menopause'' beim Mann zu sprechen, mag seltsam anmuten; der Begriff hat sich in den Medien aber so eingeschlichen.
Bei den Frauen meint dies die Zeit nach der letzten Blutung; die Frauen produzieren weniger Hormone, was bei ihnen mit verschiedenen Beschwerden einhergehen kann.
Auch bei älteren Männern reduziert sich der Testosteronspiegel. In der von der EU finanzierten European Male Ageing Study wurden 3’369 Männer zwischen 40 und 79 Jahren aus acht europäischen Ländern untersucht um herauszufinden, ob Beschwerden von älteren Männern ebenfalls mit dem Sinken der Testosteronwerte im Zusammenhang stehen. Die Forscher legten dabei den Fokus auf die allgemeine, die sexuelle, die physische sowie die psychische Gesundheit.
Sinkende Testosteronwerte spiegelten sich in der Sexualität wieder: Bei einem Schwellenwert von 11 nmol/l Gesamttestosteron kam es seltener zu morgendlichen Erektionen; fiel der Wert unter 8.5 nmol/l, nahm die Häufigkeit von Potenzstörungen (erektile Dysfunktion) zu und weniger als 8.0 nmol/l Gesamttestosteron ging mit einer verminderten Libido einher.
Alle drei Symptome zusammen mit Testosteronwerten unter 11 nmol/l - was einem klinischen Hypogonadismus („männliche Menopause“) entspricht - waren selten. Nur gerade 2.1% der Teilnehmer erfüllten die Kriterien dafür. Das Risiko für einen Hypogonadismus stieg mit dem Alter an: 0.1% bei den 40- bis 49-Jährigen, 0.5% bei den 50- bis 59-Jährigen; 3.2% bei den 60- bis 69-Jährigen und 5.1% der 70- bis 79-Jährigen. Schweres Übergewicht und chronische Erkrankungen erhöhten das Risiko.
Die Forscher stellten – zwar weniger häufig – auch physische Beschwerden fest: Nachlassen der körperlichen Kraft (z.B. Laufen, Heben schwerer Gegenstände), Unfähigkeit, mehr als 1 Kilometer zu Laufen sowie grosse Mühe beim Beugen, Bücken oder Hinknien. Hier lag der Schwellenwert des Gesamttestosterons bei 13 nmol/l.
Bei den psychischen Beschwerden zeigten sich vermehrt Energieverlust, Traurigkeit und Abgeschlagenheit.
Befindlichkeitsstörungen der älteren Männer können demnach eher selten auf die nachlassende Hormonproduktion zurückgeführt werden. Und: Ob hier eine Hormonersatztherapie von Nutzen wäre, belegen die Ergebnisse nicht, so die Forscher.
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