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Prospektion
Während die ersten Lagerstätten am Rand des unzugänglichen Gebirges wohl mehr zufällig entdeckt wurden, kamen im Mittelalter ganze Heerscharen von Prospektoren in den Schwarzwald, um neue Erzgänge zu suchen. Ein besonders Augenmerk richtete man auf Rollstücke, die in den Bächen lagen und auf die oft farbigen Sekundärmineralien. Aber auch mit der Wünschelrute suchte man nach Erzlagerstätten. Im Winter beobachtete man den Austritt von warmer Luft aus Spalten, wobei es zur Nebelbildung kam. Leicht war es natürlich, einen Erzgang in den anstehenden Felsen auszumachen.
Abbautechniken:
1. Schurf
Sobald man eine “höffige” Stelle gefunden hatte, deckte man den Erdboden ab und begann den Gang von der Oberfläche her aufzuschürfen und auf seine Erzführung zu untersuchen. Heute noch im Gelände erkennbar sind sogenannte "Schürfe", die fast wie ein Bombenkrater aussehen. Sie sind oft mit den Trichtern umgestürzter Bäume zu verwechseln. Klarheit herrscht dann, wenn Gangmaterial (Quarz, Baryt, Fluorit, Calcit) oder gar Erze in den zugehörigen Anschüttungen vorhanden sind. Oft sind mehrere Schürfe perlenkettenartig hintereinander angesiedelt. Das Vorhandensein von Schürfen muss nicht unbedingt auf einen Abbau hinweisen. Oft wurde der Gang eben nur auf seine Erzführung hin untersucht. (Sehr schön zu sehen bei der Grube Amalie / Grunern).

Schurf

Verhau
2. Verhau
Sobald Erz gefunden wurde und dieses auch nachhaltig vorhanden war, begann man von oben nach unten mit einem Abbau, einem Strossenbau. Das Gestein wurde mit Schlägel und Eisen, oder bei hartem Gestein durch Feuersetzen abgebaut. Wir kommen später noch einmal auf diese Begriffe zurück. Man investierte so wenig wie möglich Arbeit und baute nur den Gang von Salband zu Salband ab. Das Nebengestein blieb unberührt. Dadurch entstand ein mehr oder weniger rechteckiger Graben, links und rechts vom Nebengestein begrenzt. Die Bergleute hatten den Erzgang verritzt oder verhauen. Die heute noch sichtbaren Spuren nennt man deshalb “Verhau”. (z.B. Bitterst bei St-. Ulrich, Galgenhalde im Münstertal, Altemannfels bei Badenweiler, Himmelsehre Sulzburg).
3. Stollenpinge
Sobald von Übertage zuviel Wasser einsickerte, der Verhau so tief wurde, daß die Luft oder das Licht fehlte, begann man, unterhalb des Verhaues einen Stollen aufzufahren. Diese Stollen sind heute zumeist verstürzt und man kann nur noch die Einbuchtungen im Gelände sehen. Die Stollenpinge unterscheidet sich vom Schurf durch die vorgelagerte Bergehalde (taubes Gestein) oder manchmal auch durch den Austritt von Stollenwässern.
4. Schachtpinge
Zur Bewetterung (“Belüftung”) der Stollen dienten senkrecht nach unten in den Berg führende, kaminartige Schächte. Im flachen Gelände dienten sie aber auch der Förderung des Erzes oder dienten als Zugang zur Grubenanlage. Nur ganz wenige Schächte sind heute noch offen, z.B. die bis 50 m tiefen Schächte im Ehrenstetter Grund (“Linglelöcher”) oder ein ebenso tiefer Schacht bei St. Ulrich. Zumeist sind sie aber verstürzt und bilden ähnlich wie die Schürfe mehr oder weniger flache Trichter im Boden. Schurf und Schachtpingen sind schwer von einander zu unterscheiden.
5. Stollen und Schächte
Deutliche Bergbauspuren sind in den heute noch manchmal vorhandenen Stollenmundlöchern zu erkennen. Der Begriff "Stollen" ist nicht mit dem Wort "Gang" zu verwechseln. Den Gang hat die Natur geschaffen und mit Mineralien ausgefüllt. Der Mensch treibt den Stollen auf dem Gang vor und fördert damit die Mineralien aus dem Erzgang. Je nach Geländesituation wird ein Stollen “im Gangstreichen”, also in der horizontalen Erstreckung des Erzganges aufgefahren, oder “querschlägig” (in einem bestimmten Winkel zur Richtung des Erzganges) angelegt. Bei lohnender Erzführung können mehrere Stollen übereinander liegen, der Abstand (“die seigere Höhe”) beträgt im Schwarzwald technisch bedingt zwischen 30 und 50 m. Stollen, die im Innern des Berges angelegt wurden und die nicht bis an das Tageslicht reichen, nennt man Feldstrecken. Diese und die Stollen sind in der Regel durch Schächte miteinander verbunden. Schächte dienen einerseits zur Belüftung ("Wetterschacht") der Anlage, andererseits wird durch sie das Erz gefördert (“Förderschacht”) und sie dienen als Zugang zu den höher oder tiefer liegenden Stollen und Strecken (“Fahrschacht”). Häufig dienten Schächte gleichzeitig zur Befahrung und Förderung. Schächte, die nicht bis an die Erdoberfläche reichen, nennt man “Blindschächte”. Schächte, welche bis zur Oberfläche reichen nennt man "Tagschächte".

Nach Agricola:
Stollen und Schächte
Ein Stollen wird nicht begangen sondern befahren, auch wenn man zu Fuß geht! Die in den Schächten befestigten Leitern heißen demnach “Fahrten”. Im moderneren Bergbau dieses Jahrhunderts sind die Schächte zumeist kombiniert und bestehen aus zwei Teilen, die durch feste Holzwände von einander getrennt sind. Im einen Teil wird das Erz hochgezogen oder von einer höheren Sohle auf die untere Sohle, die nach draußen führt (“Fördersohle, Förderstollen”), geworfen. Diesen Teil nennt man “Fördertrum”. Im anderen Kamin sind die Fahrten befestigt, diesen Teil nennt man “Fahrtrum”.
Seigerriss (schematisch)
hier: "Firstenbau"
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