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• Ex-CEO Ivan Glasenberg war seit seinem Berufseinstieg nur für Glencore tätig
• Glasenberg hat begeisterte Kollegen und grosse Kritiker
• Glasenberg bleibt Anteilseigner
Das Vermögen von Ivan Glasenberg liegt Forbes zufolge Stand Anfang August 2021 - also rund einen Monat nach seinem Renteneintritt - bei knapp 6,5 Milliarden US-Dollar, die der erfolgreiche Manager und Unternehmer in seinem Job als CEO bei Glencore und als grösster Anteilseigner des Grosskonzerns erwirtschaften konnte. Diese Positionen konnte Glasenberg nach einer langjährigen Karriere bei Glencore erreichen.
Sieben Jahre nach Berufseinstieg wird Glasenberg Leiter des Kohlehandels bei Marc Rich & Co.
Nach einem Studium der Buchhaltung an der University of Withwatersrand in Südafrika und einem Master of Business Administration an der University of Southern California begann der Südafrikaner im Jahr 1984 seine Karriere bei Marc Rich & Co. - genau zehn Jahre später wurde die Firma zu Glencore umbenannt. Glencore gilt, eigenen Angaben zufolge, heutzutage als eine der grössten Unternehmensgruppen weltweit im Bereich Rohstoffhandel. Glasenbergs Faszination für den Rohstoffhandel entstand, erzählt er selbst in einem Interview gegenüber dem SRF, im Rahmen eines Studienprojekts: Er habe ein Rohstoffunternehmen besucht, sich dort in das Büro geschlichen und gesehen, wie vom Schreibtisch aus die Rohstoffe quer durch die ganze Welt geschickt wurden.
1991 wurde Glasenberg dem Handelsblatt zufolge zum Chef der Kohlehandelsabteilung bei Marc Rich & Co., und hatte seither selbst die Verantwortung für das Verschicken von Rohstoffen inne. Über die Arbeitsweise des heute in Ruschlikon lebenden Ex-CEOs sagt der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler laut SRF: "Glasenberg ist für mich ein Top-Unternehmer. Er ist topseriös." SRF berichtet, Glasenberg sei um acht Uhr morgens bereits fertig mit seinem kompletten Sportprogramm und begrüsse Angestellte, die um halb neun ins Büro kommen mit einem trockenen "Good Afternoon".
Glasenberg ist umstritten: Kollegen loben ihn in höchsten Tönen, Gegner üben harte Kritik
Rund ein Jahrzehnt nach seiner Beförderung zum Chef der Kohlehandelsabteilung bei Marc & Rich Co. wurde Glasenberg zum Glencore-CEO befördert. Seither hat er das Unternehmen, so die Firma auf ihrer Website, im Jahr 2011 an die Börsen London und Hongkong gebracht, 2013 die Fusion mit Xstrata abgeschlossen und knapp zehn Prozent der Glencore-Firmenanteile erworben.
Tony Hayward, Ex-Verwaltungspräsident bei Glencore, wird der Glencore-Pressemitteilung zum Renteneintritt Glasenbergs wie folgt zitiert: "Seine Arbeitsmoral und sein Engagement für die Firma und ihre Angestellten haben eine Loyalität [ihm gegenüber] hervorgerufen, die in der Branche selten ist." Doch während Glasenberg von Hayward und Tännler sehr gelobt und respektiert wird, gibt es auch Gegenwind und Kritiker. So wird Medienberichten zufolge in mehreren Ländern gegen Glasenberg beziehungsweise Glencore ermittelt - beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo. Der SRF zitiert Chantal Peyer von "Brot für die Welt", die bezüglich der dortigen Glencore-Aktivitäten recherchiert hatte: "Herr Glasenberg ist ein Mensch der Macht. Er ist [es] nicht gewöhnt, sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen. Er sagte ganz klar: Wir sind nicht an der UNO […] Er hat die NGOs als ein Risiko gesehen, das man unter Kontrolle halten muss [und sucht nicht unbedingt den Dialog auf Augenhöhe]."
In Zukunft will Glasenberg seine Rente geniessen und sich anderen Dingen zuwenden
Die letzten Monate im Büro verbrachte der Ex-CEO damit, seinen Nachfolger Nate Nagle einzuarbeiten und den Übergang so fliessend wie möglich zu gestalten, heisst es in einer Glencore-Ankündigung. Nagle ist ebenfalls Südafrikaner und hat dort an derselben Universität Buchhaltung studiert wie Glasenberg, nach seinem Abschluss hat der heute Mitte 40-Jährige ebenfalls für einige Jahre den Kohlehandel bei Glencore geleitet: Er ist ebenfalls bereits seit über 20 Jahren bei Glencore tätig. Doch obwohl nun schon der zweite Glencore-CEO in Folge aus dem Kohlehandel kommt, will die Firma - dies hatte Glasenberg noch beschlossen - bis 2050 CO2-neutral werden. Dies ist zwar noch eine Weile hin, bedeutet für den Rohstoffhändler jedoch eine grosse Veränderung: Sowohl die Ölpreise- als auch die Ölgeschäfte sollen heruntergefahren werden, stattdessen wird man wohl auf Kobalt, Kupfer und Nickel umsteigen.
Diese Aufgabe überlässt Glasenberg jedoch Nagle: Der Ex-CEO möchte, erklärt er gegenüber dem SRF, in Zukunft mehr schlafen, mehr Sport machen und verschiedenen Investitionen nachgehen. Seine Firmenanteile wird er aber wohl behalten und als grösster Anteilseigner ein Auge auf die Arbeitsweise Nagles behalten.
Redaktion finanzen.ch