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Nachtarbeit
Begriff
Grundsätzlich arbeiten Angestellte tagsüber oder abends, d. h. zwischen 6.00 und 23.00 Uhr. Manchmal haben Unternehmen jedoch besondere Bedürfnisse, die es notwendig machen, regelmäßig oder gelegentlich Nachtarbeit zu leisten, um dringende Situationen zu bewältigen. Dies ist der Fall bei Beschäftigten im Gesundheitswesen, in Nachtclubs, in Unternehmen mit Drei-Schicht-Betrieb oder in Bäckereien.
Gesundheitsschutz
Wenn ein Arbeitnehmer nachts arbeitet, hat dies Auswirkungen auf seinen Tagesablauf. Die Erholung am Tag hat oft nicht die gleiche Qualität wie die Erholung in der Nacht, da sie nicht dem normalen Lebensrhythmus eines Menschen entspricht.
Daraus folgt, dass Nachtarbeit einen negativen Einfluss auf die körperliche Gesundheit und das Sozialleben des Arbeitnehmers haben kann. Letzterer genießt einen besonderen Schutz.
Bedingungen
Der Arbeitgeber muss strenge Bedingungen einhalten, um Nachtarbeit für seine Beschäftigten einführen zu können.
Diese Bedingungen unterscheiden sich, ob es sich um vorübergehende, regelmäßige oder wiederkehrende Nachtarbeit handelt. In jedem Fall ist die Zustimmung des Arbeitnehmers erforderlich.
Außerdem muss der Arbeitgeber bestimmte Pausenzeiten und Arbeitszeitbegrenzungen einhalten.
Risikopersonen
Aufgrund des anstrengenden Charakters der Nachtarbeit ist diese Art der Arbeitszeit für einige Mitarbeiter mit schwächerer Gesundheit nicht geeignet. Für Auszubildende, junge Arbeitnehmer und Mitarbeiter, deren Gesundheitszustand nicht mit Nachtarbeit vereinbar ist, ist Nachtarbeit verboten oder an bestimmte Bedingungen geknüpft.
Für schwangere Frauen ist Nachtarbeit während der Schwangerschaft für einen bestimmten Zeitraum verboten. Wenn der Arbeitgeber der Arbeitnehmerin während dieser Zeit keine anderen Aufgaben während des Tages zuweisen kann, ist er verpflichtet, ihr einen Teil ihres Lohns zu zahlen.
Ärztliche Untersuchung
Beschäftigte, die über einen längeren Zeitraum Nachtarbeit leisten, haben das Recht auf eine ärztliche Untersuchung, die von ihrem Arbeitgeber bezahlt wird. Diese Untersuchung ist für bestimmte Kategorien von Arbeitnehmern manchmal obligatorisch.
Unmöglichkeit
Die Situation ist heikel, wenn ein Arzt nach dieser ärztlichen Untersuchung feststellt, dass der Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, Nachtarbeit zu leisten. Der Arbeitgeber wird in bestimmten Situationen nicht verpflichtet sein, das Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten.
Schichtarbeit
Schichtarbeit liegt vor, wenn die Arbeit in verschiedene Tages-, Abend- und Nachtschichten aufgeteilt ist und die Mitarbeiter abwechselnd am selben Arbeitsplatz arbeiten. In der Regel nimmt jeder Mitarbeiter turnusmäßig an jeder Stunde teil.
Diese Art der Arbeitsweise ist besonders belastend und kann die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen. Ein Unternehmen, das ein solches System einführen will, muss sich an strenge Bedingungen halten. Der Arbeitgeber muss bestimmte tägliche, wöchentliche und jährliche Ruhezeiten einhalten.
Hohe Leitungsfunktion
Personen, die eine hohe Leitungsfunktion ausüben, fallen nicht unter das Arbeitsgesetz. Dies hat zur Folge, dass sie nicht durch die gesetzlichen Bestimmungen zur Nachtarbeit geschützt sind.
Es ist Vorsicht geboten, da nicht alle Führungskräfte als hohe leitende Funktion eingestuft werden können, da die von der Rechtsprechung festgelegten Kriterien sehr streng sind.
Homeoffice
Im Rahmen des Homeoffice, weit weg von den Kollegen, kann es vorkommen, dass der Arbeitnehmer die Gelegenheit nutzt, um tagsüber auf seine Kinder aufzupassen oder auch längere Pausen zu machen. Dies birgt das Risiko, dass der Arbeitnehmer die verlorene Zeit später durch Nachtarbeit nachholt. Der Arbeitgeber muss wachsam sein. Er muss geeignete Maßnahmen ergreifen, um solche Situationen zu verhindern.
Aufzeichnung der Arbeitszeit
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeitszeit seiner Angestellten aufzuzeichnen, insbesondere die Arbeitszeit einschließlich Überstunden und die Dauer der Pausen. Arbeitnehmer, die Nachtarbeit leisten, befinden sich in einer besonderen Situation. Der Arbeitgeber muss mehr Informationen über ihre Arbeitszeit aufzeichnen, damit die Behörden überprüfen können, ob die gesetzlichen Bestimmungen zu Arbeitszeiten und Pausen eingehalten werden.