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«Oh mein Gott», funkte ein vollkommen aufgelöster Pierre Gasly, seine Boxencrew pfiff in der Stunde des Sieges auf die Abstandsregeln. «Ich kann noch gar nicht realisieren, was gerade passiert ist», sagte der 24-Jährige bei der Siegerehrung.
Erstmals seit Olivier Panis 1996 gewann wieder einmal ein Franzose einen GP in der Formel 1. Das verrückte Rennen in Monza fand mit dem Sieg des AlphaTauri-Fahrers und den ebenfalls noch jungen Piloten Carlos Sainz (26) und Lance Stroll (21) auf dem Podest seinen Höhepunkt. Diesen Ausgang hatte wohl niemand kommen sehen.
«Einfach nur Wahnsinn»
«Ich habe so viel erlebt in den letzten 18 Monaten. Jetzt hier zu stehen, ist einfach nur Wahnsinn», sagte Gasly. Er hatte es Anfang 2019 schon zu Red Bull geschafft, wurde wegen fehlender Ergebnisse aber zum Schwesterteam AlphaTauri zurückgeschickt. Nun erlebt er seinen grössten Erfolg. Gasly kürte sich zum 109. Grand-Prix-Gewinner der Geschichte.
Vettel sarkastisch, Binotto mit klaren Worten
Zwölf Jahre nach Sebastian Vettels Formel-1-Premierensieg im Toro Rosso war erstmals das Nachfolgeteam erfolgreich. Vettel flüchtete sich nach seinem Ausscheiden in Galgenhumor. «Am Dienstag bin ich im Simulator, das Auto hält wenigstens», sagte der viermalige Weltmeister nach seiner desaströsen Abschiedsvorstellung für Ferrari in der Lombardei.
Weil auch Charles Leclerc nach einem Fahrfehler ausschied, bei seinem Crash aber immerhin unverletzt blieb, herrscht bei den «Roten» Katzenjammer.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zog ein vernichtendes Urteil: «Das ist der schlimmste Ausgang eines schwierigen Wochenendes.» Ferrari figuriert nach 8 Rennen in dieser Seuchen-Saison nur auf dem 6. Platz der Konstrukteurs-Wertung.
Ferrari zieht Rekurs gegen Racing Point zurück
Ferrari hat nach dem GP von Monza entschieden, die Berufung gegen die Bestrafung von Racing Point in der Kopier-Affäre als letztes Team zurückzuziehen. Racing Point war mit einem Abzug von 15 WM-Punkten und einer Busse von 400'000 Euro belegt worden, weil das Team Bauteile seiner Boliden nicht selbst entwarf. Mit dem Rückzug des Rekurses ist die vom Automobil-Weltverband FIA auferlegte Strafe rechtsgültig.
Kein Abschiedsgeschenk für Claire Williams
Am Sonntag endete auch die Ära von Williams als «Familien-Team» nach 739 Rennen, 114 Siegen und 16 Weltmeisterschaften. Claire Williams als stellvertretende Teamchefin und Platzhalterin ihres Vaters Sir Frank Williams wird am kommenden Wochenende in Mugello nicht mehr dabei sein. Nicholas Latifi verpasste als 11. nur knapp die Punkte.