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Langbeinfliegen (Dolichopodidae)
Weltweit sind etwa 5000 Vertreter dieser Gruppe bekannt, in Europa sind 805 Arten und Unterarten verbreitet. Es handelt sich um kleine bis mittelgroße Fliegen von 1,5 bis 7,5 mm. Die Langbeinfliegen sind häufig bunt und metallisch glänzend mit langen Beinen, die in der Ruhestellung gestreckt sind und somit den Tieren ein langbeiniges Aussehen geben. Ebenfalls auffällig sind die Mundwerkzeuge, wobei die Unterlippe (Labium) zum Ergreifen von Beutetieren klauenartig ausgebildet ist. Die Männchen haben häufig einen sehr ausgeprägten und behaarten Klammerapparat am Hinterleib, manchmal weisen sie auch eine besondere Form der Antennen sowie eine Umgestaltung der Beine auf. Die Langbeinfliegen sind Jäger, die vor allem in Wassernähe oder auf der Wasseroberfläche Jagd auf kleinere Insekten machen. Außerdem sind sie durch ihre langen Beine in der Lage, Würmer und Insektenlarven aus dem Boden zu ziehen oder aus dem Wasser zu fischen. Die Beute wird mit Fortsätzen der beweglichen Oberlippe (Labrum) aufgeschlitzt und anschließend ausgesaugt. Vor allem die Weibchen jagen sehr viel, wahrscheinlich aufgrund des erhöhten Proteinbedarfs zur Eiproduktion. Beide Geschlechter nehmen allerdings auch Honigtau von Blattoberflächen auf, einige Arten sind Blütenbesucher und ernähren sich von Nektar, bei den Vertretern der Gattung Ortochile sind die Mundwerkzeuge zu diesem Zweck rüsselartig verlängert. Langbeinfliegen sind geschickte Läufer und sind sogar in der Lage zu springen. Dabei sind sie beinahe ständig in Bewegung und fliegen zwischenzeitlich immer mal wieder auf, um etwa das Sitzblatt zu wechseln. Die Eiablage der Langbeinfliegen erfolgt einzeln in den Substraten, in denen sich die Larven später aufhalten, bei einigen Arten auch ins Wasser. Die Larven ähneln sehr stark denen der Tanzfliegen (Empididae), und sie ernähren sich meist jagend. Eine Beutespezialisierung liegt bei den meisten Arten nicht vor; die Larven der Medetera-Arten jagen allerdings vor allem die Larven und Puppen von Borkenkäfern. Die Verpuppung erfolgt wahrscheinlich meistens im oder nahe dem Lebensraum der Larven. Die Puppen sind mit langen Atemröhren versehen und leben bei einigen Arten in einem oft mit Substratteilchen inkrustierten Kokon aus Spinnseide.