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Fokus Darmstadt – Ein Forschungsprojekt der Hochschule für Musik Basel und des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt (2013–2020)
Teilprojekt 1. Anne-May Krüger: Musik über Stimmen. Vokalinterpret*innen der 1950er und 60er Jahre im Fokus hybrider Forschung.
Das Projekt erforscht den kreativen Einfluss bedeutender Sängerpersöhnlichkeiten auf die Entstehung von Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts sowie dessen Nachwirken in der aktuellen Aufführungspraxis. Im Zentrum der Arbeit stehen die zwei Sängerinnen Carla Henius (1919–2002) und Cathy Berberian (1925–1983) sowie der Schauspieler und Vokalist Roy Hart (1926–1975). Die betrachteten Kompositionen werfen auf Grund ihrer starken Personalisierung, d.h. der Entwicklung mit und für einen bestimmten Vokalisten, Fragen für nachfolgende Interpreten auf und eröffnen aus dieser Perspektive die Diskussion von Begriffen wie "Autorschaft" und "Werkidentität". Ziel des Projekts ist es, im Dialog von künstlerischer Praxis und Forschung aufführungspraktische Leitlinien für ein kritisches Repertoire zu schaffen sowie methodische Perspektiven für die Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst aufzuzeigen.
Vom 27.– 29.11.2014 fand in Basel und Bern unter dem Titel "performing voice. Vokalität im Fokus angewandter Interpretationsforschung" ein internationales Symposium und Festival statt. Eine tiefergehende Auseinandersetzung findet sich in der darauf aufbauenden Publikation.
Teilprojekt 2. Michel Roth: Die Organisation des Spiels. Spielbasierte kreative Interaktionen zwischen musikalischen Akteuren
Die Forschungsarbeit gliedert sich in drei Teile. Zunächst wird aus einer historiographischen Perpektive der kurze aber nachhaltige Einfluss des Pianisten David Tudor (1926–1996) auf Werke aus dem Darmstädter Kreis untersucht, wobei besonders von Komponisten gezielt eingesetzte Spielräume und Stimuli für Tudors kreatives Ausgestalten im Fokus stehen. Daraus erschliesst sich in einer zweiten Phase eine generelle Überschau von vergleichbaren Werkkonzeptionen bis in die heutige Zeit an mit dem Versuch, die Mechanismen solcher Interaktionen zwischen Komponisten und Interpreten, aber auch (durch spezifische Werkkonzeptionen gesteuert) zwischen den Spielenden selbst, mittels der Spieltheorie zu beschreiben. Diese Modellierung soll letzlich neuartige Organisationsformen musikalischen (Inter-)Agierens erschliessen, die im dritten Teil anhand konkreter Versuchanordnungen mit kleinen Ensembleformationen erprobt werden.
|Erstbetreuer||Matthias Schmidt|
|Zweitbetreuer||Georges Starobinski HSM Basel|
|Drittbetreuer/externer Experte||Michael Kunkel, HSM Basel (Krüger)|
|Doktorierende||Anne-May Krüger, Michel Roth|