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Über Krankheit zum Traumberuf
↓ Lorenz Matter
Lorenz Matter wurde 1969 geboren und wuchs in Wohlen (AG) auf.
Im Alter von 12 Jahren musste er wegen einer Wachstumsstörung mit dem Sport aufhören. Nur noch Radfahren war erlaubt, um das Knie zu schonen. Als Trost schenkten ihm die Eltern ein Einrad und so erkannte er sein Talent fürs Gleichgewicht – nach einer halben Stunde hatte er das Einradfahren erlernt und trainierte von da an jeden Tag. Dies öffnete ihm die Tür zur Artistenwelt und bald trainierte er zusätzlich Akrobatik und Handstände an der Ilg Schule Zürich.
Seine instabilen Schultern (im Miltär hatte er eine Tragdispens ab 5 kg!) konnten seinen Weg zur Akrobatik nicht aufhalten und waren für das Erlernen des einarmigen Handstandes sogar ein Vorteil, da er nur in der perfekten Position die Schulter stabilisieren konnte und so die richtige Technik lernte.
Nach der Matur an der Kantoschule Wohlen (AG) studierte er zwei Semester Physik an der ETH Zürich. Die Leidenschaft für die Artistik war aber grösser und so brach er das Studium ab und zog mit Cornelia nach Paris, um dort die Zirkusschule Fratellini zu besuchen. Weiter geht es unter Duo
↓ Cornelia Clivio
Cornelia Clivio ist 1963 in Zürich geboren. Nach der Matur hätte sie gern einen Bühnenberuf erlernt, aber ihre Eltern waren gegen eine Ausbildung, die zu einem brotlosen Dasein führt. Daher entschied sie sich für das Romanistikstudium und wurde Mittelschullehrerin, um danach finanziell unabhängig zu sein und ihren Traum zu verwirklichen. Während dem Studium war sie in verschiedenen freien Theatergruppen aktiv und begann danach eine Ausbildung an der Comart.
Ihr Bedürfnis, sich vor allem in Akrobatik weiterzubilden, führte sie 1990 nach Paris, wo sie an der Ecole de Cirque Fratellini sämtliche Zirkusdisziplinen erlernte und beim Theaterguru Philippe Gaulier das Bühnenhandwerk studierte. Als das Geld aufgebraucht war, kam sie zurück in die Schweiz.
Trotz der Epilepsie, die man erst spät diagnostizierte und behandelte, liess sie sich auf dem Weg zur Akrobatin nicht aufhalten. In der Arbeit mit Lorenz liess sie alle schnellen Bewegungen weg und gemeinsam fanden sie zu einer ruhig fliessenden Akrobatikdarbietung – die Adagionummer „Lebende Skulpturen“.
↓ Duo
1990 lernten sich Cornelia und Lorenz in Rom an einem Zirkuskurs kennen. Ihr bisheriges Leben als Mittelschullehrerin und Physikstudent wurde abgebrochen und sie zogen nach Paris, um die Zirkusschule Fratellini zu besuchen und Theaterunterricht bei Philippe Gaulier zu nehmen (Cornelia).
Als das Geld knapp wurde, kamen sie zurück in die Schweiz und bildeten sich autodidaktisch weiter mit fünf Stunden Training am Tag und verschiedenen Aufenthalten im Ausland (u.a. 3 Monate an der Zirkusschule Châlons-sur-Marne).
1992 begannen sie an der ETH/Uni Zürich im ASVZ Akrobatik zu unterrichten und sind dort bis heute wöchentlich in der Manege angestellt.
Gleich zu Beginn ihrer Karriere als Duo Scacciapensieri wurde die Akrobatiknummer 1993 mit dem Kleinen Prix Walo ausgezeichnet; dies ermutigte sie zum Weitermachen trotz schwierigen Umständen. Mit der Einradnummer gewannen sie 1994 den Special Price an der Einrad-WM in Minneapolis (USA). Dann ging es los mit Engagements auf sämtlichen Varietébühnen, Festivals und in Fernsehsendungen im In- und Ausland (Europa, USA, Kanada, Japan, Arab. Emirate, Dubai etc.).
1999 konnten sie in die Loft am Bach in Dietlikon einziehen, wo Wohnen und Trainieren unter einem Dach möglich war. Dank dem Proberaum konnten sie nun grosse Bühnenshows entwickeln und produzieren. Zusammen mit Romano Carrara und Daniela Lager entstand 2001 das abendfüllende Bühnenprogramm Stage TV, welches über 500 mal europaweit gespielt wurde und zahlreiche Kleinkunstpreise gewann.
2005 kam Tochter Irina auf die Welt, die dazu beitrug, Kinderkurse in der Loft anzubieten.
2007 entwickelten und produzierten sie das nächste Abendprogramm: coloro. Kaum waren die ersten Teile der Show fertig , hatten sie Auftritte für „Le plus grand cabaret du monde“ in Paris (France2), am „CreaTVty award“ des SFDRS, im „Benissimo“ SFDRS, an der „Rose d’or“ im KKL Luzern und viele mehr. Es wurde immer schwieriger, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.
2008 kam der grosse Bruch. Coloro stand vor einer grossen Tournee durch Japan und Europa, als Lorenz immer schwächer wurde. Die Ärzte diagnostizierten Lymphdrüsenkrebs im letzten Stadium. Als wäre dies nicht genug, wurde noch ein Aortenaneurysma direkt beim Herz festgestellt. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Chemotherapie gab es eine kurze Erholungspause, bevor dann die schwere Herzoperation bevorstand; auch hier verlief glücklicherweise alles gut und Lorenz schaffte die Rückkehr auf die Bühne (Bericht Aeschbacher/ Kulturplatz). Im Herbst 2010 konnte dann coloro mit zweijähriger Verspätung endlich die Schweizer Premiere im Casinotheater Winterthur aufführen, welche mit einer Standing Ovation vom Publikum gefeiert wurde (Bericht 10vor10). 2010 bekam coloro die Auszeichnung „Künstler des Jahres“ in Deutschland in der Sparte „Innovative Show“.
Doch die Krankheit hat Spuren hinterlassen und (Lebens-) Fragen aufgeworfen. Der Erfolg auf der Bühne trat in den Hintergrund und andere Werte gewannen an Bedeutung. So machten Cornelia und Lorenz 2012-2013 bei Marcel Stöckli (Living Buddha) die Yogalehrerausbildung und Lorenz bildete sich weiter in Thai-Yoga Massage und Dorntherapie. 2013/(2014) Ausbildung in Tuch- bzw. Aerial Yoga bei Yogamar – Philipp Henn.
2015 schaffen es Cornelia und Lorenz mit coloro bei DGST (die grössten Schweizer Talente) bis ins Finale (bei total 2000 Bewerbern).
2016 werden die Hoverboard-Videos vom Duo über den Kanal „People are Awesome“ millionenfach verbreitet.
2017 machen wir die Jugend und Sport-Ausbildung im Geräteturnen und bekommen vom BASPO (Bundesamt für Sport) die Anerkennung als offizielle Schweizer Kinder-Zirkusschule.
Wir vernetzen uns mit anderen Zirkusschulen und arbeiten gemeinsam an neuen Sicherheitsrichtlinien und Konzepten. Es freut uns, dass wir erneut am ZIF (Zirkusfestival für Kinder & Jugendliche) als Lehrer für Einrad und Trapez unterrichten durften.
Im Herbst 2017 erhält Cornelia nach einem Jahr Studium das Diplom als Pilates-Instructor!
- seit 1992 Trainingsleiter für Partnerakrobatik im ASVZ der ETH/ Uni Zürich
- 1992 Artistische Leitung des Theaters „Christoph Columbus“ in Frankfurt
- 1993 Kursleiter bei den Theatertagen am See in Friedrichshafen (D) für Einrad und Akrobatik
- 1994 Kursleiter für Akrobatik- und Einrad an der Ecole de Cirque Sans Filet in Belgien
- 1994 Kursleiter für Partnerakrobatik auf dem Einrad an der Einrad-WM in Minneapolis (USA).
- 1995 Kursleiter für Akrobatik und Einrad an der Europäischen Jonglier-Convention in Schweden
- 1996 Akrobatikleiter im Kinderzirkus in Dornbirn (A)
- 1997 Akrobatikleiter an der Europäischen Akroconvention in Nijmegen (NL)
- 1998 Akrobatikunterricht in Kong (DK)
- 1999 Kursleiter am Europäischen Akrobatiktreffen in Amsterdam
- 2004 Kursleiter für freistehende Leiter im Kinderzirkus Otelli
- 2005 Trainingsleiter im Kinderzirkus Marotte
- 2009 Kinderkurse in der Loft am Bach
- 2012 Tuchllektionen im Kinderzirkus Otelli
- 2013 Inputtrainer im Kinderzirkus Robinson
- 2013 Akrobatikkurs im Schulsport Zürich
- 2013 Hatha Yoga Kurse in der Loft am Bach
- 2014 Tuch- bzw. Aerial Yoga Kurse in der Loft am Bach
- 2014 Akrobatikkurse (Manege) in der PH Zürich
- 2015 Akrobatikkurse im Jugentheater Metzenthin
- 2016 Kurse an der Handstand-Academy in Dietlikon
- 2017/ 2019 Kurse am ZIF (Zirkusfestival für Kinder & Jugendliche)
- 2017/ 2019 Referent für Akrobatik in Magglingen am SVSS (Schweizer Verband für Sport in der Schule)