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Der im Jahre 1951 in der Schweiz eingebürgerte Dichter und Schriftsteller Jean Gebser wurde 1905 in Posen geboren; er starb 1973 in Bern. Bereits 1925 gründete Gebser gemeinsam mit Victor Otto Stomps in Berlin eine Buch- und Kunstdruckerei, der ein kleiner Verlag (Die Rabenpresse) angegliedert war, wo auch seine ersten Gedichte veröffentlicht wurden. Nach Aufenthalten in Florenz und in Frankreich führte Gebsers Weg Ende 1931 nach Spanien; in Madrid zählten zahlreiche berühmte Lyriker (u.a. Vicente Aleixandre, Jorge Guillén, Federico García Lorca, Pedro Salinas) zu seinem Bekannten- und Freundeskreis. In diesen Jahren nahm Gebser auch seine Tätigkeit als Übersetzer auf. Nach Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges ging Gebser dann nach Paris, wo er mit jenem Kreis von Intellektuellen und Künstlern (u.a. Paul Eluard, Louis Aragon, André Malraux und Pablo Picasso) in Kontakt, die sich alle für die spanische Republik eingesetzt haben. Ende August 1939 reiste Gebser schließlich in die Schweiz ein, die ihm zur Wahlheimat wurde. In der Schweiz entstanden jene Schriften mit (kultur)philosophischem Gehalt «Rilke und Spanien» (1940), «Abendländische Wandlung« (1943), «Ursprung und Gegenwart» (1949 und 1953), «Asien lächelt anders» (1968) , die ihn (vor allem) im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht haben. In dem vielschichtigen philosophischen Werk spiegelt sich ein von zahlreichen Ortswechseln sowie ausgedehnten Reisen geprägtes und an Bekannt- und Freundschaften mit bedeutenden Persönlichkeiten (Theodor W. Adorno, Max Brod, Hans Erni, C. G. Jung, Emil Oprecht, Adolf Portmann, Jean Rodolphe von Salis, Werner Heisenberg) reiches Leben wider. Nicht unerwähnt dürfen jene Gelehrten (u.a. Hans Kayser, Lama Anagarika Govinda) bleiben, die wie Gebser selbst in der akademischen Welt nach wie vor als Außenseiter gelten. J. R. von Salis nannte Gebser einen «Sucher und Forscher in den Grenz- und Übergangsgebieten des menschlichen Wissens und Philosophierens». Aufgrund der Berücksichtigung zahlreicher Dokumente (vor allem Briefe) aus Gebsers Nachlass, der im Schweizerischen Literaturarchiv aufbewahrt wird, stellt das Buch einen interessanten Beitrag zur schweizerischen Zeitgeschichte, aber auch zur Kultur- und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts dar.