Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/1554

Das Bundesgericht hat am 6. April 2011 ein wichtiges Urteil zu Hirnverletzungen gefällt, die sich bildgebend nicht nachweisen lassen. Das Urteil 8C_902/2010 vom 6. April 2011 ist noch nicht auf der Website des Bundesgerichts aufgeschaltet, wird aber in den nächsten Tagen online zugänglich sein.
Auch bei Fehlen von bildgebend darstellbaren strukturellen Läsionen des Gehirns kann der Wahrscheinlichkeitsbeweis einer substantiellen Hirnschädigung gegebenenfalls durch Zusammenwirken von Würdigung der Anamnese sowie von psychiatrischen und insbesondere auch neuropsychologischen Untersuchungen erbracht werden (Erw. 6.1.2).
Die UVG-Versicherung muss daher der Verunfallten, bei der die Gutachter die Diagnose einer traumatischen Hirnschädigung im Sinne eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma ICD-10 F07.2 mit mittelschwerer neuropsychologischer Funktionsstörung gestellt hatten, Rentenleistungen erbringen.
Auch wenn sich die Tragweite dieses Urteils noch nicht abschliessend abschätzen lässt, ist doch zu vermuten, dass das Bundesgericht die verschärfte sog. Schleudertraumapraxis (vgl. BGE 134 V 109) nicht mit derselben Strenge auf Hirnverletzte anwenden will.