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FAQ
ISRC: Erweitert
14. Welche Metadaten sollte ich mit einem ISRC verbinden?
15. Wie implementiere ich meinen ISRC in ein digitales Musikstück?
Für nur digital veröffentlichte Aufnahmen gilt, dass der ISRC den Titel in Form der Metadaten begleitet, IFPI International empfiehlt hierbei, das ID3 Tag-System zu verwenden. Dies heisst also nicht, dass rein digital veröffentlichten Musikstücken keine ISRC zugewiesen werden sollten, denn digitale Händler und Streaming-Anbieter verlangen diese zwingend bei der Anmeldung bzw. beim Upload.
16. Wie implementiere ich meinen ISRC in die CD?
Masteringstudios sind mit dem Prozedere und den technischen Geräten hierfür in der Regel vertraut. Der ISRC wird während des Pre-Mastering-Prozesses auf den digitalen Tonträger codiert. Dazu müssen ein fertiges Masterband und die zugehörigen für dieses Band vorgesehenen ISRC-Daten vorliegen. Mit Hilfe eines PQ-Editors werden die ISRCs, zusammen mit den PQ-Daten des CD-Masters, beim Disk-Mastering-Prozess in den „disc subcode“ (Q-Kanal) eingelesen. In der Regel hat eine gängige Mastering-Software Funktionen zum Einspielen des ISRC auf das Master.
17. Wie implementiere ich meinen ISRC auf Vinyl / auf einem Tonband?
Bei der Tonaufzeichnung in der Analogtechnik werden die Tonschwingungen in entsprechende elektro-magnetische (beim Tonband) bzw. elektromechanische (bei der Schallplatte / Vinyl) Signale umgesetzt (z.B. bei der Schallplatte in Erhebungen und Vertiefungen entsprechend den Schwingungskurven).
Der ISRC kann auf analoge Aufnahmen selbst nicht codiert werden. Es empfiehlt sich dennoch, analogen Aufnahmen ISRCs zuzuordnen und diese in den relevanten Datensätzen zu vermerken, damit die Codes bei einer späteren Digitalisierung in den Subcode eingespielt werden können. Zudem sollten sie auf den Plattencovern vermerkt werden.
18. Wie implementiere ich meinen ISRC bei einem Bildtonträger (zB. Musikvideo)?
Analoge Bildtonträger sollten den ISRC auf dem Vorspannband enthalten. Ausserdem sollte der ISRC auch aussen auf der Bandschachtel angebracht werden. Bei einem rein digitalen Bildtonträger bzw. einer rein digitalen Bildtonaufnahme ist der ISRC in den Metadaten einzutragen.
19. Muss ich die ISRC auf das Artwork drucken?
Unter Artwork versteht man das künstlerisch gestaltete äussere Erscheinungsbild des Tonträgers bzw. Bildtonträgers, seiner Hülle, des Einlegers oder Booklets. Eine Nennung des ISRC auf dem Artwork digitaler Ton- und Bildtonträger ist gemäss Norm nicht erforderlich, wenngleich es die Überprüfung auf das Vorhandensein von ISRCs erleichtern würde. Bei analogen Ton- und Bildtonträgern empfiehlt sich ein Vermerk über die ISRCs an diskreter Stelle.
20. Ich habe meine unkommerzielle Aufnahme ohne ISRC veröffentlicht. Kann ich nachträglich einen einfügen?
Ja, dabei ist darauf zu achten, dass beim Jahresschlüssel das Jahr der ISRC-Vergabe verwendet wird und nicht das Jahr der Aufnahme. Das Nachcodieren ist also nur bei unkommerziellen Veröffentlichungen möglich.
21. Ich habe einen ISRC dem falschen Musikstück zugewiesen. Kann ich ihn wieder entfernen?
22. Ich habe einen ISRC vergeben, welcher schon vergeben war. Wie löse ich das?
Ein ISRC darf unter keinen Umständen ein zweites Mal vergeben werden, weil dadurch die Eindeutigkeit des Codes Schaden nimmt und aus technischen Gründen Zuordnungsfehler unvermeidbar wären.
Sollte dies versehentlich trotzdem vorkommen, muss entschieden werden, welche Aufnahme den ISRC behält und welche Aufnahme einen neuen ISRC zugeordnet erhält. Bei der Aufnahme mit dem neuen ISRC wird in den Metadaten der vorherige ISRC und die erfolgte Änderung festgehalten.
23. Mein Unternehmen hat die Rechte an Aufnahmen erhalten, welche bereits mit einem ISRC versehen sind. Muss ein neuer ISRC vergeben werden?
Nein, die ISRC bleiben dieselben. Eine Aufnahme hat immer nur jeweils einen ISRC über den ganzen Lebenszyklus hinweg. Findet eine Bearbeitung statt (zB. Erstellen eines Remixes, Remasters, einer Radioversion) entsteht eine neue Version (eine neue Aufnahme), welche einen neuen ISRC erhalten sollte. Die «alte» Aufnahme behält aber trotzdem denselben ISRC.
24. Ich habe vor, unveröffentlichte Musik aus einer Zeit vor der Einführung des ISRCs zu veröffentlichen (vor 1986). Welche Jahreszahl gilt?
Es wird empfohlen, dass bisher nicht codierte Aufnahmen vom derzeitigen Rechtsinhaber mit einem ISRC versehen werden. In diesen Fällen wird der Erstinhaberschlüssel (siehe Punkt 11) des gegenwärtigen Rechtsinhabers verwendet. Es wird dabei bei der Festlegung des Jahresschlüssels (siehe Punkt 12) auf das Jahr der ISRC-Vergabe zurückgegriffen. Eine Aufnahme aus 1985, welche 2021 einen ISRC erhält, erhält demnach den Jahresschlüssel „21“.
25. Benötige ich einen neuen ISRC für den Remix meines Stücks?
Ja, sobald eine Aufnahme bearbeitet und verändert wird, benötigt diese einen neuen ISRC.
26. Benötige ich einen neuen ISRC für das Remaster meines Stücks?
27. Ich komme aus Liechtenstein, kann ich trotzdem Schweizer ISRCs erwerben?
Ja, IFPI Schweiz ist die offizielle Vergabestelle für ISRC in der Schweiz und Liechtenstein.
28. Benötige ich für mein Musikvideo einen separaten ISRC?
Im Gegensatz zu Musik-Spielfilmen mit einer die einzelnen Stücke übergreifenden Handlung, sind Musikvideos, ob nun als Videoclip oder als Videomitschnitt eines Konzerts, rein auf die Musik bezogen. Für Musikvideoclips und einzeln anwählbare Konzertmitschnitte sind eigene ISRCs zu vergeben. Der Sendeeinsatz von Musikvideos wird bei der SUISA (siehe Punkt 46) und der Suissimage (siehe Punkt 48) anders vergütet als der Sendeeinsatz reiner Audioaufnahmen, deshalb könnte bei der computergestützten Meldung leicht Verwirrung entstehen. Durch einen eigenen ISRC ist sichergestellt, dass bei der Abrechnung das Musikvideo sofort als solches erkannt werden kann.
29. Benötigt mein DJ-Mix / Medley einen eigenen ISRC?
Sobald verschiedene Stücke zusammengemixt werden, sollte ein eigener ISRC vergeben werden. Die ISRCs der einzelnen Stücke sollten in den Metadaten des DJ-Mix / Medley vermerkt werden.
30. Kann ich aus einem ISRC ablesen, wer der Rechteinhaber eines Stücks ist?
Nein, der ISRC gibt per se keine Auskunft über die Rechteinhaberschaft, das Herstellungsjahr oder die Herkunft eines Musikstücks; er dient lediglich der sicheren Identifikation von Titeln über ihre gesamte Lebensdauer und sollte idealerweise bei der Anmeldung und Nutzung in Datenbanken immer mit den referenziellen Metadaten Titel, Titelversion, Künstler:in, Veröffentlichungsdatum und Spieldauer angereichert werden.
Seit März 2016 existiert eine Zusammenarbeit zwischen SoundExchange und IFPI International für eine globale ISRC-Datenbank. Rechteinhaber können Ihre Aufnahmen dort direkt erfassen.
Als Mitglied von SoundExchange kann man seine Aufnahmen hier erfassen: hier.
31. Ich habe ein Sample in meinem Stück verwendet, muss ich dessen ISRC angeben?
Ja, die ISRC von gesampelten Stücken sollten im Hauptstück jeweils in den Metadaten in der Kategorie Sampling vermerkt werden, inklusive der Dauer der gesampelten Passage.
32. Mein Stück erscheint als Single, auf meiner EP, meinem Album und auf einem Sampler. Wie viele ISRC benötige ich?
Sofern das Musikstück nicht bearbeitet (zB. „Radio Version), geremixed oder remastered wird, muss es immer den gleichen ISRC enthalten. Beim ISRC handelt es sich um einen aufnahmebezogenen Code, daher hat dieselbe Aufnahme auf allen Produkten denselben ISRC.
33. Ich veröffentliche meine Stücke einmal mit Text und einmal als Instrumental-Version. Soll ich für die Instrumental-Version einen neuen ISRC vergeben?
Ja. Eine Instrumental-Version eines Stücks unterscheidet sich durch das Fehlen der Gesangsspur von den Originalaufnahmen und ist technisch gesehen eine eigene, für sich stehende Aufnahme.
34. Wer sollte die ISRC vergeben: der oder die Künstler:in oder das Label?
Für die Vergabe ist immer der oder die wirtschaftliche Produzent:in zuständig – in der Regel also das Label. Wir empfehlen, dass es zumindest immer die dieselbe Person ist, welche auch konzise dokumentiert, welche Codes schon vergeben sind und welche Metadaten dazugehören.
In der Praxis existieren bisweilen Konstellationen, die die erforderliche Abstimmung über die Vergabe von ISRC schwierig machen. So gibt es Produktionsfirmen, die ihre fertigen Produktionen in Bandübernahmeverträgen an verschiedene Tonträgerhersteller (teils an verschiedene regionale Gesellschaften desselben Konzerns) für verschiedene Territorien direkt lizenzieren. Im Idealfall sollte hierbei die Produktionsfirma die ISRC-Vergabe übernehmen.
35. Ich gebe mein Label auf. Muss ich meinen Erstinhaberschlüssel abmelden?
Meldet ein Tonträgerhersteller ein Label bei der SWISSPERFORM ab (siehe Punkt 47) und wird dieses Label oder die Tonträgerfirma im Weiteren nicht mehr betrieben, ist IFPI Schweiz zu informieren und erteilte Erstinhaberschlüssel (siehe Punkt 11) sind abzumelden. Betroffen sind hiervon jedoch nur Erstinhaberschlüssel, die infolge der Stilllegung des Labels oder des Tonträgerunternehmens nicht mehr weiterverwendet werden. Wird lediglich eines von mehreren Labels eines Tonträgerherstellers abgemeldet, für das kein separater Erstinhaberschlüssel, sondern ein übergreifender Erstinhaberschlüssel (meist der des Tonträgerherstellers) Anwendung gefunden hat, ist IFPI Schweiz über die Stilllegung des Labels zu informieren, der Erstinhaberschlüssel behält für die weiter betriebenen Labels jedoch seine Gültigkeit.
Für die Veräusserung eines Labels gilt diese Vorgehensweise analog. Ein exklusiv für das veräusserte Label verwendeter Erstinhaberschlüssel ist abzumelden. Der Erwerber des Labels kann entweder einen bereits für seine Firma vergebenen Erstinhaberschlüssel auch für das erworbene Label verwenden oder einen neuen Erstinhaberschlüssel für das Label bzw. seine Firma beantragen.
36. Ich habe meinen Künstler:innennamen geändert. Muss ich auch die ISRCs ändern?
Soll eine ansonsten unveränderte Aufnahme unter einem neuen Interpreten- oder Interpretinnennamen veröffentlicht werden, bleibt der ISRC unverändert. Es ist im ISRC-Datensatz auf die Umbenennung des Interpreten hinzuweisen.
37. Ich will den Titel meines Stücks ändern. Muss ich einen neuen ISRC vergeben?
Nein. Soll eine Aufnahme unter einem veränderten Titel erscheinen, bleibt der ISRC unverändert. Es ist im ISRC-Datensatz jedoch auf die Umbenennung hinzuweisen.
Weitere Codes (zB. Label Code)
38. Was ist ein Labelcode (LC)?
Der Labelcode ist eine von der deutschen GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, Äquivalent zur Schweizer SWISSPERFORM) (siehe Punkt 49) vergebene fünfstellige Nummer, die ein Label kennzeichnet. Der Labelcode wird ausschliesslich auf dem deutschen Musikmarkt verwendet, ist dort jedoch auch für Schweizer Produzenten, die im deutschen Markt präsent sind, wichtig: Ohne Labelcode riskiert man, dass die eigenen Tonaufnahmen in Deutschland nicht gesendet werden. Die Schweiz kennt keinen Labelcode. Weiterführende Informationen dazu sind auf der Website von IFPI Schweiz oder auf der Website der GVL.
39. Was ist ein GTIN?
Für eine kommerzielle Tonträgerherstellung wird eine Global Trade Item Number (GTIN, bis 2009: EAN – European Article Number) benötigt. Diese besteht aus 13 Ziffern und dient in Verbindung mit dem Barcode, der die GTINs für Maschinen lesbar macht, der computergesteuerten Umsatzabrechnung und Umsatzstatistik. In der Schweiz wird dieser Code von der GS1 vertrieben.
Der GTIN hat technisch gesehen nichts mit dem ISRC zu tun. Es ist ein produktbezogener Code, während der ISRC aufnahmebezogen ist. Einem physischen Tonträger mit zwölf Stücken sollte ein GTIN zugeordnet werden und jedem darauf enthaltenen Stück ein ISRC.
40. Was ist ein EAN?
Siehe GTIN (siehe Punkt 39).
40. Was ist ein UPC?
Der Universal Product Code (UPC) ist ein produktbezogener Barcode, ähnlich dem GTIN/EAN (siehe Punkt 39 bzw. 40). Er wird hauptsächlich in den USA benutzt, während in der restlichen Welt der GTIN verwendet wird. Die meisten computerbasierten Systeme können beide Barcodes einlesen, auf der sicheren Seite ist man in der Schweiz jedoch mit dem GTIN.
42. Was ist ISAN?
Die ISAN (International Standard Audiovisual Number) ist ein freiwilliges Nummerierungssystem und dient der Identifikation audiovisueller Werke (zB. Musikvideos). Jedem im ISAN-System eingetragenen audiovisuellen Werk wird eine eindeutige, international anerkannte und unveränderliche Referenznummer zugeteilt. Die ISAN kann als Kennzeichnung in folgenden Bereichen zur Anwendung kommen:
- Zielgerichtete, präzisere Ausschüttung von Urheberrechtsvergütungen
- Rückverfolgung und Kontrolle der Auswertung durch Käufer:innen bzw. Lizenznehmende wie z. B. Fernsehsender, Video/DVD-Hersteller
- Feststellung von unerlaubten Nutzungen (Piraterie)
- Eigene Verwaltung von Filmkatalogen.
ISAN für audiovisuelle Werke können bei der Registrierungsagentur beantragt werden.
43. Was ist IPI?
Die IPI-Nummer (Interested Party Information), früher CAE (Compositeur Auteur Editeur), dient zur Identifizierung von Komponisten, Textdichtern und Verlegern. Sie wird von den Verwertungsgesellschaften der Urheber (SUISA, GEMA etc.) verwaltet. Die IPI-Nummer ist eine urheberbezogene Nummer, während die ISRC-Nummer aufnahmebezogen ist:
44. Was ist der ISWC?
Während der ISRC der Kennzeichnung von Ton- und Bildtonaufnahmen dient, sollen mit dem ISWC urheberrechtlich geschützte Werke identifiziert werden. Der ISWC wurde 2001 im Rahmen der ISO 15707:2001 als veröffentlichter Standard zugelassen. Bei der SUISA (siehe Punkt 46) registrierte Werke erhalten einen ISWC. Dieser setzt sich zusammen aus dem Buchstaben «T», einer neunstelligen Ziffer sowie einer einstelligen Prüfziffer. Die von der SUISA registrierten Werke beginnen alle mit der Kennnummer 050, beispielsweise T-050123456-1.
45. Was ist der SID-Code?
Der SID-Code ist ein auf dem durchsichtigen Plastikinnenring der CD angebrachter und mit blossem Auge lesbarer vierstelliger Zahlencode mit dem Zusatz IFPI (z.B. IFPI 2345), über den sich Presswerk und Hersteller des CD-Masters zu erkennen geben. Der SID-Code wird von der Tonträgerwirtschaft weltweit als ein Mittel zur Bekämpfung der Tonträgerpiraterie propagiert.
Verbände / Gesellschaften
46. Was ist die SUISA?
Die SUISA ist die Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik (SUISA). Sie steht unter staatlicher Aufsicht und vertritt die aus dem Urheberrecht fliessenden Nutzungsrechte von Komponist:innen, Textdichter:innen und Verleger:innen von Musikwerken. Oder wie es die SUISA selbst beschreibt: «Die SUISA vertritt die (sogenannt kleinen) Rechte an nicht-theatralischen Musikwerken, Konzertfassungen theatralischer Werke und Musikwerken in Kino- und Fernsehfilmen. Die (grossen) Rechte an Bühnenwerken wie Opern oder Musicals vertritt die Société Suisse des Auteurs SSA.»
Der ISRC ist bei der SUISA ein wichtiges Instrument, um die Zuordnung von Titeln aus den Sende- und anderen ausschüttungsrelevanten Meldungen zu den jeweiligen Urheber:innen zu gewährleisten. Bei korrekter Anmeldung und akkuraten Meldungen erleichtert der ISRC die Abrechnungen wesentlich, ist jedoch für die SUISA kein Pflichtfeld, da auch viele semiprofessionelle Urheber:innen ihre Werke bei der SUISA anmelden, ohne den entsprechenden Aufnahmen einen ISRC vergeben zu haben.
47. Was ist die SWISSPERFOM?
Die SWISSPERFORM ist die ebenfalls unter staatlicher Aufsicht stehende Verwertungsgesellschaft für die sogenannten Leistungsschutzrechte (auch verwandte Schutzrechte genannt) in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Berechtigte sind gemäss Reglement all jene, die Anteile an den Verwertungserlösen geltend machen können.
- Ausübende Phono: Musiker:innen, Dirigent:innen, Sänger:innen, Sprecher:innen etc., die bei Aufnahmen mitgewirkt haben, die von schweizerischen Radio- und TV-Sendern genutzt werden.
- Ausübende Audiovision: Schauspieler:innen, Musiker:innen, Sprecher:innen, Tänzer:innen etc., die bei Produktionen mitgewirkt haben, die von schweizerischen TV-Sendern genutzt werden.
- Produzierende Phono (Tonträgerhersteller): natürliche und juristische Personen, die die organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung für befugt erstellte Tonaufnahmen tragen.
- Produzierende Audiovision (Tonbildträgerhersteller, also Filmproduzenten): natürliche oder juristische Personen, welche organisatorisch und wirtschaftlich für die erstmalige Tonbild- oder Bildaufzeichnung einer Darbietung oder eines anderen visuellen Vorganges verantwortlich sind.
- Sendeunternehmen: Unternehmen, welche Radio- oder Fernsehprogramme veranstalten und gemäss Art. 3 RTVG einer Melde- oder Konzessionspflicht unterliegen.
Der ISRC ist neben GTIN/EAN (siehe Punkt 39 bzw. 40) und einer internen Katalognummer ein sogenanntes „bedingtes“ Pflichtfeld bei der Anmeldung von Titeln, d.h. mindestens eines der genannten Felder muss ausgefüllt werden. Durch seine Eindeutigkeit ist er bei Vorliegen ein sehr wichtiges Instrument bei der Zuordnung von Titeln bei der Ausschüttung der Vergütungen für die Zweitverwertungsrechte. Von einer vergütungspflichtigen Zweitnutzung spricht man insbesondere, wenn im Handel erhältliche Ton- bzw. Tonbildträger im Radio oder Fernsehen gesendet oder in öffentlichen Lokalen wie Restaurants, Clubs und Läden abgespielt werden.
48. Was ist die SUISSIMAGE?
Die SUISSIMAGE nimmt die Urheberrechte von Filmurheber:innen wie Drehbuchautor:innen und Regisseur:innen sowie Inhaber:innen von Urheberrechten wie Filmproduzent:innen wahr. Sie ist eine Verwertungsgesellschaft, ähnlich der SUISA (siehe Punkt 46).
49. Was ist die GVL?
Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) ist das deutsche Pendant zur schweizerischen SWISSPERFORM (siehe Punkt 47).
Die GVL vertreibt in Deutschland offiziell den Labelcode (siehe Punkt 38). In der Schweiz übernimmt die IFPI Schweiz diese Aufgabe für die GVL.
50. Wer ist IFPI Schweiz?
IFPI Schweiz ist der Branchenverband der Musiklabels (Ton- und Tonbildträgerhersteller) der Schweiz. Der Verband zählt zu seinen Mitgliedern neben circa 40 nationalen Independent-Labels (Stand Juni 2021) auch die Schweizer Vertretungen der drei weltweit tätigen Majorfirmen Universal Music Group, Sony Music Entertainment und Warner Music Group. Zusammen repräsentieren die Mitglieder von IFPI Schweiz über 90% des schweizerischen Musikmarktes.
Als nicht gewinnorientierter Verein unterstützt die IFPI Schweiz die Interessen der Musiklabels in musikwirtschaftlichen und rechtlichen Belangen. IFPI Schweiz arbeitet mit den gesetzgebenden Instanzen sowie mit internationalen und nationalen Organisationen zusammen, die ähnliche Ziele teilen oder im gleichen Sektor tätig sind. IFPI Schweiz ist Mitglied des Weltverbandes IFPI, welcher weltweit rund 1‘300 Mitglieder in 70 Ländern vertritt.
Nicht zuletzt ist IFPI Schweiz die offizielle Vergabestelle für den ISRC in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (siehe Punkt 1).
ISRC: Grundlegend
1. Was ist ein ISRC?
Der International Standard Recording Code (ISRC) ist der globale Standard zur Identifikation von Tonaufnahmen. Er ist insbesondere notwendig, wenn man seine Musik kommerziell vertreiben will. Bei CDs ist der Code unhörbar bei jeder Musikaufnahme im Subcode gespeichert. Bei Download- und Streaming-Angeboten ist der Code in den Metadaten vorhanden. Der ISRC ermöglicht die Identifikation von Tonaufnahmen und erleichtert damit die Kontrolle ihrer Nutzung bei allen nichtkörperlichen Verbreitungs- und Sendevorgängen von digitalisierter Musik.
2. Wann benötige ich einen ISRC?
Der ISRC ist im physischen Bereich (zB. bei der Produktion einer CD) insbesondere dann notwendig, wenn man seine Musik kommerziell vertreiben will. Digital führt mittlerweile auch sonst kaum mehr ein Weg am ISRC vorbei: Download-Plattformen wie iTunes oder Streaming-Anbieter wie Spotify und Apple Music verlangen beim Upload zwingend die Verknüpfung der Tonaufnahmen mit einem ISRC.
3. Wie erhalte ich einen ISRC?
ISRC sollten immer im Land erworben werden, in welchem der oder die Erwerbende seinen oder ihren Hauptwohnsitz respektive Firmensitz hat. Befindet sich dieser Sitz also in der Schweiz oder in Liechtenstein, so kannst du den ISRC käuflich bei IFPI Schweiz erwerben.
Solltest du deinen Sitz in einem anderen Land haben, so ist ein ISRC mit dem dortigen Länderschlüssel zu erwerben. Hier ist eine Liste der einzelnen ISRC-Vergabestellen.
4. Wieso sollte ich ISRC bei IFPI erwerben?
IFPI Schweiz ist eine offiziell autorisierte Vergabestelle für die ISRC. Mit einer einmaligen Zahlung erhältst du bei uns 25 Codes (siehe Start-Up Package) oder selbst die Möglichkeit, fast unbegrenzt viele ISRC zu vergeben (siehe Professional Package). Beide Angebote sind zeitlich unbefristet gültig. Es fallen keine weiteren Gebühren an, auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt. Wir bieten dir zudem freie telefonische und schriftliche Beratung und Unterstützung bezüglich der ISRC an, sofern du diese bei uns erworben hast.
9. Aus welchen Zahlen stellt sich mein ISRC zusammen? Ich habe nur 5 von 12 Ziffern erhalten?
Der ISRC ist ein zwölfstelliger Schlüssel. Er verschlüsselt nacheinander: Ländername (zwei Stellen), Erstinhaber (drei Stellen), Jahr der Vergabe des ISRCs (zwei Stellen) und die Aufnahme selbst (fünf Stellen).
Der ISRC ist alphanumerisch unter Verwendung der Buchstaben des römischen Alphabets sowie der arabischen Zahlen 0-9. Wie andere wichtige internationale Normen wird er von der International Organization for Standardization (ISO) und dem Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegeben und gepflegt. Er ist in vier Teile gegliedert:
Nur in seiner schriftlichen Form müssen dem Code auch die Buchstaben „ISRC“ voranstehen und werden die vier Bestandteile der Übersichtlichkeit halber durch Bindestriche voneinander getrennt. Bei dem Eintrag des ISRC in Datenbanken oder in den Subcode der CD-Aufnahmen (siehe auch Punkt 16) ist unbedingt immer nur die einfache 12-stellige Darstellungsform zu wählen, ohne Leerschläge und/oder Bindestriche
10. Was ist ein Länderschlüssel?
Der Länderschlüssel kennzeichnet das Land, von dessen lokaler ISRC-Vergabestelle der Erstinhaberschlüssel (siehe Punkt 11) vergeben wurde, damit ist häufig, aber nicht zwingend, das Land gemeint, in dem der oder die Erstinhaber:in der Aufnahme seinen Sitz hat. Er besteht aus zwei Buchstaben, die jedem Land durch die ISO (International Organization for Standardization) zugeteilt worden sind. In der Schweiz ist das „CH“ und in Liechtenstein „LI“.
5. Was ist das Start-Up Package?
Mit dem Erwerb unseres Start-Up Packages für CHF 107.70 (inkl. MWST) erhältst du 25 ISRC. Diese sind mit dem Erstinhaberschlüssel AAA versehen (siehe auch Punkt 11). Die IFPI führt über diese Codes eine Datenbank. Wenn du von diesen 25 ISRCs welche verwendest, sendest du uns die entsprechenden Trackinformationen. Wir benötigen dazu deinen Klarnamen, ein Künstlername oder Labelname kann nicht angegeben werden. Weitere Informationen findest du: hier.
6. Was ist das Professional Package?
Mit dem Erwerb unseres Professional Packages für CHF 430.80 (inkl. MWST) erhältst du einen eigenen Erstinhaberschlüssel (siehe auch Punkt 11). Dieser wird dir von uns zugeteilt. Wir führen zudem eine summarische Prüfung durch, ob dein gewünschter Labelname verfügbar ist, bzw. keine zu grosse Ähnlichkeit mit bereits registrierten Labelnamen besitzt (ohne rechtliche Gewähr). Sobald du deinen Erstinhaberschlüssel besitzt, kannst du jährlich ISRC im fünfstelligen Bereich vergeben (gemäss der Code-Länge). Für die Dokumentation der Vergabe bist du selbst verantwortlich. Weitere Informationen findest du: hier.
7. Kann ich meine ISRC-Codes ohne vollständige Trackinformationen kaufen?
Ja, die Codes verfallen nicht. Du kannst sie verwenden, sobald du bereit dazu bist. Sobald du die Stücke veröffentlichst, solltest du die Trackinformationen an IFPI Schweiz rückmelden (sofern ein Start-Up Package erworben wurde, siehe Punkt 5) oder selbst die entsprechenden Informationen dokumentieren (sofern ein Professional Package erworben wurde, siehe Punkt 6).
8. Muss ich Mitglied von IFPI Schweiz oder einer Verwertungsgesellschaft (z. B. bei der SUISA) sein, um ISRC verwenden zu können?
Nein, der ISRC funktioniert unabhängig von jeglichen Mitgliedschaften. Er dient nur zur Identifizierung einzelner Aufnahmen. Entsprechend ersetzt der ISRC beispielsweise nicht die Werkanmeldung bei der SUISA oder die Anmeldung für die Verteilung der SWISSPERFOM.
11. Was ist ein Erstinhaberschlüssel?
Der Erstinhaberschlüssel bezeichnet das Label oder den Artist, welches / welcher die Aufnahme codiert. Jeder Tonträgerhersteller kann von seiner nationalen Agentur einen Erstinhaberschlüssel zugeteilt bekommen. Der Erstinhaberschlüssel ist alphanumerisch und besteht aus drei Zeichen (beispielsweise „H70“).
Mit dem Erwerb eines ISRC Professional (siehe Punkt 6) erwirbt man einen eigenen Erstinhaberschlüssel und ist somit berechtigt, eigenständig ISRC zu vergeben. Mit dem Erwerb eines ISRC Start-Up (siehe Punkt 5) erwirbt man zwar 25 ISRC, aber keinen eigenen Erstinhaberschlüssel – es wird der Erstinhaberschlüssel von IFPI Schweiz verwendet (AAA, bzw. AAV für Musikvideos).
12. Was ist ein Jahresschlüssel?
Der Jahresschlüssel gibt das Jahr an, in dem der ISRC für die jeweilige Aufnahme vergeben wird. Der Code besteht aus den letzten beiden Zahlen des Jahres, in dem der ISRC der Aufnahme zugeordnet wird. Es zählt also das Jahr, in welchem der ISRC mit der Aufnahme im Mastering-Prozess (oder digital) verbunden wird.
Wird ein Stück beispielsweise 2019 aufgenommen, aber erst 2021 gemastert und mit einem ISRC verbunden, so ist der Jahresschlüssel „21“ zu vergeben.
13. Was ist ein Aufnahmeschlüssel?
Der vom Erstinhaber oder der Erstinhaberin zu vergebende Aufnahmeschlüssel besteht aus fünf Ziffern. Die Codierung sollte üblicherweise fortlaufend erfolgen. Der oder die Erstinhaber:in kann andere Codierungssysteme, die aus betrieblichen Gründen sinnvoll sind, in den ISRC integrieren – vorausgesetzt, dass diese Systeme auf numerischer Basis aufgebaut und höchstens fünfstellig sind. In jedem Fall ist sicherzustellen, dass der Gesamt-Code zwölfstellig ist. Fehlende Stellen müssen dementsprechend mit Nullen aufgefüllt werden (z.B. ISRC CH-A38-21-00001).