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Autor: Carole Schneuwly
Wenn am 26. September die brasilianische Death-Metal-Formation Eminence im Nouveau Monde spielt, dann steht hinter diesem Auftritt Vincent Dévaud aus Vuadens. Aber auch, wenn am 1. Juni die legendären kalifornischen Thrash-Metaller Testament auf der Bühne des Transilvania Summer Festival in Erstfeld stehen: Der 39-jährige Freiburger ist alleiniger Organisator der Schweizer Auftritte der Amerikaner.
Angefangen hat alles mit der Gründung der Bookingagentur «The Best of Underground» vor fast zehn Jahren. Vincent Dévaud wollte damit kleine und noch wenig bekannte Metalbands unterstützen und ihnen Auftrittsmöglichkeiten in Schweizer Clubs verschaffen. Im Jahr 2000 kontaktierten ihn dann die beiden brasilianischen Gruppen Eminence und Akashic und engagierten ihn exklusiv für die Organisation ihrer Schweizer Konzerte.
Wertvolle Begegnungen
Inzwischen hat Dévaud mit über 110 Bands aus der Schweiz, Frankreich, Holland, Polen oder Schweden gearbeitet und fast 100 Konzerte in 35 Clubs in der Deutsch- und Westschweiz organisiert. Er ist das Bindeglied zwischen den Bands und den Veranstaltern, holt Offerten ein, verhandelt Gagen, organisiert die Konzerte, bucht die Unterkunft für die Musiker und übernimmt bei Bedarf auch selber die Promotionsarbeit.
Und das alles macht der Aussendienstmitarbeiter einer Gebäudetechnikfirma nebenamtlich und nicht für Geld: «Die Begegnungen mit den Künstlern und die Kontakte in der Szene sind der Lohn für meine Arbeit.» Der Metal sei seine Leidenschaft, für die er gerne zwei bis drei Stunden täglich investiere, meistens in den frühen Morgen- und in den späten Abendstunden.
Privatkonzert von Akashic
Die Anfänge dieser Leidenschaft liegen in Dévauds Jugend: Mit 14 Jahren habe er angefangen, AC/DC, Iron Maiden und Judas Priest zu hören. Später interessierte er sich für immer extremere Stilrichtungen und begann, selber Gitarre zu spielen. In den Neunzigerjahren war er Gitarrist der Freiburger Band Mesmerised, wo er bald auch für das Booking verantwortlich war.
Als er bei Mesmerised aufgehört habe, habe ihm die Metal-Szene, die wie eine grosse, friedliche Familie sei, gefehlt. Auch das sei ein Grund für die Gründung von «The Best of Underground» gewesen.
Wie familiär es in der Szene zugeht, zeigt eine Anekdote, die der Vater zweier Kinder gerne erzählt: Seine Frau, die damals schwanger gewesen sei, habe ein von ihm organisiertes Akashic-Konzert verpasst. Kurzerhand sei die Band am folgenden Tag mit Gitarren und Perkussionsinstrumenten zu ihnen nach Hause gekommen und habe eine Stunde lang in ihrem Wohnzimmer gespielt…