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Die GOKSTAD
Die Faszination, die von diesen formvollendeten Kriegsschiffen ausgeht, ist auch heutzutage ungebrochen. Das hat sehr viel zu tun mit dem weltweiten Bekanntheitsgrad der GOKSTAD, einem Wikingerschiff aus dem späten 9. Jh., das in einem Schiffgrab auf einem Bauernhof in der Nähe von Telemark/Norwegen entdeckt und 1880 ausgegraben wurde. Sie ist in Norwegen von nationaler Bedeutung und auf den im Jahr 2017 in Umlauf gebrachten 100 NOR Banknoten abgebildet. Nachbauten stellten die Hochseetüchtigkeit seit langem unter Beweis: Die Viking, eine Gokstad Replik, gebaut 1892 in Norwegen, fuhr 1893 von Norwegen zur Weltausstellung in Chicago.
16 Ruderbänke auf jeder Schiffsseite = 32 Ruderer, L 23.33m, B 5,25m, Tiefgang 85cm, Gewicht 20t / Klinkerbauweise ganz in Eiche.
Die OSEBERG, ein Zeremonienschiff für küstennahe Fahrten, wurde 1904 ebenfalls unter einem Grabhügel auf dem Oseberg-Hof an westlichen Oslofjord gefunden und 1904-1905 ausgegraben. In einer im Jahr 834 angelegten Grabkammer wurde hinter dem Mast zwei Frauen beigesetzt, von der einen nimmt man an, dass es eine Hochpriesterin war, die Rolle der zweiten, jüngeren Frau, die gemäss DNA-Analyse aus dem Schwarzmeerraum stammte, ist ungeklärt. Die OSEBERG stellt den bedeutendsten Fund aus der Wikingerzeit dar. Die ungemein reichen Grabbeigaben bestehen aus vier reich verzierten Schlitten, einem vierräderigen Wagen mit kunstvollen Schnitzereien, hölzernen Truhen sowie Textilien (wollene Kleidung, Seide und schmale Bildteppiche).
15 Ruderbänke auf jeder Schiffsseite = 30 Ruderer, L 22m, B 5m, Tiefgang 75cm, Klinkerbauweise ganz in Eiche
Langschiffe – das „Rückgrat“ erfolgreicher Raubzüge und Eroberungen
Die ausgeklügelte Klinker-Bauweise, bei der die Eichenplanken einander dachziegelartig überlappen, der schlanke Schiffrumpf, der flache Schiffsboden und der geringe Tiefgang sorgten für optimale Manövrierfähigkeit und eine hohe Geschwindigkeit, gesegelt (durchschnittlich 10 kn = 18,5 Km/h und Spitze über 30 kn = 55k Km/h), gerudert kn 3-4 = 5-7 Km/h. Das rechteckige Rahsegel von über 100m2 aus Wolle, Flachs, Hanf ermöglichte es den Langschiffen bis zu 60° am Wind zu segeln und bei günstigen Bedingungen war das Befahren grosser Flüsse wie der Rhein möglich. Der Mast, 20-25m hoch, aus geteerten Tannen- oder Föhrenstämmen konnte sehr schnell umgelegt werden
Die Knörr (auch Knorr, Knarr) – ein grosses Handelsschiff
Der besegelte „Lastesel“ war zwar langsam und bot Mannschaft und Ladung wenig Schutz, aber bei der Landnahme auf den nordatlantischen Inseln war die Knörr unentbehrlich und mit ihr wurden auch Grönland und Vinland in Amerika entdeckt. Die grösste bisher gefundene Knörr.
L 22m, Tragfähigkeit 30t
Kleinere Schiffe
Es gibt eine Vielzahl von Typen, geeignet als Kampfschiff, Küstenfrachtschiff, Fähre oder speziell für flache Gewässer und Flüsse. Leichtere Bauweisen waren erforderlich, um Flüsse wie die Wolga, Dnjepr und ihre Nebenflüsse zu befahren. Bei Hindernissen wie Stromschnellen müssten die Boote mit grosser Mannschaftsstärke getragen und geschleppt werden – Ziel: das Kaspische- und das Schwarzmeer.