Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03145.jsonl.gz/184

Die letzten Gesamtweltcupsieger der Schweiz waren Bündner
Mit Marco Odermatt stehen die Chancen auf einen Gesamtweltcupsieg bei den Herren so gut wie schon lange nicht mehr. Carlo Janka und Paul Accola waren die letzten Schweizer Sieger.
Die Schweiz ist wieder Skination Nummer eins: Zum zweiten Mal hintereinander geht der Nationencup in die Schweiz. Was uns hingegen schon lange nicht mehr vergönnt war, ist ein Gesamtweltcupsieg bei den Männern. Vergangenes Jahr gewann der Norweger Aleksander Aamodt Kilde diesen Titel.
Die Schweizer Damen schönern die Schweizer Gesamtweltcupbilanz zumindest ein wenig auf. Im Winter 2015/16 gewann Lara Gut-Behrami den Titel. Ansonsten muss man auch bei den Frauen weit zurückgehen, nämlich ins Jahr 1995, als Vreni Schneider den Gesamtweltcup gewann.
Bei den Männern sieht die Bilanz noch schlechter aus. Mit Carlo Janka im Jahr 2010 und Paul Accola im Jahr 1992 waren zwei Bündner für die letzten Schweizer Gesamtweltcup-Siege verantwortlich.
Der Obersaxer Janka, der im Jahr 2010 überdies noch eine Olympia-Goldmedaille im Riesenslalom gewann, fuhr im Winter 2009/10 in den Disziplinen Abfahrt, Riesenslalom und in der Kombination jeweils auf den zweiten Schlussrang. In der Kombination gelang ihm ein sechster Rang. Ein Disziplinensieg blieb ihm verwehrt.
In der Sendung «Ausfahrt Sport» auf TV Südostschweiz spricht Carlo Janka über diese erfolgreiche Zeit:
Carlo Jankas wohl wichtigster Erfolg an den Olympischen Spielen in Vancouver:
Anders als Carlo Janka gewann Paul Accola nebst dem Gesamtweltcup auch zwei Disziplinenwertungen. Sowohl im Super-G als auch in der Kombination holte er damals die Kugel. Verwehrt blieb Accola im Gegensatz zu Janka aber eine Olympia-Goldmedaille.
In einem Beitrag von 1992 berichtete der deutsche TV-Sender ARD über einen Accola-Sieg im Slalom:
Geminderte Doppelchance im Jahr 2021
In diesem Winter scheint ein Gesamtweltcupsieg endlich wieder im Bereich des Möglichen, auch wenn nach den Absagen von Abfahrt und Super-G genau jene Disziplinen wegfallen, in denen die beiden Schweizer am ehesten Punkte hätten gutmachen können. Marco Odermatt hat dabei noch die besseren Chancen als Lara Gut-Behrami. Der Nidwaldner liegt mit 31 Punkten nur knapp hinter Alexis Pinturault und könnte elf Jahre nach Janka den Gesamtweltcupsieg wieder in die Schweiz holen. Für Odermatt bleibt der Riesenslalom die letzte Möglichkeiten auf Punkte. Gleichzeitig muss er darauf hoffen, dass Pinturault in dieser Disziplin und beim Slalomrennen einen schlechten Tag einzieht.
Fast unerreichbar scheint der Gesamtweltcupsieg für Lara Gut-Behrami zu sein. Die Tessinerin hat ebenfalls auf die Abfahrt und den Super-G gesetzt, um Punkte aufzuholen. Der Abstand von 97 Punkten dürfte zu gross sein, um die momentan Führende Petra Vlhova noch zu überholen – zumindest, wenn Vlhova keine gröberen Fehler unterlaufen. Einzige Chance für Gut-Behrami ist der Riesenslalom am Sonntag. In dieser Disziplin liegen die beiden Kontrahentinnen aber nahe beisammen, ein Unterschied in diesem Rennen herauszufahren ist schon schwierig. Vlhova könnte die Entscheidung bereits am Samstag im Slalom selber fällen. Ein einigermassen gutes Resultat würde ihr bereits genügen, um sich den Gesamtweltcupsieg zu holen.
Unabhängig davon ist aber jetzt schon klar: Keine andere Nation hat über alle Disziplinen hinweg in diesem Winter so viele Punkte gesammelt wie die Schweiz. Es ist aber gut möglich, dass Carlo Janka weiterhin der letzte Schweizer Gesamtweltcupsieger bleibt, auch nach dieser Saison.
Kommentieren
Olympiawinter verunmöglicht Männer-Abfahrt in Garmisch
Im Olympia-Winter 2021/22 wird auf der Kandahar-Piste in Garmisch-Partenkirchen keine Weltcup-Abfahrt der Männer stattfinden. Dafür könnten bald am Fuss des Matterhorns Rennen ausgetragen werden.
FIS-Präsidium: Lehmann tritt gegen ein Trio an
Nun ist es nach Ablauf der Anmeldefrist offiziell. Die Wahl um die Nachfolge von Gian Franco Kasper als FIS-Präsident wird zu einem Vierkampf.