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Ein kleines Experiment, geschätztes Publikum: Schliessen Sie die Augen und denken Sie an Paris. Nein, nicht an den Kerl mit dem Urteil, sondern an die Hauptstadt Frankreichs. Was sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge? Dumme Frage! Natürlich den Eiffelturm, was denn sonst?
Am 14. Februar 1887 veröffentlichte eine Gruppe von Künstlern (darunter Guy de Maupassant und Charles Garnier) in der Zeitung Le Temps ein Manifest, in dem der geplante Eiffelturm als „nutzlos“ und „monströs“ bezeichnet wurde. Der Ingenieur Gustave Eiffel hatte zwar durchaus Ideen für eine praktische Verwendung seines Meisterwerks (Medizinische Untersuchung der Besteigenden, Meteorologische Beobachtungen, Materialtests…); doch hauptsächlich war der Turm immer ein eisengewordener Mythos, ein Symbol der technikgläubigen Belle Époque. Turmbauten haben die Menschen schon seit Babel immer wieder fasziniert, da lag es nahe, für die Weltausstellung 1889 auch einen Turm zu bauen. Glücklicherweise hat man ihn hinterher nicht wieder abgerissen, sonst wäre er nie zu dem Wahrzeichen geworden, dass man heute in der ganzen Welt (viel mehr als den Triumphbogen, Notre Dame oder Sacré-Coeur) mit Paris assoziiert. Aber warum eigentlich?
Der Eiffelturm von Roland Barthes, ein Essay von etwa 60 Seiten, ist jetzt bei buchplanet.ch erhältlich. Ich persönlich kenne den Turm bisher nur aus der Froschperspektive, ich bin nämlich nicht schwindelfrei.