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An einem wunderschönen Urlaubsmorgen entschieden wir uns für eine Fahrt zum historischen Dorf Orta San Giulio am Ortasee. Also machten wir uns auf den Weg. Trotz nur 65 Kilometer Fahrstrecke von unserem Ferienort bis Orta San Giulio benötigten wir auf der schmalen Strasse am Lago Maggiore entlang und durch die engen Dörfer hindurch anderthalb Stunden bis dorthin. Im grossen Parkhaus am Ortseingang stellten wir unser Fahrzeug ab und gingen zu Fuss ins autofreie Zentrum.
Orta San Giulio liegt am Ostufer des Ortasees auf einer in den See hineinragenden Landzunge. Das Dorf gehört zur Provinz Novara in der Region Piemont. Es ist ein schön gelegener Fremdenverkehrsort mit malerischer, lebhafter Altstadt. Die meisten der vielen Bürgerhäuser stammen hier noch aus der Zeit der Renaissance und des Barock.
Orta San Giulio: Piazza «Mario Motta»
Der zentrale Platz «Mario Motta», einem früheren Partisanen gewidmet, bildet das Zentrum von Orta San Giulio, quasi das Herz des örtlichen Lebens. Hier wird seit dem Jahre 1228 an jedem Mittwoch der Wochenmarkt abgehalten. Und von hier hat man auch einen schönen Ausblick auf die nahegelegene Isola di San Giulio.
Auch die Schiffsanlegestelle für die Überfahrt im Zehnminutentakt befindet sich hier. Der Platz ist von alten Palazzi, Laubengängen und Rosskastanien umsäumt. Auf der nördlichen Seite erhebt sich der Palazzo della Comunità von 1582.
Orta San Giulio: Die Ortschaft
Von der Piazza «Mario Motta» zweigen eine ganze Reihe von kleinen, engen und gewundenen Gassen ab. Diese sind allesamt für den Autoverkehr gesperrt; man findet diesen entlang zahlreiche Herrenhäuser unterschiedlichster Baustile sowie Gasthäuser und Geschäfte.
Auf der Salita alla Motta , einer Straße die Richtung Sacro Monte di Orta (heiliger Berg von Orta) führt, erreicht man oben am Dorf die Pfarrkirche von Santa Maria Assunta.
Orta San Giulio: Der Sacro Monte di Orta
Weiter nach oben gehend, am Friedhof vorbei, gelangt man in weniger als einer Viertelstunde auf den Sacro Monte di Orta, Teil einer Gruppe von neun heiligen Bergen in der Lombardei, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Seine Bebauung ist dem Heiligen San Francesco d’Assisi gewidmet.
Auf dem Andachtsweg passiert man 20 Kapellen mit schönen Wandmalereien und Gruppen von insgesamt 376 lebensgrossen, bemalten Terrakotta-Statuen. Jede einzelne Kapelle stellt eine Szene aus dem Leben des Heiligen dar.
Die Arbeiten zum Bau der sakralen Anlage begannen 1590 und zogen sich über mehr als ein Jahrhundert hin. Während der ersten Bauphase wählte man den Baustil der Spätrenaissance. Später erfolgte ein Wandel zum Barock hin; einige Jahrzehnte später dominierte der Rokoko-Stil. Zum Abschluss erfolgte der Bau der Neuen Kapelle im klassizistischen Stil, sie wurde aber nie fertig gestellt. Am höchsten Punkt des Berges auf ca. 400 Meter über Meer erreicht man zum Schluss die Kirche Santi Nicolao e Francesco.
Mehr Bilder zum Thema im Album Orta San Giulio
Alle Bilder mit Fuji X-E1, Metabones Speedbooster Ultra und Carl Zeiss Contax-Objektiven: Distagon 2.8/28 mm und 2.8/35 mm.
Quellen:
Wikipedia
Broschüre zum Sacro Monte di Orta