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Ihre Ernährungsweise können Sie selber beeinflussen. Sie können damit etwas Gutes für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden tun.
Die Ernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung bei MS: Studien liefern Hinweise auf positive Effekte von ausgewogener, gesunder Ernährung auf den MS-Verlauf, zur Linderung von Symptomen sowie auf die Zusammensetzung der Darmflora. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass die Darmflora auch bei der Entstehung der MS beteiligt ist und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann.
Eine Ernährungsanpassung kann dazu führen, dass Entzündungsprozesse gemindert werden. Diese Wirkung ist beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Problemen und entzündlichen rheumatischen Erkrankungen erwiesen. In diesem Zusammenhang gelten antientzündliche und Darmflora-pflegende Lebensmittel als besonders wertvoll. Zudem kann eine ausgewogene Ernährung zur Verhinderung von MS-bedingten Begleiterscheinungen wie Übergewicht oder Blasen-Darmstörungen beitragen.
Wie setzt sich eine entzündungshemmende und Darmflora-unterstützende Ernährung zusammen?
Eine entsprechende Ernährung richtet sich an der mediterranen Küche aus: Die mediterrane Kost ist gesund, ausgewogen, abwechslungsreich und vollwertig. Sie besteht aus einem hohen Obst- und Gemüseanteil sowie Hülsenfrüchten, Fisch und Getreideprodukten, bei relativ geringem Fleischanteil. Sie enthält zudem auch Rohkost. Vegetarische oder vegane Lebensmittel sind gut zu integrieren. Für die Zubereitung werden fast ausschliesslich ausgewogene pflanzliche Öle (z.B. Olivenöl) verwendet.
Eine entzündungshemmende Rolle spielen insbesondere:
Fette, die einen hohen Anteil an ungesättigten Omega 3-Fettsäuren im Verhältnis zu ungesättigten Omega 6-Fettsäuren (Arachidonsäure) aufweisen.
- Omega 3-Fettsäuren (hauptsächlich in Pflanzen und fetten Fischen) wirken positiv auf den Fettstoffwechsel und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften.
- Omega 6-Fettsäuren (Anteil hoch in Fleisch, Wurstwaren, fetthaltigen Milchprodukten und in industriell gefertigten Backwaren, die tierische Fette enthalten) besitzen eher entzündungsfördernde Eigenschaften.
Antioxidantien: sie deaktivieren Entzündungsstoffe, welche Körperzellen angreifen.
- Fettlösliches Vitamin E (z.B. in Weizenkeimöl, Haselnüssen, Olivenöl)
- Wasserlösliches Vitamin C (z.B. in roten Peperoni, Fenchel)
- Fettlösliche Carotinoide, Pflanzenfarbstoffe (z.B. in Karotten, Tomaten, dunkelgrünem Blattgemüse)
Probiotika und Präbiotika sind lebende Mikroorganismen, respektive unverdauliche Ballaststoffe. Sie nähren die «guten» Darmflorabakterien.
- Probiotika (z.B. in Joghurt, Kombucha)
- Präbiotika (z.B. in Artischocken, Roggen)
Praktische Tipps zur Menuplanung
- Insgesamt wenig Fett zu sich nehmen
- Maximal zweimal Fleisch pro Woche (z.B. mageres Fleisch wie Poulet, Kalb, Rind oder Lamm)
- Fünf Portionen Früchte oder Gemüse pro Tag
- Zwei- bis dreimal Fisch pro Woche
- Soja und Tofu als Fleischersatz
- Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen als Beilagen
- «gute» Öle verwenden
- Folgende Öle meiden: Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distel- und Traubenkernöl, Margarine aus diesen Ölen
- Genügend trinken (2 - 2.5 Liter pro Tag)
Die Ernährungsweise soll als Bestandteil zu einem umfassenden MS-Management dazu gehören. Bevor Sie ihre Ernährungsgewohnheiten verändern oder gar Verzicht üben, besprechen Sie die Massnahmen mit Ihrem Arzt. Eine Ernährungsberaterin kann mit Ihnen zusammen und Ihren Vorlieben entsprechend eine gesunde, ausgewogene Ernährung zusammenstellen.