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Die Farbtherapie ist eine der ältesten Behandlungsmethoden. Sie basierte ursprünglich auf der heilenden Wirkung des Sonnenlichts, das von vielen alten Kulturen zur Linderung der verschiedensten Beschwerden eingesetzt wurde. Vielfach galt die Sonne als etwas Göttliches, und ihren Strahlen wurden übernatürliche Heilkräfte zugeschrieben. Die Azteken, Mayas und Ägypter betrieben sogar regelrechte Sonnenkulte mit eigens dafür errichteten Tempeln.
Später setzte sich die Erkenntnis durch, dass die einzelnen Farben jeweils spezifische Wirkungen besitzen. Vielfach wurden ihnen daher auch Götter zugeordnet. In Ägypten z.B. brachte man Rot mit Amun, Gelb mit Horus, Grün mit Osiris und Blau mit Anubis in Verbindung.
Die alten Griechen assoziierten Gelb mit Apoll, Grün mit Aphrodite und Blau mit Zeus. Da die Priester zu jener Zeit zugleich auch Heiler waren, ging die Vermittlung von Heil und Heilung Hand in Hand.
Die Ägypter bauten zu diesem Zweck Farbtempel mit sieben Räumen, die jeweils in einer anderen Farbe gehalten waren. Je nachdem, welche Farbe der Kranke benötigte, wurde er in einen dieser Räume gebracht, um dort ein heilsames Farbbad zu nehmen. Berichten zufolge liess sich die um 1350 v. Chr. lebende Pharaonin Nofretete von ihrem Hofmedicus Badeöle in verschiedenen Farben zuzubereiten, um dadurch ihr Wohlbefinden und ihre Schönheit zu steigern. Anregende Bäder sollen purpurn gefärbt worden sein, beruhigende grün oder blau.
Auch die alten Chinesen setzten Farben zu therapeutischen Zwecken ein. Sie bestrichen beispielsweise Darmkranke mit Gelb und liessen das Licht durch gelbe Vorhänge ins Zimmer dringen. Epileptiker setzten sie auf violette Teppiche und verhängten die Fenster mit violetten Schleiern. Scharlachkranke wickelten sie in rote Gewänder, brachten sie in einen mit roten Tüchern ausgeschlagenen Raum und bestrahlten sie mit rotem Licht.
Im europäischen Kulturkreis war der Dichter Johann Wolfgang von Goethe einer der ersten, der sich intensiv mit der Wirkung der Farben auf die menschliche Psyche beschäftigte. 1810 erschien von ihm das Buch „Zur Farbenlehre“, das er als sein Lebenswerk betrachtete und für noch bedeutungsvoller hielt als seine literarischen Schriften.
Als Begründer der modernen Farbtherapie gilt der Amerikaner Edwin Dwight Babbitt, der in seinem 1878 herausgebenden Werk „ Die Prinzipien von Licht und Farbe“ praktische Anwendungsmöglichkeiten beschrieb. Die durch seine neue Behandlungsmethode erzielten Heilerfolge verliehen der Farbtherapie damals grosse Popularität und weckte ein breites Interesse in der Medizin.
Professor Niels Ryberg Finsen, erhielt für seine Forschungsarbeit im Bereich der Farbtherapie 1903 einen Nobelpreis für Medizin. Er wies nach, dass Farben eigenständige Kräfte sind und spezifische Farbschwingungen den menschlichen Körper wie auch die Psyche zu gewissen Reaktionen veranlassen.
Der sizilianische Arzt Dr. Sciascia, der im vorigen Jahrhundert mit Farben behandelte, benutze für seine Therapie Farblichtapparate, Photokanter genannt. Damit soll er erfolgreich Verjüngungskuren durchgeführt haben. 1931 erschien das Buch „Farbe und Heilweise“ von Bruno P. Schliephacke, das grundlegende Theorien über die Anwendung der Farben enthielt.
Dinshah P. Ghadiali schrieb seine Ergebnisse aus der medizinischen Forschung und Anwendung von Farben 1933 in der Spectro-Chrome Metry Encyclopedia nieder, auf die sich viele Autoren später beriefen. Er legte großen Wert auf eine vorherige Diagnose der Aura, die er mitseinen, von ihm entwickelten Geräten und Methoden ermittelte.