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Nach jedem bedeutenden Ereignis in einem Kernkraftwerk im Ausland stellt sich die Frage der Übertragbarkeit auf die schweizerische Situation und der notwendigen Lehren, die daraus abzuleiten sind. Bei der Analyse von Ereignissen im Ausland und der Ableitung von Massnahmen für die Schweiz ist gemäss der geltenden Rechtslage ein in Abhängigkeit der Gefährdungslage abgestuftes Vorgehen massgebend.
Hintergrundartikel
Bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk müsste die Einsatzorganisation insbesondere die verschiedenen Messequipen und -systeme koordinieren. Dazu zählen die Messnetze zur Überwachung der Radioaktivität, Spürhelikopter und Messwagen.
Als Folge der Katastrophe von Tschernobyl sind Konzepte und Mittel der Notfallschutzplanung überprüft und verbessert worden. Die rechtlichen Grundlagen wurden auf den neuesten Stand gebracht.
Der Reaktorunfall Tschernobyl hat auch zu Massnahmen bei der damaligen Aufsichtsbehörde geführt. Die Notfallorganisation der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK muss in der Lage sein, lange Einsätze zu bewältigen. Dies zeigte die Erfahrung mit dem Tschernobyl-Unfall.
Der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl hat zu einer Beschleunigung der Bemühungen der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK im Zusammenhang mit schweren Unfällen in der Schweiz geführt. Die Massnahmen gegen schwere Unfälle führten zu einer Verbesserung der gestaffelten Sicherheitsvorsorge.
32 Jahre nach Tschernobyl: Nach dem Unfall überprüfte die damalige Aufsichtsbehörde die Übertragbarkeit auf Schweizer Anlagen. Die HSK konnte aufgrund der ganz anderen Eigenschaften des Reaktors in Tschernobyl ausschliessen, dass Ähnliches in der Schweiz vorkommen kann.
Der Durchzug der radioaktiven Wolke aus Tschernobyl hat insgesamt eine kleine zusätzliche Strahlenbelastung für die Schweizer Bevölkerung verursacht. Ablagerungen aus dieser Wolke werden heute immer noch gemessen.
Nachdem erste Meldungen zum Unfall in den Schweizer Medien erschienen waren, wurden die Experten der Behörden aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit stark beansprucht. Sie erledigten diese Aufgabe neben ihrer fachlichen Arbeit. Ein Sorgentelefon wurde eingerichtet, um Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten.
Am. 30. April 1986 registrierten Messstationen in der Schweiz erstmals radioaktive Stoffe aus Tschernobyl. Bereits vor diesem Zeitpunkt war eine Messorganisation bereit, um die Kontamination von Lebensmitteln und Futter zu überwachen.
Die Explosion des Reaktors in Tschernobyl und der anschliessende Grafitbrand haben grosse Mengen an radioaktivem Material freigesetzt. Radioaktive Stoffe wurden bis über eine Höhe von 1200 Meter aufgewirbelt. Entsprechend kam es in den meisten europäischen Ländern zu radioaktiven Ablagerungen.