Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/185

Kirchgemeinde Adelboden 2008
575 Jahre Kirche Adelboden
Die Adelbodner Kirche war 1433 gegen den Willen des Bischofs von Lausanne gebaut worden. Im Jahr 2008 konnte sie ihr 575. Jubiläum feiern. Ein Blick zurück auf die Geschichte des kunstgeschichtlich interessanten Baus zeigt die ständige Entwicklung des Gotteshauses.
Im Jahr 1433 zählte Adelboden etwa 450 Einwohner und hatte keine Kirche. Das nächstgelegene Gotteshaus stand in Frutigen. Doch der Antrag auf eine eigene Kirche wurde vom Bischof in Lausanne abgelehnt. Die Adelbodner bauten ihre Kirche trotzdem, auf eigene Verantwortung. Nach der Fertigstellung verbürgten 56 Hausväter sich mit ihrem ganzen Hab und Gut für die Besoldung eines Priesters. Das Dokument dazu, der "Gelübdebrief", ist noch vorhanden. Daran, dass die Kirche in katholischer Zeit erbaut worden ist, erinnert das Sakramentshäuschen, das in die Mauer beim Chor eingelassen ist. In ihm werden zwei alte Abendmahlskannen aufbewahrt.
In den mehr als fünf Jahrhunderten ihres Bestehens wurde die Kirche nach und nach weiter ausgestattet. 1471 entstand das Fresko an der Aussenwand der Kirche, rechts neben dem Kircheneingang. Es zeigt eine Darstellung des jüngsten Gerichts. Die Wandmalerei ist 1965 mit Staatshilfe gereinigt und konserviert worden. 1995 wurde das Fresko erneut restauriert.
Die erste Glocke erhielt die Kirche 1485. Diese versieht bis heute, neben drei neueren, ihren Dienst. Eine andere alte Glocke steht vor der Kirche. Laut ihrer Inschrift ist sie 1597 gegossen worden, und ein alter Bericht weiss zu melden, die Kosten hätten 35 Kronen und ein paar Hosen betragen.
Im Jahre 1488 wurde die schöne, gewölbte Holzdecke in die Kirche eingezogen. Sie ist mit weissen und roten Sternen bemalt, der Rand wird durch geschnitzte Bänder verziert. Auch die Portlauben waren ursprünglich nicht vorhanden.
Der Chor wird durch die farbigen Fenster, die Augusto Giacometti 1936 geschaffen hat, beherrscht und geprägt. Die drei Fenster zeigen eine neutestamentliche Szene: in der Nacht von Gethsemane sind Glaube (violett), Liebe (rot) und Hoffnung (grün) bei uns Menschen müde geworden und eingeschlafen, die Treue Gottes (blau) aber bleibt wach und kämpft für die müde gewordenen.
Letztmals wurde die Kirche 1973 vollständig renoviert.
Franziska Pieren