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1916-1996
Nico Kaufmann
... der Abonnent "Lysis"
Nico, wie Klaus Rudolf Kaufmann meist genannt wurde, war ein hochbegabter Musiker, ausgebildet als Konzertpianist, der auch dirigierte und komponierte. Sein Leben begann wie im Bilderbuch. Alles fiel ihm einfach zu. Und diese Leichtigkeit bewahrte er bis ins hohe Alter. Er war ein Mensch, den alle mochten, ein idealer Begleiter am Klavier, aufmerksamer Zuhörer im Gespräch, kultiviert und weit über Musik hinaus in vielen Bereichen bewandert, er war eine überall geschätzte Persönlichkeit.
Zur Kameradin im Gymnasium wurde ihm Elisabeth Mann. Durch sie erhielt er Zutritt ins elterliche Haus, wo er auch Katja und Thomas Mann kennen lernte.
Nicos Vater schickte den vielseitig interessierten Sohn nach Engelberg in der Hoffnung, er würde im dortigen Stifts-Internat weniger Ablenkungen haben und seriöser arbeiten. Er übte und impovisierte an der Orgel, für ihn ein neues, faszinierendes Instrument. Zurück in Zürich machte er die Matur und gleichzeitig das Lehrdiplom am Konservatorium. Durch Beziehungen des Vaters erhielt er am Stadttheater Basel eine Stelle als Korrepetitor. Dort lernte er den berühmten Klaviervirtuosen Vladimir Horowitz kennen und wurde dessen Schüler.
Im Alter hat Nico einem Kameraden aus seinem reichen Leben erzählt und ihm vieles diktiert, damit der Originalton bleibe. Von diesen Memoiren, die leider nie fertig wurden, gibt es nur wenige Exemplare. Sie schildern lebhaft so manches aus dem Leben des Menschen Nico Kaufmann und erzählen von seinem Werdegang, vom Anfang einer grossen Karriere und vom Verzicht. Nico wählte die leichtere Muse, um sich selber und seiner Veranlagung treu zu bleiben. Die Memoirenfragmente sprechen jeden Leser unmittelbar an, breiten eine Fülle von Begegnungen, Einsichten und Erfahrungen vor ihm aus und entlassen ihn am Ende leicht und heiter.
Ausschnitte aus diesen Memoiren stehen in einigen der folgenden Kapitel im Vordergund und da sie noch nie veröffentlicht worden sind, ist die biografische Skizze des Kreis-Abonnenten Nico umfangreicher als die übrigen.
Ernst Ostertag, Januar 2011