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Paul Klee - die Sammlung Bürgi
Zur Ausstellung im Kunstmuseum Bern - danach in der Kunsthalle Hamburg und
in der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh. Paul Klee. Die Sammlung Bürgi. Katalog bestellen bei
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Artikel vom März 2000
Das Kunstmuseum Bern zeigt noch bis am 16. April die Sammlung Bürgi, die
rund 130 Arbeiten von Paul Klee (1879-1940) umfasst. Über 50 Werke trug Hanni
Bürgi (1880-1938), die Gattin eines Berner Bauunternehmers, zu Lebzeiten des
Künstlers zusammen. Sie hatte ihn spätestens 1908 kennen gelernt, da sie bei
seinem Vater, Hans Klee, Gesangsunterricht nahm. Die anderen Arbeiten Klees
erstand ihr Sohn Rolf Bürgi (1906-1967).
Bereits 1909 oder 1910 kaufte Hanni Bürgi dem Künstler für 100
Schweizerfranken die lavierte Tuschzeichung Gepflegter Waldweg ab und
dürfte damit zu den frühesten Sammlerinnen von Paul Klee gehören. Nach dem
frühen Tod ihres Mannes steigerte sie sich eine eine solche
Sammelleidenschaft, dass ihre Familie 1919 gar erwog, sie zu bevormunden, weil
sie für ein Werk von Paul Klee 300 Schweizerfranken bezahlt hatte. Doch wie
die Sammlung beweist, entging sie der Gefahr und gab gar ihrem Sohn den
Sammelvirus weiter. Dieser erstand 1924 bei einem Besuch im Bauhaus
seinerseits seine erste Arbeit von Paul Klee, das Aquarell Dünenlandschaft,
das der Achtzehnjährige in zwölf Raten zu je fünf Mark abbezahlte.
Nachdem die Nazis 1933 die Macht erobert hatten, gingen sie gleich zu
Beginn auch gegen unliebsame Künstler vor; dazu gehörten auch die Vertreter
des Bauhauses. Klees Dessauer Wohnung wurde von Polizei und SA durchsucht. Es
war dem Einsatz von Rolf Bürgi zu verdanken, dass die beschlagnahmten
Schriftstücke zurückgegeben wurden und das Ehepaar Klee aus Deutschland
ausreisen konnte.
Paul Klee hatte zwar die meiste Zeit seines Lebens in der Schweiz
verbracht, doch erst unter dem Eindruck der Naziherrschaft bemühte er sich
Ende der 30er Jahre um die Schweizer Staatbürgerschaft. Die eidgenössischen
Mühlen mahlen langsam, weshalb er 1940 als Deutscher verstarb.
Die Witwe des Künstlers setzte Rolf Bürgi als Nachlassverwalter ein.
Dieser erwirkte kurz vor ihrem Tode den Verkauf des gesamten künstlerischen
Nachlasses an die Berner Sammler Hermann Rupf und Hans Meyer-Benteli, um damit
die Liquidierung des Kunstgutes zugunsten der Alliierten gemäss dem
Washingtoner Abkommen zu verhindern. Auf Rolf Bürgis Initiative hin
gründeten die zwei Sammler zusammen mit dem Berner Architekten Werner
Allenbach und dem Initianten 1947die Paul-Klee-Stiftung, die seit 1952 im
Berner Kunstmuseum domiziliert ist und dort einen Teil der Werke permanent
ausstellt.
Die Ausstellung zeigt Werke aller Schaffensphasen des Künstler, wie auch
die drei auf dieser Seite abgebildeten Fotos illustrieren. Sie umfasst
frühe Radierungen aus den Jahren 1903 bis 1905, die Auseinandersetzung mit
dem Expressionismus des Blauen Reiters, die berühmte Tunis-Reise mit August
Macke, die Arbeit am Bauhaus in Weimar und später in Dessau sowie das in der
Schweiz entstandene Spätwerk.
Der Katalog enthält neben der Abbildung aller Werke Artikel
zur Geschichte von Sammlung und Stiftung sowie der Familie Bürgi, zu den vom
Künstler verwendeten Materialen und zu seiner Arbeitsweise, zur
Paul-Klee-Ausstellung im Jahr 1935, zur Geschichte der Rezeption seiner Werke
in Schottland und England (1930-1945), zu einem Skizzenbuch aus den Jahren
1924/25 sowie im Anhang eine Reihe von Dokumenten und Zeugnissen.
Kunstmuseum Bern bis am
16.4.; 5.5.-23.7. Hamburger Kunsthalle; 12.8.-22.10.2000 Scottish National
Gallery of Modern Art, Edinburgh.
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