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Rebeca Quevedo wird in Loja im Süden Ecuadors geboren. Ihr Vater ist Ingenieur, ist aber als Pastor tätig und so wächst sie von klein auf in der Kirche auf. Mit 15 Jahren entscheidet sie sich dann bewusst für ein Leben mit Jesus. Doch dieses Leben ist nicht einfach. Wenig später stirbt ihre Mutter an Krebs. Ihr Traum, Pilotin zu werden, rückt aus finanziellen Gründen in weite Ferne. Aber sie entscheidet sich, das Studium in Bolivien zu starten, wo es weniger als die Hälfte kostet. «Also riskierte ich es und machte erste Glaubensschritte.»
Weit entfernt von Vater und Bruder beginnt sie ihr Studium. Sie möchte Luftlinien-Pilotin werden, reisen und die Welt sehen. Doch alles kommt ganz anders. Am 26. August 2010 erhält sie nach zweimonatiger Flugpause den Anruf eines Kapitäns der Luftwaffe Boliviens, ein Mentor von Rebeca. «Ich sollte innerhalb einer Stunde am Flughafen sein, um einen zweistündigen Überflug zu machen.» Es soll ihr erster Blindflug sein, bei dem das Flugzeug einzig anhand der Instrumente geflogen wird, ohne auf äussere, optisch wahrnehmbare Anhaltspunkte zu achten. Der Kapitän führt die nötigen Inspektionen am Flugzeug durch, während Rebeca den Papierkram zur Flugerlaubnis erledigt.
Der Absturz
Als sie dann in der Luft sind, läuft etwas schief. «Wir verflogen uns und erreichten nie den Punkt, den wir überfliegen wollten. Es fing an, dunkel zu werden und nach meinen Errechnungen hatten wir nicht mehr genug Treibstoff, um wieder zurückzufliegen.» Rebeca versucht, ihren Mentor davon zu überzeugen, eine Notlandung zu machen, doch dieser ist sich sicher, dass sie es schaffen werden. «Ich bekam panische Angst, stellte mir meinen Tod vor – oder dass Gott ein Wunder machte und wir irgendwie noch den Flugplatz erreichen konnten.» Nur schwer kommt sie gegen diese Angst an. Sie betet, singt Lobpreislieder. «Dann ging der Motor aus und wir fielen aus fast 2000 Meter in die Tiefe. In den wenigen Sekunden bis zum Aufprall betete ich: ‚Vater, mein Leben ist in deiner Hand – dein Wille geschehe!‘» Inmitten der Angst und Verzweiflung weiss sie, dass sie in Gottes Hand geborgen ist.
Während des Sturzes brechen die Flügel ab, beim Aufprall bricht das Flugzeug in zwei – doch sie sind auf einer Lichtung mitten im Wald aufgekommen, das ist bereits ein Wunder. Rebeca wird aus dem Flugzeug geschleudert, während der Kapitän durch den Aufprall sofort tot ist. Sie hat nur ein paar Kratzer und leichte innere Verletzungen, die nach Eintreffen der Sicherheitskräfte in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt werden. Sie lebt – noch ein Wunder! «Alle sagten: ‚Aus irgendeinem rätselhaften Grund‘… Aber für mich war es ganz klar die Hand Gottes.» Ab sofort will sie als Pilotin nicht mehr bloss in der Welt herumreisen, sondern in die Mission gehen.
20 Minuten tot
Gott so hautnah zu erleben, hat ihren Glauben definitiv gestärkt. Doch sechs Jahre später erlebt sie noch ein Wunder: Gott erweckt ihre Tochter vom Tod zum Leben. Wenige Stunden nach der Geburt auf der Neugeborenen-Station, getrennt von der Mutter, hat der Säugling einen Herzstillstand. Als ein Krankenpfleger Rebeca auf die Neugeborenen-Station ruft, machen die Ärzte gerade Wiederbelebungsversuche, «sie war schon 20 Minuten lang tot». Rebeca und ihr Ehemann Sebastián sollen unterschreiben, dass die Ärzte die Wiederbelebungsversuche einstellen können. Doch niemand kann ihnen erklären, was passiert ist, wieso es dem Baby so schlecht geht, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Die zwei unterschreiben nichts – sie beten nur. Auch Familie und Freunde beten für das Neugeborene. «Wir baten Gott, dass er sie auferweckt, so wie Jesus in Markus, Kapitel 5, Vers 41 das Mädchen auferweckte und ‚Talitha kumi‘ rief, also ‚Mädchen, ich sage dir, steh auf!‘ Und Gott antwortete uns.» Nach wenigen Minuten schlägt das Herz ihrer kleinen Tochter erneut.
Keine wissenschaftliche Rarität
Talitha verbringt noch 31 Tage auf der Intensivstation, die Ärzte warnen vor möglichen Hirnschäden. Anschliessend muss sie täglich Physiotherapie erhalten. Doch Rebeca und Sebastián wissen, dass Gott schon ein Wunder getan hat und weiter wirken wird. «Wir konnten uns davor noch nicht auf einen Namen einigen – aber nach allem, was passiert war, hat Gott ihr durch das Wunder einen Namen gegeben: Sie sollte Talitha heissen, eine ständige Erinnerung an Gottes Liebe.»
Jetzt wird Talitha in wenigen Wochen drei Jahre alt. Die ganze Familie lebt seit fast einem Jahr in Deutschland, wo beide Eltern ihr Studium abschliessen möchten. Heute ist Talitha ein fröhliches Mädchen ohne jegliche Folgeschäden. Rebeca dazu: «Als der Neurologe sie schlussendlich entliess, sagte er mit einem breiten Lächeln: ‚Ihr habt da wirklich eine wissenschaftliche Rarität in euren Händen‘. Ich lachte nur, als ich das hörte, und antwortete: ‚Danke, aber sie ist ein ganz deutliches Zeichen davon, wie Gottes Hand wirkt.‘»
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