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Jay Rosenblatt
Vereinigte Staaten, 16 min
Dieser Film basiert auf psychoanalytischen Fallstudien. Im Fokus stehen drei Frauen in geschlossenen, als Zuflucht, aber auch als Gefängnis dienenden psychologischen Abteilungen. Diese Frauen glauben, dass sie krank sind und behandelt werden müssen, um – wie von der männlich geprägten Gesellschaft gewünscht – funktionieren zu können. Der Film wird zu einem Konflikt zwischen der innerlichen Revolte dieser Frauen gegen die patriarchalische Herrschaft und dem Wunsch, sich anzupassen. Jay Rosenblatt erschafft eine Archäologie der männlich dominierten Diskurse und Ideologien, die von aufbereitetem, medizinisch-pädagogischem Bildmaterial begleitet ist. Frauen sind die Opfer eines autoritären Ansatzes, der Verlangen und Kreativität zerstört. Mit den Bildern zerlegt Rosenblatt die Sprache und ihre Machtstrukturen. Die Umformung der ursprünglichen Klangkulisse und Bearbeitung dieser pädagogischen Filme ist ein Lernvorgang, dessen Ziel das Erreichen eines neuen Bewusstseins ist, das dabei helfen soll, eine neue Wahrnehmung unseres Verlangens und unserer Körper und Beziehungen zu entwickeln. Rosenblatts zutiefst politischer und philosophischer Film ist ein revolutionäres Werkzeug.
Giona A. Nazzaro