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Das pädagogisch reflexive Interview stellt im Kontext der qualitativen Sozialforschung ein Forschungsprogramm speziell für pädagogische Fragestellungen dar. Idee dieses neuen Interviewtypus ist es, genuin sozialwissenschaftliche Methoden mit einem pädagogischen Anspruch zu einem Forschungsprogramm zu verbinden. Beim Einsatz von Interviews laufen immer spezifische Interaktionsprozesse zwischen Forschenden und Beforschten ab. Diese Prozesse, die gewöhnlich als »Schwäche« in der Erhebung von Daten mit qualitativen Instrumenten angesehen werden, stehen im Mittelpunkt des neu entworfenen Forschungsprogramms. Sie werden gezielt methodisch unterstützt und für ein »pädagogisches Anliegen« genützt.
Das Forschungsprogramm des pädagogisch reflexiven Interviews bietet einen neuen Ansatz zur Erforschung und Typisierung von Bildungsprozessen. Ziel dieses Interviewtypus ist, meist unbewusst ablaufende Lernprozesse, die in einem Interview zum Grossteil ungenützt ablaufen, aufzugreifen und methodisch zu unterstützen, um so einen Bildungsprozess bei den Befragten anzuregen. Durch Dokumentation, Interpretation und Rückmeldung kann diese Anregung eines Bildungsprozesses in einem weiteren Schritt empirisch fassbar gemacht werden.
Zur Konzeption des pädagogisch reflexiven Interviews werden ausgewählte theoretische und methodische Ansätze herangezogen, um spezifische Elemente - die dazu geeignet sind, die Anregung von Bildungsprozessen bei den Befragten in einem Interview zu unterstützen - zu entlehnen. Schliesslich wird das pädagogisch reflexive Interview als Forschungsprogramm in seinem Ablauf dargestellt und anhand eines Beispiels aus der Forschungspraxis erläutert.