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Jagdgeschichte
Zuständiges Departement: Bau- und Raumentwicklungsdepartement
Zuständige Amtsstelle: Amt für Wald und Landschaft
Zuständiger Bereich: Wildtiere und Jagd
Verantwortlich: Kesseli, Cyrill
Die Jagd ist wohl so alt wie die Menschheit. Zwei Motive leiten den frühgeschichtlichen Jäger: Die Versorgung mit Nahrung und Kleidung und der Schutz vor gefährlichen Tieren.
Mit der zunehmenden Ausbreitung des Ackerbaus und der Viehwirtschaft verloren die Wildbestände ihre Bedeutung als Nahrungs- und Rohstofflieferanten. Die wilden Huftiere wurden Konkurrenten des Viehs auf den Weidegründen und zu „Schädlingen“, wenn sie in Äcker eindrangen. Zum Schutz der Viehherden wurden Grossraubtiere unerbittlich gejagt.
Nach Otto Emmenegger „Wild und Jagd in Obwalden“ (1936) lebten die Jäger im ersten Jahrtausend n. Chr. nach dem Grundsatz „wem der Boden, dem der Nutzen“, die Jagd war also frei. Im Laufe der Zeit schränkten die verschiedensten Könige und Kaiser das freie Jagdrecht immer mehr ein und es entstanden Jagdregale. Die Unterscheidung in hohe und niedere Jagd nahm damals ihren Anfang, so wurde zum Beispiel die hohe Jagd mit der hohen Gerichtsbarkeit verbunden und beinhaltete vor allem die Hirschjagd und die Falkenbeize. Den Gemeinfreien stand die niedere Jagd oder Niederjagd auf Hasen, Füchse, Marder usw. offen.
Hundert Jahre später, etwa 1840, verfeinerte die Landsgemeinde die Jagdverordnung. Der erste Artikel unterstrich die Wichtigkeit des Federwildschutzes. Das Rotwild bekam den Status einer geschützten Tierart. Ausserhalb der Jagdzeit angetroffene jagende Hunde wurden zum Abschuss frei gegeben. Der Besitzer solcher Hunde bezahlte eine saftige Busse. Die Sonn- und gebotenen Feiertage erklärte die Jagdverordnung als jagdfrei, nur das Federwild durfte an besagten Tagen nach Vollendung der vor- und nachmittäglichen Gottesdienste gejagt werden. Die Landsgemeinde verbot allen Fremden die Jagd im Kantonsgebiet von Obwalden. Um den Frevel weiter einzuschränken, erhöhte die neue Verordnung den Klägerlohn auf die Hälfte der ausgesprochenen Busse.
Auf Anregung einiger Sachsler und Kernser Jäger verbot der Regierungsrat 1856 die Gämswildjagd für drei Jahre, um den Bestand anzuheben. Zehn Jahre später wurde das Ausgraben von Murmeltieren verboten.
1875 setzte das erste Bundesgesetz über die Jagd dann einen ersten Meilenstein für die moderne Jagd in der Schweiz. Als Rahmengesetz respektierte es aber weiterhin die kantonale Jagdhoheit. So liess es damals wie heute den Kantonen die Freiheit, über das Jagdsystem (Pacht- oder Revierjagd) zu entscheiden.
Die erste 1876 vom Kantonsrat erlassene Verordnung über die Jagd regelte, dass jeder Kantonsbürger und niedergelassene Schweizerbürger, sowie jeder niedergelassene Ausländer das Jagdpatent ab dem 16. Lebensjahr erwerben konnte. Es galt also die Patentjagd. Diese sehr grosszügige Zulassung wurde mit den Jahren immer mehr eingeschränkt.
Heute ist die Patentjagd im Kanton Obwalden wie in vielen Gebirgskantonen tief verankert. Versuche, die Revierjagd einzuführen, scheiterten 1917 an der Landsgemeinde, 1938 im Vorfeld und 1950 als Initiative beim Kantonsrat.
Jagdkommission
Jägerprüfungskommission
Freiwillige Jagdaufseher