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Die Ukraine gewann den ESC 2022. Doch wird sie den grössten Musikwettbewerb der Welt auch austragen können? Falls nicht, wäre es erst das siebte Mal seit der Contest 1956 ins Leben gerufen wurde. Und wer käme als Alternative in Frage?
Nach einem Eurovision Song Contest muss es jeweils schnell gehen: der TV-Sender des Gewinners muss deklarieren, ob er den nächsten Eurovision Song Contest im eigenen Land ausrichten kann. Grundsätzlich steht dem Siegerland das Recht zu, den Eurovision Song Contest auszutragen. Das dürfte in diesem Jahr besonders spannend werden, für den Broadcaster UA:Suspilne herausfordernd sein. Aufgrund des Umstands, dass die Ukraine nach wie vor von Russland angegriffen wird, ist es noch offen, ob der ESC tatsächlich zum dritten Mal in der Ukraine stattfinden kann. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Wettbewerb im nächsten Jahr in seinem Land austragen. Als Austragungsort sieht er Mariupol. Dies unterstreicht er in einem Statement noch in der Gewinnernacht: Wir tun alles dafür, damit eines Tages das ukrainische Mariupol die Teilnehmer und Gäste der Eurovision empfängt. Ein freies, friedliches, wieder aufgebautes! Ob die EBU jedoch eine Planung beginnen möchte, die eher auf unsicheren und höchst politischen Pfeilern steht, ist sehr fraglich.
4 Mal sprang bereits das Vereinigte Königreich ein
Bei den bisherigen 66 Eurovision-Austragungen fand der Wettbewerb lediglich 6 Mal nicht im Siegerland statt:
- 1957: Der Contest fand 1956 in der Schweiz statt und die Schweiz gewann. In der Folge wurde der Concours Eurovision de la chanson in Frankfurt abgehalten.
- 1960: Die Niederlanden gewannen 1959 und trugen bereits den ESC 1958 aus. Deshalb zog es den Eurovision-Tross nach London.
- 1963: Der ESC findet erneut in London statt. Frankreich lehnte die Austragung ab, da es bereits 1959 und 1961 austrug.
- 1972: Monaco musste Forfait geben, da man keinen geeigneten Austragungsort fand. Erneute Retterin in der Not: die BBC.
- 1974: Luxemburg gewann 1973 im eigenen Land und wollte ebenfalls den Eurovision Song Contest kein zweites Mal austragen. Es ging in diesem Jahr nach Brighton.
- 1980: Das Recht auf die Austragung wäre Israel zugefallen. Doch auch Israel siegte in Serie und lehnte die Austragung ab. Die Niederlanden sprangen ein und glichen somit ihre Absage vor 20 Jahren aus.
Ein Fall für die Big5
Sollte der Eurovision Song Contest 2023 aufgrund der fehlenden Planungssicherheit nicht in der Ukraine stattfinden können, dürfte wohl eines der Big5-Länder einspringen. Als grosser Anwärter (Retter, Favorit?) gilt UK, da es mit Sam Ryder und seinem «Space Man» auf dem zweiten Platz landete. Der britische Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng erklärte gegenüber der BBC, dass das Vereinigte Königreich bereit wäre, den Wettbewerb 2023 auszurichten, falls dies erforderlich sein sollte. Auch das drittplatzierte Spanien hat bereits mehrere Austragungsorte ins Rennen gebracht. Und selbst Stefano Coletta, Direktor von RAI, machte das Angebot den ESC erneut in Italien auszurichten, falls die Ukraine nicht in der Lage sein sollte. Sogar Turin könnte erneut in Frage kommen. Neben Big5-Ländern gibt es auch Angebote aus den Niederlanden, Polen und Schweden.
Unsere Prognose als Eurovision-Experten:
Der Eurovision Song Contest wird im Vereinigten Königreich stattfinden. Die EBU wird mit der Ukraine übereinkommen, dass die Planungssicherheit zu gering ist. Das Vereinigte Königreich hat zudem eine grosse Erfahrung mit dem ESC und wurde Zweitplatzierter. Zudem «feiert» 2023 ein Vierteljahrhundert seit der letzten Austragung.
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