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In Zürich bestimmt der FIFA-Kongress heute Freitag einen Nachfolger für den suspendierten Präsidenten Joseph Blatter. Es läuft alles auf einen Zweikampf zwischen dem Schweizer Gianni Infantino und Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa aus Bahrain hinaus.
Am Tag vor dem endgültigen Ende seiner 18-jährigen Ära als FIFA-Präsident platzierte Sepp Blatter (79) in der «New York Times» einen Abschiedsgruss: «Genug ist genug.» Er werde nach Ablauf seiner Sperre nur noch als Zuschauer in die Stadien zurückkehren. Doch Blatter sagte auch: «Ich werde immer ein Präsident sein.»
Die Behandlung der Schweizer Justizbehörden taxierte der aus dem Welt-Fussball verbannte Ex-Patron als unverhältnismässig: «Sie behandelten mich wie den letzten Gangster.» Aber so sei das eben: Der Prophet zähle nichts im eigenen Land, sagte Blatter über sich selber.
Der suspendierte FIFA-Präsident verteidigt seinen möglichen Nachfolger Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa. Die Vorwürfe bezüglich Menschenrechtsverletzungen, die jüngst gegen das Mitglied der königlichen Familie von Bahrain erhoben worden seien, hätten nur das Ziel, Scheich Salman zu diskreditieren. «Sein Land ist ein Königreich, daher ist es anders», erklärte Blatter und stellte die Frage, ob denn europäische Länder «sehr sauber» seien, wenn es um Menschenrechte gehe.
Die Wahl heute werde er verfolgen, kündigte Blatter an. Freunde, Journalisten und sogar ein Priester hätten ihm angeboten, ihm beizustehen in den Stunden, in denen seine FIFA-Karriere offiziell zu Ende gehe. Doch das habe er abgelehnt. (kad/sda)