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Jeder vierte Fall einer venösen Thromboembolie geht auf das Konto einer Operation. Deshalb macht man nach einem chirurgischen Eingriff routinemässig eine mehrwöchige Blutverdünnung. Dass das womöglich zu wenig lang ist, zeigt eine Studie der Universität Lille. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass das Risiko, postoperativ eine Lungenembolie zu bekommen, deutlich mehr als sechs, teilweise sogar bis zu zwölf Wochen nach dem Eingriff erhöht ist.
Jeder chirurgische Eingriff erhöhte das postoperative Embolie-Risiko, seien es Behandlung von Knochenbrüchen, gynäkologische Eingriffe, Venenoperationen, Arthroskopien etc. Aber auch über sechs Wochen hinaus blieb das Risiko vergleichsweise hoch. Die Wahrscheinlichkeit, in den Wochen 7 bis 12 eine Lungenembolie zu bekommen, war am höchsten in der Gruppe der Fraktur-Patienten, gefolgt von Hüft- und Kniegelenkersatz und gefässchirurgischen Eingriffen. Drei- bis viereinhalb Monate nach dem Eingriff war das Risiko teilweise immer noch doppelt so hoch.
Das Fazit der Studienautoren: Nach Ablauf von sechs Wochen nach einer Operation nimmt die Gefahr einer Lungenembolie zwar deutlich ab, allerdings ist das Risiko auch danach nicht zu vernachlässigen. Das gilt besonders für orthopädische Operationen und für die Gefässchirurgie. Möglicherweise genügt es nicht, die Patienten nach einer Operation bloss fünf Wochen lang mit einer Thromboseprophylaxe zu schützen, wie es heute gemacht wird.