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White Lightning ist der jungen Kinogeneration wohl nur wegen der Verbindung mit Filmmusikschnipsler Quentin Tarantino ein Begriff, während die etwas älteren bei dem Titel einen schnittig-schnauzlosen Burt Reynolds vor sich sehen. Die Musik zum bei uns unter Der Tiger hetzt die Meute bekannteren Film von Actionspezialist Joseph Sargent aus dem Jahr 1973 stammt von Charles Bernstein, der mit dieser CD erneut eine Veröffentlichung erfährt (auf dem selben Label erschien erst vor kurzem Mr. Majestyk). Schaut man die Spieldauer von White Lightning und Majestyk – beide mit knapp über 30 Minuten Musik – an, ärgert man sich ein wenig, dass Intrada nicht einen Doubleheader produzierte. Aber 2 CDs bringen eben mehr ein als nur eine…
Zurzeit von White Lightning war Charles Bernstein noch relativ neu im Filmgeschäft. Ein „unverbrauchter“ Komponist, der offen für jeglichen Stilmix war. Seine Musik hier ist eine Mischung aus Country und Bluegrass, geschrieben also für typische Instrumente wie Banjo, Gitarre, Mundharmonika, dazu eine Mandoline und der Dobro (eine Resonatorgitarre, die oft mit einem sogenannten Bottleneck (und auf den Oberschenkeln liegend) gespielt wird sowie pfundigem Jazz. Zum Countrystil gesellt sich ab und an ein mittelgrosses Orchesterensemble von rund 40 Musikern, das Bernstein allerdings zumeist auf die Blechbläser reduziert.
Wenn Bernstein den Country/Bluegrass mit dem sinfonischen Teil mixt, entsteht der attraktivste Teil dieser Musik, insbesondere in temporeichen, mitreissenden Stücken wie Escape & Hound Chase und Fight at Bears’s Still. Evasive McClusky oder The Barge/In the Stixhingegen könnten in jedem Copfilm der 70er Verwendung finden mit ihren währschaften, Blechbläsereinsätzen und der vorwärts treibenden Perkussion.
Running the Cops Around, Run Around Too und die beiden source cues wiederum würden auch in späteren Burt Reynolds Vehikeln wie Smokey and the Bandit und Cannonball Run bestens funktionieren.
Die stillen Momente sind rar. In Love Feelings etabliert er basierend auf dem Hauptmotiv ein kleines „Liebesthema“, das wir später in Skinny Dip wiederfinden. Das erwähnte Hauptmotiv ist jenes für den korrupten Sheriff, dem Gator McClusky nachtrachtet, auffällig zu hören in „gepfiffener“ Form in Main Title und auch später immer wieder mehr oder weniger auführlich (Love Feelings, Funky Road etc.). Kontrastierend dazu das in den in einem oberen Absatz erwähnten Tracks zu findende Actionmotiv.
Abgeschlossen wird die CD mit zwei Songs, beide gesungen von Jerry Whitman: Way Down Under und dem nicht verwendeten White Lightning Ballad. Abzüglich dieser und den source cues, die sich allerdings passend in den Score integrieren (wie eigentlich auch die Songs), bleiben nur rund 23 Minuten.
Wer einem Mix aus urbanem 70er Stil und Countryfolk nicht abgeneigt ist und insbesondere Actionmomente mit knackigen Blechbläsern mag, der lag nicht falsch hier zuzugreifen – die Vergangenheitsform sei besonders erwähnt, denn die CD ist inzwischen vergriffen, in den üblichen Kanälen wie ebay oder amazon allerdings noch zu ergattern.
WHITE LIGHTNING Charles Bernstein Intrada Special Collection 131 32:18 / 17 Tracks Limitiert auf 1000 Stk.