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Einen Moment genoss sie still den Triumph, dem sie zwölf Monate nachgerannt war. “Es war schwierig, nicht an den Rekord von Steffi Graf und die 22 Titel zu denken”, gab sie nach einem hochklassigen und spektakulären Final zu.
Die 34-jährige Amerikanerin konnte sich jederzeit auf ihren grandiosen Aufschlag verlassen und behielt gegen die Deutsche im Gegensatz zum Final des Australian Open, als Kerber überraschend gewonnen hatte, die Oberhand. Ein einziges Mal erarbeitete sich die 28-Jährige aus Kiel eine Breakchance, doch Williams wendete die Gefahr mit zwei – von insgesamt 13 – Assen ab. Die Deutsche gewann eine ganze Reihe von spektakulären Punkten. Am Ende büsste sie aber für zwei schlechte Aufschlagspiele, bei 5:6 im ersten und bei 3:4 im zweiten Satz. Ganze neun unerzwungene Fehler leistete sich die Linkshänderin mit polnischen Wurzeln, gegen das druckvolle Tennis der Weltnummer 2 reichte diese starke Leistung aber nicht.
Nach 81 Minuten hatte Williams zum siebten Mal in Wimbledon triumphiert. Mit dem 22. Erfolg schloss sie endlich zu Steffi Graf, der erfolgreichsten Profispielerin der Geschichte, auf. Dreimal – letztes Jahr am US Open und dieses Jahr in Melbourne und Paris – hatte es die Amerikanerin verpasst, den Rekord von Steffi Graf zu egalisieren, ein Jahr nach ihrem letzten Titel in Wimbledon holte sie dies nun nach. Nur eine Spielerin hat noch mehr gewonnen: Die Australierin Margaret Court holte aber die Mehrheit ihrer Siege vor 1968, als Profis noch nicht zugelassen waren.
Nur zwei Stunden nach dem gewonnenen Eizelfinal stand sie mit Schwester Venus für den Final im Doppel bereits wieder auf dem Centre Court. Die beiden holten sich gegen Timea Babos/Jaroslawa Schwedowa, die Bezwinger von Martina HIngis und Sania Mirza, mit einem 6:3, 6:4 ihren sechsten Doppeltitel in Wimbledon. In 14 Grand-Slam-Finals sind die beiden noch ungeschlagen.
(SDA)