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Dieser Indikator erfasst die Fähigkeit der Aufnahmegesellschaft, ausländische bzw. kulturell als anders empfundene Bevölkerungsgruppen aufzunehmen oder zu integrieren. Diese Kompetenzen sind wichtig, da sie den Kontakt zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Minderheitengruppen gewährleisten. Sie werden unter zwei Gesichtspunkten gemessen. Einerseits wird die Offenheit der Mehrheitsbevölkerung gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt im Alltag untersucht, andererseits wird der Anteil Personen ermittelt, die mit der Aussage einverstanden sind, dass die Vielfalt an Nationalitäten und Kulturen eine Bereicherung für die Kultur des Landes darstellt.
2018 zeigten sich 65% der ständigen Wohnbevölkerung zwischen 15 und 88 Jahren gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt im Alltag offen. Dieser Anteil ist bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund höher als bei jener ohne Migrationshintergrund (74% gegenüber 59%).
In der deutsch- und rätoromanischsprachigen Schweiz ist die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund im Alltag weniger offen gegenüber kultureller Vielfalt als die Bevölkerung mit Migrationshintergrund, während in den anderen Sprachregionen der Unterschied nicht signifikant ist.
70% der Personen in der Schweiz sind mit der Aussage einverstanden, dass die Vielfalt an Nationalitäten und Kulturen eine Bereicherung für die Kultur des Landes darstellt. Der Anteil der Personen, die Vielfalt als bereichernd empfinden, ist bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund – unabhängig von der Generation – mit über 80% signifikant höher. Bei den Personen ohne Migrationshintergrund beläuft er sich auf 67%.
23% der Gesamtbevölkerung haben eine ablehnende Haltung (d.h. sie stimmen eher nicht bzw. überhaupt nicht zu). Auch hier ist ein deutlicher Unterschied zwischen der Bevölkerung mit und derjenigen ohne Migrationshintergrund festzustellen. Der Anteil der Personen, die der Aussage nicht zustimmen, beläuft sich bei ersterer unabhängig von der Generation auf rund 30%, bei letzterer auf rund 11%.
Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hat keine Meinung zu diesem Thema. Er ist bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund höher als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (7% gegenüber 4%).
In der Mehrheit der Grossregionen wird der Anteil der Personen, die der Aussage zustimmen, bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund unabhängig von der Generation immer grösser. In der Ostschweiz und im Tessin ist der Unterschied zwischen den Personen ohne Migrationshintergrund und jenen der zweiten oder einer höheren Migrationsgeneration jedoch nicht signifikant.
Tabellen
Definitionen
Offenheit gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt
2016: Anteil der Bevölkerung, die angibt, sich im Alltag nicht gestört zu fühlen (Antwortmöglichkeit: nein).
2018: Anteil der Bevölkerung, die angibt, sich im Alltag nicht gestört zu fühlen (Antwortmöglichkeiten: überhaupt nicht und eher nicht störend).
Potenzielle Gründe, sich gestört zu fühlen, sind die Hautfarbe, die Religion oder eine nicht sesshafte Lebensweise.
Die Ergebnisse stammen aus der Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz (ZidS) des BFS.
Bereicherung für die Kultur
Dieser Indikator basiert auf der folgenden, aus dem schriftlichen Fragebogen der Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur stammenden Frage: «Wie sehr stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? (...) Die Vielfalt an Nationalitäten und Kulturen stellt eine Bereicherung für die Kultur unseres Landes dar».
Er gibt Auskunft über die Anteile der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die der obigen Aussage zustimmen oder nicht.