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Frühe Pionier-Betriebe
1940
Oswald Galliker-Vogel gründet eine Einzelfirma für die Geschäftsbereiche Güter- und Personentransporte. Als die beiden Söhne Oswald jun. und Josef in die Firma einsteigen, wird sie unter dem Namen «O. Galliker & Söhne» als Kollektivgesellschaft weitergeführt.
1968
Nach dem Tod des Firmengründers führen die beiden Söhne das Unternehmen als «O. Galliker Söhne» weiter.
1982
Mit dem Sohn von Josef Galliker, Josef Galliker jun., tritt die 3. Generation in das Familienunternehmen ein.
1990
Die Kollektivgesellschaft wird in die «Galliker Ballwil AG» umgewandelt. Die Familie Oswald Galliker tritt aus der Firma aus.
2009
Mit Roger Galliker ist bereits die 4. Generation im Einsatz.
2017
Das Familienunternehmen beschäftigt heute 15 Mitarbeiter.
Die Gründerfamilie im Jahr 1952: Zwischen Gründer Oswald Galliker und seiner Frau Marie geb. Vogel die Söhne Oswald (links) und Josef.
Unten: Reise mit zwei Galliker-Cars nach Rom im Heiligen Jahr 1950.
1833
Mathias Tschupp, Bauer aus Ermensee, erwirbt das Weiherhaus in Ballwil. Erster Handel mit Schmierfett, «Brämenöl», Karrensalbe.
1844/45
Neue Liegenschaften nahe beim Bahnübergang werden erworben. Bald tritt Sohn Johann (Johann Tschupp Luthiger) in den Betrieb ein. Errichtung einer Hufschmiede.
1888
Johann und Sohn Jean (Johann Tschupp Ineichen) gründen die Kollektivgesellschaft J. Tschupp & Cie. Import von Mineralölprodukten.
1895
Das erste Öllager wird eingerichtet.
1918
Die Firma wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Wegen aufkommender Motorisierung jetzt Handel mit Benzin, Petrol und Diesel sowie Bitumenherstellung für Strassenbeläge. Die Firma beschäftigt ca. 20 Mitarbeiter.
1928
Das Chalet «Alpenblick» wird gebaut.
1932
Otto Tschupp übernimmt die Firmenleitung, zusammen mit seinem Bruder Walter. Aufbau des Perol Tankstellennetzes und Entwicklung von Bitex Kaltasphalt.
1937/40
Bau von neuen Fabrikationsanlagen mit Dampfkesselhaus.
1947
Bau eines umfangreichen Treibstofflagers.
1953
Die Firma feiert offiziell ihr hundertjähriges Bestehen.
1955
Als Aral Lizenznehmer werden die eigenen Benzinverkaufsstellen ins Aral Netz integriert und mit den Tschupp Tankfahrzeugen beliefert. Die Firma beschäftigt ca. 50 Mitarbeiter.
1964
Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes
1969
Das rund 25’000 m2 grosse Betriebsareal wird aus Umweltschutzgründen neu kanalisiert und angeschlossen. Allmählich zunehmende Konkurrenz auf dem Benzinsektor.
1987
Teile des Firmenareals werden für neue Gewerbebetriebe verkauft. Die Firma konzentriert sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Strassenbaustoffen. Später Verkauf als Bitex Bimoid an die Grisard Gruppe.
Mathias Tschupp-Müller 1804-1883
Johann Tschupp-Luthiger 1833-1903
Die ersten Ballwiler Industrie Pioniere: Mathias Tschupp Müller aus Ermensee und sein Sohn Johann Tschupp Luthiger
Da die Firma in den Jahren 1920-1922 den Handel mit flüssigen Kraft und Brennstoffen aufnahm, erstellte sie ein Benzinlager.
Früher Produktionsstandort mit der ganzen Belegschaft: Die Fabrikarbeiter (in Schürzen) und die Bürolisten (mit weissen Krägen) stehen in Reih und Glied neben ihren Fuhrwerken. In den grossen Fässern wurde das eingekaufte Öl oder Harz gemischt.
1914
Josef Gehrig (geb. 1877) betreibt in Gibelflüh, Ballwil, in einem ehemaligen Stall eine kleine Velo-Werkstatt und -Handlung, die schon bald auf elektrische Geräte und deren Reparaturen ausgeweitet wird. Seine Söhne Hans (geb. 1914) und Franz (geb. 1918) erlernen den Beruf des Elektro-Installateurs, Franz erwirbt das eidgenössische Meisterdiplom.
1934
Hans Gehrig tritt ins Geschäft ein. Er erwirbt die Radiohandelskonzession der PTT und lässt die Einzelfirma J. Gehrig ins Handelsregister eintragen.
1941
Die erste Serie des Viehhüters «Lory» wird in Gibelflüh produziert und innert einem Monat verkauft.
1943
Die Firma entwickelt neue Zaun-Isolatoren. Bau des ersten Fabrikgebäudes in Gibelflüh, das später mehrmals erweitert wird. Die Firma hat jetzt rund 10 Angestellte.
1946
Hans und Franz Gehrig gliedern den Motorenbau und die Elektrowicklerei in eine zweite Firma, die F. Gehrig und Co. aus; deren Leitung übernimmt Franz Gehrig.
1951
Die J. Gehrig stellt nun unter der Marke GEBA auch Transportgeräte für die Landwirtschaft her und bringt eine Holzspaltmaschine auf den Markt.
1956
Neu werden auch GEBA Holzfräsen produziert.
1976
Der Betrieb zählt 25 Mitarbeiter. Das Verkaufssortiment wird durch Torantriebs-Automaten erweitert. Dieser Geschäftszweig wird später in die Firma Gehrig + Fuchs (Inhaber: August Fuchs) überführt.
1979
Nach dem Tod von Hans Gehrig-Kramis übernimmt dessen Sohn Hans Gehrig Widrig (+2008) die Geschäftsleitung.
1982
Die J. Gehrig AG bezieht mit einem Personalbestand von 40 Mitarbeitern das neue Betriebsgebäude im Dorf Ballwil. Am Tag der Offenen Tür besichtigen rund 4000 Personen den Neubau.
2002
Gründung der Betriebsgesellschaft GEBA Zumstein AG.
2004
GEBA Zumstein AG stellt den Betrieb ein. Gebäude und Areal gehen ein paar Jahre später an die Sicotech Agri GmbH über, die auf Fütterungsanlagen und Waagen spezialisiert ist. Die Firma Calitec GmbH (Inhaber: Hans Hess) vertreibt am bisherigen Standort weiterhin erfolgreich GEBA-Produkte.
Um 1944: Die Brüder Hans und Franz (rechts) Gehrig an der Werkbank im ersten Betriebsgebäude in Gibelflüh.
Bis 1981 produzierte die J. Gehrig AG im Weiler Gibelflüh. Die Strasse nach Gibelflüh erhielt erst in den Sechzigerjahren einen Asphaltbelag.
Extrablatt zur Eröffnung der neuen Produktionsräume an der Gibelflühstrasse im Dorf Ballwil: Der ehemalige Handwerksbetrieb ist in eine topmoderne Industrieanlage mit Hochregallager umgezogen.
1946
Hans und Franz Gehrig gliedern den Motorenbau und die Elektrowicklerei der J. Gehrig in eine zweite Firma, die F. Gehrig und Co., aus; deren Leitung übernimmt Franz Gehrig.
1947
Die F. Gehrig und Co. bezieht das neue Betriebsgebäude im Dorf Ballwil und produziert Elektromotoren und Transformatoren. Belegschaft: rund 25 Personen.
1952
Bau einer neuen Produktionshalle. Die ersten Gehrig Waschmaschinen «Lavella» kommen auf den Markt.
1953
Am 7. Mai zerstört ein Brand einen grossen Teil der Betriebsanlagen. Ersatz und Erweiterungsbau.
1957
Die F. Gehrig stellt Geschirrspülautomaten für die Gastronomie her.
1962
Der Gehrig Geschirrspüler «Vaissella» erobert die Schweizer Haushalte.
1966
Bau einer neuen Halle. Die Belegschaft zählt rund 230 Personen und 20 Heimarbeiterinnen.
1973
Die F. Gehrig ist die grösste Geschirrwaschmaschinen Fabrik der Schweiz.
1975
Der grösste Betrieb der Gemeinde beschäftigt über 300 Personen und bildet pro Lehrjahr 7 bis 8 Lehrlinge aus.
1985
Ausgliederung der Motorenabteilung durch Verkauf an die Landert Motoren AG.
1988
Franz Gehrig verkauft die F. Gehrig und Co. AG an die V-Zug. Die Produktion in Ballwil wird fortgeführt, mit zunehmender Fokussierung auf Labor Reinigungsgeräte (für Belimed ).
1992
Die 1990 gegründete Belimed zieht bei der F. Gehrig ein.
1994
Die Geschirrspüler-Produktion wird nach Zug verlagert.
2005
Der ganze Betrieb in Ballwil wird auf Belimed «umfirmiert». Die Marke Gehrig bleibt in der Handelsfirma Gehrig Group, einer Tochter von V-Zug, erhalten.
2010
Belimed beschäftigt 120 Mitarbeiter und bildet 13 Lehrlinge aus.
2016
Belimed AG schliesst den Produktionsstandort Ballwil . Rund 130 Arbeitsplätze gehen für Ballwil und die Region verloren.
Blick in die Produktionshalle Anfang der Sechzigerjahre: Die «Lavella», ein besonders erfolgreiches Erzeugnis der F. Gehrig und Co., wird in grossen Serien hergestellt.
Das Dorf Ballwil im Jahre 1970 mit den Betriebsgebäuden der F. Gehrig im Zentrum, flankiert von Margrethenhof, Neuhaus Scheune und Galliker Areal.
1846
Vater Josef Honauer verkauft seinem Sohn Josef, zusammen mit weiteren Liegenschaften, die Säge. Diese liegt direkt an der Grenze Hohenrain Ballwil.
1885
Die Söhne von Josef junior, Xaver und Johann, übernehmen den Sägereibetrieb.
1900 – 1920
Ein Dampflokomobil kommt zum Einsatz. Etwas später die Umstellung von Kundensägerei auf Handelssägerei. Der Betrieb wird elektrifiziert. Die erste Hobelmaschine wird in Betrieb genommen.
1924 – 1972
Nach dem Tod von Johann Honauer wird dessen Sohn Josef (III.) neuer Inhaber. Er vergrössert und modernisiert den Betrieb kontinuierlich: neue Hobelmaschine, Blockbandsäge, Kran Züge und Lastwagen. Das Areal umfasst jetzt rund 30’000 Quadratmeter.
1972 – 1994
Josef Honauers Sohn Werner übernimmt den Betrieb. 1975 beschäftigt die Sägerei Honauer 23 Personen; eine Sekretärin ist die einzige Frau im Betrieb. Die Firma Honauer ist in der Zentralschweiz lange Zeit führend in der Täferproduktion . Später produziert sie, als eines der ersten Unternehmen, Schaltafeln für das Baugewerbe.
1994 – 1996
Die Hoba Hobelwerk AG übernimmt den Betrieb, der aber bereits 1996 stillgelegt wird.
2000
Die Gemeinde Ballwil erwirbt das gesamte Areal und stellt durch Abbrüche und neue Erschliessungen baureife Grundstücke in der Industriezone zum Wiederverkauf her.
Frohe Gesichter beim Betriebsausflug mit Familien im Jahre 1946. Vorne, von links: Lisbeth Kälin (heute Gurtner Kälin), Werner Honauer (ab 1972 Firmenchef und Inhaber), Hans Kälin und Franz Honauer .
Blick auf das Säge und Hobelwerk J. Honauer im Jahre 1945. Das Werkgelände liegt auf Gemeindegebiet von Ballwil und Hohenrain.
Um 1960: Eine neue Hobelmaschine wird abgeladen. Sie ergänzt den fortlaufend modernisierten Maschinenpark. Vorne links: Firmeninhaber Josef Honauer
1960 wird eine neue, grosse Brettersortierhalle errichtet. Von den damaligen umfangreichen Betriebsgebäuden des Sägewerks steht heute nur noch die Langholzhalle am Fahrweg nach Ottenhusen .
Tschupp & Cie AG
- Der Bauer Matthias Tschupp aus Ermensee erwirbt 1833 das Weiherhaus in Ballwil. Er betreibt einen ersten kleinen Handel mit bäuerlichen Produkten wie Schmierfett, «Brämenöl», Karrensalbe.
- Das genaue Gründungsdatum kennt man nicht. Sicher ist, dass das Unternehmen bereits um 1850 tätig ist. Um 1845 werden neue Liegenschaften nahe vom Bahnübergang gekauft. Schon bald tritt Matthias’ ältester Sohn Johann (Johann Tschupp – Luthiger) in die Firma ein. Öle, Fette, Harze und Obstbaupflegeartikel werden mit einem Pferdefuhrwerk zu den Bauern gebracht. Um die Kunden besser an den Produktionsort zu binden, wird bald eine Hufschmiede mit Reparaturwerkstatt eingerichtet.
- Zwei Jahre nach dem Bau der Seetalbahn gründen Johann und Sohn Jean (Johann Tschupp-Ineichen) 1884 die Kollektivgesellschaft J. Tschupp & Cie. Neu werden zusätzlich Mineralölprodukte importiert.
- 1895 wird das erste Öllager eingerichtet (heute Arnet Antriebe und Meienberger AG).
- Direkt nach dem Ersten Weltkrieg formt Jean die Firma zu einer Aktiengesellschaft um: Wegen der aufkommender Motorisierung wird der Handel mit Benzin, Petrol, Diesel und Heizöl forciert. Hinzu kommen auch Strassenbaustoffe.
- 1928 wird das Chalet «Alpenblick» gebaut.
- 1932 übernimmt Otto Tschupp, zusammen mit seinem Bruder Walter, die Firmenleitung. Nach einer nur kurzen Zusammenarbeit mit «Standard» ist die Firma gezwungen, ein eigenes Tankstellennetz mit der Marke Perol aufzubauen. Dazu gibt es Perol-Schmiermittel. Und für die Strassenbeläge wird der Bitex Kaltasphalt entwickelt, dessen schwarzgelbe Bitex-Bitumenfässer bald überall herumstehen. Ein Fabrikneubau drängt sich auf mit den damals modernsten Anlagen und Lagerhallen, mit einem Labor und später noch mit einem Dampfkesselhaus.
- Die Firma feiert 1953 offiziell ihr hundertjähriges Bestehen.
- Die Zahl der Arbeiter zeigt stets steigende Tendenz: Um 1898 zählt die Firma (damals noch mit Dampfantrieb) 9 Arbeiter, die Firma von 1911 (jetzt mit Elektrizität) beschäftigt schon 15 Arbeiter. 1923 hat sie 22 Angestellte. In den 30er und 40er Jahren ist sie der grösste Arbeitgeber in Ballwil. Und für 1955 werden rund 50 Arbeiter gezählt.
- 1953 wird das Perol-Tankstellennetz in die Firma Aral integriert. Als Aral-Lizenznehmer beliefert die Firma das Benzin mit eigenen Tschupp-Tankfahrzeugen.
- 1964 beziehen die Direktion und die Angestellten neue Büroräume im Verwaltungsgebäude an der Hochdorfstrasse 5.
- Ab den 70er Jahren nimmt die Konkurrenz auf dem Benzinsektor spürbar zu. Es gilt auch wegen neuer Umwelt- und Gewässerschutzauflagen teure Investitionen im Firmenareal zu tätigen.
1987 werden Teile des Firmenareals verkauft. Die Firma konzentriert sich nur noch auf die Herstellung und den Vertrieb von Strassenbaustoffen. Nach ersten schlechten Erfahrungen mit dem Immobilienhandel verkauft die Firma die Liegenschaft stückweise an lokale Gewerbebetriebe. Später wird das Unternehmen, in Bitex Bimoid umgetauft, an die Grisard-Firmengruppe verkauft.