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Unsere Umwelt wird durch zahlreiche vernetzte Ökosysteme aufrechterhalten und ist in ständigem Austausch mit ihrer Umgebung. Diese Prozesse basieren auf einem Kreislauf, in dem jedes Lebewesen eine wichtige Rolle spielt. Den Milchproduzentinnen und -produzenten ist es wichtig, dass dieser ökologische Kreislauf bei der Nahrungsmittelproduktion aufrechterhalten bleibt. Keine einfache Aufgabe, wenn auf der gleichen Fläche für eine immer grösser werdende Bevölkerung Nahrung produziert werden muss.
Hier erfährst du mehr über die wichtigen Komponenten des ökologischen Kreislaufs, an denen auch unsere Schweizer Kühe beteiligt sind.
In Zahlen: die CO2-Verursacher in der Schweiz
Jegliches Leben auf der Erde ist im Grundsatz mit der Produktion von Kohlenstoffdioxid (CO2) verbunden. In der Schweiz werden total 46 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2-eq) pro Jahr emittiert. Fragst du dich, welcher Bereich welchen Anteil an den CO2-eq-Emissionen bei uns in der Schweiz hat?
- Den grössten Teil verursacht der Verkehr mit 32 % CO2-eq.
- Es folgt die Industrie mit einem Anteil von 24 % CO2-eq.
- An dritter Stelle folgen private Haushalte mit 17 % CO2-eq.
- Unsere Landwirtschaft ist verantwortlich für 14 % CO2-eq und somit an vierter Stelle.
- Milchkühe verursachen mit ihrer Verdauung 3,8 % CO2-eq der Emissionen.
Das CO₂-Äquivalent ist die Masseinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung aller Treibhausgase. Da Treibhausgase wie CO₂, Methan oder Lachgas nicht die gleiche Erwärmungswirkung haben, werden diese in CO₂-Äquivalent umgerechnet. So können sie anschliessend untereinander verglichen werden.
Kühe rülpsen Methan.
Es ist kein Geheimnis: Unsere Kühe produzieren nicht nur Milch, sondern auch Methan (CH4). Das Treibhausgas entsteht natürlicherweise bei der Verdauung von Wiesenfutter. Dank Bakterien und Mikroben kann eine Kuh das Gras verwerten. Im Pansen, dem ersten von vier Kuhmägen, brechen sie die Zellwände auf und wandeln sie in Energie um. Dabei entsteht auch das Methan. Beim Wiederkäuen gelangt das Methan schliesslich an die Luft. Einmal ausgestossen, ist das Methan Teil des Kohlenstoffkreislaufs.
Kohlenstoff ist in jedem Lebewesen vorhanden und kommt in verschiedenen chemischen Verbindungen vor, z. B. als CO₂. Diese Verbindungen werden stetig umgewandelt und zwischen den Schichten der Erde ausgetauscht, also z. B. in der Luft, in Lebewesen oder im Boden. Dieser Prozess ist der Kohlenstoffkreislauf. Dieser ist wiederum Teil des ökologischen Kreislaufs.
Die Photosynthese ermöglicht den Kohlenstoffkreislauf.
Was passiert aber nun mit dem von Kühen ausgestossenen Methan in der Luft? Als Teil des Kohlenstoffkreislaufs zersetzt es sich bereits nach zehn Jahren in CO₂. Pflanzen wandeln das CO₂ bei der Photosynthese um, dabei wird ein Teil des Kohlenstoffs im Boden gebunden. Kühe nehmen den Kohlenstoff beim Grasen auf, wandeln ihn um und setzen bei ihrer Verdauung erneut Methan frei. Und der Kreislauf beginnt von vorn. Kuhemissionen sind also Teil dieses Kreislaufs.
Ziele: Kohlenstoffbindung & CO₂-Speicherung
Du hast es gelesen: Bei der Photosynthese speichern Pflanzen Kohlenstoff im Boden. Beim Absterben der Pflanzen, z. B. bei der Ernte oder wenn diese von unseren Kühen gefressen werden, geht ein Teil des Kohlenstoffs wieder als CO₂ in die Atmosphäre zurück. Der andere Teil bleibt als Humus (oberste Bodenschicht) im Boden gebunden. Je besser die Pflanzen das CO₂ und der Boden den Kohlenstoff binden, desto weniger CO₂ wird in die Atmosphäre freigesetzt. Man spricht hier vom "Bindepotenzial" . Wie gut das Bindepotenzial ist, wie viel CO₂ bzw. Kohlenstoff also gebunden werden, hängt von vielen Faktoren ab.
Unser Grasland: ein guter CO₂-Speicher
Die jeweilige landwirtschaftliche Bewirtschaftung und Kultur sind solche Faktoren. Und da haben wir in der Schweiz Glück: Bei uns sind gut 80% der landwirtschaftlich genutzten Flächen Grasland, das nur wenig bearbeitet wird. So kann das wachsende Gras in Ruhe sein Wurzelnetzwerk im Humus bilden. Und der Humus kann ungestört auf längere Zeit einer seiner wichtigen Aufgaben nachkommen, der Kohlenstoffbindung. Würden bestehende Wiesen und Weiden anderweitig genutzt, z. B. als Ackerland, würde das Gas wieder freigesetzt werden.
Unsere Landwirtinnen und Landwirte stehen vor einer Herausforderung: Nahrungsmittel zu produzieren und gleichzeitig eine nachhaltige humusaufbauende Landwirtschaft zu betreiben.
Schweizer Kühe gehören zum Grasland dazu.
Ökobilanzen sind komplex. Oft werden nur sehr spezifische Aspekte im Produktionssystem betrachtet. Zwar stossen unsere Kühe mit ihren Bäuerchen Methan aus. Allerdings verdauen sie mit dem für den Menschen unverdaulichen Gras eine Ressource, die sonst ungenutzt bliebe – und das äusserst effizient. Aber nicht nur das, sie tun dem Boden dabei auch noch etwas Gutes: Während sie grasen, muss der Boden nicht bearbeitet oder gemäht werden – und bekommt so eine Ruhepause. Auch auf die gewünschte Kohlenstoffbindung haben grasende Kühe einen positiven Effekt: Mit ihren Tritten und Bissen lösen sie einen Wachstumsimpuls bei den Pflanzen aus. Der wiederum regt zur Photosynthese, zur Humusbildung und damit zur Kohlenstoffbindung im Boden an. So leisten Schweizer Kühe ihren Beitrag für die Umwelt.
Die Schweizer Milchkühe sind mit ihrer Methanemissionen für 3,8% CO2-Äquivalente verantwortlich.
Das von der Kuh produzierte Methan entsteht bei der Verdauung von Gras und damit als Teil eines natürlichen Prozesses.
Das Methan wandelt sich nach einigen Jahren in CO2 um. Dieser Prozess ist Teil des Kohlenstoffkreislaufs.
Je besser die Pflanzen das CO2 und der Boden den Kohlenstoff binden, desto weniger CO2 wird in die Atmosphäre freigesetzt.
Unser Grasland hat ein grosses CO2-Bindepotenzial.
Unsere Kühe gehören zum Grasland dazu: Sie betreiben Landschaftspflege, veredeln das Gras für uns, unterstützen die Kohlenstoffspeicherung im Boden – und tun damit auch etwas Gutes fürs Klima.
Quellen