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von Werner Wild und Peter Niederhäuser
2009–2011 untersuchte die Kantonsarchäologie Zürich im Zuge von Umbauarbeiten im wesentlichen die Untergeschoss- und Erdgeschossräume zweier Häuser an Technikumstrasse 66 und 68 in Winterthur. Der älteste fassbare Kernbau I – ein rechteckiges, 6,5 auf 8,5 m grosses Steinhaus – ist zum Teil noch zweigeschossig erhalten. Die Mauern sind aus unterschiedlichem Steinmaterial gefügt. Auf je eine Zone aus Quadern und kleinformatigen Sandsteinen folgen stellenweise in Ährenverband gefügte Bollensteine. In den Pietra-rasa-Verputz wurden mit der Maurerkelle horizontale und auch einzelne vertikale Fugenstriche gezogen, in denen noch wenige Reste einer Ausmalung mit rotem Ocker vorhanden waren. Die Ecken bestehen aus Buckelquadern. Das Steinhaus entstand im Verlauf des 12. Jh. und ist älter als die Stadtmauer, die 2,2 bis 2,7 m südlich verlief. Ob beim Bau des Hauses bereits eine ältere Befestigung bestand, bleibt ungewiss. Später integrierte man den Freiraum zur Stadtmauer in das Steinhaus.
Zu den folgenden Bauphasen liegen Dendrodatierungen vor. Das östliche Nachbarhaus (Kernbau II) wurde 1281 (d) an die Stadtmauer angefügt. Zwischen den beiden Häusern befand sich ein hölzerner Bau, der bei einem Brand massive Rötungen und Schäden auf den Mauern hinterliess. Von einem 1317 (d) zwischen den Steinhäusern gesetzten Neubau (Kernbau III) ist der Keller vollständig erhalten. 1343 (d) fasste man diesen Neubau und das älteste Steinhaus zu einem grossen Baukörper zusammen und erreichte so ungefähr das heutige Volumen der Liegenschaft Technikumstrasse 68, dem sogenannten "Bauhof". 1405 befindet sich das Haus im Besitz der Herren von Adlikon. Ab jener Zeit lassen sich die Hausgeschichte rekonstruieren und Aussagen zu den Nachbarn machen. Während der "Bauhof" bis ins späte 16. Jh. ein Adelssitz blieb, wohnen der Nachbarschaft auch Geistliche und Handwerker.
Die im "Bauhof" und im Nachbarhaus Technikumstrasse 66 entdeckte mittelalterliche Bausubstanz wurde weitgehend ins neue Gestaltungskonzept übernommen. Der gute Erhaltungszustand veranlasste den Eigentümer der Technikumstrasse 68, die spätmittelalterlichen Keller heute als Raum für Wechselausstellungen moderner Kunst zu nutzen.
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: Vom Steinhaus und Adelssitz zum "Bauhof" , Peter
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 16. Jahrgang 2011, Heft 4, 121 - 154.