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Er beendet seine Rede mit einem Zitat des Widerstandskämpfers Hans von Dohnanyi, der kurz vor Kriegsende hingerichtet wurde. Auf die Frage, was ihn zum Widerstand bewogen habe, hat er mit einem Satz geantwortet, der in seiner Schlichtheit für alle Zeiten und an jedem Ort seine Gültigkeit hat:
Es war einfach der zwangsläufige Gang eines anständigen Menschen.
Ein schockierendes Bild hat sich in meine Gedächtnis gebrannt. Es zeigt den 5-jährigen Omar Daqneesh nach einem Bombenangriff in Aleppo. Er sitzt im Ambulanzwagen, weint nicht, schreit nicht, sitzt bloss da, wischt sich das Blut aus dem Gesicht und wartet.
Das ist also die Scheisswelt, in der wir leben.
Das schreibt sich einfach, in einer beheizten Wohnung sitzend, in einer ruhigen Gegend, in einem politisch stabilen Land.
Yoshua Bengio ist neben Jeffrey Hinton, Yann LeCun und Andrew Ng einer der Begründer der Deep Learning Revolution, welche die Grundlage des momentanen AI Hypes bildet.
LeCun ist unterdessen bei Facebook, Ng bei Baidu und Hinton bei Google. Alle dem Geld erlegen. Nicht so Bengio. Er liess sich trotz der gebotenen Millionen nicht von der Universität Montreal weglocken. Seine Arbeit wird zwar teilweise von grossen Konzernen (Google, IBM, Samsung) gesponsert, er lässt sich aber nicht in seine Forschung rein quatschen. Bei Einflussnahme durch die Geldgeber werden die Geschäftsbeziehungen sogleich eingestellt. Der Mann ist ein Freigeist und will unabhängig bleiben. Hier seine entwaffnend idealistische Begründung:
That’s who I am, that’s the choice I made that fits with my values, and I don’t need to get the millions, I’m fine. My salary is very good, and I care more about how what I can do could have a positive impact for science, humanity, and for training the next generation [of researchers].
Blaise Pascal war nicht nur ein grosser Mathematiker, Physiker und Philosoph des 17. Jahrhunderts, sondern, wie sich jetzt zeigt, auch ein weitsichtiger Psychologe. Er erkannte vor 350 Jahren, was kürzlich durch psychologische Experimente bestätigt wurde: bevor du jemandem seine Fehler vorhältst, zeige ihm zuerst, in welchen Punkten er recht hat. Lass ihn dann seinen Fehler selber entdecken. In Pascals eigenen Worte:
Quand on veut reprendre avec utilité et montrer à un autre qu’il se trompe, il faut observer par quel côté il envisage la chose, car elle est vraie ordinairement de ce côté-là et lui avouer cette vérité, mais lui découvrir le côté par où elle est fausse. Il se contente de cela car il voit qu’il ne se trompait pas et qu’il y manquait seulement à voir tous les côtés. Or, on ne se fâche pas de ne pas tout voir, mais on ne veut pas être trompé, et peut-être cela vient de ce que naturellement l’homme ne peut tout voir, et de ce que naturellement, il ne se peut tromper dans le côté qu’il envisage, comme les appréhensions des sens sont toujours vraies.