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Die Stadt Freiburg will die Erwartungen, die Schwierigkeiten und die Bedürfnisse der Bevölkerung hinsichtlich der Abfallbewirtschaftung kennenlernen. Sie führt eine Umfrage durch, welche nützliche Informationen zur Neugestaltung ihrer Abfallstrategie und ihres Reglements über die Abfallbewirtschaftung liefern wird.
Das Gemeindereglement über das Abfallwesen der Stadt Freiburg stammt aus dem Jahr 1998. Es entspricht nicht mehr vollständig einer modernen Politik der Abfallbewirtschaftung, der Entwicklung der Rahmenbedingungen, den Zielen der Kreislaufwirtschaft und auch nicht mehr den Bedürfnissen der Bevölkerung. Der rechtliche Rahmen hat sich in der Zwischenzeit verändert, und dies insbesondere mit dem Inkrafttreten am 1. Januar 2016 der eidgenössischen Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA). Auf Kantonsebene ist die Generalrevision des Richtplans im Bereich der Abfallbewirtschaftung und auch des Gesetzes über die Abfallbewirtschaftung im Gange. Deshalb hat die Stadt die Neufassung ihres Abfallreglements an die Hand genommen.
Sie will die Gelegenheit nutzen, um die Ziele der Kreislaufwirtschaft in ihr Abfallreglement zu integrieren. Gegenwärtig ist ein lineares Verständnis der Abfallbewirtschaftung noch stark verbreitet. Die Rohstoffe werden abgebaut, um daraus Produkte herzustellen, die verkauft, verbraucht und anschliessend weggeworfen und beseitigt werden. Eine Alternative zu diesem Einwegmodus existiert: die Kreislaufwirtschaft. Eines ihrer Ziele besteht darin, einen geschlossenen Zyklus der Materien zu erreichen. Die Bioabfälle sollten beispielsweise so umfassend wie möglich als Kompost oder zur Methangewinnung wiederverwertet werden. Der Kompost trägt zum Wachstum neuer Rohstoffe bei; dank der Methangewinnung wird Biogas erzeugt, eine erneuerbare Energie, die zu Heizzwecken in das Netz eingespeist werden kann.
Die Stadt ist sich ausserdem bewusst, dass Probleme auf der Ebene der Abfallsammlung bestehen. Wenn an den Wochenenden und Feiertagen die blauen Abfallsäcke in grosser Zahl in Freiburgs Strassen anzutreffen sind, so zeigt dies, dass ein wirkliches Bedürfnis besteht. Die Stadt schaut dieser Situation nicht tatenlos zu. Einerseits führt sie regelmässig Sensibilisierungskampagnen durch. Andrerseits hat sie verschiedene Massnahmen hinsichtlich der Sammelstellen ergriffen und zeigt regelmässig Personen an, die gegen das Gesetz verstossen. Die Neufassung des Reglements sollte der Stadt diesbezüglich mehr Möglichkeiten in die Hand geben.
Meinungsumfrage
Die Dienststellen der Gemeinde haben über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht, um auf die gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen der Abfallbewirtschaftung auf dem Stadtgebiet nachzudenken. Diese Vorschläge werden der Bevölkerung im Rahmen einer Umfrage unterbreitet. Drei Hauptthemen werden dabei angesprochen: die persönliche Abfallbewirtschaftung, die Abfallsammlung und die Reinigung auf Gemeindegebiet. Die Stadt hat das Umfrageinstitut M.I.S. Trend beauftragt, um die Erwartungen, die Schwierigkeiten und die Bedürfnisse in diesem Bereich herauszufinden. Es wurden für eine Stichprobe 2'500 Haushalte ausgewählt; diese Personen werden persönlich angeschrieben und eingeladen, an dieser Befragung teilzunehmen. Die Stadt Freiburg will indessen auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit bieten, ihre Meinung dazu zu äussern. Die Bürgerinnen und Bürger, die ihrer Stimme Gehör verschaffen möchten, können auf freiwilliger Grundlage an dieser Umfrage teilnehmen; der Link dazu: https://survey.mis-trend.ch/villefr2
Die ersten Ergebnisse der Umfrage werden für diesen Herbst erwartet. Die gesammelten Eingaben werden verwendet, um die Strategie und das künftige Reglement zur Abfallbewirtschaftung auszuarbeiten.