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USA-Reise, Teil 4: Yellowstone- und Grand-Teton-Nationalpark
Nachdem wir den Westeingang des Yellowstone-Nationalparks erreicht hatten, führte uns der erste Weg ins Visitor Center in Mammoth Hot Springs im Norden des Parks. Wir hatten vier Tage Zeit und uns entschieden, zunächst den nördlichen Teil des Parks zu erkunden und anschliessend in den südlichen Teil zu wechseln.
Der Yellowstone-Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Erde, er wurde bereits im Jahr 1872 gegründet. Mit seiner Fläche von knapp 9000 Quadratkilometern ist er mehr als dreimal so gross wie das Saarland und liegt zum überwiegenden Teil in Wyoming. Bei dieser Grösse versteht es sich eigentlich von selbst, dass für den Park ein Besuchstag nicht ausreicht. Aber wir haben dennoch Besucher getroffen, welche die 154 Meilen der „Grand Loop“ an einem Tag gefahren sind. Wir können davon nur abraten, denn die Tour durch den Yellowstone-Nationalpark würde sich auf Fotostopps reduzieren. Und das wäre einfach zu schade.
Dies ist ein Bericht über eine siebenwöchige USA-Reise in neun Teilen. Hier das Inhaltsverzeichnis:
Teil 1: Von San Francisco in den Norden Kaliforniens
Teil 2: Vom Redwood NP über die Oregon Coast nach Idaho
Teil 3: Durch Idaho in den Yellowstone-Nationalpark
Teil 4: Yellowstone- und Grand-Teton-Nationalpark
Teil 5: Von Salt Lake City ins Indianerland
Teil 6: Die Canyons von Arizona und Utah
Teil 7: Vom Zockerparadies zur Ponderosa
Teil 8: Vom Yosemite-Nationalpark nach San Francisco
Teil 9: Von der Golden Gate Bridge nach San Diego
Die Sinterterrassen von Mammoth
Nachdem wir uns im Visitor Center erste Informationen und Kartenmaterial besorgt hatten, ging es direkt zu Fuss zu den Sinterterrassen, die sich in einen oberen und unteren Bereich gliedern. Durch die Lower Terraces Area führen einige mit Holzbohlen angelegte Wege und Treppen. So kommt man sehr dicht an die mit etwa 70 Grad warmem Wasser gefüllten Kalkbecken heran.
Dabei bieten sich dem Besucher fantastische Perspektiven auf die zum Teil schneeweissen Terrassen. Eine der schönsten Quellen war für uns die Minerva-Quelle, während die Jupiter-Quelle sehr imposant ist. In der Upper Terrace sind einige Quellen bereits versiegt, und die Angel Terrace ist ein sehenswertes Beispiel dafür, wie sich Pflanzen ansiedeln und die Terrassen zerbröckeln.
Die ersten beiden Nächte verbrachten wir in einer einfachen Holzhütte an der Roosevelt Lodge. Im Schaukelstuhl auf der Veranda der Lodge genossen wir am Abend den wundervollen Blick auf das weite Tal des Yellowstone River und liessen uns die servierten Longdrinks schmecken. Mitten in der Nacht wachten wir durch zunächst undefinierbaren Lärm auf. Es schepperte in der Nähe unserer Hütte, und bei einem Blick durch das Fenster erblickten wir schemenhaft einen Bären, der auf der Suche nach Essbarem die Mülltonnen durchwühlte.
Atemberaubende Wasserfälle am Yellowstone River
Am zweiten Tag im Park erkundeten wir den nördlichen Teil. Zunächst fuhren wir in südlicher Richtung zum Canyon Village. Die Wasserfälle des Yellowstone River waren das erste Tagesziel. Wir wählten den Uncle Tom´s Trail, um am Canyonrand entlangzuwandern und fantastische Blicke zunächst auf den Upper Falls zu geniessen, der 33 Meter in die Tiefe stürzt. Etwa 500 Meter flussabwärts erreichten wir dann den Lower Falls, der sich über knapp 100 Meter in den engen Canyon ergiesst.
Natürlich nutzten wir die Möglichkeit, über steile Stufen ganz dicht an den Wasserfall zu kommen. Dabei wurden wir durch die Gischt auch ordentlich nass. Abschliessend fuhren wir noch zum Inspiration Point, von wo ein herrlicher Blick auf beide Wasserfälle zu erleben ist und keinesfalls versäumt werden sollte.
Die Geysire des Yellowstone
Anschliessend fuhren wir zum Norris Geyser Basin, dem heissesten Geysir-Becken im Nationalpark. Das Gebiet befindet sich im Westen des Parks am nördlichen Rand der Caldera des Yellowstone-Vulkans. Bei einem Rundgang, der fast ausschliesslich über Holzbohlen führt, kommt man unweigerlich auch am Steamboat-Geysir vorbei. Er ist der grösste Geysir der Welt, bei Ausbrüchen erreichen seine Wasserfontänen eine Höhe von mehr als 90 Metern.
Allerdings bricht er nur sehr unregelmässig aus und es kommt einem Lottogewinn gleich, wenn man das erleben kann. Uns war es leider nicht vergönnt, und dennoch war der Rundgang mitten durch dieses brodelnde und dampfende Stück Erde faszinierend.
Nach der zweiten Nacht in der Roosevelt Lodge brachen wir unsere Zelte im Norden des Yellowstone ab und fuhren in den südlichen Parkteil. Hier bezogen wir für zwei weitere Nächte Quartier in der Old Faithful Lodge. Damit waren wir in unmittelbarer Nähe zum wohl berühmtesten Geysir der Erde. Kaum einer bricht regelmässiger aus als der Old Faithful, und so wird es jedem Besucher möglich, dieses fantastische Naturschauspiel zu beobachten.
Er bricht alle 60 bis 90 Minuten aus und schleudert dabei das Wasser bis zu 55 Meter in den Himmel. Bei einem Rundgang rund um den Firehole River mit mehreren Geysiren darf ein Blick in das mondäne Old Faithful Inn, ein grandioses Hotel im Blockhaustil, nicht fehlen.
Einzigartiges Naturschauspiel
Den letzten Tag im ältesten Nationalpark der Welt nutzten wir zu einer Rundfahrt und starteten in Richtung Norden nach Madison. Kurz bevor wir den Abzweig erreichten, sahen wir in einiger Entfernung am Firehole River erstmals Büffel. Diese Riesen bevölkerten einst grosse Teile des Westens und wurden im 19. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet. Inzwischen sind die Bestände wieder deutlich angewachsen.
Wir fuhren wie andere Parkbesucher langsam näher an die mächtigen Tiere heran und mussten schliesslich stehen bleiben. Links und rechts der Schotterpiste standen nun die Büffel, und wie es die Vorschrift besagte, blieben wir schön im Auto sitzen. Dennoch war es ein einmaliges Erlebnis, den Tieren so nah zu begegnen.
Zum Abschluss unserer Tage im Yellowstone fuhren wir am Westufer des herrlichen Yellowstone Lake entlang. Immer wieder legten wir dabei einen Stopp ein, um das herrliche Panorama in uns aufzusaugen. Den Abend verbrachten wir an einem lodernden Lagerfeuer, versäumten es aber nicht, noch einmal einen Ausbruch des Old Faithfuls mitzuerleben.
Fantastische Panoramen
Am nächsten Morgen verliessen wir den Yellowstone-Nationalpark in südlicher Richtung. Entlang des Snake River fuhren wir auf dem John D. Rockefeller Jr. Memorial Parkway direkt in den Grand-Teton-Nationalpark und quartierten uns am Abend in der Signal Mountain Lodge ein. Sie liegt in einmaliger Lage am Ostufer des Jackson Lake mit einem fantastischen Blick auf die Teton Range. Kurze Zeit später neigte sich der Tag bereits seinem Ende und so genossen wir bei einem Glas Wein das Panorama, bis die untergehende Sonne hinter der gewaltigen Bergkette verschwand.
Den nächsten Tag nutzten wir für eine ausgiebige Kanutour auf dem Jackson Lake. Dazu mieteten wir uns ein Kanu, das den Indianerkanus nicht ganz unähnlich war. Also stachen wir in See und benötigten doch tatsächlich eine gewisse Zeit, bis unsere Stechpaddel synchron ins Wasser tauchten. Wir paddelten bis zur Elk Island, die wir nach knapp zwei Stunden erreichten. Hier zogen wir das Kanu an Land und machten ein ausgiebiges Picknick, bevor es am frühen Nachmittag zurück zur Signal Mountain Lodge ging.
Oberstes Bild: Elch im Yellowstone-Nationalpark (© Jan Kronsell, Wikimedia, CC)