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Das Haus zum Sausenberg gehört zu den wichtigsten Baudenkmälern unserer Stadt. Seine im 18. Jahrhundert errichtete Strassenfassade ist ein Musterbeispiel für die damalige baslerische Baukultur, welche mit ebenso sparsam wie geschmackvoll beschränkten Mitteln dem Reihenhaus eine besondere Wirkung zu verleihen wusste. Diese Geltung als selbstständige Gestalt ist der Fassade auch dann geblieben, nachdem das Haus durch Abbruch der benachbarten Bauten unvermittelt zum Endstück der Vorstadtbebauung gegen die Wettsteinbrücke wurde. Die Fenster gegen die Wettsteinbrücke zu wurden erst während der Sanierung 1955 eingebaut. Die Erhaltung der gesamten Altstadtpartie in jener Gegend wurde damit entscheidend gefördert.
Ein wichtiges Baudenkmal ist das Haus auch wegen seiner intakt erhaltenen repräsentativen inneren Einrichtung und seiner mit der baulichen Entwicklung der Stadt eng verwachsenen Geschichte. Im Jahr 1284, in welchem erstmals das Bestehen der befestigten Vorstadt ausserhalb des St. Alban-Schwibbogens bezeugt wird, erscheint auch im grundherrschaftlichen Zinsbuch des Klosters St. Alban die abgabenpflichtige Liegenschaft des Wernerus Episcopus "in monte versus Renum". Erst 1320 und 1366 werden in Urkunden die anstossenden Hofstätten und Häuser Nr. 3 und 7 erwähnt. Als "des bischoffs huse" lautet die früheste überlieferte Bezeichnung. Seitdem dort die Begine Margaretha Bischoff gewohnt hat, heisst die Behausung in der Folge bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts "der Byschoffin Hus". 1446 taucht erstmals der Hausname "Susemburg" auf, welcher später vorübergehend zum "Sausewind" entstelt wurde.
Interessant ist weiter, dass in Akten aus den Jahren 1366 und 1395 ausdrücklich zwei Hofstätten und Häuser erwähnt werden und dass jener bauliche Zustand in der heutigen Liegenschaft Nr. 5 noch aus dem geknickten Verlauf der rheinseitigen Hausmauer und aus der verschiedenen Konstruktion (gewölbt und flachgedeckt) der beiden nebeneinander liegenden Kellerteile deutlich abzulesen ist. Unterkellert ist nur das hinterste Drittel der heutigen Haustiefe und im flachgedeckten Kellerteil hat sich bis heute ein strassenwärts orientiertes Fenster erhalten. Vervollständigt wird unsere Vorstellung von der früheren baulichen Beschaffenheit durch die ältesten präzisen Beschreibungen der Liegenschaft in den städtischen Fertigungsbüchern anlässlich der Hausänderungen in den Jahren 1423, 1451 und 1486. Aus dem ältesten dieser Einträge geht auch hervor, dass die beiden Häuser bereits vor dem Stadtbrand von 1417 unter einem Dach vereinigt und mit einem gemauerten Stock (Brunnen) und einem Garten ausgestattet gewesen und lediglich als Hofstätten (somit als nicht überbaute Parzellen) dem Ludman Glaser verliehen worden sind. Der Erlass eines Urteilsbriefs "von des sodes wegen" und eines Fünferbriefs anno 1429 deuten darauf hin, dass Glaser alsbald einen Neubau errichtet hat, in welcher Form bleibt jedoch ungewiss.
Auf dem grossen Stadtplan von Matthäus Merian von 1615 ist über dem Gebäude nur ein First mit steilem Satteldach und an der hinteren Fassade in der rechten Ecke ein Treppenturm zu sehen, analog dem ebenfalls verschwundenen, aber baulich nachweisbaren Turm des Hauses zum hohen Dolder (Nr. 35). Ob dem Bildzeugnis vertraut werden darf und wie aus diesem Befund der heutige Zustand mit zwei hintereinander liegenden Firsten hervorgegangen ist, inwieweit durch Neubau auf dem vorderen Teil der Liegenschaft im 18. Jahrhundert und durch Umbauten (Aufstockungen) auf dem hinteren Teil, kann vielleicht anlässlich der kommenden Renovation abgeklärt werden. Erwähnenswert ist schliesslich noch die Tatsache, dass bereits von 1590 bis 1738 das Haus zum Sausenberg mit dem Nachbarhaus Nr. 7 vereinigt war.
Über die Entstehung des Namens "Zum Sausenberg" ist man auf Vermutungen angewiesen. Er steht ohne Zweifel in Verbindung mit dem badisch-markgräflichen Schloss Sausenberg nordöstlich von Kandern, das der Sitz einer Linie der Markgrafen von Baden und der Mittelpunkt der gleichnamigen Herrschaft Sausenberg war. In späterer Zeit verlegten die Sausenberger ihr Domizil nach dem bequemer ausgestatteten Rötteler Schloss. Die beiden Schlösser Sausenberg und Rötteln wurden in den Eroberungskriegen Ludwigs XIV. 1678 zerstört und zerfielen in romantische Ruinen. Wenn gesagt wurde, dass bei der Namensgebung sicher eine markgräflich-badische Beziehung im Spiel war, so ist darauf hinzuweisen, dass dieses badische Fürstenhaus zeitweise in sehr engen und freundschaftlichen Beziehungen zu Basel stand und sogar das Basler Bürgerrecht besass. Das sichtbarste Zeichen ihres ehemaligen Basler Besitzes ist der Markgräfler Hof, das Bürgerspital an der Hebelstrasse. Der Name "zum Sausenberg" tritt erstmals 1446 urkundlich auf, wurde dann aber später nicht mehr verstanden und im 18. Jahrhundert in "Sausewind" abgewandelt. Zeitweise war der "Sausenberg" mit dem kleineren Nebenhaus St. Albanvorstadt 7 unter einem Dach vereint; später gab man diesem Nebenhaus den Namen "zum Sausewind".
Quellen:
- "Basler Nachrichten" vom 30. Juni 1953
- "National-Zeitung Basel" vom 1. Juli 1955