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Es ist schon nach 18 Uhr, als wir beim ersten Motel In Springfield vorbeifahren, dem Pioneer, mit seiner aus dem Jahre 1940 stammenden Leuchtreklame. Es macht nicht den besten Eindruck, scheint aber recht gut besetzt zu sein. Wir können uns aber nicht so recht vorstellen, dass Senatoren und Offizielle hier logieren.Vielleicht täuschen wir uns.
Dann ein kurzer Halt beim Eingang zum „Illinois State Fairground“, wo es eine 30 Fuss hohe Statue des „Young Abe“ hat, genannt „The Rail Splitter“, der Übernamen von Abraham Lincoln; der Mann, der Holz spaltet um Zäune aufzustellen.
Der Weg führt weiter am „Shea’s Petrolina Museum“ vorbei, das von Bill and Helen Shea aufgebaut wurde. Es ist schon 19.30 h und natürlich geschlossen. Wir machen einen Stopp und fotografieren von aussen, da wir befürchten, dass morgen kein besseres Wetter ist und wir nicht so weit aus dem Stadtzentrum zurückfahren möchten.
Bill Shea starb im Dezember 2013 und die Station wurde verkauft. Die Ausstellungsobjekte wurden 2015 an einer Auktion verkauft.
So fahren wir auch noch hinauf zur „Oak Ridge Cemetery“ mit dem „Lincoln Tomb and War Memorial“, die natürlich schon längstens geschlossen ist. Ein grosser Obelisk mit verschiedenen Skulpturen. Eine religiöse Gruppe hat sich den schönsten Platz ausgesucht, um umschlungen miteinander zu beten.
Abraham Lincoln, 1809-1865
Liess sich in Springfield als Anwalt nieder. Seit jeher ist die Geschichte von Springfield unzertrennlich mit Lincoln verbunden: Wohnhaus, Anwaltsbüro, Presidential Library & Museum, Grabstädte etc. Er war 1861-1865 der 16. Präsident der USA und der erste, der ermordet wurde; erschossen von einem jungen Schauspieler während einer Theatervorführung in Washington.
Seine Präsidentschaft galt als eine der bedeutendsten in der Geschichte der USA. Die Wahl des Sklavengegners veranlasste zunächst über elf der sklavenhaltenden Südstaaten zur Sezession. Lincoln führt die verbündeten Nordstaaten duch den Bürgerkrieg, sezte die Wiederherstellung der Union durch und betrieb erfolgreich die Abschaffung der Sklaverei. Unter seiner Regierung schlugen die USA den Weg zum zentral regierten, modernen Industriestaat ein und schufen so die Basis für Ihren Aufstieg zur Weltmacht im 20. Jahrhundert. Lincoln’s Words: „In times like the present, men should utter nothing for which they would not willingly be responsible through time and in eternity“.
Es war nicht einfach, den Weg durch Pontiac zu finden, denn eine ganze Anzahl Signale markierten „detour,“ aber weshalb und wohin? Das merkten wir, als wir vor der gesperrten I-55 standen. Kurz vorher ist unser neues Navi aus unerklärlichen Gründen ausgestiegen und wir mussten auf gut Glück weiterfahren. Wir fuhren letztlich versehentlich und wohl verbotenerweise in einen Park hinein, in dem uns ein spazierendes Paar den richtigen Weg signalisierte. Später erkundigten wir uns noch an einer Tankstelle und am Schluss merkten wir, dass wir eigentlich die ganze Zeit in die richtige Richtung fuhren… nur die Distanzen waren viel grösser, als wir dies von de Schweiz aus gewöhnt sind. Kurz nach 20 Uhr haben wir unser Ziel erreicht.
Das „Route 66 Hotel and Convention-Center“ ist ein kleines Museum, mit zwei antiken Fahrzeugen in der Hotelhalle. Das eigentlich schöne Zimmer gefiel uns weniger. Das Fenster ging auf den Korridor im Innern des Gebäudes. Nicht zu öffnen und immer mit gezogenem Vorhang. Dies sei aus Sicherheitsgründen besser, als Hotels mit Türen an der Aussenwand. Wir erhielten dann aber ein Upgrade für ein Zimmer mit einem Fenster auf den Flur an der Aussenseite des Gebäudes, der mit Tageslicht funktionierte. Im „Yesterdays“ im Hause assen wir noch eine Kleinigkeit und gegen 22.30 h war Lichter löschen.
Dienstag, 1. Mai 2012 – 7. Reisetag
Ein dunkler Himmel begrüsst uns. Die beiden Capitols stehen auf dem Programm. Wir sind ja in der Hauptstadt des Staates Illinois (das ist nicht etwa Chicago!). Wir frühstücken im „Subway“, nachdem „Yesterdays“ noch geschlossen war und uns das „Burger King“ nicht angesprochen hatte. Das „Cozy Dog Drive In“ fotografieren wir aus weiter Ferne. Es ist im Stile der 50er Jahre gebaut und Geburtsstätte der „Hot Dog on a Stick“, die noch heute als Markenzeichen gelten.
Nun wird es plötzlich dunkel und ein heftiges Gewitter fegt über die Stadt. Nach 9 Uhr brennen die Strassenlampen immer noch. Es ist gespenstisch dunkel. Im Auto montieren wir die Regenhosen, um ein paar Fotos zu schiessen. Das „Old Illinois State Capitol“ aus dem Jahre 1853 ist heute ein Museum. Das sechste (!) und aktuelle „Illinois Capital“ stammt aus dem Jahr 1853. Nun haben wir genug vom fotografieren im Regen und wir verlassen die Stadt.