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Kantonsbibliothek
Biblioteca chantunala
Biblioteca cantonale
Der aus Norditalien stammende Armanno Abeni lebte seit 1959 im Prättigau, wo er neben seiner Tätigkeit als Lastwagenfahrer ab den 1970er Jahren mit der Kamera unzählige Anlässe, Feste und Naturszenen seiner Wahlheimat auf Zelluloid festhielt. "Der Filmer" bearbeitete das Filmmaterial nachträglich, baute stimmige Übergänge ein und tritt in manchem Dokument auch selber auf. Sein ausserordentlicher filmerischer Nachlass umfasst gegen 15 Kilometer Super-8 Filme und 40 VHS-C Kassetten und wurde von der Prättigauer Kulturvermittlerin Marietta Kobald inhaltlich erschlossen.
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Carl Brandt (1893-1972) verbrachte seine Kindheit in Lindau und Frankfurt und liess sich im väterlichen Geschäft zum Fotografen ausbilden. Nach einem Unfall 1916 reiste er für einen Kuraufenthalt nach Arosa. Die Schweizer Berglandschaft gefiel ihm so gut, dass er dort blieb und als Saisonangestellter bei diversen Fotografen arbeitete. 1920 eröffnete er ein eigenes Geschäft in Arosa, später Filialen in Bad Ragaz und in Solothurn.
Carl Brandt spezialisierte sich im Bereich der Landschafts-, Tourismus- und Porträtfotografie. Er fertigte Aufnahmen für Hotelbetriebe an, drehte Filme über Sportveranstaltungen und belichtete Postkarten. In seinen Filmen dokumentiert Carl Brandt das Arosa der 1930er Jahre. Die Filme geben einen Einblick in das heitere Leben der internationalen Highsociety vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939.
Der dem "Heimatmuseum Arosa Schanfigg" gehörende Bestand Carl Brand umfasst über 90 Filmtitel und lagert in der Cinémathèque Suisse. Im Rahmen des Projektes AV-Medienportal Graubünden und mit Unterstützung von "Memoriav - Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz" konnten 25 stark gefährdete Nitratfilme des Bestandes auf neue analoge Träger umkopiert und digitalisiert werden.
Andreas Flütsch (1923-2015) lebte als Handwerker, Unternehmer, Hotelier und Wirt in St. Antönien. Mit seiner Super-8 Eumig-Kamera "Viennette 3" filmte er in den 1970er und 1980er-Jahren hauptsächlich in und um seinen Wohnort, aber auch im Ausland.
Konrad Flütsch-Gansner lebt in St. Antönien und weiss als Lokalhistoriker Bescheid über sein Dorf wie kein Zweiter. Neben seinen beruflichen Tätigkeiten als Volg-Geschäftsführer und Landwirt engagierte er sich über viele Jahre als Gemeindepräsident, Landamann und Grossrat. Sein Wissen floss in verschiedene Publikationen ein, so in das 2012 erschienene Buch "Flurnamen Gemeinde St. Antönien". Mit Film- und Videokamera hat Konrad Flütsch eine grosse filmerische Dokumentation seiner Heimat geschaffen, die er auch immer wieder öffentlich vorstellt.
Babetta Janett-Janett (1921-1987) von Tschlin hat eine grosse Sammlung ungeschnittenes Filmmaterial hinterlassen, das Einblicke ins Alltagsleben des kleinen Unterengadiner Dor-fes ermöglicht. Sie dokumentiert Familienfeste, Musikanlässe, Brauchtum, Schule und Vereinsleben in den 1970er Jahren. Über das AV-Medienportal konnte eine Auswahl von 15 Filmrollen zugänglich gemacht werden. 2019 wurde die Sammlung in der Cuntrast-Sendung «Films dal mintgadi – Janett, Möckli, Pfister e lur films» von RTR thematisiert.
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Die Sammlung umfasst die Filme von Martin Möckli (1899-1995), der als langjähriger Feriengast das Dorf Tschiertschen der 1930er und 1940er Jahre dokumentierte. Möckli filmte hauptsächlich im 9,5mm-Format, dessen Vorzüge er auch als Leiter des "Schweizerischen Kino-Amateur-Bund 9,5mm" vertrat. Neben seinen beiden bekanntesten Titeln "Wildheuet im Bündnerland" und "Romantik und Alltag in einem Bündner Bergdorf" drehte er auch Filme über die Landi 1939, die Schweizer Armee im Aktivdienst und die Anbauschlacht während des 2. Weltkrieges. Filme und Nutzungsrechte wurden im Rahmen des Projektes AV-Medienportal Graubünden vom Kanton Graubünden erworben und neu digitalisiert.
Tista (Johann Baptista) Murk, geboren 15.4.1915 in Müstair, gestorben am 18.8.1992 in Trun, schrieb als Bündner Schriftsteller und Sprachwissenschaftler in sämtlichen Landessprachen, hauptsächlich aber in seiner Muttersprache Vallader. Murk wirkte u.a. als Kantonsbibliothekar in Chur und als Leiter der Programmstellen des Rätoromanischen Radios und Fernsehens. Die Sammlung Tista Musk umfasst Tonaufnahmen (Interviews, Reportagen, Vorträge und Musikaufnahmen) aus dem in der Kantonsbibliothek Graubünden archivierten Nachlass.
Remigio Nussio (1919-2000) wurde am 29. Juli 1919 in Brusio geboren. Mit sechs Jahren erhielt Nussio Klavierunterricht und lernte audiodidaktisch das Orgelspiel. Seine musikalische Ausbildung genoss er am Konservatorium Bern. Mit seinem Chor "Stella Alpina" und als Sänger entwickelte er eine rege Konzerttätigkeit. Die Sammlung umfasst kommerzielle Schallplatten und Unikate aus seinem Nachlass im Staatsarchiv Graubünden.
Die Sammlung vereint Materialien über den Bündner Architekten Rudolf Olgiati (1910-1995). Ursula Riederer's Film "Rudolf Olgiati, Architekt" aus dem Jahr 1988 wird ergänzt durch Interviews, welche die Filmerin hinsichtlich des Drehs mit dem Architekten geführt hat.
In Vuorz aufgewachsen, begann Martin Pfister in den 1970er Jahren den Alltag im Dorf mit seiner Schmalfilmkamera festzuhalten. Pfister dokumentiert Bauprojekte, landwirtschaftliche Arbeiten oder besondere Ereignisse in Waltensburg und zeigt die Einwohner/innen auf der Dorfstrasse oder bei gesellschaftlichen Anlässen. Die so entstandenen Filme zeugen von technischem Flair wie auch von einer genauen Beobachtungsgabe. Der Autor übergab die 26 Filmrollen umfassende Sammlung 2016 der Kantonsbibliothek Graubünden als Schenkung. 2019 wurde die Sammlung in der Cuntrast-Sendung «Films dal mintgadi – Janett, Möckli, Pfister e lur films» von RTR thematisiert.
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Johannes Roffler (1904-1999) aus Luzein war Architekt etlicher Bauten im Prättigau, z.B. Schulhaus St. Antönien, Konsumgebäude Fideris. Viele Filme dürften von seiner aus Chur stammenden Frau, Gerda Roffler-Alder (1910-2009) stammen. Das Ehepaar war sehr naturverbunden und reisefreudig, was sich auch in ihrer Filmsammlung niederschlägt.
Der Basler Biochemiker und Sandoz-Direktor Arthur Stoll (1887-1971) war auch ein grosser Sammler von Schweizer Kunst. Stoll stand mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten im In- und Ausland in Kontakt. In seiner Freizeit widmete er sich auch der Fotografie und dem Film. Vom Ferienhaus auf der Lenzerheide aus war er viel in Graubünden unterwegs, wo auch ein Teil seiner bisher unbekannten Amateurfilme entstanden. Die Filme lagern in der Cinémathèque Suisse und konnten im Rahmen des AV-Medienprojekt Graubünden teilweise digitalisiert werden.