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Bronchodilatator für Pferde
ATCvet-Code: QR03CC13
Zusammensetzung1 ml Sirup enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenClenbuterolhydrochlorid, ein β2-Sympathomimetikum, wird therapeutisch als ein spezifischer Bronchodilatator zur Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden, Rindern und Kälbern eingesetzt. Seine pharmakologische Wirkung beruht auf der Bindung an β2-Adrenozeptoren der Zellmembran. Die Aktivierung der β2-Rezeptoren der glatten Bronchialmuskulatur führt zu einer Entspannung dieser Muskelzellen und damit über eine Erweiterung der Bronchien zu einer Verringerung des Luftwiderstandes. Dadurch wird die Atmung erleichtert.
In vitro Versuche zeigen, dass die Stimulation der β2-Rezeptoren der Zellmembran intrazellulär eine Aktivierung des Enzyms Adenylatzyklase vermittelt, das den Abbau von ATP zu zyklischem AMP katalysiert. Es konnte gezeigt werden, dass Clenbuterolhydrochlorid in Mastzellen die antigeninduzierte Histamin-Freisetzung hemmt und die mukozilliäre Clearance stimuliert.
PharmakokinetikNach oraler Applikation wird Clenbuterol rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 2 Stunden nach Aufnahme erreicht. State-Konzentrationen im Plasma werden nach 3- bis 5-tägiger Behandlung erreicht und liegen zwischen 1,0 und 2,2 ng/ml.
Die Substanz wird rasch in die Gewebe verteilt und vorwiegend in der Leber metabolisiert.
Clenbuterol ist das Hauptausscheidungsprodukt. Bis zu 45% des über die Nieren ausgeschiedenen Anteils werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden. 70 - 91% der verabreichten Dosis werden über die Nieren, der Rest wird über den Darm (6 - 15%) ausgeschieden.
IndikationenAtemwegserkrankungen, denen Bronchospasmen zugrunde liegen können, oder die durch Bronchospasmolytika zu beeinflussen sind, wie: Husten und Atemnot (Dyspnoe), subakute und chronische Bronchitis und Bronchiolitis, chronic obstructive pulmonary disease (COPD).
Bei akuten Fällen von Bronchitis und Bronchopneumonie in Verbindung mit Antibiotika und/oder Sulfonamiden sowie möglicherweise Sekretolytika.
Bei jeder Betätigung der Dosierpumpe werden 4 ml oder 0,1 mg Wirkstoff abgegeben. Dies entspricht einer Dosis für 125 kg Körpergewicht.
Dilaterol wird zweimal täglich, am besten morgens und abends, über das Kraftfutter verabreicht. Ein Pferd mit einem Körpergewicht von 500 kg benötigt somit pro Verabreichung 4 Pumpstösse, entsprechend 16 ml Sirup.
Hinweis zur Vorbereitung der Dosierpumpe:Die Pumpe muss nur vor der erstmaligen Anwendung für den Einsatz vorbereitet werden. Hierzu die Pumpe zweimal betätigen und den dabei abgegebenen Sirup verwerfen.
Die Behandlungsdauer sollte dem Krankheitsverlauf angepasst werden.
Bei Pferden mit akuten und subakuten Erkrankungen ist meist eine 10 - 14 tägige Behandlung ausreichend. In Fällen chronischer Leiden wird eine mindestens 4-wöchige Behandlung nötig sein, bis völlige Symptomfreiheit erreicht ist. Überempfindliche Pferde, bei denen allergische Ursachen oder erhöhte Reizbarkeit des Tracheo-Bronchialtraktes vermutet werden, bedürfen einer Behandlung vielfach nur in Phasen stärkerer Exposition, die sich in der entsprechenden Symptomatik dokumentiert.
Sollten sich die Krankheitssymptome nach 10-tägiger Dilaterol-Behandlung deutlich bessern, kann die Tagesdosis auf die Hälfte reduziert werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
Nicht anwenden bei Pferden mit bekannten Herzerkrankungen.
Bei tragenden Stuten sollte die Behandlung mit Dilaterol 1 - 2 Tage vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden, da der Wirkstoff Clenbuterol wegen seiner wehenhemmenden Eigenschaft den Geburtsablauf beeinflussen könnte.
Bei laktierenden Stuten sollte ebenfalls von einer Dilaterol-Verabreichung abgesehen werden, da ein möglicher Einfluss des mit der Milch in erheblichem Umfang ausgeschiedenen Wirkstoffes auf das säugende Fohlen bis dahin nicht hinlänglich abgeklärt ist.
ÜberdosierungBei versehentlicher Überdosierung kann ein β-Blocker (wie z. B. Propranolol) als Antidot angewendet werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Nach Verabreichung von Dilaterol kann es zu einer Senkung des Blutdruckes und zu Schwankungen der Herzfrequenz kommen. Aufgrund einer Anregung von β2 Rezeptoren der quergestreiften Muskulatur und der Schweissdrüsen können in seltenen Fällen nach der Applikation Muskeltremor, Schweissausbrüche, Tachykardie, leichte Hypotonie oder Unruhe beobachtet werden.
Nicht bei Tieren anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
WechselwirkungenDurch Kombination von Sympathikomimetika mit Glukocorticoiden oder Phosphodiesterasehemmern (z.B. Xanthine) kann es zu einer Wirkungsverstärkung, aber auch zu vermehrten Nebenwirkungen, wie z.B. Müdigkeit, Konditionsschwäche, akuter Kreislaufschwäche, kommen.
Dilaterol sollte nicht mit anderen Sympathikomimetika bzw. gefässerweiternden Mitteln oder Corticosteroiden verabreicht werden.
Es besteht die Möglichkeit der Wirkungsabschwächung uteruswirksamer Substanzen wie Oxytocin, Ergot-Alkaloide oder Prostaglandine (z.B. PGF2), wenn diese zusammen mit Dilaterol gegeben werden.
Bei Anwendung von Lokalanästhetika, insbesondere aber bei einer allgemeinen Narkose unter Verwendung von Atropin, kann eine additive gefässerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung nicht ausgeschlossen werden.
Bei gleichzeitiger Gabe von Sympathikomimetika und Kohlenwasserstoffen, wie z.B. Cyclopropan oder Halothan, kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen kommen.
Sonstige HinweiseArzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender
HaltbarkeitBei Raumtemperatur (15 - 25 °C) und vor Licht geschützt lagern.
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 3 Monate
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden.
PackungenFlaschen zu 355 ml mit einer Dosierpumpe
Informationsstand: 08/2016
Dieser Text ist behördlich genehmigt.