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Vulkan des Monats November:
Nevado del Ruiz (Kolumbien)
Kartengrundlage:
mineralienatlas.de
Der lange Weg der in mehreren Schüben abgegangenen Schlammströme von der gletscherbedeckten Flanke des 5279 Meter hohen Nevado del Ruiz ...
... durch enge Flusstäler ...
... bis in die fast 50 Kilometer entfernte Stadt Armero (Fotos oben und unten).
Fotos: USGS
Heisse vulkanische Förderprodukte und aufgeschmolzenes Gletschereis vereinigten sich zu wuchtigen Schlammströmen, die weit in mehrere Täler vorstiessen.
Grafik: Frank
Der Gipfel des Nevado del Ruiz auf einer Aufnahme vom 23. April 2012.
Foto: Servicio Geologico Colombiano

Vulkan des Monats November: Nevado del Ruiz
Kolumbien
4.90°N, 75.32°W
Laufnummer Global Volcanism Program: 351020 (ex 1501-02)
Gipfelhöhe: 5279 mü.M.
Kurzcharakteristik: Stratovulkan
Vor 30 Jahren, am Nachmittag des 13. November 1985, begann am Nevado del Ruiz eine Eruption, die dramatische Folgen haben sollte: In den durch den damaligen Ausbruch verursachten Schlammströmen kamen mehr als 25000 Menschen ums Leben. Diese riesige Opferzahl wäre nicht zu beklagen gewesen, wenn die Provinz- und Lokalbehörden die reichlich vorhandenen Warnzeichen beachtet und im Laufe der Ereignisse entsprechend gehandelt hätten.
Ohnehin war allgemein bekannt, dass der Nevado del Ruiz ein überaus heimtückischer Vulkan ist, von dem schon in früheren Zeiten grosse Verwüstungen ausgegangen sind. Schlammströme wälzten sich bereits im Jahr 1595 durch die Täler des Rio Guali und des Rio Lagunilla und stiessen bis zum Rio Magdalena vor – sie gaben also jenes Muster vor, das sich 1985 wiederholte. 1845 ereignete sich ein vergleichbares Ereignis, als Schlammströme durch diese Tiefenlinien schossen und etwa eintausend Menschen töteten.
Beidseits des Vulkans siedelten sich dennoch immer mehr Menschen in den gefährdeten Gebieten an. Immerhin lag 1985 eine Gefahrenkarte vor, in der jene Bereiche eingetragen waren, die im Falle eines erneuten Ausbruchs evakuiert werden müssten. Neben den bereits erwähnten Tälern der Flüsse Guali und Lagunilla handelte es sich auch um diejenigen des Azufrado, des Recio und des Claro, und zu den bedrohten Ortschaften gehörten Chinchiná und Manizales auf der Westseite des Vulkans sowie Mariquita, Honda, Armero und Ambalema auf der Ostseite. Doch diese Empfehlungen wurden nicht beachtet, als die Ereignisse eskalierten.
Nach vorangegangenen schwächeren Eruptionen begannen am Nachmittag des 13. Novembers 1985 stärkere Explosionen, und über dem eis- und schneebedeckten Gipfel des beinahe 5300 Meter hohen Vulkanmassivs in der Cordillera Central stieg eine Eruptionssäule auf. Ab etwa 16 Uhr ging ein heftiger Asche- und Bimssteinregen auf das 57 Kilometer nordöstlich vom Vulkan gelegene Städtchen Mariquita nieder. Ab 17.30 Uhr war auch die 47 Kilometer vom Vulkan entfernte Stadt Armero betroffen.
Offenbar forderten lokale Radiosender die Bevölkerung auf, die Häuser wegen der niederfallenden Partikel nicht mehr zu verlassen. Der Bürgermeister von Armero hielt im Laufe des Abends sogar eine beschwichtigende Radioansprache.
Er wusste in der Tat nicht, was sich inzwischen auf dem Gipfel des Nevado del Ruiz ereignet hatte. Kurz nach 21 Uhr hatten dort pyroklastische Ströme so viel Eis und Schnee zum Schmelzen gebracht, dass grosse Wassermengen durch die vom Gipfel führenden Schluchten stürzten. Auf ihrem Weg rissen sie den Schutt älterer vulkanischer Ablagerungen mit und erzeugten auf diese Weise jene wuchtigen Schlammströme, die nach indonesischem Vorbild als Lahar bezeichnet werden. Unaufhaltsam wälzte sich diese Mischung aus Wasser, Schutt, Schlamm, Trümmern und zersplitterten Bäumen auf die tiefer liegenden Talschaften zu.
Alarmiert durch Funkmeldungen aus höher gelegenen Dörfern soll die Feuerwehr von Armero noch ausgerückt und entsprechende Warnungen ausgesprochen haben. Doch für eine Evakuation war es bereits zu spät. Um 23.25 Uhr erreichte der erste Schub die Häuser von Armero. Es war eher ein Wasserschwall, der nicht sehr bedrohlich wirkte. Doch wenige Minuten darauf traf ein wesentlich stärkerer Schlammstrom die Stadt. Innert wenigen Augenblicken wurden die meisten Gebäude, selbst eine grosse Kirche, von den tödlichen Massen erfasst. Weitere Schübe folgten nach und deckten den Ort zu weiten Teilen wie ein schmutziggraues Leichentuch zu.
In der Stadt Armero überlebten nur wenige Menschen. Und da auch noch andere Talschaften von Schlammströmen überrascht wurden (vgl. Grafik links), stieg die Zahl der Opfer schliesslich auf über 25000 an. Bei funktionierender Kommunikation zwischen den mit der Situation vertrauten Wissenschaftlern und den verantwortlichen Behörden hätten die meisten von ihnen genügend Zeit gehabt, die gefährdeten Gebiete zu verlassen und an höher gelegene Stellen zu flüchten. Einige wenige Meter reichten aus. Trotzdem hätte die Stadt Armero nie in diesem offensichtlichen Gefahrengebiet angelegt und laufend erweitert werden dürfen.

Buchtipp:
Felix Frank
Gefahrenzone Erde.
Vulkanausbrüche - Erdbeben - Tsunamis
Ott Verlag, Bern
Vulkanismus aktuell
Im Oktober 2015 tätige VulkaneStromboli, Italien (Dauertätigkeit)
Ätna, Italien (Dauertätigkeit)
Karymsky, Kamtschatka/Russland
Kljutschewskoj, Kamtschatka
Shiveluch, Kamtschatka/Russland
Suwanose-jima, Japan (Dauertätigkeit)
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Aso, Japan
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Sinabung, Indonesien
Semeru, Indonesien (Dauertätigkeit)
Ijen, Indonesien
Rinjani, Indonesien
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Dukono, Indonesien (Dauertätigkeit)
Ibu, Indonesien (Dauertätigkeit)
Manam, Papua-Neuguinea (Dauertätigkeit)
Lagila, Neubritannien (Dauertätigkeit)
Ulawun, Neubritannien
Rabaul, Neubritannien
Bagana, Bougainville (Dauertätigkeit)
Tinakula, Salomonen (Dauertätigkeit)
Ambrym, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Yasur, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Kilauea, Hawaii/USA (Dauertätigkeit)
Shishaldin, Alaska/USA
Colima, Mexiko
Popocatepetl, Mexiko
Santa Maria, Guatemala (Dauertätigkeit)
Fuego, Guatemala (Dauertätigkeit)
Pacaya, Guatemala (Dauertätigkeit)
Telica, Nicaragua
Poas, Costa Rica
Turrialba, Costa Rico
Nevado del Ruiz, Kolumbien
Reventador, Ecuador
Cotopaxi, Ecuador
Tungurahua, Ecuador
Sangay, Ecuador (Dauertätigkeit)
Ubinas, Peru
Lascar, Chile
Copahue, Chile/Argentinien
Villarica, Chile
Erta Ale, Aethiopien (Dauertätigkeit)
Ol Doinyo Lengai, Tansania (Dauertätigkeit)
Nyamuragira, Kongo
Nyiragongo, Kongo (Dauertätigkeit)
Piton de la Fournaise, Réunion
Heard Is., Australien
Barren Is., Indien
Erebus, Antarktis (Dauertätigkeit)
Quellen:
Global Volcanism Program
NASA Earth Observatory
Eruptions/Erik Klemetti
Volcano Live/John Seach
Culture Volcan
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