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Earl Thomas
„Ich wollte der schwarzen Mick Jagger sein. Ich wollte ein Rocksänger werden, nicht ein Soul-Sänger“, sagt Earl Thomas (Earl Thomas Bridgeman, *1960, Pikeville TN) über die Anfänge seiner langen Karriere.
Es gibt Geschichten, die erzählen, dass er erst nachdem er mit 22 Jahren einen Sturz in eine Schlucht knapp überlebt hatte, seinen Sänger-Traum verwirklichte. In Wirklichkeit stand am Anfang aber wohl die Dusche in der Universität. Er selber erzählt, dass ihn in den frühen 80-er Jahren seine Zimmerkollegen an einer „Open Mic“-Veranstaltung zum Singen anmeldeten, weil sie gehört hatten, wie er beim Duschen sang. Jedenfalls reagierte das Publikum schon beim ersten Versuch mit Standing Ovations.
Das erste Geld mit Musik verdiente er als Opener für John Lee Hooker. Aufgewachsen in einer sangesfreudigen Familie mit Blues, Soul, Gospel und Country, genügte es Earl Thomas bald nicht mehr, nur die Songs anderer Blues- und Soul-Grössen zu covern und er begann selber zu komponieren. Sein Song "I Sing the Blues" wurde ein Hit für Etta James, und damit begann der Durchbruch zu einer beeindruckenden Karriere.
Der Titel öffnete die Tür für sein Europa-Debut, Claude Nobs holte ihn 1992 nach Montreux an sein renommiertes Jazz-Festival. In kurzer Zeit etablierte sich Earl Thomas als stimmgewaltiger Soulsänger und begeisterte mit zahlreichen Tourneen und tollen Studioaufnahmen das Publikum. Seine Klasse als Songschreiber beweist die Tatsache, dass seine Lieder auch von Künstlern wie Tom Jones, Solomon Burke, Peter Green oder Screamin Jay Hawkins gecovert wurden.
Einen weiteren Karriereschub gab es, als er für das Remake des Films „Soul to soul“ den Titelsong sang und dabei Ike Turner kennenlernte und mit ihm in dessen Auto jammte. Die Musik von Ike & Tina Turner bezeichnet Earl Thomas nämlich als seinen grössten musikalischen Einfluss. Aber er ist auch ein Fan von Rod Stewart, den Rolling Stones, Led Zeppelin oder Cream.
Dass er nicht zum schwarzen Mick Jagger wurde, lag daran, dass er entdeckte, wie sehr die Rockmusik seiner Lieblingsbands auf Blues und Soul aufgebaut war.