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Der Aufschwung des Tourismus- und Klimakurortes Montana-Vermala begann Ende des 19. Jahrhunderts: 1890 wurden die Bauarbeiten für das erste Hôtel du Parc aufgenommen, dessen Eröffnung drei Jahre später gefeiert wurde.
Dies ist ein Gastbeitrag von Patrick Cretton, Direktor Compagnie de Chemin de Fer et d’Autobus Sierre-Montana-Crans SA
Die ersten Touristen entdeckten das Hochplateau gleichzeitig wie die Kurgäste, die für die Genesung von Lungenkrankheiten die Sonneneinwirkung und die reine Bergluft suchten. Der Genfer Arzt Dr. Théodore Stephani baute 1899 das erste Sanatorium Beauregard.
Zu jener Zeit führte nur ein steiniger Weg nach oben, der zu Fuss oder per Postkutsche zurückgelegt wurde. Das Material für den Bau der Hotels und Sanatorien wurde mit Fuhren transportiert. Die Strecke war lang (3,5 bis 4 Stunden) und ermüdend – daraus entstand die Idee eines Zuges von Sierre bis Montana-Vermala.
Das erste Konzessionsgesuch an das Eisenbahn-Bundesamt für den Bau einer elektrischen Zahnradbahn erfolgte am 22. Oktober 1899. Sie sollte die Dörfer Venthône, Mollens und Randogne bis nach Vermala passieren. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 1,14 Mio. CHF und umfasste den Kauf des Bodens, den Bau der Linie, die Verlegung der Gleise sowie das Rollmaterial, das aus drei Triebwagen und fünf Güterwagen bestehen sollte.
Da die Zahnradbahn die Initianten vor zu grosse finanzielle und technische Probleme stellte, wurde am 19. Mai 1902 ein neues Konzessionsgesuch für eine elektrische Standseilbahn eingereicht. Aber erst am 29. September 1908 konnte das Komitee mitteilen, dass die Aufbringung des Finanzkapitals für den Bau gewährleistet war – zu grossen Teilen dank drei Berner Familien, die den Betrieb bis Ende der Siebziger Jahre führten.
Die Standseilbahn wurde am 1. Oktober 1911 eröffnet. Ihre Gesamtlänge von 4200 m war in zwei Teilstrecken unterteilt, mit einer Mittelstation in Saint-Maurice-de-Laques. Jeder Waggon bot Platz für 40 Personen und die Fahrzeit von Sierre nach Montana betrug eine Stunde. Das Baumaterial und das Gepäck wurden in den Güterwagen transportiert.
Um 1929 wurde die Fahrzeit durch Antriebsverbesserungen um die Hälfte verkürzt, die Geschwindigkeit stieg von 5 km/h auf 10 km/h. Trotz des Zweiten Weltkrieges bestellte die Gesellschaft im Jahr 1943 vier neue Waggons mit einer Kapazität von je 65 Personen. In der gleichen Zeit wurde aufgrund der Entwicklung von Crans die Firmenbezeichnung geändert, und zwar von Sierre-Montana-Vermala (SMV) in Sierre-Montana-Crans (SMC).
Nach 85 Betriebsjahren auf den zwei Teilstrecken entschied sich die Gesellschaft für eine Totalrenovation, um die Fahrzeit zu verkürzen sowie die Kapazität und den Komfort der Waggons zu steigern. Nun gibt es nur noch eine Strecke und mit 4191 m handelt es sich um die längste Standseilbahn Europas unter freiem Himmel. Die neue Seilbahn wurde am 16. Dezember 1997 in Betrieb genommen. Ihre Panoramawagen fassen 120 Personen, und mit einer Geschwindigkeit von 8 m/s werden pro Stunde 650 Personen befördert. Die 927 Höhenmeter sind in 12 Minuten überwunden.
Die Standseilbahn transportiert heute 350 000 Passagiere pro Jahr, darunter Touristen, Pendler und Studenten. Ihnen werden zwischen 06.25 und 21.15 Uhr 30 Fahrten angeboten.
Die Erschliessung durch öffentliche Verkehrsmittel ist das Rückgrat jeder Wirtschaft. Das Netz verbindet Regionen und ermöglicht eine einfache Fortbewegung von Randzonen in Ballungsgebiete und umgekehrt. In diesem «Kosmos» spielt die Gesellschaft SMC eine wichtige Rolle, denn die Standseilbahn garantiert rasante Verbindungen vom Tal in die Berge und hinunter. Daneben gibt es einen Bus, der die übrigen Dörfer bedient.
Die Standseilbahn Sierre-Montana-Crans durchlebte eine kontinuierliche Entwicklung und ihr Erfolg wurde nie infrage gestellt. Sie trug zum wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung der Region bei, in der sie eines der Prunkstücke darstellt. Auch nach 100 Jahren hat sie eine wichtige Stellung im regionalen Verkehr. www.cie-smc.ch
Einige technische Daten zur Standseilbahn Sierre-Montana-Crans (SMC)
Länge: 4191 m
Höhenunterschied: 927 m
Durchschnittliche Neigung: 22,74%
Talstation: 539 m
Bergstation: 1466 m
Höchstgeschwindigkeit: 8 m/s
Motorleistung: 920 kw/ 1380PS