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Ethos Stiftung
die Stiftung für nachhaltige Anlagen und aktives Aktionariat
Ethos, Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung, schliesst schweizerische Pensionskassen und Institutionen zusammen. Sie wurde 1997 zur Förderung einer nachhaltigen Anlagetätigkeit gegründet und setzt sich für ein stabiles und gesundes Wirtschaftsumfeld ein, das die Interessen der Gesellschaft als Ganzes langfristig wahrt.
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Ethos bietet Analysen der Traktandenlisten der Generalversammlungen der börsenkotierten Schweizer Unternehmen sowie ausführliche Informationen zu den Gesellschaften an. Für die Generalversammlungen Schweizer Unternehmen veröffentlicht Ethos seine Abstimmungsempfehlungen 2 Werktage vor der jeweiligen GV auf seiner Website.
Die Berichte über die Generalversammlungen enthalten eine detaillierte Analyse jedes einzelnen Traktandums und Stimmempfehlungen. Diese beruhen auf den Ethos Grundsätzen zur Corporate Governance und Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte. Die Analysen umfassen auch allgemeine Angaben zum Unternehmen, insbesondere die Zusammensetzung des Verwaltungsrats und die Vergütungen der Führungsinstanzen. Die Analysen werden in der Regel zwölf Tage vor den Generalversammlungen per E-Mail übermittelt. Zudem fasst ein vierteljährlicher Gesamtbericht die Abstimmungen des Quartals übersichtlich zusammen.
Die am 8.12.2014 von der Familie Burkard - welche 16% des Kapitals und 52% der Stimmrechte besitzt - angekündigte Entscheidung, ihre Aktien an den Konkurrenten Saint-Gobain mit einer Prämie von 80% zu verkaufen, hat zu zahlreichen ablehnenden Reaktionen geführt. Die Ethos Stiftung lehnt diese Transaktion nachdrücklich ab, da sie nicht im Interesse von Sika und der nicht mit der Familie Burkard verbundenen Aktionären ist.
Nach dieser Bekanntgabe hat Ethos sofort reagiert: Zusammen mit 11 bedeutenden Schweizer institutionellen Aktionären hat Ethos an der Generalversammlung vom 14.4.2015 einen Antrag eingereicht, der die Streichung der Opting-Out-Klausel verlangte. Dieser Aktionärsantrag erhielt 97% Ja-Stimmen von den Aktionären ohne Verbindung zur Familie Burkard. Er wurde jedoch trotzdem abgelehnt, da die Familie Burkard über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt und den Aktionärsantrag ablehnte.
An den nachfolgenden Generalversammlungen 2015 und 2016 hatte der Verwaltungsrat entschieden, Artikel 4 der Statuten von Sika anzuwenden, um die Interessen des Unternehmens zu wahren. Dabei wurden die Stimmrechte der Familie Burkard bei Abstimmungen, die den Verkauf ihrer Aktien an den Konkurrenten Saint-Gobain betrafen, auf 5% der Namensaktien beschränkt. Als Folge hiervon kann die Familie Burkard die Kontrolle über den Verwaltungsrat nicht übernehmen. Diese Beschränkung blockiert die Transaktion, da Saint-Gobain für deren Vollendung die Kontrolle über Sika als Bedingung gestellt hatte.
Die Familie Burkard hat beim Kantonsgericht Zug gegen die Entscheidung des Verwaltungsrats von Sika, ihre Stimmrechte auf 5% der Namensaktien zu beschränken, Beschwerde eingereicht. Im Dezember 2015 wurde die Ethos Stiftung als nebenintervenierende Partei zur Unterstützung des Sika-Verwaltungsrats im Rechtsstreit gegen die Familie Burkard zugelassen. Am 28.10.2016 hat das Kantonsgericht Zug die Klage der Familie Burkard zurückgewiesen. Letztere hat beim Gericht zweiter Instanz Rekurs gegen den Entscheid eingelegt. Ethos hat entschieden, ihren Status als nebenintervenierende Partei in diesem neuen Gerichtsfall beizubehalten.
Die Ethos Stiftung hält ihr Vertrauen in die sechs Mitglieder des Verwaltungsrats ohne Verbindung zur Familie Burkard und in die Geschäftsleitung der Sika aufrecht. Diese haben ganz klar ihre Treue und ihren Einsatz unter Beweis gestellt, um die Unabhängigkeit des Unternehmens zu wahren. Dies liegt im Interesse der nicht an die Gründerfamilie gebundenen Aktionäre, welche im Besitz von 84% des Kapitals sind, sowie im Interesse der Mitarbeiter und anderer Anspruchsgruppen des Unternehmens.
Die "Principles for Responsible Investment PRI" wurden von einer internationalen Gruppe institutioneller Investoren ausgearbeitet.
Damit soll der wachsenden Bedeutung von Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Fragen in der Anlagepraxis Rechnung getragen werden. Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, initierte diese Prinzipien. Die von Ethos 1997 formulierte Charta enthält bereits weitgehend die PRI: Ethos berücksichtigt bei ihrer Anlagepolitik Umwelt- und Sozialbewertungen, um die nachhaltige Entwicklung zu fördern. Daher unterzeichnete Ethos die PRI im Jahr 2006.
Ethos hat den UN Global Compact unterzeichnet.
Die Unterzeichner verpflichten sich zur Einhaltung der zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, internationale Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsbekämpfung.
Ethos hat den Montréal Carbon Pledge unterzeichnet.
Die Unterzeichner des Montréal Carbon Pledge sind sich ihrer Pflicht bewusst, als Investoren im langfristigen Interesse der Begünstigten zu handeln. Sie erkennen an, dass langfristige, durch Treibhausgasemissionen und den Klimawandel bedingte Risiken für ihre Investitionen bestehen. Die unterzeichnenden Investoren verpflichten sich, den Kohlenstoff-Fussabdruck ihrer Anlagen jährlich zu messen und zu veröffentlichen. In diesem Rahmen wird künftig die Kohlenstoffintensität aller Ethos Aktien-Portfolios veröffentlicht.
Ethos hat die Charta des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP unterzeichnet.
Ethos wendet die «Richtlinien für Institutionelle Investoren zur Ausübung ihrer Mitwirkungsrechte bei Aktiengesellschaften» an.
Diese Richtlinien beschreiben Best-Practices für Institutionelle Investoren zur Ausübung ihrer Mitwirkungsrechte bei Aktiengesellschaften. Die Richtlinien wurden am 21. Januar 2013 in Zürich von Vertretern der Wirtschaft, institutionellen Investoren und Stimmrechtsberatern vorgestellt. Ethos hat an der Herausgabe dieser Richtlinien teilgenommen.
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