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Entgegen vielen Behauptungen hat es bereits im hohen Mittelalter Söldner gegeben. Sie spielten ab Mitte des 12. Jh. eine beträchtliche Rolle im Krieg, verloren diese aber wieder ab Mitte des 13. Jh. Erst später wird im Zuge der Reisläufer das Söldnertum wieder aktuell.
Voraussetzung für das Entstehen war unter anderem das verstärkte Aufkommen der Geldwirtschaft. Seit auch der niedere Adel begann, direkt mit Geld zu arbeiten, wurde erstmals eine Bezahlung in Form von Sold möglich, da man nun mit Geld zum Beispiel auch auf dem Markt Dinge kaufen konnte und es möglich wurde, vom Sold zu leben.
Die zweite Voraussetzung war politischer Natur und liegt begründet im Feudalsystem. Dadurch waren die Lehensempfänger verpflichtet, für ihren Herrn Kriegsdienst zu leisten. Dies basierte jedoch auf festgelegten Abmachungen wie zum Beispiel Jahreszeit oder auch Dauer des Einsatzes. Dies schränkte die Flexibilität natürlich stark ein. So hatte ein Vasall im 12. Jh. 40 Tage Zeit, mit seinem Kontingent aufzubrechen, bei Feldzügen über die Alpen sogar 410 Tage.
Zudem brauchte ein Oberlehnsherr starke Autorität, wenn er seine Ansprüche gegenüber den Vasallen geltend machen wollte. Dies war durch die verschiedensten Machtansprüche nicht immer gewährleistet.
So entwickelten sich bezahlte Krieger, die flexibler einsetzbar waren und durch die Erfahrung auch eine gewisse Ausbildung genossen.
Genannt wurden sie zuerst meist nach ihrer Herkunft, es gab also die Brabanzonen, die Flandereser, etc. Erst gegen Ende des 12. Jh. setzte sich das Wort „Rotte“ für Söldnertruppen langsam durch. (Annales Pegaviensis 1155-1180)
Chronisten beklagen sich über diese herumziehenden Rotten, die ihre eigenen Gesetze haben und plündern und brandschatzen, wenn sie nicht gerade für einen Herrn kämpfen.
Gerade für die einfache Bevölkerung waren die Söldnerhaufen demnach eine grosse Plage. Doch da die kriegsführenden Herren auf die Rotten angewiesen waren, bot man ihnen keinen Einhalt. Selbst die Kirche, die beim dritten Laterankonzil 1179 das Anwerben von Söldnern verboten hatte, griff schon kurze Zeit später auf diese Truppen zurück. Der Erzbischof Wichmann von Magdeburg belagerte bereits im Oktober 1179 die Festung Haldensleben, unter anderem auch mit Söldnern.
Meistens waren Söldner als Haufen unterwegs, die sich als Gruppe organisierten und auch kämpften. Dadurch ergaben sich viele Vorteile, man reiste sicherer, hatte auch eine grössere Kampfeskraft, falls man von der Bevölkerung vertrieben werden wollte. Und zuletzt zählte natürlich auch die Erfahrung im Kampf, wo man sich gegenseitig aufeinander einspielte und sich so die Chance zu überleben erheblich vergrösserte.
Zusammen stehn, zusammen gehn
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