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WO arbeitet Pukllasunchis
Peru auf einen Blick
Aktuelle Daten von 2019
Kennzahlen aus int. Datenquellen (u.a. UNO, Weltdatenbank)
Fläche
1’285’220 km²
Einwohner
32.496
Bevölkerungswachstum
0.9 %
Zusammensetzung
47 % Indigene
37 % Mestizen
13% europäischer Herkunft
3% asiatischer & afrikanischer Herkunft
Altersstruktur
bis 15 Jahre 25.7%
15–64 Jahre 66.5%
65 Jahre u. älter 7.8%
Lebenserwartung
Männer 73.8 Jahre
Frauen 79.3 Jahre
Alphabetisierungsrate
Männer ab 15 Jahren 97.3%
Frauen ab 15 Jahren 91.7%
Bruttoinlandprodukt (BIP)
229,0 Mia US$
BIP pro Kopf
7’047 US$
Ein geschichtsträchtiger Raum
Peru gehört mit zu den ältesten Kulturen der Welt. Die NAZCA-KULTUR steht für die vielen vor-inkaischen Kulturen, welche sich im Gebiete des heutigen Perus seit 3’500 v. Chr. entwickelten. Die Menschen ritzten Figuren in die Geröllwüsten, die sogenannten Nazca-Linien. Sie stellen häufig Tiere dar, einen Affen oder einen Kolibri zum Beispiel.
Die INKA zählen zu den bekanntesten und bedeutendsten Zivilisationen Südamerikas. Ihr Reich bestand von 1200 bis 1500 n. Chr. mit dem Zentrum Cusco. Sie verfügten über eine weit entwickelte politische Struktur, Architektur, Besitzverteilung und staatliche Ordnung. Das Bild zeigt die bedeutende Festungs- und Tempelanlage Sacsayhuaman ist eines der wichtigsten Überbleibsel aus der Inka-Zeit und liegt am Rande der Stadt Cusco. Das beeindruckende Bau-werk spiegelt das Können der Inka-Baumeister wider und liegt auf einem Hügel mit Blick auf die gesamte Stadt.
1532/33 eroberten die Spanier Peru, machten es zu seiner Kolonie und bekehrten viele der Einwohner zum CHRISTENTUM. Bezeichnend ist dieses Bild: Es zeigt eine Kirche, von den Spaniern auf einem Inka-Tempel gebaut.
[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
Die fast 300 Jahre lange spanische Herrschaft prägte die peruanische Gesellschaft nachhaltig. Im Jahre 1821 wurde Peru nach einem längeren Befreiungskrieg unabhängig. Das Gemälde von Juan Lepiani von 1904 zeigt den Freiheitshelden José de San Martín bei der Ausrufung der UNABHÄNGIGKEIT PERUS in Lima.
[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
Im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert kam es immer wieder zu GRENZKONFLIKTEN UND KRIEGEN mit Bolivien, Chile und Ecuador. 1879 bis 1883 fand der Salpeterkrieg statt. Bolivien und Peru kämpften gemeinsam gegen Chile um ein Küstengebiet, in dem es viel Nitrat und Salpeter gab, das man zur Herstellung von Schießpulver und Dünger benötigt, also ein wertvoller Rohstoff.
Der Salpeterkrieg wurde nicht nur auf dem Land, sondern auch auf dem Meer ausgetragen. Das Gemälde zeigt, wie das chilenische Schiff «Esmeralda» gerade versenkt wird. Chile gewann den Krieg am Ende dennoch.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts pendelt das Land selbst stets ZWISCHEN DIKTATUR, MILITÄRISCHER FÜHRUNG, BÜRGERKRIEG UND EINER KORRUPTEN DEMOKRATIE.
Korruption ist eine Phänomen, das die ganze peruanische Gesellschaft durch-tränkt. Seit seinem Bestehen 1980 hat Pukllasunchis 9 Staatspräsidenten erlebt. Deren 4 waren in den grossen Korruptionsskandal der brasilianischen Baufirma Odebrecht verwickelt und wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Seit März 2018 ist Martin Vizcarra Staatspräsident; Das Bild zeigt ihn bei der Auflösung des Parlaments im Oktober, dem er vorwirft, seinen Kampf gegen Korruption aus privaten Interessen zu blockieren.
Eine vernachlässigte Region
Peru verzeichnete von 2002 bis 2013 über die höchste Wachstumsrate Lateinamerikas (über 6 % pro Jahr) und eine der längsten Wachstumsphasen weltweit.
2014 fiel allerdings die Wachstumsrate auf etwa 2.5 % zurück; die Gründe liegen in den gefallenen Weltmarktpreisen für Rohstoffe sowie ungünstigen klimatischen Bedingungen, welche vor allem die Entwicklung der Fischindustrie beeinträchtigten. Für die nächsten Jahre wird Peru aber wie-der ein solides Wachstum von 4 % diagnostiziert. Aufgrund seines gewachsenen Pro-Kopf-Einkommens gilt Peru heute nicht mehr als Entwicklungsland, sondern gehört mittlerweile zur Gruppe der sogenannten Schwellenländer (Middle Income Countries).
Das wirtschaftliche Wachstum kam aber bei weitem nicht allen im gleichen Umfang zugute. Die Ungleichheit in Peru ist nach wie vor gross, Einkommen und Vermögen extrem ungleich verteilt. In den städtischen Gebieten hat sich zwar die Kluft zwischen Arm und Reich verringert, die Ungleichheit in den ländlichen Gebieten hingegen hat sich nur unwesentlich verändert. Nach wie vor sind die Armutsraten in den Anden und im Amazonasgebiet höher als im übrigen Peru. Der Anteil der Bevölkerung in extremer Armut macht zwar nur 3 % der Gesamtbevölkerung aus, aber 80 % davon leben in den ländlichen Gebieten.
Dazu kommen ethnische und genderbezogene Ungleichheiten. Ein Viertel der Bevölkerung Perus gehört zur indigenen Bevölkerung, welche fast ausschliesslich in den Anden und im Amazonas beheimatet ist. Indigene Haushalte sind im Durchschnitt ärmer als nicht-indigenen (31% zu 18 %); dieses Verhältnis hat sich in den letzten Jahren verschlechtert.
Auch wenn die Armut in den letzten Jahren abgenommen hat und die Mittelklasse gewachsen ist – es ist eine äusserst fragile Entwicklung. Gerade die untere Mittelklasse reagiert besonders empfindlich auf Änderungen in ihrem Umfeld. Preiserhöhungen bei Produkten des täglichen Bedarfs oder unerwartete Folgen des Klimawandels lässt sie rasch wieder unter die Armutsgrenze fallen.
Labile Rahmenbedingungen
In einem Land wie Peru gehört die politische Instabilität zu den Rahmenbedingungen jedes Unternehmens und jedes Projekts. In den 40 Jahren seiner Existenz hat Pukllasunchis 9 Staatspräsidenten erlebt, und jeder dieser Machtwechsel war mit einer ideologischen Neuausrichtung verbunden. Der Umbruch war oft radikal, zum einen personell, indem die Ministerien bis auf die mittlere Beamtenebene und bis in die Regionen völlig umbesetzt wurden, zum andern auch inhaltlich durch die Rücknahme oder Annullation von Beschlüssen der Vorgängerregierung. Die Asociación Pukllasunchis kann an sich gut mit diesen Rahmenbedingungen umgehen; sie erschweren zwar die Arbeit, aber sie gefährden sie nicht. Pukllasunchis achtet zudem sehr darauf, dass ihre Programme und Projekte in Übereinstimmung mit der offiziellen Schulpolitik sind. Eine grundsätzliche Infragestellung der Arbeit von Pukllasunchis wäre es allerdings, wenn plötzlich folgende Grundsätze zur Disposition stünden: die Rechtsgleichheit für die indigenen Völker – die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes – die interkulturelle zweisprachige Erziehung.Wachstum von 4 % diagnostiziert. Aufgrund seines gewachsenen Pro-Kopf-Einkommens gilt Peru heute nicht mehr als Entwicklungsland, sondern gehört mittlerweile zur Gruppe der sogenannten Schwellenländer (Middle Income Countries).
Ein vom kolonialen Erbe belastetes Bildungssystem
Die peruanische Regierung hat in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der Bildungssituation unternommen. So treten heute 99 Prozent der Kinder im Grundschulalter in die Schule ein. Die Armut in der Bevölkerung führt aber dazu, dass laut UNICEF ca. 51 Prozent der Kinder arbeiten müssen und 13 Prozent der Kinder nicht einmal die fünfte Klasse erreichen. Nach offiziellen Angaben sind zwischen 10,5 und 15 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.
Nach wie vor aber widerspiegelt das öffentliche Bildungssystem die gesellschaftlichen Verhältnisse und ist durch Ungleichheit und Ausgrenzung gekennzeichnet. Benachteiligt sind die ländlichen gegenüber den städtischen Gebieten, die armen Bevölkerungsgruppen gegenüber der reichen Elite, die Mädchen gegenüber den Knaben. Richtiggehend diskriminiert werden die indigenen Bevölkerungsgruppen im Andenhochland und in den Urwaldgebieten.
Niveau und Qualität der schulischen Ausbildung in den öffentlichen Schulen sind ausgesprochen gering. Ursachen sind schlecht ausgebildete und unterbezahlte Lehrer, die oft sehr dürftige Ausstattung der Schulen, fehlendes Lehrmaterial sowie Lerninhalte und Unterrichtsmethoden, die veraltet und ineffizient sind Frontalunterricht ist an der Tagesordnung, der Unterrichtsstil ausgesprochen autoritär. Die Lehrinhalte orientieren sich weder an der Realität der Kinder noch an den sozialen und kulturellen Besonderheiten der einzelnen Regionen.
Cuzco – ein Zentrum des Tourismus
Cusco ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region und Provinz im Zentrum des peruanischen Andenhochlandes. Sie liegt in 3400m Höhe und zählt heute gegen 400’000 Einwohner. Sie ist Sitz eines Erzbischofs und von zwei Universitäten.
Die wechselvolle Geschichte als Hauptstadt des Inkareiches, die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und die Landschaft inmitten der Anden machen sie zum Anziehungspunkt vieler Touristen. Das moderne Cusco präsentiert sich daher gerne als eine Tourismus-Metropole. Tatsächlich ist der Tourismus die grösste Einnahmequelle. Die Stadtverwaltung unternimmt gewaltige Anstrengungen, um dafür die notwendige Infrastruktur zu schaffen und die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten. So hat sich das architektonische Stadtzentrum in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Folkloristische Aufführungen und ursprüngliche Lebensart sind in vielen Veranstaltungen und Lokalen zu erleben.
Die Region Cusco umfasst eine Fläche von 72’104 km². 2005 lebten darauf 1’171’000 Menschen. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind Indigene und sprechen Quechua. Diese leben zumeist auf dem Lande; die Landflucht ist allerdings gross und hat zu einem enormen Wachstum von Cusco geführt. Mestizen und Kreolen (Weisse) konzentrieren sich auf die Stadt Cusco sowie das Bergbaugebiet von Quillabamba.