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Etwa ein Drittel aller Hirntumoren sind Metastasen, also Tochtergeschwulste von Tumoren aus anderen Körperregionen. Hirnmetastasen entstehen aus Krebszellen, die über Blut, Lymphe oder Nervenwasser (Liquor) ins Gehirn gelangen.
Der ursprüngliche Tumorherd (sog. Primärtumor) findet sich meist in der Lunge (Bronchialkarzinom). Auch Absiedlungen von Brust- und Hautkrebs sind möglich.
Besonders wenn solch eine Tumorerkrankung bekannt ist, können zum Beispiel Kopfschmerzen oder eine halbseitige Lähmung auf Hirnmetastasen hindeuten. Weitere Symptome sind zum Beispiel Krampfanfälle oder psychische Auffälligkeiten und Wesensveränderungen. Auch können Hirnmetastasen zu einer Druckerhöhung im Gehirn führen. Das wiederum kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, auch Doppelbilder, Sprachstörungen oder Gangstörungen sind mögliche Symptome bei Hirnmetastasen.
Bei entsprechendem Verdacht zeigen moderne bildgebende Verfahren wie die Computertomographie, ob Metastasen im Gehirn vorhanden sind. Die Bildaufnahmen sind nicht nur bei der Hirnmetastasen-Diagnose wichtig. Auch im weiteren Verlauf der Erkrankung sind zur Kontrolle während und nach der Therapie weitere CT- oder MRT-Untersuchungen oft sinnvoll. Wenn die Diagnose anhand von CT- oder MRT-Bildern nicht eindeutig ist, kann die sogenannte histologische Untersuchung notwendig sein. In diesem Fall nimmt der Arzt eine Probe aus dem verdächtigen Gewebe (Biopsie) und lässt diese unter dem Mikroskop genau untersuchen.
Die Behandlung von Hirnmetastasen richtet sich nach der Art, Lage und Grösse des Tumors. Als erste Massnahme werden oft Medikamente (Kortikoide) gegen das Hirnödem verabreicht, das sich um die Hirnmetastasen entwickelt hat und zu Symptomen führt. Bei der Behandlung der Hirnmetastasen kommen besonders eine chirurgische Therapie (Operation), Strahlentherapie (Bestrahlung) oder seltener eine Chemotherapie zum Einsatz. Die Ärzte versuchen auch, den Ursprungstumor, von dem diese Tochtergeschwulste stammen, ausfindig zu machen und zu behandeln.
Hirnmetastasen sind Krebstumoren, die sich im Gehirn als sogenannte Tochtergeschwulste anderer Krebsarten (z.B. Lungenkrebs) entwickeln. Der Ursprung der Hirnmetastasen ist also ein Tumor, der nicht im Gehirn liegt. Solche Tumoren können Krebszellen zum Beispiel in die Lymph- oder Blutbahn abgeben – der Tumor «streut». Bösartige Zellen können so auch das Gehirn erreichen. Siedeln sich die Zellen hier an und vermehren sich, entsteht eine Hirnmetastase. Auch über das Nervenwasser (Liquor), also die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, können sich Tumorzellen verbreiten und sich auf den Hirnhäuten entweder im Bereich des Gehirns oder im Rückenmarkskanal festsetzen.
Generell ist das Auftreten von Metastasen ein Zeichen dafür, dass sich eine Tumorerkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet.
Bei Hirnmetastasen sind die Ursachen bösartige Tumoren, die ins Gehirn streuen. Ungefähr die Hälfte aller Hirnmetastasen geht auf Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) als ursächlichen Tumor zurück. Tumoren, die am häufigsten Tochtergeschwulste im Gehirn beziehungsweise Rückenmark bilden und damit zu typischen Hirnmetastasen-Ursachen zählen, sind:
Bei einer Krebsgeschwulst im Gehirn kann es sich jedoch auch um einen primären Hirntumor handeln: Im Gegensatz zu einer Hirnmetastase ist ein primärer Hirntumor direkt aus Hirngewebe entstanden und nicht von einem entfernt liegenden Tumor ins Gehirn gestreut worden. Ebenso können Blutungen, Tuberkulose, Sarkoidose, Parasitenbefall und andere Gehirnerkrankungen ähnliche Symptome wie Hirnmetastasen auslösen.
Hirnmetastasen können vielfältige Symptome hervorrufen. Die Beschwerden hängen von zahlreichen Faktoren ab, unter anderem:
Kopfschmerzen sind ein sehr unspezifisches Krankheitszeichen, das heisst sie treten in vielen – oft harmlosen – Situationen auf. Allerdings können sie auch ein Anzeichen für Hirnmetastasen sein, besonders wenn der Patient an einer bekannten Krebserkrankung wie Lungen- oder Hautkrebs leidet. Weitere Hirnmetastasen-Symptome sind zum Beispiel eine Halbseitenlähmung, Krampfanfälle oder psychische Auffälligkeiten und Wesensveränderungen. Auch können Hirnmetastasen zu einer Druckerhöhung im Gehirn führen, was sich durch Übelkeit und Erbrechen bemerkbar macht. Doppelbilder, Sprachstörungen oder Gangstörungen können ebensfalls auftreten.
Besteht der Verdacht auf Hirnmetastasen, spielen bei der Diagnose die sogenannten bildgebenden Verfahren eine wichtige Rolle: Insbesondere Aufnahmen mithilfe der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) liefern dem Arzt oft entscheidende Hinweise auf das Vorliegen von Hirnmetastasen.
In CT und MRT sind Hirnmetastasen als Strukturen sichtbar, welche Kontrastmittel stark aufnehmen und oft von einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) umgeben sind. Der Arzt kann auch erkennen, ob die Metastasen angrenzendes Hirngewebe verdrängen. Manche Hirnmetastasen bluten in das Gewebe ein – frische Einblutungen lassen sich ebenfalls im CT erkennen. Ausserdem können die Blutungen zusätzlich den Hirndruck erhöhen und damit Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Die MRT-Untersuchung ist empfindlicher als die Computertomographie. Dies betrifft besonders den Nachweis sehr kleiner Strukturen.
Die Bildaufnahmen sind nicht nur bei der Hirnmetastasen-Diagnose wichtig. Auch im weiteren Verlauf der Erkrankung sind zur Kontrolle während und nach der Therapie weitere CT- oder MRT-Untersuchungen oft sinnvoll.
Ist die Diagnose anhand von CT- oder MRT-Bildern nicht eindeutig, kann die sogenannte histologische Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe (Biopsie) nötig sein. Der Arzt entnimmt das Gewebe entweder im Rahmen einer offenen Operation oder stereotaktisch: Bei der stereotaktischen Methode wird am Kopf des betäubten Patienten ein Rahmen befestigt – das sogenannte Zielsystem. Mithilfe von CT- oder MRT-Aufnahmen errechnet ein Computerprogramm genau, wo sich der Tumor im Gehirn befindet, und gibt für exakt diesen Ort die Koordinaten des Zielsystems an. Der Operateur kann nun zum Beispiel eine Biopsie-Nadel auf diese Koordinaten einstellen und zielgenau eine Gewebeprobe entnehmen, die anschliessend der Pathologe unter dem Mikroskop untersucht.
Bei der Hirnmetastasen-Therapie arbeiten Fachärzte verschiedener Disziplinen zusammen:
Für Patienten mit Hirnmetastasen planen die beteiligten Mediziner die Therapie daher meistens in einer gemeinsamen Tumorkonferenz.
Liegen im Gehirn eindeutig Hirnmetastasen vor, versuchen die Ärzte auch den Ursprungstumor, von dem diese Tochtergeschwulste stammen, ausfindig zu machen und zu behandeln.
Ursache der Symptome ist häufig ein mehr oder weniger ausgedehntes Ödem um die Hirnmetastasen. Als erste Massnahme werden daher stark wirksame Kortikoide verabreicht. Die Arzneimittel mildern die Symptome rasch durch ihre abschwellende Wirkung. Allerdings bleibt die Wirkung nicht langfristig erhalten. Darum ist es wichtig, weitere therapeutische Massnahmen wie Operation, Bestrahlung (Radiotherapie) oder Chemotherapie einzuleiten.
Einzelne Hirnmetastasen kann der Neurochirurg entfernen. Ein chirurgisches Vorgehen ist besonders bei Metastasen von Krebserkrankungen sinnvoll, die über längere Zeit relativ gut – also ohne Rückfall (sog. Rezidiv) – verlaufen sind. Eine Operation ist allerdings nur angemessen, wenn die Grunderkrankung und der Zustand des Patienten diesen Eingriff zulassen.
Bei kleinen Metastasen mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern – ob einzeln oder mehrfach vorhanden – kommt die sogenannte Radiochirurgie zum Einsatz: Mit hoher Genauigkeit wird durch Bestrahlung nur der Tumor zerstört, umliegendes gesundes Gewebe bleibt verschont.
Ist ein Patient von zahlreichen Hirnmetastasen betroffen, ist eine Operation meist nicht angemessen. Doch es gibt Ausnahmen: Lässt sich zum Beispiel die zugrunde liegende Krebserkrankung gut behandeln oder sogar heilen, ist es sinnvoll, auch die Hirnmetastasen operativ zu beseitigen. Generell müssen die behandelnden Ärzte bei jeder operativen Therapie sorgfältig den Nutzen des Eingriffs gegenüber einem möglichen Operationsrisiko abwägen. Dabei ist zu bedenken, dass schwere Operationen die Lebensqualität des Betroffenen zusätzlich zur belastenden Gesamtsituation mindern können.
Als Standardtherapie bei zahlreichem Befall mit Hirnmetastasen gilt bis heute die Strahlentherapie (Bestrahlung) des gesamten Schädels. Sie ist eine sogenannte palliative Massnahme, also helfend, aber nicht heilend.
In einigen Fällen von Hirnmetastasen ist auch eine Chemotherapie allein oder zusammen mit einer Strahlentherapie wirksam. Allerdings ist hierbei wichtig, dass die Krebsart, die ins Gehirn gestreut hat, auch auf die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) anspricht. Treten Rückfälle (sog. Rezidive) auf, ist die Therapie dieser Tumoren von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich. Sie hängt wesentlich von dem Allgemeinzustand des Betroffenen und der bereits durchgeführten Erstbehandlung ab.
Bei Hirnmetastasen ist der Verlauf in der Regel unabhängig vom Wachstum des primären Tumors – also des Krebses, der bösartige Zellen ins Gehirn gestreut hat. Das Auftreten von Hirnmetastasen verschlechtert allerdings die Prognose der ursprünglichen Krebserkrankung. Die Überlebenszeit hängt von der Art und Anzahl der Hirnmetastasen sowie von der Therapie ab. Die Prognose von Hirnmetastasen ist zwar ungünstig und die durchschnittliche Überlebenszeit beträgt ohne Behandlung nur wenige Wochen – unter Bestrahlung verlängert sie sich jedoch um mehrere Monate. Je nach Tumortyp und -grösse verhilft die Bestrahlung nach einer Operation sogar zu einer noch längeren Überlebenszeit.
Eine gewisse Ausnahme stellen Metastasen von Hodenkrebs dar. Sie lassen sich durch eine kombinierte Behandlung aus Bestrahlung und Chemotherapie gut behandeln.
Eine mögliche geringe Verlängerung der Überlebenszeit ist nicht immer eine ausreichende Begründung für eine mitunter belastende Therapie – insbesondere bei einer Erkrankung mit ungünstiger Prognose und ernsten Symptomen. Hier ist es oft sinnvoller, mildere Therapieverfahren zu wählen, die den gegenwärtigen Zustand bessern und somit die Lebensqualität des Betroffenen erhalten.
Allgemeine Massnahmen, die gegen Hirnmetastasen vorbeugen, sind nicht bekannt. Generell empfiehlt es sich, unnötige Strahlung (v.a. bei Kindern) sowie Kontakt mit krebserregenden Chemikalien und Schadstoffen zu vermeiden. Eine gesunde Lebensweise, abwechslungsreiche, fettarme Ernährung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie regelmässiger Sport unterstützen die Körperabwehr und können das allgemeine Krebsrisiko senken.