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Beachten Sie die Berichte über die Brunneneinweihung am Bläsihof (10. Juni 2018)
Landwirtschaft seit 1816
Der Zeitstrahl zeigt die Beeinflussung von Versorgungs- und Bevölkerungskrisen auf die landwirtschaftliche Ausbildung der jeweiligen Zeit auf. Ersichtlich sollte dabei sein, wie die Krisen überwunden wurden und sich dabei die landwirtschaftliche Schule verändert hat. Dabei wird das Augenmerk auf folgende Ereignisse gelegt:
· 1816 – 1817
Hungersnot
· 1840 – 1850
Kartoffelkrankheit, Auswanderungswelle
· 1870
Agrarkrise und Wirtschaftskrise (Massnahmen/Resultate)
· 1914 – 1918
Erster Weltkrieg: Versorgungskrise und (Massnahme/Resultate)
· 1929 – 1945
Zweiter Weltkrieg: Vorsorge und Massnahme/Resultate
· Ab 1950
Vorsorge
Dem Leser soll gezeigt werden, wie die Landwirtschaft durch Bevölkerungskrisen stark beeinflusst wird und wie sie sich jeweils daraus entwickelt hat. Dem Leser sollte so mitgeteilt werden, welcher Einsatz die Landwirtschaft dabei leistet und welche Konsequenzen dabei entstehen können. Allem in allem steht dabei die Wichtigkeit der Landwirtschaft mit der Ernährungssicherheit im Vordergrund.
1816 / 1817 Hungersnot
Einfluss auf die Landwirtschaftliche Ausbildung: Um solchen Katastrophen besser entgegen wirken zu können, schuf eine Kommission der damaligen Zürcher Regierung eine Armenschule, um heranwachsende arbeitslose Jugendlichen „in den Stand zu setzen, ihr Brot selber zu verdienen“ in der Landwirtschaft. Die erste Landwirtschaftliche Schule in Zürich wurde 1818 gegründet, der Bläsihof in Winterberg, die bis 1826 bestand. Es dauerte allerdings noch Jahrzehnte, bis 1853 die Landwirtschaftliche Schule Strickhof in Zürich ihren Betrieb aufnahm.
1845 – 1850 Kartoffelkrankheit und Auswanderung
Einfluss auf die Landwirtschaftliche Ausbildung: Um die Krautfäule und das damit verbundene Elend in den folgenden Jahren in den Griff zu bekommen, wurde der Fokus vermehrt auf die Züchtung und Selektion von Krautfäule-resistenten Sorten gelegt. Besondere Handlungsempfehlungen für den Landwirten aus dieser Zeit war eine strenge Kontrolle des Saatgutes, da die Infektion bereits von der zu setzenden Knolle ausgeht. Ab 1882 verbreiteten sich Kupferlösungen als gängige Fungizide, um die flächenübergreifende Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.
1870 Agrar- und Wirtschaftskrise
Massnahmen / Einfluss auf die Landwirtschaftliche Ausbildung: Die Bauern erkennen, dass sie sich organisieren müssen, um gemeinsam am Markt bestehen zu können. Diese Erkenntnis führte zur Gründung landwirtschaftlicher Genossenschaften, Käsereigenossenschaften und Raiffeisenkassen. Zunehmend wurde die Forderung nach Unterstützung des Bundes laut. Der Bund verrichtete 1884 erste Subventionen an die Bauern. 1891 wurde ein Zolltarif eingeführt, um einen Schutz vor den Billigimporten zu erhalten. Das erste Landwirtschaftsgesetz trat 1892 in Kraft. Im Jahr 1897 wurde der Schweizerische Bauernverband gegründet.
Ab dem Jahr 1890 erholte sich die Landwirtschaft langsam von der Krise. Die Schweiz wandelte sich vom Ackerland („gelbe Schweiz) zum Milchland (grüne Schweiz). Die Schweiz war kein Selbstversorgerland mehr, sie wurde zur Käseexportnation.
Die Landwirtschaft musste gefördert und motiviert werden, so stand dies jetzt im Bundesgesetz von 1893. Innert weniger Jahre boten die Schulen Jahres- oder Winterkurse an. Die Anzahl Auszubildender stieg stark an. Die Ausbildung richtete sich aus an der landwirtschaftlichen Botanik, Zoologie, Chemie, Düngung, Physik, Mechanik, Betriebslehre, Technologie, Milchwirtschaft und Tierzucht.
1914-1918 Erster Weltkrieg: Versorgungskrise
Einfluss auf die Landwirtschaftliche Ausbildung: Ein direkter Einfluss war, dass der Bund die Anzahl Winterschulen von 1910 bis 1930 verdoppelte. Die Reglementierung der praktischen Ausbildung fand erst 1931 statt. Weiter wurde durch den Krieg eine neue Agrarpolitik kreiert. Das Ziel dieser war es, die Versorgung des Landes mit allen Mitteln sicher zu stellen.
1939-1945 Zweiter Weltkrieg: Vorsorge / Plan Wahlen
Einfluss auf die Landwirtschaftliche Ausbildung: Die Produktion in der Landwirtschaft wurde im zweiten Weltkrieg vorangetrieben. Das Ziel war es sicherzustellen, dass die Schweiz nie wieder von einer Hungersnot heimgesucht werden würde. Die Ausbildung richtete sich vor allem auf die Produktionstechnischen Fächer wie, Pflanzenbau, Obstbau, Waldwirtschaft, spez. Tierhaltung, etc.
1950 Nachkriegslandwirtschaft mit Preisgarantie
Einfluss auf die landwirtschaftliche Ausbildung: Der technologische-biologische Fortschritt ermöglichte Produktivitätssteigerungen in zuvor undenkbaren Ausmassen. So stieg die landwirtschaftliche Produktion trotz Abwanderung aus dem Agrarsektor in den 1950er und 60er Jahren so stark an, dass die Kosten für die Preisstützung, auch wegen negativer Folgen der Intensivierung, zunehmend in Frage gestellt und Reformbegehren laut wurden. Die sinkenden Preise von Agrar-Importgütern führten zudem seit den späten 1960er Jahren zur Forderung nach einer Änderung der Agrarpolitik, die auch die Umwelt schont und trotzdem marktgerecht sein soll. In der Landwirtschaftlichen Ausbildung wurde den Lernenden stets vorgehalten, dass eine intensive Produktion von Landwirtschaftlichen Gütern den Erfolg bringen werde. Dies führte dazu, dass strategisches und unternehmerisches Denken in den Hintergrund rückte.
Ab 1993 Entgelt von Leistungen statt Abnahmegarantie
Einfluss auf die Landwirtschaftliche Ausbildung: Vermehrt wird der Unterricht auf die alle 4 Jahre ändernde Agrarpolitik angepasst. Den jungen Landwirten wird im Unterricht beigebracht für welche Leistungen ihnen welche Vergütungen zustehen. Viele dieser Zahlungen sind nicht mehr auf einen massgeblichen Ertrag ausgerichtet, sondern dienen dem Naturschutz und der Biodiversität oder dem Tierwohl.
Die nachhaltigen Produktionssysteme sollen helfen, die Klimabelastung zu reduzieren und möglichst schonend mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Heutzutage ist es immer wichtiger auch richtig mit den Medien und den zuständigen Ämtern umgehen zu können, auch dies kann man am Strickhof lernen.