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Nach Graubünden und Montreux steigt nun auch Bern ins Rennen um die Olympischen Winterspiele 2010. Die Kandidatur sieht vor, die Spiele auf acht Kantone zu verteilen. Die politische Zusicherung der einzelnen Austragungsorte fehlt aber.Dieser Inhalt wurde am 12. Juli 2000 - 15:39 publiziert
Ein positives Signal haben bisher lediglich Regierungsvertreter aus Stadt und Kanton Bern gegeben, als sie an der 1. Olympiakonferenz am 7. Juli 2000 ihre grundsätzliche Unterstützung für das dezentrale Modell bekannt gaben.
Ihr definitiver Entscheid erfolgt im September an einer zweiten Konferenz, wie die Arbeitsgruppe "Olympische Winterspiele Bern 2010" am Mittwoch (12.07.) vor den Medien mitteilte. Prominentester politischer Vertreter und Befürworter der Berner Kandidatur ist Nationalratspräsident Hanspeter Seiler.
Zusammen mit Montreux?
Die am Mittwoch präsentierte Berner Kandidatur sieht vor, die Schneedisziplinen im Berner Oberland durchzuführen. Gedacht wird an Grindelwald, Kandersteg, Meiringen und Interlaken, wo das olympische Dorf gebaut würde. Weitere Austragungsorte wären St. Moritz GR, Basel, Engelberg OW, Freiburg, das Goms, Lausanne, Luzern und Veysonnaz VS.
Zudem suchen die Berner die Zusammenarbeit mit Montreux VD, das ebenfalls für 2010 kandidiert. "Wir sind bereits im Gespräch", sagten die Berner Verantwortlichen.
In Montreux gab sich Alain Kobel, Infosprecher der Waadtländer Kandidatur, zurückhaltender: "Wir haben das Berner Dossier erhalten, hatten erste Kontakte und sind weiter gesprächsbereit. Wir wollen aber unsere gewählten Austragungsorte nicht ändern."
Ein Problem wäre für Montreux laut Kobel insbesondere die Stadt Bern als Hauptverantwortliche, da die Bundesstadt in der Bewerbung Montreux lediglich als Austragungsort für Eishockey vorgesehen ist.
Kandidatur "Schweiz" nicht möglich
"Die Kandidatur Bern ist die Optimierung der früheren gesamtschweizerischen Kandidatur für 2014", sagte die stellvertretendeProjektleiterin Iris Huggler. Von einer solchen Kandidatur war noch bis April die Rede gewesen. "Inzwischen wissen wir, dass wir nicht mit dem Namen Schweiz werben dürfen, sondern eine Städtekandidatur einreichen müssen".
Die Frist für die Einreichung der Bewerbung beim Schweizerischen Olympischen Verband (SOV) läuft am 2. November ab. Bis dahin will die Berner Arbeitsgruppe das Ja von Stadt und Kanton Bern erhalten, ein national abgestütztes Patronatskomitee bilden und alle Austragungsorte sowie die Wirtschaft, Sportverbände und Umweltorganisationen weiter angehen.
Die Präsentation der Kandidatur vor dem SOV würde am 5. Dezember folgen.
Bündnerland und Montreux ebenfalls in den Startlöchern
Nach dem Scheitern der Kandidatur "Sion 2006" haben bereits vor "Bern 2010" auch das Bündnerland und die Stadt Montreux ihr Interesse für die Durchführung von Olympischen Winterspielen im Jahr 2010 angemeldet.
Die Bündner Kandidatur setzt dabei auf den Einbezug der Region Zürich, während die Kandidatur von Montreux mit einem Budget von knapp 1,1 Mrd. Franken "im Namen der ganzen Westschweiz" erfolgen soll.
Das Nationale Olympische Komitee (NOK) will am 17. Januar 2001 über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2010 soll im Jahr 2003 erfolgen.
swissinfo und Agenturen
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