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Er kommt nicht mit einem Töff(P4) sondern mit seinem! Töff (nicht dies Maschine selber, Arch ist seine Marke).
Zur Markteinführung in der Schweiz kam er persönlich ins Limmattal in die wohl kleinste, dafür niceste, Garage für sowas..
Kuuuler Typ
Die Coolness kam schon mit dem Namen, den ihm seine Eltern mit auf den Weg gaben: Keanu ist hawaiianisch und bedeutet «kühle Brise über den Bergen». Seine Mutter war Tänzerin und Kostümdesignerin, sein vor vier Jahren verstorbener Vater Geologe. Und Junkie. Und Heroin-Dealer. Was schliesslich zur Trennung der Eltern führte. Keanu und seine Schwester Kim hatten danach keinen Kontakt mehr zum Vater. Und Keanu beschloss, ein guter Mensch zu werden. Empathisch, gelassen, verantwortungsbewusst.
1993 spielt er in «Little Buddha» den Prinzen Siddharta, also den Ur-Buddha, und wird für ein paar Jahre schon fast zum Missionar, der auch TV-Kurse in Buddhismus gibt. Was immer man davon halten mag, es hat ihn zu keinem schlechteren Menschen gemacht. 2008 sagte er in einem Interview mit der «Welt»: «Am wichtigsten ist für mich das Konzept des Mitleids. Du versuchst dich in die Lage des anderen zu versetzen und analysierst, woher das Leiden kommt.»
Acht Jahre lang – von 1991 bis 1999 – kämpfte Keanus jüngere Schwester Kim gegen Leukämie. Es waren die Jahre, in denen ihre eigene Hollywoodkarriere als Schauspielerin hätte starten sollen. Es kam nie dazu. Aber Kim überlebte und wohnt heute in Rom, wo ihr Bruder sie oft besucht (und auch Szenen für «John Wick» gedreht hat). In der Folge gründete er eine Stiftung für krebskranke Kinder. Er selbst tritt im Zusammenhang mit der Stiftung nicht auf: «Ich mag es nicht, meinen Namen damit zu verbinden, ich lasse die Stiftung einfach tun, was sie tut.»
2020 versteigert er ein Zoom-Date mit sich selbst für 19'000 Dollar und spendete es an ein Sommerprogramm für krebskranke Kinder. Und Anfang Januar 2022 wird bekannt, dass er 70 Prozent seiner Gage für die ursprüngliche «Matrix»-Trilogie, nämlich 31,5 Millionen Dollar, an die Krebsforschung gespendet hat.
2003 hatte er bereits auf einen Teil seines Honorars für die «Matrix»-Sequels verzichtet, damit die Kostüm- und Special-Effects-Teams mehr Geld zur Verfügung hatten. «Geld ist das Letzte, woran ich denke. Von dem, was ich bereits verdient habe, könnte ich die nächsten Jahrhunderte leben», sagte er damals.
Der Geburtstagskuchen zu seinem 50. war aus Schokolade und stammte selbstverständlich aus Kims Küche.
In «The Matrix Ressurections» spielt Reeves andauernd damit, dass Neo jetzt eben nicht mehr neu, jung und elastisch, sondern in die Jahre gekommen und eingerostet ist. Das alte Heldentum will nicht mehr richtig passen, was zum Zuschauen umso lustiger ist. Ganz anders funktioniert sein äusserst selbstironischer Cameo-Auftritt in der Rom-Com «Always Be My Maybe». Da verkörpert er, was alle in ihm sehen wollen, den idealsten Boyfriend der Welt, zugleich den besten Bro, den grossen Schönen mit dem Flatterhaar und immer etwas aus dem Rahmen fallenden, esoterisch angeschrägten Quotes. «Ich habe dein Licht vermisst», sagt er zu seiner Freundin.
Bei Auftritten in Talkshows oder während Interviews nehmen seine Gedanken oft neogerechte Nerd-Windungen und manchmal verheddert er sich derart in pseudotiefen Gewässern, dass er über sich selbst lachen muss: «Stimmt, das ergibt alles keinen Sinn. Ich weiss hier einfach nicht mehr weiter», kommentierte er im bereits zitierten «Welt»-Interview seine eigenen Ausführungen zum Buddhismus.
Und dann ist da noch «Sad Keanu», das Meme eines traurigen Mannes. Doch was steckt dahinter? Weltschmerz? Liebeskummer? Gar eine Depression? Die Welt wartete auf Bekenntnisse eines Versehrten. «Mann, ich ass bloss ein Sandwich», enthüllte Keanu neulich bei Stephen Colbert todehrlich die ganze Banalität hinter dem grossen Rätsel, «ich war hungrig!»
Einfach eine geile Töfffahrt machen und dabei ein Gefühl von Freiheit spüren: Wer wünscht sich das nicht zum Geburtstag? Drew Barrymore wurde damit überrascht. Sie feierte in einem Club in Los Angeles ihren 16. Geburtstag, als plötzlich der zehn Jahre ältere Keanu in der Tür stand. Die beiden hatten fünf Jahre zuvor in dem «obskuren Meisterwerk» (Barrymore) «Babes in Toyland» gespielt und waren seither Freunde.
Keanu lud Drew zu einer «unverantwortlich schnellen» Geburtstags-Spritztour durch L.A. ein. Danach fuhr er sie wieder zu ihrer Party zurück, mehr geschah nicht, aber für Teenie-Drew war es magisch: «Es war die Fahrt meines Lebens, ich fühlte mich so frei, ein freier Mensch und ich liebte mein Leben, ich wusste, was Freiheit war», sagte sie einem ebenso gerührten wie leicht peinlich berührten Keanu im vergangenen Dezember in ihrer Show.
2011 entzückte ein kurzes Video die Welt: Keanu Reeves fährt U-Bahn in New York (er fährt U-Bahn! Ohne Bodyguards!!!) und bietet seinen Sitzplatz einer Frau mit einer schweren Tasche an. Eine ganz normale, nette Geste. Dass er dabei von niemandem behelligt wird, sei Zeugnis seiner ultimativen Coolness und Streetcredibility, sagen die Fans.
Wenn er verloren gegangene Kreditkarten findet, sucht er nach ihrem Besitzer, und wenn er auf einem Flug ist, der wegen Wetterturbulenzen nicht am geplanten Ort landen kann, organisiert er für alle Reisenden Transportmöglichkeiten. Und beim Schlangestehen drängelt er nie, selbst wenn er in einer Schlange für seine eigene Party wartet.
Die verbriefte Dating-History von Keanu Reeves ist erstens übersichtlich, zweitens sehr traurig und drittens genau jetzt an einem Punkt angelangt, von dem wir hoffen, dass er noch lange Bestand haben möge.
In sehr jungen Jahren war Keanu kurz mit seiner «Babes in Toyland»-Partnerin Jill Schoelen liiert. Dann mit Sofia Coppola, die er beim Dreh von «Dracula» unter der Regie ihres Vaters kennen lernte. Die schwangere Frau des Duran-Duran-Sängers hätte gern ihren Mann mit Keanu betrogen, aber sie dateten sich dann doch erst Jahre später, nach der Scheidung des Paares, ein bisschen.
1998 datete er die Schauspielerin Jennifer Syme. 2000 war Jennifer schwanger, doch die gemeinsame Tochter kam tot zur Welt. Am 1. April 2001 sahen sich Keanu und Jennifer zum letzten Mal beim Brunch, am Abend besuchte sie eine Party von Marilyn Manson und raste danach mit ihrem Jeep in eine Reihe geparkter Autos. Sie starb auf der Stelle, in ihrem Blut fanden sich mehrere illegale Substanzen. Keanu Reeves und Regisseur David Lynch, der ihr im gleichen Jahr seinen Film «Mulholland Drive» widmete, gehörten an ihrer Beerdigung zu den Sargträgern.
Mitte der Nullerjahre war er zwei Jahre lang mit der Schauspielerin Claire Forlani zusammen.
Und jetzt also Alexandra Grant. Eine anerkannte Künstlerin, die annähernd so alt (48) ist wie er selbst (57), ihr Haar seit ihren Zwanzigern grau trägt und oft Witze darüber macht, was sie alles an sich operieren lassen müsste, um einem gängigen Star-Partnerinnen-Ideal zu entsprechen.
Grant und Reeves kennen sich seit vielen Jahren, sie gehören beide zur Kunstszene von L.A., Grant beschäftigt sich seit langem mit der Übersetzung von Texten in Bildern und arbeitete unter anderem mehrfach mit der französischen Theoretikerin Hélène Cixous zusammen.
2011 machte Alexandra Keanu ein aussergewöhnliches Geschenk, sie hatte nämlich «poetische Texte» von ihm illustriert und zu einem Buch binden lassen. Es war der Anfang einer künstlerischen Zusammenarbeit, aus der Liebe wurde. Publik machten sie ihre Beziehung 2019, zusammen sind sie schon länger, sie wurden nämlich bereits 2016 in der Schweiz als «Paar» fotografiert, und ihr gemeinsames Baby ist seit 2018 ein Kunstbuch-Verlag.
Ja, ein Verlag! Stell dir vor, du bist eine hochbegabte, gesellschaftskritische Avantgarde-Lyrikerin, sagen wir im Stil von Amanda Gorman, und möchtest in einem hochkarätigen kleinen Verlag mit sorgfältig gemachten Büchern erscheinen.
Nun, träumen kannst du dein Leben lang, aber wenn du deine Werke zu X Artists' Books in L.A. schickst, kannst du dir wenigstens vorgaukeln, dass deine Absage aufgrund eines weisen Urteilsspruchs von Cheflektor Keanu Reeves verfasst wurde. Vielleicht antwortet er dir auch persönlich. Und vielleicht entdeckt er dich. Schliesslich ist er der Textverantwortliche des Verlags. «Warum wir das tun?», sagte Reeves bei der Verlagsgründung, «aus Vergnügen am Lesen, am Denken, daran, uns etwas vorzustellen und auf eine Reise zu gehen.»
Und weil ihm das mit der Vorstellung und den Bildern so gut gefiel, kreierte er aus Unterbeschäftigung mit ein paar Comic-Profis im Pandemiejahr 2021 auch noch schnell die auf viele Teile angelegte Comic-Serie «BRSRKR» um einen 80'000 Jahre alten Actionhelden, der halb Mensch, halb Gott ist und natürlich aussieht wie er selbst. Spektakuläre 650'000 Exemplare verkauften sich davon, Netflix hat sich bereits die Rechte an einem Spielfilm (mit Keanu in der Hauptrolle) und einer Animeserie gesichert, und im April 2022 erscheint es auf Deutsch.
«BRSRKR» ist hart und blutig und alles, was der schöne, sanfte Keanu im echten Leben nicht ist. Ausser cool. Und einmal auch ganz sad. Wahrscheinlich, weil auf dem Bild das Sandwich fehlt.
Noch mehr schöne Gründe gibts in euren Kommentaren! Ganz lieben Dank fürs Mitmachen.