Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03625.jsonl.gz/379

Es war vor 20, vielleicht 25 Jahren, während einer internationalen Diskussionsrunde, als über die FEI gesprochen wurde. Einer der Teilnehmer meinte: «The FEI is a men’s Club.» Fast alle Anwesenden nickten, auch wenn die Vorsitzende dieses «Männervereins» bereits eine Frau war, eine der drei Prinzessinnen, die von 1986 bis 2014 die FEI präsidierten. Doch wann errangen die Damen im Sport erstmals Siege? Im zweiten und letzten Teil sind CC und Dressur im Fokus.
Da der internationale Turnierbetrieb bis 1952 eine ausschliessliche Angelegenheit von Gentlemen war, von Offizieren und Herrenreitern, mag es interessieren, wann Frauen ihre ersten Starts hatten, ihre ersten Medaillen gewannen und ihre ersten Siege errangen: bei Olympischen Spielen, Welt- und kontinentalen Meisterschaften, Nationenpreisen und Weltcupfinals.
CC: Olympia-Premiere 1964
Bei den Vielseitigkeitsreitern dauerte es bis 1964, bis endlich eine Frau olympisch mitreiten durfte. Lana DuPont, als einzige Frau dabei, gewann Mannschaftssilber mit der US-Equipe. Vier Jahre später in Mexico City waren es bereits vier Frauen, von denen Jane Bullen, später Jane Holderness-Roddam, Mannschaftsgold gewann. Die erste Einzelmedaille einer Frau gewann Karen Stives 1984 in Los Angeles. Einen Einzelolympiasieg hat bisher keine Frau errungen.
Mary Gordon-Watson und Sheila Willcox
Erste WM-Medaillengewinnerin wurde 1966 die Irin Virginia Freeman-Jackson mit Mannschaftsgold und Einzelbronze. Erste Frau als Weltmeisterin war Mary Gordon-Watson 1970.
Bei den Military-EM war bei der ersten Austragung 1953 die Britin Vivian Machin Goodall die bestplatzierte Frau. Im Jahr darauf gewann Diana Mason als erste Frau eine Mannschaftsmedaille, und zwar gleich Gold. 1957 wurde die unvergleichliche Sheila Willcox Europameisterin. Sieben Jahre bevor die Frauen olympisch reiten durften, schlug sie die versammelte Herren-Elite. Die Kanadierin Wendy Irving gewann 1971 als erste Frau bei den Panamerikanischen Spielen eine Mannschaftsmedaille, und zwar Gold. Die erste Einzelmedaille holte sich Emily MacGowan 1987, und 1999 wurde Mary-Jane Tumbridge von den Bermudas als erste Frau Siegerin der «Pan American Games». Linda Algotsson aus Schweden gewann 2003 den ersten Weltcupfinal in der Vielseitigkeit und wiederholte den Triumph 2004. Beizufügen ist, dass in den 30er-Jahren Amazonen bei den damals eher raren internationalen Vielseitigkeitsprüfungen starten durften. Die Deutsche Irmgard von Opel gewann so mit Nanuk 1932 in Wien und 1933 in Insterburg. Mit dem gleichen Pferd gewann sie 1934 auch das Hamburger Springderby.
Liselott Linsenhoff und Elena Petuschkowa
Bei den Olympischen Spielen von 1952, wo die Frauen erstmals in der Dressur mitreiten durften, starteten vier Frauen: je eine Dänin, Deutsche, Amerikanerin und Norwegerin. Die bestplatzierte – Zweite – war Lis Hartel, die somit auch die erste Frau mit einer olympischen Einzelmedaille wurde. Ida von Nagel gehörte zur deutschen Bronze-Equipe, somit als erste Frau mit einer olympischen Mannschaftsmedaille. 1972 wurde Liselott Linsenhoff in München als erste Frau Dressur-Olympiasiegerin.
Bei der ersten Dressur-WM war 1966 die Deutsche Vroni Meier-Johann die bestplatzierte Frau. Aber die erste Mannschaftsmedaille einer Frau an einer WM holte sich damals Marianne Gossweiler. Die erste Einzelmedaille bei einer WM war gleich Gold, gewonnen von Elena Petuschkowa, 1970 in Aachen.
Die bestplatzierte Frau bei der ersten EM 1963 war die Engländerin Brenda Williams. Zwei Jahre später gewann Marianne Gossweiler als erste Frau eine EM-Mannschaftsmedaille. Die erste Einzelmedaille bei einer EM war wie bei der WM gleich Gold, gewonnen von Liselott Linsenhoff 1969 in Wolfsburg. Patricia Galvin, später de la Tour d’Auvergne, war 1959 bei den Panamerikanische Spielen die erste Frau als Medaillengewinnerin – mit Gold in der Einzel- und mit Silber in der Mannschaftswertung. Anne-Grethe Jensen war 1986, im ersten Jahr des Dressur-Weltcups, gleich die erste Frau als Gewinnerin. 1987, 1988, 1989 folgten mit zweimal Christine Stückelberger und Margit Otto-Crépin weitere Siegerinnen.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 17/2016)
Die «PferdeWoche» auf Facebook mit speziellen News und Attraktionen.
Sie haben noch kein Abonnement der PferdeWoche?