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Start der MOX-Produktion für Borssele
Die Betreiberin von Borssele, die Elektriciteits-Productiemaatschappij Zuid-Nederland NV (EPZ), hatte im Mai 2008 einen Antrag für den Einsatz von MOX-Brennstoff in der Druckwasserreaktoreinheit eingereicht und im Juni darauf vom Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation (MEZLI) die Erlaubnis dazu erhalten. Schliesslich erteilte die Regierung der EPZ dieses Jahr eine Lizenz zum Betrieb mit MOX-Brennelementen. Dabei ist für 2014 der Einsatz von acht Elementen und in den Folgejahren von zwölf Elementen vorgesehen. Die Areva hat die Herstellung des MOX-Brennstoffs bereits vergangenen Oktober in ihrem Werk Melox bei Marcoule in Südfrankreich aufgenommen.
Die Niederlande ist damit das siebte Land – darunter die Schweiz –, wo Plutonium aus dem wiederaufgearbeiteten Brennstoff eingesetzt wird oder wurde. Auch die Schweizer Kraftwerksbetreiber beschritten zunächst – im Sinne der Ressourcenschonung und der Minimierung des Transurananteils im Abfall – den Weg der Wiederaufarbeitung. Im Jahr 2006 trat jedoch ein vom Eidgenössischen Parlament beschlossenes Moratorium für zehn Jahre in Kraft, sodass seither der ausgediente Kernbrennstoff unverändert in die Zwischenlagerung verbracht wird. MOX-Brennstoff kommt oder kam unter anderen in Deutschland, Frankreich und Japan zum Einsatz.
Borssele-1 ist die einzige Kernkraftwerkseinheit der Niederlande. Die Druckwassereinheit nahm Mitte 1973 den Betrieb aufgenommen. Sie produzierte im vergangenen Jahr rund 3,7 TWh und deckte damit 4% des niederländischen Strombedarfs ab.