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in unserm Kanton an die Hochalp und die Petersalp. Von der Synklinale Altstätten-Gonten-Urnäsch erhebt sich die 3. Falte, welche mit ihrem SO.-Schenkel den Höhenzug St. Anton-Saurucken-Gäbris-Hundwiler Höhe-Hochham bildet, während ihre Antiklinale von Reute über Oberegg (I. Rh.)-Trogen-Stein-Hundwil sich hinzieht und auf diesem Wege das schöne, grosse Antiklinalthal bezeichnet, in welchem die meisten Dörfer unseres Kantons liegen. Auch an dieser Falte besteht der SO.-Schenkel aus bunter Nagelfluh; die SO.-Abhänge des erwähnten Höhenzuges entsprechen den Schichtflächen, die NW.-Abhänge zeigen dagegen die Schichtköpfe. Der NW.-Schenkel der 3. Falte bildet den Höhenzug Kayen-Gupf-Vögelinsegg-Fröhlichsegg-Waldstatteregg-Hochwacht, der naturgemäss auf der NW.-Seite die Schichtflächen, auf der SO.-Seite die Schichtköpfe zeigt. An diesen Schenkel lehnt sich die Meeresmolasse und die obere Süsswassermolasse an der n. und nw. Kantonsgrenze an.
An vielen Lokalitäten finden sich gut erhaltene Blattabdrücke in den Sandsteinen, z. B. am Ruppen, bei Rehetobel und bei Teufen. Oft sind zwischen den Sandsteinen kleine Kohlenflöze eingeschlossen. Die Nagelfluhfelsen liefern das ausgezeichnete Beschotterungsmaterial für die Strassen. Die feinkörnige Kalknagelfluh zwischen Herisau und Degersheim wird unter dem Namen «Appenzellergranit» als Baustein verwendet. An vielen Orten wird der Sandstein als Bau- oder Pflasterstein ausgebeutet; besonders wertvoll sind die der Meeresmolasse angehörenden Sandsteine von Wienachten; am wertvollsten ist die sog. granitische Molasse von Rehetobel-Trogen-Waldstatt.
3) Diluviale Gebilde. Der ö. Teil des Kantons und der grösste Teil des Mittellandes zeigen zahlreiche Spuren des alten Rheingletschers, sowohl in Gestalt von vereinzelten erratischen Blöcken aus krystallinen Gesteinen, über 1170 m hinauf, als auch von thonigen und lehmigen Schuttablagerungen, in denen die teils gerundeten, teils kantigen Gesteinstrümmer eingelagert sind. Das Gebiet der Sitter ist durch kalkige Erratika ausgezeichnet, die von dem alten Säntisgletscher herstammen.
Um die geolog. Untersuchung des Landes haben sich besonders verdient gemacht Arn. Escher v. d. Linth, J. Früh, A. Gutzwiller und Alb. Heim.
Klima.
Am besten sind die klimatischen Verhältnisse für Trogen (Dorfplatz 905 m) bekannt. 12jährige Beobachtungen ergeben als Temperaturmittel 6,8° C. St. Gallen ist um ca. 1°, Altstätten um 2° wärmer, Gäbris (1250 m) um 1,5° kühler. Für den Winter (Dez.-Febr.) ist die Mitteltemperatur = -1,0° C. Minimum -20° selten. Wenn in der Tiefe Nebel liegt und über das Appenzellerland warmer Sonnenschein flutet, zeigen die Höhen oft grössere Temperaturen als St. Gallen und Altstätten.
Besonders auffallend sind diese Differenzen, wenn in der Höhe Fön weht. Beim Auf- und Abschwanken der Nebelschicht kann ein Ort, der an der Nebelgrenze liegt, rasch enormen Temperaturunterschieden ausgesetzt sein. Wanner beobachtete am in Trogen in wenigen Stunden eine Thermometerschwankung von 23,6° C., in einer Stunde eine solche von 13,4° C. und in fünf Minuten eine Schwankung von 8,9° C. Der Frühling (März-Mai) zeigt eine mittlere Temperatur von 6,2° C. Der Winter zieht sich weit hinaus, starke Schneefälle bis Ende Mai sind keine Seltenheit. Die Mitteltemperatur des Sommers (Juni-August) beträgt 14,7° C. Oft gibt es auch da kalte Tage. Heizen muss man in jedem Monat, wenn man nicht frieren will. Im Herbst (Sept.-Nov.) hat Trogen eine mittlere Temperatur von 7,1° C. Der September ist der beständigste Monat, und oft ist auch der ganze Oktober noch mild.
Für die Beobachtungszeit von 1864-1875 ergaben sich für Trogen folgende mittlere Monatstemperaturen:
|°C.||°C.|
|Januar||-1,3||Juli||+16,2|
|Februar||0.0||August||14.5|
|März||+1,3||September||13.0|
|April||6.8||Oktober||6.8|
|Mai||10.7||November||1.6|
|Juni||13.4||Dezember||-1,8|
Die höchste Temperatur betrug +30,6 °C.
Die tiefste Temperatur betrug -20,2 °C.
Die absolute Temperaturschwankung 50,8 °C.
Für den Gäbris (1250 m) gelten für die Periode 1872 bis 1891 folgende Zahlen:
|°C.||°C.|
|Januar||-1,8||Juli||+13,2|
|Februar||1.5||August||12.9|
|März||0.0||September||10.0|
|April||+3,5||Oktober||5.4|
|Mai||7.4||November||1.2|
|Juni||11.3||Dezember||-1,7|
|Jahresmittel||5.0 °.|
In Bezug auf die Niederschlagsmenge konstatieren wir die interessante Tatsache, dass die Umgebung des Alpsteins zu den regenreichsten Gegenden der Schweiz gehört.
Die Station Trogen weist folgende Mittel-Zahlen auf für die Periode 1864-1883:
|mm||mm|
|Januar||59||Juli||186|
|Februar||60||August||182|
|März||86||September||128|
|April||106||Oktober||114|
|Mai||134||November||90|
|Juni||196||Dezember||73|
|Winter||192|
|Frühling||326|
|Sommer||564|
|Herbst||332|
|Trogen||Jahresmittel||1414|
|Heiden||Jahresmittel||1470|
|Gäbris||Jahresmittel||1335|
|Säntis||Jahresmittel||2423|
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