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Die Grenze von fünf Millionen Franken, ab der Architekturwettbewerbe für öffentliche Bauten vorgeschrieben sind, soll erhöht werden. Das Prinzip wird in einem revidierten Gesetz verankert.
Wird der Bau eines öffentlichen Gebäudes teurer als fünf Millionen Franken, so sind die Behörden verpflichtet, einen Architekturwettbewerb durchzuführen. Das besagen das Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen und das dazugehörige Reglement.
Diese Grenze für einen zwingenden Architekturwettbewerb müsse deutlich erhöht werden, forderte eine Motion der Grossräte Nicolas Kolly (SVP, Essert) und Claude Brodard (FDP, Le Mouret). Sie stellten einen Betrag von 40 Millionen Franken in den Raum.
Mit 58 gegen 27 Stimmen hat der Grosse Rat am Montag diese Motion gutgeheissen. Dies entsprach auch den Empfehlungen des Staatsrats, der die Ziele der Motion in eine sowieso geplante allgemeine Revision des Gesetzes integrieren will.
40 Millionen sind nicht der Nennwert
Daniel Bürdel (CVP, Plaffeien) sprach sich aber gegen einen Schwellenwert von 40 Millionen Franken aus: «Das ist viel zu hoch und entspricht nicht der Realität des Terrains.» Co-Motionär Claude Brodard sagte denn auch, dass dieser Betrag vor allem ins Felde geführt worden sei, um eine Diskussion zu bewirken. Auch Baudirektor Jean-François Steiert (SP) verstand den Vorstoss so, dass die 40 Millionen Franken nicht zum Nennwert zu nehmen seien.
Nicolas Kolly begründete die Motion damit, dass Projekte, die nach einem Wettbewerb realisiert würden, im Schnitt 1,4 Mal teurer seien als bei der Vergabe. Dieser Behauptung wurde aber im Rat widersprochen. «Gemäss SIA lohnt sich ein Wettbewerb ab drei Millionen Franken», sagte Julia Senti (SP, Murten). «Darüber sind die Bauten um fünf Prozent günstiger. Vergaben an Generalunternehmen sind rekursanfälliger.» Jean-Daniel Wicht (FDP, Villars-sur-Glâne) fände es schade, wenn auch Gemeinden auf Wettbewerbe verzichten würden. Daniel Bürdel vermutet, dass Bauprojekte vor allem teurer würden, wenn man nicht genügend Vorbereitungsarbeiten geleistet habe.
Für Staatsrat Steiert hat sich die geltende Praxis bewährt. Wettbewerbe hätten es erlaubt, Qualität und Diversität in Projekte zu bringen. Allerdings brauche es eine differenzierte Praxis, bei der nicht nur die Kosten, sondern auch der Projekttyp berücksichtigt werde.