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Im Rahmen eines mehrjährigen Versuchsprogramms zum besseren Verständnis der Spannungsrisskorrosion in Zusammenarbeit mit der Betreiberin des Kernkraftwerks Oskarshamn hatte die SKI unter mechanische Spannung gesetzte Proben von Druckbehälterstahl mit und ohne Ummantelung (lnconel-182- oder AISI-308L-Cladding) während vier bis fünf Jahren in den Siedewasserreaktoren Oskarshamn-2 und -3 den Betriebsbedingungen mit normaler Wasserchemie und Wasserchemie mit Wasserstoffzugabe ausgesetzt. Die anschliessende materialtechnische Untersuchung auf Spannungsrisskorrosion zeigte weitgehend die auf Grund des internationalen Kenntnisstands zu erwartenden Ergebnisse. Allerdings näherten sich bestimmte Werte von Proben aus Oskarshamn-3 dem oberen zulässigen Grenzwert an. Um eine Zweitmeinung einzuholen und die Ergebnisse zu überprüfen, entschloss sich die SKI, ein unabhängiges Gutachten beim PSI in Auftrag zu geben.
Dieses kommt zum Schluss, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit der überwiegende Teil des Risswachstums dem vorübergehenden Eindringen von Kühlwasser aus dem Sekundärkreislauf im dritten Versuchsjahr zuzuschreiben ist. Damals erreichte die Chloridkonzentration im Primärkreislauf während 20 Tagen 5-30 ppb (Milliardstel). Als Schlussfolgerung aus den zusätzlichen Untersuchungen kann eine unmittelbare Gefährdung des Reaktordruckbehälters von Oskarshamn-3 ausgeschlossen werden, jedoch ist eine weitere genaue Beobachtung gerechtfertigt. Die beiden Schlussberichte des PSI (SKI-Report 2005:60 und 2005:61) sind auf der SKI-Internetsite www.ski.se in Englisch publiziert.
Quelle
P.B. nach Paul Scherrer Institut, Mitteilung, 13. Juli 2006