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Der «Food for Thought» des Tages stammt aus der «New York Review of Books». Dort äussert Robert Kuttner, ein linksliberaler Journalist, in einer Buch-Rezension ein paar wichtige Nebenbemerkungen.
Um was geht es?
Um die Frage, ob wirklich die Staatsschulden das entscheidende Problem von heute sind.
Kuttners Feststellung: «Es waren nicht die Staatsschulden, welche die Finanzkrise von 2008 verursachten. Höhere öffentliche Schulden waren die Folgen jenes Einbruchs, nicht die Ursache. Mehr noch, es gibt starke Argumente dafür, dass die staatlichen Defizite geholfen haben, eine schwächelnde Wirtschaft vor tieferen Rezessionen zu bewahren.»
Und weiter: «Es waren die privaten, spekulativen Schulden –exotische Hypothekenpapiere, die durch kurzfristige Schulden finanziert wurden –, welche die Krise von 2008 auslösten. Heute lähmt die Last der privaten Schulden das wirtschaftliche Potential weiter. Im Jahrzehnt vor dem Kollaps von 2008 stiegen die privaten Schulden mehr als dreimal so schnell wie die staatlichen Schulden.»
Es sind Feststellungen, die man auch bestens auf die Lage in Europa münzen könnte.
Gewiss, diese Sichtweise löst das ernsthafte Problem der krankhaften Staatsschulden nicht. Aber für einmal weist da einer darauf hin, wie zweischneidig unsere Risiken sind. Hinterm Berg der Staatschulden lauert wieder das Gift privater Schuldenblasen.
Ein Beispiel? Die Grafik zeigt das Ausmass, in dem die Deutsche Bank momentan Derivate-Risiken ausgesetzt ist (Derivative Exposure, rot) im Verhältnis zum deutschen Bruttoinlandprodukt (grün).