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ELEPHANT WALK/BOTANY BAY/STALAG 17 Franz Waxman Kritzerland KR20025-3 68:01 / 24 Tracks Limitiert auf 1000 Stk.
Drei Musiken von Franz Waxman, die er im Auftrag der Paramount Studios schrieb, finden auf dieser Kritzerland Scheibe ihre Erstveröffentlichungen. Naja, fast… Von Botany Bay und Elephant Walk gab es bei Varèse Sarabande in der Reihe „Legends of Hollywood“ bereits Auszüge zu zu hören (auf den CDs Vol. 2 respektive Vol. 3). Sei es wie es ist und ohne die genannten CDs selber zu haben, beschränke ich mich darauf, was hier zu hören ist.
Elephant Walk aus dem Jahr 1954 ist ein Drama mit Elizabeth Talyor, Dana Andrews und Peter Finch, das sich um eine Teeplantage des damaligen British Ceylon, heute Sri Lanka, dreht.
Hauptthema ist eine romantische Melodie für Streicher, die im Verlauf von „Elephant Walk Prelude“ vom Blech übernommen wird, nur um sie zum Abschluss wieder den hingebungsvollen Streichern zu übergeben. Nebst diesem Thema gibt es sanfte exotische Klänge in „The Necklace (Part 2)“ (gefolgt von dramatischeren Tönen und dem mit wundervollem Schmelz gespielten Hauptthema), dramatisches in „Fighting Cholera“ (in dem man das Fieber und den Schmerz richtig gehend spüren kann), „Tea Montage“ und der atemberaubende, fast fünf minütige Track „Elephant Stampede“.
Botany Bay (1953) erzählt von Gefangenen, die im späten 18. Jahrhundert nach Australien verschifft werden sollen. In der Rolle des Helden ist Alan Ladd zu sehen, den üblen Kapitän spielt James Mason.
Waxman beginnt die Musik mit einer wundervollen Fanfare („Botany Bay Prelude and Foreword/The King’s Convicts“), wie es sich für ein Seefahrerabenteuer gehört, hier ist auch ein ruhigeres, gefühlsbetonteres Thema zu hören ehe „God Save the Queen“ kurz gestreift wird. Nebst den beiden einführenden Motiven ist einiges an Suspensemusik (oft von einzelnen Registern intoniert, seien es Holzbläser, tiefe Streicher etc. – um die Spannung zu steigern, fügt Waxman weitere Instrumentengruppen bei), ein klein wenig Romantik und Abenteuer zu hören. Es ist die Spannungsmusik, die in Botany Bay am meisten zum Tragen kommt. Erst in „Montage“ kommt wieder richtiges Seefahrerfeeling auf mit heldenhaften Fanfaren von Trompeten, Posaunen und Hörnern. Eine deftige Seefahrermusik ist Botany Bay nicht, dazu beschränkt sich Waxman, zumindest was man von diesen 40 Minuten der CD sagen kann, auf den scheinbar düstereren Ton des Films.
Der bekannteste Film des Trios dürfte Stalag 17 (1953) sein, in dem William Holden, der für sein Spiel einen Oscar erhielt, unter den Gefangenen eines Kriegsgefangenenlagers der Nazis unter Verdacht gerät ein Verräter zu sein. Nebst Holden ist der Deutsche Regisseur Otto Preminger in der Rolle eines Oberst zu sehen, Billy Wilder führte Regie.
Franz Waxman verwendete interessanterweise den Bürgerkriegs“schlager“ „When Johnny Comes Marching Home“ als wichtigen Bestandteil seines Scores, der sich ansonsten oft auf perkussive Elemente beschränkt, wie in „Treachery & Evidence“ und „Brick Kremlins/The Commandant’s Visit/The General’s Phone Call“.
Stalag 17, mit seiner fast minimalistischen Verwendung und Beschränkung auf Schlaginstrumente, ausgenommen natürlich von „When Johnny“, ist für mich das kleine, leider aber auch sehr kurze Juwel des Trios.
Laut Bruce Kimmel ist das hier zu hörende Material alles was zu den drei Filmen zu finden bzw. verwendbar war. Wir wollen ihm das gerne glauben, auch wenn in letzter Zeit fast nichts mehr unmöglich schien. Schade sind die Booklet-Zeilen wie leider immer bei Kritzerland allzu knapp ausgefallen. Tonqualitativ muss man bei Botany Bay am meisten, aber absolut verschmerzbare Abstriche machen.
Phil, 20.8.2013
3.5