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Vor allem während der Frühen Neuzeit wurden Personen auf-gespürt, festgenommen, gefoltert und hingerichtet, von denen man glaubte, dass sie Zauberei praktizierten oder mit dem Teufel im Bunde standen. Die Gründe für die zum Teil massenhaften Verfolgungen waren vielfältig. Mit 21 Jahren trat die aus Sennwald stammende Anna Göldi als Magd in den Dienst der angesehenen Familie Tschudi in Glarus. Johann Jakob Tschudi war ein einflussreicher Arzt und Richter. Um womöglich ein Verhältnis mit der Magd zu vertuschen, klagte Tschudi Anna Göldi der Hexerei an. Sie habe seiner Tochter Nägel ins Brot und die Milch gehext. Unter Folter gestand die Magd und wurde von einem Glarner Gericht zum Tode durch Enthauptung verurteilt, die am 13. Juni 1782 vollzogen wurde.
Als Gastreferent konnten wir mit Dr. iur. Walter Hauser, Glarus, einen profunden Kenner der Lebensgeschichte von Anna Göldi gewinnen. Von 1987 bis 1992 war Walter Hauser Mitglied des Glarner Kantonsgerichts. Seit 1995 veröffentlichte er mehrere, auf rechtshistorischen Recherchen basierende Bücher, darunter das Werk «Der Justizmord an Anna Göldi».Walter Hauser war die treibende Kraft bei der vom Glarner Landrat im Jahr 2008 beschlossenen Rehabilitierung von Anna Göldi.Als Gründungsmitglied und Präsident ist Walter Hauser im Stiftungsrat der Anna-Göldi-Stiftung aktiv, die sich gegen Justizwillkür und für die Wahrung der Menschenrechte einsetzt.
Hexenverfolgung, Hexenprozesse und der Fall Anna GöldiReferat von Dr. jur. Walter HauserDienstag, 9. April 2019, Gasthof Rössli, Ruswil, 19.30 Uhr