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FiaLA.
Gestern am späten Abend war es so weit und einer der wichtigsten Trades dieses NHL-Sommers ging über die Bühne. Kevin Fialas Zukunft ist geregelt und liegt in Los Angeles. Die Minnesota Wild tradeten den Schweizer Nationalstürmer zu den LA Kings. So sah der Trade aus:
Gleichzeitig gaben die LA Kings Fiala gleich einen neuen, langfristigen Vertrag. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fiala-Deal.
Die LA Kings haben Fiala gleich mit einem Vertrag über sieben Jahre bis zum Ende der Saison 2028/29 ausgestattet. Wenn das Arbeitspapier ausläuft, wird Fiala 33 Jahre alt sein und 55,125 Millionen US-Dollar verdient haben. 16 Millionen davon werden als Unterschriftsbonus ausbezahlt. Der jährliche Cap-Hit beläuft sich auf 7,875 Millionen Dollar.
Damit hat Fiala sogar leicht unter Marktwert unterschrieben. Gemäss dem Modell von «Evolving Hockey» wäre Fialas Marktwert über diese Vertragslaufzeit bei 8,7 Millionen gelegen. Das Modell von «The Athletic» sah Fialas Marktwert bei 8,5 Millionen pro Saison.
Mit dem neuen Vertrag ist die Zukunft des Schweizer Flügelstürmers vorerst geregelt. Denn von 2023 bis 2026 besitzt er eine No-Move-Klausel. Das bedeutet, die Kings dürfen Fiala dann nicht traden, ohne sein explizites Einverständnis einzuholen. Von 2026 bis 2029 besitzt er eine modifizierte No-Trade-Klausel. Das bedeutet wiederum, dass Fiala eine Liste von Teams einreichen kann, zu denen er nicht getradet werden darf.
*Vertrag läuft am 1. Juli aus
Vermutlich schon, denn Los Angeles kann Fiala das bieten, was ihm in seiner Karriere bislang gefehlt hat: gute Center. In Nashville waren seine häufigsten Center Kyle Turris und Calle Järnkrok. In Minnesota spielte er an der Seite von Eric Staal, Viktor Rask oder zuletzt Frédéric Gaudreau. Die Kings können dem Ostschweizer als Center nun Legende Anze Kopitar, den flinken Phillip Danault oder den jungen Quinton Byfield zur Verfügung stellen. Dass Fiala mit besseren Linienpartnern noch stärker ist, hat sich letzte Saison gezeigt, als er in Minnesota Matt Boldy auf der anderen Seite des Flügels als Sturmpartner erhielt.
Trainer Todd McLellan setzt auf Tempohockey, was Fiala gefallen wird. LA hat zudem viele gute und schnelle junge Stürmer in der Pipeline, die den Angriff um den Schweizer in den nächsten Jahren ergänzen werden. Ferner trifft er bei den Kaliforniern auf Viktor Arvidsson, den er von Nashville kennt und mit dem er gut befreundet ist. Die beiden könnten auch gemeinsam in einer Linie spielen und würden sicher gut harmonieren.
Bei Fiala ist auch immer wichtig, wie wohl er sich an einem Ort fühlt. Zu Beginn hatte er in Minnesota Mühe, weil er sich zuerst noch an sein neues Zuhause gewöhnen musste. Nun scheint es so, als hätte der Ostschweizer wenigstens einigermassen mitreden können, wenn es um seinen neuen Arbeitgeber ging. Andernfalls hätte er wohl kaum sofort um sieben Jahre verlängert. Auf Instagram scheinen sich Fiala und seine Frau Jessica jedenfalls auf Los Angeles zu freuen. Zudem hat der Stürmer nun etwas mehr Zeit, sich an seine neue Heimat zu gewöhnen.
Um das abschliessend zu beantworten, ist es grundsätzlich noch viel zu früh. Man weiss schlicht nicht, wie sich Minnesotas Neuzugang Brock Faber entwickelt und was aus dem Draft-Pick wird. Auf den ersten Blick scheint LA aber den besseren Deal gemacht zu haben. Sie erhalten einen der gefährlichsten Stürmer der Liga bei 5-gegen-5 und sichern sich seine Dienste langfristig.
Der Draft-Pick, den Minnesota erhält, ist nur wenige Positionen vor dem eigenen Pick für den kommenden Draft. Brock Faber gilt als talentierter Verteidiger, ein Superstar wird aus ihm allerdings kaum werden. Aber er stammt aus Minnesota und spielt derzeit auch in der College-Liga NCAA für die University of Minnesota, also ist es ein wenig wie die Rückkehr eines «verlorenen Sohns».
Minnesotas General Manager Bill Guerin waren aufgrund der finanziellen Situation seines Teams auch etwas die Hände gebunden: «Wir mussten uns von Fiala trennen, ansonsten hätten wir drei Leute traden müssen. Es hätte einfach nicht geklappt mit dem Salary Cap. Ich glaube, es war ein fairer und guter Deal.»
Fiala ist der erste grosse Trade und die erste grosse Vertragsunterzeichnung in dieser Off-Season. Er hat gewissermassen den Markt bestimmt. Spieler werden sich in ihren Vertragsforderungen nun an Fialas Beispiel orientieren und General Managers werden den Trade als Vorlage für weitere Deals nehmen.
Das könnten vor allem für die Calgary Flames schlechte Nachrichten sein. Wenn Fiala mit 85 Punkten aus 82 Spielen 7,85 Millionen erhält, wie tief müssen die Flames dann für Johnny Gaudreau oder Matthew Tkachuk in die Tasche langen, die in der vergangenen Saison beide über 100 Punkte geskort und beide auslaufende Verträge haben? Der NHL-Sommer hat mit einem Knall begonnen und dürfte spannend weitergehen.
Falls du es nicht mitbekommen hast, ich habe vor einer Woche Trade-Vorschläge von diversen Teams für Kevin Fiala entworfen. Mein Vorschlag der Kings für einen Fiala-Trade sah so aus:
Trefferquote so lala. Brock Faber war ein Treffer ins Schwarze, aber mit seinen Minnesota-Wurzeln auch eine naheliegende Wahl. Statt Rasmus Kupari, einem ehemaligen Erstrunden-Pick, nahmen die Wild einen kommenden Erstrunden-Pick. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie versuchen werden, einen Spieler zu holen, der sofort einsatzbereit ist. Der Spieler, den sie im kommenden Draft ziehen, ist wohl erst in zwei bis drei Jahren in der NHL einsatzfähig. Der zusätzliche Drittrunden-Draftpick war von mir anscheinend zu grosszügig gedacht.
«Nein, ich ärgere mich nicht. Die Medaille ist genial», betonte Ehammer auf Anhieb. «Über 2 Tage gibt es Hochs und Tiefs. Wenn ich dann mal die Würfe im Griff haben, dann werde auch ich gefährlich.»