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In der Behandlung der
Magenkrankheiten erwarb sich Kußmaul durch Einführung der
Magenpumpe großes
Verdienst. Er schrieb: »Von dem
Mangel, der Verkümmerung und der Verdoppelung der
Gebärmutter,
[* 9] von der Nachempfängnis und der Überwanderung des
Eies« (Würzb.
1859);
»Untersuchungen über das Seelenleben des neugebornen
Menschen« (Leipz. 1859; 2. Aufl., Tüb.
1884);
(Gestade), der vom
Meer bespülte und begrenzte Teil des
Festlandes und der
Inseln. Die Küsten
zeigen hinsichtlich ihrer horizontalen und linearen
Erstreckung, ihrer vertikalen
Erhebung über das
Meer und ihres orographischen
Baues mannigfaltige
Umrisse und
Formen. Die Küstenlänge oder die
Linie, auf welcher ein Land oder ein
Erdteil vom
Meer bespült
wird, ist in ihrem
Verhältnis zum Flächeninhalt desselben
Landes oderErdteils von größter Wichtigkeit,
weil sich danach größtenteils die maritime Zugänglichkeit desselben bestimmt, welche bei der
Frage der Kulturfähigkeit
eines
Landes und
Volkes besonders in Betracht kommt.
Über diese charakteristischen Verhältniszahlen vgl.
Gliederung der Kontinente. Nach ihrer vertikalen
Bildung zerfallen die
Küsten in Flachküsten und Steilküsten. Wo Flachküsten das
Meer begrenzen, senkt sich das Land allmählich
bis zum
Meer und ebenso allmählich unter dessen
Spiegel
[* 18] hinab. An solcher Flachküste setzt das
Meer beständig das von ihm
fortbewegte
Gerölle,
Sand etc. ab und zwar die gröbern
Bestandteile zu oberst, den feinern
Sand und
Schlick, den die zurücktreibende
Welle zum Teil wieder mit fortreißt, zu unterst.
dem Meeresgrund ansammelt. Findet an solchen Steilküsten der Wechsel von Ebbe und Flut statt, so wird der abwechselnde Einfluß
der Luft und des Wassers das Gestein um so rascher zerstören. Wo festeres Gestein zwischen weicherm gelagert ist, wird jenes
dem andringenden Meer noch trotzen, während dieses längst weggewaschen ist. So sind z. B.
die am Fuß der Kreidefelsen Rügens angehäuften Rollstücke Reste herabgestürzter Felsmassen, aus welchen die weichere Kreide
[* 25] ausgespült worden ist.
Sehr augenfällige Wirkungen des Auswaschens zeigen auch die Küsten von Helgoland,
[* 26] welche in mannigfaltig gebildeten Zacken,
zum Teil Thore oder Pfeiler bildend, ins Meer vorspringen. Wo Steilküsten nur aus weichen Gesteinsmassen
bestehen, ist natürlich deren Zerstörung durch das Meer noch ungleich größer, während durchaus feste Felsen, wie z, B.
der GneisNorwegens, mehr glatt gespült werden und im ganzen den brandenden Wogen kräftigen Widerstand leisten.
Solche Gesteine
[* 27] bilden meist wild zerklüftete, zerrissene Küsten, Klippenküsten; ganz besonders aber nennt man so
die Steilküsten mit isolierten, schroffen Felspartien; von ihnen sind die Korallenklippenküsten wohl zu unterscheiden,
indem diese durch Korallenbänke (s. Korallenriffe)
[* 28] gebildet werden und zwar nicht nur an Steil-, sondern auch an Flachküsten.
Für die Schiffahrt sind die Flachküsten im allgemeinen wenig günstig, indem sie häufig auf weite Strecken selbst
für kleinere Fahrzeuge unzugänglich sind, auch selten natürliche Häfen darbieten und kostspielige künstliche Hafenbauten
notwendig machen.