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Auf einer Fahrradtour durch das Val de Travers im Kanton Neuenburg habe ich die dortige Asphaltmine besucht und bin in eine Welt eingetaucht, die mir bisher unbekannt war. Ich hatte keine Ahnung, dass Asphalt als natürlicher Rohstoff unter Tag abgebaut wird. Ich wusste nicht, dass die Schweiz mit dieser Mine ein wichtiger Asphaltproduzent war. Die Mine exportierte zu ihren besten Zeiten ein Viertel der weltweit geförderten Menge Asphalt in alle Erdteile, bis sie sich zu Beginn der 1980er-Jahre nicht mehr rentierte und stillgelegt wurde.
Der Mann, der uns herumführte, erzählte vom harten Alltag der Minenarbeiter. Es waren Bauern aus der Umgebung. Von sechs Uhr früh bis nachmittags um drei arbeiteten sie im Berg. Danach gingen sie nach Hause und arbeiteten in ihrer Landwirtschaft. Sie hatten das eigene Pferd dabei, mit dem sie sonst auf ihrem Hof arbeiteten und das in der Mine zum Ziehen der Wagen mit dem Aushub eingesetzt wurde.
Ich war nicht lange im Berg und bin nur ein paar hundert Meter des kilometerlangen Stollensystems abgelaufen. Ich musste weder mein Mittagessen unter Tag verzehren noch mit dem Pickel Gesteinsbrocken herausbrechen und auf die Transportwägelchen laden. Trotzdem war ich froh, nach einer Stunde der beklemmenden Atmosphäre zu entkommen und wieder ans Tageslicht zu gelangen.
Wieder auf dem Fahrrad schaute ich den Strassenbelag, auf dem ich so leicht davonfuhr, mit anderen Augen an. Ich kann diese und viele andere Annehmlichkeiten in meinem Leben geniessen, weil andere Menschen bereit sind, eine anstrengende und manchmal auch gefährliche Arbeit auf sich zu nehmen.