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Jeff Niklaus kennt sich mit Militärausrüstung und aggressiven Gegnern ebenso gut aus wie mit moderner Technik. Der in Dover, Delaware, geborene Endfünfziger studierte Forstwirtschaft, Business Management und Luftfahrt – und diente ab 1985 während rund zwei Jahrzehnten in der US-Armee. Ab 1989 flog er als Angehöriger des 160. Special Operations Aviation Regiment (SOAR) einen MH-60-Black-Hawk-Hubschrauber. Im Herbst 1993 nahm er als Mitglied der Task Force Ranger in der Mission «Gothic Serpent» in Somalia teil. Dort sass er am Steuerknüppel eines Black- Hawk-Hubschraubers mit der Funkkennung «Super 67» – und war mit diesem am 3. Oktober 1993 in die tragische Schlacht von Mogadischu involviert, welche 2001 im Blockbuster «Black Hawk Down» verfilmt wurde.
Zurück aus Somalia diente er zwei Jahre lang als Verbindungsoffizier der 160. SOAR zur «Delta Force» in Fort Bragg, NC, war bei den US-amerikanischen Operationen «Iraqi Freedom» im Irak und «Enduring Freedom» in Afghanistan aktiv, amtete als Ausbilderpilot, Instrumentenflugprüfer und Standardisierungsoffizier. Nach seinem Austritt aus der Armee unterstützte er im Auftrag des US State Department als Pilot das Programm zur Vernichtung des Mohnanbaus in Afghanistan. Heute arbeitet Niklaus als Pilot eines EMS-Hubschraubers für das «Air Evac Lifeteam» in Danville, Kentucky – und entwickelt mit seiner 2018 gegründeten Firma «Compliant Technologies LLC» nicht-letale Einsatzmittel für die Strafverfolgung und den Strafvollzug. Und die sind alles andere als konventionell.
Der von Jeff Niklaus entwickelte «G.L.O.V.E» (Generated Low Output Voltage Emitter) ist ein Handschuh mit integriertem Tasermodul. Mehrere Metallplatten im Bereich der Handinnenseite erlauben es, einem Kontrahenten, so man diesen an der nackten Haut zu packen bekommt, bis zu 380 Volt starke Stromschläge beizubringen. Diese versetzen das Gegenüber in einen Schockzustand, stören dessen Konzentration und sorgen vor allem dafür, dass dessen Muskelkontraktionen nicht mehr koordiniert ablaufen, da sich die Muskeln verkrampfen. So soll es laut Niklaus «Mitarbeitenden der Strafverfolgungsbehörden leichter fallen, nicht kooperativ agierende Personen schnell und einfach zu sichern, ruhigzustellen und in Gewahrsam zu nehmen». Für die Energieversorgung sind 3.7-Volt-Lithium-Ionen-Akkus verbaut, aktiviert wird das System über einen Ein-/Ausschalter auf dem Handrücken. Laut Hersteller schränken die auch als Motorradhandschuhe erhältlichen G.L.O.V.E den Träger bei der Handhabung anderer Ausrüstung wie Handfeuerwaffe, OC-Spray oder Mehrzweckstock ebenso wenig ein wie beim Steuern eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von ITC-Devices. Zudem funktionieren sie unabhängig voneinander. Es genügt, wenn nur an einer Hand ein G.L.O.V.E getragen wird.
Nach demselben Prinzip funktionieren der von Compliant Technologies vertriebene «E-Band-Restriktor» und die «E-Vest». Ersteres ist ein mit einem Zahlenschloss gesichertes Band, welches um die Hand- oder Fussgelenke gelegt wird und via Fernbedienung aus bis zu 300 Meter Entfernung gesteuert Stromschläge austeilt. Letzteres ist eine analog funktionierende Weste mit zwei Taser-Polstern im Schulterbereich. Das E-Band empfiehlt Niklaus für «den Transport gerade inhaftierter Personen, Gefangenentransporte, Gerichtsverhandlungen und medizinische Besuche oder Krankenhausaufenthalte», die Weste zur Bändigung «gewalttätiger, aggressiver oder anderweitig hochgradig gefährlicher Personen».
Um diese von Anfang an gleich auf Distanz zu halten, gibt es zudem den «E-Baton», einen in vier Längen (600 bis rund 1200 mm) erhältlichen Aluminiumschlagstock mit eingebautem Taser. Dessen zwei nadelförmige Elektroden befinden sich an der Stockspitze, können auch etwas festere Kleidung durchdringen und werden per Knopfdruck mit Strom von bis zu 380 Volt Spannungsstärke versorgt.
Zum Schutz von Einsatzkräften gegen Wurfgeschosse und körperliche Attacken (bewaffneter) Angreifer bei Demonstrationen, zivilen Unruhen und anderen Operationen bietet Compliant Technologies Schilde in diversen Formen und Grössen an. Deren Besonderheit: Die Schilde können als Taser genutzt werden, senden auf Knopfdruck hochfrequenten Schall oder desorientierende, stark pulsierende grüne LED-Lichtimpulse (532 nm) aus. Das «E-Shield» kombiniert Taser und LED-Stroboskop, das «Sound-Shield» trägt 33 mit je 130 dB(A) pfeifende Lautsprecher. Beide Schilde sind rund, messen 58 cm im Durchmesser, wiegen rund 4 kg und bestehen aus hochfestem Polycarbonat. Das rechteckige «Riot-Shield» ist mit 950 x 492 mm deutlich grösser und, da aus hochfestem Flugzeugbaualuminium gefertigt, auch schwerer (5,25 kg). Es verfügt über ein LED-Stroboskop und einen grossen HF-Lautsprecher.
Moderne Kommunikationstechnik ist eine feine Sache – so sie funktioniert. Das freilich ist beileibe nicht immer der Fall, denn digitale Techniken sind naturgemäss anfälliger als die gute alte analoge Telefonie – der nicht wenige Institutionen für Schutz, Rettung und Sicherheit bis heute nachtrauern.
Im Frühjahr 2020 wurden uns die Grenzen aufgezeigt: Am 17. Januar 2020 führte eine massive landesweite Störung im Netz der Swisscom zum Ausfall der Notfallnummern von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Sogar der Betrieb der Schweizerischen Luftwaffe war zeitweise beeinträchtigt. Nur gut drei Wochen später, am 11. Februar 2020, kam es ungeachtet der «griffigen Massnahmen» zur Abhilfe, welche der Telekomriese angekündigt hatte, wieder zum Crash: Bei Wartungsarbeiten kollabierte das Swisscom-Netz – und erneut waren vielerorts die Notfallnummern nicht mehr erreichbar, unter anderem im Raum Basel-Land, im Tessin, in der Ostschweiz, in Zürich. Und am 16. März führte die durch die Corona-Pandemie provozierte landesweite Ausnahmesituation zu flächendeckenden Überlastungen im Netz, wobei die Notruftelefone allerdings weiterfunktionierten.
All dies führt vor Augen: In unserer digitalen Welt gibt es niemals und nirgendwo eine hundertprozentige Funktionssicherheit – auch wenn diese immer wieder eingefordert und jeder Systemausfall umgehend harsch kritisiert wird.
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga stellte nach dem zweimaligen Ausfall der Notruftelefonie gegenüber der Swisscom klar: Der Bund, als Hauptaktionär von Swisscom, fordert, dass die Grundversorgung jederzeit und qualitativ einwandfrei funktioniert. Eine Lösung für die Problematik blieb sie freilich schuldig. Und die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) liess zwar verlauten, es sei «für die Bevölkerung beunruhigend», wenn während gewisser Zeiten keine Notrufe möglich seien. Doch auch sie hat keine Instrumente, welche dies zu verhindern vermögen.
Daher muss, auch wenn solche Forderungen und solche Kritik natürlich völlig berechtigt und verständlich sind, vor allem eines festgehalten werden: Es geht weniger darum, prinzipiell denkbare und technisch mögliche Ausfälle zu verhindern, als vielmehr darum, sich adäquat und wirkungsvoll darauf vorzubereiten. Denn ein Problem mit grundsätzlich zu erwartenden Ausfällen hat nicht der, welcher mit einem solchen konfrontiert wird, sondern nur jener, der nicht vorbereitet war. Immerhin wusste schon Louis Pasteur: «Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet war.»
Natürlich räumte Swisscom-Chef Urs Schaeppi damals ein, es sei «inakzeptabel, wenn Notrufnummern ausfallen», ebenso, wie er zusicherte, man werde Möglichkeiten für zusätzliche «Rettungsschirme» für die Notfalldienste prüfen.
Doch entsteht daraus hundertprozentige Sicherheit? Sicher nicht!
Viele Verantwortliche von Institutionen aus dem BORS-Umfeld treffen aus genau dieser Sicht des «Vorbereitet-Seins» heraus präventive Massnahmen, suchen nach praktikablen Lösungen für den Fall der Fälle – und fokussieren dabei unter anderem auf die in ihren Kreisen weitverbreitete TELEPAGE-Funkruflösung von Swissphone (www.swissphone.com). Diese versorgt nämlich erstens rund 99 Prozent der bevölkerten Schweiz, hat zweitens ihre Zuverlässigkeit längst bewiesen und kann drittens um «autarkes Paging» ergänzt werden – welches genau im Fall eines Netzausfalls oder Blackouts hilft. Dies, weil mittels autarken Pagings Meldungen selbstständig und autonom auf bereits verwendete Pager-Endgeräte versendet werden können – völlig unabhängig von öffentlichen IP-Netzen oder anderen Infrastrukturen und erst noch auf den bekannten Frequenzen. Der Skalierung sind dabei grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. «Autarkes Paging kann eine Gemeinde, einen Gemeindeverbund oder auch mehrere Kantone abdecken», bestätigt Robert Bolecek, Kommunikationschef der Swissphone Wireless AG.
Eine der ersten Deutschschweizer Institutionen, die auf autarkes Paging vertrauen, war das Feuerwehrinspektorat Baselland. Dieses hat autarkes Paging seit 2017 in Betrieb. Die Gemeinde Schwyz zog vor einigen Monaten gleich – und war relativ schnell nach der Implementierung froh darüber. Kari Pfyl, Stabschef Gemeindeführungsstab Schwyz und Alarmierungsverantwortlicher der Gemeinde Schwyz: «Parallel zum autarken Paging haben wir im Sinne einer Vorbereitung auf entsprechende Situationen Notfalltreffpunkte definiert und ein Merkblatt erstellt. Als dann am 10. Februar 2020 ein Stromausfall weite Teile des Kantons Uri und des Kantons Schwyz lahmlegte, konnten wir dem Prozessplan folgend über das Paging einen Voralarm auslösen – und innert weniger als einer Stunde war der Notfalltreffpunkt einsatzbereit. Dieser Ernstfall hat gezeigt, dass wir durch das autarke Paging, die Notfalltreffpunktdefinition und das zugehörige Merkblatt ein deutliches Plus an Sicherheit gewonnen haben.»
Kein Wunder also, dass der Kanton Schwyz nun darüber nachdenkt, alle Feuerwehren mit autarkem Paging auszurüsten – und auch beim Regionalen Führungsorgan (RFO) Bantiger, das bei einem Grossereignis die Massnahmen auf Gemeindegebiet sowie für acht angeschlossene Gemeinden koordiniert, ist autarkes Paging ein Thema, wie RFO-Leiter Christian von Ins verrät: «Wir als RFO sind in Ausnahmesituationen gefragt. Etwa dann, wenn die Bevölkerung keine Notrufe mehr absetzen kann oder wenn bei Grosslagen erhöhter Ressourcenbedarf besteht. Genau in diesen Fällen aber sichert autarkes Paging unsere Handlungsfähigkeit: Wir können über die Pager Voralarm geben und die Notfalltreffpunkte schneller besetzen, da die Anlaufzeit herkömmlicher Notkonzepte entfällt. Zudem können wir lageabhängig jederzeit zusätzliche Kräfte aufbieten – auch wenn die Stromversorgung oder das öffentliche Netz ausgefallen sind.»
Das klingt einleuchtend. Eventuell sollten auch die Verantwortlichen in Bern in Betracht ziehen, den mit der Aufgabe des analogen Telefonnetzes verbundenen Verlust an Sicherheit, welcher die gesamte Bevölkerung betrifft, zumindest teilweise dadurch wettzumachen, dass der Bund ein für alle Blaulichtorganisationen zugängliches, landesweites Funkrufnetz mit autarkem Paging fördert. Am Geld sollte das nicht scheitern. Immerhin ist Vorbeugung die beste Medizin –
und gute Vorbereitung alles.
Das mühsame Ausgiessen von zu sichernden Reifenspuren oder Fussabdrücken an einem Tatort gehört ab sofort in die Kategorie «Es war einmal». Denn neuerdings können solche Spuren ganz einfach gescannt werden – schnell, exakt und vor allem zerstörungsfrei. Möglich macht dies der tragbare 3D-Forensics-Scanner «kolibri cordless» in Kombination mit der 3D-Datenanalysesoftware «R3 Forensics». Entwickelt wurde beides auf Anforderungen der Polizei – und zwar von Spezialisten des Fraunhofen-IOF gemeinsam mit Entwicklern mehrerer Industriepartner und gefördert mit Geldern aus einem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU.
Einer der Industriepartner, die Gexcel SRL aus Italien (www.gexcel.it), steuerte nicht nur die komplexe 3D-Software bei, sondern kümmert sich seit einigen Monaten auch um den Vertrieb der zwischenzeitlich ausgereiften Geräte. Diese wiegen etwa vier Kilogramm und sehen eher unscheinbar aus, haben es aber im wahrsten Sinn des Wortes in sich.
In dem robusten, wetterfesten Gehäuse verbergen sich zwei Kameras und ein Laser-Projektor (Klasse 1). Letzterer projiziert ein Streifenmuster auf den zu scannenden Abdruck, während die Kameras zeitgleich Bilder aus verschiedenen Winkeln schiessen. Wird das zu vermessende Objekt aus mindestens zwei Richtungen mit jeweils zwei um 90 Grad gedrehten Streifenmustern abfotografiert, können durch Auswertung der durch die Höhenstruktur des zu scannenden Objekts erzeugten «Krümmungen» und «Stufen» im projizierten Muster exakte 3D-Bilder des Abdrucks generiert werden. Die hierzu nötige 3D-Software, welche ein auf dem Bildschirm in allen drei Achsen frei drehbares 3D-Bild erzeugt, gehört ebenso zum Lieferumfang wie eine auf den forensischen Alltag abgestimmte Auswertungssoftware. Beide Lösungen sind intuitiv bedienbar und erlauben neben der detaillierten Analyse von Daten vor allem auch deren Archivierung.
Die dritte Kamera, oben auf dem Gehäuse des batteriebetriebenen Scanners montiert, dient übrigens nicht den eigentlichen 3D-Aufnahmen. Vielmehr hilft sie dem Operator beim Schiessen möglichst scharfer Bilder. Diese können, grob ausgewertet, unmittelbar auf einem kleinen Monitor betrachtet werden.
Das Gerät verfügt über einen Selbstkalibrierungsmechanismus und wird standardmässig mit einer Canon EOS 200D oder einer Canon 5D Mark IV bestückt. Ohne Kamera misst es 35 x 24 x 26 cm. Die Stromversorgung erfolgt über Akkus (24V DC), zum Transport kann alles in einem IP67-geschützten Koffer verstaut werden.
Fingerabdrücke verraten Täter – doch sie sind längst nicht auf allen Oberflächen nachweisbar, insbesondere auf Metallen, die zuvor extremer Hitze ausgesetzt oder gründlich gereinigt wurden. Damit macht «Recover LFT» (Recover Latent Fingerprint Technology) von Foster & Freeman, vorgestellt auf der GPEC 2020 (General Police Equipment Exhibition & Conference) Mitte Februar in Frankfurt nun Schluss.
Mithilfe des neuen Systems, bestehend aus einer Bedampfungskammer und einem Bildgebungssystem, können Fingerabdrücke auch dort aufgedeckt, entwickelt und gesichert werden, wo die bisherigen Methoden versagen: einerseits auf stark erhitzten Metallen wie etwa den Hülsen abgefeuerter Patronen, auf Bombenfragmenten oder auf Metallteilen von in Brand gesetzten Fahrzeugen. Andererseits auf abgewaschenen oder bewusst gesäuberten Metall-/Legierungsoberflächen, beispielsweise einem Messer, das in einem Bach respektive See entsorgt oder von der Täterschaft gereinigt wurde. Zudem soll die Methode auch auf Metall-/Kunststoff-Gegenständen wie Schrotpatronen funktionieren, erklärte ein Firmensprecher im Rahmen der Präsentation der neuen Technologie auf der GPEC 2020.
Der zu untersuchende Gegenstand wird mit einer vordefinierten Charge Chemikalien in eine Gaskammer eingebracht und in dieser voll automatisiert während etwa 30 Minuten mit Dischwefeldinitrid bedampft. Dabei bilden sich überall dort, wo Finger die Oberfläche berührt und eine sogenannte «Korrosionssignatur» hinterlassen haben, Schwefel-Stickstoff-Polymere, sogenannte Polythiazyl. Die so entwickelten Abdruckspuren werden danach am «DCS 5»-Bildgebungsarbeitsplatz fotografisch dokumentiert. Zur Sicherung verzerrungsfreier 2D-Bilder von Fingerabdrücken auf zylindrischen Oberflächen, etwa Patronenhülsen, steht ein Gerät zur Verfügung, in welches das zu untersuchende Objekt eingespannt und langsam gedreht wird. Die zeitgleich aufgenommenen Serienaufnahmen werden automatisch überblendet und zu einem 2D-Bild kombiniert.
Hinter der Technologie stecken zehn Jahre Arbeit und viel Kooperation. Zuerst hatten Forscher am Zentrum für angewandte Wissenschaften und Technologie CAST der Universität Loughborough die Möglichkeit, organische Rückstände mithilfe von Dischwefeldinitrid nachzuweisen, entdeckt. Danach wurde die Technologie mit Unterstützung des britischen Labors für Verteidigungswissenschaften und -technologien DSTL weiterentwickelt und letztlich wurde sie nun von Foster & Freeman in Form eines anwendungsfertigen Geräts zur Marktreife geführt.
In einem unabhängigen Test, dessen Ergebnisse im renommierten Fachmagazin «Science & Justice» publiziert wurden (Vol. 59, 6, Nov. 2019, p 606ff), erwies sich das für mehrere Patente angemeldete und vom britischen Verteidigungsministerium zertifizierte Verfahren als «deutlich zuverlässiger und einfacher als bisherige Methoden», namentlich die Cyanacrylat-Bedampfung oder die Vakuum-Metallisierung. Dies vor allem, weil die neuartige Methode nicht nur die Präsenz von Hautschweiss oder Hautölen, also den eigentlichen Fingerabdruck, zu entwickeln vermag, sondern vielmehr die durch einen Fingerabdruck veränderten physikalischen Eigenschaften des Metalls, insbesondere minimalste Korrosionsspuren, detektiert. Denn genau diese können im Gegensatz zum eigentlichen Fingerabdruck, also Hautfett, weder durch Erhitzen, noch durch Abreiben, Abwaschen oder Säubern der Oberfläche unter Zuhilfenahme von Reinigungs- oder Bleichmitteln entfernt werden.
Auch die Royal Canadian Mounted Police unterzog das neue System einem «Proof of concept». Dabei konnten die kanadischen Forensiker auf immerhin 17 von 147 abgefeuerten Patronen (.223 Rem) identifizierbare Fingerabdrücke sichtbar machen (12 %). Auf rund 19 Prozent der Hülsen konnten zudem zu Vergleichszwecken geeignete Abdrücke entwickelt werden. Die Resultate wurden im «Journal of Forensic Identification» (Della Wilkinson et al., Iss. 1, Jan – Mrz 2020) publiziert.
Weitere Informationen zum System erhalten Interessierte bei der für den Schweizer Vertrieb zuständigen Forensity AG, c/o Noser Engineering AG, Platz 4, 6039 Root D4,
Tel.: 041 511 41 62, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Die Thuner B&T AG lanciert zwei Zubehörneuheiten: Erstens wird das «USW»-Chassis zur Kampfwertsteigerung von Pistolen nun auch für die CZ P-10 angeboten, und zwar sowohl für die F-Variante mit 5-Zoll-Lauf als auch für das C-Modell mit 4-Zoll-Lauf. Wie das «USW-G17»-Chassis für die GLOCK 17 und 19 verfügt auch das «USW-P10»-Chassis über eine klappbare Schulterstütze sowie Aufnahmen für Rotpunktvisier und Waffenlampe. Die zweite Neuheit ist eine Teleskopschulterstütze für die HK MP5. Die Stütze wiegt nur 495 Gramm, baut ultrakompakt und kann ausgezogen werden, ohne einen Hebel betätigen zu müssen (fünf Positionen).
Die Wyssen Defence AG bietet mit dem für alle Pistolen mit Gewindelauf geeigneten «Minikompensator» ein witziges Gadget an. Zudem ist die integralgedämpfte WD15 neu als Variante im Kaliber .300 BLK für Spezialeinheiten zu haben. Ebenfalls in diesem Kaliber sowie in 6.5 Creedmoor ist das von der Swissloxx AG importierte Desert Tech MDRX erhältlich. Bei der zweiten Generation des «Micro Dynamic Rifle» im Bullpup-Design wurden zudem Abzug, Gasblock und Polymerchassis verbessert. Überdies ist der Selbstlader jetzt als Modell «SE» (side eject) lieferbar. Der Multikaliber-Repetierer SRS A2 kommt 2020 in zusätzlichen Kalibern, etwa .300NM und .338 NM.
SwissArms kündigt für 2020 die Auslieferung des Präzisionsgewehrs SG750 Creedmoor im Kaliber 6.5 CM mit 22-Zoll-Lauf und des kompakten SG553 BK im Kaliber .300 BLK mit 305-mm-Lauf an. Für beide Waffen ist diverses Zubehör, vom Schalldämpfer über verschiedene Optiken bis hin zum Granatwerfer, lieferbar.
Abwehrmittelspezialistin Piexon AG aus Aarwangen hat den auf der EnforceTac 2019 präsentierten Pepper-Jet «EOC», bei dem ein Laser die Entfernung zum anvisierten Ziel misst, woraufhin mikroprozessorgesteuert der Pumpendruck und der Winkel der Sprüh-Schwenkdüse automatisch justiert werden, zur Serienreife entwickelt. Das für den Behördenmarkt entwickelte Gerät mit optischer Distanzwarnung wird ab Frühsommer ausgeliefert. Ebenfalls neu ist der «Guardian Angel 4 PRO» mit neuer Form und rechtsseitigem Fixierclip zum einfacheren verdeckten Tragen. Der JPX4 Compact-2 kombiniert kompakte Abmessungen mit den vier 14-x-109-mm-pxn-Patronen und der integrierten Laserzielhilfe des JPX6.
Man könnte meinen, es gäbe neue Lärmschutzverordnungen für das Schiesswesen, so viele neue Schalldämpfer kommen 2020 auf den Markt. Von B&T stammen die sehr leichten Modelle «Impuls OLS» und «Impuls OLS Compact» für 9-mm-Pistolen sowie der Gewehr- und MG-Signaturdämpfer «Reduced Backpressure Suppressor» (RBS). Dieser arbeitet wie der 2013 lancierte MP9-Schalldämpfer mit einer Niederdruckexpansionskammer zur Reduktion der durch das Auswurffenster austretenden Verbrennungsgase. Der neue RBS-Dämpfer ist für die Kaliber 5.56 (.223) und 7.62 (.308) erhältlich, und zwar wahlweise als direkt montierbare Version für diverse Mündungsgewinde oder als Variante mit neu entwickeltem Schnellverschluss zur Montage auf NATO-A2-Feuerscheindämpfer.
Wyssen Defence bietet mit dem «WD-Nano 9C» einen 60 bis 70 Gramm leichten, 97 mm kurzen Schalldämpfer für 9-mm-Pistolen an. Dieser hat eine Nato-Zertifizierung (NSN-Nummer), wurde von einer Spezialeinheit eingehend getestet und zwischenzeitlich auch beschafft und dämpft den Mündungsknall um 12.5 (trocken) bis 24.5 dB(A) (nass). Zudem sind zahlreiche Schalldämpfer des Herstellers aus Reichenbach-Wipsch nun auch mit (einhändig bedienbaren!) Aufnahmen für Nato-Mündungsbremsen zu haben.
Ganz neu auf dem Schweizer Markt sind die betont leichten Monolith-Schalldämpfer des australischen Herstellers «Oceania Defence» (Import: Swissloxx AG). Sie werden im 3D-Metalldruckverfahren aus Titanium 6AI4V oder Inconel 718 für Faust- sowie Handfeuerwaffen diverser Kaliber (.223, .308, .338 LM, .45 ACP, 9 mm Luger) gefertigt.
Swiza lanciert 2020 mit dem «Single Hand» ein einhändig bedienbares Sackmesser mit wahlweise glatter oder wellenförmig geschliffener 75-mm-Klinge. Das Messer ist in zahlreichen Varianten mit fünf bis 14 Funktionen erhältlich.
Wer Edleres sucht, wird bei «Sknife» aus Biel fündig. Die 2014 von Michael Bach gegründete Manufaktur fertigt Nobles für die besten Restaurants der Welt – und mit dem «Steakmesser to go» das vermutlich hochwertigste, weil zu 100 Prozent in der Schweiz sowie in aufwendiger Handarbeit gefertigte Klappmesser der Welt. Die 10 cm langen Klingen werden im Emmental gesenkgeschmiedet, wahlweise aus nitriertem Chirurgen- oder 800-lagigem Torsions-Damaststahl, und sind im Messer keramikgelagert. Die Griffe bestehen aus mit Acrylharz stabilisiertem Schweizer Holz. Das Messer mit Standardklinge kostet 599 Franken, die Damaststahlvariante 999 Franken.
Crosscall aus Frankreich lanciert mit dem CORE–T4 ein auf Android 9 basierendes ruggedized Tablet für den Ausseneinsatz. Das nur 14 mm dicke Tablet ist nach MIL STD 810 G geprüft, erfüllt den IP68-Standard (1,5 Meter Wassertiefe, 30 Minuten), wird von einem Qualcomm-Quad-CORE-Prozessor befeuert (1.8 GHz) und trägt ein Gorillaglas 3 über dem 8-Zoll-Bildschirm (Format 16:10, 1280 x 800 px). Das rund 600 Gramm schwere Gerät mit Dual-SIM und Micro-SD-Slot übersteht Stürze aus 1,5 Metern und ist bei Temperaturen von -25 bis +50 °C einsatzfähig. Dabei soll der 7000-Ah-Akku zwischen 18h 24min (GPS-Einsatz) und 756 Stunden (reines Standby) durchhalten. Zudem verfügt das 4G+-fähige CORE-T4 über GPS (A-GPS, Glonass, Beidou, Galileo) und kann mit den Crosscall-eigenen X-Link-Accessoires (Magnethalter, e-Pen etc.) kombiniert werden.
Passend zum neuen Tablet baut Crosscall seine CORE-Smartphone-Baureihe aus. Diese umfasst nun das kompakte 5-Zoll-Modell CORE-M4 mit Android 9 PIE, das unter Android 9 PIE GO laufende CORE-M4 GO und das CORE-X4 mit Qualkomm-Snapdragon-SDM-450 Achtkernprozessor, Gore-Membran und 5,45-Zoll-Display.
Besonders kompakt und doch robust ist die von US-Hersteller Seek Thermal lancierte «Reveal Fire Pro». Sie wiegt nur 180 Gramm und ist intuitiv einfach bedienbar – natürlich auch mit Handschuhen. Der Thermosensor an der Gerätestirnseite liefert Bilder mit 320 x 240 Pixel auf das 2.4-Zoll-Display unterm Gorillaglas. Dabei hat der Nutzer die Wahl zwischen drei Modi: Color (Ausbildung), Survey (Personensuche) und Fire (Innenangriff). Das Gerät bietet 4 GB internen Speicher, eine 300 Lumen starke, integrierte LED-Lampe sowie einen Edelstahl-D-Ring zur Befestigung an der Einsatzkleidung. Alternativ zur Feuerwehr-Version gibt es auch eine Version für den Einsatz bei Polizei und Sicherheitsdiensten.
Das auf Militär- und Polizeiausrüstung spezialisierte Unternehmen Tasmanian Tiger erweitert 2020 sein Medic-Line-Portfolio. Neu sind der «Medic Assault Pack MK II L» mit 19 Liter Volumen und die «Medic Hip Bag» mit Inneneinteilung für medizinische Ausrüstung und nach oben aufziehbarem Deckel. Der abnehmbare Hüftgurt erlaubt das Tragen als Schultertasche, Adapter ermöglichen die Befestigung auf Plattenträgern. Das ebenfalls neue «Modular Medic Insert», bestehend aus einklettbaren Klarsicht-Taschen, Loop-Panels sowie einer Zwischenwand, verwandelt die Rucksäcke «Modular Pack 30» und «Modular Pack 45» in Medic-Rucksäcke.
Neu in der Foto-Line sind der Kamera- und Dokumentationsrucksack «Modular 30 Cam & Doc Pack», zwei neue Objektivtaschen (Lens Bags) und das «Modular Camera Insert 30» zur Umrüstung des TT Modular Pack 30 in einen Fotorucksack.
Speziell für verdeckte Ermittler entwickelt wurden die Rucksäcke «Tac Modular SW Pack 25» und «City Daypack 20». Diese sehen äusserlich betont zivil aus, ermöglichen aber dank herausnehmbarer Klett-Trennwand und Molle-Klett im Innern eine individuelle Bestückung. Das Hauptfach kann jeweils sowohl von der Vorder- als auch der Rückseite her komplett aufgezogen werden. Ein im Bodenfach integrierter Signalflap für Patches der Einsatzkräfte kann bei Bedarf einfach auf die Front geklettet werden. Alle Reissverschlüsse sind abschliessbar.
Für den Nachteinsatz bietet Tasmanian Tiger zudem ab 2020 zahlreiche Einsatz- und Medic-Rucksäcke, Daypacks und Magazintaschen in der Farbe Stone/Grey Olive mit zertifizierter IRR-Ausrüstung an. Diese unterdrückt nachweislich die IR-Reflextion, was die Erkennbarkeit bei Verwendung von Nachtsichtgeräten erschwert.