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Leben und Reisen auf Gletschern
In diesem Abschnitt wird gezeigt, wie Menschen auf Gletschern leben. Möglichkeiten der Gletscherbegehung und die damit zusammenhängenden Gefahren sowie Transportmöglichkeiten zu abgelegnen Gletschern (z.B. mit dem Schiff oder Flugzeug) werden auch gezeigt. Der Schwerpunkt wird hierbei auf die Forschungsarbeit in den polaren Regionen gelegt.
Kampieren auf Gletschern ist eine besondere Attraktion im Leben eines Naturwissenschaftlers der Antarktis, obwohl es manchmal sehr beschwerlich sein kann. Im Bild hier erkennt man ein Feldlager des US Antarctic Program, welches auf Seitenmoränen des Shackleton Glacier (85ºS) aufgebaut ist. Traditionelle pyramidenförmige Scott-Zelte wechseln sich mit modernen leichten Bergsteigerzelten ab. Die Fahnen dienen im Falle eines heftigen Schneesturmes als Orientierung. MH
Gletscherspalten stellen einige der größten Hindernisse während einer Gletscherwanderung dar. Wenn ersichtlich, so wie hier auf dem Griesgletscher, Kanton Wallis, Schweiz, müssen die Routen oft geändert werden. Wenn sie mit Schnee gefüllt sind, muss man sich anseilen und die Festigkeit des Untergrunds erproben, um einen Sturz durch eine Schneebrücke zu vermeiden. MH
Ein Schmelzwasserrinnsal auf der Oberfläche des White Glacier, Axel Heiberg Island in der kanadischen Arktis im Winterschnee. Solche Bäche auf arktischen Gletschern können mehrere Meter tief sein, so daß man sie nicht überqueren kann, besonders wenn der Schnee zu schmelzen beginnt und sich große Schneematschgebiete unter der Schneedecke bilden. Der Schneematsch kann abrupt und ohne Vorwarnung abrutschen. MH
Das Überqueren von Schmelzwasserflüssen kann am Nachmittag schwieriger sein, als am Morgen wegen der variierenden Menge des Abflusses. Das obere Bild (erst im grossen Bild sichtbar) wurde unter dem Vadret da Morteratsch an einem Julimorgen gemacht, das untere am Nachmittag, als das Abschmelzen und somit auch der Abfluss stärker geworden waren. JA
Das Wetter kann sich in den Hochländern von Spitzbergen in der norwegischen Arktis sehr schnell ändern. Dieser Sturm, der sich hier Wilsonbreen nähert, ist innerhalb von ein paar Stunden angekommen und Schneesturm gab es anschließend für drei Tage, in denen die Gruppe in ihren Zelten bleiben musste. MH
Gletscherwanderungen können sehr gefährlich sein; das Anseilen ist sehr wichtig, vor allem weil Gefahren nicht immer klar ersichtlich sind. Hier überquert eine Reisegruppe ein Gebiet mit vielen Gletscherspalten während eines Trainings auf Ross Island, Antarktis. MH
Langlaufen auf dem Lomonosovfonna, ein Eisfeld im Hochland von Spitzbergen - mit einem Schlitten aus Glasfasern. Dies ist eine sehr effektiver Art und Weise der Fortbewegung auf unregelmäßigen und schneebedekten Gletschern. MH
Ein Hundeschlitten des British Antarctic Survey auf Adelaine Island in der Antarktis. Mit dem Verbot von Hunden Mitte der 90er Jahre sind Reisende heutzutage auf motorisierte Transportmittel angewiesen. (Bild Nick Cox).
Der kräftige Grönlandhusky war die Hauptstütze der antarktischen Hundeschlittenfahrt. Dieses Tier vor der Scott Base in McMurdo Sound war ein Mitglied des letzten neuseeländischen Hundeteams, bevor dieses in 1987 zurück nach Neuseeland geholt wurde. MH
Für das Reisen auf schneebedeckten Gletschern in kleineren Gruppen sind Motorschlitten die besten Transportmittel. Hier ruhen sich Mitglieder einer geologischen Forschungsgruppe, welche die Eiskappen von Ny Friesland im nordöstlichen Spitsbergen innerhalb von sechs Wochen überqueren, unter einem 1.500m hohen Berg aus. MH
In gemischtem Gelände kahler Böden und schneefreier Gletscher sind Geländewagen beliebt. Hier hat eine Forschungsgruppe ihre Allradfahrzeuge in einem Camp am Hamilton Point auf James Ross Island geparkt. Im Hintergrund sind durch den Schnee verschleierte Eisberge des Admiralty Sound zu sehen. MH
Um schwere Ausrüstung und eine große Anzahl von Menschen in der Antarktis zu transportieren, werden häufig Traktorzüge benutzt. Hier sehen wir eine neuseeländische Gruppe auf dem Meereis vor dem Kliff des Barnes Glacier auf der Ross Insel. Dieses vielseitige Zugfahrzeug, ein Hagglund, schwimmt sogar, falls es durch das Meereis bricht
Dieser Bus ist eines der besseren motorisierten Transportmittel. Er heißt ‘Ivan der Terrabus’ - wahrscheinlich nach einem russischen Zaren benannt. Er wird von Mitgliedern des antarktischen Programms der USA benutzt, um Passagiere zum Williams Field, der Startbahn des McMurdo Ice Shelf in der Nähe von Ross Island, zu bringen. MH
Für größere Projekte in der Antarktis, wie z.B. Eisbohrungen oder andere geologische Projekte, werden Unterkünfte der Größe eines kleinen Dorfes benötigt. Das antarkische Programm der USA verlässt sich auf ein LC-130 ‘Hercules’ Flugzeug mit Skiern, welches hier für ein geologische Projekt auf dem Shackleton Glacier im Transantarktischen Gebirge eingesetzt wurde. MH
Ein UH-1N ‘Huey’ Helikopter der Antarctic Development Squadron Six unterstützt Naturwissenschaftler auf kurzen Reisen in der Region des McMurdo Sound. Dieser Helikopter hilft bei der Überquerung des Taylor Glacier in den McMourdo Dry Valleys. MH
In der Antarktis muss die Camping-Ausrüstung Winde von Orkan-Stärke aushalten können. Die pyramidenförmigen Zelte sind zwischen Steinen, Schnee und Ausrüstung verankert. Im Hintergrund sieht man einen ‘Squirrel’-Helikopter, der auf ein Lager auf dem Shackleton Glacier zufliegt, um einer geologischen Feldgruppe neue Vorräte zu bringen. MH
Eisbrecher sind die einzigen Schiffe, die sicher durch Gewässer mit Eisbergen fahren können; dennoch können die unter Wasser liegenden Teile Eisbergen sehr gefährlich sein. Hier macht der Royal Navy Eisbrecher ‘HMS Endurance’ hydrographische Untersuchungen in der Region zwischen James Ross Island und Snow Hill Island der Antarktischen Halbinsel, wobei er nah an Eisberge heran kommt.
Ein heißes Bad ist ein ungewöhnlicher Luxus für eine Gruppe von Glaziologen, die schon mehrere Wochen Feldarbeit hinter sich haben. Hier wurde ein Heißwasserbohrsystem, welches normalerweise zur Messung der Verformung des Eises dient, umfunktioniert. (Foto David Vaughan).
Geologen kampieren im Nährgebiet des Auslassgletschers Wilsonbreen in Nordost-Spitzbergen; Backlundtoppen (1081m) im Hintergrund. Die Zelte wurden abgesichert, indem Schnee an den Seiten aufgehäuft wurde. Das Fahrzeug links im Bild ist ein ‘Argocat’, ein Geländefahrzeug mit Kuven. Die Gruppe musste sich während sechs Wochen selbst versorgen. MH
Umfangreiche Projekte in der Antarktis weitab vom Basislager erfordern eine umfassende logistische Unterstützung. Amerikanische Unternehmen sind oft sehr groß, so wie diese geologische Expedition auf dem Shackleton Glacier im zentralen Transantartischen Gebirge. Das Camp wurde mit einem Hercules-Flugzeug mit Skiern, zwei ‘Squirrel’ Helikoptern und einem Twin Otter beliefert. MH
Für feste Stationen auf dem antarktischen Inlandeis wurden verschiedene Strategien entwickelt, um mit dem Schnee und den Schneewehungen klar zu kommen; das Einfachste ist, Gebäudewände zu verstärken und den Schnee anhäufen zu lassen, so wie die deutsche Georg von Neumayer Station auf dem Ekstroem Eisschelf. Unter Tage zu Leben ist allerdings nicht die schönste Seite des Lebens in der Antarktis. MH
|Fotos: Michael Hambrey (MH), Jürg Alean (JA)|