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Russell A. Kirsch, Eines der ersten gescannten Bilder. Das Bild wurde 1957 vom National Institute of Standards and Technology produziert. Es zeigt Walden Kirsch, den Sohn des Teamleiters Russell A. Kirsch, der den Bildscanner entwickelt hat
Ein Scan ist das Abbild einer Vorlage in Form einer digitalen Datei, die durch das Erfassen von Messdaten in einem Scanner entsteht. Scans müssen zur Speicherung immer vom Scanner auf ein Speichermedium, wie eine SD-Karte, einen USB-Stick oder eine Festplatte übertragen werden. Der erste Scan wurde 1957 von Russell Kirsch (*1929) erstellt und zeigt eine Fotografie seines neugeborenen Sohnes.
In der Analog- und Digitalfotografie wird das zurückfallende Licht vom Motiv auf den Fotofilm (bzw. die Sensoren) im Ganzen erfasst. Im Gegensatz hierzu fährt beim Scan ein Sensor am Bild nach und nach entlang. Flachbettscanner, die in Büros oder auch Zuhause genutzt werden, sind günstig und weit verbreitet. Hierfür wird ein Dokument oder Foto flach auf eine Glasplatte gelegt, unter der ein Licht angebracht ist. Wenn nun der Lichtleiter, der mit einem starken Licht und Messsensoren versehen ist, am Bild entlangfährt, erkennen die Sensoren, wie viel Licht das Objekt auf der Glasplatte zurückwirft. Je mehr Licht den Sensor erreicht, umso mehr Strom wird weitergeleitet, an dem der Scanner Pixel für Pixel den Digitalwert, also wie hell oder dunkel das Motiv ist, berechnen kann. Als Binärcode werden diese Informationen dann an den Computer weitergeleitet, der die Daten wieder zu einem Bild zusammenfügt.
Farbscanner arbeiten mit mehreren Sensoren, wobei jeder Sensor über einen Farbfilter (Rot, Grün oder Blau) verfügt und somit bloss diese Farbigkeit erkennen kann. Die Rot-, Grün- und Blauanteile werden also getrennt gemessen, im Computer zusammengefügt und dann in Mischfarben dargestellt. Da Scanner für flach aufliegende Gegenstände entwickelt wurden, verfügen sie über eine geringe Schärfentiefe und können nur die direkt auf dem Glas liegenden Stellen scharf abbilden. Alles was dreidimensional ist bzw. ein Volumen hat, wird verschwommen aufgenommen.
Die Trommelscanner liefern hingegen die besten Ergebnisse in Bezug auf Geschwindigkeit, Auflösung und Detailwiedergabe. Hier wird die Vorlage auf einer sich im Kreis drehenden Trommel befestigt, das Bild dreht sich bei der Erfassung am sich ebenso bewegenden Beleuchtungs- und Messsystem vorbei. Die Daten werden folglich schraubenartig erfasst. Werden durchsichtige Vorlagen wie Dias oder Negative gescannt, setzt man häufig Durchlichtscanner ein, denn diese Bildvorlagen werden von der Rückseite her durchleuchtet, damit das Bild sichtbar wird.
Russell A. Kirsch, «Precision and Accuracy in Scientific Imaging», in: Journal of Research of the National Institute of Standards and Technology 115, Nr. 3 (Mai–Juni 2010), 195–199.
Christiane Paul (Hg.), A Companion to Digital Art (Chichester, West Sussex: Wiley Blackwell, 2016).
Sven Schönauer, «Der digitale Referenz-Scan. Zur Zustandsdokumentation mittels spektraler Farbmesswerte», in: Rundbrief Fotografie 22, Nr. 2 (2015), 57–58.
Peter Smith und Carolyn Lefley, Rethinking Photography. Histories, Theories and Education (New York; London: Routledge, 2016).