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Paul Klee
Meisterwerke der Sammlung
Djerassi
in der Kunsthalle Krems vom 16.
Juni bis 29. September 2002
Katalog: Prestel, 2002, 152 S.
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Hinzugefügt am 14. Juni 2008
Carl Djerassi vermacht der Albertina in Wien nach seinem Tod („promised
gift“)
67 Werke aus seiner Sammlung von mittlerweile 140 Werken von Paul Klee .
Artikel vom 28. Juni 2002
Erstmals werden in Europa 100
Werke von Paul Klee aus der Sammlung Djerassi gezeigt, zusammen mit 20
Ölgemälden. Damit präsentiert die Kunsthalle Krems die bisher umfangreichste Paul
Klee-Retrospektive in Österreich.
Die Paul Klee-Sammlung von Carl Djerassi umfasst vor allem Arbeiten auf Papier
(Aquarelle, Gouachen, Grafiken, Drucke, Zeichnungen). Das früheste Werk der Sammlung
entstand noch in Klees Gymnasialzeit, das späteste wurde nach dem Tod des Künstlers
(am 29. Juni 1940) in
dessen Atelier gefunden und entstand kurz vor Klees Ableben.
Die Sammlung Djerassi dokumentiert die gesamte Schaffenszeit des Künstlers,
alle Werkphasen und
Lebensabschnitte: dazu zählt die oft karikierende, impressionistische bzw.
jugendstilartige Bildwelt der Frühzeit, die Auseinandersetzung mit Vincent
van Gogh und Paul Cézanne, die Begegnung mit den Künstlern des "Blauen Reiters",
insbesondere die Tunisreise 1914 mit August Macke und Louis Moilliet, seine
(produktivsten) Jahre im Bauhaus in Weimar und später in Dessau oder die
Spätphase, die der von den Nazis als "entarteter" Künstler
verfemte Klee in der Schweiz, wo er aufgewachsen war, verbrachte. Insgesamt
umfasst das Oeuvre von Paul Klee zirka neuntausend (zumeist kleinformatige)
Arbeiten in einer unerreichten Fülle von Malgründen und -materialien, mit
denen er manchmal als erster Künstler überhaupt experimentierte, von seiner pikturalen Vielfalt ganz zu schweigen.
Die von der Kunsthalle Krems in Zusammenarbeit mit dem Museum of Modern Art in
San Francisco veranstaltete und von Carl
Aigner kuratierte Ausstellung zeigt in Ergänzung zu den 100 Werken aus der Sammlung
Djerassi (Grafik, Zeichnungen, Aquarelle, Mischtechniken) zwanzig Werke in Öl
aus der Paul
Klee-Nachlassverwaltung in Bern sowie internationalen Museen und
Privatsammlungen, die auf Grund ihrer inhaltlichen Korrespondenz
zur Sammlung Djerassi ausgewählt wurden.
Biografie von Carl Djerassi
Der 1923 in Wien in ein jüdisches Ärzte-Elternhaus geborene Carl Djerassi
emigrierte 1938 mit seiner Mutter über London in die USA. 1945 promovierte
der junge Mann in organischer Chemie an der Universität von Wisconsin. 1949
ging er als Forschungsdirektor zur Syntex S.A. nach Mexico City, wo er im
Alter von 28 Jahren am 15. Oktober 1951 die "Antibabypille" erfand.
Djerassi arbeitete ebenfalls entscheidend an der Synthetisierung von Cortison
mit und gab der Schädlingsbekämpfung wichtige Impulse. Der inzwischen
76jährige hat über 1200 wissenschaftliche Publikationen vorzuweisen und
lehrt heute noch an der Stanford University.
Durch die Antibabypille finanziell unabhängig geworden, betätigte sich Carl
Djerassi als Kunstsammler, -stifter und -mäzen. Ausgangspunkt seiner
Sammelleidenschaft war die präkolumbische Kunst, für die er sich anfangs der
1950er Jahre während seiner Forschungstätigkeit in Mexiko City zu
interessieren begann. 1963 besuchte Djerassi in der Londoner Malborough
Gallery erstmals eine Klee-Ausstellung. Er erwarb seine ersten zwei Werke des
Künstlers, die zwei Aquarelle Pferd und Mân (1925) und Heldenmutter
(1927) aus der Bauhaus-Zeit.
Djerassi hat seine Klee-Sammlung, die heute rund 140 Werke umfasst, bereits 1984 dem San Francisco Museum of Modern
Art als Dauerleihgabe und Schenkung nach seinem Tod vermacht.
Neben Klee sammelte Djerassi auch Werke von Edgar Degas, Jean Dubuffet, Alberto Giacometti,
Marino Marini, Henry Moore oder Pablo
Picasso. Der Freitod
seiner als Künstlerin tätigen Tochter Ende der 1970er Jahre bewog Djerassi
zu einer Abkehr vom Sammeln "toter Kunst" hin zu "lebender
Kunst". Er verkaufte - mit Ausnahme seiner Klees - seine Sammlung mit
Werken verstorbener Künstler und gründete 1979 in den Bergen bei San
Francisco das "Djerassi-Resident-Artist-Program". Seine kalifornische
Stiftung erlaubt es Malern, Bildhauern, Musikern und Schriftstellern während
einiger Monate, sich künstlerisch weiter zu entwickeln.
Carl Djerassi ist in dritter Ehe mit der zwanzig Jahre jüngeren Autorin und
Literaturprofessorin Diane Middlebrook verheiratet. Mit ihr lebt er in San
Francisco und London. Sie hat ihn zur Literatur geführt, in der er im von ihm
begründeten Genre
"science in fiction" arbeitet. Djerassi möchte die breite Masse an die
Welt der Wissenschaft heranführen. Neben den Romanen Cantors Dilemma,
Menachems Same und NO sowie der Autobiographie Die Mutter der
Pille hat er auch bereits Theaterstücke wie Unbefleckt geschrieben.
Carl Djerassi: Die Mutter der Pille. Autobiografie. Heyne, 2001, 538 S.
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Das rechte Cover zeigt Barockbildnis (Herr zu Perrücke), 1920, 9.
Aquarell auf Papier auf Karton. 25,5 x 18 cm (Kat. 23). Das linke Cover zeigt Kleine
Winterlandschaft mit dem Skiläufer, 1924, 85. Aquarell auf Papier auf
Karton. 15,2 x 22,3 cm (Kat. 42).
Portrait. Carl Djerassi, 2000. Foto: Barbara Schwanhäufer.
Portrait. Paul Klee mit seinem Bild Bergbahn,
1939. Foto:
Fotopress, Zürich (Walter Henggeler).