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Refugees
Dritter Tag ohne Strom in Lower Manhattan.
Wie Tausende andere ohne Strom, Telefon, Internet und Warmwasser passiere ich die Grenze an der 40. Strasse, die Middle Age Manhattan von der funktionierenden Welt trennt.
Beleuchtete Supermarkets! Ampel-geregelter Strassenverkehr!
Cafes, die Filialen der Chase-Manhattan Bank, der Port Authority Bus Terminal – alle Orte sind überschwemmt mit Leuten aus Lower Manhattan, die Batterien von Cellphones und Computern aufladen.
Die Touristen sind wieder unterwegs zwischen Times Square und Park Avenue, als hätte es nie einen Hurrikan gegeben.
Ich sitze auf der Strasse vor dem Starbucks, und eine Touristin fragt: „Can you tell me where I find the Apple Store?“
Ich fühle mich als Refugee hier oben, sende meine „Es geht uns gut, aber ich friere in der Wohnung“-E-Mails in die Welt, schleiche mich in ein Restaurant, um wieder mal mit warmem Wasser die Hände und den Kopf zu waschen, suche beinahe verzweifelt nach einer freien Steckdose, damit ich auch die nächsten Tage mein Krisengebietsreportage-Gebaren aufrechterhalten kann … Und diese Person will wissen, wo der Luxustempel von Apple zu finden ist?
Ich erledige die Einkäufe für eine kinderreiche Familie – Pasta, Konserven, UHT-Milch, passiere wieder die Grenze an der 40. Strasse und kaufe einem Homeless eine seiner gestohlenen New York Times ab, weil es bei uns unten keine Post gibt.