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Wirkungskontrolle der Aufwertungsmassnahmen für Wiesel & Co am Zimmerberg
Schlussbericht
Wädenswil, 14. September
Zusammenfassung
Im Projekt “Wiesel & Co am Zimmerberg” werden die Tierarten Hermelin, Mauswiesel und Iltis mit gezielten Massnahmen gefördert. Dabei werden im Wesentlichen fünf Typen von Aufwertungsmassnahmen umgesetzt: Winterquartiere, Ast- und Steinhaufen, Gebüschgruppen sowie Grossstrukturen. Von diesen Massnahmen wurden mehr als 450 realisiert.
Das Ziel der vorliegenden Wirkungskontrolle ist festzustellen, ob diese Aufwertungsmassnahmen von den Zielarten genutzt werden. Dafür wurden Ast- und Steinhaufen mit Spurentunneln und Winterquartiere mit Fotofallen systematisch beobachtet. Zudem wurden zur Beurteilung zwei weitere Datensätze zugezogen, die im Rahmen des Projekts erhoben wurden: Dabei handelt es sich um die Resultate von spontanen Wirkungskontrollen sowie um Beobachtungsmeldungen aus der Bevölkerung.
In der Spurentunnel Untersuchung sind 39 Asthaufen innerhalb von zwei Jahren über einen Zeitraum von je 6 Wochen systematisch untersucht worden. Die Untersuchungen fanden im Herbst 2019 sowie im Frühling 2020 statt. Anhand der Spurenpapiere erfolgten über beide Perioden 55 Einzelnachweise vom Hermelin und zwei Einzelnachweise vom Iltis. Die dritte Zielart, das Mauswiesel, konnte an keinem Standort nachgewiesen werden. Über beide Untersuchungsperioden hinweg wurde in 27 von 39 Asthaufen (69 %) mindestens eine Zielart detektiert. Von den Zielen, die WIN Wieselnetz den regionalen Wieselprojekten formuliert, konnte Wiesel & Co am Zimmerberg nur eines vollständig erreichen (In mind. 75 % der untersuchten Patches des Populationsraums sollen Nachweise von Hermelinen erbracht werden). Drei der Ziele sind Teilweise erfüllt und ein Ziel konnte nicht erreicht werden (In mind. 25 % der untersuchten Patches des Populationsraums sollen Nachweise von Mauswieseln erbracht werden.). Die Nachweisraten zählen im Vergleich zu anderen Wieselprojekten in der Schweiz zu den höchsten.
In der Fotofallen-Überwachung der Winterquartiere konnte in 5 von 11 untersuchten Standorten (45%) mindestens eine Zielart festgestellt werden. 4 Einzelnachweise des Hermelins und 3 des Iltis. Jedes Winterquartier wurde von Kleintieren genutzt: Von Dachsen, Eichhörnchen, Füchsen, Mardern, Fröschen, Vögeln, Mäusen und Hauskatzen.
Zwei Gründe könnten für die überragende Dominanz des Hermelins gegenüber des Mauswiesels ausschlaggebend sein: (1) Dominanz des Hermelin aufgrund der idealen Nahrungsgrundlage, (2) Benachteiligung des Mauswiesels durch mangelnde Kleinräumigkeit bzw. Vernetzung des Lebensraumes. Diese Gründe sind allerdings mit einiger Unsicherheit belegt, und auch nach Durchführung des Projekts ist über die Populationsdynamik im Bezirk Horgen nicht viel bekannt.
In der Untersuchung zur Ermittlung attraktivitätsfördernder Faktoren von Asthaufen wurden stark frequentierte Asthaufen mit solchen verglichen, die keinen Nachweis von Zielarten erbringen konnten. Dabei haben wir 9 verschiedene Parameter zu den Asthaufen erhoben und ihre Attraktivität statistisch analysiert. Dabei kam heraus, dass das Astmaterial als einziger untersuchter Parameter die Attraktiviät für die Zielarten (überwiegend Hermeline) zu beeinflussen scheint. Bei Asthaufen mit grobem Astmaterial ist die Wahrscheinlichkeit eines Nachweises mit hoher Signifikanz grösser als bei Asthaufen mit feinem Astmaterial.
In der unsystematischen, spontanen Spurentunnel-Untersuchung konnte in den insgesamt 32 beobachteten Asthaufen das Hermelin 51 und der Iltis 23-mal nachgewiesen werden. Auch in dieser Erhebung gab es keine Mauswiesel Nachweise. In 25 der 32 Asthaufen (78%) wurde mindestens eine der Zielarten festgestellt.
Von den 555 Sichtungsmeldungen , die im Projekt gesammelt wurden, sind 428 Meldungen verwendbar. Die Beobachtungen von Hermelinen sind über den ganzen Bezirk verteilt, so auch in stark fragmentierten und dicht besiedelten Kulturflächen. Deutliche Häufungen von Meldungen sind aber in den weniger verbauten Landschaften zu verzeichnen. Deutlich weniger Sichtungsmeldungen sind zum Iltis eingegangen. Dies wiederspiegelt einerseits die Annahme, dass seine Population kleiner ist als jene des Hermelins. Andererseits sind die tieferen Zahlen sicherlich auch der Lebensweise dieser Tierart geschuldet: Als dämmerungs- und nachtaktives Tier, welches sich gerne in Deckung aufhält, ist der Iltis seltener zu beobachten als das Hermelin.
Ebenfalls sind Beobachtungen von Mauswieseln sehr rar und über den ganzen Bezirk verteilt. Auch hier dürfte das Resultat von verschiedenen Faktoren bestimmt sein: Das Mauswiesel verhält sich weniger auffällig und ist unzuverlässig von Hermelinen zu unterscheiden. Alle Resultate weisen darauf hin, dass die Mauswieselpopulation im Bezirk klein und fragil ist.