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Doping in der Schweiz
In der Schweiz wurden 1963 – 1967 erste «Weisungen zur Bekämpfung des Dopings» erlassen. Gleichzeitig erfolgte die Gründung des Dopinglabors am Forschungsinstitut des Bundesamt für Sport (BASPO) in Magglingen.
Dopingvorwürfe gegen Schweizer Athleten
Nachdem Sandra Gasser, eine Schweizer Leichtathletin, anlässlich der WM 1987 in Rom des Dopings beschuldigt und vom Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) für zwei Jahre gesperrt wurde, setzte der damalige «Schweizerische Landesverband für Sport» (SLS) eine interdisziplinäre Projektgruppe ein, um ein modernes und praxisorientiertes Doping-Statut auszuarbeiten. Als Resultat wurde u.a. 1990 die Dopingbekämpfung in der Schweiz einer neu geschaffenen „Fachkommission für Dopingbekämpfung“ (FDB) des SLS übertragen.
Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona wurden im Rahmen von Enthüllungen des deutschen Nachrichtenmagazins Spiegel erneut Dopingvorwürfe gegen die Schweiz geäussert. Als Reaktion auf diese mediale Offensive wurde im September 1992 durch die informelle Arbeitsgruppe «Sport Schweiz» eine unabhängige Doping-Untersuchungskommission (DUK) eingesetzt. Sie hatte zum Ziel, die gegen die Schweiz gerichteten Dopingvorwürfe - insbesondere gegen Kugelstosser Werner Günthör und dessen sportliches Umfeld - zu untersuchen und zu beurteilen.
Europaratskonvention, Welt-Anti-Doping-Agentur und UNESCO Konvention
1993 unterzeichnete die Schweiz die Europaratskonvention gegen Doping. Damit übernahm der Bund Verantwortung in der Dopingbekämpfung, die bis dahin rein privatrechtlich organisiert war. Die Arbeitsteilung wurde durch das so genannte „3-Säulen-Konzept“ geregelt: die Dopingkontrollen fielen in die Verantwortung des Sports, Prävention und Information sowie angewandte Forschung in diejenige des Bundes.
Mit der Gründung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als Stiftung nach Schweizer Recht im Jahr 1999 erfolgte ein grosser Schritt in der weltweiten Harmonisierung der Dopingbekämpfung. Ein Code und Internationale Standards wurden erarbeitet, die zwingend von Nationalen Olympischen Komitees und nationalen Anti-Doping-Agenturen umzusetzen waren. Gleichzeitig wurde eine UNESCO Konvention gegen Doping erarbeitet, die von der Schweiz im Jahr 2008 angenommen wurde.
Doping-Statut von Swiss Olympic
Am 1. Januar 2000 trat das erste Doping-Statut von Swiss Olympic (damals noch SOV) in Kraft und 2002 schuf Swiss Olympic eine zentrale Disziplinarkammer für Dopingfälle (DK) die erstinstanzlich und sportartenübergreifend für die Sanktionierung von Dopingvergehen verantwortlich ist. Das Doping-Statut wurde am 15. November 2008 durch das Sportparlament in vollständig revidierter Fassung verabschiedet. Mit dem Statut wird der Code der Welt-Anti-Doping-Agentur in der Schweiz umgesetzt. Am 1. Juli 2008 erfolgte die Gründung der Stiftung Antidoping Schweiz. Dieses neue unabhängige nationale Kompetenzzentrum ist die Nachfolgeorganisation aus dem zusammengeführten Fachbereich Dopingbekämpfung des BASPO und der Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic.
Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung
Im Jahr 2002 wurde das Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport mit Artikeln zur Dopingbekämpfung ergänzt. Mit der Überarbeitung des Bundesgesetzes über die Förderung von Sport und Bewegung (SpoFöG) inklusive zugehöriger Verordnung per 1. Oktober 2012 wurde die gesetzliche Basis geschaffen, dass der Bund Kompetenzen und Aufgaben der Dopingbekämpfung an Antidoping Schweiz delegieren konnte. Gleichzeitig wurden die Strafbestimmungen gegen Personen, die mit Doping in Verbindung gebracht werden, verschärft und der Daten- und Informationsaustausch zwischen staatlichen Behörden wie Zoll, Swissmedic oder Staatsanwaltschaften mit Antidoping Schweiz ermöglicht. Grundsatz des SpoFöG ist auch weiterhin, dass der dopende Athlet nicht per Gesetz, sondern durch den privatrechtlichen Sport sanktioniert wird, sein Umfeld hingegen kann bei Dopingverstössen mittels Gesetz belangt werden.