Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03489.jsonl.gz/773

Ist die Nachfrage nach Strom hoch, werden grosse Wassermengen turbiniert und ins Gewässer zurückgegeben, was dort zu einem Abflussmaximum führt (Schwall). Bei geringerer Nachfrage - in der Nacht, an Wochenenden oder an Feiertagen - geht die turbinierte Wassermenge und damit auch der Abfluss im Rückgabegewässer auf ein Minimum zurück (Sunk). Die schwallbedingten Abflussschwankungen in Fliessgewässern werden hauptsächlich durch Speicherkraftwerke verursacht, die das Wasser in Speicherseen zurückhalten und konzentriert grosse Wassermengen turbinieren (z.B. Schiffenen, Rossens, Montsalvens).
Diese Funktionsweise der Wasserkraftwerke dient auch der Sicherstellung eines stabilen Stromversorgungsnetzes. Dieses weist die physikalische Besonderheit auf, keine Energie speichern zu können. Es muss immer so viel Leistung eingespiesen werden, wie gerade von den Konsumentinnen und Konsumenten benötigt wird. Diese Leistung unterliegt starken Schwankungen.
Die hohen kurzfristigen und künstlichen Abflussschwankungen eines Fliessgewässers beeinträchtigen die einheimischen Tiere und Pflanzen und ihre Lebensräume wesentlich. Sie verändern die Menge, die Zusammensetzung und die Vielfalt der pflanzlichen und tierischen Lebensgemeinschaft nachteilig. Das Gewässerschutzgesetz (GSchG) verpflichtet die Inhaber von Wasserkraftwerken dazu, kurzfristige künstliche Abflussschwankungen (Schwall und Sunk), welche die einheimischen Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume wesentlich beeinträchtigen, mit baulichen Massnahmen zu verhindern oder zu beseitigen.
Das Gewässerschutzgesetz (GSchG) legt eine Frist von 20 Jahren fest, die bis zum 31. Dezember 2030 läuft, um die bestehenden schwallerzeugenden Anlagen zu sanieren. Der Kanton plant die notwendigen Sanierungsmassnahmen gemäss GSchG und legt die Fristen für deren Umsetzung fest. Er hat seine Planung am Ende 2014 beim Bund eingereicht und erstattet ihm alle vier Jahre Bericht über die umgesetzten Massnahmen. Die Inhaber der betreffenden Anlagen setzen diese Sanierungsmassnahmen innert der vom Kanton auferlegten Frist um.