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Hauskauf im Konkubinat
Als Konkubinatspaar ein Haus oder eine Wohnung kaufen ist heute keine grosse Sache mehr. Wenn Sie einige Besonderheiten beachten. Wir verraten Ihnen, weshalb es sinn-voll ist, einen Konkubinatsvertrag abzuschliessen und alle Fragen rund um das Wohn-eigentum zu klären, bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben.
(rh) Immer mehr Paare leben ohne Trauschein zusammen und wollen früher oder später eine Wohnung oder ein Haus kaufen. Weil das Gesetz den Kauf von Wohneigentum im Konkubinat nur rudimentär regelt, ist es sinnvoll, vor Vertragsunterzeichnung einige Punkte zu regeln. Am besten in einem schriftlichen und von beiden Partnern unterzeichneten Konkubinatsvertrag, der diese fünf wichtigen Fragen beantwortet:
1. Wer kauft das Haus oder die Wohnung?
2. Wie wird der Kauf finanziert?
3. Wer beteiligt sich mit wie viel an den Unterhaltskosten?
4. Wer hat bei Entscheidungen wie viele Stimmrechte?
5. Was passiert, wenn sich das Konkubinatspaar trennt?
Dieser Vertrag sollte notariell als Erbvertrag abgeschlossen werden, um eine gegenseitige Erbberechtigung zu erreichen. Im Gegensatz zu Ehepaaren fällt aber bei Konkubinatspaaren immer eine Erbschaftssteuer an. Ausserdem haben die Pflichtteilserben Anspruch auf einen grossen Teil des Erbes, so schreibt es das Gesetz vor. Eine Lösung wäre ein Erbverzichtsvertrag mit den Erben, was aber oft daran scheitert, dass die Kinder, die zwingend drei Viertel des Nachlasses erben, mindestens 18 Jahre alt sein müssen.
Allein- oder Gesamteigentum?
Konkubinatspaare können eine Wohnung oder ein Haus im Allein-, im Gesamt-oder im Miteigentum kaufen. Wenn ein Partner das Haus kauft, wird nur sie oder er als Eigentümerin beziehungsweise Eigentümer im Grundbuch eingetragen. In diesem Fall sollte sie oder er einen Mietvertrag mit dem Lebensgefährten, der Lebensgefährtin abschliessen, der Mietzins und Kündigungsbedingungen regelt. Beim Gesamteigentum werden beide Konkubinatspartner als gleichberechtigte Eigentümer im Grundbuch eingetragen, weil ihnen das Haus oder die Wohnung zu gleichen Teilen gehört – selbst wenn ein Partner möglicherweise mehr Eigenkapital investiert hat als der andere. Im Gesamteigentum können die Partner nur gemeinsam entscheiden, ihr Wohneigentum zu verkaufen.
Sinnvolle Lösung: Miteigentum.
Am meisten Konkubinatspaare entscheiden sich deshalb für das Miteigentum (Art. 646 ff. ZGB). Die Anteile der Partner werden einzeln im Grundbuch aufgeführt und jeder Partner kann frei über seinen Anteil verfügen. Sinnvoll ist es, den Anteil am Wohneigentum im Verhältnis des investierten Kapitals zu bestimmen. Wenn beispielsweise die Partnerin Fr. 200'000.- und der Partner Fr. 100'000.- einbringt, ist ihr Anteil zwei Drittel und sein Anteil ein Drittel. Viele Paare erwerben ihr Haus oder ihre Wohnung im Miteigentum, weil ein oder beide Partner den Kauf mit Geld aus der Pensionskasse oder Säule 3a finanzieren. Das ist im Gesamteigentum rechtlich unmöglich, weil aus dem Grundbuch ersichtlich sein muss, welcher Anteil mit Kapital aus der Altersvorsorge finanziert worden ist.
Klar regeln statt lange streiten.
Nicht jede Liebe hält ewig. Deshalb sollte im Konkubinatsvertrag geregelt werden, was passiert, wenn sich ein Konkubinatspaar trennt. Im Alleineigentum ist der Fall klar, im Mit- oder Gesamteigentum nicht. Wenn das Wohneigentum beiden Partnern gehört, kann im Vertrag eine Frist definiert werden, innerhalb der ein Partner den Wohnanteil des anderen übernehmen kann – und was zu tun ist, falls beide wollen. Denkbar wäre ein Losentscheid oder ein internes Bieterverfahren. Wenn weder sie noch er will, wird das Wohneigentum über einen Makler verkauft. Vom Verkaufserlös werden zuerst die Hypotheken und Einlagen der Partner zurückbezahlt. Dann wird der Gewinn oder Verlust nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt, in der Regel anteilmässig nach dem investierten Kapital.
Zusätzliche Informationen
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