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Anspruch Ehegatten / eingetragenen Lebenspartner
Ehegatten und eingetragene Lebenspartner werden im Schweizer Erbrecht gleichgestellt und verfügen über einen Pflichtteilsanspruch des sogenannten 1. Parentel. Der gesetzliche Pflichtteil für Ehegatten und Lebenspartner ist abhängig davon, ob Kinder des Verstorbenen vorhanden sind und die Eltern des Erblassers noch leben. In Abhängigkeit von diesen Faktoren beträgt der Pflichtteil für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner:
- 1/2 der Erbschaft, wenn sie mit Nachkommen zu teilen haben
- 3/4 der Erbschaft; wenn sie mit Erben des elterlichen Stammes zu teilen haben
- die ganze Erbschaft, wenn weder Nachkommen noch Eltern vorhanden sind.
Anspruch Kinder und Kindeskinder
Direkte Nachkommen eines Erblassers (also dessen Kinder) haben ebenso wie der Ehepartner oder eingetragene Partner einen gesetzlich geschützten Erbanspruch des 1. Parentels. Im Art. 457 ZGB regelt der Gesetzgeber das Kinder zu gleichen Teilen erben und im Fall eines verstorbenen Kindes die Kinder den Erbanspruch erhalten. Verstirbt also zb. der Sohn eines Erblassers und hinterlässt eine Tochter, so erbt die Enkelin des Erblassers anstelle des Sohnes zu gleichen Teilen mit den noch lebenden Kinder des Erblassers. Abhängig von der Erbenkonstellation erhalten die direkten Nachkommen des Erblassers zwischen ¾ und ⅜ des gesamten Nachlasses.
Anspruch der Eltern und der Enkel
Eltern haben nur dann ein Erbrecht, wenn der Erblasser keine Nachkommen hinterlässt. Der Pflichtteil des Erbes für Eltern beträgt, wenn die Eltern neben dem Ehegatten erben, für beide Eltern zusammen ein Achtel des Nachlasses. Lebt nur noch ein Elternteil, der vorverstorbene Elternteil hat aber Nachkommen, beträgt der Pflichtteil dieses Elternteils ein Sechzehntel des Nachlasses; hat der vorverstorbene Elternteil keine Nachkommen, erhält der einzige Elternteil den ganzen Pflichtteil von einem Achtel. Dies gilt aber wie gesagt nur dann, wenn der Erblasser keine Kinder hat. Mit dem Inkrafttreten des revidierten Erbrechts am 01.01.2023 haben die Eltern keinen Pflichtteilsschutz mehr auf ihrem Erbrecht, d.h. sie können mit Verfügung von Todes wegen von der Erbschaft ausgeschlossen werden.
Enkel sind nicht erbberechtigt und damit nicht pflichtteilsberechtigt, wenn ihr Vater bzw. ihre Mutter als Kind des Erblassers das Erbe erlebt. Für den Fall aber, dass ein Erblasser bereits verstorbene Kinder hat, die wiederum Nachkommen haben, geht der Pflichtteilsanspruch des toten Kindes des Erblassers auf dessen Kinder, also die Enkel des Erblassers, über. In diesem Fall ist der Pflichtteil der Enkel so hoch, wie es der Pflichtteil des direkten Nachkommen gewesen wäre. Der Pflichtteil der Nachkommen beträgt aktuell drei Viertel ihres Erbanteils; nach dem Inkrafttreten des revidierten Erbrechts am 01.01.2023 reduziert sich der Pflichtteil auf die Hälfte des Erbanteils.