Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03184.jsonl.gz/1976

Atezolizumab-Add-On zum First-Line-Standard verbessert Überleben
Die Zugabe des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab zur aktuellen Erstlinientherapie bestehend aus Bevacizumab plus platinbasierter Chemotherapie verlängerte in einer aktuellen Studie das Überleben von Patientinnen mit metastasiertem und rezidiviertem Zervixkarzinom signifikant.
Patientinnen mit metastasiertem oder rezidiviertem Ovarialkarzinom, die nicht für eine kurative Operation und/oder Strahlentherapie in Frage kommen, haben aktuell nur wenige Behandlungsoptionen und eine schlechte Prognose.
Atezolizumab verlängert mOS um 9 Monate
Die aktuelle Erstlinienbehandlung besteht aus einer Chemotherapie mit Cisplatin und Paxitaxel sowie der antiangiogenen Therapie mit Bevacizumab.
Nun zeigt die randomisierte Phase-III-Studie BEATcc (ENGOT-Cx10/GEICO 68-C/JGOG1084/GOG-3030), dass die Zugabe des Checkpoint-Inhibitors Atezolizumab zur antiangiogenen und Chemotherapie die Prognose dieser Patientinnen verbessern könnte.
Die internationale akademische Phase-III-Studie schloss 410 unbehandelte Patientinnen mit metastasiertem (Stadium IVB) oder rezidiviertem Ovarialkarzinom ein. Die Hälfte der Patientinnen erhielt daraufhin den Therapiestandard, während die andere Hälfte zusätzlich mit Atezolizumab behandelt wurde.
Nach einer Beobachtungsdauer von durchschnittlich 35 Monaten verlängerte sich das mediane Gesamtüberleben signifikant von 22,8 Monaten mit dem aktuellen Erstlinienstandard auf 32,1 Monate mit zusätzlichem Atezolizumab (p=0,0046).
Somit steigerte sich das Zweijahres-Überleben von 40 Prozent auf 60 Prozent mit zusätzlicher Immuntherapie. Auch das progressionsfreie Überleben stieg von 10,4 Monaten mit Chemotherapie+Bevacizumab auf 13,7 Monate mit zusätzlichem Atezolizumab. Die Resultate waren unabhängig vom PD-L1-Status der Patientinnen, den die BEATcc-Studie nicht erfasste.
Viele Nebenwirkungen in beiden Gruppen
Die Ergebnisse wurden Anfang Dezember 2023 im Fachjournal The Lancet veröffentlicht. Erstautorin Dr. Ana Oaknin vom Hospital Vall d’Hebron in Barcelona, die die Studie am ESMO 2023 vorstellte, ist optimistisch, dass Zulassungsbehörden den Einschluss von Atezolizumab in den Erstlinienstandard für diese Patientengruppe aufgrund der guten Daten berücksichtigen werden.
Die Dreifachbehandlung rief bei den meisten Patientinnen in beiden Gruppen Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher hervor. Insgesamt berichteten 79 Prozent der Patientinnen im Atezolizumab-Arm und 75 Prozent der Patientinnen in der Standardgruppe von solchen therapiebedingen unerwünschten Ereignissen. Die zusätzliche Atezolizumab-Behandlung führte ausserdem zu mehr Durchfällen, Gelenkschmerzen, Fieberschüben und Ausschlägen der Grade 1-2 verglichen mit Chemotherapie und Bevacizumab alleine.