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Wer kennt sie nicht, die naturalistisch dargestellten Frösche, Käfer oder Pflanzen auf farbigem Grund? Die grellbunten Krawatten von Fabric Frontline zierten in den 1990er-Jahren so manchen mode- und selbstbewussten Herrn.
In den 1960er-Jahren verlor Zürich seine weltweite Bedeutung für die Seidenindustrie. Die Exporte von Schweizer Textilien waren abhängig vom Wandel des internationalen Modesystems. Der Siegeszug synthetischer Stoffe und die wachsende asiatische Konkurrenz machten einen Strukturwandel notwendig. Viele Betriebe mussten geschlossen werden, Investitionen in neue Technologien wurden getätigt. Im Bereich der Bekleidungstextilien wuchs in den 1980er-Jahren eine junge Unternehmergeneration heran. Sie setzte auf eigenständige Entwürfe, die sich der Kleidermode nicht unterordneten. Herausragend sind die Zürcher Seidenmarken En Soie und Fabric Frontline. Beide sind eigenständig in Stil, Image und Promotion und basieren auf einem Konzept, das den einzelnen Entwurf in einen programmatischen Labelaufbau integriert. Beim Seidenhaus Fabric Frontline, 1980 gegründet von Andi, Elsa und Maya Stutz, wurde das Erscheinungsbild von figürlichen Motiven auf farbigen Grund geprägt. Die wissenschaftliche Zeichnerin Cornelia Hesse-Honegger (geb. 1944) entwarf als freie Designerin ab 1987 Seidenstoffe in der Qualität von wissenschaftlichen Darstellungen. In den drucktechnisch hochwertigen, präzisen Textilien dokumentierte sie ihre ökologische Sicht auf aussterbende Tierarten und Mutationen von Tieren und Pflanzen in der Umgebung von Schweizer Kernkraftwerken. Verarbeitet zu Krawatten etwa, wurden sie zum Statement – täglich gesehen in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens an Nachrichtensprecher Charles Clerc. (Renate Menzi)