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Wenn junge Erwachsene Entscheidungen treffen müssen, ob sie eher im Interesse von Eltern oder Freunden handeln sollen, entscheiden sie sich eher für ihre Eltern. Das zeigt eine Untersuchung, die am 8. August in der amerikanischen Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht wurde.
Gerade das junge Erwachsenenalter sei eine Entwicklungsphase, in der sich die jungen Menschen in einem sich verändernden sozialen Milieu bewegen müssen, „in dem es darum geht, wie sich ihre Entscheidungen auf andere Menschen wie Eltern und Gleichaltrige auswirken. Wie junge Erwachsene diese Beziehungen gegeneinander abwägen, wurde bisher nicht direkt empirisch untersucht.“, erklärt eine der untersuchenden Wissenschaftlerinnen Jennifer A. Silvers von der University of California in Los Angeles.
Für die Untersuchung führte das Wissenschaftsteam ein Kartenexperiment mit Teilnehmern im Alter von 18 bis 30 Jahren durch. Bei einem Durchlauf des Spieles kamen die Gewinne einem Elternteil zugute und Verluste einem Freund, beim zweiten Durchlauf war das Gegenteil der Fall. Vor dem Experiment füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, in dem sie ihre Gefühle gegenüber ihren Eltern und ihren Freunden einschätzen mussten. In diesem zeigte sich, dass die jungen Erwachsenen starke positive Gefühle gegenüber beiden Gruppen hatten. Sie schätzten im Schnitt jedoch, dass die Beziehung zu ihren Freunden stärker sei als die zu ihren Eltern. Das Experiment bestätigte nun das Gegenteil.
„Wir testeten auch, ob Alter, Beziehungsqualität und Belohnungsart für Eltern und Freunde (simuliert vs. real) als moderierende Einflüsse auf die Eltern-Freund-Priorisierung wirken“, so die Psychologin. Die Wissenschaftler hatten im Vorfeld vermutet, dass das Alter eine Rolle spiele und ältere Teilnehmer eher die Eltern bevorzugen würden als jüngere. Diese Annahme hatte sich aber nicht bewahrheitet. Beziehungsqualität und Belohnungsart milderten den Effekt, wie sich zeigte, nicht aber das Alter oder das Geschlecht.
Quelle: www.journals.sagepub.com