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Eine vollständige, abschliessende Liste mit allen Rückschlagspielen zu erstellen, ist unmöglich. Einige Spiele dürften längst in Vergessenheit geraten sein, andere unterscheiden sich nur minimal und sind schwer abzugrenzen und weitere sind gerade erst am Entstehen.
Rückschlagspiele umfassend zu systematisieren, ist praktisch unmöglich, auch wenn sich die Spiele nach einzelnen Kriterien (z. B. nach Einkontakt oder Mehrkontakt, also mit Passmöglichkeit) ordnen lassen. Grosse Unterschiede bestehen bei der Anzahl Personen, den zu überspielenden Hindernissen (Netz, Zonen an der Wand oder auf dem Boden u. a.) und natürlich den Bällen (vom Tischtennisball bis Indiaca) und Schlaggeräten (von einzelnen Körperteilen bis High-Tech-Schlägern).
Gleichwohl lassen sich die entscheidenden Zutaten bestimmen, die Rückschlagspiele
ausmachen. Die Definition der Heidelberger Ballschule aus dem Jahr 2002 lautet:
Die Gemeinsamkeiten der Rückschlagspiele werden durch die beiden Wortsilben «Rück» und «Schlag» zum Ausdruck gebracht. Die erste Silbe verweist darauf, dass ein bestimmtes Spielobjekt (Ball, Federball, Indiaca …) zwischen zwei Parteien hin und her gespielt wird. Die zweite Silbe verdeutlicht, dass es zu keinem eigentlichen «Besitz» des Spielobjektes kommt. Charakteristisch ist vielmehr eine nur kurzzeitige Berührung mit der Hand oder einem Schlaggerät. Das Ziel besteht darin, das Spielobjekt so in das gegenüberliegende Feld oder über eine Wand wieder in das eigene Feld zu schlagen, dass kein regelgerechter Rückschlag des Gegners möglich ist.
Eigene Spiele erfinden
Wer die Kriterien für die Rückschlagspiele kennt, kann selbst ein Spiel erfinden. Schulklassen, Sportvereine, Jugendgruppen und alle weiteren Interessierten sind eingeladen, Spielideen zu entwickeln und auszuprobieren.
Studierende der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen EHSM machen dies im Rahmen ihres Bachelorstudiums. Ein Beispiel ist «Fat-Ball» von Sandra Bösiger, Julian Dutoit, Oscar Gindroz, Marco Heeraus dem Herbstsemester 2018.
Fat Ball
Es spielen 4 gegen 4 auf einem Volleyballfeld. Jede Person hat einen «Fat Belly» (Gymnastikball) in der Hand und hält ihn vor seinen Körper. Anstatt mit der Hand wird mit dem «Fat Belly» ein Volleyball über ein Netz (1,55 m) gespielt.
Der Volleyball darf pro Netzüberquerung einmal auf dem Boden aufprallen und maximal drei Mal hintereinander vom gleichen Team berührt werden, bevor er wieder ins gegnerische Feld zurückgespielt werden muss. Der Aufschlag erfolgt auf Zuwurf eines Teammitglieds direkt übers Netz.
Jeder Ballwechsel gibt einen Punkt. Aufschlagrecht hat das Team, das den vorhergehenden Ballwechsel gewonnen hat. Gespielt wird auf 2 Gewinnsätze à 11 Punkte.
einfacher
- Der Volleyball darf vor jeder Ballberührung einmal auf den Boden prallen
schwieriger
- Es spielen nur 2 gegen 2 auf einem Badmintonfeld
- Ohne Bodenkontakt übers Volleyballnetz (2,35 m)
Material: Gymnastikbälle, Volleyball, Netz