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Mögen Sie den Stil der Siebzigerjahre? Oder sollte man lieber 1970er Jahre schreiben? Für wissenschaftliche Arbeiten bemerken Berater aus Deutschland: „Die 70er Jahre sind seit dem Jahr 2000 unpräzise“. Hmm, welche Siebzigerjahre könnte man denn meinen, wenn nicht die 1970er? Die 2070er Jahre liegen unverändert weit in der Zukunft, die 1870er sind lange her. Hat die Jahrtausendwende daran wirklich etwas geändert? Na gut, bei den Zwanzigerjahren ist die Zeit für mehr Präzision allmählich gekommen – zumindest, wenn man optimistisch davon ausgeht, auch in sechs Jahren noch gelesen zu werden. Für die Jahrzehnte, die noch eine ganze Weile gefahrlos und eindeutig bezeichnet werden können, empfinde ich die Variante ohne Jahrhundert als besser. In der Form der „Siebzigerjahre“ (die der Duden empfiehlt, „siebziger Jahre“ aber toleriert) kostet sie zwar mehr Platz, liest sich aber deutlich glatter.
Ein Helvetismus sind die „1970er Jahre“ nicht. Kommt es mir nur so vor, als sei das Bedürfnis nach Präzision in der Schweiz auch in diesem Punkt besonders gross? Ein stichprobenhafter Blick auf die grossen Medienwebsites zeigt: Zwar liegen auch bei nzz.ch und srf.ch die Siebziger und 70er Jahre mit vereinten Kräften vor den 1970ern – doch vergleichsweise knapp, während spiegel.de und zeit.de die „unpräzisen“ 70er/Siebziger rund zehnmal so häufig verwenden. Und im Radio bei SRF2 fallen die „Neuzehnhundertsiebzigerjahre“ besonders oft auf. Ob es da eine strenge interne Richtlinie gibt? Macht Euch locker, Moderatoren. Wir kommen schon drauf, welches Jahrhundert Ihr meint.by
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