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STELLUNGNAHMEN
DR Kongo
2019
18. Dezember 2019
Glencore nimmt die Klage der Organisation IRAdvocates betreffend Kinderarbeit im Kobalt-Abbau durch Kleinbergbauarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo zur Kenntnis. Die Klage wurde von IRAdvocates am 15. Dezember 2019 bei einem US-amerikanischen Gericht eingereicht. Glencore wird nicht eingeklagt und ist somit nicht beklagte Partei.
Den Familien und Kindern, die bei der Arbeit im Kleinbergbau verletzt oder getötet wurden, gelten unser aufrichtiges Mitgefühl und Anteilnahme.
Wir tolerieren keine Form von Kinder- oder Zwangsarbeit in unserer Lieferkette. Wir achten die Menschenrechte und unterstützen ihre Einhaltung in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.
Glencore kauft, verarbeitet und handelt kein Kobalt oder Kupfer, das durch den Kleinbergbau gefördert wurde.
Wir sind uns bewusst, dass der Kleinbergbau in der Demokratischen Republik Kongo weit verbreitet ist und vor allem für Kinder ein Risiko darstellt. Als verantwortungsvoller «Corporate Citizen» ist es Teil unserer lokalen Nachhaltigkeitsstrategie, mit der Regierung und anderen Stakeholdern zusammenzuarbeiten und eine anhaltende Lösung zu entwickeln. Kamoto Copper Company (KCC) hat in diesem Zusammenhang eine Reihe von Massnahmen implementiert, darunter:
- Einbindung lokaler Gemeinden, um sie für die Risiken im illegalen Kleinbergbau zu sensibilisieren, insbesondere bei aktiven industriellen Standorten.
- Erweiterung von Absperrungen, um das Eindringen auf industrielle Standorte zu verhindern und die damit verbundene Verletzungsgefahr zu minimieren.
- Zusammenarbeit mit unseren Sicherheitsdienstleistern, um sicherzustellen, dass sie die Menschenrechte in Übereinstimmung mit den Freiwilligen Prinzipien für Sicherheit und Menschenrechte (Voluntary Principles) achten.
Zudem betreibt KCC eine Reihe von Programmen, die für die Bevölkerung eine alternative Erwerbs- und Lebensgrundlage schaffen und dazu beitragen, Kinder vom Kleinbergbau fernzuhalten. Dazu gehören beispielsweise:
- die Unterstützung landwirtschaftlicher Kooperativen, die zur Diversifizierung der lokalen Wirtschaft beitragen und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, einschliesslich Durchführung von Schulungen und Unterstützung bei Geschäftsentwicklungen. 2018 haben wir beispielsweise über 140 landwirtschaftliche Kooperativen mit über 4’000 Mitgliedern unterstützt.
- In Zusammenarbeit mit NGOs und kirchlichen Organisationen organisieren wir Ferienlager, um Kinder und deren Eltern für die Risiken des Kleinbergbaus zu sensibilisieren. 2018 haben über 9’000 Kinder an den angebotenen Freizeit- und Bildungsaktivitäten teilgenommen. Zudem wurden die Rechte von Kindern und die Risiken des Kleinbergbaus thematisiert.
- Beteiligung am Bau, Instandhaltung und Sanierung von Schulen in der Region Kolwezi.
In der Klage werden eine Reihe von Konzessionen genannt, wo es zu Verletzungen oder Todesfällen gekommen sein soll. Einige davon werden fälschlicherweise KCC zugeordnet. Die nachstehenden Konzessionen gehören weder KCC noch werden sie von KCC betrieben:
- Lac Malo
- Kamilombe
Mashamba East und der Abraum-Bereich liegen innerhalb der KCC-Konzession. KCC hat die lokale Gemeinde auf die Risiken des illegalen Kleinbergbaus sensibilisiert und versucht gemeinsam mit SAEMAPE, dem illegalen Bergbau entgegenzuwirken. SAEMAPE ist eine staatliche Kleinbergbau-Agentur. Wir kaufen, verarbeiten und handeln nicht mit Kobalt oder Kupfer, dass in oder um Mashamba East produziert wurde.
Die Tilwezembe-Konzession, die Glencore gehört, liegt etwa 35 Kilometer von KCC entfernt und wurde 2011 von Kleinbergbauarbeitern überrannt. Glencore hat seit 2011 keinen Zugang zu dieser Konzession und ist dort weder operationell noch kommerziell involviert. Glencore hat die kongolesische Regierung wiederholt aufgefordert, etwas gegen die Situation in Tilwezembe zu unternehmen und Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in diesem Betrieb geäussert.
Im Juli 2019 kam es bei Kamoto Copper Company (KCC), einer Tochtergesellschaft von Glencore, zu einem Vorfall von illegalen Kleinbergbauarbeitern. Relevantes Informationsmaterial finden Sie weiter unten.
Der legale und illegale Kleinbergbau ist ein komplexes Phänomen, das von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Einer der wichtigsten Faktoren ist die sozioökonomische Entwicklung. Es gibt aber auch andere Ursachen für den Kleinbergbau. Dazu zählen unserer Ansicht nach die wachsende Zuwanderung in die Region Kolwezi sowie fehlende wirtschaftliche Perspektiven in anderen Landesteilen. Ein weiterer Grund für die Zunahme der illegalen Minenaktivitäten sind die illegal aufgestellten Verkaufsstellen in unmittelbarer Nähe zu KCC.