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In ihrer Rolle als Ilsa Lund im Film «Casablanca» wickelte Ingrid Bergman alle um den Finger – auch den mysteriösen Rick Blane, gespielt vom legendären Humphrey Bogart. «Casablanca» war der Beginn ihrer steilen Karriere in den USA. Am Ende hatte sie drei Oscars im Regal stehen.
Perfekte Mutter und Ehefrau – aber nur vordergründig
Das amerikanische Publikum liebte, ja vergötterte die schwedische Schauspielerin. Filmemacher Stig Björkman, der einen neuen Dokumentarfilm über Ingid Bergmann gedreht hat, sagt über sie: «Die Illustrierten der damaligen Zeit inszenierten sie immer als die perfekte Mutter und Ehefrau – als leuchtendes Beispiel wie berühmte Schauspielerinnen sein sollten.»
Doch Ingrid Bergman lebte ein völlig ein anderes Leben, als sie nach aussen vorgab. Sie war eine unabhängige Frau, die für ihre künstlerischen Ambitionen und persönlichen Freiheiten einen hohen Preis bezahlte. Hollywood empfand sie je länger je mehr als goldenen Käfig.
Zutritt zum privaten Bergman-Archiv
Als ihre Affäre mit dem italienischen Regisseur Roberto Rosselini bekannt wurde, verliess sie die USA. Zu geschockt war die amerikanische Öffentlichkeit, dass eine verheiratete Frau mit einem anderen Mann eine neue Familie gründete.
Insgesamt vier Kinder hat Ingrid Bergman grossgezogen, unter anderem die Schauspielerin Isabella Rosellini. Ihr ist es zu verdanken, dass mit Filmemacher Stig Björkman zum ersten Mal ein Aussenstehender das private Bergman-Archiv für ein biographisches Werk nutzen durfte.
«Ingrid lebte ein Männerleben»
Ingrid Bergman sei eine moderne Frau gewesen, sagt Stig Björkman, zu modern für ihre Zeit: «Ich sehe sie heute als eine frühe Feministin. Ingrid lebte ein Männerleben. Für sie war die Arbeit das Wichtigste im Leben, Kinder und die Familie auch, aber die Arbeit kam immer zuerst.»
Ende der Siebzigerjahre spielte Ingrid Bergman zum letzten Mal in einem Kinofilm mit, unter der Regie ihres berühmten Namensvetters und Landsmanns Ingmar Bergman. 1982, an ihrem 67. Geburtstag, starb sie an Brustkrebs. Kurz zuvor erklärte sie: «Ich glaube, mein Leben war wundervoll. Ich habe getan, wozu ich Lust hatte. Mir wurde Mut geschenkt und Abenteuergeist, und das hat mich getragen.»
«Ich bin Ingrid» – der Film
Basierend auf Briefen, Tagebüchern und privaten Filmen von Ingrid Bergman zeichnet der schwedische Regisseur Stig Björkman das Porträt einer neugierigen, rastlosen Frau nach, die das Leben und das Filmen überaus genossen hat. Die Dokumentation ist am Sonntag, 30. August, um 21.45 Uhr auf Arte zu sehen.