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| Chrysostomus († 407) - Vom jungfräulichen Stande (De virginitate)

33. Die Nachahmer Christi wiederholen immer und immer dasselbe.
Darum wiederholt auch Paulus beständig, um die Korinther auf diesen Gedanken zu bringen: „Ein Jeder habe sein Weib; der Mann leiste dem Weibe die eheliche Pflicht; das Weib ist nicht Herr über den eigenen Leib; entziehet euch einander nicht; kommet wieder zusammen.“ Denn auch jene Glücklichen empfanden das nicht gleich bei der ersten Rede, sondern nachdem sie es zum zweiten Male gehört, dann erst erkannten sie die Nothwendigkeit der Vorschrift. Denn auch Christus leitete, als er auf dem Berge lehrend zu wiederholten Malen Vieles darüber gesprochen, seine Jünger so zum Verlangen nach der Enthaltsamkeit an. Wenn nämlich Etwas immer wieder gesagt wird, hat es mehr Wirkung. In ähnlicher Weise redet auch hier der Schüler, dem Herrn nachahmend, beständig über denselben Gegenstand, und nirgends ertheilt er die Erlaubniß kurzweg, sondern mit einer Begründung, indem er sagt: „Um der Hurerei, der satanischen Versuchungen und der Unenthaltsamkeit willen,“ und verwebt so gegen Erwarten in seine Rede über die Ehe das Lob des jungfräulichen Standes.