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Hier bloggt der Chef persönlich
Ich habe mich mit zwei Alternativweltgeschichten herumgeschlagen. Erstens Underground Airlines von Ben Winters (Amazon Affiliate) und zweitens The Man in the High Castle (Amazon Affiliate) (Das Orakel vom Berge; Amazon Affiliate) von Philip K. Dick.
Es gibt «The Man in the High Castle» auch als Fernsehserie von Amazon. Zu der habe ich bislang aber noch keine Meinung. (Bild: Amazon)
Im ersten Buch hat der Bürgerkrieg in den USA nie stattgefunden und die Sklaverei nur in Teilen der USA abgeschafft. Vier Staaten halten Sie aufrecht. Im zweiten Buch hat das dritte Reich den zweiten Weltkrieg gewonnen und massiv expandiert. Die Welt ist quasi zweigeteilt. Das japanische Reich die Teile der Welt, die die Nazis nicht unter ihr Joch gebracht haben, also den fernen Osten und ein bisschen von Südamerika. Die USA sind dreigeteilt. Der Osten steht unter deutschem Einfluss, dazwischen gibt es den mittleren Westen, wo nicht gerade viel los ist. Und die Westküste wird von den Japanern beherrscht. Nur Kanada scheint sich so etwas wie Unabhängigkeit bewahrt zu haben. Juden und Schwarze sind weitgehend ausgerottet und die USA sind kulturell unbedeutend; das einzige, was einen gewissen Wert hat, sind amerikanische Antiquitäten aus der Vorkriegszeit. Auch technisch hat die Entwicklung einen anderen Verlauf genommen. Es gibt Flüge zum Mars, aber kein Fernsehen.
Im ersten Buch geht es um Victor, der selbst ein Befreiter, jagt für den United States Marshals Service flüchtige Sklaven. Im zweiten verfolgen wir diverse Protagonisten in ihrem Alltag auf diesem ungemütlichen Planeten. Den ganzen Beitrag lesen »
Es ging hier in der letzten Zeit immer mal wieder um Zeitreisen. Das ist auch heute nicht anders. Das Buch, wo zeitgereist wird, dass es den Teufel graust, heisst «The Man Who Folded Himself» (Wikipedia, Amazon Affiliate) in Deutsch «Zeitmaschinen gehen anders» (Phantastik-couch.de, Amazon Affiliate) von David Gerrold.
Ähnlich verwirrlich wie Predestination.
Ein wirklich schräges Buch. Die Hauptfigur, Daniel Eakins, erhält von seinem Onkel Jim einen Zeitreisegürtel. Der kommt mit ausführlichen Instruktionen und macht klar, dass man mit ihm so wild durch alle Jahrhunderte hindurch streunen kann, wie es einem beliebt. Angst vor paradoxen Situationen braucht man nicht zu haben. Mit jeder Zeitreise wird eine neue Parallelrealität geschaffen, die für sich stimmig ist. Für den weltgewandten Zeitreisenden gibt auch Methoden, defekte Zeitstränge zu reparieren, bzw. ihnen zu entrinnen. Wichtig ist bloss, sich nicht so weit von der Ursprungsrealität zu entfernen, dass man nicht mehr dahin zurückkommt – falls einem denn etwas daran liegt.
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Das Buch «Time and again» hat mir gut gefallen, wie man hier nachlesen kann. Der Autor Jack Finney hat 25 Jahre später eine Fortsetzung geschrieben. Sie heisst «From Time to Time» (Wikipedia, Amazon Affiliate) oder zu Deutsch «Im Strom der Zeit» (Amazon Affiliate).
Der zweite Teil vermochte mich nicht ganz so sehr in ihren Bann zu schlagen wie der bezaubernde Auftakt dieses Zeitreise-Abenteuers. Das ist aber nur ein kleiner Vorwurf – denn «Time and again» ist nahezu perfekt, was Stimmung, Atmosphäre und dramatische Wendungen angeht. «From Time to Time» ist ein würdiger Nachfolger, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
Kurz zur Geschichte – mit einigen Spoilern: Der Versuch von Hauptfigur Si Morley im letzten Buch, die Zeitreisen zu stoppen, noch bevor sie überhaupt beginnen konnten, ist gescheitert. Den ganzen Beitrag lesen »
The Dakota – hier kommt Si Morley in der Vergangenheit an.
Time and again (Wikipedia, Amazon Affiliate), zu Deutsch Das andere Ufer der Zeit (Wikipedia, Amazon Affiliate) ist eine der schönsten Zeitreise-Geschichten, die ich je gelesen habe – und in diesem Blog gibt es einige davon. Sie stammt von Jack Finney, der nicht zu den Granden des Genres gehört, aber doch einige bekannte Werke verfasst hat. Das bekannteste ist sicherlich «Die Körperfresser kommen» (W, A), das als «Body Snatchers» (W, IMDB, A) verfilmt worden ist.
Die Gesichte ist unspektakulär – gerade im Vergleich zu den spektakulären Plots von Brett Battles (Wir sind die Anomalie), bei denen die ganze Weltgeschichte umgekrempelt wird. Hier passiert nichts dergleichen1. Es gibt einen kleinen Kriminalfall und den Anflug einer Liebesgeschichte. Aber was dieses Buch auszeichnet, ist, dass es einen erleben lässt, wie sich eine Zeitreise anfühlen muss. Den ganzen Beitrag lesen »
Zugegeben: Dieses Buch in der Kategorie Nerdliteratur abzufeiern, lässt sich nur sehr schwer verargumentieren: Die Hauptfigur ist ein Anwalt (und hätte damit gut in diesen Blogpost gepasst), aber er ist kein Nerd. Urs Blank ist Experte für Fusionen. Er wird zum Pilzliebhaber und ist eine Art Vorläufer von Christopher McCandless (leider ohne den tollen Soundtrack). Und er ist eine Nulpe, was Computer anbelangt. Er interessiert sich nicht für sie und kann auch dem Internet nichts abgewinnen, weil dort ein Überangebot an Informationen herrscht. Nun kann man zu Recht behaupten, dass auch ein Wirtschaftsanwalt sich wohl kaum ums Internet foutieren kann. Doch zur Ehrenrettung sei gesagt, dass das Buch im Jahr 2000 geschrieben wurde und dass das Ignorieren damals noch ging. Vor allem, wenn man einen Assistenten namens Christoph Gerber und eine Sekretärin wie Petra Decarli hat.
In der Verfilmung von 2015 begibt sich Moritz Bleibtreu auf Pilzsuche. (Bild: Alamode/Film.de)
Gut, ich werde deswegen gar nicht probieren, die Rubrizierung in diesem Blog zu rechtfertigen. Der Computeraspekt ist nämlich das schwächste Faktum in diesem Buch, das ansonsten toll recherchiert ist und (so weit ich das beurteilen kann) akkurat über Pilze, Waldkräuter, -gemüse, die Jagd und das Leben als Eremit informiert. Doch wie Urs Blank nach seinem Abtauchen in seinen jetzt vom nachgerückten Assistenten benutzten Computer eindringt, ist fragwürdig.
Petra Decarli setzte sich in einen Besucherstuhl. «Er besass einen hot key.»
Er benutzt nämlich eine Tastenkombination, mit der man das Passwort umgeht. Den ganzen Beitrag lesen »