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Funde aus der Steinzeit lassen erahnen, dass bereits unsere Vorfahren vor 100000 Jahren Getreide mit Steinen mahlten. Doch es war Knochenarbeit, viel Schweiss floss und der Ertrag war nur gering.
Kein Wunder also, dass der Mensch vor etwa 7000 Jahren auf das Prinzip der Mühle stiess: Ein fester Stein am Boden, der Bodenstein, und einige Millimeter darüber ein beweglicher Stein, der Läuferstein. Dieser Läuferstein wurde durch reine Muskelkraft von den damaligen Müllern zum Drehen gebracht und verarbeitete Getreide zu Mehl. Doch im Laufe der Evolution entwickelte sich auch die Technik weiter und bereits die alten Ägypter nutzten vor 3000 Jahren Mühlen, die mit Windkraft angetrieben wurden. Etwa 1000 Jahre später nutzten die Römer dann die Wasserkraft, um den Läuferstein zum Drehen zu bringen, und überall schossen Mühlen in der Nähe von fliessend Wasser wie Pilze aus dem Boden.
Die Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert veränderte das uralte Handwerk von Grund auf. Plötzlich war man nicht mehr auf die Natur angewiesen, sondern konnte ununterbrochen und zu jeder Tageszeit mahlen. Spätestens als der Verbrennungs- und Elektromotor im 19. Jahrhundert erfunden wurde, verschwand das traditionsreiche Handwerk immer mehr von der Bildoberfläche. Die vielen Mühlen wurden abgerissen oder anderweitig genutzt – zum Beispiel als Restaurant oder Museum. Das Handwerk wurde industrialisiert, um die wachsende Menschheit mit Getreideprodukten versorgen zu können. Heute werden in der Schweiz nur noch wenige Mühlen nach alter Tradition betrieben. Doch die alten Gebäude mit Wind- oder Wasserräder, die überall in der Schweiz verteilt sind, lassen uns immer noch an der Vergangenheit teilhaben.
Oliver Varga