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(weibliche Brüste,. Mammae), die Milchabsonderungsorgane des Menschen, welche sich an der vordern
Seite des Brustkorbes befinden und aus einer Drüse und einer diese umgebenden Fettmasse bestehen. Sie finden sich bei beiden
Geschlechtern; während sie aber beim Mann wie auch bei Knaben und Mädchen sehr klein und unbedeutend sind, erreichen sie
bei dem
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Weib zur Zeit der Mannbarkeit, noch mehr aber in der Schwangerschaft, also zu der Zeit, wo sie in Funktion treten sollen, eine
beträchtlichere Größe. Die Vertiefung, welche beide Brüste trennt, heißt der Busen (sinus). In der Mitte jeder Brust befindet
sich die Brustwarze (mammilla, papilla mammae), an welcher man einen flachern, ringförmigen Teil, den
Warzenhof (areola mammae), und die eigentliche Brustwarze unterscheidet. In dem mehr oder weniger dunkel gefärbten Warzenhof
bemerkt man kleine, höckerige Hervorragungen, aus welchen eine oder mehrere größere Talgdrüsen ausmünden.
Auf der vordersten rauhen Fläche der cylindrisch oder konisch geformten eigentlichen Brustwarze münden 15-24 Ausführungsgänge,
welche in eine unter dem Warzenhof liegende Erweiterung (sinus ductus lactiferi) münden, von wo aus
sich dann diese Gänge weiter nach der Tiefe hin fortsetzen, indem sie sich in immer feinere und feinere Ästchen spalten,
an deren Wänden dann die blind endigenden Drüsenbläschen (acini) aufsitzen. In diesen letztern geht die Milchbereitung
vor sich (s. Milchdrüsen).
Durch letztere namentlich ist die Brustwarze sehr empfindlich und fähig, auf äußere Reize hin, Berührung, Saugen etc.,
sich aufzurichten und an Umfang zuzunehmen. Die Funktion der weiblichen Brüste, die Milchabsonderung, beginnt
schon während der Schwangerschaft, so daß bereits im siebenten Monat derselben eine milchähnliche Flüssigkeit aus den Brustwarzen
hervortritt. Aber erst nach der Geburt, meist 2-3 Tage nachher, wird die Milch hinreichend stark abgesondert, um als ausschließliches
Nahrungsmittel
[* 6] für die Neugebornen zu dienen.
Dieses sogen. Milchfieber ist jedoch kein normales Attribut der beginnenden reichlichen Milchbildung, sondern bezeichnet gewöhnlich
den Anfang irgend eines krankhaften Vorganges in den Geschlechtsorganen oder in dem Organismus überhaupt. Bei dem Eintritt
solcher Fiebererscheinungen, eines Frostes mit nachfolgender Hitze, soll man sofort ärztliche Hilfe für
die Wöchnerin suchen. Zum Stillen des Kindes eignen sich am besten mäßig große Brüste, indem allzu große nicht immer gerade
viel Milch geben und ihre Vergrößerung oft nur von einer stärkern Fettablagerung bedingt ist.
Bei sehr festen Brüsten oder solchen mit kleinen und tief liegenden Warzen kann das Kind die Brustwarze
nicht bequem fassen. Schon während der Schwangerschaft bedürfen die Brüste erhöhter Pflege. TäglichesWaschen der und Achselhöhlen
macht die Haut gesund
[* 7] und geschmeidiger. Sind die Brustwarzen klein, oder liegen sie als sogen. Hohlwarzen
tief in der Brust, so ziehe man dieselben vorsichtig, aber täglich mit
den Fingern etwas hervor oder lege
sogen. Warzenhütchen auf.
Werden diese Vorsichtsmaßregeln nicht angewendet, so entstehen leicht wunde Brustwarzen, die eine
wahre Plage des Wochenbettes sind, da sie überaus heftige Schmerzen erregen, sobald das Kind angelegt wird. Die wunden Stellen
sondern eine eiterartige Flüssigkeit ab und bluten auch nicht selten sehr beträchtlich, so daß das Kind eine MengeBlut verschluckt,
das dann in der Regel wieder ausgebrochen wird. Durch die heftigen Schmerzen leiden die Stillenden außerordentlich,
sie verlieren den Appetit, da sie sich in steter Furcht und Aufregung befinden, die Milchabsonderung wird beeinträchtigt,
und pflanzt sich die Entzündung in die Milchgänge weiter fort, so werden diese verstopft, und es entsteht eine entzündete,
sogen. böse Brust.
Die Heilung wunder Brustwarzen fördert man am besten durch Betupfen mit Höllensteinlösung und Überschläge
von kaltem Wasser. Droht eine Entzündung der Brüste (Mastitis), so saugt man, wenn irgend ein Abschnitt der Drüsehart und schmerzhaft
wird, und wenn die Haut über dieser Stelle heiß und gerötet ist, die Brüste durch Anlegen des Kindes oder
mit Hilfe einer sogen. Milchpumpe gründlich aus. Ist durch das Aussaugen oder Auspumpen die harte und schmerzhafte Stelle der
Brust nicht zum Verschwinden zu bringen, breitet sich die Härte vielmehr aus, und steigert sich die Spannung, so muß man das
Stillen an der kranken Brust aufgeben und vorsichtig Umschläge von kaltem Wasser auf die kranke Stelle machen.
Verschlimmern sich trotzdem die örtlichen Erscheinungen, treten wohl gar Fiebersymptome auf, so ist zu erwarten, daß die
Entzündung in Eiterung übergehen wird. Dieser Vorgang ist durch warme Bähungen zu befördern, denen zur Vermeidung gefährlicher
Ausbreitung möglichst bald die Eröffnung mit dem Messer
[* 8] folgen muß. Die chronische, mit Verhärtung der
Brüste einhergehende Entzündung ist oft kaum von Geschwulstbildungen zu unterscheiden und erfordert, wie diese, operative Behandlung.
Häufig sind die Brüste der Sitz krankhafter Geschwülste, unter welchen der Brustkrebs die wichtigste Rolle spielt. Derselbe kommt
selten vor dem 40. Lebensjahr bei Frauen und, obwohl seltener, bei Jungfrauen vor und entsteht als harter,
schwer verschiebbarer Knoten mit stechenden Schmerzen. Dieser Knoten wächst heran, erreicht die Haut und geht, wenn er dieselbe
ganz durchsetzt hat, in ein Geschwür über, welches eine stinkende Jauche absondert und sich fortwährend vertieft und verbreitet.
Dazu gesellen sich stets Schwellungen der Lymphdrüsen in der Achselhöhle, welche auf eine Verbreitung
des Krebses hinweisen. Der Brustkrebs führt, sich selbst überlassen, stets zum Tod; es ist daher nötig, ihn so früh wie
möglich abzutragen. Je früher und je gründlicher dies geschieht, um so größer ist die Aussicht auf gründliche und dauernde
Heilung. Auch gutartige Geschwülste, d. h. solche, welche zu jeder Zeit den Charakter eines örtlichen
Übels beibehalten, kommen in mannigfacher Form in der Brust vor.
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Unter ihnen sind namentlich die sogen. Hypertrophie der Brust, das Fibrom und das Cystosarkom derselben zu erwähnen. Diese
Geschwülste kommen bei Frauen und Mädchen schon vom 20. Lebensjahr an vor. Sie machen gewöhnlich keine Schmerzen, wachsen
aber zuweilen zu einem ganz enormen Umfang heran, können gleichfalls die Haut durchbrechen und in Verschwärung
übergehen; aber sie bedrohen das Leben nicht. Auch für sie gibt es keine andre Hilfe als die Ausrottung durch das Messer.