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Das Municipium Claudium Aguntum lag wenige Kilometer östlich des heutigen Lienz. Die Stadt wurde nicht nach einem Rastersystem geplant, sondern entstand aus einer früheren Siedlung.
Die ältesten Mauern werden um die Zeitwende datiert. Unter Tiberius Claudius Nero Germanicus (Claudius) (41 - 54 n. Chr.) erfolgte die Erhebung zum Municipium.
Das 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. war für Aguntum die friedlichste und wirtschaftlich beste Zeit. Im 3. Jahrhundert fand mindestens um das Jahr 275 eine Verwüstung - vermutlich durch Alamannen - statt. Um das Jahr 400 wurde die Stadt erneut - vermutlich durch von den Hunnen flüchtende Germanen - zerstört.
Die Stadt wurde danach wieder aufgebaut. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Stadt - diesmal durch die Hunnen selber - verwüstet.
Die Stadt ging bei der Schlacht der Bajuwaren gegen die Slawen um das Jahr 610 n. Chr. endgültig unter. Vermutlich hat sich die Bevölkerung bereits ab dem 3. Jahrhundert - mindestens zeitweise - in die umliegenden Höhensiedlungen - wie Lavant - zurückgezogen.
Heute ist die ganze Ausdehnung von Aguntum noch nicht bekannt. Dies auch, weil der Debantbach seinen Lauf verändert hat und jetzt durch Teile der Stadt fliesst.
Folgendes ist heute noch zu sehen: Vor der Stadt befinden sich eine frühchristliche Grabkapelle und Häuser der Vorstadt. Die Stadtmauer wurde um das Jahr 150 n. Chr. erbaut. Interessant ist, dass bis heute keine Ecken gefunden wurden und die Türme Fenster und Türen auf der Aussenseite aufweisen. Es könnte sich deshalb um eine Repräsentationsmauer gehandelt haben.
Das Atriumhaus wurde nach mediterranem Muster erstellt: Einige Räume gruppierten sich um ein Atrium. Weitere Räume dienten wohl als Bad. Zudem wurde das Peristylium mit Wasserkanal freigelegt. Das Handwerksviertel bestand aus einfachen Häusern. Diese bestanden oftmals nur aus zwei Räumen, einem Küchenwohnraum und einer Werkstatt mit Feuerstelle.
Die grosse Therme wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Nach einer Zerstörung wurde diese Therme neu aufgebaut. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts wurden sie im Norden erweitert.