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In ihrer am 15. März 2015 eingereichten Interpellation 17.3143 «Tierschutzmassnahmen im Pferdesport» bezog sich die SP-Nationalrätin Martina Munz (SH) auf einen Unfall beim Pferderennen «White Turf 2017» in St. Moritz, bei dem ein Pferd auf dem gefrorenen See so schwer stürzte, dass es eingeschläfert werden musste.
Der Pferdesport liegt in der Schweiz mit einem Jahresumsatz von 86 Millionen Franken an vierter Stelle hinter Fussball, Eishockey und Tennis. Jede Saison werden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. Leider, so Munz, würden diese aus finanziellen und Prestigegründen auch bei grenzwertigen Wetter- und Bahnbedingungen durchgeführt.
Im Detail fragte Martina Munz den Bundesrat, ob der tragische Unfall in St. Moritz mit geeigneten Massnahmen vermeidbar gewesen wäre und ob die aktuellen Tierschutzbestimmungen genügten, um sicherzustellen, dass «Gesundheit und Wohlbefinden der Pferde» beim Sport im Zentrum stünden.
Der Bundesrat antwortete am 17. Mai 2017, er verfüge über keine Informationen zu dem erwähnten Unfall. In der Revision der Tierschutzverordnung (TschV), die er zur Vernehmlassung ausgeschrieben habe, würde eine Meldepflicht für Sportanlässe mit Tieren vorgeschlagen, wonach Veranstaltungen der zuständigen kantonalen Behörde mindestens zehn Tage im Voraus gemeldet werden müssten (Art. 107a). Die Organisatoren solcher Anlässe sollten ausserdem verpflichtet werden, für die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen zu sorgen (Art. 103a).
Der Schweizer Pferderennsportverband (SPV) und der Schweizer Verband für Pferdesport (SVPS) zeichnen seit 2014 Unfälle an den von ihnen veranstalteten Anlässen auf.
Nach den Angaben des SPV kam es in den Jahren 2014 bis 2016 an 1346 Rennen mit 2054 Pferden zu insgesamt 27 Unfällen. Aus der Statistik gehen die Kollision mit einem Hindernis (10) und der Zustand der Rennbahn (7) als häufigste Unfallursachen hervor.
Den Aufzeichnungen des SVPS zufolge ereigneten sich von 2014 bis 2016 an über 2000 Veranstaltungen mit etwa 250'000 Starts insgesamt zehn Unfälle.
Bei beiden Veranstaltern mussten in diesem Zeitraum je zwei Tiere eingeschläfert werden.
Zu früheren Jahren und zu Unfällen an Anlässen anderer Veranstalter sind keine Daten verfügbar.