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Die meisten der im Labor bestätigten Fälle (2933/3413; 86%) wurden aus der Europäischen Region der WHO gemeldet. In der Schweiz gab es seit dem 21. Mai und bis zum 29. Juni 81 bestätigte Fälle.
Klinik: Die bisherigen Fälle sind mild verlaufen, Todesfälle sind bisher nicht zu verzeichnen. Krankenhauspatienten wurden meist zur lokalen Isolierung aufgenommen. Das klinische Bild ist durch Läsionen gekennzeichnet, die für das klinische Bild in endemischen Ländern untypisch sind. Derzeit treten hauptsächlich sehr wenige, nicht gruppierte, schmerzlose pustulöse Läsionen an den Genitalien, perianal und oral auf. Ob die Übertragung durch Genitalsekrete oder primär nur durch engen Haut-zu-Haut-Kontakt erfolgt, ist noch nicht geklärt. Die ableitenden Lymphknoten sind mitunter massiv geschwollen, Fieber tritt meist für einige Tage auf. Das Allgemeinbefinden ist oft nur wenig beeinträchtigt.
Übertragung: Das Virus kann von Mensch zu Mensch über die Atemwege, durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder mit virusverseuchten Gegenständen übertragen werden. Die Inkubationszeit beträgt 5-21 Tage, in der Regel etwa 7-17 Tage. Affenpocken werden von infizierten Tieren durch einen Biss oder durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Läsionen des infizierten Tieres übertragen. Sie können über Abschürfungen im Mund auf Menschen übertragen werden, die infizierte Tiere essen, Quelle: NCDC.
Symptome: Zu den Symptomen von Affenpocken gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Schüttelfrost. 1 bis 3 Tage nach Auftreten der Symptome entwickelt sich ein Ausschlag, der wie Windpocken oder Syphilis aussehen kann und sich vom Gesicht auf andere Körperteile, einschließlich der Genitalien, ausbreitet. Die Krankheit verläuft in der Regel mild. Bei immungeschwächten Personen kann die Krankheit schwer verlaufen. Die Sterblichkeitsrate liegt beim westafrikanischen Typ bei etwa 1% und beim zentralafrikanischen Typ bei bis zu 10%.
Wenn das klinische Bild suggestiv ist, sollten die Personen auch isoliert, getestet und auf Affenpocken untersucht werden.
MELDEPFLICHT: In der Schweiz muss jeder Verdachtsfall innerhalb von 2h an die/den jeweiligen Kantonsarzt:in und an das BAG (Tel. +41 58 463 87 06) gemeldet werden! Speziallabore, wie z.B. das Referenzlabor für importierte Viruserkrankungen (HUG) oder das Labor Spiez oder das ZBS1 am Robert Koch-Institut (RKI; Konsiliarlabor Pocken), bieten eine molekulare Diagnostik zur Identifizierung von Affenpockeninfektionen an (Material: Kruste oder Vesikelflüssigkeit).
Geosentinel bittet bestätigte und Verdachtsfälle zu melden unter: <email-pii>
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