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Plazidus Zurlauben (1646-1723), der erste Fürst-Abt des Klosters von Muri, der die Initiative, ein Projekt für der barocken Umwandlung der Abtei, liess Anfang des 18. Jahrhunderts einen Sommer-Wohnsitz errichten; oder vielmehr ein Haus, wo die Mitglieder des Klosters, die einen Jahr Urlaub pro Jahr hatten, sich erholen konnten. Er wählte zu diesem Zweck einen kostbaren Rahmen in Lindenberg. Das Gebäude sah schön aus, bedeckt von einem Milchwalmdach. Früher erstreckten sich ein barockes Erdgeschoss à la française wo, hervorquellende Brunnen gurgelten. Hans Rey war der Maurer; der Zimmermann hiess Hans Mäder.
In 1739 unter dem Abt Gerold I Haimb wurde das Haus vergrössert; notwendigerweise, denn die Ruhezeiten der Mönche verlängerte sich auf zwei Tage und das Gebäude wurde zu klein. Aus dieser Zeit datiert ebenfalls die Kapelle, die ausserhalb des Hauses errichtet wurde, an der Südseite, die dem heiligen Wendelin und der heiligen Ursula geweiht war. Das Kloster war auch der Eigentümer eines Bauernhofs und der Weiden in der Umgebung. Unter dem Abt Bonaventura II Bucher (1757-1776), wurde das Haus in einem echten kleinen Vergnügenschloss umgewandelt „damit die Entspannung im Herbst sich bequem gestalten konnte“.
Im Erdgeschoss war der Speisesaal, die Diensträume, die Kammern der Väter sowie diejenigen der Hausleute; die Wohnungen des Abtes und die Zimmer des Konvents besetzten das erste Stockwerk. Das zweite Stockwerk war für den grossen gemeinsamen Saal reserviert.
Für die Innendekoration appellierte man an verschiedene Künstler und Handwerker insbesondere an Maler Caspar Wolf (1735-1783). Er führte vier Sichten des kleinen Schlosses aus, die dem Gebäude ein Aussehen gaben, das merklich mit dem aktuellen Schloss identisch ist. Die umsäumten Kettenfassaden der Ecken stellen auf den Mauern fünf gewölbte Fenster in regelmässiger Reihe. Die westliche Fassade hebt das grosse Tor mit einem gebrochenem krummlinigem Giebel hervor, während die östliche Fassade die zentrale Achse verlängert und das Dach mit einer neobarocken Knollenkuppel von neuer Konstruktion krönt.
Die bemalten Tapeten von Caspar Wolf schmücken einige Zimmer und schaffen eine aussergewöhnliche Atmosphäre der Feierlichkeit und des Pomps insbesondere in den beiden Hauptzimmern des ersten Stockwerkes, an der Ostseite, wo ein besonderer Prunk sich einsetzt. Das Jagdzimmer (Nordostecke), wird ganz mit einem gemalten Vorhang ausgekleidet, der auf mehr als zwei Drittel der Höhe gestellt wurde. Vertraute oder exotische Landschaften dienen als Hintergrund der Szenen die aus der Geschichte Habsburgs oder aus der Bibel stammen. Diese Malerei wurde 1762 verwirklicht, kurz nach der Erscheinung einer Gesamtheit von Gravieren, die Johann Elias Ridinger der Jagd widmete (1698-1767). Stuck aus dem Rococo, leicht, mit Vögeln in Flug und delikate Reliefs zu dem Thema der Jagd sind adäquate Dekorationen der gemalten Szenen. Das Zimmer des Abtes, mit reduzierten Dimensionen, zum Südosten gerichtet, wird festgehalten in Szenen der Legende von Benedict. Das, was sie zu charakteristischen Werke macht, ist der treue Stil der Natur, bereichert mit Szenen, die an die kleinen Meister erinnern, ein Stil mit romantischer Tonalität. Eine Brüstung in Trompe-l'oeil Technik, hinter dem sehr schöne Stillleben sich ordnen; bildet die Grenze des richtigen Raumes vom Betrachter und ein erdachtes Universum des Gemäldes. Wenn man es als Brauch betrachtet, das Schoss unter seinem Äusseren viel beschiedener ist und wenn man sein Inneres als ein Modell der Rococo Dekoration betrachtet, so ist dies ohne Zweifel dank dem Werk von Caspar Wolf.
Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1841 ging das Schloss in Privatbesitz über und wurde für verschiedene Zwecke genutzt, so z.B. Als Kuranstalt. 1913 gelangte das Schloss in den Besitz der Familie Borsinger. Diese liess das nachträglich angebaute Nebengebäude für Ziegenmilch- und Molkekuren wieder abreissen und das mittlerweile leicht verwahrloste Schloss wieder restaurieren. Das Schloss, das als private Residenz dient, ist im Gegensatz zur Kapelle nicht öffentlich zugänglich. Beide Gebäude stehen seit 1963 unter Denkmalschutz.
Bibliographie