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Fahne des Grossen Rates der Stadt Zug (so genanntes Saubanner)
Das so genannte Saubanner zeigt einen Narren (erkennbar an der Narrenkappe), der eine Muttersau und drei Ferkel füttert. Oben links sind neben dem Zuger Schild zwei Wappen der Zuger Familie Wickart abgebildet.
Herkunft, Alter und Entstehungsgeschichte der Fahne sind nicht geklärt. Es handelt sich aber mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine «Vereinsfahne» des Grossen Rates der Stadt Zug. Der Grosse Rat war nicht ein offizielles Organ der städtischen Politik, sondern eine so genannte Knabenschaft, eine zunftähnliche, ursprünglich nur ledigen jungen Männern zugängliche Vereinigung. Dass es sich bei der vorliegenden Fahne um jene Fahne handelt, die 1477 als Feldzeichen am «Saubannerzug» mitgetragen wurde, ist unwahrscheinlich. Der Saubannerzug, ein unkontrollierter und von den Obrigkeiten nicht bewilligter militärischer Auszug, nahm an der Fasnacht 1477 in Zug seinen Anfang und umfasste schliesslich gegen 1800 Innerschweizer, die nach Genf wollten, um dort unter anderem ein von der Stadt 1475 zugesichertes, aber noch nicht bezahltes Lösegeld einzufordern. Der Berner Unterstadtschreiber und Chronist Diebold Schilling der Ältere (um 1436/39–1486), welcher die Ankunft der Kriegsschar in Bern miterlebte und in Wort und Bild festhielt, beschrieb die Fahne ganz anders als die oben Beschriebene: Auf ihr waren in Weiss auf blauem Grund ein Eber und ein Streitkolben, das Symbol für Selbsthilfe und Eigengewalt, abgebildet.
Die Fahne kann im Museum Burg Zug (1. OG, Turmraum) in der Dauerausstellung besichtigt werden.