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Besonders interessant scheinen für Spitäler Leistungen aus dem orthopädischen Bereich zu sein, wie BAG-Vize-Direktor und Mitautor Oliver Peters in dem Papier schreibt. Die grössten Unterschiede zwischen allgemein- und halb- oder privatversicherten Personen seien bei Krankheiten und Störungen am Muskel-Skelett-System und am Bindegewebe festgestellt worden.
“Unsere Zahlen deuten darauf hin, dass bei den betroffenen Wahleingriffen Patienten mit Zusatzversicherung eher operiert beziehungsweise eher stationär operiert werden”, wird Peters in einem Artikel der “Berner Zeitung” vom Dienstag zitiert. Das BAG bestätigte diese Aussagen der Nachrichtenagentur sda.
Peters’ Analyse basiert auf Zahlen der Medizinischen Statistik der Spitäler des Bundesamtes für Statistik (BFS) von 2012 und der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des BFS aus dem gleichen Jahr. Die Befragung beinhaltet eine Stichprobe von insgesamt 18’300 Personen. Deren Angaben wurden hochgerechnet und gewichtet, um die Allgemein- und Privatversicherten überhaupt vergleichen zu können.
Die Zahlen zeigen, dass zum Beispiel bei “komplexen Eingriffen am Kniegelenk” Personen mit einer Zusatzversicherung mehr als doppelt so häufig operiert wurden, wie Allgemeinversicherte. Betroffen waren demnach 825 von 100’000 Zusatzversicherten, während bei den Allgemeinversicherten nur 383 von 100’000 unters Messer mussten.
Auch bei den Spitalaufenthalten sind grosse Unterschiede auszumachen: So wurden hochgerechnet auf 100’000 Privat- oder Halbprivatversicherte nach der gleichen Knieoperation 1919 Tage verrechnet, bei den Allgemeinversicherten waren es hochgerechnet auf 100’000 Personen nur gerade 866 Tage.
Unklar sei in vielen Fällen, ob eine Operation nötig gewesen sei oder ob man sie hätte aufschieben oder ganz darauf verzichten können, sagte Peters. Trotzdem kommt seine Studie zum Schluss, dass jeder 13. Spitalaufenthalt vermieden werden könnte, wenn in der privaten und halbprivaten Abteilung gleich viele (oder wenige) Leistungen erbracht würden wie bei den allgemein Versicherten.
Für die Analyse wurde nur der “wichtigste” Erkrankungsfaktor “Alter” statistisch korrigiert. Andere Faktoren wie zum Beispiel die Unterschiede im sozial-ökonomischen Status oder im Gesundheitsverhalten zwischen den beiden Gruppen wurden nicht analysiert.
(SDA)