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Nils, der einzige Jungstorch den der Zoo Zürich in diesem Jahr beringen konnte, ist bereits in den Süden gezogen, schreibt der Zoo Zürich. Er ist inzwischen in Spanien angekommen, wo er vielleicht auch überwintern wird. Die Reise von rund zwanzig Weissstörchen (darunter fünf Störchen aus der Schweiz) kann dank Satellitensendern und GPS-Datenloggern metergenau verfolgt werden.
Seit Jahren stellt das Projekt „SOS Storch“ fest, dass mehr als die Hälfte der westziehenden Weissstörche, die eigentlich über die Meerenge von Gibraltar nach Westafrika ziehen sollten, im Süden Spaniens überwintert.
Der Auslöser dieses stark veränderten Zugverhaltens ist bisher nicht bekannt, schreibt SOS Storch weiter. Zum einen könnten die früheren Wiederansiedlungsprojekte mitverantwortlich sein könnten. Damals wurde Weissstörche aus Nordafrika in die Schweiz „importiert“, um die damals fast ausgestorbenen Populationen wieder aufzubauen. In den Genen der Vögel ist wahrscheinlich nebst einen groben Zugrichtung auch die Zugdistanz festgelegt. Die Vögel aus Afrika ziehen nicht so weit, wie diejenigen aus Europa. Die Gene der „angesiedelten“ Vögel befinden sich inzwischen in vielen „europäischen“ Störchen und könnten bewirken, dass unsere Störche nicht mehr so weit ziehen. Daneben könnte auch der Klimawandel eine wichtige Rolle spielen, denn auch viele andere Vogelarten haben ihr Zugverhalten verändert, um den neuen Voraussetzungen, die der Klimawandel schafft, gerecht zu werden.
Eine weitere Ursache für diese Entwicklung liegt sehr wahrscheinlich daran, dass der Weissstorch ein Nahrungsopportunist ist und sich an eine neue Nahrungsquelle angepasst hat. Denn in Spanien gibt es grosse, offene Mülldeponien auf denen sich die Vögel zur Nahrungssuche gerne aufhalten. Das ist auch eindrücklich auf den Zugkarten der Senderstörche zu sehen. Mit einem Mausklick lassen sich die Mülldeponien einblenden.
Bild: Andreas Trepte [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons