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Eigenkapital stellt die klassische Finanzierungsmöglichkeit bei Firmengründungen dar. Wenn sich ein Unternehmen über Eigenkapital finanziert, stellt ein Investor (als Aktionär oder Gesellschafter) dem Unternehmen Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug erhält dieser Investor Anteile am Unternehmen und wird damit zum Miteigentümer. Als Miteigentümer hat der Investor Informationsrechte, welche die allgemeine Geschäftsentwicklung betreffen. Betriebsgeheimnisse hingegen müssen nicht an ihn weitergegeben werden. Darüber hinaus hat jeder Miteigentümer Mitbestimmungsrechte, die in den Statuten festgelegt werden.
Der Investor profitiert wie bei einem normalen Aktieninvestment auf zwei Wegen, zum einen über mögliche Dividendenausschüttungen und zum anderen über einen Anstieg des Eigenkapital-Wertes. Ersteres führt zu einem direkten Cash-Zufluss an den Investor. Zweiteres lässt den Wert des Unternehmensanteils steigen. Sollte der Investor daher eines Tages seine Beteiligung verkaufen, würde er einen Gewinn gegenüber seinem Einstandspreis erzielen.
Eigenkapitalgeber haften maximal bis zu der Höhe ihres zugesagten Eigenkapitals. Darüber hinaus müssen Eigenkapitalgeber berücksichtigen, dass sie im Fall eines Konkurses des Unternehmens nur jenes Kapital erhalten, das noch übrig ist, nachdem alle anderen Gläubiger bedient wurden. In der Praxis bedeutet dies oft bei jungen Unternehmen, dass die Eigenkapitalgeber in einem Konkursfall einen Totalverlust erleiden.
Bezugsquellen für Eigenkapital sind für junge Unternehmen die sogenannten 3F: Friends, Family and Fools. Familie und Freunde sind oft die ersten Finanzierungsquellen für junge Unternehmen. Dadurch, dass sie den/die Gründer kennen, haben sie den Vorteil, dass sie das Potenzial des Managements besser abschätzen können. Unter «Fools» versteht man begeisterte Vermögende. Diese sind nicht Teil des Familien- und Freundeskreises, glauben aber an die Geschäftsidee und möchten von Anfang an investieren. Im Gegensatz zu Familie und Freunden sind «Fools» meist auch mit der Branche vertraut, in der das neue Projekt Fuss fassen möchte. Das kann Vorteile bringen.
Fremdkapital wird oft durch Banken zur Verfügung gestellt. Es ist allerdings auch möglich, dass Privatpersonen einer Firma ein Darlehen zur Verfügung stellen. Fremdkapitalgeber haben eine Forderung in Höhe der vergebenen Mittel gegenüber dem Unternehmen. Sie werden allerdings nicht Miteigentümer des Unternehmens. Im Kreditvertrag können jedoch bestimmte Sicherheiten festgelegt werden, die dem Fremdkapitalgeber bei Zahlungsschwierigkeiten zustehen. Ebenso können bestimmte Informationspflichten des Kreditnehmers beschrieben werden.
Der Fremdkapitalgeber erhält für das zur Verfügung gestellte Kapital Zinsen. Die Rückzahlung des geliehenen Kapitals kann individuell festgelegt werden, entweder gestaffelt über die Laufzeit des Kredites oder am Ende.
Fremdkapitalgeber können im Fall einer Insolvenz maximal das geliehene Kapital verlieren. Eine darüber hinaus gehende Verlustbeteiligung ist nicht möglich. Im Konkursfall werden Fremdkapitalgeber in der Regel mit dem Kapital aus der Insolvenzmasse bedient, nachdem die Ansprüche von Mitarbeitern und Lieferanten gedeckt wurden.
Für junge Unternehmen ist die Fremdkapitalfinanzierung durch Banken üblicherweise sehr schwierig. Zum einen weil die zukünftige Geschäftsentwicklung sehr unsicher ist – und damit auch die Fähigkeit, das Darlehen zurück zu zahlen. Und zum anderen weil junge Unternehmen über keine oder nur sehr wenige Sicherheiten verfügen und damit auch die Fähigkeit das Darlehen zurück zu zahlen. Und zum anderen verfügen junge Unternehmen über keine oder nur sehr wenige Sicherheiten, die hinterlegt werden könnten.
Business Angels sind Personen die Unternehmen in einer frühen Phase Eigenkapital zur Verfügung stellen. Es handelt sich daher um Eigenkapitalgeber mit Rechten und Pflichten, wie sie bereits beschrieben wurden. Allerdings stellen solche Business Angels nicht nur Kapital zur Verfügung, sondern auch wertvolles Know-how und sie beraten die Gründer aktiv.
Business Angels sind oft selbst Gründer, die bereits ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und anschliessend verkauft haben. Mit den Erlösen aus dem Verkauf beteiligen sie sich nun an diversen Startups. Das macht ihre Ratschläge umso wertvoller.
Venture Capitalists sind Business Angels sehr ähnlich. Allerdings handelt es sich hier nicht um Einzelpersonen, sondern um Firmen oder Fondsgesellschaften, die sich auf Investitionen in Startups spezialisiert haben. Sie stellen Gründern Eigenkapital und intensives Coaching während der folgenden Wachstumsphasen zur Verfügung. Venture Capitalists suchen ihre Investitionsobjekte nach einem stark institutionalisierten Verfahren aus – also nach sehr klaren Regeln.
Meist sind Venture Capitalists an Startups aus der Technologie- oder Internetbranche interessiert.
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Die Teilnahme an Jungunternehmerpreisen stellt eine weitere Möglichkeit zur Kapitalaufnahme dar. Im Rahmen von Wettbewerben können Neugründer i.d.R. ihre Geschäftsidee und ihren Businessplan einer Expertenjury präsentieren. Die Gewinner werden bei grösseren Wettbewerben mit relativ hohem Startkapital ausgestattet, welches meistens an keine speziellen Bedingungen geknüpft ist – es muss dann nicht zurückgezahlt werden. Entscheidend für den Erfolg bei solchen Wettbewerben sind eine originelle Idee und ein überzeugender Auftritt.
Eine sehr gute Übersicht mit den zurzeit ausgeschriebenen Gründerwettbewerben bietet die Webseite www.jungunternehmerpreise.ch.
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