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Bei Feuchtigkeitsaufnahme quillt das Holz, es vergrössert sein Volumen.
Bei Feuchtigkeitsabgabe schwindet es, d. h. es verkleinert sein Volumen.
Diese Volumenänderungen in einem Holzteil laufen in den unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich stark ab. Dadurch wird nicht nur das Volumen verändert, sondern der Holzkörper kann dabei auch seine Form (Wölben, Verdrehen, Reißen) verändern.
Das Holz arbeitet nicht in allen Wuchsrichtungen gleich stark:
- in Faserrichtung (Länge): unbedeutend
- in Richtung der Markstrahlen (vom Kern nach aussen): < 5 %
- in Richtung der Jahresringe: < 10 %
Besonders augenfällig sind die Folgen des Arbeitens, wenn man nach dem Fällen eines Baumes das Trocknen des Stammes beobachtet. In der ersten Zeit wird man keine Formveränderungen feststellen können, da in dieser Zeit bis zum Erreichen des Fasersättigungspunktes (ca. 30 % Holzfeuchte) lediglich „freies Wasser“ aus den Zellhohlräumen abgegeben wird (Diffundieren). Wenn die Luftfeuchtigkeit so niedrig ist, dass das Holz weitere Feuchtigkeit an die Luft abgeben kann, verliert das Holz die Feuchtigkeit aus den Fasern und Zellwänden. Damit setzen auch die Volumen- und Formveränderungen ein (Schwundreaktionen). In der Länge wird der Stamm nur geringfügig kürzer. Im Durchmesser wird der Stamm ebenfalls kleiner – im darrtrockenen Zustand (HF = 0 %) bis zu 5 % – und reisst dabei sehr häufig. In Richtung der Jahrringe, also tangential, liegt dieser Wert bei 10 %.
Was ist passiert? Die Luftfeuchte sinkt oder ist sehr niedrig. Die Holzfeuchtigkeit sinkt solange, bis ein Gleichgewicht zur Luftfeuchte eintritt. Gleichzeitig versucht das Holz, sich zusammenzuziehen. In der Länge sehr wenig, in der Dicke (radial-Markstrahlen) um ein vielfaches stärker und in Richtung der Jahresringe (Umfang-tangential) nochmals etwa doppelt so stark wie radial. Durch dieses verschieden starke Schwinden in unterschiedlicher Richtung entstehen um den spannnungsneutralen Kern herum Spannungen, die bei starker Feuchtigkeitsabgabe so weit steigen können, dass es zur Rissbildung kommt. Nach dem Trocknen ist das „Tortenstück“ in der Skizze kleiner und schlanker.