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TRANS EUROP EXPRESS – komfortabel und schnell unterwegs
Die Zuggattung TEE (TRANS EUROP EXPRESS) war zwischen 1957 und 1988 ein Label der westeuropäischen Staatsbahnen, d.h. der Mitgliedsländer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG plus Österreich, Schweiz und ab 1969 Spanien für internationale Bahnverbindungen.
Zu Beginn der 1950er Jahre gerieten die europäischen Bahnen, insbesondere im internationalen Verkehr, im Gegensatz zum aufstrebenden Flugverkehr ins Hintertreffen. Mit dem über die Jahre gewachsenen Kurswagensystem mussten die internationalen Kurswagen jeweils in den grossen Knoten und an den Landesgrenzen von einem Zug auf den anderen umgestellt und die Pass- und Zollkontrollen durchgeführt werden, was für die Reisenden nicht nur zeitraubend, sondern auch umständlich war. Verspätungen im Bereich von einer bis zwei Stunden gehörten zum Alltag des internationalen Reisens. Auch das Rollmaterial war teilweise bereits in die Jahre gekommen und bildete zusammen mit den noch in einigen Ländern vorherrschenden Dampfloks einen starken Kontrast zu den neuen, glänzenden Verkehrsflugzeugen, welche von kundenfreundlichen Hostessen begleitet wurden. In dieser Situation ergriff der damalige Direktor der Niederländischen Eisenbahnen NS, Franciscus Querien den Hollander, beim Internationalen Eisenbahnverband (UIC) die Initiative, gemeinsam vermarktete, international durchgehende Diesel-Expresszüge mit definierten Standards einzuführen. Die Idee kam bei zahlreichen Bahnverwaltungen in Westeuropa so gut an, so dass nach nur wenigen Monaten im Jahr 1954 die TEE-Kommission mit Sitz in Den Haag gegründet werden konnte. Gründungsmitglieder waren die Bahnverwaltungen von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxembourg, Niederlande und der Schweiz. Folglich einigte sich die Kommission auf die folgenden gemeinsamen Standards für die neue Zuggattung «TEE»:
- Dieseltriebzüge mit Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
- Nur 1. Klasse mit obligatorischer Platzreservierung und Zuschlag
- Wenn immer möglich klimatisierte Wagen
- Speisewagenbetrieb mit Bordküche
- Räume für Pass- und Zollkontrolle während der Fahrt
- Einheitliche Farbgebung der Züge in Weinrot und Elfenbein / Beige
- Anschrift «TEE» resp. «TRANS EUROP EXPRESS» anstelle der Namen der Bahngesellschaften
Die ursprüngliche Idee, einheitliche Fahrzeuge durch eine neuzugründende Gesellschaft zu beschaffen, konnte aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden. Stattdessen immatrikulierten fünf Bahngesellschaften vier verschiedene TEE-Triebzüge mit unterschiedlichen Fahrzeuglängen und Ausstattungen. Belgien und Luxemburg nahmen keine eigenen Fahrzeuge in Betrieb, beteiligten sich aber an deren Kosten. Schliesslich nahmen die Bahnverwaltungen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, der Niederlande und der Schweiz bis 1958 insgesamt 33 TEE-Dieseltriebzüge in Betrieb.
1957 konnten die ersten TEE-Verbindungen mit vorerst zehn Zugspaaren aufgenommen werden. Die neue Zuggattung kam insbesondere beim anspruchsvollen Geschäftsreisepublikum von Anfang an sehr gut an. 1961 folgte die Ablieferung der ersten elektrischen TEE-Triebzüge. Die Kapazität der fixen TEE-Triebzugkompositionen reichte wegen der grossen Nachfrage auf einigen Linien immer weniger aus. Bereits 1963 verkehrte auf der Strecke Paris-Bruxelles ein erstes TEE-Zugpaar mit Lok und Wagen. Zwei Jahre später führte infolge mangelnder Sitzplatzkapazität auch die Deutsche Bundesbahn lokbespannte TEE-Züge ein. In den ersten zehn Betriebsjahren konnte die Anzahl der TEE-Verbindungen auf 24 Zugspaare mehr als verdoppelt werden. Im Winterfahrplan 1974/75 erreichte das TEE-Netz mit 45 Zugspaaren die grösste Ausdehnung. Die Ölkrise und darauffolgende Wirtschaftskrise führten zu einem Rückgang der Frequenzen auf gewissen Linien. Gleichzeitig konnte der Luftverkehr immer mehr Geschäftskunden gewinnen. Für die Bahnen wurde es immer schwieriger, Züge mit vier bis sechs Reisezugwagen erster Klasse für eine exklusive Kundschaft wirtschaftlich zu betreiben. Folglich führte die DB im Jahre 1979 Intercity-Züge (IC) ein, welche aber zusätzlich auch die 2. Wagenklasse anboten. Später folgten immer mehr Länder dem Modell der komfortablen, aber zweiklassigen IC. Bis 1983 schrumpfte das TEE-Angebot auf noch 27 Verbindungen, wobei mehr als die Hälfte Inlandverbindungen waren, insbesondere in Frankreich und Italien. Schliesslich beschloss die Europäische Fahrplankonferenz 1986 die verbliebenen TEE-Züge aufzuheben und in die neu zu schaffende Zugsgattung EuroCity (EC) mit beiden Wagenklassen umzuwandeln. Mit Ausnahme des TEE GOTTARDO (Zürich-Milano), welcher bis Herbst 1988 verkehrte, und einigen Inlandverbindungen in Frankreich, endeten zum Sommerfahrplan 1987 die letzten TEE-Verbindungen.
Schweizer TEE-Fahrzeuge
Die SBB beschafften zwischen 1957 und 1974 für den TEE-Verkehr zwei Dieseltriebzüge RAm TEE I, fünf elektrische Viersystem-Triebzüge RAe TEE II, neun Lokomotiven Re 4/4 II und fünf Grossraumwagen Typ Mistral 69. 1972 wurden zudem vier Lokomotiven des Typs Re 4/4 I und ein Viersystem-Speisewagen WRm RIC für den TEE-Verkehr umlackiert. Einzig die Lokomotiven Re 4/4 II (heute Re 420) werden aktuell teilweise noch regulär eingesetzt, verloren jedoch ab 1981 bei Neulackierungen die TEE-Farben.
Es existieren unzähligen Quellen mit historischen Informationen zum Thema Trans Europ Express; u.a. auf Wikipedia. Sehen Sie dazu auch unsere Seite Links.