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Eisenbrod, czech. ^ßis^nf-l^i-oä, Stadt in der osterr. Vezirkshauptmannschaft Scmil in Böhmen, [* 1] rechts der Iser, in 228 m Höhe, an den Linien Seidenberg-Iosefstadt und Eisenbrücken-Tannwald (19 Icni) derÖsterr/Nordwest'bahn, hat (1890) 3029 czech. Eisenbrücken, [* 2] Post, Telegraph, [* 3] Bezirksgericht (98 l^kin, 18 Ge- meinden, 49 Ortschaften, 21682 czech. Eisenbrücken), meist hölzerne Häuser, ueues Rathaus und Schulgebäude und in der Umgebung große Baumwollspinnereien. Die Stadt hat ihren Namen von den früher in der Nähe betriebenen Eisengruben.
Gisenbround, ^ i^, verhält sich im wesent- lichen wie das Eisenchlorid (s. d.). Gisenbromür, t'6 Li'2, entsteht auf gleiche Weise wie das Eisenjodür (s. d.). Auf trocknem Wege er- halten, bildet es gelbe, blätterig krystallinische Massen, die bei Luftabschluß sublimierbar sind. Aus seiner Lösung scheidet sich in blaßgrünen Krystallen ^V^ -Sll-O ab. Gisenbrücken, diejenigen Brücken [* 4] (s. d.), bei denen das Tragwerk (s. Brückentragwerl) aus Eisen [* 5] hergestellt ist, während die Pfeiler (s. Brückenpfeiler) auch aus Stein oder Holz [* 6] konstruiert sein können.
Das Tragwerk einer Eisenbrücke besteht aus den Hauptträgern, die in der Längsrichtung der Brücke [* 7] über die Öffnung führen, und den Quer- oder Zwischenverbindnngen, die teils zur Un- terstützung der Fahrbahn, teils zur Versteifung der Hauptträger in der Querrichtung dienen. Je nach der Art und Weife, wie die Hauptträger die von ihrem eigenen Gewicht und der Vctncbslast herrüh- renden Kräfte auf die Pfeiler bez. Widerlager (s. d.) übertragen, unterscheidet man Balkenbrücken, Bogenbrücken und Hängebrücken.
Bei den Baltenbrücken werden die Drücke lotrecht nach un- ten auf die Widerlager übertragen, von denen das eine, um dies möglich zu machen, horizontal beweg- lich sein nmß. Bei Bogen- und Hängedrücken sind beide Widerlager fest und erhalten seitliche Kräfte, die bei den Bogenbrücken als Druck nach außen, bei den Hängebrücken als Zug nach innen gerichtet sind. Bezüglich der in den Trägern felbst wirkenden Kräfte werden die Valkcnträger anf Biegung bean- sprucht, fodaß in ihnen teils Zug- und teils Druck- kräfte wirken.
Bei den Bogenbrücken, deren Haupt- träger konver nach oben gekrümmt sind, herrfcht in diefen Vorzugsweife Druck, und bei den Hänge- brücken wird das konvex nach unten gekrümmte Tragwerk vorwiegend auf Zug in Anspruch ge- nommen. Die Balkenbrücken haben entweder Träger [* 8] mit vollen Wandungen oder solche mit gegliederten Wandungen. Vollwandige Träger bestehen sür die kleinsten 'Spannweiten (bis 4 in bei Eisenbahn- brücken, 12 in bei Straßenbrücken) aus I-Eisen; für größere Spannweiten (12-15 m bei Eisenbahn- vrücken) sind sie unter Beibehaltung des I-förmi- gen Querfchnitts zusammengesetzt aus Blech tafeln für die fenkrechte Mittelwand (Steg), aus Flacheifen für die beiden horizontalen Teile (Obergurt und Untergurt) und aus Winkeleisen zur Verbindung der Gurte mit dem Steg; letzterer erhält sehr oft noch seitliche Versteifungen (Rippen). Zu den Brücken mit vollwandigen Trägern gehören auch die historisch berühmten Tunnel- oder Röhrenbrücken (s. d.). Bei Spannweiten von über 15 m sind voll- wandige Träger bezüglich des Materialaufwandes unökonomifch.
Man verbindet dann die Gurte nicht mehr durch eine volle Vlechwano, sondern durch einzelne Stäbe, wodurch man die Gitter- und Fachwerksträger erhält. Erstere Bezeich- nung braucht man für die zuerst ausgeführten Träger diefer Art, bei denen eine große Anzabl gleichstarker Flacheisenstäbe, unter 45° gegen die Gurte geneigt und kreuzweise übereinander gelegt, ein engmaschiges Gitterwerk bildeten. Da von die- sen Stäben manche auf Druck, manche auf Zug be- ansprucht werden, konstruierte man später jeden Stab [* 9] entsprechend den in ihm auftretenden Kräften unter gleichzeitiger Verringerung der Anzahl der Stäbe und gelangte zu der als Fach werk bezeich- neten Trägerkonstruktion.
Sind bei den Trägern mit durchbrochenen Wan- dungen die beiden Gurte geradlinig und parallel, fo heißen sie Parallelträger, denen die ökonomi- scher konstruierten Träger mit gekrümmten bez. polygonalen Gurten gegenüberstehen, wie der Parabelträger (als Bogensehnenträger, Fischbauchträger, Linsenträger), der Halb- parabelträger, der Paulisch'e Träger, der Schwedler-Träger, der Trapez [* 10] trä ger, der Lohseträger. Über die besondern Eigenschaften und Formen dieser Trägersysteme f. Träger.
Der Parallelträgcr ist bei größern Spannweiten oft als kontinuierlicher oder durchgehender Trä- ger ausgeführt worden, d. h. als ein Träger, der aus einem Stück über mehrere Offnungen gespannt ist. Man erreicht bei dieser Ausführung eine Ma- terialerfparnis, die sich für 50-150 ni auf 10-20 Proz. stellt. Ferner ermöglicht er eine Montage ohne Baugerüst, wogegen als Nachteile zu erwäh- nen sind der Wechsel von Zug und Druck in ge- wissen Teilen des Trägers, sowie die beträchtliche Erhöhung der Gurtspannungen, die sowohl durch verhältnismäßig geringe Pfeilersenkungen als auch durch Sonnenbestrahlung eintreten kann.
Diese Möglichkeit einer so beträchtlichen Erhöhung der Spannungen durch die genannten Ursachen ist bei dem jetzt sehr in Aufnahme kommenden Gerber- fchen kontinuierlichen Gclenklräger oder Träger mit freifchwebcnden Stützen besei- tigt. Diefe Konstruktion entsteht dadurch, daß man einen kontinuierlichen Träger so teilt, daß ein Teil, der kurzer ist als die dazu gehörige Öffnung, mit sei- nen Enden auf die über die Pfeiler hinausragenden Enden der benachbarten Träger gelenkig aufgelagert ist.
Dieser ursprünglich als Parallelträger aus- geführte Gerberträger wird auch mit gekrümmten und polygonalen Gurten ausgefübrt, sodah die über die Pfeiler überragenden Trägerenden konsol- artig ausgebildet sind, während das Zwischenstück ^5^XIX5 sehr oft als Parabel- oder Halbparabelträger aus- geführt ist (f. vorstehende Fignr). Solche Brücken werden Ausleger-, Kragträger- oder Canti- leverb rücken genannt und bilden heute ein immer mehr beliebt werdendes Vrückensystem, wonach unter andcrm die großartige Forthvrücke (s. d.) in Schott- land gebaut ist. ¶