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Ausgangslage: Widerspruch zwischen Theorie und Praxis
In den letzten 30 Jahren war ich regelmässig mit Strategieentwicklungen sowohl in Nonprofit wie auch in öffentlichen Organisationen betraut. Dabei war immer klar, dass der Strategieprozess eine Organisation nur soweit verändern konnte, wie es der rechtliche Rahmen der Organisation zuliess.
Darin unterscheiden sich Nonprofit und öffentliche Organisationen von Forprofit Organisationen. Eine Transformation wie es IBM, Kodak oder in jüngster Zeit Nokia vollzogen haben, wäre für eine Nonprofit Organisation kaum und für eine öffentliche Verwaltung rechtlich nicht möglich.
In einer ersten Forschungsarbeit konnte ich einerseits aufzeigen, dass diese Grenzen der unternehmerischen Freiheit deutschsprachiger Nonprofit und öffentlicher Organisationen in der aktuellen Literatur des strategischen Managements nicht berücksichtigt werden, selbst die deutschsprachigen Fach- und Lehrmittel übernehmen die Logik der Forprofit-Organisationen.
Andererseits konnte ich nachweisen, dass dieses Manko wohl in den unterschiedlichen Rechtsphilosophien des englischsprachigen Common-Laws und des kontinental-europäischen Civil-Laws begründet liegt: Die Modelle und Theorien des strategischen Managements stammen aus der englischsprachigen Welt, bei deren Adaption für den deutschsprachigen Raum wurde nicht beachtet, dass wir eine andere Rechtsphilosophie haben wie die Ursprungsländer des strategischen Managements.