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Stockholm erstreckt sich über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Im Osten wird die Stadt von einem Meerbusen der Ostseeumschlossen, während sich im Westen der Malärsee 120 Kilometer ins Landesinnere erstreckt. Eine Schleuse (Slussen) inmitten Stockholms trennt das Süßwasser des Mälarsees vom Salzwasser der Ostsee.
Nicht nur, aber auch wegen dieser einzigartigen Lage wurde Ullis Sabbatical für mich zum willkommenen Anlass, Stockholm im Rahmen einer Wanderfahrt rudernd zu erkundigen. Meinem Ruf sind zehn BelvoirerInnen gefolgt; international verstärkt wurde diese Gruppe von Marianne und Lis, den beiden weitgereisten und sehr erfahrenen Wanderrudererinnen aus Oslo; von Jane, die in Manchester lebt, aber Schweden kennt, wie kaum jemand anderer; von Bosse, Benoît (aus Frankreich) und Valeria(aus Venezuela), die in Stockholm leben.
Samstag, 9. September Mälarensee
Wir starten vom Hammarby Ruderclub aus, rudern via Årstaviken, Liljeholmsbrücke, an Reimerholme und Langholmen über den Riddarfjärden zum Stadshuset, dem Karlbergskanal entlang zurück in den Mälarensee, an Traneberg und Alvik vorbei bis zum Strand Solviksbadet für unser Mittagspicknick. Von dort aus geht es via Rotholmen und Lindholmen durch den Essingesundet an Gröndal vorbei. Wir rudern auf dem Langholmsviken um Reimersholme via Liljehoms.- und Astraviken zum Hammarby Ruderclub. (24 km)
Sonntag, 10. September Ostsee
Hammarby Ruderclubdurch Hammarby Sluss, durch den Danvikakanal nach Saltsjönoder Saltsjøbaden, weiter in Richtung Osten der Nacka-Küste entlang an Finnboda, Auguustendal vorbei bis zu den beiden kleinen Inseln Sverige und Danmark. Dort wenden wir und fahren über Fjäderholmarne in den Djurgardsbrunnskanalen zum Stockholmer Ruderclub, wo wir in der Sonne sitzend unseren Lunch geniessen. Bosse ist seit fast 60 Jahren Mitglied in diesem Club, dessen Bootshaus 1913 gebaut wurde. Hierfür wurde vornehmlich Baumaterial der Olympiade, die 1912 in Stockholm stattfand, verwertet. Zurück ging es über den Djurgardsbrunnsviken, vorbei an Skeppsholmen, Gamla Stan und imposanten Kreuzfahrtschiffen zum Hammarby Ruderclub. (25 km)
Montagmorgen, 11. September
Hammarby Ruderclubvia Årstaviken, Liljeholmsbrücke zwischen Storaund Lilla Essingenhindurch, an Marie- und Kristineberg vorbei in den Karlbergskanal einbiegend, beim Stadshuset findet Bosse uns eine Anlegestelle, so dass wir dem Stadthaus einen kurzenBesuch abstatten können. Wir überqueren den Riddarfjärden, biegen in den engen, aber idyllischen Kanal Palsundet ein, der Langholmen von Södermalm trennt,und rudern an der Arstaholmar zurück zum Ruderclub. (17 km)
Meteorologisch haben wir uns von Ulli beraten lassen; wir hatten grosses Glück. Wind und Wetter waren uns gut gesonnen! Kulinarisch stützen wir uns – mit gutem Grund – auf Janes Empfehlungen:
Am Samstagabend führt sie uns ins stilvolle Långholmen wärdshus. Bei der kleinen und lauschigen Langhomlen handelt es sich um die ehemalige Gefängnisinsel. Jane übernachtet im früherenGefängnistrakt (heute ein Hostel mit hübschenStrand); nach dem Essen führt sie uns in ihre Zelle; auch dies ein guter Tipp für einen nächstenStockholm-Besuch.
Am Sonntagabend speisen wir im Restaurant Kvarnen am Medborgarplan im angesagten Stadtteil Södermalm. Es warein Lieblingslokal von Stieg Larsson und kommt auch in seinen Romanen vor. Die Ambiance, das Essen und die Bedienung stimmen; wir können es nur empfehlen.
Wie sich erst im Laufe der Zeit herausstellte, unternehmen die Mitglieder des Hammarby Ruderclubs keine Wander- oder Stadtfahrten. Benoît, unser zuverlässiger und liebenswürdiger Gastgeber, weiss von niemandem, der die Schleuse in unmittelbarer Nähe des Clubs schon mal benutzt hätte. So kommt es denn, dass wir nicht nur Benoît inspirierten, sondern auch andere Mitglieder. Nachdem sie uns beobachtet hatten, baten sie Benoît, für sie unsere Rudertour zu organisieren. So wurde unser Ausflug im hohen Norden zu einer eigentlichen Missionsfahrt.
Ein grosses Dankeschön allen voran an Benoît und Christina Löfmann vom Hammarby Ruderclub, ohne ihre Unterstützung hätte die Tour nicht stattfinden können; danken möchte ich aber auch Bosse, Jane, Lis und Marianne dafür, dass sie ihre Erfahrung und ihr Wissen mit uns geteilt haben.
Eva Keller
mit Ulrike Lohmann, Ruta Bilkeviciute, Sabine Damer, Ruben undVera Diaz, Martin Frei, Susann Görlinger, Christine Schnetzler und Urs Steiner
Als Begleitperson dabei waren Stephan Nellen, der am Montag zueinem Einsatz als Steuermann kam, und BarbaraSteiner.
Madlaina Bezzola, die sich so auf Stockholmgefreut hatte, brach sich kurz vor der Abreise das Bein. Wir wünschen gute Besserung!