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Valensises Großvater war Parlamentsabgeordneter und bezeichnete sich selbst als Faschisten. Er starb 1999, als sie zehn Jahre alt war. Vielleicht liegt es an sprachlichen Hürden, dass Valensise ihre Familie erst jetzt befragt. Valensise möchte herausfinden, wie es für ihren Vater und seine Geschwister gewesen ist, ein allseits als ‚Links‘ bekanntes Gymnasium in Rom zu besuchen, das ihr Großvater für sie ausgewählt hatte (und warum er gerade diese Schule für sie auswählte). Wie wurde in Italien mit dem Faschismus, insbesondere im Hinblick auf Antisemitismus und Rassismus umgegangen? Warum wurde der Neofaschismus in bürgerlichen Kreisen akzeptiert? Welche Parallelen lassen sich zur deutschen Geschichte ziehen? Valensises Film wird versuchen, diese Fragen zu beantworten.
Livia Valensise wurde 1989 in Rom geboren und wuchs in Brüssel auf. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Sozialarbeiterin, Projektkoordinatorin und zuletzt als Drehbuchautorin in verschiedenen Projekten zu den Themen Flucht und Migration.