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Ein verhängnisvolles Ehedrama – blitzgescheit, hintergründig und berührend
Einst waren sie jung und schön, trunken vor Glück und sorglosem Übermut. Auf den Rausch des Verliebens folgte das gemeinsame Reifen, sich Annähern und Entfernen, sie heirateten, bekamen ein Kind. Ihre Liebesbriefe versahen sie mit dem Absender »Amt für Mutmassungen«, hatten immer mehr Fragen und weniger Gewissheiten. Denn ganz allmählich, kaum wahrnehmbar, begann sich etwas zu ändern – und plötzlich standen sie am Abgrund.
Bestechend klarsichtig und wunderbar poetisch zeichnet Jenny Offill das Porträt einer jungen Frau in New York, deren Denken um alltägliche Freuden und Sorgen kreist, um Schlafmangel, Treue, die Liebe zu ihrem Mann und ihrer Tochter, sich aber auch davonmacht in die fernen Sphären der Raumfahrt, Meeresforschung und antiken Philosophie. Ein fein schwingendes Gedankenmobile, vergnüglich ausbalanciert mit Zitaten von Kafka, Keats, Einstein und Tipps für die Hausfrau im Jahr 1897.
Rezension
»Selten hat jemand die Geschichte einer Liebe, die zu zerbrechen droht, so ungewöhnlich erzählt. … Ein kleines Fest, dieses Buch zu lesen.«
Portrait
Jenny Offill wurde 1968 in Massachusetts geboren und lebt heute in New York. Sie unterrichtet an verschiedenen Universitäten Kreatives Schreiben. Ihr Debütroman "Annas kosmischer Kalender" (1999) wurde für den L. A. Times First Book Award nominiert. Sie schreibt Kurzgeschichten, Kinderbücher, Essays und Artikel u.a. für die Washington Post. "Amt für Mutmassungen", ihr zweiter Roman, wurde mit dem Ellen Levine Award ausgezeichnet und von der New York Times unter die zehn besten Bücher des Jahres 2014 gewählt. Er war in der Auswahl für den hochdotierten Folio Prize for Fiction 2015, den International Dublin Literary Award 2016 und den PEN/Faulkner Award for Fiction 2015.