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Lage und Bevölkerung
„Diepflike“ liegt im Homburgertal an der alten Hauenstein-Bahnlinie Sissach-Olten. Die Schienenhöhe beträgt 411 Meter über Meer.
Im Jahr 1850 lebten 218 Einwohnerinnen und Einwohner in Diepflingen, im Jahr 1980 betrug die Bevölkerungszahl 403 Personen. In den letzten zehn Jahren hat in unserem Dorf eine rege Bautätigkeit stattgefunden. Die Bevölkerungszunahme liegt in diesem Zeitraum bei rund 43 % (Stand per 30.11.2007: 518 Einwohner / Stand per 30.11.2017: 741 Einwohner).
Wappen
Seit 1945. Auf grünem Boden eine silberne Tormauer mit rotem Tor und Dach vor schwarzem Hintergrund. Das Wappen weist auf den alten Schwibbogen hin, der zur früheren Zollstelle gehört hatte. Entworfen wurde das Wappen vom damaligen Dorfschulmeister Hans Marti. Flagge: schwarzweissrot.
Ortsgeschichte
Der Dorfname wurde 1251 als Dyephlinchon erstmals erwähnt. „Hof der Dietphalinge“ wurde zu Dietphalinchova, Dietphlikon, und dann zu Diepfliken, wie es die Einheimischen heute noch nennen. Im Mittelalter gehörte das Dorf mit dem niedern Gericht, einer Mühle und einer Steingrube den Grafen von Thierstein, später jenen von Falkenstein.
1363 errichteten die Grafen von Froburg, Thierstein und Habsburg eine Zollstätte in Diepflingen. 1461 ging Diepflingen an die Stadt Basel über. 1671 zerstörte eine Feuersbrunst einen Teil des Dorfes.
Diepflingen gehörte zu den stadttreuen Gemeinden. Eine Mehrheit der Stimmberechtigten hatte sich im Februar 1831 für das Verbleiben bei der Stadt Basel ausgesprochen. Bei der erneuten Abstimmung im November 1831 ergab sich wieder eine knappe Mehrheit dafür. 30 stadttreue Diepflinger standen 28 trennungswilligen gegenüber. Es hiess, diese Mehrheit sei nur möglich geworden, weil in der Stadt wohnhafte Diepflinger für die Abstimmung zurückgekommen seien. Im Dorf stritten sich Trennungsfreunde mit Stadttreuen, es gab Überfälle und Verhaftungen. Der im Dorf errichtete Freiheitsbaum wurde gefällt und immer wieder aufgerichtet. Um sich der ständigen Bedrohung zu entziehen, erklärte sich das Dorf am 20. Mai 1833 zur neutralen „Republik Diepflingen“. Da die Eidgenössische Tagsatzung mit dem Einsatz der Armee drohte, hatte die Rebublik lediglich eine Lebensdauer von neun Tagen. Im Volksmund werden die Diepflinger noch heute als „Republikaner“ bezeichnet.
Von 1745 bis 1907 führte der Verkehr Basel-Luzern durch das ehemalige Tenn eines vorbestandenen Ökonomiegebäudes. Der dazugehörige Wohnteil wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem Schulhaus umgebaut. Die mündliche Tradition erzählt, dass das Tor abends um zehn Uhr geschlossen und morgens um sechs Uhr wieder geöffnet worden sei. Die Ökonomie brannte 1907 ab. Das Schulhaus fiel 1962/1963 einer Strassenkorrektion zum Opfer.
Aus der Siedlungsgeschichte sei der Fund eines Grabes aus der La Téne-Zeit erwähnt. Dieses enthielt einen Halsring aus Bronze, fünf vollständige sowie zwei unvollständige Früh-La Téne-Fibeln. Andere Funde deuten auf das Vorhandensein einer römischen Villa.
Kulturdenkmäler
Zum Inventar der Kulturdenkmäler gehören das Heuschürli, Glanzmatt 54b, und die Liegenschaft am Steinhaldenweg 1.
Das Heuschürli liegt südlich des Dorfes mitten im Felde zwischen Strasse und Bach. Der Heuschober ist ein eingeschossiges Gebäude, das von einem steilen Satteldach bedeckt wird. Die markanten Lüftungsschlitze in den Mauern zeigen, dass der Heuschober aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts stammt. Nach Verhandlungen mit dem Eigentümer setzte sich die Heimatschutzkommission für die Erhaltung des kleinen Gebäudes ein und veranlasste eine Instandstellung, die sich jedoch nur auf das Notwendigste beschränkte. Dazu gehörte vor allem die Sanierung des Daches und der dem Zerfall nahmen Aussenmauern.
Um 1830 entstand auf der Westseite des Dorfes ein stattliches Gebäude mit grossem Wohnhaus und einer Ökonomie. Im Verlauf der Zeit wurde das Haus stark vernachlässigt, weshalb es beinahe dem Zerfall zum Opfer fiel. Glücklicherweise fand sich ein Käufer, der dieses alte und nun wieder neue Wahrzeichen erwarb und trotz grossen Schwierigkeiten restaurierte. Abgebrochen wurde die alte Scheune mit dem Rundbogentor, so dass heute nur noch das Wohnhaus steht.
Quellen
www.geschichte.bl.ch / Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft
www.bl.ch / Amt für Raumplanung / Denkmalpflege / Inventar Kulturdenkmäler BL
Das schöne Baselbiet / Baudenkmäler im Homburgertal
Namenbuch der Gemeinde Diepflingen
Statistisches Amt / Zahlenfenster
Für weitere Informationen zur Gemeinde Diepflingen besuchen Sie doch die Seite www.diepflingen.ch