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Lieber Herr Ramspeck Haben Sie eigentlich schon einmal Yoga ausprobiert? Ich bin anscheinend die einzige Seele auf Gottes Erden, die den Sonnengruss nicht kann und nicht mit Yoga-Matte unter dem Arm durch die Strassen huscht. Ich fühle mich deshalb etwas unter Druck gesetzt und spiele nun mit dem Gedanken, Teil dieser Gesellschaft zu werden. Wo musste man zu Ihren Jugendtagen unbedingt mitmachen? Und konnten Sie dem Druck damals standhalten?
Liebe Joëlle
Sei froh, dass du nicht auch noch Pilates, Aqua Gym und Body Pump machen und Yoga mit Yin Yoga ergänzen musst. So gesehen wäre schlichtes Yoga für dich wohl die am wenigsten zeitraubende Beschäftigung, die dir den Verbleib in der modernen Gesellschaft sichert. In meinen frühen Jahren war Yoga etwas geheimnisvoll Indisches, von dem man dachte, dass es von Fakiren auf Nagelbrettern ausgeübt wird. Bis mich eines Tages eine ältere Dame sichtlich belustigt fragte, ob ich mich auch schon einmal mental mit meinem Nabel auseinandergesetzt hätte. Sie war einem Herrn begegnet, der in Indien ganz neue Erkenntnisse über das kausale Verhältnis zwischen Geist und Körper gewonnen hatte. Ich musste natürlich passen. Es gab damals nichts, was erforderlich war, um mit den Ansprüchen der Zeit Schritt zu halten, ausser dem Tanzkurs. Da bestand ein gewisser Druck, und ich hielt ihm stand. In den Tanzkurs gingen Jünglinge, nicht um zu tanzen, sondern um Mädchen kennenzulernen. Ich hätte mich von meinem Vater durchschaut gefühlt, hätte ich ihn um das Geld für einen Tanzkurs gebeten. Leider gab es noch keinen Jazz Dance. Da hätte ich sagen können, ich ginge wegen der Musik hin.