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26. Februar 2002
NACHTRAG: Seit der Intevention des VgT hält die Klinik Waldhaus keine Schweine mehr
Bündner Veterinäramt deckt Missstände im Schweinestall der Psychiatrischen Klinik Waldhaus
Eindeutig erwiesenes Fehlen der gesetzlich vorgeschriebenen Stroheinstreu und ein grosses, nicht veterinärmedizinisch behandeltes Geschwür einer Muttersau im Schweinestall der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur veranlassten den VgT zu einer Strafanzeige gegen den Betriebsleiter.
Nun hat die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung aufgrund einer Stellungnahme des Veterinäramtes eingestellt.
Das Tierschutzgesetz schreibt in den Abferkelbuchten Stroheinstreu vor, damit die Muttertiere ihren starken Nestbautrieb ausleben können. Mit Fotoaufnahmen hat der VgT belegt, dass im Schweinestall der Klinik Waldhaus diese gesetzlich vorgeschriebene Einstreu fehlt. Am 4. Juni 2001 zeigte die rätoromanische Aktualitätensendung "Telesguard" auf SF1 Aufnahmen aus dem Schweinestall, welche die fehlende Einstreu bestätigte.
Das fotografierte Geschwür an der Schulter einer Muttersau hat seine Ursache mit grösster Wahrscheinlichkeit im Fehlen der Einstreu und dem Liegen auf dem rauhen, nackten Zementboden.
Das Veterinäramt deckte diese Missstände mit der Behauptung, die Tiere hätten die Einstreu möglicherweise aufgefressen und es sei nicht erwiesen, dass das Geschwür durch fehlende Einstreu entstanden sei. Diese Argumentation ist unglaublich, aber für das Bündner Veterinäramt typisch: Wenn sowenig Stroh eingestreut wird, dass dieses von den Tieren aufgefressen wird und die Tiere auf dem nackten Zementboden liegen müssen, dann ist die Einstreuvorschrift offensichtlich nicht erfüllt! Es kommt nicht darauf an, warum es keine Einstreu hat; das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass es Einstreu hat; es muss soviel eingestreut werden, dass es tatsächlich Einstreu auf dem Boden hat.
Gemäss Artikel 3 der Tierschutzverordnung müssen kranke Tiere unverzüglich behandelt und gepflegt werden. Das fotografierte handgrosse Geschwür ist offensichtlich nicht behandelt worden. Sogar dieses kranke Tier mit dem druckempfindlichen Geschwür musste auf dem nackten Zementboden liegen (siehe Fotos), was ganz sicher nicht Artikel 3 der Tierschutzverordnung genügt, welcher vorschreibt: "Kranke und verletzte Tiere muss der Tierhalter unverzüglich ihrem Zustand entsprechend unterbringen, pflegen und behandeln...". Dazu führt die Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung nicht einmal eine fadenscheinige Rechtfertigung an, sondern erwähnt diesen Punkt der Strafanzeige schon gar nicht mehr...
Es sind ja nur Tiere!
In einem Streitgespräch in Radio Grischa ("Grischalog" vom 25. September 2002) behauptete der Direktor der Landwirtschaftsschule Plantahof, Küchler, Kastenstände für Mutterschweine seien in der Schweiz verboten. In den Abferkelbuchten müssten sich die Mutterschweine drehen können. Im Landwirtschaftsbetrieb Waldhof hatte es genau solche, laut Küchler angeblich verbotene Kastenstände, in denen das Muttertier nur gerade knapp aufstehen und abliegen, jedoch keinen Schritt gehen und sich nicht drehen kann. So verlogen und ungestraft kann im Kanton Graubünden der Direktor der staatlichen Landwirtschaftsschule als Sprachrohr der Agro- und Fleischmafia auftretetn!
Kastenstand für Mutterschweine im Waldhof:
Schon im Fall der Kaninchenhaltung der Hosangschen Stiftung Plankis (www.vgt.ch/vn/0302/kaninchen-GR.htm) hat das Bündner Veterinäramt gesetzwidrige Missstände gedeckt und hiefür sogar noch eine illegale Sonderbewilligung erteilt. Die konstante Tierschutzfeindlichkeit der Bündner Tierschutzbeamten beobachten wir nun schon seit über zehn Jahren. Dass die Bündner Staatsanwaltschaft diesen Nichtvollzug des Tierschutzgesetzes auch noch deckt, ist schlimm und ein Hinweis darauf, dass Regierungsrat Aliesch nicht die einzige Problemstelle im Bünder Staatsapparat ist.
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