Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03098.jsonl.gz/52

Eine 69-jährige Geschichte ging zu Ende
K.S. Mit der Schliessung des Kieswerks Baumeli ging eine 69-jährige Ära zu Ende. Bei der Genossame Yberg tauchen im Jahre 1951 erstmals Schotterverkäufe in der Jahresrechnung auf. Unter dem Namen «Steinbruch im Dräck» wurde dannzumal am nördlichen Fusse der Guggerenflue mit der Stein- und Kiesgewinnung begonnen. Ab dem Jahre 1964 wurde das Kieswerk als Spezialfinanzierung in der Genossenrechnung aufgeführt. Im Jahre 1965 gab es einen ersten Kies-Untersuchungsbericht vom Baulabor Kloten. Bis zum Jahre 1969 wurden zirka 100’000 Kubikmeter Steinmaterial abgebaut.
Interessantes geschah im 1969. Im Juli wurde das erste Rodungsgesuch an das Kreisforstamt 3 eingereicht. Die Bewilligung wurde vom Eidgenössischen Departement des Innern am 9. Januar 1970 ausgestellt. Aufgrund dieses Beschlusses erhielt die Genossame Yberg die Befugnis, die beantragte Waldfläche von 2,5 Hektaren zugunsten der Kiesgewinnung abzuholzen. Als Realersatz wurden die vom Forstamt bestimmten Ersatzaufforstungen gefordert, jedoch bereits damals im Ausmass von 4,5 Hektaren. Nach damaliger Praxis wurden nur die effektiv bestockten Flächen zur Rodungsfläche gezählt.
Im Dezember 1988 wurde der neue Kiesabbauvertrag mit der Kieswerk Baumeli AG unterzeichnet. 1989 übernahm die Kieswerk Baumeli AG den Kiesabbau. Im November 1993 wurde ein erstes Abbaukonzept mit Umweltverträglichkeitsprüfung dem Amt für Umweltschutz unterbreitet. 1996 wurde die Bewilligung zum Abbau von Kies und Fels sowie die Rekultivierung erteilt. Bei der Kieswerkinspektion im Mai 2007 wurde festgestellt, dass die vorhandenen Kiesreserven noch zirka acht bis zehn Jahre reichen werden.
Für die Genossame Yberg war der Steinbruch Baumeli oder eben «Steinbruch im Dräck» jahrzehntelang eine gute bis sehr gute Einnahmequelle. Von 1989 bis 2018 wurden 851’600 Kubikmeter Kies verkauft. Im Durchschnitt dieser Jahre waren es 28’390 Kubikmeter. Am meisten Kies konnte im Jahre 1991 verkauft werden, nämlich deren 62’600 Kubikmeter. Im Jahre 2000 waren es noch 43’300 Kubikmeter. Seit der Jahrtausendwende ging die Menge stets zurück. 2018 waren es noch 11’600 Kubikmeter. Insgesamt wurde also in all den Jahren weit über eine Million Kubikmeter Gestein abgebaut.