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Der unter dem Stichwort → Heterogenität beschriebene Versuch homogene Lerngruppen herzustellen, führte zur Separation von Schülerinnen und Schülern, die von der Norm abwichen, in ein immer differenzierter werdendes System von Klein- bzw. Sonderklassen (für Leistungsschwache, Fremdsprachige, Verhaltensauffällige etc.). Kinder mit Behinderungen blieben vom Regelklassenunterricht ausgeschlossen und besuchten den Unterricht in Sonderschulen. Die Kinder wurden ausserhalb des Regelunterrichts sonderpädagogisch betreut und damit blieben auch der Aufbau und die Weiterentwicklung des sonderpädagogischen Fachwissens ausserhalb der Regelklasse angesiedelt.
In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts setzte eine Gegenbewegung ein. Die separiert geschulten Schülerinnen und Schüler sollten in die Regelklassen zurückgeführt und mit sonderpädagogischer Unterstützung dem Regelunterricht folgen. Diese «Rückführung» wird als Integration oder integrative Schulungsform bezeichnet. International wurde diese Bewegung durch die UN- Kinderrechtskonvention (1989), die Erklärung der UNESCO von Salamanca (1994) und die UN-Behindertenrechtskonvention (2006) unterstützt. Auf der nationalen Ebene unterstreichen das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG, 2002) sowie die Interkantonale Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Sonderpädagogik (Sonderpädagogik-Konkordat, 2011) das Prinzip der Integration.
In dieser neuen Konzeption wird die Regelklasse mit sonderpädagogischen und anderen Ressourcen angereichert (kollektiv zugesprochene Lektionen). Für Kinder mit Beeinträchtigungen, die verstärkte sonderpädagogische Massnahmen erforderlich machen, stehen nach wie vor individuell zugesprochene Ressourcen zur Verfügung. Diese können – vereinfacht gesagt – zur Unterstützung des Kindes in der Regelklasse (integrative Sonderschulung) oder für die Platzierung in einer Sonderschule eingesetzt werden.
Als die im Netzwerk Begabungsförderung zusammengeschlossenen Kantone Ende der 1990er Jahre Konzepte zur Begabungs- und Begabtenförderung formulierten, sahen diese in der Regel die integrative Förderung begabter Kinder vor. Als die Kantone in den vergangenen Jahren die sonderpädagogische Förderung nach den oben erwähnten Prinzipien neu regelten, wurde die → Begabungsförderung in die (sonderpädagogischen) Förderkonzepte einbezogen. Entsprechend werden bei der Vorgabe zur kollektiven Ressourcenzuteilung solche für Begabungs- und Begabtenförderung subsumiert oder explizit ausgewiesen.
In den Schulen führt die Integration zu verstärkter Zusammenarbeit von Regellehrpersonen und speziell qualifizierten Fachpersonen und damit zu → multi- professionellen Teams.