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Die Definition von IoT
Die "International Telecommunication Union“ hat im Juni 2012 den Begriff "Internet of Things" beziehungsweise auf Deutsch "Internet der Dinge“ in ihrer Empfehlung mit folgendem Wortlaut definiert: "IoT dient als globale Infrastruktur für die Informationsgesellschaft zur Ermöglichung von fortgeschrittenen Dienstleistungen mit der Vernetzung von physischen und virtuellen Dingern, welche auf interoperablen Informations- und Kommunikationstechnologien basieren“ (International Telecommunication Union, 2012). Im Fokus dieser Definition stehen die Merkmale fortgeschrittene Dienstleistungen (Smart Services), die Konnektivität von physischen und virtuellen Dingen sowie die Interoperabilität.
Etwas pragmatischer definiert, wird mit IoT die Vernetzung von physischen Objekten verstanden, welche mit Sensorik, Elektronik, Software, Konnektivität ausgestattet und eindeutig identifizierbar sind (Fell, 2014). Hinzu kommen die (Cloud-) Plattformen, wo Daten empfangen, verarbeitet und weitergeleitet bzw. für den Abruf gespeichert werden. Nicht zu vergessen ist die Sicherheit, die bei allen Übermittlungen von Daten zu tragen kommt (Karimi & Atkinson, 2013).
Abgeleitet von diesen drei Definitionen kann IoT wie folgt umschrieben werden:
„IoT sind physische oder virtuelle Objekte, die mit Sensorik, Elektronik, Software, Sicherheitsmechanismen und Konnektivität ausgestattet sowie eindeutig im Internet identifizierbar sind. Durch ihre Ausstattung, Echtzeitdatenverarbeitung und Interoperabilität zwischen den Objekten oder über Cloud-Plattformen können fortgeschrittene Dienstleistungen angeboten werden.“
Die Unterscheidung von IoT Objekten
Während IoT beinahe schleichend Einzug in verschiedenste Gebiete unseres Lebens und auch in der Industrie einnimmt und immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten anbietet, können zwei Charakterisierungen abstrahiert werden, die der Zuordnung von IoT Objekten dienen:
Kategorie 1
Interaktion und Datenaustausch (Nutzen- und Prozessorientierung)
Interaktion und Datenaustausch (Nutzen- und Prozessorientierung)
Hinter der ersten Kategorie verbirgt sich die Idee der Interaktion von Millionen heterogenen und vernetzten Objekten mit eindeutiger Identifikation, welche untereinander interagieren und Daten austauschen. Die Objekte dienen der Fernüberwachung und -kontrolle, Steuerung und zur Weiterleitung von Daten bzw. Informationen. Sie dienen weniger der Datenauswertung, um z.B. die Verhaltensmuster von Menschen zu identifizieren, sondern eher zur Automation und Vereinfachung der industriellen Prozesse (Karimi & Atkinson, 2013) – ein Beispiel hierfür wäre wie folgt:
- Ein Aufzug meldet der Service-Zentrale, dass eine Störung vorliegt und ein Service-Techniker benötigt wird.
- Vorgang: Ein Zustandscontroller/-Sensor überwacht und meldet automatisch über eine Kommunikationseinheit den Zustand an den Server. Die Zentrale wertet die Daten aus und disponiert einen Techniker.
Kategorie 2
Datenverwertung (Business-Orientierung)
Datenverwertung (Business-Orientierung)
In der zweiten Kategorie geht es um die Fortsetzung der ersten: Die Sammlung und Verwertung der Daten für Vorhersagen aufgrund von Trends oder auch von Verhaltensmustern. Diese Informationen können verwendet werden, um ein gezieltes „Digital Marketing“ und „Advertising“ zu praktizieren. Oder die Informationen werden dazu verwendet, um neue nutzungsorientierte Abrechnungsmodelle zu implementieren (Karimi & Atkinson, 2013):
- Der Aufzug fährt automatisch runter, wenn ein Bewohner sich nähert und fährt direkt zur richtigen Stockwerk hoch. Während der Fahrt erscheinen auf dem Display interessante Angebote vom Lebensmittelladen in der Nähe und die Lieblingsmusik wird dezent im Hintergrund abgespielt. Der Lift lernt die Gewohnheiten des Nutzers und kann aus Kalendereinträgen interpretieren, was die Intention des Liftnutzers sein könnte: Direkt in die Tiefgarage fahren, oder doch für eine Jogging-Runde im EG anhalten. Oder abhängig vom Trainingsziel hält der Aufzug ein oder zwei Stockwerke vorher an. Eine Störung kommt selten vor, da der Aufzug aufgrund von Nutzungsdaten in ihren Komponenten direkt selber einen Service Techniker jeweils bestellt, wenn einer benötigt wird.
- Vorgang: Bei diesem Beispiel fliessen verschiedene Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen und werden in Echtzeit analysiert, interpretiert, entschieden und eine oder mehrere Aktion(en) ausgelöst. Der Integrationsgrad der Sensoren, Geschwindigkeit der Datenanalyse und die Algorithmen sind entscheidende Faktoren.
In der ersten Kategorie werden IoT Objekte für bestimmte und isolierte Telemetrie Aufgaben eingesetzt. In der zweiten bedienen sich die intelligenten Produkte aus weiteren Datenquellen und sind in der Lage, selber Entscheidungen zu treffen. Die Herausforderung dabei ist das Zusammenspiel der Komponenten:
- Interoperabilität
- Standardisierung der Kommunikationsprotokolle
- deren Verwaltung (Device Management)
- die Gewährleistung der Sicherheit und
- die Analyse-Kapazitäten von Daten
Anwendungsbereiche von IoT
Das Research Unternehmen, Beecham Research Ltd., untersuchte über 300 verschiedene IoT Objekte, welche sie in 9 Sektoren, 28 Anwendungsgebiete und Orte systematisch zugeordnet haben. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht, wie verbreitet IoT bereits heute schon ist und noch sein wird.
Die 9 Service Sektoren nach Beecham Research:
IoT / M2M - World of Connected Services
Die 9 Service Sektoren nach Beecham Research:
Quelle: Eigene Darstellung nach Beecham Reserach Ltd.
IoT / M2M - World of Connected Services
|Quelle: www.beechamresearch.com|