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Einige Fakten zur Corona-Erregung über das Wochenende
Einen «indirekten Impfzwang über das Corona-Zertifikat» fordert Arthur Rutishauser, Chefredaktor der Sonntags-Zeitung. «Jetzt kommt Zertifikat für Beizen und Kinos», titelt die SoZ. Jonas Projer, Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» ergänzt: «Wer das Zertifikat vorweisen kann, sollte von allen Zwangsmassnahmen befreit werden». Neue Massnahmen sollten nur diejenigen treffen, die sich nicht impfen lassen. Es gelte «die Freiheit jener zu verteidigen, die sich für die Impfung entschieden haben».
Die genannten Chefredaktoren gehen davon aus, dass die Auslastung der Intensivstationen weiter zunimmt und diese kurz vor einer Rationierung stünden. Und sie gehen weiter davon aus, dass Geimpfte in Restaurants vor Ungeimpften Angst haben müssen oder sich dort zu viele Ungeimpfte anstecken.
Die Diskussion um effektive und sinnvolle Corona-Massnahmen wird immer emotionaler. Argumente und Zahlen werden nicht mehr sachlich hinterfragt und überprüft, sondern sogleich unter den Tisch gekehrt, sofern sie die vorgefassten Meinungen nicht bestätigen.
Es sei hier versucht, einige Fakten emotionslos darzustellen, um eine rationale Einschätzung zu ermöglichen. Ein Konsens sollte darin bestehen, dass Massnahmen verhältnismässig sein müssen und sich nicht auf Darstellungen einzelner Exponenten, sondern auf belastbare Daten stützen sollten.
In der gegenwärtigen Diskussion stehen im Vordergrund
- eine Zertifikatspflicht zum Zutritt von Restaurants, Kinos, Theatern oder Fitnesscentern und/oder
- eine Test- und Quarantänepflicht für Einreisende aus dem Ausland.
Solche weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheiten sind zu rechtfertigen, falls eine der zwei folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
- In Restaurants, Kinos, Theatern oder Fitnesscentern stecken sich viele Ungeimpfte an, die dann Spitäler überlasten könnten.
- Die Spitäler, und dort namentlich die Intensivstationen, kommen wegen Covid-Patienten an ihren Anschlag, so dass andere Patienten nicht mehr wie bisher behandelt werden können.
Zuerst folgende zwei Tatsachen und Überlegungen:
Geimpfte können von Ungeimpften und – weniger häufig – auch von Geimpften angesteckt werden. Doch die Geimpften merken von einer Ansteckung wenig und riskieren deswegen in aller Regel höchstens eine leichte Erkrankung – so wie Personen, die von Grippeerkrankten angesteckt werden.
Es kann sogar ein Vorteil sein, wenn sich Geimpfte mit dem Virus anstecken. Jedenfalls erklärte Christian Münz, Leiter der Immunologie-Expertengruppe der Covid-19-Taskforce, kürzlich in den «Tamedia»-Zeitungen, eine Ansteckung wirke bei Geimpften wie eine Auffrischimpfung und verstärke den Immunschutz. Denn bei Geimpften führten «die Reinfektionen […] vor allem dazu, dass die Immunität geboostet wird und man für die nächsten sechs bis zwölf Monate wieder vor einer Ansteckung geschützt ist».
Weil die Impfung gegen eine schwere Erkrankung so gut wirkt, gibt es heute in Spitälern fast nur noch ungeimpfte Covid-19-Patienten. «Ganz auszuschliessen» sind schwere Erkrankungen von Geimpften nicht, doch drastische Massnahmen sind unverhältnismässig, wenn sie sich auf Ausnahmefälle abstützen.
Geimpften kann man alle Freiheiten zurückgeben, wie es Jonas Projer fordert. Doch deswegen muss man Ungeimpfte nicht ausgrenzen. Die meisten Ungeimpften gehen das persönliche Risiko einer schweren Erkrankung freiwillig ein. Ähnlich, wie auch Raucher, Motorradfahrer oder Menschen, die Risikosportarten ausüben, ein persönliches Risiko eingehen. Die finanziellen Folgekosten von Unfällen und Krankheiten übernehmen die obligatorischen Krankenkassen und Unfallversicherungen. Es gibt keinen Grund, Ungeimpfte anders zu behandeln, solange sie die Geimpften kaum gefährden und Spitäler nicht überlasten.
Restaurants als Ansteckungsherde?
Um Ungeimpften den Zugang zu Restaurants (und Hotels?) zu verwehren, muss das Risiko gross genug sein, dass Ungeimpfte dort tatsächlich andere Ungeimpfte anstecken, was dann zur Überlastung von Spitälern führen könnte. Für dieses Risiko gibt es keine Daten. Obwohl in Restaurants seit vielen Wochen eine Identitätsregistrierung gilt, um bei einem positiven Test die nächsten Tischnachbarn sofort alarmieren und in Quarantäne schicken zu können, sind keine belastbaren Zahlen darüber bekanntgeworden, ob und wie viele Personen sich in Restaurants anstecken. Deshalb kann der Präsident von Gastrosuisse, Casimir Platzer, sagen: In den Restaurants steckt sich kaum jemand an.» Ob dies zutrifft, kann auch Platzer nicht wissen. Er kann nur darauf hinweisen, dass die meisten Restaurants die Tischabstände vergrösserten, Trennwände einrichteten und das Personal mit Masken bedient.
Falls in Restaurants wirklich ein signifikantes Ansteckungsrisiko bestünde, müsste auch für Hotelrestaurants eine Zertifikatspflicht ins Auge gefasst werden. Dass dies nicht der Fall ist, weist darauf hin, dass eine Zertifikatspflicht für Restaurants in erster Linie dazu dienen soll, Nicht-Geimpfte zum Impfen zu bringen. Ein «indirekter Impfzwang» also, wie ihn Arthur Rutishauser fordert.
Wegen des fraglichen Risikos in Restaurants schlägt Ruth Humbel, Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission, vor, eine Zertifikatspflicht allenfalls zuerst «in Bars, Fitnesscentern und anderen Innenräumen, in denen Masken und Abstand nicht möglich sind», einzuführen. Das grösste Ansteckungsrisiko besteht nach wie vor in überfüllten, schlecht belüfteten Innenräumen mit viel Aktivität.
Intensivstationen am Anschlag?
Es ist im öffentlichen Interesse, dass auf Intensivstationen niemand schlechter behandelt oder sogar abgewiesen wird, weil zu viele Covid-19-Patienen zu behandeln sind. Man kann jetzt Kantonen und Spitälern vorwerfen, sie hätten Löhne und Arbeitsbedingungen der Pflegeteams seit einem Jahr nicht genügend verbessert, so dass wegen Abgängen Knappheit herrsche und zu wenige sich ausbilden liessen. Aber dieser Vorwurf hilft denjenigen wenig, die jetzt und in den kommenden Monaten auf Intensivstationen behandelt werden sollten.
Immerhin erstaunt es, dass viele Spitäler die Zahl der Intensivbetten angeblich überhaupt nicht erhöhen können, nachdem der Höchststand der Intensivbetten im März 2020 bei 1500 lag (dank nicht zertifizierten Zusatzbetten) und heute bei nur 840 (siehe Grafik weiter unten).
Zur gegenwärtig starken Auslastung von Intensivstationen tragen Gäste von Restaurants kaum etwas bei, falls das Ansteckungsrisiko in Restaurants wie vermutet gering ist. Vielmehr wurde erst mit Verzögerung bekannt, dass die gegenwärtigen Covid-19-Patienten auf Intensivstationen hauptsächlich Rückreisende aus dem Südbalken und aus bestimmen anderen Ländern sind. Den Schub verursachten die fast gleichzeitigen Rückkehrer aus den Sommerferien. Es wäre deshalb verhältnismässig, einen neuen Schub nach den Herbstferien mit gezielten Massnahmen zu verhindern.
Die meisten schwer Erkrankten kommen zuerst in ein Spital und nur mit einer Verzögerung auf die Intensivstation. Deshalb kam es in den letzten zehn Tagen wegen der Reiserückkehrer zu bedenklich steigenden Zahlen auf etlichen Intensivstationen. Obwohl es von der weiteren Entwicklung abhängt, ob zusätzliche Massnahmen ergriffen werden, teilen viele Spitäler an Wochenenden nicht mit, wie viele Betten noch frei sind. Das BAG protestiert nicht. Die Zahlen des Wochenendes werden erst im Laufe der Woche erfasst. Deshalb muss der Bundesrat aufgrund eines Statistiktrends entscheiden, der nicht aktuell ist.
Einiges deutet darauf hin, dass der Höchststand der insgesamt belegten Intensivbetten erreicht ist – sofern nicht noch viele im Südbalkan schwer Erkrankte noch per Helikopter in die Schweiz verlegt werden. Für eine Trendumkehr sprechen folgende Zahlen (siehe BAG-Grafiken unten): Die Zahl der positiv Getesteten nimmt nicht mehr zu, sondern leicht ab. Und vor allem: Die Zahl der Spitaleintritte von Covid-19-Patienten geht seit dem 17. August stark zurück. Weniger Hospitalisierte sollten zu weniger Behandlungen auf Intensivstationen führen.
Auf Sars-Cov-2 positiv getestete Hospitalisierte
Auf Sars-Cov-2 positiv Getestete auf Intensivstationen (ganze Schweiz)
Zahl der auf Sars-Cov-2 positiv Getesteten pro 100’000 Einwohner
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.
15 Meinungen
Sehr gut «gemacht» – Anerkennung – und herzlichen Dank !
ABER,
die Karten MÜSSEN nun neu gemischt werden, weil DAS, wovor ich auf meinen homepages -und per mails- seit Monaten warne, nun beginnt, «neue Schwierigkeiten» zu bereiten:
ZU langer, ZU intensiver Schutz vor Infektionen ganzer Bevölkerungen schickt deren körper-eigenes Immun-System schlafen – UND macht -in Folge davon- auf einmal empfindlich für Erkrankungen, die schon fast vergessen waren.
Die erste entsprechende Warnung von heute:
Neugeborene erkranken immer mehr an RSV(Erkältungs)Viren
WEIL von den Müttern keine Immunitätmehr Da-gegen übertragen wird.
Unsere «Leit-Hammel» müssen also UN-bedingt UND zügigst beginnen,
«Schutz»-Massnahmen intelligenter/logischer zu planen,
damit uns künftig NICHT
EINE neue Krankheits-Katastrophe
nach der ANDEREN droht !
Wolfgang Gerlach2 4
scheinbar.org
Badauerlich wie hier Stimmung gemacht wird.
Das zu einem grossen Teil durchgeimpfte Israel hat nun Rekordraten an Fällen:
https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&time=2020-03-01..latest&facet=none&pickerSort=asc&pickerMetric=location&Metric=Confirmed+cases&Interval=7-day+rolling+average&Relative+to+Population=true&Align+outbreaks=false&country=USA~GBR~CHE~ISR~European+Union4 2
Aus dem Südbalkan wird sicher niemand mit dem Helikopter in die Schweiz verlegt. Dazu braucht es schon einen entsprechend ausgerüsteten Ambulanzjet.4 0
Herr Gasche liegt hier völlig falsch oder ist nicht mehr auf dem neuesten Stand.
Geimpfte sind nach ein paar Wochen gleich ansteckend wie Ungeimpfte, und nach ein paar Monaten besteht fast kein Schutz mehr vor schwerer Erkrankung. Deshalb musste Israel im August notfallmässig die dritte Impfung starten. Doppelt Geimpfte zählen dort wieder zu den Ungeimpften. Und trotzdem hat Israel jetzt die höchste Infektionsrate der Welt! Schweden, Portugal und andere Länder haben für Reisende aus Israel schon eine Einreisesperre verhängt, und zwar auch für Geimpfte!
Was man aktuell in der Schweiz sieht ist eine kurze Übergangsphase (beeinflusst durch die Kosovo-Rückkehrer), ab Herbst ist der Impfschutz weitgehend wertlos. Zertifikate sind daher nicht nur nutzlos, sondern völlig kontraproduktiv: Geimpfte verbreiten das Virus wie Ungeimpfte, aber werden nicht getestet.
Es ist erschreckend, dass selbst Herr Gasche hier so schlecht informiert ist. So sieht das in Israel aus, eine Grafik von der Financial Times: https://twitter.com/jburnmurdoch/status/14298782582465044568 1
Humbel denkt wieder mal zu kurz. Zu den «überfüllten, schlecht belüfteten Innenräumen» gehören zuerst Tram, Bus, SBB und Schulzimmer. Abstand? Zwischenwände?6 1
Aus der Grafik «Sars-Cov-2 positiv Getestete auf Intensivstationen» geht nicht hervor, ob diese Leute wegen Covid dort gelandet sind aus anderen Gründen.
Genau solche Unschärfen und die fehlende Hitliste der Hotspots lassen an den geplanten Massnahmen Zweifel aufkommen.
Sehr geehrter Herr Gasche3 3
Ihre Artikel zu diesem Thema, auch ganz besonders dieser wieder, sind für den gebeutelten Zeitungsleser eine wahre Wohltat. Differenziert, klar und unvoreingenommen, dazu immer fair im Stil. Wir alle können nur hoffen, dass auch unsere Entscheidungsträger solche Berater haben.
Den allerherzlichsten Dank für Ihre Arbeit!
Nun, lasst doch dem Zertifikat freien Lauf und hebt alle Einschränkungen für die Geimpften auf, dann wird ziemlich bald offensichtlich, dass die Ansteckungen trotzdem hochgehen und die Impfung eben nicht hält, was sie verspricht (kann mancherorts schon sehr schön beobachtet werden)…9 2
Und wer will sich diesen mRNA-Impf-Cocktail schon im Halbjahrestakt ad infinitum immer wieder geben?
Daran können nur die Herstellerfirmen interessiert sein… und wo ist die Transparenz bezüglich Deal Staat-Herstellerfirmen und Haftung bei schwerwiegenden Schäden?
Wieso wird da nicht dringlicher nachgehackt und nachgefragt?
Stimmt so für mich einfach gefühlsmässig überhaupt nicht und gibt meiner Ansicht nach für investigativen Journalismus noch viel Arbeit.
Wenn Corona ein aussergewöhnliches Gesundheitsproblem wäre, hätten die Hausärztinnen und Hausärzte mehr als gewöhnlich zu tun, da sie den weitaus grössten Teil der Gesundheitsleistungen erbringen. Das Bundesamt für Statistik veröffentlichte am 2.7. 2021 folgenden Bericht: «Die Pandemie hat 2020 den Betrieb in neun von zehn Arztpraxen beeinträchtigt». Dies ist ein weiteres Zeugnis davon, dass es bei der angeblichen Pandemie um ein finanziell interessantes Geschäft geht, und nicht um die Gesundheit der Bevölkerung.8 3
Könnt ihr mal recherchieren, wie die Belegung der Intensivstationen VOR der Pandemie ausgesehen hat? Ich finde dazu leider keine vergleichbare Grafik!6 1
Wie gerne würde ich die genau gleiche Grafik mindestens 10 Jahre in die Vergangenheit sehen.
Wäre die «Pandemie» dort anhand der Gesamtauslastung der Intensivstationen erkennbar?
Ich zweifle sehr daran!
Sehr geehrter Herr Gasche,
Ich weiss, habe es auch erwartet, dass mein Bericht nicht veröffentlicht wird, weil es paar unschöne, aber wahre Bemerkungen enthielt. Im folgenden Text versuche ich meine Gedanken in eine «anständige» Form zu bringen.
Belegte Intensivbetten sind für die Spitäler wahrscheinlich einträglicher? Und solange das Pflegepersonal nicht besser gehalten und bezahlt wird, nimmt auch die Abwanderung in andere Berufe weiter zu. Seit der PFZ wurde die einheimische Ausbildung für Pflegepersonal vernachlässigt, weil die Leute so einfach und billig aus dem Ausland rekrutiert werden konnten. Diese Quelle ist offenbar zur Zeit, aus verschiedenen Gründen, am versiegen!
Ich als gesunder alter Ungeimpfter, soll nun ausgegrenzt werden, obwohl ich meine Krankenkasse wenig beanspruche, nicht rauche, nicht trinke, keine Gefahren-Sportarten betreibe, mich gesund bewege, auch im Fitnesscenter, mich gesund ernähre, grosse Menschen-Ansammlungen meide und noch nie eine Grippe gehabt habe!?
Warum unterlässt das BAG die Erhebung von so viele Indikatoren, die ein echteres Bild über die Pandemie geben könnten? zBsp.: Warum haben Spitäler die Bettenkapazität um die Hälfte reduziert? Wieviele Leute haben Antikörper? Wie sehen Vergleiche zu früheren Grippe-Wellen aus?
Wo erfolgen die meisten Ansteckungen? Warum wird der PCR-Tests nicht in Frage gestellt?
Ist es nicht selbstverständlich, wenn man Massnahmen durchsetzen will, sie auf glaubwürdige Fakten abstützen sollte?10 1
Sehr geehrter Herr Brauen, ich könnte genau das Gleiche schreiben über mich wie Sie; dass Sie auch noch in der gleichen Ortschaft wohnen wie meine Tochter, macht Sie mir noch sympathischer. Bleiben Sie weiter am Ball!1 0
Ich vermute jedoch, dass Sie etwas zu ungeduldig waren, bis ihr Beitrag aufgeschaltet wurde. Ich war auch schon enttäuscht, dass ich meinen Beitrag auch nach 9 Stunden nicht lesen konnte. Er ist aber jedes Mal wieder aufgetaucht: Liegt das wohl daran, dass die Redaktion 9 Stunden während der üblichen Arbeitszeit zählt? Es wäre meiner Meinung nach sehr hilfreich, wenn jemand von der Redaktion dazu Stellung nimmt, und, falls meine Vermutung zutrifft, die Klarstellung in ihrem Text vornimmt.
Wann wird der Immunvergleich Genesene vs. Geimpfte untersucht?8 1
Was spricht gegen eine Hybridstrategie: Impfung und Ansteckung?
Impfen ad eternum ist ja wohl keine valable Option.
Danke Herr Gasche für einen weiteren sehr guten Artikel. Sie tragen in Ihren Artikeln un-emotional verschiedene Zahlen, Fakten und Argumente zusammen.
1. Impfungen reduzieren die Gefahr, sich selber anzustecken deutlich. Es scheint Anzeichen zu geben, dass der Impfschutz nicht so lange hält wie gewünscht, zumindest beim Pfizer-Impfstoff / Israel.
2. Geimpfte, die sich dennoch wieder infizieren, können andere genauso anstecken wie infizierte Ungeimpfte.
3. Jetzt wo alle die Gelegenheit hatten, sich impfen oder eben nicht impfen zu lassen, trägt jeder einzelne die Verantwortung für seinen Entscheid grundsätzlich wieder selber.
4. Gesellschaftliche Einschränkungen sind dennoch weiterhin begründet, wenn bspw. eine Überlastung bei Intensivbetten droht. Diese Einschränkungen sollten einer solchen Überlastung entgegenwirken, bspw. indem Ansteckungen und folgende schwere Krankheitsverläufe reduziert werden.
5. Parallel dazu können auch Massnahmen getroffen werden, die die ICU-Kapazitäten wieder erhöhen, allenfalls temporär. Qualitätskriterien, die im Normalfall evt. sinnvoll sind, können durchaus auch hinterfragt und temporär anders gehandhabt werden. Wieso bspw. eine zweijährige Ausbildung in einem Notfall eine undiskutierbare Bedingung sein soll, leuchtet nicht ein.1 6
Lieber Urs P. Gasche, Ihre Berichte zur COVID-Epidemie liest man immer wieder mit einer gewissen Fassungslosigkeit. Es ist doch so, dass der R-Wert immer noch über 1 ist, dass die Neuinfektionen immer noch steigen, dass die neue Deltavariante ansteckender ist und zu mehr Hospitalisationen führt, dass neue Varianten drohen, dass die Outdoor-Saison bald vorbei ist und dass der harte Kern der Impfunwilligen sich nicht belehren lässt. Aus all dem kann man sich ausrechnen, dass die aktuelle Welle eher zunehmen als abnehmen wird, und dann wird die Belegung der Intensivstationen dem Verlauf der Epidemie folgen. Der aktuelle Rückgang bei Hospitalisationen und Intensivstationbelegung könnte sich rasch als trügerisch erweisen. Es ist deshalb verfrüht, Entwarnung zu geben und es wäre weiser, sich auf eine Verschlimmerung einzurichten.2 11
DIE DISKUSSION IST HIERMIT ABGESCHLOSSEN. VIELEN DANK FÜR DIE ZUSATZINFORMATIONEN.0 0
DIE REDAKTIONSLEITUNG
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