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Bei kalten Temperaturen im Winter liegt der Gedanke an eine Unterkühlung nah. Aber auch im Sommer kann der Körper eines Kindes stark auskühlen, z.B. wenn das Badewasser zwar kalt, der Spass am Planschen aber grösser ist.
Was ist eine Unterkühlung und wie entsteht sie?
Wenn die normale Körpertemperatur von rund 37 °C unter 35 °C sinkt, ist der Körper unterkühlt. Bei Kindern entsteht eine Unterkühlung vor allem durch Nässe auf der Haut. Im Winter meist durch feuchte Kleidung zusammen mit der kalten Temperatur. Im Sommer ist es kühles Wasser, welches beim Baden einen grossen Teil der Haut bedeckt und den Körper dadurch abkühlt.
Die Symptome einer Unterkühlung bei Kindern
Bei Kälte von aussen verengen sich die Blutgefässe in der Haut, damit nicht noch mehr Wärme verloren geht. Aus diesem Grund wird die Haut blass und kühl und die Nerven betäubt, sodass Kinder im Winter zum Beispiel ihre Fingerspitzen nicht mehr fühlen.
Der Körper versucht, durch einen erhöhten Herzschlag und Muskelzittern Wärme zu erzeugen. Damit er dazu genügend Energie zur Verfügung hat, werden andere Körperfunktionen, wie zum Beispiel diejenige des Gehirns, heruntergefahren.
Anhand folgender Symptome erkennen Sie eine Unterkühlung:
Bei einer leichten Unterkühlung zittert das Kind. Die Haut ist sehr blass, Hände, Füsse und Lippen bläulich verfärbt und der Puls erhöht. Möglicherweise kann das Kind nicht mehr deutlich sprechen.
Sinkt die Körpertemperatur unter 32 °C, hat das Kind bereits eine mittelschwere Unterkühlung. Es ist müde und wirkt apathisch. Die Haut nimmt ist blau-grau verfärbt und der Puls verlangsamt.
Eine schwere Unterkühlung mit Absinken der Körpertemperatur auf bis 24 °C ist eine absolute Notfallsituation! Die Atmung ist verlangsamt und das Kind wird bewusstlos.
Babys können noch nicht durch Muskelzittern Wärme erzeugen. Ausserdem ist ihr Kopf im Vergleich zum Körper sehr gross und darüber verlieren sie schnell viel Wärme. Erschwerend kommt hinzu, dass Babys nicht äussern können, wenn ihnen kalt ist.
Erste Hilfe bei einer Unterkühlung
Bei einer leichten Unterkühlung können Sie versuchen, den Körper Ihres Kindes folgendermassen aufzuwärmen:
Ziehen Sie dem Kind die feuchte, nasse Kleidung aus und packen Sie es warm ein. Eine Isolierdecke aus Alufolie reflektiert die Körperwärme, aber auch eine Woll- oder Fleecedecke wärmt gut.
Durch Bewegung oder das Rubbeln der kalten Haut gelangt ausgekühltes Blut in den Kreislauf und kühlt das Kind weiter aus. Verhindern Sie also, dass das Kind sich stark bewegt.
Warme Getränke oder ein warmes – auf keinen Fall heisses – Bad lassen die Körpertemperatur langsam ansteigen.
Wenn sich der Körper Ihres Kindes mit diesen Massnahmen nicht aufwärmt, es nicht mehr richtig ansprechbar ist, erstarrt wirkt und Symptome einer mittelschweren Unterkühlung zeigt, müssen Sie den Rettungsdienst verständigen.
So beugen Sie einer Unterkühlung vor
Im Winter können Sie mit guter Kleidung eine Unterkühlung verhindern. Die äusserste Schicht sollte für den Spass im Schnee so wasserdicht wie möglich sein. Denken Sie dabei auch an Schuhe und Handschuhe. Unter der Schneekleidung ist das "Zwiebelprinzip" sehr gut geeignet: Dabei werden mehrere leichte Schichten übereinander angezogen. Dieses Prinzip hält warm, weil zwischen den einzelnen Kleidungsstücken Luftkammern entstehen, die sich durch die Körperwärme erwärmen und somit isolieren. Mit einer Kälteschutzcreme schützen Sie auch das Gesicht vor der Auskühlung.
Babys, die noch nicht im Schnee herumtollen und darum auch nicht durch Bewegung Wärme erzeugen können, sollten warm angezogen im Kinderwagen in einem gefütterter Fusssack liegen und unbedingt eine warme Mütze tragen.
Eine Unterkühlung im Sommer verhindern Sie, indem Sie Ihr Kind regelmässig aus dem Wasser holen und mit einem trockenen Handtuch aufwärmen.