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Dieses Bild ist wohl die bekannteste Darstellung eines Engels aus der Vielzahl der Engelsbilder von Paul Klee. Es gab hierzu sehr unterschiedliche Interpretationen. Die Folgende, die auch Ursache für die Bekanntheit des Werkes ist, stammt von Walter Benjamin aus seinem Essay „Über den Begriff der Geschichte“. Es ist die IX These und vorangestellt ist eine Strophe eines Gedichtes von Gerhard Scholem.
Walter Benjamin:
Über den Begriff der Geschichte IX
Mein Flügel ist zum Schwung bereit
ich kehrte gern zurück
denn blieb' ich auch lebendige Zeit
ich hätte wenig Glück.
Gerhard Scholem, Gruß vom Angelus
Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.
Diese Idee des „Engels der Geschichte“ findet sich wiederum in der Folge in vielen weiteren Werken. Wim Wenders lässt sie einfließen in seinen „Himmel über Berlin". Im Song von Laurie Anderson „The Dream Before“ bildet der Text die zweite Strophe. Die erste Strophe ist eine Reminiszenz an die Geburtsstadt Benjamins, Berlin, und an R.W. Faßbinder.
https://www.youtube.com/watch?v=ov4HkjQCyMI