Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/694

Das musst du wissen
- 2018 erstreckte sich der grösste Algenteppich der Welt im Atlantik über rund 9000 Kilometer.
- Seit 2011 breitet sich die Braunalge explosionsartig aus und ist nun auch in karibischen Gewässern zu finden.
- Grosse Algenteppiche sind eine Gefahr für das Ökosystem, da kein Licht mehr in die Meerestiefen gelangen kann.
Von Westafrika bis zum Golf von Mexiko: Der grösste Algenteppich der Welt erstreckte sich 2018 über den gesamten Atlantik – und ist somit der grösste, der je entdeckt wurde. US-Forscher haben Satellitenbilder aus zwei Jahrzehnten mithilfe von Farbspektroskopie analysiert und das Wachstum des Algenteppichs, des sogenannten Sargassum Belts, nachgezeichnet. Die Ergebnisse wurden nun im Wissenschaftsmagazin Science publiziert.
Dabei fällt auf, dass der Algenteppich ab 2011 einen Wachstumsschub erfuhr. Bis dahin waren Algen in karibischen Gewässern kaum vorhanden. Ab 2011 aber wurden sie zur Normalität.
Die Forscherin Mengqiu Wang von der University of South Florida und ihre Kollegen haben die Wachstumsschübe mit Daten zur Abholzung und Düngung in der Amazonasregion verglichen und mögliche Zusammenhänge gefunden – zuverlässige Daten gibt es dazu aber noch nicht. So scheinen die Algen immer im Frühling und Sommer zu wachsen, wenn das Flusssystem mit Dünger vermengtes Wasser in den Ozean trägt. An der Küste Westafrikas vermehre sich die Algen jeweils im Winter, ebenfalls durch nährreiches Wasser, das in das Meer geschwemmt wird. Der Teppich wuchs jedes Jahr zu einer ähnlichen Grösse an, nur 2013 blieb er kleiner. Solch riesige Teppiche würden in Zukunft wohl häufiger auftreten, schreibt Wang.
Algenteppiche der Braunalge bieten Schildkröten, Fischen, Krabben und anderen Meeresbewohnern Schutz. Erstrecken sie sich aber bis zu den Küsten, werden sie zur Gefahr für das Ökosystem: Da sie tiefere Meeresschichten verdunkeln, führen sie zu Korallensterben und schaden auch anderen küstennahen Lebewesen. Auch werden dann grosse Mengen der sogenannten Golftange an die Strände gespült, wo sie beginnen zu faulen. Dabei setzen sie den Geruch von faulen Eiern frei. 2018 verhängte der Inselstaat Barbados in der Karibik deshalb den Ausnahmezustand.