Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/26

Ab dem 18. März 2015 nach Börsenschluss wird anstelle von AT&T Apple im Leitindex Dow Jones Industrial verteten sein. Doch wie gut ist eigentlich der Dow Jones Index?Text: Rino Borini
Der Technologiekonzern Apple zieht neu in den Dow Jones Index ein und verdrängt damit AT&T. Am 18. März, nach Börsenschluss, wird der Wechsel vollzogen. Bisher war Apple kein Indexbestandteil, weil der Aktienpreis zu hoch war. Im letzten Jahr sank dieser nach einem Aktien-Splitting auf 100 Dollar. Der Aufstieg in das US-Leitbarometer war erwartet worden und wird damit wahrscheinlich keine grossen Auswirkungen auf den Kurs haben.
Doch wie funktioniert eigentlich der Dow Jones Industrial Average Index?
In der Praxis haben sich verschiedene Index-Berechnungsmethoden etabliert. Die einfachste Variante ist die Gewichtung der enthaltenen Wertpapiere aufgrund der Aktienkurse. Dabei werden die einzelnen Werte aufsummiert und schliesslich durch die Anzahl der Titel im Index dividiert. Und der weltweit bekannteste Index, der nach dieser Methode funktioniert, ist der Dow Jones Industrial Average. Diese Methode führt automatisch zu einer Übergewichtung von Wertpapieren mit hohen Kurswerten. Zudem ist die Aussagekraft beschränkt, denn die Methode zeigt die Bedeutung eines Unternehmens für den entsprechenden Wirtschaftsraum nicht wirklich.
Diesem Kritikpunkt weicht Dow Jones Indexes nicht aus. Indexspezialist Farmer bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel: «Darüber hinaus müssen sich alle Titel zwangsläufig innerhalb einer moderaten Kursspanne bewegen. Eine Aktie, deren Kurs nach oben oder nach unten deutlich von dieser Spanne abweicht, kann daher nicht in den Index aufgenommen werden, da sie sonst über-oder unterrepräsentiert wäre.»
Für Indexinvestoren ist es unabdingbar, das zugrundeliegenden Barometer zu verstehen. So bildet der Weltindex – MSCI World – nicht die gesamte Welt ab. Denn obwohl im Index über 1600 verschiedene Aktien aus 24 Ländern vertreten sind, entfällt rund die Hälfte der Gewichtung auf US-Aktien, ein weiteres Drittel auf europäische Titel. Die aufstrebenden Nationen fehlen, dasselbe gilt für die Werte kleinerer Unternehmen (Small Caps). Diese Komposition zeigt – im 21. Jahrhundert – ein fragliches Weltbild. Um wirklich global zu diversifizieren, kommen Anleger somit nicht um ein zusätzliches Investment in den MSCI Emerging Markets herum.
Deswegen gilt: Indexwissen ist unverzichtbar.