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Wicca-Bewegung
«Wicca», altenglisch «Hexer», nennt sich die vom Engländer Gerald B. Gardner begründete Hexenbewegung. Gardner will 1939 von einer Hexe namens Dorothy Clutterbuck in den Hexenkult initiiert worden sein. Sein Buch «Witchcraft today» aus dem Jahre 1965 bildet so etwas wie die Grundlage der Wicca-Bewegung.
Die Wicca-Bewegung verehrt «die grosse Göttin», Mutter Erde und dreifache Mondin. Die zentrale «Göttin» verfügt über alle Kräfte des Weiblichen. Ihr zur Seite steht der gehörnte männliche Gott. Im Ritual vertreten Hohepriesterin und Hohepriester nach dem überall wirksamen Prinzip der schöpferischen Polarität die Göttin und den Gott. Hohepriesterin und Hohepriester sind im Ritual «Götter zum Anfassen».
Magie gilt als Kunst und als eine natürliche menschliche Fähigkeit, die in unserer heutigen Gesellschaft weitgehend brach liegt. Ziel aller Rituale ist die Harmonie des Menschen mit den göttlichen Kräften in der Natur und in sich selber.
Glaube an Reinkarnation ist verbreitet, im Sinne einer erwünschten ewigen Wiederkehr im Zyklus von Natur und Leben.
Die Bewegung feiert acht Jahreseste, die Sabbate genannt werden. Vier davon sind Sonnenfeste: Die Tag- und Nachtgleichen und die Sonnenwenden; vier andere sind Feste mit keltischen Wurzeln: Imbolc (2. Februar), Walpurgisnacht/Beltane (1.Mai), Lammas/Erntedankfest (1. August), Winteranfang/Samhain (31.Oktober/1. November). Als höchste Feste gelten Beltane und Samhain, an diesen Terminen wird traditionell der Grosse Ritus gefeiert, die Vereinigung von Gott und Göttin, zelebriert durch rituellen Geschlechtsverkehr zwischen Hohepriesterin und Hohepriester (entweder real durchgeführt oder symbolisch angedeutet durch die Vereinigung von Dolch und Kelch).
In der Regel geben Wiccas zu, dass die Magie in der äussern Wirklichkeit mindestens oft das gesetzte Ziel nicht erreicht. Ausgefeilte Initiationen führen Mitglieder in die höheren Grade ein.
Gerald B. Gardner war Nudist. Nacktheit und Natürlichkeit waren für ihn eng verbunden. Traditionelle Wicca-Covens zelebrieren ihre Rituale deshalb „skyclad“, im Himmelsgewand oder Luftkleid. Manche Covens feiern in Roben oder in Zivilkleidung und reservieren die rituelle Nacktheit für die private magische Praxis.
Gruppen nennen sich Coven und umfassen traditionellerweise nicht mehr als 13 Personen. Wird der Coven grösser, teilt er sich in zwei Coven. Die Coven werden geleitet vom Hohepriesterpaar.
Neben gemischten Covens existieren auch Covens, die nur Frauen oder nur Mänern offenstehen.