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Ein Regenbogen vom Mondlicht Wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint, entsteht ein Regenbogen. Wenn bei Regen gleichzeitig der Mond scheint, entsteht der seltene Mondregenbogen. Der Regenbogen, der aus farbigem Licht besteht, ist zweifellos eine der schönsten Naturerscheinungen. Dieser über den Himmel gespannte Bogen hat bis heute nichts von seinem Zauber verloren. Besonders nach einem heftigen Gewitter mit Sturm und Regen versinnbildlicht seine Erscheinung ergreifende Schönheit und Ruhe. Ein Regenbogen entsteht durch die Lichtbrechung. Das weisse Licht wird durch die Regentropfen, ähnlich wie in einem Glasprisma, in die Spektralfarben zerlegt. In der Natur können wir ihn beobachten, wenn fallender Regen (aber auch ein Wasserfall) von der Sonne (oder vom Mond) beschienen wird. Der Beobachter hat die Sonne im Rücken und der Mittelpunkt des Regenbogens entspricht dem Gegenpunkt der Sonne (oder des Mondes). Ausserhalb des Hauptregenbogens (primärer Regenbogen) erscheint oft noch ein schwächerer Nebenregenbogen (sekundärer Regenbogen). Beim primären Regenbogen ist der rote Saum aussen und das Violett befindet sich an der Innenseite. Beim sekundären Regenbogen sind die Farben umgekehrt angeordnet. Schätze am Ende des Regenbogens Man kann den Radius des Regenbogens nur mit Winkelgraden angeben, da der Regenbogen nur einen «scheinbaren Durchmesser» vom Betrachter aus hat. Seine «Grösse» ist nicht mit einem Längenmass zu fassen, da seine Entfernung nicht klar festgelegt werden kann. 54 Schweizer Hausapotheke 4-2018 Mit dem Wandern des Betrachters wandert auch der Regenbogen. Der innere kräftigere Primärregenbogen weist einen Radius von 40 bis 42 Grad auf und der äussere, schwächere Sekundärregenbogen einen Radius von 51 bis 54 Grad. Der Regenbogen ist also buchstäblich nicht fassbar, aber wer sein Geheimnis zu ergründen vermag, ist reich. Deshalb ist so oft von Schätzen am Ende des Regenbogens die Rede. Gold soll man dort finden oder goldene Regenbogenschüsselchen. Die häufigste Erscheinung ist ein von der Sonne erzeugter Regenbogen mit der Farbabfolge rot, orange, gelb, grün, blau und violett. Manchmal können besonders am höchsten Punkt des Regenbogens auf seiner Innenseite noch die Farben grün und purpur erscheinen, welche durch Lichtüberlagerungen zustandekommen. Eigentlich entstehen die drei Grundfarben des weissen Lichtes: rot, grün und blau. Das Gelb ist bereits eine Mischfarbe von Rot und Grün. Ein weisslicher Ring am Himmel Grundsätzlich kann jede punktförmige Lichtquelle einen Regenbogen erzeugen. Auch der Mond erzeugt einen Regenbogen. Dieses Phänomen ist jedoch seltener, da der Mondregenbogen meisten nur während der Vollmondphase und einige Tage vorher oder nachher gut sichtbar ist. Zudem können bei sehr schwachem Licht unsere Augen die Farben nicht mehr sehen und deshalb sieht man einen Mondregenbogen als weisslichen Ring am nächtlichen Himmel. Ein Farbfilm oder der Chip einer Digitalkamera «sieht» jedoch die Farben und bildet sie wieder naturgetreu ab. Deshalb erscheint ein Mondregenbogen auf den Fotos in den normalen Farben. Das Erscheinen eines Mondregenbogens wird in den folgenden Versen im Stück «Wilhelm Tell» von Friedrich Schiller geschildert: Ja wahrlich! Ein Regenbogen mitten in der Nacht! Es ist das Licht des Mondes, das ihn bildet. Das ist ein seltsam wunderbares Zeichen! Es leben viele, die das nicht gesehen. Er ist doppelt, seht, ein blässrer steht darüber. Besonders interessant an dieser Passage ist die blasse Farbe des Regenbogens, welche infolge des schwachen Lichts und des damit verbundenen Schwarz-Weiss-Sehens entsteht. Zudem wird mit dem Vers «Er ist doppelt, seht, ein blässrer steht darüber.» ganz klar auf den Sekundärregenbogen hingewiesen. Dr. Andreas Walker ist Wissenschaftsjournalist, Buchautor und Naturfotograf.
Fürs leibliche Wohl im Alter Mit fortschreitender Lebensdauer verändern sich die Konstitution des Körpers und dessen Bedürfnisse an die Ernährung. Die ärztlich geprüfte Ernährungsberaterin Katrin Bürkli erklärt, welche Lebensmittel und Nährstoffe im Alter speziell wichtig sind und weshalb die soziale Komponente der Nahrungsaufnahme eine ganz besondere Rolle spielt. Die Grundsätze der Ernährung bleiben auch im Alter gleich, wie die Expertin gleich zu Beginn betont. Saisonale, ausgewogene und frische Kost soll auf den Tisch: «Je nach Lebenssituation müssen Menschen auch lernen, für sich alleine zu kochen.» Das müsse man sich in jedem Fall wert sein. Dazu gehöre auch eine positive Grundeinstellung zu sich selbst und zum gegenwärtigen Lebensabschnitt. Doch bleiben wir zuerst bei den Basics: «Aus ernährungsphysiologischer Sicht sinkt mit fortschreitendem Alter der Energiebedarf, während der Bedarf an Vital- und Nährstoffen gleichzeitig steigt.» Die Auswahl der Lebensmittel sei deshalb besonders wichtig: «Verboten ist nichts; denn Ernährung ist eng mit Genuss verbunden und sollte unbedingt Freude bereiten», so Bürkli. Wer Kohlenhydrate aus Vollkorngetreide, pflanzliches Eiwiess sowie hochwertige Fette und Öle bevorzugt und den Konsum zuckerhaltiger Produkte minimiert, der schaffe damit eine gute Grundlage. Zu den guten Ölen gehören zum Beispiel Lein- und Hanföl, die beide über reichlich Omega-3-Fettsäuren verfügen: «Diese sind essenziell wichtig für die Unterstützung der Hirn- und Nervenleistung.» In ihrem Beratungsalltag empfiehlt Katrin Bürkli oft das Untermischen von Leinöl in einen Quark. Ebenfalls gesund und vergleichsweise schnell zubereitet sind selbstgemachte Smoothies. Sie liefern wertvolle Vitamine und Nährstoffe und können je nach Zugabe geschmacklich problemlos den eigenen Vorlieben angepasst werden. Besonders reichhaltig werden die trendigen Getränke, wenn Superfoods wie Nüsse, Trockenfrüchte oder verschiedene mehr oder weniger exotische Beeren beigemischt werden. Wie jedes Rezept erfordern aber auch sie eine gewisse Grundmotivation, sich ein bisschen Zeit zu nehmen, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Pro Tag sollten drei bis fünf Mahlzeiten anstehen: «Daneben gilt es zwischen eineinhalb und zwei Liter zu trinken.» Wer Wasser langweilig findet, für den gibt es viele schmackhafte Alternativen. Dazu gehören etwa verdünnte Fruchtsäfte oder unzählige Teesorten. Mehr als Nahrung aufnehmen Egal wie vielfältig und ausgewogen eine Ernährung ausgestaltet wird: In gewissen Momenten lohne sich eine gezielte Nahrungsergänzung, so Bürkli: «Magnesium, Kalzium und Vitamin D sind gute Unterstützer im Alltag.» Insbesondere Magnesium sei mit fortschreitendem Alter zu empfehlen; denn es helfe die Knochen vor Osteoporose zu schützen. Eine weitere Möglichkeit sei die Einnahme von vitamin-, mineralstoff- und aminosäurehaltigen Kräuterhefepräparaten. Generell wichtig sei, dass hinsichtlich der Ernährung eine Routine entstehe – «nicht etwa hinsichtlich des Speiseplans», ergänzt Bürkli. Dort sei Abwechslung wünschenswert und solle der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Die Ernährungsberaterin meint mehr eine administrative Routine bezüglich der Nahrungsaufnahme. Es gehe dabei auch um die Erhaltung einer Tagesstruktur, wenn diese einmal nicht mehr von Arbeitszeiten diktiert werde. Eine weitere Komponente sei die Pflege sozialer Kontakte rund um die Mahlzeiten: «Es gibt kaum eine bessere Gelegenheit für regelmässige Gespräche in entspannter Atmosphäre als am Esstisch.» Werde im Vorfeld noch gemeinsam ein attraktives Ausflugsziel angesteuert oder zusammen gekocht, dann wird aus Essen ein soziales Erlebnis. Eine aktive Lebensgestaltung in freundschaftlicher Gesellschaft sei auch der beste Appetitanreger, den es gibt. Hunger sei demzufolge eine wunderbare Antwort auf gelebte Lebensfreude. Wohl bekomms! Mischa Felber Katrin Bürkli ist ärztlich geprüfte Ernährungsberaterin und arbeitet als Filialleiterin im Egli Bio Plaza im Hauptbahnhof Zürich. Schweizer Hausapotheke 4-2018 55
Nr. 4 Mai/Juni 2018 90. Jahrgang St