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Piloten der Formel 4 können sich nur wünschen, als Fahrer bei den Anfängen des Motorsport dabei gewesen zu sein.
Beim ersten Autorennen der Welt rasten am 22. Juli 1894 einige teils mit Dampfmaschinen bestückte Vehikel, Autos, Busse und Lastkraftwagen mit maximal 20 km/h über die holperige Strasse von Paris Richtung Bois de Boulogne.
Von 102 Bewerbern bestanden 21 die technische Abnahme und wurden für die 126 km lange Strecke freigegeben.
Gemütlich wie Anno dazumal ist die Formel 4 nicht
Auf der ersten Rennstrecke waren Rastpausen vorgeschrieben. Dabei liessen sich einige Piloten von ihrem Butler ein üppiges Mahl an der Piste servieren!
17 Fahrzeuge erreichten das Ziel, wobei Graf de Dion mit spektakulären sechs Stunden und 48 Minuten – inklusive ausgiebigem Mittagessen – zum Sieger gekrönt wurde.
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Beantworten Sie nur diese 4 Fragen:
In der modernen ADAC Formel 4, der Nachwuchsklasse der Formel-Rennen, geht es stattdessen um Zehntel sowie Hundertstel. Und getrunken wird bei über 200 km/h aus dem Becher mit Strohhalm, befestigt unter dem Helmvisier.
Was ist die Formel 4?
Offiziell heisst diese Rennserie ADAC F4 Germany certified by FIA powered by Abarth.
Ein paar Fakten:
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- Die Rennen werden vorzugsweise in Deutschland ausgetragen, aber auch in Österreich sowie in Belgien.
- Die Boliden in der Formel 4 sehen fast so aus wie die superschnellen Rennwagen in der Formel 1, nur eben etwas kleiner.
- Sie sind mit 570 Kilogramm Mindestgewicht verhältnismässig schwer, im Vergleich zu einem Formel 1-Rennwagen.
- Die Idee zu dieser Rennserie kam von Gerhard Berger, der lange Jahre als Motorsportchef für BMW und später als Koordinator der Formel Rennserien in der FIA tätig war.
Das machte Schule, weshalb es inzwischen mehrere nationale Formel 4-Meisterschaften gibt, auch in Japan, Brasilien, Frankreich und in Dänemark.
Welche Rennwagen starten in der Formel 4?
In der Formel 4 gehen keine Marken an den Start. Chassis und Motoren können von unterschiedlichen Herstellern sein, müssen aber bestimmte Normen erfüllen.
Ausserdem ist der Höchstpreis für ein Chassis auf netto 33.000 Euro festgeschrieben. Technisch sind diese Rennwagen eher spartanisch, was aber genau den Reiz ausmacht.
So muss der Fahrer beispielsweise auf die Telemetrie verzichten. Hubraum spielt bei der Zulassung eine untergeordnete Rolle.
Dafür werden die Drehzahl und die Leistung begrenzt, die maximal 156 PS betragen darf. Auch turbogeladene Antriebsaggregate sind erlaubt.
Formel 4-Motoren sind langlebig
Für die Zulassung in der Formel 4 muss ein Rennmotor vier Zylinder haben. Sauger dürfen zwei Liter Hubraum nicht überschreiten, bei den Turbos sind es 1,6 Liter. Darüber hinaus wird eine hohe Standfestigkeit verlangt.
Die rund 10.000 Kilometer Laufleistung während einer Rennsaison in der Formel 4, müssen diese Motoren ohne Reparaturen überstehen.
Obendrein ist der Preis je Stück auf maximal 9.500 Euro festgeschrieben.
Damit nicht genug, darf am Ende der Saison die Revision Kosten von 4.000 Euro nicht überschreiten. Überdies soll so ein Antriebsaggregat für drei Jahre genutzt werden.
Die Fahrer in der Formel 4
Um in der Formel 4 starten zu können, ist eine gültige Rennlizenz notwenig.
Ausserdem muss der Fahrer das 15. Lebensjahr vollendet haben. Fahrer aller Nationalitäten können teilnehmen und es ist allgemein kein Höchstalter festgeschrieben, was aber national variieren kann.
Drei Rennen werden an den Wochenenden ausgetragen. Dabei sind die vordersten Plätze aus mehreren Gründen hart umkämpft.
Einerseits geht es um Punkte für die Gesamtmeisterschaft und um die Pokale für das Rennen. Aber es geht zugleich um die eigene Zukunft, denn die ersten fünf Piloten einer Meisterschaft sammeln zusätzlich Punkte für die Superlizenz.
Diese ist notwendig, um in den grossen Rennserien zugelassen zu werden.
Wertungen und Punkte in der Formel 4
Vergleichbar mit der Formel 1 werden in der Formel 4 Punkte für die schnellsten Fahrer eines jeden Rennens vergeben.
Die zehn Bestplatzierten erhalten nach bekanntem Schema 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1 Punkte.
Zusätzlich wird der Fahrer mit der schnellsten Rennrunde mit einem Punkt belohnt. Und der Erste im Qualifying darf sich über 5 Zusatzpunkte freuen.
Auch die Reihenfolge beim Start ist etwas gewöhnungsbedürftig. Im jeweils ersten und im dritten Rennen eines Wochenendes wird nach den Ergebnissen aus dem Qualifying gestartet.
Beim zweiten Rennen wird der Zieleinlauf aus dem ersten Rennen zur Grundlage genommen.
Allerdings müssen die zehn Erstplatzierten in umgekehrter Reihenfolge ihren Startplatz einnehmen.
Bekannte Gesichter in der ADAC Formel 4
Während der Ferrari-Pilot Charles Leclerc in der Formel 1 an den Start geht, sorgt sein jüngerer Bruder Arthur in der Formel 4 für Aufsehen.
Arthur ist mit seinen 18 Jahren ein Sauber Junior und gehört zum Team von Ralf Schumacher. Er konnte sich auf Anhieb Respekt in der Formel 4 verschaffen, liegt in der Gesamtwertung weit vorne und konnte im Juli 2019 auf dem Hockenheimring seinen ersten Sieg feiern.
Noch bekannter dürfte David Schumacher sein, der seinem Vater Michael überaus ähnlich sieht. Der Sohn des legendären siebenfachen Weltmeisters wurde in der ADAC Formel 4 Rookie Champion und steht, was das Sieger-Gen angeht, seinem Herrn Papa kaum etwas nach.
Und Michael Schumachers zweiter Sohn Mick ist inzwischen bereits 20 Jahre alt.
Der Nachwuchs des Formel-1-Rekordweltmeisters wurde 2016 Vizemeister in der ADAC Formel 4. Unlängst begeisterte er die Motorport-Fans am Hockenheimring. Mick drehte etliche Runden mit dem legendären Ferrari F2004.
Genau mit dem Ferrari, mit dem die Rennsportlegende Michael Schumacher und sein Teamkollege Rubens Barrichello 15 der 18 Rennen in der Saison 2004 gewinnen konnten.
Fun Fact:
Einer der damals genutzten Rennwagen wurde übrigens bei Southerbys in London versteigert. Der Gewinner der Auktion zahlte etwas über 2,65 Millionen Euro für diesen legendären Rennwagen.
Die Formel 4 ist spannend
Die jungen Talente in der Formel 4 zu beobachten und heiss umkämpfte Rennen zu erleben, ist genau das, was Motorsportfreunde sehen wollen.
Puristisch durch wenig Technik glänzt die Formel 4 mit hochbegabten und ambitionierten jungen Rennfahrern, darunter auch etliche Zöglinge bekannter Superstars aus dem Rennsport.
Gerade für junge Menschen ist die Formel 4 besonders attraktiv. Bekannte Gesichter wie der Bruder von Sebastian Vettel, Fabian, der ehemalige Formel 4-Fahrer und jetzige Formel 1-Pilot bei Red-Bull Pierre Gasly, die DTM-Legende Bernd Schneider oder der ehemalige Rennsportchef Norbert Haug schauen beinahe regelmässig bei den Formel 4 Rennen vorbei.