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Mit der Flucht erleben viele Menschen eine Dequalifizierung. Im Herkunftsland haben sie studiert oder bereits ein Studium abgeschlossen. In der Schweiz angekommen, hoffen sie, ihr Potenzial hier einbringen zu können. Doch Hochschulen und der qualifizierte Arbeitsmarkt bleiben schwer zugänglich. Am Gespräch tauschen sich mehrere Personen über ihre Erfahrungen aus und werfen einen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart des Hochschulzugangs in der Schweiz.
Asadullah Adib ist aus Afghanistan. Er kam 2015 in der Schweiz und wohnt seit 2018 in Bern. In der Zwischenzeit hat Asadullah intensiv Deutsch gelernt und besucht im Moment einen C1-Kurs in Bern. Denn er möchte in naher Zukunft einen Master in Geowissenschaften in Angriff nehmen. In Afghanistan studierte er bereits Geowissenschaften und schloss den Bachelor ab.
Asadullah Adib im Video: «Mein Bachelor ist hier anerkannt.»
Fatemeh studiert in der Schweiz Rechtswissenschaften. Während des Asylverfahrens hat sie sich um einen Studienplatz beworben und, nachdem sie die nötigen Voraussetzungen unter Beweis gestellt hat, auch die Zulassung erhalten. So konnte Fatemeh sich an der Universität als Jus-Studentin einschreiben. Bildung, sagt Fatemeh, hat ihr Leben gerettet. Sie ist der Universität Zürich dankbar, dass ihr das Recht auf Bildung nicht verwehrt wurde. Der Schweizer Bevölkerung will sie sagen, dass wir niemandem das Recht auf Bildung unter keinen Umständen wegnehmen dürfen.
Irena Brežná wurde 1950 in Bratislava geboren. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei ist sie 1968 in die Schweiz emigriert. An der Philosophischen Fakultät der Universität Basel hat sie das Studium der Slawistik, Philosophie und Psychologie abgeschlossen. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin, (sie war Kriegsreporterin in Tschetschenien), Dolmetscherin und Menschenrechtlerin.
Zehn Bücher von Irena wurden bereits publiziert und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie wurde mit zwölf Preisen für Publizistik und Literatur ausgezeichnet, u.a. mit dem Zürcher Journalistenpreis 2000, zwei Mal mit dem EMMA-Journalistinnenpreis und dem Theodor-Wolff-Preis 2002. Für ihren Emigrationsroman «Die undankbare Fremde» erhielt sie den Schweizer Literaturpreis 2012. Für ihren Einsatz für Menschenrechte erhielt sie den Basler Kulturpreis 2021 und den Hermann Kesten-Preis 2021 des PEN Zentrums Deutschland. Zuletzt erschien das Buch «Wie ich auf die Welt kam, In der Sprache zu Hause». Irena ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und lebt in Basel. Mehr Infos zur Person: www.brezna.ch
Diese Veranstaltung ist in Zusammenarbeit mit Perspektiven – Studium organisiert. Die Organisation setzt sich schweizweit für den Hochschulzugang von Geflüchteten Personen ein.
Die Uni Bern setzt sich auch anderweitig dafür ein, den Zugang zu Hochschulen für Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund zu erleichtern. Der offene Hörsaal ermöglicht Teilnehmenden den Besuch von bis zu fünf Kursen pro Semester und stellt ihnen Mentor*innen zur Seite.