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HIV-Resistenztestung: Wichtiger als Adherence-Verbesserung ?
Ob eine Resistenztestung vor einem Therapiewechsel zu einer Verbesserung des Therapieresultates führt, ist eine offene Frage. Eine Italienische Studie lässt vermuten, dass eine Adherenceförderung weit bessere Auswirkungen auf das Therapieresultat hat.
In dieser prospektiven Studie wurden 174 Patienten nach einem Therapieversagen in zwei Behandlungsgruppen randomisiert. Die erste Gruppe erhielt eine neue Therapie gemäss den üblichen Kriterien (standard of care, SOC) bei der zweiten Gruppe wurde die Therapie entsprechend einer genetischen Resistenzprüfung angepasst (GRP).
Der Unterschied zwischen SOC und GRP ist zwar signifikant doch insgesamt ernüchternd ausgefallen. Nach drei Monaten Therapie hatten in der GRP Gruppe 27% eine Viruslast unter 500 kp/ml erreicht, während dies nur bei 12% in der SOC gelang (OR 2.63, 95%-CI 1.1-6.3). Doch nach 6 Monaten war der Unterschied nur noch 21 vs. 17% (n.s.).
In einer sekundären Analyse haben die Autoren jedoch noch untersucht, wie stark sich eine gute Adherence auf das Therapie-resultat auswirkte. Wie die Abbildung auf den ersten Blick zeigt, ist das Ansprechen der CD4 Zellen durch eine gute Adherence (erfasst durch Fragebogen) bei weitem Besser als der Effekt einer Resistenzprüfung vor der Therapieumstellung.
Einmal mehr bestätigt es sich: Die Adherence ist wohl eine der allerwichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Therapie.
Cingolini et al: Usefulness of monitoring HIV drug resistance and adherence in individuals failing highly active antiretroviral therapy: a randomized study (ARGENTA) AIDS 2002; 16(3):369-379