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Ganz früher haben die Menschen Ware getauscht. Das Problem dabei war, dass die Person, die tauschen wollte, nicht immer das hatte, was der andere wollte. Und zudem handelte es sich oft um leicht verderbliche Lebensmittel. Daher fingen die Menschen an, Ware mit wertvollen Dingen zu tauschen, die man aufbewahren und später eintauschen konnte.
Kaurigeld, das Gehäuse von Schnecken, war eine Form von einfachem Geld, das in Afrika und Asien verwendet wurde. Kaurischnecken wurden auf einer Seite flach geschliffen, erhielten dort ein Loch und konnten so in grosser Zahl auf Schnüren aufgefädelt, transportiert und gezählt werden. Das Problem aber war, dass man enorm viele Schnecken brauchte, um etwas Grösseres zu kaufen.
«So reich wie Krösus»
In verschiedenen Kulturen wurde allmählich mit Metall gehandelt. Meistens war es recht kompliziert, den wirklichen Wert der Münze zu bestimmen. Dann aber hatte Krösus, der letzte unermesslich reiche König der Lyder, die Idee: Damit nun nicht mehr jeder Händler selber die Münze prüfen musste, stellte der König Münzen her mit einem Löwen darauf. Je mehr man vom Löwen sah, desto wertvoller war die Münze. Der König gab mit dem Stempel sein Wort, dass diese Münze genau den entsprechenden Wert hatte.
Als die Römer grosse Gebiete Europas einnahmen, verbreiteten sich die Münzen. In unserer Gegend bezahlte man also mit römischen Münzen. Damals gab es noch keine Modejournale. Deswegen haben die Römer vornehme Kaiserinnen mit sehr schönen Frisuren auf die Münzen geprägt und so die Mode im Land verbreitet.
Das Salz als Zahlungsmittel
Salz gibt es überall auf der Welt. Früher war es sehr wertvoll. Die Kelten bauten Salz in Minen ab und brauchten es dann für Tauschhandelsgeschäfte mit den Römern. Die Römer bezahlten ihre Legionäre mit Salz und Münzen. Dies erklärt den Ursprung des französischen Worts «salaire» (Lohn, Gehalt), das vom lateinischen Wort «salarium» (Ration an Salz) abgeleitet ist. Der römische Schriftgelehrte Cassidorus schrieb: «Der Mensch kann ohne Gold, aber nicht ohne Salz leben!»
Das Problem mit den Münzen war, dass sie zu schwer waren für weite Reisen. Deshalb hat der chinesische Kaiser in der Stadt Chengdu das Papiergeld erschaffen. In Europa kam das Papiergeld erst viel später auf. Zuerst tauchten Quittungen auf, die gegen Münzgeld gedruckt wurden. Das Problem des grossen Gewichts war gelöst. Aber die Leute hatten nicht wirklich Vertrauen in ein Stück Papier.
Geldhandel in der Schweiz
Im Jahr 1200 entstanden viele Städte. Jede Stadt hatte ihr eigenes Geld. Freiburg prägte den Freiburger Batzen: Batz steht auf der Münze, das ist in Deutsch und Französisch das Gleiche. Auf der einen Seite der Münze war die Burg abgebildet, auf der anderen Seite der heilige Sankt Nikolaus.
In der Schweiz gab es 319 verschiedene Währungen – ein unglaubliches Chaos. Es gab sogar ein Hilfsbuch für alle Umrechnungen. 1799 erhielt die Schweiz zum ersten Mal eine gemeinsame Währung. Ab 1850 sind nur noch Schweizer Franken im Umlauf. Diese wurden zu Beginn in Paris hergestellt.
Das Goldvreneli
Das Goldvreneli ist eine Münze aus 90 Prozent Gold und 10 Prozent Kupfer. Fritz Ulysse Landry aus Neuenburg durfte das Motiv entwerfen. Die Frau auf dem Bild hat die Haare zu einem Zopf gebunden und trägt einen Edelweisszweig um den Hals. Aber beim ersten Entwurf hatte die Frau die Haar locker zusammengebunden und eine Locke fiel ihr in die Stirn. Der Bundesrat hat damals entschieden, dass dies zu unsittlich sei und eine Änderung beschlossen. Der Name Vreneli kommt vom damals häufigen Vornamen «Verena». Wenn heute das Goldvreneli einen neuen Namen bekommen würde, dann würde es vielleicht die Goldemma heissen.
Kryptowährung
Eine weitere Entwicklung ist die Kryptowährung. Das sind Münzen, die so zu sagen nicht da sind, sondern nur in elektronischen Geräten existieren. Die Bezeichnung Kryptowährung kommt vom griechischen Wort «kryptos», das bedeutet «geheim». Dieses Geld hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass der Eintausch von Geld unabhängig von der Uhrzeit möglich ist. Fälschen ist zudem unmöglich. Ein Nachteil ist, dass man damit sogar Drogen und Kinder kaufen kann, da niemand weiss, wer hinter dem Code steckt.
Vielleicht gibt es einmal eine einzige Währung für die ganze Welt? Oder vielleicht passiert gerade das Umgekehrte? Denn in einem halben Jahr kann man in Freiburg mit Drachen bezahlen. Der Name «Drache» setzte sich knapp gegen «Bolz» durch. Es gab auch andere Namen zur Auswahl wie «Dzo», «Fribaz» und «Zähri». Wenn wir Freiburger mit Drachen bezahlen werden, bleibt das Geld in Freiburg. So unterstützen wir die Leute von hier.
Umfrage
Ist Geld gut oder schlecht?
Schon immer haben Leute vor der Macht des Geldes und der Gier gewarnt, die es hervorrufen kann. Der Freiburger Hans Fries malte beispielsweise im 16. Jahrhundert einen Altar zu diesem Thema. Er steht in der Franziskanerkirche. Der Mann auf dem Bild liebte nur sein Geld, alles andere war ihm unwichtig. Wir fragten uns, wie wichtig den Leuten heute das Geld ist. Daher gingen wir auf die Strasse und haben 160 Passanten befragt.