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Robert Käslin war Bundeskanzler von 1925 bis 1934.
Sohn eines Aarauer Dirigenten, Chorleiters und Komponisten; Schule in Aarau; Rechtsstudium in Bern, München, Heidelberg und Dijon; Doktortitel und aargauisches Fürsprecherpatent. 1900–1902 Gerichtsschreiber in Baden. 1902–1911 Sekretär, später Adjunkt des Justiz- und Polizeidepartements, danach Sekretär der zweiten Expertenkommission für das Strafgesetzbuch. 1914 Wechsel in die eidgenössische Polizeiabteilung (ab 1918 Vorsteher).
Kronjurist des Bundesrates ...
Bereits Anfang 1919 wurde Käslin vom Bundesrat zum Vizekanzler deutscher Sprache ernannt, nachdem wegen der Doppelvakanz ein erfahrener Verwaltungsfachmann gesucht worden war. Enger Vertrauter seines Vorgängers, wurde Käslin nach dem unerwarteten Tod von Steigers 1925 diskussionslos zum Kanzler gewählt. Die Konservative Volkspartei hatte seit 1919 einen zweiten Bundesratssitz und verzichtete nun auf eine Gegenkandidatur (wie noch bei der Wahl von Steigers 1918). Auf Wunsch des Ständerats protokollierte Käslin weiterhin dessen Sitzungen. 1934 musste Käslin aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Nur drei Monate danach erlag er seinem Herzleiden und einer akuten Lungenentzündung.
... mit Sinn für Öffentlichkeitsarbeit
Bei Käslins Tod wurde sein Engagement bei der Gesetzgebung gewürdigt, sowohl vor wie während seiner Zeit bei der Bundeskanzlei (Schweizerisches Strafgesetzbuch, Militärstrafgesetz). Pionier der Öffentlichkeitsarbeit über die Staatsgeschäfte, organisierte er regelmässige Besprechungen mit den Bundesstadtjournalisten. Zudem hatte die Bundeskanzlei seit 1926 von Rechts wegen auch die politischen Rechte zu betreuen.