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Als Kind stand Michael Kuratli mit roter Nase und zu grossen Schuhen in der Manege des Dorfzirkus und spürte was es heisst, die Menge zu bewegen. Ein erhabenes Gefühl war es, die Menschen zum Lachen zu bringen. Bald jedoch merkte er, dass ihm das Gelächter alleine nicht reichte und begab sich auf die Suche nach Botschaften. In der Pubertät probierte er subkulturelle Schablonen aus; liess sich von Freunden Dreadlocks drehen und von seiner Mutter einen Irokesenschnitt schneiden. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis er realisierte, dass sich unkonventionelle Ansichten nur beschränkt mit einem ausgefallenen Haarschnitt vermitteln lassen. Dafür entdeckte er, dass ihm dabei das Schreiben hilfreich war. Ein Studium in Germanistik, Geografie, Kulturanalyse und Gender Studies an der Universität Zürich legte ihm ein Fundament des Wissens – und die «Zürcher Studierendenzeitung ZS» und ein Volontariat im Zürich Ressort der «NZZ» entzündete die irrationale Lust des Journalismus in ihm. Bevor er im Mai 2018 als Trainee zur Republik stiess, wohnte er für einige Zeit in Wien, wo er seinen ersten Roman schrieb.