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Nebenwirkungen auf Medikamente treten häufig auf. Aber nur ein Teil davon tritt aufgrund einer Allergie oder Intoleranz auf.
Die meisten Nebenwirkungen von Medikamenten sind relativ harmlos. Es kann sich aber auch um eine Allergie oder Unverträglich handeln. Die häufigsten Auslöser sind Antibiotika und gewisse Schmerzmittel.
Bei circa einem Drittel der Nebenwirkungen handelt es sich um Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen. Am häufigsten werden sie durch Antibiotika (z. B. Penicilline), Antiepileptika und Schmerzmittel (z. B. die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Mefenaminsäure, Ibuprofen) verursacht. Eine allergische Reaktion auf ein Medikament ist leider schwer vorhersehbar. Es kann nicht abgeschätzt werden, wer gefährdet ist und wer nicht. Selbst Personen mit bekannten anderen Allergien, zum Beispiel auf Pollen, haben kein höheres Risiko als Menschen ohne Allergien. Allerdings ist bekannt, dass Menschen mit einem schweren Asthma oder Urtikaria (Nesselfieber) Schmerzmittel schlechter vertragen. Es handelt sich dabei um eine Unverträglichkeit und ist vor allem bei Medikamenten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure der Fall.
Es gibt sowohl allergische Reaktionen vom Soforttyp, bei denen innerhalb von wenigen Minuten nach Medikamenteneinnahme Beschwerden auftreten, als auch Reaktionen vom Spättyp. Bei diesen Spätreaktionen treten die Beschwerden oft erst nach mehreren Tagen oder Wochen auf. Weiter gibt es nicht-immunologische Reaktionen, die als Unverträglichkeit oder Pseudoallergie bezeichnet werden.
Wenn Nebenwirkungen auftreten, sollte immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt informiert werden. Es ist hilfreich, wenn die Beschwerden und alle zuvor eingenommenen Medikamente (auch selbst gekaufte und Naturheilmittel) notiert werden. Ein Foto von Hautreaktionen kann zusätzliche Informationen liefern.
Es ist häufig nicht einfach, die Ursache der Beschwerden zu erkennen: Die Symptome sind oft nicht eindeutig und können auch durch andere Krankheiten ausgelöst werden. Die Liste von Medikamenten, welche als Auslöser in Frage kommen könnten, ist ausserdem sehr lang. Die allfällige zeitliche Verzögerung der Reaktionen erschwert die Diagnosestellung zusätzlich.
Der Entscheid, ob ein Medikament oder eine ganze Wirkstoffgruppe in Zukunft strikt gemieden werden muss, sollte immer durch eine ausführliche Diagnostik erfolgen. Die Tests sollten frühestens vier bis acht Wochen nach der Reaktion gemacht werden, da die an der Reaktion beteiligten Zellen eine gewisse Erholungszeit brauchen. Abklärungen können bis sechs Monate nach der Abheilung der Symptome erfolgen. Mittels Haut- und Bluttests kann die Ursache der Beschwerden abgeklärt werden. Manchmal ist auch eine sogenannte Provokation mit einem Medikament oder mit einem Alternativpräparat nötig. Es können auch Präparate getestet werden, die als Ersatz für das auslösende Medikament in Frage kommen.
Wenn unerwünschte Reaktionen nach einer Medikamenteneinnahme auftreten, sollte als erste Massnahme das Medikament abgesetzt werden. Dies muss immer in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen. Zur Behandlung der allergischen Reaktion werden häufig Antihistaminika oder Kortisonpräparate eingesetzt. Bei einer anaphylaktischen Reaktion muss der Notarzt verständigt und falls vorhanden Adrenalin verabreicht werden.
Die Ärztin oder der Arzt wird einen Allergiepass ausstellen, in dem die Auslöser, aber auch verträgliche Alternativen aufgeführt sind. Der Allergiepass sollte immer auf sich getragen und der behandelnde Arzt, Zahnarzt und die Apothekerin bei jeder Konsultation über die Medikamentenallergie informiert werden.