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15. Mär 2021
Das GEM Team Schweiz unter der Leitung der Hochschule für Wirtschaft Freiburg HSW-FR veröffentlicht den Zwischenbericht „Diagnosing COVID-19 Impacts on Entrepreneurship“, der das unternehmerische Verhalten und die behördlichen Massnahmen hinsichtlich der COVID19-Pandemie beleuchtet.
In der Zeit der landesweiten Lockerungen von Mitte Juni bis Mitte Juli 2020 wurde in der Schweiz zum dreizehnten Mal in Folge die Befragung der Bevölkerung (mind. 2000 Personen) und die Expertenbefragung zum unternehmerischen Verhalten im Rahmen des Global Entrepreneurship Monitors (GEM; www.gemconsortium.org) durchgeführt. Es wurde u.a. untersucht, inwiefern sich die erste Covid-19-Welle und der Shutdown auf das Gründungsverhalten auswirkten.
Veränderung auf das unternehmerische Verhalten (Bevölkerungsbefragung)
Die Auswirkungen des Shutdowns vom Frühjahr/Sommer 2020 auf das Gründungsverhalten waren insofern spürbar, als die Gründerinnen und Gründer weniger Geschäftsgelegenheiten erkannten und weniger unternehmerische Vorhaben umsetzen mochten. Trotz der Coronakrise hegen noch immer 7.3% (Entrepreneurial intentions) der befragten Erwachsenenbevölkerung im arbeitsfähigen Alter die Absicht, innerhalb der nächsten drei Jahren ein unternehmerisches Vorhaben zu realisieren.
Das Erkennen von Geschäftsopportunitäten («Opportunity Recognition») hat sich von 40.6% 2019 auf 26.7% 2020 verkleinert. Dies ging einher mit einer insgesamt gesteigerten Angst davor zu scheitern. Rund ein Drittel (33.4%) derjenigen, die Geschäftsopportunitäten zu erkennen angaben, hält die Angst zu scheitern davon ab, diese Opportunität auch tatsächlich umzusetzen. Die sogenannte «Fear of Failure» schwankt zwar von Jahr zu Jahr stark, befand sich jedoch noch im Vorjahr auf einem historischen Tiefststand von 23.8%.
Es zeigt sich aber auch, dass die Krise als Opportunität wahrgenommen wurde. Die Gründungsquote, die «Total Entrepreneurial Activity» (TEA), ist mit 9.24% im Vergleich zu 2019 (9.77%) nur geringfügig geringer ausgefallen. Es stellt sich aber die Frage, wie sich in Zukunft die tieferen Wachstumsaussichten der Jungunternehmer aufgrund der Covid-19-Pandemie auswirken.
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie (Experteneinschätzung)
Die Experten stellten der Anpassungsfähigkeit der Unternehmerinnen und Unternehmer ein gutes Zeugnis aus. Überdies hebt sich die Zusammenarbeit zwischen neuen und wachsenden Unternehmen mit etablierten Unternehmen im internationalen Vergleich ebenso positiv ab, wie die Regierungsmassnahmen im Vergleich zu anderen Ländern als gut beurteilt, wobei Letztere im Fokus auf einzelne Aspekte noch besser abschneiden.
Die gemeinsame Krisenbewältigung beweist Solidarität unter Start-ups, KMUs und Grossbetrieben. Für die Schweiz wird ein Wert von 6.39 verzeichnet, der klar über dem Durchschnitt (5.56) der ausgewählten Länder liegt. Es bestätigt die These, dass in der Schweiz die Bedeutung eines unternehmerischen Ökosystems der Schlüssel für Erfolg und stetiges Wachstum sein kann.