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Iranair-Chef Farhad Parwaresch sagte der Nachrichtenagentur Reuters, vor einer Übereinkunft mit Boeing müssten aber noch Hindernisse überwunden werden. Iranair könnte mehr als 100 Maschinen bei Boeing bestellen. Ausserdem benötige die Gesellschaft Unterstützung von Boeing bei der Wartung seiner alternden Flotte.
"Es gibt Treffen und Verhandlungen", sagte Parwaresch. "Wir hoffen, dass wir in Zukunft ein gegenseitiges Verständnis erreichen." Über Zahl und Typen einer Flugzeugbestellung müsse später verhandelt werden. Die USA werden in Teheran immer noch als feindlich gesonnen angesehen.
Im Januar hatte Iranair bei Airbus 118 Flugzeuge zum Listenwert von umgerechnet 27 Milliarden Dollar bestellt. Der Vertrag bedarf allerdings noch einer Exportlizenz der USA, weil in den Flugzeugen zahlreiche Teile aus den USA verbaut sind.
Iran braucht 300 Flugzeuge
Auf die Frage, ob Iranair mit Boeing ein noch grösseres Geschäft plane, sagte Parwaresch: "Nein, nicht grösser als mit Airbus, vielleicht in einer ähnlichen Grössenordnung. Das hängt aber von der Situation ab. Der Iran braucht jedenfalls mindestens 300 Flugzeuge in den nächsten zehn Jahren." Jede Vereinbarung müsse aber auch die Zustimmung der iranischen Regierung finden, sagte er, denn Iranair sei eine staatliche Gesellschaft.
Boeing wiederum benötigt für einen Geschäftsabschluss im Iran die Zustimmung der US-Regierung. Ausserdem brauchten sie ebenso wie Airbus Exportlizenzen für die Ausfuhr von US-Technologie. Branchenexperten rechnen aber damit, dass eine Vorvereinbarung über die Lieferung von mindestens 100 Boeing-Maschinen schon ziemlich bald unterzeichnet werden könnte.
Neben den US-Exportlizenzen gibt es noch weitere Hürden, die derzeit auch das Geschäft der Iraner mit Airbus ausbremsen. So sucht Iranair Banken oder Leasingfirmen, die mit einsteigen und sich an der Finanzierung beteiligen. Da es nach wie vor Beschränkungen für US-Kreditinstitute bei Geschäften mit Iran gibt, müssen dafür andere Geldquellen erschlossen werden.
Zur Lage der iranischen Luftfahrtbranche sagte Parwaresch, das Land habe eine Flotte von 250 Flugzeugen, von denen 90 aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen fehlender Ersatzteile nicht flugbereit seien. 80 Prozent der Flotte müssten demnächst erneuert werden. "In den nächsten zehn Jahren benötigen wir mindestens 250 bis 300 Flugzeuge, wenn es gut läuft sogar noch mehr."
(AWP)