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Produktionsverfahren
Der Aufbau der Rebe
Das wundersame Jahr der Rebe
4. Rebe vor der Pflanzung5. Veredlung der Rebe6. Von der Pflanzung zum Austrieb7. Erziehung der Rebe8. Rebschnitt9. Laubarbeiten10. Bodenpflege11. Düngung12. Ertragsregulierung13. Krankheiten und Schädlinge
1. "Bluten" und Austrieb
2. Rebblüte
Mit dem Abstossen der schützenden „Käppchen“ zeigen sich ab Mitte Juni die ersten Rebblüten. Der 15.-20. Juni war in den vergangen Jahren mittlerer Termin für den Beginn der Blüte.
Im Jahre 2007 begann die Blüte um den 25. Mai. Im Vergleich zum langjährigen Mittel ist das früh, besagt doch eine alte Winzerregel: „Am Johanni us de Räbe goo und die Truube blöie loo ....“. Johanni ist am 24. Juni...!
Hätten Sie gewusst dass:
- die Reben zu blühen beginnen, wenn die Schosse 12 bis 15 entfaltete Blätter aufweisen?
- die Käppchen bei der Blüte meist früh am Morgen abgeworfen werden?
- Nektardrüsen wohl vorhanden sind, aber kaum Nektar produzieren?
- ein Geschein 100-200 meist zwittrige Blüten aufweist?
- die Gescheine von innen nach aussen blühen?
- die Blüten selbstfruchtbar sind und der Pollen durch den Wind übertragen wird?
- Temperaturen zwischen 25 und 32 °C optimal für die Pollenkeimung und das Wachstum des Pollenschlauches sind?
- sich tiefe Temperaturen und Werte über 32 °C sowie Nässe sich ungünstig auf das Aufblühen auswirken (Verrieseln)?
- die Lese des Solaris 80, des Riesling x Silvaner 100 und des Blauburgunders 120 Tage nach der Blüte zu planen ist?
3. Rebschoss
4. Rebe vor der Pflanzung
- Die Rebe wird vegetativ über Stecklinge vermehrt
- Stecklinge werden in der Regel in Spezialbetrieben (Rebschulen) herangezogen
- Anlass hierfür ist die Reblaus, die im 19. Jahrhundert aus Amerika eingeschleppt wurde
- schädigte europäische Reben an den Wurzeln so stark, dass tausende Hektaren Weinreben eingingen
- amerikanische Reben an den Wurzeln widerstandsfähig
- Hingegen kann sich die Laus an den Blättern europäischer Sorten kaum entwickeln
- seitdem pfropft man Triebe europäischer Sorten (= Edelreis) auf einen 25 – 30 cm langen, verholzten Trieb (= Unterlage) amerikanischer Rebsorten und zieht diese Kombination im Treibhaus und anschliessend in der Rebschule als sogenannte Pfropfrebe heran.
Die wichtigsten Unterlagen:
- 5 C Vitis berlandieri xVitis riparia
mittel bis stark
- SO 4 Vitis berlandieri x Vitis riparia
mittel
- 8 B Vitis berlandieri x Vitis riparia
mittel
- 3309 Vitis riparia x Vitis rupestris
eher schwach
5. Veredlung der Rebe
Wie wird gepfropft?
Bei der Pfropfung des Edelreises auf die Unterlage wurde der frühere, nur von Hand durchzuführende englische Kopulationsschnitt heute weitgehend durch maschinelle Methoden ersetzt. Dabei werden aus Edelreis und bewurzelter Unterlage spiegelbildlich ein Keil, ein Omega oder Lamellen herausgefräst und beide Teile dann zusammengefügt. Damit sie zusammenwachsen werden sie in ein spezielles Wachs getaucht.
6. Von der Pflanzung zum Austrieb
- Zum Pflanzen hebt man mit dem Spaten ein Pflanzloch mit ca. 20 cm Seitenlänge und 30 bis 35 cm Tiefe aus, Steine sind zu entfernen. Die Sohle wird gelockert und die Erde bei Bedarf mit 1 bis 2 Liter guter Pflanzerde vermischt und dabei kegelförmig im Pflanzloch angeordnet. Auf diesen Kegel stellt man den bewurzelten Steckling so, dass die Wurzeln gleichmässig nach allen Seiten verteilt werden können und die Veredlungsstelle sich noch 3-4 cm über der Bodenoberfläche befindet.
- Von Mauern und Hauswänden sollen die Wurzeln 20-30 cm entfernt sein. Nachdem die Rebe sitzt, gibt man bis zur Hälfte des Pflanzloches feinkrümelige Erde dazu und drückt damit die Wurzeln etwas an, damit sie Bodenkontakt erhalten. Unterstützt wird diese Massnahme durch die Zugabe von 3-5 Liter Wasser, womit gleichzeitig die Feuchtigkeit zum besseren Anwachsen geliefert wird.
- Topf- oder Containerreben werden genauso gepflanzt, das Andrücken der Wurzeln muss aber unterbleiben, weil sonst die frischen Wurzeln im Ballen beschädigt werden würden. Bei anhaltend trockener und heisser Witterung nach dem Pflanzen sind die Reben nach 10-14 Tagen nochmals kräftig zu giessen.
- Jede Rebe erhält einen Pflanzpfahl aus Holz oder Metall, der mindestens der Länge des späteren Stammes entsprechen muss. Gitter oder Hüllen aus Kunststoff schützen den jungen Austrieb vor Wildfrass.
7. Erziehung der Rebe
im 1. und 2. Jahr
Erziehung des Streckbogens (System BBZN Hohenrain)
- 3. Jahr Formieren des Streckbogens und belassen von 4 bis 6 Triebe
- 4. Jahr Endausbau und belassen von 6 bis 8 Trieben
- 5. Jahr Schnitt der Rebe im Endausbau und belassen von 6 bis 8 Trieben
8. Rebschnitt
Tatsächlich ist der Rebschnitt die wichtigste jährliche Erziehungsmassnahme, die nicht nur ein Gleichgewicht zwischen Wachstum, Ertrag und Reife herstellt, sondern auch die einmal festgelegte Erziehungsform erhalten soll. Dazu muss das fruchttragende Holz an der richtigen Stelle auf das zulässige Mass reduziert werden. Der im Weinbau empfohlene Anschnitt von 6-8 Augen je m2 Standfläche (je nach Rebsorte und Wuchskraft) gilt generell als Massstab. Die Zahl der Augen wird je nach Erziehungsart auf Stecker oder Zapfen verteilt. Das Fruchtholz muss dabei immer möglichst nahe am alten Holz angeschnitten werden. Ob Zapfen oder Strecker geschnitten werden können, hängt insbesondere von der Sorte ab.
9. Laubarbeiten
- Erlesen
Mit dem Erlesen – dem Ausbrechen von überzähligen Jungtrieben – beginnt die Zeit der Laubarbeiten. Die folgenden Ziele stehen bei dieser Arbeit im Vordergrund:
- Verhinderung von unnötigem Nährstoffentzug durch überzählige Triebe
- Gewährleistung des Stockaufbaus für das Folgejahr
- grobe Ertragsregulierung zugunsten der Qualität
- gute Durchlüftung der Laubwand und optimale Belichtung durch richtige Stellung der Rebschosse
- ein geschicktes und strenges Erlesen erleichtert die späteren Laubarbeiten im Rebberg ganz erheblich
- Einschlaufen
- Ausgeizen
- Entlauben
- Gipfeln/Obenabnehmen
10. Bodenpflege - alternierend hacken
Rebberge schaffen Lebensräume
11. Düngung
Mit dem Austrieb bis zur Blüte wird es Zeit, den Stickstoff (N) auszubringen. Die Düngungsempfehlung der Forschungsanstalt liegt bei 30 kg N/ha für „normalwüchsige“ Ertragsreben. Unbedingt zu berücksichtigen ist die Wuchskraft: bei einer „mastigen“ Anlage kann eine Nulldüngung richtig sein, bei schwachwüchsigen Reben maximal 50 kg N/ha angebracht. Auch eine Bodenbearbeitung kann wie eine N-Düngung wirken: bringt man Luft in den Boden, so wird organisch gebundener Stickstoff mobilisiert und steht der Rebe zur Verfügung. Nicht ausser Acht lassen darf man die Düngung mit Magnesium (Mg). Die Normdüngung bei Mg liegt bei 25 kg Mg/ha und soll dem Vorrat im Boden (Bodenprobe) angepasst werden. Vorsicht: viele Rebböden sind mit Kalium überversorgt; in solchen Böden sollen – auch wenn die Bodenprobe eine gute Mg-Versorgung anzeigt – mindestens 20 kg Mg/ha verabreicht werden, um einem Mg-Mangel vorzubeugen.
12. Ertragsregulierung
- konsequentes Erlesen (Mai)
- Gescheine nach Blüte abstreifen (Juni)
- 2./3. Geschein abknipsen (Juni)
- Trauben halbieren (Juli)
- Schultern entfernen (Juli)
- Trauben ausdünnen (August)
13. Krankheiten und Schädlinge
- Schwarzfleckenkrankheit
- An Trieben sind die untersten Internodien schwarz verfärbt und in der Längsrichtung aufgerissen und verkorkt.
- An Blättern kleine braun-schwarze Nekrosen, umgeben von einem gelblichen Hof. Besonders häufig entlang den Blattadern. Stark befallene Blätter mit Verkräuselungen.
- An Trauben ab Beginn Reife blau-violett verfärbte Beeren. Beerenhaut überzogen mit zahlreichen kleinen, schwarzen Pyknidien. Eher selten Befall von Beeren.
- Falscher Rebmehltau
- Alle grünen Rebteile können befallen werden.
- An Blättern zunächst gelbliche runde Aufhellung (Öelflecken). Auf der Blattunterseite weisser Pilzrasen.
- An Gescheinen während und nach der Blüte gelbliche Verfärbung, Gescheine verdrehen sich werden braun und verdorren.
- Ab Erbsengrösse verfärben sich Beeren bläulich, werden braun und schrumpfen zu Lederbeeren ein.
- Echter Rebmehltau
- Im Winter und Frühjahr auf einjährigem Holz bräunlich-violette, netzartige Flecken.
- Erste Symptome an Blättern: unscheinbare, gräuliche Flecken auf der Blattunterseite.
- Später grauweisser, mehliger Überzug auf Blattober- und -unterseite sowie auf den Beeren.
- Befallene Beeren reissen auf, Kerne werden sichtbar (Samenbruch).
- Auf grünen Trieben gräuliche, verwaschene Flecken.
- Graufäule
- Graufäulebefall an einzelnen Blättern.
- Vor oder während der Blüte an Gescheinen: Teile davon oder ganze Gescheine werden braun und vertrocknen.
- Nach dem Traubenschluss Rohfäule (= Sauerfäule) an einzelnen Beeren.
- Ab Beginn der Beerenreife Befall an Beeren und Traubengerüst.
- Bei feuchter Witterung gräulicher Überzug auf Beeren.
- Traubenwickler I
- Die jungen Räupchen der 1. Generation (Heuwurm) bohren sich in eine Blütenknospe ein und bilden dann ein schützendes Gespinst, indem mehrere Blüten zu einem "Nest“ zusammengesponnen werden.
- Verdampfer mit synthetischem Sexuallockstoff für die Verwirrung des Traubenwicklers.
- Reblaus
- Auf Amerikanerreben, interspezifischen Sorten und Unterlagen: rötliche, gallenartige stachelige Ausstülpungen auf der Blattunterseite. Kein Wurzellaus-Befall.
- Unveredelte Europäerreben sind anfällig für Wurzelläuse, welche Knoten, Wucherrungen Schwellungen und Verkrümmungen an Wurzeln verursachen und zum Absterben der Reben führen können.
- Pockenmilbe
- Pockenartige, rötliche, teils grünliche Gallen auf der Blattoberseite.
- Weisslicher Haarfilz auf der Blattunterseite später bräunlich.
- Bei starkem Befall kann der Haarfilz auch an Gescheinen beobachtet werden.
Traubenschutz (ab Traubenreife)
- Fäulnis
- Essig
- Wespen - lästige Traubenliebhaber
- Vögel - Schutz meist nötig
- Stiellähme
- Traubenwelke
- Regen
- Passanten
14. Faktoren Erntezeitpunkt
- Tage nach Blüte
- Reifefaktor
- Säure
- Fäulnis
- Wetter
- Sensorik
- Spätlese
- Eiswein