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IBM und weitere Schwergewichte wollen Open Source im Storage-Bereich fördern – HP und EMC sind beleidigt.
Eine Reihe von gewichtigen Playern in der Storage-industrie, darunter Fujitsu, IBM, Sun, Network Appliance, Computer Associates, Brocade, Cisco und McData haben ein neues Industriekonsortium namens "Aperi" gegründet, wie IBM an der gegenwärtig stattfindenden "Storage Networking World"-Konferenz in Florida bekannt gab.
Aperi soll gemäss US-Medienberichten eine Open Source-Plattform für das Management von Speichernetzwerken und -Systemen entwickeln. Im Gegensatz zur Arbeit der Storage Networking Industry Association (SNIA) ginge es hier also nicht um die Spezifikation von offenen Standards, die von Management-Lsöungen verschiedener Hersteller benutzt werden können, sondern um die Erarbeitung einer eigenständigen grundlegenden Open-Source-Management-Lösung. Andere Hersteller könnten dann darauf aufbauend weitergehende Produkte entwickeln, ohne jedes Mal den grundlegenden Code selber schreiben zu müssen.
IBM hat angekündigt, einen Teil seiner Storage-Management-Software unter einer Open Source-Lizenz zu veröffentlichen und dem Projekt zur Verfügung stellen zu wollen. Noch sind aber anscheinend weder Budgets noch das beteiligte Personal oder Zeitpläne festgelegt worden.
Viele Abwesende
Wer sich die Liste der Gründingsmitglieder ansieht, entdeckt schnell, das auch viele gewichtige Player fehlen. An erster Stelle wären da wohl EMC, HP, Hitachi und Symantec (Veritas) zu nennen. Gemäss IBM wurden alle grösseren Storageunternehmen angefragt, ob sie bei Aperi mitmachen wollen. Wie nun 'Byte and Switch' und auch andere Medien berichten, behauten aber zumindest EMC und HP, dass sie nicht gefragt worden seien.
In Statements gegenüber 'Byte and Switch' erklärte EMC, man sei erst von IBM über Aperi informiert worden, nachdem bereits die ersten Medien unterrichtet worden waren. Ausserdem sei EMC erstaunt, dass auch die SNIA nicht in die Vorbereitungsarbeiten involviert wurde.
Und HP wird noch deutlicher, beansprucht die Idee für sich selbst und unterstellt IBM nicht ganz lupenreine Motive: "Wir sind froh, dass IBM HPs Anregung folgt, eine Open Source-Initiative für eine Standard-Plattform zu etablieren…aber wir verstehen nicht, warum IBM den notwendigen ersten Schritt, nämlich eine Spezifikation zu definieren, einfach ausgelassen hat und direkt eine Implementation und ein Business-Modell vorschlägt. Und wir glauben nicht, dass es ein weiteres Projekt braucht, um Standards voranzutreiben, vor allem, da dieses hier anscheinend auf IBMs eigener Technologie beruhen soll, die sich unter dem Open Source-Mäntelchen versteckt."
HP würde, wie 'Byte and Switch' weiter berichtet, anscheinend gerne die Technologie der vor kurzem übernommmenen Firma AppIQ
zur Basis einer Standard-Plattform für Storage-Management machen. (Hans Jörg Maron)