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DER DEUTSCHE DRAMATIKER HARALD MUELLER IST GESTORBEN
30.12.2021 Der am 18. Mai 1934 in Memel (heute Litauen) geborene deutsche Dramatiker, Hörspielautor und Übersetzer Harald Mueller ist am 27. Dezember 2021 gestorben. Sein Debutstück "Grosser Wolf" war in der Uraufführung an den Münchner Kammerspielen unter der Regie von Claus Peymann 1970 ein Grosserfolg. Zu einem internationalen Erfolg wurde 1985/86 das in 12 Sprachen übersetzte Stück "Totenfloss" von Harald Mueller, das ein Endzeitszenario im atomar und chemisch verseuchten Deutschland des Jahres 2050 zeichnet.
Foto: © Margit Tabel-Gerster, 2009, https://harald-mueller.net/kondolenz
Das Theater war sein Leben.
Sein unbändiger Freiheitswille und Schaffensdrang haben ihn bis zuletzt geleitet.
Theaterdichter der Apokalypse
Nach weniger erfolgreichen Stücken und einigen Jahren als Dramaturg am Berliner Schillertheater gelang dem Autor Mueller mit dem 1984 zunächst ohne nennenswerte Resonanz uraufgeführten Drama "Totenfloß" mit zwei Jahren Verzögerung ein spektakulärer Erfolg. Mehr als zwanzig deutschsprachige Bühnen und viele Theater in anderen Ländern zeigten das Stück, das nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 als Drama der Stunde galt.
Wolfgang Höbel
Autor der todgeweihten Menschenkrüppel
Harald Mueller hatte im Theater als Dramatiker mal kurz eine große Zeit. Das war Anfang der Siebzigerjahre, als sein Debütstück "Großer Wolf" gleich ein irrer Erfolg wurde. Und dann noch einmal Mitte der Achtzigerjahre, als sein atomares Endzeitstück "Totenfloß" ein noch viel größerer, nämlich auch internationaler Erfolg wurde. Danach hörte man weniger von dem Mann, der in seinen Texten auf aktuelle, oft lokalpolitische Themen und Zeitfragen reagierte.
Christine Dössel
Audio / Video:
Totenfloss - Hörspiel
Grosser Wolf
Schweiz, Basel, BS: Theater-Aufführung "Grosser Wolf" von Harald Müller im Komödie-Theater, 4.5.1970, Play SRF
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