Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03650.jsonl.gz/467

||Nicht auf die Art

Das Kunstprojekt «Fallada» in Rapperswil
Ich möchte das BT dringend bitten, sich energisch gegen diese Art von «Kunst» respektive «künstlerischem Gestalten» zur Wehr zu setzen. In einem solchen Fall erachte ich es als die Pflicht der Presse, nicht nur über ein Vorhaben zu berichten und die Meinungen von Einwohnern der Gemeinde Rapperswil wiederzugeben, sondern selbst klar gegen einen solchen Akt Stellung zu beziehen.
Mir als Tierarzt ist es verständlich, dass man den Tod oder das Ende der Nutztiere thematisieren darf - aber nicht auf diese Art und Weise. Es ist nicht angebracht, dass sämtliche Ideen, die in einem «Künstlerhirn» entstehen können, umzusetzen sind. Fallada ist eine reine Provokation, die mir besonders stark unter die Haut ging, da ich dies vor beinahe 30 Jahren miterleben musste. Bei der Evakuation eines Pferdes per Helikopter fiel das noch lebende Pferd in einer Höhe von zirka 50 Metern über Grund aus dem Transportnetz und stürzte nur wenige Meter neben einer Autobahn zu Tode. Das dabei entstandene grosse Loch auf dem Feld zeugte von der unheimlichen Gewalt, die 600 Kilogramm im freien Fall auszulösen vermögen. Dieser traurige Unfall hätte eine Katastrophe ausgelöst, wäre das Pferd auf die Autobahn gestürzt. Es ist daher für mich absolut unverständlich, wenn eine solche Situation unter dem Titel «Kunst im ruralen Raum» nachgestellt wird.
Ich wünsche Ihnen viel Mut zu einem klaren, im BT veröffentlichten Nein zu Fallada.
Jürg Eberle, Grossaffoltern