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Nach dem Ende bei Twitter gilt Parler als der neue Fake-News-Spreader für Donald Trump. Dem wollen aber Apple und Google nicht tatenlos zusehen. Die beiden Tech-Giganten haben Parler ein Ultimatum gestellt: bessere Kontrolle, oder die App fliegt aus den Stores.
In einer Eigenwerbung hatte sich Parler als «Twitter ohne Regeln» bezeichnet.
Bei Google ist die App deshalb bereits aus dem Play Store entfernt worden, bis die Kontrolle besser funktioniere. Apple gab Parler 24 Stunden Zeit, um sich an geltende Regeln zu halten, bevor die App aus ihrem App Store entfernt wird.
Apple erklärte in einem E-Mail an Parler, man habe festgestellt, dass Parler «keine Inhalte entfernt, die illegale Aktivitäten fördern und ein ernsthaftes Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Nutzer darstellen».
Einen Tag zuvor hatte John Matze, Parlers Chief Executive, in einem Interview mit der «New York Times» über die Vorgänge vom Mittwoch erklärt, dass er sich «nicht für irgendetwas verantwortlich fühlt – und auch nicht die Plattform».
Mit diesem «free-for-all»-Status dürfte es aber vorbei sein, wenn Apple und Google die Betriebssysteme in Zukunft nicht mehr unterstützen. Zwar könnten die Rechtsradikalen ihre Apps weiter nutzen, aber Parler wäre nicht mehr in der Lage, die App zu aktualisieren. Was bedeutet, dass die App nutzlos wird, sobald Apple das nächste Mal seine iPhone-Software aktualisiert hat.
Am Freitag gab sich Matze als CEO von Parler gegenüber dem «Wall Street Journal» deshalb bereits einsichtiger. Er sei zuversichtlich, «dass wir unsere Werte bewahren und Apple schnell glücklich machen können».
Bis jetzt sind von Parler mehr als zehn Millionen Apps auf iPhones und Android-Geräten heruntergeladen worden. Davon entstammen mehr als 80 Prozent der Downloads aus den USA. Am Donnerstag, einen Tag nach den Unruhen in Washington, ist Parler mit 39‘000 Mal doppelt so oft installiert worden wie am Tag vor dem Sturm des Kapitols.
Dieser Erfolg brachte Parler in die Poleposition unter einer Reihe von neuen Social-Media-Upstarts, die versuchten, die Rechtsextremen anzulocken, welche die Aktionen der Tech-Unternehmen satt haben oder bereits von den Mainstream-Plattformen verbannt worden sind.
Inzwischen hat über das Wochenende auch Amazon Parler ausgeschlossen. Amazon Webservices diente dem Netzwerk als Webhost.