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Die französischen Landwirte haben zur «Belagerung» der Hauptstadt aufgerufen, obwohl die Regierung ihnen entgegenkommt. Diese hat jetzt eine grosse Zahl Einsatzkräfte nach Paris beordert.
Um eine mögliche Blockade des Verkehrs rund um Paris durch protestierende Landwirte zu verhindern, hat der französische Innenminister Gérald Darmanin 15’000 Beamte sowie gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber mobilisiert. Nach einem Treffen mit Vertretern der Sicherheitsdienste am Sonntag wies er die Kräfte nach Angaben seines Ministeriums an, jegliche Blockaden der Pariser Flughäfen und des Grossmarkts Rungis zu verhindern. Zudem dürften Konvois der Bauern nicht in die Hauptstadt einfahren.
Die Proteste der Landwirte, die eine bessere Bezahlung ihrer Produkte, weniger Bürokratie und Schutz vor Billigimporten fordern, breiteten sich in den vergangenen Tagen über das ganze Land aus. Der neue Premierminister von Präsident Emmanuel Macron, Gabriel Attal, kündigte daraufhin am Freitag eine Reihe von Massnahmen an. Dazu gehören eine Vereinfachung bestimmter technischer Verfahren und die schrittweise Abschaffung der Dieselkraftstoffsteuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge.
Landwirte der Gewerkschaft Coordination rurale der Region Lot-et-Garonne, wo die Proteste ihren Ursprung haben, wollen am Montag mit ihren Traktoren zum internationalen Grossmarkt von Rungis fahren, der die Hauptstadt und die umliegende Region mit einem Grossteil ihrer frischen Lebensmittel versorgt. Die beiden grössten französischen Bauerngewerkschaften kündigten in einer Erklärung an, dass ihre Mitglieder in der Umgebung von Paris ab Montagnachmittag versuchen würden, alle Hauptzufahrtsstrassen in die Hauptstadt zu blockieren.
Attal besuchte am Sonntag einen Bauernhof in der zentralfranzösischen Region Indre-et-Loire. Er räumte ein, dass die Landwirte angesichts der Forderungen sowohl nach hoher Qualität als auch niedrigen Preisen in einer schwierigen Situation seien. Seine Regierung erwäge zusätzliche Massnahmen gegen «unfairen Wettbewerb» aus anderen Ländern, sagte er und kündigte «weitere Entscheidungen» an.
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