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Unter Architekturwettbewerb wird in der Baubranche der Vorgang verstanden, für ein Bauvorhaben mittels eines ausgeschriebenen Wettbewerbs den bestmöglichen Entwurf zu finden. Sie sind somit ein ideales Mittel, um zur besten Lösung hinsichtlich Städtebau, Ökonomie, Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit für ein Projekt zu gelangen.
Merkmale eines Architekturwettbewerbs
Die Bibliothek von Alexandra in Ägypten, das Sydney Opera House in Australien, das Centre Pompidou in Paris oder die Wohn- und Gewerbesiedlung in Kalkbreite, Zürich – sie sind alle Gebäude, die innerhalb eines Architekturwettbewerbs ausgeschrieben waren. Veranstaltet werden diese Wettbewerbe in der Regel vom Bauherren, auch Auslober genannt. Dieser kann sowohl eine Privatperson, als auch eine öffentliche Institution oder eine Firma sein.
Organisiert werden Architekturwettbewerbe von Wettbewerbsmanagern, wie beispielsweise eine für den Bau zuständige Behörde oder eine extern beauftragte Firma. Die Wettbewerbsmanager sind in der Regel auch Architekten und haben innerhalb ihrer Tätigkeiten sogar ein eigenes Berufsprofil entwickelt. Zu ihren Aufgaben zählt es, den gesamten Prozess des Wettbewerbs zu steuern, zu koordinieren und zu dokumentieren – angefangen bei der Auswahl der Jury, der Vorbereitungen der Veranstaltungen, dem Kostenmanagement und weiteren notwendigen Planungen.
Ablauf eines typischen Architekturwettbewerbs
Beurteilt werden die eingereichten Entwürfe von dem Preisgericht. Dieses setzt sich in der Regel von Fach- als auch von Sachpreisrichtern zusammen. Während die Sachpreisrichter die Interessen des Ausloben bzw. der Kommune vertreten, sind die Fachpreisrichter dazu verpflichtet, ihr Amt unabhängig von Dritten und alleine nach fachlichen Gesichtspunkten auszuüben.
Ist der Wettbewerb erstmals eröffnet, werden die einzelnen Projekte eingereicht. Oftmals erfolgt dies anonym, um die Preisrichter nicht im Vorhinein zu beeinflussen. Wurden die Projekte evaluiert, erfolgt die Preisentscheidungen. Meistens sind mehrere Preise ausgesetzt, die in der Regel aus Geldleistungen bestehen. Oftmals vermögen die Preise die Kosten der Wettbewerbsteilnehmer jedoch nicht zu decken.
Formen des Architekturwettbewerbs
Man unterscheidet offene von nichtoffenen Wettbewerben. Der Auslober legt letztlich die Kriterien für die Zulassung des Wettbewerbs fest. In aller Regel sind dies Architekten mit einer entsprechenden Qualifikation. Bei offenen Wettbewerben können sich alle Personen beteiligen, welche die Teilnahmebedingungen erfüllen. Bei nichtoffenen Wettbewerben findet hingegen vor dem eigentlichen Wettbewerb ein Teilnahmewettbewerb statt.
Eine weitere Besonderheit ist der zweiphasige Wettbewerb. Hier wird in einer ersten offenen Phase zunächst ein skizzenhaftes Konzept eingereicht. Ausgehend davon qualifizieren sich die Teilnehmer für die zweite, nichtoffene Phase des Architekturwettbewerbs.
Bei Ideenwettbewerben wiederum werden Planungsansätze gesucht für ein evtl. späteres Bauvorhaben. Ziele dieser Wettbewerbe ist es, übergeordnete Planungsansätze und Leitlinien zu finden, die eine weitere Planung erst ermöglichen.
Schliesslich unterscheidet man noch Studentenwettbewerbe, an denen ausschliesslich Studenten teilnehmen dürfen. Diese unterliegen oftmals keinen klaren Regeln und sind deshalb mit Architektenwettbewerben nur bedingt vergleichbar.