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An unserem stattlichen Nussbaum hatten wir letztes Jahr einige und heuer praktisch nur noch schwarze Nüsse. Die Blätter fallen ab, die Nüsse in ihren schwarzen Schalen hängen noch am Baum. Die früheren Jahre trug der Baum „normale“ Nüsse, die im Herbst ohne Schale herunterpurzelten. Was ist los? Wir haben schon viele Bäume beobachtet, die teils ebenfalls schwarze Nüsse tragen, zum Teil hängen sie wie gewohnt in ihrer grünen Schale am Baum.
Das beschrieben Schadbild kann von der Marssonina Krankheit oder vom Bakteriellen Walnussbrand verursacht werden. Deren Schadbilder sind sehr ähnlich und nicht selten kommt es zu einem Mischbefall. Grundsätzlich ist der Befallsdruck witterungsabhängig. Besonders befallen werden stark wachsende Jungbäume und eher alte Bäume. Bei Blüteninfektionen werden oft die jungen Früchte vorzeitig abgestossen. Die nach der Infektion entstehenden Fruchtflecken sind stellenweise von einem dunkel verfärbten, wasserdurchtränkten Rand umgeben. Später direkt infizierte Früchte können bis in den Kern hinein schleimig faul werde, schrumpfen ein und fallen ab.
Das Risiko von Infektionen durch die Marssonina Krankheit und den Bakteriellen Walnussbrand kann durch den Anbau wenig anfälliger Sorten sowie einen grosszügig bemessenen Standraum pro Baum (12 x 12 m) erheblich verringert werden. Die Pilzsporen der Marssonina Krankheit überwintern in den Fruchthüllen und auf dem abgefallenen Laub. Werden diese im Herbst aus dem Garten entfernt, kann man das Infektionsrisiko auf ein Minimum reduzieren. Der Erreger des Walnussbrands überwintert vor allem in den Knospen, aber auch in den Trieben. Sind schon junge Bäume von der Bakterienkrankheit befallen, empfiehlt es sich, diese ganz zu entfernen und einen neuen Baum (möglichst eine robuste Sorte) zu pflanzen. Bei älteren Bäumen hilft es, die infizierten Stellen herauszuschneiden und das Laub zu entfernen.
Andere Pflanzenschutzmassnahmen sind besonders bei grösseren Bäumen schwierig anzuwenden. Behandlungen mit Cupromaag während und nach dem Austrieb im Frühling sind bei kleineren Bäumen vorbeugend möglich. Grössere Bäume können jedoch nicht vernünftig behandelt werden. In solchen Fällen bleibt nichts anderes übrig als im Herbst Blätter und andere allenfalls befallene Pflanzenteile zu entfernen und auf weniger anspruchsvolle Witterungsbedingungen im Folgejahr zu hoffen.