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Der Devisenmarkt reagierte gestern nervös auf die Entscheidung der BoE, die Zinsen unverändert bei 0,50% zu belassen. In der Tat waren die meisten Ökonome davon ausgegangen, dass die Zentralbank den negativen Auswirkungen des Brexits zuvorkommen würde. …
von Arnaud Masset- SwissQuote
Diese Entscheidung zeigt, dass die Bank zögert, sich zu wichtigen Maßnahmen zu verpflichten, bevor sie mehr Klarheit zu den tatsächlichen Auswirkungen des Brexit-Referendums auf die britische Wirtschaft hat. Dieser Wartemodus ist jetzt angemessen, vor allem aufgrund der Tatsache, dass die zukünftige Beziehung des Vereinigten Königreichs zur EU so wenig klar bleibt. Die BoE wird weiter warten, dass sich der Rauch verzeiht, bevor sie den Panikschalter auslöst. Der GBP/USD ist weiter gestiegen und erreichte in Tokio 1,3481, bevor er auf 1,3430 abrutschte. Ohne wesentliche politische Entwicklungen wird es jedoch schwer sein, den starken Widerstand bei 1,3534 zu überkommen.
Der US-Dollar ist im frühen asiatischen Handel leicht zurückgegangen, da die chinesischen Wachstumszahlen besser als erwartet ausgefallen sind. Der Hype ergab sich jedoch als kurzlebig, da die Details zeigten, dass die chinesische Wirtschaft von der Regierung über Wasser gehalten wurde, während die Privatinvestitionen sich in der ersten Jahreshälfte weiter im freien Fall befinden. Das BIP stieg im zweiten Quartal 6,7% im Jahresvergleich (gegenüber erwarteten 6,6% und vorher 6,7%), was gute Nachrichten sind, da das Ziel für 2016 6,5% im Jahresvergleich ist. Die Privatinvestitionen fielen jedoch weiter und stiegen im Juni 2,8% im Jahresvergleich, gegenüber 3,9% im Mai und 5,2% im April, während die staatlichen Investitionen 23,5% gegenüber 23,3% im Mai und 23,7% im April stiegen. Offensichtlich ist Deleveraging noch keine Priorität.
Der EUR/USD hat die frühen Gewinne wieder eingebüßt und ist zurück auf seinem Anfangsniveau von ca. 1,1120. Kurzfristig handelt das Paar weiter innerhalb seines Aufwärtstrendkanals, wird aber bald den Widerstand bei 1,1186 erreichen (Hoch vom 5. Juli).
Der USD/JPY gab am Freitag weitere 0,50% nach, doch wird er auf Wochensicht einen Gewinn von 6% ausweisen können! Dieser schnelle und massive Einbruch des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar ist vor allem auf die Schließung von Short-Positionen der Händler zurückzuführen (die CFTC-Daten zeigten, dass die spekulativen Short-Positionen im USD/JPY in der Woche bis zum 5. Juli 42% erreicht haben), nachdem Spekulationen aufgekommen waren, dass Premierminister Shinzo Abe einen weiteren Stimulus-Plan auflegen will. Darüber hinaus haben Verbesserungen im Risikoumfeld auch dazu beigetragen, die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie dem Yen zu reduzieren.
Heute wird eine Reihe von neuen Wirtschaftsindikatoren in den USA veröffentlicht. Erwartet wird ein Gesamt-CPI von voraussichtlich 1,1% im Jahresvergleich für den Monat Juni (nach einem Anstieg von 1,0% im Vormonat). Der Kern-CPI sollte im Juni stabil bei 2,2% geblieben sein. Nach der jüngsten Umfrage sollten die Einzelhandelsumsatzzahlen für Juni auf 0,1% im Monatsvergleich zurückgekommen sein (im Mai +0,5%). Die Kennziffer ohne Autos und Benzin wird stabil bei 0,3% im Monatsvergleich erwartet. Im Falle eines soliden CPI und ebensolchen Einzelhandelszahlen, könnte der USD seine Rallye fortsetzen, da wieder Zinserhöhungserwartungen aufkommen könnten.
Quelle: AdvisorWorld.ch