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Schweizer Forscher haben als erste den zeitlichen Verlauf der Bleikonzentration in der Luft Russlands seit 1680 rekonstruiert. Die Daten, die aus einem Eisbohrkern aus dem Altaigebirge stammen, zeigen das Auf und Ab der Wirtschaft Russlands.
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg der Bleikonzentration in der Luft seit den Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts und eine deutliche Abnahme seit den Siebzigerjahren. Die Zunahme deuten die Forschenden als Folge der starken Industrialisierung und der vermehrten Nutzung von verbleitem Benzin.
Dass der Bleigehalt seit den Siebzigerjahren zurückgeht, geht auf ökonomische Schwierigkeiten und die anschliessende Auflösung der ehemaligen Sowjetunion zurück, wie ein Team um Anja Eichler vom Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen AG und der Universität Bern im Fachblatt «Environmental Science and Technology» berichtet.
Zusammenbruch der UdSSR führte zu Rückgang der Bleikonzentration
Die Bleiablagerungen konnten die Forschenden in einem Eisbohrkern nachweisen, den sie aus einem Gletscher im Altaigebirge entnommen haben. In den verschiedenen Eisschichten ist darin die Zusammensetzung der Atmosphäre aus vergangenen Zeiten archiviert.
Einen ähnlichen Rückgang des Bleis hatte das Team von Margit Schwikowski vom Labor für Radio- und Umweltchemie des PSI in einer früheren Arbeit auch in Westeuropa festgestellt. Hier war die Einführung bleifreien Benzins verantwortlich, wie es in einer Mitteilung des PSI heisst.
Mit Hilfe der Massenspektrometrie konnten die Forscher sogar die Herkunft des Bleis bestimmen. Sein Aufbau unterscheidet sich von dem des Bleis in Europa. Bis ins 18. Jahrhundert stammte das Blei aus natürlichen Quellen, danach vom Silberabbau für die Herstellung von Münzen. Ab den 1930er Jahren war verbleites Benzin die Hauptquelle, dessen Verwendung mit der Industrialisierung zunahm.
(rcv/vst/sda)