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Jesse «Lone Cat» Fuller
Multiinstrumentalist, Erfinder, One-Man-Band, Arrangeur, Autor von Hits der Greatful Dead, Richie Heavens, Eric Clapton und vieler anderer: Jesse Fuller (1896–1976) war in jeder Hinsicht einzigartig. Jesse Fuller stammt aus einer Zeit, in der die musikalischen Genres noch nicht so klar definiert waren. Er spielte die Musik, die die Leute hören wollten: Musik zwischen Minstrel-Show und ländlicher Tanzmusik, allerdings häufig im Bluesschema I-IV-V. Seine Musik aber war fröhlich und hoffnungsvoll und beschwingt. Dass pralle Leben eben. In Fullers eigenem Leben gab es wenig Grund zur Fröhlichkeit, aber Fuller liess sich nicht unterkriegen. Er behielt den Kopf hoch und sang mit grosser Musikalität und Würde, auch als er zum lebenden Fossil geworden war.
Bei seinem Tod in Oakland, Kalifornien am 29. Januar 1976 endete das einzigartiges Leben eines grossen Bluesman. Jesse Fuller war die meiste Zeit seines Lebens Musiker, aber er war nichts dauerhaft, und so entwickelte er einen eklektischen Stil, der zunächst und vor allem eines ist: seine eigene Musik. Bei seiner Geburt am 12. März 1896 in Jonesboro, Georgia begann ein unstetes Leben in Armut.
Irgendwann nach 20 verliess er den Süden, als er nach Cincinnati, Ohio kam, wo er im Tram arbeitete. war. Eine Zeit arbeitete er für einen Zirkus (den «Hagenbeck Wallace Circus»). Nach dem Ersten Weltkrieg (zu dem er anscheinend nicht eingezogen wurde) fand er sich in Michigan, als er feststellte, dass die heimkehrenden Soldaten lockeres Geld für gute Musik hatten.
1929 suchte er sich in Georgia eine Frau und gründete eine Familie. Später hatten er und seine Frau drei Töchter: Jarania, Alice and Gertrude. In den spätern 40er Jahren, also unmittelbar nach dem Krieg, wurde die Musikszene aktiver und er spielte mehr und mehr, erlangte lokale Berühmtheit im Fillmore Distrikt in San Francisco im «Haight Street Barbecue». 1954 schrieb er seinen grossen Hit San Francisco Bay Blues.
Fuller erfand auch ein eigenes Begleitinstrument: die Footdella, einen sechssaitigen Bass, spielbar über eine Fusstastatur. Als Motivation für seinen Solotrip, den ihm auch den Namen «Lone Cat» Fuller einbrachte, gab er an: «I got hearin' about fellers who were making lots of money on records. I tried to get some fellers to play with me but they were always busy - drinking wine and gamblin.' So I said 'I'm goin' to make me a one man band' and I did.» («Ich habe von vielen Leuten gehört, die mit Schallplatten viel Geld verdient hätten, also versuchte ich einige Typem zum spielen zu finden, aber die waren immer beschäftigt mit Trinken und Spielen. Da beschloss ich meine eigene One-Man-Band zu werden – und das tat ich.»).
In den 1950er Jahren wurden die Auftritte grösser und prestigeträchtiger und Jesse Fullers Karriere machte Fortschritte: Ash Grove in Los Angeles 1958 (mit Folksängerin Barbara Dane). 1959 spielete er an einem Folk Festival unter der Organisation von Alan Lomax. Im selben Jahr dann der Durchbruch am Monterey Jazz Festival. Da er nicht offiziell eingeladen war (er hatte «gehört», dass er eingeladen sei), gab es keinen Platz im Programm, aber General Manager Jimmy Lyons platzierte ihn am Durchgang und liess zwischen den Auftritten auf der Bühne Jesses Musik über die Lautsprecheranlage laufen. Chris Barber, der am Festival war, hörte das und lud Jesse nach Europa ein mit Auftritten in England, Deutschland, Schweden und Dänemark.
Zurück in den USA war er bereits auf dem Programm des Newport Folk Festival, aber er schaffte es nicht mehr, hinzukommen.
1966 spielte er mit den Rolling Stones und den Animals (Eric Burdon). Peter, Paul & Mary coverten San Francisco Bay Blues und auch Hot Tuna (So hiessen Bands damals!)nahmen den Song auf. Der Meister selbst aber ist der beste Beweis, was seine Musik wirklich sein soll: Fun, fun fun!
Diskographie Fullers