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Eine Maturitätsausbildung ist der am häufigste gewählte Zugangsweg zu den universitären Hochschulen (UH), den Fachhochschulen (FH) oder den pädagogischen Hochschulen (PH). Er gibt Aufschluss über den Anteil Personen, die Zugang zu den Hochschulen haben.
Hauptergebnisse
- Mehr als 42% der jungen Erwachsenen haben einen Maturitätsabschluss erworben.
- Die Maturitätsquote der Frauen (48,3%) ist deutlich höher als die der Männer (36,4%).
- Mehr als 46% der Schweizer/innen haben einen Maturitätsabschluss erhalten, gegenüber etwa 25% der Ausländer/innen.
- Die Maturitätsquoten der lateinischen Kantone liegen alle über dem nationalen Durchschnitt.
2020 haben 42,1% der jungen Erwachsenen einen Maturitätsabschluss erworben. Die gymnasiale Maturitätsquote (22,2%) ist höher als die Berufsmaturitätsquote (16,2%). Für die vor 10 Jahren eingeführte Fachmaturität sind die ausgewiesenen Abschlussquoten (3,7%) noch relativ niedrig.
Die Maturitätsquote der Frauen erreicht 48,3%, während sie für Männer mit 36,4% um 12 Punkte niedriger ist. Die Frauen haben höhere Gymnasial- und Fachmaturitätsquoten als die Männer, und zwar um 9 bzw. 4 Punkte. Bei der Berufsmaturität ist der Unterschied zugunsten der Männer, aber nur ein Punkt trennt die beiden Geschlechter.
Die Maturitätsquote der jungen Schweizer/innen, ob in der Schweiz geboren oder nicht, liegt bei über 46%, während die der Ausländer/innen, ob in der Schweiz geboren oder nicht, bei rund 25% liegt. Das Gymnasium Matura ist das häufigste Abschluss der Schweizer/innen, wo auch immer sie geboren wurden.
Die Maturitätsquoten nach Wohnkanton der Diplomierten bewegen sich zwischen 27,2% und 57,8%. Zehn Kantone verzeichnen Werte, die über dem nationalen Durchschnitt von 42,1% liegen (in der Reihenfolge: TI, GE, ZG, VD, FR, NE, BS, BL, VS und JU), Tessin und Genf sogar über 50%.
Tabellen
Methodologie
Berechnungsmethode
Mittlere Nettoquote über 3 Jahre
Ab 2015 misst die Maturitätsquote den Anteil der obligatorischen Schule ausgetretenen Jugendlichen bis zum 25. Altersjahr, die in der Schweiz einen Maturitätsabschluss erworben haben.
Die Maturitätsquote wird als Nettoquote berechnet. Sie wird ermittelt, indem die Zahl der Personen eines bestimmten Alters, die ein Maturitätsabschluss erworben haben, durch die Referenzbevölkerung desselben Alters dividiert wird. Das gleiche Verfahren wird für alle relevanten Altersgruppen angewandt, in denen Absolventen zu finden sind. So wird zum Beispiel die Zahl der 15-jährigen Absolventen durch die Gesamtzahl der 15-Jährigen in der Bevölkerung dividiert, die Zahl der 16-jährigen Absolventen durch die Gesamtzahl der 16-Jährigen in der Bevölkerung und so weiter. Die Gesamtabschlussquote wird dann als Summe aller dieser altersspezifischen Quoten berechnet.
Die Maturitätsquote wird genau gleich berechnet wie die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II, berücksichtigt werden aber
- die gymnasialen Maturitäten,
- die Berufsmaturitäten und
- die Fachmaturitäten.
Sie werden unabhängig von einem allfälligen vorgängigen Abschluss auf der Sekundarstufe II berücksichtigt, d.h. auch wenn die Inhaberinnen und Inhaber einer Maturität zuerst ein EFZ oder einen FMS-Abschluss erworben haben. Daher liegt das Ergebnis für die gymnasiale Maturität in der Maturitätsquote leicht über demjenigen in der Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II.
Bei der Maturitätsquote werden nur Personen bis zu einem Alter von 25 Jahren betrachtet. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass mit den verfügbaren Daten bei älteren Personen nicht festgestellt werden kann, ob es sich um den ersten erworbenen Maturitätsabschluss handelt oder nicht.
Aufgrund des Medianalters beim Austritt aus der obligatorischen Schule (16 Jahre) und beim Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II (20 Jahre) umfasst die Referenzbevölkerung die Personen, die gemäss STATPOP sowohl im Jahr der Messung des Indikators als auch vier Jahre früher in der Schweiz wohnhaft waren, mit Ausnahme der im Ausland geborenen Personen, die mit 18 Jahren oder später in die Schweiz eingewandert sind. Dieses Vorgehen kommt einer Längsschnittberechnung sehr nahe, da beim theoretischen Austritt aus der obligatorischen Schule ein Hauptreferenzpunkt gesetzt wird. Die soziodemografischen (Geschlecht, Alter, Migrationskategorie) und die geografischen (Sprachregion, Gemeindetyp, Wohnkanton und -bezirk) Merkmale der Personen beziehen sich auf diesen Zeitpunkt. Damit wird die Kohärenz der individuellen Merkmale gewährleistet und sichergestellt, dass alle im Zähler enthaltenen zertifizierten Personen auch im Nenner vorhanden sind.
Für eine bessere Stabilität der Ergebnisse wird ein Dreijahresdurschnitt berechnet. Die Quote für das Jahr X entspricht folglich dem Durchschnitt der für die Jahre X-1, X und X+1 erhaltenen Werte.
Bruttoquote
Bis 2014 werden die Maturitätsquote als Bruttoquote wie folgt berechnet:
- Gymnasiale Maturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten gymnasialen Maturitätszeugnisse in Prozent der 19-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung
- Berufsmaturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten Berufsmaturitätszeugnisse in Prozent der 21-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung.
- Fachmaturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten Fachmaturitätszeugnisse in Prozent der 20-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung.
Bis 2009 wurde für die Referenzpopulation die jährliche Bevölkerungsstatistik (ESPOP) verwendet. 2010 wurde die ESPOP durch die neue Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) ersetzt.
Definitionen
Dimensionen
Entwicklung
Der Vergleich der Werte in der Zeitreise bis 2015 mit den Werten ab 2015 ist aufgrund eines Methodenwechsels (Bruttoquoten bis 2014, Nettoquoten ab 2015) mit Vorsicht zu interpretieren.
Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Wohnkanton, d.h. der Kanton, in dem die Schüler/innen und Studenten/innen ihren gesetzlichen Wohnsitz haben.
Verschiedene Gründe sind hier für die kantonalen Unterschiede verantwortlich, wobei soziodemographischen Faktoren, Merkmale der Bildungssysteme, wirtschaftliche Aspekte und geographische Besonderheiten hineinspielen.
Für kleinere Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel kleine Kantone können die Resultate zwischen den Jahren spürbaren Veränderungen ausgesetzt sein.
Andere Eigenschaften des Indikators
Revision der Berechnungsmethode
Die bis 2014 angewandte Methode zur Berechnung der Maturitätsquote, entsprach der damals noch beschränkten Qualität der verfügbaren Daten. Die Berechnungen stützten sich auf ein typisches Alter beim Abschluss anstatt auf das tatschliche Alter, die Bevölkerung im Zähler und im Nenner stimmten nur annähernd überein und anhand der verfügbaren Daten konnten Doppelzählungen nicht korrekt identifiziert werden. Dank der Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Modernisierung der Bildungsstatistiken können die Quoten nun ohne Doppelzählungen auf verschiedenen Stufen und nach unterschiedlichen Kriterien berechnet werden. Aus all diesen Gründen sind die in der zeitlichen Entwicklung dargestellten Werte (berechnet mit Bruttoquoten bis 2014, dann mit Nettoquoten ab 2015) mit Vorsicht zu interpretieren.
Nettoquoten
Die Nettoquote untersteht dem Einfluss struktureller Veränderungen wie beispielsweise einer Verjüngung oder Alterung der Personen in Ausbildung. Aus diesem Grund werden die berechneten Werte entsprechend der Entwicklung des Medianalters am Ende der obligatorischen Schule vier Jahre zuvor korrigiert; diese Zeitspanne entspricht der durchschnittlichen Dauer bis zum Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II. Dieser Schritt garantiert die Stabilität der Ergebnisse, unabhängig von allfälligen bis zum Ende der Sekundarstufe I erfolgten Reformen. Auswirkungen von Änderungen auf der Sekundarstufe II wie beispielsweise Anpassungen am Bildungsangebot oder Änderungen der Ausbildungsdauer werden hingegen nicht bereinigt.
Revisionen der Resultate
Die veröffentlichten Werte der Quoten können aus zwei Hauptgründen im Nachhinein revidiert werden. Zum einen können die Erhebung en rückwirkend korrigiert werden, z.B. wenn nachträglich Lücken aufgedeckt werden. Zum anderen kann die Beobachtung der Bildungsverläufe nachträglich zeigen, dass eine Zertifizierung der Sekundarstufe II erteilt wurde, obwohl sie nicht erfasst wurde. Typischerweise deutet ein Eintritt in eine Hochschule in der Regel darauf hin, dass ein Abschluss der Sekundarstufe II erworben wurde, auch wenn er aus dem einen oder anderen Grund nicht erhoben wurde. Diese beiden Phänomene bewirken, dass die Werte der zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichten Quoten leicht revidiert werden können, wenn neue Daten verfügbar werden.
Bruch der Zeitreihen
- 2010: Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern
- 2015: Einführung einer neuen Berechnungsmethode (Nettoquoten)
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
November 2023
Links
Quellen