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Luftaufnahmen von Sierre
Das Schloss Pradegg, heute bekannt unter dem Namen "Schloss Mercier", wurde zwischen 1906 und 1908 auf den Höhen der Stadt Sierre errichtet. Es trägt den Namen einer illustren Gerber-Familie aus Lausanne (siehe auch das Schloss von Ouchy). Dieser Bau wurde im Auftrag von Jean-Jacques Mercier und Marie de Molin ausgeführt, um die Bedürfnisse ihrer Familie zu erfüllen. Sie vertrauten dem Architekten Chabloz die Zeichnung eines Grundrisses an, der vom valdotain-Stil inspiriert wurde, während dem Marie Mercier de Molin selbst das Design des Parks in der Umgebung übernahm und den Wert des Gebäudes steigerte.
In mehr als einem halben Jahrhundert diente das Schloss Mercier als Sommerresidenz für Jean-Jacques Mercier und Marie de Molin und deren Nachkommen. Mit einem Versprechen einer Spende, datiert vom 27. Januar 1970, versprach die Stiftung der Familie von Jean-Jacques Mercier de Molin dem Staat Wallis das Gebiet mit einer Fläche von 37'126 m2, das unter anderem das Schloss, drei Wohnhäuser und einige Dependenzen (Scheunen, Ställe etc..)umfasste, in einem renommierten Park, welcher die Stadt Sierre beherrschte, zu überlassen.
Die Spende wurde am 1. Januar 1991 wirksam. Das Schriftstück enthält die Verpflichtung, die Gärten für die Öffentlichkeit zugänglich zu lassen und das Schloss in erster Linie für kulturelle und künstlerische Ziele sowie Öffentlichkeitsarbeit zu verwenden. Die Spende umfasste auch Kunstwerke, wertvolle Möbel, insbesondere Bilder der Maler E. Bieler und L. Rivier, Gegenstände, die bis zum Jahr 2020 im Schloss bleiben müssen.
Um diese Obligationen und Konditionen der Spende zu erfüllen, entschied sich der Staat, das Schloss Mercier gemischt zu verwenden, einmal kulturell und daraus ein öffentlichen Begegnungszenter zu machen, der Gruppen empfing und für offizielle Empfänge verwendet werden konnte.
Der Staat Wallis übergab die Verwaltung des Schlosses Mercier einer Stiftung, die am 20. Januar 1992 gegründet wurde vom Kanton Wallis, der Gemeinde Sierre und der Stiftung der Familie von J.-J. Mercier de Molin.
Als protestantische Familie, ursprünglich aus Aveyron in Frankreich und nach Lausanne gegen 1740 geflüchtet, gründeten die Mercier eine prosperierende Gerberei. Im 19. Jahrhundert war ihr Ruf in der Branche derartig, um dazu beizutragen, ihren wirtschaftlichen Wohlstand in der Schweiz zu sichern und den Ruf ihrer verkauften Produkte sogar bis nach Amerika auszuweiten. Man kann daher die Mercier mit anderen grossen industriellen Dynastien wie Sandoz und Suchard vergleichen.
La vallée du Flon à Lausanne
Nicht zufrieden mit der Entwicklung eines blühenden Geschäfts, waren die Mercier auch kühne Unternehmer, die während der industriellen Revolution und des Städtewachstums des letzten Jahrhunderts, die Standseilbahn Lausanne-Ouchy bauten, das Flontal auffüllten und transformierten in Lagerhäuser, das Hôtel du Château d'Ouchy erhoben und die Anfänge der vielversprechenden Unternehmen wie Bobst unterstützten.
Um 1900 gehörten die Mercier zu den reichsten Familien der Schweiz und wurden grosszügige Gönner in den Bereichen Kunst und Soziales. Sie finanzierten, beispielsweise, in 1922, ein Viertel des neuen Krankenhaus von Sierre.
Eine Ehrendoktorwürde der Universität Lausanne und eine Ehrenbürgerschaft von Sierre erhielten sie für solche Grosszügigkeit. Jean-Jacques Mercier de Molin war auch der Gründer des Schlosses Pradegg.
Bibliographie