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Das Svydovets-Massiv, eine der ursprünglichsten Waldlandschaften der Ukraine, soll durch ein Mega-Skiresort zerstört werden
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Lokale Aktivistinnen und Umweltschützer bekämpfen das geplante Mega-Skiresort in den Karpaten
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Schafhirten in Svydovets produzieren den Brenza-Käse nach traditioneller Art
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Illegale Abholzung führt schon heute zu Kahlschlag und Erosion
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Die Waldkarpaten sind bekannt für ihre hohe Biodiversität
Rettet die Waldkarpaten – Kein Megaprojekt für Oligarchen
Svydovets, eine der ursprünglichsten Waldlandschaften der Ukraine im Herzen der Karpaten, soll durch ein Mega-Skiresort zerstört werden. Das Bergmassiv gilt als Wasserspeicher der Region und ist das Einzugsgebiet zahlreicher Flüsse wie z.B. der Theiss, die in die Donau fliesst. Einzelne Gebiete von Svydovets wie etwa der höchstgelegene Buchenwald Europas stehen aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung schon heute unter internationalem Schutz. Das geplante Skiresort würde nicht nur das fragile Ökosystem zerstören, sondern hätte auch für die lokale Bevölkerung gravierende Folgen. Diese ist auf eine intakte Waldlandschaft angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Bruno Manser Fonds fordert deshalb in einer Petition an die ukrainische Regierung: Stoppt das Megaprojekt und stellt das Waldgebiet vollständig unter Schutz – unterschreiben Sie jetzt!
Hintergrund des Mega-Resorts
75% der Wälder in der Ukraine werden vom Staat verwaltet. Dennoch ist illegale Abholzung seit Jahrzehnten ein riesiges Problem. Die britische NGO EarthSight brachte das Thema 2018 mit ihrem investigativen Report Complicit in Corruption auf das internationale Parkett. Die Hauptursachen für illegale Abholzung in der Ukraine sind Korruption, fehlende Sanktionsmechanismen sowie die grosse internationale Nachfrage nach günstigem Holz. Die Waldkarpaten sind besonders betroffen von illegalem Holzschlag.
2016 erfuhr die lokale Bevölkerung rund um das Svydovets-Massiv vom Plan, mitten in diese unberührte Naturlandschaft ein Mega-Skiresort hinzuklotzen. Geplant ist ein riesiger Tourismuskomplex bestehend aus 60 Hotels, 120 Restaurants, 390 Apartment-Häusern und 230 Kilometer Skipisten mit einer Kapazität von 28'000 Touristen pro Tag. Für die natürliche Abgeschiedenheit von Svydovets im Herzen der Karpaten ein völlig fehlplatziertes Urbanisierungsprojekt. Ein solch massiver Eingriff in die Natur hätte laut Experten internationale Auswirkungen durch die Verschmutzung der Theiss im Grenzgebiet mit Rumänien und Ungarn.
Auswirkungen auf Lokalbevölkerung und Umwelt
Die drei Dörfer Lopukhovo, Yassinya und Tchorna Tisza mit zusammen rund 8’000 EinwohnerInnen befinden sich am Fuss des Svydovets-Massivs und sind vom Megaprojekt direkt betroffen. Der Tourismuskomplex bedroht die primäre Einnahmequelle der Region. Über 70% der Bevölkerung arbeitet im Wald (z.B. als Förster und Sägerei-Arbeiter) oder lebt von den natürlichen Ressourcen dieses Gebiets (Beeren und Pilze sammeln, Schafzucht). Mit fragwürdigen Versprechen auf neue Arbeitsplätze versuchen die Promotoren des Projekts die Lokalbevölkerung zu ködern. Dabei zeigt das nahegelegene Bukovel-Skiresort klar auf, dass nur eine Handvoll Leute tatsächlich von einem solchen Massentourismus profitiert.
Das Vorgehen der Projekt-Promotoren und zuständigen Behörden ist äusserst intransparent. So wurde etwa die Zustimmung der betroffenen Dörfer eingeholt, indem lediglich ein kleiner Teil der Lokalbevölkerung an die Infoveranstaltungen eingeladen wurde. Weiter ist bis heute nicht öffentlich bekannt, wer die Investoren dieses Megaprojekts sind. Unsere Recherchen haben ergeben, dass die ukrainischen Oligarchen Igor Kolomoisky und Gennady Bogolyubov hinter dem Projekt stecken. Beide sind in laufende Gerichtsverfahren verwickelt im Fall eines mutmasslichen Finanzbetrugs in Milliardenhöhe.
Der Mega-Resort würde die bereits heute kritische Wasserversorgung der Dörfer massiv gefährden. Einerseits reduziert die weitere Abholzung den natürlichen Schutz vor Überschwemmungen und Erdrutschen. Andererseits würde das gesamte Wasservorkommen des Svydovets-Massivs für den Tourismusbetrieb benötigt. Dies hätte katastrophale Auswirkungen auf das fragile Ökosystem, das 93 bedrohte Tier- und Pflanzenarten beheimatet.
Widerstand formiert sich – auf lokaler und internationaler Ebene
Auf Initiative einiger mutiger Bewohner von Lopukhovo ist eine breit abgestützte Umweltbewegung entstanden, die sich für den Schutz der unberührten Naturlandschaft von Svydovets einsetzt. Die Free Svydovets Bewegung besteht aus lokalen Aktivistinnen, Wissenschaftlern aus der Region, nationalen Umweltorganisationen und internationalen NGOs. Eine Klage der Free Svydovets Bewegung bezüglich der fehlenden Einbindung der Lokalbevölkerung ist zurzeit hängig beim Obersten Gerichtshof in Kiew. Trotz wachsender Mobilisierung haben viele Leute in den betroffenen Dörfern Angst, sich öffentlich gegen das Projekt zu stellen. Die in der Ukraine typische Verbandelung zwischen Oligarchen und Regierungsbehörden begünstigt nicht nur Korruption im Holzgeschäft, sondern beschneidet auch die Meinungsfreiheit. Daher ist die internationale Unterstützung entscheidend für den erfolgreichen Schutz der letzten Buchenurwälder Europas.
Unsere erfolgreiche Kampagne zum Schutz des Biolawieza-Urwalds in Polen hat gezeigt: Das gemeinsame Engagement von lokalen UmweltaktivistInnen und international tätigen NGOs entfaltet Wirkung! Mit Igor Kolomoisky – mutmasslicher Investor des Megaprojekts und drittreichster Ukrainer – besteht im Fall Svydovets eine Verbindung zur Schweiz. Der umstrittene Oligarch lebte zwischen 2000 und 2019 mehrheitlich in einer Villa am Genfersee.
Das Gebiet des geplanten Mega-Skiresorts grenzt unmittelbar an das UNESCO-Weltnaturerbe "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten". Wir fordern deshalb die ukrainische Regierung auf, das Svydovets-Massiv vollständig unter Schutz zu stellen und sämtliche Bauvorhaben im Zusammenhang mit dem Mega-Projekt zu stoppen.
Unterzeichnen auch Sie unsere Petition an den ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski!Petition jetzt unterschreiben!