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Wie hat sich Maria nach der Hinrichtung ihres Sohnes und seiner Auferstehung gefühlt? Jesus war in einer Art Strahlkörper zurückgekehrt, aber dennoch nicht mehr anwesend. Die Wallfahrtskirche der Madonna della Corona vermittelt mit ihrer besonderen Lage Fantasien, wie sich Maria gefühlt haben könnte. Zwischen Erde und Himmel, gefestigt, aber doch verlassen. Manchmal eröffnen solche Bilder einen neuen Zugang zum Glauben und zum eigenen Dasein.
Auf halber Höhe der 700 Meter hohen, steilen Felswand des Monte Baldo steht die Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Ihre Lage ist so besonders, dass es scheint, sie sei vom Himmel dort hingesetzt worden. Sie hat ihren Ursprung in einer Einsiedelei aus dem Jahre 1139, die unter dem Schutz des Klosters San Zeno in Verona stand. Die Einsiedelei über dem Gardasee war Maria gewidmet und kam wohl 1437 unter die Kontrolle des Malteserritterordens. Das führte zu einem Bau einer Kirche, der aufgrund der aussergewöhnlichen Lage 42 Jahre beanspruchte. Diesen Einsatz hat Maria belohnt. Der Überlieferung nach erschien 1522 das Bild von Maria, die den toten Christus in ihrem Schoss hält, an der Felswand. Das zum Zeitpunkt der türkischen Besetzung von Rhodos, wo das Bild zuvor aufbewahrt worden war.
Damit stand der Name Madonna della Corona fest, weil die Bergkette um die Kirche eine Krone, la Corona, bildet. Im Jahr 1625 wurde die heutige Form der Kirche realisiert und sukzessive ergänzt. 1975 kam es zu einer Restauration der bestehenden Struktur während drei Jahren. Zwei Wände der Wallfahrtskirche sind in den Fels geschlagen. Im Innern befinden sich über 160 Votivtafeln, die von Heilungen und Rettungen zeugen. Dort führt auch eine heilige Treppe − eine Nachbildung der Treppe, die Jesus mit Dornen gekrönt in Jerusalem hochstieg − nach oben. Viele Besucher steigen die 28 Stufen auf den Knien betend hoch.