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Junge Biertrinker riskieren mehr
Bier zählt zu den beliebtesten alkoholischen Getränken bei jungen Männern. Nun haben Mediziner herausgefunden, dass junge Schweizer, die bevorzugt Bier trinken, leichter dem Rausch verfallen, risikofreudiger werden und auch eher illegale Suchtmitteln wie Cannabis konsumieren als jene, die kein spezifisches alkoholisches Getränk bevorzugen.
Warum artet vor allem der Bierkonsum bei jungen Männern so stark aus? Foto: iStockphoto, Thinkstock
In der Schweiz trinken etwa ein Drittel der jungen Männer am liebsten Bier, nur fünf Prozent bevorzugen Wein. Aber inwieweit beeinflusst die Vorliebe für ein bestimmtes alkoholisches Getränk den Umgang mit diesem und anderen Suchtmitteln? Dieser Frage gingen das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich und das Waadtländische Universitätsklinikum in einer nationalen Studie nach. Dazu befragten sie 5‘400 junge Männer mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren.
Die Mediziner konnten anhand der Studie herausstellen, dass Männer, die vorzugsweise Bier tranken, eher ein übermässiges Trinkverhalten und ein aggressiveres Verhalten aufwiesen als solche, die kein bestimmtes alkoholisches Getränk bevorzugten. Männer mit einer Vorliebe für Bier neigen laut Studie auch schneller zum Rauschtrinken. Darunter versteht man ein Trinkverhalten bei dem zum Beispiel 21 alkoholische Getränke wöchentlich oder einmal im Monat sechs und mehr alkoholische Getränke an einem Anlass konsumiert werden.
Biertrinker sind risikofreudiger und aggressiver
Junge Männer mit einer Vorliebe für ein bestimmtes alkoholisches Getränk und einem ausgiebigen Trinkverhalten scheinen ganz nach dem Motto «No risk, no fun» zu leben. Vor allem bei Männern, die bevorzugt und übermässig Bier trinken, konnte diese Risikofreude festgestellt werden. Aber warum gerade bei Biertrinkern? «Bier ist verhältnismässig billig, so dass es sich auch junge Erwachsene leisten können. Und Bier wird möglicherweise öfters an Anlässen wie Partys oder Konzerten getrunken, an denen ein risikoreiches Konsumverhalten verbreitet ist», erklärt Meichun Mohler-Kuo, Dozentin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin auf uzh.ch.
Dadurch würden sie nicht nur leichter zu Rauschtrinkern, sondern griffen vergleichsweise auch öfter auf illegale Suchtmittel wie Cannabis zurück. Zudem könne bei ihnen ein generell risikoreicheres Verhalten beobachtet werden. Sie rauchen mehr, seien häufiger in Unfälle, Streitereien und Schlägereien verwickelt, haben öfter ungeschützen Sex und seien aggressiver.
Mit Hilfe der Befragung wollen die Forscher über einen längeren Zeitraum die Verwendung von verschiedenen Suchtmitteln identifizieren, um eine Reduktion des risikofreudigen Konsums von Alkohol und anderen Suchtmitteln bei jungen Männern zu reduzieren.