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Fähren waren in der Region schon früh anzutreffen. So dürfte in spätantiker-frühmittelalterlicher Zeit eine Fähre östlich des Münsterhügels zwischen St. Alban und Burgweg den Rhein überquert haben. Vielleicht schon im 8.–10. Jh. soll eine weitere Fähre im Bereich Schifflände gelegen sein. Erst 1225 änderte sich die Situation mit dem Bau der Mittleren Brücke in Basel.
Mit dem Bevölkerungswachstum und der Industrialisierung im 19. Jh. wurde das Bedürfnis, den Rhein für den Arbeitsweg oder für einen Ausflug zu überqueren, immer grösser. Im Raum Basel gab es ja nur die Mittlere Brücke, deren Überquerung teilweise grosse Umwege nötig machte.
Die erste Fähre im 19. Jh. wurde 1853 beim Birskopf eingerichtet. damals nannte man die Gierfähren auch «Fliegende Brücken». Sie wurde 1873 mangels Nachfrage schon wieder eingestellt, da im gleichen Jahr die Eisenbahnbrücke mit Fussgängersteg der Verbindungsbahn eröffnet wurde.
Die Birsfelderfähre wurde dann wieder 1906 etwas oberhalb des ehemaligen Standortes erneut eröffnet. Sie sollte hauptsächlich den Birsfelder Arbeiterinnen und Arbeitern der Seilerschen Seidenfabrik beim Grenzacher Horn dienen. Der Bau des Kraftwerks Birsfelden mit einem weiteren Fussgängerübergang über den Rhein bereitete 1950 der Ueli-Fähre das Ende.
In der Stadt selbst wurde 1854 zwischen Harzgrabenschanze und Baarmatte eine «Fliegende Brücke» eingerichtet, die Harzgrabenfähre (siehe Löffelplan). Die Fähre wurde 1877 beim Bau der Wettsteinbrücke rheinabwärts zum Münster verschoben und hiess ab dann Münsterfähre.
Mit dem Bau weiterer Brücken und dem Ausbau der Tram- und Buslinien ging die Bedeutung der Fähren zurück. Heute haben sie vor allem touristischen Charakter.
Rheinabwärts unterhalb Huningue sind zwischen Märkt und Istein in einer Karte von 1875 zwei Fähren eingetragen. Die Gemeinde Kirchen erhielt 1873 die Konzession, eine Drahtseilfähre zwischen Kirchen und Rosenau zu betreiben. Mit dem Bau des Rheinseitenkanals 1926 verlor sie jedoch ihre Bedeutung.
Zwischen dem Weiler Bertlikon, dem heutigen Rheinhäuser von Grenzach, und dem linksrheinischen Ufer «in der Au» bestand schon im 14. Jh. eine Fährverbindung.Die Fähre besass bis 1865 keine Drahtseilverbindung. Historische Quellen belegen, dass im 18. Jh. (1737) die Grenzacher Fischergesellschaft, welche zu den «Rheingenossen» gehörte, die Fähre als Lehen besass.
Die Betriebszeiten von 1879 zeigen die Wichtigkeit der Fährverbindung für die Pendler. Von April bis September verkehrte sie zwischen 4 Uhr morgens und 10 Uhr abends, von Oktober bis März zwischen 5 Uhr morgens und 9 Uhr abends.
Im Jahr 1874 erhielt die Fähre Wyhlen–Schweizerhalle eine Konzession. Sie war auf das Salzwerk Wyhlen und die Salinendirektion Schweizerhalle ausgestellt und zeigt ebenfalls die Bedeutung dieser Verkehrsverbindung für die Industrien selbst. Der Fährbetrieb bestand zwischen der Anlegestelle Wyhlen «Am Schacht» und dem Solbad.
Im Ersten Weltkrieg waren beide Fährbetriebe eingestellt. Die Wiederinbetriebnahme in Muttenz (1925–1930) und in Schweizerhalle (1928–1932) dauerte allerdings nicht lange. Schon nach wenigen Jahren wurde der Betrieb wieder eingestellt.
In den 1950er-Jahren war das Bedürfnis für eine neue Verbindung für Grenzgänger, welche v.a. in Schweizerhalle arbeiteten, erneut vorhanden. In der Zwischenzeit wurde der Rhein jedoch durch den Bau des Kraftwerks Birsfelden aufgestaut und die Strömung verlor die Kraft, eine Drahtseilfähre in Bewegung zu setzten. Mit einer Motorfähre wurde ab 1957 die alte Tradition erneut fortgesetzt. Die Fähre fuhr jetzt folgende Route: Grenzach–Waldhaus–Grenzach–Rheinufer Wyhlen bei der Suttergrube–Schweizerhalle–Wyhlen–Grenzach. Aber auch dieser Versuch endete 1966 mangels genügender Fahrgastzahlen.
Die Lage und die Zeitdauer der Verbindungen der Fähren ist ein Spiegelbild der Bedürfnisse damaliger Bewohner bzw. Arbeiterinnen und Arbeiter. Fähren dienten vor allem als Transportmittel für Pendler über den Rhein, welche im 19. Jh. in den sich ausbreitenden Industrien grenzüberschreitend arbeiteten. Natürlich dienten die Fähren auch für Ausflüge ins benachbarte Ausland.Landschaftliche Veränderungen sind bei Fähren kaum auszumachen, ausser den Vorrichtungen für die Verankerung der Fährseile am Ufer, welche teilweise noch heute sichtbar sind, und allenfalls vorhandenen kleinen Schutzhütten.
HPM
Fähren in Basel