Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/815

Sind Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen extrem anfällig für Stress? Oder kann Stress Erkrankungen der Schilddrüse forcieren? Welche Zusammenhänge werden unter Medizinern diskutiert?
Die Schilddrüse ist ein kleines aber sehr empfindliches Organ. So wird davon ausgegangen, dass Patienten, die an der Schilddrüse erkrankt sind, besonders anfällig und sehr sensibel für Stress sind. Umgekehrt wird ebenso ein Zusammenhang zwischen psychosozialem Stress und einer Krankheitsentstehung an der Schilddrüse vermutet.
Hierbei werden unter Spezialisten besonders Autoimmunerkrankungen wie der Morbus Basedow sowie Hashimoto-Thyreoiditis diskutiert.
Wenn die Schilddrüse unter Stress steht
Das kleine schmetterlingsförmige Organ, das sich unterhalb des Kehlkopfs befindet, wird häufig auf ihre Wirkung in Bezug auf den Stoffwechsel und das Wohlbefinden unterschätzt.
Sie produziert für den Körper Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T§) und Tetrajodthyronin (T4) oder Thyroxin und setzt sie frei, wodurch zahlreiche Körperfunktionen gesteuert werden. Dazu zählen die Körperwärme, die Aktivität von Muskeln und Nerven, Herz und Kreislauf, Magen und Darm, die Regulation des Energieverbrauchs und das seelische Befinden. Bei Kindern ist sie besonders an der geistigen und körperlichen Entwicklung beteiligt.
Arbeit die Schilddrüse nicht ausreichend, dann sind diese vielen Funktionen beeinsträchtig oder gestört. Zudem reagieren die Betroffenen in Stresssituationen oft mit Stimmungsschwankungen und einer erhöhten Erschöpfungsneigung.
Fördert Stress Schilddrüsenerkrankungen?
Seit vielen Jahren wird vermutet, dass Stress bei der Entwicklung von Schilddrüsenerkrankungen relevant ist. So soll die Entstehung eines Morbus Basedow durch existenzbedrohende Ereignisse gefördert haben, so dass der Begriff „Schreckbasedow“ entstand. Bei dieser Schilddrüsenerkrankung wird eine unkontrollierte Herstellung und Freisetzung der Schilddrüsenhormone durch Antikörper angeregt, was starke Beschwerden verursacht.
Bei Hashimoto, einer Autoimmunerkrankung wehrt sich der Organismus in diesem Fall gegen das eigene Gewebe der Schilddrüse und zerstört es. Dies führt anfänglich zu einer kurzfristigen Überfunktion und dann zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Hier wird Stress als möglicher Auslöser vermutet.
Stress als Auslöser?
Im Grunde ist die Entstehung und Entwicklung der beiden Erkrankungen ein Geschehen der verschiedensten Ursachen und dem einwirkenden Stress kommt eine auslösende Wirkung zu.
Es muss beachtet werden, dass Stress ein sehr unterschiedlich interpretierter Begriff ist, Somit können einzelne Ereignisse nur schwer als krankheitsauslösend bestimmt werden. Eine bestimmte berufliche Anforderung kann für den einen anregend wirken und für jemand anderen belastend.
Aus diesem Grunde ist es nicht nur für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen sondern auch für gesunde wichtig, mit Stresssituationen richtig zuzugehen und einen entsprechenden Ausgleich zu finden. Auf diese Weise lässt sich nicht nur das Risiko von Schilddrüsenerkrankungen verringern.