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Ob der reguläre Hochschulzugang ermöglicht oder verhindert wurde, hing wesentlich von politischen, gesellschaftlichen, akademischen und institutionellen Faktoren ab. Der grosse Kontext des «Kalten Krieges» beeinflusste viele Entscheidungen massgeblich. Den Entscheidungsprozessen geht die Arbeit mit vier Fallstudien zu einzelnen Flüchtlingsgruppen auf den Grund: Das Projekt untersucht Student*innen aus Ungarn ab 1956, aus Algerien ab 1958, aus der Tschechoslowakei ab 1968 und aus Chile ab 1973.
Die Arbeit beleuchtet hauptsächlich drei Aspekte: erstens, die Bedingungen des regulären Hochschulzugangs. Zweitens, das Zusammenspiel der Akteure, die diese Bedingungen festlegten. Drittens, die Erfahrungen von Flüchtlingsstudent*innen selbst, wobei auch nach der Relevanz geschlechterspezifischer Aspekte gefragt wird.
Das Projekt arbeitet auf der Basis reichhaltiger archivalischer, schriftlicher und mündlicher Quellen. Der Ansatz, die Perspektiven aller Beteiligten einzubeziehen, ermöglicht umfassende Analysen, die das vereinfachende Bild des «Ost-West»-Konflikts infrage stellen. Dadurch erscheinen einerseits neue Facetten transnationaler Schweizer Geschichte während des «Kalten Krieges», andererseits werden notwendige Ergänzungen zur Schweizer Hochschul- und Flüchtlingsforschung erarbeitet.
Das Thema ist auch heute von grosser Relevanz. Historische Erkenntnisse können als Anregung und zur Sensibilisierung für den gegenwärtigen Diskurs um regulären Hochschulzugang für Flüchtlinge dienen.