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Das «Amt für religiöse und nationale Angelegenheiten» hat die statistischen Angaben zu den Religionsgemeinschaften für das Jahr 2011 veröffentlicht:

Demnach sind in Weißrussland insgesamt 164 religiöse Organisationen staatlich anerkannt, die sich auf 45 religiöse Vereinigungen, 36 Missionen, 43 Klöster, 15 Bruder- und 10 Schwesternschaften sowie 15 geistliche Bildungseinrichtungen und insgesamt 3210 Gemeinden verteilen.
Die Weißrussische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats verfügt über 11 Eparchien, 34 Klöster, 14 Bruder- und zehn Schwesternschaften sowie sechs Bildungseinrichtungen. In ihren 1567 Gemeinden und Klöstern dienen 1589 Geistliche, davon 17 Ausländer. Gottes- dienste finden regelmäßig in 1348 Kir- chen statt, 156 Kirchen sind im Bau. Der Staat unterstützte die Kirche bei der Restaurierung und dem Wiederaufbau kunsthistorisch bedeutender orthodoxer Kirchen und Klöster. Begonnen wurde zudem mit der Errichtung eines geistli- chen Bildungszentrums. Der Staat ent- lohnt auch die Religionslehrer und finan- ziert die Stipendien der Minsker Geist- lichen Akademie und des Seminars. Während ihres Studiums sind die Semi- naristen vom Wehrdienst befreit.
Der 2003 von der Kirche und vom Staat unterzeichnete Vertrag über die Zusammenarbeit im sozialen Bereich wurde 2011 für weitere vier Jahre verlängert. Das diakonische Engagement der Kirche umfasst: Kinderheime, Unterstützung mittelloser Familien, Gefängnisseelsorge, Einrichtungen für Obdachlose, Begleitung und Betreuung von Onkolo- gie- und Psychiatriepatienten und wei- tere Sozialeinrichtungen.
Die römisch-katholische Kirche ist zah- lenmäßig die zweitgrößte Religionsgemeinschaft des Landes; ihre Gemeinde- zahl hat sich in den letzten 20 Jahren vervierfacht. Ende 2011 zählte sie vier Diözesen mit 479 Gemeinden, elf Missionen und neun Klostergemeinschaften. Die Gemeinden verfügen über 465 Kir- chen, 26 weitere sind in Bau. Von 1988 bis 2010 wurden der katholischen Kirche rund 300 «Objekte zu religiösen Zwecken» übergeben. Die Kirche verfügt über zwei Seminare (in Pinsk und Grodno; insgesamt 205 Absolventen) sowie seit 2009 über ein College für Laien in Baranovitschi. Die Studierenden erhalten keine staatlichen Stipendien, sind allerdings während ihres Studiums von der Wehrpflicht befreit. Der Staat unterstützt die katholische Kirche finan- ziell bei Restaurierungsarbeiten von Kirchen und bei der Organisation von Pilgerreisen. In Arbeit ist ein Vertrag zwischen dem Vatikan und dem weißrussischem Staat, bei dem das Außen- ministerium des Landes sowie das Amt für religiöse und nationale Zusammenarbeit federführend sind (s. RGOW 4/2012, S. 9).
Die 14 protestantischen Denominationen in Weißrussland zählen insgesamt 1025 Gemeinden, 21 Vereinigungen, 22 Missionen und fünf geistliche Lehreinrichtungen. Die Pfingstchristen sind mit 512 Gemeinden die größte Denomination, es folgen die Baptisten mit 286, die Adventisten mit 73 und die Ev.-Lutherische Kirche mit 27 Gemeinden. Durchschnitt- lich umfassen die Gemeinden 20–25 Personen, mit Ausnahme der Gemeinden in Großstädten.
Die jüdische Gemeinschaft zählt 53 Gemeinden (orthodoxe, Chabad-Luba- witsch und Progressive); sie verfügen über drei religiöse Vereinigungen und insgesamt zehn Gebetsstätten, darunter die Synagoge von Minsk, deren Re- staurierung 2010 abgeschlossen wurde. Die islamische Gemeinschaft zählt 25 Gemeinden, 24 sunnitische und eine schiitische; zwei religiöse Vereinigungen sind staatlich anerkannt. Die Mus- lime verfügen über sechs Gebetshäuser und eine im Bau befindliche Moschee in Minsk.
Die Religionsgemeinschaften sind von Steuern auf Grund und Boden so- wie Steuern auf Immobilien mit reli- giöser Zweckbestimmung befreit und erhalten Steuerermäßigungen bei der Nutzung von Immobilien zu religiösen Zwecken.
www.religionip.ru, 28. Februar 2012 – O.S.