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Wie überwintern Schachtelhalme? Und weshalb können sie schon sehr früh im Jahr austreiben? Hast du dir das schon einmal überlegt?
Als Beispiel nehmen wir den Riesen-Schachtelhalm, Equisetum telmateia. Lass uns zuerst die verschiedenen Stadien ansehen, welche wir kennen (fertile und sterile Triebe).
Der Riesen-Schachtelhalm entwickelt früh im Jahr (März-Mai) die fertilen Triebe. Diese sehen aus wie Pilze. In den zapfenartigen Strukturen, unter den vielen "Schirmchen" werden die Sporen gebildet.
Wenn man die fertilen Triebe zum richtigen Zeitpunkt entdeckt, kann man durch Schütteln der "Zapfen" (= Sporophyllstände) die Sporen fliegen lassen.
Ab Mai erscheinen dann die ersten sterilen Triebe.
Die sterilen Triebe bilden keine Sporen. Sie sind mehrheitlich grün und dienen der Assimilation (Herstellung von Zucker mithilfe von Sonnenlicht bzw. Photosynthese). Sie werden bis 1m hoch. Der Stängel ist elfenbeinfarbig und trägt unverzweigte, quirlig angeordnete Äste. Die Blätter sind unscheinbar, miteinander verwachsen und umschliessen die Stängel wie Manschetten. Mit dem elfenbeinfarbigen Stängel und der Grösse von bis zu 1m ist der Riesen-Schachtelhalm unverkennbar.
Wie überwintert er nun?
Dazu gehen wir am besten jetzt im Winter auf die Suche und finden es heraus.
Vielleicht kennst du einen Standort, wo er wächst? Meist sind das feuchte bis nasse Stellen in Laubwäldern, oder entlang von Bächen, in tieferen Lagen (kollin bis montan; in den Alpen ist er nur selten anzutreffen). Grundsätzlich wächst er überall da, wo es Wasser hat. Die Bestände sehen im Winter aber etwas traurig aus, da die Triebe vom ersten Schnee niedergedrückt werden.
Wenn wir nun etwas näher gehen und den Grund der Triebe im Umkreis von ca. 5 cm genauer anschauen, können wir einzelne kleine Spitzchen entdecken. Am besten kommen sie zum Vorschein, wenn man das Laub ein bisschen zur Seite schiebt.
Vergrössert sieht das dann so aus. Hier sichtbar schon die zapfenartige Struktur. Das hier ist also ein fertiler Spross, der schon auf den nächsten Frühling wartet.
Und wo befinden sich die sterilen Triebe?
Graben wir einfach noch etwas tiefer ...
Wenn man den Grund eines Triebs grosszügig ausgräbt, kann man erkennen, dass ein unterirdischer Spross die oberirdischen Triebe miteinander verbindet. Das ist das Rhizom. Es wächst unterirdisch, überwintert über mehrere Jahre im Boden und speichert die Energiereserven, die im Sommer von den sterilen Trieben gewonnen werden. Aus ihm spriessen nun im Winter die jungen Triebe, die dann im Frühling aus dem Boden schiessen.
Im Bild sieht man links und rechts vom diesjährigen Trieb zwei noch verpackte junge nächstjährige Triebe.
Sind es die pilzartigen fertilen Triebe? Oder die elfenbein-grünen sterilen Triebe?
Schneiden wir sie auf...
Aufgeschnitten sehen wir die Innenstruktur sehr schön. Es scheint, als wäre alles schon vorhanden, einfach in einer stark zusammengestauchten Form. Beim fertilen Spross (rechts) sehen wir schon die zapfenartige Struktur. Dort werden im kommenden Frühling die Sporen produziert. Unterhalb der zapfenartigen Struktur sind feine Linien zu sehen. Das sind die Knoten und die dazwischenliegenden Glieder des Triebs (Nodien und Internodien).
Und links, noch sehr viel kleiner, ist ein junger steriler Trieb sichtbar.
Beim sterilen Trieb sind anstelle der zapfenartigen Struktur viele Seitenäste zusammengestaucht.
Lösung
Nun können wir die anfänglich gestellten Fragen beantworten.
Wie überwintern Schachtelhalme? Unterirdisch als Rhizom! Aus diesem spriessen schon im Spätherbst und Winter die nächstjährigen Triebe. Deshalb können sie schon sehr früh im Jahr austreiben.
Habt ihr das gewusst und vielleicht schon gesehen? Oder habt ihr euch auch auf die Suche gemacht?
Lasst uns doch einen Kommentar da. Wir würden uns freuen.