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Diese Studie ist Öl auf das Feuer aller Sportmuffel: Eine Gruppe schwedischer Forscher hat in einer Langzeituntersuchung herausgefunden, dass zuviel Sport schädlicher ist als zu wenig. Ganz konkret ging es in der Erhebung um Läufer, und um die Verbindung zwischen ihrem Fitnesslevel und der Sterblichkeitsrate.
Das Ergebnis lässt sich aber auch auf andere Sportarten übertragen. Im Januar veröffentlichte as renommierte „Journal of the American College of Cardiology“ die ersten Ergebnisse der Studie. Zwölf Jahre lang begleiteten die Wissenschaftler über 5’000 Personen. Dabei waren 1’098 gesunde Läufer und in der Kontrollgruppe 3’950 gesunde „Nicht-Läufer“. Die Forscher interessierte vorrangig die Auswirkung des regelmässigen Ausdauersports auf das Herz-Kreislaufsystem. Denn bislang gingen Sportmediziner davon aus, dass Ausdauersportarten grundsätzlich einen positiven Effekt auf den Organismus haben.
Aber weit gefehlt; die Ergebnisse der schwedischen Untersuchung sind überraschend: Diejenigen Läufer, die mehr als vier Stunden in der Woche mit einem gesteigerten Tempo und mehr als drei Mal in der Woche trainierten, hatten das gleiche Sterblichkeitsrisiko wie diejenigen, die nur zuhause auf dem Sofa sassen und überhaupt keinen Sport trieben. Diese Verbindung bestätigte sich auch, nachdem die Ergebnisse um Risikofaktoren wie Geschlecht, Vorerkrankungen und einem schlechten Lebensstil mit Alkohol und Rauchen bereinigt wurden.
Die Grenze zwischen gut und schlecht ist winzig – Wenn Laufen mehr schadet
Das niedrigste Risiko hatten diejenigen, die weniger als drei Mal in der Woche zwischen ein und 2,4 Stunden mit einem moderaten Tempo liefen. Selbst die Teilnehmer, die nur leicht mehr (2,5 Stunden oder vier Mal die Woche) liefen, hatten ein um 66 Prozent erhöhtes Risiko eines Herztodes. Zudem hatten die Sportler die wenig liefen das gleiche erhöhte Risiko wie diejenigen, die viel liefen.
Positive Effekte gab es nur in der Gruppe dazwischen. Die Läufer mit den intensivsten Trainingseinheiten endeten genauso wie die Couch-Potatos bei einem erhöhten Risiko von Herzerkrankungen.
Die Autoren der Studie waren von ihren klaren Ergebnissen überrascht: Jacob Marott, einer der Forscher der Kopenhagener Herzstudie, sagte: „Ich hatte erwartet, dass die leichten Jogger ein wirklich geringes Risiko haben. Aber im Vergleich mit den moderaten Joggern war ich überrascht, wie wenig die Gruppe der moderaten Jogger von ihrem Training profitieren. Wir sollten nach diesen Ergebnissen die Empfehlungen für sportliche Betätigung gründlich überarbeiten.“
Insgesamt ist es der Studie nach „gefahrloser“ weniger Sport zu treiben, als zuviel.
Link zur Studie: Journal of the American College of Cardiology