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Immer wieder werde ich von Nachwuchspiloten und Wannabes gefragt, ob ich den Pilotenberuf noch einmal ergreifen würde? Die Frage ist meist eine versteckte und meint in Wirklichkeit, ob der Gefragte dem Fragesteller empfehlen könne, Pilot zu werden.
Jetzt stehen wir schon vor zwei Fragen, die so einfach nicht zu beantworten sind, besonders nicht per Mail oder in einem Blog.
Fragt mich das ein flugverrückter Junge mit feuchten Augen auf der Besucherterrasse am Flughafen (erlaubt) oder im Cockpit (nicht erlaubt), dann ist die Antwort klar. Junge tue es! Steck deine ganze Energie, dein Erspartes und das Vermögen deines Vaters in das Projekt «Pilot werden». Geniesse es, die Physik, die Zweifel, die Ängste, die Hürden und die vielen Prüfungen zu überwinden und verwirkliche deinen Traum. Träume verwirklichen ist das schönste und befriedigendste was dir passieren kann, vielleicht sogar der Sinn des Lebens.
Muss ich die Frage bzw. die Fragen aber elektronisch beantworten, ist das schon schwieriger. Warum fragt er mich das? Will er eine ganz persönliche Einschätzung oder einen Rat fürs Leben? Einen Rat fürs Leben kann ich ihm nicht geben, eine persönliche Einschätzung will ich dem Unbekannten auch nicht auf dem Serviertablett präsentieren. Dazu bin ich zuwenig «Generation Facebook».
Ich weiche den Fragen am liebsten aus, verweise auf bereits publizierte Texte und Beiträge in Blogs. Zum Beispiel den Artikel (siehe Seite 9) eines jungen Piloten bei der Swiss, der nach knapp einem Jahr auf der «Strecke» Bilanz gezogen hat. Oder den eines alten Copiloten, der sich in einer Verbandszeitschrift (siehe s.13) Gedanken über das Image der Piloten machte.
Zurück zur Frage. Lassen wir diese von einem Kapitän beantworten. Chesley "Sully" Sullenberger hat in einem Hearing vor dem «subcommittee of the House Transportation and Infrastructure Committee» folgenden bemerkenswerten Satz gesagt:
«I do not know a single professional airline pilot who wants his or her children to follow in their footsteps.»