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Obwohl der Graureiher auch "Fischreiher" genannt wird, besteht seine Nahrung keinesfalls nur aus Fischen. Neben diesen ernährt er sich ebenfalls von Amphibien, Reptilien, Insekten und Kleinsäugern wie Schermäusen und Maulwürfen. Weiterhin lauert er an den Ufern verschiedenster Gewässer auf Krebstiere, Muscheln, Schlangen, Schnecken und Libellen. Er ist ein Lauerjäger, der meist still stehend oder langsam schreitend nach Beute Ausschau hält und seinen S- förmig gebogenen Hals blitzschnell nach vorn schleudern kann, um ein Beutetier zu packen.
Graureiher sind saisonal monogam und pflanzen sich einmal im Jahr fort. Sie brüten meist in Kolonien, die bis zu einige 100 Paare umfassen können. In der Regel besteht das Nest aus einem großen, aber nicht sehr stabilen Reisigbau, der in die Kronen hoher Bäume gesetzt wird- Bodenbruten im Schilf sind selten. Das Reiherweibchen legt 3 bis 6 Eier, welche über 25 bis 26 Tage lang bebrütet werden. An der Aufzucht der Jungvögel beteiligen sich beide Elterntiere.
Ihre Lebenserwartung beträgt bis zu 25 Jahre.
Weißstorch. Kranich. Sind im Flug an ihren langgestreckten Hälsen zu unterscheiden.
Größe 84- 102 cm, Flügelspannweite 155- 175 cm, Gewicht 1- 3kg
Frischling. © Christian Bottlang / wildenachbarn.ch
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Graureiher brüten an Süßgewässern im Landesinneren, an Flussmündungen sowie in Küstenregionen. Weiterhin sind sie in Überschwemmungsregionen, Schilfgürteln, Sümpfen, Teichen, Stränden, Mangroven und Salzmarschen anzutreffen. Beobachtbar auch auf Brachen und Dauergrünflächen, auf denen sie Kleinsäugern nachstellen.
Vom Menschen geschaffene Gewässer wie Fischteiche, Staugewässer und Reisfelder. In Städten finden sich Brutkolonien oft in Zoologischen Gärten (z.B. in Stuttgart, Heidelberg, Basel, Bern und Wien).
Als Fischdieb verschrien, wurde der Graureiher lange Zeit intensiv bejagt. In der Barockzeit war er eine beliebte Beute der Falkner. Heute ist das Zusammenleben zwischen Mensch und Reiher friedlicher und die meisten Menschen sind beeindruckt von dem anmutigen, langsam dahinschreitenden Vogel - bringt er doch einen Hauch von Wildnis in die Siedlungsräume.
Ernsthafte Schäden verursacht er nur an künstlich angelegten Fischteichen oder Fischzuchtanstalten. Diesen kann durch Abwehrmaßnahmen vorgebeugt werden. Bei Kleinteichen hat sich der Einsatz von Netzen bewährt und bei größeren Gewässern kann eine Überspannung mit Drähten helfen.
In Deutschland ist der Graureiher als jagdbare Art gelistet, jedoch ganzjährig geschont.
In der Schweiz ist der Graureiher geschützt. Bei geschützten Arten ermächtigt das Eidgenössische Jagdgesetz die Kantone, im Falle von erheblichen Schäden "einzelne schadenstiftende Individuen" abzuschießen. Eine Regulation der Bestände ist hingegen nur mit Bewilligung des Bundes erlaubt. Zwischen 2010 und 2014 wurden gemäß eidgenössischer Jagdstatistik pro Jahr 70 Graureiher erlegt, bei einem Brutbestand von 1300–1400 Brutpaare (Angaben der Vogelwarte Sempach).
In Österreich sind Graureiher ganzjährig geschont. Sie dürfen im Rahmen von den zuständigen Behörden erlassenen Verordnungen in Ausnahmen auf Grund von Schäden erlegt werden.
Jagd und Vergrämung: Trotz der ganzjährigen Schonzeit bzw. der strengen gesetzlichen Abschussvoraussetzungen, kommt es zu illegalen Abschüssen und Vergrämungsaktionen.
Baumaßnahmen: Wegebau und Forstarbeiten in der Nähe von Kolonien können zur Aufgabe oder Zersplitterung der Kolonie führen.
In Zoologischen Gärten wie u.a. in Stuttgart, Basel und Wien gibt es Brutkolonien von wildlebenden Graureihern, die sich als Gäste selber „einquartiert“ haben.