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Wer kann ihm schon widerstehen, diesem Blick?
Der Border Collie verzaubert jeden mit seiner aufgeschlossenen Art und seinem aufmerksamen Blick. Und wer sich einmal in die Sportskanonen verliebt, der kennt wahrscheinlich kein zurück
mehr. Einmal Border Collie, immer Border Collie!
Ich habe versucht das wichtigste über diese tollen Begleiter zusammenzufassen.
Im Namen des Border Collies versteckt sich das englische Wort "border", was Bezug nimmt auf die Grenzregion "Border Country" zwischen England und Schottland. In dieser Region wird die Collie Art bereits seit Jahrhunderten zum Hüten und Treiben von Schafherden der ansässigen Bauern verwendet.
Seinen heutigen Namen erhielt der Hütehund erst etwa im Jahre 1915. Der damalige Geschäftsführer der International Shep Dog Society (ISDS) verwendete den Namen Border Collie erstmals. Damals wurden die hübschen Hütehunde nur aufgrund ihrer Treib- und Hütefähigkeiten bewertet. Die gute Hütequalität war ausschlaggebend und wurde bei diversen Shepdogtrials bewertet. Erst nach der Anerkennung durch die FCI im Jahr 1976 wurde dem Aussehen der intelligenten Hunde erstmals Beachtung geschenkt. Der gültige Standard wurde zehn Jahre später publiziert.
Der Border Collie beeindruckt durch seine überdurchschnittliche Intelligenz, seine schnelle Auffassungsgabe und seinen Arbeitswillen. Seine Besonderheit ist der "will to please", was auf Deutsch so viel heisst wie "der Wille, Bedürfnisse zu erfüllen". Diese Hunderasse tut alles, was in ihrer Macht steht, um seinem Herrchen oder Frauchen jeden Wunsch zu erfüllen. Jeder Schäfer wird begeistert sein von dem Fleiss und der Ausdauer des hübschen Hundes. Egal, ob das Treiben der Herden, dem Leiten der Tiere in Gatter oder der Isolation einzelner Tiere, der Boder Collie beeist grosses Hütetalent und wird besonders in Englad und Schottland auch heute noch sehr als Herdengebrauchshund geschätzt.
Abgesehen von den faszinierenden Hüte- und Treibfähigkeiten weisen Border Collies ein sehr intelligentes, aufmerksames und freundliche Wesen auf. Jedoch sind die Briten auch sehr sensibel und benötigen eine kompetente und verlässliche Führung.
Denn der eigentliche Grundcharakter und die spätere Wesensfestigkeit können durch Ausbildung und Erziehung entscheidend vom Halter beeinflusst werden. Zum Guten, wie auch zum Schlechten versteht
sich.
So ist das Hüteverlangen der Hund nicht zu unterschätzen. Bei falscher Erziehung oder Unterforderung fangen Border Collies an, selbst nach einer Beschäftigung zu suchen, was zum Beispiel das Hüten von Kindern, Autos oder Joggern sein kann. Nicht selten führt dies zu unangenehmem Fehlverhalten der Hunde, das oft als Aggression oder Bösartigkeit missinterpretiert wird.
Zusammenfassung wichtiger Charakter- und Wesenseigenschaften:
Farblich erlaubt der Standard viele Variationen, nur Reinweiss ist nicht erlaubt. Bekannte Farben und Farbkombinationen sind beispielsweise:
Abzeichen treten überwiegend in Weiss, im Falle des Tricolor in Tan, einem hellen Braunton, auf. Auch bei anderen Farbvarianten kann es tanfarbene Abzeichen geben.
Der Körperbau des Border Collies ist perfekt geformt für das Laufen langer Strecken un der Arbeit in unwegsamem Gelände. Die Hunde weisen einen harmonischen Bau auf, der mehr lang als hoch und gut bemuskelt ist. Der Körper des Border Collies ist auf Ausdauer, Schnelligkeit und Wendigkeit ausgelegt. Als diese Eigenschaften werden für das Hüten, Treiben und im Sport abverlangt. Auch mit seinem Fell, welches in drei verschiedenen Haarlängen (Kurz- oder Stockhaar, Mittelhaar, Langhaar) erscheint und dichte Unterwolle aufweist, ist der Brite perfekt ausgerüstet, um jeder Witterungsbedingung zu strotzen.
Typisch für den Border Collie sind seine Mähne, Hose und Fahne, die häufig in weiss gehalten sind. Im Gegensatz zum Rest des Körpers ist das Fell an den Vorderläufen und im Gesicht kurz und glatt. Ebenso sollte das Fell an den Hinterläufen von de Sprunggelenken abwärts glatt und kurz sein.
Die Hunde erreichen im ausgewachsenen Zustand meist ein Gewicht zwischen 12 und 22 kg, je nach Geschlecht. Rüden erreichen ein Stockmass zwischen 48 und 56 cm, Hündinnen sind hingegen bis zu 10 cm kleiner mit einem Stockmass zwischen 46 und 53 cm. Der Kopf der Hunde ist breit und der Stop ist sehr gut ausgepägt. Der Fang relativ kurz. Die Ohren können stehend oder hängend getragen werden. Der Border Collie besitzt ein kraftvolles Scherengebiss. Die Augen des charmanten Hundes sind braun, beim merlefarbenen Hund können diese auch blau, oder teilweise blau sein.
Der Border Collie ist kein Hund für Anfänger. Wer sich einen Border Collie zulegen möchte, sollte bereits Efahrung in der Hundehaltung haben und als ruhiger und verlässlicher Hundeführer auftreten. Die sensiblen Briten benötigen einen Besitzer auf den sie sich verlassen können und an dem sie sich orientieren können. Sie sind gewillt ihrem Herrchen oder Frauchen jeden Wunsch zu erfüllen, doch dazu muss der Hundeführer in der Lage sein das Kommando klar zu formulieren und konsequent durchzusetzen.
Border Collies sind sehr soziale Hunde, welche eine gute Beziehung und Bindung zum Besitzer und zur Familie aufbauen. Richtig angepackt taugt er auch als Familienhund, darf aber nicht überfordert werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Bezugsperson konsequent und verständlich das Famlienrudel führt.
Die Pflege des Border Collies ist relativ unkomplziert. Die Hunde sollten regelmässig gebürstet werden. Die dichte Unterwolle kann, besonders an heissen Sommertagen, eine Last für die hübschen Hunde sein. Ein guter Hundefriseur kann diese ausdünnen. Nach Badeausflügen trocknet das Fell relativ schnell.
Den Urinstikt des Hütens haben die Hunde im Blut, dieser zeigt sich schon früh. Deshalb fängt die Erziehung bereits bei der Übernahme vom Züchter an, damit kann die Euphorie und der Elan des hübschen Collies genutzt werden, um einen positiven Beitrag zur Eingliederung ins Familienrudel zu erlangen.
Wird der Hütetrieb nicht in die gewünschten Aktivitäten gelenkt, können sich schon früh Verhaltenssörungen oder Unannehmlichkeiten entwickeln.
Das Mass ist entscheidend. Die allgemeine Auslgegung, der Border Collie müsse den ganzen Tag beschäftigt werden ist falsch!
Der Border Collie braucht wie jeder andere Hund seine Ruhephasen. Ein unaufhörliches Bespassen (z.B. mit Bälle werfen) ist dringend zu vermeiden. Denn die zähen Collies kennen keine Grenzen, überfordern sich rasch selbst und stehen somit mit ihrem Arbeitswillen unter Dauerstress, was gesundheitliche Schäden herbeiführen kann.
Ein Border Collie benötigt körperliche und geistige Auslastung und regelmässiges Training.
Gesunde Border Collies erreichen in der Regel ein Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Allerdings sind auch diese Rassehunde, wie viele ihrer Verwandten, von genetisch weitervererbten Krankheiten betroffen. Der Schweizer Rasseclub für Border Collies erlässt im Zucht- und Körreglement die Bedingungen der zur Zucht zugelassenen Border Collies und leistet damit einen grossen Beitrag zur Gesunderhaltung dieser Hunderasse. Ein Border Collie mit Stammbaum der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) wird somit erst mittels Röntgenbildern und Gentets zur Körung zugelassen. Die Körung behinhaltet einen Wesenstest und eine Beurteilung nach Rassestandard.
Nachfolgend eine Zusammenstellung sowie kurze Erklärung der getesteten Krankheiten:
HD (Hüftgelenksdysplasie)
Die Hüftgelenksdysplasie beim Hund beschreibt eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Das Ausmass dieser Fehlbildung kann unterschiedlich stark sein, woraus sich eine Arthrose im Hüftgelenk bilden kann. HD ist nicht ausschliesslich genetisch bedingt, Ernährung, Wachstum und Haltung haben ebenfalls einen entscheidenden Einfluss. Die Diagnose erfolgt durch Röntgenbilder.
Es werden folgende Grade unterschieden: A = HD-frei, B = Übergangsform, C = leichte HD, D = mittelradige HD, E = hochradige HD
ED (Ellbogendysplasie)
Die Ellbogendysplasie betrifft ähnlich wie bei HD eine Fehlbildung des Ellbogengelenks im Vorderlauf des Hundes und ist wie HD von mehreren faktoren abhängig. Kann bei Erkrankung eine Lahmheit auslösen. Unterschieden werden die Grade 0-3. Die Diagnose erfolgt wie bei HD durch Röntgenbilder.
OCD (Osteochondritits dissecans) im Schultergelenk
OCD ist eine Wachstumsstörung die meist im Alter von 5-12 Monaten auftritt. Beim Border Collie kann sie im Schultergelenk auftreten, weshalb das gesunde Schultergelenk als Zuchtkriterum aufgenommen wurde. Es können auch andere Gelenke betroffen sein. Die Folge ist eine Lahmheit. Bei OCD sind ebenso mehrere Faktoren für die Entstehung ausschlaggebend. Auch hier werden Röntgenbilder zur Diagnose beigezogen.
Gentests:
Bei den nachfolgend beschriebenen Erkrankungen handelt es sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang.
Das heisst es gibt Trägertiere die ein verändertes Gen weitergeben, aber nicht selbst erkrankt sind. Bei Verpaarung zweier Trägertiere miteinander, kann es Nachkommen geben, die dann sowohl vom Vater wie auch von der Mutter das veränderte Gen erhalten und bei denen die Erkrankung auftreten kann.
MDR1-Gendefekt (Multi Drug Resistance)
MDR+ ist ein Tranportsystem, welches im Organismus an der Verteilung und Ausscheidung von vielen Arzneistoffen beteiligt ist. Das Fehlen von MDR1 bei Hunden mit vorhandenem MDR1-Gendefekt (-/-) führt zur Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneistoffen, die ungehindert die Blut-Hirn-Schranke passieren und in das Gehirn eindringen können.
Collie Eye Anomalie (CEA)
CEA befallene Hunde weisen Veränderungen in der Netzhaut im Auge auf. Von leichten Fehlstellen bis hin zur vollständigen Ablösung der Netzhaut, was zur Erblindung führt.
Trapped Neutrophil Syndrome (TNS)
Das TNS ist eine Erkrankung bei der das Knochenmark zwar weisse Blutkörperchen produziert, diese aber nicht in den Blutkreislauf abgeben kann. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und Infektionen verlaufen schwerer.
Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS)
Beim IGS kann Vitamin B12 vom Darm nicht aus der Nahrung aufgenommen werden oder ausreichend selbst produziert werden. Dies führt zu einem chronischen Vitamin B12 (=Cobalamin)-Mangel.
Neuronale Ceroid-Lipofuszinose (NCL)
Bei dieser neurodegenerativen Erkrankung kommt es durch Einlagerung von Ceroid und Lipofuszin in den Nervenzellen zu Beeinträchtigung derer Funktion. Symptome können Verhaltensstörungen, epileptische Anfälle und Sehstörungen sein. Viele Tiere verlieren die Fähigkeit zur Koordination von den alltäglichen Muskelaktivitäten wie Fressen und Laufen.
Sensorische Neuropathie (SN)
Die sensorische Neuropathie ist eine schwere neurologische Störung, die durch Degeneration von sensorischen und motorischen Nervenzellen verursacht wird.
Kein Gentest existiert bei den Erkrankungen Katarakt (Grauer Star) und PRA (Progressive Retina Atrophie). Beide Erkrankungen betreffen die Augen und werden mittels Augenuntersuchung beim Ophtalmologen erkannt resp. für Zuchthunde ausgeschlossen.