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Als Lexem bezeichne ich unter bestimmten linguistischen Gesichtspunkten eine semantische Bedeutungseinheit, die den Kern eines Wortes bildet, welches in verschiedenen Formen auftreten kann. Ein Morphem kann eine semantische Bedeutung oder eine grammatische Funktion ausdrücken, ein Lexem ist nur eine semantische Bedeutungseinheit. Ein Lexem besteht aus mindestens einem lexikalischen Morphem sowie beliebig vielen grammatischen Derivationsmorphemen, aber abstrahiert von den möglichen grammatischen Flexionsmorphemen.
Beispiel:
"sing" kommt als Wortkern in singen, gesungen, Gesang usw. vor und meint - gemäss der Lexem-Vorstellung immer, dass ein Mensch "melodisch spricht".
In dieser Bedeutung umfasst der Begriff das Flexionsparadigma der grammatischen Wörter.
Gelegentlich werden auch wortartübergreifende Bedeutungseinheiten Lexeme genannt. Dabei wird auch von einem Lexemverband gesprochen:
singe und Sänger konkretisieren - eigentlich - zwei verschiedene Lexeme („singen“, „Sänger“)
Der Lexemverband SINGEN wird konkretisiert unter anderem in den Verben singen und vorsingen, in den Substantiven Sänger und Gesang sowie in dem Adjektiv sangbar.
Sem nennt man (mitunter) in der semantischen Komponentenanalyse die kleinste Bedeutungseinheit. Ein Lexem besteht nach dieser Terminologie aus einem oder mehreren Semen. Die Abgrenzung vom Begriff Semem hängt davon ab, was man unter einem Semem versteht. Das Gleiche gilt für den Begriff des Semantems.
Das Lemma ist der Eintrag bzw. das einzelne Stichwort in einem Wörterbuch oder Lexikon. Es ist die lexikographische Zitierform (Name) eines Lexems, die üblicherweise nach bestimmten Konventionen gebildet wird, z. B. im Deutschen für Nomen die Verwendung des Nominativ Singular.Wenn der Begriff Lexem bedeutungsbezogen verwendet wird, ist er nicht an Wortgrenzen gebunden. Ein „Lexem in einem weiteren Sinn“ kann daher ein Wort, ein Wortbestandteil oder eine Phrase sein.[ Ganze Phrasen kommen als Lexeme insbesondere dann in Betracht, „wenn ihnen eine idiomatische (nicht-transparente) Bedeutung zukommt.“[7] idiomatische Bedeutung „an die Decke gehen“
Kritik:
Das Lexem ist eine offensichtliche Krücke, die es erlaubt und darin ihren Sinn hat, über Wortbildungen zu sprechen.
siehe auch Chinesische Schrift und Morphem