Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03624.jsonl.gz/1552

Das vor allem für schwangere Frauen gefährliche Zika-Virus ist laut WHO bereits in 33 Ländern verbreitet. Eine weitere Ausdehnung sei wahrscheinlich. Besonders betroffen sind Brasilien und Kolumbien.
Das Zika-Virus hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 33 Ländern verbreitet. Vor allem in Brasilien und Kolumbien hätten sich Menschen mit dem Erreger angesteckt, berichtet die UNO-Organisation in ihrem jüngsten Report vom Freitagabend.
Gezählt wurden Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Januar 2014 und 5. Februar 2016 gemeldet haben. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Seitdem das Zika-Virus 2015 in Lateinamerika aufgetaucht sei, habe es sich kontinuierlich weiterverbreitet. Eine weitere Ausdehnung schätzt die WHO als wahrscheinlich ein.
22'600 Fälle in Kolumbien
In Kolumbien, nach Brasilien das meist betroffene Land, sind inzwischen mehr als 22'600 Fälle von Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt worden, wie die nationale Gesundheitsbehörde am Samstag mitteilte. Darunter seien mehr als 2800 schwangere Frauen.
Präsident Juan Manuel Santos betonte nach Beratungen mit Gesundheitsexperten, bislang sei kein einziger Fötus mit Mikrozephalie bei einer mit dem Virus infizierten Frau gefunden worden.
Auch Barré-Nervenkrankheit nimmt zu
Das Zika-Virus wird nicht nur mit Mikrozephalie, sondern auch mit der Guillain-Barré-Nervenkrankheit in Verbindung gebracht. Diese ist ebenfalls auf dem Vormarsch. Nach WHO-Angaben meldeten fünf der betroffenen Länder auch eine Zunahme dieser seltenen Lähmungskrankheit: Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Surinam und Venezuela.
Die kolumbianische Regierung hatte am Freitag sogar von drei Todesfällen durch die Krankheit berichtet. Alle drei Menschen waren mit Zika infiziert. Schon ein Zika-Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien ging einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms.
Zusammenhang mit Mikrozephalie vermutet
In Brasilien prüfen Ärzte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Schädelfehlbildung Mikrozephalie bei Neugeborenen und dem Zika-Virus. Eine rückblickende Analyse deutet laut WHO auch beim Ausbruch in Französisch-Polynesien auf vermehrte Fälle von Mikrozephalie während des Zika-Ausbruchs hin.
(sda/gku)