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Intentia fusioniert mit Lawson2. Juni 2005 um 12:56
Keine Software-Konsolidierungs-Story?
Keine Software-Konsolidierungs-Story?
Der schwedische ERP-Hersteller Intentia (Movex) fusioniert mit dem US Softwarehersteller Lawson. Beide Firmen haben eine ähnliche Grösse (je etwa 350 bis 400 Mio. Dollar Umsatz). Der Deal soll ausschliesslich über Aktientausch finanziert werden und hat etwa einen Umfang von einer halben Milliarde Dollar.
Der Name Intentia wird nach vollzogener Fusion verschwinden, das Hauptquartier wird am US Sitz von Lawson in Minnesota sein. Der Intentia-Hauptsitz in Stockholm wird noch als "operations headquarter" dienen.
J.D.Edwards-Mann wird CEO
Chef des neuen Konzerns mit dem Potential zu einer Milliarde Dollar Umsatz wird Harry Debes. Debes war zuvor der Verkaufs- und Service-Leiter von J.D. Edwards in den USA, nahm nach der Übernahme durch Peoplesoft aber den Hut. Der bisherige Chef von Lawson, Jay Coughlan, geht, während der relativ neue CEO von Intentia, Bertrand Sciard, ein ehemaliger IBM-Mann, die Rolle als COO (Chief Operating Officer) übernimmt.
Beide Firmen stellen Business-Software für mittelgrosse bis grosse Firmen her und beide sind mit IBM verbündet. Ihre Stärken liegen aber jeweils auf unterschiedlichen vertikalen Märkten und in anderen Geografien. Intentia ist in Europa und Asien präsent während Lawson vor allem in den USA stark ist. Intentia stellt unter anderem eine Branchenlösung für die Textil- und Nahrungsmittelindustrie her und hat eine Lösung für den Grosshandel. Lawsons Fokus liegt im Gesundheitswesen, Retail, Finanzindustrie und bei Software für staatliche Organisationen.
"Dies ist keine typische Konsolidierung der Softwareindustrie," lässt sich VR-Präsident und Firmengründer Richard Lawson zitieren. Eine Aussage, die wir bezweifeln. Intentia zumindest durchlief in den letzten Jahren eine tiefe Krise, musste rekapitalisiert werden und wechselte das Managment auf den oberen Stufen komplett aus.
Nicht unbedeutend im Schweizer Markt
Intentia ist in der Schweiz mit etwa 55 Mitarbeitenden aktiv und zählt über 80 Kunden, so etwa Olympus, Büro Furrer, Cham Papier, Saia-Burgess und Valora. In der Schweiz erreicht der (bald ehemals) schwedische Softwarehersteller einen Umsatz von weit über 10 Millionen Franken.
Da sich die beiden Firmen weder geografisch noch im Produktesortiment stark überlappen, werden geringe Auswirkungen auf die Kunden prognostiziert. Auch von Stellenabbau ist nicht die Rede. (Christoph Hugenschmidt)
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