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Michel Dätwyler und sein Bruder Jean-Daniel erblicken das Licht der Welt in Ollon. Sie verbringen den grössten Teil ihrer Kindheit auf 1'800 m Höhe im Skigebiet von Villars, wo ihre Eltern von 1949 bis 1965 am Gebirgspass Col de Bretaye ein Höhenrestaurant bewirtschaften. Die enge Verbundenheit der beiden Brüder mit dem Tourismus und dem Skilaufen ist sicherlich in dieser aussergewöhnlichen Kindheit gewachsen, denn im Winter fahren Michel und Jean-Daniel die 600 m bis zur Schule in Villars auf Skiern hinunter. In Michels Kinderzeit werden auch die ersten Skilifte gebaut, darunter die Schleppseilbahn Chaux-Ronde, welche zusammen mit dem Bügellift in Davos zu den ersten Aufstiegshilfen in der Schweiz zählt. Der am 13. Dezember 1936 auf der heutigen Slalomstrecke eingeweihte Schlepplift ist mit einem Kabelsystem und Ledergurten ausgestattet, deren Schlaufe der Skifahrer in der Hand halten muss. Der Erfolg dieses Skilifts ist der Auslöser für die Entwicklung des Skigebietes. Ein Jahr später wird die erste Schlittenseilbahn Grand Chamossaire (frz. «Funi-luge») gebaut, mit der stündlich 120 bis 130 Skifans auf den Gipfel des Grand Chamossaire in 2000 m Höhe befördert werden können. Andere Lifte und Seilbahnen werden gebaut und Villars wird zu einer der bedeutendsten Wintersportdestinationen des Landes.
Im Jahre 1965 geben Michels Eltern das Höhenrestaurant ab, kaufen ein kleines Geschäft in Villars und bewirtschaften parallel dazu das Restaurant der Eisbahn. Zu dieser Zeit ist die Eishockeymannschaft von Villars Schweizermeister, was zweifelsohne unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass der Ort über die erste überdachte Kunsteisbahn der Schweiz verfügt und den talentierten Teams somit ideale Trainingsbedingungen bieten kann. Die Eisbahn ist der grosszügigen Sponsorin Madame Potin zu verdanken, Eigentümerin eines Pariser Eishockeyteam, dem die besten kanadischen Eishockeyspieler Europas angehören. Sie ist Villars sehr verbunden und hält sich regelmässig im Ort auf. 1960 schenkt Madame Potin der Gemeinde den Bau einer Kunsteisbahn und ruft den Villars Hockey Club ins Leben. Sie ist es ebenfalls, die 1962 die Überdachung der Eisbahn mit einem Schirmsystem finanziert, wodurch Villars zur ersten Schweizer Gemeinde wird, die eine überdachte Eisbahn besitzt. Der Villars Hockey Club steigt schnell in die Nationalliga auf und wird Schweizermeister in der Eishockeysaison 1962/63, 1963/64 und Vize-Schweizermeister im Jahre 1964/65.
Michel macht eine Ausbildung im Hotelgewerbe und fährt gleichzeitig mit seinem Bruder Jean-Daniel Skirennen. Beide Brüder werden in die Nationalmannschaft aufgenommen und nehmen über 10 Jahre lang an Weltcuprennen teil. Jean-Daniel geht 1968 bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble an den Start und gewinnt zusammen mit Jean-Claude Killy die Bronzemedaille im Abfahrtslauf. Die nachfolgenden Generationen hat die Leidenschaft für Skirennen mit der Muttermilch aufgenommen, denn Céline, die Tochter von Jean-Daniel, wird 1991 und 1992 als Junioren-Weltmeisterin in der Abfahrt medailliert. Dies erklärt, warum der Eingang des familieneigenen Sportgeschäfts mit den olympischen Ringen dekoriert ist. Im Frühjahr 1973 beendet Michel seine Wettkampfkarriere und übernimmt die Leitung der Schweizer Skischule Villars im Dezember desselben Jahres, nachdem er die erforderlichen Ausbildungen absolviert hat. Als Leiter der Skischule wird er ebenfalls Ausschussmitglied der Seilbahngesellschaft Télébretaye und des Tourismusbüros von Villars. Im Lauf der Jahre übernimmt er die Präsidentschaft verschiedener Körperschaften, darunter die der Schweizer Skischule Villars, des Ski-Clubs, des Tourismusbüros und der Kurtaxenabteilung der Gemeinde.
Michel ist viele Jahre lang als Skilehrer tätig und wird schon bald Mitglied des Lenkungsausschusses und der Technischen Kommission des Schweizerischen Skiverbands «Swiss-Ski», aus dem später Swiss SnowSports hervorgeht. In den Jahren seiner Präsidentschaft des Ski-Clubs Villars setzt er sich stark für die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Skischulen und den Ski-Clubs ein, wobei Letztere hauptsächlich auf den Wettkampfsport ausgerichtet sind. Dies ist zweifelsohne der Grund für die «Stärke» und das derzeitige hohe Leistungsniveau des Ski-Club Villars sowie die gute Synergie mit der Schweizer Skischule.
Während seiner Amtszeit als Leiter der Schweizer Skischule richtet Michel die Kindertagesstätte der Skischule ein und gründet den Verein für die Instandhaltung der Langlaufloipen. Angesichts der wachsenden Beliebtheit dieses Sports sammelt er Gelder bei Privatpersonen und verschiedenen Körperschaften, kauft eine Pistenraupe, rekrutiert einen Fahrer und verhandelt mit allen Landbesitzern, um die Schaffung von Langlaufloipen zu ermöglichen, die diesem Sport während der Wintersaison gewidmet sind.
Im Rahmen des Baus neuer Seilbahnen ist Michel an den Diskussionen mit den Landwirten beteiligt, um sie davon zu überzeugen, die erforderlichen Seilbahnmasten auf ihrem Grund und Boden errichten zu lassen.
Während er von 1973 bis 1975 die Skischule leitet und Vorstandsmitglied des Tourismusbüros ist, legt ein führender Bauträger der Gemeinde ein grosses Immobilienprojekt für ein «Super-Villars» vor. Damals war es gang und gäbe, grosse Wintersportorte wie z. B. Thyon 2000 oder Super-Nendaz zu bauen. Das Projekt sah vor, 1500 bis 2000 Betten im Gebiet Charmet zu schaffen, wo sich derzeit in 1500 m Höhe der Golf-Club Villars befindet. Landwirtschaftliche Flächen sollen in Bauzonen umgewandelt werden, für welche Baugenehmigungen vergeben werden könnten.
In der Umgebung wird jedoch keine Wasserquelle gefunden, und das Bauvorhaben deshalb verworfen. Später jedoch, als der im Ort selbst angesiedelte Golfplatz Villars in höhere Lagen verlegt werden muss, wird als Standort ein Teil der ursprünglich für das Grossprojekt vorgesehenen Bauzone gewählt. Da aufgrund des einige Jahr zuvor geplanten Immobilienprojektes die Nutzung des Gebietes geändert worden war, ist es in der Tat einfacher, die zuständigen Behörden und den Naturschutzverein davon zu überzeugen, die Bauzone in einen Standort für den Golfplatz umzuwandeln. So entsteht im Jahre 1973 zunächst ein Drei-Loch-Golfplatz, welcher in der Folge zu einem Sechs-Loch- und später zu einem Neun-Loch-Parcours ausgebaut wird. Im Jahr 2000 wird Letzterer um einen weiteren Neun-Loch-Parcours erweitert und es entsteht der heutige 18‑Loch‑Green Villars.
Michel ist ebenfalls einer der Akteure, die den Zusammenschluss der damaligen drei Skiliftbetreiber (Télécabine du Roc d’Orsay, Télébretaye, Télécabine Barboleuse-Les Chaux) vorangetrieben haben. Bislang Mitglied des Verwaltungsrates von Télébretaye, wird er zum Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt. Da zu dieser Zeit jede Körperschaft ihre eigenen Billets verkauft, muss zunächst ein einziger Skipass für die Nutzung des gesamten Skigebiets geschaffen werden. Bis zu ihrer Fusion im Jahre 1989 bleiben die Skiliftgesellschaften unabhängige Unternehmen. Ihr Zusammenschluss ist dem gemeinsamen Willen der drei Verwaltungsräte zu verdanken, die eine Sanierung ihrer Finanzen und die Weiterentwicklung des Skigebiets anstreben. Die Eisenbahngesellschaft Bex-Villars-Bretaye fusioniert zwar nicht mit der neuen Körperschaft, bleibt aber ihr Hauptpartner. Aus dem Zusammenschluss geht die Aktiengesellschaft «Télé-Villars-Gryon SA» hervor, welche dem Winterangebot des Ferienortes einen starken Impuls gibt.
Michel ist ab 1990 Mitglied des Exekutivorgans der Gemeinde Ollon und übernimmt von 2002 bis 2006 seine Präsidentschaft.
Seit seinem Rückzug aus dem politischen Leben im Jahre 2007 widmet sich Michel voll und ganz dem gemeinsam mit seinem Bruder Jean-Daniel und beiden Familien betriebenen Sportgeschäft. Das Geschäft ist derzeit in den Händen der jüngeren Generation.