Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03205.jsonl.gz/2252

(1) Diskussion des Gedankenexperiments von Philosophie.ch
Dein bester Freund und du spielt zusammen dein Lieblingsspiel. Du spielst das Spiel schon lange und kennst die Regeln gut. Bei einer Regel beginnen dein Freund und du zu diskutieren; er ist felsenfest davon überzeugt, dass die Regel anders lautet. Die Diskussion wird immer hitziger und du wirst zunehmend wütend, da du dir sicher bist, die Regel richtig im Kopf zu haben. Solltest du der Freundschaft zu liebe dem Freund recht geben und nicht streiten? Was ist wichtiger, recht zu haben oder nicht zu streiten? Wie emotional darf Streit überhaupt werden?
(2) Was ist Streit? / Wie endet Streit?
Ordnen Sie die Stichwörter den folgenden Kategorien zu: «Charakteristisch für Streit» / «Nicht-Charakteristisch für Streit». Formulieren Sie Argumente, weshalb Sie «Charakteristisch für Streit» oder «Nicht-Charakteristisch für Streit» wählen. Welche der Stichwörter beziehen sich auf die Beendung eines Streites und wie endet Streit Ihrer Ansicht nach?
Disput zwischen mindestens zwei Personen/Gruppen; unterschiedliche Meinungen; unterschiedliche Interessen; notwendig verbal; bezieht sich notwendigerweise auf persönliche Angelegenheiten; gegenseitige Zustimmung; Form der Konfliktlösung; Austausch von Argumenten; gegenseitige Anerkennung; rational;emotional; gegenseitige Zufriedenheit
(3) Ist Streit etwas Gutes?
In der Philosophie gibt es unterschiedliche Ansichten über Streit. Einige Philosophen betrachten ihn als notwendiges Mittel zur Erlangung von Wahrheit, während andere ihn als destruktiv und nutzlos betrachten. Sokrates betrachtet Streit als eine Methode der Erkenntnisgewinnung, bei der durch Fragen und Argumentieren die Wahrheit erkannt werden kann. Die Idee ist, dass durch den Austausch von Argumenten die besten Ansätze an die Oberfläche kommen. Im Gegensatz dazu betrachteten Philosophen wie Nietzsche und Heidegger den Streit als etwas, das das menschliche Dasein beeinträchtigt. Die Idee ist, dass Streit oft aus Egoismus entsteht und dass er die Beziehungen zwischen Menschen belastet und die Suche nach Wahrheit behindert. Was ist Ihre Position? Begründen Sie Ihre Antwort.
(4) Über was man kann rational streiten? Über was nicht?
Ein Beispiel: Der Ökonom Gary Becker hat in seinem Artikel «De gustibus non est disputandum" (1977) argumentiert, dass man über Geschmack nicht streiten kann. Viele Philosophinnen in der praktischen Philosophie sehen dies allerdings anders, im Sinne, dass es Gründe pro oder contra Präferenzen gibt. Was ist Ihre Meinung? Nennen Sie zwei Beispiele worüber man rational streiten kann. Und nennen Sie zwei Beispiele worüber man nicht rational streiten kann.
(5) Philosophischer Streit – ein Beispiel
Ein philosophischer Streit ist eine Debatte, bei der unterschiedliche Ansichten und Theorien vorgebracht werden. Es geht dabei darum, die Stärken und Schwächen der jeweiligen Positionen zu untersuchen. Philosophische Streitigkeiten können sich auf verschiedene Bereiche in der Philosophie wie z.B. Metaphysik, Ethik oder Logik beziehen. Ein Beispiel: In der Ethik gibt es einen Streit zwischen Utilitarismus und Deontologie. Dieser Streit handelt davon, welche moralischen Prinzipien richtig sind. Der Utilitarismus argumentiert, dass wir handeln sollten, um das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen zu erreichen, während die Deontologie argumentiert, dass es bestimmte moralische Regeln gibt, die wir unbedingt einhalten sollten, unabhängig von ihren Konsequenzen. Sind Sie Utilitaristin oder Deontologe? Begründen Sie Ihre Antwort.
(6) Philosophischer Streit – die zugrundeliegende Methode
Philosophinnen und Philosophen benutzen Argumente wenn sie streiten. Ein Argument besteht aus Prämissen und einer Konklusion. Ein stichhaltiges Argument ist deduktiv gültig und beinhaltet plausible Prämissen. Beispiel für ein deduktiv gültiges Argument:
1. Alle Menschen sind sterblich.
2. Sokrates ist ein Mensch.
Also: Sokrates sterblich.
Dieses Argument ist deduktiv gültig. Das heisst: Wenn die Prämissen wahr sind, dann ist auch die Schlussfolgerung wahr. Versuchen Sie ein eigenes (ggf. sogar deduktiv gültiges) Argument pro/contra Utilitarismus/Deontologie zu formulieren.