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Neue Satellitenaufnahmen liefern Hinweise auf mögliche Wrackteile der Boeing 777 der Malaysia Airlines. Sie stammen aus jenem Gebiet, in dem das Flugzeug vermutlich abgestürzt ist.
Neue Satellitenbilder haben die Hoffnung geweckt, bald Wrackteile der verunglückten Malaysia-Airlines-Maschine zu finden. Die Aufnahmen der Airbus-Tochter «Airbus Defence and Space» zeigten im Indischen Ozean ein Trümmerfeld mit 122 Teilen, sagte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Mittwoch.
«Wir müssen betonen, dass wir nicht wissen, ob diese Objekte zu Flug MH370 gehörten», sagte er. Noch ist keines der möglichen Bruchstücke gefunden worden. Die Aufnahmen stammten aus der Region, wo Maschinen und Schiffe seit Tagen suchen: Etwa 2500 Kilometer von Perth an der australischen Westküste entfernt.
Australien kann die Suche nach den Worten von Regierungschef Tony Abbott nicht ewig fortsetzen. «Wir suchen weiter, weil wir es den Menschen schuldig sind, alles zu tun, um dieses Rätsel zu lösen», sagte Abbott am Mittwoch im Parlament. Die Suche sei «nicht völlig unbefristet, aber dies ist nicht etwas, was wir leicht aufgeben würden.»
Chinas Regierungschef sagte dagegen, es würden keine Mühen gescheut. Die meisten der 239 Flugzeuginsassen waren Chinesen. Die Suche ging am Mittwoch nach einer 24-stündigen Unterbrechung wegen schlechten Wetters weiter. Die Crews an Bord von zwölf Flugzeugen und zwei Schiffen konnten weiter keine möglichen Wrackteile ausmachen.
Nach Ansicht von Forschern wird es wegen der turbulenten Strömung in dem Seegebiet immer schwieriger, die Absturzstelle noch zu finden. Etwaige Wrackteile seien wohl schon viel zu weit abgedriftet, als dass noch verlässliche Angaben zu ihrer Herkunft gemacht werden könnten, sagte David Griffin, Ozeanograph des australischen Forschungsinstituts CSIRO.
Nach Angaben Husseins sind einige Teile auf den neuen Satellitenbildern bis zu 23 Meter lang. Die auf früheren Satellitenaufnahmen entdeckten Objekte wurden bislang nicht entdeckt. Die Maschine war nach dem Start in Kuala Lumpur vom Kurs nach Peking abgewichen und ohne funktionierende Kommunikationssysteme bis zu acht Stunden Richtung Süden geflogen. Warum ist unklar.
Die genaue Absturzstelle zu finden, hat weiter höchste Priorität. Dort müsste der Rumpf der Maschine auf dem Meeresboden liegen, mit den Flugschreibern an Bord. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss über die Ursache des Irrflugs.
Der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder funken ihre Position, aber ein Peilsender muss wenigstens in der Nähe sein, um das Signal aufzufangen. Nach 30 Tagen gehen die Batterien der Blackbox genannten Schreiber aus, das wäre am 7. April.
Die Box selbst könnte zwei bis drei Jahre in Wasser intakt bleiben, sagte der französische Tiefseetechniker Sylvain Pascaud, der an der Suche und Bergung des 2009 im Atlantik abgestürzten Air-France-Flugzeugs beteiligt war. Das Wrack wurde erst nach zwei Jahren gefunden. Was es als Erstes nun brauche, seien Wrackteile. Dann könnten Tauchroboter eingesetzt werden.
In Australien werden derzeit Spezialgeräte für die Suche nach dem Flugschreiber vorbereitet. Eine Tauchdrohne und ein spezieller Sensor für die Blackbox wurden bereits in der Hafenstadt Perth ausgeladen.
Zweieinhalb Wochen nach dem spurlosen Verschwinden des Flugzeugs reichte eine US-Anwaltskanzlei eine Millionenklage gegen die Fluggesellschaft und den Flugzeugbauer ein. Die Kanzlei Ribbeck Law teilte am Mittwoch in Kuala Lumpur mit, sie habe Malaysia Airlines und Boeing zugleich eine Frist von 30 Tagen gesetzt, um die Vorgänge beim Verschwinden von Flug MH370 aufzuklären. «Alle Verantwortlichen» würden zur Rechenschaft gezogen. (pbl/sda)