Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03103.jsonl.gz/289

Heute vor 200 Jahren ist Richard Wagner geboren worden. Einer der genialsten Komponisten der Musikgeschichte, aber ebenso umstritten und exzentrisch. Er war wiederholt Gast in Brunnen und Seelisberg.
Richard Wagner ist am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren worden und am 13. Februar 1883 in Venedig gestorben. Er gehört zu den berühmtesten Komponisten des 19. Jahrhunderts und der Musikgeschichte überhaupt. Er gilt als Begründer des Musikdramas. Seine Werke werden nach wie vor auf der ganzen Welt gespielt. Die berühmtesten davon: die Opern «Der fliegende Holländer», «Tannhäuser», «Lohengrin», «Parsifal», «Tristan und Isolde» und «Ring der Nibelungen». Wagner war auf seiner Flucht vor Gläubigern, wegen seinen politischen Verflechtungen und der Verbannung durch die bayerische Regierung während Jahren quer durch Europa unterwegs. Auch in der Schweiz. Sie bot ihm regelrecht Asyl, von 1849 bis 1858 in Zürich, von 1866 bis 1871 in Luzern, im Landgut Tribschen. Wagner hat in diesen 15 Jahren ein enges Verhältnis zur damals jungen Schweiz geknüpft. Seine Reisen machte er zu Fuss, mit der Postkutsche oder dem Dampfschiff. Eisenbahnen standen erst im Bau oder in Planung.
1850 in der Zentralschweiz
Erstmals in der Zentralschweiz zu Besuch war Wagner zusammen mit seiner damaligen Gattin Minna am 28. August 1850, zuerst in Luzern, mit der Einkehr im Gasthaus Schwanen, dann auf der Rigi. Der zweite Besuch fand Ende Juli 1851 statt. Zusammen mit seinem Begleiter Theodor Uhlig unternahm er eine Wanderung «an die Stätten der Tell-Sage», nach Brunnen, dann zum «Grütli», nach Engelberg und über «die wilde Surenen-Eck», wo man über den Schnee rutschen gelernt habe. Uhlig ist dabei in den Bergbach gefallen, hat sich die Kleider ausgezogen, diese an der Sonne trocknen lassen und ist nackt auf der Alp herumpromeniert.
Zur Molkenkur in «Sälisberg»
Neben diesen Bergtouren – einmal sogar mit dem Genuss von Murmeltierbraten – hat Wagner mehrmals seine damalige Gattin Minna zur Molkenkur in «Sälisberg» (Seelisberg) begleitet. Nicht immer sehr begeistert. Im Juli 1854 schreibt er: «Geduldig überstand ich einige Wochen lang die Leiden eines Schweizer Pensionslebens.» Minna dagegen gefiel es. Der trittsichere Richard Wagner hielt sich an Spaziergänge auf den «Gebirgspfaden» und lobte die gute Luft. In seinen Erinnerungen schreibt er sogar: «Ich wählte mir sogar in Gedanken die ziemlich wilde Stelle aus, auf welcher ich mir ein einfaches Holzhäuschen aufführen zu lassen wünschte, um dort einmal in Ruhe arbeiten zu können.» Mit anderen Worten: Wagner trug sich mit dem Gedanken, in Seelisberg ein Haus zu bauen. Auch im Juli 1854 waren die Wagners wieder in Seelisberg, bei Minna wurde bereits eine Herzkrankheit diagnostiziert. 1855 wollte Minna wieder nach Seelisberg. Die Abreise musste aber verschoben werden, weil das altersschwache Hündchen Peps die «Ersteigung» nicht mehr hätte ertragen können. Also wartete man zu, hatte bereits ein wenig Blausäure für den Gnadentod des Tieres gerüstet, dann ist der Hund selber gestorben. Am 13. Juli ist man dann ohne Hund nach Seelisberg gereist, aber immerhin mit einem Papagei.
Reinschriftin Seelisberg
Damals begann Wagner in Seelisberg mit der Reinschrift der Partitur zur «Walküre». Ein weiterer, merkwürdiger Besuch ist vom 6. Juli 1853 dokumentiert. Wagner ist damals mit Franz Liszt, seinem späteren Schwiegervater, und dem Dichter Georg Herwegh zu einem «Ausflug nach Brunnen» aufgebrochen. Beim Besuch des Rütli haben die drei auf eine Idee von Liszt hin aus den drei Rütli-Quellen Brüderschaft getrunken.
Schimpfwörter gegen Tellskapelle
1859 hatte Wagner Besuch von Komponist Felix Draeseke. Wie immer nutzte dies Wagner als Gastgeber für verschiedenste Ausflüge, mit Draeseke auch nach Brunnen, zum Rütli und zur Tellskapelle. Dort forderte Wagner Draeseke auf, laut zu rufen, um in der Kapelle das Echo zu wecken. Als Draeseke zögerte, rief Wagner in seinem sächsischen Dialekt alle möglichen Schimpfwörter gegen das Ufer und amüsierte sich sehr über das zurückgeworfene Schimpf- Echo. Ende Mai 1856 verlief ein anderer Ausflug zusammen mit dem Dresdner Opernsänger Joseph Tichatschek weniger amüsant. Wagner schreibt darübe
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/3X2yyN