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Siôn Russell Jones, ein junger Musiker aus Wales, dessen Songs direkt ins Herz gehen. Anfang des Jahres stand er als Supportact für Heather Nova auf Schweizer Bühnen, vergangenen Freitag trat er in eigener Mission in der Safari Bar in Zürich auf. Negative White stand er in einem Interview Rede und Antwort.
Zwei deiner Albumcovers zeigen Vögel und auch in mehreren Songs kommen die Tiere vor. Magst du Vögel?
Siôn Russell Jones: Schon, aber das Album Artwork hat mit meinen Vorlieben gar nicht so viel zu tun. Ein Freund von mir, ein bekannter Graffiti Künstler aus Cardiff, sollte das Albumcover von Lost no more entwerfen. Meine einzige Vorgabe an ihn war: kein Graffiti Artwork. Irgendwann kam er dann mit diesen Vögeln an und sie gefielen mir sehr gut.
Mit sieben Jahren hast du begonnen Gitarre zu spielen. Erinnerst du dich noch an den ersten Song, den du gelernt hast?
Daran erinnere ich mich tatsächlich noch. Der Song heisst Red River Valley; ein altes Rock n‘ Roll Stück, das eigentlich fürs Saxophon geschrieben wurde. Mein Vater hat es mir auf der Gitarre beigebracht.
Welche Bedeutung hat für dich die Musik, die deine Eltern dir früher vorspielten und beibrachten?
In meinem Elternhaus war Musik eins der wichtigen Themen. Ich wuchs mit den ganzen grossen Band auf: Beatles, Elton John, ABBA – Musik, die äusserst intelligent aufgebaut ist, die packt. Solche Songs will ich auch schreiben.
ABBA und Co schrieben ihre Songs auf Englisch. Du gibst bald ein Album in deiner Muttersprache, Walisisch, heraus.
Stimmt, es erscheint in zwei Wochen und heisst Tŷ’r Stafell’
Schreibst du deine Songs lieber auf Englisch oder Walisisch?
Definitiv Englisch! Walisisch ist eine keltische Sprache und die älteste, die noch immer gesprochene wird. Sie hat nicht einmal halb so viele Worte wie das Englische und viele davon haben je nach Betonung eine andere Bedeutung. Walisisch texten ist wirklich nicht einfach.
Hast du dich beim Schreiben der Songs von der Walisischen Kultur inspirieren lassen?
Die Songs auf der neuen EP beinhalten viele Gesangsharmonien, ähnlich denen, die man von Chormusik kennt. In Wales gibt es viele gute Chöre, die die walisische Musik auch prägen. In dieser Hinsicht habe ich mich also auf jeden Fall inspirieren lassen. Die Texte auf Tŷ’r Stafell’ orientieren sich jedoch nicht an der Kultur. Sie sind stärker biografisch, als auf meinen beiden ersten Alben. Aber auch nicht zu sehr. Es ist mir wichtig, das die Hörer nicht meine ganze Lebensgeschichte aus den Songs herauslesen können.
Gibt es einen Song auf deinen bisherigen Alben, der dir gar nicht mehr gefällt?
Den gibt es wirklich, aber ich werde nicht verraten welchen! Nur so viel: Mein Verleger hat mich beauftragt einen Song für eine Werbung zu schreiben, der vom Stil her ähnlich ist wie Ho Hey von Passenger. Ich hab den Song geschrieben und fand ihn selber nie gut. Mein Verlag fand den Song aber so gut, dass ich ihn einfach auf Album nehmen musste. Ich finde ihn immer noch zweiklassig und spiele ihn nie an Konzerten.
Und welcher Song ist dein persönlicher Liebling?
Der Song One Strong Minute von der EP So long . Diese Lyrics sind die besten, die ich je geschrieben habe.
Drei Fragen, die überhaupt nichts mit Musik zu tun haben
Hast du ein Lieblingsbuch?
Sogar sehr viele! Ich lese sehr gerne. American Gods oder Naked Lunch kann ich weiterempfehlen. Ausserdem das Buch Zen and the art of motocycle maintenance, ein philosophischer Roman, über den ich ganz per Zufall gestolpert bin. Im wahrsten Sinne des Wortes: Ich habe das Buch am Boden gefunden, als ich von einer Party nachhause gekommen bin. Es ist wirklich gut. Ihr solltet es lesen!
Bist du schon mal auf einen Berg gestiegen?
In der Schweiz nicht, aber in Wales. Wir haben auch ziemlich viele Berge. Ausserdem war ich schon Snowboarden in den Französischen Alpen und in Deutschland.
Was ist deine Lieblingssüssigkeit?
Ich bin nicht wirklich ein Schleckermaul. Dafür hatte ich aber auch nie Probleme mit den Zähnen.
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