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Islamabad - Während im Norden Pakistans die Wassermassen zurückgehen, verwüstet die Flut im Süden weiter riesige Landstriche. Millionen sind auf der Flucht. Viele Kinder leiden unter Mangelernährung. Der Wiederaufbau wird nach Angaben der Regierung etwa fünf Milliarden Dollar kosten.
In den Überschwemmungsgebieten im Süden Pakistans kämpfen Tausende Einsatzkräfte gegen die Überflutung weiterer Landstriche durch die Wassermassen des Indus. Am Westufer des Flusses nahe der Stadt Thatta versuchten Helfer und Soldaten, einen beschädigten Deich zu stabilisieren, sagte Behördensprecher Khair Mohammad Kaloro am Sonntag.
"Wir arbeiten Tag und Nacht, aber wir wissen nicht, ob wir Erfolg haben werden." Drei Viertel der etwa 300'000 Einwohner hätten sich bereits in Sicherheit gebracht. Die Übrigen warteten auf ihre Evakuierung, sollte der Deich ganz brechen.
Am Ostufer des Indus verloren Helfer ein weiteres Mal gegen die Flut. "Das Wasser fliesst in die Stadt Sujawal, in der 200'000 Menschen leben", sagte Kaloro.
Millionen VertriebeneInsgesamt seien im Küstendistrikt Thatta, in dem der Indus ins Arabische Meer fliesst, in den vergangenen drei Tagen etwa 350 Dörfer überschwemmt und Hunderttausende Menschen vertrieben worden. Insgesamt seien in der Umgebung von Thatta 2,3 Millionen Menschen obdachlos, sagte der Leiter der Hilfsmassnahmen in der Provinz Sindh, Ghulam Ali Pasha.
Sindh ist die Provinz, die derzeit am schlimmsten von den Wassermassen bedroht ist. Durch die dortigen Überschwemmungen wurden laut Pasha seit Anfang August sieben Millionen Menschen vertrieben, davon allein eine Million in den vergangenen Tagen.
Nach Angaben des UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) stehen 19 der 23 Bezirke Sindhs unter Wasser. An einigen Stellen schwoll der Indus auf das 40-fache seiner Masse an.
Nach UNO-Angaben sind mittlerweile insgesamt mehr als 17 Millionen Pakistaner von den Überschwemmungen betroffen. Ein Fünftel des Landes ist überflutet.
SDA-ATS