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G für LabVIEW unterscheidet sich von anderen universellen Programmiersprachen. Zum einen geschieht die Programmierung in G durch das Verdrahten grafischer Symbole in einem Blockdiagramm. Dieser Programmcode wird anschliessend direkt in Maschinencode kompiliert, welcher vom Computerprozessor ausgeführt werden kann. Obwohl der G-Code grafisch dargestellt wird, umfasst er die gleichen Programmierkonzepte wie die meisten traditionellen Sprachen. So enthält G beispielsweise alle Standardkonstrukte wie Datentypen, Schleifen, Ereignismanagement, Variablen, Rekursion und objektorientierte Programmierung.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass G-Code, der in LabVIEW geschrieben wurde, den Regeln des Datenflussprinzips folgt anstatt dem traditionelleren Ansatz der sequenziellen Ausführung einer Reihe von Befehlen, wie es in fast allen textbasierten Programmiersprachen wie z. B. AWL, ST, C und C++ der Fall ist. Datenflusssprachen wie G betrachten Daten als das Hauptkonzept jedes Programms. Die Datenflussausführung ist dabei datengesteuert bzw. datenabhängig. Die Ausführungsreihenfolge wird durch den Fluss der Daten zwischen den Knoten im Programm bestimmt und nicht von sequenziellen Textzeilen.
Wie die meisten Menschen lernen auch Softwareentwickler, Ingenieure und Wissenschaftler durch das Betrachten und Verarbeiten von Bildern, ohne sich bewusst damit auseinanderzusetzen. Solche Menschen können auch als visuelle Denker bezeichnet werden, da sie Informationen insbesondere über deren visuelle Verarbeitung organisieren. Dies wird an Universitäten und Hochschulen häufig noch weiter verstärkt, wo Studenten Lösungen als Prozessdiagramme darstellen sollen. Viele universelle Programmiersprachen erfordern jedoch das zeitintensive Erlernen der spezifischen textbasierten Syntax der jeweiligen Sprache und das anschliessende Anwenden der Sprachenstruktur auf die zu lösende Aufgabe. Die grafische Programmierung mit G bietet einen wesentlich intuitiveren Ansatz. Natürlich kann dieser Vergleich auf Profis in der Softwareentwicklung nicht mehr angewendet werden, da die meisten Entwickler das Programm, das sie schreiben, in ihrem Kopf bildlich darstellen und die Umsetzung in textbasierten Code ein eingeübter Automatismus ist. Somit lässt sich für Profis sagen, ob grafische oder textbasierte Softwareentwicklung, mit beiden Konzepten lassen sich hochwertige Programme mit relativen Zeitaufwänden entwickeln.