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Die Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie
Wenn man den Nationalsozialismus aus dem Lauf der Geschichte löst, ist eine Sichtweise auf die gesellschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts weitgehend versperrt. Es wird dabei übersehen, dass der "Gemeinwille" des Volkes sich eine mit nationalen Mythen und Kulten aufgeladene Ersatzreligion schuf, die dazu beitrug, den Folgen einer überhitzten Industrialisierung eine "heile Welt" entgegenzusetzen. Dieser neue alte politische Stil liess aber den unentbehrlichen Hintergrund für den Nationalsozialismus entstehen. Der Nationalsozialismus österreichischer Provenienz nahm lange vor Hitler im vom Nationalitätenkampf erschütterten Nordböhmen des Jahres 1903 seinen geistigen Ursprung und stellte mit dem im NS-Staat hochdekorierten Theoretiker Rudolf Jung in dessen 1919 erschienenem Hauptwerk "Der nationale Sozialismus" schon früh ein demokratisches System gegenüber einem charismatischen Führerstaat in Frage.
Portrait
Michael Wladika, Mag. iur., Mag. phil, freier Wissenschafter, Forschungen über die Geschichte des Nationalsozialismus in Österreich. Dissertation "Hoch Hohenzollern! Die Ursprünge des Nationalsozialismus in Österreich" (1999), Forschungen im Auftrag der Historikerkommission zur Tätigkeit der Sammelstellen, Provenienzforschung im Auftrag des Wien-Museums.