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Der Schweizer Geiger Sebastian Bohren, geboren 1987 in Winterthur, hat durchaus unzeitgemässe Ansichten – sie heben ihn erfreulich ab von all denjenigen, die auf schnellen Ruhm und gute Verkaufszahlen schielen. «Ein Geigerleben dauert sehr lange», sagt er zum Beispiel und bekennt, noch mit achtzig spielen zu wollen. Von Crossover mit Csárdás, Bohemian Rhapsody oder Filmmusik hält er gar nicht viel: «Das ist doch wie Fast Food.» Karriere hat er trotzdem gemacht, interpretierte unlängst etwa Brittens Violinkonzert mit dem Royal Liverpool Philharmonic und konzertierte mit dem Zürcher Kammerorchester, dem Musikkollegium Winterthur oder dem Basler Sinfonieorchester. Und für seine vier CDs erhielt er beste Kritiken. Sein Luzerner Debut-Programm hat Bohren auch im Hinblick auf das Sommerthema «Kindheit» zusammengestellt: «Beethoven schrieb seine Mozart-Variationen mit vierzehn, Strauss seine Violinsonate mit siebzehn», erklärt er. Strawinskys Divertimento nimmt auf Tschaikowsky Bezug, und Bachs Chaconne ist – wie könnte es anders sein – eines von Bohrens Lieblingswerken.
Mit:
Sebastian Bohren - Violine
José Gallardo - Klavier