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In verständlicher Weise brachten die Redner Greti Büchi und Richard Walker den Zuhörern am vergangenen Mittwochabend das Thema «Prähistorische Kalender- und Schalensteine im Gebiet der March und des Zürichsees» näher. Die Veranstaltung des Marchrings rief grosses Interesse hervor.
Greti Büchi arbeitete 1972 zum ersten Mal mit Megalithen, als sie ihrem Mann, dem Geologen Paul Büchi, beim Erforschen der Surselva in Graubünden zur Seite stand. Nach seinem Tod im Jahr 1990 übernahm sie dessen Arbeit und vertiefte sich darin. Heute schreibt Büchi mit Hilfe von Geologen Berichte, die sie an archäologische Institute weiterleitet und wird von Tochter Sibylle Späni-Büchi unterstützt, die des weiteren den väterlichen Forschungsnachlass verwaltet.
Prähistorische Kalender
Der Begriff Megalith bezeichnet grosse Steinblöcke, die als Bausteine benutzt, aufgerichtet oder in Steinsetzungen positioniert wurden. Verschiedene Megalithbauwerke Europas wurden in der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit errichtet. Diese Formationen sehen jedoch oft nicht nur sonderbar aus, sondern trugen in der Stein- und Bronzezeit auch eine wichtige Bedeutung als astronomische Orientierungspunkte, die der gelernte Bauingenieur Richard Walker, der sich seit über 40 Jahren mit Astronomie beschäftigt, in verständlicher Weise vorstellte. Bei der prähistorischen Betrachtung der Gestirne stellten unsere Vorfahren fest, dass Himmelsphänomene periodisch auftreten. Mithilfe der Megalithsteine begann man fortan, die wichtigsten Sonnen-, Mond- und Sternenpositionen mit stabilen Markierungen festzuhalten. Diese oft sehr präzise Ausrichtung auf bedeutende Auf- und Untergänge der beiden grossen Gestirne und Sternkonstellationen ist weltweit bewiesen. Aufwändig gelang es Forschern vor einiger Zeit, Megalithfunde in Falera mithilfe der C-14 Methode als deutliche Spuren aus der Bronzezeit zu identifizieren.
Schalensteine im Zürichsee
Doch auch im Zürichseegebiet und in der March lassen sich Steine aus prähistorischer Zeit finden. Die Untergruppe der Schalensteine, in die Menschen runde oder ovale Vertiefungen eingearbeitet haben, präsentierte Walker beispielsweise anhand von Unterwasseraufnahmen vor der Ufenau. Erstaunlicherweise bilden drei Steine ein gleichschenkliges und rechtwinkliges Dreieck, das unter anderem auf die Kirche St. Peter und Paul ausgerichtet ist. In den Freibädern von Freienbach und Lachen lassen sich weitere Gestirnsausrichtungen erkennen, auf dem Buechberg steht gar eine ganze Steinreihe. Meist erkennt man die Steine jedoch nicht auf den ersten Blick. Büchi: «Vielleicht braucht man nicht nur ein wachsames, sondern auch geschultes Auge.»
March Anzeiger und Höfner Volksblatt
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Brauchtum / Feste
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/E111yR