Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/310

Erfrierung
Was ist Erfrierung?Wer zu lange der Kälte ausgesetzt ist, riskiert eine Erfrierung oder Unterkühlung.Wenn jemand Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt ist, können einige Körperteile sehr kalt werden, und dadurch können Haut und Gewebe wirklich gefrieren.„Frostgefühl“ in Händen und Füßen, Empfindung von zu kleinen Schuhen, blaurote Flecken sind Symptome von Erfrierungen. Erfrorene Körperteile sind zunächst weiß-grau, weich und schmerzhaft (wie Nadelstiche), später sind sie hart und gefühllos bis zur Brüchigkeit. Die Grenze zwischen erfrorenem und gesundem Körpergewebe ist nicht deutlich erkennbar.
Ist der Körper extremer Kälte ausgesetzt, ziehen sich Blutgefässe zusammen, damit das Blut und der Sauerstoff von den Gliedmassen weg und zu den lebenswichtigen Organen hin geleitet werden. Nach einiger Zeit kann dieser Blut- und Sauerstoffmangel anfangen, die Zellen zu schädigen. Erfrierung kann jeden Körperteil betreffen, aber die Hände, Füsse, Ohren, Nase, Lippen und Wangen sind besonders anfällig.
Vorbeugung bei kaltem Wetter
- Ziehen Sie warme Windschutzkleidung an, bevor Sie frieren
- Vermeiden Sie das Schwitzen und tauschen Sie nasse Kleidung gegen trockene aus
- Schützen Sie Ihr Gesicht mit einem Tuch oder einer Maske
- Halten Sie Ihre Füsse trocken
- Tragen Sie nie zu enges Schuhwerk
- Trinken Sie reichlich warme Getränke und essen Sie regelmässig (Schokolade)
- Halten Sie sofort an, um sich zu erwärmen und Schutz zu suchen, wenn nötig
- Hat jemand in der Gruppe eine Erfrierung, untersuchen Sie alle
Risikofaktoren für eine Erfrierung:
- man der (extremer) Kälte lange Zeit ausgesetzt ist
- frostiger Wind
- Feuchtigkeit, Wasser
- man unzureichend bekleidet ist oder die Kleidung und Stiefel eng sind
Es gibt Faktoren, die das Risiko für eine Erfrierung und / oder Unterkühlung erhöhen. So sind kleine Kinder und alte Menschen häufiger davon betroffen. Auch Rauchen, Durchblutungsstörungen, Diabetes, bestimmte Medikamente, Unterernährung oder Erschöpfung wirken sich negativ aus. Alkohol ruft zwar zunächst ein wärmendes Gefühl im Körper hervor. Da durch das Getränk aber die Gefäße weitgestellt werden, verliert der Organismus letztendlich noch mehr Wärme. Außerdem nimmt man unter Alkoholeinfluss die Kälte nicht so wahr. Ob Piercings aus Metall zu Erfrierungen führen können, ist umstritten und hängt wohl vom Ort und der Größe des Piercings ab. Wer bei eisigen Temperaturen mit ungeschützten Händen zum Beispiel an ein Metallgeländer fasst, kann allerdings einen Kälteschäden davontragen. Die Haut kann manchmal sogar am Metall anfrieren beziehungsweise festkleben.
Quelle Photo: http://pictures.doccheck.com/de/photo/12822-erfrierungen-an-den-haenden
Was sind die Symptome der Erfrierung?
Bei einer lokalen Erfrierung wird die Haut blass, kalt, hart und gegen Berührung und Schmerzen unempfindlich. Erst beim Erwärmen und Auftauen treten Rötungen auf und es stellen sich starke, pulsierende Schmerzen, ein Brennen und Prickeln ein. Zudem können sich Ödeme und Blasen bilden und bei einem schweren Verlauf stirbt Gewebe ab.
- Betroffene Körperteile sind kalt und hart (Anfangsphase, oberflächlich)
- Stechen, Brennen und Taubheit können auftreten, Schmerz
- Weisse und taube Haut
- Die Haut fühlt sich gefroren oder hölzern an (tiefe Erfrierung kann bleibende Schäden verursachen)
- Das betroffene Gebiet kann geschwollen und lila, tief rot, später trocken bis schwarz verfärbt sein
- Später können sich dicke schwarze Schorfe bilden
- Gewebeverlust
Komplikationen
Die Komplikationen können leicht bis schwerwiegend sein. Schmerzen und Gefühlsstörungen wie Pochen, Kribbeln, elektrische Schläge oder eine erhöhte Kälteempfindlichkeit können über Wochen bis Jahre bestehen bleiben. Erfrierungen können zu schweren Haut- und Gewebeschädigungen führen, die eine Amputation ganzer Gliedmassen notwendig machen können.
Wie kann man jemandem helfen, der eine Erfrierung erlitten hat?
Da Sie als Laie womöglich nicht erkennen können, wie schlimm eine Erfrierung ist oder ob der Betroffene auch unterkühlt ist, sollten Sie als erstes den Notruf tätigen.
- Bringen Sie den Betroffenen geschützt unter und halten Sie ihn warm. Aber fangen Sie die Wiedererwärmung nicht an, bis der Betroffene nicht warm untergebracht ist, denn dass könnte unumkehrbare Schäden verursachen.
- Entfernen Sie nasse Kleidung und geben Sie dem Betroffenen weiche, warme Kleidung.
- Geben Sie ihm zu essen und trinken.
- Erwärmen Sie das betroffene Gebiet mit Körperwärme oder warmem Wasser (40-42 °C).
- Verwenden Sie keine direkte Hitze (wie Wärmekompressen oder Heisswasserflaschen).
- Reiben Sie das Gebiet nicht!
- Legen Sie einen Verband an!
- Konsultieren Sie mit einem Arzt!
Quelle: apotheken-umschau.de, doccheck.com, www.pharmawiki.ch, Erste Hilfe Kurse von HealthFirst