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Gordon Freeman Fraser
Gordon Freeman Fraser (1914-2005), geboren in San Francisco/USA, studierte in den 1930er Jahren in Deutschland, kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und entwickelte eine eigene Gesundheitslehre, Psychologie und Kosmologie.
Bei öffentlichen Auftritten präsentierte sich Fraser als erfolgreicher Ernährungsforscher und Lebensberater.
Der zu besten Zeiten einige Tausend Mitglieder umfassende Kreis um Fraser – vorwiegend im Rentenalter – traf sich nur zum Teil in kleineren, monatlich sich versammelnden lokalen Studienkreisen; er wurde hauptsächlich durch den «Studienkreis für Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung e.V.» in Meschede/D mit Schriften Frasers bedient.
In den Neunzigerjahren lebte Fraser vornehmlich in Ischia, umgeben von einem Kreis jüngerer Männer. Fraser starb am 18. Oktober 2005 im Alter von 81 Jahren in München.
Nach dem Tod Frasers benannte sich sein Studienkreis um in «Verein für Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung» und distanzierte sich von manchen der Lehren Frasers:
«Die folgenden Inhalte wird der Verein für Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung nicht verbreiten, aus der Ueberzeugung heraus, dass sie sich auf die Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung von Menschen hinderlich auswirken können:
– Theorien über seelische Entwicklungsstufen beziehungsweise über ein hierarchisch aufgebautes, bewertendes geistiges Weltbild, das gewisse Menschen im Vergleich mit anderen seelisch abwerten oder schlecht machen könnte.
– Zuschreibung von Seelen zu einzelnen Personen. Aussagen über Seelenwanderungen.
– Interpretationen der Geschichte basierend auf der Weltanschauung Gordon Freeman Frasers.
– Aussagen mit absolutem Wahrheitsanspruch. Stattdessen wird auf wissenschaftliche, logische Grundlagen oder persönliche Erfahrungen verwiesen.
– ‚Channeling‘ mit dem Anspruch, dass Gott durch einen spricht. Intuitive Aussagen werden als persönliche Inhalte gekennzeichnet.» (aus: Zielrichtung des Vorstandes des Vereins für Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung, 31. 12. 2007).
Manche Anhänger Frasers halten bedingungslos an ihrem Meister fest und haben zu dessen Verteidigung eine eigene Website eingerichtet.
Die Kosmologie Frasers sieht Gott, der vor 53 Millionen Jahren entstanden sei, als in sich dual (männlicher Gottvater und weiblicher Heiliger Geist). Gott habe vor 1,25 Millionen Jahren die 23 Milliarden menschlicher Seelen erschaffen, die durch Höherentwicklung auch Gott werden, resp. sich mit Gott vereinen können. (Jesus hat als erster dieses Ziel erreicht.) Jeder Tag ist ein Schritt auf diesem Weg.
Der Umgang mit dem eigenen Körper ist von zentraler Bedeutung. Viele Menschen haben keine Seele und werden nur durch Gott gesteuert. Gott prüft mittels der seelenlosen Menschen die Aufstiegsbereiten, die allmählich zu einer kosmischen Elite werden. Die Aufstiegsleiter kennt klar vorgezeichnete Stufen – total 100 Punkte auf der unteren Skala, darüber Gottheit, Gottheit plus und Gott. Auf dieser höchsten Stufe kann eine Seele Avatar werden, d.h. zur Rettung anderer auf die Erde zurückkehren. Im innersten Kreis um Fraser lebten solche Avatare, angebliche Verkörperungen von Jesus, Goethe usw.
Die sehr detaillierten Ernährungsregeln befördern den Aufstieg der Seele z.B. durch Entgiftung des Körpers.
Die Ernährungslehre wurde in Kursen Neueinsteigern angeboten. Ältere Mitglieder wurden zum Teil selber auch Ernährungsberater.
Manche Fraser-Schülerinnen und -Schüler arbeiten heute noch mit dessen Theorien, geben allerdings in aller Regel ihren Bezug zu Fraser nicht an.
Gordon Freeman Fraser war einer der umstrittensten Meister auf der Esoterik-Szene.
Aussteiger kritisierten die ständige Bereitschaft der Mitglieder zur Selbstbeobachtung und Selbstzensur, selbst bei Kleinigkeiten im Lebensvollzug, die Angst, auf der Skala nicht genügend Punkte zu erreichen, und die Arroganz befördernde Vorstellung, die meisten Menschen hätten keine Seele. Diese retten zu wollen wäre demnach absurd. Auch die Vorstellung, dass Aussteiger ihre Seele ebenfalls verlieren, wirkte auf Insider bedrohlich.
Personen, die Fraser und seinen Kreis in seinem Haus auf der Insel Ischia bei Neapel besuchten, sprachen von einer seltsamen Hitlerverehrung und Deutschtümelei Frasers. (Fraser will Hitler in München getroffen haben. Hitler sei ein Engel gewesen, seine Opfer allesamt Menschen ohne Seelen.)
Andere Aussteiger warfen Fraser vor, dass er den Kreis jüngerer Männer um ihn herum sexuell seinen eigenen Neigungen entsprechend instruiert zu haben. Körpernähe zwischen Männern, so lehrte Fraser, befördere die seelische Höherentwicklung, während unter heterosexuellen Paaren ein etwas grösserer Abstand dieser Entwicklung dienlich sei.