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Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz mit an der Spitze, die ComCom aber lobt Frankreich und die Entbündelung.
Gemäss dem gerade erschienen Jahresbericht 2004"
der eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) ist die Zahl der Breitband-Internetanschlüsse (ADSL oder Kabel) in der Schweiz im Letzten Jahr um rund 50 Prozent gestiegen. Ende 2004 lag die "Marktdurchdringung", wie sie die ComCom definiert (Anzahl Breitbandanschlüsse in Prozent der Bevölkerung) bei 15,7 Prozent.
Damit steht die Schweiz eigentlich ganz gut da. Gemäss ComCom wiesen Ende 2004 in Europa nur Holland (17,6 Prozent) und Dänemark (16,2 Prozent) eine höhere Marktdurchdringung auf. In Deutschland liegt sie zum Beispiel nur bei 7,4 Prozent, genau dem Durchschnittswert aller EU-Länder.
Auch das US-Marktforschungsinstitut eMarketer hat gerade ähnliche Zahlen veröffentlicht. eMarketer zählt in seiner Statistik einen etwas griffigeren Wert als die ComCom, nämlich die Zahl der Haushalte mit Breitbandanschluss. Gemäss diesen Zahlen hatten per Ende 2004 fast ein Drittel der Schweizer Haushalte einen Breitbandanschluss. Auch in der eMarketer Rangliste
steht die Schweiz in der europäischen Spitzengruppe, nur geschlagen von Holland, Dänemark und Belgien und zum Beispiel noch vor den USA.
Trotzdem ist natürlich eine weitere Verbreitung der Breitbandanschlüsse wünschenswert. Die ComCom hofft vor allem darauf, dass die im Herbst 2004 vom Nationalrat beschlossene Entbündelung der letzten Meile dem Markt neue Impulse geben wird. Die dafür nötige Revision des Fernmeldegesetzes liegt nun beim Ständerat, der darüber voraussichtlich in der Sommersession 2005 beraten wird.
Die Entbündelung dürfte zu allgemein tieferen Preisen und einer grösseren Diversität der Angebote führen. Als positives Beispiel führt die ComCom Frankreich an. Dort boten gemäss dem Jahresbericht Ende 2004 die meisten ISPs eine Übertragungskapazität von 8 Mbit/s für rund 14,90 Euro, also rund 23 Franken an, wobei oft auch noch Telefongespräche ins Inland über VoIP inbegriffen seien. (Hans Jörg Maron)