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In den bayerischen Alpen treibt ein Gipfelkreuz-Hacker sein Unwesen. Bereits drei Stück hat er im Lauf dieses Sommers mit einer Axt irreparabel beschädigt. Bergsteigerlegende Reinhold Messner mag die Kreuze auch nicht, wie er in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» erläutert:
Hat Messner recht? Hierzu ein simples Experiment:
Der Vergleich hinkt insofern, als dass Gebirgskreuze Teil der (wenn auch jüngeren) Schweizer Geschichte sind. Laut Messner begann die systematische «Möblierung» der Alpen vor 200 Jahren als Reaktion auf die Aufklärung:
Aus Schweizer Sicht könnte man einwenden, es handle sich um ein nationales, kein religiöses Symbol. Exemplare wie dieses schliessen eine solche Deutung aber explizit aus:
In der Besetzung der Berge mit religiösen, politischen und sonstigen weltanschaulichen Symbolen sieht Messner letztlich einen finsteren Hintergrund: Machtdemonstrationen.
Auch die Nazis liessen kaum eine Gelegenheit aus, ihr Hakenkreuz auf symbolträchtige Berggipfel zu pflanzen: 1933 auf der Zugspitze, 1938 auf dem Grossglockner, 1941 auf dem Olymp und 1942 auf dem Elbrus, dem höchsten Punkt des Kaukasus (siehe Propaganda-Video unten).
Und wenn die Gipfelkreuze heute einfach dazu dienen, den höchsten Punkt eines Bergs zu kennzeichnen?
Dem Vandalismus der Gipfelkreuz-Hacker kann der bald 72-Jährige trotzdem nichts abgewinnen.