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Neurodermitis
verstehen
Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung.
Doch sie ist viel mehr als nur eine Hautkrankheit, die durch äussere Umweltreize getriggert wird:
Sowohl das Immunsystem als auch genetische Faktoren spielen zusätzlich eine wichtige Rolle in der Entstehung.
Symptome der Neurodermitis
Das Symptom, das am häufigsten bei Neurodermitis auftritt, ist Juckreiz. Dieser kann:
- unterschiedlich stark ausgeprägt sein
- den Teufelskreis von Juck-Kratz-Zyklen auslösen
Sichtbare Symptome, die mal stark und mal weniger stark ausgeprägt sein können, sind:
- gerötete und trockene Haut
- rissige Haut
- schuppende Stellen
- Verdickung und Schuppenbildung
- Bluten und Nässen
Neurodermitis kann auch erhebliche dauerhafte und nicht sichtbare Auswirkungen haben, unter anderem:
- Angstzustände
- Depressionen
- Unsicherheit
- Konzentrationsstörungen
Sprich mit Deinem Arzt darüber
Je besser Du die Symptome Deiner Neurodermitis kennst, desto einfacher fällt es Dir mit Deinem Arzt darüber zu sprechen und einen Behandlungsplan zu entwickeln.
Die Auswirkungen Deiner Neurodermitis verstehen
Es ist normal, dass Du im Laufe der Zeit lernst, mit den Symptomen Deiner Neurodermitis umzugehen. Doch wieso solltest Du das tun, wenn es neue Chancen in der Behandlung gibt?
Diese Fragen unterstützen Dich dabei, die Auswirkungen der Neurodermitis auf Deinen Alltag besser zu verstehen und anschliessend einen besseren Therapieplan mit Deinem Arzt zu entwickeln.
Die Begriffe Neurodermitis und Ekzem werden oft austauschbar verwendet, sie sind jedoch nicht dasselbe. Als Ekzem werden eine Vielzahl von Hauterkrankungen bezeichnet, die alle ähnliche Symptome aufweisen. Die Neurodermitis, die häufigste Form des Ekzems, ist eine anerkannte chronische Erkrankung, unter der die Lebensqualität leiden kann. Andere häufige Formen des Ekzems sind:
· Kontaktdermatitis – eine lokale Hautreaktion auf eine von außen einwirkende reizende Substanz
· dyshidrotisches Ekzem – kleine, juckende Blasen an den Handflächen, Fußsohlen und Rändern der Finger und Zehen.
Du solltest Dich mit den Beschwerden, die durch die Neurodermitis verursacht werden, nicht abfinden müssen. Es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege, dass das Immunsystem des Körpers eine wichtige Rolle bei der Erkrankung spielt. Auch immer mehr Ärzte machen sich die neuen Erkenntnisse, die Forscher über die tieferen Ursachen der Erkrankung herausgefunden haben, zu eigen. Es gibt neue Behandlungsmöglichkeiten. Wenn Du erneut das Gespräch mit Deinem Arzt suchst, schlägt dieser Dir vielleicht andere Behandlungsoptionen vor.
Anders als die meisten glauben, versorgen Feuchtigkeitscremes die Haut nicht mit Feuchtigkeit. Feuchtigkeitscremes helfen, die äußerste Hautschicht, die sogenannte Hautbarriere, zu schützen, und ermöglichen es der Haut, ihre vorhandene Feuchtigkeit zu behalten. Die Erhaltung der Hautfeuchtigkeit ist äußerst wichtig, wenn Du versuchst, Deine Neurodermitis in den Griff zu bekommen. Dein Arzt hat dir möglicherweise eine Feuchtigkeitscreme verordnet, die Du wie angewiesen anwenden solltest. Wenn Du allerdings eine herkömmliche Feuchtigkeitscreme, zum Beispiel aus dem Drogeriemarkt, verwendest, gibt es einige wichtige Dinge zu beachten:
· Inhaltsstoffe – Kontrolliere die Liste der Inhaltsstoffe, um zu sehen, ob Du gegen einen Stoff allergisch bist, der die AD-Schübe verschlimmert.
· Duftstoffe – Es wird empfohlen, Feuchtigkeitscremes zu meiden, die Duft- oder Farbstoffe enthalten, denn solche Stoffe können die Haut reizen.
· Empfehlungssiegel – Achte auf das Empfehlungssiegel der Service Allergie Suisse SA; an dem Siegel kannst Du erkennen, ob eine bestimmte Feuchtigkeitscreme für Deine Haut geeignet ist.
· Testanwendung – Trage 48 Stunden vor Gebrauch eine kleine Menge des Produkts auf die Innenseite Deines Handgelenks oder Ellenbogens auf und achte auf unerwünschte Reaktionen an der betreffenden Hautstelle. Dies ist eine gute Möglichkeit herauszufinden, ob Du das Produkt verträgst.
Der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel hilft nicht unbedingt gegen Deine Neurodermitis. Schübe werden oft fälschlicherweise auf Nahrungsmittel zurückgeführt. Es können zwar neben Deiner Erkrankung auch Nahrungsmittelallergien bestehen, aber Du musst nicht zwangsläufig bestimmte Arten von Nahrungsmitteln meiden, um die Erkrankung wirksam in den Griff zu bekommen. Frage Deinen Arzt, ob er Dir eine Ernährungsumstellung empfiehlt, und befolge seine Anweisungen.
Neurodermitis wird zwar üblicherweise als allergische Hauterkrankung aufgefasst, es gibt aber keine Belege dafür, dass sie durch Allergien hervorgerufen wird, und die Schübe oder Symptome können nicht nur durch Allergien ausgelöst werden. Mittlerweile wird angenommen, dass Neurodermitis durch die Aktivierung des Immunsystems und die Schädigung der Hautbarriere selbst verursacht wird. Das Erkennen und Vermeiden von Allergieauslösern kann Dir helfen, Deine Erkrankung in den Griff zu bekommen und die Zahl der Schübe zu reduzieren, aber es wird sie nicht vollständig zum Verschwinden bringen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, was Deine Schübe auslöst, solltest Du mit Deinem Arzt sprechen, um herauszufinden, ob es wiederkehrende Gemeinsamkeiten gibt.
Änderungen an Deinen Lebensgewohnheiten (z. B. die Materialien der Kleidung, die Du kaufst) können zwar deine Beschwerden etwas lindern, am besten lässt sich Deine Neurodermitis jedoch in den Griff bekommen, wenn Du mit Deinem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten sprichst. In den letzten Jahren sind eine Vielzahl von Therapien gegen Neurodermitis verfügbar geworden. Dazu gehören Feuchtigkeitscremes, verschreibungspflichtige Medikamente zur äußeren Anwendung (z. B. topische Kortikosteroide), Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen und die Phototherapie. Dein Arzt kann Dich am besten unterstützen, wenn er weiß, wie sich die Erkrankung konkret auf Deinen Alltag auswirkt, welche Ziele Du hast und was Du bevorzugst. Du kannst dann gemeinsam mit ihm eine Behandlungsstrategie finden, die für Dich funktioniert.
Der Juckreiz ist definitiv keine Einbildung. Du solltest zwar möglichst wenig kratzen, aber der Juckreiz lässt sich auch nicht einfach per Willenskraft ausschalten. Juckreiz ist extrem belastend, und Kratzen ist schwer zu vermeiden. Jucken kann durch externe oder interne Auslöser verursacht werden; das Gehirn interpretiert diese Signale als Juckreiz und löst eine Kratzreaktion aus. Neuere Forschungsarbeiten legen nahe, dass die Signale, die das Gehirn als Juckreiz interpretiert, andere sind als die Signale, die bei Schmerzen gesendet werden, was bedeutet, dass die Reaktion des Körpers auf diese Auslöser völlig normal ist. Wenn bei Dir anhaltender Juckreiz auftritt, kann es Zeit sein, noch einmal mit Deinem Arzt zu sprechen, weil dies ein Zeichen dafür sein könnte, dass Deine Erkrankung nicht unter Kontrolle ist.
Neurodermitis wird nicht durch Stress verursacht, die Art und Weise, wie der Körper auf Stress reagiert, kann jedoch einen Schub auslösen oder die Erkrankung verschlechtern. Das kann zu noch mehr emotionalem Stress und Schwierigkeiten führen, die Deine Erkrankung weiter verschlimmern können. Wenn Du das Gefühl hast, dass sich Deine Neurodermitis durch Stress verschlechtert, ist es möglicherweise an der Zeit, erneut mit Deinem Arzt ins Gespräch zu kommen.
Neurodermitis verschwindet nicht von selbst mit der Zeit, und leider ist sie bis heute nicht heilbar. Es stimmt zwar, dass sich die Neurodermitis bei Kindern manchmal auswächst, aber viele kämpfen bis ins Erwachsenenalter hinein mit der Erkrankung. Die gute Nachricht ist, dass die Forschung voranschreitet und die Experten feststellen, dass sich die Neurodermitis durch verschiedene Therapien behandeln lässt. Bei manchen Patienten kommt es aber auch zu einem Rückfall; wenn Du mit Deiner Erkrankung zu kämpfen hast, kann es Zeit sein, noch einmal mit Deinem Arzt zu sprechen.
Ob man bei Neurodermitis täglich duschen oder baden sollte oder nicht, ist immer noch umstritten. Einige Dermatologen sagen, dass zu viel Duschen oder Baden die Haut austrocknet, während andere behaupten, dass die Haut durch Duschen oder Baden mit Feuchtigkeit versorgt wird. Wenn du jeden Tag duschst oder badest, kann das anschließende Auftragen einer von der Service Allergie Suisse SA empfohlenen Feuchtigkeitscreme dazu beitragen, dass Deine Haut ihre Feuchtigkeit länger behält. Letztlich solltest Du so oft duschen oder baden, wie es Deine Haut verträgt. Vielleicht stellst Du fest, dass es für Dich besser ist, seltener zu duschen oder zu baden, oder aber, dass es für die Feuchtigkeit Deiner Haut gut ist, wenn Du fast jeden Tag duschst oder badest. Wenn Du auf Deinen Körper hörst, verstehst Du, wie Deine Haut auf externe Auslöser reagiert.
Steroide zur äußeren Anwendung (Cremes) sind zwar eine übliche Behandlungsoption bei Neurodermitis, doch nicht alle Behandlungen beinhalten Steroide. Andere Möglichkeiten zur Behandlung von Symptomen sind Antihistaminika, Lichttherapie, feuchte Wickel und Feuchtigkeitscremes. In letzter Zeit wurden Behandlungsmethoden erforscht, die auf einen bestimmten Teil des Immunsystems abzielen, um die bei der Neurodermitis beobachtete Entzündung zu verringern. Sprich mit Deinem Arzt, um mehr über Deine Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren.
Warum sich ein Gespräch mit Deinem Arzt lohnt:
Neurodermitis kann viele Aspekte Deines Alltags beeinträchtigen. Doch immer neuere Erkenntnisse in der Forschung und neue Behandlungsmöglichkeiten bieten neue Chancen für Dich.
Damit Dein Arzt Dich optimal behandeln kann, ist es wichtig, dass Du die Auswirkungen der Neurodermitis auf Deinen Alltag genau kennst.