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Chemie des Superschweren Elements 112
Die chemische Untersuchung und Einordnung gelang einem internationalen Forscherteam mit wesentlicher Beteiligung des Paul Scherrer Instituts (PSI) in Villigen und der Universität Bern. Es brauchte dafür nur zwei Atome des Elements 112. In Zusammenarbeit mit russischen und polnischen Kollegen bestrahlten die Schweizer Forscher am Schwerionenbe-schleuniger des russischen Kernforschungszentrums Dubna während zwei Monaten ein Target aus Plutonium mit Kalziumionen. Durch Kernfusion bildeten sich darin zuerst Atomkerne des Elements 114 mit der Massenzahl 287. Daraus entstand durch Zerfall in weniger als einer Sekunde das Isotop 238 des Elements 112. Dessen Halbwertszeit von 4 Sekunden reichte aus, um die nötigen chemischen Untersuchungen durchzuführen. Die Atome des Elements 112 zerfallen durch Alphaemission in das Element 110 mit der Massenzahl 279. Dieses geht in etwa einer halben Sekunde eine spontane Kernspaltung ein.
Das Element 112 wurde 1999 von russischen Forschern aus Dubna zusammen mit amerikanischen Forschern aus Livermore auf einer Insel der relativen Stabilität entdeckt, die vom Element 110 wahrscheinlich bis zum Element 118 reicht. Die Elemente auf dieser Insel tragen indessen noch keine Namen. Ein neues Element kann nämlich erst nach Bestimmung der chemischen Eigenschaften richtig in das Periodensystem eingeordnet werden - eine notwendige Voraussetzung für die offizielle Namensgebung. Mit der Pionierleistung des Forscherteams ist diese Voraussetzung jetzt erfüllt. Die chemische Analyse des Elements 112 ist ein weiterer Erfolg der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Dubna, Villigen und Bern. Anfangs 2006 führte sie zur Bestätigung für die Existenz der Elemente 113 und 115.