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In den frühen Siebzigern schrieb Ray Wylie Hubbard «Up Against the Wall, Redneck Mother». Als Jerry Jeff Walker mit dem Song einen Hit landete, standen ihm plötzlich viele Türen offen. Doch Plattenfirmen und Publikum waren noch nicht bereit für Crossover-Sound. Ignoriert vom Mainstream- Country-Radio, gebeutelt von Alkohol- und Drogen- Exzessen, kreierte Hubbard im Lauf der Jahre eine prächtige, stilistisch breite Songkollektion. Sein jüngstes Album festigt seinen Status als faszinierender Autor, der neben Scharfsinn und Spiritualität viel Güte für all die Loser bereit hält, die seine Songs bevölkern. In «Lucifer and the Fallen Angels» variiert er den Crossroads- Mythos: Der Anhalter, der in Ray Wylies Wagen steigt, entpuppt sich als Herr der Finsternis, der scharf auf die Seele des tourneemüden Musikers ist. Im Titelstück liebt eine Frau, die dreckiger flucht als jeder Mann. Der Refrain (mit Lucinda Williams) erinnert an «Knocking on Heaven’s Door». Bei «In Times of Cold» gibt er sich düsteren Gedanken hin. Wie Balsam rinnt Patty Griffins Begleitstimme auf Hubbards verletzte, kaputte Stimme. Der lässt die Psych- Jamband Bright Light Social Hour mitspielen («The Rebellious Sons») und lässt seine erschöpfte Seele jubilieren, aufgerieben im Kampf zwischen Gut und Böse.
tl.
Link Künstler: Ray Wylie Hubbard