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Abidjan (awp/sda) - Der neue Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, hat eine Aufklärung der jüngsten Massaker in seinem Land angekündigt. Der Internationale Strafgerichtshof in Rom solle so bald wie möglich Ermittlungen aufnehmen.
Er werde in Kürze mit dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Louis Moreno-Ocampo, sprechen, sagte Ouattara am Mittwoch in Abidjan. "Diese Massaker sind unannehmbar. Ich bin empört", sagte Ouattara auf seiner ersten grossen Pressekonferenz seit der Festnahme seines Widersachers Laurent Gbagbo.
Truppen Ouattaras hatten die Stadt Duékoué im Westen des Landes Ende März eingenommen. Dabei waren hunderte Zivilisten durch Anhänger Ouattaras, aber auch durch Soldaten seines Rivalen Gbagbo massakriert worden.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte die Zahl der Toten auf mindestens 800 geschätzt. Moreno-Ocampo hatte vergangene Woche angekündigt, die Massaker untersuchen zu wollen.
Ouattara kündigte ferner an, Gbagbo "auf nationaler und internationaler Ebene" anklagen zu wollen. Der Justizminister bereite sich auf eine Anklage vor, sagte Outtara, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. "Versöhnung kann nicht ohne Gerechtigkeit entstehen", sagte er.
Ex-Präsident Gbagbo wurde unterdessen an einen geheimen Ort im Norden des Landes gebracht. Gbagbo sei vom Golf-Hotel, wo er nach seiner Festnahme am Montag hingebracht wurde, in eine Villa verlegt worden, sagte Ouattara.
Nach Angaben des UNO-Untergeneralsekretärs für Friedenssicherungseinsätze, Alain Le Roy, sorgen UNO-Truppen für Gbagbos Sicherheit.
Seine Amtseinführung als Präsident will Ouattara zu einem späteren Zeitpunkt durchführen lassen. Er wolle während seiner Präsidentschaft dafür sorgen, dass die Sicherheit im Land wiederhergestellt, Gesetze wieder eingehalten und der Staat wieder funktionsfähig wird.
Ouattara sprach sich erneut gegen Gewaltanwendung aus. Noch immer werde in dem Land gekämpft und geplündert, sagte UNO-Untergeneralsekretär Le Roy.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy rechtfertigte am Mittwoch das Vorgehen der ehemaligen Kolonialmacht in der Elfenbeinküste. Frankreich habe seine Pflicht getan, sagte Sarkozy gemäss Regierungssprecher François Baroin bei der wöchentlichen Kabinettssitzung.
Das französische Militär habe "auf Bitten der UNO gehandelt" und die Friedenssoldaten in dem westafrikanischen Land im Rahmen des Auftrags unterstützt, den der Weltsicherheitsrat festgelegt habe. Anhänger des im November abgewählten Präsidenten, der sich seither an die Macht geklammert hatte, hatten Frankreich vorgeworfen, gegen Gbagbo "geputscht" zu haben.
Ouattara kündigte zudem an, dass die Kakao-Exporte sofort wieder aufgenommen würden. Die Elfenbeinküste ist der weltweit grösste Produzent von Kakao. Wegen der gegen das Land verhängten Sanktionen haben sich in den Häfen von Abidjan und San Pedro 400'000 Tonnen Kakaobohnen angesammelt.
In New York trat am Mittwoch der UNO-Sicherheitsrat zusammen und auch die die Leiter verschiedener UNO-Organisationen hatten Beratungen über die anhaltende angespannte Lage in der Elfenbeinküste angesetzt.
Die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte, dass sich die humanitäre Lage in dem westafrikanischen Land auch nach der Festnahme Gbagbos nicht verbessert habe. Es brauche eine Intensivierung der Aktivitäten in der Elfenbeinküste wie auch im benachbarten Liberia.
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