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Der Frauenheld Oscar Diggs (James Franco) gaunert sich als Zirkusmagier durchs Leben. Er sehnt sich jedoch danach, etwas Grosses zu schaffen. Als eine seiner Liebeleien auffliegt, flieht er in einem Heissluftballon, der aber gleich von einem Tornado erfasst wird. Wie durch ein Wunder überlebt Oscar den Wirbelsturm und findet sich plötzlich in einem zauberhaften Land wieder, in dem er bald der schönen Hexe Theodora (Mila Kunis) begegnet. Diese erklärt ihm, dass er sich im Land Oz befindet, und verkündet ihm, dass er der Zauberer Oz sein müsse, der laut einer Prophezeiung herangeflogen komme, um das Land Oz vom Bösen zu befreien.
Oscar lässt die hübsche Dame in ihrem Glauben und reist mit ihr nach Emerald City. Dort regiert Theodoras Schwester Evanora (Rachel Weisz). Sie verspricht Oscar, dass er als Zauberer den Thron und den enormen Schatz von Oz haben könne. Dafür muss er allerdings erst die böse Hexe Glinda (Michelle Williams) töten, die vor Jahren ihren eigenen Vater, den damaligen König, ermordet haben soll. Oscar macht sich also mit dem fliegenden Affen Finley (Stimme: Zach Braff) auf dem Weg, um die Hexe zu töten. Doch in Oz ist nicht alles so, wie es zuerst scheint. Und Oscars Umgang mit Frauen soll noch böse Folgen haben...
The Wizard of Oz gehört zu jenen Filmen, die nicht nur Fans klassischer Filme gesehen haben. Judy Garland als Dorothy, die Vogelscheuche, der Blechmann, der feige Löwe, die böse, grünhäutige Hexe und die fliegenden Affen - all dies sind Figuren, die man einfach kennt, sogar wenn man den Kult-Film nie gesehen hat. Dass sich nun Spider-Man-Regisseur Sam Raimi an diese "heilige Kuh" des Fantasyfilms wagt, dürfte so manchem Fan sauer aufstossen. Raimi betont deshalb auch, dass es sich keineswegs um ein Remake handelt, sondern um ein Prequel, das die Vorgeschichte des Zauberers zeigt und sich auch stark an die Buchvorlage hält. Drehbuchautor Mitchell Kapner hat dafür alle Informationen über den Zauberer aus L. Frank Baums Oz-Büchern zusammengesucht und mit eigenen Ideen ergänzt.
Zwar ist Oz: The Great and Powerful ein gut gemachter, visuell überzeugender Fantasyfilm - über weite Strecken ist es jedoch auch eine Gaunergeschichte. Mit Dauergrinser James Franco hat man den passenden Hauptdarsteller gefunden: Seine charmante Art, die immer wieder Oscars selbstsüchtige und berechnende Art durchblitzen lässt, balanciert perfekt zwischen Sympathieträger und unsympathischem Schwindler und legt damit das Fundament für den Film, der sich ja zentral um das Thema "Sein und Schein" dreht.
Nicht ganz so überzeugend sind die weiblichen Figuren. Gut aussehen tun sie zwar alle: Michelle Williams als gute Hexe Glinda und das von Rachel Weisz und Mila Kunis gespielte Schwesternpaar dürfen zwar Witz und Stärke zeigen; gegen Ende hätte man sich allerdings etwas mehr Komplexität gewünscht. Natürlich wird die böse Hexe erst durch ein gebrochenes Herz wirklich böse, und natürlich ist die gute Hexe so lieb und blond, dass einem ein klein bisschen schlecht wird. Schön wäre es gewesen, wenn man nicht nur Oscar, sondern auch den Damen mehr Tiefgang erlaubt hätte.
Als Fantasyfilm kann der Film überzeugen. Der Einstieg im realen Kansas - in Schwarzweiss und im klassischen 1:33-Format gefilmt - knüpft an den 1939er-Oz an (und an die Bücher, deren Kansas-Illustrationen im Original in Sepia gehalten waren). Das Land Oz wimmelt von fantastischen Pflanzen und Lebewesen sowie leuchtenden Farben, und stets sind tolle Details zu bestaunen. Glücklicherweise hat man sich nicht zu stark an den Originalfilm gehalten - was allerdings auch daran lag, dass dies rein rechtlich gar nicht möglich gewesen wäre. Die Spezialeffekte sitzen weitgehend: Affe Finley und Porzellanmädchen China überzeugen als Figuren, sind toll gemacht und sympathisch gesprochen; anderes (etwa die Vogelscheuchen) hätte man besser machen können.
Oz ist eine grossartige Gaunergeschichte, ein solid gemachter und visuell beeindruckender Fantasyfilm, kann aber beim Bösen nicht ganz punkten. Spätestens wenn die Hexe grün und fies kichernd auf ihrem Besen herumschwirrt, fällt der Film ab. James Franco kann jedoch restlos überzeugen und auch die vielen Details in Oz wissen zu gefallen. Da möchte man gerne auch ein zweites Mal in diese kunterbunte Welt eintauchen.
Petra Schrackmann [pps]
Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).
Ich fand den Film ziemlich schwach. Für keine der Figuren konnte ich mich erwärmen. Franco als Schleimbolzen ist nervig. Die gute Fee furchtbar langweilig. Die Porzellanpuppe wunderschön animiert, aber auch so nervig. Disney hat jeden Charme aus der Vorlage vertrieben.
Doch schon. Für mich hat er sein Charakter sehr gut hinbekommen. Die Zerrissenheit zwischen Bühne und richtigem Leben.Deshalb ja auch sein verkrampftes Grinsen. Ich bin halt der Meinung im Märchen darf und muss man gestenhaft und übertrieben spielen. Jedoch bei Springbreakers da hat er mich schon sehr generft, hier hat er für mich "overacted". Gibts das Wort auf deutsch?