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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Pensionskassen befinden sich mit ihren Anlagen auf einem Klimapfad von 4 bis 6°C. Der Publica fällt eine Pionierrolle zu, damit die Klimawende auf dem Finanzplatz in Gang kommt. Der Bundesrat hat im Rahmen seines Pakets zur Senkung des Treibhausgas-Ausstosses in der Bundesverwaltung (Juli 2019) seine Vertreterinnen und Vertreter in der Kasse zur Berichterstattung über die Klimaverträglichkeit verpflichtet, erstmals Ende 2020. Erfreulicherweise hat die Publica Ende Februar dieses Jahres den neuen klimaeffizienten Aktienindex publiziert, der das Klimarisiko künftig höher gewichten soll. Doch nur die Verpflichtung zu einem Dekarbonisierungspfad mit messbaren Zielen kann wegweisend für den Finanzplatz werden. Zwei Vorreiter-Pensionskassen zeigen, wie das geht. Die PKZH Stadt Zürich reduziert den CO2-Fussabdruck der Aktien bis 2024 auf 50 Prozent des Weltbenchmarks. Die Messung fundiert auf derzeit bester Praxis: sie erfasst neben den betriebseigenen Emissionen Scope 1 und 2 der Firmen auch diejenigen des besonders klimarelevanten Scope 3, also der Vorlieferkette und der Verbraucher. Die Aktien- und Obligationenanlagen der LUPK Kt. Luzern sind bereits heute 30 Prozent weniger CO2-intensiv. </p><p>Der Bundesrat wird eingeladen die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der neue klimaeffiziente Aktienindex der Publica geeignet, als potenziell erheblich klimawirksames Steuerungsinstrument zu dienen? Könnte damit bei richtiger Eingriffstiefe eine Dekarbonisierung des Aktienportfolios in Linie mit einem Klimaziel von 1,5°C erreicht werden? </p><p>2. Noch fehlen quantitative Ziele, woran der Erfolg der Dekarbonisierung gemessen werden kann. Befürwortet der Bundesrat im Rahmen der erwarteten Berichterstattung vor Ende 2020 die modellhafte Ist-Messung der Klimaverträglichkeit und das Setzen eines Dekarbonisierungsziels, welches den Scope 3 einschliesst?</p><p>3. Befürwortet der Bundesrat, dass sich seine Vertreterinnen und Vertreter in der Publica für einen Dekarbonisierungspfad bei den Wertschriften einsetzen, mit dem sie ähnlich wie die PKZH und die LUPK die Anlagerisiken senken und sich auf Linie mit dem Klimaziel von 1,5°C begeben kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Ja, denn der neue klimaeffiziente Aktienindex von PUBLICA ist breiter abgestützt als bisherige Ansätze, indem er sowohl klimabedingte Risiken als auch Chancen - unter Berücksichtigung unterschiedlicher "Klimaszenarien" - umfasst. Konkret: Für sogenannte Übergangsrisiken und -chancen geht der klimaeffiziente Aktienindex vom Szenario eines 1.5 Grad-Erwärmungspfads aus, während er für physische Chancen und Risiken ein 4.5 Grad-Szenario annimmt. Damit werden Unternehmen, die unter Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgase am stärksten leiden würden (1.5 Grad-Szenario), gleichermassen erfasst wie solche, deren Produktionsstandorte aufgrund der Klimaerwärmung durch Feuer oder Wasser bedroht würden (4.5 Grad-Szenario). Eine breite Abdeckung der grössten klimabedingten Risiken und Chancen ist dadurch gewährleistet. Drei verschiedene Messgrössen werden zur Berechnung des Aktienindex verwendet, wobei jede dieser Messgrössen um 30 Prozent bis 50 Prozent besser als der bisherige Index abschneiden muss - und dies bei jeder Neugewichtung des Index. Damit bildet der Index die Entwicklung der CO2-Emissionen der Unternehmen dynamisch ab.</p><p>2. Im Juni 2020 hat PUBLICA ihren ersten Bericht zum Umgang mit klimabedingten Chancen und Risiken publiziert. Die Messung der Klimaverträglichkeit erfolgt in Anlehnung an die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosure, TCFD, und beinhaltet nebst Angaben zum CO2-Fussabdruck des Portfolios auch eine Analyse der Klimaverträglichkeit der Aktien und Unternehmensanleihen mit Hilfe der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützen Open-Source-Software PACTA. Die Ziele des Index sind klar formuliert und kompatibel mit dem von 189 Ländern ratifizierten Übereinkommen von Paris.</p><p>Scope 3-Emissionen sind sämtliche übrigen Emissionen, die durch eine Unternehmenstätigkeit verursacht werden, aber nicht unter der direkten Kontrolle des Unternehmens selbst stehen, zum Beispiel Herstellung bzw. Gewinnung, Verarbeitung und Transport von eingekauften Gütern und Dienstleistungen. Aufgrund der unzuverlässigen Datenlage wird momentan auf die Verwendung von Scope 3 Emissionen verzichtet.</p><p>3. Aufgrund der bisher getroffenen Massnahmen besteht aktuell kein weiterer Handlungsbedarf. Die konzeptionelle und operative Umsetzung der Anlagestrategie von PUBLICA ist in der Verantwortung der Kassenkommission und ihres Anlageausschusses.</p>  Antwort des Bundesrates.