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FAQ - häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das Wort "Bakfiets"?
Das Wort "Bakfiets" bedeutet "Kisten-Velo" und stammt aus den Zeiten, in denen in den Niederlanden vor allem Güter mit den sog. Lastenrädern transportiert wurden. Das Bakfiets ist heutzutage der Inbegriff für ein Cargobike für den Waren- oder Kindertransport.
Das Bakfiets ist aber auch eine eingetragene Marke von Maarten van Andel. der hat das Kindertransport-Rad erfunden und lässt es seither bei der Fahrrad-Manufaktur Azor Bikes im nordholländischen Hoogeveen in Linzenz bauen. Das Bakfiets wird typischerweise mit einer wasserfest verleimten Multiplex-Kiste angeliefert. Die rotbraune Box gibt dem Rad seinen unverwechselbaren Retro-Look.
Wieviele Kinder darf ich in ein Bakfiets laden?
Ein Bakfiets mit einer Klappsitzbank ist für den Transport von 2 Kindern in Rückhaltesystemen (Gurten) gedacht. In Holland werden aber auch oftmals 3 oder 4 Kinder mitgeführt.
Im Allgemeinen lässt sich aber für den CH-Markt sagen, dass das Mitführen von 2 Kindern auf der Sitzbank erlaubt ist. Bei grösseren Modellen kann auch noch ein Kind im sicheren MaxiCosi oder im praktischen Yepp-Sitzchen mitgeführt werden.
Bei mehrspurigen Bakfietsen (Triporteur / Trike) können zudem auch 4 Sitzplätze vorhanden sein. Dann ist der Transport von 4 Kindern in Gurten gesichert auch erlaubt. Ideal also für Kinderkrippen oder KiTa's.
Bis welche Grösse kann ich ein Kind im Cargobike mitführen?
Die Körpergrösse ist eigentlich kaum limitiert. Wer nicht mehr auf die Sitbank passt und die Gurte nicht mehr anschnallen kann - der ist zu gross für das Cargobike.
Kann ich eine erwachsene Person mitführen?
Das Mitführen von Erwachsenen in / auf einem Cargobike ist grundsätzlich eine Frage der Technik des Fahrers / der Fahrerin. Wer sich zutraut, das Gewicht von ±75 Kilo sicher zu handhaben, der kann das ruhig tun. Achten Sie aber auf einen möglichst tiefen Schwerpunkt (Erwachsene nicht auf der Sitzbank mitführen)!
Darf ich eine erwachsene Person mitführen?
Das fällt unter das Prinzip "Bürgerlicher Ungehorsam". Machen und ausprobieren. Alles besser als ein Auto zu starten ;-)
Wie hoch ist die erlaubte Zuladung bei Cargobikes?
Diese Frage lässt sich nur durch den Hersteller des Cargobikes schlüssig beantworten. Knackpunkt des Gesamtgewichtes ist schliesslich der direkte Kontaktpunkt zur Strasse: der Reifen. Der Premium-Hersteller Schwalbe meint dazu: max. 120 Kilo pro Reifen. Somit lässt sich die Zuladung mit einer einfachen Kopfrechnung anstellen: Bei einem einspurigen Cargobike mit 2 Rädern wären das 240 Kilo abzgl. Rad selber abzgl. Fahrer(in) = Zuladung in der Kiste.
Sind Fahrradhelme bei den Kindern Pflicht?
Das Tragen von Fahrradhelmen ist zwar in vielen Ländern kaum usus - bei uns in der Schweiz aber trägt fast jede(r) einen Kopfschutz aus EPP und Kunststoff. Der Velohelm ist klar ein unverzichtbares Accessoire in einem Land, in dem längst nicht alle Autofahrer auch Fahrrad fahren (und deshalb durch ihren meist rücksichtslosen Fahrstil oft ungewollte Gefahren bergen). Wir empfehlen das Tragen deshalb uneingeschränkt.
Gibt's Speed-Cargobikes mit 45 km/h?
In den Niederlanden werden wohl nie Speed-Cargobikes hergestellt werden. Dafür fehlt die rechtliche Grundlage im Land der Fahrräder. Die Deutschen aber haben mit Speed-Lastenräder bereits einen neuen (sehr fragwürdigen) Markt geschaffen. Die Speed-Varianten vom "Load" und "Packster" aus dem Hause Riese & Müller bieten die Möglichkeit, mit den Kids zu "rasen". Wie dann das Gefährt aber sicher gebremst wird und wie der Fahrer / die Fahrerin das Gewicht bei der Verzögerung im Zaum halten kann bleibe dahingestellt. Zudem wird man von Automobilisten oftmals falsch eingeschätzt - und das schon bei 25 km/h. Nicht auszudenken wenn man mit 45 km/h daher kommt ... Don't do it!
Welche Bremsen soll ich wählen?
Die allermeisten (preiswerten) Cargobikes werden mit Rollerbrakes angeboten. Diese verlässlichen, hübsch versteckten und witterungs-unempflindlichen Bremsen haben aber auch ihre Nachteile; sie sind alle für Normal-Räder konzipiert worden und sind mit dem zu verzögernden Gewicht eines Cargobikes oftmals rasch überfordert und überhitzen. Das Überhitzen kommt mit einem Brems-Fading gleich - will heissen, das Rad lässt sich kaum mehr bremsen. Nicht spassig ... Wer sich ein Cargobike kauft, der tut gut daran, die Bremsanlage mit Scheibenbremsen (Disc) zu wählen. Scheibenbremsen packen viel energischer zu und sind den Belastungen besser gewappnet als Rollerbremsen. Einzige Nachteile der Disc: sie können (je nach Witterung) quietschen und sie sind empfindlicher in der Justierung.
Kann ich ein Rollstuhl auf dem Cargobike mitführen?
Das Aufladen und sichern eines (Kinder-) Rollstuhles ist sicher möglich und sogar eine sehr feine Sache. Als direkt Betroffener (meine Tochter sitzt mit 14 im Rollstuhl) hatte ich lange das Problem, dass ich kaum eine Radtour machen konnte mit meiner Tochter. Seit dem Aufkommen der extralangen Cargobikes vom Typ Flatbed XL ist das aber schlagartig anders geworden. Auf Basis dieses Cargobikes habe ich bereits 2016 ein erstes Modell vom "OnDeck" konzipiert ... das Aufladen von einem Kinderrolli war geboren. Nie war es einfacher, einen Rollstuhl mitzuführen. Bis heute haben wir gar solche Cargo-Units nach Finnland und nach Holland verkaufen können ... spricht für das Produkt. Mehr Infos zum "OnDeck" findest Du hier ...
Warum fahren so viele Cargobikes mit nur zwei Räder rum?
CargoTrikes oder dreirädrige Cargobikes waren früher bei Bäcker, fliegenden Händlern und anderen Transportunternehmer sehr verbreitet. Diese Dreiräder sind aber sehr tückisch bei schnellerer Fahrt. Ein kleiner Fehler in der Lenkbewegung reicht oftmals aus um das Gefährt aus der Spur zu verlieren. An Cargobike-Testtagen haben wir schon miterleben müssen, dass ganze Familien aus dem Trike gefallen sind weil die Testfahrerin / der Testfahrer einen kleinen Fahrfehler beging. Seit dem Aufkommen von einspurigen, zweirädrigen Cargobikes vom Typ LongJohn gehören solche Szenen zum Glück der Vergangenheit an. Das intuitive Fahren mit diesen Cargobikes ist sicher und stabil. Wir propagieren deshalb nur für den Transport von wirklich grossen Lasten ein Trike. Für alle anderen Situationen ist ein LongJohn weitaus sicherer.