Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/3363

Mousse (Isabelle Carré) und Louis (Melvil Popaud) sind jung, verliebt und drogensüchtig. Ihr Leben ist ein Rausch - bis zu dem Tag, an dem Louis an einer Überdosis stirbt. Seine gutbürgerliche Familie, die von seiner Sucht nichts wusste, hat nur ein Interesse: den Skandal möglichst schnell unter den Teppich zu kehren. Da entdeckt Mousse, dass sie schwanger ist. Louis' Mutter (Claire Vernet) wünscht sich aber keinen Nachfahren ihres gefallenen Sohnes und fordert Mousse unmissverständlich dazu auf, das Kind abzutreiben. Aber Mousse widersetzt sich diesem Ansinnen. Sie verlässt Paris und zieht sich in ein Haus am Meer zurück, das ihr ein Gönner zur Verfügung stellt.
Allen Ratschlägen zum Trotz entscheidet sie sich dafür, das Baby auszutragen. Eines Tages erhält sie Besuch von Louis' Bruder Paul (Louis-Ronan Choisy), der im Gegensatz zu seiner Familie ihre Entscheidung unterstützt. Obwohl Paul schwul ist, kommen er und Mousse sich näher. Je mehr Wesenszüge sie an Paul entdeckt, die sie an Louis erinnern, desto stärker fühlt sich Mousse von ihm angezogen. Aber da ist auch noch Serge (Pierre Louis-Calixte), der Gärtner, in den sich Paul verliebt. Die drei verbringen viel Zeit miteinander, und in Mousse reift ein Entschluss, wie es mit ihrem Baby weitergehen soll.
Die heilige Aura einer schwangeren Frau
Mit «Le Refuge» schloss Frankreichs Regiestar François Ozon nach «Sous le sable» und «Le temps qui reste» seine Trilogie über die Trauer mit einer unkonventionellen Geschichte über Tod und Leben, Beziehungen und Wahlverwandtschaften ab. «Le Refuge» ist kein realistisches Sozialdrama, sondern eine Art Charakterstudie, die von den Stimmungen und der Eigenart der rätselhaften Protagonistin lebt.
Hauptdarstellerin Isabelle Carré war bei den Dreharbeiten im sechsten Monat schwanger. Almut Steinlein schrieb auf critic.de «François Ozon gibt dem schwangeren Körper seiner Actrice eine zentrale Präsenz auf der Leinwand und rückt diese besondere Ausstrahlung werdender Mütter in vielen sonnendurchfluteten Nahaufnahmen ihres runden Bauches und ihres ungeschminkten Gesichts in Szene. Der faszinierte Kamerablick auf die Sinnlichkeit und das Mysterium der Schwangerschaft umgibt Mousse mit einer geradezu heiligen Aura. Zu guter Letzt scheint sie und nicht das Haus am Meer das titelgebende Refugium zu sein, das dem Tode trotzt und neues Leben spendet.»
SRF zwei zeigt den Film in Zweikanalton deutsch/französisch.
Sendezeit
Montagnacht um 00:50 Uhr auf SRF 1