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Der Futtermittel-Schwindel
Greenpeace Schweiz hat mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion auf seinen neuen Report «Der Futtermittel-Schwindel» aufmerksam gemacht. Dieser fordert unter anderem, dass die Schweizer Landwirtschaft ökologischer werden muss.
Unter dem Titel «Proviande fördert nur noch 100% Schweizer Fleisch» hat Greenpeace Schweiz letzte Woche eine gefälschte Website von Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, aufgeschaltet. Dort wird bekannt gegeben, dass die Marke «Schweizer Fleisch» zukünftig nur noch verwendet werden darf, wenn die Tiere ausschliesslich mit Futtermitteln aus dem Inland gefüttert wurden. Laut der Fake-Website hat Proviande angeblich eingesehen, wie umwelt- und klimaschädlich der Import von Futtermitteln ist.
Zurzeit darf Fleisch auch dann unter der Marke «Schweizer Fleisch» vermarktet und mit der Garantiemarke «Suisse Garantie» versehen werden, wenn die Tiere mit Futtermitteln aus dem Ausland gefüttert wurden. «Ein grosser Teil der Produkte mit der Bezeichnung ‹Schweizer Fleisch› stammt von Tieren, die mit importierten Futtermitteln gefüttert wurden», sagt Alexandra Gavilano, Projektleiterin Landwirtschaft und Klima bei Greenpeace Schweiz.
Die Schweiz importiert jährlich 1,4 Millionen Tonnen Futtermittel, davon 80 Prozent Kraftfutter mit hohem Energie- und Proteingehalt, meist Soja. 55 Prozent des Kraftfutters, das in der Schweiz für die Nutztierhaltung verwendet wird, stammt aus dem Ausland, wo dafür 200’000 Hektar Ackerland benötigt werden – Land, das direkt für die Produktion von Nahrungsmitteln für Menschen genutzt werden könnte.
«Um die Schweizer Landwirtschaft ökologischer zu gestalten, müssen sowohl die Produktion von tierischen Produkten als auch deren Konsum drastisch reduziert werden», sagt Alexandra Gavilano. «Es ist daher unabdingbar, dass der Bund die Richtlinien für die Absatzförderung überarbeitet: Es soll nur noch der Kauf von Lebensmitteln gefördert werden, deren Produktion im Einklang mit einer Landwirtschaft stehen, die an die natürlichen Ressourcen der Schweiz angepasst sind. Das bedeutet unter anderem, dass die Einfuhr von tierischen Produkten einzuschränken oder gar zu verbieten ist.» Denn ohne eine deutliche Erhöhung des Anteils pflanzlicher Lebensmittel in der Ernährung wird die Schweiz laut Greenpeace auch die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen können.
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