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Es ist eine Saison zum Geniessen. Es ist auch eine Saison der Rekorde. Marco Odermatt verschiebt einmal mehr Grenzen. Letztlich könnte der 25-jährige Nidwaldner drei Kristallkugeln gewinnen, so viele Punkte holen wie kein anderer Skifahrer vor ihm. Und er hat auch einen finanziellen Bestwert vor Augen.
Konkurrenz erwächst Odermatt dabei von einer Frau. Während Aleksander Aamodt Kilde dem Schweizer auf der Piste alles abverlangt, ist ihm dessen Lebenspartnerin Mikaela Shiffrin punkto Erfolgsprämien im doppelten Sinn voraus.
Die US-Amerikanerin hat für ihre Leistungen im aktuellen Winter bereits 851'800 Franken an Prämien kassiert. Odermatt ist ihr mit 739'850 Franken aber auf den Fersen. Während der Abfahrts- und Riesenslalom-Weltmeister dafür 24 Rennen bestreiten musste, hat Shiffrin bereits 30 Wettkämpfe in den Beinen.
Die 27-Jährige hält auch den bisherigen Rekord an Preisgeld während eines Winters. In der Saison 2018/19 verdiente sie sich mit ihren Erfolgen 886 386 Franken. Den Bestwert bei den Männern von Marcel Hirscher aus der Saison 2017/18 (669 681) hat Marco Odermatt hingegen bereits übertroffen.
Zu den Preisgeldern muss man zwei Dinge wissen. Der direkte Vergleich mit früheren Jahren ist schwierig, da die Veranstalter in der aktuellen Saison 10 Prozent mehr Geld ausschütten. Ein Weltcupsieg ist neu 50 000 Franken wert. Diese Summen sind Brutto-Beträge. Je nach Rennort fallen bis zu 30 Prozent Steuern an.
Neben den Veranstaltern honoriert auch Swiss Ski sportliche Erfolge von Marco Odermatt und Co. Für Podestplätze in einzelnen Rennen sowie für Erfolge in den Disziplinenwertungen wird geschlechterübergreifend ein hoher sechsstelliger Prämienbetrag ausgeschüttet. Im Gegensatz zur FIS gibt der nationale Skiverband allerdings keine genauen Zahlen bekannt.
Für Marco Odermatt sind die Erfolgsprämien nur eine von drei Einnahmequellen. Inzwischen generiert er mit seinen ausserordentlichen Leistungen auch aus Sponsoren- und Ausrüsterverträge jährliche Einkünfte in siebenstelliger Höhe.
Odermatt ist als Sportler sein eigener Unternehmer und im Skizirkus als Angestellter der Ende 2018 gegründeten Firma «MO Snow AG» mit Sitz in Buochs unterwegs. Dorthin fliessen die Einnahmen, die Aktiengesellschaft mit Vater Walter Odermatt als Verwaltungsratspräsident bezahlt dem Skirennfahrer für seine Arbeit einen monatlichen Lohn.
Marco Odermatt kennt in seinem Sponsoring-Portfolio drei Kategorien von Partnern. Hauptsponsor ist in der zweiten Saison Red Bull. Er ist der erste Schweizer Alpin-Skirennfahrer mit einem solchen Vertrag. Daneben gibt es ein halbes Dutzend an Premium Partner mit verschiedenen Exklusiv-Gegenleistungen sowie weitere Sponsoren. Insgesamt sind es rund 20 Partner, darunter auch die beiden Verbandssponsoren Sunrise und Raiffeisen mit zusätzlichen Individualverträgen.
Odermatts Manager Michael Schiendorfer sagt zur Entwicklung der Sponsoren-Partnerschaften drei Dinge. Erstens pflegt man mit vielen Firmen seit vielen Jahren eine Geschäftsbeziehung. Man habe früh eine Strategie entwickelt, «die es auch kleineren Sponsoren ermöglicht, auch beim deutlich gesteigerten Marktwert von Marco weiterhin mit fairen Bedingungen dabei zu sein. Diese Art von Wertschätzung ist dem Athleten sehr, sehr wichtig.»
Zweitens ist die Anzahl Sponsoren in den vergangenen fünf Jahren zwar angewachsen, aber niemals in jenem Mass, das möglich wäre. Jeder unterschriebene Vertrag bedeute auch Gegenleistungen und Verpflichtungen. «Die Zeit, die Marco dafür aufwenden kann, ist begrenzt», sagt Schiendorfer. Themen wie Effizienz, aber auch Stabilität und Vertrautheit in den Geschäftsbeziehungen haben deshalb ebenfalls einen hohen Wert.
Und drittens sucht man für die Zukunft höchstens qualitatives Wachstum und keine weitere Erhöhung der Anzahl Partnerschaften. Der Mix an internationalen und nationalen Brands sowie lokalen Firmen passt. «Verständnis der Partner für den Sport und die Bedürfnisse des Athleten kommt klar vor der Maximierung von Einnahmen,» sagt Schiendorfer. «Wer nur dem Geld hinterherrennt, macht einen grossen Fehler.»
Der St. Galler macht zur Sponsoring-Strategie von Marco Odermatt einen Vergleich:
Das dritte finanzielle Standbein sind für Marco Odermatt die Ausrüster-Verträge. Auch hier zählt er auf viele langfristige Partnerschaften. So fährt der 25-Jährige seit 2010 auf Stöckli-Ski. Als einziger Athlet bei Swiss Ski hat der Nidwaldner seit drei Jahren auch einen Individualvertrag mit dem japanischen Bekleidungsausrüster Descente.
Zu den Verhandlungen mit Odermatts Management schickten die Japaner nicht weniger als acht Personen in die Schweiz. Dazu kommen Verträge mit Salomon für die Skischuhe, mit Reusch für die Handschuhe und mit dem schwedischen Unternehmen Poc für Helm und Brille.
Keine andere Sponsoren-Gruppe hat für Marco Odermatt letztlich einen solch hohen Wert wie die Ausrüster. Neben der monetären Gegenleistung sowie Sachleistungen - Stöckli liefert pro Jahr über 50 Paar Skis - stellen diese Partner für die Rennen auch Manpower vor Ort zur Verfügung.
Und «Odi» ist als Athlet Nummer 1 bei den Ausrüstern prominenter Werbeträger und kann sich bei der Entwicklung massgeschneiderter Produkte stark einbringen. Die «Odermatt»-Produktelinien sind für ihn auch finanziell interessant, denn in seinen Ausrüster-Verträgen ist eine Gewinnbeteiligung bei den Verkäufen vorgesehen. Auch das ist Teil der Strategie. In der Tat ein Haus mit beeindruckender Stabilität. (aargauerzeitung.ch)
Der EHC Biel ergänzt sein Kader mit dem 24-jährigen Stürmer Nicolas Müller. Der einstige Schweizer Nachwuchs-Internationale hat sich für drei Saisons verpflichtet. Die letzten fünf Jahre hat Müller in Nordamerika mit dem Team der Michigan State University auf College-Stufe gespielt. (abu/sda)