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Botulinum zur Behandlung von exzessivem Schwitzen (Hyperhidrosis)
Achselschweiss, nasse Hand- und Fussflächen: Die Behandlung mit Botulinum (oder allgemein besser bekannt als Botox®) lindert die Symptome von Hyperhidrosis. Damit bezeichnen wir das übermässige Schwitzen an den Handflächen, an den Fusssohlen oder in den Achselhöhlen.
Wie soll eine Person mit Hyperhidrosis vorgehen?
Die meisten Patientinnen und Patienten mit Hyperhidrosis leiden schon lange an übermässigem Schwitzen, schwitzenden Händen, Fussschweiss, etc., manchmal verstärkt in emotionalen Stresssituationen. Bei einigen Menschen ist eine Untersuchung der Schilddrüsenhormone sinnvoll, aber meistens kann keine Ursache gefunden werden. Nur beim gustatorischen Schwitzen ist die Ursache bekannt, nämlich der Konsum scharfer Speisen.
Es ist wichtig, das Schwitzen an diesen Körperstellen zu unterscheiden von nächtlichem Schwitzen, das meistens am ganzen Körper auftritt. Wenn Sie erst seit wenigen Wochen oder Monaten ungewöhnlich viel schwitzen und weitere Symptome hinzukommen, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren. Eine Abklärung ist wichtig, wenn Sie Fieber haben, Gewicht verlieren, eine warme Umgebung nicht ertragen, Durchfall oder Kreislaufbeschwerden haben, oder regelmässig Medikamente einnehmen.
Welche Behandlungen gegen exzessives Schwitzen stehen zur Verfügung?
Wenn das Schwitzen nicht zu ausgeprägt ist, können Deos und Puder helfen. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Iontophorese. Dabei setzen wir die Hände oder Füsse in einem flachen Wasserbad einem schwachen Strom aus. In den Achselhöhlen verwenden wir feuchte Kompressen, durch die ein schwacher Strom fliesst. Der Patient oder die Patientin spürt dabei nur ein leichtes Kribbeln. Die genaue Wirkweise dieser Methode ist unbekannt, jedoch reduziert sich bei erfolgreicher Behandlung das Schwitzen nach etwa zwei Wochen. Allerdings muss die Iontophorese danach fortgeführt werden.
Wenn Deos oder Iontophorese keinen Erfolg bringen, bietet die Anwendung von Botulinum (verwendetes Präparat: BOCOUTURE®) immer noch grosse Erfolgschancen. Ich injiziere das Medikament oberflächlich in die Haut, wo es seine Wirkung nach einer Woche entfaltet. Die Wirkdauer beträgt durchschnittlich 3 bis 6 Monate.
Warum wirkt Botulinum auch beim Schwitzen?
Botulinum hemmt die Aktivierung der Schweissdrüsen durch das Nervensystem. Genauso bremst es auch die Aktivierung der Muskulatur, was die erwünschte Wirkung in der kosmetischen Medizin ist, z.B. zur Behandlung von Stirnfalten. An den Händen oder Füssen ist dies jedoch eine unerwünschte Wirkung. Die maximale Menge, die wir gegen das Schwitzen spritzen können, ist dadurch begrenzt. Erfahrungsgemäss können wir bei den meisten Patientinnen und Patienten eine gute Kontrolle über das Schwitzen erreichen, bevor Nebenwirkungen in Form von reduzierter Kraft in den Händen auftreten. Die Anwendung von Botulinum in den Achseln oder an den Fussflächen hingegen ist einfacher: In den Achseln und an den Fussflächen ist die Haut (inkl. Fettgewebe in der Unterhaut) dick genug, sodass ein grosser Abstand zu den Muskeln bzw. den Nervenfasern besteht. Eine Abnahme der Kraft in den Armen oder der Fussmuskulatur müssen Sie deshalb nicht befürchten.
Ist die Injektion von Botulinum schmerzhaft?
In den Achselhöhlen ist die Behandlung kaum schmerzhaft. Für die meisten Patienten genügt es, kurz ein eiskaltes Gel-Pack aufzulegen und gleich danach die Injektion vorzunehmen. Wenn Sie sehr schmerzempfindlich sind, trage ich 15 Minuten vor der Behandlung eine betäubende Crème auf. Die Hand- und Fussflächen sind empfindlicher, weshalb die Behandlung ohne Anästhesie unangenehm wird. Für diese Injektionen ist eine lokale Betäubung empfehlenswert. Für die Behandlung der Hände spritze ich ein betäubendes Medikament am Unterarm, das die Hand während 15 bis 30 Minuten einschlafen lässt. Für die Injektion an den Füssen betäube ich in der Nähe des Sprunggelenks einen Nerv, damit die Fusssohlen unempfindlich werden. Die Wirkung der Betäubung ist auf höchstens eine halbe Stunde begrenzt, sodass Sie nach der Behandlung problemlos gehen können.
Wichtig: Teilen Sie unbedingt mit, ob Sie an Allergien auf Betäubungsmedikamente oder an Herzkrankheiten leiden!
Es sei erwähnt, dass Krankenkassen die Behandlungskosten nur sehr selten übernehmen und daher zu Lasten des Patienten gehen.