Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/2266

SWISSINT Stans
<email-pii>
Sind Sie an einem Einsatz interessiert? Mailen Sie uns.
1. Seit 1990 beteiligen sich Offiziere der Schweizer Armee als unbewaffnete Militärbeobachter an friedenserhaltenden Operationen der UNO . Zurzeit stehen 21 Schweizer Offiziere im Rang von mindestens einem Hauptmann als Militärbeobachter im Einsatz, davon 11 im Nahen Osten (UNTSO ), 5 in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO ), 1 in Burundi (BNUB ) und 4 in der Republik Südsudan (UNMISS ).
2. Die UNO-Militärbeobachter – im Volksmund heissen sie Blaumützen - treten in kleinen Truppen auf und sind unbewaffnet. Es handelt sich ausnahmslos um speziell ausgebildete Offiziere in Uniform des jeweiligen Entsenderstaates. Sie handeln als „Augen und Ohren“ des UNO-Sicherheitsrates in New York. Für jeden Einsatz wird der Auftrag genau festgelegt. Ihre Aufgabe umfasst hauptsächlich Überwachung eines Waffenstillstandes, Implementierung von Friedensabkommen, Vermittlung zwischen den involvierten Parteien und Verhinderung von gefährlichen Ausweitungen von Konflikten.
3. Wegen ihrer Unparteilichkeit geniessen die UNO-Militärbeobachter höhere Glaubwürdigkeit als nationale Organe oder internationale Medien. Die Schweizer werden in allen Missionen vor allem wegen ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Belastbarkeit, ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit und ihres diplomatischen Geschicks geschätzt und von den verschiedenen Parteien anerkannt.
4. 1988 erhielten die Friedenstruppen der UNO den Friedensnobelpreis. Im selben Jahr beschloss der Bundesrat, die Schweizer Beteiligung an friedenserhaltenden Operationen auszubauen. Vorher hatte die Schweiz lediglich einzelne UNO-Missionen finanziell unterstützt. Am 22. Februar 1989 entschied der Bundesrat, Militärbeobachter für friedenserhaltende Einsätze bereitzustellen.
5. Der Bericht 90 über die Sicherheitspolitik der Schweiz bezeichnete die Entsendung von Personal für friedenserhaltende Operationen als wichtigen Beitrag zu einer aktiven Friedensförderung. Er hob hervor, solche Engagements dienten nicht nur der betroffenen Bevölkerung, sondern mittelfristig dank international stabileren Verhältnissen auch der Sicherheit der Schweiz. Angesichts der veränderten internationalen Lage geht der neue Sicherheitspolitische Bericht 2000 noch einen Schritt weiter. Er macht die friedenserhaltenden Operationen zu einem Schwerpunkt der neuen Strategie „Sicherheit durch Kooperation“.