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Parodontalerkrankungen und Diabetes sind beides chronische Krankheiten, die mit zunehmendem Alter häufiger werden. Weltweit leiden etwa 80% der Menschen über 35 Jahren an Zahnfleischproblemen und etwa 7% der Bevölkerung der Bevölkerung leidet an Diabetes, obwohl dies in vielen Fällen nicht diagnostiziert wird.
Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen diesen beiden Krankheiten. Genau genommen besteht sogar eine wechselseitige (bidirektionale) Beziehung zwischen Parodontalerkrankungen und Diabetes. Das bedeutet, dass Menschen mit Parodontitis ein allgemein höheres Risiko für Diabetes haben und Patienten mit Diabetes haben ein genau dreifach höheres Risiko, eine Parodontalerkrankung zu entwickeln.
Darüber hinaus ist die Kontrolle von Diabetes komplizierter, wenn ein Diabetiker zusätzlich an Parodontitis leidet, und Menschen, die sowohl an Diabetes als auch an Parodontitis leiden, haben ein höheres Risiko, einige schwere medizinische Komplikationen zu erleiden – darunter Herzkreislauferkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und Retinopathie – als Menschen, die nur an Diabetes leiden.
Parodontitis ist eine chronische, nicht übertragbare Krankheit (engl. non-communicable disease, NCD), die soziale Determinanten und Risikofaktoren mit den anderen grossen NCDs wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Krebs teilt.
Zahnärzte und andere im Bereich der Mundgesundheit tätige Personen sollten bei ihren Patienten, die an Diabetes leiden, eine sorgfältige Anamnese erheben, sie fragen, wie gut ihr Diabetes eingestellt ist und wann ihre Blutzuckerwerte zuletzt kontrolliert wurden, und eine Kopie des letzten der letzten HbA1c-Ergebnisse anzufordern.
Es sollte eine gründliche orale Untersuchung durchgeführt werden, die eine umfassende parodontale Beurteilung mit einschliesst und Betroffene sollten vollumfänglich informiert werden über ihre Möglichkeiten, ihre Mundgesundheit und ihre Allgemeingesundheit zu verbessern.
Diabetes-Patienten ohne Parodontitis sollten eine genügend oft nachkontrolliert werden, während Patienten mit parodontalen Infektionen behandelt und eine Parodontaltherapie durchgeführt werden sollte.
Zahnmedizinische Patienten ohne Diabetes, aber mit Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sollten über ihr Risiko informiert und an einen Arzt zur Risikobewertung und Screening überwiesen werden.