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Geschichte der Wohngenossenschaft St. Johann
Seit ihrer Gründung im Jahr 1972 war das Leben der Genossenschaft St. Johann durch einen ideellen Inhalt geprägt: die Genossenschaft St. Johann ist durch Mitglieder der SP St. Johann als eine Gruppierung des Widerstandes gegen das Projekt Überbauung des Schlachthofsareals gegründet worden. Die Gründer wählten die Form der Genossenschaft, um ihrer Forderung Grünflächen einen Ausdruck zu verleihen. Es gelang ihnen, die Forderung durchzusetzen: das Bauvolumen des Schlachthofs wurde auf den heutigen Stand redimensioniert. Die durch diesen Anlass ins Leben gerufene Genossenschaft war nach diesem Erfolg funktionslos geworden.
Einen neuen ideellen Zweck erblickten die Gründer der Genossenschaft in der Rettung des im Jahr 1903 erbauten Hauses in der Davidsbodenstrasse 19 vor dem Abbruch. Im Jahr 1978 gab der damalige Eigentümer des Hauses ein Gesuch für einen Neubau ein. Diese Neubauprojekt wurde von der benachbarten Wohngenossenschaft Cohabitat durch alle Instanzen erfolglos angefochten. doch nicht abzureisen. Im Jahr 1979 verkaufte er das Haus der Genossenschaft St. Johann, die durch diesen Schritt in eine Wohngenossenschaft umgewandelt wurde. Innert zwei Jahren renovierte die Wohngenossenschaft das Haus sanft. Die Bewohner bestimmten selbst über die Art der Renovation.
Den Gründern der Wohngenossenschaft St. Johann schwebte eine Wohnform vor, die eine Alternative zum traditionellen Wohnmodell darstellen sollte: die Mieter sollten das von ihnen bewohnte Haus selber verwalten und dabei Sorge zur Liegenschaft, Umgebung, Quartier und Umwelt tragen. Es sollte vermieden werden, dass alte Häuser abgebrochen und durch Neubauten ohne jeglichen ästhetischen Anspruch ersetzt werden. Die Genossenschafter setzten sich aktiv fürs Erhalten der Grünflächen im Quartier ein. Getreu dem Grundsatz, dass zur Wohnlichkeit auch eine intekte Umgebung gehört, erhob die Wohngenossenschaft regelmässig Einsprachen gegen Bauprojekte, die lediglich wirtschaftliche Zwecke verfolgten und die Grünflächen verdrängten. So bewirkte beispielsweise eine im Jahr 1993 erhobene Einsprache gegen die Vorgartenumgestaltung Davidsbodenstrasse 32 in Parkplätze, dess der Hausbesitzer der Liegenschaft keinen Lieferwagenabstellplatz erstellen konnte.
Die Liegenschaft in der Kraftstrasse 5 ist im Jahr 1983 durch die Wohngenossenschaft St. Johann erworben worden. Die übernommenen Bewohner sind mit einem Ideen-Wechsel konfrontiert worden, infolge dessen das Haus anfangs zu einem Sorgekind wurde.
Im Jahr 1985 hat die Generalversammlung eine Statutenrevision gutgeheisen. Erstmals wurden Hausdelegierte als Vertreter einzelner Häuser in den Vorstand gewählt.
Die Liegenschaft wurde im Jahr 1986 durch die Wohngenossenschaft erworben, nachdem der Vorstand auf das Haus durch eine Mieterin aufmerksam gemacht worden war. Die Finanzierung der nach dem Kauf erfolgten Renovationen erforderte eine Bürgschaft seitens der Bewohnerinnen und Bewohner und eine Mietzinserhöhung.
Das Haus in der Vogesenstrasse 126 wurde im Jahr 1993 gekauft. Der Kauf der vierten Liegenschaft hat einen langen Leidensweg zur Finanzierung hinter sich. Der Kaufpre3is wurde relativ hoch angesetzt: die Wohngenossenschaft hat musste während Jahren diese Investition kompensieren.
Die Verwaltung von vier Liegenschaften forderte die Genossenschafterinnen und Genossenschafter immer wieder heraus. Im Verlauf der Zeit hat sich gezeigt, dass um diese Aufgabe zur Zufriedenheit der Mieterinnen und Mieter zu erfüllen, ein Arbeitspensum erforderlich ist, welches über den Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit hinausgeht. Nachdem verschieden Modelle überprüft wurden, beschloss die Wohngenossenschaft, einen Teil der Administration an eine externe Verwaltung auszulagern. Im Jahr 2000 unterzeichnete die amtierende Präsidentin der Wohngenossenschaft mit der Liegenschaftsverwaltung Wohnstadt einen Verwaltungsvertrag, mit welchem bestimmte genau definierte Aufgaben der Wohnstadt übertragen wurden.
Die neue Zusammenarbeit mit der Wohnstadt erfordert eine Statutenrevision. Überdies nutzte der Vorstand diese Gelegenheit dazu, eine Finanzierung mit den Mitteln aus der beruflichen Vorsorge in die Statuten aufzunehmen als auch dazu, die veralteten Begriffe in den Statuten zu bereinigen.
Im Jahr 2008 gab es eine Gesetzesänderung des Revisionsrechts. Seither dürfen die Revision nur zertifizierte Revisoren durchführen. Dies führte dazu, dass die Statuten an das neue Gesetz angepasst werden mussten.
Im April 2009 sind zwei Mietparteien aus dem statthaften Eckhaus an der Kreuzung der Jungstrasse mit der Lothringerstrasse an den Vorstand mit der Information gelangt, dass die Liegenschaft verkauft wird. Nach einer kontroversen Diskussion in der Wohngenossenschaft haben wir uns entschlossen, das Haus zu erwerben, was nach langen Verhandlungen gelungen ist.
An der Generalversammlung vom 31. Mai 2018 haben wir einen Artikel betreffend Zweck, Mittel und Grundsätze wie folgt angepasst: "Die Wohngenossenschaft bezweckt ihren Mitgliedern preisgünstigen Wohnraum zu verschaffen, diesen zu unterhalten und dauernd der Spekulation zu entziehen, um selbstverwaltete, sichere und gemeinschaftliche Wohnformen zu verwirklichen."