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Es war dunkle, finsterste Nacht. Die Nachtluft wäre vielleicht sogar etwas kühl gewesen, doch war die Hitze im Rücken der jungen Frau zu gravierend. Schreie durchfluteten die Nacht, ebenso wie das Geräusch von zusammenbrechenden Häusern. Sie stieg die Treppe aus der Talsenke hoch, zum äußeren Tor ihres Dorfes. Im Hintergrund hörte sie die Schreie eines Kindes, es rief nach seiner Mutter, heulte. Kurz blieb sie stehen, zögerte. Ihre Hand wollte das Geländer entlang der Treppe ergreifen, doch sie verharrte. Sie wandte ihr Gesicht in Richtung der Schreie, blickte zu den von Feuer verzehrten Häusern. Ein Junge, keine 10 Jahre alt stand zwischen brennende Häuser. Ein weiterer Schrei des Kindes hallte zu ihren Ohren, doch sie zuckte nicht. Noch während es schrie fiel der brennender Träger eines der Häuser über ihn zusammen und der brennende Schutt schnellte auf ihn nieder. Die Schreie verstummten. Die junge Frau sah in das Tal, von ihrem Gesicht war nichts zu sehen, es war verdeckt von einer Anbumaske. Sie stand noch einige Momente still da, während das gesamte Dorf nach und nach verstummte, das einzige was zu hören war, war das brechende Holz, das knacken des Feuers, die Trümmer die nach und nach fielen.
Sie ging in Richtung des Waldes, hörte schon die Schritte die sie verfolgten, ihr Tempo wurde nach und nach langsamer. Das sie nicht mehr viel Kraft hatte war ihr kaum anzusehen, vielleicht das sie ein wenig angeschlagen war aber mehr auch nicht. So schien auch der Shinobi entschieden zu haben der knapp vor ihre Nase sprang. Er trug das Stirnband ihres Dorfes, doch er schien sie nicht gleich zu erkennen, doch sie erkannte ihn. Ohne sich etwas anmerken zu lassen ging sie weiter, an ihn vorbei während er mit gezückten Kunai stehen blieb. „Stehen bleiben“, meinte er mit zittriger Stimme. Er war noch nicht lange Chunin und schon war sein Dorf zerstört, schon hatte er versagt seine Schützlinge vor Unheil zu bewahren. Ungesehen unter ihrer Maske seufzte sie lautlos, wandte ihm über die Schulter das Gesicht zu. „Warum?“, fragte sie bloß tonlos.
Seine Hand, das Kunai darin, zitterten während er sie anblickte. „Ich habe dich da unten gesehen, wie du-“ sie unterbrach ihn indem sie einen Satz auf ihn zumachte. Er landete auf den Boden, sie saß auf ihn und drückte seine Schultern und Beine auf die Erde unter ihnen. „Was willst du gesehen haben, Michio?“, sagte sie kalt. Seine mitternachtsblauen Augen weiteten sich, erkannte er nun ihre Stimme? Eigentlich war es schon egal. „D-Du bist..“
Sie lehnte sich zurück und schob die Maske über ihr Gesicht nach oben, sodass er direkt in ihre grasgrünen Augen blicken konnte. „Yukiji, ganz richtig“, vollendete sie seinen Satz. Ruhig und teilnahmslos sah sie ihn an, während er wohl seine eigenen Schlüsse zog. Schneller als sie es ihm zugetraut hätte kam seine Hand mit dem Kunai auf sie zu, sie Griff nach dem Handgelenk und hielt ihn an, knapp bevor er ihr in den Hals stechen konnte. „Hör auf, Michio“, meinte sie und schloss ihre Hand um seine. Bevor er es wirklich realisieren konnte hielt sie das Kunai nun an seinem Hals. Ein leichtes Rinnsal Blut, ein einzelner großer Tropfen bahnte sich den Weg an seinem Hals entlang. „Ich will dich nicht töten müssen“, sprach Yukiji weniger tonlos aber sehr ernst. Der Schwarzhaarige bäumte sich auf und wollte wohl dafür sorgen das sie unter ihn begraben wurde, doch bevor etwas weiteres passieren konnte schnitt das Kunai in seine Haut, bohrte sich tief in die Schlagader, er spießte sich quasi selbst auf, indem er ihr nach gesprungen war. Er lag auf ihr. Noch zuckte sein Körper, während unentwegt Blut aus seiner Wunde floss. Die kurzen, sonst weißen Haare der jungen Frau färbten sich rot, Michio über ihr sackte zusammen. Nach einem kurzen Moment, indem sie schluckte und sich sammelte, rollte sie ihn von dich runter. Ihre Kleidung, ihr Haar, alles war blutbefleckt. Sie sah hinab zu der verblutenden Leiche ihres ehemaligen Kollegen.
„Dummkopf..“, sprach sie leise mit leidenden Unterton. Ohne weiteres ging sie auf den Fluss zu, kaum ein paar Meter weiter und wusch sich so gut wie möglich vom Blut rein, setzte ihre Maske wieder auf. Noch tropfend, müde und durchaus nachdenklich stand sie im seichten Flussbett. Die Reste des Blutes sammelten sich noch um sie, während Yukiji gen Mond blickte.