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In vielen Schweizer Medien wird in diesen Tagen über mögliche SVP-Bundesräte diskutiert. Als Kronfavorit gilt zurzeit der Bündner Migrationsexperte Heinz Brand. Würde er gewählt, rutscht die Davoserin Valérie Favre Accola im Nationalrat nach.
Unabhängig davon, ob sich Eveline Widmer-Schlumpf für oder gegen eine erneute Bundesrats-Kandidatur entscheidet: Der Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand hat gute Chancen, auf’s Zweier- oder Dreierticket der SVP um einen Platz in der Landesregierung zu kommen. Würde er dann auch noch gewählt, käme die Nummer 3 der SVP-Liste, SVP-Graubünden-Parteisekretärin Valérie Favre Accola, zum Handkuss und würde in den Nationalrat nachrücken.
Bereits bei den Nationalratswahlen 2011 erreichte Favre Accola hinter Brand das zweitbeste Ergebnis der SVP Graubünden (7313 Stimmen). 2015 wurde sie parteiintern Dritte, nachdem sie ihre Parteikollegin Magdalena Martullo auf der Überholspur ins Parlament fliegen sah (8157 Stimmen). GRHeute hat mit Valerie Favre Accola gesprochen
Valérie Favre Accola, falls Heinz Brand in den Bundesrat gewählt wird, rücken Sie nach und nehmen seinen Platz im Nationalrat ein. Was halten Sie von diesem Szenario?
Natürlich habe ich auch schon darüber nachgedacht. Wenn man ernsthaft kandidiert, geht man alle möglichen Szenarien durch. Und ja, ich würde für das Amt zur Verfügung stehen.
In diesem Fall hätte Graubünden plötzlich drei Nationalrätinnen in Bern, zwei von der SVP, eine von der SP.
Ich glaube, eine Bündner Frauenmehrheit im Nationalrat hat es wirklich noch nie gegeben. Noch schöner wäre es jedoch, wenn es sich um drei bürgerliche Vertreterinnen handeln würde. Das würde Graubünden weiterbringen.
Wie beurteilen Sie die Chancen von Heinz Brand bei einer allfälligen Kandidatur?
Er hat sicher das Handicap, dass er ein Bündner ist und auf eine Bündnerin folgen würde. Es gibt viele Kantone, die nicht vertreten sind und schon lange warten. Als Kandidat und als Person sind seine Chancen aber sehr intakt, er ist parteiübergreifend beliebt, teamfähig, konziliant und sachlich im Ton, seine Kompetenzen und Dossierkenntnisse sind unbestritten Das höre ich auch immer wieder bei Rückmeldungen von anderen Parteien wie unter anderem auch von der CVP, dass sie gerne mit ihm arbeiten.
Glauben Sie, dass Eveline Widmer-Schlumpf nochmals antritt?
Es wird davon abhängig sein, ob sich die Mitte bezüglich einer gemeinsamen Strategie findet, welche einzig die Verhinderung eines zweiten SVP-Bundesratssitz zum Ziel hat. Wenn eine solche Strategie zustande kommt, dann glaube ich, dass sie nochmals kandidieren wird. Dabei muss sich die Mitte jedoch überlegen, ob eine solche Politik schlussendlich zielführend ist für die Schweiz oder es nicht eher sinnvoll ist, die SVP in die Verantwortung zu nehmen, zumal die Kompetenz der Kandidaten unbestritten ist.