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Definition
Bei analen Feigwarzen, auch Condylomata acuminata (anale Kondylome)
genannt, handelt es sich um eine Viruserkrankung, welche bestimmte
Körperregionen wie After mit dem Analkanal, der Penis, die Scheide und der
Gebärmutterhals befallen kann. Diese Viruserkrankung gehört zu der häufigsten
sexuell übertragbaren Krankheit. Der Erreger dieser Warzen ist der sogenannte
Humane Papillomavirus (HPV), welcher zu der Familie der
Papovaviren gehört. Von diesem HP-Virus existieren mehr als 100 verschiedene
Untertypen, welche sich durch ihr unterschiedliches Krankheitspotential
auszeichnen. Die Untertypen 16 und 18 sind – neben anderen – die Typen, welche
in bestimmten Situationen als besorgniserregend gelten (sog. ‚Risikotypen’) .
Die Bedeutung dieser ansteckenden Erkrankung liegt darin, dass diese Viren
vorallem bei Patienten mit einer Schwäche des Immunsystems (z. B. HIV-Erkrankte
oder Patienten unter Immunsuppression) zu einer Veränderung der Haut und der
Schleimhaut führen können bis hin zum Krebs (Analkrebs). Der
Zusammenhang zwischen HPV und Krebs ist beispielsweise auch für den
Gebärmutterhalskrebs bekannt. In der Regel dauert es aber viele Jahre und
Jahrzehnte, bis sich nach einem Befall mit HPV ein Krebs ausbilden kann.
Symptome
Anale Feigwarzen machen in der Regel keine spezifischen Symptome. Sie werden
üblicherweise nur aufgrund ihres Wachstums bemerkt. Diese Warzen können wenige
Millimeter gross sein und einzeln auftreten, aber auch flächenhaft verstreut in
Erscheinung treten und so teilweise einen grotesken Warzenrasen bilden (sog.
Buschke-Löwenstein-Erkrankung.
Nicht-chirurgische Therapie
Die Standardbehandlung bzw. die Basistherapie der analen Feigwarzen stellt
heutzutage Aldara® (Imiquimod) dar. Diese Substanz wird lokal
als Crème oder als Zäpfchen angewendet und führt zu einem indirekten Abtöten der
Viren. Aldara® (Imiquimod) bewirkt am Ort der Anwendung eine starke Entzündung
im Rahmen derer die Vernichtung der Viren gelingt. Die Anwendung von Aldara®
(Imiquimod) ist vor allem bei kleinen Feigwarzen (<5mm) angezeigt. Grössere
Feigwarzen sollten chirurgisch entfernt werden.
Aldara® (Imiquimod) wird 3x pro Woche am Abend auf die betroffene Region
aufgetragen. Ist der Analkanal betroffen, so kann ein Zäpfchen bzw. ein Tampon
eingeführt werden. Dieses Zäpfchen ist in der Kantonsapotheke Zürich erhältlich.
Aldara® (Imiquimod) wird dann über Nacht auf der betroffenen Region belassen
(für 10-12 Stunden) und am nächsten Morgen mit warmem Wasser ausgeduscht. In der
Regel wird die Behandlung mit Aldara so lange fortgesetzt, bis alle Feigwarzen
im Genitalbereich verschwunden sind oder bis maximal 4 Monate. Die häufigste
Nebenwirkung besteht aus einer lokalen Hautreizung, die von Juckreiz und Brennen
begleitet sein kann.
Aldara® (Imiquimod) kann als alleinige Therapie angewendet werden oder aber
in Kombination - vor oder nach - einer Behandlung mit dem
Laser.
Chirurgische Therapie
Kleine und nur vereinzelt vorliegende Feigwarzen können einfach mit
dem Messer abgetragen werden. Dies kann sogar teilweise ohne Anästhesie
in der Sprechstunde geschehen. Wichtig ist, dass die abgetragenen Warzen im
Labor auf Anzeichen einer allfälligen Entartung untersucht werden und dass der
HPV-Untertyp bestimmt wird.
Bei einem ausgedehnteren Befall können die Warzen mit dem Laser abgetragen
werden (z.B. CO2-Laser). Der Vorteil der Laser-Abtragung besteht darin, dass der
Laser nur wenig in die Haut eindringt (etwa 0.1mm) und so in der Regel nach der
Abtragung keine Narben entstehen. Die Laserabtragung stellt in unserer Klinik
die Methode der Wahl dar bei ausgedehntem Feigwarzen-Befall. Der Nachteil dieser
Methode besteht darin, dass die Laserabtragung in einem Operationssaal
durchgeführt werden sollte, wo eine spezielle Rauchabzugvorrichtung vorhanden
ist. Denn im Rauch, der bei der Laser-Therapie entsteht, können sich lebende
Virenpartikel befinden. Diese könnten beim Einatmen zur Ausbildung von
Feigwarzen im oberen Atemtrakt (Nasen-Rachen-Raum) führen.
Eine Alternative zur Lasertherapie ist die Kryotherapie, bei
der die Warzen vereist werden. Diese Methode kann ambulant durchgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen
Sollte sich der Partner auch einer Behandlung unterziehen
(Partnerbehandlung)?
Für diese Frage gibt es keine klare Antwort.
Wenn beim Partner bereits Feigwarzen sichtbar sind, dann ist eine Behandlung
sicherlich sinnvoll. Sind keine Anzeichen von Feigwarzen vorhanden, so glauben
wir, ist eine Behandlung nicht angezeigt. Hintergrund dafür ist, dass die Viren
bei 99% der Patienten vom Körper zerstört werden, bevor sie körpereigene Zellen
infizieren können. Neuere Daten aber zeigen, dass in 10-40% der Patienten
‚stumme’ Viren in der Genitalregion nach einem sexuellen Kontakt mit
VirusträgerInnen nachweisbar sind. Die Bedeutung dieser stummen Infektion ist
aber noch unklar und rechtfertigt eine aggressive Partnerbehandlung in unseren
Augen nicht.
Wie hoch ist das Risiko, dass aus Feigwarzen Krebs
entsteht?
Das Risiko einer HPV-bedingten Krebserkrankung ist im
allgemeinen sehr klein! Dies gilt vor allem bei Patienten mit normalem
Immunsystem und bei Fehlen von HPV-Risikotypen (HPV Typ 16, 18, 31, 33 und 35).
Bei Risikopatienten (Patienten mit HIV und einem Befall mit HPV-Risikotypen) ist
das Risiko einer Entartung allerdings stark erhöht. Etwa 50% der Risikopatienten
zeigen nach Jahren eine Krebsvorstufe im Genitalbereich, die in 5% in einen
Krebs übergehen kann. Bei Risikopatienten ist also eine regelmässige Kontrolle
der Genitalregion angezeigt.
Wie hoch ist das Risiko, sich beim sexuellen Kontakt
anzustecken, wenn der Partner Feigwarzen hat?
Man nimmt an, dass es
lediglich in 1 von 100 Patienten nach einem Sexualkontakt mit einem
HPV-Infizierten zu einer klinisch sichtbaren Infektion kommt (Ausbildung von
Condylomen). Häufiger scheint es zu Infektionen zu kommen, die klinisch nicht
sichtbar sind, d.h. der Virus ist zwar nachweisbar, macht aber keine Condylome.
Die Bedeutung einer solchen ‚Ansteckung’ ist noch nicht geklärt. Auch ist nicht
klar, ob solche Patienten mit einer klinisch nicht sichtbaren Infektion den
Virus auf andere Partner übertragen können.
Ist eine regelmässige Kontrolle nach einer Behandlung
sinnvoll?
Nach einer erfolgreichen Behandlung der Feigwarzen sollte
12 Monate später eine Kontrolle erfolgen. Bei Risikopatienten (HIV-Patienten
und/oder Befall mit einem HPV-Risikotyp) ist eine 6-monatliche Kontrolle
sinnvoll. Besteht allerdings bereits eine Krebsvorstufe, die durch eine Biopsie
bestätigt wurde, ist eine 3-monatliche Kontrolle bei einem Spezialisten
angezeigt.
Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren!
Wir werden Ihre Frage umgehend beantworten.
Operationsinformationen
Laserbehandlung der Kondylome
|Vorbereitung: ||keine|
|Anästhesie: ||Voll- oder Rückenmarknarkose|
|20 Minuten|
|Krankenhausaufenthalt: ||ambulant|
|Arbeitsunfähigkeit:||2 - 3 Tage|
|Nachbehandlung: ||Aldara®-Crème für 4 Monate (lokale Therapie)|
Das Kolorektal-Team (Lower GI Team) bietet eine umfassende Behandlung für alle Erkrankungen des Darmes (Dünn-, Dick- und Enddarm) und des Afters (Proktologie) auf universitärem Niveau an. Auch können unsere Patientinnen und Patienten an klinischen Studien teilnehmen und erhalten so Zugang zu den neuesten und innovativsten Therapien.
Kolorektale Chirurgie Proktologie Online-Anmeldung für Ärzte & Spitäler
Verantwortliche Kaderärzte
Prof. Dr. Matthias Turina, PhD
Dr. Andreas Rickenbacher
Dr. Daniela Cabalzar-Wondberg
Sprechzimmer
UniversitätsSpital Zürich
Kolorektale Sprechstunde
Ambulante Disposition (AUFN A 370)
Rämistrasse 100
8091 Zürich
Kontaktadresse
UniversitätsSpital Zürich
Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Frau Sara Plácido (Clinical Nurse)
Rämistrasse 100
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