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Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden immer neue Möglichkeiten entwickelt, um ins Innere des Körpers zu blicken, ohne ihn zu öffnen. Heute sind Bildgebungsverfahren für medizinische Diagnosen unverzichtbar.
Das erste radiologische Bild verdanken wir dem Physiker Wilhelm Röntgen. Als er seine Crookes-Röhre – ein Gerät, bei dem Elektronen durch Gas geleitet werden – unter Spannung brachte, stellte er erstaunt fest, dass ein in der Nähe stehender Schirm, der mit Bariumsalz beschichtet war, fluoreszierte. Die von der Röhre abgegebene Strahlung durchdrang verschiedene Stoffe, nicht aber Knochen und Metall. Er bezeichnete das noch unbekannte Phänomen als «X-Strahlen», heute werden sie Röntgenstrahlen genannt.
Im Bewusstsein, dass seine Entdeckung in der Medizin Anwendung finden könnte, veröffentlichte er seine Ergebnisse am 28. Dezember 1895. Die Neuigkeit verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Schweizer Professoren versuchten sofort, das Experiment zu reproduzieren: Aimé Forster in Bern und Henri Dufour in Lausanne.
Die von den X-Strahlen ausgehenden Gefahren waren noch völlig unbekannt. An Ausstellungen wurden ahnungslosen Schaulustigen als Attraktion Röntgenbilder angeboten! Erst ein Vierteljahrhundert später gab es erste Massnahmen zur Regulierung und zum Strahlenschutz.
Weitere Verbesserungen folgten im Laufe der Jahre. Der Neurologe Egas Moniz erhielt Ende der 1920er-Jahre Arteriographien, indem er Kontrastmittel spritzte. Fulminant verlief die Entwicklung, als die Informatik Einzug hielt. Der Ingenieur Godfrey Hounsfield erfand 1971 den Scanner. Ein Grosscomputer ermöglichte es ihm, Tausende von Bildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln zusammenzustellen.
Echographie und MRI: Untersuchungen ohne Strahlen
Einen weiteren Schub erfuhr die medizinische Bildgebung mit der Echographie. Die vom Sonar abgeleitete Technik wurde von der Kardiologin Inge Edler 1955 entwickelt. Die MRI (Magnetresonanztomographie) wiederum etablierte sich in den Spitälern ab 1977 dank der Arbeiten des Ingenieurs Raymond Damadian.
Aktuell erforscht ein US-amerikanisches Team eine neue MRI-Technologie. Das Verfahren soll die Kosten und das Gewicht des Geräts senken und es so einem breiteren Publikum zugänglich machen. Heute kostet eine solche Anlage noch über 1,5 Millionen Dollar, und sie wiegt rund 30 Tonnen!