Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03637.jsonl.gz/2179

Datex-P Basis für diesen Dienst sind die CCITT-Empfehlungen der Serie X.25. Das Prinzip sieht hier die Übertragung der Daten in Blöcken, sogenannten "Paketen" vor. Diese Paket- oder Speichervermittlung stützt sich auf die Bereitstellung von "virtuellen" Verbindungen: Die Teilnehmer sind hier nicht direkt über eine Telefonverbindung miteinander gekoppelt, sondern tauschen ihre Informationen paketweise über das gesamte Netz aus. Dabei kann ein interner Übertragungsweg durchaus von mehreren Benutzern verwendet werden, da die Datenpakete jedem Empfänger eindeutig zugeordnet werden können. Andererseits kann es vorkommen, daß aufeinanderfolgende Pakete eines Benutzers auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel gelangen.
Die Datenpakete werden innerhalb des Netzes in jedem Vermittlungsknoten zwischengespeichert, auf Fehler geprüft (dann eventuell nochmals angefordert) und zum nächsten Knoten weitergeleitet. Zwischen den Vermittlungsknoten läuft die Übertragung mit 64000 BPS, also wesentlich schneller als zwischen Modem und der Vermittlungsstelle. Daher erfolgt im Datex-P-Knoten auch eine Protokollanpassung. Das bietet den Vorteil, daß auch Modems unterschiedlicher Bauart miteinander kommunizieren können.
Datex-P bietet asynchrone Übertragung mit 300, 1200 und 2400 BPS und synchrone Übertragung mit 2400, 4800, 9600, 48000 und 64000 BPS. Neben den virtuellen Wahl-Verbindungen sind auch permanente virtuelle Verbindungen möglich, die wie eine Standleitung benutzt werden können. Das folgende Bild zeigt dieöglichkeiten zu Datex-P. Datex-P eignet sich besonders für kurze Dialoge (Datenbankabfragen, Buchungsvorgänge, etc.) über weltweit 150 Datennetze in 80 Ländern. Die Gebührenstruktur von Datex-P ist recht kompliziert; die Kosten setzen sich aus Verbindungszeit, Entfernung und übertragener Datenmenge zusammen. In Deutschland sind Vermittlungsstellen in allen größeren Städten.
Bei Datex-P erhält jeder Teilnehmer eine Benutzerkennung, wobei zwischen reinen
Informationsanbietern (z. B. Mailboxen) und "normalen" Benutzern unterschieden
wird. Der Anbieter erhält einen Datex-P-Hauptanschluß mit einer eigenen
Datex-P-Telefonnummer (NUA = Network User Address). Über diesen Hauptanschluß
ist nur Datenaustausch möglich. Der Teilnehmer beantragt bei der Telekom eine
Benutzerkennung (NUI = Network User Identification), die es dem Vermittlungsrechner
gestattet, die Gebühren abzurechnen. Auch R-Gespräche sind möglich,
bei denen der Angerufene die Kosten übernimmt. Zur Aufnahme der Verbindung
wird der nächstgelegene Vermittlungsknoten angerufen und dann die NUI eingegeben.
Danach kann man den gewünschten Partner angeben und die Verbindung herstellen
lassen. Dann läuft alles wie mit der Modem-Verbindung über die normale
Telefonleitung.
2.1.2 Datex-L
Das "L" steht für "Leitungsvermittlung", d. h. statt der virtuellen
Verbindung von Datex-P besteht hier für die gesamte Dauer der Übertragung
eine physikalische Verbindung, wie beim Telefonieren. Daher können hier nur
Modems mit der gleichen Datenrate miteinander kommunizieren. Datex-L bietet asynchrone
Verbindungen mit 300 BPS und synchrone Verbindungen mit 2400, 4800, 9600 und 64000
BPS. Es ist hauptsächlich für den nationalen Gebrauch verwendbar, da bisher
nur 9 ausländische Netze angeschlossen sind. Datex-L eignet sich wegen des
raschen Verbindungsaufbaus und der hohen Übertragungsgüte besonders für
große Datenmengen. Die Gebühren hängen von Verbindungsdauer, Datenrate,
Entfernung, Tageszeit und Wochentag ab. Als besondere Features werden automatische
Wahl, Kurzwahl, Direktruf, Gebührenübernahme durch den Angerufenen und
vieles mehr geboten.