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Spinnen halten die weltweiten Insektenbestände unter Kontrolle. Das verdeutlichen Berechnungen von Basler und schwedischen Forschern: Die globale Spinnengemeinschaft verzehrt jährlich 400 bis 800 Millionen Tonnen Beutetiere.
Zusammengenommen bringen die Spinnen der Welt rund 25 Millionen Tonnen auf die Waage, fressen aber jährlich rund das 20-fache, wie die Forscher der Universitäten Basel und Lund im Fachblatt Science of Nature berichten.
Spinnen vertilgen somit etwa gleich viel tierische Biomasse wie die Menschheit: Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) verzehren die Menschen jährlich rund 400 Millionen Tonnen Fleisch und Fisch.
Mehr als 90 Prozent der von den Achtbeinern erbeuteten Tiere sind laut der Studie Insekten und Springschwänze, wie die Uni Basel am Dienstag in einer Mitteilung schrieb. Grosse tropische Spinnen fressen zudem auch kleine Wirbeltiere wie Frösche, Eidechsen, Schlangen, Fische, Vögel oder Fledermäuse.
Dass Spinnen wichtige Insektenvernichter sind, scheint nicht überraschend. Unerwartet an der Studie sei aber der Befund, dass Spinnen insbesondere in Wäldern und unbewirtschaftetem Grasland eine wichtige ökologische Funktion erfüllen, erklärte Studienautor Martin Nyffeler von der Uni Basel auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Bisher habe man Spinnen mehr unter dem Aspekt betrachtet, dass sie pflanzenfressende Insekten auf Ackerflächen dezimieren. Dort hätten sie allerdings eine im Vergleich geringe Bedeutung, wie die Berechnungen gezeigt hätten.
Grund dafür sei wahrscheinlich, dass Ackerflächen intensiv bewirtschaftet werden und daher ein Ökosystem mit starken Störungen darstellen. Das führe zu schwierigeren Lebensbedingungen für Spinnen und einer um ein Vielfaches geringeren Vertilgungsrate von Insekten im Vergleich zu Wäldern oder Grasland.
Die Zahlen beruhen auf Hochrechnungen, die die Forscher mithilfe zweier unabhängiger Methoden angestellt haben. Beide beruhen auf publizierten Daten über die Biomasse von Spinnen pro Quadratmeter in verschiedenen Ökosystemen, vom tropischen Regenwald bis zur arktischen Tundra. Hinzu kamen Berechnungen über den Nahrungsbedarf verschiedener Spinnengemeinschaften und publizierte Daten über die verzehrte Biomasse.
Extrapoliert auf die global vertilgten Mengen führten beide Methoden zu ähnlichen Ergebnissen. Die grosse Spannbreite erkläre sich dadurch, dass die Vertilgungsraten in spezifischen Ökosystem stark schwanken können, schrieb die Uni Basel. (sda)