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Kosten für Mangelernährung höher als die für Fettleibigkeit
Die Kosten im Zusammenhang mit Mangelernährung in Europa werden auf erstaunliche 170 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Das ist mehr als doppelt so viel, wie laut Zahlen aus dem Vereinigten Königreich im Zusammenhang mit Fettleibigkeit ausgegeben wird. Solche Daten und andere verblüffende Beweis wurden zusammengetragen und nun in einem neuen Bericht mit dem Titel "Orale Nutritional Supplements (ONS) to Tackle Malnutrition" ("Orale Nahrungsergänzung (ONS) zur Bekämpfung von Mangelernährung") veröffentlicht.
Mangelernährung ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem, ist jedoch in unserer zunehmend übergewichtigen Gesellschaft nicht immer leicht zu erkennen. Erkenntnisse in dem neuen Bericht zeigen, dass 33 Millionen Menschen in Europa von Mangelernährung gefährdet sind. Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umbruchs in Europa ist es so wichtig wie nie zuvor, die Mangelernährung in den Budgets für das Gesundheitswesen zu berücksichtigen.
Mangelernährung tritt besonders häufig im Zusammenhang mit einer Krankheit auf und kann alle Altersgruppen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und der Gemeinschaft betreffen. So ist beispielsweise einer von drei älteren Erwachsenen, die alleine leben, gefährdet, sich falsch zu ernähren. Darüber hinaus ist eine hohe Prävalenz der Mangelernährung in Krankenhäusern festzustellen, wo geschätzt einer von vier Patienten bereits unterernährt ist oder von Mangelernährung gefährdet ist, was sich wiederum negativ auf die Ergebnisse der Behandlung auswirken kann.
Prof. Laviano, Vorsitzender des Komitees für bildungsbezogene und klinische Praxis der ESPEN, äusserte sich zur Mangelernährung: "Die öffentliche Aufmerksamkeit beruht grösstenteils auf der Bekämpfung von Fettleibigkeit, doch viele Menschen können wiederum nicht dazu gebracht werden, eine ausreichende Menge nährstoffreicher Nahrung zu sich zu nehmen. Ihre Verfassung verschlechtert sich daher zunehmend und ihre Beschwerden nehmen zu. Die Gabe von hochwertigem Protein durch orale Nahrungsergänzung (ONS) ist daher für gewisse Patienten unerlässlich, um sie bei Kräften zu halten. Ausserdem kann mit oraler Nahrungsergänzung auch die finanzielle Belastung der Krankenhäuser gesenkt werden."