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Mit Gina Lollobrigida ist eine der ganz grossen Schauspielerinnen gestorben. Einst wurde sie als «schönste Frau der Welt» bezeichnet (in Anlehnung an ihren Film «La donna più bella del mondo»), sicher war sie zumindest zeitweise die am besten verdienende Frau des Filmgeschäfts.
Zwischen 1950 und 1960 sah man sie in vielen europäischen und us-amerikanischen Filmen, meist an der Seite der grössten Hollywoodstars wie Burt Lancaster, Tony Curtis, Anthony Quinn, Rock Hudson oder Yul Brynner. Den internationalen Durchbruch schaffte sie 1953 mit «Beat the Devil» mit Humphrey Bogart.
In Europa stand sie neben Stars wie Jean-Paul Belmondo, Marcello Mastroianni, Jean-Louis Trintignant und Yves Montand vor der Kamera.
«Geld interessiert mich nicht»
Der Milliardär Howard Hughes hatte ebenfalls ein Auge auf sie geworfen und wollte «La Lollo» verführen – obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem slowenischen Arzt Milko Škofič verheiratet war. In einem Interview erzählte Lollobrigida davon: «Er versuchte es immer wieder. Erfolglos. Wir waren einfach zu verschieden. Ich sagte zu ihm: ‹Wenn du all dein Geld verlierst, dann werde ich dich vielleicht heiraten›. Er konnte einfach nicht begreifen, dass mich sein Geld kein bisschen interessierte.»
Tanzen als einziger Sport
Während Gina Lollobrigida in Europa mehrere Filmpreise gewann, wurde sie in den USA hauptsächlich auf ihr Aussehen reduziert und als Sex-Symbol angepriesen. Lollobrigida wehrte sich nicht dagegen, sie erklärte Jahre später in einem Interview, dass sie sich geschmeichelt fühlte. «Es ist schliesslich keine Beleidigung, wieso sollte ich mich darüber nerven?», sagte sie. Ein Schönheitsgeheimnis habe sie nicht, sie mache keinen Sport, tanze aber leidenschaftlich gerne.
Lollobrigida war so damals berühmt, dass 1960 nach ihr sogar eine neue Salat-Züchtung benannt wurde: Lollo Rosso.
Karriere als Fotografin und Plastikerin
1971 liess sich Lollobrigida von Škofič scheiden und zog sich fast komplett aus dem Filmgeschäft zurück. Sie widmete sich der Fotografie. Mit Promi-Portraits, etwa von Yuri Gagarin, Grace Kelly oder Henry Kissinger, war sie erneut sehr erfolgreich. Sie betätigte sich auch journalistisch und sicherte sich sogar ein exklusives Interview mit Kubas Staatschef Fidel Castro – eine Begegnung, die sie später in einem Dokumentarfilm verarbeitete, der 1975 beim Berlin Film Festival lief («Ritratto di Fidel»).
Lollobrigida betätigte sich auch als Künstlerin, ihre Skulpturen wurden weltweit ausgestellt, unter anderem im Pushkin Museum in Moskau.
Kurzes politisches Gastspiel
Politik habe sie nie gross interessiert, trotzdem kandidierte sie 1999 für die italienischen Demokraten für einen Sitz im Europaparlament. Gewählt wurde sie jedoch nicht.
In den 1980er- und 1990er-Jahren kehrte sie teilweise wieder vor die Kamera zurück. Eine zweite Filmkarriere strebte sie aber nicht mehr an. Trotzdem war sie noch immer gerne bei Premierenfeiern und Galas dabei.
In den vergangenen Jahren kam es zu unschönen Schlagzeilen rund um Lollobrigida, ihr Sohn veranlasste, dass sie einen Vormund bekam.