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Die Forschungsstation Chamau wurde über 69 Jahre lang als Lehr- und Versuchsbetrieb für die ETH genutzt. Hier wurden vorwiegend Fragestellungen rund um Nutztiere erforscht.
Im Jahr 1948 erwarb die Schweizerische Eidgenossenschaft den Betrieb Chamau als Lehr- und Versuchsgut für rund eine halbe Million Schweizer Franken. Die Chamau liegt im Kanton Zug auf ungefähr 400 m ü. M. und umfasste zuletzt eine Fläche von rund 64 Hektaren. Es ist der erste Versuchsbetrieb für das Institut für Tierzucht. Der Betrieb soll Fragestellungen rund um Nutztiere beantworten. Beim Rind ging es beispielsweise um Rassenvergleiche mit Erhebungen zum Futterverzehr, Zuwachs und zur Milchleistung. Über die Jahre wechselten dabei auch die Tiere, so wird z.B. ab 1980 die Hühnerhaltung aufgegeben und dafür neu ein Schafstall gebaut.
Wichtig waren auch spezielle Versuchsanlagen, die installiert wurden, u. a. Klimakammern, eine Respirationsanlage für zwei Grossvieheinheiten und ein Stoffwechselstall für zwanzig Grossvieheinheiten. Klimakammern wurden gebraucht, um die Wirkung von unterschiedliche Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und Druck auf die Tiere zu untersuchen. In den Respirationskammern wurde der Gasaustausch der Tiere gemessen, also wie viel Sauerstoff sie verbrauchen und wie viel Kohlendioxid und Methan sie abgeben. Im Stoffwechselstall wurde die Futteraufnahme gemessen und Kot und Harn gesammelt.
Auf der Chamau sind über die Jahre unzählige Arbeiten entstanden, davon alleine unter Prof. Gerald Stranzinger zehn Dissertationen. Diese beantworten Fragen aus dem Rinder-, Schafs-, Hühner-, Pferde- und Schweinesektor, u. a. zu Fruchtbarkeits- und Chromosomenmutationsfragen, sowie zum Verhalten.
Im Jahr 2017 wurde die Chamau an den Kanton Zug verkauft und der Betrieb wird nun durch die landwirtschaftliche Schule Schluechthof geführt. Die Forschungsgruppe für Graslandwissenschaften forscht weiter auf dem Standort und führt ihre 2005 gestarteten kontinuierlichen Messungen der Treibhausgasflüsse weiter.