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Weinkennern dürfte die Marke Riedel wohlbekannt sein, denn der auf Weingläser spezialisierte Hersteller ist in der Branche hoch geachtet. Neben handgemachten, mundgeblasenen Kollektionen hat Riedel auch eine grosse Bandbreite an maschinell gefertigten Gläsern für allerlei Weine und Spirituosen im Angebot. Nach Ansicht des Herstellers ist ein perfektes Weinglas hochtransparent, undekoriert und dünnwandig. Der Kelch hingegen sollte sich an den Eigenheiten der dafür vorgesehenen Rebsorten orientieren, um die Aromen der unterschiedlichen Weine optimal zu transportieren. Dass die Wahl des richtigen Weinglases für eine erfolgreiche Verkostung von Wichtigkeit ist, wissen die meisten - dass die Firma Riedel in der Vergangenheit keine Bemühungen scheute, den Konsumenten dieses Konzept näher zu bringen, wissen allerdings die wenigsten.
Die Geschichte der Familie Riedel beginnt im späten 17. Jahrhundert, als Johann Christoph Riedel mit hochwertigen Glaswaren aus böhmischem Kristall zu handeln begann. Sein Nachfahre Johann Leopold Riedel leitete ab 1746 diverse Glashütten und legte damit den Grundstein für das Riedel-Imperium. 1858 besass die Familie bereits acht Glashütten im deutschen Sudetenland (heutiges Tschechien) und 1895 wurde das erste Riedel-Logo registriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg enteignete der tschechische Staat die Familie und nahm den damaligen Geschäftsführer, Walter Riedel, in Gefangenschaft. Als er zehn Jahre später entlassen wurde, wagte er mit Hilfe der Familie Swarovski einen Neustart in Österreich. 1956 übernahm die Familie dann die Tiroler Glashütte und setzte somit den Startpunkt für die moderne Geschichte der Firma. Claus J. Riedel machte sich schon bald einen Namen, als er das "funktionale Weinglas" entwickelte und die bis heute geltenden Produktionsprinzipien festlegte. Sein Nachfolger Georg J. Riedel brachte das Glashütten-Unternehmen schliesslich zu Weltruhm: Mit "Vinum" brachte er 1986 die erste maschinell gefertigte Reihe rebsortenspezifischer Kristallgläser heraus. Durch die Schaffung von Tochterunternehmen in Nordamerika, Europa, Ostasien und Australien wurde die Marke Riedel zudem auf dem ganzen Globus präsent. Heutzutage lassen sich auch Distributoren in fernen Ländern wie Südafrika, Barbados, Brasilien, Kenia und Kasachstan finden. 2004 schrieb Riedel einen weiteren Meilenstein der Geschichte, als man die deutschen Glasmarken Nachtmann und Spiegelau übernahm. Nun steht Georgs Sohn Maximilian J. Riedel in elfter Generation dem Unternehmen vor und sorgte auch selbst schon für Schlagzeilen - dafür verantwortlich war die stiellose "O"-Kollektion. Was funktionale Trinkgläser betrifft, darf sich Riedel seit vielen Jahren als Weltmarktführer rühmen. Der Sitz des Unternehmens befindet sich nach wie vor im österreichischen Kufstein - die dortige Schauglashütte ist mittlerweile zu einer überregionalen Touristenattraktion aufgestiegen.