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Der US-Mediziner Jim Yong Kim wird neuer Weltbank-Präsident. Der 52-Jährige solle die Nachfolge von Robert Zoellick antreten, der sein Amt im Sommer nach fünf Jahren abgibt, teilte die internationale Organisation am Montag in Washington mit.
Kim war vor gut drei Wochen überraschend von US-Präsident Barack Obama nominiert worden, obwohl er kein Finanzfachmann ist.
Dass US-Präsident Barack Obama den 52-Jährigen dennoch zum neuen Herrn über milliardenschwere Kredite und Bürgschaften für arme Länder ernannte, muss andere Gründe haben. «Jims persönliche Erfahrung und sein jahrelanger Dienst machen ihn zum idealen Kandidaten für den Job», sagte der Präsident bei der Nominierung.
Der Lebenslauf des Arztes lässt erkennen, was Obama damit meint: Seit rund 25 Jahren setzt sich Kim für die Gesundheitsversorgung der Menschen in armen Ländern ein. Nach seinem Studium an den Eliteunis Brown und Harvard gründete er mit Kollegen die humanitäre Einrichtung «Partners in Health».
Behandlungsprogramm gegen Tuberkulose entwickelt
In Peru entwickelte er ein Behandlungsprogramm gegen Tuberkulose, das speziell auf Entwicklungsländer zugeschnitten ist, wie es in seiner offiziellen Biografie heisst. Mittlerweile werde es in 40 Ländern angewendet, um die Krankheit zu bekämpfen.
Ähnliche Erfolge feierte er laut dem Weissem Haus auch als Direktor der Aids-Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation, wo er eine Initiative ermöglichte, durch die drei Millionen HIV-Infizierte behandelt worden seien.
Das Magazin «Time» ernannte ihn einst zu einem der «100 einflussreichsten Menschen in der Welt». Später lehrte Kim als Professor am medizinischen Institut von Harvard, bis er 2009 die Leitung des renommierten Dartmouth College übernahm, wo er sich weiter für die globale Gesundheitsfürsorge einsetzte.
Fokus auf Gesundheitsthemen
Seine Fokussierung auf Gesundheitsthemen zeigt, welche Vision Kim bei der Weltbank-Führung verfolgen könnte. Kritiker bemängeln daher, dass er der Idee, armen Ländern vor allem durch Konjunkturmassnahmen zu helfen, skeptisch gegenüberstehe.
Diesen Eindruck versuchte er bei einer Vorstellungstour durch acht Länder in zwei Wochen zu mindern. «Ökonomisches Wachstum ist wichtig, um Ressourcen für Investitionen in Gesundheit, Bildung und öffentliche Güter zu schaffen», sagte er.
Kim wurde 1959 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul geboren. Seine Eltern wanderten in die USA ein, als er fünf Jahre alt war. Sein Vater war Zahnarzt, seine Mutter hatte einen Doktor in Philosophie. Kim ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Die Weltbank wird seit ihrer Gründung traditionell von einem Amerikaner geführt, während der Internationale Währungsfonds als Schwesterorganisation stets eine europäische Spitze bekommt. Kritiker bemängeln diese ungeschriebene Regel als unfair gegenüber Kandidaten aus armen und aufstrebenden Ländern.
(aho/sda)