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Während Sie sprechen, spricht Ihr Körper ebenfalls. Es sind die Körperhaltung, Mimik und Gestik, die das Gesagte in Form der nonverbalen Kommunikation unterstreichen. Je mehr Ihre nonverbalen Signale zu Ihren Aussagen passen, umso authentischer, glaubwürdiger und vertrauensvoller wirken Sie. Das ist Grund genug, sich mit Körpersprache zu befassen, sie zu entschlüsseln und gezielt für die persönliche Aussenwirkung einzusetzen.
Körpersprache richtig deuten und erfolgreich einsetzen
Körpersprache hat viele Funktionen. Sie kann als nonverbale Kommunikation das gesprochene Wort unterstützen. Selbst wenn Sie nicht sprechen, offenbaren Sie mit Ihrer Körpersprache Ihr persönliches Befinden. Sie kann Sprachbarrieren überwinden und besitzt eine enorme Macht, denn sie kann Vertrauen wecken, Sympathien gewinnen und Menschen überzeugen. Ein Spezialist für Körpersprache ist Samy Molcho, der den Satz prägte, dass die Körpersprache wie eine gesprochene Sprache sei mit dem Unterschied, dass sie nicht lügen kann.
Die Zahlen mögen verwundern, doch tatsächlich beherrschen wir mehr als 1.000 Körperhaltungen, mehr als 5.000 Gesten und mehr als 250.000 Gesichtsausdrücke. Es wird also Zeit, sich mit Mimik, Gestik und Körperhaltung zu beschäftigen, damit Sie die Körpersprache Ihrer Gesprächspartner entschlüsseln und diese selbst erfolgreich einsetzen können.
1. Die Mimik - das Spiel der Muskeln im Gesicht
Die Mimik findet ausschliesslich im Gesicht statt und bezeichnet die unterschiedlichen Bewegungen der Gesichtsmuskulatur und hier insbesondere der Lippen, des Mundes, der Wangen, der Stirn und der Augen. Tatsächlich deckt die Mimik das gesamte Spektrum menschlicher Gefühle ab. Es lohnt sich also, anderen Menschen während eines Gesprächs ins Gesicht beziehungsweise in die Augen zu schauen.
In der Psychologie werden sieben Basisemotionen unterschieden, die sich jeweils in einer bestimmten Mimik zeigen:
- Freude: Die Stirn ist entspannt, die Wangen sind angehoben, und es bilden sich Lachfältchen, während die Mundwinkel nach oben zeigen.
- Wut: Die Augen sind zusammengekniffen, die Lippen mit Druck geschlossen und die Augenbrauen heruntergezogen.
- Trauer: Ein trauriger Mensch hat einen starren Blick, Mundwinkel und Oberlider hängen nach unten, und die Wangen sind schlaff.
- Angst: Die Augenbrauen richten sich nach oben, und die Augen sind weit aufgerissen.
- Ekel: Die Unterlippe schiebt sich nach vorne, während die Oberlippe und die Nase hochgezogen sind und sich zwischen Mundwinkel und Nasenflügel beidseitig Falten bilden.
Es sind vor allem die Augen und hier insbesondere die Pupillen, die eine deutliche Sprache sprechen. Bei Angst weiten sich die Pupillen extrem, während sie sich bei Ekel zusammenziehen. Auch beim Flirten ist es hilfreich, wenn Sie die Pupillen Ihres Gegenübers beobachten. Ungeteilte Aufmerksamkeit geniessen Sie, wenn die Pupillen geweitet sind.
2. Die Gestik - das Zusammenspiel der Bewegungen
Die Gestik ist die Summe aller möglichen Bewegungen. Gesten sind Teil der nonverbalen Kommunikation und konzentrieren sich insbesondere auf die Bewegungen des Kopfes sowie der Arme und Hände. Zusammen mit der Mimik und der Körperhaltung liefern Gesten einen Hinweis auf das Selbstverständnis und den sozialen Status:
- Ein hoher Status lässt sich aus langsamen und unaufgeregten Gesten schliessen, aus der aufrechten Körperhaltung und dem entspannten Zurücklehnen in einer Sitzposition. Die Gestik ist symmetrisch. Das bedeutet, dass die Beine fest auf dem Boden stehen und sich die Hände vor dem Körper befinden. Eine Person mit hohem Status hat eine feste und klare Stimme.
- Personen mit einem geringen sozialen Status bewegen sich schnell bis hektisch. Ihre Füsse zeigen nach innen, oder sie werden akkurat nebeneinander gestellt. Diese Personen wirken unsicher und beanspruchen nur wenig Raum für sich, während ihre Stimme beim Sprechen sehr leise ist und belegt klingt.
Beispiele für die Wirkung von Gesten:
3. Körperhaltung
- Fahriges Haare raufen oder ständiges Räuspern sind beispielsweise in einem Vorstellungsgespräch ein Zeichen für fehlende Souveränität sowie für Unsicherheit.
- Ein Zeichen für Unsicherheit, zum Beispiel im Rahmen einer Besprechung, ist auch das nervöse Spielen mit dem Kugelschreiber oder ein gesenkter Blick.
- Ein sicherer Bewerber kann während eines Vorstellungsgesprächs Hände und Finger im Zaum halten und beantwortet Fragen mit klarer und fester Stimme.
- Wer sich in einem Gespräch sinnbildlich körperlich wegduckt und den Blick nicht halten kann, macht sich klein und zeigt sich ehrfürchtig.
Zusammen mit Mimik und Gestik ist auch die Körperhaltung Teil der nonverbalen Kommunikation. So wird beispielsweise eine aufrechte Körperhaltung mit einem aufrechten Charakter gleichgesetzt. Wer mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, dem wird ein ausgeprägter Realitätssinn zugesprochen. Ein erhobener Kopf sorgt für einen offenen Blick und zeigt Neugierde gegenüber dem Umfeld. Insbesondere im Job ist es wichtig, die Körpersprache richtig deuten zu können, zum Beispiel die des Vorgesetzten:
- Sie sitzen, während Ihr Chef bei einem Gespräch steht, bedeutet, dass Ihr Vorgesetzter die Hierarchie unterstreicht. Stehen oder sitzen beide, befinden Sie sich auf Augenhöhe und damit auf einer Ebene.
- Verschränkt Ihr Chef die Arme oder stützt sie gar in seine Hüften, signalisiert diese Körperhaltung Skepsis.
- Betritt Ihr Chef Ihr Büro und bleibt nicht davor stehen, ist das ein Zeichen für Vertrauen.
- Ist der Kopf beim Sprechen leicht geneigt, zeigt Ihr Chef Zuversicht.
- Passt er sich in Mimik und Gestik Ihren Verhaltensweisen an, signalisiert dieses Verhalten Sympathie. Baut er hingegen seine Unterlagen vor Ihnen auf, grenzt er sich ab.
Körpersprache lässt sich trainieren. Lassen Sie sich von Dritten beobachten oder filmen Sie bestimmte Situationen. Eine sorgfältige Analyse zeigt Ihnen, wo Sie noch Trainingsbedarf haben, um Ihre Körpersprache gezielt und erfolgreich einzusetzen.