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Netzwerk Kinderrechte
Children’s World Report 2020 – eine Studie zum kindlichen Wohlbefinden
Eine internationale Befragung zum Wohlbefinden von Kindern bringt wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Zufriedenheit von Kindern in der Schweiz hervor: In einigen Bereichen, wie dem direkten Lebensumfeld, nimmt die Schweiz im Ländervergleich eine Spitzenposition ein. Bei den Kenntnissen der Kinderrechte hingegen belegt die Schweiz den drittletzten Rang: Nicht einmal vierzig Prozent der befragten Kinder geben an, ihre Rechte zu kennen.
Im Rahmen der repräsentativen Befragung wurden zwischen 2017 und 2019 128'000 acht- bis zwölfjährige Kinder in 35 Ländern und 4 Kontinenten befragt. Unterstützt wurde das Forschungsprojekt durch die Jacobs Foundation in Zürich.
Ziel des Forschungsprojekts war, die Wahrnehmung der Kinder in Bezug auf ihr eigenes Leben und Wohlergehen zu verstehen und zu fördern und die politischen Entscheidungsträger und andere Akteure zu ermutigen, dies in ihrem Handeln zu berücksichtigen. Die vergleichende Perspektive und der Fokus auf die Unterschiede in der Bewertung der verschiedenen Lebensaspekte ermöglicht es, Bereiche zu ermitteln, in denen die Lebenserfahrungen der Kinder in den einzelnen Ländern verbessert werden können.
Die Studie zeigt, dass die befragten Kinder trotz unterschiedlicher Lebensstandards die Fragen nach ihrem Wohlbefinden grundsätzlich positiv beantworten. Interessant ist, dass die Zufriedenheit der Kinder nicht unbedingt an den Lebensstandard gekoppelt ist. Das Wohlbefinden der Kinder ist in den Ländern Südeuropas am höchsten, die Schweiz rangiert hier auf Platz 9. Hier gilt es anzumerken, dass sich die Ansichten der Kinder zu verschiedenen Aspekten ihres Lebens wie beispielswiese Familienleben, Umfeld und Nachbarschaft mit dem Alter verändern. So lässt sich nämlich feststellen, dass in gewissen Ländern mit zunehmendem Alter gewisse Aspekte weniger positiv beurteilt werden.
Die Schweiz gehört zu den 12 Ländern, in denen mehr als 90% der befragten Kinder angeben, jeden Tag genug zu essen zu haben. Demgegenüber liegt die Schweiz in punkto Handygebrauch gleichauf mit Namibia. Kulturelle Unterschiede in der Erziehung scheinen für das internationale Forschungsteam ausschlaggebend dafür, dass in der Schweiz nur knapp 50% der befragten Kinder ein Mobiltelefon besitzen.
Auch die Kenntnis der eigenen Rechte wurde durch das Forschungsteam erhoben. In 14 von insgesamt 34 Ländern kennt mehr als die Hälfte der befragten Kinder ihre Rechte nicht. Die Schweiz belegt hier im Länderranking den drittletzten Platz vor Ungarn und Hongkong SAR. Nur 39% der befragten Kinder im Alter von 10 Jahren in der Schweiz wissen über ihre Rechte Bescheid. Auch schätzen im Allgemeinen viele Kinder das Gefühl, gehört zu werden, relativ niedrig ein.
Grundsätzlich bewerteten die befragten Kinder in den meisten Ländern ihre Familie, ihr Zuhause und die Dinge, die sie haben, am positivsten. Neben Familie und Schule ist die lokale Nachbarschaft besonders wichtig. Der unmittelbare Lebensraum prägt die Lebensqualität von Kindern. Unsichere Umgebungen wirken sich negativ auf das Wohlergehen der Kinder aus, während kinderfreundliche Lebensräume für ein gutes und gesundes Aufwachsen unerlässlich sind. Hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem unmittelbaren Wohnumfeld übernimmt die Schweiz im Länderranking die Spitzenposition. So sind nur 2% der befragten Kinder im Alter von 10 Jahren in der Schweiz mit ihrer unmittelbaren Nachbarschaft nicht zufrieden.
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