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Einsiedeln im Kanton Schwyz ist der bedeutendste Wallfahrtsort der Schweiz. Die Gründungslegende berichtet, dass Meinrad, ein Mönch des Klosters Reichenau am Bodensee, sich um 835 hierher zurück gezogen habe. Damals hiess Einsiedeln „Finsterer Wald“. Anderen Berichten zufolge war er jedoch nicht alleine im Finsteren Wald. Er traf auf eine Gemeinschaft von „Waldfrauen“, die ihm eine Behausung zuwiesen sowie einen Raben und eine Marienstatue schenkten.
Heiliger Hain und Quelle
Aus den Zusammenhängen geht hervor, dass der Wald einst ein heiliger Hain mit einer Quelle war. Verehrt wurde eine Quell- und Erdgöttin, die Heilung versprach und durch ihr Wasser die kleinen Kinder schenkte. Es dürfte sich um eine schwarze Erdmutter handeln, deren Tradition später auf die schwarze Madonna von Einsiedeln übertragen wurde. Das Kloster wurde auf dem heiligen Hain gebaut und die Quelle soll sich unter der Gnadenkapelle direkt unter dem Bildnis der schwarzen Madonna befinden. Leider versiegte die Quelle und der Marienbrunnen (ehemals Liebfrauenbrunnen) wird heute von normalem Leitungswasser gespeist. Dennoch ist mit dem Brunnen immer noch eine Volkstradition verbunden. Wer dreimal von jeder Röhre einen Schluck nimmt, erlangt Glück und Genesung. Vor allem Frauen, welche dieses Ritual befolgen, sollen danach bald ein Kind bekommen.
Frauenkloster mit Weiher
Wenige Kilometer von Einsiedeln entfernt im Alptal befindet sich das Frauenkloster Au. Hinter dem Kloster führt ein Weg zu einem unscheinbaren Weiher. Von diesem Weiher holten die Frauen jeweils die kleinen Kinder.
Derungs, Kurt: Magische Quellen Heiliges Wasser. Die 22 Kultquellen der Schweiz. Grenchen 2009. pp. 227-231.