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Vers
Dass Dichten mit Landwirtschaft zu tun hat, zeigt die (lateinische) Wortherkunft des Begriffs. Hier handelt es sich nämlich wortwörtlich um einen Umbruch durch einen Pflug, genauer: um ein Um-Brechen, ein Um-Wenden. Damit ist die einfache Tatsache ausgedrückt, dass ein Vers dort endet, wo sein letztes Wort steht, bevor eine Zeile tiefer ein neuer Vers beginnt. Das Versende ist auch ein Zeilenende, das mit einem Reim abgeschlossen werden kann. Ein solches Zeilenende wird häufig durch ein Kolon abgeschlossen, ein Satzzeichen oder eine Zäsur im Versmass- und/oder Rhythmus.
Der Vers wird getragen von den Versfüßen, der kleinsten Einheit eines Gedichts. Allerdings muss hier darauf aufmerksam gemacht werden, dass das moderne Gedicht weniger mit Metrik als mit Freiheit zu tun hat (freier Vers). Dass im regelmäßigen Heben und Fallen eines Versfußes, genauer: im stetigen Zug der Pflugschar, im Ertragen eines formalen Jochs eine ganz eigene (und vielleicht größere) Freiheit liegt, muss hier ganz dezidiert betont werden. OF