Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/138104

<h2>SubmittedText<h2><p>Mit der parlamentarischen Initiative 12.400 wurde die bereits zuvor bestehende Eigenverbrauchsregelung für Selbstproduzenten von Strom präzisiert und verbindlicher formuliert. Dies ist zu begrüssen. Im Moment ist jedoch unklar, welche Daten die Netzbetreiber und Lieferanten künftig systematisch sammeln und für die jährliche Elektrizitätsstatistik zur Verfügung stellen. Deshalb bitte ich Sie um die Antworten auf folgende Fragen:</p><p>1. Wie wird die Produktion von Strom, welcher gleichzeitig selbst verbraucht und somit nicht ins Verteilnetz eingespiesen wird, erfasst?</p><p>2. Steht diese Information dem Bundesamt für Energie auch künftig zur Verfügung?</p><p>3. Gibt es Unterschiede zwischen Anlagen, die kleiner bzw. grösser sind als 30 Kilowatt?</p><p>4. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass nur eine Produktionsstatistik, welche sämtliche Kraftwerke erfasst, eine angemessene Zielüberprüfung erlaubt?</p><p>5. Wie wird der Gesamtstromverbrauch von Verbrauchern erfasst, welche gleichzeitig Strom erzeugen und im Eigenverbrauch konsumieren (Prosumer)?</p><p>6. Steht diese Information dem Bundesamt für Energie auch künftig zur Verfügung?</p><p>7. Teilt er die Ansicht, dass nur eine Verbrauchsstatistik, welche sämtlichen Stromverbrauch erfasst, eine angemessene Massnahmen- und Zielüberprüfung erlaubt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Herkunftsnachweis-Datenbank ist der produzierte Strom derjenigen Anlagen enthalten, die von der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gefördert werden. Zudem ist in der Datenbank auch die Produktion von nichtgeförderten Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung über 30 Kilovoltampere erfasst (gemäss Art. 1d Abs. 2 der Energieverordnung; SR 730.01).</p><p>Für die Erstellung der Statistik der erneuerbaren Energien verwendet das Bundesamt für Energie (BFE) die Datengrundlagen der KEV und der Herkunftsnachweise, ergänzt diese Angaben mit eigenen Erhebungen mit dem Ziel, die gesamte erneuerbare Strom- und Wärmeproduktion zu erfassen.</p><p>1./2. Da das BFE in der Statistik der erneuerbaren Energien die gesamte Produktion erfasst, ist sowohl der Eigenverbrauch als auch die Einspeisung enthalten. Allerdings kann aus den heute vorliegenden Datengrundlagen nicht nach Einspeisung und Eigenverbrauch gegliedert werden. Eine solche Gliederung für Anlagen über 30 Kilovoltampere wird möglich sein, sobald die parlamentarische Initiative 12.400 auf Verordnungsstufe umgesetzt ist. Zahlen zur gesamten Produktion werden auch weiterhin zur Verfügung stehen.</p><p>3. Ja, es gibt Unterschiede. Mit der Umsetzung der parlamentarischen Initiative 12.400 auf Verordnungsstufe soll klargestellt werden, dass bei Anlagen mit einer Anschlussleistung über 30 Kilovoltampere sowohl die Gesamtproduktion wie auch ein allfälliger Eigenverbrauch gemessen werden müssen. Bei Anlagen mit einer Anschlussleistung von höchstens 30 Kilovoltampere kann auch nur die Überschussproduktion gemessen werden. Für diese Anlagen wird die Gesamtproduktion weiterhin aufgrund von technischen Parametern berechnet werden - ein Verfahren, welches bereits heute zum Einsatz kommt.</p><p>4./7. Der Bundesrat teilt diese Ansichten. Gerade in Hinblick auf das Monitoring über die Umsetzung des ersten Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 ist es wichtig, über gute Statistiken zu Produktion und Verbrauch von Energie zu verfügen.</p><p>5./6. Über die Verbrauchsstatistik (Teil der Statistik der erneuerbaren Energien) wird weiterhin der Gesamtverbrauch erfasst werden. Eine Vollerhebung von Einspeisung und Eigenverbrauch auch für Anlagen unter 30 Kilovoltampere wird im Rahmen der Evaluation von entsprechenden Messgeräten und ihrer flächendeckenden Verwendung thematisiert werden.</p>  Antwort des Bundesrates.