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- In den Schweizer Alpen wird es immer wärmer.
- An allen 15 Mess-Standorten ist in Bohrlöchern von Blockgletschern die gemessene Temperatur angestiegen.
- Das haben Wissenschaftler des Schweizer Permafrost-Messnetzes Permos nachgewiesen.
Am gut 3400 Meter über Meer gelegenen Piz Corvatsch im Kanton Graubünden sei der Permafrost seit Messbeginn von Permos, Link öffnet in einem neuen Fenster vor 32 Jahren in zehn Metern Tiefe um etwa ein Grad wärmer geworden, in 20 Metern um ein halbes Grad.
Permafrost und Blockgletscher
Permafrost ist ständig gefrorener Boden. Wenn er auftaut, nehmen Naturgefahren wie Steinschlag oder Murgänge (Rüfen, Erdrutsche oder Schlammlawinen) zu.
Blockgletscher sind Schuttmassen aus Gesteinsblöcken und Eis, die sich langsam hangabwärts bewegen.
Die obere Schicht des Bodens der Blockgletscher, in der die Temperatur im Sommer auf über null Grad steigt, sei an den Bohrlochstandorten um mehrere Meter dicker geworden. Auch der Wassergehalt im Permafrost sei deutlich gestiegen.
Grund für die Erwärmung seien die hohen Lufttemperaturen in den Sommermonaten der vergangenen Jahre, teilten die Wissenschaftler mit. Die Sommer 2003, 2015, 2017, 2018 und 2019 seien sehr heiss gewesen.
Der extrem schneearme Winter 2016/2017 habe zu einer kurzfristigen Abkühlung bis in grössere Tiefen geführt, weil der Untergrund ohne die isolierende Schneedecke auskühlen konnte. Es habe sich gezeigt, dass die Schneebedingungen entscheidend seien.
«So können diese zum Beispiel den Erwärmungstrend kurzfristig bis in grössere Tiefen unterbrechen», berichteten die Wissenschaftler. «Hitzewellen von einigen Tagen oder Wochen haben in diesem Fall nur einen beschränkten Einfluss.»
Blockgletscher bewegen sich schneller
Am schnellsten erwärme sich der kalte Permafrost an den höchsten Gipfeln, wo es permanentes Eis nur in Fels-Poren und Klüften gibt. In den flächenmässig grössten Schuttgebieten mit viel Eis, wo die Temperaturen des Permafrosts nur wenig unter dem Schmelzpunkt liegen, änderten sich die Temperaturen dagegen nur wenig. Das liege an der grossen Menge Energie, die zum Schmelzen des Eises benötigt wird.
Die Geschwindigkeit, mit der sich die 15 vermessenen Blockgletscher bewegen, sei gestiegen, teilten die Wissenschaftler mit. Sie bewegten sich inzwischen um mehrere Meter im Jahr. In den 1990er Jahren seien es nur mehrere Dezimeter gewesen.