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Über den belarusischen Raketenpionier Kazimierz Siemienowicz (ca. 1600-ca. 1651) ist sehr wenig bekannt. Es ist überliefert, dass er seit Kindheit von der Artillerie fasziniert war, und fleissig Mathematik, Mechanik, Hydraulik, Architektur, Optik und Taktik studierte. Von 1632 bis 1634 nahm er am Russisch-Polnischen Krieg und der Belagerung von Biala unter Mikołaj Abramowicz teil. Möglicherweise war er 1644 an der Schlacht von Ochmatów beteiligt. Dann verbrachte er einige Zeit in den Niederlanden, wo er unter Friedrich Heinrich von Oranien im Krieg gegen Spanien focht. 1646 nach seiner Rückkehr nach Polen diente er unter König Wladyslaw IV als Experte für Artillerie und Raketentechnik in der königlichen Artillerie. 1648 kehrte Siemienowicz auf Anraten des neuen Königs Johann II. Kasimir Wasa in die Niederlande zurück, um dort seine Studien zu veröffentlichen.
Kupferstich Tafel H
Kupferstich Tafel L
Kupferstich Tafel N
Kupferstich Tafel R
Kupferstich Tafel S
Artis Magnae Artilleriae pars prima erschien 1650 kurz vor Siemienowicz‘s Tod in Amsterdam. Gerüchte besagen, dass die Gilde der Metallurgen, Waffenschmiede und Pyrotechniker für sein Ableben verantwortlich waren. Sie wollten angeblich nicht, dass ihre Geheimnisse ausgeplaudert wurden, und verhinderten mit dem Mord das Erscheinen des zweiten Teils der Artilleriae. Dennoch wurde das Buch für über zwei Jahrhunderte zum Standardwerk über Artillerie in Europa. Es enthält Standardpläne für die Anfertigung von Raketen, Feuerkugeln und anderem pyrotechnischen Gerät.
Links:
Die Tafeln aus Artis Magnae Artilleriae pars prima sind online bei der Othmer Library of Chemical History