Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03457.jsonl.gz/814

«Das Hochgebirge wird in allen Kriegen [...] die eigentliche Operationsbasis und das letzte, aber stärkste Bollwerk unserer Unabhängigkeit sein». Dieser Grundsatz, festgehalten vom Generalstabschef Max Alphons Pfyffer von Altishofen, begründete das Konzept der militärischen Befestigung des Alpenraums von 1885. Im Mittelpunkt stand die Sicherung des Gotthardgebiets und des 1882 fertiggestellten Gotthard-Eisenbahntunnels. Dieser war nicht nur während 24 Jahren der längste Tunnel der Welt, sondern trug auch wesentlich zur Bedeutung der Schweiz als Transitland bei. Bereits 1886 wurde mit dem Bau der ersten Festungsanlagen in der Region Gotthard begonnen. Das Fort Bühl am südlichen Eingang in die Schöllenen, ein wichtiger Teil des weitreichenden Festungssystems, sollte die Sicherung des Urnerlochs und der Teufelsbrücke (vgl. 15) gegen Angreifer von Süden gewährleisten. Nach und nach wuchs die Bedeutung Andermatts sowohl als strategisch wichtiger Platz der Landesverteidigung, wie auch als Ausbildungsort der Festungstruppen.
Da es an Unterkünften fehlte, beschloss das Armeekommando den Bau der Friedenskaserne Altkirch. 1900 zogen die ersten Soldaten in dieses Bauwerk, das mit seiner strengen Symmetrie und Grösse eindrücklich die Wichtigkeit des Waffenplatzes Andermatt dokumentiert. Die Kaserne bereits mit Bad, elektrischem Licht und Zentralheizung ausgerüstet bot Platz für 420 Mann. Sie wurde in der Neuen Zürcher Zeitung im Juni 1900 gleich als «schönste Kaserne der Schweiz» bezeichnet und weiss mit ihrer starken Präsenz und dem grosszügig dimensionierten Exerzierplatz noch heute zu beeindrucken. In der Offizierskantine ist das 1917 geschaffene «Suworow-Bild» von Hans Beat Wieland (18671945) zu finden. Es zeigt die Ankunft des russischen Generals 1799 auf dem Gotthard.
Baujahr: 1898-1900
Baukultur entdecken
Kaserne Altkirch
AdresseKasernenareal, 6490 Andermatt
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz