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Az. Agr. Rivella Silvia
2010 entstand als Krönung eines Traums des erfahrenen Önologen Guido Rivella, der in Montestefano / Barbaresco geboren wurde, die Azienda Agricola Silvia Rivella, benannt nach seiner Tochter.
In Nordwestitalien liegt die Region Piemont, in der sich wiederum das Gebiet der Langhe befindet. In dieser von der UNESCO geschützten Gegend leben die Menschen in Symbiose mit den Reben und dem Wein. Das Gelände selbst fördert den Weinbau, da es aus einer Reihe von sanften Hügeln besteht. Jeder von diesen Hügeln ist von Reben bedeckt und in verschiedene Parzellen unterteilt, die Cru heissen (wie im Burgund). Fast jeder Cru wird einzeln vinifiziert, sodass sich der Charakter jeder einzelnen Parzelle im Glas widerspiegelt. Nebbiolo ist die Traubensorte, die dort vorherrscht. Sie wird in verschiedenen Deklinationen präsentiert, die berühmtesten sind aber Barolo und Barbaresco, die oft als der König und die Königin der Weine bezeichnet werden. Beide Weine haben ein schwer vergleichbares Lagerungspotenzial sowie eine Komplexität und Tanninstruktur, die man weltweit in wenigen anderen Weinen findet.
Oft im Schatten der «männlichen» Version stehend, ist Barbaresco ein Wein von unglaublicher Eleganz und Finesse, der wirklich an etwas Feminines erinnert. Barbaresco kann nur aus Nebbiolo produziert werden, und die Trauben dürfen ausschliesslich aus den Dörfern Barbaresco, Neive, Treiso und Alba kommen. In der Region werden noch Barbera, Dolcetto, Freisa, Arneis und Pelaverga sowie ein bisschen Merlot, Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Chardonnay angebaut, die auch wunderschöne Weine geben.
Rotweine von Az. Agr. Rivella Silvia
Auf dem Spitz eines der berühmtesten Crus von Barbaresco, des Montestefano, werden die Weine von einem sehr kleinen Weingut produziert, der Azienda Agricola Silvia Rivella. Die Hauptfigur im Keller ist Guido Rivella, einer der besten «Weinhandwerker» Italiens und wahrscheinlich der Welt. Nach 47 Jahren Tätigkeit als Önologe bei Angelo Gaja in Barbaresco wurde Guido pensioniert. Ihm war aber schnell klar, dass er nicht glücklich sein würde, ohne Wein produzieren zu können. Er gab erst Ruhe, als er die alte «Cascina» (Bauernhaus) der Familie restauriert hatte und aus den alten Reben, die sich auf dem Cru Montestefano befinden, wieder Wein herstellen konnte. Silvia, Guidos Tochter, ist für das kleine Bed & Breakfast zuständig, das im Laufe der Zeit auf der Cascina entstanden ist. Enrico, Guidos Sohn, beschreibt sich selbst als den «Hofnarren des Gutes», da er sehr vielseitig engagiert ist und sich um Marketing und Export kümmert.
In den Weinbergen werden keine Pestizide gebraucht, nur eine minimale Menge an Kupfer und die obligatorische Behandlung gegen die Chlorose, welche die Blätter gelb werden lässt. Es gibt aber keine biologische Zertifizierung. Im Keller werden keine chemischen Produkte verwendet, nicht einmal Sulfite oder selektionierte Hefen, ausser in «schwierigen» Jahrgängen, in denen diese minimale Anwendung finden. Das letzte Mal war dies 2012 der Fall. Guido sagt: «Wir trinken unseren Wein auch selber, es wäre also dumm von uns, ihn auf schädliche Weise zu produzieren.»
Bei Baur au Lac Vins können Sie vier Weine dieser kleinen Perle aus den Langhe finden.
Barbaresco Montestefano: ein Barbaresco, der ein bisschen «barolisch» mundet, da dieser Cru geologisch ähnlich wie manche Crus von Barolo ist, weil sich Marne Blu (blauer Lehm) im Boden findet (ähnlich wie beim Pomerol und in einem berühmten Weinberg von Bolgheri), der ihm Struktur und Tiefe schenkt. Der Wein fermentiert in Stahltanks, danach reift er 18–20 Monate in älteren Barriques und in 500-Liter-Tonneaux. Nach dieser Zeit wird der Wein für 4–5 Monate in neutrale Behälter (z.B. Zement- oder Stahltanks) transferiert, damit «er sich finden kann». Bevor der Wein auf den Markt kommt, reift er noch 7–8 Monate in der Flasche. Ein Wein, der für 20–30 Jahre grossartig sein wird. Da die Parzelle Montestefano nur 1 Hektar gross ist und aus über 50 Jahre alten Reben besteht, werden nur rund 1000 Flaschen pro Jahr produziert.
Barbaresco Fausoni: Dieser Cru von Neive wird seit 2015 von Rivella produziert. Die Reben sind ungefähr 50 Jahre alt und der Wein wird gleich wie der Montestefano ausgebaut. Die Persönlichkeit des Weines ist aber eine komplett andere, da der Boden in Fausoni aus hellem Lehm und Sand besteht. Der Wein ist sehr elegant, mit einer dominanten Note von Süssholz und balsamischen Aromen. Mit präsenten Tanninen wirkt er aber runder als der Montestefano. Auch diese Parzelle ist nur 1 Hektar gross.
Langhe Nebbiolo: ein «Blend» aus 90% Nebbiolo aus einer Parzelle von Montestefano, die wegen ihrer Ausrichtung nicht als Barbaresco klassifiziert werden kann, und 10% Barbera, ebenfalls aus dem Cru Montestefano nahe dem Fluss Tanaro. Der Wein reift für 10 Monate in gebrauchten Barriques, dann 4–6 Monate im Stahltank. In guten Jahren werden etwa 3000 Flaschen produziert, in schwierigeren bis zu 6000, da dann keine Crus von Barbaresco produziert werden.
Barbera d’Alba: aus einer Parzelle am Ende des Cru Montestefano, gleich neben dem Fluss Tanaro (Barbera ist gerne von etwas Feuchtigkeit umgeben). Die Reben sind 45 bis 50 Jahre alt. Diese Traubensorte ist immer die populäre gewesen, sozusagen der Alltagswein. Aber ab den 70er-Jahren haben manche Produzenten ihr Potenzial verstanden und genutzt, um hervorragende Weine zu produzieren. Barbera selbst hat fast keine Tannine. Der Wein erhält die Tannine aus dem Holz. Für die Reife stützt er sich auf Säure und ein bisschen Alkohol. Barbera d’Alba ist ein sehr fruchtiger und frischer Wein. Der Ausbau ist derselbe wie beim Langhe Nebbiolo. Es werden rund 2000 Flaschen pro Jahr produziert.
Winzer
Quinta das Bandeiras / Fam. Bergqvist
Folgt man - vom Herzen des Douro-Tals ausgehend - dem Flusslauf des Douro stromaufwärts, gelangt man in die Douro Superior genannte Gegend, die an Spanien angrenzt. Hier hat die Familie Bergqvist 2005 die Quinta das Bandeiras erworben, nahe am Fluss, unweit des Dörfchens Pocinho gelegen. Partner in diesem Joint Venture ist Jorge Moreira, langjähriger Önologe auf Quinta de la Rosa.
Fattoria La Gerla / Sergio Rossi
Steht man auf der Terrasse von La Gerla so schweift der Blick über die friedliche Landschaft des Montalcino mit ihren Hügeln, Rebgärten, den schlanken Zypressen und den überall verstreuten Weingütern. Eingebettet in den Colli Senesi südlich von Siena umfasst das Gebiet ca. 2000 Hektaren (vor 50 Jahren waren es lediglich 60!).
Karthäuserhof
Der Karthäuserhof - Die Wiege weltberühmter Rieslinge, seit 1335.
Der Karthäuserhof ist ein magischer Ort. Und das nicht in erster Linie aufgrund seiner idyllischen Lage. Er ist das achtälteste Weingut der Welt und seit Jahrhunderten die Wiege weltberühmter Rieslinge. Er wurde im Jahre 1335 von Karthäusermönchen gegründet, die den Landsitz als Geschenk von Kurfürst Balduin von Luxemburg erhielten, und ihn bis zur Säkularisierung als Weingut betrieben haben. Seit 1811 befindet sich der Karthäuserhof in siebter Generation im Besitz unserer Familie.