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098.
Richtprojekt Sinserstrasse 3–13, Cham
Projektwettbewerb – 1. Rang
Bauherrschaften: Bauherrengemeinschaft Sinserstrasse 3–13
Zusammenarbeit mit: Ort AG für Landschaft
Visualsierungen: Nightnurse
In der Analyse hat sich gezeigt, dass Punktbauten, mit dahinterliegenden, unterschiedlich in der Tiefe gestaffelten Längsbauten die historische Grundbebauung und Eigenheit der Sinserstrasse ist. Dies hat uns fasziniert und hat Eingang in unseren Entwurf gefunden. Aus einem Flugbild von 1942 wird diese Bebauungsstruktur gut sichtbar, welche sich deutlich von der zeitgleich entstandenen Bebauungsstruktur an der Knonauerstrasse unterscheidet, die praktisch eine geschlossene Blockrandzeile ausbildet. Meist wurden zwischen den Punktbauten Gartenanlagen gefasst, wodurch die Sinserstrasse zu einer stark begrünten Ausfallsachse wurde.
Dieses Motiv lässt sich sehr gut in eine verdichtete Bebauung entlang der Sinserstrasse integrieren. Zwei L‑förmige Gebäudekomplexe kombiniert mit einem Punktbau definieren ebenfalls gefasste strassenseitige Gartenräume und setzen den bestehenden Rhythmus der Neubauten an der Sinserstrasse 15 + 17 fort. Die drei geplanten, vertikal in Erscheinung tretenden Kopffassaden führen nahtlos zur leicht abgedrehten, sich dadurch zum Bärenplatz orientierenden, fünfgeschossigen Stirnfassade der neuen Raiffeisenbank über. Die Gartenräume gehen mit den Gebäude auf der anderen Strassenseite eine Verbindung ein und bilden strassenübergreifend ein städtebaulich starkes Bild.
Die orthogonale Struktur der drei Neubauten wird durch die praktisch lineare Strassenführung und die Parzellengeometrien bestimmt. Durch die ansteigende Topografie nach Südwesten artikulieren sich die strassenseitig viergeschossigen Gebäude zur lockeren Wohnüberbauung dreigeschossig und übernehmen ohne weiteres zutun deren Traufhöhen. Die Längsseiten der zwei L‑Typen, mit den rhythmisch hervortretenden Balkonen kommunizieren gut mit den Zeilenbauten der angrenzenden Siedlung.
Die neuen Gebäude sind gut fassbare Volumen, welche sich dadurch mit den zwei klaren Volumen der Raiffeisenbanküberbauung verbinden. Die unterschiedlich in die Tiefe gestaffelten Längsfassaden im Südwesten führen dazu, dass der rückwärtige Aussenraum nicht zu streng in Erscheinung tritt. Ein spannender, rückseitiger Siedlungsraum entsteht, welcher zum hinteren Platzraum der Raiffeisenbank mündet. Mit den vier Geschossen zur Sinserstrasse und den drei Geschossen zum hinteren Siedlungsraum gelingt der Überbauung die Integration in die bestehende Baustruktur. Die prominente Raiffeisenbank am Kreisel soll durchaus beabsichtigt ein Geschoss mehr aufweisen.
Die drei Neubauten bewegen sich weiterhin innerhalb der drei vorgefundenen Parzellen. Die Bebauung behält so den ursprünglichen Masstab und die vertraute Körnung (siehe Schwarzplan). Trotz einer wesentlichen Verdichtung entstehen ortstypische Aussenräume, Gebäudeabstände und Gebäudehöhen.