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Im Rennen um die Nachfolge des abgetretenen Bundesanwalts Michael Lauber ist eine zweite Kandidatur bekannt geworden: Der Freiburger Andreas Müller will das Amt übernehmen.
(sda)
Müller bestätigte am Dienstag gegenüber Keystone-SDA eine Meldung der Tamedia-Medien. Er ist 57 Jahre alt und derzeit bei der Rechtshilfe in der Bundesanwaltschaft tätig. Müller ist Partei-unabhängig, wie er gegenüber Keystone-SDA sagte. Weitere Informationen und Absichten zu seiner Kandidatur gab er nicht bekannt. Diese werde er gegenüber der Gerichtskommission äussern. Diese wird Müller am Mittwoch anhören. Als Kandidat bereits bestätigt ist zudem der Genfer Generalstaatsanwalt Oliver Jornot.
Müller ist bereits länger für die Bundesanwaltschaft tätig. Sein Name trat vor allem in Zusammenhang mit der Affäre Tinner in Erscheinung. Der Schweizer Friedrich Tinner und seine Söhne Urs und Marco wurden des Atomschmuggels bezichtigt. Müller beantragte im Dezember 2010 in seiner Funktion als Eidgenössischer Untersuchungsrichter, Anklage gegen die Tinners zu erheben.
Der Freiburger lastete den Tinners darin an, seit den späten 1970er Jahren im Netzwerk des pakistanischen «Vaters der Atombombe» Abdul Qadeer Khan an der Urananreicherung zur Produktion von Atomwaffen mitgewirkt zu haben. Nach Prüfung des Berichts Müllers erhob die Bundesanwaltschaft ein Jahr später Anklage wegen Widerhandlungen gegen das Kriegsmaterialgesetz. In einem abgekürzten Verfahren einigten sich die Bundesanwaltschaft mit Friedrich Tinner und dessen Söhnen Marco und Urs auf eine Anklage und ein Strafmass. Im Jahr 2012 wurde der Fall abgeschlossen.