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Es braucht ein paar Begriffserklärungen, und dann wird alles klarer. Das Wort „Totenreich“ heisst im Hebräischen des AT „scheol“. Das entsprechende Wort im Griechischen des NT lautet „hades“. Diese beiden Begriffe werden grundsätzlich in zwei ganz verschiedenen Hinsichten gebraucht. „Totenreich“ kann „das Grab“ bedeuten. In Hesekiel 32,27 wird über den Scheol und den Grabbeigaben darin gesprochen. Das gleiche Wort Scheol wird aber auch für den jenseitigen Ort, wo die Toten sind, verwendet. Da wird plötzlich manches klar! Denn es gibt Stellen, die sagen, dass es im Scheol kein Denken mehr. Da ist es stumm und es gibt kein Lob für Gott (Psalm 6,6; 31,18; Prediger 9,10). Mit anderen Worten: Da ist die Rede vom Grab. Aber andere Stellen beschreiben das Totenreich als einen Ort, wo wirkliches Bewusstsein da ist, wie unter anderem in Lukas 16. An solchen Stellen ist mit Begriff „Totenreich“ das Jenseits gemeint. Dieser doppelte Gebrauch des Ausdrucks „scheol“ bzw. „hades“ hängt damit zusammen, dass der Mensch im Tod zweigeteilt ist: Sein Körper bleibt im Diesseits und kommt ins Grab. Seele und Geist gehen weg ins Jenseits und sind dort bei vollem Bewusstsein. Für die Erlösten ist der Scheol identisch mit dem Paradies, dem dritten Himmel, dem himmlischen Tempel, dem himmlischen Jerusalem, usw. Bei den Verlorenen ist das Totenreich im Jenseits identisch mit dem in Lukas 16 gebrauchten Ausdruck „der Ort der Qual“ oder dem in 1. Petrus 3,19 verwendeten Ausdruck „das Gefängnis“. Das ist der Ort, wo sie auf die letzte Abrechnung vor dem großen weißen Thron (Offenbarung 20,10), beim letzten Gericht, warten.
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