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Oliver Sjöström, Person hält Unterwasser eine Actionkamera
Mit einer Actionkamera lassen sich mutige Aktionen wie Bungee-Jumping, das Hochklettern steiler Berghänge oder schnelle Motocross-Rennen als Foto oder als Video aufnehmen und so nachverfolgen. Dieses Gadget, das sich auch für entspannte Ferienaufnahmen eignet, ist nicht nur klein und handlich, sondern auch gegen fast alle Umwelteinflüsse, wie Wasser und Staub, gewappnet.
Bereits lange vor der Gründung der Firma GoPro in 2002, die aufgrund ihrer Erfindung heute fast gleichbedeutend für die Actionkamera steht, versuchten Abenteurer_innen die Öffentlichkeit an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Zwischen 1961 und 1963 erzählte etwa die US-Fernsehserie Sprung aus den Wolken (Originaltitel Ripcord) die Geschichte von zwei Fallschirmspringern, indem dabei ein Kameramann mitflog, der am Helm eine Videokamera befestigt hatte. Die grossen Apparate wurden zusätzlich durch eine schwere, ebenfalls am Körper befestigte Batterie betrieben. Die Filmcrew hätte von den heutigen, gerade mal 100 Gramm leichten Kameras nur träumen können.
Während eines Surf-Aufenthalts in Australien kam der Kalifornier Nick Woodman (*1975) auf die Idee, mit seiner Analogkamera Bilder beim Surfen aufzunehmen. Doch da die damaligen Kompaktkameras keine guten Bilder machten, liess er 2004 in einer chinesischen Fabrik die GoPro Hero 35 herstellen. Im Gegensatz zu den heutigen Modellen war diese Kamera mit bloss 20 US-Dollar sehr günstig, konnte noch keine Videos drehen und verwendete einen analogen . Die Kamera wurde am Handgelenk befestigt und war nur von Hand zu bedienen, dafür war sie aber wasserfest. Ihre Entwicklung schritt schnell voran. Inzwischen bespielen zahlreiche Firmen den Markt.
Die gegenwärtigen Actionkameras sind mit wenigen Tasten oder über das einfach zu bedienen. Ihre weitwinkligen Objektive lassen Bewegungen dynamisch wirken und erleichtern die Ausrichtung der Kamera. Actionkameras können nicht nur an Helmen oder Surfbrettern, sondern auch an Tieren befestigt werden. Bereits 1986 entwickelte der Biologe und Filmemacher Greg Marshall (Geburtsjahr unbekannt) für National Geographic die Crittercam, die ursprünglich am Rücken von Schildkröten oder Haien angeschlossen wurde. Dank dieser Erfindung können Wissenschaftler_innen den Alltag der Tiere unbemerkt beobachten – mit dem Infrarotsensor sogar nachts.
Chad Fahs, GoPro Cameras (Insianapolis, IN: Alpha, 2016).