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Auf seiner Homepage gibt Letzterer eine klare Devise aus. Ein Ziel für die Saison, die an diesem Wochenende in Altenberg (De) beginnt, lautet: “Team Nummer eins in der Schweiz”. Im letzten Winter hat der 32-jährige Aargauer bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, den fünf Jahre älteren Olympia-Silbermedaillengewinner Beat Hefti herauszufordern. Im Februar gewann Peter in Sotschi (Russ) mit dem kleinen Schlitten erstmals ein Weltcup-Rennen und beendete die Saison im dritten (Zweier) respektive sechsten Gesamtrang (Vierer).
Noch einen Platz besser war mit dem Zweierbob Hefti, der zwei Rennen gewann (Altenberg und Königssee) und nur vom Letten Oskars Melbardis geschlagen wurde. Für den Appenzeller steht jedoch nicht der Weltcup im Vordergrund. Er wird im Januar die drei Wochenenden in den USA und Kanada auslassen und in dieser Zeit stattdessen Europacup-Rennen fahren. Einerseits könnte da die Chance bestehen, dass er seinen drei neuen Anschiebern, die er im Sommer bei einem eigens organisierten Casting gefunden hat, einen wettkampfmässigen Einsatz ermöglicht. Anderseits findet eines dieser Europacup-Rennen auf der Bahn in Igls bei Innsbruck statt – und dort wird Mitte Februar die WM ausgetragen. Da will Hefti ganz oben stehen, denn eine Goldmedaille als Steuermann fehlt ihm noch.
Die Bahn in Österreich ist ihm grundsätzlich wie auf den Leib geschneidert. “Der Start ist da wichtig, und es braucht gutes Material”, weiss er. Bis dann wird auch sein Anschieber Alex Baumann wieder in Topform sein, der sich im Sommer mit kleineren Knie- und Rückenproblemen herumgeschlagen hat. “Er ist sicher noch nicht ganz bei hundert Prozent”, verrät Hefti. “Aber er ist auf dem Weg der Besserung.” Mangels konkurrenzfähiger Anschieber konzentriert er sich auch in diesem Winter noch einmal ganz auf den kleinen Schlitten.
Rico Peter hingegen ist in beiden Disziplinen fähig, aufs Podest zu fahren. Er, der sich eigentlich mit dem Vierer stärker fühlt, feierte in der vergangenen Saison die grösseren Erfolge mit dem Zweier (Sieg in Sotschi und EM-Dritter in La Plagne). Er wird im Zweier an diesem Wochenende mit dem Holländer Janne Bror van der Zijde fahren, doch auch Thomas Amrhein und Simon Friedli werden mit Sicherheit ihre Chancen bekommen. Im Materialbereich kann Peter neu auf die Unterstützung von Mechaniker Jürg Rohr zählen. “Er ist eine Riesenhilfe”, freut er sich.
Neben der WM will Peter wie Hefti auch an den Weltcup-Rennen am ersten Februar-Wochenende in St. Moritz, die zugleich als EM zählen, eine gute Figur machen, zumal er dort im letzten Winter rangmässig schwer enttäuscht hat. Auch die WM verlief für die Schweizer ohne Edelmetall nicht nach Wunsch. In Winterberg sahnten vielmehr die Deutschen ab, mit jeweils Gold und Silber im Zweier und Vierer. Sie dürften auch diesmal wieder zu den härtesten Gegnern gehören. Topfavorit an der WM und im Weltcup ist aber wohl die lettische Startrakete Melbardis.
Von den erneuten Turbulenzen an der Verbandsspitze mit der Absetzung von Geschäftsführer Lukas Hammer nach wenigen Monaten wurden die Fahrer nicht gross beeinträchtigt. Vielmehr freuen sie sich über das Engagement von Thomas Lamparter als Chef Leistungssport, der als Anschieber mit Hefti 2013 WM-Silber gewonnen hat. Zudem bleibt der Österreicher Wolfgang Stampfer unverändert Bahntrainer.
Bei den Frauen sind die Schweizerinnen aktuell nicht im Weltcup vertreten. Bei den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer werden aber sowohl ein Schweizer Junior als auch eine Juniorin mit dem Monobob am Start sein. Lamparter hofft, dass es in Zukunft wieder mehr Nachwuchs aus dem traditionellen Bob-Land Schweiz gibt.
(SI)