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Für unsere Leser, die sich besonders für die Natur interessieren, haben wir eine kleine Sammlung von kuriosen Fakten zusammengestellt, die in vielen Fällen eher als “Wunder der Natur“ erscheinen mögen – sie beruhen jedoch alle auf wissenschaftlichen Studien und Erkenntnissen. Dabei haben wir die Phänomene in der brasilianischen Natur bevorzugt behandelt – bis auf ein paar Ausnahmen, welche die Natur unseres Planeten insgesamt betreffen. Lassen Sie sich überraschen!
Der Beweis für den Ursprung des Lebens liegt in unserem Blut
Der Beweis dafür, dass das Leben in den Ozeanen begann und sich bis zu komplexen Organismen wie dem Menschen entwickelt hat, ist der Salzgehalt des Blutes: Er beträgt 7 Promille, genauso viel wie das Meerwasser. Das Verhältnis wird in der Träne aufrechterhalten, die das Austrocknen der Augen verhindert.
Fossilien beweisen: Tintenfische haben sich nie weiterentwickelt
Die vor 165 Millionen Jahren versteinerten Tintenfische, die in England entdeckt wurden, gleichen genau denen, die heute in den Ozeanen leben. Dies deutet darauf hin, dass sich diese Mollusken im Lauf der Zeit nicht weiterentwickelt haben. Es ist allerdings selten, dass man Fossilien dieser Tiere findet, da ihre Körper, die fast ausschließlich aus organischem Material bestehen, schnell zerfallen.
Fossilisierungsprozess verwandelt organisches Gewebe in Stein
Es ist erstaunlich, dass es überhaupt Fossilien gibt. Das Gewebe von Lebewesen ist zerbrechlich und zersetzt sich nach dem Tod schnell. Die Versteinerung ist ein Unfall, das Ergebnis des Eindringens von Mineralsalzen in die Zellen, aus denen das Gewebe besteht, und ihrer Umwandlung in Stein. Beispiele für diesen Prozess sind versteinerte Wälder.
Auf der Erde gibt es etwa 1.500 aktive Vulkane.
Der größte Vulkan der Welt an Land ist der “Mauna Loa“ auf Hawaii mit einer Höhe von 4.169 Metern und einer Breite von 90 km. Die Länder mit der größten Anzahl aktiver Vulkane sind Chile, Japan, Indonesien, die Vereinigten Staaten, einschließlich Hawaii und Russland. Diese Länder liegen im Pazifischen Feuerring, dem Gebiet, in dem die meisten seismischen und vulkanischen Aktivitäten stattfinden – Brasilien gehört nicht dazu.
Vulkane sind nicht die Bösewichte
Bis vor kurzem glaubten Wissenschaftler, dass Vulkanausbrüche für einen Großteil der FCKW – ozonabbauende Gase, die in die Atmosphäre gelangen – verantwortlich sind. Jüngste Studien haben jedoch ergeben, dass von den 300 im Vulkangas enthaltenen Stoffen nur ein einziger FCKW entdeckt wurde, nämlich das als FCKW-11 bekannte “Trichlorfluormethan“, das in weniger als einem Teil von einer Billiarde der ausgestoßenen Gase enthalten ist. Eine unbedeutende Menge im Vergleich zu dem, was wir Menschen in die Stratosphäre freisetzen.
Das Wasser unseres Planeten
Im Regenkreislauf (Ozean, Verdunstung, Regen und Wiedereintritt in den Ozean) sind auf unserem Planeten etwa 1.260 Milliarden Billionen Liter Wasser enthalten. Etwa 70 % des Globus sind von Wasser bedeckt. 98 % des Wassers sind in den Ozeanen enthalten, was bedeutet, dass es wegen des Salzgehalts nicht getrunken werden kann, und nur 2 % sind Süßwasser. Nur 0,36 % befinden sich in den Flüssen und Seen. Können Sie sich vorstellen, dass die Anzahl der Flüsse und Seen, die es gibt, immer noch einen so geringen Anteil ausmacht? Außerdem befinden sich 1,6 % in den Polarregionen und etwa 0,36 % im Grundwasser und in Brunnen. Der Rest befindet sich in Wolken, Pflanzen, Tieren und in uns selbst, oder haben Sie vergessen, dass Sie zu 65 % aus Wasser bestehen?
Die Vielfalt der Mykologie
Die Mykologie ist die Wissenschaft, die sich mit Pilzen befasst, jenen Wesen, die scheinbar aus dem Nichts und manchmal an unvorhersehbaren Orten sprießen. Man schätzt, dass es auf der Welt etwa 1,5 Millionen verschiedene Arten gibt und dass sie seit 130 Millionen Jahren existieren. Ihre Zusammensetzung kann bis zu 90 % aus Wasser bestehen, der Rest sind Fäden mit Membranen aus Chitin (ein Stoff aus dem Tierreich) und Zellulose (aus dem Pflanzenreich). Aus diesen Gründen werden Pilze als halb Tier, halb Pflanze betrachtet, sodass sie in der neuen Klassifizierung der Lebewesen zum “Reich der Pilze“ gehören.
Die größte Tiergattung der Erde
Insekten sind die am häufigsten vorkommende Tiergattung auf unserem Planeten. Die Zahl der Arten wird auf über drei Millionen geschätzt, von denen etwa eine Million bereits katalogisiert ist. Ihre Größe reicht von winzigen, nur 0,2 Millimeter großen Fliegen (Hymenoptera Mymaridea), bis zu Riesenkäfern (Goliathus goliathus), die bis zu 15 Zentimeter groß und bis 100 Gramm schwer werden können.
Moskitos – eine schlimme Plage
Nur weibliche Moskitos stechen Säugetiere – und Menschen. Die Männchen sind Vegetarier und haben nicht einmal einen Stachel. Die Weibchen brauchen Blut, um ihre Eier zu entwickeln, die dann in ruhigen Gewässern abgelegt werden, sofern diese Gewässer klar sind. Daher auch ihre Vorliebe für schlecht abgedeckte Wassertanks. Ein weiterer Unterschied zwischen den Mücken beiderlei Geschlechts besteht darin, dass die Fühler der Männchen mit Haaren bedeckt sind, während die Weibchen fast keine haben. Mittels ihrer empfindlicheren Antennen finden die Männchen ihre Partnerinnen.
Die großen Familien der Stubenfliegen
Eine Stubenfliege lebt etwa drei bis acht Wochen. In der Zwischenzeit produziert sie zwischen 400 und 1.000 Eier. All diese Fruchtbarkeit bedeutet, dass ein Weibchen die Zahl seiner Nachkommen zu Lebzeiten mit dreizehn Ziffern angeben kann (d. h. etwa eine Billiarde Verwandte, Kinder, Enkel und Urenkel). Die Fliege hat nicht nur sehr große Familien, sondern ist auch sehr schmutzig für jemanden ihrer Größe. Ein einziges Exemplar kann etwa 1.250 Millionen Bakterien in und an sich tragen.
Wie viele Beine haben Tausendfüßler wirklich?
Manche haben weniger, andere mehr. Das hängt von der Größe ihres segmentierten Körpers ab, die wiederum von der Art dieses Insekts bestimmt wird. Allein in Brasilien gibt es davon mehr als 200 verschiedene Arten. Und jedes ihrer Körpersegmente hat ein Beinpaar.
Bienen sind farbenblind
Eine Untersuchung zur Frage, ob Bienen wie Menschen Farben sehen können, ergab kuriose Ergebnisse: Bienen fliegen bevorzugt die Farben Blau und Gelb an. Die Farbe Rot können sie als solche nicht erkennen – denn Bienen sind rotblind. Verlassen die Bienen ihren Stock, um die Umgebung nach reichhaltigen Nektarquellen auszukundschaften, sehen sie die roten Blüten lediglich als dunklen Fleck. Ein für uns rot-bedecktes Mohnblütenfeld ist aus Bienensicht komplett schwarz. Ultraviolettes Licht können sie dagegen gut erkennen, da sie sich beim Fliegen am Stand der Sonne orientieren.
Bienen sterben beim Stechen von Menschen
Bienen sterben wirklich, wenn sie jemanden stechen. Der Grund für ihr tragisches Ende ist, dass der Stachel, der kleine Widerhaken hat, nach dem Angriff in der zähen Haut des Menschen stecken bleibt. Um zu entkommen, versucht die Arbeiterin, ihn herauszuziehen und verliert dabei den hinteren Teil ihres Bauches mitsamt den Eingeweiden. Wenn ein Stich der Biene einem anderen Insekt gilt, stirbt sie nicht, weil die Widerhaken ihres Stachels nicht greifen.
Ameisen schützen sich gegen Regen
Um sich vor Regen zu schützen, verwenden Ameisen beim Bau ihrer Unterkünfte ähnliche Techniken wie wir. Die Wohnungen der Ameisen bestehen aus Tunneln, die wie die Dachrinnen eines Hauses funktionieren, die das Regenwasser auffangen und verhindern, dass andere Tunnel überflutet werden. Es gibt auch Ameisenarten, die einen zentralen, mit sehr harter Erde bedeckten Hügel bauen, der das Wasser wie ein Dach ableitet.
Die Kakerlake ist Geschwindigkeitschampion
Die Schwierigkeit, eine Kakerlake zu jagen, war Gegenstand einer Untersuchung an der “Hebräischen Universität Jerusalem“ in Israel. Wissenschaftler haben entdeckt, dass dieses Insekt einer der Schnelligkeits-Champions des Tierreichs ist. Es kann einen Meter pro Sekunde zurücklegen. In Anbetracht seiner Größe würde das für einen Menschen einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern entsprechen. Die Kakerlake ist auch ein Meister des Dribbelns – sie ist in der Lage, mitten im Lauf 25-mal pro Sekunde den Kurs zu wechseln.
Gottesanbeterinnen sind Kannibalen
Männliche Gottesanbeter kennen die wahre Bedeutung des Ausdrucks „riskanter Sex“, denn die Weibchen dieser Art haben die Angewohnheit, ihrem Partner nach der Kopulation den Kopf abzureißen und ihn zu fressen. Deshalb nähert sich das Männchen dem Weibchen in aller Ruhe von hinten, wobei es stets darauf achtet, nicht in ihr Blickfeld zu geraten. Sobald die Lage günstig ist, was Stunden dauern kann, springt er ihr auf den Rücken, in der Hoffnung, dass sie sich nicht aufregt. Wenn sie gut gelaunt ist, und der Gottesanbeter, der immer kleiner als das Gottesanbeterin ist, schlau und raffiniert genug, kann er lebend davonkommen. Die Tatsache, dass die Weibchen den Bräutigam enthaupten und fressen, wobei sie in der Regel mit dem Kopf beginnen, bedeutet nicht, dass sie frigide oder psychopathisch sind. Der Vater spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Entstehung der Nachkommen, indem er der Mutter als Nahrung dient, während sich diese in ihrem Inneren entwickeln.
Die Tarnung der Schmetterlinge
Schmetterlinge gehören zu einer riesigen Gruppe von Insekten, den Lepidoptera, die mehr als 250.000 verschiedene Arten umfasst. Darunter befinden sich rund 18.000 Schmetterlinge. Es gibt sie in einer Vielfalt an Farben, Größen und Formen. Sie sind tagsüber aktiv und kommen praktisch überall auf der Welt vor, von Orten mit Tundra-Vegetation bis zu tropischen Wäldern. Um sich zu schützen, haben die empfindlichen Insekten besondere Techniken entwickelt. Einige haben eine ähnliche Farbe wie die Umgebung, in der sie leben, und passen sich ihr an. Andere, giftige Arten, haben eine auffällige Färbung entwickelt, so dass Raubtiere sich nach dem Verzehr eines Exemplars an die bittere Erfahrung erinnern und es nicht wieder tun. Es gibt auch eine dritte Gruppe, die zwar kein Gift hat, sich aber wie Giftige „kleidet“. Auf diese Weise bringen sie ihre Feinde dazu, sie zu fürchten, und auf das Festmahl zu verzichten.
Die Färbung der Marienkäfer bedeutet „Vorsicht“
Die rote Färbung mit schwarzen Flecken auf den Deckflügeln der Marienkäfer, die den menschlichen Augen so gut gefällt, ist in Wirklichkeit eine Warnung an ihre natürlichen Fressfeinde, die besagt: „Bleibt weg, wir haben einen sehr schlechten Geschmack“. Diese kleinen Käfer (Coleoptera coccinellata) sind nicht nur niedlich, sondern auch äußerst nützlich für den Menschen, denn sie ernähren sich von Blattläusen, die den Saft der Pflanzen aussaugen und ihnen dadurch schweren Schaden zufügen. Marienkäfer sind auch in Brasilien verbreitet, man nennt sie dort liebevoll “Joaninhas“!
“Land in Sicht“ – das Zirpen der Grillen warnt die Seeleute
Früher wurden Grillen von Seeleuten als Haustiere in kleinen Käfigen gehalten. Diese Vorliebe erklärt sich wie folgt: Grillen sind auf hoher See stumm. Wenn sie allerdings plötzlich mitten in der dunklen Nacht zu zirpen beginnen, warnen sie damit die Seeleute vor der Nähe einer unerwarteten Küste und verhindern so eine Kollision.
Skorpione aus dem Amazonasgebiet
Skorpione aus dem Amazonasgebiet, deren Biss Elektroschocks verursacht, sind kein Mythos. Forscher der Universität von Pará fanden diesen Skorpion in Santarém und Itaituba. 24 Stunden nach dem Biss leidet das Opfer unter sehr starken Muskelkrämpfen, so als hätte es seine Finger in eine 220-Volt-Steckdose gesteckt.
Giftige und Gift injizierende Tiere
Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen giftigen Tieren und solchen, die ihr Gift in den Körper ihrer Beutetiere, oder zur Abwehr gegen Fressfeinde, injizieren –z.B. verschiedene Insekten, Spinnen und Schlangen. Tiere, die als giftig bezeichnet werden, scheiden dagegen giftige Substanzen durch Giftdrüsen auf ihrer Haut aus, z.B. einige Froscharten Amazoniens und manche Schmetterlinge – sie warnen ihre Fressfeinde mit grellen Körperfarben vor einem Kontakt, der bei einigen Exemplaren auch für den Menschen tödlich sein kann.
Die Schlange “Mussurana“ ernährt sich von Giftschlangen
Die in Brasilien häufige, ungiftige “Mussurana“ (Clela clelia)) ist immun gegen das Gift anderer Schlangen, von denen sie sich ernährt, insbesondere “Amerikanische Lanzenottern“ (Bothrops), der Unterfamilie der “Grubenottern“ (Crotalinae). Um ihr Überleben zu sichern, hat dieses kannibalistische Reptil eine Immunität gegen das Gift seiner Verwandten entwickelt – ausgenommen die echte Korallenschlange (Micrurus frontalis) – deren Gift ist tödlich für sie. Ausgewachsen wird die Mussurana bis zu 2,5 Meter lang.
Warum verliert die Eidechse ihren Schwanz?
Eine der effektivsten Verteidigungsmaßnahmen der Eidechsen ist der Verlust eines Teils ihres Schwanzes. Sie wenden diese Taktik an, wenn sie sich bedroht fühlen oder um vor ihren Fressfeinden zu fliehen. Sie werfen einen Teil ihres Schwanzes ab, damit sie schneller laufen können. Bald nach dem Verlust dieses Teils ihres Schwanzes wächst er nach – und sie können ihn wieder verlieren.
Das Geheimnis des Chamäleons
Das Rätsel, wie es dem Chamäleon gelingt, größere Tiere nur mit seiner Zunge zu fangen, scheint gelöst zu sein. Viele Reptilien fangen ihre Beute mit der Zunge, wobei sie eine raue Oberfläche oder einen zähflüssigen Schleim verwenden, der von dem Organ ausgestoßen wird, welches die Beute einfängt. Diese Technik funktioniert sehr gut bei kleineren Beutetieren, erklärt aber nicht, wie es Chamäleons gelingt, auch größere Tiere wie einen Vogel oder sogar eine Eidechse zu fangen.
Wissenschaftler der Universität Antwerpen in Belgien haben mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras untersucht, wie das Chamäleon diesen verblüffenden Trick durchführt. Die Aufzeichnungen zeigen, dass die Zunge ihre Form verändert, kurz bevor sie mit der Beute in Berührung kommt. „Ein paar Millisekunden bevor die Zunge das Ziel trifft, nimmt ihr vorderes Ende die Form eines Baseballhandschuhs an“, erklärt der Forscher Anthony Herrel, “und nachdem die Zunge an der Beute haften geblieben ist, ziehen sich zwei Muskeln auf gegenüberliegenden Seiten schnell zusammen. Dadurch klebt das Opfer besonders gut fest.
Das Agouti sichert die Verbreitung der Paranussbäume
Das Agouti (Dasyprocta) ist ein kleines Nagetier, von dem u.a. die Verbreitung der Paranüsse abhängt. Es ernährt sich von den eingekapselten Früchten, die von den Bäumen fallen. Außer den großen Ara-Papageien ist es das einzige Tier, das die harte Schale der Paranuss aufbrechen kann. Was es nicht fressen kann, vergräbt es, wenn es genug davon hat, um es später wieder auszugraben Die. vergessenen Nüsse treiben aus und es entstehen neue Bäume.
Der größte Primat Amerikas
Der “Muriqui“ (Brachyteles arachnoides) ist der größte Primat Amerikas, er erreicht eine Körpergröße von 0,70 m und wiegt bis zu 15 kg. Sein natürlicher Lebensraum ist der brasilianische Atlantik-Regenwald, der einzige Ort, an dem er vorkommt. Der Muriqui, der auch als “Mono-carvoeiro“ bekannt ist, ist inzwischen vom Aussterben bedroht – es gibt nur noch etwa 450 Exemplare dieser Affenart in ihrem natürlichen Lebensraum.
Das Haus des Rosttöpfers
Der “João-de-barro“ (Furnarius rufus), wie er in Brasilien heißt, ist ein kleiner, rostbrauner Vogel der über großen Qualitäten als Architekt verfügt. Er ist nicht nur in der Lage, ein sicheres, kugelförmiges Nest aus Ton zu bauen, sondern auch, es optimal zu gestalten. Bevor der kleine braune Vogel mit der Arbeit beginnt, stellt er die vorherrschende Windrichtung auf dem Grundstück fest und baut dann das Nest so, dass das Schlupfloch in die entgegengesetzte Richtung zeigt. Diese Maßnahme verhindert, dass Regen in das Nest eindringt, und schützt das Weibchen beim Brüten und später die Küken.
Geier – Vögel mit einem stählernen Magen
Geier fressen fast jede Art von Fleisch, von frischem bis zu verdorbenem, aber im Gegensatz zu dem, was wir vielleicht denken, bevorzugen sie frisches. Diese Vögel sind so morbide, dass sie über ein ungewöhnliches Abwehrsystem gegen die Auswirkungen von verdorbenem Fleisch verfügen und in der Lage sind, die Reste anderer zu fressen, ohne sich um die Qualität zu kümmern. Sie sind immun gegen Botulismus, Cholera und Anthrax (eine Krankheit, die Rinder und Schafe befällt). Den Geiern wird vorgeworfen, dass sie Krankheiten übertragen und so den Tod ganzer Herden verursachen, aber offenbar überleben die Organismen, die jene Krankheiten verursachen, nicht im Verdauungstrakt der Geier. Unter allen Aasfressern (Hyänen, Schakalen, Kojoten und Adlern) sind die Geier die einzigen, die diese Resistenz entwickelt haben.
Die freundlichen Fledermäuse
Die nächtlichen Gewohnheiten und der Spitzname „Blutsauger“ haben Fledermäuse zum abstoßenden Inhalt von Legenden und makabren Geschichten gemacht. Von den 987 existierenden Arten ernähren sich jedoch nur drei von der roten Flüssigkeit der Säugetiere. Diese freundlichen „fliegenden Mäuse“ spielen eine wichtige Rolle im Gleichgewicht der Ökosysteme. Arten, die sich von Insekten ernähren, tragen zur Kontrolle der Populationen bei und verringern so die Gefahr von Schädlingsbefall in landwirtschaftlichen Kulturen. Diejenigen, die sich von Kleintieren wie Mäusen ernähren, helfen bei der Bekämpfung von Stadtschädlingen. Darüber hinaus sind sie auch im Pflanzenreich nützlich und tragen zur Fortpflanzung von mehr als 500 Pflanzenarten bei, da sie sich auch von Früchten ernähren, die Samen verbreiten und ihren für Pflanzen sehr nahrhaften Kot auf dem Boden absetzen.
Wir leben in einer Mäusewelt
Weltweit gibt es mehr als 1.700 Mäusearten, von denen etwa 125 als Schädlinge eingestuft werden. Die Weltgesundheits-Organisation schätzt, dass auf jeden Einwohner der unseres Planeten etwa drei Mäuse kommen, was einer Zahl von etwa 9 Milliarden Mäusen entspricht. Nach ihren Berechnungen verursacht jede Maus einen Schaden von 10 Euro pro Einwohner. Alle Schäden, welche die Nagetiere anrichten, sind nicht nur auf den Disput mit den Menschen um Nahrung zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, dass sie als Nager ihre Zähne irgendwie abnutzen müssen, weil sie unaufhörlich wachsen. Und so benagen sie schließlich auch Holz, Gummi, Styropor und alles, was ihnen in die Pfoten fällt.
Auch Mäuse träumen
Das sagen Wissenschaftler des “Massachusetts Institute of Technology“ und behaupten, dass die Tiere im Schlaf nicht nur Empfindungen haben, sondern auch reale Begebenheiten als Inhalte ihrer Abenteuer in der Welt von Morpheus erleben. Der Beweis wurde nach der Untersuchung der Gehirnaktivitätsmuster der Nager erbracht. Die Forscher ließen die Tiere ein Stück Schokolade in einem Labyrinth finden und wiederholten diese Erfahrung mehrmals am Tag. Als sie die Gehirne der Tiere im Schlaf beobachteten, stellten sie dieselbe Gehirnaktivität fest wie beim Erhalt der Schokolade, was bedeutet, dass die Mäuse von ihrer Belohnung träumten. Es wurden auch andere Gehirnmuster gefunden, die darauf schließen lassen, dass die Mäuse verschiedene Träume hatten.
Das Übergewicht des Krokodils
Jeder weiß, was passiert, wenn wir als Menschen zu viel essen. Das überschüssige Essen wird in Form von Fett gespeichert, um es zu absorbieren, falls eine dieser „mageren Zeiten“ eintritt. Ein ähnlicher Prozess findet auch in der übrigen Natur statt, wie zum Beispiel beim Krokodil. Das Merkwürdige an dem gefürchteten Reptil ist der Teil seines Körpers, in dem es sein Fett speichert. Es wandert nämlich direkt in den Schwanz und speichert so genug Reserven, dass es bis zu zwei Jahre lang ohne Mahlzeit auskommen kann.
Alligatoren und Krokodile kauen ihre Beute nicht
Trotz ihres kräftigen Kiefers und all der scheinbar scharfen Zähne, können Alligatoren und Krokodile nicht kauen. Sie packen das Fleisch ihrer Beute mit den Zähnen und reißen es in Stücke, und die verschlingen sie im Ganzen. Mit einer Menge Fleisch im Magen verharren sie lange Zeit regungslos, wie betäubt, bis der Magen die Mahlzeit verdaut hat.
Die Eigenschaften von Schnecken
Das Wort “Escargot“ stammt aus dem Französischen und bedeutet „Schnecke“. Die Delikatesse ist in Brasilien bekannt, weil sie von französischen Köchen eingeführt wurde, obwohl ihr Verzehr nicht ursprünglich aus diesem europäischen Land stammt. Schnecken wurden schon in der Antike von den Griechen, Galliern und Römern gegessen. Schneckenfleisch hat einen hohen Eiweißgehalt, einen niedrigen Cholesterinspiegel und ist reich an Vitaminen und Mineralsalzen. Aber nicht nur in der Gastronomie ist die Schnecke beliebt. In Europa wird sie auch zur Herstellung von Kosmetika verwendet, und in Brasilien wird ihr Speichel zur Behandlung von Wunden und Geschwüren benutzt.
Tierische Rettungsschwimmer
Delfine lassen ihre verletzten Gefährten nie zurück. Wenn einer von ihnen verletzt ist und zu ertrinken droht, weil er nicht mehr atmen kann, nähern sich zwei andere, von denen einer auf jeder Seite bleibt, um den Verletzten mitzunehmen. Während des Transports ihres Freundes müssen die Delphine einige Male anhalten, um Luft zu holen, da sie während des Transports ständig unter Wasser sind, dann lassen sie den Patienten fallen und steigen für einige Augenblicke an die Oberfläche. Es wird angenommen, dass die Mitglieder einer Gruppe den Verletzten abwechselnd tragen. Dank dieses Verhaltens haben diese Samariter-Säugetiere schon viele Menschen, Badegäste und Surfer, vor dem Ertrinken gerettet.
Delfine lassen immer nur eine Hälfte ihres Gehirns schlafen
Delfine müssen bei Bewusstsein bleiben, um weiter zu atmen. Deshalb können sie nicht wie Menschen tief schlafen, sonst würden sie ersticken. Studien haben gezeigt, dass diese Tiere das Problem „lösen“, indem sie jeweils nur eine Gehirnhälfte schlafen lassen! Außerdem halten sie während des Schlafes ein Auge offen und wechseln zum anderen Auge in Abständen von etwa einer Stunde. Delfine ruhen 8 Stunden am Tag in diesem halbwachen Zustand, schwimmen langsam und kommen ab und zu an die Oberfläche, um zu atmen.
Nicht alle Austern produzieren Perlen
Entgegen der landläufigen Meinung produzieren nicht alle Austernarten Perlen. Diese Besonderheit findet sich nur bei der Gattung „Meleagro“, die fast ausschließlich in tropischen Meeren, in Tiefen zwischen 10 und 50 Metern, vorkommt. Diese Gattung besteht aus mehreren Arten, deren Durchmesser von 7 Zentimetern, im Japanischen Meer, und bis zu 20 Zentimetern, in Tahiti, reicht. Die Perlenfischer arbeiten von Juni bis September, sie müssen den ganzen Tag fasten, um beim Tauchen keine Krämpfe zu bekommen. In der Regel müssen sie Hunderte von Austern öffnen, um eine einzige Perle zu finden.
Die Lockmittel der Fleischfresser
Fleischfressende Pflanzen sind solche, die ihre Beute anlocken, fangen und verdauen. Sie wachsen normalerweise an unwirtlichen und feuchten Orten wie Berghängen und Sümpfen. Genau aus diesem Grund ergänzen sie ihre Nahrung (die wie bei allen Pflanzen durch Photosynthese entsteht) durch die Proteine ihrer Beutetiere, die das kompensieren, was der arme, saure Boden, auf dem sie wachsen, nicht hergibt. Ihre Opfer sind Insekten und Kleintiere wie Laubfrösche, Vögel und Nagetiere.
Diese Pflanzen haben ihre Blätter als Fallen umfunktioniert, viele davon in leuchtenden Farben und mit Nektarduft, um ihre Beute anzulocken. Diese Fleischfresser, die fast überall auf der Erde zu finden sind, außer in der Polregion, sind in der Regel nur wenige Zentimeter groß, obwohl es einige gibt, die bis zu einem Meter groß werden können. Mit 80 verschiedenen Arten von fleischfressenden Pflanzen steht Brasilien nach Australien an zweiter Stelle in der Rangliste der größten Artenvielfalt.
Das natürliche und ökologische Mückenmittel
Citronella ist eine grasartige Pflanze, die auf der Insel Java in Indonesien beheimatet ist und interessante Eigenschaften aufweist, aber vom Menschen noch wenig genutzt wird. Die Pflanze ist reich an Citronella und Geraniol, Substanzen, die ihr einen zitrusähnlichen Geruch verleihen, ähnlich wie der von Eukalyptus. Aus diesem Grund kann sie als Aromastoff und in Parfümerieprodukten verwendet werden. Doch damit nicht genug, Citronella hat noch eine weitere Eigenschaft: Der gleiche Geruch, der den Menschen so gut gefällt, ist für Insekten wie Fliegen und Mücken unerträglich, eine Eigenschaft, die ihn zu einem natürlichen Abwehrmittel macht, das zudem noch ökologisch ist, da es die Tiere vertreibt, anstatt sie zu töten. In der Aromatherapie wirkt Citronella auch als Antidepressivum, Antiseptikum, Deodorant, Tonikum und Stimulans.
Amazonasbaum produziert Treibstoff
Im Amazonasgebiet gibt es einen merkwürdigen Baum, den “Louro- Inamoim“, der von den Caboclos (Waldbewohnern) „Benzinbaum“ genannt wird. Er kann bis zu 25 Meter hoch werden und produziert eine grünliche Flüssigkeit, aus der ein dem Benzin ähnlicher Kraftstoff gewonnen werden kann, dessen Verwendung jedoch noch nicht erforscht ist.
Mehr als achttausend Rosensorten
Die Rose war 50 Millionen Jahre vor dem Menschen auf der Erde, aber keine andere Blume wurde von ihm so verändert. Heute sind mehr als achttausend Sorten von Rosenhybriden bekannt, die durch Kreuzung verschiedener Stämme entstanden sind. Josephine, die Frau von Napoleon Bonaparte, scheint eine Pionierin dieser Technik gewesen zu sein. Sie arbeitete mit 250 europäischen Sorten, um Rosen zu schaffen, die durch ihre Schönheit besonders auffallen.
Pflanzen-S.O.S.
Jüngste Forschungen eines Teams am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena haben gezeigt, dass Pflanzen Notsignale aussenden, wenn sie angegriffen werden. In dem Versuch gaben unter anderem Tabak-, Mais-, Tomaten- und Gurkenpflanzen bei Larvenbefall ein Gemisch flüchtiger chemischer Verbindungen ab, um Raubinsekten anzulocken. Die Entdeckung des Geruchsalarms liefert nicht nur wichtige Informationen darüber, wie sich Pflanzen verteidigen, sondern könnte Wissenschaftlern auch helfen, ungiftige Pestizide zu entwickeln.
Einem geschenkten Gaul…
Das Alter von Pferden lässt sich leicht feststellen, indem man ihnen ins Maul schaut. So ist beispielsweise bekannt, dass Pferde ab einem Alter von zwei Jahren, ihre Zähne wechseln, und dass Milchzähne weißer sind als bleibende Zähne. Eine weitere Tatsache ist, dass die Zähne im Laufe der Zeit durch das Kauen abgenutzt werden und ihren Schneidebogen verändern, der bei jungen Tieren abgerundet und bei alten Tieren länglicher ist. Daher stammt auch der Ausdruck: “Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ – im übertragenen Sinn bedient man sich heute dieses Spruches, wenn man z.B. von einem Beschenkten gefragt wird: “Wieviel hat das denn gekostet“? Es gilt als taktlos bis ungezogen ein Geschenk in dieser Weise zu hinterfragen – auch in Brasilien.