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Das Durchschnittalter werdender Mütter zum Zeitpunkt der Geburt ihres ersten Kindes liegt in der Schweiz bei 31,7 Jahren. Das fortschreitende Alter ist einer der Hauptgründe für eine eingeschränkte weibliche Fruchtbarkeit: Nicht nur stehen immer weniger befruchtungsfähige Eizellen zur Verfügung. Mit den Lebensjahren nimmt auch das Risiko für Erkrankungen zu, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Hierzu gehören Brustkrebs, Eierstockkrebs und Endometriose.
- Brustkrebs ist die häufigste Tumorform bei Frauen. 6’000 Schweizerinnen pro Jahr erkranken an dem sogenannten Mammakarzinom. Jede fünfte Betroffene ist unter 50 Jahren alt. Meist entwickelt sich der Krebs in den Milchgängen der Brust. Die Fruchtbarkeit wird durch den Krebs selbst nicht gemindert. Allerdings können die Behandlungsmethoden die Fertilität beeinträchtigen.
- Eierstockkrebs wird jährlich bei etwa 600 Schweizerinnen diagnostiziert, 15 Prozent von ihnen sind zum Zeitpunkt der Diagnose unter 50 Jahre alt. Risikofaktoren für diese zunächst oft beschwerdefreie Krebsart sind eine früh einsetzende erste Periode, Diabetes, Übergewicht und eine genetische Veranlagung. Die Behandlung umfasst üblicherweise die Entnahme der Eierstöcke, der Eileiter und der Gebärmutter, betroffene Frauen können keine Kinder mehr bekommen.
- Endometriose haben etwa zehn Prozent der Schweizerinnen. Bei dieser chronischen Erkrankung bilden sich Gebärmutterschleimhaut-Inseln ausserhalb der Gebärmutter. Verursacht wird diese Entwicklung wahrscheinlich durch zurückfliessendes Menstruationsblut, das über die Eileiter in den Bauchraum gelangt. Kennzeichnend für Endometriose sind starke Bauch- und Rückenschmerzen während der Menstruation. Bis zu 50 Prozent der betroffenen Frauen sind unfruchtbar.
Dass bei vielen Paaren die gewünschte Schwangerschaft auf sich warten lässt, muss allerdings nicht zwangsläufig an einer eingeschränkten Fruchtbarkeit der Frau liegen – wie früher gern vermutet. Die Ursachen für eine geminderte Fertilität sind eher gleichermassen zwischen Mann und Frau verteilt: In etwa einem Drittel der Fälle ist die Ursache beim Mann, in einem Drittel bei der Frau zu finden. In einem weiteren Drittel der Fälle sind sowohl Mann als auch Frau betroffen.
Unfruchtbarkeit beim Mann: wachsendes Risiko
Frauen verfügen von Geburt an über eine bestimmte Anzahl von Eizellen, wovon jeweils eine während des Zyklus heranreift und befruchtungsfähig wird. Der Zeitrahmen für eine Schwangerschaft reicht von der Pubertät bis zur Menopause, wobei eine Befruchtung allerdings nur wenige Tage rund um den Eisprung möglich ist.
Die männlichen Spermien werden zwar tagtäglich neu in den Hoden produziert, doch die Spermienkonzentration nimmt bei Männern in der westlichen Welt seit Jahrzehnten ab. Als Ursache dafür werden ein ungesunder Lebensstil und negative Umwelteinflüsse vermutet. Mit zunehmendem Alter sinkt zudem die Spermienqualität und die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen der Geschlechtsorgane steigt. Besonders häufig kommt es zu (angeborenen oder erworbenen) Hodenhochstand, Hodenkrebs und Prostatakrebs.
- Hodenhochstand gilt als die häufigste angeborene Fehlbildung der Genitalien. Hierbei ist mindestens ein Hoden während der embryonalen Entwicklung nicht in den Hodensack gewandert und liegt in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal. Seltener tritt ein Hodenhochstand nach der Geburt durch Vernarbungen oder Entwicklungsstörungen auf, wobei der betroffene Hoden aus dem Hodensack in Bauch oder Leiste rutscht. Betroffene sind in ihrer Fruchtbarkeit eingeschränkt und haben ein erhöhtes Hodenkrebsrisiko.
- Hodenkrebs ist die häufigste Tumorform bei Männern im Alter von 25 bis 45 Jahren. Der Tumor macht sich als Verhärtung an meistens einem Hoden bemerkbar, zudem kann eine schmerzhafte Vergrösserung der Brust auftreten, da manche Tumore die Produktion von Östrogen fördern. Die Behandlung von Hodenkrebs zielt in der Regel auf die Entfernung des betroffenen Hodens ab. Hierdurch kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt werden, wenn der verbleibende Hoden nur bedingt funktionsfähig ist.
- Prostatakrebs tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf. Zunächst beschwerdefrei, kann Prostatakrebs zu Schmerzen beim Wasserlassen und Blut in Sperma und Urin führen. Die Prostata unterstützt die Fruchtbarkeit des Mannes; ihr Sekret macht die Spermien beweglicher und gewährleistet ihr Überleben ausserhalb der Hoden. Wird die Prostata operativ entfernt, wird die Fruchtbarkeit des Betroffenen stark gemindert. Sofern bei dem Eingriff die angrenzenden Nerven verletzt worden sind, können sich zudem Erektionsstörungen einstellen.
Furchtbarkeit steigern? Na klar!
Viele Faktoren, die der Fertilität zusetzen und zu Unfruchtbarkeit führen können, betreffen Mann und Frau gleichermassen. Dazu gehören Stress, Schlafmangel und Umweltbelastungen, beispielsweise durch Schadstoffe. Auch Bewegungsmangel, Übergewicht und eine unausgewogene Ernährung können sich negativ auf die Fertilität auswirken. Nikotin, Koffein, Alkohol und Drogen gelten ebenfalls als fruchtbarkeitsmindernd.
Durch einen gesunden Lebensstil kann die natürliche Fruchtbarkeit optimiert werden. Hier einige Tipps:
- Ausschlafen. Schlafmangel ist verbreitet. Dadurch ist die Regenerationsphase für Körper und Geist oft zu kurz. Wer auf ein ausreichendes Schlafmass achtet, ist erholter und belastbarer.
- Bewegen. Sport kurbelt den Kreislauf und den Stoffwechsel an, auch die Hormonproduktion wird angeregt. Dadurch sinkt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, auch die mentale Fitness kann profitieren.
- Ernähren. Die richtige Ernährung ist nicht nur eine Frage der Quantität, wobei die Anzahl der Kalorien dem tatsächlichen Verbrauch entsprechen sollte. Es ist auch eine gewisse Qualität gefragt, denn der Körper benötigt viele Vitamine und Mineralstoffe. Eine abwechslungsreiche Ernährung stellt die Versorgung sicher.
- Runterkommen. Stress belastet und versetzt den Körper in einen permanenten Alarmzustand. Eine bewusste Work-Life-Balance, Pausen und individuelle Entspannungsstrategien – vom Buchlesen über Meditieren bis zum Powernapping – beugen einer mentalen Überlastung vor.
- Sex haben. Spermien überleben mehrere Tage im Uterus. Wenn Paare schon vor den fruchtbaren Tagen Sex haben, erwartet eine grössere Anzahl Spermien die reife Eizelle. Aber auch fernab der fruchtbaren Zeit sollten Paare intim sein: Das nimmt den Druck, dass es jetzt klappt.