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© XFEL
Die 2017 in Betrieb genommene Forschungsanlage European XFEL erzeugt kurze Röntgenlaserblitze mit einer sehr hohen Leuchtstärke. Dadurch ist es möglich, anatomische Details von Viren aufzunehmen, die molekulare Zusammensetzung von Zellen zu bestimmen, Elemente des Nanokosmos zu beobachten sowie physikalisch-chemische und biologische Reaktionen zu filmen. Die unterirdische Anlage bietet weltweit einzigartige Möglichkeiten für die Spitzenforschung. Erwartet werden neue Erkenntnisse, beispielsweise auf den Gebieten der angewandten Physik, der Materialwissenschaften, der Medizin oder der Pharmakologie.
Die Forschungsanlage wird von der Gesellschaft European XFEL GmbH betrieben. Daran beteiligt sind Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Der Bau der Anlage wurde 2009 in Hamburg in Angriff genommen. Die Kosten für den Bau und die Inbetriebnahme belaufen sich auf ca. 1,25 Milliarden Euro (Preisniveau 2005). Die jährlichen Betriebskosten betragen in etwa 120 Millionen Euro.
Ähnliche Strahlungsquellen werden in den Vereinigten Staaten von Amerika (LCLS), in Japan (SACLA) und in Südkorea (PAL-XFEL) betrieben. Eine weitere Anlage am PSI in der Schweiz (SwissFEL) hat den Betrieb für Pilotexperimente aufgenommen, 2019 startet der reguläre Betrieb. European XFEL zeichnet sich durch seinen hohen technologischen Innovationsgrad und eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit als alle ähnlichen Anlagen aus.
Schweizer Beteiligung
Die Schweiz beteiligte sich von Anfang an am Bau von European XFEL und tut dies nun auch in der Betriebsphase mit einem Anteil von 1,5% an den Betriebskosten (knapp 2 Millionen Franken pro Jahr).
Diese Beteiligung ergänzt die Investitionen in verschiedene bestehende Strahlungsanlagen auf nationaler (Swiss Light Source und SwissFEL am PSI) und internationaler Ebene (European Synchrotron Radiation Facility), mit denen für Schweizer Forschende der bestmögliche Zugang zu solchen Spitzenforschungsinfrastrukturen sichergestellt wird.
Die Schweizer Beteiligung an European XFEL fällt unter die Zuständigkeit des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI.