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Jeder Text hat einen physischen Klang, jedes geschriebene Wort wird beim Aussprechen zu einem Klangkörper. Diese Klangkörper bewegen sich in der Zeit wie musikalische Gesten.
Jeder Text und jedes einzelne Wort hat seine Bedeutung, seinen Inhalt.
Ich suche nun nach Darstellungsarten/formen, die die Bedeutung eines Wortes und den Inhalt des Textes, in einem physischen Klangerlebnis wiedergeben und vereinen. Ebenso hat der formale Ablauf, die Funktion den Textinhalt zu interpretieren. Alles ordnet sich der Interpretation des Textes unter, so auch das Bild. Es reflektiert in seiner Darstellung (des Mundes) die Irrealität, bzw. Realität.
Durch das Lesen des Textes von Becketts "pa moi" suchte ich einen Schlüssel der die physische Bewegung des Klanges der Wörter mit dem Inhalt, bzw. meiner Interpretation des Inhaltes, vereint, ohne daß das einzelne Wort unverständlich wird.
Der Mundes (siehe Anweisungen von Beckett) ist auf einem Monitor abgebildet und zwar als bewegter Scherenschnitt aus weißem Papier auf schwarzem Hintergrund. Der Scherenschnitt wird wie bei einem Trickfilm so viele Male verändert bis eine holprige Bewegung des Mundes, wie wenn er sprechen würde, sichtbar wird. Er spricht selbstverständlich nicht. Realität – Irrealität.
Der Text hat in mir zwei Bewegungen hervorgerufen. Es sind zwei Sprechbewegungen die auf zwei Richtungen verweisen. Eine Extrovertierte und eine Introvertierte. Beide Richtungen sind zwanghaft. Die eine besteht aus einem sehr schnellen, fast atemlosen Lesen (Wortschwall) und die andere Sprechbewegung ist ein langsames Einzel-wort-lesen pro Ausatmung, entsprechend immer unterbrochen durch ein Einatmen. Diese zwei Lesarten alternieren sich unregelmäßig (siehe Einteilung des Textes). Beim fast atemlosen sehr schnellen, wie beim Einzelwort lesen, soll die physische Spannung und Not erfahrbar gemacht werden. Das konsequente Alternieren der zwei Lesarten soll die Zwanghaftigkeit verdeutlichen. Zwanghaft introvertiert, ruhelos und zwanghaft extrovertiert, ebenfalls ruhelos.
Für diese Installation soll ein nicht allzu großer Monitor verwendet werden, der einsam in einem sehr dunklen Raum aufgestellt wird.