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Der Satz Sie hat ihm einen Bären aufgebunden ist nicht verständlich, wenn man versucht, seine Bedeutung "wörtlich" zu erschliessen.
Nur wenn man weiß, dass die Wortgruppe jemandem einen Bären aufbinden in ihrer Gesamtheit eine bestimmte Bedeutung hat, und wenn man diese Gesamtbedeutung kennt, versteht man den Satz richtig: Sie hat ihn dazu gebracht, etwas Unwahres zu Glauben. (Duden, Band 11, Redewendungen, 4. Auflage, 2013, Seite 9)
Die genaue Betrachtung eines anderen Beispiels zeigt noch deutlicher, wie absurd die wörtliche Auslegung einer idiomatischen Redensart sein kann.
Wenn man den Grössenunterschied zwischen Erde und Sonne bedenkt, ist die Vorstellung, die Sonne buchstäblich in unser Haus zu lassen, geradezu lächerlich, egal wie gross dieses auch sein mag. Selbstverständlich ist von der Strahlung der Sonne die Rede, wenn gesagt wird, man lasse die Sonne herein.
Betrachten wir als erstes biblisches Beispiel einmal die Redewendung, welche Jesus in Bezug auf die Taufe gebrauchte.
LB, Matthäus 28:19
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Da die Bibel nirgendwo einen gemeinsamen Namen von Vater, Sohn und Heiligem Geist nennt, muss es sich hier um eine Redewendung handeln, welche nicht nur im Griechischen häufig anzutreffen ist.
In jemandes Namen: in jemandes Auftrag, in Vertretung von jemandem: Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: ... (Duden, Band 11, Redewendungen, 4. Auflage, 2013, Seite 526)
Andere Beispiele zeigen, dass man nicht nur im Namen von lebendigen Wesen handeln kann: Im Namen der Gerechtigkeit, lasst dieses Kind am Leben! Im Namen des Königs, des Prinzen und des Gesetzes, ihr seid verhaftet!
(Weitere Beispiele für bildliche Rede unter: Schriftstellen)