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Die Wilde Möhre ist die Wildform des Rüeblis (Karotte), Möhre oder auch gelbe Rübe genannt. Der Name Möhre kommt von der schwarzen (seltener dunkelroten) Blüte in der Mitte des Gesamtblütenstandes.
Ein gutes Erkennungsmerkmal ist die schwarze bis tiefrote (manchmal auch purpurne) Blüte in der Mitte des Gesamtblütenstandes. Die Pflanze wird 20 bis 100 cm hoch, jede Dolde ist 15 bis 30 strahlig, weißblütig und zur Blütezeit flach. Hingegen in der Fruchtzeit senkt sich die Dolde in der Mitte tief nach innen. Die Blätter sind 2-3fach gefiedert (fiederteilig) und enden in schmalen Zipfeln. Die Hüllblätter sind sehr lang, ebenfalls gefiedert oder 3teilig mit dünnzipfeligem Ende. In der Dolde, zu den einzelnen Strahlen, sitzen die Hüllchenblätter, welche geteilt oder ungeteilt vorkommen. Die Wurzel der Wilden Karotte ist eine harte, dünne und spindelförmige weiße Pfahlwurzel. Die Blütezeit reicht von Mai bis September, die Pflanze überwintert im 1. Jahr nur als Wurzel und blüht im 2. Jahr, danach werden Fruchtkörper, Samen ausgebildet und die Pflanze stirbt ab.
Verbreitung
Vorkommen auf Halbtrockenrasen, Ruderalstellen (= verwilderte Gebiete), Wegränder, auch in Wäldern. Die Wilde Karotte bevorzugt freies sonniges Gelände, lockeren, mäßig stickstoffsalzhaltigen Lehmboden und ist empfindlich gegen Staunässe.
Besonderes
Die Wildform hat einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen als die kultivierten Sorten, allen gemeinsam aber ist der hohe Gehalt an Provitamin A (17 mg auf 100 g). Der Vitamin C-Gehalt ist bei weitem geringer (5 mg auf 100 g). Man nimmt an, dass die kultivierten Karotten aus einer Kreuzung der wilden Möhre mit der im Mittelmeergebiet anzutreffenden Riesenmöhre (Daucus maximus) hervorgegangen sind. Als neues Merkmal entstand die fleischig verdickte gelbrote Rübe. Durch Züchtung entstanden Formen, die von ca. 20 cm langen spitzen über mittellange walzliche bis zu kurzen runden Rüben reichen. Es gibt frühe, mittelfrühe, Spät- und Dauersorten. Merkmale, die für die Züchtung von Bedeutung sind, sind hoher Gehalt an Inhaltsstoffen (Zucker, Karotin), Form und Größe der Rübe, die Weichheit des Fleisches, die Glattschaligkeit und die übereinstimmende Farbe von Fleisch und Rinde. Als Hausmittel gegen Husten und Heiserkeit verwendet man in der Naturheilkunde einen gekochten Brei oder Möhrenzucker (beides aus den Wurzeln) zur inneren Anwendung. Bei Sonnenbrand, Entzündungen und Hautausschlägen kann aus den rohen Wurzeln ein Brei auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden (Kompresse dazwischenlegen). Die Samen der Wilden Möhre haben verdauungsfördernde und appetitanregende Eigenschaften, auch kann die Wilde Karotte geröstet und gemahlen als Kaffeesurrogat dienen (als Zusatz zur Cichorie).