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Die neue Norm SN EN ISO 16890 ist in der Schweiz veröffentlicht und somit gültig. Sie ersetzte die bisherige EN 779:2012, welche auf Mitte 2018 zurückgezogen wurde. Bereits Ende 2017 hat Unifil das Sortiment umgestellt.
Veröffentlicht wurde die Norm durch den SNV (Schweizerische Normen-Vereinigung), welche Mitglied bei der Europäischen Normierungskommission und damit auch auf internationaler Ebene weltweit bei ISO (International Standardization for Organization) vertreten ist.
Neu 4 Gruppen
ISO ePM10, ISO ePM2.5 und ISO ePM1 sind die Feinstaubfilter-Gruppen. Das kleine «e» vor PM steht für «efficiency» also Wirkungsgrad. ISO coarse sind die Grobstaubfilter.
Anforderungen
Wenn ein Filter einen ePM10-Wirkungsgrad von 50% oder höher erreicht, kann er also ISO ePM10 klassifiziert werden, sonst fällt er unter ISO coarse.
Damit ein Filter als ISO ePM1 oder ePM2.5 klassifiziert werden kann, muss er einen Wirkungsgrad von mindestens 50% in der jeweiligen ePM-Gruppe im entladenen Zustand erreichen.
Entladen heisst, dem Filter wird durch eine Behandlung in IPA-Dampf die elektrostatische Ladung entzogen und danach der Wirkungsgrad gemessen.
KLASSIERUNG
Wenn ein Filter als Beispiel die Anforderungen der ePM1 Gruppe erreicht, wird er mit «ISO ePM1» bezeichnet und rechts neben dieser Bezeichnung der Wirkungsgrad aufgeführt, z.B. «85%». Dieser Wirkungsgrad wird jeweils auf die nächsten ganzen 5% abgerundet. Durch das Runden auf 5%-Schritte ergibt sich eine Vielzahl von möglichen Klassierungen.
Pro ISO ePM-Gruppe kann es also Filter mit Klassierungen von 50%, 55%, 60% usw. bis 95% geben.
Damit von Anfang an Klarheit besteht, haben Experten des SWKI (Schweizerischer Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren) und des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) gemeinsam eine Empfehlung verfasst.
Anstelle eines M5 Filters soll zum Anlagenschutz ein ISO ePM10 ≥ 50% zum Einsatz kommen. ≥ 50% bedeutet, dass dieser mindestens einen Wirkungsgrad von 50% aufweisen muss.
Anstelle eines F7 Filters können zwei Filtertypen zum Einsatz kommen, einerseits ein ISO ePM1 ≥ 50%, andererseits ein ISO ePM2.5 ≥ 65% .
Das ist wie folgt zu verstehen:
Als Einzige oder letzte Filterstufe soll zum Personenschutz immer ein ISO ePM1 Filter mit mindestens 50% Effizienz eingesetzt werden.
Wenn ein F7 Filter bei mehrstufigen Anlagen als Vorfilter im Einsatz ist, z.B. bei einer F7+F9 Kombination, kann ein ISO ePM2.5 ≥ 65% eingesetzt werden.
Anstelle eines F9 Filters soll ein ISO ePM1 ≥ 80% eingesetzt werden, also mit mindestens 80% Wirkungsgrad.
Die daraus folgenden und möglichen Kombinationen von Filterstufen und Filtertypen sind oben aufgeführt. Bei dieser Empfehlung ist zu erwähnen, dass die Entweder-Oder-Lösung zu den F7 Filter in der Expertengruppe intensiv diskutiert wurde. Denn die Empfehlung ISO ePM1 ≥ 50% bedeutet eine leichte Verschärfung gegenüber den heutigen Mindestanforderungen für F7 Filter nach EN779. Die erforderlichen Mindestwirkungsgrade wurden dadurch erhöht.
Für M6 und F8 gibt es keine Empfehlung, diese Filterstufen entfallen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die neuen Filterklassenbezeichnungen für alle ein Umdenken erfordern. Sie sind aber praxisnah und ermöglichen gleichzeitig eine sehr sinnvolle Straffung der bisherigen Filterklassen.
So wird es in Zukunft, nebst der ISO Coarse Gruppe, nur noch 3 wesentliche Feinstaubfiltergruppen geben:
- ISO ePM10 ≥ 50% (für M5 und M6)
- ISO ePM1 ≥ 70% (für F7 und F8)
- ISO ePM1 ≥ 90% (für F9)
Von diesen Änderungen betroffen sind Taschenfilter, Zellenfilter und die Filtermatten. Nicht betroffen ist die Gruppe der Schwebstofffilter. Dort bleiben die Filterklassen und die Prüfverfahren unverändert.