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Nachruf auf unseren Turnerkameraden Fraui
Aufgewachsen
Hansruedi Frauenfelder wurde am 23. Juni 1945 in Winterthur geboren. Mit seinem älteren Bruder Ernst verbrachte er an der Friedheimstrasse eine glückliche Jugendzeit. Seine alleinerziehende Mutter hielt die Familie mit Liebe und Strenge zusammen.
Beruf
Beruflich war „Fraui“ zuerst Rohrschlosser bei Sulzer, mit zahlreichen Auslandsmontagen. Später bewarb er sich mit Trix als Schulhauswart-Paar im Guggenbühl. Sie wurden ausgewählt. Dabei konnte „Fraui“ stets auf die grosse Unterstützung seiner Frau zählen.
Familie
„Fraui“ hatte seine Trix in der Damenriege kennen und lieben gelernt. Es war eine klassische Turner-Ehe. Von den beiden Kindern Reto und Kerstin ist Kerstin immer noch Fitnesstrainerin an verschiedenen Orten sowie geschätzte Vorturnerin im Damenturnverein Oberi.
Turnen
Als kräftiger und beweglicher Jugendlicher fühlte sich „Fraui“ - wie ihn damals alle nannten – zum Turnen hingezogen. Seine Nachbarskinder an der Friedheimstrasse motivierten ihn, die Jugendriege im Kath. Turnverein zu besuchen.
Nach dem Wechsel in den Turnverein Oberwinterthur (1962) erlernte „Fraui“ hier das Kunstturnen bei Trainer und Turnlegende Werner Walder. „Fraui“ erturnte sich in zahlreichen Wettkämpfen viele Medaillen, Zweige und Kränze.
1972 wurde er zum Freimitglied und 1986 zum Ehrenmitglied ernannt. 1965/1966 amtete er als Vize-Oberturner und von 1978 bis 1984 bekleidete er das Amt als Oberturner. Am Jubiläum 100 Jahre TVO im Jahre 1981, leitete er das Turnkomitee. Auch im Chübeliclub der Ehrenmitglieder des TVO war „Fraui“ stets mit dabei. 2002 schliesslich wurde er in den hochwohl-löblichen Kreis der Eidg. Turnveteranen der Gruppe Winterthur berufen.
Faustball
Im Faustballspiel bei Oberi war „Fraui“ sowohl in der 1.-Liga- wie auch in der 2.-Ligamannschaft ein sicherer Mittelsmann. In einem Freundschaftspiel gegen die letzte DDR-Mannschaft auf Hegmatten stand er sogar im Aufgebot der Schweizer-Nati.
Skifahren und -Tüürelen
Sein Winterhobby war eindeutig das Skifahren und das Skitourenfahren. Durch seinen kameradschaftlichen Geist und sein offenes Wesen, bewegte er viele seiner Turnfreunde zum Skitüürelen. Unvergesslich waren dabei seine Skitouren in der ganzen Schweiz im Kreise der Kantonal- und STV-Turnerschaft an Ostern und Pfingsten. Zwei Mal durfte er phänomenale und unvergessliche Wochen in den Rocky Mountains mit Kameraden vom TV Oberi erleben.
Oberbächen-Hütte
Das humorvolle und fröhliche Wesen von Hansruedi kam vor allem bei den unzähligen Wochenenden auf Oberbächen oberhalb Ebnat-Kappel zum Tragen. Hier in der Hütte, die von Jugendlichen vom TVO gegründet wurde, in der einfachen Umgebung wo Wasser noch aus Schnee geschmolzen, Licht mit Petrol- oder Benzinvergaser-Lampen verbreitet und Wärme mit Holzheizung erzeugt wurde, fühlte er sich unter Turnfreunden und seiner Familie sehr wohl. Nach 40 Jahren zog „Fraui“ mit Familie in die benachbarte Alp Stangen. Hier durfte er noch bis ein Jahr vor seiner Krankheits-Diagnose die Toggenburger Alpenwelt geniessen.
Rentner
Wie es manchen Pensionären auch ergeht, blieb Hansruedi von gesundheitlichen Erschwernissen nicht verschont. Aber er blieb stets positiv eingestellt. Bis er die Diagnose Alzheimer erhielt. Diese Krankheit gehört zu den am meisten gefürchteten, denn die Hirnveränderungen lassen sich nicht stoppen. Von da an gings leider buchstäblich bergab und seine Frau Trix musste ihn vor einem Jahr schweren Herzens ins Alterszentrum Oberi zur Pflege übergeben. Hier besuchte Trix ihren Hansruedi täglich und gab ihm ein Gefühl der Geborgenheit mit.
Nach längerer schweren Leidenszeit ist Hansruedi Frauenfelder am Freitag, 15. Juli 2022 im 77. Lebensjahr im Alterszentrum Oberi verstorben.
Hansruedi, du warst ein guter Turnkamerad. „Ruhe in Frieden.“