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Die akute Prostatitis beschreibt eine bakterielle Infektion der Prostata.
Ursachen
Infektion durch aufsteigende Infektionen der Harnwege. Spezielle Risikofaktoren sind Phimose (Vorhautenge), Harnwegsinfekte, gutartige Prostatavergrösserung und bestimmte Sexualtechniken (können Harnwegsinfektionen begünstigen) sowie Dauerkatheter in der Harnblase.
Symptome
Es können bei akuten Entzündungen der Prostata Fieber, Schüttelfrost, Damm- und allenfalls Rückenschmerzen auftreten. Auf das Wasserlösen hat die Entzündung ebenfalls Auswirkungen: Es kann zu vermehrtem Harndrang, häufigerem Wasserlösen kleiner Portionen und Schmerzen beim Wasserlösen kommen. Gegebenenfalls kann es zur Abschwächung des Harnstrahls bis hin zum Harnverhalt (Unfähigkeit, Urin zu lösen) führen.
Diagnose
Rektale Untersuchung (Abtasten durch den Enddarm): bei einer akuten Prostatitis ist die Prostata stark druckschmerzhaft und von veränderter Festigkeit (Konsistenz). Der Urin wird zum einen auf eine Infektion untersucht, zum anderen wird eine Urinkultur angelegt. Die Urinkultur sollte vor der Gabe eines Antibiotikums erfolgen. Eine Blutuntersuchung dient zur Bestimmung der Entzündungswerte. Gleichzeitig kann auch eine Blutkultur angelegt werden. Zusätzlich wird eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, Harnblase sowie Prostata durchgeführt.
Therapie
Die akute Prostatitis wird mit Antibiotika über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen behandelt. Es ist meist eine stationäre Aufnahme nötig zur Gabe von Antibiotika i.v. (über die Vene). Sollte gleichzeitig ein Harnverhalt vorliegen, ist die Einlage eines suprapubischen Blasenkatheters (ein Katheter durch die Bauchwand in die Blase) notwendig, damit der infektiöse Urin abfliessen kann.
Chronische Prostatitis
Die chronische Prostatitis ist eine über längere Zeit anhaltende Entzündung der Prostata, an der etwa 35% aller Männer einmal im Leben erkranken. Dabei handelt es sich nicht um ein einheitliches Krankheitsbild. Man unterscheidet eine chronische bakterielle Prostatitis von einer nicht-bakteriellen Entzündung der Prostata (sog. chronisches Beckenschmerzsyndrom oder englisch chronic pelvic pain syndrome).
Symptome
Im Vordergrund stehen Beschwerden beim Wasserlösen (vermehrter Harndrang mit gehäuftem Wasserlösen, Brennen) und Schmerzen oder Spannungsgefühl im Unterbauch oder/und in der Dammgegend. Dazu können Störungen der Sexualfunktion auftreten mit Erektionsstörungen oder schmerzhafter Ejakulation.
Diagnose
Bei der körperlichen Untersuchung ist die Prostata meist druckschmerzhaft. Die Ultraschalluntersuchung dient der Beurteilung der Prostata (Grösse, evtl. Verkalkungen) und der Blase (insbesondere Frage nach Restharn). Wegweisend ist die sogenannte Dreigläserprobe, bei der Entzündungen in der Harnröhre, der Harnblase oder Prostata festgestellt werden können. Dabei erfolgt auch eine bakteriologische Untersuchung des Urins bzw. Prostatasekretes. In seltenen Fällen muss die Samenflüssigkeit (Ejakulat) auf das Vorliegen von Bakterien untersucht werden. Eine Harnstrahlmessung kann Hinweise auf eine Blasenentleerungsstörung geben. Allenfalls kann eine Blasenspiegelung weitere Klärung bringen.
Therapie
Je nach Art der Entzündung kommen verschiedene Behandlungen zum Einsatz. Nicht immer kann eine Heilung erzielt werden, die Beschwerden können aber meist gelindert werden. Antibiotika sind nur dann angezeigt, wenn eine bakterielle Infektion der Prostata vorliegt; die Dauer der Behandlung beträgt dann mindestens 4 Wochen. Ist die Entzündung nicht durch Bakterien verursacht, finden verschiedene Therapien -je nach Beschwerdebild bzw. Untersuchungsbefunden- Anwendung:
- Pflanzliche Präparate (sog. Phytotherapeutika)
- Entspannende Medikamente (sog. Alpha-Blocker) für die Prostata
- Entzündungshemmende Medikamente
- Warme Bäder
- Biofeedback
- Entspannungsübungen
- Meditation
- Akupunktur