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20 April 2007
Weil der bisherige Autor dieser Beiträge anderweitig stark engagiert ist, stammt dieser Beitrag von Heinrich Bührer
Der Winter 2006/07 war sehr warm. Nun blühen schon alle Bäume. Normalerweise hat das ein Abfolge: Erst kommt der Hasel, dann die Weiden, ... die Kirsche, Pflaume, Zwetschge, Birne, Apfel je nach Sorte früher oder später. Dieses Jahr fallen die Obst-Blütezeiten zusammen - und die Honig-Bienen sind noch nicht bereit. Die meisten Bienen sind noch am “einfliegen”. Sie üben ihre Muskeln in wenigen Metern Abstand und prägen sich das Flug-Loch ihres Volkes ein.
Die Honig eintragenden Bienen sind an einem Bienenstand ohnehin nur für einen aufmerksamen Beobachter sichtbar. Sie durchqueren die sich einfliegene Wolke auf geradem Weg, und wenn sie allzuviel Honig geladen haben, gibt’s eine recht unsanfte Landung knapp vor dem Flugloch (krabbeln mit Uebergewicht ist mühsam). Die Wächter-Bienen tolerieren das. Bei grosser Tracht sind die unsanften Landungen gut hörbar; etwa wie ein Platzregen.
Die Probleme mit dem Sterben der Völker sind immer noch unbekannt.
Inzwischen stellte sich heraus, dass dieses “Honigbienensterben” in der Schweiz nicht stattfand.
Pfäffikersee von Seegräben aus, am 14. April 2007
Kirschblüte am 15. April 2007
Der Chriesibaum gehört zu den wenigen Nutzpflanzen, die hier wirklich zuhause sind. (Im Gegensatz zu den Pfirsichen, Aprikosen etc.). Dazu gehörte eigentlich die Apis melifica var. nigra nigra, die Schweizer Rasse der Honigbienen (die “friedfertige, fleissige, Schwarze” mit dem Kubitalindex von 1) nur wo ist die geblieben?
Beim lateinischen Namen gibt’s die Streiterei, ob die Honig-Biene die Honig machende, oder nur die Honig tragende “melifera” ist. Linné hat sich seinerzeit auf “Honigmachend” korrigiert; weil aber Linnés “Honigtragende” Beschreibung älter ist, beharren einige Systematiker auf Linnés Lateinfehler.
Für solche, die es noch genauer wissen wollen:
Die Adern auf den Flügeln der Insekten entwickeln sich nicht zufällig. Sie sind so charakteristisch, dass Beschreibungen der Adern nicht nur Gattungs- oder Arttypisch sind. Sie eignen sich sogar um Rassen unterscheiden zu können. Eine Ader (gegen das hintere Ende des Flügels) wird Cubitus genannt. Die nächste Ader ist der Subcubitus. Diese beiden Adern sind durch Queradern vernetzt und bilden bei den meisten Honigbienen ein Rechteck. Der Cubitalindex ist das Verhältnis der Seitenlängen dieses Rechtecks (1 = Quadrat).
Es ist mit genügend Aufwand (und Abgeschiedenheit) möglich, das Äussere der Honigbiene wieder zurückzuzüchten. Mit den restlichen Eigenschaften happert es dann immer noch.
Übrigens ist vom Blüten-Nektar bis zum Honig ein weiter Weg. Dafür muss der Nektar einigemal durch die Bienen umgearbeitet werden.