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Jan / Feb 2019
Da der Reisebericht über meine Malediven-Reise ins Nord- und Süd-Ari-Atoll 122 Bilder umfasst, teile ich den Bericht in 4 Teile auf, in denen ich je zwei Inseln beschreibe.
Von Kambodscha kommend reiste ich nach Male, der Hauptstadt der Malediven. Genau genommen landete ich auf der nahen Insel Hulhule, auf der sich nur der Flughafen befindet. Seit August 2018 gibt es eine Strassenverbindung über die von China gebaute 2.1 km lange China-Malediven-Freundschaftsbrücke nach Male. Die Fähren zwischen dem Flughafen und Male sind weiterhin in Betrieb und erfreuen sich immer noch grosser Beliebtheit.
Dies ist mein vierter Besuch auf den Malediven. Meine letzte Reise in dieses Land liegt allerdings lange zurück, besuchte ich diese Inseln doch in den Jahren 1986, 1987 und 1988. Während meiner Studienzeit gab es einen wöchentlichen Flug Singapur-Male-Zürich, den ich drei Mal auf meiner Heimreise von Asien in die Schweiz nutzte. So konnte ich ohne zusätzliche Flugkosten jeweils eine Woche lang Resorts auf den Malediven kennen lernen. Dieses Bild ist von meiner Weltreise im Jahr 1988. Ich habe es von einem Diapositiv digitalisiert.
Dieses Malediven-Bild stammt von meiner Weltreise im Jahr 1988.
Bevor 2010 konnten Touristen nur Resort-Inseln besuchen. Auf diesen Inseln leben ausser den lokalen Angestellten keine Einheimische. 2010 erlaubte die Regierung die Eröffnung von Gästehäusern auf bewohnten Inseln, so dass mehr Einheimische vom Tourismus profitierten und die Reisenden das echte Leben auf den Malediven zu tieferen Kosten kennen lernen konnten. Da die Malediven ein islamisches Land sind, müssen die Touristen auf den lokalen Inseln auf Alkohol verzichten und Frauen dürfen den Strand in ihren Badekleidern nur in abgeschirmten Bereichen betreten, die ‚Bikini‘ Strände genannt werden.
Letztes Jahr kam ich in Sri Lanka mit einem Hotelangestellten in Kontakt, der längere Zeit auf lokalen Inseln auf den Malediven gearbeitet hatte. Er informierte mich über die Gesetzesänderung und empfahl das Reisen auf den lokalen Inseln sehr. Nach der Klärung einiger offener Punkte entschied ich mich für einen Besuch dieses Inselstaats. Für meine erste Reise auf den lokalen Inseln wählte ich die von Touristen häufig besuchten Nord und Süd Ari Atolle (auch Alif Alif und Alif Dhaal Atolle genannt). Das Zentrum des Tourismus auf den lokalen Inseln ist Maafushi im Süd-Male-Atoll. Diese Insel ist unterdessen für Backpackers so populär geworden, dass sie eher an eine überfüllte Insel in Thailand erinnert als an die Malediven. Daher besuchte ich diese Insel nicht. Auf den von mir besuchten Inseln war die Anzahl der Touristen überschaubar und der ‚Bikini‘-Strand nie überfüllt.
Der Abfall ist auf allen lokalen Inseln ein ungelöstes Problem, das mit wachsendem Touristenstrom noch zunehmen wird. Jede Insel hat eine Abfalldeponie, auf der teils ein Feuer glimmt. Geruchsemissionen auch am Strand sind daher möglich. Teils sammelt sich der Abfall an den Stränden. Auf diesen Inseln lernt man eben die echten Malediven mit ihren Problemen kennen. Der ‚Bikini‘-Strand war aber immer abfallfrei.
Male
Die Hauptstadt der Malediven ist bloss ein wenig mehr als 9 km2 gross und damit mit ihren über 130‘000 Einwohnern eine der dichtbesiedelsten Städte der Welt. Die Strassen sind eng, sodass nur Kleinwagen verkehren können. Unzählige Gassen durchziehen die Insel. Als Fussgänger wird man ständig von den vielen Motorradfahrern bedrängt, die sich durch die engen Gassen zwängen. Die einzige Sehenswürdigkeit ist der Fischmarkt, wo neben vielen anderen Meeresbewohnern auch über einen Meter grosse Thunfische angeboten werden. Ich blieb zwei Nächte in Male, um meine Reise vorzubereiten und eine SIM-Karte zu kaufen.
Auf Male gibt es sogar Hochhäuser
Der Fischmarkt
Der chinesische Einfluss auf diese strategisch wichtige Inselgruppe ist unverkennbar. Die Chinesen spendeten sogar Polizeiautos.
Rasdhoo Insel
Ab Male reiste ich mit einer lokalen Fähre für 1.5 US Dollar in gut 3 Stunden zur Insel Rasdhoo. Im Hausriff der Insel begegnete ich vielen verschiedenen Fisch-Spezies, darunter auch zwei Hai-Arten. Wie auf allen besuchten Inseln sind auch hier die meisten Korallen abgestorben. Das ausgeprägte El Nino-Wetterphänomen im Jahr 2016 führte zu erhöhten, für die Korallen tödlichen Wassertemperaturen.
Vom Ufer aus konnten Rochen beobachtet werden. In der Dämmerung flogen Flughunde von Baum zu Baum.
Ein Sailfin Tang
Putzerfische reinigen einen jungen Parrot-Fisch. Diese jungen Fische haben noch kein bestimmbares Geschlecht und sind oft rot und braun. Als erwachsene Fische sind sie grün und blau.
Ein Spotted Butterfly-Fisch
Ein Blacktip Reef-Hai
Ein Grey Reef-Hai
Ein Spitzkopfzackenbarsch (engl. Slender Grouper)
Dieser Bat-Fisch war mehr als einen halber Meter gross.
Ein erwachsener Parrot-Fisch
Eine ein paar Bootsminuten von Rasdhoo entfernte Sandbank war einen Besuch wert. Ein paar Sonnenschirme spendeten Schatten.
Glasklares Wasser
Auch unter Wasser hat die Sandbank einiges zu bieten.
Ein Goldfinger Dart
Ein Schwarm von Thin-lined Fusliers, auch Variable-lined Fusiliers genannt
Mein ‚Büro‘ auf Rasdhoo. Wie so oft lässt die Ergonomie zu wünschen übrig.
In der Nacht sind die Einsiedlerkrebse am Strand unterwegs.
Diese Ghost-Krebse sind auf jeder Insel nachts zu Tausenden unterwegs. Bei Gefahr vergraben sie sich im Sand oder flüchten ins Meer.
Die Abfalldeponie von Rasdhoo. Ähnliche Deponien gibt es auf allen lokalen Inseln.
Ukulhas
Die Insel Ukulhas liegt auf der Strecke zwischen Rasdhoo und Mathiveri. Ich ging hier nicht an Land.
Der Hafen von Ukulhas ist ein typischer Hafen in den Malediven.
Mit der lokalen Fähre reiste ich weiter zur Insel Mathiveri.