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Warum tue ich das?
Warum kämpfen Männer? Warum wollen man che von uns sich ins Gesicht schlagen lassen? Warum wollen andere uns dabei zusehen?
Was macht einen Mann zum Mann?
Als ich mit Testosteron-Spritzen anfing, war ich dreißig und wollte mich endlich schön finden. Mein Werden maß ich in erster Linie in ästhetischer Hinsicht: das T-Shirt, das mir jetzt passte, die Wölbung meines Bizepses, das Sprießen der Bartstoppeln. Ich liebte das Aussehen von Männern, ihren Geruch, die Körperhaltung. Ich liebte ihre Größe und Masse, ihre im Barbershop gestylten Bärte, den breitschultrigen Gang. Ich liebte die stille Effizienz der Herrentoiletten, die unsagbare körperliche Freude, neben meinem Bruder herzulaufen und unsere Schatten auf den Gebäuden zu sehen.
Ich liebte es, ein Mann zu sein, insofern ich es liebte, einen Körper zu haben. Ich hatte mir die Brüste entfernen lassen, ich stach mir jede Woche eine lange Nadel in den Oberschenkel, ich änderte meinen Namen und damit meinen Platz in der Welt das alles, damit ich mich nicht mehr unter tief in die Stirn gezogenen Baseball-Caps und Kompressionsshirts verstecken musste, sondern einfach mein T-Shirt ausziehen und mich in die Fluten stürzen konnte.
Meine ersten Freuden waren einfach, alltäglich mich nach dem Duschen abzutrocknen und im beschlagenen Spiegel meine flache Brust zu sehen; wie mir meine Sachen mit den breiteren Schultern und schmaleren Hüften auf einmal passten; die neuen Muskeln, durch die mein Gang breiter, meine Hände, Waden, mein Hals kräftiger wurden. Halbnackt im Badezimmer stehend berührte ich die Vertiefung zwischen meinen Bauchmuskeln und sah, dass der Typ im Spiegel dasselbe machte. Ich drehte mich und er drehte sich. Ich lächelte und er lächelte. Ich straffte die Schultern und er genauso.
Geschichten über trans Menschen, wenn wir sie überhaupt zu hören bekommen, enden oft mit einem solchen glänzenden Symbolismus, der zeigen soll, dass der betreffende Mann oder die Frau die Verwandlung geschafft, die große Aufgabe, endlich er oder sie selbst zu sein, bewältigt hat. Selbst wenn das ein schöner Gedanke und auch etwas Wahres dran ist, genau wie eine Schwangerschaft oder eine Nahtoderfahrung krasse Veränderungen mit sich bringen und unsere Tage und Erinnerungen und sogar die Zeit um das Ereignis herum neu sortieren können, endet meine Geschichte damit nicht. Nicht einmal annähernd.
Ich bin Anfänger, ein mit dreißig Jahren geborener Mann, in einem Körper, der etwas übers Menschsein zeigt, worüber selten nachgedacht wird. Laut Untersuchungen erfahren wir bereits in der frühesten Kindheit Geschlechterkonditionierung, so dass wir das Verhältnis von Angeborenem und Anerzogenem, von Biologie und Kultur, Anpassung und Selbstbehauptung nicht verstehen.
Dieses Buch ist ein Versuc