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Kontaktpersonen von Erkrankten oder positiv Getesteten müssen sich in Quarantäne begeben, damit sie nicht weitere Personen anstecken. Ebenso müssen Personen, die aus Risikogebieten einreisen, in Quarantäne.
Welche Folgen hat das für den Lohn?
Haben Personen, die wegen Kontakt mit Erkrankten / positiv Getesteten unter Quarantäne gestellt werden, Anspruch auf Lohnfortzahlung?
Wenn ein Betrieb aufgrund einer behördlichen Massnahme geschlossen wird und / oder die Mitarbeitenden unter Quarantäne gestellt werden, handelt es sich um eine unverschuldete Verhinderung an der Arbeit. Das gleiche gilt, wenn einzelne Personen oder Gruppen (zum Beispiel Lehrpersonen oder Kitamitarbeitende) aufgrund einer behördlichen Anweisung unter Quarantäne gestellt werden. Falls die Arbeit nicht im Home-Office erledigt werden kann, ist der Lohn trotzdem geschuldet. Die Betroffenen haben Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung ("Corona-Erwerbsersatz"). Diese Regelung gilt bis zum 30. Juni 2021.
Haben Personen Anspruch auf Lohn, wenn sie sich nach der Benachrichtigung durch die Corona-App freiwillig in Quarantäne begeben?
Nein. Bei einer freiwilligen Quarantäne gibt es kein Anrecht auf Lohnfortzahlung. Die Lohnfortzahlung ist dagegen gewährleistet, wenn die Quarantäne von einem Arzt/ einer Ärztin (Arztzeugnis) oder durch die kantonalen Behörden angeordnet worden ist. Im Falle der Quarantäne beim klassischen Contact Tracing ist hierzu eine Anordnung der kantonalen Behörden notwendig.
Und bei einer COVID-Erkrankung?
Wer positiv getestet ist, wird vom Arzt oder behördlich unter Quarantäne gestellt. Falls die Arbeit nicht im Home-Office erledigt werden kann, wird der Lohn über den Corona-Erwerbsersatz fortgezahlt. Wenn Sie an Covid-19 erkranken, gelten die normalen Bestimmungen für Lohnfortzahlung bei Krankheit gemäss Arbeitsvertrag.
Haben Personen, die Ferien in einem Risikogebiet machen und unter Quarantäne gestellt werden, Anspruch auf Lohn oder Lohnersatz («Corona-Erwerbsersatz»)?
Wer seine Arbeit während der Quarantäne im Home-Office erledigen kann, hat auch Anspruch auf seinen Lohn. Wenn Home-Office nicht möglich ist, entfällt auch der Lohnanspruch, und es gibt auch keinen Lohnersatz.
Wer allerdings vom Arbeitgeber in ein Risikogebiet geschickt wurde, hat auch Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324 OR, da es sich dann um eine unverschuldete Arbeitsverhinderung handelt.
Auch wer aus einem Gebiet kommt, das bei seiner Abreise noch als risikoarm galt, ist nicht Schuld an der Arbeitsverhinderung und hat daher Anspruch auf Lohnfortzahlung gemäss seinem Arbeitsvertrag (soweit ihm nicht aus anderen Gründen ein Verschulden zur Last gelegt werden kann).