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Die Cheerstrasse verbindet das Quartier Littau Dorf mit dem Littauerboden. Um den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit zu verbessern, wird eine Umfahrungsstrasse realisiert. Ein neuer Bushub soll eine optimale betriebliche Abwicklung des Busverkehrs gewährleisten. Der Baustart ist im Herbst 2020 geplant.
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Ausgangslage: Unfälle, Staus und Verkehrsbehinderungen
Die Verbindungsstrasse zwischen Littau Dorf und Littauerboden hiess bis ins Jahr 2010 „Bahnhofstrasse“. Aufgrund der Fusion zwischen der Gemeinde Littau und der Stadt Luzern wurde sie neu in „Cheerstrasse“ umbenannt. Die Strasse führt beim Bahnhof Littau über einen Barriere-gesteuerten Bahnübergang der Strecke Luzern–Wolhusen. Diese „Barrieresituation“ und die Einmündung der damaligen Bahnhofstrasse in die Thorenbergstrasse führten bereits vor 2009 häufig zu Unfällen, Staus und Verkehrsbehinderungen. Die Situation verschärfte sich insbesondere durch das laufend verbesserte Fahrplanangebot der SBB und die damit verbundene Taktverdichtung bzw. die zunehmenden Schliessungszeiten des Bahnübergangs.
Projekt "Erweiterung Cheerstrasse": Der Werdegang
Zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Verkehrssicherheit plante die ehemalige Gemeinde Littau eine neue Linienführung für die damalige Bahnhofstrasse. Die Unterbrechung des Bahnbetriebs aufgrund der Renovation des Zimmereggtunnels bot die Gelegenheit, im Hinblick auf eine künftige Erschliessungs- und Verbindungsstrasse eine erste Etappe in Form einer Unterführung der Bahngleise zirka 400 Meter nordöstlich vom Bahnhof Littau entfernt zu realisieren. Die Umsetzung der Unterführung «Ober Bodenhof» erfolgte im Sommer 2005.
Ausgehend von dieser ersten Etappe wurden in den Jahren 2006 / 2007 im Rahmen von Vorstudien diverse Varianten geprüft, wie die Linienführung der künftigen Erschliessungs- und Verbindungsstrasse (= Umfahrungsstrasse) aussehen könnte. Als Bestvariante ging das Projekt „Cheerstrasse 2009“ hervor. Die Stimmbevölkerung von Littau bewilligte am 27. September 2009 den Projektierungs- und Baukredit für die als Bestvariante ausgezeichnete „Erschliessungs- und Verbindungsstrasse, Kreisel Bodenhof bis Bahnhof Littau“ in der Höhe von 13,8 Mio. Franken. Zum damaligen Zeitpunkt war die Fusion der Gemeinde Littau mit der Stadt Luzern bereits beschlossen.
Mit der Fusion der Gemeinde Littau mit der Stadt Luzern per 1. Januar 2010 (Annahme der Stimmbevölkerung im Juni 2007) wurde die Realisierung des Projekts «Cheerstrasse 2009» von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt Luzern abhängig. In Abstimmung mit der langfristigen Finanzplanung und dahingehender Priorisierung wurde das Projekt in den vergangenen Jahren mehrmalig zurückgestellt. In den Jahren 2015 / 2016 wurde das Projekt neubeurteilt, wobei festgestellt wurde, dass sich die Rahmenbedingungen im Projektumfeld seit 2009 stark verändert haben.
Rahmenbedingungen
Die geplante Erschliessungs- und Verbindungsstrasse Cheerstrasse befindet sich im Gebiet Littauerboden. Bedingt durch diese Lage sind beim Projekt nicht nur die aktuellen Grundlagen, sondern auch das Entwicklungspotenzial für Wohnraum und Arbeitsplätze sowie insbesondere die im Gebiet geplanten Drittvorhaben wie der Bahnhofumbau SBB oder der Bushub als Rahmenbedingungen zu beachten und in die Beurteilung miteinzubeziehen. Zudem befinden sich der Bahnhof und das umliegende Gelände in einem hochwassergefährdeten Überflutungsgebiet.
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen zeigte sich, dass für eine Neuauflage des Projekts, neu als «Cheerstrasse 2016» oder «Erweiterung Cheerstrasse» bezeichnet, der Perimeter von 2009 erweitert werden muss. Konkret sollen aufgrund der neuen Erschliessungsstrasse der Knoten Bodenhof und der Abschnitt zwischen Knoten Bodenhof und dem ursprünglichen Projektperimeter ausgebaut, und mit flankierenden Massnahmen die untere Cheerstrasse aufgewertet werden. Die Stimmbevölkerung bewilligte an der Abstimmung vom 24. September 2017 einen Zusatzkredit von 4,8 Mio. Franken für die Realisierung des Projekts «Erweiterung Cheerstrasse». Der gesamte Kredit beträgt damit neu 18,6 Mio. Franken.
Projekt "Erweiterung Cheerstrasse": Die Massnahmen und Ziele
Das Projekt «Erweiterung Cheerstrasse» gliedert sich in insgesamt neun Teilprojekte. Die neun Teilprojekte (TP) werden auf der nachfolgenden Abbildung aufgezeigt und weiter unten einzeln beschrieben.
Teilprojekt 1: Projekt Cheerstrasse 2009
Das von den Littauer Stimmberechtigten 2009 beschlossene Projekt sieht vor, dass die vom Littau Dorf kommende Strasse nicht mehr die Gleise kreuzt, sondern rund 400 Meter nordöstlich vom Bahnhof Littau weiter über eine Unterführung zum Kreisel Bodenhof und von dort auf die Thorenbergstrasse führt. Die dafür notwendige Bahnunterführung wurde im Sommer 2005 realisiert.
Teilprojekt 2: Knoten Bodenhof
Der bestehende Knoten Bodenhof befindet sich an der Kantonsstrasse K 10, zwischen Malters und dem Seetalplatz auf der Höhe des Baufachmarktes Hornbach. Er ist als einstreifige Kreisverkehrsanlage mit einstreifigen Zufahrten angelegt. Der Kreiseldurchmesser beträgt 30 Meter. In allen Knotenzufahrten befinden sich Fussgängerübergänge, welche die beidseitig der Strasse verlaufenden Trottoirs verbinden. Die Thorenbergstrasse ist zudem beidseitig mit Radstreifen ausgerüstet.
Mit der Umlegung der Cheerstrasse und Anbindung an den Knoten Bodenhof verändern sich die Verkehrsverhältnisse am Knoten Bodenhof grundlegend und es werden Massnahmen zur Leistungssteigerung notwendig. In einer ersten Analyse des Projekts im Jahr 2015 stand für den Knoten Bodenhof ein Neu- und Ausbau des gesamten Kreisels im Vordergrund. Dies insbesondere auch aufgrund der Annahme, dass der Kreisel ohnehin saniert werden müsse. Da seitens des Kantons keine Sanierung vorgesehen ist, wurde im Rahmen des Statusberichts 2016 als kostengünstigere Alternative eine zweispurige Knotenzufahrt aus Richtung Malters sowie eine zweispurige Knotenausfahrt Richtung neue Cheerstrasse vorgeschlagen. Mit dieser „Bypass-ähnlichen“ Verkehrsführung kann die aus heutiger Sicht erforderliche Leistungssteigerung im Knoten Bodenhof erzielt werden. Diese vorgeschlagene Massnahme muss auf Basis der heutigen Verkehrsbelastung mittels Leistungsfähigkeitsnachweis (z. B. Mikrosimulation) nochmals überprüft und vertieft analysiert werden.
Teilprojekt 3: Abschnitt Knoten Bodenhof – Projekt Cheerstrasse 2009
Der Perimeter im Projekt „Cheerstrasse 2009“ schliesst nicht direkt an den Kreisel Bodenhof an, sondern endet an der Bodenhofstrasse. Aufgrund der im Teilprojekt 2 beschriebenen Massnahme des Bypasses am Knoten Bodenhof muss der entsprechende Abschnitt zwischen der Bodenhofstrasse und dem Kreisel angepasst werden. In erster Linie geht es dabei um die Verkehrsführung für den Fuss- und Veloverkehr. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft die Buslinie aus Richtung Seetalplatz kommend den Bahnhof Littau via neue Cheerstrasse anfahren wird. Aus diesem Grund ist eine Verschiebung des Standorts der Haltestellen Säntihof im Teilprojekt berücksichtigt.
Teilprojekt 4: Bahnübergang
Mit der Realisierung der Umfahrungsstrasse ist der Bahnübergang beim Bahnhof Littau künftig nur noch für den Fuss- und Veloverkehr zugelassen. An den Bahnschranken sind bauliche Anpassungen an die neue Verkehrsführung notwendig.
Teilprojekt 5: Flankierende Massnahmen Cheerstrasse
Der Abschnitt Thorenbergstrasse bis zum Bahnübergang der SBB bzw. zu den SBB-Gleisen dient nach Inbetriebnahme der neuen Cheerstrasse ausschliesslich der Quartiererschliessung. Um den Strassenabschnitt entsprechend aufzuwerten und dem angestrebten Quartiercharakter gerecht zu werden, sind Massnahmen zur baulichen Umgestaltung in eine „Tempo-30-Zone“ und die Reduktion der Fahrbahnbreite vorgesehen. Heute gilt an der unteren Cheerstrasse die Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h. Im Rahmen eines Lärmsanierungsprojekts wird im Jahr 2018 die Geschwindigkeit auf diesem Strassenabschnitt auf Tempo 30 reduziert. Die im Projekt „Cheerstrasse 2016“ enthaltenen flankierenden Massnahmen werden ergänzend vorgenommen, um die möglicherweise bereits auf einfache Weise vorgenommene Temporeduktion auch gestalterisch adäquat umzusetzen.
Teilprojekt 6: T-Knoten Thorenbergstrasse
Beim T-Knotenbereich Thorenberg- / Cheerstrasse handelt es sich um einen Unfallschwerpunkt. Mit der Umsetzung des Projekts «Erweiterung Cheerstrasse» wird der Knoten stark entlastet, wodurch mögliche Unfallursachen wie Rückstau aufgrund der geschlossenen Bahnschranke sowie hohe Verkehrsbelastungen reduziert werden können. Kleinere gestalterische Anpassungen tragen weiter zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei.
Teilprojekt 7: Bushub
Zwischen der Perronanlage SBB und der neuen Cheerstrasse soll für eine betrieblich optimale Abwicklung des Busverkehrs ein Bushub realisiert werden. Dazu wird u. a. das alte Bahnhofsgebäude mit dem Güterschuppen der SBB abgerissen. Der Bushub dient als Endhaltestelle für die bestehenden Buslinien 40 und 41 sowie der zukünftig zum Bahnhof Littau verlängerten Linie 18 (geplant ab Fahrplanwechsel im Dezember 2019). Der Gestaltung des öffentlichen Raums ist im Bereich des Bushubs zwischen dem SBB Perron und dem bestehenden Gewerbebau mit entsprechender Ausstattung (gedeckter Personenunterstand, öffentliches WC) sowie einem der Situation angepassten Betriebskonzept und Geschwindigkeitsregime besondere Beachtung zu schenken.
Teilprojekt 8: Kanalisation
Gemeinsam mit der Realisierung der baulichen Massnahmen des Projekts «Erweiterung Cheerstrasse» werden die Meteorwasser- und Mischwasserleitungen im Bereich der Strassenführung im Gebiet Ober Bodenhof umgelegt.
Teilprojekt 9: Sanierung Unterführung «Ober Bodenhof»
Die Bahnunterführung «Ober Bodenhof» wurde 2005 als Vorleistung des Projekts «Cheerstrasse 2009» erstellt und existiert seither als ungenutzte «Geisterunterführung». Eine im Mai 2018 durchgeführt Untersuchung ergab, dass sich die Unterführung gesamthaft in einem guten Zustand befindet. Für die nachfolgenden Planungs- und Ausbauetappen muss eine visuelle Inspektion der Brückenfundation für die noch zu erstellende Grundwasserwanne berücksichtigt werden.
Projekt "Erweiterung Cheerstrasse": Die nächsten Schritte
Folgende Meilensteine sind im Rahmen der Projektbearbeitung zum heutigen Zeitpunkt vorgesehen. Terminliche Verschiebungen im Rahmen der Finanzierungs- und Bewilligungsverfahren sind nicht auszuschliessen.
|Phase||Teilphase||Termine|
|Projektierung||Offereingabe Generalplaner||06.06.2018|
|Vergabeentscheid Generalplaner||22.08.2018|
|Arbeitsbeginn Generalplaner||04.09.2018|
|Vorprojekt||Dezember 2018|
|Bauprojekt||August 2019|
|Öffentliche Auflage||November 2019|
|Ausschreibung||Ausführungsprojekt||April 2020|
|Submission Baumeister||Juni 2020|
|Vergabe||August 2020|
|Realisierung||AVOR Baumeister||Oktober 2020|
|Baubeginn||Herbst 2020|
|Bauende||2023 / 2024|
Für Fragen steht Ihnen der zuständige Projektleiter, Markus Sigrist (Tel. 041 208 86 88) gerne zur Verfügung.