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Soharatiya Tharu lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter im nepalesischen Kapilvastu. Vor über 40 Jahren, im Alter von 19 Jahren, bemerkte sie, dass ihre Füsse anfingen anzuschwellen. «Schon bald fiel es mir schwer, meine tägliche Hausarbeit zu erledigen und ich brauchte sogar Hilfe, um auf die Toilette zu gehen», erzählt sie. Das Leben einer aktiven Person, die früher ihrem Mann bei der landwirtschaftlichen Arbeit geholfen hatte, war nun auf ihr Zimmer beschränkt. Sie schämte sich, aus dem Haus zu gehen. «Ich fühlte mich gedemütigt durch die Reaktionen der Nachbarn, wenn sie mich sahen. Ich wurde zu keiner Feier mehr in ihrem Haus eingeladen».
Und je weiter die Krankheit fortschritt, desto schlimmer wurde ihre Situation. Aufgrund der Schmerzen, der Behinderung und der sozialen Isolation durch die gut sichtbaren Schwellungen verlor sie allmählich die Hoffnung. Dann startete FAIRMED in der Region ein Projekt und die FAIRMED-Gesundheitshelferin Sumitra Bhattarai wurde auf Soharatiya aufmerksam. Als sie Sohoratiya traf, bat sie sie der neu gegründeten lokalen Selbsthilfegruppe für Betroffene von vernachlässigten Tropenkrankheiten und Menschen mit Behinderungen beizutreten. Hier erhielt Soharatiya eine Schulung zur Selbsthilfe, in der sie Informationen über sanitäre Einrichtungen und Hygiene, Sauberkeit in der Umgebung, die Verwendung von Moskitonetzen sowie das Waschen der betroffenen Gliedmassen mit Wasser und Seife, das Abtrocknen mit weichen Baumwolltüchern und die regelmässige sportliche Betätigung erhielt.
«Ich lebe jetzt ein besseres Leben»
Und schon nach kurzer Zeit verbesserte sich ihr Zustand deutlich. Sie litt nicht mehr unter akuten Anfällen, und die Schwellungen in ihrem Bein gingen langsam zurück. Durch die Selbsthilfegruppe ist Soharatiya Tharu zudem zum Vorbild für andere Betroffene von Elephantiasis geworden und kann ihnen ihr Wissen weitergeben. Ausserdem unterstützt sie FAIRMED bei der Vorbereitung von Kampagnen zur Verteilung von Medikamenten, indem sie die Menschen in ihrer Gemeinde über die Folgen von Elephantiasis sensibilisiert und sie zur Einnahme der Medikamente ermutigt.
Soharatiya führt nun ein ein leichteres Leben als zuvor: «Der Beitritt zur Selbsthilfegruppe hat mir geholfen, mit meiner Krankheit umzugehen, und ich lebe jetzt ein besseres Leben. Ausserdem haben mich die Menschen in der Gemeinschaft mit meiner Krankheit akzeptiert und laden mich wieder zu ihren Festen und Feiern ein und beteiligen mich daran. Ich kann meinen Haushalt führen und, was noch wichtiger ist, ich kann meiner Familie bei der Landwirtschaft helfen», freut sich Soharatiya.
Darüber hinaus kann sie nun die Toilette ohne fremde Hilfe benutzen, da FAIRMED dazu beigetragen hat, ihre Toilette zu renovieren und durch den Bau einer Rampe und die Anbringung von Geländern zugänglicher für sie zu machen. «In meiner Toilette gab es keine Treppen oder Rampen. Es war sehr schwierig für mich, hineinzukommen. Aber jetzt ist meine Toilette renoviert worden. Ich kann problemlos in die Toilette steigen. Die Haltegriffe in der Toilette erleichtern mir das Sitzen und Stehen. Es ist für mich einfacher geworden, die Toilette zu benutzen, und ich bin sehr froh, dass ich von FAIRMED so gut betreut und unterstützt werde.»
FAIRMEDs Einsatz gegen Elephantiasis und für Frauen mit Behinderungen
Insgesamt konnte FAIRMED gemeinsam mit der nepalesischen Regierung bereits über 2,5 Millionen Menschen gegen Elephantiasis behandeln. Ausserdem setzen wir uns für Frauen mit Behinderungen in Nepal ein – unter anderem mit einer Sensibilisierungskampagne, in der 10 Frauen in Nepal erzählen, welche Hindernisse ihnen in ihrem Alltag begegnen. Möchtest du mehr darüber erfahren?