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DAPHNE – ein Stück Identität aus meiner zweiten Heimat, Griechenland
Daphne ist eine griechische Nymphe, aber auch das Wort für Lorbeer, dessen Duft ich liebe!
In der Mythologie gibt es eine wunderschöne Geschichte über das Schicksal von Daphne, sowie ein Stück Poesie aus Ovids Metamorphosen, die ihr hier nachlesen könnt:
Der Sonnengott, Apollon, macht die schmerzliche Erfahrung, dass auch mächtige Götter des Olypms wie er selbst, Niederlagen einstecken müssen.
Eines schönen Sommertages macht sich Apollon über den Liebesgott Eros lustig. Dieser rächt sich, indem er einen Liebespfeil mit einer goldenen Spitze auf Apoll schiesst, damit er sich unsterblich in Daphne verliebt.
Einen anderen Pfeil, mit Bleispitze, schiesst er auf Daphne, die gerade Blumen auf einer Wiese pflückt. Eros’ Bleipfeil bewirkt, dass die angebotene Liebe abgewiesen wird.
Von Apollon verfolgt, flieht Daphne zum Fluss hinunter und ruft ihren Vater, den Flussgott, um Hilfe. Er will seine Tochter vor dem liebestollen Verfolger schützen und verwandelt ihre Gestalt in einen Lorbeerbaum.
Ovid umschreibt in den Metamorphosen diese Verwandlung auf eine wunderschöne Weise:
«Hilf, Vater, sagt sie, «wenn ihr Flüsse göttliche Macht habt!
„Durch Verwandlung verdirb die Gestalt, mit der ich zu sehr gefiel!»
Kaum war die Bitte beendet, befällt schwere Taubheit die Glieder:
Die weichen Brüste werden von zarter Rinde umschlossen,
die Haare werden zu Laub, die Arme wachsen als Äste;
schon wird der flinke Fuss von trägen Wurzeln gehalten,
ein Wipfel verbirgt das Gesicht: Der Glanz allein bleibt ihr.
Apollon liebt sie gleichwohl. An den Stamm hält er die Rechte
und fühlt noch unter der neuen Rinde die zitternde Brust.
Die Zweige, wie Glieder, mit seinen Armen umschlingend
küsst er das Holz, doch das Holz weicht vor den Küssen zurück.
Vor Kummer bricht Apollon einige Lorbeerzweige ab, die er seither zur Erinnerung an Daphne um den Kopf gewunden trägt.