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Saane,
französisch
Sarine (Kt. Wallis,
Bern,
Waadt
und Freiburg).
Bedeutender linksseitiger Zufluss der
Aare, dessen Einzugsgebiet
das Bernische
Saanenland das Waadtländer
Pays d'Enhaut und den ganzen Kanton Freiburg,
mit Ausnahme der Bezirke
Veveyse und
Broye und eines
Teiles des Seebezirkes, umfasst. Von der Mündung der
Saane in die
Aare an verläuft die Wasserscheide zunächst über
Mühleberg
(585 m) und durch den grossen Heiternwald (656 m) bis zu den Höhen von
Neuenegg (656 m), um sich von
da nach O. zu wenden und dann den s. der Stadt
Bern gelegenen
Gurten (860 m) zu erreichen.
Von da zweigt sie nach SO. aus und folgt dem Kamm des Zangenberges, geht über Rüeggisberg bis zum Wurzen (1020 m), biegt dann nach SW. um und zieht über den Ober Gurnigel (1450 m) zum Seelibühl (1752 m). Von hier wendet sie sich direkt gegen S., geht zwischen dem Quellgebiet der Gürbe und des Rothenbaches durch und erreicht den Gantrisch (2177 m), von wo sie über den Bürglen (2167 m) und den Ochsen (2190 m) westwärts weiter zieht, dann neuerdings nach SW. ausbiegt und über die Scheibe (2152 m) die Mahre (2094 m) an der Freiburger Grenze erreicht.
Sie folgt nun dem Kamm Schafharnisch (2111 m)-Schwarzfluh (2100 m)-Kaiseregg (1867 m)-Schafberg (2102 m), springt wieder in den Kanton Bern über, geht über das Bäderhorn (2100 m) und durch den Ritzwald (1701 m), überschreitet den Jaunpass (1511 m), folgt dem Kamm der Oberegg (1711 m) und des Hundsrück (2047 m) und erreicht über den Gruben (1794 m) den Schneit (1967 m). Ueber die Hornfluh (1953 m) und den Amselgrat (1893 m) wendet sie sich dann gegen SO. und weiter über Wisstatthorn (2364 m), Taubenhorn (2168 m), Truttlisberg (2070 m), Ritliberg (2108 m) und Rothorn (2120 m) nach S., um am Schneidehorn die ¶
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Walliser Grenze zu erreichen. Von da an folgt sie dieser westwärts bis zum Arpelistock (3039 m), geht quer über den Sanetschpass zum Sanetschhorn (2946 m) und erreicht das Oldenhorn (3126 m), von wo sie nach N. umbiegt, den Col du Pillon (1559 m) überschreitet und über die Palette (2174 m), Tornettaz (2352 m), Grande Lioson (1448 m), den Mont d'Or (2178 m), Famelon (2141 m), Malatrait (1970 m), die Pointe d'Aveneyre (2030 m), die Rochers de Naye (2043 m) und die Dent de Merdasson (1861 m) zur Dent de Jaman (1879 m) sich wendet, um dann den Col de Jaman (1516 m) zu queren und über die Cape au Moine (1946 m), den Vanil des Arses (2009 m), die Dent de Lys (2015 m), den Teysachaux (1913 m) und den Niremont (1517 m) die Alpettes (1415 m) zu erreichen. Von hier steigt sie zum Mittelland hinab und geht über die Cailloudze (868 m) und den Crêt (927 m) bis nach Bionnens und Le Saulgy, von wo sie in nö. Richtung über die Monts de Lussy (811 m), Villarimboud, Lentigny, Prez, Noréaz, Nierlet, Grolley, Cutterwil, Wallenried, Courtaman, die Höhe über Klein Bösingen, Dicki, Wallenbuch, Ferenbalm und Gurbrü weiter zieht, um bei Wileroltigen wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Die in geographischen Lehrbüchern hie und da sich findende Behauptung, dass die Quelle der
Saane sich im Kanton Bern
befinde, ist
irrig. Sie entspringt vielmehr auf Walliser Boden, mehrere Kilometer von der Berner Grenze entfernt und nahe den Quellgebieten
der Rhonezuflüsse Lizerne und Morge, in 2250 m dem Glacier de Zanfleuron, einem weiten Eisfeld zwischen
dem Sanetschhorn, dem Oldenhorn, den Diablerets und der Tour de Saint Martin. Zunächst folgt sie nun der n. Abdachung des Sanetschpasses,
erhält eine Reihe von Nebenadern - rechts vom Arpelistock und links vom Gstellihorn her -, wendet sich am
Fuss des Schlauchhorns scharf nach W. und tritt erst bei den Hütten von La Bouterie (1856 m) auf Berner Boden über.
Von hier an stürzt sie sich mit einer fast ununterbrochenen Reihe von Kaskaden und Schnellen zwischen steilen Felswänden
zu Thal und erreicht so Gsteig (1182 m), das oberste Dorf im
Saanenthal, wo sie vom Spitzhorn her den Schreiendbach
und vom Oldenhorn den Reuschbach erhält, um dann bis Gstaad in n. Richtung das weidengrüne und mit zahlreichen Alphütten
übersäte
Saanenthal zu durchziehen. Von links erhält sie auf dieser Strecke den am Seeberghorn entspringenden Arnenbach
und den vom Wilenberghorn kommenden Fallbach, von
rechts bei Gstaad den am Wildhorn entspringenden Lauibach.
Nun umfliesst die
Saane in nw. Richtung die Ausläufer der Gummfluh und erreicht Saanen (1014 m), wo sie von links her den
an der Gummfluh entspringenden Kalberhöhnibach aufnimmt. Von Saanen wendet sie sich gegen WSW., tritt beim Vanel, 4 km von
Saanen entfernt, nahe Rougemont in die Waadt
ein, durchfliesst über Rougemont, Château d'Œx und Rossinière das schöne Thal des
Pays d'Enhaut und erhält auf dieser Strecke von rechts bei Rougemont den an der Dent de Ruth entspringenden Ruisseau des Fenils
oder Grischbach, und dann den von der Dent de Combettaz kommenden Ruisseau de la Manche und den bei Les
Morteys entspringenden Ruisseau de Vert Champ, sowie von links die den Rochers du Midi entspringende Gérine und die Tourneresse,
die vom Arnenhorn herabfliesst.
Von Rossinière an beginnt die
Saane nach N. umzubiegen; sie tritt zunächst in die zwischen der Dent de Corjon und
dem Mont Cullan eingeschnittene enge Schlucht von La Tine ein, erreicht dann bei Boveresse unterhalb La Tine in 813 m den Kanton Freiburg
und
nachher Montbovon, das erste Freiburger Dorf, wo sie von links den am N.-Hang der Tornettaz (Kanton Waadt)
entspringenden Hongrin aufnimmt.
Von hier an durchzieht die
Saane in nnö. Richtung den ganzen Kanton Freiburg,
nicht ohne zahlreiche Serpentinen und
Schlingen zu bilden. Zunächst durchfliesst sie das schöne und malerische, wiesengrüne und mit anmutigen Dörfern geschmückte
obere Greierzerland, wo sich von rechts bei Grandvillard die Taounaz und von links bei den Dörfern gleichen Namens die Albeuve
und die Neirivue mit ihr vereinigen; dann erhält sie im flacheren untern Greierzerland rechts den am O.-Hang der Wandfluh entspringenden
Jaunbach (La Jogne) und nahe Pont la Ville die vom Cousimbert (Käsenberg) kommende Serbache, und links gegenüber Broc die vom
N.-Hang des Moléson kommende Trême und unterhalb Gumefens die an den Alpettes entspringende Sionge.
Sie verlässt dann die letzten Ausläufer des Mont Gibloux und entwässert nun den
Saanebezirk, wo sie von rechts bei Marly
den am W.-Hang der Berra entspringenden Aergerenbach (La Gérine) und in Freiburg
den aus der Gegend von Neuhaus kommenden Galterenbach
(Gotteron), sowie von links unterhalb Villars und nahe Freiburg
die aus der Gegend von Vauderens kommende Grande Glâne
und in Pensier die Sonnaz aus dem Seedorfsee erhält. Von Pensier an bildet die
Saane die Grenze zwischen dem
¶
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Seebezirk und dem Sensebezirk, worauf sie oberhalb Laupen neuerdings Berner Boden betritt und unterhalb Laupen von rechts die
Sense aufnimmt, die vom Gantrist und aus dem Schwarzsee herkommt. Von Laupen an fliesst sie direkt nach N., bis sie unweit Wileroltigen
in 463 m von links in die Aare mündet. Alle Krümmungen mit eingerechnet, hat die
Saane eine gesamte
Lauflänge von 119,5 km, von denen auf den Kanton Wallis
6 km, auf Bern
(
Saanenthal 18,5 km und Laupen-Wileroltigen 9 km) 27,5 km, auf die
Waadt
16 km und auf Freiburg
70 km entfallen.
Das mittlere Gefälle beträgt 1,5%. Die einzelnen Abschnitte des Flusslaufes haben natürlich verschiedenes Gefälle, so die Laufstrecke im Wallis 6,57%, die Strecke von der Kantonsgrenze Wallis-Bern bis Gsteig 22,5%, der Abschnitt im Saanenthal bis zur Waadtländer Grenze 1,02%, im Pays d'Enhaut bis zur Freiburger Grenze 1,25%, im Kanton Freiburg bis zur Sensemündung unterhalb Laupen 0,471% und von Laupen bis zur eigenen Mündung 0,25%. Das gesamte Einzugsgebiet misst etwa 3060 km2, d. h. 17,4% desjenigen der Aare. Im Allgemeinen hat also die Saane, ihren Gefällsverhältnissen entsprechend, nicht den Charakter eines Wildwassers.
Auf gewissen Strecken, wie z. B. im Saanenthal, sowie z. T. im Pays d'Enhaut und dem obern Greierz und dann wieder im Mündungslauf, fliesst sie zwischen flachen Ufern sanft dahin. Einen ungestümen Charakter verleihen ihr im Mittellauf die zahlreichen Serpentinen und Schlingen mit ihren oft recht gefährlichen Wasserstrudeln. Immerhin haben die Saane und ihre Zuflüsse an verschiedenen Stellen Schutzbauten notwendig gemacht. Solche sind besonders in grösserem Umfang oberhalb Saanen auf Berner Boden ausgeführt worden, wo man auch den Tscherzisbach, Kalberhöhnibach, Turbach, Kauflisbach etc. verbaut hat.
Schutzbauten finden sich ferner im Greierzerland bei Albeuve und bei Greierz, sowie endlich im Unterlauf von Dicki (oberhalb Laupen) bis zur Aare, wo der Fluss zum grossen Teil eingedeicht worden ist. Die Deiche sind hier 2,3 m hoch und stehen 42 m voneinander ab, während in verschiedenem Abstand dahinter für die grössten Hochwasser noch je eine Reihe von höhern Dämmen sich hinzieht. Das Minimalgefälle beträgt auf dieser Strecke (deren Verbauung 950000 Fr. gekostet hat) 0,22%. In geologischer Hinsicht kann der Lauf der Saane von seinem Eintritt in den Kanton Freiburg an in drei Abschnitte eingeteilt werden: Kalkboden von La Tine (Montbovon) bis Greierz, Flysch von Greierz bis Thusy und Molasse von da bis zur Mündung.
Ueber den Steilufern der Saane standen einst zahlreiche, fast uneinnehmbare feste Burgen, von denen sich die einen verhältnismässig gut erhalten haben, während andere heute blosse Trümmerhaufen bilden oder auch ganz verschwunden sind. Solche alte Burgen sind z. B. diejenigen von Greierz, Corbières, Éverdes, La Roche, Illens, Arconciel, Glâne, Freiburg, Hackenberg und Vivy. Schiffbar ist die Saane im allgemeinen nicht, doch pflegten einst die Gerber und Lederhändler von Freiburg sich zu Schiff nach den Zurzachermessen zu begeben.
Bis etwa 1872 bediente man sich des Flusses auch zum Transport von Zimmer- und Brennholz, das zu Flössen verbunden wurde. Da aber diese Flosstransporte zu zahlreichen Unfällen Veranlassung gaben, lässt man heute blos noch wenig Brennholz auf dem Fluss schwimmen und auch dies nur an denjenigen Stellen, wo die Beförderung auf Wagen nicht möglich ist. Der oft tief in die Molasse eingeschnittene und zahlreiche, sich stets noch vertiefende grosse und kleine Schlingen bildende Saanelauf, sowie die beträchtlichen und häufigen Schwankungen im Wasserstand sind die Ursache, dass der Fluss weder als Handelsweg noch als bedeutender Faktor in der Entwicklung der industriellen Tätigkeit, besonders der Kleinindustrie, eine Rolle gespielt hat. Wohl aber hat man seit 1870 an seinen Ufern eine Reihe von wichtigen Wasser- und Elektrizitätswerken angelegt, die seine Wasserkraft ausbeuten. Es sind dies die Werke in der Magerau (Maigrauge) bei Freiburg (1872), von Montbovon (1896) und - als grösstes - das von Thusy-Hauterive (1898-1901). Das Werk in der Magerau liefert der Stadt Freiburg ausser Licht und Kraft auch noch das Trinkwasser.
Während strengen Wintern friert die Saane häufig zu, worauf dann bei Tauwetter ein sehr interessanter Eisgang zu folgen pflegt. So hatte sich am oberhalb Laupen eine auf 400000 m3 geschätzte Eismasse aufgestaut, die sich in der Nacht vom 10. auf den 11. des gleichen Monates, ohne Störungen zu verursachen, auflöste. Die Saane und ihre Nebenflüsse enthalten etwa 20 Fischarten, von denen die Flussforellen der Wasserläufe im Bergland am geschätztesten sind. Lachse steigen im Fluss bis zum Staudamm in der Magerau hinauf. Man kennt die Wassermenge, die die Saane der Aare zuführt, noch nicht genau. Schätzungsweise lässt sich sagen, dass der Fluss im Minimum 7,5-10 m3, bei Niedrigwasserstand etwa 24 m3, bei Mittelwasserstand etwa 50 m3, bei gewöhnlichen Hochwassern etwa 250-300 m3 und bei ausserordentlichen Hochwassern bis auf 1000-1200 m3 Wasser in der Sekunde führt.
Die Saane wird von zahlreichen Brücken überschritten. Die bedeutendsten davon sind: a. gedeckte Holzbrücken. Pont de la Tine in der gleichnamigen Schlucht und am Eintritt des Flusses in den Kanton Freiburg, um 1578 erbaut;
die Brücke von Lessoc, 1666-1667 erbaut und 1889-1890 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt;
der «Pont qui brenle» unterhalb Estavannens (1572);
die Bernerbrücke in Freiburg, um 1655 neu gebaut und eingedeckt. b. Steinbrücken.
Die von Grandvillard (1641), von Broc (erbaut 1579, restauriert 1707, Eisenkonstruktion seit 1886), von Thusy (angeblich noch aus der Römerzeit stammend, aber wahrscheinlicher von den Herren von Pont en Ogoz erstellt; zum erstenmal 1490 repariert); Pont de Saint Jean ¶