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Die Südkaukasus-Republik Aserbaidschan hat das grosse Feuer unweit eines Erdgasfeldes im Kaspischen Meer mit einem Vulkanausbruch erklärt. Es habe sich um einen Schlammvulkan gehandelt, der Methan und andere brennbare Gase ausstosse, teilte das staatliche Öl- und Gasunternehmen Socar am Montag laut aserbaidschanischen Medien mit.
Die Explosion habe sich zehn Kilometer vom Umid-Gasfeld entfernt ereignet, welches sich 75 Kilometer von Baku entfernt befindet, wie Socar-Sprecher Ibrahim Ahmadoc sagte.
Die Behörden hatten zuvor Berichte über eine mögliche Explosion auf einer Offshore-Plattform dementiert und einen Unfall dort ausgeschlossen. In der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik ist es allerdings kaum möglich, Informationen unabhängig zu überprüfen.
Am späten Sonntagabend hatten Menschen Videos von riesigen Flammen vor der Küste Aserbaidschans veröffentlicht. Einige Medien hatten daraufhin berichtet, es könnte eine Explosion auf einer Offshore-Plattform gegeben haben.
Aserbaidschan veröffentlichte am Montag ein Video, auf dem der Schlammvulkan zu sehen sein soll. Laut Baku soll der Vulkan keine Bedrohung für die Gasfelder und Menschen in der Region darstellen.
Doch was ist dran an der Aussage, es sei ein Vulkanausbruch gewesen? Es könnte tatsächlich so gewesen sein, kommt der Schlammvulkan-Experte Mark Tingay von der Universität Adelaide in einem langen Twitter-Thread zum Schluss.
In Aserbaidschan gebe es Hunderte von Schlammvulkanen, schreibt Tingay. Der Australier veröffentlichte auf seinem Twitter-Kanal Aufnahmen von früheren Schlammvulkan-Eruptionen, die dem Feuer vom Sonntag sehr ähnlich sehen.
#MudVolcanoOfTheDay - today we have the most famous mud volcano in Azerbaijan, the Lokbatan mud volcano!— Mark Tingay (@CriticalStress_) September 8, 2019
We also have a special thread today! Because, today is my awesome sister's birthday, and I promised her an unusual special twitter present...
Video from @Orhan_1903_Bjk pic.twitter.com/SFa2AfUrcF
Wissenschaftler sind sich nicht sicher, was die Ursache für die Entzündung von Schlammvulkanen ist. Aber die wahrscheinlichste Theorie ist, dass die bei einer Explosion nach oben geschleuderten Felsbrocken und Steine gegeneinander stossen, wodurch Funken entstehen, die Gase entzünden.
Und Gas hat es in Aserbaidschan sehr viel. Wegen seiner Öl- und Gas-Reserven wird Aserbaidschan auch «Land des Feuers» genannt. Schon Marco Polo schrieb im 13. Jahrhundert über die Feuer, die wegen des Gases loderten.
Die Vulkan-Theorie scheint also plausibel. Dennoch bleiben Restzweifel, ob die aserbaidschanischen Behörden komplett transparent informiert haben. Schliesslich liegt das Land auf Platz 168 von 180 auf der Rangliste der Pressefreiheit. (cma/dpa/sda)