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Ergebnisse
Hier finden Sie ausgewählte Ergebnisse zum WiSel-Projekt sowie die vollständige Liste mit allen Publikationen und Vorträgen.
Allgemeinbildender oder beruflicher Weg: Wovon hängt der Ausbildungsentscheid am Ende der obligatorischen Schule in der Schweiz ab?
In Neuenschwander, Fräulin, Schumann und Jüttler (2018) wurde ausgehend vom Erwartungs-Wert-Modell der Frage nachgegangen, ob Leistungserwartungen von Eltern und Lehrpersonen sowie Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Mathematik in der Primarschule die Bildungsverläufe (Gymnasium vs. Berufsausbildung) beim Übertritt in die Sekundarstufe II erklären. Die Längsschnittstichprobe (N = 290) umfasste Daten aus dem 5. und 9. Schuljahr. Mittels stufenweisen logistischen Regressionsanalysen und Mediationsanalysen konnte gezeigt werden, dass sowohl die Leistungen der Schülerinnen und Schüler als auch die Leistungserwartungen der Eltern und Lehrpersonen in Deutsch und Mathematik die Bildungsentscheidung am Ende der obligatorischen Schulzeit vorhersagen. Der direkte Effekt der Leistungen wurde partiell durch die fachspezifischen Leistungserwartungen mediiert. Die Befunde wurden bezüglich der Rolle von Eltern- und Lehrererwartungen im frühen schulischen Kontext diskutiert und mit dem meritokratischen Anspruchsprinzip konfrontiert.
Jüttler, Schumann, Neuenschwander und Hofmann (2020) untersuchten die Rolle von beruflichen Interessen – unter Verwendung des sechsdimensionalen RIASEC-Interessensmodells – beim Übergangsprozess von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II. Geprüft wurde der Einfluss beruflicher Interessen auf den Entscheid zwischen Gymnasium, beruflicher Grundbildung mit Berufsmaturität und beruflicher Grundbildung ohne Berufsmaturität. Die Stichprobe bestand aus 609 Schülerinnen und Schülern am Ende der Sekundarstufe I. Multinominale logistischen Regressionsanalysen zeigten, dass sich alle sechs Dimensionen des RIASEC-Interessensmodells als signifikante Prädiktoren für die drei nachobligatorischen Bildungsgänge herausstellten, auch unter Kontrolle schulischer Variablen (z. B. Noten) und Variablen zur sozialen Herkunft. Während die handwerklich-technischen und erziehend-pflegenden Dimensionen positiv mit der Wahl einer beruflichen Grundbildung ohne Berufsmaturität zusammenhingen, sagten die künstlerisch-kreativen, forschend-untersuchenden und führend-verkaufenden Dimensionen den Entscheid für eine gymnasiale Ausbildung voraus. Die ordnend-verwaltende Dimension führte als einzige zur Wahl einer beruflichen Grundbildung mit Berufsmaturität. Die Ergebnisse wurden unter besonderer Berücksichtigung der Segregation zwischen eher praktischen und eher theoretischen Interessenstypen diskutiert.
Die Umsetzung des gewünschten Berufsfeldes in der beruflichen Grundbildung: Determinanten und Folgen für die Berufsberatung
In Neuenschwander, Hofmann, Jüttler und Schumann (2018) wurde untersucht, unter welchen Bedingungen sich das gewünschte Berufsfeld in der gewählten Lehrstelle zwei Jahre später realisiert und wie diese Realisierung vorhergesagt werden kann. Auf Basis des theoretischen Modells wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Berufe der Vorbilder und die gesammelten praktischen Erfahrungen aus Schnupperlehren und Praktika die Umsetzung des gewünschten Berufsfeldes in der beruflichen Grundbildung unabhängig von den beruflichen Interessen der Jugendlichen vorhersagen. Diese Hypothese wurde anhand einer Längsschnittstichprobe von 348 Schülerinnen und Schülern der siebten und neunten Klasse überprüft. Logistische Regressionsanalysen zeigten, dass das Berufsfeld der Vorbilder und die in Schnupperlehren und Praktika ausprobierten beruflichen Umwelten die Realisierung des gewünschten Berufsfeldes beeinflussten – unabhängig von den beruflichen Interessen der Jugendlichen. Die Studie führte zur Empfehlung, dass die Berufsberatung den Beruf der Vorbilder und dessen Übereinstimmung mit den beruflichen Interessen und beruflichen Wünschen der Jugendlichen zwingend mitberücksichtigen sollte. Darüber hinaus sollten Vorbilder, insbesondere Eltern, sich Gedanken darüber machen, wie ihre Ziele den Berufswahlprozess der Jugendlichen beeinflussen.