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Warum sterben in Ländern wie Australien, Neuseeland, Südkorea und eben auch Thailand so viele Menschen, die als „vollständig geimpft“ gegen COVID-19 eingestuft werden? TrialSite hat berichtet, dass in Australien trotz nahezu flächendeckender Impfung gegen SARS-CoV-2 in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 mehr als doppelt so viele Menschen an COVID-19 gestorben sind wie in den Jahren 2020 und 2021 zusammen. Das allein sollte schon eine große Berichterstattung in den Mainstream-Medien auslösen, aber die Reaktion: SCHWEIGEN. In Thailand hat sich der Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul bereit erklärt, eine Untersuchung in dieser ärgerlichen Angelegenheit einzuleiten. Trotz dreier Schüsse (Vollkurs und Boost) wurden in den letzten Monaten zahlreiche Todesfälle in Thailand gemeldet.
Nach Angaben des Gesundheitsministers hatten etwa 7 % der an COVID-19 Erkrankten drei Dosen erhalten und starben trotzdem. Bei denjenigen, die vier Impfungen erhalten haben, wurden dagegen keine Todesfälle gemeldet. Nach Angaben der Bangkok Post betrafen die meisten Todesfälle Menschen mit chronischen Krankheiten oder ältere Menschen, die für COVID-19 am anfälligsten sind. Die Daten deuten darauf hin, dass Thais der so genannten „608er-Gruppe“, also Menschen über 60 oder mit Begleiterkrankungen, nicht nur den vollständigen Impfstoff, sondern auch beide Auffrischungsdosen erhalten. Es stellt sich heraus, dass es falsch wäre, die vollständige Impfung mit zwei Dosen als voll geimpft zu bezeichnen – voll geimpft wären in Thailand zu diesem Zeitpunkt vier Dosen.
Das Land mit einer Bevölkerung von knapp 70 Millionen Einwohnern meldet fast 4,4 Millionen COVID-19-Fälle seit Beginn der Pandemie und knapp 30.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus.
COVID-19-Impfung in Thailand
Während etwa 74,6 % der thailändischen Bevölkerung zwei Impfdosen erhalten haben und damit in die Kategorie „vollständig geimpft“ fallen würden, deuten die Daten vor Ort darauf hin, dass dies einfach nicht der Fall ist. Nur etwa 38,8 % der Bevölkerung haben eine Auffrischungsimpfung erhalten.
Das südostasiatische Land erlebte Anfang 2022 bis April eine riesige Welle von Neuinfektionen, während die Fälle im Mai abebben. Die Zahl der Todesfälle stieg von Februar 2022 bis April deutlich an, traf aber vor allem ältere und gefährdete Menschen (z. B. Menschen mit Begleiterkrankungen usw.).
TrialSite berichtete von Anfang an über Probleme bei der Produktion von Impfstoffen in diesem südöstlichen Land. TrialSite bezeichnete die Situation als „königlichen Vetternkapitalismus“ und berichtete, dass ein Unternehmen im Besitz von König Vajiralongkorn, Siam Bioscience, einen Technologietransfer für die Produktion des Impfstoffs von AstraZeneca/Oxford erhielt, obwohl dieses Unternehmen kaum Erfahrung mit der Produktion von Impfstoffen hatte. In der Folge kam es zu Verzögerungen, die zu einer öffentlichen Entschuldigung der Regierung führten.
Andere Impfstoffe werden von Pfizer und Janssen sowie von Moderna und Sinopharm (China) verwendet.
Thailand importierte auch Impfstoffprodukte von Sinovac (China). Offenbar hat der thailändische Mischkonzern Charoen Pokphand im vergangenen Jahr in Sinovac investiert, wie thailändische Nachrichten berichten.
Darüber hinaus hat die thailändische Regierung in die Entwicklung eigener Impfstoffe wie „ChulaCov-19“ und NDV-HXP-S an der Mahidol-Universität investiert.
Aufgrund des Impfstoffdebakels mit Siam Bioscience musste Thailand in großem Umfang auf antivirale Mittel wie Favipiravir setzen, wie TrialSite im August letzten Jahres berichtete.
Pädiatrische Impfung
Über 54 % der Kinder im Schulalter (5-11 Jahre) haben eine Dosis erhalten, aber nur etwa 17 % haben zwei Dosen erhalten, berichtet Anutin. Der Covovax-Impfstoff aus Indien ist in Thailand für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Moderna ist trotz des Risikos einer Myokarditis auch für Kinder ab 6 Jahren zugelassen – in den nordischen Ländern wird der mRNA-basierte COVID-19-Impfstoff von Moderna nicht für Kinder unter 12 Jahren empfohlen.
Anhaltende Abhängigkeit von Favipiravir
TrialSite schrieb im August letzten Jahres, dass die Abhängigkeit Thailands von Favipiravir aufgrund der Debakel bei der Impfstoffproduktion und -einfuhr von größter Bedeutung ist. Laut dem jüngsten Eintrag in der Bangkok Post berichtet der Gesundheitsminister, dass die Government Pharmaceutical Organization (GPO) weiterhin damit wirbt, das ursprünglich in Japan entwickelte antivirale Produkt selbst herstellen zu können.
Den Medienberichten zufolge kostet das Medikament 13 Baht pro Pille (37 Cent pro Pille in USD) oder 600 Baht (17,23 Dollar) pro Kurs, weit weniger als die importierten Favipiravir-Pillen, die 8.000 Baht pro Kurs oder fast 230 Dollar in USD kosten.
Schwemme von Remdesivir
In der Zwischenzeit geht die Schwemme an westlichen Arzneimitteln weiter. Gilead kann Remdesivir in Thailand nicht verschenken, auch nicht während einer SARS-CoV-2-Welle. So ist der Preis für eine Spritze des Antivirusmittels von 1.200 Baht (34,46 USD) auf 200 Baht pro Spritze (5,74 USD) gestiegen. Molnupiravir ist schwer zu beschaffen, aber der Gesundheitsminister sagte, die thailändische Arzneimittelbehörde werde die Vorschriften lockern, um privaten Krankenhäusern den Kauf des Medikaments zu erleichtern. Zurzeit sind sie nur für Notfälle zugelassen. In Ländern wie Indien wird Molnupiravir nicht verwendet, was dort zu einem enormen Überangebot führt.