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Zum dritten Mal insgesamt und zum zweiten Mal innert wenigen Wochen krachen die beiden Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg ineinander. Dieses Mal ist der Deutsche schuld.
Bis zur letzten der 71 Runden sah es auf dem Red-Bull-Ring nach dem 24. Doppelsieg für Mercedes aus und damit der Egalisierung des Rekordes der Ferrari-Fahrer Michael Schumacher/Rubens Barrichello. Doch der in Führung liegende Rosberg und der dreifache Weltmeister Hamilton fuhren sich wie schon im GP von Spanien gegenseitig ins Auto. In Montmelo war eindeutig Hamilton der Schuldige gewesen, in Spielberg gehörte der «Schwarze Peter» dem Deutschen.
Da der 31-jährige Rosberg wegen überhitzter Bremsen früher bremsen musste, wollte der gleichaltrige Hamilton die Gelegenheit nutzen, aussen vorbeizukommen. Rosberg, der seinen dritten Sieg in Serie in der Steiermark verpasste, liess dies aber nicht zu und so kam es zum dritten internen Crash. Diesmal gipfelte das Manöver aber nicht in einem Doppel-Ausfall wie vor knapp zwei Monaten in Spanien und 2014 in Spa-Francorchamps.
Der aus der Pole-Position gestartete Hamilton, der an der Siegerehrung ausgepfiffen wurde, war sich überhaupt keiner Schuld bewusst: «Nico machte einen Fehler. Ich liess ihm allen Platz der Welt, aber er ist mir ins Auto gefahren.»
Rosbergs Aussage: «Trotz der überhitzten Bremsen war ich mir sicher, dass ich den Sieg ins Ziel retten kann.» Auch die Rennkommissäre untersuchten den Fall und entschieden nach mehr als dreistündigen Diskussionen, gegen Rosberg eine 10-Sekunden-Strafe, eine Verwarnung und zwei Strafpunkte im «Sündenregister» auszusprechen.
Rosberg fiel mit kaputtem Front aus den Podesträngen, sein nach der Strafe von 16 auf 26 Sekunden angewachsener Rückstand reichte aber trotzdem noch zum 4. Rang, vier Sekunden vor Daniel Ricciardo im Red Bull-Renault. Hamilton rettete mit dem weniger beschädigten Auto noch fünf Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen ins Ziel. Verstappen hatte in diesem Jahr als einziger neben den beiden Mercedes-Piloten einen GP (Spanien) gewonnen.
Mercedes-Aufsichtsrat und RTL-Experte Niki Lauda war über den neuerlichen Vorfall überhaupt nicht glücklich: «Auch wenn Nico seine Position verteidigen wollte, darf es nicht sein, dass es zu teaminternen Kollisionen kommt.» Er und Teamchef Toto Wolff würden bis zum nächsten Rennen in einer Woche in Silverstone ein ernsthaftes Wörtchen mit den beiden reden.