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Marco Solari, Vizepräsident der Ringier-Gruppe, soll neuer Präsident des internationalen Filmfestivals von Locarno werden. Der Festivalvorstand will dem Verwaltungsrat den Vorschlag am 12. September vorlegen.
Der Vorstand des Filmfestivals Locarno sei überzeugt, dass Solari die beste Person sei, um die Interessen des Festivals zu vertreten und die Projekte des verstorbenen Präsidenten Giuseppe Buffi weiterzuführen, heisst es in einem Communiqué vom Dienstag (29.08.).
Solari, Jahrgang 1944, hat Sozialwissenschaften studiert und war langjähriger Tessiner Verkehrsvereinsdirektor. Zudem war er 1991 Delegierter der Schweizer Regierung für die 700-Jahr-Feiern der Eidgenossenschaft und Verwaltungsratsdelegierter der Migros.
Keine Vorbehalte mehr
Vor einigen Wochen hatte Solari in Interviews noch erklärt, das Präsidium des Festivals sei mit seiner beruflichen Situation nicht kompatibel. Nach einem Gespräch mit seinem Arbeitgeber habe er die Vorbehalte aber klären können, sagte Solari am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er werde für dieses unbezahlte Amt freigestellt.
Seine Präsidentschaft im Verwaltungsrat der "2R Media AG", welche die Tessiner Sonntagszeitung "il caffè" herausgibt, werde er aber - im Falle einer Wahl am 12.September - aufgeben. Diese Funktion kostete Solari bereits die Präsidentschaft des kantonalen Verkehrsvereins (ETT).
Solari war im November 1998 von seinem Posten an der Spitze des ETT zurückgetreten, nachdem ihn die Tessiner Tagespresse wegen seiner Doppelrolle als Präsident der "caffè"-Verlagsgesellschaft und als Präsident des Tessiner Verkehrsvereins schwer angegriffen hatte. "caffè" gehört den beiden Verlagen Ringier und Rezzonico.
Das Filmfestival Locarno muss nicht nur einen neuen Präsidenten finden, sondern auch einen neuen Direktor. Marco Müller hatte am 12. August, dem letzten Tag der diesjährigen Ausgabe des Festivals, seinen Rücktritt erklärt. Festivalpräsident Giuseppe Buffi war zwei Wochen vor Festivalbeginn überraschend an Herzversagen gestorben.
swissinfo und Agenturen