Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03309.jsonl.gz/1457

Mit imposanten Eröffnungsmelodien aus dem Stück „Toward the Bright Future“ vom japanischen Komponisten Naoya Wada eröffnete die Musikgesellschaft Allmendingen/Thun das traditionelle Adventskonzert. Nachdem der Präsident die Gäste offiziell begrüsste, führte erstmalig Bernhard Rohrer die Zuhörerinnen und Zuhörer durch das Konzertprogramm. Besonders auffallend war der Weihnachtsbaum neben der Bühne, welcher das Bild einer liebevoll dekorierten Mehrzweckhalle abrundete.
Geografisch verweilte die MGA noch für ein weiteres Stück in Japan. „Song for Sakiko“ hiess das nächste Werk, welches der belgische Komponist Bert Appermont während seines Aufenthalts in Tokio komponierte. „Sakiko“ bedeutet sinngemäss übersetzt „Kinde der Blume“, was in der japanischen Sprache eine verträumte, poetische Stimmung beschreibt. Wer beim Lauschen der Melodien die Augen verschloss, fand sich auf einmal in einem japanischen Garten wieder. Gemeinsam mit den Melodien wurden auch die Blumen am Wegrand immer grösser und imposanter, je weiter man über den mit Kieselsteinen bedeckten Weg in den Garten hineinspazierte. Am Ende fand man sich auf einer Parkbank sitzend wieder, wo man beobachten konnte, wie die Wellen auf dem kleinen Teich langsam verschwinden – fast wie die Melodien aus den Instrumenten der Musizierenden ausklangen.
Ein weiterer Höhepunkt setzte Nadine Carrier mit ihrem Saxophon-Solo im Stück „Serenade for Saxophone“, welches vom tasmanischen Komponisten Trevor J. Ford geschrieben wurde.
Ein in der Geschichte der Blasmusik äusserst relevantes Werk ist die im Jahre 1878 durch Gustav Holst komponierte „First Suite in Es / op. 28“. Sie gilt bis heute als erstes weitläufig bekanntes Werk für Blasorchester-Besetzungen, wenn auch diese Besetzungsform zunächst von den sogenannt seriösen Komponisten ignoriert wurde. Die „First Suite in Es / op. 28“ gilt ausserdem als besonders ideenreich. Die MGA präsentierte alle drei Sätze; im ersten Satz war eine Bassmelodie mit 15 spielerisch-melodiösen Variationen zu hören, der zweite Satz war ein lockerleichtes Intermezzo und der dritte Satz ein fröhlicher Marsch mit Openair-Charakter.
Geschichtlich nicht minder interessant war das darauffolgende, von Jan de Haan arrangierte Stück „Consolation“. Das Stück ist zurückzuführen auf das Lied „Wer nur den Gott lässt walten“ (später Trostlied genannt) von Georg Neumark aus dem 17. Jahrhundert. Die Melodien aus diesem Lied wurden unter anderem von Johann Sebastian Bach zehn Mal in dessen Werken verwendet und sind heute aus Kirchenliedern sehr bekannt. Das Trostlied (engl. Consolation Song) verarbeitete Jan de Haan zu seinem Arrangement „Consolation“, dessen bekannte Melodie die MGA wunderbar vortrug.
Mit den Taktwechseln im ersten Teil aus „Aurora Borealis“ von Rossano Galante präsentierte die MGA dem Publikum die sich in ständiger Bewegung befindenden Nordlichter. Im zweiten, eher ruhigeren und lyrischen Teil des Stücks brachte die MGA die schöne und geheimnisvolle Seite der Nordlichter zum Ausdruck.
Mit der „Alpenländischen Weihnacht“ rundete die MGA das traditionelle Adventskonzert ab. Die Melodien aus fünf verschiedenen Weihnachtsliedern verbindet das Arrangement von Thomas Doss. Die MGA rief in uns mit diesen einfachen und zugleich wunderschönen Melodien den Zauber der Weihnacht aus den Kindheitstagen in Erinnerung. Genauso selbstverständlich wie diese Erinnerungen gehören auch die im Arrangement enthaltenen Weihnachtslieder wie z. B. „Stille Nacht, heilige Nacht“ zu den schönsten Weihnachtsliedern in unseren Längen- und Breitengraden.
Bernhard Rohrer