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Metzger (2010, 81f.) empfiehlt zur Prüfung Ihres Wissens nach jedem Leseabschnitt und nach jedem Lesekapitel folgende Strategien:
- Erzählen Sie das Gelesene in eigenen Worten halblaut nach. Orientieren Sie sich dabei an Ihren Notizen (Randnotizen im Lehrbuch, Notizen auf Folien, Mindmaps, Cluster usw.), die Sie während der Lektüre erstellt haben. Vielleicht können Sie das Gelernte auch einer Lernpartnerin erzählen, die Ihnen bei Unklarheiten gezielte Rückfragen stellt (siehe dazu auch die Teddybär-Methode).
- Versuchen Sie das Gelesene mit wenigen Kernstichwörtern auf das Wesentliche zusammenzufassen (Tipp: 7 – 10 Kernstichwörter/aussagekräftige Nomen/Hauptwörter haben sich dabei bewährt, da dieser Umfang vom Kurzzeitgedächtnis optimal aufgenommen werden kann!). Ihre Zusammenfassung sollte wenn immer möglich keine Aneinanderreihung von Sätzen sein, sondern eine eigene kreative Struktur aufweisen. Nach wie vor bewährt sich auch die Methode, dass Sie auf der Vorderseite einer Karteikarte eine Frage oder ein Kernstichwort notieren und auf der Rückseite die Kurzantwort verfassen (wiederum möglichst mit einer kreativen Struktur).
- Bearbeiten Sie Fragen und Aufgaben. Oftmals finden Sie in Lehrbüchern am Schluss eines Kapitels Kontrollfragen. Bearbeiten Sie diese je nach Umfang eines Kapitels nicht erst am Ende des jeweiligen Kapitels sondern bereits auch schon nach den ersten gelesenen Seiten, spätestens aber nach den ersten 30 Minuten Lernzeit. Kontrollieren Sie Ihre Antworten unmittelbar nach der Bearbeitung. Falls Ihnen Fehler unterlaufen, suchen Sie nach den Ursachen (nicht verstanden, falsch gelesen, zu ungenau beantwortet, keine Motivation um dranzubleiben usw.). So erhalten Sie ein rasches Feedback in Bezug auf Ihren Wissensstand und können rasch korrigierend eingreifen. Falls Sie Inhalte nicht verstehen, notieren Sie sich wenn immer möglich die entsprechende Verständnisfrage dazu und klären Sie diese so rasch als möglich (Fachliteratur, Internet, Mitstudierende, Dozierende usw.).
- Denken Sie auch immer daran, dass ein praktischer Bezug die beste Möglichkeit ist, sich theoretische Grundlagen vertieft anzueignen, diese wirklich zu durchdringen und zu verstehen. Suchen Sie nach solchen Alltagsbezügen (z.B. Firmenstrukturen einer Ihnen bekannten Firma analysieren, einen Experten aus dem Fachgebiet zur Praxisanwendung befragen, in Zeitungen bewusst auf Bezüge achten, im Internet breite Recherchen zu Praxisbezügen herstellen (Bildmaterial nicht vergessen!) usw.). Ihr theoretisches Wissen soll „Fleisch am Knochen“ bekommen!
- Am Schluss eines Lehrbuchkapitels finden Sie sehr oft Kurzzusammenfassungen. Diese sind oftmals hochkomplex verfasst, zeigen Ihnen jedoch sehr gut auf, ob Sie die Inhalte eines Kapitels schlussendlich auch mit Fachbegriffen und knappsten Formulierungen verstehen können. Diese Kurzzusammenfassungen sind als letzter Check für Ihr Verständnis auf hohem Niveau eine sehr gute Repetitions- und Automatisierungsmöglichkeit für Ihr differenziertes Wissen.
- Oftmals finden Sie in didaktisch gut aufgebauten Lehrbüchern sogenannte Kernwörter, Schlüsselwörter als Randnotizen oder als aufgelistete Sammlung am Ende eines Kapitels. Diese wichtigsten Kernbegriffe dienen Ihnen ebenfalls als gute Stützpfeiler, indem Sie überprüfen können, ob Sie diese Begriffe mit Wissen, Inhalten, Erklärungen füllen können. In Ihren eigenen erstellten Strukturen (Mindmaps, Cluster, Stichwortsammlungen usw.) sollten selbstverständlich vorwiegend diese Begrifflichkeiten als ganz wesentliche Wörter auftauchen.
- Beachten Sie auch die Wichtigkeit des Inhaltsverzeichnisses, eines etwaigen Glossars und eines Stichwortverzeichnisses/Sachregisters innerhalb eines Buches. Das Inhaltsverzeichnis kann Ihnen als gezielte Selbstkontrolle und kürzeste Zusammenfassung sehr gut helfen, um sich selber von der inhaltlichen Seite her zu überprüfen. Ein evtl. vorhandenes Glossar mit Begriffserklärungen, dient Ihnen sowohl während des Lernens als Verständnishilfe, wie auch bei einer Repetition, indem Sie sich mal intensiv durch den Fachbegriffsdschungel hangeln (Achtung anspruchsvoll!). Das Stichwortverzeichnis/Sachregister kann dabei ebenfalls gute Dienste leisten für eine Repetition, indem Sie mal nicht themenspezifisch sondern mehr einfach spielerisch von A-Z Begrifflichkeiten durchgehen und dabei Ihr Wissen aktivieren (als Selbstkontrolle zu zweit kann dies eine sehr interessante Übung sein!).