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Wasserhosen und viel Regen
Ein Ausläufer des Azorenhochs stiess heute Mittwoch weiter nach West- und zunehmend auch nach Mitteleuropa vor. Die Feuchtezufuhr aus Norden liess zwar nach, in der Ostschweiz gab es aber ganz lokal nochmals sehr viel Regen.
Neuschnee in den Alpen
Oberhalb von rund 1400 bis 1800 Metern fiel dieser in Form von Schnee. Am Morgen zeigten sich die Alpen somit im weissen Winterkleid. Die Schneemessung um 8 Uhr morgens ergab auf dem Säntis 13, auf dem Weissfluhjoch 22 cm Gesamtschnee. Auch auf der Melchsee-Frutt lagen am Morgen noch 15 bis 20 cm Schnee.
See-Effekt
Zu zwei interessanten Phänomenen führte diese Wetterlage am Bodensee.
Hier bildete sich in der Nacht eine Schauerzelle, die praktisch ortsfest bis am Mittag immer wieder regeneriert wurde und über dem See für sehr grosse Niederschlagsmengen sorgte.
Gemäss Radar müssten hier örtlich bis zu 170 mm Regen gefallen sein. Am Ufer, wo auch konventionelle Niederschlagsmessgeräte verfügbar sind, wurden immerhin noch gut 30 mm gemessen.
Der hier wirkende Prozess ist als sogenannter See-Effekt (oder „Lake Effect“) bekannt: Kühle und instabil geschichtete Luft strömt über die noch warme Seeoberfläche (15 bis 18 Grad Wassertemperatur). Dabei nimmt die Luft Wasserdampf auf und über dem See bildet sich eine Schauerzelle, die immer wieder regeneriert wird. Mit der Nordströmung gelangten die Ausläufer dieser Schauer dann Richtung Rheintal, der meiste Regen fiel aber noch über dem See.
Wasserhosen
Ebenfalls durch diese meteorologische Konstellation entstanden über dem Bodensee mehrere Wasserhosen.
Aus Westen erfolgte im Tagesverlauf aber eine Beruhigung und Abtrocknung der Luftmasse. Während es in der Westschweiz bereits meist sonnig war, blieb die Bewölkung im Osten aber noch länger zäh. Auch die Temperaturen spiegelten diesen Unterschied. Während es in der Westschweiz bis 17, im Wallis gar 19 Grad gab, musste man sich am Bodensee mit 13 Grad begnügen.
Sonniger Süden
Der Alpensüdhang profitierte im Schutz der Alpen vom Nordwind. Hier herrschte schönes und mit bis zu 23 Grad deutlich milderes Frühherbstwetter.