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Geschichtliches
Klöster sind seit ihrem Bestehen eigentliche Bildungsorte, in denen sich früher vorwiegend Knaben bilden konnten. Das entsprach dem damaligen Zeitgeist. Die Ausbildung umfasste Sprachen, Philosophie, Redekunst und Gesang.
Karl der Grosse befahl bereits im Jahre 787, in allen Klöstern und Kathedralen solche Schulen einzurichten. Vor allem die Reichsklöster kamen diesem Befehl nach. Die Verbindung von Kloster und Schule, von Mönchtum und Erziehung hat sich für die Kirche, für das Abendland und für die christliche Bevölkerung der ganzen Welt bis heute als sehr fruchtbar erwiesen.
Im Einsiedler Stift lebten immer Knaben in der Klostergemeinschaft, die bereits Mönche waren oder solche werden wollten. Spätestens aus der Zeit nach der Reformation weiss man, dass daneben auch rund 25 Schüler, die nicht Mönchs-Kandidaten waren, in den "klassischen Fächern" ausgebildet wurden. Die Buben vor dem Stimmbruch sangen im Chor die Sopran- und Altstimmen.
Die Stiftsschule Einsiedeln - Vergangenheit ...
Zur grossen Stiftsschule wuchs das Gymnasium, nach seiner Gründung von 1839, aber erst nach dem Sonderbundskrieg um 1848 und nach der Ausweisung der Jesuiten, als die Benediktiner und Kapuziner das Mittelschulwesen in der katholischen Schweiz weitgehend übernahmen und ausbauten. Das Internat bot nun Platz für hundert Studenten, dazu kamen externe Schüler.
Auf Ende des Schuljahres 2001/02 wurde das Internat der Stiftsschule Einsiedeln vorübergehend geschlossen, nachdem es in den Fünfziger- und Sechzigerjahren bis über dreihundert Schüler beherbergt hatte. Massgeblicher Grund für diesen Entscheid war die personelle Situation der Klostergemeinschaft und auch die veränderte Nachfrage nach Internatsplätzen. Mit dem Ausbau der regionalen und kantonalen Mittelschulen mit eidgenössisch anerkannter Matura ging die Zahl der internen Schüler in Einsiedeln kontinuierlich zurück.
... und Zukunft
Im Jahre 2006 wurde die Lage der gesamten Stiftsschule erneut überprüft. Das Resultat sprach eindeutig für die Weiterführung der Stiftsschule, wenn auch die lehrenden Mönche immer mehr ausbleiben. In der Bildungslandschaft hat eine Schule, die konsequent die humanistischen Ideale in moderner Form vertritt, gerade heute einen wichtigen Platz einzunehmen. Deshalb werden neu auch naturwissenschaftliche Fächer als Schwerpunktfächer angeboten.
Gleichzeitig wurde das Internat neu eröffnet und beschlossen, das Gymnasium als Tagesschule zu führen. Ein Schritt in die Zukunft ist getan.