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Auf die Frage, ob das IOC für das Verhalten bei den Sommerspielen 1968 jemals um Verzeihung gebeten habe, antwortete der 76 Jahre alte Afroamerikaner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur: «Nein. Das hat das IOC nicht gemacht.»
Smith hatte damals nach seinem Olympiasieg über 200 m auf dem Siegerpodest die rechte Faust in einem schwarzen Handschuh in den Nachthimmel gestreckt - das Zeichen der Black-Power-Bewegung. Er trug zudem keine Schuhe und nur schwarze Socken als Symbol der Armut. Bronzemedaillengewinner und Teamkollege John Carlos zeigte die gleiche Geste mit dem linken Arm. Die Fotos gingen um die Welt, und die Aktion wurde zu einem Meilenstein in der Bürgerrechtsbewegung.
Das IOC verurteilte das Verhalten als Missachtung seiner Charta und drohte der gesamten US-Mannschaft mit dem Ausschluss, wenn Smith und Carlos nicht umgehend nach Hause geschickt würden.
Smith würde sich auch heute noch über eine Entschuldigung und eine Anerkennung seines Handelns durch das IOC freuen. «Es ist nie zu spät für eine gute Tat. Nie», sagte er.
Smith freut sich über die knienden Profis in der Fussball-Bundesliga. «Das ist Veränderung», betonte der im dpa-Interview über die zunehmende Zahl von Sportlern und ganzen Mannschaften, die sich mit den Anti-Rassismus-Protesten in den USA solidarisieren. «Diese Athleten verändern etwas, indem sie sich zusammentun. Das sehen Leute und verstehen die Notwendigkeit für eine Veränderung. Ich unterstütze diese Sportler sehr.»