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Fieber und Schüttelfrost sind bekannte Symptome, wenn man sich zum Beispiel mit der Grippe ansteckt. Bei einigen Männern jedoch treten diese Symptome auch nach der Ejakulation auf. Grund dafür ist eine seltene Allergie.
Die Krankheit trägt den Namen POIS (Post-Orgasmic-Illnes-Syndrom), was so viel bedeutet wie «Krankheit nach dem Orgasmus». Entdeckt wurde das Syndrom erst über die vergangenen zwanzig Jahre, was daran liegt, dass es extrem selten auftritt und in vielen Fällen nicht als solches erkannt wird. Von einer Million Männern ist Schätzungen zufolge etwa einer betroffen.
Symptome dauern bis zu einer Woche
Betroffene leiden oft an Konzentrationsschwäche, Fieber und sind extrem müde. Aber auch Erschöpfungszustände können auftreten oder die Leidenden sind extrem reizbar. Die Symptome treten rund 30 bis 60 Minuten nach der Ejakulation auf und verschwinden zwei bis sieben Tage danach wieder. Anders als bei einer Grippe geht es den Betroffenen sofort wieder gut und nicht erst nach und nach.
Bei dem Syndrom spielt es auch keine Rolle, welche Art von Samenerguss der Mann erlebt, schreiben Forschende in einem Fallbericht. Also durch Masturbation, Geschlechtsverkehr oder durch einen feuchten Traum. Die Symptome treten bei 90 Prozent der Ejakulationen auf.
Ursachen noch nicht geklärt
Bei der Ursache des Syndroms gehen Forschende von zwei möglichen Szenarien aus:
Es könnte eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegen: Das heisst, dass das Immunsystem falsch programmiert ist. Bei dieser «Fehlprogrammierung» werden körpereigene Zellen vom Körper angegriffen. Das Sperma würde vom Körper als Bedrohung angesehen und der Körper versucht, diese Bedrohung abzustossen.
Körper reagiert allergisch: Eine allergische Reaktion des Körpers auf das eigene Sperma könnte auftreten, wenn es im Bereich der Hoden eine Verletzung gab, durch die Sperma in den Blutkreisläuf gelangen können. Dort würde das Sperma von den körpereigenen Zellen angegriffen.
Sperma gleich Pollen?
Obwohl noch kein spezifisches Heilmittel für diese Krankheit gefunden wurde, gelang es einem Ärzteteam in den USA, einen 27-jährigen Patienten zu behandeln. Der junge Mann klagte über Erkältungssymptome, sowie einen Ausschlag am Unterarm. Die Ärzte verabreichten ihm ein Antihistaminikum, das auch zur Behandlung von Heuschnupfen angewendet wird.
Also Pollen gleich Sperma? Wohl kaum. Ob eine Antihistamin-Behandlung auch anderen Patienten hilft, muss erst noch untersucht werden.
(roa)