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… der im September 2003 unseren Planeten viel zu früh wieder verlassen musste. Zurück blieb ein musikalisches Vermächtnis, das im Countrygenre seinesgleichen sucht. Klassiker wie Ring of Fire oder Walk The Line sind unvergesslich, unter letzterem Titel wurde 2005 gar eine Filmbiographie mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon über das Leben Cashs und dessen zweiter Frau June Carter. Ein Genie, das heute seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte…
Man in Black
Markantestes Markenzeichen des als J. R. Cash geborenenen Sängers war seine tiefe Bassbaritonstimme. Den Übernamen Man in Black hatte er seiner in den 1970er Jahren gefällten Entscheidung, ausschliesslich mit schwarzer Kleidung aufzutreten, zu verdanken. Insgesamt konnte Cash bisher 53 Millionen Tonträger verkaufen und wurde zu Lebzeiten mit 13 Grammys geehrt. Den Namen Johnny legte er sich anlässlich seines Eintritts in die US Air Force zu, da diese Initialen als Vornamen nicht akzeptierte. Im Alter von zehn Jahren kriegte klein Johnny seine erste Gitarre, in der Frühzeit seiner Karriere trat er unter anderem im Vorprogramme Elvis Presleys auf. 154 heiratete er seine erste Frau Vivien, mit der er drei Kinder zeugte. Doch sein schneller Karriereaufstieg belastete die Ehe einerseits, andererseits bekundete Cash Mühe, mit dem Konzertstress fertigzuwerden, so dass er eigenen Angaben öfters nach zu Alkohol und Amphetaminen griff. Bald begann er ein Nebenehenverhältnis mit June Carter, die ihm den Song Ring of Fire schrieb und darin die verbotene Liebe zwischen den beiden beschrieb. 1965 wurde er auf dem Flughafen von El Paso in Texas wegen Drogenschmuggels verhaftet, zudem liess er sich von Vivien scheiden.
Nach Selbstmordabsichten und Abmagerungen beging Cash einen Entzug, schliesslich konnte er 1968 June Carter heiraten.
Legendäre Gefängniskonzerte
In der Folgezeit gab Johnny Cash Konzerte in zwei Gefängnissen, deren Mitschnitte Kultstatus erreichten. Zunächst, noch vor der Hochzeit mit June Carter, trat er im Folsom State Prison in Kalifornien auf. Das Live-Album erreichte Platz 1 der Country-Charts. Etwa ein Jahr später wiederholte er das Kunststück in der ältesten kalifornischen Strafanstalt San Quentin, was ihm schliesslich internationale Berühmheit bescherte. 1969 machte Cash mit der The Johnny Cash Show auf ABC einen Abstecher ins Fernsehgewerbe. Bei der Sendung traten etliche Musikgrössen wie Bob Dylan oder Neil Young auf, so nutzte unter anderem Countrysänger und Schauspieler Kris Kristofferson das Format als Karrieresprungbrett. Als seine Popularität Mitte der 1970er-Jahre im Sinken war, versuchte er mit eher mässigem Erfolg es im Schauspielergewerbe, dafür konnte der Sänger von seiner Autobiografie Man in Black, das zudem auch der Titel seines letzten Nummer-1-Albums war, 1,3 Millionen Exemplare verkaufen.
Comeback mit American Recordings
Nachdem Cashs Stern in den Achtzigerjahren gesunken war, erlebte er ab 1994 mit der American Recordings-Serie ein furioses Comeback. Die Albenserie sollte einen neuen Cash-Sound produzieren, so interpretierte Cash einerseits bereits vorhandene Lieder auf seine Weise – er coverte unter anderem die Nine Inch Nails, andererseits spielte er gemeinsam mit Musikern wie Fleetwood Mac oder den Red Hot Chili Peppers. Zu Lebzeiten wurden vier solche American Recordings-Platten auf den Markt gebracht, zwei weitere folgten posthum, das letzte im Jahre 2010.
Der Tod eines genialen Künstlers
1997 wurde er bei einem Konzert in Michigan beinahe ohnmächtig, anfangs gab es Gerüchte, dass Cash am Parkinson-Syndrom leide. Später stellte sich heraus, dass er an einer Erkrankung des peripheren Nervensystems als Folge seiner Diabetes litt. Zudem wurde bei ihm Asthma diagnostiziert. 1999 trat er im Rahmen einem zu seinen Ehren veranstalteten Tribute-Konzert zum letzten Mal auf die grosse Bühne.
Am 15. Mai 2003 starb seine Ehefrau June Carter Cash. Im Rahmen ihrer Beerdigung sprach der bereits im Rollstuhl sitzende Johnny Cash, dass er ihren Willen befolgen wolle und deshalb wieder ins Studio gehen würde, um Musik zu machen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte der Countrysänger im Juli 2003, er starb am 12. September 2003 im Alter von 71 Jahren an Lungenversagen. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof Memorial Gardens in Hendersonville (Tennessee) neben seiner Frau June.
Nach seinem Tod, dem Ableben Bob Hopes 2003 und auch Steve Jobs im letzten Jahr kursierte ein englischsprachiges Zitat in der Online-Welt: 10 years ago we had Steve Jobs, Bob Hope and Johnny Cash. Now we have no Jobs, no Hope and no Cash.
Videos
Natürlich sollte Cash für kurze Zeit wieder lebendig gemacht werden, daher dürfen hier auch die obligaten Musikvideos nicht fehlen:
The Ring Of Fire während eines Cash-Konzertes in Montreux/VD
Während desselben Auftrittes entstand die folgende Aufnahme von I Walk The Line:
Ebenfalls Berühmtheit erlangte A Boy named Sue, hier anlässlich eines Konzerts im Tennessee State Penitentiary in Nashville.
Zusammen mit Bob Dylan nahm Cash zahlreiche Stücke auf, das wohl bekannteste ist Girl from the north country
Zudem gibt es Filmaufnahmen von seinem Auftritt im Folsom Prison, wie sie beispielsweise im Klanghotel auf SF zu sehen waren:
In der SF-Sendung Kulturplatz zeigte Cash Sohn John Carter Cash, wie er seinen Vater sah:
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