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Die De facto-Eingliederung von Schweden und Finnland in die Nato verleitet häufig zu Bemerkungen über die 1’300 Kilometer lange Grenze zwischen Finnland und dem seit dem Winter- und Nachfolgekrieg von Finnen „gesäuberten“ Karelien.
Dabei wird etwa auf die sehr modern ausgerüstete, finnische Artillerie verwiesen. Es erfolgen auch Hinweise auf die Verlegung gepanzerter Fahrzeuge und Mannschaften auf die schwedische Insel Gotland.
Auch in die drei baltischen Staaten werden zusätzliche schwere Waffen überführt. Auf russischer Seite haben die atomwaffentauglichen Raketen in Kaliningrad Aufmerksamkeit erzeugt. All dies ist terrestrisch.
Mich interessiert nun jedoch (auch) das bisher in der veröffentlichten Meinung vernachlässigte Maritime.
Es liegt einige Jahren zurück, als sich Schweden an mehrere unerbetene Besuche von russischen U-Booten gewöhnen musste, die sich teilweise den Küsten stark näherten.
Es sieht beinahe danach aus, als ob Schweden für die Verstärkung und Modernisierung seiner Marine schon vor Jahren einiges unternommen hätte.
Für die Seestreitkräfte Dänemarks, Schwedens, Finnlands und Deutschlands ändert sich einiges. Die Ostsee wird fortan von Nato-Staaten umrundet sein.
Und die baltische Flotte der Russen in Kaliningrad sieht sich bestimmt umzingelt. So wie sich Stalin von den Finnen bedroht fühlte?
Es war selbstverständlich ein Vorwand, so wie es jetzt auch Putin wieder versucht hat. Finnland reichte bis nahe an Sankt Petersburg heran. Der westliche Teil des Ladoga-Sees war finnisch.
Auch für die Barentssee dürften sich die Militärstrategen Gedanken machen. Zwar hat „nur“ Norwegen sowohl eine gemeinsame Grenze mit Russland als auch direkten Anstoss an die Barentssee.
Die Russen verfügen, unmittelbar an die Grenze bei Kirkenes, anschliessend über ein dichtes Netz von Marine-Stützpunkten auf der Halbinsel Kola, bis hin nach Murmansk.
Dort ist Russlands Nordflotte zu Hause (insbesondere in Seweromorsk). Schwedische und finnische Schiffe wird man wohl in der Barentssee nicht erblicken.
Aber den Norwegern und den dort regelmässig übenden Alliierten dürften schwedische und finnische Landstreitkräfte verstärkt die Rücken freihalten.
Wie es die Schweden im Zweiten Weltkrieg aus Neutralitätsgründen nicht getan haben beziehungsweise darauf verzichteten, die Wehrmacht anzugreifen.
Die Schwarzmeerflotte findet täglich Aufmerksamkeit. Kurz zwischendurch vernahmen wir auch etwas von der Kaspischen Flottille.
Es kann (leider) sein, dass wir in einigen Jahren von der grossen Pazifikflotte der Russen hören. Ihr Hauptstützpunkt ist Wladiwostok, und auch die Basis in Petropawlowsk auf Kamtschatka ist sehr gross.