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Die jungen Menschen, welche das Zürcher Seefeld bevölkern, kannten den Mann nicht mehr, der wenige hundert Meter entfernt sein Architekturbüro betrieb, die BKG Architekten. Dort entwarfen er und seine Partner meist Industrie- und Gewerbebauten, wie wir sie heute im Land zu Haufe haben.
Der gross gewachsene Mann lehnte sich im Stuhl gerne, gedankenvoll die Pfeife schmauchend, zurück. Sein Vater hatte als Tabakpflanzer in Indonesien ein Vermögen verdient, das er später zweckmässig in Schweizer Industriefirmen investierte.
Creed Kuenzle war ein Zürcher Grossbürger, dessen Tod auch ein Teil jenes Untergangs ist, den eine ganze Gesellschaftsgruppe jetzt angesichts der Globalisierung der Schweiz erleben muss. Den sozialen und geschäftlichen Aufstieg, den er erlebte, gestalteten jetzt andere.
Lange, fast eine Generation, führte er die Kaba Holding als VRP, wo er auch ein massgeblicher Aktionär war. Kürzlich wurde diese bekannte Schweizer Industriemarke mit der deutschen Dorma Gruppe vereinigt und niemand weiss recht, wer dort jetzt das Sagen hat.
Während Jahrzehnten setzte er sich auch für den Grasshoppers Club Zürich ein, der schon längst nicht mehr hoch fliegt, sondern nur knapp über den Fussballrasen hüpft. Deshalb wünschte er auch, nicht seiner zu gedenken, sondern für die Bootshausanlage des GCZ zu spenden.
Natürlich war er ein „Zoifter“, der Schiffleuten“ gehörte er 48 Jahre an.
Jetzt ist Creed Kuenzle, 85jährig, gestorben. Ich werde diesen freundlichen Herren in gutem Angedenken behalten. „Old Zurich School“, wie die Jungen sagen.