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An allen Militärstandorten auf der Krim weht seit Mittwoch die russische Flagge. Bei Zeremonien an insgesamt 193 Stützpunkten auf der Halbinsel war am Morgen die russische Marine-Flagge gehisst und die russische Nationalhymne gesungen worden.
Dies sagte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Mittwoch. Am Vorabend hatten russische Soldaten nach ukrainischen Angaben das letzte Schiff auf der Krim gestürmt, das noch unter der Kontrolle der ukrainischen Marine stand.
Russland hatte sich die ukrainische Teilrepublik Krim am Freitag ungeachtet internationaler Proteste einverleibt, nachdem sich die Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum mehrheitlich für die Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen hatte.
Russische Einheiten stürmten seither zahlreiche ukrainische Militärstützpunkte. Die ukrainische Übergangsführung in Kiew ordnete den vollständigen Abzug ihrer Truppen von der Krim an.
Nach Angaben von Gerassimow haben sich nur knapp 1500 ukrainische Soldaten, die auf der Krim stationiert waren, entschieden, ihren Dienst bei den ukrainischen Streitkräften fortzusetzen. Sie sollen nun mit der Bahn in die Ukraine gebracht werden. Ihre Waffen müssten die Soldaten «zum Schutz» abgeben. Unklar war, ob sie ihr Gerät nach der Rückkehr ins Kernland zurückerhalten.
Nach Angaben des am Dienstag zurückgetretenen ukrainischen Verteidigungsministers Igor Tenjuch liefen 4300 der insgesamt 18'000 ukrainischen Soldaten auf der Krim nicht zu den Russen über.
Russland will seine Militärpräsenz auf der Halbinsel Krim schon bald verstärken. Geplant sei, bis 2016 mehrere Überschallbomber vom Typ Tupolew Tu-22M3 auf die Halbinsel zu verlegen. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf namentlich nicht genannte Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums.
Zuvor müssten aber die Luftstützpunkte Gwardejskoje und Katscha ausgebaut werden, hiess es. Geplant sei zudem die Stationierung von Jagdflugzeugen, Seeaufklärern und U-Boot-Jägern. 2017 solle dann auch ein neuer Helikopterträger in der Hafenstadt Sewastopol vor Anker gehen. (rar/sda/afp/dpa)