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Editorial
«Eiszeit» steht für weite weisse Flächen voller Schnee und Eis, das mit seiner Härte alles zuschüttet und verdeckt. Mit einer Kälte, welche ruhen lässt – und konserviert. Bozzetto wanderte über diese weissen Dünen und fand dahinter auf Eis gelegte Information – das Archiv. Die Türe ist offen, wir treten ein. Spinnweben hängen von der Decke, helle Vierecke erinnern an Bilder (Seite 22), Kratzspuren auf dem Linoleum zeugen vom Verrücken sperriger Möbel.
Ein Scharren lockt uns in den nächsten Raum. Hier treffen wir auf ihn: Er, der sich aus der Vergangenheit bedient, um sich zu profilieren – der Hipster als Archivar (Seite 9). Wir lassen ihn linkerhand zurück, treten durch eine graue Stahltüre und gehen eine Treppe hinab. Nackte, verstaubte Glühbirnen erleuchten den vollgestopften Raum.
Karteikästen mit Verbrecherfotos (Seite 5) stapeln sich an den Wänden. Zettel, Bücher, Kisten, Schachteln mit hunderten von Zeitungsausschnitten sind über den Boden verstreut (Seite 3). Unter einem Haufen finden wir ein Tagebuch. Der erste Eintrag ist auf den 25. Februar 1912 datiert: «Zwei Wochen lebte ich in Sorgen» (Seite 6). Wir tauchen weiter ein in das konservierte Leben und streuen ab und zu Spuren für den nächsten.
Corinne Germann/Jasmin Gadola
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Call for Papers Eiszeit