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Eine Städtereise ins Venedig des Nordens – nach Stockholm
Stockholm ist nicht nur die Hauptstadt Schwedens, sondern mit seinem Einzugsgebiet das grösste urbane Zentrum Skandinaviens überhaupt. Mehr als jeder fünfte Schwede lebt hier, über zwei Millionen Bewohner zählt der Grossraum Stockholm. Trotzdem wirkt die Metropole nicht übervölkert. Weite Wasser- und ausgedehnte Grün- und Waldflächen gehören zum Bild der Hauptstadt, die Besucher mit ihrer einzigartigen Lage begeistert.
Ohne Wasser wäre die Stadt schlicht undenkbar. Darauf weist schon ihr Name hin. „Stock“ bedeutet Baumstamm oder Pfahl, „Holm“ steht für Insel – Stockholm heisst also Pfahlinsel. Der Name könnte kaum treffender sein, denn die Stadt ist auf Inseln errichtet. Sie liegen am Ausfluss des weiter westlich gelegenen Mälaren-Sees in die Ostsee. Gut 30 % des Stadtgebiets bestehen aus Wasser. Diesem Umstand verdankt die Metropole auch die Bezeichnung „Venedig des Nordens“ oder „Stadt auf dem Wasser“.
Der Mittelpunkt Schwedens
In Stockholm konzentriert sich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben des Landes. Gleichzeitig ist die Stadt eine der ältesten urbanen Siedlungen in Schweden überhaupt. Die Anfänge Stockholms reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als an der strategisch wichtigen Stelle zwischen Mälaren-See und Ostsee eine befestigte Anlage entstand. Sie entwickelte sich rasch zur städtischen Siedlung. Der Handel mit der Deutschen Hanse machte die Stadt wohlhabend. Seit 1643 ist Stockholm Residenz der schwedischen Könige und nimmt seither Hauptstadtfunktion wahr.
Im Herzen der Stadt – Gamla Stan
Die ältesten Teile der Stadt befinden sich auf der Insel Stadsholmen. Sie gehört eher zu den kleineren Inseln Stockholms, hier liegt aber das historische Siedlungszentrum. Die schwedisch Gamla Stan genannte Altstadt gruppiert sich um die Tyska Kyrkan – die deutsche Kirche. Das heutige Erscheinungsbild der Gamla Stan ist vor allem im 17. und 18. Jahrhundert entstanden, als nach einem Brand die Fassaden einheitlich und zum Teil mit prächtigem Dekor neu gestaltet wurden. Oft verbirgt sich wesentlich älteres Mauerwerk dahinter. Ein Bummel durch die engen Altstadt-Gassen mit ihren zahlreichen Souvenir-Shops und Antiquitätenläden ist ein Highlight jedes Stockholm-Besuchs.
Royale Bauten und alte Paläste
Der nördliche Teil von Stadsholmen ist vor allem Repräsentativbauten vorbehalten. An erster Stelle ist das königliche Schloss zu nennen. Der mächtige Barockbau nimmt eine grosse Fläche ein. Teile des Schlosses, zum Beispiel die Prunkgemächer, können besichtigt werden. Eine Touristenattraktion ist der tägliche Wachwechsel der königlichen Garde um die Mittagszeit. Vis-à-vis des Schlosses liegen auf den Nachbarinseln Helgeandsholmen und Norrmalm mit dem schwedischen Reichstag, der Königlichen Nationaloper und dem Nationalmuseum drei weitere Repräsentativbauten. Neben dem Schloss erhebt sich die Domkirche Sankt Nikolai mit gotischem Mauerwerk und barocker Innenausstattung. Weitere schöne Bauten wie das Ritterhaus und Adelspaläste befinden sich im Umfeld.
Södermalm – alternativ und bunt
Den schönsten Blick auf die Gamla Stan und Stockholm haben Besucher vom südlich gelegenen Stadtteil Södermalm aus. Von der Anhöhe um die Katharinen-Kirche oder dem Park im Bereich der Sofia-Kirche aus bieten sich spektakuläre Aussichten. Södermalm gilt als Szene-Viertel und vermittelt mit zahlreichen Cafés, Galerien, Museen und alternativen Läden eine bunte und legere Atmosphäre.
Shopping in Norrmalm
Ein starker Kontrast zum mittelalterlichen Gassengewirr der Gamla Stan und dem Flair von Södermalm ist das moderne Stockholm auf Norrmalm. Sobald man die Repräsentativbauten gegenüber dem Schloss hinter sich gelassen hat, beginnt die City von Stockholm. Anstelle älterer Bausubstanz wurden hier zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren Neubauten im Stile der Zeit vorgenommen.
Das Ergebnis sind breite Geschäftsstrassen und viele Hochhäuser. Wer Stockholm besucht, um einzukaufen, ist hier richtig. Grosse Kaufhäuser und exklusive Boutiquen gehören zum Bild. Immerhin bietet das Kulturhuset am Sergels torg eine vergnügliche Abwechslung zum Einkaufsbetrieb – ein lebendiger Treffpunkt unterschiedlicher Kulturen und Menschen mit vielseitigem Angebot.
Djurgarden – das Freizeitparadies
Ins grüne Stockholm führt dagegen ein Besuch der Insel Djurgarden im Osten der Stadt. Das Gebiet dient vor allem der Naherholung und Freizeitaktivitäten. An lauen Abenden im Sommer locken Biergärten und Cafés zahlreiche Einwohner der Hauptstadt in die grosszügigen, von Wasserflächen umgebenen Grünanlagen. Auf Djurgarden befinden sich interessante Museen. Im Freilichtmuseum Skansen ist ein Mini-Schweden zu erleben. 150 traditionelle Häuser und Werkstätten sind hier aufgebaut. Ebenso sehenswert sind das Vasa-Museum, das dem bei seiner Jungfernfahrt untergangenen schwedischen Flaggschiff gewidmet ist, und das Nordische Museum.
Die Schären – faszinierende Inselwelt
Eine Städtereise nach Stockholm wäre unvollständig ohne einen Abstecher in die einmalige Schärenlandschaft der nahen Ostsee. 30’000 Inseln, Inselchen und Felsen kennzeichnen diese Region zwischen Festland und offener See. Für die Stockholmer ist es ein beliebtes Ausflugs- und Feriengebiet. Boot fahren, Sommerpartys feiern, wandern, schwimmen, segeln oder einfach nur faulenzen – alles das ist hier möglich. Auch für Touristen bieten die Schären ausreichend Unterkunft. Vom Campingplatz über Ferienhäuser, Gasthäuser und Hotels ist alles im Angebot.
Oberstes Bild: Blick auf Stockholm vom Rathausturm (© detlef menzel / pixelio.de)