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Die Menschheit weiß bereits seit einigen Jahren, dass die Durchschnittstemperaturen auf unserem Planeten stetig ansteigen, die Ursachen sind bekannt. Unklar ist, ob wir die Entwicklung noch aufhalten können, bevor wir uns den dramatischen Auswirkungen stellen müssen.
Die höheren Temperaturen, auch wenn es nur ein Grad mehr im Mittel ist, fördern das Abschmelzen von Gletschern in Hochgebirgsregionen, Permafrostböden beginnen aufzutauen, die Eisberge in der Antarktis werden kleiner und auch die Eisdecken über Grönland und der gesamten Nordpolregion verwandeln sich von Eis zu Wasser. Das sind ungeahnte Wassermassen, die auf unsere Ozeane zukommen, und sich weltweit verteilen.
Um wie viele Meter die Meere ansteigen werden und über welchen Zeitraum sich diese Entwicklung verteilen wird, darüber sind sich die Wissenschaftler derzeit noch nicht einig. Vorsichtige Schätzungen sprechen von zwei Metern, andere Forschungen befürchten viel größere Dimensionen.
Weltweit gibt es etwa zwei Millionen Quadratkilometer an Land, das gerade mal zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt oder sogar noch darunter. In diese Kategorie fallen nicht nur Inseln, auch Festland ist betroffen. Gerade dort haben sich Menschen bevorzugt angesiedelt, auch die Ökosysteme sind hier besonders artenreich. Vermutlich leben mehr als 100 Millionen Menschen in solchen niedrigen Küstenbereichen. Einige der größten Städte unseres Planeten mit einem überdurchschnittlich hohen Bevölkerungswachstum sind betroffen.
Es sind nicht nur Urlaubsparadiese wie Fiji, die Malediven oder die Bahamas, die im Meer zu versinken drohen. Auch Mega-Metropolen wie New York, Tokio und Shanghai werden sich neuen Herausforderungen stellen müssen. Der größte Teil der Niederlande liegt in dem kritischen Küstenbereich.
Auf den kleinen Inseln in der Südsee beginnt der Untergang bereits heute schleichend, die Erosion nimmt immer mehr Küste mit ins Meer, das Trinkwasser beginnt zu versalzen, Überschwemmungen nehmen zu. Auf Dauer ist eine Umsiedlung unausweichlich. In reichen Industrienationen mag man in der Lage sein, für einige Zeit mit baulichen Maßnahmen gegen das Meer anzukämpfen. Ländern wie Bangladesch oder den Philippinen droht die Verarmung. Und die Inselstaaten nur knapp über dem Meer sind unausweichlich dem Untergang geweiht.