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Untertitel: Ehemaliger Bankfilialleiter vor Gericht
Autor: Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN
Am Dienstag ist der Prozess in Sachen SLK bereits nach einer Stunde abgebrochen worden (FN vom 10. September). Doch wurde im Einverständnis mit den Parteien beschlossen, in zwei Punkten ein separates Verfahren gegen den ehemaligen Leiter der Filiale in Cressier durchzuführen. Ihm wird Betrug, ungetreue Geschäftsführung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Alain Gautschi, verlangte, dass der Anklagepunkt der ungetreuen Geschäftsführung wegen Verjährung zu streichen sei. Das Gericht stimmte dem zu.
Gerichtspräsident Markus Ducret fragte A gestern nach dem Grund für dessen Probleme. Der Angeklagte erklärte, dass nach den Boom-Jahren der Immobilienmarkt plötzlich zusammengebrochen sei, die Börsenlage sich dramatisch verschlechtert habe und seine finanziellen Probleme damit begonnen hätten. Man habe ihn damals noch bewundert, da ihm als Banker (fast) alles gelungen sei. «Reich wollte ich nicht werden, vielleicht einfach nur mein Ansehen bewahren», sagte A gegenüber dem Gericht. Immerhin habe er im Immobilienhandel und Geldanlagen-Geschäft sehr gute Kenntnisse gehabt, ergänzte der Angeklagte.
Der ehemalige Bankfilialleiter der SLK in Cressier legte Geld für das Ehepaar B an, das er aber für seine eigenen Zwecke missbrauchte. Er setzte mindestens 500000 Franken dieses Kunden ein, um Löcher zu stopfen, die er andernorts entstehen liess. Er verkaufte Wertschriften, nahm aber auch Bargeld davon. Rechtsanwalt Anton Henninger, der das Ehepaar B vertritt, klagte für seine Mandanten auf rund 1,1 Millionen Franken. Gemäss dem Angeklagten handelte es sich beim Konto des Ehepaars B um ein Schwarzgeldkonto.
Der Angeklagte A beteiligte sich auch in einem privaten Baukonsortium, um Immobilienhandel zu betreiben. Als dessen Geschäftsführer hob er zweimal je rund 500000 Franken ab. Ob er dazu Urkunden gefälscht habe, wusste er nicht mehr. Mit dem Geld stopfte A Löcher in privaten Konten, spekulierte damit und handelte in Immobilien.
Der frühere Kaderangestellte liess es sich aber auch nicht nehmen, einem ehemaligen Lehrling und heutigen Berufskollegen, der in Schwierigkeiten geriet, unter die Arme zu greifen. Mit 200000 Franken sprang er ein.