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Wer ist dein Lieblingskardashian?
Mit neugierigen Augen guckt mich die achtjährige Tochter einer guten Freundin an und stellt mir Frage um Frage.
Etwas stockig gebe ich ihr Antworten, die ihr zu gefallen scheinen. Denn sie zögert nun keine Sekunde mehr, um zu fragen …
Als Kind der 00er-Jahre weckt diese Frage natürlich bodenlose Nostalgie in meiner Brust. Ich würde behaupten, dass ich zu der ersten Generation gehöre, die anstelle eines staubigen «Poesiealbums» ein Hochglanzheft mit vorgedruckten Standard-Fragen in einem ultra kitschigen Layout verwendet hat.
(An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die Massenkonsumgesellschaft. Wir lieben dich und deine vielen sinnvollen Erzeugnisse!)
Hier ein Beispiel aus der Diddl-Freunschaftsbuch-Edition (ja, ich hatte genau so eins):
Nun fragt man sich: Wie denn so ein Freundschaftsbuch in der heutigen Zeit aussehen würde? Wir haben da so eine Idee …
… selbstverständlich nicht für Achtjährige, sondern für «Erwachsene»!
Dann bitte ausfüllen, einscannen und in die Kommentarspalte hauen! Lasst uns alle Freunde werden. Oder zumindest so tun, als ob. Denn dazu waren Freundschaftbücher schliesselich schon in der vierten Klasse da: Um den Anschein zu erwecken, man habe so richtig viele Buddys. In dem Sinne: hier noch ein halbernst gemeintes <3.
Alles fing damit an, dass sich eine Journalistin über eine Rezension im «Tages-Anzeiger» aufregte. Darin schrieb ein älterer Mann über das Buch einer sehr jungen Frau. Vor allem aber schrieb er darüber, wie er das Aussehen besagter sehr junger Frau auf dem Foto im «New Yorker» empfand. Sie sehe darauf aus «wie ein aufgeschrecktes Reh mit sinnlichen Lippen».
Die Frau heisst Sally Rooney – sie ist 28 Jahre alt und eine mit Literatur-Preisen überhäufte Bestseller-Autorin aus Irland.
Aber anstatt in …