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Und das kam so: Wir schreiben das Jahr 2007. watson.ch-Namensvetter und Fussballjournalist Paul Watson sitzt mit einem Kollegen betrunken vor dem Fernseher und schaut sich das Qualifikationsspiel für die EM 2008 zwischen Andorra und Russland an. Da schiesst es den beiden durch den Kopf: «Wenn wir in diesem Andorra geboren wären, würden wir auch für das Nationalteam spielen!»
Wahrscheinlich hätte Watsons Talent aber nur für die Senioren-Equipe des Kleinstaats in den Pyrenäen gereicht. Also googelten er und sein Kollege nach dem schlechtesten Team der Welt: Pohnpei. Die Auswahl der kleinen Insel im Pazifik hatte gegen die Nachbarinsel Yap verloren, Yap zog wiederum gegen Guam den Kürzeren und Guam ist der Letzte der FIFA-Weltrangliste – soviel zum Auswahlverfahren.
Weil sich aber das Einbürgerungsverfahren als zu kompliziert erwies, entschied sich Watson dafür, sich als Trainer der Insulaner zu bewerben. Pohnpei nahm ihn mit Handkuss unter Vertrag. Unentgeltlich, versteht sich.
Im Interview mit dem Fussballmagazin «11Freunde» plaudert Watson auf unterhaltsame Weise über die Erlebnisse in Pohnpei: Zum Beispiel, dass die Spieler Tacklings am liebsten per Kopf ausführten, oder dass alle seine Spieler anfänglich der Betelnuss verfallen waren: Eine Nuss, die gekaut eine ähnliche Wirkung wie Alkohol entfaltet. «Die Spieler machten das den ganzen Tag – auch am Spielfeld. Es betäubt zuerst den Mund und dann die Sinne. Irgendwann schläft man ein. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für guten Fussball», erzählt Watson. (wst)
21. Juli 1914: In Rio de Janeiro beginnt die Geschichte der mit fünf WM-Titeln erfolgreichsten Fussballnation der Welt. Brasilien bestreitet gegen Exeter City sein erstes Länderspiel. Der grosse Star: Arthur Friedenreich.
Von Arthur Friedenreich wird gemeinhin behauptet, er sei einer der besten Fussballer aller Zeiten. Aber wer kann schon glaubwürdig mitdiskutieren? Schliesslich war Friedenreich vor hundert Jahren aktiv.
Unbestritten ist jedoch, dass «El Tigre» einer der besten Fussballspieler seiner Zeit ist. Und dennoch ist es keine Selbstverständlichkeit, dass der Stürmer im ersten Länderspiel in der Geschichte des brasilianischen Verbands dabei ist. Denn als Sohn eines deutschen Auswanderers und einer …