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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Vierundsiebenzigstes Hauptstück.
Ich weiß gar wohl, liebste Brüder, daß es Einige gibt, welche die Aehnlichkeit bekennen, die Gleichheit aber läugnen. Aber sie mögen schwätzen, wie sie wollen, und das Gift ihrer Gotteslästerung den Unwissenden beibringen. Sagen sie, zwischen Aehnlichkeit und Gleichheit sey ein Unterschied, so frage ich, wodurch die Gleichheit erworben werde. Denn wenn der Sohn hinsichtlich der Wesenheit, der Macht, der Herrlichkeit und der Zeit dem Vater gleich ist; so möchte ich wissen, woraus man die Gleichheit nicht ersehe. Denn auch diese Verdammung ist in dem obigen Glaubensbekenntnisse festgesetzt, daß der verflucht seyn sollte, welcher behaupten würde, daß der Vater Vater einer von sich verschiedenen Wesenheit sey. Wenn er also dem, welchen er, ohne dabei etwas zu leiden, zeugte, weder eine andere, noch eine unähnliche Natur gegeben hat; so kann er keine andere gegeben haben, als die eigene. So ist die Aehnlichkeit Eigenheit, die Eigenheit ist Gleichheit, und die Gleichheit ist in Nichts verschieden. Dinge aber, die in Nichts verschieden sind, sind Eins, nicht durch Einheit der Person, sondern durch Gleichheit der Natur.