Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03617.jsonl.gz/224

Johann Wilhelm Hässler (1747–1822) wuchs in Erfurt auf, wo er von seinem Onkel und Bachschüler Johann Christian Kittel unterrichtet wurde.. Bereits mit 14 Jahren wurde er Kittels Nachfolger als Organist der Barfüsserkirche in Erfurt. Kittel war gut bekannt mit zahlreichen bedeutenden Musikern seiner Zeit, darunter Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. 1790 verliess er Erfurt und zog nach London, wo er grosse Erfolge als Klavier- und Orgelvirtuose feierte. Zwei Jahre später wurde er nach St. Petersburg berufen und kurz darauf nach Moskau. Dort wirkte er bis zu seinem Tode als hochgeachteter Komponist und Musikpädagoge.
Kompositionen von Johann Wilhelm Hässler
Hässler komponierte hauptsächlich Klaviermusik für Konzert und Unterricht. Seine Klaviermusik ist musikgeschichtlich bedeutsam und künstlerisch hochstehend.
Obwohl er lange Zeit als Organist wirkte, hat er nur wenig für dieses Instrument komponiert. Es ist lediglich eine Sammlung von 48 Orgelstücken überliefert. Diese veröffentlichte er in vier Folgen in den Jahren 1786 bis 1789 zum Gebrauch im Gottesdienst und im Unterricht.
Stilistisch stehen die Stücke zwischen Barock und Klassik, einige erinnern noch an die Musik von Johann Ludwig Krebs oder Christian Heinrich Rinck, die meisten sind geprägt von der empfindsamen Musik eines Carl Philipp Emanuel Bach. Diese 48 Miniaturen zeugen von grosser Phantasie und handwerklichem Können.