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Im Mai 2018 kündigte die australische Regierung an, dass eine asphaltierte Landebahn in der Nähe der Davis-Forschungsstation gebaut werden soll und nannte es das «Davis Aerodrome Project». Ein Projekt, dass sieben Jahre dauern und den menschlichen Fussabdruck in der grössten Wildnis der Erde um geschätzte 40 Prozent erhöhen soll, wie «The Guardian» berichtet.
Doch bevor diese besagte Landebahn steht, müssen Experten weiterhin die Eisbahn des Wilkins Aerodorm, in der nähe der Forschungsstation Casey, präparieren, damit die mit Skiern ausgerüsteten Flugzeuge landen können. Und dies ist momentan auch nur im arktischen Sommer möglich, also etwa von September bis März. Damit Wissenschaftler und Notfallteams aber das ganze Jahr Zugang zur Davis-Forschungsstation haben, ist sich die australische Regierung daher sicher, dass der Bau des «Davis Aerodrome Project» auf den «Vestfold Hills» von Princess Elizabeth Land notwendig ist.
Die neue Landebahn würde 2.7 Kilometer lang und 40 Meter breit werden und im Gegensatz zu den bestehenden Eis- und Schotterpisten in der Antarktis eine dauerhafte Struktur sein. «Im Falle einer Genehmigung würde der Bau einer asphaltierten Landebahn an der Davis-Forschungsstation einen erheblichen Leistungszuwachs darstellen, der unsere wissenschaftlichen Aktivitäten revolutionieren und Australiens Führungsrolle und langfristige Interessen in der Region stärken würde», so ist es auf der Regierungsseite Australiens über das Projekt zu lesen. Der Zugang zur Antarktis würde über alle Jahreszeiten hinweg die Möglichkeit bieten, Wildtiere wie Krill, Pinguine, Robben und Seevögel während ihres gesamten jährlichen Lebenszyklus zu beobachten, schreibt die Regierung weiter.
Keine Freude bei Umweltexperten
Jedoch sind nicht alle mit diesem Milliarden Projekt einverstanden: «Obwohl dies im Namen der Wissenschaft geschieht, sind nur sehr wenige Wissenschaftler begeistert davon. Hier geht es mehr um Fahnenschwingen», so Shaun Brooks, Umweltwissenschaftler am Institut für Meeres- und Antarktisforschung der Universität in Tasmanien gegenüber «The Guardian». Wie könne es denn sein, dass eine Landebahn im Wert von mehreren Milliarden Dollar für eine Basis mit nur 19 Personen im Winter gerechtfertigt wird, welche seit 1957 problemlos gewartet werde, fragt sich Brooks weiter.
Um dieses Projekt überhaupt zu verwirklichen, müssen Materialien zum Ort gebracht werden und dafür braucht Australien zusätzliche Eisbrecher und Lastkähne. Auch für die rund 130 Arbeitenden, welche an diesem Flughafen bauen, muss die Infrastruktur zum wohnen gewährt werden, sowie unterstützende Gebäude wie Tanklager, Sprengstoffdepots oder Werkstätten werden für den Bau vorausgesetzt.
Auch Geoff Dimmock, ehemaliger Organisator von Postabwurf- und Versorgungsmissionen in der Region, ist gegen den Bau der dauerhaften Start- und Landebahn in der Antarktis: «Es gibt keine Möglichkeit für das Projekt, Lärmbelästigung und Kontamination zu vermeiden. In Bezug auf die Umwelt denke ich, dass dies ein wirklich schlechter Präzedenzfall ist. Und das Preis-Leistungsverhältnis ist schlecht».
Weitere Informationen zu dem «Davis Aerodrome Project» sowie ein spannendes Video gibt es hier.