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Arequipa: Are quepay! – Bleiben Sie!
Ich habe mich spontan in Arequipa verliebt. Weshalb? Die Stadt besticht mit ihren historischen Gebäuden, einer wunderschönen Plaza des Armas und den umliegenden Vulkanen und Bergen.
Nach einer fast 10stündigen Nachtbusfahrt bin ich in Arequipa auf 2300 Meter über Meer angekommen. Die Fahrt führte uns durch eine karge Felslandschaft und die Strasse schlängelte sich zwischen den hohen Bergen hindurch. Arequipa ist umgeben von den drei Vulkanen Misti 5822 M.ü.M., Chachani 6057 M.ü.M und Picchu Picchu 5665 M.ü.M.. Die Höhe merkte ich schon ein bisschen. Die ersten zwei Tage hatte ich Kopfschmerzen und ein mulmiges Gefühl. Aber das sei hier ganz normal. Man solle viel trinken, sich ausruhen und viel Süsses essen und trinken. Das muss man mir nicht zweimal sagen.
Are quepay!
Getreu dem Namen von Arequipa, der sich vom Quechua-Ausspruch „Are quepay!“ – „Bleiben Sie!“ – ableitet, blieb ich fast eine Woche in dieser wunderschönen Stadt. Ich erkundete mit einer Free Walking Tour die Innenstadt, entdeckte ruhige Ecken um ein bisschen zu sein, probierte die heimische Küche, bestaunte das wunderschöne Kloster und entspannte bei einer Massage meinen Rücken und Nacken.
Was mir besonders gefallen hat
Kathedrale von Arequipa
Die Kathedrale von Arequipa gilt als eine der berühmtesten und ungewöhnlichsten Kathedralen. Sie wurde aus schneeweissem vulkanischem Gestein errichtet und erstreckt sich über die ganze Nordseite der Plaza des Armas. Der Haupteingang ist nicht wie üblich an der Stirnseite der Kathedrale, sondern auf der Längsseite. Die Kathedrale ist im Innern in Gelb- und Weisstönen gehalten und man kann eine mächtige Orgel, die aus Belgien stammt und die massive Kanzel bestaunen. Hinter der Kathedrale ragt der Vulkan Misti auf. Wunderschöner Anblick!
Kloster Santa Catalina
Das Kloster kann man nicht als einfaches Kloster bezeichnen. Santa Catalina ist eine gesamte Klosterstadt, die sich hinter der Kathedrale erstreckt. Die schiere Grösse der Anlage, der exzellente Zustand und die vielen sehenswerten Details beeindrucken die grosse Touristenschar.
Veronika, die Frau von Patrick, bei dem ich in den Genuss der entspannenden Massage kam, führte mich durch die Anlage. Sie arbeitet schon fast 10 Jahre als Guide im Kloster und kennt das Kloster in- und auswendig. Es war schön, zur Abwechslung an einer deutschen Führung teilnehmen zu können.
Das Kloster existiert seit 1579. Nur Töchter wohlhabender spanischer Eltern mit fehlerfreier Vergangenheit und einer hohen Mitgift durften nach Santa Catalina. Die hohen Mauern umschlossen die fast 20’000 Quadratmeter Anlage und die 450 Nonnen und ihre Bediensteten. Die Nonnen lebten besser als die meisten Einwohner von Arequipa. Sie waren völlig von der Aussenwelt abgeschirmt und so entwickelte sich das Koster zu einer eigenständigen „Stadt in der Stadt“.
Erst 1970 wurde der Klosterkomplex nach einer grosszügigen Renovierung und Behebung der vielen Erdbebenschäden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute leben etwa 25 Nonnen in einem neuen Anbau des Klosters. Die idyllische Anlage wird jährlich von über 300’000 Touristen besucht. Mich haben die wunderschönen Gebäude mit ihren blau-, orange- und rotfarbenen Wänden fasziniert und ich habe fast einen halben Tag hinter den den hohen Mauern verbracht. Weitere Informationen zum Kloster
Mundo Alpaca
Im Mundo Alpaca Center bekommt man eine kostenlose kleine Führung und einen Einblick, wie die Alpakawolle verarbeitet wird.
Nach dem Schären wird die Wolle nach Farbe sortiert. Es gibt eine beachtliche Anzahl Farbnuancen, die die Wolle haben kann! Man hat hier auch die Möglichkeit die unglaublich weiche Wolle anzufassen.
Mit natürlichen Materialien werden die verschiedenen Farben hergestellt, um damit die Wolle zu färben. Das Zentrum beschäftigt indigene Frauen, die den Touristen ihre Webkünste demonstrieren. Die Frauen sind jeweils einen Monat im Zentrum und kehren anschliessend in ihr Dorf zurück. Ich glaube, es braucht viel Geschick und Konzentration für diese Arbeit!
Einmal im Jahr veranstaltet das Zentrum einen Kunstwettbewerb. Hunderte Künstler nehmen daran teil und die Gewinner werden im Zentrum ausgestellt. Faszinierend, was man mit dieser Wolle alles zaubern kann.
Zeit sich zu verabschieden
In Arequipa hat es mir ausserordentlich gut gefallen. Ob es die schönen Gebäude waren, die vielen versteckten wunderschönen Ecken oder die gute Höhenluft, weiss ich nicht. Aber wenn ich einen Ort nennen müsste, der mir während meiner Reise am besten gefallen hat, dann definitiv Arequipa!!
Ich hätte noch ewig hier bleiben können. Aber Machu Picchu ruft und so ging es weiter Richtung Cusco.