Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/2042

Es ist nicht wie bei Weihnachten! Das Datum der Osterfeiertage ändert sich von Jahr zu Jahr. Was ist die Grundlage für die Berechnung?
Die neutestamentliche Überlieferung erzählt von der Auferstehung Christi in den Tagen des Frühlingsvollmond abhängigen Pessachfestes. 325 n. Chr. wurde während dem Konzil von Nicäa das Datum auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt.
Die biblische Überlieferung gibt wenig exakte Angaben über die letzten Tage vor dem Tod von Jesus Christus. Massgeblich sind die Berichte verschiedener Evangelien. Das Christentum rechnete schon früh mit dem 14. Nisan als Tag der Kreuzigung und dem 16. als Tag der Auferstehung. Die Findung durch Feststellung des Mond-Neulichtes am 1. Nisan war aber schwierig. Das Konzil von Nicäa sah vor, dass die Osterfeier einheitlich zelebriert wird. Bis die alexandrinische Berechnung durchsetzte, dauerte es noch Jahrhunderte. Erst seit dem 8. Jahrhundert feiern alle Christen zur gleichen Zeit Ostern. Die orthodoxen Kirchen von Russland, Serbien, Griechenland und Rumänien beschlossen 1923 den gregorianischen Kalender zu übernehmen. Die bestimmenden Daten und der erste Vollmond im Frühling werden somit nicht vorausgesagt, sondern durch Beobachtung in Jerusalem ermittelt. Dieser Beschluss wurde aber nie verwirklicht. Seither scheiterten sämtliche Versuche, für die Zelebrierung der Osterfeierlichkeiten einen gemeinsamen Termin zu finden.
von Simon Wyss