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Das Neuhauser NLA-Damenteam bleibt in der Vorrunde ungeschlagen an der Tabellenspitze. Im heutigen Spitzenspiel gegen Rapid Luzern gab es im heimischen Tischtenniszentrum Ebnat einen hart erkämpften 6:1-Sieg. Gestern siegten die Neuhauserinnen bei Rio Star Muttenz in einer engen Partie mit 6:4.
Weil Rapid Luzern aufgrund der schlechten Strassenbedingungen erst kurz vor Spielbeginn in der Halle eintraf, einigten sich die beiden Mannschaften darauf, den Spielbeginn auf 13:30 Uhr zu verschieben. Das Heimteam startete in der bestmöglichen nominellen Besetzung mit Laura Robertson (A20), Anna Charmot (A20) und Szilvia Kahn (A20). Rapid Luzern schonte Nicola Gallerachova und spielte mit Veronika Walna (A20), Salomé Simonet (A19) und Ramona Sperr (B15). Aufgrund der Aufstellung und dem Heimvorteil lagen die Vorteile eher auf Seiten der Neuhauserinnen, die verhalten in das Spiel starteten.
Kahn tat sich zum Auftakt schwer gegen Simonet und musste den ersten Satz in der Verlängerung abgeben. Im zweiten Satz kam sie besser ins Spiel und siegte relativ deutlich mit 11:6. Im dritten Satz kehrte das Spiel wieder zugunsten von Simonet, die mit 2:1 in den Sätzen in Front ging. Ab diesem Zeitpunkt war die Linkshänderin Kahn aber „heissgelaufen“ und steigerte sich von Ball zu Ball. Den hart umkämpften vierten Satz holte sie sich mit 11:8 und liess Simonet im fünften Satz beim 11:4 keine Siegeschance mehr. Am Nebentisch verlief das Duell Robertson gegen Sperr nach Papierform 3:0, so dass Neuhausen 2:0 in Führung lag.
Im dritten Spiel kam es zum Duell der beiden gebürtigen Polinnen Charmot und Walna. Diese Partie sollte für den weiteren Verlauf der Partie einen vorentscheidenden Einfluss haben. Obwohl beide Spielerinnen die Höchstklassierung A20 aufweisen, wurden die Siegeschancen von Charmot im Vorfeld auf <50 % eingestuft. So startete diese Partie denn auch: Charmot kam mit dem Materialspiel von Walna nicht zu recht und verlor klar mit 6:11. Im zweiten Satz gab es bei Charmot einen „Ruck“, sie spielte bis zur 5:2-Führung viel besser und machte Punkt um Punkt. Nach dieser Führung lief aber plötzlich nichts mehr zusammen und Walna punktete acht Mal in Serie. Bei 5:10 hatte sich Walna fünf Satzbälle erspielt. Charmot gab sich aber noch nicht geschlagen und machte ihrerseits fünf Punkte in Serie zum 10:10. Der nächste Ballwechsel verlief wiederum zugunsten von Charmot, weil aber vom Nebentisch ein Ball in die Box flog und der Schiedsrichter die Partie unterbrach, musste dieser Ball wiederholt werden. Charmot behielt die Nerven und wiederholte den Punktgewinn zum 11:10 und verwertete wenig später den ersten Satzball zum 12:10-Satzausgleich. Das Spiel entwickelte sich nun zu einem sehenswerten Fight auf Augenhöhe. Im dritten Satz startete Walna besser, Charmot lag rasch mit 2:4 im Rückstand um danach sechs Punkte in Serie zum 8:4 zu buchen. Über eine 10:5-Führung und einer kleinen Punkteserie von Walna bis zum 10:8 liess Charmot nichts mehr anbrennen und verwertete den vierten Satzball zum 11:8. Im vierten Satz sahe es zu Beginn nach einem Durchmarsch von Charmot aus, die nun rasch mit 5:2 in Führung ging und überzeugend spielte. Beim 6:4 nahm Walna ihr Timeout und lag nach einem Netz- und Kantenball mit 7:7 wieder gleichauf. Charmot blieb aber ruhig und konzentriert und legte wieder mit 9:7 vor. Walna steigerte sich aber nochmals und punktete dreimal in Serie, d. h. Charmot lag plötzlich wieder 9:10 hinten. Nun war das Spiel wieder völlig offen, Charmot machte zwei Punkte und hatte bei 11:10 ihren ersten Matchball. Diesen wehrte Walna ab und erspielte sich ihrerseits bei 11:12 und 12:13 zwei Satzbälle, die Charmot abwehren konnte. Mit drei Punkten in Serie zum 15:13 machte Charmot dieser spannenden Partie ein Ende und holte den dritten Neuhauser Punkt.
Am Nebentisch lieferten sich Robertson und Simonet auch ein Duell auf Augenhöhe, in dem sich Robertson nach einem 0:2-Satzrückstand in einer schwierigen Lage befand. Robertson kämpfte sich aber mit zwei 11:8-Siegen in das Spiel zurück und gab im fünften Satz über lange Zeit den Ton an. Simonet hielt aber gut dagegen und profitierte von einigen leichteren Fehlern von Robertson, die am Schluss mit 9:11 der Gegnerin zum Sieg gratulieren musste. Damit machte Rapid Luzern die Partie wieder spannend und verkürzte auf 3:1.
Im fünften Spiel kam es zum Duell zwischen Linkshänderin Kahn und Walna, das sehr ausgeglichen verlief und hin und her wogte. Folgerichtig musste auch in diesem Match die Entscheidung im fünften Satz fallen, wo Kahn den besseren Start erwischte und vom 4:2 bis 9:7 immer mindestens zwei Punkte in Front lag. Wie im Spiel zuvor, gab sich Walna aber noch nicht geschlagen und machte aus dem 9:7 ein 9:10 aus Sicht von Kahn. Kahn war nun aber definitiv auch wieder „heiss“ gelaufen und wehrte diesen Matchball souverän ab. Ihren ersten Matchball bei 11:10 konnte sie auch nicht verwerten. Mit etwas Glück und einem Kantenball zum 12:11 kam sie zu ihrem zweiten Matchball, den sie zum 13:11 verwerten konnte. Weil Charmot am Nebentisch beim 3:0-Erfolg gegen Sperr nichts anbrennen liess, erhöhte sich die Führung der Neuhauserinnen vor der Pause auf 5:1.
Mit einem Sieg im Doppel konnte Neuhausen das Spitzenspiel also bereits beenden. Coach Rehorek beorderte das Duo Charmot/Robertson in die Box, die gegen Walna/Simonet zuerst einen schweren Stand hatten. Der erste Satz verlief sehr deutlich zugunsten von Rapid Luzern. Im zweiten Satz fand das neu formierte Doppel besser ins Spiel und siegte mit 12:10 um im dritten Satz mit 11:7 nachzulegen. Im vierten Satz waren die Neuhauserinnen auch lange gut im Spiel und kamen bei der 12:11-Führung zum ersten Matchball. Diesen konnten sie nicht verwerten (13:15). Auch in diesem Spiel musste die Entscheidung im fünften Satz fallen. Die Neuhauserinnen harmonierten nun recht gut und lagen bis zum 6:4 immer in Front. Dann kam Sand ins Getriebe und die Vorteile kippten auf die Seite von Rapid (7:9). Bei 7:10 sahen sich die Neuhauserinnen mit drei Matchbällen konfrontiert, die sie aber Punkt um Punkt abwehren konnten. Beim 11:10 kamen Charmot/Robertson ihrerseits zum ersten Matchball und um bei 11:12 und 12:13 wiederum zwei Matchbälle abwehren zu müssen. Mit drei Punkten in Serie drehten die Neuhauserinnen das Spiel zu ihren Gunsten und siegten mit 15:13 in Extremis. Damit stand das Schlussergebnis zum 6:1 (20:10) fest und Neuhausen konnte die Führung in der NLA-Tabelle zum Abschluss der Vorrunde ausbauen.
Am Vortag gab es auswärts bei Rio Star Muttenz einen knappen 6:4-Sieg obwohl Muttenz ohne Svobodova spielte. Die neu im Team von Muttenz spielende Dajana Kovac (A18) zeigte ein starke Leistung und holte für ihr Team zwei Punkte. Auf der anderen Seite spielten die Neuhauserinnen an diesem Tag unter ihrem normalen Level und zogen einen schlechten Tag ein. Kahn liess sich zu Beginn des Spieles gegen Janine Ebner (A16) vom Schiedsrichter beeinflussen, der ihre Aufschläge bemängelte. Nach der Abwehr von drei Matchbällen im dritten Satz konnte sie das Spiel dann doch noch drehen und einen wichtigen Punkt für Neuhausen gewinnen. Jacqueline Weiss (A18) sucht derzeit ihre Form und konnte nur ihr Einzel gegen Ebner knapp im fünften Satz gewinnen. In den anderen Einzeln war sie zu passiv und agierte zu weit weg vom Tisch. Anna Charmot machte zwar viele unerzwungene Eigenfehler, hat aber dank ihrer Klasse gegen Zumbrunnen (A17) und Ebner dennoch klar gewonnen. Gegen Kovac war sie aber zu unsicher und bezog eine Niederlage. Dank der guten Teamleistung – jede Spielerin gewann mindestens ein Einzel – gab es zum Schluss doch noch einen knappen Sieg. „Alle Spielerinnen können und müssen sich in den Play-Offs noch steigern“, so das Fazit von Coach Pavel Rehorek.