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30er-Jahre: Aufwärts trotz Wirtschaftskrise
Die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Besserung wurden durch den Ausbruch der Weltwirtschaftskrise geknickt. Trotzdem waren die 30er-Jahre eine gute Zeit für die Eintracht.
Kurz nach Eintritt ins neue Jahrzehnt traf der Verein wichtige Entscheidungen. In bestem Stakkato-Stil lauten sie etwa so: Ein neuer Dirigent trat an. Der Stadtrat forderte eine Stellungnahme zur "ewigen" Frage einer Fusion mit der Stadtmusik. Die Eintracht sprach sich gegen ein Zusammengehen aus. Ein Antrag der Arbeiter-Union, den Verein in eine ausschliessliche Arbeitermusik umzuwandeln, wurde dankend abgelehnt. Die Eintracht trat dem St. Gallischen Kantonalmusikverband bei. Eine Musikkommission wurde ins Leben gerufen.
Im Jahr 1931 gründete die Eintracht auch eine eigene Musikschule. Nicht weniger als 18 Schüler hatte sie zu verzeichnen. Allerdings brachten nicht alle die notwendigen Musikantentugenden mit. Im Jahresbericht hiess es: "Vier hatten die nötigen Kenntnisse und den notwendigen Eifer nicht, der Fünfte entpuppte sich als Taugenichts und der Sechste gab dem Director viel Arbeit; wenn's am Holz nicht ist, gibt's keine Pfeife."
Die Jugendarbeit schien trotzdem Früchte zu tragen. Die Mitgliederzahlen erreichten neue Höhen und durchbrachen gar die 50er-Grenze. Die Zahl der Eintracht-Anhänger liess sich ebenfalls sehen. Die Vereinsabende in der Krone waren regelmässig ausverkauft. Nach langer Pause nahm die Eintracht auch wieder an musikalischen Wettbewerben teil. Beim Kreismusiktag 1933 in Altstätten erreichte sie hervorragende 48 von 50 Punkten. Im Jahr darauf, beim Kantonalen Musikfest in Gossau, war die Konkurrenz stärker. Die 46 Musikanten der Eintracht traten in der ersten Klasse an und erzielten mit 134 von 150 Punkten ein bemerkenswertes Resultat. Ohne Goldkranz, dafür aber mit Glanz und Gloria wurden sie bei ihrer Heimkehr empfangen. Einmal in Fahrt, nahm die Eintracht 1937 gleich noch am Kantonalen Musikfest in Arbon teil, ebenfalls mit ansehnlichem Erfolg.
Bemerkenswert ist auch die Anschaffung einer neuen Uniform im Jahr 1934. Mit ihrem Militärschnitt und dem Stehkragen war sie damals topmodern. 1937, nach einer Sammlungsinitiative der Musikantenfrauen, war auch das Geld für die erste Vereinsfahne zusammen. Textilien waren also hoch in Mode, und der Verein hatte sich damit für die Zukunft gut gerüstet.