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Burundi
In Burundi bemüht sich Handicap International, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Wir unterstützen sie dabei, orthopädische Hilfsmittel zu bekommen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und sich in die Gesellschaft zu integrieren.
© Evrard Niyomwungere / HI
Laufende aktivitäten
Wir fördern den Zugang zu Orthopädiewerkstätten für Menschen mit Behinderung und stärken dort die Rehabilitationsversorgung. Wir bilden vor allem physiotherapeutisches Personal aus oder stellen Material zur Anpassung von orthopädischen Hilfsmitteln bereit. Ausserdem intervenieren unsere Teams bei Akteurinnen und Akteuren der Mutter-Kind-Gesundheit, um die Früherkennung von Behinderungen bei Mutter und Kind zu fördern.
Wir achten auf die Inklusion von Kindern mit Behinderung in das Schulsystem und auf die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse in der nationalen Bildungspolitik. Gleichfalls arbeiten wir mit Sozialdienstleistenden zusammen, um die Begleitung junger Menschen mit Behinderung zu verbessern und insbesondere ihren Zugang zu Arbeit zu fördern. Ausserdem begleiten wir Frauen nach einer Fisteloperation, um ihnen ebenfalls den Zugang zu Arbeit zu vereinfachen, aber auch ihre (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.
Wir tragen zur Reduzierung von sexueller Gewalt gegen Kinder bei, besonders gegen Kinder mit Behinderung. Die Opfer dieser Gewalt werden betreut und informiert, damit sie von direkter und individuell angepasster Betreuung profitieren können. Ausserdem unterstützen wir einheimische Organisationen von Menschen mit Behinderung durch Lobbyarbeit, um ihre Rechte geltend zu machen. Ausserdem sensibilisieren wir die Schulkinder von 20 Schulen.
Hintergrund
In Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, bleibt die Gesundheitsversorgung eine Herausforderung für die Schutzbedürftigsten. Burundi beherbergt ausserdem viele kongolesische Flüchtlinge.
Mehr als 67% der burundischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das Wirtschaftswachstum im Land ist sehr schwach, die Inflationsrate extrem hoch. Burundi ist ausserdem eines der am dichtesten besiedelten afrikanischen Länder. Nach dem Human Development Index (UNDP 2014) liegt es auf Platz 184 von 187.
Im Gesundheitsbereich weist Burundi besorgniserregende Statistiken bei den Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten auf. Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt nehmen den dritten Platz unter den in Krankenhäusern vorkommenden Todesursachen der über 15-Jährigen ein. Viele Frauen sterben durch Komplikationen während der Geburt.
Gerade Frauen und Kinder unter fünf Jahren leider unter einer hohen Sterblichkeit. Krankheiten mit chronischem Verlauf wie Aids, Tuberkulose, Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Herzkrankheiten, psychische Krankheiten sowie physische Gewalt wie Vergewaltigungen und auch Verkehrsunfälle sind Ursache zahlreicher physischer und psychischer Schäden.
Weiterhin führen die Auswirkungen einer instabilen (sicherheits-)politischen Situation in der Region seit 1993 zu grossen Bevölkerungsbewegungen: Die Zahl der Flüchtlinge, meist aus der Demokratischen Republik Kongo kommend, sowie die der Binnenflüchtlinge, geht in die Tausende. Seit April 2015 sind mehr als 190.000 Burunderinnen und Burunder aufgrund des instabilen politischen Klimas nach Tansania, Ruanda, in die Demokratische Republik Kongo oder nach Uganda geflüchtet.