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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
XXIII. Kapitel. Von der Seidenraupe. Ihre Metamorphose, wie der Farbwechsel des Chamäleons und des Hasen sowie der wiedererstehende Phönix Sinnbild und Beweis der Auferstehung. Der Geier als Totenvogel. Die Heuschrecke als Gottesgeißel, der Seleuzisvogel ihrer Plage Ende.
77.
Weil wir eben von den Vögeln reden, halten wir es nicht für unangebracht, das, was Geschichte oder Augenzeugenberichte über die Seidenraupe anführen, hereinzubeziehen. Es soll diese Hornraupe erst die Form eines Blattstieles und dessen natürliche Beschaffenheit annehmen, sodann mehr und mehr zur Puppe sich fortentwickeln. Aber auch diese Form und Gestalt behält sie nicht bei, sondern scheint aus losen und breiteren Blättern Flügel anzunehmen. Von diesen Blättern kämmen [die Raupen] jene weichlichen Seidengewebe ab, welche die Reichen ausschließlich nur zu ihrem Gebrauch sich anmaßten. Darum auch des Herrn Wort: "Was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen mit weichlichen Kleidern angetan? Sieh, die weichliche Kleider tragen, sind an den Höfen der Könige".
Auch das Chamäleon soll seine Farbe wechseln und sobald dieses, bald jenes Aussehnen vorspiegeln. Zweifellos sicher nehmen die Hasen, wie wir es aus unserer nächsten Nähe leicht beobachten können, im Winter eine weiße Farbe an, während sie im Sommer darauf zu ihrer eigentlichen Farbe zurückkehren