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Die
Volksschulewar inDeutschland
[* 3] inzwischen immer mehr zur Pestalozzischule geworden.
In den dreißiger und vierziger Jahren
hatte Diesterweg ein hervorragendes Verdienst, aber durch die Reaktion wurde er beseitigt, und die Stiehlschen
Regulative von 1854 waren bemüht, dem Verlangen der
Lehrer nach eigener besserer und erweiterter
Bildung entgegenzuarbeiten
und einen frömmelnden
Geist in die Schule einzuführen. Unter dem Ministerium
Falk (1872-79), in den
Zeiten des Kulturkampfes,
wo die Schule überhaupt zum Streitobjekt zwischen den Parteien zu werden drohte, wurden die Regulative
wieder beseitigt, und der in ähnlich konfessionellem
Geiste gehaltene Volksschulgesetzentwurf des Ministers von Zedlitz-Trützschler
(1892) stieß auf so heftigen
Widerstand, daß auf seine Durchführung verzichtet werden mußte.
Die Feier von
PestalozzisGeburtstag bewies ebenso wie die großen Lehrerversammlungen der letzten
Jahre, daß die deutschen Volksschullehrer an dem freiern Pestalozzischen
Geiste festhalten wollen, wenn sie inzwischen auch
in der Methode vielfach von Herbart nur allzu abhängig geworden sind. In ihren
Kreisen findet auch der ebenfalls auf
Pestalozzi
zurückgehende
Gedanke einer socialen Pädagogik lebhaftesten Anklang und williges Verständnis, wozu in
Theorie und
Praxis allerlei gute
Ansätze vorhanden sind.
Ungelöst aber ist immer noch die Frage nach dem Verhältnis der Schule zur
Kirche: während man in den meisten deutschen
Staaten an der alten Konfessionsschule festhält und auf der andern Seite
Frankreich es mit einem konfessions-, wenngleich
nicht ganz religionslosen Moralunterricht versucht, hatBaden
[* 4] mit dem
System der Simultanschulen gute Erfahrungen
gemacht und hält sie und im Zusammenhang damit die ausschließlich fachmännische Schulaufsicht trotz aller
Anfechtungen
von konfessioneller Seite tapfer aufrecht.
Unbefriedigt ist dann weiter auch noch das Verlangen der
Lehrer nach einer wesentlich erweiterten und erhöhten
Bildung und
die echt sociale Forderung einer wirklich allgemeinen
Volksschule.
Endlich ist auch die Frage der höhern
Mädchenbildung noch im
Fluß: die preuß.
Verfügung vom ist ein vielfach angefochtener Versuch, der dadurch, daß
er den zehnjährigen Kursus der höhern Mädchenschule principiell auf einen neunjährigen reduziert hat, eher hemmend als
fördernd wirken dürfte. Und ebenso ist für die Mädchengymnasien die rechte Form noch nicht gefunden.
So bleiben auch auf dem Gebiet der Pädagogik dem 20. Jahrh.
Aufgaben zu lösen, welche das 19. zwar gestellt, aber nicht zu Ende
gedacht und geführt hat.
Die
Litteratur zur Geschichte der Pädagogik ist überreich; vgl. die Hauptwerke von
K. von Raumer, K. Schmidt, K. A.
Schmid, die Handbücher von Stöckl,
Schiller und
Th. Ziegler, O. Willmanns
Didaktik, Fr.
Paulsens Geschichte des gelehrten Unterrichts; K. A.
SchmidsEncyklopädie des gesamten Erziehungs- und
Unterrichtswesens,
die bis jetzt erschienenen
Bände der Monumenta
Germaniae Paedagogica, und die seit 1890 erscheinenden Mitteilungen der Gesellschaft
für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, beides von K.
Kehrbach herausgegeben.
ein Nocturno, eine «Fantaisie polonaise»
für
Klavier und Orchester und zwei Hefte Lieder
(Dichtungen von
Adam Mickiewicz, deutsch von A. Nossig) hervorgehoben.
Paderewski-Vereine bestehen in
Amerika, eine von dem Künstler selbst begründete Paderewski-Stiftung für amerik.
Musiker
in Neuyork.
[* 15]
Pakrac, polit. Gemeinde und Hauptort des Stuhlbezirks Pakracz (26435 E.) im
KomitatPožega
in Kroatien-Slawonien, an der Pakra und der
Barcs-Pakraczer Eisenbahn
(Station Pakracz-Lipik, 95 km) im Betriebe der Österr.
Karten sollen zur
Darstellung bringen zunächst die Verteilung von
Meer und Festland in möglichst
eng bestimmten
Perioden der Erdentwicklungsgeschichte, dann aber womöglich auch die Ausgestaltung des
festen
Landes und die hauptsächlichsten
Flüsse
[* 17] und Seen in der betreffenden Zeit. Man hat früher die Verteilung von
Land undMeer in nicht zutreffender
Weise nach der jetzigen
Verbreitung der geolog. Formationen darzustellen gesucht.
Ein solches
Verfahren ist aber unzulänglich; es muß vielmehr auf die spätere Zerstörung der Sedimente
durch Erosion
[* 18] und
Abrasion Rücksicht genommen werden, es müssen die in späterer Zeit entstandenen
Gebirge ausgeebnet werden,
es müssen nach der Beschaffenheit der Sedimente die Küstenlinien und die annähernden Tiefenverhältnisse der
Meere rekonstruiert
werden. Das sind insgesamt sehr schwierige und umfangreiche Untersuchungen, die erst vereinzelt für
kleinere Gebiete oder andererseits von einem ganz einseitigen, z. B. paläontologischen oder
stratigraphischen Standpunkte aus in
Angriff genommen worden sind, und bei denen das subjektive
Urteil des Forschers schwer
ins Gewicht fällt. So sind Paläogeographische Karten immer noch eine der hervorragendsten
Aufgaben der zukünftigen geolog.
Forschung; ihre Lösung wird erst die Geologie
[* 19] zu einer wahren Erdgeschichte machen.
Die Konstruktion von Paläogeographische Karten wird um so schwieriger, je weiter wir in die Vergangenheit der
Erde zurückgreifen, und deshalb giebt die beigefügte Karte: PaläogeographischeSkizzenDeutschlands
[* 20] und der benachbarten
Gebiete, keine
Skizzen aus der Zeit
vor der obern
Trias;
für ältere
Zeiten, z. B. für die besonders interessante
Periode der produktiven
Steinkohlenformation, ließen sich bisher nur einzelne Küstenstriche rekonstruieren wegen der großen
Umwälzungen und der gebirgsbildenden Thätigkeit der Erde in der Permischen
Periode.