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Walter Larden: Inscriptions from Swiss Chalets
Man muß es unserem Klubgenossen ( Mitglied der Sektion Genf ) Dank wissen, daß er so viel Zeit, Mühe und Geld darauf verwendet hat, uns Schweizern in einer vorbildlichen Form zu zeigen, wie solche Sammlungen angelegt werden müssen, um dauernden Gewinn zu bieten und eine sichere wissenschaftliche Behandlung zu verbürgen. Es verschlägt dabei wenig, daß Larden bei der Übersetzung der Inschriften ins Englische oder bei seinen Erläuterungen und Erklärungen, linguistischen und technischen, gelegentlich fehlgreift und Irrtümer begeht. Man darf das einem Manne nicht übelnehmen, der Deutsch erst in reiferen Jahren und als Autodidakt erlernte und die deutschschweizerischen Idiotismen sich von Einheimischen, die nicht immer sprachkundige Leute waren, erklären lassen mußte. Die Hauptsache ist, daß seine Lesungen, auch da, wo sie nicht auf photographischen Aufnahmen beruhen, durchwegs korrekt sind, und daß er Vermutungen ( bei undeutlichen Buchstaben, Verwitterung des Holzes u. dgl. ) immer als solche kennzeichnet. Das Buch zerfällt in zwei Hauptabschnitte: Inschriften aus dem protestantischen Berner Oberland und alle äußerlich; Inschriften aus dem katholischen Lötschental, Saas-Fee und Aroila, hauptsächlich inwendige. Jeder dieser Abschnitte hat eine besondere Einleitung, in welcher der Autor über seine Methode, die Inschriften zu kopieren und zu reproduzieren, über Material der Hauswände, Balken etc., die Technik des Chaletbaues und der Inschriftenerstellung, die daran beteiligten Handwerker und ihr Handwerkzeug Auskunft gibt. In einem Anhang wird ein Versuch gemacht, die Inschriften nach verschiedenen Gesichtspunkten und Schlagwörtern zu klassifizieren, was bei dem ungemein reichen Inhalt keine leichte Sache war, aber Mr. Larden trefflich gelungen ist. Wie bei diesem Appendice beruht, um mich der Worte einer Besprechung in den „ Times " zu bedienen, bei der ganzen Sammlung „ das wirkliche Interesse auf dem Lichte, welches sie auf die Mentalität einer verschwundenen Generation wirft. Von diesem Gesichtspunkte aus kann sie eine wirkliche Hülfe in der Wiederherstellung der Vergangenheit sein und so eine Funktion erfüllen, bei der alte Bücher versagen, weil sie nicht die überlegten Äußerungen von Schriftstellern, sondern die naiven Ausbrüche unbelehrter und abergläubischer Gebirgler aufbewahrt, einer Menschenklasse, welche durch die Schulmeistern auch in den entlegensten Tälern beinahe ausgerottet worden ist. " Aber nicht nur einen allgemeinen Eindruck über eine zum Teil selbst den heutigen Besitzern dieser Holzhäuser unverständlich gewordene Geisteswelt gewinnen wir, sondern ungeahnte positive Vermehrung unserer Kenntnisse über lokale Geschichte und Kultur der in den Inschriften vertretenen Täler, Dörfer und Familien, wofür ich leicht die Beispiele häufen könnte. Ich will dies nicht tun, sondern den Leser auf das Buch selbst verweisen, das in keiner alpinen oder heimatkundlichen Bibliothek fehlen sollte. Unter den ganzseitigen Photographien finden sich auch mehrere, sehr instruktive, von Hausfassaden.
Redaktion.