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Erstmals Regen an Grönlands höchstem Punkt
Hohe Temperaturen haben in Grönland zu einem vermutlich noch nie dagewesenen Ereignis geführt. Auf einer Forschungsstation auf dem grönländischen Eispanzer wurde am Wochenende 14./15. August erstmals Regen beobachtet.
Nicht nur ein paar Tropfen – Forschende auf der NFS Summit Station zeichneten laut dem National Snow and Ice Data Center (NSIDC) in Boulder, Colorado, mehrere Stunden stetigen Regen auf. Die Forschungsstation, auf der sich im Sommer bis zu 50 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen befinden, liegt auf 3230 Metern Höhe, bei 72,58 Grad nördlicher Breite. Das ist innerhalb des Nordpolarkreises weiter im Norden als der nördlichste Punkt Schwedens und von Island etwa ebenso weit entfernt wie Grossbritannien. Niederschlag fällt in dieser Lage üblicherweise durchgehend als Schnee.
In den letzten zehn Jahren schon dreimal über null
Nur dreimal seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1980er-Jahren wurden nahe dem höchsten Punkt Grönlands Temperaturen über null Grad gemessen. In den 2000 Jahren vor der Jahrtausendwende kam es sechsmal vor, das zeigen Untersuchungen von Eisbohrkernen. Seit dem Jahr 2000 sind die Temperaturen aber schon dreimal über den Gefrierpunkt gestiegen, 2012, 2019 und eben am genannten Wochenende.
Wieviel Regen gefallen ist, können die Forschenden nicht genau sagen, da es auf der Summit Station kein Messgerät dafür gibt. Auf dem grönländischen Eisschild sind die Verhältnisse dabei im globalen Ganzen gesehen eher gut: Das Eis über Grönland gewinnt im Durchschnitt jedes Jahr an Masse, weil es mehr schneit, als an Eis abschmilzt. Den Eisverlust an den Küsten kompensiert dieser Zuwachs aber nicht. Grönland verlor während der letzten Jahrzehnte durchschnittlich 300 Milliarden Tonnen Eis im Jahr.
Ursache ist ein Schlenker des Jetstreams
Bisher sah es nach einem guten Jahr für den Eispanzer aus, weil Anfang des Jahres viel Niederschlag fiel. Zwei Wärmeeinbrüche im Juli und Anfang August liessen die Oberfläche aber überdurchschnittlich stark abschmelzen.
Ursache für das aussergewöhnliche Wetter am vergangenen Wochenende ist eine Verlagerung des Jetstreams über Kanada, was warme, feuchte Luft in die Arktis brachte. Nach Ansicht vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden Anomalien im Verlauf des Jetstreams durch die Erderwärmung verursacht.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.
5 Meinungen
Grönland war mal grün
https://www.deutschlandfunkkultur.de/groenland-war-mal-gruen.950.de.html?dram:article_id=1353634 3
Zitat «Auf dem arktischen Eisschild Grönlands hat es bis zum 14. August 2021 wahrscheinlich noch nie geregnet.» – wahrscheinlich!!!3 3
Richtig. Sehr sicher ist das für die Zeit der direkten Messungen vor Ort. Für ein paar tausend Jahre in die Vergangenheit ist es quasi auszuschliessen, das zeigen Modellierungen. «Niemals in der Erdgeschichte» wäre nicht beweisbar.4 1
Die europäische Tiefbohrung NGRIP (North Greenland Ice Core Project) etwa 200 km nördlich über ebenem Fels in den Jahren 1996–2003 ergibt mehr als ein paar Jahrtausende. Es gelang einen 3085 Meter langen Bohrkern zu gewinnen, der 123.000 Jahre zurückreicht, also bis in die Mitte der ‹letzten hohen Warmzeit vor der heutigen›, der Eem-Warmzeit.
Als die Wikinger, Erik der Rote, vor ca. 1000 Jahren an der Südküste von Grönland landete, gab es gerade eine ganz kleine Warmzeit. Dass wenige «grüne Land» war umgeben von Eismassen, ganz nahe an der Küste. 1406 landete das letzte Handelschiff auf Grönland. Danach ist die Überlieferung ganz dünn.2 0
Aus dem Link oben: » Als Beispiel erwähnt Wolfgang Behringer die hochmittelalterliche Warmzeit Europas von rund 1000 bis 1300. Die Temperaturen lagen im Schnitt zwei Grad über den heutigen. Die Vegetationsperiode war länger. Bis in den Norden Norwegens konnte Korn angebaut werden. Die Wikinger besiedelten Grönland, Grünland geheißen, weil dort damals Weidewirtschaft und Ackerbau möglich waren. In England und sogar im südlichen Schottland wuchs Wein. Die Bevölkerung Europas explodierte geradezu. Kultur und Gesellschaft erlebten eine Blütezeit.3 0
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