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«Inanna öffnete ihr Ohr für das Grosse Unten»
Inanna ist inzwischen Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Sie ist eine Göttin und eine Heldin, denn sie macht sich aus freien Stücken auf den Weg in die Unterwelt – in das Reich der Schatten und des Todes. Der «offizielle Grund» dafür ist ihre Teilnahme an Feierlichkeiten zur Beerdigung des Gattens der Göttin der Unterwelt. Er hiess Gugalanna und trug auch den Namen «Stier des Himmels» (wohl von sumerisch Gu-Gal-An-Na, das heisst Erde – Unterwelt – von Oben – hinab; s. Notizen zur sumerischen Sprache).
Sieben Tore zur Unterwelt
Um in die Unterwelt zu gelangen, muss sie aber bei jeden der sieben Tore eines ihrer göttlichen und königlichen Attribute abgeben.
Die Herrscherin der Unterwelt
Zuletzt steht sie nackt und tief gebeugt vor EreshKiGal, der Herrscherin der Unterwelt. Sie wird beschuldigt und stirbt durch das «Auge des Todes». Zuletzt wird ihr Leichnahm an einen Haken an der Wand gehängt.
Wer kann helfen?
Doch Inanna wäre keine Göttin, wenn sie nicht vorgesorgt hätte. Sie hat ihre Gefährtin Ninshubur angewiesen, Hilfe zu holen, für den Fall, dass sie am dritten Tag nicht zurückkehren würde. Ninshubur macht sich also auf. Die Götter Nanna (der Mondgott), und EnLil (der Gott der Luft) weisen sie jedoch ab und sagen: «Aus der Unterwelt kehrt niemand wieder!».
Enki, der Vater und Gott der Weisheit
Doch Enki, der Vater, wird von Trauer um Inanna ergriffen. Er weiss, dass die Herrscherin der Unterwelt in den Wehen liegt, wie eine Gebärende. Aus dem Schmutz unter seinen Fingernägeln erschafft er zwei kleine Wesen, klein genug, um durch die Tore der Unterwelt zu schlüpfen. Sie beklagen gemeinsam mit EreshKiGal deren Not und Schmerzen und gewinnen so ihre Gunst. Indem sie Enkis Weisung folgen, bitten um Inannas Leichnam und besprengen diesen mit Brot und Wasser des Lebens.
Auferstehung
Inanna steht wieder auf.
Auseinandersetzung mit dem Götter-Gatten, dem Hirten
Aber die Richter der Unterwelt verlangen, dass Inanna einen Ersatz für sich finde, denn: «Niemand kehrt aus der Unterwelt wieder nach oben zurück.» Die Galla, die Dämonen der Unterwelt, heften sich zu diesem Zweck an Inannas Seite.
Die Galla, Dämonen der Unterwelt
In der Kraft der Herrscherin der Unterwelt kehrt Inanna wieder an die Oberfläche zurück, dicht gefolgt von den Galla. Zuerst treffen sie auf Ninshubur, die noch immer aus Trauer um Inanna in Sack und Asche gehüllt ist und sich Inanna vor die Füsse wirft. Die Galla wollen über sie herfallen, aber Inanna wehrt ab: «Nein! Sie hat mich gerettet!». Dasselbe gilt für die beiden Kinder «Lulal» (von akkadisch Lugal = König? Er ist ihr Kriegsheld) und Shara (= Sarah? frisiert sie immer wunderschön). Auch ihre Kinder haben Zeichen tiefer Trauer gezeigt und Inanna setzt sich für ihr Leben ein.
Augen des Todes
Da sagen die Galla zu Inanna: «Wir gehen noch mit dir zum grossen Baum». Dort, unter dem Baum, sitzt Dumuzi, der Hirte auf dem Thron, fürstlich gekleidet in den prächtigen Gewändern der ME und erhebt sich nicht. Da richtet Inanna das Auge des Todes auf ihn und die Galla fallen über ihn her und dreschen auf ihn ein.