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dem aber nur ein zweijähriges
Leben beschieden war, und übernahm dann 1887 die Redaktion des vielgelesenen »Corriere
di
Napoli«. Neben ihrer journalistischen Thätigkeit fand sie noch Zeit, eine
Reihe von
Romanen zu schreiben, von denen manche
zu dem Allerbesten gehören, was die moderne italienische Erzählungskunst hervorgebracht hat. Obwohl man sie
zu den
Realisten zählt, hält sie sich doch von den
Extremen dieser
Schule fern, und selbst ihr
Pessimismus wird von einem
Hauche
süditalienischer Lebensfreudigkeit gemildert. Unübertrefflich ist sie in den Schilderungen neapolitanischen
Lebens, wie
in den
Novellen: »Trenta per cento«, »Sogno di
una notte d'estate«, »Terno secco« (deutsch, Stuttg.
1890) u. a.
Ihre besten
Romane sind: »Fantasia« (1883; deutsch,
Jena
[* 2] 1886),
Hiervon geht die Salzanleihe mit 4,4 Mill.
Dinar, welche 1890 zurückgezahlt wurde, ab; dagegen treten 6 Mill.
Din. Salzbons
und 26⅔ Mill.
Din. hinzu, welche für den Rückerwerb der
Eisenbahnen verausgabt wurden. Die
StaatsschuldSerbiens stellt sich
hiernach auf 283,4 Mill.
Dinar. Das
BudgetSerbiens erfährt durch den Erfolg aus dem Rückerwerb der genannten
drei
Regalien eine ganz bedeutende Umgestaltung, welche sich in den außerordentlichen
Resultaten des laufenden
Jahres ausspricht.
Diese drei
Regalien waren bis dahin verlustbringend. Für die
Eisenbahnen hatte der
Staat jährlich 8,9 Mill.
Din.
Annuitäten
sowie 1 Mill.Din. Betriebsdefizit bezahlen müssen, während im laufenden Jahr der Betrieb ein
Mehr von 60 Proz.
aufweist. Die
Einnahmen der Staatsbahnen
[* 9] vom 1. Jan. bis 20. Aug. von 2,8 Mill.
Din. sind um 1 Mill.
Din. größer als im Vorjahr.
Im
Bau begriffen ist die
Eisenbahn nach dem staatlichen KohlenrevierSenje, welche
Linie noch in diesem Jahr
in Betrieb kommen wird.
Für den Rückerwerb des
Salzmonopols von der Anglobank in
Wien
[* 10] wurden 6 Mill.
Din. Salzschatzscheine, welche innerhalb 10
Jahren
tilgbar sind, ausgegeben. Der Salzpreis, welcher von der
Skuptschina genehmigt wird, ist seit
Jahren 16
Din. für 100 kg, während
die
Verträge wegen Lieferung des
Salzes mit der ungarischen
Regierung (zu einem kleinen Teil auch mit der
rumänischen
Regierung) zum
Preise
von 3,80Din. für 100 kg abgeschlossen sind. Aus dem
Tabaksmonopol wurden im J. 1889/90:
6,5 Mill.
Din. gegen 5,3 Mill.
Din. im Vorjahr gelöst, während die
Ausgaben und Herstellungskosten sich
in beiden
Jahren auf nahezu 3 Mill.
Din. beliefen. Der Nettoüberschuß für das mit dem 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr beträgt
3,5 Mill.
Din. gegen 2,2 Mill.
Din. im Vorjahr. Seitdem das
Monopol in die
Verwaltung des
Staates übergegangen ist, haben sich
die Herstellungskosten und
Ausgaben von 58 Proz. auf 46 Proz. ermäßigt.
Die Mängel in den serbischen Finanzverhältnissen liegen hauptsächlich in dem
System der Steuererhebung, ferner darin, daß
die Ministerien nicht ihre etatmäßigen Beträge festhalten, und ferner darin, daß fast das gesamte Hypothekenwesen in
den
Händen des
Wuchers liegt. Die
Zahlung von Hypothekenschulden ist nur auf gerichtlichem Wege zu veranlassen,
und es sind 3 Jahre und mehr notwendig, um ein vollstreckbares
Mandat zu erreichen. Man geht jetzt damit um, eine Nationalhypothekenbank
und ein dem west- und mitteleuropäischen Verhältnissen entsprechendes Hypothekengesetz ins
Leben zu rufen.
Die geplante Heeresreform hatte die Skuptschina nicht vollendet, indes durch mehrere Änderungen des Heeresgesetzes
die von den Radikalen von jeher erstrebte Umgestaltung der Nationalmiliz durchgeführt. Dieselbe bildete neben dem regulären
Heer die Hauptstreitmacht Serbiens, zerfiel in zwei Aufgebote, von denen das erste jährlich höchstens 30, das zweite höchstens 10 Tage
einberufen wurde, und ihre Verpflegung in dieser Zeit fiel ebenso wie die Stellung der Pferde
[* 15] und des Trains
den Wehrpflichtigen oder den Gemeinden zur Last; die Offiziere des zweiten Aufgebots wurden mit Ausnahme der höhern Befehlshaber
aus der Miliz entnommen.
Die österreichische Regierung gab ihre Unzufriedenheit hiermit zu erkennen, indem Kalnocky im Juni 1890 in seiner Rede in
den Delegationen sich über S. beschwerte und die ungarische Regierung die Schweineausfuhr aus S. verbot.
Die serbische Regierung versicherte in lebhafter Weise ihre Unschuld und ihren aufrichtige Wunsch, die freundschaftlichen Beziehungen
zur Nachbarmonarchie aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig versuchte sie aber, sich über Saloniki
[* 25] einen von Österreich unabhängigen
Weg für ihre Ausfuhr an Schweinen und Getreide
[* 26] zu eröffnen, was jedoch nicht gelang.
Die neugewählte Skuptschina wurde mit einer Thronrede eröffnet, welche unter dem Eindruck dieser letzten Ereignisse
die Regierung beglückwünschte, daß das vertragsmäßige Verhältnis zu Österreich, mit welchem S. Beziehungen der Freundschaft
und guter Nachbarschaft zu unterhalten wünsche, wieder in Kraft
[* 28] gesetzt werde. Dem gegenüber hielt es
die radikale Mehrheit für notwendig, in der Antwortsadresse auf die Thronrede dem erhabenen Kaiser des russischen Brudervolkes
den immerwährenden tiefgefühltesten Dank des serbischen Volkes auszusprechen; der Kaiser habe, wie immer, so auch in neuester
Zeit Beweise seines Wohlwollens für S. und das serbische Volk gegeben.
Der Budgetentwurf veranschlagte die Gesamtausgaben auf 57,690,600, die Gesamteinnahmen auf 54,554,000
Dinar, den Fehlbetrag also auf 3,136,900 Dinar; doch wurde derselbe von Sachverständigen weit höher geschätzt, so daß neue
Steuern und neue Anleihen unvermeidlich erschienen. Da dies den Träumen der Radikalen von großen Ersparnissen und der Möglichkeit
der Steuerherabsetzung, wenn sie erst zur Herrschaft gelangt wären, wenig entsprach, so stieß das Budget
in der Skuptschina auf Schwierigkeiten.