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Ryanair erwartet, sich aufgrund der Koronakrise von 3.000 Piloten und Kabinenpersonal zu verabschieden. Darüber hinaus wird das Unternehmen einige Entscheidungen von Wettbewerbern über staatliche Beihilfen in Höhe von rund 30 Mrd. EUR anfechten.
Der Ryanair-Betrieb ist ein weiterer Schlag für die Luftfahrtindustrie, in der Arbeitsplätze schnell verschwinden. Die Mutter von British Airways, IAG, hatte zuvor angekündigt, 12.000 Mitarbeiter in die Warteschleife zu stellen. Bei der skandinavischen SAS werden 5000 Arbeitsplätze verschwinden. KLM kündigte seinen Abgang von 1500 auf 2000 Fachkräfte an.
Laut Ryanair stört unter anderem die milliardenschwere Unterstützung, die Air France-KLM, Lufthansa, Alitalia und SAS zugesagt wurde oder wird, den Markt. Die Notfallpakete trafen auch die finanziell gesünderen Unternehmen, so der Preiskämpfer, der ankündigte, dass er einen Rechtsstreit führen würde. Ryanair-Chef Michael O’Leary bezeichnet die Hilfe als Doping, um „aufgeblähte und ineffiziente“ Konkurrenten in der Luft zu halten.
Ryanair erwartet für das erste Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres, das bis März läuft, einen Verlust von 100 Millionen Euro. Im Berichtszeitraum beförderte das Unternehmen weniger als 1 Prozent der Passagiere, die normalerweise beim Preiskämpfer einchecken. Die Auswirkungen der Krise auf das zweite Quartal, zu dem auch die wichtigen Sommermonate gehören, werden noch schwerwiegender sein. Nach Angaben der Fluggesellschaft wird es sicherlich bis zum Sommer 2022 dauern, bis die Passagierströme wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren.
Das Restrukturierungsprogramm und damit der Arbeitsplatzverlust werden ab Juli umgesetzt. Das Personal, das bleiben darf, sollte bis zu einem Fünftel weniger Gehalt einplanen. Es ist auch möglich, dass Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt werden. Die Interventionen gelten nicht nur für fliegendes Personal. Auch im Büro müssen die Menschen um ihre Arbeit fürchten.
Ryanair erwartet, einen Teil seiner Luftwaffenstützpunkte in Europa vorübergehend zu schließen, bis sich der Flugverkehr erholt. Das Unternehmen befindet sich außerdem in Gesprächen mit dem Flugzeughersteller Boeing, um frühere Bestellungen zu reduzieren. Vertragsanpassungen werden auch mit Leasinggesellschaften ausgehandelt. O’Leary wird sich bis März mit 50 Prozent weniger Löhnen zufrieden geben.