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Die Zähringer
Vor 800 Jahren erlosch mit Herzog Berchtold V. die Hauptlinie der mittelalterlichen Hochadelsfamilie (Adel) von Zähringen. Die Zähringer waren insbesondere Grafen im Breisgau - von wo sie stammten - und im Thurgau, als auch Rektoren bzw. Herzöge von Burgund. Sie gehörten zu den mächtigen Adelsgeschlechtern des 11. und 12. Jahrhunderts, die ihre Herrschaftsrechte in weiten Teilen der heutigen Schweiz und darüber hinaus ausübten, vergleichbar den Lenzburgern, Kyburgern, Neuenburgern, Greyerzern und allen voran den Habsburgern.
Die Gründungsstädte
Die zähringische Adelsfamilie betrieb eine aktive Städtepolitik (Städtegründung), dem Beispiel der Kyburger, Habsburger und Savoyer folgend. Sie alle waren bestrebt, ihre Landesherrschaft zu erweitern und zu festigen. Berchtold IV. gründete 1157 das noch heute als «Zähringerstadt» bezeichnete Freiburg, sein Sohn Berchtold V. um 1191 die Stadt Bern. Der Ausbau der älteren Herrschaftszentren Murten und Burgdorf geht ebenfalls auf die Zähringer zurück.
Der letzte Herzog
Berchtold V. machte das schweizerische Voralpengebiet zum Zentrum seiner Herrschaft. Auch liess der Gründer der Stadt Bern das Schloss Thun errichten. Nach seinem Verzicht auf das Herzogtum Schwaben verlieh ihm Philipp von Schwaben 1198 die Reichsvogtei über Schaffhausen und das Kloster Allerheiligen. Am 18. Februar 1218 starb Berchtold V. ohne Erben, worauf das territorial lose zusammenhängende Zähringer Erbe vollends zerstückelt wurde, was wahrscheinlich die kommunale Verselbstständigung im 13. und 14. Jahrhundert begünstigte.
Der Bär
Der Legende nach war das erste von Berchtold V. auf der Aarehalbinsel erlegte Tier ein Bär, was der Stadt Bern zu ihrem Namen und ihrem Wappentier verholfen haben soll. Westschweizer und Tessiner Sekundarschülerinnen und -schüler der Jahre 1960 bis 1980 erinnern sich vielleicht an diese im damals populären Schulbuch Wir sprechen Deutsch wiedergegebene Anekdote.