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Im Mittelalter war die heute belgische Stadt Lüttich beeindruckend. Die beidseits der Maas gelegene blühende Stadt war von Grachten durchzogen, mit etlichen Türmen geziert und von einer mächtigen Stadtmauer bewehrt. In ihrem Herzen lag ihr kostbarstes Juwel – die St.-Lamberts-Kathedrale. Die Bischof Lambert geweihte riesige gotische Kathedrale stand auf der heutigen Place Saint-Lambert im Zentrum der Stadt. Mit zwei Chören, zwei Querschiffen, drei Längsschiffen, dem Kapellenkranz, ihrem Kreuzgang mitsamt den Anbauten und dem 135 Meter hohen Hauptturm war Notre-Dame-et-Saint-Lambert die Kirche mit dem größten Innenraum im Mittelalter des Westens: sie bot 4000 Menschen Platz.
Im Eifer der französischen Revolution wurde die St.-Lamberts-Kathedrale zwischen 1794 bis 1827 von den Lütticher Stadtbewohnern vollständig zerstört und abgetragen.
Trotz effektiver Absenz ist die St.-Lamberts-Kathedrale jedoch noch immer omnipräsent– Wer deren Darstellungen und ihr Messingmodell gesehen hat, stöbert durch die Stadt und erhofft, sie nach jeder nächsten Ecke doch noch zu finden.
Von Leentje Walliser