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Kubatur
Kubatur
24'372 mᶟ nach SIA 116
Baubeginn
Oktober 2010
Fertigstellung
September 2012
ArchitektIn / Achitektenteam
MIller & Maranta AG, dipl. Architekten ETH BSA SIA
Bauingenieur
Henauer Gugler AG, Zürich
ARCHITEKTUR
Die Villa Patumbah wurde 1883-1885 durch Chiodera & Tschudy für Carl Fürchtegott Grob erbaut. Die bauliche Gestaltung mit üppigen stilistischen Motiven widerspiegelt den materiellen Reichtum des Bauherrn und dessen Erinnerungen an seine ausgedehnten Reisen und Geschäftserfolge in Südostasien. Im Jahr 1929 wurde die Anlage durch Verkauf des seeab-gewandten Teils in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt.
Das vorliegende Bebauungskonzept sieht vor, die räumliche Tiefe des historischen Parkes maximal zu erhalten und den Verlust an historischer Substanz inhaltlich aufzufangen. Entlang den Parkrändern werden zwei unregelmässig geschnittene Volumen platziert, welche sich durch grossflächige Einschnitte und zurückhaltende Farbgebung und Materialität in die Parklandschaft einbinden.
Entlang der durch steinerne Stützmauern und schattige Bepflanzungen geprägten Zollikerstrasse finden sich achtzehn grosse, eingeschossig organisierte Wohnungen. Die ungewöhnliche Gebäudetiefe von beinahe dreissig Metern wird mit grosszügigen, differenziert zonierten Grundrissen überwunden, welche an grossbürgerliche Stadtwohnungen der Jahrhundertwende erinnern. Ins Volumen eingeschnittene Lichthöfe auf der Seite der Zollikerstrasse gliedern das Gebäudevolumen entlang der Strasse. Der starke Bezug zum Park wird über grosszügige, offen gestaltete Wohnbereiche mit Loggien hergestellt.
TRAGWERKSKONZEPT UND BETON
Die Tragstruktur besteht aus schlaff bewehrten Betonwänden und Decken. Die Betonwände
sind als tragende Wandscheiben ausgebildet und bilden zusammen mit den Geschossdecken ein monolithisches Gesamttragsystem zur Aufnahme der teils grossen Spannweiten und
auskragenden Gebäudeteile. Die Gebäudehülle wird als Sichtbetonfassade, wärmetechnisch getrennt vom Gebäudeinneren erstellt. Die in die Erschliessungskerne integrierten Wandscheiben in Gebäudelängs– und Querrichtung gewährleisten die Stabilität des Gebäudes gegen Horizontalkräfte aus Wind und Erdbeben. Die Einspannung dieser Stabilisierungskerne erfolgt über die Untergeschossdecke bzw. der Bodenplatte.
Als Fassadenkonstruktion ist eine Sichtbetonfassade vorgesehen. Um den Bewehrungsgehalt zu minimieren, weist der Beton eine niedrige Hydratationswärme auf (Modero 3B).
Die Ausführung der hohen, verwinkelten Fassaden erforderte ein hohes Mass an Präzision bezüglich Schaltechnik (Typ 4-1-4) und Ausführung. Die Oberflächen wurden leicht sandgestrahlt und mit einer zweifarbig aufgetragenen mineralischen Lasur gestrichen. Die Haptik des bearbeiteten Betons bleibt somit weiterhin sichtbar. Durch den zweifarbigen Auftrag der Lasur entzieht sie sich zudem einer eindeutigen Zuordnung und integriert den Bau in die verschiedenartige Umgebung.
ENERGIE UND NACHHALTIGKEIT
Das Gebäude wird mit einer Erdsonden-Wärmepumpe beheizt und verfügt Dank der optimal gedämmten Gebäudehülle und der Komfortlüftung über ein MINERGIE-Zertifikat. Auf eine ökologische Ausführung wurde Wert gelegt.