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Hier ist eine grössere Villa Rustica zu sehen, welche aus Hauptgebäude, Badegebäude, Mühle, Speicherbau, Tempelbezirk und heute nicht mehr sichtbaren Gebäuden bestand.
Dass die heute sichtbaren Mauerzüge 1973 noch von Wald überdeckt waren, kann man sich nur noch schwer vorstellen.
Beim Hauptgebäude handelte es sich um eine sogenannte Portikusvilla mit Eckrisaliten. Ein Teil dieses Portikus und ein Eckrisalit wurden an Ort und Stelle rekonstruiert. Diese namensgebende Front befand sich im Süden. Nördlich davon befand sich ein Innenhof, die Küchen und im Norden die Wohnräume. Einige dieser Wohnräume waren beheizt.
Das Badegebäude im Nordosten des Hauptgebäudes war mit diesem durch einen Säulengang verbunden. Es bestand aus Frigidarium, Tepidarium, Caldarium, Praefurnium und Latrinen. Letzte sind nicht sicher gedeutet.
Im Südwesten des Hauptgebäudes befand sich die Mühle. Hier wurden drei Trocknungsöfen (Darren) und zwei Mühlsteine gefunden. Da das Getreide nur im Sommer getrocknet wurde, wären die Öfen nicht das ganze Jahr benötigt worden. Deshalb könnte ein gefundenes Steinbecken der Bierbrauerei gedient haben.
Etwas nördlich der Mühle wurde ein weiteres Gebäude freigelegt. Die Grundmauern lassen eine sichere Deutung als Speicher nicht zu.
Westlich der Mühle befand sich der Tempelbezirk. Dessen Umfassungsmauer wurde in einer späteren Phase erweitert. Es wurden die Grundmauern von zehn Kapellen gefunden. Eine wurde rekonstruiert.
Etwas nördlich dieser Stelle wurde der bisher einzige Eingang der Umfassungsmauer des Hofes gefunden. Auch ein Teil der Pflasterung ist hier noch zu sehen.
Die Villa wurde im letzten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts n.Chr. aus Holz erstellt. Etwa 10 Jahre später wurde sie neu in Stein gebaut. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts erfolgte ein grösserer Umbau. Der Säulengang zum Badegebäude wurde erst zu Beginn des 3. Jahrhunderts erstellt. Spätestens um 260 wurde der Hof aufgegeben.