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Erhaltung der Nutzbauten rund um Zermatt. Von Klaus Julen
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als in den Mangeljahren manche Familie froh war um die Erträge aus der eigenen Landwirtschaft, und mit dem Einsetzen der Hochkonjunktur gingen die bäuerlichen Arbeiten in den 1950er und 1960er Jahren rapide zurück. Spätestens in den 1990er Jahren musste die letzte Generation, die nebenbei noch eine traditionelle Kleinlandwirtschaft führte, die Betriebe altershalber aufgeben. Die vielen Nutzbauten im Dorf, in den Weilern, weitherum in der Landschaft standen damit leer. Der Zerfall setzte sichtbar ein.
Deshalb verfolgten Theodor Welschen (1908–1995), Präsident des Kurvereins, und Constant Cachin (1921–1986), erster Kurdirektor im Matterhorndorf, schon in den frühen 1960er Jahren ein gemeinsames Ziel: Sie wollten diese Zeugen der bäuerlichen Lebensweise der Nachwelt erhalten. So beauftragten sie die Gebrüder Guido (1930–2017) und Basil (*1942) Biner, Zimmerleute in Zermatt, die Bauten wieder soweit in Stand zu setzen, dass sie nicht zerfallen konnten. Die beiden Brüder sanierten bereits in den 1960er Jahren mehrere Stadel und Speicher im Dorf, in Winkelmatten, auf den Herbrig und im üssre Mutt den sogenannten
„Siichuschtadl“ – mehrere Bauten waren erfolgreich vor dem Zerfall gerettet.
1972 ergriffen die drei Zermatter Hermann Biner (*1938), Guido Burgener (*1937) und Cäsar Julen (1932–2021) die Initiative. In Fronarbeit sanierten sie zusammen mit einem Dachdecker aus dem Saastal während zwei Jahren im Mutt (Zmutt) weitere Stadel. Vor allem bei Stadeln, in geringerem Masse bei Speichern gibt es viele Eigentümer und es war fast unmöglich, diese zum Unterhalt der Gebäude zu bewegen. Daher setzten sich die Initianten mit dem damaligen Gemeindepräsidenten, Dr. Siegfried Julen (1914–1979), in Verbindung und fanden bei ihm ein offenes Ohr. Seit 1975 deckt die Gemeinde auf eigene Kosten die Stadel, Speicher und seit den 1990er Jahren auch Stallscheunen der sogenannten Stalldörfer wie Hubel, Egge, Balmen und Bodmen, aber auch entlang der viel benutzten Wanderwege.
Wenn nötig, werden im Zuge dieser Arbeiten auch das Fundament bzw. der Unterbau (Stützel) der Stadel und Speicher erneuert. So konnten in den vergangenen 60 Jahren weit über 100 landwirtschaftliche Bauten gerettet werden.
Allen Beteiligten, die sich durch all die Jahre hindurch für die Erhaltung der landwirtschaftlichen Gebäude engagierten, speziell den zahlreichen Gemeinderäten und -rätinnen, den Präsidenten und der aktuellen Präsidentin, gebührt im Namen der Bevölkerung wie der Gäste ein grosses Lob und ein Dank. Ohne das kontinuierliche finanzielle Engagement der Gemeinde wäre dieses beachtliche Resultat nie möglich gewesen.