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Einsendeschluss für Bewerbungen: 30. April | Auswahl: 7. Mai | Aufenthaltsdauer: August - Oktober | Ausstellung: 29. Oktober 2021
SALTS (CH), das Waza Art Center Lubumbashi (DR Kongo) und die Lago Mio Lugano Artist Residency (CH) freuen sich, das kooperationsbasierte Projekt "Quilombo" anzukündigen. Es umfasst ein dreimonatiges Atelierstipendium in zwei Schweizer Städten, eine Ausstellung und einen Katalog. "Quilombo" wird in Zusammenarbeit mit CULTURESCAPES 2021 Amazonas präsentiert.
Wir freuen uns über Bewerbungen von Einzelpersonen oder Duos von kongolesischen, brasilianischen und Schweizer Künstler*innen (siehe "Wir bieten") aus allen Disziplinen, die eine forschungsbasierte Praxis verfolgen oder sich von der unten skizzierten Thematik inspiriert fühlen. Bitte senden Sie Ihr Motivationsvideo (via wetransfer.com, 1 Min.) oder einen Brief (1'000 Zeichen) plus Lebenslauf/Portfolio (PDF) an <email-pii> (En/De/Fr, Deadline 30.04.2021).
Das Projekt ist aus einer persönlichen Einladung zwischen der in der Schweiz ansässigen Institution SALTS und dem im Kongo ansässigen Kunstzentrum Waza hervorgegangen, um ein ganzes Jahr lang zusammenzuarbeiten, sich auszutauschen und voneinander zu lernen, gemeinsam zu programmieren und zu kuratieren.
Einst Synonym für Flucht und Widerstand, steht "Quilombo" heute für eine brasilianische Siedlung von Menschen afrikanischer Abstammung. Anthropolog*innen und Historiker*innen sind inzwischen zu einem neuen Verständnis dieser ländlichen Gemeinschaften gelangt und fordern eine weiter gefasste Definition: Unabhängig von ihrer spezifischen Geschichte teilen die Quilombos kollektive Identitäten und Vorstellungen, die sie mit ihren afrikanischen Wurzeln verbinden und sie den gleichen Kampf führen lassen wie die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo, der Schweiz oder anderswo: gegen Kapitalismus und Rassismus und für die gerechte Verteilung von Ressourcen.
Das Projekt "Quilombo" versucht, an die Idee eines "Black Atlantic" anzuknüpfen, die der britisch-guyanische Historiker und Schriftsteller Paul Gilroy 1993 als "Gegenkultur der Moderne" in den Beziehungen zwischen Afrika, Amerika und Europa prägte. Können wir eine Ästhetik aktivieren, die für gemeinsame Anliegen sensibel ist und sich die Herausforderungen des digitalen Zeitalters zunutze macht, insbesondere in der unerwarteten Konnektivität unserer Pandemie-Ära? Soziale Ungerechtigkeit hat ihre Wurzeln in der Geschichte der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und menschlicher Arbeit und hält bis heute an. Wie kann dies durch eine alternative Lesart der menschlichen Beziehungen zwischen den drei Kontinenten unterminiert werden, indem man sich eine Ökologie vorstellt, die den Humanismus und die Vielfalt stärkt?
Wir bieten:
a) Dreimonatiges Atelierstipendium + Ausstellung (August/September am Lago Mio in Lugano/Schweiz, Oktober im Atelier Mondial in Basel/Schweiz) für eine*n Künstler*in aus der DR Kongo.
b) Dreimonatiges Atelierstipendium + Ausstellung für eine*n Künstler*in aus Brasilien/Amazonien.
c) Residency* + Ausstellung für eine*n Künstler*in aus der Schweiz (*immer willkommen, aber in der Regel zu Hause wohnend)
d) Nicht-physische Residency + Ausstellung für Künstler*innen, die nicht reisen können (persönliche, rechtliche, gesundheitliche Gründe usw.)
Für Details und weitere Informationen zur Bewerbung: bit.ly/applyforquilombo
Die Ausstellung wird erstmals am 29. Oktober 2021 im City SALTS in Birsfelden eröffnet, gefolgt von Wiederholungen im Lago Mio Lugano, WAZA Lubumbashi und São Paulo (tbd). Die Ausstellung umfasst eine gedruckte Publikation, einen einwöchigen Workshop mit Student*innen des Zentrums für Afrikastudien der Universität Basel, eine öffentliche Veranstaltung/Gespräch in Lugano u.a. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem multidisziplinären biennalen Festival Culturescapes präsentiert, das sich 2021 auf Amazonien konzentriert.