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Die Lebensmittelkette
Lebensmittel werden über weite Wege zwischen den Kontinenten transportiert. Lieferketten sind oft sehr lange und undurchschaubar, sodass der Endverbraucher weit vom Ursprung der Lebensmittel entfernt ist. Wer mehr über Lebensmittelverschwendung und -verluste erfahren möchte, sollte wissen, woher seine Lebensmittel ursprünglich stammen.
Eine Studie hat die Menge an Geld ermittelt, welche zur Herstellung von weggeworfenen Lebensmitteln ausgegeben wird. Für die Herstellung all jener Lebensmittel, welche schlussendlich im Abfall landen, werden weltweit rund 1,2 Billionen Dollar ausgegeben (BCG, 2018). Die Zahl ist schwer vorstellbar, deshalb hier ein Vergleich: Mit diesem Geld könnte man 1.066 Golden Gate Brücken bauen (mit dem heutigen Geldwert)!
Woher kommt also all unser Essen und wie kommt es vom Bauernhof auf den Tisch? Die Antwort ist die Lebensmittelkette.
Die Lebensmittelkette besteht aus allen Stadien, welche die Lebensmittel von der Produktion bis zum Verbrauch durchlaufen.
Schauen wir uns also mal einige Grundlagen zur Lebensmittelkette an.
Die Lebensmittel reisen teilweise sehr weit, bis sie auf deinem Teller kommen! Kiwis beispielsweise kommen grösstenteils aus Neuseeland und sind ca. 18.750 km unterwegs, bevor sie bei uns in der Schweiz im Supermarkt liegen (World Trade Map, 2018).
Hier ein Beispiel für das Import-/ Exportmodell: Wird ein Produkt in ein Land eingeführt, wird es importiert. Geht das Produkt aus dem Land, wird es exportiert.
Ein weiteres Beispiel: In Ecuador werden viel mehr Bananen angebaut als für die eigene Bevölkerung benötigt wird. Warum ist das so? Die Bananen werden über Bananenproduzenten in andere Länder verkauft (exportiert). Ecuador ist tatsächlich das Land, das am meisten Bananen exportiert. Im Jahr 2018 entsprach der Bananenexport einem Wert von 13'193'281'000 US-Dollar (World Trade Map, 2018).
Wenn die Banane bei uns auf dem Tisch landet, ist sie ungefähr ein Jahr alt und hat etwa 9'877 km zurückgelegt (die Entfernung von Ecuador in die Schweiz).
Die Lebensmittelkette kann sehr unterschiedlich lang sein. Dies hängt davon ab, ob Lebensmittel verarbeitet werden, oder ob sie roh essbar sind, ob der Landwirt die Umgebung beliefert, oder ob er seine Erzeugnisse exportiert usw.
Um die Lebensmittelkette einfach zu erklären, wird sie während der Reise vom Bauernhof bis zum Teller in fünf Stadien unterteilt. Damit wird es einfacher mess- und evaluierbar, warum Lebensmittel in diesen fünf Stadien verloren gehen oder verschwendet werden.
In diesem Stadium der Lebensmittelkette werden Lebensmittel angebaut oder hergestellt. Jeder Produzent unterliegt Gesetzen sowie lokalen und internationalen Richtlinien. Diese regeln ganz genau, wie Lebensmittel aussehen müssen und welchen Qualitätsstandards sie entsprechen sollten. Diese Standards können Form, Farbe und / oder Grösse betreffen (EU, 2011). Das betrifft beispielsweise:
- Birnen
- Erdbeeren
Zitrusfrüchte
- Kiwis
- Salate
- Pfirsiche und Nektarinen
- Tomaten
- Äpfel
- Weintrauben
- Paprika
Zu den Produzenten gehören: Lebensmittelhersteller, Landwirte, Tierfarmen
Nach der Ernte werden die Lebensmittel gewaschen. Nicht jedes Lebensmittel ist jedoch nach der Ernte direkt essreif. Bananen beispielsweise sind nach der Ernte noch grün: Sie reifen auf dem Weg zum Supermarkt in streng kontrollierten Umgebungen. In dem Video siehst du, was mit einer Banane von der Plantage bis zum Teller passiert.
Schauen wir nun auch noch die Kartoffel an. Vor dem Verpacken werden die Kartoffeln gereinigt und zubereitet. Manche Kartoffelarten füllt man direkt in ihre Verpackungen ab, während man andere in Verarbeitungsfabriken bringt. Dort verarbeitet man sie zu Pommes Frites, Chips, Kartoffelsalaten und anderen Kartoffelprodukten.
Wie bereits erwähnt wurde, sind die Anforderungen an Lebensmittel vielfältig. Einige dieser Standards sollen das Verpacken vereinfachen. Die Standards werden vom EU-Parlament und lokalen Regierungen festgelegt, aber auch der Handel hat hohe Anforderungen. Supermärkte wollen nur die allerbesten Produkte verkaufen und haben deshalb hohe Standardanforderungen. Auch wenn eine krumme Gurke genauso gut schmeckt wie eine gerade, glaubt der Handel, dass die Konsumenten sie nicht kaufen würden.
In diesem Stadium der Lebensmittelkette findet man auch Betriebe, welche Fleisch verarbeiten. Bauern schicken ihre Tiere in Schlachthöfe, wo sie geschlachtet und zerlegt werden und beispielsweise zu Speck, Salami und dergleichen verarbeitet werden.
Verschiedene Lebensmittel, welche wir tagtäglich konsumieren, werden auf irgend eine Art und Weise verarbeitet. So zum Beispiel:
- Kuchen und Kekse
- Fleischprodukte (Speck, Wurst, Aufschnitt, Hackfleisch)
- Getränke (Milchprodukte, Erfrischungsgetränke)
- Müsli
- Fertiggerichte (Quiches, Suppen, Tiefkühlgerichte usw.)
- Brot
- Salate
- Snacks (Schokoriegel, Chips)
- Butter und Käse
Nicht alle verarbeiteten Lebensmittel sind unbedingt schlecht. Einige Lebensmittel müssen verarbeitet werden, damit sie ohne Risiko geniessbar sind. Milch beispielsweise wird pasteurisiert, um schädliche Bakterien zu entfernen. Um Öl herzustellen, müssen Samen gepresst werden.
In diesem Stadium sind Lebensmittel in der Regel am längsten unterwegs, wenn sie vom Verpackungsbetrieb in den Handel, meist in Supermärkten, gelangen. Die meisten Lebensmittel werden in Schiffen transportiert. Dennoch gibt es immer noch viele Lebensmittel, die mit dem Flugzeug transportiert werden, was sehr klimaschädlich ist.
Die Entfernung vom Produzenten zum Konsumenten wird "food mile" genannt. Die Entfernung ist entscheidend für die Berechnung des ökologischen Fussabdruckes der Lebensmittelproduktion, der als „Foodprint" bezeichnet wird.
Was kannst du tun, um deinen Foodprint zu reduzieren? Versuche, deine Lebensmittel lokal und saisonal einzukaufen!
In den Haushalten werden am meisten Lebensmittel verschwendet. Rund 45% der gesamten Lebensmittelverschwendung fällt in den Haushalten an (foodwaste.ch).
Konsum
Die letzte Stufe der Lebensmittelkette ist der Konsum. Hier werden die Lebensmittel (hoffentlich) gegessen. Leider aber werden sie aus vielen Gründen zu Hause verschwendet. Zum Glück aber kann man viel tun, um dies zu verhindern. Hier ein paar wertvolle Tipps, wie du Food Waste Zuhause vermeiden kannst.
Es fliessen viele Ressourcen und viel Zeit und Mühe in die Lebensmittel, die wir tagtäglich essen. Je besser wir dies verstehen, desto mehr Respekt entwickeln wir für unsere Lebensmittel und desto weniger wird hoffentlich verschwendet!