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Indien: russische Exportfinanzierung für Kudankulam
Der im Protokoll festgeschriebene Exportkredit decke mit USD 3,4 Mrd. rund 85% der russischen Bauarbeiten, Lieferungen und Dienstleistungen für Kudankulam-3 und -4, schreibt die Nuclear Power Corporation of India (NPCIL) in einer Medienmitteilung. Ein weiterer staatlicher russischer Kreditrahmen von USD 800 Mio. (CHF 795 Mio.) stehe für die Finanzierung von bis zu 85% der Kernbrennstoffe und Regelelemente zur Verfügung. Die Laufzeit der Kredite beträgt 14 Jahre beziehungsweise 4 Jahre bei einem Zins von 4%. Die Rückzahlung beginnt ein Jahr nach der kommerziellen Inbetriebnahme der Einheiten.
Die Gesamtkosten des Neubauprojekts sind auf INR 320 Mrd. (CHF 5,7 Mrd.) veranschlagt. Die indische Regierung plant, etwas mehr als die Hälfte davon, nämlich INR 170 Mrd. (CHF 3,0 Mrd.), durch den russischen Staatskredit finanzieren zu lassen.
Acht Einheiten geplant
Der Standort Kudankulam an der Südspitze Indiens bietet Raum für insgesamt acht Einheiten. Zwei fortgeschrittene WWER-1000-Blöcke russischer Bauart sind bereits im Bau. Laut NPCIL steht Kudankulam-1 kurz vor der Inbetriebnahme. Die Aufnahme der kommerziellen Stromerzeugung von Kudankulam-2 ist für März 2013 geplant.
Langjährige Zusammenarbeit
Die indisch-russische Zusammenarbeit besteht seit über zwei Jahrzehnten. Bereits im November 1988 unterzeichneten Indien und die damalige Sowjetunion ein umfassendes zwischenstaatliches Abkommen. 1998 schlossen Indien und Russland ein Zusatzabkommen, das den Bau von Kudankulam-1 und -2 beinhaltete. Eine weitere zwischenstaatliche Vereinbarung besiegelte Ende 2008 die Unterstützung Russlands beim Bau von zwei weiteren Kernkraftwerkseinheiten in Kudankulam. In der mit Russland im März 2010 festgelegten Roadmap wurden die Schritte für den Bau von Kudankulam-3 und -4 zeitlich fixiert.