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An dem Kongress, der sich mit allen Aspekten der Erkrankungen des Verdauungsapparates, von Leber und Bauchspeicheldrüse beschäftigt, nehmen rund 9000 Experten teil. Eines der Themen ist das Pankreaskarzinom, das gemeinsam mit dem Lungenkarzinom zu den am schlechtesten behandelbaren Krebsleiden zählt.
"Bei Dickarmkrebs lag die Fünf-Jahres-Überlebensrate zwischen 2008 und 2012 bei 70 Prozent. Beim Bauchspeicheldrüsenkarzinom waren es nur sieben Prozent", erklärte Femme Harinck vom Erasmus Medical Center in Rotterdam. Die Chancen der Patienten hätten sich innerhalb von zehn Jahren kaum verbessert. "Mehr als 80 Prozent der Erkrankungen werden erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die Symptome treten erst spät auf."
Erkrankungszahlen steigen
Dabei ist die Entwicklung der Erkrankungszahlen beängstigend. Nuria Malatas vom Spanischen Krebsforschungszentrum sagte: "In den USA dürfte die Häufigkeit der Pankreaskarzinome von 40 pro 100'000 Einwohner im Jahr 2010 auf 70 je 100'000 Menschen im Jahr 2030 zunehmen." Die Sterblichkeit durch diese Erkrankung wird dann unter den Tumorleiden nur noch vom Lungenkarzinom übertroffen werden.
Bereits kommendes Jahr wird es in Europa mehr neu diagnostizierte Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs geben als Mammakarzinom-Fälle (rund 90'000), deren Zahl stabil bleibt. 2001 wurden in der EU rund 60'000 Pankreaskarzinomerkrankungen diagnostiziert, 2017 werden es rund 100'000 sein.
Entzündungen beteiligt?
Die Ursachen dafür sind unbekannt. "Chronische lokale Entzündungen dürften zu einem höheren Risiko führen", sagte die Expertin. Der Verdacht fällt auch auf chronische Zahnfleischentzündungen und die daran beteiligten Bakterien. Ein Mix aus Diabetes, Adipositas, Bluthochdruck und Tabakkonsum scheint ebenfalls gefährlich zu sein.
"Andererseits haben Menschen mit Heuschnupfen oder Asthma ein geringeres Risiko", sagte Nuria Malatas. Ähnliches werde bei den ganzen Körper betreffenden Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel bei chronischer Polyarthritis (Gelenksrheuma) beobachtet.
Gute Screeningprogramme gibt es noch nicht. Am ehesten könnten sie mit bildgebender Diagnostik bei Menschen Erfolg haben, in deren Familien gehäuft Pankreaskarzinome diagnostiziert worden sind. Das sind aber nur rund sieben Prozent der Fälle. Ausserdem müssten auch in dieser Gruppe erst Marker gefunden werden, welche Personen mit dem höchsten Risiko identifizieren könnten.