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Beim Empfang am Denkmal hängte Indiens Premierminister Narendra Modi seinen Gästen Schals um den Hals - ein typisches Begrüssungsritual in Indien. Anschliessend wurden bei einer Zeremonie Kränze niedergelegt: Kanzler Olaf Scholz, US-Präsident Joe Biden und die anderen Spitzenpolitiker hielten kurz inne.
Auch Russlands Aussenminister Sergej Lawrow, der Kremlchef Wladimir Putin bei dem G20-Treffen vertrat, war beim Besuch der Gedenkstätte dabei. Das war ein Unterschied zum Gipfel auf Bali im Vorjahr, der ebenfalls im Schatten des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stand und wo Lawrow noch am Abend des ersten Gipfeltags vorzeitig abgereist war. Der Besuch der Gandhi-Gedenkstätte war diesmal der einzige Termin ausserhalb des Gipfel-Konferenzzentrums, bei dem die G20 sich gemeinsam vor Kameras zeigten. Auf das früher übliche Familienfoto wurde wie schon 2022 verzichtet.
Gandhi hatte den gewaltfreien Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft angeführt, der 1947 in die Unabhängigkeit Indiens führte. Gandhi wird in Indien als Vater der Nation verehrt und auch im Ausland geschätzt.
Im Januar 1948 wurde er in Neu Delhi vom radikalen Hindunationalisten Nathuram Godse ermordet. Hintergrund war, dass dieser Gandhis Vision ablehnte, dass die hinduistische Mehrheit und die muslimische Minderheit friedlich zusammenleben sollen. Godse wollte stattdessen ein Land, wo Hindus das Sagen haben. Auch heute noch feiern einige Godse als Patrioten. Hindunationalisten stellen derzeit die Regierung in dem multireligiösen, aber mehrheitlich hinduistischen Land.