Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03388.jsonl.gz/971

Der Kaffeeanbau
Kaffeeanbau in der Welt
Brasilien, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, San Salvador und Hondura, sowie den afrianischen Ländern Äthiopien und Kenia. Die Robusta-Sorten werden überwiegend in Vietnam, Indonesien, Brasilien, Elfenbeinküste, Indien, Uganda, Kamerun und den Philippien angebaut.
Kaffee aus Brasilien: Brasilien und der Kaffee: eine janusköpfige Geschichte. Der „Cafezinho“ ist im Land allgegenwärtig: starker, schwarzer Kaffee, in kleinen Tassen serviert und „brühheiß“ in einem Zug getrunken. Die Brasilianer sind auf dem besten Wege, den Spitzenreiter im Kaffeeverbrauch, die USA, zu entthronen. Von 48 Mio. Säcken Kaffee verschwanden im Jahr 2010 in brasilianischen Kehlen mehr als 37 %.
Brasilien und seine Kaffeeanbaugebiete: Mehr als 200 Mio. Brasilianer bevölkern eine Landfläche, die mehr als 47 % Südamerikas einnimmt. Den Norden des Landes prägen die Regenwälder des Amazonas Tieflandes, Gebirge und Hochebenen dominieren die südlichen Regionen Brasiliens. Alle Großstädte liegen – bis auf die Hauptstadt Brasilia – an der Atlantikküste.
In der Nähe des Atlantiks befindet sich auch der Ciclo do Café – das Dreieck zwischen Rio de Janeiro, São Paulo und Belo Horizonte. Diese Regionen, sowie die Savannen Zentralbrasiliens und der weiter südlich gelegene Bundesstaat Paraná liefern ca. 98 % der brasilianischen Kaffee-Ernte. Angebaut wird Kaffee in kleinerem Umfang jedoch in 17 von 26 Mitgliedsstaaten des föderalistisch organisierten Landes.
Die Kaffeesorten der atlantischen Küstenregionen zeichnen sich durch ihr Seewasseraroma aus. Dieser spezielle Kaffeegenuss wird besonders in Nordafrika, in Osteuropa und dem Mittleren Osten geschätzt. Kultiviert werden zudem zahlreiche Arabica-Sorten mit unterschiedlichen Aromen, auch Robusta-Arten, in Brasilien „Conillon“ genannt. Eine Wiederentdeckung sind köstliche alte Arabica Bourbon Santos Kaffeesorten im Cerrado: Weiche, mild-würzige Aromen korrespondieren mit einem Hauch von Vanille.
Kaffeeverarbeitung: Für brasilianischen Kaffee gelten drei Kategorien: gewaschene Bohnen – „Milds“, ungewaschene, sonnengetrocknete Rohware – „Brazil“ sowie „Other Arabics“.
Für brasilianischen „Mild“ Kaffee (gewaschen) braucht es einen einheitlichen Reifegrad. Also müssen die Früchte sortiert werden. Die Separation und Reinigung (Pulping) erfolgt durch fließendes Wasser. Innerhalb von 12 bis 24 Stunden müssen die Kaffeebohnen weiter verarbeitet werden. Im nächsten Arbeitsschritt durchlaufen sie eine Walzenquetschmaschine. Die Kaffeekirschen werden zur Fermentierung in ein Becken verbracht und verbleiben dort – je nach Witterung – 6 bis 80 Stunden. Anschließend trocknen die Kerne in der Sonne oder werden maschinell getrocknet. Zum Abschluss wird das Pergamenthäutchen der Bohne entfernt.
Ein Teil des brasilianischen Kaffees wird trocken aufbereitet („Brazil“). Während der mechanischen Ernte erfolgt die Vorsortierung der Früchte. Sie werden ausgebreitet und das Fruchtfleisch trocknet an der Sonne. Dieses Verfahren verstärkt den kräftigen Geschmack der Bohnen und den Koffeingehalt. Das trockene Fruchtfleisch wird mechanisch entfernt – zuletzt auch die Pergamenthaut, die den Kern umgibt.
Kaffee aus Guatemala – mondäner Genuss aus einem bewegten Land: Guatemala ist ein kleines, aber bevölkerungsreiches Land. 15 Millionen Einwohner leben auf einer Fläche, so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Hier, im Süden der Halbinsel Yucatán, befindet sich die kulturträchtige und farbenfrohe geografische Mitte des Kontinents Amerika. Unterschiedliche Klimazonen und eine reiche Vielfalt an verschiedenartigen Landschaften sowie eine reiche Fauna und Flora zeichnen das Land aus. In diesem Land der Vulkane und uralten indianischen Kulturstätten entstand ein kulturelles und wirtschaftliches Gefüge, in dem auch der Kaffeeanbau schon sehr lange einen festen Platz hat. Guatemaltekischer Kaffee wird an den fruchtbaren Berghängen der Vulkane angebaut und geerntet. Er hat ein herzhaftes und zugleich vollmundig-sanftes Aroma mit unverwechselbaren rauchigen Untertönen. Diese Aromen sind Kinder der vulkanischen Erde, geboren im Wechselspiel heißer Tage und kühler Nächte. Die Kaffeevarietäten aus Guatemala zählen heutzutage wieder zu den hochwertigsten weltweit.
Hochlandkaffee aus Guatemala: Die bekanntesten guatemaltekischen Kaffeeanbauregionen befinden sich westlich von Guatemala-City. Fruchtbare Vulkanböden und gemäßigtes Klima bieten hier beste Voraussetzungen für den Anbau von Arabicakaffee.
Kaffee und Kaffeeanbau aus Kolumbien: Kolumbien zählt zu den führenden Kaffeeanbauländern weltweit. Die kolumbianischen Arabica Kaffees zeichnen sich durch einen vollen, weichen Geschmack aus – je nach Sorte unterlegt mit frischen Zitrus- oder süßlichen Nussaromen. Die feinsten Kaffeequalitäten werden in der Region Medellin angebaut: Die Ausgewogenheit dieses Kaffees und sein kraftvoller Körper machen ihn bei relativ geringem Koffeingehalt zu einem Spitzenkaffee, für den Höchstpreise erzielt werden.
Kolumbianische Kaffeehistorie: Erst Anfang des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Kaffeepflanzen nach Kolumbien. Ein katholischer Geistlicher, der auf den Antillen lebte, brachte sie über Venezuela nach Kolumbien. Sehr schnell wurde klar, dass die klimatischen Bedingungen Kolumbiens sich optimal für den Kaffeeanbau eignen. Die Durchschnittstemperaturen bewegen sich beispielsweise in Medellin und Cali zwischen 24 und 26°C. Kaffee gedeiht am besten in tropischen Regionen mit geringen Temperaturschwankungen. Inzwischen nimmt Kolumbien im Reigen der Kaffeeanbauländer – nach Brasilien und Vietnam – weltweit den dritten Platz ein.
Kolumbien und das FNC Kaffeezentrum „Cenicafé“ gelten als führend auf dem Gebiet des Kaffeewissens, innovativer Kaffee-Technologien und der Kaffeeforschung. Der nationale kolumbianische Kaffeebauernverband FNC veranstaltete im September 2014 mit 400 Wissenschaftlern aus 34 Ländern die 25. internationale Konferenz zur Kaffeeforschung „ASIC“. Diese Konferenz tagt im Abstand von 2 Jahren und dient dem wissenschaftlichen Austausch der Kaffee-Experten sowie Vertretern der Kaffeebranche. Kolumbien ist weltweit der größte Erzeuger von Arabica Kaffee. Kolumbianischer Arabica Kaffee ist von hervorragender Qualität und wird sortenrein in alle Welt verkauft. Kaffees aus Kolumbien zählen zu den besten der Welt.
Kaffeeanbau an den Berghängen Kolumbiens: Die Kaffeebäume der Sorte Arabica sind hitzeempfindlich. Im Herzen Kolumbiens – im Kaffeedreieck Risaralda/Quindio/Caldas – finden sie in Höhenlagen zwischen 1000 und 2000 Metern beste Wachstumsbedingungen. Die Berghänge der Regionen Caldas, Antioquia, Cundinamarca, Norte de Santander und Tolina sind von Kaffeeplantagen bedeckt. Für etwa 2 Millionen Kolumbianer bildet der Kaffeeanbau die Lebensgrundlage. In der Vergangenheit wurden auch in Kolumbien große Flächen tropischen Waldes gerodet und für Plantagen nutzbar gemacht. Eine typische kolumbianische Kaffeekulturlandschaft befindet sich in der Region Caldas um Manizales und Chinchiná. 2011 wurde diese spezielle Landschaftsformation in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen. Auch das Departement Risaralda bietet mit seiner fruchtbaren Vulkanerde ideale Nährböden für den Kaffeeanbau und das durchgängig milde Frühlingsklima Quindios – des kleinsten Departements Kolumbiens, mit seiner Hauptstadt Armenia ist wie geschaffen für die Kultivierung von Arabica Kaffee.
Die Haupterntezeit für kolumbianischen Kaffee liegt in der Zeit zwischen September und Dezember. Von April bis Juni wird nachgeerntet. In Kolumbien überwiegt – im Gegensatz zu den überwiegend maschinellen Ernteverfahren des Nachbarlandes Brasilien – das Pflücken der Kaffeekirschen mit der Hand. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass nur die reifen Kaffeekirschen geerntet werden: eine Garantie für die hohe und homogene Qualität des kolumbianischen Kaffees.
Die geernteten Kaffeekirschen werden maschinell gewaschen und ruhen dann für ca. 30 Stunden in sonnenbeschienenen großen Becken. Diese Fermentation der Früchte verstärkt das Aroma und den Koffeingehalt der Kaffeebohnen. Anschließend werden die Kaffeefrüchte in der Sonne getrocknet: entweder auf den Hausdächern der Kaffeebauern oder unter Glas. Im weiteren Verarbeitungsvorgang werden das Fruchtfleisch und das Pergamenthäutchen von den Kaffeesamen entfernt. Die Kaffeebohnen werden in Einheiten von 60 kg Säcken abgefüllt.