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In Siviez gibt es einen grossen flachen Stein, auf dem man den Abdruck von zwei eingedrückten Knien sieht; man sagt, dass dies die Spuren des Heiligen von Siviez sind. Entdecken Sie seine Legende!
Vor langer Zeit lebte in dieser abgelegenen Gegend, weit entfernt von allen Behausungen, ein einsamer und geheimnisvoller Mann. Er verliess nie sein Refugium, nicht einmal, um an der Sonntagsmesse teilzunehmen. Die Dorfbewohner, für die sowas trotz der Entfernung ein schweres Vergehen war, alarmierten den Pfarrer der Gemeinde, der ihn daraufhin zu sich nach Hause bestellen liess, um ihn eines Besseren zu belehren.
An einem Sonntagmorgen begab sich der Einsiedler zu dem Kirchenmann, der ihm sofort den Grund für seine Einladung erklärte. Plötzlich fiel ein Strahl der aufgehenden Sonne in das Zimmer, in dem sich die beiden Männer befanden. Der Einsiedler zog seinen schweren Mantel aus und warf ihn auf den Sonnenstrahl, der fest wurde und den Mantel zurückhielt. Er wandte sich an den verblüfften Priester und bedeutete ihm, es ihm gleich zu tun. Doch der Mantel des Kirchenmannes fiel einfach zu Boden.
Der Pfarrer spürte sofort, wie seine Skrupel verschwanden, und empfand einen grossen Respekt für den Mann, der vor ihm stand. Er bat ihm um Verzeihung und der Einsiedler kehrte daraufhin zu seinem Berg zurück und nahm sein kontemplatives Leben wieder auf.
Viele Jahre vergingen. An einem strahlenden Frühlingstag begannen die Kirchenglocken der Gemeinde lautstark zu läuten, ohne dass jemand etwas damit zu tun hatte. Der gute Pfarrer wusste sofort: Das ist der Heilige, dessen irdisches Leben zu Ende gegangen ist. Zusammen mit einigen Männern machte er sich auf den Weg zur Höhle des Einsiedlers. Auf einem schönen, mit Blumen geschmückten Bett schlief der Heilige seinen letzten Schlaf, umgeben von zwei Kerzen, die von den Engeln des Himmels angezündet wurden.