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Generationengemeinschaft, was ist in der Buchhaltung zu berücksichtigen
Eine Generationengemeinschaft kann eine ideale Übergangslösung bis zur definitiven Hofübergabe sein. Sie stellt aber auch meist grössere Anforderungen an Kommunikation und Buchführung.
„Die höheren Kosten durch den buchhalterischen Mehraufwand werden bei der Gründung oftmals unterschätzt.“
Worauf ist bei der Gründung einer Generationengemeinschaft zu achten?
Die rechtliche Grundlage der Generationengemeinschaft ist eine einfache Gesellschaft nach OR Art. 530 bis 551.
Sie ist die vertragliche Bindung zwischen zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks mit gemeinsamen Kräften und/oder Mitteln. Eine einfache Gesellschaft bildet nach aussen keine rechtliche Einheit. Sie besitzt keinen Firmennamen, ist nicht im Handelsregister eingetragen und besitzt kein Sondervermögen der Gesellschaft; das Vermögen ist Gesamteigentum der Gesellschafter.
Bevor eine Generationengemeinschaft gegründet werden kann, gilt es zu überlegen, ob der bis anhin von den Eltern erwirtschaftete Betriebsgewinn auch für zwei Partien ausreicht. Ist für die abtretende Generation genügend Einkommen bis zum Rentenalter garantiert?
Was sind die Beweggründe zur Errichtung einer Generationen-Gemeinschaft?
- Einblicke und Teilnahme der jungen Generation an der Betriebsführung vor der Hofübernahme;
- Hofübergabe kann bei jüngeren Eltern noch aufgeschoben werden;
- die jüngere Generation kann bereits Eigenkapital für die späterer Betriebsübernahme bilden, sofern der Gewinnanteil in der GG belassen wird und nicht ausbezahlt wurde;
- die Einkommensteilung entspricht der tatsächlichen Leistung und das Betriebsrisiko wird geteilt;
- Möglichkeit der jungen Generation, Starthilfe-Kredit zu beantragen, um dringend notwendige Investitionen zu tätigen; diese ist bis zum 35. Altersjahr zu beantragen
- Voraussetzung für Baubewilligung, da die Weiterführung des Betriebs gesichert ist;
- Gleichmässige Einkommensverteilung, was die Steuerprogression bei den Eltern bricht.
Was sind die Anforderungen?
- gutes Einvernehmen und gegenseitige Toleranz;
- Abklärungen vorab mit dem Amt für Direktzahlungen, ob alle Anforderungen zum Erhalt erfüllt sind; ist die ältere Generation über 65 Jahre, werden die DZ anteilsmässig gekürzt, daher rechtzeitig eine Hofübergabe realisieren.
- Errichten eines Generationenvertrags;
- Eröffnen eines Geschäftskontos auf die GG lautend;
- Anmeldung bei SVA und Abschluss von Versicherungen für den neuen Teilhaber;
- zusätzliche Buchhaltung (Buchhaltung Gemeinschaft und Liegenschaften-Buchhaltung).
Vertrag Generationengemeinschaft, was muss geregelt werden?
- Dauer des Vertrags;
- Wert des eingebrachten Inventars, Kapitalien der einzelnen und evtl. Verzinsung;
- Verteilung des Gesamteinkommens;
- Arbeitsleistung, ausserbetriebliche Tätigkeiten, Freizeit und Ferien, Krankheit und Unfall;
- Abgeltung der Nutzung von Gebäuden und Land, Anteil der Gemeinschaft an kleineren Unterhaltskosten (analog Pächter);
- Verrechnung von allgemeinen Kosten (Strom, Wasser, Auto, Telefon etc.);
- Auflösung und Liquidation.
Was ändert sich mit der Gründung einer Generationengemeinschaft?
- beide Partner gelten als selbständig erwerbend;
- AHV-Beiträge werden auf dem Gewinnanteil jedes einzelnen erhoben;
- Wechsel zu einer einfachen Gesellschaft;
- es müssen zwei separate Buchhaltungen geführt werden (grösserer Zeitaufwand und zusätzliche Kosten).
Wie sieht die Buchführung im Detail aus?
Die bestehende Buchhaltung der Eltern wird zur Liegenschaftsrechnung. Das in die Generationengemeinschaft eingebrachte Inventar wird in der Buchhaltung der Eltern in der Regel zum Einbringungswert ausgebucht und in der neuen Buchhaltung der Generationengemeinschaft über das Eigenkapital eingebucht. Bringt die junge Generation ebenfalls schon Maschinen mit, sind diese zum bisher deklarierten Steuerwert, aber maximal zum Verkehrswert in die Buchhaltung einzubringen.
|Liegenschaftsrechnung

(Die Gebäude und das Land bleiben im Besitz der Eltern)
|Generationenbuchhaltung (GG)

(Inventar und Kapitaleinlagen gemäss Generationenvertrag)

||Führen von Privatkonten für jeden Teilhaber zur

Verbuchung von:
Die Berechnung der Gewinnanteile erfolgt nach Abschluss der Jahresrechnung mit einer separaten Gewinnverteilung.
Ein eventueller Zins auf den eingebrachten Kapitalien wird ermittelt und gutgeschrieben. Die privaten Kapitaleinlagen/Rückzüge sowie der Saldo auf den Privatkonten werden hier mit den Gewinnanteilen verrechnet und den Eigenkapitalien der Teilhaber gutgeschrieben oder abgezogen. Der Anteil an liquiden Mitteln auf den GG-Bankkonten wird wunschgemäss aufgeteilt.
In die Steuererklärung werden die folgenden Werte übertragen:
Gewinnanteil nach Abzug der persönlichen Beiträge SVA, ausgewiesenes Eigenkapital in der GG investiert, Kapital- und Zinsanteil auf den gemeinsamen Bankkonten
AGRO Treuhand Region Zürich AG
Beata Winzeler