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Die Geschichte vom Soldaten
2017 / 2020
Als Igor Strawinsky 1917 die "Geschichte vom Soldaten" – eine erzählte Moritat mit Schauspielern und Orchester – konzipiert, lebt er im Exil am Genfer See. Die Auswirkungen des Krieges sind auch in der Schweiz zu spüren, die Theater bleiben geschlossen. Aus der Not heraus legt Strawinsky sein musikalisches Märchen so schlicht und kleinbesetzt wie möglich an – ein Gebot der angespannten finanziellen Situation, aber auch der neuen "Ästhetik der Einfachheit“. Gemeinsam mit dem Waadtländer Dichter Charles-Ferdinand Ramuz entwirft Strawinsky die Struktur: Ein Erzähler skizziert die Handlung in der Manier eines Moritatenvortrags mit Musik, ganz im Stil der alten russischen Jahrmarkterzählungen und Gauklerbühnen. Er trägt die Geschichte des Soldaten und dessen Geige vor, der sich auf einen Handel mit dem Teufel einlässt, danach aber den Fünfer und das Weggli möchte... Das Stück wird 1918 mit einem Septett, einem Erzähler und zwei Schauspielern uraufgeführt. Kurz darauf schreibt Stravinsky eine kürzere Fassung für ein Trio mit Klavier, Violine und Klarinette.
Blaubart haben die herb poetische, nahe am französischen Original liegende Übersetzung von Mani Matter aus dem Jahr 1963 verwendet, den Text etwas gekürzt und sich auf den Leib geschrieben. Der Geiger wird zum Soldaten und Erzähler, der Klarinettist gibt den Teufel und die Pianistin wird zur Prinzessin… Der rhythmisch gepfefferten und leicht verschrobenen Musik Strawinskys (Marsch, Ragtime, Tango, Walzer, Choral...) fügen sie eigene kleine Stücke bei, allerdings mit grosser Achtung vor dem Können des Meisters und der von Ramuz so gewitzt und zeitlos erzählten Geschichte.
Vorhang auf!
Blaubart spielt Blaubart
2015 - 2017
Herrrreinspaziert, das Böse lauert überall! Dieses Programm von Blaubart steht ganz im Zeichen seines Namenpatrons. Die Legende über den Frauenmörder Blaubart wurde erstmals vor über dreihundert Jahren in einer französischen Märchensammlung niedergeschrieben. Bis heute beflügelt diese Urgeschichte des Schauermärchens die Fantasie unzähliger Musiker/innen und Schriftsteller/innen. So auch Blaubart. Die Musik des Trios ist sowohl vom Jazz, wie auch von klassischer Kammermusik geprägt. Eigenkompositionen und Improvisationen lassen musikalische Gegensätze aufeinandertreffen – subtil und expressiv. In der von Béla Bartók inspirierten Interpretation des Trios Blaubart nimmt die düstere Sage eine unerwartete Wendung…
Bei der Aufnahme oben handelt es sich um die ganze Aufführung des Programms in der ehemaligen Wäscherei Patyolatt in Budapest (https://youtu.be/bvOBLrldyjo)
Unten ein Ausschnitt aus der CD: Wuchs (Ch. Wirth), Halle 5 (M. Keller)
Blaubart spielt Blaubär 2012 / 2013
Musikalische Lesung / szenisches Konzert aus dem Roman
"Die 13 ½ Leben des Käpt‘n Blaubär" von W. Moers
Nach rein musikalischen Programmen hat sich Blaubart für dieses Projekt mit dem Schauspieler Julius Griesenberg zusammengetan, um das Allerneuste aus seiner Küche zu präsentieren: Eine ureigene Adaption des Kultbuchs "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" von Walter Moers.
An dieser musikalischen Lesung stehen eigene Kompositionen und freie Elemente gleichwertig nebeneinander, zudem kommt Dimitri Schostakowitschs Musik zu Ehren.
Julius Griesenberg liest ausgewählte Episoden und schlüpft dabei in verschiedene Figuren. Die drei Musiker interpretieren die Musik auf ihre Weise: frech, zart, dröhnend, verführerisch, melodiös, tiefsinnig, rabautzig und manchmal qwertig. Qwertig?
Mit Hilfe seines „Lexikons der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung“ erläutert Prof. Dr. Abdul Nachtigaller einzelne Begriffe, welche für das Verständnis Zamoniens von Bedeutung sind. Mit einfachen gestalterischen Mitteln bedient der Erzähler ausserdem einen antiquierten Hellraumprojektor und lässt so verschiedene Szenen oder Figuren auch visuell aufleben
Mit grossen Ohren und einer erfrischenden Unberechenbarkeit begibt sich das Ensemble mit der geneigten Zuhörerschaft auf phantastische Reisen...
Blaubart spielt Bartòk und Eigenes 2008 / 2009
Im Zentrum ihres ersten Programms stand das Stück „Contrasts“, eine Komposition für Violine, Klarinette und Klavier von Béla Bartòk. In Verbindung mit eigenen Kompositionen und frei improvisierter Musik kamen rein musikalische Konzerte und Programme in Kombination mit gelesenen Texten zur Aufführung.