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Das Prinzip von Gewinn und Verlust ist im menschlichen Denken allgegenwärtig und tief verankert. In diesem Teisho steht es exemplarisch für den Dualismus aller illusorischen Wahrnehmung. An Hand des Zen-Kōans von zwei Mönchen, die eine Rollvorhang aufziehen, erläutert H. Platov die Relativität der Gegenstandswelt und deren Überwindung. Er erlaubte sich, den Hintergrund der Geschichte frei zu gestalten, den genauen Wortlaut findet man in der bekannten Kōan-Sammlung „Mumonkan“ im Fall 26.
Zwei Mönche rollen einen Vorhang hoch
Im Zen gibt es hauptsächlich zwei Schulen: Die Rinzai-Zen-Schule und die Soto-Zen-Schule. Eins haben sie gemeinsam, und das ist Zazen, die sitzende Form der Meditation. Aber die Rinzai-Schule benutzt ein Upāya, ein geistiges Werkzeug, das in der Soto-Zen-Schule weniger zur Anwendung kommt. Das sogenannte Kōan.
Das folgende Kōan basiert auf einem alltägliches Geschehen in einem Zen-Tempel: Ein Zen-Meister hatte einen anderen Zen-Meister zu sich zum Tee eingeladen. Sie sassen zusammen, als der Nachmittag seinem Ende entgegenging. Das Zimmer hatte eine Schiebetüre aus Glas, die in den Garten hinausführte. Davor war eine Rollvorhang heruntergelassen zum Schutz vor der hellen Sonne und der Hitze.
Als sich die Abenddämmerung im Zimmer langsam bemerkbar machte, rief der Zen-Meister zwei seiner Mönche zu sich und beauftragte sie, den Vorhang aufzurollen. Es bedarf zweier Personen, um dies zu tun, und zwar an jedem Ende der Rolle einen. Die beiden müssen den Vorhang gemeinsam und zeitgleich aufrollen, damit er nachher nicht schief hängt. Die Mönche traten ins Zimmer und taten, wie ihnen aufgetragen wurde. Nachdem der Gastgeber dem Geschehen zugeschaut hatte und die Mönche das Zimmer verliessen, sagte er zu seinem Gast: „Der eine hat gewonnen, der andere hat verloren.“ Diese Bemerkung über Gewinn und Verlust wurde zu einem Kōan. Was bedeutet „Gewinn“, was bedeutet „Verlust“?
Soll und Haben
Wenn man das menschliche Alltagsleben betrachtet, könnte man sagen, dass es eigentlich immer um Nehmen und Geben geht. Würde jemand von morgens bis abends das eigene Tun und Lassen, Erleben, Denken, Empfinden, seine Beziehung zur Aussenwelt und der Innenwelt, wie in einem Tagebuch aufzeichnen, wäre dieses Tagebuch eigentlich nichts weiter als eine Bilanzführung von Soll und Haben.
Ganz egal welche Ebene der menschlichen Funktionen man betrachtet, man sieht überall das Prinzip von Gewinn und Verlust. Auf der rein körperlichen Ebene, bei der grundlegenden Lebensfunktion des Stoffwechsels, findet ein ständiger Auf- und Abbau statt. Das ist die fundamentale biologische Funktion allen Lebens. Aber auch bei den menschlichen Beziehungen sind Gewinn und Verlust im Spiel.
Wie verhält es sich auf der Ebene des Bewusstseins? Gibt es dort kein Gewinn und Verlust? Nehmen wir zum Beispiel das Gedächtnis: Man geht zur Schule und sammelt alle möglichen Wissensinhalte, aber man vergisst auch vieles davon. Manche würde sagen, das angesammelte Wissen sei ein Gewinn und das Vergessene sei ein Verlust. Oder man möchte alles Unangenehme am liebsten vergessen. Dann wäre das Vergessen ein Gewinn und kein Verlust.
Ein allgegenwärtiges Prinzip
Das Prinzip von Gewinn und Verlust ist eine vollkommen relative Angelegenheit, aber sehr effektiv. Da soll man sich nichts vormachen. Es wirkt auf der körperlichen und auf der geistigen Ebene, der Ebene des Bewusstseins, und in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Wir alle kennen das Gefühl von Gewinn und Verlust. In der Liebe, auf der Börse, bei politischen Wahlen oder Verhandlungen, in der Ökonomie und Ökologie. Überall: Gewinn und Verlust. Selbst auf der sogenannten spirituellen Ebene: Man sucht nach Erleuchtung – welch grossartiges Wort – , will Satori haben. Man denkt, dank diesem Gewinn verliere man seine Unwissenheit. Der Verlust der Unwissenheit, oft auch als Verlust der Unschuld bezeichnet, soll mit dem Gewinn des Wissens wettgemacht werden.
Sowohl im Buddhismus als auch im Brahmanismus oder Hinduismus spricht man von der Gegensatzpaar von Wissen, Vidyā, und Nicht-Wissen, Avidyā. Vidyā ist das Wissen, das durch die Erkenntnis der Wahrheit gewonnen wird, und Avidyā ist das Nicht-Wissen, das vor der Erkenntnis herrscht. Das Wissen gilt als ein Gewinn. Handkehrum kann aber auch der Verlust der Unwissens als der eigentliche Gewinn betrachtet werden. Es kommt drauf an, wie man die Sache sehen will. Damit ist gesagt, dass Gewinn und Verlust eine Ansichtssache ist, die vom jeweiligen Wertempfinden abhängt.
Licht
Hier ist nun also dieser Geschichte von den zwei Mönchen, die zusammen den Vorhang aufrollen, um Licht reinzulassen. Die Betonung und Wertschätzung von Licht kennt man ja zur Genüge. Gemäss der biblischen Schöpfungsmythologie herrschte anfangs nur Dunkelheit. Der Geist Gottes schwebte über dem grossen Nichts und „dann sprach Gott: ‚Es werde Licht‘, und da ward Licht.“ Im Mahayana-Buddhismus wird das ursprüngliche, ewige Licht durch Amitabha-Buddha verkörpert, und auch in der jüdischen Mystik, der Kaballah, spricht man von einem mystischen grenzenlosen Licht, dem En Sof.
Die menschliche Erkenntniskraft wird ganz allgemein als ein Licht empfunden, das den Geist «erleuchtet». Dabei gilt die Auffassung, dass jeder einzelne Mensch sein Licht aus dem universalen Licht bezieht. Dies widerspiegelt sich unter anderem in Ritualen der christlichen Kirche, wenn zu gewissen Anlässen, wie zum Beispiel an Ostern, eine grosses Kerze am Altar angezündet wird, als Symbol für das Licht, das durch Jesu, den Christos, in die Welt gebracht wurde. Entsprechend dem Johannes-Evangelium leuchtet dieses Licht durch die Gnade Gottes in jedem einzelnen Menschen. Zum Zeichen dafür erhalten die beim Ritual Anwesende jeder eine kleine Kerze, die an der grossen Kerze auf dem Altar entflammt wird. Manchmal werden diese brennenden Kerzen mit nach Hause genommen.
Auch im Buddhismus und dem damit verwandten Zen besteht die Auffassung, dass jedes Einzelwesen sein individuelles Licht der Erkenntnis aus einem universalen Bewusstsein empfängt.
Dunkelheit
Aber zu gleicher Zeit ist ja noch etwas anderes da, nämlich die Dunkelheit. Wenn es nur Licht gäbe, würde man nicht wissen, dass es Licht ist. Man weiss nur um das Licht, weil es so etwas gibt wie Dunkelheit. Die Abwesenheit, das Fehlen vom Licht, nennen wir Dunkelheit. Man weiss, dass das Licht nur dann als Licht sichtbar ist, wenn es auf etwas fällt, das als Reflektor wirkt. Wenn Dunkelheit herrscht, ist nichts zu sehen. Ist Licht da und auf irgend einen Gegenstand gerichtet, dann sieht man diesen. Im Weltraum scheint die Sonne andauernd, trotzdem ist es stockfinster. Nur wenn dieses Licht auf etwas fällt, also in unserer Atmosphäre kommt, dann ist es Licht, dann sieht man das, was existiert. Im neuen Testament liest man: „Das Licht schien in der Dunkelheit, und die Dunkelheit hat es nicht erfasst.“
Die Quelle des Bewusstseinslichtes
Im Zen stellt man nun die einfache Frage: Was ist diese Lichtquelle in dir selbst, die dir als menschliches Wesen ermöglicht, dein Gedankenleben, dein Gefühlsleben und das, was dir die Sinnesorgane geben, wahrzunehmen?
Dank dieser Lichtquelle siehst du sämtliche Erscheinungsformen, auf die das Licht fällt. Man sieht sich selbst als einen Gegenstand, ob man nun in einen äusseren oder einen inneren Spiegel guckt. Man kann den Körper wie einen Gegenstand betrachten, ebenso die Gedanken und Empfindungen und alles, was man sieht und hört. Ich bin mir meiner selbst bewusst.
Bewusstsein bedeutet bewusstes Sein. Man ist seiner Existenz gewahr. Innerhalb dieses bewussten Seins findet alles Mögliche statt, ist ein ständiges Kommen und Gehen. Sein bedeutet Werden. Ein Samen . – sei es ein Tiersamen, Menschensamen, Pflanzensamen – , wird eigentlich das was er schon längst ist. Darum spricht man philosophisch ausgedrückt von „Sein und Werden“.
In der deutschen Sprache bezeichnet man das Sein, das der eigenen Existenz bewusst ist, als Dasein. Ich weiss, ich bin da! Jetzt bin ich hier und nicht dort, ich bin da. Das is Da-Sein. Also kann man sagen, jeder Mensch ist eine Daseinsform, eine körperliche Daseinsform, eine mentale Daseinsform, eine psychische Daseinsform. Und alles, was die Sinne zeigen, sind Daseinsformen: akustische Daseinsformen, visuelle Daseinsformen usw.
Wenn das Bewusstsein abwesend ist, im sogenannten Unbewusstsein, sieht man nichts, hört man nichts, empfindet man nichts. Im unbewussten Zustand weiss man nicht, dass man selbst oder irgendetwas existiert. Es gibt nichts. Obwohl alles da ist, ist es eine Art Nicht-Sein. Erst wenn man wieder zu Bewusstsein kommt, ist man wieder da. Und sieht und hört und empfindet wieder, dank des vorhandenen Bewusstseinslichts.
Negativ – positiv
Das Auftauchen des Lichts gilt gewöhnlich als Gewinn. Dementsprechend wertet man Dunkelheit als Verlust. Dunkelheit ist negativ und unerwünscht, Licht ist positiv und erwünscht. Licht ist aber auch der Verlust der Dunkelheit.
Dunkelheit und Licht derart negativ bzw. positiv zu bewerten ist ein Denkfehler. Ja, es ist noch viel mehr als ein blosser Gedankenfehler. Denn alles, was existiert, sämtliche Existenzformen, entsteht aus der Dunkelheit. Der Samen gedeiht zuerst in der Dunkelheit, erst dann kommt er ans Licht. Alles was geboren wird, kommt aus der Dunkelheit. Daher ist es dumm, die Dunkelheit als etwas Nich-Erwünschtes abzuwerten. Es gibt kein Licht ohne Dunkelheit, es gibt keine Dunkelheit ohne Licht. Also wieder Relativität.
Zwei sind eins
Nun kommt der springende Punkt: Was wir als eine Zweiheit empfinden, Licht und Dunkelheit, ist in Wirklichkeit eins.
Dies zeigt sich auch in der Zen-Form der Meditation. Licht und Dunkelheit spielen dabei durchaus eine Rolle. Einerseits ist da die Betonung von Licht in der Idee von Erleuchtung und Kensho, der Sicht in das eigene Wesen. Man strebt danach, aus dem Zustand der Dunkelheit bzw. der Unwissenheit in den lichtvollen Zustand der Klarsicht zu gelangen.
Doch das ist nicht möglich ohne die Dunkelheit, die Dunkelheit ist die Basis der Meditation. Macht man echtes Zazen, Sitzmeditation, um zur Erkenntnis der Wirklichkeit zu kommen, dann muss man zuallererst die Aufmerksamkeit von der Erscheinungswelt, die sich uns im Licht zeigt, abwenden. Denn die Wirklichkeit hat nichts zu tun mit der Welt, die sich uns durch die Sinnesorgane präsentiert. Sie ist nicht identisch mit dem, was einem die Ohren geben, was einem die Augen geben, was einem die Nase gibt, usw. Auch die Bewusstseinsinhalte, wie Gedanken, Empfindungen, Gefühle, Erinnerungen, alles ist weg im echten Zustand der Meditation, im sogenannten Samadhi.
Der Meditationszustand ist aber nicht zu verwechseln mit der Dunkelheit, in die man versinkt, wenn man in den Tiefschlaf fällt. Das tut man ja jede Nacht. Dann ist man auch weg von allem. Man weiss nichts von sich und der Welt. Auch das ist ein Zustand des Unbewussten, in dem alles ausgelöscht ist. Meditation ist nicht dasselbe
Eintauchen in den Urzustand
Zwar wird der Meditationszustand mit ähnlichen Worten beschrieben: Es gibt kein Sehen, kein Hören, kein Riechen, kein Schmecken, kein Fühlen, kein Denken; es gibt keine Gegenstände zu sehen, zu hören, zu riechen usw.. Diejenigen, die über diese Erfahrung reden, sprechen von einer «lichtigen» oder «glänzenden» oder«leuchtenden» Dunkelheit. Es ist der Urzustand des Bewusstsein. Es ist der Einheitszustand, in dem Licht und Dunkel nicht zu trennen sind. Das eine enthält das andere. Unser in der Zweiheit gefangene Denken kommt da nicht ran.
Hakuin Zenji sagt in seinem Lied der Meditation (Zazen Wasan) der Mensch gleiche jemandem, der bis zum Hals im Wasser steht und vor Durst nach Wasser schreit. Doch wenn er auch nur ein Mal in seinem Leben den wahren Zustand der Meditation erlebe, sei er von allen Täuschungen befreit. Dies bedeutet in anderen Worten: Wir Menschen leben mit unserem Bewusstsein hier in der Welt von Hören, Sehen, Denken, usw. und wir nehmen die Erscheinungswelt dementsprechend wahr. Dabei sind wir unglücklich, weil wir an der konfliktuellen Zweiheit unserer Wahrnehmung leiden.
Und so lautet die Anweisung zur rechtem Zazen: „Tauche vollständig in den gegenstandslosen Meditationszustand ein“ – mit dem ganzen Kopf und all dem, was dir dieser Kopf gibt. Mit Denken und Hören und Sehen und Riechen und Schmecken usw.. Tauche ein in das tiefe Wasser des Samadhi. Dann herrscht leuchtende Dunkelheit.
Universale Wirklichkeit
Interessanterweise, das muss erwähnt werden, ist es dabei ganz egal wer man ist. Ob Mann oder Frau, jung/alt, klug/dumm, reich/arm, schwach/stark, ob schwarz/gelb, rot/grün/weiss, das ist ganz egal. Ob man Christ ist oder Jude oder Atheist oder Buddhist oder nichts von alldem. Das Erlebnis dieses Meditationszustandes ist für alle gleich. Es ist also nicht eine persönliche subjektive Angelegenheit. Es ist die reinste Objektivität. Es ist der Boden, auf dem sich unsere alltägliche Existenz im Wachen, Schlafen, Träumen, Tun und Lassen abspielt. Darum ist gesagt, man soll diesen Boden erkennen, dieses Bodens gewahr werden und auf diesen Boden stehend das alltäglichen Leben er-leben.
Was ist Gewinn? Was ist Verlust?
Da haben wir also diese zwei Mönche, die unisono den Vorhang aufrollen, damit es hell wird im Zimmer. Und der Gastgeber sagt zu seinem Gast.: „Der eine hat gewonnen, der andere hat verloren.“ Was ist denn dieser Gewinn und was ist der Verlust? Ist der Gewinn vielleicht ein Verlust, und der Verlust ein Gewinn? Wer sich mit diesem Kōan befasst, wer dieses Werkzeug benutzt, der betrachtet diese Problemstellung nicht theoretisch, nicht philosophisch, nicht psychologisch, sondern ganz konkret in seinem eigenen Bewusstsein.
Wer hat gewonnen? Wer hat verloren? Ist der Gewinn auch der Verlust? Oder ist der Verlust der Gewinn? Wie verhält sich das in unserer Bilanzführung von Soll und Haben, Unwissen/Wissen, Armut/Reichtum, stark/schwach, gesund/krank, klug/dumm? Einerseits könnte man sagen, dass eine gewisse Bilanzführung sein muss im praktischen Leben, von einem anderen Standpunkt gesehen, ist es eine lästige Angelegenheit, die am wahren Leben vorbeiführt. Man sollte dieses Bilanz-Buch mal zuklappen und zwar durch richtige Meditation, nicht eine Meditation mit allen möglichen Vorstellungen. Dann erst kann man sich des Bodens der Wahrheit gewahr werden. Auf diesem Boden fällt jegliche Bilanzführung weg.
Die zwei Mönche unterscheiden sich im Wesentlichen nicht. Beide handeln als Menschen, die dem Dharma folgen, im Bestreben, die Wahrheit zu erkennen. Sie tragen die gleichen Kutten und verrichten die gleichen Arbeiten. Ihre Individualität spielt hier keine Rolle. Sie sind zwei, aber sie sind eins. Und doch sagt der Meister, der eine habe gewonnen, der andere habe verloren. Gewinn und Verlust – Bilanzführung? Wie ist das zu verstehen?
Ich wünsche jedem einzelnen Menschen, – ganz egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, schön oder hässlich, reich oder arm, dumm oder klug, stark oder schwach, – ich wünsche jedem, den inneren Boden der Wahrhaftigkeit zu erleben – durch richtige, echte Meditation – und auf diesen Boden zu stehen zu kommen.
Das Dilemma durchbrechen
Es hört sich paradox an, dass wir mitten in diesem alltäglichen, geschäftigen Leben, mitten in der Welt von Kommen und Gehen, Entstehen und Vergehen, innerlich feststehen und jegliches Abwägen und Werten lassen könnten. Was verliere ich denn, wenn ich in die Stille des Nicht-Seins eintauche? Und was gewinne ich?
Dann komme ich wieder aus diesem Meditationszustand heraus und bin wieder da, auch alles andere ist wieder da. Ich habe den Meditationszustand «verloren», was habe ich nun? Bin ich andauernd in diesem Spiel von Gewinn und Verlust gefangen, ob ich es will oder nicht?
Die Frage bleibt: Ist Gewinn ein Verlust? Ist Verlust ein Gewinn? Das ist nicht bloss kluge Dialektik, es ist wirklich aktuell. Kommt ihr zwei Mönche und lasst das Licht in das Zimmer hinen, rollt den Vorhang auf! Sie kommen, sie gehen. Der Meister sagt: „Der eine hat gewonnen, der andere hat verloren.“ Ist unser Leben eine Angelegenheit von Gewinn und Verlust? Von Haben und Nicht-Haben? Ist es eine Bilanzführung von Soll und Haben? Das ist ein gutes Kōan.
Gesprochen am 2. Juli 1988