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Basel, Ende des 19. Jahrhunderts
Eschen- und Buchenholz
teils gedrechselt (Bambus imitierend)
H. 98 cm, B. 51,5 cm T. 54,8 cm
H. 56,5 cm, B. 51,5 cm, T. 88,5 cm
(heruntergeklappt auf Rädern)
Inv. 1979.189.
Mit den Erwachsenen auf gleicher Höhe
Bis ins 18. Jahrhundert standen die Kinder beim Essen am Tisch der Erwachsenen.
Die Entwicklung des Kinderhochstuhls – hier in der speziellen Form eines Kombisitzes, der auch heruntergeklappt werden kann – ermöglichte den kleinen Kindern, auf gleicher Höhe mit den Erwachsenen am Tisch zu sitzen.
Die Vorrichtung mit der integrierten Tischfläche diente gleichzeitig als Schutz vor dem Herausfallen. Stühle mit überlangen Beinen, die bisweilen für Kinder hergestellt wurden, boten diesen Schutz nicht.
Der Kombi-Kinderhochstuhl erfüllte mehrere Funktionen. Mit der integrierten kleinen Tischfläche konnte er auch ohne den Esstisch der Erwachsenen auskommen, oder er wurde durch Umklappen auf das Kinderniveau gesenkt und zum Sitzplatz mit Spieltisch verwandelt. Zudem war oft die Sitzfläche mit einem eingeschobenen Nachttopf versehen (bei diesem Exemplar verloren), so dass er auch als Toilettenstuhl genutzt werden konnte.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Grundtypen der Kindermöbel geprägt, die bis in die Gegenwart fortbestehen: Tische, Stühle und Betten, die im entsprechenden Massstab gebaut wurden. Sie möblierten die Kinderund Spielzimmer der wohlhabenderen Familien in der Art von Miniaturwelten.
Erst im 19. Jahrhundert sind separate Kinderzimmer im bürgerlichen Wohnhaus häufiger belegt.