Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03274.jsonl.gz/1405

Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte der PHBern tragen zur wissenschaftlichen Fundierung der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen bei und entwickeln die Schul- und Unterrichtspraxis weiter.
Lesen in der Zweitsprache Deutsch (LiZD)
In der Schweiz sind Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Zweitsprache erwerben, auf allen Stufen schulisch weniger erfolgreich als solche mit der Erstsprache Deutsch. Dabei spielen geringere Deutschkenntnisse, insbesondere geringere Lesekompetenzen eine zentrale Rolle.
Im Projekt "Lesen in der Zweitsprache Deutsch" wird der Frage nachgegangen, worauf die Unterschiede beim Lesen zurückzuführen sind. Die Vorgängerstudie "Die Entwicklung von Wortschatz und Lesen" hat gezeigt, dass der technische Aspekt des Lesens, d.h. das Umsetzen von Buchstaben in Laute und ihr Zusammenzug, bei beiden Kindergruppen ähnlich aussieht. Auffällige Unterschiede hingegen gibt es im Bereich Wortschatz, der für das verstehende Lesen elementar ist.
In LiZD wird der Wortschatz von Schülerinnen und Schülern der zweiten, dritten und vierten Klasse detailliert unter die Lupe genommen. In einem ersten Teil wird folgenden Fragen nachgegangen: Wie viele Wörter kennen Kinder mit Deutsch als Zweitsprache im Vergleich zu Kindern mit der Erstsprache Deutsch? Wie gut kennen sie die Bedeutung einzelner Wörter? Können sie Oberbegriffe und Gegenteile nennen? Was wissen sie über die Form von Wörtern? In einem zweiten Teil wird der Fokus auf diejenigen Kinder gelegt, die trotz einer anderen Erstsprache sehr gute Leseresultate zeigen.
Die Unterschiede zwischen den Gruppen wie auch die Bedingungen, die zum Gelingen führen, sollen Grundlagen liefern, wie Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch gezielt im Bereich Wortschatz und Lesen gefördert werden können.
|Projekt||Lesen in der Zweitsprache Deutsch (LiZD)|
|Team||

Prof. Dr. Britta Juska-Bacher (Leitung)
N.N.
|Laufzeit||1. November 2022 bis 31. Oktober 2026|
|Drittmittel||Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)|
Forschungsauftrag "Freie Schulwahl und stärkere Schulautonomie in Liechtenstein" und Projekt "Ausweitung der Erkenntnisse auf den schweizerischen Kontext"
Welche Argumente sprechen für oder gegen staatliche Schulen? Führen Wettbewerb und freie Schulwahl zu besseren Bildungsergebnissen? Welche Rolle spielt die Schulautonomie?
Die Stiftung zukunft.li interessiert sich für diese Fragen bezogen auf das Bildungssystem in Liechtenstein. Deshalb hat sie das Team des Schwerpunktprogramms "Governance im System Schule" beauftragt, eine wissenschaftliche Expertise zu erstellen. Der Auftrag wird in mehreren Schritten bearbeitet. Zuerst wird eine Analyse der bestehenden Literatur durchgeführt. Darauf aufbauend entsteht eine Übersicht, welche zentralen Steuerungsmechanismen im Bildungssystem wirken. In einem weiteren Schritt wird die Situation in unterschiedlichen Bildungssystemen dargestellt, die sich bezüglich Schulautonomie und freier Schulwahl unterscheiden, nämlich Liechtenstein, die Niederlande, Schweden, Hamburg und Salzburg. Diese Fallstudien dienen dazu, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen. Zu guter Letzt leitet die Forschungsgruppe Entwicklungshinweise für Liechtenstein ab, die sich auf die verschiedenen Dimensionen der Bildungssteuerung beziehen.
Die Erkenntnisse aus dieser Auftragsstudie machen neugierig, die unterschiedliche Ausprägung von Schulautonomie auch in den Schweizer Kantonen zu untersuchen. Dazu wird aktuell ein Forschungsantrag erarbeitet.
|Projekt||Forschungsauftrag "Freie Schulwahl und stärkere Schulautonomie in Liechtenstein" und Projekt "Ausweitung der Erkenntnisse auf den schweizerischen Kontext"|
|Team||

Prof. Dr. Ueli Hostettler (Leitung)
Dr. Michelle Jutzi (Leitung)
Dr. Regula Windlinger (Leitung)
|Laufzeit||1. November 2022 bis 31. Dezember 2023|
|Drittmittel||Stiftung zukunft.li|
Professionelle Kompetenzentwicklung durch videobasierte Fallarbeit in der Lehrpersonenausbildung
Für Lehrpersonen ist es herausfordernd, kompetenzorientierten und kognitiv anregenden Fachunterricht zu planen und umzusetzen. Deshalb gilt es für Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker an pädagogischen Hochschulen, die angehenden Lehrpersonen bestmöglich darauf vorzubereiten. Wegen des engen Theorie-Praxis-Bezugs wird die Arbeit mit Videos aus dem Unterrichtsalltag als geeignete Methode dafür betrachtet. Konkrete Umsetzungen von videobasierter Fallarbeit (kurz: vbF) in fachdidaktischen Veranstaltungen der Fächer Bewegung und Sport, Bildnerisches Gestalten, Geografie sowie Technisches und Textiles Gestalten gibt es allerdings noch kaum. Überdies ist erst wenig bekannt, welche Bereiche professioneller Kompetenz damit wirklich gefördert werden können.
Das Entwicklungsforschungsprojekt "Professionelle Kompetenzentwicklung durch videobasierte Fallarbeit in der Lehrpersonenausbildung" der PHBern setzt hier an. Ein Ziel des Projekts ist es, fundierte Unterrichtsarrangements mit vbF für die fachdidaktische Ausbildung zu erstellen. Als Grundlage dienen Materialien des E-Portals Kompetenzorientierte fachspezifische Unterrichtsentwicklung (kurz KfUE). Ein weiteres Ziel ist, zu analysieren, wie sich die professionelle Kompetenz der angehenden Lehrpersonen entwickelt hat. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit es den Studierenden gelingt, Erkenntnisse aus der vbF in ihrer eigenen Unterrichtstätigkeit im Fachpraktikum umzusetzen. Damit soll dem viel gefordertem Theorie-Praxis-Transfer in der fachdidaktischen Ausbildung Rechnung getragen werden. So sollen zielführende Unterrichtsarrangements mit vbF entwickelt und dadurch die professionelle Kompetenz der angehenden Lehrpersonen gezielt gefördert werden.
|Projekt||Professionelle Kompetenzentwicklung durch videobasierte Fallarbeit in der Lehrpersonenausbildung|
|Team||

Dr. Vera Molinari (Leitung)
Ursula Aebersold Seydoux (Leitung)
Dr. Verena Huber Nievergelt (Leitung)
Dr. Matthias Probst (Leitung)
|Laufzeit||1. Januar 2023 bis 31. Juli 2026|
Förderung von Language Awareness durch kollaborative Sprachreflexion
In der fremdsprachlichen Unterrichtspraxis wird der Umgang mit Sprachwissen wie beispielsweise Grammatik und Wortschatz, aber auch Konventionen von Textgenres teilweise kontrovers diskutiert. Das Forschungsprojekt "Language Awareness" setzt an diesem Punkt an und untersucht folgende Fragestellungen:
- Wie kann die Entwicklung von Language Awareness, also dem Wissen um Sprache, in einem kompetenzorientierten Unterricht gefördert werden?
- Welchen Beitrag können dabei kollaborative Arbeitsformen leisten und inwieweit werden diese von individuellen und sozialen Faktoren beeinflusst?
Im Rahmen einer qualitativen Untersuchung werden komplexe Aufgabenstellungen für den Englischunterricht der 8. Klasse entwickelt, welche das kollaborative Nachdenken über Sprache anregen. Die entstehenden Reflexionsgespräche der Schülerinnen und Schüler aus drei ausgewählten Klassen werden erfasst und analysiert. Zusätzlich geben Interviews mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen Aufschluss über individuelle und soziale Faktoren, welche den Verlauf und die Qualität von solch kollaborativen Aufgabenstellungen beeinflussen.
Die Erkenntnisse können zur Lehrpersonenaus- und -weiterbildung beitragen, indem sie wichtige Anhaltspunkte zu der Frage liefern, wie die Entwicklung von Language Awareness in einem kommunikativen Kontext auf der Sekundarstufe I angeregt werden kann.
|Projekt||Förderung von Language Awareness durch kollaborative Sprachreflexion|
|Team||

Meike Raaflaub (Leitung)
|Laufzeit||1. August 2022 bis 31. Juli 2025|

Bildung schafft Chancen – dafür setzen sich die Forschenden der PHBern ein.
Das Institut für Forschung, Entwicklung und Evaluation der PHBern versteht hochwertige Bildung als wichtigste individuelle und gesellschaftliche Ressource. Mit exzellenter Forschung, gezielter Nachwuchsförderung und einem offenen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen leisten die Forschenden der PHBern einen entscheidenden Beitrag für eine chancengerechte und inklusive Bildung.