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Er war aus der Jugendriege als Kunstturner, Spassvogel und Bühnenkünstler am Chränzli hervorgegangen, als es ihn 1956 in die Ferne zog. Mit knapp 22 Jahren reiste Fons Kümin im Februar 1956 nach Australien und installierte sich im westaustralischen Perth, wo er als gelernter Schreiner sofort Arbeit fand. Anfangs November reiste er in Richtung Melbourne ab, denn ihn lockten als Sportler die Olympischen Spiele natürlich besonders, und er wollte die Schweizer als Zuschauer unterstützen. Die Zugreise vom Westen in den Südosten war ziemlich beschwerlich, und er musste nicht weniger als fünf Mal umsteigen, weil jedes Bundesland eine andere Spurbreite bei der Eisenbahn hatte. Nach einer dreitägigen Fahrt kam er schliesslich in der Olympiastadt an und fand auch noch ein Zimmer, zusammen mi einem anderen Schweizer.
Er meldete sich beim Schweizer Club, wo der Treffpunkt für die Schweizer Delegation vorbereitet wurde, zum Helfen und wurde als Handwerker gerne angenommen. Es war alles schon da, der Wein aus der Schweiz, die Boote der Ruderer und viel anderes Material, welches schon im Spätsommer auf dem Seeweg nach Australien transportiert worden war. Und dann kam plötzlich die Absage. Damit war die Schweizer Präsenz bei Olympia ziemlich klein, denn ausser dem Radiojournalisten Sepp Renggli und einer Redaktorin der Schweizer Illustrierte war nur noch der Schütze Otto Horber in Melbourne, der als Präsident des Internationalen Schützenverbandes natürlich nicht fehlen durfte.
Weil nun keine Schweizer Athleten zu unterstützen waren, besuchte Fons viele der Trainings, wo allerdings überall Eintritt bezahlt werden musste. Billette für die Wettkämpfe zu bekommen, war ziemlich schwer. Dennoch schaffte er es, neben der Eröffnungsfeier auch im Kunstturnen, in der Leichtathletik und im Schwimmen Tickets zu kaufen, so dass er von Olympia viel aus nächster Nähe mitbekam. Für die Schlussfeier erhielt er von einer alten Frau ein Billett, musste allerdings wegen der grossen Hitze das Stadion frühzeitig wieder verlassen.
Voll mit Olympiaerlebnissen und einigen Dutzend Fotos und sonstigen Souvenirs verliess Fons Melbourne wieder in Richtung Sidney, Brisbane und Perth, wo er noch fast drei Jahre blieb, ehe er dann 1959 wieder in die Schweiz zurückkehrte.
P.T.