Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/2014

Links: blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Mitte: rot-blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Rechts: Rubin @Géry-Parent
Dass der Himmel ein riesiger blauer Saphir sei, in dem die Erde eingebettet ist, war früher eine weit verbreitete Meinung. Auch heute glaubt man, ein Saphir müsse blau sein. Allerdings kann er von farblos jede Farbe ausser rot haben, denn die vom Chrom gefärbte rote Korundvariante bezeichnet man als Rubin.
Korund
Korund, aus dem Tamilischen kurundam ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral der Zusammensetzung Al2O3 aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Korund kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt deshalb meist lange, prismatische oder säulenförmige Kristalle. Die grössten Korundkristalle erreichen eine Länge von etwa einem Meter und ein Gewicht von bis zu 150 Kilogramm – nicht schlecht, aber deutlich weniger als der Topas, wie wir aus dem letzten Beitrag wissen!
In der technischen Anwendung ist Korund das am häufigsten eingesetzte Schleifmittel (Schleifpapier, Trennscheiben), denn seine wichtigen Eigenschaften, Härte und Zähigkeit, hängen von seiner Reinheit ab. Während Härte und auch die Sprödigkeit mit dem Reinheitsgrad steigen, steigt die Zähigkeit durch Zusatz von Metalloxiden in Abhängigkeit der Abkühlungsgeschwindigkeit. Als Abtastnadel in Tonabnehmern von Plattenspielern wurde Korund anstelle von Diamant verwendet. Unter Beimischung von Titan als Laserion sind synthetische Saphire wichtig für Laser Anwendungen. Bei Weltraumflugkörpern werden, der sehr hohen Belastung wegen, Fenster aus synthetisch hergestellten Saphiren eingesetzt. Ebenso bestehen bei hochwertigen Armbanduhren die Gläser meist aus synthetischem Saphir. Dies ist auch bei der neuen Apple-Watch und den iPhone-Modellen 5 & 6 so.
Saphir und Rubin
Die Korund-Varietäten Saphir und Rubin entstehen hauptsächlich in natriumreichen, magmatischen Gesteinen wie Pegmatit und Granit aber auch Basalt oder in metamorphen Gesteinen wie Gneis und Marmor. Saphire und Rubine werden jedoch überwiegend in Alluvionen geschürft, den sogenannten sekundären Lagerstätten. In einfachen Brunnen dringt man in tiefere Schichten, wo von Hand geschürft wird. >> Ein Video zur Veranschaulichung.
Der Saphir bildet sich dort, wo der Gehalt an Titan und Oxid reicher als der Gehalt an Chrom ist, deshalb ist der Saphir verbreiteter als der Rubin. Voraussetzung für die Entstehung eines Rubins ist nebst hohen Temperaturen, Druck und ausreichender Kristallisationszeit ein siliziumarmes Umfeld und das Vorkommen von Chrom, das als Chromoxid an Stelle des Aluminiumoxids ins Kristallgitter eingebaut wird. Chrom verursacht allerdings Risse und Spalten, so dass nur wenige Kristalle ungestört zu einer ansehnlichen Grösse heranwachsen. Daher sind Rubine von über 3 Karat (1 kt = 0.2 gr) sehr selten. Wenn sie zudem frei von Einschlüssen sind und eine top Farbe haben, erzielen sie einen Preis, der über dem eines Diamanten liegt.
Mittlerweile sind viele Saphire aus künstlicher Herstellung und auch nachbehandelte Steine auf dem Markt. Saphire kann man mittlerweile in fast jeder beliebigen Grösse herstellen. Die Qualität ist hierbei so gross, dass sie von natürlichen Steinen fast nicht zu unterscheiden sind. Nachbehandelte Steine sind Saphire die einer Hitzebehandlung von 1.550° Celsius unterzogen wurden. Man erreicht dadurch, dass weisse undurchsichtige Saphire die begehrten Blautöne und Klarheit erhalten. Ob ein Stein nachbehandelt wurde, kann ein Laie kaum erkennen. Da muss auf ein Zertifizierungsinstitut, wie z.B. das Schweizerische Gemmologische Institut (SSEF), Gübelin oder GIA zurückgegriffen werden!