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Legislaturindikator: Kosten des Gesundheitswesens in Prozenten des BIP
Auszug aus dem Legislaturziel 10: Die demografische Entwicklung in der Schweiz und der medizinisch-technische Fortschritt werden auch in Zukunft zu einem steten Kostenwachstum im Gesundheitswesen führen. Darüber hinaus ist die Kostenzunahme aber auch auf ein Mengenwachstum zurückzuführen, das sich medizinisch kaum begründen lässt. Es gilt, die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems der Schweiz bei hohem Leistungsniveau nachhaltig sicherzustellen.
Bedeutung des Indikators: Der Gesundheitszustand beeinflusst die Lebensqualität der Menschen und ist ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes. Die Aufgabe des Gesundheitswesens ist es, zur Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung beizutragen und kranke oder verunfallte Menschen soweit als möglich zu heilen.
Der Indikator zeigt, wie viel die Gesellschaft für das Gesundheitswesen ausgibt. Über Ungleichheiten bei der Belastung der Haushalte oder bei der Verteilung der Mittel im Gesundheitswesen sowie über die Effizienz der Mittelverwendung werden keine Aussagen gemacht. Die Kosten des Gesundheitswesens werden im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) in Prozent gezeigt.
Quantifizierbares Ziel: Die Gesamtkosten für Gesundheit wachsen nicht stärker als in der Legislaturperiode 2015–2019.
Kommentar
Das Verhältnis der Gesundheitskosten zum BIP hat bis 2004 auf einen Stand von 10,2% zugenommen. Zwischen 2004 und 2007 ist dieses Verhältnis aufgrund des Wirtschaftswachstums leicht gesunken und danach wieder angestiegen. 2019 betrugen die Kosten 11,3% des BIP. Zuletzt beliefen sich die absoluten Gesundheitskosten auf 82,5 Milliarden Franken.
2019 entfielen mehr als die Hälfte der Kosten für Güter und Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf die Krankenhäuser (36,8%), Pflegeheime (12,6%) sowie die anderen sozialmedizinischen Institutionen (3,9%). Die Arztpraxen, Zahnarztpraxen sowie andere ambulante und unterstützende Leistungserbringer, machten insgesamt 30,6% und der Detailhandel inklusive Importe 9,5% aus. Die Ausgaben für Verwaltung und Prävention durch Staat, Versicherer und weitere Organisationen beliefen sich auf 6,2%.
Werden die Kosten des Gesundheitswesens nicht nach Leistungserbringern, sondern nach Leistungen betrachtet, so zeigt sich, dass 2019 je rund ein Fünftel der Kosten auf die stationären Kurativbehandlungen und die Langzeitpflege entfielen, gut ein Viertel auf die ambulanten Kurativbehandlungen und rund ein Sechstel auf den Verkauf von Gesundheitsgütern. Die Kosten für stationäre Kurativbehandlungen sind zwischen 2018 und 2019 um 1,2% gestiegen, jene für die Langzeitpflege haben um 2,4% zugenommen. Bei den ambulanten Kurativbehandlungen war im gleichen Jahr eine Kostenzunahme von 4,3% zu verzeichnen.
Im internationalen Vergleich hat die Schweiz gemessen am Verhältnis zum BIP ein kostenintensives Gesundheitssystem. 2019 befand sich die Schweiz an dritter Stelle, an der Spitze lagen die USA, gefolgt von Deutschland.