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Herstellungsort unbekannt, 1901
Seide
H. 205 cm, B. 214 cm
Inv. 1953.113.
Pelz besass im Mittelalter eine viel grössere Bedeutung als heute und gehörte zur Bekleidung der Oberschicht. Viele Kleidungsstücke waren mit Fellen ausgefüttert und verbrämt. Wer sich den teuren Marderoder Hermelinpelz nicht leisten konnte, trug Lamm und Hasenfelle. Das pelzverarbeitende Handwerk der Kürschner war deshalb sehr verbreitet. Bereits als Vereinigung organisiert, liessen sich die Basler Kürschner im Jahre 1226 ihre Satzungen vom Stadtherrn, dem Bischof, bestätigen. Diese Urkunde, von Bischof Heinrich von Thun am 22. September 1226 in lateinischer Sprache ausgestellt, ist noch erhalten und nimmt in der Zunftgeschichte eine besondere Stellung ein. Sie ist der älteste erhaltene Zunftbrief der Schweiz. Der Wortlaut der Urkunde deutet allerdings darauf hin, dass sich die Kürschner bereits vor 1226 zu einer Vereinigung zusammengeschlossen hatten; mit der Urkunde anerkannte der Stadtherr die Organisation offiziell. Ob die Kürschnerzunft die älteste Basler Zunft ist, ist unbekannt. Die meisten alten Zunftarchive verbrannten beim grossen Erdbeben im Jahre 1356. Die lateinische Urkunde umschreibt die Vereinigung der Kürschner mit dem Begriff «confraternia», die man zu Deutsch «zhunft» nenne. Nur sieben Jahre nach dem Zunftverbot durch Kaiser Friedrich II. anerkannte der Basler Bischof die Zunft der Kürschner. Mit der Erlaubnis, dass ein Meister die Zunft regieren sollte, erhielt die Vereinigung ein grosses Mass an Selbstverwaltung. Wichtig war der Abschnitt über den Zunftzwang. Jeder Kürschner wurde verpflichtet, der Zunft beizutreten. Nur Zunftmitglieder besassen das Marktrecht, durften kaufen und verkaufen. Auch die Frauen – sie werden in der Urkunde ausdrücklich genannt – mussten sich den Vorschriften unterwerfen. Die Kürschnerzunft ist auf ihren Zunftbrief sehr stolz. Die Zunftfahne, im Jahre 1901 zum vierhundertjährigen Jubiläum des Beitritts Basels zum Bund der Eidgenossen angefertigt, nimmt auf das «Gründungsjahr» der Zunft Bezug. Im roten Feld über dem pelzbesetzten Balken ist die Jahreszahl 1226 eingestickt. Im Feld unter dem Balken erscheint das Jubiläumsjahr 1901. Die Fahne, die das Wappen der Kürschnerzunft zeigt, ist ein Beispiel für die vaterländische Traditionspflege der Basler Zünfte und ihre Verankerung auch im modernen Staat.
Basel, hauptsächlich 1930er und 1940er Jahre Künstler: R. Münger, R. Trübner, W. Koch, Alexander Zschokke (1894-1981), Ed. Niethammer, Urech, E. Waldheuer, Aldo Patocchi (1907-1986), Emil Beurmann (1862-1951), Niklaus Stöcklin (1896-1982) Fotografin: Claire Roessiger Papier, Halbkarton, Lithographie, Buchdruck H. 35 cm, L. 50,3 cm Inv. 2007.4.