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Dialog mit Brahms
14. Dezember 2014, Victoria Hall, Genève, 17.00 Uhr
Dialog mit Brahms
Antje Weithaas: Violine, Leitung und Solistin
JOHANNES BRAHMS (1833 – 1897)
Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11
Violinkonzert D-Dur, op. 77
«Ich kann keine Symphonie schreiben – ich höre ständig die Schritte des Riesen hinter mir», sagte Johannes Brahms einmal und meinte mit dem «Riesen» Beethoven. Nach diesem berühmten Vorgänger eine Symphonie zu schreiben, empfand der höchst selbstkritische Brahms als eine der denkbar grössten Herausforderungen und liess sich entsprechend viel Zeit dafür.
Symphonische Ansätze lassen sich in seinen Kompositionen allerdings schon sehr früh erkennen: So experimentiert er zum Beispiel in der zu Unrecht viel zu selten gespielten Serenade Nr. 1, die er im Alter von 25 Jahren schrieb und die bei der Uraufführung noch als «Symphonie-Serenade» bezeichnet wurde, mit Spielarten des Symphonischen. Und auch sein einziges Violinkonzert, das er rund 20 Jahre nach der Serenade schrieb, folgt – im Unterschied zu vielen anderen Violinkonzerten, die das Orchester der virtuosen Darstellung des Soloinstruments unterordnen – offensichtlich symphonischen Prinzipien. Antje Weithaas beschreibt es gar als «Symphonie mit obligater Solostimme».
Im Hinblick auf unser Interesse am Zwischenbereich zwischen Kammermusik und Symphonie, sind diese sehr unterschiedlichen Annäherungen von Johannes Brahms an die grosse symphonische Form besonders reizvoll.