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Von vielen Krebspatienten werden auch homöopathische Medikamente eingesetzt. Umstritten ist, ob überhaupt eine Wirkung gesehen werden kann. Dies obwohl viele Patienten die Behandlung als sehr hilfreich empfinden.
Eine interessante Untersuchung wurde in England von Dr. Sarah Brien der University of Southamton durchgeführt. Die Originalarbeit kann hier gelesen werden. (S. Brien et al. Homeopathy has clinical benefits in rheumatoid arthritis patients that are attributable to the consultation process but not the homeopathic remedy: a randomized controlled clinical trial. Rheumatology, 2010; ).
83 Patienten mit leicht aktiver aber stabiler Polyarthritis, wurden einer von 5 Behandlungsästen zugeteilt: zu homöopathischer Konsultation mit dann entweder individualisierter Therapie, fixer homöopathischer Kombination oder Plazebo. Oder normaler Konsultation mit dann auch entweder fixer homöopathischer Kombination oder Plazebo. So konnten verschiedene Gruppen zusammengestellt und verglichen werden: mit und ohne homöopathische Mittel, mit und ohne homöopathische Konsultation.
In der Auswertung konnte ein eindeutiger Effekt der Homöopathie gefunden werden. Das Ausmass war für mich eindrücklich. Es war aber nur eine Differenz zu finden zwischen dem Arzt, der homöopathisch handelte und dem Arzt, der dies nicht tat. Nichts machte es jedoch aus, ob tatsächlich ein homöopathisches Mittel gegeben wurde.
Nach wissenschaftlichen Kriterien müsste jetzt in dieser Indikation eine homöopathische Behandlung eingesetzt werden. Es wird dies auch in der Studie und im Editorial diskutiert. Das Studiendesign ist spannend. Es hat natürlich wie alle Studien Grenzen und Diskussionspunkte. Es widerlegt aber, das von Homöopathen oft vorgebrachte Argument, dass ihr Ansatz nicht für Studien zugänglich sei. Die Wirksamkeit der Homöopathie scheint somit eher ausserhalb der eigentlichen Medikation stattzufinden. Vorausgesetzt natürlich, dass wirklich der Behandlungsprozess eine Wirkung hat. Interessant wäre, ob bei Probanden, die die Studie kennen immer noch eine Wirkung auftritt.
Im Gegensatz zur Studienleitung, nimmt das Editorial die Studie als erneuten Beweis, dass die Homöopathie wirkungslos ist. Es sei lediglich der längst bekannte Effekt der ärztlichen Interaktion auf Heilungsprozesse erneut bestätigt worden.
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