Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03563.jsonl.gz/1623

Das Naturphänomen des Nord- oder Polarlichts kann als Metapher dienen für die Leuchtkraft der Nordischen Musik und ihrer herausragenden Persönlichkeiten.
Carl August Nielsen (* 9. Juni 1865 in Sortelung bei Nørre Lyndelse auf Fünen; † 3. Oktober 1931 in Kopenhagen) war ein dänischer Komponist und Dirigent. Carl Nielsen war das siebte von zwölf Kindern eines armen Malers und Anstreichers, der jedoch auch Geige spielte. Er erhielt achtjährig von seinem Vater und einem Lehrer des Ortes Violinunterricht, stieg jedoch bald auf Blasinstrumente um und bekam mit 14 Jahren eine Stelle als Militärmusiker in Odense. 1883 wurde ihm ein Studium in Kopenhagen ermöglicht. Er studierte im Hauptfach Violine, und andere Fächer. 1888 hatte er seinen ersten Erfolg als Komponist mit der Kleinen Suite für Streicher op.1. 1903 reiste er mit seiner Frau nach Griechenland, wo die Helios-Ouvertüre entstand. 1906 hatte die heitere Oper MaskeradePremiere. Doch erst die 1912 uraufgeführte dritte Sinfonie Sinfonia espansiva und sein Violinkonzert aus dem gleichen Jahr brachten ihm größere Anerkennung auch im Ausland. Während der Jahre des Ersten Weltkriegs, in denen er die vierte Sinfonie Das Unauslöschliche schrieb, erlebte Nielsen berufliche und persönliche Krisen. Er überwand sie erst mit der fünften Sinfonie sowie der Kantate Frühling auf Fünen, einem in Dänemark sehr beliebten Werk, welche beide 1922 uraufgeführt wurden. 1925, zu seinem 60. Geburtstag, wurde Carl Nielsen wie ein Volksheld gefeiert. Seine Auftritte als Dirigent im Ausland nahmen zu. In seinen späten Werken, wie den beiden Bläserkonzerten, der eigenwilligen sechsten Sinfonie (1925) und den Drei Klavierstücken op.59 (1928), wurde Nielsens Tonsprache immer moderner. Sein letztes großes Werk war Commotio (1931), seine einzige größere Orgelkomposition. Am 3. Oktober 1931 starb der bedeutendste dänische Komponist an Herzversagen.
Edvard Hagerup Grieg (* 15. Juni 1843 in Bergen, Norwegen; † 4. September 1907 ebd.) war ein norwegischer romantischer Komponist. Ähnlich wie Mussorgski und das Mächtige Häuflein in Russland verband er Elemente der Volksmusik seiner Heimat - wie leere Quinten, scharf betonte Tanzrhythmen, das Schwanken zwischen modalen und Dur-Molltonarten - mit satztechnischen Errungenschaften der Romantik. Seine Harmonik war dabei mitunter recht gewagt. Er gilt vor allem im Ausland als der norwegische Komponist schlechthin, war und ist aber in Norwegen selbst teilweise umstritten. Seine Musik war von den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts bis heute, trotz mancher Kritik von professioneller Seite betreffs mangelnder motivisch-thematischer Entwicklung und Schwächen in der Formbeherrschung, immer sehr populär. Am bekanntesten sind die Orchesterwerke Peer-Gynt-Suite 1 und 2, die Suite Aus Holbergs Zeit, sowie das Klavierkonzert in a-Moll. Seine Lyrischen Stücke für Klavier waren und sind in der Hausmusik weit verbreitet. Ferner sind die Sonate für Klavier e-Moll, die Ballade für Klavier g-Moll, sowie das Streichquartett op. 27 zu erwähnen. Grieg trat außerdem europaweit erfolgreich als Dirigent und Klavierinterpret eigener Werke auf.
Franz Berwald wurde in eine schwedische Musikerfamilie deutscher Herkunft geboren. Franz Berwald nahm bei seinem Vater Violinstunden und studierte möglicherweise Komposition bei Édouard Dupuy. 1812-28 war er mit zwei Unterbrechungen Violinist (später Violist) in der Hofkapelle am Königlichen Theater. Die meisten frühen Kompositionen Berwalds sind verloren oder von ihm selbst zerstört. Sie stießen in Schweden wegen ihrer kühnen Harmonien auf Ablehnung. Nach weiteren Enttäuschungen in der Heimat ging Berwald 1829 nach Berlin. Dort widmete er sich orthopädischen Behandlungen, die er den Armen sogar kostenlos zukommen ließ, und gründete 1835 ein eigenes orthopädisches Institut. 1841 reiste er nach Wien, wo er seine Berliner Mitarbeiterin Mathilde Scherer heiratete und seine bedeutendsten Werke zu schreiben begann, die vier Sinfonien und die sinfonischen Dichtungen. 1842 nach Stockholm zurückgekehrt, erlebte er erneut die Ablehnung der konservativen schwedischen Musikwelt Die Sinfonie sérieuse, die einzige seiner Sinfonien, die er zu seinen Lebzeiten hörte, erklang in einer miserablen Aufführung unter seinem Vetter Johan Fredrik. 1846-49 reiste Berwald wieder durch Europa, hatte zwar in Paris keinen Erfolg, wurde jedoch 1847 Ehrenmitglied des Salzburger Mozarteums. Nach seiner Rückkehr nach Schweden 1849 wurde Berwald erneut bei der Besetzung zweier wichtiger Stellen übergangen. Weder wurde er Nachfolger seines Vetters als Dirigent der Königlichen Oper in Stockholm, noch Musikdirektor an der Universität Uppsala. So leitete er ab 1850 eine Glasfabrik, später auch eine Sägemühle, in Sandö im Ångermanland in Nordschweden. Erst 1864 wurde er Mitglied der Königlichen Musikakademie. Dort erhielt er endlich 1867 unter größten Widerständen eine Kompositionsprofessur, doch starb er bereits im folgenden Jahr. Viele bedeutende Musiker setzten sich zu seinen Lebzeiten und danach für Berwalds bemerkenswerte Kompositionen ein, doch hat er bis heute noch nicht die ihm gebührende Stellung in der Musikgeschichte eingenommen.
Künstlerische Leitung: Thomas Wicky-Stamm