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Nachdem Philip Matesic in August 2011 mit der Bewohnerschaft der neben dem Hunziker-Areal liegenden Siedlung Andreaspark 1 mit seinem Projekt „Vergiss deinen Schirm nicht“ in Kontakt trat (http://www.mehralskunst.ch/2011/12/01/vergiss-deinen-schirm-nicht/), hat er sich mehr und mehr in das Wohn-Netzwerk ums und im Hunziker-Areal eingelebt. Zusammen mit dem Künstler Sivan Kälin, gelang es Philip, die Bewohner des Andreasparks mit derjenigen der Wagenburg, die sich auf dem Zirkusgelände des Hunziker-Areals befindet, zusammen zu bringen. Nach einem gemeinsamen Pizzaessen im benachbarten Restaurant „Bonjour Pizza“ kam es zu einem gemeinsamen Besuch des Stücks Marasa – musirque théâtre im Dezember im Theater Neumarkt. Weil die „Resultate“ dieser Gemeinschaftsbildung privat bleiben, trotzdem aber eine künstlerische Form übernehmen sollten, entschlossen sich Philip und Silvan, zwei Fotos zu schiessen, welche die zwei unterschiedlichen Perspektiven sowie Wohnensformen deutlich machen. Einmal aus dem Fenster des Andreasparks auf die Wagenburg und umgekehrt. Dazu fertigte Philip ein Gedicht an, in dem er sein Vorgehen und Eindrücke zusammenfasste. (http://www.mehralskunst.ch/2012/02/05/zweiter-beitrag-philip-matesic-und-silvan-kalin/)
Über die strengen Wintertage ruhte Philips Arbeit. Philip entschloss sich im Februar, die Arbeit ohne Silvan fortzusetzen. Er schlug seinen neu gewonnenen Bekannten nun vor, die gemachten Erinnerungen an das Areal sowie die neu entstandenen Freundschaften in einer Time-Capsule zu konservieren. Philip wird von April bis Mai Erinnerungsstücke einsammeln und diese in eine in England bestellte Time-Capsule einfügen und mit einer Schweissnaht verschliessen. In Absprache mit Monika Sprecher wird er im Juni die Time-Capsule auf einem von der Bautätigkeit nicht betroffenen Geländeteil vergraben. Dies wird er ohne das Beisein von Öffentlichkeit unternehmen, aber fotografisch festhalten. Was in die Kapsel hineinkommt, wird nicht dokumentiert. Schliesslich wird Philip einen Lageplan anfertigen und mehr als wohnen übergeben, sodass man die Time-Capsule in einigen Jahrzehnten wieder ausgraben kann.
Wir freuen uns sehr, dass Philip Matesic es gelungen ist, einerseits neue Gemeinschaften ums Hunzikerareal zu bilden und diese zu konservieren. Er etabliert damit über diese Konservierung hinaus auf dem Hunziker-Areal eine Gedächtniskultur, die dem Ort über dessen räumliche Struktur eine Bedeutung verleiht. Erzählungen über die Vergangenheit bilden die Grundlage vieler Gemeinschaften. Umso mehr erscheint eine solches Vorgehen in einer Zeit, die durch flüchtige digitale Medien bestimmt ist, geradezu anachronistisch und reizvoll.
Entwurf eines möglichen Kastens für die Time-Capsule