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Alle oben genannten Probleme deuten darauf hin, dass die Infrastruktur in vielen Gemeinden zwar bezahlt wurde, aber so betrieben wird, dass die mögliche Leistung nicht voll ausgeschöpft wird. Da in den nächsten Jahrzehnten zudem noch ca. 2 Mrd. CHF in ähnliche Anlagen investiert werden sollen, muss jetzt untersucht werden, welche organisatorischen und politischen Veränderungen notwendig sind.
Ziel des Projekts POLAAR ist 1) die Identifikation von bestehenden organisatorischen und politischen Hindernissen, die einem effektiven Betrieb der Anlagen entgegenstehen und 2) die Erarbeitung von Politikinstrumenten, welche als Massnahmen oder Anreize wirksam wären, um diese Hindernisse zu überwinden.
Mit Unterstützung des BAFU (Bundesamt für Umwelt) werden die Zusammenhänge in der Schweizer Praxis genauer untersucht. Schwerpunktmässig werden spezifische Gemeinden über die Projektdauer begleitet (longitudinale Studie). Vorgesehen sind weiterhin gezielte Interviews mit Vertretern von Behörden, Industrie, Fachverbänden und Wissenschaft. Vergleiche mit Beispielen aus Nachbarländern, wo andere gesetzliche Vorgaben und Verordnungen gelten, werden angestrebt.
Langfristig soll der Einsatz von Politikinstrumenten in der Praxis dazu beitragen, den Gewässerschutz bei Regenwetter zu verbessern, in dem technische Innovationen (Messtechnik, Datenfernübertragung, automatisierte Datenauswertung) Anwendung finden. Damit alle beteiligten Akteure (Gemeinden, Abwasserverbände, Behörden, Planungsbüros, usw.) von der fortschreitenden Digitalisierung profitieren können, entwickeln wir Vorschläge für eine einheitliche, gemeinsame Strategie (Policy) für die Schweizer Siedlungsentwässerung.