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(Vst.-Nr. k.A.)
|Titel||

Seminar: Pfandrecht in der Antike
|Beschreibung||

Das Pfandrecht gehört nicht nur zu einer der ausführlichsten dokumentierten, sondern auch zu der auf vielfältigster Weise ausgestalteten Rechtspraxis der Antike: Gegenstand des Pfandes; die Art, auf welche der Gläubiger sein Recht darauf erwirbt; der Inhalt dieses Rechts; das Verhältnis zum Forderungsrecht selbst; die Frage, inwiefern die Position des Gläubigers vor der Fälligkeit des Kredits abgesichert ist; die Art und Weise, wie das Pfandrecht ausgeführt wird: All diese Variablen erlauben so unzählige Konfigurationen, dass aus der Untersuchung pfandrechtlicher Problemstellungen eine der besten Übungen für den Rechtsvergleich in der Antike resultiert. Darüber hinaus stellt die Konfrontation mit dem Pfandrecht einen privilegierten Standpunkt dar, um die bemerkenswerte Feinheit der allzu oft als "archaisch" wahrgenommenen Rechtstraditionen zu studieren: Von sumerischen, babylonischen und assyrischen Dokumenten des frühen 2. Jtd. v. Chr. bis zu den griechischen Verpfändungen aus dem Archiv des Dioscoros von Aphrodite und den griechischen und koptischen Belegen der Sicherungsübereignung im späten 7. Jh. nach unserer Zeit, dazu eine ganze Reihe mesopotamischer, ägyptischer, griechischer und römischer Praktiken, die teilweise in einem reichen Wechselspiel von auffälligen Parallelen und noch auffälligeren Unterschieden zeitgleich koexistierten.
Das Seminar konzentriert sich auf einen zentralen Moment in der Geschichte des Pfandrechts in der Antike: das Wechselspiel zwischen den griechischen, den römischen und den autochthonen Traditionen im hellenisierten Osten, insbesondere in Ägypten, da die Mehrheit unserer Dokumente die Jahrtausende einzig durch das trockene Klima des Nillandes überdauerten. Wir werden uns sowohl mit literarischen Texten – den Reden der griechischen Redner, den Komödien von Plautus, Catos landwirtschaftlicher Abhandlung –, Rechtsquellen – von den ägyptischen "Gesetzbüchern" bis zu Justinians Kompilation –, als auch mit Dokumenten aus der Rechtspraxis – lateinische Tafeln sowie demotische und griechische Papyri –, befassen. Wie oft beobachtet wurde, lässt sich tatsächlich 'wohl bei keinem anderen Rechtsinstitut […] seine Formung aus der Praxis der Vertragsklauseln, die sich hier im vollen Licht der Geschichte vollzogen hat, so deutlich überblicken wie beim pignus' (Kaser, Das Römische Privatrecht I, 1971, 459).
Das Seminar möchte einerseits eine Übung in juristischer Analyse – mit dem ganzen dogmatischen Apparat eines modernen Juristen – bieten, aber auch eine Gelegenheit darstellen, sich mit antiken (besonders mit auf Papyrus überlieferten) Quellen, welche uns einen Einblick in den Alltag und den sozialen und wirtschaftlichen Realitäten der Bevölkerung in der hellenistischen und römischen Welt des östlichen Mittelmeeres geben, zu konfrontieren.
Liste möglicher Themen:
Leistungsnachweis:
Der Leistungsnachweis besteht aus dem Verfassen einer Seminararbeit sowie aus der Präsentation des erarbeiteten Themas am Seminar. Weitere Informationen enthält das Merkblatt zum Seminar HS18 (Teaser auf der rechten Seite).
Das Seminar steht sowohl Bachelor- als auch Masterstudenten zur Verfügung. Im Rahmen dieses Seminars kann auch eine Masterarbeit in grösserem Umfang verfasst werden. In diesem Falle benutzen Sie bitte die Anmeldemaske für Masterarbeiten.
|Datum||

16./17. November 2018 (Raum: k.A.)
Weitere Angaben finden Sie im Merkblatt
|Modul||VVZ|
|Lektüre||k.A.|
|Teilnahme und Info||Bei Fragen wenden Sie sich bitte via E-Mail an: <email-pii>|