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Bis zu 2 Millionen Menschen leiden in der Schweiz an einer allergischen Rhinitis [1]. Beinahe 20% sind von einer Pollenallergie betroffen[2]. Im Frühjahr sind die Pollen von Birken, Erlen, Haselsträuchern aktiv unterwegs, im Mai, Juni, Juli gesellen sich Gräser und im Spätsommer Kräuter hinzu. Hinzu kommen über 500 000 Menschen mit Asthma [3], wobei hier Hausstaubmilben, Haustiere, aber auch die Inhalation von chemischen Stoffen am Arbeitsplatz als Allergieauslöser infrage kommen können.
Die saisonale allergische Rhinitis
Sie äussert sich am ehesten durch eine Überempfindlichkeitsreaktion der Nasenschleimhaut: Kribbeln, Niesattacken, tränende Augen, Hustenreiz, allgemeines Krankheitsgefühl - Fazit: Ich habe «Heuschnupfen». Denn die Betroffenen reagieren überempfindlich auf Allergene aus der Luft, die wir mit umherfliegenden Pollen der Bäume, Gräser, Kräuter - je nach Jahreszeit mit verschiedener Herkunft, auch subjektiv mit verschiedener Intensität der Symptome – einatmen.
Und nicht selten werden sogenannte Kreuzallergien beobachtet, denn z.B. 70% der Birkenpollenallergiker können in Verbindung mit Lebensmitteln (bestimmte Obst- und Gemüsesorten, Nüsse) eine Allergie entwickeln.
Die ganzjährige allergische Rhinitis
Unabhängig von Baum-, Gräser- und Kräuterpollen können Hausstaubmilben allergische Reaktionen im Bereich der Atemwege oder auf der Haut auslösen.
Die Hausstaubmilbe findet sich als wesentlicher Bestandteil im, wie der Name besagt, im Hausstaub, mit Vorliebe dort, wo der Mensch sich wohlfühlt: im Bett.
In erster Linie ist es der Kot der Tiere, in dem das Hauptallergen vorkommt. Eine vollständige Beseitigung der kleinen, spinnenartigen Tiere ist auch bei grösstmöglicher Einhaltung von hygienischen Massnahmen nicht möglich.
Auch Haustiere können Allergien auslösen. Die gute Nachricht: Die Symptome sind im Vergleich zur Pollenallergie weniger akut.
Die häufigste allergische Reaktion erfolgt durch Katzen und Hunde, aber auch Nagetiere, Ziervögel oder Reptilien finden wir in der Auflistung der Allergenträger über deren Talg-, Speichel- und Analdrüsen.
In diesem Zusammenhang sei auch das Trockenfutter zu nennen, das vor allen Dingen durch die Inhaltsstoffe allergische Atemwegsreaktionen hervorrufen kann.
Diagnostik
Symptome wie Naselaufen, eingeschränkte Nasenatmung, Niesattacken und Juckreiz über mehrere Stunden führen die Betroffenen zunächst (gegebenenfalls) zum Hausarzt, zur weiterführenden Diagnostik zum HNO-Arzt und zum Allergologen. Vom Facharzt werden die Beschwerden analysiert, weiterführend die notwendigen Therapieschritte eingeleitet. Dazu gehört die komponentenspezifische Diagnostik mit Haut- und Labortests. Entsprechend der Resultate berät und empfiehlt der Facharzt dem Patienten eine entsprechende und vor allen Dingen individuell angepasste Therapie.
Aufgrund der Vielfalt von auslösenden Faktoren und individuell sich zeigenden Symptomen können an dieser Stelle keine verallgemeinernden Therapievorschläge und Behandlungsmöglichkeiten empfohlen werden.
Ziel soll es in jedem Fall sein, den Betroffenen zu desensibilisieren und darüber hinaus die Symptome zu lindern und langfristig von den Beschwerden zu befreien.
Referenz:
[1],[2],[3]:Ballmer-Weber,B., Helbling,A. (2017).Swiss Medical Forum-Schweizerisches Medizin-Forum 2017;17 (8):179-186