Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03140.jsonl.gz/1133

Neue Bergfahrten in den Schweizeralpen 1916. mit Nachträgen von 1913, 1914 und 1915
Neue Bergfahrten in den Schweizeralpen 1 ) 1916 mit Nachträgen von 1913, 1914 und 1915.
Mont Blanc-Gruppe.
Grand Clocher de Planereuse über den Ostgrat. 27. Juli. MM. André de Ribaupierre und Emile R. Blanchet mit Ch. Veillon. Vom Col du Grand Clocher ( 2733 m ) steigt man nach Osten das Couloir hinab bis auf ungefähr 2500 m Meereshöhe. Dann traversiert man nach links und gewinnt den Ostgrat wieder in beinahe gleicher Höhe ( 12 Uhr 5 Min. mittags ). Im Anfang folgt man dem Grate leicht ( brüchige Felsen mit Ginsterpolstern ). Allmählich richtet sich der Grat auf und die Kletterei wird interessant. Nach einem beinahe schwierigen Gendarmen ( 123/4 Uhr ) und einem sehr leichten aufrechten Gang von 10 m schwingt sich der Grat bis zur Senkrechten auf. Er bietet eine Folge von Stufen dar. Die erste ersteigt man längs einer schmalen Spalte mit vorzüglichen Griffen. Die zweite ist steiler, aber auch kürzer. Eine flache Strecke von 3 m wird im Reitsitz passiert und man attackiert die dritte, bei weitem erhabenste Stufe: Rechtwinkliger Kamin, ohne Griffe in seinem oberen Teil; schwieriges Sichwiederaufrichten; flache Strecke; glatter, 6 m hoher Gendarm, kleine Terrasse in der Höhe des Col. Es folgen eine ermüdende Kletterei in einer Ritze von 20 m, ein kurzer, ebener Gang, ein neuer Steilaufschwung und der Grat ist glatt unterbrochen durch eine tiefe nach Norden orientierte Spalte. Da sie nur 1 m 20 breit ist, hätte sie übersprungen werden können. Sie zogen es vor, sie zu umgehen. Die Redaktion.
Rückkehr zur Kammlinie geschah längs dem oberen Rand der Spalte. Der Gipfel kommt in Sicht. Eine Wanderung von 100 m, abwechselnd auf und ab und interessant, führte sie um i Uhr 40 Min. zum Steinmann.
Die Mehrzahl der schwierigen Passagen könnten durch einen Flankenmarsch vermieden werden. Der Fels ist sehr solid und rauh. Die Gesellschaft seilte sich nicht an. Der Führer stieg zweimal auf die Schultern des einen Touristen und gewann von da einen höhern Punkt, von wo aus er dem Nachfolgenden ein Seilende zuwarf. E.d.A.. 1916, pp. 407 — 8 1 ).
Waadtländer Alpen.
Pointe des Salaires, 2187 m ( Gummfluhgruppe ). 15. Juni 1913. Herren Otto Fahrni, Frédéric und Paul Montandon. S.A.C.J.. LI, pag. 51.
Pointe à Daudet, 2074 m ( Gummfluhgruppe ), 12. Juli 1914. Herr Otto Fahrni, Herr und Frau Paul Montandon. S.A.C.J.. LI, pag. 52.
Penninische Alpen.
Thälihorn ( Thälihorn-Gruppe; siehe Walliserführer III b, pag. 358 ), traversiert von Nordosten nach Südwesten. B. August. Herren W. von Bergen und E. Kreuter verließen die Alp Bidemji zuhinterst im Laquintal, wo sie genächtigt hatten, um 21/4 Uhr morgens, stiegen auf einem im Siegfr. nicht eingezeichneten Fußpfad zum sanftgeneigten Weideplateau nordöstlich des Hohtossen, 2625 m, empor. Diese Weiden in südöstlicher Richtung querend, gelangten sie bei Tagesanbruch auf einen flachen Sattel am Ostfuß des Hohtossen, von wo aus die ganze Berggruppe vom Thälihorn bis zum Balmhorn übersehen werden kann. Am Osthang des vom Hohtossen zum Thälihorn-Nordgrat streichenden Rückens traversierend, betraten sie den Thäligletscher bei Quote 2700 ca. und erreichten den erwähnten Grat leicht bei P. 2984, kurz nach Sonnenaufgang. Hier wurde eine Frühstücksrast gehalten. Dann wandten sie sich dem Ostgrat des Thälihorns zu und erreichten denselben, mühelos den Bergschrund überschreitend, halbwegs gegen das Tossenhorn hin. Der leichte Schneerücken wurde bis an den glatten Ostabsturz des Gipfels verfolgt. Dann traversierten sie rechts hinüber an den Fuß einer weithin sichtbaren Runse von roten losen Felsen. Diese wurde ohne Schwierigkeit erstiegen bis an eine Steilwand vor dem letzten überhangenden Turm des Thälihorn-Nordgrates. Die Wand war nicht leicht, aber Griffe und Tritte gut und das Gestein fest. Auch die Umkletterung des Turms bot Schwierigkeiten. Hierauf folgten leichtere Felsen bis auf den nahen Gipfel, der nicht identisch ist mit dem vom Zwischbergenpaß leicht erreichbaren Horn, welches einen Grat zum Weißmiessattel nach W. und einen zweiten zum Gemeinalpgletscher nach S. S. W. aussendet.
Der Südgipfel mag zirka 10 m niedriger sein als der Nordgipfel. Zwischen beiden ist eine geringe Depression, in die man von Norden leicht hinuntersteigt; dann folgt ein beinahe horizontales, mit zahlreichen Türmen gespicktes Gratstück bis zum Südgipfel. Diese Türme wurden mit Ausnahme eines einzigen Gendarmen, der durch einen Ab- und Wiederanstieg auf der Oslflanke umgangen wurde, direkt überklettert. Nur der letzte bot einige Schwierigkeiten. Einzelne bestehen aus einer dünnen, senkrecht aufstehenden Platte; eine solche hat die Form einer Pfeilspitze. Der südliche Gipfel ist ein Trümmerhaufen. Der Abstieg vollzog sich leicht; anfangs über den S. S. W. Grat, dann über die S. W. Flanke auf das Firnfeld, das zum Zwischbergenpaß hinüberleitet. Ankunft auf dem Südgipfel etwas vor 9 Uhr morgens.
Anschließend an die Überschreitung traversierten die beiden noch das Weißmies und langten abends 7 Uhr in Saas-Grund an.
Persönliche Mitteilung von Herrn W. von Bergen ( Sektion Bern ) und Walliserführer III b, pag. 372—373.
Corno bianco ( Valsesia ), 3320 m, It.K.. ( vgl. Walliserführer III a, p. 130 ff. ). Varianten.
De Alagna par Otro et Pianmisura à l' alpe Coltiri, le 28 Juin. Le 29 par des éboulis et des moraines au petit glacier d' Otro ( A ) qu' ils traversèrent dans la direction du grand couloir ( B ) séparant en deux la partie occidentale de la paroi Nord de la montagne. Après avoir monté ce couloir quelque peu, ils le quittèrent bientôt par crainte des chutes de pierres et se mirent à grimper la côte rocheuse de gauche, en ligne directe du sommet. Après une escalade assez difficile et pénible à cause du rocher brisé et instable et de la forte inclinaison de la muraille, ils atteignirent la vire neigeuse ( G ) au pied du second grand ressaut vertical de la paroi. Une reconnaissance les décida pour la combe de gauche ( D ) de la paroi, où ils arrivèrent par une traversée délicate de mauvais rochers et de pentes de neiges très raides. Par des rochers faciles ils escaladèrent le bord de la combe à droite, puis par la neige ils traversèrent à gauche la combe et grimpèrent le flanc opposé — rochers très délités — ralliant la crête Nord-Est du Corno à un point ( E ) quelque peu plus haut que la moitié de sa longueur ( entre le Colletto d' Otro et le sommet ). Après un court morceau encore mauvais, la partie supérieure de l' arête fut trouvée très facile et le sommet rapidement atteint ( 5 à G heures de Coltiri ).
Par l' arête Nord-Est. 30 Juillet 1916. Les frères Gugliermina susdits et M. A. W. Cramer, dans le but de compléter la première ascension par cette arête, se portèrent par la route d' Alagna au glacier de Pujo et au Colletto d' Otro ( F ), entre le Corno Bianco et le Point 2950 ( G ). L' ascension se fit en suivant exactement le fil de l' arête jusqu' au sommet. La partie inférieure jusqu' au point gagne en' 1915 par la paroi d' Otro est constituée de rochers extrêmement brisés et demande beaucoup d' attention. ( Du Colletto d' Otro au sommet 2 h.Communication par lettre de M. ff. F. Gugliermina à Borgosesia.
Schallijoch, Variante im Abstieg. 14. August. Herr Bud. Wyß-Leuthold und Frau und Dr. G. Leuch kamen bei Nebel und Schneetreiben abends 7 Uhr vom Weißborn über den Schalligrat absteigend, auf dem Schallijoch an. Von da stiegen sie längs des Schallihorns über den Schalliberggletscher ab bis unter Punkt 3222 hinter dem schmalen Felssporn, welcher den Hohlichtgletscher vom Schalliberggletscher trennt. Hart am Felsen des Schallihorns erstiegen sie die schneeige Einsattelung hinter dem besagten Sporn, folgten dem letzteren zirka eine Viertelstunde weit auf dem Grat abwärts, wandten sich hierauf rechts auf den Firnhang, der vom Ober-Schallijoch herunterhängt, und rutschten auf ihm gefahrlos ab. Links vom Punkt 2467 verließen sie den Gletscher, überschritten die Moräne und erreichten bald darauf, abends 11 Uhr, die neue Sennhütte im Hohlicht. Morgens um 2 Uhr 15 Min. kamen sie nach Randa. Schneetreiben, Nebel von 3300 m an, Regen und dunkle Nacht verzögerten den Abstieg. Bei normalen Verhältnissen möchte es in —3 Stunden leicht gelingen, auf dieser Route vom Schallijoch zur Hohlichtalp zu kommen. Persönliche Mitteilung von Herrn Bud. Wyß.
Berner Alpen.
Büttlassen, direkter Anstieg über die ganze Länge des Südgrates. 7. Juli 1914. Messrs. G. Winthrop Young und Siegfried W. Herford mit Joseph Knubel und Hans Brantschen erstiegen den Gipfel in 134 Std. vom Büttlassenjoch aus, über alle Türme des Südgrates hinweg, statt wie gewöhnlich üblich, nach links in die Südflanke auszuweichen und durch ein großes Couloir anzusteigen. Die neue Route bot die Hauptschwierigkeit in einem bösen Kamin, dessen oberen Überhang zu überwinden den zweiten Mann, trotz Seilhülfe von oben, 40 Minuten Zeit kostete. Die Route wird als „ eine augenfällige Linie unerfreulicher Felsen " gekennzeichnet.
Wilde Frau über den Ostgrat, direkt vom Gamchigletscher aus. 9. Juli 1914. Die nämlichen stiegen von der Gspaltenhornhütte ab, querten den Gamchigletscher und fanden einen Jägerpfad, welcher sie an das Kopfende der Klippen führte. Die Kletterei war kaum interessant, aber Schnee bedeckte die verwitterte Felsoberfläche und der Charakter des Rückens, der erhobene Felsrand einer Bergfacette mit einem großen nach Süden abstürzenden Hang, über welchem sie gelegentlich hingen und in aufregender Weise klommen, machte es ihnen hart, vorwärts und zum Ziel zu kommen.
Gspalterihom über den Westgrat ( Bote Türme ). 14. Juli 1914. Die nämlichen verließen die Gspaltenhornhütte um 3 Uhr 45 Min., querten den Gletscher und gewannen die Felsen nahe dem Westende der Nordflanke des Gspaltenhorns. Wegen des tiefen Schnees gaben sie diesem Zugang über eine Nebenrippe und Höhlung in der Nordwand den Vorzug vor dem Umweg über die Gamchilücke und den von dort zu den „ Roten Türmen " führenden leichten Schneekamm. Sie verließen den Gletscher durch einen offenen Kamin, traversierten scharf nach rechts oberhalb des Absturzes, längs vereisten Platten und Geröll. So passierten sie unter dem Felsturm, welcher den querlaufenden Nebengrat des Berges abschließt, und kamen an den Fuß eines großen Schneehangs. Dieser überragt den Beginn des Gletscherabsturzes zur Gamchilücke und ist die zweite der Schneefacetten an der Nordwestflanke ( oder Winkel ) des Berges. Die erste Schneefacette ist unmittelbar oberhalb der Lücke. Sie wendeten sich aufwärts hart unter diesem nordwestlichen Nebengrat und stiegen den Schneehang hinauf bis da, wo ein großes offenes Couloir aus der Wand auf den Schnee ausläuft. Hier machten sie um 4 Uhr 30 Min. eine Pause. Über Schnee und leichte Platten kletterten sie hinauf an der Seite des Couloirs bis zum oberen Rande der Seitenrippe. Dieser folgten sie, bis sie sich in rauhe Schneehänge unterhalb des Kammes des eigentlichen Westrückens verlor. Der harte Schneewall brachte sie um 5 Uhr 30 Min. auf die Höhe ihres richtigen Angriffs-punktes. Die Stelle, wo sie den Rücken betraten, ist die zweite, höhere Felsaus-kropfung in dem Schneeprofil, welches in zwei aufeinanderfolgenden weißen Schultern von der Gamchilücke aufsteigt. Sie ist etwas unterhalb der ersten auffälligen Felsstufe im Rücken und nicht weit unterhalb einer kuriosen Nadel, welche, von Norden gesehen, auf dem Kamme selbst zu sitzen scheint, in der Tat aber wunderlich aus der Nordwand herausspringt, während der wahre Rückenkamm hinter ihr verläuft. Hier legten sie das Seil an. An dieser ersten Wandstufe traversierten sie zuerst nach Süden und stiegen dann über steilen Schnee auf. Einen zweiten kleineren Aufschwung an dem Turme erkletterten sie durch einen offenen Kamin, in welchem Eis, Schnee und Fels abwechselten. Dann schwenkten sie nach links zurück, über Platten hinauf und gewannen so den Kammrücken wieder oberhalb des Walles. Die zweite Wandstufe erstiegen sie durch einen Kamin zur Linken ( Norden ) seiner Mittellinie, von vorn gesehen. Ein schneegekrönter Rücken brachte sie dann, beinahe unerwartet, auf die Höhe des ersten Roten Turms, um 7 Uhr. Hier frühstückten sie. ( Unter besonderen Umständen könnte man vielleicht von weiter unten den ersten Roten Turm auf seiner verwitterten Nordflanke durch ein Couloir hinab und mit einer Traverse über schlechte Platten zu einem andern Couloir und dieses hinauf zu dem Schneesattel vor dem zweiten Roten Turm umklettern. ) So wie die Situation jetzt war, mußten sie sich von dem Nordostwinkel des Turms in zwei Absätzen, längs einer zerspaltenen Felsgurgel, dann eine einwärts gekehrte Ecke, schließlich einen Kamin hinunter abseilen, worauf ein absteigender Quergang sie um 9 Uhr 50 Min. auf den Col zwischen den zwei Türmen brachte. Der zweite Turm oder „ Fang " mußte direkt attackiert werden, da ein Umgehen in der Nord- oder Südflanke ausgeschlossen war. Am Südende der großen sich vor ihnen erhebenden Wand, wo die Felsen sich etwas zurücklehnten, führten embryonale Kamine um eine weniger steile Ecke herum. Sie wählten das zweite, nach rechts hin gezählt, überwanden die erste Stufe, einen.
„ ellbogengekrümmten " Überhang, arbeiteten sich dann rasch den brüchigen steilen Wall hinauf, umgingen den breiten unförmlichen Kopf hinter seiner linken „ Augenbraue " und tauchten um 10 Uhr 15 Min. auf der Höhe des zweiten Roten Turms auf. Der Abstieg in die schmale Scharte zwischen diesem und dem dritten Turm führte, etwas zurück vom Gipfel, über die Nordflanke hinunter, erst rückwärts und vorwärts, schraubenförmig einige Ecken hinab; dann führte ein Band quer hinüber, nicht direkt zu dem Winkel des Turms, sondern gegen ein fantastisches Bollwerk, das scharf von dem nördlichen Winkel heraussprang. Diese wunderliche, hängende Felskurtine war an zwei Stellen durch Felsfenster unterbrochen; das eine etwa 3 m oberhalb der Stelle, wo die mögliche Traverse gegen den zwischen Turm und Bollwerk gebildeten Winkel auslief, und das andere etwa 10 m weiter draußen, längs der zerfressenen Felskurtine. Durch verzwickte Manöver, unter Benutzung dieser beiden Felsenfenster, gelang es ihnen eine Stelle zu finden, von wo sie sich 20 m abseilen konnten, auf einen schmalen Schneecol, welcher den zweiten mit dem dritten Turm verbindet und den sie um 12 Uhr 15 Min. nachmittags erreichten. Um diesen letzten „ Fang " zu überwinden, mußten sie die Abstürze im Norden umgehen, bis da, wo dessen rauhe Rückseite mit der Masse des eigentlichen Gipfels zusammenhing, und dort einen diagonalen Aufstieg hinter den Turm suchen. Zu diesem Zwecke stiegen sie vom Col vorsichtig das nördliche Couloir hinunter. Dann strichen sie aufwärts quer über die rauhen Platten unter dem Turm. Nach etwa 65 m dieses „ eisigen angenehmen Balancierens " waren sie weit genug in der Wand draußen, um im Eiltempo durch ein schwach geneigtes und schräglaufendes Couloir oder in dessen verwitterten Randfelsen hinauf, dann über steilen Schnee und schließlich über lange vorspringende Platten brüchigen Gesteins den Rücken gerade hinter dem Kamm des letzten großen Turmes oder Zahns zu erreichen. Eine letzte Folge von Fels und Gwächte brachte sie um 1 Uhr 45 Min. nachmittags auf den Gipfel des Gspaltenhorns, 10 Stunden von der Hütte, an. A.J. XXX, pag. 103—110.
Froschkopf, ca. 2650 m ( Engelhörner; siehe Engelhornführer, pag. 77-78 ). Variante. 14. Juni 1915. Herr Rudolf Wyß-Leuthold und Frau stiegen von der Klubhütte des A.A.C.B. auf dem üblichen Wege bis zu den roten Felsen in der Nordwand des Froschkopfes, wo man auf Route a des Engelhornführers den Einstieg in die Wand ansetzt. Statt dies zu tun, verfolgten sie die Rinne, welche zwischen die beiden „ Prinzen " hinaufführt, bis sie in der Höhe des Teufelsjoches standen. Da zweigt eine Seitennische rechts ab ( im Sinne des Aufstiegs ). In dieser packten sie die von zahlreichen Rissen durchsetzte Froschkopf-Nordwand an und kletterten verhältnismäßig leicht, schräg rechts aufwärts gegen eine auffallende Stufe im Westgrat. Bei dieser betraten sie wieder die übliche Route. Zeit: Vom Fuß der Wand bis auf den Grat 30 Min. sehr schnellen Kletterns. Diese Variante ist möglicherweise nicht neu. Sie ist aber nirgends beschrieben und auch im Engelhornführer nicht angegeben. Weil sie viel leichter ist als die dort bezeichneten Routen, verdient sie Beachtung. X./XI. Jahresbericht des A.A.C.B., pag. 17, und persönliche Mitteilung von Herrn B. Wyß.
Besti-Bothorn, Südweg, Variante unter Benutzung des Südostgrates. 21. Juni 1914. 11 Mitglieder der Sektion Blümlisalp S.A.C. S.A.C.J.. LI, pag. 54.
Besti-Rothorn, Erreichung des Nordgrates von Nordosten. 6. Sept. 1913. Herren Otto Fahrni, Max Grüninger und E. Akert. S.A.C.J.. LI, pag. 53.
Resti-Bofhorn, Südweg. Die nämlichen. Gleiches Datum und Referenz.
Tessiner Alpen.
Cima di Morìxo — unkotierter Felszahn — Punkt 2225 — Cima di Erbeia, von Süden nach Norden begangen. 30. April. Herren Othmar Gurtner und H. Streich. Von der Cima di Morixo in die Gratlücke nördlich und über Platten auf einen unkotierten Felszahn, der jedenfalls schon vorher erstiegen worden war, da sich Reste einer Flasche und Papierfetzen oben fanden. Westlich hinab und rund um den Zahn nach Norden abbiegend zur nächsten Lücke. Über Grat und Platten auf Punkt 2225. Hier beginnt ein sehr zerrissener Grat, der immer auf der Gratschneide begangen wurde, da ein Ausweichen in die Flanken des Schnees wegen nicht tunlich schien ( siehe S.A.C.J.. L, pag. 278—9 ). Über einen kleinen Felskopf in die Lücke zur Cima di Erbeia. Zeiten, einschließlich Rasten, Morixo-Erbeia 8 Std. X./XI. Jahresbericht des A.A.C.B., pag. 17, und persönliche Mitteilung von Herrn O. Gwrtner.
Torrente alto ( 2806 m ) über den Nordgrat. August 1915. Herren G. Miescher und K. Öttiker. Auf dem Wege zur Alpe di Sciengo ( Hintergrund des Val Pontirone ) biegt man bei den mittleren Häusern von Fontaio ab, überschreitet den von Westen her einmündenden Bacharm und ersteigt, teilweise kletternd, auf schlecht sichtbarem, in den Alpenrosenstauden verborgenem Hirtenpfad die Felsstufe, welche die untere von der oberen Alpe di Sciengo trennt. In gleicher Richtung weiter, dem von Süden herabfließenden Wasserlauf folgend, über schrofige Felsen auf die große Geröllterrasse am Nordostfuße des Berges. Aus der südwestlichen Ecke dieser Terrasse führt ein steiles, schon von weitem sichtbares Firnband auf einen Absatz des Nordgrates hinauf, dort, wo er an die schroffen Felsen des Gipfelstocks anstößt. Von hier in prächtiger Kletterei, bald auf der Kante, bald östlich davon, ohne größere Schwierigkeiten, aber ziemlich exponiert zum Gipfel ( Fontaio-Gipfel 4—5 Std. ). Der Abstieg wurde über die sehr steile, schrofendurchsetzte Südflanke ausgeführt, direkt zur Alpe in Orza. XX. Jahresbericht des A.A.C.Z., pag. 22.
Pizzo Campale ( 2513 m ). 15. Oktober. Herr A. Specken ( allein ). Pizzo Bedeglia, ( 2691 m ). Der nämliche. Alp. 1917, pag. 13.
Adula-Alpen.
Piz d' Annarosa, mittlerer Gipfel ( ca. 2900 m ). Herren W. Baumgartner und J. Hohl traversierten, nachdem ein Versuch, den Hauptgipfel ( 3002 m ) direkt über die Nordostwand zu erreichen, wegen zunehmenden Schwierigkeiten, Steinschlag und Gewitter, fehlgeschlagen hatte, auf steilen Schneehängen unter dem Mittelgipfel hin und gelangten auf eine östlich vom Mittelgipfel ansetzende, nördlich absteigende Rippe, welche sie auf den Grat und von da auf den Gipfel führte.
Piz d' Annarosa, Hauptgipfel. Herren W. Baumgartner und A. Müller. Nachdem der Versuch, über die Südwand direkt zum Gipfel zu gelangen, der griff losen, mit Kies überzogenen Platten wegen in halber Höhe mißlungen war, erfolgte der Aufstieg in einem Südcouloir westlich des Hauptgipfels. Die einzige Schwierigkeit bestand in der Überwindung eines gewaltigen Sperrblockes, der sich in halber Höhe befindet. Der Abstieg erfolgte durch ein kleines, westlich vom Hauptgipfel ansetzendes Nordcouloir.
Lorenzhorn, Abstieg über die große Lorenzwand im Süden. Herren W. Baumgartner und Näf. Etwas vor Punkt 3006 westlich der Lorenzlücke Einstieg in die Wand, die in westlich absteigender; unter dem Lorenzhorn sich hinziehender Linie begangen wurde. Dabei wurden fünf Couloirs traversiert; im sechsten erfolgte der Abstieg, der durch einen überhängenden Sperrblock erschwert wurde. Kurz nach dem Ausmünden des Couloirs kurze Traverse in westlicher Richtung ins Hauptcouloir, das sich zwischen Punkt 3059 und Schwarzhorn ( 3015 ) hinabzieht. Zur Hälfte in diesem, dann in mittelschwerer Kletterei in westlicher Richtung über Fels zum Gipfel des Schwarzhorns. Abstieg in einem Couloir, dessen letzter Teil Schwierigkeiten bot, bis auf den oberen Heuberg.X./XI. Jahresbericht des A.A.C.B., pag. 16.
Guimatsch über den ganzen Südgrat, sowie Begehung des Verbindungsgrates Culmatsch — Piz Ner, mit Abstieg über den Nordwestgrat zur Nerlücke und Etzlihütte. 26. Juli. Herren F. Wortmann, jun., N. Stöcklin-Müller und N. Stöcklin, jun. Alp. 1917, pag. 177.
Rheinwaldhorn, neuer, direkter Abstieg gegen Osten. 25. August 1913. Dr. Max v. Wyß, Frédéric und Paul Montandon und Frau P. Montandon. S.A.C.J.. LI, pag. 52.
Glarner Alpen.
Alpgnoferstock ( 2763 m ). I. Besteigung über Südwand und Ostgrat I. Besteigung des Ostgipfels. 23. Juni. Herr E. Hauser ( allein ). Die Südwand weist im östlichen Teil ein sehr stark ausgeprägtes, oben kaminartiges Couloir auf, das von der tief eingerissenen Scharte zwischen Haupt- und Ostgipfel bis auf die unterste Wandstufe über den Alpgnoferplatten hinunterreicht, dort sich aber verliert.
Einstieg von Westen her auf einem Rasenband über dem untersten Abbruch. Dann über steile Schrofen im Couloir aufwärts, weiter oben über glatte, ausgewaschene Felsstufen. Zirka 50 m unterhalb der Scharte mußte ein das Couloir sperrender, 4 m hoher Überhang in nassen Felsen an der östlichen Begrenzungswand schwierig umgangen werden. Schließlich durch den engen glatten Kamin in die Scharte.Von hier ostwärts über einen kurzen steilen Grat auf den Ostgipfel, zirka 2720 m, der noch keiner Besteigung gewürdigt zu sein schien. 3 Stunden von der Windgällenhütte. Der Hauptgipfel ( 2763 m ) wurde gewonnen, indem von der Scharte aus der hohe senkrechte Abbruch in der Nordflanke umgangen und dann der äußerst brüchige, aber nicht mehr schwierige Ostgrat verfolgt wurde. Die Umgehung ist wegen der dachziegelartigen Schichtung der Felsen, namentlich im Abstieg, heikel. Ostgipfel — Hauptgipfel 40 Min. Abstieg über den Ostgrat zurück in die Scharte und durch eine Schneerinne auf den südlichsten Arm des Ruchenfirns, endlich durch den Plattenkessel längs dem Alpgnofergrat hinunter ins Schwarzifad.
Damit ist auch ein neuer Übergang von der Alp Gnof zum Ruchenfirn bewerkstelligt worden. Das Gestein am Alpgnoferstock ist das richtige Element für die Kletterschuhe. Persönliche Mitteilung von Herrn E. Sauser.
Großer Kärpf ( 2797 m ). Abstieg vom Gipfelsteinmann über den Westgrat ( im Glarnerführer nicht angegeben ). 11. April 1914. Herr Jakob Heß und andere.Vom Steinmann wird der erst ziemlich breite Westgrat, über große, aber lose Blöcke absteigend, ein kurzes Stück verfolgt. Weil das Gestein stark abwärts geschichtet ist, ist bei Neuschnee oder Vereisung Vorsicht am Platze. Dann unterbricht ein senkrechter, etwa 4 Meter hoher Absatz den Grat. Dieser wurde von den ersten, unter Seilsicherung, auf die unten befindliche Wächte abspringend, unternommen, der letzte benutzte einen seitlichen, fast grifflosen Felspfeiler. Der Grat wurde nun wieder schmäler und mit einer Wächte gekrönt. Auf der Nordseite lag Pulverschnee auf schief gestellten Gratplatten. Da, wo der obere Firn der Südseite am weitesten an den Grat hinaufleckt, erfolgte unschwierig, aber sehr steil der Abstieg zum Firn über ein Schneewändchen. Eückkehr auf den gewohnten Routen nach Elm oder Leglerhütte.
Seheyenslock ( 1924 m, zwischen Glarner Frohnalpstock und Neuem Kamm ). Abstieg über die Südostwand ( im Glarnerführer nicht angegeben ). Herren Karl Brenna und Jakob Heß stiegen vom Gipfelchen östlich ab steil über Grasplanken bis zum Vereinigungspunkt des Ost- und Südgrates. Von da an zieht sich eine markante Runse jäh durch die ganze Südostwand des Scheyenstocks zu den Gras- und Geröllhalden oberhalb der Plattenalp hinunter. Sie traversierten ein kurzes Stück links unter dem Ostgrat hinaus und durchstiegen dann parallel zur genannten Runse einen engen Kamin. Dieser mündet auf den ziemlich breiten, steilen Grasrücken der linken Raseneinfassung aus, den sie begingen bis zum Punkte, wo die ersten Tannen stehen. Von dort aus traversierten sie wieder rechts zur Runse zurück. Diese wird von einer fast senkrechten Steilstufe, unterbrochen, die entweder auf der linken Seite über plattige Felsen oder in der Mitte auf einem kleinen Pfeiler mit schlechten Griffen genommen wird. Die Runse wird nun verfolgt, bis man über einem weiteren, teilweise senkrechten Wändchen steht. Da der einzige zum Abseilen geeignete Zacken wackelte, wurde ein Mauerhaken eingetrieben und mit dessen Hülfe über die Steilstufe abgeseilt ( unten Platten ). Etwas rechts über Schrofen hinaussteigend erreichten sie die schon genannten Gras- und Geröllhänge, welche sie in südlicher Richtung querten. Die weiter unten befindliche Steilwand durchstiegen sie dann ziemlich weit südlich durch eine Grasrunse mit kurzem, leicht passierbarem Abbruch. Endlich wanderten sie über Grashalden östlich zur Plattenalp ( Gipfel — Plattenalp zirka 1@@1/2 - 2 Std. ). Jahresbericht der Sektion Uto pro 1914 und 1915, pag. 59—61.
Thur-Alpen.
I. Kreuzberg, Variante. 29. Okt. Herr W. Bisch ( allein ). Alp. 1916, pag. 238.
Errgruppe.
Piz Piatta von Norden nach Süden fraversiert. 13. August. Dr. C. Täuber mit Nicolaus Lozza. S.A.C.J.. LI, pag. 15—16.
Mazzerspitz über den Südgrat. 7. Aug. 1915. Dr. G. läuber mit Nicolaus Zozza. S.A.C.J.. LT, pag. 14.
Berninagruppe.
Pie Gambrena über den Nordwestgrat. 23. Juli. Hans Frick mit Christian Zippert und Hans Kaspar.
Pis Bernina über die Scharte mit neuem Zugang von der Bovalhütte. 27. Juli. Die nämlichen.
Piz Prievlus über die Ostkante und die Ostwand. Juli. Die nämlichen.
Traversieruug der ganzen Sellagruppe inklusive Corvatsch von Fuorcla Surley bis zum Sellapaß. 4. August. Die nämlichen. Alp. 1917, pag. 19 — 21.
Punta Bertoni1 ) ( 2805 m ), Lurani auf neuen Wegen über die Nordwestwand. 4. September 1914. Sig. Eugenio Fasana ( allein ).
1 ) Über die Namen und Höhen der Zwillingsgipfel: Bertani und Moraschini des Monte Scione in der Kette Cavalcorto der Gruppe Albigna-Disgrazia, vgl. Strutt I, p. 82 und Balabio.
Am Fuß des Westsporns angekommen, statt abzusteigen und diesen weiter unten zu umgehen, um dann in den Weg zum Passo Scione einzulenken, auf die Nordwestwand los, welche links abfällt. Ein prächtiger, vom Alter geschwärzter Kamin steigt direkt ungefähr 100 m an; dann verschwindet er, um weiter oben wieder zu erscheinen und in Windungen gegen den Gipfel anzusteigen. Im obersten Teil scheint der Kamin mit Schnee und ( vielleicht ) Eis ausgekleidet. Auch der Westsporn scheint einen Angriff zu erlauben. Dahin, wo er, wie von der Wand der Punta abgesägt, einen Einschnitt bildet, läuft ein nach Norden orientiertes Schneecouloir hinauf. Der Versuch wurde gemacht und die enge Bresche erreicht, welche sich am obern Ende des Couloirs öffnet. Vom Einschnitt aus griff der Alleingänger die eigentliche Wand an, indem er leicht nach rechts abbog. Es folgen aufeinander: erstlich, eine Felsstufe von ungefähr 25 m, gekennzeichnet durch winzige Buckel und ziemlich steile Platten in reizvoller Abwechslung; dann eine Zone von kleinen Bändern. Noch eine elegante Passage und kurz darauf die letzte Platte des gewöhnlichen Weges. Hierauf der Gipfel. Beim Abstieg gelüstete es Fasana, das „ schwarze Couloir " zu versuchen. Nach Passieren der Felsplatte des gewöhnlichen Itinerars wich er also von seiner Aufstiegsrichtung ab, wandte sich, behutsam absteigend, etwas nach Norden, und betrat das Couloir, welches die Spuren einer beharrlichen Glättearbeit trug. Diese 100 m Kamin haben zwei Verengerungen, die wie Zangen zwicken, und werden für den Abstieg empfohlen. R.M. 1916, pag. 229.
Pizzo Casnile über die Südwestwand. 20. August. Herren Dr. Hans König, Adolf Flunser und Aug. Gysi. S.A.C.J.. LI, pag. 32.
Punta d' Albigna, Abstieg über die Südwestwand. 21. August. Die nämlichen. S.A.C.J.. LI, pag. 35.Redaktion.