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Im Allgemeinen verlieren wir 70 bis 100 Haare pro Tag. Das mag nach viel klingen, doch tatsächlich stellt diese Grössenordnung noch keinen Anlass zur Sorge dar. Steigt die Zahl jedoch, und wachsen dort, wo die Haare ausgefallen sind, keine neuen nach, spricht man von «Alopezie». Diese kann in verschiedenen Formen auftreten und entsprechend unterschiedliche Massnahmen erfordern.
Welche Formen von Haarausfall gibt es?
Erblich bedingter Haarausfall oder die androgenetische Alopezie
Auslöser der Krankheit ist vor allem das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT), auf welches die Kopfhaarwurzeln empfindlich reagieren und deshalb schrumpfen. Von erblich bedingtem Haarverlust ist das männliche Geschlecht am meisten betroffen. Anfangs kommt es zur Ausdünnung der Haare an Stirn und Schläfen mit anschliessender Bildung von Geheimratsecken. Zunehmend erfolgt die Lichtung in der Scheitelregion, die sich zum Hinterkopf ausweitet, bis schliesslich nur noch ein Haarkranz übrig bleibt.
Bei den Frauen leidet jede zweite an androgenetischer Alopezie, wobei die Ausdünnung am Scheitel und am Oberkopf erfolgt. Zur Glatzenbildung kommt es normalerweise nicht.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Gewebe angegriffen wird. Sie tritt häufig gemeinsam mit anderen Autoaggressionskrankheiten auf, wie zum Beispiel mit den Schilddrüsenerkrankungen Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis. Schätzungen zufolge leiden knapp 2% der Schweizer Bevölkerung unter den plötzlich auftretenden kreisrunden kahlen Stellen an Kopf, Augenbrauen, Wimpern und sonstigen behaarten Körperstellen.Die kreisrunde Art des Haarausfalls zeigt sich hauptsächlich bei weiblichen Kindern und Jugendlichen.
Selten sind die Personen älter als 30 Jahre und in über 80 Prozent der Fälle wachsen die kahlen Stellen wieder zu. Doch es kommt vor, wenn auch selten, dass sich ein kreisrunder Haarausfall zur schwersten Form, der Alopecia areata universalis, entwickelt, was den kompletten Verlust der Körperbehaarung bedeutet. Dieser Zustand ist meist nicht reversibel. Die Haare wachsen nicht mehr nach.
Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)
Das Haar wird insgesamt dünner, doch ohne kahle Stellen. Betroffen sind hier vorwiegend Frauen und Kinder. Ausgelöst wird der Haarausfall unter anderem durch Schilddrüsenentzündungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, Eisenmangel, Stress oder eine Hormontherapie.
Weitere Gründe für Haarausfall
Spezieller Haarausfall bei Frauen: Manche Fälle von Haarverlust betreffen ausschliesslich Frauen, wie beispielsweise in Verbindung mit der Antibabypille. Hier kann bereits – nach Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen – ein Wechsel der Antibabypille das Ausfallen der Haare stoppen. Ebenfalls wissenswert: Nach einer Entbindung sinken die Östrogenwerte und die Haarfollikel wechseln in die Ruhephase (Telogenphase). Der damit verbundene Haarverlust kann sich innerhalb weniger Wochen, aber auch erst nach einigen Monaten einstellen. Hat sich der Hormonspiegel wieder normalisiert, lässt meist der Haarausfall nach.
Einnahme bestimmter Medikamente: Haarausfall kann als Nebenwirkung bei verschiedenen Medikamenten auftreten. Zu den bekanntesten Fällen gehören:
- Antibiotika
- Schilddrüsenmedikamente
- Chemotherapeutika
- Lipidsenker
- Medikamente gegen Rheuma
Wie entsteht Haarausfall?
Der normale Haarzyklus ist bis zu einem gewissen Grad genetisch bestimmt. Er läuft in verschiedenen Phasen ab und dauert in etwa fünf beziehungsweise sieben Jahre. Die einzelnen Phasen sind:
Wachstumsphase: Sie dauert bei Frauen etwa zwei bis vier, bei Männern rund vier bis sechs Jahre.
Übergangsphase: Das Wachstum kommt für zwei bis vier Wochen zum Stillstand.
Ruhephase: Sie dauert etwa drei bis vier Monate. In dieser Phase bildet sich der untere Follikelabschnitt zurück, weshalb sich die Verankerung durch den Haarbalg in der Haut langsam löst und das Haar ausfällt.
Neue Wachstumsphase: Nachdem das Haar ausgefallen ist, wächst aus der Haarwurzel ein neues Haar.
Ein solcher Haarfollikel-Zyklus erfolgt ungefähr zehn bis zwölfmal. Da er nicht gleichzeitig bei allen Haaren abläuft, fällt der Haarwechsel unter normalen Umständen nicht auf. Erst wenn sich die einzelnen Phasen aus Krankheits- oder sonstigen Gründen zeitlich verschieben, kommt es zu verstärktem Haarverlust.
Mögliche Warnzeichen vor sich entwickelnder Alopezie sind:
- eine starke Talgproduktion, wodurch die Haarfollikel verstopfen, was das Haarwachstum verlangsamt und zu vermehrtem Haarverlust führt
- stark juckende Kopfhaut, oftmals durch schlechte Nährstoffversorgung hervorgerufen
- Veränderungen an den Fingernägeln, die auf einen Mangel an Nährstoffen wie Biotin, Eisen, Folsäure, die Vitamine A, B und C sowie Zink hindeuten
Welche Mythen kursieren zum Haarausfall?
Wer im Internet nach Informationen sucht, findet in vielen Fällen gute Hinweise – doch leider auch oft genug «Fake News». Hier einige Beispiele:
- Die sich hartnäckig haltende Warnung, dass tägliche Haarwäsche das Ausfallen der Haare fördert, entbehrt jeder Grundlage. Allerdings sollten nur sanft reinigende, milde Haarshampoos – ohne Duftstoffe und ohne Parabene – verwendet werden, da ungeeignete Haarpflegeprodukte die Kopfhaut austrocknen und die Haarstruktur angreifen.
- Eine Kurzhaarfrisur schützt nicht vor Haarverlust, auch wenn das immer wieder behauptet wird.
- Ein Haarschnitt kann das Haarwachstum nicht stimulieren, denn das Haar besteht aus Horn – wie Finger- und Fussnägel – und somit aus abgestorbenen Zellen.
- Auch die Behauptung, dass das Tragen von Kopfbedeckungen wie Mützen, Baseballkappen oder Hüten zu Haarausfall führt, ist völlig aus der Luft gegriffen. Das Wachstum der Haare wird davon nicht beeinträchtigt, da sie über die Haarwurzeln ernährt werden.
Individuelle Behandlung
Die gute Nachricht lautet: Je nach Form und Ausprägung gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall. Auf Basis einer fundierten Diagnose finden wir die für Sie passende Option, beispielsweise aus dem Spektrum unsere Infusionstherapien, mit dem dem PRP-Verfahren oder über eine Mesotherapie. Kontaktieren Sie uns, um eine ausführliches Beratungsgespräch zu vereinbaren.