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Paul Torday, 1946 geboren, debütierte erst mit 59 Jahren zum Romanautor. Und sein erstes Buch galt eben dem Lachsfischen im Jemen, das er 2006 mit Erfolg veröffentlichte. Typisch Englisch könnte man sagen, wenn kolportiert wird, dass sein Interesse am Fliegenfischen und am Nahen Osten eine Melange eingingen.
Dass es ein Unterschied ist, ob eine Geschichte literarisch erzählt oder ob sie von Bildern illustriert wird, eine solche Feststellung hiesse doch Eulen nach Athen tragen, was sich ja als Bild auch gehörig von der Sprachversion unterscheiden dürfte.
Der Titel hört sich ja wie ein Fachaufsatz in einem Fischereimagazin an, und Torday hat auch vorher solche Aufsätze veröffentlicht. Nun muss man doch bemerken, dass der Erfolg eines Films mit einem solchen Titel auf die Bekanntheit mit dem Buch spekuliert, um nicht falsche Vorstellungen zu generieren. Für den Produzenten des Films, Paul Webster, war zwar klar, dass er das Buch als Film konzipiert wissen wollte: «Dieses schrullige Englischsein und die Mischung aus Romanze und knallharter politischer Satire begeisterte mich sofort». Aber die literarische Darstellung, die aus Notizen, Briefen und Mails konfiguriert war, musste doch zu einer filmtauglichen Vorlage umgearbeitet werden, die dem Zuseher eine Kontinuität im Ablauf der Story anbot. Es gibt aber trotzdem mit einigen nicht unbedingt ins Gewicht fallenden Änderungen im Grossen und Ganzen eine adäquate Anlehnung an die literarischen Einfälle.
Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama aus dem Jemen liebt die britische Insel und hat sich im Schottischen luxuriöse Immobilien zugelegt. Als geschäftliche Vertraute hat er die reizende Harriet Chetwode-Talbot gewonnen, die dem Experten auf dem Gebiet der Lachsfischerei, Dr. Alfred Jones, anbietet, den anglophilen Jemeniten bei einem Vorhaben zu unterstützen, das sowohl konservative Araber wie dem aufgeschlossenen Jones abstrus anmutet. Aber Dr. Alfred, wie ihn später der Scheich nennen wird, hat seine abrupte Absage ohne den englischen Premier gemacht, dessen Pressesprecherin eine Möglichkeit wittert, die unseligen Schnitzer der Briten in Afghanistan mit einer populären Tat, wie sie glaubt, auszugleichen. Wassermangel im Jemen hin oder her, die Drei-Schluchten-Staudamm-Chinesen sollen für die Bewässerung sorgen und Dr. Alfred für die Fische aus Schottland, was aber den schottischen Fischern gar nicht gefällt und Jones zwingt, auf Zuchtlachse auszuweichen. Alles wird zusammengehalten durch die Romanze von Alfred mit Harriet. Alfred ist zwar verheiratet, aber gar nicht glücklich mit seiner Frau, und Harriet hofft immer auf ihren Liebhaber, der in Afghanistan Dienst tut und dort verschollen ist. Es gibt einen Mordanschlag auf den Scheich und ein Attentat auf die Bewässerungsanlage. Doch zum Schluss wird das Liebesspiel zur Zufriedenheit geregelt, und die Zuchtlachse erinnern sich ihrer wilden Eigenschaften und springen zum Laichen in die richtige Richtung flussaufwärts.
Wie schon angetönt, dass Bilder einer anderen Dramaturgie bedürfen als Worte, um Spleeniges auch so erscheinen zu lassen: dies gerät aber dem schwedischen Regisseur Lasse Hallström mehr zur Konfektion, die dem subtilen englische Witz wenig Chancen gibt und das Schwergewicht eher auf die Romanze von Alfred und Harriet legt, was den kinogewohnten Zuseher nicht mehr ganz so in Spannung versetzen kann. Hallström mag auf den amerikanischen Markt eingeschworen sein und auch passable Kinderfilme gedreht haben, aus der Ironie und der Absurdität ist er eher in den ansprechenden Kitsch gerutscht, der seinen so erfolgreichen Chocolat (2000) auch einmal “auszeichnete”.