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Am 7. Februar 1971 erhielten die Frauen auf eidgenössischer Ebene endlich das Stimm-und Wahlrecht. Zur Erinnerung an diesen Entscheid, der Grund zu Feier und Freude ist, ein paar Gedanken zum Weg der Frauen in leitende Ämter in der (reformierten) Kirche.
Starten wir mit einem Blick auf die Bibel: In der Frühzeit der Kirche ist es gar nicht so eindeutig, dass die Frauen nur dienende Rollen zu übernehmen hatten. Es gibt Texte, die zeigen, dass Frauen auch in der Leitung der Gemeinden tätig waren und wichtige Ämter ausübten. Ein gutes Beispiel ist die Diakonin Phöbe (Römerbrief 16,1-2). Sie reist mit einem Empfehlungsschreiben von Korinth nach Rom, wo sie ebenfalls Verantwortung übernehmen soll.
In der weiteren Entwicklung der Kirchen wurde dann die Mitwirkung der Frauen eingeschränkt und der Zugang zu verantwortungsvollen Ämtern wurde ihnen verwehrt. Dennoch gibt es eine Reihe von Frauen, die im Mittelalter und in der Renaissance ihre christlichen Stimmen prägend einbrachten, in der Zeit der Reformation war es in Zürich z.B. die letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters, Katharina von Zimmern. Auch die Stimmen vieler Mystikerinnen fanden ein breites Echo, sei es durch ihr Wirken oder durch ihre Schriften (Hildegard von Bingen, Teresa von Avila, Elisabeth von Thüringen).
Im aufgeklärten 19. Jahrhundert, in einer Zeit, die sich dem Fortschritt verschrieb und auf Wissenschaft, Technik und Vernunft setzte, mussten die Frauen lange darum kämpfen, zum Studium an einer Universität zugelassen zu werden. Die Universität Zürich galt als eher liberal – hier konnten Frauen um 1900 z.B. Medizin und Theologie studieren. Ab 1918 wurden in den reformierten Kirchen die ersten Frauen ordiniert. Aus gesetzlichen Gründen wurde ihnen jedoch die volle Ausübung eines Pfarramtes verwehrt. Bis zur Gleichstellung im Kirchengesetz 1963 wirkten Frauen als Pfarrerinnen unter der Bezeichnung «Pfarrhelferinnen». Oft wirkten sie auf gemeindeeigenen Pfarrstellen, für die Mehrheit der Gemeindeglieder war stets klar, dass die Frauen «richtige Pfarrerinnen» waren. Der Historiker Pierre Aerne hat über die ersten Pfarrerinnen Europas, Rosa Gutknecht und Elise Pfister, einen sehr lesenswerten Artikel verfasst: Der steinige Weg der ersten Pfarrerinnen Europas
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Die reformierte Kirche der Schweiz gilt in der weltweiten Ökumene heute als eine der liberalsten Kirchen und ist Zeuge dafür, dass Diakoninnen oder Pfarrerinnen wie Phöbe nicht nur willkommen sind, sondern gefragt, Verantwortung auch in leitenden Ämtern zu übernehmen. In vielen Kirchen ist in dieser Sache noch ein weiter Weg zu gehen.
Pfr. Jürg-Markus Meier
Hinweis
Gottesdienst vom 7. Februar: Predigt über die Diakonin Phöbe - anlässlich 50 Jahre Frauenstimmrecht.
Chronik - 100 Jahre Kampf
Film: Denise Bartholdi, Kommunikation&Marketing