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Der Autor:
Michaîl Nuaima (1889-1988) ist einer der modernen arabischen Klassiker.
Sein Lebenslauf war zutiefst libanesisch: geprägt von einer tiefen
Liebe für das Land der Zedern, gleichzeitig gekennzeichnet durch
mehrfache Emigrationserfahrungen. Als er am 17. Oktober 1889 in Biskinta
im Libanongebirge geboren wurde, war seine Heimatregion eine halbautonome
osmanische Provinz, und als der Libanon nach dem Ersten Weltkrieg von
den Franzosen seine heutigen Grenzen erhielt, war Nuaima gerade über
dreissig Jahre alt. Als das Land 1946 endlich seine faktische Unabhängigkeit
erhielt, ging der damals längst international bekannte Literat auf
die sechzig zu, und schliesslich musste der Fünfundachtzigjährige
1975 noch den Ausbruch des Bürgerkriegs erleben.
Michaîl Nuaima hatte das Glück, schon früh in seinem Leben
mit verschiedenen Literaturen in Berührung zu kommen. Am wenigsten
intensiv war bei ihm wohl das Studium der klassischen arabischen Literatur.
Tief beeinflusst dagegen wurde er von der russischen und danach von der
amerikanischen Literatur des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts.
In seinem Erzählwerk, hauptsächlich Kurzgeschichten oder Novellen
nimmt er sich zunächst gesellschaftlicher Themen seiner libanesischen
Heimat an, schildert Personen, wie er sie zuhause, dann aber auch in der
Emigration gesehen hat. Seine Vorliebe für Sonderlinge ist von Anfang
an unverkennbar, und dabei auch eine Orientierung an Tschechow, ebenso
an Puschkin und, was das soziale Engagement angeht, an Gorki, russische
Autoren, die er in kleinen Abhandlungen schon früh in der arabischen
Welt bekannt gemacht hat.
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