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Das schreiende Baby und seine Eltern
Das Schreien ist ein wichtiges Signal in der Eltern-Kind Verständigung. Die Angst, das Baby zu verwöhnen sollten Eltern vergessen, um das Kind so zu betreuen, wie es ihrer Intuition und seinen Bedürfnissen entspricht. Es ist unmöglich einem Säugling zu viel Liebe, Aufmerksamkeit und körperlichen Kontakt zu geben. Das Schreiverhalten nimmt von der Geburt bis zur sechsten Lebenswoche zu, um danach bis zum dritten Monat ständig abzunehmen. Oft gibt es keine bestimmte Ursache für das Schreien. Dieses unspezifische Schreien tritt meistens in den Abendstunden auf. Eltern können diese Schreiperioden verkürzen, wenn sie das Baby regelmässig über den Tag verteilt herumtragen, sich spielerisch mit dem wachen Kind beschäftigen und einen regelmässigen Tagesablauf einhalten. Fachleute sind sich heute einig , dass ein Baby, dessen Bedürfnisse von seinen Eltern erkannt und sofort auf die passende Weise erfüllt werden, nicht verwöhnt, sondern zufrieden wird! Wenn Eltern sich über längere Zeit durch das Schreiens ihres Kindes überlastet und verunsichert fühlen, dann ist das Kind vermutlich ein Schreibaby (10-20% aller Säuglinge). Schreibabys sind überwache, sehr aufnahmefähige Babys, welche auf die Reize in der Umgebung mit all ihren Sinnen intensiv reagieren. Schreibabys haben häufig eine Reifungsverzögerung. Sie sind in den ersten Lebensmonaten besonders empfindlich und weniger in der Lage, sich selber zu regulieren (sie haben nicht die Fähigkeit, die momentane Stimmung ohne Zutun von aussen regulieren zu können, etwa vom Schreien wieder zu einem ruhigeren Zustand zu wechseln).
In Forschungsarbeiten konnte festgestellt werden, dass in den meisten Fällen(95%) keine Magendarmstörungen die Ursache für das Schreien sind. Früher nannte man Schreibabys Kolikbabys. Das Bauchweh ist aber eher eine Folge des Schreiens als die Ursache. Wenn das Baby untröstlich schreit und die Eltern nicht in der Lage sind, es zu beruhigen, sind sie stark verunsichert und hilflos. Durch den zusätzlichen Schlafentzug können Eltern gestresst und wütend werden, dies führt zu Schuldgefühlen und das begünstigt die Stressspirale. Es nützt dem Baby nichts, wenn Eltern bis zur totalen Erschöpfung durchhalten. Deshalb sollten sie Hilfe, Rat und Unterstützung suchen, wenn Eltern sich überfordert fühlen.
Zusammenfassung der HöFa 1 Arbeit von Silvia Roth August 2008