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Im Juni 2008 wurde vom Schweizerischen Idiotikon und der Universität Zürich eine Umfrage zu 18 Begriffen lanciert, um den heutigen Bestand an entsprechenden Ausdrücken im Schweizerdeutschen zu erfassen und zu dokumentieren. Denn die Karten des Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz (KSDS) basieren auf Spracherhebungen in den vierziger bis sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts und widerspiegeln nicht mehr in jedem Fall die heutigen sprachlichen Verhältnisse.
An der Online-Umfrage nahmen über 13'500 Personen teil, wobei sich wie zu erwarten mehr jüngere als ältere Personen beteiligt haben. Für die hier präsentierten Karten sind nur relativ ortsfeste Teilnehmerinnen und Teilnehmer, d. h. solche, bei denen mindestens ein Elternteil vom selben Ort ist, berücksichtigt. Das entspricht einer Zahl von gut 9000 Personen. Insgesamt ist beinahe das gesamte Gebiet der Deutschschweiz in der Online-Umfrage erfasst worden.
Bei den Karten der Online-Umfrage 11 bis 20 handelt es sich um so genannte Dominanzkarten. Sie basieren auf der Ermittlung der pro Postleitzahlgebiet vorherrschenden Bezeichnung. Die flächige Einfärbung wird durch eine Hochrechnung der Vorkommenswahrscheinlichkeit für eine Wortvariante erreicht. Einfarbige Flächen bedeuten hier also nicht, dass nicht auch noch andere Wortformen in der Region vorkommen, sondern nur, dass überall die mit der jeweiligen Farbe symbolisierte Variante dominiert. Schraffierte Flächen bedeuten, dass in einem Gebiet, von Ort zu Ort unterschiedlich, verschiedene dominante Varianten vorkommen.
Die hier präsentierten Karten der Online-Umfrage lassen sich mit den Karten aus dem Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz (KSDS) vergleichen. Die beigegebenen Texte von Judith Wellig (JW) weisen auf interessante Vergleichsaspekte hin und liefern Ergänzungen und Erklärungen zu einzelnen Beobachtungen. Sie stellen eine Weiterführung des Beitrags Online-Befragung 2008: Schweizerdeutsch heute im KSDS dar. Der Beitrag setzt sich ausführlicher mit der Datenerhebung auseinander und thematisiert den Datenvergleich anhand der Bezeichnungen für Butter, zu wenig gesalzen, Kuss und Rösti. Er rundet den Einblick mit einem Fazit zu den sprachlichen Verhältnissen in der heutigen Zeit ab.