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und Kochmaschinen für die Küche werden in sehr verschiedener Konstruktion ausgeführt und sind in neuerer
Zeit wesentlich vervollkommt worden. Früher benutzte man einfache Herde, auf welchen das Feuer unter einem Dreifuß oder in
einem Mauerloch unter eisernen Stangen, auf welche die Töpfe gesetzt wurden, brannte. Diese Einrichtung
ist ebenso kostspielig wie unbequem und daher immer mehr durch Kochmaschinen mit geschlossener Feuerung verdrängt worden.
Die Figuren 1-3 zeigen bewährte Maschinen von Adler
[* 4] in Berlin.
[* 5] In einem Falz
[* 6] der kupfernen, 13 cm breiten Einfassung g g
[* 2]
(Fig. 1) liegt die mit einer Ringöffnung versehene, aus mehreren Teilen bestehende gußeiserne
Kochplatte, unter derselben das große eiserne Bratrohr n, unter diesem das eiserne Wärmrohr n' und zur Seite der kupferne
Wasserkasten o. Das Brennmaterial (hartes Holz
[* 7] oder Kohle) wird durch die Ringöffnung p auf den Rost k gebracht,
unter welchen durch eine Thür im Aschenfall i
[* 2]
(Fig. 2) die zur Verbrennung nötige Luft tritt. Die Verbrennungsgase verbreiten
sich nun unter der ganzen Kochplatte, erhitzen das Bratrohr von oben, gehen dann abwärts und horizontal in den Zügen e e,
umspielen die frei liegende Seite des Brat- und Wärmrohrs und ziehen durch den unterirdischen Kanal
[* 8] m
in einen seitlich gelegenen Schornstein. Die Maschine ist
[* 9] aus Ziegelstein in Lehmmörtel erbaut,
wobei die Stellen q q' leer bleiben; der Brennraum aber ist aus Schamotte hergestellt, auch wird das Bratrohr mit einer dünnen
Schamottelage bestrichen. Zum Reinigen der Maschine lassen sich die einzelnen Teile der Kochplatte abheben, und die Böden
des Brat- und Wärmrohrs sind zum teilweisen Herausnehmen in Schieberform konstruiert. Der Wasserkasten
besitzt zum Ausschöpfen den Hals o' und zum Reinigen die Öffnung o''. Diese Maschine leistet sehr viel; die Kochplatte wird
vom Brennraum bis zum Wasserkasten so heiß, daß die Speisen an jeder Stelle in Sud kommen. Im Bratofen geht das Braten gleichmäßig
und langsam von statten. In Mitteldeutschland sind Kochmaschinen gebräuchlich, bei denen die Kochplatte
überbaut ist, so daß die Wärme
[* 11] gut zusammengehalten wird.
Zur Bekleidung der Maschinen wählt man gewöhnlich Kacheln; doch sind Marmorplatten, Schiefer-, Serpentinplatten, SolnhofenerSteine oder gegossene Glasplatten, denen man mit Leichtigkeit jede Färbung verleihen kann, weit vorzuziehen.
[* 10]
Fig. 3 zeigt
eine an der Wand stehende Maschine; g g ist der Falz, l der Aschenfall, k der Rost, l Züge, m Rauchrohr,
n Bratrohr, n' Wärmrohr, o Wasserkasten, p Ringöffnung, q hohler Raum. Durch zwei eingelegte Klappen kann man beliebig das
Brat- und Wärmrohr außer Betrieb setzen; u u sind Stifthaken, auf welchen die Wandbekleidung ruht,
damit die Wand nicht von der Hitze leide.
Absperrvorrichtungen sind namentlich auch für große Maschinen empfehlenswert, wenn vier oder sechs Bratröhren durch eine
Feuerung geheizt werden; bei solchen Maschinen legt man auch aus Eisen
[* 12] konstruierte, mit glasierten Steinen ummauerte Wärm- oder
Trockenspinde an. In Mitteldeutschland benutzt man Kochmaschinen, bei welchen der Kochraum überbaut ist
und einer großen Bratröhre gleicht, während man in Norddeutschland viel häufiger Maschinen mit Ringöffnungen findet, um
die Töpfe in den Feuerraum einhängen zu können, so daß sie direkt von der Flamme
[* 13] bespült (aber auch berußt) werden.
Die erstere Konstruktion ist sehr viel sauberer und bei gleichzeitiger Anwendung einer großen Wärmröhre
zum Anwärmen auch ebenso ökonomisch wie die letztere. Von den Dampfkochherden benutzen die von Becker und Ulmann in
Berlin,
welche für Familienbedarf und größten Betrieb eingerichtet sind, viereckige Wasserbäder, welche einzeln durch Dampfzuleitung
geheizt werden. In jedem Wasserbad hängt ein viereckiger Kochtopf, den ein in das Wasser tauchender Deckel
verschließt, während ein zweiter Deckel, der ebenfalls in Wasser eintaucht, das Wasserbad verschließt.
Das Braten geschieht im Luftbad, indem man das Fleisch in besondern Pfannen in die Kochgefäße hängt. Falls nicht bereits ein
Dampfentwickler vorhanden, wird ein solcher für den Kochherd aufgestellt und kann bei kleinem Betrieb
mit Gas geheizt werden. Besondere Vorrichtungen regeln den Wasserstand, auch enthält jedes Wasserbad ein Thermometer.
[* 14] Diese
Apparate gewähren große Brennmaterialersparnis und leisten Garantie für rationelle und schmackhafte Zubereitung der Speisen.
Im Strafgefängnis zu Plötzensee bei Berlin steht ein derartiger Kochherd für 2000 Menageteilnehmer im Betrieb.
Beim Kochherd von Senking in Hildesheim
[* 15] sind gewissermaßen zwei Dampfkochtöpfe ineinander geschachtelt.
Der innere enthält die Speisen, der äußere das Wasser, welches bei hermetischem Verschluß über 100° erhitzt werden kann.
Hier hat jeder Apparat eigne Feuerung. Um nicht der Konzessionierung zu unterliegen, besitzen die Apparate als Sicherheitsapparat
ein offenes Standrohr, welches in Windungen geführt ist und deshalb nur geringe Höhe erfordert. Von Thüringen
aus haben sich in neuerer Zeit die mit Grude (s. d.) zu heizenden Sparherde verbreitet, welche vor der gewöhnlichen Kochmaschine,
bei der stets der größere Teil der erzeugten Wärme ungenützt verloren geht, erhebliche Vorteile darbieten.
Sehr bequem sind endlich die Gaskochherde, welche mit Bunsenschen, also nicht rußenden, Brennern versehen,
im einzelnen aber sehr verschieden konstruiert sind. Sie gewähren alle Vorteile der Gasheizung und arbeiten bei nicht zu
hohen Gaspreisen unter allen Umständen bedeutend billiger als die gewöhnlichen Kochmaschinen mit offener Feuerung, die auch
bei bester Konstruktion infolge der fast regelmäßig sehr großen Mangelhaftigkeit der Bedienung nur
einen sehr geringen Teil der erzeugten Wärme ausnutzen.