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Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat die Wirksamkeit des Programms «Jugend und Musik» (J+M) evaluieren lassen, um herauszufinden, wie stark es seit seiner Lancierung im Jahr 2016 die musikalische Aktivität in der Schweiz gefördert hat.
Das Programm «Jugend und Musik» unterstützt seit 2016 die Förderung von musikalischen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche zwischen vier und fünfundzwanzig Jahren, indem es Leitende ausbildet und Musiklager und -kurse finanziert. Das BAK beauftragte Interface mit einer Evaluation bei den Musikorganisationen, um den Bekanntheitsgrad des Programms und seiner Angebote, seine direkten Auswirkungen sowie seine Wahrnehmung zu untersuchen.
Dazu wurden im Februar 2023 Tiefeninterviews geführt, an denen sowohl Vertretende verschiedener Musikdachverbände als auch J+M-Leitende teilnahmen. Darauf aufbauend wurden zwei Online-Befragungen durchgeführt; die Ergebnisse wurden im Juni 2023 diskutiert.
Ergebnisse
Die Befragungen haben ergeben, dass zwar etwa die Hälfte der befragten Musikorganisationen regelmässig Beiträge für J+M-Lager beantragt, aber viele das Programm nicht oder nur wenig kennen und es auch bei Eltern, Jugendlichen und Kindern wenig bekannt ist. J+M stellt jedoch einen Mehrwert dar, vor allem auf finanzieller Ebene, und ermöglicht es den Organisationen, Leistungen anzubieten, die sonst nicht finanzierbar wären. Die Zertifizierung der Leitenden trägt zu einem besseren Verständnis des Ablaufs bei der Einreichung der Beitragsgesuche bei. Auch wenn sie das Image von J+M innerhalb ihrer Organisationen als positiv empfinden, scheint die Teilnahme am Programm jedoch keinen Einfluss auf das Image der jeweiligen Organisation zu haben.
Entwicklungsempfehlungen
Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat Interface Empfehlungen für die Entwicklung von J+M ausgearbeitet. Dazu gehört, die Angebote so zugänglich wie möglich zu machen, den formellen Rahmen zu flexibilisieren, die unterstützten Angebotsformen zu diversifizieren und neue einzuführen sowie neue Möglichkeiten zu erkunden, um die Teilnahme von J+M-Leitenden zu erleichtern, die nicht Mitglied einer Musikorganisation sind. Die Zusammenarbeit mit Musikhochschulen, die Einbeziehung des frühkindlichen Bereichs und die Einführung einer «Junior»-Stufe für Leitende sind weitere Elemente, die zur Weiterentwicklung des Programms beitragen würden, ebenso wie die Optimierung der Datenbank.
Verbesserung der aktuellen Prozesse
Im Hinblick auf die Ausbildung der Leitenden empfiehlt Interface, die unterschiedlichen Bedürfnisse und jeweiligen Anforderungen stärker zu berücksichtigen und eine grössere Auswahl an Angeboten und Modulen zu schaffen. Eine Vereinfachung des Prozederes zur Einreichung von Beitragsgesuchen sowie Unterstützung bei dessen Durchführung wären ebenfalls hilfreich. Die Optimierung des Internetauftritts und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Verbänden durch regelmässigen Austausch und engeren Kontakt würden die Kommunikation verbessern und den Bekanntheitsgrad und die Nutzung des Programms erhöhen.