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Als sie hinkamen, wurde gerade ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Wie an jedem Tag wurde er an den Eingang des Tempels gebracht, der allgemein die »Schöne Pforte« hieß, damit er dort bei den Leuten betteln konnte, die zum Tempelbezirk kamen. Apg 3:2
Vor kurzer Zeit hatten wir in unserer Gemeinde Besuch von einem Propheten. Nicht irgend einem Propheten, sondern einem der Ältesten unseres Netzwerks. Eine seiner Aussagen: er sei gekommen, um neue Türen aufzuschliessen. Der Apostel, der nachfolge, werde die Türen aufstossen.
Welchen Schlüssel hat uns dieser Prophet gegeben? Du musst etwas loslassen, um etwas Neues packen und festhalten zu können. Stell Dir vor: Du hältst Dich an etwas fest, und deshalb erreichst Du, ganz gleich, wie sehr Du Dich ausstreckst, nicht, was Gott für Dich hat.
[Tweet „Lass los, um zu erreichen, was Gott für Dich hat. Dann pack zu!“]
Wenn wir ein solches Wort hören, wird es bald etwas geben, das wir loslassen können. Und wenn wir uns dagegen entscheiden, werden wir nicht weiter kommen.
Bald darauf kam der Apostel, ein anderer Ältester unseres Netzwerkes.
In den Treffen, die wir mit ihm hatten, wurden Türen aufgestossen. Vor allem die Tür, welche in Apostelgeschichte 3 die schöne Pforte genannt wird.
Schauen wir diese Pforte etwas näher an. Das griechische Wort für schön hier ist horaios. Es heisst so viel mehr als schön. Es heisst: zur rechten Zeit und Saison gehörend, rechtzeitig, blühend.
Zur rechten Zeit. Diese Worte werden in der Bibel immer wieder verwendet, z.B. hier:
Und der HERR wird dir seinen guten Schatz auftun, den Himmel, dass er deinem Land Regen gebe zur rechten Zeit und dass er segne alle Werke deiner Hände. Und du wirst vielen Völkern leihen, aber von niemand borgen. 5Mo 28:12
Oder hier:
Lasst uns doch den HERRN, unsern Gott, fürchten, der uns Frühregen und Spätregen gibt zur rechten Zeit und uns die Ernte treulich und jährlich gewährt. Jer 5:24
Eine Tür zur rechten Zeit. Selbst bei den Jüngern war dies so. Sowohl die Jünger als auch der Bettler waren zur rechten Zeit an dieser Tür. Wären die Jünger früher gekommen – bevor sie den Heiligen Geist hatten, also vor Pfingsten -, hätten sie dem Bettler nichts anzubieten gehabt. Ich bin mir sogar sicher, dass sie schon früher an dem Bettler vorbeigegangen waren, heisst es doch, dass es ihre Gewohnheit war, um diese Zeit im Tempel zu beten. Aber jetzt war die rechte Zeit.
Diese Tür führt in den Tempel. Jesus hatte kurz zuvor den Tempel gereinigt und darüber ausgesprochen: Mein Haus soll ein Bethaus sein. Daher führt diese Tür ins Gebet. Ein weiterer Schlüssel zur Tür ist das Gebet. Könnt Ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?
In Jeremias wird der Ausdruck „zur rechten Zeit“ mit dem Früh- und Spätregen verknüpft. Der Frühregen im Herbst – das landwirtschaftliche Jahr in Israel beginnt im siebten Monat, also September/Oktober nach unserem Kalender – öffnet den Boden, macht ihn weich, damit gepflügt werden kann, und giesst die Saat an. Der Spätregen bringt die Frucht hervor, die Frucht, die als Zeichen für den Start eines neuen Jahres genommen wird. Bald darauf ist Ostern, Pessach.
Der Frühregen heisst moreh. Regen, Bogenschütze, Lehrer. Der Lehrer bricht den Boden mit der Präzision eines Bogenschützen auf, indem er das Wort durch den Geist fliessen lässt.
Der Spätregen bringt die Reife.
Zur rechten Zeit bringt Gott reife Söhne Gottes hervor, die gleichzeitig ernten und säen:
Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da der Pflüger den Schnitter und der Traubenkelterer den Sämann ablösen wird. Dann werden die Berge von Most triefen und alle Hügel überfließen. Am 9:13
Die Tür führt in diese Zeit. Jetzt ist die Zeit gekommen. Saat und Ernte, Früh- und Spätregen zur gleichen Zeit.
Und ihr Kinder Zions, frohlockt und freut euch über den Herrn, euren Gott; denn er gibt euch den Frühregen in rechtem Maß, und er lässt euch im ersten [Monat] Regengüsse herabkommen, Frühregen und Spätregen. Joel 2:23
Unsere Aufgabe in all dem? Ein anderer Prophet sprach dies zur gleichen Zeit über uns aus – ohne von den Worten der anderen zu wissen:
Get ready, get ready, get ready for the heavy rain.
Ich versuche eine etwas feie Übersetzung:
Macht Euch physisch bereit, seid willens und emotional darauf vorbereitet für den starken Regen des Geistes.
Eine Einladung, die Türe zu durchschreiten. Es regnet bereits auf der anderen Seite. Jetzt liegt es an uns.
Der Frühregen, von dem wir profitieren, ist über 400 Jahre alt. Die Märtyrer der Reformation und der Wiedertäufer – ihr Blut schreit im Land. Gott hat ihre Schreie gehört – wie er es beim Volk Israel tat dort in Ägypten – und schickte Mose. Wiederum sendet er Menschen. unter anderem Dich.
An dieser Tür waren Petrus und Johannes, auf dem Weg, sich mit anderen zu treffen zum Gebet. Mit wem ich unterwegs bin, ist so wichtig. Wir brauchen uns gegenseitig – um unseren Glauben zu stärken, um uns in unseren Gaben zu ergänzen, um die richtige Lehre (Frühregen) zu erhalten.
Was braucht es also von unserer Seite?
- Lass los, was Gott Dir zeigt, damit Du das Neue packen, ergreifen kannst.
- Bete.
- Positioniere Dich richtig im Leib Christi. Es ist so wichtig, mit wem Du auf dem Weg bist.
Mir kommt die Geschichte in den Sinn, die Jesus vom Festmahl des Königs erzählte. Alle Eingeladenen hatten eine Ausrede. Einer hatte gerade geheiratet, ein zweiter eine Kuh gekauft, der dritte musste seinen Vater beerdigen. Was sind unsere Ausreden heute? Mein Auto ist gerade in der Werkstatt, das Projekt bei der Arbeit muss am Sonntag fertig sein, oder ganz einfach: ich bin zu müde. Ich liebe den Ort, an dem ich wohne, zu sehr. Oder das Hobby, die Familie, die Arbeitsstelle. Du kennst Deine eigenen Ausreden gut genug. Wer will, findet immer einen Weg. Loslassen, um ergreifen zu können. Positionieren, um gemeinsam unterwegs zu sein. Beten, um den Willen des Himmels zu kennen.
Was musst Du tun? Mehr beten? Die Gemeinde wechseln, um Dich richtig zu positionieren? Etwas lieb Gewonnenes loslassen? Oder überhaupt erst eine Beziehung mit Gott und seinem Sohn Jesus aufbauen?
Ich kann Dich nur ermutigen. Der Preis, den Du bezahlst, ist klein im Vergleich mit dem, was Du gewinnst. Früh- und Spätregen.
Auf was wartest Du?