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Angeführt von Dr. Seth Cherry von der Universität Alberta, untersuchte das Team Eisbären in der westlichen Hudson Bay, wo das Meereis jedes Jahr im Sommer wegschmilzt und zwischen Spät- November und frühem Dezember wieder sich zu bilden beginnt. «Die bedeutet eine interessante Herausforderung für eine Art, die sich zu einem höchst effizienten Räuber der eis-abhängigen Robbenarten entwickelt hat», erklärt Dr. Cherry. «Denn obwohl Eisbären exzellente Schwimmer sind, verglichen mit anderen Bärenarten, nutzen sie das Meereis um zu wandern, jagen, sich paaren und zum Ausruhen.»
Eisbären haben sich an den jährlichen Verlust des Meereises angepasst und wandern im Sommer an Land. Während sie da sind, können sie keine Robben jagen und sind von ihren Fettreserven abhängig, bis das Eis wieder da ist. Dr. Cherry und seine Kollegen wollten nun herausfinden, wie früheres Abschmelzen und späteres Bilden des Meereises die Wanderungen der Bären beeinflusst. «Auf den ersten Blick erscheint Meereis wie eine leere Einöde. Aber in Wirklichkeit ist es sehr komplex und Eisbären schaffen es, mit einem Lebensraum zurechtzukommen und sogar zu gedeihen, der sich unter ihren Füssen bewegt und sogar an einem Teil des Jahres verschwindet. Das ist eine ausserordentliche biologische Leistung und wir verstehen es immer noch nicht ganz», meint er weiter.
Von 1991–1997 und von 2004–2009 überwachten sie die Bewegungen von 109 weiblichen Eisbären, die mit Satelliten-gestützten Halsbändern ausgestattet waren. Sie hatten nur weibliche Tiere markiert, da der Hals von männlichen Bären breiter als ihr Kopf ist und so das Halsband immer runter rutschen würde. Während desselben Zeitraumes überwachte das Team auch die Position und die Konzentration des Meereises mit Hilfe von Satellitenaufnahmen. «Die Definition, welche Aspekte des Auseinanderbrechens und Wiedergefrierens des Meereises die Wanderbewegungen der Eisbären beeinflusst und wann diese Bedingungen stattfinden, ist ein wesentlicher Teil für die Untersuchung, wie Klima-verursachte Veränderungen im Formationszyklus des Meereises die Eisbären beeinflussen wird», erklärt Dr. Cherry. Die Ergebnisse zeigen, dass das Timing der Eisbärenwanderung vorhergesagt werden kann, und zwar durch die Abschmelz- und Gefriergeschwindigkeit des Eises und ab wann spezifische Eisbedingungen für einen bestimmten Bereich in der Hudson Bay auftreten werden.
Nach Aussagen von Dr. Cherry: «Die Daten suggerieren dass in den vergangenen Jahren Eisbären immer früher im Sommer an Land gekommen sind und später im Herbst wieder verschwunden sind. Die sind genau die Arten von Veränderungen, die man erwartet als ein Resultat eines wärmer werdenden Klimas. Sie können auch helfen, andere Studien zu deuten, die Rückgänge in der körperlichen Verfassung und in der Anzahl von Jungen erfasst hatten.» Neueste Schätzungen ergaben eine Eisbärenpopulation von rund 900 Tieren in der westlichen Hudson Bay. Die Population hat seit den 1990er abgenommen, genauso wie die körperliche Verfassung und die Zahl der Jungtiere, die es bis zum Erwachsenen schaffen. Da die Hauptnahrungsquelle von Eisbären Robben sind und diese fast ausschliesslich auf dem Meereis gejagt werden, müssen sie länger ohne Energie-reiche Nahrung auskommen, je länger sie sich an Land aufhalten. «Klima-bedingte Veränderungen, die das Eis früher abschmelzen und später formen lassen, können sehr wahrscheinlich den Gesundheitszustand von Eisbären in der Region beeinflussen. Letztlich gilt für Eisbären, je fetter, desto grösser die Überlebenschance», fasst Dr. Cherry zusammen. Er hofft, dass die Ergebnisse anderen Wissenschaftlern und Wildhütern bei Vorhersagen helfen werden, wie zukünftige Klima-bedingte Veränderungen im Meereiszyklus die Ökologie und vor allem die Wanderbewegungen dieser arktischen Kultfigur beeinflussen.
Quelle: British Ecological Society, www.alphagalileo.org
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