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Bekanntlich hat Papst Franziskus die Statuten der Päpstlichen Akademie für das Leben revidiert und am 18. Okt. 2016 in Kraft gesetzt. Er erweiterte ihren Arbeitsbereich. Dieser umfasst nun zusätzlich die Geschlechter- und Generationenforschung sowie die individuellen Schutzrechte, die „Humanökologie“ und das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt. Auf Ende 2016 folgte die Entlassung sämtlicher Mitglieder. Betroffen waren sogar jene, die vorher auf Lebenszeit ernannt worden waren. Zwar wurde ein Teil der bisherigen Mitglieder wieder ernannt, doch kamen neue Mitglieder hinzu, die in ihrer Karriere mehrfach Positionen vertreten hatten, die der Kultur des Lebens, wie das die Katholische Kirche lehrte, widersprechen.
Deshalb wurde befürchtet, die Akademie könnte vom bisherigen klaren Kurs, die Würde des menschlichen Lebens zu verteidigen und sich für den Lebensschutz kompromisslos einzusetzen, abkommen. Katholische Laien haben im Oktober 2017 eine neue Akademie für das Leben namens „John Paul II Academy for Human Life and the Family“ (JAHLF) gegründet. Sie beruft sich auf die ursprünglichen Ziele, zu denen der hl. Johannes Paul II. die von ihm 1994 gegründete Päpstliche Akademie für das Leben verpflichtet hat. Präsident der JAHLF ist der bekannte Philosoph Josef Seifert. Er und weitere Gründungsmitglieder der neuen Akademie waren früher Mitglieder der bisherigen Päpstlichen Akademie für das Leben.
Die neue Akademie reagierte in einem Dokument vom 31. Jan. 2018 auf eine Tagung der World Medical Association, die auf Einladung der Päpstlichen Akademie für das Leben im Vatikan Mitte Nov. 2017 stattfand. Es ging um das Thema Palliative Care. Dabei referierten u.a. auch Euthanasiebefürworter und Vertreter eines überzogenen Selbstbestimmungsrechtes im Sinne des assistierten Suizides. Darauf folgte eine internationale Tagung der Päpstlichen Akademie vom 28. Feb. bis 1. März 2018. Als Ergebnis wurde ein White-Paper für die weltweite Umsetzung der Palliative Care veröffentlicht und eine Studiengruppe namens PALLIFE gegründet. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn sich das White-Papier klar gegen assistierten Suizid, Sterbefasten und missbräuchliche terminale Sedierung abgegrenzt hätte, wie das die Akademie JAHLF auf vorbildliche Weise in ihrem Dokument machte. Es wird sich zeigen, ob die Studiengruppe namens PALLIFE diese unerlässliche Klarstellung nachholt