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/ Forschung
Die Bedeutung der selbst wahrgenommenen Fitness für das psychische Wohlbefinden und das metabolische Syndrom bei Zwangsvertriebenen in einem griechischen Flüchtlingslager
Von Menschen verursachte Konflikte und Naturkatastrophen haben in den letzten zehn Jahren zu einer Verdoppelung der Vertreibungen geführt. Im Jahr 2022 wurde erstmals die Zahl von 100 Millionen vertriebenen Menschen überschritten. Dieser Trend wird voraussichtlich aufgrund bewaffneter Konflikte, politischer Unterdrückung und Umweltveränderungen weiter anhalten.
Zwangsvertriebene sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert und haben ein erhöhtes Risiko für psychische und physische Beeinträchtigungen. Sport- und Bewegungsaktivitäten haben sich als vielversprechend erwiesen, um diese Beschwerden zu adressieren. Allerdings geht ein niedriges Fitnessniveau oft mit körperlichen Beschwerden einher und kann gleichzeitig Ursache für psychische und physische Erkrankungen sein.
Das Ziel der Studie war es, das psychische Wohlbefinden, den Schweregrad der PTBS-Symptome, das metabolische Syndrom und die assoziierten Faktoren bei gewaltsam vertriebenen Menschen in Griechenland zu untersuchen, um Risikogruppen zu identifizieren und Hinweise für mögliche Interventionen zu liefern.
In der Querschnittsstudie nahmen 150 Vertriebene aus Subsahara-Afrika und Südwestasien teil, die in einem Flüchtlingslager in Griechenland lebten. Mittels Fragebögen wurden das psychische Wohlbefinden, die Symptomatik von PTBS, Depression, generalisierte Angststörung und Schlaflosigkeit, Stress, Kopfschmerzen und die wahrgenommene Fitness erfasst. Zur Bestimmung des metabolischen Syndroms wurden kardiovaskuläre Risikomarker erhoben und die kardiorespiratorische Fitness mit dem Åstrand-Rhyming-Test zur maximalen Sauerstoffaufnahme gemessen.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Gesundheitsbedürfnisse der in griechischen Flüchtlingslagern lebenden Menschen zu adressieren. Im Vergleich zur Weltbevölkerung haben Vertriebene in Griechenland ein deutlich höheres Risiko für psychische Beeinträchtigungen. Die Prävalenz von schweren Schlaflosigkeitssymptomen und kardiovaskulären Risikofaktoren ist ebenfalls erhöht, unterscheidet sich aber nicht vom weltweiten Durchschnitt. Die Priorität sollte darin liegen, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zu verhindern, indem postmigratorische Stressoren reduziert werden. Zusätzlich sollten zielgruppenorientierte Programme entwickelt werden, um die psychische und physische Gesundheit zu adressieren. Sport- und Bewegungsprogramme könnten eine sinnvolle Ergänzung darstellen, da eine hohe wahrgenommene Fitness als potenzieller Schutzfaktor mit Vorteilen für die psychische und physische Gesundheit assoziiert ist.
Die Studie wurde von den Universitäten Basel, Thessaly, Bern und Zürich durchgeführt und vom Swiss Network for International Studies finanziell unterstützt.
Die Ergebnisse können ausführlicher in der Fachzeitschrift Frontiers in Public Health nachgelesen werden.