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Trotz des italienischen Titels stammt der Film Campo Europa nicht aus dem Tessin, wo in diesem Jahr zwar vermehrt Spielfilme produziert worden sind (u.a. lperventilazione von Bruno Soldini und 11 grande illusionista von Jerko von Tognola), die allerdings nördlich der Alpen keine grosse Beachtung gefunden haben. Pierre Mail- lard, Regisseur und Drehbuchautor von Campo Europa, kommt aus Genf, wo er nach einem Philosophiestudium und etwelchen Gelegenheitsarbeiten erste Kurzfilme gemacht hat. Sein erster Langspielfilm spielt zwar nun im zwischen Genua und La Spezia gelegenen Feriendorf Campo Europa, ist aber in Form wie Inhalt gleicher massen ein Versuch, an die früheren Werke von Genfer Autoren wie Tanner, Göretta und Soutter anzuschliessen.
In Campo Europa lebt die arbeitslose Anna. Ihre Einsamkeit wird zuweilen gebrochen von Sylvio, einem Literaten, der häufig über Texte nachdenkt, die er nicht schreiben wird, von Ginocchio, einem älteren Fotografen, und von Mimo, einem kleinen Jungen, der sich mit schwarzer Magie beschäftigt. Anna erhält eines Tages die Nachricht vom Tode ihres Bruders in Genf, woraufhin sie einen Bekannten des Verstorbenen völlig willkürlich für dessen Tod verantwortlich macht. Nach mehreren Telefonanrufen entschliesst sie sich zu einer Reise nach Genf, dies jedoch genau zu der Zeit, da ihr bis auf den Namen Palmer anonymer Gesprächspartner sie in Campo Europa aufsuchen will.
Die filmische Beschreibung von Beziehungslosigkeit und Identitätssuche ist Maillard nicht sonderlich gelungen, allzu oft schon sind solche Geschichten breit, trocken und ausschweifend geschildert worden. Es sind einige wenige Stimmungsbilder und Momentaufnahmen (u.a. aus einer gigantischen Bauruine) sowie die sympathisch eigenwillige Hauptdarstellerin Valerie Favre, die das Interesse an dem nicht eben spannenden Film wachhalten und ihn wenigstens ansatzweise von zahllosen Fernsehspielen differenzieren.