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18. März 2020
Die aktuell vorherrschenden Frühlingstemperaturen haben nicht nur die ersten frühblühenden Pflanzen zum Erscheinen gebracht. Auf dem Areal des Klosters Fahr existieren seit einigen Jahren an mehreren Standorten grössere Populationen der Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius), einer einheimischen Wildbienenart, welche bei idealen Bedingungen in grossen Aggregationen lebt. Angelockt von den warmen Temperaturen, verlassen zuerst die männlichen Drohnen die selbst gegrabenen Nester im sandigen Boden der lückigen Wiesenböschung. In freudiger Erwartung der Weibchen schwärmen sie anschliessend dicht über dem Boden. Dieses spektakuläre Schauspiel dauert aber leider nicht lange. Sobald die Weibchen aus dem Boden erscheinen, werden diese begattet und beginnen mit der Eiablage, welche bis im Mai abgeschlossen wird. Die Frühlings-Seidenbiene stellt innerhalb der Bienengattung der Seidenbienen (Colletes) eine Ausnahme dar. Als einzige Art erscheint diese bereits im Frühjahr. Der Hauptgrund dafür ist die hohe Spezialisierung auf blühende Weiden in erreichbarer Nähe, auf welche sie für die Nahrungsaufnahme angewiesen ist. Wer genau hinschaut, kann mit etwas Glück im gleichen Lebensraum eine weitere Wildbienenart entdecken. Die Blutbiene (Sphecodes albilabris), eine Kuckucksbiene, nutzt die bereits vorhandenen Niströhren der Frühlings-Seidenbiene zur Eiablage.
Damit die stattlichen Populationen der Frühlings-Seidenbiene auf dem Areal des Klosters Fahr weiterhin bestehen können, mäht der Verein Naturnetz die betreffenden Böschungen zweimal im Jahr. Dadurch werden vorallem die offenen und mageren Bodenstrukturen erhalten.