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Hochdeutsch lernen in der Schweiz
Der Unterschied zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch fällt besonders dann ins Gewicht, wenn Kinder in der Schule Lesen und Schreiben lernen müssen. Für Erstklässler kann es ein Vorteil sein, wenn sie schon im Kindergarten mit dem Hochdeutschen in Kontakt gekommen sind.
In der Schule lernen Schweizer Kinder ab der ersten Klasse Hochdeutsch. Einen kleinen Vorteil haben etwa jene, die mit deutschen Nachbarskindern aufwachsen, eine deutsche Kindergärtnerin oder Tagesmutter haben oder vermehrt fernsehen und Hörbücher auf Hochdeutsch hören.
Es ist auch lustig, wenn man so redet wie die Leute im Fernsehen.
Hochdeutsch – ein Kinderspiel
Andere Kinder haben vor dem Schuleintritt nur wenig Kontakt mit Hochdeutsch. Sie wissen zwar, wie es klingt, und verstehen es zumeist auch gut. Zum Teil haben sie jedoch grosse Mühe, selber Hochdeutsch zu sprechen. Der Grund dafür liegt höchstwahrscheinlich darin, dass sich Schweizerdeutsch und Hochdeutsch zum Teil sehr ähneln, aber in gewissen Bereichen enorme Unterschiede aufweisen. Diese Schwierigkeiten lassen sich auch beim ersten Lesen beobachten.
Im Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache liegt die Schwierigkeit
In verschiedenen sprachübergreifenden Studien hat man herausgefunden, dass die Übereinstimmung von Schrift-und Gebrauchssprache eine enorm wichtige Rolle beim Lesen-und Schreibenlernen spielt: Der Leseerwerb im Englischen ist beispielsweise viel schwieriger, da sich die Aussprache eines Wortes weniger direkt aus den einzelnen Buchstaben ableiten lässt, als dies im Italienischen oder Finnischen der Fall ist, wo Buchstaben und Sprachlaute konsistent aufeinander bezogen sind.
Das Gehirn verarbeitet Schweizerdeutsch und Hochdeutsch vermutlich unterschiedlich.
Erschwerte Hochdeutsch-Produktion
Von besonderem Interesse sind dabei Unterschiede in der lautlichen und grammatikalischen Sprachverarbeitung. Um den Verlauf des Hochdeutscherwerbs zu beobachten, untersuchen wir die gleichen Kinder ein Jahr später nochmals und testen, wie gut sie Lesen und Schreiben gelernt haben. Zusammengefasst untersuchen wir, wie gut die Hirnaktivität im Kindergarten das Lesen und Schreiben in der ersten Klasse voraussagt. Wir erwarten, dass Kinder mit Schweizerdeutscher Muttersprache am Anfang mehr Schwierigkeiten beim Lesen-und Schreibenlernen haben, da sich das Schweizerdeutsch lautsprachlich und grammatikalisch stark vom Hochdeutschen unterscheidet.
Dialekt und Hochdeutsch ähneln sich, unterscheiden sich aber auch sehr.