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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Achtzehnte Unterredung, welche die des Abtes Piammon ist, über drei alle Arten von Mönchen und eine vierte, neu entstandene.
4. Von den drei Arten von Mönchen, die innerhalb Ägyptens sind.
So müßt ihr denn zuerst kennen lernen, wie oder woher die Regel und der Anfang unseres Gelübdes entstand. Denn es kann einer die Gesetze der erwünschten Kunst viel wirksamer erreichen und zur Ausübung derselben viel heftiger entflammt werden, wenn er die Würde der Erfinder und Begründer derselben erkannt hat. — Es sind nun in Ägypten drei Arten von Mönchen, wovon zwei sehr gut sind, die dritte aber matt und auf jede Weise zu meiden. Die erste Art ist die der Cönobiten, die nemlich zusammenleben als Gemeinde, durch das Urtheil eines Älteren geleitet werden und in großer Zahl durch ganz Ägypten hin wohnen. Die zweite Art ist die der Anachoreten, die zuerst in Klöstern unterrichtet wurden und, nachdem sie im thätigen Leben vollkommen waren, die Verborgenheit in der Wüste wählten, ein Beruf, an welchem auch wir Theil zu haben wünschen. Die dritte, tadelnswerthe, ist die der Sarabaiten. Von diesen (dreien) wollen wir nun der Reihe nach im Einzelnen Mehreres anführen. Ihr müßt also, wie [S. 217] gesagt, zuerst die Gründer dieser drei Lebensweisen kennen lernen. Denn in der That kann schon daraus entweder ein Haß jenes Berufes entstehen, der zu meiden ist, oder ein Verlangen nach jenem, dem man beitreten soll, weil ja nothwendig jeder Weg Den, der ihm folgt, zu jenem Ziele hinzieht, zu welchem der Urheber und Erfinder desselben selbst gelangt ist.