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Zum dritten Mal in Folge haben der Staat Freiburg und die Branchenorganisation des Vacherin Fribourgeois sowie die Sortenorganisation Gruyère die Preisverleihung des Staatsrats organisiert. Den Preisträgern wurde damit die Möglichkeit eröffnet, ein Jahr lang bei den offiziellen Apéros der Freiburger Staatsräte ihren Käse servieren zu dürfen. Beim Vacherin Fribourgeois AOP folgt 2022 Olivier Bongard von der Käserei Schweni auf Marc Delacombaz von der Käserei Montbovon, der den Preis im Jahr 2021 gewonnen hat.
Für die im Jahr 2019 geschaffene Auszeichnung des Staatsrats werden in jedem Jahr ein Vacherin Fribourgeois AOP und ein Gruyère AOP ausgewählt, die in den darauffolgenden zwölf Monaten bei den Regierungsempfängen serviert werden. Konkret können die Mitglieder der Branchen- und Sortenorganisation, welche im Laufe des Jahrs vor dem Wettbewerb die besten Taxationsresultate erzielt haben und sich für die Teilnahme am Wettbewerb interessieren, an der Vorauswahl teilnehmen. Die ausgewählten Warenlose werden im Vorfeld von einer Expertenkommission beurteilt. Diese wählt drei Exemplare jedes Käses für die Endwahl des Staatsrats aus.
Die Ergebnisse wurden im November letzten Jahres bekannt gegeben. Der Freiburger Staatsratspräsident, H. Jean-François Steiert, besuchte die ausgewählten Käsereien, um die Auszeichnung persönlich zu übergeben. Für den Vacherin Fribourgeois AOP wurde der in der Käserei Schweni (Gemeinde St. Antoni,) hergestellte Käse von Olivier Bongard ausgewählt.
Olivier Bongard ist ein Käsersohn; diese Berufswahl war für ihn immer selbstverständlich. Nach einer Lehre in drei verschiedenen Einrichtungen in Le Mouret, Düdingen und Grangeneuve hat er in verschiedenen Käsereien gearbeitet, bevor er seinen Fachausweis und das eidgenössische Käsereimeisterdiplom erwarb. Anschliessend verbrachte er einige Jahre bei Suisselab in Zollikofen, bevor er 2013 die Chance nutzte, die Käserei von Düdingen zu übernehmen. Die Käserei Schweni gehörte seit 2005 seinem Vater, der im Januar 2019 den Betrieb an Olivier Bongard übergab. Wenn man zwei Käsereien besitzt, lässt sich dank unterschiedlicher Anlagen eine grössere Produktvielfalt verarbeiten, so Olivier Bongard.
Über den Vacherin Fribourgeois AOP hinaus werden in der Schweni auch andere Spezialitäten wie etwa Joghurt, Schweni Chnobli, Senser Mutschli, Château, Ziger und Raclette produziert. Diese Produkte werden mit der zweimal täglich gelieferten Milch hergestellt und dann in Tafers im Laden verkauft. Olivier Bongard beschäftigt in der Käserei Schweni drei Mitarbeiter, einen davon in einer Teilzeitstelle von 50 %. Sie bewirtschaften auch den Keller mit 5’500 Plätzen im selben Gebäude. Die Käserei und der Keller wurden übrigens 2017 vergrössert: «Wir produzieren immer noch die gleiche Menge. Allerdings sind die neuen Anlagen, insbesondere eine grössere Presse, praktischer und geben uns die Möglichkeit, schneller zu arbeiten.»
Was Olivier Bongard an seinem Beruf gefällt ist das aus einem Rohstoff; Milch, so viele verschiedene Produkte hergestellt werden könnten. Speziell der Vacherin Fribourgeois AOP begleitet Olivier Bongard im Alltag «Wir essen zuhause viel davon. Er ist ein symbolträchtiges Produkt unserer Region ». Der Käser von der Schweni verzeichnet im Laufe der Jahre auch Veränderungen: «Noch vor einigen Jahren bereiteten wir mit dem Vacherin Fribourgeois AOP vor allem Fondue zu. Aber inzwischen ist festzustellen, dass immer mehr Kunden kommen, die ihn als Schnittkäse kaufen. Die Produktqualität wird ständig weiter verbessert, und wir versuchen immer, den Konsumenten zu kommunizieren, dass das ein köstlicher Käse ist, den man gut von Hand essen kann.»
Die Auszeichnung des Staatsrates zu erhalten, war für die Mitarbeiter und die Milchproduzenten eine schöne Anerkennung: «Es ist wichtig für das Team, dass seine Qualitätsarbeit belohnt wird.» Dieses Diplom schlug sich in der Presse nieder, die zu Interviews kam, und rief auch seitens der Kunden positive Reaktionen hervor: «Wir haben es auf einem kleinen Tisch im Laden ausgestellt, um diese Auszeichnung zur Geltung zu bringen.» Olivier Bongard und sein Team hoffen jetzt, dass das Jahr 2022 für Apéros günstiger verlaufen wird als die Vorjahre, damit der Staatsrat Gelegenheit hat, ihren Vacherin Fribourgeois AOP zu servieren und entdecken zu lassen.