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Auf dem Court Philippe Chatrier, wo er im letzten Jahr Novak Djokovic im Final deklassiert hatte, konnte er nicht mit Murray mithalten. Der Schotte spielte zwei Sätze lang überragend, agierte offensiv und mit unheimlicher Präzision. Zudem verteidigte er so stark, dass Wawrinka immer einen oder zwei Schläge mehr benötigte als im bisherigen Turnierverlauf, um einen Punkt zu gewinnen.
Im ersten Satz fehlte es Wawrinka aber auch an der nötigen Effizienz. Der Waadtländer liess Breakbälle zum 2:0 und 5:5 ungenutzt. Murray, der vor dem French Open in Rom triumphiert hatte, agierte mit dem Satzvorsprung im Rücken mit grossem Selbstvertrauen. Erst im dritten Umgang landeten auch Bälle wieder mal neben der Linie. Wawrinka liess nie locker, versuchte sich, trotz einer hohen Fehlerquote immer wieder zu motivieren. Der Lohn war der etwas glückhafte Gewinn des dritten Satzes.
Bei allem Kampfgeist war Wawrinka an diesem sehr kalten Freitagnachmittag nicht gut genug, um sich gegen Murray durchzusetzen. Der Weltranglisten-Zweite war vor allem bei eigenem Service kaum in Bedrängnis zu bringen. Nur im allerletzten Game des dritten Satzes zog er eine Schwächephase ein, die Wawrinka auch prompt zu seinem ersten und einzigen Break der Partie nutzte. Wenige Minuten später lag er aber dann aber im vierten Umgang mit 0:2 zurück. Nach zwei Stunden und 35 Minuten war die Partie verloren.
Wawrinka verpasste in seinem sechsten Grand-Slam-Halbfinal den dritten Finaleinzug. Zuvor hatte er in Genf und Paris zehn Siege in Serie gefeiert. Sein Titel in Roland Garros wird nun entweder Murray, der erstmals beim French Open ins Endspiel vorstiess, oder Novak Djokovic erben.
Djokovic ist erneut nur noch einen Sieg von seinem Karriere-Slam entfernt, nachdem er im Halbfinal problemlos den Österreicher Dominic Thiem 6:2, 6:1, 6:4 geschlagen hat. Im Final von Paris scheiterte er schon dreimal, zweimal an Rafael Nadal und im letzten Jahr an Wawrinka. Der 22-Jährige Thiem, der ab Montag in den Top 10 klassiert sein wird, konnte Djokovic nicht Paroli bieten. Im dritten Satz führte er zwar 3:0, verlor dann aber fünf Games in Serie.
Djokovic wird seinen 20. Grand-Slam-Final bestreiten und seinen 12. Titel anstreben. Als achter Spieler erst und als dritter noch Aktiver neben Roger Federer und Rafael Nadal könnte er in Paris seine Grand-Slam-Trophäen-Sammlung komplett machen. Murray hingegen hofft auf den dritten Grand-Slam-Turniersieg, den ersten seit seinem Erfolg 2013 in Wimbledon.
(SDA)