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(Germar, 1834)
- DE: Grosse Goldschrecke
- EN: Large Gold Grasshopper
- FR: Le Criquet des clairières
- IT: Crisocraone gigante
- Syn.: Gryllus platypterus Ocskay, 1832 | Chrysochraon dispar variety macroptera Chopard, 1922 | Podisma smilacea Fischer von Waldheim, 1846
Morphologie
Beide Geschlechter von Chrysochraon dispar sind derart unterschiedlich, dass man sie für zwei verschiedene Arten halten kann. Das kleinere Männchen ist hellgrün bis goldig mit metallischem Glanz. Die glasig-braunen Flügel erreichen fast die Hinterknie und sind am Ende breit verrundet. Die Subgenitalplatte ist lang und spitzig. Die Hinterknie sind angebräunt bis dunkel. Das grössere Weibchen ist einheitlich ockerfarben bis bräunlich und mit schwarzen Punkten übersät. Die Flügel sind schuppenförmig, breit lanzettlich und berühren sich auf dem Rücken nicht. Die Unterseite von Hinterschenkel und -schiene ist leuchtend weinrot. Die Halsschild-Seitenkiele sind bei beiden Geschlechtern annähernd gerade und divergieren hinten nur ganz leicht nach aussen. Regelmässig treten bei beiden Geschlechtern langflüglige Tiere auf.
Gesang
Chrysochraon dispar erzeugt einfache, 0,5-2 s dauernde, mässig laute Verse, die oft in recht regelmässigen Abständen von 3-6 s vorgetragen werden. Ein Vers besteht aus 12-22 Silben, beginnt leise, erreicht die maximale Lautstärke gegen Versmitte und kann am Schluss wieder leiser werden. Die Verse des Rivalengesangs sind kürzer und kräftiger mit schnellerer Silbenfolge, gelegentlich auch nur 1-silbig.
Spontangesang von Chrysochraon dispar bei hohen Temperaturen - AT, Steiermark, Demmerkogl, 25 °C, sonnig.
Spontangesang bei tieferen Temperaturen von Chrysochraon dispar. Die Pausen zwischen den letzten vier Versen sind verkürzt - CH, BE, Wasen, 25 °C, schattig.
Spontangesänge von Chrysochraon dispar (im Vordergrund) und Euthystira brachyptera (im Hintergrund) im Vergleich - CH, JU, Saignelégier, 25 °C, sonnig (Aufnahme Bruno Keist).
Einzelner Vers eines einbeinigen Tieres von Chrysochraon dispar - AT, Steiermark, Demmerkogl, 27 °C, sonnig.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Chrysochraon dipsar reicht von den spanischen Pyrenäen über Frankreich bis an die Küste Norddeutschlands. In Skandinavien sind Vorkommen in der Küstenregion um den baltischen Meerbusen in Schweden und Finnland bekannt. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis an den Pazifik. Im Südosten Europas kommt Chrysocharon dispar bis Nordgriechenland vor, wobei mehrere Unterarten unterschieden werden. In der Schweiz ist Chrysochraon dispar nördlich der Alpen und im Wallis weit verbreitet, fehlt aber im Tessin und in Graubünden. In Süd-, Nord- und Ostdeutschland ist die Art häufig. Eine grössere Verbreitungslücke erstreckt sich über Mitteldeutschland.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Chrysochraon dispar ist eine frühe Art und kann an warmen Orten bereits ab Anfang Juni als Imago beobachtet werden. Ausgewachsene Tiere leben bis Anfang Oktober.
Die Eier werden in Stängel markhaltiger Pflanzen wie Brombeeren, Engelwurz, Rohrkolben oder Binsen abgelegt. Selten wurde die Eiablage auch in Totholz oder in den Wurzelfilz von Gräsern beobachtet. Die Larven schlüpfen ab Mitte April und durchlaufen anschliessend 4 Stadien.
Lebensraum
Chrysochraon dispar bevorzugt feuchte Wiesen mit relativ dichter und hochwüchsiger Vegetation. So findet man sie meist in Feuchtwiesen oder Moorflächen, Hochstaudenfluren, Brachen, feuchten Gräben oder Uferbereichen. Etwas seltener findet man Chrysochraon dispar auch an langgrasigen Trockenstandorten (Halbtrocken- und Trockenrasen).
Gefährdung & Schutz
Chrysochraon dispar gilt als nicht oder nur potenziell gefährdet. Die Gefährdungsursachen sind in erster Linie eine intensive Nutzung der Landschaft durch Infrastrukturanlagen und die intensive Produktion. Ebenso nachteilig wirkt sich die intensive Pflege von Randstrukturen wie Böschungen, Weg- und Waldrändern aus. Zur Förderung der Art sollte auf eine regelmässige Säuberung solcher Bereiche verzichtet werden. Wenn eine jährliche Pflege aus sicherheitstechnischen Gründen nötig ist, sollten Rückzugsflächen stehen gelassen werden. Dies gilt auch für die Bewirtschaftung von Wiesen, Säumen oder Brachen. Ungemähte Bereiche sind für die Fortpflanzung wichtig, da die Eier in markhaltige Pflanzenstängel und über der Bodenoberfläche abgelegt werden.
- CH: NT (Potenziell gefährdet)
- DE: 3 (Gefährdet)
- AT: NT (Potenziell gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Die Männchen von Chrysochraon dispar sind jenen von Euthystira brachyptera sehr ähnlich. Euthystira bachyptera hat im Gegensatz zu Chrysochraon dispar helle Knie und die kürzeren Flügel sind hinten leicht eingebuchtet. Die Weibchen von Euthystira bachyptera sind durch die hellgrüne Farbe und die lange Legeröhre einfacher zu bestimmen. Beide Geschlechter von Podismopsis keisti haben gewinkelte Halsschild-Seitenkiele, die Männchen sind dunkler und die Weibchen plumper. Die Gesänge der drei Goldschrecken sind sich im Aufbau sehr ähnlich, insbesondere diejenigen von Chrysochraon dispar und Podismopsis keisti. Chrysochraon dispar konnten wir jedoch noch nie im Lebensraum von Podismopsis keisti beobachten. Die Verse von Pseudochorthippus parallelus und Pseudochorthippus montanus dauern mit 2-5 s länger und tönen weitaus kratzender. Die Verse von Euthystira brachyptera sind deutlich kürzer, leiser und weniger tonhaft.