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Die Landschaft um Davos ist ursprünglich von den Holzhäusern der Walser geprägt, die im 13. Jahrhundert aus dem Oberwallis ins Hochtal des Landwassers zuzogen. Der Grundstein zur höchstgelegenen Stadt der Alpen wurde Ende des 19. Jahrhunderts gelegt: Mit dem Aufstieg zum weltbekannten Höhenkurort erlebte die damals beschauliche Streusiedlung Davos einen Bauboom.
Das Flachdach wurde in Davos um 1900 von den jungen Zürcher Architekten Pfleghard und Haefeli bei mehreren Sanatorien (u.a. Thurgauer Schaffhauser Heilstätte, Schatzalp) im grösseren Stil angewandt. Die Flachdächer bestanden aus einer Eisenbetondecke mit kleinem Gefälle nach innen. Auf diesem war die eigentliche wasserdichte Haut, eine Holzzementauflage mit Sand und Kiesaufschüttung, verlegt. An die Betondecke war im Abstand von ca. 1 Meter ein Boden in Holzkonstruktion angehängt, der seinerseits im Abstand von 30 cm die Holzdecken der Zimmer trug. Die gewaltigen Hohlräume dienten der Isolation und verhinderten das Schmelzen des Schnees durch aufsteigende Zimmerwärme. Als Ablauf diente eine Kastenrinne mit Gefälle in der Dachmitte, die das Wasser zum Ablaufrohr führte. Der Davoser Architekt Rudolf Gaberel (1882–1963) entwickelte dieses System um 1930 weiter: Anstelle der Kastenrinne trat ein einziger Ablauftrichter, in der Mitte des Daches lag und eine nach allen Seiten leicht ansteigende Beton- oder Holzunterlage hatte. Ende des 19. Jahrhunderts entstand der Bau der Flachdächer, um Kurgäste vor Schneerutschen von den Giebeldächern zu schützen. Nun propagierte Rudolf Gaberel das Flachdach sogar als wichtiges Element des Neuen Bauens. Um 1930 verwendete er es bei allen Bauten, zum Beispiel beim Umbau des Rathauses. Die Flachdachdiskussion um 1930 fand nicht nur in Davos, sondern der ganzen Schweiz und sogar europaweit statt. Erst im Baugesetz von 1961 wurde die Vorschrift in Davos eine durchgehende Flachdachzone zu schaffen, aufgenommen. Auch heute noch gilt im städtischen Davos die Vorschrift, bei Bauten das Flachdach zu verwenden.
Die modernere Davoser Architektur wurde von den Bedürfnissen des Kurortes geprägt, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden war. Nach der Jahrhundertwende herrschte in Davos eine Phase des Totalumbaus. Das Sanatorium auf der Schatzalp, (Bild: 1899/1900) die Thurgauer Schaffhauser Heilstätte (1906-1909), erbaut von Pfleghard & Haefeli sowie die Zürcher Heilstätte, 1932 von Rudolf Gabarel, umgebaut und erweitert, waren nach den damaligen Erkenntnissen der Medizin und damit den Vorgaben der behandelnder Ärzte ausgerichtet. Der damals vorherrschende Bautypus - der als Sanatorium in die Baugeschichte einging - übernahm eine aktive Rolle im Heilungs- und Regenerationsprozess der Tuberkulosetherapie: Ornamentlose, kubische Form, Flachdach (siehe Davoser Flachdach) und integrierte, stützenlos durchlaufende nach Süden ausgerichtete Liegeterrassen. Die Terrasse wurde zum wichtigsten Architektursymbol im Kampf gegen die Tuberkulose. Alle baulichen Massnahmen sollten den hohen Hygieneanforderungen genügen. Ein ebenfalls wichtiger Faktor bei der Erbauung der Sanatorien spielte das Licht. „Luft und Licht müssen den denkbar breitesten Zutritt zu den Wohn- und Schlafräumen haben“, bemerkte der Arzt Karl Turban in einem Sanatoriumsentwurf. Die Sanatorien-Architektur war ein wichtiger Vorläufer der in den zwanziger und dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts entstandene Stil der klassischen Moderne. Zeuge dieser frühen Sanatorien-Architektur ist das Hotel Schatzalp. Bündner Architekt der klassischen Moderne der Zwischenkriegszeit war Rudolf Gaberel (1882–1963). In Davos ansässig, verwirklichte er hier seine Vorstellungen in grossem Umfang. Im Bestreben nach einer funktionalen und hygienischen Architektur erstellte Gaberel in kurzer Zeit eine ganze Reihe neuer Gebäude, z.B. das alte Eisbahnhaus oder baute bestehende Gebäude um, darunter das Rathaus. Heute ist Gabarels Architektur noch im Bahnhof Davos Platz oder der Dorfgarage.
Das Kongresszentrum Davos wurde von renommierten Architekten in vier Bauetappen geformt. Als Wahrzeichen für den weltberühmten Kongressort Davos wurde das markante Eingangsportal konzipiert. Eine freischwebende, statisch spektakuläre Wabendecke überspannt den neuen Plenarsaal für 1‘800 Teilnehmer.
Ausgehend von lokalen Bautraditionen wie dem Davoser Flachdach und unter bewusstem Einbezug der Klima- und Lichtverhältnisse entwarfen die Architekten Gigon & Guyer für das Kirchner Museum Davos vier verschränkte Kuben. Diese Museumsarchitektur gilt als wegweisend, weil sie Funktionalität und Ästhetik, architektonische Eigenwertigkeit und Dienst an der Kunst auf aussergewöhnliche Weise verbindet.
In der Nähe des Davosersees hat das neue Luxushotel InterContinental "Stilli-Park" im Dezember 2013 eröffnet. Das Hotel ist von einer bronzefarbenen Metallhülle umschlossen. Ein weiteres Projekt: Hoch über Davos haben die Besitzer der Schatzalp einen 105 Meter hohen Turm geplant. Der Entwurf des Architekturbüros Herzog & de Meuron will eine Zersiedelung der Landschaft vermeiden und ein Zeichen für moderne Architektur in den Alpen setzen.
Hinsichtlich der Walser existiert die Klischeevorstellung "Walser - als ursprüngliche Alemannen - bauen nur Holzhäuser, Romanen - als Lateiner - dagegen Steinhäuser. Walser als Individualisten leben in Streusiedlungen, Romanen dagegen in geschlossenen Dörfern."
Die Sunnibergbrücke ist eine sogenannte Schrägkabelbrücke und besteht aus vier leicht nach aussen gebogenen Pfeilern - eine Weltneuheit. Denn normalerweise hängt die Fahrbahn einer Kabelbrücke tief unter der Spitze der Pylone an einem steilen, radialen Kabelfächer. Hier liegt sie auf sechzig Meter Höhe im oberen Viertel der Pfeiler. Die ungewöhnliche Kombination von hochgelegter Fahrbahn mit flach geführten Kabeln macht den Bau feingliedrig und transparent: Nur eine schmale Linie zerschneidet die Landschaft.
Doch nicht nur von der Ferne ist die Brücke ein Erlebnis, auch die Überfahrt ist eindrücklich: Die parallelen Kabelharfen spannen einen durchlässigen Fahrraum auf. Die Kurve sorgt für Dynamik und eröffnet neue Ausblicke. Die Sunnibergbrücke schafft trotz der Talquerung den Spagat zwischen Unterordnung in die Landschaft und Eigenständigkeit als Wahrzeichen des Tiefbaus