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Einsiedeln, Stiftsbibliothek
Man darf mit Recht die Einsiedler Stiftsbibliothek als eine typische Klosterbibliothek bezeichnen. Um die Heilige Schrift legen sich in einem inneren Kreis die geistlichen, theologischen Wissenschaften, und in einem äusseren Kreis alle anderen Wissenschaften, über Geschichte, Philosophie und Rechtswissenschaft bis zu den Naturwissenschaften und der Medizin. Diese umfassende Weite dokumentieren schon die Handschriften aus der Frühzeit des Klosters, ebenso auch der sog. historische Bestand aus der nachreformatorischen Zeit, und in etwa gilt dies auch für die moderne Bibliothek. Zum Bestand der Stiftsbibliothek gehören heute ca. 1200 Handschriften (davon ca. 580 vor 1500), 1100 Inkunabeln und Frühdrucke (bis 1520) sowie 230'000 gedruckte Bände des 16.-21. Jahrhunderts. Zahlreiche laufende Zeitschriften bieten die jeweils neuesten Forschungsergebnisse aus den verschiedensten Wissensgebieten.
’De consolatione philosophiae’ des Boethius und das Leben des Heiligen Wolfgang von Otloh von St. Emmeram finden sich in diesem zweiteiligen Codex. Ein Teil wurde in Einsiedeln geschrieben, der zweite vielleicht in Strassburg.
Online seit: 31.07.2009
Dieser Einsiedler Codex enthält den Brief Alexanders an Aristoteles, das Leben Karls des Grossen von Einhard sowie Eberwinus’ Bericht über das Leben des Eremiten Simeon von Trier. Diese Handschrift, die im ersten Drittel des 10. und in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts geschrieben wurde, könnte in St. Gallen aber auch in West- oder Süddeutschland entstanden sein.
Online seit: 31.07.2009
Es handelt sich um eine Sammelhandschrift philosophischen und rhetorischen Inhalts. Am Anfang stehen die Übersetzungen von Boethius der Schriften des Aristoteles über die Kategorien und Peri Hermeneias; dann folgt eine Schrift De Dialectica, die Topica Ciceros mit dem Kommentar des Boethius.
Online seit: 12.08.2010
Dieser Codex ist eine sehr wichtige Sammelhandschrift. Besonders wichtig sind darin die Inscriptiones Urbis Romae und das Itinerarium Urbis Romae. Hervorzuheben ist aber auch der nur in dieser Handschrift erhaltene Ordo Romanus XXIII für Heiligen Kartage. Des weiteren enthält der Codex einen Auszug aus den Notae des Marcus Valerius Probus, die Gesta Salvatoris (Evangelium Nicodemi), Varia Poemata und einen Text De inventione s. Crucis. Darüber wie die Handschrift nach Pfäfers und dann nach Einsiedeln kam (wohl im 14. Jh.) gibt es keine Nachrichten.
Online seit: 04.11.2010
Diese Handschrift besteht aus zwei Teilen, die erst im 14. Jahrhundert in Einsiedeln zusammen gebunden und von Heinrich von Ligerz annotiert wurden. Der erste Teil (1-137), der drei Werke Priscians und eines von Rufinus enthält, ist im 9./10. Jahrhundert vermutlich in der Schweiz oder in Deutschland entstanden. Der zweite Teil (139-318) enthält Werke von Isidor und ist zum Teil ein Palimpsest. Er wurde im 8./9. Jahrhundert in Oberitalien oder in der Schweiz geschrieben, vermutlich im gleichen Skriptorium wie der Cod. Sang. 908.
Online seit: 19.12.2011
In dieser Handschrift ist die Historia ecclesiastica von Eusebius von Caesarea enthalten. Aufgrund der Schrift und einigen Randnotizen kann sie Süddeutschland zugeordnet werden, vielleicht dem Bodenseeraum. Sicher liegt diese seit dem 14. Jh. in Einsiedeln, wie zahlreiche Anmerkungen von Heinrichs von Ligerz belegen und zwei Zeichnungen von derselben Hand (S. 133 und 211).
Online seit: 09.04.2014
Diese in rätischer Minuskel geschriebene Handschrift enthält ausgewählte Kapitel der Kirchengeschichte von Eusebius von Caesarea.
Online seit: 23.04.2013
Eigentlich handelt es sich um eine Sammelhandschrift; denn ausser der unvollständigen Imago mundi des Honorius Augustodunensis sind darin weitere Texte ungenannter Autoren enthalten wie: Nomina XI regionum, Divisio orbis terrarum, De anima, De anima humana, De origine animarum, De anima mundi, De origine animarum, und schliesslich die Epistola Alexandri ad Aristotelem.
Online seit: 12.08.2010
Boethius (c. 476 – c. 525), einer der originellsten Gelehrten der Spätantike und einflussreichsten Denker sowohl in der Logik als auch in der Philosophie und Theologie, ist Autor der in diesem Codex niedergeschriebenen Werke De arithmetica et geometria und De musica. Beide Werke wurden im Mittelalter als Grundlagenwerke des Quadrivium verstanden. Geschrieben wurde die Handschrift in Einsiedeln im 10. Jahrhundert.
Online seit: 21.12.2009
Enthält Teile der Etymologien (I-III e V-XX) und De natura rerum von Isidor von Sevilla und den Briefwechsel zwischen Isidor und Braulio von Zaragoza. Die Handschrift wurde aus verschiedenen Fragmenten zusammengestellt, die im 19. Jahrhundert aus juristischen Bänden der Bibliothek der Propstei St. Gerold im Vorarlberg herausgelöst wurden. Die Handschrift, wurde auf Wunsch des Abtes Frowin von Engelberg (1143-1178) erstellt, wie es durch die Widmungsverse auf f. 1r belegt wird.
Online seit: 19.12.2011
Die Handschrift enthält Fragmente der Komödien von Terenz aus zwei nicht mehr erhaltenen Handschriften aus dem 10. Jahrhundert (Bll. 3r-26v und Bll. 28r-55v, respektive ε and η in Editionen) und einer dritten Handschrift (Bll. 56r-57v), einschliesslich Teilen von des Phormio von Terenz und einer Hymne auf St. Nikolaus. Die Grösse, Lesbarkeit und der Zustand der verschiedenen Fragmente ist unterschiedlich. Einige fehlende Seiten der zweiten Handschrift (η) sind in der Fragmentensammlung St. Gallen, Stiftsbibliothek Cod. Sang. 1394 erhalten (S. 115-120).
Online seit: 17.12.2015
Die in dieser Fragmentensammlung zusammengestellten Fragmente wurden vor 1858 von P. Gall Morel von Bucheinbänden losgelöst und um 1860 in diesem Band zusammengestellt. Es handelt sich um Fragmente von Sequenzen (zwei Sammlungen), Hymnenmelodien (wie sie heute noch hier in Einsiedeln gesungen werden), drei Gloriamelodien (die dritte wird Papst Leo IX. zugeschrieben), drei liturgische Spiele sowie die Novem modi des Hermannus. Der Codex ist musikgeschichtlich wichtig, weil hier erstmals für Einsiedeln die Neumen auf vier (eingeritzten) Notenlinien verteilt sind; es handelt sich um den alemannischen Choraldialekt.
Online seit: 04.11.2010
Diese Antiphonarhandschrift wurde im Auftrag von Abt Johannes I. von Schwanden für das Stundengebet der Klostergemeinschaft von Einsiedeln geschrieben. Zusammen mit Cod. 611-613 bezeugt diese Handschrift die Einführung des guidonischen Notensystems mit Quadratnotation.
Online seit: 23.04.2013
Dieser Codex ist vermutlich die originale Transkription der Neumenhandschriften in die Notenschrift des Guido von Arezzo im Auftrag des Abtes Johannes I. von Schwanden kurz vor 1314. Nach dieser Vorlage wurden dann die kalligraphischen Abschriften in den übrigen „Schwandencodices“ hergestellt. Starke Gebrauchsspuren beweisen, dass diese Handschriften bis ins 17. Jh. in Gebrauch waren, d. h. bis zur Liturgiereform nach dem Konzil von Trient. Es handelt sich um den alemannischen Choraldialekt, wie er heute noch in Einsiedeln gesungen wird.
Online seit: 04.11.2010
Deutscher Psalter. Den Psalmen gehen Rubriken voran, die angeben, bei welcher Gelegenheit jeder Psalm zu beten ist. Er enthält auch einige Cantica, das Te deum und die Allerheiligenlitaneien. Die Namen in den Litaneien deuten auf eine benediktinische Herkunft hin. Die Hs. wurde im Jahr 1421 von Othmar Ortwin geschrieben. Im Jahre 1839 erwarb sie der Einsiedler Mönch und Bibliothekar P. Gallus Morell im Kloster Wurmsbach am Zürichsee.
Online seit: 17.03.2016
Diese Handschrift mit der Legenda aurea des Jacobus de Voragine gilt als die heute zweiälteste Handschrift des Werkes, geschrieben noch zu Lebzeiten des Autors; sie ist datiert auf 1288. Der Codex enthält auch den sogenannten Provincia-Anhang, der hier sogar erstmal überliefert ist. Für die von A. Bruckner angenommene Herkunft aus der Abtei Rheinau finden sich im Codex selbst keinerlei Hinweise. Geschrieben wurde die Handschrift vermutlich im süddeutschen Raum (im Kreis der Augustinereremiten).
Online seit: 04.11.2010
Neben dem Benedikt-Leben nach Gregors Dialogi, das in Cod. 671 in einer sonst nicht bezeugten Übersetzung vorzuliegen scheint (so Werner Williams-Krapp), enthält die im Züricher Dominikanerinnenkloster St. Verena 1449 entstandene Handschrift die Übersetzung von drei weiteren Legenden, die dominikanischen Heiligen des 13. Jahrhunderts gelten: Auch sie sind hier unikal überliefert und so gut wie unerforscht, ja nicht einmal ediert. Zum einen handelt es sich um eine der drei Versionen der Übersetzung der Vita S. Dominici Dietrichs von Apolda; zum anderen um die Übersetzung der von Thomas Agno de Lentino verfassten Legenda maior des 1252 ermordeten Inquisitors Petrus von Mailand (bekannt auch als Petrus Martyr bzw. Petrus von Verona), der die 1253 ausgestellte Kanonisationsbulle des Innozenz IV. beigefügt ist. Bemerkenswerterweise enthält auch die Übersetzung der Bulle eine Legende des Petrus, die Regina D. Schiewer zufolge unabhängig von jener des Thomas Agno ist. Sollten (wie von Schiewer angenommen) die in Cod. 671 enthaltenen alemannischen Legendenübersetzungen tatsächlich um 1300 entstanden sein, so wäre die in Cod. 671 vorliegende (gekürzte?) Version der Übersetzung der Dominikus-Vita das früheste Zeugnis für die Präsenz der Offenbarungen Mechthilds von Magdeburg im deutschen Südwesten, basiert doch das Schlusskapitel des fünften Buches der Dominikus-Vita (vgl. fol. 80v-82r) auf Auszügen aus der lateinischen Übersetzung des „Fließenden Lichts der Gottheit“.
Online seit: 22.03.2017
Die sehr kleine Handschrift enthält Musiktraktate von verschiedenen italienischen und französischen Autoren, darunter Marchettus von Padua (f. 1-44), Johannes de Muris (f. 83-104v) und Prosdocimus von Beldomandi (f. 51-55, 75-82). Sie wurde in Oberitalien zu Beginn des 15. Jahrhunderts geschrieben.
Online seit: 13.12.2013
Christus und die Minnende Seele; Heinrich Seuse, Leben und Schriften. Die Handschrift kam aus dem Besitz des Ehepaares Ehinger-von Kappel (Konstanz) in das Dominikanerinnenkloster St. Peter in Konstanz und von dort vermutlich über die Abtei Rheinau nach deren Aufhebung als Depositum nach Einsiedeln.
Online seit: 26.04.2007