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Im allgemeinen dasselbe wie Sirup, der braune Rückstand von den auf Zucker versottenen Säften des Zuckerrohrs
und der Zuckerrübe (s. die Art. Sirup und Zucker). Die M. besteht aus in Wasser gelöstem, unkristallisierbarem
Zucker (Frucht- oder Schleimzucker) nebst wirklichem Zucker, der nur durch den Schleimzucker und die salzigen Bestandteile
am Auskristallisieren behindert ist. Von den andern fremden Bestandteilen enthält der Rohrzuckersirup (der früher gewöhnliche
braune Sirup) wenig, schmeckt daher angenehm süß und dient, wie bekannt, bei Backwaren und manchen andern Gelegenheiten
als versüßendes Mittel; in den zuckerbauenden Ländern brennt man daraus den echten Rum. Die schwarzbraune,
undurchsichtige Rübenmelasse dagegen ist ein weit unreinerer Stoff, da die Rübe aus dem Boden lösliche Salze, namentlich
Kalisalze, aufnimmt, die sich sämmtlich im Rückstande wiederfinden. Neben den Salzen enthält die M. auch organische, übel
schmeckende und riechende Stoffe und Produkte, schmeckt daher anfänglich süß, hintennach salzig, ekelhaft
und riecht widerwärtig. Man versteht indes diese Masse durch
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eingreifende Reinigungsarbeiten doch genießbar zu machen. Man hat in den Materialläden drei und mehr Sorten Rübensirup
von besserer bis zu geringerer, ganz wohlfeiler Qualität und es werden in der Regel nur diese Rübenprodukte geführt; der
indische Sirup ist wie der Zucker von dort bereits eine Seltenheit geworden. Es können aber die großen
Mengen von M., die die deutschen Zuckerfabriken erzeugen, auf diesem Wege nur zum kleinen Teil abgesetzt werden und das meiste
fällt der Spiritusbrennerei anheim.
Solcher Rübenspiritus ist aber ebenfalls sehr unrein, schlecht schmeckend und riechend, kann daher nicht zu Getränken,
sondern nur zu technischen Zwecken verwendet werden. Dasselbe gilt von dem Essig, der daraus statt des
Spiritus bereitet werden kann. Rübensprit nimmt auf Vermischung mit ein Drittel englischer Schwefelsäure eine bleibende rosenrote
Farbe an und kann dadurch leicht als solcher erkannt werden, selbst wenn er unter Spiritus von andrer Herkunft gemischt ist.
Die beim Spritbrennen aus Rübenmelasse verbleibende Schlempe, die zu Viehfutter untauglich ist, kann
unter passenden Umständen noch zur Gewinnung von Pottasche gebraucht werden, wie dies im Artikel Kali näher besprochen ist.
Wo auf diesen Ertrag verzichtet wird, dient ein Zusatz von Schwefelsäure zur Schlempe, bis sie sauer reagiert, zur Vermehrung
der Spiritusausbeute. Auf die Brennerei von Melassenspiritus sind besonders die Franzosen eingerichtet
und der größere Teil der in Deutschland abfallenden M. wird nicht im Inlande, sondern in Frankreich verarbeitet. Zoll s.
Tarif im Anh. Nr. 25 u. Zur Branntweinfabrikation unter
Kontrolle der Verwendung zollfrei.