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Totenkult im Hinduismus
Unter dem Begriff «Hinduismus», sind unter
schiedliche Religionen zusammengefasst.
Ihnen gemeinsam ist die Vorstellung, dass
der Mensch aus fünf Elementen (Feuer,
Wasser, Luft, Erde und Raum) besteht.
Nach seinem Tod wird sein Selbst (Atman)
in einem anderen Körper wiedergeboren.
Welche menschliche oder tierische Gestalt
er bei der Wiedergeburt annimmt, hängt ab
von der Güte seiner Taten (Karma). Ziel ist
die Erlösung (Moksha) des Selbst aus dem
ewigen Kreislauf von Leben, Sterben und
Wedergeburt, indem es eins wird mit dem
Absoluten. Wenn ein Hindu stirbt. «Er wird
auf die Erde gelegt, zu einem der Elemente,
aus denen er hervorgegangen ist. Er wird
gewaschen und bekommt ganz neue Kleider
angezogen», erzählt Vijay Singh, ein indischer
Hindu, der schon viele Jahre in der
Schweiz lebt. Dies mache deutlich, dass
Der Tod nicht das Ende, sondern ein
Neuanfang sei. In seiner Heimat werde der
Verstorbene noch am selben Tag auf einer
Bahre zum Kremationsplatz getragen, wo er
öffentlich - meist nur im Beisein von
Männern verbrannt werde.
Asche in den Fluss
Solange der Tote noch nicht verbrannt ist.
darf im Haus der Trauerfamilie kein Feuer
entzündet und nicht gekocht werden. Nach
der Verbrennung beginnt eine Zeit der
Trauer, die normalerweise zehn bis zwölf Tage
dauert. In dieser Zeit gelten für einen aus
der Familie - meistens den ältesten Sohn -
bestimmte Einschränkungen: Er darf sich
z. B. nicht kämmen und rasieren, darf keine
genähten Kleider tragen und muss auf dem
Boden schlafen. « Damit identifiziert er sich
mit dem Verstorbenen", erklärt Vijay Singh.
Ausserdem verteile man Reisbällchen an
verschiedenen Orten im Haus, um bedrohlicher
Geister von der verstorbenen Seele
fernzuhalten. Am dreizehnten Tag hat nach
hinduistischer Vorsteilung die Seele ihren
Frieden gefunden. Der Trauernde nimmt
dann ein Bad und rasiert sich den Kopf.
Nun wird die Asche des Verstorbenen in
den Ganges oder einen anderen Fuss
gestreut - und zwar in Richtung Süden, da
dort der Totengott vermutet wird. An jedem
Todestag wird mit der Darbringung von
Opfergaben des Verstorbenen gedacht.
aus Forumkirche SH und TG
Weiterer Bericht aus NZZ: "Wenn ein Hindu in Zürich stirbt (PDF)" (25.8.2017)