Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/3457

Ich habe keine Statistik zur Hand, kenne aber nur eine einzige Familie, die ihre Kinder 100 Prozent in die Kita schickt. Bei den anderen sind es meist zwei, drei Tage, die Eltern arbeiten Teilzeit. Aber nehmen wir mal an, die Eltern wollen tatsächlich am liebsten die Kinderbetreuung so aufteilen, dass sie die Kinder zu hunder Prozent selber betreuen können. Dann viel Spass bei der Organisation: Es ist ja nicht so, als ob die Arbeitgeber begeistert klatschen und die Eigenverantwortung ihrer Angestellten loben würden, wenn diese sie um Teilzeitpensen bitten, um die Kinder eigenhändig betreuen zu können.
Da haben Sie Recht, finde ich auch. Deshalb habe ich mir die Entscheide des Bundesgerichts punkto Demonstrationsfreiheit auch angeschaut und versucht, mehrere Juristen dazu zu erreichen. Aber keiner hatte Zeit für eine Einschätzung. Das passiert halt hin und wieder im Tagesjournalismus, wenn es schnell gehen muss.
Danke für Ihren Beitrag, Frau Moerik. Ich versuche, den Sachverhalt noch besser zu erklären. Gutachter, die für die IV Basel-Stadt Herr Nikolics Gesundheitszustand beurteilten, kamen, wie Sie jetzt zum Schluss, dass Herr Nikolic seinen Zustand etwas übertreibt (er könne gar nicht gehen, er könne nicht Auto fahren obwohl er es konnte). Trotz dieser Übertreibung waren Arzt und Psychiater der Meinung, Herr Nikolic sei krank, einfach nicht so krank, wie er sagte sondern nur zwischen 50 und 60 Prozent. Deshalb schrieben sie ihn nicht zu hundert Prozent krank, sondern nur zu 50 Prozent. Er bekam von der IV-Basel-Stadt eine halbe Rente. Gemäss diesem Gutachten und dem Beschluss der IV war Herr Nikolic also fähig, eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit auszuüben und zwar in einem 50-Prozent-Pensum. Logisch, dass er Auto fahren konnte. Logisch, dass er reparieren könnte - wie hätte er sonst eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ausüben können?
Herr Nikolic selber sagte zu den eigenen Aussagen, er habe sich an einem Tag gut gefühlt, am nächsten sei es ihm hundeelend gegangen. Vor allem auch psychisch. Ich weiss nicht, ob Sie sich mit psychischen Krankheiten auskennen - diese schwanken oft und wirken sich häufig auch massiv auf das körperliche Wohlbefinden aus. Beispielsweise kann man bei Depressionen oder Angstzuständen völlig erschöpft sein, Schmerzen in der Brust haben und sich schlecht bewegen können. Den eigenen Zustand zu beurteilen ist in diesem Fall schwierig – und auch keine exakte Wissenschaft. Deshalb ist es extrem schwierig, einzuschätzen, wann eine Übertreibung ein Betrug ist und wann sie einfach normal ist. Das ist nicht unsere Meinung, sondern stützt sich auf ein Urteil des Bundesgerichts. Es kam zum Schluss, dass es bis zu einem gewissen Grad in der Natur der Sache liegt, seinen Zustand vor dem IV-Gutachter zu übertreiben. Gerade weil es so heikel ist, braucht es professionelle medizinische Gutachten. Psychiater und Gutachter der IV BS befanden bei Herr Nikolic: Nein, es ist kein Betrug, ja er hat Anrecht auf eine Rente. Aus unserer Sicht können Psychiater und Gutachter das besser einschätzen als ein Sachbearbeiter der IV oder als Sie und ich.
Geschätzte Leserinnen und Leser, herzlichen Dank für Ihre Einschätzungen.
Bei allen Kontroversen, in einem sind sich wohl Journalistinnen und Ökonomen aller Couleur einig: Vollgeld einzuführen wäre ein Experiment. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang - es lässt sich jetzt nicht abschliessend beurteilen, wie genau die Notenbank im Falle einer Annahme der Initiative ihre Verantwortung als Buchgeldschöpferin wahrnehmen würde. Deshalb hat die TaWo einen unabhängigen Ökonomen um eine Einschätzung gebeten, der sich schon seit Jahren mit der Vollgeld-Idee auseinandersetzt.
Dass es unterschiedliche Einschätzungen der Folgen gibt, liegt auf der Hand.
Geschätzter Herr Zedermann, vielen Dank für Ihr Feedback. Sie und die TagesWoche haben dieselbe Quelle konsultiert, nur haben Sie wohl die von uns zitierte Statistik nicht gefunden. Voilà: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/unbezahlte-arbeit/haus-familienarbeit.assetdetail.2922671.html.
Wenn Sie jetzt noch das Hauptstück unseres Dossiers lesen, stellen Sie fest: Wir haben nicht per Zufall die Statistik mit Paaren mit Kindern ausgewählt und von Müttern und Vätern gesprochen, sondern ganz bewusst – die Problematik zwischen Frau und Mann punkto Familienarbeit verschärft sich noch, wenn Kinder dazu kommen.
Ausführlicher steht es hier geschrieben: https://tageswoche.ch/allgemein/waesche-die-macht-sie/