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Mediengeschichte im traditionellen Sinne wirft mehrere Probleme auf: Sie setzt immer schon voraus, welches die Medien sind, deren Geschichte geschrieben werden soll. Und sie schreibt diese Geschichte als eine von markanten Innovationen, die insgesamt einer mehr oder weniger deutlichen teleologischen Linie folgen. Wo hingegen weniger die Medien als solche denn die medialen Prozesse und medialen Formen in ihren historischen Dynamiken und Vielschichtigkeiten interessieren, ist eine Geschichtsschreibung gefragt, die nicht nur die globale, sondern auch die lokale Dimension, nicht nur die Makro-, sondern auch die Mikroebene in den Blick nimmt. Ein derartiger Zugang zur Historizität medialer Phänomene wird sich in bevorzugter Weise an signifikanten Konstellationen orientieren. Mit Konstellationen sind spezifisch räumlich und zeitlich verdichtete Gefüge kultureller Elemente gemeint. Sie setzen eine gezielte Formung voraus, die sich aber ihrerseits auf vorgegebene Diskurse und deren Elemente bezieht: hier auf mediale Phänomene, die, sei es explizit, sei es implizit, im Zentrum der jeweiligen Gefüge stehen.
Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.