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Im April 1974 vergab die NFL ihre 27. Franchise an Hugh Culverhouse, einen erfolgreichen Steuerberater aus Florida. Nach den spanischen Piraten, welche 300 Jahre zuvor in der Bucht von Tampa ihr Unwesen getrieben hatten, benannte er sein Team Tampa Bay Buccaneers. Und mit John McKay verpflichtete Culverhouse einen Head Coach mit beeindruckendem Palmarès: Mit dem Team der University of Southern California hatte McKay in 16 Jahren vier nationale College-Meisterschaften gewonnen.
Doch der Start in die NFL ging den Buccaneers – kurz «Bucs» genannt – tüchtig in die Hosen: Sie verloren die ersten 26 Meisterschaftsspiele und konnten erst im Dezember 1977 ihren ersten Sieg für sich verbuchen. Das Erstaunen war deshalb umso grösser, als die bereits als Verlierer abgestempelten Piraten zwei Jahre später im NFC Championship Game standen. Nachdem die Bucs dank einem dramatischen 3:0-Sieg über die Kansas City Chiefs – das Spiel fand während eines Regensturms statt – ihren ersten Divisionstitel gewonnen hatten, erreichten sie mit einem Sieg über die Philadelphia Eagels das NFC Championship Game. Hier mussten sie sich allerdings zu Hause den Los Angeles Rams geschlagen geben.
Grossen Anteil an diesem schnellen Erfolg der Buccaneers hatte der bisher einzige Buccaneer, welcher in die Hall of Fame gewählt wurde: Lee Roy Selmon, der allererste Spieler, welchen die Buccaneers in einem Draft verpflichtet hatten, war einer der dominierensten Defensive Ends seiner Zeit. Nachdem mit Quarterback Doug Williams und Running Back Ricky Bell weitere Teamleader zur Mannschaft gestossen waren, etablierte sich das Team Ende der 1970er Jahre für kurze Zeit an der Spitze der NFL. 1981 führte McKay die Buccaneers erneut zu einem Divisionstitel und auch 1982 erreichten sie nochmals die Playoffs, schieden aber bereits in der ersten Runde aus.
Nach der Saison 1984 trat John McKay als Head Coach ab und Tampa Bay verschwand für 15 Jahre im Tabellenkeller der NFL. Dem Team aus Westflorida machte vor allem die Zugehörigkeit zur Central Division der NFC und die damit verbundenen Spiele in Chicago oder Green Bay zu schaffen. Die Tampa Bay Buccaneers erwarben sich während dieser Zeit den Ruf eines Gutwetter-Teams, Spiele bei Schneefall oder bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verloren sie fast immer.
1996 verpflichteten die Buccaneers mit Tony Dungy einen neuen Head Coach. Und dies zeigte vorallem bei der Verteidigung grossen Effekt: Die Defense der Bucs wurde zu einer für viele Teams uneinnehmbaren Festung. 1997 resultierte zum erstenmal nach 15 Jahren wieder eine Saison mit mehr Siegen als Niederlagen, die Playoff-Teilnahme war der verdiente Lohn. Und zwei Jahre später standen die Buccaneers zum zweitenmal im NFC Championship Game, mussten sich aber erneut den Rams geschlagen geben.
Tony Dungy erreichte mit seinem Team auch in den folgenden Jahren die Playoffs, doch konnte er die inzwischen gewachsenen Erwartungen der Fans und der Besitzerfamilie Glazer nicht erfüllen, so dass er nach der Saison 2001 seinen Abschied nehmen musste. Sein Nachfolger Jon Gruden führte die Bucs im Jahr darauf mit 12 Siegen und 4 Niederlagen zu ihrem bisher erfolgreichsten Jahr in der Team-Geschichte, welches mit dem Sieg in Super Bowl XXXVII gegen die Oakland Raiders abgeschlossen wurde. Nach einer Durststrecke von 18 Jahren mit nur zwei Playoff-Qualifikationen gelang dann 2020 der zweite Super Bowl-Sieg.
BUCCANEERS FACTS
Mitglied der NFL:
24. April 1974
Erste Saison:
1976
Super Bowl-Sieger:
XXXVII, LV
NFC-Meister:
2002
NFC-Vizemeister:
1979, 1999
Divisions-Meister:
1979, 1981, 1999, 2002, 2005, 2007
Hall of Fame-Mitglieder:
Derrick Brooks
Tony Dungy (Coach)
John Lynch
Warren Sapp
Lee Roy Selmon