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Sind Taschenuhren noch zeitgemäß?
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. Januar 2014.
Während früher die Taschenuhr das Alltagsbild prägte, legt heutzutage kaum noch jemand seine Uhr an die Kette. Durch das Aufkommen der Armbanduhren im 19. Jahrhundert wurde die Taschenuhr über die Jahre hinweg verdrängt. Zwar trugen die Herren noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die eleganteren Taschenuhren, doch erkannte man bald, dass die Armbanduhr deutliche Vorteile gegenüber der Taschenvariante bietet. Mittlerweile erlebt die Taschenuhr jedoch ein Revival und modebewusste Herren greifen wieder zu den Taschenuhren. Eine abgewandelte Form für die Dame sind zum Beispiel auch modische Kettenuhren. Die kleinen Uhren werden einfach an einer langen Kette um den Hals getragen.
Die Geschichte der Taschenuhr
Die Geschichte der Taschenuhr reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Ermöglicht wurde der Bau erst durch die Erfindung des Federantriebes, denn bis dahin konnten Uhren nur durch Gewichte angetrieben werden. Einer der ersten Uhrmacher, der diese Technik verwendet hatte, war Peter Henlein. Die eierförmigen Uhren ähnelten einer Dose und wurden zunächst in einem Beutel getragen. Erst später wurden sie mit einem Band oder einer Kette ausgestattet, um sie um den Hals tragen zu können.
Durch die Unrasthemmungen, welche die damaligen Taschen- beziehungsweise Kettenuhren aufwiesen, liefen die Uhren sehr ungenau und besaßen lediglich einen Stundenzeiger. Im 17. Jahrhundert wurden die tragbaren Uhren erstmals mit einer Spindelhemmung ausgestattet und erhielten im gleichen Zuge auch einen Minutenzeiger.
Taschenuhren als Statussymbol
Die aufwendig verarbeiteten und kunstvoll verzierten Uhren galten früher als Statussymbol und waren ein Sinnbild für Reichtum und Eleganz. Dementsprechend konnten sich natürlich auch nur gut betuchte Menschen die teuren Taschenuhren leisten. Betrachtet man historische Gemälde, so fällt einem sofort auf, dass die kostbaren Uhren auffällig zur Schau getragen wurden.
Aber auch heute noch nehmen teure Taschenuhren diese Rolle ein. Ob nun aus Silber oder Gold, die modernen Taschenuhren wirken nicht weniger elegant, als eine Armbanduhr von einem namhaften Hersteller. Die gängigsten Bauformen sind inzwischen die Savonnette und die Lépine. Die Savonnette-Taschenuhren verfügen über einen Sprungdeckel, der das Uhrenglas schützt. Der Deckel öffnet sich auf Knopfdruck und gibt somit den Blick auf die Uhr frei. Eine Abwandlung dieser Bauform ist die Halbsavonnette, die eine Öffnung auf der Vorderseite hat, damit man die Uhrzeit auch ohne Öffnen des Deckels ablesen kann. Die Lépine-Taschenuhr besitzt keinen Deckel und die Aufzugskrone ist bei dieser Bauform an der Oberseite angebracht.
Five-Pocket-Jeans und Taschenuhr?
Noch immer besitzen Five-Pocket-Jeans eine fünfte kleine Tasche in der Hosentasche. Diese kleine Tasche ist nicht etwa für Kleingeld oder andere kleine Gegenstände, sondern wurde ursprünglich zur Unterbringung der Taschenuhr angebracht. Auch wenn die Taschenuhr inzwischen nicht mehr zum Alltag gehört, sind die Jeans immer noch mit dieser fünften Tasche ausgestattet. Wer heutzutage eine Taschenuhr tragen möchte, der findet kaum eine Five-Pocket-Jeans, bei der die fünfte Tasche Platz für die tragbaren Uhren bietet. Durch das Aufkommen der Armbanduhr wurde die fünfte Tasche überflüssig und im Laufe der Zeit immer kleiner.
Nicht nur modern, sondern auch praktisch
Auch wenn die Taschenuhr heutzutage nicht zum Standard gehört, bietet die Uhrmacherkunst eine vielfältige Auswahl an Modellen. Nicht nur in klassischer Form, sondern auch moderne Varianten, wie etwa Taschenuhren an Lederbändern oder mit Glasboden, findet man in den aktuellen Kollektionen der Uhrenhersteller. Durch die zeitgemäße Gestaltung eignen sich die aktuellen Taschenuhren nicht nur zur eleganten Business- oder Abendmode, sondern können auch zu den momentan angesagten Trends kombiniert werden. Mit einer Taschenuhr zieht man garantiert alle Blicke auf sich.
Eine praktische Variante der Taschenuhr ist die Schwesternuhr. Da Krankenschwester und Pflegepersonal aus hygienischen Gründen keine Armbanduhren tragen dürfen, findet man hier tragbare Modelle, die mit einer kurzen Kette direkt an der Arbeitskleidung befestigt werden. Für Krankenschwestern gibt es außerdem spezielle Taschenuhren mit Tachymeterskalen zur Messung des Blutdruckes.
Kurzbeschreibung
Früher ein Statussymbol für Gutbetuchte – heute ein modernes Accessoire. Taschenuhren sind noch immer zeitgemäß und erleben aktuell ein Revival.
Artikelbild: © Andrey Armyagov / Shutterstock