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Den Lenker eines "Personenwagens" bezeichnet man als Kutscher, denjenigen eins "Lastwagens" als Fuhrmann. Die Arbeit ist im Prinzip dieselbe, nur die Bekleidung häufig eine andere.
Kutscher arbeiteten meist livriert (in Uniform), der Fuhrmann in derber, allwettertauglicher Bekleidung. Die Menschen, die in diesen Kleidern steckten, waren meist überzählige Bauernsöhne oder Nachkommen von Mägden und Knechten. Auch viele Verdingkinder versuchten sich in diesem Beruf - oft also Menschen, die in ihrer Jugend Hunger und viel Unrecht erleiden mussten. Einige liessen ihren aufgestauten Frust an den ihnen anvertrauten Pferden aus, andere umsorgten ihre Schützlinge wie eigene Kinder. Allen war eines gemeinsam: Sie waren es gewohnt, bei Wind und Wetter draussen eine harte Arbeit zu verrichten und sich den Vorgesetzten unterzuordnen. Geprägt von Misstrauen sprachen sie oft lieber mit den Pferden als mit ihren Mitmenschen. Fachliches Können brachten sie wenig mit, Lesen oder gar Schreiben war nicht ihre Stärke, Armeleutekindern wurde auf dem Land wenig Ausbildung zu Teil. Bei Settelen bildeten vor allem Deutsche die Elite der Fuhrleute. Männer, die eine mehrjährige Dienstzeit als Fahrer bei der Preussischen Artillerie absolviert hatten, waren in der Fahrkunst, dem pfleglichen Umgang mit Pferden sowie im Erkennen von Beschwerden der Tiere unschlagbar. Dinge, die ein Schweizer Bauernsohn so weder zu Hause noch in der Rekrutenschule lernen konnte. Diesen "Preussen" vertraute man die Pferde zur "Wiedereingliederung" an, die durch fahrlässige Behandlung physischen oder psychischen Schaden genommen hatten. Sie und ihre Patienten waren im ersten Obergeschoss, getrennt von den Erdgeschoss-Stallungen untergebracht. Diese "strammen Kerls", die mit einem Vierergespann einen Möbelwagen in weniger als 24 Stunden von Basel nach Bern überführten, machten auch visuell einen äusserst professionellen Eindruck. Um die Pferde zu schonen, fuhren sie in den kühleren Nachmittags- und Nachtstunden das Waldenburgertal hinauf und über den Hauenstein. Bergwärts führten sie das Gespann immer zu Fuss, denn nur so konnten sie das Befinden der Pferde richtig abschätzen.