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Mindestens 217 Menschen wurden getötet und gut 7’000 verletzt, als am 4. August 2020 im Hafen von Beirut 2’750 Tonnen Ammoniumnitrat explodierten. Durch die Explosion wurden um die 300’000 Menschen vertrieben und grosse Teile der libanesischen Hauptstadt in Trümmer gelegt. Ammoniumnitrat ist ein bekanntes Düngemittel, kann aber auch für die Herstellung von Bomben und anderen explosiven Waffen verwendet werden.
Wem das explodierte Schiff und wem die Ladung, die dann explodierten fast 3000 Tonnen Ammoniumnitrat, tatsächlich gehörten, blieb lange im Dunkeln. Klar war bisher nur, dass der Libanon über diese Explosion in eine Staats- und Wirtschaftskrise schlitterte, die noch keineswegs überwunden ist.
Jetzt ist es der Organisation OCCRP («Organized Crime and Corruption Reporting Project») gelungen, die Verantwortlichen zu identifizieren. Es ist ein in verschiedene undurchsichtige Geschäfte involviertes Firmen-Konglomerat, das dem ukrainischen Geschäftsmann Wladimir Verbonol gehört – oder der dieses zumindest als «Eigentümer» leitet. Die Ammoniumnitrat-Ladung war im Jahr 2013 für eine Firma in Mosambik bestimmt, blieb aber wegen finanzieller Unstimmigkeiten mit der Eigentümerschaft des Schiffes seit damals im Hafen von Beirut stecken.
Etliche Informationen über das dubiose Firmen-Konglomerat führen auch über Zypern, einen EU-Staat, auf dem Firmen ihren Hauptsitz haben können, ohne die Eigentümer bekannt geben zu müssen.