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Differenziertere Berichterstattung über Roma in den Medien erwünscht
Bern, 05.12.2013 - Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR publiziert eine Studie der Universität Zürich zur Qualität der Berichterstattung über Roma in Leitmedien der Schweiz. Viele der analysierten Beiträge widerspiegeln die komplexen thematischen Zusammenhänge und Meinungen zu undifferenziert. In der Hälfte der Beiträge über die Situation der Roma in der Schweiz werden pauschalisierende Aussagen portiert. Diese sind in einem von vier Fällen mit negativen Stereotypen assoziiert.
Während sich die Medienbeiträge über die Situation der Roma im Ausland auf die erlittene Diskriminierung und auf ihre Integrationsbemühungen konzentrieren, wird in der Berichterstattung über Roma in der Schweiz vor allem auffälliges oder kriminelles Verhalten thematisiert. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung der Roma, Jenischen und Manouches/Sinti in unserem Land.
Die pauschalisierenden Aussagen sind zudem mit negativen Stereotypen assoziiert. In rund der Hälfte der analysierten Beiträge im Zusammenhang mit Roma und Jenischen in der Schweiz trifft man auf Verallgemeinerungen, und in mehr als einem Viertel vermitteln diese negative Stereotype. Betrachtet man diese Kombination als Indikator für eine Diskriminierung, ist davon auszugehen, dass einer von acht journalistischen Beiträgen in der Tendenz diskriminierend ist.
Die EKR ruft die Medien zu einer umsichtigeren Berichterstattung über Roma auf. Wünschenswert ist eine differenzierte Darstellung ohne Verallgemeinerungen. Auch gilt es, nicht in die Vereinfachungsfalle zu tappen, indem komplexe soziale Probleme «ethnisiert» werden. Zur besseren Information eines breiten Publikums sollten die Inhalte unter verschiedenen Blickwinkeln dargestellt werden, um die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, unter denen diese Minderheiten in der Schweiz leben, verständlich zu machen.
Die Studie «Qualität der Berichterstattung über Roma in den Leitmedien der Schweiz» des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft fög der Universität Zürich, erstellt im Auftrag der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR, analysiert die mediale Berichterstattung über Roma und Jenische in der Schweiz zwischen 2005 und 2012. Dreizehn unterschiedliche Printmedien (Abonnementszeitungen, Sonntagspresse, Gratiszeitungen, Boulevardpresse) und vier Sendegefässe des öffentlichen Fernsehens wurden aufgrund ihrer Auflagestärke oder ihrer Einschaltquote ausgewertet.
Adresse für Rückfragen
Martine Brunschwig Graf, Präsidentin EKR, 079 507 3800, <email-pii>
Patrik Ettinger, Autor der Studie, fög Zürich, 044 635 21 26, <email-pii>
Joëlle Scacchi, Kommunikationsbeauftragte der EKR, 078 710 4475, <email-pii>
Herausgeber
Letzte Änderung 20.04.2018