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15. August 2023: 5. Orgelkonzert mit Benjamin Righetti
Das fünfte Orgelkonzert in der Klosterkirche Einsiedeln wird am 15. August um 20.15 Uhr mit dem Schweizer Organisten Benjamin Righetti stattfinden. Righetti ist Organist an der Kirche Saint-François in Lausanne. Der Organist wird zwei Eigenkompositionen, einen Ausschnitt aus der Matthäuspassion von J. S. Bach sowie das bekannte Werk „Prélude et Fugue sur le nom d`Alain“ spielen.
Der Konzertorganist schreibt über das Programm:
Fantaisie-Pastorale, d’après Ludwig van Beethoven
Wie schon Wolfgang Amadeus Mozart, der seine erste feste Anstellung als Hof- und Domorganist in Salzburg hatte, ist auch Ludwig van Beethoven in früher Jugend mit der Orgel in Kontakt gekommen. Er hatte als zweiter Hoforganist sein erstes finanzielles Auskommen. Der junge Beethoven erregte mit seinen Orgelimprovisationen öffentliches Aufsehen. Das wenige, was an Beethovens Kompositionen für Orgel überliefert ist, zeichnet jedoch kein repräsentatives Bild. Beethovens Werke für Klavier zählen hingegen zu den bedeutendsten der (Klavier)literatur. Die Fantaisie-Pastorale von Righetti basiert auf der Klaviersonate Nr. 15 op. 28. Diese selten aufgeführte Klaviersonate schrieb Ludwig van Beethoven im Jahre 1801. Das Autograph trägt die Bezeichnung Grande Sonata. Beethovens Verleger gab der Sonate Nr. 15 op. 28 den Beinamen „Pastorale“, denn in drei Sätzen finden sich volkstümliche, ländliche Klänge.
Erbarme dich Gott, aus der Matthäuspassion
Johann Sebastian Bach komponierte die Matthäus-Passion zwei Jahre nach der Johannes-Passion. Die Uraufführung fand am Karfreitag den 11. April 1727 in der Leipziger Thomaskirche statt. Die Matthäus-Passion erzählt die Geschichte der letzten Tage von Jesus. Der Text wurde von Picander (dem Pseudonym von Christian Friedrich Henrici) verfasst, wahrscheinlich in enger Absprache mit Bach selbst. Als Thema wählten sie die Geschichte, wie sie der Evangelist Matthäus erzählt. An Schlüsselstellen der Geschichte fügten Bach und Picander Choräle und Arien hinzu, welche die biblische Geschichte widerspiegeln. Die Handlung wird unterbrochen und das Geschehen in den theologischen Kontext von Bachs Zeit gestellt. Die Choraltexte und Melodien stammen aus dem lutherischen Gesangbuch und waren der Gemeinde in Leipzig gut bekannt. Sowohl die Arien als auch die Choräle knüpfen oft nahtlos an die evangelischen Worte an. Benjamin Righetti spielt die Arie Nr. 47 für Alt «Erbarme dich, mein Gott» aus der Matthäus-Passion, in welcher die Verleugnung und Reue des Petrus kommentiert wird, in einer eigenen Bearbeitung für Orgel hören.
Prélude et Fugue sur le nom d`Alain
Der französische Komponist Maurice Duruflé schuf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schillernde Klanglandschaften, welche die französische Kirchenmusiktradition mit der Moderne verbanden. Obwohl er sein Leben lang komponierte, hat er nur einen Bruchteil seines Schaffens zur Veröffentlichung freigegeben. Sein von der Spätromantik, dem Impressionismus und dem Gregorianischen Choral beeinflusstes Gesamtwerk umfasst nur 14 mit Opuszahl versehene Werke. Unter den Orgelwerken ragen die Suite op. 5 von 1932 sowie das 1942 entstandene Prélude et Fuge sur le nom d’Alain op. 7 hervor.
Duruflé gewinnt aus dem von den Buchstaben her eigentlich ganz und gar nicht zur Vertonung geeigneten Namen ALAIN ein musikalisches Motiv, indem er das Alphabet über das H hinaus weiterführt und die nächsten, in der oberen Oktave wiederkehrenden Töne mit diesen neuen Buchstaben bezeichnet. Dieses Thema bildet das Laufwerk des Präludiums, das wirkungsvoll zu einer getragenen Akkordverbindung kontrastiert. Ein drittes Motiv nimmt den Triolenrhythmus des Themas der «Litanies» von Jehan Alain vorweg, das am Schluss des Präludiums zitiert wird. Wer das zweite Orgelkonzert dieses Jahres besucht hat, wird die «Litanies» vielleicht noch in den Ohren haben. Mit der Fuge, die aus dem Alain Motiv entsteht, gelang Duruflé eines der überzeugensten zeitgenössischen Werke dieser kontrapunktischen, schwer zu meisternden Gattung.