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Faszinierende Landschaften auf Chury
Eine Gruppe von Forschenden, geleitet von Wissenschaftlern der Universität Bern, hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die erstaunliche Details auf der Oberfläche eines Kometen zeigt. Dafür benutzte das Team neue Bilder der europäischen Rosetta-Mission.
67P/Churyumov-Gerasimenko unter verschiedenen Beobachtungswinkeln mit eingefärbten Regionen. Die Gebiete wurden nach altägyptischen Göttern und Göttinnen benannt. Auf das Alte Ägypten als Thema für die Namensgebung bei der Mission hatte man sich zuvor geeinigt. (Bild: Sciencemag.org)
Die Raumsonde Rosetta wurde am 6. August 2014 in eine Umlaufbahn um den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko gebracht. Seither hat das OSIRIS-Kamerasystem den Kometenkern mit erstaunlicher Auflösung ausgiebig beobachtet und abgebildet. (OSIRIS steht für Optical, Spectroscopic, and Infrared Remote Imaging System.) Wissenschaftler konnten dadurch erstmals die Kometenoberfläche im Detail untersuchen und Merkmale identifizieren, die kleiner als ein Meter sind. Zudem gelang es der Mission auch, erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ein kleines Landgerät (genannt Philae) auf der Oberfläche eines Kometen abzusetzen.
Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko hat eine sehr unregelmässige Form. Er besteht aus einem grösseren „Körper“, der über einen engen „Nacken“ mit einem kleineren „Kopf“ verbunden ist. OSIRIS-Bilder zeigen Landschaften, die auf den ersten Blick typischen alpinen Landschaften gleichen, wie wir sie hier in der Schweiz kennen. Wir sehen steile Klippen, grosse „Felsen“ und Strukturen, die „Lawinen“ gleichen. Dieser vertraute Anblick ist irreführend, weil die Dichte von Kometen gering ist. Sie ist sogar kleiner als Wasser. Deshalb können Felsen, wie wir sie auf der Erde kennen, auf der Kometenoberfläche gar nicht existieren.
In einer Arbeit, die kürzlich im internationalen Wissenschaftsjournal „Science“ veröffentlicht wurde, beschreiben Wissenschaftler, angeführt von den PlanetS-Forschern Nicolas Thomas und Ramy Mohamed Elmaarry von der Universität Bern, die erstaunlichen Details, die auf der Kometenoberfläche beobachtet wurden. Dazu zählen Highlights wie steile Abhänge, grosse Senken oder kleine Gruben, aus denen scheinbar Material fliesst ähnlich wie bei Vulkanen, und sogar eben aussehende Gebiete, die ähnliche Merkmale wie Sanddünen aufweisen.
Ansicht des „Nackens“ zwischen den beiden Kometenteilen mit steilen Klippen, ebenem Terrain und verstreuten Brocken. In diesem Gebiet überragen die Klippen das ebene Terrain um fast 900 Meter. (Bild: ESA/Rosetta/MPS für OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
Rosetta soll mit der Überwachung der Oberfläche des Kometen fortfahren, während dieser auf seiner Bahn der Sonne näher kommt und aktiver wird. So können die Wissenschaftler erstmals im Detail beobachten, wie sich ein Komet verhält, wenn er sich der Sonne nähert, und wie sich die Oberfläche aufgrund dieser Aktivität möglicherweise ändert. (lg)