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Die Quote, die das BFS hier publiziert, wonach die Sozialausgaben 25% des BIP betragen, nennt man in der Statistik eine "unechte" (man könnte auch sagen "unsinnige") Quote, weil der Zähler und der Nenner nichts miteinander zu tun haben. Die Sozialausgaben sind Transfers und als solche nicht Bestandteil des BIP. Im sda-Bericht wird gar behauptet, ein Viertel des BIP würde von den Sozialleistungen "beansprucht". Es wird dabei übersehen, dass den Sozialausgaben des Staates und der Sozialversicherungen Einnahmen bei den privaten Haushalten in praktisch derselben Höhe gegenüberstehen. Lediglich die Differenz in Höhe des Verwaltungsaufwands (schätzungsweise rund 3% der Sozialausgaben) fliesst ins BIP ein. Die Sozialleistungen beanspruchen also rund 3% von einem Viertel, also weniger als 1% des BIP.
Als Leiter des Amtes, das die Prämienverbilligungen in Basel-Stadt ausrichtet, muss ich hier die Aussage im Artikel richtig stellen, wonach eine vierköpfige Familie mit zweimal 3'700 Franken Monatseinkommen in Basel-Stadt keine Prämienverbilligung erhalte.
Tatsache ist, dass die Familie mit einem solchen Bruttoeinkommen 262 Franken pro Monat als Prämienverbilligung erhält. Im Kanton Waadt sind es übrigens lediglich 160 Franken. Sind die zweimal 3'700 Franken vom Autor nicht als Brutto-, sondern als Nettoeinkommen gemeint, dann erhält die Familie in Basel-Stadt immerhin auch noch 162 Franken Prämienverbilligung im Monat - im Kanton Waadt sind es 82 Franken.
Es ist nicht meine Aufgabe, auf die übrigen Mängel im Artikel hinzuweisen. Das haben andere schon getan. Ich bedaure lediglich, dass der Autor hier offenbar nicht sorgfältig recherchieren wollte oder konnte.
Den möglichen Anspruch auf Prämienverbilligung und andere Sozialleistungen kann in Basel-Stadt jeder Mann, jede Frau unkompiziert selber ermitteln unter:
www.wsu.bs.ch/sozialleistungsrechner.html
Personen, die aufgrund ihrer aktuellen Steuerveranlagung Anspruch haben könnten, werden von unserem Amt persönlich informiert.
Die Tabelle unseres Amtes im Link von Esther ist natürlich korrekt und die Grenze des massgeblichen Einkommens liegt für eine vierköpfige Familie tatsächlich bei 89'000 Franken pro Jahr. Ein massgebliches Einkommen von 89'000 entspricht aber einem Bruttojahreseinkommen von deutlich über 100'000 Franken. Wenn die Aussage im Artikel gelautet hätte, dass man in Basel-Stadt bei einem Jahreseinkommen von weit über 100'000 Franken keinen Franken Prämienverbilligung bekomme, dann hätte ich auch keinen Kommentar geschrieben. Man hätte dann höchstens noch ergänzen können, dass die Familie mit einem solchen Einkommen auch im Kanton Waadt (gemäss dessen Prämienrechner) und in den meisten anderen Kantonen ebenfalls keinen Franken Prämienverbilligung bekommt:
www.vd.ch/themes/social/prestations-assurances-et-soutien/assurance-maladie/subsides/calculateur/