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Obwohl grosse dramatische Werke eine Vorrangstellung in Honeggers Musikproduktion einnehmen, umfasst das Verzeichnis des Französisch-Schweizerischen Komponisten nicht weniger als fünf Sinfonien. Diese Werke ermöglichten dem Musiker sehr persönliche Botschaften an seine unter Krieg und Unterdrückung leidenden Zeitgenossen. Die Feststellung gilt insbesondere für die Dritte Sinfonie, Honeggers am weitesten ausgearbeitete symphonische Arbeit. Das Werk wurde kurz nach das Ende des zweiten Weltkriegs komponiert und im August 1946 in Zürich unter der Leitung von Charles Münch uraufgeführt. In seiner „Liturgischen“ Sinfonie beabsichtigte Honegger, „die Antwort des modernen Menschen auf das seit Jahren dauernde Überhandnehmen von Barbarei, Dummheit, sinnlosem Leiden, Maschinenwahn und Bürokratie symbolisch darzustellen“. Der Komponist fügte hinzu: „In der Sprache der Musik habe ich jenem Kampf nachgespürt, der im menschlichen Herzen sattfindet: Zwischen der Kapitulation vor den blinden Gewalten, die es bedrängen, und dem Willen zum Glück, der Friedensliebe, dem Vertrauen auf eine göttliche Zuflucht.“ Seine Sinfonie versteht sich also als „ein Drama, das zwischen drei wirklichen oder symbolischen Charakteren gespielt wird: Unglück, Glück und Mensch.“ Die ewigen Themen, die Honegger mit den drei Sätzen zu erneuern suchte, riefen nach und nach den menschlichen Schrecken im Angesicht des göttlichen Zorns (Dies irae), die von der Göttlichkeit verlassene Meditation des Menschen (De profundis clamavi) und schliesslich die Revolte der Opfer der Dummheit und die Hoffnung des Friedens, die durch das Leiden der Menschheit ausgedrückt wird (Dona nobis pacem). Eine Botschaft, die immer sehr aktuell ist !