Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03287.jsonl.gz/2012

Warum wird der schweizerdeutsche Dialekt nicht öfters vertreten/verwendet?
Beispielsweise
in den Künsten?
in den Medien?
in Publikationen?
auf deiner Müsli-Packung?
Hä.
Warum schreibe ich diesen Blog nicht auf Schweizerdeutsch?
🤔
Schweizerdeutsch (schwiizerdüütsch/schwiizertütsch) ist die einheitliche Bezeichnung aller Dialekte der Deutschschweiz. Die Schweiz ist für ihre Mehrsprachigkeit bekannt (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) und trotzdem nimmt der deutschsprachige Raum den grössten Anteil mit 60% der Bevölkerung ein.
Schwiizerdütsch oder doch Hochdeutsch?
Laut einer Definition ist der Gebrauch des Schweizerdeutsch vor allem auf mündliche Situationen zurückzuführen. In der Schrift greift die Bevölkerung eher auf das Hochdeutsch zurück. Das spezielle im Schweizerdeutsch, sowie auch bei anderen Dialekten, ist, dass es für sie keine standardisierte Rechtschreibung gibt.
Nicht nur Dialekte, sondern auch Akzente individualisieren unsere Sprache.
Johannes Binotto, Medien- und Kulturwissenschafter und Samantha haben sich der Frage, inwiefern Schweizerdeutsch als Gestaltungs- und Ausdrucksform wahrgenommen wird, gestellt. Johannes Binotto ist auch Experimental Filmemacher und doziert an der Hochschule Luzern für Design und Kunst.
Bei seinen Student*innen trifft er immer wieder auf solche Situationen. "Das kennen wir noch aus der Grundschule, dass wir ins Standarddeutsch wechseln." Man soll sich mehr trauen, zu seiner/ihrer Sprache, seinem/ihrem Dialekt oder Akzent zu stehen. Mit unserem "Privileg" der Mehrsprachigkeit soll experimentiert werden, auch wenn man das Risiko eingeht, von anderen nicht verstanden zu werden.
Wir glauben nicht an unsere Sprache. Das hemmt uns. Laut Johannes müssen wir lernen unsere Sprache oder unseren Dialekt auszuhalten.
Das ganze Gespräch mit Johannes kannst du dir hier anhören. Er teilt seine Gedanken, wie man dieser Hemmung entgegenwirken könnte, mit.
Die Sprache soll sichtbar gemacht werden.
Er hat eine Vision, dass man der Sprache oder Mehrsprachigkeit mehr Raum schenkt. Der Schweizer möchte möglichst vieles richtig machen. Es ist eine schweizerische Angst vor der "Awkwardness". Für viele ist es das Richtige, auf die Standardsprache zu wechseln, sobald es ernst wird. Man kann sehr gut Persönliches und Intimes, sowie auch intellektuell komplexe Themen auf Schweizerdeutsch vermitteln.
Auch hier findest du den Beitrag der Sendung in voller Länge.