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Jan
09
Wie schon im letzten Mythos gezeigt, geht es den Armen umso besser, je weniger der Staat eingreift. Demokratien sind extrem anfällig für Lobbyismus. Lobbyierende Unternehmen sind die Hauptprofiteure der Umverteilung. So kam eine Studie einer niederländischen Behörde von 2011 zu dem Schluss, dass die höheren Einkommensgruppen am meisten von staatlichen Zuwendungen profitieren (Karsten Beckmann S. 64). Zwei Fünftel des EU-Haushaltes werden beispielsweise für Agrarsubventionen ausgegeben. Zu den grössten Empfängern dieser Subventionen gehören - NEIN, nicht die produzierenden Landwirte - Lebensmittelkonzerne und sogar Energieversorger wie z.B. RWE, oder die Fluggesellschaft Lufthansa! RWE erhielt sie, weil der Konzern für den Braunkohleabbau Agrarfläche ankaufte, und die Lufthansa bekam sie für Zucker und Milch, die sie den Fluggästen angeboten hat (gemäss Spiegel vom 16.09.2009).
Wenn den Menschen mehr Geld übrigbleibt, bekommen karitative Vereinigungen auch mehr Mittel. Sie wissen besser als irgendwelche Bürokraten, wer die Hilfe tatsächlich nötig hat. Wird ruchbar, dass eine Wohltätigkeitsorganisation Schindluder betreibt, kann man von heute auf morgen einer anderen Organisation spenden. Inzwischen gibt es sogar Ratingagenturen, die bewerten, wieviel Spendengeld der jeweiligen Organisation tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt. Dass solche Gelder zu irgendwelchen Konzernen fliessen, ist äusserst unwahrscheinlich, und wenn doch, bedeutet es das Ende der jeweiligen Organisation, sobald es bekannt wird. Der Staat hingegen bleibt immer da. Nur die Marionetten der Konzerne werden ausgewechselt.
Quelle "Die vereinigten Staaten von Europa" von Oliver Janich