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Keine Ahnung von Tuten und Blasen
- Aktualisiert am Donnerstag, 13. November 2014, 17:06 Uhr
Warum Matrosen Angst vor dem Pfeifen haben, wie ein Mann Ende 19. Jahrhundert durch ein fragwürdiges Talent berühmt wurde und was die Tuba mit dem Paarungsverhalten der Alligatoren zu tun hat: Wir haben für Sie fünf skurrile Fakten rund ums Thema Blasmusik zusammengestellt.
1. Die Tuba – das Viagra der Alligatorenmännchen
Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einem Alligatoren ein Ständchen auf Ihrer Tuba zu spielen? Dies ist nämlich genau das, was zwei Amerikaner im Sommer 2007 taten, um einen 70-jährigen Bericht zu überprüfen: Die Behauptung, dass die auf einer Tuba gespielte Note B Alligatorenmännchen erregt. Begleitet von einem Pressevertreter und einem Alligatorenexperten, welcher im Vorfeld die Behauptung als Humbug abstempelte, machten sie sich mit ihren Tubas auf den Weg ins Gatorland, einer Touristenattraktion welche Alligatoren in einem möglichst natürlichen Umfeld zeigt.
Nachdem die beiden Musiker längere Zeit auf ihren Tubas spielten und schon ans Aufgeben dachten, passierte es plötzlich: Eines der Tiere reagierte ekstatisch auf den getroffenen Ton. Und dann noch eins. Und noch eins. Bis schlussendlich der ganze Park in wilder Aufruhr um die Wette balzte.
Warum genau dieser eine Ton die Tiere stimuliert, bleibt zwar weiterhin ein Mysterium. Aber wenigstens ist es nun ein bestätigtes Mysterium.
2. Blasmusik ohne Mund und Anstand
Haben Sie schon mal etwas von Joseph Pujol gehört? Oder kennen Sie ihn vielleicht unter seinem Künstlernamen «Le Pétomane»?
Der Kunstfurzer begeisterte ab den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts unter anderem den belgischen König Leopold II, Sigmund Freud und den britischen Thronfolger Edward mit seiner besonderen Gabe, Melodien mit kontrollierten Darmgeräuschen zu spielen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere verdiente er so bei seinem Engagement im berühmten Moulin Rouge mehr als eine der damals berühmtesten Schauspielerinnen, Sarah Bernhardt. Eine interessante Art, seine verborgenen Talente zu vermarkten.
3. Das schier endlose Blasen
Viele Blasmusiker kennen sie, alle Didgeridoospieler sollten sie beherrschen: Die Zirkularatmung. Mit dieser Technik sind Personen in der Lage, lange Zeit ohne Unterbruch Luft auszuatmen und den Ton zu halten. So wie Mark Atkins, Nachkomme des Yamaji-Stammes aus West-Australien, dem die Bestmarke von über 50 Minuten unterbruchsfreien Didgeridoospielens zugeschrieben wird.
Übrigens: Wer unter Schlafapnoe leidet oder schnarcht, dem wird nicht selten zur Didgeridoo-Therapie geraten.
4. Abergläubische Matrosen
Matrosen der Royal Navy ist es strikt untersagt, an Bord eines Schiffes zu pfeifen. Schliesslich besagt ein ein alter Aberglaube, dass Pfeifen auf See starke, ungünstige Winde beschwört. Diese Regel gilt durch alle Ränge hindurch, jedoch mit einer einzigen Ausnahme. So ist es vom Koch an Bord sogar erwünscht, dass dieser fröhlich vor sich hin pfeift, denn nur so können sich die Matrosen sicher sein, dass der Koch nicht heimlich von den Vorräten nascht.
5. Ein orientalisches Märchen
Wer kennt sie nicht: Die faszinierenden Schlangenbeschwörer, welche mit ihrer Musik die Schlangen betören und zum tanzen animieren. Nur entspricht dies leider nicht ganz der Wahrheit.
Schlangen sind generell taub und können weder das Flötenspiel noch den Gesang des Beschwörers wahrnehmen - diese sind Show für den Zuschauer. Stattdessen fixiert sich die Schlange, nachdem sie schlaftrunken aus ihrem dunklen Korb geholt wird, auf das erste bewegende Objekt, welches eine potentielle Gefahr für sie darstellt. In diesem Fall die Flöte. Die Schlange bewegt sich dabei immer mit dem «Gegner» mit, um sicherzustellen, dass sie sofort zubeissen könnte, falls sich dieser ihr auf Bissdistanz nähern sollte.
Der «Tanz» ist also weniger Ausdruck einer Beschwörung, als Überlebenswille und pure Selbstverteidigung.