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Die Eidgenossen
Die Handvoll Schweizer, die anderswo in eine Großstadt passen würden, haben sich ihr Land in 26 Kantone und drei bis vier Sprachgruppen aufgeteilt. Somit ist die Schweiz mehrsprachig, nur die Schweizer sind dies nicht. Von fünf Einwohnern ist in der Schweiz einer ein Ausländer. Statistisch gesehen ist meine Familie demnach für 24 Schweizer zuständig. Die Ausländer sind in insgesamt vier Klassen eingeteilt: die Saisoniers (A), diejenigen mit eingeschränkter Niederlassungsbewilligung (B), dann diejenigen mit unbeschränkter Niederlassungsbewilligung (C) und schließlich die Integrierten (CH), die den Film " Schweizermacher" nicht mehr anzuschauen brauchen.
Das Leben in der Schweiz bringt für einen Ausländer vielfältige Einblicke. Der offizielle Teil beginnt mit einer langwierigen und genauen medizinischen Kontrolle einschließlich Schirmbilduntersuchung bei der Einreise, einigen zu vernachlässigenden Schwierigkeiten beim Grenzübertritt des genau aufzulistenden Umzugsgutes und danach der Immatrikulation von Auto, Fernseher und Telefon (500 Franken hinterlegen) vor Ort.
Anmieten einer Wohnung? - Kein Problem. Es folgt die Eröffnung eines Lohnkontos (einfach) und die Suche nach einer privaten (ungewohnt) Krankenversicherung, wo man nicht überall gern gesehen ist. "Was ist eine Franchise?" Das muss man selbst zahlen, wenn man zum Arzt geht. (Waren mal 50 Franken, jetzt sind es 400 pro Person, dafür hat sich die Prämie verdoppelt und die Leistung reduziert. Zahnarzt wird übrigens immer schon selbst bezahlt). Na ja, wenigstens die Steuern werden pauschal abgezogen, solange man nur jeweils ein Jahresvisum hat. Dafür, unter vielem anderen, dürfen die Kinder zur Schule gehen, und die ist erst noch sehr gut.
Im Gegensatz zu den recht ruppigen Grenzern geben sich die Schweizer, die ihren Staat hier in der Romandie gegenüber dem Ausländer präsentieren, recht bis sehr freundlich. Vielleicht liegt das daran, das der französisch sprechende Teil der Schweizer Bevölkerung seine Ressentiments, so er welche hegt, eher für sich behält.
Was den Ausländer am Anfang total umhaut, sind die Preise für Lebensmittel, insbesondere, wenn man sich zuvor überwiegend von Aldi ernährt hat. Was die Schweizer absolut nicht in den Griff kriegen, ist anständiges Brot zu backen. Es gibt helles Brot mit weicher Krume und harter Kruste und dunkles Brot mit weicher Krume und noch härterer Kruste. Der Schweizer ist's gewöhnt und nimmt einen Batzen Brot, von dem er jeweils eine Ecke abreißt, und ein Stück Käse mit auf die Alm. Das ganze spült er dann mit klarem Felsquellwasser runter, eventuell spült er mit dem Wasser vorher noch etwas Obst ab.