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Die Region Meghri im Süden Armeniens ist seit Jahrhunderten für ihr hochwertiges Obst wie Kaki, Granatäpfel und Feigen bekannt. Das subtropische Klima der Region begünstigt das Wachstum dieser Obstsorten, und die Nachfrage ist gross. Seit Armenien unabhängig ist, wird jedoch kaum in die Landwirtschaft investiert, und viele Obstbauern können ihr Potenzial nicht mehr ausschöpfen.
Prekäre wirtschaftliche und geopolitische Lage
Die meisten Obstbauern der Region Meghri im Süden des Landes betreiben Subsistenzlandwirtschaft. Die Landprivatisierung nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte eine Zerstückelung der Betriebe zur Folge. Heute gibt es 340 000 private Bauernbetriebe, die meist nicht mehr als 1,5 Hektaren Land haben. Armenien passte die Rahmenbedingungen für die neuen Kleinbetriebe nur langsam an. Viele Bauern erhalten daher nur wenig Unterstützung beim Absatz ihrer Produkte. Die Region Meghri sieht sich zudem spezifischen geografischen Herausforderungen gegenüber: Die Westgrenze zu Aserbaidschan ist seit dem Berg-Karabach-Konflikt geschlossen, und im Süden grenzt die Region an den Iran. Die heikle geopolitische Lage und die Angst vor neuen destabilisierenden Konflikten behindern die wirtschaftliche Entwicklung. Die meisten Produkte können zudem nur in der Hauptstadt Jerewan verkauft werden, die über sieben Autostunden entfernt ist. Die ungünstigen Rahmenbedingungen bescherten der Region Meghri eine Arbeitslosigkeit, die mit geschätzten 15 % doppelt so hoch ist wie der nationale Durchschnitt. Die Bevölkerung ist überaltert: Nahezu 20 % der Einwohner sind im Pensionsalter, während die Jugend die Region verlässt, um anderswo ihr Glück zu suchen.
Ankurbelung der Obstproduktion in Meghri
Das DEZA-Projekt hilft den Obstbauern, die Qualität und Quantität ihrer Produktion zu steigern und ein höheres Einkommen zu erzielen. Dieses Ziel vor Augen fördert die DEZA den Marktzugang mit den folgenden Massnahmen:
Im Rahmen des Projekts werden Zusammenschlüsse von Obstproduzenten angeregt. So können diese beim Einkauf (Dünger, Pflanzenschutzmittel usw.) als Gruppe auftreten und verfügen über mehr Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten und Händlern
Die Lieferanten werden ermutigt, vor Ort Geschäfte zu eröffnen
Elf Mustergärten wurden eingerichtet: Hier werden die besten Baumarten und moderne Anbaumethoden vorgestellt und die Obstproduzenten für Umweltrisiken sensibilisiert
Die Lokalregierung wird im Rahmen des Projekts angehalten, Strategien zu entwickeln, die es erlauben, mit Hilfe von öffentlich-privaten Partnerschaften ein günstiges Investitionsklima für den Obstbau zu schaffen
Erste Auswirkungen sind bereits spürbar
Es braucht bekanntlich Zeit, bis Bäume Früchte tragen. Eine Ertragssteigerung kann also nicht von heute auf morgen gelingen. Gleichwohl tragen die im Rahmen des Projekts getroffenen Massnahmen und die Unterstützung und Beratung der Produzentinnen und Produzenten bereits Früchte. Die Schulungen haben dazu geführt, dass die Obstbauern von Meghri vermehrt in ihr Land investieren und mehr Bäume anpflanzen. Die Aufforderung an die Produzenten, sich zusammenzuschliessen und gemeinsam als Käufer für Dünger und Pflanzenschutzmittel aufzutreten, hatte zur Folge, dass die Ankaufspreise um etwa 20 % gesenkt werden konnten. Zudem konnten dank dem Projekt neue Investoren für den Obstverarbeitungsbetrieb von Meghri gewonnen werden. Auf diese Weise können neue Fruchtsäfte lanciert und mehr Früchte bei den Obstbauern gekauft werden.