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Schon die Titel waren fantastisch: «Schwedische Reitsportlerin verspeist ihr eigenes Pferd» («Welt»), «Schwedin (24) isst ihr geliebtes Rennpferd» («Bild») oder «Es war ihr ‹bester Freund›» (rtlnext.rtl.de).
Die Nachricht: Eine junge schwedische Reiterin beschrieb auf Facebook, wie sie vor einem Jahr unter seelischen Qualen ihr Pferd tötete, weil es an einer unheilbaren Knieverletzung gelitten hatte. Die anfallenden «154 Kilo Fleisch ohne Knochen» liess sie beim Metzger verarbeiten, gab vieles davon weiter und ass selbst ein halbes Jahr lang Schnitzel, Hackfleisch und Braten von ihrer verstorbenen Stute. «Warum sollte ich dieses Fleisch wegwerfen und stattdessen etwas im Supermarkt kaufen?», hielt sie der Kritik entgegen. Wenn sie schon Fleisch esse, müssten dafür ja nicht unnötig weitere Tiere sterben.
Und so tobt wieder mal ein Sturm durchs Netz: Während der jungen Frau einerseits vorgeworfen wird, herz- und pietätlos zu sein – genauso gut könne sie ihre Mutter essen –, loben andere ihr nachhaltiges Handeln. Ich gebe ihr recht: wenn schon, denn schon.
Es wäre auch nachhaltiger, wenn all die TierfreundInnen statt in Massen gehaltener anonymer Rinder ihren Rocky, das Müseli oder die Mimi verzehrten. Wobei ich fürchte, dass manche dann doch noch lieber ihr Mütterlein auftischen würden.