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|Esoterische Psychologie Band 1 (Sieben Strahlen I), Seite 360 ff. (engl.)|

arbeiten und wirken werden.

e. Der sechste Strahl rief im Menschen, der sich bisher als ein ausschliesslich körperhaftes Wesen eingeschätzt hatte, ein Gefühl für Dualität wach. Die akademisch-materialistisch eingestellten Psychologen sind Beispiele der alten Richtung. Der siebte Strahl wird das Gefühl für eine höherwertige Einheit wachrufen: erstens werden die Massen das Gefühl bekommen, dass sie als Persönlichkeiten eine Gemeinschaft bilden und zweitens werden die Weltaspiranten verspüren, dass Seele und Körper verschmelzen können.
f. Der sechste Strahl entnahm der Energie des Weltalls jene Teilkraft, die uns als moderne Elektrizität geläufig ist; sie wurde freigegeben, um den irdischen Bedürfnissen des Menschen zu dienen.
Der siebte Strahl wird während seiner Periode den Menschen mit jener Kategorie elektrischer Phänomene vertraut machen, die alle Formen systematisch und harmonisch angleicht.
g. Der sechste Strahl brachte folgende Wissensgebiete im menschlichen Denkbereich hervor:
1. Kenntnis des Lichts und der Elektrizität, im physikalischen Sinn.
2. Esoteriker [361] und Spiritualisten lernten die Existenz des Astrallichts kennen.
3. Interesse für Erleuchtung, sowohl in der physischen Welt als auch im Denkbereich.
4. Astrophysik erschien mit ihren neuen astronomischen Entdeckungen.
Der siebte Strahl wird die Theorien der fortschrittlichen Denker in die Praxis neuer Erziehungssysteme umsetzen. Erziehung und die Förderung erleuchteten Verstehens - gültig für alle Wissensgebiete - werden schliesslich als zwei gleichwertige Ideale angesehen werden.
h. Der sechste Strahl lehrte den Sinn und die Bedeutung des Opfers; und die Kreuzigung war für die Eingeweihten das wichtigste Sinnbild dieser Lehre. Die gleiche Idee fand unter fortgeschrittenen Menschen in philanthropischen Tendenzen ihren Niederschlag. Das verschwommene Ideal der gedankenlosen Massen, schlechthin «freundlich zu sein», geht auf den gleichen Leitgedanken zurück.
Der siebte Strahl wird den kommenden Eingeweihten bewusst machen, was Gruppendienst und was Opfer bedeuten. Dies wird das Zeitalter einleiten, das dem «Dienst für die Sache Gottes» gewidmet ist. Den meisten fortgeschrittenen Denkern wird im neuen Zeitalter als erstrebenswertes Ziel das vorschweben, dass der einzelne als Teil der Gruppe für diese und für das Gruppenideal Dienste leistet und Opfer bringt, während die übrige Menschheit das Leitmotiv «Bruderschaft» auf ihre Fahne schreiben wird. Diese Gedankengänge haben eine tiefere Bedeutung und ein grösseres Gewicht, als die Denker von heute ahnen und verstehen können.
i. Der sechste Strahl liess den Geist des Individualismus aufkommen. Gruppen existierten wohl, aber sie bestanden aus einer Vereinigung einzelner, die sich um einen Führer scharten. Der siebte Strahl wird den Gruppengeist pflegen; rhythmische Gliederung, Gruppenziele und gewisse rituelle Gebräuche, - das werden die wesentlichen Merkmale einer solchen Gruppe sein.
j. Der [362] sechste Strahl machte den Menschen fähig, den historischen Christus anzuerkennen und die Kirche des christlichen Glaubens aufzubauen, mit der Vision eines grossen Sohnes der Liebe als Mittelpunkt. Aber dieser Religion haftet extreme Streitlust und Eigenbrötelei an und sie basiert auf einem Idealismus, der engherzig und voller Vorurteile war. Der siebte Strahl wird den Menschen instandsetzen, den kosmischen Christus klar zu erkennen und die Religion der Zukunft zu begründen, nämlich die wissenschaftliche Religion des Lichts, die es dem Menschen möglich machen wird, das Gebot des historischen Christus zu erfüllen, «sein Licht scheinen zu lassen.»
k. Der sechste Strahl ist der Schöpfer der grossen idealistischen Religionen, mit ihren visionären Idealen und auch mit ihren inneren Engherzigkeiten - Engherzigkeiten, die vonnöten sind, um schwache Seelen zu beschützen.
Der siebte Strahl wird die fortgeschrittenen Seelen von dem Stadium der Kinderstube befreien und jenes wissenschaftliche Verständnis für Gottes Absichten herbeiführen, das den Zusammenschluss aller Religionen in eine einzige Weltreligion voranbringen wird.
1. Der Effekt des sechsten Strahls bestand darin, die Instinkte, die nach Trennung und Separierung drängen, wachzurufen, wie z.B. die Dogmatik der Religion, die Genauigkeit wissenschaftlicher Feststellungen, die Geistesrichtungen mit ihren doktrinären Schranken und exklusiven Statuten, und den patriotischen Kult.
Der siebte Strahl wird den Weg bereiten für die Anerkennung von Gesichtspunkten, die weiter gespannt sind und in der neuen Weltreligion (die den Zusammenschluss betonen, aber die Gleichförmigkeit zurückweisen wird) ihren Niederschlag finden werden; er wird jener wissenschaftlichen Technik den Weg bereiten, die das kosmische Licht, das verhüllt und verborgen hinter jeder Form lebt, sichtbar machen und beweisen wird und endlich wird er jene internationale Gesinnung hervorrufen, die sich als praktische Bruderschaft auswirkt und Frieden und guten Willen unter den Nationen vermittelt.
Ich könnte noch mehr solche Gegenüberstellungen aufzählen, aber 363 die vorgebrachten genügen wohl, um die Schönheit der Vorbereitungen zu zeigen, die der sechste grosse «Herr des Idealismus» als Wegbereiter des siebten «Herrn der Zeremonien» getroffen hat.
B. Der hereinkommende siebte Strahl.
Es mag hier angebracht sein, die den Zeremonien und Riten zu Grunde liegende Idee kurz zu beleuchten. Es herrscht zurzeit so viel Antipathie gegen Zeremonien, und viele gute und verständige Menschen denken, sie seien aus dem Ritus herausgewachsen und hätten nichts mehr damit zu tun. Sie brüsten sich, dass sie eine sogenannte «Emanzipation» erlangt hätten, vergessen aber, dass sie eben durch ihren Individualismus zu dieser Einstellung gekommen sind und dass eine Gruppentätigkeit ohne irgendwelche rituelle Formen nicht möglich ist. Ihre Weigerung, an Handlungen teilzunehmen, die für alle einheitlich sind, ist also kein Zeichen einer emanzipierten Seele.
Auch die Grosse Weisse Bruderschaft hat ihre Rituale, aber diese haben den Zweck, verschiedene neue Aspekte des Plans sowie die jeweils erforderlichen Massnahmen für diesen Plan einzuleiten und zu fördern. Wo Rituale im Gebrauch sind, aber deren innere Bedeutung nicht erkannt und erfasst wird, dort schleicht sich notwendigerweise ein Geist der Gleichgültigkeit ein, der dieser Bräuche und Zeremonien überdrüssig wird und darin weder Nutzen noch einen Sinn sieht. Wenn jedoch Riten und planvolle Zeremonien die Tatsache beweisen, dass sie nur als Hüter von Kräften und Energien dienen, dann bekommt diese Idee einen positiven Sinn; die Mitarbeit am Plan wird möglich, und das Ziel eines geheiligten Dienstes wird ersichtlich. Jeglicher geheiligte Dienst ist mit Riten verknüpft.
Der hereinkommende siebte Strahl wird zu diesem erwünschten Ziel führen, und die Mystiker, die sich in der Handhabung okkulter Motive und in den Methoden eines Berufsmagiers ausbilden, werden sich immer verständnisvoller für den Plan einsetzen können; sie werden an jenen Grundriten teilnehmen, die den Ritualisten befähigen:
a. Die Kräfte [364] des Planeten zum Wohl der Menschheit dienstbar zu machen.
b. Jene Energien auszusenden, die in einem der Naturreiche eine erwünschte und wohltätige Entwicklungsphase einleiten.
c. Die Energien, die in allen Formen der unteren Naturreiche vorhanden sind, zu sammeln und neu zu verteilen.
d. Durch die wissenschaftliche Methode der Vereinigung von Seele und Körper Heilwirkungen zu erzielen.
e. Durch richtiges Verstehen der Lichtenergie Erleuchtung zu bringen.
f. Jenes zukünftige Ritual zu entwickeln, das schliesslich die wahre Bedeutung von Wasser enthüllen, einen fundamentalen Wandel im Gebrauch des Wassers bringen und dem Menschen einen freien Zugang zu der Astralebene verschaffen wird. Diese Ebene ist die Ebene der Gefühlswelt und der Wunschgedanken und ihr Symbol ist Wasser. Das Wassermannzeitalter wird dem Menschen vor Augen führen (und damit das Werk des siebten Strahls erleichtern), dass diese Ebene in diesem Entwicklungsstadium seine natürliche Heimat ist. Die Massen sind heute völlig, ohne sich dessen bewusst zu sein, an diese Ebene verhaftet. Sie müssen sich ihrer Handlungsweise völlig bewusst werden. Der Mensch ist nahe dabei, sich mit klaren Sinnen auf der Astralebene zurechtzufinden; diese neue Entwicklung wird durch wissenschaftliche Riten zustande kommen.
Der sechste Strahl war der Vater der modernen Psychologie, und diese Wissenschaft war ein Ruhmesblatt dieses Strahls. Der siebte Strahl wird diese junge Wissenschaft zur Reife bringen. Der Glaube an eine Seele wurde während der Periode des sechsten Strahls überallhin getragen. Der neueintretende Strahl wird uns Wissen über die Seele bringen. Hierbei werden die Energien, die während des Wassermannzeitalters freigelassen werden, mithelfen.
Die neue esoterische Psychologie wird ständig weiter ausgebaut werden. Es ist daher verständlich, dass die «Abhandlung über Weisse [365] Magie» einen deutlichen Siebenstrahlcharakter trägt, und auch diese Abhandlung über die sieben Strahlen wurde in dem Bestreben publiziert, über die neuen spirituellen Kraftströme Klarheit zu schaffen. Eine der ersten Lektionen, welche die Menschheit durch den machtvollen siebten Strahl lernen wird, ist die, dass die Seele ihr Instrument, die Persönlichkeit, durch Rituale, durch Anwendung eines regulären Rhythmus steuert. Es ist der Rhythmus, der das wahre Wesen eines Rituals ausmacht. Wenn Aspiranten zur Jüngerschaft ihrem Leben einen Rhythmus auferlegen, dann nennen sie dies Disziplinierung und sie fühlen sich glücklich dabei. Was Gruppen tun, die sich zur Durchführung irgendeines Rituals oder einer Zeremonie zusammenfinden (Kirchenritual, Logenritus, der Drill der Armee und Flotte, Geschäftsorganisationen, der ordnungsgemässe Arbeitsgang in einem Haushalt, Krankenhaus, Vergnügungslokal usw.) ist von analoger Art. Niemand auf dieser Erde kann einem Ritus oder einer Zeremonie aus dem Wege gehen; schon der Auf- und Untergang der Sonne zwingt einen Ritus auf, die Jahre folgen einander in einem zyklischen Wechsel, die grossen Zentren der Menschheit sind beherrscht von einem allgewaltigen rhythmischen Tempo. Die ein- und auslaufenden Züge, die Ozeandampfer, die Postbeförderung, die täglichen Sendungen der Radiostationen, alles dies spannt die Menschheit in einen Rhythmus, gleichgültig, ob man das weiss oder nicht. Auch die gegenwärtigen grossen Experimente, die eine nationale Vereinheitlichung und eine behördliche Kontrolle zum Gegenstand haben, sind ein Ausdruck solcher Rhythmen; jede Nation ist mit ihren Menschenmassen solchen Rhythmen unterworfen.
Niemand kann dem Zwang eines zeremoniellen Daseins entgehen. Man erkennt dies unbewusst an und folgt blind diesem Geschehen. Dieser Prozess ist ein Ausfluss des rhythmischen Atems, dem das Leben selber unterworfen ist. Die Gottheit betätigt sich durch Rituale und ist an die Zeremonien des Universums gebunden. Die sieben Strahlen kommen und gehen unter dem rhythmischen und ritualistischen Impuls des Lebens Gottes. So wird der Tempel des Ewigen durch ein Zeremoniensystem der Erbauer errichtet. [366] Jedes Naturreich muss ritualistische Erfahrungen sammeln und ist den Zeremonien zyklischer Weltkräfte unterworfen. Diese Tatsache kann nur ein Eingeweihter erfassen. Jeder Ameisenhügel und jeder Bienenstock ist gleichfalls unter dem Antrieb instinktiver Rituale und rhythmischer Impulse erbaut. Man könnte sehr wohl die Wissenschaft der neuen Psychologie eine Wissenschaft der Rituale und Rhythmen des Körpers, der Gefühlsnatur und der Denkprozesse nennen. Oder man könnte sagen, dass sie die Wissenschaft jener Zeremonien sei, die auf den körperlichen Mechanismus einwirken, durch den die Seele ihre Funktion erfüllt, sei es, dass diese Zeremonien in der Körperanlage gelegen oder angeboren oder von dem eigenen Selbst, von Lebensumständen oder der Umgebung auferlegt sind.
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