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Auge und Ohr: Überwachungskameras soll beigebracht werden, aussergewöhnliche Geräusche zu erkennen, um selbständig darauf reagieren zu können.
Eine Überwachungskamera, die Geräusche wie Schreie oder das Klirren von zerbrechendem Glas nicht nur aufzeichnet, sondern auch erkennt, automatisch zum Ort des Geschehens schwenkt und Sicherheitsleute alarmiert? Eine Gruppe von Forschern am Institute of Industrial Research der Universität Portsmouth möchte solche Kameras entwickeln.
Dazu nutzen sie eine Software, die zur Erkennung von optischen Mustern in Videos entwickelt wurde und nun auch nach akustischen Mustern suchen soll. Dabei geht es vorerst darum, dass das System nicht auf jedes Geräusch reagiert, sondern erkennt, was ungewöhnlich und möglicherweise bedeutsam ist. Die "künstliche Intelligenz" des Systems sollte dabei mit der Zeit genauer werden. Insgesamt soll die Software helfen, vor allem Verbrechen schneller mit Kameras erfassen zu können.
Im visuellen Bereich kann die Software nach den Angaben der Forscher bereits statische Muster wie Dellen in Autos aber auch zeitliche Muster erkennen. Sie soll zum Beispiel merken, wenn eine Person einen Arm für einen Schlag hebt oder plötzlich davonrennt. Nun sollen diese Fähigkeiten auch auf Schall, beziehungsweise aufgenommene Wellenmuster angewandt werden. Diese werden dabei im Prinzip wie andere Bilder analysiert. Wenn Glas bricht, ist das Wellenmuster zum Beispiel in jedem einzelnen Fall anders. Trotzdem gibt es ein "Grundmuster", welche von der künstlichen Intelligenz per erkannt werden kann, indem sie nicht nach exakten Daten sondern nach ungefähren Übereinstimmungen sucht (Das Konzept ist unter dem Namen "Fuzzy Logic" bekannt.)
Die Software soll, so hoffen die Forscher, im Laufe der Zeit dazulernen und auch gesprochene Sprache und bestimmte Rufe, insbesondere spezifische Worte, die mit Gewaltanwendung in Verbindung stehen, erkennen können. (hjm)