Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/3045

Die genaue Funktionsweise des Ampelsystems muss im Vorfeld festgelegt und die Verantwortlichkeiten zwischen den Beteiligten definiert werden. Neben diesen Vorabklärungen und der steten Analyse neuer Kenntnisse über den Untergrund wird in der Regel ein sogenanntes „Ampelsystem“ als Massnahme zur Eindämmung der induzierten Seismizität angewendet.
Ampelsysteme haben zum Ziel, negative Auswirkungen induzierter Seismizität zu vermeiden oder weit möglichst einzudämmen. Das traditionelle Ampelsystem basiert auf einer engmaschigen Überwachung der induzierten Seismizität und sieht abhängig von der registrierten seismischen Aktivität unterschiedliche Massnahmen vor. Ein solches traditionelles System wurde in Basel, 2006 angewendet und im Nachgang als ungenügend bewertet. Beim Geothermieprojekt in St. Gallen, 2013 wurde basierend auf den gewonnenen Erfahrung ein erweitertes, adaptives Ampelsystem eingesetzt. Dabei dient nicht nur die beobachtete Seismizität als Massnahmenindikator, sondern es werden auch Vorhersagen über deren möglichen Verlauf gemacht. Dies basierend auf den prognostizierten Auswirkungen von vorgesehenen Pumpvorgängen, der Durchlässigkeit des Gesteins und weiteren Faktoren. Das Beispiel St. Gallen zeigte jedoch auch die Grenzen dieses adaptiven Systems auf. Obwohl ein gelber Alarm ausgelöst wurde, der ein unverzüglicher Stopp der Pumparbeiten verlangt hätte, mussten diese aufgrund aufsteigenden Gas aufrechterhalten werden.
In den nächsten Jahren wird in diesem Bereich weiterhin viel Forschung und Entwicklung notwendig sein, dessen Erkenntnisse in zukünftigen Demonstrations- und Pilotanlagen getestet werden kann. Wie weit man in der Lage sein wird, induzierte Beben zu vermeiden beziehungsweise, zu steuern ist aufgrund des heutigen Stands von Wissenschaft und Technik nicht einfach abzuschätzen.