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Weg-Wort vom 18. Juni
Heute vor zehn Jahren ist Brian Haw gestorben. Er ist durch seinen Widerstand gegen die britische Beteiligung an den Kriegen in Afghanistan und im Irak bekannt geworden. Von 2001 bis 2010 campierte der überzeugte Christ aus einer evangelischen Freikirche vor dem Parlamentsgebäude in London und baute eine richtiggehende Installation mit Protestschildern, Friedensfahnen und Fotos von Kriegsopfern auf.
Als Folge der Terroranschläge der Al-Qaida, aber auch, weil Haws Aktion zunehmend als lästig empfunden wurde, erliess das Parlament 2005 ein Gesetz, das Demonstrationen in einem Umkreis von einem Kilometer rund um das Parlamentsgebäude untersagte.
In einem Polizeieinsatz wurden Haws Objekte entfernt. Er erhielt aber die Erlaubnis, seinen Protest auf deutlich weniger Raum weiterzuführen. Bis zu seiner Krebserkrankung Ende 2010 setzte er den Widerstand fort.
Der Künstler Mark Wallinger hat die Protestobjekte 2007 eins zu eins nachgebildet und unter dem lakonischen Titel „State Britain“ im Kunstmuseum Tate Britain ausgestellt. Das pikante Detail: Die erwähnte neue Sicherheitszone, innerhalb derer Demonstrationen verboten wurden, verlief genau durch das Museum und damit mitten durch Wallingers Installation. Dies stellte die Behörden vor die knifflige Frage, ob die Aktion Haws nun auf illegale Weise weitergeführt wurde, oder ob es sich bei Wallingers Objekten um ein Kunstwerk handelte, für das die künstlerische Freiheit galt. Wallinger hat in seiner Aktion auf grundsätzliche, die Freiheitsrechte betreffende Fragen aufmerksam gemacht, der protestierende Protestant Haw auf einen grundsätzlichen Skandal: Auf Kriege, die nur Verlierer kennen.
Morgen Samstag ist Flüchtlingstag. Die meisten Geflüchteten weltweit kamen 2019 aus Afghanistan…