Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03479.jsonl.gz/2160

Der Zweite Weltkrieg führte zu einer massiven Reduktion der Einnahmen unter gleichzeitiger massiver Zunahme der Ausgaben. Der Finanzhaushalt der Schweiz, welcher bis dahin hauptsächlich durch die Zolleinnahmen gespiesen wurde, war in einem erheblichen Ungleichgewicht.
Um die soziale und politische Stabilität im Innern zu gewährleisten und aufgrund der Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg sowie der Wirtschaftskrise der 30er Jahre standen drastische Ausgabenkürzungen nicht zur Diskussion. Dementsprechend mussten zusätzliche Einnahmequellen gefunden werden. Aufgrund der aussergewöhnlichen Situation erhielt der Bundesrat ausserordentliche Vollmachten, welche ihm die (zeitlich begrenzte) Einführung der Warenumsatzsteuer (WUST) und der Wehrsteuer (Vorgängerin der heutigen direkten Bundesteuer) ermöglichte. Die WUST wurde am 29. Juli 1941 als Verbrauchersteuer auf entgeltlichen Lieferung von Waren, nicht aber auf Dienstleistungen eingeführt.
Da die Ausgaben des Bundes auch nach dem Krieg höher blieben als vorher, wurde die WUST weiterhin erhoben. Im Laufe der Zeit erfuhr sie zahlreiche Anpassungen (z.B. Steuersätze und Freilisten) und Ergänzungen. Trotz des Wirtschaftswachstums stiegen ab den 1950er Jahre auch die Hauhaltausgaben. Und so wies der Bundeshaushalt in diesen Jahren eine hohe Verschuldung auf, die trotz massiver Überschüsse nur unwesentlich abnahm.
In den Siebzigerjahren zeigte sich dann während der globalen Wirtschaftskrise allmählich, dass das Schweizerische Steuersystem den haushälterischen Anforderungen der Zeit nicht mehr genügte.