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Farbe kann Inspiration, Meditation, Rausch, Ekstase sein. Aber sie kann auch Irritation, Verzweiflung, Ringen, Angst und Ohnmacht sein. Für jeden Künstler ist das Lernen, Wachsen, Leben und Experimentieren mit der Farbe ein lebenslanger Prozess. Für den einen ist sie Sichtbarmachung eines Seelenzustandes, für den anderen ein Hilfsmittel, um Formen herauszuarbeiten. Farbe kann dienen, um die Realität darzustellen. Aber sie kann auch benutzt werden, um Unwirklichkeiten malerisch zu realisieren.
„Was haben die grossen Meister nicht aus einem Fetzen Leinwand gemacht, auf den sie ein paar Farben legten“, sagte Cuno Amiet. Und van Gogh schrieb an seinen Bruder: „Mir ist immer, als müsste ich da etwas entdecken. Die Liebe zweier Liebenden auszudrücken durch eine Vermählung zweier Komplementärfarben, durch ihre Mischung und ihre Entgegensetzungen, durch das geheimnisvolle Vibrieren einander angenäherter Töne. Das Geistige einer Stirn auszudrücken durch das Leuchten eines hellen Tones auf einem dunklen Hintergrund, die Hoffnung durch einen Stern.“
Vergangene Kulturen haben in ihren Bildern Farben als symbolisches Mittel verwendet, um etwa auf Kasten, soziale Schichten oder religiöse Ideen hinzuweisen. Als Kandinsky hingegen für sich entdeckte, dass jede Farbe ihren eigenen geistigen Ausdruckswert besitzt und man deshalb auch ohne Gegenstandsbedeutung geistige Wirklichkeiten gestalten könne, begann er, abstrakte Bilder zu malen.
Die Farbigkeit eines Kunstwerkes gibt immer auch Aufschluss über die Seelenlage des Künstlers. Da ist van Goghs Ringen mit der Ambivalenz des Gelb, aber auch sein Entzücken über die vielen Blautöne einer Sternennacht. Da ist Delacroix’ Verwunderung, „dass man mit Blau und Grün so schrecklich sein kann“. Da ist Augusto Giacometti, der das Grau kaum kannte, während Churchill Willy Sax zu sich nach England bat, weil es ihm nicht gelang, das zarte Grau zu malen. Und da ist Pissarro, der fand, „man müsste die Effekte, welche die Farben durch ihren Einklang oder ihren Missklang hervorbringen, kühn übertreiben“.
Und Farblehren? Farbtheorien? Johannes Itten vergleicht sie mit einem Wagen, der nur solange dienlich sei, wie man auf dem Fahrweg ist. „Wer zu des Fahrwegs Endpunkt kommt, lässt den Wagen und geht zu Fuss“, sagte er, und: „Lehren und Theorien sind gut für die schwachen Stunden. In den starken Stunden lösen sich die Probleme aus der Intuition, wie aus sich selbst.“
Leben ist Licht, und Licht ist Farbe. Die Malerei ist schon viele Wege gegangen, wie auch das Leben. Auf die Ausdruckskraft der Farben wird sie jedoch niemals verzichten wollen.
Zu den vielen Künstlern, die mit Sax-Farben malen und zu denen freundschaftliche Beziehungen bestehen, gehörten auch Sir Winston Churchill und Cuno Amiet (rechts Willy Sax).
Der Schweizer Künstler Hans Falk gehört zum Freundeskreis der heutigen Sax-Generation. Auch er malt mit Sax-Farben.
Cuno Amiet:
„Apfelernte“ (126 x 121 cm). Cuno Amiet war einer der ersten Künstler, die mit Sax-Farben malten.