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Die Österreichische Apothekerzeitung (22 / 2010) veröffentlichte Ende 2010 einen Artikel zum Thema „Stärkung des Immunsystems mit Phytopharmaka – Pflanzliche Immunmodulatoren und Adaptogene“.
Ein interessanter Abschnitt darin handelt von Pelargonium sidoides (Umckaloabo, Kapland-Pelargonie):
„Pelargonium sidoides DC. (Geraniaceae) ist eine südafrikanische Arzneipflanze, deren Wurzeln für die Herstellung des Spezialextraktes EPs®7630 (Umckaloabo® in Deutschland und Kaloba® in Österreich) verwendet wird. Der Extrakt enthält als charakteristische Inhaltsstoffe Polyphenole, Proteide, Purine, Mineralstoffe, Zucker und in geringer Konzentration 7-Hydroxycumarinderivate. Wie für Phytopharmaka typisch, ist ein Teil der Inhaltsstoffe bis heute unbekannt. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass der Extrakt zytoprotektiv wirkt und potente antivirale Eigenschaften hat, was gemäß der fast ausschließlich viralen Ätiologie der Atemwegsinfektionen von hoher therapeutischer Relevanz ist. Es wird die Interferonsynthese gesteigert und die Funktion der Phagozyten verbessert. Außerdem wurden antibakterielle und sekretomotorische Eigenschaften beschrieben. Der Extrakt besitzt daher komplementäre antiinfektive Eigenschaften. Er hemmt nicht nur die Adhäsion und die Internalisierung von Bakterien und verhindert damit deren Invasion in die Submucosa, sondern sorgt auch für eine Verminderung der Erregerlast. Das alles trägt dazu bei, den Körper vor bakterieller Kolonisation, vor Infektion, Superinfektion und Rezidiv zu schützen. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von EPs®7630 wurde an über 3.800 Patienten in kontrollierten Doppelblindstudien und über 5.400 Patienten in offenen Studien und Anwendungsbeobachtungen geprüft. Die Theorie, Umckaloabo® bzw. Kaloba® könnte eine verstärkte Wirkung gerinnungshemmender Medikamente vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) und Warfarin bei gleichzeitiger Einnahme auslösen, konnte bisher nicht bestätigt werden. Bei Co-Medikation mit 0,05 mg/kg KG Warfarin war keine Verstärkung der antikoagulativen Wirkung zu verzeichnen.“
Quelle:
http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-22.pdf
Österreichische Apothekerzeitung 22 / 2010
Kommentar & Ergänzung:
Dieses Zitat ist wohl ohne Kenntnis medizinischer Fachbegriffe nicht so leicht verständlich.
Beschrieben wird die Wirkung von Umckaloabo (Kapland-Pelargonie). Im Vordergrund stehen dabei antivirale, schleimlösende und immunstimulierende Wirkungen, die sich bei Erkältungskrankheiten gut ergänzen.
Weil Umckaloabo Cumarin-Derivate enthält, wird oft vor einer Verstärkung der Wirkung blutgerinnungshemmender Medikamente gewarnt. Dabei wird aber übersehen, dass es sehr unterschiedlich gebaute Cumarin-Derivate gibt, die sich auch in ihrer Wirkung unterscheiden. Die Cumarine im Umckaloabo sind sehr speziell und anders gebaut als die dimeren Cumarinen mit blutgerinnungshemmendem Effekt. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Autoren zum Schluss kommen, die Verstärkung der Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sei bisher nicht belegt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch