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Unwetter im Rückblick
Rekordtrockener Frühling
Trockenschäden und Waldbrände
Das Frühjahr 2011 war das trockenste und sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1893. Außerdem gingen die Monate März, April und Mai als die zweitwärmsten Frühlingsmonate in die Klimastatistik ein. Nur im Jahr 2007 war das Frühjahr noch etwas wärmer als in diesem Jahr. Folge der langen Trockenheit waren außergewöhnlich niedrige Flusspegel - Wasserstände wie man sie in anderen Jahren nur aus dem Spätsommer kennt.
In der Landwirtschaft zeichneten sich große Schäden durch die Trockenheit ab. Im Nordosten des Landes traten Sandstürme mit Sichtweiten von unter 30 Meter auf. Als Folge ereignete sich in der Nähe von Rostock eine Massenkarambolage. Zu leiden hatten außerdem die Allergiker unter ungewöhnlich hohen Pollenkonzentrationen. Im April kam es an vielen Orten zu teils großen Wald- und Heidebränden.
Im Mittel fielen im gesamten Frühling nur knapp 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Klimawert liegt bei 190 Liter pro Quadratmeter! Am trockensten war es in Teilen von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. Zum Beispiel betrug die Regenmenge in Frankfurt weniger als 50 Liter pro Quadratmeter, dort wurde kaum 30 Prozent des langjährigen Wertes erreicht. Am meisten Niederschlag gab es im Südosten. Mit verbreitet über 100 Liter Regenwasser pro Quadratmeter waren die Abweichungen zum Klimamittel im Süden Bayerns vergleichsweise gering.
Die Sonne machte reichlich Überstunden. Im Mittel wurden 700 Sonnenstunden gemessen, das sind rund 50 Prozent mehr als im Klimamittel. So viel Sonne gab es seit Beginn der Sonnenscheinmessungen im Jahr 1951 in keinem anderen Frühjahr. Generell waren die Abweichungen im Südwesten am größten, im Raum Baden-Baden wurden knapp über 800 Sonnenstunden gemessen. Deutlich weniger waren es im Norden, Kiel meldete nur knapp 600 Stunden.