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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe
>Ich hab nicht begriffen warum, das PDF bei der Schmuckfarbe anders berechnet wird >als bei Prozessfarbe? Wo ist der Unterschied ob im Hintergrund 100% HKSxx oder >100% Prozess-magenta liegt?
Angenommen, im Schatten ist ein Pixel mit 50% Schwarz, Cyan, Magenta, Gelb auf 0%. Im Hintergrund liegt 100% Magenta. Für das Gesamtergebnis muss hier ein neuer Pixel berechnet werden, der 0%-100%-0%-50% CMYK enthält. CMYK über CMYK muss also neu berechnet werden, als ob in Photoshop zwei Ebenen übereinander liegen.
Wenn im Hintergrund HKS liegt, hat InDesign weniger zu tun. Der Hintergrund bleibt einfach erhalten und der Schatten darüber wird auf überdrucken gestellt. Was heißt das? PostScript baut eine Seite von unten nach oben auf: also wird erst das HKS auf eine "virtuelle Leinwand" gemalt und dann erst der Schatten. Normalerweise wird dafür der Bereich, wo der Schatten hin soll, zuerst sozusagen weiß getüncht, bevor der Schatten selbst gemalt wird. Das nennt man "opakes Grafikmodell" und ist einfach die Art und Weise, wie sowohl PostScript als auch PDF intern arbeiten.
Wenn der Schatten jedoch auf Überdrucken steht, werden nur die Farbkanäle gelöscht, in denen was passiert. Bei der farbigen Ausgabe (am Bildschirm oder Farbdrucker) sind das alle -> das ursprüngliche Phänomen entsteht. Bei der separierten Ausgabe wäre das nur der Schwarzkanal -> HKS bleibt korrekt erhalten. Wenn der Verlag das nicht ausgeben kann, hat er eindeutig etwas falsch gemacht, indem er das Überdrucken-Attribut ignoriert. Manche Dienstleister begehen diesen Fehler noch, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Was bleibt als Resümee? In der Produktion sollte man darauf vertrauen, dass der Dienstleister / Verlag sein Handwerk versteht resp. bereit ist, dazuzulernen. Alles andere würde ein Gedankenlesen ("Was kann der?") voraussetzen.
Für den Kunden, der womöglich noch mit Acrobat Reader 4 arbeitet, können Sie im Druckdialog:Ausgabe:Druckfarbenmanager die HKS in Prozess umwandeln, um eine spezielle PDF für den Kunden ohne Schmuckfarbe herzustellen, die aber am Monitor in jedem Fall wie gewünscht aussieht.
Mit freundlichem Gruß
Gerald Singelmann
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