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Mein Arbeitgeber zahlt mir die Provision nicht aus. Was nun?
Hier erfahren Sie, was eine Provision genau ist, wann sie vom Arbeitgeber geschuldet ist und was damit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses passiert.
In manchen Branchen (insbesondere im Verkauf), sind Löhne auf Erfolgsbasis weit verbreitet. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer eine Vergütung auf den von ihm vermittelten oder abgeschlossenen
Geschäften erhält. In der Regel ist diese Provision in Prozenten des erzielten Umsatzes festgelegt. Aus rechtlicher Sicht sind dabei verschiedene Vertragsarten möglich.
Praxisbeispiel Provision
Sandra arbeitet bei der Fitness AG, welche schweizweit Sportartikel vertreibt. Sandra ist als Aussendienstmitarbeiterin angestellt. Sie erhält einen monatlichen Fixlohn von CHF
1400.00 und 8% des Umsatzes auf den durch Sie vermittelten Verkauf von Sportgeräten als Provision. Sandra hat also Anspruch auf die Provision, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen
ihrer Vermittlung oder dem erfolgreichen Abschluss eines Verkaufsgeschäftes mit einem Kunden entsteht. Voraussetzung dabei ist, dass Sandra einen massgeblichen Beitrag zum
Verkaufsgeschäft geleistet haben muss.
Was passiert mit der Provision nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses?
Wird das Arbeitsverhältnis beendet (egal auf welche Weise), hat der Arbeitnehmer auch dann Anspruch auf seine Provision, wenn das Geschäft zwar noch vor Ende des Arbeitsverhältnisses vermittelt
bzw. abgeschlossen wurde, die Erfüllung aber erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses stattfindet (vgl. Art. 322b OR).
Praxisbeispiel Provision nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Während der Corona-Krise sind Sportgeräte kaum mehr gefragt. Daher kommt Sandras Arbeitgeber in eine wirtschaftlich schwierige Lage, so dass Mitarbeiter entlassen werden müssen.
Leider trifft es auch Sandra. Das Arbeitsverhältnis von Sandra mit der Fitness AG endet per Ende April 2020. Im Mai erhält die Fitness AG noch eine Zahlung des Fitnessstudios XY,
welche im April von Sandra noch Sportgeräte im Wert von CHF 10'000.00 abkaufte. Obwohl die Fitness AG das Geld vom Fitnessstudio XY erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit
Sandra erhält, hat Sandra nun das Recht auf die vertraglich vereinbarte Provision von 8% auf die CHF 10'000 aus dem Kaufvertrag. Dies, weil sie während des Arbeitsverhältnisses noch
einen wesentlichen Beitrag zum Abschluss des Verkaufsgeschäftes beitrug.
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