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Welche Faktoren beeinflussen das Geburtsgewicht eines Kindes?
Die individuellen Unterschiede bei Geburtsgewicht und Geburtsgrösse sind bedingt durch:
- Grösse der Eltern. Sehr grosse Eltern haben häufig eher grössere Babys, kleine Eltern eher kleinere. Bei sehr unterschiedlich grossen Eltern tendieren die Masse eher zu einem Elternteil und nicht zum Mittelmass.
- Geschlecht des Kindes. Mädchen sind im Durchschnitt etwas kleiner, leichter und kürzer als Knaben.
- Ethnische Zugehörigkeit: Indische Babys wiegen z.B. bei der Geburt ca. 500 g weniger als mitteleuropäische.
- Länge der Schwangerschaft. Ein Baby, das die vollen zehn Monate im Mutterleib verbracht hat, ist natürlich grösser und schwerer als ein Kind, das als Frühgeburt auf die Welt kommt. Auch eine Übertragung wirkt sich aus: Bei einer normalen Plazentafunktion kann das ungeborene Kind weiterwachsen, was möglicherweise zu einem höheren Geburtsgewicht des Kindes führt. In einigen Schwangerschaften kommt es jedoch zu einer Funktionseinschränkung des alternden Mutterkuchens, also eine sogenannte Plazentainsuffizienz. Als Folge davon kann die Versorgung des Babys mit Sauerstoff und Nährstoffen vermindert sein, und das wirkt sich negativ auf das Geburtsgewicht aus.
- Verlauf der Schwangerschaft. War die Mutter die gesamte Schwangerschaft hindurch fit und gesund, hat sie sich ausgewogen ernährt, entwickelt sich das Baby optimal. Grosse und schwere Neugeborene werden möglicherweise bei einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus der Mutter geboren. Dagegen führen z.B. Rauchen und/oder regelmässiger Alkoholgenuss, aber auch zu hoher Blutdruck oft zu einem niedrigeren Geburtsgewicht. Beim Kaffekonsum sollten es werdende Mütter nicht übertreiben.
- Hyperemesis gravidarum: Die Extremform der Schwangerschaftsübelkeit ist der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt in der Frühschwangerschaft. Dabei leidet nicht nur die Mutter. Der mit der Erkrankung verbundene kritische Ernährungszustand führt häufig zu einem niedrigen Geburtsgewicht oder einer Frühgeburt.
- Geschwister-Reihenfolge:Erstgeborene sind häufig kleiner als ihre nachfolgenden Brüder und Schwestern.
- Abstand zwischen zwei Schwangerschaften: Wenn zwischen zwei Schwangerschaften weniger als 18 Monate liegen, erhöht sich das Risiko für eine Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht. Der Grund: Der mütterliche Körper hat dann nicht genug Zeit, sich von der körperlichen Anstrengung der ersten Geburt und des Stillens zu erholen. Mehr...
- Alter der Mutter: Bei älteren Schwangeren funktioniert der Mutterkuchen nicht mehr so gut, die Kinder werden im Durchschnitt leichter geboren (Plazentainsuffizienz, s.o.).
- Gewicht der Mutter: Erstaunlicherweise haben stark übergewichtige Schwangere häufiger eher leichte Babys.
- Anzahl der Kinder. Da sich die Babys bei Mehrlingsschwangerschaften den Raum im Mutterleib teilen müssen, sind sie meist etwas kleiner.
Häufige Frage zum Thema
Wenn Ihnen eine sehr grobe Einschätzung der Erwachsenengrösse Ihres Babys reicht, dann verdoppeln Sie seine Grösse, wenn es zwei Jahre alt ist.
Wie gross ein Kind letztendlich wird, ist sehr stark genetisch bedingt, hängt also von der Körpergrösse der Eltern ab. Die wahrscheinliche ...vollständige Antwort lesen
Newsticker
Baby mit Rekordgewicht: Ein besonders schweres Mädchen mit einem Geburtsgewicht von 6110 Gramm und einer Grösse von 57,5 cm wurde Ende Juli im Uniklinikum Leipzig geboren. Ursache war ein unentdeckter Schwangerschaftsdiabetes bei der stark übergewichtigen Mutter. Bis zur Geburt war das Kindsgewicht zwar vermutet, aber nicht genau eingeschätzt worden. Denn bei Schwangeren mit hohem Übergewicht funktionieren der Ultraschall und die üblichen Berechnungsformeln deutlich schlechter. Die Ärzte versuchten eine natürliche Geburt, weil ein Kaiserschnitt mit noch höheren Risiken verbunden gewesen wäre. (swissmom Newsticker 20.8.2013)
Neugeborene verlieren Gewicht: In den ersten Lebenstagen verlieren voll gestillte Neugeborene an Körpergewicht - vaginal geborene Kinder nehmen weniger ab und schneller wieder zu als Kaiserschnitt-Kinder. Die normale Gewichtsabnahme liegt zwischen 4 und 8% und ist am stärksten innerhalb der ersten 72 Stunden. Verluste von mehr als 10% des Geburtsgewichts können zu Komplikationen wie Flüssigkeitsmangel oder Gelbsucht führen. Eine Forschergruppe von der University of California hat jetzt mit den Daten von über 160.000 Neugeborenen neue Normkurven erstellt, mit denen eine detailliertere Beurteilung der Gewichtsentwicklung möglich ist. (www.newbornweight.org).(swissmom Newsticker, 29.1.15)
Köpfchen - nicht Gewicht: Kopfdurchmesser oder Gewicht – was verursacht ein höheres Risiko für Geburtskomplikationen und folgend ungeplante Kaiserschnitte und Zangengeburten oder Saugglockengeburten? Bisher hielten Experten ein hohes Geburtsgewicht für ausschlaggebender. Das Ergebnis einer israelischen Studie mit knapp 25.000 Geburten sagt etwas anderes: Liegt der Kopfumfang des Kindes in den obersten 5%, ist häufiger ein Notfall-Kaiserschnitt oder eine instrumentelle Geburt nötig. Bei hohem Geburtsgewicht ist dies nur dann der Fall, wenn auch der Kopf sehr gross ist. Das ist aber nur bei einem Viertel der „Big Babys“ der Fall. Die Wissenschaftler empfehlen daher die Ultraschallmessung des kindlichen Kopfdurchmessers vor der Geburt. (swissmom Newsticker, 19.9.15)
Letzte Aktualisierung : 04-11-19, BH