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100 Jahre im Dienste an den Füssen
Gottlieb Winkler, Sohn des Zimmermanns Kilian Winkler, wurde am 22.August 1895 in Metzerlen (SO) geboren. Um 1910 herum arbeitete er bei Schuhmacherme
ister Weissmüller in Binningen (BL) als Arbeiter mit Lehrstatus, eine eigentliche Berufslehre konnte sich die Familie nicht
leisten. Später soll er beim Schuhmacher Wiesendanger an der Greifengasse in Basel (heute Manor-Gebäude) Arbeit gefunden haben. Ab 1912 hiess sein neuer Patron Georg Anthony-Reichling und befand sich am Bläsiring im Kleinbasel. Hier sass er insofern fest, als dass sein Meister 1914 in den ersten Weltkrieg nach Deutschland eingezogen wurde. Als Geschäftsleiter lernte er dabei gar manches für sein späteres Leben. 1915 musste auch er sich als Soldat bewähren, vorerst aber als Rekrut bei der Infanterie in der Kaserne von Colombier (NE). Nach der Rückkehr nach Kriegsende im Herbst 1918 arbeitete er in der COOP Schuhfabrik an der Pfeffinger-/ Sempacherstrasse in Basel. Ab 1920 wohnte er in Ettingen, wo er an der Hauptstrasse eine Schuhmacherei eröffnete. Der Geschäfts- und Familiengründer steckte allerdings in einer ungemütlichen Situation. Die Wirtschaftskrise der Dreissigerjahre setzt auch ihm arg zu. Viele
Firmenschild Gottlieb WinklerKunden konnten ihren Schuldenverpflichtungen nicht nachkommen was ihn selber in die Enge trieb. Vor dieser Zeit, um 1920 konnte er in der Aeschstrasse 200 (heute: Aeschstrasse 3) eine Liegenschaft erstehen und dorthin umsiedeln. Als Landschuhmacher vom damaligen ca. 600 Seelendorf ediente se sah ihn, mit Gattin und Aushilfen, auf dem Petersplatz an einem Verkaufsstand Holzschuhe verkaufen. Bis nach Sissach besuchte er so die Märkte und bediente die Kundschaft mit Finken (ca.Fr.7.-/Paar) und Holzschuhen (ca.Fr.12.-/Paar), damals begehrte Artikel. Als Landschuhmacher bestand seine Haupttätigkeit im reparieren von Schuhwerk.
Zwischendurch versuchte er sich in der Orthopädie, d.h. er stellte auch Mass-Einlagen oder Mass-Schuhe her. 1939 erging es ihm wie allen wehrpflichtigen Schweizern, er musste zum Grenzschutz einrücken. Erst nach dem 2. Weltkrieg verbesserte sich zusehens die wirtschaftliche Situation. Insgesamt bildete er vier Lehrlinge zu Schuhmachern aus, wozu zu ergänzen ist, dass alle aus ärmlichen Verhältnissen stammten und so später nicht mehr auf dieser Profession weiterexistieren konnten. Am 15. Februar 1976 starb er im Alter von 81 Jahren. Noch 3 Tage zuvor beendete er seine letzte Arbeit mit einer Schuhreparatur für einen Klassenkameraden aus Hofstetten.
Heinrich Winkler wurde als zweitjüngster der sechs Geschwister am 31.August 1928 in Ettingen geboren. Nach der Schulzeit begann er eine Schuhmacher-Berufslehre bei Meister Karl Döbelin an der Aeschenvorstadt 19 in Basel. Hier arbeitete er beim Schuhmacher der Basler Haute volée, oder Leuten, die sich als solche fühlten.
Schon als Lehrling fertigte er fast ausschliesslich Massarbeit, also Neuanfertigungen an, was seine spätere Laufbahn wesentlich beeinflusste. Die Lehrabschlussprüfung beendete er als Klassenprimus. Im Ausland lernte erlernte er 1950 das Schäftemachen bei Meister Wilhelm Bogner in Heidelberg. Von
dort reiste er nach Genf zu Meister Fossati der sich Spezialist auf Moccasinschuhe nannte. War er einmal in Stellennot – eine Auswahl an Arbeitsplätzen gehörte damals zur Rarität – konnte er sich jederzeit bei Meister Döbelin in Basel melden. Nach Stellen bei ACV Schuhreparaturen am Rümelinbachweg in Basel (Grossbetrieb) und Hans Burkhalter, Schuhmacherei in Riehen, landete er wieder bei Karl Döbelin, jetzt aber an der St.Alban Vorstadt 23. 1954 heiratete er Elisabeth Stöcklin aus Ettingen.
1958 verselbständigte er sich am Wettsteinplatz 8 in Basel. Zwei Jahre später stand ihm das Glück zur Seite indem ihm die Möglichkeit der Erwerbung einer eigenen Liegenschaft an der Hammerstrasse 14 geboten wurde. Schon jetzt bildete er sich in der orthopädischen Versorgung von Füssen aus, sah er doch die Zukunft ganz in dieser Richtung. 1960 bestand er die Eidgenössische Diplomprüfung für Schuhmacher, also seine erste Meisterprüfung. Obwohl schon Geschäftsinhaber besuchte er einen Orthopädiemeister Lehrgang unter der Ägide von Prof. Wolfgang Marquart in Stuttgart. Und dies über ein ganzes Jahr drei Tage pro Woche. Prof. Marquart galt zu jener Zeit als führende europäische Persönlichkeit in der Wissenschaft der Biomechanik. Hier bestand Heinrich Winkler die Deutsche Orthopädie-Schuhmachermeister Prüfung. Ein Jahr später vollendet er seine Diplomlaufbahn damaligen Schuhmachermeister Verbandes, Sektion Basel-Stadt, amtete er langjährig erfolgreich, was ihm den Titel Ehrenpräsident einbrachte.
Die E. Zunft zu Schuhmachern Basel, erwählte ihn 1983 zu seinem Meister, ein Amt das schon seit mehr denn hundert Jahre von keinem Schuhmachern Basel, erwählte ihn 1983 zu seinem Meister, einAmt das schon seit mehr denn hundert Jahre von keinem Schuhmacher mehr bekleidet worden ist. Wie überall wo er einmal zugesagt hat, steckte er auch hier sein volles Engagement dahinter.
Seine Interessen zeigten sich bald einmal im geschichtlichen Bereich, aber auch seine Erfahrungen in beruflich/menschlicher Hinsicht waren ganz erheblich. Die vertieften Studien und Recherchen führten dazu, dass er sich als Autodikat an die Herausgabe von Schriften wagte. So entstand das Zunftbuch „Vom Gestern ins Heute“ Eigenausgabe Zunft zu Schuhmachern Basel in seiner Meisterzeit. Persönliche Werke wie: Schuhmacher-Gestalten, Akroamaverlag Basel 1999 ISBN 3-9520335-5-3, „Wieso bin ich eigentlich in einer Zunft ?“, eigene Edition 1997 und „Das Zunftwesen im Wandel“, Akroama 2001 ISBN 3-9520335-6-1, folgten nach. Einige dieser Bücher sind im Laden an der Hammerstrasse 14 erhältlich.Patrick Winkler wurde am 9.12.1961 in Basel als dritter von vier Brüdern geboren. Nach Primar- und Realschule und einem Jahr Institut Catholique in Neuchâtel absolvierte er die Schuhmacherlehre bei OSM Hugo Bieri, einem Absolventen der der Bundesfachschule Hannover, die Berufslehre, die er 1981 mit Erfolg bestand. Die Zwischenzeit von Rekrutenschule und Abverdienen der Panzerabwehr-RS in Yverdon und Orbe verbrachte er im elterlichen Betrieb in Basel. Danach führten ihn seine Gesellen-Wanderjahre nach Wettingen zur Schäftemacherei Quenzer und 4 Jahre zu OSM Werner Goldiger sowie seinem Nachfolger OSM Urs Feldmann nach Zürich. Dazwischen lag ein zweijähriger
Deutschlandaufenthalt bei OSM Martin Mitterer, heute Landes innungsmeister des Bayrischen Berufsverbandes, am Tegernsee in Oberbayern. 1989/90 folgte der Meisterlehrgang an der Bundesfachschule für Orthopädie-Schuhtechnik in Hannover. 1988 bestand er die Höhere Fachprüfung für Schuhmacher, 1990 vor der Handwerkskammer Hannover die deutsche Orthopädieschuhmacher-Meisterprüfung und dieselbe nochmals 1991 vor dem BIGA in der Schweiz. Seit 1992 führt er den elterlichen Betrieb an der Hammerstrasse 14 in Basel.Im Berufsverband erfüllte Patrick Winkler verschiedene Funktionen, war langjähriges Mitglied des Vorstandes der Vereinigung OSM und zuletzt Obmann bis 2005. Auf der Ebene der beruflicher Weiterbildung engagierte er sich nicht nur für den eigenen Fachverband sondern auch bei den Vorbereitungen von Fachtagungen der FBOS Frankfurt und des internationalen Kongresses des IVO. Seit 2006 engagiert sich Patrick Winkler im Besonderen in der Entwicklung neuer Technologien und Arbeitsmethoden.