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Die Burgstellen Bigenthal und Walkringen (Kanton Bern)
Zwei Burgen im emmentalischen Bigental, die gewisse Gemeinsamkeiten haben.
Startseite: www.dillum.ch
Über weitere Burgen im Bernbiet vgl.: http://www.dillum.ch/html/inhalt_7.html
Die Burgstelle Bigenthal im Knubelwald oder Obermadwald
Blick aus Südwesten auf die Burgstelle Bigenthal. Im Vordergrund das Gehöft Ey.
Der Burghügel befindet sich rechts oben im Wald. Links ist das heute teilweise unbewaldete längliche untere Plateau zu erkennen.
Foto: Autor, 5.5.2013
Die Burgstelle Bigenthal im LIDAR-Bild
Beschreibung
Die Burgstelle von Bigenthal (Gemeinde Walkringen BE) liegt auf einer heute bewaldeten Rippe im östlichen Abhang des Bigentals, südöstlich des zur Gemeinde Walkringen gehörigen Weilers Bigenthal, auf 780 Meter Höhe.
Die Burgstelle liegt auf einem schmalen, sehr steilen Bergrücken und hat als höchste Stelle einen Burghügel mit einem Plateau von ungefähr 15 x 8 m. - Die Oberfläche war also doppelt so lang wie breit.
Deutliche Mauerspuren deuten darauf hin, daß die Höhe ehemals mit Mauern befestigt war, daß dort ein rechteckiger Turm stand.
Westlich unterhalb ist der Motte eine große Terrasse vorgelagert.
Im Osten trennt ein markanter Halsgraben die Burgstelle von dem schmalen östlichen Grat.
Nach einer schmalen Felsrippe folgt vermutlich ein kleiner zweiter Graben gegen Osten.
Entwurzelte Bäume vom Sturm Lothar 1999 beeinträchtigen das heutige Erscheinungsbild der Burgstelle auf der Ostseite.
Unbedingt zu erwähnen ist bei Bigenthal der Hohlweg, der von Osten hinabkommt und südlich unterhalb der Burgstelle als Weg weiter nach unten führt. - Für eine Beurteilung der Anlage ist dieser Pfad unbedingt einzubeziehen.
Beurteilung
Das LIDAR-Bild der Burgstelle Bigenthal erlaubt erst eine umfassende Charakteristik der Anlage.
Es zeigt sich, dass der Hauptgraben im Osten des Burghügels bis zum südlich gelegenen Tobel hinabgezogen ist.
Der Hohlweg vom östlichen Abhang des Bergs führt zu dem grossen unteren Plateau.
Es macht den Anschein, als ob die Burg das grosse Plateau schützen sollte.
Wir haben hier also eine ähnliche Anlage wie zum Beispiel bei der Höhenburg Bantiger.
Bigenthal: Blick von SE auf den Halsgraben und den Burghügel
Der starke Bewuchs verdeckt die markanten Geländemerkmale teilweise.
Foto: Autor, 5.5.2013
Bigenthal: Das Ost-Ende des (gegen Norden) felsigen Halses mit Blick auf den Anfang des Hohlwegs
Der Graben, der den Hals vom Berg trennt, ist undeutlich. Vielleicht ist dies nur eine Senke.
Deutlich ist zu erkennen, wie der Hohlweg gegen Westen in einen Weg ausläuft. Dieser führt unterhalb des Burg-Grats zum unteren Plateau.
Foto: Autor, 5.5.2013
Der Hohlweg der von Osten zur Burgstelle Bigenthal hinab führt
Foto: Autor, 5.5.2013
Die schön geschwungene Form des gut erhaltenen Hohlwegs ist bemerkenswert.
Der Hohlweg, der von der Burgstelle Bigenthal ostwärts den Berg hinauf führt.
Foto: Autor, 5.5.2013
Die Burgstelle Walkringen auf dem Zwingherrenhubel
Walkringen: Sicht auf den Burghügel von Südosten. Im Vordergrund ist der Burggraben zu erkennen.
Foto: Markus Schilt, 2012
Walkringen: Der Burggraben von Norden. Der Burghügel ist rechts zu erkennen.
Foto: Markus Schilt, 2012
Die Erdburg Walkringen auf dem Zwingherrenhubel
Die Burgstelle von Walkringen liegt südöstlich des Ortes auf einem nach Nordosten gerichteten, heute bewaldeten Ausläufer des Adlisbergs, auf 820 Meter Höhe.
Die Erdburg stellt eine Spornanlage dar und besteht aus einem rundlichen Burghügel mit einem Plateau von ungefähr 12 x 14 m. Im Nordwesten ist der Motte eine ringförmige Terrasse vorgelagert. Gegen Südosten trennt ein ausgeprägter Ringgraben die Burgstelle vom Berg. Der Graben ist gegen die Bergseite sehr breit und zieht sich gegen Westen noch fast zehn Höhenmeter hinab.
Skizze der Erdburg Walkringen
Plan: Autor, 12.2012
Gemeinsamkeiten zwischen den Burgstellen Bigenthal und Walkringen
Die Burgstellen Bigenthal und Walkringen finden sich beide am östlichen Abhang zum Bigental und oberhalb eines Dorfes.
Der Abstand der beiden Burgstellen voneinander ist erwähnenswert: er beträgt genau eine keltische Meile (Leuge), also 2225 m!
Solche ganzzahlige Abstände beweisen eine gleiche Entstehungszeit und einen inneren Zusammenhang der beiden Erdwerke. - Das ist schon viel Erkenntnis aus einer Epoche, aus der wir nichts Sicheres wissen.