Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03555.jsonl.gz/797

Ein PC-7-Flugzeug der Schweizer Luftwaffe ist am Dienstag im Gebiet Schreckhorn in den Berner Alpen abgestürzt. Der Pilot konnte nur noch tot geborgen werden.
Der Pilot des am Schreckhorn abgestürzten Kleinflugzeuges PC-7 der Schweizer Armee ist tot gefunden worden. Der verunglückte Milizmilitärpilot sei am späten Dienstagabend an der Absturzstelle gefunden und identifiziert worden, heisst es in einer Mitteilung des Verteidigungsdepartements VBS.
Für die Untersuchung des Absturzes sei die Militärjustiz zuständig. Sie habe erste Schritte eingeleitet. In den kommenden Tagen und Wochen werde die Armee die Wrackteile bergen. Dies sei wegen des schwer zugänglichen, hochalpinen Geländes vom Wetter abhängig und könne deshalb noch länger andauern, so das VBS weiter.
Nach Angaben von Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg hob das Propellerflugzeug am Dienstag etwa um 8.30 Uhr vom Flugplatz Payerne im Kanton Waadt ab und hätte nach 9 Uhr in Locarno im Tessin eintreffen sollen. Dort sei es aber nicht planmässig angekommen.
Daraufhin sei eine Suchaktion gestartet worden, an welcher sich drei Helikopter, eine PC-7 und die Jets des Luftpolizeidienstes beteiligten, so Schellenberg. Etwa um 16 Uhr konnte die Maschine im Gebiet Schreckhorn in den Berner Alpen geortet werden.
Der erfahrene Milizpilot war alleine in dem Zweisitzer unterwegs. Den letzten Radarkontakt hatte die Maschine in der Region des Schreckhorns.
Die Propellerflugzeuge werden nicht permanent mit einem Radar überwacht. Der Pilot meldet sich am Abflugort ab und danach am Ankunftsort wieder an. Über einen Schleudersitz verfügen die Flugzeuge nicht, doch der Pilot trägt einen Fallschirm.
Zwischenfall in St. Moritz
Die 1982 gebauten und im vergangenen Jahrzehnt modernisierten Pilatus PC-7 dienen der Armee vor allem als Schulflugzeuge. Mit dem PC-7-Team unterhält die Schweizer Luftwaffe auch eine Kunstflugformation, die bei Flugshows im In- und Ausland auftritt.
Die Staffel geriet im Februar dieses Jahres bei einem Zwischenfall an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz im Graubünden in die Schlagzeilen, als eines der Flugzeuge ein Zugseil einer Seilbahnkamera touchierte. Die Seilbahnkamera stürzte dabei ins Zielgelände, ohne jemanden zu verletzen. Die PC-7 konnte nach dem Zwischenfall sicher auf dem Flugplatz Samedan landen, doch die Auftritte der Staffel wurden während über zwei Monaten sistiert.
Schwarzes Jahr 2016
Im vergangenen Jahr verlor die Schweizer Armee drei Flugzeuge. Im September 2016 zerschellte ein Super-Puma am Gotthard. Beide Piloten kamen dabei ums Leben. Nur ein Monat zuvor prallte ein F/A-18-Kampfjet im Sustengebiet in eine Felswand. Der Pilot konnte nur noch tot geborgen werden.
Und im Juni stürzte ein Tiger F5 der Patrouille Suisse bei einem Training für eine Flugshow im niederländischen Leeuwarden ab. Der Pilot betätigte den Schleudersitz und konnte sich so das Leben retten.
swissinfo.ch/ka und Agenturen