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Übersicht
Die Interaktionen zwischen einem Virus und dem von ihm infizierten Wirt spielen sich auf verschiedenen Ebenen ab. Auf der Ebene der Wirtszelle sind vielfältige molekulare Interaktionen zwischen einzelnen Viruskomponenten und Strukturen der Wirtszelle erforderlich, damit ein Virus in die Zelle eindringen, sich darin vermehren und sie schliesslich wieder verlassen kann, um neue Zellen zu infizieren.
Auf der Ebene des Individuums kann ein eindringendes Virus über verschiedene Eintrittspforten in den Körper eindringen, wird aber dabei mit verschiedensten antiviralen Abwehrsystemen des Wirtes konfrontiert. Diese muss es überwinden, um geeignete Zellen für die Vermehrung zu finden und infizieren zu können. Um sich im Körper auszubreiten und Organe zu befallen, die weitab von der Eintrittspforte liegen, benützen manche Viren auch Transportsysteme des Wirts, wie beispielsweise das Gefässsystem.
Auf der Ebene der Population beeinflussen Viren die Zusammensetzung der Wirtsbevölkerung, indem Individuen mit gewissen angeborenen Eigenschaften besser gegen die entsprechenden Viren geschützt sind als andere. So überleben sie virale Epidemien eher, können sich fortpflanzen und ihre vorteilhaften Eigenschaften vermehrt an die Nachkommen weitervererben. Die Wirtspopulation beeinflusst aber auch die sie bedrohenden Virenpopulationen, in dem die körpereigenen – und im Fall von Medikamenten auch körperfremden – Abwehrsysteme die Vermehrung jener Viren bevorzugen, die infolge von Mutationen resistent gegen diese Abwehrsysteme geworden sind. Solche resistenten Viren stellen eine erhöhte Gefahr dar, da sie Wirte häufiger und mit schwereren Folgen infizieren können.
Am Institut für Medizinische Virologie forschen wir auf allen drei Ebenen. Unsere Schwerpunkte sind HIV und Influenza Viren.