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Grossbritannien: Garantie für Wylfa Newydd
Im Rahmen der «Ausgaben-Runde 2013» des nationalen Infrastrukturplans kündigte die britische Regierung an, eine Vereinbarung mit der japanischen Hitachi Ltd. und der Horizon Nuclear Power Ltd. – einer Tochtergesellschaft der Hitachi – zu unterzeichnen, um die Finanzierung des neues Kernkraftwerks Wylfa mit einer Staatsgarantie zu unterstützen. Die Vereinbarung stehe noch unter dem Vorbehalt der ministeriellen Zustimmung und einer abschliessenden Unternehmensbewertung (Due Diligence). Die Regierung hoffe, die Einzelheiten mit der Hitachi bis Ende 2016 ausgehandelt zu haben, damit das Projekt in das staatliche Infrastruktur-Garantieschema aufgenommen werden kann.
Die Hitachi und die Horizon planen, am Standort Wylfa zwei Kernkraftwerkseinheiten des Typs Advanced Boiling Water Reactor (ABWR) mit einer Gesamtleistung von mindestens 2700 MW zu bauen. Das neue Kernkraftwerk trägt den Namen Wylfa Newydd (walisisch für neu). Die Reaktoren liefert das Gemeinschaftsunternehmen Hitachi-GE Nuclear Energy Ltd. (HGNE). Den Baubeginn erwartet die Hitachi für 2018.
Die Hitachi besitzt neben Wylfa auch den Kraftwerksstandort Oldbury-on-Severn in Gloucestershire für den Bau weiterer neuer Kernkraftwerke. Laut Infrastrukturplan hat das Unternehmen an beiden Standorten insgesamt 7,8 GW Nuklearkapazität vorgesehen.
Im Oktober 2013 hatte sich die Regierung bereits mit der französischen Gruppe EDF SA über einen sogenannten Differenzkontrakt (Contract for Difference, CFD) zum Bau von Hinkley Point C geeinigt. Ein wichtiger Punkt war die Festlegung des Basispreises. Dieser wurde auf GBP 92,50 je MWh (CHF 135 je MWh) festgelegt. Sollte sich die EDF dazu entscheiden, ihr zweites EPR-Neubauprojekt – Sizewell C an der Ostküste Englands – ebenfalls umzusetzen, käme der Basispreis für Hinkley Point C auf 89,50 je MWh (CHF 130 je MWh) zu liegen. Diese Vereinbarung ebnet den Weg zum Bau des ersten Kernkraftwerks in Grossbritannien seit 1995. Die Baubewilligung liegt bereits seit März 2013 vor.
Der nationale Infrastrukturplan bestätigt, dass Investitionen in kohlenstoffarme Energieerzeugungstechnologien wie erneuerbare Energien, Kernenergie sowie CO2-Abtrennung und -speicherung (CCS) in Zukunft in neue langfristige, rechtsverbindliche CDF münden werden. Das schütze die Investoren in Stromerzeugungsunternehmen vor Schwankungen des Grosshandelsstrompreises und gebe grössere Gewissheit. Damit würden die Risiken und Kapitalkosten gesenkt.
Keith Parker, Vorsitzender der britischen Nuclear Industry Association, begrüsste die Regierungsankündigung als «ausgezeichnete Neuigkeit für die Bevölkerung Nordwales’, für die britische Versorgungskette und für das gesamte Land». Damit werde das Engagement der Regierung für neue Kernkraftwerke, denen eine bedeutende Rolle als saubere Energieinfrastruktur zukomme, verstärkt.
Aufträge an drei britische Unternehmen
Im Anschluss an ein wettbewerbliches Vergabeverfahren wählte die Horizon die britischen Unternehmen Amec plc, Atkins Ltd. und Cavendish Nuclear – ein Tochterunternehmen der Babcock International Group plc – als Hauptlieferanten aus. Sie werden in den nächsten drei Jahren mit ihren Versorgungsketten Beratungs- und ingenieurtechnische Arbeiten für den Standort Wylfa Newydd ausführen. Entsprechende strategische Verträge seien unterzeichnet.