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Am 22. Oktober 1908 wurde Bernadette Reidy-Perler als elftes von dreizehn Kindern den Eltern Josef Perler und der Elisabeth geb. Fasel in die Wiege gelegt. Im Kreise der grossen Familie erlebte sie eine schöne Jugendzeit.
Der Primarschule, die sie in Wünnewil besuchte, folgten zwei Jahre in der Guglera, um französisch zu lernen. Im Winterkurs der Haushaltungsschule in Freiburg erwarb sie die nötigen Fachkenntnisse zur Führung eines Haushaltes. Weil ihre Mutter gesundheitlich angeschlagen war, half Bernadette bis zu ihrer Hochzeit auf dem elterlichen Hof.
Am 11. Februar 1935 reichte Bernadette Franz Reidy in der Pfarrkirche von Schmitten die Hand zum Lebensbund. Im Laufe der Jahre schenkte ihnen der Herrgott sieben Kinder, zwei Mädchen und fünf Buben. Im gleichen Frühjahr übernahmen sie auch das Heimwesen in Lanthen. Der Anfang auf dem eigenen Hof war sehr schwierig, denn 1937 brach die Maul- und Klauenseuche aus und zwei Jahre später der 2. Weltkrieg. Während ihr Gatte viele Monate im Militärdienst war, musste Bernadette mit den Angestellten den Bauernhof betreuen.
Wie überall im Leben gab es aber nicht nur schwere Zeiten, sondern auch glückliche Momente. So eine schöne Zeit war das Frühjahr 1961. Die Familie zog im Neuhof in ein neu erbautes Heim ein. Ein lang ersehnter Wunsch ging in Erfüllung.
Bernadette war auch eine tüchtige Bäuerin. Sie hegte und pflegte den Gemüsegarten und fuhr während zirka dreissig Jahren einmal pro Woche auf den Markt nach Freiburg, um eine dankbare Kundschaft in der Stadt zu bedienen und so das Einkommen aufzubessern.
Nebst der Alltagsarbeit fand sie Abwechslung und Freude in der Musik. Sie sang auch während mehrerer Jahre mit sicherer Altstimme im Gemischten Chor. Der Höhepunkt war wohl die Fahnenweihe im Jahre 1959, wo sie der neuen Fahne als Patin zur Seite stehen durfte.
Im Jahre 1977 übergaben die Eltern den Hof dem Sohn Herbert. In der vorhandenen Zweitwohnung auf dem Neuhof konnten sich die Eltern nun von den Alltagsaufgaben zurückziehen.
1990 musste Bernadette mit schwerem Herzen Abschied nehmen von ihrem Gatten. Es wurde stiller in der oberen Wohnung auf dem Neuhof. Dank der Betreuung und Pflege der Angehörigen und später der Spitex konnte sie viele Jahre im Kreise ihrer Lieben verbringen. Im Sommer 2006 wurde infolge körperlicher Schwäche ein kurzer Spitalaufenthalt nötig. Von da an war eine intensivere Pflege nötig, die sie im Pflegeheim Sonnmatt erfahren durfte. Am 29. Januar wurde sie von den Altersbeschwerden erlöst. Eing.