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Golf und seine Derivate
Seit ewig gibt es im Golf eine Faszination für die Distanz, die der Ball zurücklegt. Als sich der Sport verbreitete, die Wettkämpfe international wurden und die Champions bekannt wurden, ergab sich die Gelegenheit, sich zum längsten "Schläger" der Welt zu erklären und damit gab es viele potentielle Kandidaten. Mitte der 70er Jahre wurde schließlich ein spezielles internationales "Long Drive"-Event organisiert, um diesen Titel offiziell zu vergeben. So wurde der "Long Drive" zu einer eigenen Sportdisziplin, die vom Golf abgeleitet war und die mit der gleichen Ausrüstung und auf der selben Oberfläche ausgeübt wurde. Nur mit dem einzigen Ziel: den berühmten kleinen weißen Ball so weit wie möglich fliegen zu lassen. Was diese Disziplin besonders attraktiv macht, ist nicht nur ihr spektakulärer Aspekt, sondern auch die Komponenten, die notwendig sind, um sie zu beherrschen. Im Gegensatz zu dem was man denken könnte, ist es nicht die Kraft des Golfers, die den Unterschied macht, sondern die Geschwindigkeit, mit der er/sie in der Lage ist, den Ball zu schlagen. Die verschiedenen Profile der Langschläger sind also vielfältig, was die Show umso spannender und die Prognosen nicht ganz einfach macht.
Die World Long Drive Association (WLD) bietet verschiedene Long Drive-Wettkämpfe an: den Long Drive for Heroes (eine Veranstaltung, die Spenden für amerikanische Veteranen sammeln soll), die Professional Long Drivers Association (PLDA) Tour, verschiedene Long Drive-Wettbewerbe, die in die PGA Championship integriert sind und die XTREM Long Drive Tour. Auch Herausforderungen an Long Drive-Champions gibt es immer wieder und dies zur grössten Freude der Fans, wie z.B. die Herausforderung von Golf Digest an Justin James im Jahr 2018 oder der außergewöhnliche Trickschlag des European-Tour-Spielers Marcus Armitage, der den Guinness-Weltrekord für den längsten Schlag in einem fahrenden Auto brach.
Apropos Herausforderung: Golf im Allgemeinen ist extrem anspruchsvoll, weil es sowohl Beweglichkeit als auch Geschwindigkeit und Genauigkeit erfordert. Das sind alles Fähigkeiten, die man mit viel Spaß und überall üben kann! Während der langen und erzwungenen Schließung von Golfplätzen aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden so genannte "Trickshots" zur besten Möglichkeit, den Sport weiter auszuüben, was zu einem erheblichen Anstieg der Kreativität unter den «White-Ball-Enthusiasten» führte. Videos von Jongliervorführungen, Trickaufnahmen in jedem Raum des Hauses, mit der Teilnahme jedes Haushaltsmitglieds, ausgestattet mit einem seltsamen und vielfältigen Material, haben das Web überschwemmt. Inspiriert von dieser Welle an kreativem und spontanem Golf-Content hat die öffentliche Golforganisation Migros GolfCard die Trick Shot Challenge 2021 ins Leben gerufen. Bis Ende 2021 sind alle Migros GolfCard-Besitzer und Mitglieder der Migros GolfPark-Golfclubs eingeladen, ein Video ihres besten Trickschlags einzusenden, das veröffentlicht wird und von einer Fachjury nach Kategorien (Anfänger, Amateur, Profi) bewertet wird. Jeden Monat werden mehrere Gewinner bekannt gegeben. Sie können dann entdecken, wie es möglich ist, den Ball wie ein Tennisspieler zu schießen, zwei Serien von Bällen mit zwei Schlägern zu schießen, oder wie man den Ball zurückholen kann, ohne sich zu bücken.
Alle Videos der Trick Shot Challenge 2021 finden Sie auf dem Youtube-Kanal Migros Golf Card.
Es ist auch möglich, vom traditionellen Golfplatz wegzukommen und andere Formen von Golf zu spielen. Urban Golf und Footgolf sind weitere Varianten des traditionellen Golfspiels, die immer beliebter werden. Urban Golf ist ein All-Terrain-Spiel, das auf jeder Oberfläche gespielt werden kann: auf einem Feld, in der Stadt, in einem Park oder einer Kiesgrube. Ziel ist es nicht mehr, Löcher zu spielen, sondern markierte Elemente wie Eimer oder Bäume zu erreichen. Urban Golf wird mit weicheren Bällen und möglichst alten Schlägern gespielt. Im April 2018 eröffnete die Stadt Winterthur den ersten permanenten urbanen Golfplatz der Schweiz, ein weiterer, kürzerer Platz existiert bereits seit einiger Zeit in der Stadt Freiburg. Footgolf hingegen ist eine Hybrid-Disziplin, die Golf und Fußball mischt. Es wird hauptsächlich auf denselben Plätzen gespielt wie Swin Golf (die so genannte populäre Version des Golfs, die nur einen Schläger benötigt und auf kürzeren Plätzen gespielt wird als traditionelle Golfplätze). Das Ziel von Footgolf ist, einen Fußball mit möglichst wenigen Schlägen in ein Loch zu befördern. In der französischsprachigen Schweiz kann man in den Kantonen Vaud, Valais und Jura Footgolf ausprobieren.