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(Cynipidae Westw.), Insektenfamilie aus der Ordnung der Hautflügler, unscheinbare, kleine Tierchen mit kleinem,
fast kreisrundem, tief unten stehendem Kopf, fadenförmigen, nicht gebrochenen Fühlern, drei Nebenaugen
auf dem Scheitel, mäßig entwickelten Mundteilen, hoch gewölbtem Thorax und seitlich stark zusammengedrücktem, meist kurzem
Hinterleib. Die Legeröhre des Weibchens ist eine feine, zum Teil sehr lange, an der Bauchseite entspringende, mit der
Spitze aufwärts gerichtete, im Innern des Leibes gewundene Borste.
Die Eier der Gallwespen sind viel dicker als der feine Legebohrer, sie laufen in einen langen Stiel aus, in welchen
durch Druck der Inhalt des Eies während seines Durchganges durch die Legeröhre entleert wird, um nachher
wieder in dasselbe zurückzutreten. Die Larven sind dick, nackt, etwas gekrümmt, mit hornigem Kopf, kräftigen Oberkiefern,
augenlos und verpuppen sich in der Galle, meist ohne einen Kokon zu spinnen; das Insekt verläßt nach kurzer Puppenruhe die
Galle, indem es ein rundes Loch bohrt.
Weitaus die meisten Gallwespen leben auf Eichen, andre auf Ahorn, Vogelbeerbaum, wilden Rosen, Brombeeren, einige auf gewissen Kräutern;
die Arten sind meist auf bestimmte Pflanzen, selbst auf bestimmte Pflanzenteile angewiesen und erzeugen charakteristische Gallen.
Bei vielen Arten liefert die Wintergeneration parthenogenetisch Männchen und Weibchen, welche sich geschlechtlich fortpflanzen,
aber nur Weibchen liefern. Die Zahl der parthenogenetischen Individuen ist größer als die der zweigeschlechtlichen.
Bei vielen Arten findet Dimorphismus statt, und bisher als verschiedenartig aufgefaßte Tiere haben sich als zusammengehörige
Generationen einer und derselben Art erwiesen. Meist entwickeln sich Sommer und Wintergeneration im Lauf eines Jahrs, bei manchen
dimorphen Arten fordert die Entwickelung beider Generationen vier Jahre. Die Gattung Eichengallwespe (CynipsL.) ist charakterisiert durch den mehr oder weniger zottig behaarten Rücken des Mittelleibes, das große, fast halbkugelige
Schildchen, den sitzenden, runden, zusammengedrückten Hinterleib und die nach vorn schwach verdickten Fühler.
4 mm
lang, schwarz, auf dem Schildchen, an Beinen und Kopf rostrot, mit rauhhaarigen Fühlern und Beinen, sticht die noch völlig
unentwickelten Eichenblattknospen an, um bei jedem Stich ein Ei
[* 6] in dieselben zu legen; daraus entstehen die rotbäckigen, etwas
höckerigen Gallen auf der Unterseite der Eichenblätter, in welchen die Fliege meist überwintert. Außer
dieser erzeugen noch mehrere andre Cynips-ArtenGallen auf Eichenblättern. (C. corticisL. erzeugt becherförmige Gallen¶
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an der Rinde von Eichen, C. gallae tinctoriaOliv. die technisch benutzten Galläpfel an Quercus infectoria.) C. psenesL. lebt
in den wilden Feigen und wird seit dem Altertum zur Veredelung der kultivierten Feigen benutzt. Man hängt die insektenhaltigen
Früchte auf die veredelten Bäume und veranlaßt dadurch die Gallwespen zum Ausschlüpfen und zu einer zweiten
Brut, welche sich in den veredelten Früchten entwickelt und diese saftreicher macht (Kaprifikation). Von der Schwammgallwespe
(TerasterminalisL.), welche an den Spitzen und Seiten der Eichenzweige vielkammerige, unregelmäßige, weiße, rotbäckige,
später mißfarbige Gallen erzeugt, kommen geflügelte und ungeflügelte Weibchen sowie geflügelte Männchen vor, und
meistens leben beide Geschlechter getrennt in den Gallen.