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Der französische Künstler Philippe Parreno erlangte in den 1990er Jahren Bekanntheit durch anerkennende Kritiken für sein Werk, das unterschiedlichste Medien wie Film, Skulptur, Performance und Text miteinander verbindet. Für Parreno ist auch die Ausstellung selbst ein Medium. Er definiert die Erfahrung einer Ausstellung neu, indem er ihre Möglichkeiten als kohärentes «Objekt» und nicht als Ansammlung einzelner Werke untersucht. Anlässlich seiner Ausstellung in der Fondation Beyeler präsentiert Parreno die beiden neue Filme Marilyn und C.H.Z. im Rahmen einer Inszenierung, die den Besucher mittels einer Choreografie aus Bildern und Klängen durch den Ausstellungsbereich führt.
Beide Filme verbreiten sich einem Virus gleich in der Fondation Beyeler. Das Virus überträgt sich auf den Betrachter, doch nach einer Weile verliert es seine Wirkung und klingt schliesslich ab. Am Museumseingang erhalten die Besucher eine DVD, wodurch die Ausstellung über den Museumsraum hinausgetragen wird. Die DVD beinhaltet die beiden Filme mit einem Soundtrack von Arto Lindsay. Diese Versionen klingen anders als diejenigen der in der Ausstellung gezeigten Filme, so wie auch eine Erinnerung von der Realität abweichen kann. Nach dem Abspielen der DVD löschen sich die Inhalte selbst.
Zwei Soundinstallationen vermitteln dem Betrachter den Eindruck, dass das Museum durch Marilyn und C.H.Z. ein Eigenleben entfaltet. Die erste Installation verlängert die Filmsoundtracks aus dem Projektionsraum in den Wintergarten hinein. Die zweite Installation bilden «Schallwellen-Seerosen», die neben den echten Seerosen auf dem Teich am Museumseingang zu sehen sind und den Klang des «Pflanzenungeheuers» aus C.H.Z. in den Garten entweichen lassen.
Zwei Marquees weisen den Eingang zum Projektionsraum für die Filme. Diese Werke erinnern an die beleuchteten Vordächer, wie man sie von Theatern und Kinos kennt. Die eigens für die Fondation Beyeler geschaffenen Marquees sind aus Stahl, Spiegeln und Glühbirnen hergestellt und wirken so, als würden sie die Architektur Renzo Pianos durch Licht erweitern.