Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03410.jsonl.gz/1261

50 Jahre nach dem Bomben-Attentat auf ein Swissair-Flugzeug in Würenlingen gedachten mehrere hundert Menschen den Toten. Die Feier wurde von einem der damaligen Gemeinderäte und vom Sohn des Piloten organisiert. Grussworte an die Angehörigen und Freunde der Opfer richteten auch der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati und der Botschafter Israels in der Schweiz.
Musikalisch begleitet wurde die Feier durch Dudelsackklänge und den Synagogenchor der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Am Gedenkstein im Wald von Würenlingen wurden mehrere Kränze niedergelegt und 47 Kerzen angezündet – eine für jedes Opfer des Flugzeugabsturzes. Ein katholischer Seelsorger und ein reformierter Pfarrer beteten, auch wurde ein jüdisches Totengebet vorgetragen.
Die Gedenkfeier erinnert an den bislang grössten Terroranschlag in der Geschichte der Schweiz – das Bombenattentat auf eine Swissair-Maschine am 21. Februar 1970. Das Flugzeug vom Typ Convair CV-990 «Coronado» stürzte in den Wald beim aargauischen Würenlingen. Alle 47 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine war auf dem Weg von Zürich nach Tel Aviv, die Bombe explodierte kurz nach dem Start.
Noch immer sind verschiedene Hintergründe dieses Verbrechens ungeklärt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Volksfront für die Befreiung Palästinas hinter dem Attentat stand. Eigentlich hatten die Täter eine El-Al-Maschine treffen wollen. Doch die verhängnisvolle Sprengladung wurde aufgrund einer Flugplanänderung von der Swissair transportiert. Zu einem Prozess gegen die beiden Hauptverdächtigen ist es nie gekommen.
1995 nahm die damalige Bundesanwältin Carla Del Ponte das Verfahren wieder auf und erklärte den Fall für unverjährbar. Das Verfahren wurde aber 2000 eingestellt. 2016 wiesen «NZZ» und «Beobachter» auf einen FBI-Bericht aus dem Jahr 1970 hin, der den Sachverhalt anders darstellte. So sollen zwei Westdeutsche an der Tat beteiligt gewesen sein, und die Paketbombe soll in Zürich und nicht in München aufgegeben worden sein.
Auf Betreiben von Arthur Schneider, dem früheren Gemeindeammann von Würenlingen, prüfte die Bundesanwaltschaft, ob sie das Verfahren wieder eröffnen soll. Die Prüfung des Dokuments ergab aber schliesslich, dass dieses nicht reicht, um das Strafverfahren wieder aufzunehmen oder ein neues Strafverfahren zu eröffnen. Überdies sei das Verfahren verjährt, befand die Bundesanwaltschaft.