Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/2490

Fachgebiet
Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, © commons.wikimedia.org
Germanistik umfasst die beiden Teilbereiche Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft.
In der literaturwissenschaftlichen Untersuchung von Texten wird z.B. gelernt, mit welchen sprachlichen Mitteln Spannung erzeugt wird, wie sich die historischen Umstände in einem Werk bemerkbar machen, aus welcher Perspektive erzählt wird oder wie sich ein Text interpretieren lässt.
In der Sprachwissenschaft (Linguistik) steht die Sprache im Zentrum. Sie stellt Fragen wie: Was ist überhaupt Sprache? Wie wird sie erworben? Wie können sich Menschen verstehen? Welche Gesetze gibt es? Wie hängen Sprache und Kultur zusammen? Weshalb gibt es Dialekte? Was ist eine Metapher? usw.
Studium
Studieninhalte
Die Sprachwissenschaft (oder Linguistik) beschäftigt sich mit der Struktur der Sprache sowohl in systematischer wie in historischer Hinsicht. Zu ihr gehören sowohl das Studium der älteren deutschen Dialekt- und Sprachstufen (Mittelhochdeutsch, Althochdeutsch, etc.) und der germanischen Sprachverwandtschaft als auch die Beschäftigung mit Syntax, Grammatik, Semantik, Semiotik, Textlinguistik, Kommunikationstheorie, Sozio- und Psycholinguistik etc.
Die Literaturwissenschaft erschliesst die deutschsprachige Literatur unter systematischen wie historischen Aspekten (Poetik, Rhetorik, Stilistik, Gattungs-, Formen- und Stoffgeschichte, Epochengliederungen). Sie analysiert literarische Texte und die Fakten rund um deren Entstehung und Rezeption. Weiter beschäftigt sich die Literaturwissenschaft mit der Eigenheit, die literarische Texte von anderen Diskursformen (z.B. journalistische, philosophische, wissenschaftliche Textsorten) unterscheidet.
«Eine Fernsehsendung des Literarischen Quartetts anlässlich Heinrich Heines Geburtstag hat mich zu Heine und somit zur deutschen Literatur geführt.»Mehr dazu
Anforderungen
Freude am Lesen, am Umgang mit Sprache und Text und eine gute Portion Neugier sind die Grundvoraussetzungen für ein Germanistik-Studium. Oft benötigen Studierende der Germanistik auch viel Geduld, wenn es darum geht, einen Text genau unter die Lupe zu nehmen, um ihm seine Geheimnisse zu entlocken.
Wichtig ist auch, dass selber Ideen entwickelt und diese in strukturierter Form dargelegt werden können. Auch ein gewisses Mass an Abstraktionsvermögen ist gefragt, wenn es darum geht, Modelle und Theorien zu verstehen und sie kritisch zu beurteilen.
Spezielles: Lateinobligatorium
Das Lateinobligatorium für Germanistik wurde an allen Universitäten aufgehoben. Lateinkenntnisse sind jedoch an allen Universitäten als wertvolle Grundlage für ein Germanistikstudium willkommen.
Für das Bachelor- und Master-Studienprogramm „Vergleichende germanische Sprachwissenschaft“ an der Universität Zürich existiert nach wie vor ein Lateinobligatorium.
Forschungsschwerpunkte
Germanistische Forschung wird in der Sprach- wie in der Literaturwissenschaft betrieben. Sprachwissenschaftliche Forschungsthemen können z.B. sein: Computervermittelte Kommunikation, Deutsch als Fremdsprache, Redensarten und Sprichwörter in Online-Foren, Korpuslinguistik des Schweizerdeutschen, etc.
Forschungsthemen der Literaturwissenschaft sind z.B.: Manuskriptedition des Nachlasses des späten Nietzsche, historische Leseforschung, Erscheinungsformen des literarischen Antisemitismus vom Barock bis zur Moderne oder das Fremde im dramatischen Werk August von Kotzebues.
Literarisches Schreiben
Wer sich für eine Ausbildung zur Schriftstellerin/zum Schriftsteller interessiert, sollte sich näher über den Studiengang Literarisches Schreiben an der Berner Fachhochschule informieren. Im Germanistikstudium werden keine praktischen Kenntnisse für Autorinnen und Autoren vermittelt.
Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn
Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden Sie unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.
Studiengänge im Detail
Universität Basel
Universität Bern
Université de Genève
Université de Neuchâtel
Interdisziplinäre Studiengänge und Spezialmaster
Universität Basel
Universität Freiburg
Beruf
Häufige Tätigkeitsfelder
Ein Germanistik-Studium führt nicht in einen bestimmten Beruf. Rund 40% der Germanistinnen und Germanisten wählen nach dem Studium den Lehrberuf. Sie unterrichten das Fach Deutsch an Gymnasien, Berufsschulen oder in der Erwachsenenbildung.
Doch Germanistinnen und Germanisten stehen noch viele weitere Arbeitsfelder offen. So arbeiten sie z.B. als Informationsmanager in Universitäts- und Fachbibliotheken oder Archiven, sind als (Online-)Journalistinnen bei Presse, Radio oder Fernsehen tätig, arbeiten als Dramaturginnen beim Theater, als Texter in der Werbe-/PR-Branche, usw.
Laufbahn und Stellensuche
-
Berufsmöglichkeiten nach dem Hochschulstudium: Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft
Informationen zu den Arbeitsmöglichkeiten, den verschiedenen Laufbahnen, zum Arbeitsmarkt und zu den einzelnen Berufstätigkeiten mit Porträts
-
Beschäftigung
Tipps und Hinweise zum Stellenmarkt, zur Stellensuche, zum Bewerbungsverfahren und zu Lohnfragen
Weiterbildung
Je nach Berufsperspektive unterschiedliche Angebote
Die am häufigsten gewählte Weiterbildung für Germanistinnen und Germanisten ist die Ausbildung zur Gymnasiallehrerin / zum Gymnasiallehrer, das so genannte Lehrdiplom für Maturitätsschulen. Die Voraussetzung für den Abschluss des Lehrdiploms ist ein abgeschlossener Master in der Regel in zwei Fächern, welche an Maturitätsschulen unterrichtet werden. Mit der Lehrerausbildung kann allerdings schon vor dem Master-Abschluss in den beiden Fächern begonnen werden.
Die Notwendigkeit und die Möglichkeiten von Weiterbildungen hängen sehr stark vom gewählten oder angestrebten Berufszweig ab. Je nachdem bieten sich Weiterbildungen im Bereich Journalismus, Information / Dokumentation / Archiv, Kulturmanagement oder Pädagogik an. Ein kleiner Teil aller Absolventinnen und Absolventen der Germanistik schlägt zudem den Weg eines Doktorates ein, mit der Option auf eine anschliessende wissenschaftliche Karriere (PostDoc, Habilitation).
Mögliche Weiterbildungen sind beispielsweise:
- Applied Ehtics, MAS, Univesität Zürich
- Entwicklung und Zusammenarbeit (NADEL), ETH Zürich
- Kulturmanagement, MAS, Universität Basel
- Lehrdiplom für Maturitätsschulen (Gymnasiallehrer/in)
- Nonprofit und Public Management, MAS, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
- Wissenschaftsjournalismus, CAS, MAZ Luzern