Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03130.jsonl.gz/2032

Yo El Mismo erstellte das Thema BWV 1001-1006 Sonaten & Partiten für Violine solo
Liebe Bachfreundin - lieber Bachfreund!
Lass’ dich mal ins Jahr 1713 nach Weimar entführen.
Bach lebt hier seit 5 Jahren mit Frau und Kindern sowie allmählich zunehmender Anzahl von Schülern. Er ist wieder einmal unzufrieden. Obwohl er so viel verdient wie nie zuvor, stört es ihn, daß man seine kompositorische Arbeit nicht gebührend anerkennt. Im Range bei Hofe über ihm stehend sind der alte Kapellmeister Drese und dessen Sohn als Vizekapellmeister. Sie werden höher „estimieret“, obwohl beide auf dem Gebiet der Musik Bach nicht das Wasser reichen können. Sie haben einen Rang, während Bach als Hoforganist immer noch offiziell als Lakai geführt wird. Dieser Zustand ist für ihn, der durch seine Kompositionen so viel neues Musikleben an den Hof gebracht hat, unerträglich. Er muß eine Änderung dieses Zustandes herbeiführen.
Also bewirbt er sich in Halle auf das frei gewordene Organistenamt an der Marienkirche. Nach dreiwöchigem Probespiel einschließlich Aufführung einer Kantate wird er zum Nachfolger des angesehenen Komponisten und Organisten Friedrich Wilhelm Zachow gewählt. Bach „acceptirt“ mündlich gleich im Anschluß. Dieses Amt ist ihm auf den Leib geschneidert: Er kann von Amts wegen auf der der Orgel spielen und ist zugleich auch städtischer Musikdirektor. Da läßt sich mit seiner Musik viel Geld verdienen. Doch Bach zögert die Unterschrift unter die schriftliche Urkunde hinaus. Was will er?
Mittlerweile ist die Nachricht vom Angebot aus Halle bis nach Weimar gedrungen. Der Hof bietet Bach 1714 die Stelle des Kapellmeisters (erster Geiger der Hofkapelle) an und erhöht seine Bezüge beträchtlich. Bach stimmt zu. Er hat erreicht, was er erreichen wollte: Er bekommt neben einer kräftigen Gehaltserhöhung einen Titel, der die Anerkennung seiner Arbeit ausdrückt. Damit läßt sich leben.
Aus Dankbarkeit komponiert er Teile seiner „Sei Solo senza Basso accompagnato“ genannten Solostücke für Violine – sehr angebracht für einen frisch gekürten Kapellmeister. Es wird angenommen, daß Bach bei passender Gelegenheit vor dem Hof einige Auszüge aus diesen Kompositionen selber vorgetragen hat. Wer kommt schon auf die Idee, für ein „Ein-Ton-Instrument“ polyphon zu komponieren und es dann auch noch in höchster Könnerschaft vorzuspielen?
Christof Rimle antwortete auf das Thema: BWV 1001-1006 Sonaten & Partiten für Violine solo
Hallo Yo
bin ich ein Banause, wenn ich Bachs Werke für Solovioline "sperrig" finde? Hut ab vor den polyphonen Kompositionen für ein "Ein-Ton-Instrument" aber ich finde sie weder herzerwärmend noch atemberaubend. Also irgendwie schon atemberaubend, aber weit entfernt von dem was die Orgel- oder die Vokalwerke bei mir auslösen. Wie siehst Du das?