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Komaja
Die Gemeinschaft Komaja wurde begründet vom aus Mostar stammenden Kroaten Franjo Milicevic. Im Jahr 1953 geboren und katholisch erzogen, interessierte sich Milicevic während seines Studiums in Zagreb für östliche spirituelle Wege. Er wurde Mitbegründer der jugoslawischen Sektion der Transzendentalen Meditation Maharishi Mahesh Yogis und 1978 Initiator der «Kundalini Lodge» in Zagreb, die der Theosophischen Gesellschaft Adyar angehörte. Milicevics eigene Interpretation der Theosophie führte aber bald zu Spannungen mit der Leitung der jugoslawischen Theosophischen Gesellschaft, so dass sich Milicevic mit seinen Anhängern von der Theosophie trennte. Milicevic nennt sich seither Aba Aziz Makaja, als Name der Gemeinschaft wurde das Wort Komaja gewählt.
1987 zog Makaja in die Schweiz. Im Jahr 1994 wurde die Komaja Stiftung auf dem Mittelurmi oberhalb Gersau begründet, wo Makaja in der Folge lebte. Seit einiger Zeit hält er sich aber vor allem im Komaja Zentrum „Cherry Blossom“ in Ližnjan, Istrien, auf.
Im Jahr 2004 erhielt Makaja in den USA den Sexual Intelligence Award als „Sexueller Aufklärer der Südslawen“.
Die Lehre der Komaja speist sich aus den biographischen Einflüssen Makajas, dem katholischen Christentum, der Transzendentalen Meditation und der Theosophie. Ziel des Menschseins ist es, sich durch tägliche Meditation und ethische Lebensführung zum «Übermenschen» zu entwickeln und Gott, der personal und unpersönlich gleichzeitig gedacht wird, ähnlich zu werden.
Wichtig auf diesem Weg ist Makaja insbesondere die Liebe, diejenige zum andern Geschlecht ebenso wie die Liebe zu allem Sein. Die Sexualität findet im Rahmen der Komaja auf zwei Wegen Beachtung: demjenigen der Askese und demjenigen des Auslebens der sexuellen Bedürfnisse.
In diesem Zusammenhang sind die polyamorischen Lehren Makajas zu sehen, so das Konzept der «Zajedna», einer Mehrehe in gegenseitiger Absprache und gemeinsamer Verantwortung für die Kinder. Ziel der Zajedna ist es, über die Beschränktheit der Zweierbeziehung hinauszuwachsen und sich über sexuelle Beziehungen zu mehreren Partnern hin zur Allliebe zu entwickeln. Daneben werden tantrische Rituale geübt.
Komaja ist in ihrer Wertung recht umstritten. Während manche Kritiker in Komaja eine «Sex-Sekte» im frühen Osho-Bhagwan-Stil sehen, gilt Komaja anderen als valable Fortentwicklung der Theosophie. Komaja kann als utopische Gemeinschaft angesprochen werden, die es unternimmt, ein alternatives Modell des Zusammenlebens zu entwickeln und zu leben. Wie bei jeder utopischen Gemeinschaft besteht in kritischer Sicht die Gefahr, dass die Abhängigkeit der Mitglieder von der Gruppe und die Abgrenzung von der «Normalgesellschaft» im einzelnen beträchtlich sein kann.
Weltweit: Organisationen in neun Ländern, zwischen 300 und 400 Mitglieder.