Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03335.jsonl.gz/161

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Die orientalisierende Bau- und Interierkunst im neuzeitlichen Westeuropa ist bereits gut erforscht. Dass es solche Orientalismen aber auch in Russland gibt, ist bisher kaum thematisiert worden. Um diese Lücke zu schliessen, werden anhand ausgewählter Bauwerke in Sankt Petersburg verschiedene Aspekte dieses Phänomens untersucht. Neben der kunstwissenschaftlichen Analyse der einzelnen Bauwerke werden architekturhistorische Rezeptionsprozesse analysiert und mögliche Transferwege nachgezeichnet. Diese Untersuchungen sollen es ermöglichen, Gründe auszuloten, warum der neo-islamische Stil im Zarenreich derart Verbreitung fand. Zudem soll danach gefragt werden, ob sich in Russland eine spezifische Ausformung dieses Stils ausmachen lässt und welche Funktion den bearbeiteten Architekturen zukommt. Ergänzung finden diese historisch ausgerichteten Forschungen durch den Blick auf den denkmalpflegerischen Umgang mit neo-islamischen Bauwerken in Russland.
Forschungsmethoden
Neben stilgeschichtlichen Analysen und der Untersuchung ausgewählter bildlicher und schriftlicher Quellen werden zusätzlich kulturgeschichtliche Fragestellungen miteinbezogen. So wird etwa auf die sozialen Akteure (Architekten, Auftraggeber, Institutionen) eingegangen, welche die Verbreitung von Orientalismen in der russischen Architektur begünstigten