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Es gibt durchaus noch Firmen, die auf Griechenland setzen. Die französische Fluggesellschaft Air Méditerranée zum Beispiel. Sie solle, wie der Hauptaktionär und Generaldirektor Antoine Ferretti Ende letzten Jahres ankündigte, künftig griechischer werden. Nachdem bereits im August 2011 die Tochtergesellschaft Hermes Airlines mit Sitz in Griechenland gegründet worden war, plant Ferretti, ab Mitte des Jahres sechs der zehn Air-Méditerranée-Maschinen in Athen zu stationieren. Angestrebt ist, dass Hermes Airlines zunehmend die Geschäfte von Air Méditerranée übernimmt. Ein Drittel des Kabinenpersonals und der PilotInnen von Air Méditerranée steht nun vor der Entscheidung, den Job zu verlieren oder unter den für Griechenland angebotenen Arbeitsbedingungen zu fliegen. Betroffen sind 85 der 230 Angestellten, die für dreissig Prozent weniger Lohn arbeiten und keine Sozialleistungen wie Kranken- und Rentenversicherung erhalten sollen.
Die Fluggesellschaft Air Méditerranée hatte in den letzten beiden Jahren bei einem Umsatz von etwa 200 Millionen Euro jeweils Verluste von 2,6 Millionen zu verbuchen. Ferretti gibt vor allem den Gewerkschaften die Schuld an der geplanten Verlagerung. Schliesslich habe er der Pilotengewerkschaft ein Angebot unterbreitet, wonach «nur» sechzig Angestellte entlassen worden wären. Die verbleibenden Beschäftigten hätten demnach einen Tag mehr in der Woche arbeiten und auf eine Woche Urlaub verzichten sollen. Dieser dem Arbeitsrecht widersprechende Vorschlag löste bei den Gewerkschaften Empörung aus, sodass sie darauf nicht eingingen.
Alice Rombach