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Hochverehrter Herr & Freund!
Maraini telegraphirt mir neuerdings, Pioda erkläre, keinen Brief von Ihnen zu besitzen, in welchem Sie ihn beauftragen, Maraini dem Ministerium als Repräsentanten der Gesellschaft der Gotthardbahn vorzustellen. Er hat mir früher schon einmal die gleiche Mittheilung gemacht. Ich habe Sie damals über den Sachverhalt befragt & Sie haben mir die von mir erwartete Antwort gegeben, nämlich daß Sie schon vor geraumer Zeit Pioda beauftragt hätten, den fraglichen Schritt zu thun. Es muß also hier ein Mißverständniß von Seiten Pioda's obwalten. Ich komme nun, Sie zu bitten, | dieses Mißverständniß dadurch aufklären zu wollen, daß Sie Pioda neuerdings beauftragen, Maraini dem Ministerium als diejenige Person zu präsentiren, welche fortwährend bereit sei, der Regierung alle die Gotthardbahn Gesellschaft betreffenden Aufschlüsse, welche sie zu erhalten wünschen dürfte, zu ertheilen. Da Maraini von mir über die Angelegenheit der dépositaires des expériences du Mt. Cenis vollkommen orientirt, gerade in dem gegenwärtigen Augenblicke sehr gute Dienste zu leisten im Falle wäre, so würde ein telegraphischer Auftrag an Pioda ohne Zweifel sehr angezeigt sein.
Erlauben Sie mir, Ihnen bei diesem Anlasse auch das Regulativ betreffend die Competenzen des Bundes bei Genehmigung des Tracé's derjenigen Theile des Gotthardbahnnetzes, welche sich außerhalb des gro| ßen Tunnels befinden, in gef. Erinnerung zu bringen. Es wird nämlich das Tracé über die sämmtlichen Tessin'schen Thalbahnen in naher Zukunft dem Bundesrathe vorgelegt werden.
Mit freundschaftlichem Gruße ganz Ihr
Dr A Escher
Zürich
25 Octr 1872.