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Ein Steinsockel, darüber ein Strickbau. Das Holz von der Sonne verfärbt. Seit 1504 steht das Casino Unterstaden im Dorfkern des gleichnamigen Weilers. Bekannt ist die Region für den Heida. Bei einem Glas der bekannten Rebsorte, dem Stolz der hiesigen Winzer, bietet das beschauliche Dorfleben Raum für Ruhe und Musse.
Unterstalden ist ein dorfähnlicher Weinbauweiler am Terminerberg. Berühmt ist die Region für die Heida-Reben, die seit Urzeiten angebaut werden. Der Weinbau zur Selbstversorgung gehörte seit jeher zur bäuerlichen Tätigkeit der Bewohner. Der Heida, auch Savagnin Blanc genannt, gilt als Perle der Alpenweine. Diese Rarität, die in den Rebbergen von Visperterminen und den umliegenden Weilern angebaut wird, ist der ganze Stolz der Winzer. Die Umgebung ist weitgehend unverbaut. Den Dorfkern bilden die barocke Marienkapelle und der schmucke Glockenturm. An die weiss verputzte Kirche schmiegen sich dunkle Holzhäuser, die mit Steinplatten gedeckt sind. Die Giebel der Wohnhäuser sind zum Tal hin ausgerichtet, die der Wirtschaftsgebäude quer dazu.
Der Ursprungsbau des Casino Unterstalden, in dem sich die Ferienwohnung befindet, wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts (gemäss Ofeninschrift 1504) erbaut und ist bis heute in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben. Das Wohnhaus ist als schützenswertes Gebäude eingetragen und dürfte aufgrund seiner Nähe zur Kirche eines der ältesten Gebäude des Weilers sein. In den Jahren 1735, 1808 und 1867 wurde das Haus um mehrere Wohneinheiten erweitert. Bewohnt wurde es von ortsansässigen Bergbauernfamilien. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts dauerhaft, ab dem 19. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert wurde Unterstalden als temporäre Siedlung bewohnt, so auch das Casino Unterstalden. Die Bauernfamilien lebten entsprechend dem alpinen Nomadismus (Alpwirtschaft) je nach Jahreszeit und anfallender Arbeit an verschiedenen Orten: Im Winter lebte die ganze Familie in Visperterminen. Im Frühling, nach der Schneeschmelze und im Herbst vor dem Wintereinbruch, in den tiefer gelegenen Weilern, wo Gemüse, Obst und vor allem Wein angebaut wurde. Im Sommer lebten einige als Hirten in den Maiensässen auf über 1450 m Höhe, wo das Vieh auf den Alpweiden weidete.
Die vielen Feuerstellen und Hauseingänge deuten darauf hin, dass das Casino Unterstalden von mehreren Familien gleichzeitig bewohnt wurde. Oft wurde die Küche gemeinsam genutzt und jede Familie hatte ihren eigenen Wohn-/Schlafraum. Seinen Namen verdankt das Gebäude einer grösseren Stube im Haus, die in den 1950/60-er Jahren von der Dorfjugend vor allem während der Fastnacht als Tanzboden/Tanzsaal genutzt wurde. Das Gebäude wurde im Jahr 1981 umfassend renoviert. Eine weitere Renovierung fand im Jahr 2017 statt. Zudem legte die ehemalige Eigentümerschaft grossen Wert auf den Unterhalt, welcher laufend und liebevoll durchgeführt wurde. Daher präsentiert sich das Haus bis heute in einem guten Zustand. Im Jahr 2021 wurde der vordere Teil des Hauses von der heutigen Eigentümerschaft erworben. In der Folge wurden das Bad und die Küche renoviert.
©Gataric Fotografie
Das Casino Unterstalden befindet sich in Privateigentum und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.