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Die Aufgaben der Aufsichtsbehörde sind:
- Beaufsichtigung der Anwältinnen und Anwälte (einschliesslich Durchführung von Disziplinarverfahren)
- Führen des kantonalen Anwaltsregisters und der Anwaltsliste von Angehörigen von Mitgliedstaaten der EU, die in der Schweiz ständig Parteien vor Gerichtsbehörden vertreten dürfen
- Durchführung der Anwaltsprüfung und Erteilung des Anwaltspatents sowie Durchführung der Eignungsprüfung und des Gesprächs zur Prüfung der beruflichen Fähigkeiten von Angehörigen der Mitgliedstaaten der EU, die sich ins kantonale Anwaltsregister eintragen lassen wollen
- Entscheid über Gesuche um Entbindung der Anwältinnen und Anwälte vom Berufsgeheimnis
In der Aufsichtsbehörde sind Gerichte und Anwaltschaft vertreten.
Die Aufsichtsbehörde untersteht der Aufsicht des Obergerichts.
Anwaltsprüfung:
Wer das Anwaltsexamen ablegen will, hat bei der Aufsichtsbehörde ein schriftliches Gesuch um Zulassung zu stellen und folgende Unterlagen beizulegen:
- ein höchstens sechs Monate altes Handlungsfähigkeitszeugnis der Wohnsitzgemeinde,
- einen höchstens sechs Monate alten Ausweis darüber, dass keine strafrechtlichen Verurteilungen wegen Handlungen vorliegen, die mit dem Anwaltsberuf nicht vereinbar sind,
- einen höchstens sechs Monate alten Ausweis darüber, dass keine Verlustscheine bestehen,
- einen Ausweis über den Erwerb des Lizentiats oder des Doktortitels der Rechtswissenschaften einer schweizerischen Hochschule oder eines gleichwertigen Hochschuldiploms eines Staates, der mit der Schweiz die gegenseitige Anerkennung vereinbart hat,
- einen Ausweis über ein einjähriges juristisches Praktikum in der Schweiz.
Das Examen setzt sich aus zwei schriftlichen Teilprüfungen (Klausurarbeiten im öffentlichen Recht bzw. im Privatrecht) und einer mündlichen Teilprüfung zusammen. Sind beide schriftlichen Prüfungen ungenügend, gilt das Examen als nicht bestanden. Ist nur eine schriftliche Prüfung ungenügend, kann sie einmal wiederholt werden; ist sie wieder ungenügend, gilt das Examen als nicht bestanden. Ist die mündliche Prüfung ganz oder teilweise ungenügend, kann sie ganz oder in einzelnen Fächern einmal wiederholt werden; bei zweimaligem Scheitern in der mündlichen Prüfung gilt das Examen als nicht bestanden.
Entscheide der Aufsichtsbehörde können mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Obergericht angefochten werden.
Anwaltsregister:
Rechtsanwältinnen und -anwälte mit einem kantonalen Anwaltspatent, die Parteien vor Gerichtsbehörden vertreten wollen, müssen sich im Anwaltsregister des Kantons eintragen lassen, in welchem sie ihre Geschäftsadresse haben. Nach dem Eintrag können sie in der ganzen Schweiz ohne weitere Bewilligung Parteien vor Gericht vertreten.
Jede Person hat ein Recht auf Auskunft, ob eine Anwältin oder ein Anwalt im Register eingetragen und damit zur Parteivertretung vor Gerichten befugt ist und ob gegen sie oder ihn ein Berufsausübungsverbot verhängt ist.
Anwaltsliste EU/EFTA:
Die Aufsichtsbehörde führt eine öffentliche Liste von Rechtsanwältinnen und -anwälten aus Mitgliedstaaten der EU oder EFTA mit einer Geschäftsadresse im Kanton Schaffhausen, die unter ihrer ursprünglichen Berufsbezeichnung ständig Parteien vor Gerichtsbehörden vertreten dürfen.