Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/1958

Die Gardens by the Bay sind seit Längerem ein Touristenmagnet im Stadtstaat Singapur. Auf dem 101 Hektar grossen aufgeschütteten Gelände im Osten Singapurs tummeln sich imposante Gartenstrukturen und Gewächshäuser, die jährlich Tausende Besucher aus aller Welt anziehen.
Dabei geht schnell vergessen, dass die Anlage in erster Linie ein ambitioniertes Ökologieprojekt ist, das die Lebensqualität in der 6-Millionen-Metropole erhöhen soll. Vor allem die Supertrees stechen heraus. Mehrere pflanzenbewachsene Stahlungetüme, zwischen 25 und 50 Meter hoch, die einerseits zur Aufzucht seltener Pflanzen dienen, und anderseits mittels Photovoltaik Energie erzeugen. Überdies fungieren die Supertrees als Kühltürme.
Was macht man mit einer stillgelegten Viadukt-Bahnlinie, die durch die Häuserschluchten einer Grossstadt führt? Genau, man verwandelt sie in einen Naturpark. So geschehen in Manhattan im Jahr 2009. Über 2,33 Kilometer erstreckt sich seither der High-Line-Park auf der Linienführung der ehemaligen West Side Line. Schattenspendende Bäume, Wucherpflanzen und zahlreiche Kunst- und Theaterperformances machen den High-Line-Park zu einer der Attraktionen Manhattans und haben zu einer Aufwertung der betroffenen Viertel geführt. 2014 verzeichnete der Park über 5 Millionen Besucher. Die Initiative hat Schule gemacht: In zahlreichen anderen Städten – unter anderem Chicago und Philadelphia – sind ähnliche Projekte geplant.
Gleich geht's weiter mit den nachhaltigen Projekten, vorher ein kurzer Hinweis:
Und nun zurück zur Story ...
Wem gehört die Stadt? Dem motorisierten Verkehr oder den Fussgängern, Velofahrern und Touristen? Seit die Metropolen in den westlichen Industriestaaten wieder als Wohnraum attraktiv sind, stellt sich diese Frage dringender denn je. Barcelona hat darauf nun eine ganz eigene Antwort gefunden. Die Superblocks («Superilles» auf katalanisch). Die Idee entstand 2014 im Rahmen des Urban Mobility Plans, als sich die grösste Stadt Kataloniens mit einer extrem hohen Luftverschmutzung konfrontiert sah.
Die Superblocks sind eine Zusammenlegung von neun Blocks. Die Verkehrsführung soll um diese Blocks herumgeführt werden, innerhalb der neun Blocks soll der motorisierte Verkehr weitgehend zum Erliegen kommen, die Höchstgeschwindigkeit 10 Km/h betragen. Der freiwerdende Platz soll Fussgängern, Velofahrern, Detailhändlern und Strassenkünstlern zugute kommen. Andere Städte, zum Beispiel Melbourne, haben bereits Interesse am Barcelona-Modell signalisiert.
2018 könnte der Anfang vom Ende des Plastiks werden. Neuseeland hat vor Kurzem bekanntgegeben, Plastikröhrli, Wattestäbchen und Rührstäbe aus Kunststoff verbieten zu wollen, Grossbritannien und weitere Commonwealth-Länder überlegen sich ähnliche Schritte. Plastiksäcke sind schon in Dutzenden Ländern verboten, zum Beispiel Italien, Marokko und Myanmar; vielerorts ist der Verkauf nur unter Auflagen gestattet. Eine Vorreiterrolle nimmt Kenia ein. Im ostafrikanischen Land wird der Import von Plastiksäcken gar mit Haftstrafe belegt.
Dass es beim Plastik 5 vor 12 geschlagen hat, belegen aktuelle Zahlen. Laut der EU-Kommission werden alleine in Europa 26 Millionen Tonnen Plastik jährlich produziert, davon sind gerade mal 30 Prozent wiederverwertbar. Der Rest endet auf Müllhalden, in Verbrennungsanlagen oder im Meer: 8 Millionen Tonnen Plastik landen pro Jahr in den Ozeanen. Die EU hat deshalb den Plan formuliert, bis im Jahr 2030 55 Prozent des ganzen Plastiks wiederverwertbar zu machen. Die Ankündigung kam auch als Reaktion auf die Entscheidung Chinas, nicht mehr länger Müllkippe der Welt zu sein und die Einfuhr stark verschmutzten Hausmülls zu verbieten.
Auf globaler Ebene hat im Dezember eine UNO-Resolution für Aufsehen gesorgt. Darin fordern 193 Länder die Eliminierung von Plastikverschmutzung in den Meeren.
Seit letztem Jahr sind in der Schweiz Insekten als Nahrungsmittel zugelassen: Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken finden sich seither unter anderem in den Verkaufsregalen der beiden grössten Detailhändler, Coop und Migros. Auch in anderen europäischen Ländern finden sich seit einigen Monaten Insekten auf dem Speisezettel. Grund dafür ist eine Änderung in der EU-Verordnung. Ob sich die Krabbeltiere irgendwann gleich grosser Beliebtheit erfreuen wie Cervelat, Bratwurst & Co., wird sich zeigen.
Tatsache ist, dass in vielen Teilen der Welt der Verzehr von Insekten ein ganz normaler Bestandteil der Ernährung ist. Bei dem Insektenfood handelt es sich aber nicht nur um eine exotische Spielerei. Im Gegenteil. Die Zunahme der Weltbevölkerung wird früher oder später dazu führen, dass die konventionelle Landwirtschaft hinterherhinkt. Insekten sind mit ihrem hohen Proteingehalt, den einfachen Zuchtbedingungen und dem tiefen Energieverbrauch eine mehr als valable Alternative zu Fleisch.
In Tunesien ist aktuell eine der grössten Energieinitiativen aller Zeiten geplant: Ein Solarpark mit Hunderttausenden von Solarpaneln am Rand der Sahara auf einer Fläche dreimal so gross wie die Stadt Manhattan. Mittels Unterwasserkabel soll der saubere Strom nach Malta, Italien und Frankreich transportiert werden. Zwei Millionen europäische Haushalte könnten dadurch mit erneuerbarem Strom versorgt werden.
Schon nächstes Jahr sollen die Arbeiten am 5-Milliarden-Projekt beginnen, wie ein Sprecher des federführenden Unternehmens TuNur sagte, 2021 soll dann das erste Mal Strom ins europäische Netz eingespiesen werden. Allerdings ist das Projekt momentan mit Vorsicht zu geniessen. Ein ähnliches Projekt, die auf 400 Milliarden Dollar bezifferte gigantische Desertec-Initiative, scheiterte vor vier Jahren an Kostenbedenken und an der politischen Instabilität in der Region.
Über den effektiven Nutzen der Earth Hour gehen die Meinungen auseinander. Der Symbolgehalt der Aktion ist aber unbestritten. Jedes Jahr Ende März gehen auf der ganzen Welt für eine Stunde elektrische Lichter aus, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Das Projekt wurde 2007 in Sydney vom WWF initiiert, mittlerweile findet die Earth Hour in über 7000 Städten und 187 Ländern weltweit statt und ist damit eine der bedeutendsten globalen Umweltaktionen.
(wst)