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Bilaterale Beziehungen Schweiz–Israel
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Dialoge und Besuche auf hoher Ebene sind wichtige Instrumente zur Stärkung der Zusammenarbeit. Seit 2004 finden jährliche bilaterale politische Konsultationen statt. Dabei werden auch kontroverse Fragen zu Menschenrechten und dem humanitären Völkerrecht regelmässig besprochen. Im Rahmen dieser Konsultationen werden auch Abkommen, wie z.B. ein Flugverkehrsabkommen, unterzeichnet. Das 12-Punkte-Programm ermöglicht der Schweiz, jährliche informelle Konsultationen zu weiteren Themen durchzuführen. Zudem werden auf Ad-hoc-Basis Gespräche zu Fragen, die für eine der Parteien von Interesse sind, wie z.B. im Bereich Asyl oder Verkehr, geführt.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Israel und die Schweiz pflegen bedeutende Handelsbeziehungen. Israel ist der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz im Mittleren Osten und Nordafrika. Seit 1993 besteht ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Israel. Generell wurden im wirtschaftlichen und finanziellen Bereich die bilateralen Beziehungen in den letzten Jahren intensiviert, um den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen schweizerischen und israelischen Unternehmen zu fördern.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus Israel können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz verfolgt das Ziel eines verhandelten, gerechten, nachhaltigen Friedens zwischen Israel und einem unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staates innerhalb von sicheren, international anerkannten Grenzen. Sie ist der Auffassung, dass eine umfassende, dauerhafte Lösung des Nahostkonflikts folgenden Kriterien genügen muss:
- Dauerhafter Frieden in der ganzen Region auf der Grundlage des Völkerrechts
- die Anerkennung des Existenzrechts Israels, insbesondere dessen Rechts auf Sicherheit innerhalb sicherer und international anerkannter Grenzen
- die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts des palästinensischen Volkes und damit dessen Recht, im Einklang mit der Resolution 1397 des UN-Sicherheitsrats einen lebensfähigen Staat zu errichten
- eine gerechte, umfassende und auf dem Verhandlungsweg erzielte Lösung der Frage der palästinensischen Flüchtlinge
- eine verhandelte Regelung über den endgültigen Status von Jerusalem
Schweizerinnen und Schweizer in Israel
Die Schweizer Gemeinschaft in Israel ist mit mehr als 20'000 (2019) Schweizer Bürgerinnen und Bürgern die grösste im Mittleren und Nahen Osten, die zweitgrösste ausserhalb Europas und Nordamerikas und die neuntgrösste weltweit.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Gründung des Staates Israel ist eng mit der Schweiz verknüpft: Der erste Zionistenkongress 1897 fand in Basel statt. Weitere 15 von insgesamt 22 Kongressen wurden ebenfalls in der Schweiz abgehalten. Vor der israelischen Staatsgründung in Palästina unterhielt die Schweiz in Jerusalem ein Konsulat (akkreditiert bei der britischen Mandatarmacht) und in Tel Aviv eine Konsularagentur. 1949 anerkannte sie den neuen Staat und eröffnete in Tel Aviv ein Konsulat. Es wurde 1958 zur Botschaft aufgewertet.