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Hofzinser, Johann Nepomuk
Johann Nepomuk Hofzinser wurde als jüngster von vier Söhnen eines Seiden- und Kurzwarenhändlers in Wien geboren. Er besuchte das Gymnasium, begann 1824 als Praktikant im väterlichen Geschäft, 1825 trat er in den Staatsdienst, 1939 wurde er Registrant in der allgemeinen Hofkammer. Hofzinser, der sich selbst als Geigenspieler versuchte, dies jedoch mangels Talent wieder aufgab, schrieb bereits in jungen Jahren Gedichte und Zeitungskritiken über Konzerte.
Auch über Bosco und Döbler verfasste Hofzinser Zeitungskritiken. Bereits zu Beginn der Vierzigerjahre war Hofzinser, der seinen Vorgängern Bosco und Döbler nacheiferte, dem Wiener Publikum als hervorragender Zauberkünstler bekannt und nahm an zahllosen gesellschaftlichen Anlässen teil.
1854 heiratete er mit 48 Jahren die 21 Jahre jüngere Wilhelmine Bergmann. 1857 eröffnete Wilhelmine Hofzinser nach dem Vorbildern von Bosco und Döbler einen Zaubersalon, in welchem sie als Hellseherin auftrat, während Hofzinser vor allem durch seine Kartenkunststücke brillierte. Der Salon Hofzinser wurde zu einem der vielen gesellschaftlichen Mittelpunkte Wiens, deren Besuch zum guten Ton der oberen Zehntausend gehörte. Bis zu viermal pro Woche wurden Vorstellungen gegeben unter der Bezeichnung "Eine Stunde der Täuschung".
1859 wurde der Salon geschlossen und Hofzinser bemühte sich, in einem bekannten Café; einen neune Auftrittsort zu finden, erhielt jedoch von den Behörden nicht die erforderliche Erlaubnis dafür.1961 eröffnet er einen neuen prachtvollen Salon und knüpfte wieder an seine bisherigen Erfolge an, 1862 eröffnete er an einem neuen Standort seinen dritten Salon, 1865 zog er zum letzten Mal in ein neues Lokal.
1865 liess sich Hofzinser pensionieren und ging auf Reisen durch österreich-Ungarn, Tschechien, Polen, Deutschland wo er vorwiegend für Privatvereine und in Casinos auftrat.
1875 starb er nach sechswöchiger Krankheit. über sein Ableben wurde in allen Zeitungen berichtet und er wurde im Beisein zahlreicher Bekannter und Freunde am 14. März in Wien beigesetzt.
Hofzinser hat die Zauberkunst im wahrsten Sinne des Wortes "Salonfähig" gemacht. Die kreativen Ideen des "Vaters der modernen Kartenkunst" beeinflussen noch heute die Zauberkunst. Durch Georg Heubeck lernte Ottokar Fischer viele der hofzinserschen Kunststücke kennen und veröffentlichte zwei Bücher darüber: "Kartenkünste" (1910) und "Zauberkünste" (1942). Diese Beschreibungen bilden noch heute die Grundlage für viele Kartenkunststücke von Künstlern in der ganzen Welt.Biografie
MAGIC CHRISTIAN. Johnann Nepomuk Hofzinser. Non Plus Ultra. Band I. Edition Volker Huber, Offenbach am Main, 1998