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zum gedenken
+ Marcel Chardonnens-Neuhaus, Plaffeien
Marcel Chardonnens wurde am 19. März 1940 als jüngstes Kind der Arbeiterfamilie Eduard und Marie Chardonnens-Brügger in Noflen bei Bösingen geboren, wohlbehütet im Kreise seiner vier Schwestern. Für die junge Familie folgten harte Jahre; sein Vater musste nämlich während mehr als drei Jahre Aktivdienst leisten. So oblag die Erziehung der Kinder ausschliesslich seiner Mutter.
Während der eiskalten Fasnachtstage 1945 übersiedelte die Familie ins mütterliche Elternhaus nach Walmisberg bei Rechthalten, weil die Eltern der Mutter immer pflegebedürftiger wurden. Bald aber bangte die Familie um das Leben des 5-jährigen Sohnes, der von einer akuten Lungenentzündung befallen war und während mehrerer Tage in ernsthafter Lebensgefahr schwebte.
1947 erfolgte der Eintritt in die Primarschule Rechthalten. Nur einen einzigen halben Tag blieb Marcel der Schule fern, und zwar am 7. Januar 1948. Er vermochte nicht durch den 1,5 Meter hohen Schnee zu waten. Mit 12 Jahren fand er einen Studienplatz im Internat des Kollegiums St. Michael in Freiburg. Ab der 5. Gymnasialklasse trat er der Gymnasialverbindung Zaehringia bei, später der akademischen Verbindung Fryburgia.
Nach dem Erreichen der Matura Typus A begann er Geschichte zu studieren. Leider erkrankte aber sein Vater, wurde arbeitsunfähig und konnte ihn deshalb finanziell nicht mehr unterstützen. So musste sich Marcel für ein kürzeres Studium entscheiden. Er erwarb das Sekundarlehrerdiplom der Sprachwissenschaften im Frühjahr 1964. Die dafür benötigten finanziellen Mittel besorgte er sich als Aushilfslehrer in verschiedenen Primar- und Sekundarschulen des Kantons.
Er unterrichtete zuerst sieben Jahre an der städtischen Knabensekundarschule in Freiburg. Am 5. August 1967 trat er mit Rosa Neuhaus aus Plaffeien an den Traualtar. Drei Kinder erblickten das Licht der Welt. Die Freitagabende sowie die Sonntage gehörten ausschliesslich der Familie.
Kurz vor der Erbauung eines Eigenheimes im Winkelquartier von Plaffeien bewarb er sich daselbst um die Stelle eines Sekundarlehrers, was ihm letztlich auch gelang. So siedelte er 1971 mit seiner jungen Familie nach Plaffeien über. Während seiner ganzen Amtszeit unterrichtete Marcel mit Leidenschaft die Fächer Deutsch, Französisch, Geografie, Geschichte, Latein in Progymnasialklassen und Zeichnen. Seine Begeisterung für die Bauernmalerei und das Einüben von Theaterstücken steckten die Schüler an.
Auch ausserhalb der Schule verrichtete Marcel für die Öffentlichkeit viele Dienste. Er war während 17 Jahren Ortskorrespondent der «Freiburger Nachrichten» und während 15 Jahren Kassier des Deutschfreiburgischen Heimatkundevereins. Den Samariterverein unterstützte er tat-
kräftig bei diversen Veranstaltungen. Ebenso engagierte sich Marcel gelegentlich bei geselligen Festen als Tafelmajor. Dabei liess er es sich nicht nehmen, für seine Ansprachen Mundarttexte zu schmieden und diese auf Pergamentpapier zu verewigen.
Mit 53 Jahren traten erstmals gesundheitliche Beschwerden auf. Er erlitt am 19. Mai 1993 einen Herzinfarkt. Fünf Jahre später musste er sich einer Bypass-Operation unterziehen, von der er sich sehr gut erholte. Auch körperlich fühlte er sich wieder fit. Es freute ihn, dass er weiterhin an den Fusswallfahrten Deutschfreiburgs nach Sachseln und Einsiedeln teilnehmen konnte, was ihm stets grosse Freude bereitete. Am 9. November 2004 hörte sein Herz plötzlich und für alle unerwartet auf zu schlagen.
Marcel war zeitlebens eine Frohnatur. Er half überall mit, wo Not am Manne war und fand immer die Zeit, mit den Mitmenschen ein paar freundliche Worte zu wechseln. Die Seinen werden ihn stets als liebevollen Familienvater in Erinnerung behalten. Möge er nun in Frieden ruhn! Eing.