Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/1696

Seit März 2017 ist es in Deutschland möglich, Cannabis ohne Ausnahmegenehmigung in der Apotheke zu erhalten. Wenn eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf oder Symptome erwartet wird, darf jeder zugelassene Arzt Cannabis verschreiben. Bei schwerkranken Patienten übernehmen die Krankenkassen die Behandlungskosten. Der Deutsche Bundestag verabschiedete am 19. Januar 2017 ein entsprechendes Gesetz.
Pflanzliche Cannabiszubereitungen werden seit Tausenden von Jahren zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt. Unter anderem sind Anwendungen als Analgetikum bei Operationen, als entzündungshemmende Mittel, als Gegenmittel bei Gicht, gegen Neuralgie (Nervenschmerzen), Migräne, Zahnschmerz und auch als Mittel gegen schmerzhafte Menstruationskrämpfe beschrieben worden. Die Wirkungsmechanismen zur Schmerztherapie durch Cannabinoide sind sehr gut erforscht und belegen die beachtliche Wirkung mehrmals. Die Inhalative Gabe von Cannabis wird oftmals gerne vermieden, da die Wirkung nur von kurzer Dauer ist und somit mehrmals eine Gabe erfolgen muss. Die orale Gabe von Cannabis wird daher normalerweise bevorzugt, da die Dauer hier um ein vielfaches länger ist und somit selbst chronische Schmerzen behandelt werden können.
Es konnte auch bewiesen werden, dass THC die Phantomschmerzen in Folge einer Amputation reduzieren kann.
Bei verschiedenen Studien wurden Patienten mit schmerzhaften Spastiken nach Rückenmarksverletzungen verglichen. Einem Teil von ihnen wurde 5 mg THC, einem anderen 50 mg Kodein und einem weiterem ein Placebo verabreicht. Das Resultat war, dass THC und Kodein dem Placebo analgetisch überlegen waren. Von den beiden wirksamen Medikamenten war das THC allerdings dem Kodein überlegen und führte zu einer deutlichen Linderung der Spastik.
Eine weitere Studie bewies, dass ein THC/CBD-Extrakt bei 24 Patienten mit neurogenen Symptomen (Nervenschmerzen) eine bessere Schmerzlinderung erzielte als mit Placebo.
Ein Morphin-Patient mit abdominellen Schmerzen, dem täglich 30 mg Morphium zur Analgesie verabreicht wurde, bekam über sechs Wochen 10 mg eines THC/CBD-Extraktes fünfmal täglich verabreicht. Das CBD wirkt der psychotropen, verhaltensverändernden Wirkung von THC entgegen. Der Bedarf an Morphin und die Schmerzintensität wurde in der THC/CBD- sowie in einer Placebo-Phase gemessen. Der Bedarf an Morphin konnte in der THC/CBD-Phase um ein vielfaches gesenkt werden (p<0.001).
Bei zehn Krebspatienten konnte eine große Reduktion der Schmerzen durch die Gabe von 5, 10, 15 und 20 mg oralem THC gegenüber von Placebo beobachtet werden.
Bei 12 Frauen wurde eine Dosis von sublingualem THC-Extrakten in Dosen von 2,5, 5 sowie 7,5 mg im Anschluss an postoperativen Schmerzen nach einer Hysterektomie gegeben. Die Schmerzlinderung war dabei nach 2 Stunden maximal und hielt nicht länger als drei Stunden an. Bei einer Gabe des THC in Kapsel-Form hielt die Wirkung länger an und nach sechs Stunden brauchte nur die Hälfte der Patienten weitere Schmerzmittel.
Generell ist zu erwähnen, dass die Gabe von Cannabis als Schmerzmittel zwar Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder das High-Gefühl hat, diese jedoch ebenfalls gegen die äußerst vielfältigen, körperschädlichen Nebenwirkungen des Morphins aufgewägt werden müssen.
Der Schmerz ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die, akut gesehen, für den Menschen eine Art Warnsignal des Körpers darstellen soll (Nozizeptorenschmerz). Ist der Schmerz chronisch, so geht er meist auf eine Schädigung des Nervensystems zurück (neuropathische Schmerz) und stellt laut der heutigen Medizin ein eigenes Krankheitsbild dar. Auch resultiert der Schmerz oftmals aus reversiblen funktionellen Störungen (z.B. Migräne aufgrund Durchblutungsfehlregulation).
Der Schmerz selber wird dabei über Nervenfasern durch den Körper geleitet. Vor allem bei chronischen Schmerzen erlebt die betroffene Person nicht nur die am Körper agierenden Symptome, sondern zumeist auch sozialpsychologische Schäden, wodurch sich das Verhalten der Person innerhalb der Öffentlichkeit vollständig verändern kann. So treten beispielsweise bei einem großen Teil von Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung zusätzlich zum chronischen Schmerz sogenannte Schmerzattacken auf, welche die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Solche Arten von Durchbruchschmerzen können auch bei ansonsten ausreichender Schmerzbehandlung auftreten.
Die typische Behandlung von Schmerzen erfolgt über Opioide (z.B. Morphin, Fentanyl und Methanon) und Nicht-Opioid-Analgetika (z.B. Salicylsäurederivate). Auch kommen adjuvant verwendete Medikamente (z.B. Antidepressiva), welche die Schmerzursache beeinflussen zum Einsatz. Die Wahl der adäquaten Medikamente wird dabei zumeist individuell angepasst.
In Israel gilt Cannabis als neue Wundermedizin – Tagesschau
Rifka litt an massiver Arthritis. Die Schmerzen waren so stark, dass sie nicht mehr leben wollte. Doch dann begann die 85-Jährige, Cannabis zu nehmen – und seitdem ist das Leiden weg. Ein Einzelfall? Nein, in Israel gilt Cannabis als neue Wundermedizin.
Cannabis bei Schmerzen – 3Sat
Mark E. ist seit 7 Jahren Schmerzpatient. Inzwischen erhält er Cannabis-Blüten aus der Apotheke.
Cannabis lindert Schmerzen – Spiegel Online
Cannabis als Schmerzmittel? – Apotheken Umschau
Cannabis und Schmerzen gesucht bei Google
Externer Link: https://www.google.de/search?q=Schmerzen+Cannabis