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Occasionswaffe
Repetierbüchse, Spandau Gewehr 1888, Kal. 8x57IS, WKI, kaiserlich deutsche Armee. Das Gewehr 88 wurde 1888 als neue Standardwaffe der kaiselich-deutschen Armee eingeführt und ersetzte damit Gewehr 71 der Firma Mauser. Die Enstehung bzw. Konzeption des Gewehrs war eng mit der Arbeit der in Spandau ansässigen Gewehrprüfkommission verknüpft und brachte ihm den Beinamen "Kommissionsgewehr ein. Die Kommission war in ihren Bemühungen bestrebt, effiziente Komponenten bestehender Waffensystem zu einer effizienteren Gesamtkonstruktion zu vereinen. Die in der Theorie gut funktionierende Waffe hatte besonders zu Beginn der Fertigung mit Problemen zu kämpfen, die jedoch durch die Optimierung der Materialien, der Mechanismen und der Munition behoben werden konnten. Das optimierte Gewehr 88 war eine solide konstruierte und zuverlässige Waffe, die jedoch den schlechten Ruf, den sie sich kurz nach ihrer Einführung erworben hatte, nie ganz los wurde. In der Türkei, die Hauptabnehmer des Gewehrs war, waren die Erfahrungen besser und dementsprechend auch der Ruf des Gewehrs.
Wie bereits angedeutet handelt es sich beim Gewehr 88 um die Verbindung verschiedener Elemente bestehender Waffen. Dies betrifft im Besonderen das System, das stark am System des Vorgängers Gewehr 71 angelendet ist und das Magazin bzw. die Ladevorrichtung, welche im Wesentlichen dem des Mannlicher Gewehrs entsprechen. Der verwendete Laufmantel stammt aus der Feder des bayrischen Offiziers und Waffenkonstrukteurs Armand Mieg. Der angestebte Schöpfungsprozess der Gewehrprüfkommission kann durchaus kritisch betrachtet werden, da auf technischer Seite viel gegen die Kombination Teilen spricht, die unabhängig von einander entwickelt wurden und entsprechend nicht auf einander eingestellt sind. In diesem Fall jedoch gelang der "Kunstgriff" und das Ergebnis überzeugte.
Das vorliegende Gewehr befindet sich in sehr gutem Zustand und ist bis auf die hintere Systemschraube nummerngleich. Die Waffe stammt aus der Königlich Preussischen Gewehrfabrique Spandau und wurde 1890 gefertigt. Sie ist zudem mit vielen Abnahmestempel der kaiserlich deutschen Armee (gekröntes W, gekröntes N, gekröntes F, Krone) versehen. Auf der linken Seite der Systemhülse wurde eine Schiene zur Anbringung einer Montage verbaut (die Arbeit ist sehr gut ausgeführt, wahrscheinlich handelt es sich um eine Büchsenmacher-Arbeit). Die zugehörige Montage ist nicht vorhanden.
Technische Daten:
Hersteller: Königlich Preussische Gewehrfabrique Spandau
Gesamtlänge: 124,5cm
Lauflänge: 74cm
Kaliber: 8x57IS
Kapazität: 4 Patronen
Visier: verstellbare Visierung
Systemhülse oben gestempelt: Spandau/ 1890
Systemhülse links gestempelt: Gew. 88
Systemhülse rechts gestempelt: gekröntes W, F und B
Schäftung: Nussbaumholz
Finish: teils brüniert, teils blank
WES-pflichtig