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"Europa muss die wichtige Rolle der Kernenergie klar verstehen, die 35% der Stromerzeugung Europas erbringt. Der Ausstieg aus der Kernenergie würde Europas Möglichkeiten, zwei wesentliche Herausforderungen anzunehmen, untergraben: die Nachhaltigkeit der Wirtschaftsentwicklung, die durch Europas erhöhte Abhängigkeit von Importen in Frage gestellt würde, und die Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen." Diese Meinung vertrat Frau de Palacio in einem Vortrag vor dem European Policy Centre in Brüssel. Unter Nachhaltigkeit versteht Frau de Palacio ein umfassendes Konzept, das nicht nur die Bewahrung der Umwelt und der Lebensbedingungen der heutigen wie der künftigen Generationen zum Ziel hat, sondern auch die Bedürfnisse einer modernen Gesellschaft in den Bereichen Konkurrenzfähigkeit, Arbeitsmarkt und Soziales berücksichtigt.
Die EU stehe heute vor drei Herausforderungen: Erstens erhöhter Rückgriff auf fossile Energiequellen und damit voraussichtlich eine 7%ige Zunahme der CO2-Produktion bis zum Jahr 2010. Gemäss Kyoto-Protokoll müsste die EU dannzumal ihre Treibhausgasemissionen gegenüber dem Stand von 1990 um 8% reduzieren. Zweitens erhöhte Energieimporte und damit Anstieg der Abhängigkeit von heute 50% auf 60- 70% im Jahre 2020. Drittens erhöhte Mobilität und Nachfrage nach Transportkapazität besonders auf der Strasse und in der Luft. Einen "goldenen Schlüssel", der die Tür zum "Paradies der Nachhaltigkeit" öffnet, gibt es gemäss Frau de Palacio leider nicht, und auf allen Ebenen seien Anstrengungen nötig. Die Entwicklung erneuerbarer Energien bringe nur mittel- bis langfristig eine Lösung.
Quelle
P.B. nach NucNet, 4. April 2000